Köbler, Gerhard, Elementares Deutsches Etymologisches Lexikon (EDEL), 2025
Sein Umfang wird seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als Wortschatz bezeichnet und vielfach mit 260000 bis 500000 Wörtern angegeben. Demgegenüber beträgt der durchschnittliche aktive Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers schriftlich und mündlich vielleicht (nur) 12000 bis 16000 Wörter. In Gegensatz hierzu beziffert die Redaktion des Verlags Duden (2019) den Umfang ihrer elektronischen Datenbank des Deutschen auf etwa 17,4 Millionen Wörter, die allein wegen dieser Menge kein Sprecher tatsächlich alle kennen kann.
Allerdings sind sie in ihrer weitaus größten Zahl Zusammensetzungen oder Ableitungen. So wie alle zahllosen Lebewesen aus einer beschränkten Zahl unterschiedlicher Zellen geformt und alle Gebäude aus einer begrenzten Zahl von Bauteilen hergestellt sowie alle Wörter (etwa des Deutschen) beispielsweise aus nur rund 30 Buchstaben (des Deutschen) von a bis z zusammengesetzt und geschrieben werden, so sind auch alle Wörter jeder Sprache aus begrenzt vielen zahlenmäßig erheblich wenigeren Elementen gebildet..
Seit Beginn der Sprachwissenschaft haben einzelne Forscher nach ihnen gesucht und ihre Ergebnisse in vielen Sammelwerken festgehalten. Bekannte Beispiele dafür sind Kluge, Friedrich, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 2. unveränderter Abdruck, 1883 oder dessen 25. Auflage, 2012 (Bearbeiter Elmar Seebold), Grimm, Jakob/Grimm, Wilhelm, Deutsches Wörterbuch [DW], Neufassung A-F [DW2], Etymologisches Wörterbuch des Deutschen [EWD], Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen [EWAhd], Falk/Torp [Falk, Hjalmar/Torp, Alf, Etymologisk ordbog over det norske et det danske sprog, 1906], Duden, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Aus ihnen hat Veronika Schönegger für mich freundlicherweise eine zusammenfassende, strikt alphabetisch geordnete Vorlage erstellt, auf der das vorliegende systematische Ergebnis beruht, das bis zu der Gegenwart rund 15000 Grundwörter (Elemente) und weitere etwa 13000 von Sachkennern aus unterschiedlichen Gründen ausgewählte Wörter (insgesamt also ungefähr 28000 Bausteine) umfasst.
Ihre möglichst kurzen Darstellungen beginnen mit dem Lemma in einer Normalform und möglichen Nebenformen. Es folgen nacheinander neuhochdeutsche und neuenglische Bedeutungsangaben, Etymologie (E.:), Gegenstandsbeschreibung (GB.:), Benennungsmotiv (BM.:), Formen (F.:) und Zusammensetzung(Z.:). Möge dieser aus der lebenslangen Freude an dem Wunder der Sprache in der Form des Deutschen als der wohl wortreichsten Sprache der gesamten Welt erwachsene Versuch eines elementaren deutschen etymologischen Lexikons der Allgemeinheit auf Grund der Vielfalt seiner Angaben (beispielsweise auch zu Erbwort [EW} oder Fremdwort [FW]) nach Möglichkeit von Nutzen sein und zugleich als Ansporn für Verbesserungen dienen.
Innsbruck, 31. August 2025 Gerhard Köbler
a, A, nhd., N., (13. Jh.): nhd. a, A; ne. a (letter); Vw.: -; Hw.: s. Alpha; Q.: 1. Drittel 13. Jh. (Ulrich von Singenberg); I.: Lw. lat. a; E.: s. lat. a; Lw. lat. a; E.: s. lat. a, Buchstabe, A; hebr.-phön. āleph, vgl. hebr. alef, Sb., Rind; L.: DW 1, 1, Duden s. u. a; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift aus älteren Bilderschriften in dem 11. Jh. v. Chr. von Menschen entwickelte und verwendete sowie über das Lateinische und Griechische des Altertums sowie das erschließbare Germanische in dem Frühmittelalter aufgenommene und in dem 1. Drittel 13. Jh. bei Ulrich von Singenberg belegte und durch Abkürzung aus ā(leph) oder A(lpha) gebildete Bezeichnung für den ersten Buchstaben (a) des Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Stierkopfs entwickeltes Zeichen+FW(+EW?); F.: A
à, nhd., Präp., (16. Jh.): nhd. à, nach, wie; ne. à; Vw.: -; Hw.: s. à la; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. à; E.: s. frz. à, Präp., von her, bei, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. à, Duden s. u. à; Son.: meist in der Wendung à la verwendet; vgl. nndl. à, Präp., à; nschw. à, Präp., à; nnorw. nndl. à, Präp., à; GB.: seit der frühen Neuzeit (v1541) belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Zugehörigkeit in formelhaften französischen Fügungen; BM.: ab, zu; F.: à+FW; Z.: à
ä, Ä, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ä, Ä; ne. ae (letter), ä (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. a, e; L.: DW 1, 3, Duden s. u. Ä; GB.: wohl seit 16. Jh. belegte und aus einer Zusammenziehung der zwei Buchstaben a und e des Umlauts ae zu einem das e über dem a zu zwei Punkten oder kleinen Strichen über dem a (ä) vereinfachenden Buchstaben(teil) entstandene Bezeichnung; BM.: Haken?; F.: ä, äs, Ä, Äs+FW(+EW); Z.: Ä
a..., an…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. a…, an…, non…; ne. a…, non…; Vw.: s. -gnostiker, -mbrosia, -methyst, -mnestie, -mulett, -nämie, -nästhesie, -nekdote, -nomal, -nomalie, -nonym, -pathie, -phasie, -porie, -sbest, -syl, -theismus, -theist, -tom, -trophie; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. ἀ- (a); E.: s. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. a-, Duden s. u. a-; Son.: vgl. nndl. a…, an…, Präf., a…, an…; frz. a…, an…, Präf., a…, an…; nschw. a…, an…, Präf., a…, an…; nnorw. a…, an…, Präf., a…, an…; poln. a…, an…, Präf., a…, an…; kymr. a…, an…, Präf., a…, an…; nir. a…, an…, Präf., a…, an…; GB.: vielleicht seit der früheren Neuzeit (17. Jh.?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für eine Verneinung; BM.: nicht; F.: a…, an…+FW; Z.: a
aa, nhd., Interj., (19. Jh.?): nhd. aa, ah; ne. aa?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 19. Jh.?; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. aa; GB.: vielleicht seit vor 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete kindersprachliche Bezeichnung; BM.: lautmalend; F.: aa+EW; Z.: aa
Aal, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Aal, ein Fisch; ne. eel; Vw.: s. Spick-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. āl, æl, st. M., Aal; mnd. āl (4), ēl, st. M., Aal; ahd. āl, st. M. (a), Aal; as. āl, st. M. (a), Aal; anfrk. -; germ. *ēla-, *ēlaz, *ǣla-, *ǣlaz, st. M. (a), Aal; vielleicht zu idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder wohl Neuerung gegenüber einem älteren lat. anguīlla, F., Aal; über lat. anguis, F.?, Schlange, Drache; idg. *angᵘ̯ʰi-, *angᵘ̯i-, *eg̑ʰi-, *ogᵘ̯ʰi-, Sb., Schlange, Wurm, Pokorny 43 (79/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht hat die germ. Form Anschluss an ai. āliḥ, Sb., Streifen (M.), Strich; vgl. idg. *ēl-, Sb., Streifen (M.)?, Pokorny 306? (452/33) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Aal, Kluge s. u. Aal, EWD s. u. Aal, DW 1, 6, DW2 1, 5, EWAhd 1, 133, Falk/Torp 26, Duden s. u. Aal, Bluhme s. u. Aal; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣl, st. M. (a), Aal; an. āll, st. M. (a), Aal; got. -; nndl. aal, Sb., Aal; nschw. ål, Sb., Aal; nnorw. ål, M., Aal; gr. ἔγχελυς (enchelys), F., M., Aal; heth. illuyankaš, Sb., ein Schlangenungeheuer; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche in der Gegenwart gefährdete bis zu zwei Meter lang gestreckte sowie flussabwärts zu dem Laichen in das Meer wandernde Knochenfischgattung in 20 Arten auf den meisten Kontinenten; BM.: Streifen (M.)?, Schlange?; F.: Aal, Aales, Aals, Aale, Aalen+EW; Z.: Aal
$aalen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aalen; E.: s. Aal, s. en; L.: Kluge s. u. aalen, EWD s. u. Aal; GB.: seit 1648 belegte und aus Aal und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich wie ein Aal verhalten (V.) oder einen Aal durch eine Röhre ziehen; F.: aalen (!), aale (!), aalst, aalt, aalest, aalet, aalte, aaltest, aalten, aaltet, geaalt, ##geaalt, geaalte, geaaltes, geaaltem, geaalten, geaalter##, aalend, ###aalend, aalende, aalendes, aalendem, aalenden, aalender###, aal (!) +EW; Z.: aal-en
$aalglatt, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. aalglatt, schlüpferig; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Aal, s. glatt; L.: EWD s. u. Aal; GB.: seit 1850 belegte und aus Aal und glatt gebildete Bezeichnung für wie ein Aal glatt oder schlüpferig; F.: aalglatt, aalglatte, aalglattes, aalglattem, aalglatten, aalglatter(, aalglattere, aalglatteres, aalglatterem, aalglatteren, aalglatterer, aalglattest, aalglatteste, aalglattestes, aalglattestem, aalglattesten, aalglattester)+EW; Z.: aal—gla-t-t
$Aalquappe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Aalquappe, Quappe; Q.: 1540.; E.: s. Aal, s. Quappe; L.: EWD s. u. Aal; GB.: seit 1540 belegte und aus Aal und Quappe gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und nur in Süßwasser oder Brackwasser vorkommenden dorschartigen Speisefisch; F.: Aalquappe, Aalquappen+EW; Z.: Aal—quapp-e
$Aalraupe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Aalraupe; E.: s. Aal, s. Raupe; L.: Kluge 1. A. s. u. Aal, Kluge s. u. Aalraupe, EWD s. u. Aal; GB.: seit 1340 belegte und aus Aal und Raupe gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Knochenfisch; F.: Aalraupe, Aalraupen+EW; Z.: Aal—raup-e
$Aalstrich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aalstrich; E.: s. Aal, s. Strich; L.: Kluge s. u. Aalstrich; GB.: seit 1778 belegte und aus Aal und Strich gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen von der übrigen Färbung abweichenden dunklen schmalen Streifen (M.) in dem Fell von Wirbeltieren entlang des Rückgrats; F.: Aalstrich, Aalstrichs, Aalstriches, Aalstriche, Aalstrichen+EW; Z.: Aal—stri-ch
Aar, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Aar, Adler, Milan, ein großer Raubvogel; ne. eagle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Adler; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ar, sw. M., Adler; mhd. are, ar, sw. M., Adler, Aar; mnl. aer, M., Adler; ahd. aro, sw. M. (n), Aar, Adler; as. aro, sw. M. (n), Aar; anfrk. -; germ. *arō-, *arōn, *ara-, *aran, *arn, sw. M. (n), Adler, großer Greifvogel; s. idg. *er- (1), Sb., Adler, Pokorny 325 (452/33) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Aar, Kluge s. u. Aar, EWD s. u. Aar, Pokorny 325, DW 1, 5, DW2 1, 9, EWAhd 1, 341, Duden s. u. Aar, Falk/Torp 17, Bluhme s. u. Aar; Son.: veraltete Form und seit dem 12. Jh. durch die Form adel-are edler Adler ersetzt, s. Adler; vgl. afries. -; ae. -; an. ari, sw. M. (n), Aar; got. ara, sw. M. (a), Aar; nndl. arent, Sb., Aar, Adler; nschw. örn, M., F., Aar, Adler; nnorw. ørn, M., F., Aar, Adler; heth. ḫaraš, Sb., Adler; gr. ὄρνις (órnis), M., F., Vogel; air. ilar, M., Adler; kymr. eryr, M., Adler; lit. erēlis, M., Adler; lett. ḕrglis, M., Adler; ksl. orilu; arm. oror, Sb., Möwe, Weihe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen weltweit verbreiteten großen Raubvogel; BM.: ?; F.: Aar, Aares, Aars, Aare, Aaren+EW; Z.: Aar
$Aarstgucken, nhd., Sb., (?): nhd. Aarstgucken; E.: s. Aarst bzw. erst, s. Gucken; L.: Kluge s. u. Küchenschelle; GB.: seit ? belegte und aus Aarst (erst) und Gucken (Heugucken für Herbstzeitlose) nach der Form der Blüte gebildete Bezeichnung für die früh blühende wohl schon vormenschliche Küchenschelle oder Arschcucke oder Beißwurz oder Bisswurz oder Biernblome oder Bitzblume oder Bitzwurz oder Bocksbart oder Bockskraut oder Gadelose oder Glocke oder Güggelblume oder Gugguche; F.: Aarstgucken, Aarstguckens+EW; Z.: Aarst-guck-en
Aas, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Aas, verwesendes Fleisch, Fraß, tierischer Leichnam, menschlicher Leichnam; ne. carrion; Vw.: -; Hw.: s. aasen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ās, st. N., Aas, Fleisch eines toten Körpers, Futter (N.) (1), Leiche, Körper, Kadaver; mhd. āz, st. N., st. M., Aas, Fleisch eines toten Körpers, Futter (N.) (1), Leiche; mnd. ās, N., Fleisch eines toten Körpers; mnl. aet, M., Aas; ahd. āz, st. N. (a), Aas, Fraß, Essen (N.), Speise; as. āt, st. N. (a), Speise, Essen (N.); anfrk. āt, st. N. (a), Speise, Essen (N.); s. wgerm. *ēsa-, *ēsam, *ǣsa-, *ǣsam, st. N. (a), Aas, Essen (N.), Köder; germ. *ēta-, *ētam, *ǣta-, *ǣtam, st. N. (a), Essen (N.), Aas; über idg. *ēdso- aus idg. *ed-, *h₁ed-, Adj., Sb., genießbar, Essen (N.), Pokorny 288 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Aas, Kluge s. u. Aas, EWD s. u. Aas, DW 1, 6, DW2 1, 12, EWAhd 1, 406, Pokorny 287, Seebold 180, Duden s. u. Aas, Bluhme s. u. Aas; Son.: mhd. ās und āz sind lautlich zu einer Form zusammengefallen; vgl. afries. -; ae. ǣs, st. N. (a), Aas, Nahrung; an. āt, st. N. (a), Speise, Essen (N.); got. -; nndl. aas, Sb., Aas; nschw. dial. ot, Sb., Aas; nnorw. åtsel, N., Aas; gr. ἔδεσμα (édesma), N., Essen (N.), Speise; lat. ēsca, F., Speise, Essen (N.); lit. edesis, M., Fressen, Köder; lit. ēská, F., Futter; russ. jasá, F., Speise; ksl. jato, N., Speise, Nahrung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Fleisch eines toten verrottenden Lebewesens; BM.: essen?; F.: Aas, Aases, Aase, Aasen+EW; Z.: Aas
aasen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aasen, Felle abschaben, in der Nahrung sudeln, leichtfertig vergeuden; ne. feed (V.) on carrion, scrape (V.) off hides, waste (V.); Vw.: -; Hw.: s. Aas; Q.: 18. Jh.; E.: s. Aas, s. en; L.: Kluge s. u. aasen, EWD s. u. Aas, DW 1, 6, DW2 1, 15, Duden s. u. aasen, Bluhme s. u. Aas; GB.: um 1700 belegte und aus Aas und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung eines geeigneten Werkzeugs mögliches ein Fell eines toten Tieres von Fleisch reinigen; BM.: essen?; F.: aasen, aase, aast, aasest, aaset, aaste, aastest, aasten, aastet, geaast, ##geaast, geaaste, geaastes, geaastem, geaasten, geaaster##, aasend, ###aasend, aasende, aasendes, aasendem, aasenden###, aas (!)+EW; Z.: aas-en
$Aasgeier, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Aasgeier; E.: s. Aas, s. Geier; L.: EWD s. u. Geier; GB.: seit 1558 belegte und aus Aas und Geier gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Aas fressenden weltweit verbreiteten Geier; F.: Aasgeier, Aasgeiers, Aasgeiern+EW; Z.: Aas—gei-er
$aasig, nhd., Adj.: nhd. aasig; E.: s. Aas, s. ig; L.: Kluge s. u. aasen; GB.: seit 1716 belegte und aus Aas und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Aas betreffend; F.: aasig, aasige, aasiges, aasigem, aasigen, aasiger(, aasigere, aasigeres, aasigerem, aasigeren, aasigerer, aasigst, aasigste, aasigstes, aasigstem, aasigsten, aasigster)+EW; Z.: aas-ig
ab, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. ab, weg, von ... weg, herab von, los, fort, herunter, nieder; ne. of, from, off, away; Vw.: s. -äschern, -fällig, -gefeimt, -gefuckt, -geordneter, -luchsen, -marachen, -murksen, -sicht, -spenstig, -statten, -trünnig; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. abe, ab, Präp., Adv., herab von, herab; mnd. af, ave, Adv., Präp., ab, von; ahd. aba, ab, Präp., Adv., Präf., aus, durch, herab, von, weg von, weg, hinweg; as. af, Präp., Präf., ab, von, aus; anfrk. ava, Präp., weg von; germ. *aba, *ab, Adv., Präp. ab, weg; germ. *af, Adv., Präp., von, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. ab, Kluge s. u. ab, EWD s. u. ab, DW 1, 6, DW2 1, 17, EWAhd 1, 5, Pokorny 53, Falk/Torp 15, Duden s. u. ab, Bluhme s. u. ab; Son.: vgl. afries. of, af, Präp., Präf., von; ae. æf-, of-, Präf., ab...; an. af, Präp., von, aus; got. af, Präp., von, von ... weg; nndl. af, Präp., ab; nschw. av, Präp., ab; nnorw. av, Präp., ab; gr. ἀπό (apó), Adv., Präp., Präf., ab, weg; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; ai. ápa, Präp., weg, fort; GB.: seit dem Frühmittelalter (4. Viertel 8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fürwort) für weg oder fort; BM.: ?; F.: ab+EW; Z.: ab
Abakus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Abakus, ein Rechengerät; ne. abacus; Vw.: -; Hw.: s. Rechenmaschine; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. abacus; E.: lat. abacus, M., Tafel, Tischplatte, Rechenbrett, Rechentisch; s. gr. ἄβαξ (ábax), M., Brett, Tafel; E.: Herkunft unbekannt, Frisk 1, 3; vielleicht verwandt mit hebr. āḇāq, Sb., Staub, s. Oxford Dictionary; L.: Kluge s. u. Abakus; Son.: vgl. nndl. abacus, Sb., Abakus; frz. abaque, M., Abakus; nschw. abakus, Sb., Abakus; nnorw. abakus, M., Abakus; poln. abakus, M., Abakus; kymr. abacws, M., Abakus; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen verbindbare und in der Herkunft unbekannte sowie vielleicht mit dem Hebräischen verwandte Bezeichnung für ein aus einem Rahmen mit auf Stäben oder Schlitzen geführten Kugeln oder Steinen bestehendes wohl in dem indo-chinesischen Raum um 1100 v. Chr. (oder früher?) von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Rechengerät; BM.: Staub?; F.: Abakus, Abakusse, Abakussen+FW; Z.: Abak-us
$Abart, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Abart; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. ab, s. Art; L.: EWD s. u. Art; GB.: seit 1732 belegte und aus ab und Art gebildete Bezeichnung für eine Abwandlung einer Art oder eine sich nur durch wenige Merkmale unterscheidende Spielart; F.: Abart, Abarten+EW; Z.: Ab—art
$abarten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abarten; E.: s. Abart, s. en; L.: Kluge s. u. Art 1, EWD s. u. Art; GB.: seit um 1588 belegte und aus Abart und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Arten mögliches aus der Art schlagen; F.: abarten, arte ab, artet ab, arten ab, artest ab, artete ab, artetest ab, arteten ab, artetet ab, abgeartet, ##abgeartet, abgeartete, abgeartetes, abgeartetem, abgearteten, abgearteter##, abartend, ###abartend, abartende, abartendes, abartendem, abartenden, abartender##ä, art ab, ###abzuarten, abzuartend, abzuartende, abzuartendes, abzuartendem, abzuartenden, abzuartender###, arte ab+EW; Z.: ab-art-en
$abartig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. abartig; E.: s. Abart, s. ig; L.: Kluge s. u. arten, EWD s. u. Art; GB.: seit 1608 belegte und aus Abart und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Arten mögliches von einer Art abweichend oder eine Abart betreffend; F.: abartig, abartige, abartiges, abartigem, abartigen, abartiger(, abartigere, abartigeres, abartigerem, abartigeren, abartigerer, abartigst, abartigste, abartigstes, abartigstem, abartigsten, abartigster)+EW; Z.: ab-art-ig
abäschern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abäschern, sich abmühen, sich abhetzen; ne. struggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1688; E.: aus dem Mnd.?; s. nhd. ab, Asche?; L.: Kluge s. u. abäschern, DW 1, 11, DW2 1, 35, Duden s. u. abäschern; GB.: vielleicht seit vor 1688 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sich sehr abhetzen; BM.: ?; F.: abäschern, äschere ab, äscherst ab, äschert ab, äscherte ab, äschertest ab, äscherten ab, äschertet ab, abgeäschert, ##abgeäschert, abgeäscherte, abgeäschertes, abgeäschertem, abgeäscherten, abgeäscherter##, abäschernd, ###abäschernd, abäschernde, abäscherndes, abäscherndem, abäschernden, abäschernder###, äscher ab, abzuäschern, ####abzuäschern, abzuäschernd, abzuäschernde, abzuäscherndes, abzuäscherndem, abzuäschernden, abzuäschernder####, äscher ab+EW; Z.: ab-äsch-er-n
$abbekommen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. abbekommen; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. ab, s. bekommen; L.: EWD s. u. bekommen; GB.: seit 1836 belegte und aus ab und bekommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erhalten (V.); F.: abbekommen, bekomme ab, bekommst ab, bekommt ab, bekommest ab, bekommet ab, bekam ab, bekamst ab, bekamen ab, bekamt ab, bekäme ab, bekämest ab, bekämen ab, bekämet ab, abbekommen, ##abbekommen, abbekommene, abbekommenes, abbekommenem, abbekommenen, abbekommener##, abbekommend, ###abbekommend, abbekommende, abbekommendes, abbekommendem, abbekommenden, abbekommender###, abzubekommen, ####abzubekommen, abzubekommend, abzubekommende, abzubekommendes, abzubekommendem, abzubekommenden, abzubekommender####, bekomm (!) ab+EW; Z.: ab—be—kom-m-en
$Abbild, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Abbild; E.: s. ab, s. Bild; L.: Kluge s. u. Bild, EWD s. u. Bild; GB.: seit 1334 belegte und aus ab und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Kunst mögliches Bild oder eine Ablichtung oder Wiedergabe; F.: Abbild, Abbildes, Abbilds, Abbilder, Abbildern+EW; Z.: Ab—bild
$abbilden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abbilden; E.: s. ab, s. bilden; L.: EWD s. u. bilden; GB.: seit 1492 belegte und aus ab und bilden bzw. Abbild und en gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches nachbilden; F.: abbilden, bilde ab, bildst (!) ab, bildt (!) ab, bilden ab, bildest ab, bildet ab, bildte (!) ab, bildtest (!) ab, bildten (!) ab, bildtet (!) ab, abgebildet, ##abgebildet, abgebildete, abgebildetes, abgebildetem, abgebildeten, abgebildeter##, abbildend, ###abbildend, abbildende, abbildendes, abbildendem, abbildenden, abbildender###, abzubilden, ####abzubilden, abzubildend, abzubildende, abzubildendes, abzubildendem, abzubildenden, abzubildender####, bild ab (!)+EW; Z.: ab—bild-en
$Abbildung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abbildung; E.: s. abbild(en), s. ung; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; L.: EWD s. u. bilden; GB.: seit 1521 belegte und aus abbild(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Kunst mögliches Abbild oder eine Nachbildung; F.: Abbildung, Abbildungen+EW; Z.: Ab—bild-ung
$Abbiss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abbiss; E.: s. ab, s. Biss; L.: Kluge s. u. Abbiss; GB.: seit 1505 belegte und aus ab und Biss gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dem Beißen mögliches abgebissenes Stück einer Gegebenheit; F.: Abbiss, Abbisses, Abbisse, Abbissen (!)+EW; Z.: Ab—bis-s
$Abbitte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abbitte; E.: s. ab, s. Bitte; L.: EWD s. u. bitten; GB.: seit 1531 belegte und aus ab und Bitte gebildete Bezeichnung für die dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche Bitte um Vergebung oder Verzeihung; F.: Abbitte, Abbitten+EW; Z.: Ab—bit-t-e
$abbitten, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. abbitten; E.: s. ab, s. bitten; L.: Kluge s. u. bitten; GB.: seit 1334 belegte und aus ab und bitten gebildete Bezeichnung für dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches um Vergebung oder Verzeihung bitten; F.: abbitten, bitte ab, bittest ab, bittet ab, bitten ab, bat ab, batest ab, batst ab, baten ab, batet ab, bäte ab, bätest ab, bäten ab, bätet ab, abgebeten, ##abgebeten, abgebetene, abgebetenes, abgebetenem, abgebetenen, abgebetener##, abbittend, ###abbittend, abbittende, abbittendes, abbittendem, abbittenden, abbittender###, abzubitten, ####abzubitten, abzubittend, abzubittende, abzubittendes, abzubittendem, abzubittenden, abzubittender####, bitt (!) ab+EW; Z.: ab—bit-t-en
$abblasen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. abblasen; E.: s. ab, s. blasen; L.: Kluge s. u. abblassen (?); GB.: seit 1359/um 1450 belegte und aus ab und blasen gebildete Bezeichnung für wegblasen oder reinigen oder entfernen oder durch Blasen (N.) beenden; F.: abblasen, blase ab, bläst ab, blast ab, blasest ab, blaset ab, blies ab, bliesest ab, bliest ab, bliesen ab, abgeblasen, ##abgeblasen, abgeblasene, abgeblasenes, abgeblasenem, abgeblasenen, abgeblasener##, abblasend, ###abblasend, abblasende, abblasendes, abblasendem, abblasenden, abblasender##, blas ab, abzublasen, ####abzublasen, abzublasend, abzublasende, abzublasendes, abzublasendem, abzublasenden, abzublasender####, blas (!) ab +EW; Z.: ab—bla-s-en
$abblättern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abblättern; E.: s. ab, s. blättern; L.: EWD s. u. Blatt; GB.: seit 1662 belegte und aus ab und blättern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wie Blätter abgehen oder abmachen; F.: abblättern, blättere ab, blätter (!) ab, blätterst ab, blättert ab, blätterte ab, blättertest ab, blätterten ab, blättertet ab, abgeblättert, ##abgeblättert, abgeblätterte, abgeblättertes, abgeblättertem, abgeblätterten, abgeblätterter##, abblätternd, ###abblätternd, abblätterndes, abblätterndem, abblätternden, abblätternder###, abzublättern, ####abzublättern, abzublätternd, abzublätternde, abzublätterndes, abzublätterndem, abzublätternden, abzublätternder####, blätter (!) ab+EW; Z.: ab—blä-t-t-er-n
$abblenden, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abblenden; E.: s. ab, s. blenden; L.: Kluge s. u. blenden, EWD s. u. blenden; GB.: seit 1873 belegte und aus ab und blenden gebildete Bezeichnung für wegblenden oder Abblendlicht einschalten oder die Ausdehnung von Lichtstrahlen durch eine Blende begrenzen; F.: abblenden, blende ab, blendest ab, blendet ab, blenden ab, blendete ab, blendetest ab, blendeten ab, blendetet ab, abgeblendet, ##abgeblendet, abgeblendete, abgeblendetes, abgeblendetem, abgeblendeten, abgeblendeter##, abblendend, ###abblendend, abblendende, abblendendes, abblendendem, abblendenden, abblendender###, abzublenden, ####abzublenden, abzublendend, abzublendende, abzublendendes, abzublendendem, abzublendenden, abzublendender###, blend (!) ab+EW; Z.: ab—ble-nd-en
$abblitzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abblitzen; E.: s. ab, s. blitzen; L.: Kluge s. u. abblitzen, EWD s. u. blitzen; GB.: seit 1793 belegte und aus ab und blitzen gebildete Bezeichnung für wegblitzen oder abbrennen; F.: abblitzen, blitze ab, blitzt ab, blitzen ab, blitzest ab, blitzet ab, blitzte ab, blitztest ab, blitzten ab, blitztet ab, abgeblitzt, ##abgeblitzt, abgeblitzte, abgeblitztes, abgeblitztem, abgeblitzten, abgeblitzter##, abblitzend, ###abblitzend, abblitzende, abblitzendes, abblitzendem, abblitzenden, abblitzender###, blitz ab, abzublitzen, ####abzublitzen, abzublitzend, abzublitzende, abzublitzendes, abzublitzendem, abzublitzenden, abzublitzender###, blitz (!) ab+EW; Z.: ab—bli-tz-en
$abblühen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abblühen; E.: s. ab, s. blühen; L.: EWD s. u. blühen; GB.: seit um 1573 belegte und aus ab und blühen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entwicklung von Blumen und Blüten mögliches verblühen; F.: abblühen, blühe ab, blühst ab, blüht ab, blühen ab, blühest ab, blühet ab, blühte ab, blühtest ab, blühten ab, blühtet ab, abgeblüht, ##abgeblüht, abgeblühte, abgeblühtes, abgeblühtem, abgeblühten, abgeblühter##, abblühend, ###abblühend, abblühende, abblühendes, abblühendem, abblühenden, abblühender###, abzublühen, ####abzublühen, abzublühend, abzublühende, abzublühendes, abzublühendem, abzublühenden, abzublühender####, blüh (!) ab+EW; Z.: ab—blü-h-en
$abböschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abböschen; E.: s. ab, s. böschen; L.: EWD s. u. Böschung; GB.: seit 1771 belegte und aus ab und böschen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes durch eine Böschung abschrägen; F.: abböschen, bösche ab, böschst ab, böscht ab, böschest ab, böschet ab, böschte ab, böschtest ab, böschten ab, böschtet ab, abgeböscht, ##abgeböscht, abgeböschte, abgeböschtes, abgeböschtem, abgeböschten, abgeböschter##, abböschend, ###abböschend, abböschende, abböschendes, abböschendem, abböschenden, abböschender###, abzuböschen, ####abzuböschen, abzuböschend, abzuböschende, abzuböschendes, abzuböschendem, abzuböschenden, abzuböschender####, bösch (!) ab+EW; Z.: ab—bö-sch-en
$abbrühen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abbrühen; E.: s. ab, s. brühen; L.: EWD s. u. brühen; GB.: seit 1587 belegte und aus ab und brühen gebildete Bezeichnung für von dem Menschen entwickeltes und verwendetes überbrühen oder mit heißem Wasser übergießen oder abschrecken oder abhärten; F.: abbrühen, brühe ab, brühst ab, brüht ab, brühest ab, brühet ab, brühte ab, brühtest ab, brühten ab, brühtet ab, abgebrüht, ##abgebrüht, abgebrühte, abgebrühtes, abgebrühtem, abgebrühten, abgebrühter##, abbrühend, ###abbrühend, abbrühende, abbrühendes, abbrühendem, abbrühenden, abbrühender###, abzubrühen, ####abzubrühen, abzubrühend, abzubrühende, abzubrühendes, abzubrühendem, abzubrühenden, abzubrühender####, brüh (!) ab+EW; Z.: ab—brüh-en
Abc, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Abc, nach den Lauten der ersten drei Buchstaben geordnete Buchstabenreihe, Anfangsgründe; ne. abc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790? (Weißenburger Katechismus); I.: Lw.; E.: mhd. abc, N., Abc; mhd. ābēcē, st. N., Alphabet; s. mnd. ābēcēdē, ābēcētē, abcēte, ābēsēte, N., F., Abcd, Abc, Alphabet, Abecedarium, Fibel (F.) (1?), alphabetisches Verzeichnis; ahd. abcd, Sb., N., „Abc“, Abc, Alphabet; s. lat. a, Buchstabe, a; gr. ἄλφα (álpha), N., Alpha; hebr.-phön. āleph, Sb., Alpha; lat. b, Buchstabe, b; gr. βῆτα (bēta), N., Beta; phön. bêth; lat. c, Buchstabe, c; gr. γάμμα (gámma), F., Gamma; aus dem Semitischen, vgl. hebr. gīmel, vgl. auch hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; L.: Kluge s. u. Abc, EWD s. u. Abc, DW 1, 18, DW2 1, 96, Duden s. u. Abc; Son.: vgl. nndl. abc, Sb., Abc; frz. abc, Sb., Abc; nschw. abc, Sb., Abc; nnorw. abc, M., F., Abc; poln. abecadło, N., Abc; kymr. abiéc, Sb., Abc; GB.: seit um 790 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Buchstabenreihe (der in dem 11. Jh. v. Chr. entwickelten protosemitischen Buchstabenschrift); BM.: nach den ersten drei Buchstaben der Buchstabenreihe; F.: Abc, Abcs+FW?; Z.: A-b-c
$Abc-Schütze, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abc-Schütze; E.: s. Abc, s. Schütze; L.: Kluge s. u. Abc-Schütze, EWD s. u. Abc; GB.: seit 1587 belegte und aus Abc und Schütze gebildete Bezeichnung für einen das Lesen und Schreiben lernenden und gewissermaßen das a und b sowie c als Geschosse nützenden Anfänger; F.: Abc-Schütze, Abc-Schützen (!)+EW; Z.: A-b-c—schü-tz-e
$abdanken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abdanken; E.: s. ab, s. danken; L.: Kluge s. u. abdanken, EWD s. u. Dank; GB.: seit 1534 belegte und aus ab und danken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches abtreten oder zurücktreten oder aus einem Amt ausscheiden; F.: abdanken, danke ab, dankst ab, dankt ab, danken ab, dankest ab, danket ab, dankte ab, danktest ab, dankten ab, danktet ab, abgedankt, ##abgedankt, abgedankte, abgedanktes, abgedanktem, abgedankten, abgedankter##, abdankend, ###abdankend, abdankende, abdankendes, abdankendem, abdankenden, abdankender###, dank ab, abzudanken, ####abzudanken, abzudankend, abzudankende, abzudankendes, abzudankendem, abzudankenden, abzudankender####, dank (!) ab+EW; Z.: ab—dank-en
$Abdankung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abdankung; E.: s. abdank(en), s. ung; L.: EWD s. u. Dank; GB.: seit 1555 belegte und aus abdank(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Zurücktreten oder Ausscheiden aus einer amtlichen Tätigkeit; F.: Abdankung, Abdankungen+EW; Z.: Ab—dank-ung
$Abdecker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abdecker; E.: s. abdeck(en), s. er; L.: Kluge s. u. Abdecker, EWD s. u. decken; GB.: seit 1534 belegte und aus abdeck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl schon früher möglichen für die Abdeckung oder Beseitigung (oder Verwertung) der Körper toter Tiere berufsmäßig tätigen Schinder oder Wasenmeister; F.: Abdecker, Abdeckers, Abdeckern+EW; Z.: Ab—deck-er
$Abdeckerei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Abdeckerei; E.: s. Abdecker, s. ei (Suff.); Q.: 1741; L.: EWD s. u. decken; GB.: seit 1741 belegte und aus Abdecker und ei gebildete Bezeichnung für den Betrieb eines Abdeckers; F.: Abdeckerei, Abdeckereien+EW; Z.: Ab—deck-er-ei
$abdingen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abdingen; E.: s. ab, s. dingen; L.: EWD s. u. Ding, DW 1, 20, DW2 1, 109; GB.: seit um 1300 belegte und aus ab und dingen gebildete Bezeichnung für wegbedingen oder abhandeln oder anders vereinbaren; F.: abdingen, dinge ab, dingst ab, dingt ab, dingest ab, dinget ab, dingte ab, dingtest ab, dingten ab, dingtet ab, dang ab, dangst ab, dangten ab, dangtet ab, abgedungen, ##abgedungen, abgedungene, abgedungenes, abgedungenem, abgedungenen, abgedungener##, abgedingt, ##abgedingt, abgedingte, abgedingtes, abgedingtem, abgedingten, abgedingter##, abdingend, ###abdingend, abdingende, abdingendes, abdingendem, abdingenden, abdingender###, abzudingen, ####abzudingen, abzudingend, abzudingende, abzudingendes, abzudingendem, abzudingenden, abzudingender####, ding (!) ab+EW; Z.: ab—din-g-en
$Abdruck, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abdruck; E.: s. ab, s. Druck; L.: EWD s. u. drucken; GB.: seit 1508 belegte und aus ab und Druck gebildete sowie sachlich durch Eindruck in oder Aufdruck auf eine weichere oder andersfarbige Gegebenheit entstandenes Abbild einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Fußes in weiche Erde oder eines Textes auf Papier; F.: Abdruck, Abdruckes, Abdrucks, Abdrucke, Abdrucken+EW; Z.: Ab—dru-ck
$abebben, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abebben; E.: s. ab, s. ebben; L.: EWD s. u. Ebbe; GB.: seit 1767 belegte und aus ab und ebben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches verebben oder wegebben oder abfließen oder wegfließen; F.: abebben, ebbe ab, ebbst ab, ebbt ab, ebbest ab, ebbet ab, ebbte ab, ebbtest ab, ebbten ab, ebbtet ab, abgeebbt, ##abgeebbt, abgeebbte, abgeebbtes, abgeebbtem, abgeebbten, abgeebbter##, abebbend, ###abebbend, abebbende, abebbendes, abebbendem, abebbenden, abebbender###, abzuebben, ####abzuebben, abzuebbend, abzuebbende, abzuebbendes, abzuebbendem, abzuebbenden, abzuebbender####, ebb (!) ab, ebbe (!) ab+EW; Z.: ab—ebb-en
$Abebuch, nhd., N., (?): nhd. Abebuch; E.: s. Abe, s. Buch; L.: Kluge s. u. Abc; GB.: seit ? belegte und aus Abe und Buch gebildete Bezeichnung für eine nach einigen Buchstaben gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Lernbuch für Lesen und Schreiben für Anfänger; F.: Abebuch, Abebuchs, Abebuches, Abebücher, Abebüchern+EW; Z.: A-b-e—buch
$Abecedarium, nhd., N.: nhd. Abecedarium; E.: s. lat. abecedarium; L.: Kluge s. u. Abc; GB.: seit 1440 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für das Abece oder Alphabet oder das alphabetisch geordnete Wörterbuch; F.: Abecedarium, Abecedariums, Abecedaria+FW; Z.: A-be-ce-d-ari-um
Abee, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Abee, Abort; ne. privy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: verhüllende umgangssprachliche Abkürzung (= AB) für Abort; GB.: seit 20. Jh. belegte verhüllende Bezeichnung für eine Toilette oder einen Toilettenraum; BM.: Abkürzung; L.: Kluge s. u. Abee, Duden s. u. Abee; F.: Abee, Abees+FW; Z.: A-bee
...abel, ...ibel, nhd., Adj., (17. Jh.?).: nhd. ...abel; ne. ...able; Vw.: s. diskut-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. ...able; E.: s. frz. ...able, ...ible, Adj., Suff., ...abel; lat. ābilis, ...abel, ...fähig; vgl. lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, beweglich, passend; lat. habēre, V., haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. …abel, Duden s. u. -abel; Son.: vgl. nndl. ...abel, Suff., ...abel; nschw. ...abel, Suff., ...abel; nnorw. ...abel, Suff., ...abel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. verwendete und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Nachsilbe für die Bildung von Adjektiven für fähig verwendete Bezeichnung; BM.: haben; F.: ...abel, ...ables, ...ablem, ...ablen, ...abler, (...ablere, ...ableres, ...ablerem, ...ableren, ...ablerer, ...abelst, ...abelste, ...abelstes, ...abelstem, ...abelsten, ...abelster, ...ibel, ...ibles, ...iblem, ...iblen, ...ibler, ...iblere, ...ibleres, ...iblerem, ...ibleren, ...iblerer, ...ibelst, ...ibelste, ...ibelstes, ...ibelstem, ...ibelsten, ...ibelster) +FW; Z.: -ab-el
Abele, nhd. (ält.), F., (14./15. Jh.): nhd. Abele, Weißpappel, Silberpappel; ne. abele, white poplar; Vw.: -; Hw.: s. Alber, Albe (2); Q.: 14./15. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. abēle, aweele, F., Pappel, Weißpappel; über afrz. aubel- von einem vorrom. *albellus; s. lat. albarus, F.?, Weißpappel; lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Abele, DW 1, 22, DW2 1, 119; GB.: seit um 1400 belegte und über das Mittelniederdeutsche sowie das Altfranzösische und mittelbar das erschließbare Vorromanische aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich weit verbreiteten und vielleicht schon vormenschlichen sommergrünen gerade wachsenden Laubbaum; BM.: weiße Farbe; F.: Abele, Abelen+FW; Z.: Abel-e
Abend, nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Abend, Tageszeit um den Sonnenuntergang, Tagesende; ne. evening (N.), eve (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ābent, st. M., Abend, Vorabend; mnd. āvent, M., Abend; mnl. avont, M., Abend; ahd. āband, st. M. (a), Abend, Abendgottesdienst, Vorabend, Westen; as. āvand*, st. M. (a), Abend; anfrk. āvant*, st. M. (a), Abend; wgerm. *ēbanda-, *ēbandaz, *ǣbanda-, *ǣbandaz, st. M. (a), Abend; idg. *ēponto, Sb., der hintere Teil (des Tages), Pokorny 324; vgl. idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Abend, Kluge s. u. Abend, EWD s. u. Abend, DW 1, 22, DW2 1, 121, EWAhd 1, 9, Pokorny 324, Duden s. u. Abend, Bluhme s. u. Abend; Son.: vgl. afries. ēvend, āvend, st. M. (a), Abend, Vorabend; ae. ǣfen, st. M. (ja), st. N. (ja), Abend, Vorabend; an. aptann, st. M. (a), Abend; got. -; nndl. avond, Sb., Abend; nschw. afton, Sb., Abend; nnorw. aften, M., Abend; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Westgermanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sich örtlich mit der Umdrehung der Erde um ihre Achse stetig ändernden örtlich hinteren und zeitlich späteren von der Beleuchtung durch die Sonne sich abkehrenden Teil des Tages; BM.: hinter dem Tag?; F.: Abend, Abends, Abende, Abenden+EW; Z.: Ab-end
$Abendland, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Abendland; E.: s. Abend, s. Land; L.: Kluge s. u. Abendland, EWD s. u. Abend; GB.: seit 1529 (Abendländer) oder 1530 belegte und aus Abend und Land gebildete Bezeichnung für den in dem Westen (des Römischen Reiches) und damit zu dem scheinbaren Sonnenuntergang hin gerichtet gelegenen Teil Europas; F.: Abendland, Abendlands, Abendlandes+EW; Z.: Ab-end—lan-d
$abendlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. abendlich; E.: s. Abend, s. lich; L.: EWD s. u. Abend; GB.: seit um 800 belegte und aus Abend und lich gebildete Bezeichnung für den Abend betreffend; F.: abendlich, abendliche, abendliches, abendlichem, abendlichen, abendlicher+EW; Z.: ab-end—lich
$Abendmahl, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Abendmahl; E.: s. Abend, s. Mahl; L.: Kluge s. u. Abendmahl, EWD s. u. Abend; GB.: seit 1325 belegte und aus Abend und Mahl gebildete Bezeichnung für Abendessen und insbesondere das letzte Abendessen Jesu Christi mit seinen Jüngern vor seiner Kreuzigung in der jüdisch-christlichen Religion; F.: Abendmahl, Abendmahls, Abendmahles, Abendmähler, Abendmählern (!)+EW; Z.: Ab-end—mahl
$Abendrot, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Abendrot; E.: s. Abend, s. Rot; L.: EWD s. u. Abend; GB.: seit um 1160. belegte und aus Abend und Rot gebildete Bezeichnung für das aus der Sicht des Menschen vielfach auftretende Rot des Himmels an dem Abend; F.: Abendrot, Abendrots, Abendrotes (!)+EW; Z.: Ab-end—rot
$Abendröte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Abendröte; E.: s. Abend, s. Röte; L.: EWD s. u. Abend; GB.: seit um 1200 belegte und aus Abend und Röte gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen vielfach auftretende Röte des Himmels an dem Abend; F.: Abendröte, Abendröten (!)+EW; Z.: Ab-end—röt-e
$abends, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. abends; E.: s. Abend, s. s; L.: EWD s. u. Abend; GB.: seit um 1200 belegte und aus Abend und s gebildete Bezeichnung für des Abends oder eines Abends oder an dem Abend; F.: abends+EW; Z.: ab-end-s
Abenteuer, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Abenteuer, erregendes Erlebnis, Wagnis, Liebesaffäre; ne. adventure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185?; I.: Lw.; E.: mhd. āventiure, ābentiure, st. F., Begebenheit, Beginnen, Ereignis, Schicksal, Geschick; über mnd. āventǖre, ēventǖre, N., Abenteuer, Gefahr, Risiko aus mfrz. aventure, F., Abenteuer, ritterliches Abenteuer; mlat. adventūra, N. Pl., Ereignis; s. lat. advenīre, V., herankommen, herbeikommen, ankommen, sich ereignen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Abenteuer, Kluge s. u. Abenteuer, EWD s. u. Abenteuer, DW 1, 27, DW2 1, 150, Duden s. u. Abenteuer; Son.: vgl. nndl. aventuur, Sb., Abenteuer; frz. aventure, F., Abenteuer; nschw. äventyr, N., Abenteuer; nnorw. eventyr, N., Märchen; nisl. æventýri, N., Abenteuer; GB.: seit dem Hochmittelalter (um 1185) belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene Bezeichnung für ein von dem Menschen sachlich wohl seit seiner Entstehung mutwillig oder freiwillig eingegangenes Wagnis; BM.: kommen?; F.: Abenteuer, Abenteuers, Abenteuern+FW; Z.: A-ben-t-eu-er
$abenteuerlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. abenteuerlich, spannend, anstrengend, aufregend; E.: s. Abenteuer, s. lich; L.: EWD s. u. Abenteuer, DW 1, 28, DW2 1, 168; GB.: seit um 1275 belegte und aus Abenteuer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches spannend oder anstrengend oder aufregend; F.: abenteuerlich, abenteuerliche, abenteuerliches, abenteuerlichem, abenteuerlichen, abenteuerlicher(, abenteuerlichere, abenteuerlicheres, abenteuerlicherem, abenteuerlicheren, abenteuerlicherer, abenteuerlichst, abenteuerlichste, abenteuerlichstes, abenteuerlichstem, abenteuerlichsten, abenteuerlichster)+EW; Z.: a-ben-t-eu-er—lich
$abenteuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abenteuern; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. Abenteuer, s. n; L.: EWD s. u. Abenteuer, DW 1, 28, DW2 1, 169; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Abenteuer und n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Abenteuer oder Wagnis erleben oder unternehmen; F.: abenteuern, abenteuere, abenteuer, abenteuerst, abenteuert, abenteuerte, abenteuertest, abenteuerten, abenteuertet, geabenteuert, ##geabenteuert, geabenteuerte, geabenteuertes, geabenteuertem, geabenteuerten, geabenteuerter##, abenteuernd, ###abenteuernd, abenteuerndes, abenteuerndem, abenteuernden, abenteuernder###, abenteuer+EW; Z.: a-ben-t-eu-er-n
$Abenteurer, Abenteuerer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Abenteurer; E.: s. abenteuer(n), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Abenteuer; GB.: seit um 1210 belegte und aus Abenteu(e)r und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Abenteuer suchenden oder abenteuerlich lebenden Menschen; F.: Abenteurer, Abenteurers, Abenteurern (!)+EW; Z.: A-ben-t-eu-r-er
aber, nhd., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. aber, abermals, wieder, wiederum, noch einmal; ne. but; Vw.: --; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. aber, abe, ab, ave, aver, Konj., aber, jedoch, dennoch, sondern (Konj.); mnd. aver, over, Konj., aber; ahd. afur, avur*, afar, Adv., Konj., Präf., aber, abermals, doch, jedoch, dennoch; as. aver*?, Konj., aber, denn; germ. *afar, Adv., Präp., hinter, nach; germ. *abar, *abur, Adv., Präp., hinter; s. idg. *apero-, Adj., hintere, Pokorny 53; s. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. aber, Kluge s. u. aber, EWD s. u. aber, DW 1, 29, DW2 1, 179, EWAhd 1, 401, Falk/Torp 15, Pokorny 54, Duden s. u. aber, Falk/Torp 15, Bluhme s. u. aber; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. *aur-, Präf., untere?, hintere?; got. afar, Präp., Sb., nach, hinter, hernach; außergermanische Vergleichsformen in idg. Sprachen problematisch; GB.: seit dem Frühmittelalter (um 765) belegte und für das Germanische und das Indogermanische mit anderer Bedeutung erschließbare Bezeichnung (Verbindungswort oder Konjunktion) für einen Gegensatz; BM.: weg; F.: aber (!)+EW; Z.: ab-er
$Aber, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Aber; E.: s. aber; L.: EWD s. u. aber; GB.: seit 1541 belegte und von aber abgeleitete Bezeichnung für einen Gegensatz oder Widerspruch oder Einwand; F.: Aber, Abers (!)+EW; Z.: Ab-er
$Aberglaube, Afterglaube, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aberglaube; E.: s. aber, s. Glaube; L.: Kluge s. u. Aberglaube, EWD s. u. aber; GB.: seit um 1300 belegte und aus aber sowie Glaube gebildete Bezeichnung für einen von anderen Menschen als irrig oder falsch abgelehnten Glauben von Menschen; F.: Aberglaube, Aberglaubens, Aberglauben (!)+EW; Z.: Ab-er—g-laub-e
$abergläubisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. abergläubisch; E.: s. Aberglaub(e), s. isch; Q.: 1512.; L.: EWD s. u. aber; E.: seit 1512 belegte und aus Aberglaub(e) und isch gebildete Bezeichnung für einen Aberglauben betreffend; F.: abergläubisch, abergläubische, abergläubisches, abergläubischem, abergläubischen, abergläubischer(, abergläubischere, abergläubischeres, abergläubischerem, abergläubischeren, abergläubischerer, abergläubischst , abergläubischste, abergläubischstes, abergläubischstem, abergläubischsten, abergläubischster)+EW; Z.: ab-er—g-läub-isch
$abermals, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. abermals, nochmals; E.: s. aber, s. mal, s. s; L.: Kluge s. u. abermals, EWD s. u. aber; GB.: seit 1470 belegte und aus aber und Mal sowie s gebildete Bezeichnung für nochmals oder wiederum oder wiederholt; F.: abermals+EW; Z.: ab-er—ma-l-s
$Aberraute, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Aberraute; E.: s. aber, s. Raute; L.: Kluge 1. A. s. u. aber; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus aber und Raute gebildete Bezeichnung für einen bis 130 Zentimeter hohen aromatisch duftenden wohl schon vormenschlichen Strauch; F.: Aberraute, Aberrauten+EW; Z.: Aber—raut-e
$Aberwitz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Aberwitz; E.: s. aber, s. Witz; L.: Kluge s. u. Aberwitz, EWD s. u. aber; GB.: seit 14. Jh.? belegte und aus aber und Witz gebildete Bezeichnung für einen Irrwitz oder einen besonderen Witz; F.: Aberwitz, Aberwitzes+EW; Z.: Ab-er—wi-tz
abfällig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. abfällig, abtrünnig, treulos; ne. disparaging; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1450/1480 (Chroniken der deutschen Städte); E.: s. mhd. abevellic*, abevellec, Adj., abfällig, abtrünnig, treulos; mnd. afvellīk*, afvellich, Adj., abfällig, abtrünnig; s. nhd. ab, fällig; L.: Kluge s. u. abfällig, DW 1, 37, DW2 1, 232, Duden s. u. abfällig; GB.: seit dem Spätmittelalter (1450/1480) belegte und aus Abfall und ig gebildete Bezeichnung für herabsetzend oder ablehnend oder geringschätzig; BM.: weg, fallen; F.: abfällig, abfällige, abfälliges, abfälligem, abfälligen, abfälliger(, abfälligere, abfälligeres, abfälligerem, abfälligeren, abfälligste, abfälligstes, abfälligstem, abfälligsten, abfälligster)+EW; Z.: ab—fäll-ig
$abfasen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. abfasen, abschrägen, abkanten; E.: s. ab, s. Fase, s. n; L.: Kluge s. u. Fase; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ab und Fas(e) sowie en (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes abschrägen oder abkanten; F.: abfasen, fase ab, fast ab, fasen ab, fasest ab, faset ab, faste ab, fastest ab, fasten ab, fastet ab, abgefast, ##abgefast, abgefaste, abgefastes, abgefastem, abgefasten, abgefaster##, abfasend, ###abfasend, abfasende, abfasendes, abfasendem, abfasenden, abfasender###, fas ab, abzufasen, ####abzufasen, abzufasend, abzufasende, abzufasendes, abzufasendem, abzufasenden, abzufasender####, fase (!) ab+EW; Z.: ab—fas-en
$abfassen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abfassen; E.: s. ab, s. fassen; L.: EWD s. u. fassen; GB.: seit 1618 belegte und aus ab und fassen gebildete Bezeichnung für in eine Fassung bringen oder gestalten oder verfassen; F.: abfassen, fasse ab, fassst (!) ab, fasst ab, fassest ab, fasset ab, fasste ab, fasstest ab, fassten ab, fasstet ab, abgefasst, ##abgefasst, abgefasste, abgefasstes, abgefasstem, abgefassten, abgefasster##, abfassend, ###abfassend, abfassende, abfassendes, abfassendem, abfassenden, abfassender###, abzufassen, ####abzufassen, abzufassend, abzufassende, abzufassendes, abzufassendem, abzufassenden, abzufassender####, fass (!) ab+EW; Z.: ab—fass-en
$abfieseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abfieseln, abnagen, ablösen; E.: s. ab, s. fieseln; L.: Kluge s. u. abfieseln; GB.: seit 1827 belegte und aus ab und fieseln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abnagen oder ablösen; F.: abfieseln, fiesle ab, fiesel ab, fieselst ab, fieselt ab, fieselest ab, fieselet ab, fieselte ab, fieseltest ab, fieselten ab, fieseltet ab, abgefieselt, ##abgefieselt, abgefieselte, abgefieseltes, abgefieseltem, abgefieselten, abgefieselter##, abfieselnd, ###abfieselnd, abfieselnde, abfieselndes, abfieselndem, abfieselnden, abfieselnder###, abzufieseln, ####abzufieseln, abzufieselnd, abzufieselnde, abzufieselndes, abzufieselndem, abzufieselnden, abzufieselnder####, fiesel (!) ab+EW; Z.: ab—fies-el-n
$abfinden, nhd., st. V., (13. Jh./16. Jh.): nhd. abfinden; E.: s. ab, s. finden; L.: Kluge s. u. abfinden, EWD s. u. finden; GB.: seit nach 1366 belegte und aus ab und finden gebildete Bezeichnung für hinnehmen oder ablösen oder geben; F.: abfinden, finde ab, findest ab, findet ab, finden ab, fand ab, fandest ab, fandst ab, fanden ab, fandet ab, fände ab, fändest ab, fändet ab, fänden ab, fände, abgefunden, ##abgefunden, abgefundene, abgefundenes, abgefundenem, abgefundenen, abgefundener##, abfindend, ###abfindend, abfindende, abfindendes, abfindendem, abfindenden, abfindender###, find ab, abzufinden, ####abzufinden, abzufindend, abzufindende, abzufindendes, abzufindendem, abzufindenden, abzufindender####, find (!) ab+EW; Z.: ab—fi-n-d-en
$Abfindung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abfindung; E.: s. abfind(en), s. ung; L.: EWD s. u. finden; GB.: seit 1543 belegte und aus abfind(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Ablösung oder Zahlung; F.: Abfindung, Abfindungen (!)+EW; Z.: Ab—fi-n-d-ung
$abflauen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abflauen; E.: s. ab, s. flauen, s. flau, s. en; L.: Kluge s. u. flau, EWD s. u. flau; GB.: seit 1880 belegte und aus ab und flau sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches nachlassen oder sinken; F.: abflauen, flaut ab, flaue ab, flauen ab, flaute ab, flauten ab, abgeflaut, ##abgeflaut, abgeflaute, abgeflautes, abgeflautem, abgeflauten, abgeflauter##, abflauend, ###abflauend, abflauende, abflauendes, abflauendem, abflauenden, abflauender###, abzufleien (!), ####abzuflauen, abzuflauend, abzuflauende, abzuflauendes, abzuflauendem, abzuflauenden, abzuflauender####, flau(e) (!) ab+EW; Z.: ab—flau-en
$Abfuhr, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Abfuhr; E.: s. ab, s. Fuhr; L.: Kluge s. u. Abfuhr; GB.: seit 1358 belegte und aus ab und Fuhr gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Erfindung von Fahrzeugen mögliches Wegführen von Gegebenheiten; F.: Abfuhr, Abfuhren+EW; Z.: Ab—fuhr
$Abgabe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Abgabe; E.: s. ab, s. Gabe; L.: EWD s. u. geben; GB.: seit 1687 Jh. belegte und aus ab und Gabe gebildete Bezeichnung für eine an einen anderen zu erbringende Leistung wie beispielsweise einen Beitrag oder eine Gebühr oder eine Steuer (F.); F.: Abgabe, Abgaben+EW; Z.: Ab—gab-e
$Abgang, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Abgang, Weggang, Tod; E.: s. ab, s. Gang; L.: EWD s. u. gehen; GB.: seit um 1140 belegte und aus ab und Gang bzw. gehen gebildete Bezeichnung für einen Weggang oder einen Tod; F.: Abgang, Abgangs, Abganges, Abgänge, Abgängen (!)+EW; Z.: Ab—ga-ng
$abgeben, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. abgeben; E.: s. ab, s. geben; L.: EWD s. u. geben; GB.: seit 1303 belegte und aus ab und geben gebildete Bezeichnung für weggeben oder überlassen (V.); F.: abgeben, gebe ab, gibst ab, gibt ab, gebt ab, gebest ab, gebet ab, gab ab, gabst ab, gaben ab, gabt ab, gäbe ab, gäbest ab, gäben ab, gäbet ab, abgegeben, ##abgegeben, abgegebene, abgegebenes, abgegebenem, abgegebenen, abgegebener##, abgebend, ###abgebend, abgebende, abgebendes, abgebendem, abgebenden, abgebender###, abzugeben, ###abzugeben, abzugebend, abzugebende, abzugebendes, abzugebendem, abzugebenden, abzugebender####, gib (!) ab+EW; Z.: ab—geb-en
$abgebildet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. abgebildet; E.: s. abbild(en), s. ge, s. et; L.: Kluge s. u. bilden; GB.: seit 16. Jh. belegte und von abbilden abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Kunst des Menschen mögliches durch ein Abbild wiedergegeben oder dargestellt; F.: abgebildet, abgebildete, abgebildetes, abgebildetem, abgebildeten, abgebildeter+EW; Z.: ab—ge—bild-et
$abgebrannt, nhd., (Part. Prät.=Adj., (14. Jh.): nhd. abgebrannt; E.: s. abbrenn(en), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. abgebrannt, EWD s. u. brennen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus abbrennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Sauerstoff und Feuer mögliches weggebrannt oder niedergebrannt oder durch Brand zerstört; F.: abgebrannt, abgebrannte, abgebranntes, abgebranntem, abgebrannten, abgebrannter(, abgebranntere, abgebrannteres, abgebrannterem, abgebrannteren, abgebrannterer, abgebranntest, abgebrannteste, abgebranntestes, abgebranntestem, abgebranntesten, abgebranntester) +EW; Z.: ab—ge—bran-n-t
$abgebrüht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. abgebrüht; E.: s. abbrüh(en), s. ge, s. t)L.: Kluge s. u. abgebrüht, EWD s. u. brühen; GB.: seit v1885? belegte und aus abbrühen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Brühen mögliches mit Brühe übergossen oder abgestumpft oder gefühllos; F.: abgebrüht, abgebrühte, abgebrühtes, abgebrühtem, abgebrühten, abgebrühter(, abgebrühtere, abgebrühteres, abgebrühterem, abgebrühteren, abgebrühterer, abgebrühtest, abgebrühteste, abgebrühtestes, abgebrühtestem, abgebrühtesten, abgebrühtester)+EW; Z.: ab—ge—brüh-t
$abgedroschen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. abgedroschen; E.: s. abdresch(en), s. ge, s. en; L.: Kluge s. u. abgedroschen, EWD s. u. dreschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus abdresch(en) und ge sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Dreschens durch den Menschen mögliches gebraucht oder abgenutzt; F.: abgedroschen, abgedroschene, abgedroschenes, abgedroschenem, abgedroschenen, abgedroschener(, abgedroschenere, abgedroscheneres, abgedroschenerem, abgedroscheneren, abgedroschenerer, abgedroschenst, abgedroschenste, abgedroschenstes, abgedroschenstem, abgedroschensten, abgedroschenster)+EW; Z.: ab—ge—dro-sch-en
abgefeimt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. abgefeimt, ausgekocht, durchtrieben, mit allen Wassern gewaschen; ne. cunning (Adj.), villainous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: mhd. abegeveimet, abegefeimet*, (Part. Prät.=)Adj., „abgefeimt“; s. nhd. ab, Feim (1); L.: Kluge s. u. abgefeimt, EWD s. u. abgefeimt, DW2 1, 243 (abfeimen), Duden s. u. abgefeimt, Bluhme s. u. abgefeimt; Son.: ursprünglich als Part. Prät. zu abfeimen, V., den Schaum abschöpfen; GB.: seit dem Spätmittelalter (14. Jh.) belegte und aus abfeim(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durchtrieben oder gerissen; BM.: weg, Schaum?; F.: abgefeimt, abgefeimte, abgefeimtes, abgefeimtem, abgefeimten, abgefeimter(, abgefeimtere, abgefeimteres, abgefeimterem, abgefeimteren, abgefeimteste, abgefeimtestes, abgefeimtestem, abgefeimtesten, abgefeimtester)+EW; Z.: ab—ge—feim-t
abgefuckt, nhd., (Part. Prät. =)Adj., (20. Jh.): nhd. abgefuckt, heruntergekommen; ne. rundown, fucked up; Vw.: -; Hw.: s. ficken; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. Lw. ne. fucked up; E.: s. ab; s. ne. fuck, V., ficken, Geschlechtsverkehr haben; weitere Herkunft unklar, in mehreren germ. Sprachen vertreten, vgl. nschw. (dial.) focka, nndl. (dial.) fokkelen; vielleicht zurückführbar auf idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.) bzw. idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; L.: Kluge s. u. abgefuckt, Duden s. u. abgefuckt; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus abfick(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches heruntergekommen oder missbraucht; BM.: weg, stechen; F.: abgefuckt, abgefuckte, abgefucktes, abgefucktem, abgefuckten, abgefuckter(, abgefucktere, abgefuckteres, abgefuckterem, abgefuckteren, abgefuckteste, abgefucktestes, abgefucktestem, abgefucktesten, abgefucktester)+EW; Z.: ab—ge—fuck-t
$abgehärmt, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. abgehärmt, verhärmt; E.: s. abhärm(en), s. ge, s. t; L.: EWD s. u. Harm; GB.: vielleicht seit 1710 belegte und von abhärmen abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches verhärmt; F.: abgehärmt, abgehärmte, abgehärmtes, abgehärmtem, abgehärmten, abgehärmter, (abgehärmtere, abgehärmteres, abgehärmterem, abgehärmteren, abgehärmterer, abgehärmtest, abgehärmteste, abgehärmtestes, abgehärmtestem, abgehärmtesten, abgehärmtester)+EW; Z.: ab—ge—härm-t
$abgehen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. abgehen; E.: s. ab, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, EWD s. u. gehen; GB.: seit um 1000 belegte und aus ab und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches weggehen oder entlanggehen oder fehlen; F.: abgehen, gehe ab, gehst ab, geht ab, gehen ab, gehest ab, gehet ab, ging ab, gingst ab, gingen ab, gingt ab, gingest ab, ginget ab, abgegangen, ##abgegangen, abgegangene, abgegangenes, abgegangenem, abgegangenen, abgegangener##, abgehend, ###abgehend, abgehende, abgehendes, abgehendem, abgehenden, abgehender###, abzugehen, ####abzugehen, abzugehend, abzugehende, abzugehendes, abzugehendem, abzugehenden, abzugehender####, geh (!) ab+EW; Z.: ab—geh-en
$abgekartet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. abgekartet; E.: s. abkart(en), s. ge, s. et; L.: Kluge s. u. abgekartet, abkarten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus abkarten und ge sowie et gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches abgesprochen oder vereinbart; F.: abgekartet, abgekartete, abgekartetes, abgekartetem, abgekarteten, abgekarteter(, abgekartetere, abgekarteteres, abgekarteterem, abgekarteteren, abgekarteterer, abgekartetest, abgekarteteste, abgekartetestes, abgekartetestem, abgekartetesten, abgekartetester)+EW; Z.: ab—ge—kart-et
$abgelegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. abgelegen; E.: s. ab, s. gelegen; L.: Kluge s. u. abgelegen, EWD s. u. liegen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ablieg(en) und ge sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aus seiner Sicht abseits gelegen oder entfernt gelegen; F.: abgelegen, abgelegene, abgelegenes, abgelegenem, abgelegenen, abgelegener(, abgelegenere, abgelegeneres, abgelegenerem, abgelegeneren, abgelegenerer, abgelegenst, abgelegenste, abgelegenstes, abgelegenstem, abgelegensten, abgelegenster)+EW; Z.: ab—ge—leg-en
$abgeleiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. abgeleiert; E.: s. ableier(n), s. ge, s. t; L.: EWD s. u. Leier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ableier(n) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Leier durch den Menschen mögliches abgenutzt oder abgedroschen; F.: abgeleiert, abgeleierte, abgeleiertes, abgeleiertem, abgeleierten, abgeleierter(, abgeleiertere, abgeleierteres, abgeleierterem, abgeleierteren, abgeleierterer, abgeleiertst, abgeleiertste, abgeleiertstes, abgeleiertstem, abgeleiertsten, abgeleiertster)+EW; Z.: ab—ge—leier-t
$abgeneigt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. abgeneigt; E.: s. abneig(en), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. neigen, EWD s. u. neigen; GB.: vielleicht seit vor 1749 belegte und aus abneig(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen ablehnend oder unwillig; F.: abgeneigt, abgeneigte, abgeneigtes, abgeneigtem, abgeneigten, abgeneigter(, abgeneigtere, abgeneigteres, abgeneigterem, abgeneigteren, abgeneigterer, abgeneigtest, abgeneigteste, abgeneigtestes, abgeneigtestem, abgeneigtesten, abgeneigtester)+EW; Z.: ab—ge—nei-g-t
Abgeordneter, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.): nhd. Abgeordneter, entsandter Vertreter, deputierter Vertreter, bevollmächtigter Vertreter, Mitglied einer ständischen parlamentarischen Körperschaft, Unterhändler; ne. delegate (M.), deputy (M.), representative (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1610; E.: s. ab, ordnen; L.: Kluge s. u. Abgeordneter, EWD s. u. Abgeordneter, DW 1, 47 (abgeordnet), DW2 1, 299, Duden s. u. Abgeordneter; GB.: seit 1610 belegte und aus abordn(en) und ge sowie et (Suff.) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen von dem Volk für eine festgelegte Zeit in eine Institution gewählten und entsandten sowie dadurch deputierten Vertreter oder Abgesandten; BM.: weg, fügen; F.: Abgeordneter, Abgeordneten, Abgeordnete+EW; Z.: Ab—ge—or-d-n-et-er
$Abgesandter, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Abgesandter; E.: s. absend(en), s. ge, s. t, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Gesandter, EWD s. u. Gesandter; GB.: seit 1508 belegte und aus absend(en) und ge sowie et (Suff.) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen entsandten Vertreter; F.: Abgesandter, Abgesandte, Abgesandten+EW; Z.: Ab—ge—sand-t-er
abgeschieden, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. abgeschieden, abgelegen, entfernt; E.: s. abscheid(en), s. ge, s. en; L.: Kluge s. u. Abschied, EWD s. u. Abschied; GB.: vielleicht seit vor 1657 belegte und aus abscheiden und ge sowie en gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen abgelegen oder entfernt; F.: abgeschieden, abgeschiedene, abgeschiedenes, abgeschiedenem, abgeschiedenen, abgeschiedener(, abgeschiedenere, abgeschiedeneres, abgeschiedenerem, abgeschiedeneren, abgeschiedenerer, abgeschiedenst, abgeschiedenste, abgeschiedenstes, abgeschiedenstem, abgeschiedensten, abgeschiedenster)+EW; Z.: ab—ge—schie-d-en
$Abgeschiedenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Abgeschiedenheit, Abgeschlossenheit, Ruhe; E.: s. abgeschieden, s. heit; L.: EWD s. u. Abschied; GB.: seit 1657 belegte und aus abgeschieden und heit gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen bestehende Entfernung oder Abgeschlossenheit oder Ruhe; F.: Abgeschiedenheit+EW; Z.: Ab—ge—schie-d-en—hei-t
$abgeschmackt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. abgeschmackt, geschmacklos, fade, albern; E.: s. abschmeck(en), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. abgeschmackt, EWD s. u. Geschmack; GB.: seit 1623 belegte und mit abschmecken verbindbare Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen geschmacklos oder fade oder albern; F.: abgeschmackt, abgeschmackte, abgeschmacktes, abgeschmacktem, abgeschmackten, abgeschmackter(, abgeschmacktere, abgeschmackteres, abgeschmackterem, abgeschmackteren, abgeschmackterer, abgeschmacktest, abgeschmackteste, abgeschmacktestes, abgeschmacktestem, abgeschmacktesten, abgeschmacktester)+EW; Z.: ab—ge—schmack-t
$abgespannt, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (18. Jh.): nhd. abgespannt, erschöpft, müde; E.: s. abspann(en), s. ge, s. t); L.: EWD s. u. spannen; GB.: vielleicht seit 1774 belegte und aus abspann(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen erschöpft oder müde; F.: abgespannt, abgespannte, abgespanntes, abgespanntem, abgespannten, abgespannter, abgespanntere, abgespannteres, abgespannterem, abgespannteren, abgespannterer(, abgespanntest, abgespannteste, abgespanntestes, abgespanntestem, abgespanntesten, abgespanntester)+EW; Z.: ab—ge—span-n-t
$abgetrieben, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. abgetrieben, entfernt; E.: s. abtreib(en), s. ge, s. en; L.: EWD s. u. treiben; GB.: seit ? belegte und von abtreiben (um 1150) gebildete Bezeichnung für wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Abtreibung entfernt; F.: abgetrieben, abgetriebene, abgetriebenes, abgetriebenem, abgetriebenen, abgetriebener(, abgetriebenere, abgetriebeneres, abgetriebenerem, abgetriebeneren, abgetriebenerer, abgetriebenst, abgetriebenste, abgetriebenstes, abgetriebenstem, abgetriebensten, abgetriebenster)+EW; Z.: ab—ge—trie-b-en
$abgewöhnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abgewöhnen, entwöhnen; E.: s. ab, s. gewöhnen; L.: Kluge s. u. gewöhnen, EWD s. u. gewöhnen; GB.: seit 1391 belegte und aus ab und gewöhnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entwöhnen oder eine Gewohnheit beenden oder aufgeben; F.: abgewöhnen, gewöhne ab, gewöhnst ab, gewöhnt ab, gewöhnen ab, gewöhnest ab, gewöhnet ab, gewöhnte ab, gewöhntest ab, gewöhnten ab, gewöhntet ab, abgewöhnt, ##abgewöhnt, abgewöhnte, abgewöhntes, abgewöhntem, abgewöhnten, abgewöhnter##, abgewöhnend, ###abgewöhnend, abgewöhnende, abgewöhnendes, abgewöhnendem, abgewöhnenden, abgewöhnender###, abzugewöhnen, ####abzugewöhnen, abzugewöhnend, abzugewöhnende, abzugewöhnendes, abzugewöhnendem, abzugewöhnenden, abzugewöhnender####, gewöhn (!) ab+EW; Z.: ab—ge—wöhn-en
$Abglanz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Abglanz, Widerschein, Nachhall, Nachklang, Nebenglanz; E.: s. ab, s. Glanz; L.: Kluge s. u. Glanz, EWD s. u. Glanz; GB.: seit 1752 belegte und aus ab und Glanz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Licht möglichen Widerschein oder Nachhall oder Nachklang oder Nebenglanz; F.: Abglanz, Abglanzes (!)+EW; Z.: Ab-gla-nz
$Abgott, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Abgott, Nebengott, falscher Gott; E.: s. Ab, s. Gott; L.: Kluge s. u. Abgott, EWD s. u. Abgott; GB.: seit um 800 belegte und aus ab und Gott gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Religion durch den Menschen möglichen unerlaubten Gott oder Nebengott, F.: Abgott, Abgotts, Abgottes, Abgötter, Abgöttern (!)+EW; Z.: Ab—go-t-t
$Abgötterei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Abgötterei, Verehrung nicht anerkannter Götter; Q.: Ende 14. Jh.; E.: s. Abgott, s. er, s. ei (Suff.); L.: EWD s. u. Abgott; GB.: seit 1394 belegte und aus Abgott und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Religion durch den Menschen mögliche unerlaubte Verehrung nicht anerkannter Götter; F.: Abgötterei, Abgöttereien+EW; Z.: Ab—gö-t-t-er-ei
$abgöttisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. abgöttisch; E.: s. Abgott, s. isch; Q.: 2. Hälfte 14. Jh.; L.: EWD s. u. Abgott; GB.: seit 1378 belegte und aus Abgott und isch gebildete Bezeichnung für einen Abgott betreffend; F.: abgöttisch, abgöttische, abgöttisches, abgöttischem, abgöttischen, abgöttischer(, abgöttischere, abgöttischeres, abgöttischerem, abgöttischeren, abgöttischerer, abgöttischst, abgöttischste, abgöttischstes, abgöttischstem, abgöttischsten, abgöttischster)+EW; Z.: ab—gö-t-t-isch
$abgrasen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abgrasen, Gras abfressen, absuchen; E.: s. ab, s. grasen; L.: EWD s. u. Gras; GB.: seit 1525 belegte und aus ab und grasen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung Gras fressender Tiere mögliches Gras abfressen oder für absuchen; F.: abgrasen, grase ab, grasst ab, grast ab, grasest ab, graset ab, graste ab, grastest ab, grasten ab, grastet ab, abgegrast, ##abgegrast, abgegraste, abgegrastes, abgegrastem, abgegrasten, abgegraster##, abgrasend, ###abgrasend, abgrasende, abgrasendes, abgrasendem, abgrasenden, abgrasender###, abzugrasen, ####abzugrasen, abzugrasend, abzugrasende, abzugrasendes, abzugrasendem, abzugrasenden, abzugrasender####, gras ab +EW; Z.: ab—gra-s-en
$Abgrund, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Abgrund; E.: s. ab, s. Grund; L.: Kluge s. u. Abgrund; GB.: seit um 796 belegte und aus ab und Grund gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche tiefe Schlucht; F.: Abgrund, Abgrunds, Abgrundes, Abgründe, Abgründen+EW; Z.: Ab—gru-n-d
$abgründig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. abgründig, Abgrund betreffend; Q.: 1. Drittel 14. Jh. (Meister Eckhardt); E.: s. Abgrund, s. ig; GB.: seit um 1300. belegte und aus Abgrund und ig gebildete Bezeichnung für Abgrund betreffend oder unergründlich oder abgrundtief; F.: abgründig, abgründige, abgründiges, abgründigem, abgründigen, abgründiger(, abgründigere, abgründigeres, abgründigerem, abgründigeren, abgründigerer, abgründigst, abgründigste, abgründigstes, abgründigstem, abgründigsten, abgründigster)+EW; Z.: ab—grü-n-d-ig
$abhalftern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abhalftern, Halfter abnehmen, Bedeutungentziehen; E.: s. ab, s. Halfter, s. n; L.: Kluge s. u. Halfter 1, EWD s. u. Halfter; GB.: seit 1781 belegte und aus ab und halftern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Halfters durch den Menschen mögliches das Halfter abnehmen; F.: abhalftern, abhalftere, abhalfter (!), abhalfterst, abhalftert, abhalfterte, abhalftertest, abhalfterten, abhalftertet, abgehalftert, ##abgehalftert, abgehalfterte, abgehalftertes, abgehalftertem, abgehalfterten, abgehalfterter##, abhalfternd, ###abhalfternd, abhalfterndes, abhalfterndem, abhalfternden, abhalfternder###, halfter (!) ab+EW; Z.: ab—hal-ft-er-n
$abhalten, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. abhalten; E.: s. ab, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, EWD s. u. halten; GB.: seit 1362 belegte und aus ab und halten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fernhalten oder durchführen; F.: abhalten, halte ab, hältst ab, hält ab, halten ab, haltet ab, haltest ab, hielt ab, hieltest ab, hieltst ab, hielten ab, hieltet ab, abgehalten, ##abgehalten, abgehaltene, abgehaltenes, abgehaltenem, abgehaltenen, abgehaltener##, abhaltend, ###abhaltend, abhaltende, abhaltendes, abhaltendem, abhaltenden, abhaltender###, abzuhalten, ####abzuhalten, abzuhaltend, abzuhaltende, abzuhaltendes, abzuhaltendem, abzuhaltenden, abzuhaltender####, halt (!) ab+EW; Z.: ab—hal-t-en
$abhandeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abhandeln; E.: s. ab, s. handeln; L.: Kluge s. u. handeln, EWD s. u. handeln; GB.: seit um 1305 belegte und aus ab und handeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Handel des Menschen mögliches behandeln oder erwerben; F.: abhandeln, handel (!) ab, handle ab, handelst ab, handelt ab, handeln ab, handelte ab, handeltest ab, handelten ab, handeltet ab, abgehandelt, ##abgehandelt, abgehandelte, abgehandeltes, abgehandeltem, abgehandelten, abgehandelter##, abhandelnd, ###abhandelnd, abhandelnde, abhandelndes, abhandelndem, abhandelnden, abhandelnder###, abzuhandeln, ####abzuhandeln, abzuhandelnd, abzuhandelnde, abzuhandelndes, abzuhandelndem, abzuhandelnden, abzuhandelnder####, handel (!) ab+EW; Z.: ab—hand-el-n
$abhanden, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. abhanden, weg, fort; E.: s. ab, s. Hand, s. en; L.: EWD s. u. ab; GB.: seit 1335 belegte und aus ab und Hand sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Besitz durch Menschen mögliches weg oder fort; F.: abhanden+EW; Z.: ab—hand-en
$Abhandlung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abhandlung; E.: s. abhand(e)l(n), s. ung; L.: EWD s. u. handeln; GB.: seit 1539 belegte und aus abhand(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Darstellung; F.: Abhandlung, Abhandlungen+EW; Z.: Ab—hand-l-ung
$Abhang, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abhang; E.: s. ab, s. Hang; L.: Kluge s. u. Abhang, EWD s. u. hängen; GB.: seit 1386 belegte und aus ab und Hang gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Hang in einem Gelände; F.: Abhang, Abhangs, Abhanges, Abhänge, Abhängen+EW; Z.: Ab—hang
$abhängen, nhd., st. V.: nhd. abhängen; E.: s. ab, s. hängen; GB.: seit 1442/1561 belegte und aus ab und hängen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herunterhängen oder lösen oder abhängig sein (V.); L.: Kluge s. u. abhängig; F.: abhängen, hänge ab, hängst ab, hängt ab, hängen ab, hängest ab, hänget ab, hing ab, hingst ab, hingen ab, hingt ab, hingest ab, hinget ab, abgehangen, ##abgehangen, abgehangene, abgehangenes, abgehangenem, abgehangenen, abgehangener##, abhängend, ###abhängend, abhängende, abhängendes, abhängendem, abhängenden, abhängender###, abzuhängen, ####abzuhängen, abzuhängend, abzuhängende, abzuhängendes, abzuhängendem, abzuhängenden, abzuhängender####, häng (!) ab+EW; Z.: ab—häng-en
$abhängig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. abhängig, beeinflusst, gebunden; E.: s. abhäng(en), s. ig; L.: Kluge s. u. abhängig, EWD s. u. hängen; GB.: seit um 1485 belegte und aus abhäng(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beeinflusst oder gebunden; F.: abhängig, abhängige, abhängiges, abhängigem, abhängigen, abhängiger(, abhängigere, abhängigeres, abhängigerem, abhängigeren, abhängigerer, abhängigst, abhängigste, abhängigstes, abhängigstem, abhängigsten, abhängigster)+EW; Z.: ab—häng-ig
$abhärmen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abhärmen, sorgen, grämen; E.: s. ab, s. härmen; L.: Kluge s. u. Harm, EWD s. u. Harm; GB.: seit 1710. belegte und aus ab und härmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sorgen oder grämen; F.: abhärmen, härme ab, härmst ab, härmt ab, härmen ab, härmest ab, härmet ab, härmte ab, härmtest ab, härmten ab, härmtet ab, abgehärmt, ##abgehärmt, abgehärmte, abgehärmtes, abgehärmtem, abgehärmten, abgehärmter##, abhärmend, ###abhärmend, abhärmende, abhärmendes, abhärmendem, abhärmenden, abhärmender###, abzuhärmen, ####abzuhärmen, abzuhärmend, abzuhärmende, abzuhärmendes, abzuhärmendem, abzuhärmenden, abzuhärmender####, härm (!) ab+EW; Z.: ab—härm-en
$abhärten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abhärten, härter machen, härter werden, ertüchtigen; E.: s. ab, s. härten; L.: Kluge s. u. hart, EWD s. u. hart; GB.: seit 1527 belegte und aus ab und härten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches härter machen oder härter werden oder ertüchtigen oder kräftigen; F.: abhärten, härte ab, härtest ab, härtet ab, härten ab, härtete ab, härtetest ab, härteten ab, härtetet ab, abgehärtet, ##abgehärtet, abgehärtete, abgehärtetes, abgehärtetem, abgehärteten, abgehärteter##, abhärtend, ###abhärtend, abhärtende, abhärtendes, abhärtendem, abhärtenden, abhärtender###, abzuhärten, ####abzuhärten, abzuhärtend, abzuhärtende, abzuhärtendes, abzuhärtendem, abzuhärtenden, abzuhärtender####, härt (!) ab+EW; Z.: ab—här-t-en
$Abhärtung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Abhärtung, Ertüchtigung; E.: s. abhärt(en), s. ung; L.: EWD s. u. hart; GB.: seit 1683 belegte und aus abhärt(en) und ung gebildete Bezeichnung für Ertüchtigung oder Kräftigung; F.: Abhärtung, Abhärtungen+EW; Z.: Ab—här-t-ung
$abhaspeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abhaspeln, abwickeln, abspulen, hersagen; E.: s. ab, s. haspeln; L.: EWD s. u. Haspe; GB.: seit 1458 belegte und aus ab und haspeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung der Haspel mögliches abwickeln oder abspulen oder hersagen; F.: abhaspeln, haspel (!) ab, hasple ab, haspele ab, haspelst ab, haspelt ab, haspelte ab, haspeltest ab, haspelten ab, haspeltet ab, abgehaspelt, abgehaspelte, abgehaspeltes, abgehaspeltem, abgehaspelten, abgehaspelter, abhaspelnd, abhaspelnde, abhaspelndes, abhaspelndem, abhaspelnden, abhaspelnder###, abzuhaspeln, ####abzuhaspeln, abzuhaspelnd, abzuhaspelnde, abzuhaspelndes, abzuhaspelndem, abzuhaspelnden, abzuhaspelnder####, haspel (!) ab +EW; Z.: ab—hasp-el-n
$abhauen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. abhauen, wegschlagen, trennen; E.: s. ab, s. hauen; L.: Kluge s. u. abhauen, EWD s. u. hauen; GB.: seit um 830 belegte und aus ab und hauen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Werkzeuge mögliches wegschlagen oder trennen oder weggehen; F.: abhauen, haue ab, haust ab, haut ab, hauen ab, hauest ab, hauet ab, hieb ab, hiebst ab, hieben ab, hiebt (!) ab, hiebest ab, hiebet ab, abgehauen, ##abgehauen, abgehauene, abgehauenes, abgehauenem, abgehauenen, abgehauener##, abhauend, ###abhauend, abhauende, abhauendes, abhauendem, abhauenden, abhauender###, abzuhauen, ####abzuhauen, abzuhauend, abzuhauende, abzuhauendes, abzuhauendem, abzuhauenden, abzuhauender####, hau (!) ab+EW; Z.: ab—hau-en
$abhelfen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abhelfen; E.: s. ab, s. helfen; L.: Kluge s. u. helfen, EWD s. u. helfen; GB.: seit um 1215 belegte und aus ab und helfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen helfen; F.: abhelfen, helfe ab, hilfst ab, hilft ab, helfen ab, helft ab, helfest ab, helfet ab, half ab, halfst ab, halfen ab, halft ab, hülfe ab, hülfest ab, hülfen ab, hülfet ab, hälfe ab, hälfest ab, hälfen ab, hälfet ab, abgeholfen, ##abgeholfen, abgeholfene, abgeholfenes, abgeholfenem, abgeholfenen, abgeholfener##, abhelfend, ###abhelfend, abhelfende, abhelfendes, abhelfendem, abhelfenden, abhelfender###, abzuhelfen, ####abzuhelfen, abzuhelfend, abzuhelfende, abzuhelfendes, abzuhelfendem, abzuhelfenden, abzuhelfender####, hilf (!) ab+EW; Z.: ab—hel-f-en
$abheuern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abheuern; E.: s. ab, s. heuern; L.: EWD s. u. heuern; GB.: seit 1412 belegte und aus ab und heuern gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung der berufsmäßigen Seefahrt mögliches abmustern; F.: abheuern, heuere ab, heuer ab, heuerst ab, heuert ab, heuern ab, heuerte ab, heuertest ab, heuerten ab, heuertet ab, abgeheuert, ##abgeheuert, abgeheuerte, abgeheuertes, abgeheuertem, abgeheuerten, abgeheuerter##, abheuernd, ###abheuernd, abheuerndes, abheuerndem, abheuernden, abheuernder###, abzuheuern, ####abzuheuern, abzuheuernd, abzuheuernde, abzuheuerndes, abzuheuerndem, abzuheuernden, abzuheuernder###, heuer (!) ab +EW; Z.: ab—heuer-n
$abhold, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. abhold; E.: s. ab, s. hold; L.: Kluge s. u. abhold, EWD s. u. hold; GB.: seit 1301 belegte und aus ab und hold gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches feindlich oder ablehnend; F.: abhold, abholde, abholdes, abholdem, abholden, abholder(, abholdere, abholderes, abholderem, abholderen, abholderer, abholdest, abholdeste, abholdestes, abholdestem, abholdesten, abholdester)+EW; Z.: ab—hol-d
äbich, äbig, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. abgewandt, verkehrt, übel; ne. turned away, evil (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 796 (Glosse); E.: s. mhd. ebech, ebch, ebich, äbig, Adj., umgewendet, verkehrt, böse; mnl. avesc, āves, aefs, Adj., verkehrt; ahd. abuh (1), Adj., falsch, verkehrt, umgewendet, umgekehrt, schlecht; as. avuh*, Adj., verkehrt, übel, böse; anfrk. -; wgerm. *abuha-, *abuhaz, *abuga-, *abugaz, Adj., verkehrt, böse, abgewandt; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. -ko, Suff. (EWAhd 1, 33); L.: Kluge s. u. äbich, DW 1, 58, DW2 1, 403, EWAhd 1, 33, Pokorny 54, Falk/Torp 15, Heidermanns 94; Son.: vgl. vgl. afries. -; ae. afulic, Adj., verkehrt; an. ǫfugr, Adj., verkehrt, abgewandt; got. ibuks, Adj. (a), rückwärts gewandt, zurück; an. ǫfugr, Adj., verkehrt, abgewandt; ai. ápāka-, Adj., abseits liegend, entfernt; ? ksl. opako, opaky, Adj., zurück, verkehrt, entgegengesetzt; GB.: seit um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abgewandt oder verkehrt oder übel; BM.: weg; F.: äbich, äbiche, äbiches, äbichem, äbichen, äbicher, äbig, äbige, äbiges, äbigem, äbigen, äbiger+EW; Z.: äb-ich
äbig, nhd., Adj.: nhd. äbig; Vw.: s. äbich
Abitur, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Abitur, Reifeprüfung, Matura, Abschlussprüfung der höheren Schule; ne. A-level; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1897; I.: Lw.; E.: s. lat. abitūrus, M., Weggehender; über ein nlat. abitūrīre, V., weggehen wollen; vgl. lat. abīre, V., abgehen, weggehen, abreisen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Abitur, EWD s. u. Abiturient, DW2 1, 406, Duden s. u. Abitur; Son.: Abitur wird über die Form Abiturum zum Wort Abiturient gebildet, jüngere Kurzform Abi; vgl. nndl. abitur, Sb., Abitur; GB.: seit der späteren Neuzeit (1897) belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene bzw. gebildete Bezeichnung für eine Abschlussprüfung oder Abgangsprüfung an einer höheren Schule; BM.: weg, gehen; F.: Abitur, Abiturs, Abiture, Abituren (!)+FW(+EW); Z.: Ab-i-t-ur
$Abiturient, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Abiturient, abgehender Schüler einer höheren Schule; E.; s. Abitur, s. ient; L.: Kluge s. u. Abitur; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Neulateinischen gebildete Bezeichnung für einen über eine Abschlussprüfung von einer höheren Schule abgehenden Schüler; F.: Abiturient, Abiturienten+FW(+EW); Z.: Ab-i-t-ur-ient
$abkanzeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abkanzeln, tadeln; E.: s. ab, s. Kanzel, s. n; L.: Kluge s. u. abkanzeln, Kanzel, EWD s. u. Kanzel; GB.: seit 1672 belegte und aus ab und Kanzel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder anfahren; F.: abkanzeln, kanzel (!) ab, kanzle ab, kanzelst ab, kanzelt ab, kanzeln ab, kanzelte ab, kanzeltest ab, kanzelten ab, kanzeltet ab, abgekanzelt, ##abgekanzelt, abgekanzelte, abgekanzeltes, abgekanzeltem, abgekanzelten, abgekanzelter##, abkanzelnd, ###abkanzelnd, abkanzelnde, abkanzelndes, abkanzelndem, abkanzelnden, abkanzelnder###, abzukanzeln, ####abzukanzeln, abzukanzelnd, abzukanzelnde, abzukanzelndes, abzukanzelndem, abzukanzelnden, abzukanzelnder####, kanzel (!) ab+FW+EW; Z.: ab—kan-z-el-n
$abkapseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. abkapseln, abschließen; E.: s. ab, s. Kapsel, s. n; L.: Kluge s. u. Kapsel, EWD s. u. Kapsel; GB.: seit 1915 belegte und aus ab und Kapsel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches durch eine Kapsel abschließen oder abgrenzen; F.: abkapseln, kapsel (!) ab, kapsle ab, kapsele ab, kapselst ab, kapselt ab, kapseln ab, kapselte ab, kapseltest ab, kapselten ab, kapseltet ab, abgekapselt, ##abgekapselt, abgekapselte, abgekapseltes, abgekapseltem, abgekapselten, abgekapselter##, abkapselnd, ###abkapselnd, abkapselnde, abkapselndes, abkapselndem, abkapselnden, abkapselnder###, abzukapseln, ####abzukapseln, abzukapselnd, abzukapselnde, abzukapselndes, abzukapselndem, abzukapselnden, abzukapselnder####, kapsel (!) ab+FW+EW; Z.: ab—kap-s-el-n
$abkarten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abkarten, heimlich verabreden; E.: s. ab, s. Karte, s. n; L.: Kluge s. u. abkarten, EWD s. u. Karte; GB.: seit 1711 belegte und aus ab und Karte sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches heimlich verabreden; F.: abkarten, karte ab, kartest ab, karten (!) ab, kartet ab, kartete ab, kartetest ab, karteten ab, kartetet ab, abgekartet, ##abgekartet, abgekartete, abgekartetes, abgekartetem, abgekarteten, abgekarteter##, abkartend, ###abkartend, abkartende, abkartendes, abkartendem, abkartenden, abkartender###, abzukarten, ####abzukarten, abzukartend, abzukartende, abzukartendes, abzukartendem, abzukartenden, abzukartender####, kart (!) ab+EW; Z.: ab—kart-en
$Abklatsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Abklatsch, Nachbildung; E.: s. ab, s. Klatsch; L.: Kluge s. u. Abklatsch, EWD s. u. klatschen; E.: seit 1815 belegte und aus ab und Klatsch gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Kunst mögliche Nachbildung; F.: Abklatsch, Abklatsches, Abklatschs, Abklatsche, Abklatschen+EW; Z.: Ab—klatsch
$abklingen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. abklingen, verklingen, verschwinden; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. ab, s. klingen; L.: EWD s. u. klingen; GB.: seit 1806 belegte und aus ab und klingen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Klang mögliches verklingen oder als Klang verschwinden; F.: abklingen, klinge ab, klingst ab, klingt ab, klingest ab, klinget ab, klang ab, klangst ab, klangen ab, klangt ab, klänge ab, klängest ab, klängen ab, klänget ab, abgeklungen, ##abgeklungen, abgeklungene, abgeklungenes, abgeklungenem, abgeklungenen, abgeklungener##, abklingend, ###abklingend, abklingende, abklingendes, abklingendem, abklingenden, abklingender###, abzuklingen, ####abzuklingen, abzuklingend, abzuklingende, abzuklingendes, abzuklingendem, abzuklingenden, abzuklingender####, kling (!) ab !+EW; Z.: ab—kli-ng-en
$abknöpfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abknöpfen; E.: s. ab, s. knöpfen; L.: EWD s. u. Knopf; GB.: seit 1491 belegte und aus ab und knöpfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Knopfes mögliches Angeknöpftes abnehmen oder wegnehmen oder ablösen; F.: abknöpfen, knöpfe ab, knöpfst ab, knöpft ab, knöpfen ab, knöpfest ab, knöpfet ab, knöpfte ab, knöpftest ab, knöpften ab, knöpftet ab, abgeknöpft, ##abgeknöpft, abgeknöpfte, abgeknöpftes, abgeknöpftem, abgeknöpften, abgeknöpfter##, abknöpfend, ###abknöpfend, abknöpfende, abknöpfendes, abknöpfendem, abknöpfenden, abknöpfender###, abzuknöpfen, ####abzuknöpfen, abzuknöpfend, abzuknöpfende, abzuknöpfendes, abzuknöpfendem, abzuknöpfenden, abzuknöpfender####, knöpf (!) ab+EW; Z.: ab—knö-pf-en
$Abkomme, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Abkomme, Abkömmling, Nachkomme; E.: s. ab, s. komme(n); L.: EWD s. u. kommen; GB.: seit 1741 belegte und aus ab und komme(n) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens und des Menschen möglichen Abkömmling oder Nachkommen oder Nachfahren; F.: Abkomme, Abkommen (M.Pl.)+EW; Z.: Ab—kom-m-e
$abkommen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. abkommen, wegkommen; E.: s. ab, s. kommen; L.: Kluge s. u. Abkommen, kommen, EWD s. u. kommen; GB.: seit um 1000 belegte und aus ab und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegkommen; F.: abkommen, komme ab, kommst ab, kommt ab, kommen ab, kommest ab, kommet ab, kam ab, kamst ab, kamen ab, kamt ab, käme ab, kämest ab, kämen ab, kämet ab, abgekommen, ##abgekommen, abgekommene, abgekommenes, abgekommenem, abgekommenen, abgekommener##, abkommend, ###abkommend, abkommende, abkommendes, abkommendem, abkommenden, abkommender###, abzukommen, ####abzukommen, abzukommend, abzukommende, abzukommendes, abzukommendem, abzukommenden, abzukommender####, komm (!) ab+EW; Z.: ab—kom-m-en
$Abkommen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Abkommen, Übereinkommen, Vereinbarung, Vertrag; E.: s. abkommen; L.: Kluge s. u. Abkommen, EWD s. u. abkommen; GB.: seit 1541. belegte und von abkommen abgeleitete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Vereinbarung oder einen Vertrag; F.: Abkommen, Abkommens+EW; Z.: Ab—kom-m-en
$abkömmlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. abkömmlich, frei, entbehrlich; E.: s. abkomm(en), s. lich; L.: EWD s. u. kommen; GB.: seit 1840 belegte und aus abkomm(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliches frei oder entbehrlich; F.: abkömmlich, abkömmliche, abkömmliches, abkömmlichem, abkömmlichen, abkömmlicher(, abkömmlichere, abkömmlicheres, abkömmlicherem, abkömmlicheren, abkömmlicherer, abkömmlichst, abkömmlichste, abkömmlichstes, abkömmlichstem, abkömmlichsten, abkömmlichster)+EW; Z.: ab—köm-m-lich
$Abkommung, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Abkommung, Übereinkommen, Abkommen; E.: s. abkomm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Abkommen; GB.: seit 1554 belegte und aus abkomm(en) und ung gebildete Bezeichnung für Übereinkommen oder Abkommen; F.: Abkommung, Abkommungen+EW; Z.: Ab—kom-m-ung
$abkonterfeien, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abkonterfeien, abbilden; E.: s. ab, s. konterfeien, s. Konterfei; L.: Kluge s. u. Konterfei; Kluge s. u. abkonterfeien; GB.: nach 1499 belegte und aus ab und konterfeien gebildete Bezeichnung für abbilden; F.: konterfeie ab, konterfeist ab, konterfeit ab, konterfeien ab, konterfeiest ab, konterfeiet ab, konterfeite ab, konterfeitest ab, konterfeiten ab, konterfeitet ab, abgekonterfeit, ##abgekonterfeit, abgekonterfeite, abgekonterfeites, abgekonterfeitem, abgekonterfeiten, abgekonterfeiter##, abkonterfeiend, ###abkonterfeiend, abkonterfeiende, abkonterfeiendes, abkonterfeiendem, abkonterfeienden, abkonterfeiender###, abzukonterfeien, ####abzukonterfeien, abzukonterfeiend, abzukonterfeiende, abzukonterfeiendes, abzukonterfeiendem, abzukonterfeienden, abzukonterfeiender####, konterfei (!) ab+EW+FW; Z.: ab—kon-t-er-fei-en
$abkratzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. abkratzen, wegkratzen, sterben; E.: s. ab, s. kratzen; L.: Kluge s. u. abkratzen, EWD s. u. kratzen; GB.: um 1147 belegte und aus ab und kratzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegkratzen oder später auch sterben; F.: abkratzen, kratze ab, kratzst (!) ab, kratzt ab, kratzest ab, kratzet ab, kratzte ab, kratztest ab, kratzten ab, kratztet ab, abgekratzt, ##abgekratzt, abgekratzte, abgekratztes, abgekratztem, abgekratzten, abgekratzter##, abkratzend, ###abkratzend, abkratzende, abkratzendes, abkratzendem, abkratzenden, abkratzender###, abzukratzen, ####abzukratzen, abzukratzend, abzukratzende, abzukratzendes, abzukratzendem, abzukratzenden, abzukratzender####, kratz (!) ab+EW; Z.: ab—kratz-en
$abkühlen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abkühlen, kühlen, erfrischen; E.: s. ab, s. kühlen; L.: EWD s. u. kühl; GB.: seit um 1480 belegte und aus ab und kühlen belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches kühlen oder später auch erfrischen; F.: abkühlen, kühle ab, kühlst ab, kühlt ab, kühlest ab, kühlet ab, kühlte ab, kühltest ab, kühlten ab, kühltet ab, abgekühlt, ##abgekühlt, abgekühlte, abgekühltes, abgekühltem, abgekühlten, abgekühlter##, abkühlend, ###abkühlend, abkühlende, abkühlendes, abkühlendem, abkühlenden, abkühlender###, abzukühlen, ####abzukühlen, abzukühlend, abzukühlende, abzukühlendes, abzukühlendem, abzukühlenden, abzukühlender####, kühl (!)+EW; Z.: ab—kühl-en
$Abkühlung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abkühlung, Kühlung, Erfrischung; E.: s. abkühl(en), s. ung; L.: EWD s. u. kühl; GB.: seit 1536 belegte und aus abkühl(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Kühlung oder später auch Erfrischung; F.: Abkühlung, Abkühlungen+EW; Z.: Ab-kühl-ung
$Abkunft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Abkunft, Abstammung, Herkunft; E.: s. ab, s. kunft; L.: Kluge s. u. Abkunft, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1609 belegte und aus ab und kunft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Lebens mögliche Abstammung oder Herkunft; F.: Abkunft, Abkünfte, Abkünften+EW; Z.: Ab—kun-ft
$abkürzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abkürzen, kurz machen, kurz werden, entziehen; E.: s. ab, s. kürzen; L.: EWD s. u. kurz; GB.: seit 1431 belegte und aus ab und kürzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kurz machen oder kurz werden oder entziehen oder einschränken oder mindern; F.: abkürzen, kürze ab, kürzst (!)ab, kürzt ab, kürzest ab, kürzet ab, kürzte ab, kürztest ab, kürzten ab, kürztet ab, abgekürzt, ##abgekürzt, abgekürzte, abgekürztes, abgekürztem, abgekürzten, abgekürzter##, abkürzend, ###abkürzend, abkürzende, abkürzendes, abkürzendem, abkürzenden, abkürzender###, abzukürzen, ####abzukürzen, abzukürzend, abzukürzende, abzukürzendes, abzukürzendem, abzukürzenden, abzukürzender####, kürz (!) ab+EW; Z.: ab—kür-z-en
$Ablass, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ablass, Ablassen, Weglassen, Nachlass der Sündenschuld; E.: s. ab, s. lass(en); L.: Kluge s. u. Ablass; GB.: seit um 850 belegte und aus ablass(en) gebildete Bezeichnung für ein Ablassen oder Weglassen oder sachlich einen wohl seit Entstehung des Menschen und der Religion möglichen Nachlass der Sündenschuld; F.: Ablass, Ablasses, Ablässe, Ablässen (!)+EW; Z.: Ab-la-ss
$ablassen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ablassen, weglassen; E.: s. ab, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, EWD s. u. lassen; GB.: seit um 790 belegte und aus ab und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches weglassen oder ablassen (V.) oder Nachlass gewähren; F.: ablassen, lasse ab, lässt ab, lasst ab, lassen ab, lassest ab, lasset ab, ließ ab, ließest ab, ließt (!) ab, ließen ab, ließet ab, abgelassen, ##abgelassen, abgelassene, abgelassenes, abgelassenem, abgelassenen, abgelassener##, ablassend, ###ablasssend, ablassende, ablassendes, ablassendem, ablassenden, ablassender###, abzulassen, ####abzulassen, abzulassend, abzulassende, abzulassendes, abzulassendem, abzulassenden, abzulassender####, lass (!) ab+EW; Z.: ab—la-ss-en
Ablativ, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ablativ, Woherfall; ne. ablative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. ablātīvus; E.: s. lat. ablātīvus, M., Ablativ, Trennung ausdrückender Fall; vgl. lat. ablātus, (Part. Prät.=)Adj., weggetragen, weggebracht; lat. auferre, V., hinwegtragen, forttragen, forttun, fortschaffen; lat. au, Präf., fort; idg. *au- (3), *au̯e-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ablativ, EWD s. u. Ablativ, DW2 1, 493, Duden s. u. Ablativ; Son.: vgl. nndl. ablatief, Sb., Ablativ; frz. ablatif, M., Ablativ; nschw. ablativ, Sb., Ablativ; nnorw. ablativ, M., Ablativ; poln. ablatiwus, M., Ablativ; lit. abliatyvas, M., Ablativ; GB.: seit dem Spätmittelalter (um 1400) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen eine Trennung oder Herkunft ausdrückenden Fall; BM.: weg, tragen; F.: Ablativ, Ablativs, Ablative, Ablativen+FW(+EW); Z.: Ab-lat-iv
$Ablauf, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Ablauf, Weglauf; E.: s. ab, s. Lauf; L.: EWD s. u. laufen; GB.: seit um 1200 belegte und aus ab und Lauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Weglauf oder einen abführenden Wasserlauf; F.: Ablauf, Ablaufes, Ablaufs, Abläufe, Abläufen+EW; Z.: Ab—lauf
$ablaufen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. ablaufen, weglaufen, enden; E.: s. ab, s. laufen; L.: Kluge s. u. ablaufen, laufen, EWD s. u. laufen; GB.: um 1350 belegte und aus ab und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches weglaufen oder abjagen oder abhauen oder enden; F.: ablaufen, laufe ab, läufst ab, läuft ab, laufen ab, lauft ab, laufest ab, laufet ab, lief ab, liefst ab, liefen ab, lieft ab, liefest ab, liefet ab, abgelaufen, ##abgelaufen, abgelaufene, abgelaufenes, abgelaufenem, abgelaufenen, abgelaufener##, ablaufend, ###ablaufend, ablaufende, ablaufendes, ablaufendem, ablaufenden, ablaufender###, abzulaufen, ####abzulaufen, abzulaufend, abzulaufende, abzulaufendes, abzulaufendem, abzulaufenden, abzulaufender####, lauf (!) ab+EW; Z.: ab—lauf-en
$Ablaut, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ablaut, abweichender Laut; E.: s. ab, s. Laut; L.: Kluge s. u. Ablaut; GB.: seit 1429 belegte und aus ab und Laut gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Sprache möglichen abweichenden Laut oder abtönenden Vokal oder Misslaut; F.: Ablaut, Ablauts, Ablautes, Ablaute, Ablauten (!)+EW; Z.: Ab—lau-t
$ableben, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ableben; E.: s. ab, s. leben; L.: EWD s. u. leben; GB.: seit 1381 belegte und aus ab und leben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches sterben; F.: ableben, lebe ab, lebst ab, lebt ab, leben ab, lebest ab, lebet ab, lebte ab, lebtest ab, lebten ab, lebtet ab, abgelebt, ##abgelebt, abgelebte, abgelebtes, abgelebtem, abgelebten, abgelebter##, ablebend, ###ablebend, ablebende, ablebendes, ablebendem, ablebenden, ablebender###, abzuleben, ####abzuleben, abzulebend, abzulebendes, abzulebendem, abzulebenden, abzulebender####, leb (!) ab+EW; Z.: ab—leb-en
$ablegen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ablegen, niederlegen, weglegen; E.: s. ab, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, EWD s. u. legen; GB.: seit 1237 belegte und aus ab und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches von sich tun oder niederlegen oder weglegen; F.: ablegen, lege ab, legst ab, legt ab, legen ab, legest ab, leget ab, legte ab, legtest ab, legten ab, legtet ab, abgelegt, ##abgelegt, abgelegte, abgelegtes, abgelegtem, abgelegten, abgelegter##, ablegend, ###ablegend, ablegende, ablegendes, ablegendem, ablegenden, ablegender###, abzulegen, ####abzulegen, abzulegend, abzulegendes, abzulegendem, abzulegenden, abzulegender####, leg (!) ab+EW; Z.: ab—leg-en
$Ableger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ableger; E.: s. ableg(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Ableger, EWD s. u. legen; GB.: seit um 1444 belegte und aus ableg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Ablegenden und den sachlich wohl seit der Entstehung von Pflanzen möglichen Spross einer Pflanze; F.: Ableger, Ablegers, Ablegern+EW; Z.: Ab—leg-er
$ablehnen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ablehnen; E.: s. ab, s. lehnen; L.: Kluge s. u. ablehnen, lehnen 1, EWD s. u. lehnen 1; GB.: seit 1416 beziehungsweise 1523 belegte und aus ab und lehnen gebildete Bezeichnung für entleihen oder beseitigen oder fernhalten oder abwehren; F.: ablehnen, lehne ab, lehnst ab, lehnt ab, lehnen ab, lehnest ab, lehnet ab, lehnte ab, lehntest ab, lehnten ab, lehntet ab, abgelehnt, ##abgelehnt, abgelehnte, abgelehntes, abgelehntem, abgelehnten, abgelehnter##, ablehnend, ###ablehnend, ablehnende, ablehnendes, ablehnendem, ablehnenden, ablehnender###, abzulehnen, ####abzulehnen, abzulehnend, abzulehnende, abzulehnendes, abzulehnendem, abzulehnenden, abzulehnender####, lehn (!) ab+EW; Z.: ab—leh-n-en
$ableiern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ableiern; E.: s. ab, s. leiern; L.: Kluge s. u. Leier, EWD s. u. Leier; GB.: seit 1794 belegte und aus ab und leiern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches herunterleiern; F.: ableiern, leiere ab, leier ab, leierst ab, leiert ab, leiern ab, leierte ab, leiertest ab, leierten ab, leiertet ab, abgeleiert, ##abgeleiert, abgeleierte, abgeleiertes, abgeleiertem, abgeleierten, abgeleierter##, ableiernd, ###ableiernd, ableierndes, ableierndem, ableiernden, ableiernder###, abzuleiern, ####abzuleiern, abzuleiernd, abzuleiernde, abzuleierndes, abzuleierndem, abzuleiernden, abzuleiernder####, leier (!) ab+EW; Z.: ab—leier-n
$Ableiter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Ableiter; E.: s. ableit(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Blitz-; Q.: um 1185 (Erec); L.: DW 1, 73, DW2 1, 537; GB.: seit um 1185 belegte und aus ableit(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Ableitenden oder Wegleiter oder Irreführer; F.: Ableiter, Ableiters, Ableitern+EW; Z.: Ab—lei-t-er
$ablenken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ablenken, weglenken; E.: s. ab, s. lenken; L.: Kluge s. u. lenken, EWD s. u. lenken; GB.: seit um 1500 belegte und aus ab und lenken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches weglenken oder stören oder abbringen; F.: ablenken, lenke ab, lenkst ab, lenkt ab, lenken ab, lenkest ab, lenket ab, lenkte ab, lenktest ab, lenkten ab, lenktet ab, abgelenkt, ##abgelenkt, abgelenkte, abgelenktes, abgelenktem, abgelenkten, abgelenkter##, ablenkend, ###ablenkend, ablenkende, ablenkendes, ablenkendem, ablenkenden, ablenkender###, abzulenken, ####abzulenken, abzulenkend, abzulenkende, abzulenkendes, abzulenkendem, abzulenkenden, abzulenkender####, lenk (!) ab+EW; Z.: ab—lenk-en
$ablesen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. ablesen, lesen; E.: s. ab, s. lesen; L.: Kluge s. u. lesen; GB.: seit 1338 belegte und aus ab und lesen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erkennen oder ersehen; F.: ablesen, lese ab, les (!) ab, liest ab, lesen ab, lest ab, lesest ab, leset ab, las ab, last ab, lasest ab, lasen ab, laset (!) ab, läse ab, läsest ab, läsen ab, läset ab, abgelesen, ##abgelesen, abgelesene, abgelesenes, abgelesenem, abgelesenen, abgelesener##, ablesend, ###ablesend, ablesende, ablesendes, ablesendem, ablesenden, ablesender###, abzulesen, ####abzulesen, abzulesend, abzulesende, abzulesendes, abzulesendem, abzulesenden, abzulesender####, lies (!) ab+EW; Z.: ab—les-en
$ableugnen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ableugnen, leugnen; s. ab, s. leugnen; L.: Kluge s. u. leugnen, EWD s. u. leugnen; GB.: seit 1434 belegte und aus ab und leugnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Sprache mögliches wegleugnen oder leugnen oder abstreiten; F.: ableugnen, leugne ab, leugnest ab, leugnet ab, leugnen ab, leugnete ab, leugnetest ab, leugneten ab, leugnetet ab, abgeleugnet, ##abgeleugnet, abgeleugnete, abgeleugnetes, abgeleugnetem, abgeleugneten, abgeleugneter##, ableugnend, ###ableugnend, ableugnende, ableugnendes, ableugnendem, ableugnenden, ableugnender###, abzuleugnen, ####abzuleugnen, abzuleugnend, abzuleugnende, abzuleugnendes, abzuleugnendem, abzuleugnenden, abzuleugnender####, leugne ab+EW; Z.: ab—leug-n-en
$abliefern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abliefern, wegliefern; E.: s. ab, s. liefern; L.: Kluge s. u. liefern, EWD s. u. liefern; GB.: seit 1618 belegte und aus ab und liefern gebildete Bezeichnung für wegliefern oder abgeben oder übergeben (V.); F.: abliefern, liefere ab, liefer ab, liefre ab, lieferst ab, liefert ab, lieferten ab, lieferte ab, liefertest ab, liefertet ab, abgeliefert, ##abgeliefert, abgeliefertes, abgeliefertem, abgelieferten, abgelieferter##, abliefernd, ###abliefernd, abliefernde, ablieferndes, ablieferndem, abliefernden, abliefernder###, abzuliefern, ####abzuliefern, abzuliefernd, abzuliefernde, abzulieferndes, abzulieferndem, abzuliefernden, abzuliefernder####, liefer (!) ab+EW; Z.: ab—lief-er-n
$Ablieferung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ablieferung; E.: s. abliefer(n), s. ung; L.: EWD s. u. liefern; GB.: vor 1683 belegte und aus abliefer(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Arbeitsteilung oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Weglieferung oder Abgabe oder Übergabe; F.: Ablieferung, Ablieferungen+EW; Z.: Ab—lief-er-ung
$abliegen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. abliegen; E.: s. ab, s. liegen; L.: Kluge s. u. liegen, EWD s. u. liegen; GB.: seit 1450 belegte und aus ab und liegen gebildete sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches entfernt liegen oder entlegen sein (V.); F.: abliegen, liege ab, liegst ab, liegt ab, liegen ab, liegest ab, lieget ab, lag ab, lagst ab, lagen ab, lagt ab, läge ab, lägest ab, lägen ab, läget ab, abgelegen, ##abgelegen, abgelegene, abgelegenes, abgelegenem, abgelegenen, abgelegener##, abliegend, ###abliegend, abliegende, abliegendes, abliegendem, abliegenden, abliegender###, abzuliegen, ####abzuliegen, abzuliegend, abzuliegende, abzuliegendes, abzuliegendem, abzuliegenden, abzuliegender####, lieg (!) ab+EW; Z.: ab—lieg-en
$ablisten, nhd. (ält.) , sw. V., (17. Jh.): nhd. nhd. durch List abgewinnen; ne. cheat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1691; E.: mhd. abelisten*, abe listen, sw. V., ablisten, durch List abgewinnen; s. abe, listen (1); L.: Kluge s. u. List, DW 1, 74, DW2 1, 553, EWD s. u. List; GB.: seit 1691 belegte und aus ab und List gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch List abgewinnen oder wegnehmen; F.: ablisten, liste ab, listest ab, listet ab, listen ab, listete ab, listetest ab, listeten ab, listetet ab, abgelistet, ##abgelistet, abgelistete, abgelistetes, abgelistetem, abgelisteten, abgelisteter##, ablistend, ###ablistend, ablistende, ablistendes, ablistendem, ablistenden, ablistender###, abzulisten, ####abzulisten, abzulistend, abzulistende, abzulistendes, abzulistendem, abzulistenden, abzulistender####, list (!) ab+EW; Z.: ab—list-en
$ablösen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. ablösen; E.: s. ab, s. lösen; L.: EWD s. u. lösen; GB.: seit um 1050 belegte und aus ab und lösen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches loslösen oder absondern; F.: ablösen, löse ab, lösst (!) ab, löst ab, lösest ab, löset ab, löste ab, löstest ab, lösten ab, löstet ab, abgelöst, ##abgelöst, abgelöste, abgelöstes, abgelöstem, abgelösten, abgelöster##, ablösend, ###ablösend, ablösende, ablösendes, ablösendem, ablösenden, ablösender###, abzulösen, ####abzulösen, abzulösend, abzulösende, abzulösendes, abzulösendem, abzulösenden, abzulösender####, lös (!) ab+EW; Z.: ab—lö-s-en
abluchsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abluchsen, wegnehmen, abschwatzen, durch List abnehmen; ne. wangle off; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1743; E.: s. ab; s. mnd. lūken, luken, st. V., ziehen, zupfen, zuziehen; wgerm. *leukan?, *lūkan?, st. V., ziehen, rupfen; s. idg. *leug̑-, V., brechen, Pokorny 686 (1125/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. abluchsen, DW2 1, 567, EWD s. u. Luchs, Duden s. u. abluchsen; Son.: Bedeutungsentwicklung von der Bedeutung jemanden rupfen; GB.: seit 1743 belegte und aus ab und luchsen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Sprache mögliches durch Überredung von jemandem erhalten (V.) oder abnehmen oder abgaunern oder abzwacken; BM.: wegziehen?; F.: abluchsen, luchse ab, luchst ab, luchsest ab, luchset ab, luchste ab, luchstest ab, luchsten ab, abgeluchst, ##abgeluchst, abgeluchste, abgeluchstes, abgeluchstem, abgeluchsten, abgeluchster##, abluchsend, ###abluchsend, abluchsende, abluchsendes, abluchsendem, abluchsenden, abluchsender###, abzuluchsen, ####abzuluchsen, abzuluchsend, abzuluchsende, abzuluchsendes, abzuluchsendem, abzuluchsenden, abzuluchsender####, luchs (!) ab+EW; Z.: ab—luch-s-en
$abmachen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abmachen; E.: s. ab, s. machen; L.: Kluge s. u. machen, EWD s. u. machen; GB.: seit um 1430 belegte und aus ab und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Sprache mögliches entfernen oder ablösen oder abtrennen oder auch vereinbaren; F.: abmachen, mache ab, machst ab, macht ab, machen ab, machest ab, machet ab, machte ab, machtest ab, machten ab, machtet ab, abgemacht, ##abgemacht, abgemachte, abgemachtes, abgemachtem, abgemachten, abgemachter##, abmachend, ###abmachend, abmachende, abmachendes, abmachendem, abmachenden, abmachender###, abzumachen, ####abzumachen, abzumachend, abzumachende, abzumachendes, abzumachendem, abzumachenden, abzumachender####, mach (!) ab+EW; Z.: ab—mach-en
$abmagern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abmagern; E.: s. ab, s. magern; L.: Kluge s. u. mager, EWD s. u. mager; GB.: seit 1645 belegte und aus ab und magern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mager werden oder magerer werden; F.: abmagern, magere ab, mager ab, magerst ab, magert ab, magerte ab, magertest ab, magerten ab, magertet ab, abgemagert, ##abgemagert, abgemagerte, abgemagertes, abgemagertem, abgemagerten, abgemagerter##, abmagernd, ###abmagernd, abmagerndes, abmagerndem, abmagernden, abmagernder###, abzumagern, ####abzumagern, abzumagernd, abzumagernde, abzumagerndes, abzumagerndem, abzumagernden, abzumagernder####, mager (V.) ab+EW; Z.: ab—mag-er-n
abmarachen, abmaracken, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. abmarachen, sich abquälen; ne. flounde (V.), struggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1755; E.: Herkunft ungeklärt, aus dem Nd.; L.: Kluge s. u. abmarachen, DW2 1, 580, Duden s. u. abmarachen; GB.: seit 1755 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abplagen oder ärgern oder abquälen; BM.: weg; F.: abmarachen, marache ab, marachst ab, maracht ab, marachen ab, marachte ab, marachtest ab, marachten ab, marachtet ab, abmarachend, ###abmarachend, abmarachende, abmarachendes, abmarachendem, abmarachenden, abmarachender###, abzumarachen, ####abzumarachen, abzumarachend, abzumarachende, abzumarachendes, abzumarachendem, abzumarachenden, abzumarachender###, marach ab, abmaracken, maracke ab, marackst ab, marackt ab, maracken ab, marackte ab, maracktest ab, marackten ab, maracktet ab, abmarackend, ###abmarackend, abmarackende, abmarackendes, abmarackendem, abmarackenden, abmarackender###, abzumaracken, ####abzumaracken, abzumarackend, abzumarackende, abzumarackendes, abzumarackendem, abzumarackenden, abzumarackender####, marack (!) ab+EW; Z.: ab—marach-en
abmaracken, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. abmaracken; Vw.: s. abmarachen
$abmergeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abmergeln; E.: s. ab, s. mergeln; L.: Kluge s. u. abmergeln; GB.: seit um 1500 belegte und aus ab und mergeln belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausmergeln oder entkräften oder erschöpfen oder aufreiben; F.: abmergeln, mergel ab, mergle ab, mergele ab, mergelst ab, mergelt ab, mergeln ab, mergelte ab, mergeltest ab, mergelten ab, mergeltet ab, abgemergelt, ##abgemergelt, abgemergelte, abgemergeltes, abgemergeltem, abgemergelten, abgemergelter##, abmergelnd, ###abmergelnd, abmergelnde, abmergelndes, abmergelndem, abmergelnden, abmergelnder###, abzumergeln, ####abzumergeln, abzumergelnd, abzumergelnde, abzumergelndes, abzumergelndem, abzumergelnden, abzumergelnder####, mergel (!) ab+FW; Z.: ab—merg-el-n
abmurksen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abmurksen, umbringen; ne. corpse (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. ab; nd. murken, V., töten; mnd. morken, sw. V., zerdrücken; wahrscheinlich zurückführbar auf idg. *mer- (5), *merə-, V., reiben, packen, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. abmurksen, DW2 1, 596, EWD s. u. murksen, Duden s. u. abmurksen; Son.: vielleicht vergleichbar mit ai. marcáyati, Adj., beschädigt, versehrt; lat. murcus, Adj., verstümmelt; GB.: seit nach 1790 belegte und aus ab und nd. murken, V., töten gebildete sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für umbringen oder ermorden oder töten; BM.: packen?, versehren?; F.: abmurksen, murkse ab, murkst ab, murksen ab, murksest ab, murkset ab, murkste ab, murkstest ab, murksten ab, murkstet ab, abgemurkst, ##abgemurkst, abgemurkste, abgemurkstes, abgemurkstem, abgemurksten, abgemurkster##, abmurksend, ###abmurksend, abmurksende, abmurksendes, abmurksendem, abmurksenden, abmurksender###, abzumurksen, ####abzumurksen, abzumurksend, abzumurksende, abzumurksendes, abzumurksendem, abzumurksenden, abzumurksender####, murks (!) ab+EW; Z.: ab—mur-ks-en
$Abnahme, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Abnahme; E.: s. ab, s. Nahme; L.: Kluge s. u. nehmen, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1494 belegte und aus ab und Nahme gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Wegnahme oder Niedergang oder Rückgang oder Verfall; F.: Abnahme, Abnahmen+EW; Z.: Ab—nahm-e
$Abneigung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Abneigung, Abweichung, Abwendung; E.: s. abneig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. neigen, EWD s. u. neigen; GB.: um 1350 belegte und aus abneig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Abweichung oder Abwendung; F.: Abneigung, Abneigungen+EW; Z.: Ab—nei-g-ung
abnorm, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. abnorm, unnatürlich, ungewöhnlich; ne. abnormal, kinky; Vw.: -; Hw.: s. Norm; Q.: 1804; I.: Lw. lat. abnōrmis; E.: s. lat. abnōrmis, Adj., von der Regel abgehend; vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. nōrma, Winkelmaß, Richtschnur, Regel, Vorschrift, Norm; s. gr. γνώμονα (gnōmona), Akk. F., gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. abnorm, DW2 1, 626, EWD s. u. abnorm, Duden s. u. abnorm; Son.: bald darauf erfolgt die neoklassische Erweiterung zu abnormal; vgl. nschw. abnorm, Adj., abnorm; frz. abnormal, Adj., abnorm; nschw. abnormal, Sb., abnorm; nnorw. abnorm, Adj., abnorm; GB.: seit der späteren Neuzeit (1804) belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abweichend oder außerordentlich oder ungewöhnlich; BM.: weg, kennen; F.: abnorm, abnorme, abnormes, abnormem, abnormen, abnormer(, abnormere, abnormeres, abnormerem, abnormeren)+FW(+EW); Z.: ab-nor-m
$abnormal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. abnormal, abweichend, außerordentlich; Q.: 1844.; L.: EWD s. u. abnorm; GB.: seit der späteren Neuzeit (1844) belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abweichend oder außerordentlich oder ungewöhnlich; F.: abnormal, abnormale, abnormales, abnormalem, abnormalen, abnormaler(, abnormalere, abnormaleres, abnormalerem, abnormaleren, abnormalerer, abnormalst, abnormalste, abnormalstes, abnormalstem, abnormalsten, abnormalster)+FW; Z.: ab-nor-m-al
$Abnormalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Abnormalität, Ungewöhnlichkeit; E.: s. abnormal, s. i, s. tät; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. abnōrmitās?; L.: EWD s. u. abnorm; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums bzw. abnormal und i sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Ungewöhnlichkeit; F.: Abnormalität, Abnormalitäten+FW+EW; Z.: Ab-nor-m-al-it-ät
Abnormität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Abnormität, Ungewöhnlichkeit; E.: s. abnorm, s. i, s. tät; Q.: 1805; I.: Lw. lat. abnōrmitās; L.: EWD s. u. abnorm; GB.: seit 1805 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Ungewöhnlichkeit oder Unnormalität oder Verrücktheit; F.: Abnormität, Abnormitäten+FW; Z.: Ab-nor-m—it-ät
$abnutzen, abnützen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abnutzen; E.: s. ab, s. nutzen; L.: DW 1, 81, DW2 1, 629, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 1311 belegte und aus ab und nutzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwenden oder nutzen oder gebrauchen; F.: abnutzen, nutze ab, nutzst (!) ab, nutzt ab, nutzest ab, nutzet ab, nutzte ab, nutztest ab, nutzten ab, nutztet ab, abgenutzt, ##abgenutzt, abgenutzte, abgenutztes, abgenutztem, abgenutzten, abgenutzter##, abnutzend, ###abnutzend, abnutzende, abnutzendes, abnutzendem, abnutzenden, abnutzender###, abzunutzen, ####abzunutzen, abzunutzend, abzunutzende, abzunutzendes, abzunutzendem, abzunutzenden, abzunutzender####, nutz (!) ab, abnützen, nütze ab, nützst (!) ab, nützt ab, nützest ab, nützet ab, nützte ab, nütztest ab, nützten ab, nütztet ab, abgenützt, ##abgenützt, abgenützte, abgenütztes, abgenütztem, abgenützten, abgenützter##, abnützend, ###abnützend, abnützende, abnützendes, abnützendem, abnützenden, abnützender###, abzunützen, ####abzunützen, abzunützend, abzunützende, abzunützendes, abzunützendem, abzunützenden, abzunützender####, nütz (!) ab+EW; Z.: ab—nutz-en
Abonnement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Abonnement, Dauerbezug; ne. subscription; Vw.: -; Hw.: s. abonnieren; Q.: 1750.; I.: Lw. frz. abonnement; E.: s. frz. abonnement, M., Zeitkarte; frz. s’abonner, V., abonnieren; afrz. abosner, V., abgrenzen; s. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); afrz. bosne, Sb., Grenzstein; vielleicht Herkunft aus dem Kelt., Gamillscheg 128a; kelt. *budīnā, F., Heer; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. abonnieren, EWD s. u. abonnieren, Duden s. u. Abonnement; Son.: vgl. nndl. abonnement, Sb., Abonnement; nschw. abonnemang, Sb., Abonnement; nnorw. abonnement, N., Abonnement; poln. abonament, N., Abonnement; GB.: seit 1750 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit möglichen für eine längere Zeit vereinbarten und deshalb meist verbilligten Bezug von etwas wie beispielsweise einer Zeitung oder eines Theaterbesuchs; BM.: abgrenzen?; F.: Abonnement, Abonnements (!)+FW; Z.: A-bonne-ment
$Abonnent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Abonnent; E.: s. abonn(ieren), s. nt; L.: Kluge s. u. abonnieren, fehlt DW, EWD s. u. abonnieren; GB.: seit 1773 belegte und aus abonn(ieren) und ent gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Bezieher eines Abonnements; F.: Abonnent, Abonnenten (!)+FW+EW?; Z.: A-bonne-nt
abonnieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abonnieren, auf Zeit vorausbestellen; ne. subscribe; Vw.: -; Hw.: s. Abonnement; Q.: 1758; I.: Lw. frz. s’abonner; E.: s. frz. s’abonner, V., abonnieren; afrz. abosner, V., abgrenzen; s. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); afrz. bosne, Sb., Grenzstein; vielleicht Herkunft aus dem Kelt., Gamillscheg 128a; kelt. *budīnā, F., Heer; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. abonnieren, DW2 1, 634, EWD s. u. abonnieren, Maier 73, Duden s. u. abonnieren; Son.: vgl. nndl. abonneren, V., abonnieren; nschw. abonnera, V., abonnieren; nnorw. abonnere, V., abonnieren; poln. abonować, V., abonnieren; GB.: seit 1758 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches etwas über einen längeren Zeitraum beziehen oder auf Zeit vorausbestellen; BM.: abgrenzen?; F.: abonnieren, abonniere, abonnierst, abonniert, abonnierest, abonnieret, abonnierte, abonniertest, abonnierten, abonniertet, ##abonniert, abonnierte, abonniertes, abonniertem, abonnierten, abonnierter##, abonnierend, ###abonnierend, abonnierende, abonnierendes, abonnierendem, abonnierenden, abonnierender###, abonnier+FW; Z.: a-bonn-ier-en
Abort (1), Abortus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Abort, Fehlgeburt; ne. miscarriage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1695; I.: Lw. lat. abortus; E.: s. lat. abortus, M., Frühgeburt, Fehlgeburt, Abort, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. aborīrī, V., vergehen, untergehen, abgehen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Abort 2, EWD s. u. Abort 2, DW2 1, 637, Duden s. u. Abort; Son.: vgl. nndl. abortus, M., Abort; ne. abortion, F., Abtreibung; frz. avortement, M., Abtreibung; nndl. abortus, Sb., Abtreibung; nschw. abort, Sb., Abtreibung; nnorw. abort, M., Abtreibung; poln. abort, M., Fehlgeburt; lit. abortas, M., Abort; GB.: seit der früheren Neuzeit (1695) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Fehlgeburt; BM.: weg, sich erheben; F.: Abort, Aborts, Aborte, Aborten, Abortus+FW; Z.: Ab-or-t
$Abort (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abort, Abtritt; E.: s. ab, s. Ort; L.: DW 1, 82; GB.: seit 1549 belegte und aus ab und Ort gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entstehung größerer und dichterer Siedlungen von Menschen entwickelten und verwendeten abgelegenen Ort oder Abort oder Abtritt; F.: Abort, Aborts, Aborte, Aborten+EW; Z.: Ab—or-t
$abpacken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abpacken, verpacken, wegpacken; E.: s. ab, s. packen; L.: DW 1, 82, EWD s. u. packen; GB.: seit 1663 belegte und aus ab und packen gebildete Bezeichnung für verpacken oder wegpacken; F.: abpacken, packe ab, packst ab, packt ab, packen ab, packest ab, packet ab, packte ab, packtest ab, packten ab, packtet ab, abgepackt, ##abgepackt, abgepackte, abgepacktes, abgepacktem, abgepackten, abgepackter##, abpackend, ###abpackend, abpackende, abpackendes, abpackendem, abpackenden, abpackender###, abzupacken, ####abzupacken, abzupackend, abzupackende, abzupackendes, abzupackendem, abzupackenden, abzupackender####, pack (!) ab+EW; Z.: ab—pack-en
$abprotzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abprotzen, abladen; E.: s. ab, s. protzen; L.: Kluge s. u. Protze, DW 1, 84, EWD s. u. Protze; GB.: seit 1735 belegte und aus ab und protzen gebildete Bezeichnung für Menschen sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung von Geschützen mögliches ein Geschütz abladen oder abfeuern; F.: abprotzen, protze ab, protzst (!) ab, protzt ab, protzen ab, protzest ab, protzet ab, protzte ab, protztest ab, protzten ab, protztet ab, abgeprotzt, ##abgeprotzt, abgeprotzte, abgeprotztes, abgeprotztem, abgeprotzten, abgeprotzter##, abprotzend, ###abprotzend, abprotzende, abprotzendes, abprotzendem, abprotzenden, abprotzender###, abzuprotzen, ####abzuprotzen, abzuprotzend, abzuprotzende, abzuprotzendes, abzuprotzendem, abzuprotzenden, abzuprotzender####, protz (!) ab+EW; Z.: ab—protz-en
$abrackern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abrackern, abmühen; E.: s. ab, s. rackern; L.: Kluge s. u. Racker, DW 1, 85, EWD s. u. Racker; GB.: seit 1807 belegte und aus ab und rackern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abmühen oder erschöpfen oder abmüden; F.: abrackern, rackere ab, racker (!) ab, rackerst ab, rackert ab, rackerte ab, rackertest ab, rackerten ab, rackertet ab, abgerackert, ##abgerackert, abgerackerte, abgerackertes, abgerackertem, abgerackerten, abgerackerter##, abrackernd, ###abrackernd, abrackerndes, abrackerndem, abrackernden, abrackernder###, abzurackern, ####abzurackern, abzurackernd, abzurackernde, abzurackerndes, abzurackerndem, abzurackernden, abzurackernder####, racker (!) ab+EW; Z.: ab—rack-er-n
$abrahmen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abrahmen, wegrahmen, absahnen, abschöpfen; E.: s. ab, s. rahmen; L.: Kluge s. u. Rahm 1, DW 1, 85, EWD s. u. Rahm; GB.: seit 1708 belegte und aus ab und rahmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit mögliches wegrahmen oder absahnen oder abschöpfen; F.: abrahmen, rahme ab, rahmst ab, rahmt ab, rahmen ab, rahmest ab, rahmet ab, rahmte ab, rahmtest ab, rahmten ab, rahmtet ab, abgerahmt, ##abgerahmt, abgerahmte, abgerahmtes, abgerahmtem, abgerahmten, abgerahmter##, abrahmend, ###abrahmend, abrahmende, abrahmendes, abrahmendem, abrahmenden, abrahmender###, abzurahmen, ####abzurahmen, abzurahmend, abzurahmende, abzurahmendes, abzurahmendem, abzurahmenden, abzurahmender####, rahm(!) ab+EW; Z.: ab—rah-m-en
Abrakadabra, nhd., Sb., (16. Jh.): nhd. Abrakadabra, ein Zauberwort; ne. abracadabra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1583; I.: Lw. lat. abracadabra; E.: s. abracadabra, Formel, Abrakadabra; weitere Herkunft ungeklärt, aus dem Persischen oder Aramäischen; L.: Kluge s. u. Abrakadabra, DW 1, 84 (Abracadabra), DW2 1, 660, EWD s. u. Abrakadabra, Duden s. u. Abrakadabra; Son.: Formel; vgl. nndl. abracadabra, Formel, Abrakadabra; frz. abracadabra, Formel, Abrakadabra; nschw. abrakadabra, Formel, Abrakadabra; nnorw. abrakadabra, Formel, Abrakadabra; poln. abrakadabra, F., Formel, Abrakadabra; GB.: seit 1583 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar dem Persischen oder Aramäischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Zauberwort oder sinnloses Gerede; BM.: ?; F.: Abrakadabra+FW; Z.: Abrakadabra
$abraten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abraten, abbringen, ausreden; E.: s. ab, s. raten; L.: fehlt DW, EWD s. u. raten; GB.: seit 1296 belegte und aus ab und raten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches abbringen oder ausreden; F.: abraten, rate ab, rätst ab, rät ab, ratet ab, ratest ab, riet ab, rietest ab, rietst ab, rieten ab, rietet ab, abgeraten, ##abgeraten, abgeratene, abgeratenes, abgeratenem, abgeratenen, abgeratener##, abratend, ###abratend, abratende, abratendes, abratendem, abratenden, abratender###, abzuraten, ####abzuraten, abzuratend, abzuratende, abzuratendes, abzuratendem, abzuratenden, abzuratender####, rat (!) ab+EW; Z.: ab—ra-t-en
$Abraum, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abraum, taubes Gestein, Abfall; Q.: 2. Hälfte 14. Jh.; E.: s. ab, s. Raum; GB.: seit 1399 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Bergbaus durch den Menschen mögliches taubes Gestein oder Abfall; L.: DW 1, 85, EWD s. u. Raum; F.: Ab—rau-m
$abräumen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abräumen, wegräumen, wegschaffen; Q.: 13. Jh. (Satzungsbücher und Satzungen der Reichsstadt Nürnberg); L.: DW 1, 85, EWD s. u. Raum; GB.: seit um 1300 belegte und aus ab und räumen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegräumen oder wegschaffen oder beseitigen; F.: abräumen, räume ab, räumst ab, räumt ab, räumen ab, räumest ab, räumet ab, räumte ab, räumtest ab, räumten ab, räumtet ab, abgeräumt, ##abgeräumt, abgeräumte, abgeräumtes, abgeräumtem, abgeräumten, abgeräumter##, abräumend, ###abräumend, abräumende, abräumendes, abräumendem, abräumenden, abräumender###, abzuräumen, ####abzuräumen, abzuräumend, abzuräumende, abzuräumendes, abzuräumendem, abzuräumenden, abzuräumender####, räum (!) ab+EW; Z.: ab—räu-m-en
$abreagieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abreagieren; E.: s. ab, s. reagieren; L.: Kluge s. u. reagieren, EWD s. u. reagieren; GB.: seit 1893 belegte und aus ab und reagieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegreagieren oder erleichtern oder neutralisieren; F.: abreagieren, reagiere ab, reagierst ab, reagiert ab, reagieren ab, reagierest ab, reagieret ab, reagierte ab, reagiertest ab, reagierten ab, reagiertet ab, abreagiert, ##abreagiert, abreagierte, abreagiertes, abreagiertem, abreagierten, abreagierter##, abreagierend, ###abreagierend, abreagierende, abreagierendes, abreagierendem, abreagierenden, abreagierender###, abzureagieren, ####abzureagieren, abzureagierend, abzureagierende, abzureagierendes, abzureagierendem, abzureagierenden, abzureagierender####, reagier (!) ab+FW+EW; Z.: ab—re-ag-ier-en
$abrechnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abrechnen, ausrechnen, errechnen; E.: s. ab, s. rechnen; L.: Kluge s. u. rechnen, DW 1, 85, EWD s. u. rechnen; GB.: seit um 1250 belegte und aus ab und rechnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und des Rechnens mögliches ausrechnen oder errechnen oder ermitteln; F.: abrechnen, rechne ab, rechnest ab, rechnet ab, rechnen ab, rechnete ab, rechnetest ab, rechneten ab, rechnetet ab, abgerechnet, ##abgerechnet, abgerechnete, abgerechnetes, abgerechnetem, abgerechneten, abgerechneter##, abrechnend, ###abrechnend, abrechnende, abrechnendes, abrechnendem, abrechnenden, abrechnender###, abzurechnen, ####abzurechnen, abzurechnend, abzurechnende, abzurechnendes, abzurechnendem, abzurechnenden, abzurechnender####, rechne (!) ab+EW; Z.: ab—rech-n-en
$Abrechnung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Abrechnung, Rechnung, Errechnung, Ermittelung; Q.: vor 1394 (Das Altprager Stadtrecht aus dem 14. Jh.); E.: s. abrechn(en), s. ung; L.: DW 1, 86, DW2 1, 670, EWD s. u. rechnen; GB.: seit vor 1394 belegte und aus abrechn(en) und ung gebildete Bezeichnung für Rechnung oder Errechnung oder Ermittelung; F.: Abrechnung, Abrechnungen+EW; Z.: Ab—rech-n-ung
$abreiben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abreiben, wegreiben, loslösen, durch Reiben (N.) entfernen; E.: s. ab, s. reiben; L.: Kluge s. u. reiben, DW 1, 88, EWD s. u. reiben; GB.: seit um 1225 belegte und aus ab und reiben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches wegreiben oder loslösen oder durch Reiben (N.) entfernen; F.: abreiben, reibe ab, reibst ab, reibt ab, reiben ab, reibest ab, reibet ab, rieb ab, riebst ab, rieben ab, riebt ab, riebest ab, riebet ab, abgerieben, ##abgerieben, abgeriebene, abgeriebenes, abgeriebenem, abgeriebenen, abgeriebener##, abreibend, ###abreibend, abreibende, abreibendes, abreibendem, abreibenden, abreibender###, abzureiben, ####abzureiben, abzureibend, abzureibende, abzureibendes, abzureibendem, abzureibenden, abzureibender####, reib (!) ab+EW; Z.: ab—rei-b-en
$Abreibung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abreibung, Wegreibung, reibende Handlung; E.: s. abreib(en), s. ung, L.: fehlt DW, EWD s. u. reiben; GB.: seit 1561 belegte und aus abreib(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Wegreibung oder reibende Handlung; F.: Abreibung, Abreibungen+EW; Z.: Ab—rei-b-ung
$abreißen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abreißen, wegreißen, zerreißen, lostrennen; E.: s. ab, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 1, 88 (abreiszen), EWD s. u. reißen; GB.: um 1147 belegte und aus ab und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegreißen oder zerreißen oder lostrennen; F.: abreißen, reiße ab, reißt ab, reißen ab, reißest ab, reißet ab, riss ab, rissest ab, rissen ab, risst ab, risset ab, abgerissen, ##abgerissen, abgerissene, abgerissenes, abgerissenem, abgerissenen, abgerissener##, abreißend, ###abreißend, abreißende, abreißendes, abreißendem, abreißenden, abreißender###, abzureißen, ####abzureißen, abzureißend, abzureißende, abzureißendes, abzureißendem, abzureißenden, abzureißender####, reiß (!) ab+EW; Z.: ab—rei-ß-en
$abriegeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abriegeln, verriegeln, verschließen; L.: DW 1, 90, EWD s. u. Riegel; GB.: seit 1793 belegte und aus ab und riegeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verriegeln oder verschließen; F.: abriegeln, riegel ab, riegle ab, riegele ab, riegelst ab, riegelt ab, riegelte ab, riegeltest ab, riegelten ab, riegeltet ab, abgeriegelt, ##abgeriegelt, abgeriegelte, abgeriegeltes, abgeriegeltem, abgeriegelten, abgeriegelter##, abriegelnd, ###abriegelnd, abriegelnde, abriegelndes, abriegelndem, abriegelnden, abriegelnder###, abzuriegeln, ####abzuriegeln, abzuriegelnd, abzuriegelnde, abzuriegelndes, abzuriegelndem, abzuriegelnden, abzuriegelnder####, riegel (!) ab+EW; Z.: ab—rieg-el-n
$abringen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. abringen, wegringen, abgewinnen; E.: s. ab, s. ringen; L.: Kluge s. u. ringen, DW 1, 90, EWD s. u. ringen 2; GB.: vor 1542 belegte und aus ab und ringen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegringen oder abgewinnen; F.: abringen, ringe ab, ringst ab, ringt ab, ringen ab, ringest ab, ringet ab, rang (!) ab, rangst ab, rangen ab, rangt ab, ränge ab, rängest ab, rängen ab, ränget ab, abgerungen, ##abgerungen, abgerungene, abgerungenes, abgerungenem, abgerungenen, abgerungener##, abringend, ###abringend, abringende, abringendes, abringendem, abringenden, abringender###, abzuringen, ####abzuringen, abzuringend, abzuringende, abzuringendes, abzuringendem, abzuringenden, abzuringender####, ring (!) ab+EW; Z.: ab—ri-ng-en
$Abriss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abriss, Wegreißen, Zeichnen; E.: s. ab, s. Riss; L.: Kluge s. u. Abriss, reißen, DW 1, 91 (Abrisz) ,EWD s. u. reißen; GB.: seit 1541 belegte und aus ab und Riss gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Kunst sowie den Hochkulturen des Altertums mögliches Wegreißen oder Zeichnen oder Skizzieren oder Entwerfen; F.: Abriss, Abrisses, Abrisse, Abrissen (!)+EW; Z.: Ab—ri-ss
$abrücken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abrücken, wegrücken, wegnehmen; E.: s. ab, s. rücken; L.: DW 1, 92, EWD s. u. rücken; GB.: seit um 1290 belegte und aus ab und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegrücken oder wegnehmen oder wegziehen oder wegreißen; F.: abrücken, rücke ab, rückst ab, rückt ab, rückest ab, rücket ab, rückte ab, rücktest ab, rückten ab, rücktet ab, abgerückt, ##abgerückt, abgerückte, abgerücktes, abgerücktem, abgerückten, abgerückter##, abrückend, ###abrückend, abrückende, abrückendes, abrückendem, abrückenden, abrückender###, abzurücken, ####abzurücken, abzurückend, abzurückende, abzurückendes, abzurückendem, abzurückenden, abzurückender####, rück (!) ab+EW; Z.: ab—rück-en
$abrunden, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abrunden, runden; E.: s. ab, s. runden; GB.: seit 1645 belegte und aus ab und runden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches rund machen oder runden; L.: DW 1, 92, EWD s. u. rund; F.: abrunden, runde ab, rundest ab, rundet ab, rundete ab, rundetest ab, rundeten ab, rundetet ab, abgerundet, ##abgerundet, abgerundete, abgerundetes, abgerundetem, abgerundeten, abgerundeter##, abrundend, ###abrundend, abrundende, abrundendes, abrundendem, abrundenden, abrundender###, abzurunden, ####abzurunden, abzurundend, abzurundende, abzurundendes, abzurundendem, abzurundenden, abzurundender####, rund (!) ab+EW; Z.: ab—ru-n-d-en
abrupt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. abrupt, plötzlich, jäh; ne. sudden, abrupt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1768; I.: Lw. lat. abruptus; E.: s. lat. abruptus, Adj., abgerissen, jäh, steil, abschüssig, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. abrumpere, V., abreißen, losreißen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. abrupt, fehlt DW, DW2 1, 722, EWD s. u. abrupt, Duden s. u. abrupt; Son.: vgl. nndl. abrupt, Adj., abrupt; frz. abrupt, Adj., abrupt; nschw. abrupt, Adj., abrupt; nnorw. abrupt, Adj., abrupt; GB.: seit 1768 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches plötzlich oder jäh oder abbrechend oder unvermittelt; BM.: weg, reißen; F.: abrupt, abrupte, abruptes, abruptem, abrupten, abrupter(, abruptere, abrupteres, abrupterem, abrupteren, abrupteste, abruptestes, abruptestem, abruptesten, abruptester)+FW+EW; Z.: ab-ru-p-t
$abrüsten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abrüsten, wegrüsten, instand setzen, fertig machen; E.: s. ab, s. rüsten; L.: Kluge s. u. rüsten, DW 1, 92, EWD s. u. rüsten; GB.: seit 1502 belegte und aus ab und rüsten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Rüstung mögliches wegrüsten oder instand setzen oder fertig machen; F.: abrüsten, rüste ab, rüstest ab, rüstet ab, rüsten ab, rüstete ab, rüstetest ab, rüsteten ab, rüstetet ab, abgerüstet, ##abgerüstet, abgerüstete, abgerüstetes, abgerüstetem, abgerüsteten, abgerüsteter##, abrüstend, ###abrüstend, abrüstende, abrüstendes, abrüstendem, abrüstenden, abrüstender###, abzurüsten, ####abzurüsten, abzurüstend, abzurüstende, abzurüstendes, abzurüstendem, abzurüstenden, abzurüstender####, rüst (!) ab+EW; Z.: ab—rü-st-en
$Abrüstung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abrüstung, Verringern der Rüstung; E.: s. abrüst(en), s. ung; Q.: 1540; L.: EWD s. u. rüsten; GB.: seit 1540 belegte und aus abrüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Rüstung mögliches Verringern der Rüstung; F.: Abrüstung, Abrüstungen+EW; Z.: Ab-rü-st-ung
$absacken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. absacken, Sack abnehmen, hinuntersinken, sich senken; E.: s. ab, s. sacken; Q.: 1683/1689; L.: DW 1, 92, EWD s. u. versacken; GB.: seit 1683/1689 belegte und aus ab und sacken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches abladen oder hinuntersinken oder sich senken; F.: absacken, sacke ab, sackst ab, sackt ab, sackest ab, sacket ab, sackte ab, sacktest ab, sackten ab, sacktet ab, abgesackt, ##abgesackt, abgesackte, abgesacktes, abgesacktem, abgesackten, abgesackter##, absackend, ###absackend, absackende, absackendes, absackendem, absackenden, absackender###, abzusacken, ####abzusacken, abzusackend, abzusackende, abzusackendes, abzusackendem, abzusackenden, abzusackender####, sack (!) ab+FW+EW; Z.: ab—sack-en
$Absage, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Absage, Abweisung; E.: s. ab, s. sage(n): L.: Kluge s. u. sagen, DW 1, 92, EWD s. u. sagen; GB.: seit um 1000 belegte und aus ab und sage(n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Abweisung oder Ablehnung oder Lossagung oder Aufkündigung; F.: Absage, Absagen+EW; Z.: Ab—sag-e
$absagen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. absagen, verzichten, lossagen; E.: s. ab, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, DW 1, 93, EWD s. u. sagen; GB.: seit um 1250 belegte und aus ab und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verzichten oder lossagen; F.: absagen, sage ab, sagst ab, sagt ab, sagen ab, sagest ab, saget ab, sagte ab, sagtest ab, sagten ab, sagtet ab, abgesagt, ##abgesagt, abgesagte, abgesagtes, abgesagtem, abgesagten, abgesagter##, absagend, ###absagend, absagende, absagendes, absagendem, absagenden, absagender###, abzusagen, ####abzusagen, abzusagend, abzusagende, abzusagendes, abzusagendem, abzusagenden, abzusagender####, sag (!) ab+EW; Z.: ab—sag-en
$absahnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. absahnen, wegsahnen, abrahmen; E.: s. ab, s. sahnen; L.: Kluge s. u. Sahne, DW 1, 93, EWD s. u. Sahne; GB.: seit 1781 belegte und aus ab und sahnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Viehzucht mögliches wegsahnen oder abrahmen oder Sahne abschöpfen; F.: absahnen, sahne ab, sahnst ab, sahnt ab, sahnen ab, sahnest ab, sahnet ab, sahnte ab, sahntest ab, sahnten ab, sahntet ab, abgesahnt, ##abgesahnt, abgesahnte, abgesahntes, abgesahntem, abgesahnten, abgesahnter##, absahnend, ###absahnend, absahnende, absahnendes, absahnendem, absahnenden, absahnender###, abzusahnen, ####abzusahnen, abzusahnend, abzusahnende, abzusahnendes, abzusahnendem, abzusahnenden, abzusahnender####, sahn (!) ab+EW+FW; Z.: ab—sahn-en
$absatteln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. absatteln, Sattel entfernen; E.: s. ab, s. satteln; L.: Kluge s. u. Sattel 1, EWD s. u. Sattel; GB.: seit 1420 belegte und aus ab und satteln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sätteln mögliches Sattel entfernen oder Sattelzeug abnehmen; F.: absatteln, sattel ab, sattle ab, sattele ab, sattelst ab, sattelt ab, satteln ab, sattelte ab, satteltest ab, sattelten ab, satteltet ab, abgesattelt, ##abgesattelt, abgesattelte, abgesatteltes, abgesatteltem, abgesattelten, abgesattelter##, absattelnd, ###absattelnd, absattelnde, absattelndes, absattelndem, absattelnden, absattelnder###, abzusatteln, ####abzusatteln, abzusattelnd, abzusattelnde, abzusattelndes, abzusattelndem, abzusattelnden, abzusattelnder####, sattel (!) ab+EW; Z.: ab—sat-t-el-n
$Absatz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Absatz, Abschnitt, Verkauf; E.: s. ab, s. Satz; L.: Kluge s. u. Absatz, DW 1, 93, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1388 belegte und aus ab und Satz gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unterbrechung oder Abschnitt oder Abstufung oder Verkauf; F.: Absatz, Absatzes, Absätze, Absätzen+EW; Z.: Ab—satz
$abschaben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. abschaben, wegschaben, wegkratzen, entfernen; E.: s. ab, s. schaben; L.: Kluge s. u. schaben, DW 1, 94; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ab und schaben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegschaben oder abkratzen oder entfernen; F.: abschaben, schabe ab, schabst ab, schabt ab, schaben ab, schabest ab, schabet ab, schabte ab, schabtest ab, schabten ab, schabtet ab, abgeschabt, ##abgeschabt, abgeschabte, abgeschabtes, abgeschabtem, abgeschabten, abgeschabter##, abschabend, ###abschabend, abschabende, abschabendes, abschabendem, abschabenden, abschabender###, abzuschaben, ####abzuschaben, abzuschabend, abzuschabende, abzuschabendes, abzuschabendem, abzuschabenden, abzuschabender####, schab (!) ab+EW; Z.: ab—schab-en
$abschaffen, nhd., st. V., sw. V., (14. Jh.): nhd. abschaffen, wegschaffen, aufheben, beseitigen; E.: s. ab, s. schaffen; L.: DW 1, 94, EWD s. u. schaffen; GB.: seit 1331 belegte und aus ab und schaffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegschaffen oder aufheben oder beseitigen; F.: abschaffen, schaffe ab, schaffst ab, schafft ab, schaffest ab, schaffet ab, schaffte ab, schafftest ab, schafften ab, schafftet ab, schuf ab, schufst ab, schufen ab, schuft ab, schüfe ab, schüfest ab, schüfen ab, schüfet, abgeschafft, ##abgeschafft, abgeschaffte, abgeschafftes, abgeschafftem, abgeschafften, abgeschaffter##, abgeschaffen, ##abgeschaffen, abgeschaffene, abgeschaffenes, abgeschaffenem, abgeschaffenen, abgeschaffener## abschaffend, ###abschaffend, abschaffende, abschaffendes, abschaffendem, abschaffenden, abschaffender###, abzuschaffen, ####abzuschaffen, abzuschaffend, abzuschaffende, abzuschaffendes, abzuschaffendem, abzuschaffenden, abzuschaffender####, schaff ab+EW; Z.: an—schaff-en
$abschalten, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. abschalten, ausschalten, wegschalten, unterbrechen; E.: s. ab, s. schalten; L.: Kluge s. u. schalten, fehlt DW (!); GB.: seit um 1050 belegte und aus ab und schalten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen ausschalten oder wegschalten oder unterbrechen; F.: abschalten, schalte ab, schaltest ab, schaltet ab, schalten ab, schaltete ab, schaltetest ab, schalteten ab, schaltetet ab, abgeschaltet, ##abgeschaltet, abgeschaltete, abgeschaltetes, abgeschaltetem, abgeschalteten, abgeschalteter##, abschaltend, ###abschaltend, abschaltende, abschaltendes, abschaltendem, abschaltenden, abschaltender###, abzuschalten, ####abzuschalten, abzuschaltend, abzuschaltende, abzuschaltendes, abzuschaltendem, abzuschaltenden, abzuschaltender####, schalt (!) ab+EW; Z.: ab—schal-t-en
$abschätzig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. abschätzig, herabgeschätzt; E.: s. abschätz(en), s. ig; L.: Kluge s. u. abschätzig, DW 1, 96; GB.: seit 1431 belegte und aus abschätz(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches herabgeschätzt oder minderwertig oder unbrauchbar; F.: abschätzig, abschätzige, abschätziges, abschätzigem, abschätzigen, abschätziger(, abschätzigere, abschätzigeres, abschätzigerem, abschätzigeren, abschätzigerer, abschätzigst, abschätzigste, abschätzigstes, abschätzigstem, abschätzigsten, abschätzigster)+EW; Z.: ab—schätz-ig
$Abschaum, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Abschaum, nutzloser Schaum; E.: s. ab, s. Schaum; L.: Kluge s. u. Abschaum, DW 1, 96, EWD s. u. Schaum; GB.: seit 1494 belegte und aus ab und Schaum gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Bildung von Schaum möglichen nutzlosen Schaum; F.: Abschaum, Abschaums, Abschaumes+EW; Z.: Ab—schau-m
$abschäumen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abschäumen, abkochen, abschöpfen; E.: s. ab, s. schäumen; L.: Kluge s. u. Abschaum, DW 1, 96, EWD s. u. Schaum; GB.: seit um 1475 belegte und aus Abschaum und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und seiner Zivilisation mögliches abkochen oder abschöpfen; F.: abschäumen, schäume ab, schäumst ab, schäumt ab, schäumen ab, schäumest ab, schäumet ab, schäumte ab, schäumtest ab, schäumten ab, schäumtet ab, abgeschäumt, ##abgeschäumt, abgeschäumte, abgeschäumtes, abgeschäumtem, abgeschäumten, abgeschäumter##, abschäumend, ###abschäumend, abschäumende, abschäumendes, abschäumendem, abschäumenden, abschäumender###, abzuschäumen, ####abzuschäumen, abzuschäumend, abzuschäumende, abzuschäumendes, abzuschäumendem, abzuschäumenden, abzuschäumender####, schäum (!) ab+EW; Z.: ab—schäu-m-en
$Abscheu, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abscheu, Scheu, Furcht, Ekel, Ablehnung; E.: s. ab, s. Scheu; L.: Kluge s. u. Abscheu, DW 1, 98, EWD s. u. Abscheu; GB.: seit 1520 belegte und aus ab und Scheu gebildete Bezeichnung für Scheu oder Furcht oder Ekel oder Ablehnung; F.: Abscheu, Abscheus, Abscheues+EW; Z.: Ab—scheu
$abscheuern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abscheuern, wegscheuern, reinigen, beseitigen; E.: s. ab, s. scheuern; L.: DW 1, 98, EWD s. u. scheuern; GB.: seit um 1325 belegte und aus ab und scheuern gebildete für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und seiner Zivilisation mögliches wegscheuern oder reinigen oder beseitigen; F.: abscheuern, scheuere ab, scheuer ab, scheuerst ab, scheuert ab, scheuerte ab, scheuertest ab, scheuerten ab, scheuertet ab, abgescheuert, ##abgescheuert, abgescheuertes, abgescheuertem, abgescheuerten, abgescheuerter##, abscheuernd, ###abscheuernd, abscheuernde, abscheuerndes, abscheuerndem, abscheuernden, abscheuernder###, abzuscheuern, ####abzuscheuern, abzuscheuernd, abzuscheuernde, abzuscheuerndes, abzuscheuerndem, abzuscheuernden, abzuscheuernder####, scheuer (!) ab+EW; Z.: ab—scheu-er-n
$abscheulich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. abscheulich, schrecklich; E.: s. Abscheu, s. lich; L.: Kluge s. u. Abscheu, DW 1, 98, EWD s. u. Abscheu; GB.: seit vor 1510 belegte und aus Abscheu und lich gebildete für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schrecklich oder abschreckend oder furchterregend oder furchtbar oder schändlich; F.: abscheulich, abscheuliche, abscheuliches, abscheulichem, abscheulichen, abscheulicher(, abscheulichere, abscheulicheres, abscheulicherem, abscheulicheren, abscheulicherer, abscheulichst, abscheulichste, abscheulichstes, abscheulichstem, abscheulichsten, abscheulichster)+EW; Z.: ab—scheu—lich
$abschieben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abschieben, wegschieben, fortschieben; E.: s. ab, s. schieben; L.: Kluge s. u. schieben, DW 1, 99; GB.: seit vor 1270 belegte und aus ab und schieben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegschieben oder fortschieben; F.: abschieben, schiebst ab, schiebt ab, schieben ab, schiebest ab, schiebet ab, schob ab, schobst ab, schoben ab, schobt ab, schöbe ab, schöbest ab, schöbst ab, schöben ab, schöbet ab, schöbt ab, abgeschoben, ##abgeschoben, abgeschobene, abgeschobenes, abgeschobenem, abgeschobenen, abgeschobener##, abschiebend, ###abschiebend, abschiebende, abschiebendes, abschiebendem, abschiebenden, abschiebender###, abzuschieben, ####abzuschieben, abzuschiebend, abzuschiebende, abzuschiebendes, abzuschiebendem, abzuschiebenden, abzuschiebender####, schiebe ab, schieb (!) ab+EW; Z.: ab—schieb-en
$Abschied, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Abschied, Aufbruch, Trennung; E.: ab, s. Schied; L.: Kluge s. u. Abschied, DW 1, 99, EWD s. u. Abschied; GB.: seit 1455 belegte und aus ab und Schied gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Aufbruch oder Trennung; F.: Abschied, Abschieds, Abschiedes, Abschiede, Abschieden (!)+EW; Z.: Ab—schie-d
$abschießen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. abschießen, abwärts bewegen, wegschießen; E.: s. ab, s. schießen; L.: Kluge s. u. schießen, DW 1, 100 (abschieszen); GB.: seit nach 1360 belegte und aus ab und schießen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Schießens mögliches abwärts bewegen oder wegschießen oder hinabstürzen; F.: abschießen, schieße ab, schießt ab, schießen ab, schießest ab, schießet ab, schoss ab, schossest ab, schossen ab, schosst ab, schösse ab, schössest ab, schössen ab, schösset ab, abgeschossen, ##abgeschossen, abgeschossene, abgeschossenes, abgeschossenem, abgeschossenen, abgeschossener##, abschießend, ###abschießend, abschießende, abschießendes, abschießendem, abschießenden, abschießender###, abzuschießend, ####abzuschießend, abzuschießend, abzuschießende, abzuschießendes, abzuschießendem, abzuschießenden, abzuschießender####, schieß (!) ab+EW; Z.: ab—schie-ß-en
$abschirmen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abschirmen, schützen, sichern, abschließen; E.: s. ab, s. schirmen; L.: Kluge s. u. Schirm, fehlt DW, EWD s. u. Schirm; GB.: seit 1814 belegte und aus ab und schirmen gebildete Bezeichnung für schützen oder sichern oder abschließen; F.: abschirmen, schirme ab, schirmst ab, schirmt ab, schirmen ab, schirmest ab, schirmet ab, schirmte ab, schirmtest ab, schirmten ab, schirmtet ab, abgeschirmt, ##abgeschirmt, abgeschirmte, abgeschirmtes, abgeschirmtem, abgeschirmten, abgeschirmter##, abschirmend, ###abschirmend, abschirmende, abschirmendes, abschirmendem, abschirmenden, abschirmender###, abzuschirmen, ####abzuschirmen, abzuschirmend, abzuschirmende, abzuschirmendes, abzuschirmendem, abzuschirmenden, abzuschirmender####, schirm (!) ab+EW; Z.: ab-schir-m-en
$abschirren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abschirren, ausschirren, Geschirr abnehmen; E.: s. ab, s. schirren; L.: DW 1, 100, EWD s. u. schirren; GB.: seit 1626 belegte und aus ab und schirren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit des Menschen und der Zähmung größerer Tiere mögliches ausschirren oder Geschirr abnehmen; F.: abschirren, schirre ab, schirrest ab, schirren ab, schirret ab, schirrte ab, schirrtest ab, schirrten ab, schirrtet ab, abgeschirrt, ##abgeschirrt, abgeschirrte, abgeschirrtes, abgeschirrtem, abgeschirrten, abgeschirrter##, abschirrend, ###abschirrend, abschirrende, abschirrendes, abschirrendem, abschirrenden, abschirrender###, abzuschirren, ####abzuschirren, abzuschirrend, abzuschirrende, abzuschirrendes, abzuschirrendem, abzuschirrenden, abzuschirrender####, schirr (!) ab+EW; Z.: ab—schir-r-en
$Abschlag, nhd., M., (13. Jh./15. Jh.): nhd. Abschlag, Abzug, Minderung, Abfall; E.: s. ab, s. Schlag; L.: Kluge s. u. Abschlag, DW 1, 101; GB.: seit um 1288/1450 belegte und aus ab und Schlag gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Zivilisation möglichen Abzug oder Minderung oder Abfall; F.: Abschlag; Abschlags, Abschlages, Abschläge, Abschlägen (!)+EW; Z.: Ab—schlag
$abschlagen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. abschlagen, wegschlagen, absondern, lostrennen, loslösen; E.: s. ab, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 1, 102, EWD s. u. schlagen; GB.: seit um 950 belegte und aus ab und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegschlagen oder absondern oder lostrennen oder loslösen; F.: abschlagen, schlage ab, schlägst ab, schlägt ab, schlagt ab, schlagen ab, schlagest ab, schlaget ab, schlug ab, schlugst ab, schlugen ab, schlugt ab, schlüge ab, schlügest ab, schlügen ab, schlüget ab, abgeschlagen, ##abgeschlagen, abgeschlagene, abgeschlagenes, abgeschlagenem, abgeschlagenen, abgeschlagener##, abschlagend, ###abschlagend, abschlagende, abschlagendes, abschlagendem, abschlagenden, abschlagender###, abzuschlagen, ####abzuschlagen, abzuschlagend, abzuschlagende, abzuschlagendes, abzuschlagendem, abzuschlagenden, abzuschlagender####, schlag (!) ab+EW; Z.: ab—schlag-en
$abschlägig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. abschlägig, ablehnend, abweisend; E.: s. abschlag(en), s. ig; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 1, 103, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 1492 belegte und aus abschlag(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ablehnend oder abweisend; F.: abschlägig, abschlägige, abschlägiges, abschlägigem, abschlägigen, abschlägiger+EW; Z.: ab—schläg-ig
$Abschlagszahlung, Abschlagzahlung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Abschlagszahlung, Teilzahlung; E.: s. Abschlag, s. s, s. Zahlung; L.: DW 1, 102, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 1789 belegte und aus Abschlag und s und Zahlung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Geldes mögliche Zahlung eines Abschlags oder eine Teilzahlung; F.: Abschlagszahlung, Abschlagszahlungen, Abschlagzahlung, Abschlagzahlungen+EW; Z.: Ab—schlag—zah-l-ung
$abschneiden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. abschneiden, wegschneiden, stutzen, kürzen, entfernen; E.: s. ab, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 1, 106, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 796/um 800 belegte und aus ab und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Werkzeuge mögliches wegschneiden oder stutzen oder kürzen oder entfernen; F.: abschneiden, schneide ab, schneidest ab, schneidet ab, schneiden ab, schnitt ab, schnittest ab, schnittst (!) ab, schnitten ab, schnittet ab, abgeschnitten, ##abgeschnitten, abgeschnittene, abgeschnittenes, abgeschnittenem, abgeschnittenen, abgeschnittener##, abschneidend, ###abschneidend, abschneidende, abschneidendes, abschneidendem, abschneidenden, abschneidender###, abzuschneiden, ####abzuschneiden, abzuschneidend, abzuschneidende, abzuschneidendes, abzuschneidendem, abzuschneidenden, abzuschneidender####, schneid (!) ab+EW; Z.: ab—schneid-en
$Abschnitt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Abschnitt, Abgeschnittenes, Teil; E.: s. ab, s. Schnitt; L.: DW 1, 106, EWD s. u. schneiden; GB.: um 1300 belegte und aus ab und Schnitt gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Werkzeuge möglichen Teil eines Ganzen oder eine Schnittstelle; F.: Abschnitt, Abschnittes, Abschnitts, Abschnitte, Abschnitten+EW; Z.: Ab—schnit-t
$abschotten, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. abschotten, wegschotten, absperren, abtrennen, abriegeln; E.: ab, s. schotten; L.: Kluge s. u. Schott, fehlt DW; GB.: seit 1902 belegte und aus ab und schotten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Schottes mögliches wegschotten oder absperren oder abtrennen oder abriegeln; F.: abschotten, schotte ab, schottest ab, schottet ab, schotten ab, schottete ab, schottetest ab, schotteten ab, schottetet ab, abgeschottet, ##abgeschottet, abgeschottete, abgeschottetes, abgeschottetem, abgeschotteten, abgeschotteter##, abschottend, ###abschottend, abschottende, abschottendes, abschottendem, abschottenden, abschottender###, abzuschotten, ####abzuschotten, abzuschottend, abzuschottende, abzuschottendes, abzuschottendem, abzuschottenden, abzuschottender####, schott (!) ab+EW; Z.: ab—scho-t-t-en
$abschrägen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abschrägen, schräg machen; E.: s. ab, s. schrägen; L.: Kluge s. u. schräg, DW 1, 108, EWD s. u. schräg; GB.: seit 1793 belegte und aus ab und schrägen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schräg machen oder schräg verlaufen (V.); F.: abschrägen, schräge ab, schrägst ab, schrägt ab, schrägen ab, schrägest ab, schräget ab, schrägte ab, schrägtest ab, schrägten ab, schrägtet ab, abgeschrägt, ##abgeschrägt, abgeschrägte, abgeschrägtes, abgeschrägtem, abgeschrägten, abgeschrägter##, abschrägend, ###abschrägend, abschrägende, abschrägendes, abschrägendem, abschrägenden, abschrägender###, abzuschrägen, ####abzuschrägen, abzuschrägend, abzuschrägende, abzuschrägendes, abzuschrägendem, abzuschrägenden, abzuschrägender####, schräg (!) ab+EW; Z.: ab—schrä-g-en
$abschrecken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abschrecken, wegschrecken, erschrecken, verschrecken; E.: s. ab, s. schrecken; L.: DW 1, 109, EWD s. u. schrecken 1; GB.: seit um 1340 belegte und aus ab und schrecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegschrecken oder erschrecken oder verschrecken; F.: abschrecken, schrecke ab, schreckst ab, schreckt ab, schreckest ab, schrecket ab, schreckte ab, schrecktest ab, schreckten ab, schrecktet ab, abgeschreckt, ##abgeschreckt, abgeschreckte, abgeschrecktes, abgeschrecktem, abgeschreckten, abgeschreckter##, abschreckend, ###abschreckend, abschreckende, abschreckendes, abschreckendem, abschreckenden, abschreckender###, abzuschrecken, ####abzuschrecken, abzuschreckend, abzuschreckende, abzuschreckendes, abzuschreckendem, abzuschreckenden, abzuschreckender####, schreck (!) ab+EW; Z.: ab—schre-ck-en
$abschreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abschreiben, wegschreiben, kopieren; E.: s. ab, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 1, 108, EWD s. u. schreiben; GB.: seit 1172 belegte und aus ab und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Schrift mögliches wegschreiben oder kopieren; F.: abschreiben, schreibe ab, schreibst ab, schreibt ab, schreiben ab, schreibest ab, schreibet ab, schrieb ab, schriebst ab, schrieben ab, schriebt ab, schriebest ab, schriebet ab, abgeschrieben, ##abgeschrieben, abgeschriebene, abgeschriebenes, abgeschriebenem, abgeschriebenen, abgeschriebener##, abschreibend, ###abschreibend, abschreibende, abschreibendes, abschreibendem, abschreibenden, abschreibender###, abzuschreiben, ####abzuschreiben, abzuschreibend, abzuschreibende, abzuschreibendes, abzuschreibendem, abzuschreibenden, abzuschreibender####, schreib (!) ab+EW+FW; Z.: ab—schrei-b-en
$Abschreibung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Abschreibung; E.: s. abschreib(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Abschreibung; GB.: seit um 1412 belegte und aus abschreib(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Zahlen und Geld sowie Buchführung mögliche Wertminderung oder Abbuchung einer Summe; F.: Abschreibung, Abschreibungen+EW+FW; Z.: Ab—schrei-b-ung
$abschreiten, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. abschreiten, wegschreiten, entlanggehen, absteigen, abgehen; E.: s. ab, s. schreiten; L.: Kluge s. u. schreiten, DW 1, 109, EWD s. u. schreiten; GB.: seit 1562 belegte und aus ab und schreiten gebildete sowie sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wegschreiten oder entlanggehen oder absteigen oder abgehen; F.: abschreiten, schreite ab, schreitest ab, schreitet ab, schreiten ab, schritt ab, schrittest ab, schrittst (!) ab, schritten ab, schrittet ab, abgeschritten, ##abgeschritten, abgeschrittene, abgeschrittenes, abgeschrittenem, abgeschrittenen, abgeschrittener##, abschreitend, ###abschreitend, abschreitende, abschreitendes, abschreitendem, abschreitenden, abschreitender###, abzuschreiten, ####abzuschreiten, abzuschreitend, abzuschreitende, abzuschreitendes, abzuschreitendem, abzuschreitenden, abzuschreitender####, schreit (!) ab+EW; Z.: ab—schrei-t-en
$Abschrift, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Abschrift, Kopie; E.: s. ab, s. Schrift; L.: DW 1, 109, EWD s. u. schreiben; GB.: seit 1293 belegte und aus ab und Schrift gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche Kopie; F.: Abschrift, Abschriften+EW+FW; Z.: Ab—schri-f-t
$Abschuss, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abschuss, Abschießen, Abfeuern, Losschießen; E.: s. ab, s. Schuss; L.: Kluge s. u. Abschuss, s. abschüssig, DW 1, 111 (Abschusz); GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus ab und Schuss gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Schießens und des Pulvers mögliches Abschießen oder Abfeuern oder Losschießen; F.: Abschuss, Abschusses, Abschüsse, Abschüssen+EW; Z.: Ab—schu-s-s
$abschüssig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. abschüssig, abfallend, schräg; E.: s. Abschuss, s. ig; L.: Kluge s. u. abschüssig, DW 1, 111; GB.: seit 1585 belegte und aus Abschuss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches abfallend oder schräg; F.: abschüssig, abschüssige, abschüssiges, abschüssigem, abschüssigen, abschüssiger(, abschüssigere, abschüssigeres, abschüssigerem, abschüssigeren, abschüssigerer, abschüssigst, abschüssigste, abschüssigstes, abschüssigstem, abschüssigsten, abschüssigster)+EW; Z.: ab—schü-s-s-ig
$abschweifen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abschweifen, wegschweifen, davonmachen, entziehen, abweichen; E.: s. ab, s. schweifen; L.: DW 1, 112, EWD s. u. schweifen; GB.: seit 1475 belegte und aus ab und schweifen gebildete sowie sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegschweifen oder davonmachen oder entziehen oder abweichen; F.: abschweifen, schweife ab, schweifst ab, schweift ab, schweifest ab, schweifet ab, schweifte ab, schweiftest ab, schweiften ab, schweiftet ab, abgeschweift, ##abgeschweift, abgeschweifte, abgeschweiftes, abgeschweiftem, abgeschweiften, abgeschweifter##, abschweifend, ###abschweifend, abschweifende, abschweifendes, abschweifendem, abschweifenden, abschweifender###, abzuschweifen, ####abzuschweifen, abzuschweifend, abzuschweifende, abzuschweifendes, abzuschweifendem, abzuschweifenden, abzuschweifender####, schweif (!) ab+EW; Z.: ab—schwei-f-en
$absehbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. absehbar, erreichbar, erkennbar; E.: s. abseh(en), s. bar; L.: DW 1, 113, EWD s. u. sehen; GB.: seit 1768 belegte und aus abseh(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Sehens mögliches erreichbar oder erkennbar; F.: absehbar, absehbare, absehbares, absehbarem, absehbaren, absehbarer(, absehbarere, absehbareres, absehbarerem, absehbareren, absehbarerer, absehbarst, absehbarste, absehbarstes, absehbarstem, absehbarsten, absehbarster)+EW; Z.: ab—seh-bar
$absehen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. absehen, wegsehen, besehen, auskundschaften; E.: s. ab, s. sehen; L.: Kluge s. u. absehen, Absicht, DW 1, 113, EWD s. u. sehen; GB.: seit um 1225 belegte und aus ab und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Sehens mögliches wegsehen oder besehen (V.) oder auskundschaften; F.: absehen, sehe ab, siehst ab, sieht ab, sehen ab, seht ab, sehest ab, sehet ab, sah ab, sahst ab, sahen ab, saht ab, sähe ab, sähest ab, sähst ab, sähen ab, sähet ab, säht ab, abgesehen, ##abgesehen, abgesehene, abgesehenes, abgesehenem, abgesehenen, abgesehener##, absehend, ###absehend, absehende, absehendes, absehendem, absehenden, absehender###, abzusehen, ####abzusehen, abzusehend, abzusehende, abzusehendes, abzusehendem, abzusehenden, abzusehender####, sieh (!) ab, siehe ab+EW; Z.: ab—seh-en
$abseifen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abseifen, wegseifen, reinigen, waschen; E.: s. ab, s. seifen; L.: DW 1, 114, EWD s. u. Seife; GB.: seit 1773 belegte und aus ab und seifen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Seife mögliches wegseifen oder reinigen oder waschen; F.: abseifen, seife ab, seifst ab, seift ab, seifest ab, seifet ab, seifte ab, seiftest ab, seiften ab, seiftet ab, abgeseift, ##abgeseift, abgeseifte, abgeseiftes, abgeseiftem, abgeseiften, abgeseifter##, abseifend, ###abseifend, abseifende, abseifendes, abseifendem, abseifenden, abseifender###, abzuseifen, ####abzuseifen, abzuseifend, abzuseifende, abzuseifendes, abzuseifendem, abzuseifenden, abzuseifender####, seif (!) ab+EW; Z.: ab—seif-en
$abseilen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abseilen, wegseilen, herablassen; E.: s. ab, s. seilen; L.: Kluge s. u. Seil, fehlt DW, EWD s. u. Seil; GB.: seit 1672 belegte und aus ab und seilen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Seilen mögliches wegseilen oder herablassen; F.: abseilen, seile ab, seilst ab, seilt ab, seilen ab, seilest ab, seilet ab, seilte ab, seiltest ab, seilten ab, seiltet ab, abgeseilt, ##abgeseilt, abgeseilte, abgeseiltes, abgeseiltem, abgeseilten, abgeseilter##, abseilend, ###abseilend, abseilende, abseilendes, abseilendem, abseilenden, abseilender###, abzuseilen, ####abzuseilen, abzuseilend, abzuseilende, abzuseilendes, abzuseilendem, abzuseilenden, abzuseilender####, seil (!) ab+EW; Z.: ab—sei-l-en
Abseite, nhd. (ält.), F., (12. Jh.?): nhd. Abseite, Apsis; ne. apsis; Vw.: -; Hw.: s. Apsis; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. abesīte, absīte, apsite, st. F., Abseite, abliegende Seite, abgelegene Gegend; mhd. absida, lat.-F., Apsis, Gewölbe; mnd. afsīde, F., Seitenschiff der Kirche, Apsis, Seitenraum, Anbau; ahd. absida, absit, st. F. (ō)?, Apsis, Chor (M.) (2), Vorhalle, Gewölbe, Bahn eines Planeten; s. lat. apsis, F., Segment eines Kreises, Rundteil; gr. ἅψις (hápsis), F., Berührung; vgl. gr. ἅπτομαι (háptomai), V., anfassen, berühren; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Abseite, Kluge s. u. Abseite, DW 1, 116, DW2 1, 917, EWAhd 1, 30, Duden s. u. Abseite; Son.: vgl. frz. abside, F., Apsis; nschw. absid, Sb., Apsis; poln. apsyda, F., Apsis; GB.: vielleicht seit um 1150 oder. um 1300 belegte und aus ab und Seite nach dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Nebenraum oder einen abgelegenen Ort oder für einen halbkreisförmigen oder polygonalen Raumteil der an einen Hauptraum anschließt; BM.: fassen; F.: Abseite, Abseiten+FW+EW; Z.: Abseit-e
$abseits, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. abseits, entfernt, beiseite, weg; E.: s. ab, s. Seit(e), s. s; L.: Kluge s. u. abseits, DW 1, 116; GB.: seit 1612 belegte und aus ab und Seit(e) sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches entfernt oder beiseite oder weg; F.: abseits+EW; Z.: ab—sei-t-s
$absenken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. absenken, wegsenken, senken; E.: s. ab, s. senken; L.: Kluge s. u. senken, DW 1, 116; GB.: seit vor 1475 belegte und aus ab und senken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegsenken oder senken oder sinken lassen; F.: absenken, senke ab, senkst ab, senkt ab, senken ab, senkest ab, senket ab, senkte ab, senktest ab, senkten ab, senktet ab, abgesenkt, ##abgesenkt, abgesenkte, abgesenktes, abgesenktem, abgesenkten, abgesenkter##, absenkend, ###absenkend, absenkende, absenkendes, absenkendem, absenkenden, absenkender###, abzusenken, ####abzusenken, abzusenkend, abzusenkende, abzusenkendes, abzusenkendem, abzusenkenden, abzusenkender####, senk (!) ab+EW; Z.: ab—senk-en
$Absenker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Absenker, Absenkender, Ableger; E.: s. absenk(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. senken, DW 1, 116, EWD s. u. senken; GB.: seit 1691 belegte und aus absenk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Absenkenden oder Wegsenker oder Versenkenden oder einen Ableger; F.: Absenker, Absenkers, Absenkern+EW; Z.: Ab—senk-er
absentieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. absentieren, sich entfernen; ne. absent (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1491; I.: Lw. lat. absentāre; E.: s. lat. absentāre, V., abwesend machen, fortsenden, sich entfernen, abwesend sein (V.), (Anfang 3. Jh.-258 n. Chr.); vgl. lat. absēns, (Part. Präs.=)Adj., abwesend, entfernt; lat. abesse, V., wegsein, fortsein, abwesend sein (V.); lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 1, 927, Duden s. u. absentieren; Son.: vgl. frz. s’absenter, V., absentieren; kymr. absenoli, V., absentieren, sich entfernen; GB.: seit 1491 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sich von einem Ort entfernen; BM.: weg, sein (V.); F.: absentieren, absentiere, absentierst, absentiert, absentierest, absentieret, absentierte, absentiertest, absentierten, absentiertet, ##absentiert, absentierte, absentiertes, absentiertem, absentierten, absentierter##, absentierend, ###absentierend, absentierende, absentierendes, absentierendem, absentierenden, absentierender###, absentier (!)+FW; Z.: ab-se-nt-ier-en
$absetzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. absetzen, wegsetzen, abziehen, entlassen (V.), entheben; E.: s. ab, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 1, 117, EWD s. u. setzen; GB.: um 1170 belegte und aus ab und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon vormenschlich mögliches wegsetzen oder abziehen oder entlassen (V.) oder entheben; F.: absetzen, setze ab, setzt ab, setzen ab, setzest ab, setzet ab, setzte ab, setztest ab, setzten ab, setztet ab, abgesetzt, ##abgesetzt, abgesetzte, abgesetztes, abgesetztem, abgesetzten, abgesetzter##, absetzend, ###absetzend, absetzende, absetzendes, absetzendem, absetzenden, absetzender###, abzusetzen, ####abzusetzen, abzusetzend, abzusetzende, abzusetzendes, abzusetzendem, abzusetzenden, abzusetzender####, setz (!) ab+EW; Z.: ab—setz-en
$Absetzung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Absetzung, Wegsetzung, Enthebung, Entlassung, Abzug; E.: s. absetz(en), s. ung; L.: DW 1, 117, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1385 belegte und aus absetz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Wegsetzung oder Enthebung oder Entlassung oder einen Abzug; F.: Absetzung, Absetzungen+EW; Z.: Ab—setz-ung
Absicht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Absicht, Bestreben, Augenmerk; ne. purpose (N.), intention; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. ab, Sicht; L.: Kluge s. u. Absicht, EWD s. u. Absicht, DW 1, 118, DW2 1, 945, EWD s. u. Absicht, Duden s. u. Absicht; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen oder höherer Tiere möglichen Willen etwas zu verwirklichen oder die Bestrebung oder das Ziel oder den Vorsatz oder id Intention; BM.: weg, sehen; F.: Absicht, Absichten+EW; Z.: Ab—sich-t
$absichtlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. absichtlich; E.: s. Absicht, s. lich; Q.: Mitte 18. Jh.; L.: DW 1, 117, EWD s. u. Absicht; GB.: seit 1748 belegte und aus Absicht und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen (oder höherer Tiere) mögliches vorsätzlich oder beabsichtigt oder bewusst oder gewollt; F.: absichtlich, absichtliche, absichtliches, absichtlichem, absichtlichen, absichtlicher+EW; Z.: ab—sich-t—lich
$absichtslos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. absichtslos; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Absicht, s. s, s. los; L.: (absichtlos DW 1, 119,) EWD s. u. Absicht; GB.: seit 1773 belegte und aus Absicht und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches unabsichtlich oder zufällig oder irrtümlich; F.: absichtslos, absichtslose, absichtsloses, absichtslosem, absichtslosen, absichtsloser(, absichtslosere, absichtsloseres, absichtsloserem, absichtsloseren, absichtsloserer, absichtslosest, absichtsloseste, absichtslosestes, absichtslosestem, absichtslosesten, absichtslosester)+EW; Z.: ab—sich-t-s—lo-s
Absinth, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Absinth, Wermutbranntwein; ne. absinthe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1824; I.: Lw. frz. absinthe; E.: s. frz. absinthe, F., Absinth, Wermut; lat. absinthium, N., Wermut, Wermutwein, Bitteres, Heilsames; gr. ἀψίνθιον (apsínthion), N., Wermut; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Absinth, fehlt DW, DW2 1, 956, EWD s. u. Absinth, Duden s. u. Absinth; Son.: s. mhd. absist, absint, abecincht, st. M., Absinth, ein Edelstein; vgl. nndl. absint, Sb., Absinth; nschw. absint, Sb., Absinth; nnorw. absint, Sb., Absinth; poln. absynt, M., Absinth; kymr. absinth, Sb., Absinth; nir. aipsint, F., Absinth; lit. absentas, M., Absinth; GB.: seit 1824 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums als alkoholisches Getränk entwickelten und gegen Ende des 18. Jh. (1769 bzw. 1792) in der späteren Zusammensetzung geschaffenen grünlichen auch das Nervengift Thujon enthaltendem Wermutbranntwein mit Zusatz von Anis und Fenchel; BM.: Wermut; F.: Absinth, Absinthes, Absinths, Absinthe, Absinthen+FW; Z.: Absinth
absolut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. absolut, unbedingt, uneingeschränkt, vollkommen; ne. absolute, utterly; Vw.: -; Hw.: s. Absolution; Q.: um 1520; I.: Lw. lat. absolūtus; E.: s. lat. absolūtus, Adj., abgeschlossen, vollständig, vollkommen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. absolvere, V., lossprechen, freisprechen, ablösen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen; lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. absolut, fehlt DW, DW2 1, 958, EWD s. u. absolut, Duden s. u. absolut; Son.: vgl. nndl. absoluut, Adj., absolut; frz. absolu, Adj., absolut; nschw. absolut, Adj., absolut, durchaus; nnorw. absolutt, Adj., absolut, völlig; poln. absolutny, Adj., absolut; kymr. absoliwt, Adj., absolut; nir. absalídeach, Adj., absolut; lit. absoliutus, Adj., absolut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für uneingeschränkt; BM.: weg, getrennt, zahlen; F.: absolut, absolute, absolutes, absolutem, absoluten, absoluter(, absolutere, absoluteres, absoluterem, absoluteren, absoluterer, absolutest, absoluteste, absolutestes, absolutestem, absolutesten, absolutester)+FW(+EW); Z.: ab-so-lu-t
Absolution, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Absolution, Lossprechen, Lossprechung, Vergebung von Sünden; ne. absolution; Vw.: -; Hw.: s. absolut; Q.: 1346; I.: Lw. lat. absolūtio; E.: s. lat. absolūtio, F., Loslösen, Trennung, Scheidung, Befreiung, Lossprechen, (81-43 v. Chr.); vgl. absolvere, V., lossprechen, freisprechen, ablösen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen; lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. absolvieren, fehlt DW, DW2 1, 961, Duden s. u. Absolution; Son.: vgl. mhd. absolutīe, st. F., Absolution, Lossprechung; nndl. absolutie, Sb., Absolution; frz. absolution, F., Absolution; nnorw. absolujon, M., Absolution; poln. absolucja, F., Absolution; nir. aspalóid, F., Absolution; GB.: seit 1346 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die christliche Vergebung von Sünden nach der Beichte; BM.: weg, getrennt, zahlen; F.: Absolution, Absolutionen+FW(+EW); Z.: Ab-so-lu-t-io-n
$Absolutismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Absolutismus; E.: s. absolut, s. ismus; L.: Kluge s. u. absolut, fehlt DW, EWD s. u. absolut; GB.: seit 1775 belegte und aus absolut und ismus gebildete Bezeichnung für Unbedingheit oder Uneingeschränktheit der Staatsgewalt; F.: Absolutismus+FW; Z.: Ab-so-lu-t-ism-us
$Absolvent, nhd., (Part. Präs.=) M., (19. Jh.): nhd. Absolvent, Entlassungsschüler, Schulabgänger; Q.: um 1900; E.: s. lat. absolvens; L.: Kluge s. u. absolvieren, fehlt DW, EWD s. u. absolvieren; GB.: seit um 1900 belegte und aus lat. absolve(re) und n sowie t gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Schulen durch den Menschen möglichen Entlassungsschüler oder Schulabgänger; F.: Absolvent, Absolventen+FW(+EW); Z.: Ab-so-lv-ent
absolvieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. absolvieren, lossprechen, freisprechen, abschließen, zu Ende führen, beenden; ne. absolve, complete (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1240-1250 (Lancelot Karrenritter Episode) bzw. 1263; E.: mhd. absolvieren, sw. V., absolvieren, freisprechen, lossprechen; s. lat. absolvere, V., lossprechen, freisprechen, ablösen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen; lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. absolvieren, fehlt DW, DW2 1, 964, Duden s. u. absolvieren; Son.: vgl. nschw. absolvera, V., absolvieren; nnorw. absolvere, V., absolvieren; kymr. absolfenny, V., absolvieren, freisprechen; GB.: seit 1240-1250 bzw. 1263 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für lossprechen oder freisprechen oder abschließen oder zu Ende führen oder beenden; BM.: weg, getrennt, zahlen; F.: absolvieren, absolviere, absolvierst, absolviert, absolvierest, absolvieret, absolvierte, absolviertest, absolvierten, absolviertet, ##absolviert, absolvierte, absolviertes, absolviertem, absolvierten, absolvierter##, absolvierend, ###absolvierend, absolvierende, absolvierendes, absolvierendem, absolvierenden, absolvierender###, absolvier (!)+FW(+EW); Z.: ab-so-lv-ier-en
absorbieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. absorbieren, aufsaugen, ganz in Anspruch nehmen; ne. absorb; Vw.: -; Hw.: s. Absorption; Q.: 1678; I.: Lw. lat. absorbēre; E.: s. lat. absorbēre, V., hinunterschlürfen, hinunterschlucken, verschlucken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. sorbēre, sorbere, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken, schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. absorbieren, fehlt DW, EWD s. u. absorbieren, DW2 1, 973, Duden s. u. absorbieren; Son.: vgl. nndl. absorberen, V., absorbieren; frz. absorber, V., absorbieren; nschw. absorbera, V., absorbieren, aufnehmen, aufsaugen; nnorw. absorbere, V., absorbieren; poln. absorbować, V., absorbieren; lit. absorbuoti, V., absorbieren; GB.: seit 1678 belegte und aus absorbere des Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliche aufsaugen oder aufnehmen von Gegebenheiten; BM.: schlürfen?; F.: absorbieren, absorbiere, absorbierst, absorbiert, absorbierest, absorbieret, absorbierte, absorbiertest, absorbierten, absorbiertet, ##absorbiert, absorbierte, absorbiertes, absorbiertem, absorbierten, absorbierter##, absorbierend, ###absorbierend, absorbierende, absorbierendes, absorbierendem, absorbierenden, absorbierender###, absorbier (!)+FW; Z.: ab-sorb-ier-en
Absorption, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Absorption, Aufsaugen, In-Sich-Aufnehmen; ne. absorption; Vw.: -; Hw.: s. absorbieren; Q.: 1722; I.: Lw. lat. absorptio; E.: s. lat. absorptio, F., Verschlingen, Gefräßigkeit, Schlund, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. absorbēre, V., hinunterschlürfen, hinunterschlucken, verschlucken; vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. sorbēre, sorbere, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken, schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. absorbieren, EWD s. u. Absorption, Duden s. u. Absorption; Son.: vgl. nndl. absorptie, F., Absorption; frz. absorption, F., Absorption, Aufnahme; nschw. absorption, Sb., Absorption; nnorw. absorpsjon, M., Absorption; poln. absorbcja, F., Absorption; lit. absorbcija, F., Absorption; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche vollständige Aufsaugung oder Aufnahme einer Gegebenheit; BM.: schlürfen?; F.: Absorption, Absorptionen+FW; Z.: Ab-sorp-t-io-n
$abspannen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. abspannen, ausspannen, ablocken, wegspannen, loslösen; E.: s. ab, s. spannen; L.: Kluge s. u. spannen, DW 1, 122; GB.: seit 1247 bzw. um 1300 belegte und aus ab und spannen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches ausspannen oder ablocken bzw. wegspannen oder loslösen; F.: abspannen, spanne ab, spannst ab, spannt ab, spannen ab, spannest ab, spannet ab, spannte ab, spanntest ab, spannten ab, spanntet ab, abgespannt, ##abgespannt, abgespannte, abgespanntes, abgespanntem, abgespannten, abgespannter##, abspannend, ###abspannend, abspannende, abspannendes, abspannendem, abspannenden, abspannender###, abzuspannen, ####abzuspannen, abzuspannend, abzuspannende, abzuspannendes, abzuspannendem, abzuspannenden, abzuspannender####, spann (!) ab+EW; Z.: ab—span-n-en
$abspeisen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abspeisen, wegspeisen, sättigen, beköstigen; E.: s. ab, s. speisen; L.: Kluge s. u. abspeisen, DW 1, 122, EWD s. u. Speise; GB.: seit 1544 belegte und aus ab und speisen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wegspeisen oder sättigen oder beköstigen; F.: abspeisen, speise ab, speist ab, speisen ab, speisest ab, speiset ab, speiste ab, speistest ab, speisten ab, speistet ab, abgespeist, ##abgespeist, abgespeiste, abgespeistes, abgespeistem, abgespeisten, abgespeister##, abspeisend, ###abspeisend, abspeisende, abspeisendes, abspeisendem, abspeisenden, abspeisender###, abzuspeisen, ####abzuspeisen, abzuspeisend, abzuspeisende, abzuspeisendes, abzuspeisendem, abzuspeisenden, abzuspeisender####, speis (!) ab+EW; Z.: ab—spei-s-en
abspenstig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. abspenstig, wegnehmend, ablockend, verführbar; ne. alienated; Vw.: -; Hw.: s. Gespenst, spannen; E.: s. ab, s. spenstig, s. mhd. abespannen, red. V., abspannen; s. nhd. ab, spannen; L.: Kluge s. u. abspenstig, EWD s. u. abspenstig, DW 1, 123, DW2 1, 981, Duden s. u. abspenstig; GB.: seit 1556 belegte und aus ab und spenstig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ablockend oder verführbar; BM.: weg, spannen; F.: abspenstig+EW; Z.: ab—spen-st-ig
$abspicken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abspicken; Q.: 1699; E.: s. ab, s. spicken; L.: EWD s. u. spicken; GB.: seit 1699 belegte und aus ab und spicken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegspicken oder absehen oder abgucken oder abschauen; F.: abspicken, spicke ab, spickt ab, spicken ab, spickest ab, spicket ab, spickte ab, spicktest ab, spickten ab, spicktet ab, abgespickt, ##abgespickt, abgespickte, abgespicktes, abgespicktem, abgespickten, abgespickter##, abspickend, ###abspickend, abspickende, abspickendes, abspickendem, abspickenden, abspickender###, abzuspicken, ####abzuspicken, abzuspickend, abzuspickende, abzuspickendes, abzuspickendem, abzuspickenden, abzuspickender####, spick (!) ab+EW; Z.: ab—spi-ck-en
$abspielen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abspielen, wiedergeben, weitergeben; E.: s. ab, s. spielen; L.: DW 1, 123, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 1528 belegte und aus ab und spielen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wiedergeben oder weitergeben; F.: abspielen, spiele ab, spielst ab, spielt ab, spielest ab, spielet ab, spielte ab, spieltest ab, spielten ab, spieltet ab, abgespielt, ##abgespielt, abgespielte, abgespieltes, abgespieltem, abgespielten, abgespielter##, abspielend, ###abspielend, abspielende, abspielendes, abspielendem, abspielenden, abspielender###, abzuspielen, ####abzuspielen, abzuspielend, abzuspielende, abzuspielendes, abzuspielendem, abzuspielenden, abzuspielender####, spiel (!) ab+EW; Z.: ab—spiel-en
$Absprache, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Absprache; E.: s. ab, s. Sprache; L.: DW 1, 124, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 1510 belegte und aus ab und Sprache belegte Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliche Entscheidung oder Schiedsspruch oder Übereinstimmung oder Vereinbarung oder Übereinkunft oder Abrede; F.: Absprache, Absprachen+EW; Z.: Ab—s-pra-ch-e
$absprechen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. absprechen, verkünden, urteilen, entscheiden, besprechen, vereinbaren; E.: s. ab, s. sprechen; L.: Kluge s. u. sprechen, DW 1, 124, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 1264 belegte und aus ab und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verkünden oder urteilen oder entscheiden oder besprechen oder vereinbaren; F.: absprechen, spreche ab, sprichst ab, spricht ab, sprechen ab, sprecht ab, sprechest ab, sprechet ab, sprach ab, sprachst ab, sprachen ab, spracht ab, spräche ab, sprächest ab, sprächen ab, sprächet ab, abgesprochen, ##abgesprochen, abgesprochene, abgesprochenes, abgesprochenem, abgesprochenen, abgesprochener##, absprechend, ###absprechend, absprechende, absprechendes, absprechendem, absprechenden, absprechender###, abzusprechen, ####abzusprechen, abzusprechend, abzusprechende, abzusprechendes, abzusprechendem, abzusprechenden, abzusprechender####, sprich (!) ab+EW; Z.: ab—s-pre-ch-en
$abstammen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abstammen, herkommen, Ursprung haben; E.: s. ab, s. stammen; L.: Kluge s. u. Stamm, DW 1, 125EWD s. u. Stamm; GB.: seit 1684 belegte und aus ab und stammen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches herkommen oder Ursprung haben; F.: abstammen, stamme ab, stammst ab, stammt ab, stammen ab, stammest ab, stammet ab, stammte ab, stammtest ab, stammten ab, stammtet ab, abgestammt, ##abgestammt, abgestammte, abgestammtes, abgestammtem, abgestammten, abgestammter##, abstammend, ###abstammend, abstammende, abstammendes, abstammendem, abstammenden, abstammender###, abzustammen, ####abzustammen, abzustammend, abzustammende, abzustammendes, abzustammendem, abzustammenden, abzustammender####, stamm (!) ab+EW; Z.: ab—sta-mm-en
$Abstammung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Abstammung, Herkunft, Abkunft, Ursprung; Q.: 1684.; L.: DW 1, 125, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 1684 belegte und aus abstamm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Herkunft oder Abkunft oder Ursprung; F.: Abstammung, Abstammungen+EW; Z.: Ab—sta-mm-ung
$Abstand, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Abstand, Fernsein, Abwesenheit, Distanz; E.: s. ab, s. Stand; L.: Kluge s. u. Abstand, DW 1, 126, EWD s. u. stehen; GB.: seit um 1450 belegte und aus ab und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Raum mögliches Fernsein oder Abwesenheit oder Distanz; F.: Abstand, Abstands, Abstandes, Abstände, Abständen+EW; Z.: Ab—sta-n-d
abstatten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abstatten, ausstatten, aussteuern, abfinden; ne. pay (V.) a visit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1513; E.: s. ab, Statt; L.: Kluge s. u. abstatten, EWD s. u. Statt, DW 1, 126, DW2 1, 1010, Duden s. u. abstatten; GB.: seit 1513 gebildete und aus ab und statten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches tun und später mögliches ausstatten oder aussteuern oder abfinden; BM.: weg, stehen; F.: abstatten, statte ab, stattest ab, stattet ab, statten ab, stattete ab, stattetest ab, statteten ab, abgestattet, ##abgestattet, abgestattete, abgestattetes, abgestattetem, abgestatteten, abgestatteter##, abstattend, ###abstattend, abstattende, abstattendes, abstattendem, abstattenden, abstattender###, abzustattende, ####abzustatten, abzustattend, abzustattende, abzustattendes, abzustattendem, abzustattenden, abzustattender####, statt (!) ab+EW; Z.: ab—sta-t-t-en
$abstauben, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abstauben; E.: s. ab, s. stauben; L.: DW 1, 126, EWD s. u. Staub; GB.: seit 1523 belegte und aus ab und stauben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Staub mögliches wegstauben oder Staub abschütteln oder Staub entfernen oder später auch mitnehmen; F.: abstauben, staube ab, staubst ab, staubt ab, staubest ab, staubet ab, staubte ab, staubtest ab, staubten ab, staubtet ab, abgestaubt, ## abgestaubt, abgestaubte, abgestaubtes, abgestaubtem, abgestaubten, abgestaubter##, abstaubend, ###abstaubend, abstaubende, abstaubendes, abstaubendem, abstaubenden, abstaubender###, abzustauben, ####abzustauben, abzustaubend, abzustaubende, abzustaubendes, abzustaubendem, abzustaubenden, abzustaubender####, staub (!) ab+EW; Z.: ab—stau-b-en
$abstechen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abstechen, wegstechen, durchstechen, stechen, töten; E.: s. ab, s. stechen; L.: Kluge s. u. stechen, EWD s. u. stechen; GB.: seit um 1196 belegte und aus ab und stechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Werkzeuge mögliches wegstechen oder durchstechen oder töten; F.: abstechen, steche ab, stichst ab, sticht ab, stechen ab, stecht ab, stechest ab, stechet ab, stach ab, stachst ab, stachen ab, stacht ab, stäche ab, stächest ab, stächst ab, stächen ab, stächet ab, stächt ab, abgestochen, ##abgestochen, abgestochene, abgestochenes, abgestochenem, abgestochenen, abgestochener##, abstechend, ###abstechend, abstechende, abstechendes, abstechendem, abstechenden, abstechender###, abzustechen, ####abzustechen, abzustechend, abzustechende, abzustechendes, abzustechendem, abzustechenden, abzustechender####, stich (!) ab+EW; Z.: ab—ste-ch-en
$Abstecher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Abstecher, Ausflug, Umweg; E.: s. abstech(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Abstecher, DW 1, 128, EWD s. u. stechen; GB.: seit 1641 belegte und aus abstech(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht nach Entstehung des Menschen später möglichen Ausflug oder einen Umweg; F.: Abstecher, Abstechers, Abstechern+EW; Z.: Ab—ste-ch-er
$abstecken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abstecken, abgrenzen, bezeichnen; E.: s. ab, s. stecken; L.: DW 1, 128, EWD s. u. stecken; GB.: seit um 1360 belegte und aus ab und stecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliches abgrenzen oder bezeichnen; F.: abstecken, stecke ab, steckst ab, steckt ab, steckest ab, stecket ab, steckte ab, stecktest ab, steckten ab, stecktet ab, abgesteckt, ##abgesteckt, abgesteckte, abgestecktes, abgestecktem, abgesteckten, abgesteckter##, absteckend, ###absteckend, absteckende, absteckendes, absteckendem, absteckenden, absteckender###, abzustecken, ####abzustecken, abzusteckend, abzusteckende, abzusteckendes, abzusteckendem, abzusteckenden, abzusteckender####, steck (!) ab+EW; Z.: ab—steck-en
$abstehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abstehen, wegstehen, abgehen, Abstand nehmen; E.: s. ab, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 1, 128, EWD s. u. stehen; E.: seit um 1150 belegte und aus ab und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches wegstehen oder später abgehen oder Abstand nehmen; F.: abstehen, stehe ab, stehst ab, steht ab, stehen ab, stehest ab, stehet ab, stand ab, standest ab, standst ab, standen ab, standet ab, stände ab, ständest ab, ständen ab, ständet ab, stünde ab, stündest ab, stünden ab, stündet ab, abgestanden, ##abgestanden, abgestandene, abgestandenes, abgestandenem, abgestandenen, abgestandener##, abstehend, ###abstehend, abstehende, abstehendes, abstehendem, abstehenden, abstehender###, abzustehen, ####abzustehen, abzustehend, abzustehende, abzustehendes, abzustehendem, abzustehenden, abzustehender####, steh (!) ab+EW; Z.: ab—steh-en
$abstellen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abstellen, hinstellen, abschaffen, entfernen, beseitigen; E.: s. ab, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 1, 130, EWD s. u. stellen; GB.: seit 1418 belegte und aus ab und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinstellen oder abschaffen oder entfernen oder beseitigen; F.: abstellen, stelle ab, stellst ab, stellt ab, stellen ab, stellest ab, stellet ab, stellte ab, stelltest ab, stellten ab, stelltet ab, abgestellt, ##abgestellt, abgestellte, abgestelltes, abgestelltem, abgestellten, abgestellter##, abstellend, ###abstellend, abstellende, abstellendes, abstellendem, abstellenden, abstellender###, abzustellen, ####abzustellen, abzustellend, abzustellende, abzustellendes, abzustellendem, abzustellenden, abzustellender####, stell (!) ab+EW; Z.: ab—stel-l-en
$absterben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. absterben, wegsterben, versterben, sterben; E.: s. ab, s. sterben; L.: Kluge s. u. sterben, DW 1, 130, EWD s. u. sterben; GB.: seit 1238 belegte und aus ab und sterben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches wegsterben oder versterben oder aussterben; F.: absterben, sterbe ab, stirbst ab, stirbt ab, sterben ab, sterbest ab, sterbet ab, starb ab, starbst ab, starben ab, starbt ab, stürbe ab, stürbest ab, stürbst ab, stürben ab, stürbet ab, stürbt ab, abgestorben, ##abgestorben, abgestorbene, abgestorbenes, abgestorbenem, abgestorbenen, abgestorbener##, absterbend, ###absterbend, absterbende, absterbendes, absterbendem, absterbenden, absterbender###, abzusterben, ####abzusterben, abzusterbend, abzusterbende, abzusterbendes, abzusterbendem, abzusterbenden, abzusterbender####, stirb (!) ab+EW; Z.: ab—ster-b-en
$abstimmen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abstimmen, absprechen, einstellen; E.: s. ab, s. stimmen; L.: DW 1, 132, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 1468 belegte und aus ab und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches absprechen oder einstellen; F.: abstimmen, stimme ab, stimmst ab, stimmt ab, stimmest ab, stimmet ab, stimmte ab, stimmtest ab, stimmten ab, stimmtet ab, abgestimmt, ##abgestimmt, abgestimmte, abgestimmtes, abgestimmtem, abgestimmten, abgestimmter##, abstimmend, ###abstimmend, abstimmende, abstimmendes, abstimmendem, abstimmenden, abstimmender###, abzustimmen, ####abzustimmen, abzustimmend, abzustimmende, abzustimmendem, abzustimmenden, abzustimmender####, stimm (!) ab+EW; Z.: ab—stimm-en
abstinent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. abstinent, enthaltsam; ne. abstinent; Vw.: -; Hw.: s. Abstinenz; Q.: 1240-1250 (?) (Lancelot Karrenritter Episode); E.: mhd. abstinent, Adj., enthaltsam; lat. abstinēns, lat., (Part. Präs.=)Adj., enthaltsam, uneigennützig, maßvoll, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. abstinēre, V., fernhalten, sich enthalten, abhalten, zurückhalten, fasten lassen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Abstinenz, fehlt DW, EWD s. u. Abstinenz, Duden s. u. abstinent; Son.: vgl. nndl. abstinent, Adj., abstinent, enthaltsam; frz. abstinent, Adj., abstinent, enthaltsam; nschw. abstinent, Adj., abstinent vom Alkohl; nnorw. abstinent, Adj., abstinent, enthaltsam; GB.: vielleicht seit 1240-1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für enthaltsam; BM.: sich fernhalten; F.: abstinent, abstinente, abstinentes, abstinentem, abstinenten, abstinenter+FW(+EW); Z.: abs-tin-ent
Abstinenz, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Abstinenz, Enthaltsamkeit; ne. abstinence, sobriety; Vw.: -; Hw.: -s. abstinent; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: mhd. abstinencie, F., „Abstinenz“, Kasteiung, Enthaltsamkeit; s. lat. abstinentia, F., Sich-Enthalten, Fasten, Hungern, Uneigennützigkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. abstinēre, V., fernhalten, sich enthalten, abhalten, zurückhalten, fasten lassen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Abstinenz, EWD s. u. Abstinenz, DW2 1, 1057, Duden s. u. Abstinenz; Son.: die Bedeutungsverengung auf alkoholische Getränke erfolgte im 19. Jh.; vgl. frz. abstinence, F., Abstinenz; nnorw. abstinens, M., Abstinenz; poln. abstynencja, F., Abstinenz; lit. abstinencija, F., Abstinenz; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Enthaltsamkeit; BM.: sich fernhalten; F.: Abstinenz+FW(+EW); Z.: Abs-tin-enz
$Abstinenzler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Abstinenzler; E.: s. Abstinenz, s. l, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Abstinenz, fehlt DW; GB.: seit 1899 belegte und aus Abstinenz und l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und der ihm möglichen Entwicklung von Alkohol möglichen Anhänger der Enthaltsamkeit (von Alkohol); F.: Abstinenzler, Abstinenzlers, Abstinenzlern+FW+EW; Z.: Abs-tin-enz-l-er
$abstoßen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. abstoßen, wegstoßen, fortstoßen, ausschließen; E.: s. ab, s. stoßen; L.: Kluge s. u. stoßen, DW 1, 132 (abstoszen), EWD s. u. stoßen; GB.: um 1000 belegte und aus ab und stoßen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegstoßen oder fortstoßen oder ausschließen; F.: abstoßen, stoße ab, stößt ab, stoßt ab, stoßen ab, stoßest ab, stoßet ab, stieß ab, stießest ab, stießt ab, stießen ab, stießet ab, abgestoßen, ##abgestoßen, abgestoßene, abgestoßenes, abgestoßenem, abgestoßenen, abgestoßener##, abstoßend, ###abstoßend, abstoßende, abstoßendes, abstoßendem, abstoßenden, abstoßender###, abzustoßen, ####abzustoßen, abzustoßend, abzustoßende, abzustoßendes, abzustoßendem, abzustoßenden, abzustoßender####, stoß (!) ab+EW; Z.: ab—sto-ß-en
$abstoßend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. abstoßend, abscheulich, ekelhaft; E.: s. abstoßen, s. d; L.: fehlt DW (s. aber abstoßen), EWD s. u. stoßen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus abstoßen und d gebildete Bezeichnung für abscheulich oder ekelhaft; F.: abstoßend, abstoßende, abstoßendes, abstoßendem, abstoßenden, abstoßender+EW; Z.: ab—sto-ß-en-d
$abstottern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. abstottern, wegstottern, abzahlen; E.: s. ab, s. stottern; L.: Kluge s. u. stottern, fehlt DW, EWD s. u. stottern; GB.: seit 1928 belegte und aus ab und stottern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches wegstottern oder abzahlen oder in Raten zahlen; F.: abstottern, stottere ab, stotter ab, stottre ab, stotterst ab, stottert ab, stottern ab, stotterte ab, stottertest ab, stotterten ab, stottertet ab, abgestottert, ##abgestottert, abgestottertes, abgestottertem, abgestotterten, abgestotterter##, abstotternd, ###abstotternd, abstotternde, abstotterndes, abstotterndem, abstotternden, abstotternder###, abzustottern, ####abzustottern, abzustotternd, abzustotternde, abzustotterndes, abzustotterndem, abzustotternden, abzustotternder####, stotter (!) ab+EW; Z.: ab—sto-t-t-er-n
Abstract, nhd., (Part. Prät.=)M., N., (20. Jh.): nhd. Abstract, Zusammenfassung, Kurzfassung; ne. abstract (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. abstract; E.: s. ne. abstract, N., Abstract, Kurzfassung; über Mittelenglisch von lat. abstrāctus, Adj., abgezogen, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. abstrahere, V., wegziehen, fortschleppen, wegschleppen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ- *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Abstract; Son.: vgl. nschw. abstract, N., Sb., Abstract; nnorw. abstrakt, N., Abstract; poln. abstrakt, M., Abstrakt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche von Menschen erstellte kurze Zusammenfassung des Inhalts vor allem wissenschaftlicher Texte; BM.: wegziehen?; F.: Abstract, Abstracts+FW; .: Abs-trac-t
abstrahieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abstrahieren, ableiten, herleiten, verallgemeinern; ne. abstract (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; I.: Lw. lat. abstrahere; E.: s. lat. abstrahere, V., wegziehen, wegreißen, herausziehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. abstrakt, fehlt DW, EWD s. u. abstrahieren, Duden s. u. abstrahieren; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ableiten oder herleiten oder verallgemeinern oder aus dem Besonderen das Allgemeine entnehmen; BM.: wegziehen?; F.: abstrahieren, abstrahiere, abstrahierst, abstrahiert, abstrahierest, abstrahieret, abstrahierte, abstrahiertest, abstrahierten, abstrahiertet, ##abstrahiert, abstrahierte, abstrahiertes, abstrahiertem, abstrahierten, abstrahierter##, abstrahierend, ###abstrahierend, abstrahierende, abstrahierendes, abstrahierendem, abstrahierenden, abstrahierender###, abstrahier (!)+FW+EW; Z.: abs-trah-ier-en
abstrakt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. abstrakt, verallgemeinert, allgemein, von dem Gegenständlichen absehend, von dem Gegenständlichen losgelöst; ne. abstract (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; I.: Lw. lat. abstrāctus; E.: lat. abstrāctus, Adj., abgezogen, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. abstrahere, V., wegziehen, fortschleppen, wegschleppen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ- *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. abstrakt, EWD s. u. abstrakt, DW2 1, 1073, Duden s. u. abstrakt; Son.: vgl. nndl. abstract, Adj., abstrakt; nschw. abstrakt, Adj., abstrakt; nisl. afstrakt, Adj., abstrakt; frz. abstrait, Adj., abstrakt; poln. abstrakcyjny, Adj., abstrakt; lit. abstrakt, Adj., abstrakt; GB.: seit dem Spätmittelalter (1477) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches verallgemeinert oder allgemein; BM.: wegziehen?; F.: abstrakt, abstrakte, abstraktes, abstraktem, abstrakten, abstrakter(, abstraktere, abstrakteres, abstrakterem, abstrakteren, abstrakterer, abstrakteste, abstraktestes, abstraktestem, abstraktesten, abstraktester)+FW; Z.: abs-trak-t
Abstraktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abstraktion, Begriffsbildung, Verallgemeinerung; ne. abstraction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; I.: Lw. lat. abstrāctio; E.: s. lat. abstrāctio, F., Fortschleppen, Entführen, Wegnahme, Abstraktion, (4. Jh. n. Chr.?); lat. abstrahere, V., wegziehen, wegreißen, herausziehen, (81-43 v. Chr.); lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. abstrakt, fehlt DW, EWD s. u. abstrakt, Duden s. u. Abstraktion; Son.: vgl. nndl. abstractie, F., Abstraktion; frz. abstraction, F., Abstraktion; nschw. abstraktion, Sb., Abstraktion; nnorw. abstraktsjon, M., Abstraktion; poln. abstrakcja, F., Abstraktion; lit. abstrakcija, F., Abstraktion; GB.: seit der frühen Neuzeit (1571) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliche Verallgemeinerung oder Abziehung oder Hinführung; BM.: wegziehen?; F.: Abstraktion, Abstraktionen+FW(+EW); Z.: Abs-trak-t-io-n
Abstraktum, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Abstraktum, Begriffswort; ne. abstract word (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1575; I.: Lw. mlat. abstrāctum; E.: s. mlat. abstrāctum, N., Zusammenfassung, Abstraktes, Allgemeines, (13. Jh.); vgl. lat. abstrahere, V., wegziehen, wegreißen, herausziehen, (81-43 v. Chr.); lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. abstrakt, fehlt DW. EWD s. u. abstrakt, Duden s. u. Abstraktum; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache und vielleicht der Hochkulturen des Altertums mögliches Allgemeinwort oder Begriffswort oder ein etwas nicht Gegenständliches benennendes Hauptwort; BM.: wegziehen?; F.: Abstraktum, Abstraktums, Abstrakta+FW(+EW?); Z.: Abs-trak-t-um
$abstreichen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abstreichen, wegstreichen, wegziehen, entfernen; E.: s. ab, s. streichen; L.: Kluge s. u. streichen, DW 1, 133, EWD s. u. streichen; GB.: seit um 1300 belegte und aus ab und streichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegstreichen oder wegziehen oder entfernen; F.: abstreichen, streiche ab, streichst ab, streicht ab, streichen ab, streichest ab, streichet ab, strich ab, strichst ab, strichen ab, stricht ab, strichest ab, strichet ab, abgestrichen, ##abgestrichen, abgestrichene, abgestrichenes, abgestrichenem, abgestrichenen, abgestrichener##, abstreichend, ###abstreichend, abstreichende, abstreichendes, abstreichendem, abstreichenden, abstreichender###, abzustreichen, ####abzustreichen, abzustreichend, abzustreichende, abzustreichendes, abzustreichendem, abzustreichenden, abzustreichender####, streich (!) ab+EW; Z.: ab-strei-ch-en
$abstreifen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. abstreifen, wegstreifen, entfernen; E.: s. ab, s. streifen; L.: DW 1, 133, EWD s. u. streifen; GB.: seit um 1070 belegte und aus ab und streifen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegstreifen oder herunterstreifen oder abziehen oder entfernen; F.: abstreifen, streife ab, streift ab, streifen ab, streifest ab, streifet ab, streifte ab, streiftest ab, streiften ab, streiftet ab, abgestreift, ##abgestreift, abgestreifte, abgestreiftes, abgestreiftem, abgestreiften, abgestreifter##, abstreifend, ###abstreifend, abstreifende, abstreifendes, abstreifendem, abstreifenden, abstreifender###, abzustreifen, ####abzustreifen, abzustreifend, abzustreifende, abzustreifendes, abzustreifendem, abzustreifenden, abzustreifender####, streif (!) ab+EW; Z.: ab—strei-f-en
$abstreiten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. abstreiten, bestreiten, leugnen; E.: s. ab, s. streiten; L.: Kluge s. u. streiten, DW 1, 133, EWD s. u. streiten; GB.: seit um 1280 belegte und aus ab und streiten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches bestreiten oder leugnen; F.: abstreiten, streite ab, streitest ab, streitet ab, streiten ab, stritt ab, strittest ab, strittst (!) ab, stritten ab, strittet ab, abgestritten, ##abgestritten, abgestrittene, abgestrittenes, abgestrittenem, abgestrittenen, abgestrittener##, abstreitend, ###abstreitend, abstreitende, abstreitendes, abstreitendem, abstreitenden, abstreitender###, abzustreiten, ####abzustreiten, abzustreitend, abzustreitende, abzustreitendes, abzustreitendem, abzustreitenden, abzustreitender####, streit (!) ab+EW; Z.: ab-strei-t-en
$Abstrich, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Abstrich, Abstreichen, Wegnehmen; E.: s. ab, s. Strich; L.: DW 1, 134, EWD s. u. streichen; GB.: seit um 1270 belegte und aus ab und Strich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Abstreichen oder Wegnehmen von Absonderungen; F.: Abstrich, Abstriches, Abstrichs, Abstriche, Abstrichen+EW; Z.: Ab—stri-ch
abstrus, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. abstrus, absonderlich, verworren, schwer verständlich, unklar; ne. abstruse, fanciful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1662; I.: Lw. lat. abstrūsus; E.: lat. abstrūsus, Adj., wohl verborgen, versteckt, (81-43 v. Chr.); s. lat. abstrūdere, V., wegstoßen, weit weg verbergen, verscharren; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. trūdere, V., stoßen, hinwegstoßen, fortstoßen, drängen; idg. *treud-, V., quetschen, stoßen, drücken, Pokorny 1095 (1898/75) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., slaw.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. abstrus, EWD s. u. abstrus, fehlt DW, DW2 1, 1096, Duden s. u. abstrus; Son.: vgl. nschw. abstrus, Adj., abstrus; frz. abstrus, Adj., abstrus; kymr. abstrus, Adj., abstrus, verworren; GB.: seit 1662 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für absonderlich oder verworren und daher schwer verständlich; F.: abstrus, abstruse, abstruses, abstrusem, abstrusen, abstruser(, abstrusere, abstruseres, abstruserem, abstruseren, abstruserer, abstruseste, abstrusestes, abstrusestem, abstrusesten, abstrusester)+FW+EW; Z.: abs-tru-s
$abstufen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. abstufen, mit Stufen versehen (V.); E.: s. ab, s. stufen; L.: Kluge s. u. Stufe, DW 1, 135; GB.: vielleicht seit 1693 bzw. 1783 belegte Bezeichnung und aus ab und stufen bzw. Stufe gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches stufenweise gewinnen bzw. mit Stufen versehen (V.); F.: abstufen, stufe ab, stufst ab, stuft ab, stufen ab, stufest ab, stufet ab, stufte ab, stuftest ab, stuften ab, stuftet ab, abgestuft, ##abgestuft, abgestufte, abgestuftes, abgestuftem, abgestuften, abgestufter##, abstufend, ###abstufend, abstufende, abstufendes, abstufendem, abstufenden, abstufender###, abzustufen, ####abzustufen, abzustufend, abzustufende, abzustufendes, abzustufendem, abzustufenden, abzustufender####, stuf (!) ab+EW; Z.: ab-stu-f-en
$abstumpfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abstumpfen, wegstumpfen, stutzen, abtrennen, stumpf werden; E.: s. ab, s. stumpfen; L.: Kluge s. u. stumpfen, DW 1, 135; GB.: seit 1528 belegte und aus ab und stumpfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wegstumpfen oder stutzen oder abtrennen oder stumpf werden; F.: abstumpfen, stumpfe ab, stumpfst ab, stumpft ab, stumpfen ab, stumpfest ab, stumpfet ab, stumpfte ab, stumpftest ab, stumpften ab, stumpftet ab, abgestumpft, ##abgestumpft, abgestumpfte, abgestumpftes, abgestumpftem, abgestumpften, abgestumpfter##, abstumpfend, ###abstumpfend, abstumpfende, abstumpfendes, abstumpfendem, abstumpfenden, abstumpfender###, abzustumpfen, ####abzustumpfen, abzustumpfend, abzustumpfende, abzustumpfendes, abzustumpfendem, abzustumpfenden, abzustumpfender####, stumpf (!) ab+EW; Z.: ab—stumpf-en
$abstürzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abstürzen, in die Tiefe stürzen; E.: s. ab, s. stürzen; L.: Kluge s. u. stürzen, DW 1, 136; GB.: seit um 1337 belegte und aus ab und stürzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wegstürzen oder herabstürzen oder in die Tiefe stürzen; F.: abstürzen, stürze ab, stürzst (!) ab, stürzt ab, stürzen ab, stürzest ab, stürzet ab, stürzte ab, stürztest ab, stürzten ab, stürztet ab, abgestürzt, ##abgestürzt, abgestürzte, abgestürztes, abgestürztem, abgestürzten, abgestürzter##, abstürzend, ###abstürzend, abstürzende, abstürzendes, abstürzendem, abstürzenden, abstürzender##, abzustürzen, ####abzustürzen, abzustürzend, abzustürzende, abzustürzendes, abzustürzendem, abzustürzenden, abzustürzender####, stürz (!) ab+EW; Z.: ab—stür-z-en
$Absud, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Absud; E.: s. ab, s. Sud; GB.: seit 1610 belegte und aus ab und Sud gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliche durch Sieden hergestellte Flüssigkeit; L.: DW 1, 136, EWD s. u. Sud; F.: Absud, Absudes, Absuds, Absude, Absuden+EW; Z.: Ab—su-d
absurd, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. absurd, lächerlich, widersinnig, widersprüchlich, aller Vernunft widersprechend, widersinnigungereimt, paradox; ne. absurd, silly (Adj.), preposterous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1567?; I.: Lw. lat. absurdus; E.: s. lat. absurdus, Adj., gegen das Gefühl verstoßend, beleidigend, misstönend, ungereimt, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); s. idg. *su̯er- (2), V., surren, Pokorny 1049 (1815/287) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. absurd, EWD s. u. absurd, fehlt DW, DW2 1, 1113, Duden s. u. absurd; Son.: vgl. nndl. absurd, Adj., absurd; nschw. absurd, Adj., absurd; nnorw. absurd, Adj., absurd; frz. absurde, Adj., absurd, aberwitzig; poln. absurdalny, Adj., absurd; lit. absurdiškas, Adj., absurd; GB.: seit vor 1567 oder vor 1616 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches widersinnig oder widersprüchlich oder ungereimt oder dem gesunden Menschenverstand völlig fern; BM.: ungereimt; F.: absurd, absurde, absurdes, absurdem, absurden, absurder, absurdere, absurderes, absurderem, absurderen, absurderer, absurdeste, absurdestes, absurdestem, absurdesten, absurdester+FW+EW; Z.: ab-sur-d
Absurdität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Absurdität, Widersinnigkeit; ne. absurdity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1560; I.: Lw. lat. absurditās; E.: s. lat. absurditās, F., widriger Klang, Missklang, Misston, Harmonielosigkeit, Ungereimtheit, (354-430 n. Chr.); lat. absurdus, Adj., gegen das Gefühl verstoßend, beleidigend, misstönend, ungereimt, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); s. idg. *su̯er- (2), V., surren, Pokorny 1049 (1815/287) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. absurd, EWD s. u. absurd, fehlt DW, Duden s. u. Absurdität; Son.: vgl. nndl. absurditeit, Sb., Absurdität; frz. absurdité, F., Absurdität; nschw. absurditet, Sb., Absurdität; nnorw. absurditet, M., Absurdität; poln. absurdalność, F., Absurdität; lit. absurdas, M., Absurdität; GB.: seit 1560 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Unsinnigkeit oder Widersinnigkeit oder Widersprüchlichkeit oder Ungereimtheit oder etwas dem gesunden Menschenverstand völlig Fernes; BM.: ungereimt; F.: Absurdität, Absurditäten+FW; Z.: Ab-sur-d-it-ät
Abszess, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Abszess, eiterige Geschwulst, Eiteransammlung in Gewebe; ne. abscess; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1703?; I.: Lw. lat. abscessus; E.: s. lat. abscessus, M., Weggang, Fortgang, Entfernung, Abzug, Abszess, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. abscedēre, V., weggehen, fortgehen, sich entfernen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Abszess, fehlt DW. EWD s. u. Abszeß, DW2 4, 1116 (Abszesz), Duden s. u. Abszess; Son.: vgl. nndl. abces, Sb., Abszess; nschw. abscess, Sb., Abszess; nnorw. abscess, Sb., Abszess; frz. abcès, M., Abszess; poln. absces, M., Abszess; ? nir. easpa, F., Abszess; lit. abscesas, M., Abszess; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Gewebe mögliche Ansammlung von Eiter in Gewebe; F.: Abszess, Abszesses, Abszesse, Abszessen+FW(+EW?); Z.: Abs-zes-s
Abszisse, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Abszisse, x-Achse eines Koordinatensystems, auf der x-Achse eines Koordinatensystems Abschnitt der horizontalen Achse eines Koordinatensystems, abgetragene erste Koordinate eines Punktes; ne. abscissa, x-coordinate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1676?; I.: Lw. lat. abscīsus; E.: s. lat. abscīsus (1), Adj., abgeschnitten, schroff, jäh, kurz angebunden, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. abscīdere, V., abhauen, abschneiden, beschneiden; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Abszisse, fehlt DW, EWD s. u. Abszisse, DW2 4, 1117, Duden s. u. Abszisse; Son.: das lat. abscissa erscheint erst seit dem 17. Jh.; vgl. nndl. abscis, Sb., Abszisse; nschw. abskissa, Sb., Abszisse; nnorw. abscisse, Sb., Abszisse; frz. abscisse, F., Abszisse; kymr. absisa, F., Abszisse; nir. aibsíse, F., Abszisse; GB.: seit 1676 in einem Brief Gottfried Wilhelm Leibnizs an Henry Oldenburg von dem 27. August 1676 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen mögliche und von René Descartes verwirklichte (waagerechte) x-Achse eines Koordinatensystems; BM.: weg, schlagen; F.: Abszisse, Abszissen+FW(+EW); Z.: Abs-zi-s-s-e
$Abszissenachse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Abszissenachse; E.: s. Abszisse, s. n, s. Achse; L.: Kluge s. u. Abszisse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Absziss(e) und en sowie Achse gebildete waagerechte Achse eines Koordinatensystems; F.: Abszissenachse, Abszissenachsen+FW+EW; Z.: Abs-zi-s-s-en-ach-s-e
Abt, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Abt, Vorsteher eines Mönchsklosters; ne. abbot; Vw.: -; Hw.: s. Abt; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. abbet, abbāt, abet, abt, st. M., Abt; mnd. abbet, abt, M., Abt; mnl. abbet, apt, M., Abt; ahd. abbat, st. M. (a?, i?), Abt; s. lat. abbās, M., Vater, (um 383-419/420 n. Chr.); aram. abbā, M., Vater; ursprüngliches Lallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. Abt, Kluge s. u. Abt, EWD s. u. Abt, DW 1, 136, DW2 1, 1117, EWAhd 1, 19, Duden s. u. Abt, Bluhme s. u. Abt; Son.: vgl. afries. abba, st. M. (a), Abt; ae. abbud, abbad, st. M. (a), Abt; an. ābōti, sw. M. (n), Abt; got. -; frz. abbé, M., Abt; poln. opat, M., Abt; kymr. abad, M., Abt; nir. ab, M., Abt; lit. abatas, M., Abt; GB.: seit um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Aramäischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Vorsteher eines Klosters für Mönche; BM.: Vater; F.: Abt, Abtes, Abts, Äbte, Äbten+FW; Z.: Ab-t
$abtakeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. abtakeln, Takelage entfernen; E.: s. ab, s. takeln; L.: Kluge s. u. Takel, DW 1, 137, EWD s. u. Takelage; GB.: seit 1691 belegte und aus ab und takeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Segelschiffen mögliches Takelage entfernen; F.: abtakeln, takel ab, takle ab, takele ab, takelst ab, takelt ab, takeln ab, takelte ab, takeltest ab, takelten ab, abgetakelt, ##abgetakelt, abgetakelte, abgetakeltes, abgetakeltem, abgetakelten, abgetakelter##, abtakelnd, ###abtakelnd, abtakelnde, abtakelndes, abtakelndem, abtakelnden, abtakelnder###, abzutakeln, ####abzutakeln, abzutakelnd, abzutakelnde, abzutakelndes, abzutakelndem, abzutakelnden, abzutakelnder####, takel (!) ab+EW; Z.: ab—tak-el-n
Abtei, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Abtei, Kloster; ne. abbey; Vw.: -; Hw.: s. Abt; I.: Lw.; E.: mhd. abbeteie, abbetie, st. F., Abtei; mnd. abbedīe, abdie, abdīe, abdīge, F., Abtei, Herrschaftsgebiet einer Abtei; mnl. abedie, F., Abtei; ahd. abbateia, F., Abtei; as. -; anfrk. -; lat. abbatia, F., Abtei, Kloster; vgl. lat. abbās, M., Vater; aram. abbā, M., Vater; ursprüngliches Lallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. Abt, Kluge s. u. Abt, EWD s. u. Abt, DW 1, 137, DW2 1, 1123, EWAhd 1, 21, Duden s. u. Abtei; Son.: vgl. nndl. abdij, Sb., Abtei; frz. abbaye, F., Abtei; kymr. abaty, M., Abtei; lit. abatija, F., Abtei; GB.: seit um 1060 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit Abt verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Kloster oder ein Klostergebiet dem ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht; BM.: Vater; F.: Abtei, Abteien+FW; Z.: Ab-t-ei
$Abteil, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Abteil, abgeteilter Raum; E.: s. abteil(en), s. ab, s. Teil; L.: Kluge s. u. Abteil, EWD s. u. Abteil, fehlt DW (s. aber abtheilen); GB.: seit 1349 belegte und aus abteil(en) bzw. ab und Teil gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen abgeteilten Raum; F.: Abteil, Abteile, Abteilen+EW; Z.: Ab—tei-l
$abteilen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abteilen, trennen, absondern; E.: s. ab, s. teilen; L.: DW 1, 137 (abtheilen), EWD s. u. Teil; GB.: seit um 1250 belegte und aus ab und teilen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegteilen oder trennen oder absondern; F.: abteilen, teile ab, teilst ab, teilt ab, teilest ab, teilet ab, teilte ab, teiltest ab, teilten ab, teiltet ab, abgeteilt, ##abgeteilt, abgeteilte, abgeteiltes, abgeteiltem, abgeteilten, abgeteilter##, abteilend, ###abteilend, abteilende, abteilendes, abteilendem, abteilenden, abteilender###, abzuteilen, ####abzuteilen, abzuteilend, abzuteilende, abzuteilendes, abzuteilendem, abzuteilenden, abzuteilender####, teil (!) ab+EW; Z.: ab—tei-l-en
$Abteilung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Abteilung, eine Gliederungseinheit, Abschnitt, Teil; E.: s. abteil(en), s. ung; L.: DW 1, 137 (Abtheilung), EWD s. u. Teil; GB.: (abeteilunge) seit 1347-1359 belegte und aus abteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Gliederungseinheit oder einen Abschnitt oder einen Teil; F.: Abteilung, Abteilungen+EW; Z.: Ab—tei-l-ung
$abteufen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abteufen, einen Schacht in die Tiefe treiben; E.: s. ab, s. teufen; L.: DW 1, 137, EWD s. u. Teufe; GB.: seit 1562 belegte und aus ab und teufen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Bergbaus mögliches einen Schacht in die Tiefe treiben; F.: abteufen, teufe ab, teufst ab, teuft ab, teufest ab, teufet ab, teufte ab, teuftest ab, teuften ab, teuftet ab, abgeteuft, ##abgeteuft, abgeteufte, abgeteuftes, abgeteuftem, abgeteuften, abgeteufter##, abteufend, ###abteufend, abteufende, abteufendes, abteufendem, abteufenden, abteufender###, abzuteufen, ####abzuteufen, abzuteufend, abzuteufende, abzuteufendes, abzuteufendem, abzuteufenden, abzuteufender####, teuf (!) ab+EW; Z.: ab—teuf-en
$Äbtissin, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Äbtissin; E.: s. Abt, s. iss, s. in; L.: Kluge s. u. Abt, DW 1, 140, EWD s. u. Abt; GB.: seit um 1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorsteherin eines beispielsweise in Italien seit dem 4. Jh. n. Chr. möglichen Klosters für Frauen F.: Äbtissin, Äbtissinnen+FW+EW; Z.: Äb-t-iss-in
$abtöten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. abtöten, töten, Tod verursachen; E.: s. ab, s. töten; L.: DW 1, 140 (abtaödten), EWD s. u. tot; GB.: seit um 1472 belegte und aus ab und töten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches töten oder einen Tod verursachen; F.: abtöten, töte ab, tötest ab, tötet ab, tötete ab, tötetest ab, töteten ab, tötetet ab, abgetötet, ##abgetötet, abgetötete, abgetötetes, abgetötetem, abgetöteten, abgetöteter##, abtötend, ###abtötend, abtötende, abtötendes, abtötendem, abtötenden, abtötender###, abzutöten, ####abzutöten, abzutötend, abzutötende, abzutötendes, abzutötendem, abzutötenden, abzutötender####, töte (!) ab+EW; Z.: tö-t-en
$Abtrag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abtrag; E.: seit 14./15. Jh. belegte (abetrac) und aus abtrag(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Wiedergutmachung oder auch Schaden; L.: DW 1, 140, EWD s. u. tragen; F.: Abtrag, Abtrages, Abtrags, Abträge, Abträgen+EW; Z.: Ab—trag
$abtragen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abtragen; E.: s. ab, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, EWD s. u. tragen; GB.: seit um 1155 belegte und aus ab und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegtragen oder beseitigen; F.: abtragen, trägst ab, trägt ab, tragt ab, tragen ab, tragest ab, traget ab, trug ab, trugst ab, trugen ab, trugt ab, trüge ab, trügest ab, trügen ab, trüget ab, abgetragen, ##abgetragen, abgetragene, abgetragenes, abgetragenem, abgetragenen, abgetragener##, abtragend, ###abtragend, abtragende, abtragendes, abtragendem, abtragenden, abtragender###, abzutragen, ####abzutragen, abzutragend, abzutragende, abzutragendes, abzutragendem, abzutragenden, abzutragender####, trag (!) ab+EW; Z.: ab—trag-en
$abträglich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. abträglich; E.: s. Abtrag, s. lich; L.: Kluge s. u. abträglich, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1278 belegte und aus Abtrag und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nachteilig oder schädlich oderhinderlich; F.: abträglich, abträgliche, abträgliches, abträglichem, abträglichen, abträglicher(, abträglichere, abträglicheres, abträglicherem, abträglicheren, abträglicherer, abträglichst, abträglichste, abträglichstes, abträglichstem, abträglichsten, abträglichster)+EW; Z.: ab-trä-g-lich
$abtreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abtreiben; E.: s. ab, s. treiben; L.: Kluge s. u. abtreiben, EWD s. u. treiben; GB.: seit um 1150 belegte und aus ab und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon vormenschlich mögliches aber seit Entstehung des Menschen und seiner zivilisatorischen Entwicklung wohl in den Hochkulturen des Altertums mit neuer Bedeutung versehenes wegtreiben oder vertreiben oder abwehren oder hindern oder entfernen; F.: abtreiben, treibe ab, treibst ab, treibt ab, treiben ab, treibest ab, treibet ab, treib ab, trieb ab, triebst ab, trieben ab, triebt ab, triebest ab, triebet ab, abgetrieben, ##abgetrieben, abgetriebene, abgetriebenes, abgetriebenem, abgetriebenen, abgetriebener##, abtreibend, ###abtreibend, abtreibende, abtreibendes, abtreibendem, abtreibenden, abtreibender###, abzutreiben, ####abzutreiben, abzutreibend, abzutreibende, abzutreibendes, abzutreibendem, abzutreibenden, abzutreibender####, treib (!) ab+EW; Z.: ab—trei-b-en
$Abtreibung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abtreibung; E.: s. abtreib(en), s. ung; L.: EWD s. u. treiben; GB.: seit 1509 belegte und aus abtreib(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Wegtreibung insbesondere einer Leibesfrucht einer Frau; F.: Abtreibung, Abtreibungen+EW; Z.: Ab—trei-b-ung
$abtrennen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abtrennen; E.: s. ab, s. trennen; L.: EWD s. u. trennen; GB.: seit um 1335 belegte und aus ab und trennen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches trennen oder loslösen oder lösen oder absondern oder sondern (V.); F.: abtrennen, trenne ab, trennst ab, trennt ab, trennest ab, trennet ab, trennte ab, trenntest ab, trennten ab, trenntet ab, abgetrennt, ##abgetrennt, abgetrennte, abgetrenntes, abgetrenntem, abgetrennten, abgetrennter##, abtrennend, ###abtrennend, abtrennende, abtrennendes, abtrennendem, abtrennenden, abtrennender###, abzutrennen, ####abzutrennen, abzutrennend, abzutrennende, abzutrennendes, abzutrennendem, abzutrennenden, abzutrennender####, trenn (!) ab+EW; Z.: ab—tre-nn-en
$abtreten, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abtreten; E.: s. ab, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, EWD s. u. treten; GB.: seit um 1200 belegte und aus ab und treten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verlassen (V.) oder weggehen oder weichen (V.) (1) oder übertragen (V.); F.: abtreten, trete ab, trittst ab, tritt ab, treten ab, tretet ab, tretest ab, trat ab, tratest ab, tratst ab, traten ab, tratet ab, träte ab, trätest ab, träten ab, trätet ab, abgetreten, ##abgetreten, abgetretene, abgetretenes, abgetretenem, abgetretenen, abgetretener##, abtretend, ###abtretend, abtretende, abtretendes, abtretendem, abtretenden, abtretender###, abzutreten, ####abzutreten, abzutretend, abzutretende, abzutretendes, abzutretendem, abzutretenden, abzutretender####, tritt (!) ab+EW; Z.: ab-tre-t-en
$Abtreter, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Abtreter; E.: s. abtret(en), s. er (Suff.); seit 1414 belegte und aus abtret(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Abtretenden oder Abtrünnigen oder Verräter oder später für einen Vorleger oder eine Fußmatte; L.: EWD s. u. treten; F.: Abtreter, Abtreters, Abtretern+EW; Z.: Ab—tre-t-er
$Abtritt, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abtritt; E.: s. ab, s. Tritt; L.: Kluge s. u. Abtritt, DW 1, 144; GB.: seit 1314 belegte und aus ab und Tritt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Weggang oder Abkehr oder auch Abort; F.: Abtritt, Abtritts, Abtrittes, Abtritte, Abtritten+EW; Z.: Ab-tri-t-t
abtrünnig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. abtrünnig, untreu, treulos, wortbrüchig; ne. disloyal, faithless; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (Glosse); E.: s. mhd. abetrünnic, Adj., abtrünnig; mnd. aftrünnich, aftrunnich, Adj., abtrünnig, flüchtig, seinen Verpflichtungen nicht nachkommend; ahd. abatrunnīg*, Adj., abtrünnig, abgefallen; s. nhd. ab, trennen; L.: Kluge 1. A. s. u. abtrünnig, Kluge s. u. abtrünnig, EWD s. u. abtrünnig, DW 1, 145, DW2 4, 1183, Duden s. u. abtrünnig, Bluhme s. u. abtrünnig; GB.: seit um 800 belegte und aus ab und ahd. trinn(an) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abgetrennt oder abgefallen oder treulos oder wortbrüchig; BM.: weg, trennen; F.: abtrünnig, abtrünnige, abtrünniges, abtrünnigem, abtrünnigen, abtrünniger(, abtrünnigere, abtrünnigeres, abtrünnigerem, abtrünnigeren, abtrünnigerer, abtrünnigste, abtrünnigstes, abtrünnigstem, abtrünnigsten, abtrünnigster)+EW; Z.: ab—tre-nn-en
$abtun, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. abtun; E.: s. ab, s. tun; L.: Kluge s. u. tun, EWD s. u. tun, DW 1, 138 (abthun); GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus ab und tun gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegtun oder abmachen oder ablegen; F.: abtun, tue ab, tu ab, tust ab, tut ab, tun ab, tuest ab, tuet ab, tat ab, tatest ab, tatst ab, taten ab, tatet ab, täte ab, tätest ab, täten ab, tätet ab, abgetan, ##abgetan, abgetane, abgetanes, abgetanem, abgetanen, abgetaner##, abtuend, ###abtuend, abtuende, abtuendes, abtuendem, abtuenden, abtuender###, abzutuen, ####abzutuen, abzutuend, abzutuende, abzutuendes, abzutuendem, abzutuenden, abzutuender####, tu (!) ab+EW; Z.: ab—tu-n
abundant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. abundant, überflutend, übermäßig, häufig, reichlich; ne. abundant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1692; I.: Lw. lat. abundāns; E.: s. lat. abundāns, Adj., überflutend, übervoll, wasserreich, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. abundāre, V., überfluten, überströmen, überfließen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); GB.: seit der früheren Neuzeit (1692) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliches überflutend oder übermäßig; BM.: überfließen; L.: fehlt DW 1, DW2 4, 1194, Duden s. u. abundant; F.: abundant, abundante, abundantes, abundantem, abundanten, abundanter (+)FW(+EW); Z.: ab-u-nd-ant
$aburteilen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aburteilen; E.: s. ab, s. urteilen; Q.: 1489; L.: EWD s. u. Urteil, DW 1, 145 (aburtheilen); GB.: seit 1489 belegte und aus ab und urteilen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches verurteilen oder durch Urteil entscheiden; F.: aburteilen, urteile ab, urteilst ab, urteilt ab, urteilest ab, urteilet ab, urteilte ab, urteiltest ab, urteilten ab, urteiltet ab, abgeurteilt, ##abgeurteilt, abgeurteilte, abgeurteiltes, abgeurteiltem, abgeurteilten, abgeurteilter##, aburteilend, ###aburteilend, aburteilende, aburteilendes, aburteilendem, aburteilenden, aburteilender###, abzuurteilen, ####abzuurteilen, abzuurteilend, abzuurteilende, abzuurteilendes, abzuurteilendem, abzuurteilenden, abzuurteilender####, urteil (!) ab+EW; Z.: ab—ur—tei-l-en
$Aburteilung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Aburteilung; E.: s. aburteil(en), s. ung; Q.: 1772; L.: EWD s. u. Urteil, DW 1, 145 (Aburtheilung); GB.: seit 1772 belegte und aus aburteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche Verurteilung oder Entscheidung; F.: Aburteilung, Aburteilungen+EW; Z.: Ab—ur—tei-l-ung
Abusus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Abusus, übermäßiger Gebrauch, Missbrauch; ne. abuse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531 (Luther); I.: Lw. lat. abūsus; E.: s. lat. abūsus, M., Verbrauchen, Verbrauch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. abūtī, V., aufbrauchen, vertun, verschwenden; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ūtī, oetī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 4, 1197, Duden s. u. Abusus; Son.: vgl. nndl. abusus, Sb., Abusus; frz. abus, M., Missbrauch; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums möglichen übermäßigen Gebrauch und Missbrauch (von Genussmitteln); BM.: weg, gebrauchen; F.: Abusus+FW; Z.: Ab-u-s-us
$abwägen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. abwägen, erwägen, prüfen; E.: s. ab, s. wägen; L.: DW 1, 146, EWD s. u. wägen; GB.: um 1460 belegte und aus ab und wägen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erwägen und prüfen; F.: abwägen, wäge ab, wägst ab, wägt ab, wägest ab, wog ab, wogst ab, wogen ab, wogt ab, wöge ab, wögest ab, wögen ab, wöget ab, abgewogen, ##abgewogen, abgewogene, abgewogenes, abgewogenem, abgewogenen, abgewogener##, abwägend, ###abwägend, abwägende, abwägendes, abwägendem, abwägenden, abwägender###, abzuwägen, ####abzuwägen, abzuwägend, abzuwägende, abzuwägendes, abzuwägendem, abzuwägenden, abzuwägender####, wäg (!) ab, wäge ab+EW; Z.: ab—wäg-en
$abwarten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abwarten; E.: s. ab, s. warten; L.: Kluge s. u. warten, DW 1, 147; GB.: seit 1405 belegte und aus ab und warten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches warten oder verrichten oder versorgen oder pflegen; F.: abwarten, warte ab, wartest ab, wartet ab, warten ab, wartete ab, wartetest ab, warteten ab, wartetet ab, abgewartet, abgewartete, abgewartetes, abgewartetem, abgewarteten, abgewarteter, abwartend, abwartende, abwartendes, abwartendem, abwartenden, abwartender###, abzuwarten, ####abzuwarten, abzuwartend, abzuwartende, abzuwartendes, abzuwartendem, abzuwartenden, abzuwartender####, wart (!) ab+EW; Z.: ab—war-t-en
$abwärts, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. abwärts, hinab, hinunter, nach unten; E.: s. ab, s. wärts; L.: EWD s. u. -wärts, DW 1, 147; GB.: seit nach 1346 belegte und aus ab und wärts gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinab oder hinunter oder nach unten; F.: abwärts+EW; Z.: ab—wär-t-s
$abwechseln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. abwechseln, auswechseln, ablösen; E.: s. ab, s. wechseln; L.: EWD s. u. Wechsel, DW 1, 148; GB.: seit 1288 belegte und aus ab und wechseln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auswechseln oder ablösen; F.: abwechseln, wechsel (!) ab, wechsle ab, wechsele ab, wechselst ab, wechselt ab, wechseln ab, wechselte ab, wechseltest ab, wechselten ab, wechseltet ab, gewechselt ab, abgewechselt, ##abgewechselt, abgewechselte, abgewechseltes, abgewechseltem, abgewechselten, abgewechselter##, abwechselnd, ###abwechselnd, abwechselnde, abwechselndes, abwechselndem, abwechselnden, abwechselnder###, abzuwechseln, ####abzuwechseln, abzuwechselnd, abzuwechselnde, abzuwechselndes, abzuwechselndem, abzuwechselnden, abzuwechselnder####, wechsel (!) ab+EW; Z.: ab—wech-s-el-n
$abwegig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. abwegig, entfernt, abliegend, irrig; E.: s. ab, s. wegig; L.: Kluge s. u. abwegig, DW 1, 148; GB.: seit um 1450 belegte und aus Abweg und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches von dem Weg entfernt oder abliegend oder irrig; F.: abwegig, abwegige, abwegiges, abwegigem, abwegigen, abwegiger(, abwegigere, abwegigeres, abwegigerem, abwegigeren, abwegigerer, abwegigst, abwegigste, abwegigstes, abwegigstem, abwegigsten, abwegigster)+EW; Z.: ab—weg-ig
$Abwehr, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abwehr, Verteidigung; E.: s. ab, s. Wehr (F.); L.: EWD s. u. wehren, DW 1, 148; GB.: seit 1523 belegte und aus ab und Wehr (F.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliche Abschlagung eines Angriffs oder Widerstand oder Verteidigung; F.: Abwehr, Abwehren (F.Pl.)+EW; Z.: Ab—wehr
$abwehren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abwehren; E.: s. Abwehr, s. en; L.: Kluge s. u. wehren, EWD s. u. wehren, DW 1, 149; GB.: seit 1311 belegte und aus ab und wehren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches wehren oder zurückschlagen oder Widerstand leisten; F.: abwehren, wehre ab, wehrst ab, wehrt ab, wehren ab, wehrest ab, wehret ab, wehrte ab, wehrtest ab, wehrten ab, wehrtet (!) ab, abgewehrt, ##abgewehrt, abgewehrte, abgewehrtes, abgewehrtem, abgewehrten, abgewehrter##, abwehrend, ###abwehrend, abwehrende, abwehrendes, abwehrendem, abwehrenden, abwehrender###, abzuwehren, ####abzuwehren, abzuwehrend, abzuwehrende, abzuwehrendes, abzuwehrendem, abzuwehrenden, abzuwehrender####, wehr (!) ab+EW; Z.: ab—wehr-en
$abweichen, nhd., sw. V.: nhd. abweichen; E.: s. ab, s. weichen; L.: Kluge s. u. weichen, EWD s. u. weichen, DW 1, 149; GB.: seit 1287 belegte und aus ab und weichen (bewegen) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entweichen oder entfernen oder fortgehen; F.: abweichen, weiche ab, weichst ab, weicht ab, weichen ab, weichest ab, weichet ab, weichte ab, weichtest ab, weichten ab, weichtet ab, abgeweicht, ##abgeweicht, abgeweichte, abgeweichtes, abgeweichtem, abgeweichten, abgeweichter##, abweichend, ###abweichend, abweichende, abweichendes, abweichendem, abweichenden, abweichender###, abzuweichen, ####abzuweichen, abzuweichend, abzuweichende, abzuweichendes, abzuweichendem, abzuweichenden, abzuweichender####, weich (!) ab+EW; Z.: ab—weich-en
$abwerfen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. abwerfen; E.: s. ab, s. werfen; L.: EWD s. u. werfen, DW 1, 152; GB.: um 1120 belegte und aus ab und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wegwerfen oder entledigen oder abstoßen; F.: abwerfen, werfe ab, wirfst ab, wirft ab, werft ab, werfest ab, werfet ab, warf ab, warfst ab, warfen ab, warft ab, würfe ab, würfest ab, würfen ab, würfet ab, abgeworfen, ##abgeworfen, abgeworfene, abgeworfenes, abgeworfenem, abgeworfenen, abgeworfener##, abwerfend, ###abwerfend, abwerfende, abwerfendes, abwerfendem, abwerfenden, abwerfender###, abzuwerfen, ####abzuwerfen, abzuwerfend, abzuwerfende, abzuwerfendes, abzuwerfendem, abzuwerfenden, abzuwerfender####, wirf (!) ab+EW; Z.: ab—wer-f-en
$abwerten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abwerten; E.: s. ab, s. werten; L.: Kluge s. u. wert, EWD s. u. wert, DW 1, 152 (abwerthen); GB.: um 1702 belegte und aus ab und werten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Sprache und danach der Entwicklung des Geldes mögliches vermindern oder herabsetzen; F.: abwerten, werte ab, wertest ab, wertet ab, werten ab, wertete ab, wertetest ab, werteten ab, wertetet ab, abgewertet, abgewertete, abgewertetes, abgewertetem, abgewerteten, abgewerteter, abwertend, abwertende, abwertendes, abwertendem, abwertenden, abwertender###, abzuwerten, ####abzuwerten, abzuwertend, abzuwertende, abzuwertendes, abzuwertendem, abzuwertenden, abzuwertender####, wert (!) ab+EW; Z.: ab—wer-t-en
abwesend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (15. Jh.): nhd. abwesend, nicht an einem bestimmten Ort seiend, entfernt, unaufmerksam; ne. absent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1446; I.: z. T. Lüs. lat. absens; E.: s. nhd. (ält.) abwesen, st. V., wegsein; mnd. afwēsent* (1), afwēsende, (Part. Präs.=)Adj., abwesend; mhd. abewesen, st. V., fehlen, mangeln; ahd. abawesan*, st. V. (5), wegsein, nicht vorhanden sein (V.); s. ahd. aba, ab, Präp., Adv., Präf., aus, durch, herab, von, weg von, weg, hinweg; germ. *aba, *ab, Adv., Präp. ab, weg; germ. *af, Adv., Präp., von, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); ahd. wesan, st. V. (5), sein (V.), werden, geschehen, stattfinden; germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); GB.: seit 1466 belegte und teilweise wohl nach dem Lateinischen des Altertums (absens) gebildete und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches entfernt; BM.: weg, sein (V.); L.: Kluge s. u. abwesend, EWD s. u. abwesend, DW 1, 153, DW2 4, 1272, Duden s. u. abwesend; F.: abwesend, abwesende, abwesendes, abwesendem, abwesenden, abwesender+EW; Z.: ab-we-s-end
$Abwesenheit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Abwesenheit, Entferntsein; E.: s. abwesend, s. heit; Vw.: s. Geistes-; L.: Kluge s. u. abwesend, DW 1, 153, EWD s. u. abwesend; GB.: seit 1529 belegte und aus abwesen(d) und heit gebildete sowie dem Lateinischen des Altertums (absentia) nachgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Entferntsein oder fehlende Anwesenheit; F.: Abwesenheit, Abwesenheiten+EW; Z.: Ab-we-s-en-hei-t
$abwickeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abwickeln; E.: s. ab, s. wickeln; L.: DW 1, 154, EWD s. u. wickeln; GB.: seit 1529 belegte und aus ab und wickeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Zivilisation mögliches wegwickeln oder abrollen oder lösen oder abwinden; F.: abwickeln, wickel (!)ab, wickle ab, wickele ab, wickelst ab, wickelt ab, wickelte ab, wickeltest ab, wickelten ab, wickeltet ab, abgewickelt, ##abgewickelt, abgewickelte, abgewickeltes, abgewickeltem, abgewickelten, abgewickelter##, abwickelnd, ###abwickelnd, abwickelnde, abwickelndes, abwickelndem, abwickelnden, abwickelnder###, abzuwickeln, ####abzuwickeln, abzuwickelnd, abzuwickelnde, abzuwickelndes, abzuwickelndem, abzuwickelnden, abzuwickelnder####, wickel (!) ab+EW; Z.: ab—wi-ck-el-n
$abwiegeln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. abwiegeln, beschwichtigen; W.: s. ab, s. wiegeln; L.: Kluge s. u. aufwiegeln, fehlt DW, EWD s. u. aufwiegeln; GB.: seit 1850 belegte und aus ab und wiegeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beruhigen oder besänftigen oder beschwichtigen; F.: abwiegeln, wiegel (!) ab, wiegle ab, wiegele ab, wiegelst ab, wiegelt ab, wiegeln ab, wiegelte ab, wiegeltest ab, wiegelten ab, wiegeltet ab, abgewiegelt, ##abgewiegelt, abgewiegelte, abgewiegeltes, abgewiegeltem, abgewiegelten, abgewiegelter##, abwiegelnd, ###abwiegelnd, abwiegelnde, abwiegelndes, abwiegelndem, abwiegelnden, abwiegelnder###, abzuwiegeln, ####abzuwiegeln, abzuwiegelnd, abzuwiegelnde, abzuwiegelndes, abzuwiegelndem, abzuwiegelnden, abzuwiegelnder####, wiegel (!) ab+EW; Z.: ab—wieg-el-n
$Abwiegler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Abwiegler, Abwiegelnder, Beschwichtiger; E.: s. abwieg(e)l(n), s. er (Suff.); Q.: 1852; L.: EWD s. u. aufwiegeln, fehlt DW; GB.: seit 1852 belegte und aus abwieg(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Abwiegelnden oder Besänftiger oder Beschwichtiger; F.: Abwiegler, Abwieglers, Abwieglern+EW; Z.: Ab—wieg-l-er
$abwracken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. abwracken; E.: s. ab, s. Wrack, s. en (Suff.); GB.: seit vor 1870 belegte und aus ab und Wrack sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schiffen mögliches Schiff zerlegen (V.) oder abbrechen; L.: Kluge s. u. Wrack, EWD s. u. Wrack, fehlt DW; F.: abwracken, wracke ab, wrackst ab, wrackt ab, wracken ab, wrackest ab, wracket ab, wrackte ab, wracktest ab, wrackten ab, wracktet ab, abgewrackt, ##abgewrackt, abgewrackte, abgewracktes, abgewracktem, abgewrackten, abgewrackter##, abwrackend, ###abwrackend, abwrackende, abwrackendes, abwrackendem, abwrackenden, abwrackender###, abzuwracken, ####abzuwracken, abzuwrackend, abzuwrackende, abzuwrackendes, abzuwrackendem, abzuwrackenden, abzuwrackender####, wrack (!) ab+EW; Z.: ab—wra-ck-en
$abwürgen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. abwürgen, erdrosseln; E.: s. ab, s. würgen; L.: Kluge s. u. würgen, DW 1, 155; GB.: seit um 1350 belegte und aus ab und würgen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegwürgen oder erdrosseln oder töten; F.: abwürgen, würge ab, würgst ab, würgt ab, würgen ab, würgest ab, würget ab, würgte ab, würgtest ab, würgten ab, würgtet ab, abgewürgt, ##abgewürgt, abgewürgte, abgewürgtes, abgewürgtem, abgewürgten, abgewürgter##, abwürgend, ###abwürgend, abwürgende, abwürgendes, abwürgendem, abwürgenden, abwürgender###, abzuwürgen, ####abzuwürgen, abzuwürgend, abzuwürgende, abzuwürgendes, abzuwürgendem, abzuwürgenden, abzuwürgender####, würg (!) ab+EW; Z.: ab—wür-g-en
$abzahlen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abzahlen, wegzahlen, bezahlen; E.: s. ab, s. zahlen; L.: EWD s. u. Zahl, DW 1, 156; GB.: seit 1313 belegte und aus ab und zahlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches wegzahlen oder bezahlen oder in Raten zahlen oder begleichen; F.: abzahlen, zahle an, zahlst an, zahlt an, zahlest an, zahlet an, zahlte an, zahltest an, zahlten an, zahltet an, abgezahlt, ##abgezahlt, abgezahlte, abgezahltes, abgezahltem, abgezahlten, abgezahlter##, abzahlend, ###abzahlend, abzahlende, abzahlendes, abzahlendem, abzahlenden, abzahlender###, zahl (!) ab+EW; Z.: ab—zah-l-en
$abzapfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abzapfen; E.: s. ab, s. zapfen; L.: Kluge s. u. abzapfen, EWD s. u. Zapfen, DW 1, 156; GB.: um 1536 belegte und aus ab und zapfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zapfen oder Flüssigkeit entziehen oder ablaufen lassen; F.: abzapfen, zapfe ab, zapfst ab, zapft ab, zapfen ab, zapfest ab, zapfet ab, zapfte ab, zapftest ab, zapften ab, zapftet ab, abgezapft, ##abgezapft, abgezapfte, abgezapftes, abgezapftem, abgezapften, abgezapfter##, abzapfend, ###abzapfend, abzapfende, abzapfendes, abzapfendem, abzapfenden, abzapfender###, abzuzapfen, ####abzuzapfen, abzuzapfend, abzuzapfende, abzuzapfendes, abzuzapfendem, abzuzapfenden, abzuzapfender####, zapf (!) ab+EW; Z.: ab—zapf-en
$Abzeichen, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Abzeichen, Kennzeichen, Zeichen; E.: s. ab, s. Zeichen; L.: EWD s. u. Zeichen, DW 1, 157; GB.: seit 1369 belegte und aus ab und Zeichen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung künstlicher Unterscheidungsmerkmale mögliches Kennzeichen oder Zeichen; F.: Abzeichen, Abzeichens+EW; Z.: Ab—zei-ch-en
$abziehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. abziehen, wegziehen, entziehen; E.: s. ab, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, EWD s. u. ziehen, DW 1, 157; GB.: seit um 850 belegte und aus ab und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegziehen oder entziehen oder entfernen; F.: abziehen, ziehe ab, ziehst ab, zieht ab, ziehen ab, ziehest ab, ziehet ab, zog ab, zogst ab, zogen ab, zogt ab, zöge ab, zögest ab, zögst ab, zögen ab, zöget ab, abgezogen, ##abgezogen, abgezogene, abgezogenes, abgezogenem, abgezogenen, abgezogener##, abziehend, ###abziehend, abziehende, abziehendes, abziehendem, abziehenden, abziehender###, abzuziehen, ####abzuziehen, abzuziehend, abzuziehende, abzuziehendes, abzuziehendem, abzuziehenden, abzuziehender####, zieh (!) ab+EW; Z.: ab—zie-h-en
$abzirkeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. abzirkeln, mit Zirkel abmessen, mit Zirkel bestimmen; E.: s. ab, s. zirkeln; L.: Kluge s. u. Zirkel, DW 1, 159, EWD s. u. Zirkel; GB.: seit 1527 belegte und aus ab und zirkeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit Zirkel abmessen oder mit Zirkel bestimmen; F.: abzirkeln, zirkel (!) ab, zirkle ab, zirkele ab, zirkelst ab, zirkelt ab, zirkeln ab, zirkelte ab, zirkeltest ab, zirkelten ab, zirkeltet ab, abgezirkelt, ##abgezirkelt, abgezirkelte, abgezirkeltes, abgezirkeltem, abgezirkelten, abgezirkelter##, abzirkelnd, ###abzirkelnd, abzirkelnde, abzirkelndes, abzirkelndem, abzirkelnden, abzirkelnder###, abzuzirkeln, ####abzuzirkeln, abzuzirkelnd, abzuzirkelnde, abzuzirkelndes, abzuzirkelndem, abzuzirkelnden, abzuzirkelnder####, zirkel (!) ab+FW(+EW?); Z.: ab—zir-k-el-n
$Abzug, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Abzug, Wegzug, Entzug; E.: s. ab, s. Zug; L.: EWD s. u. ziehen, DW 1, 160; GB.: seit 1309 belegte und aus ab und Zug gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Wegzug oder Entzug oder Schmälerung oder Entwendung; F.: Abzug, Abzugs, Abzuges, Abzüge, Abzügen+EW; Z.: Ab—zu-g
$abzüglich, nhd., Präp., (15. Jh.): nhd. abzüglich, abgerechnet, abgezogen; E.: s. Abzug, s. lich; L.: EWD s. u. ziehen, fehlt DW; GB.: seit um 1450 belegte und aus Abzug und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Rechnens mögliches abgerechnet; F.: abzüglich+EW; Z.: ab—zü-g—lich
$abzwacken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. abzwacken, wegnehmen; E.: s. ab, s. zwacken; L.: Kluge s. u. zwacken, DW 1, 160; GB.: seit um 1335 belegte und aus ab und zwacken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung des Besitzes mögliches wegnehmen oder entwenden; F.: abzwacken, zwacke ab, zwackst ab, zwackt ab, zwacken ab, zwackest ab, zwacket ab, zwackte ab, zwacktest ab, zwackten ab, zwacktet ab, abgezwackt, ##abgezwackt, abgezwackte, abgezwacktes, abgezwacktem, abgezwackten, abgezwackter##, abzwackend, ###abzwackend, abzwackende, abzwackendes, abzwackendem, abzwackenden, abzwackender###, abzuzwacken, ####abzuzwacken, abzuzwackend, abzuzwackende, abzuzwackendes, abzuzwackendem, abzuzwackenden, abzuzwackender####, zwack (!) ab+EW; Z.: ab—zwack-en
$abzweigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abzweigen, wegzweigen; E.: s. ab, s. zweigen; L.: Kluge s. u. Zweig, EWD s. u. Zweig, DW 1, 161; GB.: seit 1787 belegte und aus ab und zweigen gebildete Bezeichnung für sachlich nach natürlichem Vorbild mögliches wegzweigen oder abspalten oder auseinanderfächern; F.: abzweigen, zweige ab, zweigst ab, zweigt ab, zweigen ab, zweigest ab, zweiget ab, zweigte ab, zweigtest ab, zweigten ab, zweigtet ab, abgezweigt, ##abgezweigt, abgezweigte, abgezweigtes, abgezweigtem, abgezweigten, abgezweigter##, ###abzweigend, abzweigende, abzweigendes, abzweigendem, abzweigenden, abzweigender###, abzuzweigen, ####abzuzweigen, abzuzweigend, abzuzweigende, abzuzweigendes, abzuzweigendem, abzuzweigenden, abzuzweigender####, zweig (!) ab+EW; Z.: ab—zwei-g-en
Accessoire, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Accessoire, Nebenwerk, Beiwerk, Zubehör; ne. accessory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1877; I.: Lw. frz. accessoire; E.: s. frz. accessoire, M., Accessoire, Zubehörteil; vgl. frz. accessoire, Adj., zusätzlich; mlat. accessōrius, Adj., zusätzlich, hinzukommend; lat. accēdere, V., herzutreten, herantreten, herankommen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Accessoires, fehlt DW, DW2 4, 1343, Duden s. u. Accessoire; Son.: vgl. nndl. accessoires, Sb., Pl., Accessoires; nschw. accessoarer, Sb. Pl., Accessoire; nnorw. accessoirer, Sb. Pl., Accessoires; poln. akcesoria, N. Pl., Accessoires; lit. aksesuarai, M. Pl., Accessoires; GB.: seit 1877 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung des Menschen und Entwicklung seiner Kultur mögliches modisches Zubehör; BM.: bei, gehen; F.: Accessoire, Accessoires+FW; Z.: Ac-ces-s-oir-e
Aceton, nhd., N.: nhd. Aceton; Vw.: s. Azeton
Acetyl, nhd., N.: nhd. Acetyl; Vw.: s. Azetyl
ach, nhd., Interj., (10. Jh.): nhd. ach, leider!, weh!; ne. alas!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ach, Interj., ach; mnd. ach, Interj., ach, och (Ausdruck des Bedauerns); mnd. ā, a, Interj., ah!, ach!; mnl. ach, Interj., ach!; ahd. ah, Interj., ach, ah, oh; as. ah, Interj., oh!, ach!; anfrk. -; vgl. germ. *a, Interj., ah?; s. idg. *ē (2), *ō (2), Interj., oh, he, Pokorny 281 (421/2) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. ach, Kluge s. u. ach, EWD s. u. ach, DW 1, 161, DW2 1, 1344, Duden s. u. ach, Bluhme s. u. ach; Son.: vgl. mnl. ach, Interj., ach!; nschw. ack, Interj., ach!; lat. ā, āh, Interj., ach!; air. uch, ach, Interj., ach!; lit. àk, Interj., ach!; GB.: seit 10. Jh. belegte (ah) und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Ausruf des sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Bedauerns; BM.: lautmalend; F.: ach+EW; Z.: a-ch
$Ach (2), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Ach; L.: DW 1, 162, EWD s. u. ach; F.: Ach, Achs+EW; Z.: A-ch
Achat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Achat, ein Mineral; ne. agate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1185? (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. achat, achates, achāt, achāte, achātes, st. M., Achat; mnd. āget, agat, M., Bernstein, Achat; mnl. agaet, acaet, M., Achat; s. ahd. agat*, st. M. (a?, i?), Achat; as. agāt, st. M. (a?) (i?), Achat; anfrk. -; s. lat. achātēs, M., Achat; s. gr. αχάτης (achátēs), M., Achat; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Achat, Kluge s. u. Achat, EWD s. u. Achat, DW2 1, 1349, Duden s. u. Achat, EWAhd 1, 87, Duden s. u. Achat; Son.: vgl. nndl. agaat, Sb., Achat; frz. agate, F., Achat; nschw. agat, Sb., Achat; nnorw. agat, Sb., Achat; poln. agat. M., Achat; kymr. agat, M., Achat; nir. agáit, F., Achat; lit. agatas, M., Achat; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen gebänderten Chalzedon oder Halbedelstein verschiedener Färbung; BM.: ?; F.: Achat, Achates, Achats, Achate, Achaten+FW(+EW); Z.: Achat
Ache, Ach, nhd. (dial.), F., (8. Jh.): nhd. Ache, Bach, Wasserlauf; ne. watercourse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ahe, st. F., Fluss, Wasser; mnd. ā, F., Wasser; ahd. aha (3), st. F. (ō), Ache, Fluss, Wasser, Flut, Strom, Bach; as. aha, ā*, st. F. (ō), Wasser, Fluss; anfrk. -; germ. *ahwō, *ahwjō, st. F. (ō), Wasser; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ach, DW 1, 162, DW2 1, 1349, EWAhd 1, 99, Duden s. u. Ache, Falk/Torp 9, Schmeller 1, 21, Fischer 1, 88, Schweiz. Id. 1, 63; Son.: vgl. afries. ā, ē, st. F. (ō), Wasser, Fluss; ae. éa (1), F. (kons.), Wasser, Fluss; an. ā (1), st. F. (ō), Fluss; got. aƕa, st. F. (ō), Fluss, Gewässer; vgl. lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches fließendes Gewässer; BM.: Wasser; F.: Ache, Achen+EW; Z.: Ach-e
Achel, nhd. (ält.), F., (10./11. Jh.): nhd. Achel, Granne, Abfall von Flachs und Hanf, Ähre?; ne. awn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10/11. Jh. (Glosse); E.: nd. agel, agel, F., Achel, Granne; unsicher ahd. ahil, st. M. (a)?, Ähre, Achel; germ. *agilō, st. F. (ō): nhd. Granne; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Achel, Kluge s. u. Achel, DW 1, 162, DW2 1, 1350, EWAhd 1, 105; Son.: vgl. afries. -; ae. ėgl, ėgle, st. F. (ō), Achel, Stäubchen, Granne; an. -; got. -; lat. aculeus, M., Spitze, Sporn; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und vielleicht mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entwicklung des Ackerbaus möglichen Abfall von Flachs und Hanf; BM.: spitz; F.: Achel, Acheln+EW; Z.: Ach-el
acheln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. acheln, essen; ne. eat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1509; I.: Lw. rotw. acheln; E.: s. rotw. acheln, V., essen; wjidd. achlen, V., essen; hebr. ākhál, V., essen; GB.: seit nach 1509 belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar aus dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung tierischen Lebens mögliches Nahrung zu sich nehmen; BM.: essen?; L.: Kluge s. u. acheln, DW 1, 162, DW2 1, 1350, Duden s. u. acheln; F.: acheln, achle, achel (!), achelst, achelt, achele, acheltest, acheltet, achelten, geachelt, ##geachelt, geachelte, geacheltes, geacheltem, geachelten, geachelter##, achelnd, ###achelnd, achelnde, achelndes, achelndem, achelnden, achelnder###, achel (!)+FW; Z.: achel-n
Achillesferse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Achillesferse, Schwachstelle; ne. Achille’s heel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1819; I.: z. T. Lw.; E.: Vorderglied von dem PN Achilles; gr. Ἀχιλλεύς (Achilleús), M.=PN, Achilleus, Achilles; weitere Herkunft unklar; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Ferse; L.: Kluge s. u. Achillesferse, DW2 1, 1351, Duden s. u. Achillesferse; Son.: vgl. nndl. achilleshiel, Sb., Achillesferse; frz. talon d’Achille, M., Achillesferse; nschw. akilleshäl, Sb., Achillesferse; nnorw. akilleshæl, M., Achillesferse; poln. pieta achillesowa, F., Achillesferse; GB.: seit 1819 belegte und aus Achilles und Ferse gebildete sowie teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine besonders schwache Stelle eines Menschen; BM.: nach der einzig verwundbaren Stelle des antiken vielleicht mit dem Jahre 1182 v. Chr. verbindbaren griechischen Sagenhelden Achilles; F.: Achillesferse, Achillesfersen+FW+EW; Z.: Achilles—fers-e
Achse, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Achse, Mittellinie; ne. axis, pivot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (Glosse); E.: mhd. ahse, st. F., Achse; mnd. asse, F., Achse; mnl. asse, F., Achse; ahd. ahsa, st. F. (ō), Achse; as. ahsa, st. F. (ō), Achse; anfrk. -; wgerm. *ahsō, st. F. (ō), Achse; idg. *ag̑es-, *ak̑s-, Sb., Drehpunkt, Achse, Achsel, Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Achse, Kluge s. u. Achse, EWD s. u. Achse, DW 1, 163, DW2 1, 1352, EWAhd 1, 113, Pokorny 6, Duden s. u. Achse, Falk/Torp 8, Bluhme s. u. Achse; Son.: vgl. afries. -; ae. eax, st. F. (ō), Achse; got. ahsa, st. F. (ō), Achse, Achsel, a-Rune; an. ǫxull, st. M. (a), Achse; nndl. as, Sb., Achse; ai. ákṩaḥ, Sb., Achse; myk. a-ko-so-ne, Sb., Achse; gr. ἄξων (áxōn), M., Achse, Wagenachse; lat. axis, M., Achse, Radachse; nir. ais, F., Achse; lit. ašìs, F., Achse; ksl. osъ, F., Achse; poln. oś, F., Achse; GB.: seit um 800 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Aufhängevorrichtung und den Drehpunkt des vielleicht für ein von Menschen an verschiedenen Orten um 4000 v. Chr. entwickelten und verwendeten Rades eines Fahrzeugs; BM.: treiben?; F.: Achse, Achsen+EW; Z.: Ach-s-e
Achsel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Achsel, Schulter; ne. armpit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. ahsele, achsel, ahsel, st. F., sw. F., Achsel, Schulter; mnd. assel, F., Achsel; mnl. assel, F., Achsel; ahd. ahsala, ahsla, st. F. (ō), sw. F. (n), Achsel, Schulter; as. ahsla*, st. F. (ō), sw. F. (n), Achsel; germ. *ahslō, st. F. (ō), Achsel; vgl. idg. *ag̑es-, *ak̑s-, Sb., Drehpunkt, Achse, Achsel, Pokorny 6; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, h₂ag̑-, h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4; L.: Kluge 1. A. s. u. Achsel, Kluge s. u. Achsel, EWD s. u. Achsel, DW 1, 163, DW2 1, 1356, EWAhd 1, 114, Duden s. u. Achsel, Falk/Torp 8; Son.: vgl. afries. axle, axele, st. F. (ō), Achsel; ae. eaxl, st. F. (ō), Achsel, Schulter; an. ǫxl, st. F. (ō), Achsel; got. -; nschw. axel, Sb., Achsel; nnorw. aksel, M., Achsel; lat. āla, F., Flügel, Achsel; lat. axilla, F., Achselhöhle, Achsel; ? nir. ascaill, F., Achsel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Höhlung unterhalb des Schultergelenks des Menschen und anderer Primaten; BM.: treiben?; F.: Achsel, Achseln+EW; Z.: Ach-s-el
acht, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. acht; ne. eight; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. aht, ahte, ehte, athe, Num. Kard., acht; mnd. acht, Num. Kard., acht; mnl. acht, achte, Num. Kard., acht; ahd. ahto, Num. Kard., acht; ahto, Num. Kard., acht; anfrk. -; germ. *ahtau, Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. acht, Kluge s. u. acht, EWD s. u. acht, DW 1, 164, DW2 1 1365, EWAhd 1, 121, Pokorny 775, Duden s. u. acht, Falk/Torp 8, Bluhme s. u. acht 1; Son.: vgl. afries. achta (1), Num. Kard., acht; ae. eahta, Num. Kard., acht; an. ātta (1), Num. Kard., acht; got. ahtau, athe, Num. Kard., acht; nndl. acht, Num. Kard., acht; nschw. otta, Num. Kard., acht; nnorw. åtte, Num. Kard., acht; vgl. ai. aṣṭā́, Num. Kard., acht; av. ašta, Num. Kard., acht; arm. utʿ, Num. Kard., acht; gr. ὀκτώ (oktō), Num. Kard., acht; lat. octō, Num. Kard., acht; air. ocht, Num. Kard., acht; kymr. wyth, Num. Kard., acht; lit. aštuo-nì, Num. Kard., acht; ksl. osmъ, Num. Kard., acht; poln. osiem, Num. Kard., acht; toch. B okt, Num. Kard., acht; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung der sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und des Zählens möglichen Grundzahl zwischen sieben und neun; BM.: ?; F.: acht, achte, achtes, achtem, achten, achter (!)+EW; Z.: acht
Acht (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Acht (F.) (1), Ächtung, Friedlosigkeit, Ächtung, Verfolgung, Bedrängnis, Nachstellung; ne. ostracism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. āhte (1), æhte, st. F., Acht (F.) (1), Androhung der Acht, Recht zur Ächtung, Verfolgung, Bann; mnd. achte, F., Acht (F.) (1), Verfestung des Königs, Ächtung; mnl. achte, F., Acht (F.) (1), Ächtung; ahd. āhta, st. F. (ō), Acht (F.) (1), Verfolgung; as. -; anfrk. -; germ. *anhtō, st. F. (ō), Verfolgung; weitere Etymologie ungeklärt, vielleicht von idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Acht, Kluge s. u. Acht 1, EWD s. u. Acht 1, DW 1, 166, DW2 1, 1366, EWAhd 1, 118, Duden s. u. Acht, Bluhme s. u. Acht 2; Son.: vgl. afries. achte, acht, F., Gericht (N.) (1), Gerichtshof, Urteilsvorschlag; ae. ōht (1), st. F. (ō), Verfolgung, Bedrängnis; an. -; got. -; vgl. vielleicht air. écht, Sb., Mord, Totschlag, Erschlagener; heth. henkan, Sb., Seuche, Tod; air. áicen, Sb., Zwang, Notwendigkeit; gr. ἀνάγκη (anánkē), F., Einengung, Zwang, Nötigung; lat. necesse, Adj., unausweichlich, unumgänglich, notwendig; das abgeleitete Verb von Acht ist ächten; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Etymologie ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Verfolgung eines Einzelnen durch eine Gemeinschaft oder die Bedrängnis oder die Nachstellung; BM.: sehen?; F.: Acht+EW; Z.: Ach-t
Acht (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Acht (F.) (2), Beachtung, Aufmerksamkeit, Obacht, Überwachung, Wertschätzung, Ansehen; ne. regard (N.), attention; Vw.: -; Hw.: s. Achtung, achten; Q.: um 800 (Glosse); E.: mhd. ahte, st. F., Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Zustand, Beschaffenheit, Aussehen, Acht (F.) (2), Achtung; mnd. acht, F., Acht (F.) (2), Aufmerksamkeit, Sorgfalt; mnl. achte, F., Aufmerksamkeit, Überlegung; ahd. ahta, st. F. (ō), Acht (F.) (2), Fürsorge, Nachdenken; as. -; anfrk. -; wgerm. *ahtō, st. F. (ō), Beachtung, Aufmerksamkeit; vgl. idg. *ok-?, V., überlegen (V.), meinen, denken, Pokorny 774? (1329/9) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Acht 2, EWD s. u. Acht 2, DW 1, 166, DW2 1, 1370, EWAhd 1, 116, Duden s. u. Acht, Falk/Torp 8, Bluhme s. u. Acht 3; Son.: vgl. afries. achte, acht, F., Gerichtshof, Urteilsvorschlag; ae. eaht, st. F. (ō), Rat, Beratung, Überlegung, Achtung; an. -; got. -; nschw. akt, Sb., Acht (F.) (2), Achtung; nnorw. akt, M., Acht (F.) (2), Achtung; das abgeleitete Verb von Acht ist achten; GB.: seit um 800 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen vielleicht teilweise verbindbare inzwischen veraltete Bezeichnung für eine Überwachung oder Wertschätzung oder ein Ansehen vor allem von Menschen; BM.: denken?; F.: Acht+EW; Z.: Ach-t
$achtbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. achtbar, achtenswert, anerkennenswert; E.: s. Acht, s. bar; L.: DW 1, 167, EWD s. u. Acht 2; GB.: seit 1135 belegte und aus acht(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches achtenswert oder schätzenswert oder angesehen oder anerkennenswert; F.: achtbar, achtbare, achtbares, achtbarem, achtbaren, achtbarer(, achtbarere, achtbareres, achtbarerem, achtbareren, achtbarerer, achtbarst, achtbarste, achtbarstes, achtbarstem, achtbarsten, achtbarster)+EW; Z.: ach-t—bar
$Achtel, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Achtel, achter Teil; Q.: Ende 12. Jh.?; E.: s. acht, s. el; L.: EWD s. u. acht, DW 1, 167, EWD s. u. Achtel; GB.: vielleicht seit Ende 12. Jh. belegte und aus acht und el (Suff.) oder Teil gebildete Bezeichnung für sachlich einen seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache sowie des Zählens möglichen achten Teil eines Ganzen; F.: Achtel, Achtels, Achteln+EW; Z.: Acht-el
achten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. achten, aufpassen, denken, glauben, meinen; ne. regard (V.), respect (V.), esteem (V.), take (V.) care; Vw.: -; Hw.: s. Acht (2), Achtung; Q.: um 800 (Glosse); E.: mhd. ahten, sw. V., achten, begutachten, meinen, darauf achten, merken auf, beachten, erwägen, nachdenken; mnd. achten, echten, sw. V., erachten, glauben, rechnen; ahd. ahtōn, sw. V. (2), achten, nachdenken, überlegen (V.), bedenken; as. ahton, ahtoian*, sw. V. (2), achten auf, glauben, erwägen; as. ahtian*, sw. V. (1a), glauben, für etwas halten, achten; germ. *ah-, V., glauben, meinen, denken; idg. ok-?, V., überlegen (V.), meinen, denken, Pokorny 774? (1329/9) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. achten, Acht 2, EWD s. u. Acht 2, DW 1, 167, DW2 1, 1384, EWAhd 1, 124, Duden s. u. achten; Son.: vgl. afries. achtia, sw. V. (2), sich beraten (V.), taxieren, schätzen; ae. -; an. -; got. ahjan, sw. V. (1), meinen; nndl. achten, V., achten, betrachten; nschw. akta på, V., achten auf; nnorw. akte, V., achten; GB.: seit um 800 belegte und aus Acht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches aufpassen oder denken oder meinen oder glauben oder beabsichtigen; BM.: überlegen?; F.: achten, achte (!), achtest, achtet, achtete, achtetest, achteten, achtetet, geachtet, ##geachtet, geachtete, geachtetes, geachtetem, geachteten, geachteter##, achtend, ###achtend, achtende, achtendes, achtendem, achtenden, achtender###, acht (!)+EW; Z.: ach-t-en
ächten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ächten, für gesetzlos erklären, verurteilen, ausschließen, verfolgen, nachstellen, angreifen; ne. outlaw (V.), persecute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. āhten, æhten, sw. V., verfolgen, ächten, in die Acht erklären; mnd. achten (1), sw. V., verfolgen, ächten, strafen, tadeln; ahd. āhten, sw. V. (1a), „ächten“, verfolgen; as. āhtian, sw. V. (1a), ächten, verfolgen, nachstellen; anfrk. āhten*, ēhten*, āhton*, sw. V. (1), verfolgen; germ. *anhtjan, sw. V., verfolgen; vielleicht von idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Acht 1, EWD s. u. Acht 1, DW 1, 169, DW2 1, 1390, EWAhd 1, 120, Duden s. u. ächten; Son.: vgl. afries. -; ae. œ̄htan, ēhtan, sw. V. (1), angreifen, verfolgen, plagen; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus einer Gemeinschaft ausschließen oder verfolgen oder nachstellen oder angreifen oder bedrängen oder vertreiben oder schädigen; BM.: sehen?; F.: ächten, ächte, ächtest, ächtet, ächtete, ächtetest, ächteten, ächtetet, geächtet, ##geächtet, geächtete, geächtetes, geächtetem, geächteten, geächteter##, ächtend, ###ächtend, ächtende, ächtendes, ächtendem, ächtenden, ächtender###, ächt (!)+EW; Z.: äch-t-en
achter, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. achter, hinter; ne. behind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Heliand); E.: mhd. -; mnd. achter, Präp., hinter, längs, durch, hin, nach; as. aftar, Adv., Präp., darnach, hinterdrein, nach, durch, hinten; germ. *after, *afteri, Adv., Präp., hinter; germ. *aftra, *aftri, Adv., zurück; idg. *apotero-, Adv., weiter weg, Pokorny 53; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53(94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. achter, EWD s. u. achter, DW 1, 167, DW2 1, 1391, Duden s. u. achter; Son.: nhd. seit 1794; vgl. mnl. achter, Adv., achter, hinter; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches hinter oder dahinterliegend; BM.: weg; F.: achter+EW; Z.: ach-t-er
$achteraus, nhd., Adv., (19. Jh.?): nhd. achteraus, nach hinten; E.: s. achter, s. aus; L.: EWD s. u. achter, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1886 belegte und aus achter und aus gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Schiffen mögliches nach hinten oder auf das Achterdeck; F.: achteraus+EW; Z.: ach-t-er—aus
$Achterdeck, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Achterdeck; E.: s. achter, s. Deck; L.: EWD s. u. achter, fehlt DW; GB.: seit 1860 belegte und aus achter und Deck gebildete Bezeichnung für das sachlich seit dem von Menschen entwickelten und verwendeten Schiffsbau mögliche hintere Deck eines Schiffes; F.: Achterdeck Achterdeckes, Achterdecks, Achterdecke, Achterdecken+EW; Z.: Ach-t-er-deck
$achtern, nhd., sw. V., (?): nhd. achtern; E.: s. achter; L.: EWD s. u. achter, fehlt DW; GB.: ?; F.: achtern, achtere (!), achter (!), achterst, achtert, achterte, achtertest, achterten, achtertet, geachtert, geachterte, geachtertes, geachtertem, geachterten, geachterter, achternd, achterndes, achterndem, achternden, achternder+EW; Z.: ach-t-er-n
$Achterschiff, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Achterschiff; E.: s. achter, s. Schiff; L.: EWD s. u. achter, fehlt DW; GB.: seit 1673 belegte und aus achter und Schiff gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Schiffen möglichen hinteren Teil des Schiffes; F.: Achterschiff, Achterschiffes, Achterschiffs, Achterschiffe, Achterschiffen+EW; Z.: Ach-t-er—schiff
$achtsam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. achtsam, behutsam, vorsichtig, sorgfältig; Vw.: s. un-; E.: s. Acht, s. sam; L.: EWD s. u. Acht 2, DW 1, 170; GB.: seit vor 1541 belegte und aus Acht und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches behutsam oder vorsichtig oder sorgfältig; F.: achtsam, achtsame, achtsames, achtsamem, achtsamen, achtsamer(, achtsamere, achtsameres, achtsamerem, achtsameren, achtsamerer, achtsamst, achtsamste, achtsamstes, achtsamstem, achtsamsten, achtsamster)+EW; Z.: ach-t—sam
Achtung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Achtung, Beachtung, Ehrfurcht; ne. attention, regard (N.); Vw.: -; Hw.: s. Acht (2); Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ahtunge, st. F., Achtung, Urteil, Beurteilung, Einschätzung, Achten, Beachten; mnd. achtinge, F., Achtung, Aufmerksamkeit, Beobachtung; mnl. achtinge, F., Achtung; ahd. ahtunga, st. F. (ō), Achtung“, Meinung, Nachdenken, Ansicht; as. -; anfrk. -; s. nhd. Acht (2), s. acht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Achtung, EWD s. u. Acht 2, DW 1, 171, DW2 1, 1408, EWAhd 1, 128, Duden s. u. Achtung; Son.: vgl. nschw. aktning, Sb., Achtung; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus acht(en) und ung gebildete Bezeichnung für Überlegung oder Betrachtung oder Aufmerksamkeit oder Wertschätzung oder Ehrfurcht; BM.: denken?; F.: Achtung+EW; Z.: Ach-t-ung
$Ächtung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ächtung, Verfolgung, Nachstellung; E.: s. ächt(en), s. ung; L.: EWD s. u. Acht 1, fehlt DW; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ächt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verfolgung oder Nachstellung; F.: Ächtung, Ächtungen+EW; Z.: Äch-t-ung
$achtzehn, nhd., Num. Kard., (9. Jh.): nhd. achtzehn; E.: s. acht, s. zehn; L.: EWD s. u. achtzehn, DW 1, 172 (achtzehen); GB.: seit um 805 belegte und aus acht und zehn gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Grundzahl zwischen siebzehn und neunzehn; F.: acht—zehn
$achtzig, nhd., Num. Kard., (9. Jh.): nhd. achtzig; E.: s. acht, s. zig; L.: EWD s. u. acht, DW 1, 172; GB.: seit um 805 belegte und aus acht und zig gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Grundzahl zwischen neunundsiebzig und einundachtzig; F.: achtzig; F.: acht—zig
ächzen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. ächzen, ach sagen, seufzen, stöhnen; ne. groan (V.), grunt (V.); Vw.: -; Hw.: s. ach (1); Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: mhd. achezen*, achzen, echzen, sw. V., sagen, ächzen, wehklagen; E.: s. ach (1); L.: Kluge 1. A. s. u. ächzen, Kluge s. u. ächzen, EWD s. u. ach, DW 1, 172, DW2 1, 1416, Duden s. u. ächzen, Bluhme s. u. aechzen; GB.: seit 1281-1287 belegte und aus ach und z sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schmerzende Laute von sich geben oder seufzen oder stöhnen; BM.: bedauernde Interjektion ausrufen; F.: ächzen, ächze, ächzt, ächzest, ächzet, ächzte, ächztest, ächzten, ächztet, geächzt, ##geächzt, geächzte, geächztes, geächztem, geächzten, geächzter##, ächzend, ###ächzend, ächzende, ächzendes, ächzendem, ächzenden, ächzender###, ächz (!)+EW; Z.: ä-ch-z-en
Acker, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Acker, Feld; ne. field (N.), acre; Vw.: -; Hw.: s. agrar..., zackern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. acker, st. M., N., Acker, Ackerland, Ackerfeld, Boden, Feld; mnd. acker, M., N., Acker; mnl. acker, M., Acker; ahd. akkar*, ackar, st. M. (a), Acker, Feld, Landstück; as. akkar, st. M. (a), Acker, Feld; anfrk. -; germ. *akra-, *akraz, st. M. (a), Acker; s. idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Acker, Kluge s. u. Acker, EWD s. u. Acker, DW 1, 172, DW2 1, 1417, EWAhd 1, 40, Pokorny 6, Duden s. u. Acker, Falk/Torp 7, Seebold 74, Bluhme s. u. Acker; Son.: vgl. afries. ekker, st. M. (a), Acker, Feld, ein Landmaß; ae. æcer, st. M. (a), Acker, Feld, ein Landmaß; an. akr, st. M. (a), Acker, Korn, Ackerfrucht; got. akrs, st. M. (a), Acker; nndl. akker, Sb., Acker; nschw. åker, Sb., Acker; nisl. akur, M., Acker; ai. ájraḥ, Sb., Fläche, Flur, Ebene; gr. ἀγρός (agrós), M., Acker, Feld, Land; lat. ager, M., Acker, Feld, Flur (F.); kymr. acer, F., Acker; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit des Menschen vor rund 10000 Jahren in der Landwirtschaft mögliches bearbeitetes Stück Land oder Feld; BM.: bewegen; F.: Acker, Ackers, Äcker, Äckern+EW; Z.: Ack-er
$Ackerbau, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ackerbau; E.: s. Acker, s. Bau; L.: EWD s. u. Acker, DW 1, 173; GB.: seit 1414 belegte und aus Acker und Bau gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit des Menschen vor rund 10000 Jahren in der Landwirtschaft möglichen Feldbau oder eine Bebauung eines Ackers; F.: Ackerbau, Ackerbaues, Ackerbaus, Ackerbaue, Ackerbauen+EW; Z.: Ack-er—bau
$Ackergauchheil, nhd., M., (?): nhd. Ackergauchheil; E.: s. Acker, s. Gauchheil; L.: Kluge s. u. Gauchheil, fehlt DW; F.: Ackergauchheil, Ackergauchheils, Ackergauchheiles, Ackergauchheile, Ackergauchheilen (!)+EW; Z.: Ack-er—gau-ch-hei-l
$Ackermännchen, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Ackermännchen, Bachstelze; E.: s. Acker, s. Männchen; L.: Kluge s. u. Ackermännchen, DW 1, 174; GB.: seit 1517 belegte und aus Acker und Männchen gebildete Bezeichnung für einen kleinen Vogel und einen sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit des Menschen vor rund 10000 Jahren in der Landwirtschaft möglichen Bauern oder Landmann oder Pflüger; F.: Ackermännchen, Ackermännchens+EW; Z.: Ack-er—män-n-chen
$ackern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ackern, pflügen, äckern, Acker bearbeiten; E.: s. Acker, s. n; L.: EWD s. u. Acker, DW 1, 174, DW2 1, 1435; GB.: seit um 1325 belegte und aus Acker und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit des Menschen vor rund 10000 Jahren in der Landwirtschaft mögliches pflügen oder äckern oder Acker bearbeiten; F.: ackern, ackere, acker (!), ackerst, ackert, ackerte, ackertest, ackerten, ackertet, geackert, geackerte, geackertes, geackertem, geackerten, geackerter, ackernd, ackerndes, ackerndem, ackernden, ackernder+EW; Z.: ack-er-n
Acryl, Akryl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Acryl, Akryl, eine Chemiefaser; ne. acrylic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ācer, Adj., scharf, schneidend, stechend, beißend, eifrig, hart, wild, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: fehlt DW, Duden s. u. Acryl; Son.: vgl. nndl. acryl, Sb., Acryl; frz. acryl, M., Acryl; nschw. akryl, Sb., Acryl; nnorw. akryl, M., N., Akryl; kymr. acrylig, M., Acryl; poln. akryl, M., Acryl; lit. akrilas, M., Acryl; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und teilweise ohne bekannte Etymologie bestehende Bezeichnung für eine von Menschen zu einer Herstellung von Textilien verwendete Chemiefaser aus hochmolekularen Stoffen und für eine Acrylharzdispersion (Acrylfarbe) und für ein Glas mit der Acrylgruppe CH2=CH-COR; BM.: sauer, Grundstoff; F.: Acryl, Acryls, Akryl, Akryls+FW; Z.: Ak-r-yl
Actinium, Aktinium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Actinium, ein Metall; ne. actinium; Vw.: s. Prot-; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀκτίς (aktís), F., Strahl, Licht; Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Actinium; Son.: vgl. nndl. actinium, Sb., Actinium; frz. actinium, M., Actinium; nschw. aktinium, N., Actinium; nnorw. actinium, N., Actinium; kymr. actiniwm, M., Actinium; nir. achtainiam, M., Actinium; poln. aktyn, M., Actinium; lit. aktinis, M., Actinium; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschliches 1899 entdecktes radioaktives und als Actinium-227 hauptsächlich durch Bestrahlung von Radium-226 mit Neutronen in Kernreaktoren hergestelltes Metall (chemisches Element Nr. 89, abgekürzt Ac); BM.: Strahl; F.: Actinium, Actiniums, Aktinium, Aktiniums+FW; Z.: Act-in-i-um
ad, nhd., Präp., (18. Jh.): nhd. ad, zu, betreffend; ne. ad, at, concerning (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1784; I.: Lw. lat. ad; E.: s. lat. ad, Präp., zu, bei, an, (um 450 v. Chr.); idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. ad-, fehlt DW, DW2 1, 1444, Duden s. u. ad; GB.: vielleicht seit 1784 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verbindung oder eine Beziehung; BM.: zu bzw. bei; F.: ad+FW; Z.: ad
adagio, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. adagio, langsam, gemächlich; ne. slow (Adj.), adagio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619; E.: s. it. adagio, Adj., langsam; lat. adiacēns, Adj., anliegend, bei etwas liegend; vgl. lat. adiacēre, V., bei etwas liegen, bevorstehen, neben etwas liegen; lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. iacēre, V., liegen, ruhen, daliegen, schlafen; lat. icere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. adagio, fehlt DW, EWD s. u. adagio, fehlt DW, DW2 1, 1445, Duden s. u. adagio; Son.: vgl. nndl. adagio, Adj., adagio, langsam; frz. adagio, Adj., adagio, langsam; nschw. adagio, Adj., adagio, langsam; nnorw. adagio, Adj., adagio, langsam; poln. adagio, Adj., adagio, langsam; kymr. adagio, Adj., adagio; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches langsam oder gemächlich; BM.: werfen; F.: adagio+FW; Z.: ad-a-g-io
$Adagio, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Adagio; Q.: 1739; E.: s. adagio; L.: fehlt DW, EWD s. u. adagio; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches Stück in langsamer oder gemächlicher Vortragsweise; F.: Adagio, Adagios+FW; Z.: Ad-a-g-io
Adam, nhd., M.=PN, (12. Jh.?): nhd. Adam, erster Mensch; ne. Adam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1130/1140 (Die Bücher Mosis); I.: Lw. lat. Adam; E.: s. lat. Adam, M.=PN, Adam; aus dem Hebräischen, Mensch, vielleicht von hebr. adamah, Sb., Erde; L.: Kluge s. u. Adam, DW 1, 175, DW2 1, 1446, Duden s. u. Adam; GB.: vielleicht seit um 1135 belegte und über das Lateinische und Griechische des Altertums aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für den nach der Bibel des Judentums und Christentums angeblich von Gott aus Erde geschaffenen ersten Menschen; BM.: Erde?; F.: Adam+FW; Z.: Adam
$Adamsapfel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Adamsapfel; E.: s. Adam, s. s, s. Apfel; L.: Kluge s. u. Adamsapfel, DW 1, 176; GB.: seit um 1349 belegte und aus Adam und s sowie Apfel gebildete Bezeichnung für den seit Entstehung des Menschen möglichen und hauptsächlich bei Männern an dem Hals sichtbaren Kehlkopf oder Schildknorpel; F.: Adamsapfel, Adamsapfels, Adamsäpfel, Adamsäpfeln+FW+EW; Z.: Adam-s—apfel
$Adapter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Adapter; s. ne. adapter; L.: Kluge s. u. adaptieren, fehlt DW; GB.: seit 1904 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Vorrichtung zu der Verbindung von meist elektronischen Systemen durch Stecken oder Verschrauben; F.: Adapter, Adapters, Adaptern+FW; Z.: Ad-ap-t-er
adaptieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. adaptieren, anpassen, herrichten; ne. adapt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1728; I.: Lw. lat. adaptāre; E.: s. lat. adaptāre, V., gehörig anpassen, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. aptāre, V., anpassen, anfügen, passen machen, instandsetzen; lat. apiere, apere, V., anpassen; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. adaptieren, fehlt DW, DW2 1, 1452, Duden s. u. adaptieren; Son.: vgl. nndl. adapteren, V., adaptieren; frz. adapter, V., anpassen; nschw. adaptera, V., adaptieren; poln. adaptować, V., adaptieren, bearbeiten; GB.: seit 1728 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches anpassen oder später auch für einen bestimmten Zweck herrichten; BM.: anpassen; F.: adaptieren, adaptiere, adaptierst, adaptiert, adaptierest, adaptieret, adaptierte, adaptiertest, adaptierten, adaptiertet, ##adaptiert, adaptierte, adaptiertes, adaptiertem, adaptierten, adaptierter##, adaptierend, ###adaptierend, adaptierende, adaptierendes, adaptierendem, adaptierenden, adaptierender###, adaptier(!)+FW(+EW?); Z.: ad-ap-t-ier-en
$Adaptierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Adaptierung, Anpassung, Herrichtung, Ergänzung; E.: s. adaptier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. adaptieren, fehlt DW; GB.: seit 1715 belegte und aus adaptier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Anpassung oder Herrichtung oder Ergänzung; F.: Adaptierung, Adaptierungen+FW; Z.: Ad-ap-t-ier-ung
Adaption, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Adaption, Anpassung, Herrichtung, Ergänzung; ne. adaption; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1853?; I.: Lw.; E.: s. mlat. adaptātio, F., Anpassung, Applikation, Vergleich, Anwendung, Auffassung, Übereinstimmung; vgl. lat. adaptāre, V., gehörig anpassen, anhängen, befestigen, (um 75-um 150 n. Chr.); lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. aptāre, V., anpassen, anfügen, passen machen, instandsetzen; lat. apiere, apere, V., anpassen; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. adaptieren, fehlt DW, Duden s. u. Adaption; Son.: vgl. nschw. adaptation, F., Adaption; nnorw. adapsjon, M., Adaption; GB.: vielleicht seit 1853 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und mit lat. adapta(re) verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Anpassung oder Herrichtung oder Ergänzung; BM.: anpassen; F.: Adaption, Adaptionen+FW(+EW?); Z.: Ad-ap-t-io-n
adäquat, nhd., (Part. Prät,=)Adj., (17. Jh.): nhd. adäquat, angemessen, entsprechend, gleichwertig; ne. suitable, adequate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1684; I.: Lw. lat. adaequātus; E.: s. lat. adaequātus, (Part. Prät.=)Adj., gleichgemacht, gleichgestellt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. adaequāre, V., gleichmachen, gleichstellen, vergleichen; lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2), waagrecht; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: Kluge s. u. adäquat, EWD s. u. adäquat, fehlt DW, DW2 1, 1453, adäquat; Son.: vgl. nndl. adequaat, Adj., adäquat, angemessen; frz. adéquat, Adj., adäquat, angemessen; nnorw. adekvat, Adj., adäquat, angemessen; poln. adekwatny, Adj., adäquat, angemessen; lit. adekvatus, Adj., adäquat; GB.: seit 1684 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich aus der Sicht des Menschen angemessen oder entsprechend oder gleichwertig; BM.: gleich Gemachtes?; F.: adäquat, adäquate, adäquates, adäquatem, adäquaten, adäquater(, adäquatere, adäquateres, adäquaterem, adäquateren, adäquaterer, adäquateste, adäquatestes, adäquatestem, adäquatesten, adäquatester)+FW(+EW); Z.: ad-äqu-at
$Addendum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Addendum, Hinzuzufügendes, Zusatz, Nachtrag; E.: s. lat. adde(re), s. addendu(s), s. m (Suff.); L.: Kluge s. u. addieren, fehlt DW; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hinzuzufügendes oder Zusatz oder Nachtrag; F.: Addendum, Addendums, Addenda+FW; Z.: Ad-de-nd-um
addieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. addieren, zusammenrechnen, hinzufügen; ne. add, sum (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1445; I.: Lw. lat. addere; E.: s. lat. addere, V., beitun, beigeben, hinzufügen, vermehren, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. addieren, fehlt DW, EWD s. u. addieren, DW2 1, 1454; Son.: s. mnd. tōhōpeaddēren, sw. V., zusammenzählen, zusammenrechnen; vgl. nschw. addera, V., addieren; nnorw. addere, V., addieren; kymr. adio, V., addieren, hinzufügen; GB.: seit um 1445 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches etwas hinzutun oder hinzufügen oder zusammenrechnen oder zusammenfügen; BM.: zu, geben; F.: addieren, addiere, addierst, addiert, addierest, addieret, addierte, addiertest, addierten, addiertet, ##addiert, addierte, addiertes, addiertem, addierten, addierter##, addierend, addierend, ###addierende, addierendes, addierendem, addierenden, addierender###, addier (!)+FW(+EW); Z.: ad-d-ier-en
$addio, nhd., Interj., (19. Jh.?): nhd. addio; E.: s. it. addio; L.: Kluge s. u. addio; GB.: seit 1677 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Christentum möglichen Abschiedsgruß aus lat. ad und deum (zu Gott); F.: addio+FW; Z.: add-io
Addition, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Addition, Zusammenrechnung, Hinzufügung; ne. addition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. lat. additio; E.: s. lat. additio, F., Hinzufügen, Hinzufügung, Vermehrung, Beisetzen, Zusatz, Hinzugefügtes, (116-27 v. Chr.); lat. addere, V., beitun, beigeben, hinzufügen, vermehren; vgl. lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. addieren, EWD s. u. addieren, fehlt DW, Duden s. u. Addition; Son.: vgl. nndl. additie, Sb., Addition; frz. addition, F., Addition, Rechnung; nschw. addition, Sb., Addition; nnorw. addisjon, M., Addition; GB.: seit um 1445 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Zusammenrechnung oder Hinzufügung; BM.: zu, geben; F.: Addition, Additionen+FW(+EW); Z.: Ad-d-it-io-n
Additiv, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Additiv, Zusatz; ne. additive (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. additiv (1803), s. lat. additīvus, Adj., hinzufügbar; lat. addere, V., beitun, beigeben, hinzufügen, vermehren; vgl. lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. addieren, fehlt DW, Duden s. u. Additiv; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zusatz zwecks erwünschter Veränderung einer Gegebenheit; BM.: zu, geben; F.: Additiv, Additivs, Additive, Additiven+FW(+EW?); Z.: Ad-d-it-iv
ade, nhd., Interj., (13. Jh.?): nhd. ade, adieu; ne. goodbye; Vw.: -; Hw.: s. adieu; Q.: 13. Jh? oder 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mhd. adē, Interj., adieu, ade; mnd. adē, Interj., adieu, ade; afrz. adieu, Interj., adieu, ade; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. deus, M., Gott, Gottheit; idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. adieu, EWD s. u. ade, DW 1, 176, DW2 1, 1457, Duden s. u. addieren; GB.: vielleicht seit dem 13. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und des Christentums möglichen Abschiedsgruß aus lat. ad und de(um) (zu Gott); BM.: Empfehlung an Gott; F.: ade+FW; Z.: a-de
...ade, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...ade; ne. ...ade; Vw.: s. Ark-, Balustr-, Barrik-, Baston-, Brig-, Dek-, Eskap-, Estr-, Fass-, Kanon-, Kask-, Kavalk-, Kolonn-, Limon-, Marin-, Marmel-, Masker-, Palis-, Pan-, Pom-, Promen-, Remoul-, Roch-, Roul-, Schar-, Seren-, Tir-, Tri-; Hw.: s. …iade; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ātus; E.: s. lat. ...ātus, Suff., ...ade; von einem -to-Suffix; L.: Kluge s. u. ...ade; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie In Zusammensetzungen als Endung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ade, …aden+FW(+EW); Z.: -ad-e
Adebar, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Adebar, Storch; ne. stork; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1100? (Glosse); E.: mhd. ödber, sw. M., Adebar, Storch; mnd. ādebār, M., „Adebar“, Storch; ahd. ōtibero, ōtiboro*, ōtifaro*, sw. M. (n): nhd. Storch, Adebar; as. odoboro, sw. M., Sumpfgänger, Adebar, Storch; anfrk. -; weitere Herkunft unklar; das Hinterglied vielleicht von germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder zu germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt; GB.: seit um 1100 (?) belegte und vielleicht teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen größeren schwarz und weiß gefiederten Stelzvogel mit langem Hals und sehr langem rotem Schnabel und langen roten Beinen; BM.: tragen?; L.: Kluge s. u. Adebar, EWD s. u. Adebar, fehlt DW, DW2 1, 1457, Duden s. u. Adebar; Son.: vgl. mnl. odevare, Sb., Adebar, Storch; F.: Adebar, Adebars, Adebare+EW; Z.: Ade-bar
Adel (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Adel (M.) (1), vornehmes Geschlecht; ne. nobility; Vw.: -; Hw.: s. edel; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. adel, st. N., st. M., Adel (M.) (1), Geschlecht, Adelsgeschlecht, edler Stand, edles Geschlecht; mnd. ādel, M., N., edle Abstammung, Adel (M.) (1); mhd. edel (2), st. N., Adel, hohe Abstammung, edle innere Haltung?; mnl. ādel, M., Adel; ahd. adal (1), st. M. (a)?, st. N. (a)?, Adel (M.) (1), Abstammung, Geschlecht, Sippe; as. athali*, st. N. (ja), edles Geschlecht, adlige Familie; anfrk. -; germ. *aþala-, *aþalam, st. N. (a), Geschlecht, Art (F.) (1), Gut?; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aber eher unwahrscheinlich s. idg. *ā̆tos, *atta, Sb., Vater, Mutter (F.) (1), Pokorny 71 (118/118) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Adel, Kluge s. u. Adel 1, EWD s. u. Adel, DW 1, 176, DW2 1, 1459, EWAhd 1, 45, Duden s. u. Adel, Falk/Torp 10, Bluhme s. u. Adel, Odel; Son.: vgl. afries. -; ae. æþelu, st. F. (ō), st. N. (ja), Adel (M.) (1), Familie, Abstammung, Natur, edle Art; an. aðal, st. N. (a), Art (F.) (1), Begabung, Hof, Erbgut; got. *aþal?, st. N. (a), Adel (M.) (1); nndl. adel, Sb., Adel (M.) (1); nschw. adel, Sb., Adel (M.) (1); nnorw. adel, M., Adel (M.) (1); GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit 3000 v. Chr. in der Vorstellung von Menschen entwickelte Zugehörigkeit zu einer vornehmen Familie oder zu einem vornehmen Geschlecht; BM.: edel; F.: Adel, Adels+EW; Z.: Ad-el
Adel (2), Odel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Adel (M.) (2), Jauche, Mistbrühe; ne. sewage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (?) (Glosse); E.: mhd. atel, st. M., Schlamm, Morast, schlammiges Wasser; mnd. adel, adele, M., garstige Feuchtigkeit, Jauche; germ. *adela-, *adelaz, st. M. (a), Jauche, Odel; germ. *adelō-, *adelōn, *adela-, *adelan, sw. M. (n), Jauche, Odel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Adel (2), DW 1, 175, DW2 1, 1458, EWAhd 1, 51, Duden s. u. Adel; Son.: vgl. afries. -; ae. ādel, st. M. (a), Schmutz, schmutziger Platz; ae. ādela, sw. M. (n), Schmutz, schmutziger Platz; an. -; aschw. ko-adel; got. -; nndl. aalt, Sb., Gülle, Jauche; GB.: vielleicht seit Anfang 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den von Menschen vielleicht seit dieser Zeit gesammelten und verwendeten übel riechenden flüssigen Dünger aus Urin (und Kot) höherer Wirbeltiere; BM.: ?; F.: Adel, Adels+EW; Z.: Adel
$adelig, adlig, nhd., Adj., (?): nhd. adelig; E.: s. Adel, s. ig; L.: EWD s. u. Adel, fehlt DW (?); GB.: seit ? belegte und aus Adel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 3000 v. Chr. in der Vorstellung von Menschen mögliches wegen eines besonderen Merkmals zu einer vornehmeren Familie gehörig; F.: adelig, adelige, adeliges, adeligem, adeligen, adeliger(, adeligere, adeligeres, adeligerem, adeligeren, adeligerer, adeligst, adeligste, adeligstes, adeligstem, adeligsten, adeligster, adlig, adlige, adliges, adligem, adligen, adliger, adligere, adligeres, adligerem, adligeren, adligerer, adligst, adligste, adligstes, adligstem, adligsten, adligster)+EW; Z.: ad-el-ig
$adeln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. adeln, adelig machen oder zu dem Adel rechnen; L.: EWD s. u. Adel, DW 1, 178; GB.: seit um 1265 belegte und aus Adel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 3000 v. Chr. in der Vorstellung des Menschen mögliches wegen eines besonderen Merkmals veredeln oder auszeichnen oder zu dem Adel rechnen; F.: adeln, adel (!), adle, adele, adelst, adelt, adelte, adeltest, adelten, adeltet, geadelt, ##geadelt, geadelte, geadeltes, geadeltem, geadelten, geadelter##, adelnd, ###adelnd, adelnde, adelndes, adelndem, adelnden, adelnder###+EW; Z.: ad-el-n
Adept, nhd., (Part. Prät.=)M., (18. Jh.?): nhd. Adept, Eingeweihter; ne. adept (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. adeptus; E.: s. lat. adeptus, Adj., erlangt, erreicht; vgl. lat. adipiscī, V., habhaft werden, erreichen, erlangen, erwerben; lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. apiscī, V., habhaft werden, erreichen, einholen, erstreben; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Adept, fehlt DW, DW2 1, 1475, Duden s. u. Adept; Son.: vgl. nndl. adept, M., Adept; frz. adept, M., Adept; nschw. adept, M., Adept; nnorw. adept, M., Adept; poln. adept, M., Adept; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen etwas erlangt habenden Menschen oder einen in geheime Wissenschaften und Künste Eingeweihten; BM.: nehmen?; F.: Adept, Adepten+FW(+EW); Z.: Ad-ep-t
Ader, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ader, Blutgefäß; ne. vein (N.); Vw.: -; Hw.: s. Vene; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. āder, ōder, sw. F., st. F., Ader, Sehne, Muskel, Herz, Sinn; mnd. āder, F., Ader, Blutröhre, Sehne; mnl. ādere, adere, F., Ader; ahd. ādra, st. F. (ō), sw. F. (n), Ader, Vene, Blutgefäß, Sehne; as. *āthiri?, st. N. (ja), Eingeweide, Ader; anfrk. -; germ. *ēdrjō, *ǣdrjō, *ēþrjō, *ǣþrjō, *ēdrō, *ǣdrō, *ēdarō, ǣdarō, st. F. (ō), Ader; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit gr. ἦτορ (ētor), N., Inneres des Brustkastens, Herz, Seele; idg. ēter-, Sb., Eingeweide, Pokorny 344? (504/85) (RB. idg. aus, iran.?, gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ader, Kluge s. u. Ader, DW 1, 178, DW2 1, 1476, EWD s. u. Ader,, EWAhd 1, 54, Falk/Torp 24, Falk/Torp 24, Duden s. u. Ader, Bluhme s. u. Ader; Son.: vgl. afries. ē̆ddre, ēthre, F., Ader; nnordfries. aeder; ae. ǣdre (1), sw. F. (n), Ader, Wasserlauf, Quelle; an. æðr (1), st. F. (jō), Ader; got. -; nndl. ader, Sb., Ader; nschw. åder, Sb., Ader; nisl. æð, F., Ader; nnorw. åre, M., F., Ader; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Blut fassendes Gefäß in dem Körper eines Wirbeltiers oder eine vergleichbare Gegebenheit wie etwa eine Erzader in der Erdkruste; BM.: ?; F.: Ader, Adern+EW; Z.: Ader
$aderig, adrig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. aderig, Ader betreffend, mit Adern versehen (Adj.); Q.: 15. Jh. (Glosse); L.: EWD s. u. Ader, DW 1, 179; GB.: seit 1482 belegte und aus Ader und ig gebildete Bezeichnung für Ader betreffend oder mit Adern versehen (Adj.); F.: aderig, aderige, aderiges, aderigem, aderigen, aderiger(, aderigere, aderigeres, aderigerem, aderigeren, aderigerer, aderigst, aderigste, aderigstes, aderigstem, aderigsten, aderigster, adrig, adrige, adriges, adrigem, adrigen, adriger, adrigere, adrigeres, adrigerem, adrigeren, adrigerer, adrigst, adrigste, adrigstes, adrigstem, adrigsten, adrigster)+EW; Z.: ader-ig
$Aderlass, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Aderlass, gewollter Blutausfluss; E.: s. Ader, s. lass(en); L.: EWD s. u. Ader, DW 1, 180 (Aderlasz); GB.: seit um 1460 belegte und aus (zu der) Ader und lass(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Öffnung einer Vene eines Menschen zu einem gewollten teilweisen Blutausfluss; F.: Aderlass, Aderlasses, Aderlasse, Aderlassen+EW; Z.: Ader—la-ss
$ädern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ädern; E.: s. Ader, s. n; L.: EWD s. u. Ader, DW 1, 180, DW2 1, 1484; GB.: seit 1314 belegte und aus Ader und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem aderähnlichen Muster versehen (V.); F.: ädern, ädere, äder (!), äderst, ädert, äderte, ädertest, äderten, ädertet, geädert, geäderte, geädertes, geädertem, geäderten, geäderter, ädernd, äderndes, äderndem, ädernden, ädernder+EW; Z.: äder-n
adieu, nhd., Interj., (15. Jh.?): nhd. ade, adieu; ne. goodbye, adieu; Vw.: -; Hw.: s. ade, tschüs; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. afrz. adieu; E.: s. afrz. adieu, Interj., adieu, ade; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. deus, M., Gott, Gottheit; idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. adieu, EWD s. u. ade, DW 1, 181, DW2 1, 1491, Duden s. u. adieu; Son.: vgl. nndl. adieu, Interj., adieu, ade; frz. adieu, Interj., adieu, ade; nschw. adjö, Interj., adieu, ade; nnorw. adjo, Interj., adieu, ade; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Christentum möglichen Abschiedsgruß aus lat. ad und d(eum) (zu Gott); BM.: zu, Gott; F.: adieu+FW; Z.: a-dieu
adipös, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. adipös, fett, fettleibig, übergewichtig; ne. adipose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. adeps, F., Fett, Schmalz, Talg, Mark (N.), (14-37 n. Chr.); vielleicht von gr. ἄλειφα (áleipha), N., Fett, EWAhd 1, 149; vgl. gr. ἀλείφειν (aleífein), V., salben, schmieren (V.) (1), bestreichen; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. adipös; Son.: vgl. nndl. adipeus, Adj., adipös; frz. adipeux, Adj., adipös; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie vielleicht mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vor allem seit dem 20. Jh. infolge Überflusses an Nahrungsmitteln und gleichzeitigem Bewegungsmangel entstehenden krankhaft fetten oder fettleibigen oder übergewichtigen Zustands höherer Lebewesen; BM.: Fett; F.: adipös, adipöse, adipöses, adipösem, adipösen, adipöser(, adipösere, adipöseres, adipöserem, adipöseren, adipöserer, adipösest, adipöseste, adipösestes, adipösestem, adipösesten, adipösester)+FW(+EW); Z.: ad-ip-ös
Adjektiv, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Adjektiv, Eigenschaftswort; ne. adjective (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1663; I.: Lw. lat. adiectīvum; E.: s. lat. adiectīvum, N., Beiwort, Adjektiv, (um 310-380 n. Chr.); vgl. lat. adicere, V., hinzufügen, hinzuwerfen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Adjektiv, EWD s. u. Adjektiv, fehlt DW, DW2 1, 1492, Duden s. u. Adjektiv; Son.: vgl. nndl. adjectief, Sb., Adjektiv; frz. adjectif, M., Adjektiv; nschw. adjektiv, Sb., Adjektiv; nnorw. adjektiv, N., Adjektiv; tschech. adjektivum, N., Adjektiv; nir. aidiacht, F., Adjektiv; GB.: seit 1663 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche eine Gegebenheit mit einer bestimmten Eigenschaft versehende Eigenschaftswort oder die Beifügung wie beispielsweise alt oder jung oder arm oder reich oder groß oder klein oder rot oder blau oder gut oder böse oder kompatibel oder inkompatibel; BM.: hinzufügen; F.: Adjektiv, Adjektivs, Adjektive, Adjektiven+FW; Z.: Ad-je-k-t-iv
$adjektivisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. adjektivisch, beifügend, eine Eigenschaft betreffend; E.: s. Adjektiv, s. isch; Q.: 1822; L.: EWD s. u. Adjektiv, fehlt DW; GB.: seit 1822 belegte und aus Adjektiv und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches beifügend oder eine Eigenschaft betreffend; F.: adjektivisch, adjektivische, adjektivisches, adjektivischem, adjektivischen, adjektivischer+FW; Z.: ad-je-k-t-iv-isch
Adjutant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Adjutant, ein militärischer Dienstgrad; ne. adjutant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1617; I.: Lw. span. ayudante; E.: s. span. ayudante, M., Adjutant, Helfer, Gehilfe; vgl. span. ayudar, V., helfen; lat. adiūtāre, V., unterstützen, zu fördern suchen; lat. adiūvāre, V., unterstützen, helfen, fördern; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. iuvāre, V., unterstützen, fördern, nützen, helfen; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508? (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Adjutant, EWD s. u. Adjutant, fehlt DW, DW2 1, 1497, Duden s. u. Adjutant; lit. adjutantas, M., Adjutant; Son.: vgl. nndl. adjudant, M., Adjutant; frz. adjudant, M., Adjutant; nschw. adjutant, M., Adjutant; nnorw. adjutant, M., Adjutant; poln. adiutant, M., Adjutant; nir. aidiúnach, M., Adjutant; GB.: seit 1617 belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht spätestens zu dieser Zeit in dem Militär einem Kommandanten einer militärischen Einheit zu der Unterstützung beigegebenen Offizier; BM.: unterstützen; F.: Adjutant, Adjutanten+FW(+EW?); Z.: Ad-ju-t-ant
Adlatus, nhd., (Part. Prät.=)M., (19. Jh.): nhd. Adlatus, untergeordneter Gehilfe, Amtsgehilfe; ne. loyal assistant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1852; E.: s. lat. allātus, Adj., herbeigetragen, herbeigeschafft; vgl. lat. afferre, V., herbeischaffen, herbeitragen, herschaffen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 1, 1499, Duden s. u. Adlatus; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht spätestens zu dieser Zeit möglichen untergeordneten Gehilfen oder einen Amtsgehilfen; BM.: herbeischaffen; F.: Adlatus, Adlaten+FW; Z.: Ad-la-t-us
Adler, nhd., st. M., (12. Jh.): nhd. Adler, Aar, ein großer Raubvogel; ne. eagle; Vw.: -; Hw.: s. Aar; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. adelære, adelare*, adelar, adeler, adlar, adler, sw. M., Adler; mhd. adelarn, st. M., sw. M., Adler; mnd. ādelārn, M., edler Aar, Adler; ahd. adalaro*, sw. M. (n), Adler; s. nhd. Adel, Aar; L.: Kluge 1. A. s. u. Adler, Kluge s. u. Adler, EWD s. u. Adler, DW 1, 181, DW2 1, 1499, EWAhd 1, 53, Duden s. u. Adler, Bluhme s. u. Adler; Son.: vgl. mnl. adelaer, Sb., Adler; nndl adelaar, Sb., Adler; GB.: seit um 1150 belegte und aus Adel und Aar gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen großen Greifvogel mit kräftigem Hakenschnabel; BM.: edler Aar; F.: Adler, Adlers, Adlern+EW; Z.: Adl-er
Administration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Administration, Verwaltung, Leitung; ne. administration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. administrātio; E.: s. lat. administrātio, F., Handreichung, Dienstleistung, Hilfe, Hilfeleistung, Verwaltung, (81-43 v. Chr.); vgl. administrāre, V., Handreichung tun, hilfreich zur Hand gehen, hilfreich beistehen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ministrāre, V., zur Hand gehen, bedienen, aufwarten; lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Administration, EWD s. u. administrieren, fehlt DW, DW2 1, 1514, Duden s. u. Administration; Son.: vgl. nndl. administratie, Sb., Administration, Verwaltung; frz. administration, F., Administration, Verwaltung; nschw. administration, Sb., Administration, Verwaltung; nnorw. administrasjon, M., Administration, Verwaltung; poln. administracja, F., Administration; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verwaltung oder Leitung (einer Körperschaft); BM.: helfen; F.: Administration, Administrationen+FW(+EW); Z.: Ad-mi-n-istr-at-io-n
administrativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. administrativ, Verwaltung betreffend, zu Verwaltung gehörig; ne. administrative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1807; I.: Lw. lat. administrātīvus; E.: s. lat. administrātīvus, Adj., praktisch, hilfreich, wirksam, schaffend, beschaffend, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. administrāre, V., Handreichung tun, hilfreich zur Hand gehen, hilfreich beistehen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ministrāre, V., zur Hand gehen, bedienen, aufwarten; lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Administration, fehlt DW, EWD s. u. administrieren, Duden s. u. administrativ; Son.: vgl. nndl. administratief, Adj., administrativ; frz. administratif, Adj., administrativ; nschw. administrativ, Adj., administrativ; nnorw. administrativ, Adj., administrativ; poln. administracy, Adj., administrativ; lit. administracinis, Adj., administrativ; GB.: seit 1807 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Verwaltung betreffend oder zu Verwaltung gehörig; BM.: helfen; F.: administrativ, administrative, administratives, administrativem, administrativen, administrativer+FW(+EW+); Z.: ad-mi-n-istr-at-iv
Administrator, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Administrator, Verwalter; ne. administrator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 14. Jh.; I.: Lw. lat. administrātor; E.: s. lat. administrātor, M., Verwalter, Leiter (M.), Statthalter, Amtsverweser, Beamter, (81-43 v. Chr.); vgl. administrāre, V., Handreichung tun, hilfreich zur Hand gehen, hilfreich beistehen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ministrāre, V., zur Hand gehen, bedienen, aufwarten; lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Administration, EWD s. u. administrieren, Duden s. u. Administrator; Son.: vgl. nschw. administratör, M., Administrator; nnorw. administrator, M., Administrator; poln. administrator, M., Verwalter; lit. administratorius, M., Administrator; GB.: seit 1371 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verwalter oder Leiter (M.); BM.: helfen; F.: Administrator, Administrators, Administratoren+FW; Z.: Ad-mi-n-istr-at-or
administrieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. administrieren, verwalten; ne. administer, administrate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1478; I.: Lw. lat. administrāre; E.: s. lat. administrāre, V., Handreichung tun, hilfreich zur Hand gehen, hilfreich beistehen, darreichen, geben, entrichten, gewähren, um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ministrāre, V., zur Hand gehen, bedienen, aufwarten; lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Administration, fehlt DW, EWD s. u. administrieren, Duden s. u. administrieren; Son.: vgl. nschw. administrera, V., administrieren; poln. administrere, V., administrieren; GB.: seit 1478 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verwalten; BM.: helfen; F.: administrieren, administriere, administrierst, administriert, administrierest, administrieret, administrierte, administriertest, administrierten, administriertet, ##administriert, administrierte, administriertes, administriertem, administrierten, administrierter##, administrierend, ###administrierend, administrierende, administrierendes, administrierendem, administrierenden, administrierender###, administrier (!)+FW(+EW); Z.: ad-mi-n-istr-ier-en
Admiral, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Admiral, ein militärischer Dienstgrad; ne. admiral; Vw.: -; Hw.: s. Emir; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: mhd. amiral, amiralt, st. M., Kalif, Fürst; mnd. ammerāl, ameral, ammiral, M., Admiral, Anführer, Führer einer Gruppe von Schiffen; s. mfrz. admiral, M., Fürst, Admiral; vgl. arab. amīr, M., Befehlshaber, Emir; L.: Kluge s. u. Admiral, fehlt DW, EWD s. u. Admiral, DW2 1, 1517, Duden s. u. Admiral; Son.: der arabische Titel wird von den Normannen in Sizilien übernommen; vgl. nndl. admiraal, M., Admiral; frz. admiral, M., Admiral; nschw. admiral, M., Admiral; nnorw. admiral, M., Admiral; nisl. admíráll, M., Admiral; poln. admiral, M., Admiral; nir. aimiréal, M., Admiral; lit. admirolas, M., Admiral; GB.: seit um 1170 belegte und über das Mittelfranzösische aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen Fürsten und davon abgeleitet für den höchsten Dienstgrad in der Marine; BM.: Fürst; F.: Admiral, Admirals, Admirale, Admiralen, Admiräle, Admirälen+FW; Z.: A-d-mir-al
Adoleszenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Adoleszenz, Jugendalter, Jugend; ne. adolescence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1801; I.: Lw. lat. adolēscentia; E.: s. lat. adolēscentia, F., Adoleszenz, Alter des jungen Mannes, Jugend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. adolēscere, V., heranwachsen, erstarken; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. alēscere, V., heranwachsen, gedeihen; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: fehlt DW, DW2 1, 1521, Duden s. u. Adoleszenz; Son.: vgl. nndl. adolescentie, Sb., Adoleszenz; nschw. adolescens, Sb., Adoleszenz; GB.: seit 1801 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Jugendalter des Übergangs von der Kindheit zu dem Erwachsensein (vielleicht zwischen 11 und 21 Jahren); BM.: zu, wachsen (V.) (1); F.: Adoleszenz+FW; Z.: Ad-ol-esz-enz
Adonis, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Adonis, schöner Jüngling; ne. Adonis, hunk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1779; I.: Lw. gr. Ἀδωνις (Adōnis); E.: s. gr. Ἀδωνις (Adōnis), M.=PN, Adonis, schöner Jüngling; Etymologie unbekannt, vielleicht aus dem Semit., adon, adonai, M., Herr, s. Frisk 1, 22; L.: Kluge s. u. Adonis, fehlt DW, DW2 1, 1522, Duden s. u. Adonis; Son.: vgl. nndl. adonis, M., Adonis; frz. adonis, M., Adonis; nschw. adonis, M., Adonis; nnorw. adonis, M., Adonis; poln. adonis, M., Adonis; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Griechischen aufgenommene sowie hinsichtlich der Etymologie unbekannte Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung des Menschen möglichen schönen Jüngling; BM.: PN; F.: Adonis, Adonisse, Adonissen+FW; Z.: Adon-is
adoptieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. adoptieren, an Kindes Statt annehmen, als Kind annehmen; ne. adopt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1511 (Laienspiegel); I.: Lw. lat. adoptāre; E.: s. mnd. adoptēren, sw. V., annehmen; lat. adoptāre, V., ausersehen (V.), hinzuerwählen, an Kindes Statt annehmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. optāre, V., sich ersehen, aussuchen, wählen, wünschen; idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. adoptieren, EWD s. u. adoptieren, fehlt DW, DW2 1, 1522, Duden s. u. adoptieren; Son.: vgl. nndl. adopteren, V., adoptieren; frz. adopter, V., adoptieren, annehmen; nschw. adoptera, V., adoptieren; nnorw. adoptere, V., adoptieren; poln. adoptować, V., adoptieren; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen anderes Menschen gesellschaftlich als eigenes Kind annehmen; BM.: wählen; F.: adoptieren, adoptiere, adoptierst, adoptiert, adoptierest, adoptieret, adoptierte, adoptiertest, adoptierten, adoptiertet, ##adoptiert, adoptierte, adoptiertes, adoptiertem, adoptierten, adoptierter##, adoptierend, ###adoptierend, adoptierende, adoptierendes, adoptierendem, adoptierenden, adoptierender###, adoptier (!)+FW; Z.: ad-op-t-ier-en
Adoption, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Adoption, Annehmen an Kindes Statt; ne. adoption; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. adoptio; E.: s. lat. adoptio (1), F., Annahme an Kindes Statt, Adoption, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. adoptāre, V., ausersehen (V.), hinzuerwählen, an Kindes Statt annehmen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. optāre, V., sich ersehen, aussuchen, wählen, wünschen; idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. adoptieren, EWD s. u. adoptieren, fehlt DW, Duden s. u. adoptieren; Son.: vgl. adoption, F., Adoption; frz. adoption, F., Adoption; nschw. adoption, Sb., Adoption; nnorw. adopsjon, M., Adoption; poln. adopcja, F., Adoption; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die gesellschaftliche Annahme eines Menschen an Kindes Statt oder als Kind; BM.: wählen; F.: Adoption, Adoptionen+FW; Z.: Ad-op-t-io-n
Adoptiv…, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. Adoptiv...; ne. adopted, adoptive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. adoptīvus; E.: s. lat. adoptīvus (1), Adj., zur Adoption gehörig, durch Adoption begründet, durch Adoption entstanden, Adoptiv..., wie ein Sohn aufgenommen und gehegt, adoptiert, (185/184-129 v. Chr.); vgl. lat. adoptāre, V., ausersehen (V.), hinzuerwählen, an Kindes Statt annehmen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. optāre, V., sich ersehen, aussuchen, wählen, wünschen; idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. adoptieren, EWD s. u. adoptieren, fehlt DW; Son.: vgl. nschw. adoptiv…, Präf., Adoptiv…; nnorw. adoptiv, Präf., Adoptiv…; GB.: vielleicht seit 1789 belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für die Annahme an Kindes Statt betreffend; BM.: wählen+FW; F.: Adoptiv-; Z.: Ad-op-t-iv-
Adrenalin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Adrenalin, Hormon des Nebennierenmarks; ne. adrenaline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1908; E.: s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); vgl. lat. rēn, Niere, Lende; Herkunft unsicher, vielleicht zu einem *ngᵘ̯hrēn zu lat. nefrōnēs, Sb., Pl., Nieren, s. Walde/Hofmann 2, 428f.; L.: Kluge s. u. Adrenalin, fehlt DW, DW2 1, 1525, Duden s. u. Adrenalin; Son.: neoklassische Bildung; vgl. nndl. adrenaline, Sb., Adrenalin; frz. adrénaline, F., Adrenalin; nschw. adrenalin, Sb., Adrenalin; nnorw. adrenalin, N., Adrenalin; poln. adrenalina, F., Adrenalin; lit. adrenalias, M., Adrenalin; GB.: seit der 1908 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche und 1856 von dem französischen Physiologen Alfred Vulpian entdeckte Hormon des Nebennierenmarks das den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet und dafür den Blutdruck erhöht und die Verdauung senkt und sich schrittweise wieder abbaut; F.: Adrenalin, Adrenalins+FW; Z.: Ad-ren-al-in
$Adressat, nhd., (Part. Prät.=)M.: nhd. Adressat; E.: s. Adress(e), s. at (Suff.); L.: Kluge s. u. Adresse, EWD s. u. Adresse, fehlt DW; GB.: seit 1761 belegte und aus Adress(e) und at gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums möglichen Empfänger einer Nachricht; F.: Adressat, Adressaten+FW; Z.: Ad-res-s-at
$Adressbuch, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Adressbuch; Q.: 1778; E.: s. Adress(e), s. Buch; L.: EWD s. u. Adresse, fehlt DW; GB.: seit 1778 belegte und aus Adress(e) und Buch gebildete Bezeichnung für ein sachlich in London seit 1677 und in Paris seit 1692 sowie in dem Heiligen römischen Reich seit 1701 veröffentlichtes Anschriftenverzeichnis; F.: Adressbuch, Adressbuches, Adressbuchs, Adressbücher, Adressbüchern+FW+EW; Z.: Ad-res-s—buch
Adresse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Adresse, Anschrift, Wohnungsangabe; ne. address (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1657; I.: Lw. frz. adresse; E.: s. frz. adresse, F., Adresse, Anschrift, Zugang; vgl. frz. adresser, V., an jemanden richten; frührom. *addīrēctiāre, V., ausrichten; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Adresse, EWD s. u. Adresse, fehlt DW, DW2 1, 1526, Duden s. u. Adresse; Son.: vgl. nndl. adres, Sb., Adresse, Anschrift; frz. adresse, F., Adresse, Anschrift; nschw. adress, Sb., Adresse, Anschrift; nnorw. adresse, M., F., Adresse, Anschrift; poln. adres, M., Adresse; lit. adresas, M., Adresse; GB.: seit 1657 belegte und aus dem Französischen und dem erschlossenen Frühromanischen sowie mittelbar in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder dem 15. Jh. (Pont Notre-Dame in Paris, Fuggerei in Augsburg) mögliche Straßenanschrift eines Gebäudes in einer größeren Siedlung; BM.: ausrichten; F.: Adresse, Adressen+FW; Z.: Ad-res-s-e
adressieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. adressieren, beschriften, richten an; ne. address (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. adresser; E.: s. frz. adresser, V., an jemanden richten; frührom. *addīrēctiāre, V., ausrichten; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Adresse, fehlt DW, EWD s. u. Adresse, Duden s. u. adressieren; Son.: vgl. nndl. adresseren, V., adressieren; nschw. adressera, V., adressieren; nnorw. adressere, V., adressieren; poln. adresować, V., adressieren; lit. adresuoti, V., adressieren; GB.: seit 1595 belegte und aus dem Französischen und dem erschlossenen Frühromanischen sowie mittelbar in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit einer Adresse oder Anschrift versehen (V.) oder richten an; BM.: ausrichten; F.: adressieren, adressiere, adressierst, adressiert, adressierest, adressieret, adressierte, adressiertest, adressierten, adressiertet, ##adressiert, adressierte, adressiertes, adressiertem, adressierten, adressierter##, adressierend, ###adressierend, adressierende, adressierendes, adressierendem, adressierenden, adressierender###, adressier (!)+FW(+EW); Z.: ad-res-s-ier-en
adrett, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. adrett, gepflegt, gefällig, geschickt, herausgeputzt; ne. neat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1664; I.: Lw. frz. adroit; E.: s. frz. adroit, Adj., passend, gefällig; lat. *addīrēctus, Adj., ausgerichtet, wohlgeführt; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. dīrēctus, Adj., gerade gerichtet, in gerader Richtung laufend; vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. adrett, EWD s. u. adrett, DW2 1, 1531, Duden s. u. adrett; Son.: vgl. nnorw. adrett, Adj., adrett; GB.: seit 1664 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem erschlossenen Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gepflegt oder gefällig oder geschickt oder herausgeputzt; BM.: gerichtet; F.: adrett, adrette, adrettes, adrettem, adretten, adretter(, adrettere, adretteres, adretterem, adretteren, adretterer, adretteste, adrettestes, adrettestem, adrettesten, adrettester)+FW; Z.: ad-ret-t
Advent, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Advent, Vorweihnachtszeit; ne. advent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1285 (Urkunde); E.: mhd. advent, st. M., sw. M., Ankunft, Advent, Adventszeit; mnd. advent, M., Ankunft, Ankunft einer Reliquie; als Lehnwort aus lat. adventus, M., Ankunft, Eintreffen; vgl. lat. advenīre, V., herankommen, herbeikommen, ankommen, sich ereignen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Advent, EWD s. u. Advent, fehlt DW, DW2 1, 1534; Son.: vgl. nndl. advent, N., Advent; frz. avent, M., Advent; nschw. advent, Sb., Advent; nisl. aðventa, F., Advent; poln. adwent, M., Advent; kymr. adfent, M., Advent; nir. aidbhint, F., Advent; lit. adventas, M., Advent; GB.: seit um 1285 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung des Christentums mögliche Vorstellung einer jährlichen Vorbereitungszeit für die Feier der Ankunft Jesu Christi an Weihnachten; BM.: herankommen; F.: Advent, Advents, Adventes, Advente, Adventen+FW(+EW); Z.: Ad-ven-t
$Adventist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Adventist; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Advent, s. ist; L.: EWD s. u. Advent, fehlt DW; GB.: seit 1882 belegte und aus Advent und ist gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen der von dem Prediger William Miller aus Pittsfield (1782-1849) begründeten und von einer zweiten Ankunft (Advent) Jesu Christi ausgehenden Sekte des Christentums; F.: Adventist, Adventisten+FW(+EW?); Z.: Ad-ven-t-ist
Adverb, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Adverb, Adverbium, Umstandswort; ne. adverb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1534; I.: Lw. lat. adverbium; E.: s. lat. adverbium, N., Nebenwort, Adverb, (um 362 n. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Bezeichnung; idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Adverb, EWD s. u. Adverb, fehlt DW, DW2 1, 1540, Duden s. u. Adverb; Son.: vgl. adverbum, N., Adverb; frz. adverbe, M., Adverb; nschw. adverb, Sb., Adverb; nnorw. adverb, N., Adverb; kymr. adferf, F., Adverb; die lateinische Form adverbium ist Lehnbildung zu lat. ἐπίῤῥημα (epírrhēma), N., Adverb; GB.: seit 1534 belegte und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein unflektierbares ein Verb oder Substantiv oder Adjektiv oder auch Adverb näher bestimmendes Umstandswort wie jetzt oder gestern oder oft oder selten oder hier oder dort oder hinten oder vorn oder gern oder ungern oder sehr oder wenig oder schön oder hässlich ((in der Gesamtzahl in einer Sprache nicht begrenzt); BM.: dazugegebenes Wort; F.: Adverb, Adverben, Adverbes, Adverbs(, Adverbien, Adverbium)+FW(+EW); Z.: Ad-ver-b
adverbial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. adverbial, adverbiell, Adverb betreffend, als Umstandswort gebraucht; ne. adverbial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. adverbiālis; E.: s. lat. adverbiālis, Adj., adverbial, adverbialisch, (um 310-380 n. Chr.); vgl. s. lat. adverbium, N., Nebenwort, Adverb; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Bezeichnung; idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Adverb, fehlt DW, EWD s. u. Adverb, Duden s. u. adverbial; Son.: vgl. nndl. adverbiaal, Adj., adverbial; frz. adverbial, Adj., adverbial; nschw. adverbial, Adj., adverbial; nnorw. adverbial, Adj., adverbial; kymr. adferfol, Adj., adverbial; GB.: seit 1828 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie von Adverb abgeleitete Bezeichnung für ein (in der Gesamtzahl in einer Sprche nicht begrenztes) Adverb oder Umstandswort betreffend; BM.: dazugegebenes Wort; F.: adverbial, adverbiale, adverbiales, adverbialem, adverbialen, adverbialer+FW(+EW); Z.: ad-ver-b-ial
Advokat, nhd., (Part. Prät.=)M., (14. Jh.): nhd. Advokat, Beistand, Anwalt; ne. advocate (M.), solicitor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden) E.: mhd. advocat, M., Advokat; mnd. advokāt, M., Advokat, Sachwalter; als Lehnwort aus lat. advocātus, M., Herbeigerufener, Rechtsvertreter, Advokat; vgl. lat. advocāre, V., herbeirufen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Advokat, EWD s. u. Advokat, DW2 1, 1543, Duden s. u. Advokat; Son.: vgl. nndl. advocaat, M., Advokat, Rechtsanwalt; frz. advocat, M., Anwalt, Rechtsanwalt; nschw. advokat, M., Advokat, Rechtsanwalt; nnorw. advokat, M., Advokat, Rechtsanwalt; poln. adwokat, M., Advokat; kymr. adfocat, M., Advokat; nir. abhcóide, M., Advokat; lit. advokatas, M., Advokat; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ursprünglich in Rechtssachen als Hilfe herbeigerufenen oder zugezogenen Beistand sowie später auch einen Vertreter in dem Recht; F.: Advokat, Advokaten+FW(+EW); Z.: Ad-vok-at
aero..., nhd., Partikel, (18. Jh.): nhd. aero..., Luft...; ne. aero...; Vw.: -; Hw.: s. aerob, Aerobic, Aerosol; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ἀήρ (aḗr); E.: s. gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; L.: Kluge s. u. aero..., EWD s. u. aero, fehlt DW, DW2 1, 1552, Duden s. u. aero-; Son.: s. aerodynamisch, Aeronaut; vgl. nndl. aero..., Präf., aero...; frz. aéro..., Präf., aero...; nschw. aero..., Präf., aero...; nnorw. aero..., Präf., aero...; poln. aero..., Präf., aero...; lit. aero..., Präf., aero...; GB.: seit 1783 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt mögliches die Luft betreffend; BM.: Luft; F.: aero…+FW; Z.: aer-o-
aerob, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. aerob, sauerstoffabhängig; ne. aerobic, aerobical; Vw.: s. an-; Hw.: s. aero...; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; gr. βίος (bíos), M., Leben; gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. aerob; Son.: vgl. nndl. aërobe, Adj., aerob; frz. aérobic, Adj., aerob; nschw. aerob, Adj., aerob; nnorw. aerob, Adj., aerob; kymr. erobig, Adj., aerob; poln. aerob, Adj., aerob; lit. aerobinis, Adj., aerob; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches von Sauerstoff abhängig; BM.: Luft, leben; F.: aerob, aerobe, aerobes, aerobem, aeroben, aerober+FW; Z.: aer-ob
Aerobic, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Aerobic, ein Fitnesstraining; ne. aerobics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. aerobics; E.: s. ne. aerobics, N. Pl., Aerobic; gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; lat. biceps, Adj., zweiköpfig, doppelköpfig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Aerobic; Son.: vgl. nndl. aerobics, Sb., Aerobic; frz. aérobic, F., Aerobic; nschw. aerobic, Sb., Aerobic; nnorw. aerobic, M., Aerobic; poln. aerobik, M., Aerobic; lit. aerobika, F., Aerobic; GB.: seit um 1982 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein ab etwa 1960 von dem Arzt Kenneth H. Cooper entwickeltes und 1982 durch Jane Fonda vermarktetes Fitnesstraining bei dem durch tänzerische und gymnastische Übungen der Umsatz von Sauerstoff in dem Körper verstärkt werden soll; BM.: Luft, Bizeps; F.: Aerobic, Aerobics+FW; Z.: Aer-o-bi-c
Aerosol, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Aerosol, Spray; ne. aerosol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1954 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); nach Duden s. u. Aerosol stammt das Hinterglied von lat. solūtio, F., Lösen, Ablösen, Lösung; lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, auflösen, losbinden, (um 450 v. Chr.); lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Aerosol; Son.: vgl. nndl. aerosol, Sb., Aerosol; frz. aérosol, M., Aerosol; nschw. aerosol, Sb., Aerosol; nnorw. aerosol, M., Aerosol; kymr. erosol, M., Aerosol; nir. aerasól, M., Aerosol; poln. aerozol, M., Aerosol; lit. aerozolis, M., Aerosol; GB.: seit 1954 belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Gas mit darin feinst verteilten schwebenden festen Teilchen (Staub) oder flüssigen Teilchen (Nebel); F.: Aerosol, Aerosols, Aerosole, Aerosolen+FW; Z.: Aer-o-sol
Afel, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Afel, Entzündung, Wundinfektion, Verletzung; ne. inflammation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1411 (Hans Vintlers Blumen der Tugend); E.: mhd. afel, st. M., Afel, eiternde Materie in den Geschwüren, entzündete Stelle; wohl aus dem Idg., vgl. idg. *ap- (3), *āp-, Adj., Sb., gebrechlich, Schaden, Pokorny 52?; L.: Kluge s. u. Afel, DW 1, 181, DW2 1, 1557; GB.: seit (1411) belegte und wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Infektion oder eine Entzündung einer Wunde oder eine Verletzung; BM.: Schaden (M.); F.: Afel+EW; Z.: Af-el
$Aferlein, Anferlein, nhd., N., ?: nhd. Aferlein; E.: s. lein; L.: Kluge s. u. Frauche, fehlt DW; F.: Aferlein, Aferleins, Anferlein, Anferleins+EW; Z.: Afer-lein
Affäre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Affäre, unangenehme Angelegenheit; ne. affair, incident; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1634; I.: Lw. frz. affaire; E.: s. frz. affaire, F., Affäre, Angelegenheit; von (avoir) à faire, V., zu tun (haben); frz. à, Präp., von her, bi, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Affäre, fehlt DW, EWD s. u. Affäre, DW2 1, 1560, Duden s. u. Affäre; Son.: vgl. nndl. affaire, Sb., Affäre; nschw. affär, Sb., Affäre, Angelegenheit; nnorw. affære, M., Affäre; poln. afera, F., Affäre; lit. afera, F., Affäre; GB.: seit 1634 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche in der Vorstellung von Menschen unangenehme Angelegenheit oder verwerfliche Begebenheit; BM.: zu, machen; F.: Affäre, Affären+FW(+EW); Z.: Af-fä-r-e
Affe, nhd., sw. M., (9. Jh.): nhd. Affe, ein menschenähnliches Säugetier der Primaten ; ne. ape (N.); Vw.: s. Maul-, Schlar-; Hw.: s. äffen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. affe, sw. M., Affe; mnd. āpe, ape, M., F., Affe; mnl. aep, āpe, M., Affe; ahd. affo, sw. M. (n), Affe; as. apo*, sw. M. (n), Affe; anfrk. -; germ. *apō-, *apōn, *apa-, *apan, sw. M. (n), Affe; idg. *abōn?, *abō-?, Sb., Affe, Pokorny 2, kelt. beeinflusst?, slaw. beeinflusst?; L.: Kluge 1. A. s. u. Affe, Kluge s. u. Affe, EWD s. u. Affe, DW 1, 182, DW2 1, 1563, EWAhd 1, 58, Duden s. u. Affe, Falk/Torp 14, Bluhme s. u. Affe; Son.: vgl. afries. -; ae. apa, sw. M. (n), Affe; an. api, sw. M. (n), Affe, Tor (M.); got. -; nndl. aap, Sb., Affe; nschw. apa, Sb., Affe; nnorw. ape, M., Affe; nisl. api, M., Affe; tschech. opice, F., Affe; kymr. epa, M., Affe; nir. ápa, M., Affe; GB.: seit um 850 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare und vielleicht keltisch oder slawisch beeinflusste Bezeichnung für ein schon vormenschliches menschenähnliches Säugetier (Primat); BM.: ?; F.: Affe, Affen+EW; Z.: Aff-e
Affekt, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Affekt, heftige Gemütsbewegung; ne. affect (N.), impulse; Vw.: -; Hw.: s. affektiert; Q.: 1520 (Luther); I.: Lw. lat. affectus; E.: s. lat. affectus, M., Zustand, Verfassung, Stimmung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. afficere, V., hinzutun, in Verbindung bringen, einwirken; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Affet, EWD s. u. Affekt, fehlt DW, DW2 1, 1568, Duden s. u. Affekt; Son.: vgl. nndl. affect, Sb., Affekt; frz. affect, M., Affekt; nschw. affekt, Sb., Affekt; nnorw. affekt, M., Affekt; poln. afekt, M., Affekt; kymr. affaith, M., Affekt; lit. afektas, M., Affekt; GB.: seit 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Zustand außergewöhnlicher seelischer Angespanntheit wie beispielweise Freude oder Überraschung oder Interesse oder Wut oder Furcht oder Ekel oder Verzweiflung; BM.: einwirken; F.: Affekt, Affekts, Affektes, Affekte, Affekten+FW; Z.: Af-fe-k-t
$Affekthandlung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Affekthandlung; E.: s. Affekt, s. Handlung; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: EWD s. u. Affekt, fehlt DW; GB.: vor 1865 belegte und aus Affekt und Handlung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche in einem Affekt begangene Handlung wie beispielsweise ein Mord aus Verzweiflung oder Wut oder Eifersucht; F.: Affekthandlung, Affekthandlungen+FW+EW; Z.: Af-fe-k-t—hand-l-ung
affektiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. affektiert, geziert, gekünstelt, verstellt; ne. drawling (Adj.), affected; Vw.: -; Hw.: s. Affekt; Q.: 1609; E.: s. lat. affectāre, V., sich an etwas machen, erfassen, ergreifen; vgl. lat. afficere, V., hinzutun, in Verbindung bringen, einwirken; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. affektiert, fehlt DW, EWD s. u. Affekt, DW2 1, 1571 (affektieren), Duden s. u. affektiert; Son.: vgl. nschw. affekterad, Adj., affektiert; nnorw. affektert, Adj., affektiert; poln. afektowany, Adj., affektiert; lit. afektuotas, Adj., affektiert; GB.: seit 1609 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums entwickelte und aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geziert oder gekünstelt oder verstellt; BM.: einwirken; F.: affektiert, affektierte, affektiertes, affektiertem, affektierten, affektierter(, affektiertere, affektierteres, affektierterem, affektierteren, affektierterer, affektierteste, affektiertestes, affektiertestem, affektiertesten, affektiertester)+FW(+EW?); Z.: af-fe-k-t-ier-t
$Affektiertheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Affektiertheit, Geziertheit; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. affektiert, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Affekt; GB.: seit 1850 belegte und aus affektiert und heit gebildete Bezeichnung für Geziertheit; F.: Affektiertheit, Affektiertheiten+FW+EW; Z.: Af-fe-k-t-ier-t—hei-t
äffen, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. äffen, nachahmen, täuschen, narren; ne. ape (V.), mimic (V.); Vw.: -; Hw.: s. Affe; Q.: um 1200 (Iwein); E.: mhd. effen (1), affen, sw. V., „affen“, zum Narren werden, äffen, narren, zum Narren halten, täuschen; mnd. āpen (1), sw. V., äffen, zum Besten haben, verspotten; s. nhd. Affe; L.: Kluge s. u. äffen, EWD s. u. Affe, DW 1, 183, DW2 1, 1376, Duden s. u. äffen; Son.: nur noch in der Form nachäffen gebräuchlich; GB.: um 1200 belegte und aus Aff(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen mögliches nachahmen oder täuschen oder narren; BM.: Affe; F.: äffen, äffe, äffst, äfft, äffest, äffet, äffte, äfftest, äfften, geäfft, ##geäfft, geäffte, geäfftes, geäfftem, geäfften, geäffter##, äffend, ###äffend, äffende, äffendes, äffendem, äffenden, äffender###, äff (!)+EW; Z.: äff-en
$Affenliebe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Affenliebe, Liebe zu Affen, Liebe von Affen; E.: s. Affe, s. n. s. Liebe; L.: Kluge s. u. Affe, EWD s. u. Affe, DW 1, 184; GB.: seit 1618 belegte und aus Aff(e) und en Suff.) sowie Liebe gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Affen mögliche Liebe zu Affen oder Liebe von Affen; F.: Affenliebe, Affenlieben (!)+EW; Z.: Aff-en—lieb-e
$Affenmaul, nhd., N.: nhd. Affenmaul, Maul eines Affen; E.: s. Affe, s. n, s. Maul; L.: Kluge s. u. Maulaffe, fehlt DW; GB.: seit 1533 belegte und aus Aff(e) und en (Suff.) sowie Maul gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Affen mögliches Maul eines Affen; F.: Affenmaul, Affenmauls, Affenmäuler, Affenmäulern+EW; Z.: Aff-en—mau-l
$Affenschande, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Affenschande; E.: s. Affe, s. n, s. Schande; L.: Kluge s. u. Affenschande, fehlt DW; GB.: seit 1823 belegte und aus Aff(e) und en sowie Schande gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Menschen mögliche große Schande; F.: Affenschande+EW; Z.: Aff-en-s-chan-d-e
$affig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. affig, Affen betreffend, affenartig; E.: s. Aff(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Affe, EWD s. u. Affe, fehlt DW; GB.: seit 1855 belegte und aus Aff(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Affen mögliches Affen betreffend oder affenartig; F.: affig, affige, affiges, affigem, affigen, affiger(, affigere, affigeres, affigerem, affigeren, affigerer, affigst, affigste, affigstes, affigstem, affigsten, affigster)+EW; Z.: aff-ig
affin, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. affin, verwandt, angrenzend; ne. affine; Vw.: -; Hw.: s. Paraffin; Q.: 1793; I.: Lw. lat. affīnis; E.: s. lat. affīnis, Adj., angrenzend, durch Heirat anverwandt, verschwägert, vertraut, (um 250-184 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel; vgl. lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. affin; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches verwandt oder angrenzend; BM.: bei, heften; F.: affin, affine, affines, affinem, affinen, affiner+FW(+EW); Z.: af-fi-n
Affinität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Affinität, Nähe, Verbindung, Verwandtschaft; ne. affinity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1669; I.: Lw. lat. affinitās; E.: s. lat. affīnitās, F., Nachbarschaft, Verwandtschaft, Verschwägerung, Schwägerschaft, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. affīnis (1), Adj., angrenzend, benachbart, anliegend, aufeinanderfolgend; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel; vgl. lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, DW2 1, 1594, Duden s. u. Affinität; Son.: vgl. nndl. affiniteit, Sb., Affinität; frz. affinité, F., Affinität; nnorw. affinitet, M., Affinität; GB.: seit 1669 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Nähe oder Verbindung oder Verwandtschaft oder Ähnlichkeit und dadurch bedingte Anziehung zwischen zwei Gegebenheiten; BM.: bei, heften; F.: Affinität, Affinitäten+FW(+EW); Z.: Af-fin-it-ät
$äffisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. äffisch, Affen betreffend, affenartig; Q.: 1493; L.: Kluge s. u. Affe, DW 1, 184, EWD s. u. Affe; GB.: seit 1493 belegte und aus Aff(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Affen mögliches Affen betreffend oder zu Affen gehörig oder affenartig; F.: äffisch, äffische, äffisches, äffischem, äffischen, äffischer(, äffischere, äffischeres, äffischerem, äffischeren, äffischerer, äffischst, äffischste, äffischstes, äffischstem, äffischsten, äffischster)+EW; Z.: äff-isch
Affix, nhd., (Part. Prät,=)N., (16. Jh.): nhd. Affix, an den Wortstamm tretendes oder angehängtes Morphem, Anhängsel, ein Bildungselement; ne. affix (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. affixum; E.: s. lat. affixum, N., feste Sache, Angeheftetes, (1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. affīgere, V., anheften, anketten, annageln; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Affix, fehlt DW, DW2 1, 1597, Duden s. u. Affix; Son.: vgl. frz. affixe, M., Affix; nnorw. affiks, N., Affix; poln. afiks, M., Affix; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an eine Wurzel oder einen Stamm eines Wortes tretendes Morphem oder Anhängsel oder Bildungselement; BM.: zu, stecken; F.: Affix, Affixes, Affixe, Affixen+FW(+EW?); Z.: Af-fi-x
affizieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. affizieren, reizen, krankhaft verändern; ne. affect (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1558; I.: Lw. lat. afficere; E.: s. lat. afficere, V., hinzutun, in Verbindung bringen, einwirken, Eindruck machen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Affekt, fehlt DW, DW2 1, 1598, Duden s. u. affizieren; Son.: vgl. nnorw. affisere, V., bewirken; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches reizen; BM.: einwirken; F.: affizieren, affiziere, affizierst, affiziert, affizierest, affizieret, affizierte, affiziertest, affizierten, affiziertet, ##affiziert, affizierte, affiziertes, affiziertem, affizierten, affizierter##, affizierend, ###affizierend, affizierende, affizierendes, affizierendem, affizierenden, affizierender###, affizier (!)+FW(+EW?); Z.: af-fi-z-ier-en
Affolter, Affalter, Affolder, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Affolter, Affalter, Affolder, Apfelbaum; ne. apple-tree; Vw.: -; Hw.: s. Apfel; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. affalter, apfalter, st. F., sw. F., Apfelbaum; mhd. apfelter*, apfalter, affalter, st. F., sw. F., Apfelbaum; mnd. apelder, apeldern, Sb., Ahorn; ahd. affoltra, affultra, st. F. (ō), sw. F. (n), Apfelbaum; ahd. affaltar, st. M. (a), Apfelbaum; as. apuldra?, st. F. (ō), Apfelbaum; anfrk. apaldar, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Apfelbaum; germ. *apaldra-, *apaldraz, st. M. (a), Apfelbaum; vgl. idg. *ā̆bel-, Sb., Apfel, Pokorny 1 (3/3) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Affolder, Kluge s. u. Affolter, DW 1, 185, DW2 1, 1600, EWAhd 1, 60, Schmeller 1, 41; Son.: vgl. ae. apulder, apuldor, st. M. (a), st. F. (ō), Apfelbaum; an. apaldr, M., Apfelbaum; das Wort kommt häufig in Ortsnamen vor; GB.: seit dem Frühmittelalter (4. Viertel 8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den vielleicht in dem späteren Kasachstan vor etwa 12000 Jahren entstandenen Apfelbaum; BM.: Apfel; F.: Affolter, Affolters, Affoltern, Affalter, Affalters, Affaltern, Affolder, Affolders, Affoldern+EW; Z.: Affol-t-er
Affrikate, Affrikata, nhd., (Part. Prät.=) F., (19. Jh.): nhd. Affrikate, Verschlusslaut mit folgendem Reibelaut; ne. affricate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1860; I.: Lw. lat. affricāta; E.: s. lat. affricāta, F., Angeriebene; vgl. lat. affricāre, V., anreiben, einreiben; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. fricāre, V., reiben, abreiben, frottieren; idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166 (275/108) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Affrikate, fehlt DW, DW2 1, 1600, Duden s. u. Affrikata; Son.: vgl. nndl. affricaat, Sb., Affrikate; nschw. affrikata, Sb., Affrikate; nnorw. affrikat, M., Affrikate; poln. afrykata, F., Affrikate; nir. aifricéad, M., Affrikate; lit. afrikata, F., Affrikate; GB.: seit 1860 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche enge Verbindung von Verschlusslaut und nachfolgendem Reibelaut wie beispielsweise pf oder z (ts); BM.: an, reiben; F.: Affrikate, Affrikata, Affrikaten+FW(+EW?); Z.: Af-fri-k-at-e
Affront, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Affront, Beleidigung, Beschimpfung, Kränkung; ne. affront (N.), insult (N.); Vw.: -; Hw.: s. Front; Q.: 1450; I.: Lw. frz. affront, M., Kränkung, Stirnbieten, Beleidigung; frz. affronter, V., die Stirn bieten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. frōns, F., Stirn; idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Affront, fehlt DW, EWD s. u. Affront, DW2 2, 1, Duden s. u. Affront; Son.: vgl. poln. afront, F., Affront; GB.: herausfordernde Beleidigung; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Beleidigung oder Beschimpfung oder Kränkung; BM.: zu, hervorstehen; F.: Affront, Affronts, Affronte+FW; Z.: Af-fron-t
After, nhd., M., (10. Jh.): nhd. After, Öffnung des Darmkanals, Gesäß, Hintern, Anus; ne. anus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. after, sw. M., st. M., After, Hintern, Hinterteil, Gesäß; s. ahd. after, st. N. (a), Hintern; vgl. ahd. aftero, Adj., hintere, folgende, spätere, zweite, geringere, mindere; germ. *after, *afteri, Adv., Präp., hinter; idg. *aftra, *aftri, Adv., zurück; idg. *apotero-, Adv., weiter weg, Pokorny 53; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. After, Kluge s. u. After, EWD s. u. After, DW 1, 185, DW2 2, 5, Duden s. u. After, Bluhme s. u. After; Son.: vgl. ne. after, N., Nachher; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen hinteren der Ausscheidung von Nahrungsresten dienenden Ausgang des Darmes vieler Tiere und des Menschen; BM.: Hinterteil (des Körpers); F.: After, Afters, Aftern+EW; Z.: Af-t-er
$Aftermieter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aftermieter; Q.: Ende 18. Jh.; L.: EWD s. u. After, fehlt DW; GB.: seit 1797 belegte und aus after und Mieter gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche von einem Mieter mietende Untermieter; F.: Aftermieter, Aftermieters, Aftermietern+EW; Z.: Af-t-er—mie-t-er
$Afterrede, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Afterrede, Nachrede; E.: s. after, s. Rede; L.: EWD s. u. After, DW 1, 187, DW2 2, 22; GB.: seit 1331 belegte und aus after und Rede gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Nachrede; F.: Afterrede, Afterreden+EW; Z.: Af-t-er—re-d-e
Agape, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Agape, ein christliches gemeinsames Mahl, Gottesliebe; ne. agape (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531; I.: Lw. lat. agapē, gr. ἀγάπη (agápē); E.: s. lat. agapē, F., Nächstenliebe, Liebesdienst, Liebe, Liebesmahl; gr. ἀγάπη (agápē), F., Liebe, Liebesmahl; vgl. gr. ἀγαπᾶν (agapan), V., lieben, schätzen, zufrieden sein (V.); idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: DW2 2, 29, Duden s. u. Agape; Son.: vgl. nndl. agape, Sb., Agape; frz. agapé, F., Agape; nschw. agape, Sb., Agape; nnorw. agape, M., Agape; kymr. agape, F., Agape; poln. agapa, F., Agape; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliches gemeinsames Mahl nach dem Gottesdienst; BM.: lieben bzw. groß; F.: Apape, Agapen+FW; Z.: A-ga-p-e
Agar-Agar, Agar, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Agar-Agar, Agartang, Japanischer Fischleim, eine Gallertmasse; ne. agar-agar, agar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: malaiisches Lw.; E.: s. malaiisch agar-agar, Sb., Rotalge; L.: fehlt DW, DW2 2, 29, Duden s. u. Agar-Agar; Son.: vgl. nndl. agaragar, Sb., Agar-Agar; frz. agar-agar, M., Agar-Agar; nschw. agar-agar, Sb., Agar-Agar; nnorw. agar-agar, Sb., Agar-Agar; kymr. agar-agar, M., Agar-Agar; nir. agar, M., Agar-Agar; poln. agar-agar, M., Agar-Agar; lit. agaragaras, M., Agar-Agar; GB.: seit 1876 belegte und aus dem Malaiischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher aus Meeralgen gewonnene und als Verdickungsmittel verwendete Gallertmasse; BM.: rote Alge; F.: Agar-Agar, Agar-Agars, Agar, Agars+FW; Z.: Agar-Agar
Agave, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Agave, Jahrhundertpflanze; ne. agave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. agave; E.: s. frz. agave, F., Agave; von Carl von Linné (1707-1778) benannt nach Agave, der Tochter des Königs Kadmos; von gr. ἀγαυή (agauḗ), F., Edle, Erhabene; vgl. gr. ἀγαυός (agauós), gr., Adj.: nhd. erlaucht, erhaben, trefflich, verehrungswürdig; E.: s. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708; idg. *gāu-, V., sich freuen, sich brüsten, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Agave; Son.: vgl. agave, Sb., Agave; nschw. sisalagave, Sb., Sisal-Agave; nnorw. sisalagave, M., F., Sisalagave; poln. agawa, F., Agave; kymr. agafe, M., F., Agave; nir. agáibhe, F., Agave; lit. agava, F., Agave; GB.: seit 1766 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus Mittelamerika stammende wohl schon vormenschliche Pflanze mit dickfleischigen oft dornig-gezähnten Blättern; BM.: edel bzw. groß; F.: Agave, Agaven+FW; Z.: Agav-e
...age, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...age; ne. ...age; Vw.: s. Apan-, Bag-, Band-, Belet-, Coll-, Cour-, Drän-, Equip-, Eremit-, Et-, Fur-, Gar-, Karambol-, Kolport-, Mass-, Mont-, Pass-, Persifl-, Plant-, Report-, Sabot-, Sil-, Spion-, Staff-, Stell-, Trikot-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: seit dem Mittelhochdeutschen als Endung gebräuchlich, aus dem Französischen; Son.: s. Garage, Etage, Courage, Blamage; vgl. nndl. ...age, Suff., ...age; frz. ...age, Suff., ...age; nschw. ...age, Suff., ...age; nnorw. ...asje, Suff., ...age; L.: L.: Kluge s. u. age, fehlt DW; GB.: vielleicht 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie als Endung für die Bildung von Substantiven für Ergebnisse verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …age, …agen+FW; Z.: -ag-e
Agenda, Agende, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Agenda, Tagesordnung, Terminkalender; ne. agenda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1420; I.: Lw. lat. agenda; E.: s. lat. agenda, N. Pl., lat. agendum, N., Ding das betrieben werden muss, zu behandelnde Angelegenheit; vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agenda, fehlt DW, DW2 2, 31, Duden s. u. Agenda; Son.: die deutsche Form Agende hat sich bis jetzt nicht durchgesetzt; vgl. nndl. agenda, Sb., Agenda; frz. agenda, M., Agenda; nschw. agenda, Sb., Agenda; nnorw. agenda, M., Agenda; poln. agenda, F., Agenda; kymr. agenda, F., Agenda; GB.: seit 1420 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Tagesordnung oder eine Liste von zu behandelnden Gesprächspunkten und Verhandlungspunkten, Terminkalender; BM.: treiben bzw. führen; F.: Agenda, Agenden+FW; Z.: Ag-end-a
Agent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Agent, Vertreter, Geschäftsträger, Geschäftsführer, Spion; ne. agent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1546; I.: z. T. Lw. lat.; E.: s. lat. agēns (1), (Part. Präs.=)Adj., treibend, sprechend, ausdrucksvoll, lebhaft; vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agent, fehlt DW, EWD s. u. Agent, DW2 2, 33, Duden s. u. Agent; Son.: vgl. nndl. agent, M., Agent; frz. agent, M., Agent, Vertreter; nschw. agent, M., Agent; nnorw. agent, M., Agent; poln. agent, M., Agent; kymr. asiant, M., Agent; lit. agentas, M., Agent; GB.: seit 1546 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Menschen der seit dieser Zeit in einem Geheimauftrag einer Organisation bestimmte und meist rechtswidrige Geschäfte oder Aufträge ausführt; BM.: treiben bzw. führen; F.: Agent, Agenten+FW; Z.: Ag-ent
$Agentur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Agentur; L.: Kluge s. u. Agent, EWD s. u. Agent, fehlt DW; GB.: seit 1829 belegte und aus Agent und ur gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Neuzeit von Menschen entwickelte und ab 1835 in Paris von Charles-Louis Havas auch für Nachrichten verwendete Geschäftsstelle; F.: Agentur, Agenturen+FW; Z.: Ag-ent-ur
Aggregat, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.): nhd. Aggregat, Vereinigung von Teilen zu einem Ganzen, Kombination von zusammenwirkenden Maschinen; ne. aggregate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1489; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. aggregāre, V., zu einer Herde scharen, beigesellen, zugesellen, sich anschließen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. grex, M., Herde, Schar (F.) (1), Schwarm; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aggregat, EWD s. u. Aggregat, fehlt DW, DW2 2, 40, Duden s. u. Aggregat; Son.: vgl. nndl. aggregaat, Sb., Aggregat; frz. agrégat, N.?, Aggregat; nschw. aggregat, Sb., Aggregat; nnorw. aggregat, Sb., Aggregat; poln. agregat, M., Aggregat; kymr. agregiad, M., Agregat; lit. agregatas, M., Aggregat; GB.: seit 1489 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche zusammenwirkende einzelne Maschinen; BM.: zu, sammeln; F.: Aggregat, Aggregats, Aggregates, Aggregate, Aggregaten+FW(+EW?); Z.: Ag-gre-g-at
$Aggregatzustand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aggregatzustand; E.: s. Aggregat, s. Zustand; Q.: um 1791; L.: fehlt DW, EWD s. u. Aggregat; GB.: seit um 1791 belegte und aus Aggregat und Zustand gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Art der Verbindung der kleinsten Teile einer Gegebenheit als beispielsweise fest oder flüssig oder gasförmig oder als Plasma; F.: Aggregatzustand, Aggregatzustands, Aggregatzustandes, Aggregatzustände, Aggregatzuständen+FW+EW; Z.: Ag-gre-g-at—zu—sta-n-d
Aggression, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Aggression, Angriffslust, Angriff; ne. aggression; Vw.: -; Hw.: s. Aggressor; Q.: 1728; I.: Lw. lat. aggressio; E.: s. lat. aggressio, F., Anfall, Angriff, Syllogismus, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. aggredī, V., heranschreiten, zugehen, zukommen, sich nähern; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aggression, fehlt DW, EWD s. u. Aggression, DW2 2, 43, Duden s. u. Aggression; Son.: vgl. nndl. aggessie, Sb., Aggression; frz. aggression, F., Aggression; nschw. aggression, Sb., Aggression; nnorw. aggresjon, M., Aggression; poln. agresja, F., Aggression; lit. agresija, F., Aggression; GB.: seit 1728 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht schon vormenschlich mögliches durch Affekte ausgelöstes und auf Angriff ausgerichtetes Verhalten von Lebewesen; BM.: zugehen; F.: Aggression, Aggressionen+FW(+EW); Z.: Ag-gres-s-io-n
$aggressiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. aggressiv; E.: s. Aggressi(on), s. iv; L.: Kluge s. u. Aggression, fehlt DW, EWD s. u. Aggression, Duden s. u. aggressiv; GB.: seit 1835 belegte und mit Aggression verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches angriffslustig oder streitsüchtig; F.: aggressiv, aggressive, aggressives, aggressivem, aggressiven, aggressiver(, aggressivere, aggressiveres, aggressiverem, aggressiveren, aggressiverer, aggressivst, aggressivste, aggressivstes, aggressivstem, aggressivsten, aggressivster)+FW(+EW?); Z.: ag-gres-s-iv
$Aggressivität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Aggressivität, Angriffslust, Gereiztheit; L.: Kluge s. u. Aggression, EWD s. u. Aggression, fehlt DW; GB.: seit 1914 belegte und aus aggressiv und ität gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Angriffslust oder Gereiztheit; F.: Aggressivität, Aggressivitäten+FW; Z.: Ag-gres-s-iv-it-ät
Aggressor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Aggressor, Angreifer; ne. aggressor; Vw.: -; Hw.: s. Aggression; Q.: 1654; E.: s. lat. aggressor, M., Angreifer, Räuber, Mörder, (um 325 n. Chr.); vgl. lat. aggredī, V., heranschreiten, zugehen, zukommen, sich nähern; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aggression, fehlt DW, EWD s. u. Aggression, DW2 2, 47, Duden s. u. Aggressor; Son.: vgl. nndl. agressor, Sb., Aggressor; nnorw. aggressor, M., Aggressor; poln. agresor, M., Aggressor; lit. agresorius, M., Aggressor; GB.: seit 1654 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angreifer; BM.: zugehen; F.: Aggressor, Aggressoren+FW; Z.: Ag-gres-s-or
Ägide, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ägide, Schirmherrschaft, Schutzherrschaft; ne. aegis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1776 (Musäus); I.: Lw. lat. aegis; E.: s. lat. aegis, F., Ägide, Schild Jupiters, Schild, Schirm; s. gr. αἰγίς (aigís), F., Ziegenfell, Lederharnisch, Sturmschild des Zeus und der Athena; vgl. idg. *aig- (3), V., sich heftig bewegen, schwingen, vibrieren, Pokorny 13 (31/31) (RB. idg. aus ind., gr., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Ägide, fehlt DW, DW2 2, 47, Duden s. u. Ägide; Son.: vgl. nndl. aegis, Sb., Ägide; frz. égide, F., Ägide; nschw. egid, Sb., Ägide; nnorw. ägide, Sb., Ägide; poln. egida, F., Ägide; GB.: seit 1776 belegte und teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schirmherrschaft; BM.: sich bewegen; F.: Ägide+FW(+EW?); Z.: Ägid-e
agieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. agieren, handeln; ne. act (V.), operate; Vw.: s. re-; Hw.: s. agil, Agitation, Agitator, agitieren, Akteur; Q.: um 1454 (Chronik deutscher Städte); E.: s. mnd. agēren, sw. V., handeln, vorgehen; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen, (um 450 v. Chr.); idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. agieren, EWD s. u. agieren, fehlt DW, DW2 2, 48, Duden s. u. agieren; Son.: vgl. nndl. ageren, V., agieren, handeln; frz. agir, V., agieren, handeln; nschw. agera, V., agieren, handeln; nnorw. agere, V., agieren, handeln; kymr. actio, V., agieren; GB.: seit um 1454 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches handeln oder eine bestimmte Rolle spielen; F.: agieren, agiere, agierst, agiert, agierest, agieret, agierte, agiertest, agierten, agiertet, ##agiert, agierte, agiertes, agiertem, agierten, agierter##, agierend, ###agierend, agierende, agierendes, agierendem, agierenden, agierender###, agier (!)+FW(+EW?); Z.: ag-ier-en
agil, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. agil, beweglich, wendig, rege, flink; ne. agil, versatile; Vw.: -; Hw.: s. agieren; Q.: 1615; I.: Lw. lat. agilis; E.: s. lat. agilis, Adj., leicht beweglich, lenkbar, (120-67 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. agil, EWD s. u. agil, fehlt DW, DW2 2, 52, Duden s. u. agil; Son.: vgl. frz. agile, Adj., agil, gewandt; ndän. agil, Adj., agil; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches beweglich oder rege oder flink; BM.: beweglich; F.: agil, agile, agiles, agilem, agilen, agiler(, agilere, agileres, agilerem, agileren, agilerer, agilste, agilstes, agilstem, agilsten, agilster)+FW(+EW?); Z.: ag-il
$Agilität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Agilität, Beweglichkeit, Regheit, Flinkheit; E.: s. agil, s. ität; Q.: Ende 16. Jh.; L.: EWD s. u. agil, fehlt DW; GB.: um 1588 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Beweglichkeit oder Regheit oder Flinkheit; F.: Agilität, Agilitäten+FW(+EW?); Z.: Ag-il-it-ät
Agitation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Agitation, Handeln, Beeinflussung, politische Indoktrination; ne. agitation, acting (N.); Vw.: -; Hw.: s. agieren, Agitator, agitieren; Q.: 1571; E.: lat. agitātio, F., In-Bewegung-Setzen, Bewegung, Betreiben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agitation, EWD s. u. Agitator, fehlt DW, DW2 2, 54, Duden s. u. Agitation; Son.: vgl. nndl. agitatie, Sb., Agitation; frz. agitation, F., Agitation; nschw. agitation, Sb., Agitation; nnorw. agitasjon, M., Agitation; poln. agitacja, F., Agitation; lit. agitacija, F., Agitation; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Beeinflussung anderer; BM.: treiben?; F.: Agitation, Agitationen+FW+EW; Z.: Ag-it-at-io-n
Agitator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Agitator, Aufwiegler, Volksverhetzer; ne. agitator; Vw.: -; Hw.: s. Agitation, agitieren; Q.: 1571; I.: Lw. lat. agitātor; E.: s. lat. agitātor, M., Treiber, Viehtreiber, Wagenlenker, Fuhrmann, Antreiber, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agitation, EWD s. u. Agitator, fehlt DW, DW2 2, 56, Duden s. u. Agitator; Son.: vgl. nndl. agitator, Sb., Agitator; frz. agitateur, M., Agitator; nschw. agitator, Sb., Agitator; nnorw. agitator, M., Agitator; poln. agitator, M., Agitator; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen treiben wollenden oder andere beeinflussen wollenden oder aggressiv auftretenden Menschen oder einen Aufwiegler oder Volksverhetzer; BM.: treiben?; F.: Agitator, Agitatoren+FW; Z.: Ag-it-at-or
agitieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. agitieren, aufwiegeln, aufhetzen; ne. agitate; Vw.: -; Hw.: s. Agitation, Agitator, agitieren, agieren; Q.: um 1526 (Paracelsus); I.: Lw. lat. agitāre; E.: s. lat. agitāre, V., in Bewegung setzen, tun, handeln, ausführen, hastig treiben, antreiben, anspornen, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agitation, EWD s. u. Agitator, fehlt DW, DW2 2, 57, Duden s. u. agitieren; Son.: vgl. nndl. agiteren, V., agitieren; frz. agiter, V., agitieren, handeln; nschw. agitera, V., agitieren; nnorw. agitere, V., agitieren; poln. agitowć, V., agitieren; lit. agituoti, V., agitieren; GB.: seit um 1526 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufwiegeln oder aufhetzen oder aggressiv für politische Ziele tätig sein (V.); BM.: treiben?; F.: agitieren, agitiere, agitierst, agitiert, agitierest, agitieret, agitierte, agitiertest, agitierten, agitiertet, ##agitiert, agitierte, agitiertes, agitiertem, agitierten, agitierter##, agitierend, ###agitierend, agitierende, agitierendes, agitierendem, agitierenden, agitierender###, agitier (!)+FW(+EW); Z.: ag-it-ier-en
Agnat, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Agnat, männlicher Blutsverwandter der männlichen Linie; ne. agnate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1496; I.: Lw. lat. agnātus; E.: s. lat. agnātus, M., nachgeborener Sohn, (um 450 v. Chr.); s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373; L.: fehlt DW, DW2 2, 59, Duden s. u. Agnat; Son.: vgl. nndl. agnaat, Sb., Agnat; frz. agnat, M., Agnat; nnorw. agnat, M., Agnat; poln. agnat, M., Agnat; GB.: seit 1496 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen männlichen Blutsverwandten; BM.: bei, erzeugen; F.: Agnat, Agnaten+FW(+EW); Z.: A-gn-at
Agnostiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nicht-Wissender, Agnostiker, die völlige Erkennbarkeit objektiver Wirklichkeit leugnender Mensch; ne. agnostic (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1886 (Marx/Engels); I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἀγνοεῖν (agnoein), V., nicht erkennen, nicht kennen; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *g̑nōtós, *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: EWD s. u. Agnostiker, fehlt DW, DW2 2, 60, Duden s. u. Agnostiker; Son.: vgl. frz. agnostique, M., Agnostiker; nschw. agnostiker, M., Agnostiker; nnorw. agnostiker, M., Agnostiker; poln. agnostyk, M., Agnostiker; kymr. agnostig, M., Agnostiker; nir. agnóisí, M., Agnostiker; GB.: seit 1886 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen die völlige Erkennbarkeit objektiver Wirklichkeit leugnenden Menschen; BM.: nicht, erkennen; F.: Agnostiker, Agnostikers, Agnostikern+FW; Z.: A-gno-st-ik-er
...agoge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. ...agoge; ne. ...agogue; Vw.: s. Syn-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; I.: Lw. gr. ἀγωγή (agōgḗ); E.: s. gr. ἀγωγή (agōgḗ), F., Führung, Herbeischaffen, Vorführen, Hinwegführen; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. ...agoog, Suff., ...agoge; frz. ...agogue, Suff., ...agoge; nschw. ...agoga, Suff., ...agoge; nnorw. ...agoge, Suff., ...agoge; poln. ...agoga, Suff., ...agoge; kymr. ...agog, Suff., ...agoge; nir. ...agóg, Suff., ...agoge; lit. ...agoga, Suff., ...agoge; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für eine Gegebenheit des Führens; BM.: bewegen; F.: ...agoge, ...agogen+FW; Z.: -ag-og-e
Agonie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Agonie, Todeskampf, Todesangst; ne. agony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1569; I.: Lw. lat. agōnia; E.: s. lat. agōnia, F., äußerste Angst, Todeskampf; s. gr. ἀγωνία (agōnía), F., Wettkampf, Kampfesart, Kampf; vgl. gr. ἀγών (agōn), M., Versammlung, Versammlungsplatz, Wettkampf; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agonie, fehlt DW, EWD s. u. Agonie, DW2 2, 62, Duden s. u. Agonie; Son.: vgl. nndl. agonie, Sb., Agonie; frz. agonie, F., Agonie; nschw. agoni, Sb., Agonie; nnorw. agoni, M., Agonie; poln. agonia, F., Agonie; lit. agonija, F., Agonie; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Lebens möglichen Todeskampf oder eine Todesangst; BM.: bewegen; F.: Agonie, Agonien+FW; Z.: Ag-on-ie
Agonist, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Agonist, Wettkämpfer; ne. agonist; Vw.: s. Ant-, Prot-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. agōnista; E.: s. lat. agōnista, M., Wettkämpfer, Kämpfer, Vorkämpfer, Streiter; gr. ἀγωνιστής (agōnistḗs), M., Wettkämpfer; gr. ἀγωνίζεσθαι (agōnízesthai), V., kämpfen, prozessieren; gr. ἀγών (agōn), M., Versammlung, Versammlungsplatz, Wettkampf; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Agonist; Son.: vgl. nndl. agonist, Sb., Agonist; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Kämpfer; BM.: treiben; F.: Agonist, Agonisten+FW(+EW); Z.: Ag-on-ist
Agoraphobie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Agoraphobie, Platzangst; ne. agoraphobia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1871 (Carl Westphal); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀγορά (agorá), F., Versammlung der Bürger, Platz (M.) (1), Markt; vgl. idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382; gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Phobie, Duden s. u. Agoraphobie; Son.: vgl. nndl. agorafobie, Sb., Agoraphobie; frz. agoraphobie, F., Agoraphobie; nschw. agorafobi, Sb., Agoraphobie; nnorw. agorafobie, M., Agoraphobie; kymr. agoraffobia, M., Agoraphobie; nir. agrafóibe, F., Agoraphobie; poln. agorafobia, F., Agoraphobie; lit. agorafobija, F., Agoraphobie; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von manchen Menschen vielleicht seit dieser Zeit empfundene zwanghafte mit Schwächegefühl oder Schwindel verbundene Angst freie Plätze zu überqueren; BM.: sammeln, davonlaufen; F.: Agoraphobie+FW(+EW?); Z.: A-gor-a—phob-ie
Agraffe, nhd. (ält.), F., (18. Jh.?): nhd. Agraffe, Schmuckspange, Spange, Schnalle; ne. agraffe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1712?; I.: Lw. frz. agrafe; E.: s. frz. agrafe, F., Heftklammer, Spange, Haken (M.); vgl. frz. agrafer, V., zuhaken, anhaken, einhaken; vulgärlat. *agrappare, V., anhaken?; aus einer germ. Sprache (vgl. got. krappa, st. F. (ō), Haken); germ. *krappa-, *krappaz, Adj., knapp, eng; vgl. idg. *grep-, *gerəp-, *grəp-, *greh₁p-, Sb., Haken, Kraft, Pokorny 388; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Agraffe, fehlt DW, DW2 2, 63, Gamillscheg 18b, Duden s. u. Agraffe; Son.: vgl. nndl. agrafe, F., Agraffe; nschw. agraff, Sb., Agraffe; nnorw. agraff, M., Agraffe; GB.: vielleicht seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schmuck durch den Menschen hergestellte als Schmuckstück dienende Spange oder Schnalle; F.: Agraffe, Agraffen+FW(+EW?); Z.: A-graff-e
agrar..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. agrar..., Landwirtschafts..., Landwirtschaft betreffend; ne. agrar...; Vw.: -; Hw.: s. Acker; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. agrārius; E.: s. lat. agrārius, Adj., zu den Äckern gehörig, zu den Feldern gehörig, Acker..., Feld..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ager, M., Acker, Feld, Flur (F.), Grundstück, Stück Land; idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. agrar..., EWD s. u. agrar-, fehlt DW, DW2 2, 63, Duden s. u. agrar-, Kytzler/Redemund/Eberl 1065; Son.: vgl. nschw. agrar..., Präf., agrar; nnorw. agrar..., Präf., agrar; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für die Landwirtschaft betreffend; BM.: schwingen?; F.: agrar…+FW; Z.: ag-r-ar-
$Agrarbiologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Agrarbiologie; E.: s. agrar, s. Biologie; Q.: Mitte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. agrar-; GB.: seit 1952 belegte und aus agrar und Biologie gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte die Landwirtschaft betreffende Biologie; F.: Agrarbiologie; Z.: Ag-r-ar—bio—log-ie
$agrarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. agrarisch, landwirtschaftlich; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. agrar, s. isch; L.: EWD s. u. agrar-, fehlt DW; GB.: seit 1810 belegte und aus agrar und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches landwirtschaftlich; F.: agrarisch, agrarische, agrarisches, agrarischem, agrarischen, agrarischer(, agrarischere, agrarischeres, agrarischerem, agrarischeren, agrarischerer, agrarischst, agrarischste, agrarischstes, agrarischstem, agrarischsten, agrarischster) +FW(+EW); Z.: agr-ar-isch
$Agrarpolitik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Agrarpolitik, Landwirtschaftspolitik; E.: s. agrar, s. Politik; L.: EWD s. u. agrar-, fehlt DW; GB.: seit 1856 belegte und aus agrar und Politik gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Staates mögliche die Landwirtschaft betreffende Politik; F.: Agrarpolitik, Agrarpolitiken+FW; Z.: Ag-r-ar—pol-it-ik
$Agrarreform, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Agrarreform; E.: s. agrar, s. Reform; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: EWD s. u. agrar-, fehlt DW; GB.: seit 1890 belegte und aus agrar und Reform gebildete Bezeichnung für eine wohl sachlich seit der stärkeren Stellung des Staates mögliche Reform der Landwirtschaft zwecks Wirtschaftsförderung und Einnahmevermehrung; F.: Agrarreform, Agrarreformen+FW(+EW?); Z.: Ag-r-ar—re-for-m
$Agrarstaat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Agrarstaat; E.: s. agrar, s. Staat; Q.: Ende 19. Jh.; L.: EWD s. u. agrar-, fehlt DW; GB.: seit 1907 belegte und aus agrar und Staat belegte Bezeichnung für den sachlich bis zu der Entwicklung von Industrie durch Vorherrschen von Landwirtschaft gekennzeichneten Staat; F.: Agrarstaat, Agrarstaaten+FW(+EW?); Z.: Ag-r-ar—staa-t
$Agrarwissenschaft, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Agrarwissenschaft, Landwirtschaftswissenschaft; E.: s. agrar, s. Wissenschaft; Q.: 1930; L.: EWD s. u. agrar-, fehlt DW; GB.: seit 1930 belegte und aus agrar und Wissenschaft gebildete Bezeichnung für die seit dieser Zeit zunehmend entwickelte Landwirtschaftswissenschaft; F.: Agrarwissenschaft, Agrarwissenschaften+FW+EW; Z.: Ag-r-ar—wi-ss-en—schaf-t
Agrasel, Agrassel, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Agrasel, Agraß, Agrassel, Stachelbeere; ne. gooseberry; Vw.: -; Hw.: s. Agraß, Agrest; Q.: 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. agraz, N., Stachelbeere; s. aprov. agras, Sb., unreife Weintraube; lat. ācer, Adj., scharf, schneidend, stechend, beißend, eifrig, hart, wild, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agrasel, DW 1, 190 (Agrasz), DW2 2, 66 (Agrasz) (M.), Duden s. u. Agrasel; GB.: seit 1200-1210 belegte österreichische und teilweise mit dem Altprovenzalischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen kleineren weit verbreiteten und vielleicht schon früh möglichen Strauch mit einzeln wachsenden und dickschaligen sowie borstig behaarten Beeren mit süßlich-herbem Geschmack (Stachelbeeren); BM.: scharf; F.: Agrasel, Agrasels, Agraseln+FW(+EW); Z.: Ag-ras-el
Agraß, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Agraß, Agrasel, Agrassel, Stachelbeere, sauere Obstbrühe; ne. gooseberry; Vw.: -; Hw.: s. Agrasel; Q.: 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. agraz, N., Stachelbeere; s. aprov. agras, Sb., unreife Weintraube; lat. ācer, Adj., scharf, schneidend, stechend, beißend, eifrig, hart, wild, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agrasel, DW 1, 190 (Agrasz) (M.), DW2 2, 66 (Agrasz) (M.), Duden s. u. Agrasel; GB.: seit um 1205 belegte österreichische und mit dem Altprovenzalischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleineren weit verbreiteten und vielleicht schon früh möglichen Strauch mit einzeln wachsenden und dickschaligen sowie borstig behaarten Beeren mit süßlich-herbem Geschmack; BM.: scharf; F.: Agrass, Agrasses, Agrasse, Agrassen+FW(+EW); Z.: Ag-rass
Agreement, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Agreement, Übereinkunft, Vereinbarung; ne. agreement; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1930 bzw. 1948; I.: Lw. ne. agreement; E.: s. ne. agreement, N., Vereinbarung, Übereinkunft, Vertrag; frz. agrément, M., Übereinkunft, Verzierung; mfrz. agrément, M., Zustimmung, Billigung; afrz. agreer, V., genehmigen; afrz. à gré, zu Gefallen; afrz. à, Präp., von her, bi, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); afrz. gré, Sb., Gefallen, Gutdünken, Freundschaft, Dank; lat. grātum, N., Lieblichkeit, guter Wille, Wohlgefälliges, Wohltat; lat. grātus, Adj., lieblich, anmutig, artig, einnehmend, hold; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Agreement, fehlt DW, DW2 2, 66, Gamillscheg 19a, Duden s. u. Agreement; Son.: vgl. auch die Form Agrément; nnorw. agreement, Sb., Agreement; GB.: seit 1930 bzw. 1948 belegte und aus dem Neuenglischen bzw. mittelbar dem Französischen und dem Mittelfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und mittelbar Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache mögliche Übereinkunft oder Vereinbarung; BM.: weg, sprechen; F.: Agreement, Agreements+FW; Z.: A-gree-m-ent
Agrest, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Agrest, ein Traubensaft; ne. grape juice, verjuice; Vw.: -; Hw.: s. Agrasel; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); I.: Lw. it. agresto; E.: mhd. agreste, F.?, M.?, Saft von unreifen Weintrauben; s. it. agresto, M., Saft aus sauren Trauben; vgl. lat. ācer, scharf, schneidend, stechend, beißend, eifrig, hart, wild, (um 235-200 v. Chr.); idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Agrasel, DW 1, 190, DW2 2, 67, Duden s. u. Agrest; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Nutzung von Weintrauben möglichen aus unreifen Weintrauben gepressten Saft; BM.: scharf; F.: Agrest, Agrests, Agrestes, Agreste, Agresten+FW; Z.: Ag-rest
Agro..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. Agro..., Landwirtschafts...; ne. agro...; Vw.: s. -nom; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: lat. ager, M., Acker, Feld, Flur (F.), Grundstück; idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; s. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Agro-, fehlt DW, DW2 2, 68, Kytzler/Redemund/Eberl 1065; Son.: s. Agrotechnik; vgl. nndl. agro..., Präf., agro...; frz. agro..., Präf., agro...; nschw. agro..., Präf., agro...; nnorw. agro..., Präf., agro...; poln. agro..., Präf., agro...; kymr. agro…, Präf., agro…; lit. agro…, Präf., agro…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Landwirtschaft; BM.: treiben; F.: agro...+FW; Z.: Ag-r-o-
Agronom, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Agronom, Landwirtschaftskundiger; ne. agronomist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778; I.: Lw. mlat. agronomus, gr. ἀγρονόμος (agronómos); E.: s. mlat. agronomus, M., Landvermesser; gr. ἀγρονόμος (agronómos) (2), M., Landmann, Aufseher über die Stadtländereien; vgl. gr. ἀγρός (agrós), M., Acker, Feld, Land; idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Agronom, fehlt DW, DW2 2, 68, Duden s. u. Agronom; Son.: vgl. nndl. agronoom, M., Agronom; nschw. agronom, M., Agronom; nnorw. agronom, M., Agronom; poln. agronom, M., Agronom; kymr. agronomegwr, M., Agronomist; lit. agronomas, M., Agronom; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen akademisch ausgebildeten Landwirt oder einen Landwirtschaftskundigen; BM.: treiben, zuteilen; F.: Agronom, Agronomen+FW(+EW); Z.: Ag-r-o-nom
$Agronomie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Agronomie, Landwirtschaftswissenschaft; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat.-gr. agronomía; E.: s. agro, s. nomie; L.: EWD s. u. Agro-, fehlt DW; GB.: seit 1809 belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die wohl seit dieser Zeit entwickelte Landwirtschaftswissenschaft; F.: Agronomie+FW; Z.: Ag-r-o-nom-ie
$agronomisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. agronomisch, landwirtschaftlich, landwirtschaftswissenschaftlich; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Agro-, fehlt DW; GB.: seit 1809 belegte und aus Agronom(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches landwirtschaftlich oder landwirtschaftswissenschaftlich; F.: agronomisch, agronomische, agronomisches, agronomischem, agronomischen, agronomischer+FW(+EW); Z.: ag-r-o-nom-isch
ah, nhd., Interj., (10. Jh.?): nhd. ah, ach; ne. ah!; Vw.: -; Hw.: s. äh, aha; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ā (1), Interj., a (als Wehruf oder angehängt an Imperative oder Substantive oder Partikel), mnd. ā, Interj., ah!, ach!; ah; ahd. a, Interj. (suff.), ah; ahd. aa (1) 1, Interj., ah; as. -; anfrk. -; germ. *a, Interj., ah?; s. idg. *ē (2), *ō (2), Interj., oh, he, Pokorny 281 (421/2) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. ah, DW 1, 190, DW2 2, 71, EWAhd 1, 1, EWAhd 1, 4, Duden s. u. ah, Falk/Torp 1; Son.: vgl. ae. éa (2), Interj., oh!, ach!; mnd. ā, Interj., ah!, ach!; ähnliche Interj. gibt es in vielen Sprachen ohne dass ein ursprünglicher Zusammenhang vorhanden ist; GB.: vielleicht seit Entwicklung von Sprache lautmalend gebildete und seit 10. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf des Bedauerns; BM.: lautmalend?; F.: ah+EW; Z.: ah
äh, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. äh!, ah!; ne. er!; Vw.: -; Hw.: s. ah, aha; Q.: 1891; E.: Lautnachahmung; L.: Kluge s. u. äh, fehlt DW, DW2 2, 72; GB.: vielleicht lautmalend gebildete und seit 1891 belegte Bezeichnung (für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf) des Zögerns; BM.: lautmalend?; F.: äh+EW; Z.: äh
aha, nhd., Interj., (12. Jh.): nhd. aha, ah; ne. aha!; Vw.: -; Hw.: s. ah, äh; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. ahā, aha, Interj., aha, ah; mnd. ahāh, Interj., „aha“? (ein Klageruf); ahd. aa, Interj., ah; ahd. aha, Interj., ah, ach; as. -; anfrk. -; germ. *a, Interj., ah; idg. *ā, *ē, Interj., ah (Ausruf der Empfindung), Pokorny 1 (1/1) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. aha, DW 1, 190, DW2 2, 72, EWAhd 1, 103, Duden s. u. aha; GB.: wohl lautmalend gebildete und seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf der Erkenntnis; BM.: lautmalend; F.: aha+EW; Z.: ah-a
Ahle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ahle, Pfriem, Spitzbohrer; ne. awl, pricker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. āle, sw. F., Ahle; mnd. āl, F., Ahle; ahd. āla 21, st. F. (ō), Ahle, Pfriem; as. -; anfrk. -; germ. *ēlō, *ǣlō, st. F. (ō), Ahle; s. germ. *ēla- (1), *ēlaz, *ǣla- (1), *ǣlaz, st. M. (a), Ahle; idg. *ēlā, F., Ahle, Pokorny 310 (453/34) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ahle, Kluge s. u. Ahle, EWD s. u. Ahle, DW 1, 191, DW2 2, 73, EWAhd 1, 135, Falk/Torp 26, Duden s. u. Ahle, Bluhme s. u. Ahle; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣl (1), āl, st. M. (a), Ahle, Pfriem; an. alr, st. M. (a), Ahle, Pfriem; got. *ela?, st. F. (ō), Ahle, Pfriem; nndl. els, Sb., Ahle; nschw. ål, Sb., Ahle; nisl. alur M., Ahle; ai. ā́rā, F., Ahle; GB.: (āla) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit vor etwa 120000 Jahren entwickeltes und seitdem verwendetes spitzes Werkzeug aus Knochen oder später Metall zu einem Einstechen von Löchern etwa in Leder; BM.: ?; F.: Ahle, Ahlen+EW; Z.: Ahl-e
ahmen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ahmen, visieren, eichen (V.), nachahmen, nachbilden; ne. imitate; Vw.: s. nach-; Hw.: -; Q.: 1252-1255 (Heinrich von Krolewitz uz Missen Vater Unser); E.: s. mhd. āmen, æmen, sw. V., ahmen, visieren, eichen (V.), prüfen, messen einer Flüssigkeitsmenge, füllen; mnd. āmen (1), amen, sw. V., „ahmen“, Rauminhalt eines Fasses durch Abfüllen prüfen und eichen (V.), füllen; s. mhd. āme (1), ōme, st. F., sw. M., sw. N., Ohm, Maß, Hohlmaß, Flüssigkeitsmaß für Wein; lat. hama, ama, F., Eimer, Feuereimer, (234-149 v. Chr.); gr. ἄμη (ámē), F., Wassereimer; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. ahmen, DW 1, 191, DW2 2, 74; GB.: seit 1252-1255 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums entwickelte Bezeichnung für mit einem Hohlmaß messen oder eichen (V.) oder nachahmen; BM.: ein Hohlmaß; F.: ahmen, ahme, ahmst, ahmt, ahmest, ahmet, ahmte, ahmtest, ahmten, ahmtet, geahmt, ##geahmt, geahmte, geahmtes, geahmtem, geahmten, geahmter##, ahmend, ###ahmend, ahmende, ahmendes, ahmendem, ahmenden, ahmender###, ahm (!)+EW; Z.: ahm-en
Ahn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ahn, Vorfahre; ne. ancestor, forefather; Vw.: s. Ur-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. ane, ene, sw. M., Großvater, Urgroßvater; mnd. āne, M., Ahne, Vorfahr, Vorfahre; mnl. aen, M., Ahn; ahd. ano, sw. M. (n), Ahne, Großvater, Vorfahr, Vorfahre; germ. *anō-, *anōn, sw. F. (n), Ahn; idg. *an- (1), Sb., Ahn, Pokorny 36 (69/69) (RB. idg. aus arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ahn. Kluge s. u. Ahn, EWD s. u. Ahne, DW 1, 192, DW2 2, 74, EWAhd 1, 215, Duden s. u. Ahn, Bluhme s. u. Ahn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *ana, sw. M. (n), Ahne, Vorfahr, Vorfahre; nschw. anfader, M., Ahn, Vorvater; nnorw. ane, M., Ahn; vgl. arm. han, M., Großmutter; gr. ἀννίς (annís), F., Großmutter; lat. anna, F., Pflegemutter; heth. an-na-naš, F., Mutter; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen (sowie wohl auch schon vormenschlich) möglichen Vorfahren eines Lebewesens; BM.: Ahn; F.: Ahn, Ahne, Ahns, Ahnes, Ahnen+EW; Z.: Ahn
ahnden (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ahnden, strafen, bestrafen, tadeln (V😊, verfolgen; ne. punish, avenge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. anden, sw. V., ahnden, rügen, rächen; mnd. anden, sw. V., Meinung äußern, tadeln, strafen; mnl. anden, sw. V., strafen; ahd. antōn, sw. V. (2), eifern, sich ereifern, beklagen, tadeln, strafen; ahd. anadōn*, sw. V. (2), sich ereifern, eifersüchtig werden; as. andon*, sw. V. (2), eifern, eifersüchtig sein (V.); anfrk. andon*, sw. V. (2), eifern; germ. *andōn, sw. V., sich ereifern; s. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ahnden 1, Kluge s. u. ahnden, EWD s. u. ahnden, DW 1, 192, DW2 2, 76, Duden s. u. ahnden, Bluhme s. u. ahnden; Son.: vgl. afries. -; ae. andian, sw. V., neiden, eifersüchtig sein (V.); an. -; got. -; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches tadeln (V.) oder verfolgen; BM.: ?; F.: ahnden, ahnde, ahndest, ahndet, ahndete, ahndetest, ahndeten, geahndet, ##geahndet, geahndete, geahndetes, geahndetem, geahndeten, geahndeter##, ahndend, ###ahndend, ahndende, ahndendes, ahndendem, ahndenden, ahndender###, ahnd (!)+EW; Z.: ahn-d-en
ahnden (2), nhd., sw. V.: nhd. ahnden; Vw.: s. ahnen
$Ahndung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Ahndung; E.: s. ahnd(en), s. ung; L.: EWD s. u. ahnden, DW; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ahnd(en) und ung gebildete Bezeichnung für sschlich seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprasche mögliche Tadelung oder Verfolgung; F.: Ahndung, Ahndungen+EW; Z.: Ahn-d-un
$Ahne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ahne, Vorfahrin; L.: Kluge s. u. Ahn, EWD s. u. Ahn, fehlt DW (s. aber Ahn); GB.: seit um 900 belegte und vielleicht von Ahn abgeleitete Bezeichnung für eine wohl auch schon vormenschlich möglichen Vorfahrin eines Lebewesens Vorfahrin; F.: Ahne, Ahnen+EW; Z.: Ahn-e
$ähneln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ähneln; L.: Kluge s. u. ähnlich, EWD s. u. ähnlich, DW 1, 194; GB.: seit 1652 belegte und mit ähnlich verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches ähnlich sein (V.) oder vergleichbar sein (V.); F.: ähneln, ähnel (!), ähnle, ähnele, ähnelst, ähnelt, ähnelte, ähneltest, ähnelten, ähnelter, geähnelt, ##geähnelt, geähnelte, geähneltes, geähneltem, geähnelten, geähnelter##, ähnelnd, ###ähnelnd, ähnelnde, ähnelndes, ähnelndem, ähnelnden, ähnelnder###, ähnel (!)+EW; Z.: ähn-el-n
ahnen, ahnden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ahnen, ein undeutliches Vorgefühl oder eine Befürchtung von etwas Kommenden haben; ne. sense (V.), forebode; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. anen, sw. V., ahnen, voraussehen; mnd. ānen, sw. V., ahnen; vgl. mhd. ane, an, Präp., Adv., Präf., an, auf, in, mit, bei, durch, von, hinsichtlich, für; ahd. ana, an, Präp., Adv., Präf., in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ahnen, Kluge s. u. ahnen, EWD s. u. ahnen, DW 1, 194, DW2 2, 79, Duden s. u. ahnen; Son.: vgl. nschw. ana, V., ahnen; nnorw. ane, V., ahnen; GB.: seit 1190-1200 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ein undeutliches Vorgefühl oder eine Befürchtung von etwas Kommendem haben; BM.: ?; F.: ahnen (!), ahne (!), ahnst, ahnt, ahnest, ahnet, ahnte, ahntest, ahnten, ahntet, geahnt, ##geahnt, geahnte, geahntes, geahntem, geahnten, geahnter##, ahnend, ###ahnend, ahnende, ahnendes, ahnendem, ahnenden, ahnender###, ahn (!), ahnden, ahnde, ahndest, ahndet, ahndete, ahndetest, ahndeten, geahndet, ##geahndet, geahndete, geahndetes, geahndetem, geahndeten, geahndeter##, ahndend, ###ahndend, ahndende, ahndendes, ahndendem, ahndenden, ahndender###, ahnd (!)+EW; Z.: ahn-en
$Ahnenkult, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ahnenkult; E.: s. Ahn(e), s. en (Suff.), s. Kult; Q.: Ende 19. Jh.; L.: EWD s. u. Ahn, fehlt DW; GB.: seit 1889 belegte und aus Ahn(e) und en (Suff.) sowie Kult gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Religion mögliche kultische Verehrung von Ahnen oder Vorfahren; F.: Ahnenkult, Ahnenkulte+EW+FW; Z.: Ahn-en—kul-t
$Ahnfrau, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ahnfrau, eine Vorfahrin; Q.: 1270-1284 (Alexander des Ulrich von Eschenbach); E.: s. Ahn(e), s. Frau; L.: EWD s. u. Ahn, DW 1, 195; GB.: seit um 1270-1284 belegte und aus Ahn(e) und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Großmutter oder frühere oder weitere Vorfahrin; F.: Ahnfrau, Ahnfrauen+EW; Z.: Ahn—fr-au
$Ahnherr, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ahnherr, ein Vorfahre; Q.: 1270-1284 (Alexander des Ulrich von Eschenbach); E.: s. Ahn(e), s. Herr; L.: EWD s. u. Ahn, DW 1, 195; GB.: seit um 1270-1284 belegte und aus Ahn(e) und Herr gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Großvater oder früheren oder weiteren Vorfahren; F.: Ahnherr, Ahnherren+EW; Z.: Ahn—her-r
ähnlich, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. ähnlich, fast gleich, ziemlich übereinstimmend; ne. similar, alike; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 12. Jh. (Die Wahrheit); E.: mhd. anelich, anlich, Adj., ähnlich, gleich, übereinstimmend; mnd. ānelik, Adj., ähnlich; ahd. *analīh?, Adj., „ähnlich“, gleich; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. ana, an, Präp., Adv., Präf., in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. ähnlich, Kluge s. u. ähnlich, EWD s. u. ähnlich, DW 1, 196, DW2 2, 87, Duden s. u. ähnlich, Bluhme s. u. aehnlich; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. ālīkr, Adj., ähnlich, gleich; got. analeikō, Adv., auf gleiche Weise, gleichermaßen; GB.: vielleicht seit 1175 belegte und in den Bestandteilen mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches fast gleich oder ziemlich übereinstimmend; F.: ähnlich, ähnliche, ähnliches, ähnlichem, ähnlichen, ähnlicher(, ähnlichere, ähnlicheres, ähnlicherem, ähnlicheren, ähnlicherer, ähnlichste, ähnlichstes, ähnlichstem, ähnlichsten, ähnlichster)+EW; Z.: ähn-lich
$Ähnlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ähnlichkeit, ziemliche Gleichheit, ziemliche Übereinstimmung; E.: s. ähnlich, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. ähnlich, EWD s. u. ähnlich, DW 1, 196; GB.: um 1375 belegte und aus ähnlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche ziemliche Gleichheit oder ziemliche Übereinstimmung; F.: Ähnlichkeit, Ähnlichkeiten+EW; Z.: Ähn-lich-kei-t
$Ahnung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ahnung, Vorgefühl, Vermutung; E.: s. ahn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. ahnen, EWD s. u. ahnen, DW 1, 196; GB.: seit 1499 belegte und aus ahn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Vorgefühl oder Vermutung; F.: Ahnung, Ahnungen+EW; Z.: Ahn-ung
ahoi, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. ahoi, Ausruf der Seeleute; ne. ahoy!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1846; I.: Lw. ne. ahoy; E.: s. ne. ahoy, Partikel, ahoi; von ah hoy; vgl. nhd. ah, he, hui; L.: Kluge s. u. ahoi, fehlt DW, DW2 2, 92, Duden s. u. ahoi; Son.: vgl. nndl. ahoi, Partikel, ahoi; frz. ohé, Partikel, ahoi; nschw. ohoj, Partikel, ahoi; nnorw. ohoi, Partikel, ahoi; poln. ahoj, Partikel, ahoi; nir. hóigh, Partikel, ahoi; GB.: seit 1846 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus der vorangestellten Partikel a und einem um 1393 belegten Ruf für den Antrieb von Vieh gebildete Bezeichnung für einen Ausruf oder Gruß unter Seeleuten; BM.: ?; F.: ahoi+FW; Z.: ah-oi
Ahorn, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Ahorn, Ahornbaum; ne. maple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 bzw. Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ahorn, st. M., Ahorn; mnd. āhōrn, M., Ahorn; ahd. ahorn, st. M.?, st. N. (a)?, Ahorn, Schwarzer Holunder; as. ahorn, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Ahorn; anfrk. -; s. wgerm. *ahurna-, *ahurnaz, st. M. (a), Ahorn; germ. *ahira-, *ahiraz, st. M. (a), Ahorn; idg. *ahurna, *ahurnaz, Sb., Ahorn; s. idg. *ak̑er-, *ok̑er-, Adj., spitz, Pokorny 20; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); es könnte sich aber auch um ein voridg. Wanderwort handeln; L.: Kluge 1. A. s. u. Ahorn, Kluge s. u. Ahorn, DW 1, 198, EWD s. u. Ahorn, DW2 2, 92, EWAhd 1, 110, Duden s. u. Ahorn, Falk/Torp 23; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. acernus, F.?, Ahorn; gr. ἄκαστος (ákastos), F.?, Ahorn; gr. ἄκαρνα (ákarna), F., Lorbeerbaum; GB.: seit um 800 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen aus Asien kommenden und weit verbreiteten Laubbaum aus der Familie der Rosskastaniengewächse mit eingeschnittenen und spitz zulaufenden Blättern sowie typischen flügelartigen Samen; BM.: spitz; F.: Ahorn, Ahorns, Ahorne, Ahornen+EW; Z.: Ah-orn
Ähre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ähre, Halm, Blütenstand und Fruchtstand des Getreides und verschiedener <gräser; ne. ear (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. eher, aher, st. N., Ähre; mnd. ār, N., Ähre; ahd. ahar, st. N. (iz/az), Ähre; ahd.? ah* (3), st. N. (a?), Ähre; as. *ahar?, st. N. (athem.?), Ähre; anfrk. -; germ. *aha-, *ahaz, *ahi-, *ahiz, st. N. (i), Ähre; germ. *ahsa-, *ahsam, st. N. (a), Ähre?; idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ähre, Kluge s. u. Ähre, EWD s. u. Ähre, DW 1, 198, DW2 2, 94, EWAhd 1, 95, Duden s. u. Ähre, Falk/Torp 7, Bluhme s. u. Aehre; Son.: vgl. afries. ār, st. N. (a), Ähre; ae. éar, æhher, st. N. (az/iz), Ähre; an. ax, st. N. (a), Ähre; got. ahs, st. N. (a), Ähre; nndl. aar, Sb., Ähre; nschw. ax, N., Ähre; nnorw. aks, N., Ähre; nisl. ax, N., Ähre; lat. acus, N., Spreu, Getreidehülse, Granne; gr. ἀκοστή (akostḗ), F., Gerste; gr. ἄχνη (áchnē), F., Spreu, Schaum, Staub; russ. ost’, Sb., Spitze; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen unverzweigten Blütenstand und Fruchtstand des Getreides und verschiedener Gräser; BM.: spitz; F.: Ähre, Ähren+EW; Z.: Äh-r-e
$Ährenlese, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ährenlese; E.: s. Ähr(e), s. en (Suff.), s. Lese; L.: EWD s. u. lesen, DW 1, 199; GB.: seit 1700 belegte und aus Ähr(e) und en (Suff.) sowie Lese gebildete Bezeichnung für das Sammeln der nach der Ernte von Getreide einzeln ungewollt zurückgebliebenen Ähren; F.: Ährenlese, Ährenlesen+EW; Z.: Äh-r-en—les-e
Aids, nhd., N., Sb., (20. Jh.): nhd. Aids, eine Krankheit; ne. Aids; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1982; I.: Lw. ne. Aids; E.: s. ne. Aids, N., Aids; Abkürzung für Acquired Immune Deficiency Syndrome; L.: Kluge s. u. Aids, fehlt DW, DW2 2, 99, Duden s. u. Aids; Son.: der isolierte Gebrauch des Wortes wird grundsätzlich vermieden so dass eine eindeutige Genuszuweisung nicht erkennbar ist; vgl. nndl. Aids, Sb., Aids; nschw. Aids, Sb., Aids; nnorw. Aids, Sb., Aids; poln. Aids, M., Aids; lit. Aids, N., Aids; GB.: seit 1982 gebildete und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine seit dieser Zeit weltweit durch Ansteckung mit dem Human Immundeficiency Virus (HIV) verbreitete schwere das Immunsystem zerstörende sowie bisher nur bei rechtzeitiger Behandlung heilbare Krankheit (des Menschen); BM.: Abkürzung; F.: Aids+FW; Z.: A-i-d-s
Air, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Air, liedartiges Musikstück; ne. air (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Arie; Q.: 1695; I.: Lw. frz. air; E.: s. frz. air, M., Luft; afrz. aire, Sb., eine Art zu singen; lat. āēr, M., untere Luftschicht, Atmosphäre, Dunstkreis, Luft; gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; L.: EWD s. u. Air2, fehlt DW, DW2 2 (Air2), Duden s. u. Air; Son.: der isolierte Gebrauch des Wortes wird grundsätzlich vermieden so dass eine eindeutige Genuszuweisung nicht erkennbar ist; vgl. nschw. air, Sb., Air; nnorw. air, M., Air; GB.: seit 1695 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine für einen vokalen oder instrumentalen Vortrag bestimmte einfach angelegte Komposition ohne formale Bindung; F.: Air, Airs+FW; Z.: Air
Airbag, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Airbag, Prallkissen; ne. airbag, air bag; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. airbag; E.: s. ne. airbag, air bag, N., Airbag, Luftkissen; ne. air, N., Luft; frz. air, M., Luft; afrz. aire, Sb., eine Art zu singen; lat. āēr, M., untere Luftschicht, Atmosphäre, Dunstkreis, Luft; gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; ne. bag, N., Tasche, Beutel; vielleicht von an. baggi, sw. M. (n), Packen (M.), Bündel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Airbag; Son.: vgl. nndl. airbag, Sb., Airbag; frz. airbag, M., Airbag; nschw. airbag, Sb., Airbag; nnorw. airbag, M., Airbag; GB.: seit 1971 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein an dem 23. Oktober 1971 von der Daimler-Benz AG als Patent angemeldetes für Kraftfahrzeuge entwickeltes Luftkissen das sich bei einem Aufprall automatisch aufbläst um die einzelnen Insassen vor schweren Verletzungen zu schützen (Prallkissen); BM.: Luft, Tasche; F.: Airbag, Airbags+FW; Z.: Air—bag
Akademie, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Akademie, wissenschaftliche Gesellschaft; ne. academy; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. Acadēmīa; E.: s. lat. Acadēmīa, F., Akademie, (81-43 v. Chr.); gr. Ἀκαδήμεια (Akadḗmīa), F., Gymnasion an dem Kephissos nordwestlich von Athen in dem Plato lehrte; vielleicht vom Heros Ἀκάδημος (Akádēmos), M.=PN, Akademos; vgl. idg. *u̯ek̑-, V., wollen (V.), wünschen, Pokorny 1135 (1970/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., heth.); L.: Kluge s. u. Akademie, EWD s. u. Akademie, DW 31, 496, DW2 2, 103, Duden s. u. Akademie; Son.: vgl. nndl. academie, Sb., Akademie; frz. académie, F., Akademie; nschw. akademi, Sb., Akademie; nnorw. akademi, N., Akademie; poln. akademia, F., Akademie; lit. akademija, F., Akademie; GB.: seit 1541 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Vereinigung von Gelehrten oder Künstlern (wissenschaftliche Gesellschaft) bzw. für das Gebäude in dem eine solche Vereinigung ihren Sitz hat; BM.: ON; F.: Akademie, Akademien+FW+EW; Z.: Ak-adem-ie
$Akademiker, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Akademiker; E.: s. Akademi(e), s. ker; L.: EWD s. u. Akademie, fehlt DW; GB.: seit um 1755 belegte und aus Akademi(e) und k sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen an einer Akademie oder Universität oder Hochschule ausgebildeten Menschen; F.: Akademiker, Akademikers, Akademikern+FW+EW; Z.: Ak-adem-ik-er
akademisch, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. akademisch, Akademie betreffend, Universität betreffend, höhere Bildung betreffend, theoretisch; ne. academic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw. lat. Acadēmicus; E.: ahd. akadēmisk*, acadēmisc*, Adj., akademisch; lat. Acadēmicus (1), Adj., akademisch, zur Akademie gehörig, platonisch, (81-43 v. Chr.); gr. Ἀκαδημεικός (Akadēmeikós), Adj., Akademie betreffend, zur Akademie gehörend, akademisch; vgl. gr. Ἀκαδήμεια (Akadḗmīa), F., Gymnasion am Kephissos nordwestlich von Athen in dem Plato lehrte; vielleicht vom Heros Ἀκάδημος (Akádēmos), M.=PN, Akademos; vgl. idg. *u̯ek̑-, V., wollen (V.), wünschen, Pokorny 1135 (1970/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., heth.); L.: Kluge s. u. Akademie, EWD s. u. Akademie, fehlt DW, DW2 2, 110, EWAhd 1, 128, Duden s. u. akademisch; Son.: vgl. nndl. academisch, Adj., akademisch; frz. académique, Adj., akademisch; nschw. akademisk, Adj., akademisch; nnorw. akademisk, Adj., akademisch; poln. akademiski, Adj., akademisch; kymr. academig, Adj., akademisch; nir. acadúil, Adj., akademisch; lit. akademinis, Adj., akademisch; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. Acadēmicus und gr. Ἀκαδημεικός aus Akadem(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Akademie betreffend oder höhere Bildung betreffend; BM.: ON; F.: akademisch, akademische, akademisches, akademischem, akademischen, akademischer(, akademischere, akademischeres, akademischerem, akademischeren, akademischerer, akademischst, akademischste, akademischstes, akademischstem, akademischsten, akademischster)+EW; Z.: ak-adem-isch
Akanthus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Akanthus, Bärenklau; ne. giant hogweed, acanthus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1539; I.: Lw. gr. ἄκανθος (ákanthos); E.: gr. ἄκανθος (ákanthos), M., Distelart, Bärenklau, Akanthus; s. idg. *ak̑en-, Sb., Spitze, Spieß (M.) (1), Stein, Pokorny 19; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἄνθος (ánthos), N., Blume, Blüte; idg. *andʰ-, *anedʰ-, V., hervorstechen, sprießen, blühen, Pokorny 40 (73/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., balt.?, toch.); L.: fehlt DW, DW2 2, 115, Duden s. u. Akanthus; Son.: vgl. nndl. acanthus, Sb., Akanthus; frz. acanthe, F., Akanthus; nschw. akantus, Sb., Akanthus; nnorw. akantus, M., Akanthus; poln. akant, M., Akanthus; kymr. acanthws, M., Akanthus; nir. acantas, M., Akanthus; GB.: seit 1539 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche krautartige und in dem Altertum als Vorlage eines verbreiteten Ornaments verwendete Pflanze; BM.: sprießen; F.: Akanthus+FW(+EW?); Z.: Ak-an-th-us
Akazie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Akazie, Robinie, Schlehe; ne. acacia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582.; I.: Lw. lat. acacia; E.: lat. acacia, F., Gebärmutter, ägyptischer Schotendorn, Akaziensaft, Akaziengummi, (14-37 n. Chr.); s. gr. ἀκακία (akakía), F., Akazie; das Wort ist wohl eine Entlehnung; vielleicht auch Zusammenhang mit idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akazie, EWD s. u. Akazie, fehlt DW, DW2 2, 116, Duden s. u. Akazie; Son.: vgl. nndl. acacia, Sb., Akazie; frz. acacia, M., Akazie; nschw. akacia, Sb., Akazie; nnorw. akasie, M., Akazie; poln. akacja, F., Akazie; kymr. acasia, F., Akazie; nir. acaicia, F., Akazie; lit. akacija, F., Akazie; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen zu den Mimosengewächsen gehörenden und aus Nordamerika kommenden sowie in tropischen und subtropischen Gebieten beheimateten Baum aus der Familie der Hülsenfrüchte; BM.: spitz; F.: Akazie, Akazien+FW(+EW); Z.: Ak-az-ie
Akelei, Aglei, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Akelei, Aglei, eine Blume; ne. columbine, aquilegia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ageleie, agleie, F., Akelei; mnd. akeleie*, akeleye, F., N., Akelei; mnl. acoleie, F., Akelei; ahd. agaleia, sw. F. (n), st. F. (ō)?, Kreuzdorn?, Karde, Akelei; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht romanischer Herkunft, von einem mlat. aquilegia, aquileia; L.: Kluge 1. A. s. u. Aglei, Kluge s. u. Akelei, EWD s. u. Akelei, DW 1, 190, DW2 2, 117, EWAhd 1, 76?, Duden s. u. Akelei; Son.: vgl. nndl. akelei, Sb., Akelei; frz. ancolie, F., Akelei; nschw. akleja, Sb., Akelei; nnorw. akeleie, M., F., Akelei; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht aus dem Romanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu der Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Blume; BM.: ?; F.: Akelei, Akeleien, Aglei, Agleien+FW(+EW?); Z.: Akel-ei
Akklamation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Akklamation, Abstimmung durch Zuruf, Beifall; ne. acclamation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531; I.: Lw. lat. acclāmātio; E.: s. lat. acclāmātio, F., Zurufen, Zuruf, Zuschreien, Zujauchzen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. acclāmāre, V., zurufen, zuschreien, zujauchzen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Akklamation, fehlt DW, DW2 2, 119, Duden s. u. Akklamation; Son.: vgl. nndl. acclamatie, Sb., Akklamation; frz. acclamation, F., Akklamation; nnorw. akklamasjon, M., Akklamation; poln. aklamacja, F., Akklamation; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte Abstimmung durch Zuruf oder Klatschen oder einen Beifall; BM.: zu, rufen; F.: Akklamation, Akklamationen+FW(+EW); Z.: Ak-kla-m-at-io-n
$Akklimatisation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akklimatisation, klimatische Anpassung; Q.: 1834; E.: s. akklimatisieren; L.: EWD s. u. akklimatisieren, fehlt DW; GB.: 1834 belegte und aus dem Französischen gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche klimatische Anpassung (beispielsweise bei Zugvögeln nach einer Ortsveränderung durch den Zug); F.: Akklimatisation, Akklimatisationen+FW(+EW); Z.: Ak-kli-m-at-is-at-io-n
akklimatisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. akklimatisieren, sich an veränderte Verhältnisse gewöhnen; ne. acclimate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. acclimater; E.: s. frz. acclimater, V., akklimatisieren; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); frz. climat, M., Klima; lat. clīma, N., Klima, Gegend, Feldmaß; gr. κλίμα (klíma), N., Neigung, Himmelsgegend, Gegend; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. akklimatisieren, EWD s. u. akklimatisieren, fehlt DW, DW2 2, 120, Duden s. u. akklimatisieren; Son.: vgl. nndl. acclimatiseren, V., akklimatisieren; nschw. acklimatisera, V., akklimatisieren; nnorw. akklimatisere, V., akklimatisieren; poln. aklimatyzować, V., aklimatisieren; lit. aklimatizuotis, Adj., akklimatisieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches veränderten (klimatischen) Verhältnissen anpassen; BM.: zu, Gegend; F.: akklimatisieren, akklimatisiere, akklimatisierst, akklimatisiert, akklimatisierest, akklimatisieret, akklimatisierte, akklimatisiertest, akklimatisierten, akklimatisiertet, ##akklimatisiert, akklimatisierte, akklimatisiertes, akklimatisiertem, akklimatisierten, akklimatisierter##, akklimatisierend, ###akklimatisierend, akklimatisierende, akklimatisierendes, akklimatisierendem, akklimatisierenden, akklimatisierender###, akklimatisier (!)+FW(+EW); Z.: ak-kli-m-at-is-ier-en
Akkord, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Akkord, Übereinkommen, Werkvertrag; ne. chord, settlement, task work (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1298; I.: Lw. frz. accord; E.: s. frz. accord, M., Übereinstimmung, Abkommen; vgl. frz. accorder, V., Abkommen schließen; lat. accordāre, V., in Einklang bringen, versöhnen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cor, N., Herz, Seele; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Akkord, fehlt DW, EWD s. u. Akkord 1, DW2 2, 123, Duden s. u. Akkord; Son.: vgl. nndl. akkoord, Sb., Akkord; nschw. ackord, Sb., Akkord; nnorw. akkord, M., Akkord; poln. akord, M., Akkord; lit. akordas, M., Akkord; GB.: seit 1298 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Tönen möglichen Zusammenklang von mehr als zwei Tönen mit verschiedener Tonhöhe; BM.: zu, Herz; F.: Akkord, Akkords, Akkordes, Akkorde, Akkorden+FW(+EW); Z.: Ak-kord
$Akkordarbeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akkordarbeit; E.: s. Akkord, s. Arbeit; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Akkord 1, fehlt DW; GB.: seit 1809 belegte und aus Akkord und Arbeit gebildete Bezeichnung für eine vor allem seit dieser Zeit statt nach Zeit nach Arbeitsleistung oder Stückzahl entlohnte Arbeit; F.: Akkordarbeit, Akkordarbeiten+FW+EW; Z.: Ak-kord—arb-eit
$Akkordarbeiter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Akkordarbeiter; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Akkordarbeit, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Akkord 1, fehlt DW; GB.: seit 1809 belegte und aus Akkordarbeit und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen für Akkordarbeit entlohnten Arbeiter; F.: Akkordarbeiter, Akkordarbeiter, Akkordarbeitern+FW+EW; Z.: Ak-kord—arb-eit-er
Akkordeon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Akkordeon, Ziehharmonika; ne. accordion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1834; E.: neoklassische Bildung, s. nhd. Akkord; L.: Kluge s. u. Akkordeon, EWD s. u. Akkord 2, fehlt DW, DW2 2, 126, Duden s. u. Akkordeon; Son.: vgl. nndl. accordeon, Sb., Akkordeon; poln. akordeon, M., Akkordeon; kymr. acordion, M., Akkordeon; nir. cairdín, M., Akkordeon; lit. akordeonas, M., Akkordeon; GB.: seit 1834 belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Handharmonika bei welcher der Ton (M.) (2) durch freischwingende durchschlagende und von Menschen betätigte Zungen aus Metall erzeugt wird; BM.: zu, Herz; F.: Akkordeon, Akkordeons+FW(+EW); Z.: Ak-kord-eon
$Akkordlohn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Akkordlohn; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Akkord, s. Lohn; L.: EWD s. u. Akkord 1, fehlt DW; GB.: seit 1850 belegte und aus Akkord und Lohn gebildete Bezeichnung für einen durch die hergestellte Stückzahl der Leistung bestimmten Lohn; F.: Akkordlohn, Akkordlohnes, Akkordlohns, Akkordlöhne, Akkordlöhnen+FW+EW; Z.: Ak-kord—loh-n
akkreditieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. akkreditieren, beglaubigen; ne. accredit; Vw.: -; Hw.: s. Kredit; Q.: 1699; I.: Lw. frz. accréditer; E.: s. frz. accréditer, V., beglaubigen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); frz. crédit, M., Kredit, Gutschrift, Vertrauen; lat. crēdere, V., glauben, vertrauen auf, meinen; idg. *k̑redʰē-, V., glauben, vertrauen, Pokorny 580; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge s. u. akkreditieren, EWD s. u. akkreditieren, fehlt DW, DW2 2, 128, Duden s. u. akkreditieren; Son.: vgl. nndl. accrediteren, V., akkreditieren, beglaubigen; nschw. ackreditera, V., akkreditieren, beglaubigen; nnorw. akkreditere, V., akkreditieren, beglaubigen; poln. akredytować, V., akkreditieren; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches einen Vertreter (eines Staates) beglaubigen oder auch jemandem einen Kredit einräumen; BM.: zu, Herz; F.: akkreditieren, akkreditiere, akkreditierst, akkreditiert, akkreditierest, akkreditieret, akkreditierte, akkreditiertest, akkreditierten, akkreditiertet, ##akkreditiert, akkreditierte, akkreditiertes, akkreditiertem, akkreditierten, akkreditierter##, akkreditierend, ###akkreditierend, akkreditierende, akkreditierendes, akkreditierendem, akkreditierenden, akkreditierender###, akkreditier (!)+FW; Z.: ak-kred-it-ier-en
Akku, Aku, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Akku, Akkumulator, wiederaufladbare Batterie; ne. battery, accumulator; Vw.: -; Hw.: s. Akkumulation, akkumulieren; Q.: 1936; E.: Kurzform von Akkumulator, M., Akku, Akkumulator; lat. accumulātor, M., Anhäufer; vgl. lat. accumulāre, V., hoch aufhäufen, überreichlich versehen (V.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cumulāre, V., häufen, aufhäufen, aufschichten; lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akku, EWD s. u. akkumulieren, fehlt DW, DW2 2, 129, Duden s. u. Akku; Son.: vgl. nndl. accu, Sb., Akku, Akkumulator; nnorw. akku, M., Akku, Akkumulator; GB.: seit 1936 belegte abgekürzte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Speichern elektrischer Energie oder eine wiederaufladbare Batterie; BM.: anhäufen; F.: Akku, Akkus+FW; Z.: Ak-ku
Akkulturation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Akkulturation, kulturelle Anpassung; ne. acculturation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cultūra, F., Pflege, Abwartung, Wartung, Bearbeitung, Bebauung, Bestellung, Anbau, Ackerbau, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Akkulturation; Son.: vgl. frz. acculturatie, Sb., Akkulturation; frz. acculturation, F., Akkulturation; nschw. ackulturation, Sb., Akkulturation; nnorw. akkulturasjon?, M., Akkulturation; poln. akulturacija, Sb., Akkulturation; lit. akultūracija, F., Akkulturation; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit ihrer Entstehung meist wegen der damit verbundenen Vorteile durch freiwillige Nachbildung vorgenommene Übernahme von Elementen einer fremden Kultur durch den Einzelnen oder eine Gruppe (Anpassung); BM.: bebauen; F.: Akkulturation, Akkulturationen+FW; Z.: Ak-kul-t-ur-at-io-n
Akkumulation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akkumulation, Anhäufung; ne. accumulation; Vw.: -; Hw.: s. Akku, akkumulieren; Q.: 1812; I.: Lw. lat. accumulātio; E.: s. lat. accumulātio, F., Anhäufung, Aufhäufung, Häufeln, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. accumulāre, V., hoch aufhäufen, überreichlich versehen (V.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cumulāre, V., häufen, aufhäufen, aufschichten; lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akku, fehlt DW, EWD s. u. akkumulieren, DW2 2, 129, Duden s. u. Akkumulation; Son.: vgl. nndl. accumulatie, Sb., Akkumulation; frz. accumulation, F., Akkumulation; nnorw. akkumulasjon, M., Akkumulation; poln. akumulacja, F., Akkumulation; lit. akumuliacija, F., Akkumulation; GB.: seit 1812 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildetesowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit entwickelte Anhäufung vor allem von Produktionsmitteln; BM.: anhäufen; F.: Akkumulation, Akkumulationen+FW; Z.: Ak-ku-m-ul-at-io-n
$Akkumulator, nhd. M., (19. Jh.): nhd. Akkumulator, Gerät für eine aufladbare Speicherung von Elektrizität; Q.: 1843?; E.: s. lat. accumulator; L.: EWD s. u. akkumulieren; GB.: seit 1843 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhäufer oder ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für eine aufladbare Speicherung von Elektrizität; Son.: abgekürzt Akku; F.: Akkumulator, Akkumulatoren+FW; Z.: Ak-ku-m-ul-at-or
akkumulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. akkumulieren, anhäufen, speichern; ne. accumulate; Vw.: -; Hw.: s. Akku, Akkumulation; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. lat. accumulāre, adcumulāre, V., hoch aufhäufen, überreichlich versehen (V.), überhäufen, erhöhen, anhäufen, zusammenbringen, zusammenrechnen, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cumulāre, V., häufen, aufhäufen, aufschichten; lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akku, fehlt DW, EWD s. u. akkumulieren, Duden s. u. akkumulieren; Son.: vgl. nschw. akkumulera, V., akkumulieren; nnorw. akkumulere, V., akkumulieren; poln. akumulować, V., akkumulieren; lit. akumuliuoti, V., akkumulieren; GB.: seit 1547 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildet sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild mögliches und verwendetes anhäufen; BM.: anhäufen; F.: akkumulieren, akkumuliere, akkumulierst, akkumuliert, akkumulierest, akkumulieret, akkumulierte, akkumuliertest, akkumulierten, akkumuliertet, ##akkumuliert, akkumulierte, akkumuliertes, akkumuliertem, akkumulierten, akkumulierter##, akkumulierend, ###akkumulierend, akkumulierende, akkumulierendes, akkumulierendem, akkumulierenden, akkumulierender###, akkumulier (!)+FW; Z.: ak-ku-m-ul-ier-en
akkurat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. akkurat, genau, gewissenhaft, sorgfältig; ne. accurate, neat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. accūrātus; E.: s. lat. accūrātus, Adj., mit Sorgfalt gemacht, sorgfältig, ausführlich, genau, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. accūrāre, V., Sorgfalt auf etwas verwenden, mit Sorgfalt betreiben; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. cūrāre, coerāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: EWD s. u. akkurat, fehlt DW, Duden s. u. akkurat; Son.: vgl. nndl. accuraat, Adj., genau, sorgfältig; nschw. ackurat, Adj., genau, sorgfältig; nnorw. akkurat, Adj., genau, sorgfältig; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für genau oder gewissenhaft oder sorgfältig; BM.: genau; F.: akkurat, akkurate, akkurates, akkuratem, akkuraten, akkurater(, akkuratere, akkurateres, akkuraterem, akkurateren, akkuraterer, akkurateste, akkuratestes, akkuratestem, akkuratesten, akkuratester)+FW(+EW?); Z.: ak-kur-at
$Akkuratesse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Akkuratesse, Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt; E.: s. akkurat; L.: Kluge s. u. akkurat, EWD s. u. akkurat, fehlt DW; GB.: seit 1708 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Genauigkeit oder Gewissenhaftigkeit oder Sorgfalt; F.: Akkuratesse+FW(+EW); Z.: Ak-kur-at-ess-e
Akkusativ, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Akkusativ, Wen-Fall, Anklagefall; ne. accusative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. accūsātīvus; E.: s. lat. accūsātīvus, M., Akkusativ, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. accūsāre, V., anklagen, beschuldigen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld; weitere Etymologie ungeklärt; L.: Kluge s. u. Akkusativ, EWD s. u. Akkusativ, fehlt DW, DW2 2, 132, Duden s. u. Akkusativ; Son.: vgl. nndl. accusatief., Sb., Akkusativ; nschw. ackusativ, Sb., Akkusativ; nnorw. akkusativ, M., Akkusativ; die lat. Bezeichnung ist ihrerseits eine Lüs. zu gr. αἰτιάκε πτῶσις (aitiáke ptōsis), Fall der das Verursachte angibt; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den Wen-Fall oder Kasus in dem besonders das Objekt eines transitiven Verbes und bestimmte Umstandsangaben stehen wie beispielsweise ich suche ein Geschenk oder sie geht nicht ohne dich; BM.: Grund; F.: Akkusativ, Akkusativs, Akkusative, Akkusativen+FW(+EW?); Z.: Ak-kus-at-iv
Akne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akne, eine Hautkrankheit; ne. acne; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1824; I.: Lw. gr. ἀκμή (akmḗ); E.: s. gr. ἀκμή (akmḗ), F., Spitze, höchster Punkt, Höhepunkt, Blüte; idg. *ak̑mo-, Sb., Spitze, Schärfe, Pokorny 19; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akne, fehlt DW, DW2 2, 133, Duden s. u. Akne; Son.: vgl. nndl. acne, Sb., Akne; frz. acné, F., Akne; nschw. akne, Sb., Akne; nnorw. akne, M., Akne; nir. aicne, F., Akne; lit. aknė, F., Akne; Son.: das n statt des m des Griechischen stammt aus einer falschen Lesung; GB.: seit 1824 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums bei Menschen mögliche mit Knötchenbildung und Pustelbildung einhergehende und nicht ansteckende Entzündung von Talgdrüsen der Haut; BM.: Blüte; F.: Akne, Aknen+FW(+EW?); Z.: Ak-n-e
Akoluth, nhd., M.: nhd. Akoluth, ein Geistlicher oder Kleriker eines niederen Ranges; ne. acolyte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); I.: Lw. lat. acoluthus; E.: s. mhd. acolite, sw. M., Akoluth, Kleriker eines niederen Ranges; mnd. akolīte, akolīt, M., Akoluth, Priester niederen Grades; lat. acoluthus, M., Gehilfe des Priesters, Messgehilfe, um 560-636 n. Chr.); gr. ἀκόλουθος (akóluthos), M., Begleiter; vgl. idg. *keleu-, V., Sb., wandern, Weg, Pokorny 554; idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.)?; L.: fehlt DW, DW2 2, 133, Duden s. u. Akoluth; Son.: vgl. nndl. acoliet, Sb., Akoluth; frz. acolyte, M., Akoluth; nschw. akolut, Sb., Akoluth; kymr. acolit, M., Akoluth; nir. acalaí, M., Akoluth; poln. akolita, M., Akoluth; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen christlichen Geistlichen oder Kleriker eines niederen Ranges; BM.: wandern bzw. treiben; F.: Akoluth, Akoluthe, Akoluths, Akoluthen+FW; Z.: A-kol-uth
Akquisition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Akquisition, Erwerbung, Erlangung, Anschaffung, Kundenwerbung, Gewinn; ne. acquisition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; I.: Lw. lat. acquīsītio; E.: s. lat. acquīsītio, F., Zuwachs, Zufluss, Erwerbung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. acquīrere, V., dazu erwerben, dazu gewinnen, hinzuerwerben, erwerben; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen; weitere Etymologie unsicher, Walde/Hofmann 2, 396; L.: fehlt DW, DW2 2, 134, Duden s. u. Akquisition; Son.: vgl. nndl. acquisitie, Sb., Erwerb, Erwerbung; frz. acquisition, F., Erwerb; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise in der weiteren Etymologie unsichere Bezeichnung für eine Erwerbung oder Anschaffung; BM.: erwerben; F.: Akquisition, Akquisitionen+FW(+EW); Z.: Ak-quis-it-io-n
Akribie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akribie, Genauigkeit, Sorgfalt; ne. meticulousness; Vw.: -; Hw.: s. akribisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. acribia; E.: s. mlat. acribia, F., Akribie, höchste Genauigkeit; gr. ἀκρίβεια (akríbeia), F., Genauigkeit, Sorgfalt, Gründlichkeit; vgl. gr. ακριβής (akribḗs), Adj., genau, sorgfältig, gründlich, streng; weitere Herkunft ist unklar, vielleicht zu gr. ἄκρος (ákros), Adj., spitz auslaufend, an der Spitze befindlich, spitz; vgl. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akribie, EWD s. u. Akribie, fehlt DW, DW2 2, 135, Duden s. u. Akribie; Son.: vgl. nndl. acribie, Sb., Akribie, Genauigkeit; nschw. akribi, Sb., Akribie, Genauigkeit; nnorw. akribi, Sb., Akribie, Genauigkeit; poln. akrybia, F., Akribie; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Genauigkeit oder Sorgfalt; BM.: spitz? bzw. genau; F.: Akribie+FW(+DW); Z.: Ak-r-ib-ie
akribisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. akribisch, sorgfältig, genau, pedantisch; ne. meticulous; Vw.: -; Hw.: s. Akribie; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. ακριβής (akribḗs); E.: s. gr. ακριβής (akribḗs), Adj., genau, sorgfältig, gründlich, streng; weitere Herkunft unklar, vielleicht zu gr. ἄκρος (ákros), Adj., spitz auslaufend, an der Spitze befindlich, spitz; vgl. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akribie, fehlt DW, Duden s. u. akribisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sorgfältig oder genau; BM.: spitz? bzw. genau; F.: akribisch, akribische, akribisches, akribischem, akribischen, akribischer(, akribischere, akribischeres, akribischerem, akribischeren, akribischerer, akribischst, akribischste, akribischstes, akribischstem, akribischsten, akribischster)+FW+EW; Z.: ak-r-ib-isch
Akrobat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Akrobat, Seiltänzer, Turnkünstler; ne. acrobat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1806; I.: Lw. frz. acrobate; E.: frz. acrobate, M., F., Seiltänzer, Seiltänzerin; gr. ἀκροβάτης (akrobátēs), M., auf den Zehenspitzen Gehender; vgl. gr. ἄκρος (ákros), Adj., spitz auslaufend, an der Spitze befindlich, spitz; vgl. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Akrobat, EWD s. u. Akrobat, fehlt DW, DW2 2, 136, Duden s. u. Akrobat; Son.: vgl. nndl. acrobaat, M., Akrobat; nschw. akrobat, M., Akrobat; nnorw. akrobat, M., Akrobat; poln. akrobata, M., Akrobat; kymr. acrobat, M., Akrobat; GB.: seit 1806 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Seiltänzer oder Turnkünstler; BM.: auf Zehenspitzen gehen; F.: Akrobat, Akrobaten+FW(+EW); Z.: Ak-ro-b-at
$Akrobatik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akrobatik, Kunst des Akrobaten; E.: s. Akrobat, s. ik (Suff.); L.: Kluge s. u. Akrobat, fehlt DW; GB.: seit 1894 belegte und aus Akrobat und ik (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Kunst des Akrobaten; F.: Akrobatik+FW; Z.: Ak-ro-b-at-ik
$akrobatisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. akrobatisch, Akrobatik betreffend; E.: s. Akrobat, s. isch; L.: Kluge s. u. Akrobat, fehlt DW; GB.: seit 1838 belegte und aus Akrobat und isch gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Akrobatik betreffend; F.: akrobatisch, akrobatische, akrobatisches, akrobatischem, akrobatischen, akrobatischer(, akrobatischere, akrobatischeres, akrobatischerem, akrobatischeren, akrobatischerer, akrobatischst, akrobatischste, akrobatischstes, akrobatischstem, akrobatischsten, akrobatischster)+FW; Z.: ak-ro-b-at-isch
Akronym, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Akronym, Kurzwort; ne. acronym; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἄκρος (ákros), Adj., spitz auslaufend, an der Spitze befindlich, spitz; vgl. idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Akronym; Son.: vgl. nndl. acroniem, Sb., Akronym; frz. acronyme, M., Akronym; nschw. akronym, Sb., Akronym; nnorw. akronym, N., Akronym; kymr. acronym, M., Akronym; nir. acrainm, M., Akronym; poln. akronim, M., Akronym; lit. akronimas, M., Akronym; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter geschaffenes Kurzwort (z. B. AIDS, CDU, CSU, DHL, EDV, EU, ISBN, Kripo, Laser, LOL, NATO, Radar, SPD, UFO); BM.: spitz, Name; F.: Akronym, Akronyms, Akronyme, Akronymen+FW; Z.: Ak-r-o-nym
Akropolis, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Akropolis, (altgriechische) Stadtburg; ne. acropolis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. acropolis, gr. ἀκρόπολις (akrópolis); E.: s. lat. acropolis, F., höher gelegener Teil der Stadt?, Burg?; gr. ἀκρόπολις (akrópolis), F., höher gelegener Teil der Stadt, befestigter Teil der Stadt, Burg; vgl. gr. ἄκρος (ákros), Adj., spitz auslaufend, an der Spitze befindlich, spitz, äußerste, höchste; idg. *ak̑ri-, *ak̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt, Staat; idg. *pel-, Sb., Burg; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); W.: nhd. Akropolis, F., Akropolis, (altgriechische) Stadtburg; L.: fehlt DW, DW2 2, 137, Duden s. u. Akropolis; Son.: vgl. nndl. acropolis, Sb., Akropolis; frz. acropole, F., Akropolis; nschw. akropol, Sb., Akropolis; nnorw. akropolis, M.?, Akropolis; poln. akropol, M., Akropolis; lit. akropolis, M., Akropolis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Burg oberhalb Athens und davon abgeleitet für die in vielen griechischen Städten auf einem Hügel oberhalb einer Stadt gelegene Burg (Stadtburg); BM.: Oberstadt; F.: Akropolis+FW; Z.: Ak-r-o-pol-is
Akt (1), nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Akt (M.) (1), Tat, Stellung des menschlichen Körpers, Nacktbild eines Menschen; ne. act (N.), deed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. āctus; E.: s. lat. āctus, M., Sich-Bewegen, Bewegung, Treiben, Akt, Abschnitt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akt, EWD s. u. Akt, fehlt DW, DW2 2, 138, Duden s. u. Akt; Son.: vgl. nndl. akte, Sb., Akt; nschw. akt, Sb., Tat; nnorw. akt, F., M., Akt; poln. akt, M., Akt (M.) (1); kymr. act, F., Tat; lit. aktas, M., Akt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche vollzogene Tat oder Handlung oder für ein sachlich seit Entwicklung des Zeichnens mögliches Nacktbild eines Menschen; BM.: tun; F.: Akt, Akts, Aktes, Akte, Akten+FW; Z.: Ak-t
Akt (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Akt (M.) (2), Akte, Urkunde, Schriftstück, Schriftverkehr; ne. document (N.); Vw.: -; Hw.: s. Akte; Q.: s. Akte; I.: Lw. lat. āctum; E.: s. lat. āctum,(Part. Prät.=) N., Betriebenes, Verhandeltes; vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Akt, fehlt DW, Duden s. u. Akt, Bluhme s. u. Akt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche Unterlagen zu einem Geschehen; BM.: machen; F.: Akt, Akts, Aktes, Akte, Akten+FW; Z.: Ak-t
Akte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Akte, Schriftstück, Schriftverkehr; ne. document (N.); Vw.: -; Hw.: s. Akt (2); Q.: 1423; I.: Lw. lat. āctum; E.: s. lat. āctum, N., Betriebenes, Verhandeltes, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akte, EWD s. u. Akt, fehlt DW, DW2 2, 141, Duden s. u. Akte; Son.: vgl. nndl. akte, Sb., Akte, Urkunde; frz. acte, M., Akte, Dokument; nschw. akt, Sb., Akte, Urkunde; nnorw. akt, F., M., Akte, Urkunde; GB.: seit 1423 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche Unterlagen zu einem Geschehen; BM.: machen; F.: Akte, Akten+FW; Z.: Ak-t-e
Akteur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Akteur, Handelnder, Schauspieler; ne. actor; Vw.: s. Red-; Hw.: s. agieren, Aktion; Q.: 1740 (Schlegel); I.: Lw. frz. acteur und mittelbar lat. āctor; E.: s. lat. āctor, M., In-Bewegung-Setzer, Treiber, Darsteller, Schauspieler, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Akteur, EWD s. u. Akteur, fehlt DW, DW2 2, 248, Duden s. u. Akteur; Son.: vgl. nndl. acteur, M., Darsteller, Schauspieler; frz. acteur, M., Schauspieler; nschw. aktör, M., Schauspieler; nnorw. aktor, M., Staatsanwalt; poln. aktor, M., Akteur; kymr. actiwr, M., Akteur, Schauspieler; nir. aisteoir, M., Akteur, Schauspieler; GB.: seit 1740 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Handelnden oder einen an einem bestimmten Geschehen Beteiligten; BM.: machen; F.: Akteur, Akteurs, Akteure, Akteuren+FW; Z.: Ak-t-eur
Aktie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Aktie, Anteilschein, Wertpapier; ne. share (N.), stock (N.); Vw.: -; Hw.: s. Aktion, Aktionär; Q.: 1472; I.: Lw. nndl. actie; E.: s. nndl. actie, Sb., Anrecht; lat. āctio, F., In-Bewegung-Setzen, Bewegung, Handlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aktie, EWD s. u. Aktie, fehlt DW, DW2 2, 149, Duden s. u. Aktie; Son.: eine ältere Form des Wortes ist Aktion; vgl. nschw. aktie, Sb., Aktie; nnorw. aksje, M., Aktie; poln. akcja, F., Aktie; lit. akcija, F., Akzie; GB.: seit 1472 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Anteil an dem Grundkapital einer Aktiengesellschaft (wie beispielsweise der Vereinigten [Niederländischen] ostindischen Handelscompagnie VOC von dem 20. 3. 1602); BM.: treiben; F.: Aktie, Aktien+FW; Z.: Ak-t-ie
$Aktiengesellschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Aktiengesellschaft; E.: s. Akti(e), s. en (Suff.), s. Gesellschaft; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: EWD s. u. Aktien, fehlt DW; GB.: seit 1828 belegte und aus Akti(e) und en (Suff.) sowie Gesellschaft gebildete Bezeichnung für eine seit 1602 von Menschen entwickelte und verwendete Form einer juristischen Person (wie beispielsweise die Vereinigte [Niederländische] ostindische Handelscompagnie [VOC] von dem 20. 3. 1602); F.: Aktiengesellschaft, Aktiengesellschaften+FW+EW; Z.: Ak-t-ien—ge-sel-l-schaf-t
$Aktienkapital, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Aktienkapital; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Akti(e), s. en (Suff.), s. Kapital; L.: EWD s. u. Aktie, fehlt DW; GB.: seit 1783 belegte und aus Akti(e) und en sowie Kapital gebildete Bezeichnung für das seit Anerkennung der Aktiengesellschaft mögliche Kapital einer Aktiengesellschaft; F.: Aktienkapital, Aktienkapitals, Aktienkapitales, Aktienkapitale, Aktienkapitalen+FW+EW; Z.: Ak-t-ien—kapit-al
Aktion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Aktion, Handlung, Tätigkeit, Ereignis; ne. action (N.); Vw.: s. Extr-, Kontr-, Re-, Red-, Trans-; Hw.: s. Aktie, Aktionär; Q.: 1474; I.: Lw. lat. āctio; E.: s. lat. āctio, F., In-Bewegung-Setzen, Bewegung, Handlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aktion, fehlt DW, EWD s. u. Aktion, DW2 2, 154, Duden s. u. Aktion; Son.: vgl. nndl. actie, Sb., Aktion; frz. action, F., Aktion, Handlung; nschw. aktion, Sb., Aktion; nnorw. aksjon, M., Aktion; poln. akcja, F., Aktie; GB.: 1474 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Handlung oder Tätigkeit; BM.: machen; F.: Aktion, Aktionen+FW+EW; Z.: Ak-t-io-n
Aktionär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aktionär, Aktieninhaber; ne. shareholder, stockholder; Vw.: -; Hw.: s. Aktie, Aktion; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. actionnaire; E.: s. frz. actionnaire, M., Aktionär, Aktieninhaber; vgl. frz. action, F., Aktion, Handlung; lat. āctio, F., In-Bewegung-Setzen, Bewegung, Handlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aktie, fehlt DW, EWD s. u. Aktie, Duden s. u. Aktionär; Son.: vgl. nnorw. aksjonær, M., Aktionär; lit. akcininkas, M., Aktionär; GB.: seit 1750 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Inhaber einer Aktie und den Gesellschafter einer Aktiengesellschaft; BM.: machen; F.: Aktionär, Aktionärs, Aktionäres (!), Aktionäre, Aktionären+FW(+EW); Z.: Ak-t-io-n-är
aktiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. aktiv, tätig, tatkräftig, handelnd, geschäftig; ne. active; Vw.: -; Hw.: s. aktivieren, Aktivität; Q.: 1541 (Urk); I.: Lw. lat. āctīvus; E.: s. lat. āctīvus, Adj., tätig, aktiv, wirksam, tunlich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. aktiv, EWD s. u. aktiv, fehlt DW, DW2 2, 161, Duden s. u. aktiv; Son.: vgl. nndl. actief, Adj., aktiv; frz. actif, Adj., aktiv, tatkräftig; nschw. aktiv, Adj., aktiv, tätig; nnorw. aktiv, Adj., aktiv; poln. aktywny, Adj., aktiv; kymr. actif, Adj., aktiv; lit. aktyvus, Adj., aktiv; GB.: seit 1541 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches tätig oder handelnd; BM.: treiben; F.: aktiv, aktive, aktives, aktivem, aktiven, aktiver(, aktivere, aktiveres, aktiverem, aktiveren, aktiverer, aktivste, aktivstes, aktivstem, aktivsten, aktivster)+FW(+EW?); Z.: ak-t-iv
$Aktiv, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Aktiv; E.: s. aktiv; L.: EWD s. u. aktiv, fehlt DW; GB.: seit 1641 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für die sachlich schon den Hochkulturen des Altertums bekannten Tätigkeitsform(en) oder Tatform(en) eines Verbes oder Zeitworts wie beispielsweise ich suche in Gegensatz zu dem Passiv oder der Leidensform eines Verbes wie beispielsweise ich werde gesucht oder ihr wurdet gefunden; F.: Aktiv, Aktivs, Aktives, Aktive, Aktiven (!)+FW(+EW)(+EW); Z.: Ak-t-iv
$Aktiva, nhd., N. Pl., (20. Jh.): nhd. Aktiva; E.: s. lat. activus; L.: Kluge s. u. aktiv, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung der Buchführung durch Menschen geschaffene Vorstellung der Summe aller Vermögensgegenstände eines Unternehmens in Gegensatz zu den Passiva als (dem Eigenkapital und) der Summe aller Verbindlichkeiten des Unternehmens; F.: Aktiva+FW(+EW); Z.: Ak-t-iv-a
aktivieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aktivieren, in Tätigkeit setzen, durch eine Handlung auslösen; ne. activate; Vw.: -; Hw.: s. aktiv, Aktivität; Q.: 1836 (Görres); I.: Lw. mlat. āctīvāre; E.: s. mlat. āctīvāre, V., ankurbeln, auslösen (um 1250); vgl. lat. āctīvus, Adj., tätig, aktiv, wirksam, tunlich, (um 35-95/96 n. Chr.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. aktiv, EWD s. u. aktiv, fehlt DW, DW2 2, 167, Duden s. u. aktivieren; Son.: vgl. nndl. activeren, sw. V., aktivieren; frz. activer, V., aktivieren; nschw. aktivera, V., aktivieren; nnorw. aktivere, V., aktivieren; poln. aktywować, V., aktivieren; kymr. actifadu, V., aktivieren; lit. aktyvuoti, V., aktivieren; GB.: seit 1836 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Tätigkeit setzen oder durch eine Handlung auslösen; BM.: machen; F.: aktivieren, aktiviere, aktivierst, aktiviert, aktivierest, aktivieret, aktivierte, aktiviertest, aktivierten, aktiviertet, ##aktiviert, aktivierte, aktiviertes, aktiviertem, aktivierten, aktivierter##, aktivierend, ###aktivierend, aktivierende, aktivierendes, aktivierendem, aktivierenden, aktivierender###, aktivier (!)+FW(+EW); Z.: ak-t-iv-ier-en
$Aktivist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Aktivist, Handelnder; E.: s. aktiv, s. ist; L.: Kluge s. u. aktiv, EWD s. u. aktiv, fehlt DW; GB.: seit 1907 belegte und aus aktiv und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen möglichen Handelnden und insbesondere für einen seit der Entwicklung des Sozialismus für dessen politische Ziele eintretenden Menschen; F.: Aktivist, Aktivisten+FW(+EW); Z.: Ak-t-iv-ist
Aktivität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aktivität, Tätigkeit, Beschäftigung; ne. activity; Vw.: -; Hw.: s. aktiv, aktivieren; Q.: 1672; I.: Lw. lat. āctīvitās; E.: s. lat. āctīvitās, F., aktive Bedeutung, Wirkungskraft, (4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. āctīvus, Adj., tätig, aktiv, wirksam, tunlich, (um 35-95/96 n. Chr.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. aktiv, EWD s. u. aktiv, fehlt DW, DW2 2, 171, Duden s. u. Aktivität; Son.: vgl. nndl. activiteit, Sb., Aktivität; frz. activité, F., Aktivität; nschw. aktivitet, Sb., Aktivität; nnorw. aktivitet, M., Aktivität; kymr. actifedd, M., Aktivität; GB.: seit 1672 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliche Tätigkeit oder Beschäftigung; BM.: machen; F.: Aktivität, Aktivitäten+FW(+EW?); Z.: Ak-t-iv-it-ät
Aktualität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Aktualität, Tagesereignis, Wirklichkeit; ne. actuality; Vw.: -; Hw.: s. aktuell; Q.: 1843 (Wörterbuch); I.: Lw. mlat. āctuālitās; E.: s. mlat. āctuālitās, F., Tätigkeit, tätige Kraft, Wirksamkeit, (nach 1323); vgl. s. lat. āctuālis, Adj., tätig, wirksam, praktisch, (um 560-636 n. Chr.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. aktuell, EWD s. u. aktuell, fehlt DW, DW2 2, 179, Duden s. u. Aktualität; Son.: vgl. nndl. actualitet, Sb., Aktualität; frz. aktualité, F., Aktualität; nschw. aktualitet, Sb., Aktualität; nnorw. aktualitet, M., Aktualität; GB.: seit 1843 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der sich seit Entstehung der Welt in der Zeit verändernden jeweils gegenwärtigen Wirklichkeit; BM.: machen; F.: Aktualität+FW(+EW?); Z.: Ak-t-ual-it-ät
aktuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. aktuell, gegenwärtig, für die Gegenwart wichtig, zeitnah, wirklich, vordringlich, bedeutsam; ne. current (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Aktualität; Q.: 1728; I.: Lw. lat. āctuālis; E.: s. lat. āctuālis, Adj., tätig, wirksam, praktisch, (um 560-636 n. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. aktuell, EWD s. u. aktuell, fehlt DW, DW2 2, 180, Duden s. u. aktuell; Son.: vgl. nndl. actueel, Adj., aktuell; frz. actuel, Adj., aktuell; nschw. aktuell, Adj., aktuell; nnorw. aktuell, Adj., aktuell; poln. aktualny, Adj., aktuell; lit. aktualus, Adj., aktuell; GB.: seit 1728 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gegenwärtig oder zeitnah oder wirklich oder bedeutsam; BM.: treiben; F.: aktuell, aktuelle, aktuelles, aktuellem, aktuellen, aktueller(, aktuellere, aktuelleres, aktuellerem, aktuelleren, aktuellerer, aktuellste, aktuellstes, aktuellstem, aktuellsten, aktuellster)+FW(+EW?); Z.: ak-t-uel-l
Akupunktur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Akupunktur, Nadellehre; ne. acupuncture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. acus, F., Nadelspitze, Nadel, Spitze eines Stiftes; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. lat. pūnctūra, F., Stechen, Stich; vgl. lat. pungere, V., stechen; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Akupunktur, EWD s. u. Akupunktur, fehlt DW, Duden s. u. Akupunktur; Son.: vgl. nndl. acupunctuur, Sb., Akupunktur; frz. acupuncture, F., Akupunktur; nschw. akupunktur, Sb., Akupunktur; nnorw. akupunktur, M., Akupunktur; poln. akupunktura, F., Akupunktur; lit. akupunktūra, F., Akupunktur; GB.: seit 1823 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine in der traditionellen chinesischen Medizin seit dem 2. Jh. v. Chr. nachgewiesene Heilbehandlung mit Stichen mit feinen Nadeln an so genannten Energiebahnen zwecks Milderung oder Heilung von Beschwerden oder Leiden; BM.: spitz, stechen; F.: Akupunktur, Akupunkturen+FW(+EW?); Z.: Ak-u-pu-n-k-t-ur
Akustik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Akustik, Lehre von dem Schall, Lehre von den Tönen, Lehre von dem Hören; ne. acoustic (N.); Vw.: -; Hw.: s. akustisch; Q.: 1716; I.: Lw. mlat. acusticus; E.: s. mlat. acusticus, Adj., Hören betreffend, Gehör...; s. gr. ἀκουστικός (akustikós), Adj., Hören betreffend; vgl. gr. ἀκούειν (akúein), V., mit den Ohren vernehmen, hören, erfahren (V.); idg. *keu- (1), *skeu- (4), *kēu-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akustik, EWD s. u. akustisch, fehlt DW, DW2 2, 182, Duden s. u. Akustik; Son.: vgl. nndl. akoestiek, Sb., Akustik; frz. acoustique, F., Akustik; nschw. akustik, Sb., Akustik; nnorw. akustikk, M., Akustik; poln. akustyka, F., Akustik; lit. akustika, F., Akustik; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Mittellateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt und damit dem Urknall mögliche Eigenschaft eines Raumes und seines Inhalts hinsichtlich eines Klanges; BM.: hören; F.: Akustik, Akustiken+FW(+EW?); Z.: A-ku-st-ik
akustisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. akustisch, das Hören betreffend; ne. acoustic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Akustik; Q.: 1737; I.: Lw. mlat. acusticus; E.: s. mlat. acusticus, Adj., Hören betreffend, Gehör...; gr. ἀκουστικός (akustikós), Adj., Hören betreffend; vgl. gr. ἀκούειν (akúein), V., mit den Ohren vernehmen, hören, erfahren (V.); idg. *keu- (1), *skeu- (4), *kēu-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akustik, EWD s. u. akustisch, fehlt DW, DW2 2, 183, Duden s. u. akustisch; Son.: vgl. nndl. akoestisch, Adj., akustisch; nschw. akustisk, Adj., akustisch; nnorw. akustisk, Adj., akustisch; poln. akustyczny, Adj., akustisch; kymr. acwstig, Adj., akustisch; lit. akustinis, Adj., akustik; GB.: seit 1737 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt und damit dem Urknall mögliches Hören betreffend; BM.: hören; F.: akustisch, akustische, akustisches, akustischem, akustischen, akustischer+FW+EW; Z.: a-ku-st-isch
akut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. akut, unvermittelt, heftig, vordringlich, vorherrschend; ne. acute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. acūtus; E.: s. lat. acūtus, Adj., geschärft, gespitzt, scharf, schneidend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. acuere, V., schärfen, wetzen, zuspitzen; idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. akut, EWD s. u. akut, fehlt DW, DW2 2, 184, Duden s. u. akut; Son.: wohl schon im Lateinischen eine Lbd. von gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft; vgl. nndl. acuut, Adj., akut; frz. aigu, Adj., akut; nschw. akut, Adj., akut; nnorw. akutt, Adj., akut; slowak. akútny, Adj., akut; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen in dessen Vorstellung mögliches unvermittelt oder heftig oder vordringlich oder vorherrschend; BM.: scharf?; F.: akut, akute, akutes, akutem, akuten, akuter(, akutere, akuteres, akuterem, akuteren, akuterer, akuteste, akutestes, akutestem, akutesten, akutester)+FW(+EW?); Z.: ak-ut
$Akut, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Akut; E.: s. akut; L.: Kluge s. u. akut, EWD s. u. akut, fehlt DW; GB.: seit 1801 belegte und aus akut gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche scharfe Betonung oder für einen steigenden Akzent der betroffenen Silbe oder für eine geschlossene Aussprache des betreffenden Vokals in Gegensatz zu den Akzenten Gravis und Zirkumflex; F.: Akut, Akutes, Akuts, Akute, Akuten+FW(+EW?); Z.: Ak-ut
Akzent, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Akzent, Betonung, Nachdruck, fremde Aussprache; ne. accent (N.); Vw.: -; Hw.: s. akzentuieren; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. accentus; E.: s. lat. accentus, M., Akzent, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. accinere, V., dazu klingen, dazu singen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Akzent, EWD s. u. Akzent, fehlt DW, DW2 2, 185, Duden s. u. Akzent; Son.: lat. accentus ist Lüs. von gr. προσῃδία (prosēidía), F., Prosodie, Wortakzent, Zugesang; vgl. nndl. accent, Sb., Akzent; frz. accent, M., Akzent; nschw. accent, Sb., Akzent; nnorw. aksent, M., Akzent; poln. akcent, M., Akzent; kymr. acen, F., Akzent; lit. akcentas, M., Akzent; GB.: seit 1521 belegte Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Betonung eines Lautes und ein seit Entwicklung von Schrift mögliches Zeichen über dem Buchstaben für dessen Betonung; BM.: dazu singen; F.: Akzent, Akzents, Akzentes, Akzente, Akzenten+FW(+EW?); Z.: Ak-zen-t
akzentuieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. akzentuieren, betonen, hervorheben; ne. accentuate; Vw.: -; Hw.: s. Akzent; Q.: 1714; I.: Lw. mlat. accentuāre; E.: s. mlat. accentuāre, V., betonen, scharf betonen, akzentuieren, auf die Akzente achten; vgl. lat. accentus, M., Akzent, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. accinere, V., dazu klingen, dazu singen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Akzent, EWD s. u. Akzent, fehlt DW, DW2 2, 189, Duden s. u. akzentuieren; Son.: vgl. nndl. accentueren, V., akzenuieren; frz. accentuer, V., akzenuieren; nschw. accentuera, V., akzenuieren; nnorw. aksentuere, V., akzenuieren; poln. akcentować, V., akzenuieren; kymr. accenu, V., akzentuieren; GB.: seit 1714 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches betonen oder besonders hervorheben; BM.: dazu singen; F.: akzentuieren, akzentuiere, akzentuierst, akzentuiert, akzentuierest, akzentuieret, akzentuierte, akzentuiertest, akzentuierten, akzentuiertet, ##akzentuiert, akzentuierte, akzentuiertes, akzentuiertem, akzentuierten, akzentuierter##, akzentuierend, ###akzentuierend, akzentuierende, akzentuierendes, akzentuierendem, akzentuierenden, akzentuierender###, akzentuier (!)+FW(+EW); Z.: ak-zen-t-u-ier-en
akzeptabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. akzeptabel, annehmbar; ne. acceptable; Vw.: -; Hw.: s. akzeptieren; Q.: 1692; I.: Lw. lat. acceptābilis; E.: s. lat. acceptābilis, Adj., annehmbar, angemessen, wohlgefällig, angenehm, zuträglich; vgl. lat. acceptāre, V., empfangen (V.), annehmen, in Empfang nehmen, bekommen (V.); lat. accipere, V., hinnehmen, empfangen (V.), einnehmen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. akzeptieren, EWD s. u. akzeptieren, fehlt DW, DW2 2, 191, Duden s. u. akzeptieren; Son.: vgl. nndl. acceptabel, Adj., akzeptabel; frz. acceptable, Adj., akzeptabel; nschw. acceptabel, Adj., akzeptabel; nnorw. akseptabel, Adj., akzeptabel; GB.: seit 1692 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen aus dessen jeweiliger Sicht annehmbar; BM.: annehmen; F.: akzeptabel, akzeptable, akzeptables, akzeptablem, akzeptablen, akzeptabler(, akzeptablere, akzeptableres, akzeptablerem, akzeptableren, akzeptablerer, akzeptabelst, akzeptabelste, akzeptabelstes, akzeptabelstem, akzeptabelsten, akzeptabelster)+FW+EW?; Z.: ak-zep-t-ab-el
akzeptieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. akzeptieren, annehmen, einverstanden sein (V.); ne. accept; Vw.: -; Hw.: s. akzeptabel; Q.: 1403; I.: Lw. lat. acceptāre; E.: s. lat. acceptāre, V., empfangen (V.), annehmen, in Empfang nehmen, bekommen (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. accipere, V., hinnehmen, empfangen, einnehmen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. akzeptieren, EWD s. u. akzeptieren, fehlt DW, DW2 2, 192, Duden s. u. akzeptieren; Son.: vgl. nndl. accepteren, V., akzeptieren; frz. accepter, V., akzeptieren, annehmen; nschw. acceptera, V., akzeptieren; nnorw. akseptere, V., akzeptieren; poln. akceptować, Adj., akzeptieren; lit. akceptuoti, V., akzeptieren; GB.: seit 1403 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches einverstanden sein (V.) oder annehmen; BM.: annehmen; F.: akzeptieren, akzeptiere, akzeptierst, akzeptiert, akzeptierest, akzeptieret, akzeptierte, akzeptiertest, akzeptierten, akzeptiertet, ##akzeptiert, akzeptierte, akzeptiertes, akzeptiertem, akzeptierten, akzeptierter##, akzeptierend, ###akzeptierend, akzeptierende, akzeptierendes, akzeptierendem, akzeptierenden, akzeptierender###, akzeptier (!)+FW(+EW); Z.: ak-zep-t-ier-en
$Akzidenz, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Akzidenz; E.: s. lat. acciden(tia), s. z; L.: Kluge s. u. Akzidenz, fehlt DW; E.: seit um 1480 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Buchdrucks mögliches unwichtigeres Druckerzeugnis oder eine Zufälligkeit; F.: Akzidenz, Akzidenzen+FW(+EW?); Z.: Ak-zid-enz
Akzise, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Akzise, Verbrauchsteuer, Verkehrsteuer; ne. excise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1262 (Urk); E.: s. mhd. assīsie, assise, st. F., sw. F., Akzise, Verbrauchsteuer; mnd. aksīse, F., Akzise, Abgabe, Steuer (F.), Verbrauchsteuer; afrz. assise, F., Akzise; vgl. afrz. asseoir, V., festsetzen; lat. assīdere, V., sich hinsetzen, sich niedersetzen, sich niederlassen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sīdere, V., sich setzen, sich niederlassen, sich senken, sitzen bleiben; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Akzise, EWD s. u. Akzise, fehlt DW, DW2 2, 204, Duden s. u. Akzise; Son.: vgl. nndl. accijns, Sb., Akzise; frz. accise, F., Akzise; nschw. accis, Sb., Akzise; poln. akcyza, F., Akzise; GB.: seit (1262) belegte und über das Altfranzösische aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche indirekte Verbrauchsteuer und Verkehrsteuer; BM.: festsetzen; F.: Akzise, Akzisen+FW(+EW?); Z.: Ak-zis-e
...al, ...ell, …ial, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. ...al, ...ell; ne. ...al; Vw.: s. Are-, Editori-, Festiv-, Futter-, Genit-, Hospit-, Ide-, Initi-, Journ-, Kapit-, Line-, Lok-, Madrig-, Manu-, Miner-, Music-, Origin-, Ped-, Person-, Port-, Potenti-, Quart-, Ritu-, Sign-, Tribun-, Urin-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ālis; E.: s. lat. ...ālis, Suff., ...a, ...el; Son.: vgl. nndl. ...eel, Suff., ...al, ...ell; frz. ...el, Suff., ...al, ...ell; nschw. ...ell, Suff., ...al, ...ell; nnorw. ...ell, Suff., ...al, ...ell; poln. ...alny, Suff., ...al, ...ell; L.: Kluge s. u. ...al, ...ell, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Grundwort zu einer Bildung von Gegebenheiten betreffenden Substantiven und vielleicht auch Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...al, ...ale, ...ales, ...alem, ...alen, ...aler(, ...alere, ...aleres, ...alerem, ...aleren, ...alerer, ...alst, ...alste, ...alstes, ...alstem, ...alsten, ...alster, ...ell, ...elle, ...elles, ...ellem, ...ellen, ...eller(, ...ellere, ...elleres, ...ellerem, ...elleren, ...ellerer, …ellst, …ellste, …ellstes, …ellstem, …ellsten, …ellster, ...ial, ...iale, ...iales, ...ialem, ...ialen, ...ialer, ...ialere, ...ialeres, ...ialerem, ...ialeren, ...ialerer, ...ialst, ...ialste, ...ialstes, ...ialstem, ...ialsten, ...ialster)+FW; Z.: -al
à la, nhd., Partikel bzw. Partikelgruppe, (17. Jh.): nhd. à la, nach Art von; ne. à la; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. à la; E.: s. frz. à la, Partikelgruppe; à la, nach Art von; frz. à, Präp., von her, bi, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); frz. la, Artikel, die (F. Sg.); lat. illa, olla (ält.), Dem.-Pron. (F. Sg.), jene; idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. à la, fehlt DW, DW2 2, 209, Duden s. u. à la; Son.: Partikelgruppe; vgl. nndl. à la, Partikelgruppe, à la, nach Art von; nschw. à la, Partikelgruppe, à la, nach Art von; nnorw. à la, Partikelgruppe, à la, nach Art von; poln. à la, Partikelgruppe, à la, nach Art von; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Partikel für eine Bezeichnung eines Vorbilds und einer Nachahmung; BM.: von, der; F.: à la+FW; Z.: à la
alaaf, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. alaaf, hoch, hurra; ne. alaaf; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. md. alaf, al aff; wohl von al ab, Adv., alles ab (Köln), (Köln) über alles; s. nhd. all, ab; L.: Kluge s. u. alaaf, fehlt DW, DW2 2, 209, Duden s. u. alaaf; GB.: seit 17. Jh. in Köln belegter und durch Zusammenziehung entwickelter Karnevalsruf; BM.: Ortsbezeichnung?; F.: (Kölle) alaaf+EW; Z.: al-aaf
Alabaster, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Alabaster, Alabaster gips, Edelgips; ne. alabaster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: s. mhd. alabaster, st. N., Alabaster, Alabastergefäß, Salbe, Balsam; mnd. alabaster N., M., Alabaster; lat. alabaster, M., Salbenfläschchen; lat. alabastrum, N., Salbenfläschchen; gr. ἀλάβαστρος (alábastros), M., Alabaster, aus Alabaster gefertigtes Salbengefäß; gr. αλάβαστρον (alábastron), N., Alabaster, aus Alabaster gefertigtes Salbengefäß; wohl ägyptischer Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Alabaster, Kluge s. u. Alabaster, EWD s. u. Alabaster, DW 1, 200, DW2 2, 210, Duden a. u. Alabaster; Son.: vgl. nndl. albast, N., Alabaster; frz. albâtre, M., Alabaster; nschw. alabaster, Sb., Alabaster; nnorw. alabast, M.?, Alabaster; nisl. alabast, alabastur, M., Alabaster; poln. alabaster, M., Alabaster; kymr. alabastr, M., Alabaster; nir. alabastar, M., Alabaster; lit. alebastras, M., Alabaster; GB.: seit um 1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie wohl Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine häufige mikrokristalline und marmorähnliche Art des schon vormenschlichen aus Calcium und Schwefel und Sauerstoff sowie Wasserstoff zusammengesetzten Minerals Gips bzw. Gipsspat; BM.: ?; F.: Alabaster, Alabasters, Alabastern+FW(+EW); Z.: Alabast-er
Aland, Alant, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Aland (ein Fisch), Alant (M.) (1); ne. orfe, ide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. alant (2), st. M., st. F., Aland (ein Fisch), Alant (M.) (1); mnd. ālant (1), āland, M., Alant (ein Fisch); ahd. alunt, st. M. (a), Alant (M.) (1) Aland (ein Fisch); as. alund, st. M. (a), Aland (ein Fisch), Alant (M.) (1); anfrk. -; germ. *alunda-, *alundaz, st. M. (a), Alant (M.) (1)?; s. idg. *al- (6), *alōu-, *aləu-, Adj., weiß, glänzend, Pokorny 29; L.: Kluge 1. A. s. u. Alant 1, Kluge s. u. Aland, DW 1, 200 (Alant), DW2 2, 217, EWAhd 1, 186, Duden s. u. Aland; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. ǫlunn, st. M. (a), Fischart, Makrele; got. -; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu der Familie der Karpfenfische gehörenden schon vormenschlichen Fisch; BM.: Benennung aufgrund der hellen Färbung der Schuppen?; F.: Aland, Alandes, Alands, Alande, Alanden+EW; Z.: Al-and
Alant (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Alant (M.) (2), Helenenkraut; ne. inula, elecampagne, elfwort, scabwort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. alant (1), st. M., st. F., Helmenkraut, würzige Pflanze, Alant (M.) (2); mnd. ālant (2), āland, M., N., Alant (M.) (2), Alantwurz, Glockenwurz; mnl. alant, M., Alant (M.) (2); ahd. alant, st. M. (a?, i?), Alant (M.) (2); as.? aland?, st. M. (a?) (i?), Alant (M.) (2) (eine Pflanze), Helenenkraut; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Alant 2, Kluge s. u. Alant, DW 1, 200, DW2 2, 217, EWAhd 1, 147, Alant; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. alant, M., Alant (M.) (2), Helenenkraut; nnorw. alandslekta, Sb., Alant (M.) (2), Helenenkraut; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine zu der Familie der Korbblütler gehörende schon vormenschliche essbare Blume; BM.: ?; F.: Alant, Alants, Alantes, Alante, Alanten+EW; Z.: Alant
Alarm, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Alarm, Warnsignal; ne. alarm (N.), alter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lärm; Q.: 1430-1440 (Conrad Justingers Berner-Chronik); E.: s. mhd. alerm, st. M., Ruf zu den Waffen, Alarm; mnd. allārm, allarm, allerm, M., N., Alarm; s. mfrz. aux armes, Interj., zu den Waffen; mfrz. arme, F., Waffe; lat. arma, N. Pl., Waffe; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Alarm, Kluge s. u. Alarm, EWD s. u. Alarm, DW 1, 200, DW2 2, 220, Duden s. u. Alarm; Son.: vgl. nndl. alarm, Sb., Alarm; frz. alarme, F., Alarm; nschw. alarm, larm, N., Alarm; nnorw. alarm, M., Alarm; poln. alarm, M., Alarm; nir. aláram, M., Alarm; lit. aliarmas, M., Alarm; GB.: seit 1430-1440 belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Warnsignal bei Gefahr; BM.: Aufforderung zu dem Griff zu einer Waffe bei Gefahr; F.: Alarm, Alarms, Alarmes, Alarme, Alarmen+FW(+EW); Z.: A-l-ar-m-e
$alarmieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. alarmieren, Alarm auslösen; E.: s. Alarm, s. ieren; L.: Kluge s. u. Alarm, EWD s. u. Alarm, DW 1, 200; GB.: seit 1670 belegte und aus Alarm und ieren gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Alarm auslösen; F.: alarmieren, alarmiere, alarmierst, alarmiert, alarmierest, alarmieret, alarmierte, alarmiertest, alarmierten, alarmiertet, ##alarmiert, alarmierte, alarmiertes, alarmiertem, alarmierten, alarmierter##, alarmierend, ###alarmierend, alarmierende, alarmierendes, alarmierendem, alarmierenden, alarmierender###, alarmier (!)+FW(+EW); Z.: a-l-ar-m-ier-en
Alaun, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Alaun, ein Doppelsalz; ne. alum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. alūn, st. M., st. N., Alaun; F., Alaun; mnd. alūn, allūn, M., Alaun; mnd. allūne, mnl. aluun, N., Alaun; s. ahd. alūne, F., Alaun; as. -; anfrk. -; germ. *alūn?, Sb., Alaune; s. lat. alūmen, N., Alaun, (1. Jh. v. Chr.); s. idg. *alu-, *alud-, *alut-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33 (63/63) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Alaun, Kluge s. u. Alau, EWD s. u. Alaun, DW 1, 200, DW2 1, 230, EWAhd 1, 185, Duden s. u. Alaun; Son.: vgl. afries. -; ae. ælefn, ælefne, sw. F. (n), Alaun; an. -; got. -; nndl. aluin, Sb., Alaun; frz. alun, M., Alaun; nschw. alun, Sb., Alaun; nnorw. alun, M.?, Alaun; poln. ałun, M., Alaun; kymr. alwm, M., Alaun; nir. ailím, F., Alaun; nir. alúm, M., Alaun; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und von Menschen für unterschiedliche Zwecke verwendetes wasserhaltiges schwefelsaures Doppelsalz; BM.: bitter; F.: Alaun, Alauns, Alaune, Alaunen+FW(+EW); Z.: Alau-n
Alb (1), Alp, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Alb (M.), Alp (M.), Alptraum, Angsttraum, niedriger Naturgeist; ne. nightmare, faun; Vw.: -; Hw.: s. Elb, Erlkönig; Q.: Anfang 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. alp, alb, albe, alf, st. M., st. N., gespenstisches Wesen, Gehilfe des Teufels, Alp (M.), Alpdrücken, Nachtmahr, böser Geist; mnd. alf, M., Alb; mnl. alf, M., Alb; ahd. alb*, st. N. (a), st. M. (a?, i?)?, Alp (M.), Faun; as. alf, st. M. (a?, i?), Alb, Narr; anfrk. -; germ. *alba-, *albaz, st. M. (a), *albi-, *albiz, st. M. (i), Alb, Elfe; s. idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Alp, Kluge s. u. Alb, EWD s. u. Alb, DW 1, 200, 1, 245, DW2 2, 530, EWAhd 1, 152, Duden s. u. Alb, Falk/Torp 21, Bluhme s. u. Alben; Son.: vgl. afries. -; ae. ielf (1), ælf (1), ylf, st. M. (i), Alb, Alp, Dämon; an. alfr, st. M. (a?, i?), Alb, Elf; got. *albs, *alfs, st. M. (a), Alb, Dämon; GB.: seit Anfang 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schwere seelische Belastung oder einen Alptraum oder einen Angsttraum und für ein koboldhaftes Wesen das sich in der Vorstellung von Menschen nachts auf die Brust eines Schlafenden setzt und ihn bedrückt; BM.: Elfe; F.: Alb, Albes, Albs, Albe, Alben+EW; Z.: Alb
Albatros, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Albatros, ein Seevogel; ne. albatross; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1773; I.: Lw. nndl. albatros?; ne. albatross?; E.: entweder von nndl. albatros, Sb., Albatros; oder ne. albatross, N., Albatross; span.-port. alcatraz, M., Albatros; vielleicht aus arab. al-câtous oder al-ġaṭṭās, Sb., eine Art Seeadler, Taucher (ein Seevogel); die Umbildung zu Alb... erfolgte wohl unter Einfluss von lat. albus, Adj., weiß; L.: Kluge s. u. Albatros, fehlt DW, DW2 2, 234, Duden s. u. Albatros; Son.: vgl. frz. ablatros, M., Albatros; nschw. albatross, Sb., Albatross; nnorw. albatross, M., Albatros; kymr. albatros, M., Albatros; poln. albatross, M., Albatros; nir. albatras, M., Albatros; lit. albatrosas, M., Albatros; GB.: seit 1773 belegte und über das Neuniederländische oder Neuenglische sowie Spanisch-Portugiesische vielleicht aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen seit dem Miozän (vor 23,03-vor 5,333 Millionen Jahren) nachweisbaren Seevogel mit sehr großer Flügelspannweite; BM.: weiße Farbe des Vogels; F.: Albatros, Albatrosse, Albatrossen+FW(+EW?); Z.: Al-batr-os
Albe (1), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Albe (F.) (1), Weißfisch; ne. whiting; Vw.: -; Hw.: s. Albel; Q.: 1215-1230 (Freidanks Bescheidenheit); E.: s. mhd. albel, M., Weißfisch; vgl. lat. albulus, Adj., weißlich; lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Albe 2, Kluge s. u. Albe 1, DW 1, 201, DW2 2, 234, Duden s. u. Albe; GB.: seit 1215-1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zu der Familie der Karpfenfische gehörenden schon vormenschlich möglichen silbrigweißen Fisch; BM.: weiße Farbe des Fisches; F.: Albe, Alben+FW(+EW?); Z.: Alb-e
Albe (3), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Albe (F.) (3), Chorhemd; ne. alb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. albe (2), st. F., Albe (F.) (3), weißes Chorhemd der Geistlichen; mnd. alve, F., Albe (F.) (3), Chorhemd; mnl. alve, F., Albe (F.) (3), Chorhemd), ahd. alba (1), sw. F. (n), st. F. (ō), Albe (F.) (3), Priesterkleid, Untergewand, Stirnbinde; as. -; anfrk. -; s. lat. alba, F., weißes Gewand; vgl. lat. albus, Adj., weiß; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30; vgl. idg. *al- (6), *alōu-, *aləu-, Adj., weiß, glänzend, Pokorny 29; L.: Kluge 1. A. s. u. Albe 1, DW 1, 201, DW2 2, 235, EWAhd 1, 154, Falk/Torp 21; Son.: vgl. ae. albe, sw. F. (n), weißes Chorhemd; nndl. albe, Sb., Albe (F.) (3), Chorhemd; frz. aube, F., Albe (F.) (3), Chorhemd; nschw. alba, Sb., Albe (F.) (3), Chorhemd; nnorw. albe, alba, M., Albe (F.) (3), Chorhemd; poln. alba, F., Albe (F.) (3); kymr. alb, M., Albe (F.) (3); nir. ailb, F., Albe (F.) (3); GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein aus der antiken Tunika hervorgegangenes von Menschen entwickeltes und verwendetes weißes Chorhemd; BM.: von der weißen Farbe des Gewands; F.: Albe, Alben+FW(+EW); Z.: Al-b-e
Albel, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Albel, Albe (F.) (1), Weißfisch; ne. whiting; Vw.: -; Hw.: s. Albe (1); Q.: 1215-1230 (Freidanks Bescheidenheit); E.: s. mhd. albel, M., Weißfisch; vgl. lat. albulus, Adj., weißlich; lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Albe 2, Kluge s. u. Albe 1, DW 1, 201, DW2 2, 234, Duden s. u. Albe; GB.: seit 1215-1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu der Familie der Karpfenfische gehörenden schon vormenschlichen silbrigweißen Fisch; BM.: weiße Farbe des Fisches; F.: Albel, Albels, Albeln+FW(+EW); Z.: Alb-el
Alber, Albe, nhd. (ält.-dial.), F., M., (10. Jh.): nhd. Alber, Pappel, Weißpappel, Silberpappel; ne. poplar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. alber, sw. M., st. M., Alber, Pappel; mnd. alber, M., Pappel; ahd. albar, st. M. (a?, i?), Alber, Pappel; ahd. albāri, st. M. (a, ja), Alber, Pappel, Erle; as. albirie*, st. M. (a?, ja?), Pappel; anfrk. -; germ. *albar-?, Sb., Pappel; s. lat. albarus, F.?, Weißpappel; vgl. lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Alber, Kluge s. u. Alber, DW 1, 201, DW2 2, 234, DW2 2, 236, EWAhd 5, 157; Son.: s. schweiz. Albere, F., Pappel, Schweiz. Id. 1, 186; bay. Alber, F., Pappel, Schmeller 1, 66; schwäb. Alber, M., Pappel, Fischer 1, 126; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. abeel, Sb., Alber, Pappel; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen sommergrünen gerade wachsenden Laubbaum; BM.: von der weißgrauen Färbung der Rinde; F.: Alber, Albers, Albern, Albe, Alben+FW+EW; Z.: Alb-er
albern, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. albern (Adj.), töricht, kindisch; ne. silly (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. alwære (1), alewære, alwāre, Adj., einfältig, albern (Adj.), schlicht, einfach, wertlos, ärmlich; mnd. alvern, Adj., albern (Adj.); vgl. ahd. alawāri*, Adj., wahr, gütig; germ. *alawērja-, *alawērjaz, Adj., freundlich; as. -; anfrk. -; germ. *alawērja-, *alawērjaz, Adj., freundlich; s. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr, Pokorny 1165; idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. albern, Kluge s. u. albern, EWD s. u. albern, DW 1, 202, DW2 1, 239, EWAhd 1, 192, Duden s. u. albern (Adj.), Bluhme s. u. albern; Son.: vgl. afries. -; ae. ealwerlīce, Adv., großzügig; an. ǫlværr, Adj., freundlich; got. *allawēreis?, *allawērs?, Adj. (ja), (a), redlich; GB.: seit Anfang 9. Jh. als Zusammensetzung aus all und wahr belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches töricht oder kindisch; BM.: freundlich; F.: albern, alberne, albernes, albernem, albernen, alberner(, albernere, alberneres, albernerem, alberneren, albernerer, albernste, albernstes, albernstem, albernsten, albernster)+EW; Z.: al-ber-n
$albern (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. albern; Vw.: s. herum-; E.: s. albern (Adj.); L.: Kluge s. u. albern, EWD s. u. albern, DW 1, 202; GB.: seit 1588 belegte und aus albern (Adj.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches töricht oder kindisch handeln; F.: albern, albere, alber (!), alberst, albert, alberte, albertest, alberten, albertet, gealbert, ##gealbert, gealberte, gealbertes, gealbertem, gealberten, gealberter##, albernd, ###albernd, alberndes, alberndem, albernden, albernder###, alber (!)+EW; Z.: al-ber-n
$Albernheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Albernheit, Verrücktheit, Torheit; E.: s. albern, s. heit; L.: Kluge s. u. albern, EWD s. u. albern, DW 1, 202; GB.: seit 1620 belegte und aus albern (Adj.) und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verrücktheit oder Torheit; F.: Albernheit, Albernheiten+EW; Z.: Al-ber-n-hei-t
Albino, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Albino, Lebewesen ohne Pigment in der Haut; ne. albino (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1728; E.: über span.-port. albino, M., Weißlicher; vgl. lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Albino, EWD s. u. Albino, fehlt DW, DW2 2 247, Duden s. u. Albino; Son.: vgl. nndl. albino, M., Albino; frz. albino, M., Albino; nschw. albino, M., Albino; nnorw. albino, M., Albino; poln. albinos, M., Albino; lit. albinosas, M., Albino; GB.: seit 1728 belegte und über das Spanisch-Portugiesische aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für ein in der Natur schon vormenschlich mögliches einzelnes Lebewesen mit angeboren fehlender Farbstoffbildung beispielsweise für Haut oder Haare oder Iris oder Netzhaut der Augen; BM.: weiße Farbe; F.: Albino, Albinos+FW; Z.: Alb-in-o
Album, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Album, repräsentative unbedruckte buchähnliche Sammlung von Seiten oder Stücken; ne. album; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1519; I.: Lw. lat. album; E.: s. lat. album, N., Weiß, weiße Farbe, weiße Tafel, Verzeichnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. albus, Adj., weiß, grau; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Album, EWD s. u. Album, fehlt DW, DW2 2, 248, Duden s. u. Album; Son.: vgl. nndl. album, Sb., Album; frz. album, M., Album; nschw. album, Sb., Album; nnorw. album, N., Album; poln. album, M., Album; kymr. albino, M., Albino; nir. ailbíneach, M., Albino; lit. albumas, M., Album; GB.: seit 1519 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine weiß gegipste Holztafel für öffentliche Bekanntmachungen die mit schwarzer Farbe beschrieben werden konnte oder eine buchähnliche Sammlung; BM.: weiß; F.: Album, Albums, Alben+FW; Z.: Alb-um
Alchimie, Alchemie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Alchimie, Goldmacherkunst, Schwarze Kunst; ne. alchemy; Vw.: -; Hw.: s. Chemie; Q.: 1270-1284 (Alexander des Ulrich von Eschenbach); E.: mhd. alchimie, alchamīe, alchimīe, st. F., Alchemie; s. lat. alchimia, F., Alchemie; span. alquimia, F., Alchimie; arab. al-kīmiyá, Sb., Stein der Weisen; vielleicht von gr. χυμεία (chymeía), F., Kunst der Metallverarbeitung; weitere Herkunft bisher ungeklärt, Frisk 2, 1124; L.: Kluge 1. A. s. u. Alchimie, Kluge s. u. Alchimie, EWD s. u. Alchimie, fehlt DW DW2 2, 250, Duden s. u. Alchimie; Son.: vgl. nndl. alchimie, Sb., Alchimie; frz. alchimie, F., Alchimie; nschw. alkemi, Sb., Alchemie; nnorw. alkymi, M., Alchimie; poln. alchemia, F., Alchimie; kymr. alcemeg, F., Alchimie; kymr. alcemi, M., Alchemie; lit. alchemija, F., Alchimie; GB.: seit 1270-1284 belegte und aus dem Lateinischen sowie vielleicht dem Griechischen des Altertums und dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine symbolisch verbrämte Chemie des späteren Mittelalters und der früheren Neuzeit mit zwecks Gewinnung von Reichtum durchgeführten Versuchen unedle Stoffe wie Quecksilber in edle Stoffe wie Gold umzuwandeln; F.: Alchimie, Alchemie+FW(+EW); Z.: Al-chim-ie
$Alchimist, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Alchimist; E.: s. Alchimi(e), s. ist; L.: Kluge s. u. Alchimie, EWD s. u. Alchimie, fehlt DW; GB.: seit um 1300 belegte und aus Alchim(ie) und ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger von Alchimie oder einen Goldmacher oder Chemiker; F.: Alchimist, Alchimisten+FW(+EW); Z.: Al-chim-ist
$alchimistisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. alchimistisch; E.: s. Alchimist, s. isch; L.: Kluge s. u. Alchimie, EWD s. u. Alchimie, fehlt DW; GB.: seit 1572 belegte und aus Alchimist und isch gebildete Bezeichnung für einen Alchimisten betreffend; F.: alchimistisch, alchimistische, alchimistisches, alchimistischem, alchimistischen, alchimistischer+FW+EW; Z.: al-chim-ist-isch
$Aldermann, Altermann, Ältermann, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aldermann; E.: s. alt, s. er, s. Mann; L.: Kluge s. u. Aldermann, DW 1, 203; GB.: seit um 1225 belegte und aus alt und er sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen älteren Mann und einen wegen seines Alters zu einem Amt gelangten Mann; F.: Aldermann, Aldermanns, Aldermannes, Aldermänner, Aldermännern, Altermann, Altermanns, Altermannes, Altermänner, Altermännern, Ältermann, Ältermanns, Ältermannes, Ältermänner, Ältermännern+EW; Z.: Al-d-er-man-n
Ale, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Ale, ein Bier; ne. ale; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. ale; E.: s. ne. ale, N., Ale; ae. ealuþ, ealu, ealo, N. (kons.), Bier; germ. *aluþ, N., Bier; idg. *alud-, *alut-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33; s. idg. *alu-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33 (63/63) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ale; Son.: vgl. nndl. aal, Sb., Ale; frz. ale, F., Ale; nschw. öl, N., Bier; nnorw. øl, N., M., Bier; poln. ale, N., Ale; lit. alus, M., Bier; GB.: seit 20. Jh. und für das Altenglische belegte sowie für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein vielleicht seit der Besetzung Britanniens durch Angeln und Sachsen gebrautes obergäriges und ungehopftes englisches Bier; BM.: bitter; F.: Ale, Ales+FW; Z.: Al-e
alert, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. alert, flink, beweglich, munter; ne. alert, agile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. alerte; E.: s. frz. alerte, Adj., munter, wachsam; vgl. it. all’erta, auf der Höhe, auf der Hut (F.); it. erta, F., Anhöhe; vulgärlat. ergere, V., aufrichten; lat. ērigere, V., in die Höhe richten, aufrichten, aufstellen, errichten; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. regere, V., richten, lenken, leiten, führen, regieren; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. alert, fehlt DW, DW2 2, 257, Gamillscheg 27b, Duden s. u. alert; Son.: vgl. nndl. alert, Adj., alert, wachsam; nschw. alert, Adj., alert; nnorw. alert, Adj., alert; vgl. poln. alert, M., Einsatzbereitschaft, Alarm; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar aus dem Vulgärlateinischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches flink oder beweglich oder munter; BM.: aufrichten; F.: alert, alerte, alertes, alertem, alerten, alerter+FW(+EW); Z.: al-er-t
Alfanz, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Alfanz, Betrug, Schalkheit, Torheit; ne. fraud (N.); Vw.: -; Hw.: s. alfanzen; Q.: um 1337 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. alevanz, alefanz*, alafanz, st. M., sw. M., Fremder, hergelaufener Schalk, Posse, Schalkheit, Schwindel, Betrug, Gewinn, Bestechung; s. it. all’avanzo, zum Vorteil; von einem spätlat. abante, s. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ante, Präp., vorn, vor; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; vgl. idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; GB.: seit um 1337 belegte und aus dem Italienischen und dem Spätlateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen begangenen Betrug oder eine Schalkheit oder Torheit; BM.: von, weg; L.: DW 1, 203, DW2 2, 259, Duden s. u. Alfanz; F.: Alfanz, Alfanzes, Alfanze, Alfanzen+FW(+EW); Z.: Al-fan-z
alfanzen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. alfanzen, eine Torheit begehen, närrisch sein (V.), Possen reißen; ne. play (V.) antics; Vw.: -; Hw.: s. Alfanz; Q.: 1521 (Luther); E.: s. mhd. alevanz, alefanz*, st. M., sw. M., Fremder, hergelaufener Schalk, Possen, Schalkheit; it. all’avanzo, zum Vorteil; von einem spätlat. abante, s. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge 1. A. s. u. Alfanzerei, Kluge s. u. alfanzen, fehlt DW, DW2 2, 260, Duden s. u. alfanzen; GB.: seit 1521 belegte und aus dem Italienischen und dem Spätlateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eine Torheit begehen oder närrisch sein (V.); BM.: weg, gegenüber; F.: alfanzen, alfanze, alfanzst (!), alfanzt, alfanzest, alfanzet, alfanzte, alfanztes, alfanzten, alfanztet, ##alfanzt##, alfanzend, ##alfanzend, alfanzende, alfanzendes, alfanzendem, alfanzenden, alfanzender###, alfanz (!)+FW(+EW); Z.: al-fa-nz-en
Alge, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Alge, eine Wasserpflanze; ne. alga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1440 (Glosse); I.: Lw. lat. alga; E.: s. lat. alga, F., Seetang, Seegras, (2. Jh. v. Chr.); s. idg. *el- (3), *ol-, V., moderig sein (V.)?, faulen?, Pokorny 305 (446/27) (RB. idg. aus ind., arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Alge, fehlt DW, EWD s. u. Alge, DW2 2, 263, Duden a. u. Alge, Bluhme s. u. Alge; Son.: vgl. nndl. alge, Sb., Alge; frz. algue, F., Alge; nschw. alg, Sb., Alge; nnorw. alge, M., Alge; poln. alga, F., Alge; GB.: seit 1440 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vor 3 Milliarden Jahren entstandenes vormenschliches in dem Wasser lebendes pflanzenähnliches ziemlich jodhaltiges Lebewesen; BM.: moderig; F.: Alge, Algen+FW(+EW); Z.: Al-g-e
Algebra, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Algebra, Lehre von den Zahlen und mathematischen Gleichungen; ne. algebra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1450 bzw. 1461; I.: Lw. it. algebra; E.: s. it. algebra, F., Algebra; lat. algebra, F., Algebra, Lehre von den mathematischen Gleichungen; s. arab. ilm al-ğabr wa l-muqâbala, Sb., Lehre von den Wiederherstellungen und Vergleichungen (Titel eines Lehrbuchs); vgl. arab. ğabara, V., einrenken, wiederherstellen; L.: Kluge s. u. Algebra, EWD s. u. Algebra, fehlt DW, DW2 2, 263, Duden a. u. Algebra; Son.: vgl. nndl. algebra, Sb., Algebra; frz. algèbre, F., Algebra; nschw. algebra, Sb., Algebra; nnorw. algebra, M., Algebra; poln. algebra, F., Algebra; lit. algebra, F., Algebra; GB.: seit um 1450 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums sowie dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sich mit den Eigenschaften von Rechenvorgängen befassende Teilgebiet der Mathematik; BM.: einrenken; F.: Algebra, Algebren+FW(+EW); Z.: Al-gebr-a
$algebraisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. algebraisch, Algebra betreffend; Q.: 1600; E.: s. Algebra, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Algebra; GB.: seit 1600 belegte und aus Algebra und isch gebildete Bezeichnung für Algebra betreffend; F.: algebraisch, algebraische, algebraisches, algebraischem, algebraischen, algebraischer+FW(+EW); Z.: al-gebr-a-isch
...algie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...algie, eine Krankheit; ne. ...algia; Vw.: s. Neur-, Nost-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. ἀλγία (algía); E.: s. gr. ἀλγία (algía), F., Schmerz; vgl. gr. ἄλγος (álgos), M., Schmerz, Leid, Kummer; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich von gr. ἀλέγειν (alégein) (1), V., kümmern um, auf etwas achten; idg. *leg- (2), V., sich kümmern?, Pokorny 658 (1065/21) (RB. idg. aus gr., alb.); L.: Kluge s. u. …algie, fehlt DW, Duden s. u. -algie; Son.: vgl. nndl. ...algie, Suff., ...algie; frz. algie, Suff., ...algie; nschw. ...algi, Suff., ...algie; poln. ...algia, Suff., ...algie; lit. ...algija, Suff., ...algie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen Schmerz und eine ihn verursachende Krankheit; BM.: sich kümmern?; F.: …algie, …algien+FW(+EW); Z.: -alg-ie
$...algisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...algisch; E.: s. algi(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. -algie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für Schmerz und ihn verursachende Krankheit betreffend; F.: ...algisch, ...algische, ...algisches, ...algischem, ...algischen, ...algischer(, ...algischere, ...algischeres, ...algischerem, ...algischeren, ...algischerer, ...algischst, ...algischste, ...algischstes, ...algischstem, ...algischsten, ...algischster)+FW(+EW); Z.: -alg-isch
Algorithmus, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Algorithmus, ein Berechnungsverfahren; ne. algorithm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1243 (Rennewart des Ulrich von Türheim); E.: s. mhd. algorismus, M., Rechenkunst; mlat. algorismus, M., Berechnung, Rechenkunst, Zahlenrechnung mit arabischen Zahlen; von dem arab. Beinamen Al-Ḫwārizmī (Mathematiker des 9. Jh.); L.: Kluge s. u. Algorithmus, EWD s. u. Algorithmus, fehlt DW, DW2 2, 265, Duden s. u. Algorithmus; Son.: vgl. nndl. algoritme, Sb., Algorithmus; frz. algorithme, M., Algorithmus; nschw. algoritm, Sb., Algorithmus; nnorw. algoritme, M., Algorithmus; poln. algorytm, M., Algorithmus; kymr. algorithm, M., Algorithmus; lit. algoritmas, M., Algorithmus; GB.: seit nach 1243 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine eindeutige Handlungsvorschrift zu einer Lösung eines Problems oder ein Verfahren zu der schrittweisen Umformung von Zeichenreihen oder für einen Rechenvorgang nach einem bestimmten Schema bei dem jeder Schritt ausführbar sein muss und immer nur ein nächster Schritt in Frage kommt und bei gleichen Eingaben stets das gleiche Ergebnis entsteht und die Zahl der Schritte endlich ist; BM.: Rechenkunst; F.: Algorithmus, Algorithmen+FW(+EW); Z.: Al-gor-ithm-us
alias, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. alias, anders, auch ... genannt; ne. alias; Vw.: -; Hw.: s. Alibi; Q.: 1440 (Wrede Altkölner Sprachschatz); I.: Lw. lat. aliās; E.: s. lat. aliās, Adv., zu einer anderen Zeit, ein anderes Mal, sonst, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. alius, Adj., andere, zweite, nächste, verschieden; idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. alias, EWD s. u. alias, fehlt DW, DW2 2, 265, Duden s. u. alias; Son.: vgl. nndl. alias, Partikel, alias; frz. alias, Partikel, alias; nschw. alias, Partikel, alias; nnorw. alias, Partikel, alias; poln. alias, Partikel, alias; GB.: seit 1440 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für anders oder auch oder eine andere Benennung; BM.: andere; F.: alias+FW; Z.: al-ias
Alibi, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Alibi, Aufenthalt an einem anderen Ort; ne. alibi; Vw.: -; Hw.: s. alias; Q.: 1782/1787 (Musäus Volksmärchen); I.: Lw. frz. alibi; E.: s. frz. alibi, M., Alibi, Aufenthalt an einem anderen Ort; lat. alībī, Adv., anderswo, an einem anderen Ort, anderwärts, sonst noch; vgl. lat. alius, Adj., andere, zweite, nächste, verschieden; idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); lat. ibi, Adv., daselbst, da, dort; idg. *idʰa, Adv., hier, Pokorny 284; vgl. idg. *e- (3), *ei-, *i-, Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Alibi, EWD s. u. Alibi, fehlt DW, DW2 2, 266, Duden s. u. Alibi; Son.: vgl. nndl. alibi, Sb., Alibi; frz. alibi, M., Alibi; nschw. alibi, Sb., Alibi; nnorw. alibi, N., Alibi; poln. alibi, Sb., Alibi; lit. alibi, M., Alibi; GB.: seit 1782/1787 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Nachweis der Abwesenheit eines einzelnen bestimmten Menschen von dem Ort einer Tat zu der Zeit einer Tat und damit der tatsächlichen Unmöglichkeit einer Täterschaft einer bestimmten einzelnen Straftat durch einen möglicherweise der Tat verdächtigen Menschen; BM.: darüberhinaus, hier; F.: Alibi, Alibis+FW; Z.: Al-i-b-i
…alie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. …alie; ne. …al; Vw.: s. Anom-, Chemik-, Devotion-, Fäk, Form-, Lapp-, Natur-, Repress-, Vers-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. …ālia, Suff., …alie; lat. ālium, Suff., …alie; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. …alie, …aille, Suff., …salie; frz. …alie, …ailles, Suff., …salie; nschw. …alie, Suff., …salie; nnorw. …salie, Suff., …salie; poln. …alia, Suff., ...alie; lit. …alija, Suff., …alie; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Eigenschaften und Zugehörigkeiten erfassenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …alie, …alien+FW(+EW); Z.: -al-i-e
Aliment, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Aliment, Nahrungsmittel, Lebensunterhaltskosten, Unterhalt; ne. alimony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. alimentum; E.: s. lat. alimentum, N., Nahrungsmittel, Nahrung, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. alere, V., nähren, ernähren, großnähren, füttern, speisen; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Aliment, fehlt DW, EWD s. u. Alimente, DW2 2, 268, Duden s. u. Alimente; Son.: normalerweise in dem Pl. verwendet; vgl. nndl. alimentatie, Sb., Aliment; frz. aliment, N., Nahrungsmittel; poln. alimenty, Sb. Pl., Alimente; kymr. alimoni, M., Aliment; lit. alimentai, M. Pl., Alimente; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Unterhalt; BM.: nähren; F.: Aliment, Alimente, Alimenten+FW(+EW); Z.: Al-im-ent
…alisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. …alisch; ne. …alic, …al; Vw.: s. anim-, fisk-, infern-, marti-, mor-, musik-, orient-, partriach-, physik-, theatr-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. …ālis, Suff., …alisch; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. …aal, …eel, Suff., …alisch; frz. …al, Suff., …alisch; nschw. …alisk, Suff., …alisch; nnorw. …alsk, Suff., …alisch; poln. …alny, Suff., …alisch; nir. …álta, Suff., …alisch; lit. …alinis, Suff., …alisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort für Eigenschaften und Zugehörigkeiten erfassende Adjektive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...alisch, ...alische, ...alisches, ...alischem, ...alischen, ...alischer(, ...alischere, ...alischeres, ...alischerem, ...alischeren, ...alischerer, ...alischst, ...alischste, ...alischstes, ...alischstem, ...alischsten, ...alischster)+FW(+EW); Z.: -al-isch
Alkali, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Alkali, Karbonat eines Alkalimetalls; ne. alkali (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kali, Kalium; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. mlat. alkali; E.: s. mlat. alkali, Sb., Alkali; arab. al-qāly, al-qualya, Sb., Pottasche, Aschensalz; vgl. arab. qalā, V., im Topf kochen, rösten; L.: Kluge s. u. Alkali, EWD s. u. Alkali, fehlt DW, DW2 2, 273, Duden a. u. Alkali; Son.: vgl. nndl. alkali, Sb., Alkali; frz. alcali, M., Alkali; nschw. alkali, Sb., Alkali; nnorw. alkali, M., Alkali; poln. alkalia, Sb. Pl., Alkali; nir. alcaile, F., Alkali; GB.: wohl seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches früher durch Auslaugen von Pflanzenasche gewonnenes Laugensalz; BM.: rösten; F.: Alkali, Alkalis, Alkalien+FW; Z.: Al-kal-i
$alkalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. alkalisch, Alkali betreffend; E.: s. Alkal(i), s. isch; L.: EWD s. u. Alkali, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Alkal(i) und isch) gebildete Bezeichnung für Alkali betreffend; F.: alkalisch, alkalische, alkalisches, alkalischem, alkalischen, alkalischer+FW(+EW); Z.: al-kal-isch
Alkohol, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Alkohol, Weingeist; ne. alcohol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1525 (Paracelsus); I.: Lw. span. alcohol; E.: s. span. alcohol, M., Alkohol; hispano-arabisch kuḥúl; arab. al-kuḥūl, Sb., Antimon; akkad. guḫlu, Sb., ein Pulver zu einem Färben der Augenlider; L.: Kluge s. u. Alkohol, EWD s. u. Alkohol, fehlt DW, DW2 2, 275, Duden s. u. Alkohol; Son.: in dem Deutschen wurde das Wort erst in der Bedeutung feines Pulver verwendet, durch die Bezeichnung alcohol vini Geist des Weines kam es ab dem 19. Jahrhundert zu der heutigen Bedeutung; vgl. nndl. alcohol, Sb., Alkohol; frz. alcool, M., Alkohol; nschw. alkohol, Sb., Alkohol; nnorw. alkohol, M., Alkohol; poln. alkohol, M., Alkohol; kymr. alcohol, F., Alkohol; nir. alcól, M., Alkohol; lit. alkoholis, M., Alkohol; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen und Akkadischen aufgenommene Bezeichnung für eine farblose und leicht entzündliche sowie von Menschen jedenfalls seit den Hochkulturen des Altertums herstellbare und Nervenzellen des Gehirns jedenfalls vorübergehend und vielleicht in dem Ergebnis auch dauerhaft beeinflussende Flüssigkeit; BM.: Antimon; F.: Alkohol, Alkohols, Alkohole, Alkoholen+FW; Z.: Al-kohol
$Alkoholiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Alkoholiker, alkoholsüchtiger Mensch; L.: Kluge s. u. Alkohol, EWD s. u. Alkohol, fehlt DW; GB.: seit 1889 belegte und aus Alkohol und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen alkoholsüchtigen Menschen; F.: Alkoholiker, Alkoholikers, Alkoholikern+FW+EW; Z.: Al-kohol-ik-er
$alkoholisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. alkoholisch; E.: s. Alkohol, s. isch; L.: Kluge s. u. Alkohol, EWD s. u. Alkohol, fehlt DW; GB.: seit 1874 belegte und aus Alkohol und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entdeckung und Entwicklung von Alkohol mögliches Alkohol betreffend; F.: alkoholisch, alkoholische, alkoholisches, alkoholischem, alkoholischen, alkoholischer+FW+EW; Z.: al-kohol-isch
$Alkoholismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Alkoholismus, Trinksucht, Trunksucht; E.: s. Alkohol, s. ismus; L.: Kluge s. u. Alkohol, EWD s. u. Alkohol l, fehlt DW; GB.: seit 1852 belegte und aus Alkohol und ismus gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entdeckung und Entwicklung des Alkohols durch den Menschen mögliche Alkoholsucht oder Trinksucht oder Trunksucht; F.: Alkoholismus+FW; Z.: Al-kohol-ism-us
Alkoven, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Alkoven, Bettnische, Kuppel, Nebenraum ohne Fenster; ne. alcove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. frz. alcôve; E.: s. frz. alcôve, F., Alkoven, Schlafgemach; span. alcoba, F., Schlafgemach; arab. al-qubba, Sb., Gewölbe, Nebenraum; vgl. arab. qubba, Sb., Kuppel, Kuppelbau, Grabkuppel, Zelt; L.: Kluge s. u. Alkoven, EWD s. u. Alkoven, DW 1, 206, DW2 2, 282, Duden s. u. Alkoven; Son.: vgl. nndl. alkoof, Sb., Alkoven; nschw. alkov, Sb., Alkoven; nnorw. alkove, M.?, Alkoven; poln. alkowa, F., Alkoven; kymr. alcof, M., F., Alkoven; vgl. auch mhd. ekub, st. M., st. N., kleines primitives Zelt; GB.: seit um 1217 belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen kleinen abgetrennten Nebenraum ohne Fenster; BM.: Kuppel; F.: Alkoven, Alkovens+FW(+EW?); Z.: Al-kov-en
all, nhd., Adj., Pron., Konj., (8. Jh.): nhd. all, umfassend, ganz; ne. all (Adj.), every; Vw.: -; Hw.: s. alles, allerhand, allerdings, allenthalben, allerlei, allesamt, allgemein; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. al (1), Adj., Pron.-Adj., andere, jeder, alle, ganz; mhd. al (2), Konj., Indef.-Pron., all, alle, jeder, irgendwelcher, ganz, andere, wie sehr; mhd. al (3), alle, Adv., ganz, völlig, sehr, heftig; mnd. al, alle, Adj., all, ganz; mnl. al, Adj., Pron., all, ganz; ahd. al, all, ala, Pron.-Adj., Adv., all, jeder, ganz, gesamt, vollständig; as. al (1), ala*, all, Adj., all, ganz, gänzlich; anfrk. al, Adj., all, ganz; germ. *alla-, *allaz, Adj., all, ganz, jeder; s. germ. *ala, Adv., ganz, völlig; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. all, Kluge s. u. all, EWD s. u. all, DW 1, 206, DW 2, 2, 285, EWAhd 1, 129, Duden s. u. all, Bluhme s. u. all; Son.: vgl. afries. all, al, Adj., all, ganz; nnordfries. ol, al; ae. eall, Adv., Adj., all, ganz, jeder; ae. æl- (1), Präf., all...; an. allr, Adj., all, jeder; an. al-, Präf., all, ganz; got. alls, Adj. (a), all, jeder, ganz, viel; osk. allo, Adj., ganz; lat. ollus, Pron., jener; air. uile, Adj., ganz, jeder; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches umfassend oder ganz; BM.: darüberhinaus; F.: all, alle, alles, allem, allen, aller+EW; Z.: al-l
$All, nhd., N., (13. Jh.): nhd. All, Weltall, Universum, Kosmos; E.: s. all; L.: Kluge s. u. all, DW 1, 214; GB.: seit um 1300 belegte und aus all gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt bestehende Ganzheit oder das Weltall oder das Universum oder den Kosmos; F.: All, Alls, Alles+EW; Z.: Al-l
$Allasch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Allasch; E.: ?: L.: Kluge s. u. Allasch, fehlt DW; GB.: seit 1870 belegte und in der Etymologie unklare Bezeichnung für einen sachlich seit 1823 auf dem Gut Allasch der Familie von Blanckenhagen in Livland hergestellten und verwendeten Kümmellikör; F.: Allasch, Allaschs, Allasches, Allasche, Allaschen+FW?; Z.: Allasch
$allbot, nhd. (ält.), Adv., (15. Jh.): nhd. allbot, oft, bisweilen, immer wieder, stets; E.: s. all, s. bot; L.: Kluge s. u. allbot; GB.: seit 1456 belegte und aus all und bot gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches oft oder bisweilen oder immer wieder oder stets; F.: allbot+EW; Z.: allbot
$alldieweil, nhd., Adv., Konj., (12. Jh.): nhd. alldieweil, solange, während; E.: s. all, s. die, s. weil; GB.: seit um 1188 belegte und aus all und die sowie weil gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Zeit mögliches solange oder während; L.: Kluge s. u. alldieweil, EWD s. u. weil, DW 1, 216; F.: alldieweil+EW; Z.: al-l-die-wei-l
Allee, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Allee, breite Straße; ne. alley, avenue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz. allée; E.: s. frz. allée, F., Gang, Parkweg; vgl. frz. aller, V., gehen; über eine verkürzte vulgärlat. Form *alāre s. lat. ambulāre, V., umhergehen, hingehen und hergehen, gehen, weit reisen, wandeln; lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irre sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Allee, EWD s. u. Allee, DW 1, 216, DW2 2, 316, Duden s. u. Allee; Son.: vgl. nndl. allee, N., Allee; nschw. allé, Sb., Allee; nnorw. allé, M., Allee; poln. aleja, F., Allee; kymr. ale, F., Allee, Gasse; nir. ali, F., Allee, Gasse; lit. alėja, F., Allee; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Bäumen meist beidseitig gesäumte breite sowie oft gerade Straße; BM.: beiderseits, umherschweifen; F.: Allee, Alleen+FW; Z.: Al-l-ee
Allegorie, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Allegorie, Sinnbild, Gleichnis; ne. allegory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: ahd. alligoria, Sb., Allegorie; s. lat. allēgoria, F., Allegorie, (81-43 v. Chr.); gr. ἀλληγορία (allēgoría), F., das Anderssagen; vgl. gr. ἄλλος (állos), Adj., Pron., andere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); gr. ἀγορεύειν (agoreúein), V., sagen, sprechen, öffentlich reden; gr. ἀγορά (agorá), F., Versammlung der Bürger, Platz; idg. *ger- (1), *gere-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Allegorie, EWD s. u. Allegorie, fehlt DW, DW2 2, 319, Duden s. u. Allegorie; Son.: vgl. nndl. allegorie, Sb., Allegorie; frz. allégorie, F., Allegorie; nschw. allegorie, Sb., Allegorie; nnorw. allegori, M., Allegorie; poln. alegorie, F., Allegorie; kymr. alegori, M., Allegorie; lit. alegorija, F., Allegorie; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Stilfigur in der Rhetorik und eine bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffs wie beispielsweise Freiheit oder Gerechtigkeit oder Liebe oder Tod; BM.: darüberhinaus, sammeln; F.: Allegorie, Allegorien+FW(+EW?); Z.: Al-l-eg-or-ia
$allegorisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. allegorisch, sinnbildlich; L.: Kluge s. u. Allegorie, EWD s. u. Allegorie, fehlt DW; GB.: seit 1523 belegte und aus Allegor(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Allegorie betreffend oder sinnbildlich; F.: allegorisch, allegorische, allegorisches, allegorischem, allegorischen, allegorischer+FW+EW; Z.: al-l-eg-or-isch
$allegretto, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. allegretto, ein wenig schnell; E.: s. it. allegretto, s. it. allegr(o), s. etto; I.: Lw. it. allegretto; L.: fehlt DW; GB.: seit 1732 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein wenig schnell oder lebhaft; L.: EWD s. u. allegro; Z.: al-l-egr-et-t-o
allegro, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. allegro, lebhaft, schnell, heiter; ne. allegro (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1683; I.: Lw. it. allegro; E.: s. it. allegro, Adj., lebhaft, munter; lat. alacer, Adj., aufgeregt, erregt; vielleicht von idg. *al- (4), V., brennen, Pokorny 28 (52/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. allegro, EWD s. u. allegro, fehlt DW, DW2 2, 322, Duden s. u. allegro; Son.: vgl. nndl. allegro, Adj., allegro; frz. allegro, Adj., allegro; nschw. allegro, Adj., allegro; poln. allegro, Adj., allegro; GB.: seit 1683 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches lebhaft oder schnell oder heiter; BM.: brennen; F.: allegro+FW; Z.: al-l-egr-o
$Allegro, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Allegro; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; L.: EWD s. u. allegro, fehlt DW; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Musik durch den Menschen mögliches Musikstück in lebhafter oder schneller oder heiterer Geschwindigkeit; F.: Allegro, Allegros (!)+FW; Z.: Al-l-egr-o
allein, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. allein, einsam, einzig, freilich; ne. allegro; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. aleine (2), alein, Adv., nur, zumal, insgesamt, allein, ausschließlich, verlassen (Adv.); mhd. aleine (1), alein, Konj., allein, obgleich, obschon, obwohl, wenn auch, aber; mnd. allēne, Adj., Adv., allein, einzig; s. nhd. all; s. ahd. eino, Adv., allein, nur; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. all, Kluge s. u. allein, EWD s. u. allein, DW 1, 217, DW2 2, 323, Duden s. u. allein; Son.: vgl. nndl. alleen, Adj., Adv., allein; ndän. allein, Adj., Adv., allein; nnorw. alene, Adv., allein; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus all und ein gebildete Bezeichnung für ohne Gesellschaft anderer Menschen seiend oder einsam oder einzig; BM.: ein; F.: allein+EW; Z.: al-l-ei-n
$Alleinherrscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Alleinherrscher, allein herrschender Mensch; E.: s. allein, s. Herrscher; L.: fehlt DW, EWD s. u. allein; E.: s. allein, s. Herrscher; GB.: seit 1720 belegte und nach lat.-griech. monarchus aus allein und Herrscher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Monarchen oder allein herrschenden Menschen; F.: Alleinherrscher, Alleinherrschers, Alleinherrschern+EW; Z.: Al-l-ei-n—her-r-sch-er
$Alleinherrschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Alleinherrschaft; E.: s. allein, s. Herrschaft; L.: fehlt DW, EWD s. u. allein; GB.: seit vor 1678 belegte und nach lat. monarchia aus allein und Herrschaft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Monarchie; F.: Alleinherrschaft, Alleinherrschaften+EW; Z.: Al-l-ei-n—her-r—schaf-t
allelujah, nhd., Interj.: nhd. allelujah; Vw.: s. halleluja
allenthalben, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. allenthalben, allerorten, überall; ne. everywhere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. allenthalben, Adv., allenthalben, überall, in jeder Beziehung, ganz und gar; mhd. allenthalp, Adv., allenthalben, überall, in jeder Beziehung, ganz und gar, nach allen Seiten; mnd. allenthalven, Adv., allenthalben, auf allen Seiten, nach allen Seiten, überall, in jeder Weise; mnl. allenthalven, Adv., allenthalben; vgl. ahd. alahalba*, st. F. (ō), ganze Seite, jede Seite, jede Hinsicht; as. -; anfrk. -; s. nhd. all, halb; L.: Kluge s. u. allenthalben, DW 1, 219, DW2 2, 342, EWAhd 1, 142, Duden s. u. allenthalben; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus all und ent sowie halb(en) gebildete Bezeichnung für allerorten oder überall; BM.: darüberhinaus; F.: allenthalben+EW; Z.: al-l-ent-hal-b-en
$aller…, nhd., Partikel: nhd. aller…, ganz; E.: s. all, s. er; L.: Kluge s. u. aller-, DW 1, 220; GB.: wohl seit 9. Jh. belegte und aus all und er gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ganz; F.: aller…+EW; Z.: al-l-er-
allerdings, nhd., Adv., (12. Jh./16. Jh.): nhd. allerdings, in allen Dingen, in jeder Hinsicht; ne. albeit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1200 (Reinmar der Alte); E.: s. mhd. allerdinge, Adv., in allen Dingen, gänzlich, in jeder Hinsicht, durchaus; mnd. allerdinges, Adv., durchaus, gänzlich, vollständig; s. nhd. all, Ding; L.: Kluge s. u. allerdings, EWD s. u. all, DW 1, 222, DW2 2, 352, Duden s. u. allerdings; GB.: seit um 1200 belegte und aus all und er sowie dings gebildete Bezeichnung für in allen Dingen oder in jeder Hinsicht zwecks Kennzeichnung eines Widerspruchs oder Einwands; BM.: darüberhinaus; F.: allerdings+EW; Z.: al-l-er-din-g-s
$allererst, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. allererst, erst; E.: s. all, s. er, s. erst; L.: EWD s. u. all, DW 1, 222; GB.: seit 863-871 belegte und aus all und er sowie erst gebildete Bezeichnung für erst; F.: allererst+EW; Z.: al-l-er—e-r-st
$allererste, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. allererste, erste, vorderste; E.: s. all, s. er, s. erste; L.: EWD s. u. all, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus all und er sowie erste gebildete Bezeichnung für erste (von allen) oder vorderste oder früheste; F.: allererste, allererstes, allererstem, allerersten, allererster+EW; Z.: al-l-er—e-r-st
Allergen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Allergen, eine Allergie hervorrufender Stoff; ne. allergen; Vw.: -; Hw.: s. Allergie; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἄλλος (állos), Adj., Pron., andere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Allergen; Son.: vgl. nndl. allergeen, Sb., Allergen; frz. allergène, M., Allergen; nschw. allergen, N., Allergen; nnorw. allergen, N., Allergen; kymr. alergen, M., Allergen; poln. alergen, M., Allergen; lit. alergenas, M., Allergen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei empfindlichen Menschen eine Allergie oder abwehrende körperliche Folgeerscheinung wie Asthma oder Heuschnupfen oder Neurodermitis oder Ekzeme hervorrufenden Stoff wie beispielsweise Blütenstaub oder Kuhmilch oder Hühnerei oder Fisch oder Soja oder Weizen oder Nüsse; BM.: andere, tun, erzeugen; F.: Allergen, Allergens, Allergene, Allergenen+FW; Z.: Al-l-er-gen
Allergie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Allergie, Überempfindlichkeit; ne. allergy; Vw.: -; Hw.: s. Allergen; Q.: 1906; I.: z. T. Lw.; E.: neoklassische Bildung aus gr. ἄλλος (állos), Adj., Pron., andere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Allergie, fehlt DW, EWD s. u. Allergie, DW2 2, 359, Duden s. u. Allergie; Son.: vgl. nndl. allergie, Sb., allergie; frz. allergie, F., Allergie; nschw. allergi, Sb., Allergie; nnorw. allergi, M., Allergie; poln. alergia, F., Allergie; kymr. alergedd, M., Allergie; nir. ailléirge, F., Allergie; lit. alergija, F., Allergie; GB.: seit 1906 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für bei empfindlichen Menschen eine abwehrende körperliche Folgeerscheinung wie Asthma oder Heuschnupfen oder Neurodermitis oder Ekzeme hervorrufenden Stoff wie beispielsweise Blütenstaub oder Kuhmilch oder Hühnerei oder Fisch oder Soja oder Weizen oder Nüsse; BM.: andere, tun; F.: Allergie, Allergien+FW; Z.: Al-l-erg-ie
$allergisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. allergisch, Allergie betreffend; E.: s. Allerg(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Allergie, fehlt DW, EWD s. u. Allergie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Allergi(e) und isch gebildete Bezeichnung für Allergie betreffend; F.: allergisch, allergische, allergisches, allergischem, allergischen, allergischer(, allergischere, allergischeres, allergischerem, allergischeren, allergischerer, allergischst, allergischste, allergischstes, allergischstem, allergischsten, allergischster)+FW+EW; Z.: al-l-erg-isch
allerhand, nhd., Pron., Adj., (12. Jh.): nhd. allerhand, allerlei, verschieden; ne. all sorts of; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. allerhande, Adj., Pron., allerlei, vielerlei, anwesend; mnd. allerhande, Adj., aller Art (F.) (1), verschiedener Art (F.) (1), allerlei, irgendwelch; s. nhd. all, Hand; L.: Kluge s. u. allerhand, EWD s. u. all, DW 1, 224, DW2 2, 361, Duden s. u. allerhand; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus all sowie er und Hand gebildete Bezeichnung für allerlei oder verschieden; BM.: darüberhinaus; F.: allerhand+EW; Z.: al-l-er-hand
$Allerheiligen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Allerheiligen; Hw.: s. Allerseelen; E.: s. all, s. er, s. heilig, s. en; L.: EWD s. u. all, DW 1, 224; GB.: seit 1288 belegte und aus all und er sowie heilig und en gebildete Bezeichnung für das christliche Fest aller (übrigen) Heiligen von denen es nach dem 2004 aktualisierten Martyrologium Romanum der römisch-katholischen Kirche 6650 Heilige und Selige sowie 7400 Märtyrer geben soll; F.: Allerheiligen, Allerheiligens+EW; Z.: Al-l-er—hei-l-ig-en
allerlei, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. allerlei, allerhand; ne. all kinds of; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Das Mühlhäuser Reichsrechtsbuch); E.: mhd. allerlei, allerleige, Adj., Pron., allerlei, jeglicher, jegliche, jegliches, jederart, verschieden (Adj.), sonstige; mnd. allerleye, Adj., jeder Art (F.) (1), aller Art (F.) (1), jeglich, irgendwelch; s. nhd. all, ...lei; L.: Kluge s. u. allerlei, DW 1, 224, DW2 2, 370, Duden s. u. allerlei; GB.: seit um 1230 belegte und aus all und er sowie lei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches allerhand oder viele Gegebenheiten umfassend; BM.: darüberhinaus; F.: allerlei+EW; Z.: al-l-er-lei
$allerletzte, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. allerletzte, letzte, abschließend; Q.: um 1300; L.: EWD s. u. all, fehlt DW; GB.: seit um 1300 belegte und aus all und er sowie letzte gebildete Bezeichnung für letzte oder abschließend; F.: allerletzt, allerletzte, allerletztes, allerletztem, allerletzten, allerletzter+EW; Z.: al-l-er—le-tz-t
$allermeiste, nhd., Adj.: nhd. allermeiste, meiste; E.: s. all, s. er, s. meiste; L.: EWD s. u. all, fehlt DW; GB.: seit 863-871 belegte und aus all und er sowie meiste gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches meiste; F.: allermeist, allermeiste, allermeistes, allermeistem, allermeisten, allermeister+EW; Z.: al-l-er—mei-st
$Allerseelen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Allerseelen; Hw.: s. Allerheiligen; L.: EWD s. u. all, DW 1, 227; GB.: seit 1526 belegte und aus all und er sowie Seel(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für das in dem Christentum entwickelte Fest für die Seelen aller (übrigen) Verstorbenen; F.: Allerseelen, Allerseelens (!)+EW; Z.: Al-l-er—seel-en
$Allerwelts…, nhd., Partikel: nhd. Allerwelts…, in aller Welt, für alle Leute; E.: s. all, s. er, s. Welt, s. s; L.: Kluge s. u. Allerwelts..., DW 1, 229; GB.: seit 1755 belegte und aus all und er sowie Welt und s gebildete Bezeichnung für die Bildung von beliebig oder allgemein ausdrückenden Zusammensetzungen; F.: Allerwelts-+EW; Z.: Al-l-er—w-el-t-s-
$Allerwertester, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Allerwertester; E.: s. all, s. er, s. wert, s. este, s. (e)r; L.: Kluge s. u. Allerwertester, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. als Adjektiv aus all und er sowie wert und este gebildete Bezeichnung die verhüllend wohl später auf das Gesäß als angeblich wertvollsten Körperteil des Menschen bezogen wird; F.: Allerwertester, Allerwerteste, Allerwertesten+EW; Z.: Al-l-er—wer-t-est-er
$allesamt, nhd., Pron., (9. Jh.): nhd. allesamt, alle zusammen; E.: s. all, s. e, s. samt; L.: Kluge s. u. allesamt, fehlt DW; GB.: seit um 850 belegte und aus all und e sowie samt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches alle zusammen; F.: allesamt+EW; Z.: al-l-e—sam-t
$allfällig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. allfällig, jeweilig; E.: s. all, s. fällig; L.: Kluge s. u. allfällig, fehlt DW; GB.: seit 1426 belegte und aus all und fällig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches allfallsig oder jeweilig; F.: allfällig, allfällige, allfälliges, allfälligem, allfälligen, allfälliger+EW; Z.: al-l—fäll-ig
$allgemach, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. allgemach, allmählich; E.: s. all, s. gemache; L.: Kluge s. u. allgemach, DW 1, 233; GB.: seit um 1500 belegte und aus all und gemach gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches allmählich; F.: allgemach+EW; Z.: al-l—ge—mach
$allgemein, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. allgemein, allen gemeinsam, alle betreffend; E.: s. all, s. gemein; L.: Kluge s. u. allgemein, EWD s. u. all, DW 1, 233; GB.: seit 1125 belegte und aus all und gemein gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches allen gemeinsam oder alle betreffend oder überall verbreitet; F.: allgemein, allgemeine, allgemeines, allgemeinem, allgemeinen, allgemeiner+EW; Z.: al-l—ge—mei-n
$Allgemeingeist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Allgemeingeist, allgemeine Geisteshaltung; E.: s. allgemein, s. Geist; L.: Kluge s. u. Gemeingeist, fehlt DW; GB.: seit 1774 belegte und aus allgemein und Geist gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche allgemein bestehende oder entstehende Geisteshaltung; F.: Allgemeingeist, Allgemeingeistes, Allgemeingeists, Allgemeingeister, Allgemeingeistern+EW; Z.: Al-l—ge—mei-n-gei-s-t
Allianz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Allianz, Bündnis, Staatenbund; ne. alliance; Vw.: -; Hw.: s. Mesalliance; Q.: 1519 (Urkunde); I.: Lw. frz. alliance; E.: s. frz. alliance, F., Allianz; vgl. frz. allier, V., verbinden; lat. alligāre, V., anbinden, binden, festbinden; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Allianz, EWD s. u. Allianz, fehlt DW, DW2 2, 467, Duden s. u. Allianz; Son.: vgl. nndl. alliantie, Sb., Allianz; nschw. allians, Sb., Allianz; nnorw. allianse, M., Allianz; lit. aljansas, M., Allianz; GB.: seit 1519 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bündnis zwischen mindestens zwei Beteiligten; BM.: zu, binden; F.: Allianz, Allianzen+FW(+EW?); Z.: Al-l-i-anz
Alligator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Alligator, ein Krokodil (Reptil); ne. alligator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1549; I.: Lw. frz. alligator? oder Lw. ne. alligator?; E.: entweder aus dem Französischen oder Neuenglischen, s. frz. alligator, M., Alligator; ne. alligator, N., Alligator; span. el lagarto (de los Indios), M., Echse (der Indianer), (west)indische Eidechse; lat. lacerta, F., Eidechse; vielleicht von idg. *lek- (2), *lēk-, *lək-, *lₑk-, V., Sb., biegen, winden, springen, zappeln, Glied, Pokorny 673 (1092/48) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Alligator, EWD s. u. Alligator, fehlt DW, DW2 2, 470, Duden s. u. Alligator; Son.: vgl. nndl. alligagor, Sb., Alligator; nschw. alligator, Sb., Alligator; nnorw. alligator, M., Alligator; poln. aligator, M., Alligator; nir. ailigéadar, M., Alligator; lit. aligatorius, M., Alligator; GB.: seit 1549 belegte und aus dem Französischen oder Neuenglischen sowie mittelbar dem Spanischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu der schon vormenschlichen Familie der Krokodile gehörendes Tier (Reptil); BM.: winden; F.: Alligator, Alligators, Alligatoren+FW; Z.: Al-lig-at-or
$alliieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. alliieren, verbinden; Q.: 1628; L.: EWD s. u. Allianz, fehlt DW; GB.: seit 1628 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verbinden oder Bündnis schließen; F.: alliieren, alliiere, alliierst, alliiert, alliierest, alliieret, alliierte, alliiertest, alliierten, alliiertet, ##alliiert, alliierte, alliiertes, alliiertem, alliierten, alliierter##, alliierend, ###alliierend, alliierende, alliierendes, alliierendem, alliierenden, alliierender###, alliier (!)+FW(+EW?); Z.: al-l-i-ier-en
$Alliierter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Alliierter, Verbündeter, Bündnispartner; E.: s. alliier(en), s. t. s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Allianz, EWD s. u. Allianz, fehlt DW; GB.: seit 1648 belegte und aus alliier(en) und t sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache möglichen Verbündeten oder Bündnispartner; F.: Alliierter, Alliierte, Alliierten+FW; Z.: Al-l-i-iert-er
Alliteration, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Alliteration, Stabreim; ne. alliteration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1787; I.: z. T. Lw.; E.: neoklassische Bildung, s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. littera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, Geschriebenes, Schriftzug; vgl. lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Alliteration, EWD s. u. Alliteration, fehlt DW, DW2 2, 473, Duden s. u. Alliteration; Son.: vgl. nndl. alliteratie, Sb., Alliteration; frz. allitération, F., Alliteration; nschw. alliteration, Sb., Alliteration; nnorw. alliterasjon, M., Alliteration; poln. aliteracja, F., Alliteration; lit. aliteracija, F., Alliteration; GB.: seit 1787 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine Stilfigur bei der die betonten Stammsilben benachbarter Wörter bewusst nach dem gleichen Anfangslaut ausgewählt werden wie beispielsweise bei Haus und Hof oder Kind und Kegel oder Fischers Fritz fischt frische Fische; BM.: zu, Buchstabe; F.: Alliteration, Alliterationen+FW(+EW?); Z.: Al-li-t-er-at-io-n
$Allmacht, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Allmacht, allumfassende Macht; E.: s. all, s. Macht; L.: EWD s. u. all, DW 1, 237; Son.: rückgebildet aus allmächtig (lat. omnipotens); GB.: seit 10. Jh. belegte und nach lat. omnipotentia aus all und Macht gebildete Bezeichnung für eine allumfassende Macht als Eigenschaft des Gottes des Christentums; F.: Allmacht; Z.: Al-l-mach-t
$allmächtig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. allmächtig, alle Macht habend; E.: s. all, s. mächtig; L.: EWD s. u. all, mächtig, DW 1, 237; GB.: seit um 800 belegte und nach lat. omnipotens aus all und mächtig gebildete Bezeichnung für alle Macht habend; F.: allmächtig, allmächtige, allmächtiges, allmächtigem, allmächtigen, allmächtiger+EW; Z.: al-l—mäch-t-ig
allmählich, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. allmählich, nach und nach, langsam voranschreitend; ne. gradually, bit by bit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: s. mhd. almechlīch*, almechlich, Adv., ganz gemächlich, ganz langsam; s. nhd. all, gemach; L.: Kluge 1. A. s. u. all, mählich, Kluge s. u. allmählich, EWD s. u. allmählich, DW 1, 237, DW2 2, 479, Duden s. u. allmählich; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus all und mächlich bzw. (ge)mach gebildete Bezeichnung für nach und nach oder langsam voranschreitend; BM.: gleich; F.: allmählich+EW; Z.: al-l—mäh-lich
Allmende, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Allmende, gemeinsamer Grund, feste Nutzungsgemeinschaft; ne. common land (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1125 (Urkunde); E.: s. mhd. almeinede*, almeinde, almenede*, almende, st. F., sw. F., st. N., sw. N., Gemeindetrift, Gemeindeland, Allmende, gemeinschaftliches Grundeigentum; mnd. almēne, Sb., freier Platz; Herkunft des Vorderglieds s. nhd. all; Herkunft des Hinterglieds s. mhd. meinede* (2), st. F., Anteil, Gemeinschaft, Gemeinschaftsbesitz; germ. *mainiþō, *maineþō, st. F. (ō), Gemeinschaft; s. idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. all, Kluge s. u. Allmende, DW 1, 237, DW2 2, 480, Duden s. u. Allmende; Son.: vgl. an. almenning, st. F. (ō), gemeinsames Land; nndl. meent, Sb., Allmende; GB.: seit 1125 belegte und aus all und mhd. meinede gebildete und teilweise für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gemeinsam genutztes Land einer Gemeinde oder Gemeinschaft wie besonders eine gemeinsam genutzte Viehweide; BM.: all, Gemeinschaft; F.: Allmende, Allmenden+EW; Z.: Al-l-me-n-d-e
allo..., nhd., Präf., (19. Jh.?): nhd. allo..., fremd, anders; ne. allo...; Vw.: s. -pathie-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. ἄλλος (állos); E.: s. gr. ἄλλος (állos), αἶλος (ailos), Adj., Pron., andere; idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; s. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. allo..., fehlt DW, Duden s. u. allo…; Son.: vgl. frz. allo...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen vor allem als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für fremd; BM.: darüberhinaus; F.: allo…+FW; Z.: al-l-o-
Allod, nhd. (ält.), st. N., (9. Jh.): nhd. Allod, freies uneingeschränktes Vermögen; ne. allod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Lex Salica Fragment); E.: vgl. ahd. alōd*, st. N. (a), Allod, freier Besitz, Hinterlassenschaft, Erbgut, Freigut; s. germ. *alauda-, *alaudam, st. N. (a), Vollgut, fahrende Habe?; vgl. germ. *al, Adv., voll und ganz; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); Herkunft des Hinterglieds ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit Los; L.: Kluge 1. A. s. u. all, Kluge s. u. Allod, DW 1, 328, DW2 2, 485, EWAhd 1, 166, Duden s. u. Allod, Falk/Torp 20, Seebold 75; Son.: der alte ahd. Terminus wurde erst im 19. Jh. als Terminus der Rechtsgeschichte wieder aufgenommen, in der Zeit dazwischen als mlat. Wort weiterverwendet; vgl. nndl. allodium, Sb., Allodium; frz. alleu, M., Allod; poln. alodium, Sb., Allod; lit. alodas, M., Allod; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches frei verfügbares Eigentum oder uneingeschränktes Vermögen; BM.: darüberhinaus; F.: Allod, Allods, Allode, Alloden+EW; Z.: Al-l-od
$Allopath, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Allopath; E.: s. allo, s. path; L.: Kluge s. u. Allopathie, fehlt DW; GB.: seit 1833 belegte und aus allo und path gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Medizin in den Hochkulturen des Altertums möglichen andere heilenden Menschen in Gegensatz zu Homöopath; F.: Allopath, Allopathen+FW; Z.: Al-l-o-path
Allopathie, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Allopathie, Schulmedizin; ne. allopathy, academic medicine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1824 bzw. 1826 (Hahnemann); I.: z. T. gr. Lw.; E.: neoklassische Bildung; s. gr. ἄλλος (állos), αἶλος (ailos), Adj., Pron., andere; idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; s. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); gr. πάθος (páthos), N., Gemütsbewegung, Leid; s. idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Allopathie, fehlt DW, DW2 2, 287, Duden s. u. Allopathie; Son.: vgl. nndl. allopathie, Sb., Allopathie; frz. allopathie, F., Allopathie; nschw. allopati, Sb., Allopathie; nnorw. allopati, M.?, F.?, Allopathie; poln. alopatia, F., Allopathie; GB.: seit 1824 bzw. 1826 von dem Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eingeführte Bezeichnung für nicht-homöopathische Behandlungsmethoden der herkömmlichen Schulmedizin; BM.: darüberhinaus, leiden; F.: Allopathie+FW(+EW?); Z.: Al-l-o-path-ie
$allopathisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. allopathisch, schulmedizinisch; E.: s. Allopath, s. isch; L.: Kluge s. u. Allopathie, fehlt DW; GB.: seit 1837 belegte und aus Allopath und isch gebildete Bezeichnung für schulmedizinisch; F.: allopathisch, allopathische, allopathisches, allopathischem, allopathischen, allopathischer+FW(+EW); Z.: al-l-o-path-isch
Allotria, nhd., N. Pl., (17. Jh.): nhd. Allotria, Unfug, dummes Zeug, Nebensächlichkeiten; ne. monkey business; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1642; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. ἀλλότριος (allótrios), Adj., einem andern gehörig, fremd, ausländisch, feindlich; s. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Allotria, EWD s. u. Allotria, fehlt DW, DW2 2, 488, Duden s. u. Allotria; GB.: seit 1642 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Unfug oder dummes Zeug oder Nebensächlichkeiten oder für unwichtige Dinge; BM.: anderes?; F.: Allotria, Allotrias+FW; Z.: Al-l-o-tr-ia
Allround..., nhd., Partikel, (20. Jh.): nhd. Allround..., vielseitig, allgemein, universal; ne. allround; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. allround; E.: s. ne. allround, Adj., universal; ne. all, Adj., Adv., alle; ae. eall, Adv., Adj., all, ganz, jeder; germ. *alla-, *allaz, Adj., all, ganz, jeder; s. germ. *ala, Adv., ganz, völlig; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); ne. round, Adj., rund; über afrz. s. lat. rotundus, Adj., scheibenrund, kugelrund, rund; vgl. lat. rota, F., Rad, Wagenrad, Rolle; idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Allround..., fehlt DW, DW2 2, 489, Duden s. u. Allround-; GB.: seit 1908 aus dem Neuenglischen aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für vielseitig oder allgemein oder universal; BM.: darüberhinaus, laufen; F.: Allround…+FW; Z.: Al-l-r-ou-nd
$Alltag, nhd., M., (14. Jh./17. Jh.): nhd. Alltag, Werktag, gewöhnlicher Wochentag; E.: s. all, s. Tag; L.: Kluge s. u. Alltag, fehlt DW; GB.: seit um 1337 belegte und aus all und Tag gebildete adverbielle Bezeichnung für täglich und vor 1605 belegte maskuline Bezeichnung für Werktag oder gewöhnlichen Wochentag; F.: Alltag, Alltags+EW; Z.: Al-l—t-ag
$alltäglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. alltäglich, täglich, tagtäglich; E.: s. Alltag, s. lich; L.: EWD s. u. all, DW 1, 239; GB.: seit 1383 belegte und aus Alltag und lich gebildete Bezeichnung für täglich oder tagtäglich oder werktäglich; F.: alltäglich, alltägliche, alltägliches, alltäglichem, alltäglichen, alltäglicher(, alltäglichere, alltäglicheres, alltäglicherem, alltäglicheren, alltäglicherer, alltäglichst, alltäglichste, alltäglichstes, alltäglichstem, alltäglichsten, alltäglichster)+EW; Z.: al-l—t-äg—lich
Allüre, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Allüre, auffälliges Benehmen, Umgangsform, Gangart; ne. affectations, airs and graces; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1806; I.: Lw. frz. allure; E.: s. frz. allure, F., Gang, Gangart, Tempo; vgl. frz. aller, V., gehen; lat. ambulāre, V., umhergehen, hingehen und hergehen, gehen, weit reisen, wandeln; lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irre sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Allüre, EWD s. u. Allüre, fehlt DW, DW2 2, 502, Duden s. u. Allüre; Son.: normalerweise im Pl. verwendet; vgl. nndl. allures, Sb. Pl., Allüren; GB.: seit 1806 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auffälliges Benehmen oder eine Umgangsform oder Gangart; BM.: beiderseits, umherschweifen; F.: Allüre, Allüren+FW(+EW?); Z.: Al-lü-r-e
Almanach, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Almanach, Kalender, Jahrbuch; ne. almanac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1426 (Handelsrechnungen dt. Orden); I.: Lw. mnl. almanak; E.: s. mnl. almanak, Sb., Almanach; span. almanaque und mlat. almanach, Sb., Almanach; ibero-arab. al-manāḫ, Sb., Kalender; L.: Kluge 1. A. s. u. Almanach, Kluge s. u. Almanach, EWD s. u. Almanach, fehlt DW, DW2 2, 519, Duden s. u. Almanach; Son.: vgl. nndl. almanak, Sb., Almanach; frz. almanach, M., Almanach; nschw. almanacka, Sb., Almanach; nnorw. almanakk, M., Almanach; poln. almanach, M., Almanach; kymr. almanac, M., Almanach; nir. almanag, M., Almanach; lit. almanachas, M., Almanach; GB.: 1426 belegte und aus dem Mittelniederländischen sowie mittelbar aus dem Spanischen und Mittellateinischen sowie Ibero-arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine periodisch erscheinende Schrift zu einem thematisch abgegrenzten Sachbereich wie beispielsweise einen Kalender oder ein Jahrbuch; F.: Almanach, Almanachs, Almanache, Almanachen+FW; Z.: Al-manach
Almandin, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Almandin, ein Granatstein, ein roter Schmuckstein; ne. almandine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. mhd. almetīn, almendīn, almatīn, st. M., Almetin (rötliche Granatart), ein Edelstein; mnd. almendin, Sb., Almandin, edler Granat; vom ON Alabanda (, Almandin), Stadt in Karien; vom ON Alabanda (, Almandin), Stadt in Karien; L.: fehlt DW, DW2 2, 520, Duden s. u. Almandin; Son.: vgl. nndl. almandien, Sb., Almantin; frz. almandin, M., Almandin; nschw. almandin, Sb., Almantin; nnorw. almandin, M.?, Almandin; kymr. almwnt, M., Almantin; kymr. alman, F., Almantin; poln. almandy, M., Almandin; lit. almandinas, M., Almandin; GB.: seit 1190-1200 belegte und von dem ON Alabanda in Karien abgeleitete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen roten Schmuckstein; BM.: ON; F.: Almandin, Almandins, Almandine, Almandinen+FW(+EW); Z.: Almandin
Almer, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Almer, Schrank; ne. cupboard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1414; E.: mhd. almer, st. F., Schräubchen, Kästchen; s. mlat. almaria, F., Kästchen?; lat. armārium, N., Schrank; vgl. lat. arma, N. Pl., Gerätschaft, Waffe; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Almer, DW 1, 244, DW2 2, 520; Son.: vgl. frz. armoire, F., Schrank; GB.: seit 1414 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes höheres kastenartiges und mit Türen versehenes sowie oft verschließbares Möbelstück zu der Aufbewahrung von Gegenständen; BM.: fügen; F.: Almer, Almern+FW(+EW?); Z.: Al-m-er
Almose, Almosen, nhd. (ält.), F., N., (8. Jh.?): nhd. Almose, Almosen, Armenspende, Gabe; ne. alms, charity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (Glosse); E.: mhd. almuose, almuosene*, st. F., sw. F., Almosen; mhd. almuosen, almūsen, st. N., st. F., st. M., Almosen, Spende, Gabe, gute Werke; mhd. almūsene, st. F., sw. F., Almosen; mnd. ālmisse, F., N., Almosen, Spende, kirchliche Stiftung; mnl. aelmisse, aelmoesene, alemosene, aelmoese, F., Almosen; ahd. alamuosa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Almosen, Opfer; ahd. elimuosun*, st. N. (a), Almosen; s. lat.-gr. eleēmosyna, F., Almosen; ahd. elimuosina, st. F. (ō), Almosen, Mildtätigkeit, Barmherzigkeit; elēmosine, F., Almosen, Spende, Stiftung; as. alemōsa*, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Almosen; as. alamōsna*, alemōsna*, allamōsa*, elimōsina*, st. F. (ō), Almosen; anfrk. -; vgl. gr. ἐλεήμων (eleḗmōn), Adj., mitleidig; gr. ἔλεος (éleos), M., Mitleid, Erbarmen; idg. *el- (4), *ol-, Sb., Lärm, Pokorny 306 (447/28) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Almosen, Kluge s. u. Almosen, EWD s. u. Almosen, DW 1, 244, DW2 2, 521, EWAhd 1, 142, EWAhd 2, 1036, Duden s. u. Almosen; Son.: vgl. afries. almise, jelmisse, Sb., Almosen; afries. elmisse, F., Almosen; ae. ælmes, ælmys, elmes, st. F. (ō), Almosen; ae. ælmesse, ælmysse, sw. F. (n), Almosen; an. almusa, F., Almosen; an. ǫlmusa, F., Almosen; nndl. aalmoes, Sb., Almosen; frz. aumône, F., Almosen; nschw. allmosse, Sb., Almosen; nnorw. almisse, M., F., Almosen; nir. almsa, F., Almose; GB.: seit um 800 belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch das Christentum aus vielen Gründen befürwortete Spende oder Gabe an einen Armen ohne Erwartung einer Gegengabe; BM.: Mitleid; F.: Almose, Almosens, Almosen+FW+EW?; Z.: Al-mos-e
Almrausch, Alprausch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Almrausch, Alpenrose, Almrose; ne. alpine rose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. nhd. Alpe; vgl. lat. rūscum, N., Brüsch, Mäusedorn; weitere Herkunft ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 454; L.: Kluge s. u. Almrausch, DW 1, 246 Alprausch (rhododendron), DW2 2, 528, Duden s. u. Almrausch; GB.: seit 16. Jh.? (oder 1854) belegte und aus Alpe und lat. ruscum gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche behaarte und rostrot blühende Almrose; BM.: ?; F.: Almrausch, Almrausches, Almrauschs, Alprausch, Alprausches, Alprauschs+FW; Z.: Alm—rausch
Aloe, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Aloe, eine Pflanze; ne. aloe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. ālōe, āloē, st. N., Aloe, Salbe aus Aloe; mnd. ā̆loē, alloe, alloie, N., Aloe (Pflanzenart), verschiedene Holzarten; ahd. aloe, F.?, N.?, Aloe; as. -; anfrk. -; s. lat. aloē, F., Aloe; as. -; anfrk. -; gr. ἀλόη (alóē), F., Aloe; Lehnwort aus dem orientalischen Raum, vgl. hebr. ahālīm; L.: Kluge s. u. Aloe, fehlt DW, DW2 2, 528, Duden 1, 109, EWAhd 1, 167, Duden s. u. Aloe; Son.: vgl. ae. alewe, aluwe, sw. F. (n), Aloe; nndl. aloë, Sb., Aloe; frz. aloès, F.?, Aloe; nschw. aloe, Sb., Aloe; nnorw. aloe, M.?, Aloe; poln. aloes, M., Aloe; kymr. alwys, F., Aloe; nir. aló, M., Aloe; lit. alavijas, M., Aloe; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie wohl dem orientalischen Raum aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche vermutlich von der arabischen Halbinsel stammende bittere tropische und von Menschen für die Pflege von Gesundheit und Schönheit genutzte Pflanze aus der Familie der Affodillgewächse; BM.: ?; F.: Aloe, Aloen+FW; Z.: Aloe
Alp (1), nhd., M.: nhd. Alp; Vw.: s. Alb (1)
Alp (2), nhd., F.: nhd. Alp; Vw.: s. Alpe
Alpe, Alp, Albe, Alb, Alm, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Alpe, Alp (F.), Alm, Bergweide, auf einem Berg gelegener Weideplatz; ne. alp; Vw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. albe (1), st. F., sw. F., Alm, Alp (F.), Alpe, Weideplatz auf einem Berg, Bergweide, Albe, hoher Berg; ahd. alba* (2), sw. F. (n), Alp (F.), Alm; germ. *albjō-, *albjōn, sw. F. (n), Berg, Bergweide; aus kelt. *alb-, *alp-, Berg, Bergweide?; vielleicht von idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. *al- (6), *alōu-, *aləu-, Adj., weiß, glänzend, Pokorny 29, voridg.?; L.: Kluge 1. A. s. u. Alpe, Kluge s. u. Alpe, EWD s. u. Alp, DW 1, 201 (Alp), DW2 2, 531, EWAhd 1, 155, Duden s. u. Alpe, Alm, Bluhme s. u. Alm, Alp; Son.: vgl. nndl. alpenweide, Sb., Alm, Alpe; ne. alp, N., Alpe, Alm; frz. alpe, Sb., Alpe, Alm; frz. alpage, M., Alm, Alpe; kymr. alp, M., Alpe; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht aus dem Keltischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen auf einem Berg gelegenen Weideplatz; BM.: Berg; F.: Alpe, Alp, Alpen, Alb, Alben, Alm, Almen+FW+EW?; Z.: Alp-e
Alpha, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Alpha, erstes Zeichen des griechischen Alphabets, A; ne. alpha; Vw.: -; Hw.: s. Alphabet, a; Q.: 1225-1230 (Barlaam und Josaphat des Rudolf von Ems); E.: mhd. alfa, Sb., Alpha; gr. ἄλφα (álpha), N., Alpha; s. hebr.-phön. āleph, vgl. hebr. alef, Sb., Rind; L.: fehlt DW, DW2 2, 537, Duden s. u. Alpha; Son.: vgl. nndl. alfa, Sb., Alpha; frz. alpha, M., Alpha; nschw. alfa, Sb., Alpha; nnorw. alfa, M., Alpha; kymr. alfa, Sb., Alpha; nir. alfa, Sb., Alpha; poln. alfa, F., Alpha; lit. alfa, F., Alpha; GB.: seit 1225-1230 belegte und aus dem Griechischen sowie mittelbar dem Hebräischen und dem Phönizischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den ersten Buchstaben des (griechischen) Alphabets; F.: Alpha, Alphas+FW; Z.: Alpha
Alphabet, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Alphabet, Abc; ne. alphabet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. alfabēte, alphabēt, st. N., Alphabet; mnd. alfabēt, N., Alphabet; lat. alphabētum, Alphabet; s. gr. ἀλφάβητος (alphábētos), M., F., Alphabet; vgl. gr. ἄλφα (álpha), N., Alpha; hebr.-phön. āleph, vgl. hebr. alef, Sb., Rind; s. gr. βῆτα (bēta), N., Beta; phön. bêth; L.: Kluge s. u. Alphabet, EWD s. u. Alphabet, DW 1, 246, DW2 2, 537, Duden s. u. Alphabet; Son.: vgl. nndl. alfabet, Sb., Alphabet; frz. alphabet, M., Alphabet; nschw. alfabet, Sb., Alphabet; nnorw. alfabet, N., Alphabet; poln. alfabet, M., Alfabet; kymr. alffa, F., Alpha; nir. alfa, M., Alpha; Son.: seit um 1300 belegte und aus den ersten zwei Buchstaben Alpha und Bet(a) gebildete und umgebildete Bezeichnung einer für das Phönizische vor 1000 v. Chr. von Menschen entwickelten und danach für das Griechische und Lateinische sowie Deutsche in ungefährem Umfang übernommene Buchstabenreihe mit anfangs wohl nicht systematisch sondern eher entstehungsgeschichtlich oder zufällig geordneten nur 22 (?) Zeichen; BM.: von den ersten zwei Buchstaben der Buchstabenreihe; F.: Alphabet, Alphabetes, Alphabets, Alphabete, Alphabeten+FW(+EW); Z.: Alpha-bet
$alphabetisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. alphabetisch; E.: s. Alphabet, s. isch; L.: Kluge s. u. Alphabet, EWD s. u. Alphabet, DW 1, 246; GB.: seit 1712 belegte und aus Alphabet und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Alphabets mögliches das Alphabet betreffend; F.: alphabetisch, alphabetische, alphabetisches, alphabetischem, alphabetischen, alphabetischer+FW(+EW); Z.: alpha-bet-isch
Alprausch, nhd., M.: nhd. Alprausch; Vw.: s. Almrausch
Alraun, nhd. (bay.), M.: nhd. Alraun; Vw.: s. Alraune
Alraune, Alraun, nhd., F., M., (11./12. Jh.): nhd. Alraune, Mandragora; ne. mandrake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. alrūne, sw. F., st. F., Alraune; mhd. alrūn, st. M., Alraune; mnd. alrūne, alrune, F., Alraune mnl. alrune, F., Alrauen; ahd. alrūna, sw. F. (n), Alraune; ahd. alrūn, st. M. (a), Alraune; as. -; anfrk. -; vielleicht Zusammenhang mit germ. *rūnō, st. F. (ō), Raunen, Beratung, Geheimnis, Rune; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Alraune, Kluge s. u. Alraun, EWD s. u. Alraune, DW 1, 246, DW2 2, 542, EWAhd 1, 168, Duden s. u. Alraune, Schmeller 1, 56; Son.: vgl. nschw. alrunesläktet, Sb., Alraune; nnorw. alrunslekta, M., Alraune; GB.: seit 11./12. Jh. belegte und teilweise vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine magisch gebrauchte und öfter menschenähnlich gewachsene Wurzel aus der Familie der Nachtschattengewächse; F.: Alraune, Alraunen+EW?; Z.: Al-rau-n-e
als (1), nhd., Konj., Partikel, (9. Jh.?): nhd. als (Vergleichspartikel), wie; ne. like (Konj.); Vw.: -; Hw.: s. also; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. alsō, alse, als, Adv., Konj., so, ebenso, das heißt, nämlich, ganz, als ob, so wahr als, wann; ahd. alsō, Adv., Konj., also, so, ebenso, wie, ebenfalls, wenn; as. alsō, allso*, Adv., Konj., ebenso, als; anfrk. alsō, Adv., Konj., so, so wie; s. nhd. all, so; L.: Kluge 1. A. s. u. als, Kluge s. u. als 1, EWD s. u. als, DW 1, 247, DW2 2, 544, Duden s. u. als; Son.: vgl. nndl. als, Konj., als (Konj.); ne. as, Konj., als (Konj.); GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus all und so gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Sprache möglichen Vergleich; BM.: ?; F.: als+EW; Z.: al-s
als (2), nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. als (Adv.), immer wieder; ne. as (Adv.), always; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh.? (Glosse); E.: s. mhd. alles, allez, als, Adv., ganz und gar, völlig, nur, sicher; ahd. alles (1), Adv., all, gänzlich, durchaus; s. nhd. all; L.: Kluge s. u. als 2, DW 1, 247, DW2 2, 544, Duden s. u. als; GB.: vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und aus alles gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Zeit und der Sprache mögliches immer wieder; BM.: darüberhinaus; F.: als+EW; Z.: al-s
$alsbald, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. alsbald, sobald, bald; E.: s. als, s. bald; L.: EWD s. u. bald, DW 1, 259; GB.: seit um 1300 belegte und aus als und bald gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Zeit und der Sprache mögliches sobald oder bald; F.: alsbald+EW; Z.: al-s—bal-d
$alsbaldig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. alsbaldig, umgehend, sofortig; E.: a. als, s. bald, s. ig; L.: EWD s. u. bald, DW 1, 260; GB.: seit vor 1683 belegte und aus alsbald und ig gebildete Bezeichnung für umgehend oder sofortig; F.: alsbaldig, alsbaldige, alsbaldiges, alsbaldigem, alsbaldigen, alsbaldiger(, alsbaldigere, alsbaldigeres, alsbaldigerem, alsbaldigeren, alsbaldigerer, alsbaldigste, alsbaldigst, alsbaldigster, alsbaldigstem, alsbaldigsten, alsbaldigster)+EW; Z.: al-s—bal-d-ig
Alsem, nhd. (ält.-dial.), M., (10. Jh.): nhd. Alsem, Wermut; ne. wormwood, absinth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: ahd. alahsan, st. M. (a?, i?), Alsem, Wermut; as. -; anfrk. -; s. mlat. aloxinum; vgl. gr. ἀλόη οξίνης (alóē oxínēs), Sb., säuerliche Aloe; s. nhd. Aloe; s. gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Alsem, DW 1, 259, EWAhd 1, 139; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. alsem, Sb., Alsem, Wermut; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aromatisch duftende und ätherische Öle sowie Bitterstoffe enthaltende und als Gewürzpflanze und Heilpflanze verwendet Pflanze mit seidig behaarten graugrünen gefiederten Blättern und kleinen gelben und in Rispen stehenden Blüten; BM.: scharf; F.: Alsem, Alsems+FW(+EW); Z.: Al-s-em
also, als, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. also, als, auf diese Weise; ne. also, therefore; Hw.: s. als; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. alsō, alse, als, Adv., Konj., so, ebenso, das heißt, nämlich, ganz, als ob, so wahr als, wann, sooft als; mnd. alsō, alse, als, Adv., Konj., also, so, ebenso, auf diese Art (F.) (1), so wie; mnl. also, alse, als, Adv., also; ahd. alsō, Adv., Konj., also, so, ebenso, wie, ebenfalls, wenn; as. alsō, allso*, Adv., Konj., ebenso, als; anfrk. alsō, Adv., Konj., so, so wie; s. nhd. all, so; L.: Kluge 1. A. s. u. also, Kluge s. u. also, EWD s. u. also, DW 1, 246, 261, DW2 2, 557, EWAhd 1, 171, Duden s. u. also; Son.: vgl. afries. alsā, alse, asā, as, is, Adv., Konj., ebenso, so, gleichwie, wenn, sowie; ae. eallswā, Konj., gerade als, so wie, gleich wie; GB.: seit um 800 belegte und aus all und so gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches als oder auf diese Weise; BM.: darüberhinaus; F.: also+EW; Z.: al-so
Alsterwasser, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Alsterwasser, Radler; ne. shandy, beer and lemonade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied von dem FlN Alster; weitere Herkunft ungeklärt; Hinterglied s. nhd. Wasser; L.: Kluge s. u. Alsterwasser, fehlt DW, Duden s. u. Alsterwasser; GB.: seit 20. Jahrhundert belegte und aus dem Flussnamen Alster und Wasser gebildete werbewirksam verhüllende Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes und gesundheitlich bedenkliches Mischgetränk aus Bier (mit Alkohol) und Limonade (mit Zucker); BM.: nach der Farbe der Alster?; F.: Alsterwasser, Alsterwassers, Alsterwässer+EW; Z.: Alster—wa-s-s-er
alt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. alt, bejahrt, betagt; ne. old (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. alten, Alter, Oldie, Oltimer; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. alt (1), Adj., alt, bejahrt, erwachsen (Adj.), ältere, frühere, ehemalig, vorig; mnd. ōlt, old, öld, Adj., alt; mnl. out, Adj., alt; s. ahd. alt (2), Adj., alt, abgenützt, frühere, altüberkommen, stark; as. ald, Adj., alt; anfrk. ald*, Adj., alt; wgerm. *alda-, *aldaz, Adj., alt; germ. *alþja-, *alþjaz, Adj., alt; s. idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. alt, Kluge s. u. alt, EWD s. u. alt, DW 1, 262, DW2 2, 563, EWAhd 1, 171, Duden s. u. alt, Falk/Torp 20, Seebold 76, Heidermanns 97, Bluhme s. u. alt; Son.: vgl. afries. ald, Adj., alt; nnordfries. uld, ul, al; ae. eald, Adj., alt; an. -; got. *alda, sw. Adj., alt; nndl. oud, Adj., alt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bejahrt oder betagt; BM.: wachsen (V.) (1)?; F.: alt, alte, altes, altem, alten, alter(, älter, ältere, älteres, älterem, älteren, älterer, älteste, ältestes, ältestem, ältesten, ältester)+EW; Z.: al-t
Alt, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Alt, tiefe Frauenstimme; ne. alto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1512/1513; I.: Lw. it. alto; E.: s. it. alto, M., Alt; von lat. vōx alta, F., hohe Stimme; vgl. lat. altus, Adj., hoch; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Alt, EWD s. u. Alt, DW 1, 265, DW2 2, 563, Duden s. u. Alt; Son.: vgl. nndl. alt, Sb., Alt; frz. alto, M., Alt; nschw. alt, Sb., Alt; nnorw. alt, M., Alt; poln. alt, M., Alt; kymr. alto, M., F., Alt; nir. alt, M., Alt; GB.: seit 1512/1513 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus lat. (vox) alta aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine tiefe Frauenstimme; BM.: hoch (anfangs eine über den Tenor hinausgehende hohe Männerstimme); F.: Alt, Alts, Alte, Alten+FW; Z.: Al-t
Altan, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Altan, Söller, Balkon; ne. balcony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1224; I.: Lw. it. altana; E.: s. mhd. altān, st. F., Altan, Balkon; it. altana, F., ein hoher vorstehender Teil des Hauses; vgl. it. alto, Adj., hoch; lat. altus, Adj., hoch; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Altan, EWD s. u. Altan, DW 1, 265, DW2 2, 574, Duden s. u. Altan; Son.: vgl. nschw. altan, Sb., Altan, Söller; nnorw. altan, M., Altan, Söller; lit. altana, F., Söller; GB.: seit 1224 (bzw. 1417) belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten auf einem Unterbau ruhenden Balkon; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Altan, Altans, Altanes, Altane, Altanen+FW; Z.: Al-t-an
Altar, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Altar, Opfertisch; ne. altar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. altāre, altære, alter, st. M., Altar; mnd. altār, N., M., Altar; mnl. outaer, N., M., Altar; s. ahd. altāri, altari, st. M. (a, ja), Altar; as. altari, altæri*, st. M. (ja), Altar; anfrk. -; s. lat. altāre, N., Aufsatz auf dem Opfertisch, Opferherd, Brandaltar; vgl. lat. adolēre, V., duften, Opfer auflodern lassen, verbrennen; vgl. idg. *al- (4), V., brennen, Pokorny 28 (52/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, ital., kelt.?, germ.); vgl. germ. *aid-, V., brennen; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Altar, Kluge s. u. Altar, EWD s. u. Altar, DW 1, 265, DW2 2, 575, EWAhd 1, 174, Duden s. u. Altar, Falk/Torp 2; Son.: vgl. afries. altare, alter, st. M. (a?), st. N. (a?), Altar; ae. alter, altar, altare, st. M. (a), Altar; an. altari, M., N., Altar; got. -; nndl. altaar, Sb., Altar; frz. autel, M., Altar; nschw. altare, Sb., Altar; nnorw. alter, N., Altar; poln. ołtarz, M., Altar; kymr. allor, F., Altar; nir. altóir, F., Altar; lit. altorius, M., Altar; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten erhöhten tischähnlichen Aufbau für gottesdienstliche oder religiöse Handlungen; BM.: Opfertisch; F.: Altar, Altares, Altars, Altäre, Altären+FW(+EW); Z.: Al-t-ar
$altbacken, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. altbacken; L.: Kluge s. u. altbacken, EWD s. u. backen, DW 1, 266; GB.: seit um 1275 belegte und vielleicht nach lat. dudum coctus aus alt und (ge)backen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Backens mögliches bereits vor einiger Zeit gebacken und deswegen alt geworden oder veraltet; F.: altbacken, altbackene, altbackenes, altbackenem, altbackenen, altbackener(, altbackenere, altbackeneres, altbackenerem, altbackeneren, altbackenerer, altbackenst, altbackenste, altbackenstes, altbackenstem, altbackensten, altbackenster)+EW; Z.: al-t—ba-ck-en
alten, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.?): nhd. alten, altern, alt werden; ne. grow (V.) old, age (V.); Vw.: -; Hw.: s. alt, Alter; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. alten, elten, sw. V., alt machen; mnd. ōlden, alden, sw. V., altern, zu Alter (N.) bringen, alt werden; mnl. ouden, sw. V., alt werden; ahd. altēn, sw. V. (3), altern, alt werden, veralten; as. -; anfrk. -; germ. *aldēn, *aldǣn, sw. V., alt werden, altern; vgl. idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. alt, DW 1, 267, DW2 2, 584, Heidermanns 98; Son.: vgl. afries. aldia, sw. V. (2), altern; ae. ealdian, sw. V. (2), altern, alt werden; an. -; got. -; nnorw. elde, V., altern; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus alt und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Zeit mögliches altern oder alt werden; BM.: wachsen (V.) (1)?; F.: alten, alte, altest, altet, altete, altetest, alteten, altetet, gealtet, ##gealtet, gealtete, gealtetes, gealtetem, gealteten, gealteter##, altend, ###altend, altende, altendes, altendem, altenden, altender##, alt (!)+EW; Z.: al-t-en
Alter, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Alter (N.), Lebensalter; ne. age (N.); Vw.: -; Hw.: s. alt (1), alten; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. alter (1), alder, st. N., Alter (N.), Lebensalter, Altersstufe, Lebensstufe, Welt, Zeitalter; mnd. older, ōlder, (alder), N., M., Alter (N.); mnl. ouder, N., Alter (N.); ahd. altar (1), aldar*, st. N. (a), Alter (N.), Lebensalter, Leben, Weltalter, Lebenszeit; as. aldar*, st. N. (a), Alter (N.), Leben; anfrk. -; germ. *aldra-, *aldram, st. N. (a), Alter (N.); s. idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Alter, Kluge s. u. Alter, EWD s. u. Alter, DW 1, 268, DW2 2, 586, EWAhd 1, 173, Duden s. u. Alter, Falk/Torp 20, Seebold 76; Son.: vgl. afries. *alder (1), Sb., Alter (N.), Ewigkeit; nfries. ield; ae. ealdor (2), st. N. (a), Alter (N.), Leben, Ewigkeit; an. aldr, st. M. (a), Alter (N.), Leben, Zeit; got. *aldr, st. N. (a), Alter (N.); vgl. air. altram, altramm, Sb., Ernährung, Erziehung, Aufziehen eines Pflegekinds; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt und der Zeit mögliche längere vergangene Zeit einer Gegebenheit wie beispielsweise des Lebens eines Menschen nach der Geburt bis zu seinem Tode; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Alter, Alters+EW; Z.: Al-t-er
$Altermann, nhd., M.: nhd. Altermann; Vw.: s. Aldermann
$Ältermann, nhd., M.: nhd. Ältermann; Vw.: s. Aldermann
$altern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. altern, älter werden, alt werden; E.: s. alt, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Alter, DW 1, 270, EWD s. u. Alter; GB.: seit 1491 belegte und aus alt und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Zeit mögliches älter werden oder alt werden; F.: altern, altere, alter (!), alterst, altert, alterte, altertest, alterten, altertet, gealtert, ##gealtert, gealterte, gealtertes, gealtertem, gealterten, gealterter##, alternd, ###alternd, alterndes, alterndem, alternden, alternder###, alter (!) +EW; Z.: al-t-er-n
alternativ, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. alternativ, wahlweise, wechselweise, andere; ne. alternative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. alternieren; Q.: 1488 (Urkunde); I.: Lw. mlat. alternātīvus; E.: s. mlat. alternātīvus, Adj., zweideutig, Änderung bewirkend; vgl. lat. alternāre, V., abwechseln lassen, abwechseln, wechseln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. alter, Pron., einer von zweien, andere, weitere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. alternativ, EWD s. u. alternativ, fehlt DW, DW2 2, 594, Duden s. u. alternativ; Son.: vgl. nndl. alternatief, Adj., alternativ; frz. alternatif, Adj., alternativ; nschw. alternativ, Adj., alternativ; nnorw. alternativ; poln. alternatywny, Adj., alternativ; GB.: seit 1488 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wahlweise oder wechselweise oder andere; BM.: andere; F.: alternativ, alternative, alternatives, alternativem, alternativen, alternativer+FW(+EW); Z.: al-t-er-n-at-iv
$Alternative, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Alternative, Wahlmöglichkeit, Wechselmöglichkeit; E.: s. alternativ, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. alternativ, fehlt DW, EWD s. u. alternativ, GB. E.: seit 1670 belegte und aus alternativ und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Wahlmöglichkeit oder Wechselmöglichkeit oder andere Möglichkeit; F.: Alternative, Alternativen+FW(+EW?); Z.: al-t-er-n-at-iv-e
alternieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. alternieren, sich abwechseln; ne. alternate; Vw.: -; Hw.: s. alternativ; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. alternāre; E.: s. lat. alternāre, V., abwechseln lassen, abwechseln, wechseln, aufeinanderfolgen, schwanken, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. alter, Pron., einer von zweien, andere, weitere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. alternativ, EWD s. u. alternativ, fehlt DW, DW2 2, 595, Duden s. u. alternieren; Son.: vgl. nndl. alterneren, V., alternieren; nschw. alternera, V., alternieren; nnorw. alternere, V., alternieren; poln. alternować, V., alternieren; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abwechseln oder wechselweise tun; BM.: andere; F.: alternieren, alterniere, alternierst, alterniert, alternierest, alternieret, alternierte, alterniertest, alternierten, alterniertet, ##alterniert, alternierte, alterniertes, alterniertem, alternierten, alternierter##, alternierend, ###alternierend, alternierende, alternierendes, alternierendem, alternierenden, alternierender###, alternier (!)+FW+EW; Z.: al-t-er-n-ier-en
$Altertum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Altertum; E.: s. Alter, s. tum; L.: Kluge s. u. Alter, EWD s. u. Alter, fehlt DW; GB.: seit 1507 belegte und aus Alter (N.) und tum gebildete Bezeichnung für den von Menschen gebildeten geschichtlichen Zeitabschnitt des Menschen von dem Ende von Urgeschichte und Vorgeschichte bis vor dem Mittelalter und damit bis ungefähr vor 500 n. Chr.; F.: Altertum, Altertums, Altertumes, Altertümer, Altertümern+EW; Z.: Al-t-er—tum
$altertümeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. altertümeln; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Altertum, s. eln; L.: EWD s. u. Alter (N.), fehlt DW; GB.: seit 1817 belegte und aus Altertum und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches den Anschein von Altertümlichkeit erwecken oder in Altertümern schwelgen; F.: altertümeln, altertümel (!), altertümle, altertümele, altertümelst, altertümelt, altertümelte, altertümeltest, altertümelten, altertümeltet, gealtertümelt, gealtertümelte, gealtertümeltes, gealtertümeltem, gealtertümelten, gealtertümelter, altertümelnd, altertümelnde, altertümelndes, altertümelndem, altertümelnden, altertümelnder+EW; Z.: al-t-er—tüm-el-n
$altertümlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. altertümlich, Altertum betreffend, veraltet, altfränkisch; E.: s. Altertum, s. lich; L.: Kluge s. u. Alter, EWD s. u. Alter, DW 1, 270 (alterthümlich); GB.: seit 1795 belegte und aus Altertum und lich gebildete Bezeichnung für das Altertum betreffend oder eine frühere Zeit betreffend oder veraltet; F.: altertümlich, altertümliche, altertümliches, altertümlichem, altertümlichen, altertümlicher, (altertümlichere, altertümlicheres, altertümlicherem, altertümlicheren, altertümlicherer, altertümlichst, altertümlichste, altertümlichstes, altertümlichstem, altertümlichsten, altertümlichster)+EW; Z.: al-t-er—tüm-lich
$altfränkisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. altfränkisch, altertümlich; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. alt, s. fränkisch; L.: Kluge s. u. altfränkisch, DW 1, 271; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus alt und fränkisch gebildete Bezeichnung für altertümlich; F.: altfränkisch, altfränkische, altfränkisches, altfränkischem, altfränkischen, altfränkischer+EW; Z.: al-t—frä-n-k-isch
$Altistin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Altistin; E.: s. Alt, s. ist, s. in; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Alt, fehlt DW; GB.: seit 1820 belegte und aus Alt und ist sowie in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Frauen mit hoher Stimme mögliche Sängerin mit einer Altstimme; F.: Altistin, Altistinnen+FW(+EW); Z.: Al-t-ist-in
$altklug, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. altklug, frühreif, naseweis, vorwitzig; E.: s. alt, s. klug; L.: Kluge s. u. altklug, EWD s. u. alt, DW 1, 273; GB.: seit 1711 belegte und aus alt und klug gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit auffälliges frühreif oder naseweis oder vorwitzig; F.: altklug, altkluge, altkluges, altklugem, altklugen, altkluger(, altklüger, altklügere, altklügeres, altklügerem, altklügeren, altklügerer, altklügst, altklügste, altklügstes, altklügstem, altklügsten, altklügster)+EW; Z.: al-t-klu-g
$ältlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ältlich, alt wirkend, älter wirkend; E.: s. alt, s. lich; L.: Kluge s. u. alt, DW 1, 273; GB.: seit um 800 belegte und aus alt und lich gebildete Bezeichnung für alt wirkend oder älter wirkend; F.: ältlich, ältliche, ältliches, ältlichem, ältlichen, ältlicher(, ältlichere, ältlicheres, ältlicherem, ältlicheren, ältlicherer, ältlichst, ältlichste, ältlichstes, ältlichstem, ältlichsten, ältlichster)+EW; Z.: äl-t-lich
$Altmeister, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Altmeister; E.: s. alt, s. Meister; L.: EWD s. u. alt, DW 1, 273; GB.: seit um 1400 belegte und aus alt und Meister gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen alten Meister oder erfahrenen Fachmann; F.: Altmeister, Altmeisters, Altmeistern+EW+FW; Z.: Al-t—mei-st-er
$altmodisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. altmodisch, veraltet; E.: s. alt, s. modisch; L.: EWD s. u. Mode, DW 1, 273 ; GB.: seit 1754 belegte und aus alt und modisch gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Mode mögliches modisch veraltet in Gegensatz zu neumodisch; F.: altmodisch, altmodische, altmodisches, altmodischem, altmodischen, altmodischer(, altmodischere, altmodischeres, altmodischerem, altmodischeren, altmodischerer, altmodischst, altmodischste, altmodischstes, altmodischstem, altmodischsten, altmodischster)+EW+FW; Z.: al-t—mo-d-isch
$Altreuscher, nhd., M.: nhd. Altreuscher; L.: Kluge s. u. Geräusch 2, fehlt DW; F.: Altreuscher, Altreuschers, Altreuschern+EW; Z.: Al-t—reusch-er
$Altreuse, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Altreuse; L.: EWD s. u. Reister, fehlt DW; F.: Altreuse, Altreusen+EW; Z.: Al-t-reus-e
$Altreuß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Altreuß; L.: Kluge s. u. Geräusch 2, fehlt DW, EWD s. u. Riester; F.: Altreuß, Altreußen+EW; Z.: Al-t—reuß
Altruismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Altruismus, Uneigennützigkeit; ne. altruism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1884/1888 (Nietzsche); I.: Lw. frz. altruisme; E.: s. frz. altruisme, M., Altruismus; vgl. frz. autrui, Pron., andere; lat. alter, Pron., einer von zweien, andere, weitere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Altruismus, EWD s. u. Altruismus, fehlt DW, DW2 2, 617, Duden s. u. Altruismus; Son.: vgl. nndl. altruïsme, Sb., Altruismus; nschw. altruism, Sb., Altruismus; nnorw. altruisme, M., Altruismus; poln. altruizm, M., Altruismus; nir. altrúchas, M., Altruismus; lit. altruizmas, M., Altruismus; GB.: seit 1884/1888 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche vielleicht vorwiegend auch selbstlose Denkweise und Handlungsweise oder Uneigennützigkeit; BM.: darüberhinaus; F.: Altruismus+FW; Z.: Al-t-ruis-m-us
$altruistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. altruistisch, selbstlos, aufopfernd; E.: s. Altruis(mus), s. t, s. isch; L.: Kluge s. u. Altruismus, fehlt DW; GB.: seit 1882 belegte und mit Altruismus sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches selbstlos oder aufopfernd; F.: altruistisch, altruistische, altruistisches, altruistischem, altruistischen, altruistischer(, altruistischere, altruistischeres, altruistischerem, altruistischeren, altruistischerer, altruistischst, altruistischste, altruistischstes, altruistischstem, altruistischsten, altruistischster)+FW+EW; Z.: al-t-ruis-t-isch
$altväterisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. altväterisch , altfränkisch, der Art der Vorfahren entsprechend, veraltet; E.: s. alt, s. väterisch; L.: Kluge s. u. altväterisch, DW 1, 274; GB.: 1523 belegte und aus alt und väterisch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches der Art der Vorfahren entsprechend; F.: altväterisch, altväterische, altväterisches, altväterischem, altväterischen, altväterischer(, altväterischere, altväterischeres, altväterischerem, altväterischeren, altväterischerer, altväterischst, altväterischste, altväterischstes, altväterischstem, altväterischsten, altväterischster)+EW; Z.: al-t—vä-t-er-isch
$Altvordere, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Altvordere, Vorfahre; E.: s. alt, s. Vordere; L.: Kluge s. u. Altvordere, DW 1, 274; GB.: seit 863-871 belegte und aus alt und Vordere gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen ihm zeitlich vorangehenden Vorfahren; F.: Altvordere, Altvorderer, Altvorderen+EW; Z.: Al-t-vor-d-er-e
Altweibersommer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Altweibersommer, zweite Jugend der Frauen, Nachsommer; ne. gossamer, Indian summer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1697; E.: Vorderglied und Hinterglied s. nhd. alt, Sommer; das mittlere Glied „weiber“ s. nhd. weben; L.: Kluge s. u. Altweibersommer, EWD s. u. Sommer, DW 1, 275, DW2 2, 621, Duden s. u. Altweibersommer; GB.: seit 1697 belegte und aus alt und Weib bzw. web(en) sowie er und Sommer gebildete Bezeichnung für eine Zeit gleichmäßiger warmer Witterung in dem September und das damit verbundene warme Ausklingen des Sommers; BM.: alt, weben (von den durch die Luft fliegenden Spinnweben), Sommer; F.: Altweibersommer, Altweibersommers, Altweibersommern+EW; Z.: Al-t-wei-b-er-som-m-er
Aluminium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Aluminium, ein Leichtmetall; ne. aluminium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1842; I.: neoklassische Bildung von alūmen; E.: s. lat. alūmen, N., Alaun, (1. Jh. v. Chr.); s. idg. *alu-, *alud-, *alut-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33 (63/63) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Aluminium, EWD s. u. Aluminium, fehlt DW, DW2 2, 623, Duden s. u. Aluminium; Son.: vgl. nndl. aluminium, Sb., Aluminium; frz. aluminium, M., Aluminium; nschw. aluminium, N., Aluminium; nnorw. aluminium, M., N., Aluminium; russ. алюминий (aljuminii), M., Aluminium; kymr. alwminiwm, M., Aluminium; nir. alúmanam, M., Alumnium; lit. aliuminis, M., Aluminium; GB.: seit 1842 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete Bezeichnung für ein silbrigweißes und in der Erdkruste (vor allem in Bauxit in Südfrankreich und Guinea und Bosnien-Herzegowina und Ungarn und Russland und Indien und Jamaika und Australien und Brasilien sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika) sehr häufiges (nach Sauerstoff und Silizium dritthäufigstes) aber nie in reiner Form vorkommendes und von Menschen anfangs des 19. Jahrhunderts als solches entdecktes Leichtmetall (chemisches Element Nr. 13, abgekürzt Al); BM.: Vorkommen des Metalls in bitter schmeckender Alaunerde; BM.: bitter; F.: Aluminium, Aluminiums+FW; Z.: Alu-min-i-um
$Alumnat, nhd. (ält.), N., (17. Jh.): nhd. Alumnat, Schülerheim, Pflegekind (!); Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Alumn(e), s. at (Suff.); L.: EWD s. u. Alumne, fehlt DW; GB.: seit 1619 belegte und aus Alumn(e) und at gebildete Bezeichnung für ein Schülerheim oder auch ein Pflegekind (?); F.: Alumnat, Alumnates, Alumnats, Alumnate, Alumnaten+FW; Z.: Al-umn-at
Alumne, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Alumne, Internatsschüler; ne. seminarian, alumnus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1609 (Kepler); I.: Lw. lat. almunus; E.: s. lat. alumnus, M., Pflegling, Pflegebefohlener, Zögling, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. alere, V., nähren, ernähren, großnähren, füttern; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: EWD s. u. Alumne, fehlt DW, DW2 2, 623; Son.: vgl. nndl. alumnus, M., Alumnus; it. alumnus, M., Alumnus; nschw. alumn, M., Alumnus; nnorw. alumni, M. Pl., Alumni; poln. alumn, M., Alumne; GB.: seit 1609 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in ein Internat aufgenommenen Schüler oder Pflegling; BM.: nähren; F.: Alumne, Alumnen, Alumni+FW; Z.: Al-umn-e
Amalgam, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Amalgam, eine Quecksilberlegierung; ne. amalgam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1525 (Paracelsus); I.: Lw. mlat. amalgama; E.: s. mlat. amalgama, F., Amalgam, Mischung (in der Alchimie), Quecksilberlegierung, (12./13. Jh.); arab. al-malğamā’a, Sb., Durchführung, Werk der Vereinigung; vgl. gr. μαλακός (malakós), Adj., weich, zart; vgl. idg. *melək-, *mlāk-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, schwach, matt, albern, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Amalgam, EWD s. u. Amalgam, fehlt DW, DW2 2, 624, Duden s. u. Amalgam; Son.: vgl. frz. amalgame, M., Amalgam; nschw. amalgam, N., Amalgam; nnorw. amalgam, N., Amalgam; poln. amalgamat, M., Amalgam; kymr. amalgam, M., Amalgam; nir. malgam, M., Amalgam; lit. amalgama, F., Amalgam; GB.: seit um 1525 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Arabischen und vielleicht dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Legierung oder ein Gemisch (Legierung) aus Quecksilber und einem Leichtmetall; BM.: mahlen; F.: Amalgam, Amalgams, Amalgame, Amalgamen (!)+FW; Z.: A-mal-g-am
$amalgamieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. amalgamieren, verbinden, vermischen; E.: s. Amalgam, s. ieren; L.: Kluge s. u. Amalgam, EWD s. u. Amalgam, fehlt DW; GB.: seit 1530 belegte und aus Amalgam und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches verbinden oder vermischen oder verquicken; F.: amalgamieren, amalgamiere, amalgamierst, amalgamiert, amalgamierest, amalgamieret, amalgamierte, amalgamiertest, amalgamierten, amalgamiertet, ##amalgamiert, amalgamierte, amalgamiertes, amalgamiertem, amalgamierten, amalgamierter##, amalgamierend, ###amalgamierend, amalgamierende, amalgamierendes, amalgamierendem, amalgamierenden, amalgamierender###, amalgamier (!)+FW+EW; Z.: a-mal-g-am-ier-en
$Amalgamierung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Amalgamierung, Verbindung, Vermischung, Verquickung; E.: s. amalgamier(en), s. ung; L.: EWD s. u. Amalgam, fehlt DW; GB.: seit 1600 belegte und aus amalgamier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliche Verbindung oder Vermischung oder Verquickung; F.: Amalgamierung, Amalgamierungen+FW+EW; Z.: A-mal-g-am-ier-ung
Amaryllis, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Amaryllis, Ritterstern, eine Blume; ne. amaryllis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1780 (Goethe); I.: Lw. lat. Amaryllis; E.: s. lat. Amaryllis, F.=PN, Amaryllis (Name einer Hirtin), (70-19 v. Chr.); gr. Ἀμαρυλλίς (Amaryllís), F.=PN, Amaryllis (Name einer Hirtin); vgl. gr. ἀμαρύσσειν (amarýssein), V., flimmern lassen, funkeln lassen; vgl. idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733 (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Amaryllis, fehlt DW, DW2 2, 627, Duden s. u. Amaryllis; Son.: vgl. nndl. amaryllis, Sb., Amaryllis; frz. amaryllis, F., Amaryllis; nschw. amaryllis, Sb., Amaryllis; nnorw. amaryll, amaryllis, M., Amaryllis; poln. amarylis, M., Amaryllis; GB.: seit 1780 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor allem aus Südamerika und Mittelamerika kommende giftige Zierpflanze mit trichterförmigen Blüten; BM.: Ausstrahlung; F.: Amaryllis, Amaryllen+FW; Z.: A-mar-yll-is
Amateur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Amateur, Kunstliebhaber, Liebhaber; ne. amateur (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1657; I.: Lw. frz. amateur; E.: s. frz. amateur, M., Kunstliebhaber; lat. amātor, Liebhaber, Verehrer, Freund, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. amāre, V., lieben, liebhaben, verbunden sein (V.), Gefallen finden; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *amma, *ama, *amī̆, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 36 (68/68) (idg. aus gr.?, alb., ital., germ., toch.); oder aus dem Etruskischen; L.: Kluge s. u. Amateur, fehlt DW, EWD s. u. Amateur, Duden s. u. Amateur; Son.: vgl. nndl. amateur, M., Amateur; nschw. amatör, M., Amateur; nnorw. amator, M., Amateur; poln. amator, M., Amateur; kymr. amatur, M., Amateur; nir. amaitéarach, M., Amateur; GB.: 1657 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise mit dem Indogermanischen oder dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Tätigkeit aus Liebhaberei ohne unmittelbares Streben nach Einkünften ausführenden Menschen; BM.: Liebhaben; F.: Amateur, Amateurs, Amateure, Amateuren+FW; Z.: Ama-t-eur
Amazone, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Amazone, streitbare Frau; ne. amazon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. amazōne, F., Amazone; s. lat. Amāzōn, F., Amazone, (70-19 v. Chr.); gr. Ἀμαζόνες (Amazónes), F. Pl., Amazonen; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Amazone, EWD s. u. Amazone, DW 1, 276, DW2 2, 628, Duden s. u. Amazone; die Ableitung von gr. μαζός (mazós), M., Brustwarze, Mutterbrust im Sinne von die Brustlose ist eine volksetymologische Erklärung; Son.: vgl. nndl. amazone, F., Amazone; frz. amazone, F., Amazone; nschw. amason, F., Amazone; nnorw. amazone, F., Amazone; poln. amazonka, F., Amazone; nir. amasón, F., Amazone; lit. amazonė, F., Amazone; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine Angehörige eines sagenhaften kriegerischen und berittenen Frauenvolks in Kleinasien; BM.: ?; F.: Amazone, Amazonen+FW; Z.: Amazon-e
Amber, Ambra, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ambra, Amber; ne. amber (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. amber, āmer, ambra, st. M., st. N., Ambra, Amber; mnd. ammer (2), ambra, F., Ambra, Walrat, Bernstein; s. frz. ambre, M., Ambra, Amber; arab. ‚anbar, Sb., Pottwal, Absonderung des Pottwals; L.: Kluge s. u. Amber, DW 1, 276, DW2 2, 634, Duden s. u. Amber, Bluhme s. u. Amber; Son.: vgl. nndl. ambra, amber, Sb., Ambra, Amber; nschw. ambra, Sb., Ambra, Amber; nnorw. ambra, M., Ambra, Amber; poln. ambra, F., Ambra, Amber; kymr. ambr, M., Ambra, Amber; nir. ómra, M., Ambra, Amber; lit. ambra, F., Ambra, Amber; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine als Duftstoff verwendete krankhafte Ausscheidung der Gallenblase des Pottwals; BM.: ?; F.: Amber, Ambers, Ambra, Ambras+FW; Z.: Amber
ambi..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. ambi..., um…; ne. ambi...; Vw.: s. –guität, -valent; Hw.: s. ambivalent; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. ambi, amb; E.: s. lat. ambi, amb, Präp., herum um, um herum, herum, ringsherum; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. ambi..., fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ambi..., Präf., ambi...; frz. ambi..., Präf., ambi...; nschw. ambi..., Präf., ambi...; nnorw. ambi..., Präf., ambi...; poln. ambi..., Präf., ambi...; lit. ambi..., Präf., ambi...; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für herumliegend und mehrere Seiten habend verwendete Bezeichnung; BM.: beiderseits; F.: ambi…+FW; Z.: ambi-
Ambiente, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Ambiente, Umgebung, Umwelt, Atmosphäre; ne. ambience, atmosphere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1928 (Brockhaus); I.: Lw. it. ambiente; E.: s. it. ambiente, N., Umgebung, Ambiente; lat. ambiēns, Adj., herumgehend; vgl. lat. ambīre, V., herumgehen, sich bewerben, angehen, umgarnen; lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ambiente, fehlt DW, DW2 2, 631, Duden s. u. Ambiente; Son.: vgl. nndl. ambiance, Sb., Ambiente; frz. ambiance, F., Ambiente; GB.: seit 1928 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine Umgebung oder Umwelt einer Gegebenheit; BM.: Umgang; F.: Ambiente+FW; Z.: Amb-ient-e
ambig, nhd. (ält.), Adj.: nhd. ambig, sich nach zwei Seiten hinneigend, zwei Seiten betreffend, mehrdeutug; ne. concerning two sides; Vw.: -; Hw.: s. Ambiguität; Q.: ?; I.: Lw. lat. ambiguus; E.: s. lat. ambiguus, Adj., sich nach zwei Seiten hinneigend, schwankend, zweifelhaft, ungewiss, (um 250-184 v. Chr.); lat. ambigere, V., uneins sein (V.), nach zwei Seiten hin treiben, entgegengesetzter Ansicht sein (V.); lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ambiguität, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zwei Seiten betreffend oder mehrdeutig; BM.: um bzw. herum, machen; F.: ambig, ambige, ambiges, ambigem, ambigen, ambiger+FW+EW; Z.: amb-ig
Ambiguität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ambiguität, Doppeldeutigkeit, Mehrdeutigkeit; ne. ambiguity; Vw.: -; Hw.: s. ambig; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. ambiguitās; E.: s. lat. ambiguitās, F., Zweideutigkeit, Mehrdeutigkeit, Doppelsinn, Zweifel, Schwanken, Ungewissheit, Beanstandung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ambiguus, Adj., sich nach zwei Seiten hinneigend, schwankend, zweifelhaft, ungewiss; lat. ambigere, V., uneins sein (V.), nach zwei Seiten hin treiben, entgegengesetzter Ansicht sein (V.); lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ambiguität, EDW s. u. Ambiguität, fehlt DW, Duden s. u. Ambiguität; Son.: vgl. nndl. ambuguïteit, Sb., Ambiguität; nschw. ambiguitet, Sb., Ambiguität; nnorw. ambiguitet, M., Ambiguität; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Doppeldeutigkeit oder Mehrdeutigkeit; BM.: um bzw. herum, machen; F.: Ambiguität, Ambiguitäten+FW; Z.: Amb-ig-u-it-ät
Ambition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ambition, Ehrgeiz; ne. ambition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1633; I.: Lw. frz. ambition; E.: s. frz. ambition, F., Ambition, Ehrgeiz; lat. ambitio, Herumgehen, Umlauf, Bahn, Bewerbung; vgl. lat. ambīre, V., herumgehen, sich bewerben, angehen, umgarnen; lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: EWD s. u. Ambition, fehlt DW, DW2 2, 631, Duden s. u. Ambition; Son.: vgl. nndl. ambitie, Sb., Ambition, Ehrgeiz; nschw. ambition, Sb., Ambition, Ehrgeiz; nnorw. ambisjon, M., Ambition, Ehrgeiz; poln. ambicja, F., Ambition, Ehrgeiz; lit. ambicijos, F. Pl., Ambitionen; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches auf ein bestimmtes Ziel gerichtetes Streben (N.) vor allem auch des Menschen; BM.: Herumgehen; F.: Ambition, Ambitionen+FW; Z.: Amb-it-io-n
$ambitiös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ambitiös, ehrgeizig, strebsam; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Ambiti(on), s. ös: L.: EWD s. u. Ambition, fehlt DW; GB.: seit 1670 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus Ambiti(on) und ös gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ehrgeizig oder strebsam; F.: ambitiös, ambitiöse, ambitiöses, ambitiösem, ambitiösen, ambitiöser(, ambitiösere, ambitiöseres, ambitiöserem, ambitiöseren, ambitiöserer, ambitiösest, ambitiöseste, ambitiösestes, ambitiösestem, ambitiösesten, ambitiösester)+FW(+EW?; Z.: amb-it-i-ös
ambivalent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.): nhd. ambivalent, mehrdeutig, doppelwertig, zwiespältig, widersprüchlich; ne. ambivalent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1916 (Freud); I.: neoklassische Bildung aus lat. ambi, valēns; E.: s. lat. ambi, amb, Präp., herum um, um herum, herum, ringsherum; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. valēns (1), Adj., kräftig, stark, nährend, wirksam; vgl. lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. ambivalent, fehlt DW, EWD s. u. Ambivalenz, DW2 2, 632, Duden s. u. ambivalent; Son.: vgl. nndl. ambivalent, Adj., ambivalent; frz. ambivalent, Adj., ambivalent; nschw. ambivalent, Adj., ambivalent; nnorw. ambivalent, Adj., ambivalent; poln. ambiwalentny, Adj., ambivalent; lit. ambivalentiškas, Adj., ambivalent; GB.: seit 1916 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches mehrdeutig oder doppelwertig oder zwiespältig oder widersprüchlich; BM.: beiderseits, stark sein (V.); F.: ambivalent, ambivalente, ambivalentes, ambivalentem, ambivalenten, ambivalenter+FW+EW; Z.: ambi-val-ent
$Ambivalenz, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Ambivalenz; E.: s. ambivalen(t), s. z: L.: Kluge s. u. ambivalent, EWD s. u. Ambivalenz, fehlt DW; GB.: seit 1917 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Mehrdeutigkeit oder Doppelwertigkeit oder Zwiespältigkeit oder Widersprüchlichkeit; F.: Ambivalenz, Ambivalenzen+FW; Z.: Ambi-val-enz
Amboss, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Amboss, ein Sockel aus Metall zu dem Schmieden (Umformen und Bearbeiten) von Metallen (Eisen); ne. anvil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. anebōz, anbōz, ambōz, st. M., Amboss; mnd. ambolt, ambot, N., Amboss; s. ahd. anabōz, st. N. (a), Amboss; as. -; anfrk. -; vielleicht eine Lehnübersetzung von lat. incūs, F., Amboss; vgl. ahd. ana (1), an, Präp., Adv., Präf., in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); ahd. bozēn, sw. V. (1a), stoßen, zerstoßen, schlagen; germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Amboß, Kluge s. u. Amboss, EWD s. u. Amboß, DW 1, 277, DW2 2, 633, EWAhd 1, 218, Duden s. u. Amboss; Son.: vgl. nndl. ambeeld, Sb., Amboss; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht lat. incus nachgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit Sesshaftwerdung und Arbeitsteilung entwickelten und verwendeten Block aus Metall als Unterlage zu einem Schmieden (Umformen und Bearbeiten) von Metallen (Eisen); BM.: schlagen auf; F.: Amboss, Ambosses, Ambosse, Ambossen+EW?; Z.: Am-boss
Ambrosia, nhd., F., (12./13. Jh.): nhd. Ambrosia, Göttertrank, Götternahrung, Speise der Unsterblichen; ne. ambrosia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12./13. Jh. (Glosse); E.: mhd. ambrōsie, F., Ambrosia, Beifuß; lat. ambrosia, Ambrosia, Götterspeise, Göttertrank, (81-43 v. Chr.); s. gr. ἀμβροσία (ambrosía), F., Ambrosia, Götterspeise, Unsterblichkeit; vgl. gr. ἄμβροτος (ámbrotos), Adj., unsterblich, von den Göttern stammend; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. βροτός (brotós), Adj., sterblich; vgl. idg. *mer- (4), *merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ambrosia, DW 1, 277, DW2 2, 635, Duden s. u. Ambrosia; Son.: vgl. nndl. ambrosia, ambrozijn, Sb., Ambrosia; frz. ambroisie, F., Ambrosia; nschw. ambrosia, Sb., Ambrosia; nnorw. ambrosia, F., Ambrosia; poln. ambrozja, F., Ambrosia; nir. ambróise, F., Ambrosia; lit. ambrozija, F., Ambrosia; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den Göttertrank oder die Speise der Unsterblichen; BM.: nicht sterblich; F.: Ambrosia+FW; Z.: Am-bros-ia
ambulant, nhd., (Part. Präs.=) Adj., (18. Jh.): nhd. ambulant, wandernd, nicht ortsgebunden; ne. ambulant, ambulatory; Vw.: -; Hw.: s. Ambulanz; Q.: 1772; I.: Lw. frz. ambulant; E.: s. frz. ambulant, Adj., umhergehend; vgl. lat. ambulāre, V., umhergehen, hingehen und hergehen, gehen, weit reisen, wandeln, (um 250-184 v. Chr.); lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irre sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Kluge s. u. ambulant, fehlt DW, EWD s. u. ambulant, DW2 2, 636, Duden s. u. ambulant; Son.: vgl. nndl. ambulant, Adj., ambulant; nschw. ambulatorisk, Adj., ambulant; nnorw. ambulant, Adj., ambulant; lit. ambulatorinis, Adj., ambulant; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung bedeutsames wandernd oder nicht ortsgebunden; BM.: herumgehen; F.: ambulant, ambulante, ambulantes, ambulantem, ambulanten, ambulanter+FW(+EW); Z.: amb-ul-ant
Ambulanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ambulanz, Rettungswagen, medizinische Einrichtung für die Behandlung gehfähiger Menschen; ne. ambulance; Vw.: -; Hw.: s. ambulant; Q.: 1814; I.: Lw. frz. ambulance; E.: s. frz. ambulance, F., bewegliches Lazarett, Krankentransportwagen; frz. ambulant, Adj., umhergehend; vgl. lat. ambulāre, V., umhergehen, hingehen und hergehen, gehen, weit reisen, wandeln, (um 250-184 v. Chr.); lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irre sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Kluge s. u. ambulant, fehlt DW, EWD s. u. ambulant, DW2 2, 636, Duden s. u. Ambulanz; Son.: vgl. nndl. ambulance, Sb., Ambulanz; nschw. ambulans, Sb., Ambulanz; nnorw. ambulanse, M., Ambulanz; poln. ambulans, M., Ambulanz; kymr. ambiwlans, M., Ambulanz; GB.: seit 1807 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine medizinische Einrichtung für die Behandlung gehfähiger Menschen; BM.: herumgehen; F.: Ambulanz, Ambulanzen+FW(+EW); Z.: Amb-ul-anz
$Ambulatorium, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Ambulatorium; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. ambula(nt), s. tor, s. ium; L.: fehlt DW, EWD s. u. ambulant; GB.: seit 1894 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Einrichtung für eine vorübergehende medizinische Behandlung gehfähiger Menschen; F.: Ambulatorium, Ambulatoriums, Ambulatorien+FW; Z.: Amb-ul-at-or-i-um
Ameise, nhd., sw. F., (8. Jh.): nhd. Ameise, Emse, ein Insekt; ne. ant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. āmeize, anbeiz, sw. F., sw. M., st. F., st. M., Ameise; mnd. āmete, F., Ameise; mnd. ēmete, emete, amete, ēmte, empte, F., Ameise; mnl. amete, F., Ameise; ahd. āmeiza, sw. F. (n), Ameise; as. -; anfrk. -; germ. *ēmaitjō-, *ēmaitjōn, *ǣmaitjō-, *ǣmaitjōn, sw. F. (n), Ameise, Abschneiderin?, aus Abschnitten Bestehende?; s. idg. *mai- (1), *məi-, V., hauen, schnitzen, Pokorny 697 (1144/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ameise, Kluge s. u. Ameise, EWD s. u. Ameise, DW 1, 277, DW2 2, 637, EWAhd 1, 203, Falk/Torp 25, Duden s. u. Ameise; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣmette, sw. F. (n), Ameise; an. -; got. *ēmaitja?, st. F. (ō), Ameise; mnl. amete, Sb., Ameise; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches vielleicht vor 130 Millionen Jahren entstandenes kleines weit verbreitetes und sehr häufiges sozial lebendes zu der Familie der Hautflügler gehörendes Insekt mit schätzungsweise 20 Billiarden (20000000000000000) Tieren deren Biomasse die aller wildlebenden Säugetiere und Vögel zusammen übertrifft; BM.: entweder von dem Blattabschneiden oder aus Abschnitten Bestehende?; F.: Ameise, Ameisen+EW; Z.: A-mei-s-e
$Amelmehl, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Amelmehl, Kraftmehl, Stärke ; E.: s. Amel, s. Mehl; L.: Kluge s. u. Amelmehl; GB.: seit 1513 belegte und aus lat. amulum, amylum (Kraftmehl) bzw. gr. amylon sowie (verdeutlichendes) Mehl gebildete Bezeichnung für sachlich in Nahrungsmitteln wie Reis oder Kartoffeln oder Weizen oder Mais oder Erbsen oder Linsen oder Bohnen oder Maniok schon früh enthaltenes Kraftmehl oder Stärke; F.: Amelmehl, Amelmehls, Amelmehle, Amelmehlen+FW+EW; Z.: Amel—mehl
amen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. amen, wahrlich, es geschehe; ne. amen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); I.: Lw.; E.: mhd. āmen (1), Interj., amen; mnd. āmen (2), amen, Interj., amen; ahd. amen, Interj., amen; s. lat. āmēn, es geschehe, es sei; gr. ἀμήν (amḗn), Interj., fürwahr, wahrlich, es geschehe also; hebr. ‚amen, Interj., wahrlich, es geschehe; L.: Kluge s. u. amen, EWD s. u. amen, DW 1, 278, DW2 2, 642, Duden s. u. amen; Son.: vgl. nndl. amen, Adv., Interj., amen; frz. amen, Adv., Interj., amen; nschw. amen, Adv., Interj., amen; nnorw. amen, Adv., Interj., amen; poln. amen, Adv., Interj., amen; kymr. Adv., Interj., amen; nir. áimeán, Adv., Interj., amen; lit. amen, Partikel, amen; GB.: seit um 790 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie mittelbar dem Hebräischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Beschluss oder eine Bekräftigung eines Satzes oder einer Rede durch wahrlich oder durch es geschehe; BM.: Abschluss eines Gedankens?; F.: amen+FW; Z.: amen
Americium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Americium, ein Metall; ne. americium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. americium; E.: s. ne. americium, N., Americium; von dem ON Amerika, dessen Bezeichnung von Amerigo [Vespucci] (1454-1512); von dem dt. PN Emerich; vgl. ahd. rīhhi* (1), rīchi, Adj., reich, mächtig, glücklich, hoch; as. rīki (2), Adj., mächtig, gewaltig, herrschend, reich; germ. *reiki-, *reikiz, Adj., mächtig, reich; s. germ. *rīkja-, *rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Americium; Son.: vgl. nndl. americium, Sb., Americium; frz. américium, N., Americium; nnorw. americium, N., Americium; nnorw. americium, N., Americium; kymr. americiwm, M., Americium; nir. aimeiriciam, M., Americium; poln. ameryk, M., Americium; lit. americis, M., Americium; GB.: seit 1944 belegte Bezeichnung für ein von Menschen künstlich in Kernreaktoren hergestelltes und von Glenn T. Seaborg (1912-1999) und anderen 1944 entdecktes silbrig-weißes radioaktives Metall (chemisches Element Nr. 95, abgekürzt Am); BM.: ON; F.: Americium, Americiums+FW; Z.: Am-e-ric-i-um
Amethyst, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Amethyst, ein Halbedelstein; ne. amethyst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Das Prüller Steinbuch und der Hymnus Cives coelestis patriae); E.: mhd. ametiste, amatist, sw. M., Amethyst; mnd. ammatist, ammetist, amatist, amatiste, ametiste, amtiste, amtist, M., Amethyst; s. afrz. améthyste, M., Amethyst; lat. amethystus, F., Amethyst; gr. ἀμέθυστος (améthystos), F., Amethyst; vgl. gr. ἀμέθυστος (améthystos), Adj., nicht trunken, dem Rausch entgegenwirkend; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μεθύειν (methýein), V., trunken sein (V.), getränkt sein (V.); gr. μέθυ (méthy), N., Süßtrank, Rauschtrank, Wein; idg. *médʰu, Adj., N., süß, Honig, Met, Pokorny 707 (1172/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Amethyst, EWD s. u. Amethyst, fehlt DW, DW2 2, 644, Duden s. u. Amethyst; Son.: vgl. nndl. amethist, Sb., Amethyst; frz. améthyste, F., Amethyst; nschw. ametist, Sb., Amethyst; nnorw. ametyst, M., Amethyst; poln. ametyst, M., Amethyst; kymr. amethyst, M., Amethyst; nir. aimitis, F., Amethyst; lit. ametistas, M., Amethyst; GB.: seit um 1165 belegte und über das Mittelniederländische aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen violetten Halbedelstein; BM.: ein Träger eines Amethysts soll nach altem Glauben gegen die berauschende Wirkung von Wein geschützt sein; F.: Amethyst, Amethysts Amethystes Amethyste Amethysten (!)+FW(+EW); Z.: A-meth-y-st
...ämie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. ...ämie, Blut, Blutung; ne. ...emia, ...aemia; Vw.: s. An-, (Isch-), Leuk-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ...αιμία (aimía); E.: s. gr. ...αιμία (aimía), F., ...ämie; vgl. gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; weitere Herkunft unklar, manchmal wird das Wort mit ahd. seim verglichen, s. Frisk 1, 39; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1065; Son.: vgl. nndl. ...emie, Suff., ...ämie; frz. ...émie, Suff., ...ämie; nschw. ...emi, Suff., ...ämie; nnorw. ...emi, Suff., ...ämie; poln. ...emia, Suff., ...ämie; kymr. ...emia, Suff., ...ämie; nir. ...éime, Suff., ...ämie; lit. ...emija, Suff., ...ämie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und in Zusammensetzungen als Grundwort für eine sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche das Blut betreffende Krankheit verwendete Bezeichnung; BM.: Blut habend; F.: ...ämie, ...ämien+FW(+EW); Z.: -äm-ie
$Ammann, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ammann; E.: s. Amt, s. Mann; L.: Kluge s. u. Ammann, DW 1, 278; GB.: seit dem 13. Jh. belegte und aus Am(t) und Mann gebildete Bezeichnung für den Träger eines höheren Amtes; F.: Ammann, Ammanns, Ammannes, Ammänner, Ammännern+FW+EW; Z.: Am—man-n
Amme, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Amme, Nährmutter; ne. wet nurse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. amme, sw. F., st. F., Mutter (F.) (1), Amme, Hebamme, Pflegemutter; mnd. amme, F., Amme; mnl. amme, F., Amme; ahd. amma, sw. F. (n), Amme, Pflegemutter, Hebamme; as. -; anfrk. -; germ. *ammō-, *ammōn?, sw. F. (n), Mutter (F.) (1); idg. *amma, *ama, *amī̆, F., Mutter (F.) (1), Pokorny *amma, *ama, *amī̆, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 36 (68/68) (idg. aus gr.?, alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Amme, Kluge s. u. Amme, EWD s. u. Amme, DW 1, 278, DW2 2, 645, EWAhd 1, 205, Duden s. u. Amme, Falk/Torp 16, Bluhme s. u. Amme; Son.: vgl. afries. amme, F., Amme; ae. -; an. amma, sw. F. (n), Großmutter; got. -; ai. amba, F., Mutter; gr. ἀμμάς (ammás), F., Mutter (F.) (1); lat. amma, F., Tante?, Mutter; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine ein fremdes Kind mit ihrer Milch stillende (und dadurch an dem Leben erhaltende) Frau (Nährmutter); BM.: (Ähnlichkeit mit dem Verhalten einer) Mutter; F.: Amme, Ammen+EW; Z.: Amm-e
$Ammeister, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ammeister; ne. chief of office, mayor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1303; E.: mhd. ammeister, st. M., Ammeister, Amtmeister, Bürgermeister; s. ambeht, s. meister, s. ammann; L.: Kluge s. u. Ammeister, DW 1, 279, DW2 2, 646; GB.: seit 1303 belegte und aus Amt und Meister gebildete Bezeichnung für den Leiter eines Amtes in einer mittelalterlichen Stadt; F.: Ammeister, Ammeisters, Ammeistern+EW?+FW; Z.: Am—mei-st-er
$Ammenmärchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ammenmärchen; Q.: 1740; E.: s. Amm(e), s. en (Suff.), s. Märchen; L.: EWD s. u. Amme, DW 1, 279; GB.: seit 1740 belegte und aus Amm(e) und en (Suff.) sowie Märchen gebildete Bezeichnung für eine einfache und möglicherweise von dem Sprecher inhaltlich erfundene und deswegen unglaubhafte Erzählung (Märchen); F.: Ammenmärchen, Ammenmärchens+EW; Z.: Amm-en—mär-chen
Ammer (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Ammer (F.) (1), Goldammer, ein Vogel; ne. bunting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. amer (1), st. M., Ammer, Ohreule; mnd. -; ahd. amaro* (1), sw. M. (n), Ammer, Goldammer; s. ahd.? amara, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ammer, Goldammer; as. amaro*, F.?, sw. M. (n), Ammer; anfrk. -; s. germ. *amazō-, *amazōn, *amaza-, *amazan, sw. M. (n), Amsel; idg. *ames-, Sb., Amsel, Pokorny 35 (67/67) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ammer, Kluge s. u. Ammer, DW 1, 279, DW2 2, 649, EWAhd 1, 192, Duden s. u. Ammer, Falk/Torp 16, Bluhme s. u. Ammer; Son.: in einigen germanistischen Sprachen nur in Zusammensetzungen erhalten, s. mnd. goltammer, M., Goldammer; vgl. ae. *amer, M. (?), F. (?), Ammer?; ae. amor, F., Ammer; GB.: seit um 1100 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen zu den Finken gehörenden kleinen Vogel mit kurzem kegelförmigem Schnabel und langem Schwanz; BM.: unklar; F.: Ammer, Ammern+EW; Z.: Am-m-er
Ammer (2), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Ammer (F.) (2), Funkenasche; ne. scintilla, ember; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. eimere, sw. F., Funkenasche; mnd. -; mnd. āmer, F., Asche, glühende Asche; ahd. eimuria, sw. F. (n), Aschenglut, Glut, heiße Asche, glühende Asche; germ. *aimuzjō-, *aimuzjōn, sw. F. (n), Funkenasche; vgl. *aima-, *aimaz, st. M. (a), Rauch; germ. *uzjō-, *uzjōn, *usjō-, *usjōn, sw. F. (n), Asche; idg. *eus-, V., brennen, Pokorny 347 (515/96) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Ammern, DW 1, 279, DW 3, 5031 (Eimer), DW2 2, 658, EWAhd 2, 988; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣmyrie, ǣmerge, sw. F. (n), glühende Asche, Staub; ae. ām (2), st. M. (a)?, Brenneisen; an. eimyrja, sw. F. (n), glühende Asche; got. -; nfries. ēmer, Sb., Funkenasche; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Sauerstoffs mögliches Verbrennen einer Gegebenheit und die dabei entstehende Asche; BM.: brennen; F.: Ammer, Ammern+EW; Z.: Am-m-er
Ammoniak, nhd., M., N., (15. Jh.): nhd. Ammoniak, eine stechend riechende gasförmige überwiegend schädliche Stickstoffverbindung; ne. ammoniac; Vw.: -; Hw.: s. Salmiak; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. Ammōniacus (sāl), M., ammonisches Salz, (23/24-79 n. Chr.); lat. Ammōniacus, Adj., zu Ammon, gehörig, Ammons...; vgl. lat. Ammōn, Hammōn, M.=PN, Ammon; gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: Kluge s. u. Ammoniak, EWD s. u. Ammoniak, fehlt DW, DW2 2, 649, Duden s. u. Ammoniak; Son.: vgl. nndl. ammoniak, Sb., Ammoniak; frz. ammoniac, M., Ammoniak; nschw. ammoniak, Sb., Ammoniak; nnorw. ammoniak, M., Ammoniak; poln. amoniak, M., Ammoniak; nir. amóiniach, Sb., Ammoniak; lit. amoniakas, M., Ammoniak; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen und Ägyptischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein stark stechend riechenden farbloses überwiegend schädliches und beispielsweise aus den Ausscheidungen von Rindern oder Schweinen oder Kamelen entstehendes Stickstoffgas; BM.: nach dem wichtigen Fundort Ammons-Oase; F.: Ammoniak, Ammoniaks+FW(+EW); Z.: Ammon-iak
$Ammonium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ammonium; L.: Kluge s. u. Ammoniak, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ammoni(ak) und um gebildete Bezeichnung für ein in einer Säure-Base-Reaktion aus der gasförmigen Base Ammoniak durch Anlagerung eines Protons an das freie Elektronenpaar entstehendes Kation; F.: Ammonium, Ammoniums+FW; Z.: Ammon-i-um
$Ammonshorn, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ammonshorn; E.: s. Ammon, s. s, s. Horn; L.: Kluge s. u. Ammonshorn, fehlt DW; GB.: seit 1707 belegte und aus dem ägyptischen Personennamen Ammon und s sowie Horn gebildete Bezeichnung für eine in Versteinerungen erhaltene Kopffüßlerart; F.: Ammonshorn, Ammonshorns, Ammonshornes, Ammonshörner, Ammonshörnern+FW+EW; Z.: Ammon-s—hor-n
Amnesie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Amnesie, Gedächtnisstörung, Gedächtnisverlust, Erinnerungslücke; ne. amnesia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1826; I.: Lw. gr. ἀμνησία (amnēsía); E.: s. gr. ἀμνησία (amnēsía), F., Amnesie, Vergesslichkeit; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μιμνεσκειν (mimneskein), V., sich erinnern, sich ins Gedächtnis rufen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 2, 650, Duden s. u. Amnesie; Son.: vgl. frz. amnésie, F., Amnesie; nschw. amnesi, Sb., Amnesie; nnorw. amnesi, M., Amnesie; kymr. amnesia, M., Amnesie; nir. aimnéise, F., Amnesie; poln. amnezja, F., Amnesie; lit. amnezija, F., Amnesie; GB.: seit 1826 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache möglichen Ausfall des menschlichen Erinnerungsvermögens bezüglich eines bestimmten Zeitraums vor oder während einer Bewusstseinsstörung (Erinnerungslücke); BM.: nicht erinnern; F.: Amnesie, Amnesien+FW; Z.: A-mn-es-ie
Amnestie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Amnestie, Begnadigung, Straferlass; ne. amnesty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1516; I.: Lw. lat. amnēstia; E.: s. lat. amnēstia, F., Vergessen, Vergeben, Amnestie, (1. Jh. n. Chr.); s. gr. ἀμνηστία (amnēstía), F., Vergessen, Vergesslichkeit, Amnestie; vgl. gr. ἄμνεστος (ámnestos), Adj., ohne Erinnerung seiend; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μιμνεσκειν (mimneskein), V., sich erinnern, sich ins Gedächtnis rufen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Amnestie, EWD s. u. Amnestie, fehlt DW, DW2 2, 650, Duden s. u. Amnestie; Son.: vgl. nndl. amnestie, Sb., Amnestie; frz. amnistie, F., Amnestie; nschw. amnesti, Sb., Amnestie; nnorw. amnestie, N., Amnestie; poln. amnestia, F., Amnestie; kymr. amnest, M., Amnestie; lit. amnestija, F., Amnestie; GB.: seit 1516 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen durch ein besonderes Gesetz verfügten Straferlass oder eine verfügte Strafmilderung; BM.: vergessen als ein Verzicht auf ein gerichtliches Vorgehen; F.: Amnestie, Amnestien+FW(+EW); Z.: A-mn-est-ie
$amnestieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. amnestieren, begnadigen, Strafe erlassen (V.); E.: s. Amnestie, s. r, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Amnestie, EWD s. u. Amnestie, fehlt DW; GB.: seit 1831 belegte und aus Amnestie und r sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für begnadigen oder Strafe erlassen (V.); F.: amnestieren, amnestiere, amnestierst, amnestiert, amnestierest, amnestieret, amnestierte, amnestiertest, amnestierten, amnestiertet, ##amnestiert, amnestierte, amnestiertes, amnestiertem, amnestierten, amnestierter##, amnestierend, ###amnestierend, amnestierende, amnestierendes, amnestierendem, amnestierenden, amnestierender###, amnestier (!)+FW(+EW); Z.: a-mn-est-ier-en
Amöbe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Amöbe, Wechseltierchen, ein Einzeller; ne. amoeba; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830; I.: neoklassische Bildung zu gr. ἀμοιβή (amoibḗ); E.: s. gr. ἀμοιβή (amoibḗ), F., Wechsel, Veränderung, Umtausch, Antwort; s. idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Amöbe, fehlt DW, EWD s. u. Amöbe, DW2 2, 651, Duden s. u. Amöbe; Son.: vgl. nndl. amoebe, Sb., Amöbe; frz. amibe, F., Amöbe; nschw. amöba, Sb., Amöbe; nnorw. amøbe, M., Amöbe; poln. ameba, F., Amöbe; kymr. ameba, M., Amöbe; nir. aiméibe, F., Amöbe; lit. ameba, F., Amöbe; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit Entstehung des Lebens möglichen und in Gewässern oder Böden oder Gedärmen in vielen Arten auftretenden und durch Ausstrecken oder Einziehen von Fortsätzen der Zellmembranen bzw. Fließbewegungen des Plasmas die 0,1 bis 0,3 Millimeter große Gestalt wechselnden meist nackten und öfter die tropische Krankheit Amöbenruhr verursachenden Einzeller (Wechseltierchen); BM.: Wechseltierchen wegen des leichten Wechsels der Gestalt; F.: Amöbe, Amöben+FW; Z.: A-mö-b-e
Amok, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Amok, blindwütige Mordsucht; ne. amok; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1661; I.: malaiisches Lehnwort; E.: s. malaiisch amok, Adj., rasend, wütend; L.: Kluge s. u. Amok, EWD s. u. Amok, fehlt DW, DW2 2, 151, Duden s. u. Amok; Son.: vgl. nndl. amok, Sb., Amok; frz. amok, M., Amok; nschw. amok, Sb., Amok; nnorw. amok, Sb., Amok; poln. amok, M., Amok; GB.: seit vor 1661 belegte und aus dem Malaiischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche blindwütige Gewalthandlung bei der mehrere Menschen während eines Tatereignisses getötet oder verletzt werden (können); BM.: Rasen (N.) infolge Rauschmittelgebrauchs; F.: Amok, Amoks+FW; Z.: Amok
$Amoklauf, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Amoklauf; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Amok, s. Lauf; L.: Kluge s. u. Amok, EWD s. u. Amok, fehlt DW; GB.: seit 1928 belegte und aus Amok und Lauf gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Dahinrasen in blindwütiger Mordsucht; F.: Amoklauf, Amoklaufs, Amoklaufes, Amokläufe, Amokläufes+FW+EW; Z.: Amok—lauf
$Amoklaufen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Amoklaufen; E.: s. Amok, s. Laufen (N.); L.: EWD s. u. Amok, fehlt DW; GB.: seit 1834 belegte und aus Amok und Laufen (N.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Dahinrasen in blindwütiger Mordsucht; F.: Amoklaufen, Amoklaufens+FW+EW; Z.: Amok-lauf-en
$Amokläufer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Amokläufer; Q.: 1834; L.: EWD s. u. Amok, fehlt DW; GB.: seit 1834 belegte und aus Amok und Läufer gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen in blindwütiger Mordsucht dahinrasenden Menschen; F.: Amokläufer, Amokläufers, Amokläufern+FW+EW; Z.: Amok—läuf-er
amorph, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. amorph, formlos, gestaltlos; ne. amorphous, amorphic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1832 (Goethe); I.: Lw. gr. ἄμορφος (ámorphos); E.: s. gr. ἄμορφος (ámorphos), Adj., missgestaltet, hässlich, formlos; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW2 2, 653, Duden s. u. amorph; Son.: vgl. nndl. amorf, Adj., amorph; frz. amorphe, Adj., amorph; nschw. amorf, Adj., amorph; nnorw. amorf, Adj., amorph; kymr. amorfaidd, Adj., amorph; poln. amorficzny, Adj., amorph; lit. amorfinis, Adj., amorph; GB.: seit vor 1832 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches formlos oder gestaltlos oder keine Vorzugsrichtung aufweisend oder nur eine Nahordnung aufweisend; BM.: nicht, Gestalt; F.: amorph, amorphe, amorphes, amorphem, amorphen, amorpher+FW(+EW?); Z.: a-mor-ph
$Amortisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Amortisation, (ratenweise) Tilgung einer Schuld, Abzahlung; E.: s. amortis(ieren), s. ation; L.: Kluge s. u. amortisieren, EWD s. u. amortisieren, fehlt DW; GB.: seit 1717 belegte und mit amortis(ieren) verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Geld mögliche (ratenweise) Tilgung einer Schuld; F.: Amortisation, Amortisationen+FW; Z.: A-mor-t-is-at-io-n
amortisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. amortisieren, tilgen, auslöschen; ne. amortise, redeem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; I.: Lw. frz. amortir; E.: s. frz. amortir, V., abtöten, abtragen; frührom. *ad-mortīre, V., zu Tode bringen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. mortuus, (Part. Prät.=)Adj., tot, gestorben, totenähnlich; lat. morī, V., tot, gestorben, totenähnlich, leichenähnlich; idg. *mer- (4), *merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. amortisieren, EWD s. u. amortisieren, fehlt DW, DW2 2, 653, Duden s. u. amortisieren; Son.: vgl. nndl. amortiseren, V., amortisieren; nschw. amortera, V., amortisieren; nnorw. amortisere, V., amortisieren; poln. amortyzować, V., amortisieren; lit. amortizuoti, V., amortisieren; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Frühromanischen gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliches eine Schuld nach einem vorgegebenen Plan allmählich tilgen oder auslöschen; BM.: Absterben einer Schuld; F.: amortisieren, amortisiere, amortisierst, amortisiert, amortisierest, amortisieret, amortisierte, amortisiertest, amortisierten, amortisiertet, ##amortisiert, amortisierte, amortisiertes, amortisiertem, amortisierten, amortisierter##, amortisierend, ###amortisierend, amortisierende, amortisierendes, amortisierendem, amortisierenden, amortisierender###, amortisier (!)+FW(+EW?); Z.: a-mor-t-is-ier-en
amourös, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. amourös, Liebes..., verliebt, Liebschaft betreffend; ne. amorous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1540; I.: Lw. frz. amoureux; E.: s. frz. amoureux, Adj., verliebt; vgl. afrz. amour, M., Liebe; lat. amor, Liebe (F.) (1); Herkunft unklar, vielleicht von idg. *amma, *ama, *amī̆, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 36 (68/68) (idg. aus gr.?, alb., ital., germ., toch.); oder aus dem Etruskischen; L.: fehlt DW, DW2 2, 654, Duden s. u. amourös; Son.: vgl. nndl. amoureus, Adj., amourös; nschw. amorös, Adj., amourös; nnorw. amorøs, Adj., amourös; GB.: seit 1540 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Liebschaft betreffend; BM.: Liebe zwischen Menschen; F.: amourös, amouröse, amouröses, amourösem, amourösen, amouröser+FW; Z.: am-our-ös
Ampel, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Ampel, Hängelampe; ne. hanging lamp; Vw.: -; Hw.: s. Ampulle; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ampel, sw. F., Ampulle“, Ampel, Lampe, Öllampe, Gefäß; mnd. ampulle, appolle, F., Kanne; ahd. ampla*, sw. F. (n), Ampel, Gefäß, Kännchen; as. -; anfrk. -; s. lat. ampulla, F., Ampulle, (um 250-184 v. Chr.); s. lat. amphora, F., Amphore; s. gr. ἀμφορεύς, M., Amphore, Vorratsgefäß mit beidseitigen Henkeln; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ampel, Kluge s. u. Ampel, EWD s. u. Ampel, DW 1, 279, DW2 2, 655, EWAhd 1, 209, Duden s. u. Ampel, Bluhme s. u. Ampel; Son.: vgl. an. ampli, sw. M. (n), Fläschchen; mnl. ampulle, F., Ampulle; nschw. ampel, Sb., Ampel; nnorw. ampel, M., Hängelampe; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Hängelampe; BM.: beidseitig(e Tragemöglichkeit); F.: Ampel, Ampeln+FW+EW; Z.: Am-pel
Ampere, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ampere, Einheit für elektrische Stromstärke; ne. ampere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: gebildet nach dem Mathematiker und Physiker André-Marie Ampère (1775-1836); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ampere; Son.: vgl. nndl. ampère, Sb., Ampere; frz. ampère, M., Ampere; nschw. ampere, Sb., Ampere; nnorw. ampere, M., Ampere; poln. amper, M., Ampere; kymr. amper, M., Ampere; nir. aimpéar, M., Ampere; lit. amperas, M., Ampere; GB.: seit 1888 belegte und nach dem PN Ampère gebildete Bezeichnung für eine Einheit der elektrischen Stromstärke die angibt wie viele Elektronen je Sekunde durch eine bestimmte Stelle eines Stromkreises fließen (bei einem Ampère fließen in jeder Sekunde etwa 6,24 Billiarden Elementarladungen oder Elektronen durch den Querschnitt eines Leiters oder eine Lampe mit einer Leistung von 100 Watt an einer Spannungsquelle mit 220 Volt zieht etwa 0,454 Ampère Strom); BM.: PN; F.: Ampere, Amperes+FW; Z.: Ampere
Ampfer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ampfer, eine Pflanze; ne. dock (N.) (4); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ampfer, ampher, st. M., Ampfer; s. ahd. ampfara*, sw. F. (n), Ampfer, Sauerampfer; ahd. ampfaro*, ampharo*, sw. M. (n), Ampfer, Sauerampfer; germ. *amprō-, *amprōn, sw. F. (n), Ampfer; s. germ. *ampra-, *ampraz, Adj., sauer, bitter; vgl. idg. *ōmos, Adj., roh, bitter, Pokorny 777; idg. *om-, Adj., roh, bitter, Pokorny 777 (1334/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ampfer, Kluge s. u. Ampfer, DW 1, 280, DW2 2, 657, EWAhd 1, 207, Duden s. u. Ampfer, Falk/Torp 16, Heidermanns 99, Bluhme s. u. Ampfer; Son.: vgl. afries. -; ae. ampe, sw. F. (n), Ampfer; an. -; got. -; mnd. sūramper, M., Sauerampfer; viele Adj., an. apr, *appr, *ampaR, Adj., hart, böse, sorgenvoll; mnl. amper, Adj., sauer, scharf, bitter; nndl. amper, Adj., scharf, sauer; ai. ambla-, Sb., Sauerklee; lat. amārus, amāzus, Adj., bitter, widerlich, lästig; alban. ëmblë, Adj., süß; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche von dem Menschen überwiegend als Unkraut eingeordnete Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse wie beispielsweise den Sauerampfer; BM.: von dem saueren Geschmack der Blätter; F.: Ampfer, Ampfers, Ampfern+EW; Z.: Am-pf-er
Amphibie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Amphibie, auf dem Land und in dem Wasser lebendes Tier; ne. amphibian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. amphibion; E.: s. lat. amphibion, N., Amphibie, (116-27 v. Chr.); s. gr. ἀμφίβιον (amphíbion), N., Amphibie; vgl. gr. ἀμφίβιος (amphíbios), Adj., zwei Leben habend; gr. ἀμφί (amphi), Adv., Präp., auf beiden Seiten, ringsum, um; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βίος (bíos), M., Leben; gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Amphibie, EWD s. u. Amphibie, fehlt DW, DW2 2, 657, Duden s. u. Amphibie; Son.: vgl. nndl. amfibie, Sb., Amphibie; frz. amphibien, M., Amphibie; nschw. amfibie, Sb., Amphibie; nnorw. amfibium, N.?, Amphibie; poln. amfibia, F., Amphibie; kymr. amffibiad, M., Amphibie; nir. amfaibiach, M., Amphibie; GB.: seit 1658 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sowohl in dem Wasser als auch auf dem Land lebendes Tier wie beispielsweise Frösche oder Kröten oder Lurche oder Molche oder Salamander oder Unken; BM.: in zwei Lebensräumen lebend; F.: Amphibie, Amphibien+FW(+EW); Z.: Amphi-b-ie
$Amphibienfahrzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Amphibienfahrzeug; Q.: 1954; E.: s. Amphibie, s. n, s. Fahrzeug; L.: EWD s. u. Amphibie, fehlt DW; GB.: seit 1954 belegte Bezeichnung für ein sachlich seit 1899 von Menschen entwickeltes und verwendetes zu Wasser und zu Lande nutzbares Kraftfahrzeug wie beispielsweise Amphicar 770; F.: Amphibienfahrzeug, Amphibienfahrzeugs, Amphibienfahrzeuges, Amphibienfahrzeuge, Amphibienfahrzeugen+FW+EW; Z.: Amphi-b-ien—fahr—zeu-g
$amphibisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. amphibisch, doppellebig, Amphibie betreffend; E.: s. Amphibi(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Amphibie, fehlt DW, EWD s. u. Amphibie; GB.: seit 1713 belegte und aus Amphib(ie) und isch gebildete Bezeichnung für doppellebig oder Amphibie betreffend; F.: amphibisch, amphibische, amphibisches, amphibischem, amphibischen, amphibischer+FW+EW; Z.: amphi-b-isch
Amphitheater, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Amphitheater, Rundtheater, runde Freilichtbühne; ne. amphitheater; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1293; E.: s. lat. amphitheātrum, Amphitheater; s. gr. ἀμφιτηέατρον (amphithéatron), N., Amphitheater; vgl. gr. ἀμφί (amphi), Adv., Präp., auf beiden Seiten, ringsum, um; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. θέατρον (théatron), N., Theater, Schauspielhaus; vgl. gr. θεᾶσθαι (theāsthai), V., schauen, anschauen; gr. θέα (théa), F., Anschauen; idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. Amphitheater, EWD s. u. Amphitheater, fehlt DW, DW2 2, 658, Duden s. u. Amphitheater; Son.: vgl. nndl. amfitheater, Sb., Amphitheater; frz. amphitéâtre, M., Amphitheater; nschw. amfiteater, Sb., Amphitheater; nnorw. amfiteater, N., Amphitheater; poln. amfiteatr, M., Amphitheater; nir. aimfitéatar, M., Amphitheater; lit. amfiteatras, M., Amphietheater; GB.: seit 1293 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Rundtheater der Antike mit der Bühne in der Mitte des Zuschauerraums; BM.: der Zuschauerraum befindet sich rings um die Bühne; F.: Amphitheater, Amphitheaters Amphitheatern+FW(+EW); Z.: Amphi—thea-t-er
Amphore, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Amphore, ein antikes Transportgefäß; ne. amphora; Vw.: -; Hw.: s. Eimer; Q.: 1616; I.: Lw. lat. amphora; E.: s. lat. amphora, F., Amphore, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. ἀμφορεύς (amphoreús), M., Amphore, Vorratsgefäß mit beidseitigen Henkeln, Gefäß das rings umschließt?; vgl. gr. ἀμφί (amphi), Adv., Präp., auf beiden Seiten, ringsum, um; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Amphore, fehlt DW, DW2 2, 659, Duden s. u. Amphore; Son.: vgl. nndl. amfora, Sb., Amphore; frz. amphore, F., Amphore; nschw. amfora, Sb., Amphore; nnorw. amfora, M., Amphore; poln. amfora, F., Amphore; nir. amfara, F., Amphore; lit. amfora, F., Amphore; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten bauchigen enghalsigen Krug mit zwei Henkeln; BM.: beidseitige Tragemöglichkeit; F.: Amphore, Amphoren+FW(+EW); Z.: Am-phor-e
Amplitude, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Amplitude, Schwingungsweite; ne. amplitude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1834; I.: Lw. lat. amplitūdo; E.: s. lat. amplitūdo, F., Größe, Weite, Geräumigkeit, Umfang, (um 114-um 64 v. Chr.); vgl. lat. amplus, Adj., umfangreich, weit, weiträumig, geräumig, groß; idg. *am- (1), *mē-, V., fassen?, Pokorny 35 (65/65) (RB. idg. aus ind., arm., ital.?); L.: Kluge s. u. Amplitude, EWD s. u. Amplitude, fehlt DW, DW2 2, 640, Duden s. u. Amplitude; Son.: vgl. nndl. amplitude, Sb., Amplitude; frz. amplitude, F., Amplitude; nschw. amplitud, Sb., Amplitude; nnorw. amplitude, M., Amplitude; poln. amplituda, F., Amplitude; nir. aimplitúid, F., Amplitude; lit. amplitudė, F., Amplitude; GB.: seit 1834 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschliche und wohl seit Entstehung der Welt bestehende Gegebenheit der Weite einer Schwingung in Physik und Technik; BM.: von der Weite; F.: Amplitude, Amplituden+FW(+EW); Z.: Am-pl-it-ud-e
Ampulle, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Ampulle, Glasröhrchen, kleines Gefäß; ne. ampulla, bottle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ampel, Pulle; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ampolle, ampulle, sw. F., Ampulle, Ampel, Lampe, Gefäß; mhd. ampel, ampulle, sw. F., Ampulle; mnd. ampulle, F., Kanne; mnl. ampulle, F., Ampulle, Fläschchen; ahd. ampla*, sw. F. (n), Ampel, Gefäß, Kännchen; ahd. ampulla, sw. F. (n), Gefäß, kleines Gefäß, Kännchen; as. ampulla, st. F. (ō), sw. F. (n), Ölkrug; anfrk. -; lat. ampulla, F., Ampulle; vgl. lat. amphora, F., Amphore; gr. ἀμφορεύς (amphoreús), M., Amphore, Vorratsgefäß mit beidseitigen Henkeln, Gefäß das rings umschließt?; gr. ἀμφί (amphi), Adv., Präp., auf beiden Seiten, ringsum, um; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34; gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ampulle, EWD s. u. Ampulle, fehlt DW, DW2 2, 660, Duden 1, 119, EWAhd 1, 209, EWAhd 1, 210, Duden s. u. Ampulle; Son.: vgl. ae. ampulle, ampelle, anpolle, sw. F. (n), Flasche, Gefäß; an. ampulla, F., Fläschchen; nndl. ampul, Sb., Ampulle; frz. ampoule, F., Ampulle; nschw. ampull, Sb., Ampulle; nnorw. ampulle, M., Ampulle; poln. ampułka, F., Ampulle; nir. ampaill, F., Ampulle; lit. ampulė, F., Ampulle; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Behältnis für Arzneimittel oder ein kleines Gefäß; BM.: beidseitige Tragemöglichkeit; F.: Ampulle, Ampullen+FW(+EW); Z.: Am-pul-l-e
$Amputation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Amputation, Abschneidung, Abtrennung, Ablösung; Q.: 1725; I.: Lw. lat. amputatio; E.: s. amput(ieren), s. ation; L.: EWD s. u. amputieren, fehlt DW; GB.: seit 1725 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen entwickelte und verwendete Abschneidung oder Abtrennung oder Ablösung (eines Teiles von einem Ganzen); F.: Amputation, Amputationen+FW(+EW); Z.: Am-pu-t-at-io-n
amputieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. amputieren, abschneiden, ablösen, abtrennen, operativ abnehmen; ne. amputate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1620 (Landrecht Preußen); I.: Lw. lat. amputāre; E.: s. lat. amputāre, V., wegschneiden, abschneiden, kappen, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden, beschneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. amputieren, EWD s. u. amputieren, fehlt DW, DW2 2, 661, Duden s. u. amputieren; Son.: vgl. nndl. amputere, V., amputieren; frz. amputer, V., amputieren; nschw. amputera, V., amputieren; nnorw. amputere, V., amputieren; poln. amputować, V., amputieren; lit. amputuoti, V., amputieren; GB.: seit 1620 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes abschneiden oder ablösen oder abtrennen eines Teiles von einem Ganzen wie beispielsweise eine Gliedmaße abschneiden; BM.: hauen bzw. schlagen; F.: amputieren, amputiere, amputierst, amputiert, amputiertest, amputiertet, amputierte, amputierten, ##amputiert, amputierte, amputiertes, amputiertem, amputierten, amputierter##, amputierend, ###amputierend, amputierende, amputierendes, amputierendem, amputierenden, amputierender###, amputier (!)+FW(+EW); Z.: am-pu-t-ier-en
Amsel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Amsel, Merle, Schwarzdrossel; ne. blackbird, ouzel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. amsel, st. F., sw. F., Amsel; mnd. amsel, F., Amsel; ahd. amsla, sw. F. (n)?, st. F. (ō)?, Amsel; as. amsla, st. F. (ō), sw. F. (n), Amsel; anfrk. -; wgerm. *amuslō-, *amuslōn, *amaslō-, *amaslōn, sw. F. (n), Amsel; idg. *ames-, Sb., Amsel, Pokorny 35 (67/67) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Amsel, Kluge s. u. Amsel, EWD s. u. Amsel, DW 1, 280, DW2 2, 661, EWAhd 1, 212, Duden s. u. Amsel, Bluhme s. u. Amsel; Son.: vgl. afries. -; ae. ōsle, sw. F. (n), Amsel; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen schwarzen männlichen und grauen weiblichen zu den Drosseln gehörenden Singvogel; BM.: unklar; F.: Amsel, Amseln+EW; Z.: Ams-el
Amt, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Amt, Dienststelle, Behörde; ne. office; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ambahte, ambehte, ambaht, ambt, amt, st. N., Amt, dienstliche Stellung, Funktion, Dienstauftrag, Amtspflicht; mnd. ambacht, ambecht, ammecht, ambt, amt, N., Amt, Dienstverrichtung, Amtspflicht; mnl. ambacht, N., Amt; ahd. ambaht, st. N. (a), Amt, Aufgabe, Dienst, Dienstleistung; ahd. ambahti* (1), st. N. (ja), Amt, Aufgabe, Dienst, Stand, Verwaltung; as. ambaht*, st. N. (a), Amt, Dienst; anfrk. *ambaht?, st. N. (a), Amt, Dienst; germ. *ambahta-, *ambahtam, *andbahtja-, *andbahtjam, st. N. (a), Dienst; s. kelt.-lat. ambactus, M., Höriger, Diener; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um, herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Amt, Kluge s. u. Amt, EWD s. u. Amt, DW 1, 280, DW2 2, 662, EWAhd 1, 195, Duden s. u. Amt, Falk/Torp 13, Bluhme s. u. Amt; Son.: vgl. afries. ambecht, ombacht, ambet, ambt, st. N. (a), Amt, Amtsbezirk, Gerichtsbezirk; ae. ambiht, ėmbeht, ėmbiht, ymbiht, st. N. (a), Amt, Dienst, Auftrag; an. embætti, st. N. (i?), Amt; got. andbahti, st. N. (ja), Amt, Dienst; nndl. ambt, Sb., Amt; nschw. ämbete, N., Amt; nisl. embætti, N., Amt; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Keltisch-Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche von einem Amtsträger bekleidete Dienststelle; BM.: bei seinem Herrn Aufhältiger; F.: Amt, Amtes, Amts, Ämter, Ämtern+FW?(+EW?); Z.: Am-t
$amtieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. amtieren, ein Amt ausüben; E.: s. Amt, s. ieren; L.: Kluge s. u. Amt, EWD s. u. Amt, DW 1, 282; GB.: seit 1715 belegte und aus Amt und ieren gebildete Bezeichnung für ein schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches ein Amt ausüben; F.: amtieren, amtiere, amtierst, amtiert, amtierest, amtieret, amtierte, amtiertest, amtierten, amtiertet, ##amtiert, amtierte, amtiertes, amtiertem, amtierten, amtierter##, amtierend, ###amtierend, amtierende, amtierendes, amtierendem, amtierenden, amtierender###, amtier (!)+FW+EW Z.: am-t-ier-en
$amtlich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. amtlich, dienstlich, ein Amt betreffend; E.: s. Amt, s. lich; L.: Kluge s. u. Amt, EWD s. u. Amt, DW 1, 282; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Amt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches dienstlich; F.: amtlich, amtliche, amtliches, amtlichem, amtlichen, amtlicherFW+EW; Z.: am-t-lich
$Amtmann, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Amtmann; E.: s. Amt, s. Mann; L.: EWD s. u. Amt, DW 1, 282; GB.: seit um 790 belegte und aus Amt und Mann gebildete Bezeichnung für den Träger eines Amtes; F.: Amtmann, Amtmannes, Amtmanns, Amtmänner, Amtmännern+FW+EW; Z.: Am-t—man-n
$Amtsschimmel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Amtsschimmel, bürokratische Arbeitsweise; L.: Kluge s. u. Amtsschimmel, EWD s. u. Amtsschimmel, fehlt DW; GB.: seit 1840 belegte und aus Amt und s sowie Schimmel gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Bildung eines Amtes mögliche bürokratische Arbeitsweise; F.: Amtsschimmel, Amtsschimmels+FW+EW; Z.: Am-t-s—schi-m-m-el
$Amtsverweser, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Amtsverweser, Verwalter eines Amtes; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Amt, s. s, s. Verweser; L.: EWD s. u. Verweser, DW 1, 284; GB.: seit 1520 belegte und aus Amt und s sowie Verweser gebildete Bezeichnung für einen Verwalter eines Amtes; F.: Amtsverweser, Amtsverwesers, Amtsverwesern+FW+EW; Z.: Am-t-s—ver-wes-er
Amulett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Amulett, Talisman, mit Zauberkräften versehener Anhänger; ne. amulet, charm (N.), talisman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1586; I.: Lw. lat. āmūlētum; E.: s. lat. āmūlētum, N., Amulett, Talisman, (23/24-79 n. Chr.); vielleicht von lat. amulum, N., Kraftmehl, Amelmehl, feines Mehl; gr. ἄμυλον (ámylon), N., Stärke; vgl. gr. ἄμυλος (ámylos), Adj., nicht gemahlen; s. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μύλη (mýlē), F., Mühle; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 757; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Amulet, Kluge s. u. Amulett, EWD s. u. Amulett, fehlt DW, DW2 2, 712, Duden s. u. Amulett; Son.: vgl. nndl. amulet, Sb., Amulett; frz. amulette, F., Amulett; nschw. amulett, Sb., Amulett; nnorw. amulett, M., Amulett; poln. amulet, M., Amulett; lit. amuletas, M., Amulett; GB.: seit 1586 belegte und vielleicht aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums abgeleitete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit der Steinzeit möglichen in der Vorstellung von Menschen mit Zauberkräften versehenen als Anhänger verwendeten Gegenstand; BM.: vielleicht von Speise aus Kraftmehl; F.: Amulett, Amulettes, Amuletts, Amulette, Amuletten+FW(+EW?); Z.: A-mul-ett
amüsant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. amüsant, unterhaltsam, belustigend; ne. amusing; Vw.: -; Hw.: s. amüsieren, Amüsement; Q.: 1724 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. amusant; E.: s. frz. amusant, Adj., amüsant, unterhaltsam; frz. s’amuser, V., sich amüsieren; vgl. frz. muser, V., trödeln, sich vergnügen; frührom. *mūsus, M., Maul, Schnauze; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht s. lat. mussāre, V., in den Bart brummen, vor sich hin murmeln, leise sprechen; s. gr. μύζειν (mýzein), V., stöhnen, mucksen; idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. amüsieren, EWD s. u. amüsieren, fehlt DW, DW2 2, 713, Duden s. u. amüsant; Son.: vgl. nndl. amusant, Adj., amüsant; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Frühromanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen unterhaltsam oder belustigend; BM.: murmeln?; F.: amüsant, amüsante, amüsantes, amüsantem, amüsanten, amüsanter(, amüsantere, amüsanteres, amüsanterem, amüsanteren, amüsanterer, amüsantest, amüsanteste, amüsantestes, amüsantestem, amüsantesten, amüsantester)+FW(+EW); Z.: a-mü-s-ant
Amüsement, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Amüsement, unterhaltsamer Zeitvertreib; ne. amusement; Vw.: -; Hw.: s. amüsieren, amüsant; Q.: 1695; I.: Lw. frz. amusement; E.: s. amusement, M., Unterhaltung; frz. s’amuser, V., sich amüsieren; vgl. frz. muser, V., trödeln, sich vergnügen; frührom. *mūsus, M., Maul, Schnauze; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht s. lat. mussāre, V., in den Bart brummen, vor sich hin murmeln, leise sprechen; s. gr. μύζειν (mýzein), V., stöhnen, mucksen; idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. amüsieren, EWD s. u. amüsieren, fehlt DW, DW2 2, 713, Duden s. u. Amüsement; Son.: vgl. nndl. amusement, Sb., Amüsement; GB.: seit 1695 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Frühromanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen seit dieser Zeit möglichen unterhaltsamen Zeitvertreib; BM.: murmeln?; F.: Amüsement, Amüsements+FW(+EW); Z.: A-mü-s-em-ent
amüsieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. amüsieren, sich vergnügen, sich auf angenehme Zeit die Zeit vertreiben; ne. amuse; Vw.: -; Hw.: s. Amüsement, amüsant; Q.: 1660; I.: Lw. frz. s’amuser; E.: s. frz. s’amuser, V., sich amüsieren; vgl. frz. muser, V., trödeln, sich vergnügen; frührom. *mūsus, M., Maul, Schnauze; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht s. lat. mussāre, V., in den Bart brummen, vor sich hin murmeln, leise sprechen; s. gr. μύζειν (mýzein), V., stöhnen, mucksen; idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. amüsieren, EWD s. u. amüsieren, fehlt DW, DW2 2, 713, Duden s. u. amüsieren; Son.: vgl. nndl. amuseren, V., amüsieren; GB.: seit 1660 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Frühromanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches sich auf angenehme Art die Zeit vertreiben; BM.: ?; F.: amüsieren, amüsiere, amüsierst, amüsiert, amüsierest, amüsieret, amüsierte, amüsiertest, amüsierten, amüsiertet, ##amüsiert, amüsierte, amüsiertes, amüsiertem, amüsierten, amüsierter##, amüsierend, ###amüsierend, amüsierende, amüsierendes, amüsierendem, amüsierenden, amüsierender###, amüsier (!)+FW(+EW); Z.: a-mü-s-ier-en
an, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. an, neben, bei, nach, gemäß; ne. at, on; Vw.: s. -beraumen, -ranzen; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ane, an, Präp., Adv., Präf., an, auf, in, mit, bei, durch, von, hinsichtlich; mnd. an, Präp., Adv., an, in; mnl. aen, ane, an, Präp., Adv., an; ahd. ana (1), an, Präp., Adv., Präf., in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu; as. an, Präf., Präp., Adv., an, in, nach, hinan, hinauf, von, aus; anfrk. an (1), Präp., in, an, auf; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. an, Kluge s. u. an, EWD s. u. an, DW 1, 284, DW2 2, 714, EWAhd 1, 213, Duden s. u. an, Falk/Torp 11, Bluhme s. u. an; Son.: vgl. afries. ana, anna, Präp., in, an; afries. on (1), ā (4), Präp., in, an, auf; nnordfries. a, Präp., in, an, auf; ae. an (1), on, Präp., an, in, auf; ae. on (1), Präp., an; an. ā (4), Präp., an, auf, in; got. ana (1), Präp., Präf., Adv., darauf, außerdem, an, auf, in; ai. ánu, Präp., nach; av. ana, Präp., über ... hin; apers. anā, Präp., über ... hin; arm. am..., Präf., an...; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; nndl. aan, Präp., an; nschw. o?, Präp., an; nisl. á, Präp., an; lit. anóte, Präp.?, gemäß, entsprechend; apreuß. no, na, Präp., auf, nach, gemäß; ksl. na, Präp., auf ... hin; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Fürwort) für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches neben oder bei oder nach oder gemäß; BM.: unklar; F.: an, am, ans+EW; Z.: an
an... (1), nhd., Partikel: nhd. an...; ne. an...; Vw.: -; Hw.: -; E.: als Vorsilbe bei Fremdwörtern entweder von lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. an…, fehlt DW, Duden s. u. an…; GB.: seit ? belegte und aus dem Lateinischen oder Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe oder Vorsilbe in Fremdwörtern für mehrere Seiten habend verwendete Bezeichnung; BM.: ringsherum; F.: an…+FW(+EW); Z.: an-
an… (2), nhd., Partikel: nhd. an…; Vw.: s. a…
an… (3), nhd., Partikel: nhd. an…; Vw.: s. ana…
ana…, an…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. ana…, oben, hinauf, aufwärts, auf; ne. ana…; Vw.: s. -bolikum, -chronismus, -gramm, -log, -logie, -lyse, -lytik, -lytisch; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. ἀνά (aná); gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. ana-; Son.: vgl. nndl. ana…, Präf., ana…; frz. ana…, Präf., ana…; nschw. ana…, Präf., ana…; nnorw. ana…, Präf., ana…; nir. ana…, anai…, Präf., ana…; kymr. ana…, Präf., ana…; poln. ana…, Präf., ana…; lit. ana…, Präf., ana…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches oben oder hinauf oder aufwärts; BM.: hinauf; F.: ana-; Z.: an-a-
Anabolikum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Anabolikum, ein muskelaufbauendes Präparat; ne. anabolic drug; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀναβολικός (anabolikós), Adj., mit Aufschub geschehend, durch eine Maschine aufgefüllt; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Duden s. u. Anabolikum; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen den Aufbau von Eiweiß in einem Organismus steigernde und seit dieser Zeit von Menschen bewusst zu einem Aufbau von Muskeln entwickelten und verwendeten Stoff; BM.: hinauf, werfen; F.: Anabolikum, Anabolikums, Anabolika+FW(+EW); Z.: An-a-bol-ik-um
Anachronismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Anachronismus, zeitlich falsche Einordnung; ne. anachronism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. frz. anachronisme; E.: s. frz. anachronisme, M., Anachronismus, zeitlich falsche Einordnung; wohl über eine lat. Form aus gr. ἀναχρονισμός (anachronismós), M., Zuspätkommen, zeitlich falsche Einordnung; vgl. gr. ἀνάχρονίζειν (anachronízein), V., sich verspäten, zeitlich oder metrisch falsch einordnen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 1122; L.: Kluge s. u. Anachronismus, EWD s. u. Anachronismus, fehlt DW, DW2 2, 737, Duden s. u. Anachronismus; Son.: vgl. nndl. anachronisme, Sb., Anachronismus; nschw. anakronism, Sb., Anachronismus; nnorw. anakronism, M.?, Anachronismus; poln. anachronizm, M., Anachronismus; kymr. anacroniaeth, F., Anachronismus; lit. anachronizmas, M., Anachronismus; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem (Lateinischen und) Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Zeit und des Menschen mögliche widersprüchliche oder falsche zeitliche Einordnung; BM.: Beziehung zu der Dimension Zeit; F.: Anachronismus, Anachronismen+FW(+EW?); Z.: An-a-chron-ism-us
$anachronistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anachronistisch; E.: s. Anachronis(mus), s. t, s. isch; L.: Kluge s. u. Anachronismus, fehlt DW; GB.: seit 1820 belegte und aus Anachronis(mus) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit und des Menschen mögliches zeitlich fehlerhaft; F.: anachronistisch, anachronistische, anachronistisches, anachronistischem, anachronistischen, anachronistischer(, anachronistischere, anachronistischeres, anachronistischerem, anachronistischeren, anachronistischerer, anachronistischst, anachronistischste, anachronistischstes, anachronistischstem, anachronistischsten, anachronistischster)+FW(+EW); Z.: an-a-chron-ist-isch
anaerob, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. anaerob, ohne Sauerstoff bestehend; ne. anaerobic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; vgl. idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; gr. βίος (bíos), M., Leben; gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. anaerob; Son.: vgl. nndl. anaërobe, Adj., anaerob; frz. anaérobie, Adj., anaerob; nschw. anaerob, Adj., anaerob; nnorw. anaerob, Adj., anaerob; kymr. anerobig, Adj., anaerob; poln. anaerob, Adj., anaerob; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ohne Sauerstoff bestehend; BM.: nicht, Luft, leben; F.: anaerob, anaerobe, anaerobes, anaerobem, anaeroben, anaerober+FW; Z.: an-aer-ob
Anagramm, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Anagramm, Palindrom; ne. anagram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1639; I.: Lw. gr. ἀνάγραμμα (anágramma); E.: gr. ἀνάγραμμα (anágramma), N., Buchstabenumstellung; vgl. gr. ἀναγραμματίζειν (anagrammatízein), V., Buchstaben umstellen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Schrift; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Anagramm, EWD s. u. ana-, fehlt DW, DW2 2, 738, Duden s. u. Anagramm; Son.: vgl. nndl. anagram, Sb., Anagramm; frz. anagramme, F., Anagramm; nschw. anagram, Sb., Anagramm; nnorw. anagram, M.?, Anagramm; poln. anagram, M., Anagramm; lit. anagrama, M., Anagramm; GB.: seit 1639 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein durch Umstellung der Buchstaben eines anderen Wortes gebildetes Wort wie beispielsweise angeregt und Regentag oder Angela Merkel und lange Makrele oder Martin Luther und lehrt in Armut; BM.: Reihenfolge bzw. Stellung von Buchstaben; F.: Anagramm, Anagramms, Anagramme, Anagrammen+FW(+EW?); Z.: An-a-gram-m
anal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anal, den After betreffend, Anal...; ne. anal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1843; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ānus, M., Ring, Fußring, After; idg. *āno-, Sb., Ring, Pokorny 47 (82/82) (RB. idg. aus arm., ital., kelt.); L.: fehlt DW, DW2 2, 739, Duden s. u. anal; Son.: vgl. nndl. anaal, Adj., anal; frz. anal, Adj., anal; nnorw. anal, Adj., anal; poln. analny, Adj., anal; lit. analinis, Adj., anal; GB.: seit 1843 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere mögliches den After betreffend; BM.: nach dem Schließmuskel des Darmes (lat. anus); F.: anal, anale, anales, analem, analen, analer+FW(+EW); Z.: an-al
analog, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. analog, entsprechend; ne. analogue, analogous, analog; Vw.: -; Hw.: s. Analogie; Q.: 1762; I.: Lw. lat.-gr. analogos; E.: s. lat.-gr. analogos, Adj.: nhd. gleiches Verhältnis habend, analog, entsprechend, ähnlich; gr. ἀνάλογος (análogos), Adj., verhältnismäßig, angemessen; vgl. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Analogie, EWD s. u. Analogie, fehlt DW, DW2 2, 740, Duden s. u. analog; Son.: vgl. nndl. analoog, Adj., analog; frz. analogique, Adj., analog; nschw. analog, Adj., analog; nnorw. analog, Adj., analog; poln. analogiczny, Adj., analog; lit. analoginis, Adj., analog; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches entsprechend; BM.: zuordnen; F.: analog, analoge, analoges, analogem, analogen, analoger+FW; Z.: an-a-log
Analogie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Analogie, Ähnlichkeit, Vergleichbarkeit, Gleichheit; ne. analogy; Vw.: -; Hw.: s. analog; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. analogia; E.: s. lat. analogia, Analogie, gleiches Verhältnis, Proportion, (81-43 v. Chr.); s. gr. ἀναλογία (analogía), F., Übereinstimmung, Gleichung, Verhältnis; vgl. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Analogie, EWD s. u. Analogie, fehlt DW, DW2 2, 740, Duden s. u. Analogie; Son.: vgl. nndl. analogie, Sb., Analogie; frz. analogie, F., Analogie; nschw. analogie, Sb., Analogie; nnorw. analogi, M., Analogie; poln. analogia, F., Analogie; nir. analach, F., Analogie; lit. analogija, F., Analogie; GB.: seit 1527 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums gedanklich bewusst erfasste Ähnlichkeit oder Vergleichbarkeit oder Gleichheit von Gegebenheiten; BM.: Zuordnen; F.: Analogie, Analogien+FW; Z.: An-a-log-ie
$analogisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. analogisch; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Analog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Analogie; GB.: seit 1726 belegte und aus Analog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums gedanklich bewusst erfasstes ähnlich oder vergleichbar oder gleich von Gegebenheiten; F.: analogisch, analogische, analogisches, analogischem, analogischen, analogischer+FW(+EW); Z.: an-a-log-isch
Analphabet, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Analphabet, des Lesens und Schreibens Unkundiger, nicht lesen und schreiben Könnender; ne. analphabet; Vw.: -; Hw.: s. Alphabet; I.: Lw. gr. ἀναλφάβητος (analphábētos); E.: s. gr. ἀναλφάβητος (analphábētos), M., F., Analphabet; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἀλφάβητος (alphábētos), M., F., Alphabet; vgl. gr. ἄλφα (álpha), N., Alpha; hebr.-phön. āleph, vgl. hebr. alef, Sb., Rind; s. gr. βῆτα (bēta), N., Beta; phön. bêth; L.: EWD s. u. Alphabet, fehlt DW, DW2 2, 740, Duden s. u. Analphabet; Son.: vgl. nndl. analphabet, Sb., Analphabet; frz. analphabète, M., Analphabet; nschw. analfabet, Sb., Analphabet; nnorw. analfabet, M., Analphabet; poln. analfabeta, M., Analphabet; lit. analfabetas, M., Analphabet; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift möglichen nicht lesen und schreiben könnenden Menschen; BM.: nicht, a-b-c; F.: Analphabet, Analphabeten+FW(+EW); Z.: An—alpha-bet
Analyse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Analyse, Untersuchung, Zergliederung; ne. analysis; Vw.: -; Hw.: s. Analysis, Analytik, analytisch; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. mlat. analysis; E.: s. mlat. analysis, Sb., Zergliederung, Auflösung, (13. Jh.); s. gr. ἀνάλυσις (análysis), F., Auflösung, Befreiung, Erlösung, Tod; vgl. gr. ἀναλύειν (analýein), V., zergliedern, auflösen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW, EWD s. u. Analyse, DW2 2, 741, Duden s. u. Analogie; Son.: vgl. nndl. analyse, Sb., Analyse; frz. analyse, F., Analyse; nschw. analys, Sb., Analyse; nnorw. analyse, M., Analyse; poln. analiza, F., Analyse; nir. anailís, F., Analyse; lit. analizė, F., Analyse; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche systematische Untersuchung bei der das Untersuchte in alle seine Bestandteile zergliedert wird; BM.: schneiden bzw. auflösen in Teile oder Glieder; F.: Analyse, Analysen+FW(+EW?); Z.: An-a-ly-s-e
$analysieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. analysieren, auflösen, zergliedern, untersuchen; E.: s. Analys(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW, EWD s. u. Analyse; GB.: seit 1668 belegte und aus Analys(e) und ieren gebildete Bezeichnung für auflösen oder zergliedern oder untersuchen; F.: analysieren, analysiere, analysierst, analysiert, analysierest, analysieret, analysierte, analysiertest, analysierten, analysiertet, ##analysiert, analysierte, analysiertes, analysiertem, analysierten, analysierter##, analysierend, ###analysierend, analysierende, analysierendes, analysierendem, analysierenden, analysierender###, analysier (!)+FW+EW; Z.: an-a-ly-s-ier-en
Analysis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Analysis, ein Teil der Mathematik; ne. analysis; Vw.: -; Hw.: s. Analyse, Analytik, analytisch; Q.: 1575; I.: Lw. mlat. analysis; E.: s. mlat. analysis, Sb., Zergliederung, Auflösung, (13. Jh.); s. gr. ἀνάλυσις (análysis), F., Auflösung, Befreiung, Erlösung, Tod; vgl. gr. ἀναλύειν (analýein), V., zergliedern, auflösen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW, DW2 2, 742, Duden s. u. Analysis; Son.: vgl. nndl. analyse, Sb., Analysis; nschw. analys, Sb., Analysis; nnorw. analyse, M., Analysis; poln. analiza (matematyczna), F., Analysis; nir. anailís, F., Analysis; GB.: seit 1575 belegte Bezeichnung für den Teil der von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Mathematik in dem mit Grenzwerten gearbeitet und die Infinitesimalrechnung angewendet wird; BM.: schneiden bzw. auflösen in Teile oder Glieder; F.: Analysis+FW; Z.: An-a-ly-s-is
$Analyst, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Analyst, Analysierender, Analyriker, untersuchender Fachmann; E.: s. Analys(e), s. t; L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Analys(e) und t gebildete Bezeichnung für einen eine Gegebenheit wie beispielsweise das Geschehen auf dem Finanzmarkt oder an der Börse analysierenden Fachmann; F.: Analyst, Analysten+FW; Z.: An-a-ly-s-t
Analytik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Analytik, Lehre von wissenschaftlichen Schlüssen und Beweisen; ne. analytics; Vw.: -; Hw.: s. Analyse, Analysis, analytisch; Q.: 1740; I.: Lw. lat. analyticē; E.: s. lat. analyticē, F., Analyse, Auflösung von Einheit in Verschiedenes, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); gr. ἀναλυτική (analytikḗ), F., Analyse; vgl. gr. ἀναλύειν (analýein), V., zergliedern, auflösen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW, DW2 2, 743, Duden s. u. Analytik; GB.: seit 1740 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Kunst der Analyse oder die Lehre von wissenschaftlichen Schlüssen und Beweisen; BM.: schneiden bzw. auflösen in Teile oder Glieder; F.: Analytik+FW; Z.: An-a-ly-t-ik
$Analytiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Analytiker, Analyst, Analysierender; E.: s. Analytik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Analyse, EWD s. u. Analyse, fehlt DW; GB.: seit 1794 belegte und aus Analytik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Analysierenden oder Zergliedernden oder einen Vertreter der analytischen Geometrie; F.: Analytiker, Analytikers, Analytikern+FW(+EW); Z.: An-a-ly-t-ik-er
analytisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. analytisch, methodisch zergliedernd; ne. analytic, analytical; Vw.: -; Hw.: s. Analyse, Analysis, Analytik; Q.: 1683; I.: Lw. lat. analyticus; E.: s. lat. analyticus, Adj., analytisch, Analyse betreffend; gr. ἀναλυτικός (analytikós), Adj., analytisch; vgl. gr. ἀναλύειν (analýein), V., zergliedern, auflösen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Analyse, fehlt DW, EWD s. u. Analyse, DW2 2, 743, Duden s. u. analytisch; Son.: vgl. nndl. analytisch, Adj., analytisch; frz. analytique, Adj., analytisch; nschw. analytisk, Adj., analytisch; nnorw. analytisk, Adj., analytisch; poln. analityczny, Adj., analytisch; nir. anailíseach, Adj., analytisch; lit. analitinis, Adj., analytisch; GB.: seit 1693 belegte und aus Analy(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für analysierend oder methodisch zergliedernd; BM.: schneiden bzw. auflösen in Teile oder Glieder; F.: analytisch, analytische, analytisches, analytischem, analytischen, analytischer(, analytischere, analytischeres, analytischerem, analytischeren, analytischerer, analytischst, analytischste, analytischstes, analytischstem, analytischsten, analytischster)+FW+EW; Z.: an-a-ly-t-isch
Anämie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Anämie, Blutarmut; ne. anemia, anaemia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1826; I.: Lw. gr. ἀναιμία (anaimía); E.: s. gr. ἀναιμία (anaimía), F., Anämie, Blutlosigkeit; gr. ἄναιμος (ánaimos), Adj., blutlos; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; weitere Herkunft unklar, manchmal wird das Wort mit ahd. seim verglichen, s. Frisk 1, 39; L.: Kluge s. u. Anämie, fehlt DW, DW2 2, 744, Duden s. u. Anämie; Son.: vgl. nndl. anemie, Sb., Anämie; frz. anémie, F., Anämie; nschw. anemi, Sb., Anämie; nnorw. anemi, M., Anämie; poln. anemia, F., Anämie; kymr. anemia, F., Anemie; nir. ainéime, F., Anämie; lit. anemija, F., Anämie; GB.: seit 1826 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in dem Kern in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Blutes mögliche Verminderung des roten Blutfarbstoffs und der roten Blutkörperchen in dem Blut (eines Menschen); BM.: kein Blut habend; F.: Anämie, Anämien+FW; Z.: An-äm-ie
Anamnese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anamnese, Vorgeschichte einer Krankheit; ne. anamnesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. anamnēsis; E.: s. lat. anamnēsis, F., Erinnerung, (um 560-636 n. Chr.); gr. ἀνάνμησις (anámnēsis), F., Erinnerung; vgl. gr. ἀναμιμνῄσκειν (anamimnḗiskein), V., erinnern, sich erinnern, denken an; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. μιμνῄσκειν (mimnḗskein), V., sich erinnern, sich ins Gedächtnis rufen; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: EWD s. u. ana-, fehlt DW, Duden s. u. Anamnese; Son.: vgl. nndl. anamnese, Sb., Anamnese; frz. anamnèse, F., Anamnese; nschw. anamnes, Sb., Anamnese; nnorw. anamnese, M., Anamnese; poln. anamneza, F., Anamnese; lit. anamnezė, F., Anamnese; BM.: vielleicht seit der ersten Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen genutzte Vorgeschichte einer Krankheit (eines Menschen); BM.: zurück, denken; F.: Anamnese, Anamnesen+FW(+EW); Z.: An-a—mne-s-e
Ananas, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ananas, eine Südfrucht; ne. pineapple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1590; I.: Lw. port. ananás; E.: s. port. ananás, M., Ananas; aus einer südamerikanischen Indianersprache, von einem náná, durch Zusatz des port. Artikels a und der Pluralendung -s entstanden; L.: Kluge s. u. Ananas, EWD s. u. Ananas, fehlt DW, DW2 2, 744, Duden s. u. Ananas; Son.: vgl. nndl. ananas, Sb., Ananas; frz. ananas, M., Ananas; nschw. ananas, Sb., Ananas; nnorw. ananas, M., Ananas; poln. ananas, M., Ananas; lit. ananasas, M., Ananas; GB.: seit 1590 belegte und in dem Kern aus einer Indianersprache Südamerikas über Vermittelung durch das Portugiesische aufgenommene Bezeichnung für eine vorwiegend in Westindien und Brasilien beheimatete und von Menschen genutzte Pflanze der Bromeliengewächse mit größeren süßen und saftigen (Süd-)Früchten; BM.: ?; F.: Ananas, Ananasse+FW; Z.: A-nana-s
Anapäst, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Anapäst, ein Versfuß; ne. anapaest, anapest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1640; I.: Lw. lat. anapaestus; E.: s. lat. anapaestus (1), M., Anapäst, (um 35-95/96 n. Chr.); s. gr. ἀνάπαιστος (anápaistos), M., Anapäst; vgl. gr. ἀναπαίειν (anapaíein), V., zurückschlagen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. παίειν (paíein), V., schlagen, hauen, stoßen; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827? (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.)?; L.: Kluge s. u. Anapäst, fehlt DW, DW2 2, 745, Duden s. u. Anapäst; Son.: vgl. nndl. anapest, Sb., Anapäst; frz. anapeste, M., Anapäst; nschw. anapest, Sb., Anapäst; nnorw. anapest, M., Anapäst; poln. anapest, M., Anapäst; nir. anaipéist, F., Anapäst; GB.: seit 1640 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten dreiteiligen antiken Versfuß bestehend aus zwei unbetonten Senkungen gefolgt von einer betonten langen Silbe wie beispielsweise Wie mein Glück, ist sein Lied; BM.: hinauf, schlagen; F.: Anapäst, Anapästes, Anapästs, Anapäste, Anapästen+FW(+EW?); Z.: An-a-pä-st
Anapher, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Anapher, Wiederholung des Anfangsworts; ne. anapher, anaphora; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1801 (Campe); I.: Lw. lat. anaphora; E.: s. lat. anaphora, F., Aufsteigen, Aufgang, Rückbeziehung; gr. ἀναφορά (anaphorá), F., Erhebung, Tilgung; vgl. gr. ἀναφέρειν (anaphérein), V., hinaufbringen, herauftragen, zurückführen, ertragen, beziehen auf, wiederholen; vgl. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 2, 745, Duden s. u. Anapher; Son.: vgl. nndl. anafoor, Sb., Anapher; frz. anaphore, F., Anapher; nschw. anafor, Sb., Anapher; nnorw. anafor, M., Anapher; poln. anafora, F., Anapher; lit. anafora, F., Anapher; GB.: seit 1801 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Wiederholung des Anfangsworts in aufeinanderfolgenden Sätzen oder Satzteilen oder Versen wie beispielsweise Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht.; BM.: hinauf, tragen; F.: Anapher, Anaphern+FW(+EW?); Z.: An-a-pher
anaphylaktisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. anaphylaktisch, überempfindlich; ne. anaphylactic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. φυλακτικός (phylaktikós), Adj., zum Bewachen geschickt, wachsam, gut bewahrend; vgl. gr. φυλάσσειν (phylássein), V., wachen, bewachen, beobachten, bewahren; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW, Duden s. u. anaphylaktisch; Son.: vgl. anaphylactic, Adj., anaphylaktisch; frz. anaphylactique, Adj., anaphylaktisch; kymr. anaffylactig, Adj., anaphylaktisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in dem Kern in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überempfindlich; BM.: hinauf, wachen; F.: anaphylaktisch, anaphylaktische, anaphylaktisches, anaphylaktischem, anaphylaktischen, anaphylaktischer+FW; Z.: an-a-phyla-kt-isch
Anarchie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Anarchie, Gesetzlosigkeit, Chaos; ne. anarchy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. anarchia; E.: s. mlat. anarchia, F., Gesetzlosigkeit, Chaos, Anarchie, (13. Jh.); s. gr. ἀναρχία (anarchía), F., Mangel eines Herrn, gesetzloser Zustand; vgl. gr. ἄναρχος (ánarchos), Adj., führerlos, zügellos; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. ἀρχός (archós), M., Führer; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Anarchie, EWD s. u. Anarchie, fehlt DW, DW2 2, 746, Duden s. u. Anarchie; Son.: vgl. nndl. anarchie, Sb., Anarchie; frz. anarchie, F., Anarchie; nschw. anarki, Sb., Anarchie; nnorw. anarki, N., Anarchie; poln. anarchia, F., Anarchie; kymr. anarchiaeth, M., Anarchie; lit. anarchija, F., Anarchie; GB.: seit 1637 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den von Menschen nach Entwicklung von Herrschaft gedanklich erfassten Zustand der Abwesenheit von Herrschaft; BM.: Fehlen einer Herrschaft; F.: Anarchie, Anarchien+FW; Z.: An-arch-ie
$anarchisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. anarchisch, herrschaftsfrei, herrschaftslos; E.: s. Anarchi(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Anarchie, EWD s. u. Anarchie, fehlt DW; GB.: seit 1754 belegte und aus Anarch(ie) und isch gebildete Bezeichnung für von Menschen nach Entwicklung von Herrschaft gedanklich erfasstes herrschaftsfrei oder herrschaftslos; F.: anarchisch, anarchische, anarchisches, anarchischem, anarchischen, anarchischer(, anarchischere, anarchischeres, anarchischerem, anarchischeren, anarchischerer, anarchischst, anarchischste, anarchischstes, anarchischstem, anarchischsten, anarchischster)+FW(+EW); Z.: an-arch-isch
$Anarchismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Anarchismus, Herrschaftsfreiheit, Lehre von der Gesellschaft ohne Staat und Staatsgewalt sowie Zwang; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Anarchie, fehlt DW; GB.: seit 1819 belegte und aus Anarch(ie) und ismus gebildete Bezeichnung für die von Menschen sachlich wohl seit etwa dieser Zeit entwickelte Lehre von der Gesellschaft ohne Staat und Staatsgewalt sowie Zwang; F.: Anarchismus+FW; Z.: An-arch-isch
Anarchist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Anarchist, Anhänger des Anarchismus; ne. anarchist; Vw.: -; Hw.: s. Anarchie; Q.: 1793; I.: Lw. frz. anarchiste; E.: s. frz. anarchiste, M., Anarchist; mlat. anarchia, F., Gesetzlosigkeit, Chaos, Anarchie, (13. Jh.); s. gr. ἀναρχία (anarchía), F., Mangel eines Herrn, gesetzloser Zustand; vgl. gr. ἄναρχος (ánarchos), Adj., führerlos, zügellos; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. ἀρχός (archós), M., Führer; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Anarchie, EWD s. u. Anarchie, fehlt DW, DW2 2, 747, Duden s. u. Anarchist; Son.: vgl. nschw. anarkist, M., Anarchist; nnorw. anarkist, M., Anarchist; poln. anarchista, M., Anarchist; kymr. anarchydd, M., Anarchist; lit. anarchistas, M., Anarchist; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Anarch(ie) und ist gebildete und in dem Kern in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Anhänger des nach Entstehung von Herrschaft von Menschen erkennbaren Zustands der Abwesenheit von Herrschaft in der menschlichen Gesellschaft oder für einen Herrschaft ablehnenden und bekämpfenden Menschen; BM.: Fehlen einer Herrschaft; F.: Anarchist, Anarchisten+FW; Z.: An-arch-ist
$anarchistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anarchistisch; E.: s. Anarchist, s. isch; L.: Kluge s. u. Anarchie, EWD s. u. Anarchie, fehlt DW; GB.: seit 1819 belegte und aus Anarchist und isch gebildete Bezeichnung für einen Anarchisten betreffend; F.: anarchistisch, anarchistische, anarchistisches, anarchistischem, anarchistischen, anarchistischer(, anarchistischere, anarchistischeres, anarchistischerem, anarchistischeren, anarchistischerer, anarchistischst, anarchistischste, anarchistischstes, anarchistischstem, anarchistischsten, anarchistischster)+FW; Z.: an-arch-it-isch
Anästhesie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anästhesie, Narkose, mittels Äthereinnahme geschaffene vorübergehende Wahnehmungslosigkeit ; ne. anaesthesia, anesthesia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1748; I.: Lw. gr. ἀναισθησία (anaisthēsía); E.: s. gr. ἀναισθησία (anaisthēsía), F., Mangel (M.) an Empfindung, Stumpfsinn, Dummheit; s. ἀναίσθητος (anaísthētos), Adj., gefühllos, unempfindlich, stumpfsinnig; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Anästhesie, EWD s. u. Anästhesie, fehlt DW, DW2 2, 748, Duden s. u. Anästhesie; Son.: vgl. nndl. anethesie, F., Anästhesie; frz. anesthésie, F., Anästhesie; nschw. anestesi, Sb., Anästhesie; nnorw. anestesi, M., Anästhesie; poln. anestetja, F., Anästhesie; nir. ainéistéise, F., Anästhesie; lit. anestezija, F., Anästhesie; GB.: seit 1748 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Zustand der von Menschen entwickelten und bewusst zu Heilzwecken verwendeten sowie seit 1846 mittels Äthereinatmung geschaffenen vorübergehenden Wahrnehmungslosigkeit; BM.: ohne Wahrnehmung seiend; F.: Anästhesie, Anästhesien+FW; Z.: An-ä-sth-es-ie
$anästhesieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anästhesieren, narkotisieren, vorübergehend betäuben; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: EWD s. u. Anästhesie, fehlt DW; GB.: seit 1865 belegte und aus Anästhesie und r sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit 1846 von Menschen entwickeltes und mittels Äthereinatmung durchgeführtes künstliches vorübergehend betäuben; F.: anästhesieren, anästhesiere, anästhesierst, anästhesiert, anästhesierest, anästhesieret, anästhesierte, anästhesiertest, anästhesierten, anästhesiertet, ##anästhesiert, anästhesierte, anästhesiertes, anästhesiertem, anästhesierten, anästhesierter##, anästhesierend, ###anästhesierend, anästhesierende, anästhesierendes, anästhesierendem, anästhesierenden, anästhesierender###, anästhesier (!)+FW(+EW); Z.: an-ä-sth-es-ier-en
$Anästhesist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Anästhesist, Narkosefacharzt; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Anästhesi(e), s. st; L.: EWD s. u. Anästhesie, fehlt DW; GB.: seit 1954 belegte und aus Anästhes(ie) und st gebildete Bezeichnung für einen seit 1846 von Menschen entwickelten und verwendeten Narkosefacharzt; F.: Anästhesist, Anästhesisten+FW; Z.: An-ä-sth-es-ist
$Anatom, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Anatom, Facharzt für Anatomie; E.: s. Anatom(ie); L.: Kluge s. u. Anatomie, fehlt DW; GB.: seit 1671 belegte und aus Anatom(ie) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Facharzt für Anatomie; F.: Anatom, Anatomen+FW(+EW?); Z.: An-a-tom
Anatomie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anatomie, Lehre von dem Körperbau, Wissenschaft von dem Aufbau und der Gestalt des Körpers; ne. anatomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1497; I.: Lw. lat. anatomia; E.: s. lat. anatomia, F., Anatomie, (5. Jh. n. Chr.); s. gr. ἀνατομή (anatomḗ), F., Aufschneiden, Ausschnitt; vgl. gr. ἀνατέμνειν (anatémnein), V., aufschneiden, sezieren; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Anatomie, EWD s. u. Anatomie, fehlt DW, DW2 2, 250, Duden s. u. Anatomie; Son.: vgl. nndl. anatomie, Sb., Anatomie; frz. anatomie, F., Anatomie; nschw. anatomi, Sb., Anatomie; nnorw. anatomi, M., Anatomie; poln. anatomia, F., Anatomie; kymr. anatomeg, F., Anatomie; nir. anatamaíocht, F., Anatome; lit. anatomija, F., Anatomie; GB.: seit 1497 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die als hilfreiche Grundlage von Medizin wichtige Wissenschaft von dem Aufbau und der Gestalt des Körpers (des Menschen); BM.: Anschneiden; F.: Anatomie, Anatomien+FW(+EW); Z.: An-a-tom-ie
$anatomisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. anatomisch, Anatomie betreffend; E.: s. Anatom(ie), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Anatomie, fehlt DW; GB.: seit 1624 belegte und aus Anatom(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Anatomie betreffend; F.: anatomisch, anatomische, anatomisches, anatomischem, anatomischen, anatomischer+FW+EW; Z.: an-a-tom-isch
$anbahnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. anbahnen, einleiten, anstreben, vorbereiten, eröffnen, beginnen; E.: s. an, s. bahnen; L.: Kluge s. u. Bahn, EWD s. u. Bahn, DW 1, 291; GB.: seit 1752 belegte und aus an und bahnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einleiten oder anstreben oder vorbereiten oder eröffnen oder beginnen; F.: anbahnen, bahne an, bahnst an, bahnt an, bahnen an, bahnest an, bahnet an, bahnte an, bahntest an, bahnten an, bahntet an, angebahnt, ##angebahnt, angebahnte, angebahntes, angebahntem, angebahnten, angebahnter##, anbahnend, ###anbahnend, anbahnende, anbahnendes, anbahnendem, anbahnenden, anbahnender###, anzubahnen, ####anzubahnen, anzubahnend, anzubahnende, anzubahnendes, anzubahnendem, anzubahnenden, anzubahnender####, bahn (!) an+EW; Z.: an—bahn-en
$anbandeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. anbandeln; E.: s. an, s. bandeln; L.: Kluge s. u. anbandeln, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus an und bandeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Beziehung beginnen oder anknüpfen; F.: anbandeln, bandel (!) an, bandle an, bandele an, bandelst an, bandeln an, bandelt an, bandelte an, bandeltest an, bandelten an, bandeltet an, angebandelt, ##angebandelt, angebandelte, angebandeltes, angebandeltem, angebandelten, angebandelter##, anbandelnd, ###anbandelnd, anbandelnde, anbandelndes, anbandelndem, anbandelnden, anbandelnder###, anzubandeln, ####anzubandeln, anzubandelnd, anzubandelnde, anzubandelndes, anzubandelndem, anzubandelnden, anzubandelnder####, bandel (!) an+EW; Z.: an—band-el-n
$anbauen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anbauen, anpflanzen, anbringen, daranbauen; E.: s. an, s. bauen; L.: EWD s. u. bauen, DW 1, 291; GB.: seit 1450 belegte und aus an und bauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches anpflanzen oder anbringen oder daranbauen; F.: anbauen, baue an, baut an, bauen an, bauest an, bauet an, baute an, bautest an, bauten an, bautet an, angebaut, ##angebaut, angebaute, angebautes, angebautem, angebauten, angebauter##, anbauend, ###anbauend, anbauende, anbauendes, anbauendem, anbauenden, anbauender###, anzubauen, ####anzubauen, anzubauend, anzubauende, anzubauendes, anzubauendem, anzubauenden, anzubauender####, bau (!) an+EW; Z.: an—bau-en
$anbelangen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anbelangen, belangen, betreffen, angehen, anlangen; E.: s. an, s. belangen; L.: EWD s. u. belangen, DW 1, 292; GB.: seit 1474 belegte und aus an und belangen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches belangen oder betreffen oder angehen oder anlangen; F.: anbelangen, belange an, belangst an, belangt an, belangest an, belanget an, belangte an, belangtest an, belangten an, belangtet an, anbelangt, ##anbelangt, anbelangte, anbelangtes, anbelangtem, anbelangten, anbelangter##, anbelangend, ###anbelangend, anbelangende, anbelangendes, anbelangendem, anbelangenden, anbelangender###, anzubelangen, ####anzubelangen, anzubelangend, anzubelangende, anzubelangendes, anzubelangendem, anzubelangenden, anzubelangender####, belang (!) an+EW; Z.: an—be—la-n-g-en
anberaumen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anberaumen, ansetzen; ne. appoint; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1560 (Formular); E.: s. nhd. an; Hinterglied s. mhd. berāmen, sw. V., als Ziel festsetzen; ahd. bi, be, Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); mhd. rāmen, sw. V., zielen, trachten, streben; ahd. rāmēn, sw. V. (3), zielen, streben, trachten; s. germ. *rēmēn?, *rǣmǣn?, sw. V., zielen; vgl. idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. anberaumen, Kluge s. u. anberaumen, EWD s. u. anberaumen, DW 1, 293, DW2 2, 762, Duden s. u. anberaumen, Bluhme s. u. anberaumen; GB.: seit 1560 belegte und aus an und beraumen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums und der kulturellen Verzeitlichung des natürlichen Lebens mögliches auf einen bestimmten Zeitpunkt ansetzen; BM.: zu, bei, zählen; F.: anberaumen, beraume an, beraumst an, beraumt an, beraumest an, beraumet an, beraumte an, beraumtest an, beraumten an, beraumtet an, anberaumt, ##anberaumt, anberaumte, anberaumtes, anberaumtem, anberaumten, anberaumter##, anberaumend, ###anberaumend, anberaumende, anberaumendes, anberaumendem, anberaumenden, anberaumender###, anzuberaumen, ####anzuberaumen, anzuberaumend, anzuberaumende, anzuberaumendes, anzuberaumendem, anzuberaumenden, anzuberaumender####, beraum (!) an+EW; Z.: an—be—rau-m-en
$anbeten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. anbeten, verehren; E.: s. an, s. beten; L.: Kluge s. u. beten, EWD s. u. beten, DW 1, 293; GB.: seit um 800 belegte und aus an und beten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches durch Gebet verehren; F.: anbeten, betest an, betet an, beten an, betete an, betetest an, beteten an, betetet an, angebetet, ##angebetet, angebetete, angebetetes, angebetetem, angebeteten, angebeteter##, anbetend, ###anbetend, anbetende, anbetendes, anbetendem, anbetenden, anbetender###, anzubeten, ####anzubeten, anzubetend, anzubetende, anzubetendes, anzubetendem, anzubetenden, anzubetender####, bet (!) an+EW; Z.: an—bet-en
$Anbeter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Anbeter, Anbetender, Verehrender; E.: s. anbet(en), s. er (Suff.); GB.: seit um 800 belegte und aus anbet(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Anbetenden oder Verehrenden; L.: EWD s. u. beten, DW 1, 294; F.: Anbeter, Anbeters, Anbetern+EW; Z.: An—bet-er
$Anbetung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anbetung, Verehrung; E.: s. anbet(en), s. ung; L.: Kluge s. u. beten, EWD s. u. beten, DW 1, 294; GB.: seit 1417 belegte und aus anbet(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Verehrung; F.: Anbetung, Anbetungen+EW; Z.: An—bet-ung
$anbiedern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. anbiedern, aufdrängen; E.: s. an, s. biedern; L.: Kluge s. u. anbiedern, EWD s. u. bieder, fehlt DW; GB.: seit 1800 belegte und aus an und biedern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufdrängen; F.: anbiedern, biedere an, bieder an, biederst an, biedern an, biedert an, biederte an, biedertest an, biederten an, biedertet an, angebiedert, ##angebiedert, angebiederte, angebiedertes, angebiedertem, angebiederten, angebiederter##, anbiedernd, ###anbiedernd, anbiederndes, anbiederndem, anbiedernden, anbiedernder###, anzubiedern, ####anzubiedern, anzubiedernd, anzubiedernde, anzubiederndes, anzubiederndem, anzubiedernden, anzubiedernder####, bieder (!) (V.) an+EW; Z.: an—bie-der-n
$anbieten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. anbieten, darbieten, gewähren; E.: s. an, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, EWD s. u. bieten, DW 1, 295; GB.: seit um 1125 belegte und aus an und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches darbieten oder gewähren; F.: anbieten, biete an, bietest an, bietet an, bieten an, bot an, botest an, botst an, boten an, botet an, böte an, bötest an, bötet an, angeboten, ##angeboten, angebotene, angebotenes, angebotenem, angebotenen, angebotener##, anbietend, ###anbietend, anbietende, anbietendes, anbietendem, anbietenden, anbietender###, anzubieten, ####anzubieten, anzubietend, anzubietende, anzubietendes, anzubietendem, anzubietenden, anzubietender####, biet (!) an+EW; Z.: an—biet-en
$anbranden, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anbranden, anprallen, anstoßen; E.: s. an, s. branden; L.: Kluge s. u. Brandung, DW 1, 299; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus an und branden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches anprallen oder anstoßen; F.: anbranden, brande an, brandest an, brandet an, branden an, brandete an, brandetest an, brandeten an, brandetet an, angebrandet, ##angebrandet, angebrandete, angebrandetes, angebrandetem, angebrandeten, angebrandeter##, anbrandend, ###anbrandend, anbrandende, anbrandendes, anbrandendem, anbrandenden, anbrandender###, anzubranden, ####anzubranden, anzubrandend, anzubrandende, anzubrandendes, anzubrandendem, anzubrandenden, anzubrandender####, brand (!) an+EW; Z.: an—bran-d-en
Anchovis, Anschovis, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Anchovis, Europäische Sardelle; ne. anchovy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. nndl. ansjovis, ne. anchovy; E.: s. nndl. ansjovis, Sb. Pl., Anchovis; ne. anchovy, N., Anchovis; wahrscheinlich aus dem Baskischen oder vielleicht aus dem Griechischen, s. gr. ἀφύη (aphýē), F., Sardelle, Fischbrut; L.: Kluge s. u. Anchovis, fehlt DW, DW2 2, 1312 (Anschovis), Duden s. u. Anchovis; Son.: vgl. frz. anchois, M., Anchovis; nschw. ansjovis, Sb., Anchovis; nisl. ansjósa, Sb., Anchovis; nir. ainseabhaí, Sb., Anchovis; lit. ančiuvis, M., Anchovis; Son.: seit 18. Jh. belegte und über das Neuniederländische und Neuenglische vielleicht aus dem Baskischen oder dem Griechischen aufgenommene Bezeichnung für die schon vormenschliche kleine und mit dem Hering verwandte Europäische Sardelle; BM.: unklar; F.: Anchovis+FW; Z.: Anchovis
...and, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...and; ne. ...and; Vw.: s. Doktor-, Gourm-, (Habilit-,) Konfirm-, Prob-; Hw.: s. ...ant, ...anz; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ...andus, ...āns; E.: s. lat. ...andus, Suff. (Gerundiv, M. Sg.), ...and; lat. ...āns, Suff. (Part. Präs. M. Sg.), ...and; L.: Kluge s. u. ...and, fehlt DW, Duden s. u. -and; Son.: s. Habilitand, daneben unabhängig and tun; GB.: vielleicht seit der frühen Neuzeit (16. Jh.?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Grundwort für die Bildung von Substantiven Handelnder (oder Adjektiven) verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …and, …anden+FW; Z.: -and
$Andacht, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Andacht, Frömmigkeit, Gläubigkeit, Gedenken; E.: s. an, s. dacht, s. denken; GB.: (anadāht) seit 10. Jh. belegte und aus an und dacht bzw. denken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Religion mögliche Frömmigkeit oder Gläubigkeit oder Gedenken; L.: Kluge s. u. Andacht, EWD s. u. Andacht, DW 1, 302; F.: Andacht, Andachten+EW; Z.: An—dach-t
$andächtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. andächtig, fromm, gläubig; E.: s. Andacht, s. ig, L.: EWD s. u. Andacht, DW 1, 303; GB.: (anadāhtīgo) seit 10. Jh. belegte und aus Andacht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Religion mögliches fromm oder gläubig; F.: andächtig, andächtige, andächtiges, andächtigem, andächtigen, andächtiger(, andächtigere, andächtigeres, andächtigerem, andächtigeren, andächtigerer, andächtigst, andächtigste, andächtigstes, andächtigstem, andächtigsten, andächtigster)+EW; Z.: an—däch-t-ig
andante, nhd., (Part. Präs.=) Adv., (18. Jh.): nhd. andante, gemächlich gehend, mäßig bewegt; ne. andante; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1708; I.: Lw. it. andante; E.: s. it. andante, Partikel, andante; vgl. it. andare, V., gehen; lat. aditāre, V., wiederholt herangehen; lat. adīre, V., an jemanden herankommen, herangehen, sich nähern, hinkommen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. andante, EWD s. u. andante, fehlt DW, DW2 2, 795, Duden s. u. andante; Son.: vgl. nndl. andante, Partikel, Adv., andante; frz. andante, Partikel, Adv., andante; nschw. andante, Partikel, Adv., andante; nnorw. andante, Partikel, Adv., andante; poln. andante, Partikel, Adv., andante; nir. andante, Partikel, Adv., andante; GB.: seit 1708 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches musikalisches Tempo das gemächlich gehend oder mäßig bewegt gespielt werden soll; BM.: gemächliches Gehen; F.: andante+FW; Z.: an-d-ant-e
$Andante, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.): nhd. Andante; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: EWD s. u. andante, fehlt DW; GB.: seit 1752 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches in gemächlichem Gang oder in mäßigem Tempo gespieltes Musikstück; F.: Andante, Andantes+FW; Z.: An-d-ant-e
$Andenken, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Andenken, Gedenken, Erinnerung; E.: s. an, s. denken; L.: Kluge s. u. Andenken, DW 1, 305; GB.: seit um 1300 belegte und von dem um achthundertfünfzig belegten Verb andenken abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Gedenken oder Erinnerung; F.: Andenken, Andenkens+EW; Z.: An—denk-en
andere, nhd., Num. Ord., Pron.-Adj., (8. Jh.): nhd. andere, zweite, weitere, nicht gleich; ne. other; Vw.: -; Hw.: s. selbander; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ander, Adj., andere, der zweite, folgende, übrige, einer von zweien; mhd. andere (1), Adj., Num. Ord., zweite, folgende, übrige, eine von zweien, andere; mnd. ander, Adj., zweite, andere; ahd. ander, Num. Ord., Pron.-Adj., andere, zweite, übrige; ahd. andere, Num. Ord., Pron.-Adj., andere, zweite; as. ōthar, āthar*, āther*, andar, Adj., andere; anfrk. -; germ. *anþara, Num. Ord., Pron.-Adj., andere; idg. *ontero-, *ontro-, Num. Ord., andere; vgl. idg. *eno-, *ono-, *no-, *ne- (2), *h₂no-, *h₁no-, Pron., jener, Pokorny 319 (467/48) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ital., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. ander, Kluge s. u. ander, EWD s. u. ander, DW 1, 305, DW2 2, 799, EWAhd 1, 241, Duden s. u. andere, Bluhme s. u. ander; Son.: vgl. afries. ōther?, ōr, Adj., andere, zweite; nnordfries. oer, Adj., andere; ae. ōþer (1), Pron., Adj., andere, zweite, nächste; an. annarr, Adj., andere; got. anþar, Adj. (a), Num. Ord., andere, zweite; ai. ántara-, Pron.-Adj., andere; av. antara-, Pron.-Adj., andere; lit. antras, Pron.-Adj., andere; GB.: seit um 765) belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zweite oder weitere; BM.: unklar?; F.: andere, ander, anderes, anderem, anderen, anderer, andre+EW; Z.: an-d-er-e
$andererseits, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. andererseits, auf der anderen von zwei Seiten; E.: s. andere, s. r, s. seits; L.: EWD s. u. Seite, fehlt DW; GB.: seit nach 1190 belegte und aus andere und r sowie seits gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches auf der anderen von zwei Seiten; F.: an-d-er-er—sei-t-s (EW
$andermal, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. andermal; E.: s. ander(e), s. mal; L.: EWD s. u. ander, DW 1, 310; GB.: seit um 1325 belegte und aus ander(e) und mal gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zu einem anderen Zeitpunkt oder an einem anderen Mal; F.: andermal+EW; Z.: an-d-er—mal
$ändern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ändern, anders machen, anders werden; E.: s. andere, s. n; L.: Kluge s. u. ander, EWD s. u. ander, DW 1, 311; GB.: seit 1267 belegte und aus ander(e) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches anders machen oder anders werden oder umgestalten; F.: ändern, ändere, änder (!), änderst, ändert, änderte, ändertest, änderten, ändertet, geändert, ##geändert, geänderte, geändertes, geändertem, geänderten, geänderter##, ändernd, ###ändernd, änderndes, änderndem, ändernden, ändernder###, änder (!)+EW; Z.: än-d-er-n
$anders, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. anders, abweichend; E.: s. ander(e), s. s; L.: Kluge s. u. ander, EWD s. u. ander, DW 1, 311; GB.: um 830 belegte und aus ander(e) und s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches abweichend; F.: anders+EW; Z.: an-d-er-s
$anderthalb, nhd., Adj., Adv., (8. Jh./14. Jh.): nhd. anderthalb, das andere halb, einundeinhalb; E.: s. andere, s. t, s. halb; L.: Kluge s. u. anderthalb, DW 1, 313, EWD s. u. ander; GB.: seit um 765 belegte und aus ander(e) und t sowie halb gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einundeinhalb; F.: anderthalb+EW; Z.: an-d-er-t-hal-b
$anderweit, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. anderweit, wiederum, sonst; E.: s. ander(e), s. weit; L.: Kluge s. u. anderweit(ig), EWD s. u. ander; GB.: seit um 1240 belegte und aus ander(e) und weit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wiederum oder sonst; F.: anderweit+EW; Z.: an-d-er-w-ei-t
$anderweitig, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. anderweitig, sonstig, eine andere Hinsicht betreffend; E.: s. anderweit, s. ig; L.: Kluge s. u. anderweit(ig), EWD s. u. ander, DW 1, 314; GB.: seit vor 1624 belegte und aus anderweit und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sonstig oder eine andere Hinsicht betreffend; F.: anderweitig+EW; Z.: an-d-er-w-ei-t-ig
Andorn, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Andorn, eine Pflanze; ne. horehound, marrubium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. andorn, st. M., st. N., Andorn; mnd. andorn, M., Andorn; ahd. andorn, st. M. (a)?, st. N. (a), Andorn; as. andorn*, st. M. (a), Andorn; germ. *andurna-, *andurnaz, st. M. (a), Andorn; idg. *ándʰes-?, *h₂éndʰes-, Sb., Blüte; L.: Kluge 1. A. s. u. Andorn, DW 1, 316, DW2 2, 824, EWAhd 1, 243, Duden s. u. Andorn; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und bis zu 80 Zentimeter hohe sowie früher für Schleimlösung verwendete Pflanze aus der Familie der Lippenblütler mit 47 Arten; BM.: Blüte?; F.: Andorn, Andorns+EW; Z.: And-orn
$Andrang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Andrang, Ansturm, Drang; E.: s. an, s. Drang; L.: Kluge s. u. Drang, EWD s. u. Drang, DW 1, 316; GB.: seit 1776 belegte und aus an und Drang gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher möglichen Ansturm oder Drang; F.: Andrang, Andrangs+EW; Z.: An—dra-ng
Andreas, nhd., M. (?): nhd. Andreas, Tapferer; Hw.: s. Andreaskreuz; E.: s. gr. andreios, Adj., mannhaft, tapfer; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter belegter und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommener sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbarer PN für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen tapferen Mann
Andreaskreuz, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Andreaskreuz, x-förmiges Kreuz; ne. St. Andrew’s cross; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1521; E.: Vorderglied von dem PN Andreas; von gr. ἀνδρεῖος (andreios), Adj., männlich, mannhaft handelnd, mutig; vgl. idg. *ner- (1), *nert-, *aner-, Sb., Lebenskraft, Mann, Pokorny 765 (1302/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Kreuz; L.: Kluge s. u. Andreaskreuz, fehlt DW, DW2 2, 826, Duden s. u. Andreaskreuz; Son.: vgl. nndl. sin-andrieskrius, Sb., Andreaskreuz; frz. croix de Saint-André, F., Andreaskreuz; nschw. andreaskors, Sb., Andreaskreuz; nnorw. Andreaskors, N., Andreaskreuz; poln. krzyż świętego Andrzeja, M., Andreaskreuz; GB.: seit 1521 belegte und aus dem PN Andreas und Kreuz gebildete und in den Bestandteilen aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein Kreuz mit zwei wie ein x diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken; BM.: nach dem Kreuz an dem der Apostel Andreas gekreuzigt worden sein soll; F.: Andreaskreuz, Andreaskreuzes, Andreaskreuze, Andreaskreuzen+FW(+EW?); Z.: Andreas—kreu-z
andro..., nhd., Adj.?, (19. Jh.?): nhd. andro…, männlich; ne. andro…; Vw.: -gyn-, -ide; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. ἀνήρ (anḗr); E.: Genetiv von gr. ἀνήρ (anḗr), M., Mann, Mensch; idg. *ner- (1), *nert-, *aner-, *h₁nér-, Sb., Lebenskraft, Mann, Pokorny 765 (1302/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. andro-; Son.: vgl. nndl. andro…, Präf., andro…; frz. andro…, Präf., andro…; nschw. andro…, Präf., andro…; nnorw. andro…, Präf., andro…; kymr. andro…, Präf., andro…; poln. andro…, Präf., andro…; lit. andro…, Präf., andro…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder höherer Lebewesen mögliches männlich; BM.: Mann; F.: andro…+FW; Z.: an-d-r-o-
androgyn, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. androgyn, zwitterig; ne. androgynous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1807; I.: Lw. frz. androgyne; E.: s. frz. androgyne, Adj., androgyn; lat. androgynus, Mannweib, Zwitter, Hermaphrodit; s. gr. ἀνδρόγυνος (andrógynos), M., Zwitter, Hermaphrodit; vgl. gr. ἀνήρ (anḗr), M., Mann, Mensch; idg. *ner- (1), *nert-, *aner-, *h₁nér-, Sb., Lebenskraft, Mann, Pokorny 765 (1302/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. γυνή (gynḗ), F., Frau; idg. *gᵘ̯ē̆nā, *gᵘ̯enī-, F., Weib, Frau, Pokorny 473 (693/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, alb., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. androgyn, fehlt DW, DW2 2, 828, Duden s. u. androgyn; Son.: vgl. nndl. androgyn, Adj., androgyn; nschw. androgyn, Adj., androgyn; nnorw. androgyn, Adj., androgyn; kymr. androgynaidd, Adj., androgyn; poln. androginiczny, Adj., androgyn; GB.: seit 1807 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gleichzeitig mit männlichen und weiblichen Merkmalen versehen (Adj.); BM.: Erscheinungsform von Mann und Frau; F.: androgyn, androgyne, androgynes, androgynem, androgynen, androgyner(, androgynere, androgyneres, androgynerem, androgyneren, androgynerer)+FW(+EW?); Z.: an-dro-gyn
Androide, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Androide, künstlicher Mensch, menschenähnlicher Roboter; ne. android; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. ἀνήρ (anḗr), M., Mann, Mensch; idg. *ner- (1), *nert-, *aner-, *h₁nér-, Sb., Lebenskraft, Mann, Pokorny 765 (1302/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Androide, fehlt DW, Duden s. u. Androide; Son.: vgl. nndl. androïde, Sb., Androide; frz. androïde, M., Androide; nschw. android, Sb., Androide; nnorw. androide, M., Androide; poln. android, M., Androide; lit. androidas, M., Androide; GB.: seit dem späten 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen künstlichen Menschen oder einen menschenähnlichen Roboter; BM.: Ähnlichkeit zu dem Menschen; F.: Androide, Androiden+FW(+EW); Z.: An-dro-id-e
...andum, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. ...andum, zu Tuendes; ne. ...andum; Vw.: s. Memor-, Trakt-; Hw.: s. ...ant, ...anz, …and; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. ...andum, ...āns; E.: s. lat. ...andum, Suff. (Gerundiv, N. Sg.), ...and; lat. ...āns, Suff. (Part. Präs. M. Sg.), ...and; Son.: vgl. nndl. …andum, Suff., …andum; frz. …andum, Suff., …andum; nschw. …andum, Suff., …andum; nnorw. …andum, Suff., …andum; poln. …andum, Suff., …andum; kymr. …andwm, Suff., …andum; nir. …amram, Suff., …andum; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen für die Bildung von Tätigkeiten betreffenden Substantiven als Grundwort verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …andum, …andums, …anden+FW; Z.: -and-um
Anekdote, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anekdote, kurze treffende Erzählung, Geschichtchen; ne. anecdote; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1743; I.: Lw. frz. anecdote; E.: s. frz. anecdote, F., Anekdote, kurze treffende Erzählung; gr. ἀνέκδοτα (anékdota), N. Pl., nicht Herausgegebenes; s. gr. ἀνέκδοτος (anékdotos), Adj., nicht herausgegeben, nicht veröffentlicht; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἐκδιδόναι (ekdidónai), V., herausgeben, ausliefern, preisgeben; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus, seit; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. διδόναι (didónai), V., geben, schenken, zahlen, entrichten; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Anekdote, EWD s. u. Anekdote, fehlt DW, DW2 2, 838, Duden s. u. Anekdote; Son.: vgl. nndl. anekdote, Sb., Anekdote; nschw. anekdot, Sb., Anekdote; nnorw. anekdote, M., Anekdote; poln. anegdota, F., Anekdote; lit. anekdotas, M., Witz; GB.: seit 1743 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche und nicht für die Öffentlichkeit bestimmte bemerkenswerte Erzählung; BM.: der byzantinische Historiker Prokop schrieb in dem 6. Jh. n. Chr. ein Werk, in dem er Geschichten und Charakterisierungen aus der Umgebung des Kaisers wiedergab, wobei das Werk erst nach Prokops Lebenszeit veröffentlicht wurde, da der Text in sachlichem Gegensatz zu den öffentlichen Lobpreisungen Prokops über den Kaiserhof stand; F.: Anekdote, Anekdoten+FW(+EW?); Z.: An-ek-do-t-e
Anemone, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Anemone, Buschwindröschen; ne. anemone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1540 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. anemōnē; E.: s. lat. anemōnē, F., Anemone, wilder Mohn, Kranzwindröschen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); s. gr. ἀνεμώνη (anemōnē), F., Anemone; weitere Herkunft unklar; der schon antike Erklärungsversuch, das Wort zu gr. „ἄνεμος (ánemos), M., Wind zu stellen ist nicht überzeugend; L.: Kluge s. u. Anemone, EWD s. u. Anemone, fehlt DW, DW2 2, 840, Duden s. u. Anemone; Son.: vgl. frz. anémone, F., Anemone; nnorw. anemone, Sb., Anemone; poln. anemon, M., Anemone; nir. anamóine, F., Anemone; lit. anemonė, F., Anemone; GB.: seit 1540 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums belegte sowie in der weiteren Herkunft unklare und kaum zu Wind zu stellende Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Pflanze der Gattung der Windröschen; BM.: unbekannt?; F.: Anemone, Anemonen+FW; Z.: Anemon-e
$anerkennen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. anerkennen, bestätigen, annehmen; E.: s. an, s. erkennen; L.: Kluge s. u. anerkennen, EWD s. u. erkennen, DW 1, 320; GB.: seit 1525 belegte und aus an und erkennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bestätigen oder annehmen; F.: anerkennen, erkenne (!) an, erkennst an, erkennen an, erkennt an, erkennest an, erkennet an, erkannte an, erkanntest an, erkannten an, erkanntet an, erkennte an, erkenntest an, erkennten an, erkenntet an, anerkennend, anerkannt, ##anerkannt, anerkannte, anerkanntes, anerkanntem, anerkannten, anerkannter##, ###anerkennend, anerkennende, anerkennendes, anerkennendem, anerkennenden, anerkennender###, anzuerkennen, ####anzuerkennen, anzuerkennend, anzuerkennende, anzuerkennendes, anzuerkennendem, anzuerkennenden, anzuerkennender###, erkenn an, anerkenne, anerkennst, anerkennt, anerkennest, anerkennet, anerkannte, anerkanntest, anerkannten, anerkanntet, anerkennte, anerkenntest, anerkennten, anerkenntet +EW; Z.: an—er—ken-n-en
$Anerkennung. nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Anerkennung, Bestätigung; Q.: um 1522?; E.: s. anerkenn(en), s. ung; L.: EWD s. u. erkennen, DW 1, 320; GB.: vielleicht seit um 1522 belegte und aus anerkenn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Bestätigung; F.: Anerkennung, Anerkennungen+EW; Z.: An—er—ken-n-ung
Aneurysma, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Aneurysma, Blutgerinnsel; ne. aneurysm, aneurism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. aneurysma; E.: s. lat. aneurysma, N., Erweiterung der Pulsader, Aneurysma, Schlagadergeschwulst; gr. ἀνεύρυσμα (aneúrysma), N., Erweiterung der Pulsader, Aneurysma; vgl. gr. ἀνευρύνειν (aneurýnein), V., erweitern, öffnen; gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. εὐρύς (eurýs), Adj., breit, weit, ausgedehnt; idg. *u̯er- (9), *u̯ₑrus, Adj., weit, breit, Pokorny 1165 (2000/76) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?); L.: Duden s. u. Aneurysma, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. aneurysma, Sb., Aneurysma; frz. anévrisme, M., Aneurysma; nnorw. aneurisme, N., Aneurysma; nir. anioras, M., Aneurysma; lit. aneurizma, F., Aneurysma; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer sachlich vielleicht seit Entstehung von Adern möglichen krankhaften und örtlich begrenzten Erweiterung einer Arterie; BM.: breit bzw. weit; F.: Aneurysma, Aneurysmas, Aneurysmen+FW; Z.: An-eur-ism-a
$anfachen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. anfachen, anblasen, entfachen, anzünden; E.: s. an, s. fachen; L.: EWD s. u. fachen, DW 1, 320; GB.: vielleicht seit 1715 belegte und aus an und fachen belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches entfachen oder anzünden eines Brennens; F.: anfachen, fache an, facht an, fachen an, fachest an, fachet an, fachte an, fachtest an, fachten an, fachtet an, angefacht, ##angefacht, angefachte, angefachtes, angefachtem, angefachten, angefachter##, anfachend, ###anfachend, anfachende, anfachendes, anfachendem, anfachenden, anfachender###, anzufachen, ####anzufachen, anzufachend, anzufachende, anzufachendes, anzufachendem, anzufachenden, anzufachender####, fach (!) an+EW; Z.: an—fach-en
$Anfang, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Anfang, Beginn(, Anfassen, Berühren); E.: s. an, s. Fang; L.: EWD s. u. anfangen, DW 1, 324; GB.: seit Ende 9. Jh. belegte und aus an und Fang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Anfassen oder Berühren oder für einen seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Beginn; F.: Anfang, Anfangs, Anfanges, Anfänge, Anfänge+EW; Z.: An—fa-n-g
$anfangen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. anfangen, beginnen, unternehmen; E.: s. an, s. fangen; L.: Kluge s. u. anfangen, EWD s. u. anfangen, DW 1, 325; GB.: seit 863-871 belegte und aus an und fangen bzw. ahd. anafāhan gebildete und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches beginnen oder seit Entstehung des Menschen mögliches unternehmen; F.: anfangen, fange an, fängst an, fängt an, fangen an, fangest an, fanget an, fing an, fingst an, fingen an, fingt an, fingest an, finget an, angefangen, ##angefangen, angefangene, angefangenes, angefangenem, angefangenen, angefangener##, anfangend, ###anfangend, anfangende, anfangendes, anfangendem, anfangenden, anfangender###, anzufangen, ####anzufangen, anzufangend, anzufangende, anzufangendes, anzufangendem, anzufangenden, anzufangender####, fang (!) an+EW; Z.: an—fa-n-g-en
$Anfänger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Anfänger, Anfangender, Beginnender; E.: s. anfang(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. anfangen, DW 1, 326; GB.: seit 1308 belegte und aus anfang(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Tätigkeiten möglichen Anfangenden oder Beginnenden; F.: Anfänger, Anfängers, Anfängern+EW; Z.: An—fä-n-g-er
$anfänglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. anfänglich, den Anfang betreffend; E.: s. Anfang, s. lich; L.: Kluge s. u. anfangen, EWD s. u. anfangen, DW 1, 327; GB.: seit 1356 belegte und aus Anfang und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches den Anfang betreffend; F.: anfänglich, anfängliche, anfängliches, anfänglichem, anfänglichen, anfänglicher+EW; Z.: an—fä-n-g-lich
$anfangs, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. anfangs, an einem Anfang; E.: s. Anfang, s. s; L.: Kluge s. u. anfangen, EWD s. u. anfangen, DW 1, 327; GB.: seit 1470 belegte und aus Anfang und s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches einen Anfang betreffend oder zuerst; F.: anfangs+EW; Z.: an-fa-n-g-s
$anfauchen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anfauchen, entgegenfauchen; E.: s. an, s. fauchen; L.: EWD s. u. fauchen, DW 1, 327; GB.: seit 1814 belegte und aus an und fauchen gebildete Bezeichnung für anblasen oder entgegenfauchen oder anfahren; F.: anfauchen, fauche an, fauchst an, faucht an, fauchest an, fauchet an, fauchte an, fauchtest an, fauchten an, fauchtet an, angefaucht, ##angefaucht, angefauchte, angefauchtes, angefauchtem, angefauchten, angefauchter##, anfauchend, ###anfauchend, anfauchende, anfauchendes, anfauchendem, anfauchenden, anfauchender###, anzufauchen, ####anzufauchen, anzufauchend, anzufauchende, anzufauchendes, anzufauchendem, anzufauchenden, anzufauchender####, fauch (!) an+EW; Z.: an—fau-ch-en
$anfechten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. anfechten, angreifen, bekämpfen, bestreiten; E.: s. an, s. fechten; L.: Kluge s. u. anfechten, EWD s. u. fechten, DW 1, 328; GB.: (anafehtan*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus an und fechten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches angreifen oder bestreiten; F.: anfechten, fechte an, fichtst an, ficht an, fechten an, fechtet an, fechtest an, focht an, fochtest an, fochten an, fochtet an, föchte an, föchtest an, föchten an, föchtet an, angefochten, ##angefochten, angefochtenes, angefochtenem, angefochtenen, angefochtener##, anfechtend, ###anfechtend, anfechtende, anfechtendes, anfechtendem, anfechtenden, anfechtender###, anzufechten, ####anzufechten, anzufechtend, anzufechtende, anzufechtendes, anzufechtendem, anzufechtenden, anzufechtender####, fecht (!) an+EW; Z.: an—fech-t-en
$Anfechtung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Anfechtung, Angriff, Anfechten; Hw.: s. Anfechtigung (um dreizehnhundertfünfundzwanzig); E.: s. anfecht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. anfechten, EWD s. u. fechten, DW 1, 329; GB.: (anevehtunge) seit 1250-1272 belegte und aus anfecht(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Angriff oder ein Anfechten; F.: Anfechtung, Anfechtungen+EW; Z.: An—fech-t-ung
$anfeinden, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. anfeinden; E.: s. an, s. Feind, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Feind, DW 1, 329, DW2 2, 886; GB.: (anevīenden) seit um 1350 belegte und aus an und feinden gebildete Bezeichnung für feindlich angreifen oder feindlich behandeln; F.: anfeinden, feinde (!) an, feindest an, feindet an, feindete an, feindetest an, feindeten an, feindetet an, angefeindet, ##angefeindet, angefeindete, angefeindetes, angefeindetem, angefeindeten, angefeindeter##, anfeindend, ###anfeindend, anfeindende, anfeindendes, anfeindendem, anfeindenden, anfeindender###, anzufeinden, ####anzufeinden, anzufeindend, anzufeindende, anzufeindendes, anzufeindendem, anzufeindenden, anzufeindender####, feind (!) an+EW; Z.: an—fei-nd-en
$anfeuchten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anfeuchten; E.: s. an, s. feuchten; L.: EWD s. u. feucht, DW 1, 330; GB.: seit 1473 belegte und aus an und feuchten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches befeuchten oder feucht machen; F.: anfeuchten, feuchte an, feuchtet an, feuchten an, feuchtest an, feuchtet an, feuchtete an, feuchtetest an, feuchteten an, feuchtetet an, angefeuchtet, ##angefeuchtet, angefeuchtete, angefeuchtetes, angefeuchtetem, angefeuchteten, angefeuchteter##, anfeuchtend, ###anfeuchtend, anfeuchtende, anfeuchtendes, anfeuchtendem, anfeuchtenden, anfeuchtender###, anzufeuchten, ####anzufeuchten, anzufeuchtend, anzufeuchtende, anzufeuchtendes, anzufeuchtendem, anzufeuchtenden, anzufeuchtender####, feucht (!) an+EW; Z.: an—feuch-t-en
$anfordern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. anfordern, verlangen, fordern; E.: s. an, s. fordern; L.: EWD s. u. fordern, DW 1, 332; GB.: (anafordarōn*) seit um 1000 belegte und aus an und fordern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verlangen oder fordern; F.: anfordernd, fordere (!) an, forder (!) an, fordre an, forderst an, fordert an, forderte an, fordertest an, forderten an, fordertet an, angefordert, ##angefordert, angeforderte, angefordertes, angefordertem, angeforderten, angeforderter##, anfordernd, ###anfordernd, anfordernde, anforderndes, anforderndem, anfordernden, anfordernder###, anzufordern, ####anzufordern, anzufordernd, anzufordernde, anzuforderndes, anzuforderndem, anzufordernden, anzufordernder####, forder (!) an+EW; Z.: an—for-d-er-n
$anfreunden, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. anfreunden, befreunden. Freund machen, Freund werden; E.: s. an, s. freunden; L.: EWD s. u. Freund, fehlt DW; GB.: seit 1583 belegte und aus an und freunden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches befreunden oder Freund machen oder Freund werden; F.: anfreunden, freunde (!) an, freundet an, freunden an, freundest an, freundet an, freundete an, freundetest an, freundeten an, freundetet an, angefreundet, ##angefreundet, angefreundete, angefreundetes, angefreundetem, angefreundeten, angefreundeter##, anfreundend, ###anfreundend, anfreundende, anfreundendes, anfreundendem, anfreundenden, anfreundender###, anzufreunden, ####anzufreunden, anzufreundend, anzufreundende, anzufreundendes, anzufreundendem, anzufreundenden, anzufreundender####, freund (!) an+EW; Z.: an—freu-nd-en
anführen, nhd., V., (12. Jh.): nhd. anführen, führen, herbeiführen, befehligen, leiten, anleiten; E.: s. an, s. führen; L.: DW 1, 334, DW2 2, 913, 38; GB.: (anevüeren) seit 1190-1200 belegte und aus an und führen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches führen
Anführung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Anführung, Führung, Hinzugabe, Kennzeichnung; E.: s. anführ(en), s. ung; L.: DW 1, 335, DW2 2, 917, 42, WDG2; GB.: seit um 1400 (?) belegte und aus anführ(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für Führung oder Hinzugabe oder Kennzeichnung; F.: +EW
$Anführungszeichen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Anführungszeichen, Gänsefüßchen; E.: s. Anführung, s. s, s. Zeichen; L.: Kluge s. u. Anführungszeichen, DW 1, 335; GB.: seit 1749 belegte und aus Anführung und s sowie Zeichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliche und später Gänsefüßchen oder Gänseaugen oder Hasenohren ähnelnde Zeichen („a“ zu der Hervorhebung einzelner besonderer Wörter oder Stellen; F.: Anführungszeichen, Anführungszeichens+EW; Z.: An—führ-ung-s—zei-ch-en
$Angabe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Angabe, Mitteilung, Bekanntgabe; E.: s. an, s. Gabe; L.: Kluge s. u. angeben, EWD s. u. geben, DW 1, 336; GB.: seit 1514 belegte und aus an und Gabe gebildete sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Mitteilung oder Bekanntgabe; F.: Angabe, Angaben+EW; Z.: An—gab-e
$angeben, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. angeben, mitteilen, darstellen, prahlen; E.: s. an, s. geben; L.: Kluge s. u. angeben, EWD s. u. geben, DW 1, 337; GB.: (anegeben) seit um 1200 belegte und aus an und geben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mitteilen oder darstellen oder prahlen; F.: angeben, gebe an, gibst an, gibt an, geben an, gebt an, gebest an, gebet an, gab an, gabst an, gaben an, gabt an, gäbe an, gäbest an, gäben an, gäbet an, angegeben, ##angegeben, angegebene, angegebenes, angegebenem, angegebenen, angegebener##, angebend, ###angebend, angebende, angebendes, angebendem, angebenden, angebender###, anzugeben, ####anzugeben, anzugebend, anzugebende, anzugebendes, anzugebendem, anzugebenden, anzugebender####, gib (!) an+EW; Z.: an—geb-en
$Angeber, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Angeber, Angebender; E.: s. angeb(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. angeben, EWD s. u. geben, DW 1, 338; GB.: seit 1463 belegte und aus angeb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit Entwicklung von Sprache oder seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Angebenden oder Prahlenden oder Aufschneidenden; F.: Angeber, Angebers, Angebern+EW; Z.: An—geb-er
$Angebinde, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Angebinde, Geschenk, Gabe; L.: Kluge s. u. Angebinde, DW 1, 338; GB.: seit 1439 belegte und aus an und Gebinde bzw. binde(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Geschenk oder eine Gabe; F.: Angebinde, Angebindes, Angebinden+EW; Z.: An—ge—bind-e
$angeblich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. angeblich, eine Angabe betreffend, vermeintlich; E.: s. angeb(en), s. lich; L.: Kluge s. u. angeben, EWD s. u. geben, DW 1, 338; GB.: seit 1727 belegte und aus angeb(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches eine Angabe betreffend oder vermeintlich; F.: angeblich, angebliche, angebliches, angeblichem, angeblichen, angeblicher+EW; Z.: an—geb-lich
$Angebot, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Angebot, Dargebotenes, Vorschlag, Antrag; E.: s. an, s. Gebot, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, EWD s. u. bieten, DW 1, 339; GB.: seit 1738 belegte und aus an und Gebot bzw. bieten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Dargebotenes oder einen Vorschlag oder einen Antrag oder eine Offerte; F.: Angebot, Angebots, Angebotes, Angebote, Angeboten+EW; Z.: An—ge-bot
$angegossen, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (18. Jh.): nhd. angegossen, angepasst, übergossen, angemessen; E.: s. angießen; L.: Kluge s. u. angegossen, fehlt DW (s. angieszen); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus angießen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches angepasst oder übergossen oder angemessen; F.: angegossen, angegossene, angegossenes, angegossenem, angegossenen, angegossener+EW; Z.: an—ge-go-ss-en
$angeheitert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. angeheitert, angetrunken, übermütig; Hw.: s. anheitern; E.: s. anheiter(n), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. heiter, EWD s. u. heiter, fehlt DW (s. anheitern); GB.: seit 1850 belegte und aus anheitern gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen mögliches angetrunken oder übermütig; F.: angeheitert, angeheiterte, angeheitertes, angeheitertem, angeheiterten, angeheiterter(, angeheitertere, angeheiterteres, angeheiterterem, angeheiterteren, angeheiterterer, angeheitertst, angeheitertste, angeheitertstes, angeheitertstem, angeheitertsten, angeheitertster)+EW; Z.: an—ge-hei-t-er-t
$angehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. angehen, herangehen, nähern, beginnen; E.: s. an, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, EWD s. u. gehen, DW 1, 339; GB.: um 796 belegte und aus an und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches herangehen oder nähern oder beginnen; F.: angehen, gehe (!) an, gehst an, geht an, gehen an, gehest an, gehet an, ging an, gingst an, gingen an, gingt an, gingest an, ginget an, angegangen, ##angegangen, angegangene, angegangenes, angegangenem, angegangenen, angegangener##, angehend, ###angehend, angehende, angehendes, angehendem, angehenden, angehender###, anzugehen, ####anzugehen, anzugehend, anzugehende, anzugehendes, anzugehendem, anzugehenden, anzugehender####, geh (!) an+EW; Z.: an—geh-en
$angehören, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. angehören, zugehören, zustehen, zukommen; Q.: 1272 (Urkunde); E.: s. an, s. gehören; L.: EWD s. u. gehören, DW 1, 343; GB.: seit 1272 belegte und aus an und gehören gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zugehören oder zustehen oder zukommen; F.: angehören, gehöre an, gehört an, gehören an, gehörest an, gehöret an, gehörte an, gehörtest an, gehörten an, gehörtet an, angehört, ##angehört, angehörte, angehörtes, angehörtem, angehörten, angehörter##, angehörend, ###angehörend, angehörende, angehörendes, angehörendem, angehörenden, angehörender###, anzugehören, ####anzugehören, anzugehörend, anzugehörende, anzugehörendes, anzugehörendem, anzugehörenden, anzugehörender####, gehör (!) an+EW; Z.: an—ge—hö-r-en
$angehörig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. angehörig, zugehörig, zugehörend; E.: s. angehör(en), s. ig; L.: Kluge s. u. gehören, EWD s. u. gehören, DW 1, 344; GB.: seit 1439 belegte und aus angehör(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zugehörig oder zugehörend; F.: angehörig, angehörige, angehöriges, angehörigem, angehörigen, angehöriger+EW; Z.: an—ge—hö-r-ig
$Angehöriger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Angehöriger, Angehörender, Verwandter, Anhänger, Mitglied; E.: s. angehörig, s. er; L.: EWD s. u. gehören, fehlt DW (s. angehörig DW 1, 344); GB.: seit 1543 belegte und aus angehörig und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Angehörenden oder Verwandten oder Anhänger oder ein Mitglied; F.: Angehöriger, Angehörigen, Angehörige+EW; Z.: An—ge—hö-r-ig-er
$Angeklagter, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Angeklagter, von einer öffentlichen Anklage Betroffener; E.: s. anklag(en), s. t, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Klage, fehlt DW (s. anklagen); GB.: (vielleicht) seit 1439 belegte und aus anklag(en) und ge und t sowie er (Suff.) gebildete und sachlich seit der Entwicklung von Strafklagen mögliche Bezeichnung für einen sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen von einer öffentlichen Anklage Betroffenen; F.: Angeklagter, Angeklagte, Angeklagten+EW; Z.: An—ge—kla-g-t-er
Angel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Angel (F.), Angelrute, Haken (M.); ne. fishing-rod; Vw.: -; Hw.: s. Ango; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. angel (2), st. M., st. F., Stachel, Angel (F.), Pein, Angelrute, Angelhaken, Türangel; mnd. angel, M., Spitze, Stachel; mnl. angel, F., Angel (F.); ahd. angul, st. M. (a), Angel (F.), Angelhaken, Angelrute, Stachel; as. angul, st. M. (a), Angel (F.); anfrk. -; germ. *angula-, *angulaz, st. M. (a), Haken (M.), Stachel; idg. *ankúlos, M., Haken (M.); s. idg. *ank- (2), *ang-, *h₂enk-, V., biegen, Pokorny 45 (81/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Angel, Kluge s. u. Angel, EWD s. u. Angel, DW 1, 344, DW2 2, 952, EWAhd 1, 252, Duden s. u. Angel, Falk/Torp 12, Bluhme s. u. Angel; Son.: vgl. afries. -; ae. angel (2), st. M. (a), Angel (F.), Fischhaken, Haken (M.); an. ǫngull, st. M. (a), Angelhaken; got. -; nndl. angel, Sb., Stachel; GB.: (angul) seit 810-817 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vor 12000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für den Fischfang und (danach) auch für andere Haken; BM.: Biegen (N.), vom Angelhaken; F.: Angel, Angeln+EW; Z.: Ang-el
$angelegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. angelegen, wichtig, bedeutsam; E.: s. anliegen; L.: Kluge s. u. Anliegen, EWD s. u. liegen, DW 1, 345; GB.: seit um 1375 belegte und aus anliegen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wichtig oder bedeutsam; F.: angelegen, angelegene, angelegenes, angelegenem, angelegenen, angelegener(, angelegenere, angelegeneres, angelegenerem, angelegeneren, angelegenerer, angelegenst, angelegenste, angelegenstes, angelegenstem, angelegensten, angelegenster)+EW; Z.: an—ge-leg-en
$Angelegenheit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Angelegenheit, Geschehen, Gegebenheit; E.: s. angelegen, s. heit; L.: Kluge s. u. Anliegen, EWD s. u. liegen, DW 1, 346; GB.: seit 1539 belegte und aus angelegen und heit gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Geschehen oder eine andere Gegebenheit; F.: Angelegenheit, Angelegenheiten+EW; Z.: An—ge-leg-en-hei-t
$angelegentlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. angelegentlich, eingehend, nachdrücklich; E.: s. angelegen, s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. Anliegen, EWD s. u. liegen, DW 1, 346; GB.: seit 1536 belegte und aus angelegen und t sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eingehend oder nachdrücklich; F.: angelegentlich, angelegentliche, angelegentliches, angelegentlichem, angelegentlichen, angelegentlicher(, angelegentlichere, angelegentlicheres, angelegentlicherem, angelegentlicheren, angelegentlicherer, angelegentlichst, angelegentlichste, angelegentlichstes, angelegentlichstem, angelegentlichsten, angelegentlichster)+EW; Z.: an—ge-leg-en-t-lich
$angeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. angeln, mit einer Angel Fische fangen; E.: s. Angel, s. n; L.: EWD s. u. Angel, DW 1, 346; GB.: (angulōn*) seit um 800 belegte und aus Angel und n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 12000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Angel Fische fangen; F.: angeln, angel (!), angle, angele, angelst, angelt, angelte, angeltest, angelten, angeltet, geangelt, ##geangelt, geangelte, geangeltes, geangeltem, geangelten, geangelter##, angelnd, ###angelnd, angelnde, angelndes, angelndem, angelnden, angelnder###+EW; Z.: ang-el-n
$Angelpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (18. Jh.): nhd. Angelpunkt, Drehpunkt, Mittelpunkt, Ansatzpunkt; E.: s. Angel, s. Punkt; L.: Kluge s. u. Angel, EWD s. u. Angel, DW 1, 347 (Angelpunct); L.: Kluge s. u. Angelpunkt; GB.: seit 1712 belegte und aus Angel und Punkt gebildete Bezeichnung für einen von Menschen als bedeutsam erkannten und verwendeten Punkt oder Drehpunkt oder Mittelpunkt oder Ansatzpunkt; F.: Angelpunkt, Angelpunktes, Angelpunkts, Angelpunkte, Angelpunkten+EW+FW; Z.: Ang-el—pu-n-k-t
$angenehm, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. angenehm, genehm, willkommen, erwünscht; L.: Kluge s. u. angenehm, DW 1, 347; GB.: vielleicht seit um 1370 belegte und aus an und genehm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches genehm oder willkommen oder erwünscht; F.: angenehm, angenehme, angenehmes, angenehmem, angenehmen, angenehmer(, angenehmere, angenehmeres, angenehmerem, angenehmeren, angenehmerer, angenehmst, angenehmste, angenehmstes, angenehmstem, angenehmsten, angenehmster)+EW; Z.: an—ge-nehm
Anger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Anger, kleinere Grasfläche, grasbewachsenes Land, Dorfplatz; ne. village green; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. anger (1), st. M., Anger, ungepflügtes Grasland, Grasplatz, Weideplatz; mnd. anger, M., Anger, Grasland; mnl. anger, M., Anger, Wiese; ahd. angar (2), st. M. (a), Wiese, Anger, Feld; as. angar*, st. M. (a), Anger; anfrk. -; germ. *angra- (2), *angraz, st. M. (a), Bucht, Krümmung, Grasland, Acker; s. idg. *ank- (2), ang-, *h₂enk-, V., biegen, Pokorny 45 (81/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Anger, Kluge s. u. Anger, EWD s. u. Anger, DW 1, 348, DW2 2, 965, EWAhd 1, 247, Duden s. u. Anger, Falk/Torp 12, Bluhme s. u. Anger; Son.: vgl. an. angr (3), st. M. (a), Bucht, Fjord; nnorw. ...angr, Suff., ...angr, Ortsnamenendung; ai. áṅkas, N., Biegung, Krümmung; gr. ἄγκος (ánkos), N., Biegung, Tal, Bergtal, Schlucht; lat. ancrae, angrae, F. Pl., Krümmung, Einbuchtung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit mögliches grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz; BM.: biegen?; F.: Anger, Angers, Angern+EW; Z.: Ang-er
$angesäuselt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. angesäuselt, angetrunken; E.: s. ansäusel(n), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. säuseln, EWD s. u. säuseln, fehlt DW (s. ansäuseln); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ansäuseln und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen mögliches angetrunken; F.: angesäuselt, angesäuselte, angesäuseltes, angesäuseltem, angesäuselten, angesäuselter(, angesäuseltere, angesäuselteres, angesäuselterem, angesäuselteren, angesäuselterer, angesäuseltst, angesäuseltste, angesäuseltstes, angesäuseltstem, angesäuseltsten, angesäuseltster)+EW; Z.: an—ge-säus-el-t
$angesehen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. angesehen, bekannt, anerkannt; E.: s. ansehen, s. ge; L.: EWD s. u. sehen, DW 1, 349; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ansehen und ge gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bekannt oder anerkannt; F.: angesehen, angesehene, angesehenes, angesehenem, angesehenen, angesehener(, angesehenere, angeseheneres, angesehenerem, angeseheneren, angesehenerer, angesehenst, angesehenste, angesehenstes, angesehenstem, angesehensten, angesehenster)+EW; Z.: an—ge—seh-en
$Angesicht, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Angesicht, Gesicht, Antlitz; E.: s. an, s. Gesicht; L.: Kluge s. u. Angesicht, EWD s. u. Gesicht, DW 1, 350; GB.: seit um 1100 belegte und aus an und Gesicht gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gesicht oder Antlitz oder die für das Sehen ausgestattete Vorderseite des Kopfes höherer Lebewesen; F.: Angesicht, Angesichtes, Angesichts, Angesichter, Angesichtern, Angesichte, Angesichten+EW; Z.: An—ge—sich-t
$angesichts, nhd., Adv., (16. Jh.?): nhd. angesichts, in dem Angesicht, sehend; E.: s. Angesicht, s. s; L.: Kluge s. u. Angesicht, EWD s. u. Gesicht, DW 1, 351; GB.: nach 1527 belegte und vielleicht nach lat. in conspectu oder frz. en face aus Angesicht und s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder von Augen mögliches in dem Angesicht oder sehend; F.: angesichts+EW; Z.: an—ge-sich-t-s
$angespannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. angespannt, angestrengt, aufmerksam; E.: s. anspann(en), s. ge, s. t; L.: EWD s. u. spannen, fehlt DW (s. anspannen); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus anspann(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches angestrengt oder aufmerksam; F.: angespannt, angespannte, angespanntes, angespanntem, angespannten, angespannter(, angespanntere, angespannteres, angespannterem, angespannteren, angespannterer, angespanntest, angespannteste, angespanntestes, angespanntestem, angespanntesten, angespanntester)+EW; Z.: an—ge—span-n-t
$angestammt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. angestammt, angeboren, durch Abstammung erworben, zugehörig; E.: s. anstamm(en), s. ge, s. t; L.: EWD s. u. Stamm, DW 1, 352; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus anstammen und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches angeboren oder durch Abstammung erworben oder zugehörig; F.: angestammt, angestammte, angestammtes, angestammtem, angestammten, angestammter(, angestammtere, angestammteres, angestammterem, angestammteren, angestammterer, angestammtest, angestammteste, angestammtestes, angestammtestem, angestammtesten, angestammtester)+EW; Z.: an—ge—sta-mm-t
$Angestellter, nhd., (Part. Prät.=) M., (19. Jh.): nhd. Angestellter; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. anstellen, s. ge, s. t, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. stellen, fehlt DW (s. aber anstellen); GB.: seit 1812 belegte und aus anstell(en) und ge sowie t und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen für einen anderen Menschen zu der Ausführung höherer geistiger Tätigkeiten beschäftigten Menschen; Son.: vgl. § 133a GewO von achtzehnhunderteinundneunzig); F.: Angestellter, Angestellten, Angestellte+EW; Z.: An—ge—stel-l-t-er
$Angewende, nhd., N., (11. Jh./15. Jh.): nhd. Angewende; E.: s. an, s. ge, s. Wende; L.: Kluge s. u. Angewende, DW 1, 352; GB.: vielleicht seit 11. Jh./15. Jh. belegte und aus an und ge sowie Wende gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entwicklung des Pfluges durch den Menschen für das Umwenden oder Wenden bei dem Pflügen benutzten Teil eines Ackers (lat. confinium); F.: Angewende, Angewendes, Angewenden+EW; Z.: An—ge—we-nd-e
$angewöhnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. angewöhnen, gewöhnen, zu einer Gewohnheit werden, zu einer Gewohnheit machen; E.: s. an, s. gewöhnen; L.: Kluge s. u. gewöhnen, EWD s. u. gewöhnen, DW 1, 353; GB.: seit 1534 belegte und aus an und gewöhnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gewöhnen oder zu einer Gewohnheit werden oder zu einer Gewohnheit machen; F.: angewöhnen, gewöhne an, gewöhnst an, gewöhnt an, gewöhnen an, gewöhnest an, gewöhnet an, gewöhnte an, gewöhntest an, gewöhnten an, gewöhntet an, angewöhnt, ##angewöhnt, angewöhnte, angewöhntes, angewöhntem, angewöhnten, angewöhnter##, angewöhnend, ###angewöhnend, angewöhnende, angewöhnendes, angewöhnendem, angewöhnenden, angewöhnender###, anzugewöhnen, ####anzugewöhnen, anzugewöhnend, anzugewöhnende, anzugewöhnendes, anzugewöhnendem, anzugewöhnenden, anzugewöhnender####, gewöhn (!) an+EW; Z.: an—ge—wöhn-en
Angina, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Angina, eine Halskrankheit mit Einengung oder Einschnürung; ne. angina, tonsillitis; Vw.: -; Hw.: s. Angst; Q.: 1527 (Paracelsus); I.: Lw. lat. angina; E.: s. lat. angina, F., Halsbräune, Bräune, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu lat. angere, V., beengen, einschnüren; oder zu gr. ἀγχόνη (anchónē), F., Erdrosseln, Angst, Strick (M.) (1), Schlinge; s. idg. *ang̑ʰos-, Sb., Beklemmung, Bedrängnis, Pokorny 42; vgl. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Angina, EWD s. u. Angina, fehlt DW, DW2 2, 983, Duden s. u. Angina; Son.: vgl. nndl. angina, Sb., Angina; frz. angine, F., Angina; nnorw. angina, M., Angina; poln. angina, F., Angina; nir. aingíne, F., Angina; lit. angina, F., Angina; GB.: seit 1527 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Entzündung des Rachenraums des Menschen mit Einengung oder Einschnürung; BM.: von der Verengung des Halses; F.: Angina, Anginen+FW; Z.: Ang-in-a
Angio…, Angi…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Angio…, Angi…; ne. angio…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἀγγεῖον (angeīon), N., Gefäß, Behälter; vgl. idg. *ang-, Sb., Glied, Pokorny 46; L.: Duden s. u. Angio-, fehlt DW; Son.: s. Angiographie, Angiologie; vgl. nndl. angio…, Präf., Angio…; frz. angio…, Präf., Angio…; nschw. angio…, Präf., Angio…; nnorw. angio…, Präf., Angio…; kymr. angio…, Präf., Angio…; poln. angio…, Präf., Angio…; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vor allem in der Medizin hauptsächlich als Bestimmungswort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung für Gefäße betreffend; BM.: Gefäß; F.: Angio…, Angi…+FW; Z.: Ang-i-o-
$Angler, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Angler, Angelnden; E.: s. Angel, s. angel(n); L.: Kluge s. u. angeln, EWD s. u. Angel, DW 1, 344; GB.: seit 1399 belegte und aus ang(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung der Angel durch den Menschen möglichen Angelnden; F.: Angler, Anglers, Anglern+EW; Z.: Ang-l-er
$Anglist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Anglist; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. das die von den Römern aufgegebene Kolonie Britannien einnehmende germanistische Volk der Ang(e)l(n), s. ist; L.: fehlt DW; GB.: seit vor 1888 belegte und aus dem PN der Ang(e)l(n) und ist gebildete Bezeichnung für einen als Forscher auf dem Gebiet der englischen Sprache und Literatur tätigen Gelehrten; L.: EWD s. u. Anglist; F.: Anglist, Anglisten+EW+FW; Z.: Ang-l-ist
$Anglistik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Anglistik; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Anglist, s. ik; L.: EWD s. u. Anglist, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Anglist und ik gebildete Bezeichnung für die (seit der Neuzeit begonnene) Wissenschaft von der englischen Sprache und Literatur; F.: Anglistik+EW+FW; Z.: Ang-l-ist-ik
Ango, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Ango, Speer; ne. angon, spear (N.), javelin; Vw.: -; Hw.: s. Angel; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. ahd. ango (1), sw. M. (n), „Angel“ (F.), Stachel, Angelpunkt, Mittelpunkt; as. ango, sw. M. (n), Türangel, Stachel; anfrk. -; germ. *angō-, *angōn, *anga-, *angan, sw. M. (n), Haken (M.), Widerhaken, Speer, Pfeil; idg. *ankón-, *onkón-, *h₂enkón-, *h₂onkón-, Sb., Haken, Widerhaken; s. idg. *ank- (2), *ang-, *h₂enk-, V., biegen, Pokorny 45 (81/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWAhd 1, 250, fehlt DW, Duden s. u. Ango, Falk/Torp 12; Son.: vgl. lang. *ango, sw. M. (n), Haken; ae. anga, sw. M. (n), Stachel, Spitze; an. angi (2), sw. M. (n), Spitze, Zacken (M.); nndl. angon, Sb., Ango; frz. angon, M., Ango; poln. angon, M.?, Ango; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine hauptsächlich von den Franken benutzte Waffe mit einer langen in einem Widerhaken endenden Spitze; BM.: Gebogenes, von dem Widerhaken an der Spitze; F.: Ango, Angos, Angonen+EW; Z.: Ang-o
$angreifen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. angreifen, anfassen, anfechten; E.: s. an, s. greifen; L.: Kluge s. u. angreifen, EWD s. u. greifen, DW 1, 356; GB.: (anagrīfan*) seit 9. Jh. belegte und aus an und greifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches anfassen oder seit Entwicklung von Sprache mögliches anfechten; F.: angreifen, greife (!) an, greifst an, greift an, greifen an, greifest an, greifet an, griff an, griffst an, griffen an, grifft an, griffest an, griffet an, angegriffen, ##angegriffen, angegriffene, angegriffenes, angegriffenem, angegriffenen, angegriffener##, angreifend, ###angreifend, angreifende, angreifendes, angreifendem, angreifenden, angreifender###, anzugreifen, ####anzugreifen, anzugreifend, anzugreifende, anzugreifendes, anzugreifendem, anzugreifenden, anzugreifender####, greif (!) an+EW; Z.: an—greif-en
$Angreifer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Angreifer, Angreifender; E.: s. angreif(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 357, EWD s. u. greifen; GB.: (anegrīfære) seit 1293 belegte und aus angreif(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen möglichen Angreifenden; F.: Angreifer, Angreifers, Angreifern+EW; Z.: An—greif-er
$Angriff, nhd., M., (7. Jh.): nhd. Angriff, Angreifen, Anfassen; L.: EWD s. u. greifen, DW 1, 357 (Angrif !); GB.: seit 643 (Lex Langobardorum) belegte und aus an und Griff gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches Angreifen oder auch Anfassen; F.: Angriff, Angriffs, Angriffes, Angriffe, Angriffen+EW; Z.: An—griff
$angst, nhd., Adj.: nhd. angst, eng, ängstlich; E.: s. Angst; L.: Kluge s. u. Angst, DW 1, 359; GB.: seit um 1350 belegte und mit Angst verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Angst betreffend; F.: angst+EW; Z.: ang-st
Angst, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Angst, Furcht, Gefühl des Bedrohtseins; ne. fear (N.), anxiety, angst; Hw.: -; Hw.: s. Angina; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. angest, st. M., st. F., Bedrängnis, Angst, Furcht, Sorge, Gefahr; mnd. angest, F., Angst; ahd. angust, st. F. (i), Angst, Furcht, Bedrängnis, Unruhe; as. -; anfrk. angust, st. F. (i), Angst, Enge; germ. *angusti-, *angustiz, st. F. (i) Enge, Verdruss; s. idg. *ang̑ʰos-, Sb., Beklemmung, Bedrängnis, Pokorny 42; vgl. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Angst, Kluge s. u. Angst, EWD s. u. Angst, DW 1, 357, DW2 2, 1000, EWAhd 1, 253, Duden s. u. Angst, Falk/Torp 12, Bluhme s. u. Angst; Son.: vgl. afries. angost, ongost, st. F. (i), Angst; saterl. angst; ae. -; an. -; got. -; nndl. angst, Sb., Angst; ai. ámhas, Sb., Bedrängnis, Angst; lat. angor, M., Würgen, Angst; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einengendes oder beklemmendes Gefühl des Bedrohtseins oder der Furcht; BM.: Enge durch beklemmendes Gefühl; F.: Angst, Ängste, Ängsten+EW; Z.: Ang-st
$Angsthase, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Angsthase; Q.: um 1500?; E.: s. Angst, s. Hase; L.: Kluge s. u. Angsthase, EWD s. u. Hase, fehlt DW; GB.: vielleicht um 1500 belegte und aus Angst und Hase gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit seiner Entstehung oder seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ängstlichen Menschen; F.: Angsthase, Angsthasen+EW; Z.: Ang-st-has-e
$ängstigen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. ängstigen, in Angst versetzen, Angst machen; L.: Kluge s. u. Angst, EWD s. u. Angst, DW 1, 362; GB.: um 1165 belegte und aus Angst und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in Angst versetzen oder Angst machen; F.: ängstigen (!), ängstige (!), ängstigst, ängstigt, ängstigest, ängstiget, ängstigte, ängstigtest, ängstigten, ängstigtet, geängstigt, ##geängstigt, geängstigte, geängstigtes, geängstigtem, geängstigten, geängstigter##, ängstigend, ###ängstigend, ängstigende, ängstigendes, ängstigendem, ängstigenden, ängstigender###, ängstig (!)+EW; Z.: äng-st-ig-en
$ängstlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ängstlich, Angst betreffend, mit Angst erfüllt; E.: s. Angst, s. lich; L.: Kluge s. u. Angst, EWD s. u. Angst, DW 1, 362; GB.: um 800 belegte und aus Angst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Angst betreffend oder mit Angst erfüllt; F.: ängstlich, ängstliche, ängstliches, ängstlichem, ängstlichen, ängstlicher(, ängstlichere, ängstlicheres, ängstlicherem, ängstlicheren, ängstlicherer, ängstlichst, ängstlichste, ängstlichstes, ängstlichstem, ängstlichsten, ängstlichster)+EW; Z.: äng-st-lich
$anhaben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. anhaben, tragen, an sich haben, antun; E.: seit um 1000 belegte und aus an und haben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Bekleidung mögliches tragen oder an sich haben oder antun; L.: Kluge s. u. anhaben, DW 1, 363; F.: anhaben, hast (!) an, hat an, haben an, habt an, habest an, habet an, hatte an, hattest an, hatten an, hattet an, hätte an, hättest an, hätten an, hättet an, angehabt, ##angehabt, angehabte, angehabtes, angehabtem, angehabten, angehabter##, anhabend, ###anhabend, anhabende, anhabendes, anhabendem, anhabenden, anhabender###, anzuhaben, ####anzuhaben, anzuhabend, anzuhabende, anzuhabendes, anzuhabendem, anzuhabenden, anzuhabender####, hab (!) an+EW; Z.: an—hab-en
$Anhalt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Anhalt, Halt; E.: s. an, s. Halt; L.: EWD s. u. halten, DW 1, 365; GB.: seit um 1300 belegte und aus an und Halt gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Halt; F.: Anhalt, Anhalts, Anhaltes, Anhalte, Anhalten+EW; Z.: An—hal-t
$anhalten, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. anhalten, halten, andauern, fortwähren; E.: s. an, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 1, 365, EWD s. u. halten; GB.: seit vor 1394 belegte und aus an und halten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches halten oder festhalten; F.: anhalten, halte an, hältst an, hält an, halten an, haltet an, haltest an, hielt an, hieltest an, hieltst an, hielten an, hieltet an, angehalten, ##angehalten, angehaltene, angehaltenes, angehaltenem, angehaltenen, angehaltener##, anhaltend, ###anhaltend, anhaltende, anhaltendes, anhaltendem, anhaltenden, anhaltender###, anzuhalten, ####anzuhalten, anzuhaltend, anzuhaltende, anzuhaltendes, anzuhaltendem, anzuhaltenden, anzuhaltender####, halt (!) an+EW; Z.: an—hal-t-en
$Anhalter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Anhalter, Anhaltender, Auffordernder, ein Werkzeug zu einem Anhalten; E.: s. anhalt(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. halten, DW 1, 366; GB.: seit 1532 belegte und aus anhalt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Anhaltenden oder Auffordernden oder ein von Menschen entwickeltes Werkzeug zu einem Anhalten; F.: Anhalter, Anhalters, Anhaltern+EW; Z.: An—hal-t-er
$Anhang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Anhang, Anhängerschaft, Angehängtes; E.: s. an, s. Hang; L.: Kluge s. u. hängen, EWD s. u. hängen, DW 1, 366; GB.: seit um 1205 belegte und aus an und Hang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Anhängerschaft oder für Angehängtes; F.: Anhang, Anhangs, Anhanges, Anhänge, Anhängen+EW; Z.: An—hang
$Anhänger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Anhänger, Anhängender, Angehängtes; E.: s. anhäng(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. hängen, DW 1, 358, EWD s. u. hängen; GB.: seit 1416 belegte und aus anhäng(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Anhängenden oder etwas Angehängtes; F.: Anhänger, Anhängers, Anhängern+EW; Z.: An—häng-er
$anhängig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anhängig, anhängend, einen Anhang betreffend, hängend; E.: s. Anhang, s. ig; L.: Kluge s. u. anhängig, EWD s. u. hängen, DW 1, 368; GB.: seit 1416 belegte und aus anhäng(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einen Anhang betreffend oder hängend; F.: anhängig, anhängige, anhängiges, anhängigem, anhängigen, anhängiger+EW; Z.: an—häng-ig
$anhänglich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anhänglich, anhängend, zugetan, verbunden, treu; E.: s. Anhang, s. lich; L.: Kluge s. u. hängen, EWD s. u. hängen, DW 1, 369; GB.: seit 1479 belegte und aus anhäng(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches anhängend oder zugetan oder verbunden oder treu; F.: anhänglich, anhängliche, anhängliches, anhänglichem, anhänglichen, anhänglicher(, anhänglichere, anhänglicheres, anhänglicherem, anhänglicheren, anhänglicherer, anhänglichst, anhänglichste, anhänglichstes, anhänglichstem, anhänglichsten, anhänglichster)+EW; Z.: an—häng-lich
$Anhängsel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Anhängsel, Anhang, Zusatz, Beigabe; E.: s. anhäng(en), s. sel; GB.: seit 1679 belegte und aus anhäng(en) und s sowie el gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Anhang oder Zusatz oder eine Beigabe; L.: Kluge s. u. hängen, EWD s. u. hängen, DW 1, 369; F.: Anhängsel, Anhängsels, Anhängseln+EW; Z.: An-häng-sel
$anheben, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. anheben, erheben, beginnen; E.: s. an, s. heben; L.: Kluge s. u. anheben, DW 1, 370; E.: seit um 1140 belegte und aus an und heben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erheben oder beginnen; F.: anheben, hebe an, hebst an, heben an, hebt an, hebest an, hebet an, hob an, hobst an, hoben an, hobt an, hub an, hubst an, huben an, hubt (!)an, höbe an, höbest an, höben an, höbet an, hübe (!) an, hübest (!) an, hüben (!) an, hübet (!) an, angehoben, ##angehoben, angehobene, angehobenes, angehobenem, angehobenen, angehobener##, anhebend, ###anhebend, anhebende, anhebendes, anhebendem, anhebenden, anhebender###, anzuheben, ####anzuheben, anzuhebend, anzuhebende, anzuhebendes, anzuhebendem, anzuhebenden, anzuhebender####, heb (!) an+EW; Z.: an—heb-en
$anheim, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. anheim, zu Hause, frei; E.: s. an, s. Heim; L.: Kluge s. u. anheim, EWD s. u. anheim-, DW 1, 372; GB.: seit 1273 belegte und aus an und Heim gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches zu Hause oder auch frei; F.: anheim+EW; Z.: an—hei-m
$anheimeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. anheimeln, wohlwollend stimmen, vertraut anmuten; E.: s. an, s. heimeln; L.: Kluge s. u. anheimeln, DW 1, 372; E.: s. an, s. Heim, s. el, s. n; GB.: seit 1686 belegte und aus an und heimeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wohlwollend stimmen oder vertraut anmuten; F.: anheimeln, heimel (!) an, heimle an, heimele an, heimelst an, heimeln an, heimelt an, heimelte an, heimeltest an, heimelten an, heimeltet an, angeheimelt, ##angeheimelt, angeheimelte, angeheimeltes, angeheimeltem, angeheimelten, angeheimelter##, anheimelnd, ###anheimelnd, anheimelnde, anheimelndes, anheimelndem, anheimelnden, anheimelnder###, anzuheimeln, ####anzuheimeln, anzuheimelnd, anzuheimelnde, anzuheimelndes, anzuheimelndem, anzuheimelnden, anzuheimelnder####, heimel (!) an+EW; Z.: an—hei-m-el-n
$anheimfallen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. anheimfallen, zufallen, anfallen; L.: EWD s. u. anheim-, DW 1, 372; GB.: seit 1525 belegte und aus anheim und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zufallen oder anfallen; F.: anheimfallen, falle anheim, fällst anheim, fällt anheim, fallen anheim, fallt anheim, fallest anheim, fallet anheim, fiel anheim, fielst anheim, fielen anheim, fielt anheim, fielest anheim, fielet anheim, anheimgefallen, ##anheimgefallen, anheimgefallene, anheimgefallenes, anheimgefallenem, anheimgefallenen, anheimgefallener##, anheimfallend, ###anheimfallend, anheimfallende, anheimfallendes, anheimfallendem, anheimfallenden, anheimfallender###, anheimzufallen, ####anheimzufallen, anheimzufallend, anheimzufallende, anheimzufallendes, anheimzufallendem, anheimzufallenden, anheimzufallender####, fall (!) anheim+EW; Z.: an-hei-m—fall-en
$anheimgeben, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. anheimgeben, anheimstellen, überlassen (V.), freigeben; E.: s. anheim, s. geben; L.: EWD s. u. anheim-, DW 1, 372; F.: anheimgehen, gebe anheim, gibst anheim, gibt anheim, geben anheim, gab anheim, gabst anheim, gaben anheim, gabt anheim, gäbe anheim, gib (!) anheim +EW; Z.: an-hei-m—geb-en
$anheimstellen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. anheimstellen, anheimgeben, überlassen (V.), freigeben; E.: s. anheim, s. stellen; L.: EWD s. u. anheim, fehlt DW; GB.: seit 1522 belegte und aus anheim und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches überlassen (V.) oder anvertrauen oder anheimgeben; F.: anheimstellen, stelle anheim, stellst anheim, stellt anheim, stellen anheim, stellest anheim, stellet anheim, stellte anheim, stelltest anheim, stellten anheim, stelltet anheim, anheimgestellt, ##anheimgestellt, anheimgestellte, anheimgestelltes, anheimgestelltem, anheimgestellten, anheimgestellter##, anheimstellend, ###anheimstellend, anheimstellende, anheimstellendes, anheimstellendem, anheimstellenden, anheimstellender###, anheimzustellen, ####anheimzustellen, anheimzustellend, anheimzustellende, anheimzustellendes, anheimzustellendem, anheimzustellenden, anheimzustellender####, stell (!) anheim+EW; Z.: an-he-im—stel-l-en
$anheischig, nhd., Adv., (14. Jh.?): nhd. anheischig, abverlangend, fordernd; E.: s. anheisch(en), s. ig; L.: Kluge s. u. anheischig, EWD s. u. anheischig, DW 1, 373; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus anheisch(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches abverlangend oder fordernd; F.: anheischig, anheischige, anheischiges, anheischigem, anheischigen, anheischiger(, anheischigere, anheischigeres, anheischigerem, anheischigeren, anheischigerer, anheischigst, anheischigste, anheischigstes, anheischigstem, anheischigsten, anheischigste)+EW; Z.: an—heisch-ig
$anheitern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anheitern, heiter werrden, antrinken; Hw.: s. angeheitert; E.: s. an, s. heitern; L.: Kluge s. u. heiter, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus an und heitern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche und Entwicklung alkoholischer Getränke des Menschen mögliches heiter werden oder antrinken; F.: anheitern, heitere an, heiter (!) an, heiterst an, heitert an, heitern an, heiterte an, heitertest an, heiterten an, heitertet an, angeheitert, ##angeheitert, angeheiterte, angeheitertes, angeheitertem, angeheiterten, angeheiterter##, anheiternd, ###anheiternd, anheiternde, anheiterndes, anheiterndem, anheiternden, anheiternder###, anzuheitern, ####anzuheitern, anzuheiternd, anzuheiternde, anzuheiterndes, anzuheiterndem, anzuheiternden, anzuheiternder####, heiter (!) an+EW; Z.: an—hei-t-er-n
$anheizen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anheizen, beheizen, erwärmen; E.: s. an, s. heizen; L.: Kluge s. u. heizen, EWD s. u. heizen, DW 1, 374; GB.: seit 1552 belegte und aus an und heizen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches beheizen oder erwärmen; F.: anheizen, heize (!) an, heizst (!) an, heizt an, heizen an, heizest an, heizet an, heizte an, heiztest an, heizten an, heiztet an, angeheizt, ##angeheizt, angeheizte, angeheiztes, angeheiztem, angeheizten, angeheizter##, anheizend, ###anheizend, anheizende, anheizendes, anheizendem, anheizenden, anheizender###, anzuheizen, ####anzuheizen, anzuheizend, anzuheizende, anzuheizendes, anzuheizendem, anzuheizenden, anzuheizender####, heiz (!) an+EW; Z.: an—hei-z-en
$anherrschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anherrschen, anfahren, zurechtweisen; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. an, s. herrschen; L.: EWD s. u. herrschen, fehlt DW; GB.: seit 1842 belegte und aus an und herrschen gebildete für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches anfahren oder zurechtweisen; F.: anherrschen, herrsche an, herrschst an, herrscht an, herrschest an, herrschet an, herrschte an, herrschtest an, herrschten an, herrschtet an, angeherrscht, ##angeherrscht, angeherrschte, angeherrschtes, angeherrschtem, angeherrschten, angeherrschter##, anherrschend, ###anherrschend, anherrschende, anherrschendes, anherrschendem, anherrschenden, anherrschender###, anzuherrschen, ####anzuherrschen, anzuherrschend, anzuherrschende, anzuherrschendes, anzuherrschendem, anzuherrschenden, anzuherrschender####, herrsch (!) an+EW; Z.: an—her-r-sch-en
$anheuern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anheuern, anwerben, anstellen, in Dienst treten; E.: s. an, s. heuern, s. Heuer; L.: Kluge s. u. Heuer, EWD s. u. heuern, fehlt DW; GB.: seit 1499 belegte und aus an und heuern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung einer entgeltlichen Schiffsbesatzung mögliches anwerben oder anstellen oder in Dienst treten; F.: anheuern, heuere an, heuer (!) an, heuerst an, heuert an, heuern an, heuerte an, heuertest an, heuerten an, heuertet an, angeheuert, ##angeheuert, angeheuerte, angeheuertes, angeheuertem, angeheuerten, angeheuerter##, anheuernd, ###anheuernd, anheuerndes, anheuerndem, anheuernden, anheuernder###, anzuheuern, ####anzuheuern, anzuheuernd, anzuheuernde, anzuheuerndes, anzuheuerndem, anzuheuernden, anzuheuernder###, heuer (!) an+EW; Z.: an—heuer-n
$anhimmeln, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. anhimmeln, verehren, bewundern; E.: s. an, s. himmeln, s. Himmel; L.: Kluge s. u. anhimmeln, fehlt DW; E.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus an und himmeln bzw. Himmel gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verehren oder bewundern; F.: anhimmeln, himmel (!) an, himmle an, himmele an, himmelst an, himmeln an, himmelt (!) an, himmelte an, himmeltest an, himmelten an, himmeltet an, gehimmelt an, angehimmelt, ##angehimmelt, angehimmelte, angehimmeltes, angehimmeltem, angehimmelten, angehimmelter##, anhimmelnd, ###anhimmelnd, anhimmelnde, anhimmelndes, anhimmelndem, anhimmelnden, anhimmelnder###, anzuhimmeln, ####anzuhimmeln, anzuhimmelnd, anzuhimmelnde, anzuhimmelndes, anzuhimmelndem, anzuhimmelnden, anzuhimmelnder####, himmel (!) an+EW; Z.: an—hi-m-m-el-n
$Anhöhe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Anhöhe, Erhebung, Höhe; E.: s. an, s. Höhe; L.: EWD s. u. hoch, DW 1, 376; GB.: seit 1657 belegte und aus an und Höhe gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche leichte Erhebung oder Höhe; F.: Anhöhe, Anhöhen+EW; Z.: An—hö-h-e
Anilin, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Anilin, ein Farbstoff; ne. aniline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. anil; E.: s. frz. anil, Sb., Anilin; arab. an-nīl, Sb., Indigo; pers. nil, Sb., Indigopflanze; ai. nīlī-, Sb., Indigopflanze; ai. nila-, Adj., dunkelblau; idg. *nei- (2), *nei̯ə-, *nī-, V., bewegt sein (V.), erregt sein (V.), glänzen, Pokorny 760 (1291/18) (RB. idg. aus ind.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Anilin, EWD s. u. Anilin, fehlt DW, DW2 2, 1064, Duden s. u. Anilin; Son.: vgl. nndl. aniline, Sb., Anilin; frz. aniline, F., Anilin; nschw. anilin, Sb., Anilin; nnorw. anilin, N., Anilin; poln. anilina, F., Anilin; nir. anailín, M., Anilin; lett. anilīns, M., Anilin; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen sowie Altindischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine klare leicht ölige giftige hellbraune sowie teilweise aus Erdöl gewinnbare Flüssigkeit welche die Grundlage für die von Menschen entwickelte und verwendete Herstellung zahlreicher Farbstoffe und Arzneimittel ist; BM.: Farbe die durch Destillation von Indigo entdeckt wurde; F.: Anilin, Anilins+FW(+EW); Z.: A-ni-l-in
animalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. animalisch, tierisch, triebhaft; ne. feral, animal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. animieren; Q.: 1529/1532 (Paracelsus); I.: Lw. lat. animālis; E.: s. lat. animālis (1), Adj., aus Luft bestehend, luftartig, beseelt, lebend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. animalisch, EWD s. u. animalisch, fehlt DW, DW2 2, 1065, Duden s. u. animalisch; Son.: vgl. nndl. animalisch, Adj., animalisch; nschw. animalisk, Adj., animalisch; nnorw. animalisk, Adj., animalisch; kymr. anifeileidd, Adj., animalisch; GB.: seit 1529/1532 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches tierisch oder triebhaft; BM.: Atmen von Lebewesen; F.: animalisch, animalische, animalisches, animalischem, animalischen, animalischer(, animalischere, animalischeres, animalischerem, animalischeren, animalischerer, animalischste, animalischstes, animalischstem, animalischsten, animalischster)+FW+EW; Z.: an-i-m-al-isch
Animateur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Animateur, Unterhalter; ne. holidy rep, host; Vw.: -; Hw.: s. animieren, Animation; Q.: 1970; I.: Lw. frz. animateur; E.: s. frz. animateur, M., Animateur, Leiter (M.); vgl. frz. animer, V., anregen; lat. animāre, V., mit Luft versehen (V.), blasen, beleben, beseelen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. animieren, DW2 2, 1067, Duden s. u. Animateur; Son.: vgl. nschw. animatör, Sb., Animateur; nnorw. animantør, M., Animateur; poln. animator, M., Animateur; lit. animatorius, M., Animateur; GB.: seit 1970 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der gewinnorientierten hedonistischen Gesellschaft der Gegenwart zwecks Freizeitgestaltung von Menschen und dadurch möglicher Gewinnerzielung in Form von Spielen und Sport und Spaß Angestellten oder Unterhalter; BM.: beleben bzw. zu Leben erwecken, Atmen von Lebewesen; F.: Animateur, Animateurs, Animateures, Animateure, Animateuren+FW; Z.: An-im-at-eur
Animation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Animation, Belebung, Zeichentrick, organisierte Freizeitaktivität; ne. animation; Vw.: -; Hw.: s. animieren, Animateur; Q.: 1682; I.: Lw. lat. animātio; E.: s. lat. animātio, F., Beleben, Beseelen, belebende Kraft, lebendes Wesen, Beseelt-Sein, Belebt-Sein, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. animieren, fehlt DW, DW2 2, 1067, Duden s. u. Animation; Son.: vgl. nndl. animatie, Sb., Animation; frz. animation, F., Animation; nschw. animation, Sb., Animation; nnorw. animasjon, M., Animation; poln. animacja, F., Animation; kymr. animeiddiad, M., Animation; lit. animacija, F., Animation; GB.: seit 1682 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Verfahren das unbelebten Objekten in einem Trickfilm Bewegung verleiht oder allgemeiner für organisierte Freizeitaktivität(en); BM.: beleben oder zu (vorgespieltem) Leben erwecken, Atmen von Lebewesen; F.: Animation, Animationen+FW(+EW); Z.: An-im-at-io-n
animieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. animieren, anregen; ne. encourage, incite; Vw.: -; Hw.: s. Animateur, Animation; Q.: 1599; I.: Lw. frz. animer; E.: s. frz. animer, V., anregen; lat. animāre, V., mit Luft versehen (V.), blasen, beleben, beseelen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. animieren, EWD s. u. animieren, fehlt DW, DW2 2, 1068, Duden s. u. animieren; Son.: vgl. nndl. animeren, V., animieren; nschw. animera, V., animieren; nnorw. animere, V., animieren; lit. animuoti, V., animieren; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unterhalten (V.) oder ermuntern oder beleben oder allgemein zu mehr Leben erwecken; BM.: atmen bzw. hauchen; F.: animieren, animiere, animierst, animiert, animierest, animieret, animierte, animiertest, animierten, animiertet, ##animiert, animierte, animiertes, animiertem, animierten, animierter##, animierend, ###animierend, animierende, animierendes, animierendem, animierenden, animierender###, animier (!)+FW+EW; Z.: an-im-ier-en
$Animiermädchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Animiermädchen; E.: s. animier(en), s. Mädchen; L.: Kluge s. u. animieren, fehlt DW; GB.: seit 1899 belegte und aus animier(en) und Mädchen gebildete Bezeichnung für eine wohl auch schon früher zwecks Umsatzsteigerung in Nachtlokalen mittels Prostitution angestellte oder tätige Frau; F.: Animiermädchen, Animiermädchens+FW+EW; Z.: An-im-ier-mä-d-chen
Animosität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Animosität, Feindseligkeit; ne. animosity, hostility; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. frz. animosité; E.: s. frz. animosité, F., Animosität, Feindseligkeit; lat. animōsitās, M., Herzhaftigkeit, Mut, Leidenschaftlichkeit, Gereiztheit, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Animosität, fehlt DW, DW2 2, 1069, Duden s. u. Animosität; Son.: vgl. nndl. animositeit, Sb., Animosität; nschw. animositet, Sb., Animosität; nnorw. animositet, M., Animosität; poln. animozja, F., Animosität; GB.: seit (1616) belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine feindliche Einstellung oder eine Feindseligkeit; BM.: von Gereiztheit; F.: Animosität, Animositäten+FW(+EW?); Z.: An-im-os-it-ät,
Anis, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Anis, eine Pflanze; ne. anise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. anīz, enīz, st. N., Anis; mnd. anīs, M., Anis; mnl. anijs, M., Anis; s. ahd.? anis, st. N. (a), Anis, Dill; lat. anīsum, N., Anis, (14-37 n. Chr.); gr. ἄνισον (ánison), N., Anis; weitere Herkunft unklar, aus Ägypten oder Kleinasien, s. Walde/Hofmann 1, 846; L.: Kluge 1. A. s. u. Anis, Kluge s. u. Anis, EWD s. u. Anis, DW 1, 377, DW2 2, 1070, EWAhd 1, 257, Duden s. u. Anis; Son.: vgl. nndl. anijs, Sb., Anis; frz. anis, M., Anis; nschw. anis, Sb., Anis; nnorw. anis, M., Anis; poln. anyź, M., Anis; nir. ainís, Sb., Anis; lit. anyžius, M., Anis; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit Ägypten oder Kleinasien verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und möglicherweise ursprünglich aus dem Nahen Osten kommende sowie von Menschen als entspannendes Gewürz aus Samen oder Blättern verwendete bis zu 60 Zentimeter hohe Pflanze aus der Familie der Doldenblütler; BM.: unklar; F.: Anis, Anises, Anise, Anisen+FW(+EW); Z.: Anis
Anke, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Anke, Anken, Fett, Butter; ne. grease (N.), butter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Anken; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. anke (2), sw. M., Butter; mnd. anke, Sb., Butter; ahd. anko*, anco, sw. M. (n), Butter; as. -; anfrk. -; germ. *ankwō-, *ankwōn, *ankwa-, *ankwan, sw. M. (n), Schmer, Fett; idg. *ongᵘ̯en-, *n̥gᵘ̯en-, Sb., Salbe, Schmiere, Pokorny 779; s. idg. ongᵘ̯-, V., salben, Pokorny 779 (1340/20) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Anke, Kluge s. u. Anke, DW 1, 378, DW2 2, 1074, EWAhd 1, 263, Duden s. u. Anke, Bluhme s. u. Anke; Son.: vgl. ai. anákti, V. (3. Pers. Sg. Präs.), er salbt; ai. áñjas-, N., Salbe; arm. aucanem, V. (1. Pers. Sg. Präs.), salbe; lat. unguen, N., Fett, Salbe; air. imb, N., M., Butter; apreuß. anctan, ancte, Sb., Butter; GB.: (anko) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Fett; BM.: Fettheit von Salbe; F.: Anke, Anken, Ankens+EW; Z.: Ank-e
Anken, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Anken, Anke, Fett, Butter; ne. grease (N.), butter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Anke; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. anke (2), sw. M., Butter; mnd. anke, Sb., Butter; ahd. anko*, anco, sw. M. (n), Butter; as. -; anfrk. -; germ. *ankwō-, *ankwōn, *ankwa-, *ankwan, sw. M. (n), Schmer, Fett; idg. *ongᵘ̯en-, *n̥gᵘ̯en-, Sb., Salbe, Schmiere, Pokorny 779; s. idg. ongᵘ̯-, V., salben, Pokorny 779 (1340/20) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Anke, Kluge s. u. Anke, DW 1, 378, DW2 2, 1074, EWAhd 1, 263, Duden s. u. Anke, Bluhme s. u. Anke; Son.: vgl. ai. anákti, V. (3. Pers. Sg. Präs.), er salbt; ai. áñjas-, N., Salbe; arm. aucanem, V. (1. Pers. Sg. Präs.), salbe; lat. unguen, N., Fett, Salbe; air. imb, N., M., Butter; apreuß. anctan, ancte, Sb., Butter; GB.: (anko) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Fett; BM.: Fettheit von Salbe; F.: Anken, Ankens+EW; Z.: Ank-en
Anker (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Anker (M.) (1), Schiffsanker; ne. anchor (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. anker, st. M., Anker (M.) (1), Beständigkeit; mnd. anker, ancher, anchor, M., N., Anker (M.) (1), ankerartige Verklammerung; mnl. anker, M., Anker (M.) (1); ahd. anker, st. M. (a), Anker (M.) (1); ahd. ankero, sw. M. (n): nhd. Anker (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *ankor-, Sb., Anker (M.) (1); lat. ancora, F., Anker (M.) (1), (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); gr. ἄγκῦρα (ánkyra), F., Anker (M.) (1); vgl. idg. *ank- (2), ang-, *h₂enk-, V., biegen, Pokorny 45 (81/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Anker 1, Kluge s. u. Anker 1, EWD s. u. Anker, DW 1, 379, DW2 2, 1076, EWAhd 1, 261, Duden s. u. Anker, Bluhme s. u. Anker; Son.: vgl. afries. anker, onker, st. M. (a), Anker (M.) (1); ae. ancor, ancer, st. M. (a), Anker (M.) (1); ae. ancra, sw. M. (n), Anker (M.) (1); an. akkeri, N., Anker (M.) (1); got. -; nndl. anker, Sb., Anker (M.) (1); frz. ancre, F., Anker (M.) (1); nschw. ankar, Sb., Anker (M.) (1); nnorw. anker, N., Anker (M.) (1); kymr. angor, M., Anker (M.) (1); nir. ancaire, M., Ankor (M.) (1); lit. inkaras, M., Anker (M.) (1); GB.: seit um 1150 belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon etwas früher entwickelte und verwendete Einrichtung um ein Wasserfahrzeug an Boden oder Eis festzumachen; BM.: Biegen, von dem Haken zu einem Befestigen; F.: Anker, Ankers, Ankern+FW(+EW); Z.: Ank-er
Anker (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Anker (M.) (2), ein Flüssigkeitsmaß; ne. anker, a liquid measure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1615; I.: Lw. nndl. anker; E.: s. nndl. anker, M., Anker (M.) (2); mlat. anceria, F., kleiner Bottich, kleine Tonne (F.) (1); weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von ahd. hantkar, st. N. (a), Waschbecken, Gefäß zum Händewaschen; vgl. ahd. hant, st. F. (i, u), Hand, Arm, Macht, Gewalt; germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); ahd. kar, st. N. (a), Gefäß, Wanne, Trog, Schale (F.) (2); germ. *kar, Sb., Gefäß; s. germ. *kasa-, *kasam, st. N. (a), Gefäß; L.: Kluge 1. A. s. u. Anker 2, Kluge s. u. Anker 2, DW 1, 380, DW2 2, 1078, Duden s. u. Anker; Son.: vgl. ne. anker, N., Anker (M.) (2), ein Flüssigkeitsmaß; nschw. ankare, Sb., Anker (M.) (2), ein Flüssigkeitsmaß; nisl. anker, M.?, Anker (M.) (2), ein Flüssigkeitsmaß; GB.: seit 1615 belegte und über das Neuniederländische aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in dem Nordseeraum und Ostseeraum von Menschen entwickeltes und verwendetes altes Flüssigkeitsmaß vor allem für Wein; BM.: unklar; F.: Anker, Ankers, Ankern+FW; Z.: An-ker
$ankern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ankern, vor Anker gehen, Anker werfen; Vw.: s. ver-; E.: s. Anker (M.) (1), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Anker 1, EWD s. u. Anker. DW 1, 380; GB.: seit nach 1190 belegte und von Anker (M.) (1) abgeleitete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Ankern mögliches vor Anker gehen oder Anker werfen; F.: ankern (!), ankere, anker (!), ankerst, ankert, ankerte, ankertest, ankerten, ankertet, geankert, ##geankert, geankerte, geankertes, geankertem, geankerten, geankerter##, ankernd, ###ankernd, ankerndes, ankerndem, ankernden, ankernder###, anker (!)+FW+EW; Z.: ank-er-n
$anketten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anketten, festketten, festmachen; E.: s. an, s. ketten; L.: EWD s. u. Kette 2, DW 1, 380; GB.: seit nach 1496 belegte und aus an und ketten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Ketten mögliches festketten oder festmachen; F.: anketten, kette (!) an, kettest an, kettet an, kettete an, kettetest an, ketteten an, kettetet an, angekettet, ##angekettet, angekettete, angekettetes, angekettetem, angeketteten, angeketteter##, ankettend, ###ankettend, ankettende, ankettendes, ankettendem, ankettenden, ankettender###, anzuketten, ####anzuketten, anzukettend, anzukettende, anzukettendes, anzukettendem, anzukettenden, anzukettender####, kett (!) an, kette (!) an+FW(+EW); Z.: an—ket-t-en
$Anklage, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Anklage; Q.: 1295 (Urkunde); E.: s. anklage(n); L.: EWD s. u. Klage, DW 1, 381; GB.: seit 1295 belegte und mit anklagen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche vor einem Gericht erhobene Beschuldigung wegen eines rechtswidrigen oder sonst gesellschaftlich abgelehnten Verhaltens; F.: Anklage, Anklagen (!)+EW; Z.: Ank—kla-g-e
$anklagen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anklagen, vor Gericht beschuldigen, anlasten, vorwerfen; Q.: um 1275 (Deutschenspiegel); E.: s. an, s. klagen; GB.: seit um 1275 belegte und aus an und klagen gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vor Gericht beschuldigen oder anlasten oder vorwerfen; L.: EWD s. u. Klage, DW 1, 381; F.: anklagen, klage (!) an, klagst an, klagt an, klagest an, klaget an, klagte an, klagtest an, klagten an, klagtet an, angeklagt, ##angeklagt, angeklagte, angeklagtes, angeklagtem, angeklagten, angeklagter##, anklagend, ###anklagend, anklagende, anklagendes, anklagendem, anklagenden, anklagender###, anzuklagen, ####anzuklagen, anzuklagend, anzuklagende, anzuklagendes, anzuklagendem, anzuklagenden, anzuklagender####, klag (!) an, klage (!) an+EW; Z.: an—kla-g en
$anklägerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. anklägerisch, Ankläger betreffend; E.: s. Ankläger, s. isch; L.: EWD s. u. Klage; GB.: seit 1734 belegte und aus Ankläger (um dreizehnhundertundfünf) und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ankläger betreffend; F.: anklägerisch, anklägerische, anklägerisches, anklägerischem, anklägerischen, anklägerischer+EW; Z.: an—klä-g-er-isch
$Anklang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Anklang, Klang, Erklingen; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. an, s. Klang; L.: EWD s. u. klingen, DW 1, 381; GB.: seit 1773 belegte und aus an und Klang gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches Erklingen eines von Menschen verursachten Tones (M.) (2); F.: Anklang, Anklangs, Anklanges+EW; Z.: An—kla-ng
$ankleiden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ankleiden, anziehen, bekleiden; E.: s. an, s. kleiden; L.: EWD s. u. Kleid, DW 1, 382; GB.: seit vor 1350 belegte und aus an und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Bekleidung mögliches bekleiden oder ankleiden oder anziehen; F.: ankleiden, kleide (!) an, kleidest an, kleidet an, kleidete an, kleidetest an, kleideten an, kleidetet an, angekleidet, ##angekleidet, angekleidete, angekleidetes, angekleidetem, angekleideten, angekleideter##, ankleidend, ###ankleidend, ankleidende, ankleidendes, ankleidendem, ankleidenden, ankleidender###, anzukleiden, ####anzukleiden, anzukleidend, anzukleidende, anzukleidendes, anzukleidendem, anzukleidenden, anzukleidender####, kleid (!) an+EW; Z.: an-kleid-en
$anklingen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. anklingen, klingen; Q.: 1429?; E.: s. an, s. klingen; L.: EWD s. u. klingen, DW 1, 383; GB.: vielleicht seit 1429 belegte und aus an und klingen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Musik mögliches Erklingen eines von Menschen verursachten Tones (M.) (2); F.: anklingen, klinge (!) an, klingst an, klingt an, klingest an, klinget an, klang (!) an, klangst an, klangen an, klangt an, klänge an, klängest an, klängen an, klänget an, angeklungen, ##angeklungen, angeklungene, angeklungenes, angeklungenem, angeklungenen, angeklungener##, anklingend, ###anklingend, anklingende, anklingendes, anklingendem, anklingenden, anklingender###, anzuklingen, ####anzuklingen, anzuklingend, anzuklingende, anzuklingendes, anzuklingendem, anzuklingenden, anzuklingender####, kling (!) an+EW; Z.: an—kli-ng-en
$ankohlen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. ankohlen anbrennen, beschwindeln, belügen; E.: s. an, s. kohlen; L.: Kluge s. u. ankohlen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1873 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches anbrennen sowie in anderer Bedeutung auch für beschwindeln oder belügen; F.: ankohlen, kohlen an, kohle (!) an, kohlest an, kohlet an, kohlte an, kohltest an, kohlten an, kohltet an, angekohlt, ##angekohlt, angekohlte, angekohltes, angekohltem, angekohlten, angekohlter##, ankohlend, ###ankohlend, ankohlende, ankohlendes, ankohlendem, ankohlenden, ankohlender###, anzukohlen, ####anzukohlen, anzukohlend, anzukohlende, anzukohlendes, anzukohlendem, anzukohlenden, anzukohlender####, kohl (!) an+EW; Z.: an—kohl-en
$ankommen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. ankommen, hinzukommen, angreifen; E.: s. an, s. kommen bzw. s. ahd. anakweman; L.: Kluge s. u. kommen, EWD s. u. kommen, DW 1, 384; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. (anakweman) belegte und aus an und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinzukommen oder angreifen; F.: ankommen, komme an, kommst an, kommt an, kommen an, kommest an, kommet an, kam an, kamst an, kamen an, kamt an, käme an, kämest an, kämen an, kämet an, angekommen, ##angekommen, angekommene, angekommenes, angekommenem, angekommenen, angekommener##, ankommend, ###ankommend, ankommende, ankommendes, ankommendem, ankommenden, ankommender###, anzukommen, ####anzukommen, anzukommend, anzukommende, anzukommendes, anzukommendem, anzukommenden, anzukommender####, komm (!) an+EW; Z.: an—kom-m-en
$Ankömmling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ankömmling, Ankommender; E.: s. ankomm(en), s. ling; L.: EWD s. u. kommen, DW 1, 384; GB.: seit 1638 belegte und vielleicht nach lat. advena aus ankomm(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Ankommenden; F.: Ankömmling, Ankömmlings, Ankömmlinge, Ankömmlingen+EW; Z.: An-köm-m-ling
$ankotzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ankotzen, anwidern, anspeien; E.: s. an, s. kotzen; L.: Kluge s. u. kotzen, EWD s. u. kotzen, fehlt DW; GB.: seit 1927 belegte und aus an und kotzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches anwidern oder anspeien; F.: ankotzen, kotze (!) an, kotzst an, kotzt an, kotzen an, kotzest an, kotzet an, kotzte an, kotztest an, kotzten an, kotztet an, angekotzt, ##angekotzt, angekotzte, angekotztes, angekotztem, angekotzten, angekotzter##, ankotzend, ###ankotzend, ankotzende, ankotzendes, ankotzendem, ankotzenden, ankotzender###, anzukotzen, ####anzukotzen, anzukotzend, anzukotzende, anzukotzendes, anzukotzendem, anzukotzenden, anzukotzender####, kotz (!) an+EW; Z.: an—kotz-en
$ankreiden, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ankreiden, anschreiben, mit Kreide kennzeichnen, zu Last legen; E.: s. an, s. kreiden; L.: Kluge s. u. ankreiden, Kreide, DW 1, 387, EWD s. u. Kreide; GB.: seit um 1450 belegte und aus an und kreiden bzw. Kreide gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches anschreiben oder mit Kreide kennzeichnen oder zu Last legen; F.: ankreiden, kreiden (!) an, kreide (!) an, kreidest an, kreidet an, kreidete an, kreidetest an, kreideten an, kreidetet an, angekreidet, ##angekreidet, angekreidete, angekreidetes, angekreidetem, angekreideten, angekreideter##, ankreidend, ###ankreidend, ankreidende, ankreidendes, ankreidendem, ankreidenden, ankreidender###, anzukreiden, ####anzukreiden, anzukreidend, anzukreidende, anzukreidendes, anzukreidendem, anzukreidenden, anzukreidender####, kreid (!) an+EW; Z.: an—kreid-en
$Ankunft, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ankunft Ankommen, Kommen; E.: s. an, s. Kunft; L.: EWD s. u. kommen, DW 1, 387; GB.: seit 1470 belegte und vielleicht nach lat. adventus aus an und Kunft bzw. komm(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ankommen oder Kommen; F.: Ankunft, Ankünfte, Ankünften+EW; Z.: An—kun-ft
$ankurbeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ankurbeln, mit einer Kurbel in Bewegung setzen; E.: s. an, s. kurbeln; L.: Kluge s. u. ankurbeln, EWD s. u. Kurbel, fehlt DW; GB.: seit 1918 belegte und aus an und kurbeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung durch den Menschen mögliches mit einer Kurbel in Bewegung setzen; F.: ankurbeln, kurbel (!) an, kurble an, kurbelst an, kurbelt an, kurbelte an, kurbeltest an, kurbelten an, kurbeltet an, angekurbelt, ##angekurbelt, angekurbelte, angekurbeltes, angekurbeltem, angekurbelten, angekurbelter##, ankurbelnd, ###ankurbelnd, ankurbelnde, ankurbelndes, ankurbelndem, ankurbelnden, ankurbelnder###, anzukurbeln, ####anzukurbeln, anzukurbelnd, anzukurbelnde, anzukurbelndes, anzukurbelndem, anzukurbelnden, anzukurbelnder####, kurbel (!) an+EW+FW; Z.: an—kur-b-el-n
$Anlage, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Anlage, Hinzugelegtes, Angelegtes, beigefügtes Schriftstück; Vw.: s. Klär-; L.: Kluge s. u. Anlage, EWD s. u. legen, DW 1, 389; E.: vielleicht seit um 1280 belegte und aus an und Lage gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliches Hinzugelegtes oder Angelegtes oder auch ein beigefügtes Schriftstück; F.: Anlage, Anlagen+EW; Z.: An—lag-e
$anlangen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. anlangen, beanspruchen, betreffen, angehen; E.: s. an. s. langen; L.: EWD s. u. lang, DW 1, 390; GB.: vielleicht seit um 1300 belegte und aus an und langen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beanspruchen oder betreffen oder angehen; F.: anlangen, lange (!) an, langst an, langt an, langest an, langet an, langte an, langtest an, langten an, langtet an, angelangt, ##angelangt, angelangte, angelangtes, angelangtem, angelangten, angelangter##, anlangend, ###anlangend, anlangende, anlangendes, anlangendem, anlangenden, anlangender###, anzulangen, ####anzulangen, anzulangend, anzulangende, anzulangendes, anzulangendem, anzulangenden, anzulangender####, lang (!) an+EW; Z.: an—la-ng-en
$Anlass, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Anlass, Beginn, Ursache, Grund; E.: s. an. s. lass(en); L.: Kluge s. u. Anlass, lassen, EWD s. u. lassen, DW 1, 390 (Anlasz); GB.: seit um 1180 belegte und aus an und lass(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Beginn oder eine Ursache oder einen Grund; F.: Anlass, Anlasses, Anlässe, Anlässen+EW; Z.: An—la-ss
$anlassen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. anlassen, hineinlassen, tätig werden lassen, anbehalten; Vw.: s. ver-; E.: s. an, s. lassen; L.: Kluge s. u. Anlass, lassen, EWD s. u. lassen, DW 1, 391; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus an und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinlassen oder lassen an oder tätig werden lassen oder anbehalten; F.: anlassen, lasse an, lässt an, lassen an, lasst an, lassest an, lasset an, ließ an, ließest an, ließt (!) an, ließen an, ließet an, angelassen, ##angelassen, angelassene, angelassenes, angelassenem, angelassenen, angelassener##, anlassend, ###anlassend, anlassende, anlassendes, anlassendem, anlassenden, anlassender###, anzulassen, ####anzulassen, anzulassend, anzulassende, anzulassendes, anzulassendem, anzulassenden, anzulassender####, lass (!) an+EW; Z.: an—la-ss-en
$Anlasser, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Anlasser, Anlassender, Anbehaltender, Startvorrichtung für Motore; E.: s. Anlass, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Anlass, EWD s. u. lassen, fehlt DW; GB.: seit 1432 belegte und aus anlass(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anlassenden oder auch Anbehaltenden sowie später für eine von Menschen entwickelte Startvorrichtung für Motore; F.: Anlasser, Anlassers, Anlassern+EW; Z.: An—la-ss-er
$anlässlich, nhd., Adj., Präp., (15. Jh.?): nhd. anlässlich, einen Anlass betreffend; E.: s. Anlass, s. lich; L.: EWD s. u. lassen, fehlt DW; GB.: seit 1435 belegte und aus Anlass und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches einen Anlass betreffend; F.: anlässlich+EW; Z.: an—lä-ss-lich
$Anlauf, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Anlauf, Anlaufen, Hinzulaufen, Angriff; E.: s. an, s. Lauf; L.: EWD s. u. laufen, DW 1, 393; GB.: (analouf*) seit um 1070 belegte und aus an und Lauf gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches Anlaufen oder Hinzulaufen oder Angriff; F.: Anlauf, Anlaufes, Anlaufs, Anläufe, Anläufen+EW; Z.: An—lauf
$anlaufen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. anlaufen, hinzulaufen; E.: s. an, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, EWD s. u. laufen, DW 1, 393; GB.: seit um 796 belegte und aus an und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches hinzulaufen; F.: anlaufen, laufe (!) an, läufst an, läuft an, lauft an, laufen an, laufest an, laufet an, lief an, liefst an, liefen an, lieft (!) an, liefest an, liefet an, angelaufen, ##angelaufen, angelaufene, angelaufenes, angelaufenem, angelaufenen, angelaufener##, anlaufend, ###anlaufend, anlaufende, anlaufendes, anlaufendem, anlaufenden, anlaufender###, anzulaufen, ####anzulaufen, anzulaufend, anzulaufende, anzulaufendes, anzulaufendem, anzulaufenden, anzulaufender####, lauf (!) an+EW; Z.: an—lauf-en
$anlegen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. anlegen, hinlegen, anziehen; E.: s. an, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, EWD s. u. legen, DW 1, 395; GB.: seit um 796 belegte und aus an und legen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches hinlegen oder auch anziehen; F.: anlegen, lege an, legst an, legt an, legen an, legest an, leget an, legte an, legtest an, legten an, legtet an, angelegt, ##angelegt, angelegte, angelegtes, angelegtem, angelegten, angelegter##, anlegend, ###anlegend, anlegende, anlegendes, anlegendem, anlegenden, anlegender###, anzulegen, ####anzulegen, anzulegend, anzulegendes, anzulegendem, anzulegenden, anzulegender####, leg (!) an+EW; Z.: an—leg-en
$Anlehen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Anlehen; L.: Kluge s. u. Anlehen, fehlt DW; GB.: seit um 800 belegte und aus an und Lehen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Leihe; F.: Anlehen, Anlehens+EW; Z.: An—leh-en
$Anleihe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anleihe; E.: seit 1490 belegte und aus an und Leihe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Leihe; L.: EWD s. u. leihen, DW 1, 400; F.: Anleihe, Anleihen+EW; Z.: An—leih-e
$anleiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. anleiten, heranleiten, heranführen; E.: s. an, s. leiten; L.: Kluge s. u. leiten, EWD s. u. leiten, DW 1, 400; GB.: (analeiten*) seit um 800 belegte und aus an und leiten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches heranleiten oder heranführen; F.: anleiten, leite (!) an, leitest an, leitet an, leiten an, leitete an, leitetest an, leiteten an, leitetet an, angeleitet, ##angeleitet, angeleitete, angeleitetes, angeleitetem, angeleiteten, angeleiteter##, anleitend, ###anleitend, anleitende, anleitendes, anleitendem, anleitenden, anleitender###, anzuleiten, ####anzuleiten, anzuleitend, anzuleitende, anzuleitendes, anzuleitendem, anzuleitenden, anzuleitender####, leit (!) an+EW; Z.: an-lei-t-en
$Anleitung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Anleitung, Hineinleitung, Anweisung, Erklärung, Beschlagnahme; E.: s. anleit(en), s. ung; L.: EWD s. u. leiten, DW 1, 400; GB.: (aneleitunge) vielleicht seit Anfang 13. Jh. belegte und aus anleit(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Hineinleitung oder eine Anweisung oder eine Erklärung oder eine Beschlagnahme; F.: Anleitung, Anleitungen+EW; Z.: An—lei-t-ung
$anliegen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. anliegen, danebenliegen, angrenzen; E.: s. an., s. liegen; L.: Kluge s. u. liegen, EWD s. u. liegen, DW 1, 401; GB.: (analiggen*) seit 9. Jh. belegte und aus an und liegen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches danebenliegen oder angrenzen; F.: anliegen, liege (!) an, liegst an, liegt an, liegen an, liegest an, lieget an, lag an, lagst an, lagen an, lagt an, läge an, lägest an, lägen an, läget an, angelegen, ##angelegen, angelegene, angelegenes, angelegenem, angelegenen, angelegener##, anliegend, ###anliegend, anliegende, anliegendes, anliegendem, anliegenden, anliegender###, anzuliegen, ####anzuliegen, anzuliegend, anzuliegende, anzuliegendes, anzuliegendem, anzuliegenden, anzuliegender####, lieg (!) an+EW; Z.: an—lieg-en
$Anliegen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Anliegen, Angelegenheit, Wunsch, Bedürfnis; E.: s. anliegen; L.: Kluge s. u. Anliegen, EWD s. u. liegen, DW 1, 402; GB.: seit 1393 belegte und aus anliegen gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Angelegenheit oder Wunsch oder Bedürfnis; F.: Anliegen, Anliegens+EW; Z.: An—lieg-en
$Anlieger, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Anlieger, Anliegender, Angrenzender, Nacbar; E.: s. anlieg(en), s. er; L.: EWD s. u. liegen, DW 1, 403; GB.: vielleicht seit um 1300 belegte und aus anlieg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung seiner Sesshaftigkeit möglichen Anliegenden oder Angrenzenden oder Nachbarn; F.: Anlieger, Anliegers, Anliegern+EW; Z.: An—lieg-er
$anmaßen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. anmaßen, anmessen, behaupten, zutrauen; E.: s. an, s. maßen; L.: Kluge s. u. Maß, EWD s. u. Maß, DW 1, 405 (anmaszen); GB.: (anemāzen) seit um 1200 belegte und aus an und Maß sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anmessen oder behaupten oder zutrauen; F.: anmaßen, maße (!) an, maßest an, maßen an, maßet an, maßte an, maßtest an, maßten an, maßtet an, angemaßt, ##angemaßt, angemaßte, angemaßtes, angemaßtem, angemaßten, angemaßter##, anmaßend, ###anmaßend, anmaßende, anmaßendes, anmaßendem, anmaßenden, anmaßender###, anzumaßen, ####anzumaßen, anzumaßend, anzumaßende, anzumaßendes, anzumaßendem, anzumaßenden, anzumaßender####, maß (!) an+EW; Z.: an—ma-ß-en
$Anmaßung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anmaßung, Vorgebung, Behauptung, Überheblichkeit; Q.: seit um 1474 belegte und aus anmaß(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vorgebung oder Behauptung oder Überheblichkeit; L.: EWD s. u. Maß, DW 1, 407 (Anmaszung); F.: Anmaßung, Anmaßungen+EW; Z.: An—ma-ß-ung
$anmerken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. anmerken, bemerken, hinzufügen; E.: s. an, s. merken; L.: Kluge s. u. merken, EWD s. u. merken, DW 1, 407; GB.: (anamerken*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus an und merken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches bemerken oder hinzufügen; F.: anmerken, merke an, merkst an, merkt an, merken an, merkest an, merket an, merkte an, merktest an, merkten an, merktet an, angemerkt, ##angemerkt, angemerkte, angemerktes, angemerktem, angemerkten, angemerkter##, anmerkend, ###anmerkend, anmerkende, anmerkendes, anmerkendem, anmerkenden, anmerkender###, anzumerken, ####anzumerken, anzumerkend, anzumerkende, anzumerkendes, anzumerkendem, anzumerkenden, anzumerkender####, merk (!) an+EW; Z.: an—merk-en
$Anmerkung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Anmerkung, Bemerkung, Hinweis; I.: Lüs. lat. observatio; E.: s. anmerk(en), s. ung; L.: EWD s. u. merken, DW 1, 408; GB.: seit 1322 belegte und wohl nach lat. observatio aus anmerk(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bemerkung oder einen Hinweis; F.: Anmerkung, Anmerkungen+EW; Z.: An—merk-ung
$Anmut, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Anmut, Schönheit, Liebreiz; E.: seit 1338 belegte und aus an und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Tieren und Pflanzen aus der Sicht des Menschen mögliche Schönheit oder einen Liebreiz; L.: Kluge s. u. Anmut, EWD s. u. Anmut, DW 1, 409; F.: Anmut+EW; Z.: An—mu-t
$anmuten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anmuten, begehren, ansinnen; E.: s. Anmut, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Anmut, EWD s. u. Anmut, DW 1, 410; GB.: seit 1240 belegte und aus an und muten oder Anmut und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches begehren oder ansinnen; F.: anmuten, muten an, mute (!) an, mutest an, mutet an, mutete an, mutetest an, muteten an, mutetet an, angemutet, ##angemutet, angemutete, angemutetes, angemutetem, angemuteten, angemuteter##, anmutend, ###anmutend, anmutende, anmutendes, anmutendem, anmutenden, anmutender###, anzumuten, ####anzumuten, anzumutend, anzumutende, anzumutendes, anzumutendem, anzumutenden, anzumutender####, mut (!) an+EW; Z.: an—mu-t-en
$anmutig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anmutig, annehmbar, liebreizend, genehm; E.: s. Anmut, s. ig; L.: Kluge s. u. Anmut, EWD s. u. Anmut, DW 1, 410; GB.: seit 1417 belegte und aus Anmut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich aus der Sicht des Menschen mögliches annehmbar oder liebreizend oder genehm; F.: anmutig, anmutige, anmutiges, anmutigem, anmutigen, anmutiger(, anmutigere, anmutigeres, anmutigerem, anmutigeren, anmutigerer, anmutigst, anmutigste, anmutigstes, anmutigstem, anmutigsten, anmutigster)+EW; Z.: an—mu-t-ig
$Annahme, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Annahme, Aufnahme, Entgegennahme, Empfang; E.: s. an, s. Nahme, s. annehm(en); L.: EWD s. u. nehmen, DW 1, 413; GB.: vielleicht seit 1715 belegte und aus an und Nahme bzw. annehm(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Aufnahme oder Entgegennahme oder einen Empfang; F.: Annahme, Annahmen+EW; Z.: An—nahm-e
Annalen, nhd., F. Pl., (12. Jh.): nhd. Annalen, Jahrbücher; ne. annals; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531; I.: Lw. lat. annālis; E.: s. lat. annālis (2), M., N., Jahrbuch, Kalender, Annalen; vgl. lat. annus, M., Jahr, Kreis, Ring, Umlauf der Zeit, Zeit; idg. *at-, V., Sb., gehen, Jahr, Pokorny 69 (114/114) (idg. aus ind., ital., germ.?); L.: Kluge s. u. Annalen, EWD s. u. Annalen, fehlt DW, DW2 2, 1197, Duden s. u. Annalen; Son.: vgl. nndl. annalen, Sb. Pl., Annalen; frz. annales, F. Pl., Annalen; nschw. annaler, Sb. Pl., Annalen; nnorw. annaler, M. Pl., Annalen; poln. annały, Sb. Pl., Annalen; nir. annála, M. Pl., Annalen; lit. analai, M. Pl., Annalen; GB.: vielleicht seit um 1170 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Schrift bereits für Assyrien des 14. Jh. v. Chr. nach Jahren geordnet geführte Aufzeichnungen über Ereignisse oder Gegebenheiten; BM.: vergehen der Zeit; F.: Annalen+FW(+EW?); Z.: An-n-al-en
$annehmen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. annehmen, hinnehmen, sich geben lassen, ausüben; Q.: um 1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); E.: s. an, s. nehmen; L.: Kluge s. u. annehmen, DW 1, 413; GB.: seit um 1065 belegte und aus an und nehmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinnehmen oder sich geben lassen oder ausüben; F.: annehmen, nehme an, nimmst an, nimmt an, nehmen an, nehmt an, nehmest an, nehmet an, nahm an, nahmst an, nahmen an, nahmt an, nähme an, nähmst an, nähmest an, nähmen an, nähmt an, nähmet an, angenommen, ##angenommen, angenommene, angenommenes, angenommenem, angenommenen, angenommener##, annehmend, ###annehmend, annehmende, annehmendes, annehmendem, annehmenden, annehmender###, anzunehmen, ####anzunehmen, anzunehmend, anzunehmende, anzunehmendes, anzunehmendem, anzunehmenden, anzunehmender####, nimm (!) an+EW; Z.: an—nehm-en
annektieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. annektieren, sich aneignen, anfügen; ne. annex (V.); Vw.: -; Hw.: s. Annexion; Q.: 1534; I.: Lw. lat. annectere; E.: s. lat. annectere, V., anknüpfen, anheften, anfügen, anbinden, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. annektieren, EWD s. u. annektieren, fehlt DW, DW2 2, 1213, Duden s. u. annektieren; Son.: vgl. nndl. annexeren, V., annektieren; frz. annexer, V., annektieren; nschw. annektera, V., annektieren; nnorw. annektere, V., annektieren; poln. anektować, V., annektieren; lit. aneksuoti, V., annektieren; GB.: seit 1534 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Besitz und Eigentum in den Hochkulturen des Altertums mögliches gewaltsam und widerrechtlich in Besitz nehmen; BM.: verbinden; F.: annektieren, annektiere, annektierst, annektiert, annektierest, annektieret, annektierte, annektiertest, annektierten, annektiertet, ##annektiert, annektierte, annektiertes, annektiertem, annektierten, annektierter##, annektierend, ###annektierend, annektierende, annektierendes, annektierendem, annektierenden, annektierender###, annektier (!)+FW(+EW); Z.: an-nek-t-ier-en
Annex, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Annex, Anhängsel, Anbau; ne. annex (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531/1532 (Paracelsus); I.: Lw. lat. annexus; E.: s. lat. annexus (1), M., Verbindung, soziale Verbindung, Verband, Band (N.), (98-115 n. Chr.); vgl. lat. annectere, V., anknüpfen, anheften, anfügen, anbinden; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 2, 1213, Duden s. u. Annex; Son.: vgl. frz. annexe, F., Annex; nnorw. anneks, N., Annex; poln. aneks, M., Annex; GB.: vielleicht seit 1531/1532) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl nach Entstehung der Welt mögliches Anhängsel oder einen Anbau; F.: Annes, Annexes, Annexen+FW(+EW)
Annexion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Annexion, gewaltsame Einnahme fremden Staatsgebiets; ne. annexation; Vw.: -; Hw.: s. annektieren; Q.: 1858; I.: Lw. frz. annexion; E.: frz. annexion, F., Verbindung, Anschluss; lat. annexio, F., Verknüpfung, Anhängen, Befestigen, Hinzufügung, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); lat. annectere, V., anknüpfen, anheften, anfügen, anbinden; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. annektieren, EWD s. u. annektieren, fehlt DW, DW2 2, 1213, Duden s. u. Annexion; Son.: vgl. nndl. annexatie, Sb., Annexion; nschw. annektering, Sb., Annexion; nnorw. anneksjon, M., Annexion; poln. aneksja, F., Annexion; lit. aneksija, F., Annexion; GB.: seit 1858 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche gewaltsame Einverleibung oder Einnahme fremdem Staatsgebiets; BM.: anbinden; F.: Annexion, Annexionen+FW; Z.: An-nex-io-n
anno, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. anno, in dem Jahre (stattfindend); ne. in the year; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1428 (Bautzener Stadtgerichtsbuch); I.: lat. Lw.; E.: s. lat. anno, im Jahre; s. lat. annus, M., Jahr, Kreis, Ring, Umlauf der Zeit, Zeit; idg. *at-, V., Sb., gehen, Jahr, Pokorny 69 (114/114) (idg. aus ind., ital., germ.?); L.: Kluge s. u. anno, EWD s. u. anno, fehlt DW, DW2 2, 1215, Duden s. u. anno; Son.: vgl. nndl. anno, Partikel, anno; nschw. anno, Partikel, anno; nnorw. anno, Partikel, anno; GB.: seit 1428 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung der Zeitrechnung mögliches für in einem bestimmten Jahr stattfindend; BM.: Jahr; F.: anno+FW; Z.: an-n-o
Annonce, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Annonce, öffentliche Bekanntmachung, Anzeige, Inserat; ne. advert (N.), advertisment; Vw.: -; Hw.: s. annoncieren; Q.: 1787; I.: Lw. frz. annonce; E.: s. frz. annonce, F., öffentliche Ankündigung; vgl. frz. annoncer, V., öffentlich bekanntgeben, ankündigen; lat. annūntiāre, V., ankündigen, berichten, verkündigen, (4 v.-65 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden; lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. Annonce, EWD s. u. annoncieren, fehlt DW, DW2 2, 1216, Duden s. u. Annonce; Son.: vgl. nndl. annonce, Sb., Annonce; nschw. annons, Sb., Annonce; nnorw. annonse, M., Annonce; russ. анонс (anons), M., Annonce; GB.: seit 1787 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine öffentliche Bekanntmachung oder Anzeige oder ein Inserat; BM.: verkündigen; F.: Annonce, Annoncen+FW; Z.: An-no-nc-e
annoncieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. annoncieren, ankündigen, schriftlich bekanntmachen, anbieten; ne. announce, advertise; Vw.: -; Hw.: s. Annonce; Q.: 1778; I.: Lw. frz. annoncer; E.: s. frz. annoncer, V., öffentlich bekanntgeben, ankündigen; lat. annūntiāre, V., ankündigen, berichten, verkündigen, (4 v.-65 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden; lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. Annonce, EWD s. u. annoncieren, fehlt DW, DW2 2, 1216, Duden s. u. annoncieren; Son.: vgl. nndl. annonceren, V., annoncieren; nschw. annonsera, V., annoncieren; nnorw. annonsere, V., annoncieren; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich seit der Entwicklung von Schrift mögliches schriftlich bekanntmachen oder anbieten; BM.: ankündigen; F.: annoncieren, annonciere, annoncierst, annonciert, annoncierest, annoncieret, annoncierte, annonciertest, annoncierten, annonciertet, ##annonciert, annoncierte, annonciertes, annonciertem, annoncierten, annoncierter##, annoncierend, ###annoncierend, annoncierende, annoncierendes, annoncierendem, annoncierenden, annoncierender###, annoncier (!)+FW(+EW); Z.: an-no-nc-ier-en
annullieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. annullieren, für nichtig erklären; ne. annul, nullify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1519 (Brandis); I.: Lw. lat. annūllāre; E.: s. lat. annūllāre, V., zunichte machen, ungültig machen, aufheben, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. nūllus, Pron., Adj., Adv., kein, gar nicht, durchaus nicht, unbedeutend; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. ūllus (1), Pron., irgend ein, irgendein, irgendjemand; lat. ūnus, Adj., ein, einzig, alleinig; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. annullieren, fehlt DW, EWD s. u. annullieren, DW2 2, 1217, Duden s. u. annullieren; Son.: vgl. nndl. annuleren, V., annulieren; frz. annuler, V., annullieren; nschw. annullera, V., annullieren; nnorw. annullere, V., annullieren; poln. anulować, V., annullieren; lit. anuliuoti, V., annullieren; GB.: seit 1519 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches für nichtig erklären; BM.: zunichtemachen; F.: annullieren, annulliere, annullierst, annulliert, annullierest, annullieret, annullierte, annulliertest, annullierten, annulliertet, ##annulliert, annullierte, annulliertes, annulliertem, annullierten, annullierter##, annullierend, ###annullierend, annullierende, annullierendes, annullierendem, annullierenden, annullierender###, annullier (!)+FW(+EW); Z.: an-nu-ll-ier-en
Anode, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Anode, Pluspol; ne. anode; Vw.: -; Hw.: s. Elektrode; Q.: 1834?; I.: Lw. gr. ἄνοδος (ánodos); E.: s. gr. ἄνοδος (ánodos), M., Aufstieg, Eingang; vgl. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Anode, EWD s. u. Anode, fehlt DW, DW2 2, 1217, Duden s. u. Anode; Son.: vgl. nndl. anode, Sb., Anode; frz. anode, F., Anode; nschw. anod, Sb., Anode; nnorw. anode, M., Anode; poln. anoda, F., Anode; kymr. anod, M., Anode; nir. anóid, F., Anode; lit. anodas, M., Anode; GB.: vielleicht seit 1834 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Weg nach oben oder die mit dem Pluspol einer Stromquelle verbundene und beispielsweise aus einem Vakuum freie Elektronen aufnehmende oder aus einem Elektrolyten unter Elektronenaufnahme Anionen entladende oder Kationen erzeugende und damit Oxidationsreaktionen bewirkende Elektrode; BM.: Zugang; F.: Anode, Anoden+FW; Z.: An-od-e
anomal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anomal, unregelmäßig; ne. anomalous, abnormal; Vw.: -; Hw.: s. Anomalie; Q.: 1814 (Goethe); I.: Lw. lat. anōmalus; E.: s. lat. anōmalus, Adj., unregelmäßig, anomal, (370-380 n. Chr.); gr. ἀνώμαλος (anōmalos), Adj., ungleich; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; idg. *sem- (2), *som-, *sm̥-, Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. anomal, fehlt DW, EWD s. u. anomal, DW2 2, 1217, Duden s. u. anomal; Son.: vgl. nndl. anomaal, Adj., anomal; frz. anomal, Adj., anomal; nschw. anomal, Adj., anomal; nnorw. anomal, Adj., anomal; poln. anomalny, Adj., anomal; lit. anomalus, Adj., anomal; GB.: seit 1814 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches unregelmäßig oder von einer Regel oder Üblichkeit abweichend; BM.: ungleich; F.: anomal, anomale, anomales, anomalem, anomalen, anomaler+FW; Z.: an-om-al
Anomalie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Anomalie, Abweichung; ne. anomaly; Vw.: -; Hw.: s. anomal; Q.: vor 1688; I.: Lw. lat. anōmalia; E.: s. lat. anōmalia, F., Ausnahme, Anomalie, (116-27 v. Chr.); gr. ἀνωμαλία (anōmalía), F., Unebenheit, Ungleichförmigkeit; vgl. gr. ἀνώμαλος (anōmalos), Adj., ungleich; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; idg. *sem- (2), *som-, *sm̥-, Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. anomal, EWD s. u. anomal, fehlt DW, DW2 2, 1217, Duden s. u. Anomalie; Son.: vgl. nndl. anomalie, Sb., Anomalie; frz. anomalie, F., Anomalie; nschw. anomali, Sb., Anomalie; nnorw. anomali, M., Anomalie; kymr. anomaledd, M., Anomalie; lit. anomalija, F., Anomalie; GB.: seit vor 1688 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Abweichung von einer Regel oder Üblichkeit; BM.: ungleich; F.: Anomalie, Anomalien+FW(+EW?); Z.: An-om-al-ie
anonym, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. anonym, namenlos, unbenannt; ne. anonymous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. anonyme; E.: s. frz. anonyme, Adj., anonym, namenlos; lat. anōnymus (1), Adj., namenlos, unbenannt, (um 485-um 580 n. Chr.); s. gr. ἀνώνυμος (anōnymos), Adj., namenlos, unbekannt; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. anonym, EWD s. u. anonym, fehlt DW, DW2 2, 1218, Duden s. u. anonym; Son.: vgl. nndl. anoniem, Adj., anonym; nschw. anonym, Adj., anonym; nnorw. anonym, Adj., anonym; poln. anonimowy, Adj., anonym; lit. anoniminis, Adj., anonym; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Namen durch den Menschen mögliches namenlos; F.: anonym, anonyme, anonymes, anonymem, anonymen, anonymer(, anonymere, anonymeres, anonymerem, anonymeren, anonymerer, anonymste, anonymstes, anonymstem, anonymsten, anonymster)+FW(+EW); Z.: an-on-ym
$Anonymität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anonymität, Namenlosigkeit; E.: s. anonym, s. ität; L.: Kluge s. u. anonym, EWD s. u. anonym; GB.: seit 1779 belegte und aus anonym und i und tät gebildete sowie aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Namen durch den Menschen mögliche Namenlosigkeit; F.: Anonymität, Anonymitäten+FW(+EW); Z.: An-on-ym-it-ät
Anorak, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Anorak, wetterfeste Jacke; ne. anorak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1914 (Wörterbuch); I.: Lw. grönländisch anoraaq; E.: s. grönländisch anoraaq, Sb., Anorak; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Anorak, EWD s. u. Anorak, DW2 2, 1219, Duden s. u. Anorak; Son.: vgl. nndl. anorak, Sb., Anorak; frz. anorak, M., Anorak; nschw. anorak, Sb., Anorak; nnorw. anorakk, M., Anorak; poln. anorak, M., Anorak; nir. anorak, Sb., Anorak; GB.: vielleicht seit 1914 belegte und aus dem Grönländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine wetterfeste Jacke mit Kapuze (gegen den Wind); BM.: unklar; F.: Anorak, Anoraks+FW(+EW?); Z.: Anorak
Anorexie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Anorexie, krankhafte Appetitlosigkeit, Mgersucht; ne. anorexia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὄρεξις (órexis), F., Verlangen, Begierde; vgl. gr. ὀρέγειν (orégein), V., recken, ausstrecken, hinreichen, darreichen, verlangen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Anorexie; Son.: vgl. nndl. anorexie, Sb., Anorexie; frz. anorexie, F., Anorexie; nschw. anorexi, anorexia, Sb., Anorexie; nnorw. anoreksi, M., Anorexie; kymr. anorecsia, F., Anorexie; poln. anoreksja, F., Anorexie; lit. anoreksija, F., Anorexie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der modernen Zivilisation des Menschen (verstärkt) vereinzelt mögliche krankhafte Appetitlosigkeit oder Magersucht; BM.: nicht, hinreichen; F.: Anorexie, Anorexien+FW(+EW?); Z.: An-o-rex-ie
$anorganisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anorganisch, unbelebt; Q.: Anfang oder Mitte 19. Jh.; E.: s. an, s. organísch; L.: EWD s. u. Organ, fehlt DW; GB.: seit 1845 belegte und aus an und organisch gebildete sowie teilweise aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor dem Leben seit der Entstehung der Welt oder jedenfalls der Erde mögliches unbelebt wie beispielsweise (grundsätzlich) Wasser oder Luft oder Salz oder Stein oder keinen Kohlenstoff enthaltend; F.: anorganisch, anorganische, anorganisches, anorganischem, anorganischen, anorganischer+FW(+EW); Z.: an—org-an-isch
$anormal, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. anormal, von einer Norm abweichend; Q.: 1511?; E.: gemischt aus gr. ἀνώμαλος (anōmalos), Adj., ungleich; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; idg. *sem- (2), *som-, *sm̥-, Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); und lat. nōrmālis; L.: fehlt DW, EWD s. u. anomal; GB.: vielleicht seit 1511 belegte und aus dem Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von einer Regel oder Üblichkeit oder Norm abweichend; F.: anormal, anormale, anormales, anormalem, anormalen, anormaler(, anormalere, anormaleres, anormalerem, anormaleren, anormalerer, anormalst, anormalste, anormalstes, anormalstem, anormalsten, anormalster)+FW(+EW); Z.: a-nor-m-al
$anpacken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anpacken, anfassen, angreifen; E.: s. an, s. packen; L.: EWD s. u. packen, DW 1, 419; GB.: seit 1476 belegte und aus an und packen gebildete für sachlich vielleicht seit der Entstehung von Primaten mögliches anfassen oder angreifen; F.: anpacken, packe (!) an, packst an, packt an, packen an, packest an, packet an, packte an, packtest an, packten an, packtet an, angepackt, ##angepackt, angepackte, angepacktes, angepacktem, angepackten, angepackter##, anpackend, ###anpackend, anpackende, anpackendes, anpackendem, anpackenden, anpackender###, anzupacken, ####anzupacken, anzupackend, anzupackende, anzupackendes, anzupackendem, anzupackenden, anzupackender####, pack (!) an+EW?; Z.: an—pack-en
$anpassen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. anpassen, angleichen, anfügen; L.: Kluge s. u. passen, EWD s. u. passen, DW 1, 419; GB.: seit 1691 belegte und aus an und passen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches angleichen oder anfügen; F.: anpassen, passe an, passst (!) an, passt an, passen an, passest an, passet an, passte an, passtest an, passten an, passtet an, angepasst, ##angepasst, angepasste, angepasstes, angepasstem, angepassten, angepasster##, anpassend, ###anpassend, anpassende, anpassendes, anpassendem, anpassenden, anpassender###, anzupassen, ####anzupassen, anzupassend, anzupassende, anzupassendes, anzupassendem, anzupassenden, anzupassender####, pass (!) an+FW+EW; Z.: an—pass-en
$anpflaumen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. anpflaumen, mit Pflaumen bewerfen, angreifen; E.: s. an, s. pflaumen; L.: Kluge s. u. pflaumen, fehlt DW; GB.: seit 1926 belegte und aus an und Pflaum(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Pflaumen mögliches mit Pflaumen bewerfen oder angreifen; F.: anpflaumen, pflaume (!) an, pflaumst an, pflaumt an, pflaumen an, pflaumest an, pflaumet an, pflaumte an, pflaumtest an, pflaumten an, pflaumtet an, angepflaumt, ##angepflaumt, angepflaumte, angepflaumtes, angepflaumtem, angepflaumten, angepflaumter##, anpflaumend, ###anpflaumend, anpflaumende, anpflaumendes, anpflaumendem, anpflaumenden, anpflaumender###, anzupflaumen, ####anzupflaumen, anzupflaumend, anzupflaumende, anzupflaumendes, anzupflaumendem, anzupflaumenden, anzupflaumender####, pflaum (!) an+FW+EW; Z.: an—pflaum-en
$anpflocken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anpflocken, an einem Pflock befestigen oder anbinden; E.: s. an, s. Pflock, s. en; L.: Kluge s. u. Pflock, fehlt DW, EWD s. u. Pflock; GB.: seit 1599 belegte und aus an und Pflock sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Landwirtschaft mögliches an einem Pflock befestigen oder anbinden; F.: anpflocken, pflocke (!) an, pflockst an, pflockt an, pflocken an, pflockest an, pflocket an, pflockte an, pflocktest an, pflockten an, pflocktet an, angepflockt, ##angepflockt, angepflockte, angepflocktes, angepflocktem, angepflockten, angepflockter##, anpflockend, ###anpflockend, anpflockende, anpflockendes, anpflockendem, anpflockenden, anpflockender###, anzupflocken, ####anzupflocken, anzupflockend, anzupflockende, anzupflockendes, anzupflockendem, anzupflockenden, anzupflockender####, pflock (!) an+EW?; Z.: an—pflock-en
$anpöbeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. anpöbeln; E.: s. an, s. Pöbel s. (e)n; L.: Kluge s. u. Pöbel, EWD s. u. Pöbel, fehlt DW; GB.: seit 1910 belegte und aus an und Pöbel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches belästigen oder mit Worten angreifen; F.: anpöbeln, pöbel (!) an, pöble an, pöbele an, pöbelst an, pöbelt an, pöbeln an, pöbelte an, pöbeltest an, pöbelten an, pöbeltet an, angepöbelt, ##angepöbelt, angepöbelte, angepöbeltes, angepöbeltem, angepöbelten, angepöbelter##, anpöbelnd, ###anpöbelnd, anpöbelnde, anpöbelndes, anpöbelndem, anpöbelnden, anpöbelnder###, anzupöbeln, ####anzupöbeln, anzupöbelnd, anzupöbelnde, anzupöbelndes, anzupöbelndem, anzupöbelnden, anzupöbelnder####, pöbel (!) an+EW+FW; Z.: an-pö-bel-n
$anprangern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anprangern; E.: s. an, s. prangern; L.: Kluge s. u. Pranger, EWD s. u. Pranger, fehlt DW; GB.: seit 1840 belegte und aus an und Pranger sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches an den Pranger stellen oder tadeln oder angreifen; F.: anprangern, prangere an, pranger (!) an, prangerst an, prangert an, prangern an, prangerte an, prangertest an, prangerten an, prangertet an, angeprangert, ##angeprangert, angeprangerte, angeprangertes, angeprangertem, angeprangerten, angeprangerter##, anprangernd, ###anprangernd, anprangerndes, anprangerndem, anprangernden, anprangernder###, anzuprangern, ####anzuprangern, anzuprangernd, anzuprangernde, anzuprangerndes, anzuprangerndem, anzuprangernden, anzuprangernder####, pranger (!) an+FW?+EW; Z.: an—pra-ng-er-n
$anprobieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. anprobieren, anproben, anziehen, versuchen; Q.: 1702; E.: s. an, s. probieren; L.: EWD s. u. Probe, DW 1, 422; GB.: seit 1702 belegte und aus an und probieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anproben oder anziehen oder versuchen; F.: anprobieren, probiere an, probierst an, probiert an, probierest an, probieret an, probierte an, probiertest an, probierten an, probiertet an, anprobiert, ##anprobiert, anprobierte, anprobiertes, anprobiertem, anprobierten, anprobierter##, anprobierend, ###anprobierend, anprobierende, anprobierendes, anprobierendem, anprobierenden, anprobierender###, anzuprobieren, ####anzuprobieren, anzuprobierend, anzuprobierende, anzuprobierendes, anzuprobierendem, anzuprobierenden, anzuprobierender####, probier (!) an+EW+FW; Z.: an—pro-b-ier-en
$anrainen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anrainen, angrenzen; E.: s. an, s. Rain, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Rain, EWD s. u. Rain, DW 1, 422; GB.: seit 1548 belegte und aus an und Rain sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung mögliches angrenzen; F.: anrainen, raine (!) an, rainst an, raint an, rainen (!) an, rainest an, rainet an, rainte an, raintest an, rainten an, raintet an, angeraint, ##angeraint, angerainte, angeraintes, angeraintem, angerainten, angerainter##, anrainend, ###anrainend, anrainende, anrainendes, anrainendem, anrainenden, anrainender###, anzurainen, ####anzurainen, anzurainend, anzurainende, anzurainendes, anzurainendem, anzurainenden, anzurainender####, rain (!) an+EW; Z.: an—rai-n-en
$Anrainer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Anrainer, Nachbar, Anlieger; E.: s. anrain(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Anrainer, EWD s. u. Rain, fehlt DW; GB.: seit 1524 belegte und aus anrain(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung zunehmenden möglichen Angrenzenden oder Nachbarn oder Anlieger; F.: Anrainer, Anrainers, Anrainern+EW; Z.: An—rai-n-er
anranzen, nhd. (ält.), sw. V., (14./15. Jh.): nhd. anranzen, zurechtweisen, derb anfahren; ne. snarl (V.) at; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14./15. Jh.; E.: s. an; Herkunft des Hinterglieds ungeklärt; L.: Kluge s. u. anranzen, DW 1, 423, DW2 2, 1213, Duden s. u. anranzen, Bluhme s. u. anranzen; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus an und einem ungeklärten Hinterglied gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches in barschem Ton (M.) (2) zurechtweisen oder derb anfahren; BM.: ?; F.: anranzen, ranze (!) an, ranzt an, ranzen (!) an, ranzest an, ranzet an, ranzte an, ranztest an, ranzten an, angeranzt, ##angeranzt, angeranzte, angeranztes, angeranztem, angeranzten, angeranzter##, anranzend, ###anranzend, anranzende, anranzendes, anranzendem, anranzenden, anranzender###, ranz (!) an+EW?; Z.: an—ranz-en
$anraten, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. anraten, raten, zuraten, empfehlen; E.: s. an, s. raten; L.: EWD s. u. raten, DW 1, 423; GB.: seit um 1000 belegte und aus an und raten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches raten oder zuraten oder empfehlen; F.: anraten, rate (!) an, rätst an, rät (!) an, ratet an, ratest an, riet an, rietest an, rietst an, rieten an, rietet an, angeraten, ##angeraten, angeratene, angeratenes, angeratenem, angeratenen, angeratener##, anratend, ###anratend, anratende, anratendes, anratendem, anratenden, anratender###, anzuraten, ####anzuraten, anzuratend, anzuratende, anzuratendes, anzuratendem, anzuratenden, anzuratender####, rat (!) an+EW; Z.: an—ra-t-en
$anreichern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. anreichern, bereichern, reicher machen; E.: s. an, s. reich, s. er, s. n; L.: EWD s. u. reich, DW 1, 425; GB.: seit 1693 belegte und aus an und reich sowie er und n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Bildung von Vermögen durch Menschen mögliches bereichern oder reicher machen oder vermehren oder ansammeln; F.: anreichern, reichere (!) an, reicher (!) an, reicherst an, reichert an, reicherte an, reichertest an, reicherten an, reichertet an, angereichert, ##angereichert, angereicherte, angereichertes, angereichertem, angereicherten, angereicherter##, anreichernd, ###anreichernd, anreicherndes, anreicherndem, anreichernden, anreichernder###, anzureichern, ####anzureichern, anzureichernd, anzureichernde, anzureicherndes, anzureicherndem, anzureichernden, anzureichernder####, reicher (!) an+EW; Z.: an—reich-er-n
$anreißen, nhd., st. V., (17. Jh.?): nhd. anreißen, einreißen, zerren, ziehen; E.: s. an, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, EWD s. u. reißen, DW 1, 425 (anreiszen); GB.: vielleicht seit 1608 belegte und aus an und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zerren oder ziehen; F.: anreißen, reiße (!) an, reißt an, reißen an, reißest an, reißet an, riss an, rissest an, rissen an, risst an, risset an, angerissen, ##angerissen, angerissene, angerissenes, angerissenem, angerissenen, angerissener##, anreißend, ###angerissen, anreißende, anreißendes, anreißendem, anreißenden, anreißender###, anzureißen, ####anzureißen, anzureißend, anzureißende, anzureißendes, anzureißendem, anzureißenden, anzureißender####, reiß (!) an+EW; Z.: an—rei-ß-en
$Anreiz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Anreiz, Reiz, Anziehung; Q.: Ende 15. Jh.; E.: an, s. Reiz; L.: EWD s. u. reizen, DW 1, 426; GB.: seit 1494 belegte und aus an und Reiz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Leben möglichen Reiz oder eine Anziehung; F.: Anreiz, Anreizes, Anreize, Anreizen+FW; Z.: An—rei-z
$Anrichte, nhd., F., (12./13. Jh.): nhd. Anrichte; E.: s. an, s. richte(n), L.: EWD s. u. richten, DW 1, 426; GB.: (anerihte) seit 12./13. Jh. belegte und aus an und richte(n) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gestell für die Aufstellung und Verwahrung von Geschirr; F.: Anrichte, Anrichten+EW; Z.: An—rich-t-e
$anrichten, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. anrichten, herstellen, hinstellen, errichten; E.: s. an, s. richten; L.: Kluge s. u. richten, EWD s. u. richten, DW 1, 427; GB.: seit um 1050 belegte und aus an und richten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herstellen oder hinstellen oder errichten; F.: anrichten, richte (!) an, richtest an, richtet an, richten an, richtete an, richtetest an, richteten an, richtetet an, angerichtet, ##angerichtet, angerichtete, angerichtetes, angerichtetem, angerichteten, angerichteter##, anrichtend, ###anrichtend, anrichtende, anrichtendes, anrichtendem, anrichtenden, anrichtender###, anzurichten, ####anzurichten, anzurichtend, anzurichtende, anzurichtendes, anzurichtendem, anzurichtenden, anzurichtender####, richt (!) an+EW; Z.: an—rich-t-en
$anrüchig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. anrüchig, riechend, ehrlos, anstößig; E.: s. an, s. rüchig; L.: Kluge s. u. anrüchig, EWD s. u. anrüchig, DW 1, 429; GB.: seit 1522 belegte und aus an und rüchig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Zivilisation mögliches riechend oder ehrlos oder anstößig; F.: anrüchig, anrüchige, anrüchiges, anrüchigem, anrüchigen, anrüchiger(, anrüchigere, anrüchigeres, anrüchigerem, anrüchigeren, anrüchigerer, anrüchigst, anrüchigste, anrüchigstes, anrüchigstem, anrüchigsten, anrüchigster)+EW; Z.: an—rü-ch-ig
$Anrüchigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Anrüchigkeit, Auffälligkeit, Ehrlosigkeit, Anstößigkeit; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. anrüchig, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. anrüchig, fehlt DW; GB.: seit 1854 belegte und aus anrüchig und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Zivilisation mögliche schlechte Auffälligkeit oder Ehrlosigkeit oder Anstößigkeit; F.: Anrüchigkeit, Anrüchigkeiten+EW; Z.: An—rüch-ig—kei-t
$anrucken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anrucken, ruckartig anziehen; E.: s. an, s. rucken; L.: EWD s. u. Ruck, DW 1, 430?; GB.: seit 1875 belegte und aus an und rucken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches heranrucken oder ruckartig anziehen; F.: anrucken, rucke (!) an, ruckst an, ruckt an, rucken an, ruckest an, rucket an, ruckte an, rucktest an, ruckten an, rucktet an, angeruckt, ##angeruckt, angeruckte, angerucktes, angerucktem, angeruckten, angeruckter##, anruckend, ###anruckend, anruckende, anruckendes, anruckendem, anruckenden, anruckender###, anzurucken, ####anzurucken, anzuruckend, anzuruckende, anzuruckendes, anzuruckendem, anzuruckenden, anzuruckender####, ruck (!) an+EW; Z.: an—ruck-en
$anrücken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anrücken, heranrücken, herankommen; E.: s. an, s. rücken; L.: EWD s. u. rücken, DW 1, 430; GB.: seit 1454 belegte und aus an und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches heranrücken oder herankommen; F.: anrücken, rücke (!) an, rückst an, rückt an, rückest an, rücket an, rückte an, rücktest an, rückten an, rücktet an, angerückt, ##angerückt, angerückte, angerücktes, angerücktem, angerückten, angerückter##, anrückend, ###anrückend, anrückende, anrückendes, anrückendem, anrückenden, anrückender###, anzurücken, ####anzurücken, anzurückend, anzurückende, anzurückendes, anzurückendem, anzurückenden, anzurückender####, rück (!) an+EW; Z.: an—rück-en
$anrühren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anrühren, zu rühren beginnen, anfassen, angreifen; E.: s. an, s. rühren; L.: EWD s. u. rühren, DW 1, 431; GB.: seit um 1210 belegte und aus an und rühren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu rühren beginnen oder anfassen oder angreifen; F.: anrühren, rühre (!) an, rührst an, rührt an, rührest an, rühret an, rührte an, rührtest an, rührten an, rührtet an, angerührt, ##angerührt, angerührte, angerührtes, angerührtem, angerührten, angerührter##, anrührend, ###anrührend, anrührende, anrührendes, anrührendem, anrührenden, anrührender###, anzurühren, ####anzurühren, anzurührend, anzurührende, anzurührendes, anzurührendem, anzurührenden, anzurührender####, rühr (!) an+EW; Z.: an—rühr-en
$Ansage, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Ansage, Ankündigung; E.: s. an, s. sage(n); L.: Kluge s. u. sagen, EWD s. u. sagen, DW 1, 432; F.: Ansage, Ansagen+EW; Z.: An—sag-e
$ansagen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ansagen, sagen, mitteilen, ankündigen; E.: s. an, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, EWD s. u. sagen, DW 1, 432; GB.: (anasagen*) seit 10. Jh. belegte und aus an und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sagen oder mitteilen oder ankündigen; F.: ansagen, sage (!) an, sagst an, sagt an, sagen (!) an, sagest an, saget an, sagte an, sagtest an, sagten an, sagtet an, angesagt, ##angesagt, angesagte, angesagtes, angesagtem, angesagten, angesagter##, ansagend, ###ansagend, ansagende, ansagendes, ansagendem, ansagenden, ansagender###, anzusagen, ####anzusagen, anzusagend, anzusagende, anzusagendes, anzusagendem, anzusagenden, anzusagender####, sag (!) an+EW; Z.: an—sag-en
$Ansager, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ansager, Ansagender, Ansprechender, Ankündigender; E.: s. ansag(en), s. er; L.: Kluge s. u. sagen, EWD s. u. sagen, DW 1, 433; GB.: (anasagāri*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. impugnator aus ansag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Ansagenden oder Ansprechenden oder Ankündigenden; F.: Ansager, Ansagers, Ansagern+EW; Z.: An—sag-er
$Ansasse, Ansesse, nhd. (ält.), M., 15. Jh.: nhd. Ansasse, Anwohner; L.: EWD s. u. ansässig, fehlt DW; GB.: seit 1461 belegte und aus an und Sasse gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Niedergelassenen oder Anwohner; F.: Ansasse, Ansassen+EW; Z.: An—sa-ss-e
$ansässig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. ansässig, sesshaft, wohnhaft, einheimisch; L.: Kluge s. u. ansässig, DW 1, 433; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Ansass(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches sesshaft oder wohnhaft oder einheimisch; F.: ansässig, ansässige, ansässiges, ansässigem, ansässigen, ansässiger+EW; Z.: an—sä-ss-ig
$anschaffen, nhd., st. V., sw. V., (15. Jh.): nhd. anschaffen, heranschaffen, herbeischaffen, erwerben, beauftragen; E.: s. an, s. schaffen; L.: EWD s. u. schaffen, DW 1, 434; GB.: seit um 1450 belegte und aus an und schaffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches heranschaffen oder herbeischaffen oder erwerben oder beauftragen; F.: anschaffen, schaffe an, schaffst an, schafft an, schaffest an, schaffet an, schaffte an, schafftest an, schafften an, schafftet an, schuf an, schufst an, schufen an, schuft an, schüfe an, schüfest an, schüfen an, schüfet, angeschafft, ##angeschafft, angeschaffte, angeschafftes, angeschafftem, angeschafften, angeschaffter##, angeschaffen, ##angeschaffen, angeschaffene, angeschaffenes, angeschaffenem, angeschaffenen, angeschaffener## anschaffend, ###anschaffend, anschaffende, anschaffendes, anschaffendem, anschaffenden, anschaffender###, anzuschaffen, ####anzuschaffen, anzuschaffend, anzuschaffende, anzuschaffendes, anzuschaffendem, anzuschaffenden, anzuschaffender####, schaff (!) an+EW; Z.: an—schaff-en
$anschauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. anschauen, ansehen, betrachten; E.: s. an, s. schauen; L.: EWD s. u. schauen, DW 1, 435; GB.: (anaskouwōn*) um 830 belegte und aus an und schauen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches ansehen oder betrachten; F.: anschauen, schaue (!) an, schaust an, schaut an, schauest an, schauet an, schaute an, schautest an, schauten an, schautet an, angeschaut, ##angeschaut, angeschaute, angeschautes, angeschautem, angeschauten, angeschauter##, zuschauend, ###zuschauend, zuschauende, zuschauendes, zuschauendem, zuschauenden, zuschauender###, anzuschauen, ####anzuschauen, anzuschauend, anzuschauende, anzuschauendes, anzuschauendem, anzuschauenden, anzuschauender####, schau (!) an+EW; Z.: an—schau-en
$anschaulich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. anschaulich, anschaubar, sichtbar; E.: s. anschau(en), s. lich; L.: EWD s. u. schauen, DW 1, 436; GB.: (aneschouwelich) seit vor 1350 belegte und aus anschau(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches anschaubar oder sichtbar; F.: anschaulich, anschauliche, anschauliches, anschaulichem, anschaulichen, anschaulicher(, anschaulichere, anschaulicheres, anschaulicherem, anschaulicheren, anschaulicherer, anschaulichst, anschaulichste, anschaulichstes, anschaulichstem, anschaulichsten, anschaulichster)+EW; Z.: an—schau-lich
$Anschauung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Anschauung, Betrachtung; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. anschau(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schauen, EWD s. u. schauen, DW 1, 436; GB.: (anaskouwunga*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus anschau(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Augen mögliche Betrachtung einer Gegebenheit; F.: Anschauung, Anschauungen+EW; Z.: An—schau-ung
$anscheinen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. anscheinen, anleuchten, sichtbar sein (V.); E.: s. an, s. scheinen; L.: EWD s. u. scheinen, DW 1, 437; GB.: vielleicht nach lat. illustrare seit um 1000 belegte und aus an und scheinen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliches anleuchten oder bescheinen oder sichtbar sein (V.); F.: anscheinen, scheinst an, scheint an, scheinest an, scheinet an, schien an, schienst an, schienen an, schient an, schiene an, schienest an, schienet an, angeschienen, ##angeschienen, angeschienene, angeschienenes, angeschienenem, angeschienenen, angeschienener##, anscheinend, ###anscheinend, anscheinende, anscheinendes, anscheinendem, anscheinenden, anscheinender###, anzuscheinen, ####anzuscheinen, anzuscheinend, anzuscheinende, anzuscheinendes, anzuscheinendem, anzuscheinenden, anzuscheinender####, schein (!) an, scheine (!) an+EW; Z.: an—schei-n-en
$anscheinend, nhd., (Part. Präs.=)Adv., (18. Jh.): nhd. anscheinend, einen Anschein habend, dem Anschein nach; E.: s. anscheinen, s. d; L.: Kluge s. u. scheinen, EWD s. u. scheinen, DW 1, 437; GB.: vielleicht seit 18. Jh. verselbständigt belegte und aus anscheinen und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Licht mögliches einen Anschein habend und vielleicht auch wirklich; F.: anscheinend+EW; Z.: an-schei-n-end
$anscheißen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. anscheißen; E.: s. an, s. scheißen; L.: Kluge s. u. scheißen, fehlt DW; GB.: seit 1702 belegte und aus an und scheißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung tierischen Lebens mögliches bescheißen oder mit Kot beschmutzen oder beleidigen oder angreifen; F.: anscheißen, scheiße (!) an, scheißt an, scheißen an, scheißest an, scheißet an, schiss an, schissest an, schissen an, schisst an, schisse an, schisset an, angeschissen, ##angeschissen, angeschissene, angeschissenes, angeschissenem, angeschissenen, angeschissener##, anscheißend, ###anscheißend, anscheißende, anscheißendes, anscheißendem, anscheißenden, anscheißender###, anzuscheißen, ####anzuscheißen, anzuscheißend, anzuscheißende, anzuscheißendes, anzuscheißendem, anzuscheißenden, anzuscheißender####, scheiß (!) an+EW; Z.: an-schei-ß-en
$anschicken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. anschicken, anweisen, anleiten; E.: s. an, s. schicken; L.: EWD s. u. schicken, DW 1, 438; GB.: um 1325 belegte und aus an und schicken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches anweisen oder anleiten; F.: anschicken, schicke (!) an, schickst an, schickt an, schickest an, schicket an, schickte an, schicktest an, schickten an, schicktet an, angeschickt, ##angeschickt, angeschickte, angeschicktes, angeschicktem, angeschickten, angeschickter##, anschickend, ###anschickend, anschickende, anschickendes, anschickendem, anschickenden, anschickender###, anzuschicken, ####anzuschicken, anzuschickend, anzuschickende, anzuschickendes, anzuschickendem, anzuschickenden, anzuschickender####, schick (!) an+EW; Z.: an—schick-en
$anschirren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. anschirren, einschirren, einspannen; E.: s. an, s. schirren; L.: Kluge 1. A. s. u. Geschirr, EWD s. u. schirren, DW 1, 439; GB.: seit 1497 belegte und aus an und schirren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Nutzung von Pferden als Zugtieren mögliches einschirren oder einspannen; F.: anschirren, schirre (!) an, schirrest an, schirrst an, schirren an, schirret an, schirrte an, schirrtest an, schirrten an, schirrtet an, angeschirrt, ##angeschirrt, angeschirrte, angeschirrtes, angeschirrtem, angeschirrten, angeschirrter##, anschirrend, ###anschirrend, anschirrende, anschirrendes, anschirrendem, anschirrenden, anschirrender###, anzuschirren, ####anzuschirren, anzuschirrend, anzuschirrende, anzuschirrendes, anzuschirrendem, anzuschirrenden, anzuschirrender####, schirr (!) an+EW; Z.: an—schir-r-en
$Anschiss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Anschiss, Tadel, Rüge, Zurechtweisung; Q.: 1775; L.: EWD s. u. scheißen, fehlt DW; GB.: seit 1775 belegte und aus an und Schiss gebildete und sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Tadel oder Rüge; F.: Anschiss, Anschisses, Anschisse, Anschissen+EW; Z.: An—schi-ss
$Anschlag, nhd. M., (11. Jh.): nhd. Anschlag, Schlag, Griff, Angriff, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung; Vw.: s. Vor-; E.: s. an, s. Schlag; L.: EWD s. u. schlagen, DW 1, 440; GB.: (anaslag*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. plaga aus an und Schlag gebildete Bezeichnung für einen Schlag oder Griff oder Angriff oder später auch eine öffentlich angeschlagene Bekanntmachung; F.: Anschlag, Anschlags, Anschlages, Anschläge, Anschlägen+EW; Z.: An—schlag
$anschlagen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. anschlagen, schlagen, anbringen,anhängen; Vw.: s. ver-; E.: s. an, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, EWD s. u. schlagen, DW 1, 439; GB.: anaslahan (10. Jh.) belegte und aus an und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schlagen oder anbringen oder anhängen; F.: anschlagen, schlage (!) an, schlägst an, schlägt an, schlagt an, schlagen an, schlagest an, schlaget an, schlug an, schlugst an, schlugen an, schlugt an, schlüge an, schlügest an, schlügen an, schlüget an, angeschlagen, ##angeschlagen, angeschlagene, angeschlagenes, angeschlagenem, angeschlagenen, angeschlagener##, anschlagend, ###anschlagend, anschlagende, anschlagendes, anschlagendem, anschlagenden, anschlagender###, anzuschlagen, ####anzuschlagen, anzuschlagend, anzuschlagende, anzuschlagendes, anzuschlagendem, anzuschlagenden, anzuschlagender###, schlag (!) an+EW; Z.: an—schlag-en
$anschmachten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. anschmachten, ansehnen, anhimmeln; E.: s. an, s. schmachten; L.: EWD s. u. schmachten, DW 1, 445; GB.: um 1777 belegte und aus an und schmachten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ansehnen oder anhimmeln; F.: anschmachten, schmachte an, schmachtest an, schmachtet an, schmachtete an, schmachtetest an, schmachteten an, schmachtetet an, angeschmachtet, ##angeschmachtet, angeschmachtete, angeschmachtetes, angeschmachtetem, angeschmachteten, angeschmachteter##, anschmachtend, ###anschmachtend, anschmachtende, anschmachtendes, anschmachtendem, anschmachtenden, anschmachtender###, anzuschmachten, ####anzuschmachten, anzuschmachtend, anzuschmachtende, anzuschmachtendes, anzuschmachtendem, anzuschmachtenden, anzuschmachtender####, schmacht (!) an, schmachte an+EW; Z.: an—schmach-t-en
$anschmieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anschmieren, beschmieren, bestreichen, täuschen; E.: s. an, s. schmieren; L.: EWD s. u. schmieren, DW 1, 446; GB.: seit 1480 belegte und aus an und schmieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschmieren oder bestreichen oder täuschen; F.: anschmieren, schmiere (!) an, schmierst an, schmiert an, schmieren an, schmierest an, schmieret an, schmierte an, schmiertest an, schmierten an, schmiertet an, angeschmiert, ##angeschmiert, angeschmierte, angeschmiertes, angeschmiertem, angeschmierten, angeschmierter##, anschmierend, ###anschmierend, anschmierende, anschmierendes, anschmierendem, anschmierenden, anschmierender###, anzuschmieren, ####anzuschmieren, anzuschmierend, anzuschmierende, anzuschmierendes, anzuschmierendem, anzuschmierenden, anzuschmierender####, schmier (!) an+EW; Z.: an—schmier-en
$anschnauzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anschnauzen, anfahren, tadeln, rügen; E.: s. an, s. schnauzen; L.: Kluge s. u. anschnauzen, DW 1, 447; GB.: seit 1533 belegte und aus an und Schnauz(e) sowie en (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches anfahren oder tadeln, rügen; F.: anschnauzen, schnauze an, schnauzest an, schnauzen an, schnauzet an, schnauzte an, schnauztest an, schnauzten an, schnauztet an, angeschnauzt, ##angeschnauzt, angeschnauzte, angeschnauztes, angeschnauztem, angeschnauzten, angeschnauzter##, anschnauzend, ###anschnauzend, anschnauzende, anschnauzendes, anschnauzendem, anschnauzenden, anschnauzender###, anzuschnauzen, ####anzuschnauzen, anzuschnauzend, anzuschnauzende, anzuschnauzendes, anzuschnauzendem, anzuschnauzenden, anzuschnauzender####, schnauz (!) an+EW; Z.: an—schnau-z-en
$anschneiden, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. anschneiden, einen ersten Schnitt führen, zuschneiden; E.: s. an, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, EWD s. u. schneiden, DW 1, 448; GB.: (anesnīden) seit um 1258 belegte und aus an und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Menschen und seiner Werkzeuge mögliches einen ersten Schnitt führen oder zuschneiden; F.: anschneiden, schneide (!) an, schneidest an, schneidet an, schneiden an, schnitt an, schnittest an, schnittst (!) an, schnitten an, schnittet an, angeschnitten, ##angeschnitten, angeschnittene, angeschnittenes, angeschnittenem, angeschnittenen, angeschnittener##, anschneidend, ###anschneidend, anschneidende, anschneidendes, anschneidendem, anschneidenden, anschneidender###, anzuschneiden, ####anzuschneiden, anzuschneidend, anzuschneidende, anzuschneidendes, anzuschneidendem, anzuschneidenden, anzuschneidender####, schneid (!) an+EW; Z.: an-schneid-en
$anschreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. anschreiben, hinschreiben, aufschreiben; E.: s. an, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, EWD s. u. schreiben, DW 1, 449; E.: (aneschrīben ) um 1170 belegte und aus an und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schrift möglichen hinschreiben oder aufschreiben; F.: anschreiben, schreibe an, schreibst an, schreibt an, schreiben an, schreibest an, schreibet an, schrieb an, schriebst an, schrieben an, schriebt an, schriebest an, schriebet an, angeschrieben, ##angeschrieben, angeschriebene, angeschriebenes, angeschriebenem, angeschriebenen, angeschriebener##, anschreibend, ###anschreibend, anschreibende, anschreibendes, anschreibendem, anschreibenden, anschreibender###, anzuschreiben, ####anzuschreiben, anzuschreibend, anzuschreibende, anzuschreibendes, anzuschreibendem, anzuschreibenden, anzuschreibender####, schreib (!) an+EW+FW; Z.: an-schrei-b-en
$Anschrift, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Anschrift; E.: s. an, s. Schrift; L.: EWD s. u. schreiben, DW 1, 449; GB.: seit um 1450 belegte und aus an und Schrift gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche Adresse für den (Empfänger und den) Bestimmungsort einer schriftlichen Mitteilung; F.: Anschrift, Anschriften+EW+FW; Z.: An—schri-f-t
$anschuldigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anschuldigen, beschuldigen, bezichtigen; E.: s. an, s. schuldigen; L.: EWD s. u. Schuld, DW 1, 450; GB.: seit um 1300 belegte und aus an und schuldigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches beschuldigen oder bezichtigen; F.: anschuldigen, schuldige an, schuldigst an, schuldigt an, schuldigest an, schuldiget an, schuldigte an, schuldigtest an, schuldigten an, schuldigtet an, angeschuldigt, ##angeschuldigt, angeschuldigte, angeschuldigtes, angeschuldigtem, angeschuldigten, angeschuldigter##, anschuldigend, ###anschuldigend, anschuldigende, anschuldigendes, anschuldigendem, anschuldigenden, anschuldigender###, anzuschuldigen, ####anzuschuldigen, anzuschuldigend, schuldig, anzuschuldigende, anzuschuldigendes, anzuschuldigendem, anzuschuldigenden, anzuschuldigender####, schuldig (!) an+EW; Z.: an—schul-d-ig-en
$anschwärzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anschwärzen, schwarz machen, anzeigen; E.: s. an, s. schwärzen; L.: EWD s. u. schwarz, DW 1, 451; GB.: seit um 1530 belegte und vielleicht nach lat. denigrare aus an und schwärzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schwarz machen oder seit Entwicklung von Sprache mögliches anzeigen; F.: anschwärzen, schwärze an, schwärzst (!) an, schwärzt an, schwärzen an, schwärzest an, schwärzet an, schwärzte an, schwärztest an, schwärzten an, schwärztet an, angeschwärzt, ##angeschwärzt, angeschwärzte, angeschwärztes, angeschwärztem, angeschwärzten, angeschwärzter##, anschwärzend, ###anschwärzend, anschwärzende, anschwärzendes, anschwärzendem, anschwärzenden, anschwärzender###, anzuschwärzen, ####anzuschwärzen, anzuschwärzend, anzuschwärzende, anzuschwärzendes, anzuschwärzendem, anzuschwärzenden, anzuschwärzender####, schwärz (!) an+EW; Z.: an—schwärz-en
$ansehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ansehen, anschauen, betrachten; E.: s. an, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, EWD s. u. sehen, DW 1, 453; GB.: (anasehan) seit Ende 8. Jh. belegte und aus an und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches anschauen oder betrachten; F.: ansehen, sehe (!) an, siehst an, sieht an, sehen an, seht an, sehest an, sehet an, sah an, sahst an, sahen an, saht an, sähe an, sähest an, sähst an, sähen an, sähet an, säht an, angesehen, ##angesehen, angesehene, angesehenes, angesehenem, angesehenen, angesehener##, ansehend, ###ansehend, ansehende, ansehendes, ansehendem, ansehenden, ansehender###, anzusehen, ####anzusehen, anzusehend, anzusehende, anzusehendes, anzusehendem, anzusehenden, anzusehender####, sieh (!) an, siehe an+EW; Z.: an—seh-en
$Ansehen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Ansehen, Anschauen, Ansicht, Anblick, Betrachten, Ruhm, Ruf; E.: s. ansehen; L.: Kluge s. u. Ansehen, EWD s. u. sehen, DW 1, 457; GB.: (anesehen*) vielleicht seit um 1200 belegte und aus ansehen gebildete Bezeichnung für Anschauen oder Betrachten oder Ruhm; F.: Ansehen, Ansehens+EW; Z.: An—seh-en
$ansehnlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ansehnlich, überzeugend, bedeutsam; E.: s. Anseh(e)n, s. lich; L.: EWD s. u. sehen, DW 1, 458; GB.: seit nach 1527 belegte und aus Anseh(e)n und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Hochkulturen mögliches überzeugend oder offensichtlich oder bedeutsam; F.: ansehnlich, ansehnliche, ansehnliches, ansehnlichem, ansehnlichen, ansehnlicher(, ansehnlichere, ansehnlicheres, ansehnlicherem, ansehnlicheren, ansehnlicherer, ansehnlichst, ansehnlichste, ansehnlichstes, ansehnlichstem, ansehnlichsten, ansehnlichster)+EW; Z.: an—seh-n—lich
$anseilen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. anseilen; E.: s. an, s. seilen; L.: Kluge s. u. Seil, EWD s. u. Seil, DW 1, 459; GB.: seit um 1300 belegte und aus an und Seil sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Seilen durch den Menschen mögliches mit einem Seil befestigen; F.: anseilen, seile (!) an, seilst an, seilt an, seilen an, seilest an, seilet an, seilte an, seiltest an, seilten an, seiltet an, angeseilt, ##angeseilt, angeseilte, angeseiltes, angeseiltem, angeseilten, angeseilter##, anseilend, ###anseilend, anseilende, anseilendes, anseilendem, anseilenden, anseilender###, anzuseilen, ####anzuseilen, anzuseilend, anzuseilende, anzuseilendes, anzuseilendem, anzuseilenden, anzuseilender####, seil (!) an+EW; Z.: an—sei-l-en
$Ansicht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ansicht, Sicht, Sehweise, Einstellung, Betrachtung; E.: s. an, s. Sicht; L.: EWD s. u. sehen, DW 1, 461; GB.: (anasiht) seit um 850 belegte und aus an und Sicht gebildete Bezeichnung für die seit Entwicklung von Augen mögliche Sicht oder Sehweise oder Einstellung oder Betrachtung; F.: Ansicht, Ansichten+EW; Z.: An—sich-t
$Ansichtskarte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ansichtskarte, Karte mit einer Ansicht, Bildkarte; E.: s. Ansicht, s. s, s. Karte; L.: EWD s. u. sehen, fehlt DW; GB.: seit 1899 belegte und aus Ansicht und s sowie Karte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Karte mit einer der Veranschaulichung dienenden Abbildung oder eine Bildkarte; F.: Ansichtskarte, Ansichtskarten+EW+FW; Z.: An—sich-t-s—kart-e
ansinnen, nhd., V. (12. Jh.?): nhd. ansinnen, verlangen, anbieten, fordern, vorschlagen, zumuten; Hw.: s. Ansinnen; E.: s. an, s. sinnen; L.: DW 1, 463; GB.: seit 1170-1180 belegte und aus an und sinnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verlangen oder anbieten oder vorschlagen
$Ansinnen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Ansinnen, Verlangen, Angebot, Forderung, Vorschlag; E.: s. ansinnen; L.: Kluge s. u. Ansinnen, EWD s. u. sinnen, DW 1, 463; GB.: seit 15. Jh. belegte und von ansinnen abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Verlangen oder Angebot oder Forderung oder Vorschlag; F.: Ansinnen, Ansinnens+EW; Z.: An—sinn-en
anspielen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anspielen, andeuten, hinweisen; E. s. an, s. spielen; L.: DW 1, 465; GB.: (anespilen*) seit um 1210 belegte und aus an und spielen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anfangen zu spielen oder hinweisen
$Anspielung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Anspielung, Andeutung, Hinweis; E.: s. anspiel(en), s. ung; I.: Lüs. lat. allusio; L.: EWD s. u. Spiel, DW 1, 465 (ahd. zuospilunga für lat. allusio); GB.: seit 1655 belegte und wohl nach lat. allusio aus anspiel(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliche Andeutung oder einen Hinweis; F.: Anspielung, Anspielungen+EW; Z.: An—spiel-ung
$Ansporn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ansporn, Antrieb, Anreiz; E.: s. an, s. Sporn; L.: EWD s. u. Sporn, fehlt DW (1, 465, dort aber anspornen und Anspornung); GB.: seit vor 1858 belegte und aus an und Sporn gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen entwickelten Antrieb oder Anreiz; F.: Ansporn, Ansporns, Anspornes, Ansporne, Anspornen+EW; Z.: An—s-por-n
$anspornen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anspornen, antreiben, anreizen, ermuntern; E.: s. Ansporn, s. en; L.: Kluge s. u. Sporn, EWD s. u. Sporn, DW 1, 466; GB.: seit vor 1565 belegte und aus Ansporn und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sporn durch Menschen mögliches antreiben oder anreizen oder ermuntern; F.: anspornen, sporne (!) an, spornst an, spornt an, spornen an, spornest an, spornet an, spornte an, sporntest an, spornten an, sporntet an, angespornt, ##angespornt, angespornte, angesporntes, angesporntem, angespornten, angespornter##, anspornend, ###anspornend, anspornende, anspornendes, anspornendem, anspornenden, anspornender###, anzuspornen, ####anzuspornen, anzuspornend, anzuspornende, anzuspornendes, anzuspornendem, anzuspornenden, anzuspornender####, sporn (!) an+EW; Z.: an—s-por-n-en
$Ansprache, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ansprache, Anruf, Anspruch, Rede; E.: s. an, s. Sprache; GB.: (anasprāhha) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus an und Sprache gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Anruf oder einen Anspruch oder eine Rede; L.: EWD s. u. sprechen, DW 1, 467; F.: Ansprache, Ansprachen+EW; Z.: An---pra-ch-e
$ansprechen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. ansprechen, anrufen, anreden, zureden; E.: s. an, s. sprechen; L.: Kluge s. u. sprechen, EWD s. u. sprechen, DW 1, 467; GB.: (anasprehhan*) seit 11. Jh. belegte und aus an und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches anrufen oder anreden oder zureden; F.: ansprechen, spreche an, sprichst an, spricht an, sprechen an, sprecht an, sprechest an, sprechet an, sprach an, sprachst an, sprachen an, spracht an, spräche an, sprächest an, sprächen an, sprächet an, angesprochen, ##angesprochen, angesprochene, angesprochenes, angesprochenem, angesprochenen, angesprochener##, ansprechend, ###ansprechend, ansprechende, ansprechendes, ansprechendem, ansprechenden, ansprechender###, anzusprechen, ####anzusprechen, anzusprechend, anzusprechende, anzusprechendes, anzusprechendem, anzusprechenden, anzusprechender####, sprich (!) an+EW; Z.: an—s-pre-ch-en
$Anspruch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Anspruch, Anrecht, Recht, Forderung, Verlangen; E.: s. an, s. Spruch; L.: EWD s. u. sprechen, DW 1, 471; GB.: seit 1291 belegte und aus an und Spruch gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Recht mögliches Anrecht oder Recht oder Forderung oder Verlangen; F.: Anspruch, Anspruchs, Anspruches, Ansprüche, Ansprüchen+EW; Z.: An—s-pru-ch
$anstacheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. anstacheln, anregen, antreiben, ermuntern; E.: s. an, s. Stachel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Stachel, DW 1, 472; GB.: seit 1670 belegte und aus an und Stachel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches anregen oder antreiben oder ermuntern; F.: anstacheln, stachel (!) an, stachle an, stachele an, stachelst an, stachelt an, stachel (!) an, stachelte an, stacheltest an, stachelten an, stacheltet an, angestachelt, ##angestachelt, angestachelte, angestacheltes, angestacheltem, angestachelten, angestachelter##, anstachelnd, ###anstachelnd, anstachelnde, anstachelndes, anstachelndem, anstachelnden, anstachelnder###, anzustacheln, ####anzustacheln, anzustachelnd, anzustachelnde, anzustachelndes, anzustachelndem, anzustachelnden, anzustachelnder####, stachel (!) an+EW; Z.: an—sta-ch-el-n
$Anstalt, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Anstalt, Einrichtung, Bestreben, Versuch; Vw.: s. Heil-, Irren-; E.: s. anstell(en), s. t; L.: Kluge s. u. Anstalt, EWD s. u. Anstalt, DW 1, 472; GB.: um 1250 belegte und aus anstell(en) und t gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Einrichtung oder ein Bestreben oder einen Versuch; F.: Anstalt, Anstalten+EW; Z.: An-stal-t
$Anstand, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Anstand, Anständigkeit, Höflichkeit, Gehörigkeit; E.: s. an, s. Stand; L.: Kluge s. u. Anstand, EWD s. u. Anstand, DW 1, 473; GB.: seit 1396 belegte und aus an und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Anständigkeit oder Höflichkeit oder Gehörigkeit; F.: Anstand, Anstands, Anstandes+EW; Z.: An—sta-n-d
$anständig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anständig, Anstand betreffend, ansehnlich, ordentlich, schicklich, gehörig; Vw.: s. un-; E.: s. Anstand, s. ig; L.: Kluge s. u. Anstand, EWD s. u. Anstand, DW 1, 475; GB.: seit 1464 belegte und aus Anstand und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches den Anstand betreffend oder ansehnlich oder ordentlich oder schicklich oder gehörig; F.: anständig, anständige, anständiges, anständigem, anständigen, anständiger, (anständigere, anständigeres, anständigerem, anständigeren, anständigerer, anständigst, anständigste, anständigstes, anständigstem, anständigsten, anständigster)+EW; Z.: an—stä-n-d-ig
$anstandslos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. anstandslos, einschränkungslos, beanstandungsfrei; E.: s. Anstand, s. s, s. los; L.: Kluge s. u. Anstand, EWD s. u. Anstand, fehlt DW; GB.: seit 1849 belegte und aus Anstand und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ohne Anstand seiend oder einschränkungslos oder beanstandungsfrei; F.: anstandslos, anstandslose, anstandsloses, anstandslosem, anstandslosen, anstandsloser(, anstandslosere, anstandsloseres, anstandsloserem, anstandsloseren, anstandsloserer, anstandslosest, anstandsloseste, anstandslosestes, anstandslosestem, anstandslosesten, anstandslosester)+EW; Z.: an—sta-n-d-s—lo-s
$anstatt, nhd., Präp., (14. Jh.?): nhd. anstatt, an der Stelle von; E.: s. an, s. Statt; L.: Kluge s. u. anstatt, EWD s. u. Statt, DW 1, 476; GB.: um 1350 belegte und aus an und Statt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches an der Stelle von; F.: anstatt+EW; Z.: an—sta-t-t
$anstechen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. anstechen, stechen, hineinstechen, durchstechen; E.: s. an, s. stechen; L.: Kluge s. u. stechen, EWD s. u. stechen, DW 1, 477; GB.: (anastehhan*) um 830 belegte und vielleicht nach lat. transfigere aus an und stechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches stechen oder hineinstechen oder durchstechen; F.: anstechen, steche an, stichst an, sticht an, stechen an, stecht an, stechest an, stechet an, stach an, stachst an, stachen an, stacht an, stäche an, stächest an, stächst an, stächen an, stächet an, stächt an, angestochen, ##angestochen, angestochene, angestochenes, angestochenem, angestochenen, angestochener##, anstechend, ###anstechend, anstechende, anstechendes, anstechendem, anstechenden, anstechender###, anzustechen, ####anzustechen, anzustechend, anzustechende, anzustechendes, anzustechendem, anzustechenden, anzustechender####, stich (!) an+EW; Z.: an-ste-ch-en
$anstecken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anstecken, hinstecken, feststecken, weitergeben; E.: s. an, s. stecken; L.: EWD s. u. stecken, DW 1, 476; GB.: (anestecken) 1250-1300 belegte und aus an und stecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinstecken oder feststecken oder weitergeben; F.: anstecken, stecke (!) an, steckst an, steckt an, steckest an, stecket an, steckte an, stecktest an, steckten an, stecktet an, angesteckt, ##angesteckt, angesteckte, angestecktes, angestecktem, angesteckten, angesteckter##, ansteckend, ###ansteckend, ansteckende, ansteckendes, ansteckendem, ansteckenden, ansteckender###, anzustecken, ####anzustecken, anzusteckend, anzusteckende, anzusteckendes, anzusteckendem, anzusteckenden, anzusteckender####, steck (!) an+EW; Z.: an—steck-en
$ansteckend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. ansteckend, übertragbar; E.: s. anstecken, s. d; L.: EWD s. u. stecken, fehlt DW 8s. aber anstecken); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus anstecken und d gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches übertragbar; F.: ansteckend, ansteckende, ansteckendes, ansteckendem, ansteckenden, ansteckender(, ansteckendere, ansteckenderes, ansteckenderem, ansteckenderen, ansteckenderer, ansteckendst, ansteckendste, ansteckendstes, ansteckendstem, ansteckendsten, ansteckendster)+EW; Z.: an—steck-en-d
$Ansteckung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Ansteckung, Entzündung, Übertragung, Anbrennung; E.: s. ansteck(en), s. ung; L.: EWD s. u. stecken, DW 1, 480; GB.: vielleicht seit um 1450 belegte und aus ansteck(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Entzündung oder Übertragung oder Anbrennung; F.: Ansteckung, Ansteckungen+EW; Z.: An—steck-ung
$anstellen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anstellen, hinzustellen, einreihen, abwarten; Hw.: s. Angestellter,, s. Anstellung; E.: s. an, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, EWD s. u. stellen, DW 1, 482; GB.: seit um 1300 belegte und aus an und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinzustellen oder einreihen oder abwarten; F.: anstellen, stelle (!) an, stellst an, stellt an, stellen an, stellest an, stellet an, stellte an, stelltest an, stellten an, stelltet an, angestellt, ##angestellt, angestellte, angestelltes, angestelltem, angestellten, angestellter##, anstellend, ###anstellend, anstellende, anstellendes, anstellendem, anstellenden, anstellender###, anzustellen, ####anzustellen, anzustellend, anzustellende, anzustellendes, anzustellendem, anzustellenden, anzustellender####, stell (!) an+EW; Z.: an—stel-l-en
$anstellig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anstellig, geschickt; E.: s. anstell(en), s. ig; L.: Kluge s. u. anstellig, EWD s. u. anstellig, DW 1, 484; GB.: vielleicht seit 1484 belegte und aus anstell(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geschickt; F.: anstellig, anstellige, anstelliges, anstelligem, anstelligen, anstelliger(, anstelligere, anstelligeres, anstelligerem, anstelligeren, anstelligerer, anstelligst, anstelligste, anstelligstes, anstelligstem, anstelligsten, anstelligster)+EW; Z.: an—stel-l-ig
$Anstelligkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anstelligkeit, Einreihung, Abwartung, Geschick; E.: s. anstellig, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. anstellig, fehlt DW; GB.: seit 1776 belegte und aus anstellig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Einreihung oder Abwartung oder Geschick; F.: Anstelligkeit, Anstelligkeiten+EW; Z.: An—stel-l-lig—kei-t
$Anstellung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anstellung, Festlegung, Übernahme in ein Tätigkeitsverhältnis; E.: s. anstell(en), s. ung; L.: EWD s. u. stellen, DW 1, 484; GB.: seit 1428 belegte und aus anstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht zu dieser Zeit mögliche Festlegung oder Übernahme in ein Tätigkeitsverhältnis; F.: Anstellung, Anstellungen+EW; Z.: An—stel-l-ung
$Anstich, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Anstich, Anstechen, Anzapfen; Hw.: s. anstechen; E.: s. an, s. Stich; L.: EWD s. u. stechen, DW 1, 485; GB.: seit 1455 belegte und aus an und Stich gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Anstechen oder Anzapfen einer in einem Fass aufbewahrten Flüssigkeit; F.: Anstich, Anstiches, Anstichs, Anstiche, Anstichen+EW; Z.: An—sti-ch
$anstiften, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anstiften, anzetteln, veranlassen, verursachen; E.: s. an, s. stiften; L.: Kluge s. u. stiften 1, EWD s. u. stiften, DW 1, 485; GB.: seit 1469 belegte und aus an und stiften gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Rechtes mögliches anzetteln oder veranlassen oder verursachen; F.: anstiften, stifte (!) an, stiftest an, stiftet an, stiften (!) an, stiftete an, stiftetest an, stifteten an, stiftetet an, angestiftet, ##angestiftet, angestiftete, angestiftetes, angestiftetem, angestifteten, angestifteter##, anstiftend, ###anstiftend, anstiftende, anstiftendes, anstiftendem, anstiftenden, anstiftender###, anzustiften, ####anzustiften, anzustiftend, anzustiftende, anzustiftendes, anzustiftendem, anzustiftenden, anzustiftender####, stift (!) an+EW; Z.: an—stif-t-en
$anstimmen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. anstimmen, mit Stimme beginnen; E.: s. an, s. stimmen; L.: DW 1, 485, EWD s. u. Stimme; GB.: seit um 1370 belegte und aus an und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung der Stimme mögliches mit Stimme beginnen; F.: anstimmen, stimme (!) an, stimmst an, stimmt an, stimmest an, stimmet an, stimmte an, stimmtest an, stimmten an, stimmtet an, angestimmt, ##angestimmt, angestimmte, angestimmtes, angestimmtem, angestimmten, angestimmter##, anstimmend, ###anstimmend, anstimmende, anstimmendes, anstimmendem, anstimmenden, anstimmender###, anzustimmen, ####anzustimmen, anzustimmend, anzustimmende, anzustimmendem, anzustimmenden, anzustimmender####, stimm (!) an+EW; Z.: an—stimm-en
$Anstoß, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Anstoß, Stoß, Beginn, Verursachung; E.: s. an, s. Stoß; L.: EWD s. u. stoßen, DW 1, 486; GB.: (anastōz) seit um 1000 belegte und aus an und Stoß gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Stoß; F.: Anstoß, Anstoßes, Anstöße, Anstößen+EW; Z.: An—sto-ß
$anstoßen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. anstoßen, anschlagen; E.: s. an, s. stoßen; L.: Kluge s. u. stoßen, DW 1, 487 (anstoszen), EWD s. u. stoßen; GB.: (anastōzan) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus an und stoßen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches stoßen an ; F.: anstoßen, stoße an, stößt an, stoßt an, stoßen an, stoßest an, stoßet an, stieß an, stießest an, stießt an, stießen an, stießet an, angestoßen, ##angestoßen, angestoßene, angestoßenes, angestoßenem, angestoßenen, angestoßener##, anstoßend, ###anstoßend, anstoßende, anstoßendes, anstoßendem, anstoßenden, anstoßender###, anzustoßen, ####anzustoßen, anzustoßend, anzustoßende, anzustoßendes, anzustoßendem, anzustoßenden, anzustoßender####, stoß (!) an+EW; Z.: an—sto-ß-en
$anstößig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. anstößig, anstoßend, anprallend, verletzend; E.: s. Anstoß, s. ig; L.: EWD s. u. stoßen, DW 1, 486 (anstöszig); GB.: seit 1421 belegte und aus Anstoß und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches anstoßend oder anprallend oder verletzend; F.: anstößig, anstößige, anstößiges, anstößigem, anstößigen, anstößiger(, anstößigere, anstößigeres, anstößigerem, anstößigeren, anstößigerer, anstößigst, anstößigste, anstößigstes, anstößigstem, anstößigsten, anstößigster)+EW; Z.: an—stö-ß-ig
$anstreichen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. anstreichen, anmalen, auftragen; E.: s. an, s. streichen; L.: Kluge s. u. streichen, EWD s. u. streichen, DW 1, 491; GB.: seit um 1200 belegte und aus an und streichen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anmalen oder auftragen; F.: anstreichen, streiche (!) an, streichst an, streicht an, streichen (!) an, streichest an, streichet an, strich (!) an, strichst an, strichen an, stricht an, strichest an, strichet an, angestrichen, ##angestrichen, angestrichene, angestrichenes, angestrichenem, angestrichenen, angestrichener##, anstreichend, ###anstreichend, anstreichende, anstreichendes, anstreichendem, anstreichenden, anstreichender###, anzustreichen, ####anzustreichen, anzustreichend, anzustreichende, anzustreichendes, anzustreichendem, anzustreichenden, anzustreichender####, streich (!) an+EW; Z.: an—strei-ch-en
$Anstreicher, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Anstreicher, Anstreichender, Maler; E.: s. anstreich(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. streichen, fehlt DW (aber Anstreicherin); GB.: um 1365 belegte und aus anstreich(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anstreichenden oder Maler; F.: Anstreicher, Anstreichers, Anstreichern+EW; Z.: An—strei-ch-er
$anstrengen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anstrengen, bedrängen, bemühen, nötigen; E.: s. an, s. strengen; L.: Kluge 1. A. s. u. streng, Kluge s. u. anstrengen, EWD s. u. streng, DW 1, 492; GB.: (anestrengen*) seit 1292 belegte und aus an und strengen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bedrängen oder bemühen oder nötigen; F.: anstrengen, strenge (!) an, strengest an, strengen an, strenget an, strengte an, strengtest an, strengten an, strengtet an, angestrengt, ##angestrengt, angestrengte, angestrengtes, angestrengtem, angestrengten, angestrengter##, anstrengend, ###anstrengend, anstrengende, anstrengendes, anstrengendem, anstrengenden, anstrengender###, anzustrengen, ####anzustrengen, anzustrengend, anzustrengende, anzustrengendes, anzustrengendem, anzustrengenden, anzustrengender####, streng (!) an+EW; Z.: an—stre-ng-en
$Anstrich, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Anstrich, Bemalung; E.: s. an, s. Strich; L.: EWD s. u. streichen, DW 1, 493; GB.: seit um 1200 belegte und aus an und Strich gebildete Bezeichnung für eine Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bemalung; F.: Anstrich, Anstriches, Anstrichs, Anstriche, Anstrichen+EW; Z.: An—stri-ch
$Ansturm, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ansturm, Sturm, Angriff, Überfall, Vorstoß; E.: s. an, s. Sturm; L.: EWD s. u. Sturm, DW 1, 494; GB.: seit um 1350 belegte und aus an und Sturm gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Sturm oder Angriff oder Überfall oder Vorstoß; F.: Ansturm, Ansturms, Ansturmes, Anstürme, Anstürmen+EW; Z.: An—stur-m
$anstürmen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. anstürmen, angreifen, anrennen, zustürmen; E.: s. an, s. stürmen; L.: EWD s. u. Sturm, DW 1, 494; GB.: seit um 1252 belegte und aus an und stürmen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches angreifen oder anrennen oder zustürmen; F.: anstürmen, stürme (!) an, stürmt an, stürmen an, stürmest an, stürmet an, stürmte an, stürmtest an, stürmten an, stürmtet an, angestürmt, ##angestürmt, angestürmte, angestürmtes, angestürmtem, angestürmten, angestürmter##, anstürmend, ###anstürmend, anstürmende, anstürmendes, anstürmendem, anstürmenden, anstürmender###, anzustürmen, ####anzustürmen, anzustürmend, anzustürmende, anzustürmendes, anzustürmendem, anzustürmenden, anzustürmender####, stürm (!) an+EW; Z.: an—stür-m-en
...ant, nhd., (Part. Präs.=) M., (14. Jh.?): nhd. ...ant; ne. ...ant; Vw.: s. Adjut-, Aspir-, Bonviv-, Brig-, Brill-, Debüt-, Demonstr-, Denunzi-, Dillet-, Emigr-, Flagell-, Gratul-, Ignor-, Intend-, Kombatt-, Kommand-, Komödi-, Konson-, Krok-, Labor-, Leutn-, Mand-, Ministr-, Musik-, Pass-, Ped-, Protest-, Quadr-, Querul-, Repräsent-, Sekund-, Sext-, Simul-, Spekul-, Vag-, Vol-; Hw.: s. ...and, ...anz; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat....āns; E.: s. lat....āns, Suff. (Part. Präs. M. Sg.), ...and; GB.: vielleicht seit 14. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven für Handelnde (und ihre Handlungen) verwendete Bezeichnung; BM.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. ant-, Kluge s. u. ...ant, Duden s. u. -ant; F.: ...ant, ...anten+FW(+EW); Z.: -ant
Antagonismus, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Antagonismus, Gegensätzlichkeit, Gegensatz; ne. antagonism; Vw.: -; Hw.: s. Antagonist; Q.: 1784 (Kant); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀνταγωνίζεσθαι (antagōnízesthai), V., gegen jemanden kämpfen; vgl. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. ἀγωνίζεσθαι (agōnízesthai), V., kämpfen, prozessieren; gr. ἀγών (agōn), M., Versammlung, Versammlungsplatz, Wettkampf; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Antagonismus, EWD s. u. Antagonismus, fehlt DW, DW2 3, 1, Duden s. u. Antagonismus; Son.: vgl. nndl. antagonisme, Sb., Antagonismus; frz. antagonisme, F., Antagonismus; nschw. antagonisme, Sb., Antagonismus; nnorw. antagonisme, M., Antagonismus; poln. antagonizm, M., Antagonismus; GB.: seit 1784 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches einander Entgegenstehen oder eine Gegensätzlichkeit; BM.: Gegensätzlichkeit; F.: Antagonismus, Antagonismen+FW; Z.: Ant-ag-on-ism-us
Antagonist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Antagonist, Gegner, Gegenspieler, Widersacher; ne. antagonist; Vw.: -; Hw.: s. Antagonismus; Q.: 1562; I.: Lw. lat. antagōnista; E.: s. lat. antagōnista, M., Widersacher, Gegner, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. ἀνταγωνιστής (antagōnistḗs), M., Widersacher; vgl. gr. ἀνταγωνίζεσθαι (antagōnízesthai), V., gegen jemanden kämpfen; gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. ἀγωνίζεσθαι (agōnízesthai), V., kämpfen, prozessieren; gr. ἀγών (agōn), M., Versammlung, Versammlungsplatz, Wettkampf; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Antagonismus, EWD s. u. Antagonismus, fehlt DW, DW2 3, 1, Duden s. u. Antagonist; Son.: vgl. nndl. antagonist, Sb., Antagonist; frz. antagoniste, M., Antagonist; nschw. antagonist, Sb., Antagonist; nnorw. antagonist, M., Antagonist; poln. antagonista, M., Antagonist; lit. antagonistas, M., Antagonist; GB.: seit 1562 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen möglichen Gegner oder Gegenspieler oder Widersacher; BM.: dagegentreiben bzw. Gegensätzlichkeit; F.: Antagonist, Antagonisten+FW; Z.: Ant-ag-on-ist
$antagonistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. antagonistisch, gegensätzlich; Q.: 1795; E.: s. Antagonist, s. isch; L.: EWD s. u. Antagonismus, fehlt DW; GB.: seit 1795 belegte und aus Antagonist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches gegensätzlich; F.: antagonistisch, antagonistische, antagonistisches, antagonistischem, antagonistischen, antagonistischer(, antagonistischere, antagonistischeres, antagonistischerem, antagonistischeren, antagonistischerer, antagonistischst, antagonistischste, antagonistischstes, antagonistischstem, antagonistischsten, antagonistischster)+FW+EW; Z.: ant-ag-on-ist-isch
$Antarktis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Antarktis; E.: s. ant, s. Arktis; L.: Kluge s. u. arktisch, EWD s. u. arktisch, fehlt DW; GB.: seit 1895 belegte und aus ant und Arktis gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche um den Südpol gelegene Gebiet der Erde; F.: Antarktis+FW; Z.: Ant—arkt-is
$antarktisch, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. antarktisch; L.: Kluge s. u. arktisch, EWD s. u. arktisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit um 1217 belegte und aus Antarkt(is) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches um den Südpol gelegene Gebiet der Erde betreffend; F.: antarktisch, antarktische, antarktisches, antarktischem, antarktischen, antarktischer(, antarktischere, antarktischeres, antarktischerem, antarktischeren, antarktischerer)+FW+EW; Z.: ant—arkt-isch
$antasten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. antasten; E.: s. an, s. tasten; L.: EWD s. u. tasten, DW 1, 496; GB.: seit um 1200 belegte und aus an und tasten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung von Primaten mögliches angreifen oder berühren; F.: antasten, taste (!) an, tastest an, tastet an, tastete an, tastetest an, tasteten an, tastetet an, angetastet, ##angetastet, angetastete, angetastetes, angetastetem, angetasteten, angetasteter##, antastend, ###antastend, antastende, antastendes, antastendem, antastenden, antastender###, anzutasten, ####anzutasten, anzutastend, anzutastende, anzutastendes, anzutastendem, anzutastenden, anzutastender####, tast (!) an+FW; Z.: an—tast-en
ante..., nhd., Präp,?.: nhd. ante..., vor..., davor…; ne. ante...; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: neoklassische Bildung zu lat. ante; E.: s. lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. ante...; GB.: vielleicht seit der Neuzeit belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt und der Dimensionen von Raum und Zeit mögliches vor oder davor; BM.: vor; F.: ante…+FW; Z.: ante-
$Anteil, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Anteil, Teil; E.: s. an, s. Teil; L.: EWD s. u. Teil, DW 1, 497 (Antheil); GB.: (aneteil) seit 1291 belegte und aus an und Teil gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Teil einer Gegebenheit; F.: Anteil, Anteils, Anteiles, Anteile, Anteilen+EW; Z.: An—tei-l
$Anteilnahme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Anteilnahme, Teilnahme, Mitgefühl; E.: s. Anteil, s. Nahme; L.: EWD s. u. Teil, fehlt DW; GB.: seit 1864 belegte und aus Anteil und Nahme gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Teilnahme oder ein Mitgefühl; F.: Anteilnahme, Anteilnahmen (!)+EW; Z.: An—tei-l—nahm-e
Antenne, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Antenne, Fühler; ne. antenna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. antemna; E.: s. lat. antemna, F., Segelstange, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064? (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Antenne, EWD s. u. Antenne, fehlt DW, DW2 3, 8, Duden s. u. Antenne; Son.: vgl. nndl. antenne, Sb., Antenne; frz. antenne, F., Antenne; nschw. antenn, Sb., Antenne; nnorw. antenne, M., F., Antenne; poln. antena, F., Antenne; nir. aintéine, F., Antenne; lit. antena, F., Antenne; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aufgerichtete Stange oder Segelstange sowie später für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Senden und Empfangen elektromagnetischer Wellen und in ihnen enthaltener Mitteilungen; BM.: von einer späten Bedeutung von lat. antemna Fühler; F.: Antenne, Antennen+FW; Z.: An-tenn-e
Anthologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anthologie, Textzusammenstellung, Blütenlese; ne. anthology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1725 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. ἀνθολογία (anthología); E.: s. gr. ἀνθολογία (anthología), F., Sammeln von Blumen; vgl. gr. ἀνθολόγος (anthológos), Adj., Blüten lesend; gr. ἄνθος (ánthos), N., Blume, Blüte; idg. *andʰ-, *anedʰ-, V., hervorstechen, sprießen, blühen, Pokorny 40 (73/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., balt.?, toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Anthologie, EWD s. u. Anthologie, fehlt DW, DW2 3, 10, Duden s. u. Anthologie; Son.: vgl. anthologie, Sb., Anthologie; frz. antologie, F., Anthologie; nschw. antologi, Sb., Anthologie; nnorw. antologi, M., Anthologie; poln. antologia, F., Anthologie; lit. antologija, F., Anthologie; GB.: seit 1725 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sammlung ausgewählter Literaturstücke oder eine Blütenlese; BM.: gr. Entsprechung von lat. florilegium; F.: Anthologie, Anthologien+FW(+EW); Z.: Anth-o-log-ie
Anthrax, nhd., N., M., (20. Jh.?): nhd. Anthrax, Milzbrand; ne. anthrax; Vw.: -; Hw.: s. Anthrazit; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. anthrax, gr. ἄνθραξ (ánthrax); E.: s. lat. anthrax, M., Bergzinnober, roter Edelstein, Karfunkel, fressendes Geschwür; gr. ἄνθραξ (ánthrax), M., Kohle, Glutkohle; weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 109; L.: fehlt DW, Duden s. u. Anthrax; Son.: vgl. nndl. antrax, Sb., Anthrax; it. antrace, Sb., Anthrax; nschw. anthrax, Sb., Anthrax; nnorw. antraks, M., Anthrax; slowak. antrax, M., Anthrax; kymr. anthracs, M., Anthrax; nir. antrasc, M., Anthrax; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.?) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine meist Paarhufer befallende Infektionskrankheit; BM.: von der schwärzlichen Färbung der Beulen bei Hautmilzbrand; F.: Anthrax+FW; Z.: Anthrax
Anthrazit, nhd., M., N., (16. Jh.?): nhd. Anthrazit, Kohlenkarbunkel; ne. anthracite (N.); Vw.: -; Hw.: s. Anthrax; Q.: 1535?; I.: Lw. frz. anthracite; E.: s. frz. anthracite, M., Anthrazit, Kohlenkarbunkel; lat. anthracītis, F., Anthrazit, Kohlenkarbunkel, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. ἀνθρακίτις (anthrakítis), F., Kohlenkarbunkel; vgl. gr. ἄνθραξ (ánthrax), M., Kohle, Glutkohle; weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 109; L.: Kluge s. u. Anthrazit, EWD s. u. Anthrazit, fehlt DW, Duden s. u. Anthrazit; Son.: vgl. nndl. andraciet, Sb., Anthrazit; nschw. antracit, Sb., Anthracit; nnorw. antrasitt, M., Anthracit; poln. antracyt, M., Anthrazit; nir. antraicít, F., Anthrazit; lit. antracitas, M., Anthrazit; GB.: vielleicht seit 1535 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche harte glänzende Steinkohle mit hohem Heizwert; BM.: Farbe von Kohle; F.: Anthrazit, Anthrazits, Anthrazite, Anthraziten+FW(+EW); Z.: Anthraz-it
...anthrop, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. ...anthrop, Mensch; ne. ...anthropist; Vw.: s. Mis-, Phil-; Hw.: s. Anthropologie; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos); E.: s. gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos), M., Mensch; Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 111, vielleicht als *ἀνθρο-ωπος (anthro-ōpos), Adj., mit bärtigem Gesicht aus idg. *andʰer-, *n̥dʰer-, Sb., Spitze, Stängel, Stengel, Pokorny 41?; L.: Kluge s. u. ...anthrop, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...antroop, Suff., ...antroph; frz. ...anthrope, Suff., ...antroph; nschw. ...antrop, Suff., ...antroph; nnorw. ...antrop, Suff., ...antroph; poln. ...antrop, Suff., ...antroph; lit. ...antropas, Suff., ...antroph; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft ungeklärte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menschen betreffend; BM.: Menschenähnlichkeit; F.: …anthrop, …anthropen+FW(+EW?); Z.: -anthr-op
Anthropologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Anthropologie, Wissenschaft von dem Menschen und seiner Entwicklung; ne. anthropology; Vw.: -; Hw.: s. ...anthrop; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos), M., Mensch; Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 111, vielleicht als *ἀνθρο-ωπος (anthro-ōpos), Adj., mit bärtigem Gesicht aus idg. *andʰer-, *n̥dʰer-, Sb., Spitze, Stängel, Stengel, Pokorny 41?; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Anthropologie, Duden s. u. Anthropologie; Son.: vgl. nndl. antropologie, Sb., Anthropologie; frz. anthropologie, F., Anthropologie; nnorw. antropologie, Sb., Anthropologie; nnorw. antropologie, M., Anthropologie; kymr. anthropoleg, F., Anthropologie; nir. antraipeolaíocht, F., Anthropologie; poln. antropologia, F., Anthropologie; lit. antropologija, F., Anthropologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der Herkunft ungeklärte und teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Wissenschaft von dem Menschen und seiner Entwicklung; BM.: Mensch, sammeln bzw. lesen; F.: Anthropologie+FW(+EW?); Z.: Anthr-op-o-log-ie
$anthropologisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. anthropologisch, menschenkundlich; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Anthropologi(e), s. (i)sch; L.: EWD s. u. Anthropologie, fehlt DW; GB.: seit 1785 belegte und aus Anthropolog(ie) und isch) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches menschenkundlich; F.: anthropologisch, anthropologische, anthropologisches, anthropologischem, anthropologischen, anthropologischer+FW(+EW); Z.: anthr-op-o-log-isch
Anthroposoph, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Anthroposoph, Anhänger der Anthroposophie; ne. anthroposophist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1912; E.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos), M., Mensch; Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 111, vielleicht als *ἀνθρο-ωπος (anthro-ōpos), Adj., mit bärtigem Gesicht aus idg. *andʰer-, *n̥dʰer-, Sb., Spitze, Stängel, Stengel, Pokorny 41?; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: DW2 3, 12, Duden s. u. Anthroposoph; Son.: vgl. nndl. antroposof, M., Anthroposoph; frz. anthroposophe, M., Anthroposoph; nschw. antroposof, Sb., Anthroposoph; nnorw. antroposof, M., Anthroposoph; GB.: seit 1912 belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger der Lehren Rudolf Steiners (1861-1925) die den Menschen als ein Wesenmit physischem und seelischem und geistigem Kern sieht das durch Reinkarnation und Karma zu Entwicklung findet; F.: Anthroposoph, Anthroposophen+FW(+EW?); Z.: Anthr-op-o-soph
anti..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. anti..., gegen; ne. anti...; Vw.: s. -biotikum, -histaminikum, -pathie, -pode, -oxydans, -semitismus; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. gr. ἀντί (antí); E.: s. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. anti..., fehlt DW, EWD s. u. anti..., Duden s. u. anti-; Son.: vgl. nndl. anti..., Präf., anti...; frz. anti..., Präf., anti...; nschw. anti..., Präf., anti...; nnorw. anti..., Präf., anti...; poln. anty..., Präf., anti...; nir. antai..., Präf., anti...; lit. anti..., Präf., anti...; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für gegen; BM.: gegenüber; F.: anti…+FW; Z.: anti-
Antibiotikum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Antibiotikum, Penicillin; ne. antibiotic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1950; I.: Lw. ne. antibiotic; E.: s. ne. antibiotic, N., Antibiotikum; s. frz. antibiotique, Adj., antibiotisch; vgl. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. βιωτικός (biōtikós), Adj., zum Leben gehörig, Lebens...; gr. βίος (bíos), M., Leben, Lebensführung; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Antibiotikum, fehlt DW, DW2 3, 13, Duden s. u. Antibiotikum; Son.: vgl. nndl. antibioticum, Sb., Antibiotikum; nschw. antibiotikum, Sb., Antibiotikum; nnorw. antibiotkum, N., Antibiotikum; poln. antybiotyk, M., Antibiotikum; nir. antaibheathach, M., Antibiotikum; lit. antibiotikas, M., Antibiotikum; GB.: seit 1950 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Griechischen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Mittel zu der Bekämpfung von Krankheitserregern (Penicillin 1928 durch Alexander Fleming entdeckt); BM.: gegen das Leben (von Krankheitserregern); F.: Antibiotikum, Antibiotikums, Antibiotika+FW(+EW?); Z.: Anti-bio-t-ik-um
$Antifaschist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Antifaschist; E.: s. anti, s. Faschist; L.: EWD s. u. Faschismus, fehlt DW; GB.: seit 1934 belegte und aus anti und Faschist gebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für einen Gegner des in Italien und anderswo bereits vorher gebildeten Faschismus; F.: Antifaschist, Antifaschisten+FW(+EW?); Z.: Anti—fasch-ist
$antifaschistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. antifaschistisch; E.: s. Antifaschist, s. isch; L.: EWD s. u. Faschismus, fehlt DW; GB.: seit 1929 belegte und aus Antifaschist und isch gebildete Bezeichnung für Antifaschismus betreffend; F.: antifaschistisch, antifaschistische, antifaschistisches, antifaschistischem, antifaschistischen, antifaschistischer(, antifaschistischere, antifaschistischeres, antifaschistischerem, antifaschistischeren, antifaschistischerer, antifaschistischst, antifaschistischste, antifaschistischstes, antifaschistischstem, antifaschistischsten, antifaschistischster)+FW(+EW); Z.: anti—fasch-ist-isch
Antihistaminikum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Antihistaminikum, Gegenmittel gegen allergische Reaktionen; ne. antihistamine; Vw.: -; Hw.: s. Histamin; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr, ἱστίον (histíon), N., Segel, Gewebe; vgl. gr. ἱστός (histós), M., Ständer“, Mast (M.), Mastbaum, Webstuhl; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀμμωνιακός (ammōniakós), M., ein pflanzliches Gummiharz aus Libyen; gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Antihistaminikum; Son.: vgl. nndl. antihistaminicum, Sb., Antihistaminikum; frz. antihistaminique, M., Antihistaminikum; nschw. antihistamin, Sb., Antihistaminikum; nnorw. antihistamin, N., Antihistaminikum; nir. frith-hiostaimín, M., Antihistaminikum; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen ab 1930 entwickeltes und verwendetes Medikament gegen allergische Reaktionen von Menschen auf unterschiedliche allergische Beeinflussungen (Histamine); BM.: gegenüber, stehen, Harz?; F.: Antihistaminikum, Antihistaminikums, Antihistaminika+FW; Z.: Anti-hist-am-in-ik-um
antik, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. antik, alt, ehrwürdig, einstig; ne. ancient (Adj.), antique (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Antiquar, Antiquität; Q.: 1691 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. antīquus; E.: s. lat. antīquus, Adj., alt, altehrwürdig, einstig, wichtig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. antik, EWD s. u. antik, DW 1, 500, DW2 3, 17, Duden s. u. antik; Son.: s. mnd. antīks, Adj., antik, aus dem Altertum stammend; vgl. nndl. antiek, Adj., antik; frz. antique, Adj., antik; nschw. antik, Adj., antik; nnorw. antikk, Adj., antik; poln. antiek, Adj., antik; GB.: seit 1691 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für alt oder ehrwürdig oder einstig; BM.: vor; F.: antik, antike, antikes, antikem, antiken, antiker+FW(+EW); Z.: ant-ik
$Antike, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Antike, Altertum; E.: s. antik, s. e; L.: Kluge s. u. antik, DW 1, 500, EWD s. u. antik; GB.: seit 1696 belegte und aus antik und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für das dem Mittelalter und der Neuzeit vorausgehende und von der Urgeschichte und Frühgeschichte bis etwa 476 n. Chr. reichende Altertum; F.: Antike+FW(+EW); Z.: Ant-ik-e
Antilope, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Antilope, ein rehähnlicher gehörntes Huftier; ne. antelope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1748; I.: Lw. mlat. antalopus; E.: s. mlat. antalopus, M., Antilope, (11. Jh.); gr. ἀνθόλοψ (anthólops), Sb., Antilope?; weitere Herkunft unklar; wohl aus einer unbekannten afrikanischen Sprache entlehnt; die Erklärung mit der Bildung aus gr. ἄνθος (ánthos), N., Blume und gr. ὄψ (óps), F., Auge als Blumenauge wohl Volksetymologie; L.: Kluge s. u. Antilope, fehlt DW, EWD s. u. Antilope, DW2 3, 20, Duden s. u. Antilope; Son.: vgl. nndl. antilope, Sb., Antilope; frz. antilope, F., Antilope; nschw. antilop, Sb., Antilope; nnorw. antilope, M., Antilope; poln. antylopa, F., Antilope; nir. antalóp, Sb., Antilope; lit. antilopė, F., Antilope; GB.: seit 1748 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und wohl aus einer unbekannten Sprache in Afrika aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches gehörntes und rehähnliches Huftier; BM.: unbekannt; F.: Antilope, Antilopen+FW(+EW); Z.: Ant-ilop-e
Antimon, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Antimon, Stibium (Spießglanz), ein Halbmetall; ne. antimony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh. (Wörterbuch); I.: Lw. mlat. antimonium; E.: s. mlat. antimonium, N., Antimon, Grauspießglanz, (1020-1087); weitere Herkunft unklar, vielleicht s. arab. itmid ; L.: Kluge s. u. Antimon, DW2 3, 20, Duden s. u. Antimon; Son.: vgl. nndl. antimoon, Sb., Antimon; frz. antimoine, M., Antimon; nschw. antimon, Sb., Antimon; nnorw. antimon, N., Antimon; poln. antymon, M., Antimon; nir. antamón, M., Antimon; GB.: seit um 1475 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus dem Arabischen kommende Bezeichnung für ein in der Natur in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten und Mexiko und China und in der Türkei und in Österreich und Deutschland (aber nur) verhältnismäßig selten vorkommendes silberglänzendes und sprödes sowie seit der Bronzezeit von Menschen verwendetes und in der Gegenwart als Flammschutzmittel in Kunststoffen und in Bleibatterien sowie Bleilegierungen genutztes Halbmetall (chemisches Element Nr. 51, abgekürzt Sb aus Stibium); BM.: ?; F.: Antimon, Antimons+FW; Z.: Antimon
Antioxydans, Antioxidans, nhd., (Part. Präs.=)N., (20. Jh.): nhd. Antioxydans, Antioxidans, einen eine Oxydation (Oxidation) verhindernde Stoff wie Vitmin B2 oder C oder E oder einen Mineralstoff wie Selen oder Zink oder Eisen oder ein Carotinoid oder Polyphenol; ne. antioxidant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; s. idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Antioxidans; Son.: vgl. nndl. antioxidant, Sb., Antioxyndans; frz. antioxydant, M., Antioxyndans; nschw. antioxidant, Sb., Antioxyndans; nnorw. antioksidant, M., Antioxyndans; lit. antioksidantas, M., Antioxydans; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen die Autoxidation bei Kraftstoffen oder Kunststoffen oder Lebensmitteln verhindernden Zusatz oder für eine über die Nahrung in den Organismus gelangende und zu einer Inaktivierung freier Radikale sowie aggressiver Sauerstoffverbindungen benötigte Substanz wie beispielsweise Vitamin E oder Vitamin C oder Betacarotin oder Astaxanthin (Farbstoff für die rosa Farbe der Lachse); BM.: gegenüber, scharf; F.: Antioxydans, Antioxydantien, Antioxydanzien, Antioxidans, Antioxidantien, Antioxidanzien+FW(+EW?); Z.: Anti-ox-y-d-ans
Antipathie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Antipathie, Abneigung; ne. antipathy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1578 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. antipathīa; E.: s. lat. antipathīa, F., Antipathie, Abwendungsmittel, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. ἀντιπάθεια (antipátheia), F., Abneigung, Antipathie; vgl. gr. ἀντιπαθής (antipathḗs), Adj., gegenseitig empfunden, entgegengesetzt fühlend; gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Antipathie, EWD s. u. Antipathie, fehlt DW, DW2 3, 21, Duden s. u. Antipathie; Son.: vgl. nndl. antipathie, Sb., Antipathie; frz. antipathie, F., Antipathie; nschw. antipati, Sb., Antipathie; nnorw. antipati, M., Antipathie; poln. antypatia, F., Antipathie; lit. antipatija, F., Antipathie; GB.: seit 1578 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Abneigung; BM.: örtliche Beziehung zu einem Betrachter; F.: Antipathie, Antipathien+FW(+EW); Z.: Anti-path-ie
Antipode, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Antipode, Gegenfüßler, Gegenspieler; ne. antipode (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1556; E.: mhd. antipodes, Sb., Antipode; s. lat. antipodes, M., Gegenfüßler, (um 250-317 n. Chr.); gr. ἀντίποδες (antípodes), M., Gegenfüßler; vgl. gr. ἀντίπους (antípus), Adj., gegenfüßig, die Füße umgekehrt habend; gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; vgl. idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Antipode, EWD s. u. Antipode, fehlt DW, DW2 3, 22, Duden s. u. Antipode; Son.: vgl. nndl. antipode, M., Antipode; frz. antipode, M., Antipode; nschw. antipod, M., Antipode; nnorw. antipode, M., Antipode; poln. antypoda, F., Antipode; lit. antipodas, M., Antipode; GB.: seit 1556 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen mit entgegengesetzter Eigenart wie einen Gegenfüßler oder einen Gegenspieler; BM.: sich auf der entgegengesetzten Seite der Erde Befindlicher und deswegen einem die Füße Zuwendender, örtliche Beziehung zu einem Betrachter; F.: Antipode, Antipoden+FW(+EW); Z.: Anti-pod-e
$antippen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. antippen, antasten, berühren; E.: s. an, s. tippen; L.: Kluge s. u. tippen, DW 1, 497; Q.: seit vor 1807 belegte und aus an und tippen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches antasten oder berühren; F.: antippen, tippe (!) an, tippst an, tippt an, tippen an, tippest an, tippet an, tippte an, tipptest an, tippten an, tipptet an, angetippt, ##angetippt, angetippte, angetipptes, angetipptem, angetippten, angetippter##, antippend, ###antippend, antippende, antippendes, antippendem, antippenden, antippender###, anzutippen, ####anzutippen, anzutippend, anzutippende, anzutippendes, anzutippendem, anzutippenden, anzutippender####, tipp (!) an+EW; Z.: an—tip-p-en
$Antiqua, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Antiqua; E.: s. lat. antiqua (scriptura); L.: Kluge s. u. Antiquität, fehlt DW; GB.: seit 1553 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht von dem in Venedig lebenden Franzosen Nicolas Jenson 1470 entwickelte Schrifttype; BM.: alt; F.: Antiqua+FW; Z.: Anti-qu-a
Antiquar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Antiquar, Altertumsforscher, Altertumskenner Altertümler; ne. antiquary; Vw.: -; Hw.: s. antik, Antiquität, antiquarisch; Q.: 1597; I.: Lw. lat. antīquārius; E.: s. lat. antīquārius (2), M., Anhänger und Kenner altrömischer Sprache und Literatur, Altertümler, (98-115 n. Chr.); vgl. lat. antīquus, Adj., alt, altehrwürdig, einstig, wichtig, (um 250-184 v. Chr.); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. Antiquar, EWD s. u. Antiquar, fehlt DW, DW2 3, 24, Duden s. u. Antiquar; Son.: vgl. nndl. antiquaar, M., Antiquar; frz. antiquaire, M., Antiquar; nschw. antikvarie, M., Antiquar; nnorw. antikvar, M., Antiquar; poln. antykwariusz, M., Antiquar; GB.: seit 1597 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kenner altrömischer und lateinischer Sprache und Literatur oder einen Altertümler; BM.: alt in Vergleich zu einem Betrachter; F.: Antiquar, Antiquars, Antiquare, Antiquaren+FW+EW; Z.: Anti-qu-a
$Antiquariat, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Antiquariat, Unternehmen eines Antiquars; E.: s. Antiquar, s. iat; L.: Kluge s. u. Antiquar, EWD s. u. Antiquar, fehlt DW; GB.: 1843 belegte und aus Antiquar und iat (Suff.) gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht schon etwas früher entwickelte Geschäft eines Antiquars; F.: Antiquariat, Antiquariats, Antiquariates, Antiquariate, Antiquariaten+FW+EW?; Z.: Anti-qu-ar-i-at
antiquarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. antiquarisch, alt; ne. antiquarian (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Antiquar, Antiquität; Q.: 1762; I.: Lw. lat. antīquārius; E.: s. lat. antīquus, Adj., alt, altehrwürdig, einstig, wichtig, (um 250-184 v. Chr.); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. Antiquar, EWD s. u. Antiquar, fehlt DW, DW2 3, 24, Duden s. u. antiquarisch; Son.: vgl. nndl. antiquarisch, Adj., antiquarisch; nnorw. antikvarisk, Adj., antiquarisch; poln. antykwaryczny, Adj., antiquarisch; GB.: seit 1762) belegte und aus Antiquar und isch gebildete Bezeichnung für altertumskundlich oder altertümlich oder alt; BM.: alt in Vergleich zu einem Betrachter; F.: antiquarisch, antiquarische, antiquarisches, antiquarischem, antiquarischen, antiquarischer+FW+EW; Z.: anti-qu-ar-isch
$antiquiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. antiquiert, veraltet; E.: s. antiquier(en), s. t; L.: Kluge s. u. Antiquität, EWD s. u. Antiquar, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und von antiquieren (ält.) abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches veraltet; F.: antiquiert, antiquierte, antiquiertes, antiquiertem, antiquierten, antiquierter(, antiquiertere, antiquierteres, antiquierterem, antiquierteren, antiquierterer, antiquiertest, antiquierteste, antiquiertestes, antiquiertestem, antiquiertesten, antiquiertester)+FW+EW; Z.: anti-qu-ie-rt
Antiquität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Antiquität, alte Sache; ne. antiquity; Vw.: -; Hw.: s. antik, Antiquar, antiquarisch; Q.: 1519; I.: Lw. lat. antīquitās; E.: s. lat. antīquitās, F., vorzüglichere Berücksichtigung, frühere Zeit, ehemalige Zeit, Geschichte des Altertums, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. antīquus, Adj., alt, altehrwürdig, einstig, wichtig, (um 250-184 v. Chr.); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. Antiquität, EWD s. u. Antiquar, fehlt DW, DW2 3, 25, Duden s. u. Antiquität; Son.: vgl. nndl. antiquiteit, Sb., Antiquität; frz. antiquité, F., Antiquität; nschw. antikvitet, Sb., Antiquität; nnorw. antikvitet, M., Antiquität; poln. antyk, M., Antiquität; GB.: seit 1519 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sammelnswerten älteren Gegenstand der je nach Stilrichtung ein gewisses Mindestalter hat; BM.: alt in Vergleich zu einem Betrachter; F.: Antiquität, Antiquitäten+FW(+EW); Z.: Anti-qu-it-ät
Antisemitismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Antisemitismus, Abneigung gegen Juden, Judenhass; ne. antisemitism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1883 bzw. 1888 (Lexikon); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; s. hebr. Sem, Šēm, M.=PN, Sem, ein Sohn Noahs; L.: fehlt DW, DW2 3, 28, Duden s. u. Antisemitismus; Son.: vgl. nndl. antisemitisme, Sb., Antisemitismus; frz. antisémitisme, M., Antisemitismus; nschw. antisemitism, Sb., Antisemitismus; nnorw. antisemittisme, M., Antisemitismus; poln. antisemityzm, M., Antisemitismus; lit. antisemitizmas, M., Antisemitismus; GB.: seit 1883 belegte und aus Anti und Semit sowie is und mus gebildete Bezeichnung für eine Abneigung gegenüber Juden oder eine Ablehnung von Juden oder einen Judenhass; BM.: gegenüber, PN; F.: Antisemitismus, Antisemitismen+FW; Z.: Anti-sem-it-ism-us
antizipieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. antizipieren, vorwegnehmen, vorauszahlen; ne. anticipate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1415 (Chronik deutscher Städte); I.: Lw. lat. anticipāre; E.: s. lat. anticipāre, V., vorher nehmen, vorher besetzen, vor der Zeit nehmen, vorwegnehmen, vorgreifen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, DW2 3, 30, Duden s. u. antizipieren; Son.: vgl. nndl. anticiperen, V., antizipieren; frz. anticiper, V., antizipieren; nschw. antecipera, V. antizpieren; nnorw. antesipere, V., antizipieren; poln. antycypować, V., antizipieren; GB.: seit 1415 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gegebenheit vorwegnehmen oder auch vorauszahlen; BM.: vor, fassen; F.: antizipieren, antizipiere, antizipierst, antizipiert, antizipierest, antizipieret, antizipierte, antizipiertest, antizipierten, antizipiertet, ##antizipiert, antizipierte, antizipiertes, antizipiertem, antizipierten, antizipierter##, antizipierend, ###antizipierend, antizipierende, antizipierendes, antizipierendem, antizipierenden, antizipierender###, antizipier (!)+FW(+EW); Z.: anti-zip-ier-en
$Antlasstag, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Antlasstag; E.: s. Antlass bzw. Ablass oder Erlass, s. Tag; L.: Kluge s. u. Antlasstag, fehlt DW (aber Antlasz); GB.: seit um 1135 belegte und aus Antlass (Ablass oder Erlass) und Tag gebildete Bezeichnung für einen Tag des Ablasses; F.: Antlasstag, Antlasstags, Antlasstages, Antlasstage, Antlasstagen+EW; Z.: An—la-ss—t-ag
Antlitz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Antlitz, Angesicht, Gesicht; ne. face (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. antlütte, antlütze, antlitze, N., Antlitz; mnd. antlitte, N., Angesicht; ahd. antlizzi, st. N. (ja), Antlitz, Gesicht; as. -; anfrk. -; germ. *andawlitja-, *andawlitjam, st. N. (a), Gesicht; idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; idg. u̯l̥tu-, Sb., Aussehen, Pokorny 1136; vgl. idg. u̯el- (1), V., sehen, Pokorny 1136 (1973/49) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); ahd. antlutti, st. N. (ja), Antlitz, Gesicht; ahd. antluzzi, st. N. (ja), Antlitz, Gesicht, Aussehen; as. -; anfrk. antlito, sw. M. (n), Antlitz; vgl. germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; germ. *leudan, st. V., wachsen (V.) (1), sprießen; idg. *leudʰ- (1), h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Antlitz, Kluge s. u. Antlitz, EWD s. u. Antlitz, DW 1, 501, DW2 3, 32, EWAhd 1, 280, 282, Falk/Torp 375, 420, Seebold 336, 563, Duden s. u. Antlitz; Son.: das mhd. Wort entstand aus zwei von der Herkunft her verschiedenen ahd. Wörtern antlizzi und antlutti; vgl. afries. andwlite, andlete, Sb., Antlitz; ae. andwlite, N., Antlitz, Gesicht, Stirn, Haltung; an. andlit, annlit, st. N. (a), Antlitz; got. *andawliti?, st. N. (i), Antlitz, Gesicht, Angesicht; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus ahd. antlizzi und andlutti gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen oder auch schon von Primaten mögliches Angesicht oder Gesicht; BM.: Entgegenblickendes; F.: Antlitz, Antlitzes, Antlitze, Antlitzen+EW; Z.: Ant-litz
Antonym, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Antonym, Gegensatzwort, Gegenbegriff; ne. antonym; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Antonym; Son.: vgl. nndl. antoniem, Sb., Antonym; frz. antonyme, M., Antonym; nschw. antonym, Sb., Antonym; nnorw. antonym, N., Antonym; poln. antonim, M., Antonym; lit. antonimas, M., Antonym; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Wort in entgegengesetzter Bedeutung eines anderen Wortes oder ein Gegensatzwort wie beispielsweise dünn oder dick oder kalt oder warm oder hoch oder tief oder reich oder arm oder hell oder dunkel oder Tal oder Berg oder Frau oder Mann; BM.: gegenüber, Name; F.: Antonym, Antonyms, Antonyme, Antonymen+FW; Z.: Ant-on-ym
antörnen, anturnen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. antörnen, anturnen, erregen, in sexuelle Erregung versetzen; ne. turn (V.) on, get high; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1927 (Wörterbuch); I.: z. T. ne. Lw.; E.: s. ne. turn, V., drehen; vgl. lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 3, 34, Duden s. u. antörnen, anturnen; GB.: seit 1927 belegte und vielleicht teilweise aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere mögliches in sexuelle Erregung versetzen; BM.: drehen; F.: antörnen, törne (!) an, törnt an, törnen an, törnest an, törnet an, törnte an, törntest an, törnten an, törntet an, angetörnt, ##angetörnt, angetörnte, angetörntes, angetörntem, angetörnten, angetörnter##, antörnend, ###antörnend, antörnende, antörnendes, antörnendem, antörnenden, antörnender###, anzutörnen, ####anzutörnen, anzutörnend, anzutörnende, anzutörnendes, anzutörnendem, anzutörnenden, anzutörnender####, törn (!) an, anturnen, turne (!) an, turnt an, turnen an, turnest an, turnet an, turnte an, turntest an, turnten an, turntet an, angeturnt, ##angeturnt, angeturnte, angeturntes, angeturntem, angeturnten, angeturnter##, anturnend, ###anturnend, anturnende, anturnendes, anturnendem, anturnenden, anturnender###, anzuturnen, ####anzuturnen, anzuturnend, anzuturnende, anzuturnendes, anzuturnendem, anzuturnenden, anzuturnender####, turn (!) an+EW+FW; Z.: an-tör-n-en
$Antrag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Antrag, Angebot; E.: s. antrag(en); L.: Kluge s. u. tragen, EWD s. u. tragen, DW 1, 502; GB.: seit um 1325 belegte und aus an und trag(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Angebot oder Anbot oder Plan oder Anschlag oder Vorstoß; F.: Antrag, Antrags, Antrages, Anträge, Anträgen+EW; Z.: An—trag
$antragen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. antragen, hineintragen, auftragen, einführen; Vw.: s. be-; E.: s. ahd. anatragan, st. v., tragen, hineintragen, auftragen, einführen; L.: Kluge s. u. tragen, EWD s. u. tragen, DW 1, 502; GB.: (anatragan) seit um 790 belegte und aus an und tragen gebildete sowie vielleicht von lat. importare beeinflusste Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineintragen oder auftragen oder einführen; F.: antragen, trage an, trägst an, trägt an, tragt an, tragen an, tragest an, traget an, trug an, trugst an, trugen an, trugt an, trüge an, trügest an, trügen an, trüget an, angetragen, ##angetragen, angetragene, angetragenes, angetragenem, angetragenen, angetragener##, antragend, ###antragend, antragende, antragendes, antragendem, antragenden, antragender###, anzutragen, ####anzutragen, anzutragend, anzutragende, anzutragendes, anzutragendem, anzutragenden, anzutragender####, trag (!) an+EW; Z.: an—trag-en
$antreffen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. antreffen, treffen; E.: s. an, s. treffen; L.: Kluge s. u. treffen, DW 1, 503; GB.: (anatreffan) seit um 1000 belegte und aus an und treffen gebildete sowie von lat. attingere beeinflusste Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches antreffen oder treffen; F.: antreffen, treffe an, triffst an, trifft an, treffen an, trefft an, treffest an, treffet an, traf an, trafst an, trafen an, traft an, träfe an, träfest an, träfst an, träfen an, träfet an, träft an, angetroffen, ##angetroffen, angetroffene, angetroffenes, angetroffenem, angetroffenen, angetroffener##, antreffend, ###antreffend, antreffende, antreffendes, antreffendem, antreffenden, antreffender###, anzutreffen, ####anzutreffen, anzutreffend, anzutreffende, anzutreffendes, anzutreffendem, anzutreffenden, anzutreffender####, triff (!) an+EW; Z.: an—treff-en
$antreiben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. antreiben, vorantreiben, betreiben, ausüben; E.: s. an, s. treiben; L.: Kluge s. u. treiben, DW 1, 505, EWD s. u. treiben; GB.: seit um 1210 belegte und aus an und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vorantreiben oder betreiben oder ausüben; F.: antreiben, treibe an, treibst an, treibt an, treiben an, treibest an, treibet an, treib an, trieb (!) an, triebst an, trieben (!) an, triebt an, triebest an, triebet an, angetrieben, ##angetrieben, angetriebene, angetriebenes, angetriebenem, angetriebenen, angetriebener##, antreibend, ###antreibend, antreibende, antreibendes, antreibendem, antreibenden, antreibender###, anzutreiben, ####anzutreiben, anzutreibend, anzutreibende, anzutreibendes, anzutreibendem, anzutreibenden, anzutreibender####, treib (!) an+EW; Z.: an—trei-b-en
$antreten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. antreten, herantreten, nähern, kommen; E.: s. an, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, EWD s. u. treten, DW 1, 505; GB.: um 1250 belegte und aus an und treten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herantreten oder nähern oder kommen F.: antreten, trete (!) an, trittst an, tritt (!) an, treten an, tretet an, tretest an, trat an, tratest (!) an, tratst an, traten an, tratet an, träte an, trätest an, träten an, trätet an, angetreten, ##angetreten, angetretene, angetretenes, angetretenem, angetretenen, angetretener##, antretend, ###antretend, antretende, antretendes, antretendem, antretenden, antretender###, anzutreten, ####anzutreten, anzutretend, anzutretende, anzutretendes, anzutretendem, anzutretenden, anzutretender####, tritt (!) an+EW; Z.: an—tre-t-en
$Antrieb, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Antrieb, Anstoß; E.: s. an, s. Trieb; L.: EWD s. u. treiben, DW 1, 506; GB.: seit um 1520 belegte und aus an und Trieb gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anstoß; F.: Antrieb, Antriebs, Antriebes, Antriebe, Antrieben+EW; Z.: An—trie-b
$Antritt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Antritt, Beginn, Anfang, Antreten; E.: s. an, s. Tritt; L.: EWD s. u. treten, DW 1, 507; E.: seit um 1300 belegte und aus an und Tritt gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Beginn oder Anfang oder ein seit Entstehung des Menschen mögliches Antreten; F.: Antritt, Antrittes, Antritts, Antritte, Antritten+EW; Z.: An—tri-t-t
$antun, nhd., V., (8. Jh.): nhd. antun, tun, anziehen, anmachen, auflegen, aufsetzen, aufdrängen; E.: s. an, s. tun; L.: Kluge s. u. antun, EWD s. u. tun, DW 1, 498 (anthun); GB.: seit um 765 belegte und aus an und tun gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches tun oder anziehen oder anmachen oder auflegen oder aufsetzen oder aufdrängen; Son.: unreg. V.; F.: antun, tue (!) an, tu (1) an, tust an, tun an, tut an, tuest an, tuet an, tat an, tatest an, tatst an, taten an, tatet an, täte an, tätest an, täten an, tätet an, angetan, ##angetan, angetane, angetanes, angetanem, angetanen, angetaner##, antuend, ###antuend, antuende, antuendes, antuendem, antuenden, antuender###, anzutun, ####anzutun, anzutuend, anzutuende, anzutuendes, anzutuendem, anzutuenden, anzutuender####, tu (!) an, tue (!) an+EW; Z.: an—tu-n
anturnen, nhd., sw. V.: nhd. anturnen; Vw.: s. antörnen
$Antwort, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Antwort, Gegenwort, Entgegnung, Erwiderung; E.: s. ahd. antwurti, s. germ. andawurdia; L.: Kluge s. u. Antwort, EWD s. u. Antwort, DW 1, 508; GB.: seit um 765 belegte und mit dem Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Gegenwort oder Entgegnung oder Erwiderung; F.: Antwort, Antworten+EW; Z.: An-t-wor-t
$antworten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. antworten, entgegnen, erwidern; Vw.: s. ver-; E.: s. Antwort, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Antwort, EWD s. u. Antwort, DW 1, 508; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Antwort und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches entgegnen oder erwidern; F.: antworten (!), antworte, antwortest, antwortet, antwortete, antwortetest, antworteten, antwortetet, geantwortet, ##geantwortet, geantwortete, geantwortetes, geantwortetem, geantworteten, geantworteter##, antwortend, ###antwortend, antwortende, antwortendes, antwortendem, antwortenden, antwortender###, antwort (!)+EW; Z.: an-t-wor-t-en
$Antwortung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.?): nhd. Antwortung, Entgegnung, Rechtfertigung; Vw.: s. Ver-; Q.: um 1350; E.: s. antwort(en), s. ung: L.: DW 1, 511; GB.: seit um 1350 belegte und aus antwort(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Entgegnung oder Rechtfertigung; F.: Verantwortung, Verantwortungen+EW; Z.: An-t-wor-t-ung
$anvertrauen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. anvertrauen, vertrauen, zutrauen, trauen. überlassen (V.); E.: s. an, s. ver, s. trauen; L.: Kluge s. u. trauen, EWD s. u. trauen, DW 1, 511; GB.: seit vor 1562 belegte und aus an und ver sowie trauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vertrauen oder zutrauen oder trauen oder überlassen (V.); F.: anvertrauen, vertraue (!) an, vertraust an, vertraut an, vertrauest an, vertrauet an, vertraute an, vertrautest an, vertrauten an, vertrautet an, anvertraut, ##anvertraut, anvertraute, anvertrautes, anvertrautem, anvertrauten, anvertrauter##, anvertrauend, ###anvertrauend, anvertrauende, anvertrauendes, anvertrauendem, anvertrauenden, anvertrauender###, anzuvertrauen, ####anzuvertrauen, anzuvertrauend, anzuvertrauende, anzuvertrauendes, anzuvertrauendem, anzuvertrauenden, anzuvertrauender####, vertrau (!) an+EW; Z.: an—ver—trau-en
$anvisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. anvisieren, anpeilen, anzielen; E.: s. an, s. visieren; L.: EWD s. u. visieren, fehlt DW; GB.: seit 1894 belegte und aus an und visieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anpeilen oder anzielen; F.: anvisieren, visiere (!) an, visierst an, visiert an, visierest an, visieret an, visierte an, visiertest an, visierten an, visiertet an, anvisiert, ##anvisiert, anvisierte, anvisiertes, anvisiertem, anvisierten, anvisierter##, anvisierend, ###anvisierend, anvisierende, anvisierendes, anvisierendem, anvisierenden, anvisierender###, anzuvisieren, ####anzuvisieren, anzuvisierend, anzuvisierende, anzuvisierendes, anzuvisierendem, anzuvisierenden, anzuvisierender####, visier (!) an+EW+FW; Z.: an—vi-s-ier-en
$Anwalt, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Anwalt, Gewalthabender, Unterstützer; Vw.: s. Rechts-, Staats-; L.: Kluge s. u. Anwalt, EWD s. u. Anwalt, DW 1, 513; GB.: (anawalto) seit um 1000 belegte und aus an und Walt gebildete Bezeichnung für einen Gewalthabenden und sachlich vielleicht seit Entwicklung von Recht möglichen Unterstützer; F.: Anwalt, Anwaltes, Anwalts, Anwälte, Anwälten+EW; Z.: An—wal-t
$Anwärter, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Anwärter, Wartender, Erwartender; E.: s. an, s. Wärter; L.: Kluge s. u. Anwärter, EWD s. u. Anwärter, DW 1, 515; GB.: vielleicht seit 1357 belegte und aus an und Wärter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Wartenden oder Erwartenden; F.: Anwärter, Anwärters, Anwärtern+EW; Z.: An—wär-t-er
$Anwartschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Anwartschaft, Erwartung, Aussicht, später Anspruch, Anrecht; E.: s. anwart(en), s. schaft; L.: EWD s. u. Anwärter, DW 1, 515; GB.: seit 1599 belegte und aus anwart(en) und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Recht mögliche Erwartung oder Aussicht oder Anspruch oder Anrecht; F.: Anwartschaft, Anwartschaften+EW; Z.: An—war-t—schaf-t
$Anweisung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Anweisung, Führung, Lenkung, Anleitung, Hinweis, Befehl; Vw.: s. Post-; E.: s. anweis(en), s. ung; L.: DW 1, 518, DW2 3, 82; GB.: (anewīsunge) seit 1270-1284 belegte und aus anweis(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Führung oder Lenkung oder Anleitung oder Hinweis oder Befehl; F.: Anweisung, Anweisungen+EW; Z.: An—wei-s-ung
$anwenden, nhd., V., (9. Jh.): nhd. anwenden, verwenden, benutzen; E.: s. an, s. wenden; L.: Kluge s. u. anwenden, wenden, EWD s. u. wenden, DW 1, 518; Son.: unreg. V.; GB.: (anawenten*) seit 863-871 belegte und aus an und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verwenden oder benutzen; F.: anwenden, wende (!) an, wendest an, wendet an, wenden an, wendete an, wendetest an, wendeten an, wendetet an, wandte an, wandtest an, wandte an, wandten an, angewendet, ##angewendet, angewendete, angewendetes, angewendetem, angewendeten, angewendeter##, angewandt, ##angewandt, angewandte, angewandtes, angewandtem, angewandten, angewandter##, anwendend, ###anwendend, anwendende, anwendendes, anwendendem, anwendenden, anwendender###, anzuwenden, ####anzuwenden, anzuwendend, anzuwendende, anzuwendendes, anzuwendendem, anzuwendenden, anzuwendender####, wend (!) an+EW; Z.: an—we-nd-en
$Anwendung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Anwendung, Verwendung, Nutzung, Benutzung; Vw.: s. Nutz-; E.: s. anwend(en), s. ung; L.: DW 1, 519; GB.: seit 1524 belegte und aus anwend(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verwendung oder Nutzung oder Benutzung; F.: Anwendung, Anwendungen+EW; Z.: An—we-nd-ung
$anwerfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. anwerfen, hineinwerfen, einlassen, anlegen; E.: s. an, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, EWD s. u. werfen, DW 1, 520; GB.: seit um 765 belegte und aus an und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineinwerfen oder einlassen oder anlegen; F.: anwerfen, werfe (!) an, wirfst an, wirft an, werft an, werfest an, werfet an, warf an, warfst an, warfen an, warft an, würfe an, würfest an, würfen an, würfet an, angeworfen, ##angeworfen, angeworfene, angeworfenes, angeworfenem, angeworfenen, angeworfener##, anwerfend, ###anwerfend, anwerfende, anwerfendes, anwerfendem, anwerfenden, anwerfender###, anzuwerfen, ####anzuwerfen, anzuwerfend, anzuwerfende, anzuwerfendes, anzuwerfendem, anzuwerfenden, anzuwerfender####, wirf (!) an+EW; Z.: an—wer-f-en
$Anwesen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Anwesen, Sitz; Hw.: s. Anwesenheit; E.: s. an, s. Wesen; L.: Kluge s. u. Anwesen, EWD s. u. anwesend, DW 1, 520; GB.: seit 1493 belegte und aus an und Wesen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen Sitz; F.: Anwesen, Anwesens+EW; Z.: an—wer-f-en; Z.: An—wes-en
$anwesend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. anwesend, daseiend; E.: s. an, s. wesen, s. d; L.: Kluge s. u. anwesend, EWD s. u. anwesend, DW 1, 520; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus an und wesen sowie d (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches daseiend; F.: anwesend, anwesende, anwesendes, anwesendem, anwesenden, anwesender+EW; Z.: an—wes-end
$Anwesenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Anwesenheit, Zugegensein, Vorhandensein, Gegenwart; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. anwesen(d), s. heit; L.: EWD s. u. anwesend, DW 1, 520; GB.: seit 1608 belegte und wohl nach lat. praesentia aus anwesen(d) und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches Zugegensein oder Vorhandensein oder Gegenwart; F.: Anwesenheit, Anwesenheiten+EW; Z.: An—wes-en—hei-t
$anwidern, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. anwidern, anekeln; E.: s. an, s. widern; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. wider, DW 1, 521; GB.: seit vor 1807 belegte und aus an und widern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anekeln; F.: anwidern, widere (!) an, wider (!) an, widerst an, widert an, widern an, widerte an, widertest an, widerten an, widertet an, angewidert, ##angewidert, angewiderte, angewidertes, angewidertem, angewiderten, angewiderter##, anwidernd, ###anwidernd, anwiderndes, anwiderndem, anwidernden, anwidernder###, anzuwidern, ####anzuwidern, anzuwidernd, anzuwidernde, anzuwiderndes, anzuwiderndem, anzuwidernden, anzuwidernder####, wider (!) an+EW; Z.: an—wi-der-n
$Anwurf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Anwurf, Angriff, Vorwurf; E.: s. an, s. Wurf; L.: EWD s. u. werfen, DW 1,522; GB.: seit 1407 belegte und aus an und Wurf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Angriff oder Vorwurf; F.: Anwurf, Anwurfs, Anwurfes, Anwürfe, Anwürfen+EW; Z.: An—wur-f
...anz, …enz, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. ...anz; ne. ...ance; Vw.: s. Alf-, Alli-, Ambul-, Arrog-, Bil-, Devi-, Diskrep-, Disson-, Dist-, Eleg-, Extravag-, Fin-, Firlef-, Ignor-, Inst-, Konkord-, Konst-, Monstr-, Observ-, Ordonn-, Redund-, Reson-, Signifik-, Subst-, Süffis-, Toler-, Vak-; Hw.: s. ...and, ...ant; Q.: 14. Jh.?; I.: frz. und lat. Lw.; E.: die Endung ist teilweise über das Französische, teilweise unmittelbar von dem Lateinischen in das Deutsche aufgenommen, s. lat....āns, Suff. (Part. Präs. M. Sg.), ...and; L.: Kluge s. u. ...anz; Son.: s. Monstranz; vgl. nndl. ...ans, Suff., ...anz; nschw. ...ans, Suff., ...anz; nnorw. ...ans, Suff., ...anz; poln. ...ancja, Suff., ...anz; lit. ...ancja, Suff., ...anz; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise aus dem Französischen aufgenommene und in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Grundwort zu einer Bildung von Tätigkeiten oder Zustände betreffenden Hauptwörtern verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …anz, …anzen+FW; Z.: -anz
$Anzahl, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Anzahl, Zahl, Menge, Anteil; E.: s. an, s. Zahl; L.: EWD s. u. Zahl, DW 1, 522; GB.: (anezal) seit 1295 belegte und aus an und Zahl gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Zahl oder Menge oder Anteil; F.: Anzahl+EW; Z.: An—zah-l
$anzahlen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. anzahlen, zahlen, als ersten Teil zahlen; E.: s. an, s. zahlen; L.: EWD s. u. Zahl, DW 1, 523 ; GB.: seit 1384 belegte und aus an und zahlen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld mögliches zahlen oder teilweise zahlen oder vorauszahlen oder als ersten Teil zahlen; F.: anzahlen, zahle (!) an, zahlst an, zahlt an, zahlest an, zahlet an, zahlte an, zahltest an, zahlten an, zahltet an, angezahlt, ##angezahlt, angezahlte, angezahltes, angezahltem, angezahlten, angezahlter##, anzahlend, ###anzahlend, anzahlende, anzahlendes, anzahlendem, anzahlenden, anzahlender###, zahl (!) an+EW; Z.: an—zah-l-en
$anzapfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anzapfen; E.: s. an, s. zapfen; L.: Kluge s. u. Zapfen, EWD s. u. Zapfen, DW 1, 523; GB.: (anezapfen) seit 1470-1480 belegte und aus an und zapfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Aufbewahrung von Flüssigkeiten in Fässern mögliches ein Fass anstechen oder Flüssigkeit aus einem Fass entnehmen; F.: anzapfen, zapfe (!) an, zapfest an, zapfen an, zapfet an, zapfte an, zapftest an, zapften an, zapftet an, angezapft, ##angezapft, angezapfte, angezapftes, angezapftem, angezapften, angezapfter##, anzapfend, ###anzapfend, anzapfende, anzapfendes, anzapfendem, anzapfenden, anzapfender###, anzuzapfen, ####anzuzapfen, anzuzapfend, anzuzapfende, anzuzapfendes, anzuzapfendem, anzuzapfenden, anzuzapfender####, zapf (!) an+EW; Z.: an—zapf-en
$Anzeichen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Anzeichen, Zeichen, Kennzeichen, Merkmal; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. an, s. Zeichen; GB.: seit 1520 belegte und aus an und Zeichen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches Zeichen oder Kennzeichen oder Merkmal; L.: EWD s. u. Zeichen, DW 1, 524; F.: Anzeichen, Anzeichens+EW; Z.: An—zei-ch-en
$Anzeige, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Anzeige, Anzeigung, Mitteilung, Meldung; E.: s. an, s. zeige(n); L.: Kluge s. u. zeigen, EWD s. u. zeigen, DW 1, 524; GB.: seit 1449 belegte und aus anzeige(n) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Anzeigung oder Mitteilung oder Meldung; F.: Anzeige, Anzeigen+EW; Z.: An—zei-g-e
$anzeigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. anzeigen, mitteilen, bekanntgeben; E.: s. an, s. zeigen; L.: Kluge s. u. zeigen, EWD s. u. zeigen, DW 1, 524; GB.: (anezeigen) seit vor 1150 belegte und aus an und zeigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches mitteilen oder bekanntgeben; F.: anzeigen, zeige (!) an, zeigst an, zeigt an, zeigen an, zeigest an, zeiget an, zeigte an, zeigtest an, zeigten an, zeigtet an, angezeigt, ##angezeigt, angezeigte, angezeigtes, angezeigtem, angezeigten, angezeigter##, anzeigend, ###anzeigend, anzeigende, anzeigendes, anzeigendem, anzeigenden, anzeigender###, anzuzeigen, ####anzuzeigen, anzuzeigend, anzuzeigende, anzuzeigendes, anzuzeigendem, anzuzeigenden, anzuzeigender####, zeig (!) an+EW; Z.: an—zei-g-en
$anzetteln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. anzetteln, beginnen, veranlassen, verursachen; E.: s. an, s. zetteln; L.: Kluge s. u. anzetteln, Zettel 1, EWD s. u. Zettel 1, DW 1, 526; GB.: seit 1490 belegte und aus an und zetteln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beginnen oder veranlassen oder verursachen; F.: anzetteln, zettel (!) an, zettle an, zettele an, zettelst an, zetteln (!) an, zettelt an, zettelte an, zetteltest an, zettelten an, zetteltet an, gezettelt an, angezettelt, ##angezettelt, angezettelte, angezetteltes, angezetteltem, angezettelten, angezettelter##, anzettelnd, ###anzettelnd, anzettelnde, anzettelndes, anzettelndem, anzettelnden, anzettelnder###, anzuzetteln, anzuzetteln, ####anzuzettelnd, anzuzettelnde, anzuzettelndes, anzuzettelndem, anzuzettelnden, anzuzettelnder####, zettel (!) an+EW; Z.: an—ze-t-t-el-n
$anziehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. anziehen, heranziehen, ankleiden; E.: s. an, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, EWD s. u. ziehen, DW 1, 526; GB.: (aneziehen) um 1155 belegte und aus an und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches heranziehen oder seit Entwicklung von Bekleidung mögliches ankleiden; F.: anziehen, ziehe an, ziehst an, zieht an, ziehen an, ziehest an, ziehet an, zog an, zogst an, zogen an, zogt an, zöge an, zögest an, zögst an, zögen an, zöget an, angezogen, ##angezogen, angezogene, angezogenes, angezogenem, angezogenen, angezogener##, anziehend, ###anziehend, anziehende, anziehendes, anziehendem, anziehenden, anziehender###, anzuziehen, ####anzuziehen, anzuziehend, anzuziehende, anzuziehendes, anzuziehendem, anzuziehenden, anzuziehender####, zieh (!) an+EW; Z.: an—zie-h-en
$Anzug, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Anzug, Kommen, Aufmachung; E.: s. an, s. Zug; L.: Kluge s. u. anzüglich, EWD s. u. ziehen, DW 1,530; GB.: (anezuc*) vielleicht seit 1376 belegte und aus an und Zug gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Kommen oder eine seit der Entwicklung von Bekleidung mögliche Aufmachung; F.: Anzug, Anzugs, Anzuges, Anzüge, Anzügen+EW; Z.: An—zu-g
$anzüglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. anzüglich, anziehend, lockend, verführend; E.: s. Anzug, s. lich; L.: Kluge s. u. anzüglich, EWD s. u. ziehen, DW 1, 530; GB.: seit 1510 belegte und aus Anzug und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anziehend oder lockend oder verführend; F.: anzüglich, anzügliche, anzügliches, anzüglichem, anzüglichen, anzüglicher(, anzüglichere, anzüglicheres, anzüglicherem, anzüglicheren, anzüglicherer, anzüglichst, anzüglichste, anzüglichstes, anzüglichstem, anzüglichsten, anzüglichster)+EW; Z.: an—zü-g-lich
Äon, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Äon, Zeitalter, Ewigkeit; ne. eon, aeon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1699; I.: Lw. lat. aeōn; E.: s. lat. aeōn, M., Äon, Ewigkeit, Zeitraum, (um 160-220 n. Chr.); gr. αἰών (aiṓn), Lebenskraft, Lebensdauer; idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Äon, fehlt DW, DW2 3, 122, Duden s. u. Äon; Son.: vgl. nndl. aeon, Sb., Äon, Weltalter; frz. éon, M., Äon; nschw. eon, Sb., Aeon; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit möglichen und dem zeitlich nur begrenzt lebenden Menschen unendlich erscheinenden Zeitraum; BM.: Lebensdauer?; F.: Äon, Äons, Äonen+FW; Z.: Äo-n
Aorist, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.): nhd. Aorist, eine Zeitform der Vergangenheit; ne. aorist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ἀόριστος (aóristos); E.: s. gr. ἀόριστος (aóristos), gr., M.: nhd. Aorist; gr. ἀόριστος (aóristos), Adj., nicht abgegrenzt, unbestimmt; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὁρίζειν (hórízein), V., Grenze bestimmen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; vgl. gr. ὅρος (hóros), M., Grenze, Grenzzeichen; weitere Etymologie ungeklärt, s. Frisk 2, 425f.; L.: fehlt DW, Duden s. u. Aorist, Kytzler/Redemund/Eberl 64; Son.: vgl. nndl. aoristus, Sb. Aorist; frz. aoriste, M., Aorist; nschw. aorist, Sb., Aorist; nnorw. aorist, M., Aorist; poln. aoryst, M., Aorist; lit. aoristas, M., Aorist; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besonders in dem Griechischen und beispielsweise auch in dem Georgischen verwendete (unbestimmte) Zeitform der Vergangenheit; BM.: unbestimmte Zeit bzw. nicht, Grenze; F.: Aorist, Aorists, Aoristes, Aoriste, Aoristen+FW(+EW?); Z.: A-or-ist
Aorta, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Aorta, Hauptschlagader; ne. aorta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1554; I.: Lw. mlat. aorta; E.: s. lat. mlat. aorta, F., Aorta, Hauptschlagader, (1020-1087); gr. ἀορτή (aortḗ), F., Schlauch, Ledersack, Schlagader, Aorta; s. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick, Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aorta, EWD s. u. Aorta, fehlt DW, DW2 3, 123, Duden s. u. Aorta; Son.: vgl. nndl. aorta, Sb., Aorta; frz. aorte, F., Aorta; nschw. aorta, Sb., Aorta; nnorw. aorta, M., Aorta; nir. aorta, Sb., Aorta; poln. aorta, F., Aorta; lit. aorta, F., Aorta; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die sachlich unmittelbar aus der linken Seite des Herzens entspringende Hauptschlagader höherer Tiere und des Menschen; BM.: schlauchartige Form; F.: Aorta, Aorten+FW; Z.: Aor-t-a
Apanage, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Apanage, Unterhalt; ne. apanage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1469 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. apanage; E.: s. frz. apanage, F., Apanage, Leibgedinge; mlat. appanagium, N., Ausstattung, Apanage; vgl. lat. appanāre, V., ausstatten, mit Brot ausstatten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pānis, M., Brot, Laib; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Apanage, fehlt DW, DW2 3, 123, Duden s. u. Apanage; Son.: vgl. nndl. apanage, Sb., Apanage; nschw. apanage, Sb., Apanage; nnorw. apanasje, M., Apanage; poln. apanaże, Sb. Pl., Apanage; GB.: seit 1469 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine regelmäßige finanzielle Zuwendung oder einen Unterhalt beispielsweise für Adelige; BM.: von einem regelmäßig ausgeteilten Brotspenden (N.); F.: Apanage, Apanagen+FW; Z.: A-pa-n-ag-e
apart, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. apart, gesondert, anziehend, schön, besondere, hübsch; ne. striking; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1527 (Urkunde); I.: Lw. frz. aparté; E.: s. frz. aparté, Adj., unter sich, beiseite; frz. á part, Adv., auf der Seite; lat. pars, Teil; s. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. apart, EWD s. u. apart, DW 1, 532, DW2 3, 124, Duden s. u. apart; Son.: vgl. nndl. apart, Adj., apart; ne. apart, Adj., apart; nschw. apart, Adj., apart; nnorw. aparte, Adj., apart; GB.: seit 1527 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gesondert oder anziehend oder schön oder besondere oder hübsch; BM.: Teilhaftigkeit; F.: apart, aparte, apartes, apartem, aparten, aparter(, apartere, aparteres, aparterem, aparteren, aparterer, apartest, aparteste, apartestes, apartestem, apartesten, apartester)+FW(+EW?); Z.: a-par-t
Apartheid, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Apartheid, Rassentrennung; ne. apartheid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1949 (Wörterbuch); I.: Lw. afrikaans apartheid; E.: s. afrikaans apartheid, Sb., Abgesondertheit; s. nhd. apart, ...heit; L.: Kluge s. u. Apartheid, fehlt DW, DW2 3, 124, Duden s. u. Apartheid; Son.: vgl. nndl. apartheid, Sb., Apartheid; frz. apartheid, M., Apartheid; nschw. apartheid, Sb., Apartheid; nnorw. apartheid, M., Apartheid; poln. apartheid, M., Apartheid; lit. apartheidas, M., Apartheid; GB.: seit 1949 belegte und aus dem Afrikaans Südafrikas aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Rassentrennung von Weißen und Schwarzen in Südafrika; BM.: Teilhaftigkeit; F.: Apartheid+FW; Z.: A-par-t-hei-d
Apathie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Apathie, Teilnahmslosigkeit, Stumpfheit; ne. apathy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1732 (Lexikon); I.: Lw. lat. apathīa; E.: s. lat. apathīa, F., Apathie, Leidenschaftslosigkeit, (4 v.-65 n. Chr.); s. gr. ἀπάθεια (apátheia), F., Unempfindlichkeit; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Apathie, EWD s. u. Apathie, fehlt DW, DW2 3, 125, Duden s. u. Apathie; Son.: vgl. nndl. apathie, Sb., Apathie; frz. apathie, F., Apathie; nschw. apati, Sb., Apathie; nnorw. apati, M., Apathie; poln. apatia, F., Apathie; lit. apatija, F., Apathie; GB.: seit 1732 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen und zuerst in einem philosophischen Kontext von den Stoikern angestrebten Zustand der Gelassenheit und des Gleichmuts oder der Teilnahmslosigkeit und Stumpfheit gegenüber allen Gegebenheiten oder Eindrücken des tatsächlichen Lebens; BM.: Teilnahmslosigkeit; F.: Apathie, Apathien+FW(+EW); Z.: A-path-ie
$apathisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. apathisch, gelassen, teilnahmslos, stumpf; E.: s. Apath(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Apathie, EWD s. u. Apathie, fehlt DW; GB.: seit 1816 belegte und aus Apathi(e) und (i)sch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gelassen oder teilnahmslos oder stumpf; F.: apathisch, apathische, apathisches, apathischem, apathischen, apathischer(, apathischere, apathischeres, apathischerem, apathischeren, apathischerer, apathischst, apathischste, apathischstes, apathischstem, apathischsten, apathischster)+FW+EW; Z.: a-path-isch
aper, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. aper, schneefrei; ne. snowless; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. āber, Adj., trocken, warm; mnd. -; ahd. ābar*, Adj., aper, besonnt, sonnenbeschienen, warm; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft unklar, vielleicht von ahd. ā, Präf., von, weg, fort, fehlend, verkehrt; germ. *ē, *ǣ, Präf., un...; idg. *ē, (*ō), Präp., Präf., an, hinzu, von ... weg, annähernd; ahd. bar*, Adj., „bar“ (Adj.), bloß, unbekleidet, nackt; germ. *baza-, *bazaz, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.); idg. *bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163 (267/100) (RB. idg. aus arm., gr.?, germ., balt., slaw.); s. idg. bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: EWD s. u. aper, DW 1, 31 (aber), DW2 3, 126, EWAhd 1, 16, Duden s. u. aper; GB.: (ābar) seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches schneefrei; BM.: Barheit?; F.: aper, apere, aperes, aperem, aperen, aperer+EW; Z.: a-per
Aperçu, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Aperçu, prägnante und geistreiche Bemerkung; ne. aperçu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1797 (Schiller); I.: Lw. frz. aperçu; E.: s. frz. aperçu, M., Einblick, Übersicht; vgl. frz. apercevoir, V., flüchtig sehen; frührom. *appercipere, V., wahrnehmen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. percipere, V., einnehmen, in Besitz nehmen, sich bemächtigen, ergreifen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: EWD s. u. Aperçu, fehlt DW, DW2 3, 126, Duden s. u. Aperçu; Son.: vgl. nndl. aperçu, Sb., Aperçu; nnorw. apercy, Sb., Aperçu; GB.: seit 1797 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Frühromanischen und in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine prägnante und geistreiche Bemerkung auf Grund eines Einfalls; BM.: wahrnehmen?; F.: Aperçu, Aperçus+FW; Z.: A-per-çu
Aperitif, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Aperitif, vor dem Essen zu der Anregung des Appetits getrunkenes alkoholisches Getränk; ne. aperitive, aperitif; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1525 (Paracelsus); E.: vgl. mlat. aperītivus, Adj., öffnend, offen haltend, auflockernd (1020-1087); vgl. lat. aperīre, V., sichtbar machen, öffnen, aufdecken, aufschließen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aperitif, EWD s. u. Aperitif, fehlt DW, DW2 3, 126, Duden s. u. Aperitif; Son.: vgl. nndl. aperitief, Sb., Aperitif; frz. apéritif, F., Aperitif; nschw. aperitif, Sb., Aperitif; nnorw. aperitiff, M., Aperitif; poln. aperitif, M., Aperitif; lit. aperityvas, M., Aperitif; GB.: 1525 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums (adaperītīvus) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes vor dem Essen zu der Anregung des Appetits getrunkenes alkoholisches Getränk; BM.: (muskuläre Verschlüsse der Verdauungsorgane mittels besserer Durchblutung eher) öffnend; F.: Aperitif, Aperitifs Aperitife Aperitifen+FW(+EW?); Z.: Ap-er-it-iv
Apfel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Apfel, Apfelbaum, ein Kernobst; ne. apple; Vw.: s. Gall-, -sine; Hw.: s. Affolter; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. apfel, aphel, epfel, st. M., Apfel, Augapfel; mnd. appel, M., Apfel; mnl. appel, M., Apfel; ahd. apful*, aphul*, st. M. (i), Apfel, Augapfel; as. appul, appel*, st. M. (i), Apfel; anfrk. -; s. germ. *apala-, *apalaz, st. M. (a), Apfel; s. idg. *ablu-, Sb., Apfel; L.: Kluge 1. A. s. u. Apfel, Kluge s. u. Apfel, EWD s. u. Apfel, DW 1, 532, DW2 3, 127, EWAhd 1, 298, Duden s. u. Apfel, Falk/Torp 14, Bluhme s. u. Apfel; Son.: vgl. afries. *appel, st. M. (a), Apfel; ae. æppel, appel, eapul, st. M. (a?, u?), Apfel, Frucht, Ball (M.) (1), Kugel; an. epli, st. N. (ja), Apfel; got. *apls, st. M. (a?, u?), Apfel; krimgot. apel, st. M. (a?, u?), Apfel; nndl. appel, Sb., Apfel; nschw. äpple, N., Apfel; nnorw. eple, N., Apfel; air. ubull, uball, N., M., Apfel; akymr. afal, M.?, Apfel; mbret. aval, Sb., Apfel; ksl. jabluko, Sb., Apfel; apreuß. woble, F., Apfel; lit. obuolỹs, M., Apfel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen zu den Rosengewächsen gehörenden vielleicht in dem späteren Kasachstan vor 12000 Jahren entwickelten Obstbaum und dessen Frucht; BM.: ?; F.: Apfel, Apfels, Äpfel, Äpfeln+EW; Z.: Apfel
$Apfelbaum, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Apfelbaum; L.: DW 1, 534, EWD s. u. Apfel; GB.: um 1272 belegte und aus Apfel und Baum gebildete Bezeichnung für einen zu den Rosengewächsen gehörenden vielleicht in dem späteren Kasachstan vor 12000 Jahren von Menschen entwickelten Obstbaum; F.: Apfelbaum, Apfelbaums, Apfelbaumes, Apfelbäume, Apfelbäumen+EW; Z.: Apfel—bau-m
$Apfelbutzen, nhd., M.: nhd. Apfelbutzen, Griebs; E.: L.: Kluge s. u. Butzen, fehlt DW; GB.: vielleicht nach 1250 belegte und aus Apfel und Butzen gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Apfels mögliche Kerngehäuse (Griebs) eines Apfels; F.: Apfelbutzen, Apfelbutzens+EW; Z.: Apfel—bu-tz-en
$Apfelschimmel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Apfelschimmel; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Apfel, s. Schimmel; L.: EWD s. u. Apfel, DW 1, 536; GB.: seit 1691 belegte und aus Apfel und Schimmel gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung von Pferden mögliches Pferd mit weißem bis grauem Fell und dunkleren Flecken; F.: Apfelschimmel, Apfelschimmels, Apfelschimmeln+EW; Z.: Apfel—schi-m-m-el
Apfelsine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Apfelsine, Orange; ne. orange (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1682; E.: über nd. Appelsina, F., Orange, Apfelsine; s. nhd. Apfel; das Hinterglied kommt von einer Bezeichnung von China, als chinesischer Apfel; China von dem alten Königreich Qin; L.: Kluge s. u. Apfelsine, EWD s. u. Apfelsine, DW 1, 536, DW2 3, 134, Duden s. u. Apfelsine; Son.: vgl. nndl. appelsien, Sb., Orange, Apfelsine; nschw. appelsin, Sb., Apfelsine; nnorw. appelsin, M., Apfelsine; lit. apelsinas, M., Apfelsine; GB.: seit 1682 belegte und aus Apfel und China gebildete Bezeichnung für eine rötlich gelbe runde und aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse entstandene sowie um 1500 aus China nach Europa eingeführte Zitrusfrucht mit saftreichem und wohlschmeckendem Fruchtfleisch und dicker Schale; BM.: Apfel aus China; F.: Apfelsine, Apfelsinen+EW; Z.: Apfel-sin-e
Aphasie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Aphasie, teilweiser Verlust des Sprechvermögens; ne. aphasia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1843?; I.: Lw. gr. ἀφασία (aphasía); E.: s. gr. ἀφασία (aphasía), F., Sprachlosigkeit, Bestürzung; vgl. gr. ἄφατος (áphatos), Adj., unsäglich, ungeheuer, zahllos; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aphasie, fehlt DW, DW2 3, 135, Duden s. u. Aphasie; Son.: vgl. nndl. afasie, Sb., Aphasie; frz. aphasie, F., Aphasie; nschw. afasi, Sb., Aphasie; nnorw. afasi, M., Aphasie; poln. afazja, F., Aphasie; kymr. affasia, F., Aphasie; nir. afáise, F., Aphasie; GB.: vielleicht seit 1843 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine krankhafte Störung (teilweisen Verlust) des Sprechvermögens in dem Gehirn des Menschen; BM.: nicht sprechen könnend; F.: Aphasie, Aphasien+FW; Z.: A-pha-s-ie
Aphorismus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Aphorismus, prägnanter Sinnspruch; ne. aphorism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. aphorismus; E.: s. lat. aphorismus, F., kurzer Satz, Lehrsatz, Aphorismus, (5. Jh. n. Chr.); s. gr. ἀφορισμός (aphorismós), M., Abgrenzung, Unterscheidung, Lehrsatz; vgl. gr. ἀφορίζειν (aphorízein), V., abgrenzen, trennen; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. ὅρος (hóros), M., Grenze, Grenzpfahl; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 425f.; L.: Kluge s. u. Aphorismus, EWD s. u. Aphorismus, fehlt DW, DW2 3, 135, Duden s. u. Aphorismus; Son.: vgl. nndl. aforisme, Sb., Aphorismus; frz. aphorisme, M., Aphorismus; nschw. aphorisme, Sb., Aphorismus; nnorw. aforisme, M., Aphorismus; poln. aforyzm, M., Aphorismus; lit. aforizmas, M., Aphorismus; GB.: seit 1456 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen geprägten einzelnen vielleicht nur in einem Satz oder wenigen Sätzen selbständig bestehenden Sinnspruch wie beispielsweise Der Weg ist das Ziel oder Intensive Gefühle verdunkeln zu oft die Wahrheit oder Weniger ist mehr oder Der Mensch ist das Maß aller Dinge oder Erkenne dich selbst; BM.: Begrenzung; F.: Aphorismus, Aphorismen+FW; Z.: Aph-or-ism-us
$aphoristisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. aphoristisch, Aphorismus betreffend, als prägnanter Sinnspruch verwendet; E.: s. Aphoris(mus), s. t, s. isch; L.: Kluge s. u. Aphorismus, EWD s. u. Aphorismus, fehlt DW; GB.: seit 1765 belegte und aus Aphoris(mus) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Aphorismus betreffend; F.: aphoristisch, aphoristische, aphoristisches, aphoristischem, aphoristischen, aphoristischer+FW+EW; Z.: aph-or-ist-isch
Aphrodisiakum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Aphrodisiakum, Mittel zur Anregung des Geschlechtstriebs; ne. aphrodisiac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1732 (Zedler Universallexikon); I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. ἀφροδισιακός (aphrodisiakós), Adj., sexuell erregend; vgl. ἀφροδίσια (aphrodísia), F., Liebesgenuss; gr. Ἀφροδίτη (Aphrodíte), F.=PN, Aphrodite; Herkunft ungeklärt, Frisk 1, 196; L.: Kluge s. u. Aphrodisiakum, fehlt DW, DW2 3, 136, Duden s. u. Aphrodisiakum; Son.: vgl. nndl. afrodisiacum, Sb., Aphrodisiakum; frz. aphrodisiaque, M., Aphrodisiakum; nschw. afrodisiakum, Sb., Aphrodisiakum; nnorw. afrosidiakum, N., Aphrodisiakum; poln. afrodyzja, M., Aphrodisiakum; nir. afraidíseach, M., Aphrodisiakum; lit. afrodiziakas, M., Aphrodisiakum, M., Aphrodisiakum; GB.: seit 1732 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums angestrebtes Mittel zu einer Anregung und Steigerung des Geschlechtstriebs und der Potenz wie beispielsweise Testosteron oder Phenethylamin oder Alkohol oder Cannabis oder Muskat oder Ingwer oder Austern oder Ginkgo oder Hafer oder Erdbeeren oder Granatapfel oder Schokolade oder Avocado oder rote Rübe oder Walnuss oder Beifuß; BM.: Beziehung zu der griechischen Liebesgöttin Aphrodite; F.: Aphrodisiakum, Aphrodisiaka+FW; Z.: Aphrodi-siak-um
Aplomb, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Aplomb, Sicherheit, Nachdruck, Dreistigkeit; ne. aplomb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1779; I.: Lw. frz. aplomb; E.: s. frz. aplomb, M., senkrechte Stellung, Gleichgewicht; von frz. à plomb, Adj., senkrecht, im Lot seiend; frz. à, Präp., von her, bi, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); frz. plomb, M., Blei; lat. plumbum, N., Blei (N.), Bleikugel, Geißel mit Bleikugeln; aus dem iberischen Mittelmeerraum, Walde/Hofmann 2, 325; L.: Kluge s. u. Aplomb, fehlt DW, DW2 3, 136, Duden s. u. Aplomb; Son.: vgl. nndl. aplomb, Sb., Aplomb; nschw. aplomb, Sb., Aplomb; nnorw. aplomb, M., Aplomb; GB.: seit vor 1779 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und vielleicht mit dem iberischen Mittelmeerraum und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit mögliche Sicherheit oder Dreistigkeit; BM.: von einer in einem hängenden Bleigewicht sichtbaren geraden Haltung; F.: Aplomb, Aplombs+FW; Z.: A-plomb
apodiktisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. apodiktisch, unumstößlich, nicht zu widerlegend; ne. apodictic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1617 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. apodīcticus; E.: s. lat. apodīcticus, Adj., apodiktisch, von unumstößlicher Beweiskraft seiend, (um 165 n. Chr.); s. gr. ἀποδεικτικός (apodeiktikós), Adj., von unumstößlicher Beweiskraft seiend; vgl. gr. ἀποδεικνύναι (apodeiknýnai), V., vorzeigen, aufzeigen, ernennen, beweisen; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. apodiktisch, EWD s. u. apodiktisch, fehlt DW, DW2 3, 137, Duden s. u. apodiktisch; Son.: vgl. nndl. apodictisch, Adj., apodiktisch; frz. apodictique, Adj., apodiktisch; nnorw. apodiktisk, Adj., apodiktisch; poln. apodyktyczny, Adj., apodiktisch; GB.: seit 1617 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unumstößlich oder nicht zu widerlegend; BM.: zeigen?; F.: apodiktisch, apodiktische, apodiktisches, apodiktischem, apodiktischen, apodiktischer+FW+EW; Z.: apo-di-k-t-isch
Apokalypse, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Apokalypse, Offenbarung, schreckliches Unheil; ne. apocalypse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1122 bzw. 1277/1278 (Die Goldene Schmiede des Konrad von Würzburg); I.: Lw. lat. apocalypsis; E.: mhd. apōcalipse, st. F., Apokalypse; lat. apocalypsis, F., Offenbarung, Apokalypse, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. ἀποκάλυψις (apokálypsis), F., Enthüllung, Offenbarung, Apokalypse; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. καλύπτειν (kalýptein), V., verhüllen, bedecken; gr. καλιά (kaliá), F., Hütte, Scheune, Nest; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Apokalypse, fehlt DW, DW2 3, 137 Apokalypse; Son.: vgl. nndl. apocalypse, Sb., Apokalypse; frz. apocalypse, F., Apokalypse; nschw. apokalyps, Sb., Apokalypse; nnorw. apokalypse, M., Apokalypse; nir. apacailipsis, M., Apokalypse; lit. apokalipsė, F., Apokalypse; GB.: seit 1122 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jüdisch-christliche Offenbarung von dem Ende der Welt durch eine Entfernung einer Hülle; BM.: offenbaren; F.: Apokalypse, Apokalypsen+FW; Z.: Apo-kal-yps-e
$apokalyptisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. apokalyptisch; E.: s. Apokalyp(se), s. t. s. isch; L.: Kluge s. u. Apokalypse; GB.: seit um 1537 belegte und aus Apokalyp(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für die jüdisch-christliche Offenbarung von dem Ende der Welt durch Entfernung einer Hülle betreffend; F.: apokalyptisch, apokalyptische, apokalyptisches, apokalyptischem, apokalyptischen, apokalyptischer(, apokalyptischere, apokalyptischeres, apokalyptischerem, apokalyptischeren, apokalyptischerer, apokalyptischst, apokalyptischste, apokalyptischstes, apokalyptischstem, apokalyptischsten, apokalyptischster)+FW+EW; Z.: apo-kal-ypt-isch
Apokryph, Apokryphon, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Apokryph, Apokryphon, nicht in den christlichen Kanon aufgenommenes Werk; ne. Apocryphon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1531 (Zwingli?); I.: Lw. lat. apocryphus, gr. ἀπόκρυφος (apókryphos); E.: s. lat. apocryphus, Adj., untergeschoben, unecht; gr. ἀπόκρυφος (apókryphos), Adj., verborgen, dunkel; vgl. gr. ἀποκρύπτειν (apokryptein), V., verbergen, bedecken; gr. ἀπό (apó), Adv., Präp., Präf., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verhehlen; idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 3, 139, Duden s. u. Apokryph; Son.: vgl. nndl. apocrief, Sb., Apokryph; nschw. apokryf, Sb., Apokryph; nnorw. apokryf, M., Apokryph; nir. apocruiphia, Sb. Pl., Apokryphen; poln. apokryf, M., Apokryph; GB.: seit vor 1531 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zwar nicht in den christlichen Kanon aufgenommenes aber dennoch anerkanntes Werk des jüdisch-christlichen Schrifttums; BM.: weg, verbergen; F.: Apokryph, Apokryphs, Apokryphen, Apokryphon, Apokryphons+FW; Z.: Apo-kry-ph
Apologet, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Apologet, Verteidiger; ne. apologist; Vw.: -; Hw.: s. Apologie, apologetisch; Q.: vor 1709 (Abraham a Santa Clara); I.: Lw. mlat. apologēticus; E.: s. mlat. apologēticus, M., Schuldner; mlat. apologēticus, Adj., apologetisch, verteidigend, rechtfertigend, entschuldigend; gr. ἀπολογητικός (apologētikós), Adj., verteidigend, rechtfertigend; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Apologie, EWD s. u. Apologie, fehlt DW, DW2 3, 140, Duden s. u. Apologet; Son.: vgl. nndl. apologeten, Sb., Apologet; frz. apologiste, M., Apologet; nnorw. apologet, M., Apologet; poln. apologet, M., Apologet; kymr. apolegydd, M., Apologet; GB.: seit vor 1709 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen mit seiner ganzen Überzeugung hinter einer Auffassung oder Lehre Stehenden und diese mit Nachdruck nach außen Vertretenden oder Verteidigenden; BM.: absprechen bzw. Sprechen, Rechnen, Lesen; F.: Apologet, Apologeten+FW; Z.: Apo-log-et
apologetisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. apologetisch, verteidigend, entschuldigend; ne. apologetic, apologetical; Vw.: -; Hw.: s. Apologet, Apologie; Q.: 1741 (Gottsched); I.: Lw. mlat. apologēticus; E.: mlat. apologēticus, Adj., apologetisch, verteidigend, rechtfertigend, entschuldigend; gr. ἀπολογητικός (apologētikós), Adj., verteidigend, rechtfertigend; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Apologie, EWD s. u. Apologie, fehlt DW, DW2 3, 141, Duden s. u. apologetisch; Son.: vgl. frz. apologétique, Adj., apologetisch; nschw. apologetisk, Adj., apologetisch; nnorw. apologetisk, Adj., apologetisch; poln. apologetyczny, Adj., apologetisch; kymr. apologetig, Adj., apologetisch; GB.: seit 1741 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Apologet und isch gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verteidigend oder entschuldigend; BM.: absprechen bzw. Sprechen, Rechnen, Lesen; F.: apologetisch, apologetische, apologetisches, apologetischem, apologetischen, apologetischer+FW+EW; Z.: apo-log-et-isch
Apologie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Apologie, Verteidigung, Rechtfertigung; ne. apologia; Vw.: -; Hw.: s. Apologet, apologetisch; Q.: 1523; I.: Lw. lat. apologia; E.: s. lat. apologia, F., Verteidigung, (um 383-419/420 n. Chr.); s. gr. ἀπολογία (apología), F., Verteidigung, Verteidigungsrede; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Apologie, EWD s. u. Apologie, fehlt DW, DW2 3, 141, Duden s. u. Apologie; Son.: vgl. nndl. apologie, Sb., Apologie; frz. apologie, F., Apologie; nschw. apologi, Sb., Apologie; nnorw. apologi, M., Apologie; poln. apologia, F., Apologie; GB.: seit 1523 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verteidigung oder Rechtfertigung meist einer umstrittenen Auffassung oder Lehre; BM.: sprechen, rechnen, lesen; F.: Apologie, Apologien+FW; Z.: Apo-log-ie
Apoplexie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Apoplexie, Schlaganfall, Hirninfarkt, Betäubung, Lähmung durch Schlagfluss, Durchblutungsstörung; ne. apoplexy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: s. mhd. apoplesīa, apoplexīe, F., Apoplexie, Schlagfluss, Schlaganfall; s. lat. apoplēxia, F., Schlag, Schlagfluss; s. gr. ἀποπληξία (apoplēxía), F., Schlag; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, DW2 3, 142, Duden s. u. Apoplexie; Son.: vgl. nndl. apoplexie, Sb., Apoplexie; frz. apoplexie, F., Apoplexie; poln. apopleksja, F., Apoplexie; nir. apaipléis, F., Apoplexy; lit. apolpleksija, F., Apoplexie; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Blut mögliche plötzliche Durchblutungsstörung eines Blut führenden Organs; BM.: schlagen, stoßen; F.: Apoplexie, Apoplexien+FW(+EW); Z.: Apo-ple-x-ie
Aporie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Aporie, Ausweglosigkeit; ne. aporia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1826 (Lexikon); I.: Lw. lat. aporia; E.: s. lat. aporia, F., Verlegenheit, (4. Jh. n. Chr.); s. gr. ἀπορία (aporía), F., Ratlosigkeit, Verlegenheit; gr. ἄπορος (áporos), Adj., hilflos, ratlos, unmöglich; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. πόρος (póros), M., Furt, Pfad, Durchgang; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Aporie, fehlt DW, DW2 3, 142, Duden s. u. Aporie; Son.: vgl. nschw. apori, Sb., Aporie; nnorw. apori, M., Aporie; poln. aporia, F., Aporie; lit. aporija, F., Aporie; GB.: seit 1826 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Ausweglosigkeit; BM.: Weglosigkeit; F.: Aporie, Aporien+FW(+EW); Z.: A-por-ie
Apostat, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Apostat, Abtrünniger, Abfallender; ne. apostate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1508/1516; E.: mhd. apostate, sw. M., Abtrünniger; mnd. apost, aposte, M., Apostat; lat. apostata, M., Abtrünniger, (um 160-220 n. Chr.); gr. ἀποστάτης (apostatḗs), M., Abtrünniger, entlaufener Sklave; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 3, 143, Duden s. u. Apostat; Son.: vgl. frz. apostat, M., Apostat; nnorw. apostat, M., Apostat; GB.: seit 1508/1516 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen von einer Gemeinschaft Abtrünnigen und insbesondere seit den Hochkulturen des Altertums möglichen von einem Glauben Abfallenden; BM.: entferntes Stehen; F.: Apostat, Apostaten+FW(+EW); Z.: Apo-sta-t
Apostel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Apostel, Gesandter, Jünger; ne. apostle; Vw.: -; Hw.: s. apostolisch; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. apostole, sw. M., st. M., Apostel; mhd. apostole, sw. M., st. M., Apostel; mnd. apostel, M., Apostel; mnl. apostel, M., Apostel; ahd. apostol*, st. M. (a), Apostel; ahd. apostolo*, sw. M. (n), Apostel; as. -; anfrk. -; germ. *apostol, M., Apostel; s. lat. apostolus, M., Bote; s. gr. ἀπόστολος (apóstolos), M., Abgesandter, Bote; vgl. gr. ἀπόστελλειν (apóstellein), V., abschicken, ausschicken, entsenden; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Apostel, EWD s. u. Apostel, DW 1, 536, DW2 3, 144, EWAhd 1, 301, Duden s. u. Apostel; Son.: vgl. afries. apostol, apostel, st. M. (a), Apostel; ae. apostol, st. M. (a), Apostel, Jünger; ae. postol, st. M. (a), Apostel; an. postoli, M., Apostel; got. apaústaúlus, st. M. (u/i), Apostel, Bote, Abgesandter; nndl. apostel, M., Apostel; frz. apôtre, M., Apostel; nschw. apostel, M., Apostel; nnorw. apostel, M., Apostel; poln. apostoł, M., Apostel; kymr., apostol, M., Apostel; nir. aspal, M., Apostel; lit. apoštalas, M., Apostel; GB.: Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen der zwölf Begleiter oder Gesandten oder Jünger Jesu Christi (um etwa 30 n. Chr.); BM.: abschicken bzw. absenden; F.: Apostel, Apostels, Aposteln+FW(+EW); Z.: Apo-stel
apostolisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. apostolisch, Apostel betreffend, päpstlich; ne. apostolic; Vw.: -; Hw.: s. Apostel; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); I.: Lw. lat. apostolicus; E.: mhd. apostolisch, Adj., apostolisch; mnd. apostelisch*, apostolisch, Adj., apostolisch; lat. apostolicus, Adj., apostolisch; s. lat. apostolus, M., Bote; s. gr. ἀπόστολος (apóstolos), M., Abgesandter, Bote; gr. ἀπόστελλειν (apóstellein), V., abschicken, ausschicken, entsenden; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Apostel, EWD s. u. Apostel, fehlt DW, DW2 3, 147, Duden s. u. apostolisch; Son.: vgl. nndl. apostolisch, Adj., apostolisch; frz. apostolique, Adj., apostolisch; nschw. apostolisk, Adj., apostolisch; nnorw. apostolisk, Adj., apostolisch; poln. apostolski, Adj., apostolisch; nir. aspalda, Adj., apostolisch; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Apostel und isch gebildete und aus dem Lateinischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich die Apostel oder Begleiter oder Gesandten oder Jünger Jesu Christi betreffend; BM.: abschicken bzw. absenden; F.: apostolisch, apostolische, apostolisches, apostolischem, apostolischen, apostolischer+FW(+EW); Z.: apo-stol-isch
Apostroph, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Apostroph, Auslassungszeichen; ne. apostrophe; Vw.: -; Hw.: s. Apostrophe, apostrophieren; Q.: 1641; I.: Lw. lat. apostrophus; E.: s. lat. apostrophus, M., Apostroph, (370-380 n. Chr.); s. gr. άπόστροφος (apóstrophos), Adj., abgewandt; vgl. gr. ἀποστρέφειν (apostréphein), V., zurückdrehen, sich abwenden, zurückkehren; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, wenden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Apostroph, EWD s. u. Apostroph, fehlt DW, DW2 3, 148, Duden s. u. Apostroph; Son.: vgl. nndl. apostrof, Sb., Apostroph; frz. apostrophe, F., Apostroph; nschw. apostrof, Sb., Apostroph; nnorw. apostrof, M., Apostroph; poln. apostrof, M., Apostroph; nir. apastróf, M., Apostroph; lit. apostrofas, M., Apostroph; GB.: seit 1641 belegte und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich nach der Entwicklung von Schrift mögliches Satzzeichen das einen von dem Verwender bewusst gegen die allgemeinen sprachlichen Regeln ausgelassenen Buchstaben anzeigen oder vertreten soll wie beispielsweise einz‘ger; BM.: wegwenden; F.: Apostroph, Apostrophs, Apostrophe, Apostrophen+FW(EW); Z.: Apo-stroph
Apostrophe, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Apostrophe, Abwendung von einem Thema; ne. apostrophe; Vw.: -; Hw.: s. Apostroph, apostrophieren; Q.: 1686 (Seckendorff); I.: Lw. lat. apostropha, apostrophē; E.: s. lat. apostropha, apostrophē, F., Abkehr (eine rhetorische Figur), Wandlung, Anrede; gr. ἀποστροφή (apostrophḗ), F., Zurückdrängung, Ablenkung; vgl. gr. ἀποστρέφειν (apostréphein), V., zurückdrehen, sich abwenden, zurückkehren; vgl. gr. ἀποστρέφειν (apostréphein), V., zurückdrehen, sich abwenden, zurückkehren; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, wenden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Apostroph, fehlt DW, EWD s. u. Apostroph, DW2 3, 148, Duden s. u. Apostrophe; Son.: vgl. nndl. apostrof, Sb., Apostroph, Apostrophe; frz. apostrophe, F., Apostroph, Apostrophe; nnorw. apostrofe, M., Apostrophe; GB.: seit 1686 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche überraschende Abwendung des Redners von einem Thema und der Hinwendung zu einer anderen Person oder Gegebenheit; BM.: wegwenden; F.: Apostrophe, Apostrophen+FW;(+EW) Z.: Apo-stroph-e
apostrophieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. apostrophieren, mit einem Apostroph versehen (V.), anführen; ne. apostrophise; Vw.: -; Hw.: s. Apostroph, Apostrophe; Q.: 1696; I.: Lw. lat. apostrophāre; E.: s. lat. apostrophāre, V., apostrophieren, abkehren, Übergang machen, seine Worte richten, anreden, sich wenden; vgl. gr. άπόστροφος (apóstrophos), Adj., abgewandt; gr. ἀποστρέφειν (apostréphein), V., zurückdrehen, sich abwenden, zurückkehren; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, wenden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Apostroph, EWD s. u. Apostroph, fehlt DW, DW2 3, 149, Duden s. u. apostrophieren; Son.: vgl. nnorw. apostrofere, V., apostrophieren; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Apostroph versehen (V.) etwas besonders anführen; BM.: wegwenden; F.: apostrophieren, apostrophiere, apostrophierst, apostrophiert, apostrophierest, apostrophieret, apostrophierte, apostrophiertest, apostrophierten, apostrophiertet, ##apostrophiert, apostrophierte, apostrophiertes, apostrophiertem, apostrophierten, apostrophierter##, apostrophierend, ###apostrophierend, apostrophierende, apostrophierendes, apostrophierendem, apostrophierenden, apostrophierender###, apostrophier (!)+FW; Z.: apo-stroph-ier-en
Apotheke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Apotheke, Geschäft in dem Medikamente verkauft werden; ne. apothecary, pharmacy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: zweite Hälfte 13. Jh. (Steinmar); E.: mhd. apotēke, apentēk, sw. F., Lager, Laden (M.), Apotheke, Spezereiladen, Gewürzladen; mnd. abbetēke, F., Apotheke, Gewürzladen, Spezereiladen; lat. apothēca, F., Speicher, Vorratskammer, (81-43 v. Chr.); gr. ἀποθήκη (apothḗkē), F., Aufbewahrungsort, Speicher; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Apotheke, EWD s. u. Apotheke, DW 1, 537, DW2 3, 150, Duden s. u. Apotheke; Son.: vgl. nndl. apotheek, Sb., Apotheke; nschw. apotek, Sb., Apotheke; nnorw. apotek, N., Apotheke; poln. apteka, F., Apotheke; GB.: seit zweite Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Speicher und für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes Geschäft für Verkauf und Zubereitung von Arzneimitteln; BM.: Wegstellen an einem besonderen Aufbewahrungsort (für Medikamente); F.: Apotheke, Apotheken+FW; Z.: Apo-the-k-e
$Apotheker, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Apotheker; E.: s. Apothek(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Apotheke, EWD s. u. Apotheke, DW 1, 527; GB.: seit 1275 belegte und aus Apothek(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Hersteller und Händler von Arzneimitteln; F.: Apotheker, Apothekers, Apothekern+FW; Z.: Apo-the-k-er
Apotheose, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Apotheose, Vergötterung, Vergöttlichung, Erhebung eines Menschen zu einem Gott oder Halbgott; ne. apotheosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1599; I.: Lw. lat. apotheōsis; E.: s. lat. apotheōsis, F., Vergötterung, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. ἀποθέωσις (apothéōsis), F., Vergötterung?; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 3, 152, Duden s. u. Apotheose; Son.: vgl. nndl. apotheose, Sb., Apotheose; frz. apothéose, F., Apotheose; nschw. apoteos, Sb., Apotheose; nnorw. apoteose, M., Apotheose; poln. apoteoza, F., Apotheose; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich in der Vorstellung des Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Erhebung eines Menschen zu einem Gott oder Halbgott; BM.: räumliche Beziehung zu einem Gott; F.: Apotheose, Apotheosen+FW(+EW); Z.: Apo-theo-s-e
App, nhd., F., N., (21. Jh.): nhd. App, Applikation, Anwendungssoftware; ne. app; Vw.: -; Hw.: s. Applikation; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. app; E.: s. ne. app, N., App; Abkürzung von ne. application, N., Applikation, Verwendung; lat. applicātio, F., Sich-Anschließen, Hinneigung, Zuneigung, Zuwendung, Geneigtsein, Willfährigkeit, Hinhalten, Hinstellen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. applicāre, V., anschließen, anlehnen, anfügen, anlegen, hinlegen, danebenlegen, zusammenlegen, zusammenfügen, hinzufügen, aufstellen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Duden s. u. App; Son.: vgl. nndl. app, Sb., App; frz. appli, F., App; nschw. app, Sb., App; nnorw. app, M., App; poln. apka, F., App; lit. aplikacija, F., App; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete zusätzliche auf Mobiltelefone herunterladbare und verwendbare Applikation (Anwendungssoftware); BM.: an, falten?; F.: App, Apps+FW; Z.: Ap-p
Apparat, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Apparat, Gerät, Maschine; ne. apparatus, machine; Vw.: -; Hw.: s. Apparatschik, Apparatur; Q.: um 1335 (Richtsteig Landrechts); E.: s. mnd. apparāt, N., Apparatur, Rüstzeug; lat. apparātus, M., Zurüstung, Bewaffnung, Ausrüstung, Heer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. apparāre, V., herbeischaffen, beschaffen (V.), zubereiten, herrichten, instandsetzen, einrichten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Apparat, DW 6, 5533, EWD s. u. Apparat, DW2 3, 153, Duden s. u. Apparat; Son.: vgl. nndl. apparaat, Sb., Apparat; frz. appareil, M., Apparat; nschw. apparat, Sb., Apparat; nnorw. apparat, N., Apparat; poln. aparat, M., Apparat; kymr. aparatws, M., Apparat; lit. aparatas, M., Apparat; GB.: seit um 1335 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für einen bestimmten Zweck von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät wie beispielsweise ein Fernsehapparat oder ein Fotoapparat oder ein Hörapparat oder ein Radioapparat oder ein Rasierapparat oder ein Röntgenapparat oder ein Schallplattenapparat oder ein Schussapparat oder ein Telefonapparat oder ein Vervielfältigungsapparat; BM.: Zubereiten; F.: Apparat, Apparates, Apparats, Apparate, Apparaten+FW(+EW); Z.: Ap-par-at
Apparatschik, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Apparatschik, Funktionär in einem Parteiapparat; ne. apparatchik; Vw.: -; Hw.: s. Apparat; Q.: 1953 (Wörterbuch); I.: Lw. russ. аппаратчик (apparatschik); E.: s. russ. аппаратчик (apparatčik), M., Apparatschik, Verwaltungsapparat; vgl. lat. apparātus, M., Zurüstung, Bewaffnung, Ausrüstung, Heer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. apparāre, V., herbeischaffen, beschaffen (V.), zubereiten, herrichten, instand setzen, einrichten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Apparat, DW2 3, 156, Duden s. u. Apparatschik; Son.: vgl. nndl. apparatsjik, Sb., Apparatschik; frz. apparatchik, M., Apparatschik; nnorw. apparatsjik, M., Apparatschik; poln. aparatczy, M., Apparatschik; kymr. aparatshic, M., F., Apparatschik; GB.: seit 1953 belegte und aus dem Russischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen Funktionär in dem Staatsapparat und Parteiapparat totalitärer Staaten des früheren Ostblocks; BM.: zubereiten; F.: Apparatschik, Apparatschiks+FW; Z.: Ap-par-at-schik
Apparatur, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Apparatur, Maschine, Gesamtheit zusammenwirkender Apparate; ne. apparatus, gadget; Vw.: -; Hw.: s. Apparat, Apparatschik; Q.: 1913; I.: Lw. lat. apparātūra; E.: s. lat. apparātūra, F., Zurüstung?, Putz, Schmuck; vgl. lat. apparāre, V., herbeischaffen, beschaffen (V.), zubereiten, herrichten, instand setzen, einrichten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Apparat, fehlt DW, EWD s. u. Apparat, DW2 3, 156, Duden s. u. Apparatur; Son.: vgl. nndl. apparatuur, Sb., Apparatur; nschw. apparatur, Sb., Apparatur; nnorw. apparatur, M., Apparatur; poln. aparatura, F., Apparatur; lit. aparatūra, F., Apparatur; GB.: seit 1913 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit zusammenwirkender Apparate; BM.: zubereiten; F.: Apparatur, Apparaturen+FW; Z.: Ap-par-at-ur
Appartement, Apartment, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Appartement, Apartment, Kleinwohnung; ne. apartment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1606 (Lexikon); I.: Lw. frz. appartement; E.: s. frz. appartement, M., Appartement, Wohnung; it. appartamento, M., Appartement, Wohnung; vgl. it. appartare, V., abtrennen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pars, Teil; s. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Appartement, Apartment, EWD s. u. Appartement, fehlt DW, DW2 3, 157; Son.: vgl. nndl. appartement, Sb., Appartement; poln. apartament, M., Apartment; lit. apartamentai, M. Pl., Appartement; GB.: seit 1606 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinmischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Kleinwohnung; BM.: abteilen; F.: Appartement, Appartements, Appartemente+FW; Z.: Ap-par-t-e-m-ent
Appell, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Appell, Aufforderung, Mahnung, Aufruf, Mahnruf; ne. appeal (N.), plea; Vw.: -; Hw.: s. Appellation, Appellativum, appellieren; Q.: 1664; I.: Lw. frz. appel; E.: s. frz. appel, M., Appell; vgl. frz. appeller, V., anrufen, nennen; lat. appellāre, V., ansprechen, anreden, aufrufen, anflehen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. appellieren, EWD s. u. Appell, fehlt DW, DW2 3, 158, Duden s. u. Appell; Son.: vgl. nndl. appel, Sb., Appell; nnorw. appell, M., Appell; poln. apel, M., Appell; lit. apeliacija, F., Appell; GB.: seit 1664 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Aufforderung oder Mahnung oder einen Aufruf oder Mahnruf; BM.: ansprechen; F.: Appell, Appells, Appelles, Appelle, Appellen+FW; Z.: Ap-pel-l
Appellation, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Appellation, Berufung; ne. appellation, appeal (N.); Vw.: -; Hw.: s. Appell, Appellativum, appellieren; Q.: 1265 (Urkunde); I.: Lw. lat. appellātio; E.: mhd. appellacion, st. F., Appellation, Berufung; mnd. appellācie, F., Appellation, Berufung; lat. appellātio, F., Antönen, Ansprechen, Anreden (N.), Ansprache, Anflehen, Anrufung, Berufung, 81-43 v. Chr.); vgl. lat. appellāre, V., ansprechen, anreden, aufrufen, anflehen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. appellieren, fehlt DW, EWD s. u. appellieren, DW2 3, 159, Duden s. u. Appellation; Son.: vgl. frz. appellation, F., Appellation; lit. apeliacija, F., Appellation; GB.: seit 1265 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Berufung (vor Gericht); BM.: ansprechen; F.: Appellation, Appellationen+FW; Z.: Ap-pel-l-at-io-n
Appellativum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Appellativum, Gattungsname; ne. appellative (N.); Vw.: -; Hw.: s. Appell, Appellation, appellieren; Q.: 1762; I.: Lw. mlat. appellātīvum; E.: s. mlat. appellātīvum, N., Appellativum, Appellativ, Gattungsname, (9. Jh.); vgl. lat. appellāre, V., ansprechen, anreden, aufrufen, anflehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. appellieren, fehlt DW, DW2 3, 160 (Appellativ), Duden s. u. Appellativum; Son.: vgl. nschw. appellativ, Sb., Appellativum; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gattungsnamen aller Gegebenheiten einer Gattung wie beispielsweise Baum oder Fremdwort oder Haus oder Krieg oder Mühle oder Rind oder See oder Tier oder Zirkus in Gegensatz zu einem Eigennamen einer einzigartigen und einmaligen Erscheinung wie beispielsweise Jesus Christus oder Mohammed oder Rhein oder Zürich; BM.: ansprechen; F.: Appellativum, Appellativums, Appellativa+FW; Z.: Ap-pel-l-at-iv-um
appellieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. appellieren, anrufen; ne. appeal (V.), call (V.) on; Vw.: -; Hw.: s. Appell, Appellation, appellieren; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); I.: Lw. +; E.: mhd. appelieren, appellieren, sw. V., aufrufen, anrufen, appellieren, Berufung einlegen; mnd. appellēren, V., sich berufen (V.) auf, von jemandem sprechen als; s. afrz. appeller, V., rufen, anrufen; lat. appellāre, V., ansprechen, anreden, aufrufen, anflehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. appellieren, EWD s. u. appellieren, DW 1, 537, DW2 3, 160, Duden s. u. appellieren; Son.: vgl. frz. appeler, V., rufen, anrufen; nschw. appellera, V., appellieren; nnorw. appelere, V., appellieren; kymr. apelio, V., appellieren, Beschwerde einlegen; lit. apeliuoti, V., appellieren; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von den Menschen entwickeltes und verwendetes gegen eine Entscheidung Berufung bei einer höheren Instanz einlegen; BM.: ansprechen; F.: appellieren, appelliere, appellierst, appelliert, appellierest, appellieret, appellierte, appelliertest, appellierten, appelliertet, ##appelliert, appellierte, appelliertes, appelliertem, appellierten, appellierter##, appellierend, ###appellierend, appellierende, appellierendes, appellierendem, appellierenden, appellierender###, appellier (!)+FW; Z.: ap-pel-l-ier-en
Appendix, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Appendix, Anhang, Blinddarm; ne. appendix; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1575; I.: Lw. lat. appendix; E.: s. lat. appendix, F., Anhang, Angehängtes, Anhängsel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. appendere, V., aufhängen, anhängen, zuwägen, aushängen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 3, 161, Duden s. u. Appendix; Son.: vgl. nndl. appendix, Sb., Appendix; frz. appendice, F., Appendix, Anhang; nschw. appendix, Sb., Appendix; nnorw. appendiks, M., Blinddarm; poln. apendyks, M., Appendix; kymr. aipindic, F., Blinddarm; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich bei Säugetieren oder auch Vögeln mögliches an einem Organ hängendes Gebilde wie beispielsweise einen Blinddarm; BM.: Anhängen; F.: Appendix, Appendixes, Appendixe, Appendixen, Appendizes+FW; Z.: Ap-pen-d-ix
Appetit, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Appetit, Hunger, Esslust; ne. appetite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1404; I.: Lw. frz. appétit; E.: s. mnd. abbetīt, abtīt, aptīt, M., Appetit, Esslust; frz. appétit, M., Appetit, Esslust; lat. appetītus, M., Losgehen, Angriff, Begehren, Verlangen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. appetere, V., hinlangen, nach etwas greifen, begehren; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. petere, V., langen, reichen, greifen, zielen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Appetit, EWD s. u. Appetit, DW 1, 538, DW2 3, 162, Duden s. u. Appetit; Son.: s. mnd. abbbetīt, M., Appetit, Esslust; vgl. nndl. appetijt, Sb., Appetit; nschw. apetit, Sb., Appetit; nnorw. appetitt, M., Appetit; poln. apetyt, M., Appetit; lit. apetitas, M., Appetit; GB.: seit 1404 mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und (umgebildete sowie) teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Lust zu essen; BM.: Begehren bei Nähe; F.: Appetit, Appetites, Appetits, Appetite, Appetiten+FW; Z.: Ap-pet-it
$appetitlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. appetitlich, lustmachend, Appetit erregend, Verlangen erweckend, einladend; E.: s. Appetit, s. lich; L.: Kluge s. u. Appetit, EWD s. u. Appetit, DW 1, 538; GB.: seit 1575 belegte und aus Appetit und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Esslust erregend oder Verlangen erweckend oder einladend; F.: appetitlich, appetitliche, appetitliches, appetitlichem, appetitlichen, appetitlicher(, appetitlichere, appetitlicheres, appetitlicherem, appetitlicheren, appetitlicherer, appetitlichst, appetitlichste, appetitlichstes, appetitlichstem, appetitlichsten, appetitlichster)+EW; Z.: ap-pet-it-lich
applaudieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. applaudieren, Beifall spenden; ne. applaud; Vw.: -; Hw.: s. Applaus; Q.: 1571 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. applaudir; E.: s. frz. applaudir, V., applaudieren, Beifall spenden; lat. applaudere, V., anschlagen, anklatschen, beifällig klatschen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. plaudere, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. applaudieren, EWD s. u. applaudieren, fehlt DW, DW2 3, 164, Duden s. u. applaudieren; Son.: vgl. nndl. applaudisseren, V., applaudieren; nschw. applodera, V., applaudieren; nnorw. applaudere, V., applaudieren; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beispielsweise durch Zusammenschlagen (Klatschen) der Hände Beifall spenden; BM.: zuklatschen; F.: applaudieren, applaudiere, applaudierst, applaudiert, applaudierest, applaudieret, applaudierte, applaudiertest, applaudierten, applaudiertet, ##applaudiert, applaudierte, applaudiertes, applaudiertem, applaudierten, applaudierter##, applaudierend, ###applaudierend, applaudierende, applaudierendes, applaudierendem, applaudierenden, applaudierender###, applaudier (!)+FW+EW; Z.: ap-plau-d-ier-en
Applaus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Applaus, Beifall, Beifallklatschen; ne. applause; Vw.: -; Hw.: s. applaudieren; Q.: 1619 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. applausus; E.: s. lat. applausus, M., Anschlagen, Beifallklatschen, Beifall, Applaus, Jubel, Zustimmung, Willkommen, Rauschen, Gunstbezeigung; vgl. lat. applaudere, V., anschlagen, anklatschen, beifällig klatschen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. plaudere, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. applaudieren, EWD s. u. applaudieren, fehlt DW, DW2 3, 164, Duden s. u. Applaus; Son.: vgl. nndl. applaus, Sb., Applaus; nschw. applåd, Sb., Applaus; nnorw. applaus, M., Applaus; poln. aplauz, M., Applaus; lit. aplodismentai, M. Pl., Applaus; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Zusammenschlagen der Hände erfolgenden Beifall, Beifallklatschen; BM.: zuklatschen; F.: Applaus, Applauses, Applause, Applausen+FW; Z.: Ap-plau-s
Applikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Applikation, Anwendung, Zuführung; ne. application; Vw.: -; Hw.: s. App; Q.: 1511; I.: Lw. lat. applicātio; E.: s. lat. applicātio, F., Sich-Anschließen, Hinneigung, Zuneigung, Zuwendung, Geneigtsein, Willfährigkeit, Hinhalten, Hinstellen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. applicāre, V., anschließen, anlehnen, anfügen, anlegen, hinlegen, danebenlegen, zusammenlegen, zusammenfügen, hinzufügen, aufstellen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, DW2 3, 164, Duden s. u. Applikation; Son.: vgl. nndl. applicatie, Sb., Applikation; frz. application, F., Applikation; nschw. applikation, Sb., Applikation; nnorw. applikasjon, M., Applikation; poln. aplikacja, F., Applikation; lit. aplikacija, F., Applikation; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gebrauch von etwas bzw. für ein auf etwas Angebrachtes oder in der Elektronik für ein für einen Anwender eine nützliche Funktion ausführendes Computerprogramm; BM.: an, falten?; F.: Applikation, Applikationen+FW(+EW); Z.: Ap-pli-k-at-io-n
apportieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. apportieren, herschaffen, herbeitragen; ne. retrieve, fetch (V.); Vw.: s. r-; Hw.: -; Q.: 1669; I.: Lw. lat. apportāre; E.: s. lat. apportāre, V., herbeitragen, herbeischaffen, herschaffen, mit sich bringen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. apportieren, EWD s. u. apportieren, fehlt DW, DW2 3, 167, Duden s. u. apportieren; Son.: vgl. nndl. apporteren, V., apportieren; frz. apporter, V., bringen, apportieren; nschw. apportera, V., apportieren; nnorw. apportere, V., apportieren; poln. aportować, V., apportieren; lit. aportuoti, V., apportieren; GB.: seit 1669 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon vormenschlich mögliches herschaffen oder herbeitragen; BM.: hintragen; F.: apportieren, apportiere (!), apportierst, apportiert, apportierest, apportieret, apportierte, apportiertest, apportierten, apportiertet, ##apportiert, apportierte, apportiertes, apportiertem, apportierten, apportierter##, apportierend, ###apportierend, apportierende, apportierendes, apportierendem, apportierenden, apportierender###, apportier (!)+FW; Z.: ap-por-t-ier-en
Apposition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Apposition, Beifügung, Attribut, gleichgeordnete Ergänzung eines Substantivs; ne. apposition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1698; I.: Lw. lat. appositio; E.: s. lat. appositio, F., Hinsetzen, Hinlegen, Ansetzen, Auflegen, Zusatz; vgl. lat. appōnere, V., hinstellen, hinlegen, hinsetzen, dazulegen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Apposition, EWD s. u. Apposition, fehlt DW, DW2 3, 167, Duden s. u. Apposition; Son.: vgl. nndl. appositie, Sb., Apposition; frz. apposition, F., Apposition; nschw. apposition, Sb., Apposition; nnorw. apposisjon, M., Apposition; poln. apozycja, F., Apposition; GB.: seit 1698 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches substantivisches Attribut in der Grammatik oder eine Beifügung oder ein Beisatz oder Erklärungszusatz wie beispielsweise Karl der Große oder meine Freunde, Karle und Willi, und ihre Frauen, Annele und Vroneli ; BM.: Legen mit räumlicher Bestimmung; F.: Apposition, Appositionen+FW; Z.: Ap-pos-it-io-n
appretieren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. appretieren, ein Gewebe festigen; ne. dress (V.), finish (V.); Vw.: -; Hw.: s. Appretur; Q.: 1728; I.: Lw. frz. apprêter; E.: s. frz. apprêter, V., appretieren, zubereiten; afrz. aprester, V., vorbereiten, zubereiten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. praestus, Adj., gegenwärtig, zur Hand seiend, bereit; lat. praestō, Adv., gegenwärtig, da (Adv.), bei der Hand; vgl. idg. *g̑ʰesto-, *g̑ʰasto- (2), Sb., Hand, Arm, Pokorny 447 (649/65) (RB. idg. aus ind., iran., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Appretur, EWD s. u. appretieren, fehlt DW, DW2 3, 169, Duden s. u. appretieren; Son.: vgl. nnorw. appretere, V., zubereiten; GB.: seit 1728 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches ein Gewebe festigen; BM.: zubereiten infolge von Nähe; F.: appretieren, appretiere, appretierst, appretiert, appretierest, appretieret, appretierte, appretiertest, appretierten, appretiertet, ##appretiert, appretierte, appretiertes, appretiertem, appretierten, appretierter##, appretierend, ###appretierend, appretierende, appretierendes, appretierendem, appretierenden, appretierender###, appretier (!)+FW; Z.: ap-pret-ier-en
Appretur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Appretur, Mittel zu einer Bearbeitung von Geweben zu Festigkeit und Glanz; ne. waterproof finishing; Vw.: -; Hw.: s. appretieren; Q.: 1735; I.: Lw. frz. apprêt; E.: s. frz. apprêt, M., Grundierung, Ausrüstung; vgl. afrz. aprester, V., vorbereiten, zubereiten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. praestus, Adj., gegenwärtig, zur Hand seiend, bereit; lat. praestō, Adv., gegenwärtig, da (Adv.), bei der Hand; vgl. idg. *g̑ʰesto-, *g̑ʰasto- (2), Sb., Hand, Arm, Pokorny 447 (649/65) (RB. idg. aus ind., iran., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Appretur, EWD s. u. appretieren, fehlt DW, DW2 3, 169, Duden s. u. Appretur; Son.: vgl. nndl. appretuur, Sb., Apretur; nschw. appretur, Sb., Appretur; nnorw. appretur, M., Appretur; poln. apretura, F., Appretur; GB.: seit 1735 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Glanz und eine Festigkeit eines Gewebes sowie den diese Eigenschaften hervorrufenden Bearbeitungsvorgang; BM.: zubereiten infolge von Nähe; F.: Appretur, Appreturen+FW; Z.: Ap-pret-ur
Approbation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Approbation, staatliche Zulassung; ne. approbation; Vw.: -; Hw.: s. approbieren; Q.: 1411; I.: Lw. lat. approbātio; E.: mnd. approbācie, approbātie, approbātion, F., Approbation, Billigung; s. lat. approbātio, F., Zustimmung, Billigung, Genehmigung, Bekräftigung, Androhung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. approbāre, V., Beifall geben, zustimmen, billigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. prōbāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden, erproben; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. approbieren, fehlt DW, Duden s. u. Approbation; Son.: vgl. frz. approbation, F., Approbation; nschw. approbation, Sb., Approbation; nnorw. approbasjon, M., Approbation; lit. aprobacija, F., Approbation; GB.: seit 1411 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche von einer Behörde erteilte staatliche Zulassung zu einer Ausführung einer bestimmten Tätigkeit; BM.: prüfen mit räumlicher Nähe; F.: Approbation, Approbationen+FW; Z.: Ap-pro-b-at-io-n
approbieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. approbieren, zulassen, bestätigen, anerkennen; ne. approbate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Approbation; Q.: 1418 (Urkunde); E.: s. mnd. approbēren, sw. V., approbieren, billigen, anerkennen; lat. approbāre, V., Beifall geben, zustimmen, billigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. prōbāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden, erproben; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. approbieren, EWD s. u. approbiert, fehlt DW, DW2 3, 170, Duden s. u. approbieren; Son.: vgl. nnorw. approbere, V., approbieren; lit. aprobuoti, V., approbieren; GB.: seit 1418 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches staatlich zulassen oder bestätigen oder anerkennen oder genehmigen; BM.: prüfen mit räumlicher Nähe; F.: approbieren, approbiere, approbierst, approbiert, approbierest, approbieret, approbierte, approbiertest, approbierten, approbiertet, ##approbiert, approbierte, approbiertes, approbiertem, approbierten, approbierter##, approbierend, ###approbierend, approbierende, approbierendes, approbierendem, approbierenden, approbierender###, approbier (!)+FW; Z.: ap-pro-b-ier-en
$approbiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. approbiert; E.: s. approbier(en), s. t; L.: Kluge s. u. approbieren, EWD s. u. approbiert, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus approbier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit staatlich zugelassen oder bestätigt oder anerkannt oder genehmigt; F.: approbiert, approbierte, approbiertes, approbiertem, approbierten, approbierter+FW; Z.: ap-pro-b-ier-t
Aprikose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aprikose, Marille; ne. apricot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1647; I.: Lw. nndl. abrikoos; E.: s. nndl. abrikoos, Sb., Aprikose; frz. abricot, M., Aprikose, Marille; Vermischung von span. albaricoque, M., Aprikose, Marille und port. albricoque, Sb., Aprikose?; arab. al-barqūq, Sb., Aprikose?, Marille?; gr. πρεκόκκιον (prekókkion), N., Aprikose?, Marille?; s. lat. praecoquus, Adj., frühzeitig, frühreif, unzeitig, voreilig; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. coquere, V., kochen, sieden, reifen; idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aprikose, EWD s. u. Aprikose, fehlt DW, DW2 3, 172, Duden s. u. Aprikos; Son.: vgl. nschw. aprikos, Sb., Aprikose; nnorw. aprikos, M., Aprikose; nir. aibreog, Sb., Aprikose, Marille; lit. abrikosas, M., Aprikose; GB.: seit 1647 belegte und über das Neuniederländische und Französische aus dem Spanischen und Portugiesischen sowie mittelbar dem Arabischen und vielleicht dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und wohl aus Nordchina über Armenien nach Europa gelangten Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse mit einer wohlschmeckenden Steinfrucht in meist gelblicher samtiger Haut; BM.: frühreife Frucht; F.: Aprikose, Aprikosen+FW; Z.: Aprik-os-e
April, nhd., M., (12. Jh.): nhd. April; ne. april; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. aberelle, abrille, aprille, sw. M., st. M., April; mnd. Appril, April, M., April; mnl. aprille, april, apriël, aprel, M., April; ahd. abrello, sw. M. (n), April; as. -; anfrk. -; s. lat. Aprīlis, M., April, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *apero-, Adj., hintere, Pokorny 53?; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53? (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. April, Kluge s. u. April, EWD s. u. April, DW 1, 538, DW2 3, 172, EWAhd 1, 26, Duden s. u. April; Son.: vgl. ae. Aprelis, M., April; nndl. april, Sb., April; frz. avril, M., April; nschw. april, Sb., April; nnorw. april, M., April; russ. апрель (Aprel), M., April; kymr. Ebrill, M., April; nir. Aibreán, M., April; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Kalenders durch die Sumerer in Mesopotamien vor etwa 5000 Jahren möglichen vierten Monat (in dem so genannten julianischen und gregorianischen Kalender) zwischen März und Mai; BM.: hintere Stellung?; F.: April, Aprils, Aprile, Aprilen+FW; Z.: Ap-r-il
apropos, à propos, nhd., Partikel bzw. Redewendung, (17. Jh.): nhd. apropos, übrigens; ne. apropos; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1618 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. à propos; E.: s. à propos, Partikel, zur Sache, zum richtigen Zeitpunkt kommend; vgl. frz. à, Präp., von her, bi, mit; zusammengefallen aus lat. ad und ab; vgl. lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); frz. proposer, V., vornehmen, vorschlagen; frz. pro..., Präf., pro...; lat. prō, Präp., Adv., Präf., vor, für, über ... hinaus, im Angesicht; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. poser, V., stellen, legen; lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. apropos, EWD s. u. apropos, fehlt DW, DW2 3, 174, Duden s. u. apropos; Son.: vgl. nndl. apropos, Partikel, apropos, à propos; nschw. apropo, Partikel, apropos, à propos; nnorw. apropos, Partikel, apropos, à propos; poln. a propos, Partikel, apropos, à propos; GB.: seit 1618 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Partikel bzw. Redewendung für übrigens um auf ein anderes Thema überzugehen; BM.: Stellen in einem Raum; F.: apropos, à propos+FW; Z.: a-pro-po-s
Apsis, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Apsis, Apside, Altarnische; ne. absis, apse; Vw.: -; Hw.: s. Abseite; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. absīte (1), sw. F., Apsis; s. ahd. absida, absit, st. F. (ō)?, Apsis, Bahn eines Planeten; s. lat. apsis, F., Segment eines Kreises, Rundteil (23/24-79 n. Chr.); gr. ἅψις (hápsis), F., Berührung; vgl. gr. ἅπτομαι (háptomai), V., anfassen, berühren; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: EWD s. u. Apsis, fehlt DW, DW2 3, 174, Duden s. u. Apsis; Son.: vgl. nndl. apsis, Sb., Apsis; frz. abside, F., Apsis; nschw. absid, Sb., Apsis; nnorw. apsis M., Apsis; poln. apsyda, F., Apsis; lit. absidė, F., Absis; GB.: seit 10. Jh. (absida) beziehungsweise seit 1750 (Apsis) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten halbrunden an einen Hauptraum anschließenden und meist mit einer Halbkuppel überwölbten Raum (Altarnische); BM.: Rundteil; F.: Apsis, Apsiden+FW; Z.: Ap-s-is
aptieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. aptieren, anpassen; ne. adapt; Vw.: s. ad-; Hw.: -; Q.: 1524; I.: Lw. lat. aptāre; E.: s. lat. aptāre, V., anpassen, anfügen, passend machen, instandsetzen; lat. apiere, apere, V., anpassen; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. aptieren; Son.: v. a. in der Briefmarkenkunde verwendet; GB.: seit 1524 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches anpassen; BM.: anpassen; F.: aptieren, aptiere, aptierst, aptiert, aptierest, aptieret, aptierte, aptiertest, aptierten, aptiertet, aptiert, aptierte, aptiertes, aptiertem, aptierten, aptierter, aptierend, aptierend, aptierende, aptierendes, aptierendem, aptierenden, aptierender, aptier (!)+FW; Z.: ap-t-ier-en
Aquädukt, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Aquädukt, Wasserkanal, Wasserleitung; ne. aqueduct; Vw.: -; Hw.: s. Viadukt; Q.: 10. Jh. (Glosse); I.: Lw. mlat. aquaeductus; E.: s. mhd. aducht, āduht, eizuht, aytzucht, M., F., Röhre, Abzugsgraben, Wasserleitung, Zuflussgraben; mnd. āgetucht, F., Wasserzucht, Abzugsgraben, Wasserleitung; ahd. agedoht*, st. M. (a)?, st. F. (i)?, Röhre, Abzugsgraben; mlat. aquaeductus, M., Wassergraben, Rinne, Wasserleitung; vgl. lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; vgl. idg. idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: EWD s. u. Viadukt, EWAhd 1, 91, fehlt DW, Duden s. u. Aquaedukt; Son.: vgl. nndl. aquaduct, Sb., Aquädukt; frz. aqueduc, M., Aquädukt; nschw. akvedukt, Sb., Aquädukt; nnorw. akvedukt, M., Aquädukt; poln. akwedukt, M., Aquädukt; lit. akvedukas, M., Aquädukt; GB.: seit 10. Jh. als agedoht belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon in Ägypten und Mesopotamien des Altertums von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten (künstlichen) Wasserkanal; BM.: Wasser, ziehen; F.: Aquädukt, Aquäduktes, Aquädukts, Aquädukte, Aquädukten+FW; Z.: Aqu-ä—du-k-t
Aquamarin, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Aquamarin, ein Edelstein (hellblaues Silikatmineral; ne. aquamarine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Neubildung aus frz. aigue-marine, it. acquamarina; E.: s. lat. aqua, s. marīna; vgl. lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, im Meer befindlich, Meer betreffend; lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aquamarin, fehlt DW, EWD s. u. Aquamarin, DW2 3, 175, Duden s. u. Aquamarin; Son.: vgl. nndl. aquamarijn, Sb., Aquamarin; nschw. akvamarin, Sb., Aquamarin; nnorw. akvamarin, M., Aquamarin; poln. akwamaryn, M., Aquamarin; lit. akvamarinas, M., Aquamarin; GB.: seit 1733 belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen für das Lateinische neu gebildete und von dort aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches hellblaues auf allen Kontinenten vorhandenes Silikatmineral; BM.: Meerwasser wegen der Farbe; F.: Aquamarin, Aquamarins Aquamarine Aquamarinen+FW(+EW); Z.: Aqua-mar-in
Aquaplaning, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Aquaplaning, Wasserglätte; ne. aquaplaning; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. aquaplaning; E.: s. ne. aquaplaning, N., Aquaplaning, Wasserglätte; s. lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); ne. plane, V., gleiten; vgl. lat. plānus, Adj., platt, eben, flach, klar, deutlich; idg. *plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; s. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Aquaplaning, Duden s. u. Aquaplaning; Son.: vgl. nndl. akvaplaning, Sb., Aquaplaning; frz. aquaplaning, M., Aquaplaning; nschw. akvaplaning, Sb., Aquaplaning; nnorw. akvaplaning, M., Aquaplaning; poln. aquaplaning, M., Aquaplaning; GB.: seit um 1970 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung schnell fahrender Kraftfahrzeuge durch den Menschen mögliche Aufschwimmen des Reifens auf einem Wasserfilm einer glatten nassen Fahrbahn bei hoher Geschwindigkeit (Wasserglätte); BM.: Gleiten auf Wasser; F.: Aquaplaning, Aquaplanings+FW; Z.: Aqua-pla-n-ing
Aquarell, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Aquarell, mit wasserlöslichen und nicht deckenden Farben gemaltes Bild; ne. aquarelle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1786 (Goethe); I.: Lw. it. acquarella; E.: s. it. acquarella, F., Aquarell; vgl. lat. aquārius, Adj., zum Wasser gehörig, Wasser betreffend; lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Aquarell, EWD s. u. Aquarell, fehlt DW, DW2 3, 176, Duden s. u. Aquarell; Son.: vgl. nndl. aquarel, Sb., Aquarell; frz. aquarelle, F., Aquarell; nschw. akvarell, Sb., Aquarell; nnorw. akvarell, M., Aquarell; poln. akwarela, F., Aquarell; lit. akvarelė, F., Aquarell; GB.: seit 1786 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit mit wasserlöslichen und nicht deckenden Farben gemaltes Bild; BM.: vom Wasser; F.: Aquarell, Aquarells, Aquarelle, Aquarellen+FW; Z.: Aqua-r-ell
Aquarium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Aquarium, Wasserbecken; ne. aquarium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1701 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. aquarium; E.: s. ne. aquarium, N., Aquarium, Wasserbecken; lat. aquārium, N., Wasserbehälter, Zisterne, Wasserkrug, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. aquārius, Adj., zum Wasser gehörig, Wasser betreffend; lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Aquarium, EWD s. u. Aquarium, fehlt DW, DW2 3, 176, Duden s. u. Aquarium; Son.: vgl. nndl. aquarium, Sb., Aquarium; frz. aquarium, M., Aquarium; nschw. akvarium, Sb., Aquarium; nnorw. akvarium, N., Aquarium; poln. akwarium, N., Aquarium; kymr. acwariwm, M., Aquarium; lit. akvariumas, M., Aquarium; GB.: seit 1701 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Wasserbehälter (Wasserbecken) (aus Glas) zu einer Haltung von Wassertieren und Wasserpflanzen; BM.: vom Wasser; F.: Aquarium, Aquariums, Aquarien+FW; Z.: Aqua-r-i-um
...äquat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. ...äquat, angemessen, gleichwertig, gleich; ne. ...equate; Vw.: s. ad-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. aequātus; E.: s. mlat. aequātus, (Part. Prät.=)Adj., glatt, gleich, (2. Hälfte achtes. Jh.-neuntes Jh.); vgl. lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2), waagrecht; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; Son.: vgl. nndl. ...equaat, Suff., ...äquat; frz. ...équat, Suff., ...äquat; nnorw. ...ekvat, Suff., ...äquat; poln. ...ekwatny, Suff., ...äquat; lit. ...ekvatus, Suff., ...äquat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für angemessen oder gleichwertig oder gleich; BM.: gleich Gemachtes?; F.: ...äquat, ...äquate, ...äquates, ...äquatem, ...äquaten, ...äquater(, ...äquatere, ...äquateres, ...äquaterem, ...äquateren, ...äquaterer, ...äquateste, ...äquatestes, ...äquatestem, ...äquatesten, ...äquatester)+FW; Z.: -äqu-at
Äquator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Äquator, größter Breitenkreis der Erde; ne. equator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1543 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. aequātor?; E.: s. lat. aequātor?, M., Gleichmacher, Eicher; vgl. lat. aequāre, V., gleichmachen; lat. aequus, Adj., gleich, eben, flach, glatt; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: Kluge s. u. Äquator, fehlt DW, EWD s. u. Äquator, DW2 3, 176, Duden s. u. Äquator; Son.: vgl. nndl. equator, Sb., Äquator; frz. équateur, M., Äquator; nschw. ekvator, Sb., Äquator; nnorw. ekvator, M., Äquator; russ. экватор (ekwator), M., Äquator; lit. ekvatorius, M., Äquator; GB.: seit 1543 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung von aequator (aequare) sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche in der Vorstellung des Menschen möglichen größten Breitenkreis auf dessen Ebene (einer beliebigen Kugel) die Achse senkrecht steht; BM.: Gleichmacher von Tag und Nacht; F.: Äquator, Äquators+FW(+EW?); Z.: Äqu-at-or
Aquavit, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Aquavit, ein Branntwein; ne. aquavit, akvavit; Vw.: -; Hw.: s. Whisky; Q.: 1528 (Paracelsus); I.: Lw. mlat. aqua vitae; E.: s. mlat. aqua vitae, F., Lebenswasser; vgl. lat. aqua, F., Wasser, Gewässer; idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); lat. vīta, F., Leben, Lebenszeit, Lebensart, Lebensweise; lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Aquavit, DW2 3, 177, Duden s. u. Aquavit; Son.: vgl. nndl. aquavit, Sb., Aquavit; frz. aquavit, akvavit, M., Aquavit; nschw. akvavit, Sb., Aquavit; nnorw. akevitt, M., Aquavit; poln. aquavit, M., Aquavit; kymr. acwafit, M., Aquavit; lit. akvavitas, M., Aquavit; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit mit Gewürzen und Kräuterextrakten zubereiteten Branntwein; BM.: Wasser des Lebens bzw. Leben durch Wasser; F.: Aquavit, Aquavits, Aquavite, Aquaviten+FW(+EW); Z.: Aqua-vi-t
äqui..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. äqui..., gleich...; ne. equi...; Vw.: s. -valent; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?); I.: lat. Lw.; E.: s. lat. aequus, Adj., gleich, eben, flach, glatt; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: Kluge s. u. äqui..., fehlt DW; Son.: vgl. nndl. equi..., Präf., aequi...; frz. équi..., Präf., aequi...; nschwed. ekvi..., Präf., aequi...; nnorw. ekvi..., Präf., aequi...; poln. ekwi..., Präf., äqui...; lit. ekvi…, Adj., äquivalent; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliches gleich; BM.: Lage?; F.: äqui…+FW; Z.: äqu-i-
äquivalent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. äquivalent, gleichwertig; ne. equivalent (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Äquivalent, Äquivalenz; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. équivalent; E.: s. frz. équivalent, Adj., äquivalent, gleichwertig; mlat. aequivalēns, Adj., gleichwertig, (1192); vgl. lat. aequus, Adj., gleich, eben, flach, glatt; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; lat. valēns, (Part. Präs.=)Adj., kräftig, stark, nährend; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. äquivalent, EWD s. u. Äquivalent, fehlt DW, DW2 3, 178, Duden s. u. äquivalent; Son.: vgl. nndl. equivalent, Adj., äquivalent, gleichwertig; nschw. ekvivalent, Adj., äquivalent, gleichwertig; nnorw. ekvivalent, Adj., äquivalent, gleichwertig; poln. ekwiwwalentny, Adj., äquivalent; lit. ekvivalentiškas, Adj., äquivalent; GB.: vielleicht seit 1731 belegte und aus dem Französischen und Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches gleichwertig; BM.: gleichwertig; F.: äquivalent, äquivalente, äquivalentes, äquivalentem, äquivalenten, äquivalenter(, äquivalentere, äquivalenteres, äquivalenterem, äquivalenteren, äquivalenterer, äquivalenteste, äquivalentestes, äquivalentestem, äquivalentesten, äquivalentester)+FW(+EW); Z.: äqu-i-val-ent
Äquivalent, nhd., (Part. Präs.=)N., (17. Jh.): nhd. Äquivalent, Gegenwert, gleichwertiger Ersatz; ne. equivalent (N.); Vw.: -; Hw.: s. äquivalent, Äquivalenz; Q.: 1641; I.: Lw. mlat. aequivalēns; E.: s. mlat. aequivalēns, M., entsprechender Wert, Ersatz, Äquivalent; vgl. lat. aequivalēre, V., gleichwertig sein (V.), an Bedeutung entsprechen; lat. aequus, Adj., gleich, eben, flach, glatt; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. äquivalent, EWD s. u. Äquivalent, fehlt DW, Duden s. u. Äquivalent; Son.: vgl. nndl. equivalent, Sb., Äquivalent; frz. équivalent, M., Äquivalent; nschw. ekvivalent, Sb., Äquivalent; nnorw. ekvivalent, M., Äquivalent; poln. ekwiwalent, M., Äquivalent; lit. ekvivalentas, M., Äquivalent; GB.: seit 1641 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas in der Vorstellung des Menschen mögliches einem gleichen Wert Entsprechendes oder einen Gegenwert oder einen gleichwertigen Ersatz; BM.: gleichwertig; F.: Äquivalent, Äquivalents, Äquivalentes, Äquivalente, Äquivalenten+FW(+EW); Z.: Äqu-i-val-ent
Äquivalenz, nhd., (Part. Präs.=)F., (18. Jh.): nhd. Äquivalenz, Gleichwertigkeit; ne. equivalence; Vw.: -; Hw.: s. äquivalent, Äquivalent; Q.: 1789 (Wörterbuch); I.: Lw. mlat. aequivalentia; E.: s. mlat. aequivalentia, F., Gleichwertigkeit, entsprechender Wert, gleichwertiger Ersatz; vgl. lat. aequivalēre, V., gleichwertig sein (V.), an Bedeutung entsprechen; lat. aequus, Adj., gleich, eben, flach, glatt; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. äquivalent, EWD s. u. Äquivalent, fehlt DW, Duden s. u. Äquivalenz; Son.: vgl. frz. équivalence, F., Äquivalenz, Gleichwertigkeit; nschw. ekvivalens, Sb., Äquivalenz; nnorw. ekvivalens, M., Äquivalenz; poln. ekwiwalencja, F., Äquivalenz; lit. ekvivalentiškumas, M., Äquivalenz; GB.: seit 1789 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas in der Vorstellung des Menschen mögliches einem gleichen Wert Entsprechendes oder eine Gleichwertigkeit; BM.: gleichwertig; F.: Äquivalenz, Äquivalenzen+FW; Z.: Äqu-i-val-enz
Ar, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ar, ein Feldmaß; ne. are; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1868; I.: Lw. frz. are; E.: s. frz. are, F., Ar (Feldmaß); lat. ārea, F., freier Platz (M.) (1), freie Stelle, unbebauter Platz, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. ārēre, V., trocken sein (V.), dürr sein (V.), ausgetrocknet sein (V.); idg. *ā̆s-, *h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ar, Kluge s. u. Ar, EWD s. u. Ar, DW2 3, 178, Duden s. u. Ar; Son.: vgl. nndl. are, Sb., Ar (Feldmaß); nschw. ar, Sb., Ar (Feldmaß); nnorw. ar, N., Ar (Feldmaß); poln. ar, M., Ar (Feldmaß); Son.: vgl. lit. aras, M., Ar (Feldmaß); GB.: seit 1868 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein innerhalb des hundert Are umfassenden Hektars 1868 amtlich eingeführtes Flächenmaß von 10 mal 10 oder 100 Quadratmetern; BM.: von einer freien Landfläche; F.: Ar, Ars, Are, Aren+FW(+EW); Z.: Ar
...ar (1), ...är (1), nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ...ar, ...är; ne. ...ar; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. ...ārius; E.: s. lat. ...ārius, Suff. (Adj.), ...ar, ...är; L.: Kluge s. u. ...ar 1; Son.: nur Adjektive; s. illusionär, doktrinär, linear; vgl. nndl. ...air, Suff., ...ar, ...är; frz. ...aire, Suff., ...ar, ...är; nschw. ...är, Suff., ...ar, ...är; nnorw. ...ær, Suff., ...ar, ...är; poln. ...arny, Suff., ...ar, ...är; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums bzw. dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven; BM.: Zugehörigkeit; F.: ...ar, ...are, ...ares, ...arem, ...aren, ...arer, ...är, ...äre, ...äres, ...ärem, ...ären, ...ärer, +FW; Z.: -ar
...ar (2), ...är (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. ...ar, ...är; ne. ...ary; Vw.: -; Hw.: s. …ier, …arier; I.: Lw. lat. ...ārius; E.: s. lat. ...ārius, Suff. (M.), ...ar, ...är; L.: Kluge s. u. ...ar 2; Son.: nur M.; s. Bibliothekar, Revolutionär; vgl. nndl. ...air, Suff., ...ar, ...är; frz. ...aire, Suff., ...ar, ...är; nschw. ...arie, Suff., ...ar, ...är; nnorw. ...ar, Suff., ...ar, ...är; poln. ...arz, Suff., ...ar, ...är; GB.: seit um 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung maskuliner Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Zugehörigkeit; F.: ...ar, ...ars, ...ares, ...are, ...aren, ...är, ...ärs, ...äres, ...äre, ...ären+FW; Z.: -ar
...ar (3), nhd., N. (12. Jh.): nhd. ...ar; ne. ...ary; Vw.: -; Hw.: s. ...arium; I.: Lw. lat. ...ārium; E.: s. lat. ...ārium, Suff., ...ar; L.: Kluge s. u. ...ar 3; Son.: nur N.; s. Glossar, Mobiliar; vgl. nndl. ...air, Suff., ...ar; frz. ...aire, Suff., ...ar; nnorw. ...ar, Suff., ...ar; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung neutraler Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Zugehörigkeit; F.: ...ar, ...ars, ...ares, ...are, ...aren+FW; Z.: -ar
...är (1), nhd., Adj.: nhd. ...är; Vw.: s. ...ar (1)
…är (2), nhd., M..: nhd. …är; Vw.: s. ...ar (2)
Ara, nhd., M., (16./17. Jh.?): nhd. Ara, ein großer Papagei; ne. macaw, ara; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16./17. Jh.?; I.: Lw. frz. ara; E.: s. frz. ara, M., Ara; von tupi ara, arara; lautmalend nach dem Ruf der Tiere; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ara; Son.: vgl. nndl. ara, Sb., Ara; nschw. ara, Sb., Ara; nnorw. ara, M., Ara; poln. ara, M., Ara; lit. aras, M., Ara; GB.: vielleicht seit 16./17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Tupi aufgenommene sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen vor allem in den Wäldern Mittelamerikas lebenden in Baumhöhlen nistenden großen sehr bunten Papagei mit langem Schwanz; BM.: lautmalend; F.: Ara, Aras+FW; Z.: Ara
Ära, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ära, Zeitabschnitt, Epoche; ne. era; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1653 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. aera; E.: s. lat. aera, F., Posten einer Rechnung, Zeitabschnitt, Epoche, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. aes, N., Erz, Kupfer, Kupfererz, Bronze; idg. *ai̯os-, *ai̯es-, *h₂ai̯es-, Sb., Metall, Kupfer, Bronze, Pokorny 15 (36/36) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ.); vgl. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge s. u. Ära, EWD s. u. Ära, fehlt DW, DW2 3, 178, Duden s. u. Ära; Son.: vgl. nndl. era, Sb., Ära; frz. ère, F., Ära; nschw. era, Sb., Ära; nnorw. æra, M., Ära; poln. era, F., Ära; lit. era, F., Ära; GB.: seit 1653 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit in der Vorstellung von Menschen möglichen von etwas oder jemandem geprägten Zeitabschnitt; BM.: Zeitdauer einer Währung; F.: Ära, Ären+FW; Z.: Är-a
Araber, nhd., M. (19. Jh.?): nhd. Araber (M.) (1), Araber (M.) (2), Araberpferd; ne. Arab (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: von dem ON Arabien, dieses von den Einwohnern Araber, s. lat. Arabs, M., Araber (M. Pl.) (1); gr. Ἄραβες (Arabes), M. Pl., Araber (M. Pl.) (1); aus einer semit. Sprache; L.: fehlt DW, Duden s. u. Araber; Son.: vgl. nndl. arabier, Sb., Araber (M.) (2); frz. arabe, M., Araber (M.) (2); nschw. araber, M., Araber (M.) (2); nnorw. araber, M., Araber (M.) (2); kymr. arabfarch, M., Araber (M.) (2); lit. arabų arkliai, M. Pl., Araber (M. Pl.) (2); GB.: vielleicht seit 1804 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie einer semitischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in Arabien lebenden Menschen und auch ein Pferd von einer bestimmten von der arabischen Halbinsel stammenden Rasse; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Araber, Arabers, Arabern+FW(+EW); Z.: Arab-er
Arabeske, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Arabeske, phantastische Verzierung; ne. arabesque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716 (Lexikon); I.: Lw. frz. arabesque; E.: s. frz. arabesque, F., Arabeske; vgl. frz. arabesque, Adj., arabisch; it. arabesco, Adj., arabisch, in arabischen Stil seiend; vgl. lat. Arabs, M., Araber; gr. Ἄραβες (Arabes), M. Pl., Araber; aus einer semit. Sprache; L.: Kluge s. u. Arabeske, fehlt DW, DW2 3, 3 (Arabeske), Duden s. u. Arabeske; Son.: vgl. nndl. arabesk, Sb., Arabeske; nschw. arabesk, Sb., Arabeske; nnorw. arabesk, M., Arabeske; nir. arabascach, Sb., Arabeske; nir. arabesque, Sb., Arabeske; poln. arabeska, F., Arabeske; lit. arabeska, F., Arabeske; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und dem Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verzierung deren Muster aus Blumen oder Ranken gebildet ist; BM.: den Verzierungen der Araber nachgebildet; F.: Arabeske, Arabesken+FW; Z.: Arabes-k-e
Ärar, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Ärar, Staatsschatz, Staatsvermögen; ne. state property; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1596; I.: Lw. lat. aerārium; E.: s. lat. aerārium, N., Schatzkammer, Schatzhaus, Staatskasse, Fiskus, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. aes, N., Erz, Kupfer, Kupfererz, Bronze; idg. *ai̯os-, *ai̯es-, *h₂ai̯es-, Sb., Metall, Kupfer, Bronze, Pokorny 15 (36/36) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ.); vgl. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: fehlt DW, DW2 3, 180, Duden s. u. Ärar; GB.: seit um 1596 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete inzwischen veraltete und sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Staatsschatz oder das Staatsvermögen; BM.: Erz bzw. Metall; F.: Ärar, Ärars, Ärare, Äraren+FW(+EW); Z.: Ä-r-ar
Arbeit, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Arbeit, Tätigkeit, Werk; ne. work (N.), labour (N.); Vw.: Musiv-, Sisyphus-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. arbeit, arebeit, st. F., st. N., st. M., Arbeit, Arbeitsleistung, Mühe, Bemühung; mnd. arbêt, arbeit, M., N., F.?, Arbeit, Mühe; mnl. arbeit, M., Arbeit; ahd. arbeit, st. F. (i), Mühsal; ahd. arbeiti, st. N. (ja), Mühsal, Mühe, Last, Not, Arbeit; ahd. arbeita*, st. F. (ō), Mühsal, Tun; as. arvêd*, arvid*, st. F. (i), Arbeit, Mühsal; anfrk. arbeit, arvit*, arbeiti*, st. M. (a?, i?), st. F. (i), „Arbeit“, Mühsal, Mühe, Leid; germ. *arbaiti-, *arbaitiz, *arbaidi-, *arbaidiz, st. F. (i), Mühe Beschwernis, Arbeit; Mühe, Last, Anstrengung; germ. *arbaiþi-, *arbaiþiz, *arbaidi-, *arbaidiz, st. F. (i), Mühe, Beschwernis; germ. *arbaitja-, *arbaitjam, *arbaidja-, *arbaidjam, st. N. (a), Mühe, Beschwernis, Arbeit; s. idg. *orbʰo-, h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781 (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Arbeit, Kluge s. u. Arbeit, EWD s. u. Arbeit, DW 1, 538, DW2 3, 180, EWAhd 1, 313, Duden s. u. Arbeit, Falk/Torp 19, Bluhme s. u. Arbeit; Son.: vgl. afries. arbêd, arbeid, st. N. (a), Arbeit, Anstrengung, Werk; ae. earfoþe, earfoþ, st. N. (ja), Mühe, Arbeit, Beschwerde, Leid; an. erfiði, st. N. (ja), Mühe, Arbeit; got. arbaiþs, st. F. (i), Arbeit, Drangsal, Hemmung, Bedrängnis; nndl. arbeit, Sb., Arbeit; nschw. arbeite, N., Arbeit; nnorw. arbeid, N., Arbeit; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen und ihr Ergebnis unter zunehmender Berücksichtigung der Arbeitsteilung und der unselbständigen entgeltlichen Tätigkeit von Arbeitnehmern für einen Arbeitgeber; BM.: Mühe; F.: Arbeit, Arbeiten+EW; Z.: Arb-eit
$arbeiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. arbeiten; E.: s. Arbeit, s. en; L.: Kluge s. u. Arbeit, EWD s. u. Arbeit, DW 1, 541; GB.: um 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus Arbeit und en (arbeiten) bzw. ōn (arbeitōn*) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sich mühen oder sich plagen oder anbauen oder bedrängen unter zunehmender Berücksichtigung der Arbeitsteilung und der unselbständigen entgeltlichen Tätigkeit als Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber; F.: arbeiten (!), arbeite (!), arbeitest, arbeitet, arbeitete, arbeitetest, arbeiteten, arbeitetet, gearbeitet, ##gearbeitet, gearbeitete, gearbeitetes, gearbeitetem, gearbeiteten, gearbeiteter##, arbeitend, ###arbeitend, arbeitende, arbeitendes, arbeitendem, arbeitenden, arbeitender###, arbeit (!)+EW; Z.: arb-eit-en
$Arbeiter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Arbeiter; Vw.: s. Akkord-, Berg-, Gips-, Lohn-, Mit-, Sachbe-; E.: s. arbeit(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Arbeit, EWD s. u. Arbeiter, DW 1, 543; GB.: um 1261 belegte und aus arbeit(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Arbeitenden unter zunehmender Berücksichtigung der Arbeitsteilung und der unselbständigen entgeltlichen Tätigkeit als Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber; F.: Arbeiter, Arbeiters, Arbeitern+EW; Z.: Arb-eit-er
$Arbeiterbewegung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Arbeiterbewegung; Q.: 1840-1850; I.: Lüs. ne. working-men’s movement; E.: s. Arbeiter, s. Bewegung; L.: EWD s. u. Arbeiter, DW 1, 543; GB.: seit 1840-1850 belegte und nach dem Vorbild des Neuenglischen aus Arbeiter (working men) und Bewegung (movement) gebildete Bezeichnung für eine die Interessen der Arbeiter gegenüber den Arbeitgebern fördernde gesellschaftliche Bewegung; F.: Arbeiterbewegung, Arbeiterbewegungen+EW; Z.: Arb-eit-er—be—weg-ung
$Arbeiterklasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Arbeiterklasse; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Arbeiter, s. Klasse; L.: EWD s. u. Arbeiter, fehlt DW; GB.: seit um 1800 belegte und aus Arbeiter und Klasse gebildete Bezeichnung für die Klasse der Arbeiter oder die Arbeiterschaft oder die Gesamtheit der Arbeiter oder Arbeitnehmer; F.: Arbeiterklasse, Arbeiterklassen+EW+FW; Z.: Arb-eit-er—kla-ss-e
$Arbeiterpartei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Arbeiterpartei; E.: s. Arbeiter, s. Partei; L.: EWD s. u. Arbeiter, fehlt DW; GB.: seit 1848 belegte und aus Arbeiter und Partei gebildete Bezeichnung für die Partei der Arbeiter; F.: Arbeiterpartei, Arbeiterparteien+EW+FW; Z.: Arb-eit-er—par-t-ei
$arbeitsam, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. arbeitsam, mühsam, beschwerlich; E.: s. Arbeit, s. sam; L.: Kluge s. u. Arbeit, EWD s. u. Arbeit, DW 1, 543; GB.: um 765 belegte und aus Arbeit und sam gebildete Bezeichnung für mühsam oder beschwerlich; F.: arbeitsam, arbeitsame, arbeitsames, arbeitsamem, arbeitsamen, arbeitsamer(, arbeitsamere, arbeitsameres, arbeitsamerem, arbeitsameren, arbeitsamerer, arbeitsamst, arbeitsamste, arbeitsamstes, arbeitsamstem, arbeitsamsten, arbeitsamster)+EW; Z.: arb-eit—sam
$arbeitslos, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. arbeitslos, arbeitsfrei, untätig, müßig; E.: s. Arbeit, s. s, s. los; L.: Kluge s. u. Arbeit, EWD s. u. Arbeit, DW 1, 545; GB.: seit 1522 belegte und aus Arbeit und s sowie los gebildete Bezeichnung für arbeitsfrei oder untätig oder müßig oder zunehmend ungewollt ohne fremdbestimmte entgeltliche Tätigkeit für einen Arbeitgeber lebend; F.: arbeitslos, arbeitslose, arbeitsloses, arbeitslosem, arbeitslosen, arbeitsloser+EW; Z.: arb-eit-s—lo-s
$Arbeitslosigkeit, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Arbeitslosigkeit; L.: EWD s. u. Arbeit, fehlt DW; E.: seit 1797 belegte und aus arbeitslos und ig sowie keit (heit) gebildete Bezeichnung für ungewolltes Fehlen einer fremdbestimmten entgeltlichen Tätigkeit (eines Arbeitnehmers) für einen Arbeitgeber; F.: Arbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeiten+EW; Z.: Arb-eit-s—lo-s-ig-kei-t
$Arbeitsteilung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Arbeitsteilung; Q.: 1828?; I.: Lüs. ne. division of labour; E.: s. Arbeit, s. s, s. Teilung; L.: EWD s. u. Arbeit, fehlt DW; GB.: seit 1828 (?) belegte und nach ne. division of labour aus Arbeit und s sowie Teilung gebildete und insbesondere von Adam Smith (Kirkcaldy 1723-Edinburgh 1790) theoretisch vorbereitete Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen entwickelte Verschiedenheit seiner Tätigkeit zwecks Sicherung seines Seins gemäß seinen Anlagen und den sonstigen ihn einschließenden gesellschaftlichen Gegebenheiten; F.: Arbeitsteilung, Arbeitsteilungen+EW; Z.: Arb-eit-s—tei-l-ung
arbiträr, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. arbiträr, dem Ermessen überlassen (Adj.), willkürlich; ne. arbitrary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1624?; I.: Lw. frz. arbitraire; E.: s. frz. arbitraire, Adj., willkürlich; lat. arbitrārius, Adj., schiedsrichterlich, auf Willkür beruhend, willkürlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. arbiter, M., Zeuge, Augenzeuge, Gewährsmann, Mitwisser; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. baetere, V., schreiten, gehen; weitere Herkunft unklar, Walde/Hofmann 1, 92; L.: Kluge s. u. arbiträr, fehlt DW, DW2 3, 226, Duden s. u. arbiträr; Son.: vgl. nndl. arbitrair, Adj., arbiträr; nnorw. arbitrær, Adj., arbiträr; GB.: vielleicht seit 1624 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Ermessen überlassen (Adj.); BM.: ?; F.: arbiträr, arbiträre, arbiträres, arbiträrem, arbiträren, arbiträrer+FW; Z.: ar-bit-r-är
...arch, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. ...arch; ne. ...arch; Vw.: -; Hw.: s. archi..., ...archie, ...archist; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἄρχειν (árchein), V., Erster sein (V.), herrschen; weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. ...arch, fehlt DW; Son.: s. Oligarch, Patriarch; vgl. nndl. ...arch, Suff., ...arch; frz. ...arche, Suff., ...arch; nschw. ...ark, Suff., ...arch; nnorw. ...ark, Suff., ...arch; poln. ...archa, Suff., ...arch; lit. ...archas, Suff., ...arch; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Führenden oder Herrschenden; BM.: Herrscher; F.: …arch, …archen+FW; Z.: -arch
archaisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. archaisch, altertümlich; ne. archaic; Vw.: -; Hw.: s. Archaismus; Q.: 1843?; I.: Lw. lat. archaicus; E.: s. lat. archaicus, Adj., altertümlich, (um 500 n. Chr.); s. gr. ἀρχαίκος (archaíkos), Adj., altertümlich; vgl. gr. ἀρχαῖος (archaios), Adj., alt, anfänglich; gr. ἀρχή (archḗ), F., Anfang, Beginn; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. archaisch, EWD s. u. Archaismus, fehlt DW, DW2 3, 226, Duden s. u. archaisch; Son.: vgl. nndl. archaïsch, Adj., archaisch; frz. archaïque, Adj., archaisch; nschw. arkaisk, Adj., archaisch; nnorw. arkaisk, Adj., archaisch; poln. archaiczny, Adj., archaisch; lit. archajiškas, Adj., archaisch; GB.: vielleicht seit 1843 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches altertümlich; BM.: an einem Anfang stehend; F.: archaisch, archaische, archaisches, archaischem, archaischen, archaischer(, archaischere, archaischeres, archaischerem, archaischeren, archaischerer, archaischste, archaischstes, archaischstem, archaischsten, archaischster)+FW(+EW); Z.: arch-a-isch
Archaismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Archaismus, Altertümlichkeit; ne. archaism; Vw.: -; Hw.: s. archaisch; Q.: 1651; I.: Lw. gr. ἀρχαισμός (archaismós); E.: s. ἀρχαισμός (archaismós), M., Altertümlichkeit; vgl. gr. ἀρχαίζειν (archaízein), V., altertümlich sein (V.); gr. ἀρχή (archḗ), F., Anfang, Beginn; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. archaisch, EWD s. u. Archaismus, fehlt DW, DW2 3, 227, Duden s. u. Archaismus; Son.: vgl. nndl. archaïsme, Sb., Archaismus; frz. archaïsme, M., Archaismus; nnorw. arkaism, Sb., Archaismus; nnorw. arkaisme, M., Archaismus; poln. archaizm, M., Archaismus; lit. archaizmas, M., Archaismus; GB.: seit 1651 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Altertümlichkeit; BM.: an dem Anfang stehend; F.: Archaismus, Archaismen+FW; Z.: Arch-a-ism-us
$archaistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. archaistisch, altertümelnd; Q.: 1819?; E.: s. archa(isch), s. ist, s. isch; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1819 belegte und aus archa(isch) und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches altertümelnd; F.: archaistisch, archaistische, archaistisches, archaistischem, archaistischen, archaistischer(, archaistischere, archaistischeres, archaistischerem, archaistischeren, archaistischerer, archaistischst, archaistischste, archaistischstes, archaistischstem, archaistischsten, archaistischster)+FW+EW; Z.: arch-a-ist-isch
Archäologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Archäologe, Altertumskundler, Altertumsforscher; ne. archaeologist; Vw.: -; Hw.: s. Archäologie, archäologisch; Q.: 1772 (Goethe); I.: Lw. gr. ἀρχαιολόγος (archaiológos); E.: s. gr. ἀρχαιολόγος (archaiológos), M., Antiquar, Altertumsforscher; vgl. gr. ἀρχαῖος (archaios), Adj., alt, ehemalig, anfänglich; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Archäologie, EWD s. u. Archaismus, fehlt DW, DW2 3, 228, Duden s. u. Archäologe; Son.: vgl. nndl. archeoloog, Sb., Archäologe; frz. archéologue, M., Archäologe; nschw. arkeolog, Sb., Archäologe; nnorw. arkeolog, M., Archäologe; poln. archeolog, M., Archäologe; kymr. archeolegwr, archeolegydd, M., Archäologe; lit. archeologas, M., Archäologe; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Altertumskundler der mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit (und des Lebens) zu erforschen versucht; BM.: Kundiger von dem Anfang; F.: Archäologe, Archäologen+FW; Z.: Arch-äp-log-e
Archäologie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Archäologie, Altertumskunde, Lehre von alten Gegebenheiten; ne. archaeology, archeology; Vw.: -; Hw.: s. Archäologe, archäologisch; Q.: 1767?; I.: Lw. gr. ἀρχαιολογία (archaiología; E.: s. gr. ἀρχαιολογία (archaiología), F., Erzählung aus der alten Geschichte; vgl. gr. ἀρχαῖος (archaios), Adj., alt, ehemalig, anfänglich; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Archäologie, EWD s. u. Archaismus, fehlt DW, DW2 3, 228, Duden s. u. Archäologie; Son.: vgl. mhd. archelīe, st. F., Archäologie; vgl. nndl. archeologie, Sb., Archäologie; frz. archéologie, F., Archäologie; nschw. arkeologie, Sb., Archäologie; nnorw. arkeologie, M., Archäologie; poln. archeologia, F., Archäologie; kymr. archaeoleg, M., Archäologie; lit. archeologija, F., Archäologie; GB.: vielleicht 1767 belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Schrift mögliche Betrachtung der Vergangenheit bzw. später die Wissenschaft die mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit zu erforschen versucht; BM.: Kunde (F.) vom Anfang; F.: Archäologie, Archäologien+FW+EW; Z.: Arch-äo-log-ie
archäologisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. archäologisch, Archäologie betreffend, Altertumskunde betreffend; ne. archaeological; Vw.: -; Hw.: s. Archäologe, Archäologie; Q.: 1765 (Herder); I.: Lw. gr. ἀρχαιολογικός (archaiologikós); E.: s. gr. ἀρχαιολογικός (archaiologikós), Adj., in der Altertumswissenschaft bewandert; vgl. gr. ἀρχαῖος (archaios), Adj., alt, ehemalig, anfänglich; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Archäologie, EWD s. u. archäologisch, fehlt DW, DW2 3, 228, Duden s. u. archäologisch; Son.: vgl. nndl. archeologisch, Adj., archäologisch; frz. archéologique, Adj., archäologisch; nschw. arkeologisk, Adj., archäologisch; nnorw. arkeologisk, Adj., archäologisch; poln. archeologiczny, Adj., archäologisch; kymr. archeolegol, Adj., archäologisch; lit. archeologinis, Adj., archäologisch; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Schrift mögliches an der Vergangenheit interessiert bzw. mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit zu erforschen versuchend; BM.: Kunde (F.) von dem Anfang; F.: archäologisch, archäologische, archäologisches, archäologischem, archäologischen, archäologischer+FW+EW; Z.: arch-äo-log-isch
Arche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Arche, Rettungsboot Noahs; ne. ark; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 805; E.: mhd. arke (1), arc, arche, arch, st. F., sw. F., Arche, Vorrichtung zur Uferbefestigung, Fahrzeug, Kiste; mnd. arke, F., Arche, Gefäß, Schrein, Kasten (M.), Sarg; mnl. arke, F., Arche, Kiste; ahd. arka*, arca*, archa, st. F. (ō), Arche, Schrein, Lade; as. -; anfrk. -; germ. arkō, st. F. (ō), Kiste, Kasten (M.); lat. arca, F., Kasten (M.), Kiste, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); vgl. idg. areg-, V., verschließen, Pokorny 64 (104/104) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Arche, Kluge s. u. Arche, EWD s. u. Arche, DW 1, 545, DW2 3, 299, EWAhd 1, 330, Duden s. u. Arche, Bluhme s. u. Arche; Son.: vgl. afries. arke?, st. F. (ō), Arche; afries. erke, st. F. (ō), Truhe; nnordfries. erk, ihrk; ae. earc, arc, earc-, st. F. (ō), sw. F. (n), Arche, Kiste, Kasten (M.); an. arka (1), F., Kiste; an. ǫrk, st. F. (ō), Kiste, Lade; got. arka, st. F. (ō), Arche, Kasten (M.), Futteral, Beutel (F.) (1); nndl. ark, arke, Sb., Arche; frz. arche, F., Arche; nschw. ark, Sb., Arche; nnorw. ark, M., Arche; poln. arka, F., Arche; nir. áirk, Sb., Arche; finn. arkku, Sb., Arche; lit. arka, F., Arche; GB.: (arka) seit um 805 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes schiffähnliches kastenförmiges Wasserfahrzeug; BM.: verschließen; F.: Arche, Archen+FW; Z.: Arch-e
archi..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. archi..., Archi..., Erz...; ne. arch...; Vw.: s. -pel, -tekt, -tektonik, -tektonisch, -tektur, -trav; Hw.: s. ...arch; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. archi..., Kytzler/Redemund/Eberl 1066, fehlt DW; Son.: s. Erzbischof, Erzengel, Archidiakon; vgl. nndl. aarts..., Präf., Präf., Erz...; frz. archi..., arche..., Präf., Präf., Erz...; nschw. ärke..., Präf., Präf., Erz...; nnorw. erke..., Präf., Erz...; kymr. arch..., Präf., Erz...; poln. arcy..., Präf., Präf., Erz...; lit. archi…, Präf., archi…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für einen Vorrang; BM.: Anfang; F.: archi…+FW; Z.: arch-i-
...archie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...archie, Herrschaft; ne. ...archy; Vw.: s. An-, Hier-, Mon-, Olig-; Hw.: s. ...arch, ...archie; I.: Lw. gr. ...αρχία (archía); E.: s. gr. ...αρχία (archía), Suff., ...archie; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1066; Son.: vgl. nndl. ...archie, Suff., ...archie; frz. ...archie, Suff., ...archie; nschw. ...arki, Suff., ...archie; nnorw. ...arki, N Suff., ...archie; poln. ...archia, Suff., ...archie; kymr. ...archiaeth, Suff., ...archie; nir. ...arcacht, Suff., ...archie; lit. ...archija, Suff., ...archie; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unklare Bezeichnung für eine seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Herrschaft von Menschen über Menschen; BM.: vorangehen; F.: ...archie, ...archien+FW; Z.: -arch-ie
Archipel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Archipel, größere Inselgruppe; ne. archipelago; Vw.: -; Hw.: s. Archipelagus; Q.: 1508 (Wörterbuch); I.: Lw. it. arcipelago; E.: s. it. arcipelago, M., Archipel; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; it. pelago, M., Gewässer; lat. pelagus, N., Meer, See (F.), (220-130 v. Chr.); s. gr. πέλαγος (pélagos), N., Meer, See (F.); vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Archipel, EWD s. u. Archipel, fehlt DW, DW2 3, 231, Duden s. u. Archipel; Son.: vgl. nndl. archipel, Sb., Archipel; frz. archipel, M., Archipel; nschw. arkipelag, Sb., Archipel; nnorw. arkipel, N., Archipel; poln. archipelag, M., Archipel; lit. archipelagas, M., Archipel; GB.: seit 1508 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft teilweise unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine größere Inselgruppe und dem Gewässer dazwischen; BM.: erste, breit; F.: Archipel, Archipels, Archipele, Archipelen+FW(+EW); Z.: Arch-i-pel
$Archipelagus, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Archipelagus; E.: s. Archipel; L.: Kluge s. u. Archipelagus, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine größere Inselgruppe und dem Gewässer dazwischen; F.: Archipelagus+FW; Z.: Arch-i-pel-ag-us
...archist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. ...archist, Anhänger einer Herrschaft; ne. ...archist; Vw.: s. An-; Hw.: s. ...arch, ...archie; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1066; Son.: vgl. nschw. ...arkist, Suff., ...archist; nnorw. ...arkist, Suff., ...archist; poln. archista, Suff., ...archist; kymr. archydd, Suff., ...archist; lit. archistas, Suff., ...archist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Herrschaft; BM.: Herrschaft; F.: ...archist, ...archisten+FW(+EW); Z.: -arch-ist
Architekt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Architekt, Baumeister; ne. architect; Vw.: -; Hw.: s. Architektonik, architektonisch, Architektur; Q.: 1548; I.: Lw. lat. architectus; E.: s. lat. architectus, M., Baumeister, Baukünstler, Begründer, Urheber, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. ἀρχιτέκτων (architéktōn), M., Baumeister, Leiter (M.) eines Unternehmens, Anstifter; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister, Künstler; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Architekt, EWD s. u. Architekt, fehlt DW, DW2 3, 232, Duden s. u. Architekt; Son.: vgl. nndl. architect, M., Architekt; frz. architecte, M., Architekt; nschw. arkitekt, M., Architekt; nnorw. arkitekt, M., Architekt; poln. architekt, M., Architekt; lit. architektas, M., Architekt; GB.: seit 1548 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen mit der technischen und wirtschaftlichen Planung und der Errichtung eines Gebäudes befassten Menschen oder einen Baumeister; BM.: erster Zimmermann; F.: Architekt, Architekten+FW; Z.: Arch-i-tekt
Architektonik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Architektonik, Lehre oder Kunst oder Wissenschaft von dem Bauen; ne. architectonics; Vw.: -; Hw.: s. Architekt, architektonisch, Architektur; Q.: 1635; I.: Lw. lat. architectonica, architectonicē; E.: s. lat. architectonica, architectonicē, F., Baukunst, Architektur; gr. ἀρχιτεκτονική (τέχνη) (architektonikḗ [téchnē]), F., Baukunst, Architektur; gr. ἀρχιτεκτονικός (architektonikós), Adj., baumeisterlich, zur Baukunst gehörig; vgl. gr. ἀρχιτέκτων (architéktōn), M., Baumeister, Leiter (M.) eines Unternehmens, Anstifter; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister, Künstler; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Architekt, fehlt DW, DW2 3, 232, Duden s. u. Architektonik; GB.: seit 1635 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelte und verwendete Lehre oder Kunst oder Wissenschaft von dem Bauen; BM.: erster Zimmermann; F.: Architektonik+FW(+EW?); Z.: Arch-i-tekt-on-ik
architektonisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. architektonisch, Baukunst betreffend; ne. architectural, architectonic; Vw.: -; Hw.: s. Architekt, Architektonik, Architektur; Q.: 1548 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. architectonicus; E.: s. lat. architectonicus, Adj., zur höheren Baukunst gehörig, architektonisch, Bau...; gr. ἀρχιτεκτονικός (architektonikós), Adj., baumeisterlich, zur Baukunst gehörig; vgl. gr. ἀρχιτέκτων (architéktōn), M., Baumeister, Leiter (M.) eines Unternehmens, Anstifter; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister, Künstler; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Architekt, EWD s. u. Architekt, fehlt DW, DW2 3, 232, Duden s. u. architektonisch; Son.: vgl. nndl. architektonisch, architectonisch, Adj., architektonisch; frz. architectonique, Adj., architektonisch; nnorw. architektonisk, Adj., architektonisch; poln. architektoniczny, Adj., architektonisch; lit. architektūros, Adj., architektonisch; lit. architektūrinis, Adj., architektonisch; GB.: seit 1548 belegte und aus Architekt und on sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes Bauen betreffend; BM.: erster Zimmermann; F.: architektonisch, architektonische, architektonisches, architektonischem, architektonischen, architektonischer+FW(+EW); Z.: arch-i-tekt-on-isch
Architektur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Architektur, Baukunst; ne. architecture; Vw.: -; Hw.: s. Architekt, Architektonik, architektonisch; Q.: 1511; I.: Lw. lat. architectūra; E.: s. lat. architectūra, F., Baukunst, Architektur, Bauwesen, Bauhandwerk, Baustelle, Bau, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. architectus, M., Baumeister, Baukünstler, Begründer, Urheber, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. ἀρχιτέκτων (architéktōn), M., Baumeister, Leiter (M.) eines Unternehmens, Anstifter; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister, Künstler; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Architekt, EWD s. u. Architekt, fehlt DW, DW2 3, 233, Duden s. u. Architektur; Son.: vgl. nndl. architectuur, Sb., Architektur; frz. architecture, F., Architektur; nschw. architektur, Sb., Architektur; nnorw. architektur, M., Architektur; poln. architektura, F., Architektur; lit. architektūra, F., Architektur; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelte und verwendete Lehre oder Kunst oder Wissenschaft des Bauens; BM.: erster Zimmermann; F.: Architektur, Architekturen+FW; Z.: Arch-i-tekt-ur
Architrav, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Architrav, Säulen verbindender Tragbalken; ne. architrave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1588 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, anfangen, Erster sein (V.); Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; lat. trabs, F., Balken, Baumstamm, Baum, Knittel; vgl. idg. *trē̆b-, *trōb-, *trₑb-, Sb., Balken, Gebäude, Wohnung, Pokorny 1090 (1886/63) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 1, 545 (Architrab), DW2 3, 233, Duden s. u. Architrav; Son.: nndl. architraaf, Sb., Architrav; frz. architrave, F., Architrav; nschw. architrav, Sb., Architrav; nnorw. architrav, M., Architrav; kymr. archdraf, M., Architrav; poln. architraw, M.?, Architrav; lett. arhitrāvs, Sb., Architrav; GB.: seit 1588 belegte und teilweise mit dem Griechischen und Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Säulen verbindenden Tragbalken in der antiken Baukunst; BM.: oberste, Balken; F.: Architrav, Architravs, Architrave, Architraven+FW; Z.: Arch-i-tra-v
Archiv, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Archiv, Sammlung von Schriftstücken, Aufbewahrungsort für Schriftstücke; ne. archive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1465; E.: s. lat. archīum, N., Archiv, (43/44 n. Chr.); s. gr. ἀρχεῖον (archeion), N., Amtsgebäude, Amtslokal; vgl. gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Archiv, EWD s. u. Archiv, fehlt DW, Duden s. u. Archiv; Son.: vgl. nndl. archief, Sb., Archiv; frz. archive, M., Archiv; nschw. arkiv, Sb., Archiv; nnorw. arkiv, N., Archiv; poln. archiwum, N.?, Archiv; kymr. archif, M., F., Archiv; lit. archyvas, M., Archiv; GB.: seit 1465 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift möglichen Aufbewahrungsort für Urkunden oder Dokumente oder Schriftstücke; BM.: erstes?; F.: Archiv, Archives, Archivs, Archive, Archiven+FW(+EW); Z.: Arch-iv
$archivalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. archivalisch, Archiv betreffend, urkundlich; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Archiv, s. al, s. isch; L.: EWD s. u. Archiv, fehlt DW; GB.: seit 1783 belegte und aus Archiv und al sowie isch gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Schrift mögliches Archiv betreffend oder urkundlich; F.: archivalisch, archivalische, archivalisches, archivalischem, archivalischen, archivalischer+FW+EW; Z.: arch-iv-al-isch
$Archivar, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Archivar, Betreuer eines Archivs oder aufbewahrten Gutes; E.: s. Archiv, s. ar (Suff.); L.: Kluge s. u. Archiv, EWD s. u. Archiv, fehlt DW; GB.: seit 1639 belegte und aus Archiv und ar (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift möglichen Betreuer eines Archivs; F.: Archivar, Archivars, Archivares, Archivare, Archivaren+FW; Z.: Arch-iv-ar
archivieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. archivieren, an einem möglichst sicheren Ort aufbewahren; ne. archive (V.), file (V.); Vw.: -; Hw.: s. Archiv; Q.: 1851; I.: Lw. mlat. archivāre; E.: s. mlat. archivāre, V., in ein Archiv geben, archivieren; lat. archīum, N., Archiv, (43/44 n. Chr.); s. gr. ἀρχεῖον (archeion), N., Amtsgebäude, Amtslokal; vgl. gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, Erster sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Archiv, EWD s. u. Archiv, fehlt DW,DW2 3, 234, Duden s. u. archivieren; Son.: vgl. frz. archiver, V., archivieren; nschw. arkivera, V., archivieren; nnorw. arkivere, V., archivieren; poln. archiwizować, V., archivieren; kymr. archifo, V., archivieren; lit. archyvuoti, V., archivieren; GB.: seit 1851 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Archiv verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schrift mögliches an einem möglichst sicheren Ort aufbewahren; BM.: erstes?; F.: archivieren, archiviere, archivierst, archiviert, archivierest, archivieret, archivierte, archiviertest, archivierten, archiviertet, ##archiviert, archivierte, archiviertes, archiviertem, archivierten, archivierter##, archivierend, ###archivierend, archivierende, archivierendes, archivierendem, archivierenden, archivierender###, archivier(!)+FW+EW; Z.: arch-iv-ier-en
Areal, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Areal, Bereich, Gebiet, Fläche; ne. area; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1777; I.: Lw. mlat. āreālis; E.: s. mlat. āreālis, F., M., städtisches Grundstück auf dem ein Gebäude errichtet wurde, ländliches Grundstück auf dem ein landwirtschaftlicher Hof erbaut wurde, Hofstatt, (923); vgl. lat. āreālis, Adj., zur Tenne gehörig, Tennen...; lat. ārēre, V., trocken sein (V.), dürr sein (V.), ausgetrocknet sein (V.); idg. *ā̆s-, *h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Areal, EWD s. u. Areal, fehlt DW, DW2 3, 234, Duden s. u. Areal; Son.: vgl. nndl. areaal, Sb., Areal; frz. aire, F., Flächeninhalt; nschw. areal, Sb., Areal; nnorw. areal, N., Areal; poln. areał, M., Areal; GB.: seit 1777 belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Bereich oder Gebiet oder Fläche; BM.: brennen?; F.: Areal, Areals, Areale, Arealen+FW(+EW); Z.: Ar-e-al
Arena, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Arena, Kampfplatz, ursprünglich sandbestreuter Platz für Wettkämpfe und Vorführungen; ne. arena; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1597; I.: Lw. lat. harēna; E.: s. lat. harēna, arēna, F., Sand, Goldsand, feiner Mörtel, Sandplatz, (234-149 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, Walde/Hofmann 1, 634; L.: Kluge s. u. Arena, EWD s. u. Arena, fehlt DW, Duden s. u. Arena; Son.: s. ahd. erīna, erina, st. F. (ō), Arena, Kampfplatz; vgl. nndl. arena, Sb., Arena; frz. arène, F., Arena; nschw. arena, Sb., Arena; nnorw. arena, M., Arena; poln. arena, F., Arena; nir. airéana, F., Arena; lit. arena, F., Arena; GB.: seit 1597 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten ursprünglich sandbestreuten Platz für Wettkämpfe und Vorführungen; F.: Arena, Arenen+FW(+EW); Z.: Aren-a
arg, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. arg, schlecht, schlimm; ne. bad (Adj.), wicked; Vw.: -; Hw.: s. ärgern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. arc (1), Adj., arg, nichtswürdig, schlecht, böse, übel, hinterlistig, bösartig; mnd. arch, Adj., schlecht, böse, schlimm; mnl. arch, Adj., schlimm; ahd. arg (2), Adj., „arg“, schlecht, böse, schlimm, gottlos, feige; as. arg?, Adj., arg, böse; anfrk. arg, arug, Adj., schlecht, arg, verderbt; s. germ. *arga-, *argaz, Adj., feige, böse, angstbebend, nichtswürdig, unzüchtig; idg. *ergʰ-, *eregʰ-, *orgʰ-, *oregʰ-, Adj., feig?; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. arg, Kluge s. u. arg, EWD s. u. arg, DW 1, 545, DW2 3, 235, EWAhd 1, 321, Duden s. u. arg, Falk/Torp 19, Heidermanns 102, Bluhme s. u. arg; Son.: vgl. afries. erch (1), erg (1), Adj., arg, böse, schlimm; nfries. erg, Adj., arg, schlimm; ae. earg, Adj., träge, feige, elend, erbärmlich; an. argr, Adj., feige, unmännlich, unsittlich; got. *args?, Adj. (a), feige, elend; lat. arga, Adj., feig, nutzlos; toch. (A) erkāt, toch. (B.) erkatte, Adj., geringschätzig; av. ərəyant-, Adj., entsetzlich, abscheulich; lit. arzùs, erzus, Adj., geil, wollüstig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen schlecht oder schlimm; BM.: feig?; F.: arg, arge, arges, argem, argen, arger, ärger(, ärgere, ärgeres, ärgerem, ärgeren, ärgerer, ärgste, ärgstes, ärgstem, ärgsten, ärgster)+EW; Z.: ar-g
$Arg, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Arg, Böswilligkeit, Schlimmheit; E.: s. arg; L.: EWD s. u. arg, DW 1, 547, DW2 3, 238; GB.: seit um 800 belegte und aus arg abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Böswilligkeit oder Schlimmheit; F.: Arg, Arges+EW; Z.: Ar-g
$argen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. argen, beunruhigen; Vw.: s. ver-; E.: s. arg, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. arg, fehlt DW; GB.: seit um 1287 belegte und aus arg und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches beunruhigen; F.: argen (!), arge (!), argst, argt, argest, arget, argte, argtest, argten, argtet, geargt, ##geargt, geargte, geargtes, geargtem, geargten, geargter##, argend, ###argend, argende, argendes, argendem, argenden, argender###, arg (!)+EW; Z.: ar-g-en
$Ärger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ärger, Anstoß, Unmut, Verdruss, Zorn; E.: s. ärgern; L.: Kluge s. u. ärgern, EWD s. u. ärgern, DW 1, 548; GB.: seit 1652 belegte und mit arg verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anstoß oder Unmut; F.: Ärger, Ärgers+EW; Z.: Är-g-er
$ärgerlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ärgerlich, Anstoß erregend; E.: s. Ärger, s. lich; L.: Kluge s. u. ärgern, EWD s. u. ärgern, DW 1, 548; GB.: seit vor 1350 belegte und aus Ärger und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Anstoß erregend; F.: ärgerlich, ärgerliche, ärgerliches, ärgerlichem, ärgerlichen, ärgerlicher(, ärgerlichere, ärgerlicheres, ärgerlicherem, ärgerlicheren, ärgerlicherer, ärgerlichst, ärgerlichste, ärgerlichstes, ärgerlichstem, ärgerlichsten, ärgerlichster)+EW; Z.: är-g-er-lich
ärgern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ärgern, Ärger verursachen, verschlechtern, verschlimmern, aufregen, necken; ne. annoy; Vw.: -; Hw.: s. arg; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. ergeren* (1), ergern, sw. V., ärgern, verschlechtern, verderben, reizen; mhd. argeren*, argern, sw. V., ärgern, zum Schlechten führen, sich verschlimmern; mnd. ergeren, ergern, sw. V., verschlechtern, Wert mindern, beschädigen, schädigen, verschlimmern, schmälern, betrüben; mnd. argeren, argern, sw. V., ärgern, sich ärgern, schlechter machen, beschädigen; mnl. argeren, ergeren, sw. V., ärgern; ahd. argirōn*, argorōn*, sw. V. (2), ärgern, verschlechtern, verschlimmern, verderben; as. -; anfrk. -; germ. *argirōn, sw. V., schlechter werden, verschlimmern; s. idg. *ergʰ-, *eregʰ-, *orgʰ-, *oregʰ-, Adj., feige?; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. arg, Kluge s. u. ärgern, EWD s. u. ärgern, DW 1, 548, DW2 3, 240, EWAhd 1, 325, Duden s. u. ärgern, Bluhme s. u. arg; Son.: vgl. afries. ergeria, sw. V. (2), ärger machen, verschlimmern, beschädigen; nfries. ergerjen; ae. -; an. -; got. -; nnorw. ergre, V., ärgern; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ärger verursachen oder verschlechtern oder verschlimmern; BM.: bewegen?; F.: ärgern, ärgere (!), ärgerst, ärgert, ärgerest (!), ärgeret (!), ärgerte, ärgertest, ärgerten, ärgertet, geärgert, ##geärgert##, ärgernd, ###ärgernd, ärgernde, ärgerndes, ärgerndem, ärgernden, ärgernder###, ärger (!), ärgre (!)+EW; Z.: är-g-er-n
$Ärgernis, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Ärgernis, Ärger, Anstoß; E.: s. ärger(n), s. nis; L.: Kluge s. u. ärgern, EWD s. u. ärgern, DW 1, 549; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus ärger(n) und nis gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anstoß; F.: Ärgernis, Ärgernisses, Ärgernisse, Ärgernissen+EW; Z.: Är-g-er-nis
...argie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. ...argie; ne. ...argy; Vw.: s. Leth-; Hw.: s. ...argisch; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀργός (argós), Adj., untätig, müßig; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...argie, Suff., ...argie; frz. ...argie, Suff., ...argie; nschw. ...argi, Suff., ...argie; nnorw. ...argi, Suff., ...argie; poln. ...arg, Suff., ...argie; lit. ...argija, Suff., ...argie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Verhalten; BM.: nicht, Tat; F.: ...argie+FW(+EW); Z.: -a-rg-ie
...argisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ...argisch, sich verhaltend; ne. ...argic; Vw.: s. leth-; Hw.: s. ...argie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ἀργικός (argikós); E.: s. gr. ἀργικός (argikós), untätig, müßig; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...argisch, Suff., ...argisch; frz. ...argique, Suff., ...argisch; nschw. ...argisk, Suff., ...argisch; nnorw. ...argisk, Suff., ...argisch; poln. ...argiczny, Suff., ...argisch; lit. ...arginis, Suff., ...argisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich verhaltend; BM.: nicht, Tat; F.: ...argisch, ...argische, ...argisches, ...argischem, ...argischen, ...argischer(, ...argischere, ...argischeres, ...argischerem, ...argischeren, ...argischerer, ...argischst, ...argischste, ...argischstes, ...argischstem, ...argischsten, ...argischster)+FW+EW; Z.: -a-rg-isch
$Arglist, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Arglist, Hinterlist, Heimtücke; E.: s. arg, s. List; L.: Kluge s. u. arg, DW 1, 549, EWD s. u. arg; GB.: um 1000 belegte und aus arg und List gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Hinterlist oder Heimtücke; F.: Arglist, Arglisten+EW; Z.: Ar-g—lis-t
$arglistig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. arglistig, hinterlistig, heimtückisch; E.: s. Arglist, s. ig; L.: EWD s. u. arg, DW 1, 550, DW2 3, 243; GB.: seit um 1300 belegte und aus Arglist und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinterlistig oder heimtückisch; F.: arglistig, arglistige, arglistiges, arglistigem, arglistigen, arglistiger(, arglistigere, arglistigeres, arglistigerem, arglistigeren, arglistigerer, arglistigst, arglistigste, arglistigstes, arglistigstem, arglistigsten, arglistigster)+EW; Z.: ar-g—lis-t-ig
$arglos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. arglos, ahnungslos, vertrauensselig, treuherzig; E.: s. arg, s. los; L.: Kluge s. u. arg, DW 1, 550, EWD s. u. arg; GB.: seit 1774 belegte und aus arg und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Arg seiend oder ahnungslos oder vertrauensselig oder treuherzig; F.: arglos, arglose, argloses, arglosem, arglosen, argloser(, arglosere, argloseres, argloserem, argloseren, argloserer, arglosest, argloseste, arglosestes, arglosestem, arglosesten, arglosester)+EW; Z.: ar-g—lo-s
$Arglosigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Arglosigkeit, Vertrauensseligkeit, Treuherzigkeit; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. arglos, s. ig. s. heit, s. keit; L.: DW 1, 550, EWD s. u. arg; GB.: seit 1774 belegte und aus arglos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Ahnungslosigkeit oder Vertrauensseligkeit oder Treuherzigkeit; F.: Arglosigkeit+EW; Z.: Ar-g—lo-s-ig—kei-t
Argon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Argon, ein Edelgas; ne. argon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀργός (argós), Adj., untätig, müßig; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Argon; Son.: vgl. nndl. argon, Sb., Argon; frz. argon, M., Argon; nschw. argon, N., Argon; nnorw. argon, N., Argon; kymr. argon, M., Argon; nir. argón, M., Argon; poln. argon, M., Argon; lit. argonas, M., Argon; GB.: seit 1894 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches träges farbloses und geruchloses sowie 1894 von Ramsay und Strutt entdecktes und in der Erdatmosphäre mit etwa einem Prozent häufigstes Edelgas (chemisches Element Nr. 18, abgekürzt Ar); BM.: träge; F.: Argon, Argons+FW; Z.: A-rg-on
Argument, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Argument, Beweis; ne. argument (N.); Vw.: -; Hw.: s. Argumentation, argumentieren; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. argument, N., Argument, Beweis; mnd. argūment, N., Argument, Beweisgrund, Beweis; lat. argūmentum, N., Darstellung, Erzählung, Stoff, Gegenstand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. arguere, V., in dem hellen Licht zeigen, deutlich kundgeben, unumstößlich behaupten, klar machen, klar darstellen; idg. *areg̑- (Kreuzung von idg. *arg̑- mit *erk- denkbar), *arg̑- (?), *h₂rg̑o-, Adj., glänzend, weißlich, Pokorny 64 (105/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ.?, balt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Argument, fehlt DW, DW2 3, 244, Duden s. u. Argument; Son.: vgl. nndl. argument, Sb., Argument; frz. argument, M., Argument; nschw. argument, Sb., Argument; nnorw. argument, N., Argument; poln. argument, M., Argument; nir. argóint, F., Argument; lit. argumentas, M., Argument; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliche Aussage zu einer Begründung einer anderen Aussage oder für einen Beweis; BM.: erhellen?; F.: Argument, Argumentes, Arguments, Argumente, Argumenten+FW(+EW); Z.: Arg-um-ent
Argumentation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Argumentation, Darlegung, Begründung, Beweisführung; ne. argumentation, reasoning (N.); Vw.: -; Hw.: s. Argument, argumentieren; Q.: 1499; I.: Lw. lat. argūmentātio; E.: s. lat. argūmentātio, F., Ausführung eines Beweises, Beweisführung, Beweisverfahren, Schlussbeweis, Darlegung des Beweises aus Tatsachen, Begründungsart, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. arguere, V., in hellem Licht zeigen, deutlich kundgeben, unumstößlich behaupten, klar machen, klar darstellen; idg. *areg̑- (Kreuzung von idg. *arg̑- mit *erk- denkbar), *arg̑- (?), *h₂rg̑o-, Adj., glänzend, weißlich, Pokorny 64 (105/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ.?, balt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Argument, EWD s. u. Argument, fehlt DW, DW2 3, 246, Duden s. u. Argumentation; Son.: vgl. nndl. argumentatie, Sb., Argumentation; frz. argumentation, F., Argumentation; nschw. argumentation, Sb., Argumentation; nnorw. argumentasjon, M., Argumentation; poln. argumentacja, F., Argumentation; lit. argumentacija, F., Argumentation; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Darlegung oder Begründung oder Beweisführung; BM.: erhellen?; F.: Argumentation, Argumentationen+FW+EW; Z.: Arg-um-ent-at-io-n
argumentieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. argumentieren, begründen, rechtfertigen; ne. argue, reason (V.); Vw.: -; Hw.: s. Argument, Argumentation; Q.: 1524; I.: Lw. lat. argūmentārī; E.: s. lat. argūmentārī, V., Beweise anführen, durch Gründe dartun, beweisen, Gründe vorbringen, argumentieren, schließen, folgern, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. arguere, V., in hellem Licht zeigen, deutlich kundgeben, unumstößlich behaupten, klar machen, klar darstellen; idg. *areg̑- (Kreuzung von idg. *arg̑- mit *erk- denkbar), *arg̑- (?), *h₂rg̑o-, Adj., glänzend, weißlich, Pokorny 64 (105/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ.?, balt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Argument, EWD s. u. Argument, fehlt DW, DW2 3, 246, Duden s. u. argumentieren; Son.: vgl. nndl. argumenteeren, V., argumentieren; frz. argumenter, V., argumentieren; nschw. argumentera, V., argumentieren; nnorw. argumentere, V., argumentieren; poln. argumentować, V., argumentieren; lit. argumentuoti, V., argumentieren; GB.: seit 1524 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches darlegen oder begründen; BM.: erhellen?; F.: argumentieren, argumentiere, argumentierst, argumentiert, argumentierest, argumentieret, argumentierte, argumentiertest, argumentierten, argumentiertet, ##argumentiert, argumentierte, argumentiertes, argumentiertem, argumentierten, argumentierter##, argumentierend, ###argumentierend, argumentierende, argumentierendes, argumentierendem, argumentierenden, argumentierender###, argumentier (!)+FW(+EW); Z.: arg-um-ent-ier-en
Argus, nhd., M.: nhd. Argus, Schimmernder; Hw.: s. Argusauge I.: Lw. lat. Argus; E.: s. lat. Argus, M.=PN, M., Argos, Aufpasser, Wächter, Allsehender; gr. Ἄργος (Άrgos), M.=PN, Argos; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: s. Argusauge; GB.: in Argusauge um 1700 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein in der Mythologie der Griechen des Altertums riesiges Ungeheuer mit vielen (hundert) über den ganzen Körper verteilten und deshalb in alle Richtungen sehen könnenden Augen
Argusauge, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Argusauge, scharfes Auge; ne. eagle-eye; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. Argus; E.: s. lat. Argus, M.=PN, M., Argos, Aufpasser, Wächter, Allsehender; gr. Ἄργος (Άrgos), M.=PN, Argos; weitere Herkunft ungeklärt?; Hinterglied s. nhd. Auge; L.: Kluge s. u. Argusaugen, fehlt DW, DW2 3, 247, Duden s. u. Argusaugen; Son.: nur in dem Plural gebräuchlich; vgl. nndl. argusogen, Sb. Pl., Argusaugen; ne. Argus-eyed, Adj., mit Argusaugen seiend; frz. yeux d’Argus, M. Pl., Argusaugen; nschw. argusögon, Sb. Pl., Argusaugen; nnorw. arugusøyne, N. Pl., Argusaugen; poln. argusowe oko, N., Argusauge; GB.: seit um 1700 belegte und aus Argus und Auge gebildete Bezeichnung für ein in der Mythologie der Griechen erwähntes (besonders) scharfes Auge; BM.: von dem hundertäugigen Argos; F.: Argusauge, Argusauges, Argusaugen+EW; Z.: Argus—aug-en
$Argwohn, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Argwohn, schlimme Vermutung, böser Verdacht; E.: s. arg, s. Wahn; L.: Kluge s. u. Argwohn, DW 1, 550, EWD s. u. arg; GB.: seit um 1147 belegte und aus arg und Wahn gebildete Bezeichnung für eine wohl seit Entstehung des Menschen mögliche schlimme Vermutung oder einen bösen Verdacht; F.: Argwohn, Argwohns, Argwohnes+EW; Z.: Ar-g—wohn
$argwöhnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. argwöhnen, verdächtigen, vermuten; E.: s. Argwohn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Argwohn, DW 1, 550, EWD s. u. arg; GB.: seit um 1150 belegte und aus Argwohn und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches verdächtigen oder vermuten; F.: argwöhnen, argwöhne, argwöhnst, argwöhnt, argwöhnest, argwöhnet, argwöhnte, argwöhntest, argwöhnten, argwöhntet, geargwöhnt, ##geargwöhnt, geargwöhnte, geargwöhntes, geargwöhntem, geargwöhnten, geargwöhnter##, argwöhnend, ###argwöhnend, argwöhnende, argwöhnendes, argwöhnendem, argwöhnenden, argwöhnender###, argwöhn (!)+EW; Z.: ar-g—wöhn-en
$argwöhnisch, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. argwöhnisch, misstrauisch, verdächtig; E.: s. Argwohn, s. isch; L.: Kluge s. u. Argwohn, DW 1, 551, EWD s. u. arg; GB.: seit 1482 belegte und aus Argwohn und isch gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches misstrauisch oder verdächtig; F.: argwöhnisch, argwöhnische, argwöhnisches, argwöhnischem, argwöhnischen, argwöhnischer(, argwöhnischere, argwöhnischeres, argwöhnischerem, argwöhnischeren, argwöhnischerer, argwöhnischst, argwöhnischste, argwöhnischstes, argwöhnischstem, argwöhnischsten, argwöhnischster)+EW; Z.: ar-g—wöhn-isch
Ariadnefaden, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ariadnefaden, Lösungsweg; ne. Ariadne‘s thread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1664 (Wörterbuch); E.: Vorderglied von dem PN Ariadne; s. gr. Ἀριάδνη (Ariádnē), F.=PN, Ariadne; vgl. gr. ἀρι (ari), Partikel, gut, sehr; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ἁγνός (hagnós), Adj., verehrt, heilig, rein, lauter, unbefleckt; idg. *i̯ag-, V., verehren, Pokorny 501 (742/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., toch.); Hinterglied s. nhd. Faden; L.: Kluge s. u. Ariadnefaden, fehlt DW, DW2 3, 250, Duden s. u. Ariadnefaden; Son.: vgl. nndl. draad van Ariadne, Sb., Ariadnefaden; frz. fil d’Ariane, M., Ariadnefaden; nnorw. ariadnetråd, M., Ariadnefaden; poln. nić Ariadny, F., Ariadnefaden; GB.: seit 1664 belegte und aus Ariadne (PN) und Faden gebildete Bezeichnung für etwas aus einer Verwirrung Herausführendes oder für einen Lösungsweg; BM.: von dem Knäuel von Faden den Ariadne in der Mythologie der Griechen als Tochter des Königs Minos von Kreta und einer Tochter des Sonnengotts dem Helden Theseus für den Rückweg aus dem Labyrinth des Minotaurus gab; F.: Ariadnefaden, Ariadnefadens+FW+EW; Z.: Ar-iadn-e—fad-en
…ariat, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. …ariat; ne. …ariat, …ship; Vw.: s. Kommiss-, Not-, Prek-, Prolet-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. …āriātus, Suff., …ariat; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. …ariaat, Suff., …ariat; frz. …ariat, ariaat, Suff., …ariat; nschw. …ariat, ariaat, Suff., …ariat; nnorw. …ariat, vpoln. …ariat, ariaat, Suff., …ariat; kymr. …ariat, Suff., …ariat; nir. …áireacht, Suff., …ariat; lit. …ariatas, Suff., …ariat; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung neutraler Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ariat, …ariats, …ariates, …ariate, …ariaten+FW(+EW); Z.: -ar-i-at
Arie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Arie, Opernlied; ne. aria; Vw.: -; Hw.: s. Air; Q.: 1619; I.: Lw. it. aria; E.: s. it. aria, F., Lied, Melodie; afrz. aire, F., Art und Weise; lat. āēr, M., untere Luftschicht, Atmosphäre, Dunstkreis, Luft; gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; L.: Kluge s. u. Arie, EWD s. u. Arie, DW 1, 551, DW2 3, 251, Duden s. u. Arie; Son.: vgl. nndl. aria, Sb., Arie; frz. air, M., Arie; nschw. aria, Sb., Aria; nnorw. arie, M., Arie; poln. aria, F., Arie; nir. áiria, F., Arie; lit. arija, F., Arie; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes von einem Mann oder einer Frau solistisch vorgetragenes Gesangsstück (Opernlied); BM.: Luft?; F.: Arie, Arien+FW; Z.: Ar-ie
…arier, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. …arier; ne. …arian; Vw.: s. Parlament-, Prolet-, Veget-; Hw.: s. …ar (2); Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ārius; E.: s. lat. ...ārius, Suff. (M.), …arier, ...ar, ...är; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. …ariër, Suff., …arier; frz. -…aire, Suff., …arier; nschw. …ariker, Suff., …arier; nnorw. …ariker, Suff., …arier; poln. …yrzysta, Suff., …arier; kymr. …ariad, Suff., …arier; nir. …áireach, Suff., …arier; lit. …aras, Suff., …arier; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe zu einer Bildung maskuliner Substantive für Mitglieder bestimmter Gruppen verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …arier, …ariers, …ariern+FW(+EW); Z.: -ar-i-er
$Aristokrat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aristokrat, Angehöriger des Adels, Adeliger; E.: s. Aristokratie; L.: Kluge s. u. Aristokratie, fehlt DW, EWD s. u. Aristokratie; GB.: seit 1774 belegte und über Aristokratie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Adels möglichen Angehörigen des Adels; F.: Aristokrat, Aristokraten+FW +EW?; Z.: Ar-ist-o-kra-t
Aristokratie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Aristokratie, Adelsherrschaft; ne. aristocracy; Vw.: -; Hw.: s. aristokratisch; Q.: 1432/1433; I.: Lw. frz. aristocratie; E.: s. frz. aristocratie, F., Aristokratie, Adelsherrschaft; lat. aristocratia, Aristokratie, Herrschaft der Vornehmen, Adelsherrschaft, (um 110-um 180 n. Chr.); s. gr. ἀριστοκρατία (aristokratía), F., Herrschaft der Edelsten, Aristokratie; vgl. gr. ἄριστος (áristos), M., Tüchtigster, Edelster; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κράτος (krátos), N., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Aristokratie, EWD s. u. Aristokratie, fehlt DW, DW2 3, 254, Duden s. u. Aristokratie; Son.: vgl. nndl. aristocratie, Sb., Aristokratie; frz. aristocratie, F., Aristokratie; nschw. aristokrati, Sb., Aristokratie; nnorw. aristokrati, N., Aristokratie; poln. arystokracja, F., Aristokratie; lit. aristokratija, F., Aristokratie; GB.: seit 1432/1433 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung von Zivilisation und Kultur des Menschen mögliche Herrschaft einer kleinen Gruppe besonders Befähigter oder Begünstigter über die anderen; BM.: Herrschaft der Tüchtigsten; F.: Aristokratie, Aristokratien+FW; Z.: Ar-ist-o-kra-t-ie
aristokratisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. aristokratisch, Adel betreffend, zu dem Adel gehörend; ne. aristocratic; Vw.: -; Hw.: s. Aristokratie; Q.: 1585 (Wörterbuch); I.: Lw. mlat. aristocraticus; E.: s. mlat. aristocraticus, Adj., aristokratisch, der aristokratischen Staatsform entsprechend; gr. ἀριστοκρατικός (aristokratikós), Adj., zur Aristokratie gehörig, aristokratisch; vgl. gr. ἀριστοκρατία (aristokratía), F., Herrschaft der Edelsten, Aristokratie; gr. ἄριστος (áristos), M., Tüchtigster, Edelster; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κράτος (krátos), N., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Aristokratie, EWD s. u. Aristokratie, fehlt DW, DW2 3, 255, Duden s. u. aristokratisch; Son.: vgl. nndl. aristokratisch, Adj., aristokratisch; frz. aristocratique, Adj., aristokratisch; nschw. aristokratisk, Adj., aristokratisch; nnorw. aristokratisk, Adj., aristokratisch; poln. arystokratyczny, Adj., aristokratisch; kymr. aristocrataidd, Adj., aristokratisch; lit. aristokratiškas, Adj., aristokratisch; GB.: seit 1585 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie aus Aristokrat(ie) und isch gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Adel betreffend oder zu dem Adel gehörend; BM.: Herrschaft der Tüchtigsten; F.: aristokratisch, aristokratische, aristokratisches, aristokratischem, aristokratischen, aristokratischer(, aristokratischere, aristokratischeres, aristokratischerem, aristokratischeren, aristokratischerer, aristokratischst, aristokratischste, aristokratischstes, aristokratischstem, aristokratischsten, aristokratischster)+FW+EW; Z.: ar-ist-o-kra-t-isch
Arithmetik, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Arithmetik, Gesamtheit der Grundrechenarten; ne. arithmetic (N.); Vw.: -; Hw.: s. arithmetisch; Q.: um 1130 (Von der Siebenzahl); E.: s. mhd. aritmeticā, arismeticā, Sb., Arithmetik, Rechenkunst; s. lat.-gr. arithmētica, F., Arithmetik, Rechenkunst; gr. ἀριθμετική (arithmātikḗ), F., Arithmetik; vgl. gr. ἀριθμειν (arithmein), V., zählen, zusammenzählen, rechnen, zahlen; gr. ἀριθμός (arithmós), M., Zahl, Anzahl; vgl. idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Arithmetik, EWD s. u. Arithmetik, fehlt DW, DW2 3, 257, Duden s. u. Arithmetik; Son.: vgl. nndl. aritmetica, Sb., Arithmetik; frz. arithmétique, F., Arithmetik; nschw. aritmetik, Sb., Arithmetik; nnorw. aritmetikk, M., Arithmetik; poln. arytmetyka, F., Arithmetik; nbret. aritmetik, Sb., Arithmetik; lit. aritmetika, F., Arithmetik; GB.: seit um 1130 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums für das Rechnen mit Zahlen und die Rechengesetze entwickelte Teilgebiet der Mathematik; GB.: fügen bzw. passen; F.: Arithmetik, Arithmetiken+FW+EW; Z.: Ar-i-thm-et-ik
arithmetisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. arithmetisch, rechnerisch; ne. arithmetic (Adj.), arithmetical; Vw.: -; Hw.: s. Arithmetik; Q.: 1533; I.: Lw. lat. arithmēticus; E.: s. lat. arithmēticus, Adj.: nhd. arithmetisch, Arithmetik betreffend, (um 300 n. Chr.); gr. ἀριθμετικός (arithmetikós), Adj., zum Zählen geschickt; vgl. gr. ἀριθμειν (arithmein), V., zählen, zusammenzählen, rechnen, zahlen; gr. ἀριθμός (arithmós), M., Zahl, Anzahl; vgl. idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Arithmetik, EWD s. u. Arithmetik, fehlt DW, DW2 3, 257, Duden s. u. arithmetisch; Son.: vgl. frz. arithmétique, Adj., arithmetisch; nschw. aritmetisk, Adj., arithmetisch; nnorw. aritmetisk, Adj., arithmetisch; poln. arytmetyczny, Adj., arithmetisch; lit. aritmetinis, Adj., arithmetisch; GB.: seit 1533 belegte und aus Arithmet(ik) und isch gebildete Bezeichnung für das sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Rechnen mit Zahlen und die Rechengesetze betreffend; BM.: fügen bzw. passen; F.: arithmetisch, arithmetische, arithmetisches, arithmetischem, arithmetischen, arithmetischer+FW+EW; Z.: ar-i-thm-et-isch
...arium, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ...arium; ne. ...ary; Vw.: Aqu-, Di-, Herb-, Instrument-, (Planet-,) Sol-, Terr-; Hw.: s. ...ar (3); Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ārium; E.: s. lat. ...ārium, Suff., ...ar; L.: Kluge s. u. ...arium, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...arium, Suff., ...arium; frz. ...arium, Suff., ...arium; nschw. ...arium, Suff., ...arium; nnorw. ...arium, Suff., ...arium; lit. …ariumas, Suff., …arium; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung neutraler Hauptwörter für sachliche Gegebenheiten verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …arium, …ariums, …arien+FW; Z.: -ar-i-um
Arkade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Arkade, Bogen; ne. arcade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. arcade; E.: frz. arcade, F., Arkade, Laubengang; s. it. arcata, F., Bogengang; lat. arcuātum, N., Bogengang; vgl. lat. arcuātus (1), Adj., bogenförmig gebogen, gewölbt, bogenförmig gekrümmt; lat. arcus, M., Bogen, Krümmung, Kreisbogen, Wölbung; idg. *arku-, Sb., Gebogener, Pokorny 67 (109/109) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Arkade, EWD s. u. Arkade, fehlt DW, DW2 3, 257, Duden s. u. Arkade; Son.: vgl. nndl. arcade, Sb., Arkade; frz. arcade, F., Arkade; nschw. arkad, Sb., Arkade; nnorw. arkade, M., Arkade; poln. arkada, F., Arkade; lit. arkada, F., Arkade; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten von Pfeilern oder Säulen getragenen Bogen; BM.: biegen?; F.: Arkade, Arkaden+FW(+EW?); Z.: Ark-ad-e
Arkebusier, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Arkebusier, Hakenbüchsenschütze; ne. harquebusier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1558; I.: Lw. frz. arquebusier; E.: s. frz. arquebusier, M., Hakenbüchsenschütze; frz. arquebuse, F., Hakenbüchse; wohl unter volksetymologischer Anlehnung an lat. arcus von mnl. haecbusse, hākebusse, Sb., Arkebuse, Hakenbüchse; germ. *hakō-, *hakōn, *haka-, *hakan, sw. M. (n), Haken (M.); s. idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge s. u. Arkebusier, fehlt DW, DW2 3 (Arkebusier), Duden s. u. Arkebusier; Son.: vgl. nndl. arkebusier, arkebussier, M., Hakenbüchsen-Schütze; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittelniederländischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit einer Hakenbüchse und einem Stoßdegen ausgerüsteten Soldaten; BM.: Krümmung; F.: Arkebusier, Arkebusiers Arkebusiere Arkebusieren+FW+EW; Z.: Ark-e-bus-ier
$Arktis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Arktis; E.: s. arkti(sch), s. s; L.: Kluge s. u. arktisch, fehlt DW; GB.: seit 1894 belegte und aus arktis(ch) gebildete sowie mit arktisch verbindbare Bezeichnung für das seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Gebiet um den Nordpol; F.: Arktis+FW+EW; Z.: Arkt-is
arktisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. arktisch, zur Arktis gehörig, nördlich (des Polarkreis liegend), kalt; ne. Arctic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300; I.: Lw. lat. arcticus; E.: s. lat. arcticus, Adj., nördlich, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.); s. gr. ἀρκτικός (arktikós), Adj., nördlich, zum Sternbild des Bären gehörig; vgl. gr. ἄρκτος (árktos), M., Bär (M.) (1), Sternbild des Bären; vgl. idg. *r̥k̑sos-?, *h₂r̥k̑sos-?, M., Bär (M.) (1), Pokorny 875; L.: Kluge s. u. arktisch, EWD s. u. arktisch, fehlt DW, DW2 3, 261, Duden s. u. arktisch; Son.: vgl. nndl. arctisch, Adj., arktisch; frz. arctique, Adj., arktisch; nschw. arktisk, Adj., arktisch; nnorw. arktisk, Adj., arktisch; poln. arktyczny, Adj., arktisch; nir. artach, Adj., artisch; lit. arktinis, Adj., arktisch; GB.: seit um 1300 belegte und aus lat. arct(icus) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches nördlich (des Polarkreises liegend); BM.: bei dem Sternbild des Bären gelegen; F.: arktisch, arktische, arktisches, arktischem, arktischen, arktischer(, arktischere, arktischeres, arktischerem, arktischeren, arktischerer)+FW+EW; Z.: arkt-isch
Arl, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Arl, Hakenpflug; ne. scratch plough (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1280 (Urk); I.: slaw. Lw.?; E.: mhd. arl, st. F., Pflug, kleiner Pflug, Pflugmesser; nachgebildet von slaw. aralo?, idg. *arə-, *ar-, *h₂arh₃-, V., pflügen, Pokorny 62 (101/101) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Arl, DW 1, 551; GB.: seit 1280 belegte und vielleicht aus dem Slawischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Aufreißen des Ackerbodens (Hakenpflug); BM.: Haken?; F.: Arl+FW; Z.: Arl
Arlesbaum, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Arlesbaum, Mehlbeerbaum; ne. service tree?, cornelian cherry?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. arlizboum, st. M., Kornelkirsche, Speierling, Feldahorn; ahd. arlizboum, erlizboum, st. M. (a), Herlitze, Feldahorn (?), Kornelkirschbaum?, Esche?; s. nhd. Erle, Baum; L.: Kluge 1. A. s. u. Arlesbaum, Kluge s. u. Arlesbaum, DW 1, 551, EWAhd 2, 1143, Unger/Khull 28; Son.: s. steir. Arlizbaum, M., Herlitze; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Arles und Baum gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu der Familie der Rosengewächse gehörenden bis zu 30 Meter hohen Baum; BM.: ?; F.: Arlesbaum, Arlesbaumes, Arlesbaums, Arlesbäume, Arlesbäumen+EW; Z.: Arl-es—bau-m
arm, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. arm, mittellos, dürftig, bedürftig, bemitleidenswert, bedauernswert; ne. poor (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. armen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. arm, arn, Adj., arm, besitzlos, dürftig, ärmlich, armselig; mnd. arm, Adj., arm; mnl. arm, Adj., arm; ahd. arm, Adj., arm, gering, schwach, elend; as. arm*, Adj., arm, elend; anfrk. arm, Adj., arm; keine sichere Etymologie; vielleicht von germ. *arma-, *armaz, Adj., verlassen (Adj.), heillos, arm, elend, erbärmlich, vereinsamt, unglücklich; vgl. idg. orbʰo-, h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781? (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. arm, Kluge s. u. arm, EWD s. u. arm, DW 1, 553, DW2 3, 264, EWAhd 1, 333, Heidermanns 104, Duden s. u. arm, Falk/Torp 19, Heidermanns 104, Bluhme s. u. arm; Son.: vgl. afries. erm, arm, Adj., arm, bedürftig; nnordfries. eerm, ärm, Adj., arm; ae. earm, Adj., arm, elend, erbärmlich, unglücklich; an. armr, Adj., arm; got. arms, Adj. (a), arm, beklagenswert, bemitleidenswert; nndl. arm, Adj., arm; nschw. arm., Adj., arm; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mit der Bildung von Vermögen durch Menschen mögliches (verhältnismäßig) arm oder mittellos oder dürftig oder bedürftig oder bemitleidenswert oder bedauernswert; BM.: verwaist; F.: arm, arme, armes, armem, armen, armer, ärmer(, ärmere, ärmeres, ärmeren, ärmerer, ärmste, ärmstes, ärmsten, ärmster)+EW; Z.: arm
Arm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Arm, vordere obere Extremität (Gliedmaß); ne. arm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. arm, arn, st. M., sw. M., Arm, Ranke, Zweig, Nebenfluss, Wasserarm, Flussarm; mnd. arm, M., Arm;mnl. arm, M., Arm; ahd. arm, st. M. (a), Arm; as. arm*, st. M. (a), Arm; anfrk. arm*, st. M. (a), Arm; germ. *arma-, *armaz, st. M. (a), Arm; idg. *arəmo-, *r̥mo-, *h₂rHmó-, Sb., Arm, Pokorny 58; s. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Arm, Kluge s. u. Arm, EWD s. u. Arm, DW 1, 551, DW2 3, 261, EWAhd 1, 331, Duden s. u. Arm, Falk/Torp 18, Bluhme s. u. Arm; Son.: vgl. afries. erm (1), st. M. (a), Arm; nnordfries. eerm; ae. earm, st. M. (a), Arm, Vorderbein; an. armr, st. M. (a), Arm; got. arms, st. M. (i), Arm; nndl. arm, Sb., Arm; nschw. arm, Sb., Arm; nnorw. arm, N., Arm; ai. īrmá-ḥ, Sb., Arm; av. arəma-, Sb., Arm; lat. armus, M., Schulterblatt, Schulter, Schulterstück; gall. aramō, Sb., Gabelung; apreuß. irmo, F., Arm; ksl. ramo, N., Schulter; GB.: seit dem Frühmittelalter (3. Viertel 8. Jh.) belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen oder schon des Primaten vorhandene vordere oder obere paarige Gliedmaß (Extremität); BM.: zusammenpassen?; BM.: fügen?; F.: Arm, Arms, Armes, Arme, Armen+EW; Z.: Ar-m
Armada, nhd., (Part. Prät.=)F., (15. Jh.): nhd. Armada, Kriegsflotte, Flottenstreitmacht; ne. armada; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1444; I.: Lw. span. armada; E.: s. span. armada, F., Kriegsflotte, Kriegsheer, Armade; lat. armātus, Adj., bewaffnet, gerüstet, ausgerüstet, 204-169 v. Chr.); vgl. lat. arma, N. Pl., Gerätschaft, Werkzeug, Kriegsgerät, Waffe; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Armada, fehlt DW, DW2 3, 270, Duden s. u. Armada; Son.: s. mnd. armāde, armady, armedīe, F., Flotte, Truppen, Heer, Festung; vgl. nndl. armada, Sb., Armada; frz. armada, F., Armada; nschw. armada, Sb., Armada; nnorw. armada, M., Armada; nir. armáid, F., Armada; poln. armada, F., Armada; GB.: seit 1444 belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Kriegsflotte oder Flottenstreitmacht (vor allem bekannt durch die spanische Armada König Philipps II. von die 1588 erfolglos England zu erobern versuchte); BM.: ausgerüstet; F.: Armada, Armaden, Armadas+FW; Z.: Ar-m-ad-a
Armatur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Armatur, Bedienungstafel, Ausrüstung; ne. armature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1511; I.: Lw. it. armatura; E.: s. it. armatura, F., Ausrüstung; lat. armātura, F., Segelwerk, Takelwerk, Bewaffnung, Waffengattung; vgl. lat. arma, N. Pl., Gerätschaft, Werkzeug, Kriegsgerät, Waffe; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Armatur, EWD s. u. Armatur, fehlt DW, DW2 3, 270, Duden s. u. Armada; Son.: vgl. nndl. armatuur, Sb., Armatur; frz. armature, F., Armatur; nschw. armatur, Sb., Armatur; nnorw. armatur, M., Armatur; poln. armatura, F., Armatur; nir. armatúr, M., Armatur; lit. armatūra, F., Armatur; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelte und verwendete Ausrüstungsteile und Bedienungsteile technischer Geräte zu einer Steuerung von Stoffströmen; BM.: Ausrüsten; F.: Armatur, Armaturen+FW; Z.: Ar-m-at-ur
$Armaturenbrett, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Armaturenbrett; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Armatur, s. en (Suff.), s. Brett; L.: EWD s. u. Armatur, fehlt DW; GB.: seit 1927 belegte und aus Armatur und en sowie Brett gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon etwas früher entwickeltes und verwendetes mehrere Armaturen zu einer Gesamtheit zusammenfassendes Brett; F.: Armaturenbrett, Armaturenbrettes, Armaturenbretts, Armaturenbretter, Armaturenbrettern+FW+EW; Z.: Ar-m-at-ur-en—bre-t-t
Armbrust, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Armbrust, Bogenschleuder; ne. crossbow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. armbrust, armborst, armbrost, armst, st. F., st. N., Armbrust; mnd. ārmborst, ārmbost, N., Armbrust; mnl. armborst, M., N., Armbrust; ahd. armbrust, st. N.? (a), Armbrust; as. -; anfrk. -; afrz. arbaleste, F., Armbrust; s. lat. arcuballista, F., Bogenschleuder; lat. arcus, M., Bogen; idg. *arku-, Sb., Gebogener, Pokorny 67 (109/109) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); lat. ballista, F., Schleuder; vgl. gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); die Umgestaltung des Ursprungswortes zu „Armbrust“ ist eine volksetymologische Entstellung von „man muss zum Spannen mit Brust und Armen arbeiten“; L.: Kluge 1. A. s. u. Armbrust, Kluge s. u. Armbrust, EWD s. u. Armbrust, DW 1, 556, DW2 3, 272, EWAhd 1, 336, Duden s. u. Armbrust; Son.: vgl. afries. ermbrust, ermburst, st. F. (i), Armbrust; an. armbrist, F., Armbrust; nschw. armborst, Sb., Armbrust; nnorw. armbrøst, M., Armbrust; lit. arbaletas, M., Armbrust; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem lateinischen arcuballista des Altertums gebildete Bezeichnung für eine seit dem 5. Jh. v. Chr. in Griechenland und etwas später in China verwendete bogenähnliche und Pfeile oder Bolzen schleudernde Fernwaffe (Bogenschleuder); BM.: Bogenschleuder; F.: Armbrust, Armbrüste, Armbrüsten+FW; Z.: Arm-bru-st
Armee, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Armee, Streitkräfte eines Staates; ne. army (N.); Vw.: -; Hw.: s. armieren; Q.: 1602 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. armée; E.: s. frz. armée, F., Armee; frz. armer, V., bewaffnen; lat. armāre, V., ausrüsten, rüsten, auftakeln, segelfertig machen; lat. arma, N. Pl., Gerätschaft, Werkzeug, Kriegsgerät, Waffe; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Armee, EWD s. u. Armee, DW 1, 557, DW2 3, 273, Duden s. u. Armee; Son.: vgl. nschw. armé, Sb., Armee; nnorw. armé, M., Armee; poln. armia, F., Armee; nir. arm, M., Armee; lit. armija, F., Armee; GB.: seit 1602 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit oder größere Einheit von Streitkräften eines Staates; BM.: Ausgerüstetes, Bewaffnen; F.: Armee, Armeen+FW; Z.: Ar-m-ee
$Ärmel, nhd., M., (9./10. Jh.): nhd. Ärmel; E.: s. Arm, s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. Ärmel, EWD s. u. Arm, DW 1, 557; GB.: vielleicht seit 9./10. Jh. belegte und aus Arm und el gebildete Bezeichnung für einen Armring oder ein Armband sowie für ein den Arm (oberhalb der Hand) einhüllenden oder umwindenden von Menschen wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Teil der Bekleidung; F.: Ärmel, Ärmels, Ärmeln+EW; Z.: Är-m-el
armen, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. armen, verarmen; ne. become poor; Vw.: -; Hw.: s. arm; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. armen, sw. V., arm sein (V.), verarmen, arm werden, arm machen, ärmer machen; mnd. armen, sw. V., armen, arm werden, arm machen; mnl. armen, sw. V., verarmen; ahd. armen*, ermen*, sw. V. (1a), verarmen, bedrücken; ahd. armēn, sw. V. (3), arm werden, verarmen, Not leiden; as. armon*, sw. V. (2), arm sein (V.); germ. *armjan, sw. V., arm machen; germ. *armēn, *armǣn, sw. V., arm werden, arm sein (V.); anfrk. -; vgl. idg. *orbʰo-, h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781? (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. arm, EWD s. u. arm (verarmen), DW 1, 557, DW2 3, 275, EWAhd 1, 337, Schweiz. Id. 1, 423; Son.: s. schweiz. ärmen, sw. V., verarmen; vgl. afries. -; ae. ierman, yrman, sw. V. (1), quälen, plagen, ärgern; an. erma, sw. V. (1), für unglücklich halten, bemitleiden; got. arman, sw. V. (3), sich erbarmen, bemitleiden; nhd. hauptsächlich mit der Vorsilbe ver als verarmen gebräuchlich; GB.: seit um 830 belegte und aus arm und en gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mit der Bildung von Vermögen mögliches (verhältnismäßig) arm werden von Menschen; BM.: ?; F.: armen (!), arme (!), armst, armt, armest, armet, armte, armtest, armten, armtet, gearmt, ##gearmt, gearmte, gearmtes, gearmtem, gearmten, gearmter##, armend, ###armend, armende, armendes, armendem, armenden, armender###, arm (!)+EW; Z.: arm-en
$armen (2), nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. armen, mit dem Arm umfassen; Vw.: s. um-; E.: s. Arm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Arm, DW 1, 558; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Arm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Primaten mögliches mit dem Arm umfassen; F.: armen (!), arme (!), armst, armt, armest, armet, armte, armtest, armten, armtet, gearmt, ##gearmt, gearmte, gearmtes, gearmtem, gearmten, gearmter##, armend, ###armend, armende, armendes, armendem, armenden, armender###, arm (!)+EW; Z.: ar-m-en
armieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. armieren, bewehren, bewaffnen, mit Waffen ausrüsten; ne. equip; Vw.: -; Hw.: s. Armee; Q.: 1519 (Volkslied); I.: Lw. frz. armer; E.: s. frz. armer, V., bewaffnen; lat. armāre, ausrüsten, rüsten, auftakeln, segelfertig machen; vgl. lat. arma, N. Pl., Gerätschaft, Werkzeug, Kriegsgerät, Waffe; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. armieren, fehlt DW, DW2 3, 279, Duden s. u. armieren; Son.: vgl. nschw. armera, V., ausrüsten; BM.: bewaffnen; GB.: seit 1519 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes bewehren oder bewaffnen; F.: armieren, armiere (!), armierst, armiert, armierest, armieret, armierte, armiertest, armierten, armiertet, ##armiert, armierte, armiertes, armiertem, armierten, armierter##, armierend, ###armierend, armierende, armierendes, armierenden, armierendem, armierender###, armier (!)+FW+EW; Z.: ar-m-ier-en
$Armleuchter, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Armleuchter, Leuchter mit mehreren Armen, bemitleidenswerter Mensch; E.: s. Arm, s. Leuchter; L.: Kluge s. u. Armleuchter, DW 1, 559; GB.: vielleicht nach 1483 belegte und aus Arm und Leuchter gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl schon vor 1000 n. Chr. entwickelten und verwendeten Leuchter mit mehreren Armen und übertragen (Adj.) nach 1900 auch für einen bemitleidenswerten Menschen; F.: Armleuchter, Armleuchters, Armleuchtern+EW; Z.: Ar-m—leuch-t-er
$ärmlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. ärmlich, arm, dürftig, bemitleidenswert; E.: s. arm, s. lich; L.: Kluge s. u. arm, EWD s. u. arm, DW 1, 559; GB.: seit 863-871 belegte und aus arm und lich gebildete Bezeichnung für sachlich mit der allgemeineren Bildung von Vermögen mögliches (verhältnismäßig) arm oder dürftig oder bemitleidenswert; F.: ärmlich, ärmliche, ärmliches, ärmlichem, ärmlichen, ärmlicher(, ärmlichere, ärmlicheres, ärmlicherem, ärmlicheren, ärmlicherer, ärmlichst, ärmlichste, ärmlichstes, ärmlichstem, ärmlichsten, ärmlichster)+EW; Z.: ärm-lich
$armselig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. armselig, dürftig, unglücklich, bedauernswert; E.: s. arm, s. selig; L.: Kluge s. u. arm, EWD s. u. arm, DW 1, 560; GB.: nach 1467 belegte und aus arm und selig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der allgemeineren Vermehrung von Vermögen erkanntes dürftig oder unglücklich oder bedauernswert; F.: armselig, armselige, armseliges, armseligem, armseligen, armseliger(, armseligere, armseligeres, armseligerem, armseligeren, armseligerer, armseligst, armseligste, armseligstes, armseligstem, armseligsten, armseligster)+EW; Z.: arm—sel-ig
Armut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Armut, Mittellosigkeit, Besitzlosigkeit; ne. poverty; Vw.: -; Hw.: s. arm; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. armuot, armüet, armüete, armōt, st. F., st. M., st. N., Armut, ärmliches Besitztum, Not, Elend, Mühsal; mhd. armuote, armet, st. N., Armut, ärmliches Besitztum, Armen (Pl.) (2); mnd. armōde, N., F., Armut; mnl. armoede, armoet, F., N., M., Armut; ahd. armuoti*, armmuoti*, st. N. (ja), Armut, Niedrigkeit, Not; ahd. armuotī*, armmuotī*, st. F. (ī), Armut, Niedrigkeit, Not; as. armōdi*, st. N. (ja), Armut; anfrk. armuodi*, st. N. (ja), Armut; germ. *armiþō, *armeþō, st. F. (ō), Armut; germ. *armōdja-, *armōdjam, st. N. (a), Armut, Not, Elend; vgl. idg. *orbʰo-, *h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781 (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. arm, Kluge s. u. Armut, EWD s. u. arm, DW 1, 561, DW2 3, 284, EWAhd 1, 338, Duden s. u. Armut, Heidermanns 104, Bluhme s. u. arm; Son.: vgl. afries. ermithe, ermthe, st. F. (ō), Armut; ae. earmþu, st. F. (ō), Armut, Elend; ae. iermtu, iermþu, irmtu, irmþu, yrmtu, yrmþu, eormtu, eormþu, st. F. (ō), Armut, Elend, Krankheit, Verbrechen; an. armœða, sw. F. (n), Armut; got. -; nndl. armoede, Sb., Armut; nschw. armod, Sb., Armut; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht seit der allgemeineren Bildung von Vermögen infolge dadurch erkennbare Mittellosigkeit beachtete mangelnde Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Nahrung und Kleidung und Unterkunft; BM.: verwaist; F.: Armut+EW; Z.: Arm-ut
Arnika, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Arnika, Fallkraut, Gemsblume; ne. arnica, leopard’s bane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. ?; E.: latinisierende Bildung unbekannter Herkunft; wohl entstellt aus gr. πταρμική (ptarmikḗ), N., ein Kraut; vgl. gr. πταρμός (ptarmós), M., Niesen; idg. *pster-, *pstereu-, V., niesen, Pokorny 846 (1469/111) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt.), Frisk 2, 610; L.: Kluge s. u. Arnika, fehlt DW, DW2 3, 288, Duden s. u. Arnika; Son.: vgl. nndl. arnica, Sb., Arnika; frz. arnica, F., Arnika; poln. arnika, F., Arnika; nir. airnic, F., Arnika; lit. arnika, F., Arnika; GB.: seit um 1350 belegte und vielleicht latinisierende und wohl mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche von Menschen seit dem Mittelalter vielfach als Heilmittel verwendete stark riechende Pflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: unbekannt?; F.: Arnika, Arnikas+FW+EW?; Z.: Arnik-a
Aroma, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Aroma, Geschmack, Geschmacksstoff; ne. aroma, flavour (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh.?; I.: Lw. lat. arōma; E.: s. lat. arōma, N., Gewürz, Spezerei, Droge, (um 125-175 n. Chr.); s. gr. ἄρωμα (árōma), F., Gewürz; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Aroma, EWD s. u. Aroma, fehlt DW, DW2 3, 288, Duden s. u. Aroma; Son.: vgl. nndl. aroma, Sb., Aroma; frz. arôme, M., Aroma; nschw. arom, Sb., Aroma; nnorw. aroma, M., Aroma; poln. aromat, M., Aroma; lit. aromatas, M., Aroma; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen diesem erkennbaren besonderen Geruch oder Geschmack von Lebensmitteln; BM.: der von Gewürzen verursachte Geschmack; F.: Aroma, Aromas, Aromen, Aromata+FW; Z.: Arom-a
$aromatisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. aromatisch, duftend, schmeckend, würzig; E.: s. Aroma, s. t, s. isch; L.: EWD s. u. Aroma, fehlt DW; GB.: seit um 1525 belegte und aus Aroma und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen diesem erkennbares besonderes duftend oder schmeckend oder würzig; F.: aromatisch, aromatische, aromatisches, aromatischem, aromatischen, aromatischer(, aromatischere, aromatischeres, aromatischerem, aromatischeren, aromatischerer, aromatischst, aromatischste, aromatischstes, aromatischstem, aromatischsten, aromatischster)+FW+EW; Z.: arom-at-isch
Arrak, Arrack, Rack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Arrak, Branntwein; ne. arrack, rack; Vw.: -; Hw.: s. Raki; Q.: 1612; I.: Lw. frz. arak; E.: s. frz. arak, M., Arrak; über span. s. arab. ʿaraq, Sb., Schweiß, alkoholisches Getränk, Branntwein; von ʿaraq at-tamr, Sb., Schweiß der Dattelpalme; L.: Kluge s. u. Arrak, EWD s. u. Arrak, fehlt DW, DW2 3, 289, Duden s. u. Arrak; Son.: vgl. nndl. arak, Sb., Arrak; nschw. arrak, Sb., Arrak; nnorw. arak, M., Arrak; poln. arak, M., Arrak; GB.: seit 1612 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Spanischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit mehr als 2000 Jahren aus Palmsaft oder Reismaische oder Melasse entwickeltes und verwendetes alkoholisches Getränk; BM.: von Schweiß; F.: Arrak, Arraks, Arrake+FW+EW; Z.: Arrak
Arrangement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Arrangement, Anordnung; ne. arrangement; Vw.: -; Hw.: s. arrangieren; Q.: 1724 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. arrangement; E.: s. frz. arrangement, M., Anordnung, Übereinkunft; frz. arranger, V., anordnen; Vorderglied s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. frz. ranger, V., aufräumen, einordnen, einreihen; afrz. renc, Sb., bestimmte Reihe, Platz; awfrk. *hring, ring, anfrk. ring, st. M. (a), Ring, Kreis, Versammlung, germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. arrangieren, EWD s. u. arrangieren, fehlt DW, DW2 3, 289, Duden s. u. Arrangement; Son.: vgl. nndl. arrangement, Sb., Arrangement; nschw. arrangemang, Sb., Arrangement; nnorw. arrangement, N., Arrangement; poln. arrangement, M., Arrangement; lit. aranžuotė, F., Arrangement; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche bestimmte Anordnung (von Gegebenheiten); BM.: drehen bzw. an seinen Platz bringen; F.: Arrangement, Arrangements+FW; Z.: Ar-ra-ng-em-ent
$Arrangeur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Arrangeur, Anordnender, Einrichtender, Arrangierender; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. arrangeur; E.: s. arrang(ieren), s. eur (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. arrangieren; GB.: seit 1825 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus arrang(ieren) und eur (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anordnenden oder Einrichtenden oder Arrangierenden; F.: Arrangeur, Arrangeurs, Arrangeures, Arrangeure, Arrangeuren+FW; Z.: Ar-ra-ng-eur
arrangieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. arrangieren, in eine Ordnung bringen, anordnen, einrichten; ne. arrange; Vw.: -; Hw.: s. Arrangement; Q.: 1724 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. arranger; E.: s. frz. arranger, V., anordnen; Vorderglied s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. frz. ranger, V., aufräumen, einordnen, einreihen; afrz. renc, Sb., bestimmte Reihe, Platz; awfrk. *hring, ring, anfrk. ring, st. M. (a), Ring, Kreis, Versammlung, germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. arrangieren, EWD s. u. arrangieren, fehlt DW, DW2 3, 290, Duden s. u. arrangieren; Son.: vgl. nndl. arrangeren, V., arrangieren; nschw. arrangera, V., arrangieren; nnorw. arrangere, V., arrangieren; poln. aranżować, V., arrangieren; lit. aranžuoti, V., arrangieren; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in eine bestimmte Ordnung bringen oder anordnen oder einrichten; BM.: drehen oder an seinen Platz bringen; F.: arrangieren, arrangiere (!), arrangierst, arrangiert, arrangierest, arrangieret, arrangierte, arrangiertest, arrangierten, arrangiertet, ##arrangiert, arrangierte, arrangiertes, arrangiertem, arrangierten, arrangierter##, arrangierend, ###arrangierend, arrangierende, arrangierendes, arrangierendem, arrangierenden, arrangierender###, arrangier (!)+FW(+EW); Z.: ar-ra-ng-ier-en
Arrest, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Arrest, Freiheitsentzug, Beschlagnahme; ne. arrest (N.), detention; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1463; I.: ndl. Lw.?; E.: mnd. arrest, M., Arrest, Beschlagnahme, Festnahme; wohl über das Niederländische entlehnt aus afrz. arrest, M., Beschlagnahme, Festhalten, Haftbefehl, Verhaftung; vgl. frz. arrester, V., arrestieren; mlat. arrestāre, V., verhaften, festnehmen, beschlagnahmen, (1114); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. restāre, V., zurückstehen, still stehen, sich widersetzen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts; Herkunft ungeklärt?; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Arrest, EWD s. u. arrestieren, fehlt DW, DW2 3, 291, Duden s. u. Arrest; Son.: vgl. nndl. arrest, Sb., Arrest; frz. arrêt, M., Arrest; nschw. arrest, Sb., Arrest; nnorw. arrest, M., Arrest; kymr. arestiad, M., Arrest; poln. areszt, M., Arrest; GB.: seit 1463 belegte und wohl aus dem Mittelniederländischen und mittelbar dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Herrschaft mögliche kurz dauernde Haft von Menschen oder Beschlagnahme von Gegenständen; BM.: zurückstellen?; F.: Arrest, Arrestes, Arrests, Arreste, Arresten+FW; Z.: Ar-re-st
$arrestieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. arrestieren, festhalten, beschlagnehmen, verhaften; E.: s. mnl. arrestēren, sw. V., arrestieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. arrestieren; GB.: seit 1358 belegte und aus dem Mittelniederländischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Herrschaft mögliches festhalten oder beschlagnahmen oder verhaften; F.: arrestieren, arrestiere, arrestierst, arrestiert, arrestierest, arrestieret, arrestierte, arrestiertest, arrestierten, arrestiertet, ##arrestiert, arrestierte, arrestiertes, arrestiertem, arrestierten, arrestierter##, arrestierend, ###arrestierend, arrestierende, arrestierendes, arrestierendem, arrestierenden, arrestierender###, arrestier+FW+EW?; Z.: ar-r-e-st-ier-en
arretieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. arretieren, einsperren, verhaften; ne. arrest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1695; I.: Lw. frz. arrêter; E.: s. frz. arrêter, V., aufhalten, anhalten, hemmen; mlat. arrestāre, V., verhaften, festnehmen, beschlagnahmen, (1114); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. restāre, V., zurückstehen, still stehen, sich widersetzen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts; Herkunft ungeklärt?; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Arrest, fehlt DW, EWD s. u. arrestieren, DW2 3, 292, Duden s. u. arretieren; GB.: seit 1695 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Herrschaft mögliches anhalten und verhaften oder einsperren; BM.: zurückstellen?; F.: arretieren, arretiere, arretierst, arretiert, arretierest, arretieret, arretierte, arretiertest, arretierten, arretiertet, ##arretiert, arretierte, arretiertes, arretiertem, arretierten, arretierter##, arretierend, ###arretierend, arretierende, arretierendes, arretierendem, arretierenden, arretierender###, arretier (!)+FW+EWß; Z.: ar-re-t-ier-en
$Arretierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Arretierung, Anhaltung, Einsperrung, Verhaftung; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. arretier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. arrestieren; GB.: seit 1729 belegte und aus arretier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Herrschaft mögliche Anhaltung und Einsperrung oder Verhaftung; F.: Arretierung, Arretierungen+FW; Z.: Ar-re-t-ier-ung
arrivieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. arrivieren, ankommen, vorwärtskommen, weiterkommen; ne. arrive (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1587; I.: Lw. frz. arriver; E.: s. frz. arriver, V., ankommen; lat. *adrīpāre, ankommen?, landen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. rīpa, F., Ufer, steiles Ufer eines Gewässers, Bachufer; idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; s. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. arrivieren, fehlt DW, EWD s. u. arrivieren, DW2 3, 292, Duden s. u. arrivieren; Son.: vgl. nnorw. arrivere, V., ankommen; GB.: seit 1587 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Lateinische des Altertums erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ankommen oder beruflich oder sozial vorwärtskommen oder weiterkommen; BM.: an ein Ufer gelangen; F.: arrivieren, arriviere (!), arrivierst, arriviert, arrivierest, arrivieret, arrivierte, arriviertest, arrivierten, arriviertet, ##arriviert, arrivierte, arriviertes, arriviertem, arrivierten, arrivierter##, arrivierend, ###arrivierend, arrivierende, arrivierendes, arrivierendem, arrivierenden, arrivierender###, arrivier (!)+FW+EW; Z.: ar-ri-v-ier-en
$arriviert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. arriviert, aufgestiegen, angekommen; E.: s. arrivier(en), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. arrivieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus arrivier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Gliederung der Gesellschaft mit möglichem Aufstieg mögliches aufgestiegen oder angekommen; F.: arriviert, arrivierte, arriviertes, arriviertem, arrivierten, arrivierter(, arriviertere, arrivierteres, arrivierterem, arrivierteren, arrivierterer, arriviertst, arriviertste, arriviertstes, arriviertstem, arriviertsten, arriviertster)+FW+EW; Z.: ar-ri-v-ier-t
arrogant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. arrogant, überheblich, anmaßend; ne. arrogant (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Arroganz; Q.: 1700; I.: Lw. lat. arrogāns; E.: s. lat. arrogāns, Adj., anmaßend, anspruchsvoll, dünkelhaft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. arrogāre, V., aneignen, in Anspruch nehmen, zuschreiben, zuweisen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. rogāre, V., holen, fragen, befragen, vorschlagen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. arrogant, fehlt DW, EWD s. u. Arroganz, DW2 3, 293, Duden s. u. arrogant; Son.: vgl. nndl. arrogant, Adj., arrogant, anmaßend; frz. arrogant, Adj., arrogant, anmaßend; nschw. arrogant, Adj., arrogant, anmaßend; nnorw. arrogant, Adj., arrogant, anmaßend; poln. arogancki, Adj., arrogant, anmaßend; lit. arogantiškas, Adj., arrogant; GB.: seit 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Gliederung der Gesellschaft des Menschen mögliches überheblich oder anmaßend; BM.: aneignen; F.: arrogant, arrogante, arrogantes, arrogantem, arroganten, arroganter(, arrogantere, arroganteres, arroganterem, arroganteren, arroganterer, arrogantest, arroganteste, arrogantestes, arrogantestem, arrogantesten, arrogantester)+FW+EW; Z.: ar-rog-ant
Arroganz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Arroganz, Überheblichkeit, Anmaßung; ne. arrogance; Vw.: -; Hw.: s. arrogant; Q.: 1530 (Paracelsus); I.: Lw. lat. arrogantia; E.: s. lat. arrogantia, F., Anmaßung, dünkelhaftes Benehmen, dünkelhafte Eitelkeit, Überheblichkeit, Vermessenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. arrogāre, V., aneignen, in Anspruch nehmen, zuschreiben, zuweisen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. rogāre, V., holen, fragen, befragen, vorschlagen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. arrogant, fehlt DW, EWD s. u. Arroganz, DW2 3, 293, Duden s. u. Arroganz; Son.: vgl. nndl. arrogantie, Sb., Arroganz; frz. arrogance, F., Arroganz; nschw. arrogans, Sb., Arroganz; nnorw. arroganse, M., Arroganz; poln. arogancja, F., Arroganz; lit. arogancija, F., Arrroganz; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Gliederung der menschlichen Gesellschaft mögliche Überheblichkeit oder Anmaßung; BM.: aneignen; F.: Arroganz+FW; Z.: Ar-rog-anz
Arsch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Arsch, Hintern, Gesäß; ne. arse (N.), buttocks (Pl.), backside; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ars, st. M., Arsch, After, Anus; mnd. ārs, ērs, M., Arsch; ahd. ars, st. M. (a), Arsch, Gesäß, Hintern, Hinterer; as. *ars?, as, st. M. (a), Arsch; anfrk. -; germ. *arsa-, *arsaz, st. M. (a), Arsch; idg. *ers-, *orsos, Sb., Hinterer, Schwanz, Pokorny 340 (497/78) (RB. idg. aus arm., gr., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Arsch, Kluge s. u. Arsch, EWD s. u. Arsch, DW 1, 564, DW2 3, 293, EWAhd 1, 345, Duden s. u. Arsch, Falk/Torp 20, Bluhme s. u. Arsch; Son.: vgl. afries. ers, st. M. (a), Arsch; saterl. ars; ae. ears, st. M. (a), Arsch; an. ars, st. M. (a), Arsch, After; got. -; arm. oṙ, Sb., Hintere; gr. ὄρρος (órros), M., Hintere; air. err, F., Schwanz, Ende; ? heth. arraš, Sb., After, Gesäß; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschliche Hinterteil (Hintern) des Rumpfes höherer Tiere (Gesäß); BM.: Hintern; F.: Arsch, Arsches, Arschs, Ärsche, Ärschen+EW; Z.: Arsch
$arschklar, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. arschklar, völlig klar, sehr klar; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Arsch, s. klar; L.: fehlt DW, EWD s. u. Arsch; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Arsch und klar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches selbst einem Arsch völlig klar; F.: arschklar, arschklare, arschklares, arschklarem, arschklaren, arschklarer+EW+FW; Z.: arsch-kla-r
$Arschkriecher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Arschkriecher; Q.: 1839 (Lexikon); E.: s. Arsch, s. Kriecher; L.: fehlt DW, EWD s. u. Arsch; GB.: seit 1839 belegte und aus Arsch und Kriecher gebildete Bezeichnung für einen zwecks Erlangung von Vorteilen übertrieben schmeichelnden und sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen; F.: Arschkriecher, Arschkriechers, Arschkriechern+EW; Z.: Arsch-krie-ch-er
$Arschlecker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Arschlecker; Q.: 1839 (Lexikon); E.: s. Arsch, s. Lecker; L.: fehlt DW, EWD s. u. Arsch; GB.: seit 1839 belegte und aus Arsch und Lecker gebildete Bezeichnung für einen zwecks Erlangung von Vorteilen übertrieben schmeichelnden und sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen; F.: Arschlecker, Arschleckers, Arschleckern+EW; Z.: Arch—leck-er
$Arschloch, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Arschloch; E.: s. Arsch, s. Loch; L.: DW 1, 567, EWD s. u. Arsch; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Arsch und Loch gebildete sowie vielfach als Schimpfwort verwendete Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung höherer Tiere mögliche Körperöffnung an dem Ausgang des Darmes (zwischen den Gesäßhälften oder Arschbacken); F.: Arschloch, Arschlochs, Arschloches, Arschlöcher, Arschlöchern+EW; Z.: Arsch—loch
Arsen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Arsen, ein Halbmetall; ne. arsenic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. arrhenicum; E.: als ältere Form Arsenik aus lat. arrhenicum, N., Operment, Arsen, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. ἀῤῥενικόν (arrhenikón), N., Operment, Arsen; orientalisches Lehnwort, vgl. mpers. *zarnīk, Adj., golden, goldfarbig, s. Frisk 1, 152, durch semitische Vermittlung und volksetymologischen Anschluss; L.: Kluge s. u. Arsen, EWD s. u. Arsen, fehlt DW, DW2 3, 297, Duden s. u. Arsen; Son.: vgl. nndl. arseen, Sb., Arsen; frz. arsenic, M., Arsen; nschw. arsenik, Sb., Arsen; nnorw. arsenikk, M., Arsen; poln. arsen, M., Arsen; nir. arsanaic, F., Arsen; lit. arsenas, M., Arsen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie vielleicht aus dem Mittelpersischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein geruchloses ziemlich giftiges und in der Natur selten gediegen vorkommendes weißes Halbmetall (chemisches Element Nr. 33, abgekürzt As); BM.: von der gelben Farbe der Schwefelverbindungen; F.: Arsen, Arsens+FW; Z.: Arsen
Arsenal, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Arsenal, Sammlung, Lager, Zeughaus; ne. arsenal, armoury; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1492?; I.: Lw. it. arsenale; E.: s. mnd. arsenāl, F., Werft, Reede; it. arsenale, M., Zeughaus; vgl. arab.دار الصناعة (dār as-sinā a), Sb., Fabrik, Werft; s. arab.دار (dār), Sb., Haus; s. arab. sinā´a, Sb., Gewerbe; s. arab. sana´a, V., herstellen; L.: Kluge s. u. Arsenal, EWD s. u. Arsenal, DW2 3, 298, Duden s. u. Arsenal; Son.: vgl. nndl. arsenaal, Sb., Arsenal; frz. arsenal, M., Arsenal; nschw. arsenal, Sb., Arsenal; nnorw. arsenal, N., Arsenal; poln. arsenal, M., Arsenal; lit. arsenalas, M., Arsenal; GB.: vielleicht seit 1492 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete militärische Einrichtung für die Lagerung und Wartung von Waffen und Geräten (Zeughaus); BM.: Werkstatt; F.: Arsenal, Arsenals, Arsenale, Arsenalen+FW; Z.: Ar-sen-al
$Arsenik, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Arsenik; E.: s. Arsen, s. ik; L.: Kluge s. u. Arsen, fehlt DW, EWD s. u. Arsen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Arsen und ik gebildete Bezeichnung für ein giftiges Arsenoxid; F.: Arsenik, Arseniks+FW; Z.: Arsenik
Art (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Art (F.) (1), Weise (F.) (1), Spezies; ne. kind (N.), manner; Vw.: -; Hw.: s. Art (2); Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: s. mhd. art (1), st. M., st. F., st. N., Art (F.) (1), Herkunft, Abkunft, Abstammung, Eigentümlichkeit; weitere Herkunft unklar, vielleicht Anschluss an nhd. Art (2); L.: Kluge 1. A. s. u. Art, Kluge s. u. Art 1, EWD s. u. Art, DW 1, 568, DW2 3, 299, Duden s. u. Art, Bluhme s. u. Art; Son.: vgl. nndl. aard, Sb., Art (F.) (1); GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht an Art (2) anschließbare Bezeichnung für eine angeborene oder erworbene Anlage von Menschen wobei die Art die Gesamtheit von Lebewesen ist die unter gleichen äußeren Bedingungen einander in allen wesentlichen Merkmalen gleichen und sich miteinander fruchtbar paaren; BM.: ?; F.: Art, Arten+EW?; Z.: Art
Art (2), nhd. (dial.), F., (8. Jh.): nhd. Art (F.) (2), Pflügen, Ackerbau, Auflockern von Ackerboden; ne. plough (N.), cultivation; Vw.: -; Hw.: s. Art (1); Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. art (2), Sb., Pflügen, Pflugarbeit; mnd. art, F., Pflügen, geackertes Land, Abstammung; mnl. aert, M., Pflügen; vgl. mhd. art (1), st. M., st. F., st. N., Art (F.) (1), Herkunft, Abkunft, Abstammung, Eigentümlichkeit, Natur, Beschaffenheit, Kunst, Ackerbau, Land; ahd. art, st. F. (i), Pflügen, Ackerbau; as. ard*, st. M. (i), Aufenthaltsort; anfrk. germ. *arþi-, *arþiz, st. F. (i), Pflügen, Ackerung, Ertrag; idg. *arti-, Sb., Pflügen; s. idg. *arə-, *ar-, *h₂arh₃-, V., pflügen, Pokorny 62 (101/101) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Art 2, DW 1, 573, DW2 3, 298, EWAhd 1, 347, Duden s. u. Art, Falk/Torp 18, Seebold 82, Schweiz. Id. 1, 473, Fischer 1, 330, Ochs 1, 72f., Rhein. Wb. 1, 273; Son.: vgl. afries. *erd, *ered, Sb., Pflügen; ae. earþ, st. F. (i), Pflügen, Bauen, Ernte; ae. ierþ, yrþ, st. F. (jō), Pflügen, Bebauung, Ernte, Ertrag; an. ǫrð, st. F. (i), Ertrag, Ernte, Saat; GB.: seit (4. Viertel 8. Jh.) belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Auflockern von Ackerboden; BM.: pflügen; F.: Art, Arten+EW; Z.: Ar-t
Art (3), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Art (F.) (3), Kunst; ne. art (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. art; E.: s. ne. art, N., Kunst; lat. ars, F., Kunst, Wissenschaft, Handwerk, Fertigkeit, Können, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Art 3, fehlt DW; Son.: hauptsächlich in Zusammensetzungen wie z. B. Pop Art; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickelte und verwendete Kunst; BM.: fügen; F.: Art+FW; Z.: Ar-t
$arten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. arten; Vw.: s. ab-, aus-, ent-; E.: s. Art, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Art 1, EWD s. u. Art, DW 1, 573; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Art und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches werden oder geraten (V.); F.: arten (!), arte (!), artest, artet, artete, artetest, arteten, artetet, geartet, ##geartet, geartete, geartetes, geartetem, gearteten, gearteter##, artend, ###artend, artende, artendes, artendem, artenden, artender###, art (!)+EW; Z.: art-en
Arterie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Arterie, Schlagader; ne. artery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); I.: Lw. lat. artēria; E.: s. lat. artēria, F., Luftröhre, Arterie, Schlagader, Pulsader, (81-43 v. Chr.); s. gr. ἀρτηρία (artēría), F., Luftröhre, Schlagader; vgl. gr. αἴρειν (aírein), V., heben, aufheben, steigern, hintragen; vgl. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Arterie, EWD s. u. Arterie, fehlt DW, DW2 3, 305, Duden s. u. Arterie; Son.: vgl. nndl. arterie, Sb., Arterie; frz. artère, F., Arterie; nschw. artär, Sb., Arterie; nnorw. arterie, M., Arterie; russ. артерия (arterija), F., Arterie; kymr. arteri, F., Arterie; nir. artaire, M., Arterie; lit. arterija, F., Arterie; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Blutgefäß von Lebewesen welches (ausgenommen die Herzkranzgefäße) das Blut von dem Herzen wegführt und zu anderen Körperteilen hinführt; BM.: binden; F.: Arterie, Arterien+FW+EW; Z.: Ar-t-er-ie
Arthritis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Arthritis, Gelenksentzündung, entzündliche Gelenkserkrankung; ne. arthritis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1683 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. arthrītis; E.: s. lat. arthrītis, lat., F., Gliederkrankheit, Gicht, Gelenksentzündung, Halserkrankung, (2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); gr. ἀρθρῖτις (arthritis), F., Gicht; vgl. gr. ἄρθρον (árthron), N., Glied, Gelenk; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 3, 306, Duden s. u. Arthritis; Son.: vgl. nndl. artritis, Sb., Arthritis; frz. arthrite, F., Arthritis; nschw. artrit, Sb., Arthritis; nnorw. artritt, M., Arthritis; russ. артрит (artrit), M., Arthritis; kymr. arthritis, M., Arthritis; nir. airtríteas, M., Arthritis; lit. artritas, M., Arthritis; GB.: seit 1683 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Gelenksentzündung oder entzündliche Gelenkserkrankung bei Lebewesen; BM.: fügen; F.: Arthritis, Arthritiden+FW; Z.: Ar-thr-it-is
Arthrose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Arthrose, Gelenkverschleiß, degenerative Gelenkserkrankung; ne. arthrosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. gr. ἀρθρώσις (árthrōsis); E.: s. gr. ἀρθρώσις (árthrōsis), F., Gliederung, Verbindung; vgl. gr. ἄρθρον (árthron), N., Glied, Gelenk; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 3, 306, Duden s. u. Arthrose; Son.: vgl. nndl. artrose, Sb., Arthrose; frz. arthrose, F., Arthrose; nschw. artros, Sb., Arthrose; nnorw. artrose, M., Arthrose; poln. artroza, F., Arthrose; lit. artrozė, F., Arthrose; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine durch Knorpelabrieb (Verschleiß) entstehende und wohl schon vormenschlich mögliche degenerative Erkrankung der Gelenke von Lebewesen; BM.: fügen?; F.: Arthrose, Arthrosen+FW(+EW?); Z.: Ar-thr-os-e
artifiziell, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. artifiziell, künstlich; ne. artificial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Johannes von Franckenstein); I.: Lw. lat. artificiālis; E.: s. lat. artificiālis, Adj., kunstmäßig, kunstgerecht, Kunst..., (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. ars, F., Kunst, Wissenschaft, Handwerk, Fertigkeit, Können, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 3, 307, Duden s. u. artifiziell; Son.: vgl. nndl. artificieel, Adj., artifiziell, künstlich; frz. artificiel, Adj., artifiziell, künstlich; nschw. artificiell, Adj., artifiziell, künstlich; nnorw. artificiell, Adj., artifiziell, künstlich; kymr. artiffisial, Adj., artifiziell; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches künstlich; BM.: fügen; F.: artifiziell, artifizielle, artifizielles, artifiziellem, artifiziellen, artifizieller(, artifiziellere, artifizielleres, artifiziellerem, artifizielleren, artifiziellerer, artifiziellst, artifiziellste, artifiziellstes, artifiziellstem, artifiziellsten, artifiziellster)+FW(+EW); Z.: ar-t-i-fi-z-i-ell
artig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. artig, nett, gut erzogen; ne. polite, courteous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: s. mhd. artic, Adj., artig, gut beschaffen (Adj.), edel, gut; mnd. ārdich, Adj., artig, von Art (F.) (1) seiend, seiner Art (F.) (1) gemäß; mhd. art (1), st. M., st. F., st. N., Art (F.) (1), Herkunft, Abkunft, Abstammung, Eigentümlichkeit; weitere Herkunft unklar, vielleicht Anschluss an nhd. Art (2); L.: Kluge s. u. artig, EWD s. u. Art, DW 1, 573, DW2 3, 307, Duden s. u. artig; Son.: vgl. nschw. artig, Adj., höflich, artig; nnorw. artig, Adj., nett, lustig; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus Art und ig gebildete sowie in der weiteren Herkunft vielleicht unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gut erzogen; BM.: ?; F.: artig, artige, artiges, artigem, artigen, artiger(, artigere, artigeres, artigerem, artigeren, artigerer, artigste, artigstes, artigstem, artigsten, artigster)+EW; Z.: ar-t-ig
Artikel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Artikel, Aufsatz, Abhandlung, Gesetzesabschnitt, Handelsgegenstand; ne. article; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276 (Stadtrecht Augsburg); I.: Lw.; E.: mhd. artikel, st. M., Artikel, Schriftabschnitt, Erscheinungsform; mnd. artīkel, articul, M., N., Artikel, Absatz, Punkt, Paragraph; s. lat. articulus, M., Gelenk, Glied, Abschnitt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. artus (2), M., Gelenk, Glied; vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Artikel, EWD s. u. Artikel, fehlt DW, DW2 3, 310, Duden s. u. Artikel; Son.: lat. articulus als Lbd. zu gr. ἄρθρον (árthron), N., Glied, Gelenk; vgl. nndl. artikel, Sb., Artikel; frz. article, M., Artikel; nschw. artikel, Sb., Artikel; nnorw. artikkel, M., Artikel; poln. artykuł, M., Artikel; kymr. erthygl, M., Artikel; nir. airteagal, M., Artikel; lit. artikelis, M., Artikel (gramm.); lit. artikulas, M., Artikel, Handelsgegenstand; GB.: seit 1276 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen geschaffenen Beitrag oder Teil einer Gesamtheit oder Vielheit und für ein das Genus oder Geschlecht von Substantiven anzeigendes Wort wie beispielsweise (bestimmt) der oder die oder das oder (unbestimmt) ein oder eine; BM.: Zusammenfügung; F.: Artikel, Artikels, Artikeln+FW(+EW); Z.: Ar-t-ik-el
Artikulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Artikulation, Ausdrucksweise; ne. articulation; Vw.: -; Hw.: s. artikulieren; Q.: 1571; I.: Lw. lat. articulātio; E.: s. lat. articulātio, F., Ansetzen neuer Knoten, Artikel, Verbindung, Artikulation, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. artus (2), M., Gelenk, Glied; vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Artikel, EWD s. u. Artikel, fehlt DW, DW2 3, 313, Duden s. u. Artikulation; Son.: vgl. nndl. articulatie, F., Artikulation; frz. articulation, F., Artikulation; nschw. artikulation, Sb., Artikulation; nnorw. artikulasjon, M., Artikulation; poln. articulatie, F., Artikulation; lit. artikulacija, F., Artikulation; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche deutliche und gegliederte Ausdrucksweise oder Aussprache durch Menschen; BM.: gliedern bzw. zusammenfügen; F.: Artikulation, Artikulationen+FW(+EW); Z.: Ar-t-ik-ul-at-io-n
artikulieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. artikulieren, deutlich sprechen, deutlich formulieren; ne. articulate, enunciate; Vw.: -; Hw.: s. Artikulation; Q.: 1439; I.: Lw. lat. articulāre; E.: s. lat. articulāre, V., artikulieren, deutlich aussprechen, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. artus (2), M., Gelenk, Glied; vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. artikulieren, EWD s. u. Artikel, fehlt DW, DW2 3, 313, Duden s. u. artikulieren; Son.: vgl. nndl. articuleren, V., artikulieren; frz. articuler, V., artikulieren; nschw. artikulera, V., artikulieren; nnorw. artikulere, V., artikulieren; poln. artykułować, V., artikulieren; lit. artikuliuoti, V., artikulieren; GB.: seit 1439 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren (Suff.) umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches deutlich und gegliedert und damit leichter verständlich sprechen; BM.: gliedern bzw. zusammenfügen; F.: artikulieren, artikuliere (!), artikulierst, artikuliert, artikulierest, artikulieret, artikulierte, artikuliertest, artikulierten, artikuliertet, ##artikuliert, artikulierte, artikuliertes, artikuliertem, artikulierten, artikulierter##, artikulierend, ###artikulierend, artikulierende, artikulierendes, artikulierendem, artikulierenden, artikulierender###, artikulier (!)+FW(+EW); Z.: ar-t-ik-ul-ier-en
Artillerie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Artillerie, Geschütze einer Armee, Geschützwesen, Zeugwesen; ne. artillery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1499; I.: frz. Lw.?; E.: s. mnd. artolerīe, arteley, attelrīe, F., Geschützwesen, Artillerie; frz. artillerie, F., Geschütz; vgl. afrz. artillier, artiller, V., mit Gerätschaft ausrüsten, bestücken; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von einem afrz. atirier, V., ausrüsten, anordnen; letztlich aus dem Frk., s. Gamillscheg 53b; die von Kluge s. u. Artillerie möglichen Etymologien von einem frühromanischen *apticulare zu lat. adaptāre, V., anpassen; bzw. die Ableitung von lat. articulāre, V., einteilen, zuteilen sind nach Gamillscheg 53b nicht schlüssig; L.: Kluge s. u. Artillerie, EWD s. u. Artillerie, fehlt DW, DW2 3, 314, Gamillscheg 53b, Duden s. u. Artillerie; Son.: vgl. nndl. artillerie, Sb., Artillerie; nschw. artilleri, Sb., Artillerie; nnorw. artilleri, N., Artillerie; poln. artyleria, F., Artillerie; nir. airtléire, F., Artillerie; lit. artilerija, F., Artillerie; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Mittelniederländischen und Französischen und wohl dem Fränkischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für alle von Menschen seit etwa dieser Zeit entwickelten und verwendeten Geschütze einer Armee; BM.: ?; F.: Artillerie, Artillerien+FW; Z.: Artiller-ie
$Artillerist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Artillerist; E.: s. Artilleri(e), s. ist (Suff.); L.: Kluge s. u. Artillerie, EWD s. u. Artillerie, fehlt DW; GB.: seit 1683 belegte und aus Artiller(ie) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Artillerie möglichen Angehörigen von Artillerie; F.: Artillerist, Artilleristen+FW(+EW?); Z.: Artill-er-ist
Artischocke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Artischocke, Erdschocke; ne. artichoke; Vw.: -; Hw.: s. Erdschocke; Q.: 1542 (Wörterbuch); I.: Lw. nordit. articiocco; E.: s. mnd. artischok, arschok, F., Artischocke; nordit. articiocco, M., Artischocke; entstellt aus it. carciofo, Artischocke; aspan. alcarcofa, F.?, Artischocke; hispano-arabisch al-ḫaršūfa, Sb., Artischocke; arab. القرشوف (al-harschuf), Sb., Artischocke L.: Kluge s. u. Artischocke, EWD s. u. Artischocke, fehlt DW, DW2 3, 315, Duden s. u. Artischocke; Son.: eingedeutschte Nebenform ist auch Erdschocke; vgl. nndl. artisjok, Sb., Artischocke; frz. artichaut, M., Artischocke; nschw. ärtskocka, Sb., Artischocke; nnorw. artisjokk, M., Artischocke; poln. karczock, M., Artischocke; nbret. artichaod, Sb., Artischocke; lit. artišokas, M., Artischocke; GB.: seit 1542 mnd. belegte und aus (dem Mittelniederdeutschen und mittelbar) dem Norditalienischen sowie dem Italienischen und Altspanischen und dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine aus dem Mittelmeerraum kommende erstmals in dem 1. Jh. n. Chr. genannte distelartige und teilweise essbare Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: ?; F.: Artischocke, Artischocken+FW; Z.: Artischock-e
Artist, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Artist, Künstler; ne. artist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331-1341 (Nicolaus von Jeroschin); E.: mhd. artiste, sw. M., Artist, Absolvent der Artistenfakultät, Mitglied der Artistenfakultät; s. mlat. artista, M., Artist, Absolvent der Artistenfakultät, Mitglied der Artistenfakultät, (1280); vgl. lat. ars, F., Kunst, Handwerk, Fertigkeit, Geschicklichkeit; vgl. idg. *r̥t-, *art-, Adj., zusammengefügt, Pokorny 56; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Artist, EWD s. u. Artist, fehlt DW, DW2 3, 315, Duden s. u. Artist; Son.: vgl. nndl. artiest, M., Artist; frz. artiste, M., Artist; nschw. artist, M., Artist; nnorw. artist, M., Artist; poln. artysta, M., Artist; kymr. artist, M., Artist; lit. artistas, M., Artist; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Kunst durch den Menschen möglichen geschickten Menschen oder Künstler; BM.: fügen; F.: Artist, Artisten+FW+EW; Z.: Ar-t-ist
$artistisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. artistisch, einen Artisten betreffend; E.: s. Artist, s. isch; L.: Kluge s. u. Artist, EWD s. u. Artist, fehlt DW; GB.: seit 1583 belegte und aus Artist und isch gebildete Bezeichnung für einen Artisten betreffend; F.: artistisch, artistische, artistisches, artistischem, artistischen, artistischer(, artistischere, artistischeres, artistischerem, artistischeren, artistischerer, artistischst, artistischste, artistischstes, artistischstem, artistischsten, artistischster)+FW+EW; Z.: ar-t-ist-isch
Arve, nhd. (schweiz.), F., (15. Jh.?): nhd. Arve, Zirbelkiefer; ne. Swiss pine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.? (Weistümer); I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht Zusammenhang mit einem von Plinius überlieferten Wort aravicelos Nüsse der Zirbelkiefer, dann gall. Herkunft, s. gall. *arawo-, Sb., Zirbelkiefer; L.: Kluge s. u. Arve, DW 1, 538 (Arbe), DW2 3, 318, Duden s. u. Arve; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Gallischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in den Alpen beheimateten Baum aus der Familie der Kieferngewächse; BM.: Zirbelkiefer?; F.: Arve, Arven+FW; Z.: Arv-e
Arznei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Arznei, Medikament, Medizin; ne. remedy, medicine; Vw.: -; Hw.: s. Arzt; Q.: vor 1120/1130 (Der Millstätter Reimphysiologus); E.: s. mhd. erzenīe, st. F., Arznei, Heilkunde, Heilung (F.) (1), Heilmittel, Medikament; mhd. arzenīe, st. F., Arznei, Heilkunde, Heilung (F.) (1), Heilmittel, Medikament; über ahd. giarzātōn, V., verarzten, heilen aus s. lat. archiater, M., Arzt, (538/539-594 n. Chr.); gr. ἀρχίατρος (archíatros), M., Erzarzt; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberster; gr. ιᾶτρός (iātrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Arzenei, Kluge s. u. Arznei, EWD s. u. Arznei, DW 1, 576, DW2 3, 319, Duden s. u. Arznei; GB.: seit vor 1120/1130 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich grundsätzlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen erkannten Stoff oder eine Stoffzusammensetzung die als Mittel zu einer Heilung oder zu einer Verhütung von Krankheiten von Menschen oder Tieren bestimmt ist; BM.: Verbindung zu Arzt; F.: Arznei, Arzneien+FW; Z.: Arz-n-ei
$Arzneimittel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Arzneimittel; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. Arznei, s. Mittel; L.: EWD s. u. Arznei, DW 1, 577 (nur Hinweis); GB.: seit 1589 belegte und vielleicht nach lat. medicamentum aus Arznei und Mittel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen als Mittel zu einer Heilung oder zu einer Verhütung von Krankheiten von Menschen oder Tieren erkannten und verwendeten Stoff; F.: Arz-n-ei—mi-tt-el+FW+EW
Arzt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Arzt, Doktor, Mediziner; ne. doctor, physician; Vw.: -; Hw.: s. Arznei; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. arzāt, arzet, arzt, st. M., Arzt, Heilkundiger; mhd. arzāte, sw. M., Arzt; mnd. arste, M., Arzt; ahd. arzāt, st. M. (a), Arzt; as. -; anfrk. -; lat. archiater, M., Arzt; gr. ἀρχιατρός (archiatrós), M., Erzarzt; vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; gr. ιατρός (iatrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Arzt, Kluge s. u. Arzt, EWD s. u. Arzt, DW 1, 577, DW2 3, 322, EWAhd 1, 358, Duden s. u. Arzt, Bluhme s. u. Arzt; Son.: vgl. nndl. arts, M., Arzt; GB.: seit dem 863-871 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mit der Vorbeugung gegen und der Erkennung sowie Behandlung von Krankheiten beschäftigenden Menschen; F.: Arzt, Arztes, Arzts, Ärzte, Ärzten+FW(+EW); Z.: Arz-t
$ärztlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ärztlich; E.: s. Arzt, s. lich; L.: Kluge s. u. Arzt, DW 1, 578, EWD s. u. Arzt; GB.: seit um 1210 belegte und aus Arzt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Arzt betreffend; F.: ärztlich, ärztliche, ärztliches, ärztlichem, ärztlichen, ärztlicher+FW+EW; Z.: ärz-t-lich
As, Ass, nhd., N., (18. Jh.): nhd. As, Ass, höchste Spielkarte in einem Kartenspiel; ne. ace (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. as; E.: s. frz. as, M., Eins auf dem Würfel, As; lat. as, M., As, Münzeinheit, Einheit; Herkunft s. assis als „viereckiges Metalltäfelchen“, s. Walde/Hofmann 1, 71; L.: Kluge 1. A. s. u. As, Kluge s. u. As, EWD s. u. As, DW 1, 578, DW2 3, 325, Duden s. u. Ass, Bluhme s. u. As; Son.: vgl. nndl. aas, Sb., As, Ass; frz. as, M., As, Ass; poln. as, M., As, Ass; kymr. as, F., As, Ass; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die höchste Spielkarte in einem Kartenspiel; BM.: ?; F.: As, Ases, Ase, Asen, Ass, Asses, Asse, Assen+FW; Z.: As
Asbest, nhd., N., M., (12. Jh.): nhd. Asbest, feuerfester Faserstoff; ne. asbestos; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); I.: Lw. lat. asbestos; E.: s. mhd. abestō, abestōn, st. M., Asbest; lat. asbestos, M., Amiant, Asbest, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. ἄσβεστος (ásbestos), Adj., unauslöschlich, unzerstörbar; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. σβεννύναι (sbennýnai), V., löschen (V.) (1), auslöschen, erlöschen; idg. *gᵘ̯es-, *zgᵘ̯es-, *gᵘ̯esh₂-, *zgᵘ̯esh₂-, V., erlöschen, Pokorny 479 (701/23) (RB. idg. aus ind., gr., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Asbest, fehlt DW, EWD s. u. Asbest, DW2 3, 326, Duden s. u. Asbest; Son.: vgl. nndl. asbest, Sb., Asbest; frz. asbeste, M., Asbest; nschw. asbest, Sb., Asbest; nnorw. asbest, M., Asbest; poln. azbest, M., Asbest; kymr. asbestos, M., Asbest; nir. aispeist, F., Asbest; lit. asbestas, M., Asbest; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschiedene schon vormenschliche natürlich vorkommende Silikat-Minerale wobei Asbest in der Gegenwart als grundsätzlich gesundheitsgefährdend eingestuft wird; GB.: unzerstörbare Faser; F.: Asbest, Asbestes, Asbests, Asbeste, Asbesten+FW; Z.: A-sbe-st
Asch (1), nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Asch (M.) (1), schüsselartiges Gefäß; ne. bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Der Stricker Kleinere Dichtungen); E.: mhd. asch, st. M., Gefäß, Schüssel; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit mhd. asch, st. M., Esche, Speer; ahd. ask*, asc, st. M. (a?, i?), Esche, Eberesche, Speer; germ. *aska-, *askaz, st. M. (a), Esche; idg. *osk-, Sb., Esche, Pokorny 782; s. idg. *ōs, *h₃es-, Sb., Esche, Pokorny 782 (1350/30) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Asch 1, DW 1, 578?, DW2 3, 327, Duden s. u. Asch; GB.: seit 1233-1267 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Esche verbindbare ostmitteldeutsche Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete tiefe Tonschüssel; BM.: Esche?; F.: Asch, Asches, Aschs, Äsche, Äschen+EW; Z.: Asch
Asch (2), nhd. (ält.-dial.), M., (8. Jh.): nhd. Asch (M.) (2), kleines Schiff; ne. small ship (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Lex Salica, lateinische Form); E.: mhd. asch, st. M., Boot, kleines Schiff, Salzschiff; weitere Herkunft ungeklärt, unwahrscheinlicher Zusammenhang mit ahd. ask*, asc, st. M. (a?, i?), Esche, Eberesche, Speer; germ. *aska-, *askaz, st. M. (a), Esche; idg. *osk-, Sb., Esche, Pokorny 782; s. idg. *ōs, *h₃es-, Sb., Esche, Pokorny 782 (1350/30) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Asch 2, fehlt DW?, DW2 3, 327; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines Schiff; BM.: Esche?; BM.: Esche?; F.: Asch, Asches, Aschs+EW; Z.: Asch
Asche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Asche, Verbrennungsrückstand; ne. ash (N.); Vw.: s. Pott-; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. asche, esche, sw. F., sw. M., Asche; mnd. asche, F., Asche, Pottasche, Staub; mnl. assce, F., Asche; ahd. aska*, asca, st. F. (ō), sw. F. (n), Asche, Staub; as. -; anfrk. aska*, sw. F. (n), Asche; germ. *askō-, *askōn, *azgō-, *azgōn, sw. F. (n), Asche; s. idg. *azg-, Sb., V., Asche, brennen, glühen, Pokorny 68; idg. *ā̆s-, h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Asche, Kluge s. u. Asche, EWD s. u. Asche, DW 1, 578, DW2 3, 327, EWAhd 1, 364, Duden s. u. Asche, Falk/Torp 22, Bluhme s. u. Asche; Son.: vgl. afries. -; ae. asca, sw. M. (n), Asche, Staub; æsce, æxe, asce, sw. F. (n), Asche; an. aska, sw. F. (n), Asche; got. azgō, sw. F. (n), Asche; nndl. as, Sb., Asche; nschw. aska, Sb., Asche; nnorw. aske, M., F., Asche; ai. *ā̆sa-ḥ, Sb., Asche, Staub; arm. ačiwn, Sb., Asche; lat. āra, F., Scheiterhaufen, Erhöhung, Altar; heth. ḫašši, Sb. (Lok.), auf dem Herde; GB.: seit 3. Drittel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Rückstand eines Verbrennungsvorgangs oder Oxidationsvorgangs (Verbrennungsrückstand); BM.: brennen; F.: Asche, Aschen+EW; Z.: Asch-e
Äsche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Äsche, ein Lachsfisch; ne. grayling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. asche, sw. M., Äsche; mnd. asch, Sb., Äsche; s. ahd. asko* (1), asco, sw. M. (n), Äsche; as. asko*, sw. M. (n), Äsche; anfrk. -; weitere Etymologie unbekannt; vielleicht Anschluss an ahd. aska*, s. nhd. Asche; L.: Kluge 1. A. s. u. Äsche, Kluge s. u. Äsche, DW 1, 578, DW2 3, 330, EWAhd 1, 367, Duden s. u. Äsche, Bluhme s. u. Aesche; Son.: vgl. afries. -; ae. *æsc (2), st. F. (ō), Äsche (ein Fisch); an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Etymologie unbekannte sowie vielleicht mit Asche verbindbare Bezeichnung für einen in fast ganz Europa verbreiteten vielleicht schon vormenschlich möglichen und einen thymianartigen Geruch aufweisenden lachsartigen Süßwasserfisch; BM.: von der Farbe?; F.: Äsche, Äschen+EW; Z.: Äsch-e
$Aschenbrödel, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Aschenbrödel(, Aschenputtel); Hw.: s. Aschenputtel; E.: s. Asch(e), s. en (Suff.), s. Brödel; L.: Kluge s. u. Aschenbrödel, EWD s. u. Asche, DW 1, 581; GB.: seit um 1325 belegte und aus Asch(e) und en sowie brodel(n) gebildete Bezeichnung für eine gering geschätzte Dienstkraft (Küchenjungen) in Märchen; F.: Aschenbrödel, Aschenbrödels, Aschenbrödeln+EW; Z.: Asch-en—bröd-el
$Aschenputtel, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Aschenputtel(, Aschenbrödel); L.: Kluge s. u. Aschenbrödel, EWD s. u. Asche, DW 1, 583; GB.: seit vor 1732 belegte und aus Asch(e) und en Suff.) sowie buddel(n) (wälzen) gebildete Bezeichnung für eine gering geschätzte Dienstkraft in Märchen; F.: Aschenputtel, Aschenputtels, Aschenputteln+EW; Z.: Asch-en—putt-el
$Aschermittwoch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Aschermittwoch; E.: s. Asch, s. er, s. Mittwoch; L.: Kluge s. u. Aschermittwoch, DW 1, 585, EWD s. u. Asche; GB.: seit 1343 belegte und aus Asch(e) und er sowie Mittwoch nach lat. feria quarta cinerum (oder vierter Wochentag der Aschen) gebildete Bezeichnung für den dem Faschingsdienstag jeden Jahres folgenden Mittwoch mit dem nach christlicher Vorstellung die Fastenzeit (für Jesu Christi) von vierzig Tagen vor Ostern und der dadurch gewürdigten Kreuzigung Jesu Christi unter dem römischen Landpfleger Pontius Pilatus in Jerusalem an Karfreitag beginnt; F.: Aschermittwoch, Aschermittwochs, Aschermittwoche, Aschermittwochen+EW; Z.: Asch-er—mi-tt—woch
äschern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. äschern, zu Asche machen, mit Asche reinigen; ne. burn (V.) to ashes; Vw.: s. ab-?, ein-; Hw.: s. Asche; Q.: 16. Jh.; E.: s. Asche; L.: Kluge s. u. Asche, DW 1, 858; GB.: seit 1472 belegte und aus Asch(e) und (e)rn gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches durch Verbrennung oder Oxidation zu Asche machen; BM.: brennen; F.: äschern, äschere, äscher (!), äscherst, äschert, äscherte, äschertest, äscherten, äschertet, geäschert, ##geäschert, geäscherte, geäschertes, geäschertem, geäscherten, geäscherter##, äschernd, ###äschernd, äscherndes, äscherndem, äschernden, äschernder###, äscher (!)+EW; Z.: äsch-er-n
Ase, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ase, nordischer Gott; ne. Æsir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1759; I.: Lw. an. āss; E.: s. an. āss, st. M. (u), Gott, Ase; germ. *ansu-, *ansuz, st. M. (u), Gott, Ase, a-Rune; idg. *ansu-, Sb., Geist, Dämon, Pokorny 48; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ase, fehlt DW, DW2 3, 337, Duden s. u. Ase, Falk/Torp 14; Son.: vgl. ahd. *ans?, st. M. (a?, i?), Gott; as. *ās?, *ōs?, st. M. (a?, i?), Gott, Ase; as.? ōs (2), st. M. (a?, i?)?, o-Rune; afries. -; ae. ōs, st. M. (a), Gott, Ase, heidnischer Gott; got. aza?, st. F.? (ō), a-Rune; got. *ans (2), (Pl. anseis), st. M. (u?, i?), Götter; nndl. ase, M., Ase; frz. Ases, M., Pl., Asen; nschw. as, M., Asen; nnorw. æsir, M. Pl., Asen; nisl. ás, M., Ase; poln. azowie, M. Pl., Asen; lit. asas, M., Ase; GB.: seit 1759 belegte und über das Altnordische für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Angehörigen einer Götterfamilie in der nordischen Mythologie; BM.: atmen; F.: Ase, Asen+EW; Z.: A-s-e
äsen, nhd., V., (11. Jh.): nhd. äsen, essen, grasen; ne. graze (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. āsen, sw. V., essen, fressen, verzehren, abweiden, zu Aas werden; mnd. -; vgl. mhd. ās, st. N., Aas, Fleisch eines toten Körpers, Futter (N.) (1), Leiche; ahd. āz, st. N. (a), Aas, Fraß, Essen (N.), Speise; s. germ. *ēta-, *ētam, *ǣta-, *ǣtam, st. N. (a), Essen (N.), Aas; idg. *ed-, *h₁ed-, Adj., Sb., genießbar, Essen (N.), Pokorny 288 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. äsen, EWD s. u. äsen, DW 1, 586, DW2 3, 337, Duden s. u. äsen, Bluhme s. u. aesen; Son.: vgl. nndl. asen, V., äsen; GB.: seit 1060-1070 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches essen oder feste Nahrung mit dem Mund aufnehmen und mit den Zähen verkleinern; BM.: essen; F.: äsen, äse (!), äst (!), äste (!), ästen (!), geäst, ##geäst, geäste, geästes, geästem, geästen, geäster##, äsend, ###äsend, äsende, äsendes, äsendem, äsenden, äsender###, äs (!)+EW; Z.: äs-en
$aseptisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. aseptisch, keimfrei, steril; E.: s. a., s. septisch; L.: EWD s. u. Sepsis, fehlt DW; GB.: 1843 belegte und aus a und septisch (mittelbar) aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches keimfrei oder steril; F.: aseptisch, aseptische, aseptisches, aseptischem, aseptischen, aseptischer+FW; Z.: a—sep-t-isch
$Aser, Eser, Oser, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Aser, Tasche, Beutel; E.: s. ?; L.: Kluge s. u. Aser, DW 1, 586; GB.: seit um 1300 belegte etymologisch unbekannte ältere Bezeichnung für eine Tasche oder einen Beutel eines Jägers; F.: Aser, Asers, Asern, Eser, Esers, Esern, Oser, Osers, Osern+EW; Z.: As-er
$Äser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Äser; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. äs(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. äsen, fehlt DW; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus äs(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für Maul (N.) von Wild; F.: Äser, Äsers, Äsern+EW; Z.: Äs-er
Askese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Askese, Enthaltsamkeit, strenge Lebensweise; ne. ascesis, asceticism; Vw.: -; Hw.: s. Asket, asketisch; Q.: 1719 (Abraham a Santa Clara); I.: Lw. lat. ascēsis; E.: s. lat. ascēsis, F., Übung, Tugendübung, Askese, Beschäftigung; gr. ἄσκησις (áskēsis), F., Übung, Askese, Beschäftigung; vgl. gr. ἀσκεῖν (askein), V., künstlich herstellen, schmücken, ausstatten; nach Frisk 1, 163 keine Etymologie; L.: Kluge s. u. Asket, EWD s. u. Asket, fehlt DW, DW2 3, 340, Duden s. u. Askese; Son.: vgl. nndl. ascese, Sb., Askese; nndl. asces, F., Askese; frz. ascèse, F., Askese; nschw. askes, Sb., Askese; nnorw. askese, M., Askese; poln. askeza, F., Askese; kymr. asgetigiaeth, F., Askese; nir. aiséiteachas, F., Askese; lit. asketizmas, M., Askese; GB.: seit 1719 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie über keine Etymologie zuordenbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Übung oder eine enthaltsame und strenge Lebensweise eines Menschen; BM.: ?; F.: Askese+FW; Z.: Ask-es-e
Asket, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Asket, enthaltsam lebender Mensch; ne. ascetic (M.); Vw.: -; Hw.: s. Askese, asketisch; Q.: 1719; I.: Lw. gr. ἀσκητής (askētḗs); E.: s. gr. ἀσκητής (askētḗs), M., Ausübender, Fachmann; vgl. gr. ἀσκεῖν (askein), V., künstlich herstellen, schmücken, ausstatten; nach Frisk 1, 163 keine Etymologie; L.: Kluge s. u. Asket, EWD s. u. Asket, fehlt DW, DW2 3, 340, Duden s. u. Asket; Son.: vgl. nndl. asceet, M., Asket; frz. ascète, M., Asket; nschw. asket, M., Asket; nnorw. asket, M., Asket; poln. asketa, M., Asket; lit. asketas, M., Asket; GB.: seit 1719 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie über keine Etymologie zuordenbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen enthaltsam lebenden Menschen; BM.: ?; F.: Asket, Asketen+FW; Z.: Ask-et
asketisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. asketisch, enthaltsam, Asketen betreffend, Askese betreffend; ne. ascetic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Asket, Askese; Q.: 1739 (Wörterbuch); I.: Lw. mlat. ascēticus; E.: s. mlat. ascēticus, Adj., asketisch; vgl. gr. ἀσκητικός (askētikós), Adj., arbeitsam; vgl. gr. ἀσκεῖν (askein), V., künstlich herstellen, schmücken, ausstatten; nach Frisk 1, 163 keine Etymologie; L.: Kluge s. u. Asket, EWD s. u. Asket, fehlt DW, DW2 3, 341, Duden s. u. asketisch; Son.: vgl. nndl. ascetisch, Adj., asketisch; frz. ascétique, Adj., asketisch; nnorw. asketisk, Adj., asketisch; poln. ascetyczny, Adj., asketisch; kymr. asgetaidd, Adj., asketisch; nir. aiséitiúil, Adj., asketisch; lit. asketiškas, Adj., asketisch; GB.: seit 1739 belegte und nach dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aus Asket und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Asketen oder eine Askese betreffend; BM.: ?; F.: asketisch, asketische, asketisches, asketischem, asketischen, asketischer(, asketischere, asketischeres, asketischerem, asketischeren, asketischerer, asketischst, asketischste, asketischstes, asketischstem, asketischsten, asketischster)+EW; Z.: ask-et-isch
$asozial, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. asozial; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. a, s. sozial; L.: EWD s. u. sozial, fehlt DW; GB.: seit 1910 belegte und aus a und sozial sowie. lat. social(is) gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen als einem grundsätzlich sozialen und der Gesellschaft bedürftigen Wesen fremd aber mögliches gesellschaftlich randständig oder verbrecherisch; F.: asozial, asoziale, asoziales, asozialem, asozialen, asozialer(, asozialere, asozialeres, asozialerem, asozialeren, asozialerer, asozialst, asozialste, asozialstes, asozialstem, asozialsten, asozialster)+EW; Z.: a—soz-ial
Aspekt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Aspekt, Gesichtspunkt, Betrachtungsweise; ne. issue (N.), aspect; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1481; I.: Lw. lat. aspectus; E.: s. lat. aspectus, M., Hinsehen, Hinblick, Anblick, Aussicht, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. aspicere, V., hinsehen, ansehen, sehen, anblicken, betrachten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Aspekt, EWD s. u. Aspekt, fehlt DW, DW2 3, 342, Duden s. u. Aspekt; Son.: vgl. nndl. aspect, Sb., Aspektus; frz. aspect, M., Aspekt; nschw. aspekt, Sb., Aspekt; nnorw. aspekt, M., Aspekt; poln. aspekt, M., Aspekt; lit. aspektas, M., Aspekt; GB.: seit 1481 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Gesichtspunkt oder eine Betrachtungsweise; BM.: anblicken bzw. hinsehen; F.: Aspekt, Aspektes, Aspekts, Aspekte, Aspekten+FW; Z.: A-spek-t
Asphalt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Asphalt, Erdpech; ne. asphalt (N.), tarmac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh. (Wörterbuch); I.: Lw. lat. asphaltus; E.: s. lat. asphaltus, M., Asphalt, Judenpech, (360 n. Chr.); s. gr. ἄσφαλτος (ásphaltos), F., Asphalt, Erdharz; vgl. gr. σπάλλειν (spállein), V., werfen, schleudern, stoßen; vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Asphalt, EWD s. u. Asphalt, fehlt DW, DW2 3, 344, Asphalt; Son.: vgl. nndl. asfalt, Sb., Asphalt; frz. asphalte, M., Asphalt; nschw. asfalt, Sb., Asphalt; nnorw. asfalt, M., Asphalt; poln. asfalt, M., Asphalt; nir. asfalt, M., Asphalt; lit. asfaltas, M., Asphalt; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in Mesopotamien vor 3000 Jahren aus natürlichem Vorkommen für Waffen und Geräte sowie Schmuck und Skulpturen verwendete und danach von Menschen als Baumaterial künstlich hergestellte Mischung aus Bitumen und Gesteinskörnungen; BM.: ?; F.: Asphalt, Asphaltes, Asphalts, Asphalte, Asphalten+FW; Z.: A-sphal-t
Aspik, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Aspik, Sülze, Sulze, eine Speise; ne. aspic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1874 (Lexikon); I.: Lw. frz. aspic; E.: s. frz. aspic, M., Aspik, Konzentrat aus Fleischsoße; von lavendula spīca; vgl. lat. spīca, F., Ähre, Getreideähre, Kornähre; idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aspik, EWD s. u. Aspik, fehlt DW, DW2 3, 344, Duden s. u. Aspik; Son.: vgl. nndl. aspisadder, Sb., Aspik; nnorw. aspik, M., Aspik; nir. aspach, M., Aspik; GB.: seit 1874 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in der Herkunft nicht sicher erklärte Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit aus Fleisch oder Fisch und Geleemasse (Geliermasse) hergestellte Sülze; BM.: Spitze?; F.: Aspik, Aspiks, Aspikes, Aspike, Aspiken+FW(+EW?); Z.: A-spi-k
Aspirant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Aspirant, Anwärter, Bewerber, Kandidat; ne. aspirant (M.); Vw.: -; Hw.: s. aspirieren, Aspiration; Q.: 1777; I.: Lw. frz. aspirant; E.: s. frz. aspirant, M., Aspirant, Anwärter; vgl. frz. aspirer, V., sich bewerben, anstreben; lat. aspīrāre, V., hinhauchen, zuwehen, förderlich sein (V.), gelangen, (81-43 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aspirant, EWD s. u. Aspirant, fehlt DW, DW2 3, 344, Duden s. u. Aspirant; Son.: vgl. nndl. aspirant, M., Aspirant, Anwärter; nschw. aspirant, M., Aspirant; nnorw. aspirant, M., Aspirant; poln. aspirant, M., Aspirant; GB.: seit 1777 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anwärter oder Bewerber; BM.: anhauchen; F.: Aspirant, Aspiranten+FW; Z.: A-spir-ant
Aspiration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Aspiration, Anhauchung, Bestrebung, Ehrgeiz; ne. aspiration; Vw.: -; Hw.: s. Aspirant, aspirieren; Q.: 1530; I.; Lw. lat. aspīrātio; E.: s. lat. aspīrātio, F., Anwehen, Anhauchen, Anhauch, Aspiration, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. aspīrāre, V., hinhauchen, zuwehen, förderlich sein (V.), gelangen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aspiration, fehlt DW, DW2 3, 344, Duden s. u. Aspiration; Son.: vgl. nndl. aspiratie, Sb., Aspiration; frz. aspiration, F., Anspruch, Ansaugen; nschw. aspiration, Sb., Aspiration; nnorw. aspirasjon, M., Aspiration; poln. aspiracja, F., Aspiration; lit. aspiracija, F., Aspiration; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Anhauchung oder allgemeiner für eine Bestrebung oder für Ehrgeiz; BM.: anhauchen; F.: Aspiration, Aspirationen+FW+EW; Z.: A-spir-at-io-n
aspirieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aspirieren, nach etwas streben; ne. aspirate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Aspirant, Aspiration; Q.: 1546 (Urkunde); I.: Lw. frz. aspirer; E.: s. frz. aspirer, V., sich bewerben, anstreben; lat. aspīrāre, V., hinhauchen, zuwehen, förderlich sein (V.), gelangen, (81-43 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aspirant, fehlt DW, DW2 3, 345, Duden s. u. aspirieren; Son.: vgl. nndl. aspireren, V., aspirieren; nschw. aspirera, V., aspirieren; nnorw. aspirere, V., aspirieren; poln. aspirować, V., aspirieren; GB.: seit 1546 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches anhauchen oder allgemeiner für streben; BM.: anhauchen; F.: aspirieren, aspiriere, aspirierst, aspiriert, aspirierest, aspirieret, aspirierte, aspiriertest, aspirierten, aspiriertet, ##aspiriert, aspirierte, aspiriertes, aspiriertem, aspirierten, aspirierter##, aspirierend, ###aspirierend, aspirierende, aspirierendes, aspirierendem, aspirierenden, aspirierender###, aspirier (!)+FW+EW; Z.: a-spir-ier-en
Assel, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Assel, ein Krebstier; ne. woodlouse, isopoda; Vw.: -; Hw.: s. Esel; Q.: 14. Jh.? (aus einem elsässischen Arzneibuch des 14. Jahrhunderts); I.: Lw. ?; E.: Herkunft unklar, s. mhd. assel, Sb., Assel, Kellerassel; von germ. *etan, st. V., essen, verzehren; idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 288 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); nach Kluge und EWD stammt das Wort von it. asello, M., Assel zu lat. asellus, M., kleiner Esel; L.: Kluge 1. A. s. u. Assel, Kluge s. u. Assel, EWD s. u. Assel, DW 1, 587, DW2 3, 346, Duden s. u. Assel, Bluhme s. u. Assel; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und möglicherweise mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleines und bis zu 50 Zentimeter langes graues und lichtscheues sowie überwiegend dauerhaft von dem Wasser auf das Land übergegangenes Krebstier wie beispielsweise die Krebsassel; BM.: von essen oder von der grauen Farbe?; F.: Assel, Asseln+EW; Z.: As-s-el
Assessor, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Assessor, Anwärter der höheren Beamtenlaufbahn, Beisitzerr; ne. assessor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1488; I.: Lw. lat. assessor; E.: s. lat. assessor, M., Beisitzer, Gehilfe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. assidēre, V., bei jemanden sitzen, dabeisitzen, danebensitzen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Assessor, EWD s. u. Assessor, fehlt DW, DW2 3, 347, Duden s. u. Assessor; Son.: vgl. nndl. assessor, M., Assessor; frz. assesseur, M., Assessor; nschw. assessor, M., Assessor; nnorw. assessor, M., Assessor; poln. asesor, M., Assessor; kymr. aseswr, M., Assessor; GB.: seit um 1488 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Titel Beisitzer innerhalb einer höheren Beamtenlaufbahn; BM.: Beisitzer; F.: Assessor, Assessors, Assessoren+FW; Z.: As-ses-s-or
Assimilation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Assimilation, Angleichung, Anpassung; ne. assimilation; Vw.: -; Hw.: s. assimilieren; Q.: 1772; I.: Lw. lat. assimulātio; E.: s. lat. assimulātio, F., Ähnlichmachung, Anähnlichung, Angleichung, ähnliche Bildung, Erdichtung, Invergleichbringen, Verstellung, (3. Viertel 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. assimulāre, V., ähnlich machen, darstellen, vergleichen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. simulāre, V., ähnlich machen, abbilden, darstellen, nachahmen; lat. similis, Adj., ähnlich, gleich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. assimilieren, EWD s. u. assimilieren, fehlt DW, DW2 3, 349, Duden s. u. Assimilation; Son.: vgl. nndl. assimilatie, Sb., Assimilation; frz. assimilation, F., Assimilation; nschw. assimilation, Sb., Assimilation; nnorw. assimilasjon, M., Assimilation; poln. asymilacja, F., Assimilation; nir. asamhlú, M., Assimilation; lit. asimiliacija, F., Assimilation; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Angleichung oder Anpassung; BM.: angleichen; F.: Assimilation, Assimilationen+FW+EW; Z.: As-sim-il-at-io-n
assimilieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. assimilieren, angleichen, anpassen; ne. assimilate; Vw.: -; Hw.: s. Assimilation; Q.: 1667; I.: Lw. lat. assimulāre; E.: s. lat. assimulāre, V., ähnlich machen, darstellen, vergleichen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. simulāre, V., ähnlich machen, abbilden, darstellen, nachahmen; lat. similis, Adj., ähnlich, gleich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. assimilieren, EWD s. u. assimilieren, fehlt DW, DW2 3, 349, Duden s. u. assimilieren; Son.: vgl. nndl. assimileren, V., assimilieren; frz. assimiler, V., assimilieren; nschw. assimilera, V., assimilieren; nnorw. assimilere, V., assimilieren; poln. asymilować, V., assimilieren; lit. asimiliuoti, V., assimilieren; GB.: seit 1667 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches angleichen oder anpassen; BM.: gleichmachen; F.: assimilieren, assimiliere, assimilierst, assimiliert, assimilierest, assimilieret, assimilierte, assimiliertest, assimilierten, assimiliertet, ##assimiliert, assimilierte, assimiliertes, assimiliertem, assimilierten, assimilierter##, assimilierend, ###assimilierend, assimilierende, assimilierendes, assimilierendem, assimilierenden, assimilierender###, assimilier (!)+FW+EW; Z.: as-sim-il-ier-en
Assistent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Assistent, Helfer, Gehilfe; ne. assistant (M.); Vw.: -; Hw.: s. assistieren; Q.: vor 1566; I.: Lw. lat. assistēns; E.: s. lat. assistēns, M., Gehilfe, Umstehender, Angrenzender, (3. Viertel 8. Jh.); vgl. lat. assistere, V., hintreten, hinzutreten, sich hinstellen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Assistent, EWD s. u. assistieren, fehlt DW, DW2 3, 349, Duden s. u. Assistent; Son.: vgl. nndl. assistent, M., Assistent; frz. assistant, M., Assistent; nschw. assistent, M., Assistent; nnorw. assistent, M., Assistent; poln. asystent, M., Assistent; lit. asistentas, M., Assistent; GB.: seit vor 1566 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums unter Menschen möglichen förmlichen Helfer oder Gehilfen; BM.: Hinzutretender bzw. Hinzustellender; F.: Assistent, Assistenten+FW(+EW); Z.: As-sist-ent
$Assistenz, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Assistenz, Unterstützung; I.: Lw. lat. assistentia; E.: s. lat. assiste(re), s. t, s. ia; L.: EWD s. u. assistieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1430 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums unter Menschen mögliche förmliche Unterstützung; F.: Assistenz, Assistenzen+FW(+EW); Z.: As-sist-enz
assistieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. assistieren, beistehen, unterstützen; ne. assist (V.); Vw.: -; Hw.: s. Assistent; Q.: 1594 (Urkunde); I.: Lw. lat. assistere; E.: s. lat. assistere, V., hintreten, hinzutreten, sich hinstellen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Assistent, EWD s. u. assistieren, fehlt DW, DW2 3, 350, Duden s. u. assistieren; Son.: vgl. nndl. assisteren, V., assistieren; frz. assister, V., assistieren; nschw. assistera, V., assistieren; nnorw. assistere, V., assistieren; poln. asystować, V., assistieren; lit. asistuoti, V., assistieren; GB.: seit 1594 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches förmliches beistehen oder zu der Seite stehen oder unterstützen; BM.: hinzutreten bzw. hinzustellen; F.: assistieren, assistiere, assistierst, assistiert, assistierest, assistieret, assistierte, assistiertest, assistierten, assistiertet, ##assistiert, assistierte, assistiertes, assistiertem, assistierten, assistierter##, assistierend, ###assistierend, assistierende, assistierendes, assistierendem, assistierenden, assistierender###, assistier (!)+FW(+EW); Z.: as-sist-ier-en
Assoziation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Assoziation, Vergesellschaftung, Zusammenschluss; ne. association; Vw.: -; Hw.: s. assoziieren, assoziativ; Q.: 1619 (Urkunde); I.: Lw. frz. association; E.: s. frz. association, F., Vereinigung; mlat. associātio, F., Anschluss, Zusammenschluss, Verbindung, Pariage, Vereinigung, Teilnehmenlassen; vgl. lat. associāre, V., beigesellen, vereinigen, verbinden, (354-430 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sociāre, V., vergesellschaften, vereinigen, verbinden, verheiraten; lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. assoziieren, EWD s. u. assoziieren, fehlt DW, DW2 3, 350; Son.: vgl. nndl. associatie, Sb., Assoziation; nschw. association, Sb., Assoziation; nnorw. assosiasjon, M., Assoziation; poln. asocjacja, F., Assoziation; lit. asociacija, F., Assoziation; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung höherer Tiere mögliche Vergesellschaftung oder einen Zusammenschluss; BM.: anschließen bzw. Geselle werden; F.: Assoziation, Assoziationen+FW(+EW); Z.: As-soz-i-at-io-n
assoziativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. assoziativ, verbindend; ne. associative; Vw.: -; Hw.: s. assoziieren, Assoziation; Q.: 1869; I.: Lw. ne. associative; E.: s. ne. associative, Adj., assoziativ; vgl. lat. associāre, V., beigesellen, vereinigen, verbinden, (354-430 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sociāre, V., vergesellschaften, vereinigen, verbinden, verheiraten; lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. assoziieren, fehlt DW, DW2 3, 351, Duden s. u. assoziativ; Son.: vgl. nndl. associatief, Adj., assoziativ; nnorw. assosiativ, Adj., assoziativ; poln. asocjacyjny, Adj., assoziativ; GB.: seit 1869 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches verbindend; BM.: anschließen bzw. Geselle werden; F.: assoziativ, assoziative, assoziatives, assoziativem, assoziativen, assoziativer+FW(+EW); Z.: as-soz-i-at-iv
assoziieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. assoziieren, sich verbinden, sich zusammenschließen, anschließen; ne. associate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Assoziation, assoziativ; Q.: 1555; I.: Lw. lat. associāre; E.: s. lat. associāre, V., beigesellen, vereinigen, verbinden, (354-430 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. sociāre, V., vergesellschaften, vereinigen, verbinden, verheiraten; lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. assoziieren, EWD s. u. assoziieren, fehlt DW, DW2 3, 351, Duden s. u. assoziieren; Son.: vgl. nndl. associeren, V., assoziieren; frz. associer, V., assoziieren; nschw. associera, V., assoziieren; nnorw. assosiere, V., assoziieren; russ. ассоциировать (assoziirowat), V., assoziieren; GB.: seit 1555 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches verbinden oder zusammenschließen oder anschließen; BM.: Dinge zusammenschließen; BM.: Geselle werden; F.: assoziieren, assoziiere, assoziierst, assoziiert, assoziierest, assoziieret, assoziierte, assoziiertest, assoziierten, assoziiertet, ##assoziiert, assoziierte, assoziiertes, assoziiertem, assoziierten, assoziierter##, assoziierend, ###assoziierend, assoziierende, assoziierendes, assoziierendem, assoziierenden, assoziierender###, assoziier+FW+EW; Z.: as-soz-i-ier-en
$Assoziierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Assoziierung, Vergesellschaftung, Zusammenschluss; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. assoziier(en), s. ung; L.: EWD s. u. assoziieren, fehlt DW; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus assoziier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung höherer Tiere mögliche Vergesellschaftung oder einen Zusammenschluss; F.: Assoziierung, Assoziierungen+FW+EW; Z.: As-soz-i-ier-ung
Ast, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ast, Zweig; ne. branch (N.), bough; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ast, st. M., Ast, Querbalken, Zweig, Trieb, Baumstamm, Stange; mnd. ast, M., Ast; mnl. ast, M., Ast; ahd. ast, st. M. (i), Ast, Zweig, Segelstange; mnl. ast, Sb., Arm eines Kreuzes; as. ast*, st. M. (i), Ast; anfrk. -; s. germ. *asta-, *astaz, st. M. (a), Ast; idg. *ozdos, *h₂ózdo-, *h₂ósdo-, Sb., Ast, Zweig, Pokorny 785 (1357/37) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ast, Kluge s. u. Ast, EWD s. u. Ast, DW 1, 589, DW2 3, 351, EWAhd 1, 373, Duden s. u. Ast, Bluhme s. u. Ast; Son.: vgl. afries. -; ae. ōst, st. M. (a), Knoten (M.), Klumpen (M.), Auswuchs; an. -; got. asts, st. M. (a), Ast, Streu von Laub, Zweig; arm. ost, Sb., Zweig, Ast; gr. ὄζος (ózos), M., Ast, Zweig, Schössling; ? heth. ? ḫašduir, N., Zweige, Reisig, Abfall; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich seit rund 385 bis 300 Millionen Jahren möglichen größeren Teil verholzter Pflanzen; BM.: Ansitzendes?; F.: Ast, Astes, Asts, Äste, Ästen+EW; Z.: As-t
...ast, nhd., M., (15. Jh.): nhd. ...ast; ne. ...ast; Vw.: s. Cine-, Fant-, Gymnasi-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ...αστής (astḗs), Suff., ...ast; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. ...ast, Suff., ...ast; nschw. ...ast, Suff., ...ast; nnorw. ...ast, Suff., ...ast; poln. ...asta, Suff., ...ast; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundsilbe für einen Angehörigen oder Handelnden verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...ast, ...asten+FW+EW; Z.: -ast
Astat, Astatin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Astat, Astatin, ein Nichtmetall; ne. astatine; Vw.: -; Hw.: s. Astatin; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἄστατος (ástatos), Adj., unstet, unbeständig; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Astat; Son.: vgl. nndl. astaat, Sb., Astat; frz. astate, M., Astat; nschw. astat, N., Astat; nnorw. astat, N., Astat; kymr. astatîn, M., Astat; nir. astaitín, M., Astat; poln. astat, M., Astat; lit. astatis, M., Astat; GB.: seit 1940 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr selten (in der Erdkruste in wahrscheinlich insgesamt nur 0,07 Gramm enthaltenes) natürlich vorkommendes und bei dem natürlichen Zerfall von Uran entstehendes sowie 1940 in Berkeley von Emilio Gino Segré und D. R. Corson sowie K. R. Mackenzie erstmals künstlich hergestelltes und entdecktes radioaktives Nichtmetall (chemisches Element Nr. 85, abgekürzt At, schwerstes bekanntes Halogen); BM.: unstet; F.: Astat, Astats+FW; Z.: A-sta-t
$asten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. asten; E.: s. Ast, s. en; L.: EWD s. u. Ast, DW 1, 589?; GB.: seit 1500 belegte und aus Ast und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ast entfernen oder abschlagen; F.: asten, aste (!), astest, astet, astete, astetest, asteten, astetet, geastet, ##geastet, geastete, geastetes, geastetem, geasteten, geasteter##, astend, ###astend, astende, astendes, astendem, astenden, astender###, ast (!)+EW; Z.: as-t-en
Aster, nhd., F. und M., (18. Jh.): nhd. Aster, Sternblume, eine Blume; ne. aster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. ἀστήρ (ástḗr); E.: s. gr. ἀστήρ (ástḗr), F., Stern (M.) (1), Gestirn, Meteor; s. idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Aster, EWD s. u. Aster, DW 1, 589, DW2 3, 353, Duden s. u. Aster; Son.: vgl. nndl. aster, Sb., Aster; frz. aster, M., Aster; nschw. aster, Sb., Aster; nnorw. aster, M., Aster; poln. aster, M., Aster; nir. astar, M., Aster; lit. astras, M., Aster; GB.: seit 1774 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche Pflanze aus der Familie der Korbblütler mit sternartigen Blütenköpfen; BM.: sternartig(er Blütenkopf); F.: Aster, Astern+FW; Z.: A-ster
Asteroid, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Asteroid, kleiner Planet; ne. asteroid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀστήρ (ástḗr), F., Stern (M.) (1), Gestirn, Meteor; s. idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Asteroid; Son.: vgl. nndl. asteroïde, Sb., Asteroid; frz. astéroïde, M., Asteroid; nschw. asteroid, Sb., Asteroid; nnorw. asteroide, M., Asteroid; kymr. asteroid, M., Asteroid; nir. astaróideach, M., Asteroid; poln. asteroida, F., Asteroid; lit. asteroidas, M., Asteroid; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen astronomischen Kleinkörper zwischen einem Meteroiden und einem Zwergplaneten; BM.: Stern, Gestalt; F.: Asteroid, Asteroiden+FW; Z.: A-ster-oid
...ästhesie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...ästhesie, Wahrnehmung; ne. ...aethesia, ...esthesia; Vw.: s. An-, Syn-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. αἴσθησις (aísthēsis); E.: s. gr. αἴσθησις (aísthēsis), F., Gefühl, Wahrnehmung, Empfindung, Sinn, Erkenntnis; vgl. gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1066; Son.: vgl. nndl. ...ethesie, Suff., ...ästhesie; frz. ...esthésie, Suff., ...ästhesie; nschw. ...estesi, Suff., ...ästhesie; nnorw. ...estesi, Suff., ...ästhesie; poln. ...estetja, Suff., ...ästhesie; nir. ...éistéise, Suff., ...ästhesie; lit. ...estezija, Suff., ...ästhesie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Tieren mögliche Wahrnehmung; BM.: wahrnehmen; F.: ...ästhesie, ...ästhesien+FW; Z.: -ä-sth-es-ie
Ästhet, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ästhet, Schöngeist, Feingeist; ne. aesthete, esthete; Vw.: -; Hw.: s. Ästhetik, ästhetisch; Q.: 1908 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. αἰσθητής (aisthētḗs); E.: s. gr. αἰσθητής (aisthētḗs), M., Wahrnehmender, Bemerkender; vgl. gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ästhetik, EWD s. u. Ästhetik, fehlt DW, DW2 3 354, Duden s. u. Ästhet; Son.: vgl. nndl. estheet, Sb., Ästhet; frz. esthète, M., Ästhet; nschw. estet, Sb., Ästhet; nnorw. estet, M., Ästhet; poln. esteta, M., Ästhet; kymr. esthetydd, M., Ästhet; nir. aeistéit, M., Ästhet; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Kultur und Zivilisation möglichen wahrnehmenden und dem Schönen oder Feinen zugeneigten Menschen (Schöngeist oder Feingeist); BM.: wahrnehmen; F.: Ästhet, Ästheten+FW; Z.: Ä-sth-et
Ästhetik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ästhetik, Lehre der Wahrnehmung und der Schönheit; ne. aesthetics, aesthetic; Vw.: -; Hw.: s. Ästhet, ästhetisch; Q.: 1744 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αἰσθητικός (aisthētikós), Adj., zum Wahrnehmen fähig; vgl. gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ästhetik, EWD s. u. Ästhetik, fehlt DW, DW2 3, 354, Duden s. u. Ästhetik; Son.: vgl. nndl. esthetica, Sb., Ästhetik; frz. esthétique, F., Ästhetik; nschw. estetik, Sb., Ästhetik; nnorw. estetikk, M., Ästhetik; poln. estetyka, F., Ästhetik; kymr. estheteg, F., Ästhetik; nir. aistéitic, F., Ästhetik; lit. estetika, F., Ästhetik; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Lehre der Wahrnehmung und der Schönheit; BM.: wahrnehmen; F.: Ästhetik, Ästhetiken+FW+EW; Z.: Ä-sth-et-ik
ästhetisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ästhetisch, harmonisch, ansprechend; ne. aesthetic, esthetic, aesthetical, esthetical; Vw.: -; Hw.: s. Ästhet, Ästhetik; Q.: 1748; I.: Lw. gr. αἰσθητικός (aisthētikós); E.: s. gr. αἰσθητικός (aisthētikós), Adj., zum Wahrnehmen fähig; vgl. gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ästhetik, EWD s. u. Ästhetik, fehlt DW, DW2 3, 355, Duden s. u. ästhetisch; Son.: vgl. nndl. esthetisch, Adj., ästhetisch; frz. esthétique, Adj., ästhetisch; nschw. estetisk, Adj., ästhetisch; nnorw.estetisk, Adj., ästhetisch; poln. estetyczny, Adj., ästhetisch; nir. aeistéitiúil, Adj., ästhetisch; lit. estetinis, Adj., ästhetisch; GB.: seit 1748 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches wahrnehmen oder einstufen als harmonisch oder ansprechend; BM.: wahrnehmen; F.: ästhetisch, ästhetische, ästhetisches, ästhetischem, ästhetischen, ästhetischer(, ästhetischere, ästhetischeres, ästhetischerem, ästhetischeren, ästhetischerer, ästhetischst, ästhetischste, ästhetischstes, ästhetischstem, ästhetischsten, ästhetischster)+FW+EW; Z.: ä-sth-et-isch
Asthma, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Asthma, Atemnot (Luftnot); ne. asthma; Vw.: -; Hw.: s. asthmatisch; Q.: 1527 (Paracelsus); I.: Lw. lat. asthma, gr. ἄσθμα (ásthma); E.: s. lat. asthma, N., asthma, Engbrüstigkeit, Beklemmung; gr. ἄσθμα (ásthma), N., Atemnot, Keuchen, Beklemmung; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Asthma, EWD s. u. Asthma, fehlt DW, DW2 3, 356, Duden s. u. Asthma; Son.: vgl. mhd. asma, st. N., Asthma; vgl. nndl. astma, Sb., Asthma; frz. asthme, M., Asthma; nschw. astma, Sb., Asthma; nnorw. astma, M., Asthma; poln. astma, F., Asthma; nir. asma, M., Asthma; lit. astma, F., Asthma; GB.: seit 1527 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche chronische Erkrankung der Atemwege von Lebewesen mit anfallsweise möglicher Luftnot; BM.: atmen; F.: Asthma, Asthmas+FW; Z.: A-sthm-a
$Asthmatiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Asthmatiker, an Asthma Leidender; Q.: 1893; L.: Kluge s. u. Asthma, EWD s. u. Asthma, fehlt DW; GB.: seit 1893 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene bzw. aus Asthma und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen an Asthma Leidenden; F.: Asthmatiker, Asthmatikers, Asthmatikern+FW+EW; Z.: A-sthm-at-ik-er
asthmatisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. asthmatisch, kurzatmig; ne. asthmatic; Vw.: -; Hw.: s. Asthma; Q.: 1528 (Paracelsus); I.: Lw. lat. asthmaticus; E.: s. lat. asthmaticus, Adj., mit kurzem Atem behaftet, engbrüstig, asthmatisch, (23/24-79 n. Chr.); gr. ἀσθματικός (asthmatikós), Adj., mit Atemnot behaftet; vgl. gr. ἄσθμα (ásthma), N., Atemnot, Keuchen, Beklemmung; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Asthma, EWD s. u. Asthma, DW2 3, 356, Duden s. u. asthmatisch; Son.: vgl. nndl. astmatisch, Adj., asthmatisch; frz. asthmatique, Adj., asthmatisch; nschw. astmatisk, Adj., asthmatisch; nnorw. astmatisk, Adj., asthmatisch; poln. astmatyczny, Adj., asthmatisch; kymr. astmatig, Adj., asthmatisch; nir. asmach, Adj., asthmatisch; lit. astmos, Adj., asthmatisch; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene bzw. aus Asthma und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches kurzatmig; BM.: atmen; F.: asthmatisch, asthmatische, asthmatisches, asthmatischem, asthmatischen, asthmatischer+FW+EW; Z.: a-sthm-at-isch
astro..., nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. astro..., Stern...; ne. astro...; Vw.: s. -labium, -logie, -naut, -nomie; Hw.: -; E.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἀστήρ (ástḗr), F., Stern (M.) (1), Gestirn, Meteor; idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. astro…, Duden s. u. astro-; Son.: vgl. nndl. astro..., Präf., astro...; frz. astro..., Präf., astro...; nschw. astro..., Präf., astro...; nnorw. astro..., Präf., astro...; poln. astro..., Präf., astro...; kymr. astro..., Präf., astro...; nir. astra..., Präf., astro...; lit. astro..., Präf., astro...; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und verwendete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Vorstellung von seit Entstehung der Welt möglichem Stern; BM.: Stern; F.: astro…+FW; Z.: a-str-o-
Astrolabium, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Astrolabium, Instrument zur Bestimmung der Lage der Gestirne; ne. astrolabe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. astrolabium, N., Astrolabium; s. mlat. astrolabium, N., Astrolabium; gr. ἀστρολάβον (astrolábon), N., Astrolabium; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen, bekommen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, Pokorny 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: fehlt DW, DW2 3, 359, Duden s. u. Astrolabium; Son.: vgl. nndl. astrolabium, Sb., Astrolabium; frz. astrolabe, M., Astrolabium; nschw. astrolabium, Sb., Astrolabium; nnorw. astrolabium, N.?, Astrolabium; poln. astrolabium, M.?, Astrolabium; nir. astraláib, F., Astrolabium; lit. astrolabija, F., Astrolabium; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und teilweise umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht zwischen dem 2. Jh. und dem 4. Jh. n. Chr. entwickeltes und seitdem verwendetes scheibenförmiges astronomisches Instrument mit dem der Himmel oder der Weltraum nachgebildet werden kann; BM.: Annäherung an Sterne; F.: Astrolabium, Astrolabiums Astrolabien+FW; Z.: A-str-o-lab-i-um
Astrologe, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Astrologe, Sterndeuter; ne. astrologer; Vw.: -; Hw.: s. Astrologie, astrologisch; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); I.: Lw. lat. astrologus; E.: s. lat.-mhd. astrologus, st. M., Astronom, Astrologe; lat. astrologus, M., Sternkundiger, Sterndeuter, Astronom, (204-169 v. Chr.); gr. ἀστρολόγος (astrológos), M., Sternkundiger, Sterndeuter; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Astrologie, EWD s. u. Astrologe, fehlt DW, DW2 3, 359, Duden s. u. Astrologe; Son.: vgl. nndl. astroloog, Sb., Astrologe; frz. astrologue, M., Astrologe; nschw. astrolog, Sb., Astrologe; nnorw. astrolog, M., Astrologe; poln. astrolog, M., Astrologe; kymr. astrolegwr, M., Astrologe; nir. astralaí, M., Astrologe; lit. astrologas, M., Astrologe; GB.: seit 1285-1290 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommen und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Sterndeuter; BM.: Kunde (F.) der Sterne; F.: Astrologe, Astrologen+FW(+EW); Z.: A-str-o-log-e
Astrologie, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Astrologie, Sterndeutung; ne. astrology; Vw.: -; Hw.: s. Astrologe, astrologisch; I.: Lw.; E.: mhd. astrologī, astrologīe, st. F., Astrologie, Astronomie; mnd. astrologīe, F., Astrologie, Sterndeutung; lat. astrologia, F., Sternkunde, Astronomie, Astrologie, (81-43 v. Chr.); gr. ἀστρολογία (astrología), F., Sternkunde; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Astrologie, EWD s. u. Astrologe, fehlt DW, DW2 3, 360, Duden s. u. Astrologie; Son.: vgl. nndl. astrologie, Sb., Astrologie; frz. astrologie, F., Astrologie; nschw. astrologi, Sb., Astrologie; nnorw. astrologi, M., Astrologie; poln. astrologia, F., Astrologie; kymr. astroleg, F., Astrologie; nir. astralaíocht, F., Astrologie; lit. astrologija, F., Astrologie; GB.: seit um 1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Lehre von der Deutung astronomischer Ereignisse und Konstellationen (Sterneutung); BM.: Kunde (F.) der Sterne; F.: Astrologie+FW(+EW; Z.: A-str-o-log-ie
astrologisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. astrologisch, sterndeuterisch; ne. astrologic, astological; Vw.: -; Hw.: s. Astrologe, Astrologie; Q.: 1537/1538 (Paracelsus); I.: Lw. lat. astrologicus; E.: s. lat. astrologicus, Adj., astrologisch, astronomisch, sternenkundig, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); gr. ἀστρολογικός (astrologikós), Adj., astrologisch, astronomisch; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Astrologie, fehlt DW, EWD s. u. Astrologe, DW2 3, 360, Duden s. u. astrologisch; Son.: vgl. nndl. astrologisch, Adj., astrologisch; frz. astrologique, Adj., astrologisch; nschw. astrologisk, Adj., astrologisch; nnorw. astrologisk, Adj., astrologisch; poln. astrologiczny, Adj., astrologisch; kymr. astrolegol, Adj., astrologisch; nir. astralaíoch, Adj., astrologisch; lit. astrologijos, Adj., astrologisch; lit. astrologinis, Adj., astrologisch; GB.: seit 1537/1538 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sterndeuterisch oder die Sterndeutung betreffend; BM.: Kunde (F.) der Sterne; F.: astrologisch, astrologische, astrologisches, astrologischem, astrologischen, astrologischer+FW+EW; Z.: a-str-o-log-isch
Astronaut, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Astronaut, (Sternfahrer,) Weltraumfahrer; ne. astronaut; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1950 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. astronaut; E.: s. ne. astronaut, M., Astronaut; gebildet nach dem Vorbild von frz. aéronaute, M., Ballonfahrer; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. ναυτικός (nautikós), Adj., zu den Schiffen gehörig; gr. ναῦς (naus), F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Astronaut, EWD s. u. Astronautik, fehlt DW, DW2 3, 360, Astronaut; Son.: vgl. nndl. astronaut, M., Astronaut; frz. astronaute, M., Astronaut; nschw. astronaut, M., Astronaut; nnorw. astronaut, M., Astronaut; poln. astronauta, M., Astronaut; lit. astronautas, M., Astronaut; GB.: seit 1950 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mittelbar in dem Französischen aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Weltraumfahrer; BM.: Fahrer zu Sternen; F.: Astronaut, Astronauten+FW+EW; Z.: A-str-o-naut
Astronom, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Astronom, Sternkundiger; ne. astronomer; Vw.: -; Hw.: s. Astronomie, astronomisch; Q.: um 1130; E.: s. lat.-mhd. astronomus, Astronom, Astrologe; mnd. astronimus, M., Astronom; lat. astronomus, M., Sternkundiger, Sterndeuter, (334/337 n. Chr.); gr. ἀστρονόμος (astronómos), M., Sternkundiger, Sterndeuter; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Astronomie, EWD s. u. Astronom, fehlt DW, DW2 3, 361, Duden s. u. Astronom; Son.: vgl. nndl. astronoom, Sb., Astronom; frz. astronome, M., Astronom; nschw. astronom, Sb., Astronom; nnorw. astronom, M., Astronom; poln. astronom, M., Astronom; lit. astronomas, M., Astronom; GB.: seit um 1130 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Sternkundigen; BM.: Ordnung der Sterne; F.: Astronom, Astronomen+FW(+EW); Z.: A-str-o-nom
Astronomie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Astronomie, Sternkunde; ne. astronomy; Vw.: -; Hw.: s. Astronom, astronomisch; Q.: um 1130; E.: mhd. astronomīe, st. F., Astronomie; s. lat. astronomia, F., Sternkunde, Astronomie, Astrologie, (4 v.-65 n. Chr.); gr. ἀστρονομία (astronomía), F., Sternkunde; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Astronomie, fehlt DW, EWD s. u. Astronom, DW2 3, 361, Duden s. u. Astronomie; Son.: vgl. nndl. astronomie, Sb., Astronomie; frz. astronomie, F., Astronomie; nschw. astronomi, Sb., Astronomie; nnorw. astronomi, M., Astronomie; poln. astronomia, F., Astronomie; lit. astronomija, F., Astronomi; GB.: seit um 1130 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Sternkunde; BM.: Ordnung der Sterne; F.: Astronomie+FW; Z.: A-str-o-nom-ie
astronomisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. astronomisch, die Sternkunde betreffend; ne. astronomical, astronomic; Vw.: -; Hw.: s. Astronom, Astronomie; Q.: um 1520 (Pararcelsus); I.: Lw. lat. astronomicus; E.: s. lat. astronomicus, Adj., astronomisch, astrologisch, (um 300 n. Chr.); gr. ἀστρονομικός (astronomikós), Adj., der Astronomie kundig, astronomisch; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Astronomie, fehlt DW, EWD s. u. Astronom, DW2 3, 361, Duden s. u. astronomisch; Son.: vgl. nndl. astronomisch, Adj., astronomisch; frz. astronomique, Adj., astronomisch; nschw. astronomisk, Adj., astronomisch; nnorw. astronomisk, Adj., astronomisch; poln. astronomiczny, Adj., astronomisch; lit. astronominis, Adj., astronomisch; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Sternkunde betreffend; BM.: Ordnung der Sterne; F.: astronomisch, astronomische, astronomisches, astronomischem, astronomischen, astronomischer+FW+EW; Z.: a-str-o-nom-isch
$Äsung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Äsung; Q.: 1751?; E.: s. äs(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. äsen; GB.: vielleicht seit 1751 belegte und aus äs(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche Nahrungsaufnahme des Wildes; F.: Äsung, Äsungen+EW; Z.: Äs-ung
Asyl, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Asyl, Zufluchtsstätte, Zufluchtsort für Verfolgte und Bedrängte, Heim für Bedürftige; ne. asylum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1525; I.: Lw. lat. asȳlum; E.: s. lat. asȳlum, N., Freistätte, Asyl, (81-43 v. Chr.); gr. ἄσυλον (ásylon), N., Freistätte, Asyl; vgl. gr. ἄσυλος (ásylos), Adj., unberaubt, unverletzt, unverletzlich, sicher; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. σύλον (sýlon), N., Raub, Plünderung; vgl. gr. συλᾶν (sylan), V., Rüstung ausziehen, wegnehmen, rauben; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 819; L.: Kluge s. u. Asyl, fehlt DW, EWD s. u. Asyl, DW2 3, 362, Duden s. u. Asyl; Son.: vgl. nndl. asiel, Sb., Asyl; frz. asile, M., Asyl; nschw. asyl, Sb., Asyl; nnorw. asyl, N., Asyl; poln. azyl, M., Asyl; GB.: vielleicht seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Zufluchtsort für Verfolgte und Bedrängte; BM.: Ort an dem man sicher ist; F.: Asyl, Asyls, Asyle, Asylen+FW; Z.: A-syl
$Asylant, nhd., (Part. Präs.=)M., (20. Jh.?): nhd. Asylant, Asylsuchender, Schutzsuchender; E.: s. Asyl, s. ant; L.: Kluge s. u. Asyl, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1954 belegte und aus Asyl und ant gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Asylsuchenden oder Schutzsuchenden; F.: Asylant, Asylanten+FW; Z.: A-syl-ant
Aszendent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Aszendent, Vorfahre, aufsteigendes Tierkreiszeichen; ne. ascendant (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. ascendēns; E.: s. lat. ascendēns, (Part. Präs.=)M., Verwandter in aufsteigender Linie, (1260); vgl. lat. ascendere, V., heransteigen, hinaufsteigen, aufsteigen, emporsteigen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen, sich erheben; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918 (1605/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 3, 364, Duden s. u. Aszendent; Son.: vgl. nndl. ascendant, Sb., Aszendent; frz. ascendant, M., Aszendent; nschw. ascendent, Sb., Aszendent; nnorw. ascendent, M., Aszendent; poln. ascendent, M., Aszendent; GB.: seit 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aufsteigenden Verwandten oder Vorfahren sowie das Tierkreiszeichen das in dem Zeitpunkt der jeweiligen Geburt eines Menschen an dem östlichen Horizont aufsteigt und dadurch sichtbar wird; BM.: aufsteigen; F.: Aszendent, Aszendenten+FW; Z.: A-sze-n-d-ent
...at, nhd., M. bzw. N., (14. Jh.?): nhd. ...at; ne. ...at, ...atus; Vw.: s. Ad-, Aggreg-, Agn-, Akrob-, Apost-, Appar-, Bürok-, Dekan-, Demokr-, Deput-, Diplom-, Kandid-, Liter-, Magistr-, Magn-, Orn-, Pir-, Potent-, Präl-, Reneg-, Sold-, Stipendi-, Zölib-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ātus; E.: s. lat. ...ātus, Suff. (Adj.), ...at; L.: Kluge s. u. ...at, fehlt DW?; Son.: vgl. nndl. ...aat, Suff., ...at; frz. ...at, Suff., ...at; nschw. ...at, Suff., ...at; nnorw. ...at, Suff. (N.), ...at; poln. ...at, Suff., ...at; lit. …atas, M., …at; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …at, …ats, …ates, …ate, …aten+FW; Z.: -at
atavistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. atavistisch, uralt, veraltet, überholt; ne. atavistic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1881 (Wörterbuch); I.: lat. Lw.; E.: s. lat. atavus, M., Urahne (M.), Ahne (M.), Vorfahr, Vorfahre, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. atta, M., Vater, lieber Vater; idg. *ā̆tos, *atta, Sb., Vater, Mutter (F.) (1), Pokorny 71 (118/118) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw., heth.); lat. avus, M., Ahn, Großvater, Vorfahr, Vorfahre, Vorvater; idg. *au̯os, M., Großvater (mütterlicherseits), Pokorny 89 (138/138) (RB. idg. aus arm.?, gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 3, 366, Duden s. u. atavistisch; nndl. atavistisch, Adj., atavistisch; frz. atavique, Adj., atavistisch; nschw. atavistisk?, Adj., atavistisch; nnorw. atavistik, Adj., atavistisch; poln. atawistyczny, Adj., atavistisch; GB.: seit 1881 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für in den Gefühlen und Gedanken einem früheren einfacheren Stadium der Entwicklung der Menschheit entsprechend; BM.: (veralteter) Vorfahre; F.: atavistisch, atavistische, atavistisches, atavistischem, atavistischen, atavistischer(, atavistischere, atavistischeres, atavistischerem, atavistischeren, atavistischerer, atavistischst, atavistischste, atavistischstes, atavistischstem, atavistischsten, atavistischster)+FW+EW; Z.: at-av-ist-isch
Atelier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Atelier, Künstlerwerkstatt; ne. atelier, studio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1712 (Lexikon); I.: Lw. frz. atelier; E.: s. frz. atelier, M., Werkstatt; mfrz. astelier, M., Ort wo viele Holzspäne sind; afrz. astele, Sb., Splitter; frührom. *astella, Sb., Splitter; lat. assula, F., Span, Splitter, Scheitholz, Brett; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. asser, M., runder Balken, dicke Stange, Sparren (M.); L.: Kluge s. u. Atelier, EWD s. u. Atelier, fehlt DW, DW2 3, 366, Duden s. u. Atelier; Son.: vgl. nndl. atelier, Sb., Atelier; nschw. ateljé, Atelier; nnorw. atelier, N., Atelier; poln. atelier, Sb., Atelier; lit. ateljė, F., Atelier; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie über das erschließbare Frühromanische mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die vielleicht seit dieser Zeit mögliche besondere Werkstatt eines bildenden Künstlers; BM.: Holzbearbeitung; F.: Atelier, Ateliers+FW; Z.: At-el-ier
Atem, Odem, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Atem, Odem, Hauch; ne. breath; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ātem, āten, ādem, āden, st. M., Atem, Atmung, Lebenskraft, Geist, Luft, Lufthauch; mnd. ādem, M., Atem, Atemzug; mnl. adem, M., Atem; ahd. ātum, st. M. (a), Atem, Hauch, Geist; as. āthom*, āthum*, st. M. (a), Atem, Odem, Geist; anfrk. -; germ. *ēdma-, *ēdmaz, *ēþma-, *ēþmaz, *ǣdma-, *ǣdmaz, *ǣþma-, *ǣþmaz, st. M. (a), Atem; idg. *ētmén-, Sb., Hauch, Atem, Pokorny 345 (507/88) (RB. idg. aus ind., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Atem, Kluge s. u. Atem, EWD s. u. Atem, DW 1, 591 (Athem), DW2 3, 366, EWAhd 1, 391, Falk/Torp 24, Duden s. u. Atem, Bluhme s. u. atmen; Son.: vgl. afries. amma, omma, sw. M. (n), Atem; afries. ēthma, adema, sw. M. (n), Atem, Atmen; nnordfries. ome; ae. ǣþm, st. M. (a), Atem, Hauch, Luft, Dunst, Wehen (N.); an. -; got. -; ai. ātmā́, M., Hauch, Seele, Selbst; ? air. athach, F., Hauch, Wind; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die während des Atmens höherer Tiere bewegte Luft; BM.: hauchen?; F.: Atem, Atems, Odem, Odems+EW; Z.: Atem
Atheismus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Atheismus, Gottesleugnung, Gottlosigkeit; ne. atheism; Vw.: -; Hw.: s. Atheist; Q.: 1581 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. atheismus, M., Atheismus; gr. ἄθεος (átheos), Adj., gottlos, die Götter leugnend, gottverlassen; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Atheismus, EWD s. u. Atheismus, fehlt DW, DW2 3, 372, Duden s. u. Atheismus; Son.: vgl. nndl. atheïsme, Sb., Atheismus; frz. athéisme, M., Atheismus; nschw. ateism, Sb., Atheismus; nnorw. ateisme, M., Atheismus; poln. ateizm, M., Atheismus; lit. ateizmas, M., Atheismus; GB.: seit 1581 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich nach der Entwicklung von Religion in den Hochkulturen des Altertums mögliche Ablehnung jeder Art von Glauben an einen Gott oder Götter und an eine Gottesvorstellung; BM.: ohne Gott seiend; F.: Atheismus+FW; Z.: A-thei-s-m-us
Atheist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Atheist, Gottesverleugner, Gottloser; ne. atheist; Vw.: -; Hw.: s. Atheismus; Q.: 1581; I.: Lw. frz. (ält.) athéiste; E.: s. frz. (ält.) athéiste, M., Atheist; vgl. gr. ἄθεος (átheos), Adj., gottlos, die Götter leugnend, gottverlassen; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Atheismus, EWD s. u. Atheismus, fehlt DW, DW2 3, 372, Duden s. u. Atheist; Son.: vgl. nndl. atheïst, Sb., Atheist; frz. athée, M., Atheist; nschw. ateist, Sb., Atheist; nnorw. ateist, M., Atheist; poln. ateista, M., Atheist; kymr. atheist, M., Atheist; lit. ateistas, M., Atheist; GB.: seit 1581 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich nach der Entwicklung von Religion in den Hochkulturen des Altertums möglichen nicht an eine Gottesvorstellung Glaubenden; BM.: ohne Gott seiend; F.: Atheist, Atheisten+FW+EW?; Z.: A-thei-s-t
$atheistisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. atheistisch; E.: s. Atheist, s. isch; L.: Kluge s. u. Atheist, EWD s. u. Atheismus, fehlt DW; GB.: seit 1581 belegte und aus Atheist und isch gebildete Bezeichnung für Atheismus oder Atheist betreffend; F.: atheistisch, atheistische, atheistisches, atheistischem, atheistischen, atheistischer+FW+EW; Z.: a-thei-s-t-isch
Äther, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Äther, Raum des Himmels, ein Narkosemittel oder Betäubungsmittel; ne. ether; Vw.: -; Hw.: s. ätherisch; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. ēther, M., Äther; mnd. -; s. lat. aethēr, M., Luftregion, obere feine Luft, Elementarfeuer, (204-169 v. Chr.); gr. αἰθήρ (aithḗr), M., obere Luftschicht, heiterer Himmel; vgl. gr. αἴθειν (aíthein), V., entzünden, in Brand stecken; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge s. u. Äther, EWD s. u. Äther, DW 1, 593, DW2 3, 372, Duden s. u. Äther; Son.: vgl. nndl. ether, Sb., Äther; frz. éther, M., Äther; nschw. eter, Sb., Äther; nnorw. eter, M., Äther; poln. eter, M., Äther; nir. éitear, M., Äther; lit. eteris, M., Äther; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die reine Himmelsluft und den weiten Himmelsraum sowie davon abgeleitet seit der späteren Neuzeit für ein von Menschen entdecktes und verwendetes Narkosemittel oder Betäubungsmittel; BM.: brennen bzw. leuchten; F.: Äther, Äthers+FW(+EW?); Z.: Ä-th-er
ätherisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ätherisch, den Himmel betreffend, zart vergeistigt; ne. ethereal, aethereal; Vw.: -; Hw.: s. Äther; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. aetherius; E.: s. lat. aetherius, Adj., zum Äther gehörig, ätherisch, himmlisch, luftig, (81-43 v. Chr.); gr. αἰθέριος (aithérios), Adj., aus dem Äther stammend, in der Höhe befindlich; vgl. gr. αἰθήρ (aithḗr), M., obere Luftschicht, heiterer Himmel; gr. αἴθειν (aíthein), V., entzünden, in Brand stecken; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge s. u. Äther, EWD s. u. Äther, fehlt DW, DW2 3, 373, Duden s. u. ätherisch; Son.: vgl. nndl. etherisch, Adj., ätherisch; frz. éthéré, Adj., ätherisch; nschw. eterisk, Adj., ätherisch; nnorw. eterisk, Adj., ätherisch; poln. eteryczny, Adj., ätherisch; kymr. etheraidd, Adj., ätherisch; lit. eterinis, Adj., ätherisch; GB.: seit um 1520 belegte und nach lat. aetherius aus Äther und isch gebildete Bezeichnung für die Luft und den Himmel betreffend; BM.: brennen bzw. leuchten; F.: ätherisch, ätherische, ätherisches, ätherischem, ätherischen, ätherischer(, ätherischere, ätherischeres, ätherischerem, ätherischeren, ätherischerer, ätherischst, ätherischste, ätherischstes, ätherischstem, ätherischsten, ätherischster)+FW+EW; Z.: ä-th-er-isch
Athlet, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Athlet, Wettkämpfer; ne. athlete; Vw.: -; Hw.: s. Athletik, athletisch; Q.: 1531; I.: Lw. lat. āthlēta; E.: s. lat. āthlēta, M., Wettringer, Athlet, Held, Meister, (81-43 v. Chr.); s. gr. ἀθλητής (athlētḗs), M., Wettkämpfer, Meister; vgl. gr. ἄθλειν (áthlein), V., wettkämpfen, sich mühen; gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Athlet, EWD s. u. Athlet, fehlt DW, DW2 3, 374, Duden s. u. Athlet; Son.: vgl. nndl. atleet, M., Athlet; frz. athlète, M., Athlet; nschw. atlet, M., Athlet; nnorw. atlet, M., Athlet; poln. atleta, M., Athlet; lit. atletas, M., Athlet; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen um einen Preis kämpfenden Wettkämpfer; BM.: wetten?; F.: Athlet, Athleten+FW(+EW); Z.: Ath-l-et
Athletik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Athletik, sportliche Verfassung; ne. athletics, athleticism; Vw.: -; Hw.: s. Athlet, athletisch; Q.: 1762 (Kant); I.: Lw. lat. athletica (ars); E.: s. lat. āthlētica ars, M., Athletik; vgl. lat. āthlēticus, Adj., athletisch, tapfer, (14-37 n. Chr.); gr. ἀθλητικός (athlētikós), Adj., athletisch; vgl. gr. ἀθλητής (athlētḗs), M., Wettkämpfer, Meister; gr. ἄθλειν (áthlein), V., wettkämpfen, sich mühen; gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Athlet, EWD s. u. Athlet, fehlt DW, DW2 3, 374, Duden s. u. Athletik; Son.: vgl. nndl. atletiek, Adj., athletisch; frz. athlétique, Adj., athletisch; poln. atletyczny, Adj., athletisch; lit. atletika, F., Athletik; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wettkämpfe von Athleten oder für die sportliche Verfassung eines Menschen; BM.: wetten?; F.: Athletik+FW+EW?; Z.: Ath-l-et-ik
athletisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. athletisch, sportlich; ne. athletic; Vw.: -; Hw.: s. Athlet, Athletik; Q.: 1527 (Paracelsus); I.: Lw. lat. āthlēticus; E.: s. lat. āthlēticus, Adj., athletisch, tapfer, (14-37 n. Chr.); gr. ἀθλητικός (athlētikós), Adj., athletisch; vgl. gr. ἀθλητής (athlētḗs), M., Wettkämpfer, Meister; gr. ἄθλειν (áthlein), V., wettkämpfen, sich mühen; gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Athlet, EWD s. u. Athlet, fehlt DW, DW2 3, 374, Duden s. u. Athletik; L.: Kluge s. u. Athlet, EWD s. u. Athlet, DW2 3, 375, Duden s. u. athletisch; Son.: vgl. nndl. atletisch, Adj., athletisch; frz. athlétique, Adj., athletisch; nschw. atletisk, Adj., athletisch; nnorw. atletisk, Adj., athletisch; poln. atletyczny, Adj., athletisch; kymr. athletaidd, Adj., athletisch; lit. atletiškas, Adj., athletisch; GB.: seit der frühen Neuzeit (1527) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Athleten oder Athletik betreffend oder für sportlich; BM.: wetten?; F.: athletisch, athletische, athletisches, athletischem, athletischen, athletischer(, athletischere, athletischeres, athletischerem, athletischeren, athletischerer, athletischst, athletischste, athletischstes, athletischstem, athletischsten, athletischster)+FW+EW; Z.: ath-l-et-isch
...athlon, nhd., N.?, M.?, (20. Jh.): nhd. ...athlon, Wettkampf; ne. ...athlon; Vw.: s. Bi-, Pent-, Tri-; Hw.: s. Athlet, athletisch; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ἆθλον (athlon); E.: s. gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...atlon, Suff., ...athlon; frz. ...athlon, Suff., ...athlon; nschw. ...athlon, triatlon, Suff., ...athlon; nnorw. ...atlon, Suff., ...athlon; poln. ...atlon, Suff., ...athlon; kymr. ...athlon, Suff., ...athlon; lit. ...atlonas, Suff., ...athlon; GB.: vielleicht seit 1924 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie seitdem in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen modernen Wettkampf in mehreren und jeweils unterschiedlich vielen Sportarten; BM.: Pfand; F.: ...athlon, ...athlons+FW; Z.: -ath-l-on
$Atlantik, nhd., M.=ON, (19. Jh.): nhd. Atlantik; E.: s. Atla(s), s. nt, s. ik; L.: EWD s. u. Atlas 1, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Ἀτλαντὶ(ς θάλασσα) (Meer des Atlas) der Mythologie der Griechen und (i)k (Suff.) gebildete Bezeichnung für den vor etwa 150 Millionen Jahren durch Zerbrechen des Urkontinents Pangäa entstandenen jüngsten der fünf Ozeane der durch Verfestigung der Oberfläche geformten Erde; F.: Atlantik+FW; Z.: Atla-nt-ik
Atlas (1), nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Atlas (M.) (1), Landkartensammlung, Kartenwerk; ne. atlas (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1595; I.: Lw.?; E.: von einem Titel einer Landkartensammlung von Gerhard Mercator, Atlas sive Cosmographicae Mediationes de Fabrica Mundi et Fabricati Figura; von dem PN Atlas; vgl. lat. Atlās (2), M.=ON, Atlas (Gebirge); gr. Ἄτλας (Άtlas), M.=PN, Atlas (Gebirge); weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 1, 179; L.: Kluge s. u. Atlas 1, EWD s. u. Atlas 1, fehlt DW, DW2 3, 375, Duden s. u. Atlas; Son.: vgl. nndl. atlas, Sb., Atlas (M.) (1); frz. atlas, M., Atlas (M.) (1); nschw. atlas, Sb., Atlas (M.) (1); nnorw. atlas, M., Atlas (M.) (1); poln. atlas, M., Atlas (M.) (1); kymr. atlas, M., Atlas; nir. atlás, M., Atlas; lit. atlasas, M., Atlas; GB.: seit 1595 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen geschaffenes meist gebundenes kartographisches Werk; BM.: das Himmelsgewölbe tragender Titan Atlas bzw. seine Abbildung auf einem Kartenwerk; F.: Atlas, Atlasses, Atlant, Atlanten, Atlasse+FW; Z.: Atlas
Atlas (2), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Atlas (M.) (2), Satin; ne. atlas (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1383 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. atlas; E.: s. mhd. atlas, st. M., Atlas (M.) (2), ein Seidenstoff; frz. atlas, M., Atlas (M.) (2); vgl. arab. aṭlas, Adj., glatt, fein, kurzhaarig; L.: Kluge s. u. Atlas 2, EWD s. u. Atlas 2, DW 1, 594, DW2 3, 376, Duden s. u. Atlas; Son.: vgl. nndl. atlas, Sb., Atlas (M.) (2), Satin; nschw. atlas, Sb., Atlas (M.) (2), Satin; nnorw. atlas, M., Atlas (M.) (2), Satin; poln. atłas, M., Atlas (M.) (2), Satin; lit. atlasas, M., Atlas (M.) (2), Satin; GB.: seit 1383 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes schweres und hochglänzendes Seidengewebe (Satin); BM.: Glätte; F.: Atlas, Atlasses, Atlanten, Atlasse+FW; Z.: Atlas
$atmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. atmen; E.: s. At(e)m, s. en; L.: Kluge s. u. Atem, EWD s. u. Atem, DW 1, 593 (athmen); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus At(e)m und en (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung höherer Tiere mögliches über das Gehirn gesteuertes sauerstoffreiche Luft aus der Umwelt durch Nase und Mund sowie Luftröhre in die Lunge einblasen und kohlendioxidreiche und durch den Stoffwechsel in dem Körper entstandene Luft in die Umwelt ausblasen; F.: atmen, atme (!), atmest, atmet, atmete, atmetest, atmeten, atmetet, geatmet, ##geatmet, geatmete, geatmetes, geatmetem, geatmeten, geatmeter##, atmend, ###atmend, atmende, atmendes, atmendem, atmenden, atmender###, atm (!)+EW; Z.: atm-en
Atmosphäre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Atmosphäre, Gashülle, wahrnehmbare Stimmung; ne. atmosphere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1676; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἀτμός (atmós), M., Hauch, Atem, Dampf, Dunst; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *ētmén-, Sb., Hauch, Atem, Pokorny 345 (507/88) (RB. idg. aus ind., kelt.?, germ.); gr. σφαῖρα (sphaira), F., Ball (M.) (1), Kugel; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Atmosphäre, fehlt DW, DW2 3, 377, Duden s. u. Atmosphäre; Son.: vgl. nndl. atmosfeer, Sb., Atmosphäre; frz. atmosphère, F., Atmosphäre; nschw. atmosfär, Sb., Atmosphäre; nnorw. atmosfære, M., Atmosphäre; poln. atmosfera, F., Atmosphäre; nir. atmaisféar, F., Atmospäre; lit. atmosfera, F., Atmossphäre; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich nach Entstehung der Welt mögliche und die Erde seit vor etwa vier Milliarden Jahre betreffende gasförmige Hülle um einen Himmelskörper; GB.: gasförmige Hülle um einen Himmelskörper; BM.: angeblich Himmelskörper umgebender Dunst; F.: Atmosphäre, Atmosphären+FW; Z.: Atm-o-s-phär-e
Atoll, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Atoll, Koralleninsel; ne. atoll; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1873; I.: Lw. ne. atoll; E.: s. ne. atoll, M., Atoll; vgl. maledivisch (Dhivehi, zum indoarischen Zweig der idg. Sprachen gehörende Sprache der Malediven) atolhu, Sb., Atoll; vgl. malayalam aḍal, Adj., verbindend; L.: Kluge s. u. Atoll, EWD s. u. Atoll, fehlt DW, DW2 3, 378, Duden s. u. Atoll; Son.: vgl. nndl. atol, Sb., Atoll; frz. atoll, M., Atoll; nschw. atoll, Sb., Atoll; nnorw. atoll, M., Atoll; poln. atol, M., Atoll; nir. atall, M., Atoll; lit. atolas, M., Atoll; GB.: seit 1873 belegte und aus dem indoarischen Maledivischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche ringförmige und eine Lagune umschließende Koralleninsel; BM.: Verbindung; F.: Atoll, Atolles, Atolls, Atolle, Atollen+FW; Z.: Atoll
Atom, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Atom, kleinstes Teilchen; ne. atom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531?; I.: Lw. lat. atomus; E.: s. lat. atomus, M., Atom, kleinstes Teilchen, kleinster Bestandteil, unteilbares Ding, (81-43 v. Chr.); gr. ἄτομος (átomos), F., unteilbares Ding; vgl. gr. ἄτομος (átomos), Adj., unteilbar; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Atom, EWD s. u. Atom, fehlt DW, DW2 3, 378, Duden s. u. Atom; Son.: vgl. mhd. athom, Sb., Atom; nndl. atoom, Sb., Atom; frz. atome, M., Atom; nschw. atom, Sb., Atom; nnorw. atom, N., Atom; poln. atom, N., Atom; kymr. atom, M., F., Atom; nir. adamh, M., Atom; lit. atomas, M., Atom; GB.: vielleicht seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das wegen seiner angeblichen Unteilbarkeit kleinste Teilchen eines sachlich seit Entstehung der Welt möglichen chemischen Elements; BM.: unteilbar; F.: Atom, Atoms, Atomes, Atome, Atomen+FW; Z.: A-tom
$atomar, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. atomar; E.: s. Atom, s. ar (Suff.); L.: Kluge s. u. Atom, EWD s. u. Atom, fehlt DW; GB.: seit 1924 belegte und aus Atom und ar gebildete Bezeichnung für sachlich ein seit Entstehung der Welt mögliches Atom betreffend oder aus Atomen bestehend; F.: atomar, atomare, atomares, atomarem, atomaren, atomarer+FW; Z.: a-tom-ar
...ator, ...tor, …or, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. ...ator; ne. ...ator; Vw.: s. Administr-, Agit-, Dikt-, Examin-, Gener-, Gladi-, Imit-, Imper-, Inform-, Katalys-, Komment-, Kondens-, Konserv-, Moder-, Plagi-, Präpar-, Radi-, Reform-, Sen-, Simul-, Tabul-, Totalis-, Transform-, Ventil-; Hw.: s. ...atorin; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ātōr; E.: s. lat. ...ātor, Suff. (M.), ...ator; L.: Kluge s. u. ...ator; Son.: s. Dictator, Illustrator; vgl. nndl. ...ator, Suff., ...ator; frz. ...ateur, Suff., ...ator; nschw. ...ator, Suff., ...ator; nnorw. ...ator, Suff., ...ator; poln. ...ator, Suff., ...ator; lit. …atorius, Suff., ...ator; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe für die Bildung männlicher Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Benennung eines Menschen oder einer anderen Gegebenheit nach einem Tun oder Wirken; F.: ...ator, ...ators, ...atoren, ...tor, ...tors, ...toren, …or, …ors, …oren+FW; Z.: -at-or
...atorin, ...torin, nhd., F.: nhd. ...atorin, ...torin; ne. ...tor (F.); Vw.: -; Hw.: s. ...ator; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. ...ator, s. in; GB.: wohl nach dem Hochmittelalter belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für als handelnd verstandene weibliche Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Benennung einer Frau nach ihrem Tun; F.: ...atorin, ...atorinnen, ...torin, ...torinnen+FW; Z.: at-or-in
Atrium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Atrium, offener Hauptraum eines Hauses; ne. atrium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1521 (Luther); I.: Lw. lat. ātrium; E.: s. lat. ātrium, N., Atrium, Halle, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft unklar, s. Walde/Hofmann 1, 76, s. etr. *atar, Sb., Haus?, oder s. punisch hatsar, Sb., Atrium; L.: fehlt DW, DW2 3, 381, Duden s. u. Atrium; Son.: vgl. nndl. atrium, Sb., Atrium; frz. atrium, M., Atrium; nschw. atrium, Sb., Atrium; nnorw. atrium, N., Atrium; poln. atrium, Sb., Atrium; GB.: seit 1521 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und möglicherweise mit dem Punischen oder dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für einen in der römischen Architektur zentralen Raum in einem Haus der als offener Innenraum oder Innenhof von allen umliegenden Räumen zugänglich ist; BM.: ?; F.: Atrium, Atriums, Atrien+FW; Z.: Atr-i-um
Atrophie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Atrophie, Gewebsschwund, Verkümmerung; ne. atrophy; Vw.: -; Hw.: s. Hypertrophie; Q.: 1740; I.: Lw. lat. atrophia; E.: s. lat. atrophia, F., Nachlassen der Ernährung, Abzehrung, Abmagerung, (5. Jh. n. Chr.); gr. ἀτροφία (atrophía), F., Abzehrung, Abmagerung; vgl. gr. ἄτροφος (átrophos), Adj., schlecht genährt, dürr; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. τρόφις (tróphis), Adj., wohlgenährt, dick, umfangreich, stark; vgl. idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: EWD s. u. Atrophie, fehlt DW, DW2 3, 381, Duden s. u. Atrophie; Son.: vgl. nndl. atrofie, Sb., Atrophie; frz. atrophie, F., Atrophie; nschw. atrofi, Sb., Atrophie; nnorw. atrofi, M., Atrophie; poln. atrofia, F., Atrophie; lit. atrofija, F., Atrophie; GB.: seit 1740 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens möglichen Schwund von Zellen oder Geweben oder Organen aufgrund chronischer Ernährungsstörung oder Erkrankung; BM.: schlechte Ernährung; F.: Atrophie, Atrophien+FW(+EW); Z.: A-troph-ie
$atrophisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. atrophisch, schwindend, verkümmert; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Atrophi(e), s. (i)sch; L.: EWD s. u. Atrophie, fehlt DW; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Atroph(ie) und isch gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Atrophie betreffend oder schwindend oder verkümmert; F.: atrophisch, atrophische, atrophisches, atrophischem, atrophischen, atrophischer+FW+EW; Z.: a-troph-isch
ätsch, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. ätsch, bätsch; ne. tee-hee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1666; E.: lautnachahmend, vielleicht für ein Schabegeräusch?; L.: Kluge s. u. ätsch, EWD s. u. ätsch, DW 1, 595, DW2 3, 381, Duden s. u. ätsch; GB.: seit 1666 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf des Verspottens; BM.: lautmalend; F.: ätsch+EW; Z.: ätsch
Attaché, nhd., (Part. Prät.=)M., (18. Jh.): nhd. Attaché, diplomatischer Berater, diplomatischer Begleiter; ne. attaché; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1798 (Vulpius); I.: Lw. frz. attaché; E.: s. frz. attaché, M., Attaché, Zugeordneter; vgl. frz. attacher, V., anbinden, befestigen, zuordnen; wohl von einem frührom. *attacticare, V., befestigen?; vgl. lat. attingere, V., anrühren, anfassen, berühren, fassen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); nach Gamillscheg 58a stammt das Wort hingegen von afrz. estechier, V., befestigen; afrz. estache, Sb., Pflock; gallorom. *stacca, Sb., Pflock?; frk. *stakōn, V., eine Pfahl einschlagen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Attaché, EWD s. u. Attaché, fehlt DW, DW2 3 382, Duden s. u. Attaché; Son.: vgl. nndl. attaché, M., Attaché; nschw. attaché, M., Attaché; nnorw. attaché, M., Attaché; poln. attaché, M., Attaché; lit. atašė, M., Attaché; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen oder dem Galloromanischen und dem Fränkischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit hervorgehobenen Begleiter eines Diplomaten; BM.: befestigen; F.: Attaché, Attachés+FW; Z.: At-ta-ch-é
Attachment, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Attachment, Anlage, Anhang; ne. attachment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Lw. ne. attachment; E.: s. ne. attachment, N., Attachment, Anhang; afrz. attachement, N., Befestigung; afrz. attacher, V., anbinden, befestigen, zuordnen; wohl von einem frührom. *attacticare, V., befestigen?; vgl. lat. attingere, V., anrühren, anfassen, berühren, fassen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); nach Gamillscheg 58a stammt das Wort hingegen von afrz. estechier, V., befestigen; afrz. estache, Sb., Pflock; gallorom. *stacca, Sb., Pflock?; frk. *stakōn, V., eine Pfahl einschlagen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 3, 382, Duden s. u. Attachment; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit mögliche einer Mitteilung als Anhang oder Anlage beigefügte Datei; BM.: anheften oder befestigen; F.: Attachment, Attachments+FW; Z.: At-tach-m-ent
Attacke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Attacke, Angriff; ne. attack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1622 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. attaque; E.: s. frz. attaque, F., Angriff; vgl. frz. attaquer, V., angreifen; it. attaccare, V., mitmachen, mitkämpfen; frührom. *attacticare, V., anrühren; vgl. lat. attāctus (2), M., Anrühren, Berührung, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. attingere, V., anrühren, anfassen, berühren, fassen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Attacke, EWD s. u. attackieren, fehlt DW, DW2 3, 382, Duden s. u. Attacke; Son.: vgl. nndl. attaque, Sb., Attacke; nschw. attack, Sb., Attacke; nnorw. attakk, N., Attacke; poln. atak, M., Attacke; lit. ataka, F., Attacke; GB.: seit 1622 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Angriff; BM.: Berührung; F.: Attacke, Attacken+FW(+EW); Z.: At-tack-e
$attackieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. attackieren, angreifen; E.: s. Attack(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Attacke, EWD s. u. attackieren, fehlt DW; GB.: seit 1607 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Attack(e) und ieren umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches angreifen; F.: attackieren, attackiere, attackierst, attackiert, attackierest, attackieret, attackierte, attackiertest, attackierten, attackiertet, ##attackiert, attackierte, attackiertes, attackiertem, attackierten, attackierter##, attackierend, ###attackierend, attackierende, attackierendes, attackierendem, attackierenden, attackierender###, attackier (!)+FW(+EW); Z.: at-tack-ier-en
Attentat, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.): nhd. Attentat, Angriff, Mordanschlag; ne. assassination; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1469 (Urkunde); I.: Lw. mlat. attentātum; E.: s. mhd. attentāt, st. N., gewaltsame Rechtskränkung eines andern; mlat. attentātum, N., Versuch, (1237); vgl. lat. attentāre, V., antasten, versuchen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. temptāre, V., betasten, befühlen, berühren, angreifen; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Attentat, EWD s. u. Attentat, fehlt DW, DW2 3, 383, Duden s. u. Attentat; Son.: vgl. frz. attentat, M., Attentat; nschw. attentat, Sb., Attentat; nnorw. attentat, N., Attentat; lit. atentatas, M., Attentat; GB.: seit 1469 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums (aus politischen Gründen) durchgeführten Angriff oder Mordanschlag; BM.: ziehen; F.: Attentat, Attentates, Attentats, Attentate, Attentaten+FW(+EW); Z.: At-ten-t-at
$Attentäter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Attentäter, Angreifender; E.: s. Attentat, s. er; L.: Kluge s. u. Attentat, EWD s. u. Attentat, fehlt DW; GB.: seit 1844 belegte und aus Attentat und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen (aus politischen Gründen) einen anderen Menschen Angreifenden; F.: Attentäter, Attentäters, Attentätern+FW(+EW); Z.: At-ten-t-ät-er
Attest, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Attest, Bescheinigung, Zeugnis; ne. attest (N.), attestation; Vw.: -; Hw.: s. attestieren; Q.: 1713?.; I.: Lw. lat. attēstātio; E.: s. lat. attēstātio, F., Bezeugung, Bescheinigung, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. attēstārī, V., bezeugen, beweisen, zum Beweis dienen, bestätigen, (23/24-79 n. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tēstārī, V., bezeugen, Zeuge sein (V.), vor Zeugen beschwören, durch sein Zeugnis darlegen; lat. tēstis, M., F., Zeuge, Zeugin, Augenzeuge, Augenzeugin; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Attest, EWD s. u. attestieren, fehlt DW, DW2 3, 385, Duden s. u. Attest; Son.: vgl. nndl. attest, attestatie, Sb., Attest; frz. attestation, F., Attest; nschw. attest, Sb., Attest; nnorw. attest, M., Attest; GB.: vielleicht seit 1713 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche meist in dem medizinischen Bereich verwendete Bescheinigung oder ein schriftliches Zeugnis; BM.: bezeugen durch einen Dritten; F.: Attest, Attestes, Attests, Atteste, Attesten+FW(+EW); Z.: At-te-st
attestieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. attestieren, bescheinigen, bestätigen; ne. attest (V.), certify; Vw.: -; Hw.: s. Attest; Q.: 1634; I.: Lw. lat. attēstārī; E.: s. lat. attēstārī, V., bezeugen, beweisen, zum Beweis dienen, bestätigen, Bestätigung erteilen; vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tēstārī, V., bezeugen, Zeuge sein (V.), vor Zeugen beschwören, durch sein Zeugnis darlegen; lat. tēstis, M., F., Zeuge, Zeugin, Augenzeuge, Augenzeugin; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Attest, EWD s. u. attestieren, fehlt DW, DW2 3, 385; Son.: vgl. frz. attester, V., attestieren; nschw. attestera, V., attestieren; nnorw. attestere, V., attestieren; GB.: seit 1634 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches bescheinigen oder bestätigen; BM.: bezeugen durch einen Dritten; F.: attestieren, attestiere, attestierst, attestiert, attestierest, attestieret, attestierte, attestiertest, attestierten, attestiertet, ##attestiert, attestierte, attestiertes, attestiertem, attestierten, attestierter##, attestierend, ###attestierend, attestierende, attestierendes, attestierendem, attestierenden, attestierender###, attestier (!)+FW; Z.: at-te-st-ier-en
Ätti, nhd. (ält.-dial.), M., (10. Jh.?): nhd. Ätti, Vater, Großvater, Alter (M.); ne. grandfather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. atte, sw. M., Vater, Großvater, Alter (M.); mnd. -; mnl. ate, M., Vorfahre; ahd. atto*, sw. M. (n), Ahne, Vorfahr, Vorfahre, Vater; as. -; anfrk. -; germ. *attō-, *attōn, *atta-, *attan, sw. M. (n), Vater; s. idg. *ā̆tos, *atta, Sb., Vater, Mutter (F.) (1), Pokorny 71 (118/118) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Ätti, DW 1, 595, EWAhd 1, 386, Duden s. u. Ätti, Falk/Torp 10, Ochs 1, 76, Schmeller 1, 171, Fischer 1, 348; Son.: s. schwäb. Aette, M., Vater, Großvater, Alter (M.); bay. Ätt, M., Vater, Großvater, Alter (M.); bad. Ätte, M., Vater, Großvater, Alter (M.); vgl. nordfries. atta, M., Vater; ae. -; an. atti, sw. M. (n), Vater; got. atta, sw. M. (n), Vater, Vorfahr, Vorfahre; ai. attā, M., Mutter, ältere Schwester; osset. äda, M., Vater; gr. ἄττα (átta), M., Väterchen; alb. at, áteì, M., Vater; lat. atta, M., Vater; ksl. otъcъ, M., Vater; heth. at-ta-aš, M., Vater; sumer. adda, M., Vater; türk. ata, M., Vater; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen unmittelbaren männlichen Vorfahren; BM.: ?; F.: Ätti, Ättis+EW; Z.: Ätt-i
Attich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Attich, Zwergholunder; ne. danesblood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. atech, atich, st. M., Attich; mnd. adich, M., Attich; mnl. adic, M., Attich; ahd. atuh, st. M. (a?, i?), Attich, Zwergholunder, Koriander?, Wolfsmilch?; as. aduk, adik*, st. M. (a?, i?), Attich, Ackerholunder; anfrk. -; germ. *aduhha-, *aduhhaz, *adahha-, *adahhaz, st. M. (a), Attich; s. gall. odocus, M., Attich; vgl. idg. *edʰ- (1), Adj., spitz, Pokorny 289 (425/6) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Attich, DW 1, 595, DW2 3, 386, EWAhd 1, 389; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; mnl. adic, Sb., Attich; nschw. attig, Sb., Attich; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche giftige krautige Pflanze (Zwergholunder) aus der Familie der Holunderpflanzen; BM.: spitz(e Blätter) ?; F.: Attich, Attichs, Attiche, Attichen+EW; Z.: At-t-ich
Attitüde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Attitüde, Einstellung, (affektierte) Haltung; ne. attitude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1762; I.: Lw. frz. attitude; E.: s. frz. attitude, F., Verhalten, Haltung; it. attitudine, F., Bereitschaft; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. lat. aptitūdo, F., Brauchbarkeit, Tauglichkeit, Fähigkeit, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. apere, V., anpassen; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); oder zu lat. āctus, M., Tätigkeit, Tun, Sich-Bewegen, Bewegung; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); auch Vermischung aus beiden lat. Etymologien ist möglich; L.: Kluge s. u. Attitüde, fehlt DW, EWD s. u. Attitüde, DW2 3, 386, Duden s. u. Attitüde; Son.: vgl. nndl. attitude, Sb., Attitüde; nschw. attityd, Sb., Attitüde; nnorw. attityde, M., Attitüde; poln. attitude, Sb., Attitüde; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Einstellung oder Haltung; BM.: ?; F.: Attitüde, Attitüden+FW; Z.: At-t-it-üd-e
attrahieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. attrahieren, anziehen, heranziehen; ne. attract; Vw.: -; Hw.: s. Attraktion, attraktiv; Q.: 1497; I.: Lw. lat. attrahere; E.: s. lat. attrahere, V., heranziehen, herbeiziehen, anziehen, (81-43 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, fortschleppen, schleifen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Attraktion, fehlt DW, DW2 3, 386, Duden s. u. attrahieren; Son.: vgl. nnorw. attrahere, V., attrahieren; GB.: seit 1497 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches heranziehen; BM.: anziehen; F.: attrahieren, attrahiere, attrahierst, attrahiert, attrahierest, attrahieret, attrahierte, attrahiertest, attrahierten, attrahiertet, ##attrahiert, attrahierte, attrahiertes, attrahiertem, attrahierten, attrahierter##, attrahierend, ###attrahierend, attrahierende, attrahierendes, attrahierendem, attrahierenden, attrahierender###, attrahier (!)+FW(+EW); Z.: at-trah-ier-en
Attraktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Attraktion, Anziehung, Anziehungskraft; ne. attraction; Vw.: -; Hw.: s. attrahieren, attraktiv; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. attractio; E.: s. lat. attractio, F., Ansichziehen, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. attrahere, V., heranziehen, herbeiziehen, anziehen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, fortschleppen, schleifen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Attraktion, EWD s. u. Attraktion, fehlt DW, DW2 3, 386, Duden s. u. Attraktion; Son.: die heutige Bedeutung des Wortes ist neu aus dem Neuenglischen entlehnt; vgl. nndl. attractie, Sb., Attraktion; frz. attraction, F., Attraktion; nschw. attraktion, Sb., Attraktion; nnorw. attraksjon, M., Attraktion; poln. atrakcja, F., Attraktion; lit. atrakcionas, M., Attraktion; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen und später inhaltlich mit dem Neuenglischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Anziehung; BM.: anziehen; F.: Attraktion, Attraktionen+FW; Z.: At-trak-t-io-n
attraktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. attraktiv, anziehend, begehrenswert; ne. attractive, handsome; Vw.: -; Hw.: s. Attraktion, attrahieren; Q.: 1804; I.: Lw. frz. attractif; E.: s. frz. attractif, Adj., attraktiv; lat. attractīvus, Adj., zum Anziehen dienlich, anziehend, heranziehend, Anziehungs..., Zug..., (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. attrahere, V., heranziehen, herbeiziehen, anziehen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, fortschleppen, schleifen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Attraktion, EWD s. u. Attraktion, fehlt DW, DW2 3, 387, Duden s. u. attraktiv; Son.: vgl. nndl. attractief, Adj., attraktiv; nschw. attraktiv, Adj., attraktiv; nnorw. attraktiv, Adj., attraktiv; poln. atrakcyjny, Adj., attraktiv; GB.: seit 1804 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anziehend oder begehrenswert; BM.: anziehen; F.: attraktiv, attraktive, attraktives, attraktivem, attraktiven, attraktiver(, attraktivere, attraktiveres, attraktiverem, attraktiveren, attraktiverer, attraktivst, attraktivste, attraktivstes, attraktivstem, attraktivsten, attraktivster)+FW(+EW); Z.: at-trak-t-iv
$Attraktivität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Attraktivität, Anziehungskraft; E.: s. attraktiv, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. Attraktion, fehlt DW; E.: seit 1804 belegte und aus attraktiv und i sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Anziehungskraft von Gegebenheiten auf Menschen; F.: Attraktivität, Attraktivitäten+FW(+EW); Z.: At-trak-t-iv-it-ät
Attrappe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Attrappe, (täuschende) Nachbildung; ne. dummy (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778 (Musäus); I.: Lw. frz. attrape; E.: s. frz. attrape, F., täuschender Gegenstand, Scherzartikel, Falle; vgl. frz. attraper, V., fangen, fassen, erwischen; Vorderglied s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); Hinterglied von gallorom. *trappa, F., Falle; frk. *trappa, F., Schlinge, Falle; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Attrappe, EWD s. u. Attrappe, fehlt DW, DW2 3, 387, Duden s. u. Attrappe; Son.: vgl. nschw. attrapp, Sb., Attrappe; nnorw. attrapp, M., Attrappe; poln. atrapa, F., Attrappe; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Fränkischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliche (täuschende) Nachbildung wie beispielsweise Perücken oder Leergehäuse oder Vogelscheuchen; BM.: Fangen mittels Falle; F.: Attrappe, Attrappen+FW(+EW?); Z.: At-trapp-e
attribuieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. attribuieren, zuteilen, zuschreiben; ne. attribute (V.); Vw.: -; Hw.: s. Attribut, attributiv; Q.: vor 1541 (Paracelsus); I.: Lw. lat. attribuere; E.: s. lat. attribuere, V., zuerteilen, zuteilen, hinzufügen, verleihen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Attribut, fehlt DW, Duden s. u. attribuieren; Son.: vgl. nnorw. attribuere, V., attribuieren; GB.: vor 1541 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zuteilen oder zuschreiben; BM.: zuteilen bzw. drei?; F.: attribuieren, attribuiere, attribuierst, attribuiert, attribuierest, attribuieret, attribuierte, attribuiertest, attribuierten, attribuiertet, ##attribuiert, attribuierte, attribuiertes, attribuiertem, attribuierten, attribuierter##, attribuierend, ###attribuierend, attribuierende, attribuierendes, attribuierendem, attribuierenden, attribuierender###, attribuier (!)+FW+EW; Z.: at-tri-b-u-ier-en
Attribut, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.): nhd. Attribut, Zuteilung, Beifügung, Eigenschaft; ne. attribute; Vw.: -; Hw.: s. attribuieren, attributiv; Q.: 1615; I.: Lw. lat. attribūtum; E.: s. lat. attribūtum, N., angewiesenes Geld, Zugewiesenes, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. attribuere, V., zuerteilen, zuteilen, hinzufügen, verleihen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Attribut, EWD s. u. Attribut, fehlt DW, DW2 3, 388, Duden s. u. Attribut; Son.: vgl. nndl. attribuut, Sb., Attribut; frz. attribut, N.?, Attribut; nschw. attribut, Sb., Attribut; nnorw. attributt, N., Attribut; poln. atrybut, M., Attribut; lit. atributas, M., Attribut; GB.: seit der früheren Neuzeit (1615) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliche Zuteilung oder Beifügung wie beispielsweise an dem Anfang oder des Nachbarn oder klein oder rot oder schief; BM.: Zuerteiltes; BM.: ?; F.: Attribut, Attributs, Attributes, Attribute, Attributen+FW; Z.: At-tri-b-ut
$attributiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. attributiv, zuteilend, beifügend; E.: s. Attribut, s. iv; L.: Kluge s. u. Attribut, EWD s. u. Attribut, fehlt DW; GB.: seit 1837 belegte und aus Attribut und iv gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliches zuteilend oder beifügend; F.: attributiv, attributive, attributives, attributivem, attributiven, attributiver+FW; Z.: at-tri-b-ut-iv
…atur, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …atur; ne. …atus; Vw.: s. Appar-, Arma-, Dikt-, Kandid-, Karik-, Kolor-, Kre-, Legisl-, Lig-, Liter-, Makul-, Mini-, Nomenkl-, Nunti-, Quadr-, Repar-, Sign-, Tast-, Temper-; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. …ātūra; E.: s. lat. …ātūra, Suff., …atur; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. …atuur, Suff., …atur; frz. …ature, Suff., …atur; nschw. …atur, Suff., …atur; nnorw. …atur, Suff., …atur; poln. …atura, Suff., …atur; nir. …eacht, Suff., …atur; lit. …atūra, Suff., …atur; GB.: wohl seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort oder Endsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; F.: …atur, …aturen+FW(+EW); Z.: -at-ur
atzen, ätzen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. atzen, ätzen, füttern, Vogelbrut füttern, durch Speise locken (V.) (1), beißen; ne. feed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.?; E.: mhd. atzen, etzen, sw. V., speisen, beköstigen, abweiden, Vieh weiden lassen, nähren; mhd. æzen, sw. V., ätzen, speisen; mnd. etten, sw. V., atzen, etzen, füttern, beweiden; mnl. aten, sw. V., äsen; mnl. etten, sw. V., atzen, etzen, füttern; s. ahd. ezzen*, sw. V. (1b), ätzen, quälen, beißen; ahd. āzen*, sw. V. (1a), atzen, jemandem zu essen geben, jemanden speisen, füttern, nähren; ahd. āzōn*, sw. V. (2), Futter suchen; anfrk. *āton, sw. V. (2), essen, speisen, füttern; germ. *atjan, sw. V., essen lassen; vgl. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ätzen, Kluge s. u. atzen, EWD s. u. atzen, DW 1, 596, DW2 3, 390, EWAhd 1, 409, EWAhd 3, 1188, Duden s. u. atzen; Son.: vgl. afries. etta (1), sw. V. (1), beweiden; nfries. ettjen; ae. ėttan, sw. V. (1), weiden (V.); an. etja, sw. V., äsen, essen lassen; got. *atjan?, sw. V. (1), essen lassen?; nschw. (dial.) ättja, V., abweiden lassen; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches füttern; BM.: essen; F.: atzen, atze, atzt, atzest, atzet, atzte, atztest, atzten, atztet, geatzt, ##geatzt, geatzte, geatztes, geatztem, geatzten, geatzter##, atzend, ###atzend, atzende, atzendes, atzendem, atzenden, atzender###, atz (!), ätzen, ätze, ätzt, ätzest, ätzet, ätzte, ätztest, ätzten, ätztet, geätzt, ##geätzt, geätzte, geätztes, geätztem, geätzten, geätzter##, ätzend, ###ätzend, ätzende, ätzendes, ätzendem, ätzenden, ätzender###, ätz (!)+EW; Z.: atz-en
ätzen (1), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ätzen, wegätzen, mit Säure behandeln; ne. etch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.?; E.: s. nhd. atzen; L.: Kluge s. u. ätzen, EWD s. u. ätzen, DW 1, 597, DW2 3, 391, Duden s. u. ätzen, Bluhme s. u. aetzen; Son.: vgl. nschw. etsa, V., ätzen; nnorw. etse, V., ätzen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Oberfläche mit Säure behandeln; BM.: hineinfressen; F.: ätzen, ätze, ätzt, ätzest, ätzet, ätzte, ätztest, ätzten, geätzt, ##geätzt, geätzte, geätztes, geätztem, geätzten, geätzter##, ätzend, ###ätzend, ätzende, ätzendes, ätzendem, ätzenden, ätzender###, ätz (!)+EW; Z.: ätz-en
ätzen (2), nhd., sw. V.: nhd. ätzen; Vw.: s. atzen
$Atzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Atzung, Fütterung, Speisung; E.: s. atz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. atzen, EWD s. u. atzen, DW 1, 597; GB.: seit 1227-1248 belegte und aus atz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliche Fütterung oder Speisung; F.: Atzung, Atzungen+EW; Z.: Atz-ung
$Ätzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ätzung; Hw.: s. Atzung; E.: s. ätz(en), s. ung; L.: EWD s. u. ätzen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus ätz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Behandlung einer Oberfläche mit Säure; F.: Ätzung, Ätzungen+EW; Z.: ätzen
au, nhd., Interj., (10. Jh.): nhd. au, oh, ach; ne. ow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. ou, Interj., au, oh, ach; ahd. au, Interj., oh, ach; Naturlaut, wie z. B. lat. ai; L.: Kluge s. u. au, EWD s. u. au, DW 1, 598, DW2 3, 393, EWAhd 1, 393; Son.: vgl. ae. éa, Interj., oh!, ach!; nschw. au, Interj., au; GB.: seit 10. Jh. belegte und vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Ausruf des Schmerzes; BM.: lautmalend?; F.: au+EW; Z.: au
Au, Aue, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Aue, Au, wasserumflossenes Land, feuchter Grund, Wiese; ne. meadow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ouwe (1), ou, oue, st. F., Insel, Wasser, Strom, Aue, Au, Land an dem Wasser, Land in dem Wasser, wasserreiches Land, Wiese; mnd. ei, ey, eye, F., Au, Aue, Talgrund; mnl. ...ouw, Suff.; ahd. ouwa*, st. F. (ō), Aue, Wiese, Insel; as. ōia, st. F., Aue, Au; anfrk. -; germ. *awjō, st. F. (ō), Aue, Au, Wasserland, Wasser, Insel; s. idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Au, Kluge s. u. Au, EWD s. u. Aue, DW 1, 601, DW2 3, 402, EWAhd 6, 1277, Duden s. u. Au, Falk/Torp 9, Bluhme s. u. Aue; Son.: vgl. afries. ā, ē, st. F. (ō), Wasser, Fluss; saterl. eje; ae. íeg, īg, ēg, st. F. (jō), Insel; an. ey (1), st. F. (jō), Insel; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Land in einem Wasser oder für wasserumflossenes Land; BM.: ?; F.: Au, Auen+EW; Z.: Au
Aubergine, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Aubergine, Melanzani, Eierfrucht; ne. eggplant, aubergine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. aubergine; E.: s. frz. aubergine, F., Aubergine, Melanzani; katal. albergínia; aus arab. al-bādhindjān; dieses aus pers. bādingān, bādinğān; L.: Kluge s. u. Aubergine, fehlt DW, Duden s. u. Aubergine; Son.: vgl. nndl. aubergine, Sb., Aubergine, Melanzani; nschw. aubergine, Sb., Aubergine, Melanzani; nnorw. aubergine, M., Aubergine, Melanzani; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und Katalanischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche zu der Gattung der Nachtschattengewächse gehörende aus Asien stammende subtropische rotviolette Früchte bildende sowie in Indien von Menschen seit mehr als 4000 Jahren als Nahrungsmittel angebaute Pflanze; BM.: ?; F.: Aubergine, Auberginen+FW; Z.: Au-berg-in-e
auch, nhd., Partikel, Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. auch, und, ferner, weiter, außerdem; ne. also, too; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. ouch (1), ōch, och, Konj., nun, da, auch, ferner, außerdem, jedoch, überdies; mhd. ouch (2), oug, ōch, och, Adv., auch, ebenfalls, gleichfalls, gleichermaßen, dementsprechend, eben (Adv.) (2), halt, aber; mnd. ôk, Konj., auch, ebenfalls, und; mnl. ooc, ak, auk, och, oec, Adv., auch; ahd. ouh, Konj., auch, gleichfalls, überdies, ferner; as. ôk, Konj., Adv., auch, doch; anfrk. ōk*, Konj., auch; wohl zwei Partikel zusammengefallen, s. germ. *auk, *auke, Konj., auch; s. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); und idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆- (5), *u̯o-, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73 (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. auch, Kluge s. u. auch, EWD s. u. auch, DW 1, 598, DW2 3, 394, EWAhd 6, 1270, Duden s. u. auch, Seebold 74, Falk/Torp 5, Bluhme s. u. auch; Son.: vgl. afries. âka (3), Konj., als (Konj.), wie; ae. éac, Konj., Adv., auch, dazu, gleicherweise, mit, außer; an. auk, Adj., auch; an. ok, Konj., auch; got. auk, Konj., denn, nämlich, aber, auch; nschw. och, Konj., und; nnorw. og, Konj., und; gr. αὖ (au), Adv., wiederum, andererseits; GB.: vielleicht seit nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Erweiterung einer Aussage beispielsweise durch und oder ferner oder weiter oder außerdem; BM.: hinzunehmen?; F.: auch+EW; Z.: au-ch
Audienz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Audienz, Anhörung, Empfang durch einen Höhergestellten; ne. audience; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1430; I.: Lw.? lat. audientia; E.: s. mnd. audiencie, F., Audienz, Empfang durch einen Fürsten, Gehör; s. lat. audientia, F., Hören, Anhören, Gehör, Aufmerksamkeit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. audīre, V., hören, wahrnehmen, vernehmen, anhören; idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Audienz, EWD s. u. Audienz, DW 1, 601, DW2 3, 399, Duden s. u. Audienz; Son.: vgl. nndl. audientie, Sb., Audienz; frz. audience, F., Audienz; nschw. audiens, Sb., Audienz; nnorw. audiens, M., Audienz; poln. audiencja, F., Audienz; lit. audiencija, F., Audienz; GB.: seit um 1430 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Anhörung oder einen Empfang durch einen Höhergestellten; BM.: Anhören; F.: Audienz, Audienzen+FW(+EW); Z.: Au-d-i-enz
audio..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. audio..., Hör...; ne. audio...; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: lat. Lw.; E.: s. lat. audīre, V., hören, wahrnehmen, vernehmen, anhören; idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. audio…, fehlt DW, Duden s. u. audio-; Son.: vgl. nndl. audio..., Präf., audio..., Hör...; frz. audio, Präf., audio..., Hör...; nschw. audio..., Präf., audio..., Hör...; nnorw. audio..., Präf., audio..., Hör...; poln. audio..., Präf., audio..., Hör...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Hören betreffend; BM.: hören; F.: audio…+FW; Z.: au-d-io-
Auditorium, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Auditorium, Zuhörerschaft, Hörsaal, Vortragssaal; ne. auditorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1490; I.: Lw. lat. audītōrium; E.: s. lat. audītōrium, N., Anhörung, Schule, Hörsaal, Gerichtssaal, Zuhörerschaft, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. audīre, V., hören, wahrnehmen, vernehmen, anhören; idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Auditorium, fehlt DW, EWD s. u. Auditorium, DW2 3, 401, Duden s. u. Auditorium; Son.: vgl. nndl. auditorium, Sb., Auditorium; frz. auditoire, M., Auditorium; frz. auditorium, M., Auditorium; nschw. auditorium, Sb., Auditorium; nnorw. auditorium, N., Auditorium; poln. autytorium, N., Auditorium; lit. auditorija, F., Auditorium; GB.: seit 1490 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen für Zuhörer und Zuhören bestimmten Saal oder Raum; BM.: hören; F.: Auditorium, Auditoriums, Auditorien+FW; Z.: Au-d-it-or-i-um
Auerhahn, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Auerhahn, ein Vogel; ne. mountaincock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: fnhd. orehan, ūrhan, awerhan, aurhan, M., Auerhahn; mhd. orhan, sw. M., Auerhahn; mnd. ūrhane, sw. M., Auerhahn; ahd. orrehano*, ūrhano*, sw. M. (n), Auerhahn; as. -; anfrk. -; Herkunft des Vorderglieds vgl. an. orri, sw. M. (n), Birkhahn; germ.? *urzō-, *urzōn, *urza-, *urzan, sw. M., Stier, Auerhahn; weitere Herkunft ungeklärt, Falk/Torp 32, vielleicht von idg. *ūr-, *au̯er-, Sb., Wasser, Harn, Regen, Pokorny 80; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); wohl aus zwei idg. Stämmen zusammengeführt; auch idg. *eres- (2), *ₑrs-, *r̥s-, *ₑres-, Hr̥Hs-, V., fließen, Pokorny 336 (489/70) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); für das Hinterglied s. nhd. Hahn; L.: Kluge 1. A. s. u. Auer, Kluge s. u. Auerhahn, EWD s. u. Auerhahn, DW 1, 602, DW 13, 602, DW2 3, 404, Duden s. u. Auerhahn, Bluhme s. u. Auerhahn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. auerhoen, Sb., Auerhuhn; nschw. orne, M., Eber; ai. ṛṣabháḥ, M., Stier; gr. ἄρρην (árrēn), ἄρσην (ársēn), Adj., männlich, mannhaft, stark; GB.: (orrehano) seit 10. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie möglicherweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den wohl schon vormenschlichen größten Hühnervogel Europas aus der Familie der Fasanenartigen; BM.: Wasser bzw. Männlichkeit; F.: Auerhahn, Auerhahns, Auerhahnes, Auerhähne, Auerhähnen+EW; Z.: Auer—hahn
Auerochse, Auerochs, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Auerochse, Ur, Wildrind; ne. aurochs; Vw.: -; Hw.: s. Ur; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ūrohse, sw. M., Auerochse, Ur; mnd. ūrosse, M., Auerochse, Ur; ahd. ūrohso, sw. M. (n), Auerochse, Ur; as. -; anfrk. -; germ. *ūrō-, *ūrōn, *ūra-, *ūran, sw. M. (n), Auerochse, Ur; vgl. idg. *ūr-, *au̯er-, Sb., Wasser, Harn, Regen, Pokorny 80; idg. *au̯e-, au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); für das Hinterglied s. nhd. Ochse; L.: Kluge 1. A. s. u. Auer, Kluge s. u. Auerochse, EWD s. u. Auerochse, DW 1, 602, DW2 3, 404, Falk/Torp 32, Duden s. u. Auerochse, Bluhme s. u. Auerochs; Son.: vgl. ahd. ahd. ūr, st. M. (i?), Auerochse; afries. -; ae. ūr, st. M. (a), Auerochs; an. ūrr, st. M. (u), Auerochse; got. *ūrs, ūraz, st. M. (u), Auerochs, u-Rune; nndl. oeros, M., Auerochse, Ur; frz. aurochs, M., Auerochse, Ur; nschw. uroxe, M., Auerochse, Ur; nnorw. urokse, M., Auerochse, Ur; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische in dem Bestimmungswort erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und seit mindestens rund 700000 Jahren nachgewiesene in dem Vorderen Orient seit vor etwa 6500 Jahren gezähmte inzwischen ausgerottete Wildrinderart; BM.: Wasser bzw. Männlichkeit; F.: Auerochse, Auerochsen+EW; Z.: Auer—och-s-e
auf, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. auf, darauf, bei, zu, über; ne. up, upon, on; Vw.: s. -dröseln; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. ūf (1), ūff, ūp, ouf, ōf, Adv., auf, hinab, hinauf, darauf, dort, aufwärts; mhd. ūf (2), ūfe, ūfen, ūpfe, ūp, Präp., auf, an, bei, für, pro, gegen, nach, über, um, in, zu, auf ... hin, in Hinblick auf; mhd. ūfe (1), uffe, Adv., auf, hinauf; mhd. ūfe (2), ūffe, ūfen, ūffen, Präp., auf, bis auf, an, in, aus, von, zu, bei, in Richtung auf, auf ... hin; mnd. up, uppe, Adv., oben, oberhalb, auf, hinauf; ahd. ūf, Adv., Präp., Präf., hinauf, auf, empor, herauf, aufwärts; as. up (1), upp, Adv., auf, hinauf; up-, Präf., auf..., hinauf..., er...; germ. *ūp, *upp, *upa, Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. auf, Kluge s. u. auf, EWD s. u. auf, DW 1, 602, DW2 3, 404, Duden s. u. auf, Bluhme s. u. auf; Son.: vgl. afries. up, op, Adv., Präf., auf, aufwärts; saterl. up, Adv., Präp., auf; ae. upp, Adv., auf, hinauf, aufwärts; ae. up, Präf., auf; an. upp, Adv., aufwärts, von, außerdem; got. iup, Adv., aufwärts, hinauf; nschw. upp, Präp., auf; ai. úpa, Präp., zu ... hin, an, bei; av. upa, Präp., hin ... zu, in, auf; apers. upā, Präp., hin ... zu, in, auf; gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an; ? kymr. gorau, Adj. (Superl.), beste; heth. upzi, V., (die Sonne) geht auf; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Fürwort) für ein sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches über und unter; BM.: örtlicher Bezug zu Höherem; F.: auf, aufs+EW; Z.: auf
$aufbahren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aufbahren; E.: s. auf, s. bahren; L.: Kluge s. u. Bahre, EWD s. u. Bahre, DW 1, 617; GB.: um 1210 belegte und aus auf und bahren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Entwicklung von Holzbearbeitung mögliches auf eine Bahre oder Trage legen; F.: aufbahren, bahre (!) auf, bahrst auf, bahrt auf, bahren auf, bahrest auf, bahret auf, bahrte auf, bahrtest auf, bahrten auf, bahrtet auf, aufgebahrt, ##aufgebahrt, aufgebahrte, aufgebahrtes, aufgebahrtem, aufgebahrten, aufgebahrter##, aufbahrend, ###aufbahrend, aufbahrende, aufbahrendes, aufbahrendem, aufbahrenden, aufbahrender###, aufzubahren, ###aufzubahren, aufzubahrend, aufzubahrende, aufzubahrendes, aufzubahrendem, aufzubahrenden, aufzubahrender###, bahr (!) auf+EW; Z.: auf—bahr-en
$aufbäumen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. aufbäumen, wie ein Baum aufrichten; E.: s. auf, s. bäumen; L.: EWD s. u. bäumen, DW 1, 618; GB.: seit um 1310 belegte und aus auf und bäumen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches wie ein Baum aufrichten; F.: aufbäumen, bäume (!) auf, bäumst auf, bäumt auf, bäumen auf, bäumest auf, bäumet auf, bäumte auf, bäumtest auf, bäumten auf, bäumtet auf, aufgebäumt, ##aufgebäumt, aufgebäumte, aufgebäumtes, aufgebäumtem, aufgebäumten, aufgebäumter##, aufbäumend, ###aufbäumend, aufbäumende, aufbäumendes, aufbäumendem, aufbäumenden, aufbäumender###, aufzubäumen, ####aufzubäumen, aufzubäumend, aufzubäumende, aufzubäumendes, aufzubäumendem, aufzubäumenden, aufzubäumender####, bäum (!) auf+EW; Z.: auf—bäu-m-en
$aufbauschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufbauschen, aufblähen, aufschwellen; L.: EWD s. u. Bausch, DW 1, 619; GB.: seit 1602 belegte und aus auf und bauschen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufblähen oder aufschwellen; F.: aufbauschen, bausche (!) auf, bauschst auf, bauscht auf, bauschen auf, bauschest auf, bauschet auf, bauschte auf, bauschtest auf, bauschten auf, bauschtet auf, aufgebauscht, ##aufgebauscht, aufgebauschte, aufgebauschtes, aufgebauschtem, aufgebauschten, aufgebauschter##, aufbauschend, ###aufbauschend, aufbauschende, aufbauschendes, aufbauschendem, aufbauschenden, aufbauschender###, aufzubauschen, ####aufzubauschen, aufzubauschend, aufzubauschende, aufzubauschendes, aufzubauschendem, aufzubauschenden, aufzubauschender####, bausch (!) auf+EW; Z.: auf—bau-sch-en
$aufbegehren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aufbegehren, auflehnen, empören; E.: s. auf, s. begehren; L.: Kluge s. u. aufbegehren, EWD s. u. begehren, DW 1, 619; GB.: seit 1582 belegte und aus auf und begehren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere mögliches auflehnen oder empören; F.: aufbegehren, begehre auf, begehrst auf, begehrt auf, begehren auf, begehrest auf, begehret auf, begehrte auf, begehrtest auf, begehrten auf, begehrtet auf, aufbegehrt, ##aufbegehrt, aufbegehrte, aufbegehrtes, aufbegehrtem, aufbegehrten, aufbegehrter##, aufbegehrend, ###aufbegehrend, aufbegehrende, aufbegehrendes, aufbegehrendem, aufbegehrenden, aufbegehrender###, aufzubegehren, ####aufzubegehren, aufzubegehrend, aufzubegehrende, aufzubegehrendes, aufzubegehrendem, aufzubegehrenden, aufzubegehrender####, begehr (!) auf+EW; Z.: auf—be-gehr-en
$aufbereiten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. aufbereiten, zubereiten, vorbereiten, bereiten; E.: s. auf, s. bereiten; L.: EWD s. u. bereit, DW 1, 620; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus auf und bereiten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zubereiten oder vorbereiten oder bereiten; F.: aufbereiten, bereite (!) auf, bereitest auf, bereitet auf, bereitete auf, bereitetest auf, bereiteten auf, bereitetet auf, aufbereitet, ##aufbereitet, aufbereitete, aufbereitetes, aufbereitetem, aufbereiteten, aufbereiteter##, aufbereitend, ###aufbereitend, aufbereitende, aufbereitendes, aufbereitendem, aufbereitenden, aufbereitender###, aufbereiten, ####aufbereitend, aufbereitende, aufbereitendes, aufbereitendem, aufbereitenden, aufbereitender####, bereit (!) auf+EW; Z.: auf—be—reit-en
$aufbieten, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. aufbieten, darbieten, bekanntmachen; E.: s. auf, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, EWD s. u. bieten, DW 1, 621; GB.: seit um 1147 belegte und aus auf und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches darbieten oder bekanntmachen; F.: aufbieten, biete auf, bietest auf, bietet auf, bieten auf, bot auf, botest auf, botst auf, boten auf, botet auf, böte auf, bötest auf, bötet auf, aufgeboten, ##aufgeboten, aufgebotene, aufgebotenes, aufgebotenem, aufgebotenen, aufgebotener##, aufbietend, ###aufbietend, aufbietende, aufbietendes, aufbietendem, aufbietenden, aufbietender###, aufzubieten, ####aufzubieten, aufzubietend, aufzubietende, aufzubietendes, aufzubietendem, aufzubietenden, aufzubietender####, biet (!) auf+EW; Z.: auf—biet-en
$Aufbietung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Aufbietung, Darbietung, Bekanntmachung; E.: s. aufbiet(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Aufbietung, EWD s. u. bieten, DW 1, 621; GB.: seit um 1347 belegte und aus aufbiet(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Darbietung oder Bekanntmachung F.: Aufbietung, Aufbietungen+EW; Z.: Auf—biet-ung
$aufblähen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aufblähen; E.: s. auf, s. blähen; L.: Kluge s. u. blähen, EWD s. u. blähen DW 1, 623; GB.: um 1300 belegte und aus auf und blähen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches aufblasen oder aufbauschen; F.: aufblähen, blähe auf, blähst auf, bläht auf, blähen auf, blähest auf, blähet auf, blähte auf, blähtest auf, blähten auf, blähtet auf, aufgebläht, ##aufgebläht, aufgeblähte, aufgeblähtes, aufgeblähtem, aufgeblähten, aufgeblähter##, aufblähend, ###aufblähend, aufblähende, aufblähendes, aufblähendem, aufblähenden, aufblähender###, aufzublähen, ####aufzublähen, aufzublähend, aufzublähende, aufzublähendes, aufzublähendem, aufzublähenden, aufzublähender####, bläh (!) auf+EW; Z.: auf—blä-h-en
$aufblühen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aufblühen, erblühen, blühen, aufgehen, öffnen; E.: s. auf, s. blühen; L.: Kluge s. u. blühen, DW 1, 626 Aufblühen (N.), EWD s. u. blühen; GB.: seit um 1210 belegte und aus auf und blühen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit der Entstehung von Blüten mögliches erblühen oder blühen oder aufgehen, oder öffnen; F.: aufblühen, blühe (!) auf, blühst auf, blüht auf, blühen auf, blühest auf, blühet auf, blühte auf, blühtest auf, blühten auf, blühtet auf, aufgeblüht, ##aufgeblüht, aufgeblühte, aufgeblühtes, aufgeblühtem, aufgeblühten, aufgeblühter##, aufblühend, ###aufblühend, aufblühende, aufblühendes, aufblühendem, aufblühenden, aufblühender###, aufzublühen, ####aufzublühen, aufzublühend, aufzublühende, aufzublühendes, aufzublühendem, aufzublühenden, aufzublühender####, blüh (!) auf+EW; Z.: auf—blü-h-en
$aufbrausen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. aufbrausen, aufwallen, aufschäumen; E.: s. auf, s. brausen; L.: EWD s. u. brausen, DW 1, 627; GB.: seit 1595 belegte und aus auf und brausen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufwallen oder aufschäumen; F.: aufbrausen, brause (!) auf, brausst (!) auf, braust auf, brausen auf, brausest auf, brauset auf, brauste auf, braustest auf, brausten auf, braustet auf, aufgebraust, ##aufgebraust, aufgebrauste, aufgebraustes, aufgebraustem, aufgebrausten, aufgebrauster##, aufbrausend, ###aufbrausend, aufbrausende, aufbrausendes, aufbrausendem, aufbrausenden, aufbrausender###, aufzubrausen, ####aufzubrausen, aufzubrausend, aufzubrausende, aufzubrausendes, aufzubrausendem, aufzubrausenden, aufzubrausender####, braus (!) auf+EW; Z.: auf—braus-en
$aufbrechen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. aufbrechen, wegbrechen, öffnen, beginnen; E.: s. auf, s. brechen; L.: Kluge s. u. aufbrechen, EWD s. u. brechen, DW 1, 627; GB.: vielleicht seit um 1125 belegte und aus auf und brechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wegbrechen oder öffnen oder beginnen; F.: aufbrechen, breche auf, brichst auf, bricht auf, brechen auf, brecht auf, brechest auf, brechet auf, brach auf, brachst auf, brachen auf, bracht auf, bräche auf, brächest auf, brächst auf, brächen auf, brächet auf, brächt auf, aufgebrochen, ##aufgebrochen, aufgebrochene, aufgebrochenes, aufgebrochenem, aufgebrochenen, aufgebrochener##, aufbrechend, ###aufbrechend, aufbrechende, aufbrechendes, aufbrechendem, aufbrechenden, aufbrechender###, aufzubrechen, ####aufzubrechen, aufzubrechend, aufzubrechende, aufzubrechendes, aufzubrechendem, aufzubrechenden, aufzubrechender####, brich (!) auf+EW; Z.: auf—bre-ch-en
$Aufbruch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aufbruch, Öffnung, Beginn; E.: s. auf, s. Bruch; L.: EWD s. u. brechen, DW 1, 630; GB.: seit 1267 belegte und aus auf und Bruch gebildete Bezeichnung für eine Öffnung oder einen sachlich schon vormenschlich möglichen Beginn; F.: Aufbruch, Aufbruches Aufbruchs, Aufbrüche, Aufbrüchen+EW; Z.: Auf—bru-ch
$aufbürden, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. aufbürden, aufladen, auferlegen; E.: s. auf, s. Bürde, s. n; L.: Kluge s. u. Bürde, DW 1, 631, EWD s. u. Bürde; GB.: seit um 1600 belegte und aus auf und bürden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufladen oder auferlegen; F.: aufbürden, bürde (!) auf, bürdest auf, bürdet auf, bürden auf, bürdete auf, bürdetest auf, bürdeten auf, bürdetet auf, aufgebürdet, ##aufgebürdet, aufgebürdete, aufgebürdetes, aufgebürdetem, aufgebürdeten, aufgebürdeter##, aufbürdend, ###aufbürdend, aufbürdende, aufbürdendes, aufbürdendem, aufbürdenden, aufbürdender###, aufzubürden, ####aufzubürden, aufzubürdend, aufzubürdende, aufzubürdendes, aufzubürdendem, aufzubürdenden, aufzubürdender####, bürd (!) auf+EW; Z.: auf—bür-d-en
aufdonnern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aufdonnern, durch Donner aufwecken, sich zurechtmachen; ne. glam up, adorn oneself; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1758; E.: s. nhd. auf; Herkunft des Hinterglieds ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit nhd. Dame; L.: Kluge s. u. aufgedonnert, EWD s. u. Donner, DW 1, 633, Duden aufdonnern, Bluhme s. u. aufdonnern; GB.: seit 1758 belegte und aus auf und einem ungeklärten vielleicht mit Dame verbindbaren Grundwort gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches durch Donner aufwecken bzw. in der späteren Neuzeit sich geschmacklos und übertrieben zurechtmachen; BM.: sich wie eine Dame herausputzen?; F.: aufdonnern, donner (!), donnerst, donnert, donnerte, donnertest, donnerten, donnertet, aufgedonnert, ##aufgedonnert, aufgedonnerte, aufgedonnertes, aufgedonnertem, aufgedonnerten, aufgedonnerter##, aufdonnernd, ###aufdonnernd, aufdonnernde, aufdonnerndes, aufdonnerndem, aufdonnernden, aufdonnernder###, aufzudonnern, ####aufzudonnern, aufzudonnernd, aufzudonnernde, aufzudonnerndes, aufzudonnerndem, aufzudonnernden, aufzudonnernder####, donner (!) auf+EW; Z.: auf—donn-er-n
aufdrieseln, nhd., sw. V.: nhd. aufdrieseln; Vw.: s. aufdröseln
$aufdringen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. aufdringen, vordringen, aufbrechen; E.: s. auf, s. dringen; L.: Kluge s. u. dringen, EWD s. u. dringen, DW 1, 634; GB.: um 1246 belegte und aus auf und dringen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches vordringen oder aufbrechen; F.: aufdringen, dringe auf, dringst auf, dringt auf, dringen auf, dringest auf, dringet auf, drang (!) auf, drangst auf, drangen auf, drangt (!) auf, dränge auf, drängest auf, drängst auf, drängen auf, dränget auf, drängt auf, aufgedrungen, ##aufgedrungen, aufgedrungene, aufgedrungenes, aufgedrungenem, aufgedrungenen, aufgedrungener##, aufdringend, ###aufdringend, aufdringende, aufdringendes, aufdringendem, aufdringenden, aufdringender##, aufzudringen, ####aufzudringen, aufzudringend, aufzudringende, aufzudringendes, aufzudringendem, aufzudringenden, aufzudringender####, dring (!) auf+EW; Z.: auf—dri-ng-en
$aufdringlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. aufdringlich, zudringlich, aufnötigend; E.: s. auf, s. dringlich; L.: Kluge s. u. dringen, EWD s. u. dringen, DW 1, 635; GB.: seit um 1775 belegte und aus auf und dringlich bzw. aufdring(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zudringlich oder aufnötigend; F.: aufdringlich, aufdringliche, aufdringliches, aufdringlichem, aufdringlichen, aufdringlicher(, aufdringlichere, aufdringlicheres, aufdringlicherem, aufdringlicheren, aufdringlicherer, aufdringlichst, aufdringlichste, aufdringlichstes, aufdringlichstem, aufdringlichsten, aufdringlichster)+EW; Z.: auf—dri-ng-lich
aufdröseln, aufdrieseln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aufdröseln, aufdrieseln, auftröseln, aufdrehen, entwirren; ne. disentangle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. nhd. auf; nd. triseln, V., drehen; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204? (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. aufdröseln, EWD s. u. dröseln, DW 1, 635, Duden s. u. aufdröseln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus auf und nd. triseln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf mühevolle und Zeit beanspruchende Weise aufdrehen oder entwirren; BM.: ?; F.: aufdröseln, drösel (!) auf, drösle auf, dröselst auf, dröselt auf, dröseln auf, dröselte auf, dröseltest auf, dröselten auf, dröseltet auf, aufgedröselt, ##aufgedröselt, aufgedröselte, aufgedröseltes, aufgedröseltem, aufgedröselten, aufgedröselter##, aufdröselnd, ###aufdröselnd, aufdröselnde, aufdröselndes, aufdröselndem, aufdröselnden, aufdröselnder###, aufzudröseln, ##aufzudröseln, aufzudröselnd, aufzudröselnde, aufzudröselndes, aufzudröselndem, aufzudröselnden, aufzudröselnder####, aufdrieseln, driesel (!) auf, driesle auf, drieselst auf, drieselt auf, drieseln auf, drieselte auf, drieseltest auf, drieselten auf, drieseltet auf, aufgedrieselt ##aufgedrieselt, aufgedrieselte, aufgedrieseltes, aufgedrieseltem, aufgedrieselten, aufgedrieselter##, aufdrieselnd, ###aufdrieselnd, aufdrieselnde, aufdrieselndes, aufdrieselndem, aufdrieselnden, aufdrieselnder###, aufzudrieseln, ####aufzudrieseln, aufzudrieselnd, aufzudrieselnde, aufzudrieselndes, aufzudrieselndem, aufzudrieselnden, aufzudrieselnder####+EW; Z.: auf—drös-el-n
$Aufenthalt, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Aufenthalt, Anwesenheit; E.: s. auf, s. ent, s. halt(en) L.: Kluge s. u. Aufenthalt, EWD s. u. Aufenthalt, DW 1, 637; GB.: seit um 1300 belegte und aus auf und ent sowie halt(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Anwesenheit; F.: Aufenthalt, Aufenthaltes, Aufenthalts, Aufenthalte, Aufenthalten+EW; Z.: Auf—ent—hal-t
$auferstehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. auferstehen, aufstehen; E.: s. auf, s. erstehen; L.: EWD s. u. stehen, DW 1, 640; GB.: vielleicht seit Ende 9. Jh. belegte und aus auf und erstehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches aufstehen; F.: auferstehen, erstehe auf, erstehst auf, ersteht auf, erstehest auf, erstehet auf, erstand auf, erstandest auf, erstandst auf, erstanden auf, erstandet auf, erstände auf, erständest auf, erständen auf, erständet auf, erstünde auf, erstündest auf, erstünden auf, erstündet auf, auferstanden, ##auferstanden, auferstandene, auferstandenes, auferstandenem, auferstandenen, auferstandener##, auferstehend, ###auferstehend, auferstehende, auferstehendes, auferstehendem, auferstehenden, auferstehender###, aufzuerstehen, aufzuerstehend, aufzuerstehende, aufzuerstehendes, aufzuerstehendem, aufzuerstehenden, aufzuerstehender####, ersteh (!) auf+EW; Z.: auf—er—steh-en
$Auferstehung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Auferstehung, Aufstehen, Wiedererweckung; E.: s. aufersteh(en), s. ung; L.: EWD s. u. stehen, DW 1, 640; GB.: seit um 1125 belegte und aus aufersteh(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Aufstehen sowie später in christlichem Verständnis (nach einem Tode) mögliche Wiedererweckung zu einem glücklichen Leben; F.: Auferstehung, Auferstehungen+EW; Z.: Auf—er—steh-ung
$auffächern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. auffächern, aufgliedern, aufteilen; E.: s. auf, s. Fach, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. Fach, fehlt DW; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus auf und Fach sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches aufgliedern oder aufteilen; F.: auffächernd, fächere auf, fächer (!) auf, fächre auf, fächerst auf, fächert auf, fächerte auf, fächertest auf, fächerten auf, fächertet auf, aufgefächert, ##aufgefächert, aufgefächerte, aufgefächertes, aufgefächertem, aufgefächerten, aufgefächerter##, auffächernd, ###auffächernd, auffächernde, auffächerndes, auffächerndem, auffächernden, auffächernder###, aufzufächern, ####aufzufächern, aufzufächernd, aufzufächernde, aufzufächerndes, aufzufächerndem, aufzufächernden, aufzufächernder####, fächer (!) auf+EW; Z.: auf—fäch-er-n
$auffallen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. auffallen, aufprallen, hervortreten, befremden; E.: s. auf, s. fallen: L.: Kluge s. u. auffallen, EWD s. u. fallen, DW 1, 643; GB.: vielleicht seit um 1300 belegte und aus auf und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufprallen oder hervortreten oder befremden; F.: auffallen, falle auf, fällst auf, fällt auf, fallen auf, fallt auf, fallest auf, fallet auf, fiel auf, fielst auf, fielen auf, fielt auf, fielest auf, fielet auf, aufgefallen, ##aufgefallen, aufgefallene, aufgefallenes, aufgefallenem, aufgefallenen, aufgefallener##, auffallend, ###auffallend, auffallende, auffallendes, auffallendem, auffallenden, auffallender###, aufzufallen, ####aufzufallen, aufzufallend, aufzufallende, aufzufallendes, aufzufallendem, aufzufallenden, aufzufallender####, fall (!) auf+EW; Z.: auf—fall-en
$auffallend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. auffallend, auffällig, hervortretend; E.: s. auffallen, s. d; L.: EWD s. u. fallen, DW 1, 643; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus auffallen und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auffällig oder hervortretend; F.: auffallend, auffallende, auffallendes, auffallendem, auffallenden, auffallender(, auffallendere, auffallenderes, auffallenderem, auffallenderen, auffallenderer, auffallendst, auffallendste, auffallendstes, auffallendstem, auffallendsten, auffallendster)+EW; Z.: auf—fall-en-d
$auffällig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. auffällig, auffallend, hervortretend; Q.: 16. Jh.?; E.: s. auffall(en), s. ig; L.: EWD s. u. fallen, DW 1, 643; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus auffall(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auffallend oder hervortretend; F.: auffällig, auffällige, auffälliges, auffälligem, auffälligen, auffälliger(, auffälligere, auffälligeres, auffälligerem, auffälligeren, auffälligerer, auffälligst, auffälligste, auffälligstes, auffälligstem, auffälligsten, auffälligster)+EW; Z.: auf—fäll-ig
$auffordern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. auffordern, einfordern, verlangen; E.: s. auf. s. fordern; L.: EWD s. u. fordern, DW 1, 646; GB.: seit 1282 belegte und aus auf und fordern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache ,mögliches einfordern oder verlangen; F.: auffordernd, fordere auf, forder (V.) auf, fordre auf, forderst auf, fordert auf, forderte auf, fordertest auf, forderten auf, fordertet auf, aufgefordert, ##aufgefordert, aufgeforderte, aufgefordertes, aufgefordertem, aufgeforderten, aufgeforderter##, auffordernd, ###auffordernd, auffordernde, aufforderndes, aufforderndem, auffordernden, auffordernder###, aufzufordern, ####aufzufordern, aufzufordernd, aufzufordernde, aufzuforderndes, aufzuforderndem, aufzufordernden, aufzufordernder####, forder (!) auf+EW; Z.: auf—for-d-er-n
$aufforsten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufforsten, bewalden; E.: s. auf, s. Forst, s. en; L.: EWD s. u. Forst, fehlt DW; GB.: seit 1858 belegte und aus auf und Forst sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Hochkulturen des Altertums mögliches bewalden; F.: aufforsten, forste (!) auf, forstst (!) auf, forstet auf, forsten auf, forstest auf, forstet auf, forstete auf, forstetest auf, forsteten auf, forstetet auf, aufgeforstet, ##aufgeforstet, aufgeforstete, aufgeforstetes, aufgeforstetem, aufgeforsteten, aufgeforsteter##, aufforstend, ###aufforstend, aufforstende, aufforstendes, aufforstendem, aufforstenden, aufforstender###, aufzuforsten, ####aufzuforsten, aufzuforstend, aufzuforstende, aufzuforstendes, aufzuforstendem, aufzuforstenden, aufzuforstender####, forst (!) auf, forste (!) auf+EW; Z.: auf—forst-en
$auffrischen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. auffrischen, erfrischen, frisch werden, frisch machen; E.: s. auf, s. frisch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. frisch, EWD s. u. frisch, DW 1, 647; GB.: seit 1549 belegte und aus auf und frisch sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erfrischen oder frisch werden oder auch frisch machen; F.: auffrischen, frische (1) auf, frischst auf, frischt auf, frischen (!) auf, frischest auf, frischet auf, frischte auf, frischtest auf, frischten auf, frischtet auf, aufgefrischt, ##aufgefrischt, aufgefrischte, aufgefrischtes, aufgefrischtem, aufgefrischten, aufgefrischter##, auffrischend, ###auffrischend, auffrischende, auffrischendes, auffrischendem, auffrischenden, auffrischender###, aufzufrischen, ####aufzufrischen, aufzufrischend, aufzufrischende, aufzufrischendes, aufzufrischendem, aufzufrischenden, aufzufrischender####, frisch (!) auf+EW; Z.: auf—frisch-en
$aufführen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. aufführen, hinaufführen, einführen, vorführen, hinaufbringen; E.: s. auf, s. führen; L.: Kluge s. u. aufführen, DW 1, 648, EWD s. u. führen; GB.: seit um 1000 belegte und aus auf und führen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufführen oder hinaufbringen; F.: aufführen, führe auf, führst auf, führt auf, führen auf, führest auf, führet auf, führte auf, führtest auf, führten auf, führtet auf, aufgeführt, ##aufgeführt, aufgeführte, aufgeführtes, aufgeführtem, aufgeführten, aufgeführter##, aufführend, ###aufführend, aufführende, aufführendes, aufführendem, aufführenden, aufführender###, aufzuführen, ####aufzuführen, aufzuführend, aufzuführende, aufzuführendes, aufzuführendem, aufzuführenden, aufzuführender####, führ (!) auf+EW; Z.: auf—führ-en
$Aufführung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Aufführung, Hinaufführung, Vorführung; E.: s. aufführ(en), s. ung; L.: EWD s. u. führen, DW 1, 649; GB.: seit 1467 belegte und aus aufführ(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Hinaufführung oder Vorführung; F.: Aufführung, Aufführungen+EW; Z.: Auf—führ-ung
$Aufgabe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Aufgabe, Auftrag, Frage; E.: s. auf, s. Gabe; L.: Kluge s. u. aufgeben, EWD s. u. geben, DW 1, 649; GB.: seit 1290 belegte und aus auf und Gabe gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder auch schon des Lebens möglichen Auftrag oder eine mögliche Frage; F.: Aufgabe, Aufgaben+EW; Z.: Auf—gab-e
$aufgabeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufgabeln, mit einer Gabel aufnehmen; E.: s. auf, s. Gabel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. aufgabeln, EWD s. u. Gabel, DW 1, 649; GB.: seit 1617 belegte und aus auf und Gabel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Gabel durch den Menschen mögliches mit einer Gabel aufnehmen; F.: aufgabeln, gabel (!) auf, gable auf, gabele auf, gabelst auf, gabelt auf, gabeln auf, gabelte auf, gabeltest auf, gabelten auf, gabeltet auf, gegabelt auf, aufgegabelt, ##aufgegabelt, aufgegabelte, aufgegabeltes, aufgegabeltem, aufgegabelten, aufgegabelter##, aufgabelnd, ###aufgabelnd, aufgabelnde, aufgabelndes, aufgabelndem, aufgabelnden, aufgabelnder###, aufzugabeln, ####aufzugabeln, aufzugabelnd, aufzugabelnde, aufzugabelndes, aufzugabelndem, aufzugabelnden, aufzugabelnder####, gabel (!) auf+EW; Z.: auf—gabel-n
$Aufgang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Aufgang, Hinaufgang, Hinaufgehen, Beginnen; E.: s. auf, s. Gang; L.: DW 1, 650, EWD s. u. gehen; GB.: seit um 765 belegte und aus auf und Gang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Hinaufgehen oder Beginnen; F.: Aufgang, Aufgangs, Aufganges, Aufgänge, Aufgängen+EW; z.: Auf—ga-ng
$aufgeben, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. aufgeben, hinaufgeben, aufhören; E.: s. auf, s. geben; L.: Kluge s. u. aufgeben, DW 1, 651, EWD s. u. geben; GB.: seit 1147 belegte und aus auf und geben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geben oder hinaufgeben oder aufhören; F.: aufgeben, gebe auf, gibst auf, gibt auf, geben auf, gebt auf, gebest auf, gebet auf, gab auf, gabst auf, gaben auf, gabt auf, gäbe auf, gäbest auf, gäben auf, gäbet auf, aufgegeben, ##aufgegeben, aufgegebene, aufgegebenes, aufgegebenem, aufgegebenen, aufgegebener##, aufgebend, ###aufgebend, aufgebende, aufgebendes, aufgebendem, aufgebenden, aufgebender###, aufzugeben, ####aufzugeben, aufzugebend, aufzugebende, aufzugebendes, aufzugebendem, aufzugebenden, aufzugebender####, gib (!) auf+EW; Z.: auf—geb-en
$Aufgebot, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Aufgebot, Aufruf, Bekanntgabe; E.: s. auf, s. Gebot; L.: Kluge s. u. Aufgebot, DW 1, 652, EWD s. u. bieten; GB.: seit 1466 belegte und aus auf und Gebot gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Aufruf oder eine mögliche Bekanntgabe; F.: Aufgebotes, Aufgebots, Aufgebote, Aufgeboten+EW; Z.: Auf—ge-bot
$aufgedonnert, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (15. Jh.): nhd. aufgedonnert; E.: s. auf, s. donnern?, s. it. donna?; L.: Kluge s. u. aufgedonnert, fehlt DW (s. aufdonnern); GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus auf und donner(n)? oder it. donna gebildete Bezeichnung für auffällig hergerichtet; F.: aufgedonnert, aufgedonnerte, aufgedonnertes, aufgedonnertem, aufgedonnerten, aufgedonnerter(, aufgedonnertere, aufgedonnerteres, aufgedonnerterem, aufgedonnerteren, aufgedonnerterer, aufgedonnertst, aufgedonnertste, aufgedonnertstes, aufgedonnertstem, aufgedonnertsten, aufgedonnertster)+EW(+FW?); Z.: auf—ge-donn-ert
aufgedunsen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. aufgedunsen, aufgeschwollen, aufgequollen; ne. puffy, bloated; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Der mitteldeutsche Marco Polo); E.: Part. Prät. zu einem Verb aufdinsen; Vorderglied s. nhd. auf; Hinterglied s. mhd. dinsen, st. V., gewaltsam ziehen, zerren, reißen, schleppen; ahd. dinsan*, st. V. (3a), ziehen, schleppen, herunterdrücken; germ. *þensan, st. V., ziehen; idg. *tens-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1068 (1857/34) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt.); s. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. aufgedunsen, EWD s. u. aufgedunsen, DW 1, 652, DW2 3, 454 (aufdinsen), Duden s. u. aufgedunsen; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus auf und dinsen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches (ungesund) aufgeschwollen oder aufgequollen; BM.: aufziehen; F.: aufgedunsen, aufgedunsene, aufgedunsenes, aufgedunsenem, aufgedunsenen, aufgedunsener(, aufgedunsenere, aufgedunseneres, aufgedunsenerem, aufgedunseneren, aufgedunsenerer, aufgedunsenst)+EW; Z.: auf—ge-dun-s-en
$aufgehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. aufgehen, hinaufgehen, wachsen (V.) (1); E.: s. auf, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 1, 653, EWD s. u. gehen; GB.: um 796 belegte und aus auf und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinaufgehen oder wachsen (V.) (1); F.: aufgehen, gehe auf, gehst auf, geht auf, gehen auf, gehest auf, gehet auf, ging auf, gingst auf, gingen auf, gingt auf, gingest auf, ginget auf, aufgegangen, ##aufgegangen, aufgegangene, aufgegangenes, aufgegangenem, aufgegangenen, aufgegangener##, aufgehend, ###aufgehend, aufgehende, aufgehendes, aufgehendem, aufgehenden, aufgehender###, aufzugehen, ####aufzugehen, aufzugehend, aufzugehende, aufzugehendes, aufzugehendem, aufzugehenden, aufzugehender####, geh (!) auf+EW; Z.: auf-geh-en
$aufgeilen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. aufgeilen, schadenfroh sein (V.), in geschlechtliche Erregung bringen; E.: s. auf, s. geil, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. geil, EWD s. u. geil, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus auf und geil sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schadenfroh sein (V.) oder in geschlechtliche Erregung bringen; F.: aufgeilen, geile auf, geilst auf, geilt auf, geilen auf, geilest auf, geilet auf, geilte auf, geiltest auf, geilten auf, geiltet auf, aufgegeilt, ##aufgegeilt, aufgegeilte, aufgegeiltes, aufgegeiltem, aufgegeilten, aufgegeilter##, aufgeilend, ###aufgeilend, aufgeilende, aufgeilendes, aufgeilendem, aufgeilenden, aufgeilender###, aufzugeilen, ####aufzugeilen, aufzugeilend, aufzugeilende, aufzugeilendes, aufzugeilendem, aufzugeilenden, aufzugeilender####, geil (!) auf+EW; Z.: auf—gei-l-en
$aufgekratzt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. aufgekratzt, vergnügt; E.: s. aufkratz(en), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. aufgekratzt, fehlt DW (s. aufkratzen), EWD s. u. kratzen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus aufkratzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vergnügt; F.: aufgekratzt, aufgekratzte, aufgekratztes, aufgekratztem, aufgekratzten, aufgekratzter(, aufgekratztere, aufgekratzteres, aufgekratzterem, aufgekratzteren, aufgekratzterer, aufgekratztest, aufgekratzteste, aufgekratztestes, aufgekratztestem, aufgekratztesten, aufgekratztester)+EW; Z.: auf—ge-kratz-t
$aufgelegt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (10. Jh.?): nhd. aufgelegt, hinaufgelegt, gestimmt, gelaunt; E.: s. auflegen, s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. aufgelegt, DW 1, 656, EWD s. u. legen; GB.: um 1000 belegte und aus auflegen und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufgelegt oder gestimmt oder gelaunt; F.: aufgelegt, aufgelegte, aufgelegtes, aufgelegtem, aufgelegten, aufgelegter(, aufgelegtere, aufgelegteres, aufgelegterem, aufgelegteren, aufgelegterer, aufgelegtest, aufgelegteste, aufgelegtestes, aufgelegtestem, aufgelegtesten, aufgelegtester)+EW; Z.: auf—ge-leg-t
$aufgeräumt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. aufgeräumt, ordentlich, lustig; E.: s. aufräum(en), s. ge, s.t; L.: Kluge s. u. aufgeräumt, DW 1, 656, EWD s. u. Raum; GB.: seit um 1250-1280 belegte und aus aufräumen und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ordentlich oder lustig; F.: aufgeräumt, aufgeräumte, aufgeräumtes, aufgeräumtem, aufgeräumten, aufgeräumter(, aufgeräumtere, aufgeräumteres, aufgeräumterem, aufgeräumteren, aufgeräumterer, aufgeräumtest, aufgeräumteste, aufgeräumtestes, aufgeräumtestem, aufgeräumtesten, aufgeräumtester)+EW; Z.: auf—ge-räu-m-t
$aufhäufen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufhäufen, aufschichten; E.: s. auf, s. häufen; L.: Kluge s. u. Haufen, DW 1, 663; GB.: seit um 1185 belegte und vielleicht nach lat. acervare aus auf und häufen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufschichten; F.: aufhäufen, häufe auf, häufst auf, häuft auf, häufen auf, häufest auf, häufet auf, häufte auf, häuftest auf, häuften auf, häuftet auf, aufgehäuft, ##aufgehäuft, aufgehäufte, aufgehäuftes, aufgehäuftem, aufgehäuften, aufgehäufter##, aufhäufend, ###aufhäufend, aufhäufende, aufhäufendes, aufhäufendem, aufhäufenden, aufhäufender###, aufzuhäufen, ####aufzuhäufen, aufzuhäufend, aufzuhäufende, aufzuhäufendes, aufzuhäufendem, aufzuhäufenden, aufzuhäufender####, häuf (!) auf+EW; Z.: auf—häu-f-en
aufheben, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. aufheben, erheben, hochheben; E.: s. auf, s. heben; L.: DW 1, 663; GB.: seit um 830 belegte und aus auf und heben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erheben oder hochheben oder später auch beseitigen+EW
$aufhebens, nhd., Adv., (16. Jh./17. Jh.): nhd. aufhebens, Aufsehen (erregend); E.: s. aufheben, s. s; L.: Kluge s. u. aufhebens, fehlt DW; GB.: seit 16,/17. Jh. belegte und aus aufheben und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Aufsehen (erregend); F.: aufhebens+EW; Z.: auf—heb-en-s
$aufheitern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufheitern, erheitern, aufklären, heiter werden, heiter machen; E.: s. auf, s. heiter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. heiter, DW 1, 668, EWD s. u. heiter; GB.: seit 1644 belegte und vielleicht nach lat. exhilarare aus auf und heiter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches erheitern oder aufklären oder heiter werden oder heiter machen; F.: aufheitern, heitere auf, heiter (!) auf, heiterst auf, heitert auf, heitern auf, heiterte auf, heitertest auf, heiterten auf, heitertet auf, aufgeheitert, ##aufgeheitert, aufgeheiterte, aufgeheitertes, aufgeheitertem, aufgeheiterten, aufgeheiterter##, aufheiternd, ###aufheiternd, aufheiterndes, aufheiterndem, aufheiternden, aufheiternder###, aufzuheitern, ####aufzuheitern, aufzuheiternd, aufzuheiternde, aufzuheiterndes, aufzuheiterndem, aufzuheiternden, aufzuheiternder####, heiter (!) auf+EW; Z.: auf—hei-t-er-n
$aufhellen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufhellen, erhellen, aufklären; E.: s. auf, s. hell, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. hell, DW 1, 669, EWD s. u. hell; GB.: seit 1677 belegte und aus auf und hell sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches erhellen oder aufklären; F.: aufhellen, helle (!) auf, hellst auf, hellt auf, hellen auf, hellest auf, hellet auf, hellte auf, helltest auf, hellten auf, helltet auf, aufgehellt, ##aufgehellt, aufgehellte, aufgehelltes, aufgehelltem, aufgehellten, aufgehellter##, aufhellend, ###aufhellend, aufhellende, aufhellendes, aufhellendem, aufhellenden, aufhellender###, aufzuhellen, ####aufzuhellen, aufzuhellend, aufzuhellende, aufzuhellendes, aufzuhellendem, aufzuhellenden, aufzuhellender####, hell (!) auf+EW; Z.: auf—hel-l-en
$aufhören, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aufhören, enden; E.: s. auf, s. hören; L.: Kluge s. u. aufhören, DW 1, 670, EWD s. u. hören; GB.: seit um 1230 belegte und aus auf und hören gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches enden; F.: aufhören, höre auf, hörst auf, hört auf, hören auf, hörest auf, höret auf, hörte auf, hörtest auf, hörten auf, hörtet auf, aufgehört, ##aufgehört, aufgehörte, aufgehörtes, aufgehörtem, aufgehörten, aufgehörter##, aufhörend, ###aufhörend, aufhörende, aufhörendes, aufhörendem, aufhörenden, aufhörender###, aufzuhören, ####aufzuhören, aufzuhörend, aufzuhörende, aufzuhörendes, aufzuhörendem, aufzuhörenden, aufzuhörender####, hör (!) auf+EW; Z.: auf-hö-r-en
$aufklären, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufklären; E.: s. auf, s. klären; L.: Kluge s. u. aufklären, DW 1, 674, EWD s. u. aufklären; GB.: seit 1626 belegte und aus auf und klären gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches klar werden oder klar machen; F.: aufklären, kläre auf, klärst auf, klärt auf, klären auf, klärest auf, kläret auf, klärte auf, klärtest auf, klärten auf, klärtet auf, aufgeklärt, ##aufgeklärt, aufgeklärte, aufgeklärtes, aufgeklärtem, aufgeklärten, aufgeklärter##, aufklärend, ###aufklärend, aufklärende, aufklärendes, aufklärendem, aufklärenden, aufklärender###, aufzuklären, ####aufzuklären, aufzuklärend, aufzuklärende, aufzuklärendes, aufzuklärendem, aufzuklärenden, aufzuklärender####, klär (!) auf+EW+FW; Z.: auf—klä-r-en
$Aufklärer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aufklärer; E.: s. aufklär(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. aufklären, DW 1, 674, EWD s. u. aufklären; GB.: seit 1744 belegte und aus aufklär(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder der Aufklärung der Neuzeit möglichen aufklärenden oder mehr Klarheit schaffenden Menschen; F.: Aufklärer, Aufklärers, Aufklärern+EW+EW; Z.: Auf-klä-r-er
$aufklärerisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. aufklärerisch, aufklärend, als Aufklärer handelnd, Aufklärung anstrebend; E.: s. Aufklärer, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. aufklären; GB.: seit 1839 belegte und aus Aufklärer und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufklärend; F.: aufklärerisch, aufklärerische, aufklärerisches, aufklärerischem, aufklärerischen, aufklärerischer(, aufklärerischere, aufklärerischeres, aufklärerischerem, aufklärerischeren, aufklärerischerer, aufklärerischst, aufklärerischste, aufklärerischstes, aufklärerischstem, aufklärerischsten, aufklärerischster)+FW+EW; Z.: auf-klä-r-er-isch
$Aufklärung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aufklärung; E.: s. aufklär(en), s. ung; L.: Kluge s. u. aufklären, DW 1, 674, EWD s. u. aufklären; GB.: seit 1691 belegte und aus aufklär(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche und seit 1691 bewusst angestrebte Klärung von Gegebenheiten durch eigenständiges vorurteilsfreies Denken; F.: Aufklärung, Aufklärungen+FW+EW; Z.: Auf-klä-r-ung
$aufkommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. aufkommen, heraufkommen, in die Höhe kommen; E.: s. auf, s. kommen; L.: DW 1, 677, EWD s. u. aufkommen; GB.: seit um 765 belegte und aus auf und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches heraufkommen oder in die Höhe kommen; F.: aufkommen, komme (!) auf, kommst auf, kommt auf, kommen auf, kommest auf, kommet auf, kam auf, kamst auf, kamen auf, kamt auf, käme auf, kämest auf, kämen auf, kämet auf, aufgekommen, ##aufgekommen, aufgekommene, aufgekommenes, aufgekommenem, aufgekommenen, aufgekommener##, aufkommend, ###aufkommend, aufkommende, aufkommendes, aufkommendem, aufkommenden, aufkommender###, aufzukommen, ####aufzukommen, aufzukommend, aufzukommende, aufzukommendes, aufzukommendem, aufzukommenden, aufzukommender####, komm (!) auf+EW; Z.: auf—kom-m-en
$aufkrempeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufkrempeln, aufstülpen, umschlagen; E.: s. auf, s. krempeln; L.: Kluge s. u. aufkrempeln, krempeln, fehlt DW, EWD s. u. Krempe; GB.: seit 1856 belegte und aus auf und krempeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufstülpen oder umschlagen; F.: aufkrempeln, krempel (!) auf, kremple auf, krempele auf, krempelst auf, krempelt auf, krempeln auf, krempelte auf, krempeltest auf, krempelten auf, krempeltet auf, gekrempelt auf, aufgekrempelt, ##aufgekrempelt, aufgekrempelte, aufgekrempeltes, aufgekrempeltem, aufgekrempelten, aufgekrempelter##, aufkrempelnd, ###aufkrempelnd, aufkrempelnde, aufkrempelndes, aufkrempelndem, aufkrempelnden, aufkrempelnder###, aufzukrempeln, ####aufzukrempeln, aufzukrempelnd, aufzukrempelnde, aufzukrempelndes, aufzukrempelndem, aufzukrempelnden, aufzukrempelnder####, krempel (!) auf+EW; Z.: auf—kre-m-p-el-n
$aufkündigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. aufkündigen; E.: s. auf, s. kündigen; L.: DW 1, 679, EWD s. u. kund; GB.: seit 1454 belegte und aus auf und kündigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches mitteilen oder beenden; F.: aufkündigen, kündige auf, kündigst auf, kündigt auf, kündigen auf, kündigest auf, kündiget auf, kündigte auf, kündigtest auf, kündigten auf, kündigtet auf, aufgekündigt, ##aufgekündigt, aufgekündigte, aufgekündigtes, aufgekündigtem, aufgekündigten, aufgekündigter##, aufkündigend, ###aufkündigend, aufkündigende, aufkündigendes, aufkündigendem, aufkündigenden, aufkündigender###, aufzukündigen, ####aufzukündigen, aufzukündigend, aufzukündigende, aufzukündigendes, aufzukündigendem, aufzukündigenden, aufzukündigender####, kündig (!) auf+EW; Z.: auf—kün-d-ig-en
$Auflage, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Auflage, Hinauflegen, Voraussetzung, Bestimmung, Fassung; E.: s. auf, s. Lage, s. auflegen; L.: DW 1, 680, EWD s. u. legen; GB.: seit 1417 belegte und aus auf und Lage bzw. aufleg(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hinauflegen oder eine Voraussetzung oder eine Bestimmung oder eine Fassung eines Buches; F.: Auflage, Auflagen+EW; Z.: Auf—lag-e
$auflauern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. auflauern, belauern, beobachten; E.: s. auf, s. lauern; L.: DW 1, 681, EWD s. u. lauern; GB.: seit um 1533 belegte und aus auf und lauern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches belauern oder beobachten; F.: auflauernd, lauere auf, lauer (!) auf, laure auf, lauerst auf, lauert auf, lauerte auf, lauertest auf, lauerten auf, lauertet auf, aufgelauert, ##aufgelauert, aufgelauerte, aufgelauertes, aufgelauertem, aufgelauerten, aufgelauerter##, auflauernd, ###auflauernd, auflauernde, auflauerndes, auflauerndem, auflauernden, auflauernder###, aufzulauern, ####aufzulauern, aufzulauernd, aufzulauernde, aufzulauerndes, aufzulauerndem, aufzulauernden, aufzulauernder####, lauer (!) auf+EW; Z.: auf—lau-er-n
$Auflauf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Auflauf; E.: s. auf, s. Lauf; L.: Kluge s. u. Auflauf, DW 1, 682, EWD s. u. laufen; GB.: seit 1262 belegte und aus auf und Lauf bzw. auflaufen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Zusammenlauf und später auch für eine von Menschen entwickelte Speise; F.: Auflauf, Auflaufes, Auflaufs, Aufläufe, Aufläufen+EW; Z.: Auf—lauf
$auflaufen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. auflaufen; E.: s. auf, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 1, 682, EWD s. u. laufen; GB.: seit 1263 belegte und aus auf und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinauflaufen oder ansammeln; F.: auflaufen, laufe auf, läufst auf, läuft auf, lauft auf, laufen auf, laufest auf, laufet auf, lief auf, liefst auf, liefen auf, lieft auf, liefest auf, liefet auf, aufgelaufen, ##aufgelaufen, aufgelaufene, aufgelaufenes, aufgelaufenem, aufgelaufenen, aufgelaufener##, auflaufend, ###auflaufend, auflaufende, auflaufendes, auflaufendem, auflaufenden, auflaufender###, aufzulaufen, ####aufzulaufen, aufzulaufend, aufzulaufende, aufzulaufendes, aufzulaufendem, aufzulaufenden, aufzulaufender####, lauf (!) auf+EW; Z.: auf—lauf-en
$auflegen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. auflegen, hinauflegen; E.: s. auf, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 1, 683, EWD s. u. legen; GB.: seit um 1000 belegte und aus auf und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinauflegen; F.: auflegen, lege auf, legst auf, legt auf, legen auf, legest auf, leget auf, legte auf, legtest auf, legten auf, legtet auf, aufgelegt, ##aufgelegt, aufgelegte, aufgelegtes, aufgelegtem, aufgelegten, aufgelegter##, auflegend, ###auflegend, auflegende, auflegendes, auflegendem, auflegenden, auflegender###, aufzulegen, ####aufzulegen, aufzulegend, aufzulegendes, aufzulegendem, aufzulegenden, aufzulegender####, leg (!) auf+EW; Z.: auf—leg-en
$auflehnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. auflehnen, lehnen gegen, entgegensetzen; E.: s. auf, s. lehnen; L.: Kluge s. u. auflehnen, lehnen 1, DW 1, 685, EWD s. u. lehnen 1; GB.: seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus auf und lehnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches lehnen gegen oder entgegensetzen; F.: auflehnen, lehne (!) auf, lehnst auf, lehnt auf, lehnen auf, lehnest auf, lehnet auf, lehnte auf, lehntest auf, lehnten auf, lehntet auf, aufgelehnt, ##aufgelehnt, aufgelehnte, aufgelehntes, aufgelehntem, aufgelehnten, aufgelehnter##, auflehnend, ###auflehnend, auflehnende, auflehnendes, auflehnendem, auflehnenden, auflehnender###, aufzulehnen, ####aufzulehnen, aufzulehnend, aufzulehnende, aufzulehnendes, aufzulehnendem, aufzulehnenden, aufzulehnender####, lehn (!) auf+EW; Z.: auf—leh-n-en
$aufliegen, nhd., st. V., (14. Jh.?): nhd. aufliegen, daraufliegen, offen liegen, wund liegen; E.: s. auf, s. liegen; L.: Kluge s. u. liegen, DW 1, 687; GB.: seit 1355 belegte und aus auf und liegen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches daraufliegen; F.: aufliegen, liege (!) auf, liegst auf, liegt auf, liegen auf, liegest auf, lieget auf, lag auf, lagst auf, lagen auf, lagt auf, läge auf, lägest auf, lägen auf, läget auf, aufgelegen, ##aufgelegen, aufgelegene, aufgelegenes, aufgelegenem, aufgelegenen, aufgelegener##, aufliegend, ###aufliegend, aufliegende, aufliegendes, aufliegendem, aufliegenden, aufliegender###, aufzuliegen, ####aufzuliegen, aufzuliegend, aufzuliegende, aufzuliegendes, aufzuliegendem, aufzuliegenden, aufzuliegender####, lieg (!) auf+EW; Z.: auf—lieg-en
$auflösen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. auflösen, lösen; E.: s. auf, s. lösen; L.: DW 1, 688, EWD s. u. lösen; GB.: seit um 1210 belegte und aus auf und lösen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches lösen; F.: auflösen, löse auf, lösst (!) auf, löst auf, lösest auf, löset auf, löste auf, löstest auf, lösten auf, löstet auf, aufgelöst, ##aufgelöst, aufgelöste, aufgelöstes, aufgelöstem, aufgelösten, aufgelöster##, auflösend, ###auflösend, auflösende, auflösendes, auflösendem, auflösenden, auflösender###, aufzulösen, ####aufzulösen, aufzulösend, aufzulösende, aufzulösendes, aufzulösendem, aufzulösenden, aufzulösender####, lös (!) auf+EW; Z.: auf—lö-s-en
$Auflösung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Auflösung, Lösung, Auftrennung, Beendigung; E.: s. auflös(en), s. ung; L.: DW 1, 689, EWD s. u. lösen; GB.: seit 1470 belegte und aus auflös(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Lösung oder Auftrennung oder Beendigung; F.: Auflösung, Auflösungen+EW; Z.: Auf—lö-s-ung
$aufmachen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufmachen, öffnen, auftun, aufheben; E.: s. auf, s. machen; L.: Kluge s. u. machen, DW 1, 689, EWD s. u. machen; GB.: seit um 1185 belegte und aus auf und machen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches öffnen oder auftun oder aufheben; F.: aufmachen, mache auf, machst auf, macht auf, machen auf, machest auf, machet auf, machte auf, machtest auf, machten auf, machtet auf, aufgemacht, ##aufgemacht, aufgemachte, aufgemachtes, aufgemachtem, aufgemachten, aufgemachter##, aufmachend, ###aufmachend, aufmachende, aufmachendes, aufmachendem, aufmachenden, aufmachender###, aufzumachen, ####aufzumachen, aufzumachend, aufzumachende, aufzumachendes, aufzumachendem, aufzumachenden, aufzumachender####, mach (!) auf+EW; Z.: auf—mach-en
$aufmerken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aufmerken, beobachten, merken; E.: s. auf, s. merken; L.: Kluge s. u. merken, DW 1, 691, EWD s. u. merken; GB.: seit um 1477 belegte und aus auf und merken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches beobachten oder merken; F.: aufmerken, merke (!) auf, merkst auf, merkt auf, merken auf, merkest auf, merket auf, merkte auf, merktest auf, merkten auf, merktet auf, aufgemerkt, ##aufgemerkt, aufgemerkte, aufgemerktes, aufgemerktem, aufgemerkten, aufgemerkter##, aufmerkend, ###aufmerkend, aufmerkende, aufmerkendes, aufmerkendem, aufmerkenden, aufmerkender###, aufzumerken, ####aufzumerken, aufzumerkend, aufzumerkende, aufzumerkendes, aufzumerkendem, aufzumerkenden, aufzumerkender####, merk (!) auf+EW; Z.: auf—merk-en
$aufmerksam, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. aufmerksam, aufmerkend, beobachtend, wachsam; E.: s. aufmerk(en), s. sam; L.: DW 1, 691, EWD s. u. merken; GB.: seit 1671 belegte und aus aufmerk(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufmerkend oder beobachtend oder wachsam; F.: aufmerksam, aufmerksame, aufmerksames, aufmerksamem, aufmerksamen, aufmerksamer(, aufmerksamere, aufmerksameres, aufmerksamerem, aufmerksameren, aufmerksamerer, aufmerksamst, aufmerksamste, aufmerksamstes, aufmerksamstem, aufmerksamsten, aufmerksamster)+EW; Z.: auf—merk—sam
$Aufmerksamkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Beobachtung; E.: s. aufmerksam, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 691, EWD s. u. merken; GB.: seit 1636 belegte und aus aufmerksam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Wachsamkeit oder Beobachtung; F.: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeiten+EW; Z.: Auf—merk—sam—kei-t
$aufmöbeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufmöbeln, herrichten, verschönern; E.: s. auf, s. möbeln; L.: Kluge s. u. aufmöbeln, fehlt DW, EWD s. u. Möbel; GB.: seit 1843 belegte und aus auf und möbeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Möbel herrichten oder verschönern; F.: aufmöbeln, möbel (!) auf, möble auf, möbele auf, möbelst auf, möbelt auf, möbeln auf, möbelte auf, möbeltest auf, möbelten auf, möbeltet auf, gemöbelt auf, aufgemöbelt, ##aufgemöbelt, aufgemöbelte, aufgemöbeltes, aufgemöbeltem, aufgemöbelten, aufgemöbelter##, aufmöbelnd, ###aufmöbelnd, aufmöbelnde, aufmöbelndes, aufmöbelndem, aufmöbelnden, aufmöbelnder###, aufzumöbeln, ####aufzumöbeln, aufzumöbelnd, aufzumöbelnde, aufzumöbelndes, aufzumöbelndem, aufzumöbelnden, aufzumöbelnder####, möbel (!) auf+EW+FW; Z.: auf—mö-b-el-n
$aufmucken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. aufmucken, entgegentreten, widersprechen, aufbegehren; E.: s. auf, s. mucken; L.: Kluge s. u. mucken, fehlt DW, EWD s. u. mucken; GB.: seit 1578 belegte und aus auf und mucken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches entgegentreten oder widersprechen oder aufbegehren; F.: aufmucken, mucke auf, muckst auf, muckt auf, mucken auf, muckest auf, mucket auf, muckte auf, mucktest auf, muckten auf, mucktet auf, aufgemuckt, ##aufgemuckt##, aufmuckend, ###aufmuckend, aufmuckende, aufmuckendes, aufmuckendem, aufmuckenden, aufmuckender###, aufzumucken, ####aufzumucken, aufzumuckend, aufzumuckende, aufzumuckendes, aufzumuckendem, aufzumuckenden, aufzumuckender####, muck (!) auf+EW; Z.: auf—muck-en
$aufmuntern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aufmuntern, ermuntern, aufheitern; E.: s. auf, s. munter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. munter, DW 1, 692, EWD s. u. munter; GB.: seit 1529 belegte und aus auf und munter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches ermuntern oder aufheitern; F.: aufmuntern, muntere auf, munter auf, munterst auf, muntert auf, muntern auf, munterte auf, muntertest auf, munterten auf, muntertet auf, aufgemuntert, ##aufgemuntert, aufgemunterte, aufgemuntertes, aufgemuntertem, aufgemunterten, aufgemunterter##, aufmunternd, ###aufmunternd, aufmunterndes, aufmunterndem, aufmunternden, aufmunternder###, aufzumuntern, ####aufzumuntern, aufzumunternd, aufzumunternde, aufzumunterndes, aufzumunterndem, aufzumunternden, aufzumunternder####, munter (!) auf+EW; Z.: auf—mun-t-er-n
aufmüpfig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. aufmüpfig, aufsässig; ne. defiant, rebellious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1970; E.: s. nhd. auf, muffeln (2); GB.: seit der späten Neuzeit (1970) belegte und aus auf und muff(eln) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufsässig; BM.: muffeln?; L.: Kluge s. u. aufmüpfig, fehlt DW, EWD s. u. muffeln, DW2 3, 621, Duden s. u. aufmüpfig; F.: aufmüpfig, aufmüpfige, aufmüpfiges, aufmüpfigem, aufmüpfigen, aufmüpfiger(, aufmüpfigere, aufmüpfigeres, aufmüpfigerem, aufmüpfigeren, aufmüpfigerer, aufmüpfigst, aufmüpfigste, aufmüpfigstes, aufmüpfigstem, aufmüpfigsten, aufmüpfigster)+EW; Z.: auf-müpf-ig
$aufmutzen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. aufmutzen; E.: s. auf, s. mutzen?; L.: Kluge 1. A. s. u. mutzen?, DW 1, 692; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare sowie aus auf und mutzen (?) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufputzen oder ausschmücken; F.: aufmutzen, mutze (!) auf, mutzst (!) auf, mutzt auf, mutzen auf, mutzest auf, mutzet auf, mutzte auf, mutztest auf, mutzten auf, mutztet auf, aufgemutzt, ##aufgemutzt, aufgemutzte, aufgemutztes, aufgemutztem, aufgemutzten, aufgemutzter##, aufmutzend, ###aufmutzend, aufmutzende, aufmutzendes, aufmutzendem, aufmutzenden, aufmutzender###, aufzumutzen, ####aufzumutzen, aufzumutzend, aufzumutzende, aufzumutzendes, aufzumutzendem, aufzumutzenden, aufzumutzender####, mutz (!) auf+EW; Z.: auf—mutz-en
$Aufnahme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Aufnahme, Entgegennahme, Erfassung; E.: s. auf, s. Nahme; L.: Kluge s. u. nehmen, DW 1, 695, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1384 belegte und aus auf und Nahme bzw. aufnehmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Entgegennahme oder Erfassung; F.: Aufnahme, Aufnahmen+EW; Z.: Auf—nahm-e
aufnen?, nhd., sw. V. (ält.): nhd. aufnen; Vw.: s. äufnen
äufnen?, aufnen?, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.?): nhd. äufnen, öffnen?, Wert ansammeln; ne. gather capital; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: s. nhd. auf; vgl. mhd. ūfen, sw. V., emporheben, erhöhen, errichten, wachsen (V.) (1); ahd. ūfen*, sw. V. (1a), eröffnen, verkünden, erhöhen, mitteilen, bekannt machen; L.: Kluge s. u. äufnen, DW 1, 697, DW2 3, 636, Duden s. u. äufnen; GB.: seit um 765 belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Wert ansammeln; BM.:auf?; F.: äufnen, äufne (!), äufnest, äufnet, äufnete, äufnetest, äufneten, äufnetet, geäufnet, ##geäufnet, geäufnete, geäufnetes, geäufnetem, geäufneten, geäufneter##, äufnend, ###äufnend, äufnende, äufnendes, äufnendem, äufnenden, äufnender###, äufne (!)+EW; Z.: äuf-n-en
$aufoktroyieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufoktroyieren, aufzwingen, aufnötigen; E.: s. auf, s. oktroyieren; L.: Kluge s. u. aufoktroyieren, fehlt DW, EWD s. u. oktroyieren; GB.: seit 1848 belegte und aus auf und oktroyieren bzw. Oktroi sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Herrschaft mögliches aufzwingen oder aufnötigen; F.: aufoktroyieren, oktroyiere auf, oktroyierst auf, oktroyiert auf, oktroyierest auf, oktroyieren auf, oktroyieret auf, oktroyierte auf, oktroyiertest auf, oktroyierten auf, oktroyiertet auf, aufoktroyiert, ##aufoktroyiert, aufoktroyierte, aufoktroyiertes, aufoktroyiertem, aufoktroyierten, aufoktroyierter##, aufoktroyierend, ###aufoktroyierend, aufoktroyierende, aufoktroyierendes, aufoktroyierendem, aufoktroyierenden, aufoktroyierender###, aufzuoktroyieren, ####aufzuktroyieren, aufzuoktroyierend, aufzuoktroyierende, aufzuoktoyierendes, aufzuoktroyierendem, aufzuoktroyierenden, aufzuoktroyierender####, oktroyier (!) auf+EW+FW; Z.: auf—ok-t-r-oy-ier-en
$aufpäppeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aufpäppeln, aufziehen, stärken; E.: s. auf, s. päppeln; L.: Kluge s. u. aufpäppeln, DW 1, 699; GB.: seit 1799 belegte und aus auf und päppeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufziehen oder stärken; F.: aufpäppeln, päppel (!) auf, päpple auf, päppele auf, päppelst auf, päppelt auf, päppeln auf, päppelte auf, päppeltest auf, päppelten auf, päppeltet auf, aufgepäppelt, ##aufgepäppelt, aufgepäppelte, aufgepäppeltes, aufgepäppeltem, aufgepäppelten, aufgepäppelter##, aufpäppelnd, ###aufpäppelnd, aufpäppelnde, aufpäppelndes, aufpäppelndem, aufpäppelnden, aufpäppelnder###, aufzupäppeln, ####aufzupäppeln, aufzupäppelnd, aufzupäppelnde, aufzupäppelndes, aufzupäppelndem, aufzupäppelnden, aufzupäppelnder####, päppel (!) auf+EW; Z.: auf—päpp-el-n
$aufpassen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufpassen, vorsichtig sein (V.), wachsam sein (V.); E.: s. auf, s. passen; L.: Kluge s. u. aufpassen, EWD s. u. passen, DW 1, 699; GB.: seit 1627 belegte und aus auf und passen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches vorsichtig sein (V.) oder wachsam sein (V.); F.: aufpassen, passe auf, passst (!) auf, passt auf, passen auf, passest auf, passet auf, passte auf, passtest auf, passten auf, passtet auf, aufgepasst, ##aufgepasst, aufgepasste, aufgepasstes, aufgepasstem, aufgepassten, aufgepasster##, aufpassend, ###aufpassend, aufpassende, aufpassendes, aufpassendem, aufpassenden, aufpassender###, aufzupassen, ####aufzupassen, aufzupassend, aufzupassende, aufzupassendes, aufzupassendem, aufzupassenden, aufzupassender####, pass (!) auf+EW; Z.: auf—pass-en
$aufpeppen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. aufpeppen, eindrucksvoller gestalten; E.: s. auf, s. Pep, s. p, s. en; L.: Kluge s. u. Pep, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus auf und Pep sowie p und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und vor allem in der Gegenwart mögliches eindrucksvoller gestalten; F.: aufpeppen, peppe (!) auf, peppst auf, peppt auf, peppen auf, peppest auf, peppet auf, peppte auf, pepptest auf, peppten auf, pepptet auf, aufgepeppt, ##aufgepeppt, aufgepeppte, aufgepepptes, aufgepepptem, aufgepeppten, aufgepeppter##, aufpeppend, ###aufpeppend, aufpeppende, aufpeppendes, aufpeppendem, aufpeppenden, aufpeppender###, aufzupeppen, ####aufzupeppen, aufzupeppend, aufzupeppende, aufzupeppendes, aufzupeppendem, aufzupeppenden, aufzupeppender####, pepp (!) auf+EW; Z.: auf—pep-p-en
$aufplustern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufplustern; E.: s. auf, s. plustern; L.: Kluge s. u. plustern, fehlt DW, EWD s. u. plustern; GB.: seit 1819 belegte und aus auf und plustern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufblähen oder aufblasen; F.: aufplustern, plustere auf, pluster (!) auf, plustre auf, plusterst auf, plustert auf, plustern auf, plusterte auf, plustertest auf, plusterten auf, plustertet auf, aufgeplustert, ##aufgeplustert, aufgeplusterte, aufgeplustertes, aufgeplustertem, aufgeplusterten, aufgeplusterter##, aufplusternd, ###aufplusternd, aufplusternde, aufplusterndes, aufplusterndem, aufplusternden, aufplusternder###, aufzuplustern, ####aufzuplustern, aufzuplusternd, aufzuplusternde, aufzuplusterndes, aufzuplusterndem, aufzuplusternden, aufzuplusternder####, pluster (!) auf+EW; Z.: auf—plust-er-n
$aufprobieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufprobieren, aufsetzen; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. auf, s. probieren; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus auf und probieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes aufsetzen; L.: DW 1, 701, EWD s. u. Probe; F.: aufprobieren, probiere auf, probierst auf, probiert auf, probierest auf, probieret auf, probierte auf, probiertest auf, probierten auf, probiertet auf, aufprobiert, ##aufprobiert, aufprobierte, aufprobiertes, aufprobiertem, aufprobierten, aufprobierter##, aufprobierend, ###aufprobierend, aufprobierende, aufprobierendes, aufprobierendem, aufprobierenden, aufprobierender###, aufzuprobieren, ####aufzuprobieren, aufzuprobierend, aufzuprobierende, aufzuprobierendes, aufzuprobierendem, aufzuprobierenden, aufzuprobierender####, probier (!) auf+EW+FW; Z.: auf—pro-b-ier-en
$aufputschen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. aufputschen, aufreizen, aufhetzen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.?; L.: Kluge s. u. Putsch, EWD s. u. Putsch; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus auf und putschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches aufreizen oder aufhetzen; F.: aufputschen, putsche (!) auf, putschst auf, putscht auf, putschen auf, putschest auf, putschet auf, putschte auf, putschtest auf, putschten auf, putschtet auf, aufgeputscht, ##aufgeputscht, aufgeputschte, aufgeputschtes, aufgeputschtem, aufgeputschten, aufgeputschter##, aufputschend, ###aufputschend, aufputschende, aufputschendes, aufputschendem, aufputschenden, aufputschender###, aufzuputschen, ####aufzuputschen, aufzuputschend, aufzuputschende, aufzuputschendes, aufzuputschendem, aufzuputschenden, aufzuputschender####, putsch (!) auf+EW; Z.: auf—putsch-en
$aufraffen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aufraffen, aufheben, auflesen; E.: s. auf, s. raffen; L.: DW 1, 703, EWD s. u. raffen; GB.: seit 1486 belegte und aus auf und raffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aufheben oder auflesen; F.: aufraffen, raffe auf, raffst auf, rafft auf, raffen auf, raffest auf, raffet auf, raffte auf, rafftest auf, rafften auf, rafftet auf, aufgerafft, ##aufgerafft, aufgeraffte, aufgerafftes, aufgerafftem, aufgerafften, aufgeraffter##, aufraffend, ###aufraffend, aufraffende, aufraffendes, aufraffendem, aufraffenden, aufraffender###, aufzuraffen, ####aufzuraffen, aufzuraffend, aufzuraffende, aufzuraffendes, aufzuraffendem, aufzuraffenden, aufzuraffender####, raff (!) auf+EW; Z.: auf—ra-ff-en
$aufragen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. aufragen, hochragen, emporstehen; E.: s. auf, s. ragen; L.: DW 1, 703, EWD s. u. ragen; GB.: seit 1349 belegte und aus auf und ragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hochragen oder emporstehen; F.: aufragen, aufrage, aufragst, aufragt, aufragest, aufraget, aufragte, aufragtest, aufragten, aufragtet, aufgeragt, ##aufgeragt, aufgeragte, aufgeragtes, aufgeragtem, aufgeragten, aufgeragter##, aufragend, ###aufragend, aufragende, aufragendes, aufragendem, aufragenden, aufragender###, aufzuragen, ####aufzuragen, aufzuragend, aufzuragende, aufzuragendes, aufzuragendem, aufzuragenden, aufzuragender####, aufrag (!), rag (!) auf+EW; Z.: auf—rag-en
$aufrappeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aufrappeln, hochrappeln, aufraffeln; E.: s. auf, s. rappeln; L.: Kluge s. u. rappeln, DW 1, 703, EWD s. u. rappeln; GB.: seit 1781 belegte und aus auf und rappeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hochrappeln; F.: aufrappeln, rappel (!) auf, rapple auf, rappele auf, rappelst auf, rappelt auf, rappeln auf, rappelte auf, rappeltest auf, rappelten auf, rappeltet auf, aufgerappelt, ##aufgerappelt, aufgerappelte, aufgerappeltes, aufgerappeltem, aufgerappelten, aufgerappelter##, aufrappelnd, ###aufrappelnd, aufrappelnde, aufrappelndes, aufrappelndem, aufrappelnden, aufrappelnder###, aufzurappeln, ####aufzurappeln, aufzurappelnd, aufzurappelnde, aufzurappelndes, aufzurappelndem, aufzurappelnden, aufzurappelnder####, rappel (!) auf+EW; Z.: auf—rap-p-el-n
$aufrauhen, aufrauen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufrauhen, aufrauen; E.: s. auf, s. rauhen bzw. rauen; L.: Kluge s. u. rauh, fehlt DW; GB.: seit 1807 belegt und aus auf und rauhen bzw. rauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht von Menschen entwickeltes und verwendetes rau machen; F.: aufrauhen, rauhe (!) auf, rauhst auf, rauht auf, rauhen auf, rauhest auf, rauhet auf, rauhte auf, rauhtest auf, rauhten auf, rauhtet auf, aufgerauht, ##aufgerauht, aufgerauhte, aufgerauhtes, aufgerauhtem, aufgerauhten, aufgerauhter##, aufrauhend, ###aufrauhend, aufrauhende, aufrauhendes, aufrauhendem, aufrauhenden, aufrauhender###, aufzurauhen, ####aufzurauhen, aufzurauhend, aufzurauhende, aufzurauhendes, aufzurauhendem, aufzurauhenden, aufzurauhender####, rauh (!) auf+EW; Z.: auf—rauh-en
$aufräumen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufräumen, wegräumen, ordnen; Q.: um 1185 (Erec); L.: DW 1, 704, EWD s. u. Raum; GB.: seit um 1185 belegte und aus auf und räumen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wegräumen oder ordnen; F.: aufräumen, räume (!) auf, räumst auf, räumt auf, räumen auf, räumest auf, räumet auf, räumte auf, räumtest auf, räumten auf, räumtet auf, aufgeräumt, ##aufgeräumt, aufgeräumte, aufgeräumtes, aufgeräumtem, aufgeräumten, aufgeräumter##, aufräumend, ###aufräumend, aufräumende, aufräumendes, aufräumendem, aufräumenden, aufräumender###, aufzuräumen, ####aufzuräumen, aufzuräumend, aufzuräumende, aufzuräumendes, aufzuräumendem, aufzuräumenden, aufzuräumender####, räum (!) auf+EW; Z.: auf—räu-m-en
$aufrecht, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. aufrecht, senkrecht, gerade; E.: s. auf, s. recht; L.: DW 1, 705, EWD s. u. recht; GB.: seit um 1000 belegte und wohl nach lat. erectus aus auf und recht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches senkrecht oder gerade in Gegensatz zu waagrecht oder schief oder gebogen; F.: aufrecht, aufrechte, aufrechtes, aufrechtem, aufrechten, aufrechter+EW; Z.: auf—rech-t
$aufrechterhalten, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. aufrechterhalten, einen Fortbestand erhalten oder wahren; E.: s. aufrecht, s. erhalten (V.); L.: fehlt DW, EWD s. u. recht; GB.: vielleicht seit 1792 belegte und aus aufrecht und erhalten (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches einen Fortbestand erhalten oder wahren; F.: aufrechterhalten, erhalte aufrecht, erhältst aufrecht, erhält aufrecht, erhaltet aufrecht, erhaltest aufrecht, erhielt aufrecht, erhieltest aufrecht, erhieltst aufrecht, erhielten aufrecht, erhieltet aufrecht, aufrechterhalten, ##aufrechterhalten, aufrechterhaltene, aufrechterhaltenes, aufrechterhaltenem, aufrechterhaltenen, aufrechterhaltener##, aufrechterhaltend, ###aufrechterhaltend, aufrechterhaltende, aufrechterhaltendes, aufrechterhaltendem, aufrechterhaltenden, aufrechterhaltender###, aufrechtzuerhalten, ####aufrechtzuerhalten, aufrechtzuerhaltend, aufrechtzuerhaltende, aufrechtzuerhaltendes, aufrechtzuerhaltendem, aufrechtzuerhaltenden, aufrechtzuerhaltender####, erhalt (!) aufrecht, erhalte aufrecht+EW; Z.: auf—rech-t—er—hal-t-en
$aufregen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aufregen, anregen, auffordern, aufhetzen; E.: s. auf, s. regen; L.: EWD s. u. regen, DW 1, 707, DW2 3, 655; GB.: seit 1520 belegte und aus auf und regen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches anregen oder auffordern oder aufhetzen; F.: aufregen, rege auf, regst auf, regt auf, regest auf, reget auf, regte auf, regtest auf, regten auf, regtet auf, aufgeregt, ##aufgeregt, aufgeregte, aufgeregtes, aufgeregtem, aufgeregten, aufgeregter##, aufregend, ###aufregend, aufregende, aufregendes, aufregendem, aufregenden, aufregender###, aufzuregen, ####aufzuregen, aufzuregend, aufzuregende, aufzuregendes, aufzuregendem, aufzuregender####, reg (!) auf+EW; Z.: auf—reg-en
$aufreiben, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. aufreiben, wegreiben; E.: s. auf, s. reiben; L.: Kluge s. u. reiben, DW 1, 707, EWD s. u. reiben; GB.: seit um 1480 belegte und aus auf und reiben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegreiben; F.: aufreiben, reibe (!) auf, reibst auf, reibt auf, reiben (!) auf, reibest auf, reibet auf, rieb auf, riebst auf, rieben auf, riebt auf, riebest auf, riebet auf, aufgerieben, ##aufgerieben, aufgeriebene, aufgeriebenes, aufgeriebenem, aufgeriebenen, aufgeriebener##, aufreibend, ###aufreibend, aufreibende, aufreibendes, aufreibendem, aufreibenden, aufreibender###, aufzureiben, ####aufzureiben, aufzureibend, aufzureibende, aufzureibendes, aufzureibendem, aufzureibenden, aufzureibender####, reib (!) auf+EW; Z.: auf—rei-b-en
$aufreißen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. aufreißen, auseinanderreißen, öffnen, kennenlernen; E.: s. auf, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 1, 708 (aufreiszen), EWD s. u. reißen; GB.: seit um 1300 belegte und aus auf und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auseinanderreißen oder öffnen oder kennenlernen; F.: aufreißen, reiße auf, reißt auf, reißen auf, reißest auf, reißet auf, riss auf, rissest auf, rissen auf, risst auf, risset auf, aufgerissen, ##aufgerissen, aufgerissene, aufgerissenes, aufgerissenem, aufgerissenen, aufgerissener##, aufreißend, ###aufreißend, aufreißende, aufreißendes, aufreißendem, aufreißenden, aufreißender###, aufzureißen, ####aufzureißen, aufzureißend, aufzureißende, aufzureißendes, aufzureißendem, aufzureißenden, aufzureißender####, reiß (!) auf+EW; Z.: auf—rei-ß-en
$aufrichten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. aufrichten, hochrichten, nach oben strecken; E.: s. auf, s. richten; L.: Kluge s. u. richten, DW 1, 710, EWD s. u. richten; GB.: seit um 830 belegte und aus auf und richten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hochrichten oder nach oben strecken; F.: aufrichten, richte auf, richtest auf, richtet auf, richten auf, richtete auf, richtetest auf, richteten auf, richtetet auf, aufgerichtet, ##aufgerichtet, aufgerichtete, aufgerichtetes, aufgerichtetem, aufgerichteten, aufgerichteter##, aufrichtend, ###aufrichtend, aufrichtende, aufrichtendes, aufrichtendem, aufrichtenden, aufrichtender###, aufzurichten, ####aufzurichten, aufzurichtend, aufzurichtende, aufzurichtendes, aufzurichtendem, aufzurichtenden, aufzurichtender####, richt (!) auf+EW; Z.: auf—rich-t-en
$aufrichtig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. aufrichtig, nach oben gerichtet, offen, wahrhaftig; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. aufricht(en), s. ig; L.: EWD s. u. richtig, DW 1, 711, DW2 3, 667; GB.: seit um 1210 belegte und aus aufricht(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches nach oben gerichtet oder offen oder wahrhaftig; F.: aufrichtig, aufrichtige, aufrichtiges, aufrichtigem, aufrichtigen, aufrichtiger(, aufrichtigere, aufrichtigeres, aufrichtigerem, aufrichtigeren, aufrichtigerer, aufrichtigst, aufrichtigste, aufrichtigstes, aufrichtigstem, aufrichtigsten, aufrichtigster)+EW; Z.: auf—rich-t-ig
$Aufriss, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aufriss, Einriss, senkrechte Skizze; E.: s. auf, s. Riss; L.: DW 1, 712, EWD s. u. reißen; GB.: seit 1677 belegte und aus auf und Riss gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Einriss oder später auch eine senkrechte Skizze in Gegensatz zu einem Grundriss; F.: Aufriss, Aufrisses, Aufrissen+EW; Z.: Auf—ri-ss
$Aufruhr, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Aufruhr, Unruhe, Verwirrung, Aufstand, Auflauf; E.: s. auf, s. Ruhr bzw. aufrühr(en); L.: Kluge s. u. Aufruhr, DW 1, 714, EWD s. u. Aufruhr; GB.: seit um 1350 belegte und aus auf und Ruhr gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Unruhe oder Verwirrung oder einen Aufstand oder einen Auflauf; F.: Aufruhr, Aufruhrs, Aufruhres, Aufruhre, Aufruhren+EW; Z.: Auf—ruhr
$Aufrührer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Aufrührer, Aufrührender, Ruhestörer; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Aufruhr, s. er (Suff.); L.: DW 1, 715, EWD s. u. Aufruhr; GB.: seit 1484 belegte und aus Aufruhr bzw. aufrühr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufrührenden oder Ruhestörer; F.: Aufrührer, Aufrührers, Aufrührern+EW; Z.: Auf-rühr-er
$aufrührerisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. aufrührerisch, aufständisch; E.: s. Aufrührer, s. isch; L.: Kluge s. u. Aufruhr, DW 1, 715, EWD s. u. Aufruhr; GB.: seit 1536 belegte und aus Aufrührer und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht einen seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufrührer betreffend oder aufständisch; F.: aufrührerisch, aufrührerische, aufrührerisches, aufrührerischem, aufrührerischen, aufrührerischer(, aufrührerischere, aufrührerischeres, aufrührerischerem, aufrührerischeren, aufrührerischerer, aufrührerischst, aufrührerischste, aufrührerischstes, aufrührerischstem, aufrührerischsten, aufrührerischster)+EW; Z.: auf—rühr-er-isch
$aufrüsten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aufrüsten, hochrüsten, ausstatten; E.: s. auf, s. rüsten; L.: Kluge s. u. rüsten, DW 1, 716, EWD s. u. rüsten; GB.: seit nach 1291 belegte und aus auf und rüsten gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Rüstungen durch den Menschen mögliches rüsten oder hochrüsten oder ausstatten in Gegensatz zu abrüsten; F.: aufrüsten, rüste auf, rüstest auf, rüstet auf, rüsten auf, rüstete auf, rüstetest auf, rüsteten auf, rüstetet auf, aufgerüstet, ##aufgerüstet, aufgerüstete, aufgerüstetes, aufgerüstetem, aufgerüsteten, aufgerüsteter##, aufrüstend, ###aufrüstend, aufrüstende, aufrüstendes, aufrüstendem, aufrüstenden, aufrüstender###, aufzurüsten, ####aufzurüsten, aufzurüstend, aufzurüstende, aufzurüstendes, aufzurüstendem, aufzurüstenden, aufzurüstender####, rüst (!) auf+EW; Z.: auf—rü-st-en
$Aufrüstung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Aufrüstung, Rüsten, Hochrüsten; E.: s. aufrüst(en), s. ung; L.: DW 1, 716, EWD s. u. rüsten; GB.: seit 1271 belegte und aus aufrüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Rüstungen durch den Menschen mögliches Rüsten oder Hochrüsten oder Ausstatten in Gegensatz zu Abrüstung; F.: Aufrüstung, Aufrüstungen+EW; Z.: Auf-rü-st-ung
$aufsässig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. aufsässig, ungehorsam, widersetzlich; E.: s. auf, s. sässig; L.: Kluge s. u. aufsässig, DW 1, 717 (aufsäszig), EWD s. u. aufsässig; GB.: seit 1561 belegte und aus auf und sässig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Menschen und Entwicklung von Herrschaft mögliches ungehorsam oder widersetzlich; F.: aufsässig, aufsässige, aufsässiges, aufsässigem, aufsässigen, aufsässiger(, aufsässigere, aufsässigeres, aufsässigerem, aufsässigeren, aufsässigerer, aufsässigst, aufsässigste, aufsässigstes, aufsässigstem, aufsässigsten, aufsässigster)+EW; Z.: auf—sä-ss-ig
$Aufsatz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aufsatz, Daraufgesetztes, ein Schriftstück, Zusatz; E.: s. auf, s. Satz bzw. setz(en); L.: DW 1, 718, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1281 belegte und aus auf und Satz bzw. setz(en) gebildete Bezeichnung für ein seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Schriftstück oder einen Zusatz; F.: Aufsatz, Aufsatzes, Aufsätze, Aufsätzen+EW; Z.: Ab—satz
$Aufschlag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Aufschlag; E.: s. auf, s. Schlag; L.: DW 1, 718, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 1325 belegte und aus auf und Schlag bzw. schlag(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zuschlag in Gegensatz zu einem Abschlag oder einen ein Spiel eröffnenden ersten Schlag; F.: Aufschlag, Aufschlags, Aufschlages, Aufschläge, Aufschlägen+EW; Z.: Auf—schlag
$aufschlagen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. aufschlagen, hinzuschlagen, verschieben in Gegensatz zu abschlagen; E.: s. auf, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 1, 722, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus auf und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinzuschlagen oder verschieben; F.: aufschlagen, schlage auf, schlägst auf, schlägt auf, schlagt auf, schlagen auf, schlagest auf, schlaget auf, schlug auf, schlugst auf, schlugen auf, schlugt auf, schlüge auf, schlügest auf, schlügen auf, schlüget auf, aufgeschlagen, ##aufgeschlagen, aufgeschlagene, aufgeschlagenes, aufgeschlagenem, aufgeschlagenen, aufgeschlagener##, aufschlagend, ###aufschlagend, aufschlagende, aufschlagendes, aufschlagendem, aufschlagenden, aufschlagender###, aufzuschlagen, ####aufzuschlagen, aufzuschlagend, aufzuschlagende, aufzuschlagendes, aufzuschlagendem, aufzuschlagenden, aufzuschlagender####, schlag (!) auf+EW; Z.: auf—schlag-en
$aufschlüsseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. aufschlüsseln, aufteilen, aufgliedern; E.: s. auf, s. schlüsseln; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schlüssel; GB.: seit 1949 belegte und aus auf und schlüsseln bzw. Schlüssel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für aufschließen oder aufteilen oder aufgliedern; F.: aufschlüsseln, schlüssel (!) auf, schlüssle auf, schlüssele auf, schlüsselst auf, schlüsselt auf, schlüsselte auf, schlüsseltest auf, schlüsselten auf, schlüsseltet auf, aufgeschlüsselt, ##aufgeschlüsselt, aufgeschlüsselte, aufgeschlüsseltes, aufgeschlüsseltem, aufgeschlüsselten, aufgeschlüsselter##, aufschlüsselnd, ###aufschlüsselnd, aufschlüsselnde, aufschlüsselndes, aufschlüsselndem, aufschlüsselnden, aufschlüsselnder###, aufzuschlüsseln, ####aufzuschlüsseln, aufzuschlüsselnd, aufzuschlüsselnde, aufzuschlüsselndes, aufzuschlüsselndem, aufzuschlüsselnden, aufzuschlüsselnder####, schlüssel (!) auf+EW; Z.: auf—schlü-ss-el-n
$aufschneiden, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. aufschneiden, auseinanderschneiden, zerschneiden, öffnen, später auch prahlen; E.: s. auf, s. schneiden; L.: Kluge s. u. aufschneiden, DW 1, 728, EWD s. u. aufschneiden; GB.: seit um 1100 belegte und aus auf und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schneidegeräten durch Menschen mögliches schneiden oder auseinanderschneiden oder zerschneiden oder öffnen oder später auch prahlen; F.: aufschneiden, schneide auf, schneidest auf, schneidet auf, schneiden auf, schnitt auf, schnittest auf, schnittst (!) auf, schnitten auf, schnittet auf, aufgeschnitten, ##aufgeschnitten, aufgeschnittene, aufgeschnittenes, aufgeschnittenem, aufgeschnittenen, aufgeschnittener##, aufschneidend, ###aufschneidend, aufschneidende, aufschneidendes, aufschneidendem, aufschneidenden, aufschneidender###, aufzuschneiden, ####aufzuschneiden, aufzuschneidend, aufzuschneidende, aufzuschneidendes, aufzuschneidendem, aufzuschneidenden, aufzuschneidender####, schneid (!) auf+EW; Z.: auf—schneid-en
$Aufschneider, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Aufschneider, Aufschneidender, Prahlender; E.: s. aufschneid(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. aufschneiden, DW 1, 728, EWD s. u. aufschneiden; GB.: seit 1534 belegte und aus aufschneid(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl einen seit Entwicklung von Schneidegeräten durch Menschen möglichen Aufschneidenden oder später auch einen Prahlenden; F.: Aufschneider, Aufschneiders, Aufschneidern+EW; Z.: Auf—schneid-er
$Aufschneiderei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aufschneiderei, Prahlerei; E.: s. Aufschneider, s. ei (Suff.); L.: DW 1, 728, EWD s. u. aufschneiden; GB.: seit 1648 belegte und aus Aufschneider und ei gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Kultur mögliche Prahlerei; F.: Aufschneiderei, Aufschneidereien+EW; Z.: Auf—schneid-er-ei
$Aufschnitt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Aufschnitt, Aufgeschnittenes, Zerschnittenes; E.: s. auf, s. Schnitt; L.: DW 1, 729, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 1471 belegte und aus auf und Schnitt gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schneidegeräten durch Menschen mögliches Aufgeschnittenes oder Zerschnittenes; F.: Aufschnitt, Aufschnitts, Aufschnittes, Aufschnitte, Aufschnitten (!)+EW; Z.: Auf—schnit-t
$aufschreiben, nhd., st. V., (15. Jh.?): nhd. aufschreiben, niederschreiben, aufzeichnen; E.: s. auf, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 1, 730; GB.: seit 1403 belegte und aus auf und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift durch Menschen mögliches schreiben oder niederschreiben oder aufzeichnen; F.: aufschreiben, schreibe auf, schreibst auf, schreibt auf, schreiben auf, schreibest auf, schreibet auf, schrieb auf, schriebst auf, schrieben auf, schriebt auf, schriebest auf, schriebet auf, aufgeschrieben, ##aufgeschrieben, aufgeschriebene, aufgeschriebenes, aufgeschriebenem, aufgeschriebenen, aufgeschriebener##, aufschreibend, ###aufschreibend, aufschreibende, aufschreibendes, aufschreibendem, aufschreibenden, aufschreibender###, aufzuschreiben, ####aufzuschreiben, aufzuschreibend, aufzuschreibende, aufzuschreibendes, aufzuschreibendem, aufzuschreibenden, aufzuschreibender####, schreib (!) auf+EW+FW; Z.: auf—schrei-b-en
$aufschwellen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. aufschwellen, schwellen, anschwellen; E.: s. auf, s. schwellen; L.: Kluge s. u. schwellen, DW 1, 732; GB.: um 1210 belegte und aus auf und schwellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schwellen oder anschwellen; F.: aufschwellen, schwelle auf, schwillst auf, schwillt auf, schwellt auf, schwellen auf, schwellest auf, schwellet auf, schwoll auf, schwollst auf, schwollen auf, schwollt auf, schwölle auf, schwöllest auf, schwöllen auf, schwöllet auf, aufgeschwollen, ##aufgeschwollen, aufgeschwollene, aufgeschwollenes, aufgeschwollenem, aufgeschwollenen, aufgeschwollener##, aufschwellend, ###aufschwellend, aufschwellendes, aufschwellendem, aufschwellenden, aufschwellender###, aufzuschwellen, ####aufzuschwellen, aufzuschwellend, aufzuschwellende, aufzuschwellendes, aufzuschwellendem, aufzuschwellenden, aufzuschwellender####, schwill (!) auf+EW; Z.: auf-schwel-l-en
$aufschwemmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aufschwemmen. hinzuschwemmen, anspülen; E.: s. auf, s. schwemmen; L.: Kluge s. u. aufschwemmen, DW 1, 733, EWD s. u. schwemmen; GB.: seit 1561 belegte und aus auf und schwemmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinzuschwemmen oder anspülen; F.: aufschwemmen, schwemme (!) auf, schwemmst auf, schwemmt auf, schwemmen auf, schwemmest auf, schwemmet auf, schwemmte auf, schwemmtest auf, schwemmten auf, schwemmtet auf, aufgeschwemmt, ##aufgeschwemmt, aufgeschwemmte, aufgeschwemmtes, aufgeschwemmtem, aufgeschwemmten, aufgeschwemmter##, aufschwemmend, ###aufschwemmend, aufschwemmende, aufschwemmendes, aufschwemmendem, aufschwemmenden, aufschwemmender###, aufzuschwemmen, ####aufzuschwemmen, aufzuschwemmend, aufzuschwemmende, aufzuschwemmendes, aufzuschwemmendem, aufzuschwemmenden, aufzuschwemmender####, schwemm (!) auf+EW; Z.: auf—schwem-m-en
$aufsehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. aufsehen, nach oben sehen; E.: s. auf, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 1, 733, EWD s. u. sehen; GB.: seit 863-871 belegte und aus auf und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches nach oben sehen; F.: aufsehen, sehe auf, siehst auf, sieht auf, sehen auf, seht auf, sehest auf, sehet auf, sah auf, sahst auf, sahen auf, saht auf, sähe auf, sähest auf, sähst auf, sähen auf, sähet auf, säht auf, aufgesehen, ##aufgesehen, aufgesehene, aufgesehenes, aufgesehenem, aufgesehenen, aufgesehener##, aufsehend, ###aufsehend, aufsehende, aufsehendes, aufsehendem, aufsehenden, aufsehender###, aufzusehen, ####aufzusehen, aufzusehend, aufzusehende, aufzusehendes, aufzusehendem, aufzusehenden, aufzusehender####, sieh (!) auf, siehe (!) auf+EW; Z.: auf—seh-en
$Aufsehen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Aufsehen, Aufmerksamkeit; E.: s. aufsehen; L.: DW 1, 734, EWD s. u. sehen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus aufsehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Augen mögliches nach oben sehen und daraus folgende Aufmerksamkeit; F.: Aufsehen, Aufsehens+EW; Z.: Auf—seh-en
$Aufseher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Aufseher, Aufsicht führender Mensch; E.: s. aufsehen, s. er (Suff.); L.: DW 1, 734, EWD s. u. sehen; GB.: seit 1388 belegte und aus aufseh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Herrschaft möglichen Aufsicht über andere führenden Menschen; F.: Aufseher, Aufsehers, Aufsehern+EW; Z.: Auf—seh-er
$aufsetzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. aufsetzen, hinaufsetzen; E.: s auf, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 1, 736, EWD s. u. setzen; GB.: seit um 830 belegte und aus auf und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufsetzen; F.: aufsetzen, setze auf, setzt auf, setzen auf, setzest auf, setzet auf, setzte auf, setztest auf, setzten auf, setztet auf, aufgesetzt, ##aufgesetzt, aufgesetzte, aufgesetztes, aufgesetztem, aufgesetzten, aufgesetzter##, aufsetzend, ###aufsetzend, aufsetzende, aufsetzendes, aufsetzendem, aufsetzenden, aufsetzender###, aufzusetzen, ####aufzusetzen, aufzusetzend, aufzusetzende, aufzusetzendes, aufzusetzendem, aufzusetzenden, aufzusetzender####, setz (!) auf+EW; Z.: auf—setz-en
$Aufsicht, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Aufsicht, Überwachung; E.: s. auf, s. Sicht; L.: DW 1, 739, EWD s. u. sehen; GB.: seit 1483 belegte und aus auf und Sicht gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Herrschaft mögliche Überwachung eines Menschen über andere Menschen; F.: Aufsicht, Aufsichten (!)+EW; Z.: Auf—sich-t
$aufspielen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. aufspielen, spielen, vorspielen; E.: s. auf, s. spielen; L.: DW 1, 742, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 1567 belegte und aus auf und spielen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Spiel und Musik durch den Menschen mögliches vorspielen oder spielen; F.: aufspielen, spiele (!) auf, spielst auf, spielt auf, spielest auf, spielet auf, spielte auf, spieltest auf, spielten auf, spieltet auf, aufgespielt, ##aufgespielt, aufgespielte, aufgespieltes, aufgespieltem, aufgespielten, aufgespielter##, aufspielend, ###aufspielend, aufspielende, aufspielendes, aufspielendem, aufspielenden, aufspielender###, aufzuspielen, ####aufzuspielen, aufzuspielend, aufzuspielende, aufzuspielendes, aufzuspielendem, aufzuspielenden, aufzuspielender####, spiel (!) auf+EW; Z.: auf—spiel-en
$aufspießen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aufspießen, mit einem Spieß aufnehmen; E.: s. auf, s. spießen; L.: Kluge s. u. Spieß 1, DW 1, 742 (aufspieszen); GB.: seit 1656 belegte und aus auf und spießen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Spießen durch den Menschen mögliches mit einem Spieß aufnehmen; F.: aufspießen, spieße (!) auf, spießst (!) auf, spießt auf, spießen auf, spießest auf, spießet auf, spießte auf, spießtest auf, spießten auf, spießtet auf, aufgespießt, ##aufgespießt, aufgespießte, aufgespießtes, aufgespießtem, aufgespießten, aufgespießter##, aufspießend, ###aufspießend, aufspießende, aufspießendes, aufspießendem, aufspießenden, aufspießender###, aufzuspießen, ####aufzuspießen, aufzuspießend, aufzuspießende, aufzuspießendes, aufzuspießendem, aufzuspießenden, aufzuspießender####, spieß (!) auf+EW; Z.: auf-spieß-en
$aufspringen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. aufspringen, hochspringen, aufhüpfen; E.: s. auf, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 1, 743; GB.: seit um 830 belegte und aus auf und springen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches hochspringen; F.: aufspringen, springe auf, springst auf, springt auf, springen auf, springest auf, springet auf, sprang auf, sprangst auf, sprangen auf, sprangt auf, spränge auf, sprängest auf, sprängen auf, spränget auf, aufgesprungen, ##aufgesprungen, aufgesprungene, aufgesprungenes, aufgesprungenem, aufgesprungenen, aufgesprungener##, aufspringend, ###aufspringend, aufspringende, aufspringendes, aufspringendem, aufspringenden, aufspringender###, aufzuspringen, ####aufzuspringen, aufzuspringend, aufzuspringende, aufzuspringendes, aufzuspringendem, aufzuspringenden, aufzuspringender####, spring (!) auf+EW; Z.: auf—s-pri-ng-en
$aufstacheln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. aufstacheln, anstacheln, aufreizen; E.: s. auf, s. stacheln; L.: Kluge s. u. Stachel, DW 1, 744; GB.: seit vor 1805 belegte und aus auf und stacheln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anstacheln oder aufreizen; F.: aufstacheln, stachel (!) auf, stachle auf, stachele auf, stachelst auf, stachelt auf, stachel (!) auf, stachelte auf, stacheltest auf, stachelten auf, stacheltet auf, aufgestachelt, ##aufgestachelt, aufgestachelte, aufgestacheltes, aufgestacheltem, aufgestachelten, aufgestachelter##, aufstachelnd, ###aufstachelnd, aufstachelnde, aufstachelndes, aufstachelndem, aufstachelnden, aufstachelnder###, aufzustacheln, ####aufzustacheln, aufzustachelnd, aufzustachelnde, aufzustachelndes, aufzustachelndem, aufzustachelnden, aufzustachelnder####, stachel (!) auf+EW; Z.: auf—sta-ch-el-n
$Aufstand, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Aufstand, Aufbruch, Erhebung; E.: s. auf, s. Stand; L.: DW 1, 744, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1160 mit der Bedeutung Aufbruch belegte und aus auf und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Herrschaft mögliche Erhebung gegen eine Herrschaft; F.: Aufstand, Aufstandes, Aufstands, Aufstände, Aufständen+EW; Z.: Auf—sta-n-d
$aufständisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. aufständisch, Aufstand betreffend; E.: s. Aufstand, s. isch; L.: DW 1, 745, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1849 belegte und vielleicht nach lat. insurgens aus Aufstand und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Herrschaft mögliches einen Aufstand betreffend; F.: aufständisch, aufständische, aufständisches, aufständischem, aufständischen, aufständischer(, aufständischere, aufständischeres, aufständischerem, aufständischeren, aufständischerer, aufständischst, aufständischste, aufständischstes, aufständischstem, aufständischsten, aufständischster)+EW; Z.: auf—stä-n-d-isch
$aufstecken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufstecken, hinaufstecken; E.: s. auf, s. stecken; L.: DW 1, 746, EWD s. u. stecken; GB.: seit um 1147 belegte und aus auf und stecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufstecken; F.: aufstecken, stecke auf, steckst auf, steckt auf, steckest auf, stecket auf, steckte auf, stecktest auf, steckten auf, stecktet auf, aufgesteckt, ##aufgesteckt, aufgesteckte, aufgestecktes, aufgestecktem, aufgesteckten, aufgesteckter##, aufsteckend, ###aufsteckend, aufsteckende, aufsteckendes, aufsteckendem, aufsteckenden, aufsteckender###, aufzustecken, ####aufzustecken, aufzusteckend, aufzusteckende, aufzusteckendes, aufzusteckendem, aufzusteckenden, aufzusteckender####, steck (!) auf+EW; Z.: auf—steck-en
$aufstehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. aufstehen, in die Höhe richten; E.: s. auf, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 1, 746, EWD s. u. stehen; GB.: seit um 765 belegte und aus auf und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in die Höhe richten; F.: aufstehen, stehe auf, stehst auf, steht auf, stehen auf, stehest auf, stehet auf, stand auf, standest auf, standst auf, standen auf, standet auf, stände auf, ständest auf, ständen auf, ständet auf, stünde auf, stündest auf, stünden auf, stündet auf, aufgestanden, ##aufgestanden, aufgestandene, aufgestandenes, aufgestandenem, aufgestandenen, aufgestandener##, aufstehend, ###aufstehend, aufstehende, aufstehendes, aufstehendem, aufstehenden, aufstehender###, aufzustehen, ####aufzustehen, aufzustehend, aufzustehende, aufzustehendes, aufzustehendem, aufzustehenden, aufzustehender####, steh (!) auf+EW; Z.: auf—steh-en
$aufsuchen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. aufsuchen, suchen, aufspüren; E.: s. auf, s. suchen; L.: Kluge s. u. suchen, DW 1, 756; GB.: um 1550 belegte und aus auf und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches suchen oder aufspüren; F.: aufsuchen, suche auf, suchst auf, sucht auf, suchen auf, suchest auf, suchet auf, suchte auf, suchtest auf, suchten auf, suchtet auf, aufgesucht, ##aufgesucht, aufgesuchte, aufgesuchtes, aufgesuchtem, aufgesuchten, aufgesuchter##, aufsuchend, ###aufsuchend, aufsuchende, aufsuchendes, aufsuchendem, aufsuchenden, aufsuchender###, aufzusuchen, ####aufzusuchen, aufzusuchend, aufzusuchende, aufzusuchendes, aufzusuchendem, aufzusuchenden, aufzusuchender####, such (!) auf+EW; Z.: auf—such-en
$auftakeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. auftakeln, mit Takelung versehen (V.), schmücken; E.: s. auf, s. takeln: L.: Kluge s. u. Takel, EWD s. u. Takelage; GB.: seit 1755 belegte und aus auf und takeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Segelschiffen mögliches mit Takelung versehen (V.) oder schmücken; F.: auftakeln, takel (!) auf, takle auf, takele auf, takelst auf, takelt auf, takeln auf, takelte auf, takeltest auf, takelten auf, takeltet auf, aufgetakelt, ##aufgetakelt, aufgetakelte, aufgetakeltes, aufgetakeltem, aufgetakelten, aufgetakelter##, auftakelnd, ###auftakelnd, auftakelnde, auftakelndes, auftakelndem, auftakelnden, auftakelnder###, aufzutakeln, ####aufzutakeln, aufzutakelnd, aufzutakelnde, aufzutakelndes, aufzutakelndem, aufzutakelnden, aufzutakelnder####, takel (!) auf+EW; Z.: auf—tak-el-n
$auftischen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. auftischen, auf einen Tisch legen; E.: s. auf, s. Tisch, s. en; L.: Kluge s. u. auftischen, Kluge s. u. Tisch, DW 1, 760, EWD s. u. Tisch; L.: Kluge s. u. auftischen; GB.: seit 1656 belegte und aus auf und Tisch sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Tischen mögliches auf einen Tisch legen; F.: auftischen, tische (!) auf, tischst auf, tischt auf, tischen auf, tischest auf, tischet auf, tischte auf, tischtest auf, tischten auf, tischtet auf, aufgetischt, ##aufgetischt, aufgetischte, aufgetischtes, aufgetischtem, aufgetischten, aufgetischter##, auftischend, ###auftischend, auftischende, auftischendes, auftischendem, auftischenden, auftischender###, aufzutischen, ####aufzutischen, aufzutischend, aufzutischende, aufzutischendes, aufzutischendem, aufzutischenden, aufzutischender####, tisch (!) auf+EW; Z.: auf—ti-sch-en
$Auftrag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Auftrag, Beauftragung, Befehl, Bitte; E.: s. auftrag(en), L.: Kluge s. u. Auftrag, DW 1, 761, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1363 belegte und aus auftrag(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Beauftragung oder Befehl oder Bitte; F.: Auftrag, Auftrags, Aufträge, Aufträgen+EW; Z.: Auf—trag
$auftragen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. auftragen, hintragen, befehlen, bitten; E.: s. auf, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, DW 1, 761, EWD s. u. tragen; GB.: seit um 1165 belegte und aus auf und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hintragen oder befehlen oder bitten; F.: auftragen, trägst auf, trägt auf, tragt auf, tragen auf, tragest auf, traget auf, trug auf, trugst auf, trugen auf, trugt auf, trüge auf, trügest auf, trügen auf, trüget auf, aufgetragen, ##aufgetragen, aufgetragene, aufgetragenes, aufgetragenem, aufgetragenen, aufgetragener##, auftragend, ###auftragend, auftragende, auftragendes, auftragendem, auftragenden, auftragender###, aufzutragen, ####aufzutragen, aufzutragend, aufzutragende, aufzutragendes, aufzutragendem, aufzutragenden, aufzutragender####, trag (!) auf+EW; Z.: auf—trag-en
$auftreiben, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. auftreiben, hinauftreiben; E.: s. auf, s. treiben; L.: DW 1, 762, EWD s. u. treiben; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus auf und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinauftreiben; F.: auftreiben, treibe auf, treibst auf, treibt auf, treiben auf, treibest auf, treibet auf, treib auf, trieb auf, triebst auf, trieben auf, triebt auf, triebest auf, triebet auf, aufgetrieben, ##aufgetrieben, aufgetriebene, aufgetriebenes, aufgetriebenem, aufgetriebenen, aufgetriebener##, auftreibend, ###auftreibend, auftreibende, auftreibendes, auftreibendem, auftreibenden, auftreibender###, aufzutreiben, ####aufzutreiben, aufzutreibend, aufzutreibende, aufzutreibendes, aufzutreibendem, aufzutreibenden, aufzutreibender####, treib (!) auf+EW; Z.: auf—trei-b-en
$auftreten, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. auftreten, hinauftreten; E.: s. auf, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 1, 764, EWD s. u. treten; GB.: um 1065 belegte und aus auf und treten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinauftreten; F.: auftreten, trete auf, trittst auf, tritt auf, treten auf, tretet auf, tretest auf, trat auf, tratest (!) auf, tratst auf, traten auf, tratet auf, träte auf, trätest auf, träten auf, trätet auf, aufgetreten, ##aufgetreten, aufgetretene, aufgetretenes, aufgetretenem, aufgetretenen, aufgetretener##, auftretend, ###auftretend, auftretende, auftretendes, auftretendem, auftretenden, auftretender###, aufzutreten, ####aufzutreten, aufzutretend, aufzutretende, aufzutretendes, aufzutretendem, aufzutretenden, aufzutretender####, tritt (!) auf+EW; Z.: auf—tre-t-en
$Auftrieb, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Auftrieb, Treiben nach oben; E.: s. auf, s. Trieb; L.: fehlt DW, EWD s. u. treiben; GB.: seit 1554 belegte und aus auf und Trieb gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Treiben nach oben; F.: Auftrieb, Auftriebs, Auftriebes, Auftriebe, Auftrieben (!)+EW; Z.: Auf—trie-b
$Auftritt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Auftritt, Auftreten, Ereignis; E.: s. auf, s. Tritt; L.: DW 1, 765, EWD s. u. treten; GB.: seit um 1300 belegte und aus auf und Tritt gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Auftreten oder ein Ereignis; F.: Auftritt, Auftrittes, Auftritts, Auftritte, Auftritten (!)+EW; Z.: Auf—tri-t-t
auftröseln, nhd., sw. V.: nhd. auftröseln; Vw.: s. aufdröseln
$auftrumpfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. auftrumpfen; E.: s. auf, s. trumpfen; L.: Kluge s. u. Trumpf, EWD s. u. Trumpf; GB.: seit 1784 belegte und aus auf und trumpfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Überlegenheit zeigen; F.: auftrumpfen, trumpfe auf, trumpfest auf, trumpfet auf, trumpfen auf, trumpfte auf, trumpftest auf, trumpften auf, trumpftet auf, aufgetrumpft, ##aufgetrumpft, aufgetrumpfte, aufgetrumpftes, aufgetrumpftem, aufgetrumpften, aufgetrumpfter##, auftrumpfend, ###auftrumpfend, auftrumpfende, auftrumpfendes, auftrumpfendem, auftrumpfenden, auftrumpfender###, aufzutrumpfen, ####aufzutrumpfen, aufzutrumpfend, aufzutrumpfende, aufzutrumpfendes, aufzutrumpfendem, aufzutrumpfenden, aufzutrumpfender####, trumpf (!) auf+FW+EW; Z.: auf—tru-m-pf-en
$auftürmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. auftürmen, aufrichten, erheben; E.: s. auf, s. türmen; L.: Kluge s. u. Turm, DW 1, 760 (aufthürmen), EWD s. u. Turm; GB.: seit 1680 belegte und aus auf und türmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches aufrichten oder erheben; F.: auftürmen, türme auf, türmst auf, türmt auf, türmen auf, türmest auf, türmet auf, türmte auf, türmtest auf, türmten auf, türmtet auf, aufgetürmt, ##aufgetürmt, aufgetürmte, aufgetürmtes, aufgetürmtem, aufgetürmten, aufgetürmter##, auftürmend, ###auftürmend, auftürmende, auftürmendes, auftürmendem, auftürmenden, auftürmender###, aufzutürmen, ####aufzutürmen, aufzutürmend, aufzutürmende, aufzutürmendes, aufzutürmendem, aufzutürmenden, aufzutürmender####, türm (!) auf+EW+FW; Z.: auf—türm-en
$Aufwand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Aufwand, Einsatz, Kosten; E.: s. aufwend(en); L.: DW 1, 769, EWD s. u. wenden; GB.: seit 1710 belegte und aus aufwend(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Einsatz oder seit Entwicklung von Wirtschaft mögliche Kosten; F.: Aufwand, Aufwandes, Aufwands+EW; Z.: Auf-wa-nd
$aufwarten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufwarten, aufschauen, aufblicken, dienen; E.: s. auf, s. warten; L.: Kluge s. u. aufwarten, DW 1, 770, EWD s. u. warten; GB.: seit um 1150 belegte und aus auf und warten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufschauen, aufblicken oder dienen; F.: aufwarten, warte auf, wartest auf, wartet auf, warten auf, wartete auf, wartetest auf, warteten auf, wartetet auf, aufgewartet, ##aufgewartet, aufgewartete, aufgewartetes, aufgewartetem, aufgewarteten, aufgewarteter##, aufwartend, ###aufwartend, aufwartende, aufwartendes, aufwartendem, aufwartenden, aufwartender###, aufzuwarten, ####aufzuwarten, aufzuwartend, aufzuwartende, aufzuwartendes, aufzuwartendem, aufzuwartenden, aufzuwartender####, wart (!) auf+EW; Z.: auf—war-t-en
$aufwärts, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. aufwärts, in die Höhe, nach oben, hinauf; E.: s. auf, s. wärts; L.: DW 1, 772, EWD s. u. -wärts; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus auf und wärts gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in die Höhe oder nach oben oder hinauf; F.: aufwärts+EW; Z.: auf—wär-t-s
$aufwecken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufwecken, wach machen; E.: s. auf, s. wecken; L.: Kluge s. u. wecken, DW 1, 773, EWD s. u. wecken; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus auf und wecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere mögliches wecken oder wach machen; F.: aufwecken, wecke auf, weckst auf, weckt auf, wecken auf, weckest auf, wecket auf, weckte auf, wecktest auf, weckten auf, wecktet auf, aufgeweckt, ##aufgeweckt, aufgeweckte, aufgewecktes, aufgewecktem, aufgeweckten, aufgeweckter##, aufweckend, ###aufweckend, aufweckende, aufweckendes, aufweckendem, aufweckenden, aufweckender###, aufzuwecken, ####aufzuwecken, aufzuweckend, aufzuweckende, aufzuweckendes, aufzuweckendem, aufzuweckenden, aufzuweckender####, weck (!) auf+EW; Z.: auf—weck-en
$aufwenden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aufwenden, aufwärts wenden, aufrichten; E.: s. auf, s. wenden; L.: Kluge s. u. wenden, DW 1, 775, EWD s. u. wenden; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus auf und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufwärts wenden oder aufrichten; F.: aufwenden, wende auf, wendest auf, wendet auf, wenden auf, wendete auf, wendetest auf, wendeten auf, wendetet auf, aufgewendet, ##aufgewendet, aufgewendete, aufgewendetes, aufgewendetem, aufgewendeten, aufgewendeter##, aufwendend, ###aufwendend, aufwendende, aufwendendes, aufwendendem, aufwendenden, aufwendender###, aufzuwenden, ####aufzuwenden, aufzuwendend, aufzuwendende, aufzuwendendes, aufzuwendendem, aufzuwendenden, aufzuwendender####, wend (!) auf+EW; Z.: auf—we-nd-en
$aufwerfen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. aufwerfen, hinaufwerfen, in die Höhe richten; E.: s. auf, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 1, 775, EWD s. u. werfen; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus auf und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufwerfen oder in die Höhe richten; F.: aufwerfen, werfe auf, wirfst auf, wirft auf, werft auf, werfest auf, werfet auf, warf auf, warfst auf, warfen auf, warft auf, würfe auf, würfest auf, würfen auf, würfet auf, aufgeworfen, ##aufgeworfen, aufgeworfene, aufgeworfenes, aufgeworfenem, aufgeworfenen, aufgeworfener##, aufwerfend, ###aufwerfend, aufwerfende, aufwerfendes, aufwerfendem, aufwerfenden, aufwerfender###, aufzuwerfen, ####aufzuwerfen, aufzuwerfend, aufzuwerfende, aufzuwerfendes, aufzuwerfendem, aufzuwerfenden, aufzuwerfender####, wirf (!) auf+EW; Z.: auf—wer-f-en
$aufwiegeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aufwiegeln, aufhetzen, anstiften; E.: s. auf, s. wiegeln; L.: Kluge s. u. aufwiegeln, DW 1, 779, EWD s. u. aufwiegeln; GB.: seit um 1500 belegte und aus auf und wiegeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufhetzen oder anstiften; F.: aufwiegeln, wiegel (!) auf, wiegle auf, wiegele auf, wiegelst auf, wiegelt auf, wiegeln auf, wiegelte auf, wiegeltest auf, wiegelten auf, wiegeltet auf, aufgewiegelt, ##aufgewiegelt, aufgewiegelte, aufgewiegeltes, aufgewiegeltem, aufgewiegelten, aufgewiegelter##, aufwiegelnd, ###aufwiegelnd, aufwiegelnde, aufwiegelndes, aufwiegelndem, aufwiegelnden, aufwiegelnder###, aufzuwiegeln, ####aufzuwiegeln, aufzuwiegelnd, aufzuwiegelnde, aufzuwiegelndes, aufzuwiegelndem, aufzuwiegelnden, aufzuwiegelnder####, wiegel (!) auf+EW; Z.: auf—wieg-el-n
$Aufwiegler, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Aufwiegler, Aufwiegelnder, Aufhetzer; E.: s. aufwiegel(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. aufwiegeln, DW 1, 780, EWD s. u. aufwiegeln; GB.: seit 1503 belegte und aus aufwiegel(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufwiegelnden oder Aufhetzer; F.: Aufwiegler, Aufwieglers, Aufwieglern+EW; Z.: Auf—wieg-l-er
$aufzäumen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aufzäumen, zäumen, mit einem Zaum versehen (V.); E.: s. auf, s. zäumen; L.: DW 1, 782, EWD s. u. Zaum; GB.: seit 1472 belegte und aus auf und zäumen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Zähmung großer Haustiere unter Entwicklung des Zaumes mögliches zäumen oder mit einem Zaum versehen (V.); F.: aufzäumen, zäume auf, zäumst auf, zäumt auf, zäumest auf, zäumet auf, zäumte auf, zäumtest auf, zäumten auf, zäumtet auf, aufgezäumt, ##aufgezäumt, aufgezäumte, aufgezäumtes, aufgezäumtem, aufgezäumten, aufgezäumter##, aufzäumend, ###aufzäumend, aufzäumende, aufzäumendes, aufzäumendem, aufzäumenden, aufzäumender###, zäum (!) auf+EW; Z.: auf—zäu-m-en
$aufziehen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. aufziehen, hochziehen, hinaufziehen, öffnen, später auch verspotten; E.: s. auf, s. ziehen; L.: Kluge s. u. aufziehen, DW 1, 783, EWD s. u. ziehen; GB.: seit um 1000 belegte und aus auf und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinaufziehen oder öffnen oder später auch verspotten; F.: aufziehen, ziehe auf, ziehst auf, zieht auf, ziehen auf, ziehest auf, ziehet auf, zog auf, zogst auf, zogen auf, zogt auf, zöge auf, zögest auf, zögst auf, zögen auf, zöget auf, aufgezogen, ##aufgezogen, aufgezogene, aufgezogenes, aufgezogenem, aufgezogenen, aufgezogener##, aufziehend, ###aufziehend, aufziehende, aufziehendes, aufziehendem, aufziehenden, aufziehender###, aufzuziehen, ####aufzuziehen, aufzuziehend, aufzuziehende, aufzuziehendes, aufzuziehendem, aufzuziehenden, aufzuziehender####, zieh (!) auf+EW; Z.: auf—zie-h-en
$Aufzug, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aufzug, Aufziehen, Fahrstuhl; E.: s. auf, s. Zug; L.: DW 1, 786, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1291 belegte und aus auf und Zug gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Hinaufzug oder später auch einen von Menschen entwickelten Fahrstuhl; F.: Aufzug, Aufzuges, Aufzugs, Aufzüge, Aufzügen+EW; Z.: Auf—zu-g
$Augapfel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Augapfel; E.: s. Aug(e), s. Apfel; L.: Kluge s. u. Apfel, DW 1, 787, EWD s. u. Auge; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Aug(e) und Apfel gebildete Bezeichnung für das kugelförmig durchschnittlich in dem Durchmesser etwa 22 bis 24 Millimeter messende Sehorgan des Menschen in der Augenhöhle mit sechs die Veränderung der Blickrichtung ermöglichenden Augenmuskeln; F.: Augapfel, Augapfels, Augäpfel, Augäpfeln+EW; Z.: Aug—apfel
Auge, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Auge, Sehorgan, auch Knospe in einer Knolle und Punkt auf einem Würfel; ne. eye (N.); Vw.: s. Argus-, Bull-; Hw.: s. Argusaugen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ouge, oug, ouc, sw. N., Auge, Blick, Sehkraft, Würfelpunkt, Weinstock; mnd. ôge, N., Auge; mnl. ōghe, N., Auge; ahd. ouga, st. N. (a?), sw. N. (n), Auge, Blick, Antlitz, Gesicht; as. ôga*, sw. N. (n), Auge; anfrk. ōga, ouga*, st. N. (a)?, sw. N. (n), Auge; germ. *auga-, *augam, st. N. (a), Auge; germ. *augō-, *augōn, *auga-, *augan, sw. N. (n), Auge; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Auge, Kluge s. u. Auge, EWD s. u. Auge, DW 1, 789, DW2 3, 870, EWAhd 6, 1252, Duden s. u. Auge, Falk/Torp 5, Bluhme s. u. Auge; Son.: vgl. afries. âge, sw. N. (n), Auge; nnordfries. ug; ae. éage (1), ēge, sw. N. (n), Auge, Öffnung, Loch; an. auga, st. N. (a), Auge; got. augō, sw. N. (n), Auge; krimgot. oeghene, ōghene, N. Pl, Augen; nndl. oog, Sb., Auge; nschw. öga, Sb., Auge; nnorw. øye, N., Auge; ai. ákṣi, N., Auge; arm. akn, Sb., Auge, Öffnung, Loch; gr. ὄσσε (ósse), Sb. (Dual), Augen; lat. oculus, M., Auge, Blick, Knospe, Knolle; lit. akìs, F., Auge; ksl. oko, Sb., Auge; poln. oko, N., Auge; toch. (A) ak, N., Auge; toch. (B) ek, N., Auge; GB.: seit dem Frühmittelalter (um 765) belegte Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches und für das räumliche Sehen meist paarig ausgebildetes Sinnesorgan höherer Tiere zu einer Wahrnehmung von Lichtreizen und damit der Umwelt dessen die Pupille umgebende Iris bei 90 Prozent der Menschen braun und bei sechs bis acht Prozent blau oder grau sowie bei zwei bis vier Prozent grün ist; BM.: Sehen; F.: Auge, Auges, Augen+EW; Z.: Aug-e
$äugeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. äugeln, blicken, sehen; Vw.: s. lieb-; E.: s. Aug(e), s. el, s. (e)n; L.: DW 1, 801, EWD s. u. Auge; GB.: seit um 1261 belegte und aus Aug(e) und (e)l sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Auges mögliches blicken oder sehen; F.: äugeln, äugel (!), äugle, äugele, äugelst, äugelt, äugelte, äugeltest, äugelten, äugeltet, geäugelt, ##geäugelt, geäugelte, geäugeltes, geäugeltem, geäugelten, geäugelter##, äugelnd, ###äugelnd, äugelnde, äugelndes, äugelndem, äugelnden, äugelnder###+EW; Z.: äug-el-n
$äugen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. äugen, blicken, sehen, vor Augen bringen, zeigen; E.: s. Aug(e), s. en; L.: Kluge s. u. Auge, DW 1, 801, EWD s. u. Auge, DW 1, 801; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Auges mögliches blicken oder sehen oder vor Augen bringen oder zeigen; F.: äugen, äuge, äugst, äugt, äugest, äuget, äugte, äugtest, äugten, äugtet, geäugt, ##geäugt, geäugte, geäugtes, geäugtem, geäugten, geäugter##, äugend, ###äugend, äugende, äugendes, äugendem, äugenden, äugender###, äug (!)+EW; Z.: äug-en
$Augenblick, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Augenblick; E.: s. Aug(e), s. en (Suff.), s. Blick; L.: Kluge s. u. Blick, DW 1, 802, EWD s. u. Blick; GB.: um 1170 belegte und aus Aug(e) und en (Suff.) sowie Blick gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche kurze zwischen zwei unwillkürlichen Lidsenkungen des Menschen liegende Zeitspanne von meist drei bis sechs Sekunden; F.: Augenblick, Augenblickes, Augenblicks, Augenblicke, Augenblicken+EW; Z.: Aug-en—bli-ck
$Augenbraue, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Augenbraue; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. Auge, s. n, s. Braue; L.: EWD s. u. Braue, fehlt DW, DW2 3, 890, EWAhd 6, 1260; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Aug(e) und (e)n sowie Braue gebildete Bezeichnung für den seit ihrer Entstehung etwa zwei Zentimeter über den Augen von Menschen und Primaten verlaufenden behaarten Hautstreifen oder Haarbogen; F.: Augenbraue, Augenbrauen+EW; Z.: Aug-en-brau-e
$Augenlid, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Augenlid, Lid; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. Aug(e), s. en, s. Lid; L.: EWD s. u. Lid, DW 1, 807 (Augenlied), DW2 3, 896, EWAhd 6, 1264; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Aug(e) und en sowie Lid gebildete Bezeichnung für die das Auge von Menschen und vielen Tieren bei Bedarf von oben und von unten nach vorn abschließende bindegewebige Muskelplatte (Deckel) mit Drüsen; F.: Augenlid, Augenlides, Augenlids, Augenlider, Augenlidern+EW; Z.: Aug-en—li-d
$Augentrost, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Augentrost, Euphrasia; E.: s. Aug(e), s. en (Suff.), s. Trost; L.: Kluge s. u. Augentrost, DW 1, 813; GB.: seit 1471 belegte und aus Aug(e) und en (Suff.) sowie Trost gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche und nahezu weltweit verbreitete sowie als Heilmittel für Augenentzündungen verwendete Pflanze; F.: Augentrost, Augentrostes, Augentrosts+EW; Z.: Aug-en—tro-st
$Augenweide, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Augenweide, angenehmer Anblick; E.: s. Aug(e), s. en (Suff.), s. Weide (F.) (2); L.: DW 1, 813, EWD s. u. Weide 2; GB.: seit 1185 belegte und aus Aug(e) und en (Suff.) sowie Weide (F.) (2) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Augen möglichen angenehmen Anblick; F.: Augenweide, Augenweiden+EW; Z.: Aug-en—wei-d-e
Augiasstall, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Augiasstall, Saustall; ne. Augean stables; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1785; I.: z. T. lat.-gr. Lw.; E.: Vorderglied s. PN Augias; s. lat. Augēās, Augīās, Augeus, M.=PN, Augias, (116-27 v. Chr.); gr. Αὐγείας (Augeías), M.=PN, Augias; vgl. gr. αὖγε (auge), Adv., Strahl, Licht, Glanz, Auge; idg. *au- (4), *u-, *u̯ē̆- (5), *u̯o-, Partikel, jener, andererseits, oder, Pokorny 73 (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Augiasstall, fehlt DW, DW2 3, 908, Duden s. u. Augiasstall; Son.: Augiasstall ist der der Stall des Königs Augias von Elis auf der Peloponnes in Griechenland in dem 3000 Rinder gehalten worden sein sollen und der vielleicht jahrelang nicht gereinigt worden war und den Herakles als eine seiner 12 Aufgaben ausmisten musste was ihm durch Umleitung der Flüsse Alpheios und Peneios durch den Stall gelungen sein soll; vgl. nndl. Augiasstal, Sb., Augiasstall; frz. écuries d’Augias, F., Augiasstall; nschw. augiasstall, Sb., Augiasstall; nnorw. augiasstall, M., Augiasstall; poln. stajnia Augiasza, F., Augiasstall; GB.: seit 1785 belegte und aus Augias und Stall gebildete Bezeichnung für einen in der Mythologie der Griechen belegten Ort mit großer Unordnung und davon abgeleitet allgemein für einen unangemessenen Zustand wie beispielsweise einen (nicht gereinigten) Saustall; BM.: PN aus der Heraklessage; F.: Augiasstall, Augiasstalls, Augiasstalles+EW; Z.: Aug-ias—sta-l-l
$...äugig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...äugig, Auge betreffend; Vw.: s. blau-, hohl-, scheel-, schlitz-; E.: s. Aug(e), s. ig; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Aug(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches Auge betreffend; L.: DW 1, 815; GB.; F.: ...äugig, ...äugige, ...äugiges, ...äugigem, ...äugigen, ...äugiger(, ...äugigere, ...äugigeres, ...äugigerem, ...äugigeren, ...äugigerer, ...äugigst, ...äugigste, ...äugigstes, ...äugigstem, ...äugigsten, ...äugigster)+EW; Z.: -äug-ig
Augur, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Augur, Vogeldeuter, Vogelflugdeuter; ne. augur (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. augur; E.: s. lat. augur, M., Weissager, Vogeldeuter, Vogelflugdeuter, Augur, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ein römischer etymologischer Erklärungsversuch war eine Herleitung aus lat. avis, F., Vogel und lat. gerere, V., tragen, sich betragen; L.: fehlt DW, DW2 3, 910, Duden s. u. Augur; Son.: vgl. nndl. augur, M., Augur; frz. augure, M., Augur; nschw. augur, M., Augur; nnorw. augur, M., Augur; poln. augur, M., Augur; nir. ágar, M., Augur; lit. augūras, M., Augur; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen römischen Amtsträger und Priester der durch Vogelschau zu ergründen hatte ob ein geplantes Unternehmen den Göttern genehm sein würde; BM.: Vermehrung; F.: Augur, Augurs, Auguren+FW; Z.: Aug-ur
Auguration, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Auguration, Deutung, Beginnen; ne. auguration; Vw.: s. In-; Hw.: s. Augur; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. augurātio, F., Weissagung, Weissagekunst; vgl. lat. augur, M., Weissager, Vogeldeuter, Augur, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ein römischer etymologischer Erklärungsversuch war eine Herleitung aus lat. avis, F., Vogel und lat. gerere, V., tragen, sich betragen; Son.: vgl. nndl. ...auguratie, Suff., ...auguration; frz. ..auguration, Suff., ...auguration; nnorw. ...augurasjon, Suff., ...auguration; lit. ...auguracija, Suff., ...auguration; GB.: seit 18. Jh. belegte und dem Lateinischen des Altertums nachgebildete und umgebildete Bezeichnung für eine feierliche Handlung oder eine Deutung oder ein Beginnen; BM.: Weissager; F.: Auguration, Augurationen+FW(+EW?); Z.: -aug-ur-at-io-n
August, nhd., M., (8. Jh.): nhd. August; ne. august; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. ougeste, st. M., sw. M., August; mhd. ougest, ougst, ouwest, ōwest, ōwist, ōgst, st. M., August, Herbst; mnd. ouwest, owest, oust, M., August, Erntezeit; mnd. august, M., August; mnl. oust, Sb., August; ahd. ougusto, sw. M. (n), August; as. -; anfrk. -; s. lat. (mēnsis) Augustus, M., August; lat. Augustus, M., Heiliger, Unverletzlicher, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. augēre, V., wachsen lassen, fördern, befruchten, vermehren, stärken; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. August, Kluge s. u. August, EWD s. u. August, DW 1, 236, DW2 3, 911, EWAhd 6, 1267, Duden s. u. August; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. augustus, Sb., August; frz. août, M., August; nschw. augusti, Sb., August; nnorw. august, M., August; alb. gusht, Sb., August; kymr. awst, N., August; russ. август (awgust), M., August; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den achten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Juli und September; BM.: Monat zu Ehren des römischen Kaisers Augustus benannt; F.: August, Augusts, Augustes, Auguste+FW(+EW); Z.: Aug-ust
Auktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Auktion, Versteigerung; ne. auction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. auctio; E.: s. lat. auctio, F., Vermehren, Versteigerung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Auktion, EWD s. u. Auktion, fehlt DW, DW2 3, 912, Duden s. u. Auktion; Son.: vgl. nndl. auctie, Sb., Auktion; nschw. auktion, Sb., Auktion; nnorw. auksjon, M., Auktion; poln. aukcja, F., Auktion; kymr. acsiwn, ocsiuwn, F., Auktion; lit. aukcionas, M., Auktion; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Versteigerung und das Zustandekommen eines Kaufvertrags bei einer Versteigerung bei dem die Bieter Gebote abgeben und der Bieter mit dem höchsten Gebot den Zuschlag bekommt; BM.: vermehren; F.: Auktion, Auktionen+FW(+EW); Z.: Auk-t-io-n
$Auktionator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Auktionator, Versteigerer; Q.: 1727; E.: s. lat. auctionator, s. Auktion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Auktion; GB.: seit 1727 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Versteigerer; F.: Auktionator, Auktionators, Auktionatoren+FW(+EW); Z.: Auk-t-io-n-at-or
Aula, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Aula, Festsaal; ne. auditorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1536 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. aula; E.: s. lat. aula, F., Hof, Viehhof, Palast, Atrium, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. αὐλή (aulḗ), F., Hof, Hofraum, Halle; vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Aula, fehlt DW, EWD s. u. Aula, DW2 3, 912; Son.: vgl. nndl. aula, Sb., Aula; frz. aula, F., Aula; nschw. aula, Sb., Aula; nnorw. aula, M., Aula; poln. aula, F., Aula; lit. aula, F., Aula; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen Versammlungsraum vor allem in Universitäten und Schulen; BM.: übernachten?; F.: Aula, Aulen, Aulas+FW; Z.: Au-l-a
Aura, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Aura, Ausstrahlung; ne. aura; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. aura; E.: s. lat. aura, F., Hauch, Lufthauch, Wehen (N.), Strömung, Luftzug; s. gr. αὔρα (aúra), F., Hauch, Luftzug, Wind, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Aura, fehlt DW, DW2 3, 913, Duden s. u. Aula; Son.: vgl. nndl. aura, Sb., Aura; frz. aura, F., Aura; nschw. aura, Sb., Aura; nnorw. aura, M., Aura; poln. aura, F., Aura; kymr. awra, M., Aura; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche natürliche Ausstrahlung eines Menschen; BM.: Hauch; F.: Aura, Auren, Auras+FW; Z.: Au-r-a
Aureole, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Aureole; Lichtkranz, Heiligenschein; ne. aureole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1293 (Martina); E.: s. mhd. aureolā, aureole, F., Aureole, Gloriole; mnd. -; s. mlat. aureola, F., Heiligenschein, Strahlenkrone, Glückseligkeit der Seele, (um 1180); vgl. lat. aureolus, Adj., schön golden, vergoldet, goldfarbig; lat. aurum, N., Gold; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, *u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 3, 914, Duden s. u. Aureole; Son.: vgl. frz. auréole, F., Aureole, Heiligenschein; poln. aureola, F., Aureole, Heiligenschein; lit. aureolė, F., Aureole; GB.: seit 1293 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Lichtkranz der ein Gestirn umgibt und einen den kompletten Körper (eines Heiligen) umfassenden Heiligenschein; GB.: goldener Schein; F.: Aureole, Aureolen+FW+EW; Z.: Aur-eol-e
Aurikel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Aurikel, Bergschlüsselblume; ne. auricula, mountain cowslip, bear’s ear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1745; I.: neoklassische Bildung; I.: Lw. lat. auricula; E.: s. lat. auricula, F., Öhrchen, Ohrknorpel, Ohrläppchen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. auris, F., Ohr, Ohrläppchen; idg. *ōus- (2), *əus-, *us-, h₂eu̯s-, Sb., Ohr, Pokorny 785 (1356/36) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Aurikel, EWD s. u. Aurikel, DW 1, 236?, DW2 3, 914, Duden s. u. Aurikel; Son.: s. ahd.? ourigol, Sb.?, Öhrchen?; vgl. nndl. aurikel, Sb., Aurikel, Bergschlüsselblume; frz. auricule, F., Bergschlüsselblume; nschw. aurikel, Sb., Aurikel, Bergschlüsselblume; nnorw. aurikkel, M., Aurikel, Bergschlüsselblume; GB.: seit 1745 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommen und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche zu der Gattung der Primeln gehörende Pflanze mit leuchtend gelben Blüten (Bergschlüsselblume); BM.: bärenohrförmige Blätter; F.: Aurikel, Aurikeln+FW; Z.: Aur-ik-el
Auripigment, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Auripigment, Rauschgelb, Schwefelarsen, Arsensulfid; ne. orpiment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1438/1440; I.: Lw. lat. auripīgmentum; E.: s. mhd. ōrpiment, ōrpirment, ōrpermint, ortirmint, auripigment, st. N., Rauschgelb, Auripigment, rotes Operment, Schwefelarsenverbindung; mnd. orperment, orberment, orprement, oripriment, N.?, M.?, Arsenik, Schwefelarsen, Arsen-Sulfid; mnl. operment, Sb., Rauschgelb; lat. auripīgmentum, orpīmentum, N., Auripigment, Operment, Schwefelarsen, Schwefelarsenverbindung, Bleikupfer, Urquecksilber, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. aurum, N., Gold, goldenes Gerät; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. pīgmentum, N., Farbe; lat. pingere, V., malen; idg. peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Arsen, fehlt DW, DW2 3, 914, EWAhd 6, 1198, Duden s. u. Auripigment; Son.: s. ahd. ōrgimint, st. N. (a), Auripigment, Schwefelarsen; vgl. nndl. orpiment, Sb., Auripigment; frz. orpiment, M., Auripigment; nschw. auripigment, Sb., Auripigment; nnorw. auripigment, N.?, Auripigment; poln. aurypigment, M., Auripigment; lit. orpimentas, M., Auripigment; GB.: seit 1438/1440 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches natürlich vorkommendes giftiges goldgelbes Arsenmineral (Arsensulfid); BM.: Gold, färben; F.: Auripigment, Auripigments, Auripigmentes+FW+EW; Z.: Aur-i-pig-m-ent
aus, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. aus, heraus, hervor; ne. out; Vw.: Gar-, -merzen, -powern (1), -powern (2), -staffieren; Hw.: s. außen, außer; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. ūz (1), ouz, ūzer, Präp., aus, mit, nach, über ... hinaus, unter, von, von ... aus, weg, von hervor; mhd. ūze (1), ūzze, ouze, Präp., aus, mit, nach, über ... hinaus, unter, von, von ... aus, von ... weg, aus ... heraus; mhd. ūze (2), ouze, Adv., aus, draußen, außerhalb; mnd. ūt, ūte, ūten, Adv., aus, heraus; ahd. ūz, Präp., Adv., Konj., Präf., aus, heraus, draußen, aber, sondern (Konj.); as. ūt, Adv., heraus, hinaus; anfrk. ūt*, Präp., Präf., aus, heraus; germ. *ūt, Adv., heraus; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. aus, Kluge s. u. aus, EWD s. u. aus, DW 1, 817, DW2 3, 915, Falk/Torp 29, Duden s. u. aus, Bluhme s. u. aus; Son.: vgl. afries. ūt, Präp., Adv., aus, heraus; nnordfries. ut, Adv., aus, heraus; ae. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; an. ūt, Adv., hinaus; got. ūt, Adv., Präf., hinaus, heraus; nndl. uit, Präp., aus; nschw. ut, Präp., aus; nnorw. ute, Adv., aus; ai. úd-, út, Adv., empor, hinaus; av. uz-, uz-, Adv., empor, hinaus; apers. us-, Adv., empor, hinaus; gr. ὑ (hy), Präf., hinauf; lat. ūsque, Adv., auf jedem Punkt, in einem fort; air. uss-, uss-, Präverb; lit. už..., Präf.?, auf..., hinauf...; ksl. vъz, Präf., hinauf an etwas; GB.: (ūz) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Fürwort) für heraus oder hervor oder für eine Herkunft; BM.: hinaus?; F.: aus+EW; Z.: aus
$ausarten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausarten, ausufern, auswachsen, aus der Art schlagen; E.: s. aus, s. arten; L.: Kluge s. u. Art 2, DW 1, 826, EWD s. u. Art; GB.: seit 1648 belegte und aus und arten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausufern oder auswachsen; F.: ausarten, arte (!) aus, artet aus, arten aus, artest aus, artete aus, artetest aus, arteten aus, artetet aus, ausgeartet, ##ausgeartet, ausgeartete, ausgeartetes, ausgeartetem, ausgearteten, ausgearteter##, ausartend, ###ausartend, ausartende, ausartendes, ausartendem, ausartenden, ausartender###, art (!)aus, auszuarten, ####auszuarten, auszuartend, auszuartende, auszuartendes, auszuartendem, auszuartenden, auszuartender####, arte (!) aus+EW; Z.: aus—ar-t-en
$ausbaden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausbaden, fertig baden, verantworten; E.: s. aus, s. baden; L.: Kluge s. u. ausbaden, DW 1, 827, EWD s. u. baden; GB.: seit 1473 belegte und aus aus und baden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Bades mögliches fertig baden oder verantworten; F.: ausbaden, bade (!) aus, badest aus, badet aus, baden aus, badete aus, badetest aus, badeten aus, badetet aus, ausgebadet, ##ausgebadet, ausgebadete, ausgebadetes, ausgebadetem, ausgebadeten, ausgebadeter##, ausbadend, ###ausbadend, ausbadende, ausbadendes, ausbadendem, ausbadenden, ausbadender###, auszubaden, ####auszubaden, auszubadend, auszubadende, auszubadendes, auszubadendem, auszubadenden, auszubadender####, bade (!) aus+EW; Z.: aus—ba-d-en
$ausbaggern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausbaggern, mit einem Bagger ausgraben oder vertiefen; E.: s. aus, s. baggern; L.: DW 1, 827, EWD s. u. Fach; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus aus und baggern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Baggers durch den Menschen mögliches mit einem Bagger ausgraben oder vertiefen; F.: ausbaggernd, baggere aus, bagger (!) aus, baggre aus, baggerst aus, baggert aus, baggerte aus, baggertest aus, baggerten aus, baggertet aus, ausgebaggert, ##ausgebaggert, ausgebaggerte, ausgebaggertes, ausgebaggertem, ausgebaggerten, ausgebaggerter##, ausbaggernd, ###ausbaggernd, ausbaggernde, ausbaggerndes, ausbaggerndem, ausbaggernden, ausbaggernder###, auszubaggern, ####auszubaggern, auszubaggernd, auszubaggernde, auszubaggerndes, auszubaggerndem, auszubaggernden, auszubaggernder####, bagger (!) aus+EW+FW; Z.: aus—bagg-er-n
$ausbalancieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausbalancieren, das Gleichgewicht herstellen, ausgleichen; E.: s. aus, s. balancieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Balance; GB.: seit 1889 belegte und aus aus und balancieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches das Gleichgewicht herstellen oder ausgleichen; F.: ausbalancieren, balanciere aus, balancierst aus, balanciert aus, balancierest aus, balancieret aus, balancierte aus, balanciertest aus, balancierten aus, balanciertet aus, ausbalanciert, ##ausbalanciert, ausbalancierte, ausbalanciertes, ausbalanciertem, ausbalancierten, ausbalancierter##, ausbalancierend, ###ausbalancierend, ausbalancierende, ausbalancierendes, ausbalancierendem, ausbalancierenden, ausbalancierender###, auszubalancieren, ####auszubalancieren, auszubalancierend, auszubalancierende, auszubalancierendes, auszubalancierendem, auszubalancierenden, auszubalancierender####, balancier aus+EW+FW; Z.: aus—ba-lan-c-ier-en
$ausbaldowern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausbaldowern, auskundschaften, aushecken; E.: s. aus, s. baldowern; L.: Kluge s. u. ausbaldowern, fehlt DW, EWD s. u. ausbaldowern; GB.: seit 1847 belegte und aus aus und baldowern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches auskundschaften oder aushecken; F.: ausbaldowern, baldowere aus, baldower (!) aus, baldowerst aus, baldowert aus, baldowern aus, baldowerest aus, baldoweret aus, baldowerte aus, baldowertest aus, baldowerten aus, baldowertet aus, ausbaldowert, ##ausbaldowert, ausbaldowerte, ausbaldowertes, ausbaldowertem, ausbaldowerten, ausbaldowerter##, ausbaldowernd, ###ausbaldowernd, ausbaldowernde, ausbaldowerndes, ausbaldowerndem, ausbaldowernden, ausbaldowernder###, auszubaldowern, ####auszubaldowern, auszubaldowernd, auszubaldowernde, auszubaldowerndes, auszubaldowerndem, auszubaldowernden, auszubaldowernder####, baldower (!) aus+EW+FW; Z.: aus—bal-dow-er-n
$ausbedingen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. ausbedingen, bedingen, vorbehalten (V.); E.: s. aus, s. bedingen; L.: DW 1, 828, EWD s. u. bedingen; GB.: seit um 1223 belegte und aus aus und bedingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bedingen oder vorbehalten (V.); F.: ausbedingen, bedinge aus, beding aus, bedingst aus, bedingt aus, bedingest aus, bedinget aus, bedang aus, bedangst aus, bedangen aus, bedangt aus, bedänge aus, bedängest aus, bedängen aus, bedänget (!) aus, bedünge (!) aus, bedüngest (!) aus, bedüngen (!) aus, bedünget (!) aus, ausbedungen, ##ausbedungen, ausbedungene, ausbedungenes, ausbedungenem, ausbedungenen, ausbedungener##, ausbedingend, ###ausbedingend, ausbedingende, ausbedingendes, ausbedingendem, ausbedingenden, ausbedingender###, auszubedingen, ####auszubedingen, auszubedingend, auszubedingende, auszubedingendes, auszubedingendem, auszubedingenden, auszubedingender####, beding (!) aus+EW; Z.: aus—be—din-g-en
$Ausbeute, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ausbeute, Beute, Ergebnis; E.: s. ausbeute(n); L.: Kluge s. u. ausbeuten, DW 1, 830, EWD s. u. ausbeuten; GB.: seit 1511 belegte und aus aus und Beute gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beute oder ein Ergebnis eines Verhaltens; F.: Ausbeute, Ausbeuten+EW; Z.: Aus—beut-e
$ausbeuten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ausbeuten, erbeuten, ausnutzen; E.: s. aus, s. beuten; L.: Kluge s. u. ausbeuten, DW 1, 831, EWD s. u. ausbeuten; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus aus und beuten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erbeuten oder ausnutzen; F.: ausbeuten, beute aus, beutest aus, beutet aus, beuten aus, beutete aus, beutetest aus, beuteten aus, beutetet aus, ausgebeutet, ##ausgebeutet, ausgebeutete, ausgebeutetes, ausgebeutetem, ausgebeuteten, ausgebeuteter##, ausbeutend, ###ausbeutend, ausbeutende, ausbeutendes, ausbeutendem, ausbeutenden, ausbeutender###, auszubeuten, ####auszubeuten, auszubeutend, auszubeutende, auszubeutendes, auszubeutendem, auszubeutenden, auszubeutender####, beute (!) aus+EW; Z.: aus—beut-en
$Ausbeutung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ausbeutung, Ausnutzung; E.: s. ausbeut(en), s. ung; L.: Kluge s. u. ausbeuten, DW 1, 831, EWD s. u. ausbeuten; GB.: seit 1531 belegte und aus ausbeut(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Ausnutzung; F.: Ausbeutung, Ausbeutungen+EW; Z.: Aus—beut-ung
$ausbilden, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausbilden, schulen, gestalten; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: s. aus, s. bilden; L.: DW 1, 832, EWD s. u. bilden; F.: ausbilden, bilde (!) aus, bildst (!) aus, bildt (!) aus, bilden aus, bildest aus, bildet aus, bildete aus, bildetest aus, bildeten aus, bildetet aus, ausgebildet, ##ausgebildet, ausgebildete, ausgebildetes, ausgebildetem, ausgebildeten, ausgebildeter##, ausbildend, ###ausbildend, ausbildende, ausbildendes, ausbildendem, ausbildenden, ausbildender###, auszubilden, ####auszubilden, auszubildend, auszubildende, auszubildendes, auszubildendem, auszubildenden, auszubildender####, bild (!) aus+EW; Z.: aus—bild-en
$Ausbildung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ausbildung, Bildung, Erziehung, Unterrichtung; E.: s. ausbild(en), s. ung; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; L.: DW 1, 832, EWD s. u. bilden; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus aus und Bildung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bildung oder Erziehung oder Unterrichtung; F.: Ausbildung, Ausbildungen+EW; Z.: Aus—bild-ung
$ausbomben, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ausbomben, verbomben, wegbomben, durch Bomben Vermögen vernichten; E.: s. aus, s. bomben; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bombe; GB.: seit 1943 belegte und aus aus und bomben gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Bomben mögliches verbomben oder wegbomben oder Vermögen verlieren; F.: ausbomben, bombe (!) aus, bombst aus, bombt aus, bomben aus, bombest aus, bombet aus, bombte aus, bombtest aus, bombten aus, bombtet aus, ausgebombt, ##ausgebombt, ausgebombte, ausgebombtes, ausgebombtem, ausgebombten, ausgebombter##, ausbombend, ###ausbombend, ausbombende, ausbombendes, ausbombendem, ausbombenden, ausbombender###, auszubomben, ####auszubomben, auszubombend, auszubombende, auszubombendes, auszubombendem, auszubombenden, auszubombender####, bomb (!) aus+EW+FW; Z.: aus—bomb-en
$ausbooten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausbooten, ausschiffen, ausschalten; E.: s. aus, s. Boot, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Boot, fehlt DW, EWD s. u. Boot; GB.: seit vor 1885 belegte und aus aus und Boot sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Wasserfahrzeugen mögliches mit einem Boot entfernen oder aus einem Boot entfernen oder ausschiffen oder ausschalten; F.: ausbooten, boote (!) aus, bootest aus, bootet aus, booten aus, bootete aus, bootetest aus, booteten aus, bootetet aus, ausgebootet, ##ausgebootet, ausgebootete, ausgebootetes, ausgebootetem, ausgebooteten, ausgebooteter##, ausbootend, ###ausbootend, ausbootende, ausbootendes, ausbootendem, ausbootenden, ausbootender###, auszubooten, ####auszubooten, auszubootend, auszubootende, auszubootendes, auszubootendem, auszubootenden, auszubootender####, boote (!) aus+EW; Z.: aus—boo-t-en
$ausbrechen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. ausbrechen, herausbrechen; E.: s. aus, s. brechen; L.: Kluge s. u. brechen, DW 1, 834, EWD s. u. brechen; GB.: seit um 1000 belegte und aus aus und brechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches herausbrechen; F.: ausbrechen, breche aus, brichst aus, bricht aus, brechen aus, brecht aus, brechest aus, brechet aus, brach aus, brachst aus, brachen aus, bracht aus, bräche aus, brächest aus, brächst aus, brächen aus, brächet aus, brächt aus, ausgebrochen, ##ausgebrochen, ausgebrochene, ausgebrochenes, ausgebrochenem, ausgebrochenen, ausgebrochener##, ausbrechend, ###ausbrechend, ausbrechende, ausbrechendes, ausbrechendem, ausbrechenden, ausbrechender###, auszubrechen, ####auszubrechen, auszubrechend, auszubrechende, auszubrechendes, auszubrechendem, auszubrechenden, auszubrechender####, brich (!) aus+EW; Z.: aus—bre-ch-en
$ausbreiten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ausbreiten, auseinanderbreiten, verbreiten; E.: s. aus, s. breiten; L.: Kluge s. u. breit, DW 1, 836; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus aus und breiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verbreiten; F.: ausbreiten, breite (!) aus, breitest aus, breitet aus, breiten aus, breitete aus, breitetest aus, breiteten aus, breitetet aus, ausgebreitet, ##ausgebreitet, ausgebreitete, ausgebreitetes, ausgebreitetem, ausgebreiteten, ausgebreiteter##, ausbreitend, ###ausbreitend, ausbreitende, ausbreitendes, ausbreitendem, ausbreitenden, ausbreitender###, auszubreiten, ####auszubreiten, auszubreitend, auszubreitende, auszubreitendes, auszubreitendem, auszubreitenden, auszubreitender####, breit (!) aus+EW; Z.: aus—brei-t-en
$Ausbruch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ausbruch, Hervorbrechen; E.: s. aus, s. Bruch; Q.: Ende 13. Jh.; L.: DW 1, 838, DW2 3, 987; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus aus und Bruch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Hervorbrechen; F.: Ausbruch, Ausbruches, Ausbruchs, Ausbrüche, Ausbrüchen+EW; Z.: Aus—bru-ch
$Ausbund, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ausbund, Vorbild, Einschneidung; E.: s. aus, s. Bund; L.: Kluge s. u. Ausbund, DW 1, 840, EWD s. u. Ausbund; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus aus und Bund gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Vorbild und später für eine Einschneidung in Brötchen; F.: Ausbund, Ausbunds, Ausbundes, Ausbünde, Ausbünden+EW; Z.: Aus—bund
$Ausdruck, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ausdruck, Äußerung, Wort, Bezeichnung; E.: s. aus, s. Druck; Vw.: s. Kraft-; L.: Kluge s. u. drücken, DW 1, 846, EWD s. u. drücken; GB.: (ūzdruc) seit um 1300 belegte und aus aus und Druck gebildete Bezeichnung für eine Äußerung oder ein Wort oder eine Bezeichnung sowie nach Entwicklung des Buchdrucks auch einen Druck eines Textes; F.: Ausdruck, Ausdrucks, Ausdruckes, Ausdrücke, Ausdrücken+EW; Z.: Aus—dru-ck
$ausdrücken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ausdrücken, herausdrücken; E.: s. aus, s. drücken; L.: Kluge s. u. drücken, DW 1, 847, EWD s. u. drücken; GB.: seit um 1235 belegte und vielleicht nach lat. exprimere aus aus und drücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausdrücken; F.: ausdrücken, drücke aus, drückst aus, drückt aus, drücken aus, drückest aus, drücket aus, drückte aus, drücktest aus, drückten aus, drücktet aus, ausgedrückt, ##ausgedrückt, ausgedrückte, ausgedrücktes, ausgedrücktem, ausgedrückten, ausgedrückter##, ausdrückend, ###ausdrückend, ausdrückende, ausdrückendes, ausdrückendem, ausdrückenden, ausdrückender###, auszudrücken, ####auszudrücken, auszudrückend, auszudrückende, auszudrückendes, auszudrückendem, auszudrückenden, auszudrückender####, drück (!) aus+EW; Z.: aus—drü-ck-en
$ausdrücklich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ausdrücklich, nachdrücklich, wörtlich; E.: s. Ausdruck, s. lich; L.: Kluge s. u. drücken, DW 1, 848, EWD s. u. drücken; GB.: seit vor 1510 belegte und vielleicht nach lat. expressim aus Ausdruck und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches nachdrücklich oder wörtlich; F.: ausdrücklich, ausdrückliche, ausdrückliches, ausdrücklichem, ausdrücklichen, ausdrücklicher(, ausdrücklichere, ausdrücklicheres, ausdrücklicherem, ausdrücklicheren, ausdrücklicherer, ausdrücklichst, ausdrücklichste, ausdrücklichstes, ausdrücklichstem, ausdrücklichsten, ausdrücklichster)+EW; Z.: aus—drü-ck-lich
$ausdunsten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausdunsten, herausdunsten, Dunst absondern; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. aus, s. dunsten; L.: EWD s. u. Dunst, fehlt DW, DW2 3, 1018; GB.: (ūzdunsten) seit 1348/1350 belegte und aus aus und dunsten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Dunst mögliches herausdunsten oder Dunst absondern; F.: dunsten, dunste, dunstest, dunstet, dunstete, dunstetest, dunsteten, dunstetet, ausgedunstet, ##ausgedunstet, ausgedunstete, ausgedunstetes, ausgedunstetem, ausgedunsteten, ausgedunsteter##, ausdunstend, ###ausdunstend, ausdunstende, ausdunstendes, ausdunstendem, ausdunstenden, ausdunstender###, dunst+EW; Z.: aus—du-n-s-t-en
$ausdünsten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausdünsten, herausdünsten, Dunst von sich geben; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); Hw.: s. ausdunsten; L.: EWD s. u. Dunst, DW 1, 849, DW2 3, 1018; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus aus und dünsten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Dunst mögliches herausdünsten oder Dunst von sich geben; F.: ausdünsten, dünste aus, dünstest, dünstet, dünstete, dünstetest, dünsteten, dünstetet, ausgedünstet, ##ausgedünstet, ausgedünstete, ausgedünstetes, ausgedünstetem, ausgedünsteten, ausgedünsteter##, ausdünstend, ###ausdünstend, ausdünstende, ausdünstendes, ausdünstendem, ausdünstenden, ausdünstender###, dünst (!) aus+EW; Z.: aus—dü-n-s-t-en
$auseinanderstieben, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. auseinanderstieben, auseinandertreten, auseinanderfallen; E.: s. auseinander, s. stieben; L.: fehlt DW, EWD s. u. stieben; GB.: seit um 1784 belegte und aus auseinander und stieben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches auseinandertreten oder auseinanderfallen; F.: auseinanderstieben, stiebe auseinander, stiebst auseinander, stiebt auseinander, stiebest auseinander, stiebet auseinander, stob auseinander, stobst auseinander, stobt auseinander, stoben auseinander, stoben auseinander, ##auseinandergestoben, auseinandergestobene, auseinandergestobenes, auseinandergestobenem, auseinandergestobenen, auseinandergestobener###, auseinanderstiebend, ###auseinanderstiebend, auseinanderstiebende, auseinanderstiebendes, auseinanderstiebendem, auseinanderstiebenden, auseinanderstiebender###, stieb (!) auseinander+EW; Z.: aus—ein-an-d-er---stie-b-en
$auserkoren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. auserkoren, ausgewählt, auserlesen, ausgesucht; E.: s. aus, s. erkoren, s. erkiesen; L.: EWD s. u. Kür; GB.: vielleicht sein 12. Jh. belegte und aus aus und erkiesen (erkoren) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausgewählt oder auserlesen (Adj.) oder ausgesucht; F.: auserkoren, auserkorene, auserkorenes, auserkorenem, auserkorenen, auserkorener+EW; Z.: aus—er—kor-en
$auserlesen, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (14. Jh.?): nhd. auserlesen, ausgesucht, ausgewählt, auserkoren; E.: s. aus. s. erlesen (Adj.); L.: fehlt DW, EWD s. u. lesen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus auserlesen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausgesucht oder ausgewählt oder auserkoren; F.: auserlesen, auserlesene, auserlesenes, auserlesenem, auserlesenen, auserlesener(, auserlesenere, auserleseneres, auserlesenerem, auserleseneren, auserlesenerer, auserlesenst, auserlesenste, auserlesenstes, auserlesenstem, auserlesensten, auserlesenster)+EW; Z.: aus—er—les-en
$ausfallen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. ausfallen, herausfallen, ausgleiten; Q.: Mitte 13. Jh.; E.: s. aus, s. fallen; L.: DW 1, 854, EWD s. u. fallen; GB.: (ūzvallen) seit Mitte 13. Jh. belegte und aus aus und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches herausfallen oder ausgleiten; F.: ausfallen, falle (!) aus, fällst aus, fällt aus, fallen aus, fallt aus, fallest aus, fallet aus, fiel aus, fielst aus, fielen aus, fielt aus, fielest aus, fielet aus, ausgefallen, ##ausgefallen, ausgefallene, ausgefallenes, ausgefallenem, ausgefallenen, ausgefallener##, ausfallend, ###ausfallend, ausfallende, ausfallendes, ausfallendem, ausfallenden, ausfallender###, auszufallen, ####auszufallen, auszufallend, auszufallende, auszufallendes, auszufallendem, auszufallenden, auszufallender####, fall (!) aus+EW; Z.: aus—fall-en
$ausfallend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. ausfallend, herausfallend, ausfällig; E.: s. ausfallen, s. d; L.: fehlt DW (s. ausfallen), EWD s. u. fallen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ausfallen und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches herausfallend oder ausfällig; F.: ausfallend, ausfallende, ausfallendes, ausfallendem, ausfallenden, ausfallender(, ausfallendere, ausfallenderes, ausfallenderem, ausfallenderen, ausfallenderer, ausfallendst, ausfallendste, ausfallendstes, ausfallendstem, ausfallendsten, ausfallendster)+EW; Z.: aus—fall-en-d
$ausfällig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. ausfällig, Ausfall betreffend, ausfallend, beleidigend; E.: s. ausfall(en), s. ig; L.: Kluge s. u. ausfällig, fehlt DW, EWD s. u. fallen; GB.: seit um 1487 belegte und aus ausfall(en) oder Ausfall und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches Ausfall betreffend oder beleidigend; F.: ausfällig, ausfällige, ausfälliges, ausfälligem, ausfälligen, ausfälliger(, ausfälligere, ausfälligeres, ausfälligerem, ausfälligeren, ausfälligerer, ausfälligst, ausfälligste, ausfälligstes, ausfälligstem, ausfälligsten, ausfälligster)+EW; Z.: aus—fäll-ig
$ausfindig nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. ausfindig, herausfindbar, herausgefunden; E.: s. ausfind(en), s. ig; L.: DW 1, 857, EWD s. u. finden; GB.: seit 1418 belegte und aus ausfind(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausfindbar oder herausgefunden; F.: ausfindig; Z.: aus—fi-n-d-ig
$ausflippen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ausflippen, (durch Drogen) unberechenbar werden; E.: s. aus, s. flippen; L.: Kluge s. u. ausflippen, fehlt DW, EWD s. u. flippen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus aus und flippen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches (durch Drogen) unberechenbar werden; F.: ausflippen, flippe aus, flippst aus, flippt aus, flippen aus, flippest aus, flippet aus, flippte aus, flipptest aus, flippten aus, flipptet aus, ausgeflippt, ##ausgeflippt, ausgeflippte, ausgeflipptes, ausgeflipptem, ausgeflippten, ausgeflippter##, ausflippend, ###ausflippend, ausflippende, ausflippendes, ausflippendem, ausflippenden, ausflippender###, auszuflippen, ####auszuflippen, auszuflippend, auszuflippende, auszuflippendes, auszuflippendem, auszuflippenden, auszuflippender####, flipp (!) aus+EW; Z.: aus—flip-p-en
$ausflocken, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. ausflocken, durch Flocken in Erscheinung treten; E.: s. aus, s. flocken; L.: Kluge s. u. Flocke, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus aus und flocken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches durch Flocken in Erscheinung treten; F.: ausflocken, flocke (!) aus, flockst aus, flockt aus, flocken aus, flockest aus, flocket aus, flockte aus, flocktest aus, flockten aus, flocktet aus, ausgeflockt, ##ausgeflockt, ausgeflockte, ausgeflocktes, ausgeflocktem, ausgeflockten, ausgeflockter##, ausflockend, ###ausflockend, ausflockende, ausflockendes, ausflockendem, ausflockenden, ausflockender###, auszuflocken, ####auszuflocken, auszuflockend, auszuflockende, auszuflockendes, auszuflockendem, auszuflockenden, auszuflockender####, flock (!) aus+EW; Z.: aus—flo-ck-en
$Ausflucht, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Ausflucht, Flucht, Ausrede; E.: s. aus, s. Flucht; L.: Kluge s. u. Ausflucht, EWD s. u. Flucht 1; GB.: (ūzvluht) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus aus und Flucht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen und der Sprache mögliche Flucht und später Ausrede; F.: Ausflucht, Ausflüchte, Ausflüchten+EW; Z.: Aus—flu-ch-t
$Ausflug, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ausflug, Ausfliegen, Aufschwung; E.: s. aus, s. Flug; L.: Kluge s. u. Ausflug, DW 1, 860, EWD s. u. Flug; GB.: (ūzvluc) seit Ende 13. Jh. belegte und aus aus und Flug gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Ausfliegen oder Aufschwung; F.: Ausflug, Ausflugs, Ausfluges, Ausflüge, Ausflügen+EW; Z.: Aus—flu-g
$ausfransen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausfransen, ausfasern; E.: s. aus, s. fransen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Franse; GB.: seit 1644 belegte und aus aus und fransen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Gewebe durch den Menschen mögliches ausfasern; F.: ausfransen, franse (!) aus, fransst (!) aus, franst aus, fransen aus, fransest aus, franset aus, franste aus, franstest aus, fransten aus, franstet aus, ausgefranst, ##ausgefranst, ausgefranste, ausgefranstes, ausgefranstem, ausgefransten, ausgefranster##, ausfransend, ###ausfransend, ausfransende, ausfransendes, ausfransendem, ausfransenden, ausfransender###, auszufransen, ####auszufransen, auszufransend, auszufransende, auszufransendes, auszufransendem, auszufransenden, auszufransender####, frans (!) aus+EW; Z.: aus—fra-n-s-en
$ausführen, nhd., sw. V., (9./10. Jh.): nhd. ausführen, herausführen, wegbringen; E.: s. aus, s. führen; L.: Kluge s. u. ausführen, DW 1, 682, EWD s. u. führen; GB.: (ūzfuoren*) seit 9./10. Jh. belegte und aus aus und führen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausführen oder wegbringen; F.: ausführen, führe aus, führst aus, führt aus, führen aus, führest aus, führet aus, führte aus, führtest aus, führten aus, führtet aus, ausgeführt, ##ausgeführt, ausgeführte, ausgeführtes, ausgeführtem, ausgeführten, ausgeführter##, ausführend, ###ausführend, ausführende, ausführendes, ausführendem, ausführenden, ausführender###, auszuführen, ####auszuführen, auszuführend, auszuführende, auszuführendes, auszuführendem, auszuführenden, auszuführender####, führ (!) aus+EW; Z.: aus—führ-en
$ausführlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ausführlich, weitläufig, gründlich; E.: s. ausführ(en), s. lich; L.: Kluge s. u. ausführlich, DW 1, 863, EWD s. u. führen; GB.: seit 1553 belegte und aus ausführ(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches weitläufig oder gründlich; F.: ausführlich, ausführliche, ausführliches, ausführlichem, ausführlichen, ausführlicher(, ausführlichere, ausführlicheres, ausführlicherem, ausführlicheren, ausführlicherer, ausführlichst, ausführlichste, ausführlichstes, ausführlichstem, ausführlichsten, ausführlichster)+EW; Z.: aus—führ-lich
$Ausführung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Ausführung, Hinausführung, Durchführung, Wegbringung, Darlegung; E.: s. ausführ(en), s. ung; L.: DW 1, 863, EWD s. u. führen; GB.: seit 1269 belegte und aus ausführ(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hinausführung oder Durchführung oder Wegbringung oder Darlegung; F.: Ausführung, Ausführungen+EW; Z.: Aus—führ-ung
$Ausgabe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ausgabe, Hinausgabe, Weggabe, Auslieferung, Aushändigung, Edition; E.: s. aus, s. Gabe; L.: DW 1, 864, EWD s. u. geben; GB.: seit um 1348/1358 belegte und aus aus und Gabe gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hinausgabe und seit Entwicklung von Geld mögliche Weggabe oder Auslieferung oder Aushändigung oder Edition; F.: Ausgabe, Ausgaben+EW; Z.: Aus—gab-e
$Ausgang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ausgang; E.: s. aus, s. Gang; L.: DW 1, 865, EWD s. u. gehen; GB.: (ūzgang) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. egressus aus aus und Gang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Weggang oder Ende oder Anfang; F.: Ausgang, Ausganges, Ausgangs, Ausgänge, Ausgängen+EW; Z.: Aus—ga-ng
$ausgasen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ausgasen, austreten von Gas; E.: s. aus, s. gasen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gas; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus aus und gasen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches austreten von Gas; F.: ausgasen, gase aus, gasst (!) aus, gast aus, gasen aus, gasest aus, gaset aus, gaste aus, gastest aus, gasten aus, gastet aus, ausgegast, ##ausgegast, ausgegaste, ausgegastes, ausgegastem, ausgegasten, ausgegaster##, ausgasend, ###ausgasend, ausgasende, ausgasendes, ausgasendem, ausgasenden, ausgasender###, auszugasen, ####auszugasen, auszugasend, auszugasende, auszugasendes, auszugasendem, auszugasenden, auszugasender####, gas (!) aus+EW+FW; Z.: aus—ga-s-en
$ausgeben, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. ausgeben, herausgeben, weggeben, austeilen; E.: s. aus, s. geben; L.: DW 1, 866, EWD s. u. geben; GB.: (ūzgeban*) seit 2. Hälfte 9. Jh. belegte und aus aus und geben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausgeben oder weggeben oder austeilen; F.: ausgeben, gebe aus, gibst aus, gibt aus, gebt aus, gebest aus, gebet aus, gab aus, gabst aus, gaben aus, gabt aus, gäbe aus, gäbest aus, gäben aus, gäbet aus, ausgegeben, ##ausgegeben, ausgegebene, ausgegebenes, ausgegebenem, ausgegebenen, ausgegebener##, ausgebend, ###ausgebend, ausgebende, ausgebendes, ausgebendem, ausgebenden, ausgebender###, auszugeben, ###auszugeben, auszugebend, auszugebende, auszugebendes, auszugebendem, auszugebenden, auszugebender####, gib (!) aus+EW; Z.: aus—geb-en
$Ausgeburt, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ausgeburt, Geburt, Erzeugnis; E.: s. aus, s. Geburt; L.: Kluge s. u. Geburt, DW 1, 868, EWD s. u. Geburt; GB.: seit vor 1624 belegte und aus aus und Geburt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens mögliche Geburt oder Erzeugnis; F.: Ausgeburt, Ausgeburten+EW; Z.: Aus—ge-bur-t
$ausgefallen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. ausgefallen, auffällig, selten; E.: s. aus, s. fallen; L.: Kluge s. u. ausgefallen, fehlt DW (s. ausfallen), EWD s. u. fallen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ausfallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches auffällig oder selten; F.: ausgefallen, ausgefallene, ausgefallenes, ausgefallenem, ausgefallenen, ausgefallener(, ausgefallenere, ausgefalleneres, ausgefallenerem, ausgefalleneren, ausgefallenerer, ausgefallenst, ausgefallenste, ausgefallenstes, ausgefallenstem, ausgefallensten, ausgefallenster)+EW; Z.: aus-ge—fall-en
$ausgefuchst, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. ausgefuchst, verschlagen (Adj.), erfahren (Adj.); E.: s. aus. s. Fuchs, s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. ausgefuchst, fehlt DW; GB.: seit 1812 belegte und aus aus und fuchsen bzw. Fuchs und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches verschlagen (Adj.) oder erfahren (Adj.); F.: ausgefuchst, ausgefuchste, ausgefuchstes, ausgefuchstem, ausgefuchsten, ausgefuchster(, ausgefuchstere, ausgefuchsteres, ausgefuchsterem, ausgefuchsteren, ausgefuchsterer, ausgefuchstest, ausgefuchsteste, ausgefuchstestes, ausgefuchstestem, ausgefuchstesten, ausgefuchstester)+EW; Z.: aus—ge-fuch-s-t
$ausgehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ausgehen, hinausgehen, enden, öffnen; E.: s. aus, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 1, 868, EWD s. u. gehen; GB.: seit um 765 belegte und aus aus und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches hinausgehen oder enden oder öffnen; F.: ausgehen, gehe aus, gehst aus, geht aus, gehen aus, gehest aus, gehet aus, ging aus, gingst aus, gingen aus, gingt aus, gingest aus, ginget aus, ausgegangen, ##ausgegangen, ausgegangene, ausgegangenes, ausgegangenem, ausgegangenen, ausgegangener##, ausgehend, ###ausgehend, ausgehende, ausgehendes, ausgehendem, ausgehenden, ausgehender###, auszugehen, ####auszugehen, auszugehend, auszugehende, auszugehendes, auszugehendem, auszugehenden, auszugehender####, geh (!) aus+EW; Z.: aus—geh-en
$ausgekocht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. ausgekocht, gereinigt, erfahren (Adj.), durchtrieben; E.: s. auskoch(en), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. ausgekocht, fehlt DW (s. auskochen); GB.: seit 1647 belegte und aus auskoch(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches durch Kochen gereinigt oder erfahren (Adj.) oder durchtrieben; F.: ausgekocht, ausgekochte, ausgekochtes, ausgekochtem, ausgekochten, ausgekochter(, ausgekochtere, ausgekochteres, ausgekochterem, ausgekochteren, ausgekochterer, ausgekochtest, ausgekochteste, ausgekochtestes, ausgekochtestem, ausgekochtesten, ausgekochtester)+EW; Z.: aus—ge-koch-t
$ausgelassen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. ausgelassen, herausgelassen, fröhlich; E.: s. auslassen, s. ge; L.: Kluge s. u. ausgelassen, DW 1, 873, EWD s. u. lassen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus auslassen und ge gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausgelassen oder fröhlich; F.: ausgelassen, ausgelassene, ausgelassenes, ausgelassenem, ausgelassenen, ausgelassener(, ausgelassenere, ausgelasseneres, ausgelassenerem, ausgelasseneren, ausgelassenerer, ausgelassenst, ausgelassenste, ausgelassenstes, ausgelassenstem, ausgelassensten, ausgelassenster)+EW; Z.: aus—ge la-ss-en
$ausgeleiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. ausgeleiert, abgenutzt, verbraucht; Q.: um 1800; E.: s. ausleiern, s. ge, s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Leier; GB.: seit um 1800 belegte und aus ausleiern und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung der Leier durch den Menschen mögliches abgenutzt oder verbraucht; F.: ausgeleiert, ausgeleierte, ausgeleiertes, ausgeleiertem, ausgeleierten, ausgeleierter(, ausgeleiertere, ausgeleierteres, ausgeleierterem, ausgeleierteren, ausgeleierterer, ausgeleiertst, ausgeleiertste, ausgeleiertstes, ausgeleiertstem, ausgeleiertsten, ausgeleiertster)+EW; Z.: aus—ge—leier-t
$ausgemergelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. ausgemergelt, entkräftet, abgemagert; E.: s. ausmergel(n), s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. ausgemergelt, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ausmergeln und ge sowie t gebildete Bezeichnung für durch Entzug von Mergel geschwächt oder entkräftet oder abgemagert; F.: ausgemergelt, ausgemergelte, ausgemergeltes, ausgemergeltem, ausgemergelten, ausgemergelter(, ausgemergeltere, ausgemergelteres, ausgemergelterem, ausgemergelteren, ausgemergelterer, ausgemergeltst, ausgemergeltste, ausgemergeltstes, ausgemergeltstem, ausgemergeltsten, ausgemergeltster)+EW; Z.: aus—ge-merg-el-t
$ausgepicht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. ausgepicht, mit Pech bestrichen,, erfahren (Adj.); E.: s. auspichen, s. ge, s. t; L.: Kluge s. u. ausgepicht, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1562 belegte und aus auspich(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verwendung von Pech durch den Menschen mögliches mit Pech bestrichen oder erfahren (Adj.); F.: ausgepicht, ausgepichte, ausgepichtes, ausgepichtem, ausgepichten, ausgepichter(, ausgepichtere, ausgepichteres, ausgepichterem, ausgepichteren, ausgepichterer, ausgepichtest, ausgepichteste, ausgepichtestes, ausgepichtestem, ausgepichtesten, ausgepichtester)+EW+FW; Z.: aus—ge-pi-ch-t
$ausgeprägt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. ausgeprägt, deutlich, erkennbar; E.: s. auspräg(en), s. ge, s. t; L.: fehlt DW (s. ausprägen), EWD s. u. prägen; GB.: vor 1683 belegte und aus auspräg(en), s. ge, s. t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Prägens durch Menschen mögliches deutlich oder erkennbar; F.: ausgeprägt, ausgeprägte, ausgeprägtes, ausgeprägtem, ausgeprägten, ausgeprägter(, ausgeprägtere, ausgeprägteres, ausgeprägterem, ausgeprägteren, ausgeprägterer, ausgeprägtest, ausgeprägteste, ausgeprägtestes, ausgeprägtestem, ausgeprägtesten, ausgeprägtester)+EW; Z.: aus—ge—präg-t
$ausgesucht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. ausgesucht, ausgewählt, ausgezeichnet, auserlesen; Hw.: s. aussuchen; E.: s. aussuch(en), ge, s. t; L.: fehlt DW (s. aussuchen), EWD s. u. suchen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus aussuch(en) und g sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausgewählt oder ausgezeichnet oder auserlesen; F.: ausgesucht, ausgesuchte, ausgesuchtes, ausgesuchtem, ausgesuchten, ausgesuchter(, ausgesuchtere, ausgesuchteres, ausgesuchterem, ausgesuchteren, ausgesuchterer, ausgesuchtest, ausgesuchteste, ausgesuchtestes, ausgesuchtestem, ausgesuchtesten, ausgesuchtester)+EW; Z.: aus-ge-such-t
$ausgezeichnet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. ausgezeichnet, gekennzeichnet, geehrt, ausgewählt, ausgesucht, hervorragend, vorzüglich; E.: s. auszeichn(en), s. ge, s. t; L.: fehlt DW (s. auszeichnen), EWD s. u. zeichnen; GB.: seit 1373 belegte und aus auszeichn(en) und ge sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Zeichen durch den Menschen mögliches gekennzeichnet oder geehrt oder hervorragend oder vorzüglich; F.: ausgezeichnet, ausgezeichnete, ausgezeichnetes, ausgezeichnetem, ausgezeichneten, ausgezeichneter(, ausgezeichnetere, ausgezeichneteres, ausgezeichneterem, ausgezeichneteren, ausgezeichneterer, ausgezeichnetest, ausgezeichneteste, ausgezeichnetestes, ausgezeichnetestem, ausgezeichnetesten, ausgezeichnetester)+EW; Z.: aus—ge—zei-ch-n-et
$ausgiebig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ausgiebig, ergiebig, ausreichend, genügend, reichlich; E.: s. aus, s. geb(en), s. ig; L.: DW 1, 875 (ausgibig), EWD s. u. geben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ausgeb(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung mögliches ergiebig oder ausreichend oder genügend oder reichlich; F.: ausgiebig, ausgiebige, ausgiebiges, ausgiebigem, ausgiebigen, ausgiebiger(, ausgiebigere, ausgiebigeres, ausgiebigerem, ausgiebigeren, ausgiebigerer, ausgiebigst, ausgiebigste, ausgiebigstes, ausgiebigstem, ausgiebigsten, ausgiebigster)+EW; Z.: aus—gieb-ig
$ausgießen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. ausgießen, hinausgießen, vergießen, ausschütten; E.: s. aus, s. gießen; L.: DW 1, 875 (ausgieszen), EWD s. u. gießen; GB.: (ūzgiozan*) seit um 1000 belegte und aus aus und gießen gebildete Bezeichnung für hinausgießen oder vergießen oder ausschütten; F.: ausgießen, gießst (!) aus, gießt aus, gießest aus, gießet aus, goss aus, gosst aus, gossest aus, gossen aus, gosset (!) aus, gösse aus, gössest aus, gössen aus, gösset aus, ausgegossen, ##ausgegossen, ausgegossene, ausgegossenes, ausgegossenem, ausgegossenen, ausgegossener##, ausgießend, ###ausgießend, ausgießende, ausgießendes, ausgießendem, ausgießenden, ausgießender###, auszugießen, ####auszugießen, auszugießend, auszugießende, auszugießendes, auszugießendem, auszugießenden, auszugießender####, gieß (!) aus+EW; Z.: aus—gie-ß-en
$ausgraben, nhd., st. V., (9./10. Jh.): nhd. ausgraben, herausgraben, freilegen; E.: s. aus, s. graben; L.: DW 1, 877, EWD s. u. graben; GB.: (ūzgraban*) seit 9./10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. effodere aus aus und graben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge mögliches herausgraben oder freilegen; F.: ausgraben, grab (!) aus, gräbst aus, gräbt aus, grabt aus, grabest aus, grabet aus, grub aus, grubst aus, gruben aus, grubt aus, grübe aus, grübest aus, grüben aus, grübet aus, ausgegraben, ##ausgegraben, ausgegrabene, ausgegrabenes, ausgegrabenem, ausgegrabenen, ausgegrabener##, ausgrabend, ###ausgrabend, ausgrabende, ausgrabendes, ausgrabendem, ausgrabenden, ausgrabender###, auszugraben, ####auszugraben, auszugrabend, auszugrabende, auszugrabendes, auszugrabendem, auszugrabender####, grab (!) aus, grabe (!) aus+EW; Z.: aus—grab-en
$Ausgrabung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Ausgrabung, Freilegung; E.: s. ausgrab(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. graben; GB.: vielleicht seit 1475 belegte und aus ausgrab(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge mögliche Herausgrabung oder Freilegung; F.: Ausgrabung, Ausgrabungen+EW; Z.: Aus—grab-ung
$ausgräten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausgräten, entgräten, Gräten entfernen; E.: s. aus, s. Grät(e), s. en (Suff.); L.: DW 1, 877, EWD s. u. Gräte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus aus und Grät(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entgräten oder Gräten entfernen; F.: ausgräten, gräte (!) aus, grätest aus, grätet aus, grätete aus, grätetest aus, gräteten aus, grätetet aus, ausgegrätet, ##ausgegrätet, ausgegrätete, ausgegrätetes, ausgegrätetem, ausgegräteten, ausgegräteter##, ausgrätend, ###ausgrätend, ausgrätende, ausgrätendes, ausgrätendem, ausgrätenden, ausgrätender###, auszugräten, ####auszugräten, auszugrätend, auszugrätende, auszugrätendes, auszugrätendem, auszugrätenden, auszugrätender####, grät (!) aus+EW; Z.: aus—grä-t-en
$aushaken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. aushaken, von Haken befreien; E.: E. s. aus, s. haken; L.: Kluge s. u. Haken, DW 1, 879, EWD s. u. Haken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus aus und haken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Haken durch Menschen mögliches von einem Haken befreien in Gegensatz zu einhaken; F.: aushaken, hake aus, hakst aus, hakt aus, haken aus, hakest aus, haket aus, hakte aus, haktest aus, hakten aus, haktet aus, ausgehakt, ##ausgehakt, ausgehakte, ausgehaktes, ausgehaktem, ausgehakten, ausgehakter##, aushakend, ###aushakend, aushakende, aushakendes, aushakendem, aushakenden, aushakender###, auszuhaken, ####auszuhaken, auszuhakend, auszuhakende, auszuhakendes, auszuhakendem, auszuhakenden, auszuhakender####, hak (!) aus+EW; Z.: aus—hak-en
$aushalten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. aushalten, standhalten, bleiben; E.: s. aus, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 1, 879, EWD s. u. halten; GB.: (ūzhalten) seit 1298 belegte und aus aus und halten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches standhalten oder bleiben; F.: aushalten, halte aus, hältst aus, hält aus, halten aus, haltet aus, haltest aus, hielt aus, hieltest aus, hieltst aus, hielten aus, hieltet aus, ausgehalten, ##ausgehalten, ausgehaltene, ausgehaltenes, ausgehaltenem, ausgehaltenen, ausgehaltener##, aushaltend, ###aushaltend, aushaltende, aushaltendes, aushaltendem, aushaltenden, aushaltender###, auszuhalten, ####auszuhalten, auszuhaltend, auszuhaltende, auszuhaltendes, auszuhaltendem, auszuhaltenden, auszuhaltender####, halt (!) aus+EW; Z.: aus—hal-t-en
$aushändigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. aushändigen, geben, ausliefern; E.: s. aus, s. händigen; L.: Kluge s. u. Hand, DW 1, 881, EWD s. u. Hand; GB.: seit 1613 belegte und aus aus und händigen bzw. Hand und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geben oder ausliefern; F.: aushändigen, händige aus, händigst aus, händigt aus, händigen aus, händigest aus, händiget aus, händigte aus, händigtest aus, händigten aus, händigtet aus, ausgehändigt, ##ausgehändigt, ausgehändigte, ausgehändigtes, ausgehändigtem, ausgehändigten, ausgehändigter##, aushändigend, ###aushändigend, aushändigende, aushändigendes, aushändigendem, aushändigenden, aushändigender###, auszuhändigen, ####auszuhändigen, auszuhändigend, auszuhändigende, auszuhändigendes, auszuhändigendem, auszuhändigenden, auszuhändigender####, händig (!) aus+EW; Z.: aus—händ-ig-en
$Aushang, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Aushang, Aushängen, schriftliche öffentliche Bekanntgabe einer Erklärung durch Aushängen; E.: s. aus, s. Hang; L.: Kluge s. u. hängen, DW 1, 881, EWD s. u. hängen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus aus und Hang gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung der Schrift durch den Menschen mögliche schriftliche öffentliche Bekanntgabe einer Erklärung an einem Ort durch Aushängen; F.: Aushang, Aushangs, Aushanges, Aushänge, Aushängen+EW; Z.: Aus—hang
$Aushängeschild, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Aushängeschild, Schild für ein Aushängen; E.: s. aushänge(n), s. Schild; L.: DW 1, 881, EWD s. u. hängen; GB.: seit 1768 belegte und aus aushänge(n) (oder Aushang) und Schild gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes Schild für Aushänge; F.: Aushängeschild, Aushängeschildes, Aushängeschilds, Aushängeschilder, Aushängeschildern+EW; Z.: Aus-häng-e—schil-d
$ausharren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ausharren, abwarten, bleiben; E.: s. aus, s. harren; L.: Kluge s. u. harren, DW 1, 881, EWD s. u. harren; GB.: seit 1423 belegte und aus aus und harren gebildete Bezeichnung für wohl sachlich schon vormenschlich mögliches harren oder abwarten oder bleiben; F.: ausharren, harre aus, harrst aus, harrt aus, harren aus, harrest aus, harret aus, harrte aus, harrtest aus, harrten aus, harrtet aus, ausgeharrt, ##ausgeharrt, ausgeharrte, ausgeharrtes, ausgeharrtem, ausgeharrten, ausgeharrter##, ausharrend, ###ausharrend, ausharrende, ausharrendes, ausharrendem, ausharrenden, ausharrender###, auszuharren, ####auszuharren, auszuharrend, auszuharrende, auszuharrendes, auszuharrendem, auszuharrenden, auszuharrender####, harr (!) aus+EW; Z.: aus—harr-en
$aushecken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. aushecken, ausbrüten; E.: s. aus, s. hecken; L.: Kluge s. u. hecken, DW 1, 884, EWD s. u. hecken; GB.: seit 1347-1359 belegte und aus aus und hecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausbrüten; F.: aushecken, hecke (!) aus, heckst aus, heckt aus, hecken aus, heckest aus, hecket aus, heckte aus, hecktest aus, heckten aus, hecktet aus, ausgeheckt, ##ausgeheckt, ausgeheckte, ausgehecktes, ausgehecktem, ausgeheckten, ausgeheckter##, ausheckend, ###ausheckend, ausheckende, ausheckendes, ausheckendem, ausheckenden, ausheckender###, auszuhecken, ####auszuhecken, auszuheckend, auszuheckende, auszuheckendes, auszuheckendem, auszuheckenden, auszuheckender####, heck (!) aus+EW; Z.: aus—heck-en
$aushöhlen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. aushöhlen, hohl machen, vertiefen; E.: s. aus, s. höhlen; L.: Kluge s. u. hohl, DW 1, 884, EWD s. u. hohl; GB.: (ūzholōn*) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus aus und höhlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hohl machen oder vertiefen; F.: aushöhlen, höhle (!) aus, höhlst aus, höhlt aus, höhlen aus, höhlest aus, höhlet aus, höhlte aus, höhltest aus, höhlten aus, höhltet aus, ausgehöhlt, ##ausgehöhlt, ausgehöhlte, ausgehöhltes, ausgehöhltem, ausgehöhlten, ausgehöhlter##, aushöhlend, ###aushöhlend, aushöhlende, aushöhlendes, aushöhlendem, aushöhlenden, aushöhlender###, auszuhöhlen, ####auszuhöhlen, auszuhöhlend, auszuhöhlende, auszuhöhlendes, auszuhöhlendem, auszuhöhlenden, auszuhöhlender####, höhl (!) aus+EW; Z.: aus—höhl-en
$aushungern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aushungern, durch hungern lassen erzwingen; E.: s. aus, s. hungern; L.: DW 1, 889, EWD s. u. Hunger; GB.: (ūzhungeren*) seit 1437 belegte und aus aus und hungern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch hungern lassen erzwingen; F.: aushungern, hungere aus, hunger (!) aus, hungerst aus, hungert aus, hungerte aus, hungertest aus, hungerten aus, hungertet aus, ausgehungert, ##ausgehungert, ausgehungerte, ausgehungertes, ausgehungertem, ausgehungerten, ausgehungerter##, aushungernd, ###aushungernd, aushungerndes, aushungerndem, aushungernden, aushungernder###, auszuhungern, ####auszuhungern, auszuhungernd, auszuhungernde, auszuhungerndes, auszuhungerndem, auszuhungernden, auszuhungernder####, hunger (!) aus+EW; Z.: aus—hung-er-n
$auskegeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. auskegeln, ausrenken, ausspielen; E.: s. aus, s. kegeln; L.: DW 1, 890, EWD s. u. Kegel 1; GB.: seit 1682 belegte und aus aus und kegeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausrenken und später ausspielen; F.: auskegeln, kegle aus, kegel aus, kegelst aus, kegelt aus, kegelest (!) aus, kegelet aus, kegelte aus, kegeltest aus, kegelten aus, kegeltet aus, ausgekegelt, ##ausgekegelt, ausgekegelte, ausgekegeltes, ausgekegeltem, ausgekegelten, ausgekegelter##, auskegelnd, ###auskegelnd, auskegelnde, auskegelndes, auskegelndem, auskegelnden, auskegelnder###, auszukegeln, ####auszukegeln, auszukegelnd, auszukegelnde, auszukegelndes, auszukegelndem, auszukegelnden, auszukegelnder####, kegel (!) aus+EW; Z.: aus—keg-el-n
$auskehlen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. auskehlen, aushöhlen, mit Kehlen versehen (V.); Q.: um 1700; E.: s. aus, s. kehlen; L.: DW 1, 891, EWD s. u. Kehle; GB.: seit um 1700 belegte und aus aus und kehlen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches aushöhlen oder mit Kehlen versehen (V.); F.: auskehlen, kehle (!) aus, kehlst aus, kehlt aus, kehlen aus, kehlest aus, kehlet aus, kehlte aus, kehltest aus, kehlten aus, kehltet aus, ausgekehlt, ##ausgekehlt, ausgekehlte, ausgekehltes, ausgekehltem, ausgekehlten, ausgekehlter##, auskehlend, ###auskehlend, auskehlende, auskehlendes, auskehlendem, auskehlenden, auskehlender###, auszukehlen, ####auszukehlen, auszukehlend, auszukehlende, auszukehlendes, auszukehlendem, auszukehlenden, auszukehlender####, kehl (!) aus+EW; Z.: aus—kehl-en
$auskernen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. auskernen, entkernen, enthülsen, Kern entfernen; E.: s. aus, s. kernen; L.: Kluge s. u. Kern, DW 1, 892, EWD s. u. Kern; GB.: (ūzkernen) seit 1290-1300 belegte und aus aus und Kern sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entkernen oder enthülsen; F.: auskernen, kerne (!) aus, kernst aus, kernt aus, kernen (!) aus, kernest aus, kernet aus, kernte aus, kerntest aus, kernten aus, kerntet aus, ausgekernt, ##ausgekernt, ausgekernte, ausgekerntes, ausgekerntem, ausgekernten, ausgekernter##, auskernend, ###auskernend, auskernende, auskernendes, auskernendem, auskernenden, auskernender###, auszukernen, ####auszukernen, auszukernend, auszukernende, auszukernendes, auszukernendem, auszukernenden, auszukernender####, kern (!) aus+EW; Z.: aus—ker-n-en
$ausklammern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausklammern, wegklammern, losklammern; E.: s. aus, s. klammern; GB.: seit vor 1885 belegte und aus aus und klammern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Klammern durch den Menschen mögliches wegklammern oder losklammern in Gegensatz zu einklammern; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klammer; F.: ausklammern, klammere aus, klammer (!) aus, klammerst aus, klammert aus, klammerte aus, klammertest aus, klammerten aus, klammertet aus, ausgeklammert, ##ausgeklammert, ausgeklammerte, ausgeklammertes, ausgeklammertem, ausgeklammerten, ausgeklammerter##, ausklammernd, ###ausklammernd, ausklammernde, ausklammerndes, ausklammerndem, ausklammernden, ausklammernder###, auszuklammern, ####auszuklammern, auszuklammernd, auszuklammernde, auszuklammerndes, auszuklammerndem, auszuklammernden, auszuklammernder####, klammer (!) aus+EW; Z.: aus—kla-mm-er-n
$ausklamüsern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausklamüsern, austüfteln, herausbekommen, ermitteln; E.: s. aus, s. klamüsern; L.: fehlt DW, EWD s. u. klamüsern; GB.: seit 1822 belegte und aus aus und klamüsern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches herausbekommen oder ermitteln; F.: ausklamüsernd, klamüsere aus, klamüser (!) aus, klamüsre aus, klamüserst aus, klamüsert aus, klamüserte aus, klamüsertest aus, klamüserten aus, klamüsertet aus, ausgeklamüsert, ##ausgeklamüsert, ausgeklamüserte, ausgeklamüsertes, ausgeklamüsertem, ausgeklamüserten, ausgeklamüserter##, ausklamüsernd, ###ausklamüsernd, ausklamüsernde, ausklamüserndes, ausklamüserndem, ausklamüsernden, ausklamüsernder###, auszuklamüsern, ####auszuklamüsern, auszuklamüsernd, auszuklamüsernde, auszuklamüserndes, auszuklamüserndem, auszuklamüsernden, auszuklamüsernder####, klamüser (!) aus+EW+FW?; Z.: aus—klamüs-er-n
$auskleiden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. auskleiden, entkleiden, bekleiden; E.: s. aus, s. kleiden; L.: DW 1, 894, EWD s. u. Kleid; GB.: seit um 1430 belegte und aus aus und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Bekleidung durch Menschen mögliches entkleiden oder bekleiden; F.: auskleiden, kleide aus, kleidest aus, kleidet aus, kleidete aus, kleidetest aus, kleideten aus, kleidetet aus, ausgekleidet, ##ausgekleidet, ausgekleidete, ausgekleidetes, ausgekleidetem, ausgekleideten, ausgekleideter##, auskleidend, ###auskleidend, auskleidende, auskleidendes, auskleidendem, auskleidenden, auskleidender###, auszukleiden, ####auszukleiden, auszukleidend, auszukleidende, auszukleidendes, auszukleidendem, auszukleidenden, auszukleidender####, kleid (!) aus+EW; Z.: aus-kleid-en
$ausklügeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ausklügeln, ausdenken; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. aus, s. klügeln; L.: DW 1, 894, EWD s. u. klug; GB.: seit 1531 belegte und aus aus und klügeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ausdenken; F.: ausklügeln, klügle aus, klügel (!) aus, klügelst aus, klügelt aus, klügelest aus, klügelet aus, klügelte aus, klügeltest aus, klügelten aus, klügeltet aus, ausgeklügelt, ##ausgeklügelt, ausgeklügelte, ausgeklügeltes, ausgeklügeltem, ausgeklügelten, ausgeklügelter##, ausklügelnd, ###ausklügelnd, ausklügelnde, ausklügelndes, ausklügelndem, ausklügelnden, ausklügelnder###, auszuklügeln, ####auszuklügeln, auszuklügelnd, auszuklügelnde, auszuklügelndes, auszuklügelndem, auszuklügelnden, auszuklügelnder####, klügel (!) aus+EW; Z.: aus—klü-g-el-n
$auskneifen, nhd., st. V., (17. Jh.?): nhd. auskneifen, ausdrücken, ausreißen; E.: s. aus, s. kneifen; L.: Kluge s. u. auskneifen, DW 1, 894, EWD s. u. kneifen; GB.: seit 1664 belegte und aus aus und kneifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kneifen oder ausdrücken oder ausreißen; F.: auskneifen, kneife aus, kneifst aus, kneift aus, kneifen aus, kneifest aus, kneifet aus, kniff aus, kniffst aus, kniffen aus, knifft aus, kniffest aus, kniffet aus, ausgekniffen, ##ausgekniffen, ausgekniffene, ausgekniffenes, ausgekniffenem, ausgekniffenen, ausgekniffener##, auskneifend, ###auskneifend, auskneifende, auskneifendes, auskneifendem, auskneifenden, auskneifender###, auszukneifen, ####auszukneifen, auszukneifend, auszukneifende, auszukneifendes, auszukneifendem, auszukneifenden, auszukneifender####, kneif (!) aus+EW; Z.: aus—knei-f-en
$auskommen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. auskommen, herauskommen, hervorgehen, entkommen (V.); E.: s. aus, s. kommen; L.: Kluge s. u. kommen, DW 1, 895, EWD s. u. kommen; GB.: seit um 830 belegte und aus aus und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches herauskommen oder hervorgehen oder entkommen (V.); F.: auskommen, komme aus, kommst aus, kommt aus, kommen aus, kommest aus, kommet aus, kam aus, kamst aus, kamen aus, kamt aus, käme aus, kämest aus, kämen aus, kämet aus, ausgekommen, ##ausgekommen, ausgekommene, ausgekommenes, ausgekommenem, ausgekommenen, ausgekommener##, auskommend, ###auskommend, auskommende, auskommendes, auskommendem, auskommenden, auskommender###, auszukommen, ####auszukommen, auszukommend, auszukommende, auszukommendes, auszukommendem, auszukommenden, auszukommender####, komm (!) aus+EW; Z.: aus—kom-m-en
$Auskommen, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Auskommen, für den Lebensbedarf erforderliche Mittel; E.: s. auskommen; L.: DW 1, 896, EWD s. u. kommen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und von auskommen abgeleitete Bezeichnung für die für den Lebensbedarf erforderlichen Mittel; F.: Auskommen, Auskommens+EW; Z.: Aus—kom-m-en
$auskömmlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. auskömmlich, ausreichend, genügend; E.: s. auskomm(en), s. lich; L.: DW 1, 896, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1619 belegte und aus auskomm(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausreichend oder genügend; F.: auskömmlich, auskömmliche, auskömmliches, auskömmlichem, auskömmlichen, auskömmlicher(, auskömmlichere, auskömmlicheres, auskömmlicherem, auskömmlicheren, auskömmlicherer, auskömmlichst, auskömmlichste, auskömmlichstes, auskömmlichstem, auskömmlichsten, auskömmlichster)+EW; Z.: aus—köm-m-lich
$auskotzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. auskotzen, ausspeien, erbrechen; E.: s. aus, s. kotzen; L.: DW 1, 897, EWD s. u. kotzen; GB.: seit 1520 belegte und aus aus und kotzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausspeien oder erbrechen; F.: auskotzen, kotze aus, kotzst (!) aus, kotzt aus, kotzen aus, kotzest aus, kotzet aus, kotzte aus, kotztest aus, kotzten aus, kotztet aus, ausgekotzt, ##ausgekotzt, ausgekotzte, ausgekotztes, ausgekotztem, ausgekotzten, ausgekotzter##, auskotzend, ###auskotzend, auskotzende, auskotzendes, auskotzendem, auskotzenden, auskotzender###, auszukotzen, ####auszukotzen, auszukotzend, auszukotzende, auszukotzendes, auszukotzendem, auszukotzenden, auszukotzender####, kotz (!) aus+EW; Z.: aus—kotz-en
$auskundschaften, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. auskundschaften, erkunden, erforschen, ermitteln; E.: s. aus, s. kundschaften; L.: Kluge s. u. Kundschaft, DW 1, 898, EWD s. u. kund; GB.: seit 1393 belegte und aus aus und kundschaften gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erkunden oder erforschen; F.: auskundschaften, kundschafte aus, kundschaftest aus, kundschaftet aus, kundschaften aus, kundschaftete aus, kundschaftetest aus, kundschafteten aus, kundschaftetet aus, ausgekundschaftet, ##ausgekundschaftet, ausgekundschaftete, ausgekundschaftetes, ausgekundschaftetem, ausgekundschafteten, ausgekundschafteter##, auskundschaftend, ###auskundschaftend, auskundschaftende, auskundschaftendes, auskundschaftendem, auskundschaftenden, auskundschaftender###, auszukundschaften, ####auszukundschaften, auszukundschaftend, auszukundschaftende, auszukundschaftendes, auszukundschaftendem, auszukundschaftenden, auszukundschaftender####, kundschaft (!) aus+EW; Z.: aus—kun-d-schaf-t-en
$Auskunft, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Auskunft, Auskommen, Ausweg, Mitteilung, Nachricht; E.: s. aus, s. Kunft; L.: Kluge s. u. Auskunft, DW 1, 898, EWD s. u. kommen; GB.: seit um 1150 belegte und aus aus und Kunft gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Auskommen oder Ausweg oder mögliche Mitteilung oder Nachricht; F.: Auskunft, Auskünfte, Auskünften+EW; Z.: Aus—kun-ft
$ausladend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. ausladend, herausragend, eindrucksvoll; E.: s. ausladen, s. d (Suff.); L.: Kluge s. u. ausladend, fehlt DW (s. ausladen?); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ausladen und d gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches herausragend oder eindrucksvoll; F.: ausladend, ausladende, ausladendes, ausladendem, ausladenden, ausladender(, ausladendere, ausladenderes, ausladenderem, ausladenderen, ausladenderer, ausladendest, ausladendeste, ausladendestes, ausladendestem, ausladendesten, ausladendester)+EW; Z.: aus—la-d-end
$Auslage, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Auslage, Ausliegendes, Ausgabe, Aufwendung, Schaufenster; E.: s. aus, s. Lage; L.: DW 1, 899, EWD s. u. legen; GB.: seit 1375 belegte und aus aus und Lage gebildete Bezeichnung für Ausliegendes und sachlich wohl seit Entwicklung von Geld des Menschen mögliche Ausgabe oder Aufwendung oder später auch Schaufenster in Gegensatz zu Einlage; F.: Auslage, Auslagen+EW; Z.: Aus—lag-e
$Ausland, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Ausland; E.: s. aus, s. Land; L.: DW 1, 900, EWD s. u. Land; GB.: (ūzlant) seit 1300 belegte und aus aus und Land gebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche fremde Land in Gegensatz zu dem Inland; F.: Ausland, Auslandes, Auslands+EW; Z.: Aus—lan-d
$Ausländer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ausländer; E.: s. Ausland, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Land; E.: (ūzlendære*) seit 1355 belegte und aus Ausland und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Fremden oder Menschen aus einem fremden Land (Ausland); F.: Ausländer, Ausländers, Ausländern+EW; Z.: Aus—län-d-er
$ausländisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ausländisch; E.: s. Ausland, s. isch; L.: DW 1, 901, EWD s. u. Land; GB.: (ūzlendisch) seit 1340 belegte und vielleicht nach lat. extraneus aus Ausland und isch gebildete Bezeichnung für sachlich das wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche fremde Land betreffend in Gegensatz zu inländisch; F.: ausländisch, ausländische, ausländisches, ausländischem, ausländischen, ausländischer+EW; Z.: aus-län-d-isch
$auslassen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. auslassen, loslassen, aufhören; E.: s. aus, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, DW 1, 901, EWD s. u. lassen; GB.: seit 863-871 belegte und aus aus und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches loslassen oder aufhören; F.: auslassen, lasse aus, lässt aus, lasst aus, lassen aus, lassest aus, lasset aus, ließ aus, ließest aus, ließt aus, ließen aus, ließet aus, ausgelassen, ##ausgelassen, ausgelassene, ausgelassenes, ausgelassenem, ausgelassenen, ausgelassener##, auslassend, ###auslassend, auslassende, auslassendes, auslassendem, auslassenden, auslassender###, auszulassen, ####auszulassen, auszulassend, auszulassende, auszulassendes, auszulassendem, auszulassenden, auszulassender####, lass (!) aus+EW; Z.: aus—la-ss-en
$Auslauf, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Auslauf, Hinauslauf, Auszug, Weggang; E.: s. aus, s. Lauf; L.: DW 1, 903, EWD s. u. laufen; GB.: (ūzlouf) seit vor 1190 belegte und vielleicht nach lat. excursus aus aus und Lauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Hinauslauf oder Auszug oder Weggang; F.: Auslauf, Auslaufes, Auslaufs, Ausläufe, Ausläufen+EW; Z.: Aus—lauf
$auslaufen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. auslaufen, hinauslaufen, herausbewegen, enden; E.: s. aus. s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 1, 903, EWD s. u. laufen; GB.: (ūzloufen) seit 1220 belegte und aus aus und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinauslaufen oder herausbewegen oder enden; F.: auslaufen, laufe aus, läufst aus, läuft aus, lauft aus, laufen aus, laufest aus, laufet aus, lief aus, liefst aus, liefen aus, lieft aus, liefest aus, liefet aus, ausgelaufen, ##ausgelaufen, ausgelaufene, ausgelaufenes, ausgelaufenem, ausgelaufenen, ausgelaufener##, auslaufend, ###auslaufend, auslaufende, auslaufendes, auslaufendem, auslaufenden, auslaufender###, auszulaufen, ####auszulaufen, auszulaufend, auszulaufende, auszulaufendes, auszulaufendem, auszulaufenden, auszulaufender####, lauf (!) aus+EW; Z.: aus—lauf-en
$auslaugen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. auslaugen, herauslaugen, mit Lauge ausziehen, mit Lauge reinigen; E.: s. aus, s. laugen; L.: Kluge s. u. auslaugen, DW 1, 905, EWD s. u. Lauge; GB.: seit 1507 belegte und aus aus und Laug(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Lauge durch Menschen mögliches herauslaugen oder mit Lauge ausziehen oder mit Lauge reinigen; F.: auslaugen, lauge (!) aus, laugst aus, laugt aus, laugen aus, laugest aus, lauget aus, laugte aus, laugtest aus, laugten aus, laugtet aus, ausgelaugt, ##ausgelaugt, ausgelaugte, ausgelaugtes, ausgelaugtem, ausgelaugten, ausgelaugter##, auslaugend, ###auslaugend, auslaugende, auslaugendes, auslaugendem, auslaugenden, auslaugender###, auszulaugen, ####auszulaugen, auszulaugend, auszulaugende, auszulaugendes, auszulaugendem, auszulaugenden, auszulaugender####, laug (!) aus+EW; Z.: aus—lau-g-en
$auslegen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. auslegen, hinauslegen, ausdeuten, erklären; E.: s. aus, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 1, 907, EWD s. u. legen; GB.: seit um 1062 belegte und aus aus und legen gebildete Bezeichnung für wohl sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hinauslegen oder seit Entwicklung von Sprache mögliches ausdeuten oder erklären; F.: auslegen, lege aus, legst aus, legt aus, legen aus, legest aus, leget aus, legte aus, legtest aus, legten aus, legtet aus, ausgelegt, ##ausgelegt, ausgelegte, ausgelegtes, ausgelegtem, ausgelegten, ausgelegter##, auslegend, ###auslegend, auslegende, auslegendes, auslegendem, auslegenden, auslegender###, auszulegen, ####auszulegen, auszulegend, auszulegendes, auszulegendem, auszulegenden, auszulegender####, leg (!) aus+EW; Z.: aus—leg-en
$ausleiern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausleiern, ausweichen, ausdrehen; E.: s. aus. s. leiern; L.: Kluge s. u. Leier, DW 1, 907, EWD s. u. Leier; GB.: seit 1803 belegte und aus aus und leiern (zu lat. delirare) gebildete Bezeichnung für ausweichen oder ausdrehen und später sachlich wohl seit Entwicklung der Leier mögliches abnutzen; F.: ausleiern, leiere aus, leier (!) aus, leierst aus, leiert aus, leiern aus, leierte aus, leiertest aus, leierten aus, leiertet aus, ausgeleiert, ##ausgeleiert, ausgeleierte, ausgeleiertes, ausgeleiertem, ausgeleierten, ausgeleierter##, ausleiernd, ###ausleiernd, ausleierndes, ausleierndem, ausleiernden, ausleiernder###, auszuleiern, ####auszuleiern, auszuleiernd, auszuleiernde, auszuleierndes, auszuleierndem, auszuleiernden, auszuleiernder####, leier (!) aus+FW+EW; Z.: aus—leier-n
$Auslese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Auslese, Auswahl; E.: s. aus, s. Lese; L.: DW 1, 909, EWD s. u. lesen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit auslesen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Auswahl; F.: Auslese, Auslesen+EW; Z.: Aus-les-e
$auslesen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. auslesen, aussuchen, auswählen, fertiglesen; E.: s. aus, s. lesen; L.: Kluge s. u. lesen, DW 1, 909, EWD s. u. lesen; GB.: (ūzlesan*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach dem lat. colligere gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auflesen oder aufsammeln oder herauslesen oder auswählen oder fertiglesen; F.: auslesen, lese aus, lies (!) aus, liest aus, lesen aus, lest aus, lesest aus, leset aus, las aus, last aus, lasest aus, lasen aus, laset aus, läse aus, läsest aus, läsen aus, läset aus, ausgelesen, ##ausgelesen, ausgelesene, ausgelesenes, ausgelesenem, ausgelesenen, ausgelesener##, auslesend, ###auslesend, auslesende, auslesendes, auslesendem, auslesenden, auslesender###, auszulesen, ####auszulesen, auszulesend, auszulesende, auszulesendes, auszulesendem, auszulesenden, auszulesender####, lies (!) aus+EW; Z.: aus—les-en
$ausliefern, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ausliefern; E.: s. aus, s. liefern; L.: Kluge s. u. liefern, EWD s. u. liefern; GB.: seit 1449 belegte und aus aus und liefern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Wirtschaft durch Menschen mögliches hinausliefern oder übergeben (C.) oder aussetzen; F.: ausliefern, liefere aus, liefer aus, liefre aus, lieferst aus, liefert aus, lieferten aus, lieferte aus, liefertest aus, liefertet aus, ausgeliefert, ##ausgeliefert, ausgeliefertes, ausgeliefertem, ausgelieferten, ausgelieferter##, ausliefernd, ###ausliefernd, ausliefernde, auslieferndes, auslieferndem, ausliefernden, ausliefernder###, auszuliefern, ####auszuliefern, auszuliefernd, auszuliefernde, auszulieferndes, auszulieferndem, auszuliefernden, auszuliefernder####, liefer (!) aus+EW+FW; Z.: aus—lief-er-n
$Auslieferung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Auslieferung, Hinauslieferung, Ausgabe; E.: s. ausliefer(n), s. ung; L.: DW 1, 910, EWD s. u. liefern; GB.: seit 1621 belegte und aus ausliefer(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Wirtschaft durch Menschen mögliche Hinauslieferung oder Ausgabe; F.: Auslieferung, Auslieferungen+EW+FW; Z.: Aus—lief-er-ung
$auslöschen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. auslöschen, löschen, tilgen; E.: s. aus, s. löschen; L.: DW 1, 911, EWD s. u. löschen 2; GB.: vielleicht seit 1399 belegte und aus aus und löschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches löschen oder tilgen; F.: auslöschen, lösche aus, löschst aus, löscht aus, löschest aus, löschet aus, löschte aus, löschtest aus, löschten aus, löschtet aus, ausgelöscht, ##ausgelöscht, ausgelöschte, ausgelöschtes, ausgelöschtem, ausgelöschten, ausgelöschter##, auslöschend, ###auslöschend, auslöschende, auslöschendes, auslöschendem, auslöschenden, auslöschender###, auszulöschen, ####auszulöschen, auszulöschend, auszulöschende, auszulöschendes, auszulöschendem, auszulöschenden, auszulöschender####, lösch (!) aus+EW; Z.: aus—lösch-en
$auslosen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. auslosen; E.: s. aus, s. losen; L.: DW 1, 912 (ausloszen), EWD s. u. Los; GB.: seit 1504 belegte und aus aus und losen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Losen durch Menschen mögliches durch Los ermitteln; F.: auslosen, lose aus, losest aus, lost aus, losest aus, loset aus, loste aus, lostest aus, losten aus, lostet aus, ausgelost, ##ausgelost, ausgeloste, ausgelostes, ausgelostem, ausgelosten, ausgeloster##, auslosend, ###auslosend, auslosende, auslosendes, auslosendem, auslosenden, auslosender###, auszulosen, ####auszulosen, auszulosend, auszulosende, auszulosendes, auszulosendem, auszulosenden, auszulosender####, los (!) aus+EW; Z.: aus—lo-s-en
$auslösen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. auslösen, herauslösen, herausreißen; E.: s. aus, s. lösen; L.: DW 1, 912, EWD s. u. lösen; GB.: seit um 830 belegte und möglicherweise nach dem Vorbild von lat. eruere aus aus und lösen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches herauslösen oder herausreißen; F.: auslösen, löse aus, lösst (!) aus, löst aus, lösest aus, löset aus, löste aus, löstest aus, lösten aus, löstet aus, ausgelöst, ##ausgelöst, ausgelöste, ausgelöstes, ausgelöstem, ausgelösten, ausgelöster##, auslösend, ###auslösend, auslösende, auslösendes, auslösendem, auslösenden, auslösender###, auszulösen, ####auszulösen, auszulösend, auszulösende, auszulösendes, auszulösendem, auszulösenden, auszulösender####, lös (!) aus+EW; Z.: aus—lö-s-en
$Auslöser, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Auslöser; E.: s. auslös(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. lösen; GB.: seit 1563 belegte und aus auslös(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Auslösenden oder eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Verursachung; F.: Auslöser, Auslösers, Auslösern+EW; Z.: Aus—lö-s-er
$ausmachen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. ausmachen, beenden, vereinbaren; E.: s. aus, s. machen; L.: Kluge s. u. machen, DW 1, 913, EWD s. u. machen; GB.: seit um 1100 belegte und aus aus und machen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beenden oder vereinbaren; F.: ausmachen, mache aus, machst aus, macht aus, machen aus, machest aus, machet aus, machte aus, machtest aus, machten aus, machtet aus, ausgemacht, ##ausgemacht, ausgemachte, ausgemachtes, ausgemachtem, ausgemachten, ausgemachter##, ausmachend, ###ausmachend, ausmachende, ausmachendes, ausmachendem, ausmachenden, ausmachender###, auszumachen, ####auszumachen, auszumachend, auszumachende, auszumachendes, auszumachendem, auszumachenden, auszumachender####, mach (!) aus+EW; Z.: aus—mach-en
$ausmanövrieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausmanövrieren; E.: s. aus, s. manövrieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Manöver; GB.: seit 1856 belegte und aus aus und manövrieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches manövrieren oder ausschließen; F.: ausmanövrieren, manövriere aus, manövrierst aus, manövriert aus, manövrierest aus, manövrieret aus, manövrierte aus, manövriertest aus, manövrierten aus, manövriertet aus, ausmanövriert, ##ausmanövriert, ausmanövrierte, ausmanövriertes, ausmanövriertem, ausmanövrierten, ausmanövrierter##, ausmanövrierend, ###ausmanövrierend, ausmanövrierende, ausmanövrierendes, ausmanövrierendem, ausmanövrierenden, ausmanövrierender###, auszumanövrieren, ####auszumanövrieren, auszumanövrierend, auszumanövrierende, auszumanövrierendes, auszumanövrierendem, auszumanövrierenden, auszumanövrierender####, manövrier (!) aus+EW+FW; Z.: aus—man-öv-r-ier-en
$ausmarchen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausmarchen, abgrenzen, festlegen; E.: s. aus, s. marchen; L.: Kluge s. u. ausmarchen, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus aus und marchen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Grenzen mögliches abgrenzen oder festlegen; F.: ausmarchen, marche aus, marchst aus, marcht aus, marchen aus, marchest aus, marchet aus, marchte aus, marchtest aus, marchten aus, marchtet aus, ausgemarcht, ##ausgemarcht, ausgemarchte, ausgemarchtes, ausgemarchtem, ausgemarchten, ausgemarchter##, ausmarchend, ###ausmarchend, ausmarchende, ausmarchendes, ausmarchendem, ausmarchenden, ausmarchender###, auszumarchen, ####auszumarchen, auszumarchend, auszumarchende, auszumarchendes, auszumarchendem, auszumarchenden, auszumarchender####, march (!) aus+EW; Z.: aus—march-en
$ausmergeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausmergeln, auslaugen, auszehren; Q.: 15. Jh.; E.: s. aus, s. mergeln; L.: DW 1, 917, EWD s. u. ausmergeln; GB.: seit 1426 belegte und aus aus und mergeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindesten seit Entstehung des Menschen mögliches auslaugen oder auszehren; F.: ausmergeln, mergle aus, mergel (!) aus, mergelst aus, mergelt aus, mergelest aus, mergelet (!) aus, mergelte aus, mergeltest aus, mergelten aus, mergeltet aus, ausgemergelt, ##ausgemergelt, ausgemergelte, ausgemergeltes, ausgemergeltem, ausgemergelten, ausgemergelter##, ausmergelnd, ###ausmergelnd, ausmergelnde, ausmergelndes, ausmergelndem, ausmergelnden, ausmergelnder###, auszumergeln, ####auszumergeln, auszumergelnd, auszumergelnde, auszumergelndes, auszumergelndem, auszumergelnden, auszumergelnder####, mergel (!) aus+EW; Z.: aus—merg-el-n
ausmerzen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ausmerzen, austilgen, aussondern, ausgrenzen; ne. eradicate, delete (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1537?; E.: s. nhd. aus; die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt, manchmal mit nhd. März in Zusammenhang gebracht da im Frühjahr die Schafherden verkleinert werden; eine andere mögliche Ableitung s. mhd. merzen, sw. V., handeln, schachern; vgl. lat. merx, F., Ware; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); vielleicht auch Zusammenhang mit nhd. merken, markieren oder Mark (aus der Mark schaffen); L.: Kluge s. u. ausmerzen, EWD s. u. ausmerzen, DW 1, 918, DW2 3, 1230, Duden s. u. ausmerzen, Bluhme s. u. ausmerzen; GB.: vielleicht seit 1537 belegte und aus aus und merzen gebildete sowie hinsichtlich von merzen in der Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Landwirtschaft des Menschen mögliches aussondern oder ausgrenzen oder die zu der Zucht nicht tauglichen Schafe ausscheiden; BM.: ergreifen?; F.: ausmerzen, merze aus, merzt aus, merzen aus, merzest aus, merzet aus, merzte aus, merztest aus, merzten aus, merztet aus, ausgemerzt, ##ausgemerzt, ausgemerzte, ausgemerztes, ausgemerztem, ausgemerzten, ausgemerzter##, ausmerzend, ###ausmerzend, ausmerzende, ausmerzendes, ausmerzendem, ausmerzenden, ausmerzender###, auszumerzen, ####auszumerzen, auszumerzend, auszumerzende, auszumerzendes, auszumerzendem, auszumerzenden, auszumerzender####, merz (!) aus+EW+FW?; Z.: aus—merz-en
$ausmisten, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ausmisten, Mist entfernen, reinigen; E.: s. aus, s. misten; L.: Kluge s. u. Mist, DW 1, 919, EWD s. u. Mist; GB.: seit 1537 belegte und aus aus und misten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und Viehhaltung in Ställen mögliches Mist entfernen oder reinigen; F.: ausmisten, miste aus, mistest aus, mistet aus, misten aus, mistete aus, mistetest aus, misteten aus, mistetet aus, ausgemistet, ##ausgemistet, ausgemistete, ausgemistetes, ausgemistetem, ausgemisteten, ausgemisteter##, ausmistend, ###ausmistend, ausmistende, ausmistendes, ausmistendem, ausmistenden, ausmistender###, auszumisten, ####auszumisten, auszumistend, auszumistende, auszumistendes, auszumistendem, auszumistenden, auszumistender####, mist (!) aus+EW; Z.: aus—mi-st-en
$ausnüchtern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausnüchtern, nüchtern machen, nüchtern werden; E.: s. aus, s. nüchtern; L.: Kluge s. u. nüchtern, DW 1, 922, EWD s. u. nüchtern; GB.: seit 1609 belegte und aus aus und nüchtern gebildete sowie teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung alkoholischer Getränke durch Menschen mögliches nüchtern machen oder nüchtern werden; F.: ausnüchtern, nüchtere aus, nüchter (!) aus, nüchterst aus, nüchtert aus, nüchtern aus, nüchterte aus, nüchtertest aus, nüchterten aus, nüchtertet aus, ausgenüchtert, ##ausgenüchtert, ausgenüchterte, ausgenüchtertes, ausgenüchtertem, ausgenüchterten, ausgenüchterter##, ausnüchternd, ###ausnüchternd, ausnüchterndes, ausnüchterndem, ausnüchternden, ausnüchternder###, auszunüchtern, ####auszunüchtern, auszunüchternd, auszunüchternde, auszunüchterndes, auszunüchterndem, auszunüchternden, auszunüchternder####, nüchter (!) aus+EW+FW; Z.: aus—nücht-er-n
$Ausnüchterung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ausnüchterung; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. ausnüchter(n), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. nüchtern; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus ausnüchter(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung alkoholischer Getränke durch Menschen mögliches nüchtern machen oder nüchtern werden; F.: Ausnüchterung, Ausnüchterungen+EW+FW; Z.: Aus—nücht-er-ung
$ausnutzen, ausnützen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausnutzen, nutzen, benutzen, abnutzen; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. aus, s. nutzen, s. nützen; L.: DW 1, 922, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 1499 belegte und aus aus und nutzen oder nützen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nutzen oder benutzen oder abnutzen; F.: ausnutzen, nutze aus, nutzst (!) aus, nutzt aus, nutzest aus, nutzet aus, nutzte aus, nutztest aus, nutzten aus, nutztet aus, ausgenutzt, ##ausgenutzt, ausgenutzte, ausgenutztes, ausgenutztem, ausgenutzten, ausgenutzter##, ausnutzend, ###ausnutzend, ausnutzende, ausnutzendes, ausnutzendem, ausnutzenden, ausnutzender###, auszunutzen, ####auszunutzen, auszunutzend, auszunutzende, auszunutzendes, auszunutzendem, auszunutzenden, auszunutzender####, nutz aus (!), ausnützen, nütze aus, nützst (!) aus, nützt aus, nützest aus, nützet aus, nützte aus, nütztest aus, nützten aus, nütztet aus, ausgenützt, ##ausgenützt, ausgenützte, ausgenütztes, ausgenütztem, ausgenützten, ausgenützter##, ausnützend, ###ausnützend, ausnützende, ausnützendes, ausnützendem, ausnützenden, ausnützender###, auszunützen, ####auszunützen, auszunützend, auszunützende, auszunützendes, auszunützendem, auszunützenden, auszunützender####, nütz (!) aus+EW; Z.: aus—nutz-en
$auspacken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. auspacken, wegpacken, aus einer Packung lösen; E.: s. aus, s. packen; L.: DW 1, 923, EWD s. u. packen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus aus und packen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wegpacken oder aus einer Packung lösen; F.: auspacken, packe aus, packst aus, packt aus, packen aus, packest aus, packet aus, packte aus, packtest aus, packten aus, packtet aus, ausgepackt, ##ausgepackt, ausgepackte, ausgepacktes, ausgepacktem, ausgepackten, ausgepackter##, auspackend, ###auspackend, auspackende, auspackendes, auspackendem, auspackenden, auspackender###, auszupacken, ####auszupacken, auszupackend, auszupackende, auszupackendes, auszupackendem, auszupackenden, auszupackender####, pack (!) aus+EW+FW?; Z.: aus—pack-en
Auspizium, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Auspizium, Aussicht; ne. auspice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531; I.: Lw. lat. auspicium; E.: s. lat. auspicium, N., Beobachtung der Weissagevögel, Vogelschau, Auspizium, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. auspex, M., Weissager, Vogelschauer; lat. avis, F., Vogel, Geflügel, Weissagevogel, geflügeltes Tier; idg. *au̯ei-, *əu̯ei-?, Sb., Vogel, Pokorny 86 (131/131) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Auspizien, DW2 3, 1252, Duden s. u. Auspizium; Son.: vgl. nndl. auspicium, Sb., Auspizium; frz. auspicia, F., Auspizium; nschw. auspicier, Sb. Pl., Auspizien; nnorw. auspisier, M. Pl., Auspizien; poln. auspicje, Sb. Pl., Auspizien; lit. auspicija, F., Auspizium; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in Rom von Menschen entwickelte Deuten göttlichen Willens durch Vogelschau und das Beobachten des Vogelflugs; BM.: Vogelschauen; F.: Auspizium, Auspiziums Auspizien+FW(+EW?); Z.: Au-spiz-i-um
$ausplündern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ausplündern; Q.: 1501; E.: s. aus, s. plündern; L.: DW 1, 924, EWD s. u. Plunder; GB.: vielleicht seit 1501 belegte und aus aus und plündern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausrauben oder wegnehmen; F.: ausplündern, plündere aus, plünder (!) aus, plündre aus, plünderst aus, plündert aus, plünderte aus, plündertest aus, plünderten aus, plündertet aus, ausgeplündert, ##ausgeplündert, ausgeplünderte, ausgeplündertes, ausgeplündertem, ausgeplünderten, ausgeplünderter##, ausplündernd, ###ausplündernd, ausplündernde, ausplünderndes, ausplünderndem, ausplündernden, ausplündernder###, auszuplündern, ####auszuplündern, auszuplündernd, auszuplündernde, auszuplünderndes, auszuplünderndem, auszuplündernden, auszuplündernder####, plünder (!) aus+EW; Z.: aus—plünd-er-n
$ausposaunen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausposaunen, mitteilen, verkünden; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. aus, s. posaunen; L.: DW 1, 925, EWD s. u. Posaune; GB.: seit vor 1660 belegte und aus aus und posaunen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Posaune von Menschen gebildete Bezeichnung für mitteilen oder verkünden; F.: ausposaunen, posaune aus, posaunst aus, posaunt aus, posaunen aus, posaunest aus, posaunet aus, posaunte aus, posauntest aus, posaunten aus, posauntet aus, ausposaunt, ##ausposaunt, ausposaunte, ausposauntes, ausposauntem, ausposaunten, ausgeposaunter##, ausposaunend, ###ausposaunend, ausposaunende, ausposaunendes, ausposaunendem, ausposaunenden, ausposaunender###, auszuposaunen, ####auszuposaunen, auszuposaunend, auszuposaunende, auszuposaunendes, auszuposaunendem, auszuposaunenden, auszuposaunender####, posaun (!) aus+EW+FW; Z.: aus—po-s-aun-en
auspowern (1), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. auspowern (V.) (1), ausbeuten bis zur völligen Erschöpfung, aussaugen; ne. impoverish; Vw.: -; Hw.: s. auspowern (2); Q.: 1881 (Bismarck); I.: z. T. Lw.; E.: s. nhd. aus; s. nhd. power, Adj., armselig, ärmlich; frz. pauvre, Adj., arm; lat. pauper, Adj., arm, unbemittelt, mäßig bemittelt, beschränkt; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. auspowern, fehlt DW, EWD s. u. auspowern, DW2 3, 1257, Duden s. u. auspowern; Son.: schwer von auspowern (2) zu trennen; vgl. frz. appauvrir, V., arm machen; GB.: seit 1881 belegte und aus aus und dem Französischen bzw. dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen seit der Industrialisierung erkanntes ausbeuten bis zu völliger Erschöpfung oder aussaugen; BM.: arm machen; F.: auspowern, powere aus, power (!) aus, powerst aus, powert aus, powern aus, powerte aus, powertest aus, powerten aus, powertet aus, ausgepowert, ##ausgepowert, ausgepowerte, ausgepowertes, ausgepowertem, ausgepowerten, ausgepowerter##, auspowernd, ###auspowernd, auspowernde, auspowerndes, auspowerndem, auspowernden, auspowernder###, auszupowern, ####auszupowern, auszupowernd, auszupowernde, auszupowerndes, auszupowerndem, auszupowernden, auszupowernder####, power (!) aus+EW+FW; Z.: aus—pow-er-n
auspowern (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. auspowern (V.) (2), bis zum Äußersten beanspruchen; ne. stress (V.); Vw.: -; Hw.: s. auspowern (1); Q.: 1980 (Brockhaus); E.: s. nhd. aus; s. ne. power, N., Kraft, Stärke; vgl. anglonormannisch poeir, V., die Macht haben; afrz. pooir, pëoir, V., die Macht haben, Mach bekommen; vulgärlat. *potēre, V., können; lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. auspowern, fehlt DW, DW2 3, 1259, Duden s. u. auspowern; GB.: seit 1980 belegte und aus aus und dem Neuenglischen (power) sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich bis zum Ende der Kraft anstrengen; BM.: Kraft verlieren; F.: auspowern, powere aus, power (!) aus, powerst aus, powert aus, powern aus, powerte aus, powertest aus, powerten aus, powertet aus, ausgepowert, ##ausgepowert, ausgepowerte, ausgepowertes, ausgepowertem, ausgepowerten, ausgepowerter##, auspowernd, ###auspowernd, auspowernde, auspowerndes, auspowerndem, auspowernden, auspowernder###, auszupowern, ####auszupowern, auszupowernd, auszupowernde, auszupowerndes, auszupowerndem, auszupowernden, auszupowernder####, power (!) aus+EW+FW; Z.: aus—pow-er-n
$ausprägen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausprägen, ausdrücken, gestalten; E.: s. aus, s. prägen; L.: DW 1, 925, EWD s. u. prägen; GB.: seit vor 1683 belegte und aus aus und prägen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld durch Menschen mögliches ausdrücken oder gestalten; F.: ausprägen, präge aus, prägst aus, prägt aus, prägen aus, prägest aus, präget aus, prägte aus, prägtest aus, prägten aus, prägtet aus, ausgeprägt, ##ausgeprägt, ausgeprägte, ausgeprägtes, ausgeprägtem, ausgeprägten, ausgeprägter##, ausprägend, ###ausprägend, ausprägende, ausprägendes, ausprägendem, ausprägenden, ausprägender###, auszuprägen, ####auszuprägen, auszuprägend, auszuprägende, auszuprägendes, auszuprägendem, auszuprägenden, auszuprägender####, präg (!) aus+EW; Z.: aus—präg-en
$ausprobieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ausprobieren, kosten, versuchen; E.: s. aus, s. probieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Probe; GB.: seit 1781 belegte und aus aus und probieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kosten oder versuchen; F.: ausprobieren, probiere aus, probierst aus, probiert aus, probierest aus, probieret aus, probierte aus, probiertest aus, probierten aus, probiertet aus, ausprobiert, ##ausprobiert, ausprobierte, ausprobiertes, ausprobiertem, ausprobierten, ausprobierter##, ausprobierend, ###ausprobierend, ausprobierende, ausprobierendes, ausprobierendem, ausprobierenden, ausprobierender###, auszuprobieren, ####auszuprobieren, auszuprobierend, auszuprobierende, auszuprobierendes, auszuprobierendem, auszuprobierenden, auszuprobierender####, probier (!) aus+EW+FW; Z.: aus—pro-b-ier-en
$Auspuff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Auspuff; Q.: 1864; E.: s. aus, s. Puff, s. puff(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. Puff; GB.: seit 1864 belegte und aus aus und Puff gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der Entwicklung von Kraftfahrzeugen geschaffenen Teil einer Anlage für die Ausleitung von Abgasen von Kraftfahrzeugen in die Umwelt; F.: Auspuff, Auspuffes, Auspuffs, Auspuffe, Auspuffen+EW; Z.: Aus—pu-ff
$ausradieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ausradieren auskratzen, ausschaben, durch Radieren entfernen; Q.: 1552?; E.: s. aus, s. radieren; L.: DW 1, 927, EWD s. u. radieren; GB.: vielleicht seit 1552 belegte und aus aus und radieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schrift durch Menschen mögliches auskratzen oder ausschaben oder durch Radieren entfernen; F.: ausradieren, radiere aus, radierst aus, radiert aus, radierest aus, radieret aus, radierte aus, radiertest aus, radierten aus, radiertet aus, ausradiert, ##ausradiert, ausradierte, ausradiertes, ausradiertem, ausradierten, ausradierter##, ausradierend, ###ausradierend, ausradierende, ausradierendes, ausradierendem, ausradierenden, ausradierender###, auszuradieren, ####auszuradieren, auszuradierend, auszuradierende, auszuradierendes, auszuradierendem, auszuradierenden, auszuradierender####, radier (!) aus+EW+FW; Z.: aus—rad-ier-en
$ausrangieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ausrangieren, wegrangieren, aussortieren; Q.: 1721?; E.: s. aus, s. rangieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rang; GB.: vielleicht seit 1721 belegte und aus aus und rangieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Ordnung mögliches wegrangieren oder aussortieren in Gegensatz zu einrangieren; F.: ausrangieren, rangiere aus, rangierst aus, rangiert aus, rangierest aus, rangieret aus, rangierte aus, rangiertest aus, rangierten aus, rangiertet aus, ausrangiert, ##ausrangiert, ausrangierte, ausrangiertes, ausrangiertem, ausrangierten, ausrangierter##, ausrangierend, ###ausrangierend, ausrangierende, ausrangierendes, ausrangierendem, ausrangierenden, ausrangierender###, auszurangieren, ####auszurangieren, auszurangierend, auszurangierende, auszurangierendes, auszurangierendem, auszurangierenden, auszurangierender####, rangier (!) aus+EW+FW; Z.: aus—ra-ng-ier-en
$ausrechnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausrechnen, errechnen, berechnen, rechnen; E.: s. aus, s. rechnen; L.: Kluge s. u. rechnen, DW 1, 929; GB.: seit um 1335 belegte und aus aus und rechnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache durch Menschen mögliches errechnen oder berechnen; F.: ausrechnen, rechne (!) aus, rechnest aus, rechnet aus, rechnen aus, rechnete aus, rechnetest aus, rechneten aus, rechnetet aus, ausgerechnet, ##ausgerechnet, ausgerechnete, ausgerechnetes, ausgerechnetem, ausgerechneten, ausgerechneter##, ausrechnend, ###ausrechnend, ausrechnende, ausrechnendes, ausrechnendem, ausrechnenden, ausrechnender###, auszurechnen, ####auszurechnen, auszurechnend, auszurechnende, auszurechnendes, auszurechnendem, auszurechnenden, auszurechnender####, rechne (!) aus+EW; Z.: aus—rech-n-en
$ausreißen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. ausreißen, herausreißen, wegreißen, entfernen; E.: s. aus, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 1, 932, EWD s. u. reißen; GB.: seit um 1280 belegte und aus aus und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung es Menschen mögliches herausreißen oder wegreißen oder entfernen; F.: ausreißen, reiße aus, reißt aus, reißen aus, reißest aus, reißet aus, riss aus, rissest aus, rissen aus, risst aus, risset aus, ausgerissen, ##ausgerissen, ausgerissene, ausgerissenes, ausgerissenem, ausgerissenen, ausgerissener##, ausreißend, ###ausreißend, ausreißende, ausreißendes, ausreißendem, ausreißenden, ausreißender###, auszureißen, ####auszureißen, auszureißend, auszureißende, auszureißendes, auszureißendem, auszureißenden, auszureißender####, reiß (!) aus+EW; Z.: aus—rei-ß-en
$ausrenken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ausrenken, auskugeln, verdrehen; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. aus, s. renken; L.: DW 1, 934, EWD s. u. renken; GB.: seit vor 1541 belegte und aus aus und renken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auskugeln oder verdrehen in Gegensatz zu einrenken; F.: ausrenken, renke (!) aus, renkst aus, renkt aus, renkest aus, renket aus, renkte aus, renktest aus, renkten aus, renktet aus, ausgerenkt, ##ausgerenkt, ausgerenkte, ausgerenktes, ausgerenktem, ausgerenkten, ausgerenkter##, ausrenkend, ###ausrenkend, ausrenkende, ausrenkendes, ausrenkendem, ausrenkenden, ausrenkender###, auszurenken, ####auszurenken, auszurenkend, auszurenkende, auszurenkendes, auszurenkendem, auszurenkenden, auszurenkender####, renk (!) aus+EW; Z.: aus—re-nk-en
$ausrotten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausrotten, wegrotten, urbar machen, zerstören, vernichten; E.: s. aus, s. rotten; L.: Kluge s. u. ausrotten, DW 1, 940, EWD s. u. ausrotten; GB.: seit 1482 belegte und aus aus und rotten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches wegrotten oder urbar machen oder zerstören oder vernichten; F.: ausrotten, rotte aus, rottest aus, rottet aus, rotten aus, rottete aus, rottetest aus, rotteten aus, rottetet aus, ausgerottet, ##ausgerottet, ausgerottete, ausgerottetes, ausgerottetem, ausgerotteten, ausgerotteter##, ausrottend, ###ausrottend, ausrottende, ausrottendes, ausrottendem, ausrottenden, ausrottender###, auszurotten, ####auszurotten, auszurottend, auszurottende, auszurottendes, auszurottendem, auszurottenden, auszurottender####, rott (!) aus+EW; Z.: aus—ro-t-t-en
$ausrücken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ausrücken, hinausrücken, fortbewegen; E.: s. aus, s. rücken; L.: DW 1, 940, EWD s. u. rücken; GB.: seit um 1300 belegte und aus aus und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hinausrücken oder fortbewegen, F.: ausrücken, rücke aus, rückst aus, rückt aus, rückest aus, rücket aus, rückte aus, rücktest aus, rückten aus, rücktet aus, ausgerückt, ##ausgerückt, ausgerückte, ausgerücktes, ausgerücktem, ausgerückten, ausgerückter##, ausrückend, ###ausrückend, ausrückende, ausrückendes, ausrückendem, ausrückenden, ausrückender###, auszurücken, ####auszurücken, auszurückend, auszurückende, auszurückendes, auszurückendem, auszurückenden, auszurückender####, rück(!) aus+EW; Z.: aus—rück-en
$Aussage, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Aussage, Äußerung, Mitteilung; E.: s. aus, s. sage(n); L.: Kluge s. u. sagen, DW 1, 944, EWD s. u. sagen; GB.: seit 1347 belegte und aus aus und Sage gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Äußerung oder Mitteilung; F.: Aussage, Aussagen+EW; Z.: Aus—sag-e
$aussagen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aussagen, sagen, äußern, mitteilen; E.: s. aus, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, EWD s. u. sagen; GB.: (ūzsagen) seit um 1261 belegte und aus aus und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sagen oder äußern oder mitteilen; F.: aussagen, sage aus, sagst aus, sagt aus, sagen aus, sagest aus, saget aus, sagte aus, sagtest aus, sagten aus, sagtet aus, ausgesagt, ##ausgesagt, ausgesagte, ausgesagtes, ausgesagtem, ausgesagten, ausgesagter##, aussagend, ###aussagend, aussagende, aussagendes, aussagendem, aussagenden, aussagender###, auszusagen, ####auszusagen, auszusagend, auszusagende, auszusagendes, auszusagendem, auszusagenden, auszusagender####, sag (!) aus+EW; Z.: aus—sag-en
$Aussatz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Aussatz, Lepra; E.: s. aus, s. Satz; L.: Kluge s. u. Aussatz, DW 1, 943, EWD s. u. aussätzig; GB.: (ūzsaz) seit um 1254 belegte und aus aus und Satz gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Abgabe und eine schon den Hochkulturen des Altertums bekannte bis etwa 1980 nicht heilbare und deswegen mittels Aussonderung bekämpfte ansteckende Krankheit (Lepra); F.: Aussatz, Aussatzes+EW; Z.: Aus—satz
$aussätzig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. aussätzig, An Aussatz erkrankt; E.: s. Aussatz, s. ig; L.: Kluge s. u. Aussatz, DW 1, 944, EWD s. u. aussätzig; GB.: (ūzsæzic) seit um 1215 belegte und aus Aussatz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches an Aussatz erkrankt oder auch auswärts wohnend; F.: aussätzig, aussätzige, aussätziges, aussätzigem, aussätzigen, aussätziger+EW; Z.: aus—sätz-ig
$ausschaben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ausschaben, wegschaben, auskratzen; E.: s. aus, s. schaben; L.: Kluge s. u. schaben, DW 1, 945; GB.: seit um 1252 belegte und aus aus und schaben gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes wegschaben oder auskratzen; F.: ausschaben, schabe aus, schabt aus, schabt aus, schaben aus, schabest aus, schabet aus, schabte aus, schabtest aus, schabten aus, schabtet aus, ausgeschabt, ##ausgeschabt, ausgeschabte, ausgeschabtes, ausgeschabtem, ausgeschabten, ausgeschabter##, ausschabend, ###ausschabend, ausschabende, ausschabendes, ausschabendem, ausschabenden, ausschabender###, auszuschaben, ####auszuschaben, auszuschabend, auszuschabende, auszuschabendes, auszuschabendem, auszuschabenden, auszuschabender####, schab (!) aus+EW; Z.: aus—schab-en
$ausschachten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ausschachten, wegschachten, ausheben; E.: s. aus, s. schachten; L.: Kluge s. u. Schacht, fehlt DW, EWD s. u. Schacht; GB.: seit 1816 belegte und aus aus und schachten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes wegschachten oder ausheben; F.: ausschachten, schachte aus, schachtest aus, schachtet aus, schachten aus, schachtete aus, schachtetest aus, schachteten aus, schachtetet aus, ausgeschachtet, ##ausgeschachtet, ausgeschachtete, ausgeschachtetes, ausgeschachtetem, ausgeschachteten, ausgeschachteter##, ausschachtend, ###ausschachtend, ausschachtende, ausschachtendes, ausschachtendem, ausschachtenden, ausschachtender###, auszuschachten, ####auszuschachten, auszuschachtend, auszuschachtende, auszuschachtendes, auszuschachtendem, auszuschachtenden, auszuschachtender####, schacht (!) aus+EW; Z.: aus—schach-t-en
$ausschalten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausschalten, wegschalten, abschalten; E.: s. aus, s. schalten; L.: Kluge s. u. schalten, fehlt DW; GB.: (ūzschalten) seit nach 1314 belegte und aus aus und schalten gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes wegschalten oder abschalten in Gegensatz zu einschalten; F.: ausschalten, schalte aus, schaltest aus, schaltet aus, schalten aus, schaltete aus, schaltetest aus, schalteten aus, schaltetet aus, ausgeschaltet, ##ausgeschaltet, ausgeschaltete, ausgeschaltetes, ausgeschaltetem, ausgeschalteten, ausgeschalteter##, ausschaltend, ###ausschaltend, ausschaltende, ausschaltendes, ausschaltendem, ausschaltenden, ausschaltender###, auszuschalten, ####auszuschalten, auszuschaltend, auszuschaltende, auszuschaltendes, auszuschaltendem, auszuschaltenden, auszuschaltender####, schalt (!) aus+EW; Z.: aus—schal-t-en
$ausscheren, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. ausscheren, abscheren, scheren; E.: s. aus, s. scheren; L.: DW 1, 948, EWD s. u. scheren 2; GB.: seit 1147 belegte und aus aus und scheren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Scheren mögliches abscheren oder scheren; F.: ausscheren, schere (!) aus, scherst aus, schert aus, scherest aus, scheret aus, scherte aus, schertest aus, scherten aus, schertet aus, ausgeschert, ##ausgeschert, ausgescherte, ausgeschertes, ausgeschertem, ausgescherten, ausgescherter##, ausscherend, ###ausscherend, ausscherende, ausscherendes, ausscherendem, ausscherenden, ausscherender###, auszuscheren, ####auszuscheren, auszuscherend, auszuscherende, auszuscherendes, auszuscherendem, auszuscherenden, auszuscherender####, scher (!) aus+EW; Z.: aus—scher-en
$ausschirren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ausschirren; E.: s. aus, s. schirren; Q.: um 1600; L.: DW 1, 950, EWD s. u. schirren; GB.: seit vor 1601 belegte und aus aus und schirren gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Zähmung von Zugtieren durch Menschen mögliches ausspannen in Gegensatz zu einschirren; F.: ausschirren, schirre aus, schirrest aus, schirren aus, schirret aus, schirrte aus, schirrtest aus, schirrten aus, schirrtet aus, ausgeschirrt, ##ausgeschirrt, ausgeschirrte, ausgeschirrtes, ausgeschirrtem, ausgeschirrten, ausgeschirrter##, ausschirrend, ###ausschirrend, ausschirrende, ausschirrendes, ausschirrendem, ausschirrenden, ausschirrender###, auszuschirren, ####auszuschirren, auszuschirrend, auszuschirrende, auszuschirrendes, auszuschirrendem, auszuschirrenden, auszuschirrender####, schirr (!) aus+EW; Z.: aus—schir-r-en
$ausschlachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausschlachten, schlachten, umfassend nutzen, zerstückeln; E.: s. aus, s. schlachten; L.: DW 1, 950, EWD s. u. schlachten; GB.: seit 1685 belegte und aus aus und schlachten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Zähmung von Haustieren mögliches schlachten oder umfassend nutzen; F.: ausschlachten, schlachte aus, schlachtst (!) aus, schlachtt (!) aus, schlachten aus, schlachtest aus, schlachtet aus, schlachtete aus, schlachtetest aus, schlachteten aus, schlachtetet aus, ausgeschlachtet, ##ausgeschlachtet, ausgeschlachtete, ausgeschlachtetes, ausgeschlachtetem, ausgeschlachteten, ausgeschlachteter##, ausschlachtend, ###ausschlachtend, ausschlachtende, ausschlachtendes, ausschlachtendem, ausschlachtenden, ausschlachtender###, auszuschlachten, ####auszuschlachten, auszuschlachtend, auszuschlachtende, auszuschlachtendes, auszuschlachtendem, auszuschlachtenden, auszuschlachtender####, schlacht (!) aus+EW; Z.: aus—schlach-t-en
$Ausschlag, nhd. M., (13. Jh.?): nhd. Ausschlag; E.: s. aus, s. Schlag; L.: DW 1, 950, EWD s. u. schlagen; GB.: (ūzslac) seit vor 1298 belegte und aus aus und Schlag gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Hauterkrankung oder eine Bewegung; F.: Ausschlag, Ausschlags, Ausschlages, Ausschläge, Ausschlägen+EW; Z.: Aus—schlag
$ausschlagen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. ausschlagen, hinausschlagen, hervorbrechen; E.: s. aus, s. schlagen; L.: Kluge s. u. ausschlagen, DW 1, 951, EWD s. u. schlagen; GB.: (ūzslahan*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. erumpere aus aus und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinausschlagen oder hervorbrechen; F.: ausschlagen, schlage aus, schlägst aus, schlägt aus, schlagen aus, schlagt aus, schlagest aus, schlaget aus, schlug aus, schlugst aus, schlugen aus, schlugt aus, schlüge aus, schlügest aus, schlügen aus, schlüget aus, ausgeschlagen, ##ausgeschlagen, ausgeschlagene, ausgeschlagenes, ausgeschlagenem, ausgeschlagenen, ausgeschlagener##, ausschlagend, ###ausschlagend, ausschlagende, ausschlagendes, ausschlagendem, ausschlagenden, ausschlagender###, auszuschlagen, ####auszuschlagen, auszuschlagend, auszuschlagende, auszuschlagendes, auszuschlagendem, auszuschlagenden, auszuschlagender####, schlag (!) aus+EW; Z.: aus—schlag-en
$ausschneiden, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. ausschneiden, herausschneiden; E.: s. aus, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 1, 958; GB.: (ūzsnīden) seit 1147 belegte und vielleicht nach lat. excidere aus aus und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schneidewerkzeugen des Menschen mögliches herausschneiden; F.: ausschneiden, schneide aus, schneidest aus, schneidet aus, schneiden aus, schnitt aus, schnittest aus, schnittst (!) aus, schnitten aus, schnittet aus, ausgeschnitten, ##ausgeschnitten, ausgeschnittene, ausgeschnittenes, ausgeschnittenem, ausgeschnittenen, ausgeschnittener##, ausschneidend, ###ausschneidend, ausschneidende, ausschneidendes, ausschneidendem, ausschneidenden, ausschneidender###, auszuschneiden, ####auszuschneiden, auszuschneidend, auszuschneidende, auszuschneidendes, auszuschneidendem, auszuschneidenden, auszuschneidender####, schneid (!) aus+EW; Z.: aus—schneid-en
$ausschreiben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. ausschreiben, herausschreiben, schreiben; E.: s. aus, s. schreiben; L.: DW 1,960, EWD s. u. schreiben; GB.: (ūzschrīben) seit 1270 belegte und nach lat. exscribere aus aus und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift durch Menschen mögliches herausschreiben oder schreiben oder vollständig schreiben; F.: ausschreiben, schreibe aus, schreibst aus, schreibt aus, schreiben aus, schreibest aus, schreibet aus, schrieb aus, schriebst aus, schrieben aus, schriebt aus, schriebest aus, schriebet aus, ausgeschrieben, ##ausgeschrieben, ausgeschriebene, ausgeschriebenes, ausgeschriebenem, ausgeschriebenen, ausgeschriebener##, ausschreibend, ###ausschreibend, ausschreibende, ausschreibendes, ausschreibendem, ausschreibenden, ausschreibender###, auszuschreiben, ####auszuschreiben, auszuschreibend, auszuschreibende, auszuschreibendes, auszuschreibendem, auszuschreibenden, auszuschreibender####, schreib (!) aus+EW+FW; Z.: aus-schrei-b-en
$ausschreiten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. ausschreiten, hinausschreiten, Schritte machen, hinausgehen, herausgehen; E.: s. aus, s. schreiten; L.: Kluge s. u. schreiten, DW 1, 961, EWD s. u. schreiten; GB.: (ūzschrīten) seit um 1300 belegte und aus aus und schreiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Schritte machen oder hinausgehen; F.: ausschreiten, schreite aus, schreitest aus, schreitet aus, schreiten aus, schritt aus, schrittest aus, schrittst aus, schritten aus, schrittet aus, ausgeschritten, ##ausgeschritten, ausgeschrittene, ausgeschrittenes, ausgeschrittenem, ausgeschrittenen, ausgeschrittener##, ausschreitend, ###ausschreitend, ausschreitende, ausschreitendes, ausschreitendem, ausschreitenden, ausschreitender###, auszuschreiten, ####auszuschreiten, auszuschreitend, auszuschreitende, auszuschreitendes, auszuschreitendem, auszuschreitenden, auszuschreitender####, schreit (!) aus+EW; Z.: aus—schrei-t-en
$Ausschreitung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ausschreitung, Übertretung, Rechtsverletzung; E.: s. ausschreit(en), s. ung; L.: DW 1, 961, EWD s. u. schreiten; GB.: seit 1626 belegte und aus ausschreit(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Übertretung oder Rechtsverletzung; F.: Ausschreitung, Ausschreitungen+EW; Z.: Aus—schrei-t-ung
$Ausschuss, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Ausschuss; E.: s. aus, s. Schuss; L.: Kluge s. u. Ausschuss, DW 1, 962 (Ausschusz); GB.: (ūzschuz) seit 1376 belegte und aus aus und Schuss gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Untergruppe einer Gesellschaft oder Vereinigung oder auch für fehlerhafte Erzeugnisse; F.: Ausschuss, Ausschusses, Ausschüsse, Ausschüssen+EW; Z.: Aus—schu-s-s
$ausschwärmen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ausschwärmen, hinausschwärmen, ausfliegen; E.: s. aus, s. schwärmen; L.: DW 1, 964, EWD s. u. Schwarm; GB.: vielleicht seit 1493 belegte und aus aus und schwärmen gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches hinausschwärmen oder ausfliegen; F.: ausschwärmen, schwärme aus, schwärmst aus, schwärmt aus, schwärmen aus, schwärmest aus, schwärmet aus, schwärmte aus, schwärmtest aus, schwärmten aus, schwärmtet aus, ausgeschwärmt, ##ausgeschwärmt, ausgeschwärmte, ausgeschwärmtes, ausgeschwärmtem, ausgeschwärmten, ausgeschwärmter##, ausschwärmend, ###ausschwärmend, ausschwärmende, ausschwärmendes, ausschwärmendem, ausschwärmenden, ausschwärmender###, auszuschwärmen, ####auszuschwärmen, auszuschwärmend, auszuschwärmende, auszuschwärmendes, auszuschwärmendem, auszuschwärmenden, auszuschwärmender####, schwärm (!) aus+EW; Z.: aus—schwär-m-en
$ausschweifen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. ausschweifen, herausschweifen, hinausschweifen, umherziehen; E.: s. aus, s. schweifen; L.: DW 1, 964, EWD s. u. schweifen; GB.: (ūzsweifen) vielleicht seit um 1362 belegte und aus aus und schweifen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinausschweifen oder umherziehen; F.: ausschweifen, schweife aus, schweifst aus, schweift aus, schweifest aus, schweifet aus, schweifte aus, schweiftest aus, schweiften aus, schweiftet aus, ausgeschweift, ##ausgeschweift, ausgeschweifte, ausgeschweiftes, ausgeschweiftem, ausgeschweiften, ausgeschweifter##, ausschweifend, ###ausschweifend, ausschweifende, ausschweifendes, ausschweifendem, ausschweifenden, ausschweifender###, auszuschweifen, ####auszuschweifen, auszuschweifend, auszuschweifende, auszuschweifendes, auszuschweifendem, auszuschweifenden, auszuschweifender####, schweif (!) aus+EW; Z.: aus—schwei-f-en
$ausschweifend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. ausschweifend, übermäßig; E.: s. ausschweifen, s. d; L.: fehlt DW (s. ausschweifen), EWD s. u. schweifen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ausschweifen und d gebildete Bezeichnung für übermäßig; F.: ausschweifend, ausschweifende, ausschweifendes, ausschweifendem, ausschweifenden, ausschweifender(, ausschweifendere, ausschweifenderes, ausschweifenderem, ausschweifenderen, ausschweifenderer, ausschweifendst, ausschweifendste, ausschweifendstes, ausschweifendstem, ausschweifendsten, ausschweifendster)+EW; Z.: aus—schwei-f-en-d
$Ausschweifung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ausschweifung, Übermaß; E.: s. ausschweif(en), s. ung; L.: DW 1, 965, EWD s. u. schweifen; GB.: seit 1482 belegte und vielleicht nach lat. evagatio aus ausschweif(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Übermaß; F.: Ausschweifung, Ausschweifungen+EW; Z.: Aus—schwei-f-ung
$aussehen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. aussehen, hinaussehen, hinausblicken, Ausschau halten, erscheinen; E.: s. aus, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 1, 967, EWD s. u. sehen; GB.: (ūzsehen) seit 1200-1210 belegte und aus aus und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Augen mögliches hinaussehen oder hinausblicken oder Ausschau halten oder erscheinen; F.: aussehen, sehe aus, siehst aus, sieht aus, sehen aus, seht aus, sehest aus, sehet aus, sah aus, sahst aus, sahen aus, saht aus, sähe aus, sähest aus, sähst aus, sähen aus, sähet aus, säht aus, ausgesehen, ##ausgesehen, ausgesehene, ausgesehenes, ausgesehenem, ausgesehenen, ausgesehener##, aussehend, ###aussehend, aussehende, aussehendes, aussehendem, aussehenden, aussehender###, auszusehen, ####auszusehen, auszusehend, auszusehende, auszusehendes, auszusehendem, auszusehenden, auszusehender####, sieh (!) aus, siehe aus+EW; Z.: aus—seh-en
$Aussehen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Aussehen, Hinausblicken, Erscheinung, Eindruck, Anblick, Anschein; E.: s. aussehen; L.: DW 1, 968, EWD s. u. sehen; GB.: (ūzsehen) seit um 1362 belegte und aus aussehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliche Erscheinung oder Eindruck oder Anblick oder Anschein; F.: Aussehen, Aussehens+EW; Z.: Aus—seh-en
außen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. außen, außerhalb, draußen; ne. outside; Vw.: -; Hw.: s. aus, außer; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ūzen (2), ūzzen, Präp., Adv., aus, außer, draußen, außerhalb, ausgenommen, außen; mnd. ūten, Adv., aus, heraus; ahd. ūzan, Präp., Adv., Konj., Präf., aus, außen, ohne, aber; ahd. ūzana, Präp., Adv., außen, draußen, außer, nach außen; as. ūtan, Adv., draußen, heraus; anfrk. -; germ. *ūtan, Adv., außen; vgl. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. außen, EWD s. u. außen, DW 1, 1025 (auszen), DW2 3, 1406, Duden s. u. außer; Son.: vgl. afries. -; ae. ūtan, ūtane, Adv., von außen, draußen, ohne; an. ūtan, Adv., von außen her, ohne, außer; got. ūtana, Adv., von außen, außen, äußere, außerhalb; nschw. utan, Adv., außen; nnorw. ute, Adv., außen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches außerhalb oder draußen; BM.: örtliches Verhältnis; F.: außen+EW; Z.: auß-en
$Außenseiter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Außenseiter; E.: s. Außenseit(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Außenseiter, fehlt DW, EWD s. u. außen; GB.: seit 1906 belegte und wohl nach ne. outsider aus außen und Seit(e) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen an dem Rande einer Gruppe oder Gesellschaft stehenden Menschen; F.: Außenseiter, Außenseiters, Außenseitern+EW; Z.: Auß-en-sei-t-er
$Außenstand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Außenstand, Außenstehendes, offene Forderung; E.: s. außen, s. Stand; L.: fehlt DW, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1774 belegte und aus außen und Stand gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld mögliche offene Forderung; F.: Außenstand, Außenstandes, Außenstands, Außenstände, Außenständen+EW; Z.: Auß-en—sta-n-d
außer, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. außer, außerhalb, ausgenommen; ne. except, other than; Vw.: -; Hw.: s. aus, außen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ūzer (1), Präp., aus, außerhalb, von, von ... ab, von ... weg, über, aus etwas heraus, von innen hervor; mnd. ūter, Präp., außer; ahd. ūzar, Präp., Konj., aus, heraus, sondern (Konj.), aber; as. *ūtar?, Präp., außer; germ. *ūtar, Adv., außer; s. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. außer, EWD s. u. außer, DW 1, 1029, DW2 3, 1417, Duden s. u. außer; Son.: vgl. afries. ūter, ūtur, Präp., außer, ohne; ae. ūtor, Adv., jenseits; an. ūtar, Adj., weiter draußen befindlich, südlichere; got. -; GB.: (ūzar) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Verhältniswort) für eine Ausnahme oder ausgenommen; BM.: örtliches Verhältnis; F.: außer+EW; Z.: auß-er
$äußere, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. äußere; E.: s. außen; L.: DW 1, 1032, EWD s. u. äußer; GB.: (ūzaro*) um 765 belegte und von außen abgeleitete Bezeichnung (Komparativ) für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches eher außen gelegen in Gegensatz zu innere; F.: äußer, äußere, äußeres, äußerem, äußeren, äußerer(, äußerere, äußereres, äußererem, äußereren, äußererer, äußerst, äußerste, äußerstes, äußerstem, äußersten, äußerster)+EW; Z.: äuß-er
$außergewöhnlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. außergewöhnlich, ungewöhnlich, besondere; E.: s. außer, s. gewöhnlich; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 1, 1034 (auszergewöhnlich), EWD s. u. gewöhnlich; GB.: seit 1798 belegte und vielleicht nach lat. extraordinarius aus außer und gewöhnlich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches ungewöhnlich oder besondere; F.: außergewöhnlich, außergewöhnliche, außergewöhnliches, außergewöhnlichem, außergewöhnlichen, außergewöhnlicher(, außergewöhnlichere, außergewöhnlicheres, außergewöhnlicherem, außergewöhnlicheren, außergewöhnlicherer, außergewöhnlichst, außergewöhnlichste, außergewöhnlichstes, außergewöhnlichstem, außergewöhnlichsten, außergewöhnlichster)+EW; Z.: auß-er—ge—wöhn-lich
$außerhalb, nhd., Präp., (10. Jh.): nhd. außerhalb, außen befindlich, draußen; E.: s. außer, s. halb; GB.: (ūzarhalb*) seit um 1000 belegte und aus außer und halb gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches außen befindlich oder draußen in Gegensatz zu innen befindlich oder drinnen; L.: Kluge s. u. außer, DW 1, 1034 (auszerhalb), EWD s. u. außerhalb; F.: außerhalb+EW; Z.: auß-er-hal-b
$äußerlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. äußerlich, äußere; E.: s. äußere, s. lich; L.: Kluge s. u. außer, DW 1, 1035, EWD s. u. äußer; GB.: (ūzerlich) seit um 1210 belegte und aus äußer(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches äußere in Gegensatz zu innere (innerlich); F.: äußerlich, äußerliche, äußerliches, äußerlichem, äußerlichen, äußerlicher+EW; Z.: äuß-er—lich
$Äußerlichkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Äußerlichkeit, Äußeres, Außenwelt; E.: s. äußerlich, s. heit, s. keit; L.: (Äuszerlichkeit) DW 1, 1035, EWD s. u. äußer; GB.: (ūzerlīcheit) seit vor 1298 belegte und aus äußerlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches Äußeres in Gegensatz zu Innerem (Innenwelt); F.: Äußerlichkeit, Äußerlichkeiten+EW; Z.: Äuß-er-lich—kei-t
äußern, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. äußern, aussprechen, zu einem Ausdruck bringen, erklären, mitteilen, sagen; ne. utter (V.), voice (V.); Vw.: -; Hw.: s. aus, außen, außer; Q.: 11. Jh.?; E.: mhd. ūzeren*, ūzern, sw. V., sich fortmachen von, sich entäußern, enthalten, verzichten, sich entledigen; mnd. ǖteren*, uteren, ūtenen, sw. V., hinaustreiben, verjagen, verstoßen (V.), ausmustern, sich lossagen von; vgl. germ. *ūtan, Adv., außen; vgl. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. äußern, EWD s. u. äußern, DW 1, 1036, DW2 3, 1431, Duden s. u. äußern; Son.: vgl. afries. ūtria, sw. V. (2), herausgeben; nndl. uiten, V., äußern; nschw. yttra, V., äußern; nnorw. ytre, V., äußern; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches aussprechen oder erklären oder mitteilen oder sagen oder eine Aussage tätigen; BM.: hinausgeben des Inneren in die Umgebung; F.: äußern, äußere, äußerst, äußert, äußre, äußerte, äußertest, äußerten, äußertet, geäußert, ##geäußert, geäußerte, geäußertes, geäußertem, geäußerten, geäußerter##, äußernd, ###äußernd, äußernde, äußerndes, äußerndem, äußernden, äußernder###, äußer (!)+EW; Z.: äuß-er-n
$außerordentlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. außerordentlich, außergewöhnlich; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lüs. lat. extraordinarius; E.: s. außer, s. ordentlich; L.: DW 1 , 1037 (auszerordentlich), EWD s. u. Orden; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und nach lat. extraordinarius gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches außergewöhnlich; F. außerordentlich, außerordentliche, außerordentliches, außerordentlichem, außerordentlichen, außerordentlicher(, außerordentlichere, außerordentlicheres, außerordentlicherem, außerordentlicheren, außerordentlicherer, außerordentlichst, außerordentlichste, außerordentlichstes, außerordentlichstem, außerordentlichsten, außerordentlichster)+EW+FW; Z.: auß-er—or-d-ent-lich
$Äußerung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Äußerung, Aussage, Bekundung, Erklärung, Mitteilung; E.: s. äußer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. außer, DW 1, 1037, EWD s. u. äußern; GB.: (ūzerunge) seit Ende 13. Jh. belegte und aus äußer(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Aussage oder Bekundung oder Erklärung oder Mitteilung; F.: Äußerung, Äußerungen+EW; Z.: Äuß-er-ung
$aussetzen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. aussetzen, nach außen setzen, wegbringen, ausnehmen E.: s. aus, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 1, 970, EWD s. u. setzen; GB.: (ūzsetzen) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus aus und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nach außen setzen oder wegbringen; F.: aussetzen, setze aus, setzt aus, setzen aus, setzest aus, setzet aus, setzte aus, setztest aus, setzten aus, setztet aus, ausgesetzt, ##ausgesetzt, ausgesetzte, ausgesetztes, ausgesetztem, ausgesetzten, ausgesetzter##, aussetzend, ###aussetzend, aussetzende, aussetzendes, aussetzendem, aussetzenden, aussetzender###, auszusetzen, ####auszusetzen, auszusetzend, auszusetzende, auszusetzendes, auszusetzendem, auszusetzenden, auszusetzender####, setz (!) aus+EW; Z.: aus—setz-en
$Aussicht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aussicht, Sicht, Ausblick; E.: s. aus, s. Sicht; L.: DW 1, 972, EWD s. u. sehen; GB.: seit vor 1644 belegte und aus aus und Sicht gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Augen mögliche Sicht oder einen Ausblick; F.: Aussicht, Aussichten+EW; Z.: Aus—sich-t
$aussondern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. aussondern, ausgliedern, ausschließen, trennen; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: s. aus, s. sondern; L.: EWD s. u. sonder, DW 1, 974, DW2 3, 1452; GB.: seit um 1194 belegte und aus aus und sondern (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausgliedern oder ausschließen oder trennen; F.: aussondern, sondere aus, sonder (!) aus, sonderst aus, sondert aus, sonderte aus, sondertest aus, sonderten aus, sondertet aus, ausgesondert, ##ausgesondert, ausgesonderte, ausgesondertes, ausgesondertem, ausgesonderten, ausgesonderter##, aussondernd, ###aussondernd, aussonderndes, aussonderndem, aussondernden, aussondernder###, auszusondern, ####auszusondern, auszusondernd, auszusondernde, auszusonderndes, auszusonderndem, auszusondernden, auszusondernder####, sonder (!) aus+EW; Z.: aus—sond-er-n
$ausspannen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ausspannen, abspannen, befreien; E.: s. aus, s. spannen; L.: Kluge s. u. spannen, DW 1, 975, EWD s. u. spannen; GB.: seit 1295 belegte und aus aus und spannen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches abspannen oder befreien; F.: ausspannen, spanne aus, spannst aus, spannt aus, spannen aus, spannest aus, spannet aus, spannte aus, spanntest aus, spannten aus, spanntet aus, ausgespannt, ##ausgespannt, ausgespannte, ausgespanntes, ausgespanntem, ausgespannten, ausgespannter##, ausspannend, ###ausspannend, ausspannende, ausspannendes, ausspannendem, ausspannenden, ausspannender###, auszuspannen, ####auszuspannen, auszuspannend, auszuspannende, auszuspannendes, auszuspannendem, auszuspannenden, auszuspannender####, spann (!) aus+EW; Z.: aus—span-n-en
$Aussprache, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Aussprache, Unterredung, Mitteilung, Sprechweise; Q.: 1385; E.: s. aus, s. Sprache; L.: DW 1, 978, DW2 3, 1471; GB.: seit 1385 belegte und aus aus und Sprache gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Unterredung oder Mitteilung oder Sprechweise; F.: Aussprache, Aussprachen+EW; Z.: Aus—s-pra-ch-e
$aussprengen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. aussprengen, ausspringen machen, aussenden, ausströmen; E.: s. aus, s. sprengen; L.: DW 1, 979, EWD s. u. sprengen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus aus und sprengen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausspringen machen oder aussenden oder ausströmen; F.: aussprengen, sprenge aus, sprengst aus, sprengt aus, sprengest aus, sprenget aus, sprengte aus, sprengtest aus, sprengten aus, sprengtet aus, ausgesprengt, ##ausgesprengt, ausgesprengte, ausgesprengtes, ausgesprengtem, ausgesprengten, ausgesprengter##, aussprengend, ###aussprengend, aussprengende, aussprengendes, aussprengendem, aussprengenden, aussprengender###, auszusprengen, ####auszusprengen, auszusprengend, auszusprengende, auszusprengendes, auszusprengendem, auszusprengenden, auszusprengender####, spreng (!) aus+EW; Z.: aus—s-pre-ng-en
ausstaffieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausstaffieren, ausstatten; ne. garnish (V.), accoutre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1486; I.: z. T. it. Lw.; E.: s. mnd. ūtstoffēren, sw. V., ausstaffieren, ausrüsten, versehen (V.) mit; nhd. aus; s. nd. utstafferen, sw. V., ausstaffieren; mnl. stoffēren, V., ausstaffieren?; afrz. estofer, V., ausstaffieren; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. stuppa, Werg; s. gr. στύπη (stýpē), F., Werg; gr. στύφειν (stýphein), V., zusammenziehen, dicht machen, festmachen; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ausstaffieren, EWD s. u. ausstaffieren, DW 1, 981, DW2 3, 1488, Duden s. u. ausstaffieren, Gamillscheg 401a; Son.: vgl. nndl. stofferen, V., ausstaffieren; nschw. ustoffera, V., ausstaffieren; nnorw. utstaffere, V., ausstaffieren; BM.: ausstopfen; GB.: seit um 1486 mnd. belegte und aus aus und staffieren gebildete sowie teilweise aus dem Italienischen aufgenommene und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausstatten; F.: ausstaffieren, staffiere, staffierst, staffiert, staffierest, staffieret, staffierte, staffiertest, staffierten, staffiertet, ausstaffiert, ##ausstaffiert, ausstaffierte, ausstaffiertes, ausstaffiertem, ausstaffierten, ausstaffierter##, ausstaffierend, ###ausstaffierend, ausstaffierende, ausstaffierendes, ausstaffierendem, ausstaffierenden, ausstaffierender###, auszustaffieren, ###auszustaffieren, auszustaffierend, auszustaffierende, auszustaffierendes, auszustaffierendem, auszustaffierenden, auszustaffierender####, staffier (!) aus+EW+FW; Z.: aus—staf-f-ier-en
$Ausstand, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Ausstand, Forderung, Streik; E.: s. aus, s. Stand; L.: Kluge s. u. Ausstand, DW 1, 982, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1392 belegte und aus aus und Stand gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Geld mögliche außenstehende Forderung und später einen Streik von Arbeitnehmern; F.: Ausstand, Ausstands, Ausstandes, Ausstände, Ausständen+EW; Z.: Aus—sta-n-d
$ausstatten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ausstatten, ausrüsten, einkleiden, geben; E.: s. aus, s. statten; L.: Kluge s. u. ausstatten, Statt, DW 1, 983; GB.: seit 1458 belegte und aus aus und statten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Zivilisation und Kultur des Menschen mögliches ausrüsten oder einkleiden oder geben; F.: ausstatten, statte aus, stattest aus, stattet aus, statten aus, stattete aus, stattetest aus, statteten aus, stattetet aus, ausgestattet, ##ausgestattet, ausgestattete, ausgestattetes, ausgestattetem, ausgestatteten, ausgestatteter##, ausstattend, ###ausstattend, ausstattende, ausstattendes, ausstattendem, ausstattenden, ausstattender###, auszustatten, ####auszustatten, auszustattend, auszustattende, auszustattendes, auszustattendem, auszustattenden, auszustattender####, statt (!) aus+EW; Z.: aus—sta-t-t-en
$ausstechen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. ausstechen, ausheben; E.: s. aus, s. stechen; L.: Kluge s. u. ausstechen, DW 1, 984, EWD s. u. stechen; GB.: seit 11. Jh. altsächsisch belegte und aus aus und stechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung entsprechender Werkzeuge des Menschen mögliches herausstechen oder ausheben; F.: ausstechen, steche aus, stichst aus, sticht aus, stechen aus, stecht aus, stechest aus, stechet aus, stach aus, stachst aus, stachen aus, stacht aus, stäche aus, stächest aus, stächst aus, stächen aus, stächet aus, stächt aus, ausgestochen, ##ausgestochen, ausgestochene, ausgestochenes, ausgestochenem, ausgestochenen, ausgestochener##, ausstechend, ###ausstechend, ausstechende, ausstechendes, ausstechendem, ausstechenden, ausstechender###, auszustechen, ####auszustechen, auszustechend, auszustechende, auszustechendes, auszustechendem, auszustechenden, auszustechender####, stich (!) aus+EW; Z.: aus—ste-ch-en
$ausstehen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. ausstehen, durchstehen, fehlen; R.: s. aus, s. stehen; L.: Kluge s. u. ausstehen, DW 1, 985, EWD s. u. stehen; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus aus und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufspringen oder durchstehen oder fehlen; F.: ausstehen, stehe aus, stehst aus, steht aus, stehen aus, stehest aus, stehet aus, stand aus, standest aus, standst aus, standen aus, standet aus, stände aus, ständest aus, ständen aus, ständet aus, stünde aus, stündest aus, stünden aus, stündet aus, ausgestanden, ##ausgestanden, ausgestandene, ausgestandenes, ausgestandenem, ausgestandenen, ausgestandener##, ausstehend, ###ausstehend, ausstehende, ausstehendes, ausstehendem, ausstehenden, ausstehender###, auszustehen, ####auszustehen, auszustehend, auszustehende, auszustehendes, auszustehendem, auszustehenden, auszustehender####, steh (!) aus+EW; Z.: aus—steh-en
$ausstellen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ausstellen, hinausstellen, verfassen; E.: s. aus, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 1, 987, EWD s. u. stellen; GB.: seit 1391 belegte und aus aus und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinausstellen oder verfassen; F.: ausstellen, stelle (!) aus, stellst aus, stellt aus, stellen aus, stellest aus, stellet aus, stellte aus, stelltest aus, stellten aus, stelltet aus, ausgestellt, ##ausgestellt, ausgestellte, ausgestelltes, ausgestelltem, ausgestellten, ausgestellter##, ausstellend, ###ausstellend, ausstellende, ausstellendes, ausstellendem, ausstellenden, ausstellender###, auszustellen, ####auszustellen, auszustellend, auszustellende, auszustellendes, auszustellendem, auszustellenden, auszustellender####, stell (!) aus+EW; Z.: aus—stel-l-en
$Ausstellung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Ausstellung, Herstellung, Abfassung, Zurschaustellung; E.: s. ausstell(en), s. ung; L.: DW 1, 987, EWD s. u. stellen; GB.: vielleicht seit 1437 belegte und aus ausstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Herstellung oder Abfassung oder Zurschaustellung; F.: Ausstellung¸ Ausstellungen+EW; Z.: Aus—stel-l-ung
$aussterben, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. aussterben, sterben, wegsterben; E.: s. aus, s. sterben; L.: Kluge s. u. sterben, DW 1, 987, EWD s. u. sterben; GB.: (ūzsterben) vielleicht seit 1401 belegte und aus aus und sterben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches sterben oder wegsterben; F.: aussterben, sterbe aus, stirbst aus, stirbt aus, sterben aus, sterbest aus, sterbet aus, starb aus, starbst aus, starben aus, starbt aus, stürbe aus, stürbest aus, stürbst aus, stürben aus, stürbet aus, stürbt aus, ausgestorben, ##ausgestorben, ausgestorbene, ausgestorbenes, ausgestorbenem, ausgestorbenen, ausgestorbener##, aussterbend, ###aussterbend, aussterbende, aussterbendes, aussterbendem, aussterbenden, aussterbender###, auszusterben, ####auszusterben, auszusterbend, auszusterbende, auszusterbendes, auszusterbendem, auszusterbenden, auszusterbender####, stirb (!) aus+EW; Z.: aus—ster-b-en
$Aussteuer, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Aussteuer, Ausstattung, Mitgift; E.: s. aus, s. Steuer (F.); L.: Kluge s. u. Aussteuer, DW 1, 988, EWD s. u. Steuer; GB.: seit 1494 belegte und aus aus und Steuer (F.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit Sesshaftwerdung mögliche Ausstattung; F.: Aussteuer, Aussteuern+EW; Z.: Aus—steu-er
$aussteuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. aussteuern, ausstatten, geben; E.: s. Aussteuer, s. (e)n (Suff.); L.: DW 1, 988, EWD s. u. Steuer (F.); GB.: (ūzstiuren) seit um 1276 (Schwabenspiegel) belegte und aus Aussteuer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit Sesshaftwerdung mögliches ausstatten oder geben; F.: aussteuern, steuere aus, steuer (!) aus, steuerst aus, steuert aus, steuerte aus, steuertest aus, steuerten aus, steuertet aus, ausgesteuert, ##ausgesteuert, ausgesteuerte, ausgesteuertes, ausgesteuertem, ausgesteuerten, ausgesteuerter##, aussteuernd, ###aussteuernd, aussteuerndes, aussteuerndem, aussteuernden, aussteuernder###, auszusteuern, ####auszusteuern, auszusteuernd, auszusteuernde, auszusteuerndes, auszusteuerndem, auszusteuernden, auszusteuernder####, steuer (!) aus+EW; Z.: aus—steu-er-n
$ausstopfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ausstopfen, ausfüllen, abdichten; E.: s. aus, s. stopfen; L.: Kluge s. u. stopfen, DW 1, 988, EWD s. u. stopfen; GB.: seit 1603 belegte und aus aus und stopfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches ausfüllen oder abdichten; F.: ausstopfen, stopfe aus, stopfst aus, stopft aus, stopfen aus, stopfest aus, stopfet aus, stopfte aus, stopftest aus, stopften aus, stopftet aus, ausgestopft, ##ausgestopft, ausgestopfte, ausgestopftes, ausgestopftem, ausgestopften, ausgestopfter##, ausstopfend, ###ausstopfend, ausstopfende, ausstopfendes, ausstopfendem, ausstopfenden, ausstopfender###, auszustopfen, ####auszustopfen, auszustopfend, auszustopfende, auszustopfendes, auszustopfendem, auszustopfenden, auszustopfender####, stopf (!) aus+EW; Z.: aus—stopf-en
$aussuchen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. aussuchen, auswählen, erkunden; E.: s. aus, s. suchen; L.: Kluge s. u. suchen, DW 1, 994, EWD s. u. suchen; GB.: (ūzsuochen) vor 1350 belegte und aus aus und suchen gebildete Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlich mögliches auswählen oder erkunden; F.: aussuchen, suche aus, suchst aus, sucht aus, suchen aus, suchest aus, suchet aus, suchte aus, suchtest aus, suchten aus, suchtet aus, ausgesucht, ##ausgesucht, ausgesuchte, ausgesuchtes, ausgesuchtem, ausgesuchten, ausgesuchter##, aussuchend, ###aussuchend, aussuchende, aussuchendes, aussuchendem, aussuchenden, aussuchender###, auszusuchen, ####auszusuchen, auszusuchend, auszusuchende, auszusuchendes, auszusuchendem, auszusuchenden, auszusuchender####, such (!) aus+EW; Z.: aus—such-en
$aussuckeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. aussuckeln, aussüffeln, aussaugen; E.: s. aus, s. suckeln; L.: DW 1, 995, EWD s. u. saugen; GB.: (ūzsuggelen*) seit 15. Jh. belegte und aus aus und suckeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung höherer Tiere mögliches aussaugen; F.: aussuckeln, suckle aus, suckel (!) aus, suckelst aus, suckelt aus, suckelest (!) aus, suckelet (!) aus, suckelte aus, suckeltest aus, suckelten aus, suckeltet aus, ausgesuckelt, ##ausgesuckelt, ausgesuckelte, ausgesuckeltes, ausgesuckeltem, ausgesuckelten, ausgesuckelter##, aussuckelnd, ###aussuckelnd, aussuckelnde, aussuckelndes, aussuckelndem, aussuckelnden, aussuckelnder###, auszusuckeln, ####auszusuckeln, auszusuckelnd, auszusuckelnde, auszusuckelndes, auszusuckelndem, auszusuckelnden, auszusuckelnder####, suckel (!) aus+EW; Z.: aus—su-ck-el-n
Auster, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Auster, eine Muschel; ne. oyster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (in der Form Austerschale Basler Rezepte); E.: mhd. ōster, st. M., Auster; oder aus dem nd. ūster, M., Auster; s. afrz. oistre, Sb., Auster; lat. ostrea, F., Auster, Muschel, (um 180-102 v. Chr.); gr. ὄστρεον (óstreon), N., Auster; vgl. idg. *ost-, *ostʰ-, *ast-, *osti, *ostʰi, *ostr̥g, *ostr̥, *ostʰr̥g, ostʰr̥, Sb., Knochen, Pokorny 783 (1351/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Auster, EWD s. u. Auster, DW 1, 996, DW2 3, 1538, Duden s. u. Auster, Bluhme s. u. Auster; Son.: vgl. nndl. oester, Sb., Auster; frz. huître, F., Auster; nschw. ostron, Sb., Auster; nnorw. østers, M., Auster; poln. ostryga, F., Auster; nir. oisre, M., Auster; lit. austrė, F., Auster; GB.: (aosterskala) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine weltweit in flachen Tidengewässern beheimatete vor mehr als 200 Millionen Jahren entstandene von winzigen Planktonalgen lebende sowie schon seit mehr als 125000 Jahren von Menschen (an dem Roten Meer) genutzte essbare Muschel; GB.: harte Schale; F.: Auster, Austern+FW; Z.: Aust-er
$austilgen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. austilgen, beseitigen, vernichten; E.: s. aus, s. tilgen; L.: DW 1, 998, EWD s. u. tilgen; GB.: (ūztīligen*) seit 1409 belegte und aus aus und tilgen gebildete sowie teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für beseitigen oder vernichten; F.: austilgen, tilge aus, tilgst aus, tilgt aus, tilgest aus, tilget aus, tilgte aus, tilgtest aus, tilgten aus, tilgtet aus, ausgetilgt, ##ausgetilgt, ausgetilgte, ausgetilgtes, ausgetilgtem, ausgetilgten, ausgetilgter##, austilgend, ###austilgend, austilgende, austilgendes, austilgendem, austilgenden, austilgender###, auszutilgen, ####auszutilgen, auszutilgend, auszutilgende, auszutilgendes, auszutilgendem, auszutilgenden, auszutilgender####, tilg (!) aus+FW; Z.: aus—til-g-en
$austragen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. austragen, hinaustragen, ausführen; E.: s. aus, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, DW 1, 1000; GB.: (ūztragan*) seit um 1000 belegte und aus aus und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinaustragen oder ausführen; F.: austragen, trägst aus, trägt aus, tragt aus, tragen aus, tragest aus, traget aus, trug aus, trugst aus, trugen aus, trugt aus, trüge aus, trügest aus, trügen aus, trüget aus, ausgetragen, ##ausgetragen, ausgetragene, ausgetragenes, ausgetragenem, ausgetragenen, ausgetragener##, austragend, ###austragend, austragende, austragendes, austragendem, austragenden, austragender###, auszutragen, ####auszutragen, auszutragend, auszutragende, auszutragendes, auszutragendem, auszutragenden, auszutragender####, trag (!) aus+EW; Z.: aus—trag-en
Australopithecus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Australopithecus, eine Art des Vormenschen; ne. australopithecus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1925; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. austrālis, Adj., südlich, Süd..., im Süden befindlich; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, *u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. πίθηκος (píthēkos), M., Affe, hässlicher Mensch; vgl. idg. *bʰōi-, *bʰəi-, *bʰī-, V., sich fürchten, Pokorny 161 (263/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Australopithecus; Son.: vgl. nndl. australopithecus, Sb., Australopithecus; frz. australopithèque, M., Australopithecus; nschw. australopithecus, Sb., Australopithecus; nnorw. australopithecus, M., Australopithecus; kymr. australopithecus, M., Australopithecus; nir. astrálaipiotacas, M., Australopithecus; poln. australopitek, M., Australopithecus; poln. australopitekai, M., Australopithecus; GB.: seit um 1925 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor rund 4 bis 2 Millionen Jahren lebende Art des Vormenschen; BM.: südlich, Affe; F.: Australopithecus, Australopithecinen+FW; Z.: Aus-t-r-al-o-pi-th-ec-us
$austreten, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. austreten, hinaustreten, niedertreten, Wasser lassen; E.: s. aus, s. treten; L.: Kluge s. u. austreten, DW 1, 1003, EWD s. u. treten; GB.: (ūztreten) seit um 1200 belegte und aus aus und treten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinaustreten oder niedertreten oder Wasser lassen; F.: austreten, trete aus, trittst aus, tritt aus, treten aus, tretet aus, tretest aus, trat aus, tratest aus, tratst aus, traten aus, tratet aus, träte aus, trätest aus, träten aus, trätet aus, ausgetreten, ##ausgetreten, ausgetretene, ausgetretenes, ausgetretenem, ausgetretenen, ausgetretener##, austretend, ###austretend, austretende, austretendes, austretendem, austretenden, austretender###, auszutreten, ####auszutreten, auszutretend, auszutretende, auszutretendes, auszutretendem, auszutretenden, auszutretender####, tritt (!) aus+EW; Z.: aus—tre-t-en
$austricksen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. austricksen, ausspielen, überlisten; E.: s. aus, s. tricksen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Trick; GB.: seit 1966 belegte und aus aus und Trick sowie tricksen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches ausspielen oder überlisten; F.: austricksen, trickse aus, tricksst (!) aus, trickst aus, tricksen aus, tricksest aus, trickset aus, trickste aus, trickstest aus, tricksten aus, trickstet aus, ausgetrickst, ##ausgetrickst, ausgetrickste, ausgetrickstes, ausgetrickstem, ausgetricksten, ausgetrickster##, austricksend, ###austricksend, austricksende, austricksendes, austricksendem, austricksenden, austricksender###, auszutricksen, ####auszutricksen, auszutricksend, auszutricksende, auszutricksendes, auszutricksendem, auszutricksenden, auszutricksender####, tricks (!) aus+EW+FW; Z.: aus—tri-ck-s-en
$Austritt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Austritt, Hinaustreten, Weggehen; E.: s. aus, s. Tritt; L.: DW 1, 1005, EWD s. u. treten; GB.: seit 1250-1275 belegte und aus aus und Tritt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hinaustreten oder Weggehen; F.: Austritt, Austrittes, Austritts, Austritte Austritten+EW; Z.: Aus—tri-t-t
$austrocknen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. austrocknen; E.: s. aus, s. trocknen; L.: DW 1, 1005, EWD s. u. trocken; GB.: seit 1473 belegte und aus aus und trocknen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches trocken werden oder von Menschen entwickeltes trocken machen; F.: austrocknen, trockne (!) aus, trocknest aus, trocknet aus, trocknete aus, trocknetest aus, trockneten aus, trocknetet aus, ausgetrocknet, ##ausgetrocknet, ausgetrocknete, ausgetrocknetes, ausgetrocknetem, ausgetrockneten, ausgetrockneter##, austrocknend, ###austrocknend, austrocknende, austrocknendes, austrocknendem, austrocknenden, austrocknender###, auszutrocknen, ####auszutrocknen, auszutrocknend, auszutrocknende, auszutrocknendes, auszutrocknendem, auszutrocknenden, auszutrocknender####, trockne (!) aus+EW; Z.: aus—tro-ck-n-en
$austüfteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. austüfteln, erdenken, ausdenken, erfinden; E.: s. aus, s. tüfteln; L.: Kluge s. u. tüfteln, fehlt DW, EWD s. u. tüfteln; GB.: seit 1847 belegte und aus aus und tüfteln gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit mhd. tüftelen (schlagen, klopfen) verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erdenken oder ausdenken oder erfinden; F.: austüfteln, tüftel (!) aus, tüftle aus, tüftelst aus, tüftelt aus, tüfteln aus, tüftelte aus, tüfteltest aus, tüftelten aus, tüfteltet aus, ausgetüftelt, ##ausgetüftelt, ausgetüftelte, ausgetüfteltes, ausgetüfteltem, ausgetüftelten, ausgetüftelter##, austüftelnd, ###austüftelnd, austüftelnde, austüftelndes, austüftelndem, austüftelnden, austüftelnder###, auszutüfteln, ####auszutüfteln, auszutüftelnd, auszutüftelnde, auszutüftelndes, auszutüftelndem, auszutüftelnden, auszutüftelnder####, tüftel (!) aus+EW; Z.: aus—tüf-t-el-n
$ausufern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ausufern, über ein Ufer hinaustreten, ein großes Ausmaß einnehmen; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. aus, s. Ufer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Ufer, fehlt DW, EWD s. u. Ufer; GB.: seit 1907 belegte und aus aus und Ufer sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches über ein Ufer hinaustreten oder ein großes Ausmaß einnnehmen; F.: ausufern, ufere aus, ufer (!) aus, uferst aus, ufert aus, ufern (!) aus, uferte aus, ufertest aus, uferten aus, ufertet aus, ausgeufert, ##ausgeufert, ausgeuferte, ausgeufertes, ausgeufertem, ausgeuferten, ausgeuferter##, ausufernd, ###ausufernd, ausuferndes, ausuferndem, ausufernden, ausufernder###, auszuufern, ####auszuufern, auszuufernd, auszuufernde, auszuuferndes, auszuuferndem, auszuufernden, auszuufernder####, ufer (!) aus+EW; Z.: aus—uf-er-n
$auswärtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. auswärtig, auswärts betreffend, nach außen gerichtet, fremd; E.: s. auswärt(s), s. ig; L.: DW 1, 1010, EWD s. u. -wärts; GB.: seit um 1000 belegte und aus auswärt(s) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches auswärts betreffend; F.: auswärtig, auswärtige, auswärtiges, auswärtigem, auswärtigen, auswärtiger+EW; Z.: aus—wär-t-ig
$auswärts, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. auswärts, nach außen gerichtet; E.: s. aus, s. wärts; L.: DW 1, 1010, EWD s. u. -wärts; E.: seit 8. Jh. belegte und aus aus und wärts gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches nach außen gerichtet; F.: auswärts+EW; Z.: aus—wär-t-s
$ausweichen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. ausweichen, weichen, weggehen; E.: s. aus, s. weichen; L.: Kluge s. u. weichen, DW 1, 1012, EWD s. u. weichen; GB.: seit um 1400 belegte und aus aus und weichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches weggehen; F.: ausweichen, weiche (!) aus, weichst aus, weicht aus, weichen aus, weichest aus, weichet aus, wich aus, wichst aus, wichen aus, wicht aus, wichest aus, wichet aus, ausgewichen, ##ausgewichen, ausgewichene, ausgewichenes, ausgewichenem, ausgewichenen, ausgewichener##, ausweichend, ##äausweichend, ausweichende, ausweichendes, ausweichendem, ausweichenden, ausweichender###, auszuweichen, ####auszuweichen, auszuweichend, auszuweichende, auszuweichendes, auszuweichendem, auszuweichenden, auszuweichender####, weich (!) aus +EW; Z.: aus—wei-ch-en
$ausweiden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ausweiden, ausschlachten, Eingeweide entnehmen, abweiden; L.: Kluge s. u. ausweiden, DW 1, 1012, EWD s. u. Eingeweide; GB.: seit 1411 belegte und aus aus und weiden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausschlachten oder entnehmen; F.: ausweiden, weide aus, weidest aus, weidet aus, weiden aus, weidete aus, weidetest aus, weideten aus, weidetet aus, ausgeweidet, ##ausgeweidet, ausgeweidete, ausgeweidetes, ausgeweidetem, ausgeweideten, ausgeweideter##, ausweidend, ###ausweidend, ausweidende, ausweidendes, ausweidendem, ausweidenden, ausweidender###, auszuweiden, ####auszuweiden, auszuweidend, auszuweidende, auszuweidendes, auszuweidendem, auszuweidenden, auszuweidender####, weid (!) aus+EW; Z.: aus—wei-d-en
$Ausweis, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Ausweis, Nachweis, Beweis, Auskunft, Angabe; Q.: 1396?; L.: DW 1, 1013, EWD s. u. ausweisen; GB.: seit 1396 belegte und aus ausweis(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift durch den Menschen möglichen Nachweis oder Beweis oder eine Auskunft oder Angabe; F.: Ausweis, Ausweises, Ausweise, Ausweisen+EW; Z.: Aus—wei-s
$ausweisen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. ausweisen, nachweisen, beweisen, hinausweisen; E.: s. aus, s. weisen; L.: DW 1, 1013, EWD s. u. ausweisen; GB.: seit um 1147 belegte und aus aus und weisen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift durch den Menschen mögliches nachweisen oder beweisen sowie später auch hinausweisen; F.: ausweisen, weise aus, weist aus, weisest aus, weiset aus, wies aus, wiesest aus, wiest aus, wiesen aus, wieset aus, ausgewiesen, ##ausgewiesen, ausgewiesene, ausgewiesenes, ausgewiesenem, ausgewiesenen, ausgewiesener##, ausweisend, ###ausweisend, ausweisende, ausweisendes, ausweisendem, ausweisenden, ausweisender###, auszuweisen, ####auszuweisen, auszuweisend, auszuweisende, auszuweisendes, auszuweisendem, auszuweisenden, auszuweisender####, weis (!) aus+EW; Z.: aus—wei-s-en
$Ausweisung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Ausweisung, Ausweis, Hinausweisen, Fortschicken; E.: s. ausweis(en), s. ung; L.: DW 1, 1013, EWD s. u. ausweisen; GB.: (ūzwīsunge) vielleicht seit 1347-1359 belegte und aus ausweis(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Hinausweisen oder Fortschicken; F.: Ausweisung, Ausweisungen+EW; Z.: Aus—wei-s-ung
$ausweiten, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. ausweiten, weiten, ausdehnen; E.: s. aus. s. weiten, s. weit; L.: Kluge s. u. weit, DW 1, 1014; GB.: seit 1691 belegte und aus aus und weit sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches weiten oder ausdehnen; F.: ausweiten, weite aus, weitest aus, weitet aus, weiten aus, weitete aus, weitetest aus, weiteten aus, weitetet aus, ausgeweitet, ##ausgeweitet, ausgeweitete, ausgeweitetes, ausgeweitetem, ausgeweiteten, ausgeweiteter##, ausweitend, ###ausweitend, ausweitende, ausweitendes, ausweitendem, ausweitenden, ausweitender###, auszuweiten, ####auszuweiten, auszuweitend, auszuweitende, auszuweitendes, auszuweitendem, auszuweitenden, auszuweitender####, weit (!) aus+EW; Z.: aus—wei-t-en
$auswendig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. auswendig, äußere, zusätzlich; L.: Kluge 1. A. s. u. Wende, Kluge s. u. auswendig, DW 1, 1014, EWD s. u. wenden; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus aus und wendig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches äußere oder zusätzlich; F.: auswendig, auswendige, auswendiges, auswendigem, auswendigen, auswendiger+EW; Z.: aus—we-nd-ig
$auswerfen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. auswerfen, hinauswerfen; E.: s. aus, s. werfen; GB.: (ūzwerfan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus aus und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hinauswerfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 1, 1014, EWD s. u. werfen; F.: auswerfen, werfe aus, wirfst aus, wirft aus, werft aus, werfest aus, werfet aus, warf aus, warfst aus, warfen aus, warft aus, würfe aus, würfest aus, würfen aus, würfet aus, ausgeworfen, ##ausgeworfen, ausgeworfene, ausgeworfenes, ausgeworfenem, ausgeworfenen, ausgeworfener##, auswerfend, ###auswerfend, auswerfende, auswerfendes, auswerfendem, auswerfenden, auswerfender###, auszuwerfen, ####auszuwerfen, auszuwerfend, auszuwerfende, auszuwerfendes, auszuwerfendem, auszuwerfenden, auszuwerfender####, wirf (!) aus+EW; Z.: aus—wer-f-en
$auswringen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. auswringen, auspressen, auswinden; Q.: um 1450?; L.: fehlt DW, EWD s. u. wringen; GB.: vielleicht seit um 1450 belegte und aus aus und wringen gebildete Bezeichnung für auspressen oder auswinden; F.: auswringen, auswringe, auswringst, auswringt, auswringest, auswringet, auswringte (!), auswringtest (!), auswringten (!), auswringtet (!), ausgewrungen, ##gewrungen, ausgewrungene, ausgewrungenes, ausgewrungenem, ausgewrungenen, ausgewrungener##, auswringend, ###wringend, auswringende, auswringendes, auswringendem, auswringenden, auswringender###, auswring (!)+EW; Z.: aus—wri-ng-en
$auszahlen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. auszahlen, zahlen, bezahlen, entrichten; E.: s. aus, s. zahlen; L.: DW 1, 1022, EWD s. u. Zahl; GB.: seit 1396 belegte und aus aus und zahlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches zahlen oder bezahlen oder entrichten; F.: auszahlen, zahle aus, zahlst aus, zahlt aus, zahlest aus, zahlet aus, zahlte aus, zahltest aus, zahlten aus, zahltet aus, ausgezahlt, ##ausgezahlt, ausgezahlte, ausgezahltes, ausgezahltem, ausgezahlten, ausgezahlter##, auszahlend, ###auszahlend, auszahlende, auszahlendes, auszahlendem, auszahlenden, auszahlender###, zahl (!) aus+EW; Z.: aus—zah-l-en
$auszehren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. auszehren, verzehren, verbrauchen; E.: s. aus, s. zehren; L.: Kluge s. u. zehren, DW 1, 1024, EWD s. u. zehren; GB.: (ūzzeren*) seit 1418/1419 belegte und aus aus und zehren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches verzehren oder verbrauchen; F.: auszehren, zehre aus, zehrst aus, zehrt aus, zehren aus, zehrest aus, zehret aus, zehrte aus, zehrtest aus, zehrten aus, zehrtet aus, ausgezehrt, ##ausgezehrt, ausgezehrte, ausgezehrtes, ausgezehrtem, ausgezehrten, ausgezehrter##, auszehrend, ###auszehrend, auszehrende, auszehrendes, auszehrendem, auszehrenden, auszehrender###, auszuzehren, ####auszuzehren, auszuzehrend, auszuzehrende, auszuzehrendes, auszuzehrendem, auszuzehrenden, auszuzehrender####, zehr (!) aus+EW; Z.: aus-zehr-en
$Auszehrung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Auszehrung, Verzehren, Verbrauchen, Entkräften, Entkräftung; E.: s. auszehr(en), s. ung; L.: DW 1, 1024, EWD s. u. zehren; GB.: seit 1444 belegte und aus auszehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches Verzehren oder Verbrauchen oder Entkräften oder Entkräftung; F.: Auszehrung, Auszehrungen+EW; Z.: Aus—zehr-ung
$auszeichnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. auszeichnen, kennzeichnen, hervorheben; E.: s. aus, s. zeichnen; L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 1, 1024; GB.: (ūzzeichenen) seit 1373 belegte und aus aus und zeichnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Zeichen mögliches kennzeichnen oder hervorheben; F.: auszeichnen, zeichne aus, zeichnest aus, zeichnet aus, zeichnen aus, zeichnete aus, zeichnetest aus, zeichneten aus, zeichnetet aus, ausgezeichnet, ##ausgezeichnet, ausgezeichnete, ausgezeichnetes, ausgezeichnetem, ausgezeichneten, ausgezeichneter##, auszeichnend, ###auszeichnend, auszeichnende, auszeichnendes, auszeichnendem, auszeichnenden, auszeichnender###, auszuzeichnen, ####auszuzeichnen, auszuzeichnend, auszuzeichnende, auszuzeichnendes, auszuzeichnendem, auszuzeichnenden, auszuzeichnender####, zeichne aus+EW; Z.: aus—zei-ch-n-en
$ausziehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. ausziehen, hinausziehen, hervorziehen, wegziehen; E.: s. aus, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 1, 1037, EWD s. u. ziehen; GB.: seit um 830 belegte und aus aus und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinausziehen oder hervorziehen oder wegziehen; F.: ausziehen, ziehe aus, ziehst aus, zieht aus, ziehen aus, ziehest aus, ziehet aus, zog aus, zogst aus, zogen aus, zogt aus, zöge aus, zögest aus, zögst aus, zögen aus, zöget aus, ausgezogen, ##ausgezogen, ausgezogene, ausgezogenes, ausgezogenem, ausgezogenen, ausgezogener##, ausziehend, ###ausziehend, ausziehende, ausziehendes, ausziehendem, ausziehenden, ausziehender###, auszuziehen, ####auszuziehen, auszuziehend, auszuziehende, auszuziehendes, auszuziehendem, auszuziehenden, auszuziehender####, zieh (!) aus+EW; Z.: aus—zie-h-en
$Auszug, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Auszug, Ausnahme, Einrede, Einwand; E.: s. aus, s. Zug; L.: DW 1, 1042, EWD s. u. ziehen; GB.: (ūzezuc*) seit 1348-1350 belegte und nach lat. exceptio aus aus und Zug gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache anerkannte Ausnahme oder Einrede oder einen Einwand; F.: Auszug, Auszugs, Auszuges, Auszüge, Auszügen+EW; Son.: s. ūzzoc (Auszug, Einrede) zwölfhundertsiebenundsiebzig; Z.: Aus—zu-g
autark, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. autark, wirtschaftlich unabhängig; ne. autarkic, autarchic, independent; Vw.: -; Hw.: s. Autarkie; Q.: 1814 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. αὐτάρκης (autárkēs); E.: s. gr. αὐτάρκης (autárkēs), Adj., selbstgenügsam, zufrieden, sicher, unabhängig; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀρκεῖν (arkein), V., abwehren, abhalten, helfen, hinreichen, stark genug sein (V.); idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); L.: Kluge s. u. Autarkie, fehlt DW, EWD s. u. Autarkie, DW2 3, 1653, Duden s. u. autark; Son.: vgl. nndl. autarkisch, Adj., autark; frz. autarcique, Adj., autark; poln. autarkiczny, Adj., autark; GB.: seit 1814 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für politisch vielleicht seit dieser Zeit von Staaten verstärkt angestrebtes wirtschaftlich unabhängig; BM.: selbst genug seiend; F.: autark, autarke, autarkes, autarkem, autarken, autarker+FW(+EW); Z.: au-t-ark
Autarkie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Autarkie, wirtschaftliche Unabhängigkeit; ne. autarchy; Vw.: -; Hw.: s. autark; Q.: 1807 (Hegel); I.: Lw. gr. αὐτάρκεια (autárkeia); E.: s. gr. αὐτάρκεια (autárkeia), F., Selbstgenügsamkeit, Selbständigkeit; vgl. gr. αὐτάρκης (autárkēs), Adj., selbstgenügsam, zufrieden, sicher, unabhängig; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀρκεῖν (arkein), V., abwehren, abhalten, helfen, hinreichen, stark genug sein (V.); idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); L.: Kluge s. u. Autarkie, fehlt DW, EWD s. u. Autarkie, DW2 3, 1653, Duden s. u. Autarkie; Son.: vgl. nndl. autarkie, Sb., Autarkie; frz. autarcie, V., Autarkie; nschw. autarki, Sb., Autarkie; nnorw. autarki, N., Autarkie; poln. autarkia, F., Autarkie; kymr. awtarchiaeth, F., Autarkie; GB.: seit der späteren Neuzeit (1807) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Staaten verstärkt angestrebte wirtschaftliche Unabhängigkeit; BM.: selbst genug seiend; F.: Autarkie, Autarkien+FW(+EW); Z.: Au-t-ark-ie
authentisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. authentisch, echt, sicher, tatsächlich, maßgeblich; ne. authentic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1560; I.: Lw. lat. authenticus; E.: s. lat. authenticus, Adj., zuverlässig, verbürgt, eigenhändig, authentisch; s. gr. αὐθεντικός (authentikós), Adj., zuverlässig, richtig, eigenhändig, authentisch; vgl. gr. αὐθέντης (authéntēs), M., Urheber, Mörder, Gewalthaber; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. authentisch, fehlt DW, EWD s. u. authentisch, DW2 3, 1654, Duden s. u. authentisch; Son.: vgl. nndl. authentiek, Adj., authentisch; frz. authentique, Adj., authentisch; nschw. autentisk, Adj., authentisch; nnorw. autentisk, Adj., authentisch; poln. autentyczny, Adj., authentisch; lit. autentiškas, Adj., authentisch; GB.: seit 1560 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für echt oder sicher oder tatsächlich oder maßgeblich; BM.: Bezug zu sich selbst; F.: authentisch, authentische, authentisches, authentischem, authentischen, authentischer(, authentischere, authentischeres, authentischerem, authentischeren, authentischerer, authentischst, authentischste, authentischstes, authentischstem, authentischsten, authentischster)+FW(+EW); Z.: au-th-ent-isch
$Authentizität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Authentizität, Echtheit, Sicherheit, Tatsächlichkeit, Ursprünglichkeit; Q.: Mitte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. authentisch; GB.: seit 1742 belegte und aus authenti(sch) und zi sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Echtheit oder Sicherheit oder Tatsächlichkeit oder Ursprünglichkeit; F.: Authentizität, Authentizitäten+FW(+EW?); Z.: Au-th-ent-iz-it-ät
autistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. autistisch, an einer Wahrnehmungsstörung leidend, übertrieben bis krankhaft ichbezogen; ne. autistic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1911 (Freud); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 3, 1655, Duden s. u. autistisch; Son.: vgl. nndl. autistisch, Adj., autistisch; frz. autiste, Adj., autistisch; nschw. autistisk, Adj., autistisch; nnorw. autistisk, Adj., autistisch; poln. autystyczny, Adj., autistisch; kymr. awtistig, Adj., autistisch; lit. autistinis, Adj., autistisch; GB.: seit 1911 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit medizinisch erfasstes übertrieben bis krankhaft ichbezogen; BM.: Bezug zu sich selbst; F.: autistisch, autistische, autistisches, autistischem, autistischen, autistischer(, autistischere, autistischeres, autistischerem, autistischeren, autistischerer)+FW(+EW); Z.: au-t-ist-isch
Auto, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Auto, Automobil, Kraftfahrzeug; ne. auto (amerik.), car; Vw.: -; Hw.: s. Automobil; Q.: 1904 (Die Fackel); I.: z. T. gr. Lw.; E.: Kunstbildung, Kopfwort bzw. Bestimmungswort von Automobil; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Auto, fehlt DW, EWD s. u. Auto, DW2 3, 1655, Duden s. u. Auto; Son.: vgl. nndl. auto, Sb., Auto, Automobil; frz. auto, Sb., Auto, Automobil; poln. auto, N., Auto, Automobil; in den skandinavischen Sprachen wurde das Hinterglied von Automobil verwendet vgl. nschw. bil, Sb., Auto, Automobil; nnorw. bil, M., Auto, Automobil; lit. automobilis, M., Automobil; GB.: seit 1904 belegte Bezeichnung für ein von Menschen seit 1885 entwickeltes und verwendetes mehrspuriges durch Verbrennung von durch Menschen hergestellte Kraftstoffe wie Benzin oder Dieselöl oder später mittels Elektrizität angetriebenes Kraftfahrzeug zu einer Beförderung; BM.: selbstfahrend; F.: Auto, Autos+FW; Z.: Au-t-o
auto..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. auto..., selbst, sich selbst betreffend; ne. auto...; Vw.: s. -chthon, -didakt, -gen, -gramm, -krat, -mat, -matisch, -matisieren, -mobil, -nom, -nomie, -psie; Hw.: s. Autarkie, authentisch, Auto, Autodidakt, autogen, Autogramm, Autokrat, Automat, Autonomie; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. αὐτός (autós); E.: gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. auto..., EWD s. u. auto...; Son.: vgl. nndl. auto..., Präf., auto...; frz. auto..., Präf., auto...; nschw. auto..., Präf., auto...; nnorw. auto..., Präf., auto...; poln. auto..., Präf., auto...; lit. auto..., Präf., auto...; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sich selbst betreffend; BM.: Bezug zu sich selbst; F.: auto…+FW; Z.: au-t-o-
$Autobiographie, Autobiografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Autobiographie; E.: s. auto, s. Biographie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Biographie; GB.: seit 1756 belegte und aus den griechischen Wörtern auto und Biographe gebildete Bezeichnung für eine nach Entwicklung von Sprache und Schrift schon seit dem Altertum mögliche von dem Betroffenen wie Flavius Josephus (1. Jh. n. Chr.) oder Augustinus (Confessiones 397 n. Chr.) oder zahlreichen anderen wie beispielsweise Jean-Jacques Rousseau (1782-1787) oder Johann Wolfgang Goethe (Dichtung und Wahrheit 1811-1833 für die Zeit von 1749 bis 1775) selbst verfasste Beschreibung seines Lebens; F.: Autobiographie, Autobiographien, Autobiografie, Autobiografien+FW(+EW); Z.: Au-t-o—bio—graph-ie
$Autobus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Autobus; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Auto(mobil), s. (Omni)bus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Omnibus; GB.: seit 1910 belegte und aus Auto(mobil) und (lat.) (Omni)bus (mit allen) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach der Entwicklung von Kraftfahrzeugen geschaffenes Kraftfahrzeug zu der Beförderung einer größeren Gruppe von Menschen; F.: Autobus, Autobusses, Autobusse, Autobussen+FW; Z.: Au-t-o—b-us
autochthon, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. autochthon, eingeboren, alteingesessen, in einem Land selbst entstanden, bodenständig; ne. autochthonous, indigenous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1829 (Goethe); I.: Lw. gr. αὐτόχθων (autóchthōn); E.: s. gr. αὐτόχθων (autóchthōn), Adj., aus dem Land selbst entsprungen, eingeboren; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein; vgl. idg. *au- (4), *u? (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. χθών (chthṓm), F., Erde, Erdbogen; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 3, 1656, Duden s. u. autochthon; Son.: vgl. nndl. autochtoon, Adj., autochthon; frz. autochtone, Adj., autochthon; nschw. autokton, Adj., autochthon; poln. autochtoniczny, Adj., autochthon; lit. autochtonas, Adj., autochthon; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eingeboren oder alteingesessen oder in einem Land selbst entstanden; BM.: selbst, Erde; F.: autochthon, autochthone, autochthones, autochthonem, autochthonen, autochthoner+FW; Z.: au-t-o-chthon
Autodafé, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Autodafé, feierliche Hinrichtung von Häretikern oder Ketzern, Verbrennung von Schriften; ne. auto-da-fé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1714; I.: Lw. port. auto da fé; E.: s. port. auto da fé, M., Glaubensgericht, Akt des Glaubens; vgl. lat. āctus fidēi, M., Akt des Glaubens; lat. āctus, M., Sich-Bewegen, Bewegung, Treiben, Akt, Abschnitt; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. fidēs, F., Vertrauen, Zutrauen, Zuversicht, Glaube; idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Autodafé, fehlt DW, DW2 3, 1656, Duden s. u. Autodafé; Son.: vgl. nndl. auto-da-fé, Sb., Autodafé; frz. autodafé, M., Autodafé; nschw. autodafé, Sb., Autodafé; nnorw. autodafé, M., Autodafé; poln. auto-da-fé, Sb., Autodafé; nbret. auto da fé, M.?, Autodafé; lit. autodafė, F., Autodafé; GB.: seit 1714 belegte und aus dem Portugiesischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die öffentliche Verbrennung von Häretikern oder Ketzern oder von häretischen Schriften auf der iberischen Halbinsel seit 1481; BM.: Bezug zu dem christlichen Glauben; F.: Autodafé, Autodafés+FW; Z.: Aut-o-da-fé
Autodidakt, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.?): nhd. Autodidakt, Selbstgelehrter, Ungelernter; ne. autodidact; Vw.: -; Hw.: s. Didaktik, didaktisch; Q.: 1688?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. αὐτοδίδακτος (autodídaktos), Adj., durch sich selbst belehrt, selbstgebildet; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. διδάσκειν (didáskein), V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dens- (1), Sb., V., Geisteskraft, Ratschluss, lehren, lernen, Pokorny 201 (321/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Kluge s. u. Autodidakt, didaktisch, fehlt DW, EWD s. u. Autodiakt, Autodidakt; Son.: vgl. nndl. autodidact, M., Autodidakt; frz. autodidacte, M., Autodidakt; nschw. autodidakt, M., Autodidakt; nnorw. autodidakt, M., Autodidakt; russ. автодидакт (autodidakt), M., Autodidakt; GB.: vielleicht seit 1688 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sein Wissen durch Selbstunterricht (selbstgelehrt) erworben habenden ungelernten Menschen; BM.: selbstgelehrt; F.: Autodidakt, Autodidakten+FW; Z.: Au-t-o-di-d-akt
$autodidaktisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. autodidaktisch, selbstgelehrt, selbstbelehrend; Q.: 1766; L.: fehlt DW, EWD s. u. Autodidakt; GB.: seit 1766 belegte und aus Autodidakt und isch gebildete Bezeichnung für selbstbelehrend oder Autodidakte betreffend; F.: autodidaktisch, autodidaktische, autodidaktisches, autodidaktischem, autodidaktischen, autodidaktischer+FW(+EW); Z.: au-t-o-di-d-akt-isch
autogen, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. autogen, eigenständig, aus sich selbst heraus entstehend; ne. autogenous, autogenic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. αὐτογενής (autogenḗs); E.: s. gr. αὐτογενής (autogenḗs), Adj., demselben Geschlecht entsprossen; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γένος (génos), M., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. autogen, fehlt DW, EWD s. u. autogen, Duden s. u. autogen; Son.: vgl. nndl. autogeen, Adj., autogen; frz. autogène, Adj., autogen; ndän. autogen, Adj., autogen; nnorw. autogen, Adj., autogen; poln. autogeniczny, Adj., autogen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete Bezeichnung für aus sich selbst heraus entstehend; BM.: selbstentstanden; F.: autogen, autogene, autogenes, autogenem, autogenen, autogener+FW; Z.: au-t-o-gen
Autogramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Autogramm, eigenhändige Unterschrift; ne. autograph; Vw.: -; Hw.: Autograph; Q.: 1878 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γράρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Gewicht von 1/24 Unze; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Autogramm, fehlt DW, EWD s. u. Autogramm, DW2 3, 1656, Duden s. u. Autogramm; Son.: vgl. nndl. autogram, Sb., Autogramm; frz. autographe, M., Autogramm; nschw. autograf, Sb., Autogramm; nnorw. autograf, M., Autogramm; poln. autograf, M., Autogramm; nir. átagraf, M., Autogramm; lit. autografas, M., Autogramm; GB.: seit 1878 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine eigenhändige Unterschrift; BM.: eigenes Schriftzeichen; F.: Autogramm, Autogrammes, Autogramms, Autogramme, Autogrammen+FW; Z.: Au-t-o-gramm
$Autograph, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Autograph; I.: Lw. lat.-gr. autographum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Autogramm; GB.: seit 1628 belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von einem Verfasser selbst geschriebenes Werk; F.: Autograph, Autographs, Autographes, Autographe, Autographen+FW(+EW); Z.: Au-t-o-graph
Autokrat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Autokrat, selbst Herrschenderr; ne. autocrat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1772/1777 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. αὐτοκράτωρ (autokrátōr); E.: s. gr. αὐτοκράτωρ (autokrátōr), M., Selbstherrscher, Gewaltherrscher; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW2 3, 1657, Duden s. u. Autokrat; Son.: vgl. nndl. autocraat, M., Autokrat; frz. autocrate, M., Autokrat; nschw. autokrat, M., Autokrat; nnorw. autokrat, M., Autokrat; poln. autokrata, M., Autokrat; kymr. awtocrat, M., Autokrat; lit. autokratas, M., Autokrat; GB.: seit 1772/1777 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen die Macht selbst Ausübenden oder selbst Herrschenden; BM.: Selbstherrscher; F.: Autokrat, Autokraten+FW(+EW); Z.: Au-t-o-kra-t
Automat, nhd., (Part. Prät.=) M., (16. Jh.): nhd. Automat, Maschine, Roboter, Apparat; ne. automat, automatic machine; Vw.: -; Hw.: s. automatisch, automatisieren; Q.: 1575; I.: Lw. lat. automatum; E.: s. lat. automatum, N., Automat, Maschine die sich selbst bewegt, Kunstleistung, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. αὐτόματον (autómaton), N., Automat; vgl. gr. αὐτόματος (autómatos), Adj., aus eigenem Antrieb handelnd, sich von selbst fortbewegend; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Automat, fehlt DW, EWD s. u. Automat, DW2 3, 1657, Duden s. u. Automat; Son.: vgl. nndl. automaat, Sb., Automat; frz. automate, M., Automat; nschw. automat, Sb., Automat; nnorw. automat, M., Automat; poln. automat, M., Automat; lit. automatas, M., Automat; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums (nach Münzeinwurf Heilwasser laufen lassende Geräte in Ägypten) entwickelte und verwendete sich selbst bewegende Maschine; BM.: selbstdenkend; F.: Automat, Automaten+FW; Z.: Au-t-o-ma-t
$Automation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Automation, automatisch ablaufende Herstellung; E.: s. Automat, s. ion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Automat; GB.: seit 1955 belegte und aus Automat und ion gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit entwickelte automatisch ablaufende Herstellung von Gegebenheiten; F.: Automation, Automationen+FW(+EW?); Z.: Au-t-o-ma-t-io-n
automatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. automatisch, selbsttätig, mechanisch; ne. automatic, automated; Vw.: -; Hw.: s. Automat, automatisieren; Q.: 1763; I.: Lw. frz. automatique; E.: s. frz. automatique, Adj., automatisch; vgl. lat. automatum, N., Automat, Maschine die sich selbst bewegt, Kunstleistung, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. αὐτόματον (autómaton), N., Automat; vgl. gr. αὐτόματος (autómatos), Adj., aus eigenem Antrieb handelnd, sich von selbst fortbewegend; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Automat, fehlt DW, EWD s. u. Automat, DW2 3, 1659, Duden s. u. automatisch; Son.: vgl. nndl. automatisch, Adj., automatisch; nschw. automatisk, Adj., automatisch; nnorw. automatisk, Adj., automatisch; poln. automatycznie, Adj., automatisch; kymr. awtomatig, Adj., automatisch; lit. automatinis, Adj., automatisch; GB.: seit 1763 belegte und aus Automat und isch gebildete Bezeichnung für Automaten und Automation betreffend oder durch Selbststeuerung oder Selbstregelung erfolgend oder selbsttätig oder mechanisch; BM.: selbstbeweglich; F.: automatisch, automatische, automatisches, automatischem, automatischen, automatischer+FW(+EW); Z.: au-t-o-ma-t-isch
automatisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. automatisieren, verinnerlichen, durch Maschinen ersetzen, maschinisierend verselbständigen; ne. automate, automatize; Vw.: -; Hw.: s. Automat, automatisch; Q.: 1904; I.: Lw. frz. automatiser; E.: s. frz. automatiser, V., automatisieren; vgl. lat. automatum, N., Automat, Maschine die sich selbst bewegt, Kunstleistung, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. αὐτόματον (autómaton), N., Automat; vgl. gr. αὐτόματος (autómatos), Adj., aus eigenem Antrieb handelnd, sich von selbst fortbewegend; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Automat, fehlt DW, EWD s. u. Automat, DW2 3, 1660, Duden s. u. automatisieren; Son.: vgl. nndl. automatiseren, V., automatisieren; nschw. automatisera, V., automatisieren; nnorw. automatisere, V., automatisieren; poln. automatyzować, V., automatisieren; GB.: seit 1904 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus automatis(er) bzw. Automat und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes maschinisierend verselbständigen; BM.: selbstbeweglich; F.: automatisieren, automatisiere, automatisierst, automatisiert, automatisierest, automatisieret, automatisierte, automatisiertest, automatisierten, automatisiertet, ##automatisiert, automatisierte, automatisiertes, automatisiertem, automatisierten, automatisierter##, automatisierend, ###automatisierend, automatisierende, automatisierendes, automatisierendem, automatisierenden, automatisierender###, automatisier (!)+FW; Z.: au-t-o-ma-t-is-ier-en
$Automatisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Automatisierung, maschinisierte Selbststeuerung; Q.: 1894; L.: fehlt DW, EWD s. u. Automat; GB.: seit 1894 belegte und aus Automat und is sowie ier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickelte maschinisierte Selbststeueruung; F.: Automatisierung, Automatisierungen+FW; Z.: Au-t-o-ma-t-is-ier-ung
Automobil, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Automobil, Auto, Kraftfahrzeug; ne. automobile (amerik.), car; Vw.: -; Hw.: s. Auto; Q.: 1893 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen, biegsam, lenksam, erregbar; vgl. lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Automobil, fehlt DW, EWD s. u. Auto, DW2 3, 1661, Duden s. u. Automobil; Son.: vgl. nndl. automobiel, Sb., Auto, Automobil; frz. automobile, F., Auto, Automobil; poln. automobil, M., Auto, Automobil; in den skandinavischen Sprachen wurde das Hinterglied von Automobil verwendet vgl. nschw. bil, Sb., Auto, Automobil; nnorw. bil, M., Auto, Automobil; lit. automobilis, M., Automobil; GB.: seit 1893 belegte und aus dem Frz. aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit etwa dieser Zeit entwickeltes und danach verwendetes mehrspuriges durch von Menschen hergestellte Kraftstoffe wie Benzin oder Dieselöl oder später Elektrizität angetriebenes Kraftfahrzeug zu einer Beförderung; BM.: selbstbeweglich; F.: Automobil, Automobils Automobile Automobilen+FW; Z.: Au-t-o-mo-b-il
autonom, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. autonom, selbständig, unabhängig; ne. autonomous, autonomic; Vw.: -; Hw.: s. Autonomie; Q.: 1839 (Feuerbach); I.: Lw. gr. αὐτόνομος (autónomos); E.: s. gr. αὐτόνομος (autónomos), Adj., nach eigenen Gesetzen lebend, unabhängig, politisch selbständig, frei; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Autonomie, fehlt DW, EWD s. u. Autonomie, DW2 3, 1661, Duden s. u. autonom; Son.: vgl. nndl. autonoom, Adj., autonom; frz. autonome, Adj., autonom; nschw. autonom, Adj., autonom; nnorw. autonom, Adj., autonom; poln. autonomiczny, Adj., autonom; kymr. awtonomaidd, Adj., autonom; lit. autonominis, Adj., autonom; lit. autonomiškas, Adj., autonom; GB.: seit 1839 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für selbständig oder unabhängig; BM.: Selbstordnung bzw. Unabhängigkeit; F.: autonom, autonome, autonomes, autonomem, autonomen, autonomer(, autonomere, autonomeres, autonomerem, autonomeren, autonomerer, autonomst, autonomste, autonomstes, autonomstem, autonomsten, autonomster)+FW+EW; Z.: au-t-o-nom
Autonomie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Autonomie, Selbständigkeit, Unabhängigkeit; ne. autonomy; Vw.: -; Hw.: s. autonom; Q.: 1780; I.: Lw. gr. αὐτονομία (autonomía); E.: s. gr. αὐτονομία (autonomía), F., politische Unabhängigkeit, Selbständigkeit; vgl. gr. αὐτόνομος (autónomos), Adj., nach eigenen Gesetzen lebend, unabhängig, politisch selbständig, frei; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Autonomie, DW2 3 (Autonomie), Duden s. u. Autonomie; Son.: vgl. nndl. autonomie, Sb., Autonomie; frz. autonomie, F., Autonomie; nschw. autonomi, Sb., Autonomie; nnorw. autonomi, M., Autonomie; poln. autonomie, F., Autonomie; kymr. awtomiaeth, F., Autonomie; lit. autonomija, F., Autonomie; GB.: seit 1780 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine verwaltungsmäßige Selbständigkeit oder Unabhängigkeit; BM.: Selbstordnung bzw. Unabhängigkeit; F.: Autonomie, Autonomien+FW(+EW); Z.: Au-t-o-nom-ie
Autopsie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Autopsie, Leichenschau; ne. autopsy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1750 (Lexikon); I.: Lw. gr. αὐτοψία (autopsía); E.: s. gr. αὐτοψία (autopsía), F., Sehen mit eigenen Augen, Augenschein; vgl. gr. αὐτόπτης (autóptēs), M., Augenzeuge; gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄσσε (ósse), ὄττε (ótte), Sb. (Dual), Augen; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Autopsie, DW2 3, 1662, Duden s. u. Autopsie; Son.: vgl. nndl. autopsie, Sb., Autopsie; frz. autopsie, F., Autopsie; nschw. autopsi, Sb., Autopsie; nnorw. autopsi, M., Autopsie; poln. autopsja, F., Autopsie; kymr. awtopsia, M., Autopsie; lit. autopsija, F., Autopsie; GB.: seit 1750 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Untersuchung eines Gegenstands mit eigenen Augen (wie beispielsweise eine seit etwa 300 v. Chr. schriftlich bezeugte Untersuchung einer Leiche [durch einen Gerichtsmediziner]); BM.: selbst sehen; F.: Autopsie, Autopsien+FW(+EW); Z.: Au-t-ops-ie
Autor, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Autor, Verfasser; ne. author; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1430; I.: Lw. lat. auctor; E.: s. lat. auctor, M., Förderer, Urheber, Stifter, Gewährsmann, Bürge, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Autor, DW 1, 1044, EWD s. u. Autor, DW2 3, 1663, Duden s. u. Autor; Son.: vgl. nndl. auteur, M., Autor; frz. auteur, M., Autor; nschw. auktor, M., Autor; poln. autor, M., Autor; kymr. awdur, M., Autor; nir. údar, M., Autor; lit. autorius, M., Autor; GB.: seit um 1430 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verfasser oder geistigen Urheber eines literarischen Werkes oder eines Gedankens; BM.: vermehren; F.: Autor, Autors, Autoren+FW; Z.: Au-t-or
autorisieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. autorisieren, ermächtigen, mit einer Vollmacht ausstatten; ne. authorize; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1500 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. autoriser; E.: s. frz. autoriser, V., autorisieren, ermächtigen; mlat. auctorizāre, V., ermächtigen, bestätigen, (838); vgl. lat. auctor, M., Förderer, Urheber, Stifter, Gewährsmann, Bürge, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. autorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Autor, DW2 3, 1664, Duden s. u. autorisieren; Son.: vgl. nndl. autoriseren, V., autorisieren; nschw. auktorisera, V., autorisieren; nnorw. autorisere, V., autorisieren; poln. autoryzować, V., autorisieren; kymr. awdurdodi, V., authorisieren; nir. údaraím, V., autorisieren; lit. autorizuoti, V., autorisieren; GB.: seit 1500 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl nach den Hochkulturen des Altertums mögliches ermächtigen oder mit einer Vollmacht ausstatten; BM.: eine Ermächtigung erteilen; BM.: vermehren; F.: autorisieren, autorisiere, autorisierst, autorisiert, autorisierest, autorisieret, autorisierte, autorisiertest, autorisierten, autorisiertet, ##autorisiert, autorisierte, autorisiertes, autorisiertem, autorisierten, autorisierter##, autorisierend, ###autorisierend, autorisierende, autorisierendes, autorisierendem, autorisierenden, autorisierender###, autorisier !)+FW(+EW); Z.: au-t-or-is-ier-en
autoritär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. autoritär, befehlend, zwingend, unbedingten Gehorsam fordernd, totalitär; ne. authoritarian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1871; E.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. auctōritās, F., Bestandhaben, Bestandgeben, Gültigkeit, Beglaubigung, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. augēre, V., wachsen (V.) (1) lassen, wachsen (V.) (1) machen, gedeihen lassen, fördern; idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. autoritär, fehlt DW, EWD s. u. Autorität, DW2 3, 1665, Duden s. u. autoritär; Son.: vgl. nndl. autoritair, Adj., autoritär; frz. autoritaire, Adj., autoritär; nschw. auktoritär, Adj., autoritär; nnorw. autoritær, Adj., autoritär; poln. autorytarny, Adj., autoritär; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unbedingten Gehorsam fordernd; BM.: vermehren; F.: autoritär, autoritäre, autoritäres, autoritärem, autoritären, autoritärer(, autoritärere, autoritäreres, autoritärerem, autoritäreren, autoritärerer, autoritärste, autoritärstes, autoritärstem, autoritärsten, autoritärster)+FW; Z.: au-t-or-it-är
Autorität, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Autorität, Ansehen; ne. authority; Vw.: -; Hw.: s. autoritativ; Q.: 1319; E.: mhd. auctoriteit, st. F., Autorität, zur Beglaubigung zitierter maßgeblicher Text; lat. auctōritās, F., Bestandhaben, Bestandgeben, Gültigkeit, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. augēre, V., wachsen (V.) (1) lassen, wachsen (V.) (1) machen, gedeihen lassen, fördern; idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Autorität, fehlt DW, EWD s. u. Autorität, DW2 3, 1665, Duden s. u. Autorität; Son.: vgl. nndl. autoriteit, Sb., Autorität; frz. autorité, F., Autorität; nschw. auktoritet, Sb., Autorität; nnorw. autoritet, M., Autorität; poln. autorytet, M., Autorität; kymr. awdurdod, M., Autorität; lit. autoritetas, M., Autorität; GB.: (auctoriteit) seit 1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein auf einer besonderen Stellung oder auf überlegenen Fähigkeiten und Kenntnissen beruhendes Ansehen eines Menschen; BM.: vermehren; F.: Autorität, Autoritäten+FW; Z.: Au-t-or-it-ät
autoritativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. autoritativ, auf Ansehen beruhend, maßgeblich; ne. authoritative; Vw.: -; Hw.: s. Autorität; Q.: 1704 (Leibniz); I.: Lw. mlat. auctōritatīvus; E.: s. mlat. auctōritatīvus, Adj., herrschaftlich, auf der öffentlichen Gewalt beruhend; lat. auctōritās, F., Bestandhaben, Bestandgeben, Gültigkeit, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. augēre, V., wachsen (V.) (1) lassen, wachsen (V.) (1) machen, gedeihen lassen, fördern; idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Autorität, fehlt DW, EWD s. u. Autorität, DW2 3, 1666, Duden s. u. autoritativ; Son.: vgl. nschw. auktoritativ, Adj., autoritativ; nnorw. autoritativ, Adj., autoritativ; poln. autorytatywnie, Adj., autoritativ; lit. autoritetingas, Adj., autoritativ; GB.: seit 1704 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf Ansehen beruhend oder maßgeblich; BM.: vermehren; F.: autoritativ, autoritative, autoritatives, autoritativem, autoritativen, autoritativer(, autoritativere, autoritativeres, autoritativerem, autoritativeren, autoritativerer, autoritativst, autoritativste, autoritativstes, autoritativstem, autoritativsten, autoritativster)+FW[+EW]; Z.: au-t-or-it-at-iv
$Autorschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Autorschaft, Urheberschaft, Verfasserschaft; Q.: 1752.; L.: DW 1, 1045, EWD s. u. Autor; GB.: seit 1752 belegte und aus Autor und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliche Urheberschaft oder Verfasserschaft eines Gedankens oder Werkes; F.: Autorschaft, Autorschaften (!)+FW+EW; Z.: Au-t-or—schaf-t
auxiliar, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.): nhd. auxiliar, helfend, hilfreich, Hilfs…; ne. auxiliary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. auxiliāris; E.: s. lat. auxiliāris, Adj., zur Hilfeleistung dienlich, zur Hilfe kommend, Hilfs..., (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. auxilium, N., Hilfeleistung, Hilfsmittel, Abhilfe, Hilfe, Beistand; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. auxiliar; Son.: vgl. frz. auxiliaire, Adj., auxiliar; GB.: seit 17. Jh.) belegt und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für helfend oder hilfreich; BM.: vermehren; F.: auxiliar, auxiliare, auxiliares, auxiliarem, auxiliaren, auxiliarer+FW(+EW); Z.: aux-il-i-ar
avancieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. avancieren, aufrücken, aufsteigen, vorwärtskommen, vorankommen; ne. advance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. frz. avancer; E.: s. frz. avancer, V., vorankommen; über Zwischenstufen s. lat. abante, Präp., vor etwas weg, vorweg, von vorn, seit der Zeit vor; vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. avancieren, EWD s. u. avancieren, DW2 3, 1668, Duden s. u. avancieren; Son.: vgl. nndl. avanceren, V., avancieren; nschw. avancera, V., avancieren; nnorw. avansere, V., avancieren; poln. awansować, V., avancieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufrücken oder aufsteigen oder vorwärtskommen oder vorankommen; BM.: vorankommen; F.: avancieren, avanciere, avancierest, avanciert, avancieret, avancierte, avanciertest, avancierten, avanciertet, ##avanciert, avancierte, avanciertes, avanciertem, avancierten, avancierter##, avancierend, ###avancierend, avancierende, avancierendes, avancierendem, avancierenden, avancierender###, avancier (!)+FW+EW; Z.: av-anc-ier-en
Avantgarde, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Avantgarde, Vorhut, Vorkämpfer (einer Idee); ne. avant-garde, vanguard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. frz. avantgarde; E.: s. frz. avantgarde, F., Avantgarde, Vorkämpfer einer Idee; vgl. frz. avant, Präp., vor; lat. abante, Präp., vor etwas weg, vorweg, von vorn, seit der Zeit vor; vgl. lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. ante, Präp., vorn, vor; idg. *anti, *h₂ánti, Adv., im Angesicht, gegenüber, Pokorny 48; frz. garde, M., Bewachung, Leibwache, Wache, Vorhut; awfrk. *warda, F., Wache; frk. *wardōn, V., auf der Hut sein (V.); germ. *wardōn, sw. V., warten, beachten; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Avantgarde, fehlt DW, EWD s. u. Avantgarde, DW2 3, 1670, Duden s. u. Avantgarde; Son.: vgl. nndl. avant-garde, Sb., Avantgarde; lit. avangardas, M., Avantgarde; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie ursprünglich aus der Militärsprache stammende und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Altwestfränkischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorhut (eines Heeres) und danach meist eine als Vorkämpfer auftretende künstlerische oder politische Bewegung mit besonderer Radikalität gegenüber bestehenden Vorstellungen; BM.: Vorhut; F.: Avantgarde, Avantgarden+FW; Z.: Av-ant-gar-d-e
$avantgardistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. avantgardistisch, Avantgarde betreffend; E.: s. Avantgard(e), s. ist, s. isch; L.: Kluge s. u. Avantgarde, EWD s. u. Avantgarde; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Avantgard(e) und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für Avantgarde betreffend; F.: avantgardistisch, avantgardistische, avantgardistisches, avantgardistischem, avantgardistischen, avantgardistischer(, avantgardistischere, avantgardistischeres, avantgardistischerem, avantgardistischeren, avantgardistischerer, avantgardistischst, avantgardistischste, avantgardistischstes, avantgardistischstem, avantgardistischsten, avantgardistischster)+FW+EW; Z.: av-ant-gar-d-ist-isch
Ave, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Ave, Mariengebet; ne. Hail, Hail Mary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); E.: s. mhd. avē (2), Sb., Ave; lat. avē, Interj., sei gegrüßt, (81/79-52/50 v. Chr.); Herkunft aus dem Punischen, s. Walde/Hofmann 1, 80; L.: fehlt DW, DW2 3, 1670 (Ave Maria), Duden s. u. Ave; GB.: seit nach1231 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie wohl mittelbar aus dem Punischen aufgenommene Bezeichnung für ein mit diesem Wort (sei gegrüßt) beginnendes Mariengebet; BM.: se gegrüßt; F.: Ave, Aves+FW; Z.: Av-e
Aversion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Aversion, Abneigung, Neigung zu Unlust, Widerwille; ne. aversion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1640 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. aversion; E.: s. frz. aversion, F., Aversion, Abneigung; lat. āversio, F., Abwenden, Abfall, Ungehorsam, Abscheu, Widerwille, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. āvertere, V., abführen, wegführen, hinwegführen, fortwenden; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Aversion, fehlt DW, EWD s. u. Aversion, DW2 3, 1672, Duden s. u. Aversion; Son.: vgl. nndl. aversie, Sb., Aversion; frz. aversion, F., Aversion; nschw. aversion, Sb., Aversion; nnorw. aversjon, M., Aversion; poln. awersja, F., Aversion; lit. aversija, F., Aversion; GB.: seit 1640 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Abneigung oder eine Neigung eines Organismus auf bestimmte Reize mit Unlust zu reagieren; BM.: Abwendung aus Widerwillen; F.: Aversion, Aversionen+FW; Z.: A-ver-s-io-n
Aviso, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Aviso, Avis, Ankündigung einer Sendung (an den Empfänger); ne. notice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1478? (Avisio); I.: Lw. frz. avis; E.: s. frz. avis, M., Meinung, Hinweis, Mitteilung; afrz. ce m’est a vis, das ist meine Ansicht; aus lat. mihi vīsum est; vgl. lat. vīsus (1), M., Sehen, Anblick, Ansehen, Blick, Gesicht, Gestalt; vgl. lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 3, 1675, Duden s. u. Aviso; Son.: v. a. österr.; GB.: vielleicht seit 1478 belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliche Ankündigung einer Sendung (an den Empfänger); BM.: auffassen; F.: Aviso, Avisos+FW; Z.: A-vi-s-o
Avocado, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Avocado, Avocadobaum, Avocadofrucht; ne. avocado; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. avocado; E.: s. span. avocado, M., Avocado; dieses aus einer volksetymologischen Umbenennung von Nahuatl āhuacatl, Sb., Avocado, Hoden; L.: Kluge s. u. Avocado, fehlt DW, Duden s. u. Avocado; Son.: vgl. nndl. avocado, Sb., Avocado; frz. avocat, M., Avocado; nschw. avokado, Sb., Avocado; nnorw. avokado, M., Avocado; poln. awokado, Sb., Avocado; kymr. afocado, M., Avocado; lit. avokadas, M., Avocado; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar der Sprache Nahuatl aufgenommene Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche zu der Familie der Lorbeergewächse gehörende und ursprünglich aus dem späteren Mexiko stammende und dort wohl schon seit 10000 Jahren von Menschen genutzte Pflanze und ihre grüne und mit der Reife bräunlich werdende und mild nussig sowie butterig-cremig schmeckende Frucht; BM.: hodenförmig(es Aussehen)?; F.: Avocado, Avocados+FW; Z.: Avocado
axial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. axial, in Achsenrichtung verlaufend; ne. axial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1863; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. axis (1), M., Achse, Achse am Wagen, Wagen (M.), Erdachse, Pol, Himmel, (234-149 v. Chr.); idg. *ag̑es-, *ak̑s-, Sb., Drehpunkt, Achse, Achsel, Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Achse, DW2 3, 1676, Duden s. u. axial; Son.: vgl. nndl. axiaal, Adj., axial; frz. axial, Adj., axial; nschw. axial, Adj., axial; nnorw. aksial, Adj., axial; GB.: seit 1863 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (axis) mittels des Suffixes ial gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beziehung zu einer Achse (in Achsenrichtung); BM.: bewegen; F.: axial, axiale, axiales, axialem, axialen, axialer+FW; Z.: ax-i-al
Axiom, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Axiom, Grundsatz; ne. axiom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. axiōma; E.: s. lat. axiōma, N., Grundsatz, Grundwahrheit, (um 165 n. Chr.); gr. ἀξίωμα (axíōma), N., Grundsatz; vgl. gr. ἄξιος (áxios), Adj., würdig, wert, wertvoll; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Axiom, fehlt DW, EWD s. u. Axiom, DW2 3, 1676, Duden s. u. Axiom; Son.: vgl. nndl. axioma, Sb., Axiom; frz. axiome, M., Axiom; nschw. axiom, Sb., Axiom; nnorw. aksiom, N., Axiom; poln. aksjomat, M., Axiom; lit. aksioma, F., Axiom; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon in dem Altertum verwendeten nicht beweisbaren oder nicht beweisbedürftigen Grundsatz einer Theorie oder einer Wissenschaft wie beispielsweise (nach Isaac Newton) dass jeder Körper in seinem Zustand der Ruhe oder gleichförmigen Bewegung mit gleicher Geschwindigkeit bleibt wenn er nicht durch einwirkende Kräfte zu einer Änderung gezwungen wird; BM.: Wert?; F.: Axiom, Axioms, Axiome, Axiomen+FW(+EW?); Z.: Ax-i-om
Axt, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Axt, Beil, ein Hauwerkzeug; ne. axe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ackes, aks, ax, axt, st. F., Axt; mnd. ackes, akes, axe, F., Axt; mnd. exe, F., Axt; mnl. aex, F., Axt; ahd. akkus*, ackus*, st. F. (i, z. T. athem.), Axt, Beil; as. akus*, st. F. (i, z. T. athem.), Axt; anfrk. akus*, st. F. (i?, z. T. athematisch), Axt; germ. *akwesjō, *akwizjō, *akuzjō, st. F. (ō), Axt; germ. *akwesī, *akusī, sw. F. (n), Axt; idg. *agu̯esī, *agusī, *aksī, Sb., Axt, Pokorny 9; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.) oder eine Entlehnung aus einer voridg. Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Axt, Kluge s. u. Axt, EWD s. u. Axt, DW 1, 1046, DW2 3, 1677, EWAhd 1, 43, Duden s. u. Axt, Falk/Torp 7, Bluhme s. u. Axt; Son.: vgl. afries. axa, F., Axt; nnordfries. ax; ae. æcs, acas, acs, æces, æsc, æx, axe, st. F. (jō), Axt; ae. æx, st. F. (jō), Axt; an. øx, st. F. (jō), Axt; got. aqizi, st. F. (jō), Axt; nndl. aaks, Sb., Axt; nschw. yxa, Sb., Axt; nnorw. øks, M., F., Axt; gr. ἀξίνη (axínē), F., Axt, Streitaxt; lat. ascia, F., Zimmeraxt, Axt der Zimmerleute, Beil, Spitzhacke; it. ascia, F., Axt; GB.: (akkus) seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit etwa 6000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes scharfes Hauwerkzeug aus einem in einem Stück aus Metall geschmiedeten Keil und einem mittels eines ebenfalls geschmiedeten Loches tragendem Stab oder Stiel (in der Archäologie hat das Beil in dem Unterschied zu der Axt kein Schaftloch sondern ist an den Schaft angebunden oder an den Schaft eingeklemmt); BM.: scharf; F.: Axt, Äxte, Äxten+EW; Z.: Ax-t
Azalee, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Azalee, eine strauchartige giftige blühende Pflanze; ne. azalea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1865; I.: gr. Lw.; E.: s. ἀζαλέος (azaléos), Adj., trocken, dürr; vgl. gr. ἄζειν (ázein), V., dörren, trocknen; idg. *azd-, V., brennen, glühen, dörren, trocknen, Pokorny 69; s. idg. *ā̆s-, *h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Azalee, DW2 3, 1679, Duden s. u. Azalee; Son.: vgl. nndl. azalea, F., Azalee; frz. azalée, F., Azalee; nschw. azalea, Sb., Azalee; nnorw. asalea, M., Azalee; poln. azalia, F., Azalee; kymr. asalea, M., Azalee; nir. asáilia, F., Azalee; lit. azalija, F., Azalee; GB.: seit vor 1865 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche ursprünglich aus China und Japan stammende und um 1800 in Europa eingeführte Pflanze aus der Familie der Rhododendren; BM.: brennen; F.: Azalee, Azaleen+FW; Z.: Az-al-ee
Azeton, Aceton, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Azeton, ein Lösungsmittel; ne. acetone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung zu lat. acētum; E.: s. lat. acētum, N., Essig; vgl. lat. acēre, V., sauer sein (V.); idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Azeton, fehlt DW, EWD s. u. Azeton, Duden s. u. Azeton; Son.: vgl. nndl. aceton, Sb., Azeton; frz. acétone, F., Azeton; nschw. aceton, Sb., Azeton; nnorw. aceton, N., Azeton; poln. aceton, M., Azeton; nir. aicéatón, M., Azeton; lit. acetonas, M., Azeton; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit als Lösungsmittel entwickelte und verwendete farblose Flüssigkeit (Propanon oder Dimethylketon); BM.: sauer(er Geruch); F.: Azeton, Azetons, Aceton, Acetons+FW+EW?; Z.: Az-et-on
Azetyl, Acetyl, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Azetyl, Acetyl, Säurerest der Essigsäure; ne. acetyl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. acētum, N., Essig; vgl. lat. acēre, V., sauer sein (V.); idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: fehlt DW, Duden s. u. Azeton; Son.: vgl. nndl. acetyl, Sb., Azeton; frz. acétyle, M., Azetyl; nschw. acetyl, Sb., Azetyl; nnorw. acetyl, N., Acetyl; poln. acetyl, M., Azetyl; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Säurerest der Essigsäure; BM.: sauer bzw. Essig, Grundstoff; F.: Azetyl, Azetyls, Acetyl, Acetyls+FW+EW?; Z.: Ac-et-yl
Azur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Azur, himmelblaue Farbe; ne. azure (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lasur; Q.: 1677; I.: Lw. frz. azur; E.: s. frz. azur, Adj., himmelblau; lat. azurus, Adj., himmelblau; von arab. lāzaward, lāzuward, Sb., Lasurstein, Lapislazuli; von pers. lāzuwärd, Sb., Lasurstein?; L.: Kluge s. u. azur, DW 1, 1048 (Azur), EWD s. u. Azur, DW2 3, 1679, Duden s. u. Azur; Son.: vgl. nndl. azuur, Sb., Azur; nschw. azure, Sb., Azur; nnorw. asur, M., Azur; tschech. azur, M., Azur; kymr. asur, M., Azur; lit. azuras, M., Azur; GB.: seit 1677 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Arabischen sowie Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine himmelblaue Farbe; BM.: Farbe von Lapislazuli; F.: Azur, Azurs+FW+EW?; Z.: Azur
$azurblau, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. azurblau; Q.: 1778; E.: s. Azur, s. blau; L.: fehlt DW (s. aber Azur, s. blau), EWD s. u. azur; F.: azurblau, azurblaue, azurblaues, azurblauem, azurblauen, azurblauer+FW+EW; Z.: azur—blau
$azurn, azuren, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. azurn, azuren, azurblau; Q.: 1756; E.: s. Azur, s. (e)n (Suff.); L.: DW 1, 1048, EWD s. u. azur; GB.: seit 1756 belegte und aus Azur und (e)n gebildete Bezeichnung für azurblau; F.: azurn, azurne, azurnes, azurnem, azurnen, azurner+FW+EW; Z.: azur-n
b, B, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. b, B; ne. b (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. mhd. b, Buchstabe, b (Buchstabe); mnd. b, Buchstabe, b (Buchstabe); lat. b, Buchstabe, B; von phön. bêth, Sb., Haus; L.: DW 1, 1049, DW 2 4, 1, Duden s. u. b; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. von Menschen entwickelte und verwendete sowie über das Lateinische und Griechische des Altertums und das erschließbare Germanische in dem Frühmittelalter aufgenommene und verwendete sowie 1348/1350 bei Konrad von Megenberg belegte Bezeichnung für den zweiten Buchstaben (b) des Alphabets; BM.: aus dem Bild eines Hauses entwickeltes Zeichen; F.: B, Bs+FW; Z.: B
Baas, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Baas, Vorgesetzter, Aufseher, Meister, Herr; ne. boss, master (M.); Vw.: -; Hw.: s. Boss; Q.: 1689; E.: s. mnd. bās, M., Baas, Aufseher, Meister (bei Deicharbeiten), Herr; mnl. baes, M., Herr?; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aber eher unwahrscheinlich zu mhd. baz, paz, Adv., besser, mehr, eher, vielmehr, statt dessen, lieber; ahd. baz, Adv., besser, mehr, weiter; s. germ. *bati-, *batiz, Adj., bessere; idg. *bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge s. u. Baas, fehlt DW, DW2 4, 5, Duden s. u. Baas, Bluhme s. u. Baas; Son.: vgl. nndl. baas, M., Chef; nschw. bas, M., Chef, Boss; nnorw. bas, M., Leiter (M.); in dem Deutschen selten; GB.: seit 1689 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Vorgesetzten oder Aufseher oder Herren; BM.: gut?; F.: Baas, Baases, Baase, Baasen+EW; Z.: Baas
babbeln, pappeln, bappeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. babbeln, pappeln, schwatzen, stammeln, lallen, unverständlich reden, unverständlich sprechen; ne. babble (V.); Vw.: -; Hw.: s. brabbeln; Q.: 1557; E.: s. mnd. babbelen, sw. V., babbeln, pappeln (V.), plappern, schwatzen; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. pappeln, Kluge s. u. pappeln, EWD s. u. babbeln, DW 1, 1057, DW2 4, 5, Duden s. u. babbeln, Bluhme s. u. pappeln; Son.: vgl. nndl. babbelen, V., babbeln; frz. babiller, V., babbeln; nschw. babbla, V., babbeln, brabbeln; GB.: seit 1557 mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für noch inhaltlich unverständlich mit einzelnen Lauten reden oder sprechen; BM.: lautmalend; F.: babbeln, babbel (!), babbelst, babbelt, babbelte, babbeltest, babbelten, babbeltet, gebabbelt, ##gebabbelt, gebabbelte, gebabbeltes, gebabbeltem, gebabbelten, gebabbelter##, babbelnd, ###babbelnd, babbelnde, babbelndes, babbelndem, babbelnden, babbelnder###, pappeln (!), pappel (!), papple, pappele, pappelst, pappelt, pappelte, pappeltest, pappelten, pappeltet, gepappelt, ##gepappelt, gepappelte, gepappeltes, gepappeltem, gepappelten, gepappelter##, pappelnd, ###pappelnd, pappelnde, pappelndes, pappelndem, pappelnden, pappelnder###, bappeln, bappel, bapple, bappele, bappelst, bappelt, bappelte, bappeltest, bappelten, bappeltet, gebappelt, ##gebappelt, gebappelte, gebappeltes, gebappeltem, gebappelten, gebappelter##, bappelnd, ###bappelnd, bappelnde, bappelndes, bappelndem, bappelnden, bappelnder###, babbel (!)+EW; Z.: babb-el-n
Babusche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Babusche, Hausschuh, Hausschlapfen, Hausschlappen, Pantoffel; ne. slippers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. babouche; E.: s. frz. babouche, F., Schnabelschuh; letztlich von pers. pāpūš, Sb., Fußbekleidung; vgl. pers. pā, Sb., Fuß; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); pers. pūšīdän, V., bedecken; L.: Kluge s. u. Babusche, fehlt DW, Duden s. u. Babusche; Son.: eine norddeutsche Form Puschen geht auf poln. papuć, F., Hausschuh zurück das die gleiche Herkunft von frz. babouche hat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht in Ägypten seit dem 2. Jh. verwendeten leichten Hausschuh oder Hausschlapfen; BM.: gehen; F.: Babusche, Babuschen+FW; Z.: Ba-busch-en
Baby, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Baby, Säugling; ne. baby; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1844 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. baby; E.: s. ne. baby, N., Baby; vgl. ne. babe, N., Baby, Kleinkind; wohl ein Lallwort, den ersten Sprechversuchen von Babys nachempfunden; L.: Kluge s. u. Baby, fehlt DW, EWD s. u. Baby, DW2 4, 7, Duden s. u. Baby; Son.: vgl. nndl. baby, Sb., Baby; frz. bébé, M., Baby; nschw. baby, Sb., Baby; nnorw. baby, M., Baby; poln. baby..., Präf., Baby...; kymr. babi, M., Baby; GB.: seit 1844 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Säugling; BM.: lautmalend?; F.: Baby, Babys+FW; Z.: Bab-y
$Babysitter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Babysitter; E.: s. Baby, s. ne. sit, s. t, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Baby, fehlt DW, EWD s. u. Baby; GB.: seit 1937 belegte und in den Bestandteilen aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus Baby und ne. sit sowie t und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen ein Baby außerhalb der engeren Familie meist gegen Entgelt zeitweise betreuenden oder beaufsichtigenden Menschen; F.: Babysitter, Babysitters, Babysittern+EW; Z.: Bab-y—sit-t-er
Bacchanal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bacchanal, ausschweifendes Trinkgelage; ne. bacchanal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1535; I.: Lw. lat. Bacchānal; E.: s. lat. Bacchānal, N., dem Bacchus geweihter Ort, Kultstätte des Bacchus, Bacchusfest, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. Bacchus, M.=PN, Bacchus; gr. Βάκχος (Bákchos), M.=PN, Bacchus; L.: fehlt DW, DW2 4, 10, Duden s. u. Bacchanal; Son.: vgl. nndl. bacchanalia, Sb. Pl., Bacchanalien; frz. bacchanale, F., Bacchanal; nschw. backanal, Sb., Bacchanal; nnorw. bakkanal, N., Bacchanal; poln. bachanalia, Sb. Pl., Bacchanal; lit. bakchanalijos, Sb. Pl., Bacchanalien; GB.: seit 1535 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für Feiern in Rom seit dem 3. Jh. v. Chr. jeweils an dem 16. und 17. März mit oft wildester Ausgelassenheit; BM.: PN (nach dem Gott Bacchus); F.: Bacchanal, Bacchanals, Bacchanale, Bacchanalen+FW; Z.: Bacch-an-al
Bach, nhd., M., F., (8. Jh.): nhd. Bach, Flüsschen, schmalerer natürlicher Wasserlauf; ne. creek, brook (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bach, st. M., st. F., Bach; mnd. bēke, bach, F., Bach; mnl. beke, F., Bach; ahd. bah, st. M. (i)?, Bach, Fluss, Wasserlauf, Rinnsal, Bächlein, Sturzbach; as. bėki?, biki?, st. M. (i), Bach; anfrk. bak, st. M. (i), Bach; anfrk. beke, st. F., Bach, Fluss; wgerm. *baki-, *bakiz, st. M. (i), Bach; germ. *bakja-, *bakjaz, st. M. (a), Bach; idg. *bʰog-, Sb., fließendes Wasser, Bach, Pokorny 161 (261/94) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bach, Kluge s. u. Bach, EWD s. u. Bach, DW 1, 1057, DW2 4, 15, EWAhd 1, 427, Duden s. u. Bach, Falk/Torp 257, Bluhme s. u. Bach; Son.: vgl. afries. -; ae. bæc (3), st. M. (i), F., N., Bach; ae. bėcc, st. M. (i), Bach; me. bach, bæch, Sb., Bach; an. bekkr (2), st. M. (a?, i?), Bach; got. -; nndl. beek, Sb., Bach; nschw. bäck, Sb., Bach; nnorw. bekk, M., Bach; ? mir. búal, F., fließendes Wasser; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen schmaleren natürlichen Wasserlauf von geringer Tiefe und Breite sowie meist auch beschränkter Länge; BM.: fließendes Wasser; F.: Bach, Bache, Baches, Bachs, Bäche, Bächen+EW; Z.: Bach
$Bachbunge, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Bachbunge; E.: s. Bach, s. Bunge; L.: Kluge s. u. Bachbunge, DW 1, 1061, DW2 4, 19; GB.: (bachbunge) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Bach und Bunge gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche ausdauernde wintergrüne essbare Sumpfpflanze; F.: Bachbunge, Bachbungen (!)+EW; Z.: Bach—bung-e
Bache, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bache, Mutterschwein, weibliches Wildschwein; ne. female wild boar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1553; E.: vielleicht von mhd. bache, sw. M., Schinken, geräucherte Speckseite; ahd. bahho*, bacho, sw. M. (n), Rücken (M.), Speckseite, Schinken; vgl. ahd. bah* (2), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; eine andere Herkunft wäre ein lautmalendes Wort, vgl. mnl. big, Sb., Ferkel; L.: Kluge 1. A. s. u. Bache, Kluge s. u. Bache, EWD s. u. Bache, DW 1, 1061, DW2 4, 20, Duden s. u. Bache, Bluhme s. u. Bache; Son.: vgl. mnl. bake, Sb., Rücken (M.), Speckseite; ne. bacon, N., Speck; afrz. bacon, Sb., Speck; GB.: seit 1553 belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare oder lautmalend gebildete Bezeichnung für ein weibliches Wildschwein von dem dritten Lebensjahr an; BM.: Rücken (M.); F.: Bache, Bachen+EW; Z.: Bach-e
Bachelor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bachelor, Bakkalaureus; ne. bachelor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1952; I.: Lw. ne. bachelor; E.: s. ne. bachelor, M., Bachelor, Junggeselle; afrz. bacheler, M., Jüngling; mlat. baccalārius, bacalārius, M., von der geistlichen oder weltlichen Herrschaft abhängiger Landmann, nicht belehnter Vasall, Ritter am Herrenhof, Geistlicher der Domherr werden will, fortgeschrittener Student; weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW2 4, 20, Bachelor; Son.: vgl. ndän. bachelor, M., Bachelor; nnorw. bachelor, M., Bachelor; russ. бакалавр (bakalawr), M., Bachelor, Bakkalaureus; kymr. baglor, F., Bachelor; slowen. bakalár, Sb., Bachelor; nir. baitsiléir, M., Bachelor; lit. bakalauras, M., Bachelor; GB.: seit 1952 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den ersten akademischen Grad; BM.: ?; F.: Bachelor, Bachelors+FW; Z.: Bach-el-or
$Bachen?, nhd., M.?, (16. Jh.): nhd. Bachen; E.: s. Bache?; L.: Kluge s. u. Bache, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Bache verbindbare Bezeichnung; F.: Bachen, Bachens+EW; Z.: Bach-en
$Bachstelze, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bachstelze; E.: s. (be)wege(n), s. Sterz; L.: Kluge s. u. Bachstelze, DW 1, 1063, EWD s. u. Bachstelze; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl aus (be)wege(n) und Sterz gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleinen schwarz-weiß-grauen weitverbreiteten Singvogel; F.: Bachstelze, Bachstelzen+EW; Z.: Bach—s-tel-z-e
Back, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Back, tiefe hölzerne Schüssel; ne. deep wooden bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; E.: s. mnd. bak, N., Gefäß, Trog, Mulde; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht verwandt mit gall. bacca, F., Wassergefäß; dessen weitere Herkunft ist ebenfalls unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Back, Kluge s. u. Back, fehlt DW, DW2 4, 22, Duden s. u. Back; GB.: seit 1616 mnd. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie vielleicht mit gallisch bacca verwandte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in dem Altertum von Menschen entwickelte tiefe hölzerne Schüssel; BM.: Wassergefäß?; F.: Back, Backen+FW(+EW?); Z.: Back
Backbord, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Backbord, linke Schiffsseite; ne. larboard; Vw.: -; Hw.: s. Steuerbord; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. bakbōrt, backbort, N., Backbord, linke Schiffsseite; vgl. mnd. bak (1), bāke, bach, M., Rücken (M.), Hinterbacke, Hintere, Schulter; as. bak*, st. N. (a)?, Rücken (M.); germ. *baka-, *bakn-, Sb., Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben, EWAhd 1, 417, Falk/Torp 259; mnd. bōrt (2), bord, M., F., „Bord“, Rand, Saum (M.) (1), Einfassung, Rand eines Schiffes, Reling, Schiffsbord; as. bord, st. M. (a), Rand, Bord, Schiffsbord; germ. *burda-, *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Backbord, Kluge s. u. Backbord, fehlt DW, EWD s. u. Backbord, DW2 4, 24, Duden s. u. Backbord; Son.: vgl. ae. bæcbord, st. N. (a), Backbord, linke Schiffsseite; nndl. bakboord, Sb., Backbord; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie aus Back und Bord gebildete Bezeichnung für die von dem Heck Richtung Bug aus gesehen linke Seite eines von Menschen seit dem Altertum entwickelten Wasserfahrzeugs oder später auch Luftfahrzeugs; BM.: Seite des Rückens; F.: Backbord, Backbords, Backbordes, Backborde, Backborden (!)+EW; Z.: Back—bor-d
$Backbordseite, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Backbordseite; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Backbord; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Backbord und Seite gebildete Bezeichnung für die von dem Heck Richtung Bug aus gesehen linke Seite eines von Menschen seit dem Altertum entwickelten Wasserfahrzeugs oder später auch Luftfahrzeugs; F.: Backbordseite, Backbordseiten+EW; Z.: Back—bor-d—sei-t-e
Backe (1), nhd., F., M., (8. Jh.): nhd. Backe (F.) (1), Wange; ne. cheek (N.), jaw (N.); Vw.: s. Paus-; Hw.: s. Backe (2); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. backe, sw. M., Backe (F.) (1), Kinnlade; mnd. backe, F., Backe (F.) (1), Kinnbacke, Wange; s. ahd. bakko*, backo*, sw. M. (n), Backen (M.), Backe (F.) (1), Kinnbacken, Schinken; as. -; anfrk. bako?, sw. M. (n), Backe (F.), Backen (M.); germ. bakn, Sb., Kauer; s. idg. bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Backe 1, Kluge s. u. Backe 1, EWD s. u. Backe 1, DW 1, 1063, DW2 4, 25, Falk/Torp 259, EWAhd 1, 421, Duden s. u. Backe, Bluhme s. u. Backe 2; Son.: vgl. afries. bakka, baka, sw. M. (n), Backe; saterl. beck; ae. -; an. -; got. -; GB.: (bakko) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Teil des sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Gesichts; BM.: kauen?; F.: Backe, Backen+EW; Z.: Back-e
Backe (2), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Backe (F.) (2), Arschbacke, Hinterbacke; ne. buttock; Vw.: -; Hw.: s. Backe (1); Q.: 15. Jh. (Glosse); E.: Herkunft nicht sicher geklärt, auch wenn die gleiche Abkunft wie die von nhd. Backe (1) möglich erscheint; vielleicht auch Abkunft zu germ. *brōk-, *brōkō, st. F. (ō), Steiß, Hose, Beinkleid; vgl. idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Backe 2, Kluge s. u. Backe 2, fehlt DW?, EWD s. u. Backe 2, DW2 4, 27, Falk/Torp 280, Duden s. u. Backe, Bluhme s. u. 1; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft nicht sicher geklärte sowie vielleicht mit Backe (F.) (1) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Teil des paarig ausgebildeten und fleischig-muskulösen unteren Endes des Rückens; BM.: ?; F.: Backe, Backen+EW; Z.: Back-e
backen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. backen, in einem Ofen erhitzen; ne. bake (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bachen, st. V., backen; mnd. backen, st. V., backen; mnl. backen, st. V., backen; ahd. bakkan*, backan, bahhan*, bachan, st. V. (6), backen, rösten (V.) (1), dörren, trocknen; as. bakkan*, st. V. (6), backen; anfrk. -; germ. *bakan, *bakkan, st. V., backen; idg. *bʰōg-, *bʰeh₃g-, V., wärmen, rösten (V.) (1), backen, Pokorny 113; s. idg. *bʰē-, bʰō-, bʰeh₁-, bʰoh₁-, V., wärmen, rösten (V.) (1), Pokorny 113 (186/19) (RB. idg. aus gr., ill., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. backen, Kluge s. u. Kluge s. u. backen, EWD s. u. backen, DW 1, 1065, DW 1, 1062, DW2 4, 28, Schweiz. Id. 4, 956, Fischer 1, 555, Schmeller 1, 194, EWAhd 1, 419, Duden s. u. backen, Falk/Torp 257, Seebold 87, Bluhme s. u. backen; Son.: s. ahd. bahhōn, bachōn, sw. V. (2), backen, rösten (V.) (1); oberd. bachen, sw. V., backen; vgl. afries. -; ae. bacan, st. V. (6), backen; an. baka (4), sw. V. (2), backen, braten, Hände und Füße wärmen; got. -; nndl. bakken, V., backen; nschw. bakka, V., backen; nnorw. bake, V., backen; gr. φώγειν (phōgein), V., rösten (V.) (1), braten; ? russ, bažítъ, V., wünschen (als heißer Wunsch); GB.: (bakkan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit Beherrschung des Feuers mögliches (oder auch in einem Fettbad) durch Hitzeeinwirkung gar oder fest werden lassen (eines weichen Teiges); BM.: wärmen?; F.: backen, backe, backst, bäckst, backt, bäckt, backest, backet, backte, backtest, backten, buk, bukest (!), buken, buket (!), büke, bükest, büket, büken, gebacken, ##gebacken, gebackene, gebackenes, gebackenem, gebackenen, gebackener###, backend, ###backend, backende, backendes, backendem, backenden, backender###, back (!)+EW; Z.: ba-ck-en
$Backenstreich, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Backenstreich, Schlag auf eine Backe; E.: s. Back(e) (F.) (1), s. en, s. Streich; L.: DW 1, 1067, EWD s. u. Streich; GB.: seit 1481 belegte und aus Back(e) (F.) (1) und en (Suff.) sowie Streich gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schlag eines Menschen auf eine Backe (F.) (1) eines anderen Menschen; F.: Backenstreich, Backenstreiches, Backenstreichs, Backenstreiche, Backenstreichen+EW; Z.: Back-en-strei-ch
$Backenzahn, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Backenzahn, Mahlzahn; E.: s. Back€ (F.) (1), s. en. s. Zahn; L.: EWD s. u. Backe; GB.: (ahd. bakkozand*) seit 12. Jh. belegte und aus Back(e) (F.) (1) und en sowie Zahn gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Mahlzahn oder hinteren Zahn in dem linken und rechten oberen und unteren Kiefer; F.: Backenzahn, Backenzahnes, Backenzahns, Backenzähne, Backenzähnen+EW; Z.: Back-en—z-ah-n
$Bäcker, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Bäcker, Hersteller von Backwaren; Vw.: s. Brot-; E.: s. back(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. backen, DW 1, 1067, EWD s. u. backen; GB.: (*bakkāri?) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus back(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums infolge Arbeitsteilung möglichen Hersteller von Backwaren oder Gebäck; F.: Bäcker, Bäckers, Bäckern+EW; Z.: Bä-ck-er
$Bäckerei, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Bäckerei; E.: s. Bäcker, s. ei; L.: fehlt DW, EWD s. u. backen; GB.: seit 1507 belegte und aus Bäcker und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen besonderen Betrieb eines Bäckers oder Herstellers von Backwaren oder Gebäck; F.: Bäckerei, Bäckereien+EW; Z.: Bä-ck-er-ei
$Backfisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Backfisch; E.: s. back(en), s. Fisch; L.: Kluge s. u. Backfisch, DW 1, 1067, EWD s. u. backen; GB.: seit 1503 belegte und aus back(en) und Fisch gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickelten oder angebotenen gebackenen oder zu dem Backen geeigneten Fisch wie Seelachs oder Seehecht oder Rotbarsch oder Dorsch oder Kabeljau und später auch nach neuenglischem Vorbild für eine junge noch nicht reife Frau; F.: Backfisch, Backfisches, Backfische, Backfischen+EW; Z.: Ba-ck—fisch
Background, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Background, Hintergrund; ne. background; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1954; I.: Lw. ne. background; E.: s. ne. background, N., Hintergrund; vgl. ne. back, Adv., hinten; vgl. ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; ne. ground, N., Boden, Grund; ae. grund, st. M. (a), Grund, Boden, Abgrund, Erde, Ebene; germ. *grundu-, *grunduz, st. M. (u), Grund; germ. *grunþa-, *grunþaz, st. M. (a), Grund; s. idg. *gʰren-, V., streifen, zerreiben, Pokorny 459 (674/90) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 4, 39, Duden s. u. Background; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Hintergrund der zu einem besseren Verständnis einer Gegebenheit dient; BM.: Rücken (M.), Boden; F.: Background, Backgrounds+FW; Z.: Back-groun-d
$*bäckig?, nhd., Adj., (?): nhd. *bäckig?, Backe betreffend; Vw.: s. paus-; E.: s. Back(e) (F.) (1), s. ig; L.: DW 1, 1068, EWD s. u, bäckig; Son.: nur als Suff.; GB.: wohl seit neuerer Zeit belegte und aus Back(e) (F.) (1) und ig gebildete Bezeichnung für Backe (F.) (1) betreffend; F.: bäckig, bäckige, bäckiges, bäckigem, bäckigen, bäckiger+EW; Z.: bä-ck-ig
$Backpfeife, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Backpfeife, Ohrfeige; E.: s. Back(e) (F.) (1), s. Pfeife; L.: Kluge s. u. Backpfeife, DW 1, 1068, EWD s. u. Backe; GB.: seit 1804 belegte und aus Back(e) (F.) (1) und Pfeife oder vielleicht auch Feige (von Ohrfeige) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Schlag eines Menschen auf eine Backe (F.) (1) eines anderen Menschen oder eine Ohrfeige; F.: Backpfeife, Backpfeifen+EW; Z.: Ba-ck—pfeif-e
$Backstein, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Backstein; E.: s. back(en), s. Stein; L.: Kluge s. u. Backstein, DW 1, 1068, EWD s. u. backen; GB.: seit 1630 belegte und aus back(en) und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit etwa achttausend Jahren entwickelten und verwendeten sowie aus Ton (M.) (1) hergestellten und durch Backen oder Erhitzen dauerhaft gehärteten Stein (lat. later coctus, ab 1180 meist 28-30 Zentimeter lang, 14 bis 15 Zentimeter breit und 8 bis 9 Zenimeter hoch) für ein Bauwerk; F.: Backstein, Backsteins, Backsteines, Backsteine, Backsteinen+EW; Z.: Ba-ck—stei-n
Backup, Back-up, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Backup, Sicherungskopie, Datensicherung; ne. backup (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1994 (FAZ); I.: Lw. ne. backup; E.: s. ne. backup, N., Backup, Sicherungskopie, Datensicherung; vgl. ne. back, Adv., hinten; vgl. ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; ne. up, Adv., Präp., oben, hinauf, herauf; ae. upp, Adv., auf, hinauf, aufwärts; germ. *ūp, *upp, *upa, Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: fehlt DW, DW2 4, 42; Son.: vgl. nndl. back-up, Sb., Backup, Datensicherung; poln. backup, M., Backup, Datensicherung; GB.: seit 1994 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Erstellung einer Sicherungskopie digitaler Daten; BM.: in dem Hintergrund aufbewahren?; F.: Backup, Backups, Back-up, Back-ups+FW; Z.: Back-up
Bad, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Bad, Badezimmer, Badehaus, Baden (N.); ne. bath (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bat, st. N., Bad, Badehaus; mnd. bat, N., Bad; mnl. bat, N., Bad; ahd. bad, st. N. (a), Bad, Taufe, Badehaus; as. bath*, st. N. (a), Bad; anfrk. -; germ. *baþa-, *baþam, st. N. (a), Bad; idg. *bʰətom, N., Bad, Pokorny 113; vgl. idg. *bʰē-, *bʰō-, *bʰeh₁-, bʰoh₁-, V., wärmen, rösten (V.) (1), Pokorny 113 (186/19) (RB. idg. aus gr., ill., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bad, Kluge s. u. Bad, EWD s. u. Bad, DW 1, 1069, DW2 4, 42, EWAhd 1, 423, Duden s. u. Bad, Falk/Torp 256, Bluhme s. u. Bad; Son.: vgl. afries. beth, st. N. (a), Bad; ae. bæþ, st. N. (a), Bad; an. bað, st. N. (a), Bad, warmes Bad; got. -; nndl. bad, N., Bad; nschw. bad, Sb., Bad; nnorw. bad, N., Bad; nisl. bað, N., Bad; kymr. bath, M., Bad; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen Vorgang der Körpersäuberung tierischer Lebewesen durch Wasser oder für den Ort dieser Reinigung; BM.: wärmen, erhitzen; F.: Bad, Bades, Bads, Bäder, Bädern+EW; Z.: Ba-d
$Badekur, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Badekur; E.: s. bade(n), s. Kur; L.: DW 1, 1071, EWD s. u. Kur; GB.: seit 1608 belegte und aus bade(n) und Kur gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit allgemeiner mögliche unter Nutzung eines Bades erfolgende Kur eines Menschen; F.: Badekur, Badekuren+EW+FW; Z.: Ba-d-e-kur
$baden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. baden, den Körper in Wasser eintauchen; Vw.: s. aus-; E.: s. Bad, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Bad, Kluge s. u. Bad, DW 1, 1071 EWD s. u. baden; GB.: (badōn*) seit um 765 belegte und aus Bad und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches den Körper in Wasser eintauchen; F.: baden, bade (!), badest, badet, badete, badetest, badeten, badetet, gebadet, ##gebadet, gebadete, gebadetes, gebadetem, gebadeten, gebadeter##, badend, ###badend, badende, badendes, badendem, badenden, badender###, bad (!)+EW; Z.: ba-d-en
Bader, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Bader, Badender, Betreiber einer Badestube, Arzt, Barbier, Haarschneider, ne. barber surgeon; Vw.: s. Sal-?; Hw.: -; Q.: 1255 (Frauendienst des Ulrich von Liechtenstein); E.: mhd. badære, bader, st. M., Bader, Betreiber eine Badestube, Barbier, Arzt; mnd. bādære*, bāder, bēder, M., Bader, Pächter einer öffentlichen Badestube, Inhaber einer öffentlichen Badestube; vgl. mhd. baden, beiden, paden, sw. V., baden, schwimmen; mnd. bāden, sw. V., baden; ahd. badōn*, sw. V. (2), baden, waschen, eintauchen, taufen; ahd. bad, st. N. (a), Bad, Taufe, Badehaus; as. bath*, st. N. (a), Bad; anfrk. -; germ. *baþa-, *baþam, st. N. (a), Bad; idg. *bʰətom, N., Bad, Pokorny 113; vgl. idg. *bʰē-, *bʰō-, *bʰeh₁-, *bʰoh₁-, V., wärmen, rösten (V.) (1), Pokorny 113 (186/19) (RB. idg. aus gr., ill., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Bader, DW 1, 1073, EWD s. u. baden, DW2 4, 55, Duden s. u. Bader; GB.: (badære) seit 1255 belegte und aus bad(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung vielleicht auch schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen sowie vielfach als Heilgehilfe tätigen Betreiber einer Badestube und Barbier oder Haarschneider; BM.: wärmen, erhitzen; F.: Bader, Baders, Badern (!)+EW; Z.: Ba-d-er
Badminton, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Badminton, wettkampfmäßiges Federballspiel; ne. badminton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1931 (Lexikon); I.: Lw. ne. badminton; E.: s. badminton, N., Badminton; von Badminton House, dort wurde das Spiel zuerst nach festen Regeln durchgeführt; in dem Domesdaybook (1086) wurde der Ort Madmintune aufgezeichnet, wobei der Name schon im Jahr 972 als Badimyncgtun verzeichnet worden war, Siedlung der Leute von Beadumund; Vorderglied von einem PN Beadumund; s. ae. beadu, badu, st. F. (wō), Kampf, Schlacht, Krieg; germ. *badwō, st. F. (ō), Kampf, Streit; germ. *badwa-, *badwaz, st. M. (a), Kampf, Streit; s. idg. *bʰedʰ- (1), V., stechen, graben, Pokorny 113 (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ae. mund (2), st. F. (ō), Hand, Schutz, Vormund, Vormundschaft, Sicherheit, Königsfriede; germ. *mundō, st. F. (ō), Hand, Schutz; germ. *mundi-, *mundiz, st. F. (i), Hand, Schutz; idg. *mn̥tós, Sb., Hand, Pokorny 740; idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); ae. tūn, st. M. (a), Zaun, Garten, Feld, Hof, Landhaus, Wohnsitz, Siedlung, Dorf, Stadt; germ. *tūna-, *tūnaz, st. M. (a), Zaun, Gehege; s. air. dún, N., Burg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Badminton, fehlt DW, EWD s. u. Badminton, DW2 4, 57, Duden s. u. Badminton; Son.: vgl. nndl. badminton, Sb., Badminton; frz. badminton, M., Badminton; nschw. badminton, Sb., Badminton; nnorw. badminton, M., Badminton; poln. badminton, M., Badminton; kymr. badminton, M., Badminton; nir. badmantan, M., Badminton; lit. badmintonas, M., Badminton; GB.: seit 1931 belegte und aus einem schon 972 erwähnten Ortsnamen Badimyncgtun in England gebildete und aufgenommene Bezeichnung für ein in seiner Urform in Indien schon vor 2000 Jahren (um die Zeitenwende) von Menschen entwickeltes und verwendetes Spiel; BM.: Ort der Erfindung bzw. des wettkampfmäßigen Spielens nach festen Regeln; F.: Badminton, Badmintons+FW; Z.: Bad-min-ton
Bafel, Babel, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Bafel, minderwertige Ware, Geschwätz, dummes Zeug; ne. rubbish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1645; I.: jidd. Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit jidd. babel, bafel, Sb., minderwertige Ware; vielleicht auch Zusammenhang mit nhd. Pöbel?; L.: Kluge s. u. Bafel, fehlt DW, DW2 4, 57, Duden s. u. Bafel; GB.: seit 1645 belegte und vielleicht aus dem Jiddischen aufgenommene sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für minderwertige Ware oder Geschwätz; BM.: ?; F.: Bafel, Bafels, Bafeln, Babel, Babels, Babeln (!)+FW; Z.: Bafel
baff (1), nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. baff, verblüfft; ne. gobsmacked; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: wohl von der Interj. paff; L.: Kluge 1. A. s. u. baf, Kluge s. u. baff, fehlt DW, EWD s. u. baff, DW2 3, 58, Duden s. u. baff; Son.: vgl. nndl. paf staan, Adj., baff; nschw. paff, Adj., baff; nnorw. paff, Adj., baff; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und von paff abgeleitete sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen mögliches verblüfft; BM.: lautmalend?; F.: baff, baffe, baffes, baffem, baffen, baffer+EW; Z.: baff
baff (2), nhd., Interj.: nhd. baff; Vw.: s. paff
Bäffchen, nhd., N.: nhd. Bäffchen; Vw.: s. Beffchen
Bagage, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bagage, Gesindel, üble Gesellschaft, Gepäck; ne. rabble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1588; I.: Lw. frz. bagage; E.: s. frz. bagage, M., Tross; vgl. frz. bagues, Sb. Pl., Gepäck; prov. baga, Sb., Bündel; aus einer germ. Sprache, vgl. an. baggi, sw. M. (n), Packen (M.), Bündel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bagage, EWD s. u. Bagage, DW2 4, 58, Duden s. u. Bagage; Son.: Bedeutung „Gesindel“ nur im Deutschen; vgl. nndl. bagage, Sb., Gepäck; ne. baggage, N., Gepäck; nschw. bagage, N., Gepäck; nnorw. bagasje, M., Gepäck; poln. bagaż, M., Gepäck; nir. bagáiste, M., Gepäck; lit. bagažas, M., Gepäck; GB.: seit 1588 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar einer germanistischen Sprache aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für Gesindel und für Gepäck; BM.: Packen (M.); F.: Bagage, Bagagen+FW; Z.: Bag-ag-e
Bagatelle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bagatelle, Kleinigkeit, unbedeutende Angelegenheit; ne. bagatelle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1611; I.: Lw. frz. bagatelle; E.: s. frz. bagatelle, F., Kleinigkeit; it. bagatella, F., Bagatelle; vgl. lat. bāca, F., Beere, Frucht, Lorbeere, Erdbeere, (234-149 v. Chr.); idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789? (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Bagatelle, EWD s. u. Bagatelle, fehlt DW, DW2 4, 59, Duden s. u. Bagatelle; Son.: vgl. nndl. bagatel, Sb., Bagatelle; nschw. bagatell, Sb., Bagatelle; nnorw. bagatell, M., Bagatelle; poln. bagatela, F., Bagatelle; nir. bagaitéal, M., Bagatelle; GB.: seit 1611 belegte und aus dem Französischen (und Italienischen) aufgenommene sowie vielleicht mit lat. baca und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Kleinigkeit oder unbedeutende Angelegenheit; BM.: kleine Beere; F.: Bagatelle, Bagatellen+FW; Z.: Bag-at-ell-e
$bagatellisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bagatellisieren, als Kleinigkeit darstellen, verniedlichen, verharmlosen; E.: s. Bagatell(e), s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Bagatelle, fehlt DW, EWD s. u. Bagatelle; GB.: seit 1916 belegte und aus Bagatell(e) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches als Kleinigkeit darstellen oder verniedlichen oder verharmlosen; F.: bagatellisieren, bagatellisiere, bagatellisierst, bagatellisiert, bagatellisierest, bagatellisieret, bagatellisierte, bagatellisiertest, bagatellisierten, bagatellisiertet, ##bagatellisiert, bagatellisierte, bagatellisiertes, bagatellisiertem, bagatellisierten, bagatellisierter##, bagatellisierend, ###bagatellisierend, bagatellisierende, bagatellisierendes, bagatellisierendem, bagatellisierenden, bagatellisierender###, bagatellisier (!)+FW(+EW?); Z.: bag-at-ell-is-ier-en
Bagel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Bagel, ein kreisrundes Hefegebäck mit einem Loch in der Mitte; ne. bagel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. jidd. bejgl, bajgl; E.: s. jidd. bejgl, bajgl, Sb., Bagel; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von mhd. bougel, N., Ring; vgl. mhd. bouge, sw. F., Armring, Armreif, Spange, Kette; ahd. bouga*, sw. F. (n), Armring; ahd. boug, st. M. (a), „Gebogenes“, Ring, Armring, Armband, Armreif; germ. *bauga-, *baugaz, st. M. (a), Gebogener, Ring, Metallring; vgl. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); oder von jidd. beigen, V., beugen; ahd. bougen, sw. V. (1a), beugen, biegen, wenden, niederbeugen; germ. *baugjan, sw. V., beugen, biegen; idg. *bʰeug- (3) (s. o.); L.: fehlt DW, DW2 4, 60, Duden s. u. Bagel, Falk/Torp 274; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Jiddischen und mittelbar vielleicht aus dem Mittelhochdeutschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein kreisrundes Hefegebäck mit einem Loch in der Mitte; BM.: biegen bzw. Gebogenes?; F.: Bagel, Bagels+FW(+EW?); Z.: Bag-el
$bägern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. quälen, plagen; E.: s. ahd. bāgan?; L.: Kluge 1. A. s. u. bägern, DW 1, 1075; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und möglicherweise mit dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches quälen oder plagen; F.: bägern, bägere, bäger (!), bägerst, bägert, bägerte, bägertest, bägerten, bägertet, gebägert, ##gebägert, gebägerte, gebägertes, gebägertem, gebägerten, gebägerter##, bägernd, ###bägernd, bägerndes, bägerndem, bägernden, bägernder###, bäger (!) +EW; Z.: bäg-er-n
$Bagger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bagger; E.: s. baggern; L.: Kluge s. u. baggern, DW 1, 1075, EWD s. u. baggern; GB.: vielleicht seit 1796 belegte und mit baggern verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen (James Watt und Andrew Boulton) entwickelte und zunächst mit Dampf betriebene sowie zunehmend häufiger verwendete Maschine für das Ausheben von Erde; F.: Bagger, Baggers, Baggern+FW; Z.: Bag-g-er
baggern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. baggern, Erde ausheben; ne. dredge (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1719 (Wörterbuch); I.: Lw. nndl. baggeren; E.: s. nndl. baggeren, V., eine Fahrtrinne ausbaggern; vgl. nndl. bagger, Sb., Schlamm; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht verwandt mit poln. balno, N., Sumpf, Moor; vgl. idg. *bʰā̆gʰ-?, Sb., Schlamm, Sumpf, Pokorny 161; L.: Kluge 1. A. s. u. Bagger, Kluge s. u. baggern, EWD s. u. baggern, DW 1, 1075, DW2 4, 61, Duden s. u. baggern, Bluhme s. u. Bagger; GB.: vielleicht seit 1719 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Polnischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schlamm von dem Boden eines Hafens (M.) (2) wegräumen und Erde mit einer Maschine ausheben; BM.: Schlamm; F.: baggern, baggere, baggerst, baggert, baggerest (!), baggerte, baggertest, baggerten, baggertet, gebaggert, ##gebaggert, gebaggerte, gebaggertes, gebaggertem, gebaggerten, gebaggerter##, baggernd, ###baggernd, baggernde, baggerndes, baggerndem, baggernden, baggernder###, bagger (!)+FW?; Z.: bag-g-er-n
Baguette, nhd., N., F., (18. Jh.): nhd. Baguette, Franzosenbrot, Meterbrot; ne. baguette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1726 (Lexikon); I.: Lw. frz. baguette; E.: s. frz. baguette, F., Baguette; it. bacchetta, F., Stock, Stab; vgl. it. bacchio, M., Stab; lat. baculum, N., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze, (81-43 v. Chr.); idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Baguette, fehlt DW, DW2 4, 62, Duden s. u. Baguette; Son.: vgl. nndl. baguette, Sb., Baguette; nschw. baguette, Sb., Baguette; nnorw. bagett, M., Baguette; poln. bagietka, F., Baguette; kymr. bagét, M., Baguette; GB.: seit 1726 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langgestrecktes und stabförmiges sowie knusperiges französisches Weißbrot (Franzosenbrot oder Meterbrot); BM.: Stab; F.: Baguette, Baguettes Baguetten+FW; Z.: Bag-uet-e
bah, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. bah!, bäh!; ne. bah!; Q.: 1775; E.: lautmalend; L.: DW 13, 1408 (pah), DW2 4, 63; Son.: vgl. frz. bah, Interj., bah!; GB.: seit 1775 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für Geringschätzung oder Ablehnung; BM.: lautmalend; F.: bah+EW; Z.: bah
bähen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bähen, wärmen, trocknen; ne. foment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bæhen, bæn, sw. V., bähen, durch Umschläge erwärmen; mnd. bēgen, beien*, beyen, bēen, been, sw. V., bähen, warme Umschläge machen ahd. bahen*, bāen*, sw. V. (1a), bähen, wärmen, beruhigen, mit wärmenden Umschlägen beruhigen; as. -; anfrk. -; germ. *ba-, st. V., wärmen, bähen; germ. *be-, V., bähen, wärmen; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bähen, Kluge s. u. bähen, DW 1, 1078, EWD s. u. bähen, DW2 4, 63, EWAhd 1, 425, Duden s. u. bähen, Falk/Torp 260, Bluhme s. u. baehen; GB.: seit um 765 belegte und teilweise für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wärmen oder trocknen; BM.: wärmen?, glänzen?; F.: bähen, bähe, bähst, bäht, bähest, bähet, bähte, bähtest, bähten, bähtet, gebäht, ##gebäht, gebähte, gebähtes, gebähtem, gebähten, gebähter##, bähend, ###bähend, bähende, bähendes, bähendem, bähenden, bähender###, bäh (!)+EW; Z.: bäh-en
Bahn, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bahn, Weg, Pfad, Eisenbahn; ne. way (N.), path; Vw.: s. Tram-; Hw.: -; Q.: 1185 (Erec); E.: s. mhd. ban, bane, pan, st. M., st. F., Bahn, Weg, geebnete Fläche; mnd. bāne, bān, F., Bahn, freier Raum, Plan, Kampfplatz, Weg; mnl. bane, Sb., Bahn; Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit ahd. bana*, sw. F. (n), Tod, Tötung, Hinrichtung; und got. banja, st. F. (jō), Schlag, Wunde, eiternde Wunde; in der Bedeutung Durchhau durch einen Wald; germ. *banjō, st. F. (ō), Wunde; idg. *bʰen-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 126; germ. *banō-, *banōn, *bana-, *banan, sw. M. (n), Tod, Tötung, Totschläger; vgl. idg. *bʰen-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 126 (208/41) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); nach Kluge idg. Herkunft von idg. *gᵘ̯ʰónos, Sb., Schlagen, Pokorny 491; L.: Kluge 1. A. s. u. Bahn, Kluge s. u. Bahn, DW 1, 1076, EWD s. u. Bahn, DW2 4, 64, Duden s. u. Bahn, Bluhme s. u. Bahn; Son.: vgl. nndl. baan, Sb., Bahn; nschw. bana, Sb., Bahn; nnorw. bane, M., Bahn; GB.: seit 1185 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche von einem Körper in einer vorgeschriebenen Richtung zu durchmessende Strecke wie beispielsweise die Umlaufbahn der Erde um die Sonne und seit 1804 auch für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes auf Schienen aus Eisen oder Stahl bewegtes Fahrzeug; BM.: Durchhau?, schlagen?; F.: Bahn, Bahnen+EW; Z.: Bahn
$bahnbrechend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. bahnbrechend, neue Möglichkeiten eröffnend; E.: s. Bahn, s. brechen, s. d; L.: Kluge s. u. Bahn, fehlt DW (s. Bahn, s. brechen); F.: bahnbrechend, bahnbrechende, bahnbrechendes, bahnbrechendem, bahnbrechenden, bahnbrechender +EW; GB.: seit 1847 belegte und aus Bahn und brechend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches völlig neue Möglichkeiten eröffnend und insofern eine neue Bahn brechend; Z.: bahn—bre-ch-end
$Bahnbrecher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bahnbrecher; L.: DW 1, 1078 (lat. qui viam aperit), EWD s. u. Bahn; GB.: seit 1734 belegte und aus Bahn und Brecher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen völlig neue Möglichkeiten eröffnenden und insofern eine neue Bahn brechenden Menschen; F.: Bahnbrecher, Bahnbrechers, Bahnbrechern+EW; Z.: Bahn—bre-ch-er
$bahnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bahnen, Bahn bilden; Vw.: s. an-; L.: Kluge s. u. Bahn, DW 1, 1078, EWD s. u. Bahn; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Bahn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches eine Bahn bilden; F.: bahnen (!), bahne (!), bahnst, bahnt, bahnest, bahnet, bahnte, bahntest, bahnten, bahntet, gebahnt, ##gebahnt, gebahnte, gebahntes, gebahntem, gebahnten, gebahnter##, bahnend, ###bahnend, bahnende, bahnendes, bahnendem, bahnenden, bahnender###, bahn (!)+EW; Z.: bahn-en
$Bahnhof, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bahnhof, Halteort einer Bahnlinie, Station; E.: s. Bahn, s. Hof; GB.: seit 1842 belegte und aus Bahn und Hof gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung der Eisenbahn möglichen von einem Bahnunternehmen festgelegten Halteort oder eine Station einer Bahnlinie; L.: Kluge s. u. Bahnhof, DW 1, 1079, EWD s. u. Bahn; F.: Bahnhof, Bahnhofs, Bahnhofes, Bahnhöfe, Bahnhöfen+EW; Z.: Bahn—ho-f
$Bahnsteig, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bahnsteig; E.: s. Bahn, s. Steig; L.: Kluge s. u. Bahnsteig, fehlt DW, EWD s. u. Bahn; GB.: seit 1880 belegte und aus Bahn und Steig gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung der Eisenbahn möglichen neben einem Gleis liegenden Teil eines Bahnhofs auf den Fahrgäste aus einem Zug oder auf dem Fahrgäste in einen Zug steigen; F.: Bahnsteig, Bahnsteiges, Bahnsteigs, Bahnsteige, Bahnsteigen+EW; Z.: Bahn—steig
Bahre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Bahre, Totenbahre, Trage, Sänfte; ne. bier, stretcher (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. bāre, st. F., sw. F., Sänfte, Bahre; mnd. bāre, F., Bahre; mnl. bare, F., Bahre; ahd. bāra, st. F. (ō), Bahre, Trage, Sänfte, Sarg; as. bāra, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Bahre; anfrk. -; germ. *bērō, *bǣrō, st. F. (ō), Bahre, Trage; germ. *barō (1), st. F. (ō), Bahre; vgl. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bahre, Kluge s. u. Bahre, EWD s. u. Bahre, DW 1, 1079, DW2 4, 73, EWAhd 1, 469, Duden s. u. Bahre, Falk/Torp 260, Seebold 105, Bluhme s. u. Bahre; Son.: vgl. afries. bare (1), bere (2), st. F. (ō), Bahre; nnordfries. baar, beer; afries. bēre (1), st. F. (ō), Bahre; nnordfries. baar, beer; ae. bǣr (1), st. F. (ō), Bahre, Bett, Karre; an. barar, barir, F. Pl., Tragbahre, Totenbett; got. -; nndl. baar, Sb., Bahre; nschw. bår, Sb., Bahre; nnorw. båre, M., F., Bahre; ai. bhārá-, Sb., Bürde; GB.: (bāra) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete tragbare leichte Liege für eine Beförderung meist verletzter oder toter Mitmenschen oder auch anderer Gegebenheiten; BM.: Tragen (N.); F.: Bahre, Bahren+EW; Z.: Bahr-e
$*bahren?, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. *bahren?, auf eine Bahre legen; Vw.: s. auf-; L.: Kluge s. u. Bahre, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Bahr(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes auf eine Bahre legen; F.: bahren (!), bahre (!), bahrst, bahrt, bahrest, bahret, bahrte, bahrtest, bahrten, bahrtet, gebahrt, ##gebahrt, gebahrte, gebahrtes, gebahrtem, gebahrten, gebahrter##, bahrend, ###bahrend, bahrende, bahrendes, bahrendem, bahrenden, bahrender###, bahr (!)+EW; Z.: bahr-en
Bai, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bai, Meeresbucht; ne. bay (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. nndl. baai; E.: s. baai, Sb., Bai; mnd. baie, baye, F., Bucht, Küste, Sand; frz. baie, Sb., Bucht; vgl. frz. bayer, sw. V., gähnen, klaffen, Mund aufmachen; afrz. baer, V., den Mund öffnen, heftig verlangen; gallorom. batare, V., gähnen; weitere Herkunft ungeklärt, Gamillscheg 95b; vielleicht Schallbildung; oder zu gall. *bait-, Adj.?, töricht?, vgl. air. baith, Adj., töricht; nach EWD über Spanisch von dem ON La Baie, dem alten Namen der Insel Noirmoutier; L.: Kluge 1. A. s. u. Bai, Kluge s. u. Bai, DW 1, 1080, EWD s. u. Bai, DW2 4, 74, Duden s. u. Bai; Son.: vgl. kymr. bae, M., Bai; nir. bá, F., Bai; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen sowie mittelbar dem Französischen aufgenommene und lautmalend gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Meeresbucht; BM.: lautmalend?; F.: Bai, Baien+FW; Z.: Bai
Baiser, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Baiser, Meringe, Meringue; ne. meringue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1828 (Kochbuch); I.: Lw. frz. baiser; E.: frz. baiser, M., Kuss; lat. bāsium, N., Kuss, zärtlicher Kuss; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Baiser, fehlt DW, EWD s. u. Baiser, DW2 4, 75, Duden s. u. Baiser; GB.: seit 1828 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für ein Schaumgebäck aus gezuckertem Eischnee das angeblich in dem Schweizer Ort Meiringen von Menschen erfunden und schon in dem 18. Jh. zu seiner späteren Form verbessert worden war; BM.: Zartheit und Süße; F.: Baiser, Baisers+FW; Z.: Bais-er
Baisse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Baisse, Tiefstand der Wertpapiere, Fallen der Börsenkurse; ne. bear market; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1825 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. baisse; E.: s. frz. baisse, F., Rückgang; vgl. frz. baisser, V., senken; lat. bassus, Adj., niedrig, flach, dick; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus dem Oskischen; L.: Kluge s. u. Baisse, fehlt DW, EWD s. u. Baisse, DW2 4, 75, Duden s. u. Baisse; Son.: vgl. nndl. baisse, Sb., Baisse; nschw. baisse, Sb., Baisse; nnorw. baisse, M., Baisse; poln. bessa, F., Baisse; GB.: seit 1825 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus dem Oskischen kommende Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung der Börse durch Menschen mögliches Fallen der Börsenkurse; BM.: Fallen der Kurse; F.: Baisse, Baissen+FW; Z.: Baiss-e
Bajadere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bajadere, indische Tempeltänzerin, Freudenmädchen, Tuch der indischen Tempeltänzerinnen; ne. bayadere, devadasi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1798 (Goethe); I.: Lw. frz. bayadère; E.: s. frz. bayadère, F., Bajadere; port. bailadeira, F., Bajadere; port. bailar, V., tanzen; lat. ballāre, V., tanzen; gr. βαλλίζειν (ballízein), V., tanzen; vgl. idg. *bal-, *balbal-, V., wirbeln, sich drehen, Pokorny 93 (145/6) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Bajadere, fehlt DW DW2 4, 75, Duden s. u. Bajadere; Son.: vgl. nndl. bajadère, F., Bajadere; nschw. bajadär, F., Bajadere; poln. bajadera, F., Bayadere; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Französischen und Portugiesischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bei Gottesdiensten vielleicht seit dem 5. Jh. n. Chr. auftretende indische Tempeltänzerin; GB.: tanzen; F.: Bajadere, Bajaderen+FW; Z.: Baj-ad-er-e
Bajazzo, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bajazzo, Spaßmacher; ne. buffoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1784 (Wörterbuch); I.: Lw. oberit. pajazzo, pajasso; E.: s. oberit. pajazzo, pajasso, M., Bajazzo; it. pagliaccio, F., Narr, Hanswurst, Strohsack; vgl. it. paglia, F., Stroh; venez. paia, F., Stroh; vgl. lat. palea, F., Spreu, Stroh, Getreide; idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bajazzo, fehlt DW, DW2 4, 76, Duden s. u. Bajazzo; Son.: vgl. nndl. paljas, M., Bajazzo; frz. pailasse, M., Bajazzo; nschw. pajas, M., Bajazzo; nnorw. bajas, M., Bajazzo; poln. pajac, M., Bajazzo; GB.: seit 1784 belegte und aus dem Oberitalienischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Spaßmacher (in Italien); BM.: Tragen von Bekleidung aus grobem Stroh; F.: Bajazzo, Bajazzos+FW; Z.: Baj-azz-o
Bajonett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bajonett, Seitengewehr; ne. bayonet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1695 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. baïonette; E.: s. frz. baïonette, F., Bajonett; von dem ON Bayonne; weitere Herkunft ungeklärt, wohl aus dem Baskischen, vielleicht von bask. ibai, Sb., Fluss; auch idg. Herkunft möglich; L.: Kluge s. u. Bajonett, fehlt DW, EWD s. u. Bajonett, DW2 4, 76, Duden s. u. Bajonett; Son.: vgl. nndl. bajonet, Sb., Bajonett; nschw. bajonett, Sb., Bajonett; nnorw. bajonett, M., Bajonett; poln. bagnet, M., Bajonett; bret. baionetez, Sb., Bajonett; nir. beaignit, F., Bajonett; GB.: seit 1695 belegte und aus dem Französischen sowie vielleicht dem Baskischen aufgenommene Bezeichnung für eine seit Mitte 17. Jh. von Menschen entwickelte auf Gewehre aufsetzbare Stichwaffe für den Nahkampf; BM.: von dem ursprünglichen Herstellungsort Bayonne in Frankreich; F.: Bajonett, Bajonettes, Bajonetts, Bajonette, Bajonetten+FW; Z.: Baj-on-ett
$Bajonettverschluss, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bajonettverschluss; E.: s. Bajonett, s. Verschluss; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bajonett; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Bajonett und Verschluss gebildete Bezeichnung für eine schnell herstellbare und leicht wieder lösbare mechanische Verbindung zweier zylindrischer Teile wie beispielsweise bei einem Gewehrlauf und einem Bajonett; F.: Bajonettverschluss, Bajonettverschlusses, Bajonettverschlüsse, Bajonettverschlüssen+FW+EW; Z.: Baj-on-ett—ver-schlu-ss
Bake, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Bake, Verkehrszeichen auf See und bei Bahnübergängen; ne. daymark; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. bāke, bāken, F., Bake, Wegzeichen, Zeichen im Wasser oder an Land, Orientierungszeichen; mnl. baken, F., Zeichen; as. bôkan*, st. N. (a), Zeichen; ahd. bouhhan*, bouchan, st. N. (a), Zeichen, Anzeichen, Wink; anfrk. germ. *baukna-, *bauknam, st. N. (a), Zeichen; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- bʰoh₂-, bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bake, DW 1, 1080, EWD s. u. Bake, DW2 4, 76, EWAhd 2, 259, Duden s. u. Bake, Falk/Torp 257, Schweiz. Id. 4, 964, 972, Fischer 6, 1597, Ochs 1, 127, Bluhme s. u. Bake; Son.: mhd. bouchen, st. N., Wink, Zeichen, Sinnbild; schweiz. Pauchen, M., Böchen, N., Wink, Zeichen, Sinnbild; schwäb. Bauchen, M. (?), Wink, Zeichen, Sinnbild; bad. Bauchen, F., Wink, Zeichen, Sinnbild; vgl. afries. bâken, bêken, st. N. (a), Zeichen, Feuerzeichen; nostfries. baake; ae. béacen, bēcn, bíecen, st. N. (a), Zeichen, Erscheinung, Wunder, Banner; an. bākn, st. N. (a), Zeichen, Bake; got. -; nndl. baken, Sb., Bake; ne. beacon, N., Signalfeuer; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein möglicherweise seit dieser Zeit von Menschen auf Wasserwegen und seit Entwicklung von Eisenbahnen und Autobahnen auch vor dortigen Ausfahrten oder Übergängen aufgestelltes Verkehrszeichen; BM.: Zeichen; F.: Bake, Baken (!)+EW; z.: Ba-k-e
Bakel, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Bakel, Schulstock, Spazierstock; ne. walking stick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1673; I.: Lw. lat. baculum; E.: lat. baculum, N., Krummstab, Stab Holz, Stab, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Bakel, fehlt DW, DW2 4, 77, Duden s. u. Bakel; GB.: seit 1673 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl schon früher als Stütze zu dem Gehen verwendeten Stock; BM.: Stab?; F.: Bakel, Bakels, Bakeln+FW; Z.: Bak-el
Bakelit, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bakelit, ein Kunststoff; ne. bakelite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1922; E.: von dem PN Leo Baekeland; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bakelit, DW2 4, 78, Duden s. u. Bakelit; Son.: vgl. nndl. bakeliet, Sb., Bakelit; frz. bakélite, M., Bakelit; nschw. bakelit, Sb., Bakelit; nnorw. bakelitt, M., Bakelit; poln. bakelit, M., Bakelit; nir. baicilít, F., Bakelit; GB.: seit 1922 belegte und teilweise aus dem Familiennamen (Baekeland) des Erfinders und it gebildete Bezeichnung (Handelsname) für eine Pressmasse aus vollsynthetischem industriell hergestelltem Kunststoff; BM.: von dem Namen des Erfinders; F.: Bakelit, Bakelits+FW; Z.: Bakel-it
Bakschisch, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bakschisch, Geldgeschenk, Bestechungsgeschenk; ne. baksheesh, bakshish; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. pers. baḫšīš; E.: über Vermittlung durch orientalische Sprachen von pers. baḫšīš, Sb., Geschenk; vgl. pers. baḫšīdan, V., geben; vgl. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bakschisch, fehlt DW, EWD s. u. Bakschisch, DW2 4, 79, Duden s. u. Bakschisch; Son.: vgl. nndl. baksheesh, Sb., Bakschisch; frz. bakchich, M., Bakschisch; poln. bakszysz, M., Bakschisch; GB.: seit um 1588 belegte und über orientalische Sprachen aus dem Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen gegebenes Geldgeschenk als rechtlich zweifelhafte Gegenleistung für eine möglicherweise rechtswidrige Gefälligkeit; BM.: geben; F.: Bakschisch, Bakschischs, Bakschisches Bakschische, Bakschischen (!)+FW(+EW?); Z.: Bak-schisch
Bakterie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bakterie, einzelliges Lebewesen ohne Zellkern; ne. bacterium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838; I.: Lw. lat. bactērium; E.: lat. bactērium, N., Stöckchen, Stäbchen; gr. βακτήριον (baktḗrion), N., Stöckchen, Stäbchen; s. idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Bakterie, fehlt DW, EWD s. u. Bakterie, DW2 4, 79, Duden s. u. Bakterie; Son.: vgl. nndl. bacterie, Sb., Bakterie; frz. bactérie, F., Bakterie; nschw. bakterie, Sb., Bakterie; nnorw. bakterie, M., Bakterie; poln. bakteria, F., Bakterie; kymr. bacteriwm, M., Bakterie; nir. baictéar, M., Bakterie; lit. bakterija, F., Bakterie; GB.: seit 1838 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung von Leben mögliches Gärung oder Fäulnis oder Krankheiten bewirkendes einzelliges Lebewesen ohne Zellkern; BM.: Stäbchen(form); F.: Bakterie, Bakterien+FW; Z.: Bak-t-er-ie
$bakteriell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bakteriell, Bakterie(n) betreffend; E.: s. Bakteri(e), s. ell (Suff.); L.: Kluge s. u. Bakterie, fehlt DW, EWD s. u. Bakterie; GB.: seit 1898 belegte und aus Bakteri(e) und ell gebildete Bezeichnung für Bakterie(n) betreffend; F.: bakteriell, bakterielle, bakterielles, bakteriellem, bakteriellen, bakterieller+FW; Z.: bak-t-er-i-ell
$Bakteriologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bakteriologie, Bakterienkunde; E.: s. Bakteri(e), s. o, s. logie; L.: Kluge s. u. Bakterie, fehlt DW; GB.: seit 1888 belegte und aus Bakteri(e) und o sowie logie gebildete Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Wissenschaft der Bakterien; F.: Bakteriologie+FW; Z.: Bak-t-er-io-log-ie
$bakteriologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bakteriologisch, bakterienkundlich; E.: s. Bakteriolog(ie), s. (i)sch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bakterie; GB.: seit 1888 belegte und aus Bakteriolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Bakteriologie betreffend; F.: bakteriologisch, bakteriologische, bakteriologisches, bakteriologischem, bakteriologischen, bakteriologischer+FW+EW; Z.: bak-t-er-io-log-isch
Balalaika, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Balalaika, ein Saiteninstrument; ne. balalaika; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. russ. балалайка (balalájka); E.: s. russ. балалайка (balalájka), F., Balalaika; wohl zu einem lautnachahmenden Verb; L.: Kluge s. u. Balalaika, fehlt DW, EWD s. u. Balalaika, Duden s. u. Balalaika: Son.: vgl. nndl. balaleika, Sb., Balalaika; frz. balalanka, F., Balalaika; nschw. balalajka, Sb., Balalaika; nnorw. balalaika, M., Balalaika; poln. bałałajka, F., Balalaika; lit. balalaika, F., Balalaika; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete sowie in der genauen Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein lautenähnliches in Russland erstmals 1688 genanntes Zupfinstrument mit drei Saiten und einem dreieckigen Resonanzkörper das vielleicht aus dem Kaukasus stammt oder von den Mongolen in das Land gebracht wurde; BM.: ?; F.: Balalaika, Balalaikas, Balalaiken (!)+FW; Z.: Balalaik-a
Balance, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Balance, Gleichgewicht; ne. balance; Vw.: -; Hw.: s. balancieren; Q.: 1479; I.: Lw. frz. balance; E.: s. frz. balance, F., Balance, Gleichgewicht; frührom. *bilancia, F., Waage; vgl. lat. bilanx, Adj., zwei Waagschalen habend, (40-102/103 n. Chr.); lat. bi-, Präf., zwei...; idg. *du̯ei-, *du̯oi-, *du̯i-, Num. Kard., zwei, Pokorny 228; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lanx, F., Schüssel, Schale (F.) (2), Waagschale, Scheibe; idg. *ē̆lē̆k-, Sb., Ellbogen, Ellenbogen, Arm, Pokorny 308; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Balance, fehlt DW, EWD s. u. Balance, DW2 4, 80, Duden s. u. Balance; Son.: vgl. nndl. balans, Sb., Balance, Gleichgewicht; nschw. balans, Sb., Balance, Gleichgewicht; nnorw. balanse, M., Balance, Gleichgewicht; russ. баланс (balans), M., Balance, Gleichgewicht; GB.: seit 1479 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Frühromanischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gleichgewicht von durch den Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten sowie schon vor 4000 Jahren abgebildeten Waagschalen; BM.: Gleichgewicht der Waagschalen; F.: Balance, Balancen+FW; Z.: Ba-lan-c-e
balancieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. balancieren, das Gleichgewicht halten; ne. balance (V.), poise; Vw.: -; Hw.: s. Balance; Q.: 1633; I.: Lw. frz. balancer; E.: s. frz. balancer, V., balancieren, im Gleichgewicht halten; vgl. frz. balance, F., Balance, Gleichgewicht; frührom. *bilancia, F., Waage; vgl. lat. bilanx, Adj., zwei Waagschalen habend, (40-102/103 n. Chr.); lat. bi-, Präf., zwei...; idg. *du̯ei-, *du̯oi-, *du̯i-, Num. Kard., zwei, Pokorny 228; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lanx, F., Schüssel, Schale (F.) (2), Waagschale, Scheibe; idg. *ē̆lē̆k-, Sb., Ellbogen, Ellenbogen, Arm, Pokorny 308; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Balance, fehlt DW, EWD s. u. Balance, DW2 4, 80, Duden s. u. balancieren; Son.: vgl. nndl. balanceren, V., balancieren; nschw. balansera, V., balancieren; nnorw. balansere, V., balancieren; poln. balansować, V., balancieren; lit. balansuoti, V., balancieren; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches das Gleichgewicht halten; BM.: Gleichgewicht der Waagschalen; F.: balancieren, balanciere, balancierst, balanciert, balancierest, balancieret, balancierte, balanciertest, balancierten, balanciertet, ##balanciert, balancierte, balanciertes, balanciertem, balancierten, balancierter##, balancierend, ###balancierend, balancierende, balancierendes, balancierendem, balancierenden, balancierender###, balancier (!)+FW(+EW); Z.: ba-lan-c-ier-en
$Balancierstange, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Balancierstange; E.: s. balancier(en), s. Stange; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Balance; GB.: seit 1784 belegte und aus balancier(en) und Stange gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte wegen der Trägheit für das Halten des Gleichgewichts während des Balancierens hilfreiche längere Stange; F.: Balancierstange, Balancierstangen+FW+EW; Z.: Ba-lan-c-ier—stang-e
balbieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. balbieren, rasieren, rücksichtslos behandeln; ne. outsmart, advantage (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1565; E.: s. mnd. balbēren, sw. V., balbieren, barbieren; mfrz. barbe, F., Bart; lat. barba, F., Bart; vgl. idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. balbieren, EWD s. u. Barbier, DW 1, 1080, DW2 4, 82, DW2 4, 192 (barbieren), Duden s. u. balbieren; GB.: seit vor 1565 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung geeigneter Werkzeuge durch den Menschen mögliches den Bart und die Haare schneiden; BM.: Bart behandeln; F.: balbieren, balbiere, balbierst, balbiert, balbierest, balbieret, balbierte, balbiertest, balbierten, balbiertet, ##balbiert, balbierte, balbiertes, balbiertem, balbierten, balbierter##, balbierend, ###balbierend, balbierende, balbierendes, balbierendem, balbierenden, balbierender###, balbier (!)+FW; Z.: balb-ier-en
bald, nhd., Adj., Adv., Konj., (9. Jh.): nhd. bald, in Bälde, in naher Zukunft, gleich stattfindend, demnächst bevorstehend; ne. soon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. balde, Adv., kühn, mutig, tapfer; mnd. bālde, bāld, bōlde, Adv., eifrig, bald, in kurzem, sogleich, eilig, schnell; ahd. baldo, Adv., kühn, mutig, furchtlos, tapfer, keck, beherzt, dreist, zuversichtlich, offen, inständig, mit gutem Grund, frei, schnell, in Sicherheit; as. -; anfrk. baldo, Adv., mutig, tapfer, zuversichtlich; vgl. ahd. bald, Adj., kühn, mutig, tapfer, verwegen; germ. *balþa-, *balþaz, Adj., kräftig, kühn, tapfer; idg. *bʰóltos, Adj., kühn, tapfer; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. bald, Kluge s. u. bald, EWD s. u. bald, DW 1, 1081, DW2 4, 82, Duden s. u. bald, Bluhme s. u. bald; Son.: vgl. afries. balde, Adv., bald; ae. bealde, Adv., kühn, schnell, sogleich, stark; an. ballr, Adj., kühn; got. *balþs *bald-, Adj. (a), „geschwollen“, kühn; nndl. boud, Adj., tapfer; ne. bold, Adj., kühn, tapfer; nschw. bold, Adj., tapfer?; nnorw. bold, Adj., tapfer, kühn; GB.: seit dem 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches gleich stattfindend oder demnächst bevorstehend; BM.: schnell bzw. schwellen; F.: bald+EW; Z.: bal-d
Baldachin, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Baldachin, eine Überdachung; ne. baldachin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); I.: Lw.; E.: s. mhd. baldekīn, ballekīn, paltekīn, paltikīn, st. M., st. N., Baldachin, Traghimmel, Seide; mnd. bā̆ldeke, boldek, boldeke, bōldeke, boldeken, bōldeken, bōldik, bōlk, bollik, N., M., Seidenstoff zur Kleidung, Seidenstoff als Decke, Bahrtuch, Sargdecke, Baldachin; as. baldekin, st. M., st. N., Baldachin, Traghimmel, Seide, Brokat, Brokatdecke; s. mfrz. baldaquin, Sb., Baldachin und it. baldacchino, M., Baldachin; vgl. it. Baldacco, ON, Bagdad; s. arab. Baġdād, aus dem Persischen, Geschenk Gottes, Geschenk des Großkönigs; vgl. av. baγa-, M., Herr, Gott; idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw.); pers. dād, Sb., Gabe; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Baldachin, Kluge s. u. Baldachin, fehlt DW, EWD s. u. Baldachin, DW2 4, 85, Duden s. u. Baldachin; Son.: vgl. nndl. baldakijn, Sb., Baldachin; frz. baldaquin, M., Baldachin; nschw. baldakin, Sb., Baldachin; nnorw. baldakin, M., Baldachin; poln. baldachim, M., Baldachin; lit. baldakimas, M., Baldachin; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Überdachung (Zierdach) für Throne oder Betten oder Kanzeln; BM.: Herkunftsort?; F.: Baldachin Baldachins, Baldachine, Baldachinen (!)+FW(+EW); Z.: Balda-chin
$Bälde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bälde, nahe Zukunft; E.: s. bald, s. e; L.: Kluge 1. A. s. u. bald, Kluge s. u. bald, DW 1, 1084, EWD s. u. bald; GB.: seit 1616 belegte und aus bald und e gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliche nahe Zukunft; F.: Bälde+EW; Z.: Bäl-d-e
$baldig, nhd., Adv., Adj., (15. Jh.): nhd. baldig, bald bevorstehend; Vw.: s. als-; E.: s. bald, s. ig; L.: Kluge s. u. bald, DW 1, 1084, EWD s. u. bald; GB.: seit 1420 belegte und aus bald und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches bald bevorstehend; Son.: nach DW Adj. seit dem achtzehnten Jh.; F.: baldig+EW; Z.: bal-d-ig
baldowern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. baldowern, herausbekommen, auskundschaften; ne. scout (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1814; I.: Lw. rotw. baldowern; E.: s. rotw. baldowern, V., auskundschaften; vgl. rotw. Baldower, M., Auskundschafter, Angeber, Anführer bei Diebsunternehmen; wjidd. Baldower, baal dowor, M., „Herr des Wissens“, Auskundschafter, Angeber, Anführer bei Diebesunternehmen; hebr. baʿal-dāwār, M., Herr des Wortes; vgl. hebr. baal, M., Herr; hebr. dowor, Sb., Sache, Wort; L.: Kluge s. u. baldowern, fehlt DW, DW2 4, 86, Duden s. u. baldowern; GB.: seit 1814 belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches unauffällig auskundschaften; BM.: wissen; F.: baldowern, baldowere, baldower (!), baldowerst, baldowert, baldowerest, baldoweret, baldowerte, baldowertest, baldowerten, baldowertet, ##baldowert, baldowerte, baldowertes, baldowertem, baldowerten, baldowerter##, baldowernd, ###baldowernd, baldowernde, baldowerndes, baldowerndem, baldowernden, baldowernder###, baldower (!)+FW; Z.: bal-dow-er-n
Baldrian, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Baldrian, Bertram, Hexenkraut; ne. valerian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; I.: Lw.; E.: mhd. baldriān, st. M., Baldrian; mnd. baldriāne, Sb., Baldrian; s. mlat. valeriana, F., Baldrian?; weitere Herkunft ungeklärt, Kluge s. u. Baldrian; L.: Kluge 1. A. s. u. Baldrian, Kluge s. u. Baldrian, EWD s. u. Baldrian, DW 1, 1084, DW2 4, 86, Duden s. u. Baldrian; Son.: vgl. nndl. valeriaan, Sb., Baldrian; frz. váleriane, F., Baldrian; ndän. baldrian, Sb., Baldrian; nnorw. baldrian, M., Baldrian; poln. waleriana, F., Baldrian; lit. vaistinis, valerijonas, M., Baldrian; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche mehrjährige krautige und von Menschen seit dem 18. Jahrhundert für bewusste Entspannung verwendete Pflanze; BM.: ?; F.: Baldrian, Baldrians, Baldriane, Baldrianen+FW; Z.: Baldrian
Balg, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Balg, Haut, Schlauch, verzogenes Kind; ne. bellows; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. balc, st. M., Balg, Haut, Schwertscheide; mnd. balch, M., Balg, Fell, Pelz, mnl. balch, M., Balg; ahd. balg, st. M. (i), Balg, Blasebalg, Schlauch, Sack, Schote (F.) (1); as. balg, st. M. (i), Balg; anfrk. -; germ. *balgi-, *balgiz, st. M. (i), Balg, Haut, Schlauch, Sack; s. idg. *bʰelg̑ʰ-, V., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Balg, Kluge s. u. Balg, EWD s. u. Balg, DW 1, 1084, DW2 4, 87, EWAhd 1, 438, Duden s. u. Balg, Falk/Torp 268, Seebold 99, Bluhme s. u. Balg; Son.: vgl. afries. balg, balch, Adj., in der Scheide befindlich; saterl. balg; ae. belg, st. M. (i); ae. bielg, st. M. (i), Balg, Sack, Börse (F.) (1), Beutel (M.) (1), Schote (F.) (1); an. belgr, st. M. (i), Balg, Ledersack, Blasebalg, Bauch; got. balgs, st. M. (i), Balg, Schlauch, Tasche; nndl. balg, Sb., Balg; ne. belly, N., Bauch; nschw. bälg, Sb., Balg; nnorw. belg, M., Balg; ai. barhíš-, N., Spreu, Opferstreu; av. barəziš-, N., Polster, Kissen; gall. bulga, F., Ledersack; air. bolg, F., Blase, Sack; nir. boilg, M. Pl., Blasebalg; apreuß. balsinis, Sb., Kissen; russ. болозенъ [bólozen], M., Schwiele, Beule; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich vorhandene und von Menschen vielleicht schon früh als Ganzes abgezogene Haut kleinerer Tiere sowie später auch abwertend für ein verzogenes Kind; BM.: aufblasen; F.: Balg, Balges, Balgs, Bälger, Bälgern+EW; Z.: Bal-g
$balgen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. balgen, raufen, streiten; Vw.: s. katz-; E.: s. Balg, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. balgen, DW 1, 1086, EWD s. u. Balg; GB.: seit 1515 belegte und aus Balg und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und auch schon vormenschlich mögliches raufen oder streiten; F.: balgen, balge, balgst, balgt, balgest, balget, balgte, balgtest, balgten, balgtet, gebalgt, ##gebalgt, gebalgte, gebalgtes, gebalgtem, gebalgten, gebalgter##, balgend, ###balgend, balgende, balgendes, balgendem, balgenden, balgender###, balg (!)+EW; Z.: bal-g-en
$Balgerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Balgerei, Auseinandersetzung, Rauferei, Zänkerei; Prügelei; E.: s. balg(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 1, 1088, EWD s. u. Balg; GB.: seit 1590 belegte und aus balg(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich mögliche Auseinandersetzung oder Rauferei oder Zänkerei oder Prügelei; F.: Balgerei, Balgereien+EW; Z.: Bal-g-er-ei
Balke, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Balke, Balken, Pfosten, Bohle; ne. beam (N.); Vw.: -; Hw.: s. Balken, Balkon; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. balke, sw. M., Balken, Waagebalken; mnd. balke, M., Balken (M.); mnl. balc, balke, M., Balken; ahd. balko*, balco, sw. M. (n), Balken, Kelter, Floß, Kahn, Schiffsgang; as. balko*, sw. M. (n), Balken (M.); anfrk. -; germ. *balkō-, *balkōn, *balka-, *balkan, sw. M. (n), Balken; germ. *balku-, *balkuz, st. M. (u), Balken; idg. *bʰeleg̑-, Sb., Vorsprung, Balken, Bohle, Pokorny 122; s. idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 1, 1089, EWAhd 1, 440; Son.: vgl. lang. *balko, sw.M. (n), Balken; afries. balka, sw. M. (n), Balken; nfries. balcke; ae. bolca, sw. M. (n), Laufplanke; an. bjalki, sw. M. (n), Balken; got. -; nndl. balk, Sb., Balke, Balken; nschw. bjälke, Sb., Balke, Balken; nnorw. bjelke, M., Balke, Balken; poln. belka, F., Balke, Balken; gr. φάλαγξ (phálanx), F., rundes Stück Holz, Stamm; ? lat. fulcrum, N., Stütze, Gestell, Strebe, Stab; lit. balžiena, Sb., Längsbalken in der Egge; lett. bálziêns, M., Stütze; russ. (dial.) bólozno, Sb., dickes Brett; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen menschlichen Bauwerken tragenden Teil eines Baues; BM.: Vorsprung; F.: Balke, Balkens, Balken+EW; Z.: Bal-k-e
Balken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Balken, Pfosten, Bohle; ne. beam (N.); Vw.: -; Hw.: s. Balke, Balkon; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. balke, sw. M., Balken, Waagebalken; mnd. balke, M., Balken (M.); mnl. balc, balke, M., Balken; ahd. balko*, balco, sw. M. (n), Balken, Kelter, Floß, Kahn, Schiffsgang; as. balko*, sw. M. (n), Balken (M.); anfrk. -; germ. *balkō-, *balkōn, *balka-, *balkan, sw. M. (n), Balken; germ. *balku-, *balkuz, st. M. (u), Balken; idg. *bʰeleg̑-, Sb., Vorsprung, Balken, Bohle, Pokorny 122; s. idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Balken, Kluge s. u. Balken, EWD s. u. Balken, DW 1, 1089, DW2 4, 92, EWAhd 1, 440, Duden s. u. Balken, Falk/Torp 267, Bluhme s. u. Balken; Son.: vgl. lang. *balko, sw.M. (n), Balken; afries. balka, sw. M. (n), Balken; nfries. balcke; ae. bolca, sw. M. (n), Laufplanke; an. bjalki, sw. M. (n), Balken; got. -; nndl. balk, Sb., Balken; nschw. bjälke, Sb., Balken; nnorw. bjelke, M., Balken; poln. belka, F., Balken; gr. φάλαγξ (phálanx), F., rundes Stück Holz, Stamm; ? lat. fulcrum, N., Stütze, Gestell, Strebe, Stab; lit. balžiena, Sb., Längsbalken in der Egge; lett. bálziêns, M., Stütze; russ. (dial.) bólozno, Sb., dickes Brett; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen menschlichen Bauwerken tragenden Teil eines Baues; BM.: Vorsprung; F.: Balken, Balkens+EW; Z.: Bal-k-en
Balkon, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Balkon, Rang; ne. balcony; Vw.: -; Hw.: s. Balken; Q.: 1685?; I.: Lw. frz. balcon; E.: s. frz. balcon, M., Balkon; it. balcone, M., Balkon; entweder von it. palco, M., Gerüst; vgl. ahd. balko*, balco, sw. M. (n), Balken, Kelter, Floß, Kahn, Schiffsgang; germ. *balkō-, *balkōn, *balka-, *balkan, sw. M. (n), Balken; germ. *balku-, *balkuz, st. M. (u), Balken; idg. *bʰeleg̑-, Sb., Vorsprung, Balken, Bohle, Pokorny 122; s. idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von einem frührom. *pālica, F., Balkon?; von lat. pālus, M., Pfahl, Pfahlholz; vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Balkon, EWD s. u. Balkon, DW 1, 1090, DW2 4, 96, Duden s. u. Balkon; Son.: vgl. nndl. balkon, Sb., Balkon; nschw. balkong, Sb., Balkon; nnorw. balkong, M., Balkon; poln. balkon, M., Balkon; kymr. balcon, M., Balkon; nir. balcóin, F., Balkon; lit. balkonas, M., Balkon; GB.: vielleicht seit 1685 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen offenen Anbau eines Gebäudes und einen erhöhten Teil eines Zuschauerraums oder eine Plattform an einem Gebäude das über dem Geländeniveau liegt und aus dem Gebäudekörper hinausragt; BM.: Vorsprung?, Pfahl?; F.: Balkon, Balkons, Balkone, Balkonen+FW(+EW?; Z.: Bal-k-on
Ball (1), nhd., M., (8. Jh.?/9. Jh.): nhd. Ball (M.) (1), Kugel, kugelförmiges Spielgerät; ne. ball (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Ballen, Ballon; Q.: um 765?/9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bal, st. M., Ball (M.) (1), Kugel, Ballen (M.); mnd. bal, M., Ball (M.) (1); mnl. bal, M., Ball (M.) (1); ahd. bal (1), st. M. (a), Ball (M.) (1), Spielball, Ballen (M.), Kugel, Kloß, Handballen; as. *bal?, *ball?, st. M. (i), Ball (M.) (1); anfrk. -; germ. *balla-, *ballaz, st. M. (a), Ball (M.) (1), Ballen (M.); germ. *ballu-, *balluz, st. M. (u), Ball (M.) (1), Ballen (M.); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ball 2, Kluge s. u. Ball 1, EWD s. u. Ball 1, DW 1, 1090, DW2 4, 96, EWAhd 1, 430, Duden s. u. Ball, Bluhme s. u. Ball; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bǫllr, st. M. (u), Kugel, Hode; got. -; nndl. bal, Sb., Ball (M.) (1); nordfries. baal, Sb., Ball (M) (1); frz. balle, F., Ball (M.) (1); nschw. boll, Sb., Ball (M.) (1); nnorw. ball, M., Ball (M.) (1); kymr. pêl, F., Ball (M.) (1); vgl. lat. follis, M., Blasebalg, Luftkissen; kymr. bâl, F., Erhöhung, Berggipfel; air. ball, M., Glied, Körperteil; GB.: vielleicht seit um 765 belegte Bezeichnung für eine Kugel oder ein vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kugelförmiges Spielgerät; BM.: aufblasen; F.: Ball, Balles, Balls, Bälle, Bällen+EW; Z.: Bal-l
Ball (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ball (M.) (2), Tanzfest; ne. ball (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Ballade, Ballerina, Ballett; Q.: 1614 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. bal; E.: s. frz. bal, M., Ball (M.) (2), Tanzfest; frz. baller, V., tanzen; lat. ballāre, V., tanzen (354-430 n. Chr.); ? gr. βαλλίζειν (ballízein), V., tanzen; s. idg. *bal-, *balbal-, V., wirbeln, sich drehen, Pokorny 93 (145/6) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ball 2, Kluge s. u. Ball 2, EWD s. u. Ball 2, DW 1, 1091, DW2 4, 191, Duden s. u. Ball; Son.: vgl. nndl. bal, Sb., Ball (M.) (2); nschw. bal, Sb., Ball (M.) (2); nnorw. ball, M., Ball (M.) (2); poln. bal, M., Ball (M.) (2); nir. bál, M., Ball (M.) (2); lit. balius, M., Ball (M.) (2); GB.: seit 1614 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und vielleicht dem Griechischen des Altertums und sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte gehobene festliche Tanzveranstaltung; BM.: drehen bzw. tanzen; F.: Ball, Balles, Balls, Bälle, Bällen+FW; Z.: Bal-l
Ballade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ballade, erzählendes Strophengedicht; ne. ballad; Vw.: -; Hw.: s. Ball (2); Q.: 1575; I.: Lw. frz. balade; E.: s. frz. balade, F., Ballade, Tanzlied; aprov. balada, F., Tanzlied; vgl. afrz. balar, V., tanzen; lat. ballāre, V., tanzen (354-430 n. Chr.); ? gr. βαλλίζειν (ballízein), V., tanzen; s. idg. *bal-, *balbal-, V., wirbeln, sich drehen, Pokorny 93 (145/6) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Ballade, DW 1, 1091, EWD s. u. Ballade, DW2 4, 102, Duden s. u. Ballade; Son.: die Bedeutung volkstümlich erzählendes Lied wird in dem 18. Jh. neu aus dem Neuenglischen entlehnt; vgl. nndl. ballade, Sb., Ballade; nschw. ballad, Sb., Ballade; nnorw. ballade, M., Ballade; poln. ballada, F., Ballade; kymr. baled, F., Ballade; nir. bailéad, M., Ballade; lit. baladė, F., Ballade; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Altprovenzalischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und vielleicht dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches episch-lyrisches und dramatisch verlaufendes erzählendes Strophengedicht; BM.: drehen bzw. tanzen; F.: Ballade, Balladen+FW(+EW); Z.: Bal-l-ad-e
Ballast, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Ballast, wertlose Last, unnützes Gewicht, Überflüssiges; ne. ballast (N.), burden (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1222?; I.: Lw. mnl. ballast; E.: s. mnl. ballast, Sb., das Gleichgewicht von Schiffen sicherndes Gewicht; weitere Herkunft ungeklärt; mnd. Ballast, M., F., Ballast, unnütze Last, schlechte Last; vielleicht in der Bedeutung reine Last von mnd. bar, Adj., bar (Adj.), nackt, bloß, offenbar; as. bar, Adj., bar (Adj.), bloß, nackt, offenbar, offen, klar; germ. *baza-, *bazaz, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.); idg. *bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163; s. idg. bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); mnd. last, M., N., F., Last, Gewicht (N.) (1), Ladung (F.) (1), Traglast; ahd. last (1), st. F. (i), Last, Bürde, Bedrückung; wgerm. *hlasti-, *hlastiz, st. F. (i), Last; idg. *klāsto, Sb., Deckstein, Last, Pokorny 599?; s. idg. *klā-, *kleh₂-, V., hinlegen, darauflegen, Pokorny 599 (927/159) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); oder vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ballast, Kluge s. u. Ballast, EWD s. u. Ballast, DW 1, 1091, DW2 4, 103, Duden s. u. Ballast; Son.: vgl. nschw. barlast, Sb., Ballast; nnorw. ballast, M., Ballast; poln. balast, M., Ballast; kymr. balast, M., Ballast; nir. ballasta, M., Ballast; lit. balastas, M., Ballast; GB.: seit um 1222 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine seit der Entwicklung von Schiffen durch Menschen mögliche in der Seefahrt schwere aber so gut wie wertlose Ladung (reine Last?) die ursprünglich zu der Beschwerung mitgeführt wurde um das Schiff zu stabilisieren; BM.: reine Last?; F.: Ballast, Ballasts, Ballastes, Ballaste, Ballasten+EW?; Z.: Bal-l-ast
Balle, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Balle, Rundung, runder Bündel, Ballen (M.), fest verrpacktes Stück Ware; ne. curve (N.), bale (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ballen, Ball (1); Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. balle, sw. M., Ball (M.) (1), Ballen (M.), Rundung; ahd. ballo, sw. M. (n), Ball (M.) (1), Ballen (M.), Kugel, Bissen; as. -, anfrk. -; germ. *ballō-, *ballōn, *balla-, *ballan, sw. M. (n), Kugel, Ball (M.) (1); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120; L.: DW 1, 1092, EWAhd 1, 443; Son.: afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise wohl mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein fest verpacktes Stück Ware; BM.: blasen bzw. zu einer Kugel machen; F.: Balle, Ballens, Ballen+EW; Z.: Bal-l-e
Ballei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ballei, Verwaltungsbezirk eines Ritterordens; ne. bailiwick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1240-1250 (Lanzelot Karrenritter Episode); E.: mhd. balīe (1), st. F., sw. F., Ballei, Ordensbezirk, Ordensbezirk des Deutschen Ordens als Amtsbereich eines Landkomturs, Burghof, Kampfbezirk; mnd. ballīe, balleye, F., Ballei, Ordensprovinz, Provinz eines Ritterordens; s. mlat. baliva, M., Amtsgewalt, Vollmacht, Befugnis; ? von lat. bāiulus, M., Träger, Lastträger, Leichenträger; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, DW2 4, 104, Duden s. u. Ballei; GB.: seit 1240-1250 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Verwaltung möglichen Bezirk eines mit Vollmacht ausgestatteten Menschen; BM.: Träger?; F.: Ballei, Balleien+FW(+EW); Z.: Ball-ei
$ballen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ballen, zu einem Ball formen, mit einem Ball spielen; E.: s. Ball (M.) (1), s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. ballen, EWD s. u. Ball 1; GB.: seit 1293 belegte und aus Ball (M.) (1) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu einem Ball formen sowie mit einem Ball spielen; F.: ballen (!), balle (!), ballst, ballt, ballest, ballet (!), ballte, balltest, ballten, balltet, geballt, ##geballt, geballte, geballtes, geballtem, geballten, geballter##, ballend, ###ballend, ballende, ballendes, ballendem, ballenden, ballender###, ball (!) +EW; Z.: bal-l-en
Ballen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Ballen (M.), Ball (M.) (1), rundes Bündel, fest verpacktes Stück Ware; ne. ball (N.), bale (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ball (1), Balle; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. balle, sw. M., Ball (M.) (1), Ballen (M.); ahd. ballo, sw. M. (n), Ball (M.) (1), Ballen (M.), Handballen, Kugel, Kloß, Bissen; as. -, anfrk. -; germ. *ballō-, *ballōn, *balla-, *ballan, sw. M. (n), Kugel, Ball (M.) (1); germ. *ballu-, *balluz, st. M. (u), Kugel, Ball (M.) (1); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ballen, Kluge s. u. Ballen, DW 1, 1092, EWD s. u. Ballen, DW2 4, 104, Duden 1, 296, EWAhd 1, 443, Duden s. u. Ballen, Falk/Torp 267; Son.: die Bedeutungen Handballen und Warenballen entstanden unter Einfluss von frz. balle, F., Kugel; afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 11. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise wohl mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein fest verpacktes Stück Ware; BM.: blasen bzw. zu einer Kugel machen; F.: Ballen, Ballens+EW; Z.: Bal-l-en
Ballerina, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Ballerina, Solistin, Solotänzerin; ne. ballerina; Vw.: -; Hw.: s. Ball (2), Ballett; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. ballerina; E.: s. it. ballerina, F., Tänzerin, Ballerina; it. ballare, V., tanzen; lat. ballāre, V., tanzen (354-430 n. Chr.); ? gr. βαλλίζειν (ballízein), V., tanzen; s. idg. *bal-, *balbal-, V., wirbeln, sich drehen, Pokorny 93 (145/6) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Ballerina, EWD s. u. Ballerina, fehlt DW, DW2 4, 105, Duden s. u. Ballerina; Son.: vgl. nndl. ballerina, F., Ballerina; frz. ballerine, F., Ballerina; nschw. ballerina, F., Ballerina; nnorw. ballerina, M., F., Ballerina; lit. balerina, F., Ballerina; GB.: vielleicht seit 17. Jh.? belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und vielleicht dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Solistin oder Solotänzerin (in dem klassischen Ballett); BM.: tanzen; F.: Ballerina, Ballerinen+FW; Z.: Bal-l-er-in-a
$Ballermann, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Ballermann; E.: s. baller(n), s. Mann; L.: Kluge s. u. ballern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem späteren 20. Jh. (und seit 2004 in dem Duden) belegte und aus baller(n) und Mann gebildete Bezeichnung für eine Gaststätte oder eine Gegend mit Alkoholgenuss und Partyatmosphäre sowie seit 1994 eine gewerblich genutzte Marke des früheren eine Hausarbeit über das geänderte Markenrecht verfassenden Studenten der Rechtswissenschaft in Hamm André Engelhardt wie beispielsweise auf der Ferieninsel Mallorca (Balneario 6); F.: Ballermann, Ballermanns, Ballermannes, Ballermänner, Ballermännern+EW; Z.: Ball-er—man-n
ballern, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ballern, dumpf knallen; ne. pop (V.), shoot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1484 (Wörterbuch); E.: s. mnd. balderen, belderen, sw. V., ballern, einen lauten harten Schall verursachen, knallen; lautmalend; L.: Kluge s. u. ballern, DW 1, 1093, EWD s. u. ballern, DW2 4, 105, Duden s. u. ballern; GB.: seit 1484 als mnd. balderen belegte und wohl lautmalend entstandene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches dumpf knallen; BM.: ?; F.: ballern, ballere, baller (!), ballerst, ballert, ballerte, ballertest, ballerten, ballertet, geballert, ##geballert, geballerte, geballertes, geballertem, geballerten, geballerter##, ballernd, ###ballernd, ballernde, ballerndes, ballerndem, ballernden, ballernder###, baller (!)+EW; Z.: ball-er-n
Ballett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ballett, künstlerische Tanzvorführung; ne. ballet; Vw.: -; Hw.: s. Ball (2), Ballerina; Q.: 1601 (Wörterbuch); I.: Lw. it. balletto; E.: s. it. balletto, M., Ballett; vgl. it. ballo, M., Tanz; it. ballare, V., tanzen; lat. ballāre, V., tanzen (354-430 n. Chr.); ? gr. βαλλίζειν (ballízein), V., tanzen; s. idg. *bal-, *balbal-, V., wirbeln, sich drehen, Pokorny 93 (145/6) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Ballett, DW 1, 1093 (Ballet), EWD s. u. Ballett, DW2 4, 106, Duden s. u. Ballett; Son.: vgl. nndl. ballet, Sb., Ballett; frz. frz. ballet, M., Ballett; nschw. balett, Sb., Ballett; nnorw. ballett, M., Ballett; poln. balet, M., Ballett; kymr. bale, M., Ballett; nir. bailé, M., Ballett; lit. baletas, M., Ballett; GB.: seit 1601 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und vielleicht dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem 15. und 16. Jahrhundert in Italien und Frankreich von Menschen entwickelte künstlerische Tanzvorführung; BM.: tanzen; F.: Ballett, Ballettes, Balletts, Ballette, Balletten+FW(+EW); Z.: Bal-l-ett
$Balletteuse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Balletteuse; Q.: 1853?; E.: s. Ballett, s. euse (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Ballett; GB.: vielleicht seit 1853 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Ballett und euse (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Tänzerin in einer in dem 15. und 16. Jahrhundert in Italien und Frankreich von Menschen entwickelten künstlerischen Tanzvorführung; F.: Balletteuse, Balletteusen+FW; Z.: Bal-l-ett-eus-e
Balliste, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Balliste, Schleudermaschine, ein antikes Wurfgeschütz; ne. ballista; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1536; I.: Lw. lat. ballista; E.: s. lat. ballista, F., Schleuder, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. βαλλιστής (ballistḗs), M., Schleuder; vgl. gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. ballistisch, DW2 4, 107 Balliste; Son.: vgl. nndl. ballista, Sb., Balliste; frz. baliste, F., Balliste; nschw. ballist, Sb., Balliste; nnorw. ballista, M., Balliste; poln. balista, F., Balliste; kymr. balista, Sb., Balliste; lit. balista, F., Balliste; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schleudermaschine oder ein antikes Wurfgeschütz; BM.: werfen; F.: Balliste, Ballisten+FW; Z.: Bal-l-ist-e
$Ballistik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Ballistik; E.: s. Ballist(e), s. ik (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. ballistisch; GB.: seit 1795 belegte und aus Ballist(e) und ik gebildete Bezeichnung für das besonders von Nicolo Tartiglia (um 1499-1557) und seine Schrift Nova scientia (neues Wissen) geförderte Wissen über die vor allem von Abschusskraft und Abschusswinkel sowie Schwerkraft bestimmte Flugbahn von Geschossen; F.: Ballistik+FW; Z.: Bal-l-ist-ik
$ballistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ballistisch, Ballist(e) oder Ballistik betreffend; E.: s. Ballist(e), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. ballistisch; GB.: seit 1845 belegte und aus Ballist(e) und isch gebildete Bezeichnung für Ballist(e) oder Ballistik betreffend; F.: ballistisch, ballistische, ballistisches, ballistischem, ballistischen, ballistischer+FW+EW; Z.: bal-l-ist-isch
Ballon, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Ballon, kugelförmiges Gefäß, Luftfahrzeug; ne. balloon (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ball (1); Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. ballon; E.: s. frz. ballon, M., Ballon; it. pallone, M., großer Ball; vgl. it. palla, balla, F., Kugel; ahd. bal (1), st. M. (a), Ball (M.) (1), Spielball, Ballen (M.), Kugel, Kloß, Handballen; as. *bal?, *ball?, st. M. (i), Ball (M.) (1); anfrk. -; germ. *balla-, *ballaz, st. M. (a), Ball (M.) (1), Ballen (M.); germ. *ballu-, *balluz, st. M. (u), Ball (M.) (1), Ballen (M.); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ballon, DW 1, 1093, EWD s. u. Ballon, DW2 4, 107, Duden s. u. Ballon; Son.: vgl. nndl. ballon, Sb., Ballon; nschw. ballong, Sb., Ballon; nnorw. ballong, M., Ballon; poln. balon, M., Ballon; kymr. balŵn, M., F., Ballon; nir. balún, M., Ballon; lit. balionas, M., Ballon; lit. balionas, M., Ballon; GB.: seit 1610 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Althochdeutschen und Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kugelförmiges Gefäß oder eine mit leichterem Gas gefüllte und über keinen Eigenantrieb verfügende in Luft steigen und sinken könnende Hülle beispielsweise aus Stoff (Luftfahrzeug); BM.: aufblasen; F.: Ballon, Ballons, Ballones, Ballone, Ballonen+FW; Z.: Bal-l-on
$Ballspiel, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Ballspiel; E.: s. Ball (M.) (1), s. Spiel; L.: DW 1, 1093, EWD s. u. Ball 1; GB.: (mhd. ballespil) seit Anfang 14. Jh. belegte und aus Ball (M.) (1) und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als Zeitvertreib und zwecks Verbesserung der Koordination wohl seit den Hochkulturen des Altertums anscheinend zuerst in Griechenland und China entwickeltes Spiel mit mindestens einem Ball; F.: Ballspiel, Ballspiels, Ballspieles, Ballspiele, Ballspielen+EW; Z.: Bal-l—spiel
Balsam, nhd., M., (11./12. Jh.): nhd. Balsam, Sekret von Balsampflanzen, Creme, Linderung; ne. balsam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: s. mhd. balsame, balseme, balsem, sw. M., st. M., st. F., Balsam; mnd. balsam, M., Balsam, Heilmittel; mnl. balsame, M., Balsam; ahd. balsamo*, sw. M. (n), Balsam, Minze, Pfefferminze, Krauseminze; as. -; anfrk. -; s. lat. balsamum, N., Balsam, (14-37 n. Chr.); s. gr. βάλσαμον (bálsamon), N., Balsam; vgl. hebr. bāsā́m, Sb., Balsamstrauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Balsam, Kluge s. u. Balsam, DW 1, 1093, EWD s. u. Balsam, DW2 4, 110, EWAhd 1, 445, Duden s. u. Balsam; Son.: vgl. afries. -; ae. balsam, st. N. (a), Balsam; an. balsamr, st. M. (a), Balsam; got. balsan, st. N. (a), Balsam; nndl. balsem, Sb., Balsam; frz. baume, M., Balsam; nschw. balsam, Sb., Balsam; nnorw. balsam, M., Balsam; poln. balsam, M., Balsam; nir. balsam, M., Balsam; lit. balzamas, M., Balsam; GB.: seit 11./12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche und von Menschen zwecks Linderung verwendete Sekrete von dem Balsambaum und anderen Balsampflanzen; BM.: angenehm duften?; F.: Balsam, Balsams, Balsame, Balsamen+FW; Z.: Balsam
$balsamieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. balsamieren, mit Balsam behandeln; Vw.: s. ein-; E.: s. Balsam, s. ieren; L.: Kluge s. u. Balsam, einbalsamieren, (DW 1, 1094,) EWD s. u. Balsam; GB.: seit 1473 (Mitte 15. Jh.) belegte und aus Balsam und ieren gebildete sowie mit frz. enbaumer verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes mit Balsam förderlich behandeln und beispielsweise Leichen vor Verwesung schützen; F.: balsamieren, balsamiere, balsamierst, balsamiert, balsamierest, balsamieret, balsamierte, balsamiertest, balsamierten, balsamiertet, ##balsamiert, balsamierte, balsamiertes, balsamiertem, balsamierten, balsamierter##, balsamierend, ###balsamierend, balsamierende, balsamierendes, balsamierendem, balsamierenden, balsamierender###, balsamier (!)+FW+EW; Z.: balsam-ier-en
$balsamisch, nhd., Adj., 16. Jh.?): nhd. balsamisch, Balsam betreffend; E.: s. Balsam, s. isch; L.: DW 1, 1094, EWD s. u. Balsam; GB.: seit um 1525 belegte und aus Balsam und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verwendung von Balsam durch Menschen mögliches Balsam betreffend; F.: balsamisch, balsamische, balsamisches, balsamischem, balsamischen, balsamischer(, balsamischere, balsamischeres, balsamischerem, balsamischeren, balsamischerer, balsamischst, balsamischste, balsamischstes, balsamischstem, balsamischsten, balsamischster)+FW; Z.: balsam-isch
Balustrade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Balustrade, säulenverziertes Geländer; ne. balustrade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1701 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. balustrade; E.: s. frz. balustrade, F., Balustrade, Geländer; it. balaustro, M., Geländerdocke; lat. balaustium, balaustium, N., Granatapfelblüte, (1. Jh. n. Chr.); s. gr. βαλαύστιον (balaústion), N., Granatapfelblüte; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 214; L.: Kluge s. u. Balustrade, fehlt DW, EWD s. u. Balustrade, DW2 4, 116, Duden s. u. Balustrade; Son.: vgl. nndl. balustrade, Sb., Balustrade; nschw. balustrad, Sb., Balustrade; nnorw. balustrade, M., Balustrade; poln. balustrada, F., Balustrade; nir. balastráid, F., Balustrade; lit. baliustrada, F., Balustrade; GB.: seit 1701 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete niedere Reihe säulenartiger Stützen als Brüstung an Treppen und Terrassen sowie Balkonen; BM.: Granatapfelblüte?; F.: Balustrade, Balustraden+FW; Z.: Balust-rad-e
Balz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Balz, Vorspiel bei der Paarung; ne. courtship display; Vw.: -; Hw.: s. Bolzen?; Q.: 1328/1329 (Vocabularius optimus); E.: s. mhd. balz, balzer, st. M., Balz, Haarschopf, Zöpfchen?; mnd. -; Etymologie ungeklärt, Kluge s. u. Balz; vielleicht von idg. *bʰeld-, V., pochen, schlagen, Pokorny 124 (204/37) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Balz, Kluge s. u. Balz, EWD s. u. Balz, DW 1, 1094, DW2 4, 116, Duden s. u. Balz, Bluhme s. u. Balz; GB.: seit 1328/1329 belegte und in der Etymologie ungeklärte sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das meist jahreszeitlich bestimmte (natürliche) Vorspiel bei der Paarung größerer Vögel und die zu der Zeit dieser Paarung stattfindende Jagd durch Menschen; BM.: pochen oder schwellen?; F.: Balz, Balzen+EW; Z.: Bal-z
Bambule, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Bambule, krawallartiger Protest von Häftlingen; ne. bambule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1971; I.: Lw. kreol.-frz. bamboula; E.: s. kreol.-frz. bamboula, F., Rummel, afrikanischer Trommeltanz; von einer afrik. Bezeichnung für Trommel, nach dem Tanz zu einer solchen Trommel, aus einer Bantusprache; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bambule, DW2 4, 117, Duden s. u. Bambule; GB.: seit 1971 belegte und aus dem Kreolisch-Französischen sowie mittelbar einer afrikanischen Sprache (Bantusprache) für Trommel aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen organisierten außerhalb der Gefängniszellen in einem Gefängnis durchgeführten krawallartigen Protest von Häftlingen; BM.: kräftig feiern; F.: Bambule, Bambulen+FW; Z.: Bambul-e
Bambus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bambus, ein Süßgras; ne. bamboo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1661; I.: Lw. nndl. bamboe; E.: s. nndl. bamboe, M., Bambus; wohl über port. aus südindischen Dialekten, wo die Pflanze bambus bzw. mambu genannt wird; das -s an dem Ende stammt von der port. Pluralform; L.: Kluge s. u. Bambus, fehlt DW, EWD s. u. Bambus, DW2 4, 117, Duden s. u. Bambus; Son.: vgl. frz. bambou, M., Bambus; nschw. bambu, Sb., Bambus; nnorw. bambus, M., Bambus; poln. bambus, M., Bambus; kymr. bambw, M., Bambus; nir. bambú, M., Bambus; lit. bambukas, M., Bambus; GB.: seit vor 1661 belegte und aus dem Portugiesischen sowie mittelbar einer südindischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für eine um 1840 nach Europa gebrachte und sachlich schon vormenschlich mögliche sowie in Asien und Südamerika und Afrika und Nordaustralien vorkommende schnell und bis zu einer Höhe von 30 Metern wachsende und Kohlendioxid aufnehmende sowie insgesamt nicht unproblematische Pflanze aus der Familie der Süßgräser mit leichten röhrenartigen Stämmen; BM.: ?; F.: Bambus, Bambusses, Bambusse, Bambussen+FW; Z.: Bambu-s
$Bambusrohr, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bambusrohr; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Bambus, s. Rohr; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bambus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Bambus und Rohr gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung von Bambus sachlich mögliches von Menschen wohl schon früh verwendetes Rohr aus Bambus; F.: Bambusrohr, Bambusrohres, Bambusrohrs, Bambusrohre, Bambusrohren+FW+EW; Z.: Bambu-s—roh-r
Bammel, Bampel, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Bammel, Bampel, Angst; ne. jitters; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1538; I.: Lw. ?; E.: vielleicht als Herzklopfen zu bammeln als hinschwanken und herschwanken; eher unwahrscheinlich ist die Herleitung von jidd. baal emoh, M., Furchtsamer; L.: Kluge s. u. Bammel, fehlt DW, EWD s. u. Bammel, DW2 4, 118, Duden s. u. Bammel, Bluhme s. u. Bammel; GB.: seit 1538 belegte und möglicherweise mit bammeln verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früh mögliche Angst von Menschen vor einem Verhalten in einer Gesellschaft; BM.: schwanken?; F.: Bammel, Bammels+FW; Z.: Bamm-el
$bammeln, nhd., sw. V.: nhd. bammeln, beweglich aufgehängt sein (V.); E.: s. baumeln?; L.: DW 1, 1095, EWD s. u. baumeln; GB.: seit 1539 belegte und vielleicht mit baumeln verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches beweglich aufgehängt sein (V.); F.: bammeln, bammel (!), bammle, bammele, bammelst, bammelt, bammelte, bammeltest, bammelten, bammeltet, gebammelt, ##gebammelt, gebammelte, gebammeltes, gebammeltem, gebammelten, gebammelter##, bammelnd, ###bammelnd, bammelnde, bammelndes, bammelndem, bammelnden, bammelnder###, bammel (!)+FW; Z.: bam-m-el-n
banal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. banal, nichtssagend, gewöhnlich; ne. banal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1792 (Wilhelm von Humboldt); I.: Lw. frz. banal; E.: s. frz. banal, Adj., banal, gewöhnlich; vgl. frz. ban, Sb., Gerichtsbezirk; awfrk. *ban, M., Bann; germ. *banna-, *bannaz, st. M. (a), Gebot, Bann; s. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. banal, fehlt DW, EWD s. u. banal, DW2 4, 119, Duden s. u. banal; Son.: vgl. nndl. banaal, Adj., banal; nschw. banal, Adj., banal; nnorw. banal, Adj., banal; poln. banalny, Adj., banal; lit. banalus, Adj., banal; GB.: seit 1792 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nichtssagend oder gewöhnlich; BM.: gemeinsam?; F.: banal, banale, banales, banalem, banalen, banaler(, banalere, banaleres, banalerem, banaleren, banalerer, banalst, banalste, banalstes, banalstem, banalsten, banalster)+FW; Z.: ba-n-al
$banalisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. banalisieren, vereinfachen, herabsetzen; E.: s. banal, s. is, s. ieren; L.: EWD s. u. banal; GB.: seit 1907 belegte und aus banal und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen und Sprache mögliches vereinfachen oder herabsetzen; F.: banalisieren, banalisiere, banalisierst, banalisiert, banalisierest, banalisieret, banalisierte, banalisiertest, banalisierten, banalisiertet, ##banalisiert, banalisierte, banalisiertes, banalisiertem, banalisierten, banalisierter##, banalisierend, ###banalisierend, banalisierende, banalisierendes, banalisierendem, banalisierenden, banalisierender###, banalisier (!)+FW(+EW?); Z.: ba-n-al-is-ier-en
$Banalität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Banalität, Alltäglichkeit; E.: s. banal. s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. banal, fehlt DW, EWD s. u. banal; GB.: seit 1874 belegte und aus banal und i sowie tät gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Menschen mögliche Alltäglichkeit; F.: Banalität, Banalitäten+FW(+EW?); Z.: Ba-n-al-it-ät
Banane, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Banane, Bananenbaum; ne. banana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1598; I.: Lw. port. banana; E.: s. port. banana, F., Banane und mittelbar eine Sprache Westafrikas (wahrscheinlich Wolof als der in Senegal zu vier Fünfteln vorherrschenden Sprache); L.: Kluge s. u. Banane, fehlt DW, EWD s. u. Banane, DW2 4, 120, Duden s. u. Banane; Son.: vgl. nndl. banaan, Sb., Banane; frz. banane, F., Banane; nschw. banan, Sb., Banane; nnorw. banan, M., Banane; poln. banan, M., Banane; kymr. banana, M., Banane; nir. banana, M., Banane; lit. bananas, M., Banane; GB.: seit 1598 belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar wohl dem Wolof als der in Senegal zu vier Fünfteln vorherrschenden Sprache aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und aus Südostasien stammende sowie seit etwa 7000 Jahren von Menschen angebaute einkeimblätterige Pflanze mit gekrümmter vielfach gelber und meist süßer Frucht; BM.: Finger?; F.: Banane, Bananen+FW; Z.: Banan-e
Banause, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Banause, Ahnungsloser, Stümper, Mensch mit geringem Verständnis für Kunst; ne. philistine (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gr. βάναυσος (bánausos) (2), M., Handwerker, Mann mit beschränktem Gesichtskreis; vgl. idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Banause, fehlt DW, EWD s. u. Banause, DW2 4, 121, Duden s. u. Banause; GB.: seit 1777 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen mit geringem Verständnis für Kunst; BM.: gering?; F.: Banause, Banausen+FW; Z.: Ban-aus-e
Band (1), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Band (M.), Buch; ne. tome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1610; E.: s. binden; L.: Kluge 1. A. s. u. Band M., Kluge s. u. Band 1, DW 1, 1098, EWD s. u. Band M., DW2 4, 132, Duden s. u. Band (M.); GB.: seit 1610 belegte und mit binden verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift (und Schreibmaterial) mögliches Buch aus einer zusammengehörenden Reihe oder einen Teil eines aus mehreren Bänden bestehenden Werkes; BM.: einbinden bzw. binden; F.: Band, Bandes, Bands, Bände, Bänden+EW; Z.: Band
Band (2), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Band (N.), Binde; ne. ribbon, strap (N.); Vw.: s. Ort-, Sal-; Hw.: s. Bande (2), Banderole, binden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bant, st. N., Band (N.), Verband, Fessel (F.) (1), Reif (M.) (2), Gebinde, Querbalken; mnd. bant, band, M., Band (N.), Fessel (F.) (1), Maßeinheit; mnl. bant, M., Band (N.); ahd. bant*, st. N. (a) (iz) (az), Band (N.), Binde, Fessel (F.) (1), Zwang, Zügel, Riemen (M.) (1), Strick (M.) (1), Verbindung; as. band*, st. M. (a)?, st. N. (a)?, st. F. (i)?, Band (N.), Fessel (F.) (1), Binde; anfrk. -; germ. *banda-, *bandam, st. N. (a), Band (N.), Fessel (F.) (1); germ. *bandi-, *bandiz, st. F. (i), Band (N.), Fessel (F.) (1); s. idg. bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Band N., Kluge s. u. Band (2), DW 1, 1096, EWD s. u. Band N., DW2 4, 122, EWAhd 1, 462, Duden s. u. Band (N.), Falk/Torp 259, Seebold 103; Son.: vgl. afries. band, bend, Sb., Band (N.); saterl. bend; afries. bende, N., Band (N.), Fessel (F.) (1); ae. bėnd, st. M. (i), st. F. (jō), st. N. (a), Band (N.), Binde, Fessel (F.) (1); an. band, st. N. (a), Band (N.), Fessel (F.) (1), Verpflichtung; got. bandi, st. F. (i/ō), Band (N.), Fessel (F.) (1); nndl. band, Sb., Band (N.); nschw. band, Sb., Band (N.); nnorw. band, bånd, N., Band (N.); ai. bandhá-, M., Binden, Band (N.); av. banda-, M., Bande (F.) (2), Fessel; gr. πεῖσμα (peisma), N., Seil, Tau (N.), Strick (M.) (1); kymr. benn, Sb., Fuhrwerk; mir. buinne, Sb., Band (N.), Armreif; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine von Menschen nach natürlichem Vorbild wohl schon früh entwickeltes Hilfsmittel zu einem Zusammenbinden einzelner Gegebenheiten; BM.: binden; F.: Band, Bandes, Bands, Bänder, Bändern+EW; Z.: Band
Band (3), nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Band (F.), Musikergruppe, gemeinsam spielende Gruppe von Musikern; ne. band (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bande (1); Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. band; E.: s. ne. band, N., Band (F.), Musikgruppe; frz. bande, F., Schar (F.) (1), Trupp; wohl zu germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Band 3, fehlt DW, EWD s. u. Band F., DW2 4, 133, Duden s. u. Band (F.), Bluhme s. u. Band; Son.: vgl. nndl. band, Sb., Band (F.), Musikgruppe; nschw. band, Sb., Band (F.), Musikgruppe; nnorw. band, N., Band (F.), Musikgruppe; poln. band, M., Band (F.), Musikgruppe; kymr. band, M., Band (F.), Musikgruppe; nir. banna, M., Band (F.), Musikgruppe; BM.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie wohl mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gemeinsam spielende Gruppe von Musikern; BM.: scheinen; F.: Band, Bands+FW; Z.: Ba-nd
Bandage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bandage, Binde, Verband; ne. bandage; Vw.: -; Hw.: s. Bande (2), binden; Q.: 1712 (Lexikon); I.: Lw. frz. bandage; E.: s. frz. bandage, F., Bandage; vgl. frz. bander, V., verbinden; frz. bande, F., Binde; vgl. germ. *bendan, *bindan, st. V., binden; idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Bandage, fehlt DW, EWD s. u. Bandage, DW2 4, 133, Duden s. u. Bandage; Son.: vgl. nndl. bandage, Sb., Bandage; nschw. bandage, Sb., Bandage; nnorw. bandasje, M., Bandage; poln. bandaż, M., Bandage; kymr. bandais, M., Bandage; lit. bandažas, M., Bandage; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist weiches und dehnbares Stoffstück in das vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums ein verletzter Körperteil zu seiner Sicherung fest eingewickelt werden kann; BM.: binden; F.: Bandage, Bandagen+FW; Z.: Band-ag-e
$bandagieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. bandagieren, fest einbinden; E.: s. Bandag(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Bandage, fehlt DW, EWD s. u. Bandage; GB.: seit 1838 belegte und aus Bandag(e) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes einen Körperteil zwecks Sicherung fest einbinden; F.: bandagieren, bandagiere, bandagierst, bandagiert, bandagierest, bandagieret, bandagierte, bandagiertest, bandagierten, bandagiertet, ##bandagiert, bandagierte, bandagiertes, bandagiertem, bandagierten, bandagierter##, bandagierend, ###bandagierend, bandagierende, bandagierendes, bandagierendem, bandagierenden, bandagierender###, bandagier (!)+FW+EW; Z.: band-ag-ier-en
Bande (1), nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bande (F.) (1), Schar (F.) (1), Rotte, Gruppe von meist rechtswidrig handelnden Menschen; ne. band (N.); Vw.: -; Hw.: s. Band (3); Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönchs); E.: s. mhd. bande (1), sw. F., Schar (F.) (1), Dienerschar; frz. bande, F., Schar (F.) (1), Trupp; wohl zu germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bande 1, DW 1, 1098, EWD s. u. Bande 1, DW2 4, 134, Duden s. u. Bande; Son.: die dt. Bedeutung „Diebesbande“ entstand wohl unter Einfluss des Wortes „Bandit“ (s. d.); vgl. nndl. bende, Sb., Bande (F.) (1), Truppe; nschw. band, Sb., Bande (F.) (1), Truppe; nnorw. bande, M., Bande (F.) (1), Truppe; poln. banda, F., Bande (F.) (1), Truppe; nir. banna, M., Band (F.), Musikgruppe; GB.: vielleicht seit (1390) belegte und (über das Französische?) mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen gewollten Zusammenschluss von Menschen zu meist rechtswidrigen Handlungen; BM.: durch Zeichen verdeutlichte Zusammengehörigkeit; F.: Bande, Banden+EW; Z.: Ba-nd-e
Bande (2), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bande (F.) (2), seitliche Einfassung, Umrandung; ne. boards; Vw.: -; Hw.: s. Band (2), Bandage, binden; Q.: 1699; I.: Lw. frz. bande; E.: s. frz. bande, F., Streifen (M.), Band (N.); vgl. frz. bander, V., verbinden; frz. bande, F., Binde; vgl. germ. *bendan, *bindan, st. V., binden; idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bande, Kluge s. u. Bande 2, DW 1, 1098, EWD s. u. Bande 2, DW2 4, 135, Duden s. u. Bande; Son.: vgl. nndl. band, Sb., Bande (F.) (2); GB.: seit 1699 belegte und wohl aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete seitliche Einfassung oder Umrandung (eines Raumes); BM.: binden?; F.: Bande, Banden+FW(+EW?); Z.: Band-e
$Bandeisen, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Bandeisen, in der Form eines Bandes ausgewalztes Eisen aus weichem und zähem Eisen; E.: s. Band (2) (N.), s. Eisen; L.: DW 1, 1099, EWD s. u. Band; GB.: seit 1472 belegte und aus Band (2) (N.) und Eisen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach Nutzung von Eisen entwickeltes und in der Form eines Bandes ausgewalztes Eisen aus weichem und zähem Eisen; F.: Bandeisen, Bandeisens+EW; Z.: Band—eis-en
$Bändel, Bendel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Bändel, Bendel, dünnes Band, Schnur (F.) (1), Leine; E.: s. Band (2) (N.), s. el; L.: Kluge s. u. Bendel, DW 1, 1099; GB.: seit um 1000 belegte und aus Band und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit Entwicklung von Gewebe hergestelltes und verwendetes dünnes Band oder eine Schnur (F.) oder eine Leine; F.: Bändel, Bändels, Bändeln, Bendel, Bendels, Bendeln+EW; Z.: Bänd-el
Banderole, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Banderole, Adressband, Etikett; ne. banderole; Vw.: -; Hw.: s. Band (2), Bandage, Bande (2); Q.: 1607 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. banderole; E.: s. frz. banderole, F., Banderole; it. banderuola, F., Fähnlein; vgl. it. bandiera, F., Fahne; vgl. germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Banderole, fehlt DW, EWD s. u. Banderole, DW2 4, 136, Duden s. u. Banderole, Falk/Torp 256; Son.: vgl. nndl. banderol, Sb., Banderole; nschw. banderoll, Sb., Banderole; nnorw. (Nynorsk) banderole, M., Banderole; poln. banderola, F., Banderole; GB.: seit 1607 belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes amtliches Verschlusszeichen in Streifenform versehen (Adj.) mit einem Siegel oder eine Plombe oder ein Adressband oder ein Etikett; BM.: kleines Banner; F.: Banderole, Banderolen+FW; Z.: Ba-nd-er-ol-e
bändigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bändigen, zähmen; ne. tame (V.), control (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1523 (Luther); E.: s. mhd. bendic, bendec, Adj., festgebunden, angebunden, gefügig, verbunden; vgl. germ. *bendan, *bindan, st. V., binden; idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. bändigen, Kluge s. u. bändigen, DW 1, 1100, EWD s. u. bändigen, DW2 4, 137, Duden s. u. bändigen; GB.: vielleicht seit 1523 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von dem Menschen wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickeltes zähmen ursprünglich wilder Tiere wie Wolf oder Wildkatze oder Rind oder Pferd oder Schwein oder Lamm oder Ziege; BM.: binden; F.: bändigen, bändige, bändigst, bändigt, bändigest, bändiget, bändigte, bändigtest, bändigten, bändigtet, gebändigt, ##gebändigt, gebändigte, gebändigtes, gebändigtem, gebändigten, gebändigter##, bändigend, ###bändigend, bändigende, bändigendes, bändigendem, bändigenden, bändigender###, bändig (!)+EW; Z.: bänd-ig-en
Bandit, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Bandit, Verbrecher; ne. bandit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1513 (Chronik); I.: Lw. it. bandito; E.: s. it. bandito, M., Bandit, Verbannter; vgl. it. bandiere, V., verbannen; das Wort ist unter dem Einfluss von it. banda, F., Bande (F.) (1), eine Verbindung von germ. verbannen und Fahne; vgl. germ. *bannan, st. V., befehlen, gebieten, verbieten, bannen, Zeichen geben; s. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); unter dem Einfluss von germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bandit, EWD s. u. Bandit, DW2 4, 138, Duden s. u. Bandit; Son.: vgl. nndl. bandiet, M., Bandit; frz. bandit, M., Bandit; nschw. bandit, M., Bandit; nnorw. banditt, M., Bandit; poln. bandyta, M., Bandit; lit. banditas, M., Bandit; GB.: seit 1513 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Straftaten in Gruppen begehenden Straftäter (der deswegen verbannt sein kann); BM.: Verbannter; F.: Bandit, Banditen+FW; Z.: Ba-nd-it
$Bandmaß, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Bandmaß; E.: s. Band, s. Maß; L.: fehlt DW, EWD s. u. Band; GB.: seit 1834 belegte und aus Band (2) (N.) und Maß gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes sowie als Band aufrollbares Maß (Maßband); F.: Bandmaß, Bandmaßes, Bandmaße, Bandmaßen+EW; Z.: Band—ma-ß
$Bandscheibe, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Bandscheibe, eine Knorpelscheibe; E.: s. Band (2) (N.), s. Scheibe; L.: Kluge s. u. Bandscheibe, fehlt DW, EWD s. u. Band; GB.: seit 1856 belegte und aus Band (2) (N.) und Scheibe gebildete Bezeichnung für die bei den vor rund 500 Millionen Jahren entwickelten Wirbeltieren die einzelnen Wirbel gut verbindende und dennoch Beweglichkeit der Wirbelsäule und des Körpers sichernde Knorpelscheibe; F.: Bandscheibe, Bandscheiben+EW; Z.: Band—schei-b-e
bang, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bang; Vw.: s. bange
$Bangbüx, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bangbüx; Vw.: s. Bangbüxe
$Bangbüxe, Bangbüx, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bangbüxe, sehr ängstlicher Mensch; E.: s. bang(e), s. Büxe; L.: Kluge s. u. Bangbüx(e), fehlt DW; GB.: wohl seit 19. Jh. belegte und aus bang(e) und Büxe gebildete eher scherzhafte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sehr ängstlichen Menschen; F.: Bangbüx, Bangbüxe, Bangbüxen+EW; Z.: Bang—büx-e
bange, bang, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bange, bang, ängstlich, beengt; ne. anxious (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1215 (Karl und Galie); E.: mhd. bange, Adv., bange, benommen, Verlangen habend; vgl. ahd. bi, be, Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?)?; und ahd. ango, Adv., ängstlich, bange; vgl. germ. *angu-, *anguz, *angwu-, *angwuz, Adj., eng; idg. *ang̑ʰús, Adj., eng, Pokorny 42; s. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bange, Kluge s. u. bang, DW 1, 1101, EWD s. u. bang, DW2 4, 140, Duden s. u. bange, Bluhme s. u. bange; GB.: seit 1215 belegte und aus mhd. be und ange gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ängstlich oder beengt; BM.: beengen?; F.: bange, bang, banges, bangem, bangen, banger, bangere(, bangeres, bangerem, bangeren, bangerer, bänger, bängere, bängeres, bängerem, bängeren, bängerer, bangste, bangstes, bangstem, bangsten, bangster, bängste, bängstes, bängstem, bängsten, bängster)+EW; Z.: b-ang
$Bange, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bange, Angst, Beengtheit; E.: s. bange; L.: Kluge s. u. bang, fehlt DW?, EWD s. u. bang; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus bange gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Angst oder Beengtheit; F.: Bange+EW; Z.: B-ang-e
$bangen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. bangen, Angst haben, Beengtheit haben; E.: s. bang(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bang, DW 1, 1104, EWD s. u. bang; GB.: um 1335 belegte und aus bang(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Angst oder Beengtheit haben; F.: bangen, bange (!), bangst, bangt, bangest, banget, bangte, bangtest, bangten, bangtet, gebangt, ##gebangt, gebangte, gebangtes, gebangtem, gebangten, gebangter##, bangend, ###bangend, bangende, bangendes, bangendem, bangenden, bangender###, bang (!)+EW; Z.: b-ang-en
Bangert, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Bangert, Obstgarten; ne. orchard, fruit garden; Vw.: -; Hw.: s. Garten, Wingert; Q.: 10. Jh.?; E.: zusammengewachsen aus mhd. boum, bām, st. M., Baum, Baumstange, Stammbaum, Stange; ahd. boum, st. M. (a), Baum, Baumstamm, Holz, Balken, Pfahl; germ. *bagma-, *bagmaz, *bauma-, *baumaz, *bazma-, *bazmaz, st. M. (a), Baum; (und) mhd. garte, sw. M., st. M., Garten; ahd. garto, sw. M. (n), Garten; ahd. gart, st. M. (a?, i?), Garten, Kreis, Reigen, Rundtanz; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bangert, Kluge s. u. Bangert, DW 1, 1103; GB.: seit um 1000 belegte und aus Baum und Gart(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit von Menschen entwickelten und der Versorgung mit Obst dienenden Garten; BM.: Einhegung wertvoller Bäume; F.: Bangert, Bangerts+EW; Z.: Ban-ger-t
Banjo, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Banjo, ein Saiteninstrument; ne. banjo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1855; I.: Lw. ne. banjo; E.: s. ne. banjo, N., Banjo; vielleicht von einem bantusprachlichen mbanza; senegalesisch bania; vielleicht letztlich orientalischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Banjo, fehlt DW, EWD s. u. Banjo, DW2 4, 143, Duden s. u. Banjo; Son.: vgl. nndl. banjo, Sb., Banjo; frz. banjo, M., Banjo; nschw. banjo, Sb., Banjo; nnorw. banjo, M., Banjo; poln. banjo, N., Banjo; nir. bainseo, M., Banjo; lit. bandža, F., Banjo; GB.: seit 1855 belegte und aus dem Neuenglischen sowie vielleicht aus einer Bantusprache aufgenommene und letztlich möglicherweise orientalische Bezeichnung für ein Zupfinstrument mit rundem Rahmen und Fellbespannung das in Amerika von westafrikanischen Sklaven seit dem 17. Jh. entwickelt wurde; BM.: ?; F.: Banjo, Banjos+FW; Z.: Banj-o
Bank (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Bank (F.) (1), Sitzbank, Sitzgelegenheit für mehrere Menschen; ne. bench; Vw.: -; Hw.: s. Bank (2), Bankert, Bankett (1), Bankett (2); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. banc, panc, st. M., st. F., Bank (F.) (1), Sitzbank, Tisch, Verkaufstisch, Verkaufsstand, Wechseltisch, Wechselbank; mnd. bank, F., Bank (F.) (1); mnl. banc, F., Bank (F.) (1); ahd. bank*, banc, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Bank (F.) (1); as. bank*, st. F. (i), Bank (F.) (1); anfrk. -; germ. *banki-, *bankiz, st. M. (i), Erhöhung, Bank (F.) (1); s. idg. bʰeg-, bʰog-, V., biegen, wölben; L.: Kluge 1. A. s. u. Bank, Kluge s. u. Bank 1, DW 1, 1105, EWD s. u. Bank 1, DW2 4, 144, EWAhd 1, 456, Duden s. u. Bank, Falk/Torp 259, Bluhme s. u. Bank; Son.: vgl. afries. bank, benk, F., Bank (F.) (1); saterl. banc; ae. bėnc, st. F. (i), Bank (F.) (1); an. bekkr (1), st. M. (a), Bank (F.) (1); got. *bagks?, st. M. (i?), Bank (F.) (1); nndl. bank, Sb., Bank (F.) (1); nschw. bänk, Sb., Bank (F.) (1); nnorw. benk, M., Bank (F.) (1); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete längliche und meist aus Holz geschaffene Sitzgelegenheit für mehrere Menschen; BM.: biegen?; F.: Bank, Bänke, Bänken+EW; Z.: Bank
Bank (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bank (F.) (2), Geldinstitut; ne. bank (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bank (1), Bankrott; Q.: 1289 (Wörterbuch); I.: Lw. it. banco, banca; E.: s. it. banco, M., Bank (F.) (2); it. banca, F., Tisch; s. mhd. banc, panc, st. M., st. F., Bank (F.) (1), Sitzbank, Tisch, Verkaufstisch, Verkaufsstand, Wechseltisch, Wechselbank; ahd. bank*, banc, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Bank (F.) (1); germ. *banki-, *bankiz, st. M. (i), Erhöhung, Bank (F.) (1); s. idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: Kluge s. u. Bank 2, DW 1 s. Bank (1), EWD s. u. Bank 2, DW2 4, 151, Duden s. u. Bank; Son.: vgl. nndl. bank, Sb., Bank (F.) (2); frz. banque, F., Bank (F.) (2); nschw. bank, Sb., Bank (F.) (2); nnorw. bank, M., Bank (F.) (2); poln. bank, M., Bank (F.) (2); kymr. banc, M., Bank (F.) (2); nir. banc, M., Bank (F.) (2); lit. bankas, M., Bank (F.) (2); GB.: seit 1289 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach Bank (F.) (1) benanntes Kreditinstitut mit entgeltlichen Leistungen für den Zahlungsverkehr und Kreditverkehr sowie Kapitalverkehr; BM.: Tisch; F.: Bank, Banken (!)+FW; Z.: Bank
$Bänkelsänger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bänkelsänger, umherziehender Sänger und Liedermacher; E.: s. Bank, s. el, s. Sänger; L.: Kluge s. u. Bänkelsänger, DW 1, 1111, EWD s. u. Bänkelsänger; GB.: seit 1754 belegte und aus Bank (F.) (1) und el (Suff.) sowie Sänger gebildete Bezeichnung für einen umherziehenden Sänger und Liedermacher; F.: Bänkelsänger, Bänkelsängers, Bänkelsängern+EW; Z.: Bänk-el—säng-er
Bankert, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Bankert, Bastard, uneheliches Kind, nichteheliches Kind; ne. bastard child, love child; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1365 (Heinrich der Teichner); E.: s. mhd. banchart, st. M., Bankert, Bastard, uneheliches Kind; mnd. bankhā̆rt, M., uneheliches Kind, Bankert; s. nhd. Bank (1), hart; L.: Kluge 1. A. s. u. Bankert, Kluge s. u. Bankert, DW 1, 1111, EWD s. u. Bankert, DW2 4, 153, Duden s. u. Bankert; Son.: vgl. tschech. pankhart, M., Bankert; vielleicht als mittelbare Folge der kirchlichen Eheschließung aufgekommen; GB.: seit 1350-1365 belegte und aus Bank (F.) (1) und hart gebildete Bezeichnung für ein uneheliches Kind; BM.: auf der Schlafbank der Magd gezeugtes Kind (im Gegensatz zu Bastard, s. d.); F.: Bankert, Bankerts, Bankerte, Bankerten+EW; Z.: Bank-er-t
Bankett (1), nhd., N., (15. Jh.): nhd. Bankett (N.) (1), Festmahl, Festessen, festliche Mahlzeit; ne. banquet; Vw.: -; Hw.: s. Bank (1); Q.: 1495 (Wörterbuch); I.: Lw. it. banchetto; E.: s. mnd. panket, pankit, N., Bankett, Festessen; it. banchetto, M., Festmahl; vgl. it. banco, M., Bank (F.) (2); mhd. banc, panc, st. M., st. F., Bank (F.) (1), Sitzbank, Tisch, Verkaufstisch, Verkaufsstand, Wechseltisch; ahd. bank*, banc, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Bank (F.) (1); germ. *banki-, *bankiz, st. M. (i), Erhöhung, Bank (F.) (1); s. idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: Kluge 1. A. s. u. Bankett, Kluge s. u. Bankett 1, EWD s. u. Bankett, DW 1, 1111 (Banket), DW2 4, 154, Duden s. u. Bankett; Son.: vgl. nndl. banket, Sb., Bankett (N.) (1); frz. banquet, M., Bankett (N.) (1); nschw. bankett, Sb., Bankett (N.) (1); nnorw. bankett, M., Bankett (N.) (1); poln. bankiet, M., Bankett (N.) (1); lit. banketas, M., Bankett (N.) (1); GB.: seit 1495 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Bank verbindbare Bezeichnung für ein Festessen oder eine festliche Mahlzeit; BM.: Essen (N.) auf einem Tisch; F.: Bankett, Banketts, Bankettes Bankette, Banketten+FW; Z.: Bank-ett
Bankett (2), nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Bankett (N.) (2), unbefestigter Randstreifen einer Straße; ne. banquette; Vw.: -; Hw.: s. Bank (1); Q.: 1616; I.: Lw. frz. banquette; E.: s. frz. banquette, F., Erdaufwurf; vgl. norm.-frz. banc, Sb., Aufwurf an einem Graben, Umfassung aus aufgeworfener Erde; vgl. an. bakki, sw. M. (n), Erhöhung, Hügel, Flussufer; vgl. germ. *banki-, *bankiz, st. M. (i), Erhöhung, Bank (F.) (1); s. idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: Kluge s. u. Bankett 2, fehlt DW?, DW2 4, 155, Duden s. u. Bankett; Son.: vgl. nndl. banket, Sb., Bankett (N.) (2); nnorw. bankett, M., Bankett (N.) (2); russ. банкет (banket), M., Bankett (N.) (2); GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl mit der Befestigung von Fahrbahnen für Fahrzeuge entwickelten unbefestigten Randstreifen einer Straße neben einer befestigten Fahrbahn; BM.: Erdhaufen; F.: Bankett, Banketts, Bankettes Bankette, Banketten+FW; Z.: Bank-ett
$Bankette, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Bankette; L.: Kluge s. u. Bankett, fehlt DW; F.: Bankette, Banketten+FW; Z.: Bank-ett-e
$Bankier, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bankier; E.: s. frz. banquier, s. Bank (F.); L.: Kluge s. u. Bank, fehlt DW (dort nur Bankierer, banquier DW 1, 1112), EWD s. u. Bankier; GB.: seit 1474 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich aus Bank (F.) (1) gebildete Bezeichnung für den sachlich nach Entwicklung von Geld durch den Menschen möglichen Betreiber einer Bank; F.: Bankier, Bankiers+EW+FW; Z.: Bank-ier
$Banknote, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Banknote, Geldschein; E.: s. Bank, s. Note; L.: EWD s. u. Bank 2, fehlt DW; GB.: seit 1774 belegte und aus Bank und Note gebildete Bezeichnung für das zwecks Beschleunigung und Erleichterung des Zahlungsverkehrs seit dem 16. Juli 1661 von dem Schweden Johan Palmstruch in der Stockholms Banco und danach auch anderen statt in Metall in dem leichteren Papier ausgegebene Geld; F.: Banknote, Banknoten+EW+FW; Z.: Bank-not-e
$bankrott, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. bankrott, zahlungsunfähig; E.: s. Bankrott; L.: fehlt DW, EWD s. u. bankrott; GB.: seit 1652 belegte und aus Bankrott gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Geld mögliches zahlungsunfähig (einer zerbrochenen Geldwechselbank eines Bankbetreibers); F.: bankrott, bankrotte, bankrottes, bankrottem, bankrotten, bankrotter(, bankrottere, bankrotteres, bankrotterem, bankrotteren, bankrotterer, bankrottest, bankrotteste, bankrottestes, bankrottestem, bankrottesten, bankrottester)+FW(+EW?); Z.: bank-ro-t-t
Bankrott, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bankrott, Zahlungsunfähigkeit; ne. bankruptcy; Vw.: -; Hw.: s. Bank (2); Q.: 1457 (Wörterbuch); I.: Lw. it. banca rotta; E.: s. mnd. bankrot, M., Bankrott; it. banca rotta, F., zerstörte Bank, Bankrott; vgl. it. banco, M., Bank (F.) (2); mhd. banc, panc, st. M., st. F., Bank (F.) (1), Sitzbank, Tisch, Verkaufstisch, Verkaufsstand, Wechseltisch; ahd. bank*, banc, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Bank (F.) (1); germ. *banki-, *bankiz, st. M. (i), Erhöhung, Bank (F.) (1); s. idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; it. rotta, Adj., zerbrochen, zerstört; s. lat. ruptus, Adj., zerbrochen, zerstört; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, gewaltsam trennen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bankrott, fehlt DW, EWD s. u. Bankrott, DW2 4, 157, Duden s. u. Bankrott; Son.: vgl. nndl. bankroet, Sb., Bankrott; frz. banqueroute, F., Bankrott; nschw. bankrutt, Sb., Bankrott; nnorw. bankerott, M., Bankrott; poln. bankructwo, N., Bankrott; lit. bankrotas, M., Bankrott; GB.: seit 1457 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners (oder eines Betreibers einer zerbrochenen Geldwechselbank); BM.: (als eindeutiges Zeichen der Zahlungsunfähigkeit) zerbrochene Bank des (zahlungsunfähigen) Geldwechslers; F.: Bankrott, Bankrotts, Bankrottes, Bankrotte, Bankrotten (!)+FW(+EW?); Z.: Bank-ro-t-t
$Bankrotteur, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bankrotteur, zahlungsunfähiger Schuldner; E.: seit um 1771 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Geld möglichen zahlungsunfähigen Menschen: L.: fehlt DW, EWD s. u. Bankrott; F.: Bankrotteur, Bankrotteurs, Bankrotteure, Bankrotteuren+FW; Z.: Bank-ro-t-t-eur
Bann, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bann, Gebot, Verbot, Ächtung; ne. ban (N.); Vw.: -; Hw.: s. bannen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ban, st. M., Gebot, Verbot, Einberufung, Gerichtsbarkeit; mnd. ban, M., Bann; mnl. ban, M., Bann; ahd. ban, st. M. (a, i?), Bann, Anordnung, Gebot, Aufgebot, Ächtung; as. ban, bann*, st. M. (a?, i?)?, st. N.?, Bann, Befehl; anfrk. -; germ. *banna-, *bannaz, st. M. (a), Gebot, Bann; germ. *banna-, *bannam, st. N. (a), Gebot, Bann; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bann, Kluge s. u. Bann, DW 1, 1113, EWD s. u. Bann, DW2 4, 159, EWAhd 1, 453, Duden s. u. Bann, Falk/Torp 256, Seebold 98, Bluhme s. u. Bann; Son.: vgl. afries. bann, bonn, ban, bon, st. M. (a), st. N. (a), Bann, Befehl, Aufgebot, Verfügung; nfries. banjen; ae. *bann?, st. N. (a); an. bann, st. N. (a), Verbot, Bann, Verbannung; got. -; nndl. ban, Sb., Bann; nschw. bann, Sb., Bann; nnorw. bann, N., Bann; ai. sa-bhā́, Sb., „Zusammensprechen“, Versammlung; arm. ban, Sb., Wort, Rede, Vernunft; gr. φήμη (phḗmē), F., Stimme, Wort, Orakel; lat. fās, N. (indekl.), göttlicher Ausspruch, göttliches Gebot, göttliches Gesetz; ksl. basnъ, Sb., Fabel, Zauberspruch; ? lett. baūma, F., Gerücht, böses Gerede; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft mögliches Gebot oder Verbot und allgemeiner einen Rechtssatz mit einer Sanktion für Zuwiderhandeln; BM.: aussprechen; F.: Bann, Banns, Bannes, Banne, Bannen (!)+EW; Z.: Ba-nn
$Bannbrief, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Bannbrief; E.: s. Bann, s. Brief; L.: DW 1, 1115, EWD s. u. Brief; GB.: (banbrief) seit 1320 belegte und aus Bann und Brief gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift möglichen in einem Brief verhängten Bann; F.: Bannbrief, Bannbriefs, Bannbriefes, Bannbriefe, Bannbriefen+EW+FW; Z.: Ba-nn—brief
bannen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. bannen, verbieten, gebieten; ne. ban (V.), avert; Vw.: -; Hw.: s. Bann; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. bannen (1), pannen, red. V., st. V., sw. V., bannen, mit dem Bann belegen (V.), in den Bann tun, Bann aussprechen, Kirchenbann verhängen, mit einer Strafandrohung belegen (V.), befehlen; mnd. bannen, st. V., bannen, mit Arrest oder Strafe belegen (V.), verfesten, exkommunizieren; mnl. bannen, sw. V., bannen; ahd. bannan*, red. V., bannen, gebieten, vor Gericht fordern; anfrk. -; germ. *bannan, st. V., befehlen, gebieten, verbieten, bannen; s. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bann, DW 1, 1115, EWD s. u. Bann, DW2 4, 165, EWAhd, 1, 459, Falk/Torp 256, Seebold 88, Duden s. u. bannen; Son.: vgl. afries. banna, bonna, st. V. (7)=red (V.), bannen, aufbieten, befehlen, gebieten, vor Gericht laden; ae. bannan, st. V. (7)=red. V., bannen, befehlen, gebieten; an. -; got. -; GB.: seit um 1000 belegte und aus Bann und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft mögliches gebieten oder verbieten oder mit einem Gebot oder Verbot belegen (V.); BM.: aussprechen; F.: bannen, banne (!), bannst, bannt, bannest, bannet, bannte, banntest, bannten, banntet, gebannt, ##gebannt, gebannte, gebanntes, gebanntem, gebannten, gebannter##, bannend, ###bannend, bannende, bannendes, bannendem, bannenden, bannender###, bann (!)+EW; Z.: ba-nn-en
Banner, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Banner, Fahne, Standarte, Flagge mit einem Hoheitszeichen oder Wappen; ne. banner; Vw.: -; Hw.: s. Panier; Q.: 1170 (Rolandslied des Pfaffen Konrad); E.: mhd. baniere, banier, baner, panier, paner, st. F., st. N., Banner, Fahne, Lanzenfahne, Fähnlein, Stück des weiblichen Kopfschutzes, Wimpel, Feldzeichen; mnd. banner, N., F., M., Banner, Fahne, Feldzeichen, Hoheitszeichen; s. frz. bannière, Sb. Heeresfahne; vermischt aus frk. *bannjan, V., Zeichen geben und dem gleichlautenden frk. *bannjan, verbannen, Gamillscheg 1, 80; germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); germ. *bannan, st. V., befehlen, gebieten, verbieten, bannen, Zeichen geben; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Banner, Panier, Kluge s. u. Banner, DW 1, 116, EWD s. u. Banner, DW2 4, 168, Kluge s. u. Banner, Bluhme s. u. Banner; Son.: vgl. nndl. banier, Sb., Banner; nschw. baner, Sb., Banner; nnorw. banner, N., Banner; poln. banner, M., Banner; kymr. baner, F., Banner; GB.: seit 1170 belegte und mit dem Französischen und dem erschließbaren Fränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Flagge mit einem Hoheitszeichen oder Wappen; BM.: Zeichen?; F.: Banner, Banners, Bannern (!)+FW; Z.: Ba-nn-er
Banse, nhd. (ält.), M., F., (15. Jh.): nhd. Banse, Scheune, Kornscheuer; ne. barn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1499 (Urk); E.: mhd. banse, M., F., Scheune; mnd. banse, F., Scheune, Behälter für Waren, Korb; germ. *bansa-, *bansaz, *bandsa-, *bandsaz, st. M. (a), Krippe, Stall, Scheune; vgl. idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Banse, Kluge s. u. Banse, DW 1, 1119, DW2 4, 174, Duden s. u. Banse; GB.: seit 1499 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Räume in der Scheune alter Bauernhöfe neben der Tenne und von dem Erdboden bis zu dem Dachfirst durchgehend; BM.: binden von Flechtwerkwänden?; F.: Banse, Bansen (!)+EW; Z.: Bans-e
bappeln, nhd., sw. V.: nhd. bappeln; Vw.: s. babbeln
Baptist, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Baptist, Täufer; ne. baptist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 12. Jh. (Die Dichtungen der Frau Ava); I.: Lw.; E.: vgl. mhd. baptiste, sw. M., Täufer, Johannes der Täufer; s. lat. baptista, M., Täufer; s. gr. βαπτιστής (baptistḗs), M., Täufer;vgl. gr. βαπτίζειν (baptízein), V., eintauchen, untertauchen; vgl. idg. *gᵘ̯ēbʰ- (1), *gᵘ̯ābʰ-?, *gᵘ̯əbʰ-, *gᵘ̯ēh₁bʰ-, V., tauchen, sinken, versenken, Pokorny 465 (681/3) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, phryg./dak., gr., germ.); L.: fehlt DW, DW2 4, 175, Duden s. u. Baptist; Son.: vgl. nndl. baptist, M., Baptist; frz. baptiste, M., Baptist; nschw. baptist, M., Baptist; nnorw. baptist, M., Baptist; poln. baptysta, M., Baptist; nir. baisteach, M., Baptist; lit. baptistas, M., Baptist; GB.: seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen einer christlichen Religion mit Erwachsenentaufe; BM.: tauchen; F.: Baptist, Baptists, Baptisten+FW(+EW?); Z.: Bap-t-ist
bar, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. bar (Adj.), bloß; ne. bare (Adj.); Vw.: s. ruch-, -fuß; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bar, par, Adj., bar (Adj.), frei, verfügbar, leer, ledig, nackt, bloß, kahl, sichtbar; mnd. bār, Adj., nackt, bloß; mnl. baer, Adj., bar, nackt, bloß, entblößt; ahd. bar* (1), Adj., bar (Adj.), bloß, allein, besitzlos, einfach; as. bar (1), Adj., bar (Adj.), bloß, nackt, offenbar, offen, klar; anfrk. *bar?, Adj., bar (Adj.); germ. *baza-, *bazaz, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.); idg. *bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163 (267/100) (RB. idg. aus arm., gr.?, germ., balt., slaw.); s. idg. bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. baar, Kluge s. u. bar, DW 1, 1055 (baar), EWD s. u. bar, DW2 4, 177, EWAhd 1, 465, Duden s. u. bar, Falk/Torp 269, Heidermanns 121, Bluhme s. u. Bar; Son.: vgl. afries. ber (1), Adj., bar (Adj.), bloß; saterl. bar, Adj., bar, bloß; ae. bær (1), Adj., bar (Adj.), bloß, nackt; an. berr (2), Adj., entblößt, nackt, sichtbar, deutlich; got. *bas, Adj. (a), bar (Adj.), bloß; nndl. bar, Adj., bar (Adj.), bloß; nschw. bar, Adj., bar (Adj.), bloß; nschw. bar, Adj., bar (Adj.), nackt, bloß; arm. bok, Adj., barfuß; lit. bāsas, Adj., barfuß; ksl. bosъ, Adj., barfuß; russ. босой (bosoj), Adj., barfuß; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung des ursprünglichen unbekleideten Naturzustands des Menschen (bloß); BM.: ?; F.: bar, bare, bares, barem, baren, barer+EW; Z.: bar
Bar (1), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bar (F.), Lokal, Nachtlokal; ne. bar (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1852 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. bar; E.: s. ne. bar, N., Bar, Stange; afrz. barre, F., Riegel, Stange, Balken; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bar, EWD s. u. Bar, DW2 4, 176, Duden s. u. Bar, Bluhme s. u. Bar; Son.: vgl. nndl. bar, Sb., Bar (F.); frz. bar, M., Bar (F.); nschw. bar, Sb., Bar (F.); nnorw. bar, M., Bar (F.); poln. bar, M., Bar (F.); kymr. bar, M., Bar (F.); nir. barra, M., Bar (F.); lit. baras, M., Bar (F.); GB.: seit 1852 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Gallischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten besonders abgeteilten Ort des Ausschanks alkoholischer Getränke; BM.: Schranke zwischen Gastraum und Schankraum; F.: Bar, Bars+FW; Z.: Bar
Bar (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bar (N.), Maßeinheit des Druckes; ne. bar (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774 (Lexikon); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βάρος (báros), M., Schwere, Last, Druck; vgl. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 4, 176, Duden s. u. Bar; Son.: vgl. nndl. bar, Sb., Bar (N.); frz. bar, M., Bar (N.); nschw. bar, Sb., Bar (N.); nnorw. bar, M., Bar (N.); kymr. bar, M., Bar (N.); nir. bar, M., Bar (N.); poln. bar, M., Bar (N.); lit. baras, M., Bar (N.); GB.: seit 1774 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in Physik und Technik eingesetzte Maßeinheit zu dem Messen von Druck beispielsweise einer zehn oder hundert Meter hohen Wassersäule; BM.: Druck; F.: Bar, Bars+FW; Z.: Bar
...bar, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. ...bar; ne. …able; Vw.: s. dank-, frucht-, unmittel-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. bære (3), Adj., Suff., ...bar, fähig, bereit; vgl. germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. -bar, Kluge s. u. -bar, DW 1, 1120, EWD s. u. -bar, Falk/Torp 260, Seebold 104; Son.: s. dankbar, fruchtbar, unmittelbar; vgl. ae. bǣre (1), Suff., ...bar; gr. -φορος (phoros), Suff., tragend; lat. ...fer, Suff., tragend; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adjektiven einer Möglichkeit verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...bar, ...bare, ...bares, ...barem, ...baren, ...barer(, ...barere, ...bareres, ...barerem, ...bareren, ...barerer, ...barste, ...barstes, ...barstem, ...barsten, ...barster)+EW; Z.: -bar
Bär (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bär (M.) (1); ne. bear (N.); Vw.: s. Teddy-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ber (2), bere, per, sw. M., Bär (M.) (1); mnd. bar, bāre, M., Bär (M.) (1); mnl. bere, M., Bär (M.) (1); ahd. bero (1), sw. M. (n), Bär (M.) (1); as. *bero? (2), sw. M. (n), Bär (M.) (1); anfrk. -; germ. *berō- (1), *berōn, *bera-, *beran, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); s. idg. *bʰē̆ros, *bʰerus, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bär 2, Kluge s. u. Bär 1, EWD s. u. Bär, DW 1, 1122, DW2 4, 180, EWAhd 1, 563, Falk/Torp 263, Duden s. u. Bär, Bluhme s. u. Baer 1; Son.: vgl. afries. -; ae. bera (1), sw. M. (n), Bär (M.) (1); an. bjǫrn, st. M. (a), Bär (M.) (1); got. *baira, *bera, *bere, sw. M. (n), Bär (M.) (1); nndl. beer, Sb., Bär (M.) (1); nschw. björn, Sb., Bär (M.) (1); nnorw. bjørn, M., Bär (M.) (1); nir. béar, M., Bär (M.) (1); ai. bhalla-ḫ, Sb., Bär (M.) (1); vgl. lit. béras, Adj., braun (1); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und vielleicht das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein großes Raubtier aus der Überfamilie der Hundeartigen dessen Vorformen sachlich schon für die Zeit vor rund 38 bis 18 Millionen Jahren nachgewiesen werden können; BM.: braun; F.: Bär, Bären +EW; Z.: Bär
Bär (2), nhd. (ält.), M., (9. Jh.?): nhd. Bär (M.) (2), Eber; ne. boar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bēr, st. M., Eber, Zuchteber; mnd. bēr, M., Eber, Zuchteber; mnl. bēre, M., Eber; ahd. bēr, st. M. (a?, i?), Bär (M.) (2), Eber, Zuchteber; as. bêr*, st. M. (a?, i?), Eber; anfrk. -; wgerm. *baira-, *bairaz, st. M. (a), Zuchteber; vielleicht von idg. *bʰeiə-, *bʰei-, bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117; L.: Kluge 1. A. s. u. Bär 3, Kluge s. u. Bär 2, DW 1, 1124, DW2 4, 183, EWAhd 1, 542; Son.: vgl. lang. sonorbair, st. M. (a?, i?), Herdeneber; afries. -; ae. bār, bǣr, st. M. (a), Eber; an. bassi, sw. M. (n), Bär (M.) (2); got. *bērs?, st. M. (a), Eber; nndl. beer, Sb., Eber; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. (und für das Langobardische) belegte sowie für das Westgermanische erschließbare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das männliche Hausschwein (Eber); BM.: schlagen?; F.: Bär, Bären+EW; Z.: Bä-r
$Bär (3), nhd. (ält.), M.: nhd. Bär (M.) (3), Rammklotz; L.: Kluge 1. A. s. u. Bär 1; F.: Bär, Bären+EW; Z.: Bär
Baraber, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Baraber, italienischer Bauarbeiter; ne. builder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. barabba?; E.: s. it. barabba, M., Nichtsnutz; von dem hebr. PN Barrabas, wahrscheinlich von bar abbas, M., Sohn des Abbas; L.: Kluge s. u. Baraber, fehlt DW, Duden s. u. Baraber; Son.: österr.; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aus einem südlichen Land wie Italien stammenden Bauarbeiter; BM.: PN; F.: Baraber, Barabers (!), Barabern (!)+FW(+EW?); Z.: Bar-ab-er
Baracke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Baracke, Bruchbude, Behelfsunterkunft; ne. barrack, shack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1631; I.: Lw. frz. baraque, it. baracca; E.: s. frz. baraque, F., Bude, Hütte; it. baracca, F., Baracke, Bruchbude; beide aus span. baracca, F., Hütte; entweder von span. barra, F., Stange; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von span. barro, M., Lehm, Ton (M.) (1); vulgärlat. *barrum, N., Lehm; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Baracke, fehlt DW, EWD s. u. Baracke, DW2 4, 184, Duden s. u. Baracke; Son.: vgl. nndl. barak, Sb., Baracke; nschw. barak, Sb., Baracke; nnorw. brakke, barakke, M., Baracke; poln. barak, M., Baracke; nir. beairic, F., Baracke; GB.: seit 1631 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Spanischen aufgenommene und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare oder in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine ebenerdige aus leichtem Material von Menschen gebaute Behelfsunterkunft oder ein heruntergekommenes Haus (Bruchbude); BM.: aus Stangen gebaut?, aus Lehm gebaut?; F.: Baracke, Baracken+FW(+EW?); Z.: Bar-ack-e
Barbar, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Barbar, Kulturloser, Schurke; ne. barbarian; Vw.: -; Hw.: s. Berber; Q.: 1270-1284 (Alexander des Ulrich von Eschenbach); E.: s. mhd. barbarōn, M., Barbar, Sarazene, Heide (M.); mnd. barbār, M., Barbar; vgl. lat. barbarus, Adj., barbarisch; s. gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache, barbarisch; vgl. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Barbar, DW 1, 1124, EWD s. u. Barbar, DW2 4, 184, Duden s. u. Barbar; Son.: vgl. nndl. barbaar, M., Barbar; frz. barbare, M., Barbar; nschw. barbar, M., Barbar; nnorw. barbar, M., Barbar; poln. barbarzyńca, M., Barbar; kymr. barbariad, M., Barbar; nir. barbar, M., Barbar; lit. barbaras, M., Barbar; vgl. ai. barbara-ḫ, Adj., stammelnd (im Pl. Bezeichnung nichtarischer Völker); serb. brboljiti, V., plappern; GB.: seit 1270-1284 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jeden nicht oder schlecht Griechisch oder unverständlich sprechenden Menschen; BM.: undeutlich reden; F.: Barbar, Barbaren+FW(+EW); Z.: Bar-bar
$Barbarei, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Barbarei, Land von Barbaren, Verhalten von Barbaren; E.: s. Barbar, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Barbar, DW 1,1124, EWD s. u. Barbar; GB.: seit um 1217 belegte und aus Barbar und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Land von Barbaren oder ein Verhalten von Barbaren; F.: Barbarei, Barbareien (!)+FW(+EW?); Z.: Bar-bar-ei
$barbarisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. barbarisch, fremd, roh, grausam; E.: s. Barbar, s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Barbar, DW 1, 1124, EWD s. u. Barbar; GB.: seit um 1518 belegte und aus Barbar und isch gebildete Bezeichnung für fremd oder roh oder grausam; F.: barbarisch, barbarische, barbarisches, barbarischem, barbarischen, barbarischer(, barbarischere, barbarischeres, barbarischerem, barbarischeren, barbarischerer, barbarischst, barbarischste, barbarischstes, barbarischstem, barbarischsten, barbarischster)+EW; Z.: bar-bar-isch
$Barbarismus, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Barbarismus, Rohheit, Unzivilisiertheit; E.: s. Barbar, s. ismus; I.: Lw. lat. barbarismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Barbar; GB.: seit 1482 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter teilweiser Bedeutungsänderung aufgenommene sowie aus barbar(us) und ismus gebildete Bezeichnung für Rohheit oder Unzivilisiertheit; F.: Barbarismus, Barbarismen+FW; Z.: Bar-bar-ism-us
Barbe, nhd., F., (9./10. Jh.?): nhd. Barbe, Flussbarbe; ne. barbel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. barbe, F., Barbe, Flussbarbe; mnd. -; ahd. barbo, sw. M. (n), Barbe, Flussbarbe, Mugil; as. -; anfrk. -; s. lat. barbus, M., Barbe, Flussbarbe, (um 310-394 n. Chr.); weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Barbe, Kluge s. u. Barbe, DW 1, 1665, DW2 4, 191, EWAhd 1, 470, Duden s. u. Barbe; Son.: vgl. nndl. barbeel, Sb., Barbe; frz. barbeau, M., Barbe; nschw. barbfisk, Sb., Barbe; nnorw. barbe, M., Barbe; nir. barbal, M., Barbe; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen europäischen Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische mit langgestrecktem Körper; BM.: ?; F.: Barbe, Barben (!)+FW?(+EW?); Z.: Barb-e
Barbecue, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Barbecue, Grillfest; ne. barbecue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1703; I.: Lw. ne. barbecue; E.: s. ne. barbecue, N., Barbecue; span. barbacoa, barbacuá, F., im Erdloch zubereiteter Braten; von dem Taíno-Wort (in Südamerika und der Karibik beheimatete Sprachfamilie) buccan, Sb., Holzgerüst; L.: Kluge s. u. Barbecue, fehlt DW, DW2 4, 191, Duden s. u. Barbecue; Son.: vgl. nndl. barbecue, Sb., Barbecue; frz. barbecue, M., Barbecue; nschw. barbecue, Sb., Barbecue; nnorw. barbecue, M., Barbecue; poln. barbecue, M.?, Barbecue; kymr. barbeciw, M., Barbecue; lit. barbekiu, Sb. (indekl.), Barbecue; GB.: seit 1703 belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar einer Tainosprache Südamerikas und der Karibik aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach älteren Vorläufern entwickelte und verwendete Garmethode bei der Fleisch langsam bei mäßiger Temperatur in der heißen Abluft eines Holzfeuers gegart wird; BM.: Holzgerüst für eine Zubereitung von Fleisch; F.: Barbecue, Barbecues+FW; Z.: Bar-becue
$bärbeißig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bärbeißig, unfreundlich, mürrisch, brummig, wie ein Bär auffahrend; E.: s. Bär, s. beißig; L.: Kluge s. u. bärbeißig, DW 1, 1125 (bärbeiszig), EWD s. u. Bär; GB.: seit 1771 belegte und aus Bär und beißig gebildete Bezeichnung für unfreundlich oder mürrisch oder brummig oder wie ein Bär auffahrend; F.: bärbeißig, bärbeißige, bärbeißiges, bärbeißigem, bärbeißigen, bärbeißiger(, bärbeißigere, bärbeißigeres, bärbeißigerem, bärbeißigeren, bärbeißigerer, bärbeißigst, bärbeißigste, bärbeißigstes, bärbeißigstem, bärbeißigsten, bärbeißigster)+EW; Z.: bär—bei-ß-ig
Barbier, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Barbier, Haarschneider, Herrenfriseur; ne. barber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1389/1399 (Wörterbuch); I.: Lw. afrz. barbier; E.: mnd. barbērære*, barbērer, M., Barbier; mnd. barbære*?, barbēr, M., Barbier; afrz. barbier, M., Barbier, Friseur; mlat. barberus, M., Barbier, (1236); vgl. lat. barba, F., Bart, Flaum; idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barbier, Kluge s. u. Barbier, EWD s. u. Barbier, DW 1, 1125, DW2 4, 192, Duden s. u. Barbier; Son.: vgl. nndl. barbier, M., Barbier; frz. barbier, M., Barbier; nschw. barberare, M., Barbier; nnorw. barber, M., Barbier; kymr. barbwr, M., Barbier; nir. bearbóir, M., Barbier, Friseur; GB.: seit 1389/1399 mnd. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit der Entwicklung von Arbeitsteilung (vielleicht um 4000 v. Chr.) möglichen beruflich mit der Pflege der Behaarung der Männer beschäftigten Menschen; BM.: Bart; F.: Barbier, Barbiers, Barbiere, Barbieren (!)+FW; Z.: Bar-b-ier
$barbieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. barbieren, Pflege der Behaarung von Menschen durchführen; E.: s. Barbier, s. en; L.: DW 1, 1125, EWD s. u. Barbier; GB.: seit nach 1474 belegte und aus Barbier und en gebildete Bezeichnung für seit der Entwicklung der Arbeitsteilung (vielleicht um 4000 v. Chr.) mögliches eine Pflege der Behaarung von Männern durchführen; F.: barbieren (!), barbiere (!), barbierst, barbiert, barbierest, barbieret, barbierte, barbiertest, barbierten, barbiertet, ##barbiert, barbierte, barbiertes, barbiertem, barbierten, barbierter##, barbierend, ###barbierend, barbierende, barbierendes, barbierendem, barbierenden, barbierender###, barbier (!)+FW; Z.: bar-b-ier-en
Barchent, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Barchent, auf einer Seite aufgerauter Baumwollflanell; ne. barracan, fustian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); I.: Lw.; E.: mhd. barchant, barchāt, barchet, st. M., Barchent, Stoff aus Baumwolle und Leinen; mnd. -; mlat. barrachanus, barchanus, M., grober Wollstoff; über Spanien von arab. barakān, barrakan, Sb., Stoff aus Kamelhaar; L.: Kluge 1. A. s. u. Barchent, Kluge s. u. Barchent, DW 1, 1126, EWD s. u. Barchent, DW2 4, 193, Duden s. u. Barchent; Son.: vgl. nndl. barchent, M., Barchent; nschw. parkum, Sb., Barchent; poln. barchan, M., Barchent; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie über Spanien mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein auf einer Seite aufgerautes Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen (Baumwollflanell); BM.: Kamelhaar; F.: Barchent, Barchents, Barchente (!), Barchenten (!)+FW; Z.: Barchent
bardauz, nhd., Interj.: nhd. bardauz; Vw.: s. pardauz
Barde, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Barde, Sänger; ne. bard (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1569; I.: Lw. frz. barde; E.: s. frz. barde, M., Barde, Sänger; lat. bardus, M., Barde (39-65 n. Chr.); s. gall. bardos, M., Barde; vgl. idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Barde, DW 1, 1126, DW2 4, 194, Duden s. u. Barde, Bluhme s. u. Barde; Son.: vgl. nndl. bard, barde, M., Barde; nschw. bard, M., Barde; nnorw. barde, M., Barde; poln. bard, M., Barde; kymr. bardd, M., Dichter; bret. barzh, M., Barde; nir. bard, M., Barde; lit. bardas, M., Barde; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen erstmals bei Diodorus Siculus (1. Jh. v. Chr.) genannten Dichter und Sänger der Kelten; BM.: preisen; F.: Barde, Barden+FW; Z.: Bar-d-e
Bärde, nhd. (dial.), F., (9. Jh.): nhd. Bärde, Gebärde, Körperbewegung als Ausdruck einer Einstellung oder Haltung; ne. gesture; Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. fnhd. Berd, Berde, F., Gebärde; mhd. bærede*, bærde, st. F., Aussehen, Benehmen, Wesen; ahd. bārida*, st. F. (ō), Gebaren; vgl. ahd. barōn, sw. V. (2), offenbaren, entblößen, bloßstellen, darbringen; germ. *bazōn, sw. V., entblößen; s. idg. *bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163; vgl. idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: DW 1, 1126, DW2 4, 194, Schmeller 1, 272, Schweiz. Id. 4, 1540, Fischer 1, 638, EWAhd 1, 474; Son.: bay./schweiz./ schwäb.; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung entwickelte und verwendete Bewegung des Körpers als Ausdruck einer Einstellung oder Haltung; BM.: ausstreuen; F.: Bärde (!), Bärden (!)+EW; Z.: Bär-d-e
Bardiet, nhd. (ält.), N., (17. Jh./18. Jh.): nhd. Bardiet, Schlachtgesang; ne. battle song, war song; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh./18. Jh. (Klopstock); I.: lat. Lw.?; E.: vielleicht von lat. barrītus, bardītus, barītus, M., Gebrüll der Elefanten, Schlachtgeschrei, Kriegsgesang, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. barrus, M., Elefant, Elfenbein, Trompeter; asiatischer bzw. indischer Herkunft?; die von Klopstock gegebene Ableitung von Barde ist kaum richtig; L.: Kluge s. u. Bardiet, DW 1, 1127, Duden s. u. Bardiet; GB.: seit 17./18. Jh. belegte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und in der Herkunft mit dem Indischen oder Asiatischen verbindbare Bezeichnung für Schlachtgesang; BM.: ?; F.: Bardiet (!), Bardietes (!), Bardiets (!), Bardiete (!), Bardieten (!)+FW?; Z.: Bard-iet
Bäre, nhd. (ält.), M., F., N., (12. Jh.): nhd. Bäre, Fischnetz, Korb oder Reuse für den Fischfang; ne. weir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Kaiserchronik); I.: Lw.; E.: mhd. bēre, st. M., sw. M., Fischnetz, sackförmiges Fischernetz, Reuse; mhd. bēr, bēre, st. M., sw. M., Reuse; ahd. bēra, st. F. (ō)?, Reuse; lat. pēra, F., Ranzen (M.), Quersack; gr. πήρα (pḗra), F., Ranzen, Tasche; weitere Herkunft unbekannt; L.: DW 1, 1127, DW2 4, 195, EWAhd 1, 544; GB.: seit um 1150) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unbekannte ältere Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Korb oder eine Reuse zu dem Fischfang; BM.: Ranzen?; F.: Bäre (!), Bären (!)+FW; Z.: Bär-e
baren, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. baren, gebaren, sich verhalten (V.); ne. behave; Vw.: s. ge-; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm); E.: mhd. bāren (2), sw. V., baren (V.), gebaren, verhalten (V.), darbieten; mnd. bāren (2), sw. V., gebaren, umgehen, hantieren; vgl. germ. *gabarjan, sw. V., gebaren, benehmen; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 1, 1127, DW2 4, 195; GB.: seit um 1210 belegte und für das Germanische wohl erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon früher mögliches sich verhalten (V.); BM.: schneiden; F.: baren (!), bare (!), barst, bart (!), barest, baret, barte (!), bartest, barten, bartet, gebart, ##gebart, gebarte, gebartes, gebartem, gebarten, gebarter##, barend, ###barend, barende, barendes, barendem, barenden, barender###, bar (!)+EW; Z.: bar-en
bären, nhd. (ält.), V., (8. Jh.): nhd. bären, tragen, bringen; ne. bear (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. Geburt; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. beren, bern, st. V., hervorbringen, Frucht tragen, Blüte tragen, gebären; mnd. bēren, st. V., sw. V., tragen, gebären, hervorbringen, entstehen; mnl. beren, V., tragen; ahd. beran, st. V. (4), gebären, tragen, erzeugen, hervorbringen; as. beran, st. V. (4), tragen, besitzen; anfrk. *beran?, st. V. (4), tragen; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 1, 1127, DW2 4, 195, EWAhd 1, 546, Falk/Torp 260, Seebold 104, Schweiz. Id. 4, 1475; Son.: s. nhd. (ält.) (schweiz.) beren, bären, st. V., gebären, tragen vgl. afries. bera (2), st. V. (4), tragen, gebären; ae. beran, st. V. (4), tragen, ertragen (V.), bringen, gebären; an. bera (3), st. V. (4), tragen, führen; got. baíran, st. V. (4), tragen, leiden, erleiden, gebären, ertragen (V.); nndl. baren, V., gebären; nschw. bära, V., tragen; nnorw. bære, V., tragen; ai. bhárati, bíbharti, V., tragen; gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen; lit. berti, V., streuen, ausschütten; ksl. birati, V., sammeln, lesen, wählen; toch. AB pär-, V., tragen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches tragen oder bringen; BM.: tragen; F.: bären (!), bäre, bärst, bärt, bärest, bäret, bärte, bärtest, bärten, bärtet, geboren, ##geboren, geborene, geborenes, geborenem, geborenen, geborener##, bärend, ###bärend, bärende, bärendes, bärendem, bärenden, bärender###, bär (!)+EW; Z.: bär-en
$Bären..., nhd., Partikel, (16. Jh.): nhd. Bären...; E.: s. Bär, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Bär und en (Suff.) für von Menschen sachlich spätestens seit dieser Zeit entwickelte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für mit Bären zusammenhängende Substantive; F.: Bären...+EW; Z.: Bär-en-
$Bärendienst, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bärendienst; E.: s. Bär, s. en (Suff.), s. Dienst; L.: Kluge s. u. Bärendienst, fehlt DW; GB.: seit 1883 belegte und aus Bär und en sowie Dienst gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Dienst in guter Absicht mit unbeabsichtigten schlechten Folgen; F.: Bärendienst, Bärendiensts, Bärendienstes, Bärendienste, Bärendiensten+EW; Z.: Bär-en—die-n-st
$Bärendreck, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Bärendreck; E.: s. Bären, s. Dreck; L.: Kluge s. u. Bärendreck, DW 1, 1127; GB.: seit 20. Jh. oder. seit 1512 belegte und vielleicht wegen vieler Patente des Süßwarenherstellers Karl Bär aus Bären und Dreck gebildete Bezeichnung für einen sachlich von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten Extrakt der Süßholzwurzel (Lakritz) oder für einen angeblich aus dem Kot von Bären wachsenden Strauch (lat. rubus caesius); F.: Bärendreck, Bärendrecks+EW; Z.: Bär-en—dreck
$Bärengesundheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Bärengesundheit, sehr gute Gesundheit; E.: s. Bären, s. Gesundheit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Bären und Gesundheit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche und angeblich Bären eigene sehr gute Gesundheit; F.: Bärengesundheit+EW; Z.: Bär-en—ge—sund—hei-t
$Bärenhäuter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bärenhäuter; E.: s. Bären, s. Häuter; L.: Kluge s. u. Bärenhäuter, DW 1, 1128; GB.: seit 1536 belegte und aus Bärenhaut und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Menschen mit Bärenhaut oder Bärenfell oder einen Faulpelz oder Taugenichts und eine Märchengestalt der Brüder Grimm; F.: Bärenhäuter, Bärenhäuters, Bärenhäutern+EW; Z.: Bär-en—häut-er
$Bärenkälte, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Bärenkälte, sehr starke Kälte; E.: s. Bären, s. Kälte; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Bären und Kälte gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche sehr starke Kälte; F.: Bärenkälte, Bärenkälten (!)+EW; Z.: Bär-en—käl-t-e
$Bärenkraft, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Bärenkraft, sehr große Kraft; E.: s. Bären, s. Kraft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: vor 1847 belegte und aus Bären und Kraft gebildete Bezeichnung für sehr große Kraft; F.: Bärenkraft, Bärenkräfte, Bärenkräften+EW; Z.: Bär-en—kra-f-t
$Bärennatur, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Bärennatur, Natur eines Bären; E.: s. Bären, s. Natur; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: seit 1553 belegte und aus Bären und Natur gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Bären mögliche Natur eines Bären; F.: Bärennatur, Bärennaturen+EW+FW; Z.: Bär-en—na-t-ur
$bärenstark, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bärenstark, wie ein Bär stark; E.: s. Bären, s. stark; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bär; GB.: seit 1823 belegte und aus Bären und stark gebildete Bezeichnung für wie ein Bär stark; F.: bärenstark, bärenstarke, bärenstarkes, bärenstarkem, bärenstarken, bärenstarker+EW; Z.: bär-en—star-k
Barett, Birett, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Barett, Birett, flache schirmlose Kopfbedeckung; ne. beret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. it. baretta; E.: s. mhd. baret, st. N., Barett, Haube, Mütze; mhd. biret, st. M., Hut (M.), Mütze; mnd. barēt, bareit, barede, barit, baritt, bereyt, berēt, N., Barett; it. baretta, beretta, F., Barett, schirmlose Kopfbedeckung; vgl. lat. birrus, M., Mantelkragen, kurzer Mantel mit Kapuze, (301 n. Chr.); Herkunft unbekannt, kelt.?; vgl. mir. berr, Adj., kurz; mkymr. byrr, Adj., kurz; L.: Kluge 1. A. s. u. Barett, Kluge s. u. Barett, DW 1, 1131 (Baret), EWD s. u. Barett, DW2 4, 199, Duden s. u. Barett; Son.: vgl. nndl. baret, Sb., Barett; frz. béret, M., Barett; nschw. barett, Sb., Barett; nnorw. barett, M., Barett; nir. bairéad, M., Barett; poln. beret, M., Barett; lit. beretė, F., Barett; GB.: seit 1476 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unbekannte und vielleicht aus dem Keltischen kommende oder mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine flache schirmlose Kopfbedeckung; BM.: kurz?; F.: Barett, Baretts, Barettes, Barette, Baretten+FW(+EW); Z.: Bar-ett
$barfuß, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. barfuß (gekürzt ausgesprochen barfes), baren (unbekleideten) Fußes; E.: s. bar, s. Fuß; L.: Kluge s. u. bar, s. u. barfuß, DW 1, 1131 (barfusz), EWD s. u. bar; Son.: indeklinabel; GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. nudis pedibus gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor Entstehung des Menschen als natürlich selbverständliches mit unbekleideten Füßen seiend; F.: barfuß+EW; Z.: bar—fuß
$barfüßig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. barfüßig, baren (unbekleideten) Fußes seiend; E.: s. barfuß, s. ig; L.: DW 1, 1132 (barfüszig), EWD s. u. bar; GB.: seit 1336 belegte und aus barfuß und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor Entstehung des Menschen als natürlich selbverständliches mit unbekleideten Füßen seiend; F.: barfüßig, barfüßige, barfüßiges, barfüßigem, barfüßigen, barfüßiger+EW; Z.: bar—füß-ig
Barg, Barch, Borg, nhd. (ält.), M., (9. Jh.?): nhd. Barg, verschnittener Eber; ne. castrated boar, barrow (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. barc, st. M., männliches verschnittenes Schwein; vgl. mnd. borch, M., verschnittener Eber; ahd. barug, st. M. (a), Barch, Borchschwein, Mastferkel; as. barug, st. M. (a), verschnittener Eber; anfrk. barcho*, M., Barch, verschnittener Eber; germ. *baruga-, *barugaz, *baruha-, *baruhaz, st. M. (a), verschnittenes Schwein, Barch; s. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barch, Kluge s. u. Barg, DW 1, 1125, DW2 4, 203, EWAhd 1, 493, Duden s. u. Borg, Falk/Torp 264, Schmeller 1, 268, Lexer 16 Unger/Khull 50, Schweiz. Id. 4, 1548, Fischer 1, 644, Ochs 1, 119, Vilmar 26, Crecelius 1, 94, Rhein. Wb. 1, 464, Hoffmann 62; Son.: s. bay. Barc, M., Barch; kärntn. Park, M., Barch; steir. Barch, Bark, M., Barch; nordhess. Bärg, M., Mastferkel; vgl. afries. barch, st. M. (a), verschnittener Eber, Barchschwein; ae. bearg, st. M. (a), verschnittener Eber; an. bǫrgr, st. M. (a), Eber; got. -; alb. bravë, Sb., Herde; poln. (dial.) browek, M., gemästeter Eber; russ. боров (bórov), M., verschnittener Eber, zahmer Eber; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen und Zähmung des Wildschweins mögliches kastriertes männliches Schwein; BM.: schneiden?; F.: Barg, Bargs, Barges, Barge, Bargen, Borg, Borges, Borgs, Borge, Borgen, Barch (!), Barchs (!), Barches, Barche (!), Barchen (!)+EW; Z.: Bar-g
$Bargeld, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Bargeld, bares Geld; E.: s. bar, s. Geld; L.: DW 1, 1133, EWD s. u. bar; GB.: seit um 1400 belegte und aus bar und Geld gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliches unmittelbar zunächst in Metall und seit der Neuzeit auch in Papier vorhandenes Geld in Gegensatz zu Buchgeld oder Giralgeld auf Konten von Banken; F.: Bargeld, Bargeldes, Bargelds, Bargelder, Bargeldern (!)+EW; Z.: Bar—geld
$barhaupt, nhd. (ält.), Adv., (12. Jh.?): nhd. barhaupt, baren Hauptes; E.: s. bar, s. Haupt; L.: Kluge s. u. bar, DW 1, 1133, EWD s. u. bar; GB.: seit 1191 belegte und aus bar und Haupt gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor Entstehung des Menschen als natürlich selbverständliches mit unbekleidetem Haupt seiend F.: barhaupt+EW; Z.: bar—haupt
$barhäuptig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. barhäuptig, baren Hauptes seiend; E.: s. barhaupt, s. ig; L.: DW 1, 1133, EWD s. u. bar; GB.: seit 1505 belegte und aus barhaupt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor Entstehung des Menschen als natürlich selbverständliches baren Hauptes seiend; F.: barhäuptig, barhäuptige, barhäuptiges, barhäuptigem, barhäuptigen, barhäuptiger+EW; Z.: bar—häupt-ig
Bariton, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bariton, mittlere männliche Stimmlage; ne. baritone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619; I.: Lw. it. baritono; E.: s. it. baritono, M., Bariton, Halbbass; vgl. it. baritono, Adj., mit tiefer Stimme; gr. βαρύτονος (barýtonos), Adj., mit schwerer Stimme; vgl. gr. βαρύς (barýs), Adj., schwer, gewichtig, heftig, stark; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bariton, fehlt DW, EWD s. u. Bariton, DW2 4, 205, Duden s. u. Bariton; Son.: vgl. nndl. bariton, M., Bariton; frz. baryton, M., Bariton; nschw. baryton, M., Bariton; nnorw. baryton, M., Bariton; poln. baryton, M., Bariton; kymr. bariton, M., Bariton; nir. baratón, M., Bariton; lit. baritonas, M., Bariton; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die mittlere männliche Gesangsstimmlage zwischen Tenor und Bass; BM.: schwerer Ton (M.) (2)?; F.: Bariton, Baritons, Baritone, Baritonen+FW(+EW); Z.: Bar-i-ton
Barium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Barium, ein Erdalkalimetall; ne. barium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1822; I.: Lw.; E.: s. gr. βαρύς (barýs), Adj., schwer, gewichtig, heftig, stark; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Barium, EWD s. u. Barium, DW2 4, 206, Duden s. u. Barium; Son.: vgl. nndl. barium, Sb., Barium; frz. baryum, M., Barium; nschw. barium, Sb., Barium; nnorw. barium, N., Barium; poln. bar, M., Barium; kymr. bariwm, M.?, Barium; nir. bairiam, M., Barium; lit. baris, M., Barium; GB.: seit 1822 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1774 von Carl Wilhelm Scheele entdecktes silberig glänzendes und in der Natur als solches kaum vorhandenes Schleimhäute und Augen ätzendes sowie in der Medizin als Kontrastmittel sowie in der Industrie in Sezialgläsern und in Legierungen und für Farben verwendetes Erdalkalimetall (chemisches Element Nr. 56, abgekürzt Ba); BM.: schwer; F.: Barium, Bariums+FW; Z.: Bar-i-um
Barkarole, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Barkarole, Lied der Gondolieri; ne. barcarol, barcarolle; Vw.: -; Hw.: s. Barke, Barkasse; Q.: 1820; I.: Lw. it. barcarola; E.: s. it. barcarola, F., Barkarole; vgl. it. barcarolo, M., Gondoliere; it. barca, F., kleines Schiff; lat. barca, F., Barke, Rettungsboot, kleines Boot, kleines Schiff; lat. bāris, F., ägyptisches kleines Ruderschiff; gr. βᾶρις (baris), F., ägyptischer Nachen, Art Floß; aus dem Ägyptischen; vgl. kopt. bāri, Sb., Barke; L.: Kluge s. u. Barkarole, fehlt DW, EWD s. u. Barkarole, DW2 4, 206, Duden s. u. Barkarole; Son.: vgl. nndl. barcarolle, Sb., Barkarole, Lied der Gondolieri; frz. barcarolle, F., Barkarole, Lied der Gondolieri; nschw. barkaroll, Sb., Barkarole, Lied der Gondolieri; nnorw. barkarole, M., Barkarole, Lied der Gondolieri; poln. barkarola, F.?, Barkarole, Lied der Gondolieri; nir. barcamhrán, M., Barkarole, Lied der Gondolieri; GB.: seit 1820 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und teilweise aus dem Ägyptischen stammende Bezeichnung für ein venezianisches Lied der Gondolieri bzw. Schifferlied; BM.: Barke; F.: Barkarole, Barkarolen+FW(+EW); Z.: Bar-k-a-rol-e
Barkasse, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Barkasse, Motorboot; ne. launch (boat); Vw.: -; Hw.: s. Barkarole, Barke; Q.: 1720; I.: Lw. frz. barcasse; E.: s. frz. barcasse, F., Barkasse; span. barcaza, F., Barkasse; span. barca, F., Boot, Kahn; lat. barca, F., Barke, Rettungsboot, kleines Boot, kleines Schiff; lat. bāris, F., ägyptisches kleines Ruderschiff; gr. βᾶρις (baris), F., ägyptischer Nachen, Art Floß; aus dem Ägyptischen; vgl. kopt. bāri, Sb., Barke; L.: Kluge s. u. Barkasse, fehlt DW, EWD s. u. Barkasse, DW2 4, 207, Duden s. u. Barkasse; Son.: vgl. nndl. barkas, Sb., Barkasse; nschw. barkass, Sb., Barkasse; nnorw. barkasse, M., Barkasse; poln. barkas, M., Barkasse; GB.: seit 1720 belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und teilweise aus dem Ägyptischen stammende Bezeichnung für das größte Beiboot eines Kriegsschiffs und für ein Motorboot für den Hafenverkehr; BM.: Barke?; F.: Barkasse, Barkassen+FW(+EW?); Z.: Bark-ass-e
Barke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Barke, Boot, Beiboot; ne. boat; Vw.: -; Hw.: s. Barkarole, Barkasse; Q.: um 1170 (Rolandslied); I.: Lw.: E.: mhd. barke, st. F., sw. F., Barke, Bark, Beiboot, Boot, Kahn; mnd. barke, F., Seeschiff, kleines Lastschiff; s. mnl. barke, Sb., kleines Küstenschiff; mfrz. barque, F., Barke; lat. barca, F., Barke; vgl. lat. bāris, F., ägyptisches kleines Ruderschiff; gr. βᾶρις (baris), F., ägyptischer Nachen, eine Art Floß; aus dem Ägyptischen; vgl. kopt. bāri, Sb., Barke; L.: Kluge 1. A. s. u. Barke, Kluge s. u. Barke, DW 1, 1133, EWD s. u. Barke, DW2 4, 207, EWAhd 1, 474, Duden s. u. Barke, Bluhme s. u. Barke; Son.: vgl. nndl. bark, Sb., Barke; frz. barque, F., Barke; nschw. bark, Sb., Barke; nnorw. bark, M., Barke; poln. barka, F., Barke; GB.: seit um 1170 belegte und aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Ägyptischen stammende Bezeichnung für ein mastloses Boot oder ein Beiboot; BM.: ?; F.: Barke, Barken+FW; Z.: Bark-e
Barkeeper, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Barkeeper, Barmann; ne. barkeeper, bartender; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1829; I.: Lw. ne. barkeeper; E.: s. barkeeper, M., Barkeeper; Vorderglied s. nhd. Bar; Hinterglied s. ne. keeper, M., Hüter, Wächter; vgl. ne. keep, V., halten, behalten, wahren; vgl. ae. cœ̄pan, cēpan, sw. V. (1), halten, beobachten, hüten, nehmen; germ. *kapp-, *kap-, sw. V., glotzen; idg. *gā̆b-?, V., schauen, Pokorny 349 (517/1) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 4, 207, Duden s. u. Barkeeper; Son.: vgl. nndl. barkeeper, M., Barkeeper; nnorw. barkeeper, M., Barkeeper; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen hinter der Theke einer Bar tätigen Menschen (Barmann); BM.: Hüter der Bar; F.: Barkeeper, Barkeepers, Barkeepern+FW; Z.: Bar-keep-er
$Bärlapp, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bärlapp, Schlangenmoos, Wolfsfuß; E.: s. Bär, s. ahd. lapp(o); L.: Kluge s. u. Bärlapp, DW 1, 1134; GB.: seit 1539 belegte und aus Bär und ahd. lapp(o) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche und weit verbreitete kleine giftige Pflanze (Moos); F.: Bärlapp, Bärlapps, Bärlappe, Bärlappen+EW; Z.: Bär—lapp
Bärme, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Bärme, Bierhefe, Hefe; ne. barm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. berme, Sb., Bierhefe, Bärme; germ. *bermō-, *bermōn, *berma-, *berman, sw. M. (n), Hefe; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bärme, Kluge s. u. Bärme, DW 1, 1134, DW2 4, 209, Seebold 105, Duden s. u. Bärme; Son.: vgl. ae. beorma, sw. M. (n), Bärme, Hefe, Sauerteig; lat. fermentum, N., Gärung, Aufgärung, Aufwallung; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen für die Gärung von Bier verwendete Hefe; BM.: Hefe, Mittel zum Heben; F.: Bärme+EW; Z.: Bär-m-e
barmen, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. barmen, sich erbarmen, Mitleid haben, mit Mitgefühl erfüllen; ne. have mercy; Vw.: -; Hw.: s. arm; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. barmen, sw. V., sich erbarmen, erbarmen, Mitleid erregen; mnd. barmen, sw. V., Erbarmen haben, erbarmen; ahd. barmēn*, sw. V. (3), erbarmen, sich erbarmen; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. arm, Adj., arm, gering, schwach, kraftlos, elend, armselig; keine sichere Etymologie; vielleicht von germ. *arma-, *armaz, Adj., verlassen (Adj.), heillos, arm, elend, erbärmlich, vereinsamt, unglücklich; vgl. idg. *orbʰo-, *h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781? (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); das b stammt von erbarmen?; L.: Kluge 1. A. s. u. barmherzig, Kluge s. u. barmherzig, DW 1, 1134, EWD s. u. barmen, DW2 4, 209, Duden s. u. barmen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und keine sichere Etymologie aufweisende sowie vielleicht mit arm und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes Mitleid haben; BM.: für die Armen seiend; F.: barmen, barme, barmst, barmt, barmest, barmet, barmte, barmtest, barmten, barmtet, gebarmt, ##gebarmt, gebarmte, gebarmtes, gebarmtem, gebarmten, gebarmter##, barmend, ###barmend, barmende, barmendes, barmendem, barmenden, barmender###, barm (!)+EW; Z.: b-arm-en
$barmherzig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. barmherzig, mitleidig; E.: s. barm(en), s. Herz, s. ig; L.: Kluge s. u. barmherzig, DW 1, 1135, EWD s. u. barmen; GB.: seit um 1185 belegte und aus barm und herzig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums mögliches mitleidig; F.: barmherzig, barmherzige, barmherziges, barmherzigem, barmherzigen, barmherziger(, barmherzigere, barmherzigeres, barmherzigerem, barmherzigeren, barmherzigerer, barmherzigst, barmherzigste, barmherzigstes, barmherzigstem, barmherzigsten, barmherzigster)+EW; Z.: b-arm—herz-ig
$Barmherzigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Barmherzigkeit, Mitleid; E.: s. barmherzig, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1136, EWD s. u. barmen; GB.: seit um 1180 belegte und aus barmherzig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums mögliches Mitleid; F.: Barmherzigkeit, Barmherzigkeiten+EW; Z.: B-arm—herz-ig—kei-t
Barn, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Barn, Krippe, Raufe, Futtertrog, Heustock; ne. barn, crib (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. barn, baren, sw. M., st. M., Barren, Krippe, Futtertrog, Raufe; mnd. -; ahd. barno*, sw. M. (n), Barn, Barren, Krippe; as. -; anfrk. -; germ. *barnō-, *barnōn, *barna-, *barnan, sw. M. (n), Barren, Krippe; s. germ. *bari-, *bariz, st. M. (i), Barren, Krippe; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Barn, Kluge s. u. Barn Schmeller, DW 1, 1137, DW2 4, 213, 1, 278, EWAhd 1, 482, Duden s. u. Barn, Falk/Torp 262, Fischer 1, 649, Ochs 1, 120, Rhein. Wb. 1, 466; Son.: s. bay./schwäb./bad./rhein. Barn, M., Krippe, Raufe; kärntn. Pörn, M., Krippe, Raufe; ne. barn ist etymologisch nicht zugehörig; vgl. gr. φορμός (phormós), M., geflochtener Tragkorb, Matte (F.) (1), Getreidemaß; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit der Sesshaftigkeit von Viehzüchtern entwickelte und verwendete Krippe oder Raufe oder einen Futtertrog oder einen Heustock; BM.: tragen?; F.: Barn, Barnes, Barns, Barne (!), Barnen (!)+EW; Z.: Bar-n
barock, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. barock, verschnörkelt, überladen (Adj.), schwülstig; ne. baroque (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1759; I.: Lw. frz. baroque; E.: s. frz. baroque, Adj., barock, bizarr, grotesk; port. barroco, M., unregelmäßig geformte Perle, schiefrunder Edelstein; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus dem Kelt.?; im Französischen wurde das Wort beeinflusst von mlat. baroco, M., eine logische Aussage, ein Schlussmodus der Scholastik; L.: Kluge s. u. barock, fehlt DW (aber barockisch), EWD s. u. barock, DW2 4, 215, Duden s. u. barock; Son.: vgl. nndl. barok, Adj., barock; nschw. barock, Adj., barock; nnorw. barokk, Adj., barock; poln. barokowy, Adj., barock; lit. barokinis, Adj., barock; GB.: seit der mittleren 1759 belegte und aus dem mittellateinisch beeinflussten Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Portugiesischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für verschnörkelt oder überladen (Adj.); BM.: unregelmäßig?; F.: barock, barocke, barockes, barockem, barocken, barocker+FW(+EW?; Z.: barock
$Barock, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Barock; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. barock; L.: fehlt DW (aber barockisch), EWD s. u. barock; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus barock gebildete Bezeichnung für die Zeit etwa zwischen Reformation (1517) oder Renaissance (ab 1600) und Aufklärung (ab 1720?); F.: Barock, Barockes, Barocks+FW; Z.: Barock
Barometer, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Barometer, Luftdruckmesser; ne. barometer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1680; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βάρος (báros), M., Schwere, Last, Druck; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Barometer, fehlt DW, EWD s. u. Barometer, DW2 4, 216, Duden s. u. Barometer; Son.: vgl. nndl. barometer, Sb., Barometer; frz. baromètre, M., Barometer; nschw. barometer, Sb., Barometer; nnorw. barometer, N., Barometer; poln. barometr, M., Barometer; kymr. baromedr, M., Barometer; nir. baraiméadar, M., Barometer; lit. barometras, M., Barometer; GB.: seit 1680 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein 1643 von Evangelista Toricelli entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu einer Messung des Luftdrucks (Luftdruckmesser); BM.: Druck, Meter; F.: Barometer, Barometers, Barometern (!)+FW; Z.: Bar-o-me-t-er
Baron, nhd., M., (7. Jh.?): nhd. Baron, Freiherr; ne. baron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: (ab sechshundertdreiundvierzig, Leges Langobardorum), 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. barūn, barōne, st. M., Baron, Großer des Reiches, geistlicher Herr, weltlicher Herr, Edelmann; mnd. barōn, M., Baron, Großer des Hofes; s. lat.-ahd. baro, M., Mann, Freier (M.) (1); lat. bāro, M., freigeborener Mann; germ. *bara-, *baraz, st. M. (a), Mann; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von germ. *barjan, sw. V., schlagen; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); das heutige Baron ist in dem 15. Jh. als Adelstitel neu aus dem Französischen entlehnt worden; danach neuer Erklärungsversuch von lat. vāro, M., Querkopf, einfältiger Mensch, Tölpel; der Titel soll an germanische Söldner nach deren Aufstieg verliehen worden sein; L.: Kluge 1. A. s. u. Baron, Kluge s. u. Baron, EWD s. u. Baron, DW 1, 1139, DW2 4, 217, Duden s. u. Baron; Son.: vgl. nndl. baron, M., Baron; frz. baron, M., Baron; nschw. baron, M., Baron; nnorw. baron, M., Baron; poln. baron, M., Baron; kymr. barwn, M., Baron; nir. barún, M., Baron; lit. baronas, M., Baron; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit lat.-ahd. baro und lat. baro sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen außerhalb des Heiligen Römischen Reiches verliehenen niederen Adelstitel der in dem Heiligen Römischen Reich dem Freiherrn gleichzusetzen ist; BM.: freier Mann, schlagen?; F.: Baron, Barons, Barone, Baronen+EW; Z.: Bar-on
$Baronesse, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Baronesse; E.: s. Baron, s. esse (Suff.); L.: Kluge s. u. Baron, fehlt DW, EWD s. u. Baron; GB.: seit 1691 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Baron und esse (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Tochter eines Barons oder eine Angehörige des niederen Adels; F.: Baronesse, Baronessen+FW; Z.: Bar-on-ess-e
$Baronin, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Baronin; E.: s. Baron, s. in (Suff.); L.: Kluge s. u. Baron, fehlt DW, EWD s. u. Baron; GB.: seit 1691 belegte und aus Baron und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen weiblichen Baron oder die Frau eines Barons; F.: Baronin, Baroninnen (!)+FW+EW?; Z.: Bar-on-in
Barrakuda, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Barrakuda, Pfeilhecht; ne. barracuda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1869?; I.: Lw. span. barracuda; E.: s. span. barracuda, F., Barrakuda; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Barrakuda; Son.: vgl. nndl. barracuda, Sb., Barrakuda; frz. barracuda, F., Barrakuda; nnorw. barrakuda, M., Barrakuda; poln. barakuda, F., Barrakuda; kymr. baracwda, F., Barrakuda; lit. barakuda, F., Barrakuda; GB.: vielleicht seit 1869 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen schnell schwimmenden Raubfisch (Pfeilhecht) mit lang gestrecktem Körper und Kopf und großen Zähnen; BM.: ?; F.: Barrakuda, Barrakudas+FW; Z.: Barrakud-a
Barras, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Barras, Militärdienst; ne. military service; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1899; I.: frz. Lw.?, jidd. Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Französischen, von dem frz. Staatsmann Graf Paul François Jean Nicolas Vicomte de Barras (1755-1829); oder von dem wjidd. baras, Sb., Fladenbrot; L.: Kluge s. u. Barras, fehlt DW, DW2 4, 219, Duden s. u. Barras; GB.: seit 1899 belegte und vielleicht aus dem Französischen oder dem Westjiddischen aufgenommene sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Militärdienst; BM.: ?; F.: Barras+FW; Z.: Barras
Barre, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Barre, Schranke, Sandbank, Untiefe; ne. bar (N.); Vw.: -; Hw.: s. Barren, Barriere, Barrikade, Embargo; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. barre, st. F., Barre; afrz. barre, F., Riegel, Stange, Balken; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barre, Kluge s. u. Barre, DW 1, 1139, EWD s. u. Barre, DW2 4, 219, Duden s. u. Barre; Son.: vgl. frz. barre, F., Barre, Schranke; nnorw. barre, M., Stange; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Gallischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen errichtete Schranke; BM.: Stange?; F.: Barre, Barren+FW; Z.: Bar-r-e
Barrel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Barrel, ein Hohlmaß für Flüssigkeiten (Erdöl); ne. barrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1811; I.: Lw. ne. barrel; E.: s. ne. barrel, N., Fass, Hohlgefäß; me. barel, Sb., Holzgefäß, Holzfass; afrz. baril, Sb., Fässchen; mlat. barriculus, barriclus, M., Fässchen, Fässlein, kleines Fass, Tonne (F.) (1), Weinkrug; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Barrel, fehlt DW, DW2 4, 220, Duden s. u. Barrel; Son.: vgl. frz. baril, M., Barrel; poln. baryłka, F., Barrel; kymr. baril, M., F., Barrel, Fass; nir. bairille, F., Barrel, Fass; GB.: seit 1811 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein in der Gegenwart vor allem für Erdöl verwendetes und 159 Liter umfassendes Hohlmaß; BM.: ?; F.: Barrel, Barrels+FW; Z.: Barr-el
Barren, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Barren, Gussstück aus Metall, ein Turngerät; ne. bar, ingot; Vw.: -; Hw.: s. Barre, Barriere, Barrikade, Embargo; Q.: 1505; I.: Lw. frz. barre; E.: s. frz. barre, F., Riegel, Stange, Balken; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Barren, DW 1, 1139, EWD s. u. Barre, DW2 4, 221, Duden s. u. Barren, Bluhme s. u. Barren; Son.: vgl. nschw. barr, Sb., Barren; nnorw. barre, M., Barren, Stange; GB.: seit 1505 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Galloromanischen und Gallischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gussstück aus Metall wie beispielsweise Goldbarren und auch ein aus zwei Holmen bestehendes Turngerät; BM.: emporstehen?; F.: Barren, Barrens+FW; Z.: Bar-r-en
Barriere, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Barriere, Absperrung; ne. barrier; Vw.: -; Hw.: s. Barre, Barren, Barrikade, Embargo; Q.: um 1430; I.: Lw. frz. barrière; E.: s. frz. barrière, F., Barriere, Absperrung; frz. barre, F., Riegel, Stange, Balken; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Barriere, fehlt DW, EWD s. u. Barriere, DW2 4, 221, Barriere; Son.: vgl. nnd. barrière, Sb., Barriere, Absperrung; nschw. barriär, Sb., Barriere, Absperrung; nnorw. barriere, M., Barriere, Absperrung; poln. barriera, F., Barriere, Absperrung; lit. barjeras, M., Barriere; GB.: seit um 1430 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Galloromanischen und Gallischen aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliche von Menschen errichtete Absperrung eines Weges durch einen Balken oder einen Schlagbaum; BM.: Stange; F.: Barriere, Barrieren+FW; Z.: Bar-r-ier-e
Barrikade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Barrikade, Straßensperre, Schutzwall; ne. barricade; Vw.: -; Hw.: s. Barre, Barren, Barriere, Embargo; Q.: 1602; I.: Lw. frz. barricade; E.: s. frz. barricade, F., Barrikade, Absperrung; it. barricata, F., Absperrung; vgl. it. barricare, V., versperren, verrammeln; gallorom. *barra, F., Balken?; gall. *barros, M., buschiges Ende, Gamillscheg 87b; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Barrikade, fehlt DW, EWD s. u. Barrikade, DW2 4, 223, Duden s. u. Barrikade; Son.: vgl. nndl. barricade, Sb., Barrikade; nschw. barrikad, Sb., Barrikade; nnorw. barrikade, M., Barrikade; poln. barykada, F., Barrikade; nir. baracáid, F., Barrikade; lit. barikada, F., Barrikade; GB.: seit 1602 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und mit dem Galloromanischen und Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit errichtete Straßensperre oder einen Schutzwall in einem Straßenkampf; BM.: Stange, emporstehen; F.: Barrikade, Barrikaden+FW; Z.: Bar-r-i-kad-e
$barrikadieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. barrikadieren; Vw.: s. ver-; E.: s. Barrikad(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Barrikade, fehlt DW, EWD s. u. Barrikade; GB.: seit 1767 belegte und aus Barrikad(e) und ieren gebildete Bezeichnung für eine Barrikade errichten; F.: barrikadieren, barrikadiere, barrikadierst, barrikadiert, barrikadierest, barrikadieret, barrikadierte, barrikadiertest, barrikadierten, barrikadiertet, ##barrikadiert, barrikadierte, barrikadiertes, barrikadiertem, barrikadierten, barrikadierter##, barrikadierend, ###barrikadierend, barrikadierende, barrikadierendes, barrikadierendem, barrikadierenden, barrikadierender###, barrikadier (!)+FW+EW; Z.: bar-r-i-kad-ier-en
barsch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. barsch, abweisend, brüsk, unwirsch; ne. harsh (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582 (Wörterbuch); E.: wohl aus dem Mnd.; mnd. barsch, Adj., „barsch“, von scharfem Geschmack seiend, stark (von Wein bzw. Gewürz); s. vd. *barska, Adj., borstig, germ. *barza-, *barzaz, Adj., spitz, starr aufgerichtet; germ. *berz-, Adj., spitz?; idg. *bʰars-, *bʰors-, Adj., spitz, rauh, stolz, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht vom Barsch (s. d.) wegen seiner Borsten; L.: Kluge 1. A. s. u. barsch, Kluge s. u. barsch, DW 1, 1140, EWD s. u. barsch, DW2 4, 225, Duden s. u. barsch, Bluhme s. u. barsch; GB.: seit 1582 belegte und wohl aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie für das Vordeutsche und Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abweisend oder brüsk oder unwirsch; BM.: spitz?, emporstehen; F.: barsch, barsche, barsches, barschem, barschen, barscher(, barschere, barscheres, barscherem, barscheren, barscherer, barschest, barscheste, barschestes, barschestem, barschesten, barschester)+EW; Z.: bar-sch
Barsch, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Barsch, Bors, Bürstlich, ein Speisefisch; ne. bass, perch; Vw.: -; Hw.: s. Borste; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. bars, st. M., Barsch; mnd. bārs, M., Barsch; ahd. bars, st. M. (a?), Barsch, Steinbutt, Seeigel; as. -; anfrk. -; s. germ. *barsa-, *barsaz, st. M. (a), Barsch; s. idg. *bʰars-, *bʰors-, Adj., spitz, rauh, stolz, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barsch, Kluge s. u. Barsch, DW 1, 1146, EWD s. u. Barsch, DW2 4, 224, EWAhd 1, 486, Duden s. u. Barsch, Falk/Torp 265, Bluhme s. u. Barsch; Son.: vgl. afries. -; ae. bears, bærs, st. M. (a), Barsch; an. -; got. *barsiks?, st. M. (a), Barsch; nndl. baars, Sb., Barsch; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Süßwasserfisch der Nordhalbkugel mit auffälligen Rückenflossen; BM.: Borsten, spitz, emporstehen; F.: Barsch, Barschs, Barsches, Barsche, Barschen+EW; Z.: Barsch
$Barschaft, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Barschaft; Q.: 1355?; E.: s. bar, s. schaft (Suff.); L.: Kluge s. u. bar, DW 1, 1140, EWD s. u. bar; GB.: vielleicht seit 1355 belegte und aus bar und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld vorhandenes Bargeld eines Menschen in Gegensatz zu Buchgeld; F.: Barschaft, Barschaften+EW; Z.: Bar-schaf-t
$Barschheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Barschheit, Schroffheit, Brüskheit, Unwirschheit; E.: s. barsch, s. heit; L.: DW 1, 1141, EWD s. u. barsch; GB.: seit 1734 belegte und aus barsch und heit (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Schroffheit oder Brüskheit oder Unwirschheit oder unfreundliches und abweisendes Verhalten; F.: Barschheit+EW; Z.: Bar-sch—hei-t
Bart, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bart, Haarwuchs in dem Gesicht; ne. beard (N.); Vw.: s. Schem-, Schnurr-; Hw.: s. Barte (1); Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: mhd. bart, part, st. M., Bart, Schamhaar, Visier, Parder; mnd. bārt, M., Bart; mnl. baert, M., Bart; ahd. bart (1), st. M. (a, i?), Bart; as. *bard?, st. M. (a, i?), Bart; anfrk. -; germ. *barda-, *bardaz, st. M. (a), Rand, Bart; idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bart, Kluge s. u. Bart, DW 1, 1141, EWD s. u. Bart, DW2 4, 227, EWAhd 1, 488, Duden s. u. Bart, Falk/Torp 262, Bluhme s. u. Bart; Son.: vgl. afries. berd, st. M. (a), Bart; saterl. bard; ae. beard, st. M. (a), Bart; an. barð (2), st. M. (a), Bart; got. *bards (1), st. M.? (a), Bart; krimgot. bars, M., Bart; nndl. baard, Sb., Bart; nnorw. bart, M., Oberlippenbart, Schnurrbart; lat. barba, F., Bart; ksl. brada, F., Bart; russ. борода (borodá), F., Bart; apreuß. bordus, Sb., Bart; lett. bārda, bārsza, F., Bart; lit. barzdà, F., Bart; GB.: seit (8. Jh.) belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die nach allmählichem Verlust der Gesamtkörperbehaarung seit dem Übergang von den Primaten zu den Menschen noch verbliebene Restbehaarung von Kinn und Wangen vor allem von erwachsenen Männern; BM.: Borste, spitz, emporstehen; F.: Bart, Barts, Bartes, Bärte, Bärten+EW; Z.: Bar-t
Barte (1), nhd. (ält.), F., (9. Jh.?): nhd. Barte (F.) (1), breites Beil, Breitbeil, Axt, Streitaxt; ne. axe (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hellebarde, Bart; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. barte, sw. F., Barte (F.) (1), Beil, Zimmermannsbeil, Streitaxt, Axt; mnd. bārde, F., Barte (F.) (1), Beil; mnl. barde, F., Barte (F.) (1); ahd. barta, sw. F. (n), Barte (F.) (1), Axt, Hellebarde; as. barda*, sw. F. (n), Barte (F.) (1), Beil; anfrk. -; s. germ. *bardō-, bardōn, sw. F. (n), Barte (F.) (1), Axt; anfrk. barda, sw. F. (n), Axt, Barte (F.) (1); germ. *bardu-, *barduz, Sb., Barte (F.) (1), Axt; germ. *bardō-, *bardōn, sw. F. (n), Barte (F.) (1), Axt, Streitaxt, breites Beil; vgl. idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., hervorstehende Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barte 1, Kluge s. u. Barte, DW 1, 1143, EWD s. u. Barte, DW2 4, 234, EWAhd 1, 490, Duden s. u. Barte; Son.: afrz. barde, F., Zimmeraxt; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein seit etwa 6000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes scharfes Hauwerkzeug bestehend aus einem in einem Stück geschmiedeter Keil der durch ein ebenfalls geschmiedetes Loch auf einen Stab befestigt ist (Streitaxt); BM.: abstehend wie eine Borste spitz, emporstehen; F.: Barte, Barten+EW; Z.: Bar-t-e
Barte (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Barte (F.) (2), Walzahn; ne. baleen, baleen plate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1726 bzw. 1741 (Wörterbuch); I.: Lw. nndl. baard; E.: s. nndl. baard, Sb., Bart, Fischbein; vom Pl. baarden; germ. *barda-, *bardaz, st. M. (a), Rand, Bart; idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Barte 2, Kluge s. u. Barte 2, fehlt DW, EWD s. u. Barte 2, DW2 4, 235, Duden s. u. Barte; GB.: wohl seit 1726 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich bei dem Bartenwal wohl seit seiner Entstehung vor vielleicht rund 30 Millionen Jahren anstelle ursprünglich vorhandener aber allmählich verschwundener Zähne in dem Oberkiefer herabhängende Hornplatte; BM.: Borste spitz, emporstehen; F.: Barte, Barten+FW; Z.: Bar-t-e
Bärwinkel, nhd. (dial.), F., (11. Jh.): nhd. Bärwinkel, Immergrün, Hauswurz; ne. periwinkle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: s. mhd. berwinke, berewinke, F., Immergrün, Hauswurz; ahd. berawinka*, berawinca*, st. F. (ō)?, Immergrün, Hauswurz; lat. pervinca, F., Bärwurz, Sinngrün, (Ende 4. Jh. n. Chr.); lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Müller-Fraureuth 1, 66, EWAhd 1, 549; Son.: obersächs.; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche immergrüne Pflanze (Hauswurz); BM.: durch, drehen; F.: Bärwinkel, Bärwinkeln+FW(+EWE?); Z.: Bär-wi-n-k-el
Basalt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Basalt, ein Ergussgestein; ne. basalt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1761 (Winckelman); I.: Lw. lat. basaltēs; E.: lat. basaltēs, F., Probierstein, Basalt; verschrieben für basanitēs s. gr. βασανίτης (λίθος) (basanítēs [líthos]), F., Probierstein; wohl ägyptischer Herkunft, ägypt. baḫan; oder von dem Gebirge Basan im Ostjordangebiet; L.: Kluge s. u. Basalt, EWD s. u. Basalt, DW 1, 1146, DW2 4, 239, Duden s. u. Basalt; Son.: vgl. nndl. bazalt, Sb., Basalt; frz. basalte, M., Basalt; nschw. basalt, Sb., Basalt; nnorw. basalt, M., Basalt; poln. bazalt, M., Basalt; kymr. basalt, M.?, Basalt; nir. basalt, M., Basalt; lit. bazaltas, M., Basalt; GB.: seit 1761 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie wohl dem Ägyptischen aufgenommene Bezeichnung für ein hartes und vielleicht vor bis zu siebzig Millionen Jahren in Vulkanen entstandenes Ergussgestein vor allem aus einer Mischung von Eisensilikat und Magnesiumsilikat; BM.: nach der örtlichen Herkunft; F.: Basalt, Basaltes, Basalts, Basalte, Basalten (!)+FW(+EW); Z.: Bas-alt
Basar, Bazar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Basar, orientalischer Markt, Wohltätigkeitsverkauf; ne. bazaar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582; I.: Lw. frz. bazar; E.: s. frz. bazar, M., Basar; pers. bāzār, Sb., öffentlicher Markt, Händlerviertel; L.: Kluge 1. A. s. u. Bazar, Kluge s. u. Basar, fehlt DW, EWD s. u. Basar, DW2 4, 239, Duden s. u. Basar; Son.: vgl. nndl. bazaar, Sb., Bazar; nschw. basar, Sb., Bazar; nnorw. basar, M., Bazar; poln. bazar, M., Bazar; kymr. basar, M., Bazar; nir. basár, M., Bazar; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen orientalischen Markt in dem Vorderen Orient und Nordafrika (und später einen Wohltätigkeitsverkauf); BM.: ?; F.: Basar, Basars, Basare, Basaren+FW; Z.: Basar
Base (1), Wase, nhd. (1), F., (9. Jh.): nhd. Base (F.) (1), Kusine; ne. cousin (F.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. base, sw. F., Vaterschwester, Base (F.) (1), weibliche Verwandte, Schwester des Vaters, Geschwisterkind, Tante, Kusine, Cousine; mnd. wase, F., Base (F.) (1), Vaterschwester, Schwester des Vaters; ahd. basa, sw. F. (n), Tante; as. -; anfrk. -; germ. *baswō-, *baswōn, sw. F. (n), Vaterschwester, Base (F.) (1); vielleicht von einem kindlichen Lallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. Base, Kluge s. u. Base 1, DW 1, 1147, EWD s. u. Base 1, DW2 4, 240, EWAhd 1, 495, Duden s. u. Base, Bluhme s. u. Base; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht als Lallwort gebildete Bezeichnung für eine weibliche Verwandte (Kusine) in der Generation der Kinder der Geschwister der Eltern; BM.: Lallwort?; F.: Base, Basen, Wase, Wasen+EW; Z.: Bas-e
Base (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Base (F.) (2), eine chemische Verbindung; ne. base (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Basis; Q.: 1803; I.: z. T. gr. Lw.; E.: Rückbildung aus Basis, s. d.; L.: Kluge s. u. Base 2, fehlt DW, EWD s. u. Base 2, DW2 4, 241, Duden s. u. Base; Son.: vgl. nndl. base, Sb., Base (F.) (2); frz. base, F., Base (F.) (2); nschw. bas, Sb., Base (F.) (2); nnorw. base, M., Base (F.) (2); kymr. bas, M., Base (F.) (2); GB.: seit 1803 belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine chemische Verbindung aus Metall-Ionen und Hydroxid-Ionen; BM.: Grundlage; F.: Base, Basen(+EW?)+FW?); Z.: Ba-s-e
Baseball, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Baseball, Schlagball; ne. baseball; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1796; I.: Lw. ne. baseball; E.: s. ne. baseball; vgl. ne. base, N., Sockel, Basis; über Afrz. s. lat. basis, F., Grundlage, Unterlage, Untergestell, Fußgestell, Sockel; gr. βάσις (básis), F., Schritt, Gang (M.) (1), Auftreten; vgl. gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); ne. ball, N., Ball (M.) (1); an. bǫllr, st. M. (u), Kugel, Hode; germ. *balla-, *ballaz, st. M. (a), Ball (M.) (1), Ballen (M.); germ. *ballu-, *balluz, st. M. (u), Ball (M.) (1), Ballen (M.); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Baseball, DW2 4, 241, Duden s. u. Baseball; Son.: vgl. frz. base-ball, M., Baseball; nschw. baseboll, Sb., Baseball; nnorw. baseball, M., Baseball; poln. baseball, M., Baseball; kymr. pêl fas, F., Baseball; lit. beisbolas, M., Baseball; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte bisher vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika gespielte Ballsportart und Mannschaftssportart mit Ball und Schläger der einen Mannschaft sowie dem Lauf eines Mitglieds der anderen Mannschaft in der Zeit des Fluges des mit dem Schläger möglichst weit geschlagenen Balles; BM.: Basis und Ball; F.: Baseball, Baseballs+FW; Z.: Ba-s-e-bal-l
$basieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. basieren, gründen, stützen, aufbauen; E.: s. Bas(is), s. ieren; L.: Kluge s. u. Basis, fehlt DW, EWD s. u. Basis; GB.: seit 1817 belegte und aus Bas(is) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches sich gründen oder sich stützen oder aufbauen; F.: basieren, basiere, basierst, basiert, basierest, basieret, basierte, basiertest, basierten, basiertet, ##basiert, basierte, basiertes, basiertem, basierten, basierter##, basierend, ###basierend, basierende, basierendes, basierendem, basierenden, basierender###, basier (!)+FW(+EW); Z.: ba-s-ier-en
Basilika, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Basilika, langgestrecktes Hallengebäude, ein Kirchenbau; ne. basilica; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1548; I.: Lw; E.: s. lat. basilica, F., Basilika, Prachtbau für Handel und Gerichtsverhandlungen, (um 363-um 420 n. Chr.); s. gr. βασιλικη (basilikē), F., Basilika; vgl. gr. βασιλικός (basilikós), Adj., königlich; gr. βασιλεύς (basileús), M., Leiter (M.), Herrscher, König; gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); gr. λᾶός (lāós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Basilika, fehlt DW, EWD s. u. Basilika, DW2 4, 242, Duden s. u. Basilika; Son.: vgl. nndl. basiliek, Sb., Basilika; frz. basilique, F., Basilika; nschw. basilika, basilik, Sb., Basilika; nnorw. basilika, M., Basilika; poln. bazylika, F., Basilika; nir. baisleach, F., Basilika; lit. bazilika, F., Basilika; GB.: seit 1548 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein großes für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte errichtetes Prachtgebäude in dem Rom des Altertums und davon abgeleitet für einen mehrschiffigen christlichen Kirchenbau; BM.: herrscherlich; F.: Basilika, Basiliken+FW(+EW); Z.: Ba-s-il-ik-a
Basilikum, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Basilikum, Basilienkraut; ne. basilie, basil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. und 13. Jh.); I.: Lw.; E.: vgl. mhd. basīlie, sw. F., Basilienkraut, Basilikum; mnd. basīlien, F., Basilikum; s. mlat. basilicum, N., Basilikum; gr. βασιλικόν (basilikón), N., Basilikum, königliches Kraut; vgl. gr. βασιλικός (basilikós), Adj., königlich; gr. βασιλεύς (basileús), M., Leiter (M.), Herrscher, König; gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); gr. λᾶός (lāós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Basilikum, fehlt DW, DW2 4, 243, Duden s. u. Basilikum; Son.: vgl. nndl. basilicum, Sb., Basilikum; frz. basilic, M., Basilikum; nschw. basilika, Sb., Basilikum; nnorw. basilikum, basilik, M., Basilikum; poln. bazylia, F., Basilikum; lit. bazilikas, M., Basilikum; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche vielleicht aus Nordwestindien stammende und seit 1000 v. Chr. von Menschen als Gewürz verwendete Pflanze (Basilienkraut) aus der Familie der Lippenblütler; BM.: Königskraut, königlicher Duft; F.: Basilikum, Basilikums, Basiliken (!)+FW(EW?); Z.: Ba-s-il-ik-um
Basilisk, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Basilisk, ein Fabelwesen mit angeblich tödlichem Blick; ne. basilisk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); I.: Lw.; E.: mhd. basiliske, sw. M., Basilisk; mnd. baselisk, basilisk, M., Basilisk; vgl. ahd. bladeleski*, bladelesci*, st. M.? (ja), Basilisk, Lindwurm; lat. basiliscus, M., Basilisk; s. gr. βασιλίσκος (basilískos), M., kleiner König, Häuptling; vgl. gr. βασιλεύς (basileús), M., Leiter (M.), Herrscher, König; gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; gr. λᾶός (lāós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463; idg. *leudʰ- (1), V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684?; L.: Kluge s. u. Basilisk, fehlt DW, DW2 4, 243, Duden s. u. Basilisk; Son.: vgl. nndl. basilisk, Sb., Basilisk; frz. basilic, M., Basilisk; nschw. basilisk, Sb., Basilisk; nnorw. basilisk, M., Basilisk; poln. bazyliszek, M., Basilisk; nir. baisileasc, M., Basilisk; lit. baziliskas, M., Basilisk; GB.: seit nach 1231 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mythisches Tier das erstmals bei Demokrit von Abdera (5. Jh. v. Chr.) genannt und meist als schlangenförmiges Mischwesen dargestellt wird sowie als Namensgeber einer Leguanart verwendet wurde; BM.: kleiner Herrscher; F.: Basilisk, Basilisken+FW(+EW); Z.: Ba-s-il-isk
Basis, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Basis, Grundlage; ne. base (N.) (1), basis; Vw.: -; Hw.: s. Base (2); Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); I.: Lw.; E.: mhd. basis, F., Basis, Grundlage, Fundament; mnd. -; s. lat. basis, F., Grundlage, Fußgestell, Sockel, Grundmauer, (81-43 v. Chr.); gr. βάσις (básis), F., Schritt, Gang (M.) (1), Auftreten; vgl. gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Basis, fehlt DW, EWD s. u. Basis, DW2 4, 245, Duden s. u. Basis; Son.: vgl. nndl. basis, Sb., Basis; frz. base, F., Basis; nschw. bas, Sb., Basis; nnorw. basis, M., Basis; poln. baza, F., Basis; lit. bazė, F., Basis; GB.: seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den untersten Bauteil oder für das Podest einer Statue; BM.: gehen bzw. Tritt in dem Sinne von fester Untergrund; F.: Basis, Basen+FW; Z.: Ba-s-is
$basisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. basisch; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Bas(e) (F.), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Base; GB.: seit 1807 belegte und aus Bas(e) und isch gebildete Bezeichnung für Base in dem Sinne einer chemischen Verbindung betreffend; F.: basisch, basische, basisches, basischem, basischen, basischer(, basischere, basischeres, basischerem, basischeren, basischerer, basischst, basischste, basischstes, basischstem, basischsten, basischster)+FW+EW; Z.: ba-s-isch
Basketball, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Basketball, Korbball, Korbballspiel; ne. basketball; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1933 (Lexikon); I.: Lw. ne. basketball; E.: s. ne. basketball, N., Basketball, Korbball; vgl. ne. basket, N., Korb; afrz. basket, Sb., Korb; weitere Herkunft ungeklärt; ne. ball, N., Ball (M.) (1); an. bǫllr, st. M. (u), Kugel, Hode; germ. *balla-, *ballaz, st. M. (a), Ball (M.) (1), Ballen (M.); germ. *ballu-, *balluz, st. M. (u), Ball (M.) (1), Ballen (M.); s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Basketball, DW2 4, 248, Duden s. u. Basketball; Son.: vgl. nndl. basketbal, Sb., Basketball; frz. basket-ball, M., Basketball; nschw. basketboll, Sb., Basketball; nnorw. basketball, M., Basketball; poln. basketball, M., Basketball; kymr. pêl-fasged, F., Basketball; GB.: seit 1933 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen teils mit dem Altfranzösischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und teils für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine 1891 von dem kanadischen Trainer James Naismith entwickelte meist in einer Halle von zwei gegnerischen Mannschaften betriebene Ballspielart; BM.: Korb und Ball; F.: Basketball, Basketballs+FW+EW?; Z.: Basket-bal-l
bass, nhd., Adv., (8. Jh.?): nhd. bass, eher, mehr, besser, sehr, äußerst; ne. utterly; Vw.: -; Hw.: s. besser; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. baz (1), paz, Adv., besser, mehr, eher, vielmehr, stattdessen, lieber; mnd. bat, bet, Adv., besser, mehr; ahd. baz, Adv., besser, mehr, weiter; as. bat*, Adj., Adv., bessere, besser; anfrk. -; germ. *bati-, *batiz, Adj., bessere; idg. *bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. basz, Kluge s. u. bass, EWD s. u. baß, DW 1, 1153 (basz), DW2 4, 249 (basz), EWAhd 1, 503, Duden s. u. bass; Son.: vor allem in der Redewendung bass erstaunt; s. nhd. fürbass; vgl. afries. bet, Adv., besser; nfries. bet; ae. bėt, Adv., besser; an. betr, Adv., besser; got. *batis, *bats?, Adj., gut, bessere; ? ai. bhadrá-ḫ, Adj., erfreulich, glücklich, gut; ? av. hu-baδra-, Adj., glücklich; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eher oder mehr oder besser; BM.: gut; F.: bass+EW; Z.: bass
Bass, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Bass, tiefste Singstimme, tiefes Streichinstrument; ne. bass; Vw.: s. Kontra-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. it. basso; E.: s. it. basso, M., Bass; vgl. it. basso, Adj., niedrig, tief, tiefliegend; vgl. mlat. bassus, Adj., dick, untersetzt, beleibt, niedrig, nieder; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus dem Oskischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Basz, Kluge s. u. Bass, EWD s. u. Baß, DW 1, 1157, DW2 451, Duden s. u. Bass, Bluhme s. u. Bass; Son.: vgl. nndl. bas, Sb., Bass; frz. basse, F., Basse; nschw. bas, Sb., Bass; nnorw. bass, M., Bass; poln. bas, M., Bass; kymr. bas, M., Bass; nir. bas, F., Bass; lit. bosas, M., Bass; GB.: seit vor 1510 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene Bezeichnung für die tiefe männliche Gesangsstimme oder die tiefste Singstimme oder ein tiefes Streichinstrument; BM.: tief; F.: Bass, Basses, Bässe, Bässen (!)+FW; Z.: Bass
Bassin, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bassin, (künstlich angelegtes) Wasserbecken; ne. basin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1699; I.: Lw. frz. bassin; E.: s. frz. bassin, M., Bassin, Wasserbecken; mlat. bacinum, bacinium, N., Metallschüssel, Waschschüssel, Waschbecken, (538/539-594 n. Chr.); vgl. gall. bacca, F., Wassergefäß; weitere Herkunft unklar; vielleicht aus dem Griechischen; L.: Kluge s. u. Bassin, fehlt DW, EWD s. u. Bassin, DW2 4, 252, Duden s. u. Bassin; Son.: vgl. nndl. bassin, Sb., Bassin; nschw. bassäng, Sb., Bassin; nnorw. basseng, N., Bassin; poln. basen, M., Bassin; kymr. basn, M., Bassin; nir. báisín, M., Bassin; lit. baseinas, M., Bassin; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Gallischen verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare und möglicherweise aus dem Griechischen kommende Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes künstlich angelegtes Wasserbecken; BM.: Wasserbecken; F.: Bassin, Bassins (!)+FW; Z.: Bass-in
$Bassist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bassist; Q.: 1516; E.: s. Bass, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Baß; GB.: seit 1516 belegte und aus Bass und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Sänger mit einer Bassstimmlage oder den Spieler eines von Menschen entwickelten Musikinstruments für tiefe Töne; F.: Bassist, Bassisten+FW; Z.: Bass-ist
Bast, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Bast, ein Fasergewebe; ne. bast, bast fibre; Vw.: s. Seidel-; Hw.: -; Q.: Anfang 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. bast (1), st. M., st. N., Rinde, Bast, Geringstes, Nichts, Saum (M.) (1), Bastseil; mnd. bast, M., Bast; mnl. bast, M., Bast; ahd. bast, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Bast, Pfriemengras, Seil; as. bast, st. M. (a?, i?), Bast; anfrk. -; germ. *basta-, *bastam, st. N. (a), Bast, Strick (M.) (1); vgl. idg. *bʰas-?, V., binden, Falk/Torp 269; L.: Kluge 1. A. s. u. Bast, Kluge s. u. Bast, DW 1, 1148, EWD s. u. Bast, DW2 4, 254, EWAhd 1, 500, Duden s. u. Bast, Falk/Torp 269, Bluhme s. u. Bast; Son.: vgl. afries. -; ae. bæst, M., st. N. (a), Bast; an. bast, st. N. (a), Bast, Lindenbast, Bastseil; got. -; nndl. bast, Sb., Bast; nschw. bast, Sb., Bast; nnorw. bast, M., Bast; nir. basta, M., Bast; vgl. mir. basc, Sb., Halsband; abrit. bascauda, Sb., eherner Spülkessel; kymr. baich, M., Last, Bürde; GB.: seit Anfang 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches lebendes früher zu einer Herstellung von Bekleidung und zu einem Zusammennähen von Teilstücken verwendetes natürliches Fasergewebe unter der Rinde oder Borke von Bäumen; BM.: binden?; F.: Bast, Bastes, Basts, Baste (!), Basten (!)+EW; Z.: Bas-t
basta, nhd., Interj., (15. Jh.?): nhd. basta, genug!, Schluss!; ne. basta!, enough!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1480; I.: Lw. it. basta; E.: s. it. basta, Interj., es ist genug; frührom. *bastare, V., genug sein (V.); nach EWD von lat. (?) bastāre, V., Genüge tun, genug sein (V.); βαστάζειν (bastázein), V., tragen; weitere Herkunft unbekannt; nach Kluge vielleicht über ein *basitare, V., Grundlage von etwas sein (V.) von lat. basis, F., Grundlage, Fußgestell, Sockel, Grundmauer, (81-43 v. Chr.); gr. βάσις (básis), F., Schritt, Gang (M.) (1), Auftreten; vgl. gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. basta, fehlt DW, EWD s. u. basta, DW2 4, 256, Duden s. u. basta; Son.: vgl. nndl. basta, Interj., basta, genug!; frz. basta, Interj., basta, genug!; nschw. basta, Interj., basta, genug!; nnorw. basta, Interj., basta, genug!; poln. basta, Interj., basta, genug!; GB.: seit 1480 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mittelbar vielleicht aus dem erschließbaren Frühromanischen und dem Lateinischen (?) und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches gewolltes Ende eines Gesprächs oder einer Diskussion oder eines sonstigen Verhaltens von Menschen; BM.: genügen; F.: basta+FW; Z.: bas-t-a
Bastard, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bastard, uneheliches Kind, Mischling; ne. bastard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. bastart (1), basthart, pasthart, st. M., Bastard, unehelicher Sohn, uneheliches Kind, unechtes Zeug; mnd. bastert, M., Bastard, unechtes nicht in der Ehe gezeugtes Kind, wilder Spross; afrz. bastard, M., Bastard; weitere Herkunft unklar; vielleicht aus dem Frk.; L.: Kluge 1. A. s. u. Bastard, Kluge s. u. Bastard, DW 1, 1150 (Bastart), EWD s. u. Bastard, DW2 4, 257, Duden s. u. Bastard; Son.: vgl. nndl. bastaard, Sb., Bastard; frz. bâtard, M., Bastard; nschw. bastard Bastard; nnorw. bastard, M., Bastard; poln. bastard, M., Bastard; nir. bastard, M., Bastard; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus dem Fränkischen stammende Bezeichnung für eine in dem Mittelalter noch wertfreie Bezeichnung für ein außereheliches anerkanntes Kind eines Adeligen und einer Frau niederen Standes (in Gegensatz zu Bankert, s. d.), in der Biologie ein Tier oder eine Pflanze aus einer Kreuzung unterschiedlicher Rassen oder Arten; BM.: ?; F.: Bastard, Bastards, Bastarde, Bastarden+FW?+EW?; Z.: Bast-ard
Bastei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bastei, Bastion, Bollwerk; ne. bastion; Vw.: -; Hw.: s. Bastion; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Peter Suchenwirts Werke); E.: mhd. bastīe, bastei, sw. M., Bastei, Bollwerk; mnd. pastei*, pastey, postey, F., Befestigung, Bastei, Bollwerk; s. afrz. bastie, F., Bastei; vgl. afrz. bastir, V., bauen; aus gallorom. *bastire, V., Genüge tun; vulgärlat. *bastare, V., Genüge tun, genug sein (V.), Gamillscheg 1, 93a; aus gr. βαστάζειν (bastázein), V., tragen; weitere Herkunft unbekannt; nach EWD von germ. *bastjan, V., mit Bast verbinden, s. nhd. Bast; L.: Kluge 1. A. s. u. Bastei, Kluge s. u. Bastei, DW 1, 1151, EWD s. u. Bastei, DW2 4, 260, Duden s. u. Bastei; Son.: vgl. nndl. bastei, Sb., Bastei; nschw. postej, Sb., Bastei; poln. basteja, baszta, F., Bastei; lit. bastionas, M., Bastei; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Galloromanischen und dem Vulgärlateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für den äußeren Teil einer von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten militärischen Befestigungsanlage; BM.: bauen?; F.: Bastei, Basteien (!)+FW(+EW?); Z.: Bast-ei
basteln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. basteln, kleinere Handwerksarbeiten machen; ne. tinker (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh. (Wörterbuch); E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht zu mhd. besten, sw. V., binden, schnüren, kleiden in, heften an; ahd. besten*, sw. V. (1a), nähen, flechten; germ. *bastjan, sw. V., mit einem Bastfaden binden, schnüren; vgl. idg. *bʰas-?, V., binden, Falk/Torp 269; L.: Kluge s. u. basteln, DW 1, 1152, EWD s. u. basteln, DW2 4, 260, Duden s. u. basteln; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen mögliches kleine handwerkliche Arbeiten ausführen; BM.: binden?; F.: basteln, bastle, bastele, bastelst, bastelt, bastelte, basteltest, basteltet, bastelten, gebastelt, ##gebastelt, gebastelte, gebasteltes, gebasteltem, gebastelten, gebastelter##, bastelnd, ###bastelnd, bastelnde, bastelndes, bastelndem, bastelnden, bastelnder###, bastel (!)+EW; Z.: bas-t-el-n
Bastion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bastion, Bastei, Bollwerk; ne. bastion; Vw.: -; Hw.: s. Bastei; Q.: 1537; I.: Lw. frz. bastion; E.: s. frz. bastion, M., Bastion; it. bastione, M., Bollwerk, Bastion; vgl. it. bastia, F., Bollwerk; afrz. bastie, F., Gebäude; afrz. bastir, V., bauen; aus gallorom. *bastire, V., Genüge tun; vulgärlat. *bastare, V., Genüge tun, genug sein (V.), Gamillscheg 1, 93a; aus gr. βαστάζειν (bastázein), V., tragen; weitere Herkunft unbekannt; nach EWD von germ. *bastjan, V., mit Bast verbinden, s. nhd. Bast; L.: Kluge s. u. Bastion, fehlt DW, EWD s. u. Bastion, DW2 4, 263, Duden s. u. Bastion; Son.: vgl. nndl. bastion, Sb., Bastion; nschw. bastion, Sb., Bastion; nnorw. bastion, M., Bastion; poln. bastion, M., Bastion; lit. bastionas, M., Bastei; GB.: seit der frühen Neuzeit (1537) belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Galloromanischen und dem Vulgärlateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für den äußeren Teil einer von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten militärischen Befestigungsanlage; BM.: bauen?; F.: Bastion, Bastionen+FW; Z.: Bast-ion
Bastonade, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Bastonade, Sohlenstreich, eine Folge schmerzhafter Hiebe auf Fußsohlen; ne. bastinado; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582?; I.: Lw. frz. bastonnade; E.: s. frz. bastonnade, F., Stockhieb; it. bastonata, F., Stockhieb; vgl. it. bastonare, V., prügeln; it. bastone, M., Stock; vgl. mlat. basto, M., Stock, Stange; lat. bastum, N., Stab, Stecken (M.); gr. *βάστον (báston), N., Trage; vgl. gr. βαστάζειν (bastázein), V., tragen; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Bastonade, fehlt DW, DW2 4, 264, Duden s. u. Bastonade; Son.: vgl. nndl. bastonnade, Sb., Bastonade; nschw. bastonad, Sb., Bastonade; GB.: vielleicht seit 1582 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickelte Züchtigung eines betroffenen Menschen durch eine Folge schmerzhafter Hiebe auf (die empfindlichen) Fußsohlen; BM.: Stock und damit vollzogenes Prügeln; F.: Bastonade, Bastonaden+FW; Z.: Bast-on-ad-e
Bataillon, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bataillon, eine miliärische Truppenabteilung; ne. battalion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1594; I.: Lw. frz. bataillon; E.: s. frz. bataillon, M., Bataillon, Truppenabteilung; it. battaglione, M., Schlachttruppe; vgl. it. battaglia, F., Schlachttruppe; lat. battuālia, N. Pl., Fechtübungen der Soldaten und Gladiatoren; vgl. lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bataillon, fehlt DW, EWD s. u. Bataillon, DW2 4, 265, Duden s. u. Bataillon; Son.: vgl. nndl. bataljon, Sb., Bataillon; nschw. bataljon, Sb., Bataillon; nnorw. bataljon, M., Bataillon; poln. batalion, M., Bataillon; kymr. bataliwn, M., Bataillon; lit. batalionas, M., Bataillon; GB.: seit 1594 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine militärische Truppenabteilung; BM.: kämpfen; F.: Bataillon, Bataillons, Bataillone, Bataillonen+FW; Z.: Bat-aill-on
Batate, Patate, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Batate, Süßkartoffel; ne. sweet potato; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. patata; E.: s. span. patata, F., Kartoffel; aus einer Indianersprache Haitis (Taino?); L.: Kluge s. u. Batate, fehlt DW, Duden s. u. Batate; Son.: vgl. nndl. bataat, Sb., Süßkartoffel; ne. potato, N., Kartoffel; frz. patate, patate douce, F., Süßkartoffel; nschw. batat, Sb., Süßkartoffel; nnorw. potet, M., Kartoffel; lit. batatas, M., Batate; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar wohl einer Indianersprache Haitis (Taino?) aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche und seit 5000 Jahren in Südamerika und vor allem in Zentralamerika von Menschen angebaute Nutzpflanze aus der Familie der Windengewächse; BM.: ?; F.: Batate, Bataten, Patate, Pataten+FW; Z.: Batet-e
Batenke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Batenke, Betonie, eine Schlüsselblumenart; ne. kind (N.) of a primula, bishopwort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. (stachys) vettōnica; E.: s. lat. vettōnica, F., Betonie, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. Vettōnus, M., Vettone (Angehöriger einer Völkerschaft in Lusitanien); keltiberischer oder iberischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Batenke, fehlt DW, Duden s. u. Batenke; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar dem Iberischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze aus der Familie der Lippenblütler; BM.: ?; F.: Batenke, Batenken+FW; Z.: Batenk-e
$Bathengel, nhd., M., ?: nhd. Bathengel; Hw.: s. Batenke; E.: s. lat. (?) betonicula, s. lat. vettonica bzw. betonica; L.: Kluge 1. A. s. u. Bathengel, fehlt DW; GB.: eine Pflanze; F.: Bathengel (!), Bathengels (!), Bathengeln (!)+FW?; Z.: Bat-heng-el
Batik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Batik, gefärbtes Gewebe; ne. batik; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nndl. batik; E.: s. nndl. batik, Sb., gebatiktes Tuch; vgl. malay. batik, Adj., gesprenkelt, gemustert, geblümt; malay. mbatik, V., mit Wachs schreiben; L.: Kluge s. u. Batik, fehlt DW, EWD s. u. Batik, Duden s. u. Batik; Son.: vgl. frz. batik, M., Batik; nschw. batik, Sb., Batik; nnorw. batikk, M., Batik; poln. batik, M., Batik; nir. baitíc, F., Batik; lit. batika, F., Batik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen sowie mittelbar aus dem Malaiischen aufgenommene Bezeichnung für ein ursprünglich aus Indonesien stammendes Textilfärbeverfahren mit mittels vor dem Färben aufgetragenem Wachs in auf einem Stoff erzeugten Mustern; BM.: schreiben mit Wachs; F.: Batik, Batiks (!), Batiken+FW; Z.: Batik
$batiken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. batiken, Batik herstellen; E.: s. Batik, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Batik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Batik und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Batik herstellen; F.: batiken (!), batike, batikst, batikt, batikest, batiket, batikte, batiktest, batikten, batiktet, gebatikt, ##gebatikt, gebatikte, gebatiktes, gebatiktem, gebatikten, gebatikter##, batikend, ###batikend, batikende, batikendes, batikendem, batikenden, batikender###, batik (!)+FW+EW; Z.: batik-en
Batist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Batist, ein feines Baumwollgewebe; ne. batiste; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1746 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. batiste; E.: s. frz. batiste, F., Batist; von frz. battre, V., schlagen, klopfen, walken; angeglichen an den Namen Jean Baptiste (möglicher Erfinder des Stoffes); lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Batist, fehlt DW, EWD s. u. Batist, DW2 4, 266, Duden s. u. Batist; Son.: vgl. nndl. batist, Sb., Batist; nschw. batist, Sb., Batist; nnorw. batist, M., Batist; poln. batyst, M., Batist; nir. baitist, F., Batist; GB.: seit 1746 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Namen des möglichen Erfinders Jean Baptiste und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und vielleicht schon seit dem 13. Jh. hergestellten sehr feinfädigen und dicht gewebten leichten Stoff vorwiegend aus Baumwolle; BM.: schlagen, walken; F.: Batist, Batistes, Batists, Batiste, Batisten (!)+FW; Z.: Bat-ist
$batisten, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. batisten, Batist betreffend; Q.: 1798?; E.: s. Batist, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Batist; GB.: vielleicht seit 1798 belegte und aus Batist und en (Suff.) gebildete sowie französisch geprägte Bezeichnung für Batist betreffend; F.: bastisten, bastistene (!), bastistenes, bastistenem, bastistenen, bastistener+FW; Z.: bat-ist-en
Batterie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Batterie, Akkumulator; ne. battery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. batterie; E.: s. frz. batterie, F., Schlagen, Batterie; vgl. frz. battre, V., schlagen, klopfen; vgl. lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Batterie, fehlt DW?, EWD s. u. Batterie, DW2 4, 268, Duden s. u. Batterie; Son.: vgl. nndl. batterij, Sb., Batterie; nschw. batteri, Sb., batterie; nnorw. batteri, N., Batterie; poln. bateria, F., Batterie; kymr. batri, M., Batterie; nir. bataire, M., Batterie; lit. baterija, F., Batterie; GB.: seit 1607 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von dem Militär vorgenommene Zusammenstellung mehrerer Geschütze bzw. in der Elektrotechnik seit dem 19. Jahrhundert Bezeichnung für die Zusammenschaltung mehrerer galvanischer Zellen bzw. Elemente als Speicher für den bisher grundsätzlich nur schwer speicherbaren elektrischen Strom; BM.: schlagen; F.: Batterie, Batterien+FW; Z.: Bat-t-er-ie
Batze, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Batze, Batzen, Haufe, Haufen, Klumpen; ne. chunk (N.), clump (N.), batz; Vw.: -; Hw.: s. Batzen; Q.: 1340-1350 (Der Kreuziger des Johannes von Franckenstein); E.: s. mhd. batz, baz*, batze, st. M., Haufe, Haufen, Klumpen (N.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW 1, 1160; GB.: seit 1340-1350 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen (dicken) Klumpen (M.); BM.: ?; F.: Batze, Batzens, Batzen+EW; Z.: Batz-e
Batzen, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Batzen, Batze, Haufe, Haufen, Klumpen; ne. chunk (N.), clump (N.), batz; Vw.: -; Hw.: s. Batze; Q.: 1340-1350 (Der Kreuziger des Johannes von Franckenstein); E.: s. mhd. batz, baz*, batze, st. M., Haufe, Haufen, Klumpen (N.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Batzen, Kluge s. u. Batzen, DW 1, 1160, EWD s. u. Batzen, DW2 4, 269, Duden s. u. Batzen, Bluhme s. u. Batzen; GB.: seit dem Spätmittelalter (1340-1350) belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen dicken Klumpen (M.); BM.: ?; F.: Batzen, Batzens+EW; Z.: Batz-en
batzig, nhd., Adj.: nhd. batzig; Vw.: s. patzig
Bau, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bau, Bauwerk, Gebäude; ne. building; Vw.: -; Hw.: s. bauen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bū, st. M., st. N., Bau, Wohnung, Gebäude, Ansiedlung, Hof, Nest; mnd. būw, būwe, N., F., Bau, Bauwerk, Gebäude (N.); mnl. bouw, N., Bau; ahd. bū*, st. M. (wa), „Bau“, Wohnung, Platz (M.) (1), Wohnsitz; s. as. bū*, st. N. (wa), Bau, Wohnung, Haus; anfrk. -; germ. *būwa-, būwaz, st. M. (a), Bau, Wohnung; as. bū, st. N. (wa), Bau, Wohnung, Haus, Gut, Wohnsitz; anfrk. -; s. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bau, Kluge s. u. Bau, DW 1, 1161, EWD s. u. Bau, DW2 4, 271, Seebold 125, Duden s. u. Bau, EWAhd 2, 411; Son.: vgl. afries. -; ae. bū, st. N. (a), Wohnung, Bau; an. bū, st. N. (a), Wohnung, Wohnort, Haushalt; got. -; nndl. bouw, Sb., Bau; nschw. bygge, N., Bau; nschw. bo, N., Tierbau; nnorw. bygg, N., Bau; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Sesshaftwerdung errichtetes Gebäude bzw. für das Errichten eines Gebäudes; BM.: sein (V.) ?; F.: Bau, Baus, Baues, Bauten+EW; Z.: Bau
Bauch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bauch, Leib, Schoß (M.) (1); ne. belly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. būch, buch, pūch, st. M., Bauch, Magen, Rumpf, Schlegel, Keule, Mutterleib; mnd. būk, buk, M., Bauch, Rumpf, Körper, geschlachtetes Tier; mnl. buuc, M., Bauch; ahd. būh, st. M. (a), Bauch, Leib, Schoß (M.) (1), Magen, Inneres, Mutterleib; as. -; anfrk. būk*, st. M. (a), Bauch; germ. *būka-, *būkaz, st. M. (a), Brauch, Leib; s. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bauch, Kluge s. u. Bauch, EWD s. u. Bauch, DW2 4, 280, EWAhd 2, 420, Falk/Torp 273, Duden s. u. Bauch, Bluhme s. u. Bauch; Son.: vgl. afries. būk, st. M. (a), Bauch, Rumpf; saterl. buc; ae. būc, st. M. (a), Bauch, Magen, Krug (M.) (1); an. būkr, st. M. (a), Bauch, Körper; got. *būks, st. M. (a), Bauch; nndl. buik, Sb., Bauch; nschw. buk, Sb., Bauch; nnorw. buk, M., Bauch; russ. пузо (púzo), N., Bauch; lett. buga, Sb., hornlose Kuh; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Bereich der Vorderseite des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken bei Menschen und höheren Tieren; BM.: aufblasen; F.: Bauch, Bauches, Bauchs, Bäuche, Bäuchen (!)+EW; Z.: Bau-ch
Bauche, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Bauche, Waschlauge; ne. suds; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500 (Johann Geiler von Kaysersberg); E.: mhd. būche, M., Lauge, Laugenbad, Pein, Qual; mnd. bǖk, bǖke, buke, F., Büke, Buchenlauge; s. nhd. bauchen; L.: Kluge s. u. Bauche 2, bauchen, DW 1, 1166, DW2-; GB.: seit um 1500 belegte und mit bauchen verbindbare Bezeichnung für ein Wasser mit darin gelöstem Waschmittel zu dem Wäschewaschen (Waschlauge); BM.: Buche?; F.: Bauche, Bauchen+EW; Z.: Bauch-e
bauchen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. bauchen, in heißer Lauge einweichen; ne. put in lye; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1350 (Boner); E.: s. mhd. biuchen, būchen, sw. V., waschen; mnd. bǖken, buken, sw. V., büken, Wäsche in Buchenlauge legen; vielleicht von germ. *būkjan, V., einweichen; möglicherweise ist das Wort auch aus dem Lateinischen entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. bauchen, Kluge s. u. bauchen, DW 1, 1166, DW2 4, 288, Duden s. u. bauchen; Son.: vgl. me. bouken, V., bauchen, in heißer Lauge einweichen; GB.: seit um 1350 belegte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen oder dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in heißer Lauge einweichen; BM.: Buche?; F.: bauchen, bauche (!), bauchst, baucht, bauchest, bauchet, bauchte, bauchtest, bauchtet, bauchten, gebaucht, ##gebaucht, gebauchte, gebauchtes, gebauchtem, gebauchten, gebauchter##, bauchend, ###bauchend, bauchende, bauchendes, bauchendem, bauchenden, bauchender###, bauch (!)+EW(+FW?); Z.: bauch-en
$bauchen (2), nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. bauchen, runden, wölben; E.: s. Bauch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bauch, DW 1, 1166?, EWD s. u. Bauch; GB.: vielleicht seit 1572 belegte und mit Bauch verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches runden oder wölben; F.: bauchen, bauche (!), bauchst, baucht, bauchest, bauchet, bauchte, bauchtest, bauchten, bauchtet, gebaucht, ##gebaucht, gebauchte, gebauchtes, gebauchtem, gebauchten, gebauchter##, bauchend, ###bauchend, bauchende, bauchendes, bauchendem, bauchenden, bauchender###, bauch (!)+EW; Z.: bau-ch-en
$Bauchgrimmen, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Bauchgrimmen, Bauchweh, Bauchschmerz; E.: s. Bauch, s. Grimmen; L.: Kluge 1. A. s. u. Grimmen, Kluge s. u. Grimmen, DW 1, 1167; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Bauch und Grimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon früher mögliches Bauchweh oder für Bauchschmerz; F.: Bauchgrimmen, Bauchgrimmens+EW; Z.: Bau-ch—gri-m-m-en
$bauchig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. bauchig, den Bauch betreffend, wie der Bauch gestaltet; E.: s. Bauch, s. ig; L.: Kluge s. u. Bauch, DW 1, 1167, EWD s. u. Bauch; GB.: seit 1354 belegte und aus Bauch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen oder auch schon vorher mögliches den Bauch betreffend oder wie der Bauch gestaltet; F.: bauchig, bauchige, bauchiges, bauchigem, bauchigen, bauchiger(, bauchigere, bauchigeres, bauchigerem, bauchigeren, bauchigerer, bauchigst (!), bauchigste, bauchigstes, bauchigstem, bauchigsten, bauchigster)+EW; Z.: bau-ch-ig
$bäuchig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. bäuchig, den Bauch betreffend; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Bauch, s. ig; L.: DW 15, 336 (schlagbäuchig), EWD s. u. Bauch; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus Bauch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen oder auch schon vorher mögliches den Bauch betreffend F.: bäuchig, bäuchige, bäuchiges, bäuchigem, bäuchigen, bäuchiger(, bäuchigere, bäuchigeres, bäuchigerem, bäuchigeren, bäuchigerer, bäuchigst (!), bäuchigste, bäuchigstes, bäuchigstem, bäuchigsten, bäuchigster)+EW; Z.: bäu-ch-ig
$bäuchlings, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. bäuchlings, auf dem Bauch, auf den Bauch; E.: s. Bauch, s. ling, s. s; L.: Kluge s. u. Bauch, DW 1, 1168, EWD s. u. Bauch; GB.: seit 1336 belegte und aus Bauch und ling sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen oder auch schon vorher mögliches auf dem Bauch oder auf den Bauch; F.: bäuchlings+EW; Z.: bäu-ch-ling-s
$bauchpinseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bauchpinseln, schmeicheln; E.: s. Bauch, s. pinseln; L.: Kluge s. u. bauchpinseln, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Bauch und pinseln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schmeicheln; F.: bauchpinseln, bauchpinsel (!), bauchpinsle, bauchpinsele, bauchpinselst, bauchpinselt, bauchpinselte, bauchpinseltest, bauchpinselten, bauchpinseltet, gebauchpinselt, ##gebauchpinselt, gebauchpinselte, gebauchpinseltes, gebauchpinseltem, gebauchpinselten, gebauchpinselter##, bauchpinselnd, ###bauchpinselnd, bauchpinselnde, bauchpinselndes, bauchpinselndem, bauchpinselnden, bauchpinselnder###, bauchpinsel (!)+EW; Z.: bau-ch—pins-el-n
$bauchreden, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bauchreden, scheinbar mit dem Bauch sowie tatsächlich aber verdeckt mit dem Kehlkopf reden; E.: s. Bauch, s. reden; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bauch; GB.: seit 1666 belegte und aus Bauch und reden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit oder schon seit dem Lateinischen des Altertums von Menschen entwickeltes und meist zwecks Unterhaltung einer Zuhörerschaft verwendetes scheinbar mit dem Bauch sowie tatsächlich aber verdeckt mit dem Kehlkopf reden eines Menschen; F.: bauchreden, rede (!) bauch, redest bauch, redet bauch, reden bauch, redest bauch, redet bauch, redete bauch, redetest bauch, redeten bauch, redetet bauch, bauchgeredet, ##bauchgeredet, bauchgeredete, bauchgeredetes, bauchgeredetem, bauchgeredeten, bauchgeredeter##, bauchredend, ###bauchredend, bauchredende, bauchredendes, bauchredendem, bauchredenden, bauchredender###, bauchzureden, ####bauchzureden, bauchzuredend, bauchzuredende, bauchzuredendes, bauchzuredendem, bauchzuredenden, bauchzuredender####, red (!) bauch +EW; Z.: bauch—re-d-en
$Bauchredner, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Bauchredner; Q.: 1576? bzw. Mitte 18. Jh.; E.: s. Bauch, s. Redner; L.: EWD s. u. Bauch; GB.: seit 1576 belegte und vielleicht nach lat. ventriloquus aus Bauch und Redner gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit oder seit dem Altertum von Menschen entwickeltes und meist zwecks Unterhaltung einer Zuhörerschaft verwendetes scheinbar mit dem Bauch sowie tatsächlich aber verdeckt mit dem Kehlkopf redender Mensch; F.: Bauchredner, Bauchredners, Bauchrednern (!)+EW; Z.: Bau-ch—re-d-n-er
Baude, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Baude, Berghütte, Berggasthof; ne. booth, mountain hut; Vw.: -; Hw.: s. bauen, Bude, Gebäude; Q.: 1455; I.: Lw. tschech. bouda; E.: s. tschech. bouda, F., Hütte; dies wiederum entlehnt aus mhd. buode, sw. F., Bude, Zelt, Hütte, Stall; vgl. germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Baude, Kluge s. u. Baude, DW 1, 1169, EWD s. u. Baude, DW2 4, 292, Duden s. u. Baude; Son.: vgl. lit. bùtas, M., Haus; GB.: seit 1455 belegte und aus dem Tschechischen und mittelbar aus dem Mittelhochdeutschen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Haus oder eine Hütte in einem ansonsten unbebauten Gebiet zu einem Schutz vor Unwetter und als Übernachtungsmöglichkeit; BM.: wohnen?; F.: Baude, Bauden+EW?+FW?; Z.: Bau-d-e
bauen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bauen, ein Gebäude errichten, wohnen, Feld bestellen; ne. build (V.), live (V.); Vw.: -; Hw.: s. Baude, Bauer (1), Bauer (2), Gebäude, Bude; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. būwen (1), biuwen, bouwen, pūwen, sw. V., bauen, erbauen, ausbauen, bebauen; mnd. būwen, sw. V., bauen, errichten; mnl. bouwen, būwen, V., bauen; ahd. būan, būen, red. V., sw. V. (1a), „bauen“, wohnen, bewohnen, leben; as. būan, red. V. (3), sw. V. (1a), wohnen, bleiben; anfrk. -; germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen; s. germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bauen, Kluge s. u. bauen, DW 1, 1170, EWD s. u. bauen, DW2 4, 293, EWAhd 2, 411, Seebold 124, Seebold 125, Duden s. u. bauen, Bluhme s. u. bauen; Son.: vgl. afries. būwa, bōwa, sw. V. (1), bauen, erbauen, bewohnen; ae. būwan, sw. V., bauen, wohnen; an. būa (3), red. V., wohnen, bereiten, schmücken; got. báuan, unreg. V., wohnen, bewohnen; vgl. nndl. bouwen, V., bauen; nschw. bo, V., wohnen; nnorw. bo, V., bauen; nisl. búa, V., wohnen, leben, Landwirtschaft betreiben; ai. bhávati, V. (3. Pers. Sg. Präs. Akt.), ist, ist da, geschieht; av. bhavaiti, V. (3. Pers. Sg. Präs. Akt.), wird, entsteht, geschieht; gr. φύειν (phýein), φυίειν (phyíein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; lat. *fuere, V., sein (V.); lat. fierī, V., werden, entstehen, wachsen (V.) (1), erzeugt werden; air. -bīu, Suff. (1. Pers. Sg.), ich pflege zu sein; lit. būti, V., sein (V.); ksl. byti, V., werden, sein (V.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl unter Sesshaftigkeit durch Menschen erfolgtes ein Gebäude errichten oder ein Feld bestellen; BM.: sein (V.); F.: bauen, baue (!), baust, baut, bauest, bauet, baute, bautest, bautet, bauten, gebaut, ##gebaut, gebaute, gebautes, gebautem, gebauten, gebauter##, bauend, ###bauend, bauende, bauendes, bauendem, bauenden, bauender###, bau (!)+EW; Z.: bau-en
Bauer (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bauer (M.) (1), Landwirt; ne. farmer; Vw.: -; Hw.: s. bauen; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: wohl aus mehreren Formen zusammengeflossen; mhd. būwære, bouwære, būwer*, bouwer*, bouer, st. M., Bauer (M.) (1), Erbauer, Pächter, Bewohner; mnd. būwære, būwer, M., Bauer (M.) (1); ahd. būāri*, būwāri*, būeri*, st. M. (ja), Bewohner, Bebauer, Siedler, Ansiedler; ahd. būr* (1), st. M. (a), Bewohner, Nachbar, Landmann; as. *būr? (2), st. M. (a), Nachbar, Bewohner; anfrk. -; s. germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bauer 3, Kluge s. u. Bauer 2, DW 1, 1176, EWD s. u. Bauer 3, DW2 4, 302, EWAhd 2, 414, EWAhd 2, 455, Duden s. u. Bauer, Bluhme s. u. Bauer; Son.: vgl. afries. būr, st. M. (a), Bauer (M.) (1), Nachbar, Mitbewohner, Dorfgenosse; nfries. boerre; ae. būr (1), st. M. (a), Nachbar, Bewohner, Bauer (M.) (1); an. -; got. -; nndl. boer, M., Bauer; ne. boor, M., grober Mensch (aus nndl.); GB.: seit um 800 belegte und wohl aus mehreren Formen zusammengeflossene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mit der Sesshaftigkeit des Menschen sachlich mögliches Verhalten der Herstellung pflanzlicher und oder tierischer Erzeugnisse; BM.: bauen bzw. sein (V.); F.: Bauer, Bauers, Bauern (!)+EW; Z.: Bau-er
Bauer (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Bauer (M.) (2), Vogelkäfig; ne. bower, birdcage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. būr (2), M., Haus, Gebäude, Bauer (M.) (2), Käfig, Vogelkäfig; mnd. būr (2), M., Bauer (M.) (2), Käfig, Gehäuse, Werkstätte des Großschmieds; mnl. buur, buer, N., M., Haus, Scheune; ahd. būr* (2), st. N. (a), Haus, Gebäude, Kammer; as. *būr?, st. N. (a), Bauer (M.) (2), Haus; anfrk. -; germ. *būra-, *būram, st. N. (a), Bauer (M.) (2), Haus, Gemach; germ. *būra-, *būraz, st. M. (a), Bauer (M.) (2), Haus, Gemach; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bauer 1, Kluge s. u. Bauer 1, DW 1, 1175, EWD s. u. Bauer 2, DW2 4, 304, EWAhd 2, 454, Seebold 126, Duden s. u. Bauer; Son.: vgl. afries. -; ae. būr (2), st. N. (a), Bauer (M.) (2), Kammer, Hütte, kleines Haus; an. būr, st. N. (a), Kammer, Stube, Vorratshaus, Frauengemach; got. būrjō, sw. F. (n), Gebäude; GB.: (ahd. būr) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Käfig für kleinere Vögel; BM.: sein (V.), bauen, wohnen; F.: Bauer, Bauers, Bauern (!)+EW; Z.: Bau-er
$Bauer (3), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Erbauer; E.: s. bau(en), s. er; L.: Kluge 1. A. s. u. Bauer 2, fehlt DW?, EWD s. u. bauen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus bau(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen etwas erbauenden Menschen; F.: Bauer, Bauers, Bauern (!) +EW; Z.: Bau-er
$Bäuerin, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Bäuerin; E.: s. Bauer, s. in (Suff.); L.: Kluge s. u. Bauer 2, DW 1, 1178; GB.: seit um 1160 belegte und aus Bauer und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliche Frau eines Bauern oder einen weiblichen Bauern; F.: Bäuerin, Bäuerinnen+EW; Z.: Bäu-er-in
$bäuerlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bäuerlich, Bauern betreffend; E.: s. Bauer, s. lich; L.: Kluge s. u. Bauer 2, DW 1, 1179; GB.: seit nach 1150 belegte und aus Bauer und lich gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Nachbarn oder später auch einen Bauern oder Landwirt betreffend; F.: bäuerlich, bäuerliche, bäuerliches, bäuerlichem, bäuerlichen, bäuerlicher(, bäuerlichere, bäuerlicheres, bäuerlicherem, bäuerlicheren, bäuerlicherer, bäuerlichst, bäuerlichste, bäuerlichstes, bäuerlichstem, bäuerlichsten, bäuerlichster)+EW; Z.: bäu-er-lich
$Bauernfänger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bauernfänger; E.: s. Bauer, s. (e)n (Suff.), s. Fänger; L.: Kluge s. u. Bauernfänger, fehlt DW; GB.: seit 1847 belegte und aus Bauer und (e)n und Fänger gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen gerissenen und einfachere Menschen übertölpelnden Menschen; F.: Bauernfänger, Bauernfängers, Bauernfängern+EW; Z.: Bau-er-n—fä-n-g-er
$Bauernköter, nhd., M.: nhd. Bauernköter; E.: s. Bauer, s. (e)n. s. Köter; L.: Kluge s. u. Köter, DW 1, 1181; GB.: vielleicht seit dem Frühneuhochdeutschen belegte und aus Bauer und (e)n sowie Köter gebildete Bezeichnung für einen einfachen und bei Bauern vielleicht üblichen Hund; F.: Bauernköter, Bauernköters, Bauernkötern+EW; Z.: Bau-er-n—köt-er
$baufällig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. baufällig, verwahrlost, vor einem Zusammenbruch stehend; E.: s. Bau, s. fällig; L.: Kluge s. u. baufällig, DW 1, 1185, EWD s. u. Bau; E.: seit 1293 belegte und aus Bau bzw. bau(en) sowie fällig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit mögliches verwahrlost oder verwüstet oder vor einem Zusammenbruch stehend, F.: baufällig, baufällige, baufälliges, baufälligem, baufälligen, baufälliger(, baufälligere, baufälligeres, baufälligerem, baufälligeren, baufälligerer, baufälligst, baufälligste, baufälligstes, baufälligstem, baufälligsten, baufälligster)+EW; Z.: bau—fäll-ig
$Baukasten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Baukasten; E.: s. Bau, s. Kasten (M.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Bau; GB.: seit 1704 belegte und aus Bau und Kasten (M.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht zu dieser Zeit von Menschen entwickelten Kasten (M.) mit Bauteilen zu dem Bilden von Gebäuden vor allem als Spiel und Übung für Kinder (sowie übertragen (Adj.) auch für ein Wörterbuch); F.: Baukasten, Baukastens, Baukästen+EW; Z.: Bau—kas-t-en
$baulich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. baulich, bau(en) betreffend; E.: s. Bau, s. lich; L.: DW 1, 1187, EWD s. u. Bau; GB.: seit 1293 belegte und aus Bau oder bau(en) und lich gebildete Bezeichnung für bau(en) betreffend; F.: baulich, bauliche, bauliches, baulichem, baulichen, baulicher+EW; Z.: bau—lich
$Baulichkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Baulichkeit, Bau, Gebäude; E.: s. baulich, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1187, EWD s. u. Bau; GB.: seit 1822 belegte und aus baulich und keit gebildete Bezeichnung für ein wohl sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Gebäude; F.: Baulichkeit, Baulichkeiten+EW; Z.: Bau—lich—kei-t
Baum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Baum, ein größeres Holzgewächs; ne. tree; Vw.: s. Arles-, Seben-, Sennes-, Wies-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. boum, boun, bōm, bōn, bām, poum, pām, st. M., Baum, Baumstange, Papierstange (beim gerichtlichen Kampf), Stammbaum, Stange, Leuchter; mnd. bôm, M., Baum; mnl. boom, M., Baum; ahd. boum, st. M. (a), Baum, Baumstamm, Holz, Balken, Pfahl; as. bôm, bam*, st. M. (a), Baum, Stange; anfrk. *bōm?, st. M. (a), Baum; germ. *bagma-, *bagmaz, *bauma-, *baumaz, *bazma-, *bazmaz, st. M. (a), Baum; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Baum, Kluge s. u. Baum, EWD s. u. Baum, DW 1, 1188, DW2 4, 327, EWAhd 2, 264, Duden s. u. Baum, Falk/Torp 257, Bluhme s. u. Baum; Son.: vgl. afries. bâm, st. M. (a), Baum, Stammbaum, Galgen, Stange; saterl. bame; ae. béam (1), st. M. (a), Baum, Balken, Galgen, Kreuz; an. baðmr (1), st. M. (a), Baum; got. bagms 12, st. M. (a), Baum; nndl. boom, Sb., Baum; ne. beam, N., Balken; nschw. bom, Sb., Segelbaum, Stange; ndän. bom, Sb., Schlagbaum; nisl. bóma, F., Segelbaum; vgl. gr. φῦμα (phyma), N., Gewächs, Geschwulst, Geschwür; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit vor rund 380 bis 300 Millionen Jahren sich grundsätzlich weltweit an Land entwickelnde verholzte Pflanze in derzeit mindestens 73200 Arten; BM.: schwellen?, wachsen?; F.: Baum, Baume, Baumes, Baums, Bäume, Bäumen+EW; Z.: Bau-m
baumeln, nhd., V., (17. Jh.): nhd. baumeln, herunterhängen; ne. dangle; Vw.: -; Hw.: s. Bembel, Pummel; Q.: 1691; E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht ostmitteldeutsche Variante zu bammeln, vielleicht als Lautbild aufzufassen von dem Hängen und Schwingen der Glocke; vielleicht auch als an einem Baum hängen zu deuten; L.: Kluge 1. A. s. u. baumeln, Kluge s. u. baumeln, EWD s. u. baumeln, DW 1, 1190, DW2 4, 338, Duden s. u. baumeln; GB.: seit 1691 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches frei hängend hin bewegen und her bewegen; BM.: ?; F.: baumeln, baumle, baumel (!), baumele, baumelst, baumelt, baumlest (!), baumlet (!), baumelte, baumeltest, baumelten, baumeltet, gebaumelt, ##gebaumelt, gebaumelte, gebaumeltes, gebaumeltem, gebaumelten, gebaumelter##, baumelnd, ###baumelnd, baumelnde, baumelndes, baumelndem, baumelnden, baumelnder###, baumel (!)+EW; Z.: baum-el-n
$Baumeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Baumeister; E.: s. Bau, s. bau(en), s. Meister; L.: DW 1, 1190, EWD s. u. Bau; GB.: seit 1222 belegte und aus Bau bzw. bau(en) und Meister gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen erfahrenen und bei Bedarf geprüften Handwerker für das Erstellen von Bauten oder Gebäuden; F.: Baumeister, Baumeisters, Baumeistern+EW+FW; Z.: Bau—mei-st-er
$bäumen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. bäumen; Vw.: s. auf-; E.: s. Baum, s. en; L.: Kluge s. u. bäumen, DW 1, 1190, EWD s. u. Baum; GB.: seit um 1270 belegte und aus Baum und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich wie ein Baum aufrichten oder auch auf einem Baum sitzen; F.: bäumen (!), bäume (!), bäumst, bäumt, bäumest, bäumet, bäumte, bäumtest, bäumten, bäumtet, gebäumt, ##gebäumt, gebäumte, gebäumtes, gebäumtem, gebäumten, gebäumter##, bäumend, ###bäumend, bäumende, bäumendes, bäumendem, bäumenden, bäumender###, bäum (!)+EW; Z.: bäu-m-en
$Baumwolle, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Baumwolle; E.: s. Baum, s. Wolle; L.: Kluge s. u. Baumwolle, DW 1, 1196, EWD s. u. Baum; GB.: seit 11. Jh. belegte und nach lat. lana arborea aus Baum und Wolle gebildete Bezeichnung für eine in Indien und Südamerika seit 6000 v. Chr von Menschen verwendete und weitgehend aus Zellulose bestehende Naturfaser eines kleinen viel Wasser benötigenden Baumes; F.: Baumwolle, Baumwollen+EW; Z.: Bau-m—wol-l-e
$baumwollen, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. baumwollen, Baumwolle betreffend; E.: s. Baumwoll(e), s. en (Suff.); L.: DW 1, 1196, EWD s. u. Baum; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Baumwoll(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Baumwolle betreffend; F.: baumwollen, baumwollene, baumwollenes, baumwollenem, baumwollenen, baumwollener+EW; Son.: nach Lexer, Berichtigungen mhd. zu streichen; Z.: bau-m—wol-l-en
$bäurisch, bäuerisch, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bäurisch, bäuerisch, Bauern betreffend, grob, ungebildet; E.: s. Bauer, s. isch; L.: Kluge s. u. Bauer 2, DW 1, 1197; GB.: (biurisch) seit 1186/1190 belegte und aus Bauer und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der von Menschen entwickelten Nachbarschaft und Landwirtschaft mögliche Bezeichnung für Nachbarn oder Landwirte betreffend oder auch für grob und ungebildet; F.: bäurisch, bäurische, bäurisches, bäurischem, bäurischen, bäurischer(, bäurischere, bäurischeres, bäurischerem, bäurischeren, bäurischerer, bäurischst, bäurischste, bäurischstes, bäurischstem, bäurischsten, bäurischster)+EW; Z.: bäu-r-isch
Bausch, nhd., M., F., (10. Jh.?): nhd. Bausch, schwellender Schlag, Wulst; ne. puff (N.); Vw.: -; Hw.: s. Beuschel, erbosen; Q.: 10. Jh.?; E.: s. mhd. būsch, pūsch, st. M., Prügel, Knüppel, Knüttel, Keule, Knüttelschlag, Schlag, stumpfer Schlag, Wulst, Bausch, Pausche; mnd. -; ahd. būsk*, būsc*, st. M. (a?), Schlagriemen; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu ahd. busk*, st. M. (a), Busch, Strauch, Gebüsch; germ. *busk, *buska, *buskaz, st. M. (a), Busch; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bausch, Kluge s. u. Bausch, EWD s. u. Bausch, DW 1, 1198, DW2 4, 349, EWAhd 2, 474, Falk/Torp 276, Duden s. u. Bausch, Bluhme s. u. Bausch; Son.: vgl. ? φῦσα (physa), F., Blasen (N.), Blasebalg, Hauch, Luftzug; GB.: (būsk) seit um 1000 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Busch verbindbare Bezeichnung für eine wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickelte und verwendete lockere und knäuelartige Verdickung; BM.: schwellen?; F.: Bausch, Bausche, Bausches, Bäusche, Bäuschen (!)+EW; Z.: Bau-sch
Bäuschel, nhd. (ält.), M., N., (19. Jh.): nhd. Bäuschel, schwerer Hammer; ne. heavy hammer (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. mhd. biuschen, būschen, sw. V., schlagen, klopfen, hauen, bedrängen mit; weitere Herkunft s. nhd. Bausch; L.: Kluge s. u. Bäuschel, DW 1, 1199, Duden s. u. Bäuschel; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl mit Bausch verbindbare Bezeichnung für einen schweren Hammer zu einem Zerschlagen der Wände in Gruben in dem Bergbau und nach DW für Eingeweide und ein bauschiges Trinkgefäß; BM.: schwellen?; F.: Bäuschel, Bäuschels, Bäuscheln+EW; Z.: Bäu-sch-el
$bauschen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bauschen, wölben; Vw.: s. auf-; E.: s. Bausch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bausch, DW 1, 1199, EWD s. u. Bausch; GB.: seit um 1194 belegte und aus Bausch und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches blähen oder blasen oder wölben; F.: bauschen, bausche, bauschst, bauscht, bauschest, bauschet, bauschte, bauschtest, bauschten, bauschtet, gebauscht, ##gebauscht, gebauschte, gebauschtes, gebauschtem, gebauschten, gebauschter##, bauschend, ###bauschend, bauschende, bauschendes, bauschendem, bauschenden, bauschender###, bausch (!)+EW; Z.: bau-sch-en
$bauschig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. bauschig; Q.: 1575; E.: s. Bausch, s. ig; L.: DW 1, 1199, EWD s. u. Bausch; GB.: vielleicht seit 1575 belegte und aus Bausch und ig gebildete Bezeichnung für eine wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickelte und verwendete lockere und knäuelartige Verdickung betreffend; F.: bauschig, bauschige, bauschiges, bauschigem, bauschigen, bauschiger(, bauschigere, bauschigeres, bauschigerem, bauschigeren, bauschigerer, bauschigst, bauschigste, bauschigstes, bauschigstem, bauschigsten, bauschigster)+EW; Z.: bau-sch-ig
bausen, nhd. (ält.), V., (15. Jh.?): nhd. bausen, schwellen, zechen, schlemmen, schwelgen; ne. swell (V.), indulge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mhd. būs, pūs, būse, st. M., st. F., Fülle; vgl. mhd. biuschen, būschen, sw. V., schlagen, klopfen, hauen; vgl. mhd. būsch, pūsch, st. M., Prügel, Knüppel, Knüttel, Keule, Knüttelschlag, Schlag, stumpfer Schlag; ahd. būsk*, būsc*, st. M. (a?), Schlagriemen; L.: Kluge 1. A. s. u. bausen, DW 1, 1200; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schwellen und zechen schwellen; BM.: schlagen?; F.: bausen, bause (!), bausst (!), baust, bausest, bauset, bauste, baustest, bausten, baustet, gebaust, ##gebaust, gebauste, gebaustes, gebaustem, gebausten, gebauster##, bausend, ###bausend, bausende, bausendes, bausendem, bausenden, bausender###, baus (!)+EW; Z.: baus-en
$Baustein, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Baustein, Stein für das Bauen von Gebäuden; E.: s. bau(en), s. Stein; L.: DW 1, 1201, EWD s. u. Bau; GB.: seit 1528 belegte und aus bau(en) und Stein gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen verwendeten und nach diesem Vorbild auch entwickelten Stein für das Bauen von Gebäuden in der Wirklichkeit wie in dem Kinderspiel; F.: Baustein, Bausteines, Bausteins, Bausteine, Bausteinen (!)+EW; Z.: Bau—stei-n
Bautastein, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bautastein, Megalith, Menhir; ne. nordic menhir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. an. Lw.; E.: s. an. bautaðarsteinn, bautarsteinn, M., Bautastein, Grabstein; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht hieß das Wort ursprünglich „brautarsteinn“, M., Stein an der Straße; vgl. an. braut, st. F. (ō), Weg; vielleicht auch von an. bautuðr, st. M. (a), Ochs, Ochse, Pferd, Phallus; vielleicht auch von an. bauta, st. V., schlagen; germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. nhd. Stein; L.: Kluge s. u. Bautastein, fehlt DW, Duden s. u. Bautastein; Son.: erstmals genannt bei Snorri Sturluson in der Heimskringla (um 1230 n. Chr.); vgl. nndl. bautasteen, Sb., Bautastein; nschw. bautasten, Sb., Bautastein; nnorw. bautastein, M., Bautastein; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Altnordischen (bauta) und aus Stein gebildete Bezeichnung für einen langen und hohen zu Ehren von Toten von Hinterbliebenen aufgerichteten Stein in Island und Skandinavien und vereinzelt auch in England und Polen seit der Jungsteinzeit; BM.: stoßen?; F.: Bautastein, Bautasteins, Bautasteine, Bautasteinen (!)+FW, +EW; Z.: Bau-t-a—stei-n
$Baute, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Baute, Bau; E.: s. Bau; L.: Kluge s. u. Bauten, DW 1, 1201, DWDS (Baute); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für Bau; F.: Baute Bauten+EW; Z.: Bau-t-en
$Bauwerk, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Bauwerk; E.: s. bau(en), s. Werk; L.: EWD s. u. Bau; GB.: seit 1382 belegte und aus bau(en) und Werk gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und wohl auch schon vormenschlich mögliches durch Bauen entstehendes Werk; F.: Bauwerk, Bauwerks, Bauwerkes, Bauwerke, Bauwerken+EW; Z.: Bau—werk
Bauxit, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bauxit, ein Mineral; ne. bauxite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ?; E.: nach dem ersten Fundort Les Baux-de-Provence; vgl. prov. baou, Sb., schroffe Felsformation, s. it; L.: Kluge s. u. Bauxit, fehlt DW, EWD s. u. Bauxit, Duden s. u. Bauxit; Son.: vgl. nndl. bauxiet, Sb., Bauxit; frz. bauxite, F., Bauxit; nschw. bauxit, Sb., Bauxit; nnorw. bauxitt, bauksitt, M., Bauxit; poln. boksyt, M., Bauxit; nir. báicsít, F., Bauxit; lit. boksitas, M., Bauxit; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Fundort (Les) Baux und dem Suff. it gebildete Bezeichnung für ein in Les Baux-de-Provence 1821 entdecktes meist rötliches aus verschiedenen und teilweise verwitterten Aluminiumerzen und Eisenerzen wie Gibbsit oder Böhmit oder Diaspor oder Hämatit oder Goethit zusammengesetztes und vielfach giftiges Mineral mit (2022) rund 21 Milliarden Tonnen Reserven vor allem in Guinea und Australien und Brasilien und China und Indonesien sowie Indien für die Aluminiumherstellung; BM.: nach dem Fundort; F.: Bauxit, Bauxits, Bauxite, Bauxiten+FW; Z.: Baux-it
baxen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. baxen, ringend schlagen; ne. beat (V.); Vw.: -; Hw.: s. boxen; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Nd., von einem nd. baks, Sb., Backenstreich; L.: Kluge 1. A. s. u. baxen, Kluge s. u. baxen, DW 1, 1202; Son.: vgl. nnorw. bakse, V., sich herumschlagen; BM.: schlagen?, Backe?; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ringend schlagen; F.: baxen, baxe, baxst, baxt, baxest, baxet, baxte, baxtest, baxten, baxtet, gebaxt, ##gebaxt, gebaxte, gebaxtes, gebaxtem, gebaxten, gebaxter##, baxend, ###baxend, baxende, baxendes, baxendem, baxenden, baxender###, baxe (!)+FW; Z.: bax-en
Bazille, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Bazille, Bazillus, eine Bakterie, ein Einzeller; ne. bacillus; Vw.: -; Hw.: s. Bazillus; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. baccillum; E.: s. lat. baccillum, N., kleiner Stab, Stäbchen, Stäblein, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. baculum, N., bzw. baculus, M., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze; idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Bazille, fehlt DW, Duden s. u. Bazille; Son.: vgl. nndl. bacil, Sb., Bazillus, Bazille; frz. bacille, M., Bazillus, Bazille; nschw. bacill, Sb., Bazillus, Bazille; nnorw. basill, M., Bazillus, Bazille; poln. bakcyl, M., Bazillus, Bazille; kymr. bacilws, M., Bazillus, Bazille; nir. bachaillín, M., Bazillus, Bazille; lit. bacila, F., Bazillus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in dem 19. Jh. unter anderen von Robert Koch (1876) entdeckte stäbchenförmige Bakterie(n); BM.: Stabform bzw. Stäbchenform; F.: Bazille, Bazillen+FW; Z.: Baz-ill-e
Bazillus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bazillus, Bazille, eine Bakterie, ein Einzeller; ne. bacillus; Vw.: -; Hw.: s. Bazille; Q.: 1838; I.: Lw. lat. baccillum; E.: s. lat. baccillum, N., kleiner Stab, Stäbchen, Stäblein, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. baculum, N., bzw. baculus, M., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze; idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Bazille, fehlt DW, EWD s. u. Bazillum, DW2 4, 355, Duden s. u. Bazillus; Son.: vgl. nndl. bacil, Sb., Bazillus, Bazille; frz. bacille, M., Bazillus, Bazille; nschw. bacill, Sb., Bazillus, Bazille; nnorw. basill, M., Bazillus, Bazille; poln. bakcyl, M., Bazillus, Bazille; kymr. bacilws, M., Bazillus, Bazille; nir. bachaillín, M., Bazillus, Bazille; lit. bacila, F., Bazillus; GB.: seit der späteren Neuzeit (1838) belegte Bezeichnung für in dem 19. Jh. unter anderen von Robert Koch (1876) entdeckte stäbchenförmige Bakterie(n); BM.: Stabform bzw. Stäbchenform; F.: Bazillus, Bazillen+FW; Z.: Baz-ill-us
be..., nhd., Präp.?, (8. Jh.): nhd. be...; ne. be...; Vw.: s. -circen, -einträchtigen, -fehlen, -gegnen, -ginnen, -göschen, -häbig, -hagen, -helligen, -hörde, -huf, -humpsen, -lemmern, -nauen, -quem, -rappen, -reit, -schickern, -schuppen, -schwichtigen, -stätigen, -tucht, -wegen (1), -wegen (2), -zirk; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. be..., Präf., be...; mnd. be..., Präf., be...; ahd. bi, be, Präf., be...; ahd. bi, bī, be, Präf., Präp., bei, an, durch, mittels, mit, in, wegen; anfrk. bi- (2), Präf. be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. be-, Kluge s. u. be-, DW 1, 1202, EWD s. u. be-, Falk/Torp 270; Son.: ursprünglich Präfix um etwas örtliches anzuzeigen; vgl. afries. bi-, Präf., be...; ae. be, bī̆, Adv., Präp., Präf., bei, an, mit, zu, betreffs; got. bi, Präp., Präf., um, herum, an, in, innerhalb, inbetreff, gemäß; nndl. be..., Präf., be...; nnorw. be..., Präf., be...; GB.: seit 8. Jh. belegte und verwendete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare und vor allem in Zusammensetzungen als Vorsilbe für die meisten Wortarten verwendete Bezeichnung für eine Bearbeitung oder Berührung oder Beschäftigung; BM.: bei; F.: be…+EW; Z.: be-
$beachten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. beachten, sehen, berücksichtigen; E.: s. be, s. achten; L.: DW 1, 1205, EWD s. u. Acht 2; GB.: seit um 1000 belegte und aus be und achten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sehen oder berücksichtigen; F.: beachten, beachte, beachtst (!), beachtt (!), beachtest, beachtet, beachtete, beachtetest, beachteten, beachtetet, ##beachtet, beachtete, beachtetes, beachtetem, beachteten, beachteter##, beachtend, ###beachtend, beachtende, beachtendes, beachtendem, beachtenden, beachtender###, beacht (!), beachte+EW; Z.: be—ach-t-en
$beachtlich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. beachtlich, beachtenswert, bedeutsam; E.: s. beacht(en), s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Acht 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus beacht(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches beachtenswert oder bedeutsam; F.: beachtlich, beachtliche, beachtliches, beachtlichem, beachtlichen, beachtlicher(, beachtlichere, beachtlicheres, beachtlicherem, beachtlicheren, beachtlicherer, beachtlichst, beachtlichste, beachtlichstes, beachtlichstem, beachtlichsten, beachtlichster)+EW; Z.: be—ach-t—lich
Beagle, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Beagle, ein Jagdhund; ne. beagle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. beagle; E.: s. ne. beagle, N., Beagle; die Herkunft des Wortes ist ungeklärt, vielleicht aus dem Französischen, von frz. begueule, F., lautes Maul; frz. beer, Adj., offen, weit; frz. gueule, F., Maul; oder von frz. beugler, V., brüllen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Beagle; Son.: vgl. nndl. beagle, Sb., Beagle; frz. beagle, M., Beagle; nschw. beagle, Sb., Beagle; nnorw. beagle, M., Beagle; poln. beagle, M., Beagle; kymr. beglgi, M., Beagle; lit. biglis, M., Beagle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen besonders für die Jagd auf Hasen und Wildkaninchen geeigneten Hund mit kurzen Beinen und meist weiß und schwarz und braun geschecktem Fell; BM.: offenes Maul bzw. brüllen?; F.: Beagle, Beagles+FW; Z.: Beagle
$Beamte, Beamter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Beamte; E.: s. beamtet, s. be, s. amten; L.: Kluge s. u. Beamte, DW 1, 1206, EWD s. u. Amt; GB.: seit 1336 belegte und aus beamte(t) bzw. beamte(n) abgeleitete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Träger eines Amtes der Allgemeinheit; F.: Beamte, Beamter, Beamten+FW; Z.: Be-am-t-e
$beamtet, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. beamtet, mit einem Amt der Allgemeinheit versehen (Adj.); E.: s. be, s. amt(en), s. et (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Amt; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus be und amt(en) sowie et gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Amt der Allgemeinheit versehen (Adj.); F.: beamtet, beamtete, beamtetes, beamtetem, beamteten, beamteter+FW; Z.: be-am-t-et
$beanstanden, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. beanstanden, bemängeln, rügen, tadeln, bekritteln; E.: s. be, s. Anstand, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. beanstanden, DW 1, 1206, EWD s. u. Anstand; GB.: seit 1828 belegte und aus be und Anstand sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches bemängeln oder rügen oder tadeln; F.: beanstanden, beanstande, beanstandest, beanstandet, beanstandete, beanstandetest, beanstandeten, beanstandetet, ##beanstandet, beanstandete, beanstandetes, beanstandetem, beanstandeten, beanstandeter##, beanstandend, ###beanstandend, beanstandende, beanstandendes, beanstandendem, beanstandenden, beanstandender###, beanstand (!)+EW; Z.: be—an—sta-n-d-en
$beantragen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. beantragen, einen Antrag stellen, wollen (V.); E.: s. be, s. Antrag, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1206, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1837 belegte und aus be und Antrag sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Antrag stellen oder wollen (V.); F.: beantragen, beantrage, beantragst, beantragt, beantragest, beantraget, beantragte, beantragtest, beantragten, beantragtet, ##beantragt, beantragte, beantragtes, beantragtem, beantragten, beantragter##, beantragend, ###beantragend, beantragende, beantragendes, beantragendem, beantragenden, beantragender###, beantrag (!)+EW; Z.: be—an—trag-en
Beat, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Beat, Rhythmus, pulsierender Grundschlag, Beatmusik; ne. beat (N.), beat music; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1953 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. beat (N.); E.: s. ne. beat, N., Schlag; vgl. ae. béatan, st. V. (7), red. V. (2), schlagen, stoßen, verletzen, treten; germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Beat, DW2 4, 370, Duden s. u. Beat; Son.: vgl. nndl. beatmuziek, Sb., Beat, Beatmusik; frz. beat, M.?, Beat, Beatmusik; poln. bigbit, big-beat, M., Beat, Beatmusik; nnorw. beat, M., Beat, Beatmusik; GB.: seit 1953 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den gleichmäßigen pulsierenden Grundschlag in dem Jazz der dann in andere Musikrichtungen übernommen worden ist; BM.: schlagen; F.: Beat, Beats+FW; Z.: Bea-t
$beaufsichtigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. beaufsichtigen, Aufsicht führen, überwachen; E.: s. be. s. Aufsicht, s. ig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1208, EWD s. u. sehen; GB.: seit 1807 belegte und aus be und Aufsicht sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Aufsicht führen oder überwachen; F.: beaufsichtigen, beaufsichtige, beaufsichtigst, beaufsichtigt, beaufsichtigest, beaufsichtiget, beaufsichtigte, beaufsichtigtest, beaufsichtigten, beaufsichtigtet, ##beaufsichtigt, beaufsichtigte, beaufsichtigtes, beaufsichtigtem, beaufsichtigten, beaufsichtigter##, beaufsichtigend, ###beaufsichtigend, beaufsichtigende, beaufsichtigendes, beaufsichtigendem, beaufsichtigenden, beaufsichtigender###, beaufsichtig (!)+EW; Z.: be—auf—sich-t-ig-en
$beauftragen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. beauftragen, Auftrag geben; Hw.: s. Beauftragter; E.: s. be, s. Auftrag, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1208, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1804 belegte und aus be und Auftrag sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Auftrag geben; F.: beauftragen, beauftrage, beauftragst, beauftragt, beauftragest, beauftraget, beauftragte, beauftragtest, beauftragten, beauftragtet, ##beauftragt, beauftragte, beauftragtes, beauftragtem, beauftragten, beauftragter (!)##, beauftragend, ###beauftragend, beauftragende, beauftragendes, beauftragendem, beauftragenden, beauftragender###, beauftrag (!)+EW; Z.: be—auf—trag-en
$Beauftragter, nhd., (Part. Prät.=)M., (18. Jh.): nhd. Beauftragter; Hw.: s. beauftragen; E.: s. be, s. Auftrag, s. r, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1798 belegte und aus beauftrag(en) und t sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen mit einem Auftrag Versehenen; F.: Beauftragter, Beauftragten, Beauftragte+EW; Z.: Be—auf—trag-t-er
$bebauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bebauen, bauen; E.: s. be, s. bauen; L.: DW 1, 1209, EWD s. u. bauen; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus be und bauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches bauen; F.: bebauen, bebaue, bebaust, bebaut, bebauest, bebauet, bebaute, bebautest, bebauten, bebautet, bebaute, ##bebaute, bebautes, bebautem, bebauten, bebauter##, bebauend, ###bebauend, bebauende, bebauendes, bebauendem, bebauenden, bebauender###, bebau (!)+EW; Z.: be—bau-en
beben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. beben, heftig zittern; ne. shake (V.), quiver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. biben, bīben, biven, beben, sw. V., beben, zittern, erzittern, erschrecken; mnd. beven, sw. V., beben; ahd. bibēn*, sw. V. (3), beben, zittern, zagen; as. bivōn*, sw. V. (2), beben; anfrk. *biven?, anfrk, sw. V. (1), beben; anfrk. *bivon?, sw. V. (2), beben; germ. *bibēn, *bibǣn, sw. V., beben; s. idg. *bʰōi-, *bʰəi-, bʰī-, V., sich fürchten, Pokorny 161 (263/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. beben, Kluge s. u. beben, DW 1, 1209, EWD s. u. beben, DW2 4, 373, EWAhd 2, 9, Falk/Torp 271, Duden s. u. beben, Bluhme s. u. beben; Son.: vgl. afries. bivia, sw. V. (2), beben; saterl. biwja, V., beben; vgl. nnordfries. bevern; ae. bī̆fian, beofian, biofian, sw. V. (2), beben; an. bifa (2), sw. V. (3), beben, zittern; got. -; nndl. beven, V., beben; nschw. bäva, V., beben; nnorw. beve, V., beben; ai. bháyatē, V. (3. Pers. Sg. Präs. Akt.), fürchtet sich; ai. bibhḗti, V., (3. Pers. Sg. Präs. Akt.), fürchtet sich; av. baiieṇte, biieṇtē, V., sie setzen in Furcht; ksl. bojati sę, V., sich fürchten; lit. bijótis, V., sich fürchten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dem Urknall mögliches heftig zittern; BM.: fürchten und deswegen zittern; F.: beben, bebe (!), bebst, bebt, bebest, bebet, bebte, bebtest, bebten, bebtet, gebebt, ##gebebt, gebebte, gebebtes, gebebtem, gebebten, gebebter##, bebend, bebend, ###bebende, bebendes, bebendem, bebenden, bebender###, bebe (!)+EW; Z.: be-b-en
$Beben, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Beben, Zittern; L.: Kluge s. u. beben, fehlt DW, EWD s. u. beben; GB.: seit um 796 belegte und aus beben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dem Urknall mögliches Zittern; F.: Beben, Bebens+EW; Z.: Be-b-en
Becher, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Becher, kleiner Hafen (M.) (1), ein Trinkgefäß; ne. beaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. becher (1), bechāre, pechāre, st. M., Becher, Würfelbecher; mnd. bēcker, Becher, Gefäß, Maß; ahd. behhari*, bechari, st. M. (ja), Becher, Schale (F.) (2), Kessel; as. bikėri*, st. M. (ja), Becher, Mischkrug; s. mlat. bicarium, N., Weingefäß, Wassergefäß; lat. bacarium, N., Weingefäß, Wassergefäß; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht lat. bāca, F., Beere; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789? (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); oder vgl. gr. βῖκος (bikos), M., Gefäß mit Henkeln; weitere Herkunft ungeklärt, wahrscheinlich ägypt. Herkunft, Frisk 1, 237; L.: Kluge 1. A. s. u. Becher, Kluge s. u. Becher, DW 1, 1213, EWD s. u. Becher, DW2 4, 379, EWAhd 1, 507, Duden s. u. Becher, Bluhme s. u. Becher; Son.: vgl. lang. behhari, st. M. (ja)?, Becher; an. bikarr, st. M. (a), Becher; nndl. beker, Sb., Becher; nschw. bägare, Sb., Becher; nnorw. beger, N., Becher; poln. puchar, M., Becher; nir. bíocar, M., Becher; aruss. paxirъ, Sb., Becher; GB.: seit 10. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit lat. baca und teilweise dem Indogermanischen oder dem Griechischen verbindbare Bezeichnung für ein frühkulturelles Trinkgefäß ohne Henkel; BM.: zeigen?; F.: Becher, Bechers, Bechern+EW; Z.: Bech-er
$bechern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bechern, aus einem Becher trinken; E.: s. Becher, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Becher, DW 1, 1214, EWD s. u. Becher; GB.: seit 1719 belegte und aus Becher und n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Bechers mögliches aus einem Becher trinken; F.: bechern (!), bechere, becher (!), becherst, bechert, becherte, bechertest, becherten, bechertet, gebechert, ##gebechert, gebecherte, gebechertes, gebechertem, gebecherten, gebecherter##, bechernd, ###bechernd, becherndes, becherndem, bechernden, bechernder###, becher (!)+EW; Z.: bech-er-n
becircen, bezirzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. becircen, bezirzen, betören, bezaubern; ne. bewitch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1948; I.: z. T. Lw. gr. Κίρκη (Kírkē); E.: s. nhd. be...; s. gr. Κίρκη (Kírkē), F.=PN, Kirke; weitere Herkunft unklar?, vielleicht von gr. κίρκος (kírkos), M., Habicht; s. idg. *kerk-, *krek-, *krok-, V., krächzen, krähen, Pokorny 568?; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567? (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. becircen, fehlt DW, DW2 5, 170 (bezircen), Duden s. u. bezircen; GB.: seit 1948 belegte und aus be und gr. Κίρκη (Kírkē) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden betören oder bezaubern so wie in der Mythologie der Griechen die Zauberin Circe den Seefahrer Odysseus bezaubert hat; BM.: PN Kirke; F.: becircen, becirce, becirct, becircest, becircet, becircte, becirctest, becircten, becirctet, ##becirct, becircte, becirctes, becirctem, becircten, becircter##, becircend, ###becircend, becircende, becircendes, becircendem, becircenden, becircender###, becirc (!), bezirzen, bezirze, bezirzt, bezirzest, bezirzet, bezirzte, bezirztest, bezirzten, bezirztet, ##bezirzt, bezirzte, bezirztes, bezirztem, bezirzten, bezirzter##, bezirzend, ###bezirzend, bezirzende, bezirzendes, bezirzendem, bezirzenden, bezirzender###, bezirz (!)+EW+FW; Z.: be—cir-c-en
$Beck, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. Beck, Bäcker; E.: s. back(en); L.: Kluge s. u. Beck; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und von backen abgeleitete Bezeichnung für den wohl infolge Arbeitsteilung sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen besonderen Bäcker; F.: Beck, Becks, Becke, Becken+EW; Z.: Beck
Becken, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Becken, Behälter, Bassin, ein Körperteil; ne. basin, bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 799 (Urkunde); I.: Lw.; E.: s. mhd. becke (1), becken, bec, pec, st. N., Becken, Waagschale, Schüssel; mnd. becken, N., Becken; ahd. bekkīn*, bekkī*, beckīn, st. N. (a), Becken, Schale (F.) (2); as. bėkkīn*, st. N. (a), Becken, Kanne, Krug (M.) (1); anfrk. -; germ. bakkin, Sb., Becken; s. lat. baccinium, N., Wassergefäß, (538/539-594 n. Chr.); gall. bacca, F., Wassergefäß; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Becken, Kluge s. u. Becken, EWD s. u. Becken, DW 1, 1216, DW2 4, 382, EWAhd 1, 508, Duden s. u. Becken, Bluhme s. u. Becken; Son.: vgl. nndl. bekken, Sb., Becken; frz. bac, M., Becken; nschw. bäcken, N., Becken; nnorw. bekken, N., Becken; GB.: (bekkīn) seit 799 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Gallischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein großes und flaches Gefäß für Flüssigkeiten; BM.: Gefäß?; F.: Becken, Beckens+FW; Z.: Beck-en
Beckmesser, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Beckmesser, ein kleinlicher Kritiker; Q.: v1877; E.: s. Beckmesserei, s. Beck?, s. Messer (M.)?; L.: fehlt DW; Son.: Vorbild ist der von Hans Sachs in einem Meisterlied von 1527 als einer der zwölf Nürnberger Meister erwähnte Sixt Beckmesser; GB.: seit vor 1877 belegte und aus einem PN gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen kleinlichen Kritiker
$Beckmesserei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Beckmesserei; Q.: 1920-1930; E.: s. Beckmesser, s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Beckmesser; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus Beckmesser und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche kleinliche Kritik; F.: Beckmesserei, Beckmessereien+EW; Z.: Beck—me-ss-er-ei
$beckmessern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. beckmessern; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Beckmesser, s. (e)n Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Beckmesser; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Beckmesser und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches kleinlich kritisieren; F.: beckmessern, beckmessere, beckmesser (!), beckmesserst, beckmessert, beckmesserte, beckmessertest, beckmesserten, beckmessertet, gebeckmessert, ##gebeckmessert, gebeckmesserte, gebeckmessertes, gebeckmessertem, gebeckmesserten, gebeckmesserter##, beckmessernd, ###beckmessernd, beckmesserndes, beckmesserndem, beckmessernden, beckmessernder###, beckmesser (!)+EW; Z.: beck—me-ss-er-n
$Bedacht, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Bedacht, Erwägung, Umsicht; E.: s. bedacht bzw. bedenk(en), s. t; L.: DW 1, 1218, EWD s. u. bedenken, DW2 4, 386; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus bedacht beziehungsweise bedenk(en) und t gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Erwägung oder Umsicht; F.: Bedacht+EW; Z.: Be—dach-t
$bedächtig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bedächtig, besorgt, besonnen (Adj.), aufmerksam; E.: s. bedacht, s. ig; L.: DW 1, 1218, EWD s. u. bedenken; GB.: um 765 belegte und aus Bedacht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches besorgt oder besonnen (Adj.), aufmerksam; F.: bedächtig, bedächtige, bedächtiges, bedächtigem, bedächtigen, bedächtiger(, bedächtigere, bedächtigeres, bedächtigerem, bedächtigeren, bedächtigerer, bedächtigst, bedächtigste, bedächtigstes, bedächtigstem, bedächtigsten, bedächtigster)+EW; Z.: be—däch-t-ig
$Bedächtigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bedächtigkeit, Überlegung, Besonnenheit, Aufmerksamkeit; E.: s. bedächtig, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1218, EWD s. u. bedenken; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus bedächtig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Überlegung oder Besonnenheit oder Aufmerksamkeit; F.: Bedächtigkeit, Bedächtigkeiten+EW; Z.: Be—däch-t-ig—kei-t
$Bedarf, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Bedarf, Notwendigkeit; E.: s. bedürf(en); L.: DW 1, 1220, EWD s. u. bedürfen; GB.: seit um 1222 belegte und aus bedürf(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Notwendigkeit; F.: Bedarf, Bedarfes, Bedarfs+EW; Z.: Be—darf
$bedauern, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. bedauern, bemitleiden, bereuen; E.: s. be, s. dauern; L.: Kluge s. u. dauern 2, DW 1 (Bedauern), EWD s. u. dauern 2; GB.: seit um 1062 belegte und aus be und dauern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bemitleiden oder bereuen; F.: bedauern, bedauere, bedauer (!), bedauerst, bedauert, bedauerte, bedauertest, bedauerten, bedauertet, ##bedauerte, bedauerte, bedauertes, bedauertem, bedauerten, bedauerter##, bedauernd, ###bedauernd, bedauerndes, bedauerndem, bedauernden, bedauernder###, bedauer (!)+EW; Z.: be—dau-er-n
$Bedauern, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Bedauern, Mitleid, Reue; E.: s. bedauern; L.: DW 1, 1221, EWD s. u. dauern 2; GB.: seit 1470 belegte und aus bedauern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Mitleid oder Reue; F.: Bedauern, Bedauerns+EW; Z.: Be—dau-er-n
$Bede, nhd., F.,( 9. Jh.?): nhd. Bede, Bitten (N.), Fürsprechen, eine Abgabe; E.: s. bitte(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Bede, DW 1, 1221; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit bitte(n) verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches Bitten oder Fürsprechen oder eine Abgabe; F.: Bede, Beden+EW; Z.: Bed-e
$bedenken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bedenken, erwägen, überlegen (V.); E.: s. be, s. denken; L.: Kluge s. u. bedenken, DW 1, 1222, EWD s. u. bedenken; GB.: seit um 765 belegte und aus be und denken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder von Sprache mögliches erwägen oder überlegen (V.); F.: bedenken, bedenke, bedenkst, bedenkt, bedenkest, bedenket, bedachte, bedachtest, bedachten, bedachtet, bedächte, bedächtest, bedächten, bedächtet, bedacht, ##bedacht, bedachte, bedachtes, bedachtem, bedachten, bedachter##, bedenkend, ###bedenkend, bedenkende, bedenkendes, bedenkendem, bedenkenden, bedenkender###, bedenk (!)+EW; Z.: be—denk-en
$Bedenken, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Bedenken, Erwägen, Überlegen; E.: s. bedenken; L.: EWD s. u. bedenken; GB.: seit um 1430 belegte und aus bedenken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder von Sprache mögliches Erwägen oder Überlegen; F.: Bedenken, Bedenkens+EW; Z.: Be—denk-en
$bedenkenlos, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. bedenkenlos, frei von Überlegungen oder Sorgen; E.: s. Bedenken, s. los; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedenken; GB.: seit 1859 belegte und aus Bedenken und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches frei von Bedenken oder Sorgen oder Überlegungen; F.: bedenkenlos, bedenkenlose, bedenkenloses, bedenkenlosem, bedenkenlosen, bedenkenloser (, bedenkenlosere, bedenkenloseres, bedenkenloserem, bedenkenloseren, bedenkenloserer, bedenkenlosest, bedenkenloseste, bedenkenlosestes, bedenkenlosestem, bedenkenlosesten, bedenkenlosester)+EW; Z.: be—denk-en—lo-s
$Bedenkenlosigkeit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Bedenkenlosigkeit; Freiheit von Überlegungen und Sorgen; E.: s. bedenkenlos, s. ig, s. heit, s. keit; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedenken; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus bedenkenlos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Freiheit von Überlegungen oder Sorgen; F.: Bedenkenlosigkeit, Bedenkenlosigkeiten+EW; Z.: Be—denk-en—lo-s-ig—kei-t
$bedenklich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. bedenklich, fragwürdig, besorgniserregend, zweifelhaft; L.: DW 1, 1224, EWD s. u. bedenken; GB.: vielleicht in dem 15. Jh. belegte und aus bedenk(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches fragwürdig oder besorgniserregend oder zweifelhaft; F.: bedenklich, bedenkliche, bedenkliches, bedenklichem, bedenklichen, bedenklicher(, bedenklichere, bedenklicheres, bedenklicherem, bedenklicheren, bedenklicherer, bedenklichst, bedenklichste, bedenklichstes, bedenklichstem, bedenklichsten, bedenklichster)+EW; Z.: be—denk—lich
$bedeppert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. bedeppert, bedrückt, verlegen (Adj.); E.: s. be, s. Depp, s. er, s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. bedeppert; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus be und Depp sowie er und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bedrückt oder verlegen (Adj.); F.: bedeppert, bedepperte, bedeppertes, bedeppertem, bedepperten, bedepperter(, bedeppertere, bedepperteres, bedepperterem, bedepperteren, bedepperterer, bedeppertst, bedeppertste, bedeppertstes, bedeppertstem, bedeppertsten, bedeppertster)+EW; Z.: be—depp-ert
$bedeuten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. bedeuten, bezeichnen, zeigen, andeuten; E.: s. be, s. deuten; L.: DW 1, 1225, EWD s. u. deuten; GB.: seit um 1000 belegte und aus be und deuten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bezeichnen oder zeigen oder andeuten; F.: bedeuten, bedeute, bedeutest, bedeutet, bedeutete, bedeutetest, bedeuteten, bedeutetet, ##bedeutet, bedeutete, bedeutetes, bedeutetem, bedeuteten, bedeuteter##, bedeutend, ###bedeutend, bedeutende, bedeutendes, bedeutendem, bedeutenden, bedeutender, bedeut (!)###+EW; Z.: be—deu-t-en
$bedeutend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. bedeutend, bedeutsam, wichtig, erheblich, bemerkenswert; E.: s. bedeuten, s. d; L.: Kluge s. u. deuten, EWD s. u. deuten; GB.: spätestens seit 1786 belegte und aus bedeuten und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt in der Vorstellung des Menschen mögliches bedeutsam oder wichtig oder erheblich oder bemerkenswert; F.: bedeutend, bedeutende, bedeutendes, bedeutendem, bedeutenden, bedeutender(, bedeutendere, bedeutenderes, bedeutenderem, bedeutenderen, bedeutenderer, bedeutendst, bedeutendste, bedeutendstes, bedeutendstem, bedeutendsten, bedeutendster)+EW; Z.: be—deu-t-end
$bedeutsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bedeutsam, bedeutend, wichtig, erheblich, bemerkenswert; E.: s. bedeut(en), s. sam; L.: DW 1, 1230, EWD s. u. deuten; GB.: seit um 1784 belegte und aus bedeut(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt in der Vorstellung des Menschen mögliches bedeutend oder wichtig oder erheblich oder bemerkenswert; F.: bedeutsam, bedeutsame, bedeutsames, bedeutsamem, bedeutsamen, bedeutsamer(, bedeutsamere, bedeutsameres, bedeutsamerem, bedeutsameren, bedeutsamerer, bedeutsamst, bedeutsamste, bedeutsamstes, bedeutsamstem, bedeutsamsten, bedeutsamster)+EW; Z.: be—deu-t—sam
$Bedeutung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bedeutung, Sinn, Inhalt, Auslegung; E.: s. bedeut(en), s. ung; L.: Kluge s. u. deuten, DW 1, 1230, EWD s. u. deuten; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus bedeut(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen in der Vorstellung des Menschen möglicher Sinn oder Inhalt oder Auslegung; F.: Bedeutung, Bedeutungen+EW; Z.: Be—deu-t-ung
$bedienen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. bedienen, einen Dienst erweisen, bewirten; E.: s. be, s. dienen; L.: Kluge s. u. dienen, DW 1, 1230; GB.: seit 1478 belegte und aus be und dienen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Herrschaft und Arbeitsteilung Menschen mögliches einen Dienst erweisen oder bewirten oder handhaben; F.: bedienen, bediene, bedienst, bedient, bedienest, bedienet, bediente, bedientest, bedienten, bedientet, ##bedient, bediente, bedientes, bedientem, bedienten, bedienter##, bedienend, ###bedienend, bedienende, bedienendes, bedienendem, bedienenden, bedienender###, bedien (!)+EW; Z.: be—die-n-en
$bedingen (1), nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bedingen, vorbehalten (V.), vereinbaren; E.: s. be, s. dingen; L.: Kluge s. u. bedingen 1, EWD s. u. bedingen; GB.: seit um 1250 belegte und aus be und dingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vorbehalten (V.) oder vereinbaren; F.: bedingen, bedinge, beding (!), bedingst, bedingt, bedingest, bedinget, bedingte, bedingtest, bedingten, bedingtet, ##bedingt, bedingte, bedingtes, bedingtem, bedingten, bedingter##, bedingend, ###bedingend, bedingende, bedingendes, bedingendem, bedingenden, bedingender###, bedinge, beding (!)+EW; Z.: be—din-g-en
$bedingen (2), nhd., st. V., (13. Jh./17. Jh.): nhd. bedingen; Vw.: s. aus-; L.: Kluge s. u. bedingen 2, DW 1, 1233, EWD s. u. bedingen; F.: bedingen, bedinge, beding (!), bedingst, bedingt, bedingest, bedinget, bedang, bedangst, bedangen, bedangt, bedänge, bedängest, bedängen, bedänget, bedünge, bedüngest, bedüngen, bedünget, bedungen, ##bedungen, bedungene, bedungenes, bedungenem, bedungenen, bedungener##, bedingend, ###bedingend, bedingende, bedingendes, bedingendem, bedingenden, bedingender###, beding (!)+EW; Z.: be—din-g-en
$Bedingnis, nhd. (ält.), F., (14. Jh.?): nhd. Bedingnis, Bedingung, Bestimmung, Voraussetzung, Vorbehalt; E.: s. beding(en), s. nis; L.: DW 1, 1233, EWD s. u. bedingen; GB.: vielleicht seit 1319 belegte und aus beding(en) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bedingung oder Bestimmung oder Voraussetzung; F.: Bedingnis, Bedingnisse+EW; Z.: Be—din-g—nis
$bedingt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (?): nhd. bedingt; Vw.: s. un-; E.: s. beding(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedingen; GB.: s. beding(en), s. t; F.: bedingt, bedingte, bedingtes, bedingtem, bedingten, bedingter+EW; Z.: be—din-g-t
$Bedingung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Bedingung, Bestimmung, Voraussetzung, Vorbehalt; E.: s. beding(en), s. ung; L.: Kluge 1. A. s. u. Ding, DW 1, 1235, EWD s. u. bedingen; GB.: (bedingunge) seit 1302 belegte und aus beding(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bestimmung oder Voraussetzung oder Vorbehalt; F.: Bedingung, Bedingungen+EW; Z.: Be-di-n-g-ung
$bedingungslos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bedingungslos, voraussetzungslos, vorbehaltlos; Q.: Mitte 19. Jh.?; E.: s. Bedingung, s. s, s. los; L.: DW 1, 1235, EWD s. u. bedingen; GB.: seit 1867 belegte und aus Bedingung und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches voraussetzungslos oder vorbehaltlos; F.: bedingungslos, bedingungslose, bedingungsloses, bedingungslosem, bedingungslosen, bedingungsloser, (bedingungslosere, bedingungsloseres, bedingungsloserem, bedingungsloseren, bedingungsloserer, bedingungslosest, bedingungsloseste, bedingungslosestes, bedingungslosestem, bedingungslosesten, bedingungslosester)+EW; Z.: be—din-g-ung-s—lo-s
$Bedingungssatz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bedingungssatz, eine Bedingung enthaltender Satz, Konditionalsatz; E.: s. Bedingung, s. s, s. Satz; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedingen; GB.: seit 1807 vielleicht nach lateinischem Vorbild bebildete und aus Bedingung und s sowie Satz gebildete Bezeichnung für einen eine Bedingung enthaltenden Satz oder Konditionalsatz wie beispielsweise wenn es regnet, wird es nass; F.: Bedingungssatz, Bedingungssatzes, Bedingungssätze, Bedingungssätzen+EW; Z.: Be—din-g-ung-s—satz
$Bedrängnis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bedrängnis, Belastung, Einengung; E.: s. be, s. dräng(en), s. nis; L.: Kluge s. u. drangsalieren, DW 1, 1226; GB.: seit 1297 belegte und aus bedräng(en) (um neunhundertfünfzig belegt) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Belastung oder Einengung; F.: Bedrängnis, Bedrängnisse+EW; Z.: Be—drä-ng-ung
$bedrohen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bedrohen, gefährden, einschüchtern; E.: s. be, s. drohen; L.: Kluge s. u. drohen, EWD s. u. drohen, DW 1, 1237, DW2 4, 446; GB.: seit um 1289 belegte und aus be und drohen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches gefährden oder einschüchtern; F.: bedrohen, bedrohe, bedrohst, bedroht, bedrohest, bedrohet, bedrohte, bedrohtest, bedrohten, bedrohtet, ##bedroht, bedrohte, bedrohtes, bedrohtem, bedrohten, bedrohter##, bedrohend, ###bedrohend, bedrohende, bedrohendes, bedrohendem, bedrohenden, bedrohender###, bedroh (!)+EW; Z.: be—dro-h-en
$Bedrohung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bedrohung, Gefahr, Gefährdung, Einschüchterung; E.: s. bedroh(en), s. ung; L.: DW 1, 1237, EWD s. u. drohen; GB.: seit 1507 belegte und aus bedroh(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt schon vormenschlich mögliche Gefahr oder Gefährdung oder Einschüchterung; F.: Bedrohung, Bedrohungen+EW; Z.: Be—dro-h-ung
$bedrücken, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bedrücken, drücken, unterdrücken; E.: s. be, s. drücken; L.: Kluge s. u. drücken, DW 1, 237, EWD s. u. drücken; GB.: (bidrukken) seit 12. Jh. belegte und aus be und drücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches drücken oder unterdrücken; F.: bedrücken, bedrücke, bedrückst, bedrückt, bedrückest, bedrücket, bedrückte, bedrücktest, bedrückten, bedrücktet, ##bedrückt, bedrückte, bedrücktes, bedrücktem, bedrückten, bedrückter##, bedrückend, ###bedrückend, bedrückende, bedrückendes, bedrückendem, bedrückenden, bedrückender###, bedrück (!)+EW; Z.: be-drü—ck-en
Beduine, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Beduine, Nomade in der Wüste; ne. bedouin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1783 (Herder); I.: Lw. frz. bédouin; E.: s. frz. bédouin, M., Beduine; arab. badawījōn, Pl., Wüstenbewohner; in der Volkssprache ausgesprochen „bedewīn“; vgl. arab. بدوي (badawī), M., Wüstenbewohner; vgl. arab. badw, al-bādiya, Sb., Wüste, Steppe; L.: fehlt DW, EWD s. u. Beduine, DW2 4, 451, Duden s. u. Beduine; Son.: vgl. nndl. bedoeïnen, Sb. Pl., Beduinen; nschw. beduin, Sb., Beduine; nnorw. beduin, M., Beduine; poln. beduin, M., Beduine; nir. beidiúnach, M., Beduine; lit. beduinas, M., Beduine; GB.: seit 1783 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zumindest bis in das 21. Jahrhundert überwiegend nomadisch lebenden Wüstenbewohner (Nomaden in der Wüste) in Arabien und in dem Nahen Osten sowie in Nordafrika; BM.: Bewohner der Wüste; F.: Beduine, Beduinen+FW(+EW?); Z.: Bedui-n-e
$bedürfen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. bedürfen, brauchen, benötigen; E.: s. be, s. dürfen; L.: Kluge s. u. bedürfen, DW 1, 1239, EWD s. u. bedürfen; GB.: seit um 790 belegte und aus be und dürfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches brauchen oder benötigen; F.: bedürfen, bedarf (!), bedarfst, bedürft, bedürfe, bedürfest, bedürfet, bedurfte, bedurftest, bedurften, bedurftet, bedürfte, bedürftest, bedürften, bedürftet, bedurft, ##bedurft, bedurfte, bedurftes, bedurftem, bedurften, bedurfter##, bedürfend, ###bedürfend, bedürfende, bedürfendes, bedürfendem, bedürfenden, bedürfender###, bedarf (!), bedürf (!)+EW; Son.: Prät.-Präs.; Z.: be—dürf-en
$Bedürfnis, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Bedürfnis, Erfordernis, Verlangen, Notwendigkeit, Notdurft; E.: s. bedürf(en), s. nis; L.: DW 1, 1240, EWD s. u. bedürfen; GB.: seit 1482 belegte und aus bedürf(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschliches Erfordernis oder Verlangen oder Notwendigkeit oder auch Notdurft; F.: Bedürfnis, Bedürfnisses, Bedürfnisse, Bedürfnissen+EW; Z.: Be—dürf-nis
$bedürfnislos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bedürfnislos, bedarfslos, wunschlos; E.: s. Bedürfnis, s. los; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedürfen; GB.: seit 1797 belegte und aus Bedürfnis und los gebildete Bezeichnung für sachlich für Leben kaum mögliches bedarfslos oder wunschlos; F.: bedürfnislos, bedürfnislose, bedürfnisloses, bedürfnislosem, bedürfnislosen, bedürfnisloser, (bedürfnislosere, bedürfnisloseres, bedürfnisloserem, bedürfnisloseren, bedürfnisloserer, bedürfnislosest, bedürfnisloseste, bedürfnislosestes, bedürfnislosestem, bedürfnislosesten, bedürfnislosester)+EW; Z.: be—dürf-nis—lo-s
$Bedürfnislosigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bedürfnislosigkeit, Fehlen von Bedürfnissen; Q.: Anfang 1818?; E.: s. bedürfnislos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: fehlt DW, EWD s. u. bedürfen; GB.: vielleicht seit Anfang 1818 belegte und aus bedürfnislos und ig und keit gebildete Bezeichnung für einen für Leben kaum mögliches Fehlen von Bedürfnissen; F.: Bedürfnislosigkeit, Bedürfnislosigkeiten+EW; Z.: Be—dürf-nis—lo-s-ig—kei-t
$bedürftig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bedürftig, arm; E.: s. bedürf(en), s. t. s. ig; L.: DW 1, 1240, EWD s. u. bedürfen; GB.: (bedurftic) seit 13. Jh. belegte und aus bedürf(en) und t sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen mögliches arm; F.: bedürftig, bedürftige, bedürftiges, bedürftigem, bedürftigen, bedürftiger(, bedürftigere, bedürftigeres, bedürftigerem, bedürftigeren, bedürftigerer, bedürftigst, bedürftigste, bedürftigstes, bedürftigstem, bedürftigsten, bedürftigster)+EW; Z.: be—dürf-t-ig
$Bedürftigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bedürftigkeit, Mangel (M.), Armut; E.: s. bedürftig, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1239, EWD s. u. bedürfen; GB.: seit um 1573 belegte und aus bedürftig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen möglicher Mangel (M.) oder Armut; F.: Bedürftigkeit, Bedürftigkeiten+EW; Z.: Be—dürf-t-ig—kei-t
Beefsteak, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Beefsteak, Rindersteak; ne. beefsteak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1803; I.: Lw. lat. beefsteak; E.: s. ne. beefsteak, N., Beefsteak, Rindersteak; ne. beef, N., Rind, Rindfleisch; afrz. boef, M., Rind; lat. bōs, F., M., Rind, Kuh, Ochse, Wisent, Auerochse, Hirschkuh; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ne. steak, N., Steak; an. steik, st. F. (ō), Braten (M.); germ. *staikō?, st. F. (ō), Stecken (M.), Spieß (M.) (1), Braten (M.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Steak, DW2 4, 459, Duden s. u. Beefsteak; Son.: vgl. frz., bifteck, M., Beefsteak; nschw. biffstek, Sb., Beefsteak; nnorw. biff, M., Beefsteak; poln. befsztyk, M., Beefsteak; lit. bifšteksas, M., Beefsteak; GB.: seit 1803 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Rindersteak oder Steak von einem Rind; BM.: Rind, stechen?; F.: Beefsteak, Beefsteaks+FW; Z.: Bee-f—stea-k
$beeiden, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. beeiden, beeidigen, schwören; E.: s. be, s. eiden; L.: DW 1, 1241, EWD s. u. Eid; GB.: seit 1470 belegte und aus be und eiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schwören; F.: beeiden, beeide, beeidest, beeidet, beeidete, beeidetest, beeideten, beeidetet, ##beeidet, beeidete, beeidetes, beeidetem, beeideten, beeideter##, beeidend, ###beeidend, beeidende, beeidendes, beeidendem, beeidenden, beeidender, beeid (!)###+EW; Z.: be—ei-d-en
$beeidigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beeidigen, beeiden, schwören; E.: s. be, s. eidigen; L.: Kluge s. u. Eid, EWD s. u. Eid; GB.: seit 1462 belegte und aus be und eidigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches beeiden oder schwören; F.: beeidigen, beeidige, beeidigst, beeidigt, beeidigest, beeidiget, beeidigte, beeidigtest, beeidigten, beeidigtet, ##beeidigt, beeidigte, beeidigtes, beeidigtem, beeidigten, beeidigter##, beeidigend, ##beeidigend, beeidigende, beeidigendes, beeidigendem, beeidigenden, beeidigender###, beeidig (!)+EW; Z.: be—ei-d-ig-en
beeinträchtigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beeinträchtigen, stören, hindern, schaden; ne. impair (V.), tarnish (V.); Vw.: -; Hw.: s. Eintracht; Q.: 1605; E.: s. mnd. beēndrechtigen, beeindrechtigen, sw. V., beeinträchtigen; s. nhd. be, tragen, s. be, s. Eintracht, s. ig. s. en; L.: Kluge s. u. beeinträchtigen, DW 1, 1242, DW2 4, 463, Duden s. u. beeinträchtigen; GB.: seit 1605 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch ein Hindernis in der Beweglichkeit oder in dem Ergebnis stören oder hindern oder schaden; BM.: Eintracht stören; F.: beeinträchtigen, beeinträchtige, beeinträchtigst, beeinträchtigt, beeinträchtigest, beeinträchtiget, beeinträchtigte, beeinträchtigtest, beeinträchtigten, beeinträchtigtet, ##beeinträchtigt, beeinträchtigte, beeinträchtigtes, beeinträchtigtem, beeinträchtigten, beeinträchtigter##, beeinträchtigend, ###beeinträchtigend, beeinträchtigende, beeinträchtigendes, beeinträchtigendem, beeinträchtigenden, beeinträchtigender###, beeinträchtig (!)+EW; Z.: bei—ein—träch-t-ig-en
Beelzebub, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Beelzebub, (ein) Teufel; ne. Beelzebub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 805; E.: mhd. Belzebub, M., Beelzebub; ahd. Beelzebub*, M.=PN, Beelzebub; aus dem hebräischen בעל זבוב (baʿal zəvûv, baal-z’būb), M., Herr der himmlischen Wohnung, Herr des Himmels, Herr der Dämonen, Fliegenherr, Herr der Fliegen; vgl. hebr. בעל (Ba‘al), phön. Ba‘lum, Bal, M., Mächtiger, Herr; die Ableitung des hinteren Wortglieds dürfte von hebr. sebul, Sb., Kot, Dünger stammen, um einen Gott der Philister herabzusetzen; L.: Kluge s. u. Beelzebub, fehlt DW, EWD s. u. Beelzebub, DW2 4, 464, Duden s. u. Beelzebub; Son.: vgl. nndl. Beëlzebub, M., Beelzebub; frz. Belzébuth, M., Beelzebub; nschw. Beelzeboub, M., Beelzebub; nnorw. Beelzebub, M., Beelzebub; poln. Belzebub, M., Beelzebub; kymr. Beelsebwl, M., Beelzebub; nir. Béalsabúl, M., Beelzebub; lit. Belzebubas, M., Beelzebub; GB.: seit um 805 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung ursprünglich für den Stadtgott der Stadt Ekron in dem Land der Philister und in dem Neuen Testament der christlichen Bibel oberster Teufel mit dessen Hilfe Jesus Christus böse Geister austreibt; BM.: Herabsetzung fremder Götter?; F.: Beelzebub, Beelzebubs+FW; Z.: Beel-ze-bub
$beenden, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. beenden, beendigen, zu einem Abschluss bringen, schließen; E.: s. be, s. enden; L.: DW 1, 1242, EWD s. u. Ende; GB.: seit 1564 belegte und aus be und enden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Entstehung des Menschen mögliches beendigen oder zu einem Abschluss bringen, schließen; F.: beenden, beende, beend (!) beendest, beendet, beendete, beendetest, beendeten, beendetet, ##beendet, beendete, beendetes, beendetem, beendeten, beendeter##, beendend, ###beendend, beendende, beendendes, beendendem, beendenden, beendender, beende###+EW; Z.: be—end-en
$beendigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beendigen, beenden zu einem Abschluss bringen, schließen; E.: s. be, s. endigen; L.: Kluge s. u. Ende, EWD s. u. Ende; GB.: seit 1617 belegte und aus be und endigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Entstehung des Menschen mögliches beenden oder zu einem Abschluss bringen; F.: beendigen, beendige, beendigst, beendigt, beendigest, beendiget, beendigte, beendigtest, beendigten, beendigtet, ##beendigt, beendigte, beendigtes, beendigtem, beendigten, beendigter##, beendigend, ###beendigend, beendigende, beendigendes, beendigendem, beendigenden, beendigender###, beendig (!)+EW; Z.: be—end-ig-en
$beengen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beengen, einengen, einschränken; E.: s. be, s. engen; L.: Kluge s. u. Enge, DW 1, 1242, EWD s. u. eng; GB.: vielleicht seit 1425 belegte und aus be und engen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches einengen oder einschränken; F.: beengen, beenge, beengst, beengt, beengest, beenget, beengte, beengtest, beengten, beengtet, ##beengt, beengte, beengtes, beengtem, beengten, beengter##, beengend, ###beengend, beengende, beengendes, beengendem, beengenden, beengender###, beeng (!)+EW; Z.: be—eng-en
$beerben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beerben, erben, Erbe (N.) erhalten (V.); E.: s. be, s. erben; L.: EWD s. u. Erbe, DW 1, 1242, DW2 4, 467; GB.: seit um 1222 belegte und aus be und erben gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Vermögen und Erbrecht des Menschen mögliches erben oder Erbe (N.) erhalten (V.) oder mit Erbe (N.) versorgen; F.: beerben, beerbe, beerbst, beerbt, beerbest, beerbet, beerbte, beerbtest, beerbten, beerbtet, ##beerbt, beerbte, beerbtes, beerbtem, beerbten, beerbter##, beerbend, ###beerbend, beerbende, beerbendes, beerbendem, beerbenden, beerbender###, beerb (!)+EW; Z.: be—erb-en
$beerdigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beerdigen, bestatten, begraben (V.); E.: s. be, s. Erd(e), s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. Erde, DW 1, 1243, EWD s. u. Erde; GB.: seit 1652 belegte und aus be und Erd(e) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen zeitweise wohl aus Sorge vor Krankheiten oder Verehrung ausgeführtes bestatten oder begraben (V.) von Verstorbenen; F.: beerdigen, beerdige, beerdigst, beerdigt, beerdigest, beerdiget, beerdigte, beerdigtest, beerdigten, beerdigtet, ##beerdigt, beerdigte, beerdigtes, beerdigtem, beerdigten, beerdigter##, beerdigend, ##beerdigend, beerdigende, beerdigendes, beerdigendem, beerdigenden, beerdigender###, beerdig (!)+EW; Z.: be—er-d-ig-en
Beere, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Beere, Frucht; ne. berry; Vw.: s. Bick-, Brom-, (Erd-), Heidel-, Him-, Kran-, Krons-, Maul-, Preisel-; Hw.: s. Lorbeer; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bere (1), ber, per, st. N., st. F., Beere, Blüte; mnd. bere, F., Beere; mnl. (dial.) bere, F., Beere; s. ahd. beri (2), st. N. (ja), Beere, Traube; as. bėri*, st. N. (ja), Beere; anfrk. -; germ. *basja-, *basjam, *bazja-, *bazjam, st. N. (a), Beere; s. idg. *bʰōs-, Sb., Licht, Glanz, Pokorny 105?; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104? (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); nach Kluge von einem idg. ogᵘ̯ʰos- abstammend; L.: Kluge 1. A. s. u. Beere, Kluge s. u. Beere, DW 1, 1243, EWD s. u. Beere, DW2 4, 468, EWAhd 1, 560, Duden s. u. Beere, Falk/Torp 269, Bluhme s. u. Beere; Son.: das Femininum wurde anscheinend in dem Frühneuhochdeutschen aus den Norden übernommen; vgl. afries. -; ae. bėrie, sw. F. (n), Beere; an. ber (2), st. N. (ja), Beere; got. basi, st. N. (ja), Beere; vgl. nndl. bes, Sb., Beere; nschw. bär, N., Beere; nnorw. bær, N., Beere; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche fleischige und saftige sowie vielfach farbige und süße kleinere Frucht von Pflanzen; BM.: Glänzen der reifen und leuchtenden Frucht; F.: Beere, Beeren+EW; Z.: Bee-r-e
Beet, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Beet, Pflanzenbeet; ne. bed, patch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bett; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bette (1), bet, pette, st. F., sw. F., st. N., Bett, Lager, Ackerstück, Feldbett, Gartenbeet; mnd. bedde, N., Bett; ahd. betti, st. N. (ja), Bett, Lager, Beet, Polster; as. bėd* (2), bėdd, st. N. (ja), Bett; anfrk. beddi*, st. N. (ja), Bett; s. germ. *badja-, *badjaz, st. M. (a), Höhlung?, Polster, Bett; idg. *bʰodi̯o-, Sb., Bett, Beet, Pokorny 114; vgl. idg. bʰedʰ- (1), bʰodʰ-, V., stechen, graben, Pokorny 113 (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Beet, Kluge s. u. Beet, DW 1, 1245, EWD s. u. Beet, DW2 4, 469, EWAhd 1, 572, Duden s. u. Beet, Bluhme s. u. Beet; Son.: die Bedeutungsunterscheidung zwischen Beet und Bett gibt es seit dem 16. Jh. ausgehend von dem Mitteldeutschen; vgl. afries. bedd, bed, st. N. (a), Bett, Krankenbett, Wochenbett, Ehebett; nnordfries. bed; ae. bėdd, bėd (2), st. N. (ja), Bett, Beet; an. beðr, st. M. (a), Polster, Federbett, Ufer, Strand; got. badi, st. N. (ja), Bett; nndl. bed, Sb., Bett, Beet; frz. biez, bief, M., Abschnitt eines Kanals; nisl. beð, N., Beet; kymr. bedd, F., Grab; gall. *bedu-, Sb., Kanal, Graben (M.); GB.: seit dem Frühmittelalter (3. Viertel 8. Jh.?) belegte und für das Germanische und wohl das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein kleines abgegrenztes zu einer Bepflanzung von Menschen genütztes Stück Land und ein Bett; BM.: graben (in Boden eingegrabene Lagerstätte); F.: Beet, Beets, Beetes, Beete, Beeten (!)+EW; Z.: Beet
$befähigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. befähigen, fähig machen, in die Lage versetzen, geeignet machen; E.: s. be, s. fähig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. fähig, DW 1, 1245, EWD s. u. fähig; GB.: seit 1751 belegte und aus be und fähig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fähig machen oder in die Lage versetzen oder geeignet machen; F.: befähigen, befähige, befähigst, befähigt, befähigest, befähiget, befähigte, befähigtest, befähigten, befähigtet, ##befähigt, befähigte, befähigtes, befähigtem, befähigten, befähigter##, befähigend, ###befähigend, befähigende, befähigendes, befähigendem, befähigenden, befähigender###, befähig (!)+EW; Z.: be—fäh-ig-en
$befangen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. befangen, voreingenommen, gehemmt; Vw.: s. un-; L.: Kluge s. u. befangen, DW 12, 1249, EWD s. u. befangen; GB.: um 1120/1130 von dem um achthundert belegten Verb befangen abgeleitete und aus be und fangen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches voreingenommen oder gehemmt; F.: befangen, befangene, befangenes, befangenem, befangenen, befangener(, befangenere, befangeneres, befangenerem, befangeneren, befangenerer, befangenst!, befangenste, befangenstes, befangenstem, befangensten, befangenster)+EW; Z.: be—fa-n-g-en
$Befangenheit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Befangenheit, Voreingenommenheit, Einschränkung, Beschränkung; Vw.: s. un-; E.: s. befangen, s. heit; L.: EWD s. u. befangen; GB.: (bevangenheit) seit 1070/1080 belegte und aus befangen und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Voreingenommenheit oder Einschränkung oder Beschränkung; F.: Befangenheit, Befangenheiten+EW; Z.: Be—fa-n-g-en—hei-t
$befassen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. befassen, einfassen, umfassen, beschäftigen; E.: s. be, s. fassen; L.: DW 1, 1250, EWD s. u. fassen; GB.: (bevazzen) seit um 1300 belegte und aus be und fassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einfassen oder umfassen oder beschäftigen; F.: befassen, befasse, befassst (!), befasst, befassest, befasset, befasste, befasstest, befassten, befasstet, ##befasst, befasste, befasstes, befasstem, befassten, befasster##, befassend, ###befassend, befassende, befassendes, befassendem, befassenden, befassender###, befass (!)+EW; Z.: be—fass-en
$befehden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. befehden, bekämpfen, bekriegen; E.: s. be, s. Fehde, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Fehde, DW 1, 1251, EWD s. u. Fehde; GB.: seit 1252 belegte und aus be und Fehd(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bekämpfen oder bekriegen; F.: befehden, befehde, befehdest, befehdet, befehdete, befehdetest, befehdeten, befehdetet, ##befehdet, befehdete, befehdetes, befehdetem, befehdeten, befehdeter##, befehdend, ###befehdend, befehdende, befehdendes, befehdendem, befehdenden, befehdender###, befehd (!)+EW; Z.: be—feh-d-en
$Befehl, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Befehl, Gebot, Anweisung, Empfehlung; Vw.: s. Haft-; E.: s. befehlen; L.: Kluge s. u. befehlen, DW 1, 1251, EWD s. u. befehlen; GB.: seit um 1240 belegte und mit befehlen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Gebot oder eine Anweisung oder Empfehlung; F.: Befehl, Befehls, Befehles, Befehle, Befehlen+EW; Z.: Be-fehl
befehlen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. befehlen, anordnen, anvertrauen, empfehlen; ne. order (V.), command (V.); Vw.: -; Hw.: s. empfehlen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bevelhen, biveln, peveln, st. V., sw. V., befehlen, übergeben (V.), überlassen (V.), anbefehlen, versorgen, bestatten; mnd. bevelen, bevalen, bevolen, st. V., befehlen, Auftrag geben; mnl. bevēlen, bevelen, st. V., befehlen; ahd. bifelahan*, st. V. (3b), anvertrauen, empfehlen, übergeben (V.); as. bifelhan*, st. V. (3b), anempfehlen, übergeben (V.), begraben (V.), überlassen (V.); anfrk. -; germ. *bifelhan, st. V., anvertrauen, übergeben (V.), bergen, anbefehlen; s. idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi-, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); idg. *pel- (3b), *pelə-, plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. befehlen, Kluge s. u. befehlen, DW 1, 1253, EWD s. u. befehlen, DW2 4, 484, Falk/Torp 237, Seebold 192, Duden s. u. befehlen; Son.: vgl. afries. bifela, bifella (2), st. V. (3b), befehlen, anbefehlen, überlassen (V.); ae. beféolan, st. V. (3b), wegtun, begraben (V.), übergeben (V.), gewähren; an. -; got. -; nndl. bevelen, V., befehlen; nschw. befalla, V., befehlen; nnorw. befale, V., befehlen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anordnen oder anvertrauen oder empfehlen oder anweisen oder auftragen oder in Auftrag geben; BM.: ?; F.: befehlen (!), befehle (!), befiehlst, befiehlt, befehlt, befehlest, befehlet, befahl, befahlst, befahlen, befahlt, befähle, beföhle, befählest, befählst, beföhlest, beföhlst, befählen, beföhlen, befählet, befählt (!), beföhlet, beföhlt, befohlen, ##befohlen, befohlene, befohlenes, befohlenem, befohlenen, befohlener##, befehlend, ###befehlend, befehlende, befehlendes, befehlendem, befehlenden, befehlender###, befiehl (!)+EW; Z.: be-fehl-en
$befehligen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. befehligen, befehlen, anordnen, anweisen, anvertrauen, beauftragen, empfehlen; E.: s. befehl(en), s. ig. s. en; L.: EWD s. u. befehlen; GB.: vielleicht seit um 1467 belegte und aus Befehl und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches befehlen oder anordnen oder anweisen oder beauftragen oder einen Auftrag geben etwas zu tun; F.: befehligen, befehlige, befehligst, befehligt, befehligest, befehliget, befehligte, befehligtest, befehligten, befehligtet, ##befehligt, befehligte, befehligtes, befehligtem, befehligten, befehligter##, befehligend, ###befehligend, befehligende, befehligendes, befehligendem, befehligenden, befehligender###, befehlig (!)+EW; Z.: be-fehl-ig-en
$befestigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. befestigen, festmachen, absichern; E.: s. be, s. festigen; L.: DW 1, 1257, EWD s. u. fest; GB.: vielleicht seit 1302 belegte und aus be und festigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches festmachen oder absichern; F.: befestigen, befestige, befestigst, befestigt, befestigest, befestiget, befestigte, befestigtest, befestigten, befestigtet, ##befestigt, befestigte, befestigtes, befestigtem, befestigten, befestigter##, befestigend, ###befestigend, befestigende, befestigendes, befestigendem, befestigenden, befestigender###, befestig (!)+EW; Z.: be—fest-ig-en
$befeuchten, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. befeuchten, feucht machen, mit Flüssigkeit versehen (V.); E.: s. be, s. feucht, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. feucht; GB.: vielleicht seit nach 1391 belegte und aus be und feucht und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches feucht machen oder mit Flüssigkeit versehen (V.); F.: befeuchten, befeuchte, befeuchtest, befeuchtet, befeuchtete, befeuchtetest, befeuchteten, befeuchtetet, befeuchtet, ##befeuchtet, befeuchtete, befeuchtetes, befeuchtetem, befeuchteten, befeuchteter##, befeuchtend, ###befeuchtend, befeuchtende, befeuchtendes, befeuchtendem, befeuchtenden, befeuchtender###, befeucht (!)+EW; Z.: be—feuch-t-en
Beffchen, Bäffchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Beffchen, Bäffchen, Predigerkragen; ne. Geneva band; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769/1773; I.: Lw. mnd. beve; E.: s. mnd. beve, F., Beffchen; mnl. beffe, Sb., Kragen; afrz. biffe, F.?, gestreifter Stoff; s. lat. biffa, F., eine Tuchart; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. Beffchen, Kluge s. u. Beffchen, fehlt DW, EWD s. u. Beffchen, DW2 4, 501, Duden s. u. Beffchen; Son.: vgl. nndl. bef, Sb., Beffchen; GB.: seit 1769/1773 belegte und teilweise aus dem Mittelniederdeutschen sowie mittelbar dem Mittelniederländischen und dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und wohl in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen seit dem 17. Jh. entwickeltes und an dem Halsausschnitt des schwarzen Talars als Zeichen der Geistlichkeit (der Albe) getragenes zehn bis fünfzehn Zentimeter langes rechteckiges zweiteiliges weißes Leinenstück; BM.: nach dem Stoff; F.: Beffchen, Beffchens+FW; Z.: Beff-chen
$befinden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. befinden, erkennen, bestätigen; E.: s. be, s. finden; L.: Kluge s. u. befinden, DW 1, 1259, EWD s. u. befinden; GB.: (bifindan*) um 765 belegte und aus be und finden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erkennen oder bestätigen; F.: befinden, befinde, befindest, befindet, befand, befandest, befandst, befanden, befandet, befände, befändest, befänden, befändet, befunden, ##befunden, befundene, befundenes, befundenem, befundenen, befundener##, befindend, ###befindend, befindende, befindendes, befindendem, befindenden, befindender###, befind (!)+EW; Z.: be—fi-n-d-en
$befindlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. befindlich, empfindend, empfindlich, wahrnehmbar, seiend, befindend; E.: s. befind(en), s. lich; L.: DW 1, 1262, EWD s. u. befinden; GB.: seit vor 1350 belegte und aus befind(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches empfindend oder empfindlich oder wahrnehmbar oder gewiss oder seiend oder befindend; F.: befindlich, befindliche, befindliches, befindlichem, befindlichen, befindlicher+EW; Z.: be—fi-n-d—lich
$beflecken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beflecken, beschmutzen, verschmutzen; E.: s. be, s. Fleck, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Fleck, DW 1, 1263, EWD s. u. Fleck; GB.: (bevlecken) seit 1220-1230 belegte und aus be und Fleck sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliches beschmutzen oder verschmutzen; F.: beflecken, beflecke, befleckst, befleckt, befleckest, beflecket, befleckte, beflecktest, befleckten, beflecktet, ##befleckt, befleckte, beflecktes, beflecktem, befleckten, befleckter##, befleckend, ###befleckend, befleckende, befleckendes, befleckendem, befleckenden, befleckender###, befleck (!)+EW; Z.: be—fle-ck-en
$befleißigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. befleißigen, fleißig sein (V.), bemühen; E.: s. be, s. fleißig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1266, EWD s. u. Fleiß; GB.: seit nach 1474 belegte und aus be und fleißig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Fleiß anwenden oder fleißig sein (!) oder bemühen; F.: befleißigen, befleißige, befleißigst, befleißigt, befleißigest, befleißiget, befleißigte, befleißigtest, befleißigten, befleißigtet, ##befleißigt, befleißigte, befleißigtes, befleißigtem, befleißigten, befleißigter##, befleißigend, ###befleißigend, befleißigende, befleißigendes, befleißigendem, befleißigenden, befleißigender###, befleißig (!)+EW; Z.: be—fleiß-ig-en
$beflissen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. beflissen, bemüht, bestrebt; L.: Kluge s. u. beflissen, DW 1, 1266, EWD s. u. Fleiß; GB.: seit 1524 belegte und aus befleißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bemüht oder bestrebt; F.: beflissen, beflissene, beflissenes, beflissenem, beflissenen, beflissener(, beflissenere, beflisseneres, beflissenerem, beflisseneren, beflissenerer, beflissenst, beflissenste, beflissenstes, beflissenstem, beflissensten, beflissenster)+EW; Z.: be—fliss-en
$beflügeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beflügeln, schleunigen, voranbringen; E.: s. be, s. Flügel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 1, 1266, EWD s. u. Flügel; GB.: seit 1612 belegte und aus be und Flügel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Flügeln versehen (V.) oder beschleunigen oder voranbringen; F.: beflügeln, beflügel (!), beflügle, beflügele, beflügelst, beflügelt, beflügelte, beflügeltest, beflügelten, beflügeltet, beflügelt, beflügelte, beflügeltes, beflügeltem, beflügelten, beflügelter, beflügelnd, beflügelnde, beflügelndes, beflügelndem, beflügelnden, beflügelnder+EW; Z.: be—flü-g-el-n
$befördern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. befördern, voranbringen, unterstützen, bewegen; E.: s. be, s. fördern; L.: Kluge s. u. befördern, DW 1, 1268, EWD s. u. fördern; GB.: seit 1528 belegte und aus be und fördern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches voranbringen oder unterstützen oder bewegen; F.: befördern, befördere, beförder (!), beförderst, befördert, beförderte, befördertest, beförderten, befördertet, ##befördert, beförderte, befördertes, befördertem, beförderten, beförderter##, befördernd, ###befördernd, beförderndes, beförderndem, befördernden, befördernder###, beförder (!)+EW; Z.: be—förd-er-n
$befrachten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. befrachten, beladen (V.), befördern; E.: s. be, s. Fracht, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1268, EWD s. u. Fracht; GB.: seit 1426 belegte und aus be und Fracht sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches beladen (V.) oder befördern; F.: befrachten, befrachte, befrachtest, befrachtet, befrachtete, befrachtetest, befrachteten, befrachtetet, ##befrachtet, befrachtete, befrachtetes, befrachtetem, befrachteten, befrachteter##, befrachtend, ###befrachtend, befrachtende, befrachtendes, befrachtendem, befrachtenden, befrachtender, befracht (!)###+EW; Z.: be—fr-acht-en
$befreien, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. befreien, freimachen, lösen; E.: s. be, s. frei, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. frei, DW 1, 1269, EWD s. u. frei; GB.: seit um 1227 belegte und aus be und frei sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Unfreiheit mögliches freimachen oder lösen; F.: befreien, befreie, befreist, befreit, befreiest, befreiet, befreite, befreitest, befreiten, befreitet, ##befreit, befreite, befreites, befreitem, befreiten, befreiter##, befreiend, ###befreiend, befreiende, befreiendes, befreiendem, befreienden, befreiender###, befrei (!)+EW; Z.: be—frei-en
$Befreiung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Befreiung, Erlassung, Freistellung, Erlösung; E.: s. befrei(en), s. ung; L.: DW 1, 1270, EWD s. u. frei; GB.: seit 1347 belegte und aus befrei(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Unfreiheit mögliche Bezeichnung für Erlassung oder Freistellung oder Erlösung; F.: Befreiung, Befreiungen+EW; Z.: Be—frei-ung
$befremden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. befremden, fremd sein (V.), als fremd behandeln; E.: s. be, s. fremd, s. en; L.: Kluge s. u. fremd, DW 1, 1270, EWD s. u. fremd; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus be und fremd sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fremd sein (!) oder als fremd behandeln; F.: befremden, befremde, befremdest, befremdet, befremdete, befremdetest, befremdeten, befremdetet, ##befremdet, befremdete, befremdetes, befremdetem, befremdeten, befremdeter##, befremdend, ###befremdend, befremdende, befremdendes, befremdendem, befremdenden, befremdender###, befremd (!)+EW; Z.: be—fre-m-d-en
$befremdlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. befremdlich, unverständlich, auffällig, merkwürdig; E.: s. befremd(en), s. lich; L.: DW 1, 1271, EWD s. u. fremd; GB.: seit 1540 belegte und aus befremd(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung oder Erkenntnis von Fremdheit mögliches unverständlich oder auffällig oder merkwürdig; F.: befremdlich, befremdliche, befremdliches, befremdlichem, befremdlichen, befremdlicher(, befremdlichere, befremdlicheres, befremdlicherem, befremdlicheren, befremdlicherer, befremdlichst, befremdlichste, befremdlichstes, befremdlichstem, befremdlichsten, befremdlichster)+EW; Z.: be—fre-m-d-l-ich
$befreunden, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. befreunden, Freund sein (V.), zu einem Freund machen; E.: s. be, s. Freund, s. en; L.: Kluge s. u. Freund, DW 1, 1271, EWD s. u. Freund; GB.: (bevriundet) vielleicht um 1300 (oder um 1460) belegte und aus be und Freund und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Freund sein (V.) oder zu einem Freund machen; F.: befreunden, befreunde, befreundest, befreundet, befreundete, befreundetest, befreundeten, befreundetet, ##befreundet, befreundete, befreundetes, befreundetem, befreundeten, befreundeter##, befreundend, ###befreundend, befreundende, befreundendes, befreundendem, befreundenden, befreundender###, befreund (!)+EW; Z.: be—fre-m-d-en
$befrieden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. befrieden, Frieden bewirken, Streit beenden; E.: s. be, s. Fried(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Friede, DW 1, 1272, EWD s. u. Friede; GB.: (bevriden) um 1147 belegte und aus be und Fried(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Frieden bewirken oder Streit beenden; F.: befrieden, befriede, befriedest, befriedet, befriedete, befriedetest, befriedeten, befriedetet, ##befriedet, befriedete, befriedetes, befriedetem, befriedeten, befriedeter##, befriedend, ###befriedend, befriedende, befriedendes, befriedendem, befriedenden, befriedender###, befried (!)+EW; Z.: be—frie-d-en
$befriedigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. befriedigen, Frieden bewirken, Bedürfnis stillen; E.: s. be, s. Friede, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. befriedigen, Friede, DW 1, 1273, EWD s. u. Friede; GB.: (bevridigen) seit 1425 belegte und aus be und Fried(e) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung von Leben und Bedürfnis mögliches Frieden bewirken oder Bedürfnis stillen; F.: befriedigen, befriedige, befriedigst, befriedigt, befriedigest, befriediget, befriedigte, befriedigtest, befriedigten, befriedigtet, ##befriedigt, befriedigte, befriedigtes, befriedigtem, befriedigten, befriedigter##, befriedigend, ###befriedigend, befriedigende, befriedigendes, befriedigendem, befriedigenden, befriedigender###, befriedig (!)+EW; Z.: be—frie-dig-en
$befristen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. befristen, Frist setzen, Aufschub gewähren; E.: s. be, s. Frist, s. en, s. fristen; L.: Kluge s. u. Frist, DW 1, 1274, EWD s. u. Frist; GB.: vor 1291 belegte und aus be und fristen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches eine Fist setzen oder einen Aufschub gewähren; F.: befristen, befriste, befristest, befristet, befristete, befristetest, befristeten, befristetet, ##befristet, befristete, befristetes, befristetem, befristeten, befristeter##, befristend, ###befristend, befristende, befristendes, befristendem, befristenden, befristender###, befrist (!)+EW; Z.: be—fri-s-t-en
$befruchten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. befruchten, zeugen, anregen, fördern; E.: s. be, s. Frucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Frucht, DW 1, 1274, EWD s. u. Frucht; GB.: seit 1523 belegte und aus be und Frucht sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches zeugen oder anregen oder fördern; F.: befruchten, befruchte, befruchtest, befruchtet, befruchtete, befruchtetest, befruchteten, befruchtetet, ##befruchtet, befruchtete, befruchtetes, befruchtetem, befruchteten, befruchteter##, befruchtend, ###befruchtend, befruchtende, befruchtendes, befruchtendem, befruchtenden, befruchtender###, befrucht (!)+EW; Z.: be—fru-ch-t-en
$Befruchtung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Befruchtung, Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle, Zeugung, Anregung, Förderung; E.: s. befrucht(en), s. ung; L.: DW 1, 1274, EWD s. u. Frucht; GB.: seit 1733 belegte und aus befrucht(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle oder Zeugung oder Anregung oder Förderung; F.: Befruchtung, Befruchtungen+EW; Z.: Be—fru-ch-t-ung
$Befugnis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Befugnis, Berechtigung, Erlaubnis, Recht; E.: s. befug(en), s. nis; L.: Kluge s. u. fügen, DW 1, 1274, EWD s. u. fügen; GB.: seit 1549 belegte und aus befug(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Berechtigung oder Erlaubnis oder Recht; F.: Befugnis, Befugnisse+EW; Z.: Be—fug-nis
$befugt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. befugt, berechtigt, erlaubt, bevollmächtigt; E.: s. befug(en), s. t.; L.: Kluge s. u. befugt, fehlt DW (s. befugen), EWD s. u. fügen; GB.: um 1400 belegte und aus befug(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches berechtigt oder erlaubt oder bevollmächtigt; F.: befugt, befugte, befugtes, befugtem, befugten, befugter(, befugtere, befugteres, befugterem, befugteren, befugterer, befugtest, befugteste, befugtestes, befugtestem, befugtesten, befugtester)+EW; Z.: be—fug-t
$Befund, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Befund, Beurteilung, Feststellung, Ergebnis, Gegebenheit; E.: s. be, s. Fund; L.: DW 1, 1275, EWD s. u. befinden; GB.: seit 1636 belegte und aus be und Fund bzw. befind(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliche Beurteilung oder Feststellung oder Ergebnis oder Gegebenheit; F.: Befund, Befundes, Befunds, Befunde, Befunden+EW; Z.: Be-fu-n-d
$befürworten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. befürworten, billigen, empfehlen, unterstützen, bejahen; E.: s. be, s. für, s. Wort, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. befürworten, fehlt DW, EWD s. u. befürworten; GB.: seit 1822 belegte und aus be und für sowie Wort und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches billigen oder empfehlen oder unterstützen oder bejahen; F.: befürworten, befürworte, befürwortest, befürwortet, befürwortete, befürwortetest, befürworteten, befürwortetet, ##befürwortet, befürwortete, befürwortetes, befürwortetem, befürworteten, befürworteter##, befürwortend, ###befürwortend, befürwortende, befürwortendes, befürwortendem, befürwortenden, befürwortender###, befürwort (!)+EW; Z.: be—für—wor-t-en
$begabt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. begabt, mit Gaben versehen (Adj.); Vw.: s. hoch-; E.,: s. begab(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. begabt, fehlt DW (s. aber begaben), EWD s. u. Gabe; GB.: (begābet) vor 1350 belegte und aus begab(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit Gaben versehen (Adj.); F.: begabt, begabte, begabtes, begabtem, begabten, begabter(, begabtere, begabteres, begabterem, begabteren, begabterer, begabtest, begabteste, begabtestes, begabtestem, begabtesten, begabtester)+EW; Z.: be—gab-t
$Begabung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Begabung, Beschenkung, Schenkung, Geschenk, Gabe; E.: s. begab(en), s. ung; L.: DW 1,L.: DW 1, 1277, EWD s. u. Gabe; GB.: seit 1321 belegte und aus begabe(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Beschenkung oder Schenkung oder ein Geschenk oder eine Gabe; F.: Begabung, Begabungen+EW; Z.: Be—gab-ung
$Begängnis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Begängnis, Tun, Verhalten; Vw.: s. Leichen-; E.: s. beganc, s. nis; L.: DW 1, 1278, DW2 4, 545; GB.: (begancnisse) seit 13. Jh. belegte und aus Begang und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Tun oder Verhalten; F.: Begängnis, Begängnisses, Begängnisse, Begängnissen+EW; Z.: Be—gä-ng—nis
$begatten, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. begatten, befruchten, treffen, zuteilwerden; E.: s. be, s. Gatt(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. begatten, DW 1, 1278, EWD s. u. Gatte; GB.: (bigatōn*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus be und Gatt(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches treffen oder zuteilwerden; F.: begatten, begatte, begattest, begattet, begattete, begattetest, begatteten, begattetet, ##begattet, begattete, begattetes, begattetem, begatteten, begatteter##, begattend, ###begattend, begattende, begattendes, begattendem, begattenden, begattender###, begatt (!)+EW; Z.: be—ga-t-t-en
$begeben, nhd., V., (9. Jh.?): nhd. begeben, geben, ergeben (V.), aufgeben; E.: s. be, s. geben; L.: Kluge s. u. begeben, DW 1, 1279, EWD s. u. geben; GB.: (bigeban) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus be und geben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches geben oder aufgeben; F.: begeben, begebe, begibst, begibt, begebt, begebest, begebet, begab, begabst, begaben, begabt, begäbe, begäbest, begäben, begäbet, ##begeben, begebene, begebenes, begebenem, begebenen, begebener##, begebend, ###begebend, begebende, begebendes, begebendem, begebenden, begebender###, begib (!)+EW; Z.: be—geb-en
$Begebenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Begebenheit, Ereignis, Geschehen, Vorkommnis; E.: s. begeben (Adj.), s. heit; L.: DW 1, 1282, EWD s. u. geben; GB.: seit um 1611 belegte und aus begeben (Adj.) und heit gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Ereignis oder Geschehen oder Vorkommnis; F.: Begebenheit, Begebenheiten+EW; Z.: Be—geb-en-hei-t
$begegnen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. begegnen, treffen, entgegentreten; Q.: 1000 (Notker); E.: be, s. geg(en), s. n , s. en; L.: DW 1, 1283; GB.: (bigaganen*) seit um 1000 belegte und aus be und geg(en) sowie n und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches treffen oder entgegentreten oder antworten; F.: begegnen, begegne, begegnest, begegnet, begegnete, begegnetest, begegneten, begegnetet, ##begegnet, begegnete, begegnetes, begegnetem, begegneten, begegneter##, begegnend, ###begegnend, begegnende, begegnendes, begegnendem, begegnenden, begegnender, begegn (!)###+EW; Z.: be—gegn-en
$Begegnung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Begegnung, Treffen, Entgegentreten; Q.: 1420 (Vocabular); E.: s. begegn(en), s. ung; L.: DW 1, 1284, EWD s. u. begegnen; GB.: seit 1420 belegte und aus begegn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Treffen oder Entgegentreten; F.: Begegnung, Begegnungen+EW; Z.: Be—gegn-ung
$begehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. begehen, ausüben, betreiben, tun; E.: s. be, s. gehen; L.: Kluge s. u. begehen, DW 1, 1283, EWD s. u. gehen; GB.: (bigān*) vielleicht seit um 765 belegte und aus be und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausüben oder betreiben oder tun; F.: begehen, begehe, begehst, begeht, begehest, begehet, beging, begingst, begingen, begingt, begingest, beginget, begangen, ##begangen, begangene, begangenes, begangenem, begangenen, begangener##, begehend, ###begehend, begehende, begehendes, begehendem, begehenden, begehender###, begeh (!)+EW; Z.: be—geh-en
$Begehr, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Begehr, Begehren, Verlangen, Bestreben, Wunsch; E.: s. begehr(en); L.: DW 1, 1288, EWD s. u. begehren; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus begehr(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Begehren oder Verlangen oder Bestreben oder Wunsch; F.: Begehr, Begehrs+EW; Z.: Be—gehr
$begehren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. begehren, verlangen, anstreben, wollen (V.); Vw.: s. auf-; E.: s. be, s. gehren?; L.: Kluge s. u. begehren, DW 1, 1288, EWD s. u. begehren; GB.: seit um 1196 belegte und aus be und gehren? gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verlangen oder anstreben oder wollen (V.); F.: begehren, begehre, begehrst, begehrt, begehrest, begehret, begehrte, begehrtest, begehrten, begehrtet, ##begehrt, begehrte, begehrtes, begehrtem, begehrten, begehrter##, begehrend, ###begehrend, begehrende, begehrendes, begehrendem, begehrenden, begehrender###, begehr (!)+EW; Z.: be—gehr-en
$begehrlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. begehrlich, begehrenswert, ersehnt, sehnsüchtig; E.: s. begehr(en), s. lich; L.: DW 1, 1290, EWD s. u. begehren; GB.: (begerlich) seit Ende 13. Jh. belegte und aus begehr(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches begehrenswert oder ersehnt oder sehnsüchtig; F.: begehrlich, begehrliche, begehrliches, begehrlichem, begehrlichen, begehrlicher(, begehrlichere, begehrlicheres, begehrlicherem, begehrlicheren, begehrlicherer, begehrlichst, begehrlichste, begehrlichstes, begehrlichstem, begehrlichsten, begehrlichster)+EW; Z.: be—gehr—lich
$begeistern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. begeistern, anregen, in Hochstimmung versetzen; E.: s. be, s. geistern; L.: DW 1, 1291, EWD s. u. begeistern; GB.: vor 1683 belegte und aus be und geistern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anregen oder in Hochstimmung versetzen; F.: begeistern, begeistere, begeistre, begeisterst, begeistert, begeisterte, begeistertest, begeisterten, begeistertet, ##begeisterte, begeisterte, begeistertes, begeistertem, begeisterten, begeisterter##, begeisternd, ###begeisternd, begeisterndes, begeisterndem, begeisternden, begeisternder###, begeister (!)+EW; Z.: be—gei-s-t-er-n
$Begeisterung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Begeisterung, Hochstimmung, freudige Erregung; E.: s. begeister(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Begeisterung, DW 1, 1291, EWD s. u. begeistern; GB.: 1647 belegte und aus begeister(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Hochstimmung oder freudige Erregung; F.: Begeisterung, Begeisterungen+EW; Z.: Be—gei-s-t-er-ung
$Begier, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Begier, Begierde, Begehren, Verlangen, Forderung; E.: s. be, s. Gier; L.: Kluge s. u. begehren, DW 1, 1292, EWD s. u. Gier; GB. seit um 1300 belegte und aus be und Gier gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches Begehren oder Verlangen oder Forderung; F.: Begier+EW; Z.: Be—gier
$Begierde, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Begierde, Begier, Begehren, Verlangen, Forderung, Wunsch; E.: s. Begier, s. de; GB.: (begirede) seit um 1230 belegte und aus Begier und de gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches Begier oder Begehren oder Verlangen oder Forderung oder Wunsch; L.: EWD s. u. Gier, DW 1, 1292, DW2 4, 573; F.: Begierde, Begierden; Z.: Be—gier-d-e
$begierig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. begierig, gierig, verlangend, fordernd, wünschend; E.: s. Begier, s. ig; L.: DW 1, 1293, EWD s. u. Gier, DW2 4, 575; GB.: (begiric) seit 1240-1250 belegte und aus Begier und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches gierig oder verlangend oder fordernd oder wünschend oder Begehren oder Verlangen oder Forderung betreffend; F.: begierig, begierige, begieriges, begierigem, begierigen, begieriger(, begierigere, begierigeres, begierigerem, begierigeren, begierigerer, begierigst, begierigste, begierigstes, begierigstem, begierigsten, begierigster)+EW; Z.: be—gier-ig
$begießen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. begießen, übergießen, benetzen; E.: s. be, s. gießen; L.: Kluge s. u. gießen, DW 1, 1294 (begieszen), EWD s. u. gießen; GB.: (bigiozan) seit um 765 belegte und aus be und gießen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Verfestigung der Erdoberfläche mögliches übergießen oder benetzen; F.: begießen, begießst (!), begießt, begießest, begießet, begoss, begosst, begossest, begossen, begosset (!), begösse, begössest, begössen, begösset, ##begossen, begossene, begossenes, begossenem, begossenen, begossener##, begießend, ###begießend, begießende, begießendes, begießendem, begießenden, begießender###, begieß (!)+EW; Z.: be—gie-ß-en
Begine, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Begine, Laienschwester; ne. beguine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1230; E.: mhd. begīne, sw. F., Begine, Laienschwester; mnd. begīne, bachine, bagīne, baginne, bakīne, backinne, F., Begine, Laienschwester, verschnittenes Mutterschwein; s. mfrz. béguine, F., Begine; aus mnl. begaert, M., Bettler; weitere Herkunft unklar; L.: DW 1, 1295, DW2 4, 579, Duden s. u. Begine; Son.: vgl. nndl. begijne, F., Begine; frz. béguine, F., Begine; nschw. begine, F., Begine; nnorw. begine, F., Begine; poln. beginki, F. Pl., Beginen; lit. beginė, F., Begine; GB.: seit um 1230 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und Mittelniederländischen sowie dem Mittelfranzösischen verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein Mitglied einer in dem 13. Jahrhundert entstandenen Schwesternschaft die ohne Gelübde und Regel ein geistliches und karitatives Leben führte (Laienschwester); BM.: ?; F.: Begine, Beginen+FW?; Z.: Begin-e
$Beginn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Beginn, Anfang, Ursprung; E.: s. beginn(en); L.: Kluge s. u. beginnen, DW 1, 1296, EWD s. u. beginnen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus beginn(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit möglichen Anfang oder Ursprung; F.: Beginn, Beginns, Beginnes, Beginne, Beginnen (!)+EW; Z.: Be-gi-n-n
beginnen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beginnen, anfangen, entspringen, herkommen; ne. begin (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. beginnen (1), st. V., sw. V., anfangen, beginnen, in Angriff nehmen, aufschneiden, eröffnen, tun, ausführen, ausüben; mnd. beginnen, st. V., beginnen, anfangen, unternehmen; mnl. beginnen, st. V., beginnen; ahd. biginnan, anom. V., beginnen, anfangen, unternehmen; as. biginnan*, anom. V., beginnen; anfrk. biginnan*, beginnon*, st. V. (3a), beginnen; germ. *bigennan, st. V., beginnen; s. idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); idg. *ginu̯-?, V., klaffen lassen, spalten, Seebold 225; vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, g̑ʰēi-, g̑ʰī-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. beginnen, Kluge s. u. beginnen, DW 1, 1296, EWD s. u. beginnen, DW2 4, 581, EWAhd 4, 346, Falk/Torp 125, Seebold 224, Duden s. u. beginnen, Bluhme s. u. beginnen; Son.: vgl. afries. bijenna, biienna, st. V., sw. V. (1), beginnen, anfangen; saterl. biginna, V., beginnen; ae. beginnan, st. V. (3a), beginnen, anfangen, versuchen, angreifen, handeln; an. -; got. -; nndl. beginnen, V., beginnen; nnorw. begynne, V., beginnen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches anfangen oder entspringen oder herkommen; BM.: ?; F.: beginnen, beginne, beginnst, beginnt, beginnest, beginnet, begann, begannst, begannen, begannt, begänne, begönne, begännest, begännst, begönnest, begönnst, begännen, begönnen, begännet, begännt, begönnet, begönnt, begonnen, ##begonnen, begonnene, begonnenes, begonnenem, begonnenen, begonnener##, beginnend, ###beginnend, beginnende, beginnendes, beginnendem, beginnenden, beginnender###, beginn (!) +EW; Z.: be-gi-n-n-en
$beglaubigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. beglaubigen, glaubhaft machen, bestätigen, bezeugen; E.: s. be, s. glaub(en), s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. beglaubigen, DW 1, 1298, EWD s. u. beglaubigen; GB.: seit 1542 belegte und aus be und glaub(en) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches glaubhaft machen oder bestätigen oder bezeugen; F.: beglaubigen, beglaubige, beglaubigst, beglaubigt, beglaubigest, beglaubiget, beglaubigte, beglaubigtest, beglaubigten, beglaubigtet, ##beglaubigt, beglaubigte, beglaubigtes, beglaubigtem, beglaubigten, beglaubigter##, beglaubigend, ##beglaubigend, beglaubigende, beglaubigendes, beglaubigendem, beglaubigenden, beglaubigender###, beglaubig (!)+EW; Z.: be—g-laub-ig-en
$begleichen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. begleichen, gleich machen, ausgleichen, (später auch) bezahlen; E.: s. be, s. gleich, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. gleich, Kluge s. u. gleich, DW 1, 1299, EWD s. u. gleich; GB.: seit 1560 belegte und aus be und gleich sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gleich machen oder ausgleichen oder (später auch) bezahlen; F.: begleichen, begleiche, begleich (!), begleichst, begleicht, begleichest, begleichet, beglich, beglichst, beglichen, beglicht (!), beglichest, beglichet, ##beglichene, beglichene, beglichenes, beglichenem, beglichenen, beglichener##, begleichend, ###begleichend, begleichende, begleichendes, begleichendem, begleichenden, begleichender###, begleich (!)+EW; Z.: be—g-leich-en
$begleiten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. begleiten, geleiten, mitgehen; E.: (beglīten) seit 1190-1200) belegte und aus be und g(e)leiten gebildete Bezeichnung für geleiten oder ausg(e)leiten oder hineingeraten oder mitgehen; L.: Kluge s. u. begleiten, DW 1, 1299, EWD s. u. begleiten; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus be und geleiten gebildete Bezeichnung für für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geleiten oder mitgehen; F.: begleiten, begleite, begleitest, begleitet, begleitete, begleitetest, begleiteten, begleitetet, ##begleitet, begleitete, begleitetes, begleitetem, begleiteten, begleiteter##, begleitend, ###begleitend, begleitende, begleitendes, begleitendem, begleitenden, begleitender###, begleit (!)+EW; Z.: be—glei-t-en
$Begleitung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Begleitung, mitgehender Mensch, gleichzeitige Gegebenheit; E.: s. begleit(en), s. ung; L.: DW 1, 1300, EWD s. u. begleiten; GB.: seit um 1550 belegte und aus begleit(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen mitgehenden Menschen oder eine gleichzeitige Gegebenheit; F.: Begleitung, Begleitungen+EW; Z.: Be—glei-t-ung
$beglücken, nhd., sw. V., (15. Jh?.): nhd. beglücken, glücklich machen, erfreuen; E.: s. be, s. Glück, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Glück, DW 1, 1300, EWD s. u. Glück; GB.: seit um 1466 belegte und aus be und Glück und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches glücklich machen oder erfreuen; F.: beglücken, beglücke, beglückst, beglückt, beglückest, beglücket, beglückte, beglücktest, beglückten, beglücktet, ##beglückt, beglückte, beglücktes, beglücktem, beglückten, beglückter##, beglückend, ##beglückend, beglückende, beglückendes, beglückendem, beglückenden, beglückender###, beglück (!)+EW; Z.: be—g-lück-en
$begnaden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. begnaden, Gnade erweisen, Gnade geben; E.: s. be, s. Gnad(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gnade, DW 1, 1300, EWD s. u. Gnade; GB.: (begenāden) vor 1150 belegte und aus be und Gnad(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Herrschaft mögliches Gnade erweisen oder geben; F.: begnaden, begnade, begnadest, begnadet, begnadete, begnadetest, begnadeten, begnadetet, ##begnadet, begnadete, begnadetes, begnadetem, begnadeten, begnadeter##, begnadend, ###begnadend, begnadende, begnadendes, begnadendem, begnadenden, begnadender###, begnad (!)+EW; Z.: be—g-na-d-en
$begnadet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. begnadet, mit Gnade versehen (Adj.); E.: s. begnad(en), s. et; L.: Kluge s. u. Gnade, fehlt DW (s. begnaden), EWD s. u. Gnade; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus begnad(en) und et gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Herrschaft mögliches mit Gnade versehen (Adj.); F.: begnadet, begnadete, begnadetes, begnadetem, begnadeten, begnadeter(, begnadetere, begnadeteres, begnadeterem, begnadeteren, begnadeterer, begnadetst (!), begnadetste, begnadetstes, begnadetstem, begnadetsten, begnadetster)+EW; Z.: be—g-na-d-et
$begnadigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. begnadigen, Gnade gewähren, erlösen; E.: s. be, s. Gnad(e), s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gnade, DW 1, 1301, EWD s. u. Gnade; GB.: seit 1392 belegte und aus be und Gnad(e) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Herrschaft mögliches Gnade oder Nachsicht gewähren oder erlösen; F.: begnadigen, begnadige, begnadigst, begnadigt, begnadigest, begnadiget, begnadigte, begnadigtest, begnadigten, begnadigtet, ##begnadigt, begnadigte, begnadigtes, begnadigtem, begnadigten, begnadigter##, begnadigend, ###begnadigend, begnadigende, begnadigendes, begnadigendem, begnadigenden, begnadigender###, begnadig (!)+EW; Z.: be—g-na-d-ig-en
$begnügen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. begnügen, genug sein (V.), genug haben; E.: s. be, s. genügen; L.: Kluge s. u. begnügen, DW 1, 1302, EWD s. u. genug; GB.: (begenüegen) seit 1250-1267 belegte und aus be und genügen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches genug sein (V.) oder genug haben; F.: begnügen, begnüge, begnügst, begnügt, begnügest, begnüget, begnügte, begnügtest, begnügten, begnügtet, ##begnügt, begnügte, begnügtes, begnügtem, begnügten, begnügter##, begnügend, ###begnügend, begnügende, begnügendes, begnügendem, begnügenden, begnügender###, begnüg (!)+EW; Z.: be—g-nüg-en
Begonie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Begonie, Schiefblatt, eine Zierpflanze; ne. begonia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1775 (Linné); I.: Lw. frz. bégonia; E.: s. frz. bégonia, M., Begonie; von dem PN Michel Bégon (Gouverneur von San Domingo und Förderer der Botanik, 1638-1710); L.: Kluge s. u. Begonie, fehlt DW, EWD s. u. Begonie, DW2 4, 599, Duden s. u. Begonie; Son.: vgl. nndl. begonia, Sb., Begonie; nschw. begonia, Sb., Begonie; nnorw. begonia, M., Begonie; poln. begonia, F., Begonie; nir. beagóinia, F., Begonie; lit. begonija, F., Begonie; GB.: seit 1775 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus einem PN und dem Suffix ie willkürlich gebildete Bezeichnung für eine in tropischen und subtropischen Gebieten beheimatete schon vormenschliche Zierpflanze (Schiefblatt); BM.: PN; F.: Begonie, Begonien+FW; Z.: Begon-ie
begöschen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. begöschen, beschwichtigen, beruhigen; ne. appease; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Nd., s. mnd. gösseke, N.?, junge Gans, Gänschen; s. mnd. gōs, gūs, F., Gans; as. *gās?, st. F. (athem.), Gans; as. *gōs?, st. F. (athem.?), Gans; germ. *gans, F., Gans; idg. *g̑ʰans-, Sb., Gans, Pokorny 412; s. idg. *g̑ʰan-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 411; idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419; L.: Kluge s. u. begöschen, fehlt DW, Duden s. u. begöschen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Altsächsischen und dem Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beschwichtigen oder beruhigen; BM.: Zischlaut bei der Beruhigung von Kindern; F.: begöschen, begösche, begöschst, begöscht, begöschest, begöschet, begöschte, begöschtest, begöschten, begöschtet, ##begöscht, begöschte, begöschtes, begöschtem, begöschten, begöschter##, begöschend, ###begöschend, begöschende, begöschendes, begöschendem, begöschenden, begöschender###, begösch (!)+EW; Z.: be-gö-sch-en
$begraben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. begraben, vergraben, beerdigen, bestatten; Hw.: s. beerdigen; E.: s. be, s. graben; L.: DW 1, 1304, EWD s. u. graben; GB.: (bigraban*) seit um 765 belegte und aus be und graben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches vergraben (V.) oder beerdigen oder bestatten (vor allem von Toten zwecks Vermeidung von Krankheiten); F.: begraben, begrab (!), begräbst, begräbt, begrabt, begrabest, begrabet, begrub, begrubst, begruben, begrubt, begrübe, begrübest, begrüben, begrübet, begraben, ##begraben, begrabene, begrabenes, begrabenem, begrabenen, begrabener##, begrabend, ###begrabend, begrabende, begrabendes, begrabendem, begrabenden, begrabender###, begrab (!)+EW; Z.: be—grab-en
$Begräbnis, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Begräbnis, Beerdigung, Bestattung; E.: s. begrab(en), s. nis; L.: DW 1, 1305, EWD s. u. graben, DW2 4, 603; GB.: seit 1293 belegte und aus begrab(en) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliche Beerdigung oder Bestattung; F.: Begräbnis, Begräbnisses, Begräbnisse, Begräbnissen+EW; Z.: Be—gräb—nis
$begreifen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. begreifen, ergreifen, erfassen, verstehen; E.: s. be, s. greifen; L.: Kluge s. u. begreifen, DW 1, 1307, EWD s. u. begreifen; GB.: (bigrīfan*) seit um 765 belegte und aus be und greifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ergreifen oder erfassen oder verstehen; F.: begreifen, begreife, begreifst, begreift, begreifest, begreifet, begriff (!), begriffst, begriffen, begrifft, begriffest, begriffet, ##begriffen, begriffene, begriffenes, begriffenem, begriffenen, begriffener##, begreifend, ###begreifend, begreifende, begreifendes, begreifendem, begreifenden, begreifender###, begreif (!)+EW; Z.: be—greif-en
$begreiflich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. begreiflich, greifbar, verständlich, verständig; E.: s. begreif(en), s. lich; L.: DW 1, 1310, EWD s. u. begreifen, DW2 4, 610; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus begreif(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches greifbar oder verständlich oder verständig; F.: begreiflich, begreifliche, begreifliches, begreiflichem, begreiflichen, begreiflicher(, begreiflichere, begreiflicheres, begreiflicherem, begreiflicheren, begreiflicherer, begreiflichst, begreiflichste, begreiflichstes, begreiflichstem, begreiflichsten, begreiflichster)+EW; Z.: be—greif—lich
$Begriff, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Begriff, Zugreifen, Zugriff, Auffassung, Vorstellung, Anschauung, Ausdruck, Gedanke ; E.: s. begreif(en); L.: DW 1, 1311 (begrif), EWD s. u. begreifen, DW2 4, 613; GB.: (begrif) seit 1293 belegte und aus begreif(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Zugreifen oder Zugriff oder Auffassung oder Vorstellung oder Anschauung oder Ausdruck oder Gedanke; Z.: Begriff, Begriffes, Begriffs, Begriffe, Begriffen+EW; Z.: Be—grif-f
$begrifflich, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. begrifflich, gedanklich; E.: s. begreif(en), s. Begriff, s. lich; L.: DW 1, 1313 (begriflich), EWD s. u. begreifen; GB.: seit 1680 belegte und aus Begriff und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gedanklich; F.: begrifflich, begriffliche, begriffliches, begrifflichem, begrifflichen, begrifflicher(, begrifflichere, begrifflicheres, begrifflicherem, begrifflicheren, begrifflicherer, begrifflichst, begrifflichste, begrifflichstes, begrifflichstem, begrifflichsten, begrifflichster)+EW; Z.: be—grif-f—lich
$begriffsstutzig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. begriffsstutzig, bedingt verständig, langsam begreifend, nicht begreifend; E.: s. Begriff, s. s, s. stutzig; L.: Kluge s. u. begriffsstutzig, fehlt DW, EWD s. u. begreifen; GB.: seit 1840 belegte und aus Begriff und s und stutzig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches bedingt verständig oder langsam begreifend oder nicht begreifend; F.: begriffsstutzig, begriffsstutzige, begriffsstutziges, begriffsstutzigem, begriffsstutzigen, begriffsstutziger(, begriffsstutzigere, begriffsstutzigeres, begriffsstutzigerem, begriffsstutzigeren, begriffsstutzigerer, begriffsstutzigst, begriffsstutzigste, begriffsstutzigstes, begriffsstutzigstem, begriffsstutzigsten, begriffsstutzigster)+EW; Z.: be—grif-f-s—stu-tz-ig
$begründen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. begründen, Grund legen, Grund festigen, Grund schaffen, erklären; E.: s. be, s. gründen; L.: Kluge s. u. Grund, DW 1, 1313, EWD s. u. Grund; GB.: seit teilweise vor 1298 belegte und aus be und gründen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Grund legen oder Grund festigen oder Grund schaffen oder erklären; F.: begründen, begründe, begründest, begründet, begründete, begründetest, begründeten, begründetet, ##begründet, begründete, begründetes, begründetem, begründeten, begründeter##, begründend, ###begründend, begründende, begründendes, begründendem, begründenden, begründender###, begründ (!)+EW; Z.: be—grü-n-d-en
$Begründer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Begründer, Gründer, Begründender; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. begründ(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1313, EWD s. u. Grund; GB.: seit 1844 belegte und aus begründ(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen einen Grund legenden oder festigenden oder schaffenden Menschen; F.: Begründer, Begründers, Begründern+EW; Z.: Be—grü-n-d-er
$begünstigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. begünstigen, fördern, unterstützen, bevorzugen; E.: s. be, s. günstig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gunst, DW 1, 1314, EWD s. u. Gunst; GB.: seit 1475 belegte und aus be und günstig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches fördern oder unterstützen oder bevorzugen; F.: begünstigen, begünstige, begünstigst, begünstigt, begünstigest, begünstiget, begünstigte, begünstigtest, begünstigten, begünstigtet, ##begünstigt, begünstigte, begünstigtes, begünstigtem, begünstigten, begünstigter##, begünstigend, ###begünstigend, begünstigende, begünstigendes, begünstigendem, begünstigenden, begünstigender###, begünstig (!)+EW; Z.: be—g-ün-s-t-ig-en
$begütert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. begütert, mit Gütern versehen (Adj.), vermögend, reich; E.: s. be, s. Gut, s. er(n), s. t; L.: fehlt DW (aber begütern DW 1, 1315), EWD s. u. gut; GB.: seit um 1450 belegte und aus be und Gut sowie er(n) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Bildung von Vermögen mögliches mit Gut oder Gütern versehen (Adj.), vermögend, reich; F.: begütert, begüterte, begütertes, begütertem, begüterten, begüterter(, begütertere, begüterteres, begüterterem, begüterteren, begüterterer, begütertst, begütertste, begütertstes, begütertstem, begütertsten, begütertster)+EW; Z.: be—güt-er-t
$begütigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. begütigen, besänftigen, beschwichtigen, beruhigen; E.: s. be, s. gut, s. ig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1315, EWD s. u. gut; GB.: seit 1470 belegte und aus be und gut sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches besänftigen oder beschwichtigen oder beruhigen; F.: begütigen, begütige, begütigst, begütigt, begütigest, begütiget, begütigte, begütigtest, begütigten, begütigtet, ##begütigt, begütigte, begütigtes, begütigtem, begütigten, begütigter##, begütigend, ###begütigend, begütigende, begütigendes, begütigendem, begütigenden, begütigender###, begütig (!)+EW; Z.: be—güt-ig-en
behäbig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. behäbig, geruhsam, langsam, wohlbeleibt, schwerfällig; ne. ponderous, sedate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1437 (Wörterbuch); E.: Adj. zu mhd. behaben, bihaben, sw. V., erhalten (V.), erwerben, erretten, beweisen, erachten, haben, besitzen, behalten (V.), beibehalten; ahd. bihaben*, sw. V. (1b), behalten (V.), zuhalten, zurückhalten, ergreifen, halten; s. nhd. be, haben; L.: Kluge s. u. behäbig, DW 1, 1316, EWD s. u. behäbig, DW2 4, 643, Duden s. u. behäbig, Bluhme s. u. behaebig; GB.: seit 1437 belegte und wohl aus behab(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches langsam oder sich langsam bewegend oder schwerfällig; BM.: Habe?; F.: behäbig, behäbige, behäbiges, behäbigem, behäbigen, behäbiger(, behäbigere, behäbigeres, behäbigeren, behäbigerer, behäbigste, behäbigstes, behäbigstem, behäbigsten, behäbigster)+EW; Z.: be—häb-ig
$Behäbigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Behäbigkeit, Geruhsamkeit, Langsamkeit, Gelassenheit, Wohlbeleibtheit, Schwerfälligkeit; Q.: 2. Hälfte 18. Jh. (Goethe) oder 1809; E.: s. behäbig, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1316, EWD s. u. behäbig; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus behäbig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Geruhsamkeit oder Langsamkeit oder Gelassenheit oder Wohlbeleibtheit oder Schwerfälligkeit; F.: Behäbigkeit, Behäbigkeiten+EW; Z.: Be—häb-ig—kei-t
$behaftet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (9. Jh. bzw. 15. Jh.): nhd. behaftet, versehen (Adj.), befallen (Adj.), belastet; E.: s. behaft(en), s. et; L.: Kluge s. u. behaftet, fehlt DW (aber behaften DW 1, 1317, beheften DW 1, 1332), EWD s. u. heften; GB.: vielleicht seit 9. oder 15. Jh. belegte und von behaft(en) oder beheft(en) sowie et gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches versehen (Adj.) oder befallen (Adj.) oder belastet; F.: behaftet, behaftete, behaftetes, behaftetem, behafteten, behafteter(, behaftetere, behafteteres, behafteterem, behafteteren, behafteterer, behaftetst, behaftetste, behaftetstes, behaftetstem, behaftetsten, behaftetster)+EW; Z.: be—haf-t-et
behagen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. behagen, wohlfühlen, gefallen (V.), zusagen, angenehm sein (V.); ne. please (V.), suit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 12. Jh. (Das Leben Jesu von Frau Ava); E.: mhd. behagen, sw. V., behagen, mit Freude umgeben (V.), froh machen, würdig dastehen vor, angemessen erscheinen, gefallen (V.), passend sein (V.); mnd. behāgen (1), sw. V., behagen, gefallen (V.), angenehm sein (V.), Gefallen finden an, sich freuen; as. bihagōn*, sw. V. (2), behagen, gefallen (V.); s. nhd. be; mhd. hagen, sw. V., gefallen (V.), behagen; germ. *hagōn, sw. V., behagen; s. idg. *k̑ak-, (*k̑ek-?), V., vermögen, helfen, Pokorny 522 (791/23) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. behagen, hagen, Kluge s. u. behagen, EWD s. u. behagen, DW 1, 1318, DW2 4, 636, Seebold 245, Duden s. u. behagen; Son.: vgl. nndl. behagen, V., behagen; nschw. behaga, V., behagen; nnorw. behage, V., behagen; vgl. ae. gehagia, sw. V. (2), behagen, gefallen (V.), passen; GB.: seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich wohlfühlen oder gefallen (V.) oder zusagen oder angenehm sein (V.); BM.: vermögen?; F.: behagen, behage, behagst, behagt, behagest, behaget, behagte, behagtest, behagten, behagtet, ##behagt, behagte, behagtes, behagtem, behagten, behagter##, behagend, ###behagend, behagende, behagendes, behagendem, behagenden, behagender###, behag+EW; Z.: be—hag-en
$Behagen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Behagen, Wohlgefallen, Wohlgefühl, Behaglichkeit; Vw.: s. Miss-, Wohl-; E.: s. behagen; L.: DW 1, 1318, EWD s. u. behagen, DW2 4, 637; GB.: seit um 1363 belegte und aus behagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Wohlgefallen oder Wohlgefühl oder Behaglichkeit; F.: Behagen, Behagens (1) +EW; Z.: Be—hag-en
$behaglich, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. behaglich, wohlgefällig, angenehm, stattlich, freundlich; E.: s. behag(en), s. lich; L.: Kluge s. u. behagen, DW 1, 1319, EWD s. u. behagen; GB.: seit vor 1190 belegte und aus behag(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wohlgefällig oder angenehm oder stattlich oder freundlich; F.: behaglich, behagliche, behagliches, behaglichem, behaglichen, behaglicher(, behaglichere, behaglicheres, behaglicherem, behaglicheren, behaglicherer, behaglichst, behaglichste, behaglichstes, behaglichstem, behaglichsten, behaglichster)+EW; Z.: be—hag—lich
$Behaglichkeit, Behäglichkeit, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Behaglichkeit, Behagen, Wohlbefinden, Gemütlichkeit; E.: s. behaglich, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1320, EWD s. u. behagen; GB.: seit 1295 belegte und aus behaglich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Behagen oder Wohlbefinden oder Gemütlichkeit; F.: Behaglichkeit, Behaglichkeiten, Behäglichkeit, Behäglichkeiten+EW; Z.: Be—hag—lich—kei-t
$behalten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. behalten, halten, bewahren, bewachen; E.: s. be, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 1, 1321, EWD s. u. halten; GB.: (bihaltan*) seit um 796 belegte und aus be und halten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches halten oder bewahren oder bewachen; F.: behalten, behalte, behältst, behält, behaltet, behaltest, behielt, behieltest, behieltst, behielten, behieltet, ##behalten, behaltene, behaltenes, behaltenem, behaltenen, behaltener##, behaltend, ###behaltend, behaltende, behaltendes, behaltendem, behaltenden, behaltender###, behalt (!)+EW; Z.: be—hal-t-en
$Behälter, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Behälter, Behältnis, Gefäß; E.: s. behalt(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. halten, DW 1, 1324, EWD s. u. halten; GB.: neben älterem Behalter (um achthundertfünf) um 1365 belegte und aus behalt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon vor Sesshaftwerdung zwecks Aufbewahrung von Nahrung entwickeltes und verwendetes Behältnis oder Gefäß; F.: Behälter, Behälters, Behältern (!)+EW; Z.: Be—häl-t-er
$Behältnis, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Behältnis, Behälter, Gefäß; E.: s. behalt(en), s. nis; L.: DW 1, 1324, EWD s. u. halten; GB.: seit um 805 belegte und aus behalt(en) und nis gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon vor Sesshaftwerdung zwecks Aufbewahrung von Nahrung entwickelten und verwendete Behälter oder Gefäß; F.: Behältnis, Behältnisses, Behältnisse, Behältnissen+EW; Z.: Be—häl-t—nis
$behandeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. behandeln, handhaben, mit der Hand umgehen, umsorgen, erörtern; E.: s. be, s. handeln; L.: Kluge s. u. handeln, DW 1, 1325, EWD s. u. handeln; GB.: vor 1150 belegte und aus be und handeln gebildete Bezeichnung für dem Menschen vielleicht schon seit seiner Entstehung mögliches handhaben oder mit der Hand umgehen oder umsorgen oder seit Entwicklung von Sprache mögliches erörtern; F.: behandeln, behandel (!), behandle, behandelst, behandelt, behandelte, behandeltest, behandelten, behandeltet, ##behandelt, behandelte, behandeltes, behandeltem, behandelten, behandelter##, behandelnd, ###behandelnd, behandelnde, behandelndes, behandelndem, behandelnden, behandelnder###, behandel (!)+EW; Z.: be—hand-el-n
$Behandlung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Behandlung, Handhabung, Umsorgung, Erörterung, Darlegung; E.: s. behand(e)l(n), s. ung; L.: DW 1, 1326, EWD s. u. handeln; GB.: seit 1578 belegte und aus behand(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung mögliche Handhabung oder Umsorgung oder seit Entwicklung von Sprache mögliche Erörterung oder Darlegung; F.: Behandlung, Behandlungen+EW; Z.: Be—hand-l-ung
$beharken, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. beharken, mit der Harke bearbeiten, mit der Harke angreifen; E.: s. be, s. Hark(e), s. en (Suff.) L.: fehlt DW, EWD s. u. Harke; GB.: seit 1764 belegte und aus be und Hark(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung der Harke mögliches mit der Harke bearbeiten oder angreifen; F.: beharken, beharke, beharkst, beharkt, beharkest, beharket, beharkte, beharktest, beharkten, beharktet, ##beharkt, beharkte, beharktes, beharktem, beharkten, beharkter##, beharkend, ###beharkend, beharkende, beharkendes, beharkendem, beharkenden, beharkender###, behark (!)+EW; Z.: be—hark-en
$beharren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. beharren, bleiben, bestehen, standhalten; E.: s. be, s. harren; L.: Kluge s. u. harren, DW 1, 1328, EWD s. u. harren; GB.: um 1319 belegte und aus be und harren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliches bleiben oder bestehen oder standhalten; F.: beharren, beharre, beharrst, beharrt, beharrest, beharret, beharrte, beharrtest, beharrten, beharrtet, ##beharrt, beharrte, beharrtes, beharrtem, beharrten, beharrter##, beharrend, ###beharrend, beharrende, beharrendes, beharrendem, beharrenden, beharrender###, beharr (!)+EW; Z.: be—harr-en
$beharrlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. beharrlich, beständig, standhaft, hartnäckig; E.: s. beharr(en), s. lich; L.: Kluge s. u. harren, DW 1, 1329, EWD s. u. harren; GB.: seit 1423 belegte und aus beharr(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliches beständig oder standhaft oder hartnäckig; F.: beharrlich, beharrliche, beharrliches, beharrlichem, beharrlichen, beharrlicher(, beharrlichere, beharrlicheres, beharrlicherem, beharrlicheren, beharrlicherer, beharrlichst, beharrlichste, beharrlichstes, beharrlichstem, beharrlichsten, beharrlichster)+EW; Z.: be—harr-lich
$Beharrlichkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Beharrlichkeit, Beständigkeit, Standhaftigkeit, Hartnäckigkeit; E.: s. beharrlich, s. heit, s. keit; Q.: 1499; L.: DW 1, 1329, EWD s. u. harren; GB.: seit 1499 belegte und aus beharrlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliche Beständigkeit oder Standhaftigkeit oder Hartnäckigkeit; F.: Beharrlichkeit, Beharrlichkeiten (!)+EW; Z.: Be—harr-lich—kei-t
$Beharrungsvermögen, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Beharrungsvermögen, Kraft der Beständigkeit, Standhaftigkeit, Hartnäckigkeit; E.: s. Beharrung, s. s, s. Vermögen; Q.: 1792; L.: fehlt DW, EWD s. u. harren; GB.: seit 1792 belegte und aus Beharrung und s sowie Vermögen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliche Kraft der Beständigkeit oder Standhaftigkeit oder Hartnäckigkeit F.: Beharrungsvermögen+EW; Z.: Be—harr-ung-s—ver—mög-en
$behaupten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. behaupten, durchsetzen, verteidigen, sagen; E.: s. be, s. Haupt, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. behaupten, DW 1, 1330, EWD s. u. behaupten; GB.: (behoubeten) seit 1275-1300 belegte und aus be und Haupt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches durchsetzen oder verteidigen oder sagen; F.: behaupten, behaupte, behauptest, behauptet, behauptete, behauptetest, behaupteten, behauptetet, ##behauptet, behauptete, behauptetes, behauptetem, behaupteten, behaupteter##, behauptend, ###behauptend, behauptende, behauptendes, behauptendem, behauptenden, behauptender###, behaupt (!)+EW; Z.: be—haupt-en
$Behauptung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Behauptung, Durchsetzung, Verteidigung, Ansicht, Meinung; Q.: 1579; E.: s. behaupt(en), s. ung; L.: DW 1, 1331, EWD s. u. behaupten; GB.: seit 1579 belegte und aus behaupt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Durchsetzung oder Verteidigung oder Ansicht oder Meinung; F.: Behauptung, Behauptungen+EW; Z.: Be—haupt-ung
$behausen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. behausen, ansiedeln, beherbergen, bewohnen; E.: s. be, s. hausen; L.: DW 1, 1331, EWD s. u. Haus; GB.: (behūsen) vielleicht seit 1237 belegte und aus be und hausen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches ansiedeln oder beherbergen oder bewohnen; F.: behausen, behause, behausst (!), behaust, behausest, behauset, behauste, behaustest, behausten, behaustet, ##behaust, behauste, behaustes, behaustem, behausten, behauster##, behausend, ###behausend, behausende, behausendes, behausendem, behausenden, behausender###, behaus (!)+EW; Z.: be—hau-s-en
$Behausung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Behausung, Wohnung, Unterkunft, Haus; E.: s. behaus(en), s. ung; L.: DW 1, 1331, EWD s. u. Hausen; GB.: (behūsunge) um 1340 belegte und aus behaus(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Wohnung oder Unterkunft oder Haus; F.: Behausung, Behausungen+EW; Z.: Be—hau-s-ung
Behaviorismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Behaviorismus, Verhaltensforschung; ne. behaviourism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920; I.: Lw. ne. behaviourism; E.: s. ne. behaviourism, N., Behaviorismus, Verhaltensforschung; vgl. ne. behaviour, N., Verhalten; vgl. ae. behabban, sw. V. (3), einschließen, halten, umgeben (V.), umfassen; ae. be, bī̆, Adv., Präp., Präf., bei, an, mit, zu, betreffs; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); ae. habban, sw. V. (3), haben, halten, innehaben, unterhalten (V.) (2), schützen; germ. *habēn, *habǣn, sw. V., haben, halten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, DW2 4, 675, Duden s. u. Behaviorismus; Son.: vgl. nndl. behaviorisme, Sb., Behaviorismus; frz. béhaviorisme, M., Behaviorismus; nschw. behaviorism, Sb., Behaviorismus; nnorw. behaviorisme, M., Behaviorismus; poln. behawioryzm, M., Behaviorismus; lit. biheviorizmas, M., Behaviorismus; GB.: seit 1920 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Verhaltensforschung oder der wissenschaftliche Versuch der Erklärung des Verhaltens von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden; BM.: Verhalten; F.: Behaviorismus+FW; Z.: Be-hav-ior-ism-us
$beheben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. beheben, hinwegheben, aufrechterhalten, behaupten, wegnehmen; E.: s. be, s. heben; L.: Kluge s. u. beheben, DW 1, 1331; GB.: seit 1120/1130 belegte und aus be und heben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinwegheben oder aufrechterhalten oder behaupten oder wegnehmen; F.: beheben, behebe, behebst, behebt, behebest, behebet, behob, behobst, behoben, behobt, behub (!), behubst (!), behuben (!), behubt (!), behöbe, behöbest, behöben, behöbet, behübe (!), behübest (!), behüben (!), behübet (!), ##behoben, behobene, behobenes, behobenem, behobenen, behobener##, behebend, ###behebend, behebende, behebendes, behebendem, behebenden, behebender###, beheb+EW; Z.: be—heb-en
$Behelf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Behelf, Hilfsmittel, Notlösung; Vw.: s. Not-; E.: s. behelf(en); L.: DW 1, 1332, EWD s. u. helfen; GB.: (behelfe) seit um 1230 belegte und mit behelf(en) verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hilfsmittel oder eine Notlösung; F.: Behelf, Behelfes, Behelfs, Behelfe, Behelfen (!)+EW; Z.: Be—hel-f
$behelfen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. behelfen, aushelfen, helfen; E.: s. be, s. helfen; L.: Kluge s. u. helfen, DW 1, 1333, EWD s. u. helfen; GB.: (behelfen) vielleicht seit um 1225 belegte und aus be und helfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aushelfen oder helfen; F.: behelfen, behelfe, behilfst, behilft, behelft, behelfest, behelfet, behalf, behalfst, behalfen, behalft, behülfe, behülfest, behülfen, behülfet, behälfe, behälfest, behälfen, behälfet, beholfen, ##beholfen, beholfene, beholfenes, beholfenem, beholfenen, beholfener##, behelfend, ###behelfend, behelfende, behelfendes, behelfendem, behelfenden, behelfender###, behilf (!)+EW; Z.: be—hel-f-en
behelligen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. behelligen, stören, bemühen, belästigen; ne. bother (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1545; E.: s. nhd. be; Hinterglied s. mhd. hellegen, helligen, sw. V., behelligen“, erschöpfen, ermüden, plagen; von einem spätmhd. hahl, hähl, Adj., trocken, mager, dürr; s. germ. *halla-, *hallaz, Adj., vertrocknet, Heidermanns 275; L.: Kluge 1. A. s. u. helligen, Kluge s. u. behelligen, EWD s. u. behelligen, DW 1, 1335, DW2 4, 687, Duden s. u. behelligen, Bluhme s. u. behelligen; GB.: seit 1545 belegte und aus be und helligen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches stören oder bemühen oder belästigen; BM.: müde machen; F.: behelligen, behellige, behelligst, behelligt, behelligest, behelliget, behelligte, behelligtest, behelligten, behelligtet, ##behelligt, behelligte, behelligtes, behelligtem, behelligten, behelligter##, behelligend, ###behelligend, behelligende, behelligendes, behelligendem, behelligenden, behelligender###, behellig (!)+EW; Z.: be—hel-l-ig-en
$Behelligung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Behelligung, Störung, Bemühung, Belästigung; E.: s. behellig(en), s. ung; L.: DW 1, 1335, EWD s. u. behelligen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus behellig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Störung oder Bemühung oder Belästigung; F.: Behelligung, Behelligungen+EW; Z.: Be—hel-l-ig-ung
$behende, behände, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. behende, geschickt, gewandt, schnell, bereit, nützlich; E.: s. be, s. Hand, s. e; L.: Kluge s. u. behende, DW 1, 1336, EWD s. u. behende; GB.: seit 1185 belegte und aus be und Hand sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Hände mögliches geschickt oder gewandt oder schnell oder bereit oder nützlich; F.: behende, behände+EW; Son.: Adverb tausendsechzig bis tausendachtzig belegt; Z.: be—hend-e
$Behendigkeit, Behändigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Behendigkeit, Geschicktheit, Gewandtheit, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Klugheit; E.: s. behend(e), s. ig. s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1338, EWD s. u. behende, DW2 4, 689; GB.: nach 1193 belegte und aus behend(e) und ig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Geschicktheit oder Gewandtheit oder Schnelligkeit oder Beweglichkeit oder Klugheit; F.: Behendigkeit, Behändigkeit+EW; Z.: Be—hend-ig—kei-t
$beherbergen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. beherbergen, unterbringen, Herberge gewähren, Unterkunft gewähren; E.: s. be, s. Herberg(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Herberge, DW 1, 1339, EWD s. u. Herberge; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus be und Herberg(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches unterbringen oder Herberge gewähren oder Unterkunft gewähren; F.: beherbergen, beherberge, beherbergst, beherbergt, beherbergest, beherberget, beherbergte, beherbergtest, beherbergten, beherbergtet, ##beherbergt, beherbergte, beherbergtes, beherbergtem, beherbergten, beherbergter##, beherbergend, ´###beherbergend, beherbergende, beherbergendes, beherbergendem, beherbergenden, beherbergender###, beherberg (!)+EW; Z.: be—her-ber-g-en
$beherrschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beherrschen, Herr sein (V.), Gewalt ausüben, bestimmen, gebieten; E.: s. be, s. herrschen; L.: DW 1, 1339 (beherschen), EWD s. u. herrschen; GB.: vielleicht seit 1455 belegte und aus be und herrschen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Herr sein (V.) oder Gewalt ausüben oder bestimmen oder gebieten; F.: beherrschen, beherrsche, beherrschst, beherrscht, beherrschest, beherrschet, beherrschte, beherrschtest, beherrschten, beherrschtet, ##beherrscht, beherrschte, beherrschtes, beherrschtem, beherrschten, beherrschter##, beherrschend, ###beherrschend, beherrschende, beherrschendes, beherrschendem, beherrschenden, beherrschender###, beherrsch (!)+EW; Z.: be—her-r-sch-en
$Beherrschung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Beherrschung, Ausüben von Herrschaft; E.: s. beherrsch(en), s. ung; L.: DW 1, 1339 (Beherschung), EWD s. u. herrschen; GB.: vielleicht seit 1470 belegte und aus beherrsch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und vor allem seit den Hochkulturen des Altertums verdichtetes Ausüben von Herrschaft; F.: Beherrschung, Beherrschungen+EW; Z.: Be—her-r-sch-ung
$beherzigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beherzigen, berücksichtigen, beachten; E.: s. be, s. Herz, s. ig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1340, EWD s. u. Herz; GB.: vielleicht seit 1476 belegte und aus be und Herz sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches berücksichtigen oder beachten; F.: beherzigen, beherzige, beherzigst, beherzigt, beherzigest, beherziget, beherzigte, beherzigtest, beherzigten, beherzigtet, ##beherzigt, beherzigte, beherzigtes, beherzigtem, beherzigten, beherzigter##, beherzigend, ###beherzigend, beherzigende, beherzigendes, beherzigendem, beherzigenden, beherzigender###, beherzig (!)+EW; Z.: be-herz-ig-en
$beherzt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. beherzt, mutig, entschlossen, tapfer; E.: s. be, s. Herz, s. t; L.: EWD s. u. Herz, DW 1, 1340 (beherzet); GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus beherz(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entschlossen oder tapfer; F.: beherzt, beherzte, beherztes, beherztem, beherzten, beherzter, (beherztere, beherzteres, beherzterem, beherzteren, beherzterer, beherztest, beherzteste, beherztestes, beherztestem, beherztesten, beherztester)+EW; Z.: be—herz-t
$behexen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. behexen, verhexen, bezaubern; E.: s. be, s. hexen; L.: Kluge s. u. Hexe, DW 1, 1341, EWD s. u. Hexe; GB.: seit vor 1661 belegte und aus be und hexen gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen vielleicht schon vormenschlich mögliches verhexen oder bezaubern; F.: behexen, behexe, behexst (!), behext, behexest, behexet, behexte, behextest, behexten, behextet, ##behext, behexte, behextes, behextem, behexten, behexter##, behexend, ###behexend, behexende, behexendes, behexendem, behexenden, behexender###, behex (!)+EW; Z.: be—hex-en
$behindern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. behindern, hindern, stören, beeinträchtigen; E.: s. be, s. hindern; L.: Kluge s. u. hindern, DW 1, 1341, EWD s. u. hindern; GB.: vielleicht seit 1374 belegte und aus be und hindern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hindern oder stören oder beeinträchtigen; F.: behindern, behindere, behinder (!), behinderst, behindert, behinderte, behindertest, behinderten, behindertet, behindert, behinderte, behindertes, behindertem, behinderten, behinderter##, behindernd, ###behindernd, behinderndes, behinderndem, behindernden, behindernder###, behinder (!)+EW; Z.: be—hi-n-d-er-n
Behörde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Behörde, öffentliche Dienststelle mit bestimmten Amtsgeschäftten, Amt; ne. authority, administration; Vw.: -; Hw.: s. Zubehör, gehören; Q.: 1670 (Grimmelshausen); E.: aus dem Nd.; s. mhd. behœren, sw. V., gehören zu, zugehören; s. nhd. be, hören; L.: Kluge 1. A. s. u. Behörde, Kluge s. u. Behörde, DW 1, 1342, EWD s. u. Behörde, DW2 4, 703, Duden s. u. Behörde; GB.: seit 1670 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete öffentliche Dienststelle mit bestimmten Amtsgeschäften; BM.: zugehören; F.: Behörde, Behörden+EW; Z.: Be—hö-r-d-e
$behördlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. behördlich, Behörde betreffend; E.: s. Behörd(e), s. lich; L.: DW 1, 1342, EWD s. u. Behörde; GB.: seit 1875 belegte und aus Behörd(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Behörde (staatliche oder kommunale Dienststelle) betreffend; Q.: 1875; F.: behördlich, behördliche, behördliches, behördlichem, behördlichen, behördlicher+EW; Z.: be—hör-d—lich
$behördlicherseits, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. behördlicherseits; Q.: 1886; E.: s. behördlich, s. er, s. seits; L.: fehlt DW, EWD s. u. Behörde; GB.: seit 1886 belegte und aus behördlich und er sowie seits gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Behörde (öffentliche Dienststelle) betreffend; F.: behördlicherseits+EW; Z.: be—hör-d—lich-er—sei-t-s
Behuf, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Behuf, Nutzen (M.), Vorteil, Zweck; ne. behoof, purpose (N.), advantage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Sächsische Weltchronik); E.: s. mhd. behuof, behūf, st. M., Behuf, Geschäft, Gewerbe, Zweck, Absicht, Vorteil; mnd. behōf, F., N., Behuf, Nutzen (M.), Bedarf; s. nhd. be..., heben; L.: Kluge 1. A. s. u. Behuf, Kluge s. u. Behuf, DW 1, 1343, EWD s. u. Behuf, DW2 4, 705, Duden s. u. Behuf; Son.: vgl. afries. bihōf*, st. M. (a), Nutzen (M.), Vorteil, Bedarf; ae. behōf, st. N. (a), Behuf, Nutzen (M.), Not, Mangel (M.); nndl. behoeve, Sb., Behuf, Vorteil; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus be und heb(en) gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Nutzen oder Vorteil oder Zweck einer Gegebenheit; BM.: ?; F.: Behuf, Behufs, Behufes, Behufe (!), Behufen (!)+EW; Z.: Be—huf
$behufs, nhd., Präp., Adv., (19. Jh.?): nhd. behufs, zwecks, wegen; E.: s. Behuf, s. s; L.: Kluge s. u. Behuf, DW 1, 1344, EWD s. u. Behuf; GB.: seit 1801 belegte und aus Behuf und s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zwecks oder wegen; F.: behufs+EW; Z.: be-huf-s
behumpsen, behumsen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. behumpsen, behumsen, hereinlegen, übervorteilen, benachteiligen; ne. frame (V.), dupe (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: zu einem ostmitteldeutschen humpsen, humsen, sw. V., stehlen; vielleicht von humpeln?; L.: Kluge s. u. behum(p)sen, fehlt DW, Duden s. u. behumpsen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Ostmitteldeutschen aufgenommene sowie aus be und humpsen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hereinlegen oder übervorteilen oder benachteiligen; BM.: ?; F.: behumpsen, behumpse, behumpst, behumpsest, behumpset, behumpste, behumpstest, behumpsten, behumpstet, ##behumpst, behumpste, behumpstes, behumpstem, behumpsten, behumpster##, behumpsend, ###behumpsend, behumpsende, behumpsendes, behumpsendem, behumpsenden, behumpsender###, behumps (!), behumsen, behumse, behumst, behumsest, behumset, behumste, behumstest, behumsten, behumstet, ##behumst, behumste, behumstes, behumstem, behumsten, behumster##, behumsend, ###behumsend, behumsende, behumsendes, behumsendem, behumsenden, behumsender###, behums (!)+EW; Z.: be—hu-mp-s-en
behumsen, nhd., sw. V.: nhd. behumsen; Vw.: s. behumpsen
$behüten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. behüten, bewahren, beachten; E.: s. be, s. hüten; L.: Kluge s. u. Hut 2, EWD s. u. hüten; GB.: (bihuoten*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und hüten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bewahren oder beachten; F.: behüten, behüte, behütest, behütet, behütete, behütetest, behüteten, behütetet, ##behütet, behütete, behütetes, behütetem, behüteten, behüteter##, behütend, ###behütend, behütende, behütendes, behütendem, behütenden, behütender###, behüt (!)+EW; Z.: be—hüt-en
bei, nhd., Adv., Präp., (8. Jh.): nhd. bei, beinahe, nahe, an, neben; ne. by, near (Präp.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bī, Adv., Präp., bei, zusammen mit, an, auf, zu, wegen, vermittelst, durch, binnen, unter, aus, von; mnd. bi, Präp., Adv., bei, dabei, an, in, während, gegen, ungefähr; mnl. bī, bi, Adv., bei; ahd. bī, bi, Adv., Präp., Präf., bei, auf, an, in, wegen, nahe, zu, anstatt, für; as. bi, bī, be, Präf., Präp., bei, an, durch, mittels, mit, in, wegen; anfrk. bi, Präp., bei; anfrk. be, Präp., bei; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); oder von idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323? (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bei, Kluge s. u. bei, DW 1, 1346, EWD s. u. bei, DW2 4, 709, EWAhd 2, 1, Falk/Torp 270, Duden s. u. bei, Bluhme s. u. bei; Son.: vgl. afries. bī̆, Adv., Präp., bei, nach, gemäß; saterl. bi, Adv., Präp., bei; ae. be, bī̆, Präp., um ... herum (auf einer Runeninschrift); got. bi, Präp., Präf., um, herum, an, in, innerhalb, inbetreff, gemäß; nndl. bij, Präp., bei; vgl. ai. abhi-, Präf., auf ... zu; ai. abhí, Präp., zu; apers. abiy, Präf., zu, be...; ksl. obъ, Präverb, um..., be...; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Fürwort) für eine wohl vor allem dem Menschen hilfreiche und eine Nähe ausdrückende sachlich örtliche Bestimmung; BM.: Nähe; F.: bei, beim+EW; Z.: bei
Beichte, Beicht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Beichte, Beicht, Bekenntnis; ne. confession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); I.: Lüs.? lat. confessio; E.: mhd. bīhte, bigiht, bigihte, begihte, pīhte, pīgihte, bīht, st. F., Bekenntnis, Beichte, Feststellung, Erklärung, Aussage, Zeugnis; mhd. bicht, bichte, F., Beichte; mnd. bicht, bichte, F., Beichte; ahd. bigiht, bīgiht, bijiht*, st. F. (i), Aussage, Bekenntnis, Geständnis; anfrk. bigihte*, bigiht*?, begihti*, begiht*?, st. F. (i), Bekenntnis, Beichte; Vorderglied s. nhd. bei; Hinterglied s. germ. jehti-, jehtiz, st. F. (i), Aussage, Bekenntnis; vgl. idg. i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beichte, Kluge s. u. Beichte, DW 1, 1359, 1360, EWD s. u. Beichte, DW2 4, 733, EWAhd 2, 32, Seebold 286, Duden s. u. Beichte, Bluhme s. u. Beichte; Son.: s. as. bīgihto, bijihto, sw. M. (n), Beichte, Gelübde, Bekenntnis, Gelöbnis; vgl. afries. bijechte, bichte*, biekte, F., N., Beichte, Geständnis; nndl. biecht, Sb., Beichte; nschw. bikt, Sb., Beichte; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und wohl nach lat. confessio aus bi und giht gebildete und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliche christliche Bekenntnis (von Sünden); BM.: sprechen; F.: Beichte, Beicht (!), Beichten+EW; Z.: Be-ich-t-e
$beichten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. beichten, bekennen, zugeben, einräumen; E.: seit 1190-1195 belegte und nach lat. confiteri aus Beicht(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums mögliches bekennen oder zugeben oder einräumen; L.: Kluge s. u. Beichte, DW 1, 1360, EWD s. u. Beichte; F.: beichten, beichte (!), beichtest, beichtet, beichtete, beichtetest, beichteten, beichtetet, gebeichtet, ##gebeichtet, gebeichtete, gebeichtetes, gebeichtetem, gebeichteten, gebeichteter##, beichtend, ###beichtend, beichtende, beichtendes, beichtendem, beichtenden, beichtender###, beicht (!)+EW; Z.: be-ich-t-en
$Beichtgeheimnis, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Beichtgeheimnis; Q.: 1744; E.: s. Beicht(e), s. Geheimnis; L.: fehlt DW, EWD s. u. Beichte; GB.: seit 1744 belegte und aus Beicht(e) und Geheimnis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums und der Beichte mögliches Geheimnis der von dem Christen dem Beichtvater mitgeteilten und anvertrauten Inhalte der Beichte; F.: Beichtgeheimnis, Beichtgeheimnisse, Beichtgeheimnissen+EW; Z.: Be-ich-t—ge-hei-m-nis
$Beichtiger, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Beichtiger, Beichtvater; E.: s. beichtig, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Beichte, DW 1, 1360, EWD s. u. Beichte; GB.: (bīhtigære) seit um 1150 belegte und nach lat. confessor aus beichtig und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums und der Beichte möglichen ein Bekenntnis eines Gläubigen anhörenden Beichtvater; F.: Beichtiger, Beichtigers, Beichtigern (!)+EW; Z.: Be-ich-t-ig-er
$Beichtkind, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Beichtkind, Beichtender; Q.: um 1451; L.: DW 1, 1361, EWD s. u. Beichte; GB.: um 1451 belegte und aus Beicht(e) und Kind gebildete Bezeichnung für den wohl nach lateinischem Vorbild als Kind der Kirche verstandenen dem Beichtvater oder Beichtiger bekennenden Beichtenden; F.: Beichtkind, Beichtkindes, Beichtkinds, Beichtkinder, Beichtkindern+EW; Z.: Be-ich-t—kin-d
$Beichtsiegel, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Beichtsiegel; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. Beicht(e), s. Siegel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Beichte; GB.: vielleicht seit Mitte 17. Jh. belegte und wohl nach lateinischem Vorbild aus Beicht(e) und Siegel gebildete Bezeichnung für das Siegel der Verschwiegenheit des Beichtvaters für den Inhalt der Beichte eines Gläubigen; F.: Beichtsiegel, Beichtsiegels, Beichtsiegeln (!)+EW+FW; Z.: Be-ich-t—sieg-el
$Beichtvater, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Beichtvater, Beichtiger; Q.: 1317; E.: s. Beicht(e), s. Vater; L.: DW 1, 1361, EWD s. u. Beichte, DW2 4, 739; GB.: seit 1317 belegte und wohl nach lateinischem Vorbild aus Beicht(e) und Vater gebildete Bezeichnung für den in dem Christentum die Beichte eines Gläubigen (Beichtkind) abnehmenden Geistlichen (Beichtigers); F.: Beichtvater, Beichtvaters, Beichtväter, Beichtvätern+EW; Z.: Be-ich-t—vat-er
beide, nhd., Pron., Adj., Num., (8. Jh.): nhd. beide, alle zwei; ne. both; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. beide, bēde, Indef.-Pron., Num.-Adj., beide, jeder von zweien; mnd. bêde, beide, Adv., beide; mnl. beide, Pron., beide; ahd. beide, bēde, Pron.-Adj., beide; as. bêthia*, bêthea, bêthiu*, Adj., beide; anfrk. -; s. germ. *bai-, Adj., beide; idg. *ambʰōu, *ambʰō, Adj., beide, Pokorny 34; L.: Kluge 1. A. s. u. beide, Kluge s. u. beide, DW 1, 1361, EWD s. u. beide, DW2 4, 739, EWAhd 1, 513, Duden s. u. beide; Son.: vgl. afries. bêthe, Adj., beide; nfries. beyde, beyd, Adj., beide; ae. -; an. bæði, N. Pl., beide; got. -; nndl. beide, Adj., Pron., beide; nschw. båda, Adj., Pron., beide; nisl. bæði, Pron., Adj., beide; ? ai. ubhāu, Adj., beide; ? av. uwa-, Adj., beide; gr. ἄμφω (ámphō), Adv., beide; lat. ambō, Adj., beide; ? ksl. oba, Adj., beide; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zwei (Gegebenheiten betreffend); BM.: ?; F.: beide, beides, beiden, beidem, beider (!)+EW; Z.: bei-d-e
$beiderseitig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. beiderseitig, gegenseitig, zweiseitig; Q.: 1636; E.: s. beide, s. r, s. seitig; L.: DW 1, 1366, EWD s. u. beide; GB.: seit 1636 belegte und aus beide und r sowie seitig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zwei Gegebenheiten betreffend oder zwei Seiten betreffend; F.: beiderseitig, beiderseitige, beiderseitiges, beiderseitigem, beiderseitigen, beiderseitiger+EW; Z.: bei-d-er—sei-t-ig
$beiderseits, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. beiderseits, auf beiden Seiten; E.: s. beide, s. r. s. seits; L.: DW 1, 1366, EWD s. u. beide, DW2 4, 743; GB.: seit nach 1190 belegte und aus beide und r sowie seits gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches auf beiden Seiten; F.: beiderseits+EW; Z.: bei-d-er—sei-t-s
Beiderwand, nhd. (ält.), F., N., (15. Jh.): nhd. Beiderwand, ein Stoff; ne. a fabric (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. beiderwant, beyderwant, beydelwant, beyerwant, beyelwant, beygelwant, F., Gewebe aus Wolle und Garn, Beiderwand; nhd. beide; Hinderglied s. mhd. want, st. F., Wand, Mauer, Seite, Tuchseite, Seitenfläche; ahd. want, st. F. (i), Wand, Mauer; germ. *wandi-, *wandiz, st. F. (i), Geflecht, Wand; s. idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Beiderwand, DW 1, 1366, Duden s. u. Beiderwand, Duden s. u. Beiderwand; Son.: vgl. nschw. beiderwand, Sb., Beiderwand; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus beide und r sowie Wand gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes grobes und auf beiden Seiten gleich aussehendes Gewebe aus Leinen und Wolle; BM.: beidseitig; F.: Beiderwand, Beiderwands, Beiderwandes (!)+EW; Z.: Bei-d-er-wa-nd
$beidseitig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. beidseitig, zwei Seiten aufweisend; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. beid(e), s. seitig; L.: fehlt DW, EWD s. u. beide; GB.: seit 1667 belegte und aus beid(e) und seitig gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches zwei Seiten aufweisend; F.: beidseitig, beidseitige, beidseitiges, beidseitigem, beidseitigen, beidseitiger+EW; Z.: bei-d—sei-t-ig
beiern, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. beiern, mit dem Klöppel an die Glocke schlagen; ne. clang (V.) the bell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh./18. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnl. beieren, V., beiern, mit dem Klöppel an die Glocke schlagen; mnl. baiaert, Sb., Glockenspiel; wohl von afrz. baier, V., anschlagen (der Hunde), läuten; L.: Kluge s. u. beiern, DW 1, 1368, DW2 4, Duden s. u. beiern; Son.: vgl. nndl. baieren, V., beiern, mit dem Klöppel an die Glocke schlagen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Glocken mögliches mit dem Klöppel an die Glocke schlagen; BM.: schlagen; F.: beiern, beiere, beierst, beiert, beierte, beiertest, beierten, beiertet, gebeiert, ##gebeiert, gebeierte, gebeiertes, gebeiertem, gebeierten, gebeierter##, beiernd, ###beiernd, beiernde, beierndes, beierndem, beiernden, beiernder###, beier (!)+FW; Z.: bei-er-n
$Beifall, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Beifall, Klatschen mit den Händen als Zeichen einer Zustimmung oder Unterstützung oder Begeisterung; E.: s. bei, s. Fall; L.: Kluge s. u. Beifall, DW 1, 1368, EWD s. u. Beifall; GB.: vielleicht seit 1354 belegte und wohl nach lat. applausus aus bei und Fall gebildete Bezeichnung für das sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen mögliche Klatschen mit den Händen als Zeichen einer Zustimmung oder Unterstützung oder Begeisterung; F.: Beifall, Beifalls, Beifalles+EW; Z.: Bei—fall
$beifallen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. beifallen, abfallen, beipflichten; E.: s. bei, s. fallen; L.: DW 1, 1368, EWD s. u. Beifall, DW2 4, 750; GB.: (bīvallen) seit Ende 13. Jh. belegte und aus bei und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abfallen oder beipflichten; F.: beifallen, falle (!) bei, fällst bei, fällt bei, fallen bei, fallt bei, fallest bei, fallet bei, fiel bei, fielst bei, fielen bei, fielt bei, fielest bei, fielet bei, beigefallen, ##beigefallen, beigefallene, beigefallenes, beigefallenem, beigefallenen, beigefallener##, beifallend, ###beifallend, beifallende, beifallendes, beifallendem, beifallenden, beifallender###, beizufallen, ####beizufallen, beizufallend, beizufallende, beizufallendes, beizufallendem, beizufallenden, beizufallender####, fall (!) bei +EW; Z.: bei—fall-en
$beifällig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. beifällig, behilflich, unterstützend, zusätzlich; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Beifall, s. ig; L.: DW 1, 1370, EWD s. u. Beifall; GB.: vielleicht seit um 1480 belegte und aus Beifall und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches behilflich oder unterstützend oder zusätzlich; F.: beifällig, beifällige, beifälliges, beifälligem, beifälligen, beifälliger, (beifälligere, beifälligeres, beifälligerem, beifälligeren, beifälligerer, beifälligst, beifälligste, beifälligstes, beifälligstem, beifälligsten, beifälligster)+EW; Z.: bei—fäll-ig
$Beifallsbezeugung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Beifallsbezeugung, Beifallsbekundung, Zustimmung; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Beifall, s. s, s. Bezeugung; L.: DW 1, 1370, EWD s. u. Beifall; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Beifall und s sowie Bezeugung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums oder auch schon seit Entstehung des Menschen mögliche Bekundung von Beifall oder Zustimmung; F.: Beifallsbezeugung, Beifallsbezeugungen+EW; Z.: Bei—fall-s—be—zeu-g-ung
Beifuß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Beifuß, Artemisia; ne. mugwort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: s. mhd. bīvuoz, bīfuoz*, st. M., Beifuß; mnd. bībōt, M., Beifuß; mnl. bivoet, Sb., Beifuß; mnd. bīvōt, M., Beifuß; ahd. bībōz*, st. M. (a?, i?), Beifuß, Melone, Rübe; as. -; anfrk. -; Etymologie ungeklärt, Vorderglied vielleicht s. nhd. bei; Hinterglied vielleicht von germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beifuß, Kluge s. u. Beifuß, DW 1, 1370 (Beifusz), EWD s. u. Beifuß, DW2 4, 754 (Beifusz), EWAhd 2, 15, Duden s. u. Beifuß; Son.: vgl. nndl. bijvoet, Sb., Beifuß; die Umdeutung zu Beifuß vielleicht in Anlehnung an den antiken Glauben dass ein angebundener Beifuß vor Müdigkeit auf der Reise schützen könne; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und in der Etymologie ungeklärte sowie vielleicht aus bei und dem für das Germanische erschlossenen bautan sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: zerstoßen (V.)?; F.: Beifuß, Beifußes+EW; Z.: Bei—fuß
$Beigabe, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Beigabe, Zugabe, Beilage; E.: s. bei, s. Gabe; L.: DW 1, 1371, EWD s. u. geben; GB.: seit 1792 belegte und (vielleicht nach lat. additāmentum) aus bei und Gabe gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Gaben des Menschen mögliche Zugabe oder Beilage; F.: Beigabe, Beigaben+EW; Z.: Bei—gab-e
beige, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. beige, hellbraun, sandfarben, naturfarben; ne. beige (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1880 (Amtsblatt Zürich); I.: Lw. frz. beige; E.: s. frz. beige, Adj., sandfarben, ungefärbt; vielleicht von lat. baeticus, Adj., bätisch, aus der Provinz Baetica stammend, am Bätis befindlich; vgl. lat. Baetis, Betis, M.=FlN, Bätis (Hauptfluss der Baetica), Guadalquivir; weitere Herkunft unklar?, Hisp.?; oder von lat. biiugus, Adj., zweispännig, zusammengespannt, doppelt; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iugum, N., Joch, Kummet, Gespann, Juchert, Steuerhufe; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. beige, fehlt DW?, EWD s. u. beige, DW2 4, 755, Duden s. u. beige, Gamillscheg 99a; Son.: vgl. nndl. beige, Adj., beige; nschw. beige, Adj., beige; nnorw. beige, Adj., beige; poln. beżowy, Adj., beige; nir. béas, Adj., beige; GB.: seit 1880 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl unklare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hellbraun oder sandfarben oder naturfarben; BM.: von der Wolle aus der Baetica?, gemischte Farben?; F.: beige, beigen, beigem, beiger, beiges (!)+FW; Z.: bei-g-e
Beige, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Beige (F.), Haufe, Haufen, Stapel; ne. pile (N.), stack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bīge, pīge, st. F., aufgeschichteter Haufe, aufgeschichteter Haufen, Beige (F.); ahd. bīga*, st. F. (ō), Haufe, Haufen; vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117? (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Beige, Kluge s. u. Beige, DW 1, 1371, DW2 4, 755, EWAhd 2, 29, Duden s. u. Beige; GB.: (bīga) seit Anfang 9. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen aufgeschichteten Haufen oder Stapel einer Menge gleicher Dinge; BM.: spalten?; F.: Beige, Beigen (!)+EW?; Z.: Bei-g-e
$beigeben, nhd., st. V., (15. Jh.?): nhd. beigeben, mitgeben, hinzugeben, hinzufügen; E.: s. bei, s. geben; L.: DW 1, 1371, EWD s. u. geben; GB.: um 1450 belegte und aus bei und geben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mitgeben oder hinzugeben oder hinzufügen; F.: beigeben, gebe bei, gibst bei, gibt bei, gebt bei, gebest bei, gebet bei, gab bei, gabst bei, gaben bei, gabt bei, gäbe bei, gäbest bei, gäben bei, gäbet bei, beigegeben, ##beigegeben, beigegebene, beigegebenes, beigegebenem, beigegebenen, beigegebener##, beigebend, ###beigebend, beigebende, beigebendes, beigebendem, beigebenden, beigebender###, beizugeben, ###beizugeben, beizugebend, beizugebende, beizugebendes, beizugebendem, beizugebenden, beizugebender####, gib bei (!)+EW; Z.: bei—geb-en
$beigen, nhd. (ält.), sw. V., (?): nhd. beigen, stapeln, Holz aufsetzen; E.: s. Beig(e), s. en; L.: Kluge s. u. Beige, DW 1, 1372; F.: beigen (!), beige (!), beigst, beigt, beigest, beiget, beigte, beigtest, beigten, beigtet, gebeigt, ##gebeigt, gebeigte, gebeigtes, gebeigtem, gebeigten, gebeigter##, beigend, ###beigend, beigende, beigendes, beigendem, beigenden, beigender###, beig (!)+EW?; Z.: bei-g-en
Beil, nhd., M., N., (9. Jh.): nhd. Beil, Axt; ne. hatchet, axe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 817? (Glosse); E.: mhd. bīhel, bīel, pīel, bīl, bīle, st. N., Beil, Axt; mnd. bīl, bîl, N., Beil, Axt; mnl. bijl, M., Beil; ahd. bīhal, st. N. (a), Beil, Axt; as. bil* (1), st. N. (ja), Beil, Schwert, Streitaxt; anfrk. -; germ. *biþla-, *biþlam, st. N. (a), Haueisen, Beil?; s. idg. *bitlō, Sb., Beil; vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Beil, Kluge s. u. Beil, EWD s. u. Beil, DW 1, 1377, DW2 4, 764, EWAhd 2, 35, Falk/Torp 269, Duden s. u. Beil, Bluhme s. u. Beil; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bīldr, st. M. (a), Aderlassmesser; got. -; nndl. bijl, Sb., Beil; air. bíail, M., Bail; kymr. bwyall, bwyell, F., Axt; GB.: (bīhal) vielleicht seit 817 belegte Bezeichnung für eine seit der Mittelsteinzeit von dem Menschen entwickelte kleine einhändig verwendete Axt (in der Archäologie hat das Beil in dem Unterschied zu der Axt kein Schaftloch sondern ist an den Schaft angebunden oder an den Schaft eingeklemmt); BM.: schlagen; F.: Beil, Beils, Beiles, Beile, Beilen+EW; Z.: Bei-l
$Beilage, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Beilage, Beigabe, Beitrag, Zusatz; E.: s. bei, s. Lage; L.: DW 1, 1377, EWD s. u. legen; GB.: seit 1468 belegte und aus bei und Lage gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Beigabe oder einen Beitrag oder Zusatz; F.: Beilage, Beilagen (!)+EW; Z.: Bei—lag-e
$beiläufig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. beiläufig, mitlaufend, nebensächlich; E.: s. bei, s. läufig; L.: Kluge s. u. beiläufig, DW 1, 1377, EWD s. u. laufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus bei und lauf(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches mitlaufend oder nebensächlich; F.: beiläufig, beiläufige, beiläufiges, beiläufigem, beiläufigen, beiläufiger(, beiläufigere, beiläufigeres, beiläufigerem, beiläufigeren, beiläufigerer, beiläufigst, beiläufigste, beiläufigstes, beiläufigstem, beiläufigsten, beiläufigster)+EW; Z.: bei—läufi-g
$beilegen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beilegen, hinzulegen; E.: s. bei, s. legen; L.: Kluge s. u. beilegen, legen, DW 1, 1378, EWD s. u. legen; GB.: (bīlegen) seit Mitte 13. Jh. belegte und aus bei und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinzulegen; F.: beilegen, lege bei, legst bei, legt bei, legest bei, leget bei, legte bei, legtest bei, legten bei, legtet bei, beigelegt, ##beigelegt, beigelegte, beigelegtes, beigelegtem, beigelegten, beigelegter##, beilegend, ###beilegend, beilegende, beilegendes, beilegendem, beilegenden, beilegender###, beizulegen, ###beizulegen, beizulegend, beizulegende, beizulegendes, beizulegendem, beizulegenden, beizulegender###, leg (!) bei+EW; Z.: bei—leg-en
$beileibe, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. beileibe, wirklich, unbedingt; E.: s. bei, s. Leib, s. e; L.: Kluge s. u. beileibe, fehlt DW (Hinweis auf DW 1, 1351), EWD s. u. Leib; GB.: seit 1522 belegte und aus bei und Leib und e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wirklich oder unbedingt; F.: beileibe+EW; Z.: bei—lei-b-e
$Beileid, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Beileid, Mitleid, Mitgefühl, Anteilnahme; E.: s. bei, s. Leid; Q.: 1631/1632 (Fleming); L.: DW 1, 1379, EWD s. u. Leid; GB.: seit 1631/1632 belegte und aus bei und Leid gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Mitleid oder Mitgefühl oder Anteilnahme; F.: Beileid, Beileids, Beileides; Z.: Bei—lei-d
$beilen, nhd., sw. V.: nhd. beilen, stellen; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. beilen, DW 1, 1379?; GB.: seit dem Mittelhochdeutschen belegte und vielleicht mit beben verbindbare Bezeichnung für sachlich möglicherweise schon früher belegte Bezeichnung für Wild durch Hunde zu einem Stehen bringen oder stellen; F.: beilen (!), beile (!), beilst, beilt, beilest, beilet, beilte, beiltest, beilten, beiltet, gebeilt, ##gebeilt, gebeilte, gebeiltes, gebeiltem, gebeilten, gebeilter##, beilend, ###beilend, beilende, beilendes, beilendem, beilenden, beilender###, beil (!)+EW; Z.: bei-l-en
Bein, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Bein, Knochen, beinartiger Gegenstand; ne. bone (N.), leg; Vw.: s. Eis-, Elfen-, Schien-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. bein (1), pein, st. N., Knochen, Würfel, Bein, Schenkel, Knie, Gebein; mnd. bēn (1), bēin, bein, N., Bein, Knochen, Sehne, Ader; mnl. been, N., Bein, Knochen; ahd. bein, st. N. (a), Bein, Gebein, Knochen; as. bên*, st. N. (a), Bein, Knochen; anfrk. *bēn?, st. N. (a), Bein; germ. *baina-, *bainaz, st. M. (a), Knochen, Bein; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117? (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bein, Kluge s. u. Bein, DW 1, 1381, EWD s. u. Bein, DW2 4, 777, EWAhd 1, 515, Duden s. u. Bein, Falk/Torp 257, Bluhme s. u. Bein; Son.: vgl. afries. bên, st. N. (a), Bein, Knochen; nnordfries. bien; ae. bān, st. N. (a), Bein, Knochen; an. bein, st. N. (a), Bein, Knochen, Oberschenkel; got. -; nndl. been, Sb., Bein, Knochen; nschw. ben, N., Bein, Knochen; nnorw. ben, N., Bein, Knochen; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den seit der Entstehung des Menschen zu dem Stehen und zu dem Laufen dienenden unteren Körperteil höherer Tiere und einen Knochen sowie für einen beinartigen Teil eines Gegenstands wie etwa eines Tisches ; BM.: schlagen?; F.: Bein, Beins, Beines, Beine, Beinen (!)+EW; Z.: Bei-n
$beinahe, beinah, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. beinahe, fast; E.: s. bei, s. nahe; L.: Kluge s. u. beinahe, DW 1, 1385, EWD s. u. nahe; GB.: seit um 1215 belegte und aus bei und nahe gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches fast; F.: beinahe, beinah+EW; Z.: bei—nah-e
$beinern, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. beinern, knöchern; Vw.: s. elfen-; E.: s. Bein, s. er, s. (e)n (Suff.) ; L.: Kluge s. u. Bein, EWD s. u. Bein; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Bein und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für Bein betreffend oder knöchern; F.: beinern, beinerne, beinernes, beinernem, beinernen, beinerner (!)+EW; Z.: bei-n-ern
$beinhalten, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. beinhalten, enthalten (V.), Inhalt haben; E.: s. be, s. Inhalt, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Inhalt, fehlt DW; GB.: seit 1846 belegte und aus be und Inhalt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches enthalten oder Inhalt haben; F.: beinhalten, beinhalte, beinhaltest, beinhaltet, beinhaltete, beinhaltetest, beinhalteten, beinhaltetet, ##beinhaltet, beinhaltete, beinhaltetes, beinhaltetem, beinhalteten, beinhalteter##, beinhaltend, ###beinhaltend, beinhaltende, beinhaltendes, beinhaltendem, beinhaltenden, beinhaltender###, beinhalt (!)+EW; Z.: be—in—hal-t-en
$beinig, nhd., Adj., (13. Jh..): nhd. beinig, Bein habend, Bein betreffend; E.: s. Bein, s. ig; L.: Kluge s. u. Bein, DW 1, 1387, EWD s. u. Bein; GB.: seit um 1261 belegte und aus Bein und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Bein habend oder Bein betreffend; F.: beinig, beinige, beiniges, beinigem, beinigen, beiniger (!)+EW; Z.: bei-n-ig
$Beinkleid, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Beinkleid, Hose, Beinling; E.: s. Bein, s. Kleid; L.: DW 1, 1387, EWD s. u. Kleid; GB.: seit 1546 belegte und aus Bein und Kleid gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Zivilisation und Kultur des Menschen mögliche Bekleidung des Beines oder Hose; F.: Beinkleid, Beinkleides, Beinkleids, Beinkleider, Beinkleidern (!)+EW; Z.: Bei-n—kleid
$Beinling, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Beinling, Hose, Beinharnisch; E.: s. Bein, s. ling; L.: DW 1, 1387, EWD s. u. Bein; GB.: (beinlinc) seit um 1387 belegte und aus Bein und ling gebildete für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Zivilisation und Kultur des Menschen mögliche Bekleidung des Beines oder Hose oder Beinharnisch; F.: Beinling, Beinlings, Beinlinges (!), Beinlinge, Beinlingen (!)+EW; Z.: Bei-n—ling
Beinwell, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Beinwell, ein Heilkraut; ne. comfrey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. beinwelle, F., große Wallwurz, Beinwell; mnd. bēnwelle, beinwelle, bênwelle, F.?, Beinwell, Schwarzwurz (eine Heilpflanze); s. ahd. beinwella, beinwalla, F., Beinwell, Wallwurz; as. -; anfrk. -; Vorderglied s. nhd. Bein; Hinterglied von einem Verb wallen, sw. V., zusammenwachsen, heilen; vielleicht s. ahd. wellan*, st. V. (3b), wälzen, drehen, herumrollen; germ. *wellan, st. V., wallen (V.) (1); idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Beinwell, DW 1, 1389, DW2 4, 791, EWAhd 1, 520, Duden s. u. Beinwell; GB.: seit Anfang 12. Jh. belegte und aus Bein und wall(en) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche und weitverbreitete Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse mit schmerzstillender und entzündungshemmender Wirkung (Heilkraut); BM.: heilende Kraft bei Knochenbrüchen; F.: Beinwell, Beinwells+EW; Z.: Bei-n—wel-l
$beipflichten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. beipflichten, zustimmen, beistehen; E.: s. bei, s. Pflicht, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1389, EWD s. u. Pflicht; GB.: seit 1466 belegte und aus bei und Pflicht sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zustimmen oder beistehen; F.: beipflichten, pflichte bei, pflichtest bei, pflichtet bei, pflichtete bei, pflichtetest bei, pflichteten bei, pflichtetet bei, beigepflichtet, ##beigepflichtet, beigepflichtete, beigepflichtetes, beigepflichtetem, beigepflichteten, beigepflichteter##, beipflichtend, ###beipflichtend, beipflichtende, beipflichtendes, beipflichtendem, beipflichtenden, beipflichtender###, beizupflichten, ####beizupflichten, beizupflichtend, beizupflichtende, beizupflichtendes, beizupflichtendem, beizupflichtenden, beizupflichtender####, pflichte (!) bei +EW; Z.: bei—pflicht-en
$beirren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beirren, verwirren, beunruhigen; E.: s. be, s. irren; L.: DW 1, 1390, EWD s. u. irr; GB.: seit 1618 belegte und aus be und irren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwirren oder beunruhigen; F.: beirren, beirre, beirrst, beirrt, beirrest, beirret, beirrte, beirrtest, beirrten, beirrtet, ##beirrt, beirrte, beirrtes, beirrtem, beirrten, beirrter##, beirrend, ###beirrend, beirrende, beirrendes, beirrendem, beirrenden, beirrender###, beirr (!)+EW; Z.: be-irr-en
Beisasse, Beisass, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Beisasse, Stadtbewohner ohne Grundeigentum; ne. citizen without full civil rights; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1400; E.: s. mhd. bīsezze (1), bīsæzze, sw. M., „Beisasse“, Einwohner; Vorderglied s. nhd. bei, sitzen; L.: Kluge s. u. Beisasse, DW 1, 1390 (Beisasz), DW2 4, 798, Duden s. u. Beisasse; GB.: ((bīsāze) seit 1400 belegte und sachlich wohl seit Entwicklung des Bürgerrechts mögliche sowie aus bei und Sasse gebildete Bezeichnung für einen Menschen der innerhalb einer mittelalterlichen Stadt ohne Bürgerrecht oder Grundeigentum lebte; BM.: beisitzen; F.: Beisasse, Beisassen (!)+EW; Z.: Bei—sa-ss-e
$Beischlaf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Beischlaf, Geschlechtsverkehr; E.: s. bei, Schlaf; L.: DW 1, 1391, EWD s. u. schlafen; GB.: seit 1466 belegte und wohl nach lat. concubitus aus bei und Schlaf gebildete verhüllende Bezeichnung für den sachlich seit der Entstehung von Geschlechtern möglichen Geschlechtsverkehr; F.: Beischlaf, Beischlafes, Beischlafs+EW; Z.: Bei—sch-laf
Beisel, Beisl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Beisel, Beisl, einfaches Gasthaus, Kneipe; ne. pub; Vw.: -; Hw.: s. Beize; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. tschech. pajzl?, rotw. baijs?, wjidd. bajis?; E.: Herkunft unklar, vielleicht von tschech. pajzl?, Sb., Spelunke; vgl. tschech. hampejz, M., Bordell, Hundehütte, oder von rotw. bajis, Sb., Haus; wjidd. bajis, Sb., Haus; vgl. hebr. בַּיִת (bajit, bāit), Sb., Haus; L.: Kluge s. u. Beisel, fehlt DW, Duden s. u. Beisel, Bayerisch-österreichisches Wörterbuch s. u. Beisel; Son.: vgl. nndl. bajes, Sb., Gefängnis; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Tschechischen oder dem Rotwelschen und Westjiddischen sowie Hebräischen aufgenommene und umgebildete österreichische Bezeichnung für ein sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches einfaches Gasthaus; BM.: Haus; F.: Beisel, Beisels, Beiseln (!)+FW; Z.: Beis-el
$beisetzen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. beisetzen, begraben (V.), vergraben (V.), beerdigen, bestatten, danebensetzen; E.: s. bei, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 1, 1394, EWD s. u. setzen; GB.: seit um 1160 belegte und aus bei und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches begraben (V.) oder vergraben (V.) oder beerdigen oder bestatten vor allem von Toten zwecks Vermeidung von Krankheiten oder auch danebensetzen; F.: beisetzen, setze bei, setzt bei, setzen bei, setzest bei, setzet bei, setzte bei, setztest bei, setzten bei, setztet bei, beigesetzt, ##beigesetzt, beigesetzte, beigesetztes, beigesetztem, beigesetzten, beigesetzter##, beisetzend, ###beisetzend, beisetzende, beisetzendes, beisetzendem, beisetzenden, beisetzender###, beizusetzen, ####beizusetzen, beizusetzend, beizusetzende, beizusetzendes, beizusetzendem, beizusetzenden, beizusetzender####, setz (!) bei+EW; Z.: bei—setz-en
$Beisetzung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Beisetzung; E.: s. beisetz(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. setzen; GB.: seit vor 1562 belegte und aus beisetz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliche Bestattung oder Beerdigung vor allem von Toten (zwecks Vermeidung von Krankheiten); F.: Beisetzung, Beisetzungen+EW; Z.: Bei—setz-ung
Beispiel, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Beispiel, Beleg, Exempel; ne. example; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1077-1081 (Anno); I.: Lbd. lat. exemplum; E.: s. mhd. bīspel, bīspil, st. N., Beispiel, Geschichte, Fabel, Gleichnis, Sprichwort, Parabel, Sinnspruch; mnd. bīspēl, bīspil, N., Beispiel, Gleichnis, Exempel, Sprichwort, Fabel; mnl. bispel, N., Beispiel; anfrk. bīspil*, st. N. (a), Beispiel, Gleichnis; Vorderglied s. nhd. bei; Hinterglied s. mhd. spel, st. N., Erzählung, Sage, Erdichtung, Fabel, Geschichte; ahd. spel, st. N. (a), Rede, Aussage, Erzählung, Sage; germ. *spella-, *spellam, st. N. (a), Erzählung; s. idg. *spel- (1), *pel- (8), V., sprechen, Pokorny 985 (1703/175) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beispiel, Kluge s. u. Beispiel, DW 1, 1394, EWD s. u. Beispiel, DW2 4, 814, Falk/Torp 512, Duden s. u. Beispiel; Son.: vgl. ae. bīspell, M., st. N. (ja), Beispiel, Gleichnis, Spruch, Erzählung; GB.: seit 1077-1081 belegte und aus bei und mhd. spel (Erzählung) gebildete Bezeichnung für einen zu einer Veranschaulichung oder zu einem Beweis für etwas Allgemeines herangezogenen Einzelfall; BM.: dazu Gesagtes?; F.: Beispiel, Beispiels, Beispieles, Beispiele, Beispielen+FW; Z.: Bei—spiel
$beispielhaft, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. beispielhaft, vorbildlich, mustergültig; Q.: 1807; E.: s. Beispiel, s. haft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Beispiel; GB.: seit 1807 belegte und aus Beispiel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches vorbildlich oder mustergültig in Gegensatz zu beispiellos; F.: beispielhaft, beispielhafte, beispielhaftes, beispielhaftem, beispielhaften, beispielhafter(, beispielhaftere, beispielhafteres, beispielhafterem, beispielhafteren, beispielhafterer, beispielhaftest, beispielhafteste, beispielhaftestes, beispielhaftestem, beispielhaftesten, beispielhaftester)+EW; Z.: bei—spiel—haf-t
$beispiellos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. beispiellos, ohne Beispiel seiend, einzigartig, einmalig; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Beispiel, s. los; L.: DW 1, 1396, EWD s. u. Beispiel; GB.: seit 1773 belegte und aus Beispiel und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches ohne Beispiel seiend oder einzigartig oder einmalig; F.: beispiellos, beispiellose, beispielloses, beispiellosem, beispiellosen, beispielloser, (beispiellosere, beispielloseres, beispielloserem, beispielloseren, beispielloserer, beispiellosest, beispielloseste, beispiellosestes, beispiellosestem, beispiellosesten, beispiellosester)+EW; Z.: bei—spiel—lo-s
$beispielsweise, nhd., Adv., (15. Jh.?): nhd. beispielsweise, beispielhaft, als Beispiel dienend; Q.: um 1450.; E.: s. Beispiel, s. Weise; L.: fehlt DW, EWD s. u. Beispiel; GB.: vielleicht um 1450 belegte und aus Beispiel und s sowie Weise gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beispielhaft oder als Beispiel dienend; F.: beispielsweise+EW; Z.: bei—spiel-s—wei-s-e
$beispringen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. beispringen, an die Seite springen, hinzuspringen, unterstützen; E.: s. bei, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 1, 1396, EWD s. u. springen; GB.: vielleicht seit um 1553 belegte und aus bei und springen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches an die Seite springen oder hinzuspringen oder unterstützen; F.: beispringen, springe bei, springst bei, springt bei, springen bei, springest bei, springet bei, sprang bei, sprangst bei, sprangen bei, sprangt bei, spränge bei, sprängest bei, sprängen bei, spränget bei, beigesprungen, ##beigesprungen, beigesprungene, beigesprungenes, beigesprungenem, beigesprungenen, beigesprungener##, beispringend, ###beispringend, beispringende, beispringendes, beispringendem, beispringenden, beispringender###, beizuspringen, ####beizuspringen, beizuspringend, beizuspringende, beizuspringendes, beizuspringendem, beizuspringenden, beizuspringender####, spring (!) bei+EW; Z.: bei—s-pri-ng-en
beißen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beißen, zubeißen, die Zähne in etwas schlagen, mit den Zähnen fassen; ne. bite (V.); Vw.: -; Hw.: s. beizen, Biss; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bīzen, pīzen, st. V., beißen, durchbeißen, zerbeißen, essen, zu sich nehmen, stechen, anfallen; mnd. bīten, st. V., beißen; mnl. biten, st. V., beißen; ahd. bīzan*, st. V. (1a), beißen, stechen, quälen, peinigen; as. bītan*, st. V. (1a), beißen; anfrk. -; germ. *beitan, st. V., beißen; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeiə-, bʰei-, bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. beiszen, Kluge s. u. beißen, DW 1, 1399, EWD s. u. beißen, DW2 4, 818, EWAhd 2, 143, Duden s. u. beißen, Falk/Torp 270, Seebold 96, Bluhme s. u. beissen; Son.: vgl. afries. bīta, st. V. (1), beißen, eindringen; ae. bītan, st. V. (1), beißen, reißen, schneiden, verwunden; an. bīta, st. V. (1), beißen; got. beitan, st. V. (1), beißen; ai. bhinátti, V., zerstört, erschlägt; ? gr. φείδεσθαι (pheídesthai), V., ablassen, schonen, sparen; lat. findere, fendere, V., spalten, sich spalten, zerplatzen; nndl. bijten, V., beißen; nschw. bita, V., beißen; nnorw. bite, V., beißen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Zähnen mögliches die Zähne in etwas schlagen oder mit den Zähnen fassen; BM.: spalten; F.: beißen, beiße, beißst (!), beißt, beißest, beißet, biss, bissest, bissen, bisst, gebissen, ##gebissen, gebissene, gebissenes, gebissenem, gebissenen, gebissener##, beißend, ###beißend, beißende, beißendes, beißendem, beißenden, beißender###, beiß (!)+EW; Z.: bei-ß-en
$Beißzange, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Beißzange; E.: s. beiß(en), s. Zange; L.: DW 1, 1403, EWD s. u. Zange; GB.: seit 1517 belegte und aus beiß(en) und Zange gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit 5000 Jahren aus Metall entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu einem Festhalten oder Zusammendrücken von Sachen; F.: Beißzange, Beißzangen+EW; Z.: Bei-ß—za-n-g-e
$Beistand, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Beistand, Hilfe, Unterstützung; E.: s. bei, s. Stand; L.: DW 1, 1396, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1274 belegte und aus bei und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hilfe oder Unterstützung; F.: Beistand, Beistandes, Beistands, Beistände, Beiständen (!)+EW; Z.: Bei—sta-n-d
$beistehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. beistehen, dabeistehen, helfen, unterstützen; E.: s. bei, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 1, 1397, EWD s. u. stehen; GB.: seit 863-871 belegte und aus bei und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches dabeistehen oder helfen oder unterstützen; F.: beistehen, stehe bei, stehst bei, steht bei, stehen bei, stehest bei, stehet bei, stand bei, standest bei, standst bei, standen bei, standet bei, stände bei, ständest bei, ständen bei, ständet bei, stünde bei, stündest bei, stünden bei, stündet bei, beigestanden, ##beigestanden, beigestandene, beigestandenes, beigestandenem, beigestandenen, beigestandener##, beistehend, ###beistehend, beistehende, beistehendes, beistehendem, beistehenden, beistehender###, beizustehen, ####beizustehen, beizustehend, beizustehende, beizustehendes, beizustehendem, beizustehenden, beizustehender####, steh (!) bei+EW; Z.: bei—steh-en
$Beisteuer, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Beisteuer, Beihilfe, Beitrag, Unterstützung, Spende; E.: s. bei, s. Steuer (F.) L.: DW 1, 1398, EWD s. u. Steuer F.; GB.: seit 1398 belegte und aus bei und Steuer (F.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld mögliche Beihilfe oder Beitrag oder Unterstützung oder Spende; F.: Beisteuer, Beisteuern (!) +EW; Z.: Bei—steu-er
$beisteuern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. beisteuern, beitragen, dazugeben; Q.: 1599; L.: DW 1,1398, EWD s. u. Steuer; GB.: seit 1599 belegte und aus bei und steuern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beitragen oder dazugeben; F.: beisteuern, steuere bei, steuer (!) bei, steuerst bei, steuert bei, steuerte bei, steuertest bei, steuerten bei, steuertet bei, beigesteuert, ##beigesteuert, beigesteuerte, beigesteuertes, beigesteuertem, beigesteuerten, beigesteuerter##, beisteuernd, ###beisteuernd, beisteuerndes, beisteuerndem, beisteuernden, beisteuernder###, beizusteuern, ####beizusteuern, beizusteuernd, beizusteuernde, beizusteuerndes, beizusteuerndem, beizusteuernden, beizusteuernder####, steuer (!) bei+EW; Z.: bei—steu-er-n
$beistimmen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. beistimmen, zustimmen, beipflichten, zusammenpassen; E.: s. bei, s. stimmen; L.: DW 1, 1398, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 1583 belegte und aus bei und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zustimmen oder beipflichten oder zusammenpassen; F.: beistimmen, stimme bei, stimmst bei, stimmt bei, stimmest bei, stimmet bei, stimmte bei, stimmtest bei, stimmten bei, stimmtet bei, beigestimmt, ##beigestimmt, beigestimmte, beigestimmtes, beigestimmtem, beigestimmten, beigestimmter##, beistimmend, ###beistimmend, beistimmende, beistimmendes, beistimmendem, beistimmenden, beistimmender###, beizustimmen, ####beizustimmen, beizustimmend, beizustimmende, beizustimmendem, beizustimmenden, beizustimmender####, stimm (!) bei+EW; Z.: bei—stimm-en
Beitel, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Beitel, Holzmeißel, Stemmeisen; ne. chisel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774 (Wörterbuch); E.: s. mnd. bētel (1), beitel, M., Meißel, Stecheisen; vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117? (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Beitel, fehlt DW, DW2 4, 838, Duden s. u. Beitel; GB.: seit 1774 belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vor rund 6000 Jahren entwickeltes und danach verwendetes meißelartiges Werkzeug (Holzmeißel oder Stemmeisen) zu der Holzbearbeitung; BM.: schlagen?, spalten?; F.: Beitel, Beitels, Beiteln+EW; Z.: Bei-t-el
Beitscher, nhd., M.: nhd. Beitscher; Vw.: s. Peitzker
Beitzker, nhd., M.: nhd. Beitzker; Vw.: s. Peitzker
Beiz, nhd., F.: nhd. Beiz; Vw.: s. Beize
Beize, Beiz, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Beize (F.) (2), Kneipe, Wirtshaus; ne. pub; Vw.: -; Hw.: s. Beisel; I.: Lw. tschech. pajzl?, rotw. baijs?, wjidd. bajis?; E.: Herkunft unklar, vielleicht von tschech. pajzl?, Sb., Spelunke; vgl. tschech. hampejz, M., Bordell, Hundehütte, oder von rotw. bajis, Sb., Haus; wjidd. bajis, Sb., Haus; vgl. hebr. בַּיִת (bajit, bAit), Sb., Haus; L.: Kluge s. u. Beize, fehlt DW, Duden s. u. Beize; Son.: vgl. nndl. bajes, Sb., Gefängnis; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Tschechischen oder dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen sowie dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Wirtshaus; BM.: Haus?; F.: Beize, Beizen (!) +FW; Z.: Beiz-e
$Beize (2), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Beize; E.: s. beizen; L.: DW 1, 1410, EWD s. u. beizen; GB.: (beize) seit 1190-1200 belegte und mit beizen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und seitdem verwendetes Mittel zu einer Oberflächenbehandlung von Metall oder Kunststoff oder Holz oder Saatgut gegen mögliche Schäden; F.: Beize, Beizen+EW; Z.: Bei-z-e
beizen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. jagen, beizen; ne. pickle (V.), stain (V.), hawk (V.); Vw.: -; Hw.: s. beißen; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. beizen (1), peizen, sw. V., beizen, mürbe machen, peinigen, absitzen, härten; mnd. bēten (1), bêten, beiten, sw. V., beizen, mit Falken jagen, mit einer Schärfe Haare fortbeizen; mnl. beten, sw. V., beizen; ahd. beizen*, sw. V. (1a), anspornen, erproben, jagen; as. bêtian?, sw. V. (1a), beizen; anfrk. -; germ. *baitjan, sw. V., beißen lassen, zäumen; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); s. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. beitzen, Kluge s. u. beizen, DW 1, 1411, EWD s. u. beizen, DW2 4, 853, EWAhd 1, 524, Duden s. u. beizen, Seebold 97, Bluhme s. u. beizen; Son.: vgl. afries. -; ae. bǣtan, sw. V. (1), beizen, jagen, zäumen, aufzäumen; an. beita (2), sw. V. (1), beißen lassen, zäumen, weiden, jagen; got. -; nschw. betsa, V., beizen; nnorw. beise, V., beizen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit ihrer Entstehung entwickeltes durch ein scharfes Mittel einen Gegenstand mit Material (Beize) behandeln und in der Jägersprache das Jagen mit Greifvögeln; BM.: beißen; F.: beizen, beize, beizest, beizt, beizet, beizte, beiztest, beiztet, gebeizt, ##gebeizt, gebeizte, gebeiztes, gebeiztem, gebeizten, gebeizter##, beizend, ###beizend, beizende, beizendes, beizendem, beizenden, beizender###, beiz (!)+EW; Z.: bei-z-en
$bejahen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. bejahen, zustimmen, bestätigen, billigen; Q.: um 1333; L.: DW 1, 1412, EWD s. u. ja; GB.: seit um 1333 belegte und aus be und ja sowie h und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zustimmen oder bestätigen oder billigen; F.: bejahen, bejahe, bejahst, bejaht, bejahest, bejahet, bejahte, bejahtest, bejahten, bejahtet, ##bejaht, bejahte, bejahtes, bejahtem, bejahten, bejahter##, bejahend, ###bejahend, bejahende, bejahendes, bejahendem, bejahenden, bejahender###, bejah (!)+EW; Z.: be-ja-h-en
$bejahrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. bejahrt, altgeworden, alt; L.: DW 1, 1412, EWD s. u. Jahr; GB.: um, 1217 belegte und aus be und Jahr sowie (e)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches altgeworden oder alt; F.: bejahrt, bejahrte, bejahrtes, bejahrtem, bejahrten, bejahrter+EW; Z.: be—jah-r-t
$bekannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. bekannt. kund, vertraut, anerkannt; Vw.: s. un-; E.: s. bekenn(en), s. t; L.: Kluge s. u. bekannt, DW 1, 1413, EWD s. u. bekannt; GB.: seit um 1125 belegte und aus bekenn(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kund oder vertraut oder anerkannt; F.: bekannt, bekannte, bekanntes, bekanntem, bekannten, bekannter(, bekanntere, bekannteres, bekannterem, bekannteren, bekannterer, bekanntest, bekannteste, bekanntestes, bekanntestem, bekanntesten, bekanntester) +EW; Z.: be—kan-n-t
$Bekannte, nhd., (Part. Prät.=)F., (14. Jh.?): nhd. Bekannte, Vertraute, Freundin; E.: s. bekannt, s. e (Suff.); L.: EWD s. u. bekannt; GB.: seit um 1375 belegte und aus bekannt und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche vertraute Frau; F.: Bekannte, Bekannten+EW; Z.: Be—kan-n-t-e
$Bekannter, nhd., (Part. Prät.=)M., (14. Jh.?): nhd. Bekannter, Vertrauter, Freund; E.: s. bekannt, s. er (Suff.); L.: DW s. bekannt, EWD s. u. bekannt; GB.: seit um 1375 belegte und aus bekannt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen vertrauten Mann; F.: Bekannter, Bekannten+EW; Z.: Be—kan-n-t-er
$bekanntlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bekanntlich, bekannt, geläufig, ersichtlich; E.: s. bekannt, s. lich; L.: DW 1, 1414, EWD s. u. bekannt; GB.: seit um 1220 belegte und aus bekannt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bekannt oder geläufig oder ersichtlich; F.: bekanntlich, bekanntliche, bekanntliches, bekanntlichem, bekanntlichen, bekanntlicher+EW; Z.: be—kan-n-t—lich
$Bekanntmachung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bekanntmachung, Verkündung, Kundgabe, Mitteilung; E.: s. bekannt, s. mach(en), s. ung; Q.: 1669; L.: DW 1, 1414, EWD s. u. bekannt; GB.: seit 1669 belegte und aus bekanntmach(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Verkündung oder Kundgabe oder Mitteilung; F.: Bekanntmachung, Bekanntmachungen+EW; Z.: Be—kan-n-t—mach-ung
$Bekanntschaft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Bekanntschaft, Vertrautsein, Kenntnis; E.: s. bekannt, s. schaft; L.: DW 1, 1414, EWD s. u. bekannt; GB.: seit 1656 belegte und aus bekannt und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Vertrautsein oder eine Kenntnis; F.: Bekanntschaft, Bekanntschaften+EW; Z.: Be—kan-n-t—schaf-t
$bekehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bekehren, umkehren, umwenden, überzeugen; E.: s. be, s. kehren; L.: Kluge s. u. bekehren, DW 1, 1414. EWD s. u. bekehren, kehren 1; GB.: seit um 800 belegte und wohl nach lat. convertere aus be und kehren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches umkehren oder umwenden oder überzeugen; F.: bekehren, bekehre, bekehrst, bekehrt, bekehrest, bekehret, bekehrte, bekehrtest, bekehrten, bekehrtet, ##bekehrt, bekehrte, bekehrtes, bekehrtem, bekehrten, bekehrter##, bekehrend, ###bekehrend, bekehrende, bekehrendes, bekehrendem, bekehrenden, bekehrender###, bekehr (!) +EW; Z.: be—keh-r-en
$Bekehrung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Bekehrung, Umkehr, Wende, Besserung; E.: s. bekehr(en), s. ung; L.: DW 1, 1415, EWD s. u. bekehren; GB.: (bekērunge) seit 12. Jh. belegte und wohl nach lat. conversio aus bekehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Umkehr oder Wende (F.) oder Besserung; F.: Bekehrung, Bekehrungen (!) +EW; Z.: Be—keh-r-ung
$bekennen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bekennen, erkennen, erfassen, herausfinden; E.: s. be, s. kennen; L.: Kluge s. u. bekennen, DW 1, 1415, EWD s. u. bekennen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und nach lat. confiteri aus be und kennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches erkennen oder erfassen oder herausfinden; F.: bekennen, bekenne, bekennst, bekennt, bekennest, bekennet, bekannte, bekanntest, bekannten, bekanntet, bekannt, ##bekannt, bekannte, bekanntes, bekanntem, bekannten, bekannter##, bekennend, ###bekennend, bekennende, bekennendes, bekennendem, bekennenden, bekennender###, bekenn (!)+EW; Z.: be—ken-n-en
$Bekenner, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Bekenner, Bekennender, Bekundender; E.: s. bekenn(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1417, EWD s. u. bekennen; GB.: seit um 1300 belegte und aus bekenn(en) und er (Suff.) nach lat. confessor gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Bekennenden oder Bekundenden; F.: Bekenner, Bekenners, Bekennern (!) +EW; Z.: Be—ken-n-er
$Bekenntnis, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Bekenntnis, Eingeständnis, Geständnis, Überzeugung; E.: s. bekenn(en), s. t, s. nis; L.: EWD s. u. bekennen; GB.: seit um 1125 belegte und nach lat. confessio aus bekenn(en) und t sowie nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Eingeständnis oder Geständnis oder eine Überzeugung; F.: Bekenntnis, Bekenntnisses, Bekenntnisse, Bekenntnissen+EW; Z.: Be—ken-n-t—nis
$beklagen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. beklagen, beseufzen, beweinen; E.: s. be, s. klagen; L.: DW 1, 1417, EWD s. u. Klage; GB.: seit zweites Viertel 9. Jh. belegte und aus be und klagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beseufzen oder beweinen; F.: beklagen, beklage, beklagst, beklagt, beklagest, beklaget, beklagte, beklagtest, beklagten, beklagtet, ##beklagt, beklagte, beklagtes, beklagtem, beklagten, beklagter##, beklagend, ###beklagend, beklagende, beklagendes, beklagendem, beklagenden, beklagender###, beklag (!)+EW; Z.: be—kla-g-en
$Beklagter, Beklagte, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Beklagter, Angeklagter, Beschuldigter; E.: seit 1466 belegte und aus beklag(en) und t sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Angeklagten oder Beschuldigten; L.: DW 1, 1418 (Beklagte), EWD s. u. Klage; F.: Beklagter, Beklagte, Beklagten+EW; Z.: Be—kla-g-t-er
$bekleiden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bekleiden, schmücken, ausstatten, auszeichnen, erfüllen; E.: s. be, s. kleiden; L.: DW 1, 1421, EWD s. u. Kleid; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus be und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Bekleidung mögliches schmücken oder ausstatten oder auszeichnen oder erfüllen; F.: bekleiden, bekleide, bekleidest, bekleidet, bekleidete, bekleidetest, bekleideten, bekleidetet, ##bekleidet, bekleidete, bekleidetes, bekleidetem, bekleideten, bekleideter##, bekleidend, ###bekleidend, bekleidende, bekleidendes, bekleidendem, bekleidenden, bekleidender, bekleid (!) ###+EW; Z.: be—kleid-en
$Beklemmung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Beklemmung, Beklommenheit, Angst, Sorge; Q.: 1653; E.: s. beklemm(en) (um tausendfünfzig belegt), s. ung; L.: DW 1, 1433, EWD s. u. beklommen; GB.: seit 1653 belegte und aus beklemm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beklommenheit oder Angst oder Sorge; F.: Beklemmung, Beklemmungen+EW; Z.: Be—kle-m-m-ung
$beklommen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.? Jh.): nhd. beklommen, bedrückt, verängstigt; E.: s. beklemmen; L.: Kluge s. u. beklommen, fehlt DW (aber Beklommenheit), EWD s. u. beklommen; GB.: um 1300 belegte und aus beklemmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bedrückt oder verängstigt; F.: beklommen, beklommene, beklommenes, beklommenem, beklommenen, beklommener(, beklommenere, beklommeneres, beklommenerem, beklommeneren, beklommenerer, beklommenst (!), beklommenste, beklommenstes, beklommenstem, beklommensten, beklommenster)+EW; Z.: be—klo-m-m-en
$Beklommenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Beklommenheit, Beklemmung, Angst, Sorge; E.: s. beklommen, s. heit; Q.: 1748; L.: DW 1, 1424, EWD s. u. beklommen; GB.: seit 1748 belegte und aus beklommen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beklemmung oder Angst oder Sorge; F.: Beklommenheit, Beklommenheiten+EW; Z.: Be—klo-m-m-en—hei-t
$bekloppt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. bekloppt, verrückt, geistig abweichend; E.: s. be, s. klopf(en) bzw. klopp(en), s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. bekloppt, fehlt DW, EWD s. u. klopfen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus beklopp(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verrückt oder geistig abweichend; F.: bekloppt, bekloppte, beklopptes, beklopptem, bekloppten, bekloppter(, beklopptere, bekloppteres, bekloppterem, bekloppteren, bekloppterer, beklopptest, bekloppteste, beklopptestes, beklopptestem, beklopptesten, beklopptester)+EW; Z.: be-klo-pp-t
$bekommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bekommen (V.), erhalten (V.); Vw.: s. ab-, frei-, heraus-; E.: s. be, s. kommen; L.: Kluge s. u. bekommen, DW 1, 1425, EWD s. u. bekommen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus be und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erhalten (V.); F.: bekommen, bekomme, bekommst, bekommt, bekommest, bekommet, bekam, bekamst, bekamen, bekamt, bekäme, bekämest, bekämen, bekämet, ##bekommen, bekommene, bekommenes, bekommenem, bekommenen, bekommener##, bekommend, ###bekommend, bekommende, bekommendes, bekommendem, bekommenden, bekommender###, bekomm (!)+EW; Z.: be—kom-m-en
$bekömmlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. bekömmlich, angemessen, förderlich; E.: s. bekomm(en), s. lich; L.: DW 1, 1428 (bekommlich), EWD s. u. bekommen, DW2 4, 891; GB.: (bekomelich) seit nach 1323 belegte und aus bekomm(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches angemessen oder förderlich; F.: bekömmlich, bekömmliche, bekömmliches, bekömmlichem, bekömmlichen, bekömmlicher(, bekömmlichere, bekömmlicheres, bekömmlicherem, bekömmlicheren, bekömmlicherer, bekömmlichst, bekömmlichste, bekömmlichstes, bekömmlichstem, bekömmlichsten, bekömmlichster)+EW; Z.: be—köm-m—lich
$Bekömmlichkeit, nhd., F., (15./16. Jh.): nhd. Bekömmlichkeit, Angemessenheit, Förderlichkeit; E.: s. bekömmlich, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1428, EWD s. u. bekommen; GB.: vielleicht seit 15./16. Jh. belegte und aus bekömmlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliche Angemessenheit oder Förderlichkeit; F.: Bekömmlichkeit, Bekömmlichkeiten+EW; Z.: Be—köm-m—lich—kei-t
$beköstigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. beköstigen, mit Kost versorgen; E.: s. be und Kost sowie ig und en; L.: Kluge s. u. Kost, DW 1, 1428, EWD s. u. Kost; GB.: seit 1221-1224 (?) belegte und aus be und Kost und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen mögliches mit Kost versorgen; F.: beköstigen, beköstige, beköstigst, beköstigt, beköstigest, beköstiget, beköstigte, beköstigtest, beköstigten, beköstigtet, ##beköstigt, beköstigte, beköstigtes, beköstigtem, beköstigten, beköstigter##, beköstigend, ###beköstigend, beköstigende, beköstigendes, beköstigendem, beköstigenden, beköstigender###, beköstig (!)+EW; Z.: be—kö-st-ig-en
$bekräftigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bekräftigen, bestätigen, stärken; E.: s. be, s. Kraft, s. ig, s. en; Q.: 1278 (Urkunde); L.: DW 1, 1429, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 1278 belegte und aus be und Kraft sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bestätigen oder stärken; F.: bekräftigen, bekräftige, bekräftigst, bekräftigt, bekräftigest, bekräftiget, bekräftigte, bekräftigtest, bekräftigten, bekräftigtet, ##bekräftigt, bekräftigte, bekräftigtes, bekräftigtem, bekräftigten, bekräftigter##, bekräftigend, ###bekräftigend, bekräftigende, bekräftigendes, bekräftigendem, bekräftigenden, bekräftigender###, bekräftig (!)+EW; Z.: be—krä-f-t-ig-en
$bekritteln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bekritteln, tadeln, beanstanden, bemängeln, rügen; E.: s. be, s. kritteln; L.: DW 1, 1431, EWD s. u. kritteln; GB.: seit 1770 belegte und aus be und kritteln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder beanstanden; F.: bekritteln, bekrittel (!), bekrittle, bekrittelst, bekrittelt, bekrittelte, bekritteltest, bekrittelten, bekritteltet, bekrittelt, ##bekrittelt, bekrittelte, bekritteltes, bekritteltem, bekrittelten, bekrittelter##, bekrittelnd, ###bekrittelnd, bekrittelnde, bekrittelndes, bekrittelndem, bekrittelnden, bekrittelnder###, bekrittel (!)+EW; Z.: be—kri-t-t-el-n
$bekümmern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bekümmern, sorgen, beeinträchtigen, beschäftigen; E.: s. be, s. kümmern; L.: Kluge s. u. kümmern, DW 1, 1432, EWD s. u. kümmern; GB.: (bekumberen) vielleicht seit um 1120 belegte und aus be und kümmern gebildete und damit teilweise aus dem Gallischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sorgen oder beeinträchtigen oder beschäftigen; F.: bekümmern, bekümmere, bekümmer (!), bekümmerst, bekümmert, bekümmerte, bekümmertest, bekümmerten, bekümmertet, ##bekümmert, bekümmerte, bekümmertes, bekümmertem, bekümmerten, bekümmerter##, bekümmernd, ###bekümmernd, bekümmerndes, bekümmerndem, bekümmernden, bekümmernder###, bekümmer (!) +EW+FW; Z.: be—küm-mer-n
$bekümmert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. bekümmert; Vw.: s. un-; E.: s. bekümmer(n), s. (e)t; L.: fehlt DW (s. aber bekümmern), EWD s. u. Kummer; GB.: (bekumberet) seit 1282 belegte und aus bekümmer(n) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches beeinträchtigt oder beschäftigt; F.: bekümmert, bekümmerte, bekümmertes, bekümmertem, bekümmerten, bekümmerter(, bekümmertere, bekümmerteres, bekümmerterem, bekümmerteren, bekümmerterer, bekümmertst (!), bekümmertste, bekümmertstes, bekümmertstem, bekümmertsten, bekümmertster)+EW+FW; Z.: be-küm-m-er-t
$beladen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. beladen, aufladen, befüllen; E.: s. be, s. laden; L.: Kluge s. u. laden 1, DW 1, 1434, EWD s. u. laden 1; GB.: seit um 830 belegte und aus be und laden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufladen oder befüllen; F.: beladen, belade, belädst (!), belädt (!), beladet, beladest, belud, beludest (!), beludst, beluden, beludet, belüde, belüdest, belüden, belüdet, ##beladen, beladene, beladenes, beladenem, beladenen, beladener##, beladend, ###beladend, beladende, beladendes, beladendem, beladenden, beladender###, belad (!)+EW; Z.: be—la-d-en
$Belag, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Belag, Auflage, Ablagerung; Q.: 1797?; E.: s. be, s. l(iegen); L.: DW 1, 1435, EWD s. u. belegen; GB.: seit 1797 belegte und aus be und l(iegen) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Auflage oder Ablagerung; F.: Belag, Belages, Belags, Belage, Belagen (!)+EW; Z.: Be—lag
$belagern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. belagern, umringen, belästigen; E.: s. be, s. lagern; L.: DW 1, 1435, EWD s. u. Lager; GB.: seit 1388 belegte und aus be und lagern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches umringen oder belästigen; F.: belagern, belagere, belager (!), belagerst, belagert, belagerte, belagertest, belagerten, belagertet, belagert, ##belagert, belagerte, belagertes, belagertem, belagerten, belagerter##, belagernd, ###lbeagernd, belagerndes, belagerndem, belagernden, belagernder###, belager (!)+EW; Z.: be—lag-er-n
belämmern, nhd., sw. V.: nhd. belämmern; Vw.: s. belemmern
$belämmert, nhd., Adj.: nhd. belämmert; Vw.: s. belemmert
$belangen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. belangen, lange werden, betreffen; Vw.: s. an-; E.: s. be, s. langen; L.: Kluge s. u. belangen, DW 1, 1436, EWD s. u. belangen; GB.: (bilangēn) seit um 1000 belegte und aus be und langēn gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches lange werden oder betreffen; F.: belangen, belange, belangst, belangt, belangest, belanget, belangte, belangtest, belangten, belangtet, ##belangt, belangte, belangtes, belangtem, belangten, belangter##, belangend, ###belangend, belangende, belangendes, belangendem, belangenden, belangender###, belang (!) +EW; Z.: be—la-n-g-en
$belanglos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. belanglos, bedeutungslos, nebensächlich; Q.: 1851?; E.: s. Belang, s. los; L.: fehlt DW, EWD s. u. belangen; GB.: vielleicht seit 1851 belegte und aus Belang und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bedeutungslos oder nebensächlich; F.: belanglos, belanglose, belangloses, belanglosem, belanglosen, belangloser, belanglosere(, belangloseres, belangloserem, belangloseren, belangloserer, belanglosest, belangloseste, belanglosestes, belanglosestem, belanglosesten, belanglosester)+EW; Z.: be—la-ng—lo-s
$Belanglosigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Belanglosigkeit, Bedeutungslosigkeit, Nebensächlichkeit; Q.: 1837; E.: s. belanglos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: fehlt DW, EWD s. u. belangen; GB.: seit 1837 belegte und aus belanglos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bedeutungslosigkeit oder Nebensächlichkeit; F.: Belanglosigkeit, Belanglosigkeiten+EW; Z.: Be—la-ng—lo-s-ig—kei-t
$belassen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. belassen (V.), erlassen (V.), vergeben (V.), lassen; E.: s. be, s. lassen; L.: Kluge s. u. belassen, DW 1, 1437; GB.: (bilāzan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erlassen (V.) oder vergeben (V.) oder lassen; F.: belassen, belasse, belässt, belasst, belassest, belasset, beließ, beließest, beließt, beließen, beließet, ##belassen, belassene, belassenes, belassenem, belassenen, belassener##, belassend, ###belassend, belassende, belassenden, belassender###, belass (!) +EW; Z.: be—la-ss-en
$belasten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. belasten, beschweren, belästigen; E.: s. be, s. lasten; L.: DW 1, 1437, EWD s. u. Last; GB.: seit nach 1243 belegte und aus be und lasten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beschweren oder belästigen; F.: belasten, belaste, belastest, belastet, belastete, belastetest, belasteten, belastetet, ##belastet, belastete, belastetes, belastetem, belasteten, belasteter##, belastend, ###belastend, belastende, belastendes, belastendem, belastenden, belastender, belast (!)### (!)+EW; Z.: be—la-st-en
$belästigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. belästigen, behelligen, bedrängen; E.: s. be, s. lästig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. lästig, DW 1, 1437, EWD s. u. Last; GB.: vielleicht seit um 1350 belegte und aus be und lästig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches behelligen oder bedrängen; F.: belästigen, belästige, belästigst, belästigt, belästigest, belästiget, belästigte, belästigtest, belästigten, belästigtet, ##belästigt, belästigte, belästigtes, belästigtem, belästigten, belästigter##, belästigend, ###belästigend, belästigende, belästigendes, belästigendem, belästigenden, belästigender###, belästig (!) +EW; Z.: be—lä-st-ig-en
$belauben, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. belauben, mit Laub versehen (V.); E.: s. be, s. Laub, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Laub, DW 1, 1438, EWD s. u. Laub; GB.: (belouben) seit um 1196 belegte und aus be und Laub sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Laub und damit vormenschlich mögliches mit Laub versehen (V.); F.: belauben, belaube, belaubst, belaubt, belaubest, belaubet, belaubte, belaubtest, belaubten, belaubtet, ##belaubt, belaubte, belaubtes, belaubtem, belaubten, belaubter##, belaubend, ###belaubend, belaubende, belaubendes, belaubendem, belaubenden, belaubender###, belaub (!) +EW; Z.: be—lau-b-en
$belauern, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. belauern, auflauern, beobachten; E.: s. be, s. lauern; L.: DW 1, 1438, EWD s. u. lauern; GB.: seit 1657 belegte und aus be und lauern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches auflauern oder beobachten; F.: belauern, belauer (!), belaure, belauerst, belauert, belauerte, belauertest, belauerten, belauertet, ##belauerte, belauerte, belauertes, belauertem, belauerten, belauerter##, belauernd, ###belauernd, belauerndes, belauerndem, belauernden, belauernder###, belauer (!)+EW; Z.: be—lau-er-n
$belaufen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. belaufen, laufen, fließen, strömen; E.: s. be, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 1, 1438, EWD s. u. laufen; GB.: (beloufen) vor 1190 belegte und aus be und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches laufen oder fließen oder strömen; F.: belaufen, belaufe, beläufst, beläuft, belauft, belaufest, belaufet, belief, beliefst, beliefen, belieft, beliefest, beliefet, ##belaufen, belaufene, belaufenes, belaufenem, belaufenen, belaufener##, belaufend, ###belaufend, belaufende, belaufendes, belaufendem, belaufenden, belaufender###, belauf (!) +EW; Z.: be—lauf-en
Belche, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Belche, Blässhuhn, Blesshuhn; ne. coot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. belche, sw. F., Blässhuhn, Belche; ahd. belihha*, belicha*, sw. F. (n), Blässhuhn, Belche; as. bėliko*, sw. M. (n), Belche, Blässhuhn; anfrk. -; germ. *balikō-, *balikōn, sw. F. (n), Wasserhuhn, Belche; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); Son.: s. schweiz. Belchen, M., Belche, Blässhuhn; afries. -; ae. -; an. -; got. -; L.: Kluge 1. A. s. u. Belche 2, Kluge s. u. Belche, DW 1, 1439, EWAhd 1, 530, Schweiz. Id. 4, 1193, Fischer 1, 832, Duden s. u. Belche, Falk/Torp 267; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare süddeutsche Bezeichnung für einen schon vormenschlichen mittelgroßen schwarzen Wasservogel mit weißem Stirnfleck; BM.: weiß; F.: Belche, Belchen (!) +EW; Z.: Bel-ch-e
$Beleg, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Beleg, Nachweis, Beweis, Bestätigung, Bekräftigung; E.: s. be, s. leg(en); L.: DW 1, 1440, EWD s. u. belegen; GB.: seit nach 1480 belegte und aus be und leg(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Nachweis oder Beweis oder eine Bestätigung oder Bekräftigung; F.: Beleg, Beleges, Belegs, Belege, Belegen (!)+EW; Z.: Be—leg
$belegen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. belegen, bedecken, versehen (V.), zurücklegen; E.: s. be, s. legen; L.: Kluge s. u. belegen, legen, DW 1, 1441, EWD s. u. belegen; GB.: (bileggen*) seit um 765 belegte und aus be und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bedecken oder versehen (V.) oder zurücklegen; F.: belegen (!), belege (!), belegst, belegt, belegest, beleget, belegte, belegtest, belegten, belegtet, ##belegt, belegte, belegtes, belegtem, belegten, belegter##, belegend, ###belegend, belegende, belegendes, belegendem, belegenden, belegender###, beleg (!)+EW; Z.: be—leg-en
$Belegschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Belegschaft, Gesamtheit von Mitarbeitern; E.: s. beleg(en), s. schaft; L.: Kluge s. u. Belegschaft, fehlt DW, EWD s. u. belegen; GB.: seit 1828 belegte und aus beleg(en) und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gesamtheit von Mitarbeitern eines Unternehmers oder Unternehmens; F.: Belegschaft, Belegschaften+EW; Z.: Be—leg—schaf-t
$Belegung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Belegung, Belagerung; E.: s. beleg(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. belegen; GB.: (belegunge) seit 1347-1359 belegte und aus beleg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Belagerung; F.: Belegung, Belegungen+EW; Z.: Be—leg-ung
$belehnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. belehnen, mit einem Lehen versehen (V.); E.: s. be, s. lehnen; L.: Kluge s. u. lehnen 1, DW 1, 1442, EWD s. u. lehnen 2; GB.: (belēhenen) seit um 1200 belegte und aus be und lehnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von (Leihe und) Lehen mögliches mit einem Lehen versehen (V.); F.: belehnen, belehne, belehnst, belehnt, belehnest, belehnet, belehnte, belehntest, belehnten, belehntet, ##belehnt, belehnte, belehntes, belehntem, belehnten, belehnter##, belehnend, ###belehnend, belehnende, belehnendes, belehnendem, belehnenden, belehnender###, belehn (!) +EW; Z.: be—leh-n-en
$beleibt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. beleibt, füllig, rundlich, prall; Q.: 1807 (Campe); E.: s. be, s. Leib, s. t; L.: fehlt DW (s. beleiben DW 1, 1443), EWD s. u. Leib; GB.: seit 1807 belegte und aus be und Leib sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches füllig oder rundlich oder prall; F.: beleibt, beleibte, beleibtes, beleibtem, beleibten, beleibter(, beleibtere, beleibteres, beleibterem, beleibteren, beleibterer, beleibtest, beleibteste, beleibtestes, beleibtestem, beleibtesten, beleibtester)+EW; Z.: be—lei-b-t
$beleidigen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. beleidigen, verletzen, beeinträchtigen, schmähen, kränken; E.: s. be, s. Leid, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. beleidigen, DW 1, 1444, EWD s. u. Leid; GB.: (beleidigen) seit 1348/1350 belegte und aus be und Leid sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verletzen oder beeinträchtigen oder schmähen oder kränken; F.: beleidigen, beleidige, beleidigst, beleidigt, beleidigest, beleidiget, beleidigte, beleidigtest, beleidigten, beleidigtet, ##beleidigt, beleidigte, beleidigtes, beleidigtem, beleidigten, beleidigter##, beleidigend, ###beleidigend, beleidigende, beleidigendes, beleidigendem, beleidigenden, beleidigender###, beleidig (!)+EW; Z.: be—lei-d-ig-en
$Beleidigung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Beleidigung, Verletzung, Beeinträchtigung, Schmähung, Kränkung; E.: s. beleidig(en), s. ung; L.: DW 1, 1444, EWD s. u. Leid; GB.: (beleidigunge) seit 1359 belegte und aus beleidig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche Verletzung oder Beeinträchtigung oder Schmähung oder Kränkung; F.: Beleidigung, Beleidigungen+EW; Z.: Be—lei-d-ig-ung
belemmern, belämmern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. belemmern, belästigen, behindern; ne. bother (V.), annoy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1572; E.: s. mnd. belemmeren, sw. V., hindern, hemmen, beschädigen; vgl. mnd. belēmen, belemmen, sw. V., lähmen, lahm machen; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287 (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); germ. *lama-, *lamaz, Adj., lahm; idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. belemmern, DW 1, 1445, DW2 4, 939, Duden s. u. belämmern; Son.: vor allem bekannt für das Part. Prät. belemmert; vgl. nndl. belemmeren, sw. V., behindern; nnorw. belemre, V., belästigen; GB.: seit 1572 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches belästigen oder behindern; BM.: lähmen; F.: belemmern, belemmere, belemmerst, belemmert, belemmerte, belemmertest, belemmertet, ##belemmert, belemmerte, belemmertes, belemmertem, belemmerten, belemmerter##, belemmernd, ###belemmernd, belemmernde, belemmerndes, belemmerndem, belemmernden, belemmernder###, belemmer (!), belämmern, belämmere, belämmerst, belämmert, belämmerte, belämmertest, belämmertet, ##belämmert, belämmerte, belämmertes, belämmertem, belämmerten, belämmerter##, belämmernd, ###belämmernd, belämmernde, belämmerndes, belämmerndem, belämmernden, belämmernder###, belämmer (!)+EW; Z.: be—lem-m-er-n
$belemmert, belämmert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. belemmert, belästigt, behindert; E.: s. belemmer(n), s. t; L.: Kluge s. u. belemmern, fehlt DW (s. aber belemmern DW 1, 1445); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus belemmer(n) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches belästigt oder behindert F.: belemmert, belemmerte, belemmertes, belemmertem, belemmerten, belemmerter(, belemmertere, belemmerteres, belemmerterem, belemmerteren, belemmerterer, belemmertst, belemmertste, belemmertstes, belemmertstem, belemmertsten, belemmertster), belämmert, belämmerte, belämmertes, belämmertem, belämmerten, belämmerter(, belämmertere, belämmerteres, belämmerterem, belämmerteren, belämmerterer, belämmertst, belämmertste, belämmertstes, belämmertstem, belämmertsten, belämmertster)+EW; Z.: be—lem-m-ert
$belesen, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. belesen (Adj.), durch Lesen gebildet, kenntnisreich, kundig; E.: s. be, s. lesen; L.: Kluge s. u. lesen, DW 1, 1446, EWD s. u. lesen; GB.: seit 1522 belegte und aus belesen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches durch Lesen gebildet oder kenntnisreich oder kundig; F.: belesen, belesene, belesenes, belesenem, belesenen, belesener(, belesenere, beleseneres, belesenerem, beleseneren, belesenerer, belesenst, belesenste, belesenstes, belesenstem, belesensten, belesenster)+EW; Z.: be—les-en
Beletage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Beletage, Hauptgeschoß; ne. piano nobile; Vw.: -; Hw.: s. Etage; Q.: 1744; I.: Lw. frz. bel étage; E.: s. frz. bel étage, M., schönes Stockwerk; vgl. frz. beau, belle, Adj., schön, hübsch; vgl. lat. bellus, Adj., hübsch, allerliebst, lieblich, niedlich, (um 250-184 v. Chr.); idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); frz. étage, M., Etage, Stockwerk, Rang, Aufenthalt; vgl. lat. statio, F., Stehen, Stillstehen, Feststehen, Stillstand, Standort, (81-43 v. Chr.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 4, 941, Duden s. u. Beletage; Son.: vgl. nndl. bel-etage, Sb., Beletage; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das bevorzugte Geschoß (Hauptgeschoß) eines schönen Wohnhauses; BM.: schönes Stockwerk; F.: Beletage, Beletagen+FW; Z.: Be-l-et-ag-e
$beleuchten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. beleuchten, mit Licht versehen (V.); E.: s. be, s. leuchten; L.: Kluge s. u. leuchten, DW 1, 1446, EWD s. u. leuchten; GB.: (biliuhten*) um 765 belegte und aus be und leuchten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht und Augen mögliches mit Licht versehen (V.) oder leuchten oder strahlen oder glänzen; F.: beleuchten, beleuchte, beleuchtest, beleuchtet, beleuchtete, beleuchtetest, beleuchteten, beleuchtetet, ##beleuchtet, beleuchtete, beleuchtetes, beleuchtetem, beleuchteten, beleuchteten, beleuchteter##, beleuchtend, ##beleuchtend, beleuchtende, beleuchtendes, beleuchtendem, beleuchtenden, beleuchtender###, beleucht (!) +EW; Z.: be—leuch-t-en
$Beleuchter, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Beleuchter, Beleuchtender, Erklärender; Q.: 1602; E.: s. beleucht(en), s. er; L.: DW 1, 1446, EWD s. u. leuchten; GB.: seit 1602 belegte und aus beleucht(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Licht und Sprache möglichen Beleuchtenden oder Erklärenden; F.: Beleuchter, Beleuchters, Beleuchtern+EW; Z.: Be—leuch-t-er
$Beleuchtung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Beleuchtung, Erklärung, Erhellung; E.: s. beleucht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. leuchten, DW 1, 1446, EWD s. u. leuchten; GB.: seit 1483 belegte und aus beleucht(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Licht und Sprache mögliche Erklärung oder Erhellung; F.: Beleuchtung, Beleuchtungen+EW; Z.: Be—leuch-t-ung
$beleumden, beleumunden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beleumden, beschuldigen, mit einem Ruf versehen (V.); E.: s. be, s. Leum(un)d, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1447, EWD s. u. Leumund; GB.: (beliumunden) seit 1276 belegte und aus be und Leum(un)d sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verleumden oder beschuldigen oder mit einem Ruf versehen (V.); F.: beleumden, beleumde, beleumdest, beleumdet, beleumdete, beleumdetest, beleumdeten, beleumdetet, ##beleumdet, beleumdete, beleumdetes, beleumdetem, beleumdeten, beleumdeter##, beleumdend, ###beleumdend, beleumdende, beleumdendes, beleumdendem, beleumdenden, beleumdender###, beleumde, beleumunden, beleumunde, beleumundest, beleumundet, beleumundete, beleumundetest, beleumundeten, beleumundetet, ##beleumundet, beleumundete, beleumundetes, beleumundetem, beleumundeten, beleumundeter##, beleumundend, ###beleumundend, beleumundende, beleumundendes, beleumundendem, beleumundenden, beleumundender, beleumund (!) +EW; Z.: be—leu-m-d-en
$belfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. belfen, belfern, schroff kundtun; E.: s. bel(len); L.: Kluge s. u. belfern, DW 1, 1447; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend in Anlehnung an bel(len) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schroff kundtun; F.: belfen, belfe, belfst, belft, belfest, belfet, belfte, belftest, belften, belftet, gebelft, ##gebelft, gebelfte, gebelftes, gebelftem, gebelften, gebelfter##, belfend, ###belfend, belfende, belfendes, belfendem, belfenden, belfender###, belf (!)+EW; Z.: bel-f-en
belfern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. belfern, belfen, schroff kundtun, keifen, schimpfen; ne. bellow (V.); Vw.: -; Hw.: s. bellen; Q.: 1538 (Luther); E.: wohl lautmalend angelehnt an bel(len), s. d.; L.: Kluge s. u. belfern, EWD s. u. belfern, DW 1, 1447, DW2 4, 944, Duden s. u. belfern; GB.: seit 1538 belegte und wohl lautmalend in Anlehnung an bel(len) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schroff kundtun oder keifen oder schimpfen; BM.: bellen?; F.: belfern, belfere, belferst, belfert, belferte, belfertest, belfertet, gebelfert, ##gebelfert, gebelferte, gebelfertes, gebelfertem, gebelferten, gebelferter##, belfernd, ###belfernd, belfernde, belferndes, belferndem, belfernden, belfernder###, belfer (!) +EW; Z.: bel-f-er-n
$belichten, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. belichten, mit Licht versehen (V.), Licht einwirken lassen; E.: s. be, s. lichten; L.: fehlt DW, EWD s. u. licht; GB.: vielleicht seit 1324 belegte und aus be und lichten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Licht und Augen mögliches mit Licht versehen (V.) oder Licht einwirken lassen; F.: belichten, belichte, belichtest, belichtet, belichtete, belichtetest, belichteten, belichtetet, ##belichtet, belichtete, belichtetes, belichtetem, belichteten, belichteter##, belichtend, ###belichtend, belichtende, belichtendes, belichtendem, belichtenden, belichtender, belicht (!) ###+EW; Z.: be—lich-t-en
$Belichtung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Belichtung, Beleuchtung, Lichteinwirkung; E.: s. belicht(en), s. ung: L.: fehlt DW, EWD s. u. licht; GB.: seit 1593 belegte und aus belicht(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Beleuchtung oder Lichteinwirkung; F.: Belichtung, Belichtungen+EW; Z.: Be—lich-t-ung
$belieben, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. belieben, wertschätzen, wollen (V.); E.: s. be, s. lieben; L.: Kluge s. u. belieben, DW 1, 1447, EWD s. u. belieben; GB.: seit 1220-1250 belegte und aus be und lieben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wertschätzen oder wollen (V.); F.: belieben, beliebe, beliebst, beliebt, beliebest, beliebet, beliebte, beliebtest, beliebten, beliebtet, ##beliebt, beliebte, beliebtes, beliebtem, beliebten, beliebter##, beliebend, ###beliebend, beliebende, beliebendes, beliebendem, beliebenden, beliebender###, belieb (!) +EW; Z.: be—lieb-en
$Belieben, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Belieben, Wertschätzen, Wollen (N.); E.: s. belieben; L.: EWD s. u. belieben; GB.: seit um 1390 belegte und aus belieben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Wertschätzen oder Wollen (N.); F.: Belieben, Beliebens+EW; Z.: Be—lieb-en
$beliebig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. beliebig, willkürlich, gewollt; E.: s. belieb(en), s. ig; L.: DW 1, 1449, EWD s. u. belieben; GB.: seit 1614 belegte und aus belieb(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches willkürlich oder gewollt; F.: beliebig, beliebige, beliebiges, beliebigem, beliebigen, beliebiger(, beliebigere, beliebigeres, beliebigerem, beliebigeren, beliebigerer, beliebigst, beliebigste, beliebigstes, beliebigstem, beliebigsten, beliebigster)+EW; Z.: be-lieb-ig
$beliebt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. beliebt, geliebt, geschätzt, gewollt; E.: s. belieb(en), s. (e)t (Suff.); L.: DW 1, 1449, EWD s. u. belieben; GB.: seit 1579 belegte und aus belieb(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geliebt oder geschätzt oder gewollt; F.: beliebt, beliebte, beliebtes, beliebtem, beliebten, beliebter(, beliebtere, beliebteres, beliebterem, beliebteren, beliebterer, beliebtest, beliebteste, beliebtestes, beliebtestem, beliebtesten, beliebtester)+EW; Z.: be—lieb-t
$Beliebtheit, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Beliebtheit, Beliebtsein; Q.: 1715; E.: s. beliebt, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. belieben; GB.: seit 1715 belegte und aus beliebt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Beliebtsein; F.: Beliebtheit; Z.: Be—lieb-t—hei-t
$beliefern, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. beliefern, zustellen, versorgen; E.: s. be, s. liefern; L.: Kluge s. u. liefern, fehlt DW; GB.: seit 1752 belegte und aus be und liefern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Handel mögliches zustellen oder versorgen; F.: beliefern, beliefere, beliefer (!), belieferst, beliefert, belieferte, beliefertest, belieferten, beliefertet, ##beliefert, belieferte, beliefertes, beliefertem, belieferten, belieferter##, beliefernd, ###beliefernd, belieferndes, belieferndem, beliefernden, beliefernder###, beliefer (!)+EW+FW; Z.: be—lief-er-n
Belladonna, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Belladonna, Tollkirsche, aus der Tollkirsche gewonnene Arznei; ne. belladonna, banewort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. s. it. belladonna; E.: s. it. belladonna, F., schöne Frau, Tollkirsche; dieses aus lat. blandonia, bladona, F., Königskerze; Herkunft aus dem Gall.?; L.: Kluge s. u. Belladonna, Duden s. u. Belladonna; Son.: die it. Bedeutung belladonna stammt vielleicht von der pupillenerweiternden Wirkung der Tollkirsche (zu diesem Zweck auch als Schönheitsmittel eingesetzt); vgl. nndl. belladonna, Sb., Belladonna, Tollkirsche; frz. belladonne, F., Belladonna, Tollkirsche; nschw. belladonna, Sb., Belladonna; nnorw. belladonna, M., Belladonna, Tollkirsche; russ. белладонна (belladonna), F., Belladonna, Tollkirsche; nir. belladonna, Sb., Belladonna; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Gallischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche giftige Pflanze mit pupillenerweiternder Wirkung aus der Familie der Nachtschattengewächse oder von Menschen aus dieser Pflanze gewonnene Arznei; BM.: ?; F.: Belladonna, Belladonnen+FW; Z.: Belladonn-a
bellen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. bellen, kläffen; ne. bark (V.), bell (V.), bellow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bellen (1), st. V., bellen, keifen, zanken, heulen, knurren; mnd. bellen, sw. V., bellen; mnl. bellen, belen, sw. V., bellen; ahd. bellan*, st. V. (3b), bellen, hallen; as. -; anfrk. -; germ. *bellan (1), st. V., bellen; idg. *bʰel- (6), V., schallen, reden, brüllen, bellen, Pokorny 123 (202/35) (RB. idg. ind., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bellen, Kluge s. u. bellen, DW 1, 1451, EWD s. u. bellen, DW2 4, 951, EWAhd 1, 533, Duden s. u. bellen, Falk/Torp 266, Seebold 101, Bluhme s. u. bellen; Son.: vgl. afries. -; ae. bellan, st. V. (3b), bellen, brüllen, schreien; an. belja, sw. V. (2), brüllen; got. -; ? apreuß. billīt, V., sagen, sprechen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Hundes oder ähnlichen Tieres mögliches einen Laut eines Hundes oder eines ähnlichen Tieres geben; BM.: lautmalend?; F.: bellen, belle, bellst, bellt, bellest, bellet, bellte, belltest, bellten, belltet, gebellt, ##gebellt, gebellte, gebelltes, gebelltem, gebellten, gebellter##, bellend, ###bellend, bellende, bellendes, bellendem, bellenden, bellender###, bell (!) +EW; Z.: bel-l-en
Belletrist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Belletrist, Verfasser (oder Liebhaber) unterhaltender Literatur; ne. belletrist; Vw.: -; Hw.: s. Letter, Literatur; Q.: 1774; I.: frz. Lw.; E.: s. frz. belles lettres, F. Pl., schöne Literatur, schöne Wissenschaften; vgl. frz. beau, belle, Adj., schön, hübsch; vgl. lat. bellus, Adj., hübsch, allerliebst, lieblich, niedlich, (um 250-184 v. Chr.); idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); frz. lettre, F., Buchstabe, Brief; lat. littera, lettera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, Geschriebenes, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. linere, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Belletrist, fehlt DW, EWD s. u. Belletrist, DW2 4, 952, Duden s. u. Belletrist; Son.: vgl. nndl. bellettrist, M., Belletrist; nschw. belletrist, M., Belletrist; GB.: seit 1774 belegte und teilweise aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Verfasser oder Liebhaber schöngeistiger und unterhaltender Literatur; BM.: schöne Literatur; F.: Belletrist, Belletristen (!)+FW; Z.: Be-l-le-tr-ist
$Belletristik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Belletristik, unterhaltende Literatur; E.: s. Belletrist, s. ik; L.: Kluge s. u. Belletrist, fehlt DW, EWD s. u. Belletrist; GB.: seit 1793 belegte und aus Belletrist und ik gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache und Schrift allgemeiner mögliche schöngeistige und unterhaltende Literatur; F.: Belletristik+FW; Z.: Be-l-le-tr-ist-ik
$belletristisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. belletristisch, schöngeistige Literatur betreffend; Q.: 1770-1780; E.: s. Belletrist, s. isch; L.: EWD s. u. Bellestrist; GB.: seit 1770-1780 belegte und aus Belletrist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift allgemeiner mögliche schöngeistige und unterhaltende Literatur betreffend; F.: belletristisch, belletristische, belletristisches, belletristischem, belletristischen, belletristischer+FW; Z.: be-l-le-tr-ist-isch
$Bellhammel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bellhammel, ein Hammel, ein Anführer; Q.: 1755; E.: s. bell(en), s. Hammel; L.: Kluge 1. A. s. u. Bellhammel, DW 1, 1453; GB.: seit 1755 belegte und aus bell(en) und Hammel gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht zu dieser Zeit von Menschen mit einer Schelle oder Glocke versehenen Hammel oder einen Anführer; F.: Bellhammel, Bellhammels, Bellhammeln (!)+EW; Z.: Bell—ham-m-el
$belobigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. belobigen, loben, Lob erteilen; L.: fehlt DW, EWD s. u. loben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus be und Lob sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches loben oder Lob erteilen; F.: belobigen, belobige, belobigst, belobigt, belobigest, belobiget, belobigte, belobigtest, belobigten, belobigtet, ##belobigt, belobigte, belobigtes, belobigtem, belobigten, belobigter##, belobigend, ###belobigend, belobigende, belobigendes, belobigendem, belobigenden, belobigender###, belobig (!)+EW; Z.: be—lob-ig-en
$belohnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. belohnen, lohnen, vergelten; E.: s. be, s. lohnen; L.: DW 1, 1454, EWD s. u. Lohn; GB.: (belōnen) seit um 1336 belegte und aus be und lohnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entwicklung von Geld mögliches lohnen oder vergelten; F.: belohnen, belohne, belohnst, belohnt, belohnest, belohnet, belohnte, belohntest, belohnten, belohntet, ##belohnt, belohnte, belohntes, belohntem, belohnten, belohnter##, belohnend, ###belohnend, belohnende, belohnendes, belohnendem, belohnenden, belohnender###, belohn (!) +EW; Z.: be—loh-n-en
$Belt, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Belt, Streifen (M.), Bereich, Meerenge; E.: s. ne. belt, N., Gürtel; L.: Kluge 1. A. s. u. Belt, DW 1, 1455; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Etruskischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen breiten Streifen oder Bereich oder eine Meerenge; F.: Belt, Beltes, Belts, Belte, Belten (!) +EW; Z.: Belt
$belügen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. belügen, lügen, täuschen, die Unwahrheit sagen; E.: s. be, s. lügen; L.: Kluge s. u. lügen, DW 1, 1455, EWD s. u. lügen; GB.: (biliogan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und lügen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches lügen oder täuschen oder die Unwahrheit sagen; F.: belügen, belüge, belügst, belügt, belügest, belüget, belog. belogst, belogen, belogt##, belügend, ###belügend, belügende, belügendes, belügendem, belügenden, belügender###, belüg (!)+EW; Z.: be—lüg-en
$belustigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. belustigen, erheitern, erfreuen; E.: s. be, s. lustig, s. en; L.: Kluge s. u. Lust, DW 1, 1455, EWD s. u. Lust; GB.: seit 1494 belegte und aus be und lustig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches erheitern oder erfreuen; F.: belustigen, belustige, belustigst, belustigt, belustigest, belustiget, belustigte, belustigtest, belustigten, belustigtet, ##belustigt, belustigte, belustigtes, belustigtem, belustigten, belustigter##, belustigend, ###belustigend, belustigende, belustigendes, belustigendem, belustigenden, belustigender###, belustig (!)+EW; Z.: be—lus-t-ig-en
belzen, nhd., sw. V.: nhd. belzen; Vw.: s. pelzen
$bemängeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bemängeln, beanstanden; E.: s. be, s. Mangel (M.), s. (e)n; L.: Kluge s. u. mangeln, DW 1, 1457, EWD s. u. mangeln; GB.: seit 1727 belegte und aus be und Mangel (M.) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beanstanden; F.: bemängeln, bemängel (!), bemängle, bemängele, bemängelst, bemängelt, bemängelte, bemängeltest, bemängelten, bemängeltet, ##bemängelt, bemängelte, bemängeltes, bemängeltem, bemängelten, bemängelter##, bemängelnd, ###bemängelnd, bemängelnde, bemängelndes, bemängelndem, bemängelnden, bemängelnder###, bemängel (!) +FW; Z.: be—män-g-el-n
$bemannen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bemannen, mit einer Mannschaft versehen (V.); E.: s. be, s. Mann, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mann, DW 1, 1457, EWD s. u. Mann; GB.: seit 1278 belegte und aus be und Mann sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einer Mannschaft versehen (V.); F.: bemannen, bemanne, bemannst, bemannt, bemannest, bemannet, bemannte, bemanntest, bemannten, bemanntet, ##bemannt, bemannte, bemanntes, bemanntem, bemannten, bemannter##, bemannend, ###bemannend, bemannende, bemannendes, bemannendem, bemannenden, bemannender###, bemann (!)+EW; Z.: be—man-n-en
$bemänteln, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. bemänteln, ummanteln, mit einem Mantel versehen (V.), beschönigen; E.: s. be, s. Mantel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. bemänteln, DW 1, 1457, EWD s. u. Mantel; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus be und Mantel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Mänteln mögliches ummanteln oder mit einem Mantel versehen (V.) oder beschönigen; F.: bemänteln, bemäntel (!), bemäntle, bemäntele, bemäntelst, bemäntelt, bemäntelte, bemänteltest, bemäntelten, bemänteltet, ##bemäntelt, bemäntelte, bemänteltes, bemänteltem, bemäntelten, bemäntelter##, bemäntelnd, ###bemäntelnd, bemäntelnde, bemäntelndes, bemäntelndem, bemäntelnden, bemäntelnder###, bemäntel (!)+FW; Z.: be—män-tel-n
Bembel, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Bembel, Glockenschwengel, kleine Glocke, Krug (M.) (1) für Apfelwein; ne. bell clapper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von einem regionalen bampeln, sw. V., baumeln; weitere Herkunft s. nhd. baumeln; L.: Kluge s. u. Bembel, fehlt DW, Duden s. u. Bembel; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl mit baumeln verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Bezeichnung für den Klöppel einer Glocke und einen Krug (M.) (1) für Apfelwein; BM.: herunterhängen; F.: Bembel, Bembels, Bembeln+EW; Z.: Bemb-el
$bemerken, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. bemerken, wahrnehmen, bestimmen, bezeichnen, kennzeichnen; E.: s. be, s. merken; L.: Kluge s. u. merken, DW 1, 1460, EWD s. u. merken; GB.: (bimerken*) seit 1070 belegte und aus be und merken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches wahrnehmen oder bestimmen oder bezeichnen oder kennzeichnen; F.: bemerken, bemerke, bemerkst, bemerkt, bemerkest, bemerket, bemerkte, bemerktest, bemerkten, bemerktet, ##bemerkt, bemerkte, bemerktes, bemerktem, bemerkten, bemerkter##, bemerkend, ###bemerkend, bemerkende, bemerkendes, bemerkendem, bemerkenden, bemerkender###, bemerk (!)+EW; Z.: be—merk-en
$Bemerkung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bemerkung, Anmerkung, Mitteilung, Äußerung; E.: s. bemerk(en), s. ung; L.: DW 1, 1460, EWD s. u. merken; GB.: seit 1643 belegte und aus bemerk(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Anmerkung oder Mitteilung oder Äußerung; F.: Bemerkung, Bemerkungen+EW; Z.: Be—merk-ung
$bemittelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.)?: nhd. bemittelt, mit Mittel versehen (Adj.), begütert; E.: s. be, s. Mittel, s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. mittel, fehlt DW, EWD s. u. Mittel; GB.: vielleicht seit 1725 belegte und aus (sechzehnhundertneunundvierzig belegtem) bemittel(n) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit Mittel versehen (Adj.); F.: bemittelt, bemittelte, bemitteltes, bemitteltem, bemittelten, bemittelter+EW; Z.: be—mi-tt-elt
$Bemmchen, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Bemmchen, kleine Bemme; E.: s. Bemm(e), s. chen; L.: Kluge s. u. Bemme, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Bemm(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine kleine Bemme; F.: Bemmchen, Bemmchens+EW; Z.: Be-m-m-chen
Bemme, nhd. (ält.), F., (18. Jh.?): nhd. Bemme, mit Butter bestrichene Brotscheibe oder Brotschnitte, Butterbrot; ne. buttered bread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht Entlehnung von sorb. pomazka, Sb., Butterschnitte; vgl. sorb. pomazac, V., beschmieren; sorb. po, Präp., auf; Hinterglied vielleicht zu idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730 (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?; L.: Kluge 1. A. s. u. Bemme, Kluge s. u. Bemme, DW 1, 1461, EWD s. u. Bemme, DW2 4, 969, Duden s. u. Bemme; GB.: vielleicht seit 1793 belegte und aus dem Sorbischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche mit Butter bestrichene Brotschnitte oder ein Butterbrot; BM.: aufschmieren; F.: Bemme, Bemmen (!) +FW; Z.: Be-m-m-e
$bemoost, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. bemoost, mit Moos bewachsen (Adj.), mit Moos versehen (Adj.); E.: s. be, s. Moos, s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. bemoost, fehlt DW, EWD s. u. Moos 1; GB.: seit 1636 (bemoosen) belegte und aus be und Moos sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Moos mögliches mit Moos bewachsen (Adj.), mit Moos versehen (Adj.); F.: bemoost, bemooste, bemoostes, bemoostem, bemoosten, bemooster+EW; Z.: be—moos-t
$bemuttern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bemuttern, wie eine Mutter umsorgen oder betreuen; E.: s. be, s. Mutter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Mutter, DW 1, 1463, EWD s. u. Mutter; GB.: seit 1741 belegte und aus be und Mutter sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wie eine Mutter umsorgen oder betreuen; F.: bemuttern, bemuttere, bemutter (!), bemutterst, bemuttert, bemutterte, bemuttertest, bemutterten, bemuttertet, ##bemuttert, bemutterte, bemuttertes, bemuttertem, bemutterten, bemutterter##, bemutternd, ###bemutternd, bemutterndes, bemutterndem, bemutternden, bemutternder###, bemutter (!)+EW; Z.: be—mu-tt-er-n
$benachteiligen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. benachteiligen, einen Nachteil zufügen; E.: s. be, s. nachteilig, s. en; L.: DW 1, 1464 (benachtheiligen), EWD s. u. Teil; GB.: seit 1581 belegte und aus be und Nachteil sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen Nachteil zufügen; F.: benachteiligen, benachteilige, benachteiligst, benachteiligt, benachteiligest, benachteiliget, benachteiligte, benachteiligtest, benachteiligten, benachteiligtet, ##benachteiligt, benachteiligte, benachteiligtes, benachteiligtem, benachteiligten, benachteiligter##, benachteiligend, ###benachteiligend, benachteiligende, benachteiligendes, benachteiligendem, benachteiligenden, benachteiligender###, benachteilig (!) +EW; Z.: be—nach—tei-l-ig-en
benauen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. benauen, in die Enge treiben, bedrängen, bedrücken; ne. drive (V.) into a corner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1473; E.: s. mnd. benouwen, benauwen, sw. V., schmälern, einengen, verengen; Vorderglied s. nhd. be...; Hinterglied s. mnd. nouwen, sw. V., beengen, drängen, bedrängen, bedrücken; mnd. nouwe, Adj., genau, knapp, streng, scharf; mhd. nouwe, Adj., eng, genau, sorgfältig, knapp, kaum; germ. *hnawwa-, *hnawwaz, *hnawwu-, *hnawwuz, Adj., knapp, eng, karg; s. idg. *kenu-, *kneu-, V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 562; vgl. idg. *ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 559 (868/100) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. benauen, DW 1, 1466, DW2 4, 977; GB.: seit 1473 belegte und aus be und nauen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in die Enge treiben oder bedrängen oder bedrücken; BM.: eng machen; F.: benauen, benaue, benaust, benaut, benauest, benauet, benaute, benautest, benauten, benautet, ##benaut, benaute, benautes, benautem, benauten, benauter##, benauend, ###benauend, benauende, benauendes, benauendem, benauenden, benauender###, benau (!)+EW; Z.: be—nau-en
$benebeln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. benebeln, mit Nebel einhüllen; E.: s. be, s. Nebel, s. (e)n); L.: Kluge s. u. Nebel, EWD s. u. Nebel; GB.: seit um 1450 belegte und aus be und Nebel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliches mit Nebel einhüllen; F.: benebeln, benebel (!), beneble, benebele, benebelst, benebelt, benebelte, benebeltest, benebelten, benebeltet, ##benebelt, benebelte, benebeltes, benebeltem, benebelten, benebelter##, benebelnd, ###benebelnd, benebelnde, benebelndes, benebelndem, benebelnden, benebelnder###, benebel (!)+EW; Z.: be—neb-el-n
$benebelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. benebelt, mit Nebel eingehüllt, angetrunken; E.: s. benebel(n), s. (e)t; L.: DW 1, 1467, EWD s. u. Nebel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus benebel(n) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliches mit Nebel eingehüllt; F.: benebelt, benebelte, benebeltes, benebeltem, benebelten, benebelter(, benebeltere, benebelteres, benebelterem, benebelteren, benebelterer, benebeltst, benebeltste, benebeltstes, benebeltstem, benebeltsten, benebeltster)+EW; Z.: be—neb-el-t
benedeien, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. benedeien, segnen; ne. bless (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. benedīen, benedīgen, bendīen, sw. V., benedeien, segnen, preisen; mnd. benedīcēren, sw. V., einsegnen; s. lat. benedīcere, V., Gutes reden, loben, gut reden, rühmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. bene, Adv., gut; lat. bonus, Adj., gut; vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); lat. dīcere, V., sagen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188; idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. benedeien, DW 1, 1468, DW2 4, 979, Duden s. u. benedeien; Son.: vgl. nndl. benedijen, sw. V., benedeien; frz. bénir, V., segnen, weihen; GB.: (benedīen) seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für segnen als eine seit dem Altertum entwickelte christliche Kulthandlung; BM.: Gutes sagen; F.: benedeien, benedeie, benedeist, benedeit, benedeiest, benedeiet, benedeite, benedeitest, benedeiten, benedeitet, gebenedeit, ##gebenedeit, gebenedeite, gebenedeites, gebenedeitem, gebenedeiten, gebenedeiter##, benedeiend, ###benedeiend, benedeiende, benedeiendes, benedeiendem, benedeienden, benedeiender###, benedei (!)+FW(+EW); Z.: be-n-e-dei-en
Benefiz, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Benefiz, Benefizium, Wohltat, Wohltätigkeitsveranstaltung; ne. benefit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1669; I.: Lw. frz. bénéfice; E.: s. frz. bénéfice, F., M., Gewinn, Profit; lat. beneficium, N., Guttat, Verdienst, Wohltat, Begünstigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. bonus, Adj., gut; vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Benefiz, DW2 4, 981, Duden s. u. Benefiz; Son.: vgl. nndl. benefiet, Sb., Benefiz; nschw. benefice, Sb., Benefiz; nnorw. benefice, M., Benefiz; poln. benfis, M., Benefiz; GB.: seit 1669 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wohltat oder eine Vorstellung zu Ehren eines Künstlers und davon abgeleitet für eine Wohltätigkeitsveranstaltung; BM.: Gutes tun; F.: Benefiz, Benefizes, Benefize, Benefizen+FW; Z.: Be-n-e-fi-z
$benehmen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. benehmen, wegnehmen, entziehen, berauben, verhalten (V.); E.: s. be, s. nehmen; L.: Kluge s. u. benehmen, DW 1, 1468, EWD s. u. nehmen, Falk/Torp 293, Seebold 357; GB.: (bineman*) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegnehmen oder entziehen oder berauben oder verhalten (V.); F.: benehmen, benehme, benimmst, benimmt, benehmt, benehmest, benehmet, benahm, benahmst, benahmen, benahmt, benähme, benähmst, benähmest, benähmen, benähmt, benähmet, benommen, ##benommen, benommene, benommenes, benommenem, benommenen, benommener##, benehmend, ###benehmend, benehmende, benehmendes, benehmendem, benehmenden, benehmender###, benimm (!)+FW; Z.: be—nehm-en
$Benehmen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Benehmen, Betragen, Verhalten, Einvernehmen, Einverständnis; E.: s. benehmen; L.: DW 1, 1469, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1780 belegte und aus benehmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Betragen oder Verhalten oder Einvernehmen oder Einverständnis; F.: Benehmen+EW; Z.: Be—nehm-en
$beneiden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beneiden, missgönnen; E.: s. be, s. neiden; L.: Kluge s. u. Neid, DW 1, 1469, EWD s. u. Neid; GB.: (benīden) seit um 1210 belegte und aus be und neiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches neiden oder missgönnen; F.: beneiden, beneide, beneidest, beneidet, beneidete, beneidetest, beneideten, beneidetet, ##beneidet, beneidete, beneidetes, beneidetem, beneideten, beneideter##, beneidend, ###beneidend, beneidende, beneidendes, beneidendem, beneidenden, beneidender###, beneid (!)+EW; Z.: be—nei-d-en
$benetzen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. benetzen, tränken, befeuchten; E.: s. be, s. netzen; L.: Kluge s. u. netzen, DW 1, 1471, EWD s. u. netzen; GB.: (binezzen*) seit 11. Jh. belegte und aus be und netzen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches tränken oder befeuchten; F.: benetzen, benetze, benetzst (!), benetzt, benetzest, benetzet, benetzte, benetztest, benetzten, benetztet, ##benetzt, benetzte, benetztes, benetztem, benetzten, benetzter##, benetzend, ###benetzend, benetzende, benetzendes, benetzendem, benetzenden, benetzender###, benetz (!)+EW; Z.: be—netz-en
Bengel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bengel, ungezogener Junge, Knüppel, Stange; ne. rascal (M.), urchin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1260 (Engelhard des Konrad von Würzburg); E.: mhd. bengel, pengel, st. M., Bengel, Prügel, Knüttel, Knüppel, Keule, Dreschflegel (?); mnd. bengel, M., Bengel, Kerl, Bursche; von einer Ableitung von nd. bangen, V., klopfen, schlagen; vgl. an. banga, sw. V., schlagen, hämmern; vielleicht von einem germ.? *bang-, V., schlagen; vielleicht von idg. *bʰen-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 126 (208/41) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bengel, Kluge s. u. Bengel, DW 1, 1471, EWD s. u. Bengel, DW2 4, 988, Duden s. u. Bengel; Son.: vgl. nndl. bengel, M., Bengel; GB.: seit vor 1260 belegte und aus niederdeutsch bang(en) und el gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ungezogenen Jungen oder einen Knüppel oder eine Stange; BM.: schlagen?, grob?, Menschen die mit einem groben Bengel hantieren sind selbst grobe Menschen; F.: Bengel, Bengels, Bengeln+EW; Z.: Ben-g-el
$Benimm, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Benimm, Benehmen, Anstand; E.: s. benehmen; L.: Kluge s. u. benehmen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus benehmen gebildete Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Benehmen oder Anstand; F.: Benimm, Benimms+EW; Z.: Be—nim-m
Benne, nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Benne, Korbwagen, Wagenkasten, Schubkarren; ne. car body, wheelbarrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. benna; E.: s. lat. benna, F., zweiräderiger Korbwagen, (8. Jh. n. Chr.); s. gall. benna, F., zweiräderiger Korbwagen; vgl. idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Benne, Kluge s. u. Benne, DW 1, 1473, Duden s. u. Benne; Son.: vgl. ae. binn, st. F. (ō), Kasten (M.), Korb, Krippe; ne. bin, N., Kasten (M.), Tonne (F.) (1); nndl. ben, Sb., Korb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar dem Gallischen aufgenommene Bezeichnung für einen Korbwagen auf zwei Rädern oder einen Schubkarren; BM.: Korbgeflecht; F.: Benne, Bennen+FW; Z.: Benn-e
$benommen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. benommen, leicht betäubt, angeschlagen; Vw.: s. un-; E.: s. benehmen; L.: Kluge s. u. benommen, fehlt DW, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1830 belegte und aus benehmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leicht betäubt oder angeschlagen; F.: benommen, benommene, benommenes, benommenem, benommenen, benommener(, benommenere, benommeneres, benommenerem, benommeneren, benommenerer, benommenst, benommenste, benommenstes, benommenstem, benommensten, benommenster)+EW; Z.: be—nom-m-en
$Benommenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Benommenheit, leichte Beäubtheit, Bewusstseinstrübung; E.: s. benommen, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1830 belegte und aus benommen und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche leichte Betäubtheit oder Bewusstseinstrübung; F.: Benommenheit, Benommenheiten+EW; Z.: Be—nom-m-en—hei-t
$benutzen, benützen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. benutzen, ausnutzen, gebrauchen, einsetzen, verwenden; E.: s. be, s. nutzen; L.: EWD s. u. Nutzen, DW 1, 1477 (benutzen), DW2 4, 991 (benutzen); GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus be und nutzen oder nützen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausnutzen oder gebrauchen oder einsetzen oder verwenden; F.: benutzen, benutze, benutzst (!), benutzt, benutzest, benutzet, benutzte, benutztest, benutzten, benutztet, benutztes, benutztem, benutzter, benutzend, benutzende, benutzendes, benutzendem, benutzenden, benutzender, benutz (!), benützen, benütze, benützst (!), benützt, benützest, benützet, benützte, benütztest, benützten, benütztet, benütztes, benütztem, benützter, benützend, benützende, benützendes, benützendem, benützenden, benützender, benütz (!)+EW; Z.: be—nutz-en
benzen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. benzen, inständig bitten, lästig bitten, beharrlich bitten, tadeln; ne. complain (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340; I.: z. T. Lw.?; E.: mhd. benzen, sw. V., benzen, quälen, beschwerlich fallen; Herkunft ungeklärt, vielleicht eine Intensivbildung zu lat. poenāre, pēnāre, V., bestrafen, strafen, züchtigen; vgl. lat. poena, F., Buße, Strafe, Bestrafung, Mühseligkeit; gr. ποινή (poinḗ), F., Sühne, Strafe, Rache; vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. benzen, DW 1, 1478, Duden s. u. benzen; GB.: seit um 1340 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches inständig und lästig bitten; BM.: ?; F.: benzen, benze (!), benzt, benzest, benzet, benzte, benztest, benzten, benztet, gebenzt, ##gebenzt, gebenzte, gebenztes, gebenztem, gebenzten, gebenzter##, benzend, ###benzend, benzende, benzendes, benzendem, benzenden, benzender###, benz (!)+FW; Z.: be-n-z-en
Benzin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Benzin, ein Treibstoff, ein Lösungsmittel; ne. petrol, gas (N.), gasoline; Vw.: -; Hw.: s. Benzol; Q.: 1833; I.: span. Lw.; E.: s. span. benjuí, Sb., Benzoeharz; katalan. benjuí, Sb., Benzoeharz; frz. benzoin, benjoin, M., Benzoeharz; vgl. arab. lubān ğāwī, Sb., Benzoeharz, Weihrauch aus Java; L.: Kluge s. u. Benzin, EWD s. u. Benzin, DW2 4, 992, Duden s. u. Benzin; Son.: vgl. nndl. benzine, Sb., Benzin; ne. benzine, N., Waschbenzin; frz. benzine, F., Benzol; nschw. bensin, Sb., Benzin; nnorw. bensin, Sb., Benzin; poln. benzyna, F., Benzin; lit. benzinas, M., Benzin; GB.: seit 1833 belegte Bezeichnung für ein 1825 von Michael Faraday (1791-1867) entdecktes und von dem deutschen Chemiker Eilhard Mitscherlich (1794-1863) umbenanntes aus Erdöl destilliertes sowie als Treibstoff und als Lösungsmittel verwendetes Gemisch aus überwiegend gesättigten Kohlenwasserstoffen wobei die Benennung später in Analogie zu Alkohol durch die Bezeichnung Benzol ersetzt wurde; BM.: Herkunft aus Benzoeharz; F.: Benzin, Benzins, Benzines, Benzine, Benzinen+FW; Z.: Benz-in
Benzol, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Benzol, Benzil (!); ne. benzene; Vw.: -; Hw.: s. Benzin; Q.: 19. Jh.; I.: span. Lw.; E.: s. span. benjuí, Sb., Benzoeharz; katalan. benjuí, Sb., Benzoeharz; frz. benzoin, benjoin, M., Benzoeharz; vgl. arab. lubān ğāwī, Sb., Benzoeharz, Weihrauch aus Java; für die Endung …ol s. nhd. Alkohol; L.: Duden s. u. Benzol; Son.: vgl. nndl. benzol, Sb., Benzol; frz. benzol, M., Benzol; GB.: vielleicht seit vor 1833 belegte und aus dem Spanischen und Katalanischen sowie mittelbar dem Französischen und dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen flüssigen organischen und seit dieser Zeit als Kraftstoff für Kraftfahrzeuge von Menschen entwickelten und verwendeten Kohlenwasserstoff; BM.: Herkunft aus Benzoeharz; F.: Benzol, Benzols, Benzole, Benzolen+FW; Z.: Benz-ol
$beobachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beobachten, betrachten, beachten; E.: s. be, s. ob, s. achten; L.: Kluge s. u. beobachten, DW 1, 1478 EWD s. u. ob (Präp.); GB.: seit 1645 belegte und aus be und ob sowie achten gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entwicklung von Augen mögliches betrachten oder beachten; F.: beobachten, beobachte, beobachtest, beobachtet, beobachtete, beobachtetest, beobachteten, beobachtetet, ##beobachtet, beobachtete, beobachtetes, beobachtetem, beobachteten, beobachteter##, beobachtend, ###beobachtend, beobachtende, beobachtendes, beobachtendem, beobachtenden, beobachtender###, beobacht (!)+EW; Z.: be—ob—ach-t-en
$beordern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beordern, befehlen, bestellen, beauftragen; E.: s. be. s. ordern; L.: Kluge s. u. Order, DW 1, 1478, EWD s. u. Order; GB.: seit 1666 belegte und aus be und ordern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches befehlen oder bestellen oder beauftragen; F.: beordern, beordere, beorder (!), beorderst, beordert, beorderte, beordertest, beorderten, beordertet, ##beordert, beorderte, beordertes, beordertem, beorderten, beorderter##, beordernd, ###beordernd, beorderndes, beorderndem, beordernden, beordernder###, beorder (!)+EW+FW; Z.: be-or-d-er-n
$bepacken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bepacken, beladen (V.), belasten; E.: s. be, s. packen; L.: DW 1, 1478, EWD s. u. packen; GB.: seit 1726 belegte und aus be und packen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches beladen (V.) oder belasten; F.: bepacken, bepacke, bepackst, bepackt, bepackest, bepacket, bepackte, bepacktest, bepackten, bepacktet, ##bepackt, bepackte, bepacktes, bepacktem, bepackten, bepackter##, bepackend, ###bepackend, bepackende, bepackendes, bepackendem, bepackenden, bepackender###, bepack (!)+EW; Z.: be—pack-en
bequem, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. bequem, angenehm, tauglich; ne. convenient, comfortable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); I.: Lüs. lat. conveniens?; E.: mhd. bequæme, Adj., bequem, schnell, bald, passend, tauglich, geeignet; mhd. bekēme, bequēme, Adj., bequem, vertraut, willkommen; mnd. bequēme, bequāme, Adj., bequem, passend, geschickt, tauglich, angenehm; mnl. bequame, bequāme, Adj., bequem; ahd. bikwāmi*, biquāmi*, Adj., passend, angemessen; as. -; anfrk. -; germ. *kwēmja-, *kwēmjaz, *kwǣmja-, *kwǣmjaz, Adj., kommend, zugänglich, angenehm, bequem; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., gehen, kommen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bequem, Kluge s. u. bequem, DW 1, 1481, EWD s. u. bequem, DW2 4, 998, EWAhd 2, 93, Falk/Torp 61, Seebold 316, Heidermanns 350, Duden s. u. bequem; Son.: vgl. afries. -; ae. gecwēme, gecwœ̄me, gecwǣme, Adj. (ja), angenehm, annehmbar, willkommen; an. -; got. -; Son.: vgl. nndl. bekwaam, Adj., geschickt; nschw. bekväm, Adj., bequem; nnorw. bekwem, Adj., bequem; GB.: seit 863-871 belegte und vielleicht nach lat. conveniens aus be und quem gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches angenehm oder tauglich oder keine Beschwerden oder Missbehagen verursachend oder komfortabel oder kommod; BM.: angenehm; F.: bequem, bequeme, bequemer, bequemes, bequemem, bequemen(, bequemere, bequemeres, bequemerer, bequemerem, bequemeren, bequemste, bequemstes, bequemstem, bequemsten, bequemster)+EW; Z.: be—quem
$bequemen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bequemen, bequem machen, einrichten, fügen; E.: s. bequem, s. en; L.: Kluge s. u. bequem, DW 1, 1483, EWD s. u. bequem; GB.: (bikweman*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus be und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kommen oder gelangen oder gereichen oder zufallen oder bequem machen oder einrichten oder fügen; F.: bequemen (!), bequeme (!), bequemst, bequemt, bequemest, bequemet, bequemte, bequemtest, bequemten, bequemtet, ##bequemt, bequemte, bequemtes, bequemtem, bequemten, bequemter##, bequemend, ###bequemend, bequemende, bequemendes, bequemendem, bequemenden, bequemender###, bequem (!)+EW; Z.: be—quem-em
$Bequemlichkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Bequemlichkeit, Übereinstimmung, Tauglichkeit; E.: s. bequem, s. lich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. Bequemlichkeit, DW 1, 1485, EWD s. u. bequem; GB.: (bequæmelichheit*) seit 1300-1329 belegte und vielleicht nach lat. commoditas aus bequem und lich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Übereinstimmung oder Tauglichkeit; F.: Bequemlichkeit, Bequemlichkeiten+EW; Z.: Be—quem-lich-kei-t
berappen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. berappen, (widerwillig?) bezahlen; ne. pay (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht aus schwäbischen Krämersprachen und somit Herkunft aus dem Rotwelschen, vielleicht zu rabbes, Sb., Zins, Gewinn; L.: Kluge 1. A. s. u. berappen, Kluge s. u. berappen, DW 1, 1486, EWD s. u. Reibach, Duden s. u. berappen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus be und rappen gebildete sowie in der Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches widerwillig bezahlen; BM.: Zusammenhang mit Einkunft?; F.: berappen, berappe, berappst, berappt, berappest, berappet, berappte, berapptest, berappten, berapptet, ##berappt, berappte, berapptes, berapptem, berappten, berappter##, berappend, ###berappend, berappende, berappendes, berappendem, berappenden, berappender###, berapp (!)+EW+FW; Z.: be-rapp-en
$beraten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beraten, beratschlagen, bereden, besprechen; E.: s. be, s. raten; L.: DW 1, 1487 (berathen), EWD s. u. raten; GB.: (birātan*) um 800 belegte und aus be und raten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beratschlagen oder bereden oder besprechen; F.: beraten, berate, berätst, berät (!), beratet, beratest, beriet, berietest, berietst, berieten, berietet, beraten, ##beraten, beratene, beratenes, beratenem, beratenen, beratener##, beratend, ###beratend, beratende, beratendes, beratendem, beratenden, beratender###, berät (!)+EW; Z.: be—ra-t-en
$beratschlagen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. beratschlagen, beraten (V.), bereden, besprechen; E.: s. be, s. Ratschlag, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1488, EWD s. u. Rat; GB.: nach DRW vielleicht seit 1536 belegte und aus be und Ratschlag sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches beraten (V.) oder bereden oder besprechen; F.: beratschlagen, beratschlage, beratschlagst, beratschlagt, beratschlagest, beratschlaget, beratschlagte, beratschlagtest, beratschlagten, beratschlagtet, ##beratschlagt, beratschlagte, beratschlagtes, beratschlagtem, beratschlagten, beratschlagter##, beratschlagend, ###beratschlagend, beratschlagende, beratschlagendes, beratschlagendem, beratschlagenden, beratschlagender###, beratschlag (!)+EW; Z.: be—ra-t—schlag-en
$Beratung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Beratung, Beraten, Bereden, Besprechen, Beratschlagung, Erörterung; E.: s. berat(en), s. ung; L.: DW 1, 1488 (Berathung), EWD s. u. raten; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. (wolberātunge) belegte und aus berat(en) (V.) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Beraten (N.) oder Bereden oder Besprechen oder Beratschlagung oder Erörterung; F.: Beratung, Beratungen+EW; Z.: Be—ra-t-ung
beraumen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. beraumen, anberaumen, auf einen Zeitpunkt ansetzen; ne. appoint; Vw.: s. an-; Hw.: -; Q.:; I.: Lw.-; E.: s. mnd. berāmen, sw. V., beraumen, festsetzen, bestimmen, anberaumen; vgl. mnd. be..., Präf., be...; ahd. bi, be, Präf., be...; ahd. bi, bī, be, Präf., Präp., bei, an, durch, mittels, mit, in, wegen; anfrk. bi- (2), Präf. be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); mhd. rāmen, sw. V., zielen, trachten, streben; mhd. ræmen (1), sw. V., zielen, trachten, streben, treffen, als Ziel ins Auge fassen; ahd. rāmēn, sw. V. (3), zielen, zielen nach, streben, streben nach, trachten, angreifen, sich beziehen auf, beabsichtigen, versprechen; s. germ. *rēmēn?, *rǣmǣn?, sw. V., zielen; vgl. idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 1, 1490, DW2 4, 1005; GB.: seit 1427 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und der gedanklichen Verwendung von Zukunft mögliches anberaumen oder auf einen bestimmten Zeitpunkt ansetzen; BM.: bei, zählen; F.: beraumen, beraume, beraumst, beraumt, beraumest, beraumet, beraumte, beraumtest, beraumten, beraumtet, ##beraumt, beraumte, beraumtes, beraumtem, beraumten, beraumter##, beraumend, ###beraumend, beraumende, beraumendes, beraumendem, beraumenden, beraumender###, beraum (!)+EW; Z.: be—rau-m-en
$berauschen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. berauschen, betrinken, begeistern; E.: s. be, s. rauschen; L.: Kluge s. u. Rausch, DW 1, 1490, EWD s. u. rauschen; GB.: seit 1541 belegte und aus be und rauschen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung alkoholischer Getränke mögliches betrinken oder begeistern; F.: berauschen, berausche, berauschst, berauscht, berauschest, berauschet, berauschte, berauschtest, berauschten, berauschtet, ##berauscht, berauschte, berauschtes, berauschtem, berauschten, berauschter##, berauschend, ###berauschend, berauschende, berauschendes, berauschendem, berauschenden, berauschender###, berausch (!)+EW; Z.: be—rausch-en
Berber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Berber, Angehöriger eines Volkes in Nordafrika, ein geknüpfter Wollteppich, Obdachloser; ne. Berber (M.); Vw.: -; Hw.: s. Barbar; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. βάρβαρος (bárbaros); E.: s. gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache, barbarisch; vgl. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Berber; Son.: vgl. nndl. berber, Sb., Berber; frz. Berbère, M., Berber; nschw. berber, Sb., Berber; nnorw. berber, M., Berber; kymr. Berber, M., Berber; nir. beibeir, M., Berber; poln. Berber, M., Berber; lit. berberas, M., Berber; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Barbar verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen eines seit rund 6000 Jahren in Nordafrika teilweise nomadisch siedelnden Volkes und davon abgeleitet für einen von seinen Menschen geknüpften Wollteppich und abwertend für einen Obdachlosen; BM.: undeutlich reden; F.: Berber, Berbers, Berbern+FW(; Z.: Ber-ber
Berberitze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Berberitze, Sauerdorn; ne. barberry, berberis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. s. mlat. berberis; E.: mnd. bēveritte, bēverisce, bēverisse, Sb., Berberitze, Sauerdorn; mlat. berberis, M., F., Sauerdorn, (vor 1250); s. arab. barbārīs, Sb., Sauerdorn?; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Berberitze, DW 1, 1491 (Berberis), Duden s. u. Berberitze; Son.: vgl. nndl. berberis, Sb., Berberitze; frz. berbéris, Sb., Berberitze; nschw. berberis, Sb., Berberitze; nnorw. berberis, M., Berberitze; poln. berberis, M., Berberitze; nir. barbróg, F., Berberitze; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen sowie mittelbar dem Mittellateinischen und dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine schon vormenschliche in Eurasien meist als Strauch wachsende Dornen tragende Pflanze mit eiförmigen Blättern und säuerlich schmeckenden Beerenfrüchten (Sauerdorn); BM.: Form der Blätter oder Geschmack der Früchte?; F.: Berberitze, Berberitzen+FW; Z.: Berberitz-e
$berechnen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. berechnen, rechnen, bemessen (V.), ermessen, beurteilen, ermitteln; E.: s. be, s. rechnen; L.: Kluge s. u. rechnen, DW 1, 1492, EWD s. u. rechnen; GB.: seit um 1000 belegte und aus be und rechnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches rechnen oder bemessen (V.) oder ermessen oder beurteilen oder ermitteln; F.: berechnen, berechne, berechnest, berechnet, berechnete, berechnetest, berechneten, berechnetet, ##berechnet, berechnete, berechnetes, berechnetem, berechneten, berechneter##, berechnend, ###berechnend, berechnende, berechnendes, berechnendem, berechnenden, berechnender###, berechne+EW; Z.: be—rech-n-en
$Berechnung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Berechnung, Rechnen; E.: s. berechn(en), s. ung; L.: DW 1, 1492, EWD s. u. rechnen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus berechn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches Rechnen; F.: Berechnung, Berechnungen+EW; Z.: Be—rech-n-ung
$beredsam, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. beredsam, gesprächig, redegewandt, wortgewandt; E.: s. bered(en), s. sam; L.: Kluge s. u. reden, DW 1, 1494, EWD s. u. Rede; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild aus bered(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches gesprächig oder redegewandt oder wortgewandt; F.: beredsam, beredsame, beredsames, beredsamem, beredsamen, beredsamer(, beredsamere, beredsameres, beredsamerem, beredsameren, beredsamerer, beredsamst, beredsamste, beredsamstes, beredsamstem, beredsamsten, beredsamster)+EW; Z.: be—re-d—sam
$Beredsamkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Beredsamkeit, Gesprächigkeit, Redegewandtheit, Redekunst; E.: s. beredsam, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1494, EWD s. u. Rede; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. eloquentia gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Gesprächigkeit oder Redegewandtheit oder Redekunst; F.: Beredsamkeit, Beredsamkeiten+EW; Z.: Be—re-d—sam—kei-t
$beredt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. beredt, redegewandt, gesprächig; L.: DW 1, 1494, EWD s. u. Rede; GB.: (beredet) seit um 1165 belegte und aus bered(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches redegewandt oder gesprächig; F.: beredt, beredte, beredtes, beredtem, beredten, beredter(, beredtere, beredteres, beredterem, beredteren, beredterer, beredtest, beredteste, beredtestes, beredtestem, beredtesten, beredtester)+EW; Z.: be—re-d-t
$Bereich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bereich, Gebiet, Gelände; E.: s. be, s. reich(en); L.: Kluge s. u. Bereich, DW 1, 1495, EWD s. u. reichen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus be und reich(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Gebiet oder Gelände; F.: Bereich, Bereiches, Bereichs, Bereiche, Bereichen+EW; Z.: Be—reich
$bereichern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bereichern, reicher machen, reicher werden; E.: s. be, s. reich, s. er, s. (e)n; L.: DW 1, 1496, EWD s. u. reich; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lateinischem Vorbild aus be und reich sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches reicher machen oder reicher werden; F.: bereichern, bereichere, bereicher (!), bereicherst, bereichert, bereicherte, bereichertest, bereicherten, bereichertet, bereichert, ##bereichert, bereicherte, bereichertes, bereichertem, bereicherten, bereicherter##, bereichernd, ###bereichernd, bereicherndes, bereicherndem, bereichernden, bereichernder###, bereicher (!)+EW; Z.: be-rei-ch-er-n
$bereinigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. bereinigen, reinigen, rein machen, klären, berichtigen; E.: s. be, s. reinigen; L.: DW 1, 1497, EWD s. u. rein; GB.: seit 1476 belegte und aus be und reinigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches reinigen oder rein machen oder klären oder berichtigen; F.: bereinigen, bereinige, bereinigst, bereinigt, bereinigest, bereiniget, bereinigte, bereinigtest, bereinigten, bereinigtet, ##bereinigt, bereinigte, bereinigtes, bereinigtem, bereinigten, bereinigter##, bereinigend, ###bereinigend, bereinigende, bereinigendes, bereinigendem, bereinigenden, bereinigender###, bereinig+EW; Z.: be—rei-n-ig-en
$Bereinigung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bereinigung, Reinigung, Klärung, Berichtigung; E.: s. bereinig(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. rein; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus bereinig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Reinigung oder Klärung oder Berichtigung; F.: Bereinigung, Bereinigungen+EW; Z.: Be—rei-n-ig-ung
bereit, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bereit, vorbereitet, angerichtet, fertig, verfügbar, parat; ne. ready (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. bereit, bereite, breit, Adj., bereit, dienstfertig, bereitgemacht, fertig, zur Hand seiend, bar, verfügbar, bereitwillig, geneigt; mnd. berēde, bereide, berēt, bereit, Adj., bereit, fertig, bereitwillig, hilfsbereit; s. nhd. be, reiten (2); L.: Kluge 1. A. s. u. bereit, Kluge s. u. bereit, EWD s. u. bereit, DW 1, 1497, DW2 4, 1012, Duden s. u. bereit; Son.: vgl. nndl. bereid, Adj., bereit; nschw. beredd, Adj., bereit; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus be und reiten (2) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt mögliches vorbereitet oder angerichtet, fertig oder verfügbar; BM.: ?; F.: bereit, bereite, bereites, bereiten, bereitem, bereiter(, bereitere, bereiteres, bereiterem, bereiteren, bereiterer, bereitest, bereiteste, bereitestes, bereitestem, bereitesten, bereitester)+EW; Z.: be—reit
$bereiten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bereiten, herrichten, einrichten, verschaffen; Vw.: s. auf-, vor-, zu-; E.: s. be, s. reiten; L.: Kluge s. u. bereiten, DW 1, 1500, EWD s. u. bereit; GB.: vor 1150 belegte und aus be und reiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herrichten oder einrichten oder verschaffen; F.: bereiten, bereite, bereitest, bereitet, bereitete, bereitetest, bereiteten, bereitetet, ##bereitet, bereitete, bereitetes, bereitetem, bereiteten, bereiteter##, bereitend, ###bereitend, bereitende, bereitendes, bereitendem, bereitenden, bereitender###, bereit (!)+EW; Z.: be—reit-en
$bereits, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. bereits, schon, längst; E.: s. bereit, s. s; L.: Kluge s. u. bereit, DW 1, 1500, EWD s. u. bereit; GB.: seit 1550 belegte aus bereit und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches schon oder längst; F.: bereits+EW; Z.: be—reit-s
$Bereitschaft, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bereitschaft, Zubereitung, Ausrüstung, Vorrichtung, Ausstattung; E.: s. bereit, s. schaft; L.: Kluge s. u. bereit, DW 1, 1501, EWD s. u. bereit; GB.: vor 1190 belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild aus bereit und schaft gebildete Bezeichnung für Zubereitung oder Ausrüstung oder Vorrichtung oder Ausstattung; F.: Bereitschaft, Bereitschaften+EW; Z.: Be—reit-schaf-t
$bereitwillig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. bereitwillig, bereit, willig, gern; E.: s. bereit, s. willig; L.: Kluge s. u. bereit, DW 1, 1501, EWD s. u. bereit; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus bereit und willig gebildete Bezeichnung für bereit oder willig oder gern; F.: bereitwillig, bereitwillige, bereitwilliges, bereitwilligem, bereitwilligen, bereitwilliger(, bereitwilligere, bereitwilligeres, bereitwilligerem, bereitwilligeren, bereitwilligerer, bereitwilligst, bereitwilligste, bereitwilligstes, bereitwilligstem, bereitwilligsten, bereitwilligster)+EW; Z.: be—reit—wil-l-ig
$Bereitwilligkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bereitwilligkeit, Bereitschaft, Willigkeit, Wille, Entgegenkommen; E: s. bereitwillig, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1501, EWD s. u. bereit; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus bereitwillig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bereitschaft oder Willigkeit oder Wille oder Entgegenkommen; F.: Bereitwilligkeit, Bereitwilligkeiten+EW; Z.: Be—reit—wil-l-ig—keit
$berennen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. berennen, anrennen, angreifen, bestürmen; E.: s. be, s. rennen; L.: DW 1, 1502, EWD s. u. rennen, DW 1, 1502; GB.: um 1170 belegte und aus be und rennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches anrennen oder angreifen oder bestürmen; F.: berennen, berenne, berennst, berennt, berennest, berennet, berannte, beranntest, berannten, beranntet, ##berannt, berannte, beranntes, beranntem, berannten, berannter##, berennend, ###berennend, berennende, berennendes, berennendem, berennenden, berennender###, berenn (!)+EW; Z.: be—re-nn-en
$berenten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. berenten, mit einer Rente versehen (V.); Q.: Anfang 15. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rente; GB.: vielleicht Anfang 15. Jh. belegte und aus be und renten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Renten mögliches mit einer Rente versehen (V.); F.: berenten, berente, berentest, berentet, berentete, berentetest, berenteten, berentetet, ##berentet, berentete, berentetes, berentetem, berenteten, berenteter##, berentend, ###berentend, berentende, berentendes, berentendem, berentenden, berentender, berent (!)###+EW; Z.: be—re-n-t-en
$bereuen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bereuen, beklagen, beweinen; E.: s. be, s. reuen; L.: DW 1, 1503, EWD s. u. Reue; GB.: (biriuwēn*) seit 863-871 belegte und aus be und reuen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Reue dem Menschen mögliches beklagen oder beweinen; F.: bereuen, bereue, bereust, bereut, bereuest, bereuet, bereute, bereutest, bereuten, bereutet, ##bereut, bereute, bereutes, bereutem, bereuten, bereuter##, bereuend, ###bereuend, bereuende, bereuendes, bereuendem, bereuenden, bereuender###, bereu (!)+EW; Z.: be-reu-en
Berg, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Berg, große Anhöhe, hoch ansteigende Geländeerhebung; ne. mountain; Vw.: s. Kalvarien-; Hw.: s. Berger; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. berc, perc, st. M., Berg, Weinberg, Bergwerk; mnd. berch, M., Berg; mnl. berch, M., Berg; ahd. berg, st. M. (a), Berg; as. berg?, st. M. (a), Berg; anfrk. berg, st. M. (a), Berg; germ. *berga-, *bergaz, st. M. (a), Berg, Höhe, Schutz; idg. bʰerg̑ʰos, M., Berg, Pokorny 140; s. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Berg, Kluge s. u. Berg, DW 1, 1503, EWD s. u. Berg, DW2 4, 1021, EWAhd 1, 553, Duden s. u. Berg, Falk/Torp 265; Son.: vgl. afries. berch, berg, st. M. (a), Berg; nnordfries. beerg; ae. beorg (1), beorh (1), st. M. (a), Berg, Hügel, Grabhügel; an. berg, st. N. (a), Berg, Felsen; an. bjarg, st. N. (a), Berg, Fels; got. *baírgs?, st. M. (a), Berg; nndl. berg, Sb., Berg; ne. barrow, N., Hügel, Hügelgrab; nschw. berg, N., Berg; nnorw. berg, N., Berg (eher selten); av. *barezah-, N., Höhe, Berg; arm. berj, Sb., Höhe; gr. Πέργη (Pérgē), F.=ON, Perge (Stadt in Pamphylien); kelt. *brig-, Sb., Festung (in PN wie Brigid, in Stammesnamen wie Brigantes, ON wie Brigantia, Deobriga); kymr. bera, F., M., Haufe, Haufen, Pyramide; mir. brí, (Akk. brig), Sb., Hügel; ksl. brěgъ, Sb., Ufer, Abhang; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche große Anhöhe oder hoch ansteigende Geländeerhebung; BM.: hervorstehen; F.: Berg, Berges, Bergs, Berge, Bergen+EW; Z.: Ber-g
$Berg…, nhd., Partikel., (14. Jh.): nhd. Berg…; E.: s. Berg; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Berg gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Zusammensetzungen mit Berg als Bestimmungswort; L.: Kluge s. u. Berg..., fehlt DW; F.: Berg…+EW; Z.: Ber-g-
Bergamotte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bergamotte, eine Zitrusfrucht; ne. bergamot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. bergamote; E.: s. frz. bergamote, F., Bergamotte; it. bergamotta, F., Bergamotte; angelehnt an den ON Bergamo von türk. beg armudu, Sb., Herrenbirne; vgl. türk. beg, bey, Sb., Bey, ein türkischer Herrschertitel; atürk. bäg, M., Stammesführer; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Persischen, s. mpers. bag, M., Herr, Meister; airan. baga, M., Herr; av. baγa-, M., Herr, Gott; vgl. idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); auch eine Herkunft von chin. pö, M., Ältester, Feudalherr ist möglich; L.: Kluge s. u. Bergamotte, fehlt DW, Duden s. u. Bergamotte; Son.: vgl. nndl. bergamot, Sb., Bergamotte; nschw. bergamott, Sb., Bergamotte; nnorw. bergamott, M., Bergamotte; poln. bergamote, F., Bergamotte; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Türkischen und dem Persischen sowie dem Altindischen aufgenommene Bezeichnung für vormenschliche Früchte verschiedener vielleicht auch schon vormenschlich möglicher Pflanzen (jeweils als eine Zitrusart und eine Birnenart sowie eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler wobei die Zitrusfrucht hauptsächlich seit dem 17. Jh. als ätherisches Öl in der Parfümherstellung verwendet wird); BM.: Verbindung des ON Bergamo mit der türk. Bezeichnung für Herrenbirne; F.: Bergamotte, Bergamotten+FW; Z.: Bergam-ott-e
$Bergarbeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bergarbeit, Arbeit in dem Bergbau; E.: s. Berg, s. Arbeit; L.: DW 1, 1506, EWD s. u. Berg; GB.: seit 1557 belegte und aus Berg und Arbeit gebildete Bezeichnung für den sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Bergbau zwecks Verwendung und Nutzung unterirdisch lagernder Bodenschätze; F.: Bergarbeit, Bergarbeiten+EW; Z.: Ber-g—arb-eit
$Bergarbeiter, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Bergarbeiter, Bergmann; E.: s. Bergarbeit, s. er (Suff.); L.: DW 1, 1506, EWD s. u. Berg; GB.: seit 1492 belegte und aus Bergarbeit und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich in dem seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Bergbau zwecks Verwendung und Nutzung unterirdisch lagernder Bodenschätze tätigen Menschen; F.: Bergarbeiter, Bergarbeiters, Bergarbeitern+EW; Z.: Ber-g—arb-eit-er
$Bergbau, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Bergbau, Bergarbeit; E.: s. Berg, s. Bau; L.: DW 1, 1507, EWD s. u. Berg; GB.: seit 1532 belegte und aus Berg und Bau gebildete Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Bergarbeit zwecks Verwendung und Nutzung unterirdisch lagernder Bodenschätze; F.: Bergbau, Bergbaues, Bergbaus, Bergbaue, Bergbauen+EW; Z.: Ber-g—bau
bergen, nhd., st. V., (6./7. Jh.): nhd. bergen, retten, sichern, schützen, verbergen; ne. recover, hide (V.); Vw.: -; Hw.: s. Herberge, Wimperg; Q.: 6./7. Jh. (Urkunde); E.: mhd. bergen, st. V., bergen, schützen, verbergen, in Sicherheit bringen, verstecken, verhüllen, bedecken; mnd. bergen, bargen, st. V., sw. V., bergen, in Sicherheit bringen, retten, verbergen; mnl. bergen, V., bergen; ahd. bergan*, st. V. (3b), bergen, verbergen, verstecken, schützen; as. bergan?, st. V. (3b); as. gibergan, st. V. (3b), bergen, bewahren; anfrk. bergan*, bergon*, st. V. (3b), „bergen“, verbergen; germ. *bergan, st. V., bergen, schützen; idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bergen, Kluge s. u. bergen, DW 1, 1507, EWD s. u. bergen, DW2 4, 1031, EWAhd 1, 554, Duden s. u. bergen, Falk/Torp 265, Seebold 106; Son.: vgl. afries. bergia, sw. V. (2), bergen, schützen; ae. beorgan (1), st. V. (3b), bergen, retten, schützen, verteidigen; an. bjarga, st. V. (3b), bergen, retten; got. baírgan, st. V. (3), bergen, bewahren, erhalten (V.); nndl. bergen, V., bergen; nschw. bärga, V., bergen; nnorw. berge, V., bergen; ksl. brěgǫ, V., sorgen; russ. беречь (beregú), V., hüten, bewahren; lit. (dial.) bírginti, V., sparen, geizig sein (V.); GB.: seit 6./7. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches retten oder sichern oder in Sicherheit bringen oder schützen oder verbergen; BM.: bringen?; F.: bergen, berge, birgst, birgt, bergt, bergest, berget, barg, bargst, bargen, bargt, bärge, bärgest, bärgst, bärgen, bärget, bärgt, geborgen, ##geborgen, geborgene, geborgenes, geborgenem, geborgenen, geborgener##, bergend, ###bergend, bergende, bergendes, bergendem, bergenden, bergender###, birg (!)+FW; Z.: ber-g-en
$Bergfex, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bergfex, Bergsteiger; E.: s. Berg, s. Fex; L.: Kluge s. u. Fex, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Berg und Fex gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Erstbesteigung des 1912 Meter hohen Mont Ventoux durch Francesco Petrarca möglichen Bergsteiger; F.: Bergfex, Bergfexes, Bergfexe, Bergfexen+EW+FW?; Z.: Ber-g—fe-x
Berger, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Berger (Familienname), Bergbewohner; ne. mountain dweller; Vw.: Drücke-; Hw.: s. Berg; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: ahd. bergāri* (1), st. M. (ja), Bergbewohner; vgl. mhd. berc, perc, st. M., Berg, Weinberg, Bergwerk; mnd. berch, M., Berg; ahd. berg, st. M. (a), Berg; as. berg?, st. M. (a), Berg; anfrk. berg, st. M. (a), Berg; germ. *berga-, *bergaz, st. M. (a), Berg, Höhe, Schutz; idg. *bʰerg̑ʰos, M., Berg, Pokorny 140; s. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 1, 1509; GB.: (bergāri) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen auf einem Berg wohnenden Menschen oder Bergbewohner; BM.: tragen; F.: Berger, Bergers, Bergern+EW; Z.: Ber-g-er
Bergfried, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bergfried, Wehrturm, Bollwerk, befestigtes Haus; ne. bergfried, donjon, keep (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. bercvrit, bervrit, berevrit, berhvrit, bervride, pervrit, st. M., sw. M., st. N., Bergfried, Belagerungsturm, Befestigungsturm, Angriffsturm, Verteidigungsturm, Hauptturm auf einer Burg; mnd. berchvrēde, M., N., Bergfried, Turm, Warte, Bollwerk, befestigtes Haus; mnl. berchvrede, M., Bergfried; ahd. berfrit, bergfrit*, st. M. (a?, i?), Bergfried, Schutzdach; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft unklar, der Zusammenhang mit Berg und Friede ist volksetymologisch; das Wort kam vielleicht mit den Kreuzzügen nach Mitteleuropa, vielleicht von einem mgr. Wort zu gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Bergfried, DW 1, 1511 (Bergfriede), EWD s. u. Bergfried, DW2 4, 1033, EWAhd 1, 556; Son.: vgl. ne. belfry, N., Glockenturm, Belagerungsturm; nschw. barfred, Sb., Bergfried; nnorw. (Nynorsk) barfrø, N., Bergfried, befestigter Turm; GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelgriechischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie nicht als Bildung aus Berg und Friede erklärbare Bezeichnung für den fest gebauten Hauptturm (Wehrturm) einer Burg; BM.: tragen?; F.: Bergfried, Bergfrieds, Bergfriedes, Bergfriede, Bergfrieden+FW?; Z.: Berg-fried
$bergig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. bergig, Berg betreffend; E.: s. Berg, s. ig; L.: Kluge s. u. Berg, DW 1, 1513, EWD s. u. Berg; GB.: seit um 1350 belegte und aus Berg und ig gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Berg betreffend; F.: bergig, bergige, bergiges, bergigem, bergigen, bergiger(, bergigere, bergigeres, bergigerem, bergigeren, bergigerer, bergigst, bergigste, bergigstes, bergigstem, bergigsten, bergigster)+EW; Z.: ber-g-ig
$Bergmann, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Bergmann, Bergarbeiter; E.: s. Berg, s. Mann; Q.: um 1305 (Das Freiberger Stadtrecht); L.: DW 1, 1515, EWD s. u. Berg, DW2 4, 1034; GB.: seit um 1305 belegte und aus Berg und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich in dem seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Bergbau zwecks Verwendung und Nutzung unterirdisch lagernder Bodenschätze tätigen Menschen; F.: Bergmann, Bergmannes, Bergmanns, Bergmänner, Bergmännern+EW; Z.: Ber-g—man-n
$Bergwerk, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Bergwerk, Anlage für Bergbau; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. Berg, s. Werk; L.: DW 1, 1520, EWD s. u. Berg, DW2 4, 1035; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus Berg und Werk gebildete Bezeichnung für eine sachlich in dem seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Bergbau zwecks Verwendung und Nutzung unterirdisch lagernder Bodenschätze errichtete Anlage (Werk); F.: Bergwerk, Bergwerkes, Bergwerks, Bergwerke, Bergwerken+EW; Z.: Ber-g—werk
Beriberi, Beri-Beri, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Beriberi, eine Vitaminmangelkrankheit mit Lähmungserscheinungen und Kräfteverfall; ne. beriberi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. singhal. beriberi; E.: s. singhal. beriberi, Sb., große Schwäche; vgl. singhal. beri, Sb., Schwäche; die Verdoppelung verstärkt den Inhalt des Wortes; L.: Kluge s. u. Beriberi, fehlt DW, Duden s. u. Beriberi; Son.: vgl. nndl. beriberi, Sb., Beriberi; frz. béribéri, M., Beriberi; nschw. beriberi, Sb., Beriberi; nnorw. beriberi, M., Beriberi; poln. béribéri, M., Beriberi; nir. beri-beri, Sb., Beriberi; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Singhalesischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Europäern auf Ceylon erstmals in dem 16. Jh. beobachtete auf Fehlen von Vitamin B1 (Thiamin) beruhende Vitaminmangelkrankheit mit Lähmungserscheinungen und Kräfteverfall; BM.: große Schwäche; F.: Beriberi+FW; Z.: Beri-beri
$Bericht, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bericht, Belehrung, Bestätigung, Mitteilung; E.: s. bericht(en); L.: Kluge s. u. berichten, DW 1, 1521, EWD s. u. berichten; GB.: (beriht) seit Ende 13. Jh. belegte und aus bericht(en) gebildete Bezeichnung für eine wohl sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Belehrung oder Bestätigung oder Mitteilung; F.: Bericht, Berichtes, Berichts, Berichte, Berichten+EW; Z.: Be—rich-t
$berichten, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. berichten, mitteilen; E.: s. be, s. richten; L.: Kluge s. u. berichten, DW 1, 1521, EWD s. u. berichten; GB.: (birihten*) seit um 1000 belegte und aus be und richten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches richten oder gerade machen oder bessern oder ordnen oder mitteilen; F.: berichten (!), berichte (!), berichtest, berichtet, berichtete, berichtetest, berichteten, berichtetet, ##berichtet, berichtete, berichtetes, berichtetem, berichteten, berichteter##, berichtend, ###berichtend, berichtende, berichtendes, berichtendem, berichtenden, berichtender###, bericht (!)+EW; Z.: be—rich-t-en
$Berichterstatter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Berichterstatter; E.: s. Bericht, s. Erstatter; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. berichten; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Bericht und Erstatter gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen einen Bericht erstattenden Menschen; F.: Berichterstatter, Berichterstatters, Berichterstattern+EW; Z.: Be-rich-t—er—sta-tt-er
$berichtigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. berichtigen, richtigstellen; E.: s. be, s. richtig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1521, EWD s. u. richtig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus be und richtig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches richtigstellen; F.: berichtigen, berichtige, berichtigst, berichtigt, berichtigest, berichtiget, berichtigte, berichtigtest, berichtigten, berichtigtet, ##berichtigt, berichtigte, berichtigtes, berichtigtem, berichtigten, berichtigter##, berichtigend, ###berichtigend, berichtigende, berichtigendes, berichtigendem, berichtigenden, berichtigender###, berichtig (!), berichtige+EW; Z.: be—rich-t-ig-en
$beringen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. beringen, umringen, erringen, umschließen, mit einem Ring versehen (V.); E.: s. be, s. ringen; L.: Kluge s. u. Ring, DW 1, 1524, EWD s. u. Ring; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus be und ringen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umringen oder erringen oder umschließen oder mit einem Ring versehen (V.); F.: beringen, beringe, beringst, beringt, beringest, beringet, beringte, beringtest, beringten, beringtet, ##beringt, beringte, beringtes, beringtem, beringten, beringter##, beringend, ###beringend, beringende, beringendes, beringendem, beringenden, beringender###, bering (!)+EW; Z.: be—ri-ng-en
$beritten, nhd., (Part. Prät.=)Adj., 13. Jh.: nhd. beritten, zugeritten, mit einem Pferd versehen (Adj.); E.: s. be, s. reiten; L.: DW 1, 1525, EWD s. u. reiten; GB.: (beriten) seit Ende 13. Jh. belegte und aus be und reiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Zähmung des Pferdes mögliches zugeritten oder mit einem Pferd versehen (Adj.); F.: beritten, berittene, berittenes, berittenem, berittenen, berittener+EW; Z.: be—rit-t-en
$Berkan, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Berkan, ein Wollzeug; E.: türkisch?; L.: Kluge 1. A. s. u. Berkan, DW 1; 1525; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar dem Türkischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Wollzeug; F.: Berkan, Berkans+FW; Z.: Berkan
Berkelium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Berkelium, ein chemisches Element; ne. berkelium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Berkeley, dieses benannt nach dem Philosophen George Berkeley (1683-1753); L.: fehlt DW, Duden s. u. Berkelium; Son.: vgl. nndl. berkelium, Sb., Berkelium; frz. berkélium, M., Berkelium; nschw. berkelium, N., Berkelium; nnorw. berkelium, N., Berkelium; kymr. berceliwm, M., Berkelium; nir. beircéiliam, M., Berkelium; poln. berkel, M., Berkelium; lit. berklis, M., Berkelium; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und von dem ON Berkeley gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit künstlich erzeugtes und in der Natur nicht vorkommendes sowie in Berkeley entdecktes radioaktives metallisches Transuran (chemisches Element Nr. 97, abgekürzt Bk); BM.: ON; F.: Berkelium, Berkeliums+FW; Z.: Berkel-i-um
Berline, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Berline, voll durchgefederter Reisewagen; ne. berlin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von dem ON Berlin; dessen Herkunft ist nicht sicher geklärt, wahrscheinlich von slaw. brlo, berlo, Sb., Sumpf, was zusammen mit der Endung ...in die Bedeutung „Sumpf“ bzw. „trockene Stelle in einem Feuchtgebiet“ ergibt, wohingegen die Ableitung von „Bär“ unwahrscheinlich ist; L.: Kluge 1. A. s. u. Berline, Kluge s. u. Berline, fehlt DW, Duden s. u. Berline; Son.: vgl. nndl. berline, Sb., Berline; frz. berline, F., Berline; nschw. berlinare, Sb., Berline; poln. berlina, F., Berline; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Philip de Chiese (1629-1679) entwickelte und vor allem in der Barockzeit verbreitete voll durchgefederte Kutsche (Reisewagen) mit einem zurückschlagbaren Verdeck; BM.: Ortsname; F.: Berline, Berlinen+FW; Z.: Berl-in-e
Berliner (1), nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Berliner (M.) (1), Charlottenburger, Felleisen der Handwerksburschen; ne. cloth of an apprentice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl aus dem Rotwelschen zu lat. pellīnus, aus Fellen gemacht, Fell..., (4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pellis, F., Haut, Fell, Pelz, Leder, Pergament; idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Berliner 1, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein bedrucktes Tuch in das ein Handwerksgeselle (Handwerksbursche) seit dem 19. Jh. sein Hab und Gut einwickelte; BM.: Tuch aus Fell?; F.: Berliner, Berliners, Berlinern+FW+EW?; Z.: Ber-lin-er
Berliner (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Berliner (M.) (2), ein Schmalzgebäck, Faschingskrapfen; ne. berliner (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem ON Berlin; dessen Herkunft ist nicht sicher geklärt, wahrscheinlich vom slaw. brlo, berlo, Sb., Sumpf, was zusammen mit der Endung ...in die Bedeutung Sumpf bzw. „trockene Stelle in einem Feuchtgebiet“ ergibt, wohingegen die Ableitung von Bär unwahrscheinlich ist; L.: Kluge s. u. Berliner 2; Son.: vgl. nndl. berlinerbol, Sb., Berliner, Schmalzgebäck, Faschingskrapfen; frz. boule de Berlin, F., Berliner, Schmalzgebäck, Faschingskrapfen; nschw. berliner, Sb., Berliner, Schmalzgebäck, Faschingskrapfen; nnorw. berlinerbolle, M., Berliner, Schmalzgebäck, Faschingskrapfen; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit dem 16. Jh. bekanntes in Fett schwimmend gebackenes kugelförmiges und meist mit Marmelade gefülltes Hefegebäck; BM.: Ortsname; F.: Berliner, Berliners, Berlinern+FW+EW; Z.: Berl-in-er
Berlocke, Brelocke, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Berlocke, Brelocke, Uhrenanhängsel; ne. trinket, trinket on a clock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. breloque; E.: s. frz. breloque, F., Armbandanhänger, zierliche Kleinigkeit; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu frz. bernique, Adj., fehlgeschossen, Gamillscheg 105a; vielleicht von einem bren, Sb., Kot?, Kleie, Gamillscheg 105; gall. *brennos, M., Kleie; vgl. bret. brenn, M., Spreu; L.: Kluge s. u. Berlocke, fehlt DW? (1, 1525), Duden s. u. Berlocke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Gallischen stammende Bezeichnung für einen kleinen Schmuck an Uhren und Uhrenketten; BM.: ?; F.: Berlocke, Berlocken, Brelocke, Brelocken+FW(+EW?); Z.: Berlock-e
Bernhardiner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bernhardiner, ein Hund; ne. Saint Bernhard dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: vom ON Sankt Bernhard; dieses vom PN Bernhard; vgl. ahd. bero, sw. M. (n), Bär (M.) (1); germ. *berō- (1), *berōn, *bera-, *beran, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); germ. *bernjō-, *bernjōn, *bernja-, *bernjan, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); s. idg. *bʰē̆ros, *bʰerus, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. hart (1), Adj., hart, streng, fest, rauh, starr, stark; germ. *hardu-, *harduz, Adj., hart, stark, tapfer, rauh; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; s. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bernhardiner, fehlt DW, Duden s. u. Bernhardiner; Son.: vgl. nndl. sint-bernard, Sb., Bernhardiner; frz. saint-bernard, M., Bernhardiner; nschw. sankt bernhardshund, Sb., Bernhardiner; nnorw. sankt bernhardshund, M., Bernhardiner; poln. bernard, bernardyn, M., Bernhardiner; kymr. ci Sant Bernard, M., Bernhardiner; lit. senbernaras, M., Bernhardiner; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen in dem Hospiz Sankt Bernhard in der Schweiz seit dem 17. Jh. als Lawinenhund gezüchteten Hund; BM.: Ortsname einer Züchtung; F.: Bernhardiner, Bernhardiners, Bernhardinern+EW; Z.: Ber-n-har-d-in-er
Bernstein, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Bernstein, fossiles Harz; ne. amber (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1400; E.: s. mnd. bernstēn, bernestein, M., Bernstein, brennbarer Stein; mnl. bernsteen, M., Bernstein; vgl. mnd. bernen (1), barnen, burnen, börnen, sw. V., brennen, verbrennen, brandstiften; as. brėnnian*, sw. V. (1a), verbrennen, brennen, in Rauch aufgehen lassen, Feuer fangen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; L.: Kluge 1. A. s. u. Bernstein, Kluge s. u. Bernstein, DW 1, 1526, EWD s. u. Bernstein, DW2 4, 1035; Son.: s. mhd. brennstein, prennstein, börnstein, st. M., Bernstein; an. brennisteinn, M., Schwefel; vgl. nndl. barnsteen, Sb., Bernstein; nschw. bärnsten, Sb., Bernstein; poln. bursztyn, M., Bernstein; BM.: brennbarer Stein; GB.: seit 1400 mnd. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches vor allem in dem Ostseeraum auffindbares brennbares helles bis braunes und als Schmuck von Menschen verwendetes Gebilde (Stein) aus fossilem Harz mit bis zu 50 Kilogramm Gewicht; F.: Bernstein, Bernsteins+EW; Z.: Bern-stei-n
Berserker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Berserker, wilder Krieger; ne. berserker, berserk (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1770; I.: Lw. an. berserkr; E.: s. an. berserkr, st. M. (a), Berserker, Bärenhäuter; Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt, vielleicht von an. bera, sw. F. (n), Bärin; an. bjǫrn, st. M. (a), Bär (M.) (1); germ. *berō- (1), *berōn, *bera-, *beran, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); germ. *bernjō-, *bernjōn, *bernja-, *bernjan, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); s. idg. *bʰē̆ros, *bʰerus, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vielleicht auch von an. berr, Adj., entblößt, nackt, sichtbar, deutlich, offen; germ. *baza-, *bazaz, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.); idg. *bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163; s. idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); Hinterglied von an. serkr, st. M. (i?), Hemd, ärmelloses Gewand, Waffenrock; s. ae. sierc, M., Hemd, Rock; germ. *sarki-, *sarkiz, st. M. (i), Hemd, Rüstung; s. idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Berserker, Kluge s. u. Berserker, fehlt DW, EWD s. u. Berserker, DW2 4, 1036; Son.: vgl. nndl. berserker, Sb., Berserker; frz. berserk, M., Berserker; nschw. bärsärk, Sb., Berserker; nnorw. berserk, M., Berserker; poln. berserk, M., Berserker; GB.: seit 1770 belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise unerklärte Bezeichnung für einen in den altnordischen Sagas enthaltenen in einem Rausch kämpfenden wilden Krieger; BM.: ?; F.: Berserker, Berserkers, Berserkern+FW+EW; Z.: Ber-serk-er
bersten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bersten, brechen, zerspringen, auseinanderbrechen; ne. burst (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. bersten?, st. V., bersten; mnd. bersten, st. V., bersten, brechen, gebrechen; mnl. bersten, sw. V., bersten; vgl. mhd. bresten, presten, st. V., brechen, reißen, bersten, fehlen; ahd. brestan, st. V. (3b, 4?), mangeln, bersten, reißen, fehlen; as. brestan*, st. V. (3b), bersten, krachen, gebrechen (V.); anfrk. brestan*, breston, st. V. (3b), fehlen; germ. *brestan, st. V., bersten; s. idg. bʰres-, V., bersten, brechen, krachen, prasseln, Pokorny 169 (281/114) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. bersten, Kluge s. u. bersten, DW 1, 1527, EWD s. u. bersten, DW2 4, 1036, Falk/Torp 280, Seebold 139, Duden s. u. bersten, Bluhme s. u. bersten; Son.: vgl. afries. bersta, st. V. (3b), bersten, gebrechen, fehlen; ae. berstan, st. V. (3b), bersten, brechen, fehlen, fallen, entkommen (V.), zerbrechen; an. bresta (1), st. V. (3b?, 4?), bersten, krachen; got. *bristan?, st. V. (3), bersten, brechen; nndl. barsten, V., bersten; nschw. brista, V., bersten; nisl. bresta, V., bersten; GB.: (brestan) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches brechen oder zerspringen oder mit Gewalt auseinanderbrechen; BM.: ?; F.: bersten, berste, birst (!), berstet, berstest, barst (!), barstest, barsten, baren, barstet, barst (!), bärste, bärstet, bärsten, geborsten, ##geborsten, geborstene, geborstenes, geborstenem, geborstenen, geborstener##, berstend, ###berstend, berstende, berstendes, berstendem, berstenden, berstender###, birst (!)+EW; Z.: bers-t-en
Bertram, Berchtram, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Bertram, Berchtram, Estragon, Mutterkraut; ne. pyrethrum, anacyclus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. berhtram, st. M., Bertram; mnd. bertram, M., Bertram; ahd. berhtram, st. M. (a?, i?), Bertram; lat. pyrethrum, N., Bertram (eine Pflanze), (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. πύρεθρον (pýrethron), N., Bertram (eine Pflanze); vgl. gr. πῦρ (pyr), N., Feuer; idg. *pehu̯r̥, *phu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer; L.: Kluge 1. A. s. u. Bertram, Kluge s. u. Bertram, DW 1, 1491 (Berchtram), EWAhd 1, 559; Son.: vgl. nndl. bertram, Sb., Bertram; nschw. betram, Sb., Bertram; nnorw. bertram, M.?, Bertram; poln. betram, Sb., Betram; nir. pioratram, M., Bertram; GB.: (berhtram) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: wärmend(e Wirkung); F.: Bertram, Bertrams, Berchtram, Berchtrams+FW(+EW?); Z.: Ber-tr-am
$berüchtigt, nhd., Part. Prät.=Adj., (16. Jh.): nhd. berüchtigt, in einem schlechten Ruf stehend, übel beleumundet; E.: s. be, s. ruf(en), s. ig, s. (e)t; L.: Kluge s. u. berüchtigt, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus be und ruf(en) sowie ig und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches in einem schlechten Ruf stehend oder übel beleumundet; F.: berüchtigt, berüchtigte, berüchtigtes, berüchtigtem, berüchtigten, berüchtigter(, berüchtigtere, berüchtigteres, berüchtigterem, berüchtigteren, berüchtigterer, berüchtigtst, berüchtigtste, berüchtigtstes, berüchtigtstem, berüchtigtsten, berüchtigtster)+EW; Z.: be-rü-ch-t-ig-t
$berücken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. berücken, bezaubern, betören, verlocken, entzücken; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); L.: Kluge s. u. berücken, DW 1, 1529, EWD s. u. rücken; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus be und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bezaubern oder betören oder verlocken oder entzücken; F.: berücken, berücke, berückst, berückt, berückest, berücket, berückte, berücktest, berückten, berücktet, ##berückt, berückte, berücktes, berücktem, berückten, berückter##, berückend, ###berückend, berückende, berückendes, berückendem, berückenden, berückender###, berück (!)+EW; Z.: be—rück-en
$berücksichtigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. berücksichtigen, achten, beachten, denken, bedenken, Rücksicht nehmen; E.: s. be, s. Rücksicht, s. ig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1529, EWD s. u. Rücken; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus be und Rücksicht sowie ig und en gebildete Bezeichnung für achten oder beachten oder denken oder bedenken oder Rücksicht nehmen; F.: berücksichtigen, berücksichtige, berücksichtigst, berücksichtigt, berücksichtigest, berücksichtiget, berücksichtigte, berücksichtigtest, berücksichtigten, berücksichtigtet, ##berücksichtigt, berücksichtigte, berücksichtigtes, berücksichtigtem, berücksichtigten, berücksichtigter##, berücksichtigend, ###berücksichtigend, berücksichtigende, berücksichtigendes, berücksichtigendem, berücksichtigenden, berücksichtigender###, berücksichtig (!)+EW; Z.: be-rü-ck-sich-t-ig-en
$Beruf, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Beruf; E.: s. be, s. Ruf, s. beruf(en); L.: Kluge s. u. Beruf, DW 1, 1530, EWD s. u. berufen; GB.: seit 1416 belegte und aus be und Ruf bzw. beruf(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Arbeitsteilung mögliche Tätigkeit oder Aufgabe wie beispielsweise Schmied oder Bäcker oder Müller oder Metzger oder Zimmermann oder Architekt oder Händler oder Arzt oder Lehrer oder Pfarrer; F.: Beruf, Berufs, Berufes, Berufe, Berufen+EW; Z.: Be—ru-f
$berufen (1), nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. berufen (V.), rufen, beschwören, verzaubern; E.: s. be, s. rufen; L.: Kluge s. u. Beruf, DW 1, 1531, EWD s. u. berufen; GB.: (biruofōn*) seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches rufen oder beschwören oder verzaubern; F.: berufen (!), berufe (!), berufst, beruft, berufest, berufet, berief, beriefst, beriefen, berieft, beriefest, beriefet, ##berufen (!), berufene, berufenes, berufenem, berufenen, berufener##, berufend, ###berufend, berufende, berufendes, berufendem, berufenden, berufender###, beruf (!)+EW; Z.: be—ru-f-en
$berufen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. berufen (Adj.), herbeigerufen, zutreffend, zuständig; Vw.: s. un-; E.: s. berufen (V.); Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); L.: , DW 1, 1532, EWD s. u. berufen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus berufen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches herbeigerufen oder zutreffend oder zuständig; F.: berufen, berufene, berufenes, berufenem, berufenen, berufener+EW; Z.: be—ru-f-en
$beruflich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. beruflich, einen Beruf betreffend; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Beruf, s. lich; L.: DW 1, 1533, EWD s. u. berufen; GB.: seit 1856 belegte und aus Beruf und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Arbeitsteilung mögliches einen Beruf betreffend; F.: beruflich, berufliche, berufliches, beruflichem, beruflichen, beruflicher+EW; Z.: be—ru-f—lich
$beruhigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. beruhigen, beschwichtigen, besänftigen, ruhig machen, ruhig werden; E.: s. be, s. ruhig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1533, EWD s. u. Ruhe; GB.: vielleicht seit 1474 belegte und aus be und ruhig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschwichtigen oder besänftigen oder ruhig machen oder ruhig werden; F.: beruhigen, beruhige, beruhigst, beruhigt, beruhigest, beruhiget, beruhigte, beruhigtest, beruhigten, beruhigtet, ##beruhigt, beruhigte, beruhigtes, beruhigtem, beruhigten, beruhigter##, beruhigend, ###beruhigend, beruhigende, beruhigendes, beruhigendem, beruhigenden, beruhigender###, beruhig (!)+EW; Z.: be—ruh-ig-en
$berühmt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. berühmt, bekannt, gelobt, gepriesen; E.: s. berühm(en), s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. Ruhm, DW 1, 1536, EWD s. u. Ruhm; GB.: (berüemet) seit um 1348/1350 belegte und aus berühm(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bekannt oder gelobt oder gepriesen; F.: berühmt, berühmte, berühmtes, berühmtem, berühmten, berühmter, berühmtere(, berühmteres, berühmterem, berühmteren, berühmterer, berühmtest, berühmteste, berühmtestes, berühmtestem, berühmtesten, berühmtester)+EW; Z.: be—rüh-m-t
$Berühmtheit, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Berühmtheit, Bekanntheit, Ruhm, Größe; Q.: 1537; E.: s. berühmt, s. heit; L.: DW 1, 1536, EWD s. u. Ruhm; GB.: seit 1537 belegte und aus berühmt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Bekanntheit oder Ruhm; Z.: Berühmtheit, Berühmtheiten+EW; Z.: Be—rüh-m-t—hei-t
$berühren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. berühren, rühren, treffen, anfassen; E.: s. be, s. rühren; L.: Kluge s. u. rühren, DW 1, 1536, EWD s. u. rühren; GB.: (berüeren) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus be und rühren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches rühren oder treffen oder anfassen; F.: berühren, berühre, berührst, berührt, berührest, berühret, berührte, berührtest, berührten, berührtet, ##berührt, berührte, berührtes, berührtem, berührten, berührter##, berührend, ###berührend, berührende, berührendes, berührendem, berührenden, berührender###, berühr (!)+EW; Z.: be—rühr-en
$berührt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. berührt, gerührt, betroffen, angefasst; Vw.: s. ob-; E.: s. berühr(en), s. t; L.: DW 1, 1537; GB.: (berüeret) wohl seit 16. Jh. belegte und aus berühr(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gerührt oder betroffen oder angefasst; F.: berührt, berührte, berührtes, berührtem, berührten, berührter+EW; Z.: be—rühr-t
Beryll, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Beryll, ein Halbedelstein; ne. beryl; Vw.: -; Hw.: s. Brille, s. Beryllium; Q.: 2. Viertel 12. Jh. (Das Prüller Steinbuch und der Hymnus Cives coelestis patriae); E.: s. mhd. berille, barille, brille, sw. M., Beryll, Berill, Edelstein, Brille; mnd. beril, Sb., Beryll, Wahrsageglas; lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück (später Belur); L.: Kluge 1. A. s. u. Beryll, Kluge s. u. Beryll, fehlt DW, EWD s. u. Brille, DW2 4, 1049, Duden s. u. Beryll; Son.: vgl. nndl. beril, Sb., Beryll; frz. béryl, M., Beryll; nschw. beryll, M., Beryll; nnorw. beryll, M., Beryll; poln. beryl, M., Beryll, Beryllium; nir. beiril, F., Beryll; lit. berilas, M., Beryll; GB.: seit um 1140 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar dem Altindischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein häufig vorkommendes Mineral aus der Klasse der Silikate und Germinate; BM.: Ortsname; F.: Beryll, Berylls, Berylle, Beryllen+FW(+EW?); Z.: Beryll
Beryllium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Beryllium, ein Leichtmetall; ne. beryllium; Vw.: -; Hw.: s. Beryll; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem französischen Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin (1763-1829) isoliertes und von dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743-1817) nach dem Beryll benanntes sowie; L.: Kluge s. u. Beryllium, fehlt DW, Duden s. u. Beryllium; Son.: vgl. nndl. beryllium, Sb., Beryllium; frz. béryllium, M., Beryllium; nschw. beryllium, N., Beryllium; nnorw. beryllium, N., Beryllium; poln. beryl, M., Beryllium, Beryll; kymr. beryliwm, M., Beryllium; nir. beirilliam, M., Beryllium; lit. berilis, M., Beryllium; GB.: seit vor 1817 (?) belegte und aus Beryll und ium gebildete Bezeichnung für ein silbergraues bis stahlgraues in der Natur nur in Edelsteinen wie dem Smaragd oder Aquamarin vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika oder in China oder in Brasilien oder den Alpen vorfindbares und von Menschen in Luftfahrt und Raumfahrt sowie in der Kerntechnik und Röntgentechnik und Legierungen verwendetes Leichtmetall und Erdalkalimetall (chemisches Element Nr. 4, abgekürzt Be); BM.: Beryll; F.: Beryllium, Berylliums+FW; Z.: Beryll-i-um
$besagen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. besagen, sagen, benennen, verkünden; E.: s. be, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, DW 1, 1540, EWD s. u. sagen; GB.: (besagen) seit um 1210 belegte und aus be und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches sagen oder benennen oder verkünden; F.: besagen, besage, besagst, besagt, besagest, besaget, besagte, besagtest, besagten, besagtet, ##besagt, besagte, besagtes, besagtem, besagten, besagter##, besagend, ###besagend, besagende, besagendes, besagendem, besagenden, besagender###, besag (!)+EW; Z.: be—sag-en
$besaitet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. besaitet, mit Saiten bespannt oder versehen (Adj.); E.: s. be, s. Sait(e), s. et; L.: fehlt DW, EWD s. u. Saite; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus be und Sait(e) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von mit Saiten bespannten Musikinstrumenten mögliches mit Saiten bespannt oder versehen (Adj.); F.: besaitet, besaitete, besaitetes, besaitetem, besaiteten, besaiteter+EW; Z.: be—sai-t-et
Besan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Besan, Besansegel (Gaffelsegel) an dem hintersten Mast; ne. spanker, mizzen, mizzen sail (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. bezaan; E.: s. nndl. bezaan, Sb., Besan; über it. mezzano, M., mittleres Besansegel, span. mesana, port. mezana von mlat. medianum, N., mittleres Besansegel; lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Besánmast, DW 1, 1541, EWD s. u. Besan; Son.: vgl. nschw. mesansegel, Sb., Besan; nnorw. mesan, M., Besan; poln. bezan, M., Besan; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen sowie mittelbar aus dem Italienischen und dem Mittellateinischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Gaffelsegel in Längsrichtung an dem hintersten Mast eines größeren Segelschiffs; BM.: Mitte; F.: Besan, Besans, Besane, Besanen (!)+FW(+EW?); Z.: Bes-an
$besänftigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. besänftigen, beruhigen, beschwichtigen, versöhnen; E.: s. be, s. sanft, ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. sanft, DW 1, 1541, EWD s. u. sanft; GB.: seit 1533 belegte und aus be und sanft sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beruhigen oder beschwichtigen oder versöhnen; F.: besänftigen, besänftige, besänftigst, besänftigt, besänftigest, besänftiget, besänftigte, besänftigtest, besänftigten, besänftigtet, ##besänftigt, besänftigte, besänftigtes, besänftigtem, besänftigten, besänftigter##, besänftigend, ###besänftigend, besänftigende, besänftigendes, besänftigendem, besänftigenden, besänftigender###, besänftig (!)+EW; Z.: be—sän-f-t-ig-en
$Besatz, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Besatz, Ansatz, Einsatz, Zusatz; E.: s. be, s. Satz, s. besetz(en); L.: DW 1, 1541, EWD s. u. setzen; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus be und Satz bzw. besetz(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Ansatz oder Einsatz oder Zusatz; F.: Besatz, Besatzes, Besätze (!), Besätzen (!) +EW; Z.: Be—satz
$Besatzung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Besatzung, Befestigung, Besetzung; E.: s. besetz(en), s. ung; L.: DW 1, 1542, EWD s. u. setzen; GB.: (besatzunge) seit 1454-1464 belegte und aus besetz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Befestigung oder eine Besetzung; F.: Besatzung, Besatzungen+EW; Z.: Be—satz-ung
$besaufen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. besaufen, eintauchen, betrinken; E.: s. be, s. saufen; L.: Kluge s. u. saufen, DW 1, 1542, EWD s. u. saufen; GB.: (mhd. besoufen) seit 1130/1140 belegte und aus be und saufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eintauchen oder ertränken oder betrinken oder unterlassen (V.); F.: besaufen, besaufe, besäufst, besäuft, besauft, besaufest, besaufet, besoff, besoffst, besoffen, besofft, besöffe, besöffest, besöffen, besöffet, besoffen, ##besoffen, besoffene, besoffenes, besoffenem, besoffenen, besoffener##, besaufend, ###besaufend, besaufende, besaufendes, besaufendem, besaufenden, besaufender###, besauf (!) +EW; Z.: be—sau-f-en
$beschädigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beschädigen, schädigen, verletzen, benachteiligen, Schaden verursachen; E.: s. be, s. schädigen; L.: DW 1, 1542, EWD s. u. Schaden; GB.: (beschadegen*) seit 1276 belegte und aus be und schädigen gebildete Bezeichnung für schädigen oder verletzen oder benachteiligen oder Schaden verursachen; F.: beschädigen, beschädige, beschädigst, beschädigt, beschädigest, beschädiget, beschädigte, beschädigtest, beschädigten, beschädigtet, ##beschädigt, beschädigte, beschädigtes, beschädigtem, beschädigten, beschädigter##, beschädigend, ###beschädigend, beschädigende, beschädigendes, beschädigendem, beschädigenden, beschädigender###, beschädig (!)+EW; Z.: be—schäd-ig-en
$beschaffen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. beschaffen (V.), besorgen, schaffen, bilden, machen; E.: s. be, s. schaffen; L.: DW 1, 1543, EWD s. u. schaffen; GB.: (biskaffōn*) seit um 765 belegte und aus be und schaffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schaffen oder bilden oder machen; F.: beschaffen, beschaffe, beschaffst, beschafft, beschaffest, beschaffet, beschaffte, beschafftest, beschafften, beschafftet, beschafftes, beschafftem, beschaffter, beschaffend, beschaffende, beschaffendes, beschaffendem, beschaffenden, beschaffender, beschaff (!)+EW; Z.: be—schaff-en
$beschaffen (2), nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. beschaffen (Adj.), geschaffen, gebildet, gemacht, vorhanden, befindlich; E.: s. beschaffen (sw.V.)?; L.: Kluge s. u. beschaffen, fehlt DW, EWD s. u. schaffen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus beschaffen (st. V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geschaffen oder gebildet oder gemacht; F.: beschaffen, beschaffene, beschaffenes, beschaffenem, beschaffenen, beschaffener+EW; Z.: be—schaff-en
$beschäftigen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. beschäftigen, befassen, betätigen; L.: Kluge s. u. beschäftigen, DW 1, 1544, EWD s. u. beschäftigen; GB.: seit 1564 belegte und aus be und mhd. scheft(en) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches befassen oder betätigen; F.: beschäftigen, beschäftige, beschäftigst, beschäftigt, beschäftigest, beschäftiget, beschäftigte, beschäftigtest, beschäftigten, beschäftigtet, ##beschäftigt, beschäftigte, beschäftigtes, beschäftigtem, beschäftigten, beschäftigter##, beschäftigend, ###beschäftigend, beschäftigende, beschäftigendes, beschäftigendem, beschäftigenden, beschäftigender###, beschäftig (!) +EW; Z.: be—schäf-t-ig-en
$beschälen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. beschälen, begatten, bespringen, decken (von Stuten); E.: s. be, s. schälen; L.: Kluge s. u. beschälen, DW 1, 1544, EWD s. u. Beschäler; GB.: vielleicht seit 1482 belegte und aus be und schälen? gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches begatten oder bespringen oder decken (von Stuten); F.: beschälen, beschäle, beschälst, beschält, beschälest, beschälet, beschälte, beschältest, beschälten, beschältet, ##beschält, beschälte, beschältes, beschältem, beschälten, beschälter##, beschälend, ###beschälend, beschälende, beschälendes, beschälendem, beschälenden, beschälender###, beschäl (!) +EW; Z.: be—schäl-en
Beschäler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Beschäler, Deckhengst, Zuchthengst; ne. stallion; Vw.: -; Hw.: s. Schälhengst; Q.: 1482 (Vokabular); E.: mhd. beschelære*, bescheler, st. M., Zuchthengst; Vorderglied nhd. be...; Herkunft des Hinterglieds s. mhd. schele, sw. M., Beschäler, Zuchthengst, Hengst; ahd. skelo*, scelo, sw. M. (n), Beschäler, Hengst, Zuchthengst; weitere Herkunft ungeklärt, wohl vgl. mit ae. scéallan, ae., M. Pl., Hode, Hoden; germ. *skallō- (2), *skallōn, *skalla- (2), *skallan, sw. M. (n), Hode, Hoden; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); oder zu germ. *skel-, V., springen?; idg. *sk̑el-, *k̑el-, V., springen, Pokorny 929 (1614/86) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. beschälen, Kluge s. u. beschälen, DW 1, 1544, EWD s. u. Beschäler, DW2 4, 1053 (beschälen), Bluhme s. u. beschaelen; GB.: seit 1482 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie aus beschäl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen für die Zucht eingesetzten Hengst (Deckhengst oder Zuchthengst); BM.: Hode?, bespringen?; F.: Beschäler, Beschälers, Beschälern+EW; Z.: Be—schäl-er
$beschämen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. beschämen, zu Scham bringen, zu Schande brngen; E.: s. be, s. schämen; L.: DW 1, 1545, EWD s. u. Scham; GB.: (biskemen*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus be und schämen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu Scham bringen, in Schande bringen; F.: beschämen, beschäme, beschämst, beschämt, beschämest, beschämet, beschämte, beschämtest, beschämten, beschämtet, ##beschämt, beschämte, beschämtes, beschämtem, beschämten, beschämter##, beschämend, ###beschämend, beschämende, beschämendes, beschämendem, beschämenden, beschämender###, beschäm (!) +EW; Z.: be—schäm-en
$beschatten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. beschatten, überschatten, verdunkeln, verfinstern; E.: s. be, s. Schatten, s. schatten; L.: Kluge s. u. beschatten, Schatten, DW 1, 1547, EWD s. u. Schatten; GB.: (biskatawen*) seit 9. Jh. belegte und wohl nach lat. obumbrare aus be und schatten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches überschatten oder verdunkeln oder verfinstern; F.: beschatten, beschatte, beschattest, beschattet, beschattete, beschattetest, beschatteten, beschattetet, ##beschattet, beschattete, beschattetes, beschattetem, beschatteten, beschatteter##, beschattend, ###beschattend, beschattende, beschattendes, beschattendem, beschattenden, beschattender###, beschatt (!) +EW; Z.: be—schatt-en
$beschauen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. beschauen, besehen, besichtigen, betrachten, bedenken; E.: s. be, s. schauen; L.: DW 1, 1547, EWD s. u. schauen; GB.: (biskouwōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus be und schauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches besehen oder besichtigen oder betrachten oder bedenken; F.: beschauen, beschaue, beschaust, beschaut, beschauest, beschauet, beschaute, beschautest, beschauten, beschautet, ##beschaut, beschaute, beschautes, beschautem, beschauten, beschauter##, beschauend, ###beschauend, beschauende, beschauendes, beschauendem, beschauenden, beschauender###, beschau (!)+EW; Z.: be—schau-en
$Beschauer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Beschauer, Betrachter, Beobachter, Zuschauer; E.: s. beschau(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schauen, DW 1, 1548, EWD s. u. schauen; GB.: (biskouwāri*) seit 10. Jh. belegte und aus beschau(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Betrachter oder Beobachter oder Zuschauer; F.: Beschauer, Beschauers, Beschauern+EW; Z.: Be—schau-er
$beschaulich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. beschaulich, schauend, betrachtend, ansehnlich; E.: s. beschau(en), s. lich; L.: Kluge s. u. schauen, DW 1, 1548, EWD s. u. schauen; GB.: (beschouwelich) seit 1282 belegte und aus beschau(en) und lich gebildete Bezeichnung für schauend oder betrachtend oder ansehnlich; F.: beschaulich, beschauliche, beschauliches, beschaulichem, beschaulichen, beschaulicher(, beschaulichere, beschaulicheres, beschaulicherem, beschaulicheren, beschaulicherer, beschaulichst, beschaulichste, beschaulichstes, beschaulichstem, beschaulichsten, beschaulichster)+EW; Z.: be—schau-lich
$Bescheid, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bescheid, Entscheidung, Bestimmung, Spruch, Mitteilung; E.: s. bescheid(en) (V.); L.: Kluge s. u. bescheiden, DW 1, 1551, EWD s. u. bescheiden; GB.: (bescheit) um 1180 belegte und aus bescheid(en) (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für Entscheidung oder Bestimmung oder Bedingung oder Spruch; F.: Bescheid, Bescheids, Bescheides, Bescheide, Bescheiden (!) +EW; Z.: Be—schei-d
$bescheiden (1), nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. bescheiden (V.), bestimmen, entscheiden, mitteilen; E.: s. be, s. scheiden; L.: Kluge s. u. bescheiden, DW 1, 1553, EWD s. u. bescheiden; GB.: (bescheiden) seit um 1150 belegte und aus be und scheiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches bestimmen oder entscheiden oder mitteilen; F.: bescheiden (!), bescheide (!), bescheidest, bescheidet, beschied, beschiedest, beschiedst, beschieden, beschiedet, ##beschieden, beschiedene, beschiedenes, beschiedenem, beschiedenen, beschiedener##, bescheidend, ###bescheidend, bescheidende, bescheidendes, bescheidendem, bescheidenden, bescheidender###, bescheid (!)+EW; Z.: be—schei-d-en
$bescheiden (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. bescheiden (Adj.), bestimmt, klar, deutlich, gebildet, zurückhaltend; E.: s. bescheiden (V.); L.: DW 1, 1556, EWD s. u. bescheiden; GB.: seit um 1170 belegte und aus be und scheiden oder bescheiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches bestimmt oder klar oder deutlich oder gebildet oder zurückhaltend; F.: bescheiden, bescheidene, bescheidenes, bescheidenem, bescheidenen, bescheidener(, bescheidenere, bescheideneres, bescheidenerem, bescheideneren, bescheidenerer, bescheidenst, bescheidenste, bescheidenstes, bescheidenstem, bescheidensten, bescheidenster)+EW; Z.: be—schei-d-en
$Bescheidenheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bescheidenheit, Verständigkeit, Vernunft, Besonnenheit, Anstand, Zurückhaltung; E.: s. bescheiden (Adj.), s. heit; L.: Kluge s. u. bescheiden, DW 1, 1557, EWD s. u. bescheiden; GB.: seit um 1180/1190 belegte und aus bescheiden und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Verständigkeit oder Vernunft oder Besonnenheit oder Anstand oder Zurückhaltung; F.: Bescheidenheit+EW; Z.: Be—schei-d-en-hei-t
$bescheinigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. bescheinigen, nachweisen, belegen (V.), bestätigen, Bescheinigung erteilen; E.: s. be, s. Schein, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. scheinen, DW 1, 1559, EWD s. u. scheinen; GB.: seit 1221-1224 (mnd.) belegte und aus be und Schein sowie ig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches nachweisen oder belegen (V.) oder bestätigen oder Bescheinigung erteilen; F.: bescheinigen, bescheinige, bescheinigst, bescheinigt, bescheinigest, bescheiniget, bescheinigte, bescheinigtest, bescheinigten, bescheinigtet, ##bescheinigt, bescheinigte, bescheinigtes, bescheinigtem, bescheinigten, bescheinigter##, bescheinigend, ###bescheinigend, bescheinigende, bescheinigendes, bescheinigendem, bescheinigenden, bescheinigender###, bescheinig (!) +EW; Z.: be—schei-n-ig-en
$Bescheinigung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Bescheinigung, Bestätigung, Nachweis, Beleg; E.: s. bescheinig(en), s. ung; L.: DW 1, 1559, EWD s. u. scheinen; GB.: seit 1682 belegte und aus bescheinig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Bestätigung oder Nachweis oder Beleg; F.: Bescheinigung, Bescheinigungen+EW; Z.: Be—schei-n-ig-ung
$bescheißen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. bescheißen, besudeln, betrügen; E.: s. be, s. scheißen; L.: Kluge s. u. bescheißen, DW 1, 1559 (bescheiszen), EWD s. u. scheißen; GB.: (biskīzan*) seit 11. Jh. belegte und für das Langobardische erschlossene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches besudeln oder seit Entwicklung von Sprache wohl auch betrügen; F.: bescheißen, bescheiße, bescheißt, bescheißest, bescheißet, beschiss (!), beschissest, beschissen, beschisst, beschisse, beschisset, ##beschissene, beschissene, beschissenes, beschissenem, beschissenen, beschissener##, bescheißend, ###bescheißend, bescheißende, bescheißendes, bescheißendem, bescheißenden, bescheißender###, bescheiß (!) +EW; Z.: be—schei-ß-en
$bescheren, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bescheren, gewähren, zuteilen; E.: s. be, s. scheren; L.: Kluge s. u. bescheren, DW 1, 1562, EWD s. u. bescheren; GB.: seit um 1225 belegte und aus be und scheren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gewähren oder zuteilen; F.: bescheren, beschere, bescherst, beschert, bescherest, bescheret, bescherte, beschertest, bescherten, beschertet, ##beschert, bescherte, beschertes, beschertem, bescherten, bescherter##, bescherend, ###bescherend, bescherende, bescherendes, bescherendem, bescherenden, bescherender###, bescher (!)+EW; Z.: be—scher-en
$bescheuert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. bescheuert, merkwürdig, beschränkt, unsinnig; E.: s. bescheuer(n), s. (e)t; L.: Kluge s. u. bescheuert, scheuern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus bescheuer(n) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches merkwürdig oder beschränkt oder unsinnig; F.: bescheuert, bescheuerte, bescheuertes, bescheuertem, bescheuerten, bescheuerter(, bescheuertere, bescheuerteres, bescheuerterem, bescheuerteren, bescheuerterer, bescheuertst, bescheuertste, bescheuertstes, bescheuertstem, bescheuertsten, bescheuertster)+EW; Z.: be—s-cheu-ert
beschickern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. beschickern, sich betrinken; ne. get drunk; Vw.: -; Hw.: s. schicker; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. Lw.; E.: zu rotw. schicker, jidd. schickern, V., trinken; L.: Kluge s. u. beschickern, fehlt DW, Duden s. u. beschickern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus be und dem Rotwelschen bzw. mittelbar dem Jiddischen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung alkoholischer Getränke mögliches sich betrinken oder sich durch Alkoholgenuss in fröhliche Stimmung versetzen; BM.: trinken; F.: beschickern, beschickere, beschickerst, beschickert, beschickerte, beschickertest, beschickerten, beschickertet, ##beschickert, beschickerte, beschickertes, beschickertem, beschickerten, beschickerter##, beschickernd, ###beschickernd, beschickernde, beschickerndes, beschickerndem, beschickernden, beschickernder###, beschicker (!)+EW+FW; Z.: be—schick-er-n
$beschickert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.?): nhd. beschickert; E.: s. beschicker(n), s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. beschickern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus beschicker(n) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung alkoholischer Getränke dem Menschen mögliches durch Alkoholgenuss in fröhliche Stimmung versetzt; F.: beschickert, beschickerte, beschickertes, beschickertem, beschickerten, beschickerter(, beschickertere, beschickerteres, beschickerterem, beschickerteren, beschickerterer, beschickertst, beschickertste, beschickertstes, beschickertstem, beschickertsten, beschickertster)+EW+FW; Z.: be—schick-er-t
$beschirmen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. beschirmen, beschützen, verteidigen; E.: s. be, s. schirmen; L.: Kluge s. u. Schirm, DW 1, 1569, EWD s. u. Schirm; GB.: (biskirmen*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus be und schirmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschützen oder verteidigen; F.: beschirmen, beschirme, beschirmst, beschirmt, beschirmest, beschirmet, beschirmte, beschirmtest, beschirmten, beschirmtet, ##beschirmt, beschirmte, beschirmtes, beschirmtem, beschirmten, beschirmter##, beschirmend, ###beschirmend, beschirmende, beschirmendes, beschirmendem, beschirmenden, beschirmender###, beschirm (!) +EW; Z.: be-schir-m-en
$Beschiss, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Beschiss, Besudeln, Betrügen; E.: s. be, s. Schiss; L.: Kluge s. u. bescheißen, DW 1, 1569 (Beschisz), EWD s. u. scheißen; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus bescheiß(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Besudeln und seit Entwicklung von Sprache mögliches Betrügen; F.: Beschiss, Beschisses, Beschisse, Beschissen (!) +EW; Z.: Be—schi-ss
$beschissen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. beschissen, besudelt, betrogen; E.: s. bescheiß(en); L.: Kluge s. u. bescheißen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus bescheißen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches besudelt oder betrogen; F.: beschissen, beschissene, beschissenes, beschissenem, beschissenen, beschissener(, beschissenere, beschisseneres, beschissenerem, beschisseneren, beschissenerer, beschissenst, beschissenste, beschissenstes, beschissenstem, beschissensten, beschissenster)+EW; Z.: be—schi-ss-en
$beschlafen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. beschlafen, beischlafen, Geschlechtsverkehr haben; E.: s. be, s. schlafen; L.: Kluge s. u. schlafen, DW 1, 1570, EWD s. u. schlafen; GB.: (beslāfen) seit um 1150 belegte und aus be und schlafen gebildete verhüllende Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Geschlechtsverkehr haben; F.: beschlafen, beschlafe, beschläfst, beschläft, beschlaft, beschlafest, beschlafet, beschlief, beschliefst, beschliefen, beschlieft, beschliefe, beschliefest, beschliefet, beschlafen, ##beschlafen, beschlafene, beschlafenes, beschlafenem, beschlafenen, beschlafener##, beschlafend, ###beschlafend, beschlafende, beschlafendes, beschlafendem, beschlafenden, beschlafender###, beschlaf (!)+EW; Z.: be—sch-laf-en
$Beschlag, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Beschlag, Inbesitznehmen, eine Schutzvorrichtung; E.: s. be, s. Schlag; L.: Kluge s. u. Beschlag, DW 1, 1571, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 1350 (mnd.) belegte und aus be und Schlag gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Recht mögliches Inbesitznehmen und eine meist aus Metall gefertigte Schutzvorrichtung für Bauteile aus Holz; F.: Beschlag, Beschlags, Beschlages, Beschläge, Beschlägen+EW; Z.: Be—schlag
$beschlagen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beschlagen, festschlagen, verschließen; E.: s. be, s. schlagen; L.: Kluge s. u. Beschlag, DW 1, 1572, EWD s. u. schlagen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches festschlagen oder verschließen; F.: beschlagen, beschlage, beschlägst, beschlägt, beschlagt, beschlagest, beschlaget, beschlug, beschlugst, beschlugen, beschlugt, beschlüge, beschlügest, beschlügen, beschlüget, ##beschlagen, beschlagene, beschlagenes, beschlagenem, beschlagenen, beschlagener##, beschlagend, ###beschlagend, beschlagende, beschlagendes, beschlagendem, beschlagenden, beschlagender###, beschlag (!)+EW; Z.: be—schlag-en
$beschlagen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. beschlagen, geschützt, erfahren (Adj.); E.: s. beschlagen (V.); L.: Kluge s. u. Beschlag, fehlt DW, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus beschlagen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geschützt oder erfahren (Adj.); F.: beschlagen, beschlagene, beschlagenes, beschlagenem, beschlagenen, beschlagener(, beschlagenere, beschlageneres, beschlagenerem, beschlageneren, beschlagenerer, beschlagenst, beschlagenste, beschlagenstes, beschlagenstem, beschlagensten, beschlagenster)+EW; Z.: be—schlag-en
$Beschlagnahme, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Beschlagnahme, Wegnahme, Sicherstellung, Aneignung; Q.: 1753; L.: Kluge s. u. beschlagen, DW 1, 1574, EWD s. u. Beschlagnahme; GB.: seit 1753 belegte und aus Beschlag und Nahme gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Wegnahme oder Sicherstellung oder auch Aneignung; F.: Beschlagnahme, Beschlagnahmen+EW; Z.: Be—schlag—nahm-e
$beschlagnahmen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. beschlagnahmen, in Beschlag nehmen, wegnehmen, sicherstellen, aneignen; Q.: 1832; E.: s. Beschlagnahm(e), s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Beschlagnahme; GB.: seit 1832 belegte und aus Beschlagnahm(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wegnehmen oder sicherstellen oder auch aneignen; F.: beschlagnahmen, beschlagnahme (!), beschlagnahmst, beschlagnahmt, beschlagnahmest, beschlagnahmet, beschlagnahmte, beschlagnahmtest, beschlagnahmten, beschlagnahmtet, ##beschlagnahmt, beschlagnahmte, beschlagnahmtes, beschlagnahmtem, beschlagnahmten, beschlagnahmter##, beschlagnahmend, ###beschlagnahmend, beschlagnahmende, beschlagnahmendes, beschlagnahmendem, beschlagnahmenden, beschlagnahmender###, beschlagnahm (!) +EW; Z.: be—schlag—nahm-en
$beschleunigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beschleunigen, schneller werden schneller machen, vorantreiben, befördern; E.: s. be, s. schleunigen; L.: Kluge s. u. schleunig, DW 1, 1576, EWD s. u. schleunig; GB.: seit 1635 belegte und aus be und schleunigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schneller werden oder schneller machen oder vorantreiben oder befördern; F.: beschleunigen, beschleunige, beschleunigst, beschleunigt (!), beschleunigest, beschleuniget, beschleunigte, beschleunigtest, beschleunigten, beschleunigtet, ##beschleunigt, beschleunigte, beschleunigtes, beschleunigtem, beschleunigten, beschleunigter##, beschleunigend, ##beschleunigend, beschleunigende, beschleunigendes, beschleunigendem, beschleunigenden, beschleunigender###, beschleunig (!) +EW; Z.: be—schleu-n-ig-en
$Beschleunigung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Beschleunigung, Beeilung, Erhöhung einer Geschwindigkeit; E.: s. beschleunigen, s. ung; L.: DW 1, 1576, EWD s. u. schleunig; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus beschleunig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine auch durch den Menschen mögliche Erhöhung einer Geschwindigkeit; F.: Beschleunigung, Beschleunigungen+EW; Z.: Be—schleu-n-ig-ung
$beschließen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beschließen, verschließen, abschließen, zu einem Abschluss bringen, einen Beschluss fassen, entscheiden; Hw.: s. Beschluss, E.: s. be, s. schließen; L.: Kluge s. u. beschließen, DW 1, 1577 (beschlieszen), EWD s. u. beschließen; GB.: (bisliozan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus be und schließen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verschließen oder abschließen oder zu einem Abschluss bringen; F.: beschließen, beschließe, beschließst (!), beschließt, beschließest, beschließet, beschloss, beschlossest, beschlossen, beschlosst, beschlösse, beschlössest, beschlössen, beschlösset, ##beschlossen, beschlossene, beschlossenes, beschlossenem, beschlossenen, beschlossener##, beschließend, ###beschließend, beschließende, beschließendes, beschließendem, beschließenden, beschließender###, beschließ (!)+EW; Z.: be—schlie-ß-en
$Beschluss, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Beschluss, Abschluss, Verschluss, Entscheidung; E.: s. be, s. Schluss, s. beschließen; L.: Kluge s. u. beschließen, DW 1, 1580, EWD s. u. beschließen; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und aus be und Schluss gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Abschluss oder Verschluss; F.: Beschluss, Beschlusses, Beschlüsse, Beschlüssen+EW; Z.: Be-schlu-ss
$beschmutzen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. beschmutzen, beflecken, verunreinigen, herabsetzen; E.: s. be, s. schmutzen; L.: Kluge s. u. Schmutz, DW 1, 1586; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus be und Schmutz sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und der Hochkulturen des Altertums mögliches beflecken oder verunreinigen oder herabsetzen; F.: beschmutzen, beschmutze, beschmutzst (!), beschmutzt, beschmutzest, beschmutzet, beschmutzte, beschmutztest, beschmutzten, beschmutztet, ##beschmutzt, beschmutzte, beschmutztes, beschmutztem, beschmutzten, beschmutzter##, beschmutzend, ##beschmutzend, beschmutzende, beschmutzendes, beschmutzendem, beschmutzenden, beschmutzender###, beschmutz (!) +EW; Z.: be—schmu-tz-en
$beschnäufeln, beschnüffeln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. beschnäufeln, beriechen, beschnüffeln; E.: s. be, s. schnäufeln; L.: Kluge 1. A. s. u. beschnäufeln, DW 1, 1587; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus be und schnäufeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung höherer Tiere mit Riechorganen mögliches beriechen oder beschnüffeln; F.: beschnäufeln, beschnäufel (!), beschnäufle, beschnäufele, beschnäufelst, beschnäufelt, beschnäufelte, beschnäufeltest, beschnäufelten, beschnäufeltet, ##beschnäufelt, beschnäufelte, beschnäufeltes, beschnäufeltem, beschnäufelter##, beschnäufelnd, ###beschnäufelnd, beschnäufelnde, beschnäufelndes, beschnäufelndem, beschnäufelnden, beschnäufelnder###, beschnüffeln, beschnüffel, beschnüffle, beschnüffele, beschnüffelst, beschnüffelt, beschnüffelte, beschnüffeltest, beschnüffelten, beschnüffeltet, ##beschnüffelt, beschnüffelte, beschnüffeltes, beschnüffeltem, beschnüffelten, beschnüffelter##, beschnüffelnd, ###beschnüffelnd, beschnüffelnde, beschnüffelndes, beschnüffelndem, beschnüffelnden, beschnüffelnder###, beschnüffel (!)+EW; Z.: be—schnäu-f-el-n
$beschneiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beschneiden, abschneiden, abmähen, abtrennen; E.: s. be, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 1, 1587, EWD s. u. schneiden; GB.: seit um 765 belegte und aus be und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches abschneiden oder abmähen oder abtrennen (beispielsweise der Vorhaut des Mannes); F.: beschneiden, beschneide, beschneidest, beschneidet, beschnitt, beschnittest, beschnittst (!), beschnitten, beschnittet, beschnitten, ##beschnitten, beschnittene, beschnittenes, beschnittenem, beschnittenen, beschnittener##, beschneidend, ###beschneidend, beschneidende, beschneidendes, beschneidendem, beschneidenden, beschneidender###, beschneid (!) +EW; Z.: be—schneid-en
$beschönigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. beschönigen, schön machen, verschönern, schönfärben; E.: s. be, s. schön, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. schön, DW 1, 1591, EWD s. u. schön; GB.: seit 1528 belegte und aus be und schön sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Vorstellungen mögliches schön machen oder verschönern oder schönfärben; F.: beschönigen, beschönige, beschönigst, beschönigt, beschönigest, beschöniget, beschönigte, beschönigtest, beschönigten, beschönigtet, ##beschönigt, beschönigte, beschönigtes, beschönigtem, beschönigten, beschönigter##, beschönigend, ###beschönigend, beschönigende, beschönigendes, beschönigendem, beschönigenden, beschönigender###, beschönig (!)+EW; Z.: be—schö-n-ig-en
$beschränken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. beschränken, niederwerfen, schwächen, mit Schranken versehen (V.); E.: s. be, s. schränken; L.: Kluge s. u. Schranke, DW 1, 1591, EWD s. u. schränken; GB.: (biskrenken*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und schränken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches niederwerfen oder schwächen oder mit Schranken versehen (V.); F.: beschränken, beschränke, beschränkst, beschränkt, beschränkest, beschränket, beschränkte, beschränktest, beschränkten, beschränktet, ##beschränkt, beschränkte, beschränktes, beschränktem, beschränkten, beschränkter##, beschränkend, ###beschränkend, beschränkende, beschränkendes, beschränkendem, beschränkenden, beschränkender###, beschränk (!)+EW; Z.: be—schrä-nk-en
$beschränkt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. beschränkt, mit Schranken versehen (Adj.), eingeschränkt; E.: s. beschränk(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. beschränkt, fehlt DW (aber Beschränktheit), EWD s. u. schränken; GB.: vielleicht seit 1808 belegte und aus beschränk(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit Schranken versehen (Adj.) oder eingeschränkt; F.: beschränkt, beschränkte, beschränktes, beschränktem, beschränkten, beschränkter(, beschränktere, beschränkteres, beschränkterem, beschränkteren, beschränkterer, beschränktest, beschränkteste, beschränktestes, beschränktestem, beschränktesten, beschränktester) +EW; Z.: be—schrä-nk-t
$Beschränktheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Beschränktheit, Eingeschränktheit durch Schranken; E.: s. E.: s. beschränkt, s. heit; L.: DW 1, 1592, EWD s. u. schränken; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus beschränkt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Eingeschränktheit durch Schranken; F.: Beschränktheit, Beschränktheiten+EW; Z.: Be—schrä-nk-t—hei-t
$beschreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. beschreiben, schreiben, niederschreiben, bestimmen; E.: s. be, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 1, 1592, EWD s. u. schreiben; GB.: (beschrīben) um 1185 belegte und wohl nach lateinischem Vorbild aus be und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches schreiben oder niederschreiben oder bestimmen; F.: beschreiben, beschreibe, beschreibst, beschreibt, beschreibest, beschreibet, beschrieb, beschriebst, beschrieben, beschriebt, beschriebest, beschriebet, beschrieben, ##beschrieben, beschriebene, beschriebenes, beschriebenem, beschriebenen, beschriebener##, beschreibend, ###beschreibend, beschreibende, beschreibendes, beschreibendem, beschreibenden, beschreibender###, beschreib (!) +EW+FW; Z.: be—schrei-b-en
$Beschreibung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Beschreibung, schriftliche Erfassung, schriftliche Abbildung; E.: s. beschreib(en), s. ung; L.: DW 1, 1594, EWD s. u. schreiben; GB.: (beschrībunge) seit Ende 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praescriptio aus beschreib(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche schriftliche Erfassung; F.: Beschreibung, Beschreibungen+EW+FW; Z.: Be—schrei-b-ung
$beschuldigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. beschuldigen, anklagen, verklagen; E.: s. be, s. schuldig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1598, EWD s. u. Schuld; GB.: um 1275 (Deutschenspiegel) belegte und aus be und schuldig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anklagen oder verklagen; F.: beschuldigen, beschuldige, beschuldigst, beschuldigt, beschuldigest, beschuldiget, beschuldigte, beschuldigtest, beschuldigten, beschuldigtet, ##beschuldigt, beschuldigte, beschuldigtes, beschuldigtem, beschuldigten, beschuldigter##, beschuldigend, ###beschuldigend, beschuldigende, beschuldigendes, beschuldigendem, beschuldigenden, beschuldigender###, beschuldig (!) +EW; Z.: be—schul-d-ig-en
$beschummeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. beschummeln, betrügen; E.: s. be, s. schummeln; L.: Kluge s. u. beschummeln, DW 1, 1598; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus be und schummeln gebildete und damit vielleicht aus dem Jiddischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Geld mögliches betrügen; F.: beschummeln, beschummel (!), beschummle, beschummele, beschummelst, beschummelt, beschummelte, beschummeltest, beschummelten, beschummeltet, ##beschummelt, beschummelte, beschummeltes, beschummeltem, beschummelten, beschummelter##, beschummelnd, ###beschummelnd, beschummelnde, beschummelndes, beschummelndem, beschummelnden, beschummelnder###, beschummel (!)+EW+FW; Z.: be—schumm-el-n
beschuppen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. beschuppen, betrügen; ne. deceive, cheat (V.); Vw.: -; Hw.: s. schupfen; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: Vorderglied s. nhd. be...; Hinterglied aus dem Rotwelschen, wohl von einem Wort schuppen, sw. V., heftig stoßen, anstoßen; L.: Kluge 1. A. s. u. beschuppen, Kluge s. u. beschuppen, DW 1, 1598, Duden s. u. beschuppen; GB.: seit 1750 belegte und aus be und schuppen gebildete sowie aus dem Rotwelschen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Handel mögliches (ein wenig) betrügen; BM.: stoßen; F.: beschuppen, beschuppe, beschuppst, beschuppest, beschuppt, beschuppet, beschuppte, beschupptest, beschupptet, beschuppten, ##beschuppt, beschuppte, beschupptes, beschupptem, beschuppten, beschuppter##, beschuppend, ###beschuppend, beschuppende, beschuppendes, beschuppendem, beschuppenden, beschuppender###, beschupp (!)+EW+FW; Z.: be—schupp-en
$beschützen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beschützen, behüten, erretten; E.: s. be, s. schützen; L.: Kluge s. u. schützen, DW 1, 1600; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus be und schützen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches behüten oder erretten; F.: beschützen, beschütze, beschützst (!), beschützt, beschützest, beschützet, beschützte, beschütztest, beschützten, beschütztet, ##beschützt, beschützte, beschütztes, beschütztem, beschützten, beschützter##, beschützend, ###beschützend, beschützende, beschützendes, beschützendem, beschützenden, beschützender###, beschütz (!)+EW; Z.: be—schütz-en
$Beschwerde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Beschwerde, Beschwernis, Belastung; E.: s. beschwer(en), s. de; L.: Kluge s. u. beschweren, DW 1, 1602, EWD s. u. beschweren; GB.: (biswārida*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus beschwer(en) und de gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Beschwernis oder Belastung und eine nach Entwicklung von Sprache mögliche und deswegen von Menschen dazu abgegebene Erklärung; F.: Beschwerde, Beschwerden+EW; Z.: Be—sch-wer-d-e
$beschweren, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. beschweren, belasten; E.: s. be, s. schwer, s. en; L.: Kluge s. u. beschweren, schwer, DW 1, 1603, EWD s. u. beschweren; GB.: (biswāren* bzw. biswārōn*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild aus be und schwer und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beschweren oder belasten oder nach Entwicklung von Sprache sich dazu erklären; F.: beschweren, beschwere, beschwerst, beschwert, beschwerest, beschweret, beschwerte, beschwertest, beschwerten, beschwertet, ##beschwert, beschwerte, beschwertes, beschwertem, beschwerten, beschwerter##, beschwerend, ##beschwerend, beschwerende, beschwerendes, beschwerendem, beschwerenden, beschwerender###, beschwer (!) +EW; Z.: be—sch-wer-en
$beschwerlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. beschwerlich, schwer, anstrengend, ermüdend; E.: s. beschwer(en), s. lich; L.: Kluge s. u. beschwerlich, DW 1, 1604, EWD s. u. beschweren; GB.: seit 1553 belegte und aus beschwer(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schwer oder anstrengend oder ermüdend; F.: beschwerlich, beschwerliche, beschwerliches, beschwerlichem, beschwerlichen, beschwerlicher(, beschwerlichere, beschwerlicheres, beschwerlicherem, beschwerlicheren, beschwerlicherer, beschwerlichst, beschwerlichste, beschwerlichstes, beschwerlichstem, beschwerlichsten, beschwerlichster)+EW; Z.: be—sch—wer-lich
beschwichtigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beschwichtigen, beruhigen, besänftigen; ne. appease; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1670; E.: von nd. beswichtigen, sw. V., beschwichtigen; vgl. mnd. beswichten, sw. V., beschwichtigen, zum Schweigen bringen; mnd. be..., Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); mhd. swiften, sw. V., zum Schweigen bringen (V.), beschwichtigen, beruhigen; vgl. mhd. swifte, Adj., ruhig, beschwichtigt, still, stumm; germ. *swifta-, *swiftaz, Adj., ruhig, beschwichtigt, schweigsam; vgl. idg. *su̯ī-, V., schwinden, schweigen, Pokorny 1052 (1821/293) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. beschwichtigen, Kluge s. u. beschwichtigen, EWD s. u. beschwichtigen, DW 1, 1606, DW2 4, 1074, Duden s. u. beschwichtigen, Bluhme s. u. beschwichtigen; GB.: seit 1670 nd. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene bzw. gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches beruhigen oder besänftigen; BM.: ruhig machen; F.: beschwichtigen, beschwichtige, beschwichtigst, beschwichtigt, beschwichtigest, beschwichtiget, beschwichtigte, beschwichtigtest, beschwichtigten, beschwichtigtet, ##beschwichtigt, beschwichtigte, beschwichtigtes, beschwichtigtem, beschwichtigten, beschwichtigter##, beschwichtigend, ###beschwichtigend, beschwichtigende, beschwichtigendes, beschwichtigendem, beschwichtigenden, beschwichtigender###, beschwichtig (!)+EW; Z.: be-schwi-cht-ig-en
$beschwingen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. beschwingen, mit Schwingen versehen (V.); E.: s. be, s. schwingen; L.: DW 1, 1607, EWD s. u. schwingen; GB.: seit 1752 belegte und aus be und schwingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches mit Schwingen versehen (V.); F.: beschwingen, beschwinge, beschwingst, beschwingt, beschwingest, beschwinget, beschwingte, beschwingtest, beschwingten, beschwingtet, ##beschwingt, beschwingte, beschwingtes, beschwingtem, beschwingten, beschwingter##, beschwingend, ###beschwingend, beschwingende, beschwingendes, beschwingendem, beschwingenden, beschwingender###, beschwing (!)+EW; Z.: be—schwing-en
$beschwingt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. beschwingt; E.: s. beschwing(en), s. (e)t (Suff.); L.: fehlt DW (s. aber beschwingen), EWD s. u. schwingen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus beschwing(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches mit Schwingen versehen (Adj.); F.: beschwingt, beschwingte, beschwingtes, beschwingtem, beschwingten, beschwingter(, beschwingtere, beschwingteres, beschwingterem, beschwingteren, beschwingterer, beschwingtest, beschwingteste, beschwingtestes, beschwingtestem, beschwingtesten, beschwingtester)+EW; Z.: be—schwing-t
$beschwören, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beschwören, bezeugen, eidlich versprechen, eidlich versichern, eindringlich wollen (V.); E.: s. be, s. schwören; L.: Kluge s. u. schwören, DW 1, 1607, EWD s. u. schwören; GB.: (biswerien*) um 790 belegte und aus be und schwören gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches bezeugen oder eidlich versprechen oder versichern; F.: beschwören, beschwöre, beschwörst, beschwört, beschwörest, beschwöret, beschwor, beschworst, beschworen, beschwort, beschwur, beschwurst, beschwuren, beschwurt, beschwüre, beschwürest, beschwüren, beschwüret, beschworen, ##beschworen, beschworene, beschworenes, beschworenem, beschworenen, beschworener##, beschwörend, ###beschwörend, beschwörende, beschwörendes, beschwörendem, beschwörenden, beschwörender###, beschwör (!)+EW; Z.: be—schwör-en
besebeln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh./19. Jh.): nhd. besebeln, betrügen, bescheißen; ne. cheat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: Vorderglied s. nhd. be...; Hinterglied s. rotw. sefeln, sw. V., scheißen; vgl. rotw. Sefel, Sb., Kot, Mist; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu nhd. sabbern; L.: Kluge s. u. besebeln, DW 1, 1609; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus be und sebeln gebildete sowie teilweise aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit sabbern verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches betrügen oder bescheißen; BM.: Kot; F.: besebeln, besebel (!), beseble, besebelst, besebelt, besebelte, besebeltest, besebelten, besebeltet, ##besebelt, besebelte, besebeltes, besebeltem, besebelten, besebelnd##, besebelnde, ###besebelnde, besebelndes, besebelndem, besebelnden, besebelnder###, besebel (!)+EW+FW; Z.: be—sebel-n
$beseelen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. beseelen, mit einer Seele versehen (V.); Hw.: s. beseligen; E.: s. be, s. Seel(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Seele, EWD s. u. Seele; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus be und Seel(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches mit einer Seele versehen (V.); F.: beseelen, beseele (!), beseelst, beseelt, beseelest, beseelet, beseelte, beseeltest, beseelten, beseeltet, ##beseelt, beseelte, beseeltes, beseeltem, beseelten, beseelter##, beseelend, ###beseelend, beseelende, beseelendes, beseelendem, beseelenden, beseelender###, beseel (!), beseele (!)+EW; Z.: be—seel-en
$besehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. besehen, sehen, blicken, schauen, prüfen; E.: s. be, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 1, 1610; GB.: (bisehan*) nach 765 (?) belegte und aus be und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und des Lichtes sowie von Augen mögliches sehen oder blicken oder schauen oder prüfen; F.: besehen, besehe, besiehst, besieht, beseht, besehest, besehet, besah (!), besahst (!), besahen, besaht (!), besähe, besähest, besähst, besähen, besähet (!), besäht (!), besehen, ##besehen, besehene, besehenes, besehenem, besehenen, besehener##, besehend, ###besehend, besehende, besehendes, besehendem, besehenden, besehender###, besieh (!), besiehe (!)+EW; Z.: be—seh-en
$beseitigen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. beseitigen, auf die Seite bringen, entfernen, entsorgen, wegschaffen; E.: s. be, s. Seit(e), s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. beseitigen, DW 1, 1613, EWD s. u. Seite; GB.: seit 1742 belegte und aus be und Seit(e) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf die Seite bringen oder entfernen oder entsorgen oder wegschaffen; F.: beseitigen, beseitige, beseitigst, beseitigt, beseitigest, beseitiget, beseitigte, beseitigtest, beseitigten, beseitigtet, ##beseitigt, beseitigte, beseitigtes, beseitigtem, beseitigten, beseitigter##, beseitigend, ###beseitigend, beseitigende, beseitigendes, beseitigendem, beseitigenden, beseitigender###, beseitig (!)+EW; Z.: be—sei-t-ig-en
$beseligen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beseligen, selig machen; Hw.: s. beseelen; E.: s. be, s. selig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. selig, DW 1, 1613, EWD s. u. selig; GB. seit 1440 belegte und aus be und selig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches selig machen; F.: beseligen, beselige, beseligst, beseligt, beseligest, beseliget, beseligte, beseligtest, beseligten, beseligtet, ##beseligt, beseligte, beseligtes, beseligtem, beseligten, beseligter##, beseligend, ###beseligend, beseligende, beseligendes, beseligendem, beseligenden, beseligender###, beselig (!)+EW; Z.: be—sel-ig-en
Besemer, Desemer, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Besemer, Desemer, Handschnellwaage; ne. weighing scale (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. bēsemē̆r, bisemer, bessemē̆r, M., Handwaage, Balkenwaage, Schnellwaage ohne Schalen; s. russ. bezmén, Sb., Handschnellwaage; wohl von türk. batman, Sb., Bezeichnung für Gewichtsmaß und Hohlmaß von etwa 10 kg; L.: Kluge s. u. Besemer, DW 1, 1615; Son.: vgl. an. bismari, sw. M. (n), Schnellwaage; GB.: seit 13. Jh. mnd. belegte und wohl aus dem Russischen sowie mittelbar dem Türkischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Handschnellwaage mit nur einer Schale und verschiebbarem Gewicht; BM.: ein Gewicht; F.: Besemer, Besemers+FW; Z.: Besem-er
Besen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Besen, Kehrbesen; ne. broom (N.), besom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. beseme, besme, pesme, besen, sw. M., Besen, Kehrbesen, Rute, Zuchtrute; mnd. bēsem, bēseme, M., Besen; mnl. besem, bessem, Sb., Besen; ahd. besemo, sw. M. (n), Besen, Rute; as. besmo, sw. M. (n), Besen; anfrk. -; germ. *besamō-, *besamōn, *besama-, *besaman, *besmō-, *besmōn, *besma-, *besman, sw. M. (n), Besen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht s. idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145? (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); vielleicht Zusammenhang mit der Etymologie von lat. ferula, F., Pfriemenkraut, Gertenkraut; L.: Kluge 1. A. s. u. Besen, Kluge s. u. Besen, EWD s. u. Besen, DW 1, 1614, DW2 4, 1076, EWAhd 1, 567, Falk/Torp 269, Duden s. u. Besen, Bluhme s. u. Besen; Son.: vgl. afries. besma, sw. M. (n), Besen, Rute; nfries. bessem, Sb., Besen; ae. besma, sw. M. (n), Besen, Rute, Ginster; an. -; got. -; nndl. bezem, N., Besen; GB.: seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes aus verschiedenen Materialien wie Reisig oder Haaren gefertigtes Gerät mit Stiel oder Griff zu dem Fegen oder Kehren oder Säubern oder Reinigen von Flächen; BM.: Feger, Kehrer; F.: Besen, Besens+EW; Z.: Bes-en
$Besenbinder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Besenbinder, Besenmacher; Q.: 1517; E.: s. Besen, s. Binder; L.: DW 1, 1616, EWD s. u. Besen; GB.: seit 1517 belegte und aus Besen und Binder gebildete Bezeichnung für einen wohl seit dieser Zeit auf Grund von Arbeitsteilung möglichen Besen anfertigenden (oder bindenden) Handwerker; F.: Besenbinder, Besenbinders, Besenbindern+EW; Z.: Bes-en—bind-er
$besessen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.?): nhd. besessen, besetzt, bewohnt, umlagert, von falschen Vorstellungen beherrscht; E.: s. besitzen; L.: Kluge s. u. besessen, DW 1, 1617, EWD s. u. besitzen; GB.: seit um 800 belegte und aus besitzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches besetzt oder bewohnt oder umlagert oder von falschen Vorstellungen beherrscht; F.: besessen, besessene, besessenes, besessenem, besessenen, besessener(, besessenere, besesseneres, besessenerem, besesseneren, besessenerer, besessenst (!), besessenste, besessenstes, besessenstem, besessensten, besessenster)+EW; Z.: be—sess-en
$besetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. besetzen, hinsetzen, einsetzen, in Besitz nehmen; E.: s. be, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 1, 1618, EWD s. u. setzen; GB.: seit um 765 belegte und aus be und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinsetzen oder einsetzen oder in Besitz nehmen; F.: besetzen, besetze, besetzst (!), besetzt, besetzest, besetzet, besetzte, besetztest, besetzten, besetztet, ##besetzt, besetzte, besetztes, besetztem, besetzten, besetzter##, besetzend, ###besetzend, besetzende, besetzendes, besetzendem, besetzenden, besetzender###, besetz (!)+EW; Z.: be—setz-en
$besichtigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. besichtigen, ansehen, betrachten, untersuchen; E.: s. be, s. Sicht, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. Sicht, DW 1, 1620, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 1391 belegte und aus be und Sicht sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Menschen mögliches ansehen oder betrachten oder untersuchen; F.: besichtigen, besichtige, besichtigst, besichtigt, besichtigest, besichtiget, besichtigte, besichtigtest, besichtigten, besichtigtet, ##besichtigt, besichtigte, besichtigtes, besichtigtem, besichtigten, besichtigter##, besichtigend, ###besichtigend, besichtigende, besichtigendes, besichtigendem, besichtigenden, besichtigender###, besichtig (!)+EW; Z.: be—sich-t-ig-en
$Besichtigung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Besichtigung, Betrachtung, Untersuchung; E.: s. besichtig(en), s. ung; L.: DW 1, 1621, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 1499 belegte und aus besichtig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Betrachtung oder Untersuchung; F.: Besichtigung, Besichtigungen+EW; Z.: Be—sich-t-ig-ung
$besiedeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. besiedeln, ansiedeln, bewohnen; E.: s. be, s. siedeln; L.: Kluge s. u. siedeln, DW 1, 1621, EWD s. u. siedeln; GB.: seit 1341 belegte und aus be und siedeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit der vormenschlichem Vorbild folgenden Sesshaftwerdung des Menschen mögliches ansiedeln oder bewohnen; F.: besiedeln, besiedel (!), besiedle, besiedele, besiedelst, besiedelt, besiedelte, besiedeltest, besiedelten, besiedeltet, ##besiedelt, besiedelte, besiedeltes, besiedeltem, besiedelten, besiedelter##, besiedelnd, ###besiedelnd, besiedelnde, besiedelndes, besiedelndem, besiedelnden, besiedelnder###, besiedel (!)+EW; Z.: be—sied-el-n
$besiegeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. besiegeln, mit einem Siegel versehen (V.), mit einem Siegel sichern; E.: s. be, s. siegeln; L.: EWD s. u. Siegel; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus be und siegeln gebildete und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Siegeln durch den Menschen in den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Siegel versehen (V.) oder sichern; F.: besiegeln, besiegel (!), besiegle, besiegele, besiegelst, besiegelt, besiegelte, besiegeltest, besiegelten, besiegeltet, besiegelt, ##besiegelt, besiegelte, besiegeltes, besiegeltem, besiegelten, besiegelter##, besiegelnd, ###besiegelnd, besiegelnde, besiegelndes, besiegelndem, besiegelnden, besiegelnder###, besiegel (!)+EW+FW; Z.: be—sieg-el-n
$besinnen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. besinnen, bedenken, nachdenken, erklären; E.: s. be, s. sinnen; L.:DW 1, 1622, EWD s. u. sinnen; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus be und sinnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bedenken oder nachdenken oder erklären; F.: besinnen, besinne, besinnst, besinnt, besinnest, besinnet, besann, besannst, besannen, besänne, besännest, besännst, besännen, besännet, besännt, besönne, besönnest, besönnst, besännen, besönnet, besönnt, besonnen, ##besonnen, besonnene, besonnenes, besonnenem, besonnenen, besonnener##, besinnend, ###besinnend, besinnende, besinnendes, besinnendem, besinnenden, besinnender###, besinn (!)+EW; Z.: be—sinn-en
$besinnlich, nhd., Adj., (14./15. Jh.): nhd. besinnlich, Besinnung betreffend, bei Besinnung seiend; E.: s. besinn(en), s. lich; L.: DW 1, 1624, EWD s. u. sinnen; GB.: (besinnelich) seit 14./15. Jh. belegte und aus besinn(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Besinnung betreffend oder bei Besinnung seiend; F.: besinnlich, besinnliche, besinnliches, besinnlichem, besinnlichen, besinnlicher(, besinnlichere, besinnlicheres, besinnlicherem, besinnlicheren, besinnlicherer, besinnlichst, besinnlichste, besinnlichstes, besinnlichstem, besinnlichsten, besinnlichster)+EW; Z.: be—sinn—lich
$Besinnung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Besinnung, Bewusstsein, Überlegung; E.: s. besinn(en), s. ung; L.: DW 1, 1624, EWD s. u. sinnen; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus besinn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Bewusstsein oder Überlegung; F.: Besinnung, Besinnungen+EW; Z.: Be—sinn-ung
$Besitz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Besitz; E.: s. be, s. Sitz; L.: Kluge s. u. besitzen, DW 1, 1624, EWD s. u. besitzen; GB.: (besiz) seit 1350-1365 belegte und aus be und Sitz gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild möglichen Sitz auf einer Gegebenheit als Zeichen der tatsächlichen Beherrschung und Zugehörigkeit; F.: Besitz, Besitzes, Besitze, Besitzen +EW; Z.: Be—sitz
$besitzen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. besitzen; E.: s. be, s. sitzen; L.: Kluge s. u. besitzen, DW 1, 1625, EWD s. u. besitzen; GB.: seit um 765 belegte und aus be und sitzen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild mögliches sitzen auf einer Gegebenheit als Zeichen der tatsächlichen Beherrschung und Zugehörigkeit; F.: besitzen, besitze, besitzt, besitzest, besitzet, besaß, besaßest, besaßen, besaßt, besaßet (!), besäße, besäßest, besäßen, besäßet, besäßt (!), besessen, ##besessen, besessene, besessenes, besessenem, besessenen, besessener##, besitzend, ###besitzend, besitzende, besitzendes, besitzendem, besitzenden, besitzender###, besitz (!)+EW; Z.: be—sitz-en
$Besitzer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Besitzer, Besitzender; Vw.: s. Grund-; E.: s. besitz(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1628; GB.: (besitzære) seit 1307 belegte und vielleicht nach lat. possessor aus besitz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild mögliches auf einer Gegebenheit als Zeichen der tatsächlichen Beherrschung und Zugehörigkeit Sitzenden; F.: Besitzer, Besitzers, Besitzern+EW; Z.: Be—sitz-er
$Besitztum, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Besitztum, Besitz; E.: s. Besitz, s. tum; L.: Kluge s. u. besitzen, DW 1, 1629, EWD s. u. besitzen; GB.: seit 1798 (Kant) und nach DRW 1908 belegte und aus Besitz und tum gebildete Bezeichnung für Besitz; F.: Besitztum, Besitztums, Besitztumes, Besitztümer, Besitztümern+EW; Z.: Be—sitz—tum
$Besitzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Besitzung; E.: s. besitz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. besitzen, DW 1, 1629, EWD s. u. besitzen; GB.: seit 1221-1224 (mnd.) belegte und aus besitz(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild möglichen Sitz auf einer Gegebenheit als Zeichen der tatsächlichen Beherrschung und Zugehörigkeit; F.: Besitzung, Besitzungen+EW; Z.: Be—sitz-ung
$besoffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. besoffen, betrunken; E.: s. besaufen; L.: DW 1, 1629, EWD s. u. saufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus besaufen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen mögliches betrunken; F.: besoffen, besoffene, besoffenes, besoffenem, besoffenen, besoffener(, besoffenere, besoffeneres, besoffenerem, besoffeneren, besoffenerer, besoffenst, besoffenste, besoffenstes, besoffenstem, besoffensten, besoffenster)+EW; Z.: be—so-f-f-en
$besohlen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. besohlen, mit einer Sohle versehen (V.); E.: s. be, s. Sohle, s. (e)n; L.: EWD s. u. Sohle; GB.: vielleicht seit um 1450 belegte und aus be und Sohl(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schuhen durch Menschen mögliches mit einer Sohle versehen (V.); F.: besohlen, besohle, besohlst, besohlt, besohlest, besohlet, besohlte, besohltest, besohlten, besohltet, ##besohlt, besohlte, besohltes, besohltem, besohlten, besohlter##, besohlend, ###besohlend, besohlende, besohlendes, besohlendem, besohlenden, besohlender###, besohl (!)+EW; Z.: be—sohl-en
$besolden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. besolden; E.: s. be, s. Sold, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sold, DW 1, 1630, EWD s. u. Sold; GB.: seit um 1300 belegte und aus be und Sold sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld durch Menschen möglichen Lohn oder Bezahlung Kämpfern geben; F.: besolden, besolde, besoldest, besoldet, besoldete, besoldetest, besoldeten, besoldetet, ##besoldet, besoldete, besoldetes, besoldetem, besoldeten, besoldeter##, besoldend, ###besoldend, besoldende, besoldendes, besoldendem, besoldenden, besoldender###, besold (!)+EW; Z.: be—sol-d-en
$Besonderheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Besonderheit, Eigenheit; E.: s. besonder(e), s. heit; L.: DW 1, 1633, EWD s. u. besonder; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus besonder(e) und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Eigenheit (einer Gegebenheit); F.: Besonderheit, Besonderheiten+EW; Z.: Be—son-d-er—hei-t
$besonders, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. besonders gesondert, für sich allein, vor allem; E.: s. besonder(e), s. s; L.: Kluge s. u. besonders, DW 1, 1633, EWD s. u. besonder; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus besonder(e) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches gesondert oder für sich allein; F.: besonders+EW; Z.: be—son-der-s
$besorgen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. besorgen, Sorge tragen, Ehre erweisen, erwerben; E.: s. be, s. sorgen; L.: Kluge s. u. besorgen, DW 1, 1635, EWD s. u. Sorge; GB.: (bisworgēn*) seit um 830 belegte und aus be und sorgen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Sorge tragen oder Ehre erweisen, erwerben; F.: besorgen, besorge, besorgst, besorgt, besorgest, besorget, besorgte, besorgtest, besorgten, besorgtet, ##besorgt, besorgte, besorgtes, besorgtem, besorgten, besorgter##, besorgend, ###besorgend, besorgende, besorgendes, besorgendem, besorgenden, besorgender###, besorg(!)+EW; Z.: be—sorg-en
$Besorgnis, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Besorgnis, Sorge, Angst; Q.: 1364 (Urkunde); E.: s. be, s. Sorg(e), s. nis; L.: DW 1, 1635, EWD s. u. Sorge; GB.: (besorgnisse) seit 1364 belegte und aus be und Sorg(e) sowie nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Sorge; F.: Besorgnis, Besorgnisse, Besorgnissen+EW; Z.: Be—sorg-nis
$besorgt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. besorgt, mit Sorge erfüllt; Q.: um 1210 (Tristan); L.: Kluge s. u. besorgen, DW 1, 1637; GB.: vielleicht seit um 1210 belegte und aus besorg(en) und (e)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit Sorge erfüllt; F.: besorgt, besorgte, besorgtes, besorgtem, besorgten, besorgter, besorgtere, (besorgteres, besorgterem, besorgteren, besorgterer, besorgtest, besorgteste, besorgtestes, besorgtestem, besorgtesten, besorgtester)+EW; Z.: be—sorg-t
$bespitzeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bespitzeln, heimlich beobachten, auskundschaften; Q.: 1920-1930; E.: s. be, s. Spitzel, s. (e)n; L.: fehlt DW, EWD s. u. spitz; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus be und Spitzel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen anderen Menschen heimlich beobachten und auskundschaften; F.: bespitzeln, bespitzel (!), bespitzle, bespitzele, bespitzelst, bespitzelt, bespitzelte, bespitzeltest, bespitzelten, bespitzeltet, bespitzelt, ##bespitzelt, bespitzelte, bespitzeltes, bespitzeltem, bespitzelten, bespitzelter##, bespitzelnd, ###bespitzelnd, bespitzelnde, bespitzelndes, bespitzelndem, bespitzelnden, bespitzelnder###, bespitzel (!)+EW; Z.: be—spi-tz-el-n
$besprechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. besprechen, tadeln, beschuldigen, bemängeln, sprechen über, erörtern; E.: s. be, s. sprechen; L.: Kluge s. u. sprechen, DW 1, 1640, EWD s. u. sprechen; GB.: (bisprehhan*) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus be und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder beschuldigen oder bemängeln oder sprechen über oder erörtern; F.: besprechen, bespreche, besprichst, bespricht, besprecht, besprechest, besprechet, besprach, besprachst, besprachen, bespracht, bespräche, besprächest, besprächen, besprächet, besprochen, ##besprochen, besprochene, besprochenes, besprochenem, besprochenen, besprochener##, besprechend, ###besprechend, besprechende, besprechendes, besprechendem, besprechenden, besprechender###, besprich (!)+EW; Z.: be—s-pre-ch-en
$Besprechung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Besprechung, Unterredung, Gespräch, Erörterung; E.: s. besprech(en), s. ung; L.: DW 1, 1642, EWD s. u. sprechen; GB.: (bysprakinge) seit 1411 (mnd.) belegte und aus besprech(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Unterredung oder Gespräch oder Erörterung; F.: Besprechung, Besprechungen+EW; Z.: Be—s-pre-ch-ung
$besprengen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. besprengen, begießen, bestreuen; E.: s. be, s. sprengen; L.: Kluge s. u. sprengen, DW 1, 1642, EWD s. u. sprengen; GB.: seit um 765 belegte und aus be und sprengen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches begießen oder bestreuen; F.: besprengen, besprenge, besprengst, besprengt, besprengest, besprenget, besprengte, besprengtest, besprengten, besprengtet, besprengt, ##besprengt, besprengte, besprengtes, besprengtem, besprengten, besprengter##, besprengend, ###besprengend, besprengende, besprengendes, besprengendem, besprengenden, besprengender###, bespreng (!)+EW; Z.: be—s-pre-ng-en
$bespringen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. bespringen, aufspringen; E.: s. be, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 1, 1643, EWD s. u. springen; GB.: seit 1230/1240 belegte und aus be und springen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches aufspringen; F.: bespringen, bespringe, bespringst, bespringt, bespringest, bespringet, besprang, besprangst, besprangen, besprangt, bespränge, besprängest, besprängen, bespränget, besprungen, ##besprungen, besprungene, besprungenes, besprungenem, besprungenen, besprungener##, bespringend, ###bespringend, bespringende, bespringendes, bespringendem, bespringenden, bespringender###, bespring (!)+EW; Z.: be—s-pri-ng-en
bessere, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bessere, günstigere, nützlichere; ne. better (Adj. Komp.); Vw.: -; Hw.: s. bass; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bezzere, bezzer, bazzere, pezzere, Adj. (Komp.), bessere, größere, wertvollere; mnd. bēter, Adv. (Komp.), besser, mehr; ahd. bezziro, Adj. (Komp.), bessere, nützlichere, geeignetere; as. bėtara, Adj. (Komp.), bessere; anfrk. betero*, Adj. (Komp.), bessere; vgl. ahd. baz, Adv., besser, mehr, weiter, mächtiger; germ. *bati-, *batiz, Adj., bessere; idg. bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. besser, Kluge s. u. besser, DW 1, 1644 (besser), EWD s. u. besser, DW 1, 1644, DW2 1090, EWAhd 1, 577, Falk/Torp 258, Duden s. u. besser, Bluhme s. u. besser; Son.: vgl. afries. betera, Adj., bessere; ae. bėt, Adv., besser; an. betr, Adv., besser; got. batiza, sw. Adj. (Komp.), bessere; vgl. nndl. beter, Adj. (Komp.), besser; nschw. bättre, Adj. (Komp.), besser; nnorw. bedre, Adj. (Komp.), besser; GB.:als Komparativ zu gut seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für günstigere oder nützlichere; F.: besser, bessere, besseres, besserem, besseren, besserer+EW; Z.: bess-er-e
$bessern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bessern, verbessern, wiederherstellen; Vw.: s. ver-, verschlimm-; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. besser(e), s. (e)n; L.: DW 1, 1647, EWD s. u. besser, DW 1, 1647; GB.: (bezzirōn*) seit um 800 belegte und aus besser(e) und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verbessern oder wiederherstellen; F.: bessern, bessere, besser (!), besserst, bessert, besserte, bessertest, besserten, bessertet, gebessert, ##gebessert, gebesserte, gebessertes, gebessertem, gebesserten, gebesserter##, bessernd, ###bessernd, besserndes, besserndem, bessernden, bessernder###, besser (!)+EW; Z.: bess-er-n
$Besserung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Besserung, Verbesserung, Besserstellung, Erbauung; Vw.: s. Ver-, Verschlimm-; E.: s.: besser(n), s. ung; L.: Kluge s. u. besser, DW 1, 1649, EWD s. u. besser; GB.: (bezzirunga) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus besser(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verbesserung oder Besserstellung oder Erbauung; F.: Besserung, Besserungen+EW; Z.: Bess-er-ung
$Besserwisser, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Besserwisser; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. besser, s. wiss(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1649, EWD s. u. wissen; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus besser und wiss(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen vieles angeblich besser als andere wissenden Menschen; F.: Besserwisser, Besserwissers, Besserwissern+EW; Z.: Bess-er—wi-ss-er
$bestallen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. bestallen, besetzen, umstellen, belagern, beklagen; E.: s. be, s. stallen; L.: Kluge s. u. Bestallung, DW 1, 1650; GB.: seit 1378/1379 belegte und aus be und stallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches besetzen oder umstellen oder belagern oder beklagen; F.: bestallen, bestalle, bestallst, bestallt, bestallest, bestallet, bestallte, bestalltest, bestallten, bestalltet, ##bestallt, bestallte, bestalltes, bestalltem, bestallten, bestallter##, bestallend, ###bestallend, bestallende, bestallendes, bestallendem, bestallenden, bestallender###, bestall (!)+EW; Z.: be—sta-l-l-en
$Bestallung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Bestallung, Besetzung, Belagerung, Einsetzung, Beschlagnahme; E.: s. bestall(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Bestallung, DW 1, 1650; GB.: (bestallinghe) seit 1332 (mnd.) belegte und aus bestall(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Besetzung oder Belagerung oder Einsetzung oder Beschlagnahme; F.: Bestallung, Bestallungen+EW; Z.: Be—sta-l-l-ung
$Bestand, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bestand, Dauer, Zustand, Sicherstellung; E.: s. be, s. Stand bzw. s. bestehen; L.: DW 1, 1651, EWD s. u. stehen; GB.: (bestant) seit 14./15. Jh. belegte und aus be und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Dauer oder einen Zustand wie beispielsweise einen Waffenstillstand oder einen Ruhestand oder eine Pacht oder eine Miete oder eine Sicherstellung; F.: Bestand, Bestandes, Bestands, Bestände, Beständen+EW; Z.: Be—sta-n-d
$beständig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. beständig, bestehend, dauernd; E.: s. Bestand, s. ig: L.: DW 1, 1653, EWD s. u. stehen; GB.: (bestendik) seit 1294 belegte und aus Bestand und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches bestehend oder dauernd; F.: beständig, beständige, beständiges, beständigem, beständigen, beständiger(, beständigere, beständigeres, beständigerem, beständigeren, beständigerer, beständigst, beständigste, beständigstes, beständigstem, beständigsten, beständigster)+EW; Z.: be—stä-n-d-ig
$Bestandteil, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bestandteil, Teil; E.: s. Bestand, s. Teil; L.: DW 1, 1655 (Bestandtheil), EWD s. u. stehen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Bestand und Teil gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Teil eines Ganzen; F.: Bestandteil, Bestandteils, Bestandteiles, Bestandteile, Bestandteilen+EW; Z.: Be—sta-n-d—tei-l
$bestärken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bestärken, stärken, verstärken, stärker machen; E.: s. be, s. stärken; L.: DW 1, 1655, EWD s. u. stark; GB.: (besterken) seit 1282 belegte und aus be und stärken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches stärken oder verstärken oder stärker machen; F.: bestärken, bestärke, bestärkst, bestärkt, bestärkest, bestärket, bestärkte, bestärktest, bestärkten, bestärktet, ##bestärkt, bestärkte, bestärktes, bestärktem, bestärkten, bestärkter##, bestärkend, ###bestärkend, bestärkende, bestärkendes, bestärkendem, bestärkenden, bestärkender###, bestärk (!)+EW; Z.: be—stär-k-en
bestätigen, nhd., V., (11. Jh.?): nhd. bestätigen, für gültig erklären, als richtig anerkennen; ne. confirm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. bestætigen, bestetigen, sw. V., bestätigen, festnehmen, aufnehmen, bringen; mnd. bestēdigen, sw. V., „bestätigen“, einsetzen, einweisen, unterbringen, stiften, gründen, versehen (V.) mit, ausstatten, bestatten, anvertrauen, vermieten; mnd. bestādigen, sw. V., „bestätigen“, einsetzen, einweisen, unterbringen; vgl. mhd. be..., Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); mhd. stætic, stætec, stātic, Adj., stetig, fest, beständig, treu; ahd. stātīg, Adj., stet, beständig, fest; germ. *stēdīga-, *stēdīgaz, *stǣdīga-, *stǣdīgaz, Adj., beständig; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. bestätigen, EWD s. u. bestätigen, DW 1, 1656; GB.: seit 1060-1080 belegte und aus be und stätig sowie en (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches durch menschliche Erklärung für gültig erklären oder als richtig anerkennen; BM.: festmachen; F.: bestätigen, bestätige, bestätigst, bestätigt, bestätigest, bestätiget, bestätigte, bestätigtest, bestätigten, bestätigtet, ##bestätigt, bestätigte, bestätigtes, bestätigtem, bestätigten, bestätigter##, bestätigend, ###bestätigend, bestätigende, bestätigendes, bestätigendem, bestätigenden, bestätigender###, bestätig (!)+EW; Z.: be—stä-tig-en
$Bestätigung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bestätigung, Bekräftigung, Beglaubigung; E.: s. bestätig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bestätigen, DW 1, 1657, EWD s. u. bestätigen; GB.: (bestætigunge) seit 1281 belegte und aus bestätig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bekräftigung oder Beglaubigung einer Gegebenheit; F.: Bestätigung, Bestätigungen+EW; Z.: Be—stä-tig-ung
$bestatten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bestatten, beerdigen, begraben (V.); E.: s. be, s. Statt, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bestatten, Statt, DW 1, 1658, EWD s. u. bestatten; GB.: seit um 1150 belegte und aus be und Statt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen zeitweise wohl aus Sorge vor Krankheiten oder Verehrung ausgeführtes beerdigen oder begraben (V.) von Verstorbenen; F.: bestatten, bestatte, bestattest, bestattet, bestattete, bestattetest, bestatteten, bestattetet, ##bestattet, bestattete, bestattetes, bestattetem, bestatteten, bestatteter##, bestattend, ###bestattend, bestattende, bestattendes, bestattendem, bestattenden, bestattender###, bestatt (!)+EW; Z.: be—sta-t-t-en
$Bestattung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bestattung, Beerdigung, Begräbnis; E.: s. bestatt(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bestatten, DW 1, 1658, EWD s. u. bestatten; GB.: seit 1296 belegte und aus bestatt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen zeitweise wohl aus Sorge vor Krankheiten oder Verehrung ausgeführte Beerdigung oder Begräbnis verstorbener Menschen; F.: Bestattung, Bestattungen+EW; Z.: Be—sta-t-t-ung
$bestäuben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. bestäuben; E.: s. be, s. stäuben; L.: DW 1, 1658 (bestauben), EWD s. u. Staub; GB.: seit um 1000 belegte und aus be und stäuben gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entstehung von Staub wie beispielsweise Blütenstaub mögliches mit Staub versehen (V.); F.: bestäuben, bestäube, bestäubst, bestäubt, bestäubest, bestäubet, bestäubte, bestäubtest, bestäubten, bestäubtet, bestäubt, ##bestäubt, bestäubte, bestäubtes, bestäubtem, bestäubten, bestäubter##, bestäubend, ###bestäubend, bestäubende, bestäubendes, bestäubendem, bestäubenden, bestäubender###, bestäub (!) +EW; Z.: be—stäu-b-en
$bestechen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. bestechen, anstechen, durch Einstechen prüfen, durch Gewährung von Vorteilen in unerlaubter Weise für eigene Zwecke gewinnen; E.: s. be, s. stechen; L.: Kluge s. u. bestechen, DW 1, 1662, EWD s. u. bestechen; GB.: seit 1233-1267 belegte und aus be und stechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches stechen oder anstechen oder durch Einstechen prüfen oder hervorragen oder seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Gewährung von Vorteilen in unerlaubter Weise für eigene Zwecke gewinnen; F.: bestechen, besteche, bestichst, besticht, bestecht, bestechest, bestechet, bestach, bestachst, bestachen, bestacht, bestäche, bestächest, bestächst, bestächen, bestächet, bestächt, bestochen, ##bestochen, bestochene, bestochenes, bestochenem, bestochenen, bestochener##, bestechend, ###bestechend, bestechende, bestechendes, bestechendem, bestechenden, bestechender###, bestich (!)+EW; Z.: be—ste-ch-en
bestechend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. bestechend, hervorragend, überzeugend; E.: s. bestechen, s. d; L.: Kluge s. u. bestechen, fehlt DW (aber s. bestechen); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus bestechen und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hervorragend oder überzeugend; F.: bestechend, bestechende, bestechendes, bestechendem, bestechenden, bestechender(, bestechendere, bestechenderes, bestechenderem, bestechenderen, bestechenderer, bestechendst, bestechendste, bestechendstes, bestechendstem, bestechendsten, bestechendster)+EW; Z.: be—ste-ch-end
$bestechlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bestechlich, bestechbar, durch Annahme von Vorteilen in unerlaubter Weise für Zwecke anderer gewinnbar; E.: s. bestech(en), s. lich; L.: Kluge s. u. bestechen, DW 1, 1664, EWD s. u. bestechen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus bestech(en) und lich gebildete Bezeichnung für seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bestechbar oder durch Annahme von Vorteilen in unerlaubter Weise für Zwecke anderer gewinnbar; F.: bestechlich, bestechliche, bestechliches, bestechlichem, bestechlichen, bestechlicher(, bestechlichere, bestechlicheres, bestechlicherem, bestechlicheren, bestechlicherer, bestechlichst, bestechlichste, bestechlichstes, bestechlichstem, bestechlichsten, bestechlichster)+EW; Z.: be—ste-ch-lich
$Bestechung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Bestechung, Beeinflussen einer Entscheidung durch Gewährung unerlaubter Vorteile; E.: s. bestech(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bestechen, DW 1, 1664, EWD s. u. bestechen; GB.: vielleicht seit 1740 belegte und aus bestech(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Beeinflussen einer Entscheidung durch Gewährung unerlaubter Vorteile; F.: Bestechung, Bestechungen+EW; Z.: Be—ste-ch-ung
$Besteck, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Besteck; E.: s. besteck(en); L.: Kluge s. u. Besteck, DW 1, 1664, EWD s. u. stecken; GB.: seit 1583 belegte und mit besteck(en) verbindbare Bezeichnung für einen Satz zusammengehöriger von Menschen entwickelter und verwendeter Geräte wie beispielsweise ein Essbesteck; F.: Besteck, Bestecks, Besteckes, Bestecke, Bestecken (!)+EW; Z.: Be—steck
$bestecken, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. bestecken, hineinstecken, ausstatten; E.: s. be, s. stecken; L.: DW 1, 1664, EWD s. u. stecken; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus be und stecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinstecken oder ausstatten; F.: bestecken, bestecke, besteckst, besteckt, besteckest, bestecket, besteckte, bestecktest, besteckten, bestecktet, ##besteckt, besteckte, bestecktes, bestecktem, besteckten, besteckter##, besteckend, ###besteckend, besteckende, besteckendes, besteckendem, besteckenden, besteckender###, besteck (!)+EW; Z.: be—steck-en
$bestehen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. bestehen, sein (V.), verharren, bleiben; E.: s. be, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, EWD s. u. stehen; GB.: seit um 1000 belegte und aus be und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sein (V.) oder verharren oder bleiben; F.: bestehen, bestehe, bestehst, besteht, bestehest, bestehet, bestand, bestandest (!), bestandst, bestanden, bestandet, bestände, beständest, beständen, beständet, bestünde, bestündest, bestünden, bestündet, bestanden, ##bestanden, bestandene, bestandenes, bestandenem, bestandenen, bestandener##, bestehend, ###bestehend, bestehende, bestehendes, bestehendem, bestehenden, bestehender###, besteh (!)+EW; Z.: be—steh-en
$besteigen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. besteigen, aufsteigen, aufrichten; E.: s. be, s. steigen; L.: Kluge s. u. steigen, DW 1, 1672; GB.: seit nach 1270 belegte und aus be und steigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufsteigen oder aufrichten; F.: besteigen, besteige, besteigst, besteigt, besteigest, besteiget, bestieg, bestiegst, bestiegen, bestiegt, bestiegest, bestieget, bestiegen, ##bestiegen, bestiegene, bestiegenes, bestiegenem, bestiegenen, bestiegener##, besteigend, ###besteigend, besteigende, besteigendes, besteigendem, besteigenden, besteigender###, besteig (!) +EW; Z.: be—steig-en
$bestellen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bestellen, hinstellen, umstellen; E.: s. be, s. stellen; L.: Kluge s. u. bestellen, DW 1, 1673, EWD s. u. stellen; GB.: (bistellen*) seit 863-871 belegte und aus be und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hinstellen oder umstellen oder in Auftrag geben; F.: bestellen, bestelle, bestellst, bestellt, bestellest, bestellet, bestellte, bestelltest, bestellten, bestelltet, ##bestellt, bestellte, bestelltes, bestelltem, bestellten, bestellter##, bestellend, ###bestellend, bestellende, bestellendes, bestellendem, bestellenden, bestellender###, bestell (!)+EW; Z.: be—stel-l-en
$bestenfalls, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. bestenfalls, in dem besten Falle; E.: s. best(e) (gut), s. en (Suff.), s. Fall, s. s; L.: fehlt DW, EWD s. u. besser; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus beste und n sowie Fall und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches in dem besten Falle; F.: bestenfalls+EW; Z.: best-en-fal-l-s
$bestens, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. bestens, sehr gut, hervorragend; E.: s. best(e) (gut), s. ens (Suff.); L.: DW 1, 1676, EWD s. u. besser; GB.: seit 1557 belegte und aus best(e) (gut) und ens gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches sehr gut oder hervorragend; F.: bestens+EW; Z.: best-en-s
$besteuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. besteuern, mit einer Steuer (F.) belegen (V.); E.: s. be, s. Steuer (F.), s.(e)n; L.: Kluge s. u. Steuer 1, DW 1, 1677, EWD s. u. Steuer F.; GB.: nach 1275 belegte und aus be und Steuer (F.) sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Gegebenheit mit einer Steuer (F.) oder Geldabgabe zu Gunsten der Allgemeinheit belegen (V.); F.: besteuern, besteuere, besteuer (!), besteuerst, besteuert, besteuerte, besteuertest, besteuerten, besteuertet, ##besteuert, besteuertes, besteuertem, besteuerten, besteuerter##, besteuernd, ###besteuernd, besteuerndes, besteuerndem, besteuernden, besteuernder###, besteuer (!)+EW; Z.: be—steu-er-n
$bestialisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. bestialisch, tierisch, unmenschlich, schrecklich, grausam; I.: Lw. lat. bēstiālis; E.: s. lat. bestial(is), s. isch; L.: DW 1, 1677, EWD s. u. Bestie; GB.: seit 1523 belegte und aus lat. bestial(is) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches tierisch oder unmenschlich oder schrecklich oder grausam; F.: bestialisch, bestialische, bestialisches, bestialischem, bestialischen, bestialischer, (bestialischere, bestialischeres, bestialischerem, bestialischeren, bestialischerer, bestialischst, bestialischste, bestialischstes, bestialischstem, bestialischsten, bestialischster)+FW+EW; Z.: be-s-t-i-al-isch
$Bestialität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bestialität, Unmenschlichkeit, Schrecklichkeit, Grausamkeit; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. mlat. bestial(itas), s. ität; L.: DW 1, 1677, EWD s. u. Bestie; I.: Lw. mlat. bēstiālitās; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie aus bestial(itas) und ität gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unmenschlichkeit oder Schrecklichkeit oder Grausamkeit; F.: Bestialität, Bestialitäten+FW+EW?; Z.: Be-s-t-i-al-it-ät
Bestie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bestie, wildes gefährliches Tier; ne. beast; Vw.: -; Hw.: s. Biest (2); Q.: 1264 (Die Statuten des Deutschen Ordens); E.: s. mhd. bestie, sw. F., Bestie, wildes Tier; mhd. bēste, bēst, sw. N., Bestie, Tier; mnd. bestīe, bēstīe, F., Bestie, Vieh, Tier; s. lat. bestia, F., Tier, Bestie, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bestie, DW 1, 1677, EWD s. u. Bestie, DW2 4, 1103; Son.: vgl. nndl. beest, Sb., Bestie; frz. bête, F., Bestie; nschw. best, Sb., Bestie; nnorw. best, N., Bestie; poln. bestia, F., Bestie; nir. beithíoch, M., Bestie; GB.: seit 1264 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches wildes gefährliches Tier; BM.: wirbeln?; F.: Bestie, Bestien (!)+FW; Z.: Be-s-t-ie
$bestimmen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bestimmen, benennen, festlegen, beschließen, entscheiden; E.: s. be, s. stimmen; L.: Kluge s. u. bestimmen, EWD s. u. bestimmen; GB.: vielleicht um 1173 belegte und aus be und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches benennen oder festlegen oder beschließen oder entscheiden; F.: bestimmen, bestimme, bestimmst, bestimmt, bestimmest, bestimmet, bestimmte, bestimmtest, bestimmten, bestimmtet, ##bestimmt, bestimmte, bestimmtes, bestimmtem, bestimmten, bestimmter##, bestimmend, ###bestimmend, bestimmende, bestimmendes, bestimmendem, bestimmenden, bestimmender###, bestimm (!)+EW; Z.: be—stimm-en
$bestimmt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. bestimmt, benannt, festgelegt, beschlossen, entschieden; E.: s. bestimm(en), s. (e)t (Suff.); L.: Kluge s. u. bestimmen, DW 1, 1679, EWD s. u. bestimmen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus bestimm(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches benannt oder festgelegt oder beschlossen oder entschieden; F.: bestimmt, bestimmte, bestimmtes, bestimmtem, bestimmten, bestimmter, (bestimmtere, bestimmteres, bestimmterem, bestimmteren, bestimmterer, bestimmtest, bestimmteste, bestimmtestes, bestimmtestem, bestimmtesten, bestimmtester)+EW; Z.: be—stimm-t
$Bestimmung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bestimmung, Benennung, Festlegung, Entscheidung, Vorschrift; E.: s. bestimm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bestimmen, DW 1, 1679; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus bestimm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Benennung oder Festlegung oder Entscheidung oder Vorschrift; F.: Bestimmung, Bestimmungen+EW; Z.: Be—stimm-ung
$bestreichen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. bestreichen, beschmieren; E.: s. be, s. streichen; L.: Kluge s. u. streichen, DW 1, 1682; GB.: (bistrīhhan*) seit um 1000 belegte und aus be und streichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschmieren; F.: bestreichen, bestreiche, bestreichst, bestreicht, bestreichest, bestreichet, bestrich, bestrichst, bestrichen, bestricht, bestrichest, bestrichet, bestrichen, ##bestrichen, bestrichene, bestrichenes, bestrichenem, bestrichenen, bestrichener##, bestreichend, ###bestreichend, bestreichende, bestreichendes, bestreichendem, bestreichenden, bestreichender###, bestreich (!) +EW; Z.: be—streich-en
$bestreiten, nhd., st. V., (17. Jh.?): nhd. bestreiten, abstreiten, ableugnen, angreifen; E.: s. be, s. streiten; L.: Kluge s. u. streiten, DW 1, 1683, EWD s. u. streiten; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus be und streiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abstreiten oder ableugnen oder angreifen; F.: bestreiten, bestreite, bestreitest, bestreitet, bestritt, bestrittest, bestrittst (!), bestritten, bestrittet, bestritten, ##bestritten, bestrittene, bestrittenes, bestrittenem, bestrittenen, bestrittener##, bestreitend, ###bestreitend, bestreitende, bestreitendes, bestreitendem, bestreitenden, bestreitender###, bestreit (!)+EW; Z.: be—strei-t-en
$bestreuen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bestreuen, darüberstreuen, ausstreuen, verstreuen, bedecken; E.: s. be, s. streuen; L.: Kluge s. u. streuen, DW 1, 1684; GB.: (beströuwen) um 1173 belegte und aus be und streuen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches darüberstreuen oder ausstreuen oder verstreuen oder bedecken; F.: bestreuen, bestreue, bestreust, bestreut, bestreuest, bestreuet, bestreute, bestreutest, bestreuten, bestreutet, ##bestreut, bestreute, bestreutes, bestreutem, bestreuten, bestreuter##, bestreuend, ###bestreuend, bestreuende, bestreuendes, bestreuendem, bestreuenden, bestreuender###, bestreu (!)+EW; Z.: be—streu-en
$bestricken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bestricken, umstricken, zusammenbinden, zusammenschnüren; E.: s. be, s. stricken; L.: Kluge s. u. bestricken, DW 1, 1685, EWD s. u. Strick; GB.: (bistrikken*) seit um 765 belegte und aus be und stricken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zusammenbinden oder zusammenschnüren; F.: bestricken, bestricke, bestrickst, bestrickt, bestrickest, bestricket, bestrickte, bestricktest, bestrickten, bestricktet, ##bestrickt, bestrickte, bestricktes, bestricktem, bestrickten, bestrickter##, bestrickend, ###bestrickend, bestrickende, bestrickendes, bestrickendem, bestrickenden, bestrickender###, bestrick (!)+EW; Z.: be—stri-ck-en
Bestseller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bestseller, bestens verkäufliche Ware; ne. bestseller; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1941; I.: Lw. ne. bestseller; E.: s. ne. bestseller, N., Bestseller; vgl. ne. best, Adj. (Komp.), beste; ae. bėtst, bėst, Adj., beste; ae. bėt, Adv., besser; germ. *bati-, *batiz, Adj., bessere; idg. *bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); ne. sell, V., verkaufen; ae. sėllan, siellan, syllan, sw. V. (1), geben, übergeben (V.), liefern, leihen, verkaufen; germ. *saljan, sw. V., übergeben (V.), nehmen machen, opfern; idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899 (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bestseller, fehlt DW, EWD s. u. besser, Duden s. u. Bestseller; Son.: vgl. nndl. best-seller, Sb., Bestseller; frz. best-seller, M., Bestseller; nschw. bestseller, Sb., Bestseller; nnorw. bestseller, bestselger, M., Bestseller; poln. bestseller, M., Bestseller; lit. bestseleris, M., Bestseller; GB.: seit 1941 belegte und aus dem 1889 erstmals für Bücher belegten Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine bestensverkäufliche Ware; BM.: bestens verkäuflich; F.: Bestseller, Bestsellers+FW; Z.: Best-sel-l-er
$bestücken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. bestücken, mit Stücken ausrüsten; E.: s. be, s. stücken; L.: Kluge s. u. Stück, DW 1, 1686, EWD s. u. Stück; GB.: vielleicht seit 1545 belegte und aus be und stücken gebildete Bezeichnung für mit Stücken ausrüsten; F.: bestücken, bestücke, bestückst, bestückt, bestückest, bestücket, bestückte, bestücktest, bestückten, bestücktet, ##bestückt, bestückte, bestücktes, bestücktem, bestückten, bestückter##, bestückend, ###bestückend, bestückende, bestückendes, bestückendem, bestückenden, bestückender###, bestück (!)+EW; Z.: be—stü-ck-en
$bestürzen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. bestürzen, stürzen, verkehren, umwerfen; E.: s. be, s. stürzen; L.: Kluge s. u. bestürzen, DW 1, 1687; GB.: (bisturzen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und stürzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches stürzen oder verkehren oder umwerfen; F.: bestürzen, bestürze, bestürzst (!), bestürzt, bestürzest, bestürzet, bestürzte, bestürztest, bestürzten, bestürztet, ##bestürzt, bestürzte, bestürztes, bestürztem, bestürzten, bestürzter##, bestürzend, ###bestürzend, bestürzende, bestürzendes, bestürzendem, bestürzenden, bestürzender###, bestürz (!)+EW; Z.: be—stür-z-en
$Besuch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Besuch, Aufsuchen, Zusammensein, Zusammenkommen, Kommen; E.: s. be, s. such(en); L.: DW 1, 1688, EWD s. u. suchen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus besuch(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Aufsuchen oder Zusammensein oder Zusammenkommen oder Kommen; F.: Besuch, Besuches, Besuchs, Besuche, Besuchen+EW; Z.: Be—such
$besuchen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. besuchen, suchen, aufsuchen, prüfen, fragen, aufsuchen; E.: s. be, s. suchen; L.: Kluge s. u. besuchen, DW 1, 1688, EWD s. u. suchen; GB.: (bisuohhen*) seit um 1000 belegte und aus be und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches suchen oder aufsuchen oder prüfen oder fragen; F.: besuchen (!), besuche (!), besuchst, besucht, besuchest, besuchet, besuchte, besuchtest, besuchten, besuchtet, ##besucht, besuchte, besuchtes, besuchtem, besuchten, besuchter##, besuchend, ###besuchend, besuchende, besuchendes, besuchendem, besuchenden, besuchender###, besuch (!)+EW; Z.: be—such-en
$Besucher, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Besucher, Besuchender, Aufsuchender; E.: s. besuch(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1689, EWD s. u. suchen; GB.: möglicherweise seit 17. Jh. belegte und aus besuch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Besuchenden oder Aufsuchenden; F.: Besucher, Besuchers, Besuchern+EW; Z.: Be—such-er
$besulbern, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. besulbern, beschmutzen, verunreinigen; E.: s. be, s. sulbern; L.: Kluge 1. A. s. u. besulbern, DW 1, 1691 (besulfern); GB.: vielleicht seit 1482 belegte und aus be und sulbern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches beschmutzen oder verunreinigen; F.: besulbern, besulbere, besulber (!), besulberst, besulbert, besulberte, besulbertest, besulberten, besulbertet, ##besulbert, besulberte, besulbertes, besulbertem, besulberten, besulberter##, besulbernd, ###besulbernd, besulberndes, besulberndem, besulbernden, besulbernder###, besulber (!)+EW; Z.: be—sulb-er-n
Beta, nhd., N., (13. Jh.?) : nhd. Beta, zweites Zeichen des griechischen Alphabets; ne. beta; Vw.: -; Hw.: s. Alphabet, B; Q.: ?; I.: Lw. lat. bēta, gr. βῆτα (bēta); E.: s. lat. bēta, Sb. (indekl.), Beta, Zweiter; gr. βῆτα (bēta), N., Beta; phön. bêth; L.: fehlt DW, Duden s. u. Beta; Son.: vgl. nndl. bèta, Sb., Beta; frz. bêta, M., Beta; nschw. beta, N., Beta; nnorw. beta, M., Beta; kymr. beta, F.?, Beta; nir. béite, M.?, Beta; poln. beta, F., Beta; lit. beta, Sb., Beta; GB.: vielleicht seit dem Hochmittelalter belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar aus dem Phönizischen aufgenommene Bezeichnung für den zweiten Buchstaben des (griechischen) Alphabets nach A; BM.: aus dem Bild eines Hauses entwickeltes Zeichen; F.: Beta, Betas+FW; Z.: Bet-a
Betablocker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Betablocker, ein Medikament; ne. beta-blocker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. βῆτα (bēta), N., Beta; phön. bêth; s. nhd. blocken; L.: fehlt DW, Duden s. u. Betablocker; Son.: vgl. nndl. bètablokker, Sb., Betablocker; frz. bêta-bloquant, M., Betablocker; nschw. betalbockerare, Sb., Betablocker; nnorw. betablokker, M., Betablocker; nir. béite-bhlocálaithe, M., Betablocker; poln. betabloker, M., Betablocker; lett. beta adrenoblokatori, M., Betablocker; GB.: seit 20. Jh. aus Beta und Blocker gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Medikament zu einer Behandlung von Herzkrankheiten und Bluthochdruck; BM.: Buchstabe, schlagen?; F.: Betablocker, Betablockers, Betablockern+FW+EW; Z.: Bet-a—blo-ck-er
$betagt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. betagt, altgeworden, alt; E.: s. be, s. tag(en), s. (e)t; L.: DW 1, 1694, EWD s. u. Tag, DW2 4, 1104 (betagen); GB.: vielleicht seit 1548 belegte und aus betag(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches altgeworden oder alt oder in dem Lebensalter fortgeschritten; F.: betagt, betagte, betagtes, betagtem, betagten, betagter(, betagtere, betagteres, betagterem, betagteren, betagterer, betagtest, betagteste, betagtestes, betagtestem, betagtesten, betagtester)+EW; Z.: be—t-ag-t
$betasten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. betasten, abtasten, berühren, anfassen; E.: s. be, s. tasten; L.: DW 1, 1694, EWD s. u. tasten; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus be und tasten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches abtasten oder berühren oder anfassen; F.: betasten, betaste, betastest, betastet, betastete, betastetest, betasteten, betastetet, betastet, ##betastet, betastete, betastetes, betastetem, betasteten, betasteter##, betastend, ###betastend, betastende, betastendes, betastendem, betastenden, betastender###, betast (!)+EW+FW; Z.: be—tast-en
$betätigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. betätigen, tätig sein (V.), tätig machen, ausüben; E.: s. be, s. tätig, s. en (Suff.); L.: DW 1, 1699 (bethätigen), EWD s. u. Tat; GB.: seit 1659 belegte und aus be und tätig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches tätig sein (V.) oder ausüben; F.: betätigen, betätige, betätigst, betätigt, betätigest, betätiget, betätigte, betätigtest, betätigten, betätigtet, ##betätigt, betätigte, betätigtes, betätigtem, betätigten, betätigter##, betätigend, ###betätigend, betätigende, betätigendes, betätigendem, betätigenden, betätigender###, betätig (!)+EW; Z.: be—tä-t-ig-en
$betäuben, nhd., sw. V., (10./11. Jh.): nhd. betäuben, taub machen; E.: s. be, s. taub, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. betäuben, taub, Kluge s. u. taub, DW 1, 1695, EWD s. u. taub; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und aus be und taub und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches taub machen; F.: betäuben, betäube, betäubst, betäubt, betäubest, betäubet, betäubte, betäubtest, betäubten, betäubtet, ##betäubt, betäubte, betäubtes, betäubtem, betäubten, betäubter##, betäubend, ###betäubend, betäubende, betäubendes, betäubendem, betäubenden, betäubender###, betäub (!)+EW; Z.: be—täu-b-en
Bete, Beete, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bete, Beete (F.), Rübe; ne. beet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1598; E.: s. mnd. bēte, Sb., Bete, Rübe, Mangold; mnl. bete, F., Bete, Rübe; lat. bēta, F., Beete (F.), Mangold, Runkelrübe, Melde, (um 250-184 v. Chr.); wahrscheinlich eine keltische Entlehnung; L.: Kluge 1. A. s. u. Beete, DW 1, 1245, EWD s. u. Bete, DW2 4, 1108, EWAhd 2, 25, Duden s. u. Bete, Schmeller 1, 292; Son.: die hochdeutsche Entsprechung ist nhd. Biesse, F., Mangold, Rübe; bay. Biessen, Biessten, F., Mangold, Rübe; mhd. bieze, F., Mangold; ahd. bieza, st. F. (ō), Mangold, Rübe; vgl. ae. bēte, sw. F. (n), Beete; nndl. biet, Sb., Bete, Beete; nschw. beta, Sb., Bete, Beete; nnorw. bete, M., Bete, Beete; nir. biatas, M., Bete, Beete; GB.: seit 1598 belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Mittelniederländische aus dem Lateinischen des Altertums und wahrscheinlich dem Keltischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Rübe; BM.: ?; F.: Bete, Beten, Beete, Beeten+FW(+EW); Z.: Bet-e
beten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. beten, an Gott wenden, zu Gott sprechen; ne. pray; Vw.: -; Hw.: s. betteln, bitten; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lbd. lat. orare; E.: mhd. beten, peten, sw. V., beten, bitten, anbeten; mnd. bēden, beden, sw. V., beten, bitten; mnl. beden, V., beten; ahd. betōn, sw. V. (2), beten, anbeten, bitten, flehen; ahd. betēn*?, beten*, sw. V. (1), beten; as. bedōn, bedon, sw. V. (2), beten, anbeten; anfrk. bedon, sw. V. (2), beten, anbeten; s. germ. *beda-, *bedam, st. N. (a), Bitte, Gebet; germ. *bedō, st. F. (ō), Bitte, Gebet; vgl. idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488? (721/3) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.?, balt., slaw.?), Seebold 92; idg. *bʰedʰ- (2), V., krümmen, beugen, drücken, plagen, Pokorny 113? (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. beten, Kluge s. u. beten, DW 1, 1696, EWD s. u. beten, DW2 4, 1109, Duden s. u. beten, Seebold 92, Bluhme s. u. beten; GB.: (betōn) seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich als Mensch in innerer Sammlung an (einen) Gott wenden oder zu (einem) Gott sprechen; BM.: bitten; F.: beten, bete, betest, betet, betete, betetest, beteten, betetet, ##betetet, gebetet, gebetete, gebetetes, gebetetem, gebeteten, gebeteter##, betend, ###betend, betende, betendes, betendem, betenden, betender###, bet (!)+EW; Z.: bet-en
$Beter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Beter, Betender; Vw.: s. An-; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. bet(en), s. er (Suff.); L.: DW 1, 1698; GB.: um 830 belegte und aus bet(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen sich als Mensch in innerer Sammlung an (einen) Gott Wendenden und zu ihm Sprechenden; F.: Beter, Beters, Betern (!)+EW; Z.: Bet-er
$beteuern, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. beteuern, bewerten, schätzen, sagen; E.: s. be, s. teuer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. beteuern, teuer, DW 1, 1702 (betheuern), EWD s. u. teuer; GB.: vielleicht seit 1060-1080 belegte und aus be und teuer sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches bewerten oder schätzen oder sagen; F.: beteuern, beteuere, beteuer (!), beteuerst, beteuert, beteuerte, beteuertest, beteuerten, beteuertet, ##beteuert, beteuerte, beteuertes, beteuertem, beteuerten, beteuerter##, beteuernd, ###beteuernd, beteuerndes, beteuerndem, beteuernden, beteuernder###, beteuer (!), beteure+EW; Z.: be—teu-er-n
$Beteuerung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Beteuerung, Erklärung, Versicherung; E.: s. beteuer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. beteuern, DW 1, 1702; GB.: (betiurunge) seit 13.-15. Jh. belegte und aus beteuer(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Erklären oder Erklärung oder Versicherung; F.: Beteuerung, Beteuerungen+EW; Z.: Be—teu-er-ung
$betiteln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. betiteln, mit einem Titel versehen (V.), bezeichnen, benennen; E.: s. be, s. Titel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Titel, DW 1, 1704, EWD s. u. Titel; GB.: vielleicht seit 1575 belegte und aus be und Titel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mit einem Titel versehen (V.) oder bezeichnen oder benennen; F.: betiteln, betitel (!), betitle, betitele, betitelst, betitelt, betitelte, betiteltest, betitelten, betiteltet, ##betitelt, betitelte, betiteltes, betiteltem, betitelten, betitelter##, betitelnd, ###betitelnd, betitelnde, betitelndes, betitelndem, betitelnden, betitelnder###, betitel (!)+FW; Z.: be-titel-n
Beton, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Beton, ein Baustoff; ne. concrete (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bitumen; Q.: 1781; I.: Lw. frz. béton; E.: s. frz. béton, M., Beton; mfrz. betum, afrz. betun, Sb., Erdpech, Mörtel, Schlamm; lat. bitūmen, N., Erdharz, Erdpech, Judenpech, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯et- (1), Sb., Harz, Pokorny 480 (703/25) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Beton, EWD s. u. Beton, DW2 4, 1111, Duden s. u. Beton; Son.: vgl. nndl. beton, Sb., Beton; nschw. betong, N., Beton; nnorw. betong, M., Beton; poln. beton, M., Beton; lit. betonas, M., Beton; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu einem Bauen von Menschen entwickelte und verwendete sowie schnell dauerhaft aus einer anfangs breiartigen und durch Verbindung von Wasser und Zement rasch erhärtende und danach steinartig druckfeste Mischung (Baustoff) aus Zement und Kies sowie Sand und Wasser; BM.: wie Pech seiend; F.: Beton, Betons, Betones (!), Betone, Betonen (!)+FW; Z.: Bet-on
$betonen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. betonen, den Ton (M.) (2) legen auf; E.: s. be, s. Ton (M.) (2), s. en; L.: DW 1, 1705, EWD s. u. Ton 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus be und Ton (M.) (2) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches den Ton (M.) (2) legen auf; F.: betonen, betone, betonst, betont, betonest, betonet, betonte, betontest, betonten, betontet, ##betont, betonte, betontes, betontem, betonten, betonter##, betonend, ###betonend, betonende, betonendes, betonendem, betonenden, betonender###, beton (!)+EW; Z.: be—ton-en
$betonieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. betonieren, aus Beton bauen, festmachen; E.: s. Beton, s. ieren; L.: Kluge s. u. Beton, fehlt DW, EWD s. u. Beton; GB.: seit 1889 belegte und aus Beton und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Beton mögliches aus Beton bauen oder festmachen; F.: betonieren, betoniere, betonierst, betoniert, betonierest, betonieret, betonierte, betoniertest, betonierten, betoniertet, ##betoniert, betonierte, betoniertes, betoniertem, betonierten, betonierter##, betonierend, ###betonierend, betonierende, betonierendes, betonierendem, betonierenden, betonierender###, betonier (!)+FW(+EW?); Z.: bet-on-ier-en
$Betonung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Betonung, Hervorhebung durch den Ton (M.) (2); E.: s. beton(en), s. ung; L.: DW 1, 1705, EWD s. u. Ton 2; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus beton(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Hervorhebung durch den Ton (M.) (2); F.: Betonung, Betonungen+EW; Z.: Be—ton-ung
$betören, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. betören, zu einem Toren machen, zu einem Toren werden; E.: s. be, s. Tor (M.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. betören, Tor 1, DW 1, 1702 (bethören), EWD s. u. Tor (M.); GB.: seit um 1173 belegte und aus be und Tor (M.) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zu einem Toren machen und zu einem Toren werden; F.: betören, betöre, betörst, betört, betörest, betöret, betörte, betörtest, betörten, betörtet, ##betört, betörte, betörtes, betörtem, betörten, betörter##, betörend, ###betörend, betörende, betörendes, betörendem, betörenden, betörender###, betör (!)+EW; Z.: be—tör-en
$Betörung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Betörung, Betören, betörendes Verhalten; Q.: 1. Hälfte 14. Jh.; E.: s. betör(en), s. ung; L.: DW 1, 1703 (Bethörung), EWD s. u. Tor (M.); GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. (betœrunge) belegte und aus betör(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zu einem Toren machen und zu einem Toren werden; F.: Betörung, Betörungen+EW; Z.: Be—tör-ung
$Betracht, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Betracht, Anbetracht, Erwägung, Überlegung, Betrachtung, Frage; E.: s. betracht(en); L.: Kluge s. u. betrachten, DW 1, 1705, EWD s. u. betrachten; GB.: seit um 1120 belegte und aus betracht(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Erwägung oder Überlegung oder Betrachtung oder Frage; F.: Betracht+EW+FW; Z.: Be—trach-t
$betrachten, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. betrachten, erwägen, bedenken, überlegen (V.), ansehen; E.: s. be, s. trachten; L.: Kluge s. u. betrachten, DW 1, 1705, EWD s. u. betrachten; GB.: (bitrahten* und bitrahtōn*) seit um 765 belegte und aus be und trachten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches erwägen oder bedenken oder überlegen (V.) oder ansehen; F.: betrachten, betrachte, betrachtest, betrachtet, betrachtete, betrachtetest, betrachteten, betrachtetet, ##betrachtet, betrachtete, betrachtetes, betrachtetem, betrachteten, betrachteter##, betrachtend, ###betrachtend, betrachtende, betrachtendes, betrachtendem, betrachtenden, betrachtender###, betracht (!)+EW+FW; Z.: be—trach-t-en
$beträchtlich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. beträchtlich, beachtenswert, erheblich, ansehnlich; E.: s. Betracht, s. lich; L.: Kluge s. u. betrachten, DW 1, 1706 (betrachtlich), EWD s. u. betrachten; GB.: (betrahtlich) seit 1440 belegte und aus Betracht und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beachtenswert oder erheblich oder ansehnlich; F.: beträchtlich, beträchtliche, beträchtliches, beträchtlichem, beträchtlichen, beträchtlicher(, beträchtlichere, beträchtlicheres, beträchtlicherem, beträchtlicheren, beträchtlicherer, beträchtlichst, beträchtlichste, beträchtlichstes, beträchtlichstem, beträchtlichsten, beträchtlichster)+EW+FW; Z.: be—träch-t-lich
$Betrachtung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Betrachtung, Ansehung, Überlegung, Vorstellung; E.: s. betracht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. betrachten, DW 1, 1707, EWD s. u. betrachten; GB.: (betrahtunge) seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus betracht(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Ansehung oder Überlegung oder Vorstellung; F.: Betrachtung, Betrachtungen+EW+FW; Z.: Be—trach-t-ung
$Betrag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Betrag, Erwägung, Sorge, Menge; E.: s. be, s. trag(en); L.: DW 1, 1708, EWD s. u. tragen; GB.: (betrac) seit 1320-1340 belegte und aus be und trag(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Erwägung oder Sorge oder Menge; F.: Betrag, Betrages, Betrags, Beträge, Beträgen+EW; Z.: Be—trag
$betragen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. betragen, bringen, benehmen; E.: s. be, s. tragen; L.: Kluge s. u. betragen, DW 1, 1708, EWD s. u. tragen; GB.: (betrāgen) seit um 1150 belegte und aus be und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bringen oder benehmen; F.: betragen, beträgst, beträgt, betragt, betragest, betraget, betrug, betrugst, betrugen, betrugt, betrüge, betrügest, betrügen, betrüget, ##betragen, betragene, betragenes, betragenem, betragenen, betragener##, betragend, ###betragend, betragende, betragendes, betragendem, betragenden, betragender###, betrag (!)+EW; Z.: be—trag-en
$Betragen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Betragen, Verhalten, Benehmen; E.: s. betragen; L.: Kluge s. u. gebaren, fehlt DW?; GB.: (betrāgen) vielleicht seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus betragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Verhalten oder Benehmen; F.: Betragen, Betragens+EW; Z.: Be—trag-en
$betrauen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. betrauen, anvertrauen, beauftragen; E.: s. be, s. trauen; L.: Kluge s. u. trauen, DW 1, 1710, EWD s. u. trauen; GB.: seit 1420 belegte und aus be und trauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anvertrauen oder beauftragen; F.: betrauen, betraue, betraust, betraut, betrauest, betrauet, betraute, betrautest, betrauten, betrautet, ##betraut, betraute, betrautes, betrautem, betrauten, betrauter##, betrauend, ###betrauend, betrauende, betrauendes, betrauendem, betrauenden, betrauender###, betrau (!)+EW; Z.: be—trau-en
$betreffen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. betreffen, treffen, angehen; E.: s. be, s. treffen; L.: Kluge s. u. treffen, DW 1, 1710, EWD s. u. treffen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus be und treffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches treffen oder angehen; F.: betreffen (!), betreffe (!), betriffst, betrifft, betrefft (!), betreffest, betreffet, betraf, betrafst, betrafen, betraft, beträfe, beträfest, beträfst, beträfen, beträfet, beträft, betroffen, ##betroffen, betroffene, betroffenes, betroffenem, betroffenen, betroffener##, betreffend, ###betreffend, betreffende, betreffendes, betreffendem, betreffenden, betreffender###, betriff (!)+EW; Z.: be—treff-en
$betreiben, nhd., st. V., (14. Jh.?): nhd. betreiben, treiben, antreiben, tun; E.: s. be, s. treiben; L.: Kluge s. u. treiben, DW 1, 1711, EWD s. u. betreiben; GB.: seit 1323 belegte und aus be und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches treiben oder antreiben oder tun; F.: betreiben, betreibst, betreibt, betreibest, betreibet, betrieb (!), betriebst, betrieben (!), betriebt, betriebe, betriebest, betriebet, betrieben, ##betrieben, betriebene, betriebenes, betriebenem, betriebenen, betriebener##, betreibend, ###betreibend, betreibende, betreibendes, betreibendem, betreibenden, betreibender###, betreib (!)+EW; Z.: be—trei-b-en
$betreten (1), nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. betreten (V.), zertreten (V.), bedrängen, treten; E.: s. be, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 1, 1712, EWD s. u. treten; GB.: (bitretan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus be und treten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zertreten (V.) oder treten oder bedrängen; F.: betreten, betrete, betrittst, betritt, betretet, betretest, betrat, betratest (!), betratst, betraten, betratet, beträte, beträtest, beträten, beträtet, ##betreten, betretene, betretenes, betretenem, betretenen, betretener##, betretend, ###betretend, betretende, betretendes, betretendem, betretenden, betretender###, betritt (!)+EW; Z.: be—tre-t-en
$betreten (2), nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. betreten, berührt, verlegen (Adj.); E.: s. betreten (V.); L.: Kluge s. u. betreten, fehlt DW?, EWD s. u. treten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus betreten (st. V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches berührt oder verlegen (Adj.); F.: betreten, betretene, betretenes, betretenem, betretenen, betretener+EW; Z.: be—tre-t-en
$betreuen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. betreuen, umsorgen, versorgen, erhalten (V.), schützen; E.: s. be, s. treu, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. treu, fehlt DW (aber Betreuung), EWD s. u. treu; GB.: (betriuwen) seit um 1265 belegte und aus be und treu und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umsorgen oder versorgen oder erhalten (V.) oder schützen; F.: betreuen, betreue, betreust, betreut, betreuest, betreuet, betreute, betreutest, betreuten, betreutet, ##betreut, betreute, betreutes, betreutem, betreuten, betreuter##, betreuend, ###betreuend, betreuende, betreuendes, betreuendem, betreuenden, betreuender###, betreu (!)+EW; Z.: be—treu-en
$Betrieb, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Betrieb, Betreiben, Geschäft, Unternehmen; E.: s. betreib(en); L.: Kluge s. u. Betrieb, DW 1, 1714, EWD s. u. betreiben; GB.: seit um 1600 belegte und aus betreib(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Arbeitsteilung mögliches Betreiben oder Geschäft oder Unternehmen; F.: Betrieb, Betriebs, Betriebes, Betriebe, Betrieben (!)+EW; Z.: Be—trie-b
$betriebsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. betriebsam, geschäftig, tätig; E.: s. Betrieb, s. sam; L.: Kluge s. u. Betrieb, DW 1, 1714, EWD s. u. betreiben; GB.: seit 1785 belegte und aus Betrieb und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Arbeitsteilung mögliches geschäftig oder tätig; F.: betriebsam, betriebsame, betriebsames, betriebsamem, betriebsamen, betriebsamer(, betriebsamere, betriebsameres, betriebsamerem, betriebsameren, betriebsamerer, betriebsamst, betriebsamste, betriebsamstes, betriebsamstem, betriebsamsten, betriebsamster)+EW; Z.: be—trie-b—sam
$Betriebsamkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Betriebsamkeit, Geschäftigkeit; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. betriebsam, s. keit; L.: DW 1, 1714, EWD s. u. betreiben; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus betriebsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Arbeitsteilung mögliche Geschäftigkeit; F.: Betriebsamkeit, Betriebsamkeiten+EW; Z.: Be—trie-b—sam—kei-t
$betrinken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. betrinken, trinken, besaufen, betrunken werden; E.: s. be, s. trinken; L.: DW 1, 1718, EWD s. u. trinken; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus be und trinken gebildete Bezeichnung für als Trinkgefäß benutzen und durch Trinken alkoholischer Getränke betrunken werden; F.: betrinken, betrinke, betrinkst, betrinkt, betrinkest, betrinket, betrank, betrankst, betranken, betrankt, betränke, betränkest, betränken, betränket, betrunken, ##betrunken, betrunkene, betrunkenes, betrunkenem, betrunkenen, betrunkener##, betrinkend, ###betrinkend, betrinkende, betrinkendes, betrinkendem, betrinkenden, betrinkender###, betrink (!)+EW; Z.: be—tri-n-k-en
$betroffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. betroffen, berührt; E.: s. betreffen; L.: DW 1, 1718, EWD s. u. treffen; GB.: seit 1572 belegte und aus betreffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches berührt; F.: betroffen, betroffene, betroffenes, betroffenem, betroffenen, betroffener(, betroffenere, betroffeneres, betroffenerem, betroffeneren, betroffenerer, betroffenst, betroffenste, betroffenstes, betroffenstem, betroffensten, betroffenster)+EW; Z.: be—troff-en
$betrüben, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. betrüben, trübe machen, bekümmern; E.: s. be, s. trüben; L.: DW 1, 1719, EWD s. u. trübe; GB.: (betrüeben) vielleicht seit um 1100 belegte und aus be und trüben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches trübe machen oder bekümmern oder Kummer empfinden; F.: betrüben, betrübe, betrübst, betrübt, betrübest, betrübet, betrübte, betrübtest, betrübten, betrübtet, ##betrübt, betrübte, betrübtes, betrübtem, betrübten, betrübter##, betrübend, ###betrübend, betrübende, betrübendes, betrübendem, betrübenden, betrübender###, betrüb (!)+EW; Z.: be-trü-b-en
$betrüblich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. betrüblich, Betrübnis bewirkend, betrübt, bedauerlich; E.: s. betrüb(en), s. lich; L.: DW 1, 1721, EWD s. u. trübe; GB.: (betrüebelich) seit 1275-1300 belegte und aus betrüb(en) und lich gebildete Bezeichnung für betrübt oder bedauerlich F.: betrüblich, betrübliche, betrübliches, betrüblichem, betrüblichen, betrüblicher(, betrüblichere, betrüblicheres, betrüblicherem, betrüblicheren, betrüblicherer, betrüblichst, betrüblichste, betrüblichstes, betrüblichstem, betrüblichsten, betrüblichster)+EW; Z.: be—trü-b—lich
$Betrug, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Betrug, vorsätzliche Täuschung in Schädigungsabsicht; E.: s. be, s. trieg(en); L.: DW 1, 1721, EWD s. u. trügen; GB.: (betroc) seit um 1150 belegte und aus be und trüg(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen und Geld mögliche vorsätzliche Täuschung in Schädigungsabsicht; F.: Betrug, Betruges, Betrugs+EW; Z.: Be—trug
$betrügen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. betrügen, verführen, hintergehen; E.: s. be, s. trügen; L.: Kluge s. u. trügen, DW 1, 1714, EWD s. u. trügen; GB.: (bitriogan*) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus be und trügen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen und Geld mögliches vorsätzliches täuschen in Schädigungsabsicht oder verführen oder hintergehen; F.: betrügen, betrüge, betrügst, betrügt, betrügest, betrüget, betrog, betrogst, betrogen, betrogt, betröge, betrögest, betrögen, betröget, ##betrogen, betrogene, betrogenes, betrogenem, betrogenen, betrogener##, betrügend, ##betrügend, betrügende, betrügendes, betrügendem, betrügenden, betrügender###, betrüg (!)+EW; Z.: be—trüg-en
$Betrüger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Betrüger; E.: s. betrüg(en), s. Betrug, s. er (Suff.); L.: DW 1, 1717, EWD s. u. trügen; GB.: (nach DRW) seit 1414 (afries, bedreger) belegte und aus Betrug und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen und Geld möglichen in Schädigungsabsicht vorsätzlich Täuschenden; F.: Betrüger, Betrügers, Betrügern+EW; Z.: Be—trüg-er
$betrunken, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. betrunken, besoffen, berauscht; E.: s. be, s. trinken, s. trunken; L.: fehlt DW (s. betrinken, Betrunkenheit), EWD s. u. trinken; F.: betrunken, betrunkene, betrunkenes, betrunkenem, betrunkenen, betrunkener(, betrunkenere, betrunkeneres, betrunkenerem, betrunkeneren, betrunkenerer, betrunkenst, betrunkenste, betrunkenstes, betrunkenstem, betrunkensten, betrunkenster)+EW; Z.: be—tru-nk-en
Bett, Bette, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Bett, Bette, Liege, Schlafstätte; ne. bed (N.); Vw.: s. Prokrustes-; Hw.: s. Beet; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bette, bet, pette, st. F., sw. F., st. N., Bett, Lager, Ackerstück, Feldbett, Gartenbeet; mnd. bedde, N., Bett; ahd. betti, st. N. (ja), Bett, Lager, Beet, Polster; as. bėd* (2), bėdd, st. N. (ja), Bett; anfrk. beddi*, st. N. (ja), Bett; s. germ. *badja-, *badjaz, st. M. (a), Höhlung?, Polster, Bett; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. idg. *bʰodi̯o-, Sb., Bett, Beet, Pokorny 114; vgl. idg. bʰedʰ- (1), bʰodʰ-, V., stechen, graben, Pokorny 113 (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bett, Kluge s. u. Bett, DW 1, 1722, EWD s. u. Bett, DW2 5, 17, EWAhd 1, 572, Duden s. u. Bett, Bluhme s. u. Bett; Son.: die Bedeutungsunterscheidung zwischen Beet und Bett gibt es ausgehend von dem Mitteldeutschen seit dem 16. Jh.; vgl. afries. bedd, bed, st. N. (a), Bett, Krankenbett, Wochenbett, Ehebett; nnordfries. bed; ae. bėdd, bėd (2), st. N. (ja), Bett, Beet; an. beðr, st. M. (a), Polster, Federbett, Ufer, Strand; got. badi, st. N. (ja), Bett; nndl. bed, Sb., Bett; nschw. bädd, Sb., Bett; ? air. lepaid, F., Bett, Schlafzimmer; GB.: (betti) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie wohl auch Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen schon früher entwickelte und verwendete Liege oder Schlafstätte oder Einrichtung oder Vorrichtung zu dem Schlafen; BM.: graben?; F.: Bett, Betts, Bettes, Betten, Bette (!)+EW; Z.: Bett
$Bettel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bettel, Bitten (N.), Betteln, Bettelei, Gebetteltes; E.: s. bettel(n); L.: Kluge s. u. Bettel, DW 1, 1726, EWD s. u. betteln; GB.: (betel) seit 13. Jh. belegte und aus bettel(n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Bitten (N.) oder Betteln oder Bettelei oder Gebetteltes; F.: Bettel, Bettels, Betteln (!)+EW; Z.: Bet-t-el
$bettelarm, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. bettelarm, sehr arm; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. bettel(n), s. arm; L.: DW 1, 1727, EWD s. u. betteln; GB.: seit nach 1530 belegte und aus bettel(n) und arm gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sehr arm in einer reichen Gesellschaft und dadurch zu einem Betteln gezwungen oder veranlasst, F.: bettelarm, bettelarme, bettelarmes, bettelarmem, bettelarmen, bettelarmer+EW; Z.: bet-t-el—arm
$Bettelei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bettelei, Betteln (N.); Q.: 2. Hälfte 14. Jh.; E.: s. bettel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 1, 1727, EWD s. u. betteln; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus bettel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Betteln; F.: Bettelei, Betteleien+EW; Z.: Bet-t-el-ei
betteln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. betteln, inständig bitten, schnorren; ne. beg; Vw.: -; Hw.: s. beten, bitten; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. betelen, beteln, bedelen, peteln, sw. V., betteln, um Gaben bitten; mnd. bēdelen, beddelen, beddeln, bedeln, sw. V., betteln; mnl. bedelen, V., betteln; ahd. betalōn*, sw. V. (2), betteln, bitten, flehen; as. -; anfrk. -; über ahd. betalāri, st. M. (ja) von ahd. beta, st. F. (ō), Gebet, Bitte, Fürsprache; germ. *bedō, st. F. (ō), Bitte, Gebet; vgl. idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488? (721/3) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.?, balt., slaw.?), Seebold 92; idg. *bʰedʰ- (2), V., krümmen, beugen, drücken, plagen, Pokorny 113? (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. betteln, Kluge s. u. betteln, DW 1, 1729, EWD s. u. betteln, DW2 5, 25, EWAhd 1, 570, Duden s. u. betteln, Bluhme s. u. betteln; Son.: vgl. nndl. betelen, V., betteln; GB.: seit um 830 belegte und mit Bitte und teilweise mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Geld und Vermögen mögliches inständig (um Gaben oder Unterstützung) bitten; BM.: bitten; F.: betteln, bettle, bettele, bettel (!), bettelst, bettelt, bettlest (!), bettlet (!), bettelte, betteltest, bettelten, betteltet, gebettelt, ##gebettelt, gebettelte, gebetteltes, gebetteltem, gebettelten, gebettelter##, bettelnd, ###bettelnd, bettelnde, bettelndes, bettelndem, bettelnden, bettelnder###, bettel (!)+EW; Z.: bet-t-el-n
$betten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. betten, Bett bereiten; E.: s. Bett, s. en; L.: Kluge s. u. Bett, DW 1, 1733, EWD s. u. Bett; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Bett und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (ein) Bett bereiten; F.: betten (!), bette (!), bettest, bettet, bettete, bettetest, betteten, bettetet, gebettet, ##gebettet, gebettete, gebettetes, gebettetem, gebetteten, gebetteter##, bettend, ###bettend, bettende, bettendes, bettendem, bettenden, bettender###, bett (!)+EW; Z.: bett-en
$Bettgestell, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bettgestell, Gestell für ein Bett, Bettstelle; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Bett, s. Gestell; L.: DW 1, 1735, EWD s. u. Bett; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Bett und Gestell gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gestell für das von ihm als Schlafstelle genutzte Bett; F.: Bettgestell, Bettgestelles, Bettgestells, Bettgestelle, Bettgestellen+EW; Z.: Bett—ge—stel-l
$Betthupferl, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Betthupferl, Süßigkeit für Zubettgehen; E.: s. Bett, s. hupf(en), s. er (Suff.), s. l (Suff.); L.: Kluge s. u. Betthupferl, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Bett und hupf(en) sowie er (Suff.) und l (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für leichteres Einschlafen vor allem von Kindern entwickelte Zähne schädigende Süßigkeit; F.: Betthupferl, Betthupferls, Betthupferln+EW; Z.: Bett—hu-pf-erl
$bettlägerig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. bettlägerig; E.: s. Bett, s. Lager, s. ig; L.: Kluge s. u. Bett, DW 1, 1735, EWD s. u. Bett; GB.: seit 1562 belegte und aus Bett und Lager sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches infolge Krankheit oder Alter (N.) dauerhaft in einem Bett liegend; F.: bettlägerig, bettlägerige, bettlägeriges, bettlägerigem, bettlägerigen, bettlägeriger(, bettlägerigere, bettlägerigeres, bettlägerigerem, bettlägerigeren, bettlägerigerer, bettlägerigst, bettlägerigste, bettlägerigstes, bettlägerigstem, bettlägerigsten, bettlägerigster)+EW; Z.: bett—läg-er-ig
$Bettlaken, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Bettlaken, Betttuch; E.: s. Bett, s. Laken; L.: fehlt DW, EWD s. u. Laken; GB.: (bettelachen) seit um 1210 belegte und aus Bett und Laken gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Betttuch; F.: Bettlaken, Bettlakens+EW; Z.: Bett—lak-en
$Bettler, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bettler, Bettelnder; E.: s. bett(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. betteln, Kluge s. u. betteln, DW 1, 1736, EWD s. u. betteln; GB.: (betalāri) seit um 790 belegte und aus bett(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Vermögen und Geld möglichen Bettelnden; F.: Bettler, Bettlers, Bettlern+EW; Z.: Bet-t-l-er
$Bettstelle, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Bettstelle, Bettgestell; E.: s. Bett, s. Stelle; L.: DW 1, 1739, EWD s. u. Bett; GB.: vielleicht seit Mitte 16. Jh. belegte und aus Bett und Stelle gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliche Stelle eines Bettes oder ein Bettgestell; F.: Bettstelle, Bettstellen (!)+EW; Z.: Bett—stel-l-e
$Bettung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Bettung, Unterlage, Bett; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: s. bett(en), s. ung; L.: DW 1, 1739, EWD s. u. Bett; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus bett(en) und ung gebildete Bezeichnung für die Unterlage einer Auflage wie beispielsweise eines Pflasters zwecks Ausgleichs von Unebenheiten oder Vermeidung von Störungen oder ein Bett; F.: Bettung, Bettungen (!)+EW; Z.: Bett-ung
betucht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. betucht, begütert, vermögend, reich; ne. monied; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. wjidd. betūche; E.: s. wjidd. betūche, Adj., sicher, vertrauensvoll; vgl. hebr. bạṭûaḥ, Adj. (Part.), sicher, vertrauensvoll; L.: Kluge 1. A. s. u. betuchen, Kluge s. u. betucht, fehlt DW, DW2 5, 30, Duden s. u. betucht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für begütert oder vermögend oder reich; BM.: sicher; F.: betucht, betuchte, betuchtes, betuchtem, betuchten, betuchter+FW(+EW); Z.: betuch-t
$betulich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. betulich, beschaulich, bieder, leicht; E.: s. betu(n), s. lich; L.: Kluge s. u. betulich, DW 1, 1713 (bethulich) EWD s. u. tun; GB.: seit 1786 belegte und aus betu(n) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschaulich oder bieder oder leicht; F.: betulich, betuliche, betuliches, betulichem, betulichen, betulicher(, betulichere, betulicheres, betulicherem, betulicheren, betulicherer, betulichst, betulichste, betulichstes, betulichstem, betulichsten, betulichster)+EW; Z.: be—tu-lich
$Betung, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Betung, Beten, Gebet; Vw.: s. An-; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. bet(en), s. ung; L.: DW 1, 1741; GB.: (betunga*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus bete(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Religion mögliches Beten oder Gebet; F.: Betung, Betungen+EW; Z.: Bet-ung
$betupfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. betupfen, leicht berühren; E.: s. be, s. tupfen; L.: Kluge s. u. tupfen, DW 1, 1741, EWD s. u. tupfen; GB.: seit 1716 belegte und aus be und tupfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches leicht berühren; F.: betupfen, betupfe, betupfst, betupft, betupfest, betupfet, betupfte, betupftest, betupften, betupftet, betupft, ##betupft, betupfte, betupftes, betupftem, betupften, betupfter##, betupfend, ###betupfend, betupfende, betupfendes, betupfendem, betupfenden, betupfender###, betupf (!)+EW; Z.: be—tupf-en
$Betzel, Petzel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Betzel; E.: ?, s. el: L.: Kluge 1. A. s. u. Betzel, DW 1, 1741; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Betz und el gebildet Bezeichnung eines Häubchens einer Tracht; F.: Betzel, Betzels, Betzeln, Petzel, Petzels, Petzeln+EW; Z.: Betz-el
$Beuge, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Beuge, Biegung, Krümmung; Vw.: s. Knie-; E.: s. beuge(n), L.: EWD s. u. beugen, DW 1, 1742, DW2 5, 32; GB.: seit um 1205 belegte und aus beuge(n) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Biegung oder Krümmung; F.: Beuge, Beugen (!)+EW; Z.: Beug-e
beugen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. beugen, biegen, nach unten biegen; ne. bow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bügel; Q.: vor 1022 (Notker); E.: mhd. böugen, sw. V., biegen, beugen; mnd. bōgen, sw. V., beugen, neigen; mnl. bogen, sw. V., beugen; ahd. bougen, sw. V. (1a), beugen, biegen, wenden, niederbeugen; as. bôgian*, sw. V. (1a), beugen, biegen; anfrk.? boigen*, sw. V. (1), beugen; germ. *baugjan, sw. V., beugen, biegen; idg. *bʰeug- (3), bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. beugen, Kluge s. u. beugen, DW 1, 1742, EWD s. u. beugen, DW2 5, 32, EWAhd 2, 263, Duden s. u. beugen, Falk/Torp 273, Seebold 111, Bluhme s. u. beugen; Son.: vgl. afries. bêia, sw. V. (2), beugen; nnordfries. boje, V., beugen; ae. bíegan (1), bīgan, bēgan, bȳgan, sw. V. (1), beugen, wenden, unterwerfen, erniedrigen, überreden; an. beygja, sw. V. (1), beugen, biegen; got. -; nndl. buigen, V., beugen; nschw. böja, V., beugen; nnorw. bøye, V., beugen; GB.: (bougen) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nach unten biegen; BM.: biegen?; F.: beugen (!), beuge (!), beugst, beugt, beugest, beuget, beugte, beugtest, beugten, beugtet, gebeugt, ##gebeugt, gebeugte, gebeugtes, gebeugtem, gebeugten, gebeugter##, beugend, ###beugend, beugende, beugendes, beugendem, beugenden, beugender###, beug (!)+EW; Z.: beug-en
$Beugung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Beugung; Vw.: s. Ver-; E.: s. beug(en), s. ung; L.: Kluge s. u. beugen, EWD s. u. beugen; GB.: seit 1414 belegte und aus beug(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Biegung oder Krümmung oder Neigung oder Unterwerfung; F.: Beugung, Beugungen+EW; Z.: Beug-ung
Beule, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Beule, Geschwulst, Schwellung, Wölbung; ne. bump (N.), boil (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. biule, piule, st. F., sw. F., Blase, Pustel, Geschwulst, Schwellung, Beule; mnd. būle, F., Beule; mnl. bule, buyle, F., Beule; ahd. būla*, st. F. (ō), sw. F. (n), Beule, Schwellung; ahd. bulla, būilla, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n), Blase, Pustel, Geschwulst; as.? būla*?, st. F. (ō), sw. F. (n), Beule, Schwellung; anfrk. būla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wunde, Beule; wgerm. *bulō, *buljō, st. F. (ō), Beule; germ. *bulō-, *bulōn, *buljō-, *buljōn, sw. F. (n), Beule; s. idg. *beu- (2), bu-, bʰeū̆-, bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beule, Kluge s. u. Beule, DW 1, 1745, EWD s. u. Beule, DW2 5, 37, EWAhd 2, 429, Falk/Torp 276, Duden s. u. Beule, Bluhme s. u. Beule; Son.: vgl. ? afries. bēl, bēle, M., F., Beule; ae. bȳle, sw. F. (n), Beule, Geschwür; an. -; got. -; nndl. buil, F., Beule; nschw. bula, Sb., Beule; nnorw. bule, M., Beule; ai. buri-ḥ, buli-ḥ, Sb., Hinterbacke, weibliche Scham; lit. bulìs, Sb., Hinterbacken; slowen. búla, Sb., Beule, atschech. búla, Sb., Beule; GB.: (būla) seit 3. Viertel 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche durch äußere Einwirkung wie beispielsweise einen Schlag entstandene Anschwellung eines Gewebes oder eine Wölbung in einem Gegenstand; BM.: schwellen; F.: Beule, Beulen+EW; Z.: Beu-l-e
Beunde, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Beunde, eingehegtes Grundstück; ne. enclosure, pasture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. biunte, biunt, biunde, st. F., sw. F., Beunde, Gehege, Grundstück, Grenze, Besitz, eingefriedete landwirtschaftliche Nutzungsfläche; mnd. baint, F., Beunde, umzäunte Hauswiese; ahd. biunta, st. F. (ō), „Beunde“, Gehege, Weide (F.) (2); ahd. biunti*, Sb., „Beunde“, Gehege, Weide (F.) (2); as. -; anfrk. -; germ. *beund-, Sb., Grundstück?; oder vgl. germ. *-wandja-, *-wandjaz, Adj., sich windend; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beunde, Kluge s. u. Beunde, DW 1, 1747, DW2 5, 39, EWAhd 2, 135, Duden s. u. Beunde; Son.: s. lang. *biunda, st. F., Beunde, Gehege, eingehegtes Grundstück; GB.: (biunta) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein eingehegtes Grundstück; BM.: einzäunen; F.: Beunde, Beunden (!)+EW; Z.: Be-und-e
$beurkunden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. beurkunden, bezeugen, nachweisen; E.: s. be, s. urkunden; L.: Kluge s. u. Urkunde, DW 1, 1749, EWD s. u. Urkunde; GB.: (beurkünden*) seit 1220-1230 belegte und aus be und urkunden (!) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches (durch Urkunde oder Zeugnis) bekunden oder bezeugen oder nachweisen; F.: beurkunden, beurkunde, beurkundest, beurkundet, beurkundete, beurkundetest, beurkundeten, beurkundetet, ##beurkundet, beurkundete, beurkundetes, beurkundetem, beurkundeten, beurkundeter##, beurkundend, ###beurkundend, beurkundende, beurkundendes, beurkundendem, beurkundenden, beurkundender###, beurkund (!)+EW; Z.: be—ur-kun-d-en
$beurlauben, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. beurlauben, erlauben, gestatten, verabschieden; E.: s. be, s. urlauben; L.: Kluge s. u. Urlaub, DW 1, 1749, EWD s. u. Urlaub; GB.: seit 1489 belegte und aus be und urlauben (urlouben) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erlauben oder gestatten oder verabschieden; F.: beurlauben, beurlaube, beurlaubst, beurlaubt, beurlaubest, beurlaubet, beurlaubte, beurlaubtest, beurlaubten, beurlaubtet, ##beurlaubt, beurlaubte, beurlaubtes, beurlaubtem, beurlaubten, beurlaubter##, beurlaubend, ###beurlaubend, beurlaubende, beurlaubendes, beurlaubendem, beurlaubenden, beurlaubender###, beurlaub (!)+EW; Z.: be—ur-laub-en
$Beurlaubung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Beurlaubung, Erlaubung, Erlaubnis, Gestattung, Verabschiedung, Freistellung; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. beurlaub(en), s. ung; L.: DW 1, 1749, EWD s. u. Urlaub; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus beurlaub(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Erlaubung oder Erlaubnis oder Gestattung oder Verabschiedung oder Freistellung; F.: Beurlaubung, Beurlaubungen+EW; Z.: Be—ur-laub-ung
$beurteilen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. beurteilen, meinen, bewerten, Urteil abgeben; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. be, s. urteilen: L.: DW 1, 1749 (beurtheilen), EWD s. u. Urteil; GB.: seit 1513 belegte und aus be und urteilen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches meinen oder bewerten oder ein Urteil abgeben; F.: beurteilen, beurteile, beurteilst, beurteilt, beurteilest, beurteilet, beurteilte, beurteiltest, beurteilten, beurteiltet, ##beurteilt, beurteilte, beurteiltes, beurteiltem, beurteilten, beurteilter##, beurteilend, ###beurteilend, beurteilende, beurteilendes, beurteilendem, beurteilenden, beurteilender###, beurteil (!)+EW; Z.: be—ur—tei-l-en
$Beurteilung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Beurteilung, Meinung, Bewertung, Urteil; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. beurteil(en), s. ung; L.: DW 1, 1749, EWD s. u. Urteil; GB.: seit 1644 belegte und aus beurteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Meinung oder Bewertung oder Urteil; F.: Beurteilung, Beurteilungen+EW; Z.: Be—ur—tei-l-ung
Beuschel, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Beuschel, Lunge; ne. lights (Pl.), lung; Vw.: -; Hw.: s. Bausch; E.: mhd. beischel, beischerl, st. N., Beuschel, Beischel, Eingeweide, obere Eingeweide eines geschlachteten Tieres, bauchiges Trinkgefäß, Teile von Kleidern; vgl. mhd. būsch, pūsch, st. M., Prügel, Knüppel, Keule, Schlag, Wulst, Bausch; ahd. būsk*, būsc*, st. M. (a?), Schlagriemen; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu ahd. busk*, st. M. (a), Busch, Strauch, Gebüsch; germ. *busk, *buska, *buskaz, st. M. (a), Busch; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Beuschel, fehlt DW, DW2 5, 45, Duden s. u. Beuschel; GB.: (beischel) seit 1278 vor allem in Österreich belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Innerei (Eingeweide) wie Lunge oder auch Herz eines geschlachteten Tieres oder auch ein Gefäß; BM.: Wulst; F.: Beuschel, Beuschels, Beuscheln (!)+EW; Z.: Beu-sch-el
Beute (1), nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Beute (F.) (1), Kriegsbeute; ne. booty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Straßburger Zunft- und Polizei-Verordnungen); E.: s. mhd. biute, st. F., Beute (F.) (1), Raub; s. mnd. biute, būte, F., Tausch, Verteilung; weitere Herkunft unklar; vielleicht über eine kelt. Sprache von einem idg. *bʰoud-; L.: Kluge 1. A. s. u. Beute 2, Kluge s. u. Beute 1, DW 1, 1749, EWD s. u. Beute, DW2 5, 45 (Beute 2), Duden s. u. Beute, Bluhme s. u. Beute 2; Son.: vgl. nndl. buit, Sb., Beute (F.) (1); frz. butin, M., Beute (F.) (1); nschw. byte, Sb., Beute (F.) (1); nnorw. bytte, N., Beute (F.) (1); ? kymr. budd, M., Gewinn, Beute (F.) (1); air. búaid, N., Sieg, Vorteil; GB.: seit 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare und möglicherweise über eine keltische Sprache mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen durch Plünderung oder Raub oder Diebstahl eroberten und rechtswidrig erlangten Gegenstand; BM.: Erobertes; F.: Beute, Beuten+EW; Z.: Beut-e
Beute (2), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Beute (F.) (2), Backbrett, Waldbienenstock; ne. breadboard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. biute, F., Beute (F.) (2), Bienenkorb, Backtrog; mnd. bǖte (2), bute, F., Beute (F.) (2), wilder Bienenstock, wilder Bienenklotz; ahd. biuta* (1), sw. F. (n), Bienenstock; as. -; anfrk. -; germ. *biuda-, *biudaz, Sb., das mit Boden versehene Gerät?; vgl. idg. bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beute 1, Kluge s. u. Beute 2, DW 1, 1750, DW2 5, 45 (Beute 1), EWAhd 2, 138, Duden s. u. Beute, Bluhme s. u. Beute 1; GB.: (biuta) seit um 790) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten ausgehöhlten hölzernen Kasten (M.) für ein Waldbienenvolk oder auch ein Backbrett; BM.: ?; F.: Beute, Beuten+EW; Z.: Beut-e
Beutel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Beutel (M.) (1), angehängte Tasche; ne. bag (N.), purse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. biutel, st. M., st. N., Beutel (M.) (1), Beutelsieb, Tasche; mnd. būdel, M., Beutel, Tasche; mnl. būdel, Sb., Beutel (M.) (1); ahd. būtil, st. M. (a), Beutel (M.) (1), Geldbeutel, Börse (F.) (1), Geschwulst am Hals; as. būdil, st. M. (a), Beutel (M.) (1); anfrk. -; germ. *būdila-, *būdilaz, st. M. (a), Beutel (M.) (1); vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beutel 2, Kluge s. u. Beutel, EWD s. u. Beutel, DW 1, 1750, DW2 5, 47, EWAhd 2, 478, Falk/Torp 275, Duden s. u. Beutel, Bluhme s. u. Beutel; Son.: vgl. afries. būdel, st. M. (a), Beutel (M.) (1), Tasche; saterl. bul; afries. bēdel?, st. M. (a), Beutel (M.) (1); nndl. buidel, Sb., Beutel (M.) (1); tschech. pytel, M., Beutel (M.) (1); GB.: (būtil) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes kleineres sackähnliches Behältnis aus einer weicheren Gegebenheit wie etwa Leder; BM.: schwellen; F.: Beutel, Beutels, Beuteln (!)+EW; Z.: Beu-t-el
$beuteln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. beuteln, schütteln; E.: s. Beutel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 1, 1752, EWD s. u. Beutel; GB.: (biutelen) seit 1276 belegte und aus Beutel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen entwickeltes und verwendetes schütteln; F.: beuteln, beutel (!), beutle, beutele, beutelst, beutelt, beutelte, beuteltest, beutelten, beuteltet, gebeutelt, ##gebeutelt, gebeutelte, gebeuteltes, gebeuteltem, gebeutelten, gebeutelter##, beutelnd, ###beutelnd, beutelnde, beutelndes, beutelndem, beutelnden, beutelnder###, beutel (!)+FW; Z.: beu-t-el-n
$Beutelschneider, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Beutelschneider, Dieb, Betrüger; E.: s. Beutel, s. Schneider; L.: EWD s. u. Beutel; GB.: (biutelsnīdære) seit 1350-1365 belegte und aus Beutel und Schneider gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Dieb oder Betrüger; F.: Beutelschneider, Beutelschneiders, Beutelschneidern (!)+EW; Z.: Beu-t-el—schneid-er
$Beuteltier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Beuteltier; E.: s. Beutel, s. Tier; L.: DW 1, 1753 (Beutelthier), EWD s. u. Beutel; GB.: seit 1774 belegte und aus Beutel und Tier gebildete Bezeichnung für ein seine Nachkommen in einem Beutel entwickelnde Art schon vormenschlich möglicher Säugetiere wie beispielsweise das Känguru oder die Beutelratte; F.: Beuteltier, Beuteltieres, Beuteltiers, Beuteltiere, Beuteltieren+EW; Z.: Beu-t-el—tie-r
Beutheie, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Beutheie, Böttcherschlägel; ne. cooper’s mallet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Vorderglied wohl von einer Gefäßbezeichnung, vielleicht Zusammenhang mit nhd. Beute (2); Hinterglied s. nhd. Heie; L.: Kluge 1. A. s. u. Beutheie, Kluge s. u. Beutheie, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus Beute (2) und Heie gebildete Bezeichnung für einen von Böttchern entwickelten und verwendeten Schlägel; BM.: ?; F.: Beutheie, Beutheien (!)+EW?, FW?; Z.: Beut—hei-e
$bevölkern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bevölkern, besiedeln, bewohnen; E.: s. be, s. Volk, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Volk, DW 1, 1757, EWD s. u. Volk; GB.: vor 1683 belegte und aus be und Volk sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Völkern mögliches besiedeln oder bewohnen von Teilen der Landoberfläche der Erde; F.: bevölkern, bevölkere, bevölker (!), bevölkerst, bevölkert, bevölkerte, bevölkertest, bevölkerten, bevölkertet, ##bevölkert, bevölkerte, bevölkertes, bevölkertem, bevölkerten, bevölkerter##, bevölkernd, ###bevölkernd, bevölkerndes, bevölkerndem, bevölkernden, bevölkernder###, bevölker (!)+EW; Z.: be—völ-k-er-n
$Bevölkerung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bevölkerung, Besiedelung, Gesamtheit von Bewohnern, Einwohnerschaft; E.: s. bevölker(n), s. ung; Q.: Ende 17. Jh.; L.: DW 1, 1757, EWD s. u. Volk; GB.: seit 1691 belegte und aus bevölker(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine Besiedelung oder eine Gesamtheit von Bewohnern eines Gebiets oder Staates oder eine Einwohnerschaft; F.: Bevölkerung, Bevölkerungen+EW; Z.: Be—völ-k-er-ung
$bevor, nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. bevor, zuvor, vorher, ehe; E.: s. be, s. vor; L.: Kluge s. u. bevor, DW 1, 1757; GB.: (bifora) seit Ende 8. Jh. belegte und aus be und vor gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches zuvor oder vorher oder ehe; F.: bevor+EW; Z.: be—vor
$bevormunden, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. bevormunden, einen Vormund geben, wie einen Unmündigen behandeln, gängeln; E.: s. be, s. Vormund, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Vormund, DW 1, 1760, EWD s. u. Vormund; GB.: seit 1474 gebildete und aus be und Vormund sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der Vormundschaft in den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Vormund geben oder wie einen Unmündigen behandeln oder gängeln; F.: bevormunden, bevormunde (!), bevormundest, bevormundet, bevormundete, bevormundetest, bevormundeten, bevormundetet, ##bevormundet, bevormundete, bevormundetes, bevormundetem, bevormundeten, bevormundeter##, bevormundend, ###bevormundend, bevormundende, bevormundendes, bevormundendem, bevormundenden, bevormundender###, bevormund (!)+EW; Z.: be—vor—mun-d-en
$bevorraten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bevorraten, mit einem Vorrat versehen (V.), als Vorrat anlegen; E.: s. be, s. Vorrat, s. en; L.: Kluge s. u. Vorrat, fehlt DW, EWD s. u. Vorrat; GB.: seit 1945 belegte und aus be und Vorrat sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches mit einem Vorrat versehen (V.) oder als Vorrat anlegen; F.: bevorraten, bevorrate, bevorratest, bevorratet, bevorratete, bevorratetest, bevorrateten, bevorratetet, ##bevorratet, bevorratete, bevorratetes, bevorratetem, bevorrateten, bevorrateter##, bevorratend, ###bevorratend, bevorratende, bevorratendes, bevorratendem, bevorratenden, bevorratender###, bevorrat (!)+EW; Z.: be—vor—ra-t-en
$bewachen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bewachen, beaufsichtigen, behüten; E.: s. be, s. wachen; L.: Kluge s. u. wachen, DW 1, 1761; GB.: (bewachen) seit um 1150 belegte und aus be und wachen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beaufsichtigen oder behüten; F.: bewachen, bewache, bewachst, bewacht, bewachest, bewachet, bewachte, bewachtest, bewachten, bewachtet, ##bewacht, bewachte, bewachtes, bewachtem, bewachten, bewachter##, bewachend, ###bewachend, bewachende, bewachendes, bewachendem, bewachenden, bewachender###, bewach (!)+EW; Z.: be—wach-en
$bewaffnen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. bewaffnen; E.: s. be, s. Waff(e), s. n, s. en; L.: Kluge s. u. Waffe, fehlt DW, EWD s. u. Waffe; GB.: (bewāfenen*) seit 1456 belegte und aus be und Waff(e) sowie (e)n und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Waffen mögliches mit einer Waffe versehen (V.); F.: bewaffnen, bewaffne, bewaffnest, bewaffnet, bewaffnete, bewaffnetest, bewaffneten, bewaffnetet, ##bewaffnet, bewaffnete, bewaffnetes, bewaffnetem, bewaffneten, bewaffneter##, bewaffnend, ###bewaffnend, bewaffnende, bewaffnendes, bewaffnendem, bewaffnenden, bewaffnender ###, bewaffne (!)+EW; Z.: be—waff-n-en
$bewähren, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. bewähren, wahr machen, dartun, sich als geeignet erweisen; E.: s. be, s. währen; L.: Kluge s. u. bewähren, DW 1, 1763; GB.: vielleicht seit um 1000 belegte und aus be und währen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches sich als geeignet erweisen; F.: bewähren, bewähre, bewährst, bewährt, bewährest, bewähret, bewährte, bewährtest, bewährten, bewährtet, ##bewährt, bewährte, bewährtes, bewährtem, bewährten, bewährter##, bewährend, ###bewährend, bewährende, bewährendes, bewährendem, bewährenden, bewährender###, bewähr (!)+EW; Z.: be—wäh-r-en
$bewalden, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. bewalden; E.: s. be, s. Wald, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Wald, DW 1, 1765; GB.: seit 1691 belegte und aus be und Wald sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche und Entwicklung von Bäumen mögliches mit einem Wald versehen (V.); F.: bewalden, bewalde, bewaldest, bewaldet, bewaldete, bewaldetest, bewaldeten, bewaldetet, ##bewaldet, bewaldete, bewaldetes, bewaldetem, bewaldeten, bewaldeter##, bewaldend, ###bewaldend, bewaldende, bewaldendes, bewaldendem, bewaldenden, bewaldender###, bewald (!)+EW; Z.: be—wal-d-en
$bewältigen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bewältigen, schaffen, meistern, bändigen; E.: s. be, s. walt(en), s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. bewältigen, DW 1, 1766, EWD s. u. Gewalt; GB.: (bewaltigen) seit 1187/1189 belegte und aus be und walt(en) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schaffen oder meistern oder bändigen; F.: bewältigen, bewältige, bewältigst, bewältigt, bewältigest, bewältiget, bewältigte, bewältigtest, bewältigten, bewältigtet, ##bewältigt, bewältigte, bewältigtes, bewältigtem, bewältigten, bewältigter##, bewältigend, ###bewältigend, bewältigende, bewältigendes, bewältigendem, bewältigenden, bewältigender###, bewältig (!)+EW; Z.: be—wäl-t-ig-en
$bewandert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. bewandert, erfahren (Adj.), sachkundig; E.: s. be, s. wander(n), s. (e)t; L.: Kluge s. u. bewandert, fehlt DW (s. d. aber bewandern), EWD s. u. wandern; GB.: seit um 1522 belegte und aus be und wander(n) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erfahren (Adj.) oder sachkundig; F.: bewandert, bewanderte, bewandertes, bewandertem, bewanderten, bewanderter(, bewandertere, bewanderteres, bewanderterem, bewanderteren, bewanderterer, bewandertst, bewandertste, bewandertstes, bewandertstem, bewandertsten, bewandertster)+EW; Z.: be—wa-nd-ert
$bewandt, nhd. (ält.), (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. bewandt, beschaffen (Adj.), bestellt, zugehörig; L.: Kluge s. u. bewenden, DW 1, 1766, EWD s. u. bewenden; E.: möglicherweise seit um 1205 belegte und aus bewend(en) und (e)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beschaffen (Adj.) oder bestellt oder zugehörig; F.: bewandt, bewandte, bewandtes, bewandtem, bewandten, bewandter(, bewandtere, bewandteres, bewandterem, bewandteren, bewandterer, bewandtest, bewandteste, bewandtestes, bewandtestem, bewandtesten, bewandtester)+EW; Z.: be—wa-nd-t
$Bewandtnis, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Bewandtnis, Beschaffenheit, Eigenart, Grund; E.: s. bewandt, s. nis; L.: Kluge s. u. Bewandtnis, bewenden, DW 1, 1767, EWD s. u. bewenden; GB.: seit 1446 belegte und aus bewandt und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Beschaffenheit oder Eigenart oder Grund; F.: Bewandtnis, Bewandtnisse, Bewandtnissen+EW; Z.: Be—wa-nd-t-nis
bewegen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bewegen (V.) (1), anstiften, veranlassen; ne. move (V.), induce; Vw.: -; Hw.: s. bewegen (2), Wiege, wiegen, Wacke, Wacken; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bewegen, st. V., bewegen, sich entschlagen, meiden, verzichten, entschließen, missachten; mnd. bewēgen, st. V., sw. V., bewegen, veranlassen, antreiben, erwägen; ahd. biwegan*, st. V. (5), bewegen, erwägen, erachten; as. -; anfrk. -; germ. *biwegan, st. V., bewegen; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bewegen 1, Kluge s. u. bewegen 1, DW 1, 1771, EWD s. u. bewegen, DW2 5, 85, Falk/Torp 382, Seebold 543, Duden s. u. bewegen (st. V.); Son.: vgl. afries. -; ae. bewegan, st. V. (5), bedecken; an. -; got. -; nndl. bewegen, V., bewegen (V.) (1); nnorw. bevege, V., bewegen (V.) (1); GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden zu etwas anstiften oder veranlassen; BM.: örtlich verändern?; F.: bewegen, bewege, bewegst, bewegt, bewöge, bewögest, bewögt, bewöget, bewog, bewogst, bewogen, bewogt, ##bewogen, bewogene, bewogenes, bewogenem, bewogenen, bewogener##, bewegend, ###bewegend, bewegende, bewegendes, bewegendem, bewegenden, bewegender###, beweg (!)+EW; Z.: be—weg-en
bewegen (2), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bewegen (V.) (2), örtlich verändern; ne. move (V.); Vw.: -; Hw.: s. bewegen (1); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. bewegen, sw. V., bewegen, sich entschließen (refl.); s. mnd. bewēgen, st. V., sw. V., bewegen, veranlassen, antreiben, erwägen; ahd. biweggen*, sw. V. (1b), bewegen, erregen, sich rühren, angreifen; as. -; anfrk. -; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); germ. *wagjan, sw. V., bewegen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bewegen 2, Kluge s. u. bewegen 2, DW 1, 1771, EWD s. u. bewegen, DW2 5, 86, Duden s. u. bewegen (sw. V.); Son.: vgl. nndl. bewegen, V., bewegen (V.) (2); nnorw. bevege, V., bewegen (V.) (2); GB.: seit 1125 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für örtlich verändern; BM.: örtlich verändern?; F.: bewegen, bewege, bewegst, bewegt, bewegest, beweget, bewegte, bewegtest, bewegten, bewegtet, ##bewegt, bewegte, bewegtes, bewegtem, bewegten, bewegter##, bewegend, ###bewegend, bewegende, bewegendes, bewegendem, bewegenden, bewegender###, beweg (!)+EW; Z.: be-weg-en
$beweglich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. beweglich, bewegbar, veränderlich, veränderbar; E.: s. beweg(en), s. lich; L.: Kluge s. u. bewegen 2, DW 1, 1773, EWD s. u. bewegen; GB.: (bewegelich) um 1150 belegte und vielleicht nach lat. mobilis aus beweg(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches bewegbar oder veränderlich oder veränderbar; F.: beweglich, bewegliche, bewegliches, beweglichem, beweglichen, beweglicher(, beweglichere, beweglicheres, beweglicherem, beweglicheren, beweglicherer, beweglichst, beweglichste, beweglichstes, beweglichstem, beweglichsten, beweglichster)+EW; Z.: be—weg-lich
$Bewegung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bewegung, Veränderung; Vw.: s. Arbeiter-; E.: s. beweg(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bewegen 2, DW 1, 1775, EWD s. u. bewegen; GB.: seit vor 1190 belegte und aus beweg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Veränderung; F.: Bewegung, Bewegungen+EW; Z.: Be—weg-ung
$Beweis, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Beweis, Nachweis, Ausdruck; Vw.: s. Indizien-; E.: s. beweis(en); L.: Kluge s. u. beweisen, DW 1, 1778; GB.: seit 1464 belegte und mit beweis(en) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Nachweis oder Ausdruck; F.: Beweis, Beweises, Beweise, Beweisen+EW; Z.: Be—wei-s
$beweisen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. beweisen, nachweisen, erweisen, zeigen; E.: s. be, s. weisen; L.: Kluge s. u. beweisen, DW 1, 1778; GB.: seit um 1125 belegte und aus be und weisen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nachweisen oder erweisen oder zeigen; F.: beweisen, beweise, beweist, beweisest, beweiset, bewies, bewiesest, bewiest, bewiesen, bewieset, ##bewiesen, bewiesene, bewiesenes, bewiesenem, bewiesenen, bewiesener##, beweisend, ###beweisend, beweisende, beweisendes, beweisendem, beweisenden, beweisender###, beweis (!)+EW; Z.: be—wei-s-en
$bewenden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bewenden, verbleiben, enden, erledigen; E.: s. be, s. wenden; L.: Kluge s. u. bewenden, DW 1, 1781, EWD s. u. bewenden; GB.: seit 863-871 belegte und aus be und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verbleiben oder enden oder erledigen; F.: bewenden, bewende, bewendest, bewendet, bewendete, bewendetest, bewendeten, bewendetet, ##bewendet, bewendete, bewendetes, bewendetem, bewendeten, bewendeter###, bewendend, ###bewendend, bewendende, bewendendes, bewendendem, bewendenden, bewendender###, bewend (!)+EW; Z.: be—we-nd-en
$Bewerb, nhd., M., (?): nhd. Bewerb, Geschäft, Handlung, Tun; Vw.: s. Wett-; E.: s. bewerb(en); L.: DW 1, 1782; GB.: vielleicht sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Geschäft oder Handlung oder Tun; F.: Bewerb, Bewerbes, Bewerbs, Bewerbe, Bewerben (!)+EW; Z.: Be—werb
$bewerben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bewerben, werben, erwerben, vollbringen, tun; E.: s. be, s. werben; L.: Kluge s. u. werben, DW 1, 1782, EWD s. u. werben; GB.: (biwerban*) seit um 765 belegte und aus be und werben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches werben oder erwerben oder vollbringen oder tun oder meiden; F.: bewerben (!), bewerbe (!), bewirbst, bewirbt, bewerbt, bewerbest, bewarb, bewarbst, bewarben, bewarbt, bewürbe, bewürbest, bewürben, bewürbet, beworben, ##beworben, beworbene, beworbenes, beworbenem, beworbenen, beworbener##, bewerbend, ###bewerbend, bewerbende, bewerbendes, bewerbendem, bewerbenden, bewerbender###, bewirb (!)+EW; Z.: be—werb-en
$bewerkstelligen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bewerkstelligen, umsetzen, erreichen, verwirklichen, tun; E.: s. be und Werk und stell(en) sowie ig und en; L.: Kluge s. u. bewerkstelligen, DW 1, 1783, EWD s. u. bewerkstelligen; GB.: seit 1685 belegte und aus be und Werk und stell(en) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umsetzen oder erreichen oder verwirklichen oder tun; F.: bewerkstelligen, bewerkstellige, bewerkstelligst, bewerkstelligt, bewerkstelligest, bewerkstelliget, bewerkstelligte, bewerkstelligtest, bewerkstelligten, bewerkstelligtet, ##bewerkstelligt, bewerkstelligte, bewerkstelligtes, bewerkstelligtem, bewerkstelligten, bewerkstelligter##, bewerkstelligend, ###bewerkstelligend, bewerkstelligende, bewerkstelligendes, bewerkstelligendem, bewerkstelligenden, bewerkstelligender###, bewerkstellig (!)+EW; Z.: be—werk—stel-l-ig-en
$bewerten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. bewerten, beurteilen, einschätzen, werten; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. be, s. werten; L.: fehlt DW, EWD s. u. wert; GB.: seit 1879 belegte und aus be und werten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beurteilen oder einschätzen oder werten; F.: bewerten, bewerte, bewertest, bewertet, bewertete, bewertetest, bewerteten, bewertetet, ##bewertet, bewertete, bewertetes, bewertetem, bewerteten, bewerteter##, bewertend, ###bewertend, bewertende, bewertendes, bewertendem, bewertenden, bewertender, bewert (!)###+EW; Z.: be-wer-t-en
$bewilligen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. bewilligen, einwilligen. erlauben, gestatten, gewähren; E.: s. be, s. willigen; L.: DW 1, 1784, EWD s. u. Wille; GB.: seit 1357 belegte und aus be und willigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einwilligen oder erlauben oder gestatten oder gewähren; F.: bewilligen, bewillige, bewilligst, bewilligt, bewilligest, bewilliget, bewilligte, bewilligtest, bewilligten, bewilligtet, ##bewilligt, bewilligte, bewilligtes, bewilligtem, bewilligten, bewilligter##, bewilligend, ###bewilligend, bewilligende, bewilligendes, bewilligendem, bewilligenden, bewilligender###, bewillig (!)+EW; Z.: be—wil-l-ig-en
$bewirken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bewirken, umfassen, einschließen, umhegen, verursachen, bearbeiten; E.: s. be, s. wirken; L.: Kluge s. u. wirken, DW 1, 1786, EWD s. u. wirken; GB.: (bewürken) um 1130-1150 belegte und aus be und wirken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches umfassen oder einschließen oder verursachen oder bearbeiten; F.: bewirken, bewirke, bewirkst, bewirkt, bewirkest, bewirket, bewirkte, bewirktest, bewirkten, bewirktet, ##bewirkt, bewirkte, bewirktes, bewirktem, bewirkten, bewirkter##, bewirkend, ###bewirkend, bewirkende, bewirkendes, bewirkendem, bewirkenden, bewirkender###, bewirk (!)+EW; Z.: be-wirk-en
$bewirten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. bewirten, als Wirt einen Gast versorgen; E.: s. be, s. Wirt, s. en; L.: Kluge s. u. Wirt, DW 1, 1786, EWD s. u. Wirt; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus be und Wirt und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung und den Hochkulturen des Altertums mögliches als Wirt einen Gast versorgen; F.: bewirten, bewirte, bewirtest, bewirtet, bewirtete, bewirtetest, bewirteten, bewirtetet, ##bewirtet, bewirtete, bewirtetes, bewirtetem, bewirteten, bewirteter##, bewirtend, ###bewirtend, bewirtende, bewirtendes, bewirtendem, bewirtenden, bewirtender###, bewirt (!)+EW; Z.: be—wir-t-en
$bewohnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bewohnen, wohnen, besiedeln, sein (V.), gewöhnen; E.: s. be, s. wohnen; L.: Kluge s. u. wohnen, DW 1, 1787; GB.: (bewonen) seit 12. Jh. belegte und aus be und wohnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches wohnen oder besiedeln oder sein (V.) oder gewöhnen; F.: bewohnen, bewohne, bewohnst, bewohnt, bewohnest, bewohnet, bewohnte, bewohntest, bewohnten, bewohntet, ##bewohnt, bewohnte, bewohntes, bewohntem, bewohnten, bewohnter##, bewohnend, ###bewohnend, bewohnende, bewohnendes, bewohnendem, bewohnenden, bewohnender####, bewohn (!)+EW; Z.: be-wohn-en
$bewölken, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. bewölken, mit Wolken versehen (V.); E.: s. be, s. Wolke, s. (e)n; L.: DW 1, 1788, EWD s. u. Wolke; GB.: vielleicht seit um 1386 belegte und aus be und Wolk(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und Verfestigung der Erdoberfläche mögliches mit Wolken versehen (V.); F.: bewölken, bewölke, bewölkst, bewölkt, bewölkest, bewölket, bewölkte, bewölktest, bewölkten, bewölktet, ##bewölkt, bewölkte, bewölktes, bewölktem, bewölkten, bewölkter##, bewölkend, ###bewölkend, bewölkende, bewölkendes, bewölkendem, bewölkenden, bewölkender###, bewölk (!)+EW; Z.: be—wölk-en
$bewölkt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. bewölkt; E.: s. bewölk(en), s. (e)t (Suff.); L.: fehlt DW (s. d. bewölken), EWD s. u. Wolke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus bewölk(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und Verfestigung der Erdoberfläche mögliches mit Wolken versehen (Adj.); F.: bewölkt, bewölkte, bewölktes, bewölktem, bewölkten, bewölkter(, bewölktere, bewölkteres, bewölkterem, bewölkteren, bewölkterer, bewölktest, bewölkteste, bewölktestes, bewölktestem, bewölktesten, bewölktester)+EW; Z.: be -wölk-t
$bewusst, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. bewusst, wissend, wissentlich, vorsätzlich, absichtlich; Vw.: s. klassen-, schuld-, selbst-, un-; E.: s. be, s. wiss(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. bewusst, DW 1, 1790 (bewust), EWD s. u. bewußt; GB.: nach 1491 belegte und aus be und wiss(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wissend oder wissentlich oder vorsätzlich oder absichtlich; F.: bewusst, bewusste, bewusstes, bewusstem, bewussten, bewusster(, bewusstere, bewussteres, bewussterem, bewussteren, bewussterer, bewusstest, bewussteste, bewusstestes, bewusstestem, bewusstesten, bewusstester)+EW; Z.: be—wu-ss-t
$bewusstlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bewusstlos, ohne Bewusstsein seiend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. bewusst, s. los; L.: DW 1, 1791 (bewustlos), EWD s. u. bewußt; GB.: seit 1797 belegte und aus bewusst und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Bewusstsein seiend; F.: bewusstlos, bewusstlose, bewusstloses, bewusstlosem, bewusstlosen, bewusstloser+EW; Z.: be—wu-ss-t—lo-s
$Bewusstsein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bewusstsein, Wissen, Gewissheit; Vw.: s. Klassen-, Schuld-; E.: s. bewusst, s. Sein; L.: Kluge s. u. bewusst, DW 1, 1791 (Bewustsein), EWD s. u. bewußt; GB.: seit 1720 belegte und aus bewusst und Sein (N.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches menschliches Wissen über sich und die Außenwelt oder Gewissheit; F.: Bewusstsein, Bewusstseins+EW; Z.: Be—wu-ss-t—sei-n
$bezahlen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bezahlen, zahlen, entlohnen, vergüten, Gegenwert geben; E.: s. be, s. zahlen; L.: Kluge s. u. zahlen, DW 1, 1792, EWD s. u. Zahl; GB.: vielleicht seit nach 1190 belegte und aus be und zahlen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld mögliches zahlen oder entlohnen oder vergüten oder Gegenwert geben; F.: bezahlen, bezahle, bezahlst, bezahlt, bezahlest, bezahlet, bezahlte, bezahltest, bezahlten, bezahltet, ##bezahlt, bezahlte, bezahltes, bezahltem, bezahlten, bezahlter##, bezahlend, ###bezahlend, bezahlende, bezahlendes, bezahlendem, bezahlenden, bezahlender###, bezahl (!)+EW; Z.: be—zah-l-en
$bezaubern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bezaubern, verzaubern, behexen, betören; E.: s. be, s. zaubern; L.: DW 1, 1795, EWD s. u. Zauber; GB.: (bizoubarōn*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus be und zaubern gebildete Bezeichnung für sachlich nach der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches verzaubern oder behexen oder betören; F.: bezaubern, bezaubere, bezauber (!), bezauberst, bezaubert, bezauberte, bezaubertest, bezauberten, bezaubertet, bezaubert, ##bezaubert, bezauberte, bezaubertes, bezaubertem, bezauberten, bezauberter##, bezaubernd, ###zaubernd, bezauberndes, bezauberndem, bezaubernden, bezaubernder###, bezauber (!)+EW; Z.: be—zaub-er-n
$bezecht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. bezecht, betrunken, berauscht, besoffen; E.: s. bezech(en), s. (e)t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Zeche; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus bezech(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen mögliches betrunken oder berauscht oder besoffen; F.: bezecht, bezechte, bezechtes, bezechtem, bezechten, bezechter(, bezechtere, bezechteres, bezechterem, bezechteren, bezechterer, bezechtest, bezechteste, bezechtestes, bezechtestem, bezechtesten, bezechtester)+EW; Z.: be—zech-t
$bezeichnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bezeichnen, mit einem Zeichen versehen (V.), bestimmen, bemerken, bedeuten; E.: s. be, s. zeichnen; GB.: (bizeihhanen*) seit 9. Jh. belegte und aus be und zeichnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches mit einem Zeichen versehen (V.) oder bestimmen oder bemerken oder bedeuten; L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 1, 1796, EWD s. u. zeichnen; F.: bezeichnen, bezeichne, bezeichnest, bezeichnet, bezeichnete, bezeichnetest, bezeichneten, bezeichnetet, ##bezeichnet, bezeichnete, bezeichnetes, bezeichnetem, bezeichneten, bezeichneter##, bezeichnend, ###bezeichnend, bezeichnende, bezeichnendes, bezeichnendem, bezeichnenden, bezeichnender###, bezeichne+EW; Z.: be—zei-ch-n-en
$Bezeichnung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Bezeichnung, Sinnbild, Kennzeichnung, Benennung, Ausdruck; E.: s. bezeichn(en), s. ung; L.: DW 1, 1796, EWD s. u. zeichnen; GB.: (bizeihhanunga*) seit 10. Jh. belegte und aus bezeichn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in dessen Vorstellung mögliches Sinnbild oder Kennzeichnung oder Benennung oder Ausdruck; F.: Bezeichnung, Bezeichnungen+EW; Z.: Be—zei-ch-n-ung
$bezeigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bezeigen, aufzeigen, anzeigen, zeigen, zuweisen, kennzeichnen; E.: s. be, s. zeigen; L.: DW 1, 1796, EWD s. u. zeigen; GB.: seit vor 1150 belegte und aus be und zeigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufzeigen oder anzeigen oder zuweisen oder kennzeichnen; F.: bezeigen, bezeige, bezeigst, bezeigt, bezeigest, bezeiget, bezeigte, bezeigtest, bezeigten, bezeigtet, bezeigt, ##bezeigt, bezeigte, bezeigtes, bezeigtem, bezeigten, bezeigter##, bezeigend, ###zeigend, bezeigende, bezeigendes, bezeigendem, bezeigenden, bezeigender###, bezeig (!)+EW; Z.: bezei-g-en
$bezeugen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. bezeugen, Zeuge sein (V.), bekunden; E.: s. be, s. zeugen; L.: Kluge s. u. Zeug, DW 1, 1797, EWD s. u. zeugen 2; GB.: (beziugen) seit 1235 belegte und aus be und zeugen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache (und Gericht) mögliches Zeuge sein (V.), bekunden; F.: bezeugen, bezeuge, bezeugst, bezeugt, bezeugest, bezeuget, bezeugte, bezeugtest, bezeugten, bezeugtet, ##bezeugt, bezeugte, bezeugtes, bezeugtem, bezeugten, bezeugter##, bezeugend, ###bezeugend, bezeugende, bezeugendes, bezeugendem, bezeugenden, bezeugender###, bezeug (!)+EW; Z.: be—zeu-g-en
$Bezicht, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Bezicht, Schandfleck, Vorwurf, Merkmal, Beschuldigung; E.: s. bezicht(igen); L.: Kluge s. u. bezichtigen, DW 1, 1799; GB.: (biziht*) seit 9. Jh. belegte und aus be und Zicht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in dessen Vorstellung möglichen Schandfleck oder Vorwurf oder Merkmal oder Beschuldigung; F.: Bezicht, Bezichtes (!), Bezichts (!), Bezichte (!), Bezichten (!)+EW; Z.: Be—zi-ch-t
$bezichtigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bezichtigen, anschuldigen, beschuldigen, anklagen; E.: s. Bezicht, s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bezichtigen, DW 1, 1799, EWD s. u. bezichtigen; GB.: seit 1529 belegte und aus Bezicht und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht mögliches anschuldigen oder beschuldigen oder anklagen; F.: bezichtigen, bezichtige, bezichtigst, bezichtigt, bezichtigest, bezichtiget, bezichtigte, bezichtigtest, bezichtigten, bezichtigtet, ##bezichtigt, bezichtigte, bezichtigtes, bezichtigtem, bezichtigten, bezichtigter##, bezichtigend, ###bezichtigend, bezichtigende, bezichtigendes, bezichtigendem, bezichtigenden, bezichtigender###, bezichtig (!)+EW; Z.: be—zi-ch-t-ig-en
$beziehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. beziehen, überziehen, erreichen, wegnehmen; E.: s. be, s. ziehen; L.: Kluge s. u. beziehen, DW 1, 1799, EWD s. u. ziehen; GB.: (biziohan*) seit um 765 belegte und aus be und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches überziehen oder erreichen oder wegnehmen; F.: beziehen, beziehe, beziehst, bezieht, beziehest, beziehet, bezog, bezogst, bezogen, bezogt, bezöge, bezögest, bezögst, bezögen, bezöget, ##bezogen, bezogene, bezogenes, bezogenem, bezogenen, bezogener##, beziehend, ###beziehend, beziehende, beziehendes, beziehendem, beziehenden, beziehender###, bezieh (!)+EW; Z.: be—zie-h-en
$Beziehung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Beziehung, Zusammenhang, Verbindung, Verhältnis; E.: s. bezieh(en), s. ung; L.: DW 1, 1801, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1406 belegte und aus bezieh(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Zusammenhang oder Verbindung oder Verhältnis; F.: Beziehung, Beziehungen+EW; Z.: Be—zie-h-ung
$beziehungsweise, nhd., Konj., (18. Jh.): nhd. beziehungsweise, in Form einer Beziehung, und, oder, in einem anderen Fall; E.: s. Beziehung, s. s, s. Weise; L.: fehlt DW, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1758 belegte und aus Beziehung und s sowie Weise gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches in Form einer Beziehung (oder) oder (und) und oder in einem anderen Fall; F.: beziehungsweise; Z.: be—zie-h-ung-s—wei-s-e
Bezirk, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bezirk, verwaltungstechnisch abgegrenztes Gebiet, eine Verwaltungseinheit; ne. district, borough; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.; E.: mhd. bezirc, st. M., Umkreis, Bezirk; vgl. mhd. be, Präf., be...; ahd. bi, be, Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?)?; Hinterglied s. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis, Rennbahn, Zirkus; s. gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bezirk, Kluge s. u. Bezirk, DW 1, 1801, EWD s. u. Bezirk, DW2 5, 168, Duden s. u. Bezirk; GB.: (bezirc) seit 1486 belegte und aus be und lat. circ(us) gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein verwaltungstechnisch abgegrenztes Gebiet; BM.: Umkreis; F.: Bezirk, Bezirks, Bezirkes, Bezirke, Bezirken+EW+FW; Son.: nach DRW Erstbeleg in Rechtsquellen fünfzehnhundertacht; Z.: Be—zir-k
bezirzen, nhd., sw. V.: nhd. bezirzen; Vw.: s. becircen
$Bezug, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Bezug, Überzug, Decke, Beziehung; E.: s. be, s. Zug; L.: Kluge s. u. beziehen, EWD s. u. ziehen; GB.: (bizog*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. tegumentum aus be und Zug gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und wohl Sesshaftwerdung möglichen Überzug oder Decke oder Beziehung; F.: Bezug, Bezuges, Bezugs, Bezüge, Bezügen+EW; Z.: Be—zu-g
$bezüglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. bezüglich, in Beziehung stehend; E.: s. Bezug, s. lich; L.: DW 1, 1803, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1541 belegte und aus Bezug und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nach der Vorstellung des Menschen in Beziehung stehend; F.: bezüglich, bezügliche, bezügliches, bezüglichem, bezüglichen, bezüglicher+EW; Z.: be—zü-g—lich
$bezwecken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bezwecken, beabsichtigen, erreichen wollen (V.); E.: s. be, s. Zweck, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zweck, DW 1, 1804, EWD s. u. Zweck; GB.: seit vor 1705 belegte und aus be und Zweck sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beabsichtigen oder erreichen wollen (V.); F.: bezwecken, bezwecke, bezweckst, bezweckt, bezweckest, bezwecket, bezweckte, bezwecktest, bezweckten, bezwecktet, ##bezweckt, bezweckte, bezwecktes, bezwecktem, bezweckten, bezweckter##, bezweckend, ###bezweckend, bezweckende, bezweckendes, bezweckendem, bezweckenden, bezweckender###, bezweck (!)+EW; Z.: be—zweck-en
$bezweifeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. bezweifeln, anzweifeln, verdächtig finden, mit Zweifel versehen (V.); E.: s. be, s. zweifeln; L.: DW 1, 1804, EWD s. u. Zweifel; GB.: (bezwīvelen*) seit 14. Jh. belegte und aus be und zweifeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anzweifeln oder verdächtig finden oder mit Zweifel versehen (V.); F.: bezweifeln, bezweifel (!), bezweifle, bezweifele, bezweifelst, bezweifelt, bezweifelte, bezweifeltest, bezweifelten, bezweifeltet, bezweifelt, ##bezweifelt, bezweifelte, bezweifeltes, bezweifeltem, bezweifelten, bezweifelter##, bezweifelnd, ###zweifelnd, bezweifelnde, bezweifelndes, bezweifelndem, bezweifelnden, bezweifelnder###, bezweifel (!)+EW; Z.: be—zwei-f-el-n
$bezwingen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bezwingen, überwältigen, besiegen, zwingen; E.: s. be, s. zwingen; L.: Kluge s. u. zwingen, DW 1, 1804, EWD s. u. zwingen; GB.: seit um 765 belegte und aus be und zwingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches überwältigen oder besiegen oder zwingen; F.: bezwingen, bezwinge, bezwingst, bezwingt, bezwingest, bezwinget, bezwang, bezwangst, bezwangen, bezwangt, bezwänge, bezwängest, bezwängen, bezwänget, bezwungen, ##bezwungen, bezwungene, bezwungenes, bezwungenem, bezwungenen, bezwungener##, bezwingend, ###bezwingend, bezwingende, bezwingendes, bezwingendem, bezwingenden, bezwingender###, bezwing (!)+EW; Z.: be—zwing-en
bi..., nhd., Adj., Partikel (15. Jh.?): nhd. bi..., zwei..., doppel..., zwei, doppelt; ne. bi...; Vw.: s. -athlon, -ennale, -gamie, -lanz, -lingual, -när, -nokel; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. bi(s); E.: s. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. bi-, fehlt DW, EWD s. u. bi-, Duden s. u. bi-; Son.: s. Bigamie, Bilanz, bisexuell, bipolar; vgl. nndl. bi..., Präf., bi...; frz. bi..., Präf., bi...; nschw. bi..., Präf., bi...; nnorw. bi..., Präf., bi...; poln. bi..., Präf., bi...; nir. bio..., Präf., bi...; lit. bi..., Präf., bi...; GB.: vielleicht seit 15. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Vorsilbe zu einer Bildung einer Doppelheit oder für zwei oder doppelt verwendete Bezeichnung; BM.: zwei; F.: bi-+FW; Z.: bi-
Biathlon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Biathlon, eine Wintersportart; ne. biathlon; Vw.: -; Hw.: s. Triathlon, s. Zehnkampf; Q.: 1959; I.: neoklassische Bildung; E.: Parallelbildung zu Pentathlon; s. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ἆθλον (athlon), N., Wettkampf, Kampfpreis, Preis; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Biathlon, EWD s. u. Biathlon, DW2 5, 178, Duden s. u. Biathlon; Son.: vgl. nndl. biathlon, Sb., Biathlon; frz. biathlon, M., Biathlon; poln. biatlon, M., Biathlon; lit. biatlonas, M., Biathlon; GB.: seit 1959 belegte und teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit etwa dieser Zeit von Menschen zwecks Unterhaltung einerseits und Einkünfteerzielung andererseits entwickelte und verwendete Wintersportart aus einer Verbindung von Skilanglauf und Scheibenschießen; BM.: zwei und Wettkampf; F.: Biathlon, Biathlons+FW; Z.: Bi-ath-l-on
bibbern, nhd., V., (19. Jh.?): nhd. bibbern, zittern, zitternd beben; ne. jitter (V.), tremble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1834; E.: s. beben; L.: Kluge s. u. bibbern, DW 1, 1807, EWD s. u. beben, DW2 5, 178, Duden s. u. bibbern; GB.: seit 1834 belegte und mit beben verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zitternd beben; BM.: beben; F.: bibbern, bibbere, bibberst, bibbert, bibberte, bibbertest, bibberten, bibbertet, gebibbert, bibbernd, ###bibbernd, bibbernde, bibberndes, bibberndem, bibbernden###, bibber (!)+EW; Z.: bi-b-b-er-n
Bibel, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bibel, wichtigstes Grundlagenwerk des Judentums und Christentums mit weltweit angeblich (nur) 5 Milliarden verkauften Exemplaren; ne. bible; Vw.: -; Hw.: s. biblisch, Fibel (1); Q.: um 1252 (Weltchronik des Rudolf von Ems); I.: Lw.; E.: s. mhd. biblie, bibel, bible, wibel, sw. F., Buch, Bibel, Heilige Schrift; mnd. bibel, F., Bibel; s. lat. biblos, F., ägyptische Papyrusstaude; gr. βίβλος (bíblos), M., Bast aus der ägyptischen Papyrusstaude, Papier, Schrift, Buch; von der phönizischen Stadt Byblos, dem Hauptumschlagplatz von Papyrus; s. phön. Gebal, ON, Byblos; kanaan. Gubal, ON, Byblos; vgl. phön. bzw. kanaan. gb, Sb., Brunnen, Quelle, Ursprung; phön. Ēl, Sb., PN, El (höchster Gott, der Ugariter), göttliches Wesen; L.: Kluge 1. A. s. u. Bibel, Kluge s. u. Bibel, DW 1, 1805, EWD s. u. Bibel, DW2 5, 178, Duden s. u. Bibel, Bluhme s. u. Bibel; Son.: vgl. an. biflia, biblia, F., lateinisches Buch; nndl. bijbel, Sb., Bibel; frz. bible, F., Bibel; nschw. bibel, Sb., Bibel; nnorw. bibel, M., Bibel; poln. biblia, F., Bibel; kymr. beibl, M., Bibel; nir. bíobla, M., Bibel; lit. biblija, F., Bibel; GB.: (vielleicht) seit um 1252 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der von den jüdischen und den christlichen Kirchen als offenbartes Wort (ihres) Gottes seit dem 1. Jh. n. Chr. betrachteten Schriften des Alten Testaments (und des Neuen Testaments) wobei weltweit noch 49 Exemplare der von Johann Gutenberg in Mainz zwischen 1452 und 1455 in etwa 180 Exemplaren auf 1282 Seiten mit 42 Zeilen in zwei Bänden auf Papier (vermutlich 150) oder Pergament (vermutlich 30) gedruckten lateinischen Bibel erhalten sind; BM.: Buch; F.: Bibel, Bibeln (!)+FW; Z.: Bibel
Biber, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Biber, ein Nagetier; ne. beaver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. biber, st. M., Biber; mnd. bever, M., Biber; mnl. bever, M., Biber; ahd. bibar, st. M. (a)?, Biber, Otter (M.), Fischotter; as. bivar*, bever*, st. M. (a?), Biber; anfrk. -; germ. *bebru-, *bebruz, st. M. (u), Biber, Brauner; idg. *bʰebʰrus, Adj., M., braun, Biber, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Biber, Kluge s. u. Biber, DW 1, 1806, EWD s. u. Biber, DW2 5, 179, EWAhd 2, 6, Pokorny, 136, Duden s. u. Biber, Falk/Torp 264, Bluhme s. u. Biber; Son.: vgl. afries. -; ae. beofor, befer, befor, st. M. (a?, u?), Biber; an. bjōrr (3), st. M. (u?), Biber, Biberfell; got. -; nndl. bever, Sb., Biber; nschw. bäver, Sb., Biber; nnorw. bever, M., Biber; ai. babhrú-ḥ, Adj., M., rotbraun, eine große Ichneumonart; av. bawra-, bawri-, Sb., Biber; lat. fiber, M., Biber; gall. *bibros, *bibrus, *bebros, M., Biber (Bestandteil von ON und FlN); bret. bieuzr, M., Biber; nir. béabhar, M., Biber (ne. Lw.); lit. bẽbras, bãbras, bẽbrus, M., Biber; apreuß. bebrus, M., Biber; slaw. bebrъ, M., Biber; poln. bóbr, M., Biber; GB.: (beber) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein seit etwa 15 Millionen Jahren in Europa nachweisbares schon vormenschliches an Gewässern in Aufhäufungen (Burgen) aus Holzteilchen lebendes mittelgroßes braunes Nagetier mit plattem Schuppenschwanz; BM.: braun; F.: Biber, Bibers, Bibern+EW; Z.: Bi-ber
$Bibergeil, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Bibergeil, ein Drüsensekret des Bibers; E.: s. Biber, s. geil; L.: Kluge 1. A. s. u. geil, Kluge s. u. Bibergeil; GB.: (bibargeili) seit 12. Jh. belegte und wohl nach lat. castoreum aus Biber und geil gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Bibers entwickeltes und auch von Menschen zeitweise verwendetes Drüsensekret des Bibers; F.: Bibergeil, Bibergeils, Bibergeiles (!)+EW; Z.: Bi-ber—gei-l
Bibernelle, Pimpernelle, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Bibernelle, Pimpernelle, ein Doldenblütler; ne. pimpernel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. bibenelle, bibernelle, F., Bibernelle; mnd. bēvenelle, bivinella, rēberfel, F., kleine Bibernelle; mnl. bevenelle, F., Bibernelle; ahd. bibinella, F., Bibernelle, Meerrettich; s. mlat. pipinella, F., Bibernelle; vielleicht von einem spätlat. *piperinella, F., Pfefferkraut; lat. piper, N., Pfeffer; gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bibernelle, Kluge s. u. Bibernelle, Pimpernelle, DW 1, 1807, EWAhd 2, 12, Duden s. u. Bibernelle, Pimpernell, Kluge 1. A. s. u. Pimpernelle; Son.: vgl. nndl. bevernel, Sb., Bibernelle, Pimpernelle; frz. pimprenelle, F., Bibernelle, Pimpernelle; nschw. pimpinella, Sb., Bibernelle, Pimpernelle; nnorw. pimpernell, M., Bibernelle, Pimpernelle; russ. бедренец (bempernel), M., Bibernelle, Pimpernelle; GB.: (bibenelle oder bibernelle) seit 11. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen oder vielleicht dem Spätlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche bis zu 100 Zentimeter hohe Pflanze aus der Familie der Doldenblütler; BM.: Pfeffer?; F.: Bibernelle, Bibernellen (!)+FW(+EW?); Z.: Biber-nell-e
Bibliografie, nhd., F.: nhd. Bibliografie; Vw.: s. Bibliographie
$bibliografisch, nhd., Adj.: nhd. bibliografisch; Vw.: s. bibliographisch
Bibliographie, Bibliografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bibliographie, Literaturverzeichnis; ne. bibliography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1713; I.: Lw. gr. βιβλιογραφία (bibliographía); E.: s. gr. βιβλιογραφία (bibliographía), F., Schreiben von Büchern; vgl. gr. βίβλος (bíblos), M., Bast aus der ägyptischen Papyrusstaude, Papier, Schrift, Buch; von der phönizischen Stadt Byblos, dem Hauptumschlagplatz von Papyrus; s. phön. Gebal, ON, Byblos; kanaan. Gubal, ON, Byblos; vgl. phön. bzw. kanaan. gb, Sb., Brunnen, Quelle, Ursprung; phön. Ēl, Sb., PN, El (höchster Gott der Ugariter), göttliches Wesen; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bibliographie, fehlt DW, EWD s. u. Bibliograph, DW2 5, 180, Duden s. u. Bibliographie; Son.: vgl. nndl. bibliografi, Sb., Bibliographie; frz. bibliographie, F., Bibliographie; nschw. bibliografi, Sb., Bibliographie; nnorw. bibliografi, M., Bibliographie; poln. bibliografia, F., Bibliographie; lit. bibliografija, F., Bibliographie; GB.: seit 1713 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Verzeichnis von Büchern und Schriften und Veröffentlichungen (einer bestimmten Kategorie) (Literaturverzeichnis oder Schriftenverzeichnis); BM.: Schrift über Bücher; F.: Bibliographie, Bibliographien, Bibliografie, Bibliografien+FW(+EW?); Z.: Bibl-io-graph-ie
$bibliographisch, bibliografisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bibliographisch; E.: s. Bibliographi(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Bibliographie, fehlt DW, EWD s. u. Bibliograph; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Bibliograph(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Bibliographie betreffend; F.: bibliographisch, bibliographische, bibliographisches, bibliographischem, bibliographischen, bibliographischer, bibliografisch, bibliografische, bibliografisches, bibliografischem, bibliografischen, bibliografischer+FW+EW; Z.: bibl-io-graph-isch
Bibliothek, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bibliothek, Bücherei; ne. library, bibliotheca; Vw.: -; Hw.: s. Bibliothekar; Q.: 1511; I.: Lw. lat. bibliothēca; E.: lat. bibliothēca, F., Bibliothek, (81-43 v. Chr.); gr. βιβλιοθήκη (bibliothḗkē), F., Büchersammlung, Bibliothek; vgl. gr. βιβλίον (biblíon), N., Büchlein, kleine Schrift; gr. βίβλος (bíblos), M., Bast aus der ägyptischen Papyrusstaude, Papier, Schrift, Buch; von der phönizischen Stadt Byblos, dem Hauptumschlagplatz von Papyrus; s. phön. Gebal, ON, Byblos; kanaan. Gubal, ON, Byblos; vgl. phön. bzw. kanaan. gb, Sb., Brunnen, Quelle, Ursprung; phön. Ēl, Sb., PN, El (höchster Gott, der Ugariter), göttliches Wesen; gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Bibliothek, fehlt DW, EWD s. u. Bibliothek, DW2 5, 182, Duden s. u. Bibliothek; Son.: vgl. nndl. bibliotheek, Sb., Bibliothek; frz. bibliothèque, F., Bibliothek; nschw. bibliotek, Sb., Bibliothek; nnorw. bibliotek, N., Bibliothek; poln. biblioteka, F., Bibliothek; lit. biblioteka, F., Bibliothek; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon in dem Altertum von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung zu einer systematischen Erfassung und Erhaltung sowie Betreuung und Zugänglichmachung von Büchern (Bücherei); BM.: Bücherbehälter, Büchergestell; F.: Bibliothek, Bibliotheken+FW(+EW); Z.: Bibl-io-the-k
Bibliothekar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bibliothekar, Bibliotheksmitarbeiter; ne. librarian, bibliothecary; Vw.: -; Hw.: s. Bibliothek; Q.: um 1530; I.: Lw. lat. bibliothēcārius; E.: s. lat. bibliothēcārius, M., Bibliothekar, Archivar, (100-170 n. Chr.); vgl. lat. bibliothēca, F., Bibliothek; gr. βιβλιοθήκη (bibliothḗkē), F., Büchersammlung, Bibliothek; vgl. gr. βιβλίον (biblíon), N., Büchlein, kleine Schrift; gr. βίβλος (bíblos), M., Bast aus der ägyptischen Papyrusstaude, Papier, Schrift, Buch; von der phönizischen Stadt Byblos, dem Hauptumschlagplatz von Papyrus; s. phön. Gebal, ON, Byblos; kanaan. Gubal, ON, Byblos; vgl. phön. bzw. kanaan. gb, Sb., Brunnen, Quelle, Ursprung; phön. Ēl, Sb., PN, El (höchster Gott, der Ugariter), göttliches Wesen; gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Bibliothek, EWD s. u. Bibliothek, DW2 5, 183, Duden s. u. Bibliothekar; Son.: vgl. nndl. bibliothecaris, Sb., Bibliothekar; frz. bibliothécaire, M., Bibliothekar; nschw. bibliotekarie, Sb., Bibliothekar; nnorw. bibliotekar, M., Bibliothekar; poln. bibliotekarz, M., Bibliothekar; lit. bibliotekininkas, M., Bibliothekar; GB.: seit um 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Betreuer und Verwalter oder Mitarbeiter einer Bibliothek; BM.: Bücherbehälter, Büchergestell; F.: Bibliothekar, Bibliothekars, Bibliothekare, Bibliothekaren+FW(+EW); Z.: Bibl-io-the-k-ar
biblisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. biblisch, Bibel betreffend, in der Bibel vorkommend; ne. biblical; Vw.: -; Hw.: s. Bibel; Q.: 1521; I.: Lw. mlat. biblicus; E.: s. mnd. bibelisch*, bibelsch, biblisch, Adj., biblisch; mlat. biblicus, Adj., biblisch, Heilige Schrift enthaltend; vgl. mlat. biblium, N., heiliges Buch; gr. βίβλος (bíblos), M., Bast aus der ägyptischen Papyrusstaude, Papier, Schrift, Buch; von der phönizischen Stadt Byblos, dem Hauptumschlagplatz von Papyrus; s. phön. Gebal, ON, Byblos; kanaan. Gubal, ON, Byblos; vgl. phön. bzw. kanaan. gb, Sb., Brunnen, Quelle, Ursprung; phön. Ēl, Sb., PN, El (höchster Gott, der Ugariter), göttliches Wesen; L.: Kluge s. u. Bibel, DW 1, 1808, DW2 5, 183, Duden s. u. biblisch; Son.: vgl. nndl. bijbels, Adj., biblisch; frz. biblique, Adj., biblisch; nschw. biblisk, Adj., biblisch; nnorw. bibelsk, Adj., biblisch; poln. biblijny, Adj., biblisch; kymr. beiblaidd, Adj., biblisch; nir. bíobalta, Adj., biblisch; lit. biblinis, Adj., biblisch; GB.: seit 1521 belegte und aus Bib(e)l und isch gebildete sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Bibel betreffend oder in der Bibel vorkommend; BM.: Buch; F.: biblisch, biblische, biblisches, biblischem, biblischen, biblischer(, biblischere, biblischeres, biblischerem, biblischeren, biblischerer, biblischst, biblischste, biblischstes, biblischstem, biblischsten, biblischster)+FW+EW; Z.: bibl-isch
Bickbeere, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bickbeere, Heidelbeere, Blaubeere, Schwarzbeere; ne. blueberry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. bickbeere, bikbēre, bickbēre, F., Heidelbeere, Blaubeere; Herkunft des Vorderglieds unklar, vielleicht Pechbeere; Hinterglied s. nhd. Beere; L.: Kluge s. u. Bickbeere, DW 1, 1808, Duden s. u. Bickbeere; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in dem Bestimmungswort unklare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche kleine blaue bis schwarze Waldfrucht; BM.: Farbe?; F.: Bickbeere, Bickbeeren+EW; Z.: Bick—beer-e
$Bicke, nhd., F.: nhd. Bicke; Vw.: s. Picke
Bickel, nhd., M.: nhd. Bickel; Vw.: s. Pickel
biderb, nhd., Adj.: nhd. biderb; Vw.: s. bieder
Bidet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bidet, niederes Waschbecken; ne. bidet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794; I.: Lw. frz. bidet; E.: s. frz. bidet, M., Bidet, Pferdchen; wohl zu mfrz. bider, V., trotten; oder über gallorom. zu einem kelt. Stamm *bodd-, Sb., Schwellung, Gamillscheg 109a; gallorom. bottos, M., Radnabe; vgl. kymr. both, F., Schildbuckel, Radnabe; idg. *gu̯ozdʰo-, *gu̯ozdo-, *gu̯ozdʰi-, *gu̯ozdi-, Sb., Nagel, Schwanz, Pokorny 485 (713/35) (RB. idg. aus kelt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bidet, fehlt DW, DW2 5, 183, Duden s. u. Bidet; Son.: vgl. nndl. bidet, Sb., Bidet; nschw. bidé, Sb., Bidet; nnorw. bidet, N., M., Bidet; poln. bidet, M., Bidet; lit. bidė, F., Bidet; GB.: seit 1794 belegte und aus dem Französischen oder dem Mittelfranzösischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Keltischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl in Frankreich um 1700 entwickeltes und seitdem allgemeiner verwendetes niederig angebrachtes Waschbecken zu einem Reinigen der Geschlechtsteile; BM.: sitzen?; F.: Bidet, Bidets+FW; Z.: Bid-et
$Bieber, nhd., M.: Vw.: s. Biber; L.: Kluge 1. A. s. u. Bieber; F.: Bieber, Biebers, Biebern+EW; Z.: Bieb-er
bieder (1), biderb, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bieder, einfach, schlicht, rechtschaffen; ne. honest, stuffy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. biderbe, bederbe, Adj., tüchtig, brav, bieder, angesehen, brauchbar, nütze; mnd. bederve, bedderve, bedereve, Adj., bieder, rechtschaffen, ehrenwert, nützlich, tüchtig; mnl. berf, Adj., nützlich, brauchbar; ahd. biderbi, Adj., nützlich, tüchtig, brauchbar, vorteilhaft, fürsorglich; as. bithėrvi*, Adj., nützlich; anfrk. bithervi*, Adj., „bieder“, tüchtig; vgl. germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); germ. *þarbja-, *þarbjaz, Adj., nützlich; idg. *terp-, *trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077 (1869/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bieder, Kluge s. u. bieder, DW 1, 1810, EWD s. u. bieder, DW2 5, 184, EWAhd 2, 22, Duden s. u. bieder, Bluhme s. u. bieder; GB.: seit um 765 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einfach oder schlicht oder rechtschaffen; BM.: tüchtig; F.: bieder, biedere, biederes, biederem, biederen, biederer+EW; Z.: bie-der
$Biederkeit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Biederkeit, Ansehen, Tüchtigkeit, Tugendhaftigkeit, Vortrefflichkeit, Üblichkeit, Einfachheit; E.: s. bieder, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. bieder, DW 1, 1812, EWD s. u. bieder; GB.: (bidericheit) seit 1060-1065 belegte und aus bieder und ig und heit beziehungsweise keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Ansehen oder Tüchtigkeit oder Tugendhaftigkeit oder Vortrefflichkeit oder Üblichkeit oder Einfachheit; F.: Biederkeit, Biederkeiten (!)+EW; Z.: Bie-der-kei-t
$Biedermann, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Biedermann, rechtschaffener Mann, engstirniger Mann; E.: s. bieder, s. Mann; L.: Kluge s. u. bieder, DW 1, 1812, EWD s. u. bieder; GB.: (biderbeman) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus bieder und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen rechtschaffenen Mann oder auch einen engstirnigen Mann; F.: Biedermann, Biedermanns, Biedermannes, Biedermänner, Biedermännern+EW; Z.: Bie-der-man-n
Biedermeier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Biedermeier, Biedermeierstil, Biedermeierzeit; ne. Biedermeier; Vw.: -; Hw.: s. bieder; Q.: Ende des 19. Jh.; E.: von dem fiktiven PN Gottlieb Biedermeier eines von Ludwig Eichrodt und von Adolf Kußmaul erfundenen Schulmeisters; s. nhd. bieder, s. nhd. Meier; L.: Kluge s. u. Biedermeier, fehlt DW, EWD s. u. bieder, DW2 4 Biedermeier, Duden s. u. Biedermeier; Son.: vgl. nndl. biedermeier, Sb., Biedermeier; frz. Biedermeier, Sb., Biedermeier; nschw. biedermeierstil, Sb., Biedermeier; nnorw. biedermeier, M., Biedermeier; poln. biedermeier, M., Biedermeier; lett. bīdermeijers, Sb., Biedermeier; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus bieder und Meier gebildete Epochenbezeichnung und Stilbezeichnung der Zeitspanne von 1815 bis 1848 in den Ländern des Deutschen Bundes; BM.: von einem fiktiven PN; F.: Biedermeier, Biedermeiers (!)+EW+FW; Z.: Bie-der-mei-er
$Biege, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Biege, Neigung, Krümmung, Kurve; E.: s. biege(n); L.: DW 1, 1814, EWD s. u. biegen; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus biege(n) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Neigung oder Krümmung oder Kurve; F.: Biege, Biegen (!)+EW; Z.: Bieg-e
biegen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. biegen, beugen, krümmen; ne. bow (V.), bend (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bogen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. biegen, st. V., biegen, beugen, krümmen; mnd. būgen, st. V., biegen, beugen; mnl. būghen, būgen, st. v., biegen; ahd. biogan*, st. V. (2a), biegen, schwingen, beugen, krümmen, sich neigen; as. būgan*, biogan*, st. V. (2a), sich beugen, biegen; as. biogan*, st. V. (2a), sich neigen; anfrk. -; germ. *beugan, st. V., biegen; idg. bʰeug- (3), bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. biegen, Kluge s. u. biegen, DW 1, 1814, EWD s. u. biegen, DW2 5, 187, EWAhd 2, 78, Falk/Torp 273, Seebold 110, Heidermanns 126, Duden s. u. biegen, Bluhme s. u. biegen; Son.: vgl. afries. -; ae. būgan, st. V. (2), sich beugen, wenden, drehen, sinken, nachgeben, fortgehen; an. buga, sw. V., biegen, beugen; got. biugan, st. V. (2), beugen, sich beugen; nndl. buigen, V., biegen; nschw. buga, V., biegen; nnorw. bøye, V., biegen; ai. bhujā́ti, V., biegt, krümmt sich, schiebt weg; lat. fugere, V., fliehen; gr. φεύγειν (pheúgein), V., fliehen, angeklagt werden; lit. bū́gti, V., erschrecken; GB.: (biogan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches beugen oder krümmen oder in eine von einer geraden Linie abweichende Form bringen; BM.: ungeklärt?; F.: biegen, biege, biegst, biegt, böge, bögest, bögen, bögt (!), böget, bog, bogst, bogt, bogen, gebogen, ##gebogen, gebogene, gebogenes, gebogenem, gebogenen, gebogener##, biegend, ###biegend, biegende, biegendes, biegendem, biegenden, biegender###, bieg (!)+EW; Z.: bieg-en
$biegsam, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. biegsam, biegbar, geschmeidig; E.: s. bieg(en), s. sam; L.: Kluge s. u. biegen, DW 1, 1816, EWD s. u. biegen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus bieg(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches biegbar oder geschmeidig; F.: biegsam, biegsame, biegsames, biegsamem, biegsamen, biegsamer(, biegsamere, biegsameres, biegsamerem, biegsameren, biegsamerer, biegsamst, biegsamste, biegsamstes, biegsamstem, biegsamsten, biegsamster)+EW; Z.: bieg—sam
$Biegsamkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Biegsamkeit, Biegbarkeit, Wandlungsfähigkeit, Geschmeidigkeit; E.: s. biegsam, s. heit, s. keit; L.: DW 1, 1816, EWD s. u. biegen; GB.: seit 1739 belegte und aus biegsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Biegbarkeit oder Wandlungsfähigkeit oder Geschmeidigkeit; F.: Biegsamkeit, Biegsamkeiten+EW; Z.: Bieg—sam—kei-t
$Biegung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Biegung, Beugung, Krümmung, Kurve; E.: s. bieg(en), s. ung; L.: Kluge s. u. biegen, DW 1, 1816, EWD s. u. biegen; GB.: (biegunge) seit vor 1350 (?) belegte und aus bieg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Beugung oder Krümmung oder Kurve; F.: Biegung, Biegungen+EW; Z.: Bieg-ung
Biene, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Biene, Imme; ne. bee; Vw.: s. Imme; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. bin, bine, N., Biene; mnd. bene, beine, F., Biene; ahd. bīna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Biene, Bremse; ahd. bini, st. N. (ja), Biene; ahd. bīa, sw. F. (n), Biene, Bremse (F.) (2); as. *bina?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?; anfrk. -; germ. *bin, *biō-, *biōn, *bia-, *bian, *biwō-, *biwōn, *biwa-, *biwan, Sb., Biene; weitere Herkunft unklar?, idg. *bʰei-, Sb., Biene, Pokorny 116? (192/25) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht Zusammenhang mit ägypt. bj.t, Sb., Biene; L.: Kluge 1. A. s. u. Biene, Kluge s. u. Biene, DW 1, 1816, EWD s. u. Biene, DW2 5, 193, EWAhd 2, 3, EWAhd 2, 69, Falk/Torp 271, Duden s. u. Biene, Bluhme s. u. Biene; Son.: vgl. afries -; ae. bío, béo, sw. F. (n), Biene; an. bȳ, N., Biene; got. -; nndl. bij, Sb., Biene; nschw. bi, N., Biene; nnorw. bie, M., Biene; air. bech, M., Biene; nir. beach, F., Biene; kymr. bydaf, Sb., Bienenstock; apreuß. bitte, Sb., Biene; lit. bìtė, F., Biene; ksl. bъčela, Sb., Biene; GB.: (bīna. bini,) bīa seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise unklare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und mindestens seit 50 Millionen Jahren in Bernstein eingeschlossen nachweisbares meist gemeinschaftsbildendes und vielleicht seit 7000 Jahren zu der Honiggewinnung von Menschen genutztes und dafür vor allem in Stöcken oder Körben oder Häuschen gehaltenes kleines Insekt; BM.: ?; F.: Biene, Bienen+EW; Z.: Bie-n-e
$Bienenkorb, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Bienenkorb, Bienenstock; E.: s. Bien(e), s. en (Suff.), s. Korb; L.: Kluge s. u. Biene, DW 1, 1819, EWD s. u. Biene; GB.: seit vor 1370 beziehungsweise 14. Jh. (bīnekorp und bīnenkorp) belegte und aus Bien(e) und en sowie Korb gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit 7000 Jahren entwickelte und verwendete Unterbringungsmöglichkeit für eine Bienennutzung; F.: Bienenkorb, Bienenkorbs, Bienenkorbes, Bienenkörbe, Bienenkörben+EW+FW; Z.: Bie-n-en—kor-b
$Bienenstich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bienenstich; E.: s. Biene, s. n, s. Stich; L.: Kluge s. u. Bienenstich, DW 1, 1819; GB.: seit 1572 belegte und aus Bien(e) und en (Suff.) sowie Stich gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Bienen (und Menschen) möglichen Stich eines Menschen durch eine Biene und später auch für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines süßes Gebäck aus Hefeteig und einem Belag aus Fett und Zucker und Mandeln; F.: Bienenstich, Bienenstichs, Bienenstiches, Bienenstiche, Bienenstichen+EW; Z.: Bie-n-en—sti-ch
$Bienenstock, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bienenstock, Bienenkorb; E.: s. Biene, s. n, s. Stock; L.: Kluge s. u. Biene, EWD s. u. Biene; GB.: seit um 1220 belegte und aus Bien(e) und en sowie Stock gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit 7000 Jahren entwickelte und verwendete Unterbringungsmöglichkeit für eine Bienennutzung; F.: Bienenstock, Bienenstocks, Bienenstockes, Bienenstöcke, Bienenstöcken+EW; Z.: Bie-n-en—sto-ck
$Bienenvater, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bienenvater, Imker, Bienenhalter; E.: s. Bien(e), s. en (Suff.), s. Vater, L.: Kluge s. u. Imker; GB.: seit 1778 belegte und aus Bien(e) und en sowie Vater gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit 7000 Jahren möglichen Imker oder Bienenhalter; F.: Bienenvater, Bienenvaters, Bienenväter, Bienenvätern+EW; Z.: Bie-n-en—va-t-er
Biennale, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Biennale, alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung; ne. biennial (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1925; I.: Lw. it. biennale; E.: s. it. biennale, F., Biennale; vgl. lat. biennālis, Adj., zweijährig, zwei Jahre dauernd, Zeitraum von zwei Jahren umfassend, (438 n. Chr.); vgl. lat. biennium, N., Zeitraum von zwei Jahren, Frist von zwei Jahren; lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. annus, M., Jahr, Kreis, Ring, Umlauf der Zeit, Zeit; idg. *at-, V., Sb., gehen, Jahr, Pokorny 69 (114/114) (idg. aus ind., ital., germ.?); L.: Duden s. u. Biennale; Son.: vgl. nndl. biënnale, Sb., Biennale; frz. biennale, F., Biennale; nschw. biennal, Sb., Biennale; nnorw. biennale, M., Biennale; poln. biennale, Sb., Biennale; lit. bienalė, F., Biennale; GB.: seit 1925 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer alle zwei Jahre stattfindenden vor allem Kunst betreffenden Veranstaltung; BM.: zwei, Jahr; F.: Biennale, Biennalen (!)+FW; Z.: Bi-enn-al-e
Bier, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Bier, gegorener Gerstensaft; ne. beer; Vw.: s. Bock-; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bier, st. N., Bier; mnd. bēr, beir, bier, N., Bier; mnl. bier, Sb., Bier; ahd. bior*, st. N. (a), Bier, Biergelage; as. bior*, biar, st. N. (a), Bier; anfrk. -; Etymologie unklar, vielleicht von wgerm. *beura-, *beuram, st. N. (a), Bier; germ. *beuza-, *beuzam, st. N. (a), Bier; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143? (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132? (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.)?; oder von rom. bevere, Sb., Bier; L.: Kluge 1. A. s. u. Bier, Kluge s. u. Bier, EWD s. u. Bier, DW 1, 1821, DW2 5, 198, EWAhd 2, 81, Falk/Torp 276, Duden s. u. Bier; Son.: vgl. afries. biār, st. N. (a), Bier; nfries. biear, bier; saterl. bjar; ae. béor, st. N. (a), Bier; an. bjōrr (1) st. M. (a), Bier; an. bjōrr, st. M. (a), Bier (ae. Lw.); got. -; nndl. bier, Sb., Bier; frz. bière, F., Bier; GB.: (bior) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und in der Herkunft unklare sowie mit dem erschließbaren Germanischen oder dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit rund 13000 Jahren aus (Hopfen und) Malz (und Hefe) und Wasser durch Gärung entwickeltes und verwendetes (schädliches) alkoholisches Getränk; BM.: wallen?; F.: Bier, Bieres, Biers, Biere, Bieren+EW?+FW?; Z.: Bier
$Bierhumpe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bierhumpe; E.: s. Bier, s. Humpe; Q.: Mitte 17. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Humpen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Bier und Humpe gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Trinkgefäß für Bier; F.: Bierhumpe, Bierhumpen+EW; Z.: Bier—hu-m-p-e
$Bierhumpen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bierhumpen; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Bier, s. Humpen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Humpen; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Bier und Humpen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Trinkgefäß für Bier; F.: Bierhumpen, Bierhumpens+EW; Z.: Bier—hu-m-p-en
Biese, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Biese, Fältchen, Ziernaht; ne. braid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1895; E.: mhd. biese, sw. F., Binse; mnd. bēse, M., Binse; mnl. biese, F., Biese; ahd. bioso*, biosa*, sw. M. (n), sw. F. (n)?, Binse, Papyrus, Papyrusstaude, Riedgras; as. -; anfrk. -; keine sichere Etymologie, vielleicht germ. *biusa, Sb., Binse; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); oder zu idg. *u̯eis- (2), V., drehen, Pokorny 1133 (1966/42) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital., germ., balt., slaw.); vielleicht Rückbildung von frz. bisette, F., Besatz; dies wiederum wohl aus mnl. bisetten, V., besetzen, einfassen, Gamillscheg 115a; L.: Kluge 1. A. s. u. Biese, Kluge s. u. Biese, EWD s. u. Biese, ?DW 2, 3, DW2 5, 205, EWAhd 2, 84, Falk/Torp 271, Duden s. u. Biese; Son.: vgl. nwfries. biis, bies, nndl. bies, Sb., Biese; GB.: seit 1895 belegte und keine sichere Etymologie aufweisende aber möglicherweise mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes schmal genähtes Fältchen oder eine Ziernaht; BM.: ?; F.: Biese, Biesen (!)+EW; Z.: Bies-e
Biest (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Biest (M.), Biestmilch, Colostrum; ne. colostrum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. biest, bienst, st. M., Biestmilch; mnd. bēst (2), bêst, Sb., Biest, mnl. biest, M., Biestmilch; ahd. biost, st. M. (a?), Biestmilch, Kolostrum; as. -; anfrk. -; germ. *beusta-, *beustaz, st. M. (a), Biestmilch; s. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98? (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Biest, Kluge s. u. Biest 1, DW 2, 3, EWAhd 2, 85, Falk/Torp 276; Son.: vgl. afries. -; ae. béost, st. M. (a), Biestmilch; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche erste Milch einer Kuh nach dem Kalben; BM.: ?; F.: Biest, Biestes, Biests+EW; Z.: Bie-st
Biest (2), nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Biest (N.), Bestie; ne. beast; Vw.: -; Hw.: s. Bestie; Q.: vor 1366 (Seuse); I.: Lw. mnl. beest; E.: s. mnl. beest, Sb., Biest; afrz. beste, F., Biest; lat. bestia, F., Tier, Bestie, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Biest 2, DW 2, 3, EWD s. u. Bestie, DW2 5, 205, Duden s. u. Biest, Bluhme s. u. Biest; Son.: vgl. nndl. beest, Sb., Biest (N.); nschw. best, Sb., Biest (N.); nnorw. best, beist, N., Biest (N.); GB.: seit vor 1366 belegte und über das Mittelniederländische sowie mittelbar das Lateinische des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches lästiges und unangenehmes Tier und übertragen (Adj.) für einen durchtriebenen und gemeinen Menschen; BM.: stieben bzw. Bestie; F.: Biest, Biestes, Biests, Biester, Biestern+FW(+EW); Z.: Bie-s-t
$Biestmilch, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Biestmilch; E.: s. Biest (1) (M.), s. Milch; L.: Kluge s. u. Biest (1); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Biest (1) (M.) und Milch gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche erste Milch einer Kuh nach dem Kalben; F.: Biestmilch+EW; Z.: Bie-st—milch
bieten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bieten, anbieten; ne. bid (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bote, Gebiet, Bot; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. bieten, st. V., bieten, anbieten, darreichen, strecken, gebieten; mnd. bēden, st. V., bieten; mnl. bieden, st. V., bieten; ahd. biotan*, st. V. (2b), bieten, bezeichnen, entgegenhalten, anbieten, darbieten; as. biodan*, st. V. (2b), bieten; anfrk. *biedan?, st. V. (2), bieten, gebieten; germ. *beudan, st. V., bieten, gebieten, verkünden; idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bieten, Kluge s. u. bieten, DW 2, 4, EWD s. u. bieten, DW2 5, 206, EWAhd 2, 90, Falk/Torp 274, Seebold 108, Duden s. u. bieten, Bluhme s. u.; Son.: vgl. afries. biāda, st. V. (2), gebieten, befehlen, anbieten, darbieten; saterl. biada; ae. béodan, st. V. (2), bieten, gebieten, entbieten; an. bjōða, st. V. (2), bieten; got. biudan, st. V. (2), bieten, entbieten; nndl. bieden, V., bieten; nschw. bjuda, V., bieten; nnorw. by, V., befehlen, bieten, anbieten; ai. bṓdhati, V., wacht, beobachtet; av. boaδaiti, V., nimmt wahr; gr. πεύθεσθαι (peúthesthai), V., sich erkundigen, forschen, fragen; air. ad-bond-, V., ansagen, verkündigen; lit. bundù, bùsti, V., erwachen; ksl. bljudǫ, V., beobachten, wahrnehmen; toch. B paut-, toch. A pot-, V., ehren, schmeicheln; GB.: (biotan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches kundtun dass man etwas zu leisten bereit ist; BM.: erkennen machen?; F.: bieten, biete, bietest, bietet, bot, botest, botst, boten, botet, böte, bötest, bötet, geboten, ##geboten, gebotene, gebotenes, gebotenem, gebotenen, gebotener##, bietend, ###bietend, bietende, bietendes, bietendem, bietenden, bietender###, biet (!)+EW; Z.: biet-en
Bieten, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Bieten (M.), Vorderteil des Schiffes; ne. forepart of a ship (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu Beute (2)?; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Vorderteil eines Schiffes; BM.: ?; L.: Kluge s. u. Bieten; F.: Bieten, Bietens+EW?; Z.: Biet-en
$Bieter, nhd., M.: nhd. Bieter, Bietender; Vw.: s. Ge-; E.: s. biet(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 7, DW2 5, 213; GB.: (*bietære?) seit 13. Jh. belegte und aus biet(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Bietenden; F.: Bieter, Bieters, Bietern+EW; Z.: Biet-er
$*Bietung?, nhd., F.: nhd. Bietung?, Bieten; Vw.: s. Auf-, Dar-, Ehrer-, Er-; E.: mhd. bietunge, st. F., Bietung, Anerbietung, Anerbieten, Verheißung; ahd. biotunga, st. F. (ō), Bietung, Vordersatz; s. nhd. biet(en), s. ung; GB.: (bietunga) seit 1000 belegte und wohl nach lat. propositio aus biet(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Bieten; F.: Bietung, Bietungen+EW; Z.: Biet-ung
$Bifang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bifang; E.: s. bi, s. Fang; L.: Kluge 1. A. s. u. Bifang; GB.: seit 750-779 belegte und aus bi und Fang gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches zusätzlich gewonnenes (gefangenes) Land für eine Bewirtschaftung; F.: Bifang, Bifanges, Bifangs, Bifange (!), Bifangen (!)+EW; Z.: Bi—fa-n-g
Bigamie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bigamie, Doppelehe; ne. bigamy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. mlat. bigamia; E.: s. mlat. bigamia, F., Doppelehe, (2. Hälfte 11. Jh.); vgl. lat. bigamus, Adj., zweifach verheiratet, zweimal verheiratet, wieder verheiratet; lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γαμειν (gamein), V., heiraten; idg. *g̑eme-, *g̑em-, V., Sb., heiraten, Verwandter, Pokorny 369 (545/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Bigamie, fehlt DW, EWD s. u. Bigamie, DW2 5, 213, Duden s. u. Bigamie; Son.: vgl. nndl. bigamie, Sb., Bigamie; frz. bigamie, F., Bigamie; nschw. bigami, Sb., Bigamie; nnorw. bigami, N., Bigamie; poln. bigamia, bigamie, F., Bigamie; nir. biogamaíocht, F., Bigamie; lit. bigamija, F., Bigamie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung der Ehe mögliche je nach Kulturkreis rechtlich rechtswidrige oder rechtmäßige mit zwei Menschen gleichzeitig Verheiratetsein (Doppelehe); BM.: zweifach verheiratet; F.: Bigamie, Bigamien (!)+FW(+EW?); Z.: Bi-gam-ie
$Bigamist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bigamist; E.: s. Bigami(e), s. st; L.: Kluge s. u. Bigamie, fehlt DW, EWD s. u. Bigamie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Bigami(e) und st gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Ehe möglichen rechtswidrig mit zwei Menschen gleichzeitig verheirateten Menschen; F.: Bigamist, Bigamisten (!)+FW(+EW?); Z.: Bi-gam-ist
bigott, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. bigott, frömmelnd, scheinheilig, übertrieben und engherzig fromm; ne. bigoted; Vw.: -; Hw.: s. Bigotterie; Q.: 1672; I.: Lw. frz. bigot; E.: s. frz. bigot, Adj., bigott; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ae. bī god, bei Gott, Gamillscheg 111a; vielleicht auch von jidd. begotisch, Adj., fromm; L.: Kluge 1. A. s. u. bigott, Kluge s. u. bigott, fehlt DW, EWD s. u. bigott, DW2 5, 213, Duden s. u. bigott; Son.: vgl. nndl. bigot, Adj., bigott; nschw. bigott, Adj., bigott; nnorw. bigott, Adj., bigott; poln. bigoteryjny, Adj., bigott; nir. biogóideach, Adj., bigott; GB.: seit 1672 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise aus dem Altenglischen oder dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Religion mögliche frömmelnd oder scheinheilig oder übertrieben und engherzig fromm; BM.: ?; F.: bigott, bigotte, bigottes, bigottem, bigotten, bigotter(, bigottere, bigotteres, bigotterem, bigotteren, bigotterer, bigottest, bigotteste, bigottestes, bigottestem, bigottesten, bigottester)+FW(+EW?); Z.: bi-gott
Bigotterie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bigotterie, Frömmelei; ne. bigotry; Vw.: -; Hw.: s. bigott; Q.: 1670; I.: Lw. frz. bigoterie; E.: s. frz. bigoterie, F., Bigotterie, Frömmelei; vgl. frz. bigot, Adj., bigott; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ae. bī god, Interj., bei Gott, Gamillscheg 111a; vielleicht auch von jidd. begotisch, Adj., fromm; L.: Kluge s. u. bigott, fehlt DW, EWD s. u. bigott, DW2 5, 214, Duden s. u. Bigotterie; Son.: vgl. nschw. bigotteri, N., Bigotterie; nnorw. bigotteri, N., Bigotterie; poln. bigoteria, F., Bigotterie; nir. biogóideacht, F., Bigotterie; GB.: seit 1670 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Religion mögliche Frömmelei oder übermäßige und engherzige Frömmigkeit; BM.: ?; F.: Bigotterie, Bigotterien+FW(+EW); Z.: Bi-gott-er-ie
Bijouterie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bijouterie, Modeschmuck, Schmuckgeschäft; ne. jewellery, bijouterie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774 (Goethe); I.: Lw. frz. bijouterie; E.: s. frz. bijouterie, F., Juweliergeschäft; vgl. frz. bijou, M., Schmuckstück, Juwel; vgl. bret. bizou, M., Fingerring, Gamillscheg 111b; vgl. bret. biz, M., Finger; idg. *gᵘ̯istis?, Sb., Finger?, Pokorny 481 (707/29) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bijouterie, fehlt DW, EWD s. u. Bijouterie, DW2 5, 214, Duden s. u. Bijouterie; Son.: vgl. nndl. bijouterie, Sb., Bijouterie; nschw. bijouterier, Sb., Bijouterie; nnorw. bijouteri, N., Bijouterie; GB.: seit 1774 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Bretonischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Geschäft für Schmuckwaren (Schmuckgeschäft); BM.: Fingerschmuck?; F.: Bijouterie, Bijouterien+FW; Z.: Bij-ou-ter-ie
Bikini, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bikini, zweiteiliger Badeanzug für Frauen; ne. bikini; Vw.: -; Hw.: s. Monokini; Q.: 1947 (Spiegel); I.: Lw. frz. bikini; E.: s. frz. bikini, M., Bikini; nach dem Bikini-Atoll als dieses durch Atombombenversuche bekannt geworden war; über den dt. Namen für das Atoll Bikini aus dem marshallesischen Pikinni, Sb., ON, Oberfläche der Kokosnuss; vgl. marsh. pik, Sb., Oberfläche; marsh. ni, Sb., Kokosnuss; L.: Kluge s. u. Bikini, fehlt DW, EWD s. u. Bikini, DW2 5, 215, Duden s. u. Bikini, Wikipedia s. u. Bikini-Atoll (ne. Version); Son.: vgl. nndl. bikini, Sb., Bikini; nschw. bikini, Sb., Bikini; nnorw. bikini, M., Bikini; poln. bikini, N., Bikini; kymr. bicini, M., Bikini; lit. bikinis, M., Bikini; GB.: seit 1947 belegte Bezeichnung für einen 1946 nach Vorläufern des Altertums von dem französischen Modeschöpfer Louis Réard erfundenen knappen zweiteiligen Badeanzug für Frauen; BM.: nach Südsee und Explosion?; F.: Bikini, Bikinis+FW; Z.: Bik-i-ni
Bilanz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bilanz, Endabrechnung; ne. balance (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. bilancia; E.: s. it. bilancia, F., Bilanz; lat. bilanx, F., Waage, Gleichgewicht, Zünglein an der Waage (639-709 n. Chr.); vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lanx, F., Schüssel, Schale (F.) (2), Waagschale, Scheibe; idg. *ē̆lē̆k-, Sb., Ellbogen, Ellenbogen, Arm, Pokorny 308; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bilanz, fehlt DW, EWD s. u. Bilanz, DW2 5, 215, Duden s. u. Bilanz; Son.: vgl. nndl. balans, Sb., Bilanz; frz. bilan, M., Bilanz; nschw. balans, Sb., Bilanz; nnorw. balanse, M., Bilanz; poln. bilans, M., Bilanz; kymr. balans, M., Bilanz, Gleichgewicht; lit. balansas, M., Bilanz; GB.: vielleicht seit 1549 (GrimmDW2) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche vergleichende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben eines Handelnden; BM.: Gleichgewicht zweier Waagschalen; F.: Bilanz, Bilanzen+FW(+EW); Z.: Bi-la-nz
$bilanzieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bilanzieren, einen Rechnungsabschluss machen, einen Überblick verschaffen; E.: s. Bilanz, s. ieren; L.: Kluge s. u. Bilanz, EWD s. u. Bilanz, fehlt DW; GB.: seit 1668 belegte und aus Bilanz und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches vergleichend gegenüberstellen von Einnahmen und Ausgaben eines Handelnden oder für einen Rechnungsabschluss machen oder für einen Überblick verschaffen; F.: bilanzieren, bilanziere, bilanzierst, bilanziert, bilanzierest, bilanzieret, bilanzierte, bilanziertest, bilanzierten, bilanziertet, ##bilanziert, bilanzierte, bilanziertes, bilanziertem, bilanzierten, bilanzierter##, bilanzierend, ###bilanzierend, bilanzierende, bilanzierendes, bilanzierendem, bilanzierenden, bilanzierender###, bilanzier (!)+FW(+EW); Z.: bi-la-nz-ier-en
bilateral, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bilateral, zweiseitig, beidseitig; ne. bilateral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830; I.: Lw. frz. bilatéral; E.: s. frz. bilatéral, Adj., bilateral, zweiseitig; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. laterālis, Adj., Seite betreffend, an der Seite befindlich, Seiten...; lat. latus, N., Seite, Flanke, Hüfte, Brust, Oberkörper; idg. *stel- (2), *stelə-, *stelH-, V., ausbreiten, Pokorny 1018? (1759/231) (RB. idg. aus arm., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lateral, fehlt DW, DW2 5, 216, Duden s. u. bilateral; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zweiseitig oder beidseitig; BM.: zwei Seiten; F.: bilateral, bilaterale, bilaterales, bilateralem, bilateralen, bilateraler+FW; Z.: bi-lat-er-al
Bilch, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Bilch, Bilchmaus; ne. dormouse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. bilch, F., Haselmaus; ahd. bilih*, Sb., Bilch, Schlafmaus, Siebenschläfer; germ. *beleh, Sb., Haselmaus; Lw. aus dem Slaw., ksl. *pilchu, Sb., Bilch, Bilchmaus; verwandt mit lit. belė, F., Maus; lit. pìlkas, Adj., grau; idg. pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bilch, Kluge s. u. Bilch, EWD s. u. Bilch, DW 2, 8, DW2 5, 216, EWAhd 2, 54, Falk/Torp 267, Duden s. u. Bilch, Bluhme s. u. Bilch; GB.: (bilih) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Slawischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleineres und nachtaktives Nagetier mit dichtem bräunlichem oder grauem Fell; BM.: grau; F.: Bilch, Bilches, Bilchs, Bilche, Bilchen+FW; Z.: Bil-ch
Bild, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Bild, Abbild, Gleichnis; ne. image (N.), picture (N.); Vw.: s. Sinn-, Vexier-, Weich-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bilede, bilde, pilde, st. N., Bild, Werk, Gestalt, Gestaltung, Kunstwerk, Menschenbild, Körperbildung; mnd. belede, belde, bilede, bilde, N., Bild, Abbild; mnl. beelde, N. Bild; ahd. bilidi, st. N. (ja), Bild, Darstellung, Beispiel, Vorbild, Gestalt; ahd. biladi*, st. N. (ja), Bild, Ebenbild, Vorbild, Beispiel, Gestalt, Form, Wesen; as. bilithi, st. N. (ja), Bild, Abbild, Gleichnis, Zeichen; anfrk. bilithi*, bilithe*, st. N. (ja), Bild, Vorbild; germ. *biliþja-, *biliþjam, st. N. (a), Bild; germ. bilaþja-, bilaþjam, st. N. (a), Bild; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Bild, Kluge s. u. Bild, EWD s. u. Bild, DW 2, 8, DW2 5, 217, EWAhd 2, 50, Falk/Torp 269, Duden s. u. Bild, Bluhme s. u. Bild; Son.: vgl. afries. bilethe, bild, st. N. (a), Bild; nfries. byld; ae. biliþ, N., Bild, Darstellung, Ähnlichkeit, Muster, Beispiel; an. bilæti, st. N. (ja), Bild; got. -; nndl. beeld, Sb., Bild; nschw. bild, Sb., Bild; nnorw. bilde, N., Bild; GB.: (biladi, bilidi) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Ritzungen oder Zeichnungen (auf Felsen) seit vor bis zu 40000 Jahren mögliche flächige Darstellung von Gegebenheiten wie Menschen oder Dingen; BM.: ?; F.: Bild, Bildes, Bilds, Bilder, Bildern+EW; Z.: Bild
$bilden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bilden, gestalten, darstellen, nachmachen; Vw.: s. ab-, aus-, ein-; E.: s. Bild, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bilden, DW 2, 13, EWD s. u. bilden; GB.: (biliden*) seit 9. Jh. belegte und aus Bild und en vielleicht nach lateinischem Vorbild gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Zeichen mögliches gestalten oder darstellen oder nachmachen; F.: bilden, bilde (!), bildest, bildet, bildete, bildetest, bildeten, bildetet, gebildet, ##gebildet, gebildete, gebildetes, gebildetem, gebildeten, gebildeter##, bildend, ###bildend, bildende, bildendes, bildendem, bildenden, bildender###, bild (!)+EW; Z.: bild-en
$Bilderbogen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bilderbogen, mit Bildern bedruckter Bogen (Papier); E.: s. Bild, s. er, s. Bogen; L.: DW 2, 16, EWD s. u. Bogen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Bild und er sowie Bogen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Bildern und Entwicklung von Druck mögliches mit einer Abfolge von Bildern bedrucktes Blatt oder einen Bogen; F.: Bilderbogen, Bilderbogens, Bilderbögen+EW; Z.: Bild-er—bog-en
$Bildergalerie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Bildergalerie; Q.: 1680; E.: s. Bild, s. er (Suff.), s. Galerie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Galerie; GB.: vielleicht seit 1680 belegte und aus Bild und er sowie Galerie gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Galerie mit Bildern oder Gemälden; F.: Bildergalerie, Bildergalerien+EW+FW; Z.: Bild-er—gal-er-ie
$Bildfläche, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Bildfläche; Q.: 1784?; E.: s. Bild, s. Fläche; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bild; GB.: vielleicht seit 1784 belegte und aus Bild und Fläche gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche als Bild für einen Menschen sichtbare Fläche; F.: Bildfläche, Bildflächen+EW; Z.: Bild—fläch-e
$Bildhauer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bildhauer; Q.: 1473; E.: s. Bild, s. hau(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 18, EWD s. u. Bild; GB.: seit 1473 belegte und aus Bild und hau(en) sowie er (Suff.) wohl nach lat. sculptor gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in dem Altertum oder sogar seit vor bis zu 40000 Jahren möglichen Hersteller räumlicher Kunstwerke aus Knochen oder Holz oder Metall oder Stein durch Schnitzen oder Hauen oder Graben (N.) oder Stechen oder Gießen; F.: Bildhauer, Bildhauers, Bildhauern+EW; Z.: Bild—hau-er
$bildhübsch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bildhübsch, bildschön; Q.: 1817; E.: s. Bild, s. hübsch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bild; GB.: seit 1817 belegte und aus Bild und hübsch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches sehr hübsch oder so wie ein Vorbild hübsch oder bildschön; F.: bildhübsch, bildhübsche, bildhübsches, bildhübschem, bildhübschen, bildhübscher+EW; Z.: bild—hü-b-sch
$bildlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bildlich, einem Bild entsprechend, beispielhaft; E.: s. Bild, s. lich; L.: Kluge s. u. Bild, DW 2, 18, EWD s. u. Bild; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus Bild und lich gebildete Bezeichnung für einem Bild entsprechend oder beispielhaft; F.: bildlich, bildliche, bildliches, bildlichem, bildlichen, bildlicher(, bildlichere, bildlicheres, bildlicherem, bildlicheren, bildlicherer, bildlichst, bildlichste, bildlichstes, bildlichstem, bildlichsten, bildlichster)+EW; Z.: bild-lich
$Bildner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bildner, Bildender; E.: s. bild(e)n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. bilden, DW 1, 19, EWD s. u. bilden; GB.: seit um 1300 belegte und aus bild(e)n und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Bild möglichen Bildenden oder Bildhauer oder bildenden Künstler oder Ausbilder oder Erzieher; F.: Bildner, Bildners, Bildnern+EW; Z.: Bild-n-er
$Bildnis, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Bildnis, Bild, Abbild; E.: s. Bild, s. nis; L.: Kluge s. u. Bild, DW 2, 20, EWD s. u. Bild; GB.: seit um 1250 belegte und aus Bild und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht nach Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Bild seit vor bis zu 40000 Jahren Menschen mögliches Bild oder Abbild einer Gegebenheit; F.: Bildnis, Bildnisses, Bildnisse, Bildnissen+EW; Z.: Bild-nis
$bildsam, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bildsam, bildbar, formbar, entwicklungsfähig, lehrreich; E.: s. bild(en), s. sam; L.: Kluge s. u. bilden, DW 2, 21, EWD s. u. bilden; GB.: seit um 1300 belegte und aus bild(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Kultur mögliches bildbar oder formbar oder entwicklungsfähig oder lehrreich; F.: bildsam, bildsame, bildsames, bildsamem, bildsamen, bildsamer, bildsamere(, bildsameres, bildsamerem, bildsameren, bildsamerer, bildsamst, bildsamste, bildsamstes, bildsamstem, bildsamsten, bildsamster)+EW; Z.: bild-sam
$bildschön, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bildschön, sehr schön, bildhübsch; Q.: 1752; E.: s. Bild, s. schön; L.: DW 2, 41, EWD s. u. Bild; GB.: seit 1752 belegte und aus Bild und schön gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches sehr schön oder besonders schön oder so wie ein Vorbild schön oder bildhübsch; F.: bildschön, bildschöne, bildschönes, bildschönem, bildschönen, bildschöner+EW; Z.: bild—schö-n
$Bildung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Bildung, Herstellung, Gründung, Erziehung, Ausbildung, Wissensvermittelung, Wissen; Vw.: s. Ab-, Aus-, Ein-; E.: s. bild(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bilden, EWD s. u. bilden; GB.: seit um 1000 belegte und aus bild(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Herstellung oder Gründung oder Erziehung oder Ausbildung oder Wissensvermittelung oder Wissen oder die Gesamtheit des Wissens; F.: Bildung, Bildungen+EW; Z.: Bild-ung
Bilge, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bilge, Kielraum eines Schiffes; ne. bilge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1880; I.: Lw. ne. bilge; E.: s. ne. bilge, N., Bilge, Schiffsboden, Kielraum; vgl. frz. bouge, afrz. boulge, M., Ledersack, Blasebalg; vgl. lat. bulga, F., Sack, Geldsack, Beutel, Börse; gall. bulga, F., Ledersack; vgl. idg. *bʰelg̑ʰ-, V., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bilge, (DW 2, 26,) DW2 5, 248, Duden s. u. Bilge; GB.: seit 1880 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Schiffen durch Menschen möglichen Kielraum eines Schiffes in dem sich Leckwasser sammelt; BM.: Sack eines Schiffes; F.: Bilge, Bilgen+FW; Z.: Bilg-e
bilingual, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. bilingual, zweisprachig; ne. bilingual; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. bilinguis (1), Adj., zweizüngig, doppelzüngig, heuchlerisch, zwei Sprachen redend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise; idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lingua, F., Zunge, Rede, Sprache; idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. bilingual; Son.: vgl. frz. bilingue, Adj., bilingual; nschw. bilingual, Adj., bilingual; nnorw., bilingval, Adj., bilingual; poln. bilingualny, Adj., bilingual; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung mindestens zweier Sprachen mögliches zweisprachig; BM.: zwei, Zunge; F.: bilingual, bilinguale, bilinguales, bilingualem, bilingualen, bilingualer+FW; Z.: bi-lingu-al
$Bill, nhd., F.: nhd. Bill, Zettel, Rechnung, Entwurf, Gesetz; E.: s. ne. bill; L.: Kluge 1. A. s. u. Bill, fehlt DW; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Zettel oder eine Rechnung oder einen Entwurf oder ein Gesetz; F.: Bill, Bills+FW; Z.: Bill
Billard, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Billard, ein Kugelspiel; ne. billiard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1575; I.: Lw. frz. billard; E.: s. frz. billard, M., Billard; afrz. billart, Sb., Stab zum Kugelspiel; vgl. frz. bille, F., Holzstab, Holzpflock; gall. *biljon, Sb., Baumstrunk?; vgl. air. bile, N., Baum; vgl. idg. *bʰel- (4), Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen; Pokorny 122? (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Billard, fehlt DW, EWD s. u. Billard, DW2 5, 248, Duden s. u. Billard; Son.: vgl. nndl. biljart, Sb., Billard; nschw. biljard, Sb., Billard; nnorw. biljard, M., Billard; poln. bilard, M., Billard; nir. billéardaí, M. Pl., Billard; lit. biliardas, M., Billard; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht nach einem Holzstab gebildete Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Ballspiel bei dem Kugeln mit einem Stab auf einem Tisch in Bewegung mit einem bestimmten Ziel gesetzt werden; BM.: Stock?; F.: Billard, Billards, Billarde+FW; Z.: Bil-l-ard
Bille, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Bille, Gesäßbacke, Hinterbacke; ne. buttock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. bille (2), F., Backe, Hinterbacke, Gesäß; mhd. -; ahd. *belli?, st. N. (ja), Hinterbacke; vgl. ahd. arsbelli, st. N. (ja), Hinterbacke, Arschbacke, Gesäß, Gesäßbacke; über ein vd. *beljō, *baljō, zu einer Wurzel idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bille, Kluge s. u. Bille, DW 2, 26; Son.: vgl. nndl. bil, F., Bille, Arschbacke, Hinterbacke; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Vordeutschen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und wohl der Primaten mögliche Gesäßbacke oder Hinterbacke; BM.: aufblasen?; F.: Bille, Billen+EW; Z.: Bil-l-e
Biller, nhd. (ält.?), M., (9. Jh.): nhd. Biller, Zahnfleisch, Kiefer (M.), Gaumen; ne. gum (N.), palate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bilern, M., Zahnfleisch, Gaumen; mnd. biller, bilre, Sb., Zahnfleisch; ahd. bilarn, st. M. (a), Zahnfleisch, Gaumen, Kiefer (M.), Kiefernrand; as.? bilarn?, st. M. (a), Zahnfleisch; anfrk. -; vgl. germ. *bil-, V., unterscheiden?; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Biller, fehlt DW (s. d. Bilern), DW2 5, 249, EWAhd 2, 47; GB.: (bilarn) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Innere eines Mundes oder Zahnfleisch und Kiefer (M.) und Gaumen; BM.: schwellen; F.: Biller, Billers (!)+EW; Z.: Bil-l-er
Billett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Billett, Berechtigungskarte, Fahrkarte, Fahrschein; ne. billet, ticket (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bulletin; Q.: nach 1530 (Paracelsus); I.: Lw. frz. billet; E.: s. frz. billet, M., Quartierschein, Handschreiben, Billett; in Anlehnung an bille von afrz. bullette, F., Zertifikat, Gamillscheg 112b; vgl. frz. bulle, Sb., kleine Kugel, Siegel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Billett, fehlt DW, EWD s. u. Billett, DW2 5, 250, Duden s. u. Billett; Son.: vgl. nndl. biljet, Sb., Billett; nschw. biljett, Sb., Billett; nnorw. billett, M., Billett; GB.: seit nach 1530 belegte und aus dem Französischen (und dem Altfranzösischen) aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch eine bestimmte Geldsumme erworbene kleine Urkunde für die Nutzung bestimmter Verkehrsmittel oder Vorstellungen oder eine Berechtigungskarte oder eine Fahrkarte oder einen Fahrschein; BM.: gesiegeltes Schreiben?; F.: Billett, Billettes, Billetts, Billette, Billetten+FW; Z.: Bil-l-ett
$Billiarde, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Billiarde, tausend Billionen; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Billi(on), s. arde; L.: fehlt DW, EWD s. u. Billion; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Billi(on) und arde bzw. bi und (Mi)lliarde gebildete sowie mit einer 1 und 15 Nullen geschriebene Bezeichnung für tausend Billionen (1000000000000000); F.: Billiarde, Billiarden (!)+FW; Z.: Bi-ll-i-ard-e
billig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. billig, angemessen, preiswert, passend; ne. cheap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1065 (Hoheliedkommentar Williram von Ebersbergs); E.: mhd. (oder noch ahd.) billich, Adj., billig, gemäß, richtig, gut, recht; mnd. billlīk*, billīk, bilk, Adj., billig, angemessen, rechtmäßig, passend; mnl. billijc, Adj., angemessen; ahd. ? billīg, Adj., „billig“, recht; weitere Herkunft ungeklärt; von einem ahd. Wort *bil-, und germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. billig, Kluge s. u. billig, EWD s. u. billig, DW 2, 28, DW2 5, 251, EWAhd 2, 62, Duden s. u. billig, Bluhme s. u. billig; Son.: vgl. nndl. billijk, Adj., billig; nschw. billig, Adj., billig; nnorw. billig, Adj., billig; GB.: (billīg) seit um 1065 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Geld mögliches angemessen oder preiswert oder nicht teuer oder passend; BM.: ?; F.: billig, billige, billiges, billigem, billigen, billiger(, billigere, billigeres, billigerem, billigeren, billigerer, billigst, billigste, billigstes, billigstem, billigsten, billigster)+EW; Z.: bil-l-ig
$billigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. billigen, gutheißen, befürworten, erlauben, gestatten, zustimmen; Vw.: s. miss-, zu-; E.: s. billig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. billig, DW 2, 29, EWD s. u. billig; GB.: seit um 1210 belegte und aus billig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gutheißen oder befürworten oder erlauben oder gestatten oder zustimmen; F.: billigen (!), billige (!), billigst, billigt, billigest, billiget, billigte, billigtest, billigten, billigtet, gebilligt, ##gebilligt, gebilligte, gebilligtes, gebilligtem, gebilligten, gebilligter##, billigend, ###billigend, billigende, billigendes, billigendem, billigenden, billigender###, billig (!)+EW; Z.: bil-l-ig-en
$Billigung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Billigung, Erlaubnis, Gestattung; E.: s. billig(en), s. ung; L.: DW 2, 29, EWD s. u. billig; GB.: seit 1528 belegte und aus billig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Zustimmung oder Erlaubnis oder Gestattung; F.: Billigung, Billigungen+EW; Z.: Bil-l-ig-ung
Billion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Billion, eine Million Millionen; ne. trillion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1712 (Lexikon); I.: Lw. frz. billion; E.: s. frz. billion, M., Billion; aus frz. bi und frz. (mi)llion gebildet; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); s. nhd. Million; L.: Kluge s. u. Billion, DW 2. 30, EWD s. u. Billion, DW 2, 30, DW2 5, 257, Duden s. u. Billion; Son.: vgl. nndl. biljoen, Sb., Billion; ne. billion, N., Milliarde; nschw. billion, biljon, Sb., Billion; nnorw. billion, M., Billion; poln. bilion, M., Billion; kymr. biliwn, M., Trillion; nir. billiún, M., Billion; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Million Millionen (1000000000000); BM.: verdoppelte Million; F.: Billion, Billionen+FW; Z.: Bi-ll-ion
Bilsenkraut, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Bilsenkraut, Becherkraut, Zahnwehkraut; ne. henbane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. bilsenkrūt, st. N., st. M., Bilsenkraut; mnd. bilsenkrūt, N., Bilsenkraut; vgl. mhd. bilse, F., Bilsenkraut; mnd. bilse, Sb., Bilse, Bilsenkraut; ahd. bilisa, sw. F. (n), Bilsenkraut; as. bilina*, sw. F. (n), Bilsenkraut?; s. germ. *belunō-, *belunōn, sw. F. (n), Bilsenkraut; s. idg. *bʰel- (2), Sb., Bilsenkraut, Pokorny 120 (198/31) (RB. idg. aus ill.?, kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); s. nhd. Kraut (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Bilsenkraut, Kluge s. u. Bilsenkraut, DW 2, 30 (nur Verweis), DW2 5, 258, EWAhd 2, 56, Duden s. u. Bilsenkraut, Falk/Torp 267, Bluhme s. u. Bilsenkraut; Son.: vgl. nndl. bilzenkruid, Sb., Bilsenkraut; span. belesa, F., Bilsenkraut; kymr. bela, Sb., Bilsenkraut; russ. белена (belena), F., Bilsenkraut; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus Bils(e) und en (Suff.) sowie Kraut gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus Europa und Asien sowie Nordafrika kommende krautige und bis zu 90 Zentimetern hohe Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse mit gezähnten Blättern und glockenförmigen Blüten; BM.: weiß glänzen?; F.: Bilsenkraut, Bilsenkrauts, Bilsenkrautes+EW; Z.: Bil-s-en—krau-t
Bilwis, Bilwiss, Bilwiz, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Bilwis, Bilwiss, Bilwiz, ein bestimmter Kobold; ne. sprite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm); E.: s. mhd. bilwīz, bilwiz, pilwīz, st. M., st. F., st. N., Kobold, dämonisches Wesen; vielleicht von einem *bil-, das auch in „Bild“ vorkommt; Hinterglied vielleicht von germ. *wita-, *witam, st. N. (a), Verstand, Wissen, Witz; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Bilwis, DW 2, 30 (Bilwisz), DW2 5, 258 (Bilwisz), Duden s. u. Bilwiss; GB.: seit um 1210 belegte und vielleicht aus *bil- und dem erschließbaren germanischen *wita gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in der Vorstellung mögliches meist gutartiges mythologisches Wesen; BM.: von rechtem Sinn seiend?; F.: Bilwis, Bilwiss, Bilwises, Bilwisses, Bilwise, Bilwisse, Bilwisen, Bilwissen+EW?; Z.: Bil-wi-s
Bilwiss, nhd. (ält.), M.: nhd. Bilwiss; Vw.: s. Bilwis
Bilwiz, nhd. (ält.), M.: nhd. Bilwiz; Vw.: s. Bilwis
$bim, nhd., Interj., ?: nhd. bim; E.: lautmalend; L.: fehlt DW (nur Hinweis auf Bimbam), EWD s. u. bim; GB.: seit unbekannter Zeit belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen nach Entstehung von Metallen möglichen bei einem Aufeinandertreffen mehrerer Teile aus Metall erklingenden Ton (M.) (2); F.: bim+EW; Z.: bim
$Bimbam, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bimbam; E.: s. bim, s. bam; L.: DW 2, 30, EWD s. u. bim; GB.: seit 1784 belegte und aus bim und bam lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verwendung von Metallen durch Menschen mögliches Glockenläuten und einen damit verbundenen unbestimmten Heiligen von Christen (Heiliger Bimbam); F.: Bimbam, Bimbams (!)+EW; Z.: Bim—bam
$Bimmel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bimmel; Q.: 1741; E.: s. bim, s. m, s. el (Suff.); L.: DW 2,30, EWD s. u. bim; GB.: vielleicht seit 1784 belegte und aus bim und m sowie el (Suff.) teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für eine meist kleine und helle Glocke; F.: Bimmel, Bimmels (!), Bimmeln (!)+EW; Z.: Bimm-el
bimmeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bimmeln, klingeln, hell klingend läuten; ne. ring (V.), jingle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1663; E.: mnd. bimmelen*, bimmeln, sw. V., bimmeln, mit kleinen Glocken läuten; lautmalend; L.: Kluge s. u. bimmeln, DW 2, 30, EWD s. u. bim, DW2 5, 259, Duden s. u. bimmeln, Bluhme s. u. bimmeln; GB.: seit 1663 belegte und aus Bimmel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bimmeln oder Glocken mögliches hell klingend läuten; BM.: lautmalend; F.: bimmeln, bimmle, bimmel (!), bimmele, bimmelst, bimmelt, bimmlest (!), bimmlet (!), bimmelte, bimmeltest, bimmelten, bimmeltet, gebimmelt, ##gebimmelt, gebimmelte, gebimmeltes, gebimmeltem, gebimmelten, gebimmelter##, bimmelnd, ###bimmelnd, bimmelnde, bimmelndes, bimmelndem, bimmelnden, bimmelnder###, bimmel (!)+EW; Z.: bimm-el-n
Bims, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Bims, Bimsstein, Prügel; ne. pumice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh.? (Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. und 13. Jh.); I.: Lw.; E.: mhd. bimz, st. M., Bims, Bimsstein; mnd. pōmes, poͤmes, poymes, poimes, pēmes, pēmese, pēmesse, M., aufgeblähte und glasig erstarrte Lavastücke, Bimsstein; mnl. pomse, poms, M., Bimsstein; ahd. pumiz, st. N. (a)?, Bims, Bimsstein; lat. pūmex, M., Bimsstein, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spoimno-, *poimno-, Sb., spoimnā-, *poimnā, F., Schaum, Gischt, Pokorny 1001 (1730/202) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bims, Kluge s. u. Bims, EWD s. u. Bimsstein, DW 2, 30, DW2 5, 259, EWAhd 6, 1587, Duden s. u. Bims, Bluhme s. u. Bimsstein; Son.: vgl. ae. pūmic, Sb., Bimsstein; nndl. puimsteen, Sb., Bimsstein; frz. ponce, Sb., Bimsstein; nschw. pimpsten, Sb., Bimsstein; nnorw. pimpstein, M., Bimsstein; poln. pumeks, M., Bimsstein; GB.: (pumiz) seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein durch Eruption entstandenes poröses glasiges Vulkangestein; BM.: Gischt; F.: Bims, Bimses, Bimse, Bimsen+FW(+EW); Z.: Bim-s
$bimsen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. bimsen, reiben, schleifen, bearbeiten, schinden; E.: s. Bims, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bimsen, DW 2, 30, EWD s. u. Bimsstein; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Bims und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (mit Bims) reiben oder schleifen oder bearbeiten oder schinden; F.: bimsen, bimse, bimsst (!), bimst, bimsest, bimset, bimste, bimstest, bimsten, bimstet, gebimst, ##gebimst, gebimste, gebimstes, gebimstem, gebimsten, gebimster##, bimsend, ###bimsend, bimsende, bimsendes, bimsendem, bimsenden, bimsender###, bims (!)+EW; Z.: bim-s-en
$Bimsstein, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Bimsstein, Bims; E.: s. Bims, s. Stein; L.: Kluge s. u. Bims, DW 2, 30, EWD s. u. Bimsstein; GB.: um 1430 belegte und aus Bims und Stein gebildete Bezeichnung für ein seit Verfestigung der Erdoberfläche schon vormenschlich mögliches durch Eruption entstandenes poröses glasiges Vulkangestein; F.: Bimsstein, Bimssteins, Bimssteines, Bimssteine, Bimssteinen+FW,EW; Z.: Bim-s—stei-n
$bin, nhd., V., (8. Jh.): nhd. bin; Vw.: s. sein (2) (V.); L.: DW 2, 31; Son.: eine einzelne gebeugte Form des unreg. V. sein (V.) (1. Pers. Sg. Präs. Akt. Ind.); Z.: bin
binär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. binär, zwei Einheiten enthaltend; ne. binary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1882; I.: Lw. frz. binaire; E.: s. frz. binaire, Adj., binär; lat. bīnārius, Adj., zwei enthaltend, zweifach, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. bīnī, Adv., je zwei, ein Paar, zwei auf einmal, doppelt, zweimalig; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. binär, DW2 5, 260, Duden s. u. binär; Son.: vgl. nndl. binair, Adj., binär; nschw. binär, Adj., binär; nnorw. binär, Adj., binär; poln. binarny, Adj., binär; lit. binarinis, Adj., binär; GB.: seit 1882 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (nur) aus zwei Einheiten wie beispielsweise geladen und ungeladen mit elektrischem Strom bestehend (in der Elektronik verwendetes Dualsystem mit 0000 für 0 und 0001 für 1 und 0010 für 2 und 0011 für 3 und 0100 für 4 und 0101 für 5 und 0110 für 6 sowie 0111 für 7) u. s. w.; BM.: zwei; F.: binär, binäre, binäres, binärem, binären, binärer+FW; Z.: bi-n-är
$Binde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Binde; Vw.: s. Mull-; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); W.: s. binde(n); L.: DW2, 31, EWD s. u. binden; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus binde(n) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und zu einem Binden verwendeten oder verwendbaren Gewebestreifen; F.: Binde, Binden+EW; Z.: Bind-e
binden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. binden, schnüren, fesseln; ne. binden (V.); Vw.: -; Hw.: s. binden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. binden, st. V., binden, verbinden, fesseln, verpflichten; mnd. binden, st. V., binden; mnl. binden, st. V., binden; ahd. bintan, st. V. (3a), binden, verknüpfen, knüpfen, fesseln, wickeln, umbinden, umwickeln, umwinden; as. bindan, st. V. (3a), binden; anfrk. bindan*, bindon*, st. V. (3a), binden; germ. *bendan, *bindan, st. V., binden; idg. bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. binden, Kluge s. u. binden, DW 2, 31, EWD s. u. binden, DW2 5, 264, EWAhd 2, 72, Duden s. u. binden, Falk/Torp 295, Seebold 102, Bluhme s. u. binden; Son.: vgl. afries. binda, st. V. (3a), binden, fesseln; saterl. binda, V., binden; ae. bindan, st. V. (3a), binden, fesseln, schmücken; an. binda, st. V. (3a), binden; got. bindan, st. V. (3,1), binden; nndl. binden, V., binden; nschw. binda, V., binden; nnorw. binde, V., binden; ai. badhnati, V., bindet; jungav. baṇdaiieiti, V., bindet, fesselt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch Umwinden oder Verknüpfen zusammenfügen oder schnüren oder fesseln; BM.: ?; F.: binden, binde (!), bindest, bindet, band (1), bandest, bandst, banden (!), bandet, bände (!), bändest, bänden (!), bändet, gebunden, ##gebunden, gebundene, gebundenes, gebundenem, gebundenen, gebundener##, bindend, ###bindend, bindende, bindendes, bindendem, bindenden, bindender###, bind (!)+EW; Z.: bind-en
$Binder, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Binder; Vw.: s. Besen-, Fass-; E.: s. bind(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 34, EWD s. u. binden; GB.: seit 10. Jh. (bintāri*) belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild (vinctor) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Bindenden; F.: Binder, Binders, Bindern+EW; Z.: Bind-er
$Bindung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Bindung, Gebundensein, Beziehung, Verpflichtung; Vw.: s. Ent-, Kausalver-, Ver-; Q.: 15. Jh.? (Glosse); E.: s. bind(en), s. ung; L.: DW 2, 35, DW2 5, 275; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus bind(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gebundensein oder eine Beziehung oder eine Verpflichtung; F.: Bindung, Bindungen+EW; Z.: Bind-ung
$Bingelkraut, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bingelkraut; E.: s. Bingel?, s. Kraut; L.: Kluge 1. A. s. u. Bingelkraut, DW 2, 35; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Bingel? und Kraut gebildete Bezeichnung für ein anspruchsloses und weit verbreitetes kleines bis zu 30 Zentimeter hohes Unkraut; F.: Bingelkraut, Bingelkrauts, Bingelkrautes, Bingelkräuter, Bingelkräutern+EW; Z.: Bing-el—krau-t
...binieren, nhd., V., (17. Jh.?): nhd. ...binieren; ne. ...bine; Vw.: s. kom-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. bīnāre; E.: s. mlat. bīnāre, V., verdoppeln, ein zweites Mal pflügen, zweimal umgraben (V.), (um 1180); vgl. lat. bīnī, Adv., je zwei, ein Paar, zwei auf einmal, doppelt, zweimalig; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. ...bineren, Suff., ...binieren; frz. ...biner, Suff., ...binieren; nschw. ...binera, Suff., ...binieren; nnorw. ...binere, Suff., ...binieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mehrere Gegebenheiten für bestimmte Zwecke zu einer Einheit zusammenstellen oder verbinden oder eine Beziehung zwischen verschiedenen Gegebenheiten herstellen; BM.: zwei; F.: ...binieren, ...biniere, ...binierst, ...biniert, ...binierest, ...binieret, ...binierte, ...biniertest, ...binierten, ...biniertet, ...biniert, ...binierte, ...biniertes, ...biniertem, ...binierten, ...binierter, ...binierend, ...binierend, ...binierende, ...binierendes, ...binierendem, ...binierenden, ...binierender, ...binier (!)+FW; Z.: -bi-n-ier-en
$binnen, nhd., Präp., (12. Jh.): nhd. binnen, innen, innerhalb; E.: s. b(e), s. innen; L.: Kluge s. u. binnen, DW 2, 36, EWD s. u. binnen; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus b(e) und innen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches innen oder innerhalb; F.: binnen+EW; Z.: b-in-n-en
$Binnenland, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Binnenland; E.: s. binnen, s. Land; L.: Kluge s. u. binnen, DW 2, 36; GB.: seit 1779 belegte und aus binnen und Land gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches von einer Küste entfernt liegendes Land in Gegensatz zu einem Küstenland; F.: Binnenland, Binnenlands, Binnenlandes, Binnenländer, Binnenländern (!)+EW; Z.: B-in-n-en—lan-d
Binokel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Binokel, Brille, Fernglas; ne. binocular; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1787; I.: Lw. frz. binocle; E.: s. frz. binocle, M., Binokel; von einer neoklassischen Bildung binoculus, M., Binokel; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. oculus, M., Auge, Blick, Knospe, Knolle; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Binokel, fehlt DW, DW2 5, 280, Duden s. u. Binokel; Son.: vgl. nndl. binocle, Sb., Binokel; nnorw. binokkel, M., Binokel; poln. binokle, Sb. Pl., Binokel; GB.: seit 1787 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines von Menschen vielleicht in der Toskana an dem Ende des 13. Jh. entwickelten und seitdem verwendeten Sehbehelfs für beide Augen (in Gegensatz zu dem Monokel); BM.: beide Augen; F.: Binokel, Binokels, Binokeln (!)+FW(+EW); Z.: Bi-n-ok-el
Binse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Binse, Schilfgras; ne. bentgrass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. binez, binz, st. M., sw. F., Binse; mnd. -; ahd. binuz, st. M. (a?), Binse, Papyrus, Schilfgras, Riedgras; ahd. binuzza*, sw. F. (n), Binse, Papyrus; as. *binut?, st. M. (a), Binse; Etymologie unklar, vielleicht von germ. *binut, *binuta, M., Binse; oder s. ahd. bi, be, Präf., be...; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?)?; und *idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Binse, Kluge s. u. Binse, EWD s. u. Binse, DW 2, 37, DW2 5, 281, EWAhd 2, 75, Falk/Torp 271, Duden s. u. Binse, Bluhme s. u. Binse; Son.: vgl. ae. *bionot, *beonet, Sb., Binse; nndl. bies, Sb., Binse; GB.: (binuz) seit Ende 8. Jh. belegte und in der Etymologie unklare Bezeichnung für verschiedene weltweit verbreitete und sachlich wohl schon vormenschliche und bei Bedarf auch essbare Gräser auf feuchten Standorten; BM.: drehen?; F.: Binse, Binsen+EW; Z.: Bi-ns-e
$Binsenwahrheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Binsenwahrheit, offensichtliche Wahrheit; E.: s. Bins(e), s. en (Suff.), s. Wahrheit; L.: Kluge s. u. Binsenwahrheit, fehlt DW, EWD s. u. Binse; GB.: seit 1871 belegte und aus Bins(e) und en sowie Wahrheit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche offensichtliche Wahrheit oder Binsenweisheit; F.: Binsenwahrheit, Binsenwahrheiten+EW; Z.: Bi-ns-en—wahr-hei-t
$Binsenweisheit, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Binsenweisheit, Binsenwahrheit; E.: s. Bins(e), s. en, s. Weisheit; L.: Kluge s. u. Binsenwahrheit, fehlt DW; GB.: seit 1871 belegte und aus Bins(e) und en sowie Weisheit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche offensichtliche Weisheit oder Binsenwahrheit; F.: Binsenweisheit, Binsenweisheiten+EW; Z.: Bi-ns-en—wei-s-hei-t
bio..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. bio..., Lebens..., Leben betreffend, Natur betreffend; ne. bio...; Vw.: s. -graphie, -logie, -top; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. βίος (bíos), M., Leben; gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. bio-, EWD s. u. Bio-, DW2 5, 283, Duden s. u. bio-; Son.: vgl. nndl. bio..., Präf., bio...; frz. bio..., Präf., bio...; nschw. bio..., Präf., bio...; nnorw. bio..., Präf., bio...; poln. bio..., Präf., bio...; kymr. bio..., byw..., Präf., bio...; nir. beath...., Präf., bio...; lit. bio..., Präf., bio...; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Vorsilbe (Bestimmungssilbe) verwendete Bezeichnung für das Leben und die Natur betreffend; BM.: Leben; F.: bio-(+EW?)+FW; Z.: bio-
Biografie, nhd., F.: nhd. Biografie; Vw.: s. Biographie
$biografisch, nhd., Adj.: nhd. biografisch; Vw.: s. biographisch
Biographie, Biografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Biographie, Biografie, Lebensbeschreibung; ne. biography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1709; I.: Lw. gr. βιογραφία (biographía)?; E.: neoklassische Bildung, vielleicht unter Rückgriff auf gr. βιογραφία (biographía), F., Lebensbeschreibung; vgl. gr. βίος (bíos), M., Leben; gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Biographie, fehlt DW, EWD s. u. Biographie, DW2 5, 283, Duden s. u. Biographie; Son.: vgl. nndl. biografie, Sb., Biographie, Biografie; frz. biographie, F., Biographie, Biografie; nschw. biografi, Sb., Biographie, Biografie; nnorw. biografi, M., Biographie, Biografie; poln. biografia, F., Biographie, Biografie; kymr. bywgraffiad, M., Biographie, Biografie; lit. biografija, F., Biographie; GB.: seit 1709 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Beschreibung der Lebensgeschichte eines Menschen (2023 rund 900000 Biographien in Wikipedia seit den Hochkulturen des Altertums); BM.: Leben, schreiben; F.: Biographie, Biographien+FW(+EW); Z.: Bio—graph-ie
$biographisch, biografisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. biographisch, Biographie betreffend; E.: s. Biograph(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Biographie, fehlt DW, EWD s. u. Biographie; GB.: seit 1774 belegte und aus Biograph(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Biographie betreffend; F.: biographisch, biographische, biographisches, biographischem, biographischen, biographischer+FW+EW; Z.: bio—graph-isch
$Biologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Biologe; E.: s. bio, s. Loge (M.); L.: Kluge s. u. Biologie, fehlt DW; GB.: seit 1837 belegte und aus Biolog(ie) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Fachmann für Biologie oder belebte Natur; F.: Biologe, Biologen+FW(+EW?); Z.: Bio—log-e
Biologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Biologie, Naturwissenschaft von allem Lebendigen, Wissenschaft von der belebten Natur; ne. biology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1762; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Biologie, fehlt DW, EWD s. u. Biologie, DW2 5, 284, Duden s. u. Biologie; Son.: vgl. nndl. biologie, Sb., Biologie; frz. biologie, F., Biologie; nschw. biologi, Sb., Biologie; nnorw. biologi, M., Biologie; poln. biologia, F., Biologie; kymr. bioleg, F., Biologie; lit. biologija, F., Biologie; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Wissenschaft mögliche Wissenschaft von der belebten Natur; BM.: Leben, lesen?; F.: Biologie+FW(+EW?); Z.: Bio—log-ie
$biologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. biologisch; E.: s. Biolog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Biologie, fehlt DW; GB.: seit 1843 belegte und aus Biolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Wissenschaft mögliches die Wissenschaft von der belebten Natur betreffend; F.: biologisch, biologische, biologisches, biologischem, biologischen, biologischer+FW+EW; Z.: bio—log-isch
biometrisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. biometrisch, die Lehre von Maßverhältnissen von Lebewesen betreffend; ne. biometric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. biometrisch; Son.: vgl. nndl. biometrisch, Adj., biometrisch; frz. biométrique, Adj., biometrisch; nschw. biometrisk, Adj., biometrisch; nnorw. biometrisk, Adj., biometrisch; poln. biometryczny, Adj., biometrisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von Maßverhältnissen von Lebewesen betreffend; BM.: leben, messen; F.: biometrisch, biometrische, biometrisches, biometrischem, biometrischen, biometrischer+FW+EW; Z.: bio-me-t-r-isch
Biopsie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Biopsie, Gewebeuntersuchung Untersuchung eines Gewebes eines lebenden Organismus; ne. biopsy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄψις (ópsis), F., Sehen, Anblick; vgl. gr. ὄψεσθαι (ópsesthai), V., sehen; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Biopsie; Son.: vgl. nndl. biopsie, Sb., Biopsie; frz. biopsie, F., Biopsie; nschw. biopsi, Sb., Biopsie; nnorw. biopsi, M., Biopsie; kymr. biopsi, M., Biopsie; nir. bithóipse, M., Biopsie; poln. biopsja, F., Biopsie; lit. biopsija, F., Biopsie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und seitdem bei Bedarf verwendete Untersuchung eines Gewebes eines lebenden Organismus; GB.: leben, sehen; BM.: Biopsie, Biopsien (!)+FW; Z.: Bio-ps-ie
Biotop, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Biotop, naturnaher Lebensraum; ne. biotope, habitat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1908; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: Kluge s. u. Biotop, fehlt DW, DW2 5, Biotop, Duden s. u. Biotop; Son.: vgl. nndl. biotoop, Sb., Biotop; frz. biotope, M., Biotop; nschw. biotop, Sb., Biotop; nnorw. biotop, M., Biotop; poln. biotop, M., Biotop; lit. biotopas, M., Biotop; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen durch bestimmte Pflanzengesellschaften und Tiergesellschaften gekennzeichneten kleineren und meist naturnahen Lebensraum; BM.: Leben, Ort; F.: Biotop, Biotops, Biotope, Biotopen (!)+FW; Z.: Bio—top
Birke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Birke, Birkenbaum; ne. birch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. birke, birche, sw. F., Birke; mnd. berke, barke, F., Birke; mnl. berke, F., Birke, ahd. birka, birca, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Birke, Hainbuche, (Buche), Silberpappel; as. berkia*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Birke; anfrk. -; germ. *berkō, *berkjō, st. F. (ō), Birke; germ. *berkjō-, berkjōn, sw. F. (n), Birke; s. idg. *bʰérəg̑s, Sb., Birke, Pokorny 139; vgl. idg. *bʰerəg̑-, *bʰrēg̑-, *bʰerh₁g̑-, *bʰreh₁g̑-, V., Adj., glänzen, weiß, Pokorny 139 (221/54) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., alb., germ., balt., slaw.); idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Birke, Kluge s. u. Birke, EWD s. u. Birke, DW 2, 39, DW2 5, 287, EWAhd 2, 97, Duden s. u. Birke, Falk/Torp 264, Bluhme s. u. Birke; Son.: vgl. afries. -; ae. bierce, birce, sw. F. (n), Birke; ae. beorc (1), st. F. (ō), Birke; an. bjǫrk, st. F. (ō), Birke; got. *baírka?, st. F. (ō), Birke; nndl. berk, Sb., Birke; nschw. björk, Sb., Birke; nnorw. bjørk, M., F., Birke; ai. bhūrja-, M., eine Art Birke; osset. bærzæ, Sb., Birke; lat. farnus, F., Esche; ? lat. fraxinus, F., Esche; lit. béržas, M., Birke; apreuß. berse, Sb., Birke; russ. берёза (berēza), F., Birke; GB.: (birka) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und vor allem in Eurasien verbreiteten Laubbaum mit auffälliger weißer Rinde; BM.: weiß; F.: Birke, Birken (!)+EW; Z.: Bir-k-e
$Birkhuhn, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Birkhuhn; E.: s. Birk(e), s. Huhn; L.: Kluge s. u. Birkhuhn, DW2, 40, EWD s. u. Birke; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Birk(e) und Huhn gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen hühnerartigen Fasanenvogel; F.: Birkhuhn, Birkhuhns, Birkhuhnes, Birkhühner, Birkhühnern+EW; Z.: Bir-k—huhn
$Birnbaum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Birnbaum; E.: s. Birn(e), s. Baum; L.: EWD s. u. Birne; GB.: (biraboum*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus Birn(e) und Baum gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit 1. Jh. v. Chr, vor allem in Asien genutzten Birnen als Früchte tragenden Obstbaum; F.: Birnbaum, Birnbaumes, Birnbaums, Birnbäume, Birnbäumen+FW+EW; Z.: Bir-n—bau-m
Birne, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Birne, Birnbaum; ne. pear (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. bire, bir, st. F., sw. F., Birne; mnd. bēre, F., Birne; mnl. pere, F., Birne; ahd. bira, sw. F. (n), Birne, Schmerbirne, birnenförmige Olivenart, Birnbaum; vgl. lat. pirum, N., Birne, (um 250-184 v. Chr.); Lehnwort aus dem Mittelmeerraum; L.: Kluge 1. A. s. u. Birne, Kluge s. u. Birne, EWD s. u. Birne, DW 2, 40, DW2 5, 289, EWAhd 2, 94, Duden s. u. Birne, Bluhme s. u. Birne; Son.: vgl. afries. par, pere, Sb., Birne; ae. pere, peru, sw. F. (n), Birne; an. pera, sw. F. (n), Birnbaum (alle nordischen Formen sind aus dem Altenglischen entlehnt); nndl. peer, Sb., Birne; frz. poire, F., Birne; nschw. päron, N., Birne; nnorw. pære, M., F., Birne; kymr. peren, F., Birne; nir. piorra, M., Birne; GB.: (bira) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie dem Mittelmeerraum aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen und zu der Familie der Rosengewächse gehörigen Obstbaum sowie seine von den Menschen als Obst geschätzte Frucht; BM.: ?; F.: Birne, Birnen+FW(+EW?); Z.: Bir-n-e
$Birsch, nhd., M.: nhd. Birsch; Vw.: s. Pirsch
birschen, nhd., sw. V.: nhd. birschen; Vw.: s. pirschen
bis, nhd., Präp., Konj., (12. Jh.): nhd. bis, bis zu; ne. till, to; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1150 (Heinrich Verfasser der Litanei); E.: s. mhd. biz (1), bit, bitze, Präp., bis, bis auf, bis zu, verglichen mit, solange; mhd. biz (2), Konj., bis, solange; Zusammensetzung aus mhd. bī und ze; vgl. mhd. bī, Adv., Präp., bei, zusammen mit, an, auf, zu, wegen; ahd. bī, bi, Adv., Präp., Präf., bei, auf, an, in, wegen, nahe, zu, anstatt, für; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); oder von idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323? (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); mhd. ze, zuo, zī, zi, zu, Adv., zu, in, gegen, nach, über, von, vor, mit, nebst, samt, für, als, bis, an; ahd. zi, Präp., Adv., Präf., zu, nach, in, an, auf, bis zu, bis in; germ. *te, Präf., zu, zer...; germ. *ta, Präp., zu; L.: Kluge 1. A. s. u. bis, Kluge s. u. bis, DW 2, 42, EWD s. u. bis, DW2 5, 290, EWAhd 2, 142, Duden s. u. bis, Bluhme s. u. bis; GB.: seit (nach 1150) belegte und aus bi und zu gebildete Bezeichnung (Fürwort) um räumlich und zeitlich einen Punkt oder eine Grenze einer Ausdehnung anzuzeigen; BM.: Nähe?; F.: bis+EW; Z.: bi-s
Bisam, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bisam, Moschus; ne. musk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bisem, sw. M., st. M., sw. F., Bisam, Moschus; mhd. dēsem, desem, deseme, M., Bisam, Sekret des Bisamtiers, Moschus; ahd. bisamo, sw. M. (n), Bisam, Moschus, Duftstoff; as. bisemo*, bisamo*, sw. M. (n), Bisam, Moschus, Duftstoff; lat. mlat. bisamum, N., Bisam; vgl. hebr. bāsā́m, Sb., Balsamstrauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Bisam, Kluge s. u. Bisam, EWD s. u. Bisam, DW 2, 45, DW2 5, 295, EWAhd 2, 106, Duden s. u. Bisam; Son.: vgl. nndl. bisam, Sb., Bisam; nschw. bisam, Sb., Bisam; nnorw. Bisam, M., Bisam; poln. piżmo, Sb., Bisam; GB.: (bisamo) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für das stark riechende und von Menschen zu einer Herstellung von Duftstoffen verwendete Sekret der vielleicht schon vormenschlichen ziegenähnlichen asiatischen Moschustiere; BM.: Balsamduft?; F.: Bisam, Bisams, Bisame (!), Bisamen (!)+FW(+EW); Z.: Bisam
Bischof, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bischof, hoher Geistlicher; ne. bishop (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Bischof); E.: mhd. bischof, bischolf, st. M., Bischof; mnd. bischop, bischup, biscop, M., Bischof, Hohepriester; mnl. bisscop, M., Bischof; ahd. biskof*, biscof, st. M. (a), Bischof, Priester, Hohepriester; as. biskop*, biscop, st. M. (a), Bischof; anfrk. biskop, biscop, st. M. (a), „Bischof“, Priester; germ.? *biskop, M., Bischof; s. lat. episcopus, M., Bischof, (um 160-220 n. Chr.); gr. ἐπίσκοπος (epískopos), M., Aufseher, Hüter; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, sehen; vgl. idg. spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bischof, Kluge s. u. Bischof, DW 2, 46, EWD s. u. Bischof, DW2 5, 297, EWAhd 2, 112, Duden s. u. Bischof; Son.: vgl. afries. biskop, st. M. (a): nhd. Bischof; ae. bisceop, biscop, st. M. (a), Bischof; an. biskup, byskup, st. M. (a?), Bischof; got. aípiskaúpus, st. M. (u), Bischof, (direkt aus dem Griechischen entlehnt); nndl. bisschop, M., Bischof; nschw. biskop, Sb., Bischof; nnorw. biskop, M., Bischof; poln. biskup, M., Bischof; kymr. esgob, M., Bischof; nir. easpag, M., Bischof; lit. vyskupas, M., Bischof; GB.: (biskof) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den obersten geistlichen Würdenträger eines bestimmten Gebiets einer christlichen Kirche; BM.: Aufseher; F.: Bischof, Bischofs, Bischöfe, Bischöfen+FW; Z.: Bi-schof
$bischöflich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bischöflich, Bischof betreffend; E.: s. Bischof, s. lich; L.: Kluge s. u. Bischof, EWD s. u. Bischof; GB.: nach 1150 belegte und aus Bischof und lich gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung des Christentums mögliches einen Bischof betreffend; F.: bischöflich, bischöfliche, bischöfliches, bischöflichem, bischöflichen, bischöflicher(, bischöflichere, bischöflicheres, bischöflicherem, bischöflicheren, bischöflicherer, bischöflichst, bischöflichste, bischöflichstes, bischöflichstem, bischöflichsten, bischöflichster)+FW und EW; Z.: bi-schöf-lich
Bise, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Bise, Wirbelwind, Nordostwind, Nordwind; ne. bise, whirlwind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: fnhd. beis, beiswind, F., Sturmwind; mhd. bīse, F., Nordwind, Ostwind; mnd. -; mnl. bise, M., Wirbelwind; ahd. bīsa, st. F. (ō), Nordwind, Sturmwind; as. -; anfrk. bīsa, st. F. (ō), Sturmwind; s. germ. *bis-, *biz-, V., einherstürmen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bise, DW2 5, 300, EWAhd 2, 105, Duden s. u. Bise; Son.: vgl. nndl. (dial.) bijs, Sb., Bise, Nordostwind; frz. bise, F., kalter Nordwind; GB.: (bīsa) seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen teilweise verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen aus dem Norden kommenden Wind (Nordostwind oder Nordwind) ; BM.: natürliche Luftbewegung?; F.: Bise, Bisen+EW; Z.: Bis-e
$bisher, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. bisher, bis jetzt; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: s. bis, s. her; L.: DW 2, 46, EWD s. u. bis, DW2 5, 300; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus bis und her gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und Entwicklung von Sprache mögliches bis jetzt; F.: bisher+EW; Z.: bis—her
Biskotte, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Biskotte, Löffelbiskuit; ne. ladyfinger; Vw.: -; Hw.: s. Biskuit; Q.: 1240-1265 (Tannhäuser); E.: s. mhd. piscot, M., Biskotte, Zwieback; s. it. biscotto, M., Biskotte; von lat. bis cottus, Sb., zweimal Gebackenes; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. coquere, V., kochen, sieden, reifen, ängstigen; idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Biskotte, fehlt DW, EWD s. u. Biskuit, DW2 5, 301, Duden s. u. Biskotte; Son.: vgl. frz. biscotte, F., Biskotte; poln. biszkopt, M., Biskuitteig; GB.: seit 1240-1265 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums hergestellte längliche Keksform aus Biskuitteig wobei die Bezeichnung früher allgemeiner für Biskuit verwendet wurde; BM.: zweimal gebacken; F.: Biskotte, Biskotten+FW(+EW?); Z.: Bi-s-kott-e
Biskuit, Biscuit, nhd., N., M., (16. Jh.): nhd. Biskuit, Biscuit, Biskuitgebäck; ne. biscuit; Vw.: -; Hw.: s. Biskotte; Q.: 1582; I.: Lw. frz. biscuit; E.: s. frz. biscuit, M., Biskuit, Biscuit, von lat. bis cottus, Sb., zweimal Gebackenes; vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise, (um 250-184 v. Chr.); idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. coquere, kochen, sieden, reifen, ängstigen; s. idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Biskuit, fehlt DW, EWD s. u. Biskuit, DW2 5, 301, Duden s. u. Biskuit; Son.: vgl. nndl. biscuit, Sb., Biskuit; nschw. biskvi, Sb., Biskuit?; nnorw. biskuit, M., Biskuit, Keks; kymr. bysgeden, F., Biskuit, Keks; lit. biskvitas, M., Biskuit; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums hergestelltes Feingebäck aus Mehl und Eiern sowie Zucker; BM.: zweimal gebacken; F.: Biskuit, Biskuits, Biskuites, Biskuite, Biskuiten, Biscuit, Biscuits, Biscuites, Biscuite, Biscuiten+FW; Z.: Bi-s-kui-t
$bislang, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. bislang, bisher, bis jetzt; E.: s. bis, s. lang; L.: Kluge s. u. bislang, DW 2, 47, EWD s. u. lang; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus bis und solang gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und Entwicklung von Sprache mögliches bis jetzt; F.: bislang+EW; Z.: bi-s—la-ng
Bison, nhd., N., M.? (16. Jh.): nhd. Bison, Büffel; ne. bison, buffalo; Vw.: -; Hw.: s. Wisent; Q.: 1560; I.: Lw. lat. bisōn; E.: s. lat. bisōn, M., Buckelochse, Auerochse, Wisent, Bison; germ. *wisunda-, *wisundaz, st. M. (a), Wisent; germ. *wisundi-, *wisundiz, st. M. (i), Wisent; vgl. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bison, fehlt DW, EWD s. u. Wisent, DW2 5, 302, Duden s. u. Bison; Son.: vgl. nndl. bizon, Sb., Bison; frz. bison, M., Bison; nschw. bison, Sb., Bison; nnorw. bison, M., Bison; poln. bizon, M., Bison; nir. bíosún, M., Bison; lit. bizonas, M., Bison; GB.: seit 1560 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar dem Germanischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche auf der Nordhalbkugel verbreitete Wildrindergattung; BM.: fließen?; F.: Bison, Bisons+FW; Z.: Bis-on
Biss, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Biss, Bissen, Zubeißen, Abgebissenes; ne. bite (N.); Vw.: -; Hw.: s. beißen; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. biz (3), piz, st. M., Biss, Bissen, Stich, Stoß, Bisswunde; mnd. bēte, bete, bet, M., Biss; mnl. bijt, N., M., Biss; ahd. biz, bīz?, st. M. (i), Biss, Bissen, Gebiss; as. biti, bit*, st. M. (i), Biss; anfrk. -; germ. *biti-, *bitiz, st. M. (i), Biss, Stich; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: EWD s. u. beißen, DW 2, 48 (Bisse), DW2 5, 303, EWAhd 2, 142, Seebold 97, Schweiz. Id. 4, 1986, Duden s. u. Biss; Son.: s. Bitz, M., Biss, Bissen; vgl. afries. bite, st. M. (i), Biss, Splitter, Einschnitt; ae. bite, st. M. (i), Biss, Stich, Wunde, Krebs; an. bit, st. N. (a), Biss, Schärfe, Viehweide; got. -; GB.: (biz) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Zähnen mögliches Zubeißen oder für etwas Abgebissenes; BM.: spalten; F.: Biss, Bisses, Bisse, Bissen (!)+EW; Z.: Bis-s
bisschen, nhd., Adj., Adv., Pron., (17. Jh.?): nhd. bisschen, ein wenig, bissel; ne. a little, slightly; Vw.: -; Hw.: s. beißen; Q.: 1669?; E.: s. Biss, s. chen; L.: Kluge s. u. bisschen, EWD s. u. beißen, DW 2, 49 (Biszchen), DW2 5, 305, Duden s. u. bisschen; GB.: vielleicht seit 1669 belegte Bezeichnung für eine kleine einem Biss oder Bissen (eines Menschen) entsprechende Menge (einer Gegebenheit) oder ein wenig; BM.: beißen; F.: bisschen+EW; Z.: bi-ss-chen
$bissel, nhd., Adv., (15. Jh.?): nhd. bissel; E.: s. Biss, s. el; L.: DW 2, 48 (Bissel, N.), EWD s. u. beißen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Biss und el gebildete Bezeichnung für eine kleine einem Biss oder Bissen (eines Menschen) entsprechende Menge (einer Gegebenheit); F.: bissel+EW; Z.: bi-ss-el
$Bissen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bissen; Vw.: s. Lecker-; E.: s. beiß(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Bissen, fehlt DW, EWD s. u. beißen; GB.: (bizzo) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus beißen gebildete Bezeichnung für eine kleine einem Biss entsprechende Menge F.: Bissen, Bissens+EW; Z.: Bi-ss-en
Bissgurn, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bissgurren, Bissgurre, Bissgurn, zänkische Frau; ne. bitch, nagging woman; Vw.: -; Hw.: s. Bissgurre; Q.: 16. Jh.; I.: z. T. Lw.?; E.: wohl zu nhd. beißen, s. Gurre; L.: Kluge s. u. Bissgurre, DW 2, 50, Duden s. u. Bissgurn; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Biss oder beißen und Gurre gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche zänkische Frau; BM.: bissige Stute?; F.: Bissgurn, Bissgurren (!)+EW; Z.: Bi-ss-gur-n
Bissgurre, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bissgurre, Bissgurren, Bissgurn, zänkische Frau; ne. bitch, nagging woman; Vw.: -; Hw.: s. Bissgurn; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu nhd. beißen, s. Gurre; L.: Kluge s. u. Bissgurre, DW 2, 50, Duden s. u. Bissgurn; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Biss oder beißen und Gurre gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche zänkische Frau; BM.: bissige Stute?; F.: Bissgurre, Bissgurren (!)+EW; Z.: Bi-ss-gurr-e
$bissig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. bissig, beißend, gefährlich, scharf; E.: s. Biss, s. ig; L.: Kluge s. u. beißen, DW 2, 48, EWD s. u. beißen; GB.: seit 1524 (GrimmDW2) belegte und aus Biss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Zähnen schon vormenschlich mögliches beißend oder gefährlich oder scharf; F.: bissig, bissige, bissiges, bissigem, bissigen, bissiger(, bissigere, bissigeres, bissigerem, bissigeren, bissigerer, bissigst, bissigste, bissigstes, bissigstem, bissigsten, bissigster)+EW; Z.: bi-ss-ig
Bistro, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bistro, einfaches Lokal; ne. bistro; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1929; I.: Lw. frz. bistro; E.: s. frz. bistro, M., Bistro; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Bistro, fehlt DW, DW2 5, 308, Duden s. u. Bistro; Son.: vgl. nndl. bistro, Sb., Bistro; nschw. bistro, Sb., Bistro; nnorw. bistro, M., Bistro; poln. bistro, Sb., Bistro; kymr. bistro, M., Bistro; lit. bistro, Sb. (indekl.), Bistro; GB.: seit 1929 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes kleines und meist einfacheres Lokal mit einfachen Speisen; BM.: ?; F.: Bistro, Bistros (!)+FW; Z.: Bistr-o
Bistum, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Bistum, Amtsbezirk eines Bischofs; ne. diocese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); I.: z. T. Lw. lat. episcopatus, z. T. Lüt. lat. episcopatus; E.: mhd. bistuom, st. N., Bistum; mnl. bisdom, N., Bistum; mnd. bischopdōm, bischopdum, bischedōm, biscopdūm, N., M., Bistum, Diözese, Bischofswürde, Bischofsamt; ahd. bistuom*, st. N. (a), Bistum, Bischofsamt; ahd. biskoftuom*, biscoftuom*, st. N. (a), Bischoftum, Diözese, Bistum, Bischofsamt; s. nhd. Bischof, ...tum; L.: Kluge 1. A. s. u. Bistum, Kluge s. u. Bistum, DW 2, 48 (Bisthum), EWD s. u. Bischof, EWAhd 2, 123, Duden s. u. Bistum; Son.: vgl. nndl. bisdom, Sb., Bistum; nschw. biskopsdöme, Sb., Bistum; nnorw. bispedømme, N., Bistum; lit. vyskupija, F., Bistum; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie aus Bischoftum gekürzte Bezeichnung für einen (in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten ausgebildeten) Amtsbezirk eines (katholischen) Bischofs; BM.: Aufsicht; F.: Bistum, Bistums, Bistümer, Bistümern+FW+EW; Z.: Bi-st-um
$bisweilen, nhd., Adv., (15. Jh.?): nhd. bisweilen, manchmal, gelegentlich; E.: s. bis, s. Weil(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bisweilen, EWD s. u. bis; GB.: vor 1494 belegte und aus bis und Weil(e) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches manchmal oder gelegentlich; F.: bisweilen+EW; Z.: bi-s-wei-l-en
Bit, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bit, Binärzeichen; ne. bit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Byte; I.: Lw. ne. bit; E.: s. ne. bit, N., Bit; eine aus binary digit gebildete Abkürzung; vgl. ne. binary, Adj., binär; s. nhd. binär; ne. digit., N., Ziffer, Zahl; vgl. lat. digitus, M., Finger, Zehe, (um 235-200 v. Chr.); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Bit, Duden s. u. Bit; Son.: vgl. nndl. bit, Sb., Bit; frz. bit, M., Bit; nschw. bit, Sb., Bit; nnorw. bit, M., Bit; poln. bit, M., Bit; kymr. bit, M., Bit; lit. bitas, M., Bit; GB.: seit 1946 (oder vielleicht schon neunzehnhundertdreiundvierzig) belegte und von dem Mathematiker John W. Tukey aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums vorgeschlagene und danach allgemein anerkannte Bezeichnung für eine binäre Einheit für die Anzahl möglicher alternativer Entscheidungen in einem binären menschlichen Zeichen wobei ein Bit die kleinste Informationseinheit eines Rechners ist und in der Regel acht Bits zu einem Byte zusammengefasst werden; BM.: auf zwei oder lat. bi (plus oder Strom an, minus oder Strom aus) reduzierte menschliche Entscheidungsmöglichkeit; F.: Bit, Bits+FW; Z.: Bi-t
Bitte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Bitte, Wunsch, Aufforderung; ne. plea (N.); Vw.: -; Hw.: s. bitten; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bete, st. F., sw. F., st. N., Bitte, Ersuchen, Fürsprache, Unterstützung, rechtliche Unterstützung, Wunsch, Befehl, Aufforderung; mnd. bēde (5), F., Bitte, Gebet, Fürbitte, Amtsheischung, Aufnahmegesuch, Abgab; mnl. bede, F., Bitte; ahd. beta, st. F. (ō), Gebet, Bitte, Fürsprache; ahd. bita*, st. F. (ō), „Bitte“, Gebet, Gebetsstätte; as. beda*, st. F. (ō), Bitte, Gebet; anfrk. beda*, st. F. (ō), Gebet, Bitte; germ. *bedō, st. F. (ō), Bitte, Gebet; vgl. idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488? (721/3) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.?, balt., slaw.?), Seebold 92; idg. bʰedʰ- (2), V., krümmen, beugen, drücken, plagen, Pokorny 113? (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. bitten, EWD s. u. bitten, DW 2, 52, DW2 5, 309, EWAhd 1, 569, Duden s. u. Bitte; Son.: s. as. bed? (1), st. N. (a); vgl. afries. bede, st. F. (ō), Bitte, Gebet; ae. bedu, st. F. (ō), Bitte, Gebet; an. -; got. bida, st. F. (ō), Bitte, Gebet, Aufforderung; GB.: (bita) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen an jemanden gerichteten Wunsch oder eine Aufforderung; BM.: von jemandem in Worten etwas wollen?; F.: Bitte, Bitten+EW; Z.: Bit-t-e
$bitte, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. bitte; E.: s. bitte(n); L.: Kluge s. u. bitten, fehlt DW (s. bitten), EWD s. u. bitten; E.: seit 18. Jh. belegte und aus (ich) bitte (darum) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (ich) bitte (darum); F.: bitte+EW; Z.: bit-t-e
bitten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bitten, auffordern, ersuchen, fragen; ne. bid (N.); Vw.: -; Hw.: s. beten, betteln, Bitte; Q.: um 765; E.: mhd. biten, bitten, st. V., bitten, laden (V.) (2), wünschen, heißen, befehlen; mnd. bêden, beiden, sw. V., beten, bitten, gebieten, befehlen; mnl. bidden, st. V., bitten; ahd. bitten, st. V. (5), bitten, beten, flehen, anflehen, erbitten, verlangen; as. biddian 52, st. V. (5), bitten, erbitten; as. bêdian, sw. V. (1a), zwingen; as. bedōn, sw. V. (2), beten; anfrk. bidden, biddon*, st. V. (5), bitten, beten; germ. *bedjan, *bidjan, st. V., bitten; idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488 (721/3) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.?, balt., slaw.?), Seebold 92?; L.: Kluge 1. A. s. u. bitten, Kluge s. u. bitten, DW 2, 51, EWD s. u. bitten, DW2 5, 310, EWAhd 2, 131, Duden s. u. bitten, Falk/Torp 258, Seebold 91, Bluhme s. u. bitten; Son.: vgl. afries. bidda 22, st. V. (5), bitten; saterl. bedia, V., bitten; afries. *bedia, sw. V. (2), beten; ae. biddan, st. V. (5), beten, bitten, befehlen, fordern; an. biðja, st. V. (1), bitten; got. bidjan, unr. st. V. (5), bitten, beten, betteln; nndl. bidden, V., bitten; nschw. beddja, V., bitten; nnorw. be, V., bitten; av. jaiδyemi, V., ich bitte; apers. jaidiyāmiy, V., ich bitte; gr. θέσσεσθαι (théssesthai), V., anflehen, erflehen; air. guidid, V., bittet; lit. gedáu-ju, gedáu-ti, V., sich sehnen, sehnsüchtig suchen, verlangen; ksl. žęždo, V., begehren; atschech. žádati, V., begehren; poln. żądać, V., anfordern; GB.: (bitten) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen anderen Menschen höflich auffordern oder ersuchen oder fragen; BM.: von jemandem in Worten etwas wollen (V.)?; F.: bitten, bitte, bittest, bittet, bat, batest, batst, baten, batet, bäte, bätest, bäten, bätet, gebeten, ##gebeten, gebetene, gebetenes, gebetenem, gebetenen, gebetener##, bittend, ###bittend, bittende, bittendes, bittendem, bittenden, bittender###, bitt (!)+EW; Z.: bit-t-en
bitter, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bitter, herb, unangenehm; ne. bitter (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bitter, Adj., bitter, scharf, unbarmherzig, schneidend, spitzig, stechend, bissig; mnd. bitter, Adj., bitter, schneidend, erbittert; mnl. bitter, Adj., bitter; ahd. bittar*, Adj., bitter, herb, scharf, verletzend, abweisend, schmerzlich; ahd. bittari* Adj., bitter; as. bittar, Adj., bitter, beißend, feindlich; anfrk. bittar*, bitter*, Adj., bitter; germ. *bitra-, *bitraz, Adj., bitter, beißend; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bitter, Kluge s. u. bitter, DW 2, 53, EWD s. u. bitter, DW2 5, 314, EWAhd 2, 129, EWAhd 2, 131, Falk/Torp 270, Seebold 97, Heidermanns 126f., Duden s. u. bitter, Bluhme s. u. bitter; Son.: vgl. afries. bitter, Adj., bitter; ae. biter, Adj., bitter, beißend, scharf, stechend, zornig, schmerzlich; an. bitr, an, Adj., bitter; got. baitrs, Adj. (a), bitter; nndl. bitter, Adj., bitter; nschw. bitter, Adj., bitter; nnorw. bitter, Adj., bitter; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (für ihn) herb oder unangenehm in dem Geschmack; BM.: beißen bzw. spalten; F.: bitter, bittere, bitteres, bitterem, bitteren, bittern, bitterer(, bitterere, bittereres, bittererem, bittereren, bittererer, bitterste, bitterstes, bitterstem, bittersten, bitterster)+EW; Z.: bi-tt-er
$Bitter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bitter, Bittender; Vw.: s. Leichen-; Q.: 13. Jh.; E.: s. bitt(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 53, DW2 5, 318; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. petitor aus bitt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Bittenden; F.: Bitter, Bitters (!), Bittern (!)+EW; Z.: Bit-t-er
$Bitterkeit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Bitterkeit, Schmerzhaftigkeit, Schärfe; E.: s. bitter, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. bitter, DW 2, 56, EWD s. u. bitter; GB.: (bittericheit) seit 1070/1080 belegte und aus bitter und ig sowie heit gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen bitteren Geschmack oder eine Schmerzhaftigkeit oder eine Schärfe; F.: Bitterkeit, Bitterkeiten+EW; Z.: Bi-tt-er-kei-t
$bitterlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bitterlich, bitter, scharf, heftig; E.: s. bitter, s. lich; L.: DW2, 56, EWD s. u. bitter; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus bitter und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bitter oder scharf oder heftig; F.: bitterlich, bitterliche, bitterliches, bitterlichem, bitterlichen, bitterlicher(, bitterlichere, bitterlicheres, bitterlicherem, bitterlicheren, bitterlicherer, bitterlichst, bitterlichste, bitterlichstes, bitterlichstem, bitterlichsten, bitterlichster)+EW; Z.: bi-tt-er—lich
$bittern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. bittern, bitter sein (V.), bitter machen; Vw.: s. er-, ver-; E.: s. bitter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. bitter, DW 2, 56; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus bitter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bitter sein (V.) oder bitter machen; F.: bittern, bittere (!), bitter (!), bitterst, bittert, bitterte, bittertest, bitterten, bittertet, gebittert, ##gebittert, gebitterte, gebittertes, gebittertem, gebitterten, gebitterter##, bitternd, ###bitternd, bitterndes, bitterndem, bitternden, bitternder###, bitter (!)+EW; Z.: bi-tt-er-n
$Bitternis, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Bitternis, Bitterkeit, Leid; E.: s. bitter, nis; L.: Kluge s. u. bitter, fehlt DW, EWD s. u. bitter; GB.: (bitternis) seit 1338 belegte und aus bitter und nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bitterkeit oder Leid; F.: Bitternis, Bitternisse, Bitternissen+EW; Z.: Bi-tt-er-nis
$Bittersüß, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Bittersüß; E.: s. bitter, s. süß; L.: Kluge s. u. Bittersüß, DW 2, 56 (Adjektiv und N.); GB.: seit 1558 belegte und aus bitter und süß gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bitter und süß; F.: Bittersüß, Bittersüßes+EW; Z.: Bi-tt-er—süß
$Bitterung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Bitterung, Bittermachen, Bitterwerden; Vw.: s. Er-, Ver-; E.: s. bitter(n), s. ung; L.: DW 2, 57; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus bitter(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Bittermachen oder Bitterwerden; F.: Bitterung, Bitterungen (!)+EW; Z.: Bi-tt-er-ung
$Bittschrift, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bittschrift, Bittschreiben; E.: s. Bitt(e), s. Schrift; L.: Kluge s. u. bitten, DW 2, 57 (unter Bittschreiben), EWD s. u. bitten; GB.: seit 1524 belegte und aus Bitt(e) und Schrift gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche bittende Schrift oder ein Bittschreiben; F.: Bittschrift, Bittschriften (!)+EW+FW; Z.: Bi-tt—schri-f-t
$Bittsteller, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bittsteller, eine Bitte Stellender; E.: s. Bitte, s. Steller; L.: Kluge s. u. Bittsteller, DW 2, 57, EWD s. u. bitten; GB.: seit 1790 belegte und aus Bitt(e) und Steller gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache (und Schrift) möglichen eine Bitte Stellenden; F.: Bittsteller, Bittstellers, Bittstellern+EW; Z.: Bi-tt—stel-l-er
Bitumen, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Bitumen, Erdpech; ne. bitumen; Vw.: -; Hw.: s. Beton; Q.: Ende 12. Jh. (Altdeutsche Predigten); I.: Lw. lat. bitūmen; E.: s. mhd. bitumen, N., Bitumen; lat. bitūmen, N., Erdharz, Erdpech, Judenpech, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯et- (1), Sb., Harz, Pokorny 480 (703/25) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bitumen, fehlt DW, EWD s. u. Beton, DW2 5, 325, Duden s. u. Bitumen; Son.: vgl. nndl. bitumen, Sb., Bitumen; frz. bitume, N., Bitumen; nschw. bitumen, Sb., Bitumen; nnorw. bitumen, N., Bitumen; poln. bitum, bitumin, M., Bitumen; nir. biotúman, M., Bitumen; lit. bitumas, M., Bitumen; GB.: (bitumen) seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine natürlich vorkommende oder von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums aus Erdöl gewonnene teerartige und u. a. als Abdichtungsmaterial und Isoliermaterial verwendete Masse; BM.: wie Harz klebender Stoff?; F.: Bitumen, Bitumens, Bitumina (!)+FW; Z.: Bit-um-en
$bituminös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bituminös, Bitumen betreffend; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Bitum(en) und in sowie ös gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Verwendung von Bitumen mögliches Bitumen betreffend; F.: bituminös, bituminöse, bituminöses, bituminösem, bituminösen, bituminöser(, bituminösere, bituminöseres, bituminöserem, bituminöseren, bituminöserer, bituminösest, bituminöseste, bituminösestes, bituminösestem, bituminösesten, bituminösester)+FW; Z.: bit-um-in-ös
Bitze, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Bitze, Baumgarten, Grasgarten; ne. arboretum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. bitze (1), st. F., Baumgarten; mhd. bizūne, bīziune, bitze, st. M., sw. M., st. N., sw. N., Bitze, Zaun, Einzäunung, Umzäunung; ahd. bizūni*, st. N. (ja), Zaun, Einzäunung; ahd. bizūna*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zaun, Einzäunung, Einfriedung, Gehege; s. nhd. bei, Zaun; L.: Kluge s. u. Bitze, DW 2, 58, DW2 5, 326; GB.: (bizūna* bzw. bizūni*) seit 10. Jh. belegte Bezeichnung für eine mit der Sesshaftwerdung des Menschen entwickelte und verwendete Absonderung oder Vereinzelung von Landstücken als Baumgarten oder Grasgarten; BM.: bei, Zaun; F.: Bitze, Bitzen+EW; Z.: Bi-tz-e
bitzeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. bitzeln, prickeln, kitzeln; ne. tingle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1485; E.: aus dem Westmitteldeutschen, s. nhd. beißen; L.: Kluge s. u. bitzeln, DW 2, 58, DW2 5, 326; GB.: seit 1485 belegte und über das Westmitteldeutsche von beißen abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wie von vielen feinen und leichten Stichen verursacht prickeln oder kitzeln; BM.: beißen; F.: bitzeln, bitzel (!), bitzle, bitzelst, bitzelt, bitzelte, bitzeltest, bitzelten, bitzeltet, gebitzelt, ##gebitzelt, gebitzelte, gebitzeltes, gebitzeltem, gebitzelten, gebitzelter##, bitzelnd, ###bitzelnd, bitzelnde, bitzelndes, bitzelndem, bitzelnden, bitzelnder###, bitzel (!)+EW; Z.: bi-tz-el-n
Biwak, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Biwak, Lager in dem Freien, Nachtlager in der freien Natur; ne. bivouac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1785; I.: Lw. frz. bivouac; E.: s. frz. bivouac, M., Biwak, Nachtlager; s. mnd. bīwacht, bīwachte, F., Wacht, außerordentliche besondere Wacht; vgl. mnd. bī, Präp., Adv., bei, dabei, an, in, während, gegen, ungefähr; germ. *bi, Präp., Präf., bei, um, be...; idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); oder von idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323? (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); mnd. wacht, F., Wacht, Wache, Bewachung; as. wahta, st. F. (ō), sw. F. (ō), Wacht, Wache; germ. *wahtwō, st. F. (ō), Wache, Wacht; s. idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; vgl. idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Biwak, fehlt DW, EWD s. u. Biwak, DW2 5, 326, Duden s. u. Biwak; Son.: vgl. nndl. bivak, Sb., Biwak; nschw. bivack, Sb., Biwak; nnorw. bivuakk, M., Biwak; poln. biwak, M., Biwak; nir. biobháig, F., Biwak; lit. bivakas, M., Biwak; GB.: seit 1785 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein menschliches behelfsmäßiges Nachtlager in der freien Natur; BM.: bewachtes Lager?; F.: Biwak, Biwaks, Biwake (!), Biwaken (!)+FW(+EW?); Z.: Bi-wak
$biwakieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. biwakieren, Biwak machen; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. bivouaquer; E.: s. Biwak, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Biwak; GB.: seit 1806 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen eher ungewöhnliches Biwak machen oder eine Nacht in einem Biwak unter freiem Himmel verbringen; F.: biwakieren, biwakiere, biwakierst, biwakiert, biwakierest, biwakieret, biwakierte, biwakiertest, biwakierten, biwakiertet, ##biwakiert, biwakierte, biwakiertes, biwakiertem, biwakierten, biwakierter##, biwakierend, ###biwakierend, biwakierende, biwakierendes, biwakierendem, biwakierenden, biwakierender###, biwakier (!)+FW+EW; Z.: bi-wak-ier-en
bizarr, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. bizarr, absonderlich, wunderlich; ne. bizarre, weird; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1652; I.: Lw. frz. bizarre; E.: s. frz. bizarre, Adj., bizarr, seltsam; it. bizzarro, Adj., bizarr, zornig, launenhaft; von oberit. bizza, F., üble Laune, Jähzorn; dessen Herkunft ist ungeklärt, vielleicht lautmalend; oder zu ahd. bāga, st. F. (ō), sw. F. (n), Streit, Wortwechsel, Einwand, Klage; germ. *bēga-, bēgaz, *bǣga-, bǣgaz, st. M. (a), Streit; germ. *bēga-, bēgaz, *bǣga-, *bǣgaz, Adj., hinderlich, lästig, widerstreitend; vgl. idg. *bʰēgʰ-, *bʰōgʰ-, V., streiten, Pokorny 115 (190/23) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. bizarr, fehlt DW, EWD s. u. bizarr, DW2 5, 326, Duden s. u. bizarr; Son.: vgl. nndl. bizar, Adj., bizarr; nschw. bisarr, Adj., bizarr; nnorw. bisarr, Adj., bizarr; tschech. bizarní, Adj., bizarr; GB.: seit 1652 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete oder mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches absonderlich oder wunderlich; BM.: streiten?; F.: bizarr, bizarre, bizarres, bizarrem, bizarren, bizarrer(, bizarrere, bizarreres, bizarrerem, bizarreren, bizarrerer, bizarrste, bizarrstes, bizarrstem, bizarrsten, bizarrster)+FW; Z.: bizarr
Bizeps, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bizeps, zweiköpfiger Oberarmmuskel; ne. biceps; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1875; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. biceps, Adj., zweiköpfig, doppelköpfig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Bizeps, fehlt DW, EWD s. u. Bizeps, DW2 5, 327, Duden s. u. Bizeps; Son.: vgl. nndl. biceps, Sb., Bizeps; frz. biceps, M., Bizeps; nschw. biceps, Sb., Bizeps; nnorw. biceps, M., Bizeps; poln. biceps, M., Bizeps; nir. bíceíps, F., Bizeps; lit. bicepsas, M., Bizeps; GB.: seit 1875 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den an dem Schultergelenk nahen Ende in zwei Teile auslaufenden Beugemuskel des Oberarms des Menschen und der Primaten; BM.: zwei Köpfe oder Enden; F.: Bizeps, Bizepses, Bizepse+FW(+EW?); Z.: Bi-zep-s
Blabla, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Blabla, sinnloses Gerede; ne. blah blah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Röhrich); E.: mhd. blāblā, st. N., Blabla; Lautnachahmung; L.: Kluge s. u. Blabla, fehlt DW, DW2 5, 328, Duden s. u. Blabla; Son.: vgl. frz. blabla, M., BlaBla; nnorw. bla-bla, Sb., Blabla; GB.: seit 14. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung eines sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen sinnlosen oder inhaltslosen oder inhaltsarmen Geredes; BM.: lautnachahmend; F.: Blabla, Blablas+EW; Z.: Blabla
$blach, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. blach, flach, glatt, schlicht, schwarz; L.: Kluge 1. A. s. u. blach, DW 2, 58; GB.: seit 1290-1300 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches flach oder glatt oder schlicht oder schwarz; F.: blach, blache, blaches, blachem, blachen, blacher(, blachere, blacheres, blacherem, blacheren, blacherer, blachst, blachste, blachstes, blachstem, blachsten, blachster)+EW; Z.: blach
Blachfeld, nhd. (ält.), N., (16. Jh.?): nhd. Blachfeld, flaches Feld, Ebene; ne. plain field, open country; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1523 (Luther); E.: s. blach, s. Feld; L.: Kluge s. u. Blachfeld, DW 2, 59, DW2 5, 328, Duden s. u. Blachfeld; GB.: vielleicht seit 1523 belegte und wohl durch eine Dissimilierung aus Flachfeld entstandene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches flaches Feld oder eine Ebene, möglicherweise unter Einwirkung eines Wortes wie Blache; BM.: flach?; F.: Blachfeld, Blachfeldes, Blachfelds, Blachfelder, Blachfeldern+EW; Z.: Blach—fel-d
Blackbox, Black Box, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Blackbox, verschlossene Kiste, Flugschreiber; ne. black box (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1961; I.: Lw. ne. black box; E.: s. ne. black box, N., Blackbox, schwarze Kiste; vgl. ne. black, Adj., schwarz; ae. blæc, Adj., schwarz, dunkel; germ. *blaka-, *blakaz, *blakka-, *blakkaz, Adj., schwarz; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); ne. box, N., Box, Behältnis; ae. box, st. M. (a), st. N. (a), Büchse, Buchsbaum; vgl. lat. pyxis, puxis, F., Büchse, Behältnis, Büchschen, Büchslein, kleines Kistchen, Schachtel; gr. πυξίς (pyxís), F., Büchse aus Buchsbaumholz, Arzneibüchse; Fremdwort unbekannter Herkunft; L.: fehlt DW, DW2 5, 329, Duden s. u. Blackbox, Falk/Torp 284, Heidermanns 128; Son.: vgl. nndl. black box, Sb., Blackbox; nschw. svarta lådan, Sb., Blackbox; GB.: seit 1961 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen Teil eines kybernetischen Systems dessen Aufbau und innerer Ablauf erst aus den Reaktionen auf eingegebene Signale erschlossen werden können bzw. in dem Flugwesen bruchsicheres und feuersicheres Gehäuse mit darin installiertem Flugdatenschreiber und Cockpit-Stimmrekorder die wichtige Flugdaten bzw. die Gespräche in dem Cockpit von Flugzeugen aufzeichnen und deshalb für die Aufklärung von Flugzeugunglücken wichtig sind; BM.: wegen schwarzer Färbung nicht einsehbares Behältnis; F.: Blackbox, Black Box+FW; Z.: Bla-ck-box
$Blackfisch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Blackfisch, Tintenfisch; E.: s. black, s. Fisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Blackfisch, DW 2,60; GB.: 1883 belegte und aus ne. black und Fisch gebildete Bezeichnung für einen Tintenfisch; F.: Blackfisch, Blackfisches, Blackfischs, Blackfische, Blackfischen+FW+EW; Z.: Black—fisch
Blackout, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Blackout, Ohnmacht; ne. blackout (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1965; I.: Lw. ne. blackout; E.: s. ne. blackout, N., Blackout, Ohnmacht; vgl. ne. black, Adj., schwarz; ae. blæc, Adj., schwarz, dunkel; germ. *blaka-, *blakaz, *blakka-, *blakkaz, Adj., schwarz; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); ne. out, Präp., Adv., aus, hinaus, heraus; ae. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; germ. *ūt, Adv., heraus; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW2 5, 329, Duden s. u. Blackout; Son.: vgl. nschw. blackout, Sb., Blackout; nnorw. blackout, M., Blackout; poln. blekaut, M., Blackout; GB.: seit 1965 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Verlust oder die Minderung des menschlichen Bewusstseins oder einen Zusammenbruch der Energieversorgung eines Systems; BM.: schwarz werden bzw. abdunkeln; F.: Blackout, Blackouts+FW; Z.: Black-out
blaffen, bläffen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. blaffen, bläffen, kurz bellen, kläffen; ne. snap (V.), bark (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1449; E.: s. mhd. blaffen, sw. V., blaffen; mnd. blaffen, sw. V., bellen, lästern; wohl lautmalende Bildung aus dem Umkreis von bellen; L.: Kluge s. u. blaffen, DW 2, 60, DW2 5, 329, Duden s. u. blaffen; Son.: vgl. nndl. blaffen, V., blaffen, bläffen; GB.: seit 1449 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches kurz bellen kurz bellend anfahren oder kläffen; BM.: lautmalend; F.: blaffen, blaffe, blaffst, blafft, blaffest, blaffet, blaffte, blafftest, blafften, blafftet, geblafft, ##geblafft, geblaffte, geblafftes, geblafftem, geblafften, geblaffter##, blaffend, ###blaffend, blaffende, blaffendes, blaffendem, blaffenden, blaffender###, blaff (!), bläffen, bläffe, bläffst, bläfft, bläffest, bläffet, bläffte, bläfftest, bläfften, bläfftet, gebläfft, ##gebläfft, gebläffte, gebläfftes, gebläfftem, gebläfften, gebläffter##, bläffend, ###bläffend, bläffende, bläffendes, bläffendem, bläffenden, bläffender###, bläff (!)+EW; Z.: blaff-en
bläffen, nhd., sw. V.: nhd. bläffen; Vw.: s. blaffen
Blaffert, nhd. (ält.), M.: nhd. Blaffert; Vw.: s. Plappert
Blag, nhd. (ält.), N., (18. Jh.?): nhd. Blag, Kind, Kleines, ungezogenes Kind; ne. child, brat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1743; E.: s. wnd. blaag, Sb., Kind; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Blagen, 60 (Blage), DW2 5, 330, Duden s. u. Blag; Son.: vgl. nndl. blaag, Sb., Blag, Kind; GB.: seit 1743 belegte und aus dem Westmitteldeutschen kommende sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Kleines oder ein ungezogenes Kind; BM.: ?; F.: Blag, Blages, Blags, Blagen+EW; Z.: Blag
Blahe, Blache, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Blahe, Blache, große Packleinwand, grobes Leinentuch; ne. dowlas; Vw.: -; Hw.: s. Plane; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. blahe, sw. F., grobes Leintuch, Plane; mhd. blā (1), blāwe, sw. F., Blahe, grobes Leinentuch, Plane; ahd. blaha*, sw. F. (n), Blahe, Leintuch, Zelttuch, Plane; ahd. blah* (1), Sb., Blahe, Leintuch, Gewand; germ. *blahō-, *blahōn, *blahjō-, *blahjōn, sw. F. (n), Laken, Plane, Tuch; idg. bʰlō̆k-, Sb., Wollflocke (?), Gewebe (?), Pokorny 161 (259/92) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Blahe, DW 2, 61, DW2 5, 328, EWAhd 2, 155, Falk/Torp 285, Duden s. u. Blahe, Fischer 1, 1151, Rhein. Wb. 1, 740, Schweiz. Id. 5, 46; Son.: vgl. an. blæja, blægja, sw. F. (n), Tuch, Laken, Kopfbinde; GB.: (blaha) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große Packleinwand oder ein grobes Leinentuch; BM.: Gewebe?; F.: Blahe, Blahen+EW; Z.: Blah-e
blähen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. blähen, blasen, wölben, von innen her durch Gase prall machen; ne. swell (V.), billow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. blæjen, blæwen, blæn, sw. V., blasen, blähen, aufblähen, schmelzen; mnd. -; mnl. blayen, blaeyen, sw. V., wehen; ahd. blāen* (1), sw. V. (1a), blähen, blasen, aufblasen, anfachen, wehen; as. -; anfrk. -; germ. *blēan, *blǣan, st. V., blähen, blasen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. blähen, Kluge s. u. blähen, DW 2, 61, EWD s. u. blähen, DW2 5, 330, EWAhd 2, 151, Falk/Torp 283, Seebold 117, Duden s. u. blähen, Bluhme s. u. blaehen; Son.: vgl. afries. blā 1, st. V. (7)=red. V., blasen; nnordfries. bleie, V., blasen; ae. blāwan, st. V. (7)=red. V. (2), blasen, atmen, tönen, entflammen, speien; an. -; got. -; ne. blow, V., blasen; lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, mit dem Mund blasen; GB.: (blāen) um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches blasen oder von innen her durch Gase prall machen; BM.: blasen; F.: blähen, blähe, blähst, bläht, blähest, blähet, blähte, blähtest, blähten, blähtet, gebläht, ##gebläht, geblähte, geblähtes, geblähtem, geblähten, geblähter##, blähend, ###blähend, blähende, blähendes, blähendem, blähenden, blähender###, bläh (!)+EW; Z.: blä-h-en
$Blähung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Blähung, Wölbung, Aufgeblasenheit, Darmwind; E.: s. bläh(en), s. ung; L.: Kluge s. u. blähen, DW 2, 62, EWD s. u. blähen; GB.: seit 1282 belegte und aus bläh(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Wölbung oder Aufgeblasenheit oder einen Darmwind; F.: Blähung, Blähungen+EW; Z.: Blä-h-ung
blaken, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. blaken, in Flammen stehen, brennen, rußen; ne. smoke (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1807; E.: s. mnd. blaken, sw. V., brennen, glühen; vgl. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blaken, EWD s. u. blaken, DW 2, 62, DW2 5, 333, Duden s. u. blaken, Bluhme s. u. blaken; Son.: vgl. nndl. blaken, V., blaken, brennen; gr. φλέγειν (phlégein), V., brennen, flammen, leuchten; toch. A und toch. B pälk-, V., brennen, leuchten; GB.: seit 1807 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Flammen stehen oder brennen; BM.: brennen bzw. glühen; F.: blaken, blakt, blake (!), blakte, geblakt, ##geblakt, geblakte, geblaktes, geblaktem, geblakten, geblakter##, blakend, ###blakend, blakende, blakendes, blakendem, blakenden, blakender###, blake (!)+EW; Z.: blak-en
$Blaker, nhd. (ält.?), M., (18. Jh.?): nhd. Blaker, Blakender, Wandleuchter; E.: s. blak(en), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blaker, DW 2, 62, EWD s. u. blaken; GB.: seit 1741 belegte und aus blak(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl von Menschen entwickelten Blakenden oder Wandleuchter; F.: Blaker, Blakers, Blakern+EW; Z.: Blak-er
blamabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. blamabel, beschämend; ne. shameful, embarrasing; Vw.: -; Hw.: s. blamieren, Blamage; Q.: 1720/1724; I.: Lw. frz. blamable; E.: s. frz. blamable, Adj., tadelnswert; vgl. frz. blâmer, V., tadeln; lat. blasphēmāre, V., lästern, schmähen, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. βλασφημεῖν (blasphēmein), V., Böses reden, verleumden, lästern; vgl. gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. blamieren, fehlt DW, EWD s. u. blamieren, Duden s. u. blamabel; GB.: seit 1720/1724 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches beschämend; BM.: (Böses) reden; F.: blamabel, blamable, blamables, blamablem, blamablen, blamabler(, blamablere, blamableres, blamablerem, blamableren, blamablerer, blamabelst, blamabelste, blamabelstes, blamabelstem, blamabelsten, blamabelster)+FW(+EW?); Z.: blam-ab-el
$Blamage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blamage, Bloßstellung, Schande; E.: s. blam(ieren), s. age; L.: Kluge s. u. blamieren, fehlt DW, EWD s. u. blamieren, Duden s. u. Blamage; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bloßstellung oder Schande eines Menschen; F.: Blamage, Blamagen+FW; Z.: Blam-ag-e
blamieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. blamieren, bloßstellen, lächerlich machen; ne. disgrace (V.), embarass (V.); Vw.: -; Hw.: s. blamabel, Blamage; Q.: 1616; I.: Lw. frz. blâmer; E.: s. frz. blâmer, V., tadeln; lat. blasphēmāre, V., lästern, schmähen, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. βλασφημεῖν (blasphēmein), V., Böses reden, verleumden, lästern; vgl. gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. blamieren, fehlt DW, EWD s. u. blamieren, DW2 5, 334, Duden s. u. blamieren; Son.: vgl. nndl. blameren, V., blamieren; ne. blame, V., beschuldigen, vorwerfen; nschw. blamera, V., blamieren; nnorw. blamere, V., blamieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bloßstellen oder lächerlich machen eines Menschen unter Menschen; BM.: (Böses) reden; F.: blamieren, blamiere, blamierst, blamiert, blamierest, blamieret, blamierte, blamiertest, blamierten, blamiertet, ##blamiert, blamierte, blamiertes, blamiertem, blamierten, blamierter##, blamierend, ###blamierend, blamierende, blamierendes, blamierendem, blamierenden, blamierender###, blamier (!)+FW+EW; Z.: blam-ier-en
blanchieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. blanchieren, abbrühen, überbrühen; ne. blanch, parboil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1715; I.: Lw. frz. blanchir; E.: s. frz. blanchir, V., bleichen, weiß werden; vgl. frz. blanc, Adj., weiß; über frk. von germ. *blanka-, *blankaz, Adj., weiß, blank, schwach glänzend; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, DW2 5, 334, Duden s. u. blanchieren; Son.: vgl. nndl. blacheren, V., blanchieren; nschw. blanchera, V., blanchieren; poln. blanszować, V., blanchieren; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes ein Nahrungsmittel mit kochendem Wasser (kurz) abbrühen oder überbrühen; BM.: weiß machen; F.: blanchieren, blanchiere, blanchierst, blanchiert, blanchierest, blanchieret, blanchierte, blanchiertest, blanchierten, blanchiertet, ##blanchiert, blanchierte, blanchiertes, blanchiertem, blanchierten, blanchierter##, blanchierend, ###blanchierend, blanchierende, blanchierendes, blanchierendem, blanchierenden, blanchierender###, blanchier (!)+FW(+EW); Z.: bla-nch-ier-en
blank, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. blank, glatt, blinkend, glänzend; ne. sheer (Adj.), utter (Adj.), blank (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. blanko; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. blanc, Adj., blinkend, weiß, glänzend, schön, blank; mnd. blank, Adj., blank, glänzend, hell; mnl. blanc, Adj., hell, glänzend; ahd. blank*, blanc, Adj., „blank“, weiß, glänzend, bleich, fahl; as. *blank?, Adj., „blank“, weiß; anfrk. -; germ. *blanka-, *blankaz, Adj., weiß, blank, schwach glänzend; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blank, Kluge s. u. blank, EWD s. u. blank, DW 2, 64, DW2 5, 334, EWAhd 2, 157, Falk/Torp 284, Heidermanns 129, Duden s. u. blank, Bluhme s. u. blank; Son.: vgl. afries. blank, Adj., blank; ae. blanc, Adj., weiß, grau; an. blakkr, Adj., fahl, gelbbraun; got. *blagks?, Adj. (a), weiß, glänzend; nndl. blank, Adj., blank, hellhäutig, weiß; nschw. blank, Adj., blank, glänzend; nnorw. blank, Adj., blank; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf der Oberfläche glatt und blinkend oder glänzend; BM.: glänzend; F.: blank, blanke, blankes, blankem, blanken, blanker(, blankere, blankeres, blankerem, blankeren, blankerer, blankste, blankstes, blankstem, blanksten, blankster)+EW; Z.: bla-n-k
Blankett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Blankett, unterschriebenes aber nicht vollständig ausgefülltes Schriftstück; ne. blanquette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lüt. frz. carte blanche; E.: Neubildung nach dem Vorbild von frz. carte blanche, F., weiße Karte, Blankett; s. nhd. blank; L.: Kluge 1. A. s. u. blank, Kluge s. u. Blankett, fehlt DW, Duden s. u. Blankett; Son.: vgl. nndl. blanket, Sb., Blankett; nschw. blankett, Sb., Blankett; nnorw. blankett, M., Blankett; poln. blaniet, M., Vorabdruck; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach dem Vorbild von frz. carte blanche gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Formular einer Urkunde zu deren vollständiger Entstehung und Rechtsgültigkeit noch wichtige Teile fehlen; BM.: weißes und damit leeres Blatt; F.: Blankett, Blankettes, Blanketts, Blankette, Blanketten+FW; Z.: Bla-n-k-ett
blanko, nhd., Adv., Adj., (17. Jh.): nhd. blanko, leer, unvollständig, unausgefüllt; ne. in blank; Vw.: -; Hw.: s. blank; Q.: 1688; I.: Lw. it. (in) bianco; E.: unter Angleichung an nhd. blank s. it. (in) bianco, Adv., in weiß; wohl von ahd. blank*, blanc, Adj., blank, weiß, glänzend, bleich, fahl; germ. *blanka-, *blankaz, Adj., weiß, blank, schwach glänzend; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blanko, fehlt DW, EWD s. u. blanko, DW2 5, 338, Duden s. u. blanko; Son.: auch Adj.?; vgl. nndl. blanco, Adv., blanko; frz. en blanc, Adv., blanko; nschw. blanko, Adv., blanko; nnorw. blanko, Adv., blanko; poln. in blanko, Adv., blanko; GB.: seit 1688 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Althochdeutschen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leer (oder unvollständig oder unausgefüllt); BM.: weiß bzw. glänzend; F.: blanko+FW+EW; Z.: bla-n-k-o
$Blankoscheck, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Blankoscheck, unvollständig ausgefüllter Scheck; E.: s. blanko, s. Scheck; L.: fehlt DW, EWD s. u. blanko; GB.: seit 1951 belegte und aus blanko und Scheck gebildete Bezeichnung für einen unvollständig ausgefüllten Scheck oder vor der vollständigen Ausfüllung von dem Aussteller bereits unterschriebenen und durch Einfügung beispielsweise der Summe noch zu vervollständigenden Scheck; F.: Blankoscheck, Blankoschecks, Blankoschecke, Blankoschecken+FW(+EW); Z.: Bla-n-k-o—scheck
$Blankovollmacht, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Blankovollmacht, Vollmacht ohne Einschränkung, unvollständig ausgefüllte Vollmacht; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. blanko, s. Vollmacht; L.: fehlt DW, EWD s. u. blanko; GB.: seit 1920 belegte und aus blanko und Vollmacht gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Vollmacht mögliche Vollmacht ohne Einschränkung; F.: Blankovollmacht, Blankovollmachten+FW+EW; Z.: Bla-n-k-o—vol-l—mach-t
Blankscheit, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Blankscheit, Fischbein in einem Mieder; ne. busk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. frz. Lw.; E.: volksetymologische Umdeutung von frz. planchette, F., Plättchen, Brettchen; vgl. frz. planche, F., Brett, Bohle; lat. planca, F., Planke, Brett, Bohle; gr. φαλαγξ (phalanx), F., rundes Stück Holz, Stamm, Balken, Phalanx, Schlachtreihe; vgl. idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blankscheit, Kluge s. u. Blankscheit, DW 2, 66; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen (planchette) und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie volksetymologisch unter Verwendung von blank und Scheit umgedeutete Bezeichnung für ein von Menschen seit dem 16. Jh. entwickeltes sowie bis zu 30 cm langes und 3 bis 4 cm breites Brettchen aus Fischbein das in die Mitte eines Mieders eingeschoben wurde um eine gerade Linie zwischen Bauch und Brust zu erzielen; BM.: Brettchen; F.: Blankscheit, Blankscheits+FW(+EW); Z.: Bla-nk-schei-t
$Blankvers, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blankvers, reimloser Vers; E.: s. blank, s. Vers; L.: Kluge s. u. Blankvers, fehlt DW, EWD s. u. blank; GB.: seit 1761 belegte und aus blank und Vers gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen reimlosen Vers; F.: Blankvers, Blankverses, Blankverse, Blankversen+EW+FW; Z.: Bla-n-k—ver-s
Blase, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Blase, mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum; ne. bubble (N.), bladder; Vw.: -; Hw.: s. blasen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. blāse (1), plāse, sw. F., Blase, Wasserblase, Luftblase, Harnblase, dudelsackartiges Instrument; mnd. blāse, F., Blase, Blatter, Hautblase, Schwäre, Wasserblase, Harnblase; mnl. blase, F., Blase; ahd. blāsa (1), st. F.? (ō), sw. F.? (n), Blase, Pustel; as. blāsa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Blase; anfrk. -; germ. *blēsō, *blǣsō, st. F. (ō), Blase; s. idg. *bʰlēs-, V., blasen, schwellen, Pokorny 121; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blase, Kluge s. u. blasen, DW 2, 67, EWD s. u. blasen, DW2 5, 338, EWAhd 2, 164, Seebold 120, Duden s. u. Blase; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. blaas, Sb., Blase; nschw. blåsa, Sb., Blase; GB.: (ahd. blāsa) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mit Luft oder Flüssigkeit gefülltes und mit einer Umschließung versehenes sowie schon vormenschlich mögliches Gebilde (Hohlraum) beispielsweise der Haut oder des Körperinneren höherer Tiere; BM.: durch Luftzuführung oder Bewegen zu einem Schwellen bringen?; F.: Blase, Blasen+EW; Z.: Bla-s-e
$Blasebalg, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Blasebalg, Gebläse; E.: s. blas(e)(n), s. Balg; L.: DW 2, 60, DW 2, 89, EWD s. u. Balg; GB.: (ahd. blāsbalg*) seit 11. Jh. belegte und aus blas(en) und Balg gebildete Bezeichnung für ein von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Gerät für die Erzeugung eines Luftstroms oder ein Gebläse; F.: Blasebalg, Blasebalges, Blasebalgs, Blasebälger, Blasebälgern+EW; Z.: Bla-s-e—bal-g
blasen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. blasen, Luft ausstoßen, ausblasen, ein Blasinstrument spielen, wehen; ne. blow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Blase; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blāsen, red. V., blasen, hauchen, schnauben; mnd. blāsen, blēsen, st. V., blasen; mnl. blāsen, V., blasen; ahd. blāsan*, red. V., blasen, wehen, hauchen, atmen, einhauchen, eingeben; as. *blāsan?, *blāson?, red. V. (2), sw. V.?, blasen (V.); anfrk. -; germ. *blēsan, *blǣsan, st. V., blasen; idg. *bʰlēs-, V., blasen, schwellen, Pokorny 121; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. blasen, Kluge s. u. blasen, DW 2, 68, EWD s. u. blasen, DW2 5, 342, EWAhd 2, 164, Falk/Torp 283, Seebold 120, Duden s. u. blasen, Bluhme s. u. blasen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. blāsa, red. V., blasen, atmen; got. blēsan?, red. V. (4), blasen; nndl. blazen, V., blasen; nschw. blåsa, V., blasen; nnorw. blåse, V., blasen; GB.: (ahd. blāsan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches kräftig Luft ausstoßen; BM.: durch Luftzuführung oder Bewegen zu einem Schwellen (N.) bringen?; F.: blasen (!), blase, bläst, blast, blasest, blaset, blies, bliesest, bliest, bliesen, geblasen, ##geblasen, geblasene, geblasenes, geblasenem, geblasenen, geblasener##, blasend, ###blasend, blasende, blasendes, blasendem, blasenden, blasender###, blas (!)+EW; Z.: bla-s-en
$Bläser, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bläser, Blasender; Vw.: s. Posaunen-; E.: s. blas(en), s. er; L.: DW 2, 70, EWD s. u. blasen; GB.: (mhd. blāsære) um 1170 belegte und aus blas(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Blasenden; F.: Bläser, Bläsers, Bläsern+EW; Z.: Blä-s-er
blasiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. blasiert, überheblich, gleichgültig, eingebildet; ne. smug, blasé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793; I.: Lw. frz. blasé; E.: s. frz. blasé, Adj., abgestumpft, gleichgültig; vgl. frz. blaser, V., abstumpfen, durch Alkoholmissbrauch ruinieren; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von prov. blazier, blezir, V., verwelken lassen, Gamillscheg 118b; aus einer germ. Sprache?; germ. *blasō-, *blasōn, Sb., Fackel; vgl. idg. *bʰles-?, V., glänzen, Pokorny 158? (250/83) (RB. idg. aus germ.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118? (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); vielleicht auch von mnl. blāsen, V., blasen; germ. *blēsan, *blǣsan, st. V., blasen; idg. *bʰlēs-, V., blasen, schwellen, Pokorny 121; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. blasiert, fehlt DW, DW2 5, 347, EWD s. u. blasiert, Duden s. u. blasiert; Son.: vgl. nndl. geblaseerd, Adj., blasiert; nschw. blaserad, Adj., blasiert; nnorw. blasert, Adj., blasiert; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überheblich oder gleichgültig oder eingebildet; BM.: aufgeblasen?; F.: blasiert, blasierte, blasiertes, blasiertem, blasierten, blasierter(, blasiertere, blasierteres, blasierterem, blasierteren, blasierterer, blasierteste, blasiertestes, blasiertestem, blasiertesten, blasiertester)+FW+EW; Z.: bla-s-ier-t
$Blasiertheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Blasiertheit, Überheblichkeit; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. blasiert, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. blasiert; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus blasiert und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Überheblichkeit; F.: Blasiertheit+FW+EW; Z.: Bla-s-ier-t—hei-t
blasonieren, blasonnieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. blasonieren, ein Wappen kunstgerecht ausmalen, ein Wappen mit Malereien schmücken; ne. blazon (V.), emblazon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Virginal); E.: s. mhd. blasenieren, blasnieren, blesenieren, sw. V., schmücken (von Wappen), sich zeigen, gestalten nach; afrz. blasoner, V., sich mit dem Schilde decken; vgl. afrz. blason, Sb., Schild, Wappen am Schild; vielleicht von germ. *blasō-, *blasōn, Sb., Fackel; vgl. idg. *bʰles-?, V., glänzen, Pokorny 158? (250/83) (RB. idg. aus germ.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118? (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blasonnieren, fehlt DW, DW2 5, 248, Duden s. u. blasonieren; Son.: vgl. nndl. blazoeneren, V., blasonieren; frz. blasonner, V., blasonieren; nnorw. blasonere, V., blasonieren; poln. blazonowanie, Sb., Blasonierung; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches ein Wappen kunstgerecht ausmalen oder entsprechend den Regeln der Heraldik beschreiben; BM.: glänzen?; F.: blasonieren, blasoniere, blasonierst, blasoniert, blasonierest, blasonieret, blasonierte, blasoniertest, blasonierten, blasoniertet, ##blasoniert, blasonierte, blasoniertes, blasoniertem, blasonierten, blasonierter##, blasonierend, ###blasonierend, blasonierende, blasonierendes, blasonierendem, blasonierenden, blasonierender###, blasonier, blasonnieren, blasonniere, blasonnierst, blasonniert, blasonnierest, blasonnieret, blasonnierte, blasonniertest, blasonnierten, blasonniertet, ##blasonniert, blasonnierte, blasonniertes, blasonniertem, blasonnierten, blasonnierter##, blasonnierend, ###blasonnierend, blasonnierende, blasonnierendes, blasonnierendem, blasonnierenden, blasonnierender###, blasonnier (!)+FW+EW; Z.: bla-s-on-ier-en
blasonnieren, nhd., sw. V.: nhd. blasonnieren; Vw.: s. blasonieren
Blasphemie, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Blasphemie, Gotteslästerung; ne. blasphemy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Augsburger Bibelhandschrift); E.: mhd. blasphemia, F., Blasphemie; mnd. blasfēmīe, F., Blasphemie, Gotteslästerung; lat. blasphēmia, F., Blasphemie, Gotteslästerung, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. βλασφημία (blasphēmía), F., Verleumdung, Lästerung, Gotteslästerung; vgl. gr. βλασφημεῖν (blasphēmein), V., Böses reden, verleumden, lästern; gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Blasphemie, fehlt DW, EWD s. u. Blasphemie, DW2 5, 348, Duden s. u. Blasphemie; Son.: vgl. nndl. blasfemie, Sb., Blasphemie; frz. blasphème, M., Blasphemie; nschw. blasfemi, Sb., Blasphemie; nnorw. blasfemi, M., Blasphemie; nir. blasféim, F., Blasphemie; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche verletzende und höhnende Äußerung über etwas Heiliges oder Gotteslästerung; BM.: reden bzw. lästern; F.: Blasphemie, Blasphemien+FW(+EW?); Z.: Blas-phe-m-ie
$blasphemisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. blasphemisch, gotteslästerlich; E.: s. Blasphemi(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Blasphemie, fehlt DW, EWD s. u. Blasphemie; GB.: seit 1755 belegte und aus Blasphem(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Blasphemie betreffend oder gotteslästerlich; F.: blasphemisch, blasphemische, blasphemisches, blasphemischem, blasphemischen, blasphemischer(, blasphemischere, blasphemischeres, blasphemischerem, blasphemischeren, blasphemischerer, blasphemischst, blasphemischste, blasphemischstes, blasphemischstem, blasphemischsten, blasphemischster)+FW+EW; Z.: blas-phe-m-isch
blass, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. blass, hell, rein, farbschwach; ne. pale (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. blas, Adj., kahl, schwach, gering, nichtig; mnd. bles, blesse, Adj., blass; ahd. blas, Adj., blass, weiß, mit einer Blesse versehen (Adj.); as. blas, Adj., blass, weiß; anfrk. -; germ. *blasa-, *blasaz, Adj., licht, blass, mit weißem Fleck; s. idg. *bʰles-?, V., glänzen, Pokorny 158 (250/83) (RB. idg. aus germ.); vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blasz, Kluge s. u. blass, DW 2, 72 (blasz), EWD s. u. blaß, DW2 5, 349, Falk/Torp 285, Heidermanns 130, Duden s. u. blass, EWAhd 2, 162, Bluhme s. u. blass; GB.: (ahd. blas) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches hell oder rein oder farbschwach; BM.: weiß; F.: blass, blasse, blasses, blassem, blassen, blasser(, blassere, blasseres, blasserem, blasseren, blasserer, blasseste, blassestes, blassestem, blassesten, blassester)+EW; Z.: bla-ss
$Blässe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Blässe, Hellheit, Reinheit, Farbschwachheit; E.: s. blass, s. e; L.: Kluge s. u. blass, DW 2, 71 (Blässe), EWD s. u. blass; GB.: seit 1660 belegte und aus blass und e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliche Hellheit oder Reinheit oder Farbschwachheit; F.: Blässe, Blässen+EW; Z.: Blä-ss-e
$blassen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. blassen, hell oder rein oder farbschwach sein (V.) oder machen oder werden; Vw.: s. er-, ver-; E.: s. blass, s. en; L.: Kluge s. u. blass, DW 2, 71 (blassen); GB.: seit 1660 belegte und aus blass und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches hell oder rein oder farbschwach sein (V.) oder machen oder werden; F.: blassen (!), blasse (!), blassst (!), blasst, blassest, blasset, blasste, blasstest, blassten, blasstet, geblasst, ##geblasst, geblasste, geblasstes, geblasstem, geblassten, geblasster##, blassend, ###blassend, blassende, blassendes, blassendem, blassenden, blassender###, blass (!)+EW; Z.: bla-ss-en
$blässlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. blässlich, etwas blass oder etwas hell oder etwas rein oder etwas farbschwach; E.: s. blass, s. lich; L.: Kluge s. u. blass, DW 2, 73 (bläszlich), EWD s. u. blass; GB.: seit 1645 belegte und aus blass und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches etwas hell oder etwas rein oder etwas farbschwach; F.: blässlich, blässliche, blässliches, blässlichem, blässlichen, blässlicher(, blässlichere, blässlicheres, blässlicherem, blässlicheren, blässlicherer, blässlichst, blässlichste, blässlichstes, blässlichstem, blässlichsten, blässlichster)+EW; Z.: blä-ss-lich
Blatt, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Blatt, Blütenblatt, Baumblatt, Zettel, Zeitung; ne. leaf (N.), blade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Blatt); E.: mhd. blat, st. N., Blatt, Laub, Halszäpfchen; mnd. blat, N., Blatt; mnl. blat, N., Blatt; ahd. blat, st. N. (a) (iz) (az), Blatt, Halm, Blech, Papierblatt, Plättchen; as. blad, st. N. (a), Blatt; anfrk. -; germ. *blada-, *bladam, st. N. (a), Blatt; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blatt, Kluge s. u. Blatt, EWD s. u. Blatt, DW 2, 73, DW2 5, 353, EWAhd 2, 167, Falk/Torp 283, Seebold 122, Duden s. u. Blatt, Bluhme s. u. Blatt; Son.: vgl. afries. bled, st. N. (a), Blatt; nnordfries. blad, bled; ae. blæd, st. N. (a), Blatt, Klinge (F.) (1); an. blað, st. N. (a), Blatt, Klinge (F.) (1); got. -; nndl. blad, Sb., Blatt; nschw. blad, N., Blatt; nnorw. blad, N., Blatt; toch. A pält, toch. B., pilta, Sb., Blatt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche flächenförmige Gegebenheit wie beispielsweise ein Blütenblatt oder ein Baumblatt oder einen Zettel oder eine Zeitung; BM.: schwellen?; F.: Blatt, Blattes, Blatts, Blätter, Blättern+EW; Z.: Bla-t-t
Blättchen, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Blättchen, kleines Blatt, kleine flächenförmige Gegebenheit; ne. leaflet; Vw.: s. Kümmel-; Hw.: s. Blatt; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.-; E.: s. mnd. blēdeken, N., Blättchen, Blättlein, kleines Blatt, Messerklinge, Scherenklinge; mnd. blat, N., Blatt; mhd. blat, st. N., Blatt, Laub, Halszäpfchen; as. blad, st. N. (a), Blatt; ahd. blat, st. N. (a) (iz) (az), Blatt, Halm, Blech, Papierblatt, Plättchen; germ. *blada-, *bladam, st. N. (a), Blatt; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: DW 2, 76, Duden s. u. Blättchen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Blatt und chen (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein kleines Blatt oder eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche kleine flächenförmige Gegebenheit; BM.: schwellen?; F.: Blättchen, Blättchens+EW; Z.: Blä-t-t-.chen
Blatter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Blatter, körperliche Aufschwellung, Blase, Pustel; ne. blister (N.), bladder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. blātere, sw. F., Blase, Blatter, Pocke; mnd. bladdere, bladder, bleddere, F., Blatter, Bläschen; mnl. blader, F., Blatter, Pustel; ahd. blātara, blātra, sw. F. (n), Blatter, Blase, Pustel, kleines Geschwür, Eingeweide; as. blādara*, sw. F. (n), Blatter, Bläschen; anfrk. -; germ. *bladrō-, *bladrōn, sw. F. (n), Blase, Blatter; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blatter, Kluge s. u. Blatter, DW 2, 77, EWD s. u. Blatter, DW2 5, 359, EWAhd 2, 168, Falk/Torp 283, Seebold 118, Duden s. u. Blatter; Son.: vgl. afries. -; ae. blǣdre, sw. F. (n), Blatter, Blase, Bläschen; an. blaðra (1), sw. F. (n), Blase; got. -; nndl. blaar, F., Blase, Bläschen; nschw. bläddra, Sb., Blase, Bläschen; nnorw. blære, M., Blase, Blatter; GB.: (blātara) seit um 765 belegte Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche körperliche Aufschwellung oder Blase oder Pustel; BM.: aufschwellen; F.: Blatter, Blattern+EW; Z.: Bla-tt-er
$blättern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. blättern, Blätter einzeln bewegen; Vw.: s. ab-; E.: s. Blatt, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Blatt, DW 2, 78, EWD s. u. Blatt; GB.: seit 1255 belegte und aus Blatt und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Blätter einzeln bewegen; F.: blättern (!), blättere, blätter (!), blätterst, blättert, blätterte, blättertest, blätterten, blättertet, geblättert, ##geblättert, geblätterte, geblättertes, geblättertem, geblätterten, geblätterter##, blätternd, ###blätternd, blätterndes, blätterndem, blätternden, blätternder###, blätter (!)+EW; Z.: blä-t-t-er-n
$Blättermagen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blättermagen; E.: s. Blatt, s. er, s. Magen (M.); L.: Kluge s. u. Blatt, DW 2, 78; GB.: seit 1774 belegte und aus Blatt und er sowie Magen gebildete Bezeichnung für den (dritten) Magen von Wiederkäuern mit blattförmigen Falten; F.: Blättermagen, Blättermagens, Blättermägen+EW; Z.: Blä-t-t-er-mag-en
$Blätterteig, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blätterteig; E.: s. Blatt, s. er (Suff.), s. Teig; L.: Kluge s. u. Blatt, DW 2, 79, EWD s. u. Blatt; GB.: seit 1716 belegte und aus Blatt und er sowie Teig gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dem Hochmittelalter in Europa von Menschen entwickelten und in Blättern geschichteten oder blätterförmigen Teig; F.: Blätterteig, Blätterteigs, Blätterteiges, Blätterteige, Blätterteigen (!)+EW; Z.: Blä-t-t-er—teig
$Blattschuss, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Blattschuss, Schuss in das Blatt, Volltreffer; E.: s. Blatt, s. Schuss; L.: DW 2, 80 (Blattschusz), EWD s. u. Blatt; GB.: seit 1871 belegte und aus Blatt und Schuss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung des Schießens durch Menschen möglichen grundsätzlich tödlichen Schuss in das Blatt oder den Bug eines Tieres oder einen Volltreffer; F.: Blattschuss, Blattschusses, Blattschüsse, Blattschüssen+EW; Z.: Bla-t-t—schu-s-s
blau, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. blau, himmelfarben; ne. blue (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blā, Adj., blau; mnd. blâ, Adj., blau; mnl. blau, Adj., blau; ahd. blāo*, Adj., blau, bläulich, dunkel, grau, bleifarben, fahl, purpurartig; as. blāo*, Adj., blau, bläulich, blass; anfrk. -; frk. *blāo, Adj., blau; germ. *blēwa-, *blēwaz, *blǣwa-, *blǣwaz, Adj., blau, dunkelblau; idg. *bʰlēu̯os, Adj., hell, gelb, blond, blau, Pokorny 160 (255/88) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blau, Kluge s. u. blau, DW 2, 81, EWD s. u. blau, DW2 5, 364, EWAhd 2, 160, Falk/Torp 285, Heidermanns 135, Duden s. u. blau, Bluhme s. u. blau; Son.: vgl. afries. blāu, blāw, Adj., blau; nnordfries. bla, blö, Adj., blau; ae. blǣwen, Adj., bläulich; an. blār, Adj., blau, dunkel, schwarz; got. -; nndl. blauw, Adj., blau; frz. bleu, Adj., blau; nschw. blå, Adj., blau; nnorw. blå, Adj., blau; lat. flāvus, Adj., goldgelb, rotgelb, gelb; kymr. blawr, Adj., grau, graublau; air. blā, Adj., gelblich? (aus dem Ae.?); lit. blãvas, Adj., bläulich, gelb (aus dem Germ.); lett. blãvs, Adj., bläulich, gelb (aus dem Germ.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung der seit Entstehung der Welt und des Lichtes sowie der Augen dem Menschen so erscheinenden Farbe des wolkenlosen Himmels (himmelfarben); BM.: glänzen?; F.: blau, blaue, blaues, blauem, blauen, blauer(, blauere, blaueres, blauerem, blaueren, blauerer, blauste, blaustes, blaustem, blausten, blauster, blaueste, blauestes, blauestem, blauesten, blauester)+EW; Z.: blau
$blauäugig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. blauäugig, blaue Augen habend, gutgläubig, vertrauensvoll; E.: s. blau, s. Aug(e), s. ig; L.: Kluge s. u. blauäugig, DW 2,83; GB.: 1537 belegte und aus blau und Aug(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Augen mögliches blaue Augen habend oder gutgläubig oder vertrauensvoll; F.: blauäugig, blauäugige, blauäugiges, blauäugigem, blauäugigen, blauäugiger+EW; Z.: bläu—äugi-ig
$Blaubart, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Blaubart; E.: s. blau, s. Bart; L.: Kluge s. u. Blaubart, DW 2, 83, EWD s. u. blau; GB.: seit 1673 belegte und aus einem französischen Märchen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Mann mit angeblich blauem Bart; F.: Blaubart, Blaubartes, Blaubarts+EW; Z.: Blau—bar-t
$Blaubeere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blaubeere, Schwarzbeere, Heidelbeere, Bickbeere; E.: s. blau, s. Beere; L.: DW 2, 83, EWD s. u. blau; GB.: seit 1760 belegte und aus blau und Beere gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche kleine dunkle Beere an niederen Sträuchern vor allem in lichten Wäldern (Schwarzbeere oder Heidelbeere oder Bickbeere); F.: Blaubeere, Blaubeeren+EW; Z.: Blau—bee-r-e
$blaublütig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. blaublütig, blaue Blüten bildend, blaues Blut habend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. blau, s. Blut und s. Blüte; L.: fehlt DW, EWD s. u. blau; seit 1875 belegte und aus blau und Blüt(e) sowie ig bzw. aus blau und Blut sowie ig bzw. gebildete Bezeichnung für blaue Blüten bildend bzw. angeblich blaues Blut als Zeichen von Adel aufweisend; F.: blaublütig, blaublütige, blaublütiges, blaublütigem, blaublütigen, blaublütiger(, blaublütigere, blaublütigeres, blaublütigerem, blaublütigeren, blaublütigerer, blaublütigst, blaublütigste, blaublütigstes, blaublütigstem, blaublütigsten, blaublütigster)+EW; Z.: blau—blü-t-ig
$Blaubuch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Blaubuch; E.: s. blau, s. Buch; L.: Kluge s. u. Blaubuch, fehlt DW; GB.: seit 1855 belegte und aus blau und Buch gebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift und Druck mögliche und nach der Farbe des Einbands benannte Sammlung von Bekanntmachungen; F.: Blaubuch, Blaubuchs, Blaubuches, Blaubücher, Blaubüchern+EW; Z.: Blau—buch
$Bläue, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Bläue, blaue Farbe, Dunkel; E.: s. blau, s. e; L.: DW 2, 83, EWD s. u. blau; GB.: (blāwī*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus blau und e gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliche blaue Farbe oder das Dunkel; F.: Bläue+EW; Z.: Bläu-e
$Bläuel, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Bläuel; E.: s. blau, s. el; L.: Kluge 1. A. s. u. Bläuel, DW 2, 83 (Verweis auf Bleuel); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus blau und el gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Bläuel, Bläuels, Bläueln+EW; Z.: Bläu-el
$blauen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. blau werden, blau sein (V.); E.: s. blau, s. en (Suff.); L.: DW 2, 83, EWD s. u. blau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus blau und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches blau werden oder blau sein (V.); F.: blauen (!), blaue (!), blaust, blaut, blauest, blauet, blaute, blautest, blauten, blautet, geblaut, ##geblaut, geblaute, geblautes, geblautem, geblauten, geblauter##, blauend, ###blauend, blauende, blauendes, blauendem, blauenden, blauender###, blau (!)+EW; Z.: blau-en
bläuen, bleuen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. bläuen, bleuen, prügeln, (blau) schlagen; ne. blue (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pleuelstange; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bliuwen, st. M., bläuen, schlagen; mnd. blûwen, bluwen, sw. V., bleuen, schlagen; ahd. bliuwan*, st. V. (2a), bläuen, prügeln, schlagen, geißeln, hauen; as. *bliuwan?, st. V. (2a), bleuen, schlagen; anfrk. -; germ. blewwan, st. V., bläuen, schlagen; idg. bʰeleu-, V., Adj., schlagen, kraftlos machen, schwach, krank, Pokorny 125 (206/39); die Verbindung zu „blau schlagen“ und die damit verbundene Schreibung mit äu ist volksetymologisch; L.: Kluge 1. A. s. u. bläuen, Kluge s. u. bleuen, DW 2, 83 (Verweis auf bleuen), EWD s. u. blau, bleuen, DW 2, 111, DW2 5, 415 (bleuen), EWAhd 2, 190, Falk/Torp 287, Seebold 120, Duden s. u. bleuen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. bliggwan, st. V. (2), schlagen; GB.: (ahd. bliuwan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (blau) schlagen; BM.: schlagen; F.: bläuen, bläue, bläust, bläut, bläuest, bläuet, bläute, bläutest, bläuten, bläutet, gebläut, ##gebläut, gebläute, gebläutes, gebläutem, gebläuten, gebläuter##, bläuend, ##bläuend, bläuende, bläuendes, bläuendem, bläuenden, bläuender###, bläu (!), bleuen, bleue, bleust, bleut, bleuest, bleuet, bleute, bleutest, bleuten, bleutet, gebleut, ###gebleut, gebleute, gebleutes, gebleutem, gebleuten, gebleuter, bleuend, bleuende, bleuendes, bleuendem, bleuenden, bleuender###, bleu (!)+EW; Z.: bläu-en
$bläulich, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. bläulich, blau ähnlich, etwas blau; E.: s., blau, s. lich; L.: DW 2, 84, EWD s. u. blau; GB.: seit 1507 belegte und aus blau und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches der blauen Farbe ähnlich, blau ähnlich; F.: bläulich, bläuliche, bläuliches, bläulichem, bläulichen, bläulicher(, bläulichere, bläulicheres, bläulicherem, bläulicheren, bläulicherer, bläulichst, bläulichste, bläulichstes, bläulichstem, bläulichsten, bläulichster)+EW; Z.: bläu—lich
$Blausäure, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blausäure; E.: s. blau, s. Säure; L.: Kluge s. u. Blausäure, DW 2, 85, EWD s. u. blau; GB.: seit 1793 belegte und aus blau und Säure gebildete Bezeichnung für den hellen (farblosen bis leicht gelblichen) und brennbaren sowie wasserlöslichen und flüssigen sowie sehr giftigen und (für die meisten Menschen wahrnehmbar) nach Bittermandeln riechenden und vor allem in Kernen von Steinobst wie Äpfeln oder Aprikosen oder in Leinsamen oder Maniok oder Bambussprossen enthaltenen schon vormenschlich möglichen Cyanwasserstoff (HCN) der früher aus Eisenhexacyanidoferrat gewonnen wurde; F.: Blausäure+EW; Z.: Blau—säu-r-e
$Blaustrumpf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blaustrumpf; E.: s. blau, s. Strumpf; L.: Kluge s. u. Blaustrumpf, DW 2, 85, EWD s. u. blau; GB.: seit 1705 belegte und aus blau und Strumpf gebildete Bezeichnung für einen gebildeten Menschen und abwertend für eine Bildung vorgebende Frau; F.: Blaustrumpf, Blaustrumpfes, Blaustrumpfs, Blaustrümpfe, Blaustrümpfen+EW; Z.: Blau—st-r-umpf
Blech, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Blech, (glänzendes) Metall; ne. sheet metal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. blëch, st. N., Blättchen, Metallblättchen; mnd. blek, blik, N., Blech; mnl. blec, N., Blech; ahd. bleh, st. N. (a), Blech, Amulett, Metallblättchen, Goldplättchen; as. *blek?, *blekk?, st. N. (a), Blech, Metallblättchen; anfrk. -; germ. *blika-, *blikaz, *blikka-, *blikkaz, st. M. (a), Glanz, Blick, Blech; germ. *blika-, *blikam, *blikka-, *blikkam, st. N. (a), Glanz, Blick, Blech; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Blech, Kluge s. u. Blech, DW 2, 85, EWD s. u. Blech, DW2 5, 375, EWAhd 2, 174, Duden s. u. Blech, Bluhme s. u. Blech; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. blik (2), st. N. (a), Blech, glänzendes Metall; got. -; nndl. blik, Sb., Blech; nschw. blek, N., Blech; nnorw. blek, N., Blech; poln. blacha, F., Blech; lett. blekis, Sb., Blech; blėkà, Sb., Blech; GB.: (ahd. bleh) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Ende der Steinzeit von Menschen entwickeltes und verwendetes dünn ausgewalztes (glänzendes) Metall; BM.: glänzen; F.: Blech, Bleches, Blechs, Bleche, Blechen (!)+EW; Z.: Ble-ch
$blechen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. blechen, zahlen; E.: s. Blech?, s. en, vielleicht rotwelsch beeinflusst; L.: Kluge s. u. Blech, DW 2, 86, EWD s. u. Blech; GB.: seit um 1467 belegte und vielleicht aus Blech und en gebildete sowie rotwelsch beeinflusste Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld mögliches zahlen; F.: blechen, bleche, blechst, blecht, blechest, blechet, blechte, blechtest, blechten, blechtet, geblecht, ##geblecht, geblechte, geblechtes, geblechtem, geblechten, geblechter##, blechend, ###blechend, blechende, blechendes, blechendem, blechenden, blechender###, blech (!)+EW+FW?; Z.: ble-ch-en
$blechern, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. blechern, aus Blech bestehend, wie Blech klingend; E.: s. Blech, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Blech, DW 2, 86, EWD s. u. Blech; GB.: seit um 1520 belegte und aus Blech und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Blech an dem Ende der Steinzeit mögliches aus Blech bestehend oder wie Blech klingend; F.: blechern, blecherne, blechernes, blechernem, blechernen, blecherner+EW; Z.: ble-ch-ern
blecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. blecken, sichtbar machen, hervorstehen; ne. show (V.), flash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. blecken, sw. V., sichtbar werden, sich entblößen, sehen lassen, zeigen; mnd. blēcken, sw. V., erscheinen, sich zeigen; ahd. blekken*, blecken*, sw. V. (1a), blitzen, leuchten, glänzen, blank sein (V.), entblößt sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *blakjan, sw. V., blecken?; germ. *blak-, V., glänzen; germ. *blek-, *blenk-, sw. V., glänzen, blinken; idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blecken, Kluge s. u. blecken, DW 2, 86, EWD s. u. blecken, DW2 5, 381, EWAhd 2, 171, Falk/Torp 284, Duden s. u. blecken; Son.: meist nur in der Redewendung „die Zähne blecken“; vgl. gr. φλέγειν (phlégein), V., brennen, flammen, leuchten; lat. flagrāre, V., flackern, flammen, lodern, brennen; toch. A und B pälk-, V., leuchten, brennen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Augen mögliches für höhere Lebewesen glänzend sichtbar machen; BM.: glänzen; F.: blecken, blecke, bleckst, bleckt, bleckest, blecket, bleckte, blecktest, bleckten, blecktet, gebleckt, ##gebleckt, gebleckte, geblecktes, geblecktem, gebleckten, gebleckter##, bleckend, ###bleckend, bleckende, bleckendes, bleckendem, bleckenden, bleckender###, bleck (!)+EW; Z.: ble-ck-en
Blei (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Blei (N.), ein Metall; ne. lead (N.), plumb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blī, st. N., st. M., Blei (N.), Richtblei; mnd. blî, blig, N., Blei; mnl. blī, Sb., Blei (N.); ahd. blīo*, st. N. (wa), Blei (N.); as. blī* (3), blīo*, st. N. (wa), Blei (N.); anfrk. -; germ. *blīwa- (1), *blīwam, st. N. (a), Blei (N.); s. idg. *bʰlē̆i- (1), V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); oder aus einer nichtindogermanischen Sprache entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Blei, Kluge s. u. Blei 1, DW 2, 88, EWD s. u. Blei, DW2 5, 382, EWAhd 2, 188, Falk/Torp 287, Duden s. u. Blei, Bluhme s. u. Blei; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. blȳ, st. N. (a), Blei (N.); got. -; nschw. bly, N., Blei (N.); nnorw. bly, M., Blei (N.); GB.: (blīo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein relativ weiches und gut dehnbares giftiges sowie in der Natur gediegen seltenes und dem Menschen vielleicht seit 5000 Jahren bekanntes Schwermetall mit silberhell glänzenden und blaugrau anlaufenden Oberflächen (chemisches Element Nr. 82, abgekürzt Pb für lat. plumbum, letztes noch stabil vorkommendes also nicht in dem Atomkern instabiles und deshalb radioaktiv zerfallendes Element); BM.: glänzen?; F.: Blei, Bleis, Bleies, Bleie, Bleien (!)+EW; Z.: Blei
Blei (2), nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Blei (M.), Bleihe, eine Brachse, ein Weißfisch; ne. blay, bley, bream; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mnd. blei, bley, bleig, Sb., Blei (M.), Bleihe (ein Fisch); germ. *blaigjō-, *blaigjōn, *blajjō-, *blajjōn, sw. F. (n), Bleihe, Bleie, Gründling (ein Fisch); idg. *bʰleik-, V., glänzen, Pokorny 157 (248/81) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Blei 2, DW 2, 99 (Bleie), DW2 5, 382; Falk/Torp 287, Duden s. u. Blei; Son.: s. mhd. bleie, sw. F., Bleihe, Bleie, Gründling (ein Fisch); vgl. ae. blǣge, sw. F. (n), Gründling (ein Fisch), Bleihe, Bleie; nndl. blei, Sb., Blei (M.), Bleihe; GB.: (mnd. blei) vielleicht seit um 1350 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen grätenreichen und nach seinem Aussehen benannten Weißfisch; BM.: weiß schimmernd; F.: Blei, Bleies, Bleis, Bleie, Bleien+EW; Z.: Blei
$Bleibe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bleibe, Unterkunft, Wohnung; E.: s. bleibe(n); L.: Kluge s. u. bleiben, fehlt DW, EWD s. u. bleiben; GB.: seit 1867 belegte und aus bleibe(n) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Unterkunft oder Wohnung; F.: Bleibe, Bleiben (!)+EW; Z.: B-lei-b-e
bleiben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bleiben, verbleiben, zurückbleiben, einen Ort nicht verlassen (V.); ne. remain (V.), stay (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. belīben, blīben, st. V., in gleichem Zustand bleiben, verharren, unterlassen (V.) werden, unterbleiben; mnd. blîven, st. V., bleiben, verbleiben; mnl. bliven, st. V., bleiben, ausbleiben; ahd. bilīban, st. V. (1a), bleiben, zurückbleiben, zurücklassen, übrigbleiben, aufhören, sterben, wegbleiben, unterbleiben; as. bilīvan*, st. V. (1a), bleiben, ausleihen, unterbleiben; anfrk. bilīvan*, blīvan*, st. V. (2), bleiben; germ. *bileiban, st. V., bleiben; s. idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287? (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bleiben, Kluge s. u. bleiben, DW 2, 90, EWD s. u. bleiben, DW2 5, 384, EWAhd 2, 49, Falk/Torp 368, Seebold 326, Duden s. u. bleiben, Bluhme s. u. bleiben; Son.: vgl. afries. bilīva, blīva, st. V. (1), bleiben, tot bleiben, sterben; nnordfries. bliwe, bläwe; ae. belīfan, st. V. (1), bleiben; an. blīfa, V., bleiben (entlehnt); got. *bileiban, st. V. (1), bleiben; nndl. blijven, V., bleiben; nschw. bli, bliva, V., bleiben; nnorw. bli, V., bleiben; nisl. blífa, V., bleiben; GB.: (bilīban) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches einen Ort nicht verlassen (V.); BM.: kleben?; F.: bleiben, bleibe (!), bleibst, bleibt, bleibest, bleibet, blieb, bliebst, blieben, bliebt, bliebest, bliebet, geblieben, ##geblieben, gebliebene, gebliebenes, gebliebenem, gebliebenen, gebliebener##, bleibend, ###bleibend, bleibende, bleibendes, bleibendem, bleibenden, bleibender###, bleib (!)+EW; Z.: b-lei-b-en
$bleibenlassen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. bleibenlassen, unterlassen (V.), nicht tun; L.: fehlt DW, EWD s. u. bleiben; GB.: (belīben lāzen) vielleicht seit um 1125 belegte und aus bleiben und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches unterlassen (V.) oder nicht tun; F.: bleibenlassen, lasse bleiben, lässt bleiben, lasst bleiben, lassen bleiben, lassest bleiben, lasset bleiben, ließ bleiben, ließest bleiben, ließt (!) bleiben, ließen bleiben, ließet bleiben, bleibengelassen, ##bleibengelassen, bleibengelassene, bleibengelassenes, bleibengelassenem, bleibengelassenen, bleibengelassener##, bleibenlassend, ###bleibenlasssend, bleibenlassende, bleibenlassendes, bleibenlassendem, bleibenlassenden, bleibenlassender###, bleibenzulassen, ####bleibenzulassen, bleibenzulassend, bleibenzulassende, bleibenzulassendes, bleibenzulassendem, bleibenzulassenden, bleibenzulassender####, lass (!) bleiben+EW; Z.: b-lei-ben—la-ss-en
bleich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bleich, fahl, hell, glänzend, farblos; ne. pale (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Bleiche, bleichen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bleich, Adj., bleich, blass; mnd. blêk, bleik, Adj., bleich, weiß; mnl. bleec, Adj., bleich, farblos, matt; ahd. bleih, Adj., bleich, blass, gelblich, weiß, hell, hellgrau; as. blêk*, Adj., bleich, hell, glänzend; anfrk. -; germ. *blaika-, *blaikaz, Adj., bleich, glänzend; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bleich, Kluge s. u. bleich, DW 2, 96, EWD s. u. bleich, DW2 5, 391, EWAhd 2, 176, Falk/Torp 286, Seebold 118, Heidermanns 127, Duden s. u. bleich, Bluhme s. u. bleich; Son.: vgl. afries. -; ae. blāc, Adj., glänzend, hell, strahlend, blass, bleich; ae. blǣce (2), blēce, Adj., blass, bleich; an. bleikr, Adj., bleich; got. -; nndl. bleek, Adj., bleich; ne. bleak, Adj., kahl, öde (aus dem an.); nschw. blek, Adj., bleich; nnorw. bleik, blek, Adj., bleich; GB.: (bleih) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches fahl oder hell oder glänzend oder farblos; BM.: glänzen; F.: bleich, bleiche, bleiches, bleichem, bleichen (!), bleicher(, bleichere, bleicheres, bleicherem, bleicheren, bleicherer, bleichste, bleichstes, bleichstem, bleichsten, bleichster)+EW; Z.: blei-ch
Bleiche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Bleiche, Bleichen (N.), Helligkeit, Blässe, Farblosigkeit, Bleichplatz; ne. bleach (N.), paleness; Vw.: -; Hw.: s. bleich, bleichen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bleiche (1), st. F., sw. F., Blässe, Bleiche, weiße Farbe, Bleichen (N.), Bleichplatz; mnd. blēke, bleike, F., Bleiche, Bleichplatz, Blässe; ahd. bleihhī*, bleichī*, bleihhīn*, st. F. (ī), Bleiche, Blässe, helle Farbe; ahd. bleihha* (1), bleicha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schminke; as. -; anfrk. bleiki*, bleike*, st. F. (ī), Blässe, bleiche Farbe; germ. *blaikī-, *blaikīn, sw. F. (n), Blässe; germ. *blaikō-, *blaikōn, *blaikjō-, *blaikjōn, sw. F. (n), weiße, Farbe, bleiche Farbe; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bleich, DW 2, 97, EWD s. u. bleich, DW2 5, 393, EWAhd 2, 176, Heidermanns 127, Duden s. u. Bleiche; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bleikja (1), sw. F. (n), weiße Farbe, bleiche Farbe; got. -; nschw. blekning, Sb., Bleiche; GB.: (bleihhī und bleihha) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliche Helligkeit oder Blässe oder Farblosigkeit sowie Bleichplatz; BM.: glänzen; F.: Bleiche, Bleichen+EW; Z.: Blei-ch-e
bleichen, nhd., sw. V., st. V., (8. Jh.): nhd. bleichen, bleich werden, glänzen, erbleichen, bleich machen; ne. bleach (V.), fade (V.); Vw.: -; Hw.: s. bleich, Bleiche; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. blīchen, st. V., glänzen, erröten; mhd. bleichen, sw. V., bleichen, erbleichen; mnd. blîken, sw. V., glänzen, scheinen; mnl. bleken, blīken, bliken, st. V., glänzen; ahd. blīhhan*, blīchan*, st. V. (1a), bleich sein, weiß sein (V.), hell sein (V.), strahlen, erglänzen, glänzen; ahd. bleihhēn*, bleichēn*, sw. V. (3), „bleichen“, bleich sein (V.), bleich werden, glanzlos sein (V.), hell sein (V.), hell werden; as. blīkan*, st. V. (1a), glänzen; anfrk. -; germ. *bleikan, st. V., schimmern, glänzen; germ. *blaikēn, *blaikǣn, sw. V., erbleichen, bleich werden; idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bleichen, Kluge s. u. bleichen, DW 2, 97, EWD s. u. bleich, DW2 5, 394, EWAhd 2, 176, EWAhd 2, 183, Falk/Torp 286, Seebold 118, Heidermanns 127, Duden s. u. bleichen; Son.: die Bedeutung in dem Neuhochdeutschen ist durch bleich beeinflusst worden; vgl. afries. blīka, st. V. (1), blinken, sichtbar sein (V.); nfries. blyckjen; afries. blâkia, sw. V. (2), bleichen; ae. blīcan, st. V. (1), glänzen, scheinen, leuchten, blenden, erscheinen; ae. blācian, sw. V. (2), erbleichen, bleich werden; an. blīkja, st. V. (1), glänzen, scheinen; got. -; nndl. blijken, V., sich herausstellen; GB.: (bleihhēn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches bleich werden oder blass werden oder glänzen oder bleich machen; BM.: weiß; F.: bleichen (!), bleiche (!), bleichst, bleicht, bleichest, bleichet, blich (!), blichst, blichen, blichet, gebleicht, ##gebleicht, gebleichte, gebleichtes, gebleichtem, gebleichten, gebleichter##, geblichen, ##geblichen, geblichene, geblichenes, geblichenem, geblichenen, geblichener##, bleichend, ###bleichend, bleichende, bleichendes, bleichendem, bleichenden, bleichender###, bleich (!)+EW; Z.: blei-ch-en
Bleichert, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Bleichert, hellroter Wein; ne. bright red wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. nhd. bleich, s. hart; L.: Kluge 1. A. s. u. Bleicher, Kluge s. u. Bleichert, DW 2, 97, DW2 5, 396; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus bleich und hart gebildete Bezeichnung für einen hellroten Wein; BM.: bleich?; F.: Bleichert, Bleicherts (!), Bleicherte (!), Bleicherten (!)+EW; Z.: Blei-ch-er-t
$bleiern, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. bleiern, Blei betreffend, bleifarben, wie Blei schwer; E.: s. Blei, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Blei 1, EWD s. u. Blei; GB.: vor 1475 belegte und aus Blei und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für Blei betreffend oder bleifarben oder wie Blei schwer; F.: bleiern, bleierne, bleiernes, bleiernem, bleiernen, bleierner+EW; Z.: blei-ern
$Bleihe, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Bleihe; Hw.: s. Blei; L.: Kluge 1. A. s. u. Bleihe, DW 2, 99; F.: Bleihe, Bleihen+EW; Z.: Bleih-e
$Bleistift, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bleistift, ein Schreibgerät; E.: s. Blei, s. Stift; L.: Kluge s. u. Bleistift, DW 2, 102, EWD s. u. Blei; GB.: um 1609 belegte und aus Blei und Stift gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in England um 1550 entwickelten und seit 1790 mit einer Mine aus einem in einem Ofen gebrannten Gemisch aus fälschlich als Bleierz angesehenem Grafitstaub und Ton (M.) (1) versehenen Holzstift als Schreibgerät; F.: Bleistift, Bleistifts, Bleistiftes, Bleistifte, Bleistiften+EW; Z.: Blei—stif-t
$Bleiweiß, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Bleiweiß; E.: s. Blei, s. weiß; L.: Kluge s. u. Bleiweiß, DW 2, 103 (Bleiweisz), EWD s. u. Blei; GB.: (blīwīze) seit Anfang 13. Jh. belegte und nach lat. cerussa aus Blei und Weiß gebildete Bezeichnung für ein dem Menschen seit dem Altertum bekanntes und lange etwa in Schminke verwendetes giftiges Weißpigment (Bleihydroxidkarbonat); F.: Bleiweiß, Bleiweißes, Bleiweiße (!), Bleiweißen (!)+EW; Z.: Blei—wei-ß
...blem, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ...blem; ne. ...blem; Vw.: s. Em-, Pro-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. βλῆμα (blēma); E.: s. gr. βλῆμα (blēma), N., Würfelwurf, Schuss, Schusswunde; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); Son.: vgl. nndl. ...bleem, Suff., ...blem; frz. blème, Suff., ...blem; nschw. ...blem, Suff., ...blem; nnorw. ...blem, Suff., ...blem; kymr. ...blem, Suff., ...blem; poln. blemat, Suff., ...blem; Emblem; lit. ...blema, Suff., ...blem; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für etwas Abstraktes Symbolisierendes verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...blem, ...blems, ...bleme, ...blemen+FW; Z.: -ble-m
Blende, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Blende (F.) (1), metallisch aussehendes Gestein; ne. blende; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: s. nhd. blenden in seiner Bedeutung täuschen; L.: Kluge s. u. Blende 1, EWD s. u. blenden, DW 2, 103; GB.: seit dem Spätmittelalter (um 1500) belegte und aus blende(n) gebildete sowie in der Bergmannssprache verwendete Bezeichnung für Mineralien und Erze die aufgrund ihres Gewichts und Glanzes einen hohen Metallgehalt vermuten ließen; BM.: glänzen?; F.: Blende, Blenden+EW; Z.: Ble-nd-e
$Blende (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Blende (F.) (2), eine Abdeckvorrichtung; E.: s. blende(n); L.: Kluge s. u. blenden; GB.: seit 1276 belegte und aus blende(n) gebildete Bezeichnung für eine Abdeckvorrichtung; F.: Blende, Blenden (!)+EW; Z.: Ble-nd-e
blenden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. blenden, blind machen; ne. glare (V.), delude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. blenden, sw. V., blenden, verblenden, verdunkeln; mnd. blenden, sw. V., blenden, blind machen, betrügen; ahd. blenten*, sw. V. (1a), blenden, blind machen, verblenden; as. -; anfrk. -; germ. *blandjan, sw. V., mischen, blenden; idg. *bʰlendʰ-, Adj., V., fahl, rötlich, schimmern, dämmern, undeutlich sehen, irren, Pokorny 157 (249/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); ein Faktitivum zu blind, wobei wohl einmal ein st. V. *blendan, V., sich verfinstern vorgelegen haben dürfte; L.: Kluge 1. A. s. u. blenden, Kluge s. u. blenden, DW 2, 104, EWD s. u. blenden, DW2 5, 407, EWAhd 2, 177, Falk/Torp 285, Seebold 116, Duden s. u. blenden, Bluhme s. u. blenden; Son.: vgl. afries. blenda, sw. V. (1), blenden, blind machen; saterl. blindja; ae. blėndan (1), sw. V. (1), blenden, täuschen; an. -; got. *blindjan?, sw. V. (1), blenden; nndl. verblinden, V., blenden; nschw. blända, V., blenden; nnorw. blende, blinde, V., blenden; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Augen mögliches durch übermäßige Helligkeit blind machen oder das Sehvermögen beeinträchtigen; BM.: glänzen?; F.: blenden (!), blende (!), blendest, blendet, blendete, blendetest, blendeten, blendetet, geblendet, ##geblendet, geblendete, geblendetes, geblendetem, geblendeten, geblendeter##, blendend, ###blendend, blendende, blendendes, blendendem, blendenden, blendender###, blend (!)+EW; Z.: ble-nd-en
$blendend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. blendend, strahlend, leuchtend, blindmachend, hervorragend; L.: Kluge s. u. blenden, DW 2, 106, EWD s. u. blenden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus blenden sowie d (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches strahlend oder leuchtend oder blindmachend oder hervorragend; F.: blendend, blendende, blendendes, blendendem, blendenden, blendender(, blendendere, blendenderes, blendenderem, blendenderen, blendenderer, blendendst, blendendste, blendendstes, blendendstem, blendendsten, blendendster)+EW; Z.: ble-nd-end
Blendling, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Blendling, Geblendeter, uneheliches Kind, Mischling, Bastard; ne. mongrel, bastard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1612; E.: von nhd. blenden, V., mischen; mhd. blanden, red. V., trüben, mischen, anstiften; ahd. blantan*, red. V., anstiften, herstellen, zubereiten; germ. *blandan, st. V., trüben, mischen; idg. *bʰlendʰ-, Adj., V., fahl, rötlich, schimmern, dämmern, undeutlich sehen, irren, Pokorny 157 (249/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Blendling, Kluge s. u. Blendling, DW 2, 106, DW2 5, 411, Duden s. u. Blendling; GB.: seit 1612 belegte Bezeichnung eines Geblendeten und seit 1705 eines unehelichen Kindes oder Mischlings oder Bastards; BM.: blind?; F.: Blendling, Blendlings, Blendlinge, Blendlingen+EW; Z.: Ble-nd-ling
Blesse, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Blesse, heller Fleck; ne. blaze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; E.: s. mnd. blesse (1), bles, F., Blesse, weißer Stirnfleck, Pferd oder Rind mit weißem Fleck; nhd. blass; L.: Kluge s. u. Blesse, DW 2, 71 (Blasse), EWD s. u. Blesse, DW2 5, 414, Duden s. u. Blesse; Son.: s. mhd. blasse, st. F., Blesse, weißer Fleck; vgl. nisl. blesa, F., Blesse; GB.: seit um 1400 belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen weißen oder fahlen Fleck oder Streifen auf der Stirne oder dem Nasenrücken beispielsweise von Pferden oder Rindern oder Blesshühnern; BM.: blass; BM.: glänzen?; F.: Blesse, Blessen (!)+EW; Z.: Ble-ss-e
$Blesshuhn, Blässhuhn, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Blesshuhn; E.: s. Bless(e), s. Huhn; L.: DW 1, 71 (Bläshuhn), EWD s. u. Blesse; GB.: seit 1774 belegte und aus Bless(e) und Huhn gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen schwarzen Wasservogel aus der Familie der Rallen mit einem auffälligen hellen Fleck oder einer weißen Haut über dem Schnabel (Blessralle); F.: Blesshuhn, Blesshuhnes, Blesshuhns, Blesshühner, Blesshühnern+EW; Z.: Ble-ss—huhn
blessieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. blessieren, verwunden; ne. wound (V.); Vw.: -; Hw.: s. Blessur; Q.: 1636; I.: Lw. frz. blesser; E.: s. frz. blesser, V., verletzen; weitere Herkunft unklar?; vielleicht über eine Bedeutung „weich machen“ von gallorom. *blēttiare, *blettiare, Gamillscheg 120b; von frk. *blēta, F., blauer Fleck durch Quetschung; vgl. ahd. bleizza, st. F. (ō), Striemen, blauer Fleck, Wundmal; germ. *blaitō-, *blaitōn, sw. F. (n), blasser Fleck; idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blessieren, fehlt DW, DW2 5, 415, Duden s. u. blessieren; Son.: vgl. nndl. blesseren, V., blessieren, verletzen; nschw. blessera, V., blessieren, verwunden; nnorw. blessere, V., blessieren, verletzen; GB.: seit 1636 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches verletzen oder verwunden; BM.: bläuen?; F.: blessieren, blessiere, blessierst, blessiert, blessierest, blessieret, blessierte, blessiertest, blessierten, blessiertet, ##blessiert, blessierte, blessiertes, blessiertem, blessierten, blessierter##, blessierend, ###blessierend, blessierende, blessierendes, blessierendem, blessierenden, blessierender###, blessier (!)+FW+EW; Z.: ble-ss-ier-en
Blessur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Blessur, Verletzung, Verwundung; ne. wound (N.); Vw.: -; Hw.: s. blessieren; Q.: 1648; I.: Lw. frz. blessure; E.: s. frz. blessure, F., Blessur, Verletzung; vgl. frz. blesser, V., verletzen; weitere Herkunft unklar?; vielleicht über eine Bedeutung weich machen von gallorom. *blēttiare, *blettiare, Gamillscheg 120b; von frk. *blēta, F., blauer Fleck durch Quetschung; vgl. ahd. bleizza, st. F. (ō), Striemen, blauer Fleck, Wundmal; germ. *blaitō-, *blaitōn, sw. F. (n), blasser Fleck; idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blessieren, fehlt DW, DW2 5, 415, Duden s. u. Blessur; Son.: vgl. nndl. blessure, Sb., Blessur; GB.: seit 1678 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Verletzung oder Verwundung; BM.: bläuen?; F.: Blessur, Blessuren+FW+EW; Z.: Ble-ss-ur
$Bleuel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bleuel, Schlagholz, Stampfer; E.: s. bleu(en), s. el; L.: Kluge s. u. bleuen, DW2, 111, EWD s. u. bleuen, Duden s. u. Bleuel; GB.: seit um 1200 belegte und aus bleu(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes Schlagholz oder einen Stampfer; F.: Bleuel, Bleuels, Bleueln (!)+EW; Z.: Bleu-el
bleuen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. bleuen; Vw.: s. bläuen
Blick, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Blick, Betrachten, Anschauen, Augenausdruck, Aussicht; ne. glimpse (N.), sight (N.), glance (N.), look (N.); Vw.: -; Hw.: s. blicken; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. blic, st. M., Glanz, Blitz, Blick der Augen, Anblick; mnd. blik, M., Glanz, Schein, Blick, Augenschein; mnl. blic, blec, M., Lichtstrahl, Blitz; ahd. blik*, blic, blig*, st. M. (a?, i?), Blick, Blitz, Strahl, Glanz; as. -; anfrk. -; germ. *blika-, *blikaz, *blikka-, *blikkaz, st. M. (a), Glanz, Blick, Blech; germ. *blika-, *blikam, *blikka-, *blikkam, st. N. (a), Glanz, Blick, Blech; germ. *bliki-, *blikiz?, st. M. (i), Glanz, Blick; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Blick, Kluge s. u. Blick, DW 2, 113, EWD s. u. Blick, DW2 5, 417, EWAhd 2, 182, Falk/Torp 286, Seebold 119, Duden s. u. Blick, Bluhme s. u. blicken; Son.: vgl. afries. -; ae. blice, st. M. (i), Sichtbarwerdung, Bloßlegung eines Knochens; an. blik (1), st. N. (a), Glanz; got. -; nndl. blik, Sb., Blick; nschw. blick, Sb., Blick; nnorw. blikk, N., Blick; GB.: (blik) seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das seit Entstehung von Augen mögliche Richten der Augen auf etwas oder Betrachten oder Anschauen oder Augenausdruck oder Aussicht; BM.: aufleuchten? bzw. glänzen?; F.: Blick, Blickes, Blicks, Blicke, Blicken+EW; Z.: Bli-ck
blicken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. blicken, umsehen, umhersehen, umherschauen; ne. look (V.), blance (V.); Vw.: -; Hw.: s. Blick; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. blicken, sw. V., blicken, glänzen; mnd. blicken (1), sw. V., glänzen, scheinen, sichtbar sein (V.); mnl. blicken, sw. V., blicken; ahd. blikken*, blicken*, sw. V. (1a), leuchten, glänzen, blitzen, strahlen; as. -; afries. -; germ. *blikjan, sw. V., blinken, glänzen; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. bʰel- (1), bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Blick, DW 2, 117, EWD s. u. Blick, DW2 5, 421, EWAhd 2, 184, Seebold 119, Duden s. u. blicken, Bluhme s. u. blicken; Son.: vgl. afries. bleza, blesza, sw. V. (1), sichtbar machen, blecken; nfries. bleackjen; ae. blician, sw. V., scheinen; an. blika, sw. V. (2): nhd. glänzen, funkeln; got. -; nschw. blicka, V., blicken auf; GB.: (blikken) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Augen mögliches (sich) umsehen oder umhersehen oder umherschauen; BM.: aufleuchten? bzw. glänzen?; F.: blicken (!), blicke (!), blickst, blickt, blickest, blicket, blickte, blicktest, blickten, blicktet, geblickt, ##geblickt##, blickend, ###blickend, blickende, blickendes, blickendem, blickenden, blickender###, blick (!)+EW; Z.: bli-ck-en
blind, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. blind, des Sehens nicht fähig, trübe, undurchsichtig; ne. blind (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blint, Adj., blind, dunkel, trübe, versteckt; mnd. blint, Adj., blind; mnl. blint, blind, Adj., blind, undurchsichtig; ahd. blint, Adj., blind, ohne Sehvermögen seiend, verblendet, dunkel; as. blind*, Adj., blind; anfrk. -; germ. *blenda-, *blendaz, *blinda-, *blindaz, Adj., blind; idg. *bʰlendʰ-, Adj., V., fahl, rötlich, schimmern, dämmern, undeutlich sehen, irren, Pokorny 157 (249/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blind, Kluge s. u. blind, DW 2, 119, EWD s. u. blind, DW2 5, 424, EWAhd 2, 187, Falk/Torp 285, Seebold 116, Heidermanns 133, Duden s. u. blind, Bluhme s. u. blind; Son.: vgl. afries. blind, Adj., blind; nfries. blyn, Adj., blind; ae. blind, Adj., blind, dunkel, inwendig, dumm; an. blindr, Adj., blind; got. blinds, Adj. (a), blind; nndl. blind, Adj., blind; nschw. blind, Adj., blind; nnorw. blind, Adj., blind; air. blinn, blind, Adj., blind (aus einer germ. Sprache); vgl. lit. blandùs, Adj., bündig, trübe, dunkel; GB.: (blint) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit der Entwicklung von Augen mögliches des Sehens nicht fähig oder trübe oder undurchsichtig; BM.: glänzen?; F.: blind, blinde, blindes, blindem, blinden, blinder(, blindere, blinderes, blinderem, blinderen, blinderer, blindesten, blindsten, blindeste, blindestes, blindestem, blindester, blindste, blindstes, blindstem, blindster)+EW; Z.: bli-nd
$Blinddarm, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Blinddarm; E.: s. blind, s. Darm; L.: Kluge s. u. Blinddarm, DW 2, 124, EWD s. u. blind; GB.: seit 1517 belegte und aus blind und Darm gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Säugetieren und Amphibien sowie Reptilien und Vögeln möglichen ersten und dem Dünndarm folgenden Abschnitt des aus Blinddarm und Grimmdarm sowie Mastdarm bestehenden Dickdarms an dessen Ende sich ein kleines wurmartiges Anhängsel (Fortsatz oder Appendix) von (bei Menschen) etwa 7 Zentimetern Länge und 5 Millimetern Dicke befindet das sich entzünden kann; F.: Blinddarm, Blinddarms, Blinddarmes, Blinddärme, Blinddärmen+EW; Z.: Bli-nd—dar-m
$blindlings, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. blindlings, unbedacht, gedankenlos; E.: s. blind, s. ling, s. s; L.: Kluge s. u. blind, DW 2, 126, EWD s. u. blind; GB.: seit 1648 belegte und aus blind und ling sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Augen mögliches unbedacht oder gedankenlos; F.: blindlings+EW; Z.: bli-nd-ling-s
$Blindschleiche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Blindschleiche; E.: s. blind, s. Schleiche; L.: Kluge s. u. Blindschleiche, DW 2, 126, EWD s. u. blind; GB.: (blintoslīhho*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und nach lat. caecula aus blind und Schleiche (slīhho M.!) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche schlangenähnliche Echse mit beweglichen verschließbaren Augenlidern; F.: Blindschleiche, Blindschleichen+EW; Z.: Bli-nd—sch-lei-ch-e
$Blink, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Blink, Glitzern, Funkeln; E.: s. blink(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. blinken; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit blinken verbindbare Bezeichnung für Glitzern oder Funkeln; F.: Blink, Blinkes (!), Blinke, Blinken (!)+EW; Z.: Bli-n-k
blinken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. blinken, glitzern, funkeln; ne. blink (V.), gleam (V.), twinkle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1391 (Marienlieder von Bruder Hans); E.: mnd. blinken, sw. V., blinken, glänzen, schimmern; vgl. ? ahd. blikken*, blicken*, sw. V. (1a): nhd. leuchten, glänzen, blitzen; germ. *blikjan, sw. V., blinken, glänzen; idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); GB.: menschlicher Farbeindruck?; L.: Kluge 1. A. s. u. blinken, Kluge s. u. blinken, DW 2, 127, EWD s. u. blinken, DW2 5, 438, Duden s. u. blinken, Bluhme s. u. blinken; Son.: vgl. nndl. blinken, V., blinken; nschw. blinka, V., blinzeln; nnorw. blinke, V., blinken; GB.: nach 1391 belegte und möglicherweise mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches glitzern oder funkeln; BM.: glänzen; F.: blinken (!), blinke (!), blinkst, blinkt, blinkest, blinket, blinkte, blinktest, blinkten, blinktet, geblinkt, ##geblinkt, geblinkte, geblinktes, geblinktem, geblinkten, geblinkter##, blinkend, ###blinkend, blinkende, blinkendes, blinkendem, blinkenden, blinkender###, blink (!)+EW; Z.: bli-n-k-en
$Blinker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Blinker, Blinkender; E.: s. blink(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. blinken, fehlt DW, EWD s. u. blinken; GB.: seit 1691 belegte und aus blink(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für unterschiedliche von Menschen entwickelte und verwendete blinkende Geräte und Hilfsmittel wie glitzernde Köder oder Blinkleuchten oder Fahrtrichtungsanzeiger an Kraftfahrzeugen; F.: Blinker, Blinkers, Blinkern (!)+EW; Z.: Bli-n-k-er
$blinkern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. blinkern, glitzern, funkeln, blinzeln, zwinkern; E.: s. blink(en), s. er, s. (e)n (Suff.); L.: DW 2, 128, EWD s. u. blinken; GB.: seit 1584 belegte und aus blinken und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches glitzern oder funkeln oder später auch blinzeln oder zwinkern; F.: blinkern, blinkere, blinker (!), blinkerst, blinkert, blinkerte, blinkertest, blinkerten, blinkertet, geblinkert, ##geblinkert, geblinkerte, geblinkertes, geblinkertem, geblinkerten, geblinkerter##, blinkernd, ###blinkernd, blinkerndes, blinkerndem, blinkernden, blinkernder###, blinker (!)+EW; Z.: bli-n-k-er-n
blinzeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. blinzeln, zwinkern; ne. blink (V.), twinkle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner); E.: mhd. blinzelen*, blinzeln, sw. V., blinzeln; vielleicht Weiterbildung von blinken?, oder von blind; L.: Kluge 1. A. s. u. blinzeln, Kluge s. u. blinzeln, DW 2, 128, EWD s. u. blinzeln, DW2 5, 441, Duden s. u. blinzeln, Bluhme s. u. blinzeln; GB.: (blinzelen*) seit 1290-1300 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mit Lidern mögliches die Augenlider rasch auf und ab bewegen und dadurch öffnen und schließen; BM.: glänzen?; F.: blinzeln, blinzle, blinzelst, blinzelt, blinzlest (!), blinzlet (!), blinzelte, blinzeltest, blinzelten, blinzeltet, geblinzelt, ##geblinzelt, geblinzelte, geblinzeltes, geblinzeltem, geblinzelten, geblinzelter##, blinzelnd, ###blinzelnd, blinzelnde, blinzelndes, blinzelndem, blinzelnden, blinzelnder###, blinzel (!)+EW; Z.: bli-n-z-el-n
Blitz, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Blitz, Blitzstrahl; ne. lightning; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. bliz, st. M., Blitz; mhd. blicz, st. M., Blitz; mhd. blicze, plecze, bleckze, sw. M., Blitz; mhd. blitze, plitze, sw. M., Blitz; mnd. blixem, blixeme, blixemene, blixen, blexen, blikse, bliksem, blitsen, blisme, M., Blitz; as. bliksmo*, sw. M. (n), Blitz; anfrk. -; germ. *bliksmō-, *bliksmōn, *bliksma-, *bliksman, sw. M. (n), Blitz; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, *bʰlīg̑-, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blitzen, DW 2, 129, EWD s. u. blitzen, Bluhme s. u. Blitz, DW2 5, 443, Seebold 119; Son.: vgl. afries. blixen (1), bliksen, M., Blitz; nnordfries. blix, blixen; ae. -; an. -; got. -; nndl. bliksem, Sb., Blitz; nschw. blixt, Sb., Blitz; nnorw. blits, M., Blitz (bei einem Photoapparat); GB.: (blicz und blicze) spätestens seit dem 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und elektrischer Energie mögliche grelle und meist schnell vorübergehende Lichterscheinung bei einer (elektrischen) Entladung elektrisch aufgeladener Luft; BM.: glänzen?; F.: Blitz, Blitzes, Blitze, Blitzen (!)+EW; Z.: Bli-tz
$Blitzableiter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blitzableiter; E.: s. Blitz, s. Ableiter; L.: DW 2, 131, EWD s. u. blitzen; GB.: seit 1779 belegte und aus Blitz und Ableiter gebildete Bezeichnung für eine 1752 von Benjamin Franklin entwickelte und seitdem beispielsweise in Hamburg 1769 verwendete metallische Schutzvorrichtung für Gebäude zu einer Ableitung von Blitzen in die Erde zwecks Verhinderung von Bränden und anderen Schäden; F.: Blitzableiter, Blitzableiters, Blitzableitern+EW; Z.: Bli-tz—ab—lei-t-er
blitzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. blitzen, funkeln, glänzen; ne. flash (V.), twinkle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: fnhd. blickzen, sw. V., blitzen; mhd. blitzen (1), sw. V., leuchten, blitzen, sich bewegen, hüpfen, schlagartig herausfahren; mhd. bleckezen*, bleczen, bleckzen, pleczen, plecketzen, sw. V., blitzen, Blitze schleudern; ahd. blekkezzen*, bleckezzen*, sw. V. (1a), blitzen, funkeln, glänzen; germ. *blikkatjan, sw. V., glänzen, glitzern; s. idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Blitz, Kluge s. u. blitzen, DW 2, 132, DW2 5, 448, EWAhd 2, 171, Seebold 119, Duden s. u. blitzen, Fischer 1, 1207, Schweiz. Id. 5, 293, Bluhme s. u. Blitz; Son.: s. schweiz. blitzgen, blixen, sw. V., blitzen, funkeln; schwäb. blitzgen, sw. V., blitzen, funkeln; vgl. ae. bliccėttan, sw. V. (1), glänzen, glitzern, zittern; GB.: (blekkezzen) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und elektrischer Energie mögliche grelle und meist schnell vorübergehende Lichterscheinung bei einer (elektrischen) Entladung oder für als Blitz in Erscheinung treten; BM.: glänzen?, funkeln?; F.: blitzen (!), blitze (!), blitzt, blitzest, blitzet, blitzte, blitztest, blitzten, blitztet, geblitzt, ##geblitzt, geblitzte, geblitztes, geblitztem, geblitzten, geblitzter##, blitzend, ###blitzend, blitzende, blitzendes, blitzendem, blitzenden, blitzender###, blitz (!)+EW; Z.: bli-tz-en
Blizzard, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Blizzard, Schneesturm; ne. blizzard; Q.: 1897; I.: Lw. ne. blizzard; E.: s. ne. blizzard, N., Blizzard, heftiger Stoß; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu verbinden mit ne. blizz, N., heftiger Regenschauer; L.: fehlt DW, EWD s. u. Blizzard, DW2 5, 454, Kluge s. u. Blizzard; Son.: vgl. nndl. blizzard, Sb., Blizzard; frz. blizzard, M., Blizzard; GB.: seit 1897 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit ne. blizz verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen hauptsächlich in Nordamerika auftretenden (heftigen) Schneesturm; BM.: ?; F.: Blizzard, Blizzards+FW; Z.: Bli-zz-ard
Block, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Block, Klotz; ne. block (N.), peg (N.); Vw.: -; Hw.: s. blockieren, Blocker; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. bloch, bloc, block, st. N., Holzklotz, Klotz, Block, Bohle, Baumstamm; mnd. blok, M., N., Block, Stamm, Klotz, Hackblock, Hauklotz; mnl. bloc, M., Block, Klotz; ahd. bloh*, blok*, st. M. (a?, i?)?, st. N. (a)?, Block, Pfahl, Holzblock; as. -; anfrk. -; idg. *bʰlugo?, Sb., Block, Pokorny 123; idg. *bʰluko-?, Sb., Block, Pokorny 123; idg. *bʰel-, *bʰelə-, V., schlagen; L.: Kluge 1. A. s. u. Block, Kluge s. u. Block, DW 2, 137, EWD s. u. Block, DW2 5, 454, EWAhd 2, 196, Duden s. u. Block, Bluhme s. u. Block; Son.: vgl. nndl. blok, Sb., Block; nschw. block, Sb., Block; nnorw. blokk, M., F., Block; poln. blok, M., Block; kymr. bloc, M., Block; nir. bloc, M., Block; lit. blokas, M., Block; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen festen kantigen Brocken aus harter Masse oder einen Klotz; BM.: schlagen?; F.: Block, Blockes, Blocks, Blöcke, Blöcken+EW; Z.: Blo-ck
$Blockade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Blockade, Sperrung, Abriegelung; E.: s. block(ieren), s. ade (Suff.); L.: Kluge s. u. blockieren, fehlt DW, EWD s. u. blockieren; GB.: seit 1639 belegte und aus block(ieren) und ade (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Sperrung oder Abriegelung; F.: Blockade, Blockaden+EW; Z.: Blo-ck-ad-e
Blocker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Blocker, Blockender; ne. blocker; Vw.: s. Beta-; Hw.: s. Block, blockieren; Q.: 20. Jh.; E.: s. Block; L.: Kluge s. u. Blocker, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. blokker, Sb., Blocker; frz. bloquant, M., Blocker; nschw. blockerare, Sb., Blocker; nnorw. blokker, M., Blocker; nir. bhlocálaithe, M., béite-; poln. bloker, M., béite-; lett. beta blokatori, M., béite-; BM.: schlagen?; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit blocken verbindbare Bezeichnung für einen blockierenden Menschen oder eine blockierende Gegebenheit; F.: Blocker, Blockers, Blockern+EW; Z.: Blo-ck-er
$Blockflöte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Blockflöte; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Block, s. Flöte; L.: fehlt DW, EWD s. u. Block; GB.: seit 1618 belegte und aus Block und Flöte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon früh entwickelte Flöte mit einem festen Block in dem Mundstück aus Holz oder später auch Plastik vor dem Windkanal; F.: Blockflöte, Blockflöten+EW+FW; Z.: Blo-ck—flö-t-e
$Blockhaus, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Blockhaus; E.: s. Block, s. Haus; L.: DW 2, 137, EWD s. u. Block; GB.: seit 1454 belegte und aus Block und Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Haus aus Holzblöcken oder Baumstämmen; F.: Blockhaus, Blockhauses, Blockhäuser, Blockhäusern+EW; Z.: Blo-ck—hau-s
blockieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. blockieren, hemmen, abhalten, einschließen; ne. block (V.), obstruct; Vw.: -; Hw.: s. Block, Blocker; Q.: 1615; I.: Lw. frz. bloquer; E.: s. frz. bloquer, V., blockieren; frz. blocus, M.?, Festungsfort; mnl. bloc-hūs, M., Verteidigungsstellung aus Balken; dies unter Rückgriff auf frz. bloc, M., Klotz; aus mnd. und mnl. bloc, M., Block, Klotz; ahd. bloh*, blok*, st. M. (a?, i?)?, st. N. (a)?, Block, Pfahl, Holzblock; as. -; anfrk. -; idg. *bʰlugo?, Sb., Block, Pokorny 123; idg. *bʰluko-?, Sb., Block, Pokorny 123; idg. *bʰel-, *bʰelə-, V., schlagen; L.: Kluge s. u. blockieren, DW 2, 138, EWD s. u. blockieren, DW2 5, 460, Duden s. u. blockieren; Son.: vgl. nndl. blokkeren, V., blockieren; nschw. blockera, V., blockieren; nnorw. blokkere, V., blockieren; poln. blokować, V., blockieren; lit. blokuoti, V., blockieren; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und (durch ieren) umgebildete sowie teilweise mit dem Althochdeutschen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hemmen oder abhalten oder einschließen; BM.: verteidigen, verschließen, Block; F.: blockieren, blockiere, blockierst, blockiert, blockierest, blockieret, blockierte, blockiertest, blockierten, blockiertet, ##blockiert, blockierte, blockiertes, blockiertem, blockierten, blockierter##, blockierend, ###blockierend, blockierende, blockierendes, blockierendem, blockierenden, blockierender###, blockier (!)+FW+EW; Z.: blo-ck-ier-en
$Blockstelle, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Blockstelle; E.: s. Block, s. Stelle; L.: Kluge s. u. Blockstelle, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Block und Stelle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung der Eisenbahn geschaffene und verwendete Bahnanlage zu der Begrenzung eines Zugfolgeabschnitts; Z.: Blockstelle, Blockstellen (!)+EW; Z.: Blo-ck—stel-l-e
blöd, nhd., Adj.: nhd. blöd; Vw.: s. blöde
blöde, blöd, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. blöde, blöd, dumm, träge, schwach; ne. stupid (Adj.), silly (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. blöden; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. blœde, Adj., gebrechlich, zerbrechlich, schwach, zart, zaghaft; mnd. blôde, blöde, Adj., schwach, blöde, furchtsam; mnl. bloot, blode, Adj., feig, verzagt, schüchtern; ahd. blōdi*, Adj., lässig, träge, zaghaft, ermattet, stumpf, verzagt; as. blôthi*, blôth*, Adj., blöd, verzagt, furchtsam; anfrk. -; germ. *blauþa-, *blauþaz, *blauþja-, *blauþjaz, Adj., weich, zaghaft, nackt, schwach; s. idg. *bʰlēu- (2)?, *bʰləu-?, *bʰlū-?, Adj., schwach, elend, Pokorny 159 (253/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. blöde, Kluge s. u. blöde, DW 2, 138, EWD s. u. blöd(e), DW2 5, 462, EWAhd 2, 194, Falk/Torp 287, Heidermanns 131, Duden s. u. blöd, Bluhme s. u. blöde; Son.: vgl. afries. -; ae. bléaþ, Adj., blöde, sanft, scheu, furchtsam; an. blauðr, Adj., schwach, zaghaft; got. *blauþs, *blauþus, Adj. (a), schwach, kraftlos; nostfries. blöje, blöi, Adj., blöde, blöd, furchtsam, schüchtern; nndl. bloo, bloode, Adj., blöd; ndän. blød, Adj., weich; nisl. blauður, Adj., feige; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere mögliches dumm oder träge oder schwach; BM.: schwach; F.: blöd, blöde, blödes, blödem, blöden, blöder(, blödere, blöderes, blöderem, blöderen, blöderer, blödeste, blödestes, blödestem, blödesten, blödester)+EW; Z.: blö-d-e
$blödeln, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. blödeln, Blödsinn machen; E.: s. blöd(e), s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. blöde, fehlt DW, EWD s. u. blöd(e); GB.: vielleicht seit 1939 belegte und aus blöd(e), und el sowie (e)n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Unsinn reden oder Blödsinn machen; F.: blödeln, blödel (!), blödle, blödele, blödelst, blödelt, blödelte, blödeltest, blödelten, blödeltet, geblödelt, ##geblödelt, geblödelte, geblödeltes, geblödeltem, geblödelten, geblödelter##, blödelnd, ###blödelnd, blödelnde, blödelndes, blödelndem, blödelnden, blödelnder###, blödel (!)+FW; Z.: blö-d-el-n
blöden, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.?): nhd. blöden, schwach werden, schwächen, verzagen; ne. become weak; Vw.: -; Hw.: s. blöde; E.: mhd. blœden, sw. V., schwach werden, verzagen, fürchten, sich fürchten; mnd. blȫden (1), sw. V., blöde machen; ahd. blōden*, sw. V. (1a), entkräften, entmutigen, schwächen; ahd. blōdēn*, sw. V. (3), verzagen, fürchten; as. blôthian*, sw. V. (1a), verzagt machen; anfrk. -; germ. *blauþjan, sw. V., schwach machen, entkräften; germ. *blauþēn, *blauþǣn, sw. V., schwach sein (V.), verzagen; s. idg. bʰlēu- (2)?, bʰləu-?, bʰlū-?, Adj., schwach, elend, Pokorny 159 (253/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. blöde, DW 2, 140, EWD s. u. blöd(e), DW2 5, 464, EWAhd 2, 194, Heidermanns 131; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bleyða (2), sw. V. (1), weich machen, demütigen; got. blauþjan, sw. V. (1), abschaffen, aufheben; GB.: (blōden) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schwächen und seit 10. Jh. belegte (blōdēn) Bezeichnung für verzagen; BM.: schwach; F.: blöden (!), blöde (!), blödest, blödet, blödete, blödetest, blödeten, blödetet, geblödet, ##geblödet, geblödete, geblödetes, geblödetem, geblödeten, geblödeter##, blödend, ###blödend, blödende, blödendes, blödendem, blödenden, blödender###, blöd (!)+EW; Z.: blö-d-en
$Blödsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blödsinn, Unsinn, Dummheit; E.: s. blöd(e), s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 2, 142, EWD s. u. blöd(e); GB.: seit 1794 belegte und aus blöd(e) und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Unsinn oder Dummheit; F.: Blödsinn, Blödsinns, Blödsinnes+EW; Z.: Blö-d—sinn
$blödsinnig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. blödsinnig, unsinnig, dumm; E.: s. Blödsinn, s. ig; L.: Kluge s. u. blöde, DW 2, 142EWD s. u. blöd(e); GB.: seit 1673 belegte und aus Blödsinn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unsinnig oder dumm; F.: blödsinnig, blödsinnige, blödsinniges, blödsinnigem, blödsinnigen, blödsinniger(, blödsinnigere, blödsinnigeres, blödsinnigerem, blödsinnigeren, blödsinnigerer, blödsinnigst, blödsinnigste, blödsinnigstes, blödsinnigstem, blödsinnigsten, blödsinnigster)+EW; Z.: blö-d—sinn-ig
Blog, nhd., M., N., (21. Jh.): nhd. Blog, Weblog, Internettagebuch; ne. blog (N.), weblog (N.); Vw.: -; Hw.: s. Log, Webseite; Q.: Anfang 21. Jh.; I.: Lw. ne. blog; E.: s. ne. blog, N., Blog; gekürzt aus ne. weblog, N., Blog, Weblog; zusammengezogen aus ne. web, N., Netz; ae. wėbb, wėb, st. N. (ja), Gewebe; germ. *wabja-, *wabjam, st. N. (a), Gewebe; idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114 (1944/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt., toch.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); ne. log, N., Protokoll, Tagebuch, Messdiagramm; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Blog; Son.: vgl. nndl. blog, Sb., Blog; frz. blog, M., Blog; nschw. blogg, Sb., Blog; nnorw. blogg, M., Blog; poln. blog, M., Blog; kymr. blog, M., Blog; nir. blag, M., Blog; GB.: seit Anfang 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus weblog gekürzte Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Internet mögliche von Menschen tagebuchartig geführte öffentlich zugängliche Webseite die ständig um Kommentare oder Notizen zu einem bestimmten Thema ergänzt wird (in dem Jahre 2020 weltweit geschätzt 500 Millionen Blogs mit mehr als zwei Billionen Einträgen jährlich); BM.: weben, Tagebuch; F.: Blog, Blogs+FW; Z.: B-log
blöken, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. blöken, schreien wie ein Schaf; ne. baa (V.), bleat (V.); Vw.: -; Hw.: s. bölken; Q.: 1. Drittel 14. Jh. (Der Meissner); E.: s. mhd. blecken, plecken, sw. V., blöcken; mnd. blēken (2), blecken, sw. V., bellen, blöken; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. blöken, Kluge s. u. blöken, DW 2, 143, EWD s. u. blöken, DW2 5, 467, Duden s. u. blöken, Bluhme s. u. blöken; Son.: vgl. gr. βληχάζειν (blēcházein), V., blöken; alb. blegērónj, V., blöken; russ. blekati, V., blöken; GB.: (blecken) seit 1. Drittel 14. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches als Schaf schreien oder wie ein Schaf schreien; BM.: lautmalend; F.: blöken, blöke, blökst, blökt, blökest, blöket, blökte, blöktest, blökten, blöktet, geblökt, ##geblökt, geblökte, geblöktes, geblöktem, geblökten, geblökter##, blökend, ###blökend, blökende, blökendes, blökendem, blökenden, blökender###, blök (!)+EW; Z.: blök-en
blond, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. blond, gelbhaarig, golden; ne. blond (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. blondieren, Blondine; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. mhd. blunt, Adj., blond; mnd. blunt, Adj., blond; mnl. blont, Adj., blond; s. mfrz. blond, Adj., blond; frk. *blond, *blund, Adj., blond; weitere Herkunft unbekannt; wohl aus dem Germ., vielleicht ein *blunda-, *blundaz, Adj., blond; vielleicht Verwandschaft mit ai. *bradhnáḫ, Adj., blassrot, gelblich; idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118? (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. blond, Kluge s. u. blond, DW 2, 143, EWD s. u. blond, DW2 5, 468, Duden s. u. blond, Bluhme s. u. blond, Seebold 116; Son.: vgl. got. *blunds?, Adj. (a), blond; nndl. blond, Adj., blond; frz. blond, Adj., blond; nschw. blond, Adj., blond; nnorw. blond, Adj., blond; poln. blond, Adj., blond; GB.: seit um 1210 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Haaren mögliches gelbhaarig oder goldfarbig für einen Farbton der Kopfhaare zwischen gelblich und bräunlich (etwa zwei Prozent der Weltbevölkerung); BM.: glänzen?; F.: blond, blonde, blondes, blondem, blonden, blonder(, blondere, blonderes, blonderem, blonderen, blonderer, blondesten, blondeste, blondsten, blondesten)+EW; Z.: blo-nd
$Blonde, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Blonde; E.: s. blond, s. e; Q.: um 1210; L.: DW 2, 143, EWD s. u. blond; GB.: seit um 1210 belegte und aus blond und e gebildete Bezeichnung für eine wohl sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche blonde Frau und danach eine Seidenspitze und ein Weißbier sowie andere helle Gegebenheiten; F.: Blonde, Blonden (!)+EW; Z.: Blo-nd-e
blondieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. blondieren, blond färben; ne. dye (V.) blond; Vw.: -; Hw.: s. blond, Blondine; Q.: 1939; I.: Lw. frz. blondir; E.: s. frz. blondir, V., blondieren, blond färben; vgl. frz. blond, Adj., blond; frk. *blond, *blund, Adj., blond; weitere Herkunft unbekannt; wohl aus dem Germ., vielleicht ein *blunda-, *blundaz, Adj., blond; vielleicht Verwandschaft mit ai. *bradhnáḫ, Adj., blassrot, gelblich; idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118? (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blond, fehlt DW, EWD s. u. blond, DW2 5, 470, Duden s. u. blondieren; Son.: vgl. nschw. blondera, V., blondieren; GB.: seit 1939 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht für das Germanische teilweise erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entdeckung der Wirkung von Wasserstoffperoxid (1818) von Menschen entwickeltes und verwendetes blond färben; BM.: glänzen?; F.: blondieren, blondiere, blondierst, blondiert, blondierest, blondieret, blondierte, blondiertest, blondierten, blondiertet, ##blondiert, blondierte, blondiertes, blondiertem, blondierten, blondierter##, blondierend, ###blondierend, blondierende, blondierendes, blondierendem, blondierenden, blondierender###, blondier (!)+FW(+EW); Z.: blo-nd-ier-en
Blondine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blondine, blonde Frau; ne. blonde (F.); Vw.: -; Hw.: s. blond, blondieren; Q.: 1711; I.: Lw. frz. blondine; E.: s. frz. blondine, F., Blondine, blonde Frau; vgl. frz. blond, Adj., blond; frk. *blond, *blund, Adj., blond; weitere Herkunft unbekannt; wohl aus dem Germ., vielleicht ein *blunda-, *blundaz, Adj., blond; vielleicht Verwandtschaft mit ai. *bradhnáḫ, Adj., blassrot, gelblich; idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118? (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. blond, DW 2, 143, EWD s. u. blond, DW2 5, 470, Duden s. u. Blondine; Son.: vgl. nndl. blondine, Sb., Blondine; nschw. blonin, Sb., Blondine; nnorw. blondine, M., F., Blondine; poln. blondynka, F., Blondine; lit. blondinė, F., Blondine; GB.: seit 1711 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie vielleicht für das Germanische teilweise erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche blonde Frau; BM.: glänzen?; F.: Blondine, Blondinen+FW+EW; Z.: Blo-nd-in-e
bloß, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. bloß, nackt, nur; ne. mere, naked; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blōz, Adj., nackt, unverhüllt, entblößt, bloß, nicht gewaffnet, unvermischt; mnd. blōt, Adj., bloß, unbedeckt, nackt, offenbar; mnl. bloot, Adj., unbedeckt, entblößt, arm, offen; ahd. blōz*, Adj., stolz; as. -; anfrk. -; germ. *blauta-, *blautaz, *blautja-, *blautjaz, *blauþa-, *blauþaz, *blauþja-, *blauþjaz, Adj., weich, zaghaft, nackt; s. idg. *bʰlēu- (2)?, *bʰləu-?, *bʰlū-?, Adj., schwach, elend, Pokorny 159 (253/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. bloß, Kluge s. u. bloß, DW 2, 144, EWD s. u. bloß, DW2 5, 471 (blosz), EWAhd 2, 199, Falk/Torp 287, Heidermanns 130, Duden s. u. bloß, Bluhme s. u. bloss; Son.: vgl. afries. blât, Adj., bloß, arm; nfries. bleat, Adj., bloß; ae. bléat, Adj., elend; an. blautr, Adj., weich, schwach, furchtsam; got. blauts?, Adj. (a), bloß; nndl. bloot, Adj., bloß; nschw. blott, blöt, Adj., bloß; nisl. blautur, Adj., nass; GB.: (blōz) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches und von Zivilisation und Kultur zunehmend weitgehend abgelehntes (natürliches) nackt (oder auch unbehaart); BM.: schwach?; F.: bloß, bloße, bloßes, bloßem, bloßen, bloßer+EW; Z.: blo-ß
$Blöße, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Blöße, Nacktheit; E.: s. bloß, s. e; L.: Kluge s. u. Blöße, DW 2, 150 (Blösze), EWD s. u. bloß; GB.: (blœze) um 1200 belegte und aus bloß und e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche und von Zivilisation und Kultur zunehmend weitgehend abgelehnte (natürliche) Nacktheit (oder auch Unbehaartheit); F.: Blöße, Blößen (!)+EW; Z.: Blö-ß-e
$blößen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. blößen, nackt machen, ausziehen, offenbaren; Vw.: s. ent-; E.: s. bloß, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bloß, DW 2, 150 (blöszen), DW2 5, 477 (blöszen); GB.: (blœzen) vielleicht seit um 1190 belegte und aus bloß und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bekleidung oder Umhüllung mögliches nackt machen oder ausziehen oder offenbaren; F.: blößen, blöße, blößst (!), blößt, blößest, blößet, blößte, blößtest, blößten, blößtet, geblößt, ##geblößt, geblößte, geblößtes, geblößtem, geblößten, geblößter##, blößend, ##blößend, blößende, blößendes, blößendem, blößenden, blößender###, blöß (!)+EW; Z.: blö-ß-en
$bloßstellen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bloßstellen, entlarven, demütigen; L.: Kluge s. u. bloß, DW 2, 152 (bloszstellen), EWD s. u. bloß; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus bloß und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches entlarven oder demütigen; F.: bloßstellen, stelle (!) bloß, stellst bloß, stellt bloß, stellen bloß, stellest bloß, stellet bloß, stellte bloß, stelltest bloß, stellten bloß, stelltet bloß, bloßgestellt, ##bloßgestellt, bloßgestellte, bloßgestelltes, bloßgestelltem, bloßgestellten, bloßgestellter##, bloßstellend, ###bloßstellend, bloßstellende, bloßstellendes, bloßstellendem, bloßstellenden, bloßstellender###, bloßzustellen, ####bloßzustellen, bloßzustellend, bloßzustellende, bloßzustellendes, bloßzustellendem, bloßzustellenden, bloßzustellender####, stell (!) bloß+EW; Z.: blo-ß—stel-l-en
blubbern, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. blubbern, Blasen aus Luft in Wasser aufsteigen lassen; ne. bubble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1755?; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. blubbern, fehlt DW, DW2 5, 480, Duden s. u. blubbern; GB.: vielleicht seit 1755 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Wasser mögliches mit einem Geräusch Blasen (N. Pl.) aufsteigen lassen; BM.: lautmalend; F.: blubbern, blubber (!), blubbere, blubberst, blubbert, blubberest (!), blubberet (!), blubberte, blubbertest, blubberten, blubbertet, geblubbert, ##geblubbert, geblubberte, geblubbertes, geblubbertem, geblubberten, geblubberter##, blubbernd, ###blubbernd, blubbernde, blubberndes, blubberndem, blubbernden, blubbernder###, blubber (!)+EW; Z.: blubb-er-n
Blues, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Blues, Schwermut, Trübsinn, eine Musikrichtung; ne. blues (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1926; I.: Lw. ne. blues; E.: s. ne. blues, N., Blues; genaue Herkunft der Benennung ist ungeklärt, entweder von “blue notes” oder von “blue devils” als Bezeichnung für melancholische Schwermut; vgl. ne. blue, Adj., blau; über afrz. bleu, blo, Adj., blau von. frk. *blāo, Adj., blau; germ. *blēwa-, *blēwaz, *blǣwa-, *blǣwaz, Adj., blau, dunkelblau; idg. *bʰlēu̯os, Adj., hell, gelb, blond, blau, Pokorny 160 (255/88) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Blues, DW2 5, 480, Duden s. u. Blues; Son.: vgl. nndl. blues, Sb., Blues; frz. blues, M., Blues; nschw. blues, Sb., Blues; nnorw. blues, M., Blues; poln. blues, M., Blues; lit. bliuzas, M., Blues; GB.: seit 1926 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Afroamerikanern um 1900 in den Südstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika entwickeltes schwermütiges Volkslied und einen Gesellschaftstanz in langsamem Viervierteltakt; BM.: Farbe als Versinnbildlichung eines Gemütszustands um Schwermut oder Trübsinn in Musik auszudrücken; F.: Blues+EW; Z.: Blue-s
Bluff, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bluff, Täuschung, Irreführung; ne. bluff (N.); Vw.: -; Hw.: s. verblüffen, blüffen; Q.: 1908; I.: Lw. ne. bluff; E.: s. ne. bluff, N., Bluff; vielleicht von nndl. oder nnd. bluffen, V., prahlen, aufschneiden; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht lautmalend; L.: Kluge s. u. Bluff, fehlt DW, EWD s. u. Bluff, DW2 5, 481, Duden s. u. Bluff, Bluhme s. u. Bluff; Son.: vgl. nndl. bluf, Sb., Bluff; frz. bluff, M., Bluff; nschw. bluff, Sb., Bluff; nnorw. bløff, M., Bluff; poln. blef, M., Bluff; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar vielleicht aus dem Neuniederländischen oder dem Neuniederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Täuschung oder Irreführung; BM.: prahlen?; F.: Bluff, Bluffs (!)+FW; Z.: Bluff
bluffen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bluffen, täuschen, irreführen; ne. bluff (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bluff, verblüffen; Q.: 1905; I.: Lw. ne. bluff?; E.: entweder Ableitung von Bluff oder von ne. bluff, V., bluffen; vielleicht von nndl. oder nnd. bluffen, V., prahlen, aufschneiden; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht lautmalend; L.: Kluge s. u. Bluff, fehlt DW, EWD s. u. Bluff, DW2 5, 481, Duden s. u. bluffen; GB.: seit 1905 belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit en (Suff.) umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches täuschen oder irreführen; BM.: prahlen?; F.: bluffen (!), bluffe (!), bluffst, blufft, bluffest, bluffet, bluffte, blufftest, blufften, blufftet, geblufft, ##geblufft, gebluffte, geblufftes, geblufftem, geblufften, gebluffter##, bluffend, ###bluffend, bluffende, bluffendes, bluffendem, bluffenden, bluffender###, bluff (!)+EW; Z.: bluff-en
blühen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. blühen, Blüten haben, in Blüte stehen; ne. blow (V.), blossom (V.), bloom (V.); Vw.: -; Hw.: s. Blust, Blüte; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. blüejen, blüen, sw. V., blühen; mnd. blôen, blôyen, blôien, blögen, sw. V., blühen; mnl. bloeyen, blōyen, sw. V., blühen; ahd. bluoen*, bluon*, sw. V. (1a), blühen, in voller Kraft stehen, aufblühen, erblühen; as. blōian*, blōjan*, sw. V. (1a), blühen; anfrk. blōion*, sw. V. (1), blühen; germ. *blōjan, st. V., blühen, quellen; vgl. idg. bʰel- (4), bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. blühen, Kluge s. u. blühen, DW 2, 154, EWD s. u. blühen, DW2 5, 481, EWAhd 2, 206, Falk/Torp 283, Seebold 122, Duden s. u. blühen, Bluhme s. u. bluehen; Son.: vgl. afries. blōia, st. V., blühen; nnordfries. blöye, V., blühen; ae. blōwan, st. V. (7)=red. V. (2), blühen; an. -; got. -; nndl. bloeien, V., blühen; GB.: (bluoen) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Pflanzen mit Blüten mögliches Blüten haben oder in Blüte stehen; BM.: sprießen?; F.: blühen, blühe (!), blühst, blüht, blühest, blühet, blühte, blühtest, blühten, blühtet, geblüht, ##geblüht##, blühend, ###blühend, blühende, blühendes, blühendem, blühenden, blühender###, blüh (!)+EW; Z.: blü-h-en
$Blümchen, nhd., N., (v. 18. Jh.): nhd. Blümchen, kleine Blume; E.: s. Blum(e), s. chen; Hw.: s. Blümchenkaffee; L.: DW 2, 158; GB.: seit vor 18. Jh. belegte und aus Blum(e) und chen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Blumen mögliche kleine Blumen
$Blümchenkaffee, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Blümchenkaffee; E.: s. Blümchen, s. Kaffee; L.: Kluge s. u. Blümchenkaffee, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1729 belegte und aus Blümchen und Kaffee gebildete und vielfach abwertende Bezeichnung für einen (als Aufguss einfacher Blümchen statt von Kaffeebohnen) von Menschen entwickelten und verwendeten und wegen der Durchsichtigkeit der Flüssigkeit das Blümchenmuster der verwendeten Kaffeetasse erkennen lassenden Kaffee; F.: Blümchenkaffee, Blümchenkaffees+EW+FW; Z.: Blü-m-chen—kaff-ee
Blume, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Blume, Blütenpflanze; ne. flower, bloom (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh.? (Glosse); E.: mhd. bluome, sw. M., sw. F., Blume, Blüte, Jungfernschaft; mnd. blōme, F., Blume; mnl. bloeme, F., Blume; ahd. bluoma*, sw. F. (n), Blume, Blüte; ahd. bluomo, sw. M. (n), Blume, Blüte, Knospe, Glanz, Pracht; as. blōmo*, sw. M. (n), Blume; anfrk. -; s. germ. *blōma-, *blōmaz, st. M. (a), Blume, Blüte; germ. *blōma-, *blōmam, st. N. (a), Blume, Blüte; germ. *blōmō-, *blōmōn, *blōma-, blōman, sw. M. (n), Blume, Blüte; vgl. idg. bʰel- (4), bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blume, Kluge s. u. Blume, DW 2, 158, EWD s. u. Blume, DW2 5, 484, EWAhd 2, 208, Falk/Torp 284, Seebold 122, Duden s. u. Blume, Bluhme s. u. Blume; Son.: vgl. afries. blōma, sw. M. (n), Blume, rosettenförmiger Knopf; nfries. blomme; ae. blōma (1), sw. M. (n), Blume; an. blōm, st. N. (a), Blume; got. blōma, sw. M. (n), Blume, Lilie; nndl. bloem, Sb., Blume; nschw. blomma, Sb., Blume; nnorw. blomst, M., Blume; GB.: (bluomo bzw. bluoma) seit um 765 bzw. Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze die (größere) Blüten hervorbringt wie beispielsweise Rose oder Tulpe oder Lilie oder Vergissmeinnicht oder Gänseblümchen oder Margerite oder Stiefmütterchen oder Sonnenblume; BM.: sprießen?; F.: Blume, Blumen (!) +EW; Z.: Blu-m-e
$Blumenkohl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Blumenkohl, Karfiol; E.: s. Blum(e), s. (e)n, s. Kohl; L.: Kluge s. u. Blumenkohl, DW 2, 164, EWD s. u. Blume; GB.: seit 1591 belegte und aus Blum(e) und en sowie Kohl gebildete Bezeichnung für einen wohl in Kleinasien durch Mutation aus Blattkohl entstandenen Kohl oder Karfiol dessen Blütenknospen der Mensch als Gemüse isst; F.: Blumenkohl, Blumenkohls+EW+FW; Z.: Blu-m-en—kohl
blümerant, plümerant, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. blümerant, sterblichblau (bleu mourant), flau, unwohl; ne. feeling (Adj.) queasy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1666; I.: Lw. frz. bleumourant; E.: s. frz. bleumourant, Adj., mattblau, sterbend blau, sterblich blau; vgl. frz. bleu, Adj., blau; afrz. blo, bleu, blef, Adj., blau, blass; frk. *blāo, Adj., blau; germ. *blēwa-, *blēwaz, *blǣwa-, *blǣwaz, Adj., blau, dunkelblau; idg. *bʰlēu̯os, Adj., hell, gelb, blond, blau, Pokorny 160 (255/88) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); frz. mourir, V., sterben; vulgärlat. *morīre, V., sterben; vgl. lat. morī, V., sterben, verenden, verrecken, krepieren; idg. *mer- (4), *merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. blümerant, fehlt DW, EWD s. u. blümerant, DW2 5, 493, Duden s. u. blümerant; GB.: seit 1666 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sterblichblau oder flau oder unwohl; BM.: in Farbe ausgedrücktes schwach werdend; F.: blümerant, blümerante, blümerantes, blümerantem, blümeranten, blümeranter(, blümerantere, blümeranteres, blümeranterem, blümeranteren, blümeranterer, blümeranteste, blümerantestes, blümerantestem, blümerantesten, blümerantester,) plümerant, plümerante, plümerantes, plümerantem, plümeranten, plümeranter, plümerantere(, plümeranteres, plümeranterem, plümeranteren, plümeranterer, plümeranteste, plümerantestes, plümerantestem, plümerantesten, plümerantester)+FW; Z.: blü-m-er-ant
$blumig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. blumig, Blume betreffend, ausdrucksstark; E.: s. Blum(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Blume, DW 2, 167, EWD s. u. Blume; GB.: seit 1768 belegte und aus Blum(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Blumen mögliches Blume betreffend oder ausdrucksstark; F.: blumig, blumige, blumiges, blumigem, blumigen, blumiger(, blumigere, blumigeres, blumigerem, blumigeren, blumigerer, blumigst, blumigste, blumigstes, blumigstem, blumigsten, blumigster)+EW; Z.: blu-m-ig
Blunze, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Blunze, Blutwurst; ne. black pudding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. *bluntze, st. F., Blunze; s. mhd. blunsen, V., aufblähen, aufblasen; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Blunze, DW 2, 169, Duden s. u. Blunze; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung einer von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit schon in dem Altertum aus gewürztem Blut und anderen tierischen Bestandteilen hergestellte Brühwurst; BM.: aufblähen; F.: Blunze, Blunzen (!)+EW; Z.: Blunz-e
Bluse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bluse, Damenhemd; ne. blouse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1825; I.: Lw. frz. blouse; E.: s. frz. blouse, F., Bluse, Fuhrmannskittel; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mlat. pēlūsia, F., pelusisches Gewand, Gamillscheg 121b; vgl. lat. Pēlūsium, N.=ON, Pelusion (Stadt in Unterägypten); gr. Πηλούσιον (Pēlúsion), N.=ON, Pelusion (Stadt in Unterägypten); weitere Herkunft unklar?; oder von frührom. *bullosa, F., Kugelförmige; mlat. bulla, F., Trauergewand; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bluse, fehlt DW, EWD s. u. Bluse, DW2 5, 494, Duden s. u. Bluse, Bluhme s. u. Bluse; Son.: vgl. nndl. blouse, Bluse; nschw. blus, Sb., Bluse; nnorw. bluse, M., F., Bluse; poln. bluzka, F., Bluse; nir. blús, M., Bluse; GB.: seit 1825 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft aus dem Mittellateinischen oder dem Frühromanischen unklare Bezeichnung für ein lose fallendes von Frauen zu Rock oder Hose getragenes den Oberkörper bedeckendes hemdartiges Kleidungsstück; BM.: ON Pelusion?, kugelförmig?; F.: Bluse, Blusen+FW+EW?; Z.: Blus-e
Blust, nhd. (ält.), M., N., (13. Jh.): nhd. Blust, Blüte; ne. blossom (N.), bloom (N.); Vw.: -; Hw.: s. blühen, Blüte; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. bluost, st. F., Blüte; vgl. germ. *blōan, st. V., blühen, quellen; s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blust, Kluge s. u. Blust, DW 2, 169, DW2 5, 494, Falk/Torp 283, Seebold 122, Duden s. u. Blust; Son.: vgl. ae. blōstm, st. M. (a), F., Blüte, Blume; ? lat. flōs, M., Blume, Blüte; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Pflanzenteil; BM.: sprießen?; F.: Blust, Blustes, Blusts, Bluste (!), Blusten (!)+EW; Z.: Blu-st
Blut, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Blut, Lebenssaft, Abstammung; ne. blood (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. bluot, pluot, st. N., Blut, Blutfluss, Blutsverwandtschaft, Stamm, Geschlecht; mnd. blôt, blût, N., Blut, Blutsverwandtschaft, lebendes Wasser; mnl. bloet, N., Blut; ahd. bluot, st. N. (a), Blut; as. blōd, st. N. (a), Blut; anfrk. bluod*, st. N. (a), Blut; germ. *blōþa-, *blōþam, *blōda-, *blōdam, st. N. (a), Blut; s. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blut, Kluge s. u. Blut, DW 2, 170, EWD s. u. Blut, DW2 5, 495, EWAhd 2, 211, Falk/Torp 283, Duden s. u. Blut, Bluhme s. u. Blut; Son.: vgl. afries. blōd, st. N. (a), Blut, Blutsverwandtschaft, Sippe; nnordfries. blot; ae. blōd, st. N. (a), Blut; an. blōð, st. N. (a), Blut; got. blōþ, st. N. (a), Blut; krimgot. plut, N., Blut; nndl. bloed, Sb., Blut; nschw. blod, Sb., Blut; nnorw. blod, N., Blut; GB.: (bluot) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für die dem Stoffwechsel dienende und in dem Körper des Menschen und vieler höherer Tiere lebensnotwendig durch ein Gefäßsystem umlaufende durch Blutkörperchen gekennzeichnete rote Flüssigkeit; BM.: aufblasen, sprudeln?, strotzen?; F.: Blut, Blutes, Bluts, Blute+EW; Z.: Blu-t
$blutarm, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. blutarm, arm an Blut, sehr arm; E.: s. Blut, s. arm; L.: DW 2, 174, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1616 belegte und aus Blut und arm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Blut mögliches arm an Blut sowie daneben seit nach 1467 auch sehr arm; F.: blutarm, blutarme, blutarmes, blutarmem, blutarmen, blutarmer, blutärmer(, blutärmere, blutärmeres, blutärmeren, blutärmerer, blutärmste, blutärmstes, blutärmsten, blutärmster)+EW; Z.: blu-t—arm
$Blutbank, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Blutbank; E.: s. Blut, s. Bank; L.: fehlt DW, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1942 belegte und aus Blut und Bank gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Einrichtung für die Herstellung und Aufbewahrung von Blut für medizinische Zwecke; F.: Blutbank, Blutbanken+EW+FW; Z.: Blu-t—bank
$Blutbuche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blutbuche; E.: s. Blut, s. Buche; L.: DW 2, 176, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1774 belegte und aus Blut und Buche gebildete Bezeichnung für eine Buche mit blutähnlich dunkleren Blättern; F.: Blutbuche, Blutbuchen (!)+EW; Z.: Blu-t-buch-e
Blüte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Blüte, Blumenblüte, Flor, Blütezeit; ne. blossom (N.), bloom (N.); Vw.: -; Hw.: s. Blust, blühen; Q.: 863-871 (Otfrid von Weißenburg); E.: mhd. blüete, plüete, st. F., Blüte, Blume; mhd. bluot, st. M., st. F., Blüte; mnd. blōt (4), F., Blüte, Blume; ahd. bluot*, st. F. (i)?, Blüte, Blütenpracht; as. -; anfrk.? *bluoth?, Sb., Blüte; germ. *blōdi-, *blōdiz, st. F. (i), Blüte, Spross; s. idg. *bʰel- (4), bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Blüte, Kluge s. u. Blüte, DW 2, 176, EWD s. u. Blüte, DW2 5, 506, EWAhd 2, 210, Falk/Torp 283, Seebold 211, Falk/Torp 283, Seebold 211, Duden s. u. Blüte, Bluhme s. u. Bluete; Son.: vgl. afries. -; ae. blǣd (3), blēd (2), blœ̄d, st. F. (ō), Gewächs, Pflanze, Spross, Zweig, Blüte, Frucht; an. -; got. -; GB.: (bluot) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen in vielen Formen und meist leuchtenden Farben entstehenden Teil schon vormenschlich möglicher Pflanzen zu der Hervorbringung der Frucht und des Samens, Blütezeit; BM.: sprießen?; F.: Blüte, Blüten+EW; Z.: Blü-t-e
$bluten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. bluten, Blut verlieren, Vermögen verlieren; E.: s. Blut, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Blut, DW 2, 177, EWD s. u. Blut; GB.: (bluoten*) seit um 765 belegte und aus Blut und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Blutes mögliches Blut verlieren und von dort aus auf Vermögen verlieren übertragen (Adj.); F.: bluten, blute (!), blutest, blutet, blutete, blutetest, bluteten, blutetet, geblutet, ##geblutet, geblutete, geblutetes, geblutetem, gebluteten, gebluteter##, blutend, ###blutend, blutende, blutendes, blutendem, blutenden, blutender###, blut (!)+EW; Z.: blu-t-en
$Blütenlese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Blütenlese; E.: s. Blüte, s. n, s. Lese; L.: DW 2, 180, EWD s. u. lesen; GB.: seit 1796 belegte und aus Blüt(e) und en (Suff.) sowie Lese gebildete Bezeichnung für eine Sammlung bekannter Aussprüche oder sprachlicher Blüten; F.: Blütenlese, Blütenlesen (!)+EW; Blü-t-en—les-e
$Bluter, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bluter, leicht und lange Blutender; E.: s. blut(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 181, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1772 belegte und aus blut(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Blut möglichen und wegen mangelnden Gerinnungsstoffs leicht und verhältnismäßig lange Blutenden; F.: Bluter, Bluters, Blutern (!)+EW; Z.: Blu-t-er
$Blütezeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Blütezeit, Zeit der Blüte. Zeit des Blühens, Zeit des Erfolgs; E.: s. Blüte, s. Zeit; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Blüte; GB.: seit 1573 belegte und aus Blüte und Zeit gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung von Blüten mögliche Zeit der Blüte oder des Blühens oder des Erfolgs oder Glückes; F.: Blütezeit, Blütezeiten+EW; Z.: Blü-t-e—zei-t
$Blutgefäß, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Blutgefäß; E.: s. Blut, s. Gefäß; L.: Kluge s. u. Gefäß, DW 2, 182 (Blutgefäsz), EWD s. u. Gefäß; GB.: seit 1712 belegte und aus Blut und Gefäß gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung von Blut mögliches das Blut enthaltende Gefäß von Lebewesen wie beispielsweise Ader und Vene; F.: Blutgefäß, Blutgefäßes, Blutgefäße, Blutgefäßen+EW; Z.: Blu-t—ge—fäß
$Blutgerinnsel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Blutgerinnsel, geronnenes Blut; E.: s. Blut, s. Gerinnsel; L.: Kluge s. u. gerinnen, fehlt DW; GB.: seit 1818 belegte und aus Blut und Gerinnsel gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Blut mögliches aus Blut entstandenes Gerinnsel oder geronnenes Blut; F.: Blutgerinnsel, Blutgerinnsels, Blutgerinnseln+EW; Z.: Blu—t-ge—ri-nn-s-el
$Bluthund, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bluthund, ein Jagdhund, ein Fährtenhund, ein Verfolger; E.: s. Blut, s. Hund; Q.:1477; L.: DW 2, 184 EWD s. u. Blut; GB.: seit 1477 belegte und aus Blut und Hund gebildete Bezeichnung für einen Jagdhund oder Fährtenhund oder einen an einer Blutspur oder sonstigen Spur ausgerichteten Verfolger; F.: Bluthund, Bluthundes, Bluthunds, Bluthunde, Bluthunden+EW; Z.: Blu-t—hun-d
$blutig, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. blutig, Blut betreffend; E.: s. Blut, s. ig; L.: Kluge s. u. Blut, EWD s. u. Blut; GB.: (bluotag*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Blut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Blut mögliches Blut betreffend; F.: blutig, blutige, blutiges, blutigem, blutigen, blutiger(, blutigere, blutigeres, blutigerem, blutigeren, blutigerer, blutigst, blutigste, blutigstes, blutigstem, blutigsten, blutigster)+EW; Z.: blu-t-ig
$blutjung, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. blutjung, sehr jung; Q.: 1672?; L.: DW 2, 186, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1672 belegte und aus Blut und jung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches sehr jung; F.: blutjung, blutjunge, blutjunges, blutjungem, blutjungen, blutjunger+EW; Z.: blu-t—ju-n-g
$Blutkreislauf, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Blutkreislauf; L.: DW 2, 186, EWD s. u. Kreis; GB.: seit 1756 belegte und aus Blut und Kreislauf gebildete Bezeichnung für den seit Entstehung von Blut möglichen Kreislauf des Blutes in den Gefäßen eines Lebewesens; F.: Blutkreislauf, Blutkreislaufes, Blutkreislaufs, Blutkreisläufe, Blutkreisläufen+EW; Z.: Blu-t—kreis—lauf
$Blutrache, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Blutrache; E.: s. Blut, s. Rache; L.: DW 2, 187, EWD s. u. Blut; GB.: seit um 1530 belegte und aus Blut und Rache gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche unter Blutvergießen erfolgende Rache für eine schwere Verletzung; F.: Blutrache, Blutrachen+EW; Z.: Blu-t—ra-ch-e
blutrünstig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. blutrünstig, blutgierig; ne. bloodthirsty, gory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1250 (Die neuentdeckte Regel des Heilig-Geist-Spitals zu Eichstätt); E.: mhd. bluotrunstic, bluotrunstec, bluotrünstec, Adj., „blutrünstig“, blutig, blutend, wund; mnd. blōtrunstich, blōtrünstich, mnd., Adj.: nhd. blutrünstig; Vorderglied s. nhd. Blut; Hinterglied s. mhd. runst, st. F., st. M., Fluss, Kanal, Rinnsal, Rinnen (N.); vgl. ahd. runs, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Flut, Wasser, Lauf; s. germ. *runsi-, *runsiz, st. F. (i), Lauf, Fluss; idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rünstig, Kluge s. u. blutrünstig, DW 2, 189, EWD s. u. Blut, DW2 5, 521, Duden s. u. blutrünstig, Bluhme s. u. blutruenstig; GB.: (bluotrunstic) seit um 1250 belegte und rinnendes Blut betreffende Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches menschliches von Blutvergießen und Mord sowie Grausamkeit handelndes Verhalten; BM.: rinnendes Blut; F.: blutrünstig, blutrünstige, blutrünstiges, blutrünstigem, blutrünstigen, blutrünstiger(, blutrünstigere, blutrünstigeres, blutrünstigerem, blutrünstigeren, blutrünstigerer, blutrünstigste, blutrünstigstes, blutrünstigstem, blutrünstigsten, blutrünstigster)+EW; Z.: blu-t-rü-ns-t-ig
$Blutschande, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Blutschande, Unzucht, Inzest, Geschlechtsverkehr unter sehr nahen Verwandten; E.: s. Blut, s. Schande; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; L.: DW 2,190, EWD s. u. Blut; GB.: seit vor 1510 belegte und aus Blut und Schande gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen und vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums zunehmend abgelehnten Geschlechtsverkehr zwischen sehr nahen Verwandten; F.: Blutschande, Blutschanden (!)+EW; Z.: Blu-t—schan-d-e
$Blutschuld, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Blutschuld, mit Blut zu sühnende schwere Schuld; E.: s. Blut, s. Schuld; L.: DW 2, 191, EWD s. u. Blut; E.: seit 1525 belegte und aus Blut und Schuld gebildete Bezeichnung für eine nach der Vorstellung von Menschen nur mit Blut oder Tod zu sühnende schwere Schuld; F.: Blutschuld+EW; Z.: Blu-t—schul-d
$blutsverwandt, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. blutsverwandt, leiblich verwandt, verwandt; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. Blut, s. s, s. verwandt; L.: DW 2, 194, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1531 (bzw. 1498 Blutsverwandter) belegte und aus Blut und s sowie verwandt gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches leiblich verwandt zweier Lebewesen oder eine gemeinsame Abstammung von einem Vater oder einer Mutter habend; F.: blutsverwandt, blutsverwandte, blutsverwandtes, blutsverwandtem, blutsverwandten, blutsverwandter+EW; Z.: blu-t-s—ver-wa-ndt
$Blutsverwandtschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Blutsverwandtschaft, leibliche Verwandtschaft über eine gleiche Mutter oder einen gleichen Vater; E.: s. Blut, s., s. Verwandtschaft; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; L.: DW 2, 194, EWD s. u. Blut; GB.: seit 1531 belegte und aus Blut und s sowie Verwandtschaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche leibliche Verwandtschaft zweier Lebewesen oder eine gemeinsame Abstammung zweier oder mehrerer Menschen von einem gleichen Vater oder einer gleichen Mutter; F.: Blutsverwandtschaft, Blutsverwandtschaften+EW; Z.: Blu-t-s-ver—wa-ndt-schaf-t
Bö, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bö, Windstoß; ne. squall (N.), blast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1656; I.: Lw. nndl. bui; E.: s. nndl. bui, Sb., Schauer; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu blasen; L.: Kluge s. u. Bö, fehlt DW, EWD s. u. Bö, DW2 5, 527, Duden s. u. Bö, Bluhme s. u. Boe; Son.: vgl. nschw. by, Sb., Bö; GB.: seit 1656 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit blasen verbindbare Bezeichnung für einen seit Entstehung der Welt und der Luft sowie damit vormenschlich möglichen plötzlichen und heftigen Windstoß; BM.: blasen?; F.: Bö, Böen+FW; Z.: Bö
Boa, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Boa, Riesenschlange, Halspelz, Schal; ne. boa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); I.: Lw.; E.: mhd. boa, F., Boa; lat. boa, F., Wasserschlange, rote Blattern, Aderngeschwulst, (um 180-102 v. Chr.); weitere Herkunft unbekannt, wohl Lw.; L.: Kluge s. u. Boa, fehlt DW, EWD s. u. Boa, DW2 5, 528, Duden s. u. Boa; Son.: vgl. nndl. boa, Sb., Boa; frz. boa, M., Boa; nschw. boa, Sb., Boa; nnorw. boa, M., Boa; poln. boa, M., Boa; kymr. boa, F., Boa; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft (Lehnwort?) unbekannte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche in Südamerika und Mittelamerika lebende Riesenschlange und davon abgeleitet für einen Halspelz oder Schal; BM.: ?; F.: Boa, Boas+FW; Z.: Bo-a
Board, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Board, Brett, Tafel, Leitung eines Unternehmens; ne. board (N.); Vw.: s. Mother-, Skate-, Snow-; Hw.: s. Brett; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. board; E.: s. ne. board, N., Brett; ae. bord (2), st. N. (a), Brett, Planke, Tafel, Tisch; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Board; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes länglich zugeschnittenes flaches Holzstück oder ein Brett oder eine Tafel oder eine Leitung eines Unternehmens; BM.: schneiden; F.: Board, Boards (!)+FW; Z.: Boar-d
Bob, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bob, ein Sportschlitten; ne. bobsleigh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. bob, bobsleigh; E.: s. ne. bob, bobsleigh, N., Bob; vgl. ne. bob, V., wippen, hüpfen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bob, fehlt DW, EWD s. u. Bob, Duden s. u. Bob; Son.: vgl. nndl. bobslee, Sb., Bob; frz. bob, M., Bob; nschw. bobb, Sb., Bobb; nnorw. bobsleigh, M., Bob; poln. bobslej, M., Bob; lit. bobslėjus, M., Bob; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen unter Abkürzung aus bobsleigh aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Sportschlitten für zwei bis vier Beteiligte mit getrennten Kufenpaaren für Steuerung und Bremsen; BM.: bewegen?; F.: Bob, Bobs (!)+FW; Z.: Bob
Boccia, nhd., N., F., (20. Jh.): nhd. Boccia, ein Kugelspiel; ne. boccia, bocce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. boccia; E.: s. boccia, F., Boccia, Kugel, runder Körper; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Boccia, Duden s. u. Boccia; Son.: vgl. nndl. boccia, Sb., Boccia; frz. boccia, F., Boccia; nschw. boccia, Sb., Boccia; nnorw. boccia, M., Boccia; poln. boccia, F., Boccia; lit. bočia, F., Boccia; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes italienisches Kugelspiel; BM.: Kugel(spiel); F.: Boccia, Boccias (!)+FW; Z.: Bocc-ia
Bock (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bock, Schafbock, Widder; ne. buck (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. boc, st. M., Bock, Ramme, ein Sternbild; mnd. bok, buk, M., Bock; mnl. boc, buk, bok, M., Bock; ahd. bok*, buk*, buc, boc, bock, st. M. (a), Bock, Ziegenbock, Hirschbock; as. buk?, bukk?, st. M. (a), Bock; anfrk. bukk, buck, st. M. (a), Bock; germ. *bukkō-, *bukkōn, *bukka-, *bukkan, sw. M. (n), Bock; idg. *bʰū̆g̑os, bʰukkos, M., Bock, Pokorny 174 (295/128) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bock, Kluge s. u. Bock, DW 2, 201, EWD s. u. Bock, DW2 5, 528, EWAhd 2, 216, Falk/Torp 273, Duden s. u. Bock, Bluhme s. u. Bock; Son.: vgl. afries. -; ae. bucca, sw. M. (n), Bock; an. bokkr, st. M. (a), Bock; an. bukkr, st. M. (a), Bock; an. bokki, sw. M. (n), Bock, einflussreicher Mann; got. -; nndl. bok, M., Bock; nschw. bock, Sb., Bock; nisl. búkki, M., Bock; av. būza, M., Ziegenbock; npers. buz, M., Ziege, Bock; arm. buz, Sb., Lamm; kymr. bwch, M., Bock; air. boc, bocc, M., Bock; nir. boc, poc, M., Bock; die Redewendung keinen Bock haben leitet sich von einem Romani-Wort bokh, Sb., Hunger ab; GB.: (bok) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches männliches Tier einiger höherer Säugetiere wie beispielsweise Schafbock oder Rehbock; BM.: ?; F.: Bock, Bocks, Bockes, Böcke, Böcken+EW; Z.: Bock
$bockbeinig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. bockbeinig, steifbeinig, störrisch, widerspenstig; L.: DW 2, 204, EWD s. u. Bock; GB.: vielleicht seit 1588 belegte und aus Bock und beinig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in der Vorstellung von Menschen steifbeinig oder störrisch oder widerspenstig; F.: bockbeinig, bockbeinige, bockbeiniges, bockbeinigem, bockbeinigen, bockbeiniger(, bockbeinigere, bockbeinigeres, bockbeinigerem, bockbeinigeren, bockbeinigerer, bockbeinigst, bockbeinigste, bockbeinigstes, bockbeinigstem, bockbeinigsten, bockbeinigster)+EW; Z.: bock—bei-n-ig
Bockbier, Bock, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Bockbier, Starkbier; ne. bock; Vw.: -; Hw.: -; E.: von dem ON Einbeck; die Darstellung von Ziegenböcken auf den Etiketten beruht auf späterer volksetymologischer Umdeutung des Namens; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Bier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bockbier, DW2 5, 532, Duden s. u. Bockbier; Son.: vgl. nndl. bokbier, Sb., Bockbier; frz. bock, F., Bockbier; nschw. bocköl, Sb., Bockbier; nnorw. bokkøl, N., Bockbier; russ. бок-бир (bok-bir), N., Bockbier; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für ein Starkbier das nach dem schon in dem Spätmittelalter für seine Braukunst bekannten Ort Einbeck in Niedersachsen benannt ist; BM.: von einem auf Bach (beck) endenden Brauort; F.: Bockbier, Bockbieres, Bockbiers, Bockbiere, Bockbieren+EW; Z.: Bock—bier
$bocken, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. bocken, wie ein Bock sein (V.), störrisch sein (V.); Vw.: s. ver-; E.: s. Bock, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bocken, DW 2, 204, EWD s. u. Bock; GB.: seit um 1293 belegte und aus Bock und en gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen wie ein Bock sein (V.) oder störrisch sein (V.) oder widerspenstig sein (V.); F.: bocken, bocke (!), bockst, bockt, bockest, bocket, bockte, bocktest, bockten, bocktet, gebockt, ##gebockt, gebockte, gebocktes, gebocktem, gebockten, gebockter##, bockend, ###bockend, bockende, bockendes, bockendem, bockenden, bockender###, bock (!)+EW; Z.: bock-en
$bockig, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. bockig, störrisch, widerspenstig; E.: s. Bock, s. ig; L.: Kluge s. u. Bock, DW 2, 205, EWD s. u. Bock; GB.: seit 1740 belegte und aus Bock und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Böcken mögliches einen Bock betreffend oder störrisch oder widerspenstig; F.: bockig, bockige, bockiges, bockigem, bockigen, bockiger(, bockigere, bockigeres, bockigerem, bockigeren, bockigerer, bockigst, bockigste, bockigstes, bockigstem, bockigsten, bockigster)+EW; Z.: bock-ig
$Bocksbeutel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bocksbeutel, Beutel eines Bockes, eine Flaschenform; E.: s. Bock, s. s, s. Beutel; L.: Kluge 1. A. s. u. Bock, Kluge s. u. Bocksbeutel, DW 2, 206, EWD s. u. Bock; GB.: seit 1849 belegte und aus Bock und s sowie Beutel gebildete Bezeichnung (wohl für den Beutel eines Bockes und übertragen [Adj.]) für die Flaschenform von Frankenwein; F.: Bocksbeutel, Bocksbeutels, Bocksbeuteln+EW; Z.: Bock-s—beu-t-el
$Bockshorn, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Bockshorn, Enge; E.: s. Bock, s. s, s. Horn; L.: Kluge s. u. Bockshorn, DW 2, 207, EWD s. u. Bock; GB.: seit um 1300 (bockeshorn) belegte und aus Bock und s sowie Horn gebildete Bezeichnung für ein Horn eines Bockes und eine ihm ähnliche Enge; F.: Bockshorn, Bockshorns, Bockshörner, Bockshörnern+EW; Z.: Bock-s—hor-n
$Bockwurst, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bockwurst; E.: s. Bock, s. Wurst; L.: Kluge s. u. Bockwurst, fehlt DW, EWD s. u. Bockbier; GB.: seit 1827 belegte und aus Bock und Wurst gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und zu Bockbier gegessene Wurst; F.: Bockwurst, Bockwürste, Bockwürsten+EW; Z.: Bock—wurs-t
Bodden, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bodden, flache Meeresbucht (der Ostsee); ne. bodden; Vw.: -; Hw.: s. Boden; Q.: 1757/1759; E.: von mnd. bōdeme, boddeme, boddem, bodden, M., Boden, Gestell, Grund; as. bothom, st. M. (a), Grund, Boden; germ. *budma-, *budmaz, *butma-, *butmaz, st. M. (a), Boden; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Bodden, DW2 5, 536, Falk/Torp 275, Duden s. u. Bodden; Son.: vgl. nschw. bodden, Sb., Bodden; GB.: seit 1757/1759 belegte und von Boden abgeleitete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches von der offenen See durch Landzungen abgetrenntes flaches Küstengewässer an der Ostsee; BM.: Boden eines Gewässers; F.: Bodden, Boddens (!)+EW; Z.: Bodd-en
Bodega, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bodega, Weinstube, spanischer Weinkeller; ne. bodega; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. bodega; E.: s. span. bodega, F., Weinstube, Kellergewölbe; vgl. lat. apothēca, F., Speicher, Vorratskammer, (81-43 v. Chr.); gr. ἀποθήκη (apothḗkē), F., Aufbewahrungsort, Speicher; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Bodega; Son.: vgl. nndl. bodega, Sb., Bodega; nschw. bodega, Sb., Bodega; nnorw. bodega, M., Bodega; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Weinstube; BM.: wegstellen; F.: Bodega, Bodegas, Bodegen (!)+FW; Z.: Bo-de-g-a
Boden, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Boden, Erdoberfläche, Grund, Grundfläche; ne. bottom (N.), soil (N.), floor (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bodden, Bodmerei, Fundament; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. bodem, boden, st. M., Boden, Grund, Kornboden, Schiff, Bodenstück; mnd. bōdeme, boddeme, boddem, M., Boden, Gestell, Grund; mnl. bodem, boden, boom, Sb., Boden; ahd. bodam*, bodum, st. M. (a), Boden, Grund, Fundament, Deck, Kiel; as. bothom*, st. M. (a), Grund, Boden; anfrk. -; germ. *budma-, *budmaz, *butma-, *butmaz, st. M. (a), Boden; idg. bʰudʰmen, budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Boden, Kluge s. u. Boden, DW 2, 210, EWD s. u. Boden, DW2 5, 536, EWAhd 2, 222, Duden s. u. Boden, Bluhme s. u. Boden; Son.: vgl. afries. bodem, boden, st. M. (a), Boden; nnordfries. bom; ae. botm, bodan, st. M. (a), Boden, Grund, Abgrund; an. botn, st. M. (a), Boden, Grund; got. -; nndl. bodem, Sb., Boden; nschw. botten, Sb., Boden; nisl. botn, M., Boden; ai. budhná-, M., Boden, Grund, Wurzel; av. būnō, Sb., Boden, Grund; gr. πυθμήν (pythmḗn), M., Boden, Fußgestell an einem Becher; lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament; ? mir. bonn, M., Sohle, Grundlage; GB.: (bodam) seit um 790 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Grundfläche oder einen Grund (in dem Freien oder in einem Gebäude); BM.: ?; F.: Boden, Bodens, Böden+EW; Z.: Bod-en
$bodenlos, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bodenlos, grundlos, keinen Boden habend, sehr tief, ohne Grund seiend; E.: s. Boden, s. los; L.: Kluge s. u. Boden, DW 2, 215, EWD s. u. Boden; GB.: (bodemlōs) um 1245 belegte und aus Boden und los gebildete Bezeichnung für keinen Boden habend oder sehr tief oder ohne Grund seiend; F.: bodenlos, bodenlose, bodenloses, bodenlosem, bodenlosen, bodenloser+EW; Z.: bod-en—lo-s
$bodenständig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. bodenständig, lange ansässig, heimatverbunden; E.: s. Boden, s. ständig; L.: Kluge s. u. Boden, DW 2, 217, EWD s. u. Boden; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Boden und ständig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung mögliches lange ansässig oder heimatverbunden; F.: bodenständig, bodenständige, bodenständiges, bodenständigem, bodenständigen, bodenständiger(, bodenständigere, bodenständigeres, bodenständigerem, bodenständigeren, bodenständigerer, bodenständigst, bodenständigste, bodenständigstes, bodenständigstem, bodenständigsten, bodenständigster)+EW; Z.: bod-en—stä-n-d-ig
Bodmerei, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Bodmerei, Schiffsbeleihung; ne. bottomry; Vw.: -; Hw.: s. Boden; E.: s. mnd. bōdemærīe*, bōdemerīe, boddemerīe, F., Bodmerei, Geld, Zins, Darlehen; vgl. mnd. bōdemære*, bōdemēr, boddemēr, M., Geldgeber, Geld auf Bodmerei Gebender; mnd. bōdemen, bodemen, boddemen, bōmen, sw. V., mit einem Boden versehen (V.), Boden einsetzen, auf Schiff und Ladung leihen, Geld auf Bodmerei aufnehmen; mnd. bōdeme, boddeme, boddem, bodden, M., Boden, Gestell, Grund; as. bothom, st. M. (a), Grund, Boden; germ. *budma-, *budmaz, *butma-, *butmaz, st. M. (a), Boden; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); mnd. *ære, Suff., ...er; lat. ...ārius, Suff., ...er; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bodmerei, DW 2, 218, DW2 5 552, Duden s. u. Bodmerei; Son.: vgl. nndl. bodemerij, F., Bodmerei; nschw. bodermi, Sb., Bodmerei; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Boden verbindbare Bezeichnung einer neuzeitlichen Schiffsbeleihung als einer Erwerbsmöglichkeit; BM.: Boden, Schiffsboden; F.: Bodmerei, Bodmereien+EW; Z.: Bodm-er-ei
Bofist, Bovist, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bofist, Bovist, Stäubling, eine Pilzart; ne. puffball; Q.: um 1445; E.: s. fnhd. vohenvist, F., Füchsinnenfurz; mnd. pōvīst, poyvis, M., Füchsinnenfurz, Bovist, Stäubling, eine Pilzart; vgl. mhd. vohe, sw. F., Fähe, Füchsin; ahd. foha, sw. F. (n), Fuchs (M.) (1), Füchsin; germ. *fuhō-, *fuhōn, Sb., Fuchs (M.) (1), Füchsin; s. idg. *pū̆k- (1), peuk-, Adj., behaart, buschig, Pokorny 849 (1473/115) (RB. idg. aus ind., germ., balt., slaw.); mhd. vist, vīst, st. M., Furz, lautlose Blähung, Klappern; ahd. fist, st. M. (a), Fist, Darmwind; germ. *fista-, *fistaz?, st. M. (a), Bauchwind, Furz; vgl. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bofist, Kluge s. u. Bofist, EWD s. u. Bofist, DW2 5, 552, EWAhd 2, 267, Duden s. u. Bofist; Son.: vgl. frz. vesse-de-loup, F., Bofist, Bovist; GB.: seit um 1445 belegte und aus Fähe und Fist gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen kugeligen Pilz (Pilzart) der nach der Reife aufplatzt wodurch die staubfeinen Sporen in die freie Umgebung gelangen; BM.: blasen, bei Berührung ausstäubende Sporen; F.: Bofist, Bofistes, Bofists, Bofiste, Bofisten (!)+EW; Z.: Bo-fis-t
Boge, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Boge, Bogen, Biegung, Krümmung; ne. bow (N.); Vw.: s. Ell-, Ellen-, Schwib-; Hw.: s. Boge, biegen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. boge, sw. M., Bogen, Halbkreis, Regenbogen, Sattelbogen; mnd. bōge, M., Bogen, Fensterrahmen, Fensterbogen, Krümmung; ahd. bogo, sw. M. (n), Bogen, Wölbung, Halbkreis; as. bogo?, sw. M. (n), Bogen (nur in Zusammensetzungen); anfrk. bogo, sw. M. (n), Bogen; germ. *bugō-, *bugōn, *buga-, *bugan, sw. M. (n), Bogen, Wölbung; s. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: DW 2, 218; Son.: vgl. afries. boga, sw. M. (n), Bogen, Ohrring; saterl. boge; ae. boga, sw. M. (n), Bogen; an. bogi, sw. M. (n), Bogen, Blutstrahl; got. *boga, sw. M. (n), Bogen; krimgot. boga, M., Bogen; nndl. boog, Sb., Boge, Bogen; nschw. boge, Sb., Boge, Bogen; nnorw. boge, M., Boge, Bogen; kymr. bow, M., Boge, Bogen; air. boga, Sb., Bogen; nir. bogha, M., Boge, Bogen; GB.: (bogo) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine natürliche Biegung oder Krümmung und davon abgeleitet für eine von Menschen entwickelte und verwendete Waffe aus einem biegbaren Stab und einer spannenden Schnur (F.) (1) oder Sehne; BM.: biegen?; F.: Boge, Bogens, Bögen+EW; Z.: Bog-e
Bogen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bogen, Biegung, Krümmung; ne. bow (N.); Vw.: s. Ell-, Ellen-, Schwib-; Hw.: s. Boge, biegen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. boge, sw. M., Bogen, Halbkreis, Regenbogen, Sattelbogen; mnd. bōge, M., Bogen, Fensterrahmen, Fensterbogen, Krümmung; mnl. boge, M., Bogen; ahd. bogo, sw. M. (n), Bogen, Wölbung, Halbkreis; as. bogo?, sw. M. (n), Bogen (nur in Zusammensetzungen); anfrk. bogo, sw. M. (n), Bogen; germ. *bugō-, *bugōn, *buga-, *bugan, sw. M. (n), Bogen, Wölbung; s. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bogen, Kluge s. u. Bogen, DW 2, 218, EWD s. u. Bogen, 219, DW2 5, 552, EWAhd 2, 227, Falk/Torp 273, Seebold 111, Duden s. u. Bogen, Bluhme s. u. Bogen; Son.: vgl. afries. boga, sw. M. (n), Bogen, Ohrring; saterl. boge; ae. boga, sw. M. (n), Bogen; an. bogi, sw. M. (n), Bogen, Blutstrahl; got. *boga, sw. M. (n), Bogen; krimgot. boga, M., Bogen; nndl. boog, Sb., Bogen; nschw. boge, Sb., Bogen; nnorw. boge, M., Bogen; kymr. bow, M., Bogen; air. boga, Sb., Bogen; nir. bogha, M., Bogen; GB.: (bogo) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine natürliche Biegung oder Krümmung und davon abgeleitet für eine von Menschen entwickelte und verwendete Waffe aus einem biegbaren Stab und einer spannenden Schnur (F.) (1) oder Sehne; BM.: biegen?; F.: Bogen, Boge, Bogens, Bögen+EW; Z.: Bog-en
Bohème, Boheme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bohème, Boheme, Künstlerwelt, ungebundenes und ungezwungenes Künstlermilieu; ne. Bohemianism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1852; I.: Lw. frz. bohème; E.: s. frz. bohème, M., Böhme; vgl. mlat. Boiohaemus*, Bohemus, Adj., böhmisch; germ.-lat. Boiohaemum, Boihaemum, N.=ON, Boierland; lat. Boius, M., Boier; wohl aus dem Kelt.; s. germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf, Welt; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; idg. *k̑ei- (1), V., Adj., Sb., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Bohème, fehlt DW, EWD s. u. Boheme, DW2 5, 559, Duden s. u. Boheme; Son.: vgl. nndl. bohème, Sb., Bohème; nschw. bohem, Sb., Bohème; nnorw. bohem, M., Bohème; poln. bohema, F., Bohème; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene Bezeichnung für eine Künstlerwelt oder ein ungebundenes und ungezwungenes Künstlermilieu; BM.: Böhmen wurde als Heimat der ursprünglich aus Indien kommenden und in Westeuropa durchziehenden Zigeuner angesehen; F.: Boheme, Bohème+FW; Z.: Bo-hè-m-e
Bohle, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bohle, Planke, starkes Brett; ne. plank (N.), board (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 13. Jh. (Die Ritterfahrt des Johann von Michelsberg von Heinrich von Freiberg); E.: s. mhd. bole, sw. F., Bohle, dickes Brett; mnd. bōle, bolle, bāle, F., Bohle, dickes Brett, Balken, Bohlenweg; entweder von germ.? *bulō-, *bulōn, sw. F. (n), Bohle; germ. *bula-, bulaz, st. M. (a), Rumpf, Bohle; oder von mhd. bolen, sw. V., rollen, wälzen, werfen, schleudern; ahd. bolōn, sw. V. (2), wälzen, schleudern, rollen; idg. *bʰl̥-, *bʰₑl-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, Pokorny 121; vgl. idg. *bʰel- (3), V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bohle, Kluge s. u. Bohle, DW 2, 223, EWD s. u. Bohle, DW2 5, 559, Falk/Torp 266, Duden s. u. Bohle, Bluhme s. u. Bohle; Son.: vgl. an. bolr, bulr, st. M. (a), Baumstamm; GB.: (bole) seit 4. Viertel 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare oder mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung entsprechender Werkzeuge geschaffene und verwendete Planke oder starkes Brett; BM.: aufblasen bzw. schwellen?; F.: Bohle, Bohlen (!)+EW; Z.: Bohl-e
Bohn, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Bohn, Bohne, Fisole; ne. bean; Vw.: -; Hw.: s. Bohne; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bōne, pōn, st. F., sw. F., Bohne, Wertloses, Geringwertiges, Geringstes; mnd. bône, F., Bohne; ahd. bōna, st. F. (ō), sw. F. (n), Bohne, Erbse; germ. baunō, st. F. (ō), Bohne; as. bôna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Bohne; anfrk. -; germ. *baunō-, *baunōn, sw. F. (n), Bohne; s. idg. *bʰabʰā, Sb., Bohne, Pokorny 106? (170/30) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bohne, Kluge s. u. Bohne, EWD s. u. Bohne, DW 2, 224, DW2 5, 562, EWAhd 2, 237, Duden s. u. Bohne, Falk/Torp 257, Bluhme s. u. Bohne; Son.: vgl. afries. *bâne?, sw. F. (n), Bohne; ae. béan, bíen, st. F. (ō), Bohne; an. baun, st. F. (ō), Bohne; got. -; nndl. boon, Sb., Bohn, Bohne; nschw. böna, Sb., Bohn, Bohne; nnorw. bønne, F., M., Bohn, Bohne; ? gr. φακός (phakós), M., Linse, Linsenpflanze; ? alb. bathë, F., Saubohne; ? lat. faba, F., Bohne; ? apreuß. babo, Sb., Bohne; ? russ. боб (bob), M., Bohne; GB.: (bōna) seit 3. Viertel 8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchte und die länglichen oder nierenförmigen Samen mit der sie umgebenden Hülse; BM.: Aufgeblasensein; F.: Bohn, Bohnen+EW; Z.: Boh-n
Bohne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Bohne, Bohn, Fisole; ne. bean; Vw.: s. Veits-; Hw.: s. Bohn; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bōne, pōn, st. F., sw. F., Bohne, Wertloses, Geringwertiges, Geringstes; mnd. bône, F., Bohne; mnl. bone, F., Bohne; ahd. bōna, st. F. (ō), sw. F. (n), Bohne, Erbse; germ. baunō, st. F. (ō), Bohne; as. bôna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Bohne; anfrk. -; germ. *baunō-, *baunōn, sw. F. (n), Bohne; s. idg. *bʰabʰā, Sb., Bohne, Pokorny 106? (170/30) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bohne, Kluge s. u. Bohne, DW 2, 224, EWD s. u. Bohne, DW2 5, 562, EWAhd 2, 237, Duden s. u. Bohne, Falk/Torp 257, Bluhme s. u. Bohne; Son.: vgl. afries. *bâne?, sw. F. (n), Bohne; ae. béan, bíen, st. F. (ō), Bohne; an. baun, st. F. (ō), Bohne; got. -; nndl. boon, Sb., Bohne; nschw. böna, Sb., Bohne; nnorw. bønne, F., M., Bohne; ? gr. φακός (phakós), M., Linse, Linsenpflanze; ? alb. bathë, F., Saubohne; ? lat. faba, F., Bohne; ? apreuß. babo, Sb., Bohne; ? russ. боб (bob), M., Bohne; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. (bōna) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchte und die länglichen oder nierenförmigen Samen mit der sie umgebenden Hülse; BM.: Aufgeblasensein; F.: Bohne, Bohnen+EW; Z.: Boh-n-e
$bohnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bohnen; E.: s. bohnern; L.: Kluge s. u. bohnern, DW 2, 226; GB.: 1715 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung sowie mit bohnern verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einreiben oder mit Wachs reinigen und blank machen; F.: bohnen (!), bohne (!), bohnst, bohnt, bohnest, bohnet, bohnte, bohntest, bohnten, bohntet, gebohnt, ##gebohnt, gebohnte, gebohntes, gebohntem, gebohnten, gebohnter##, bohnend, ###bohnend, bohnende, bohnendes, bohnendem, bohnenden, bohnender###, bohn (!)+EW; Z.: boh-n-en
$Bohnenlied, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Bohnenlied, ein Spottlied; E.: s. Bohn(e), s. en (Suff.), s. Lied; L.: Kluge s. u. Bohnenlied, DW 2, 226; GB.: seit um 1510 belegte und aus Bohn(e) und en sowie Lied gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Spottlied; F.: Bohnenlied, Bohnenliedes, Bohnenlieds, Bohnenlieder, Bohnenliedern+EW; Z.: Boh-n-en—lie-d
bohnern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bohnern, Boden wachsen (V.) (2); ne. polish (V.), wax (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769/1773; E.: zu mnd. bōnen, V., mit Wachs bohnen, mit Wachs reinigen und blank machen; mnl. boenen, V., bohnern?; germ. *bōnōn?, sw. V., glänzend machen, blank reiben; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bohnen, Kluge s. u. bohnern, DW 2, 227, EWD s. u. bohnern, DW2 5, 566, Falk/Torp 257, Duden s. u. bohnern, Bluhme s. u. bohnern; Son.: vgl. ae. bōnian, sw. V., verzieren; nndl. boenen, V., bohnern; nschw. bona, V., bohnern; ai. bhā́ti, V., leuchtet, scheint; GB.: seit 1769/1773 belegte und mit mnd. bōnen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches einreiben oder mit Wachs reinigen und blank machen; BM.: glänzend machen; F.: bohnern, bohnere, bohnerst, bohnert, bohnerest, bohneret, bohnerte, bohnertest, bohnerten, bohnertet, gebohnert, ##gebohnert, gebohnerte, gebohnertes, gebohnertem, gebohnerten, gebohnerter##, bohnernd, ###bohnernd, bohnernde, bohnerndes, bohnerndem, bohnernden, bohnernder###, bohner (!)+EW; Z.: boh-n-er-n
$Bohnerwachs, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Bohnerwachs; E.: s. bohner(n), s. Wachs; L.: fehlt DW, EWD s. u. bohnern; GB.: seit 1849 belegte und aus bohner(n) und Wachs gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen seit dieser Zeit für die Bodenpflege entwickeltes und verwendetes Wachs; F.: Bohnerwachs, Bohnerwachses, Bohnerwachse, Bohnerwachsen (!)+EW; Z.: Boh-n-er—wach-s
bohren, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. bohren, ein Loch herstellen, durchlöchern; ne. drill (V.), bore (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. boren*, born, sw. V., bohren; mnd. bōren, sw. V., bohren, anbohren; mnl. bōren, boren, sw. V., bohren, anbohren; ahd. borōn*, sw. V. (2), bohren, durchbohren, hineinbohren, durchbrechen; as. borōn, sw. V. (2), bohren; anfrk. -; germ. *burōn, sw. V., reiben, bohren; idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bohren, Kluge s. u. bohren, DW 2, 228, EWD s. u. bohren, DW2 5, 467, EWAhd 2, 246, Falk/Torp 261, Duden s. u. bohren, Bluhme s. u. bohren; Son.: vgl. afries. -; ae. bėrian (1), sw. V. (1), zerdrücken, quälen, bedrücken; ae. borian, sw. V., bohren; an. bora (3), sw. V. (2), bohren; nndl. boren, V., bohren; nschw. borra, V., bohren; nnorw. bore, V., bohren; gr. φαροῦν (pharun), V., pflügen; lat. forāre, V., bohren; GB.: (borōn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild beispielsweise von Maden oder Würmern schon vor etwa 40000 Jahren entwickeltes und seitdem verwendetes mit drehenden Bewegungen mit einem Gerät in einen Gegenstand eindringen oder ein Loch herstellen oder durchlöchern; BM.: ritzen?; F.: bohren, bohre, bohrst, bohrt, bohrest, bohret, bohrte, bohrtest, bohrten, bohrtet, gebohrt, ##gebohrt, gebohrte, gebohrtes, gebohrtem, gebohrten, gebohrter##, bohrend, ###bohrend, bohrende, bohrendes, bohrendem, bohrenden, bohrender###, bohr (!)+EW; Z.: bohr-en
$Bohrer, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Bohrer, Bohrender; Vw.: s. Drill-; E.: s. bohr(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. bohren, DW 2, 228, EWD s. u. bohren; GB.: (borære*) seit 1369 belegte und aus bohr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild beispielsweise von Maden oder Würmern schon vor 40000 Jahren entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät für das Schaffen von Löchern beispielsweise in Holz oder Knochen oder Häuten oder Stein oder Metall oder anderen Gegebenheiten; F.: Bohrer, Bohrers, Bohrern+EW; Z.: Bohr-er
Bohrium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bohrium, ein chemisches Element; ne. bohrium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem PN des dänischen Physikers Niels Bohr (1885-1962); L.: fehlt DW, Duden s. u. Bohrium; Son.: vgl. nndl. bohrium, Sb., Bohrium; frz. bohrium, M., Bohrium; nschw. bohrium, N., Bohrium; kymr. bohriwm, M., Bohrium; nir. bóiriam, M., Bohrium; poln. bohr, M., Bohrium; lit. boris, M., Bohrium; GB.: seit 4. Viertel 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein in Russland 1976 beanspruchtes und in Darmstadt 1981 bei dem Beschuss von Bismutatomen mit Chromkernen nachgewiesenes von Menschen künstlich erzeugtes kurzlebiges radioaktives Übergangsmetall (chemisches Element Nr. 107, abgekürzt Bh); BM.: PN; F.: Bohrium, Bohriums+FW; Z.: Bohr-i-um
$Boi, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Boi, ein locker gewebtes Wollzeug; L.: Kluge 1. A. s. u. Boi, DW 2, 229; F.: Boi, Bois+FW; Z.: Boi
Boiler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Boiler, Heißwasserspeicher; ne. boiler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830; I.: Lw. ne. boiler; E.: s. ne. boiler, N., Boiler, Kocher; vgl. ne. boil, V., kochen, erhitzen; afrz. bolir, V., kochen; lat. bullīre, V., Blasen werfen, Blasen entwickeln, aufwallen, sprudeln, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. bulla, F., Wasserblase, Bulle (F.), Geldkapsel; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Boiler, EWD s. u. Boiler, DW2 5, 571, Duden s. u. Boiler; Son.: vgl. nndl. boiler, Sb., Boiler; russ. бойлер (boiler), M., Boiler; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Zubereitung und Warmhaltung von heißem Wasser (Heißwasserspeicher); BM.: blasen bzw. kochen; F.: Boiler, Boilers, Boilern+FW; Z.: Boil-er
$Boisalz, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Boisalz, ein Salz; E.: aus dem Niederdeutschen, s. Boi, s. Salz; L.: Kluge 1. A. s. u. Boisalz, DW 2, 229 (Verweis auf Baisalz); GB.: seit 1883 belegte und aus Boi und Salz gebildete Bezeichnung für ein Salz; F.: Boisalz, Boisalze, Boisalzen+FW+EW; Z.: Boi-sa-l-z
Bojar, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Bojar, ein russischer Adeliger; ne. boyar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Der mitteldeutsche Marco Polo); E.: s. mhd. bajor, sw. M., ein Adelstitel; mnd. bojār, bojāre, bojerne, M., Bojar; russ. Бояре (bojare), M., Bojar; wohl türkischen Ursprungs; s. atürk. bai, Adj., reich, edel?; L.: fehlt DW, DW2 5, 572, Duden s. u. Bojar; Son.: vgl. nndl. bojar, Sb., Bojar; frz. boyard, M., Bojar; nschw. bojar, SB., Bojar; nnorw. bojar M., Bojar; poln. bojar, M., Bojar; kymr. boiar, M., Bojar; lett. bajārs, M., Bojar; GB.: (bajor) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Russischen sowie mittelbar wohl dem Türkischen aufgenommene Bezeichnung für einen Angehörigen des nicht fürstlichen Adels und damit der gehobenen Schicht in der Gefolgschaft der Fürsten und Teilfürsten in dem mittelalterlichen Russland; BM.: reich?; F.: Bojar, Bojaren+FW; Z.: Boj-ar
Boje, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Boje, Schwimmkörper; ne. buoy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1575; I.: Lw.; E.: s. mnd. boie, böye, F., Boje, Fessel (F.) (1), Fußfessel, s. mnl. boye, boeye, Sb., Boje, Fessel (F.) (1), dessen Herkunft unklar ist, da nicht sicher geklärt ist, ob die zwei verschiedenen Bedeutungen Boje und Fessel zu zwei verschiedenen Wörtern gehören oder ein Ansatz sind; vielleicht zu lat bōia, F., Halsfessel, Halsband, Halsring, Halseisen, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Boje, fehlt DW, EWD s. u. Boje, DW2 5, 572, Duden s. u. Boje, Bluhme s. u. Boje; Son.: vgl. nndl. boei, Sb., Boje; frz. bouée, F., Boje; nschw. boj, Sb., Boje; nnorw. bøye, M., Boje; poln. boja, F., Boje; kymr. bwi, M., Boje; nir. baoi, M., Boje; GB.: vielleicht seit 1575 belegte und möglicherweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen verankerten Schwimmkörper als Seezeichen oder zu einem Vertäuen von Schiffen; BM.: fesseln?; F.: Boje, Bojen+FW; Z.: Boj-e
$Bolchen, nhd., M., (Ende 13. Jh.?): nhd. Bolchen, Blaufelchen; E.: s. mhd. balche; L.: Kluge 1. A. s. u. Bolchen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1290 belegte Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Süßwasserfisch des Bodensees; F.: Bolchen (!), Bolchens+EW; Z.: Bolch-en
...bold, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. ...bold; ne. ?; Vw.: s. Ko-; Hw.: s. bald; Q.: 13. Jh.?; E.: mhd. *bold?, st. M., ...bold; vgl. mhd. balt, palt, Adj., kühn, mutig, tapfer, furchtlos, verwegen; ahd. bald, Adj., kühn, mutig, tapfer, dreist, stark; germ. *balþa-, *balþaz, Adj., kräftig, kühn, tapfer; idg. *bʰóltos, Adj., kühn, tapfer; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. -bold, Kluge s. u. -bold, DW 2, 229, DW2 5, 572, Duden s. u. -bold, Falk/Torp 267, Heidermanns 115; Son.: s. nhd. Trunkenbold, Tugendbold; GB.: vielleicht seit 13. Jh. als Grundwort in Zusammensetzungen belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für (einen) gern und häufig sowie kühn etwas machend(en Menschen); BM.: kühn machend?; F.: …bold, …bolds, …boldes, …bolde, …bolden (!)+EW; Z.: -bol-d
Bolero, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bolero, ein Tanz, ein Kleidungsstück (Jacke); ne. bolero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1799; I.: Lw. span. bolero; E.: s. span. bolero, M., Bolero; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von span. bola, F., Kugel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bolero, fehlt DW, EWD s. u. Bolero, DW2 5, 573, Duden s. u. Bolero; Son.: vgl. nndl. bolero, Sb., Bolero; frz. boléro, M., Bolero; nschw. bolero, Sb., Bolero; nnorw. bolero, M., Bolero; poln. bolero, M., Bolero; GB.: seit 1799 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten stark rhythmischen spanischen Tanz in dem Dreivierteltakt und eine dazu getragene Jacke; BM.: blasen?; F.: Bolero, Boleros+FW; Z.: Bol-er-o
Bolide, Bolid, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bolide, Bolid, Feuerkugel, Meteor, Rennwagen; ne. bolide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: über it.von lat. bolis, F., feueriger Meteor in Gestalt eines Pfeils, Senkblei, Lot; gr. βολίς (bolís), F., Geschoss; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Bolide; Son.: vgl. nndl. bolide, Sb., Bolide; frz. bolide, M., Bolide; nschw. bolid, Sb., Bolide; poln. bolid, M., Bolide; lit. bolidas, M., Bolide; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen besonders hellen Meteor und danach für einen Rennwagen; BM.: werfen; F.: Bolide, Boliden+FW; Z.: Bol-id-e
...bolie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. ...bolie; ne. ...bolie, ...bol; ne. ...bolism; Vw.: s. Em-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. βολή (bolḗ); E.: s. gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1067; Son.: vgl. nndl. ...bolie, Suff., ...olie; frz. ...bolie, Suff., ...olie; nschw. ...boli, Suff., ...olie; poln. ...bolia, Suff., ...olie; kymr. ...boledd, Suff., ...olie; nir. ...balacht, Suff., ...olie; lit. ...bolija, Suff., ...olie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Werfen oder Geworfenes; BM.: werfen; F.: ...bolie, ...bolien+FW; Z.: -b-ol-ie
...bolisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...bolisch; ne. …bolic; Vw.: s. dia-, para-, sym-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. βόλος (bólos); E.: s. gr. βόλος (bólos), M., Wurf; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1067; Son.: vgl. nndl. …bolisch, Suff., …bolisch; frz. …bolique, Suff., …bolisch; nschw. …bolisk, Suff., …bolisch; nnorw. …bolsk, Suff., …bolisch; poln. …boliczny, Suff., …bolisch; nir. ---balach, Suff., …bolisch; lit. …bolinis, Suff., …bolisch; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen und isch gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für die Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...bolisch, ...bolische, ...bolisches, ...bolischem, ...bolischen, ...bolischer(, ...bolischere, ...bolischeres, ...bolischerem, ...bolischeren, ...bolischerer, ...bolischste, ...bolischstes, ...bolischstem, ...bolischsten, ...bolischster)+FW+EW; Z.: -bol-isch
bölken, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. bölken, brüllen, laut schreien, aufstoßen; ne. burp (V.), roar (V.); Vw.: -; Hw.: s. blöken; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. bölken, bolken, sw. V., brüllen, bölken; E.: vgl. idg. *bʰlē-, V., heulen, weinen, blöken, Pokorny 124 (242/75) (RB. idg. aus ital., germ.?, balt., slaw.); s. idg. *bʰel- (6), V., schallen, reden, brüllen, bellen, Pokorny 123 (202/35) (RB. idg. ind., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. bölken, Kluge s. u. bölken, DW 2, 231 (bolken), Duden s. u. bölken; Son.: veraltet?; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches laut schreien; BM.: schallen?; F.: bölken, bölke, bölkst, bölkt, bölkest, bölket, bölkte, bölktest, bölkten, bölktet, gebölkt, ##gebölkt, gebölkte, gebölktes, gebölktem, gebölkten, gebölkter##, bölkend, ###bölkend, bölkende, bölkendes, bölkendem, bölkenden, bölkender###, bölk (!)+EW; Z.: böl-k-en
$boll, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. boll, steif; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. boll; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft dunkele Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung und Verwendung von Leder durch den Menschen mögliche Bezeichnung für steif; F.: boll (!), bolle, bolles, bollem, bollen, boller(, bollere, bolleres, bollerem, bolleren, bollerer, bollst, bollste, bollstes, bollstem, bollsten, bollster)+EW; Z.: boll
Bolle, Bölle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bolle, Bölle, Zwiebel; ne. onion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. cipolla; E.: s. it. cipolla, F., Zwiebel; dies unter Anlehnung an ein mhd. bolle, F., runder Körper; lat. cēpulla, cēpula, caepula, F., Zwiebellein, Zwiebelchen, kleine Zwiebel, Zwiebel, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cēpa, F., Zwiebel, Lauch, Küchenzwiebel; gr. *κήπη (kēpē), *κάπια (kápia), F., Zwiebel?; von lat. bulbus, M., Zwiebel, Küchenzwiebel; gr. βολβός (bolbós), M., Knolle, Zwiebel; vgl. idg. *bol-, Sb., Knolle, Schwellung, Pokorny 103 (163/24) (RB. aus ind., arm., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bolle 1, Bolle 2, Kluge s. u. Bolle, DW 2, 231, DW2 5, 573, Duden s. u. Bolle, Kytzler/Redemund/Eberl 141, Bluhme s. u. Bolle; Son.: vgl. nndl. bol, Sb., Zwiebel, Blumenzwiebel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit mindestens 4000 Jahren in Asien von Menschen genutzte Pflanze beziehungsweise für den verdickten unterirdischen als Energiespeicher dienenden Teil vieler Pflanzen; BM.: Kugel?; F.: Bolle, Bollen, Bölle (!), Böllen (!)+FW; Z.: Bo-ll-e
Böller, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Böller, Knallkörper; ne. firecracker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1375-1400 (Schachzabelbuch des Jacobus de Cessolis); E.: mhd. bolære, boler, st. M., Wurfmaschine, Böller, Wurfgeschütz; vgl. mhd. bolen*, boln, poln, sw. V., rollen, wälzen, werfen, schleudern; ahd. bolōn*, sw. V. (2), wälzen, schleudern, rollen; vgl. germ. *ballō-, *ballōn, *balla-, *ballan, sw. M. (n), Kugel, Ball (M.) (1); vgl. idg. *bʰel- (3), V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Böller, Kluge s. u. Böller, DW 2, 230 (Boler, Böler), DW 2, 233, EWD s. u. Böller, DW2 5, 574, Duden s. u. Böller, Bluhme s. u. Böller; GB.: (bolære) seit 1375-1400 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Geschütz kleineren Kalibers zu einem Salutschießen oder Festschießen beziehungsweise einen Feuerwerkskörper der nach dem Zünden einen böllerschussähnlichen Knall hervorbringt; BM.: schleudern?; F.: Böller, Böllers, Böllern+EW; Z.: Böl-l-er
bollern, nhd., sw. V.: nhd. bollern; Vw.: s. bullern
Bollwerk, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Bollwerk, Befestigung; ne. bulwark, stronghold; Vw.: -; Hw.: s. Boulevard; Q.: Ende 13. Jh. (Livländische Reimchronik); E.: fnhd. bolwerk, N., Bollwerk; mhd. bolwerc, bolewerc, st. N., Bollwerk, Wurfmaschine; mnd. bōlwerk, bōlewerk, N., Verbindung starker Bohlen, Wehr (F.), hölzerne Wehr (F.), Schanzwerk; vgl. mhd. bol, st. M., Wurf, Schleudern (N.); mhd. bolen*, boln, poln, sw. V., rollen, wälzen, werfen, schleudern; ahd. bolōn*, sw. V. (2), wälzen, schleudern, rollen; vgl. germ. *ballō-, *ballōn, *balla-, *ballan, sw. M. (n), Kugel, Ball (M.) (1); vgl. idg. *bʰel- (3), V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); s. nhd. Werk; L.: Kluge 1. A. s. u. Bollwerk, Kluge s. u. Bollwerk, DW 2, 233, EWD s. u. Bollwerk, DW2 5, 576, Duden s. u. Bollwerk, Bluhme s. u. Bollwerk; Son.: vgl. nndl. bolwerc, Sb., Bollwerk; nschw. bålverk, N., Bollwerk; GB.: (bolwerc) seit 1297 belegte und aus Bohl(e) und Werk gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten befestigten Schutzbau (Befestigung); BM.: aufblasen?; F.: Bollwerk, Bollwerkes, Bollwerks, Bollwerke, Bollwerken+EW; Z.: Bol-l-werk
Bolschewik, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bolschewik, M., Anhänger des Kommunismus, Kommunist; ne. Bolshevik; Vw.: -; Hw.: s. bolschewistisch; Q.: 1917; I.: Lw. russ. большевик (bolschewik); E.: s. большевик (bolschewik), M., Bolschewik; vgl. russ. больше (bol’sche), Adj., größere, mehr; L.: Kluge s. u. Bolschewik, fehlt DW, EWD s. u. Bolschewik, DW2 5, 577, Duden s. u. Bolschewik; Son.: vgl. nndl. bosjewiek, M., Bolschewik; frz. bolchevik, M., Bolschewik; nschw. bolsjevik, M., Bolschewik; nnorw. bolsjevik, M., Bolschewik; poln. bolszewik, M., Bolschewik; nir. Boilséiveach, M., Bolschewik; lit. bolševikas, M., Bolschewik; GB.: seit 20. Jh.) belegte und aus dem Russischen aufgenommene Bezeichnung für ein Mitglied des von Wladimir Iljitsch (Uljanow) Lenin (1870-1924) geführten revolutionären Flügels der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands vor 1917 und davon allgemein Bezeichnung für einen Kommunisten; BM.: (Mehrheitler) Angehöriger der Mehrheit; F.: Bolschewik, Bolschewiken, Bolschewiki (!)+FW; Z.: Bolsche-wik
$Bolschewismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bolschewismus; E.: s. Bolschewi(k), s. ismus; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bolschewik; GB.: seit 1919 belegte und aus Bolschew(ik) (Mehrheitler) und ismus gebildete Bezeichnung für eine von Wladimir Iljitsch (Uljanow) Lenin (1870-1924) geführte politische Ausrichtung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands vor 1917; F.: Bolschewismus+FW; Z.: Bolsche-wi-sm-us
$Bolschewist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bolschewist; E.: s. Bolschew(ik), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bolschewik; E.: seit 1919 belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Anhänger der von Wladimir Iljitsch (Uljanow) Lenin (1870-1924) geführten politischen Ausrichtung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands; F.: Bolschwewist, Bolschwewisten+FW+EW; Z.: Bolsche-wist
bolschewistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. bolschewistisch, den Bolschewismus betreffend, dem Kommunismus anhängend; ne. Bolshevik (Adj.), Bolshevist (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Bolschewik; Q.: 1918 (Thomas Mann); I.: Lw. russ. большевистский (bolschewistskij); E.: s. russ. большевистский (bol’schewistskij), Adj., bolschewistisch; vgl. russ. больше (bol’sche), Adj., größere, mehr; L.: Kluge s. u. Bolschewik, fehlt DW, EWD s. u. Bolschewik, DW2 5, 578, Duden s. u. bolschewistisch; Son.: vgl. frz. bolchevique, Adj., bolschewistisch; nschw. bolsjevistisk, Adj., bolschewistisch; nnorw. bolsjevikisk, Adj., bolschewistisch; poln. bolszewicki, Adj., bolschewistisch; kymr. bolsieficaidd, Adj., bolschewistisch; GB.: seit 1918 belegte und aus Bolschewist und isch gebildete Bezeichnung für den Bolschewismus betreffend, dem Kommunismus anhängend; BM.: groß bzw. Angehöriger der Mehrheit; F.: bolschewistisch, bolschewistische, bolschewistisches, bolschewistischem, bolschewistischen, bolschewistischer+FW+EW; Z.: bolsche-wist-isch
bolzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bolzen, kraftvoll aber planlos spielen, raufen; ne. slam (V.), kick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. nhd. Bolzen; L.: Kluge s. u. bolzen, fehlt DW, EWD s. u. Bolzen, DW2 5, 578, Duden s. u. bolzen; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Bolzen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes kraftvoll aber planlos Fußball spielen; BM.: schießen mit Bolzen als schneller Vorgang; F.: bolzen (!), bolze, bolzt, bolzest, bolzet, bolzte, bolztest, bolzten, bolztet, gebolzt, ##gebolzt, gebolzte, gebolztes, gebolztem, gebolzten, gebolzter##, bolzend, ###bolzend, bolzende, bolzendes, bolzendem, bolzenden, bolzender###, bolz (!)+EW; Z.: bol-z-en
Bolzen, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Bolzen (M.), Metallbolzen, Schlagbolzen; ne. bolt (N.); Vw.: -; Hw.: s. Balz?; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bolz, polz, st. M., Bolzen (M.), Lötkolben, Schlüsselrohr, Pfeil; mnd. bolte, M., Eisenstab, Messstange; mnl. bout, M. Bolzen; ahd. bolz, st. M. (a?), Geschoß, Bolzen (M.), Pfahl; ahd. bolzo, sw. M. (n), Schießbolzen, Wurfgeschoss, Pfeil, Brenneisen; as. bolt, st. M. (a), Bolzen, Stab; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem germ. *boltō-, *boltōn, *bolta-, *boltan, *bultō-, *bultōn, *bulta, *bultan, sw. M. (n), Bolzen (M.); s. idg. *bʰeld-, V., pochen, schlagen, Pokorny 124 (204/37) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); oder das Wort stammt letztlich von lat. catapulta, F., Wurfmaschine, Katapult, Armbrust, (um 50 v. Chr.); gr. καταπέλτης (katapéltēs), M., Katapult, Wurfmaschine; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; gr. πάλλειν (pállein), V., schwingen, schütteln; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bolz, Kluge s. u. Bolzen, DW 2, 234 (Bolz), EWD s. u. Bolzen, DW2 5, 579, EWAhd 234, Falk/Torp 268, Duden s. u. Bolzen, Bluhme s. u. Bolzen; Son.: vgl. afries. -; ae. bolt, st. M. (a), Bolzen; an. -; got. -; nndl. bout, Sb., Bolzen (M.); nschw. bult, Sb., Bolzen (M.); nnorw. bolt, M., Bolzen (M.); poln. bolec, M., Bolzen (M.); poln. pelt, M., Bolzen (M.); russ. болт (bolt), M., Bolzen (M.); kymr. bollt, M., Bolzen; GB.: (bolzo) seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten dicken Metallstift oder Holzstift besonders zu einem Verbinden von Metallteilen oder Holzteilen; BM.: schlagen; F.: Bolzen, Bolzens+EW; Z.: Bol-z-en
Bombarde, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bombarde, ein Steinschleudergeschütz, ein Holzblasinstrument; ne. bombard (N.), bombarde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1432/1439 (Oswald von Wolkenstein); I.: Lw. frz. bombarde; E.: s. frz. bombarde, F., Donnerbüchse, Steinschleudermaschine; vgl. lat. bombus, M., dumpfer Ton (M.) (2), tiefer Ton (M.) (2), Lärm, (204-169 v. Chr.); gr. βόμβος (bómbos), M., dumpfer Ton (M.) (2), Summen (N.), Getöse; s. idg. *baˣmb-, V., dumpf schallen, tönen, Pokorny 93 (146/7) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt., slaw.); L.: DW 2, 236, DW2 5, 582, Duden s. u. Bombarde; Son.: vgl. nndl. bombarde, Sb., Bombarde; nschw. bombard, Sb., Bombarde; poln. bombarda, F., Bombarde; lit. bombarda, F., Bombarde; GB.: seit 1432/1439 belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie aus dem Französischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Steinschleudergeschütz beziehungsweise danach für ein schalmeiartiges Blasinstrument in der bretonischen Volksmusik; BM.: tönen; F.: Bombarde, Bombarden+FW; Z.: Bomb-ard-e
Bombardement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bombardement, Bombenangriff, anhaltender Beschuss mit schwerem Geschütz; ne. bombardment, bombing (N.); Vw.: -; Hw.: s. bombardieren; Q.: 1715; I.: Lw. frz. bombardement; E.: s. frz. bombardement, M., Bombardement; vgl. frz. bombarde, F., Donnerbüchse, Steinschleudermaschine; vgl. lat. bombus, M., dumpfer Ton (M.) (2), tiefer Ton (M.) (2), Lärm, (204-169 v. Chr.); gr. βόμβος (bómbos), M., dumpfer Ton (M.) (2), Summen (N.), Getöse; s. idg. *baˣmb-, V., dumpf schallen, tönen, Pokorny 93 (146/7) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bombe, fehlt DW, EWD s. u. bombardieren, DW2 5, 582, Duden s. u. Bombardement; Son.: vgl. nschw. bombardemang, N., Bombardement; nnorw. bombardement, N., Bombardement; poln. bombardowanie, Sb., Bombardement; kymr. bombardiad, M., Bombardement; nir. bombardú, M., Bombardement; lit. bombardavimas, M., Bombardement; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen anhaltenden Beschuss mit schwerem Geschütz; BM.: unter lautem Lärm beschießen; F.: Bombardement, Bombardements+FW; Z.: Bomb-ard-e-ment
bombardieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bombardieren, anhaltend mit schwerem Geschütz beschießen; ne. bomb (V.), bombard (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bombardement; Q.: 1685; I.: Lw. frz. bombarder; E.: s. frz. bombarder, V., bombardieren, mit schwerem Geschütz beschießen; vgl. frz. bombarde, F., Donnerbüchse, Steinschleudermaschine; vgl. lat. bombus, M., dumpfer Ton (M.) (2), tiefer Ton (M.) (2), Lärm, (204-169 v. Chr.); gr. βόμβος (bómbos), M., dumpfer Ton (M.) (2), Summen (N.), Getöse; s. idg. *baˣmb-, V., dumpf schallen, tönen, Pokorny 93 (146/7) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bombe, DW 2, 236, EWD s. u. bombardieren, DW2 5, 583, Duden s. u. bombardieren; Son.: vgl. nndl. bombarderen, V., bombardieren; nschw. bombardera, V., bombardieren; nnorw. bombardere, V., bombardieren; poln. bombardować, V., bombardieren; lit. bombarduoti, V., bombardieren; GB.: seit 1685 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und womöglich lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches anhaltendes mit schwerem Geschütz durch Menschen beschießen; BM.: unter lautem Lärm beschießen; F.: bombardieren, bombardiere, bombardierst, bombardiert, bombardierest, bombardieret, bombardierte, bombardiertest, bombardierten, bombardiertet, ##bombartiert, bombardierte, bombardiertes, bombardiertem, bombardierten, bombardierter##, bombardierend, ###bombardierend, bombardierende, bombardierendes, bombardierendem, bombardierenden, bombardierender###, bombardier (!)+FW(+EW); Z.: bomb-ard-ier-en
$Bombardierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bombardierung; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. bombardier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. bombardieren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus bombardier(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen anhaltenden Beschuss mit schwerem Geschütz; F.: Bombardierung, Bombardierungen+FW; Z.: Bomb-ard-ier-ung
$Bombasin, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Bombasin; E.: E.: s. frz. bombasin, s. it. bomagino, s. mlat. bombaci(um); L.: Kluge 1. A. s. u. Bombasin, DW 2, 236; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon vor dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Mischgewebe; F.: Bombasin, Bombasins (!)+FW; Z.: Bombas-in
Bombast, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bombast, Schwulst; ne. bombast; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710; I.: Lw. ne. bombast; E.: s. ne. bombast, N., Bombast, Schwulst, Baumwolle; vgl. ne. bombace, N., Baumwolle, mit Baumwolle ausgestopftes Kleidungsstück; afrz. bombasin, Sb., Baumwolle; lat. bombax, Baumwolle; vgl. lat. bombȳx, M., F., Seidenwurm, Seidenraupe, Seidenspinner; gr. βόμβυξ (bómbyx), M., Seidenwurm; Lehnwort aus dem orientalischen Raum; L.: Kluge 1. A. s. u. Bombast, Kluge s. u. Bombast, EWD s. u. Bombast, DW 2, 236, DW2 5, 584, Duden s. u. Bombast; Son.: vgl. nndl. bombast, Sb., Bombast; nschw. bombasm, Sb., Bombast; nnorw. bombast, M., Bombast; GB.: seit 1710 belegte und aus dem Neuenglischen sowie dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie letztlich aus dem orientalischen Raum aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Überladenheit oder Schwulst; BM.: ausgepolstert; F.: Bombast, Bombastes, Bombasts+FW; Z.: Bomb-ast
$bombastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bombastisch, überladen (Adj.), übertrieben, schwülstig; E.: s. Bombast, s. isch; L.: Kluge s. u. Bombast, DW 2, 236. EWD s. u. Bombast; GB.: seit 1784 belegte und aus Bombast und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überladen (Adj.) oder übertrieben oder schwülstig; F.: bombastisch, bombastische, bombastisches, bombastischem, bombastischen, bombastischer(, bombastischere, bombastischeres, bombastischerem, bombastischeren, bombastischerer, bombastischst, bombastischste, bombastischstes, bombastischstem, bombastischsten, bombastischster)+FW+EW; Z.: bomb-ast-isch
Bombe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bombe, Sprengkörper; ne. bomb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. frz. bombe; E.: s. frz. bombe, F., Bombe; it. bomba, F., Bombe; lat. bombus, M., dumpfer Ton (M.) (2), tiefer Ton (M.) (2), Lärm, (204-169 v. Chr.); gr. βόμβος (bómbos), M., dumpfer Ton (M.) (2), Summen (N.), Getöse; s. idg. *baˣmb-, V., dumpf schallen, tönen, Pokorny 93 (146/7) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bombe, DW 2, 236, EWD s. u. Bombe, DW2 5, 585, Duden s. u. Bombe, Bluhme s. u. Bombe; Son.: vgl. nndl. bom, Sb., Bombe; nschw. bomb, Sb., Bombe; nnorw. bombe, M., F., Bombe; poln. bomba, F., Bombe; kymr. bom, M., Bombe; nir. buama, M., Bombe; lit. bomba, F., Bombe; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und hergestellten mit Sprengstoff gefüllten sowie mit einem Zünder versehenen meist länglichen Hohlkörper aus Metall der als Sprengkörper (von Flugzeugen abgeworfen beziehungsweise an oder in bestimmten Gegebenheiten versteckt) bei der Explosion schwere Zerstörungen verursachen kann; BM.: mit lautem Ton (M.) (2) explodierend; F.: Bombe, Bomben (!)+FW; Z.: Bomb-e
$bomben, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. bomben, durch Bomben bewirken; Vw.: s. aus-, ver-, zer-; L.: Kluge s. u. Bombe, (DW 2. 130,) EWD s. u. Bombe; GB.: seit 1807 belegte und aus Bomb(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Herstellung von Bomben mögliches durch Bomben bewirken; F.: bomben (!), bombe (!), bombst, bombt, bombest, bombet, bombte, bombtest, bombten, bombtet, gebombt, ##gebombt, gebombte, gebombtes, gebombtem, gebombten, gebombter##, bombend, ###bombend, bombende, bombendes, bombendem, bombenden, bombender###, bomb (!)+FW+EW; Z.: bomb-en
$bomben..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. bomben..., sehr, riesig; E.: s. Bomb(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bombe, DW 2, 236 (bombenfest); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Bomb(e) und en gebildete und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für sehr oder riesig verwendete Bezeichnung; F.: bomben…+FW(+EW?); Z.: bomb-en-
$Bombenerfolg, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Bombenerfolg, Riesenerfolg; E.: s. Bomb(e), s. en (Suff.), s. Erfolg; L.: Kluge s. u. Bombe, fehlt DW, EWD s. u. Bombe; GB.: seit 1903 belegte und aus Bomb(e) und en sowie Erfolg gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt sowie des Menschen möglichen besonderen Erfolg (Riesenerfolg); F.: Bombenerfolg, Bombenerfolgs, Bombenerfolges, Bombenerfolge, Bombenerfolgen+FW+EW; Z.: Bomb-en—er-fol-g
$bombenfest, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bombenfest, sehr fest, unerschütterlich; E.: s. Bomb(e), s. en, s. fest; L.: Kluge s. u. Bombe, DW 2, 236, EWD s. u. Bombe; E.: seit 1774 belegte und aus Bomb(e) und en sowie fest gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Bomben mögliches selbst gegen Bomben fest oder durch Bomben nicht zerstörbar oder unerschütterlich; F.: bombenfest, bombenfeste, bombenfestes, bombenfestem, bombenfesten, bombenfester(, bombenfestere, bombenfesteres, bombenfesterem, bombenfesteren, bombenfesterer, bombenfestest, bombenfesteste, bombenfestestes, bombenfestestem, bombenfestesten, bombenfestester)+FW+EW; Z.: bomb-en—fest
$bombensicher, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bombensicher, unerschütterlich, sehr sicher; E. s. Bomb(e), s. en, s. sicher; L.: Kluge s. u. Bombe, EWD s. u. Bombe; GB.: seit 1818 belegte und aus Bombe und n sowie sicher gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Bomben mögliches selbst gegen Bomben sicher oder durch Bomben nicht zerstörbar oder unerschütterlich oder sehr sicher; F.: bombensicher, bombensichere, bombensicheres, bombensicherem, bombensicheren, bombensicherer(, bombensicherere, bombensichereres, bombensichererem, bombensichereren, bombensichererer, bombensicherst, bombensicherste, bombensicherstes, bombensicherstem, bombensichersten, bombensicherster)+EW; Z.: bomb-en—si-ich-er
$Bomber, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Bomber; E.: s. Bomb(e), s. er; L.: Kluge s. u. Bombe, (DW 2, 236,) EWD s. u. Bombe; GB.: seit 1616 belegte und aus bombe(n) und (e)r gebildete Bezeichnung für einen Bombenwerfer oder ein Bombenflugzeug oder einen Bombenflieger oder einen Bombenden; F.: Bomber, Bombers, Bombern (!)FW+EW; Z.: Bomb-er
$bombig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. bombig, großartig, ausgezeichnet; E.: s. Bomb(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Bombe, fehlt DW; GB.: seit 1894 belegte und aus Bomb(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bomben mögliches eine Bombe betreffend oder wie eine Bombe wirkend oder großartig oder ausgezeichnet; F.: bombig, bombige, bombiges, bombigem, bombigen, bombiger(, bombigere, bombigeres, bombigerem, bombigeren, bombigerer, bombigst, bombigste, bombigstes, bombigstem, bombigsten, bombigster)+FW+EW; Z.: bomb-ig
Bommel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hängendes, Baumelndes, Bommel, Quaste; ne. bobble, pompom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838; E.: s. nhd. bummeln; L.: Kluge s. u. Bommel, fehlt DW (aber bommeln), DW2 5, 587, Duden s. u. Bommel; GB.: seit 1838 belegte und mit bummeln verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Hängendes oder Baumelndes wie beispielsweise eine Quaste; BM.: schwanken; F.: Bommel, Bommels, Bommeln (!)+EW; Z.: Bomm-el
Bon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bon, Gutschein, Kassenzettel; ne. receipt, voucher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. bon; E.: s. frz. bon, M., Gutschein, Zahlungsverpflichtung; vgl. frz. bon, Adj., gut; lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Bon, fehlt DW, EWD s. u. Bon, Duden s. u. Bon; Son.: vgl. nndl. bon, Sb., Bon; nschw. bong, Sb., Bon; nnorw. bong, M., Bon, Quittung; poln. bon, M., Gutschein; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen und verwendeten Gutschein für Speisen oder Getränke und den Kassenzettel einer Registrierkasse; BM.: (gleich) gut?; F.: Bon, Bons (!)+FW; Z.: Bo-n
Bonbon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bonbon, Zuckerl, eine Süßigkeit; ne. bonbon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; I.: Lw. frz. bonbon; E.: s. frz. bonbon, M., Bonbon; vgl. frz. bon, Adj., gut; lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Bonbon, fehlt DW, EWD s. u. Bonbon, DW2 5, 588, Duden s. u. Bonbon; Son.: vgl. nndl. bonbon, Sb., Bonbon; nnorw. bonbon, bongbong, M., Bonbon; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie oft als Bombom ausgesprochene Bezeichnung für eine von Menschen aus Zucker entwickelte und verwendete sowie grundsätzlich gesundheitsschädliche Süßigkeit; BM.: gut; F.: Bonbon, Bonbons+FW; Z.: Bo-n-bo-n
$Bonbonniere, Bonboniere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bonbonniere, Behälter für Bonbons; E.: s. Bonbon, (s. n,) s. iere; L.: Kluge s. u. Bonbon, fehlt DW, EWD s. u. Bonbon; GB.: seit vor 1797 belegte und aus Bonbon und n sowie iere (frz. Suff.) gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Verpackung für Bonbons oder einen Behälter für Bonbons; F.: Bonbonniere, Bonbonnieren+FW; Z.: Bo-n-bo-n-ier-e
bongen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. bongen, erledigen, erstellen; ne. make (V.)?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.; E.: s. nhd. Bon, s. g, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. bongen, fehlt DW, Duden s. u. bongen; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus Bon und g sowie en gebildete Bezeichnung für die Kosten einer Ware an einer Kasse eingeben und dabei einen Beleg erstellen; BM.: Weitergabe eines Bons in die Küche zu dem Zwecke der Erledigung?; F.: bongen, bonge, bongst, bongt, bongest, bonget, bongte, bongtest, bongten, bongtet, gebongt, ##gebongt, gebongte, gebongtes, gebongtem, gebongten, gebongter##, bongend, ###bongend, bongende, bongendes, bongendem, bongenden, bongender###, bong (!)+FW; Z.: bong-en
Bönhase, Böhnhase, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Bönhase, Böhnhase, Katze, nicht zünftiger Handwerker; ne. cat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. bȫnhāse, bȫnehāse, M., Bönhase, unzünftiger Handwerker; vgl. mnd. bȫne (1), bȫn, M., F., Bühne, bretterne Erhöhung, Decke eines Zimmers, Stockwerk; mhd. büne, st. F., Bühne, Erhöhung des Fußbodens; germ. *buni-?, Sb., Bühne; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); mnd. hāse (1), hase, M., Hase, Hasenbraten; as. haso, sw. M. (n), Hase; germ. *hasō-, *hasōn, *hasa-, *hasan, sw. M. (n), Hase; idg. *k̑as-, *k̑asno-, Adj., grau, Pokorny 533 (814/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Böhnhase, Kluge s. u. Bönhase, DW 2, 237, DW2 5, 588, Duden s. u. Bönhase; GB.: seit 15. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Zünften möglichen nicht zünftigen Handwerker; BM.: Dachhase?; F.: Bönhase, Bönhasen, Böhnhase, Böhnhasen+EW; Z.: Bön-has-e
Bonität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bonität, Güte, guter Ruf; ne. solvency; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1709; I.: Lw. lat. bonitās; E.: s. lat. bonitās, F., gute Beschaffenheit, Güte, Gutmütigkeit, Herzensgüte, Redlichkeit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: fehlt DW, DW2 5, 589, Duden s. u. Bonität; Son.: vgl. nndl. bonitet, N., Bonität; GB.: seit vor 1709 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den guten Ruf eines Menschen oder eines Unternehmens in Hinblick auf die Zahlungsfähigkeit oder Kreditwürdigkeit; BM.: gut; F.: Bonität, Bonitäten+FW(+EW); Z.: Bo-n-it-ät
Bonmot, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bonmot, witzige oder treffende und geistreiche Bemerkung; ne. bon mot, witticism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1705; I.: Lw. frz. bon mot; E.: s. frz. bon mot, M., (wörtlich) gutes Wort, Bonmot; vgl. frz. bon, Adj., gut; lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); frz. mot, M., Wort; lat. muttum, muctum, mutum, N., Mucksen, Brummen, Aufschrei, Unmutsäußerung, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. muttīre, V., mucken, mucksen, kleinlaut reden, halblaut reden; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Bonmot, EWD s. u. Bonmot, DW2 5, 589, Duden s. u. Bonmot; Son.: vgl. nndl. bon-mot, Sb., Bonmot; nnorw. bonmot, N., Bonmot; poln. bon mot, M., Bonmot; GB.: seit 1705 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche witzige oder treffende und geistreiche Bemerkung; BM.: gutes Wort; F.: Bonmot, Bonmots+FW; Z.: Bo-n-mo-t
Bonsai, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bonsai, Bonsaibaum; ne. bonsai (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. jap. bonsai; E.: s. jap. bonsai, Sb., Bonsai, Pflanze in Schale; chin. pénzāi, Sb., Pflanze in Schale?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Bonsai; Son.: vgl. nndl. bonsai, Sb., Bonsai; frz. bonsaï, M., Bonsai; nschw. bonsai, Sb., Bonsai; nnorw. bonsai, M., Bonsai; poln. bonsai, M., Bonsai; kymr. bonsái, M., Bonsai; nir. bonsaí, M., Bonsai; lit. bonsai, M. Pl., Bonsai; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen sowie mittelbar dem Chinesischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen in einem kleinen Gefäß gezogenen kleinen Baum oder Strauch der dabei auch ästhetisch durchgeformt wird; BM.: Pflanze in Schale; F.: Bonsai, Bonsais (!)+FW; Z.: Bon-sai
Bonus, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bonus, Gratifikation, Vergütung, Anrechnung, Gutschrift; ne. bonus, incentive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1837; I.: Lw. ne. bonus; E.: s. ne. bonus, N., Bonus; vgl. lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Bonus, fehlt DW, DW2 5, 590, Duden s. u. Bonus; Son.: vgl. nndl. bonus, Sb., Bonus; nschw. bonus, Sb., Bonus; nnorw. bonus, M., Bonus; poln. bonus, M., Bonus; kymr. bonws, M., Bonus; nir. bonás, M., Bonus; GB.: seit 1837 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Vergütung oder Anrechnung oder Gutschrift; BM.: gut; F.: Bonus, Bonusses (!), Bonusse, Boni+FW; Z.: Bo-n-us
Bonvivant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Bonvivant, Lebemann; ne. bon vivant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. frz. bon vivant; E.: s. frz. bon vivant, M., Bonvivant; vgl. frz. bon, Adj., gut; lat. bonus, Adj., gut, trefflich, tüchtig, fähig, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); frz. vivre, V., leben; lat. vīvere, bībere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Bonvivant, DW2 5, 590, Duden s. u. Bonvivant; Son.: vgl. russ. бонвиван (bonvivan), M., Bonvivant; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Lebemann oder gut zu leben wissenden Menschen; BM.: gut leben; F.: Bonvivant, Bonvivants+FW; Z.: Bo-n-vi-v-ant
Bonze, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bonze, höherer Parteifunktionär, höherer Gewerkschaftsfunktionär, buddhistischer Priester; ne. bonze, bigwing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1590?; I.: Lw. frz. bonze; E.: s. frz. bonze, M., buddhistischer Priester; port. bonzo, M., buddhistischer Priester; jap. bōzu, bonsō, M., buddhistischer Priester; weitere Herkunft ungeklärt, aus dem Chin. oder aus einer indischen Sprache; L.: Kluge s. u. Bonze, fehlt DW, EWD s. u. Bonze, DW2 5, 590, Duden s. u. Bonze; Son.: vgl. nndl. bonze, M., Bonze; poln. bonza, M., Bonze; GB.: vielleicht seit 1590 belegte und aus dem Französischen und Portugiesischen sowie mittelbar dem Japanischen und vielleicht dem Chinesischen oder Indischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen buddhistischen Priester und einen auf eigene Vorteile bedachten höheren Funktionär von Parteien oder Gewerkschaften; BM.: ?; F.: Bonze, Bonzen (!)+FW; Z.: Bonz-e
$Bonzier, nhd. (ält.), M.: nhd. Bonzier; E.: s. Bonze; L.: Kluge s. u. Bonze, fehlt DW; GB.: wohl seit 16. Jh. belegte ältere Form von Bonze; F.: Bonzier (!), Bonziers (!), Bonziern (!)+FW; Z.: Bonz-ier
$Boofke, nhd., M.: nhd. Boofke, Tunichtgut, Dummkopf; E.: s. Bub?, s. ke; L.: Kluge s. u. Bub, fehlt DW; GB.: eine möglicherweise aus dem Baltischen aufgenommene sowie vielleicht mit Bub verbindbare Bezeichnung für einen Tunichtgut oder einen Dummkopf; F.: Boofke, Boofkes (!), Boofken (!)+FW?+EW?; Z.: Boof-ke
Boogie-Woogie, Boogie, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Boogie-Woogie, Boogiemusik; ne. boogie-woogie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. boogie-woogie; E.: s. ne. boogie-woogie, N., boogie-woogie; vermutlich von einer lautmalenden Nachahmung der Bassfiguren des Musikstils; L.: fehlt DW, EWD s. u. Boogie-Woogie, Duden s. u. Boogie-Woogie; Son.: vgl. nndl. boogiewoogie, Sb., Boogie-Woogie; nschw. boogie woogie, Sb., Boogie-Woogie; nnorw. boogie-woogie, boogiewoogie, M., Boogie-Woogie; poln. boogie-woogie, M., Boogie-Woogie; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen anfangs des 20. Jh. in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten Soloklavierstil (Boogiemusik); BM.: lautmalend; F.: Boogie-Woogie, Boogie-Woogies, Boogie, Boogies+FW; Z.: Boog-ie-Woog-ie
Boom, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Boom, Aufschwung; ne. boom (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1898; I.: Lw. ne. boom; E.: s. ne. boom, N., Boom, Aufschwung; vgl. ne. boom, V., steigen, sich sehr heftig fortbewegen; über Mittelenglisch letztlich über mnl. bommen, V., brummen, summen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Boom, fehlt DW, EWD s. u. Boom, DW2 5, 591, Duden s. u. Boom; Son.: vgl. nndl. boom, Sb., Boom, Aufschwung; nschw. boom, Sb., Boom, Aufschwung; nnorw. boom, M., Boom, Aufschwung; poln. boom, M., Boom, Aufschwung; kymr. bwm, F., Boom, Aufschwung; GB.: seit 1898 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen wirtschaftlichen Aufschwung oder für ein plötzliches und gesteigertes Interesse an einer Gegebenheit; BM.: schnelle Bewegung nach oben; F.: Boom, Booms+FW; Z.: Boom
Boot, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Boot, Schiff; ne. boat (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mnd. bōt (1), bott, N., M., Boot, kleineres Schiff; mnl. boot, Sb., Boot; me. bōt, N., Boot; ae. bāt, st. M. (a), st. F. (ō)?, Boot, Schiff; an. bātr, st. M. (a), Boot; germ. *baita-, *baitaz?, st. M. (a), Gehauenes, Schiff, Boot?; germ. *baita-, *baitam?, st. N. (a), Gehauenes, Schiff, Boot?; s. idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Boot, Kluge s. u. Boot, DW 2, 237, EWD s. u. Boot, DW2 5, 591, Duden s. u. Boot, Bluhme s. u. Boot; Son.: vgl. nndl. boot, Sb., Boot; frz. bateau, M., Boot; nschw. båt, Sb., Boot; nnorw. båt, M., Boot; kymr. bad, M., Boot; nir. bád, M., Boot; GB.: seit um 1350 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit um 6000 v. Chr. aus teils mit Feuer ausgehöhlten Stämmen von Erlen oder Eichen oder Pappeln oder Buchen entwickeltes und verwendetes auf dem Wasser schwimmendes meist offenes Wasserfahrzeug mit einer Länge von bis etwa zehn Metern; BM.: aus gespaltenen Brettern?; F.: Boot, Bootes, Boots, Boote, Booten+EW; Z.: Boo-t
$Bootsmann, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bootsmann; E.: s. Boot, s. s, s. Mann; L.: DW 2, 238, EWD s. u. Boot; GB.: 1548 belegte und aus Boot und s sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen Mann auf einem Boot mit einem besonderen Aufgabenbereich; F.: Bootsmann, Bootsmannes, Bootsmanns, Bootsmänner, Bootsmännern+EW; Z.: Boo-t-s—man-n
Bor, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bor, ein Halbmetall; ne. boron; Vw.: -; Hw.: s. Borax; Q.: 19. Jh.; E.: s. nhd. Borax; L.: Kluge s. u. Bor, fehlt DW, EWD s. u. Borax, Duden s. u. Bor; Son.: vgl. nndl. boor, Sb., Boor; frz. bore, M., Bor; nschw. bor, N., Bor; nnorw. bor, N., Bor; poln. bor, M., Bor; kymr. boron, M., Bor; nir. bórón, M., Bor; lit. boras, M., Bor; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Borax verbindbare Bezeichnung für ein 1808 von Gay-Lussac und Thénard entdecktes nur in bestimmten mineralischen Verbindungen wie dem vor allem in der Türkei auffindbaren Salz Borax enthaltenes und für viele Anwendungen wichtiges sowie in sehr hohen Mengen giftiges Halbmetall (chemisches Element Nr. 5, abgekürzt B); BM.: Kürzung aus Borax; F.: Bor, Bors (!)+FW; Z.: Bor
Borax, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Borax, borsaures Natrium; ne. borax; Vw.: -; Hw.: s. Bor; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. boras, borax, Sb., Borax, Natron, eine Gummiart; mnd. boras, borras, Sb., Borax; mlat. borax, F., N., Borax, (4. Viertel 12. Jh.); arab. būraq, bauraq, Sb., Borax; vgl. arab. bauraq, Adj., weiß; pers. būräh; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Borax, EWD s. u. Borax, DW2 5, 593, EWAhd 2, 243, Duden s. u. Borax; Son.: vgl. nndl. borax, Sb., Borax; frz. borax, M., Borax; nschw. borax, Sb., Borax; nnorw. boraks, M., Borax; poln. boraks, M., Borax; nir. bórás, M., Borax; lit. boraksas, M., Borax; GB.: (boras) seit 1348/1350 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein in der Natur selten vorkommendes und besonders in der Türkei vorfindbares sowie für die Gewinnung von Bor wichtiges Mineral von meist weißer oder grauer Farbe; BM.: weiße Färbung; F.: Borax, Boraxes+FW; Z.: Bor-ax
Bord (1), nhd., N., M., (9. Jh.?): nhd. Bord (N.) (1), Wandbrett; ne. board (N.), shelf; Vw.: -; Hw.: s. Bord (2), Bord (3), Skateboard; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bort, N., Planke, Blech; mnd. bōrt, N., M., Brett, Planke, Bord (N.) (1), Gestell, Wandbrett; mnl. bord, Sb., Bord (N.) (1); ahd. bort, st. N. (a), Planke, Blech, Plättchen, Block Pflock, Spant; as. -; anfrk. -; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bort, Kluge s. u. Bord 1, DW 2, 238, EWD s. u. Bord, DW2 5, 594, EWAhd 2, 249, EWAhd 2, 251, Falk/Torp 262, Duden s. u. Bord, Bluhme s. u. Bord; Son.: vgl. afries. -; ae. bord (2), st. N. (a), Brett, Planke, Tafel, Tisch; an. borð (2), st. N. (a), Brett, Speisetisch; got. *baúrd (1), st. N. (a), Brett; nndl. bord, Sb., Brett, Teller, Tafel; nschw. bord, Sb., Tisch; nnorw. bord, N., Tisch; kymr. bord, F., Tisch; kymr. bwrdd, M., Tisch, Deck; GB.: (bort) vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl nach der Sesshaftwerdung mögliches und in höheren menschlichen Kulturen an der Wand befestigtes Brett (Wandbrett); BM.: spalten; F.: Bord, Bordes, Bords, Borde, Borden+EW; Z.: Bor-d
Bord (2), nhd., M., N., (9. Jh.): nhd. Bord (N.) (2), oberer Rand, Schiff, Brett; ne. board (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bord (1), Bord (3), bordieren, Borte, Bordüre; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bort., st. M., st. N., Rand, Schiffsrand, Bord; mnd. bort, bōrt, M., F., Brett, Planke, Bord (N.) (2); mnl. boort, M., F., N., Schiffsbord, Rand; ahd. bort, Sb., Rand, Kante, Einfassung, Schildrand, Schild, Schiffsbord; as. bord, st. M. (a), Rand, Bord, Schiffsbord; weitere Herkunft unklar, vielleicht von germ. *burda- (2), *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138; vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bord, Kluge s. u. Bord 2, EWD s. u. Bord, DW 2, 238, DW2 5, 593, EWAhd 2, 249, EWAhd 2, 251, Falk/Torp 262, Duden s. u. Bord; Son.: vgl. afries. bord, st. M. (a), Bord (N.) (2), Fach, Tisch; nfries. boerd; ae. bord (1), st. N. (a), Bord (N.) (2), Rand, Schild; an. borð (1), st. N. (a), Rand, Kante, besonders Schiffsrand; got. *baúrd (2), st. N. (a), Bord, Rand; nndl. boord, Sb., Bord (N.) (2); frz. bord, M., Bord (N.) (2); nschw. bord, M., Bord; nnorw. bord, N., (N.) (2); kymr. bwrdd, M., Tisch, Deck; GB.: (bort) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schiffen möglichen in höheren menschlichen Kulturen entwickelten und verwendeten oberen Rand eines Schiffes; BM.: spalten; F.: Bord, Bordes, Bords, Borde, Borden, Bort, Bortes (!), Borts, Borte, Borten (!)+EW; Z.: Bor-d
Bord (3), nhd., N., (9. Jh.): nhd. Bord (N.) (3), Gebüsch, Uferböschung; ne. embankment, bank (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bord (1), Bord (2); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bort., st. M., st. N., Rand, Schiffsrand, Bord; mnd. bort, bōrt, M., F., Brett, Planke, Bord (N.) (2); ahd. bort, Sb., Rand, Kante, Einfassung, Schildrand, Schild, Schiffsbord; as. bord, st. M. (a), Rand, Bord, Schiffsbord; weitere Herkunft unklar, vielleicht von germ. *burda- (2), *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bord 3, Duden s. u. Bord; Son.: s. Bordstein; vgl. frz. bord, M., Bord (M.) (2), Ufer; GB.: (bort) seit 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches an Ufern von Gewässern wachsendes Gebüsch oder eine Uferböschung; BM.: spalten? bzw. Rand?; F.: Bord, Bordes, Bords, Borde, Borden+EW; Z.: Bor-d
Börde, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Börde, fruchtbare Niederung; ne. fruitful lowland; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. bȫrde, F., Gerichtsbezirk, Bezirk, Landschaft, Börde; vgl. mnd. bȫren, boren, sw. V., heben, erheben, aufheben, ausheben, tragen, einnehmen; ahd. burien?, sw. V. heben, erheben; germ. *burjan, sw. V., erheben, gebühren; germ. *burjōn, sw. V., erheben, gebühren; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Börde, Kluge s. u. Börde, DW 2, 239, DW2 5, 595, Duden s. u. Börde; Son.: vgl. frz. börde, F., Börde; GB.: (mnd. bȫrde) seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche fruchtbare Niederung besonders in der norddeutschen Tiefebene beispielsweise bei Magdeburg oder Soest oder Warburg; BM.: tragen? bzw. Steuern einnehmen?; F.: Börde, Börden (!)+EW; Z.: Bör-d-e
Bordeaux, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Bordeaux (M.), Bordeauxwein, Wein aus dem Bordelais; ne. Bordeaux (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. bordeaux; E.: s. frz. bordeaux, M., Bordeaux (M.); vom ON Bordeaux; von lat. Burdigala, F.=ON, Bordeaux, Burdigala; vielleicht aus dem Keltischen?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Bordeaux; Son.: vgl. nschw. bordeauxvin, Sb., Bordeaux (M.); nnorw. bordeaux, M., Bordeaux (M.); poln. bordeaux, M., Bordeaux (M.); lit. bordo vynas, M., Bordeaux (M.); GB.: seit 1826 belegte und aus dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums und mittelbar vielleicht dem Keltischen aufgenommene Bezeichnung für einen Wein aus der Weinbauregion Bordeaux; BM.: ON (nach der Herkunft); F.: Bordeaux+FW; Z.: Bord-eaux
Bordell, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Bordell, Freudenhaus; ne. brothel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. mnl. bordeel; E.: s. mnd. bordēl, N., Bordell; mnd. burdēl, N., Bordell; mnl. bordeel, Sb., Bordell; frz. bordel, M., Bordell, Bretterhütte; it. bordello, M., Bordell, kleine Bretterhütte; wohl letztlich von einem germ. Wort, vgl. ahd. bort, st. N. (a), Planke, Blech, Plättchen, Block Pflock, Spant; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bordell, Kluge s. u. Bordell, DW 2, 240 (Bordel), EWD s. u. Bordell, DW2 5, 595, Duden s. u. Bordell, Bluhme s. u. Bord; Son.: vgl. nndl. bordeel, Sb., Bordell; nschw. bordell, Sb., Bordell; nnorw. bordell, M., N., Bordell; lit. bordelis, M., Bordell; GB.: (bordēl) seit um 1375 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie über das Mittelniederländische und das Französische sowie Italienische wohl letztlich aus einem germanischen Wort stammende Bezeichnung für ein Haus in dem sachlich angeblich seit um 3000 v. Chr. in Babylon in der Form der so genannten Tempelprostitution nachweisbare Prostituierte ihrer Tätigkeit nachgehen; BM.: spalten bzw. Bretterhütte; F.: Bordell, Bordelles, Bordells, Bordelle, Bordellen+FW(+EW?); Z.: Bor-d-ell
bordieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bordieren, mit einer Borte versehen (V.), einfassen, verbrämen; ne. border (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bord (2), Bordüre; Q.: 1575; I.: Lw. frz. border; E.: s. frz. border, V., den Rand besetzen, einfassen; vgl. frz. bord, M., Rand, Besatz; über wfrk. vielleicht von germ. *burda- (2), *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bordieren, Kluge s. u. bordieren, DW 2, 240, EWD s. u. Bordüre, DW2 5, 596, Duden s. u. bordieren; Son.: vgl. nndl. boorden, V., bordieren, einfassen; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie möglicherweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einer Borte versehen (V.) oder einfassen; BM.: spalten bzw. Rand; F.: bordieren, bordierst, bordiert, bordierest, bordieret, bordierte, bordiertest, bordierten, bordiertet, ##bordiert, bordierte, bordiertes, bordiertem, bordierten, bordierter##, bordierend, ###bordierend, bordierende, bordierendes, bordierendem, bordierenden, bordierender###, bordier (!)+FW; Z.: bor-d-ier-en
$Bordstein, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bordstein, Randstein, Rinnstein; E.: s. Bord, s. Stein; L.: Kluge s. u. Bord 3, DW 2, 240 (unter Bordschiefer und mit abweichender Bedeutung), EWD s. u. Bord; GB.: vielleicht seit 18. Jh. oder 1833 belegte und aus Bord und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach Vorläufern in dem Altertum zwecks Abgrenzung von Verkehrsbereichen von Straßen seit dem 18. Jh. entwickelten und verwendeten Randstein oder Rinnstein; F.: Bordstein, Bordsteins, Bordsteines, Bordsteine, Bordsteinen+EW; Z.: Bor-d-stei-n
Bordüre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bordüre, Einfassung, Rand, umrahmender Besatz; ne. bordure, trim (N.), border (N.); Vw.: -; Hw.: s. bordieren, Bord (2); Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. bordure; E.: s. frz. bordure, F., Bordüre, Rand; vgl. frz. border, V., den Rand besetzen, einfassen; frz. bord, M., Rand, Besatz; über wfrk. vielleicht von germ. *burda- (2), *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. bordieren, fehlt DW, EWD s. u. Bordüre, DW2 5, 596, Duden s. u. Bordüre; Son.: vgl. poln. bordiura, F., Bordüre; GB.: möglicherweise seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen umrahmenden Besatz; BM.: spalten bzw. Rand; F.: Bordüre, Bordüren+FW(+EW?); Z.: Bor-d-ür-e
$Borg, nhd., M.: nhd. Borg; L.: Kluge s. u. borgen, DW 2, 240, EWD s. u. borgen; F.: Borg+EW; Z.: Bor-g
borgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. borgen, überlassen (V.), hergeben, leihen; ne. borrow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bürge; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. borgen, sw. V., achtgeben, Nachsicht haben, schonen, anvertrauen, borgen, entlehnen; mnd. borgen, sw. V., borgen, ausleihen; mnl. borgen, sw. V., borgen; ahd. borgēn, sw. V. (3), schonen, sich hüten, sich kümmern, sich in Acht nehmen, Rücksicht nehmen; as. -; anfrk. -; germ. *burgēn, *burgǣn, sw. V., borgen, bürgen; idg. bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145; vgl. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. borgen, Kluge s. u. borgen, DW 2, 241, EWD s. u. borgen, DW2 5, 598, EWAhd 2, 245, Falk/Torp 265, Seebold 107, Duden s. u. borgen, Bluhme s. u. borgen; Son.: vgl. afries. borgia, burgia, sw. V. (2), borgen, auf Borg nehmen; ae. borgian, sw. V. (2), borgen, leihen, bürgen; an. borga, sw. V. (3), bürgen, geloben; got. -; nschw. borga, V., bürgen; GB.: (borgēn) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Besitz und Eigentum des Menschen mögliches überlassen (V.) oder hergeben oder leihen; BM.: fragen bzw. bewahren; F.: borgen, borge, borgst, borgt, borgest, borget, borgte, borgtest, borgten, borgtet, geborgt, ##geborgt, geborgte, geborgtes, geborgtem, geborgten, geborgter##, borgend, ###borgend, borgende, borgendes, borgendem, borgenden, borgender###, borg (!)+EW; Z.: bor-g-en
Borke, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Borke, Rinde, äußerste Schicht der meisten Bäume; ne. bark (N.), periderm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1276 (Das hohe Lied des Brun von Schönbeck); E.: mhd. borke, sw. F., „Borke“, Rinde, Baumrinde; mnd. borke, F., Borke, Rinde, Kruste; vgl. germ. *barku-, *barkuz, st. M. (u), Rinde, Borke; s. idg. *bʰreg̑- (2), V., steif emporstehen, Pokorny 166 (274/107) (RB. idg. aus ind., gr.?, kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Borke, DW 2, 243, EWD s. u. Borke, DW2 5, 600, Duden s. u. Borke, Falk/Torp 264, Bluhme s. u. Borke; Son.: vgl. an. bǫrkr, st. M. (u), Rinde; nschw. bark, Sb., Borke; GB.: seit 1275-1276 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Rinde oder äußerste Schicht der meisten Bäume; BM.: steif?; F.: Borke, Borken+EW; Z.: Bork-e
$Borkenkäfer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Borkenkäfer; E.: s. Bork(e), s. en, s. Käfer; L.: Kluge s. u. Borke, DW 2, 243, EWD s. u. Borke; GB.: seit 1774 belegte und aus Bork(e) und en sowie Käfer gebildete Bezeichnung für ein seit rund 100 Millionen Jahren nachweisbares etwa zwei bis acht Millimeter messendes schon vormenschliches Insekt das sich durch die Borke bzw. Rinde von Bäumen bohrt und das Bastgewebe frisst und den Baum bis zu dem Absterben schädigt; F.: Borkenkäfer, Borkenkäfers, Borkenkäfern+EW; Z.: Bork-en—käf-er
Born, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Born, Brunnen, Quelle; ne. spring (N.); Vw.: s. Quick-; Hw.: s. Brunnen; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: s. mhd. burn, born, st. M., Born, Quell, Quelle, Quellwasser, Brunnen, Ursprung, Harn; mhd. burne, sw. M., Born, Quell, Quelle, Quellwasser, Quellbach; mnd. born, brunne, M., N., Brunnen, gefasster Brunnen, Wasserkunst, Wasserleitung, Quelle; mnd. borne, M., Brunnen, gefasster Brunnen, Wasserkunst, Wasserleitung, frisches Wasser, Quelle; vgl. ahd. brunno, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born, Wasser, Ursprung; as. *born?, Sb., Born, Brunnen, Quelle; germ. *brunnō-, *brunnōn, *brunna-, *brunnan, sw. M. (n), Quelle, Born; idg. *bʰrun-, Sb., Hervorsprudelndes, Quelle, Pokorny 144; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Born, Kluge s. u. Brunnen, DW 2, 243, EWD s. u. Brunnen, DW2 5, 601, Duden s. u. Born; GB.: (burn bzw. burne) seit 1190-1195 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Wasseraustrittsstelle der Erdoberfläche oder Quelle; BM.: wallen (V.) (1); F.: Born, Borns, Bornes, Borne, Bornen (!)+EW; Z.: Bor-n
borniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. borniert, engstirnig, geistig beschränkt, eingebildet; ne. narrow-minded; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1721; I.: Lw. frz. borné; E.: s. frz. borné, Adj., beschränkt; vgl. frz. borner, V., beschränken; frz. borne, F., Grenzstein; vgl. mlat. bornis, Sb., Grenze, Grenzstein; vielleicht von mlat. bodina, F., Grenzstein, Grenze, Grenzzeichen; kelt. *budīnā, F., Heer; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. borniert, EWD s. u. borniert, DW2 5, 603, Duden s. u. borniert; Son.: vgl. nndl. geborneerd, Adj., borniert; nschw. bornerad, Adj., borniert; nnorw. borniert, Adj., borniert; GB.: seit 1721 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches engstirnig oder geistig beschränkt und zugleich in ärgerlicher Weise eingebildet und auf eigenen Vorstellungen beharrend; BM.: blasen bzw. beschränken; F.: borniert, bornierte, borniertes, borniertem, bornierten, bornierter, (borniertere, bornierteres, bornierterem, bornierteren, bornierterer, bornierteste, borniertestes, borniertestem, borniertesten, borniertester)+FW+EW; Z.: bo-rn-ier-t
$Borniertheit, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Borniertheit, Engstirnigkeit, Beschränktheit, Eingebildetheit; E.: s. borniert, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. borniert; GB.: seit 1799 belegte und aus borniert und heit gebildete Bezeichnung einer sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen engstirnigen und zugleich in ärgerlicher Weise eingebildeten und auf eigenen Vorstellungen beharrenden menschlichen Verhaltensweise; F.: Borniertheit, Borniertheiten+FW+EW; Z.: Bo-rn-ier-t—hei-t
Borreliose, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Borreliose, eine Infektionskrankheit; ne. borreliosis, Lyme disease; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. den PN des Bakteriologen Amedée Borrel ((1867-1936), s. i, s. ose; L.: fehlt DW, Duden s. u. Borreliose; Son.: vgl. frz. borréliose, F., Borreliose; frz. borrelios, Sb., Borreliose; nnorw. borreliose, M., Borreliose; poln. borelioza, F., Borreliose; lit. boreliozė, F., Borreliose; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus einem PN und i sowie ose gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche durch auch in Zecken lebende Borrelien verursachte und beispielsweise durch Zeckenbiss übertragene und wegen möglicher Spätfolgen gefährliche meist nach ein bis zwei Wochen von selbst verschwindende Krankheit; BM.: PN nach dem Entdecker der Bakterien; F.: Borreliose, Borreliosen (!)+FW; Z.: Borrel-i-os-e
Borretsch, Boretsch, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Borretsch, Gurkenkraut; ne. borage, starflower; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. boretsch, M., Borretsch; mhd. borrage, sw. M., Boretsch, Gurkenkraut; mnd. borsch, Sb., Borretsch; mnd. buresch, Sb., Borretsch; mnd. porrasīe, porrāsue, Sb., Borretsch; mlat. borrago, Borago, Gurkenkraut, Borretsch; aus dem Arabischen, vgl. arab. abū ῾araq, M., Vater des Schweißes; oder von arab. abū hurāš, M., Vater der Rauheit; L.: Kluge 1. A. s. u. Boretsch, Kluge s. u. Borretsch, DW 2, 240 (Boretsch), DW2 5, 604, Duden s. u. Borretsch; Son.: vgl. frz. bourrage, F., Borretsch; GB.: (boretsch) seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche krautige Pflanze mit behaarten Blättern und kleinen blauen Blüten; BM.: schweißtreibend?, rau?; F.: Borretsch, Borretsches, Borretschs+FW; Z.: Borretsch
$Borsalbe, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Borsalbe, ein mildes Desinfektionsmittel; E.: s. Bor, s. Salbe; L.: Kluge s. u. Bor, fehlt DW, EWD s. u. Borax; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Bor und Salbe gebildete Bezeichnung für ein sachlich nach Entdeckung der Borsäure durch Wilhelm Homberg in dem 17. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes mildes Desinfektionsmittel; F.: Borsalbe, Borsalben+EW; Z.: Bor—salb-e
Börse (1), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Börse (F.) (1), Geldbeutel; ne. purse (N.); Vw.: -; Hw.: s. Börse (2); Q.: 1603; I.: Lw. mlat. bursa; E.: s. mnd. bōrse, bȫrse, F., „Börse“, Geldbeutel, Kasse, Lade für Wertsachen; mnl. borse, F., Geldbeutel; s. as. bursa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Börse (F.) (1); mlat., F., Börse (F.) (1), Geldbeutel; vgl. lat. byrsa, F., Fell, Leder, Ochsenleder; gr. βύρσα (býrsa), F., Fell; vgl. gr. βερρός (berrós), Adj., dicht, behaart; weitere Etymologie unklar, vielleicht von idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Börse, Kluge s. u. Börse 1, DW 2, 245, EWD s. u. Börse, DW2 5, 604, Duden s. u. Börse; Son.: vgl. nndl. beurs, Sb., Börse (F.) (1), Börse (F.) (2); frz. bourse, F., Börse (F.) (1), Geldbeutel; nschw. börs, Sb., Börse (F.) (1), Börse (F.) (2); kymr. pwrs, M., Börse (F.) (1); GB.: seit 1603 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten kleinen Lederbeutel zu einer Aufbewahrung und Beförderung von Münzen (Geldbeutel); BM.: schneiden?, spalten?; F.: Börse, Börsen+FW; Z.: Bör-s-e
Börse (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Börse (F.) (2), zentraler Handelsplatz; ne. exchange, bourse; Vw.: -; Hw.: s. Börse (1); Q.: nach 1531; I.: Lw. nndl. beurs; E.: s. nndl. beurs, Sb., Börse (F.) (2), Börsengebäude; vielleicht von dem Beinamen van der burse oder aber direkt von mlat., F., Börse (F.) (1), Geldbeutel; vgl. lat. byrsa, F., Fell, Leder, Ochsenleder; gr. βύρσα (býrsa), F., Fell; vgl. gr. βερρός (berrós), Adj., dicht, behaart; weitere Etymologie unklar, vielleicht von idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Borste, Kluge s. u. Börse 2, DW 2, 245, EWD s. u. Börse, DW2 5, 604, Duden s. u. Börse, Bluhme s. u. Boerse; Son.: vgl. nndl. beurs, Sb., Börse (F.) (1), Börse (F.) (2); nschw. börs, Sb., Börse (F.) (1), Börse (F.) (2); nnorw. børs, M., Börse (F.) (2); lit. birža, F., Börse (F.) (2); GB.: seit nach 1531 belegte und wohl von Börse (1) abgeleitete Bezeichnung für einen regelmäßig stattfindenden Markt für Wertpapiere und Devisen sowie vertretbare Waren für die nach bestimmten Bräuchen Preise ausgehandelt werden; BM.: angeblich von einer Brügger Kaufmannsfamilie die den Beinamen van de burse hatte da sie in dem Wappen drei Geldbeutel führte; F.: Börse, Börsen+FW; Z.: Bör-s-e
$Börsianer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Börsianer; E.: s. Börse, s. ian, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Börse 2, fehlt DW, EWD s. u. Börse; GB.: seit 1851 belegte und aus Börs(e) und ian sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Börse als zentralem Handelsplatz möglichen an der Börse tätigen oder interessierten Menschen; F.: Börsianer, Börsianers, Börsianern+FW; Z.: Bör-s-ian-er
Borste, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Borste, steifes Haar; ne. bristle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Barsch, Bürste; Q.: 10./11. Jh. (Glosse), um 1000 (Notker); E.: mhd. borste, sw. F., Borste; mhd. burst, bürst, st. F., sw. F., Borste, Stachel; mhd. burst, būrst, borst, st. N., st. M., Borste; mnd. borste, F., Borste; ahd. bursta, borsta, sw. F. (n), Borste, Haar (N.); ahd. burst*, borst, st. N. (a), Borste, Stachel, Schusterahle; ahd. burst*, st. F. (i), Borste, Stachel, Borstenkamm; as. bursta, sw. F. (n), Borste; anfrk. -; germ. *bursti-, *burstiz, st. F. (i), Borste, Spitze, Gipfel; germ. *burstō, st. F. (ō), Borste, Spitze, Gipfel; idg. *bʰr̥sti-, Sb., Spitze, Ecke, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰars-, *bʰors-, Adj., spitz, rauh, stolz, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Borste, EWD s. u. Borste, DW 2, 246, DW2 5, 605, EWAhd 2, 471, Falk/Torp 266, Duden s. u. Borste, Bluhme s. u. Borste; Son.: vgl. afries. -; ae. byrst, st. F. (i), Borste; an. burst, st. F. (i), Borste, Dachrücken; got. *brusti, *brustja, st. Sb., Bürste, Striegel; got. *baúrsti?, st. F. (i), Bürste; nschw. borst, Sb., Borste; ai. bhṛṣṭí-, Sb., Spitze, Zacke, Kante; russ. Борщевик (boršč), M., Bärenklau; GB.: (bursta) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches dickes und steifes Haar verschiedener bestimmter Tiere wie beispielsweise Schweine; BM.: spitz; F.: Borste, Borsten+EW; Z.: Bors-t-e
$borstig, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. borstig, Borsten betreffend; Vw.: s. wider-; E.: s. Borst(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Borste, DW 2, 246, EWD s. u. Borste; GB.: vielleicht seit um 1000 belegte und aus Borst(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Borsten betreffend; F.: borstig, borstige, borstiges, borstigem, borstigen, borstiger(, borstigere, borstigeres, borstigerem, borstigeren, borstigerer, borstigst, borstigste, borstigstes, borstigstem, borstigsten, borstigster)+EW; Z.: bors-t-ig
Borte, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Borte, Einfassung, Verzierung, Besatz; ne. edging (N.), braid (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bord (2); Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. borte, sw. M., Rand, Einfassung, Besatz, Ufer, Band (N.), Borte, Schildfessel, Gürtel; mnd. bōrde (1), M., Saum (M.) (1), Einfassung, Leiste, Besatz, Borte; mnd. bort, bōrt, M., F., Brett, Planke, Bord; ahd. borto, sw. M. (n), Borte, Besatz, Verbrämung, Goldverbrämung, Schleppe; as. *borda?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Borte; anfrk. -; germ. *burda- (2), *burdam, st. N. (a), Rand, Borte, Kante; idg. *bʰordʰo-, Sb., Rand, Kante, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Borte, Kluge s. u. Borte, DW 2, 246, EWD s. u. Borte, DW2 5, 608, EWAhd 2, 252, Duden s. u. Borte, Bluhme s. u. Borte; Son.: der Wechsel des grammatikalischen Geschlechts von M. zu F. begann in dem 17. Jh.; vgl. afries. bord, st. M. (a), Bord, Fach, Tisch; nfries. boerd; ae. bord, st. N. (a), Bord, Rand, Schild; ae. borda, sw. M. (n), Borte, Rand, Verzierung, Stickerei; an. borð, st. N. (a), Rand, Kante, besonders Schiffsrand; got. *baúrd, st. N. (a), Bord, Rand; GB.: (borto) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in höheren menschlichen Kulturen gewebtes und gemustertes Band das als Verzierung oder Besatz auf Stoff aufgenäht wird oder zu einer Einfassung eines Stoffes verwendet wird; BM.: spalten bzw. mit einem Rand einfassen; F.: Borte, Borten+EW; Z.: Bor-t-e
bös, nhd., Adj.: nhd. bös; Vw.: s. böse
$böschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. böschen, abschrägen, schräg anschütten, mit einer Böschung versehen (V.); Vw.: s. ab-, (an-); E.: s. Bösch(ung), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Böschung, DW 2, 248, EWD s. u. Böschung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Bösch(ung) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit dem Menschen mögliches abschrägen oder schräg anschütten; F.: böschen, bösche, böschst, böscht, böschest, böschet, böschte, böschtest, böschten, böschtet, geböscht, ##geböscht, geböschte, geböschtes, geböschtem, geböschten, geböschter##, böschend, ###böschend, böschende, böschendes, böschendem, böschenden, böschender###, bösch (!)+EW; Z.: bö-sch-en
Böschung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Böschung, gleichmäßiger Abhang, abfallende Seitenfläche; ne. embankment, slope (N.); Vw.: -; Hw.: s. Busch, Boskett; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von einer regionalen Form von „Busch“, vgl. schweiz./schwäb. bosch, bösch, M., Busch, Strauch; mhd. busch, bosch, pusch, st. M., Busch, Gesträuch, Büschel, Gehölz, Wald, Buschwald, Federbusch; ahd. busk, st. M. (a), Busch, Strauch, Gebüsch; germ. *busk, *buska, *buskaz, st. M. (a), Busch; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Böschung, DW 2, 248, EWD s. u. Böschung, DW2 5, 610, Duden s. u. Böschung, Bluhme s. u. Boeschung; GB.: seit 1589 belegte und wohl aus einer regionalen Form von Busch und ung gebildete Bezeichnung für eine in höheren menschlichen Kulturen künstlich hergestellte schräg abfallende und befestigte Seitenfläche besonders bei Straßendämmen und Bahndämmen; BM.: Ort an dem Büsche wachsen; F.: Böschung, Böschungen+EW; Z.: Bö-sch-ung
böse, bös, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. böse, schlecht, schädlich; ne. evil (Adj.), vicious (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. erbosen; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bōse, bœse, Adj., böse, schlecht, übel, gering, wertlos, gemein; mnd. bōse, Adj., nicht rein, verfälscht; mnl. boos, Adj., gering, untauglich, schlecht; ahd. bōsi*, Adj., wertlos, nichtig, schwach, unsinnig, nichtswürdig, läppisch; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. germ. *bausa-, *bausaz, *bausja-, *bausjaz, Adj., aufgeblasen, gering, schlecht, böse; s. idg. *beu- (2), *bu-, bʰeū̆-, bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. böse, Kluge s. u. böse, EWD s. u. böse, DW 2, 248, DW2 5, 610, Duden s. u. böse, EWAhd 2, 253, Falk/Torp 276, Heidermanns 120, Bluhme s. u. boese; Son.: s. as. bôsa, st. F. (ō), Posse, nichtswürdiges Zeug; vgl. afries. bâsa, Adj., böse; afries. bose, Adj., böse; nfries. boaz, boase, Adj., böse; got. bausei?, sw. F. (n), Bosheit, List, Betrug; nndl. boos, Adj., böse; nnorw. bøs, Adj., böse; GB.: (bōsi) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen schlecht oder schädlich; BM.: schwellen?; F.: böse, bös, böses, bösem, bösen, böser(, bösere, böseres, böserem, böseren, böserer, böseste, bösestes, bösestem, bösesten, bösester)+EW; Z.: bö-s-e
$Bösewicht, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Bösewicht, böser Mensch; E.: s. böse, s. Wicht; L.: DW 2, 256, EWD s. u. Wicht; GB. (bōsiwiht*) seit um 1000 belegte und aus böse sowie Wicht gebildete Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen als moralisch schlecht bewertbaren oder bösen Menschen; F.: Bösewicht, Bösewichts, Bösewichtes, Bösewichte, Bösewichten+EW; Z.: Bö-s-e—wich-t
$boshaft, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. boshaft, böse; E.: s. bös(e), s. haft; L.: Kluge s. u. Böse, DW 2, 258, EWD s. u. böse; GB.: seit 1502 belegte und aus bös(e) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches böse; F.: boshaft, boshafte, boshaftes, boshaftem, boshaften, boshafter(, boshaftere, boshafteres, boshafterem, boshafteren, boshafterer, boshaftest, boshafteste, boshaftestes, boshaftestem, boshaftesten, boshaftester)+EW; Z.: bo-s—haf-t
Bosheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Bosheit, böses Verhalten, Hinterlist, Schlechtigkeit; ne. malice, nastiness, wickedness; Vw.: -; Hw.: s. böse; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. bōsheit, bœsheit, pōsheit, st. F., Wertlosigkeit, Nichtigkeit, schlechte Eigenschaft, Übeltat, Bosheit; mnd. bȫshēt, bȫsheit, F., Bosheit, böse Art (F.) (1), böse Gesinnung Schädlichkeit, böse Tat, Freveltat; mnl. boosheit, F., Bosheit; ahd. bōsheit, st. F. (i), Nichtigkeit, Unwürdigkeit, Nichtiges; as. -; anfrk. -; germ. *bausahaidu-, *bausahaiduz, st. F. (u), Nichtigkeit, Geringheit; s. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *skāid-, *kāid-, *skāit-, *kāit-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916; vgl. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. böse, Kluge s. u. böse, DW 2, 258, DW2 5, 620, EWAhd 2, 252, Heidermanns 120, Duden s. u. Bosheit; Son.: vgl. afries. boshêd, st. F. (i), Bosheit; nfries. boasheyte; ae. -; an. -; got. -; GB.: (bōsheit) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus bös(e) und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches böses Verhalten oder Hinterlist oder Schlechtigkeit; BM.: schwellen?, hell?; F.: Bosheit, Bosheiten+EW; Z.: Bo-s-hei-t
Boskett, nhd. (ält.), N., (17. Jh.): nhd. Boskett, Gebüsch; ne. boscet, bosquet, shrubs, bushes; Vw.: -; Hw.: s. Böschung, Busch, Bukett; Q.: 1624; I.: Lw. frz. bosquet; E.: s. frz. bosquet, M., Wäldchen; it. boschetto, M., Wäldchen; vgl. it. bosco, M., Wald; mlat. boscus, buscus, M., Wald, für das Holzsammeln freigegebener Wald; vermutlich aus gall. *boskos; L.: Kluge s. u. Boskett, fehlt DW, DW2 5, 622, Duden s. u. Boskett; Son.: vgl. nndl. bosje, Sb., Gehölz, Wäldchen; nschw. buskage, N., Gebüsch, Gesträuch; nnorw. buskas, N., Gebüsch; GB.: seit 1624 belegte und aus dem Französischen sowie Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen und vermutlich dem Gallischen aufgenommene Bezeichnung für Gebüsch oder eine besonders in den Gärten der Renaissancezeit und Barockzeit gepflanzte Gruppe von beschnittenen Büschen und Bäumen; BM.: Busch?; F.: Boskett, Bosketts, Boskette, Bosketten (!)+FW; Z.: Bosk-ett
Boss, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Boss, Chef, Leiter (M.) eines Unternehmens; ne. boss (M.); Vw.: -; Hw.: s. Baas; Q.: 1876; I.: Lw. ne. boss; E.: s. nhd. Boss, M., Boss, Chef; mnl. baas, M., Herr, Meister; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Boss 1, fehlt DW, EWD s. u. Boss, DW2 5, 626 (Bosz), Duden s. u. Boss; Son.: vgl. nndl. boss, M., Boss; frz. boss, M., Boss; nschw. boss, Sb., Boss; nnorw. boss, M., Boss; npol. boss, M., Boss; kymr. both, M., Boss; GB.: seit 1876 belegte und aus dem Neuenglischen sowie dem Mittelniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Chef oder einen Anweisungen gebenden Menschen an der Spitze eines Unternehmens; BM.: ?; F.: Boss, Bosses, Bosse, Bossen+FW; Z.: Boss
Bosse, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Bosse, Bündel, Pflanzenbündel, Flachsbündel; ne. bundle (N.) of flax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bōze, sw. M., Flachsbündel; mhd. bōze, sw. F., Bündel; ahd. bōzo, sw. M. (n), Bündel, Flachsbündel; ahd. bōza, sw. F. (n), Bündel, Flachsbündel; as. bôto, sw. M. (n), Flachsbündel; vgl. ahd. bōzen, sw. V. (1a), stoßen, zerstoßen (V.), schlagen, zerschlagen (V.); germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bosse, DW 2, 268, DW2 5, 626 (Bosze), EWAhd 2, 269, Falk/Torp 274, Seebold 90; GB.: (bōzo) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen geschaffenes Pflanzenbündel insbesondere von Flachs; BM.: schlagen?; F.: Bosse, Bosses, Bossen+EW; Z.: Bo-ss-e
$Bosselarbeit, Bossel-Arbeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Bosselarbeit, schöpferische Basteltätigkeit; E.: s. bossel(n), s. Arbeit; L.: Kluge s. u. bosseln, DW 2, 264; GB.: seit um 1467 belegte und aus bossel(n) und Arbeit gebildete sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche schöpferische Basteltätigkeit; F.: Bossel-Arbeit, Bossel-Arbeiten+EW; Z.: Boss-el-arb-eit
bosseln, nhd. (ält.), V., (14. Jh.?): nhd. bosseln, basteln; ne. tinker (V.), do handcrafts; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Wachtelmäre); E.: s. mhd. bōzelen*, bōzeln, sw. V., klopfen, schlagen; mnd. bȫtelen, bȫteln, botelen, boteln, sw. V., schlagen, stoßen, kastrieren; vgl. mhd. bōzen, pōzen, red. V., st. V., sw. V., bossen, schlagen, klopfen; ahd. bōzen, sw. V. (1a), stoßen, zerstoßen (V.), schlagen, zerschlagen (V.); germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. bosseln 2, Kluge s. u. bosseln, DW 2, 265, DW2 5, 625, Duden s. u. bosseln; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches basteln oder an einer schöpferischen Tätigkeit fleißig wirken; BM.: schlagen; F.: bosseln, bossel (!), bossele, bossle, bosselst, bosselt, bosselte, bosseltest, bosselten, bosseltet, gebosselt, ##gebosselt, gebosselte, gebosseltes, gebosseltem, gebosselten, gebosselter##, bosselnd, ###bosselnd, bosselnde, bosselndes, bosselndem, bosselnden, bosselnder###, bossel (!)+EW; Z.: bo-ss-el-n
$bosseln (2), nhd., sw. V.: nhd. bosseln; E.: s. frz. bossel(er)?, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. bossen 1; F.: bosseln, bossel (!), bossele, bossle, bosselst, bosselt, bosselte, bosseltest, bosselten, bosseltet, gebosselt, ##gebosselt, gebosselte, gebosseltes, gebosseltem, gebosselten, gebosselter##, bosselnd, ###bosselnd, bosselnde, bosselndes, bosselndem, bosselnden, bosselnder###, bossel (!)+FW?+EW?; Z.: bo-ss-el-n
Bot (1), nhd. (dial.), N., (11. Jh.): nhd. Bot, Gebot, Ausspruch, Befehl, Anweisung, Willenskundgebung; ne. bid (N.), order (N.); Vw.: s. Ange-, Aufge-, Ge-, Ver-; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: fnhd. bot, N., Gebot, Angebot; mhd. bot, st. N., Gebot, Verordnung, Befehl, Anordnung, gerichtliches Zwangsmittel, Verbot, Haft, Spielpartie, Zunftversammlung, verbindliche Meinung, Auslegung; mnl. bot, N., Gebot; ahd. bot*, st. N. (a), „Gebot“, Ausspruch; as. *bod?, st. N. (a); anfrk. *bod?, st. N. (a); germ. *buda-, *budam, st. N. (a), Gebot; s. idg. bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150; L.: DW 2, 271, EWAhd 2, 255, Falk/Torp 274, Seebold 109, Schweiz. Id. 4, 1890, Fischer 1, 1322, Schmeller 1, 309, Ochs 1, 300, Rhein. Wb. 1, 884; Son.: vgl. afries. bod, st. N. (a), Gebot, Angebot, Aufgebot; saterl. bad; ae. bod, st. N. (a), Gebot, Befehl, Vorschrift, Predigt, Eingebung; an. boð, st. N. (a), Gebot, Einladung, Gastmahl, Botschaft; got. -; Son.: vgl. nndl. bod, Sb., Bot, Gebot; nschw. bud, N., Bot, Gebot; nnorw. bud, N., Bot, Gebot; GB.: (bot) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von einer höheren menschlichen Instanz ausgehende Willenskundgebung oder ein Gebot oder einen Ausspruch oder einen Befehl oder eine Anweisung; BM.: erkennen machen?; F.: Bot, Botes, Bots, Bote, Boten+EW; Z.: Bot
Bot (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bot (M.), ein automatisiertes Programm; ne. bot; Vw.: -; Hw.: s. Roboter; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. bot; E.: s. ne. bot, N., Bot; vgl. ne. robot, N., Roboter; tschech. robot, M., Arbeiter, Fronarbeiter; tschech. robóta, rabóta, Sb., Arbeit; L.: fehlt DW, Duden s. u. Bot; Son.: vgl. nndl. bot, Sb., Bot; frz. bot informatique, M., Bot; nnorw. bot, M., Bot; poln. bot, M., Bot; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar vielleicht aus dem Tschechischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit aus robot entwickeltes und verwendetes automatisiertes verschiedene Aufgaben erfüllendes Computerprogramm; BM.: Frondienst; F.: Bot, Bots+FW; Z.: Bot
Botanik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Botanik, Pflanzenkunde, Pflanzenlehre; ne. botany; Vw.: -; Hw.: s. botanisch; Q.: Anfang 17. Jh.?; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. neoklassisch botanika, botanica, F., Heilkräuterkunde; vgl. gr. βοτανικός (botanikos), Adj., pflanzlich, Heilkräuter betreffend; vgl. βοτάνη (botánē), F., Futter (N.) (1), Kraut, Weide (F.) (2), Weidekraut; vgl. idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Botanik, fehlt DW, EWD s. u. Botanik, DW2 5, 628, Duden s. u. Botanik; Son.: vgl. nndl. botanie, Sb., Botanik; frz. botanique, F., Botanik; nschw. botanik, Sb., Botanik; nnorw. botanikk, M., Botanik; poln. botanika, F., Botanik; kymr. botaneg, M., F., Botanik; lit. botanika, F., Botanik; GB.: seit 1663 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Pflanzenkunde oder die Lehre von den Pflanzen (Pflanzenehre) in Gegensatz zu Zoologie; BM.: Pflanze; F.: Botanik+FW; Z.: Bo-tan-ik
$Botaniker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Botaniker, Gelehrter der Pflanzenkunde; E.: s. Botanik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Botanik, fehlt DW, EWD s. u. Botanik; GB.: seit 1661 belegte und aus Botanik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Gelehrten der Pflanzenkunde; F.: Botaniker, Botanikers, Botanikern+FW+EW; Z.: Bo-tan-ik-er
botanisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. botanisch, pflanzlich, Pflanzen betreffend; ne. botanic, botanical; Vw.: -; Hw.: s. Botanik; Q.: 1652; I.: Lw. lat. botanicus; E.: s. lat. botanicus, Adj., pflanzlich, Heilkräuter betreffend, (um 500 n. Chr.); gr. βοτανικός (botanikos), Adj., pflanzlich, Heilkräuter betreffend; gr. βοτάνη (botánē), F., Futter (N.) (1), Kraut, Weide (F.) (2); vgl. idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Botanik, DW 2, 271, EWD s. u. Botanik, DW2 5, 628, Duden s. u. botanisch; nndl. botanisch, Adj., botanisch; frz. botanique, Adj., botanisch; nschw. botanisk, Adj., botanisch; nnorw. botanis, Adj., botanisch; poln. botaniczny, Adj., botanisch; kymr. botanegol, Adj., botanisch; lit. botaninis, Adj., botanisch; lit. botanikos, Adj., botanisch; GB.: seit 1652 belegte und aus Botan(ik) und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit ihrer Entstehung mögliches Pflanzen betreffend; BM.: Pflanze; F.: botanisch, botanische, botanisches, botanischem, botanischen, botanischer+FW+EW; Z.: bo-tan-isch
Bote, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bote, Überbringer, Abgesandter; ne. envoy, messenger; Vw.: -; Hw.: s. bieten, Hiobsbotschaft; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bote, sw. M., Bote, Abgesandter; mnd. bode, M., Bote; mnl. bode, M., Bote; ahd. boto, sw. M. (n), Bote, Gesandter, Engel, Abgesandter, Apostel, Stellvertreter; as. bodo, sw. M. (n), Bote, Gesandter; anfrk. bodo*, sw. M. (n), Bote; germ. *budō-, *budōn, *buda-, *budan, sw. M. (n), Bote, Verkünder; s. idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bote, Kluge s. u. Bote, DW 2, 271, EWD s. u. Bote, DW2 5, 630, EWAhd 2, 259, Falk/Torp 279, Seebold 109, Duden s. u. Bote, Bluhme s. u. Bote; Son.: vgl. afries. boda, sw. M. (n), Bote, Beauftragter; nfries. bode, baade, M., Bote; ae. boda, sw. M. (n), Bote, Herold, Apostel, Prophet, Engel; an. boði (1), sw. M. (n), Bote, Verkünder; got. -; GB.: (boto) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen eine Botschaft überbringenden Menschen oder Überbringer oder Abgesandten; BM.: bieten; F.: Bote, Boten+EW; Z.: Bot-e
$botmäßig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. botmäßig, pflichtgemäß. gehorsam; Vw.: s. un-; E.: s. Bot, s. mäßig; L.: Kluge s. u. botmäßig, DW 2, 277, EWD s. u. Bote; GB.: (botmæzic*) seit 1346 belegte und aus Bot und mäßig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft mögliches pflichtgemäß oder gehorsam; F.: botmäßig, botmäßige, botmäßiges, botmäßigem, botmäßigen, botmäßiger(, botmäßigere, botmäßigeres, botmäßigerem, botmäßigeren, botmäßigerer, botmäßigst, botmäßigste, botmäßigstes, botmäßigstem, botmäßigsten, botmäßigster)+EW; Z.: bot—mä-ß-ig
$Botmäßigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Botmäßigkeit, Untertänigkeit, Ergebenheit, Gehorsam; Vw.: s. un-; E.: s. botmäßig, s. heit, s. keit; L.: DW 2, 277 (Botmäszigkeit), EWD s. u. Bote; GB.: seit 1525 belegte und aus botmäßig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft mögliche Untertänigkeit oder Ergebenheit oder Gehorsam; F.: Botmäßigkeit, Botmäßigkeiten+EW; Z.: Bot—mä-ß-ig—kei-t
$Botschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Botschaft, Nachricht, Mitteilung, Kunde (F.), Gesandtschaft; Vw.: s. Hiobs-; E.: s. Bot(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Bote, DW 2, 277, EWD s. u. Bote; GB.: (botaskaf*) seit um 800 belegte und aus Bot(e) und schaft gebildete sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Nachricht oder Mitteilung oder Kunde (F.) oder Gesandtschaft; F.: Botschaft, Botschaften+EW; Z.: Bot-schaf-t
$Botschafter, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Botschafter, Gesandter, Bevollmächtigter; E.: s. Botschaft, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Bote, EWD s. u. Bote; GB.: vielleicht seit 1413 belegte und aus Botschaft und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Gesandten oder Bevollmächtigten; F.: Botschafter, Botschafters, Botschaftern+EW; Z.: Bot-schaf-t-er
Böttcher, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Böttcher, Küfer; ne. cooper; Vw.: -; Hw.: s. Bottich; Q.: 1335 (Willkür der Stadt Heiligenstadt); E.: mnd. bȫdekære*, bȫdeker, M., Böttcher; mhd. botechære, botecher, st. M., „Böttcher“, Büttner; vgl. mnd. bȫdeken, N., Bottich, Mühlenbottich, Mühllauf; vgl. mnd. bȫde, bōde, F., Bütte, Bottich, hölzerne Wanne, kleines Fass; as. budin, st. F. (jō), Bütte (F.) (2); germ. *budinō, *budinjō, *buddinō, *buddinjō, st. F. (ō), Bottich, Bütte (F.) (2), Fass, Tonne (F.) (1); mlat. butina, F., Flasche, Gefäß; gr. βυτίνη (bytínē), πυτίνη (pytínē), F., umflochtene Weinflasche; unter Einfluss von lat. mlat. buttis, F., Weinschlauch, Fass, Schlauch; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bheū̆-, *bhū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Böttcher, Kluge s. u. Böttcher, DW 2, 279 (Bötticher), EWD s. u. Böttcher, DW2 5, 639, Falk/Torp 275, Duden s. u. Böttcher; Son.: das Wort ist nd. Abkunft, während Bottich hochdeutscher Abkunft ist; GB.: (buterichære) seit 1335 belegte und aus Bott(i)ch und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Küfer oder einen hölzerne Gefäße (Bottiche) herstellenden Handwerker; BM.: Hersteller von Bütten; F.: Böttcher, Böttchers, Böttchern+EW; Z.: Bött-cher
Botten, nhd., Pl., (14. Jh.?): nhd. Botten, warme und bequeme Reiseschuhe, Hausschuhe, schwere Stiefel; ne. slippers, boots; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. frz. botte; E.: s. frz. botte, F., Hausschuhe, schwere Stiefel; wohl zu frz. bot, pied bot, M., Klumpfuß, Gamillscheg 129a; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Botten, fehlt DW, Duden s. u. Botten; Son.: Pluralwort; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelten Schuh; BM.: ?; F.: Botten+FW(+EW?); Z.: Bott-en
Bottich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bottich, Kufe (F.) (2), ein Gefäß oder Fass; ne. tub, vat; Vw.: -; Hw.: s. Böttcher; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. boteche, botech, st. M., sw. F., Bottich; ahd. botega*, sw. F. (n), Bottich, Kufe (F.) (2); vielleicht von mlat. butica, F., Bottich; lat. apothēca, F., Speicher, Vorratskammer; s. gr. ἀποθήκη (apothḗkē), F., Aufbewahrungsort, Speicher; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; vgl. idg. *apo-, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten, Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bottich, Kluge s. u. Bottich, DW 2, 279, EWD s. u. Bottich, DW2 5, 640 (Bottich 2), EWAhd 2, 257, Duden s. u. Bottich, Schmeller 1, 309, Schöpf 52, Schweiz. Id. 4, 1907, Lexer 37, Bluhme s. u. Bottich; Son.: s. bay./tirol. Bottig, nhd., F., M.: nhd. Bottich; kärntn. Poutige, Poutinge, F., M., Bottich; schweiz. Botechen, F., M., Bottich; GB.: (botega) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein großes und wannenartiges sowie nach oben offenes Gefäß oder Fass aus Holz; BM.: ab, legen; F.: Bottich, Bottichs, Bottiches, Bottiche, Bottichen+FW(+EW?); Z.: Bo-ttich
Bouclé, Buklee, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bouclé, Buklee, ein Gewebe mit noppiger und gekräuselter Oberfläche; ne. bouclé; Vw.: -; Hw.: s. Buckel; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. bouclé; E.: s. frz. bouclé, M., Bouclé, Buklee; vgl. frz. bouclé, Adj., gekräuselt, lockig; frz. boucle, F., Schleife, Schnalle, Locke; vgl. lat. buccula, F., Bäcklein, zarte Backe, Backenstück an dem Helme, Helmvisier; lat. bucca, F., aufgeblasene Backe, Wange, Backenbläser, Maul; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Bouclé, Duden s. u. Bouclé; Son.: vgl. nschw. bouclé, Sb., bouclé, M., Bouclé, Buklee; nnorw. bouclé, M., bouclé, M., Bouclé, Buklee; poln. bouclé, M., Bouclé, Buklee; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gewebe mit noppiger und gekräuselter Oberfläche; BM.: blasen?, gekräuselt?; F.: Bouclé, Bouclés, Buklee, Buklees+FW(+EW?); Z.: Bou-cl-é
Boudoir, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Boudoir; ne. boudoir; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. boudoir; E.: s. frz. boudoir, M., Boudoir; vgl. frz. bouder, V., schmollen, schlecht gelaunt sein (V.); wohl letztlich aus dem Galloromanischen stammend; L.: Kluge s. u. Boudoir, fehlt DW, EWD s. u. Boudoir, DW2 5, 641, Duden s. u. Boudoir; Son.: vgl. nndl. boudoir, Sb., Boudoir; nschw. budoar, Sb., Boudoir, N., Boudoir; nnorw. budoar; poln. buduar, M., Boudoir; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie wohl letztlich aus dem Galloromanischen stammende Bezeichnung für einen eleganten und intimen Raum vornehmer Frauen (Ankleidezimmer); BM.: Rückzugsort um seine Ruhe zu haben; F.: Boudoir, Boudoirs+FW; Z.: Boud-oir
Bouillon, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bouillon, Fleischbrühe; ne. bouillon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1665; I.: Lw. frz. bouillon; E.: s. frz. bouillon, M., Bouillon; vgl. frz. bouillir, V., sieden; afrz. bolir, V., kochen; lat. bullīre, Blasen werfen, aufwallen, sprudeln, aufsprudeln, aufbrausen; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bouillon, fehlt DW, EWD s. u. Bouillon, DW2 5, 641, Duden s. u. Bouillon; Son.: vgl. nndl. bouillon, Sb., Bouillon; nschw. buljong, Sb., Bouillon; nnorw. buljong, M., Bouillon; poln. bulion, M., Bouillon; GB.: seit 1665 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliche durch Auskochen von Fleisch und Knochen sowie Suppengemüse gewonnene Fleischbrühe; BM.: sprudeln; F.: Bouillon, Bouillons+FW; Z.: Boui-ll-on
Boulevard, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Boulevard, Prachtstraße; ne. boulevard; Vw.: -; Hw.: s. Bollwerk; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. frz. boulevard?; E.: s. frz. boulevard, M., Boulevard, breite Straße; nndl. bolwerk, Sb., breite Straße, Bollwerk; mnl. bulwerk, Sb., Bollwerk; mhd. bolwerc, bolewerc, st. N., Bollwerk, Wurfmaschine; mnd. bōlwerk, bōlewerk, N., Verbindung starker Bohlen, Wehr (F.), hölzerne Wehr (F.), Schanzwerk; vgl. mhd. bol, st. M., Wurf, Schleudern (N.); mhd. bolen*, boln, poln, sw. V., rollen, wälzen, werfen, schleudern; ahd. bolōn*, sw. V. (2), wälzen, schleudern, rollen; vgl. germ. *ballō-, *ballōn, *balla-, *ballan, sw. M. (n), Kugel, Ball (M.) (1); vgl. idg. *bʰel- (3), V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Boulevard, fehlt DW, EWD s. u. Boulevard, DW2 5, 642, Duden s. u. Boulevard; Son.: vgl. nndl. boulevard, Sb., Boulevard; nschw. boulevard, Sb., Boulevard; nnorw. bulevard, boulevard, M., Boulevard; poln. bulwar, M., Boulevard; nir. búlbhard, M., Boulevard; lit. bulvaras, M., Boulevard; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittelniederländischen aufgenommene und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit der Neuzeit entwickelte und verwendete meist von Bäumen gesäumte breite Prachtstraße; BM.: breite Straße an Stelle früherer Festungswälle; F.: Boulevard, Boulevards+FW(+EW); Z.: Boul-e-var-d
$Boulevard-Blatt, Boulevardblatt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Boulevard-Blatt, ein Presseerzeugnis; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Boulevard, s. Blatt; L.: Kluge s. u. Boulevard-Blatt, fehlt DW, EWD s. u. Boulevard; GB.: seit 1891 belegte und aus Boulevard und Blatt gebildete Bezeichnung für ein für viele einfachere Leser bestimmtes Blatt oder Presseerzeugnis; F.: Boulevard-Blatt, Boulevard-Blattes, Boulevard-Blatts, Boulevard-Blätter, Boulevard-Blättern, Boulevardblatt, Boulevardblattes, Boulevardblatts, Boulevardblätter, Boulevardblättern+FW+EW; Z.: Boul-e-var-d—bla-t-t
$Boulevard-Presse, Boulevardpresse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Boulevard-Presse; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Boulevard, s. Presse; L.: Kluge s. u. Boulevard-Blatt, fehlt DW, EWD s. u. Boulevard; GB.: seit 1885 belegte und aus Boulevard und Presse gebildete Bezeichnung für ein für viele einfachere Leser bestimmtes Presseerzeugnis F.: Boulevard-Presse, Boulevard-Pressen, Boulevardpresse, Boulevardpressen+FW(+EW?); Z.: Boul-e-var-d—pre-s-s-e
Bourgeois, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bourgeois, wohlhabender Bürger, Angehöriger des Mittelstands der Bürger, Spießer; ne. bourgeois (M.); Vw.: -; Hw.: s. Burg, Bourgeoisie; Q.: 1746; I.: Lw. frz. bourgeois; E.: s. frz. bourgeois, M., Bourgeois, Bürger; vgl. frz. bourg, M., Städtchen, Marktflecken, befestigte Siedlung; frk. *borg, F., Burg, anfrk. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Stadt; germ. *burg, F. (kons.), Burg; s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Bourgeois, fehlt DW, EWD s. u. Bourgeois, DW2 5, 643, Duden s. u. Bourgeois; Son.: vgl. nndl. bourgeois, M., Bourgeois; nnorw. bourgeois, bursjoa, M., Bourgeois; poln. burżuj, M., Bourgeois; nir. buirgeoiseach, M., Bourgeois; GB.: seit 1746 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Fränkischen und Germanischen sowie Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen des Mittelstands der Bürger; BM.: Stadtbürger; F.: Bourgeois+FW; Z.: Bour-g-e-ois
Bourgeoisie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bourgeoisie, Bürgertum; ne. bourgeoisie; Vw.: -; Hw.: s. Bourgeois, Burg; Q.: 1768; I.: Lw. frz. bourgeoisie; E.: s. frz. bourgeoisie, F., Bourgeoisie; vgl. frz. bourgeois, M., Bourgeois, Bürger; vgl. frz. bourg, M., Städtchen, Marktflecken, befestigte Siedlung; frk. *borg, F., Burg, anfrk. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Stadt; germ. *burg, F. (kons.), Burg; s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Bourgeois, fehlt DW, EWD s. u. Bourgeoisie, DW2 5, 643, Duden s. u. Bourgeoisie; Son.: vgl. nschw. bourgeoisie, Sb., Bourgeoisie; nnorw. bourgeoisi, N., Bourgeoisie; poln. burżuazja, F., Bourgeoisie; kymr. bwrgeisiaeth, F., Bourgeoisie; nir. buirgeoiseacht, F., Bourgeoisie; lit. buržuazija, F., Bourgeoisie; GB.: seit 1768 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Bourgeois und ie gebildete Bezeichnung für das wohlhabende Bürgertum und davon abgeleitet für die herrschende Klasse der kapitalistischen Gesellschaft; BM.: Stadtbürger; F.: Bourgeoisie, Bourgeoisien+FW; Z.: Bour-g-e-ois-ie
Bouteille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bouteille, Flasche; ne. wine bottle; Vw.: -; Hw.: s. Bütte, Buddel, Buttler; Q.: 1676 (Louise von der Pfalz); I.: Lw. frz. bouteille; E.: s. frz. bouteille, F., Flasche; vgl. mlat. buticula, F., Gefäß, kleines Fass, Flasche; vgl. lat. buttis, F., Weinschlauch, Fass, Bütte, Schlauch; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bouteille, fehlt DW, DW2 5, 644, Duden s. u. Bouteille; Son.: vgl. nndl. bottelen, V., Flaschen abfüllen; nschw. butelj, Sb., Flasche; nnorw. butelje, Sb., Flasche; lit. butelis, M., Flasche; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Flasche oder ein Gefäß mit enger Öffnung und Halsansatz zu einem Aufbewahren von Flüssigkeiten; BM.: blasen?; F.: Bouteille, Bouteillen+FW; Z.: Bou-t-eill-e
Boutique, Budike, Butike, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Boutique, Budike, Butike, kleiner Laden (M.), kleines Modegeschäft; ne. boutique; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; I.: Lw. frz. boutique; E.: s. frz. boutique, F., Boutique, kleinerer Laden; s. gr. ἀποθήκη (apothḗkē), F., Aufbewahrungsort, Speicher; vgl. gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Boutique, fehlt DW, EWD s. u. Budike, DW2 5, 644, Duden s. u. Boutique; Son.: vgl. nndl. boetiek, Sb., Boutique; nschw. butik, Sb., Boutique; nnorw. butikk, M., Boutique; poln. butik, M., Boutique; lit. butikas, M., Boutique; GB.: seit 1477 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen kleinen Laden und besonders ein kleines Modegeschäft; BM.: Speicher; F.: Boutique, Boutiquen, Budike, Budiken, Butike, Butiken+FW; Z.: Bou-tiqu-e
Bowle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bowle, Fruchtpunsch; ne. punch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1773; I.: Lw. ne. bowl; E.: s. ne. bowl, N., Schale (F.) (2), Napf; ae. bolla, sw. M. (n), Napf, Gefäß, Topf, Maß; germ. *bullō-, *bullōn, *bulla-, *bullan, Sb., Kugel, Schale (F.) (2); idg. *bʰel- (3), *bʰl̥-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bowle, Kluge s. u. Bowle, EWD s. u. Bowle, DW2 5, 645, Duden s. u. Bowle; Son.: vgl. nndl. bowl, Sb., Bowle; frz. bol, Sb., Bowle; nschw. bål, Sb., Bowle; nnorw. (Nynorsk) bolle, M., Bowle; slowak. bowle, N., Bowle; GB.: seit 1773 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Wein oder Schaumwein mit Zucker und Früchten sowie Gewürzen oder würzenden Stoffen; BM.: sprudeln?; F.: Bowle, Bowlen+FW+EW?; Z.: Bowl-e
Bowling, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bowling, amerikanische Art des Kegelspiels; ne. bowling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1935; I.: Lw. ne. bowling; E.: s. ne. bowling, N., Bowling; vgl. ne. bowl, V., schieben, rollen; ne. bowl, N., Kugel; frz. boule, F., Kugel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bowling, EWD s. u. Bowling, DW2 5, 646, Duden s. u. Bowling; Son.: vgl. nndl. bowling, Sb., Bowling; frz. bowling, M., Bowling; nschw. boling, Sb., Bowling; nnorw. bowling, M., Bowling; poln. bowling, M., Bowling; nir. babhláil, F., Bowling; lit. boulingas, M., Bowling; GB.: seit 1935 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine in den Vereinigten Staaten von Amerika in dem 19. Jahrhundert entwickelte und seitdem verwendete Art des Kegelspiels mit 10 Kegeln; BM.: Schieben der Kugel; F.: Bowling, Bowlings+FW; Z.: Bowl-ing
Box, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Box, Schachtel, kleiner Abstellraum; ne. box (N.); Vw.: s. Black-; Hw.: -; Q.: 1836 (Grillparzer); I.: Lw. ne. box; E.: s. ne. box, N., Box, Behältnis; ae. box, st. M. (a), st. N. (a), Büchse, Buchsbaum; vgl. lat. pyxis, puxis, F., Büchse, Behältnis, Büchschen, Büchslein, kleines Kistchen, Schachtel; gr. πυξίς (pyxís), F., Büchse aus Buchsbaumholz, Arzneibüchse; Fremdwort unbekannter Herkunft; L.: Kluge s. u. Box, fehlt DW, EWD s. u. Box, DW2 5, 646, Duden s. u. Box; Son.: vgl. nndl. box, Sb., Box; frz. box, M., Box, abgeteilter Raum; nschw. box, M., Box, Kasten (M.); nnorw. boks, M., Box; poln. boks, M., Box; kymr. bocs, M., Box; nir. bosca, M., Box; GB.: seit 1836 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und aus unbekannter Herkunft stammende Bezeichnung für eine von Menschen wohl nach der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete Schachtel oder einen kleinen Abstellraum; BM.: ?; F.: Box, Boxen+FW; Z.: Box
boxen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. boxen, einen Faustkampf austragen; ne. box (V.), punch (V.); Vw.: -; Hw.: s. baxen; Q.: 1767; I.: Lw. ne. box; E.: s. ne. box, V., boxen, stopfen; me. box, V., boxen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. bosen, Kluge s. u. boxen, DW 2, 281, EWD s. u. boxen, DW2 5, 647, Duden s. u. boxen; Son.: vgl. nndl. boksen, V., boxen; frz. boxer, V., boxen; nschw. boxa, V., boxen; nnorw. bokse, V., boxen; poln. boksować, V., boxen; lit. boksuoti, V., boxen; GB.: seit 1767 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie vielleicht lautmalend gebildete und umgebildete Bezeichnung für wohl seit 3000 v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes nach bestimmten Regeln mit den Fäusten gegeneinander kämpfen; BM.: ?; F.: boxen, boxe, boxt, boxest, boxet, boxte, boxtest, boxtet, boxten, geboxt, ##geboxt, geboxte, geboxtes, geboxtem, geboxten, geboxter##, boxend, ###boxend, boxende, boxendes, boxendem, boxenden, boxender###, box (!)+FW+EW; Z.: box-en
$Boxer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Boxer, Boxender, Boxsportler, Faustkämpfer, eine Hunderasse; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. box(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. boxen; GB.: seit 1783 belegte und aus box(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit 3000 v. Chr. möglichen Boxenden oder Boxsportler oder Faustkämpfer und später auch eine stämmige mittelgroße Hunderasse; F.: Boxer, Boxers, Boxern+FW+EW?; Z.: Box-er
Boxkalf, Boxcalf, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Boxkalf, Boxcalf, feinnarbiges Kalbsleder; ne. boxcalf, fine calfskin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1920; I.: Lw. ne. boxcalf; E.: s. ne. boxcalf, box calf, N., Kalbsleder; Herkunft des Vorderglieds von dem Londoner Schuhmacher Joseph Box; Hinterglied s. ne. calf, N., Kalb; vgl. ae. cealf, cielf, M., st. N. (az/iz), Kalb; germ. *kalba-, *kalbaz, *kalbi-, *kalbiz, st. N. (az/iz), Kalb; idg. *gᵘ̯elbʰ-, Sb., Gebärmutter, Junges, Pokorny 473? (693/15) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359?; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Boxkalf, EWD s. u. Boxkalf, Duden s. u. Boxcalf; Son.: vgl. nndl. boxcalf, Sb., Boxkalf, feines Kalbsleder; frz. boxcalf, box, Sb., Boxkalf, feines Kalbsleder; nschw. boxkalv, Sb. Boxkalf, feines Kalbsleder; nnorw. boxskalv, M., Boxkalf, feines Kalbsleder; GB.: seit um 1920 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) sowie aus dem PN Box und kalf (calf) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes chromgegerbtes und feinnarbiges Kalbsleder; BM.: nach einem PN; F.: Boxkalf, Boxkalfs, Boxcalf, Boxcalfs+FW; Z.: Box-kal-f
$Boxkampf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Boxkampf; Q.: um 1900?; E.: s. box(en), s. Kampf; L.: fehlt DW, EWD s. u. boxen; GB.: seit um 1823 belegte und aus box(en) sowie Kampf gebildete Bezeichnung für wohl seit 3000 v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes nach bestimmten Regeln mit den Fäusten gegeneinander kämpfen; F.: Boxkampf, Boxkampfes, Boxkampfs, Boxkämpfe, Boxkämpfen+FW(+EW); Z.: Box—kam-p-f
Boy, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Boy, Hoteldiener, Bub; ne. boy; Vw.: s. Cow-, Play-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. boy; E.: s. ne. boy, M., Bub, Junge, Knabe; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Boy; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittelenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen Jungen und danach einen meist jüngeren Hoteldiener in Livree; BM.: ?; F.: Boy, Boys+FW; Z.: Boy
Boykott, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Boykott, Ächtung; ne. boycott; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1891 (Hofmannsthal); I.: Lw. ne. boycott; E.: s. ne. boycott, V., Boykott; vgl. ne. boycott, V., boykottieren; vom PN Charles Boycott; L.: Kluge s. u. Boykott, fehlt DW, EWD s. u. Boykott, DW2 5, 648, Duden s. u. Boykott; Son.: vgl. nndl. boycot, Sb., Boykott; nschw. bojkott, Sb., Boykott; nnorw. boikott, M., Boykott; poln. bojkot, M., Boykott; kymr. boicot, Sb., Boykott; nir. baghcat, M., Boykott; lit. boikotas, M., Boykott; GB.: seit 1891 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die politische und wirtschaftliche oder soziale Ächtung als Druckmittel in einer wirtschaftlichen Auseinandersetzung; BM.: die irischen Pächter des englischen Gutsverwalters Charles Cunningham Boycott (1832-1897) hatten diese nach ihm benannte Kampfmaßnahme 1880 gegen ihn angewandt so dass niemand mehr für ihn arbeiten wollte; F.: Boykott, Boykotts, Boykotte, Boykotten+FW; Z.: Boykott
$boykottieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. boykottieren, ächten, meiden; E.: s. Boykott, s. ieren; L.: Kluge s. u. Boykott, fehlt DW, EWD s. u. Boykott; GB.: seit 1897 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für seit dieser Zeit von Menschen in einer wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung entwickeltes und verwendetes mit Boykott belegen (V.) oder ächten oder meiden; F.: boykottieren, boykottiere, boykottierst, boykottiert, boykottierest, boykottieret, boykottierte, boykottiertest, boykottierten, boykottiertet, ##boykottiert, boykottierte, boykottiertes, boykottiertem, boykottierten, boykottierter##, boykottierend, ###boykottierend, boykottierende, boykottierendes, boykottierendem, boykottierenden, boykottierender###, boykottier (!)+FW(+EW); Z.: boykott-ier-en
brabbeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. brabbeln, plappern; ne. babble (V.); Vw.: -; Hw.: s. babbeln; Q.: 1741 (Wörterbuch); E.: s. mnd. brabbelen, V., sw. V., brabbeln, schwatzen, plappern, Unsinn reden; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. brabbeln, fehlt DW, DW2 5, 649, Duden s. u. brabbeln; GB.: seit 1741 belegte und wohl lautmalend entwickelte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches plappern oder undeutlich vor sich hin reden; BM.: lautmalend?; F.: brabbeln, brabble, brabbel (!), brabbelst, brabbelt, brabbelte, brabbeltest, brabbelten, brabbeltet, gebrabbelt, ##gebrabbelt, gebrabbelte, gebrabbeltes, gebrabbeltem, gebrabbelten, gebrabbelter##, brabbelnd, ###brabbelnd, brabbelnde, brabbelndes, brabbelndem, brabbelnden, brabbelnder###, brabbel (!)+EW; Z.: brabb-el-n
$brach, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. brach, unbesät, unbestellt; E.: s. Brache; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brache; Son.: attributiv gebraucht; GB.: seit 1633 belegte und mit Brache verbindbare Bezeichnung für ursprünglich naturbelassen und sachlich wohl seit Sesshaftwerdung und Ackerbau mögliches besonderes unbesät oder unbestellt; F.: brach, brache, brachem, brachen, bracher, braches+EW; Z.: bra-ch
Brache, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Brache, Umbrechen des Bodens, unbesätes Land, unbestellter Acker; ne. fallow (N.); Vw.: -; Hw.: s. brechen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brāche, st. F., Umbrechung des Bodens, unbesätes Land; mnd. brāk, brāke, F., Brache, Brachacker; mnl. brake, F., Brache; ahd. brāhhī*, brāchī*, st. F. (ī)?, Brache, Brachfeld; ahd. brāhha*, brācha, st. F. (ō), sw. F. (n), Brache, erstes Pflügen des Brachfeldes; as. -; anfrk. -; germ. *brēkī-, *brēkīn, *brǣkī-, *brǣkīn, sw. F. (n), Brechen, Umbrechung, Brache; s. idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. brach, Kluge s. u. Brache, DW 2, 282, EWD s. u. Brache, DW2 5, 649, EWAhd 2, 272, Heidermanns 141, Duden s. u. Brache, Bluhme s. u. Brache; Son.: vgl. nndl. braak, braakakker, Sb., Brache, Brachfeld; vielleicht kymr. braenar, branar, M., Brache, Brachfeld; mir. branar., Sb., Brache, Brachfeld; GB.: (brāhhī) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl ursprünglich natürliches naturbelassen und seit der Sesshaftwerdung mögliches besonderes unbesät oder unbestellt liegendes Feld oder die Zeit in der ein Feld brach liegt; BM.: spalten bzw. brechen; F.: Brache, Brachen (!)+EW; Z.: Bra-ch-e
$Brachfeld, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Brachfeld; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Glosse); E.: s. brach, s. Feld; L.: DW 2, 282, EWD s. u. Brache, DW2 5, 650; GB.: (brāchvelt) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus brach und Feld gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches unbesät oder unbestellt gelassenes Feld; F.: Brachfeld, Brachfeldes, Brachfelds, Brachfelder, Brachfeldern+EW; Z.: Bra-ch—fel-d
brachial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. brachial, handgreiflich, gewalttätig; ne. brachial, violent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838 (Wörterbuch); I.: Lw. s. lat. brachiālis; E.: lat. brachiālis, Adj., zum Arm gehörig, Arm..., (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. brachium, N., Unterarm, Arm, Meeresarm, Ärmel, Ast; gr. βραχίων (brachíōn), M., Oberarm, Arm; idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. brachial, fehlt DW, EWD s. u. Brachialgewalt, DW2 5, 651, Duden s. u. brachial; Son.: vgl. nndl. brachiaal, Adj., brachial; frz. brachial, Adj., brachial; GB.: seit 1838 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches handgreiflich oder gewalttätig; BM.: Arm; F.: brachial, brachiale, brachiales, brachialem, brachialen, brachialer(, brachialere, brachialeres, brachialerem, brachialeren, brachialerer, brachialste, brachialstes, brachialstem, brachialsten, brachialster)+FW; Z.: brach-i-al
$Brachialgewalt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Brachialgewalt; E.: s. brachial, s. Gewalt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brachialgewalt; GB.: seit 1899 belegte und aus brachial und Gewalt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche rohe Gewalt; F.: Brachialgewalt, Brachialgewalten+EW; Z.: Brach-i-al—ge—wal-t
$Brachland, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Brachland; E.: s. brach, s. Land; L.: DW 2, 283, EWD s. u. Brache; GB.: seit 1719 belegte und aus brach und Land gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches unbesät oder unbestellt gelassenes Land; F.: Brachland, Brachlandes, Brachlands+EW; Z.: Bra-ch—lan-d
$brachliegen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. brachliegen; E.: s. brach, s. liegen; L.: Kluge s. u. Brache, fehlt DW, EWD s. u. Brache; GB.: seit 1639 belegte und aus brach und liegen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches unbesät oder unbestellt sein (V.); F.: brachliegen, liege brach, liegst brach, liegt brach, liegen brach, liegest brach, lieget brach, lag brach, lagst brach, lagen brach, lagt brach, läge brach, lägest brach, lägen brach, läget brach, brachgelegen, ##brachgelegen, brachgelegene, brachgelegenes, brachgelegenem, brachgelegenen, brachgelegener##, brachliegend, ###brachliegend, brachliegende, brachliegendes, brachliegendem, brachliegenden, brachliegender###, brachzuliegen, ####brachzuliegen, brachzuliegend, brachzuliegende, brachzuliegendes, brachzuliegendem, brachzuliegenden, brachzuliegender####, lieg (!) brach (!)+EW; Z.: bra-ch—lieg-en
$Brachmonat, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brachmonat, Juni; E.: s. Brach(e), s. Monat; L.: Kluge s. u. Brache, DW 2, 283, EWD s. u. Brache; GB.: (brāhmānōd*) seit 830-840 belegte und aus Brach(e) und Monat gebildete Bezeichnung für den sachlich seit der Sesshaftwerdung möglichen Monat der Brache (Juni); F.: Brachmonat, Brachmonats, Brachmonate, Brachmonaten+EW; Z.: Bra-ch—mo-nat
Brachse, Brasse, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Brachse, Brachsen, Brasse, Brassen, ein Karpfenfisch; ne. bream (N.); Vw.: -; Hw.: s. Brachsen; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. brasme, bresme, sw. M., Brachsen, Brassen, Fisch; mhd. brähsem*, prähsen, prechsen, sw. M., Brasse, Brassen (ein Fisch); mnd. brassem, bressem, M., Brachsen, Brassen; ahd. brahsa*, st. F. (ō), Brachsen, Brassen, Muräne; ahd. brahsmo*, sw. M. (n), Brachsen, Brassen, Blei; ahd. brahsma*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Brachsen, Brassen; ahd. brahsa*, brehsa, st. F. (ō), Brachsen, Brassen, Muräne; as. bresmia?, F., Brachse, Brasse; anfrk. -; frk. *brahsima, F., Brachsen, Brasse (Vorläufer von ne. bream); germ. *brahsma-, *brahsmaz, st. M. (a), Brachsen, Brassen, Dorsch; vgl. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141 (223/56) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.?, germ., heth.); vgl. idg. bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brassen, Kluge s. u. Brachsen, DW 2, 283, EWAhd 2, 280, EWAhd 2, 283, Duden s. u. Brachsen, Bluhme s. u. Brachse; Son.: vgl. nndl. brasem, Sb., Brachsen, Brasse; nschw. braxen, Sb., Brachsen, Brasse; frz. brème, F., Brachsen, Brasse; nnorw. brasme, M., Brachsen, Brasse; kymr. brithyll, M., Forelle; nir. bran, M., Brachsen, Brasse; GB.: (brahsmo) seit 11./12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Seen und langsam fließenden Gewässern lebenden Karpfenfisch; BM.: glänzende braune Farbe?; F.: Brachse, Brachsen, Brachsens, Brasse, Brassen, Brassens (!)+EW; Z.: Bra-ch-s-e
Brachsen, Brassen, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Brachsen, Brachse, Brassen, Brasse, ein Karpfenfisch; ne. bream (N.); Vw.: -; Hw.: s. Brachse; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. brasme, bresme, sw. M., Brachsen, Brassen, Fisch; mhd. brähsem*, prähsen, prechsen, sw. M., Brasse, Brassen (ein Fisch); mnd. brassem, bressem, M., Brachsen, Brassen; ahd. brahsa*, st. F. (ō), Brachsen, Brassen, Muräne; ahd. brahsmo*, sw. M. (n), Brachsen, Brassen, Blei; ahd. brahsma*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Brachsen, Brassen; ahd. brahsa*, brehsa, st. F. (ō), Brachsen, Brassen, Muräne; as. bresmia?, F., Brachse, Brasse; anfrk. -; frk. *brahsima, F., Brachsen, Brasse (Vorläufer von ne. bream); germ. *brahsma-, *brahsmaz, st. M. (a), Brachsen, Brassen, Dorsch; vgl. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141 (223/56) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.?, germ., heth.); vgl. idg. bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brassen, Kluge s. u. Brachsen, DW 2, 283, EWAhd 2, 280, EWAhd 2, 283, Duden s. u. Brachsen, Bluhme s. u. Brachse; Son.: vgl. nndl. brasem, Sb., Brachsen, Brasse; nschw. braxen, Sb., Brachsen, Brasse; frz. brème, F., Brachsen, Brasse; nnorw. brasme, M., Brachsen, Brasse; kymr. brithyll, M., Forelle; nir. bran, M., Brachsen, Brasse; GB.: (brahsmo) seit 11./12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Seen und langsam fließenden Gewässern lebenden Karpfenfisch; BM.: glänzende braune Farbe?; F.: Brachsen, Brachsens (!), Brassen, Brassens (!)+EW; Z.: Bra-ch-s-en
$Brachvogel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Brachvogel; E.: s. Brach(e), s. Vogel; L.: DW 2, 288, EWD s. u. Brache; GB.: (brāhfogal*) seit 11. Jh. belegte und aus Brach(e) und Vogel gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen schnepfenartigen Vogel; F.: Brachvogel, Brachvogels, Brachvögel, Brachvögeln+EW; Z.: Bra-ch—vo-g-el
Brack, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Brack, Ausschuss; ne. rejects; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. brak, brack, N., M., Gebrechen, Mangel (M.), Abbruch; as. *brāka?, st. F. (ō), sw. F. (n), Brache, Breche; germ. *braka-, *brakam, st. N. (a), Brechen; germ. *brakōn, sw. V., brechen, krachen; germ. *brekan, st. V., brechen; idg. *bhreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165? (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Brack, DW 2, 289, DW2 5, 653, Seebold 133; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche nicht dem Qualitätsstandard genügende Ware oder einen Ausschuss; BM.: brechen; F.: Brack, Bracks, Bracken+EW; Z.: Brack
Bracke, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Bracke, ein Jagdhund, ein Spürhund, ein Hund; ne. bracke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. bracke, sw. M., Spürhund, Spielhund; mnd. bracke, M., Bracke, Leithund, Spürhund; mnl. bracke, M., Bracke; ahd. brakko, bracko*, sw. M. (n), Bracke, Jagdhund; as.? brakko?, sw. M. (n), Bracke, Jagdhund; anfrk. -; germ. *brakkō-, *brakkōn, *brakka-, *brakkan, sw. M. (n), Bracke, Spürhund; s. idg. *bʰrəg-, *bʰrag-, V., riechen, Pokorny 63 (270/103) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bracke, Kluge s. u. Bracke, DW 2, 289, DW2 5, 653, EWAhd 2, 276, Falk/Torp 278, Duden s. u. Bracke, Bluhme s. u. Bracke; Son.: vgl. ? ae. ræcc, M., Hühnerhund; nndl. brak, Sb., Bracke; frz. braque, M., Bracke; nschw. braquehund, Sb., Bracke; GB.: (brakko) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen gezüchteten schnell und ausdauernd laufenden Jagdhund oder Spürhund; BM.: riechen; F.: Bracke, Bracken+EW; Z.: Brack-e
$bracken, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. bracken, aussondern, entfernen; E.: s. Brack(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Brack, DW 2, 290; GB.: (bracken) seit 1404 belegte und aus Brack(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aussondern oder entfernen; F.: bracken (!), bracke (!), brackst, brackt, brackest, bracket, brackte, bracktest, brackten, bracktet, gebrackt, ##gebrackt, gebrackte, gebracktes, gebracktem, gebrackten, gebrackter##, brackend, ###brackend, brackende, brackendes, brackendem, brackenden, brackender###, brack (!)+EW; Z.: brack-en
$brackig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. brackig, salzig, halbsalzig; E.: s. brack, s. ig; L.: Kluge s. u. Brackwasser, fehlt DW, EWD s. u. Brackwasser; GB.: seit 1839 belegte und aus brack (sechzehnhundertsiebenundvierzig belegt) und ig gebildete Bezeichnung für salzig oder halbsalzig; F.: brackig, brackige, brackiges, brackigem, brackigen, brackiger(, brackigere, brackigeres, brackigerem, brackigeren, brackigerer, brackigest, brackigeste, brackigestes, brackigestem, brackigesten, brackigester)+EW; Z.: bra-ck-ig
Brackwasser, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Brackwasser, Gemisch aus Salzwasser und Süßwasser; ne. brackish water (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. nndl. brakwater; E.: s. nndl. brakwater, Sb., Brackwasser; vgl. mnl. brak, Adj., salzig; vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); nndl. water, Sb., Wasser; mnl. wāter, Sb., Wasser; anfrk. water, watar*, st. N. (a), Wasser; idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 79; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brackwasser, Kluge s. u. Brackwasser, DW 2, 291, EWD s. u. Brackwasser, DW2 5, 654, Duden s. u. Brackwasser, Bluhme s. u. Brackwasser; Son.: vgl. nschw. bräkt vatten, Sb., Brackwasser; gr. βράχος (bráchos), βράγος (brágos), N., seichte Stelle, Untiefe; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie aus brack und Wasser gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches in einem Mündungsgebiet von Flüssen und in Strandseen sich bildendes Gemisch aus Salzwasser und Süßwasser; BM.: spalten bzw. salziges Wasser; F.: Brackwasser, Brackwassers, Brackwassern (!)+EW?+FW?; Z.: Bra-ck—wa-s-s-er
Brägen, Bregen, nhd. (ält.), M., N., (13. Jh.): nhd. Brägen, Bregen, Hirn, Gehirn; ne. brain of a slaughtered animal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: s. mnd. brēgen (2), brāgen, N., M., F., Brägen, Gehirn, Hirn, Verstand; mhd. bregen, st. N., Brägen, Bregen, Hirn; mnl. bragen, breil, M., Gehirn; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *bragna-, *bragnam, st. N. (a), Gehirn, Hirn; idg. *mregʰmno-, mregʰmo-, Sb., Hirnschale, Hirn, Gehirn, Pokorny 750 (1267/132) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Brägen, DW 2, 353 (Bregen), DW2 5, 743 (Bregen), Falk/Torp 279, Duden s. u. Brägen; Son.: vgl. afries. brein, st. N. (a), Gehirn; nnordfries. brayen, brein; ae. brægen, bregen, st. N. (a), Gehirn, Hirn; an. -; got. -; gr. βρέχμος (bréchmos), M., Vorderkopf, Oberschädel; kymr. breithell, brithell, Sb., Hirn; GB.: (bregen) seit Anfang 13. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschliche Hirn (von Schlachttieren); BM.: ?; F.: Brägen, Brägens, Bregen, Bregens+EW; Z.: Bräg-en
Brahmane, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Brahmane, indischer Priester; ne. brahmin, brahmana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. brahmane, M., Brahmane; s. lat. Brachmāna, M., Brahmane; gr. Βραχμᾶνης (Brachmanes), M. Pl., Brahmanen; aus dem ai., s. Sanskrit brāhmana, M., Brahmane; vgl. ai. brahmán-, M., Zauberpriester; idg. *bʰlagʰmen, *bʰlādsmen?, Sb., Opferhandlung, Zauberpriester, Pokorny 154 (241/74) (RB. idg. aus ind., arm.?, ill., ital., germ.); L.: fehlt DW, DW2 5, 654, Duden s. u. Brahmane; Son.: vgl. nndl. brahmaan, M., Brahmane; frz. brahmane, M., Brahmane; nschw. brahmin, M., Brahmane; nnorw. braman, bramin, M., Brahmane; poln. bramin, M., Brahmane; nir. bráman, M., Brahmane; lit. brahmanas, M., Brahmane; GB.: (brahmane) seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar dem Altindischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Angehörigen der obersten Kaste in dem indischen Kastensystem die bis in die Gegenwart hauptsächlich die Priester des Hinduismus stellt; BM.: Wissender, Opferhandlungen Ausführender; F.: Brahmane, Brahmanen+FW; Z.: Brahman-e
Brakteat, nhd., (Part. Prät. =) M. (18. Jh.): nhd. Brakteat, Goldblechabdruck einer Münze, Schmuckscheibe; ne. bracteate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1709; I.: Lw. s. lat. brattea; E.: s. lat. brattea, bractea, F., dünnes Metallblech, Goldblättchen, dünnes Holzfurnier, (unechter und deswegen wertloser) Flitterstaat, (96-55 v. Chr.); weitere Herkunft unbekannt; L.: fehlt DW, DW2 5, 654, Duden s. u. Brakteat; Son.: vgl. frz. bractéate, F., Brakteat; nnorw. brakteat, M., Brakteat; poln. brakteat, Sb., Brakteat; lit. brakteatas, M., Brakteat; GB.: seit 1709 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (bratteātus) aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und seit der Völkerwanderungszeit einseitig auf einer weichen Unterlage geprägte Schmuckscheibe oder Münze; BM.: Goldblättchen; F.: Brakteat, Brakteaten+FW; Z.: Brakte-at
Bramarbas, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Bramarbas, Prahlhans, Aufschneider, eine schreiende oder prahlende literarische Figur; ne. gascon, boaster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710?; I.: Lw.; E.: Titelfigur in einer von Johann Christoph Gottsched übersetzten Satire B. Menckes; vielleicht von span. bramar, V., schreien; oder zu nndl. brammen, V., prahlen; L.: Kluge s. u. Bramarbas, DW 2, 292, DW2 5, 654, Duden s. u. Bramarbas; GB.: seit 1710 belegte und vielleicht mit dem Spanischen verbindbare Bezeichnung für eine schreiende oder prahlende literarische Figur; BM.: schreien oder prahlen?; F.: Bramarbas, Bramarbasse (!), Bramarbassen (!)+FW; Z.: Bramarbas
$bramarbasieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bramarbasieren, aufschneiden, angeben, prahlen; E.: s. Bramarbas, s. ier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bramarbas, DW 2, 293; GB.: seit 1792 belegte und aus Bramarbas und ier sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches aufschneiden oder angeben oder prahlen; F.: bramarbasieren, bramarbasiere, bramarbasierst, bramarbasiert, bramarbasierest, bramarbasieret, bramarbasierte, bramarbasiertest, bramarbasierten, bramarbasiertet, ##bramarbasiert, bramarbasierte, bramarbasiertes, bramarbasiertem, bramarbasierten, bramarbasierter##, bramarbasierend, ###bramarbasierend, bramarbasierende, bramarbasierendes, bramarbasierendem, bramarbasierenden, bramarbasierender###, bramarbasier (!)+FW+EW; Z.: bramarbas-ier-en
brämen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. brämen, verbrämen, mit einem genähten Rand versehen (V.); ne. edge (V.), border (V.) a garment; Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. bremen (2), bræmen, sw. V., verbrämen, einfassen; mnd. brēmen, sw. V., verbrämen, besetzen, säumen; vgl. as. *bremo? (2), Sb., Rand; germ. *brema, N., Verbrämung?; vgl. idg. *bʰerem- (1), V., Sb., hervorstehen, Spitze, Kante, Pokorny 142 (224/57) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: DW 2, 293,DW2 5, 655; GB.: (bremen) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung der Nadel mögliches etwas mit einem genähten Rand versehen (V.); BM.: vorwärts, Kante; F.: brämen, bräme, brämst, brämt, brämest, brämet, brämte, brämtest, brämten, brämtet, brämt, brämte, brämtes, brämtem, brämten, brämter, brämend, brämend, brämende, brämendes, brämendem, brämenden, brämender, bräm (!)+EW; Z.: brä-m-en
$Bramsegel, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Bramsegel; E.: s. Bram, s. Segel; L.: Kluge 1. A. s. u. Bramsegel, DW 2, 294; GB.: seit 1748 belegte und aus Bram und Segel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung von Segelschiffen entwickeltes und verwendetes an eine Rah der Bramstenge (Bramstänge) angeschlagenes Segel; F.: Bramsegel, Bramsegels, Bramsegeln (!)+EW; Z.: Bram—seg-el
Branche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Branche, Geschäftszweig, Industriezweig, Handelszweig; ne. branch (N.), sector; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. branche; E.: s. frz. branche, F., Ast, Zweig; lat. branca, F., Pfote, Pranke, Klaue, Zweig, Ast, (354-430 n. Chr.); idg. *u̯renk-, *u̯ronk-, V., drehen, winden, Pokorny 1155; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Branche, fehlt DW, EWD s. u. Branche, DW2 5, 656, Duden s. u. Branche; Son.: vgl. nndl. branche, Sb., Branche; nschw. bransch, Sb., Branche; nnorw. bransje, M., Branche; poln. branża, F., Branche; nir. brainse, M., Branche; GB.: seit 1714 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Arbeitsteilung möglichen Geschäftszweig oder Industriezweig oder Handelszweig; BM.: drehen?; F.: Branche, Branchen+FW; Z.: Bra-nch-e
Brand, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brand, Feuer, Schadfeuer; ne. fire (N.), blaze (N.); Vw.: -; Hw.: s. brennen, Brandung; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. brant (1), prant, st. M., Brand, Feuerbrand, Glut, Hitze, brennendes Holzscheit; mnd. brant, brand, M., Brand, Glut, Feuer im Ofen, Schmiedefeuer, Feuersbrunst, Brandstelle; mnl. brant, M., Brand; ahd. brant, st. M. (a?, i), Brand, Brandscheit, Brenneisen; as. brand*, st. M. (a?, i?), Brand, brennendes Holzscheit, anfrk. -; germ. *branda-, *brandaz, st. M. (a), Brand, Schwert; vgl. idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; L.: Kluge s. u. Brand, EWD s. u. Brand, DW 2, 294, DW2 5, 656, EWAhd 2, 290, Falk/Torp 263, Seebold 138, Duden s. u. Brand; Son.: vgl. afries. brand, brond, st. M. (a), Brand, Brennen, Feuerbrand, Brandwunde; ae. brand (1), brond (1), st. M. (a), Feuer, Flamme, Brand, Fackel; an. brandr (1), st. M. (a), Brand, Brennholz; got. brands (1), st. M. (a), Brand; nndl. brand, Sb., Brand; ne. brand, N., Marke, Brandmal; nschw. brand, Sb., Brand; nnorw. brann, M., Brand; GB.: (brant) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Vorgang des Brennens eines Gegenstands; BM.: ?; F.: Brand, Brandes, Brands, Brände, Bränden+EW; Z.: Bran-d
$Brandbrief, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Brandbrief; E.: s. Brand, s. Brief; L.: Kluge s. u. Brandbrief, DW 2, 297, EWD s. u. Brand; GB.:(brantbrief) seit um 1396 belegte und aus Brand und Brief gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen dringenden Brief (ursprünglich nach einem Brand); F.: Brandbrief, Brandbriefes, Brandbriefs, Brandbriefe, Brandbriefen+EW+FW; Z.: Bran-d—brief
$branden, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. branden, schäumend anprallen; L.: Kluge 1. A. s. u. Brand, Kluge s. u. Brandung, DW 2, 297, EWD s. u. Brandung; GB.: seit 1647 belegte und aus dem Niederländischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schäumend anprallen von Wasser an Land; F.: branden, brande, brandest, brandet, brandete, brandetest, brandeten, brandetet, gebrandet, ##gebrandet, gebrandete, gebrandetes, gebrandetem, gebrandeten, gebrandeter##, brandend, ###brandend, brandende, brandendes, brandendem, brandenden, brandender###, brand (!)+FW?; Z.: bran-d-en
$brandmarken, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. brandmarken; E.: s. Brand, s. Mark(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. brandmarken, EWD s. u. Brand; GB.: seit 1393 (GrimmDW2) belegte und aus Brand und Mark(e) sowie en gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon in dem Altertum entwickeltes und seitdem verwendetes einen Straftäter auf der Haut durch ein Brandmal sichtbar kennzeichnen (lat. cauteriazare); F.: brandmarken, brandmarke, brandmarkst, brandmarkt, brandmarkest, brandmarket, brandmarkte, brandmarktest, brandmarkten, brandmarktet, gebrandmarkt, ##gebrandmarkt, gebrandmarkte, gebrandmarktes, gebrandmarktem, gebrandmarkten, gebrandmarkter##, brandmarkend, ###brandmarkend, brandmarkende, brandmarkendes, brandmarkendem, brandmarkenden, brandmarkender###, brandmark (!)+EW; Z.: bran-d—mark-en
$brandneu, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. brandneu; Q.: 1837?; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brand; GB.: vielleicht seit 1837 belegte und aus Brand sowie neu gebildete Bezeichnung für wie nach einem Brand neu; F.: brandneu, brandneue, brandneues, brandneuem, brandneuen, brandneuer+EW; Z.: bran-d—neu
$brandschatzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. brandschatzen, niederbrennen, durch Branddrohung erpressen; E.: s. Brand, s. Schatz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Brandschatzung, DW 2, 300, EWD s. u. Brand; GB.: seit 1349 belegte und aus Brand und Schatz sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und verwendetes niederbrennen sowie durch Branddrohung erpressen; F.: brandschatzen, brandschatze, brandschatzst (!), brandschatzt, brandschatzest, brandschatzet, brandschatzte, brandschatztest, brandschatzten, brandschatztet, gebrandschatzt, ##gebrandschatzt, gebrandschatzte, gebrandschatztes, gebrandschatztem, gebrandschatzten, gebrandschatzter##, brandschatzend, ###brandschatzend, brandschatzende, brandschatzendes, brandschatzendem, brandschatzenden, brandschatzender###, brandschatz (!)+EW; Z.: bran-d—schatz-en
$Brandschatzung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Brandschatzung, Brandstiftung, Branddrohung; E.: s. brandschatz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Brandschatzung, DW 2, 300, EWD s. u. Brand; GB.: (brantschatzunge) seit um 1327 belegte und aus brandschatz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen sowie Entwicklung von Sprache mögliche mit Brandstiftung verbundene Plünderung oder Erpressung unter Branddrohung; F.: Brandschatzung, Brandschatzungen+EW; Z.: Bran-d—schatz-ung
$Brandsohle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Brandsohle; E.: s. Brand, s. Sohle; L.: Kluge s. u. Brandsohle, EWD s. u. Brand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Brand und Sohle gebildete sowie sprachlich nicht gesichert erklärte Bezeichnung für die seit 18. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete Innensohle eines Schuhes; F.: Brandsohle, Brandsohlen+EW; Z.: Bran-d—sohl-e
Brandung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Brandung, brechende Wellen, zusammenschlagende Wellen; ne. surge of waves, breakers; Vw.: -; Hw.: s. Brand, brennen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. branding; E.: s. nndl. branding, Sb., Brandung; nndl. branden, V., brennen; anfrk. *brennen?, sw. V. (1), brennen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; L.: Kluge 1. A. s. u. Brand, Kluge s. u. Brandung, EWD s. u. Brandung, DW 2, 302, DW2 5, 671, Duden s. u. Brandung; Son.: ersetzt ein älteres nd. Branding; vgl. nschw. bränning, Sb., Brandung; nnorw. brenning, M., Brandung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie aus brand(en) und ung gebildete Bezeichnung für seit Verfestigung der Erdoberfläche schon vormenschlich mögliche sich an einer Küste brechende Wellen (des Meeres); BM.: brennen?; F.: Brandung, Brandungen+FW?; Z.: Bran-d-ung
Brandy, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Brandy, Weinbrand, Branntwein; ne. brandy; Vw.: -; Hw.: s. Branntwein; Q.: 1843 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. brandy; E.: s. ne. brandy, N., Brandy, Branntwein; dies ist eine Kurzform von ne. brandwine, N., Branntwein; nndl. brandewijn, Sb., Branntwein, gebrannter Wein; nndl. branden, V., brennen; anfrk. *brennen?, sw. V. (1), brennen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; L.: Kluge s. u. Brandy, fehlt DW, DW2 5, 671, Duden s. u. Brandy; Son.: vgl. frz. brandy, M., Brandy, Branntwein; nnorw. brandy, M., Brandy, Branntwein; poln. brandy, M., Brandy; kymr. brandi, M., Brandy, Branntwein; nir. branda, M., Brandy, Branntwein; lit. brendis, M., Brandy; GB.: seit 1843 belegte und aus dem Neuenglischen in Kurzform aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums durch Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk (brandwine); BM.: Brennen; F.: Brandy, Brandys+FW; Z.: Bran-d-y
$Branntwein, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Branntwein; Vw.: s. Franz-; Hw.: s. Brandy; E.: s. (ge)brannt, s. Wein; L.: Kluge s. u. Branntwein, fehlt DW, EWD s. u. Branntwein; GB.: (brantwīn) vielleicht seit 13. Jh. belegte und verwendete sowie sprachlich nicht gesichert erklärte Bezeichnung für ein von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums durch Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk; F.: Branntwein, Branntweins, Branntweines, Branntweine, Branntweinen+EW; Z.: Bran-n-t—wei-n
Brasse, nhd., M.: nhd. Brasse; Vw.: s. Brachse
Brassen, nhd., M.: nhd. Brassen; Vw.: s. Brachsen
Brät, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Brät, faschierter Braten (M.); ne. sausage meat; Vw.: -; Hw.: s. braten, Braten, Wildbret; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. brāte, brāt, sw. M., Fleisch, Braten (M.), Weichteile am Körper, Leib; mnd. brāde, brā, F., M., Braten (M.), Dickfleisch, Hüftfleisch; ahd. brāto, sw. M. (n), Fleisch, Braten (M.); ahd. brāt, st. N. (a), Fleisch, Braten (M.), Muskelfleisch; as. brādo, sw. M. (n), Braten (M.), Muskel; anfrk. -; germ. *brēdō-, *brēdōn, *brēda-, *brēdan, *brǣdō-, *brǣdōn, *brǣda-, *brǣdan, sw. M. (n), Braten (M.); s. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Brät, fehlt DW, DW2 5, 676, EWAhd 2, 298, Duden s. u. Brät; Son.: vgl. afries. -; ae. brǣd (2), F., Fleisch; ae. bræde (1), M., Braten (M.); an. -; got. -; GB.: (brāt, bzw. brāto) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes feingehacktes mageres Kalbfleisch oder Schweinefleisch (faschierter Braten); BM.: kochen; F.: Brät, Bräts+EW; Z.: Brä-t
Brate, nhd. (ält.), M., (8. Jh.?): nhd. Brate, Braten (M.), gebratenes Fleischstück; ne. roast (N.); Vw.: -; Hw.: s. braten, Brät, Braten; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. brāte, brāt, sw. M., Fleisch, Braten (M.), Weichteile am Körper, Leib; mnd. brāde, brā, F., M., Braten (M.), Dickfleisch, Hüftfleisch; mnl. brade, M., Braten (M.); ahd. brāto, sw. M. (n), Fleisch, Braten (M.); as. brādo, sw. M. (n), Braten (M.), Muskel; anfrk. -; germ. *brēdō-, *brēdōn, *brēda-, *brēdan, *brǣdō-, *brǣdōn, *brǣda-, *brǣdan, sw. M. (n), Braten (M.); s. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: DW 2, 309, EWAhd 2, 298, Seebold 129; Son.: ursprünglich von dem Verb braten unabhängiges Wort mit der Bedeutung schieres Fleisch ohne Speck und Knochen, das erst aufgrund der Lautgleichheit an das Verb angeschlossen wurde; vgl. afries. -; ae. brǣd (2), F., Fleisch; ae. bræde (1), M., Braten (M.); an. brāð, st. F. (ō), Fleisch von Jagdtieren, Jagdbeute; got. -; GB.: (brāto) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein größeres gebratenes Fleischstück oder zu einem Braten bestimmtes Stück Fleisch; BM.: kochen; F.: Brate, Bratens, Braten+EW; Z.: Bra-t-e
braten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. braten, durch Erhitzen garen; ne. roast (V.); Vw.: -; Hw.: s. Braten, Brät; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. braten, red. V., braten; mnd. braden, brāden, st. V., braten; mnl. braden, V., braten; ahd. brātan*, red. V., braten, rösten (V.) (1), schmoren; as. brādan*, red. V. (2), braten; anfrk. -; germ. *brēdan, *brǣdan, st. V., braten; s. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. braten, Kluge s. u. braten, DW 2, 310, EWD s. u. braten, DW2 5, 677, EWAhd 2, 299, Seebold 128, Duden s. u. braten, Bluhme s. u. braten; Son.: vgl. afries. brēda, st. V. (7)=red. V., braten; saterl. breda, breden, V., braten; ae. brǣdan (1), sw. V., braten, backen, kochen; an. bræða, sw. V. (1), schmelzen, teeren; krimgot. breen, sw. V., schmoren (, Lehmann B95, nach Feist s. u. breen nicht zu brēdan); nndl. braden, V., braten; GB.: (brātan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches durch Erhitzen garen oder über offenem Feuer oder in Fett gar und an der Oberfläche braun werden (lassen); F.: braten (!), brate (!), brätst, brät, bratet, bratest, briet, brietest, brietst, brieten, brietet, gebraten, ##gebraten, gebratene, gebratenes, gebratenem, gebratenen, gebratener##, bratend, ###bratend, bratende, bratendes, bratendem, bratenden, bratender###, brat (!)+EW; Z.: bra-t-en
Braten, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Braten (M.), Brate, gebratenes Fleischstück; ne. roast (N.); Vw.: -; Hw.: s. braten, Brät, Brate; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. brāte, brāt, sw. M., Fleisch, Braten (M.), Weichteile am Körper, Leib; mnd. brāde, brā, F., M., Braten (M.), Dickfleisch, Hüftfleisch; mnl. brade, M., Braten (M.); ahd. brāto, sw. M. (n), Fleisch, Braten (M.); as. brādo, sw. M. (n), Braten (M.), Muskel; anfrk. -; germ. *brēdō-, *brēdōn, *brēda-, *brēdan, *brǣdō-, *brǣdōn, *brǣda-, *brǣdan, sw. M. (n), Braten (M.); s. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Braten, Kluge s. u. Braten (M.), DW 2, 311, EWD s. u. braten, DW2 5, 680, EWAhd 2, 298, Seebold 129, Duden s. u. Braten, Bluhme s. u. Braten; Son.: ursprünglich von dem Verb braten unabhängiges Wort mit der Bedeutung schieres Fleisch ohne Speck und Knochen, das erst aufgrund der Lautgleichheit an das Verb angeschlossen wurde; vgl. afries. -; ae. brǣd (2), F., Fleisch; ae. bræde (1), M., Braten (M.); an. brāð, st. F. (ō), Fleisch von Jagdtieren, Jagdbeute; got. -; GB.: (brāto) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein größeres gebratenes Fleischstück oder zu einem Braten bestimmtes Stück Fleisch; BM.: kochen; F.: Braten, Bratens (!)+EW; Z.: Bra-t-en
$Bratenrock, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bratenrock, Gehrock; E.: s. Braten, s. Rock; L.: Kluge s. u. Bratenrock, DW 2, 311, EWD s. u. Braten; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Braten und Rock gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für besondere festliche Angelegenheiten aus dem Wams entwickelten und verwendeten Rock oder Gehrock; F.: Bratenrock, Bratenrocks, Bratenrockes, Bratenröcke, Bratenröcken+EW; Z.: Bra-t-en—rock
Bratsche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bratsche, Viola; ne. viola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1678; I.: Lw. it. viola da braccio; E.: s. it. viola da braccio, F., Armgeige; mhd. brosche, sw. F., Bratsche; vielleicht von vgl. lat. brachium, N., Unterarm, Arm; gr. βραχίων (brachíōn), M., Oberarm, Arm; idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Bratsche, DW 2, 312, EWD s. u. Bratsche, DW2 5, 685, Duden s. u. Bratsche, Bluhme s. u. Bratsche; Son.: vgl. nnorw. bratsj, M., Bratsche, Viola; GB.: seit 1678 belegte und aus dem Italienischen (viola da braccio, F., Armgeige) aufgenommene und durch Verkürzung umgebildete sowie wohl mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in Italien um 1500 entwickeltes und seitdem verwendetes Streichinstrument das etwas größer ist als eine Violine und eine Quinte tiefer als diese gestimmt ist; BM.: Arm; F.: Bratsche, Bratschen (!)+FW; Z.: Bratsch-e
$Bratscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bratscher, Bratschenspieler; E.: s. Bratsch(e), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Bratsche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Bratsch(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit etwa 1500 möglichen Spieler einer Bratsche; F.: Bratscher, Bratschers (!), Bratschern (!)+FW+EW; Z.: Bratsch-er
$Bratschist, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Bratschist; E.: s. Bratsch(e), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bratsche; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Bratsch(e) und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit etwa 1500 möglichen Spieler einer Bratsche; F.: Bratschist, Bratschisten+FW; Z.: Bratsch-ist
$Bratwurst, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Bratwurst; E.: s. brat(en), s. Wurst; L.: Kluge s. u. Bratwurst, DW2, 313, EWD s. u. Braten; GB.: (brātwurst) vielleicht seit um 1125 (GrimmDW2) belegte und aus brat(en) und Wurst gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dem Altertum entwickelte und seitdem weltweit verwendete zu einem Braten (N.) bestimmte Wurst; F.: Bratwurst, Bratwürste, Bratwürsten+EW; Z.: Bra-t—wurs-t
Brauch, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Brauch, Gebrauch, Gewohnheit, Sitte; ne. custom, use (N.); Vw.: s. Nieß-; Hw.: s. brauchen; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. brūch, st. M., Brauch, Nutznießung; mnd. brūk, M., Brauch, Nutzung, Gebrauch; vgl. mnd. bruke, Sb., Brauch; ahd. brūh*, st. M. (i), „Brauch“, Gebrauch; as. -; anfrk. -; germ. *brūki-, *brūkiz, st. M. (i), Brauch, Gebrauch; idg. *bʰrūg-, Sb., V., Frucht, genießen, gebrauchen, Pokorny 173 (292/125) (RB. idg. aus ital., germ.); s. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. brauchen, DW 2, 313, EWD s. u. brauchen, DW 2, 313, DW2 5, 688, EWAhd 2, 373, Seebold 140, Duden s. u. Brauch; Son.: vgl. afries. -; ae. bryce (2), brice (2), st. M. (i), Gebrauch, Genuss, Dienst, Gewinn, Nutzen; ae. broc (3), M., Nutzen, Gebrauch; an. -; got. -; nndl. bebruik, Sb., Brauch; nschw. bruk, N., Brauch; GB.: (brūh) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine innerhalb einer Gemeinschaft fest gewordene und in Formen ausgebildete Gewohnheit oder Sitte; BM.: schneiden?, spalten?; F.: Brauch, Brauchs, Brauches, Bräuche, Bräuchen+EW; Z.: Brau-ch
$brauchbar, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. brauchbar, geeignet, nützlich, verwendbar; E.: s. brauch(en), s. bar; L.: Kluge s. u. brauchen, DW 2, 315, EWD s. u. brauchen; GB.: seit 1491 (GrimmDW2) belegte und aus brauch(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches für ihn geeignet oder nützlich oder verwendbar; F.: brauchbar, brauchbare, brauchbares, brauchbarem, brauchbaren, brauchbarer(, brauchbarere, brauchbareres, brauchbarerem, brauchbareren, brauchbarerer, brauchbarst, brauchbarste, brauchbarstes, brauchbarstem, brauchbarsten, brauchbarster)+EW; Z.: brau-ch—bar
$Brauchbarkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Brauchbarkeit, Geeignetheit, Nützlichkeit, Verwendbarkeit; E.: s. brauchbar, s. heit, s. keit; L.: DW 2, 315, EWD s. u. brauchen; GB.: seit 1758 belegte und aus brauchbar und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen für ihn mögliche Geeignetheit oder Nützlichkeit oder Verwendbarkeit; F.: Brauchbarkeit+EW; F.: Brau-ch—bar—kei-t
brauchen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. brauchen, gebrauchen, nutzen, Bedarf haben, nötig haben, benötigen; ne. need (V.), require; Vw.: -; Hw.: s. Brauch; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. brūchen, sw. V., brauchen, gebrauchen, benützen; mnd. brūken, sw. V., brauchen; mnl. brūken, V., brauchen; ahd. brūhhen*, brūchen*, sw. V. (1a), brauchen, gebrauchen, benutzen, verwenden, verrichten; ahd. brūhhan*, brūchan*, st. V. (2a), brauchen, gebrauchen, verwalten, ausüben, genießen, vollziehen, benützen; as. brūkan, st. V. (2a), brauchen, genießen; anfrk. -; germ. *brūkan, st. V., brauchen, gebrauchen; idg. *bʰrūg-, Sb., V., Frucht, genießen, gebrauchen, Pokorny 173 (292/125) (RB. idg. aus ital., germ.); s. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. brauchen, Kluge s. u. brauchen, DW 2, 315, EWD s. u. brauchen, DW2 5, 690, EWAhd 2, 364, Falk/Torp 281, Seebold 140, Duden s. u. brauchen, Bluhme s. u. brauchen; Son.: vgl. afries. brūka, st. V. (2), brauchen, gebrauchen; nfries. bruwcken, V., brauchen; ae. brūcan, st. V. (2), brauchen, genießen, besitzen, teilnehmen, essen, halten; an. -; got. brūkjan 10, unr. sw. V. (1), gebrauchen, brauchen, anwenden; nndl. gebruiken, V., gebrauchen; ne. brook, V., ertragen (V.); nschw. bruka, V., gebrauchen; nnorw. bruke, V., brauchen, gebrauchen; lat. fruī, V., Genuss haben, sich an etwas laben, genießen; GB.: (brūhhan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gebrauchen oder Bedarf haben oder nötig haben oder benötigen; BM.: schneiden?, spalten?; F.: brauchen, brauche, brauchst, braucht, brauchest, brauchet, brauchte, brauchtest, brauchten, brauchtet, bräuchte, bräuchtest, bräuchten, bräuchtet, gebraucht, ##gebraucht, gebrauchte, gebrauchtes, gebrauchtem, gebrauchten, gebrauchter##, brauchend, ###brauchend, brauchende, brauchendes, brauchendem, brauchenden, brauchender###, brauch (!)+EW; Z.: brau-ch-en
$Brauchtum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Brauchtum, Gebräuche, Sitten; E.: s. Brauch, s. tum; L.: Kluge s. u. brauchen, fehlt DW, EWD s. u. brauchen; GB.: seit 1931 belegte und aus brauch(en) und tum gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit der von Menschen seit ihrer Entstehung entwickelten in Zeit und Raum vielfach unterschiedlichen Gebräuche oder Sitten; F.: Brauchtum, Brauchtums, Brauchtümer, Brauchtümern+EW; Z.: Brau-ch—tu-m
Braue, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Braue, Augenbraue; ne. brow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brā, sw. F., st. F., Braue; mnd. brā, F., Braue; mnl. brauwe, F., Braue; ahd. brāwa, st. F. (ō), Braue, Augenbraue, Vorsprung, Anhöhe, Augenlid, Oberlid; as. brāwa*, brāha*, st. F. (ō?, wō?), sw. F. (n)?, Braue; anfrk. -; germ. *brēwō, *brēhwō, st. F. (ō), Augenlid, Lid; vgl. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141 (223/56) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Braue, Kluge s. u. Braue, DW 2, 321, EWD s. u. Braue, DW2 5, 693, EWAhd 2, 302, Falk/Torp 279, Duden s. u. Braue, Bluhme s. u. Braue; Son.: vgl. afries. *brē, N., Braue; ae. brǣw, brāw, bréaw, brēg, st. M. (i), Braue, Augenlid; an. brā, st. F. (ō), Augenwimper; got. -; nndl. wenkbrauw, Sb., Braue; GB.: (brāwa) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit ihrer Entstehung möglichen behaarten Haarbogen über den Augenbögen von Primaten; BM.: glänzen?; F.: Braue, Brauen (!)+EW; Z.: Brau-e
brauen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. brauen, Bier herstellen; ne. brew (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: s. mhd. briuwen, priuwen, st. V., brauen, Bier brauen, machen, anstiften, verursachen, hervorbringen, vollbringen; mnd. brūwen, brouwen, brǖwen, brūen, st. V., sw. V., brauen, anstiften, einrühren; mnl. brouwen, V., brauen; ahd. (*briuwan in Ableitungen vorhanden); as. *breuwan?, st. V. (2a?), brauen; germ. *brewwan, st. V., wallen (V.) (1), sieden, gären, brauen; idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. brauen, Kluge s. u. brauen, DW 2, 321, EWD s. u. brauen, DW2 5 694, Falk/Torp 21, Seebold 143, Duden s. u. brauen, Bluhme s. u. brauen; Son.: vgl. afries. briūwa, st. V. (2), brauen; nnordfries. bruwen, V., brauen; ae. bréowan, st. V. (2), brauen; an. brugga, sw. V., brauen; got. *breuwan, sw. V. (3), wallen (V.) (1), sieden; nndl. brouwen, V., brauen; nschw. brygga, V., brauen; nnorw. brygge, V., brauen; lat. fervere, V., sieden; mir. bruithid, V., kocht; mir. berbaid, V., kocht; GB.: (briuwen) seit um 1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ein von bloßem Wasser oder von Milch verschiedenes (alkoholisches) Getränk (Bier) für Menschen aus Malz herstellen; BM.: wallen, kochen; F.: brauen (!), braust, braut (!), brauest, brauet, braute, brautest, brauten, brautet, gebraut, ##gebraut, gebraute, gebrautes, gebrautem, gebrauten, gebrauter##, brauend, ###brauend, brauende, brauendes, brauendem, brauenden, brauender###, brau (!)+EW; Z.: brau-en
$Brauer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Brauer, Bräuer, Brauender; E.: s. brau(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. brauen, DW 2, 323, EWD s. u. brauen; GB.: (briuwære) vielleicht seit 1275 belegte und aus brau(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen von bloßem Wasser und von Milch verschiedene (alkoholische) Getränke für Menschen aus Malz herstellenden Menschen; F.: Brauer, Brauers, Brauern (!)+EW; Z.: Brau-er
$Brauerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Brauerei; E.: s. Brauer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. brauen, DW 2, 323, EWD s. u. brauen; GB.: seit 1664 belegte und aus Brauer sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums oder dem Frühmittelalter möglichen Betrieb eines Brauers; F.: Brauerei, Brauereien+EW; Z.: Brau-er-ei
braun, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. braun, bräunlich; ne. brown (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. bräunen, brünett; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. brūn, Adj., braun, dunkelfarbig; mnd. brūn, Adj., braun; mnl. bruun, Adj., braun, dunkel; ahd. brūn, Adj., „braun“, dunkel, schwarzbraun, schwärzlich, rotbraun, kastanienbraun; as. *brūn?, Adj., braun, glänzend; anfrk. -; germ. *brūna-, *brūnaz, Adj., braun, rotbraun, funkelnd; idg. *bʰrouno-, *bʰrūno-, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. braun, Kluge s. u. braun, EWD s. u. braun, DW 2, 323, DW2 5, 697, EWAhd 2, 374, Falk/Torp 264, Heidermanns 143, Duden s. u. braun, Bluhme s. u. braun; Son.: vgl. afries. brūn 3, Adj., braun; saterl. brun, Adj., braun; ae. brūn, Adj., braun, dunkel, glänzend; an. brūnn, Adj., braun; got. *brūns, Adj. (a), braun, glänzend; nndl. bruin, Adj., braun; frz. brun, Adj., braun; nschw. brun, Adj., braun; nnorw. brun, Adj., braun; ai. babhrú-, Adj., rotbraun; gr. φρύνη (phrýnē), F., „Braune“, Kröte; lit. bẽbras, Adj., braun; apreuß. bebrus, Adj., braun; ksl. *bebrъ, Adj., braun, weiß; toch. A. parno, Adj., leuchtend; toch. B perne, Adj., leuchtend; GB.: (brūn) seit um 790 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Farbe beispielsweise feuchter Erde zwischen rot und orange; BM.: glänzend; F.: braun, braune, braunes, braunem, braunen, brauner(, braunere, brauneres, braunerem, brauneren, braunerer, braunste, braunstes, braunstem, braunsten, braunster)+EW; Z.: brau-n
$Bräune, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bräune; E.: s. braun, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. braun, DW 2, 325, EWD s. u. braun; GB.: (briune) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus braun sowie e gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Farbe beispielsweise feuchter Erde zwischen rot und orange; F.: Bräune, Bräunen (!)+EW; Z.: Bräu-n-e
bräunen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. bräunen, braun färben, röten; ne. make brown, tan (V.); Vw.: -; Hw.: s. braun; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. brūnen, sw. V., bräunen, braun werden, dunkel werden; ahd. brūnen*, sw. V. (1a), „bräunen“, schmücken; germ. *brūnjan, sw. V., „bräunen“, schmücken; s. idg. *bʰrouno-, *bʰrūno-, Adj., braun, Pokorny 136; vgl. idg. bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. braun, EWD s. u. braun, DW 2, 326, DW2 5, 703; Son.: vgl. nnd. bruinen, V., bräunen; nschw. bryna, V., bräunen; GB.: (brūnen) seit um 1000 belegte und aus braun sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches braun färben; BM.: glänzend; F.: bräunen, bräune (!), bräunst, bräunt, bräunest, bräunet, bräunte, bräuntest, bräunten, bräuntet, gebräunt, ##gebräunt, gebräunte, gebräuntes, gebräuntem, gebräunten, gebräunter##, bräunend, ###bräunend, bräunende, bräunendes, bräunendem, bräunenden, bräunender###, bräun (!)+EW; Z.: bräu-n-en
$Braunkohle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Braunkohle, Erdkohle; E.: s. braun, s. Kohle; L.: DW 2, 326, EWD s. u. braun; GB.: seit 1796 belegte und aus braun und Kohle gebildete Bezeichnung für eine aus früheren abgestorbenen Wäldern schon vormenschlich entstandene zwischen 30 und 300 Metern tief unter der Erdoberfläche lagernde braune Kohle (Erdkohle) in Gegensatz zu unter stärkerem Druck in größerer Tiefe entstandener härterer Steinkohle; F.: Braunkohle, Braunkohlen+EW; Z.: Brau-n—kohl-e
$bräunlich, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. bräunlich, leicht braun; E.: s. braun, s. lich; L.: Kluge s. u. braun, DW 2, 327, EWD s. u. braun; GB.: seit 1523 belegte und aus braun und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches leicht braun oder der braunen Farbe ähnlich; F.: bräunlich, bräunliche, bräunliches, bräunlichem, bräunlichen, bräunlicher(, bräunlichere, bräunlicheres, bräunlicherem, bräunlicheren, bräunlicherer, bräunlichst, bräunlichste, bräunlichstes, bräunlichstem, bräunlichsten, bräunlichster)+EW; Z.: bräu-n-lich
$Braus, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Braus, Getöse; E.: s. braus(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Braus, DW 2, 327, EWD s. u. brausen; GB.: seit um 1300 (GrimmDW2) belegte und aus braus(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Getöse; F.: Braus+EW; Z.: Braus
Brausche, nhd. (ält.), F., (13. Jh.?): nhd. Brausche, Beule; ne. bruise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (?) (Livländische Reimchronik); E.: mhd. brūsche, st. F., Brausche, Beule, Prellung, Bluterguss; mnd. brūsche, Sb., Brausche, Beule, Knorpel; vgl. germ. *brausjan, *brusjan, sw. V., zerbrechen; s. idg. *bʰreus- (2), V., zerbrechen, zerschlagen (V.), Pokorny 171 (287/120) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brausche, Kluge s. u. Brausche, DW 2, 328, DW2 5, 707, Duden s. u. Brausche; GB.: (brūsche) vielleicht seit Ende 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beule (auf der Stirne eines Menschen); BM.: spalten?; F.: Brausche, Brauschen (!)+EW; Z.: Brau-sch-e
$Brause, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Brause; E.: s. brause(n); L.: Kluge s. u. Brause, DW2, 328, EWD s. u. brausen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und mit brausen verbindbare Bezeichnung für (eine von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für) ein gleichmäßiges ununterbrochenes Rauschen; F.: Brause, Brausen (!)+EW; Z.: Braus-e
brausen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. brausen, aufwallen, schäumen; ne. roar (V.), race (V.), shower (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1260 (Engelhard des Konrad von Würzburg); E.: s. mhd. brūsen, sw. V., brausen, brutzeln, zischen, zappeln, stürmen, angreifen; mnd. brūsen, sw. V., brausen; mnld. brusen, sw. V., brausen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit nhd. „brauen“, s. d.; L.: Kluge 1. A. s. u. Braus, Kluge s. u. brausen, DW 2, 328, EWD s. u. brausen, DW2 5, 708, Duden s. u. brausen, Bluhme s. u. brausen; Son.: vgl. nndl. bruisen, V., bruisen, V., brausen; GB.: (brūsen) vor 1260 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit brauen verbindbare Bezeichnung für wohl schon vormenschlich mögliches ein gleichmäßiges ununterbrochenes Rauschen hervorbringen oder aufwallen oder schäumen; BM.: wallen?; F.: brausen (!), brause (!), braust, brausest, brauset, brauste, braustest, brausten, braustet, gebraust, ##gebraust, gebrauste, gebraustes, gebraustem, gebrausten, gebrauster##, brausend, ###brausend, brausende, brausendes, brausendem, brausenden, brausender###, braus (!)+EW; Z.: braus-en
Braut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Braut (F.) (1), Neuvermählte; ne. bride; Vw.: -; Hw.: s. Bräutigam; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. brūt, st. F., Adoptivtochter, Schwiegertochter, Vermählte, Braut (F.) (1), junge Frau, Beischläferin; mnd. brūt, F., Braut (F.) (1); mnl. bruut, F., Braut (F.) (1), ahd. brūt, st. F. (i), Braut (F.) (1), junge Frau, Schwiegertochter, Gattin; as. brūd, st. F. (i), Braut (F.) (1), Frau, Gattin; anfrk. *brūd?, st. F. (i), Braut (F.) (1); germ. *brūdi-, *brūdiz, st. F. (i), Braut (F.) (1), Neuvermählte; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht vgl. idg. mru-, V., sprechen; L.: Kluge 1. A. s. u. Braut, Kluge s. u. Braut 1, DW 2, 329, EWD s. u. Braut, DW2 5, 712, EWAhd 2, 403, Falk/Torp 282, Duden s. u. Braut, Bluhme s. u. Braut; Son.: vgl. afries. breid, brēd, breid, st. F. (i), Braut (F.) (1); nnordfries. breed, breid, brid, F., Braut; ae. brȳd, st. F. (i), Braut (F.) (1), Gattin, Frau, junge Frau; an. brūðr (1), st. F. (i), Braut (F.) (1), Geliebte, Gattin, Weib; got. brūþs, st. F. (i), Neuvermählte, Schwiegertochter, junge Frau; nndl. bruid, F., Braut (F.) (1); nschw. brud, Sb., Braut (F.) (1); nnorw. brud, F., M., Braut (F.) (1); kymr. priodasferch, priodferch, F., Brautmädchen, Braut (F.) (1); nir. brídeach, F., Braut (F.) (1); lat. brūtis, F., Schwiegertochter (wohl aus dem Gotischen entlehnt); vielleicht vergleichbar lat. marītus, Adj., beweibt, verheiratet; lit. martí, F., Braut (F.) (1); GB.: (brūt) vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Frau an ihrem Hochzeitstag; BM.: sprechen?; F.: Braut, Bräute, Bräuten (!)+EW; Z.: Brau-t
Bräutigam, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Bräutigam, Hochzeiter; ne. bridgroom; Vw.: -; Hw.: s. Braut; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. briutegome, sw. M., Bräutigam; mnd. brȫdegam, brūdegam, M., Bräutigam; mnl. brudegome, M., Bräutigam; ahd. brūtigomo, brūtgomo*, sw. M. (n), Bräutigam, Freier (M.) (2), junger Ehemann; ahd. brūtigoum*, st. M. (a?, i?), Bräutigam; ahd. brūtigoumo*, sw. M. (n), Bräutigam; as. brūdigumo*, brūdigomo*, sw. M. (n), Bräutigam, Ehemann; anfrk. brūdegomo, sw. M. (n), Bräutigam; germ. *brūdigumō-, *brūdigumōn, *brūdiguma-, *brūdiguman, sw. M. (n), Bräutigam; germ. *brūdi-, *brūdiz, st. F. (i), Braut (F.) (1), Neuvermählte; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht vgl. idg. *mru-, V., sprechen; idg. *g̑ʰₑmon-, *g̑ʰₒmon-, M., Mensch, Mann, Irdischer, Pokorny 415; germ. *gumō-, *gumōn, *guma-, *guman, sw. M. (n), Mensch, Mann; idg. *g̑ʰₑmon-, g̑ʰₒmon-, M., Mensch, Mann, Irdischer, Pokorny, 415; L.: Kluge s. u. Bräutigam, DW 2, 335, EWD s. u. Bräutigam, DW2 5, 715, EWAhd 2, 407, Falk/Torp 282, Duden s. u. Bräutigam, Bluhme s. u. Braut; Son.: vgl. afries. breidgoma 1, brēdgoma, sw. M. (n), Bräutigam; nnordfries. breedigam, briadgom, M., Bräutigam; ae. brȳdguma, brȳdiguma, sw. M. (n), Bräutigam; an. brūðgumi, sw. M. (n), Bräutigam; got. -; nndl. bruidegom, M., Bräutigam; nschw. brudgum, Sb., Bräutigam; nnorw. brudgom, M., Bräutigam; kymr. priodasfab, priodfab, M., Bräutigam; GB.: (brūtigoumo) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Mann der Braut (Bräutigam) an ihrem Hochzeitstag; BM.: Brautmann; F.: Bräutigam, Bräutigams, Bräutigame, Bräutigamen (!)+EW; Z.: Bräu-t-i-gam
$Brautjungfer, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Brautjungfer; E.: s. Braut, s. Jungfer; L.: EWD s. u. Jungfer; GB.: seit 1776 belegte und (vielleicht nach lat. paranympha) aus Braut und Jungfer gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Begleiterin einer Braut; F.: Brautjungfer, Brautjungfern+EW; Z.: Brau-t—ju-n-g-fer
$Brautlauf, nhd. (ält.?), M., (8. Jh.): nhd. Brautlauf, Hochzeit, Eheschließung; E.: s. Braut, s. Lauf; L.: Kluge s. u. Brautlauf; GB.: (brūtlouft*) seit um 765 belegte und (vielleicht nach lat. cursus nuptialis) aus Braut und Lauf gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Hochzeit oder Eheschließung; F.: Brautlauf, Brautlaufs, Brautlaufes, Brautläufe, Brautläufen (!)+EW; Z.: Brau-t—lauf
$bräutlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. bräutlich, Braut betreffend; E.: s. Braut, s. lich; L.: Kluge s. u. Braut 1, DW 2, 337, EWD s. u. Braut; GB.: (brūtlīh*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Braut und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches die Braut oder die Ehe betreffend; F.: bräutlich, bräutliche, bräutliches, bräutlichem, bräutlichen, bräutlicher(, bräutlichere, bräutlicheres, bräutlicherem, bräutlicheren, bräutlicherer, bräutlichst, bräutlichste, bräutlichstes, bräutlichstem, bräutlichsten, bräutlichster)+EW; Z.: bräu-t-lich
brav, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. brav, wacker, tapfer, gesittet, artig, lieb; ne. brave (Adj.), good (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. bravo, Bravour; Q.: 1530 (Luther); I.: Lw. frz. brave; E.: mnd. brāf, Adj., brav, tüchtig, schön; frz. brave, Adj., anständig, mutig; it. bravo, Adj., unbändig, wild, wacker; vulgärlat. brabus*, Adj., unkultiviert, unbändig, wacker; lat. barbarus, Adj., barbarisch, ausländisch, fremd, (um 250-184 v. Chr.); gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache, barbarisch; vgl. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. brav, Kluge s. u. brav, EWD s. u. brav, DW 2, 339, DW2 5, 719, Duden s. u. brav, Bluhme s. u. brav; Son.: s. mnd. brāf, Adj., brav, tüchtig, schön; vgl. nndl. braaf, Adj., brav; nschw. bra, Adj., brav; nnorw. bra, Adj., gut, brav; GB.: vielleicht seit 1530 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wacker oder tapfer oder gesittet oder artig oder lieb; BM.: undeutlich reden?; F.: brav, brave, braves, bravem, braven, braver(, bravere, braveres, braverem, braveren, braverer, bravste, bravstes, bravstem, bravsten, bravster)+FW; Z.: b-rav
$Bravheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bravheit, Tapferkeit, Gesittetheit; E.: s. brav, s. heit; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 2, 340, EWD s. u. brav; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus brav und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Tapferkeit oder Gesittetheit; F.: Bravheit, Bravheiten (!)+FW+EW; Z.: B-rav—hei-t
bravo, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. bravo, gut gemacht; ne. bravo; Vw.: -; Hw.: s. brav, Bravour; Q.: 1762; I.: Lw. it. bravo; E.: s. it. bravo, Adj., unbändig, wild, wacker; vulgärlat. brabus*, Adj., unkultiviert, unbändig, wacker; lat. barbarus, Adj., barbarisch, ausländisch, fremd, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache, barbarisch; vgl. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. bravo, EWD s. u. bravo, DW 2, 341, DW2 5, 721, Duden s. u. bravo; Son.: vgl. nndl. bravo, Partikel, Interj., bravo; frz. bravo, Partikel, Interj., bravo; nschw. bravo, Partikel, Interj., bravo; nnorw. bravo, Partikel, Interj., bravo; poln. brawo, Partikel, Interj., bravo; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ausruf des Beifalls oder der Anerkennung; BM.: undeutlich sprechen?; F.: bravo+FW; Z.: b-rav-o
$Bravo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bravo, Beifall, Anerkennung; E.: s. bravo; L.: fehlt DW, EWD s. u. bravo; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus bravo gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Beifall oder eine Anerkennung F.: Bravo, Bravos (!)+FW; Z.: B-rav-o
Bravour, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bravour, Tapferkeit, Meisterschaft, meisterhafte Technik; ne. bravery, brilliance; Vw.: -; Hw.: s. brav, bravo; Q.: 1678; I.: Lw. frz. bravoure; E.: s. frz. bravoure, F., Tapferkeit; it. bravura, F., Mut, Tapferkeit; vgl. it. bravo, Adj., unbändig, wild, wacker; vulgärlat. brabus*, Adj., unkultiviert, unbändig, wacker; lat. barbarus, Adj., barbarisch, ausländisch, fremd, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache, barbarisch; vgl. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. brav, fehlt DW, EWD s. u. Bravour, DW2 5, 721, Duden s. u. Bravour; Son.: vgl. nschw. bravur, Sb., Bravour; nnorw. bravur, M., Bravour; poln. brawura, F., Bravour; lit. bravūra, F., Bravour; GB.: seit 1678 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Tapferkeit oder besondere Meisterschaft oder meisterhafte Technik eines Verhaltens eines Menschen; BM.: wacker; F.: Bravour+FW(+EW?); Z.: B-rav-our
$bravourös, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. bravourös, gekonnt, meisterlich, glänzend; E.: s. Bravour, s. ös; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bravour; GB.: seit 1914 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Bravour und ös gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gekonnt oder meisterlich oder glänzend; F.: bravourös, bravouröse, bravouröses, bravourösem, bravourösen, bravouröser(, bravourösere, bravouröseres, bravouröserem, bravouröseren, bravouröserer, bravourösest, bravouröseste, bravourösestes, bravourösestem, bravourösesten, bravourösester)+FW(+EW?); Z.: b-rav-our-ös
$Bravourstück, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bravourstück; E.: s. Bravour, s. Stück; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bravour; GB.: seit 1832 belegte und aus Bravour sowie Stück gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Meisterleistung oder Glanzleistung; F.: Bravourstück, Bravourstückes, Bravourstücks, Bravourstücke, Bravourstücken+FW+EW; Z.: B-rav-our—stü-ck
brechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. brechen, aufbrechen, abbrechen, auseinanderbrechen, in Stücke teilen, in Stücke fallen; ne. break (V.); Vw.: -; Hw.: s. Brache, Brocken, Brikett, Bruch (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. brechen, st. V., entzwei brechen, zerbrechen, brechen, reißen, pflücken, losbrechen; mnd. brēken, st. V., brechen; mnl. breken, V., brechen; ahd. brehhan*, brechan*, st. V. (4), brechen, zerbrechen, zerpflücken, zerstören, abbrechen, zerschlagen (V.); as. brekan, st. V. (4), brechen, zerbrechen, zerreißen; anfrk. *brekan?, st. V. (4), brechen; germ. *brekan, st. V., brechen; idg. bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. brechen, Kluge s. u. brechen, DW 2, 346, EWD s. u. brechen, DW2 5, 725, EWAhd 2, 307, Falk/Torp 277, Seebold 132, Duden s. u. brechen, Bluhme s. u. brechen; Son.: vgl. afries. breka, st. V. (4), brechen, zerbrechen, für ungültig erklären, reißen; nfries. brecken, V., brechen; ae. brecan, st. V. (4), brechen, zerbrechen, zerreißen, unterdrücken; an. -; got. brikan, st. V. (4), brechen, zerstören, kämpfen, ringen, zerbrechen, vernichten; nndl. breken, V., brechen; nschw. bräcka, V., brechen; nnorw. brekke, V., brechen; ? ai. giri-bhráj-, Adj., aus den Bergen hervorbrechend; lat. frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen; air. braigid, V., furzt; kymr. braim, M.?, Furz; bret. bram, M., Furz; GB.: (brehhan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches in Stücke teilen oder in Stücke fallen; BM.: spalten; F.: brechen, breche (!), brichst, bricht, brecht, brechest, brechet, brach (!), brachst, brachen, bracht, bräche, brächest, brächst, brächen, brächet, brächt, gebrochen, ##gebrochen, gebrochene, gebrochenes, gebrochenem, gebrochenen, gebrochener##, brechend, ###brechend, brechende, brechendes, brechendem, brechenden, brechender###, brich (!)+EW; Z.: bre-ch-en
$brechend, nhd., (Part. Präs.=)Adj.: nhd. brechend, in Stücke teilend, in Stücke fallend; ne. breaking (Adj.); Vw.: s. bahn-; Hw.: -; Q.: ?; E.: mhd. *brechende?, (Part. Präs.=)Adj., brechend, herausbrechend, zerbrechend; s. brechen (1); GB.: vielleicht seit um 765 belegte und aus brechen und d gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches in Stücke fallend oder in Stücke teilend; F.: brechend, brechende, brechendes, brechendem, brechenden, brechender(, brechendere, brechenderes, brechenderem, brechenderen, brechenderer, brechendst, brechendste, brechendstes, brechendstem, brechendsten, brechendster)+EW; Z.: bre-ch-en-d
$Brecher, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Brecher, Brechender; Vw.: s. Bahn-, Ehe-, Ein-; E.: s. brech(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Brecher, DW 2, 351, EWD s. u. brechen; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild (fraga bzw. rupa) aus brech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Brechenden; F.: Brecher, Brechers, Brechern+EW; Z.: Bre-ch-er; Z.: Bre-ch-er
Bredouille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bredouille, Bedrängnis, Verlegenheit, missliche Lage; ne. stew (N.), jam (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. bredouille; E.: s. frz. bredouille, F., Dreck, Matsch; vgl. frz. bredouille, Adj., erfolglos; frz. barder, V., rutschen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bredouille, fehlt DW, EWD s. u. Bredouille, DW2 5, 743, Duden s. u. Bredouille; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit frz. barder verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche missliche Lage; BM.: rutschen?; F.: Bredouille, Bredouillen+FW; Z.: Bred-ouill-e
Brei, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Brei, Mus, Grütze (F.) (1); ne. porridge, mush (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brīe, brī, st. M., sw. M., Brei, Hirse; mhd. brī, st. M., sw. M., Brei, Hirse; mnd. brī, brīg, M., Brei; mnl. brī, M., Brei; mnl. brī, M., Brei; ahd. brīo, brī, st. M. (wa)?, Brei, Mus, Grütze (F.) (1); as. brī, st. M. (wa?), Brei; anfrk. -; germ. *brīwa-, *brīwaz, st. M. (a), Sud, Gekochtes, Brei; s. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brei, Kluge s. u. Brei, DW 2, 353, EWD s. u. Brei, DW2 5, 744, EWAhd 2, 346, Falk/Torp 280, Duden s. u. Brei, Bluhme s. u. Brei; Son.: vgl. afries. -; ae. brīw, brīg, st. M. (a), Brei, Suppe; an. -; got. -; nndl. brij, Sb., Brei; GB.: (brīo) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung mögliche dickflüssige (menschliche) Speise wie beispielsweise Mus oder Grütze; BM.: aufwallen; F.: Brei, Breis, Breies, Breie, Breien+EW; Z.: Brei
$breiig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. breiig, dickflüssig; E.: s. Brei, s. ig; L.: DW 2, 355, EWD s. u. Brei; GB.: vielleicht seit 1691 belegte und aus Brei und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung oder früher mögliches dickflüssig; F.: breiig, breiige, breiiges, breiigem, breiigen, breiiger(, breiigere, breiigeres, breiigerem, breiigeren, breiigerer, breiigst, breiigste, breiigstes, breiigstem, breiigsten, breiigster)+EW; Z.: brei-ig
breit, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. breit, weit, groß; ne. broad; Vw.: -; Hw.: s. Breite, breiten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. breit, Adj., breit, ausgebreitet, weit ausgedehnt, weit verbreitet; mnd. brêt, Adj., breit; mnl. breet, Adj., breit, weit, groß; ahd. breit, Adj., breit, weit, groß, geräumig, umfangreich, ansehnlich, flach; as. brêd, Adj., breit, groß, ausgedehnt; anfrk. brēd*, Adj., breit; germ. *braida-, *braidaz, Adj., breit; s. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993? (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); idg. *bʰri-, bʰroi̯-, V., streuen, ausschütten?; L.: Kluge 1. A. s. u. breit, Kluge s. u. breit, DW 2, 356, EWD s. u. breit, DW2 5, 747, EWAhd 2, 311, Duden s. u. breit, Heidermanns 136, Falk/Torp 277, Bluhme s. u. breit; Son.: vgl. afries. brêd, Adj., breit, groß; saterl. bred, Adj., breit; ae. brād, Adj., breit, weit, ausgedehnt, offen; an. breiðr, Adj., breit; got. braiþs, Adj. (a), breit; nnd. breed, Adj., breit; nschw. bred, Adj., breit; nnorw. bred, Adj., breit; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches weit oder von großer Ausrichtung in seitlicher Richtung seiend; BM.: streuen oder sprühen?; F.: breit, breite, breites, breiten, breiter(, breitere, breiteres, breiterem, breiteren, breiterer, breiteste, breitestes, breitestem, breitesten, breitester)+EW; Z.: brei-t
Breite, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Breite, Ebene, Ausdehnung in seitlicher Richtung; ne. width, breadth; Vw.: -; Hw.: s. breit, breiten; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. breite (2), breiten, preite, st. F., sw. F., Breite, Weite, große Fläche, breiter Teil, Acker, großes Ackerstück; mnd. brēde, F., Breite, Weite, Webebreite, weite Fläche, Ebene; mnl. brede, F., Breite; mnl. brede, F., Breite; ahd. breitī, breitīn*, st. F. (ī), Breite, Länge, Größe, Umfang, Hochmut, Überheblichkeit; as. *brêda?, sw. F. (n), Breite; anfrk. -; germ. *braidī-, *braidīn, sw. F. (n), Breite; s. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993? (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. breit, DW 2, 358, EWD s. u. breit, DW2 5, 755, Duden s. u. Breite; Son.: vgl. afries. brêde, F., Breite; ae. brǣdu, sw. F. (ī)?, Breite, Weite, Ausdehnung, Menge (der Gläubigen), Hilfe; an. breidd, sw. F. (īn), Breite; got. braidei, sw. F. (n), Breite; nndl. breedte, Sb., Breite; nschw. bredd, Sb., Breite; nnorw. bredde, M., Breite; GB.: (breitī) seit um 790 belegte und aus breit und e gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliche Ausdehnung in seitlicher Richtung; BM.: streuen bzw. sprühen?; F.: Breite, Breiten+EW; Z.: Brei-t-e
breiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. breiten, ausbreiten, verbreiten, breit machen; ne. spread (V.), broaden; Vw.: -; Hw.: s. breit, Breite; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. breiten (1), preiten, sw. V., breiten, breit machen, breit werden, breit hinlegen, ausdehnen, ausbreiten; mnd. brēden (1), breiden, sw. V., „breiten“, breit machen, ausbreiten, erweitern, ausstrecken, verbreiten; mnl. breden, sw. V., breiten; ahd. breiten, sw. V. (1a), breiten, verbreiten, verteilen, ausdehnen; ahd. breitēn*, sw. V. (3), hervorragen, breit werden, fett werden, groß werden; as. brêdian*, sw. V. (1a), breiten, sich ausbreiten; anfrk. brēden*, brēdon*, sw. V. (1), „breiten“, verbreiten; germ. *braidjan, sw. V., ausbreiten; germ. *braidēn, *braidǣn, sw. V., weit werden, groß werden; idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993? (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); idg. *bʰri-, *bʰroi̯-, V., streuen, ausschütten?; L.: Kluge s. u. breit, DW 2, 359, EWD s. u. breit, DW2 5, 759, EWAhd 2, 311, EWAhd 2, 314, Heidermanns 137, Duden s. u. breiten; Son.: vgl. afries. -; ae. brǣdan (2), sw. V. (1), breiten, spreiten, ausdehnen, ausgebreitet sein (V.); an. breiða (2), sw. V. (1), ausbreiten, bedecken; got. braidjan?, sw. V. (1), breiten; GB.: (breitēn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches breit machen; BM.: streuen bzw. sprühen?; F.: breiten, breite (!), breitest, breitet, breitete, breitetest, breiteten, breitetet, gebreitet, ##gebreitet, gebreitete, gebreitetes, gebreitetem, gebreiteten, gebreiteter##, breitend, ###breitend, breitende, breitendes, breitendem, breitenden, breitender###, breit (!)+EW; Z.: brei-t-en
$breitschlagen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. breitschlagen; E.: s. breit, s. schlagen; L.: Kluge s. u. breitschlagen, fehlt DW, EWD s. u. breit; GB.: seit 1703 belegte und aus breit und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Schlagen breit machen oder (auch) überreden; F.: breitschlagen, schlage (!) breit, schlägst breit, schlägt breit, schlagen breit, schlagt breit, schlagest breit, schlaget breit, schlug breit, schlugst breit, schlugen breit, schlugt breit, schlüge breit, schlügest breit, schlügen breit, schlüget breit, breitgeschlagen, ##breitgeschlagen, breitgeschlagene, breitgeschlagenes, breitgeschlagenem, breitgeschlagenen, breitgeschlagener##, breitschlagend, ###breitschlagend, breitschlagende, breitschlagendes, breitschlagendem, breitschlagenden, breitschlagender###, breitzuschlagen, ####breitzuschlagen, breitzuschlagend, breitzuschlagende, breitzuschlagendes, breitzuschlagendem, breitzuschlagenden, breitzuschlagender####, schlag breit (!)+EW; Z.: brei-t—schlag-en
$Breitseite, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Breitseite, Längsseite; E.: s. breit, s. Seite; L.: Kluge s. u. Breitseite, DW 2, 361, EWD s. u. breit; GB.: seit 1581 belegte und aus breit und Seite gebildete Bezeichnung für eine breite Seite oder eine Längsseite eines räumlichen Gebildes wie beispielsweise eines Kriegsschiffs; F.: Breitseite, Breitseiten+EW; Z.: Brei-t—sei-t-e
Breme, Bremse, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Breme, Bremse (F.) (2), eine Stechfliege; ne. horse-fly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: fnhd. brem, breme, M., F., Bremse (F.) (2); mhd. breme, brem, prem, priem, sw. M., Bremse (F.) (2), Stechfliege; mnd. bromese, F., Bremse (F.) (2); ahd. bremo, sw. M. (n), Bremse (F.) (2); brimissa, st. F. (jō)?, Fliege, Bremse (F.) (2); as. bremo, sw. M (n), Bremse (F.) (2); as. bremmia, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Bremse (F.) (2); germ. *bremō-, *bremōn, *brema-, *breman, Sb., Bremse (F.) (2), Fliege; germ. *bremusī, *brumusī, sw. F. (n), Bremse (F.) (2), Fliege; idg. *bʰerem- (2), V., brummen, summen, Pokorny 142 (225/58) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (4), V., brummen, summen, Pokorny 135 (215/48) (RB. idg. aus ind., arm., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Breme, Kluge s. u. Breme, DW 2, 363, EWD s. u. Bremse 1, DW2 5, 766, EWAhd 2, 315, EWAhd 2, 336, Falk/Torp 279, Seebold 135, Duden s. u. Bremse, Bluhme s. u. Bremse 2; Son.: vgl. ai. bhramará-, M., Biene; bulg. brbmbar, Sb., Hummel, Käfer; GB.: (bremo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche größere und grauschwarz bis braungelb gefärbte blutsaugende Stechfliege; BM.: brummen; F.: Breme, Bremen, Bremse, Bremsen+EW; Z.: Bre-m-e
Bremse (1), nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Bremse (F.) (1), eine Anhaltevorrichtung; ne. brake (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1453 (Die Mörin von Hermann von Sachsenheim); E.: s. mnd. premese, premze, premtze, premes, F., M., Bremse (F.) (1), Maulholz; mhd. bremse, sw. F., Klemme, Maulkorb; von einem Verb mit der Bedeutung zwängen, klemmen; vgl. mnd. prāmen, sw. V., belasten, bedrücken; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Bremse, Kluge s. u. Bremse 2, DW 2, 263, EWD s. u. Bremse 2, DW2 5, 767, Duden s. u. Bremse, Bluhme s. u. Bremse 1; GB.: seit 1350 (GrimmDW2) belegte und von einem Verb abgeleitete sowie in der weiteren Herkunft wohl mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Verlangsamen oder Anhalten einer Bewegung eines Fahrzeugs oder Ablaufs; BM.: Druck ausüben?; F.: Bremse, Bremsen (!)+FW; Z.: Brem-s-e
$bremsen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. bremsen, verlangsamen, anhalten; E.: s. Brems(e), s. en; L.: Kluge s. u. Bremse 1, DW 2, 364, EWD s. u. Bremse 2; GB.: (premezen) seit 1331-1341 belegte und aus Bremse und (e)n sowie aus lat. prem(ere) und s sowie en gebildete und umgebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl schon früher entwickeltes eine Bewegung eines Fahrzeugs oder Ablaufs verlangsamen oder anhalten; F.: bremsen (!), bremse (!), bremsst (!), bremst, bremsest, bremset, bremste, bremstest, bremsten, bremstet, gebremst, ##gebremst, gebremste, gebremstes, gebremstem, gebremsten, gebremster##, bremsend, ###bremsend, bremsende, bremsendes, bremsendem, bremsenden, bremsender###, brems (!)+FW; Z.: brem-s-en
brennen, nhd., st. V., sw. V., (8. Jh.): nhd. brennen, verbrennen, in Flammen stehen, anzünden; ne. burn (V.); Vw.: -; Hw.: s. Brand, Brandung; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. brennen, sw. V., anzünden, mit Feuer verwüsten, destillieren, durch Schmelzen läutern; mhd. brinnen, st. V., brennen, leuchten, glänzen, glühen; mnd. bernen, barnen, burnen, sw. V., brennen, verbrennen; mnl. bernen, V., brennen; ahd. brinnan*, st. V. (3a), brennen, glühen, leuchten, verbrennen; ahd. brennen, sw. V. (1a), brennen, anzünden, entzünden, ausbrennen, versengen, vernichten; as. brinnan, st. V. (3a), verbrennen, brennen; as. brėnnian*, sw. V. (1a), verbrennen, brennen; anfrk. *brennen?, sw. V. (1), brennen; germ. *brennan, st. V., brennen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; L.: Kluge 1. A. s. u. brennen, Kluge s. u. brennen, DW 2, 365, EWD s. u. brennen, DW2 5, 768, EWAhd 2, 319, Falk/Torp 263, Seebold 137, Duden s. u. brennen, Bluhme s. u. brennen; Son.: vgl. afries. barna, berna, burna, sw. V. (1), st. V. (3a), brennen, verbrennen, anzünden; saterl. barna, V., brennen; ae. biornan, biernan, beornan, st. V. (3b), brennen; ae. bærnan, bėrnan, sw. V. (1), verbrennen, verzehren, anzünden; an. brenna, st. V. (3a), brennen; an. brenna, sw. V. (1), verbrennen; got. brinnan, st. V. (3,1), brennen; got. *brannjan?, sw. V. (1), verbrennen; nndl. branden, V., brennen; nschw. brinna, bränna, V., brennen; nnorw. V., brennen; ai. ghrnoti, V., leuchtet, brennt; arm. jernowm, jeray, V., ich wärme mich; gr. θέρεσθαι (théresthai), V., warm werden, heiß werden; air. fo-geir, Adj. (Part.), erhitzt, entflammt; lit. garēti, V., brennen; ksl. frēti se, V., sich wärmen; GB.: (brennen) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches in Flammen stehen; BM.: durch starke Wärme beeinflussen?; F.: brennen, brenne, brennst, brennt, brennest, brennet, brannte, branntest, brannten, branntet, brennte, brenntest, brennten, brenntet, gebrannt, ##gebrannt, gebrannte, gebranntes, gebranntem, gebrannten, gebrannter##, brennend, ###brennend, brennende, brennendes, brennendem, brennenden, brennender###, brenn (!)+EW; Z.: bren-n-en
Brennen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Brennen, Verbrennen, In-Flammen-Stehen; ne. burn (N.), burning (N.); Vw.: s. Sod-; Hw.: -; Q.: 1275-1296 (Dietrichs Flucht); E.: mhd. brennen (2), st. N., Brennen, Läuterung, Läuterung von Metall; mhd. brinnen (2), st. N., „Brennen“; mnd. *bernen? (2), *barnen?, N., Brennen, Brandstiften; s. nhd. brennen; L.: Duden s. u. Brennen; Son.: vgl. nschw. bränning, Sb., Brennen; BM.: durch starke Wärme beeinflussen?; GB.: (brennen) seit 1275-1296 belegte und aus brennen gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Verbrennen oder In-Flammen-Stehen einer Gegebenheit; F.: Brennen, Brennens+EW; Z.: Bren-n-en
Brenner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Brenner, Brennender; ne. burner; Vw.: s. Bunsen-; Hw.: s. brennen; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunden); E.: mhd. brennære, brenner, birnere, st. M., Brenner, Brandstifter, Brandleger, Mordbrenner, Silberbrenner; mnd. bernære*, berner, M., Brandstifter, Brenner, Metallprüfer; mnl. bernere, M., Brenner; mhd. brinnen, st. V., brennen, leuchten, glänzen, glühen; mnd. bernen, barnen, burnen, sw. V., brennen, verbrennen; mnl. bernen, V., brennen; ahd. brinnan*, st. V. (3a), brennen, glühen, leuchten, verbrennen; ahd. brennen, sw. V. (1a), brennen, anzünden, entzünden, ausbrennen, versengen, vernichten; as. brinnan, st. V. (3a), verbrennen, brennen; as. brėnnian*, sw. V. (1a), verbrennen, brennen; anfrk. *brennen?, sw. V. (1), brennen; germ. *brennan, st. V., brennen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; L.: DW 2, 369, DW2 5, 782, Duden s. u. Brenner; Son.: vgl. nschw. brännere, M., Brenner; nnorw. brenner, M., Brenner; GB.: (brennære) seit um 1170 belegte und aus brenn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach ihrer Entstehung entwickelte und verwendete ein Feuer entzündende und unterhaltende Gegebenheit; BM.: durch starke Wärme beeinflussen?; F.: Brenner, Brenners, Brennern (!)+EW; Z.: Bren-n-er
$Brennnessel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Brennnessel; E.: s. brenn(en), s. Nessel; L.: DW 1, 371, EWD s. u. Nessel; GB.: seit 1532 belegte und aus brenn(en) und Nessel gebildete Bezeichnung für eine kleinere schon vormenschliche bei Berührung die Haut des Menschen reizende weit verbreitete Pflanze; F.: Brennnessel, Brennnesseln+EW; Z.: Bren-n—ness-el
$Brennpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.): nhd. Brennpunkt; E.: s. brenn(en), s. Punkt; L.: Kluge s. u. Brennpunkt, DW 2, 371 (Brennpunct), EWD s. u. brennen; GB.: seit 1636 belegte und aus brenn(en) und Punkt gebildete Bezeichnung für einen Mittelpunkt oder Blickpunkt oder einen von Menschen wohl seit dieser Zeit erkannten Vereinigungspunkt gebündelter Strahlen nach ihrer Brechung in einer Linse oder einem Hohlspiegel; F.: Brennpunkt, Brennpunktes, Brennpunkts, Brennpunkte, Brennpunkten+EW+FW; Z.: Bren-n—pu-n-k-t
Brente, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Brente, Wanne, Eimer, Rückentraggefäß; ne. tub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1307 (Die ältesten Statuten der Stadt und des Bistums Trient); E.: mhd. brente, sw. F., Holzgefäß, Bottich; s. mit. brenta, F., Kufe (F.) (2); ein Wort der Alpenregion; L.: Kluge s. u. Brente, DW 2, 371, DW2 5, 787, Duden s. u. Brente; GB.: seit vor 1307 belegte und aus dem Alpenraum aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gefäß; BM.: ?; F.: Brente, Brenten+FW; Z.: Brent-e
$brenzeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. brenzeln, verbrannt riechen; E.: s. brenzlig; L.: Kluge s. u. brenzlig, DW 2, 372; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit brenzlig verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verbrannt riechen; F.: brenzeln, brenzel (!), brenzle, brenzele, brenzelst, brenzelt, brenzelte, brenzeltest, brenzelten, brenzeltet, gebrenzelt, ##gebrenzelt, gebrenzelte, gebrenzeltes, gebrenzeltem, gebrenzelten, gebrenzelter##, brenzelnd, ###brenzelnd, brenzelnde, brenzelndes, brenzelndem, brenzelnden, brenzelnder###, brenzel (!)+EW; Z.: bren-z-el-n
brenzlig, brenzelig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. brenzlig, verbrannt riechend, bedenklich, heikel; ne. hairy, risky; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: von einem brenzeln, V., angebrannt riechen; letztlich s. nhd. brennen, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. brenzeln, Kluge s. u. brenzlig, DW 2, 372 (brenzelich), EWD s. u. brenzlig, DW2 5, 788, Duden s. u. brenzlig, Bluhme s. u. brenzlig; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte Bezeichnung für verbrannt riechend oder bedenklich oder heikel; BM.: verbrennen; F.: brenzlig, brenzlige, brenzliges, brenzligem, brenzligen, brenzliger(, brenzligere, brenzligeres, brenzligerem, brenzligeren, brenzligerer, brenzligste, brenzligstes, brenzligstem, brenzligsten, brenzligster)+EW; Z.: bren-z-l-ig
Bresche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bresche, Durchbruch; ne. breach (N.), gap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1597; I.: Lw. frz. brèche; E.: s. mnd. bresche, F., Bresche; frz. brèche, F., Öffnung, Wallbruch, Spalt; von frk. *breka, F., Bruch (M.) (1); vgl. anfrk. *brekan?, st. V. (4), brechen; germ. *brekan, st. V., brechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bresche, Kluge s. u. Bresche, DW 2, 372, EWD s. u. Bresche, DW2 5, 788, Duden s. u. Bresche; Son.: s. mnd. bresche, F., Bresche; vgl. nndl. bres, Sb., Bresche; nschw. bräsch, Sb., Bresche; nnorw. bresje, M., Bresche; nir. briseadh, M., Bresche; GB.: seit 1597 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem erschließbaren Fränkischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch menschliche Einwirkung entstandene Lücke beispielsweise in einer Befestigungsmauer oder einen Durchbruch; BM.: durchbrechen; F.: Bresche, Breschen (!)+EW+FW; Z.: Bre-sch-e
bresthaft, nhd. (ält.), Adj., (14. Jh.?): nhd. bresthaft, fehlerhaft, lasterhaft, mangelhaft; ne. maimed (Adj.), invalid (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1382 (Marienleben des Wernher der Schweizer); E.: mhd. bresthaft, Adj., mangelhaft, mit einem gesundheitlichen Schaden behaftet; vgl. mhd. brest, st. M., Schade, Schaden (M.), Verlust, Fehlbetrag; ahd. bresto, sw. M. (n), Mangel (M.), Schade, Schaden (M.), Fehlen; s. germ. *brestu-, *brestuz, st. M. (u), Gebrechen; vgl. idg. *bʰres-, V., bersten, brechen, krachen, prasseln, Pokorny 169 (281/114) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); mhd. haft, Adj., gehalten, gebunden, gefangen, gefesselt; ahd. haft, Adj., gehalten, gebunden, gefangen; germ. *hafta-, *haftaz, Adj., gefesselt, gefangen, behaftet; s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. bresthaft, DW 2, 373, DW2 5, 791, Duden s. u. bresthaft; GB.: (bresthaft) seit vor 1382) belegte und aus berst(en) sowie haft gebildete Bezeichnung für fehlerhaft oder lasterhaft oder mangelhaft oder mit Gebrechen behaftet; BM.: voll Schaden seiend; F.: bresthaft, bresthafte, bresthaftes, bresthaftem, bresthaften, bresthafter+EW; Z.: bres-t-haf-t
Brett, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Brett, Planke, Sprosse, Bohle, länglich zugeschnittenes flaches Holzstück; ne. board (N.); Vw.: -; Hw.: s. Board; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bret, st. N., Brett, Schild, Strafbank; mnd. bret, N., Brett; mnl. bret, bert, Sb., Brett; ahd. bret, st. N. (a) (iz) (az), Brett, Planke, Sprosse, Stockwerk, Tafel, Schindel; as. bred, st. N. (a), Brett; anfrk. -; germ. *breda-, *bredam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brett, EWD s. u. Brett, DW 2, 374 (Bret), EWAhd 2, 323, DW2 5, 792, Falk/Torp 262, Duden s. u. Brett, Bluhme s. u. Brett; Son.: vgl. afries. -; ae. bred, st. N. (a), Brett, Tafel; an. -; got. *briþ?, st. N. (a), Brett; nschw. bräda, Sb., Brett; nnorw. brett, N., Brett; GB.: (bret) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung geeigneter Werkzeuge durch den Menschen mögliches länglich zugeschnittenes flaches Holzstück wie Planke oder Sprosse oder Bohle; BM.: schneiden; F.: Brett, Brettes, Bretts, Bretter, Brettern (!)+EW; Z.: Bre-t-t
$Brettl, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Brettl; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Brett, s. (e)l; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brett; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Brett und (e)l gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung geeigneter Werkzeuge durch den Menschen mögliches Brettlein oder kleines Brett oder Brettel; F.: Brettl, Brettls, Brettln+EW; Z.: Bre-t-t-l
Brevier, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Brevier, kurze Übersicht; ne. breviary; Vw.: -; Hw.: s. Brief, Brimborium; Q.: 1264 (Die Statuten des Deutschen Ordens); E.: mhd. breviere, st. N., Brevier, Sammlung von Stundengebeten; mnd. brevære*, brevēr, M., Brevier; lat. breviārium, N., kurzes Verzeichnis, kurze Übersicht, (4 v.-65 n. Chr.); lat. brevis, Adj., kurz, klein; idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Brevier, DW 2, 379, EWD s. u. Brevier, DW2 5, 799, Duden s. u. Brevier; Son.: vgl. nndl. brevier, Sb., Brevier; frz. bréviaire, M., Brevier; nschw. breviarium, Sb., Brevier; nnorw. breviar, breviarium, N., Brevier; poln. brewiarz, M., Brevier; GB.: seit 1264 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kurze Sammlung wichtiger Stellen aus den Werken eines Dichters und in der katholischen Kirche ein Gebetbuch des katholischen Klerikers mit Stundengebeten; BM.: kurz; F.: Brevier, Breviers, Breviere, Brevieren+FW(+EW); Z.: Brev-ier
Brezel, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Brezel, ein Gebäck; ne. pretzel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. prēzel, prēzile, prēzilē?, sw. F., Brezel; ahd. brezila*, brezzila*, sw. F. (n), Brezel; ahd. brezitella, brezzitella*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Brezel, Kuchen; s. lat. *brachiatellum?; vgl. lat. bracchium, brachium, N., Unterarm, Arm; gr. βραχίων (brachíōn), M., Oberarm, Arm; idg. *mreg̑ʰu-, mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bretzel, Kluge s. u. Brezel, EWD s. u. Brezel, DW 2, 379, DW2 5, 799, EWAhd 2, 330, Duden s. u. Brezel, Bluhme s. u. Brezel; Son.: vgl. frz. bretzel, M., Brezel; poln. precel, M., Brezel; GB.: (brezila) seit 10. Jh.) belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für ein salziges und in Natronlauge getauchtes oder süßes Gebäckstück von einer charakteristischen Form mit verschlungenen Enden oder Ärmchen; BM.: Form verschlungener Arme; F.: Brezel, Brezeln+FW+EW; Z.: Brez-el
Bridge, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Bridge, ein Kartenspiel; ne. bridge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. bridge; E.: s. ne. bridge, N., Brücke; ae. brycg, st. F. (jō), Brücke; germ. *brugjō, st. F. (ō), Brücke; germ. *brugjō-, *brugjōn, sw. F. (n), Brücke; s. idg. *bʰrū- (2), *bʰrēu-, Sb., Balken, Prügel, Brücke, Pokorny 173 (291/124) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bridge, fehlt DW, DW2 5, 800, Falk/Torp 281, Duden s. u. Bridge; Son.: vgl. nndl. bridge, Sb., Bridge; frz. bridge, M., Bridge; nschw. bridge, Sb., Bridge; nnorw. bridge, M., Bridge; poln. brydż, M., Bridge; nir. beiriste, M., Bridge; lit. bridžas, M., Bridge; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus dem Nahen Osten in dem 19. Jh. nach Europa gekommenes Kartenspiel für vier Spieler wobei je zwei sich gegenübersitzende Spieler eine Mannschaft bilden; BM.: (Ähnlichkeit der Sitzordnung mit einer) Brücke; F.: Bridge+FW; Z.: Bri-dg-e
Brie, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Brie, Briekäse; ne. brie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. brie; E.: s. frz. brie, M., Brie; nach der Landschaft Brie in Frankreich; von einem Briegus; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Duden s. u. Brie; Son.: vgl. nndl. brie, Sb., Brie; nschw. brie, Sb., Brie; nnorw. brie, M., Brie; poln. brie, M., Brie; kymr. brie, M., Brie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen nach einem ON aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen seit dem 18. Jh. hergestellten vollfetten Weichkäse (Briekäse) mit weißem Schimmelbelag; F.: Brie, Bries (!)+FW; Z.: Brie
Brief, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brief, förmliche Urkunde, schriftlicher Befehl, schriftliche Mitteilung, bemaltes Pergament; ne. letter; Vw.: -; Hw.: s. Brevier; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. brief, st. M., Brief, Urkunde, Geschriebenes, Zeugnis, Beweis; mnd. brēf, brēv, M., Brief, Geschriebenes, Urkunde, Zeugnis; mnl. brief, M., Brief; ahd. brief, st. M. (a?, i?), Brief, Urkunde, Schreiben (N.) (2), Erlass, Verzeichnis, Liste; as. brēf*, st. M. (a?, i?), Brief, Schrift, Urkunde; anfrk. -; vgl. lat. brevis, Adj., kurz, klein; vgl. idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brief, Kluge s. u. Brief, DW 2, 379, EWD s. u. Brief, DW2 5, 800, EWAhd 2, 332, Duden s. u. Brief, Bluhme s. u. Brief; Son.: vgl. afries. brēf, st. M. (a?), Brief, Urkunde, Schrift; nfries. brief; saterl. bref; ae. -; an. brēf, st. N. (a), Brief, Urkunde; nndl. brief, Sb., Brief; ne. brief, N., Kurzanweisung; frz. brevet, M., Patent, Diplom; nschw. brev, N., Brief; nnorw. brev, N., Brief; kymr. briff, M., Kurzanweisung; GB.: (brief) seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schriftliche und meist in einem Umschlag übersandte (kurze) Mitteilung; BM.: kurz(e Mitteilung); F.: Brief, Briefs, Briefes, Briefe, Briefen (!)+FW(+EW?); Z.: Brief
$brieflich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. brieflich, schriftlich, einen Brief betreffend; E.: s. Brief, s. lich; L.: Kluge s. u. Brief, DW 2, 381, EWD s. u. Brief, DW2 5, 806; GB.: (brieflīh*) seit 10. Jh. belegte und wohl unter lateinischem Einfluss aus Brief und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift dem Menschen mögliches schriftlich oder einen Brief betreffend; F.: brieflich, briefliche, briefliches, brieflichem, brieflichen, brieflicher+FW+EW; Z.: brief—lich
$Briefmarke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Briefmarke; Q.: 1860 (Gottfried Keller); E.: s. Brief, s. Marke; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brief; GB.: seit 1858 belegte und aus Brief und Marke gebildete Bezeichnung für Wertzeichen für das Freimachen von Briefen zwecks vorherigen Bezahlens von Briefbeförderungsgebühren oder Briefbeförderungsentgelten; F.: Briefmarke, Briefmarken+FW+EW; Z.: Brief—mark-e
$Briefwechsel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Briefwechsel, schriftlicher Austausch von Mitteilungen; Q.: 1564; E.: s. Brief, s. Wechsel; L.: DW 2, 382, EWD s. u. Brief; GB.: seit 1564 belegte und aus Brief und Wechsel gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen schriftlichen Austausch von Mitteilungen mindestens zweier Menschen; F.: Briefwechsel, Briefwechsels, Briefwechseln+FW+EW; Z.: Brief—wech-s-el
Bries, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Bries, innere Brustdrüse der Kälber; ne. sweetbread, ris; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1350 (Buch von guter speise); E.: mhd. briz, st. M., Bries, Kalbsbries; Herkunft ungeklärt, vielleicht s. nhd. Brust?, Brosame?; L.: Kluge s. u. Bries, fehlt DW, Duden s. u. Bries, Bluhme s. u. Bries; Son.: vgl. nndl. bries, Sb., Bries; nschw. bräss, Sb., Bries; ? ne. brisket, N., Tierbrust; ? nfrz. bréchet, M., Brustbeinkamm der Vögel; GB.: (briz) seit um 1350 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Brust oder Brosame verbindbare Bezeichnung für die innere sich mit dem Altern zurückbildende sowie in der Struktur dem Hirngewebe ähnelnde Brustdrüse der Kälber; BM.: bröselig(es Aussehen)?; F.: Bries, Brieses, Briese, Briesen (!)+EW; Z.: Bries
Brigade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Brigade, ein militärischer Großverband, Gruppe; ne. brigade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1613; I.: Lw. frz. brigade; E.: s. frz. brigade, F., Brigade; it. brigata, F., Kampftruppe; vgl. it. brigare, V., kämpfen; it. briga, F., Streit; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Brigade, fehlt DW, EWD s. u. Brigade, DW2 5, 809, Duden s. u. Brigade; Son.: vgl. nndl. brigade, Sb., Brigade; nschw. brigad, Sb., Brigade; nnorw. brigade, M., Brigade; poln. brygada, F., Brigade; kymr. brigad, F., Brigade; nir. briogáid, F., Brigade; lit. brigada, F., Brigade; GB.: seit 1613 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine selbstständige größere Truppenabteilung (aus Verbänden verschiedener Waffengattungen); BM.: kämpfen; F.: Brigade, Brigaden+FW; Z.: Brig-ad-e
$Brigadier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Brigadier; E.: s. Brigad(e), s. i, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Brigade, fehlt DW, EWD s. u. Brigade, DW2 5, 810; GB.: seit 1674 belegte und aus Brigad(e) und i sowie er gebildete und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Befehlshaber einer Brigade oder auch einer Arbeitsgruppe; F.: Brigadier, Brigadiers, Brigadiere (!), Brigadieren (!)+FW(+EW?); Z.: Brig-ad-ier
Brigant, nhd., (Part. Präs.=)M., (14. Jh.): nhd. Brigant, Freiheitskämpfer; ne. brigand; Vw.: -; Hw.: s. Brigade; Q.: 1362; I.: Lw. it. brigante; E.: s. it. brigante, M., Brigant; vgl. it. brigare, V., kämpfen; it. briga, F., Streit; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Brigade, DW2 5, 810, Duden s. u. Brigand; GB.: seit 1362 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Straßenräuber; BM.: kämpfen; F.: Brigant, Briganten (!)+FW+EW?; Z.: Brig-ant
Brigantine, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Brigantine, kleineres Segelkriegsschiff; ne. brigantine; Vw.: -; Hw.: s. Brigg; Q.: 1472/1473; I.: Lw. it. brigantino; E.: s. it. brigantino, M., Schiff mit niedrigem Bord; letztlich von it. briga, F., Streit; weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW2 5, 811, Duden s. u. Brigantine; Son.: vgl. nndl. brigantijn, Sb., Brigantine; frz. brigantin, M., Brigantine; nschw. brigantin, Sb., Brigantine; nnorw. brigantin, Sb., Brigantine; poln. brygantyna, F., Brigantine; nir. bruigintín, Sb., Brigantine; kymr. brigantîn, F., Brigantine; lit. brigantina, F., Brigantine; GB.: seit 1472/1473 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes zweimastiges Segelschiff; BM.: (Verwendung in einem) Kampf?; F.: Brigantine, Brigantinen+FW+EW?; Z.: Brig-ant-in-e
Brigg, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Brigg, Zweimaster; ne. brig; Vw.: -; Hw.: s. Brigg; Q.: 1782; I.: Lw. ne. brig; E.: s. ne. brig, N., Brigg; vgl. ne. brigantine, N., Brigantine; it. brigantino, M., Schiff mit niedrigem Bord; letztlich von it. briga, F., Streit; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Brigg, fehlt DW, EWD s. u. Brigg, DW2 5, 811, Duden s. u. Brigg; Son.: vgl. nndl. brik, Sb., Brigg; frz. brick, M., Brigg; nschw. brigg, Sb., Brigg; nnorw. brigg, M., Brigg; poln. bryg, M., Brigg; kymr. brig, M., Brig; nir. bruig, F., Brigg; lit. brigas, M., Brigg; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit entwickeltes zweimastiges Segelschiff mit Rahen an beiden Masten; BM.: (Verwendung in dem) Kampf?; F.: Brigg, Briggs+FW+EW; Z.: Brig-g
Brikett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Brikett, Presskohle; ne. briquet; Vw.: -; Hw.: s. brechen; Q.: 1847; I.: Lw. frz. briquette; E.: s. frz. briquette, F., Brikett; vgl. frz. brique, F., Ziegelstein; mnl. bricke, Sb., Ziegelstein; vgl. nndl. breken, V., brechen; anfrk. *brekan?, st. V. (4), brechen; germ. *brekan, st. V., brechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Brikett, fehlt DW, EWD s. u. Brikett, DW2 5, 811, Duden s. u. Brikett; Son.: vgl. nndl. briket, Sb., Brikett; nschw. brikett, Sb., Brikett; nnorw. brikett, M., Brikett; poln. brykriet, M., Brikett; lit. briketas, M., Brikett; GB.: seit 1847 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus bestimmtem feinkörnigem Stoff wie beispielsweise Braunkohle (oder Futtermitteln oder Papier) durch Pressen entwickeltes und verwendetes Formstück (Presskohle); BM.: spalten bzw. brechen; F.: Brikett, Briketts, Brikette, Briketten+EW; Z.: Bri-k-ett
brillant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. brillant, glänzend, hervorragend; ne. brilliant, splendid; Vw.: -; Hw.: s. Brillant, brillieren, Brillantine; Q.: 1712 (Lexikon); I.: Lw. frz. brillant; E.: s. frz. brillant, (Part. Präs.=)Adj., brillant; vgl. frz. briller, V., glänzen; it. brillare, V., brillieren; vielleicht von lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück; L.: Kluge s. u. brilliant, EWD s. u. brillieren, DW2 5, 812; Duden s. u. brillant; Son.: vgl. nndl. briljant, Adj., brilliant; nschw. briljant, Adj., brillant; nnorw. briljant, Adj., brillant; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches glänzend oder hervorragend; BM.: glänzen wie ein Beryll?; F.: brillant, brillante, brillantes, brillantem, brillanten, brillanter(, brillantere, brillanteres, brillanterem, brillanteren, brillanterer, brillanteste, brillantestes, brillantestem, brillantesten, brillantester)+FW; Z.: brill-ant
Brillant, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Brillant, geschliffener Diamant; ne. brilliant (N.); Vw.: -; Hw.: s. brillant, brillieren, Brillantine; Q.: 1664 (Urkunde); I.: Lw. frz. brillant; E.: s. frz. brillant, M., Brillant; vgl. frz. briller, V., glänzen; it. brillare, V., brillieren; vielleicht von lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück; L.: Kluge s. u. brillant, fehlt DW, EWD s. u. brillieren, DW2 5, 812; Duden s. u. brillant; Son.: vgl. nndl. briljant, Sb., Brillant; nschw. broljant, Sb., Brillant; nnorw. briljant, M., Brillant; poln. brylant, M., Brillant; lit. brilintas, M., Brillant; GB.: seit 1664 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen geschliffenen sachlich wohl seit Entstehung der Erde und Verfestigung der Erdoberfläche möglichen und nach Auffindung durch Menschen zu besonderer Form geschliffenen Diamanten; BM.: glänzen wie ein Beryll?; F.: Brillant, Brillanten+FW; Z.: Brill-ant
Brillantine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Brillantine, Haargel, Haarpomade, ein flüssiges Haarpflegemittel; ne. brillantine; Vw.: -; Hw.: s. brillant, Brillant, brillieren; Q.: 1867; I.: Lw. frz. brillantine; E.: s. frz. brillantine, F., Brillantine, Glanz Verleihendes; vgl. frz. briller, V., glänzen; it. brillare, V., brillieren; vielleicht von lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück; L.: DW2 5, 813, Duden s. u. Brillantine; GB.: seit 1867 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dem 19. Jh. von Menschen auf der Grundlage von Öl entwickeltes flüssiges Haarpflegemittel; BM.: glänzen wie ein Beryll?; F.: Brillantine, Brillantinen+FW; Z.: Brill-ant-in-e
$Brillanz, nhd., (Part. Präs.)=)F., (19. Jh.): nhd. Brillanz, Glanz, Können, Bildschärfe; E.: s. brillant; L.: Kluge s. u. brillant, fehlt DW, EWD s. u. brillieren; GB.: seit 1812 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit betonten Glanz oder Können oder Bildschärfe; F.: Brillanz+FW+EW; Z.: Brill-anz
Brille, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Brille, Augengläser; ne. glasses, spectacles; Vw.: -; Hw.: -; E.: fnhd. berille, brille, M.?, Brille?; mhd. berille, barille, brille, sw. M., Beryll, Berill, Edelstein, Brille; lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück; L.: Kluge 1. A. s. u. Brille, Kluge s. u. Brille, DW 2, 382, DW2 5, 813, Duden s. u. Brille, Bluhme s. u. Brille; Son.: vgl. nndl. bril, Sb., Brille; nnorw. briller, M. Pl., Brille; GB.: vielleicht seit 2. Viertel 12. Jh. belegte und wohl mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes vor den Augen getragenes Gestell mit Bügeln und zwei geschliffenen Gläsern für die Verbesserung der Sehschärfe; BM.: Beryll?; F.: Brille, Brillen+FW; Z.: Brill-e
brillieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. brillieren, hervortun, glänzen; ne. shine (V.); Vw.: -; Hw.: s. brillant, Brillant, Brillantine; Q.: 1704 (Brief); I.: Lw. frz. briller; E.: s. frz. briller, V., glänzen; it. brillare, V., brillieren; vielleicht von lat. bēryllus, M., Beryll, meergrüner Edelstein, (23/24-79 n. Chr.); gr. βήρυλλος (bḗryllos), M., Beryll, meergrüner Edelstein; aus dem Indischen, prākrit verulia-, sanskr. váidūrya-, dies geht wohl auf den dravidischen Ortsnamen vēlur zurück; L.: Kluge s. u. brillant, fehlt DW, EWD s. u. brillieren, DW2 5, 816, Duden s. u. brillieren; Son.: vgl. nschw. broljera, Sb., brillieren; nnorw. briljere, V., brillieren; poln. brylować, V., brillieren; GB.: seit 1704 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit über das Lateinische und Griechische des Altertums sowie das Altindische mit Beryll verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung des Lebens mögliches sich besonders hervortun oder glänzen; BM.: glänzen wie ein Beryll?; F.: brillieren, brilliere, brillierst, brilliert, brillierest, brillieret, brillierte, brilliertest, brillierten, brilliertet, ##brilliert, brillierte, brilliertes, brilliertem, brillierten, brillierter##, brillierend, ###brillierend, brillierende, brillierendes, brillierendem, brillierenden, brillierender###, brillier (!)+FW+EW; Z.: brill-ier-en
Brimborium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Brimborium, unnötiger Aufwand; ne. rigmarole; Vw.: -; Hw.: s. Brevier; Q.: um 1775 (Goethe); I.: Lw. frz. brimborion; E.: s. frz. brimborion, M., Kleinigkeit; mfrz. breborion, N., Gebet, Zauberformel; lat. breviārium, N., kurzes Verzeichnis, kurze Übersicht; vgl. lat. brevis, Adj., kurz, klein; idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Brimborium, DW 2, 383, EWD s. u. Brimborium, DW2 5, 816, Duden s. u. Brimborium; GB.: seit um 1775 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sehr großen unnötigen Aufwand für eine Gegebenheit oder Zielsetzung; BM.: kurz bzw. klein; F.: Brimborium, Brimboriums (!)+FW; Z.: Brimb-or-i-um
bringen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. bringen, herbeischaffen, gehören, werfen, hervorbringen, befördern; ne. bring; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bringen, anom. V., bringen, vollbringen, machen, herbringen; mnd. brengen, bringen, sw. V., sw. V., bringen; mnl. bringen, V., bringen; ahd. bringan, anom. V., bringen, geben, führen, hervorbringen, herausbringen, austauschen, zusammenfügen; as. brėngian, bringan, sw. V. (1a), bringen, vollenden; anfrk. bringan*, bringon, st. V. (3a), bringen, zurückbringen, zuführen; germ. *brengan, st. V., bringen; idg. *bʰrenk-, V., bringen, Pokorny 168 (278/111) (RB. idg. aus kelt., germ., toch.); s. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); vgl. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. bringen, Kluge s. u. bringen, EWD s. u. bringen, DW 2, 384, DW2 5, 817, EWAhd 2, 338, Falk/Torp 279, Seebold 136, Duden s. u. bringen, Bluhme s. u. bringen, Pokorny 168; Son.: vgl. afries. branga, brenga, brendza, st. V. (3a), bringen, anzeigen, angeben; saterl. branga, V., bringen; ae. bringan, briengan, bryngan, st. V. (3a), sw. V., bringen, hervorbringen, führen, darbieten; got. briggan, unr. st. V., sw. V., bringen, führen machen; nndl. brengen, V., bringen; nschw. bringa, V., bringen; nnorw. bringe, V., bringen; kymr. hebrwng, hebryngaf, V., führen, bringen; toch. B praṅk-, toch. AB präṅk-, V., entfernen, sich zurückhalten; GB.: (bringan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches befördern von Gegenständen an einen bestimmten Ort; BM.: tragen?; F.: bringen, bringe, bringst, bringt, bringest, bringet, brachte, brachtest, brachten, brachtet, brächte, brächtest, brächten, brächtet, gebracht, ##gebracht, gebrachte, gebrachtes, gebrachtem, gebrachten, gebrachter##, bringend, ###bringend, bringende, bringendes, bringendem, bringenden, bringender###, bring (!)+EW; Z.: bri-ng-en
$bringend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. bringend; Vw.: s. nutz-; E.: s. bringen, s. d; L.: fehlt DW (s. bringen); GB.: s. bringen; F.: bringend, bringende, bringendes, bringendem, bringenden, bringender+EW; Z.: bri-ng-en-d
Brink, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Brink, grüner Hügel, Lustgarten; ne. green hill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. brink, M., Rand, Ackerrain, Ackerrand, Grenzland, Grenzhügel; mnl. brinc, Sb., Anger; as. *brink?, st. M. (a?, i?), Rand, Hügel; germ. *brenkō-, *brenkōn, *brinkō, *brinkōn, sw. F. (n), Hügel, Rand; vgl. idg. *bʰrenk-, V., Adj., Sb., hervorstehen, steil, Hügel, Pokorny 167; L.: Kluge 1. A. s. u. Brink, Kluge s. u. Brink, DW 2, 391, Duden s. u. Brink, Bluhme s. u. Brink; Son.: vgl. an. brekka, sw. F. (n), steiler Hügel; me. brinke, brenke, N., Rand, Ufer; GB.: seit 18. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche und das erschließbare Altsächsische für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen grünen Hügel oder erhöhten Rasenplatz in einem Ort oder an einem Ortsrand oder später auch für einen Lustgarten; BM.: steil?; F.: Brink, Brinks (!), Brinke (!), Brinken (!)+EW; Z.: Brink
brisant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. brisant, explosiv, heikel; ne. controversial, volatile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1896; I.: Lw. frz. brisant; E.: s. frz. brisant, Adj., brisant; vgl. frz. briser, V., brechen, zerbrechen, sprengen; vulgärlat. brīsāre, V., zermalmen, zerquetschen; aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166 (275/108) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. brisant, fehlt DW, EWD s. u. brisant, DW2 5, 832, Duden s. u. brisant; Son.: vgl. nndl. brisant, Adj., brisant; nschw. brisant, Adj., brisant; nnorw. brisant, Adj., brisant; GB.: seit 1896 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Vulgärlateinischen und Gallischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches viel Zündstoff oder Sprengkraft enthaltend oder explosiv oder heikel; BM.: brechen; F.: brisant, brisante, brisantes, brisantem, brisanten, brisanter(, brisantere, brisanteres, brisanterem, brisanteren, brisanterer, brisanteste, brisantestes, brisantestem, brisantesten, brisantester)+FW; Z.: bri-s-ant
$Brisanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Brisanz, Zündstoff, Sprengkraft; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. brisant; L.: Kluge s. u. brisant, fehlt DW, EWD s. u. brisant; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zündstoff oder Sprengkraft; F.: Brisanz, Brisanzen (!)+FW+EW?; Z.: Bri-s-anz
Brise, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Brise, Lüftchen, leichter Wind; ne. breeze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1726; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt?, vgl. katal. brisa, F., Schneewind; mfrz. brize, F., Brise; L.: Kluge 1. A. s. u. Brise, Kluge s. u. Brise, fehlt DW, EWD s. u. Brise, DW2 5, 832, Duden s. u. Brise, Bluhme s. u. Brise; Son.: vgl. nndl. bries, Sb., Breese; frz. brise, F., Brise; nschw. bris, Sb., Brise; nnorw. bris, M., Brise; poln. bryza, F., Brise; GB.: seit 1726 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Katalanischen und Mittelfranzösischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen leichten Wind oder ein Lüftchen; BM.: ?; F.: Brise, Brisen (!)+FW?; Z.: Bris-e
Broccoli, nhd., M.: nhd. Broccoli; Vw.: s. Brokkoli
Broche, nhd., F.: nhd. Broche; Vw.: s. Brosche
Brocke, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Brocke, Brocken (M.), großes Stück, Teil; ne. chunk (N.); Vw.: -; Hw.: s. brechen, Bruch (M.) (1), Brocken; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. brocke, sw. M., Brocken (M.); mnd. brocke, M., Brocken (M.); ahd. brokko*, brocko*, brocco*, sw. M. (n), Brocken (M.), Stück, kleines Backwerk; as. brokko*, sw. M. (n), Brocken (M.); germ. *brukō-, *brukōn, *bruka-, *brukan, sw. M. (n), Gebrechen, Brocken (M.); idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brocke, DW 2, 393, EWAhd 2, 352, Seebold 133; Son.: vgl. afries. -; ae. broc (1), M., Brocken (M.); an. -; got. *bruka?, st. F. (ō), Brocken (M.); nndl. brock, Sb., Brocke, Brocken (M.); GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches unregelmäßig geformtes und oft von etwas ursprünglich Größerem abgebrochenes Stück oder Teil; BM.: brechen bzw. Gebrochenes; F.: Brocke, Brocken, Brockens (!)+EW; Z.: Brock-e
$bröckelig, bröcklig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bröckelig, brüchig, zerfallend, baufällig; E.: s. Brock(e), s. el, s. ig; L.: Kluge s. u. Brocken, fehlt DW, EWD s. u. Brocken; GB.: seit 1741 belegte und aus Brock(e) und el sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches brüchig oder zerfallend oder baufällig; F.: bröckelig, bröckelige, bröckeliges, bröckeligem, bröckeligen, bröckeliger(, bröckeligere, bröckeligeres, bröckeligerem, bröckeligeren, bröckeligerer, bröckeligst, bröckeligste, bröckeligstes, bröckeligstem, bröckeligsten, bröckeligster, bröcklig, bröcklige, bröckliges, bröckligem, bröckligen, bröckliger(, bröckligere, bröckligeres, bröckligerem, bröckligeren, bröckligerer, bröckligst, bröckligste, bröckligstes, bröckligstem, bröckligsten, bröckligster)+EW; Z.: bröck-el-ig
$bröckeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bröckeln, krümeln, bröseln; E.: s. Brock(e), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Brocken, DW 2, 394, EWD s. u. Brocken; GB.: seit 1517 belegte und aus Brock(e) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches krümeln oder bröseln oder zerteilen oder zerfallen (V.); F.: bröckeln, bröckel (!), bröckle, bröckele, bröckelst, bröckelt, bröckelte, bröckeltest, bröckelten, bröckeltet, gebröckelt, ##gebröckelt, gebröckelte, gebröckeltes, gebröckeltem, gebröckelten, gebröckelter##, bröckelnd, ###bröckelnd, bröckelnde, bröckelndes, bröckelndem, bröckelnden, bröckelnder###, bröckel (!)+EW; Z.: bröck-el-n
$brocken, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. brocken, hineinbrocken, hineinreiben; Vw.: s. ein-; E.: s. Brocken; L.: DW 2, 394, EWD s. u. Brocken; GB.: vielleicht seit um 790 belegte und mit Brocken verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineinbrocken oder hineinreiben; F.: brocken (!), brocke (!), brockst, brockt, brockest, brocket, brockte, brocktest, brockten, brocktet, gebrockt, ##gebrockt, gebrockte, gebrocktes, gebrocktem, gebrockten, gebrockter##, brockend, ###brockend, brockende, brockendes, brockendem, brockenden, brockender###, brock (!)+EW; Z.: brock-en
Brocken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brocken (M.), großes Stück, Teil; ne. chunk (N.); Vw.: -; Hw.: s. brechen, Bruch (M.) (1), Brocke; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. brocke, sw. M., Brocken (M.); mnd. brocke, M., Brocken (M.); ahd. brokko*, brocko*, brocco*, sw. M. (n), Brocken (M.), Stück, kleines Backwerk; as. brokko*, sw. M. (n), Brocken (M.); germ. *brukō-, *brukōn, *bruka-, *brukan, sw. M. (n), Gebrechen, Brocken (M.); idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brocke, Kluge s. u. Brocken, DW 2, 393, EWD s. u. Brocken, DW2 5, 834, EWAhd 2, 352, Seebold 133, Duden s. u. Brocken, Bluhme s. u. Brocken; Son.: vgl. afries. -; ae. broc (1), M., Brocken (M.); an. -; got. *bruka?, st. F. (ō), Brocken (M.); nndl. brock, Sb., Brocken (M.); GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches unregelmäßig geformtes und oft von etwas ursprünglich Größerem abgebrochenes großes Stück oder einen Teil; BM.: brechen bzw. Gebrochenes; F.: Brocken, Brockens+EW; Z.: Brock-en
brodeln, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. brodeln, dampfend aufwallen (V.) (1); ne. bubble (V.) up, wallop; Vw.: -; Hw.: s. Aschenbrödel, Brüche, brutzeln, prudeln; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: mhd. brodelen, brodeln, brudeln, brüdeln, sw. V., brodeln, dampfen; mnl. bordelen, V., brodeln; vgl. ahd. brod, st. N. (a), Brühe, Suppe, Lauge; germ. *bruþa-, *bruþam, *bruda-, *brudam, st. N. (a), Brühe; s. idg. *bʰréu̯-, V., brauen, Pokorny 145; idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. brodeln, Kluge s. u. brodeln, DW 2, 396, EWD s. u. brodeln, DW2 5, 836, Falk/Torp 281, Seebold 143, Duden s. u. brodeln; GB.: (brodelen) vielleicht seit 1314 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches dampfend aufwallen und dabei Blasen (F. Pl.) werfen von Flüssigkeiten; BM.: sich heftig bewegen; F.: brodeln, brodel (!), brodele, brodle, brodelst, brodelt, brodelest (!), brodlest (!), brodelet (!), brodlet (!), brodelte, brodeltest, brodelten, brodeltet, gebrodelt, ##gebrodelt##, brodelnd, ###brodelnd, brodelnde, brodelndes, brodelndem, brodelnden, brodelnder###, brodel (!)+EW; Z.: bro-d-el-n
Brodem, Broden, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Brodem, Broden, Dunst, Dampf, Hauch; ne. vapour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. brādem, st. M., Dunst; mnd. brādem, M., Brodem; mnl. bradem, Sb., Brodem; ahd. brādam*, st. M. (a), Brodem, Dunst, Dampf (M.) (1), Gluthauch; as. -; anfrk. -; germ. *brēda-, *brēdaz, *brǣda-, *brǣdaz, st. M. (a), Hauch, Brodem, Atem; s. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brodem, Kluge s. u. Brodem, DW 2, 396, EWD s. u. Brodem, DW2 5, 837, EWAhd 2, 278, Duden s. u. Brodem, Bluhme s. u. Brodem; Son.: vgl. afries. -; ae. brǣþ, st. M. (a), Brodem, Geruch, Duft, Gestank; an. -; got. -; ne. breath, N., Atem; lat. fermentum, N., Gärung, Aufgärung, Aufwallung, Gärstoff, Sauerteig; lat. fretum, N., Strömung, Flut, Brandung, flutendes Meer, brandendes Meer; GB.: (brādam) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen einen Geruch ausströmenden Dunst oder Dampf; BM.: wallen bzw. dampfen; F.: Brodem, Brodems (!)+EW; Z.: Bro-d-em
Broiler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Broiler, Brathähnchen; ne. broiler, broiler chicken; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1960; I.: Lw. ne. broiler; E.: s. ne. broiler, N., Brathühnchen; vgl. ne. broil, V., rösten, grillen; afrz. bruler, V., brennen, verbrennen, rösten; vgl. lat. ūstulāre, V., ein wenig brennen, sengen, entzünden, verbrennen, (81/79-52/50 v. Chr.), Gamillscheg 159b; lat. ūrere, V., brennen, verbrennen, enkaustisch auftragen; idg. *eus-, *h₁eu̯s-, V., brennen, Pokorny 347 (515/96) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Broiler, fehlt DW, EWD s. u. Broiler, Duden s. u. Broiler; Son.: vgl. nschw. broiler, Sb., Broiler; nnorw. broiler, M., Broiler; russ. бройлер (broiler), M., Broiler; GB.: seit um 1960 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit zu einer Mast (F.) bestimmtes schon vormenschlich mögliches Hähnchen; BM.: brennen bzw. rösten; F.: Broiler, Broilers, Broilern (!)+FW; Z.: Br-oi-l-er
Brokat, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Brokat, ein Stoff; ne. brocade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1598; I.: Lw. it. broccato; E.: s. mnd. brokāt, M., Brokat; it. broccato, M., Brokat; vgl. it. broccare, V., durchwirken; mlat. brocca, F., Bratspieß, Spieß für Fische, Anstecknadel, Nadel, (1252); vgl. lat. brocchus, Adj., mit hervorstehenden Zähnen seiend, hervorstehende Zähne habend; keltischer Herkunft; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Brokat, fehlt DW, EWD s. u. Brokat, DW2 5, 839, Duden s. u. Brokat; Son.: vgl. nndl. brokaat, Sb., Brokat; frz. brocart, M., Brokat; nschw. brokad, Sb., Brokat; nnorw. brokade, M., Brokat; poln. brokat, M., Brokat; nir. broicéad, M., Brokat; lit. brokatas, M., Brokat; GB.: seit 1598 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dem Mittelalter hergestellten schweren gemusterten Stoff mit eingewebten Goldfäden oder Silberfäden; BM.: von dem Durchwirken des Seidengewebes mit hervorstehend wirkenden Goldfäden bzw. Silberfäden; F.: Brokat, Brokats, Brokates, Brokate (!), Brokaten (!)+FW+EW; Z.: Bro-k-at
Brokkoli, Broccoli, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Brokkoli, Broccoli, ein Gemüsekohl, ein Kohl; ne. broccoli; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. it. broccoli; E.: s. it. broccoli, M. Pl., Brokkoli, Broccoli; it. broccoli, M., Sprossenkohl, Spargelkohl; vgl. it. brocco, M., Schössling, Spitze; vgl. lat. brocchus, Adj., mit hervorstehenden Zähnen seiend, hervorstehende Zähne habend; keltischer Herkunft; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Brokkoli, fehlt DW, DW2 5, 840, Duden s. u. Brokkoli; Son.: vgl. nndl. broccoli, Sb., Brokkoli, Broccoli; frz. brocoli, M., Brokkoli, Broccoli; nschw. broccoli, Sb., Brokkoli, Broccoli; nnorw. brokkoli, M., Brokkoli, Broccoli; poln. brokuły, M. Pl., Brokkoli, Broccoli; kymr. brocoli, brocilo, Sb., Brokkoli, Broccoli; nir. brocailí, M., Brokkoli, Broccoli; lit. brokolis, M., Brokkoli; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht aus Kleinasien oder dem Mittelmeerraum stammenden Gemüsekohl mit grünem Blütenstand; BM.: Spitze?; F.: Brokkoli, Brokkolis (!), Broccoli, Broccolis (!)+FW; Z.: Bro-kk-ol-i
Brom, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Brom, ein Halogen; ne. bromine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1826 (Journal); I.: Lw.; E.: s. gr. βρῶμος (brōmos), M., Gestank; s. idg. *bʰerem- (2), V., brummen, summen, Pokorny 142 (225/58) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (4), V., brummen, summen, Pokorny 135 (215/48) (RB. idg. aus ind., arm., gr., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Brom, fehlt DW, EWD s. u. Brom, DW2 5, 840, Duden s. u. Brom, Bluhme s. u. Brom; Son.: vgl. nndl. brom, Sb., Brom; frz. brome, M., Brom; nschw. brom, N., Brom; nnorw. brom, N., Brom; poln. brom, M., Brom; bret. brom, M., Brom; nir. bróimín, M., Brom; lit. bromas, M., Brom; GB.: seit 1826 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu den Halogenen gehörendes in Meerwasser und Salzlagerstätten als Bromide vorkommendes und für vielfältige Anwendungen wie Wasseraufbereitung oder Flammschutzmittel oder Schlafmittel oder Desinfektionsmittel genutztes sehr giftiges chemisches Element das bei Normaltemperatur als rotbraune Flüssigkeit auftritt und 1826 erstmals gewonnen worden war (chemisches Element Nr. 35, abgekürzt Br); BM.: unangenehmer und intensiver Geruch; F.: Brom, Broms (!)+FW; Z.: Bro-m
Brombeere, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Brombeere, Brombeerstrauch; ne. blackberry, brambleberry, bramble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. brāmberi, st. N., Brombeere; mnd. brāmbēre, N., Brombeere; ahd. brāmberi*, st. N. (ja), Brombeere, Erdbeere; as. *brāmbėri?, st. N. (ja), Brombeere; vgl. ahd. brāma, sw. F. (n), Dorn, Dornbusch, Dornstrauch, Brombeerstrauch; germ. *brēmō-, *brēmōn, *brēma-, *brēman, *brēmjō-, *brēmjōn, *brēmja-, *brēmjan, *brǣmō-, *brǣmōn, *brǣma-, *brǣman, *brǣmjō-, *brǣmjōn, *brǣmja-, *brǣmjan, Sb., Brombeerstrauch; vgl. idg. bʰerem- (1), V., Sb., hervorstehen, Spitze, Kante, Pokorny 142 (224/57) (RB. idg. aus ital., germ.); Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Beere; L.: Kluge 1. A. s. u. Brombeere, Kluge s. u. Brombeere, DW 2, 396, EWD s. u. Brombeere, DW2 5, 840, EWAhd 2, 285, Falk/Torp 262, Duden s. u. Brombeere, Bluhme s. u. Brombeere; Son.: vgl. nndl. bram, Sb., Brombeere; ne. broom, N., Ginster, Besen; GB.: (brāmberi) seit 10. Jh. belegte und aus Brom (Dorn) bzw. Bram und Beere gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu der Familie der Rosengewächse gehörende in den gemäßigten nördlichen Gebieten weit verbreitete und durch Dornen an den Ranken gekennzeichnete Pflanze deren kleine schwarze Früchte von Menschen als Obst verwendet werden; BM.: Strauch mit Dornen; BM.: Dornenstrauch; F.: Brombeere, Brombeeren+EW; Z.: Brom-bee-r-e
$bronchial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bronchial, die Bronchien oder die Luftröhre betreffend; E.: s. Bronchi(e), s. al; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bronchie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Bronch(ie) und ial gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches die Bronchien oder die Luftröhre(näste) betreffend; F.: bronchial, bronchiale, bronchiales, bronchialem, bronchialen, bronchialer+FW(+EW); Z.: bro-nch-i-al
Bronchie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bronchie, Luftröhrenast; ne. bronchus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1697; I.: Lw. mlat. bronchia; E.: s. mlat. bronchia, F., Bronchie, Luftröhrenast; lat. bronchium, N., Bronchie, Luftrhrenast, gr. βρογχία (bronchía), βρογχίη (bronchíē), F., Ende der Luftröhre, Luftröhre; vgl. idg. *gᵘ̯er- (1), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474? (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bronchie, fehlt DW, EWD s. u. Bronchie, DW2 5, 841, Duden s. u. Bronchie; Son.: vgl. nndl. bronchien, Sb., Pl., Bronchien; frz. bronche, F., Bronchie; nschw. bronk, Sb., Bronchie; nnorw. bronkie, M., Bronchie; kymr. broncws, M., Bronchie; nir. bronkas, M., Bronchie; lit. bronchai, M. Pl., Bronchien; GB.: seit 1697 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen gegabelten Teil der Luftröhre in der Lunge beziehungsweise. die Verbindungsäste zwischen Luftröhre und Lunge; BM.: verschlingen bzw. verschlungen; F.: Bronchie, Bronchien+FW; Z.: Bro-nch-ie
$Bronchitis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bronchitis; E.: s. Bronch(ie), s. itis; L.: Kluge s. u. Bronchie, fehlt DW; GB.: seit 1843 belegte und aus Bronch(ie) und itis gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Entzündung der Bronchie(n); F.: Bronchitis, Bronchitiden+FW; Z.: Bro-nch-it-is
Bronze, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn; ne. bronze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. it. bronzo; E.: s. it. bronzo, M., Bronze; weitere Herkunft ungeklärt, wohl im 14. Jahrhundert über eine arab. Zwischenstufe von pers. birinğ, pirinğ, Sb., Kupfer; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht auch arab. Ursprungs; L.: Kluge s. u. Bronze, DW 2, 397, DW2 5, 841, EWD s. u. Bronze, Duden s. u. Bronze, Bluhme s. u. Bronze; Son.: vgl. nndl. brons, Sb., Bronze; frz. bronze, F., Bronze; nschw. brons, Sb., Bronze; nnorw. bronse, M., Bronze; poln. brąz, M., Bronze; lit. bronza, F., Bronze; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Arabischen und Persischen aufgenommene Bezeichnung vor allem für eine seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. von Menschen entwickelte und seitdem verwendete Legierung von Kupfer (60 Prozent) und Zinn; BM.: Verwendung von Kupfer; F.: Bronze, Bronzen+FW; Z.: Bronz-e
$bronzen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. bronzen, aus Bronze bestehend, bronzefarben; E.: s. Bronz(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bronze, DW 2, 397, EWD s. u. Bronze; GB.: seit 1792 belegte und aus Bronz(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bronze aus Kupfer und Zinn durch den Menschen seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. mögliches aus Bronze bestehend oder bronzefarben; F.: bronzen, bronzene, bronzenes, bronzenem, bronzenen, bronzener+FW; Z.: bronz-en
$Brosam, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brosam; E.: s. Brosame; L.: Kluge s. u. Brosame; F.: Brosam, Brosamen+EW; Z.: Bro-s-am
Brosame, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Brosame, Brosamen, Krume, Krümel (eines Backwerks); ne. crumb (N.), bit; Vw.: -; Hw.: s. Brosamen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. brōseme, st. F., sw. F., Brosame, Krume; mnd. brōsme, brōseme, Sb., Brosame, Brocken (M.); mnl. brosem, brosme, F., Brosame; ahd. brōsama*, st. F. (ō), sw. F. (n), Brosame, Krume, Krümel, Brocken (M.), Bröckchen; as. brosmo*, sw. M. (n), Krümchen, Brosamen; as. brosma, st. F. (ō), sw. F. (n), Krümchen, Brosamen; anfrk. -; vgl. germ. *brusmō-, *brusmōn, *brutsmō-, *brutsmōn, sw. F. (n), Brosame; s. idg. *bʰreus- (2), V., zerbrechen, zerschlagen (V.), Pokorny 171 (287/120) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brosam, Kluge s. u. Brosame, EWD s. u. Brosame, DW 2, 398, DW2 5, 843, EWAhd 2, 357, Duden s. u. Brosame, Bluhme s. u. Brosame; Son.: auch als Brosamen, M.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. frūstum, frūstrum, N., Brocken (M.), Stückchen, Bissen; kymr. briwionyn, Sb., Brotkrume; bret. bruzun, M., Brotkrume; GB.: (brōsama) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Backens möglichen kleinen Krümel eines Backwerks; BM.: spalten?, brechen?, schneiden?; F.: Brosame, Brosamen (!)+EW; Z.: Bro-s-am-e
Brosamen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Brosamen, Brosame, Krume, Krümel (eines Backwerks); ne. crumb (N.), bit; Vw.: -; Hw.: s. Brosame; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. brōseme, st. F., sw. F., Brosame, Krume; mnd. brōsme, brōseme, Sb., Brosame, Brocken (M.); mnl. brosem, brosme, F., Brosame; ahd. brōsama*, st. F. (ō), sw. F. (n), Brosame, Krume, Krümel, Brocken (M.), Bröckchen; as. brosmo*, sw. M. (n), Krümchen, Brosamen; as. brosma, st. F. (ō), sw. F. (n), Krümchen, Brosamen; anfrk. -; vgl. germ. *brusmō-, *brusmōn, *brutsmō-, *brutsmōn, sw. F. (n), Brosame; s. idg. *bʰreus- (2), V., zerbrechen, zerschlagen (V.), Pokorny 171 (287/120) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brosam, Kluge s. u. Brosame, DW 2, 398, EWD s. u. Brosame, DW2 5, 843, EWAhd 2, 357, Duden s. u. Brosame, Bluhme s. u. Brosame; Son.: auch als Brosamen, M.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. frūstum, frūstrum, N., Brocken (M.), Stückchen, Bissen; kymr. briwionyn, Sb., Brotkrume; bret. bruzun, M., Brotkrume; GB.: (brōsama) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Backens möglichen kleinen Krümel eines Backwerks; BM.: spalten?, brechen?, schneiden?; F.: Brosamen+EW; Z.: Bro-s-am-en
Brosche, Broche, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Brosche, Broche, Anstecknadel; ne. brooch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. frz. broche; E.: s. frz. broche, F., Brosche; mlat. brocca, F., Bratspieß, Spieß für Fische, Anstecknadel, Nadel, (1252); vgl. lat. brocchus, Adj., mit hervorstehenden Zähnen seiend, hervorstehende Zähne habend; keltischer Herkunft; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Brosche, EWD s. u. Brosche, DW2 5, 844, Duden s. u. Brosche, Bluhme s. u. Brosche; Son.: s. mhd. bratsche, sw. F., Brosche, Schmucknadel; vgl. nndl. broche, Sb., Brosche; nschw. brosch, Sb., Brosche; nnorw. brosje, M., F., Brosche; poln. broszka, F., Brosche; nir. bróiste, M., Brosche; GB.: (brosche) seit 1252 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon früher entwickelte und als Schmuck getragene Anstecknadel; BM.: spitz; F.: Brosche, Broschen, Broche, Brochen+FW(+EW); Z.: Bro-sch-e
$Bröschen, nhd., N., (?): nhd. Bröschen, Brustdrüse des Rindes; L.: Kluge 1. A. s. u. Bröschen, fehlt DW; GB.: nhd. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Brustdrüse des Rindes; F.: Bröschen, Bröschens+EW; Z.: Brösch-en
broschieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. broschieren, heften, leimen; ne. stitch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Broschüre; Q.: 1718 (Brief); I.: Lw. frz. brocher; E.: s. frz. brocher, V., broschieren, mit Stichen heften; mlat. brocca, F., Bratspieß, Spieß für Fische, Anstecknadel, Nadel, (1252); lat. brocchus, Adj., mit hervorstehenden Zähnen seiend, hervorstehende Zähne habend; keltischer Herkunft; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Broschüre, EWD s. u. Broschüre, DW2 5, 844, Duden s. u. broschieren; GB.: seit 1718 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Bücher heften oder leimen (statt binden); BM.: zusammenheften; F.: broschieren, broschiere, broschierst, broschiert, broschierest, broschieret, broschierte, broschiertest, broschierten, broschiertet, ##broschiert, broschierte, broschiertes, broschiertem, broschierten, broschierter##, broschierend, ###broschierend, broschierende, broschierendes, broschierendem, broschierenden, broschierender###, broschier (!)+FW+EW; Z.: bro-sch-ier-en
Broschüre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Broschüre, kleine Schrift; ne. brochure, leaflet; Vw.: -; Hw.: s. broschieren; Q.: 1737; I.: Lw. frz. brochure; E.: s. frz. brochure, F., Broschüre; vgl. frz. brocher, V., mit Stichen heften; mlat. brocca, F., Bratspieß, Spieß für Fische, Anstecknadel, Nadel, (1252); lat. brocchus, Adj., mit hervorstehenden Zähnen seiend, hervorstehende Zähne habend; keltischer Herkunft; s. idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Broschüre, EWD s. u. Broschüre, DW2 5, 845, Duden s. u. Broschüre; Son.: vgl. nndl. brochure, Sb., Broschüre; nschw. broschyr, Sb., Broschüre; nnorw. brosjyre, M., Broschüre; poln. broszura, F., Broschüre; nir. bróisiúr, M., Broschüre; lit. brošiūra, F., Broschüre; GB.: seit 1737 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit oder schon etwas früher von Menschen entwickelte und verwendete Druckschrift geringeren Umfangs und meist aktuellen Inhalts; BM.: zusammenheften; F.: Broschüre, Broschüren+FW+EW; Z.: Bro-sch-ür-e
$Brösel, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Brösel, kleiner Krümel eines Backwerks; E.: s. Bros(ame), s. el, s. lîn; L.: Kluge s. u. Brosame, fehlt DW (aber Bröseldieb), EWD s. u. Brosame; GB.: (broselîn) vielleicht seit um 1250 belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Backens möglichen kleinen Krümel eines Backwerks; F.: Brösel, Brösels (!), Bröseln (!)+EW; Z.: Brö-s-el
$bröseln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bröseln, zerkrümeln, zerbröckeln, zerkleinern; Vw.: s. zer-; E.: s. Brösel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Brosame, EWD s. u. Brosame; GB.: seit 1588 belegte und aus Brösel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Backens mögliches zerkrümeln oder zerbröckeln oder zerkleinern oder in ziemlich kleine Stücke teilen; F.: bröseln, brösel (!), brösle, brösele, bröselst, bröselt, bröselte, bröseltest, bröselten, bröseltet, gebröselt, ##gebröselt, gebröselte, gebröseltes, gebröseltem, gebröselten, gebröselter##, bröselnd, ###bröselnd, bröselnde, bröselndes, bröselndem, bröselnden, bröselnder###, brösel (!)+EW; Z.: brö-s-el-n
Brot, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Brot, ein Gebäck; ne. bread (N.); Vw.: s. Knäcke-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brōt, st. N., Brot; mnd. brōt, N., Brot; mnl. broot, N., Brot; ahd. brōt, st. N. (a), Brot, Brotfladen, Nahrung, Speise; as. brôd*, st. N. (a), Brot; anfrk. broet, N., Brot; germ. *brauda-, *braudam, st. N. (a), Mahlbrühe, Brot; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brot, Kluge s. u. Brot, DW 2, 399, EWD s. u. Brot, DW2 5, 846, EWAhd 2, 359, Falk/Torp 281, Seebold 143, Duden s. u. Brot, Bluhme s. u. Brot, Bluhme s. u. Brot; Son.: vgl. afries. brâd, st. N. (a), Brot; saterl. brad; ae. bréad, st. N. (a), Bissen, Stück, Krume, Brot; an. brauð, st. N. (a), Brot; got. *brauþ?, st. N. (a), Brot; krimgot. broe, Sb., Brot; nndl. brood, Sb., Brot; nschw. bröd, N., Brot; nnorw. brød, N., Brot; gr. βρῦτος (brytos), N., Gerstenbier; lat. fermentum, N., Gärung, Aufgärung, Aufwallung; lat. dēfrutum, N., Most, eingekochter Fruchtsaft; GB.: (brōt) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit der Sesshaftigkeit des Menschen nachweisbares Grundnahrungsmittel aus einem Teig aus Mehl und Wasser und Triebmittel mit einer äußeren festen Kruste; BM.: wallen bzw. kochen, brauen; F.: Brot, Brots, Brotes, Brote, Broten (!)+EW; Z.: Bro-t
$Brötchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Brötchen, Semmel; E.: s. Brot, s. chen; L.: Kluge s. u. Brot, DW 2, 402 (Brotchen), EWD s. u. Brot; GB.: seit 1714 belegte und aus Brot und chen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines Brot oder eine Semmel (aus Weizenteig); F.: Brötchen, Brötchens+EW; Z.: Brö-t-chen
$brotlos, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. brotlos, kein Brot habend, arm; E.: s. Brot, s. los; L.: Kluge s. u. Brot, DW 2, 405, EWD s. u. Brot; GB.: (brōtilōs*) seit um 1000 belegte und aus Brot und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit auffälliges kein Brot habend oder arm; F.: brotlos, brotlose, brotloses, brotlosem, brotlosen, brotloser(, brotlosere, brotloseres, brotloserem, brotloseren, brotloserer, brotlosest, brotloseste, brotlosestes, brotlosestem, brotlosesten, brotlosester)+EW; Z.: bro-t-lo-s
Browser, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Browser, ein Computerprogramm; ne. browser; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1993 (Computerzeitung); I.: Lw. ne. browser; E.: s. ne. browser, N., Browser, Suchprogramm, Stöberer; vgl. ne. browse, V., durchstöbern; über Mittelenglisch von afrz. broster, V., die Triebe abgrasen; galloroman. *brustare, V., die Triebe abgrasen; vgl. gallorom. *brust, Sb., Trieb; frk. brust, Sb., Trieb, Spross, Gamillscheg 158b, vgl. etwa got. *brustjan, sw. V. (1), sprossen; letztlich von germ. *brestan, st. V., bersten; s. idg. *bʰres-, V., bersten, brechen, krachen, prasseln, Pokorny 169 (281/114) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Browser; Son.: vgl. nndl. webbrowser, M., Browser; GB.: seit 1993 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Galloromanischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes zu einer Darstellung von Webseiten des Internet notwendiges Computerprogramm wie um 2025 beispielsweise Chrome von Google oder Mozilla Firefox oder Edge von Microsoft; BM.: bersten; F.: Browser, Browsers, Browsern+FW; Z.: Brow-s-er
Bruch (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bruch (M.) (1), Brechen, Riss; ne. break (N.); Vw.: -; Hw.: s. brechen; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. bruch, st. M., Bruch (M.) (1), Brechen, Riss, Bruchteil; mnd. brōk, broke, bröke, M., Bruch (M.) (1), Spalt, Scharte; mnl. broke, M., Bruch (M.) (1); ahd. bruh, st. M. (i), Bruch (M.) (1), Riss, Bruchstück, Bruchstelle, abgebrochenes Stück; as. bruki, st. M. (i), Bruch (M.) (1), Riss; anfrk. bruch, M., Bruch (M.) (1); germ. *bruki-, *brukiz, st. M. (i), Bruch (M.) (1), Gebrochenes, Riss; vgl. idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bruch 1, Kluge s. u. Bruch 1, DW 2, 407, DW2 5, 857, EWAhd 2, 374, Falk/Torp 277, Duden s. u. Bruch, Bluhme s. u. Bruch 1; Son.: vgl. afries. breke, breze, st. M. (i), Bruch (M.) (1), Verletzung, Abbrechen, Brüche, Strafe, Sünde; saterl. breke, brek; ae. bryce (1), brice (1), st. M. (i), Bruch (M.) (1), Bruchstück; an. -; got. -; nndl. breuk, Sb., Bruch (M.) (1); nschw. bråk, N., Bruch (M.) (1); nnorw. brøk, N., Bruch (M.) (1); GB.: (bruh) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Brechen besonders unter Einwirkung von Druck oder einen Riss; BM.: brechen?; F.: Bruch, Bruches, Bruchs, Brüche (!), Brüchen (!)+EW; Z.: Bruch
Bruch (2), nhd., M., N., (11. Jh.): nhd. Bruch (M.) (2), Moor, Sumpf; ne. swamp (N.), bog (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. bruoch, st. N., st. M., Moorboden, Sumpf; mnd. brōk, N., Bruch (M.) (2); mnl. broec, broic, M., Bruch (M.) (2); ahd. bruoh*, st. N. (a)?, st. M. (a)?, Bruch (M.) (2), Sumpf, Moor, Morast; as. *brōk? (1), st. M. (a), Sumpf, Bruch (M.) (2); anfrk. -; germ. *brōka-, *brōkaz, st. M. (a), Sumpf, Bach, Bruch (M.) (2); germ. *brōka-, *brōkam, st. N. (a), Sumpf, Bach, Bruch (M.) (2); L.: Kluge 1. A. s. u. Bruch 2, Kluge s. u. Bruch 2, DW 2, 410, DW2 5, 863, EWAhd 2, 394, Falk/Torp 278, Duden s. u. Bruch 2, Bluhme s. u. Bruch 2; Son.: vgl. afries. -; ae. brōc (1), st. M. (a), Bach; an. -; got. -; nndl. broek, Sb., Sumpfland; ne. brook, N., kleiner Bach; ? kelt. brog-, Sb., feuchtes Wiesengelände?; GB.: (bruoh) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Sumpfland mit Bäumen und Sträuchern; BM.: Sumpf?; F.: Bruch, Bruches, Bruchs, Brüche (!), Brüchen (!)+EW; Z.: Bruch
Bruch (3), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Hose, Unterhose, Niederkleid; ne. trousers (Pl.), loin-cloth, breeches (Pl.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. bruoch, st. F., Hose, Unterhose; mnd. brōk, F., Hose; mnl. broec, F., Hose; ahd. bruoh*, st. F. (athem.), Hose, Lendenschurz, Beinkleider; as. brōk*, st. F. (athem.), Hose; anfrk. -; s. kelt. braca?; germ. *brōk-, *brōkō, st. F. (ō), Steiß, Hose, Beinkleid; vgl. idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bruch 3, Kluge s. u. Bruch 3, DW 2, 410, DW2 5, 864, EWAhd 2, 390; Son.: vgl. afries. brōk, F., Hose, Bruch (M.) (3); ae. brōc (2), st. F. (kons.), Hose; an. brōk, st. F. (ō), Hose, Beinkleider; got. broks, st. Sb., Hose; nndl. broek, Sb., Bruch (F.); ne. breeches, N. Pl., Breeches; gall. brāca, F., Kniehose, Pluderhose; GB.: (bruoh) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes Kleidungsstück für die Beine; BM.: brechen?; F.: Bruch+EW; Z.: Bruch
$brüchig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. brüchig, leicht brechend, gebrochen; E.: s. Bruch, s. ig; L.: Kluge s. u. Bruch 1, DW 2, 412; GB.: (schifbrüchic) seit um 1185 belegte und aus Bruch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches leicht brechend oder gebrochen; F.: brüchig, brüchige, brüchiges, brüchigem, brüchigen, brüchiger(, brüchigere, brüchigeres, brüchigerem, brüchigeren, brüchigerer, brüchigest, brüchigeste, brüchigestes, brüchigestem, brüchigesten, brüchigester)+EW; Z.: brüch-ig
$Bruchstück, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bruchstück, abgebrochenes Stück eines Ganzen; E.: s. Bruch, s. Stück; L.: Kluge s. u. Bruch 1, DW 2, 414, EWD s. u. Bruch; GB.: seit 1602 belegte und vielleicht nach lat. fragmentum aus Bruch und Stück gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches abgebrochenes Stück eines Ganzen; F.: Bruchstück, Bruchstücks, Bruchstückes, Bruchstücke, Bruchstücken+EW; Z.: Bruch—stü-ck
Brücke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Brücke, Überführung, Steg; ne. bridge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brugge, brügge, st. F., sw. F., Brücke, Gerüst; mnd. brugge, F., Brücke; mnl. brugge, F., Brücke; ahd. brugga, st. F. (jō), sw. F. (n), Brücke; as. bruggia*, st. F. (jō), sw. F. (n), Brücke; anfrk. brugga, F., Brücke; germ. *brugjō, st. F. (ō), Brücke; germ. *brugjō-, *brugjōn, sw. F. (n), Brücke; s. idg. *bʰrū- (2), *bʰrēu-, Sb., Balken, Prügel, Brücke, Pokorny 173 (291/124) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brücke, Kluge s. u. Brücke, DW 2, 414, EWD s. u. Brücke, DW2 5, 870, EWAhd 2, 370, Falk/Torp 281, Duden s. u. Brücke, Bluhme s. u. Bruecke; Son.: vgl. afries. bregge, st. F. (jō), Brücke; saterl. bregge; ae. brycg, st. F. (jō), Brücke; an. bryggja, sw. F. (n), Brücke, Hafendamm, Landungsplatz; an. bryggja, sw. F. (n), Brücke, Hafendamm, Landungsplatz; an. brū, st. F. (ō), Brücke; got. -; nndl. brug, Sb., Brücke; nschw. brygga, Sb., Brücke; nnorw. bro, bru, M., F., Brücke; ksl. brъrvъno (brivino), N., Balken; serbo-kroatisch bŕvno, Sb., Balken, Stegbrücke; GB.: (brugga) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sachlich seit der späten Jungsteinzeit mögliches Bauwerk eines Verkehrswegs (Überführung) über ein Hindernis des Weges wie beispielsweise ein Gewässer oder eine Schlucht; BM.: Balken, Prügelweg; F.: Brücke, Brücken (!)+EW; Z.: Brü-ck-e
$brücken, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. brücken, Brücke bauen; Vw.: s. über-; E.: s. Brück(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Brücke, DW 2, 416; GB.: (brukkōn*) seit um 1000 belegte und aus Brück(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der späten Jungsteinzeit mögliches eine Brücke bauen oder eine Brücke sein (V.) oder einen Weg anlegen; F.: brücken, brücke (!), brückst, brückt, brückest, brücket, brückte, brücktest, brückten, brücktet, gebrückt, ##gebrückt, gebrückte, gebrücktes, gebrücktem, gebrückten, gebrückter##, brückend, ###brückend, brückende, brückendes, brückendem, brückenden, brückender###, brück (!)+EW; Z.: brü-ck-en
$Brückenkopf, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Brückenkopf; E.: s. Brück(e), s. en (Suff.), s. Kopf; L.: DW 2, 416, EWD s. u. Brücke; GB.: vielleicht seit 1810 belegte und aus Brück(e) und en sowie Kopf gebildete Bezeichnung für eine Befestigung zu der Sicherung einer Brücke oder ein Geländestück auf einem anderen oder feindlichen Ufer; F.: Brückenkopf, Brückenkopfes, Brückenkopfs, Brückenköpfe, Brückenköpfen+EW; Z.: Brü-ck-en—ko-pf
Bruder, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bruder, männliches Geschwister; ne. brother; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bruoder, st. M., Bruder, Klostergeistlicher, Wallfahrer; mnd. brōder, M., Bruder; mnl. broeder, broder, M., Bruder; ahd. bruoder, st. M. (er), Bruder; as. brōthar, st. M. (er), Bruder; anfrk. bruother*, st. M. ®, Bruder; germ. *brōþar, *brōþer, M. (kons.), Bruder; idg. *bʰrā́tér, *bʰráh₂ter, *bʰréh₂ter, *bʰréh₂tōr, M., Angehöriger, Verwandter, Bruder, Pokorny 163 (271/104) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bruder, Kluge s. u. Bruder, DW 2, 417, EWD s. u. Bruder, DW2 5, 875, EWAhd 2, 385, Pokorny 163, Falk/Torp 280, Duden s. u. Bruder, Bluhme s. u. Bruder; Son.: vgl. afries. brōther, M. (kons.), Bruder; nnordfries. brödder, broer, M., Bruder; ae. brōþor, M. ®, Bruder; an. brōðir, M. (kons.), Bruder; got. brōþar, st. M. ®, Bruder; krimgot. bruder, M., Bruder; nndl. broeder, M., Bruder; nschw. broder, M., Bruder; nnorw. bror, M., Bruder; ai. bhrā́tar-, M., Bruder; av. brātar-, M., Bruder; osset. ärvád, M., Bruder, Verwandter; arm. ełbair, M., Bruder; nphryg. βρατερε (bratere), M., Bruter; gr. φράτηρ (phráter), M., Bruder; venet. vhraterei, M. Pl., Brüder; lat. frāter, M., Bruder; osk. fratrúm, M., Bruder; air. brāthair, brātair, M., Bruder, Angehöriger der Großfamilie; nir. brāthair, M., Bruder (im kirchlichen Sinn), Mönch; kymr. brawd, M., Bruder; apreuß. brāti, M., Bruder; lit. broterėlis, brožis, brólis, M., Bruder; lett. brãlis, bãlis, M., Bruder; ksl. bratrъ, M., Bruder; russ. брат (brat), M., Bruder; russ. батя (bátja), M., Vater; poln. brat, M., Bruder; toch. A pracar, M., Bruder; toch. B procer, M., Bruder; GB.: (bruoder) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Mann mit gleichem Vater und gleicher Mutter wie ein weiterer Mensch oder danach übertragen (Adj.) einen Angehörigen des gleichen geistlichen Ordens; BM.: ?; F.: Bruder, Bruders, Brüder, Brüdern+EW; Z.: Bruder
$brüderlich, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. brüderlich, Bruder betreffend; E.: s. Bruder, s. lich; L.: Kluge s. u. Bruder, DW 2, 421, EWD s. u. Bruder; GB.: (bruoderlīh*) seit um 800 belegte und vielleicht unter lateinischem Einfluss (fraternus) aus Bruder und lich gebildete Bezeichnung für einen Bruder betreffend; F.: brüderlich, brüderliche, brüderliches, brüderlichem, brüderlichen, brüderlicher(, brüderlichere, brüderlicheres, brüderlicherem, brüderlicheren, brüderlicherer, brüderlichst, brüderlichste, brüderlichstes, brüderlichstem, brüderlichsten, brüderlichster)+EW; Z.: brüder—lich
$Brüderlichkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Brüderlichkeit; E.: s. brüderlich, s. heit, s. keit; L.: DW 2, 421, EWD s. u. Bruder; F.: Brüderlichkeit, Brüderlichkeiten+EW; GB.: (bruoderlichheit*) vielleicht seit 1390 belegte und möglicherweise unter Einfluss des Lateinischen aus brüderlich und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche unter Brüdern übliche Beziehung; Z.: Brüder—lich—kei-t
$Brüderschaft, Bruderschaft, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Brüderschaft; E.: s. Bruder, s. schaft; L.: Kluge s. u. Bruder, EWD s. u. Bruder; GB.: (bruoderskaf*) seit 863-871 belegte und aus Bruder und schaft vielleicht nach lat. fraternitas gebildete Bezeichnung für eine unter Brüdern und übertragen (Adj.) für Angehörige eines geistlichen Ordens übliche Beziehung; F.: Brüderschaft, Brüderschaften, Bruderschaft, Bruderschaften+EW; Z.: Brüder-schaf-t
$Brudler, nhd., M.: nhd. Brudler, Brauer, Koch; E.: s. brod(e)ln, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. brodeln, fehlt DW; GB.: aus brod(e)l(n) und er (Suff.) gebildete süddeutsche Bezeichnung für Brauer oder Koch; F.: Brudler, Brudlers (!), Brudlern (!)+EW; Z.: Bru-d-l-er
$Brühe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Brühe, Aufguss, Suppe, verunreinigtes Wasser; Vw.: s. Kraft-; E.: s. brühe(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Brühe, Kluge s. u. brühen, DW 2, 423, EWD s. u. brühen; GB.: (brüeje) seit 1300 belegte und mit brühen verbindbare Bezeichnung für einen heißen Aufguss oder eine Suppe oder auch abwertend für verunreinigtes Wasser: Brühe, Brühen+EW; Z.: Brüh-e
brühen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. brühen, überbrühen, mit kochendem Wasser übergießen, in Wasser kochen; ne. brew (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. brüejen, brüegen, brüen, sw. V., brühen, sengen, brennen, verbrühen, verbrennen; mnd. brogen, broien, sw. V., brühen, kochen; mnl. broeien, V., brühen; ahd. *bruoen?, sw. V., brühen, (firbruoen); s. germ. *brōjan, sw. V., sengen, brühen; idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; s. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brühe, Kluge s. u. brühen, DW 2, 424, EWD s. u. brühen, DW2 5, 883, EWAhd 2, 389, Falk/Torp 264, Duden s. u. brühen, Bluhme s. u. bruehen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *brōjan?, sw. V. (1), brühen; nndl. broeien, V., brühen; nschw. brygga, V., brühen; GB.: (brüejen) seit 1187/1189 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches mit kochendem Wasser übergießen; BM.: wallen bzw. kochen; F.: brühen (!), brühe (!), brühst, brüht, brühest, brühet, brühte, brühtest, brühten, brühtet, gebrüht, ##gebrüht, gebrühte, gebrühtes, gebrühtem, gebrühten, gebrühter##, brühend, ###brühend, brühende, brühendes, brühendem, brühenden, brühender###, brüh (!)+EW; Z.: brüh-en
Brühl, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Brühl, feuchte Wiese; ne. wet meadow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. brüel, M., Brühl, feuchte Wiese; mnd. brȫil, brȫgil, M., Brühl, feuchte Niederung, Buschwerk in sumpfiger Gegend; mnl. bruel, M., Brühl; lat. brogilus, feuchte Wiese; s. gall. *brogilos, M., feuchte Wiese?; von einem idg. *mrog-, Sb., Brackwasser?; vgl. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brühl, Kluge s. u. Brühl, DW 2 426 (Brül), DW2 5, 884, EWAhd 2, 368; Son.: vgl. nndl. briel, Sb., Brühl; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche feuchte Wiese; F.: Brühl, Brühles, Brühls, Brühle, Brühlen+FW+EW; Z.: Brü-h-l
$brühwarm, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. brühwarm, sehr warm, sehr schnell; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. brüh(en), s. warm; L.: DW 2, 426, EWD s. u. brühen; GB.: seit 1695 belegte und aus brüh(en) und warm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches sehr warm oder sehr schnell; F.: brühwarm, brühwarme, brühwarmes, brühwarmem, brühwarmen, brühwarmer+EW; Z.: brüh—war-m
brüllen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. brüllen, schreien; ne. yell (V.), roar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1277 (Partenopier und Meliur des Konrad von Würzburg); E.: mhd. brüelen, sw. V., brüllen; mnd. brullen, sw. V., brüllen; wohl lautmalend, vielleicht ein vd. *brōlja- als Grundlage; L.: Kluge 1. A. s. u. brüllen, Kluge s. u. brüllen, EWD s. u. brüllen, DW 2, 426, DW2 5, 885, Duden s. u. brüllen, Bluhme s. u. bruellen; Son.: vgl. nndl. brullen, V., brüllen; nnorw. brøle, V., brüllen; GB.: (brüelen) seit um 1227 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches die Stimme durchdringend laut und dumpf ertönen lassen oder schreien; BM.: lautmalend?; F.: brüllen, brülle, brüllst, brüllt, brüllest, brüllet, brüllte, brülltest, brüllten, brülltet, gebrüllt, ##gebrüllt, gebrüllte, gebrülltes, gebrülltem, gebrüllten, gebrüllter##, brüllend, ###brüllend, brüllende, brüllendes, brüllendem, brüllenden, brüllender###, brüll (!)+EW(?); Z.: brül-l-en
$Brummbass, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Brummbass; E.: s. brumm(en), s. Bass; L.: fehlt DW, EWD s. u. brummen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus brumm(en) und Bass gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche tiefe Männerstimme oder eine Bassgeige; F.: Brummbass, Brummbasses, Brummbässe, Brummbässen+EW+FW; Z.: Bru-m-m—bass
$brummeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. brummeln; E.: s. brumm(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. brummen, DW 2, 428, EWD s. u. brummen; GB.: vielleicht seit 1472 (GrimmDW2) belegte und aus brumm(en) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches leise brummen oder leise sprechen; F.: brummeln, brummel (!), brummle, brummele, brummelst, brummelt, brummelte, brummeltest, brummelten, brummeltet, gebrummelt, ##gebrummelt, gebrummelte, gebrummeltes, gebrummeltem, gebrummelten, gebrummelter##, brummelnd, ###brummelnd, brummelnde, brummelndes, brummelndem, brummelnden, brummelnder###, brummel (!)+EW; Z.: bru-m-m-el-n
brummen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. brummen, einen lang gezogenen tiefen kräftigen Laut hervorbringen, ein vibrierendes Geräusch machen; ne. buzz (V.), hum (V.), grumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. brummen, sw. V., brummen, summen; mnd. brummen, sw. V., brummen, murren, knurren; mnd. brammen, V., brummen; mnl. brommen, sw. V., brummen; ahd. brummen*, sw. V. (1), schreien, ranzen, röhren, brünstig grunzen; as. -; anfrk. -; s. germ. *breman, st. V., brüllen; idg. *bʰerem- (2), V., brummen, summen, Pokorny 142 (225/58) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. bʰer- (4), V., brummen, summen, Pokorny 135 (215/48) (RB. idg. aus ind., arm., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. brummen, Kluge s. u. brummen, DW 2, 428, EWD s. u. brummen, DW2 5, 888, EWAhd 2, 374, Falk/Torp 279, Seebold 135, Duden s. u. brummen, Bluhme s. u. brummen; Son.: vgl. nndl. brommen, V., brummen; nschw. brumma, V., brummen; nnorw. brumme, V., brummen; lat. fremere, V., brummen, summen, dumpf brüllen; ? gr. βρέμειν (brémein), V., brausen, rauschen, tosen; kymr. brefu, V., blöken, brüllen; poln. brzmieć, V., läuten, klingeln; bulg. бръмча, V., brummen; lit. brenzgu, V., klirren, klopfen; GB.: (brummen) seit 12. Jh.) belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie wohl lautmalend entstandene Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches einen lang gezogenen tiefen kräftigen Laut hervorbringen; BM.: lautmalend?; F.: brummen, brumme, brummst, brummt, brummest, brummet, brummte, brummtest, brummten, brummtet, gebrummt, ##gebrummt, gebrummte, gebrummtes, gebrummtem, gebrummten, gebrummter##, brummend, ###brummend, brummende, brummendes, brummendem, brummenden, brummender###, brumm (!)+EW; Z.: bru-m-m-en
$Brummer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Brummer, Brummender; E.: s. brumm(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. brummen, DW 2, 429, EWD s. u. brummen; GB.: seit 1512 belegte und aus brumm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Brummenden wie beispielsweise auch ein größeres Insekt oder später ein Lastkraftfahrzeug; F.: Brummer, Brummers, Brummern+EW; Z.: Bru-m-m-er
$brummig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. brummig, brummend, tieftonig, mürrisch; E.: s. brumm(en), s. ig; L.: Kluge s. u. brummen, DW 2, 430, EWD s. u. brummen; GB.: vielleicht seit 1820 belegte und aus brumm(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches brummend oder tieftonig oder auch mürrisch oder schlecht gelaunt; F.: brummig, brummige, brummiges, brummigem, brummigen, brummiger(, brummigere, brummigeres, brummigerem, brummigeren, brummigerer, brummigst, brummigste, brummigstes, brummigstem, brummigsten, brummigster)+EW; Z.: bru-m-m-ig
brünett, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. brünett, bräunlich, braunhaarig; ne. brunette (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. braun, s. Brünette; Q.: 18. Jh. (?); I.: Lw. frz. brunet; E.: s. frz. brunet, Adj., brünett; vgl. frz. brun, Adj., braun; aus einer germ. Sprache, s. germ. *brūna-, *brūnaz, Adj., braun, rotbraun, funkelnd; idg. *bʰrouno-, *bʰrūno-, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. brünett, fehlt DW 2, 430 (aber Brünette), EWD s. u. brünett, DW2 5, 892, Duden s. u. brünett; Son.: vgl. nndl. brunette, Adj., brünett; nschw. brunett, Adj., brünett; nnorw. brunett, Adj., brünett; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar einer germanistischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches bräunlich oder braunhaarig; BM.: glänzen?; F.: brünett, brünette, brünettes, brünettem, brünetten, brünetter(, brünettere, brünetteres, brünetterem, brünetteren, brünetterer, brünetteste, brünettestes, brünettestem, brünettesten, brünettester)+FW(+EW); Z.: brü-n-ett
$Brünette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Brünette, braunhaarige Frau; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. brunette; E.: s. brünett, s. e (Suff.); L.: DW 2, 430, EWD s. u. brünett; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar einer germanistischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche braunhaarige Frau; F.: Brünette, Brünetten (!)+FW(+EW); Z.: Brü-n-ett-e
Brunft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Brunft, Brunst, Paarungszeit; ne. rut (N.), heat (N.); Vw.: -; Hw.: s. Brunst; Q.: nach 1291 (Reinfried von Braunschweig); E.: mhd. brunft, st. F., Brunft, Gebrüll, Brunstzeit, Geschrei; zu ahd. breman*, st. V. (4), brüllen; germ. *breman, st. V., brüllen; idg. *bʰerem- (2), V., brummen, summen, Pokorny 142 (225/58) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *bʰer- (4), V., brummen, summen, Pokorny 135 (215/48) (RB. idg. aus ind., arm., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brunft, Kluge s. u. Brunft, DW 2, 431, EWD s. u. Brunft, DW2 5, 893, Duden s. u. Brunft, Bluhme s. u. Brunft; Son.: die Wörter Brunft und Brunst haben sich wohl gegenseitig beeinflusst; GB.: seit nach 1291 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche und durch Gebrüll oder Laute gekennzeichnete Paarungszeit besonders des Schalenwilds; BM.: brummen; F.: Brunft, Brünfte (!), Brünften (!)+EW; Z.: Brun-ft
$brunften, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. brunften, sich paaren wollen (V.); E.: s. Brunft, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Brunft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Brunft und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich (als Schalenwild) brunftgemäß verhalten (V.), sich paaren wollen (V.); F.: brunften (!), brunfte (!), brunftest, brunftet, brunftete, brunftetest, brunfteten, brunftetet, gebrunftet, ##gebrunftet, gebrunftete, gebrunftetes, gebrunftetem, gebrunfteten, gebrunfteter##, brunftend, ###brunftend, brunftende, brunftendes, brunftendem, brunftenden, brunftender###, brunft (!)+EW; Z.: brun-ft-en
Brunne, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Brunne, Quell, Brunnen; ne. well (N.), spring (N.); Vw.: -; Hw.: s. Brunnen, Born; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. brunne, sw. M., Brunnen, Quelle, Quellwasser, Ursprung, Harn; ahd. brunno, prunno, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born, Wasser, Ursprung; as. brunno*, sw. M. (n), Born, Quelle, Quellwasser; anfrk. brunno*, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born; germ. *brunnō-, *brunnōn, *brunna-, *brunnan, sw. M. (n), Quelle, Born; idg. *bʰrun-, Sb., Hervorsprudelndes, Quelle, Pokorny 144; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132; L.: DW 2, 433, DW2 5, 894, EWAhd 2, 381; Son.: vgl. afries. burna, sw. M. (n), Born, Quelle, Brunnen; nfries. bearne; ae. burna, brunna, sw. M. (n), Born, Quell, Bach, Brunnenwasser; an. brunnr, st. M. (a), Quell, Brunnen; got. brunna, krimgot., sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born; nndl. bron, Sb., Brunn, Brunnen; nschw. brunn, Sb., Brunn, Brunnen; nnorw. brønn, M., Brunn, Brunnen; arm. albewr, Sb., Quelle; gr. φρέαρ (phréar), N., Brunnen, Zisterne; GB.: (brunno) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete technische Anlage zu einer dauerhaften Gewinnung und Nutzung von Grundwasser; BM.: wallen (V.) (1); F.: Brunne, Brunnens, Brunnen+EW; Z.: Bru-nn-e
Brünne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Brünne, Brustpanzer; ne. byrnie, coat of mail, ring armour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brünne, st., sw. F., Brustharnisch; mhd. brünje, bronje, st. F., sw. F., Brünne, Brustharnisch; mnd. brünne, brönje, bronnie, bronnige, F., Brünne; mnl. bronie, F., Brünne; ahd. brunna, st. F. (jō), sw. F. (n), Brünne, Brustpanzer, Brustharnisch, Rüstung; ahd. brunnī*, st. F. (ī), Brünne, Brustpanzer, Brustharnisch, Rüstung; lat.-ahd. brunia*, F., Brünne, Harnisch; as. brunnia*, st. F. (jō), sw. F. (n), Brünne, Brustharnisch?; anfrk. -; germ. *brunjō-, *brunjōn, sw. F. (n), Brünne, Brustharnisch; wohl aus dem Gallischen; s. idg. bʰreus- (1), V., schwellen, sprießen, Pokorny 170 (286/119) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); vgl. idg. bʰreu-, V., sprießen, schwellen, Pokorny 169 (282/115) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brünne, Kluge s. u. Brünne, DW 2, 435, EWD s. u. Brünne, EWAhd 2, 379, DW2 5, 893, Falk/Torp 282, Duden s. u. Brünne, Bluhme s. u. Bruenne; Son.: vgl. afries. -; ae. byrne, sw. F. (n), Brünne; an. brynja, sw. F. (n), Brünne; got. brunjō, sw. F. (n), Brustharnisch, Brünne; frz. broigne, F., Brünne; nnorw. brynje, M., F., Brünne; air. bruinne, M., Brust; air. brú, M., F., Bauch, Leib; mkymr. bronn, F.?, Brust; bret. bronn, F., Brust; afrz. broigne, F., Brustharnisch; ksl. brъńa, Sb. Pl., Brustharnische; apreuß. brunyos, Sb., Brustharnisch; lett. bruņas, F. Pl., Brustharnisch; GB.: (brunnī) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl aus dem Gallischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Teil einer Rüstung eines Kriegers wohl in Altertum und Mittelalter; BM.: schwellen?; F.: Brünne, Brünnen+FW(+EW); Z.: Brü-nn-e
Brunnen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Brunnen, Quell; ne. well (N.), fountain, burn (dial.); Vw.: -; Hw.: s. Born, Brunne; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brunne, sw. M., Brunnen, Quelle, Quellwasser, Ursprung; mnd. borne, born, M., Brunnen; mnl. born, borne, M., Brunnen; ahd. brunno, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born, Wasser, Ursprung; as. brunno*, sw. M. (n), Born, Quelle, Quellwasser; anfrk. brunno*, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born; germ. *brunnō-, *brunnōn, *brunna-, *brunnan, sw. M. (n), Quelle, Born; idg. *bʰrun-, Sb., Hervorsprudelndes, Quelle, Pokorny 144; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brunn, Kluge s. u. Brunne, EWD s. u. Brunnen, DW 2, 433, DW2 5, 894, EWAhd 2, 381, Falk/Torp 264, Seebold 144, Duden s. u. Brunnen, Bluhme s. u. Brunnen; Son.: vgl. afries. burna, sw. M. (n), Born, Quelle, Brunnen; nfries. bearne; ae. burna, brunna, sw. M. (n), Born, Quell, Bach, Brunnenwasser; an. brunnr, st. M. (a), Quell, Brunnen; got. brunna, krimgot., sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born; nndl. bron, Sb., Brunnen; nschw. brunn, Sb., Brunnen; nnorw. brønn, M., Brunnen; arm. albewr, Sb., Quelle; gr. φρέαρ (phréar), N., Brunnen, Zisterne; GB.: (brunno) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete technische Anlage zu einer dauerhaften Gewinnung und Nutzung von Grundwasser; BM.: wallen (V.) (1); F.: Brunnen, Brunnens+EW; Z.: Bru-nn-en
$Brunnenkresse, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Brunnenkresse; E.: s. Brunnen, s. Kresse; L.: DW 2, 436, EWD s. u. Kresse; GB.: (brunnekresso*) seit 11. Jh. belegte und aus Brunnen und Kresse gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl mit Brunnen verbundene essbare und sehr gesunde kleine Pflanze; F.: Brunnenkresse, Brunnenkressen (!)+EW; Z.: Bru-nn-en—kress-e
Brunst, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Brunst, Feuersbrunst, Entzündung des Opfers, Morgenröte; ne. rut (N.), heat (N.); Vw.: s. In-; Hw.: s. Brunft; Q.: Ende 8. Jh.; E.: mhd. brunst, st. F., Brennen, Brand, Glut, Hitze, Verwüstung durch Feuer; mnd. brunst, F., Brunst, Inbrunst, Feuersbrunst; mnl. bronst, F., Brunst; ahd. brunst*, st. F. (i), „Brunst“, „Brennen“, Brand, Glut, Hitze, Entzündung, Verbrennen, Hautentzündung; as. -; anfrk. -; germ. *brunsti-, *brunstiz, st. F. (i), Brand, Brennen; s. idg. *gᵘ̯ʰrenu-, Sb., V., Hervorsprudelndes, Brand, brennen; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brunst, Kluge s. u. Brunst, EWD s. u. Brunst, DW 2, 437, DW2 5, 899, EWAhd 2, 384, Falk/Torp 263, Seebold 138, Duden s. u. Brunst, Bluhme s. u. Brunst; Son.: die Wörter Brunft und Brunst haben sich wohl gegenseitig beeinflusst; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. brunsts, st. F. (i), Brennen, Brand; nndl. bronst, Sb., Brunst; nschw. brunst, Sb., Brunst, Brunft; GB.: (brunst) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche und durch auffälliges Verhalten (Paarungsbereitschaft) gekennzeichnete Paarungszeit besonders des Schalenwilds; BM.: wallen bzw. sich heftig bewegen; F.: Brunst, Brünste (!), Brünsten (!)+EW; Z.: Bru-n-st
$brünstig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. brünstig; Vw.: s. in-; E.: s. Brunst, s. ig; L.: DW 2, 439, EWD s. u. Brunst, DW2 5, 901; GB.: (brünstic*) seit 1250-1300 belegte und aus Brunst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches paarungsbereit oder entbrannt oder brennbar; F.: brünstig, brünstige, brünstiges, brünstigem, brünstigen, brünstiger(, brünstigere, brünstigeres, brünstigerem, brünstigeren, brünstigerer, brünstigst, brünstigste, brünstigstes, brünstigstem, brünstigsten, brünstigster)+EW; Z.: brü-n-st-ig
$Brunstzeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Brunstzeit; E.: s. Brunst, s. Zeit; L.: Kluge 1. A. s. u. Brunst, fehlt DW (s. aber Brunftzeit), EWD s. u. Brunst; GB: seit 1579 belegte und aus Brunst und Zeit gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Paarungszeit des Schalenwilds; F.: Brunstzeit, Brunstzeiten+EW; Z.: Bru-n-st—zei-t
brunzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. brunzen, pissen, urinieren, Harn lassen, Wasser lassen; ne. piss (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Wolfdietrich Red. D); E.: mhd. brunzen, sw. V., brunzen, pissen, Harn lassen; wohl abgeleitet von mhd. brunne, sw. M., Brunnen, Quelle, Quellwasser, Ursprung; ahd. brunno, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born, Wasser; germ. *brunnō-, *brunnōn, *brunna-, *brunnan, sw. M. (n), Quelle, Born; idg. *bʰrun-, Sb., Hervorsprudelndes, Quelle, Pokorny 144; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. brunzen, DW 2, 441, DW2 5, 903, Duden s. u. brunzen; GB.: (brunzen) seit um 1300 belegte und wohl von Brunnen abgeleitete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches pissen oder Harn lassen oder Wasser lassen oder urinieren höherer Lebewesen; BM.: einen Brunnen machen; F.: brunzen, brunze, brunzt, brunzest, brunzet, brunzte, brunztest, brunzten, brunztet, gebrunzt, ##gebrunzt, gebrunzte, gebrunztes, gebrunztem, gebrunzten, gebrunzter##, brunzend, ###brunzend, brunzende, brunzendes, brunzendem, brunzenden, brunzender###, brunz (!)+EW; Z.: bru-nz-en
brüsk, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. brüsk, schroff, barsch, rücksichtslos; ne. brusque; Vw.: -; Hw.: s. brüskieren; Q.: 1773; I.: Lw. frz. brusque; E.: s. frz. brusque, Adj., brüsk; it. brusco, Adj., knorrig, rau, unfreundlich; mlat. bruscus, M., Mäusedorn; lat. bruscum, N., Schwamm am Ahornbaum, Auswuchs am Waldahorn, (23/24-79 n. Chr.); Herkunft nicht geklärt, vielleicht aus dem Keltischen, vielleicht von idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß (M.) (1), Pokorny 479? (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. brüsk, fehlt DW, EWD s. u. brüsk, DW2 5, 904, Duden s. u. brüsk, s. Walde/Hofmann 1, 117; Son.: vgl. nndl. bruusk, Adj., brüsk; nschw. brysk, Adj., brüsk; nnorw. brysk, Adj., brüsk; GB.: seit 1773 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie in der Herkunft nicht geklärte und vielleicht mit dem Keltischen oder dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unerwartet unhöflich oder schroff oder barsch oder rücksichtslos; BM.: rau?; F.: brüsk, brüske, brüskes, brüskem, brüsken, brüsker(, brüskere, brüskeres, brüskerem, brüskeren, brüskerer, brüskeste, brüskestes, brüskestem, brüskesten, brüskester)+FW(+EW); Z.: bru-sk
brüskieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. brüskieren, beleidigen, grob behandeln; ne. snub (V.), rebuff (V.); Vw.: -; Hw.: s. brüsk; Q.: 1741; I.: Lw. frz. brusquer; E.: s. frz. brusquer, V., rücksichtslos behandeln; vgl. frz. brusque, Adj., brüsk; it, brusco, Adj., knorrig, rau, unfreundlich; mlat. bruscus, M., Mäusedorn; lat. bruscum, N., Schwamm am Ahornbaum, Auswuchs am Waldahorn, (23/24-79 n. Chr.); Herkunft nicht geklärt, vielleicht aus dem Keltischen, vielleicht von idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß (M.) (1), Pokorny 479? (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. brüsk, fehlt DW, EWD s. u. brüsk, DW2 5, 904, Duden s. u. brüskieren; GB.: seit 1741 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Mittellateinischen sowie dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der Herkunft nicht geklärte sowie vielleicht mit dem Keltischen oder dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches beleidigen oder grob behandeln; BM.: rau?; F.: brüskieren, brüskiere, brüskierst, brüskiert, brüskierest, brüskieret, brüskierte, brüskiertest, brüskierten, brüskiertet, ##brüskiert, brüskierte, brüskiertes, brüskiertem, brüskierten, brüskierter##, brüskierend, ###brüskierend, brüskierende, brüskierendes, brüskierendem, brüskierenden, brüskierender###, brüskier (!)+FW(+EW); Z.: brü-sk-ier-en
Brust, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Brust, ein bei Frauen auch Milchdrüsen umfassender Körperteil zwischen Hals und Bauch; ne. breast, chest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. brust, prust, st. F., Brust, milchgebende Brust, Bekleidung, Herz, Brusthöhle, Mutterleib; mnd. borst, F., Brust, Busen; mnl. borst, F., Brust; ahd. brust, st. F. (i, athem.), Brust, Herz, Inneres; as. briost*, breost*, st. N. (a), Brust; anfrk. -; germ. *brusti- (1), *brustiz, st. F. (i), Brust; s. idg. *bʰreus- (1), V., schwellen, sprießen, Pokorny 170 (286/119) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); idg. *bʰreu-, V., sprießen, schwellen, Pokorny 169 (282/115) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brust, Kluge s. u. Brust, DW 2, 443, EWD s. u. Brust, DW2 5, 904, EWAhd 2, 399, Falk/Torp 283, Duden s. u. Brust, Bluhme s. u. Brust; Son.: vgl. afries. brust, burst, borst, st. F. (i), Brust; saterl. brust; ae. -; an. brjōst, st. N. (a?), Brust, Giebel (M.) (1), Sinn, Geist; got. brusts, F. (kons.) Pl., Brust, (Eingeweide), Herz, Gemüt; nndl. borst, Sb., Brust; nschw. bröst, N., Brust; nnorw. bryst, N., Brust; kymr. brest, F., Brust; air. brú, F., N., Brust, Bauch, Mutterleib; atschech. břucho, Sb., Bauch; poln. brzuch, M., Bauch; GB.: (brust) seit um 765) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den vorderen Teil des Rumpfes bei Menschen und etwas höheren Tieren; BM.: schwellen?; F.: Brust, Brüste, Brüsten (!)+EW; Z.: Bru-s-t
$Brustbild, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Brustbild; E.: s. Brust, s. Bild; L.: DW 2, 447, EWD s. u. Brust; GB.: (brustbilede*) seit 1425 belegte und aus Brust und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Kopf und Oberkörper eines Menschen darstellendes Bild oder Abbild; F.: Brustbild, Brustbilds, Brustbildes, Brustbilder, Brustbildern+EW; Z.: Bru-s-t—bild
$brüsten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. brüsten, in die Brust werfen, prahlen, fiebern; E.: s. Brust, s. en; L.: Kluge s. u. Brust, DW 2, 448, EWD s. u. Brust; GB.: (brüsten) um 1254 belegte und aus Brust und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich in die Brust werfen oder prahlen oder fiebern; F.: brüsten (!), brüste (!), brüstest, brüstet, brüstete, brüstetest, brüsteten, brüstetet, gebrüstet, ##gebrüstet, gebrüstete, gebrüstetes, gebrüstetem, gebrüsteten, gebrüsteter##, brüstend, ###brüstend, brüstende, brüstendes, brüstendem, brüstenden, brüstender###, brüst (!)+EW; Z.: brü-s-t-en
$Brustkorb, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Brustkorb; E.: s. Brust, s. Korb; L.: fehlt DW, EWD s. u. Brust; GB.: seit 1885 belegte und aus Brust und Korb gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche korbartig ausgebildete Gesamtheit der Knochen der Brust des Menschen und höherer Tiere; F.: Brustkorb, Brustkorbs, Brustkorbes, Brustkorbe, Brustkörbe, Brustkorben, Brustkörben+EW+FW; Z.: Bru-s-t—kor-b
$Brüstung, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Brüstung, Brustwehr; E.: s. brüst(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Brust, DW 2, 452, EWD s. u. Brust; GB.: seit 1822 belegte und aus brüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete brusthohe Mauer oder Brustwehr; F.: Brüstung, Brüstungen+EW; Z.: Brü-s-t-ung
Brut, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Brut, Nachwuchs; ne. brood (N.); Vw.: -; Hw.: s. brüten; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. bruot, pruot, st. F., st. M., Brut, Brüten, Hitze, Ausbrüten, Brützeit, Ei, Laich, Ausgebrütetes; mnd. brōt, N., Brut, Fischbrut, Laich; mnl. broet, F., Brut; vgl. mhd. brüeten, sw. V., brüten, erwärmen, nähren; ahd. bruoten, sw. V. (1a), brüten, ausbrüten, warmhalten, wärmen, nähren, hegen, umhegen, pflegen; germ. *brōdjan?; vgl. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133?; idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132? (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brut, Kluge s. u. Brut, DW 2, 453, EWD s. u. Brut, DW2 5, 916, Duden s. u. Brut, Bluhme s. u. Brut; GB.: (bruot) seit um 1270 belegte und aus brüten gebildete Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche Ausbrüten von Eiern bzw. die aus einem Gelege von Eiern geschlüpften Jungtiere eines höheren Lebewesens; BM.: wallen bzw. heftig bewegen?; F.: Brut, Bruten+EW; Z.: Bru-t
brutal, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. brutal, grausam, gewalttätig, roh, gefühllos; ne. brutal, brute (Adj.), savage (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Brutalität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. brūtālis; E.: s. lat. brūtālis, Adj., tierisch, unvernünftig; vgl. lat. brūtus, Adj., schwer, schwerfällig, stumpf, gefühllos, blöde; osk.-umbr. Herkunft; s. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. brutal, DW 2, 454, EWD s. u. brutal, DW2 5, 919, Duden s. u. brutal; Son.: vgl. nndl. bruut, Adj., brutal; frz. brutal, Adj., brutal; nschw. brutal, Adj., brutal, gewalttätig; nnorw. brutal, Adj., brutal, gewalttätig; poln. brutalny, Adj., brutal; nir. brúidiúil, Adj., brutal; lit. brutalus, Adj., brutal; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Oskisch-Umbrischen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches grausam oder gewalttätig oder roh oder gefühllos; BM.: schwer?; F.: brutal, brutale, brutales, brutalem, brutalen, brutaler(, brutalere, brutaleres, brutalerem, brutaleren, brutalerer, brutalste, brutalstes, brutalstem, brutalsten, brutalster)+FW+EW; Z.: bru-t-al
$brutalisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. brutalisieren, gewalttätig sein (V.) oder gewalttätig werden oder verrohen oder verkommen (V.); Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. brutal, s. is, s. ier, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. brutal; GB.: seit 1719 belegte und aus brutal und is sowie ier und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gewalttätig sein (V.) oder verrohen oder verkommen (V.); F.: brutalisieren, brutalisiere, brutalisierst, brutalisiert, brutalisierest, brutalisieret, brutalisierte, brutalisiertest, brutalisierten, brutalisiertet, ##brutalisiert, brutalisierte, brutalisiertes, brutalisiertem, brutalisierten, brutalisierter##, brutalisierend, ###brutalisierend, brutalisierende, brutalisierendes, brutalisierendem, brutalisierenden, brutalisierender###, brutalisier (!)+FW(+EW); Z.: bru-t-al-is-ier-en
Brutalität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Brutalität, Grausamkeit, Gewalttätigkeit, Rohheit, Gefühllosigkeit; ne. brutality; Vw.: -; Hw.: s. brutal; Q.: 1598; I.: Lw. mlat. brūtālitās; E.: s. mlat. brūtālitās, F., Tierischheit, Tierisches, Tierhaftes, Brutalität, Dummheit; vgl. lat. brūtālis, Adj., tierisch, unvernünftig; vgl. lat. brūtus, Adj., schwer, schwerfällig, stumpf, gefühllos, blöde; osk.-umbr. Herkunft; s. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. brutal, fehlt DW, EWD s. u. brutal, DW2 5, 920, Duden s. u. Brutalität; Son.: vgl. nschw. brutalitet, Sb., Brutalität; nnorw. brutalitet, M., Brutalität; poln. brutalność, F., Brutalität; nir. brúidiúlacht, F., Brutalität; lit. brutalumas, M., Brutalität; GB.: seit 1598 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Oskisch-Umbrischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Grausamkeit oder Gewalttätigkeit oder Rohheit oder Gefühllosigkeit; BM.: schwer?; F.: Brutalität, Brutalitäten+FW; Z.: Bru-t-al-it-ät
brüten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. brüten, ausbrüten; ne. breed (V.); Vw.: -; Hw.: s. Brut; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. brüeten, sw. V., brüten, erwärmen, nähren; mnd. brȫden, brōden, sw. V., brüten, hegen; mnl. broeden, sw. V., brüten; ahd. bruoten, sw. V. (1a), brüten, ausbrüten, warm halten, wärmen, nähren, hegen, umhegen; as. -; anfrk. -; germ. *brōdjan?; vgl. idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133?; idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132? (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Brut, Kluge s. u. brüten, DW 2, 454, EWD s. u. Brut, DW2 5, 920, EWAhd 2, 397, Duden s. u. brüten, Bluhme s. u. brueten; Son.: vgl. afries. -; ae. brœ̄dan, brēdan, sw. V., brüten, hervorbringen, wärmen, warm halten; ae. brǣdan (1), sw. V., braten, backen, kochen; an. -; got. -; nndl. broeden, V., brüten; air. guirid, V., brütet aus; GB.: (bruoten) seit Ende 8. Jh. belegte und wohl für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Sitzen von Vögeln auf einem Gelege von Eiern um Junge hervorzubringen oder zu entwickeln; BM.: wallen bzw. kochen?, sich heftig bewegen?; F.: brüten, brüte (!), brütest, brütet, brütete, brütetest, brüteten, brütetet, gebrütet, ##gebrütet, gebrütete, gebrütetes, gebrütetem, gebrüteten, gebrüteter##, brütend, ###brütend, brütende, brütendes, brütendem, brütenden, brütender###, brüte (!)+EW; Z.: brü-t-en
$Brüter, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Brüter; E.: s. brüt(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Brut, EWD s. u. Brüter, GB.: seit 1724 belegte und aus brüt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Brütenden einschließlich eines Atomreaktors des 20. Jh. für die von Menschen geplante und zeitweise ausgeführte Erzeugung von Energie mittels Kernreaktionen; F.: Brüters, Brütern (!)+EW; Z.: Brü-t-er
brutto, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. ohne Abzug; ne. gross (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1558; I.: Lw. it. brutto; E.: it. brutto, Adj., schwerfällig?; lat. brūtus (1), schwer, schwerfällig, stumpf, gefühllos, (um 235-200 v. Chr.); osk.-umbr. Herkunft; s. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. brutto, fehlt DW, EWD s. u. brutto, DW2 5, 924, Duden s. u. brutto; Son.: vgl. nndl. bruto, Adv., brutto; frz. brut, Adv., brutto; nschw. brutto, Adv., brutto; nnorw. brutto, Adv., brutto; poln. brutto, Adv., brutto; lit. bruto, Adj., brutto; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Oskisch-Umbrischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ohne Abzug von Kosten oder Steuern oder des Gewichts einer Verpackung; BM.: schwer; F.: brutto+FW; Z.: bru-t-t-o
$Bruttoeinnahme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bruttoeinnahme; E.: s. brutto, s. Einnahme; L.: fehlt DW, EWD s. u. brutto; GB.: seit 1806 belegte und aus brutto und Einnahme gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Einnahme ohne Abzug von Steuern und Abgaben; F.: Bruttoeinnahme, Bruttoeinnahmen+FW+EW; Z.: Bru-t-t-o—ein—nahm-e
$Bruttoregistertonne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bruttoregistertonne; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. brutto, s. Register, s. Tonne; L.: fehlt DW, EWD s. u. brutto; GB.: seit 1880 belegte und aus brutto und Register sowie Tonne gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Raummaß für die Größe von Handelsschiffen wobei eine Bruttoregistertonne 2,83 Kubikmetern entspricht; F.: Bruttoregistertonne, Bruttoregistertonnen+FW; Z.: Bru-t-t-o—re-gi-st-er—tonn-e
brutzeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. brutzeln, braten; ne. sizzle (V.), fry (V.); Vw.: -; Hw.: s. brodeln; Q.: um 1430; E.: Herkunft ungeklärt, wohl Intensivbildung zu nhd. brodeln; L.: Kluge s. u. brutzeln, DW 2, 457, EWD s. u. brutzeln, DW2 5, 925, Duden s. u. brutzeln; Son.: vgl. nndl. pruttelen, V., brutzeln; GB.: (brutzeln) seit um 1430 (GrimmDW2) belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie wohl mit brodeln verbindbare Bezeichnung für sachlich vermutlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches in heißem und spritzendem Fett gar werden oder gar machen oder braten; BM.: wallen bzw. braten; F.: brutzeln, brutzel (!), brutzle, brutzelst, brutzelt, brutzeltest, brutzelet (!), brutzelte, brutzelten, brutzeltet, gebrutzelt, ##gebrutzelt, gebrutzelte, gebrutzeltes, gebrutzeltem, gebrutzelten, gebrutzelter##, brutzelnd, ###brutzelnd, brutzelnde, brutzelndes, brutzelndem, brutzelnden, brutzelnder###, brutzel (!)+EW?; Z.: bru-tz-el-n
Bube, Bub, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bube, Bub, Junge, Knabe, Schuft; ne. boy, jack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1240-1250 (Lancelot Karrenritter Episode); E.: mhd. buobe, puobe, sw. M., Bube, Knabe, Diener, Knecht, Trossknecht, zuchtloser Mensch; mnd. bōve, bove, M., Bube, gewalttätiger Bube, Frevler; mnl. boeve, M., Bube, Knecht; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht kindersprachliche Umbildung von Bruder; L.: Kluge 1. A. s. u. Bube, Kluge s. u. Bube, EWD s. u. Bube, DW 2, 457, DW2 5, 926, Duden s. u. Bub, Bluhme s. u. Bube; Son.: s. ahd. Buobo, PN, Buobo; as. Bōbo, PN, Bobo; vgl. nndl. boef, M., Bube; nndl. boef, Sb., Halunke, Schurke; frz. boi, M., Bube?; GB.: (buobe) seit 1240-1250 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte vielleicht kindersprachlich aus Bruder gebildete frühere Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit des Entstehung des Menschen möglichen gemeinen und niederträchtigen Menschen und davon abgeleitet später Bezeichnung für ein männliches Kind oder einen Jungen oder Knaben; BM.: ?; F.: Bube, Bub, Buben+EW; Z.: Bub-e
$Bubenstreich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bubenstreich, Bubenstück, Übeltat, Schurkerei; E.: s. Bub(e), s. en (Suff.), s. Streich; L.: DW 2, 464, EWD s. u. Bube; GB.: seit 1512 belegte und aus Bub(e) und en sowie Streich gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche und oft harmlose Handlung (Streich) eines oder mehrerer Buben zu Lasten eines Dritten oder eine Übeltat oder Schurkerei; F.: Bubenstreich, Bubenstreiches, Bubenstreichs, Bubenstreiche, Bubenstreichen+EW; Z.: Bub-en—strei-ch
$Bubenstück, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bubenstück, Bubenstreich, Übeltat, Schurkerei; E.: s. Bube, s. n. s. Stück; L.: EWD s. u. Bube; GB.: seit 1509 belegte und aus Bub(e) und en sowie Stück gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Übeltat oder Schurkerei; F.: Bubenstück, Bubenstückes, Bubenstücks, Bubenstücke, Bubenstücken+EW; Z.: Bub-en—stü-ck
$Büberei, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Büberei, Schandtat, Schurkerei, Jungenstreich; E.: s. Bub(e), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Bub, DW 2, 465, EWD s. u. Bube; GB.: (buoberīe) seit um 1300 belegte und aus Bub(e) und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Schandtat oder Schurkerei oder einen Jungenstreich; F.: Büberei, Bübereien+EW; Z.: Büb-er-ei
$Bubikopf, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Bubikopf; E.: s. Bub(e), s. i, s. Kopf; L.: Kluge s. u. Bubikopf, fehlt DW, EWD s. u. Bube; seit 1925 belegte und aus Bub(e) und i sowie Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst entwickelten und verwendeten Kurzhaarschnitt oder Damenhaarschnitt für Frauen und danach auch für eine kriechend wachsende kleinere Zimmerpflanze der Brennnesselgewächse; F.: Bubikopf, Bubikopfes, Bubikopfs, Bubiköpfe, Bubiköpfen+EW(+FW?); Z.: Bub-i—ko-pf
$bübisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bübisch, jungenhaft, liederlich, frech; Vw.: s. spitz-; E.: s. Bub(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Bub, DW 2, 466, EWD s. u. Bube; GB.: (büebisch) um 1250 belegte und aus Bub(e) sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jungenhaft oder liederlich oder frech; F.: bübisch, bübische, bübisches, bübischem, bübischen, bübischer(, bübischere, bübischeres, bübischerem, bübischeren, bübischerer, bübischst, bübischste, bübischstes, bübischstem, bübischsten, bübischster)+EW; Z.: büb-isch
Buch, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Buch, Schriftwerk, Druckwerk, Publikation; ne. book (N.); Vw.: s. Sal-; Hw.: s. Buche, buchen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. buoch, st. N., Buch, Dichtung, Heilige Schrift; mnd. bōk, buk, N., Buch; mnl. boek, M., N., Buch; ahd. buoh, st. F. (athem., i), st. N. (a), st. M. (a), Buch, Schrift, Heilige Schrift, Buchstabe, Schreiben (N.) (2), Schriftstück, Urkunde; as. bōk*, st. F. (athem., i), st. N. (a), Buch, Schreibtafel; anfrk. buok*, st. N. (a), Buch; germ. *bōka-, *bōkam, st. N. (a), Buchstabe, Buch; germ. *bōki-, *bōkiz, Sb., Buch; s. idg. *bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Buch, Kluge s. u. Buch, DW 2, 466, EWD s. u. Buch, DW2 5, 931, EWAhd 2, 445, Falk/Torp 271, Duden s. u. Buch, Bluhme s. u. Buche; Son.: vgl. afries. bōk, st. F. (ō), st. N. (a), Buch; nfries. boeck; ae. bōc, F. (kons.), Buch, Schrift, Urkunde, Bibel; an. bōk, st. F. (ō), Buch, gestickte Bettzieche, gestickte Bettdecke, lateinische Sprache; got. bōka, st. F. (ō), Buchstabe, Schrift, Brief, Buch, Urkunde; nndl. boek, Sb., Buch; nschw. bok, Sb., Buch; nnorw. bok, M., F., Buch; russ. буква (búkva), F., Buchstabe; ai. bhága-, Sb., Wohlstand, Glück, Besitz; av. bāga-, Sb., Anteil, Los; GB.: (buoh) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches seit dem 1. Jh. n. Chr. von Menschen geschaffenes größeres aus zusamengebundenen Seiten bestehendes Schriftwerk und nach Entwicklung des Buchdrucks meist für ein Druckwerk aber beispielsweise auch für ein handgeschriebenes Tagebuch; BM.: Werk mit Buchstaben; F.: Buch, Buches, Buchs, Bücher, Büchern+EW; Z.: Buch
Buche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Buche, ein Baum; ne. beech; Vw.: s. Hage-; Hw.: s. Buch; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. buoche, sw. F., Buche; mnd. bȫke, F., Buche; mnl. boeke, bōke, F., Buche; ahd. buohha, buocha, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Buche, Rotbuche, Weißbirke?; as. bōka*, bōke, bōkia*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Buche; anfrk. -; germ. *bōkjō-, *bōkjōn, Sb., Buche; germ. *bōkō, st. F. (ō), Buche; idg. *bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Buche, Kluge s. u. Buche, EWD s. u. Buche, DW 2, 469, DW2 5, 936, EWAhd 2, 437, Falk/Torp 271, Duden s. u. Buche, Bluhme s. u. Buche; Son.: vgl. afries. -; ae. bōc (1), st. F. (ō), st. N. (a), Buche, Buchel; an. bōk (1), st. F. (ō), Buche; got. bōka, st. F. (ō), Buchstabe, Schrift, Brief, Buch, Urkunde; nndl. beuk, Sb., Buche; nschw. bok, Sb., Buche; nnorw. bok, M., F., Buche; poln. buk, M., Buche; gr. φηγός (phēgós), φαγός (phagós), F., Eiche; lat. fāgus, fōcus, F., Buche, Weißdorn; gall. *bāgos, Sb., Buche (in ON wie Bāgācon, Bāgono-); slaw. *buza-, Sb., Holunder; russ. бук (byk), M., Buche; GB.: (buohha, buocha) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen und vielleicht vor 40 Millionen Jahren in einer Warmzeit entwickelten Laubbaum mit glattem Stamm und ganzrandigen oder fein gezähnten Blättern sowie kleinen dreikantigen Früchten (Bucheckern); BM.: ?; F.: Buche, Buchen (!)+EW; Z.: Buch-e
$Buchecker, Bucheckern, nhd., F., M., N., (16. Jh.?): nhd. Bucheckern, Buchecker; E.: s. Buch(e), s. Ecker(n); L.: Kluge s. u. Buchecker, DW 2, 470 (Bucheckern), EWD s. u. Ecker; GB.: seit 1537 belegte und aus Buch(e) und Ecker(n) (zu idg. *ag-, sammeln) gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche kleine Frucht der vor 40 Millionen Jahren entwickelten Buche (Rotbuche); F.: Buchecker, Bucheckern+EW; Z.: Buch-eck-er
buchen (1), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. buchen (V.), zu Buch tragen, verrechnen, bestellen; ne. book (V.); Vw.: -; Hw.: s. Buch; Q.: 1562 (Akten); I.: Lüs. ne. book (V.); E.: mhd. buochen, sw. V., buchen, durch ein Buch lehren; mnd. bōken, sw. V., buchen, eintragen; ahd. buohhōn*, buochōn*?, sw. V. (2), ausgeben, verbuchen; vgl. ahd. buoh, st. F. (athem., i), st. N. (a), st. M. (a), Buch, Schrift, Heilige Schrift, Buchstabe; germ. *bōka-, *bōkam, st. N. (a), Buchstabe, Buch; germ. *bōki-, *bōkiz, Sb., Buch; s. idg. *bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. buchen, DW 2, 471, EWD s. u. Buch, Duden s. u. buchen; Son.: vgl. nndl. boeken, V., buchen (V.); nschw. boka, V., buchen (V.); nnorw. booke, V., buchen (V.); kymr. bwcio, V., buchen (V.); GB.: seit 1562 belegte und nach dem Neuenglischen gebildete und mit Buch verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schrift und Büchern mögliches an eine vorgesehene Stelle eintragen und somit bestellen oder reservieren; BM.: Buch verwenden; F.: buchen (!), buche (!), buchst, bucht, buchest, buchet, buchte, buchtest, buchten, buchtet, gebucht, ##gebucht, gebuchte, gebuchtes, gebuchtem, gebuchten, gebuchter##, buchend, ###buchend, buchende, buchendes, buchendem, buchenden, buchender###, buch (!)+EW; Z.: buch-en
buchen (2), büchen, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. buchen (Adj.), büchen, Buchen..., Buchen betreffend; ne. of the beech; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. büechīn, buochīn, Adj., buchen (Adj.), von der Buche stammend, Buchen..., aus Buche hergestellt; mnd. bȫken (1), Adj., aus Buchenholz seiend, Buchen...; mnl. boekijn, Adj., buchen (Adj.); ahd. buohhīn*, buochīn, Adj., buchen (Adj.), Buchen..., aus Buchenholz hergestellt; vgl. ahd. buohha, buocha, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Buche, Rotbuche, Weißbirke?; germ. *bōkjō-, *bōkjōn, Sb., Buche; germ. *bōkō, st. F. (ō), Buche; idg. bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: DW 2, 471, DW2 5, 936, EWAhd 2, 443; Son.: vgl. ae. bœ̄cen, Adj., buchen (Adj.), Buchen...; BM.: (buohhīn) seit (11. Jh.) belegte Bezeichnung für Buchen (F. Pl.) betreffend; BM.: ?; F.: buchen, buchene, buchenes, buchenem, buchenen, buchener, büchen (!), büchene (!), büchenes (!), büchenem (!), büchenen (!), büchener (!)+EW; Z.: buch-en
büchen, nhd., Adj.: nhd. büchen; Vw.: s. hane-; Hw.: s. buchen (2)
$Bücherei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bücherei, Bibliothek; E.: s. Buch, s. er, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Buch, DW 2, 472, EWD s. u. Buch; GB.: seit 1658 belegte und vielleicht nach lateinischem und griechischem Vorbild aus Buch und er sowie ei gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift und des Buches mögliche Büchersammlung oder Bibliothek; F.: Bücherei, Büchereien+EW; Z.: Büch-er-ei
$Bücherregal, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bücherregal; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Buch, s. er, s. Regal; L.: fehlt DW, EWD s. u. Regal; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Buch und er sowie Regal gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes offenes Gestell für die Aufstellung und Aufbewahrung von Büchern; F.: Bücherregal, Bücherregales, Bücherregals, Bücherregale, Bücherregalen+EW+FW; Z.: Büch—er-reg-al
$Bücherwurm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bücherwurm, Bücherschädling, Bücherliebhaber; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Buch, s. er, s. Wurm; L.: DW 2, 474, EWD s. u. Buch; GB.: vielleicht seit Ende 17. Jh. belegte und aus Buch und er sowie Wurm gebildete Bezeichnung für einen ursprünglich Totholz und später auch aus Holz hergestellte Bücher befallenden Käfer und danach einen viele Bücher lesenden Menschen (Bücherliebhaber); F.: Bücherwurm, Bücherwurmes, Bücherwurms, Bücherwürmer, Bücherwürmern+EW; Z.: Büch-er—wur-m
$Buchfink, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Buchfink; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Glosse); E.: s. Buch(e), s. Fink, L.: DW 2, 474, EWD s. u. Buche, DW2 5, 938; GB.: (buochvinke) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Buch(e) und Fink gebildete Bezeichnung für einen kleineren weit verbreiteten und vielfach auf Buchen nistenden Singvogel; F.: Buchfink, Buchfinken+EW; Z.: Buch—fink
$Buchhalter, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Buchhalter, Führer von Geschäftsbüchern; E.: s. Buch, s. Halter; L.: Kluge s. u. Buchhalter, DW 2, 475, EWD s. u. Buch; GB.: seit 1536 belegte und aus Buch und Halter gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Führer von Geschäftsbüchern; F.: Buchhalter, Buchhalters, Buchhaltern+EW; Z.: Buch—hal-t-er
$Buchhaltung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Buchhaltung; E.: s. Buchhalt(er), s. ung; L.: Kluge s. u. Buchhalter, EWD s. u. Buch; seit 1575 belegte und aus Buchhalt(er) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vor dieser Zeit mögliche und 1494 von dem Franziskaner Pacioli beschriebene Führung von Geschäftsbüchern; F.: Buchhaltung, Buchhaltungen+EW; Z.: Buch—hal-t-ung
$Buchmacher, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Buchmacher; I.: Lw. ne. bookmaker; E.: s. Buch, s. Macher; L.: DW 2, 475, EWD s. u. Buch; GB.: seit 1520 belegte und aus Buch und Macher gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen Hersteller von Büchern und später für eine Vermittler von Wetten; F.: Buchmacher, Buchmachers, Buchmachern+EW; Z.: Buch—mach-er
Buchs, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Buchs, Buchsbaum; ne. box, box tree; Vw.: -; Hw.: s. Buchsbaum; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. buhs, st. M., Buchs, Buchsbaum; mnd. bussbōm, M., Buchsbaum; mnl. bos, bosboom, M., Buchs, Buchsbaum; ahd. buhs, st. M. (a?, i?), Buchs, Buchsbaum; as. -; anfrk. buks, M., Buchs; lat. buxus, F., Buchsbaum, Buchsbaumholz, (204-169 v. Chr.); vgl. gr. βύξος (býxos), F., Buchsbaum, Buchsbaumholz; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Buchs, Kluge s. u. Buchs, DW 2, 476, EWD s. u. Buchsbaum, DW2 5, 940, EWAhd 2, 423, Duden s. u. Buchs, Bluhme s. u. Buchsbaum; Son.: vgl. ae. box, st. M. (a), st. N. (a), Büchse, Buchsbaum; nndl. buksboom, Sb., Buchs, Buchsbaum; frz. buis, M., Buchs, Buchsbaum; nschw. buxbom, Sb., Buchs, Buchsbaum; nnorw. buksbom, M., Buchs, Buchsbaum; poln. bukszpan, M., Buchs, Buchsbaum; nir. bosca, M., Buchs, Buchsbaum; GB.: (buhs) seit (10. Jh.) belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen weitverbreiteten sachlich schon vormenschlichen immergrünen Strauch oder Baum; BM.: ?; F.: Buchs, Buchses, Buchse !), Buchsen (!)+FW; Z.: Buchs
Buchstabe, nhd., M.: nhd. Buchstabe; Hw.: s. Buch(e), s. Stab, s. Alphabet, s. Letter
$Buchsbaum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Buchsbaum; E.: s. Buchs, s. Baum; L.: Kluge s. u. Buchs, EWD s. u. Buchsbaum; GB.: seit Ende 8. Jh. (buhsboum) belegte und aus Buchs und Baum gebildete Bezeichnung für einen weitverbreiteten und sachlich schon vormenschlichen immergrünen Strauch oder Baum; F.: Buchsbaum, Buchsbaums, Buchsbaumes, Buchsbäume, Buchsbäumen+FW+EW; Z.: Buchs-bau-m
Buchse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Buchse, Büchse; ne. jack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: ursprünglich eine regionale Form von Büchse, s. nhd. Büchse; L.: Kluge s. u. Buchse, EWD s. u. Büchse, Duden s. u. Buchse; Son.: vgl. nndl. bus, buis, Sb., Buchse; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen Hohlzylinder als Gegenstück zu einer Aufnahme eines Steckers; BM.: Büchse; F.: Buchse, Buchsen+FW; Z.: Buchs-e
Büchse, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Büchse, Buchse, Behälter, Gewehr, Schießgewehr; ne. box (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bühse, pühse, sw. F., st. F., Salbenbüchse, Büchse, Zauberbüchse, Eisenbeschläge, Feuerrohr, Feuerwaffe; mnd. büsse, F., Büchse, Dose, Gefäß, Geldbüchse; mnl. busse, F., Büchse; ahd. buhsa, sw. F. (n), Büchse, Dose, Kästchen; s. germ. *buhsja, F., Büchse; s. lat. buxis, F., Büchse; gr. πυξίς (pyxís), F., Büchse aus Buchsbaumholz, Arzneibüchse; vgl. gr. πύξος (pýxos), F., Buchsbaum, Buchsbaumholz; Fremdwort unbekannter Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Büchse, Kluge s. u. Büchse, EWD s. u. Büchse, DW 2, 476, DW2 5, 941, Duden s. u. Büchse, Bluhme s. u. Buechse; Son.: vgl. afries. *busse, F., Büchse; nndl. bus, Sb., Büchse; frz. boîte, F., Dose, Büchse; nschw. bössa, Sb., Büchse, Flinte; nnorw. boks, M., Büchse; nnorw. bøsse, M., F., Büchse; poln. puszka, F., Büchse; nir. bosca, M., Büchse; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen kleinen Behälter (mit Deckel) und später auch ein Schießgewehr; BM.: ?; F.: Büchse, Büchsen (!)+FW; Z.: Büchs-e
$Buchstabe, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Buchstabe; Hw.: s. Alphabet, s. Letter; E.: s. Buch(e), s. Stab, s. e; L.: Kluge 1. A. s. u. Buch, Kluge s. u. Buchstabe, DW 2. 479, EWD s. u. Buchstabe; GB.: (buohstab) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den kleinsten Einzelteil der von Menschen entwickelten und meist in einer Abfolge von A bis Z als Alpabet geordneten Schrift oder für einen kleinsten Einzellaut einer sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen dem entsprechenden Sprache (je nach Sprache meist um 25 verschiedene Buchstaben für die einzelnen Laute); F.: Buchstabe, Buchstaben+EW; Z.: Buch—sta-b-e
$buchstabieren, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. buchstabieren; E.: s. Buchstab(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Buchstabe, DW 2, 482, EWD s. u. Buchstabe; GB.: seit 1529 belegte und aus Buchstab(e) und ieren gebildete Bezeichnung für das vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche die Buchstaben eines Wortes einzeln nennen und dementsprechend seit Entwicklung von Schrift möglicherweise mühsam lesen; F.: buchstabieren, buchstabiere, buchstabierst, buchstabiert, buchstabierest, buchstabieret, buchstabierte, buchstabiertest, buchstabierten, buchstabiertet, ##buchstabiert, buchstabierte, buchstabiertes, buchstabiertem, buchstabierten, buchstabierter##, buchstabierend, ###buchstabierend, buchstabierende, buchstabierendes, buchstabierendem, buchstabierenden, buchstabierender###, buchstabier (!)+EW; Z.: buch—sta-b-ier-en
$buchstäblich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. buchstäblich; E.: s. Buchstab(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Buchstabe, DW 2, 482, EWD s. u. Buchstabe; GB.: seit 1525 belegte und aus Buchstab(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches den Buchstaben folgend oder dem genauen Wortlaut folgend; F.: buchstäblich, buchstäbliche, buchstäbliches, buchstäblichem, buchstäblichen, buchstäblicher(, buchstäblichere, buchstäblicheres, buchstäblicherem, buchstäblicheren, buchstäblicherer, buchstäblichst, buchstäblichste, buchstäblichstes, buchstäblichstem, buchstäblichsten, buchstäblichster)+EW; Z.: buch—stä-b-lich
Bucht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bucht, Bai, Meerbusen; ne. bay, cove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1669 (Reisebeschreibung); E.: s. mnd. bucht, F., Biegung, Krümmung, eingefriedigter Raum; germ. *buhti-, *buhtiz, st. F. (i), Bucht, Krümmung; germ. *buhtō, st. F. (ō), Bucht, Krümmung; s. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bucht, Kluge s. u. Bucht, DW 2, 483, EWD s. u. Bucht, DW2 5, 946, Duden s. u. Bucht, Bluhme s. u. Bucht; Son.: vgl. ae. byht, M., Biegung, Ecke, Winkel, Bucht; an. bōt, st. F. (i), Bucht, Krümmung, kleiner Meerbusen; nndl. bocht, Sb., Bucht; nschw. bukt, Sb., Bucht; nnorw. bukt, M., Bucht; GB.: seit 1669 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen meist bogenförmig in das feste Land hineinreichenden Teil eines Gewässers oder eine Bai oder einen Meerbusen; BM.: Winkel bzw. biegen; F.: Bucht, Buchten (!)+EW; Z.: Buch-t
$Buchung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Buchung; E.: s. buch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. buchen, fehlt DW, EWD s. u. Buch; GB.: seit 1847 belegte und aus buch(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon seit Entwicklung von Geschäftsbüchern mögliche Eintragung in ein Geschäftsbuch; F.: Buchung, Buchungen+EW; Z.: Buch-ung
$Buchweizen, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Buchweizen; E.: s. Buch(e), s. Weizen; L.: Kluge s. u. Buchweizen; GB.: vielleicht seit 1428 (GrimmDW2) belegte und aus Buch(e) und Weizen gebildete Bezeichnung für eine krautige und in China seit mehr als 4000 Jahren von Menschen verwendete früher als wichtiges Nahrungsmittel dienende aber nicht zu dem Getreide und damit auch nicht zu dem Weizen gehörige Pflanze der Knöterichgewächse; F.: Buchweizen, Buchweizens+EW; Z.: Buch—wei-z-en
Buckel, nhd., M., F., (11. Jh.?): nhd. Buckel, Rücken (M.), Schildbuckel; ne. hump (N.), hunch (N.), buckle (N.), buckler (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bouclé, bücken; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. buckel, st. F., sw. F., Schildbuckel; mnd. bokele, bokle, M., Schildbuckel; mnl. bockel, buckel, M.?, Buckel; ahd. bukkula*, buckula*, sw. F. (n), Buckel, Buckelschild, Schildbuckel, Schild; as. bukula*, bukkula*, sw. F. (n), Schildbuckel, Buckelschild; anfrk. -; lat. buccula, F., Bäcklein, zarte Backe, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. bucca, F., aufgeblasene Backe; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Buckel 1, Buckel 2, Kluge s. u. Buckel, DW 2, 484, DW 2, 485, EWD s. u. Buckel, DW2 5, 947, EWAhd 2, 415, Duden s. u. Buckel, Bluhme s. u. Buchel; Son.: vgl. an. bukl, st. N. (a), Schildbuckel; nndl. bochel, Sb., Buckel; nschw. puckel, buckla, Sb., Buckel; nnorw. pukkel, M., Buckel; GB.: (bukkula) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums für ein Bäcklein bzw. einen Schild aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Rücken (M.) eines Menschen oder für eine höckerartige Verkrümmung der Wirbelsäule oder einen kleinen Hügel mit abgerundeter Kuppe; BM.: schwellen; F.: Buckel, Buckels, Buckeln (!)+FW(+EW); Z.: Bu-ck-el
$buckelig, bucklig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. buckelig, Buckel aufweisend; E.: s. Buckel, s. ig; L.: Kluge s. u. Buckel, fehlt DW, EWD s. u. Buckel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Buckel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Buckeln mögliches Buckel aufweisend; F.: buckelig, buckelige, buckeliges, buckeligem, buckeligen, buckeliger(, buckeligere, buckeligeres, buckeligerem, buckeligeren, buckeligerer, buckeligst, buckeligste, buckeligstes, buckeligstem, buckeligsten, buckeligster, bucklig, bucklige, buckliges, buckligem, buckligen, buckliger, buckligere, buckligeres, buckligerem, buckligeren, buckligerer, buckligst, buckligste, buckligstes, buckligstem, buckligsten, buckligster)+FW+EW; Z.: bu-ck-el-ig
$buckeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. buckeln, Buckel machen, auf dem Buckel tragen; Vw.: s. katz-; E.: s. Buckel, s. n; L.: Kluge s. u. Buckel, DW 2, 486, EWD s. u. Buckel; GB.: (bukkilōn*) seit um 1000 belegte und aus Buckel und n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Buckeln mögliches einen Buckel machen oder auf dem Buckel tragen; F.: buckeln, buckel (!), buckle, buckele, buckelst, buckelt, buckelte, buckeltest, buckelten, buckeltet, gebuckelt, ##gebuckelt, gebuckelte, gebuckeltes, gebuckeltem, gebuckelten, gebuckelter##, buckelnd, ###buckelnd, buckelnde, buckelndes, buckelndem, buckelnden, buckelnder###, buckel (!)+FW+EW; Z.: bu-ck-el-n
bücken, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. bücken, hinunterbeugen; ne. bend (V.) over; Vw.: -; Hw.: s. Buckel; Q.: um 1196; E.: mhd. bücken, bucken, pucken, sw. V., biegen, bücken, sich niederbeugen, niederwerfen; mnd. bucken, V., bücken; mnl. bocken, V., bücken; vgl. mhd. buckel, st. F., Buckel, Schildbuckel; ahd. bukkula*, buckula*, sw. F. (n), Buckel, Buckelschild, Schildbuckel, Schild; lat. buccula, F., Bäcklein, zarte Backe, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. bucca, F., aufgeblasene Backe; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. bücken, Kluge s. u. bücken, DW 2, 486, EWD s. u. bücken, DW2 5, 951, Duden s. u. bücken, Bluhme s. u. buecken; Son.: süddeutsche Nebenform bucken; vgl. nndl. bukken, V., bücken; nschw. bocka, V., bücken; nnorw. bukke, V., verbeugen; GB.: (bücken) seit um 1196 belegte und vielleicht mit Buckel verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches den Oberkörper nach vorne neigen oder beugen; BM.: biegen, beugen; F.: bücken, bücke, bückst, bückt, bückest, bücket, bückte, bücktest, bückten, bücktet, gebückt, ##gebückt, gebückte, gebücktes, gebücktem, gebückten, gebückter##, bückend, ###bückend, bückende, bückendes, bückendem, bückenden, bückender###, bück (!)+FW+EW?; Z.: bü-ck-en
Bücking, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bücking, Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; ne. kipper, buckling; Vw.: -; Hw.: s. Bückling (2), Bückling (1); Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. bückinc, Bücking, Bückling, geräucherter Hering; mnd. bucking, bückinc, M., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; mnl. bucking, M., Bückling (M.) (2); mhd. bückinc, st. M., Bücking, Bückling, geräucherter Hering; weitere Herkunft s. nhd. Bock; L.: Kluge 1. A. s. u. Bücking, Kluge s. u. Bückling 2, DW 2, 489, EWD s. u. Bückling 2, DW2 5, 954, Duden s. u. Bückling; Son.: vgl. nndl. bokking, Sb., Bücking, Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; nschw. böckling, Sb., Bücking, Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; nnorw. bøkling, M., Bücking, Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; poln. pikling, M., Bücking, Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; GB.: (bückinc) seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten gesalzenen und bei mehr als 60 Grad geräucherten Hering; BM.: starker Geruch?; F.: Bücking (!), Bückings (!), Bückinge (!), Bückingen (!)+EW; Z.: Bück-ing
Bückling (1), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bückling (M.) (1), Verbeugung; ne. bow (N.), curtsey (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bückling (2); Q.: um 1640; E.: s. fnhd. bücking, M., sich höflich Verbeugender; s. nhd. bücken; L.: Kluge s. u. Bückling 1, DW 2, 489, EWD s. u. bücken, DW2 5, 954, Duden s. u. Bückling; Son.: vgl. nschw. bockning, Sb., Bückling (M.) (1); GB.: seit um 1640 belegte und aus bück(en) und ling gebildete Bezeichnung für eine höfliche und tiefe Verbeugung vor allem von Männern; BM.: bücken; F.: Bückling, Bücklings, Bücklinge, Bücklingen (!)+FW+EW; Z.: Bü-ck-ling
Bückling (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bückling (M.) (2), Bücking, geräucherter Hering; ne. kipper, buckling; Vw.: -; Hw.: s. Bücking, Bückling (1); Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. bückinc, Bücking, Bückling, geräucherter Hering; mnd. bucking, bückinc, M., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; mnl. bucking, M., Bückling (M.) (2); mhd. bückinc, st. M., Bücking, Bückling, geräucherter Hering; weitere Herkunft s. nhd. Bock; L.: Kluge 1. A. s. u. Bücking, Kluge s. u. Bückling 2, EWD s. u. Bückling 2, DW 2, 489, DW2 5, 954, Duden s. u. Bückling; Son.: vgl. nndl. bokking, Sb., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; nschw. böckling, Sb., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; nnorw. bøkling, M., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; poln. pikling, M., Bückling (M.) (2), geräucherter Hering; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft vielleicht mit Bock verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten gesalzenen und bei mehr als 60 Grad geräucherten Hering; BM.: starker Geruch?; F.: Bückling, Bücklings, Bücklinge, Bücklingen+EW?; Z.: Bück-ling
Buddel, Buttel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Buddel, Buttel, Flasche; ne. bottle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bouteille; Q.: 1682; I.: Lw.; E.: s. nnd. buddel, F., Buddel, Flasche; frz. bouteille, F., Flasche; vgl. mlat. buticula, F., Gefäß, kleines Fass, Flasche; vgl. lat. buttis, F., Weinschlauch, Fass, Bütte, Schlauch; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Buddel, EWD s. u. Buddel, DW2 5, 955, Duden s. u. Buddel; Son.: vgl. frz. bouteille, F., Flasche; nschw. butelj, Sb., Flasche; nnorw. butelje, Sb., Flasche; lit. butelis, M., Buddel; GB.: seit 1682 belegte und über das Mittelniederdeutsche sowie mittelbar das Französische und das Lateinische des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Flasche für ein alkoholisches Getränk; BM.: blasen?; F.: Buddel, Buddeln, Buttel (!), Butteln (!)+FW(+EW); Z.: Bu-dd-el
buddeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. buddeln, wühlen, graben; ne. dig (V.), burrow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1719; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von pudeln, V., im Wasser plätschern; s. nd. pūdel, Sb., Pfütze; vgl. ne. puddle, N., Pfütze; ae. pūdd, st. M. (a), Graben (M.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. buddeln, fehlt DW, EWD s. u. buddeln, DW2 5, 955, Duden s. u. buddeln; GB.: seit 1719 belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit den Händen in dem Sand oder der lockeren Erde wühlen oder graben; BM.: ?; F.: buddeln, buddle, buddelst, buddelt, buddelest (!), buddelet (!), buddelte, buddeltest, buddelten, buddeltet, gebuddelt, ##gebuddelt, gebuddelte, gebuddeltes, gebuddeltem, gebuddelten, gebuddelter##, buddelnd, ###buddelnd, buddelnde, buddelndes, buddelndem, buddelnden, buddelnder###, buddel (!)+FW; Z.: budd-el-n
Buddha, nhd., M.=PN, 6. Jh. v. Chr.?: nhd. Buddha, Gautama Siddharta (563-483 v. Chr.); Hw.: s. Buddhismus
Buddhismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Buddhismus, Lehre Buddhas; ne. buddhism, buddhahood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1813 (Lehrbuch); I.: Lw.; E.: von Buddha, M.=PN, Erleuchteter, dem angenommenen Namen von Gautama Siddharta (563-483 v. Chr.); von ai. budh-, V., erwachen; idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW2 5, 955, Duden s. u. Buddhismus; Son.: vgl. nndl. boeddhisme, Sb., Buddhismus; frz. bouddhisme, M., Buddhismus; nschw. buddhism, buddism, Sb., Buddhismus; nnorw. buddhisme, M., Buddhismus; poln. buddyzm, M., Buddhismus; kymr. bwdhaeth, F., Buddhismus; nir. búdachas, M., Buddhismus; poln. budizmas, M., Buddhismus; GB.: seit 1813 belegte und aus Buddh(a) und ismus gebildete Bezeichnung für die von Buddha begründete und nach Buddha benannte und keinen Gott kennende oder verehrende sondern nur Buddha als einen sehr weisen Menschen verehrende Weltreligion; BM.: PN (nach dem Gründer der Religion); F.: Buddhismus+FW; Z.: Buddh-ism-us
Bude, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bude, Häuschen, Laden (M.), Zelt, Hütte, Stall; ne. booth; Vw.: -; Hw.: s. Baude, bauen, Gebäude; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. buode, st. F., sw. F., Bude, Zelt, Hütte, Stall; mnd. bōde (3), bude, F., Bude, Zelt, Verkaufsbude; mnl. boede, F., Bude; vgl. germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen, Kluge s. u. Bude; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bude, Kluge s. u. Bude, DW 2, 489, EWD s. u. Bude, DW2 5, 956, Duden s. u. Bude; Son.: vgl. an. būð, st. F. (ō), Wohnort, Hütte, Zelt; nndl. boede, Sb., Bude; nschw. bod, Sb., Bude; nnorw. bod, M., Bude, kleine Hütte; poln. buda, F., Bude; air. both, F., Hütte; kymr. bod, F., Wohnung; GB.: (buode) seit 1285-1290 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen kleinen Laden aus Brettern oder ein Zelt oder eine Hütte oder einen Stall; BM.: schwellen? bzw. bauen bzw. wohnen; F.: Bude, Buden (!)+EW; Z.: Bu-d-e
Budget, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Budget, Finanzplanung; ne. budget (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1798 (Zeitung); I.: Lw. frz. budget; E.: s. frz. budget, M., Haushalt, Budget; ne. budget, N., Budget, Haushalt; dieses von afrz. bougette, F., Lederbeutel; vgl. frz. bouge, M., Ledersack; lat. bulga, vulga, bulgia, bolga, F., Sack, Geldsack, Beutel, Börse, lederner Sack, Ranzen, (um 180-102 v. Chr.); gall. bulga, F., Ledersack; vgl. idg. *bʰelg̑ʰ-, V., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Budget, fehlt DW, EWD s. u. Budget, DW2 5, 957, Duden s. u. Budget; Son.: vgl. nndl. budget, Sb., Budget; nschw. budget, Sb., Budget; nnorw. budsjett, N., Budget; poln. budżet, M., Budget; nir. buiséad, M., Budget; lit. biudžetas, M., Budget; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Französischen und dem Neuenglischen sowie dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit 1733 in England entwickelten Haushaltsplan oder Voranschlag von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben; BM.: schwellen bzw. Inhalt eines Geldbeutels; F.: Budget, Budgets+FW; Z.: Budg-et
Büfett, Buffet, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Büfett, Geschirrschrank, Anrichte; ne. buffet (N.), sideboard; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. buffet; E.: s. frz. buffet, M., Büfett, Anrichtetisch; wohl von it. buffetto, M., Büfett, Anrichtetisch; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Büfett, fehlt DW, EWD s. u. Büfett, DW2 5, 959, Duden s. u. Büfett; Son.: s. mhd. boffet, Sb., dreibeiniges Tischchen, Tischchen zum Anrichten und Absetzen der Speisen; vgl. nndl. buffet, Sb., Büfett; nschw. buffé, byffé, Sb., Büfett; nnorw. buffet, M., Büfett; kymr. bwffe, Sb., Büfett; nir. buifé, M., Büfett; lit. bufetas, M., Imbissbude; GB.: (bofett) seit 12. Jh. (!) belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Geschirrschrank oder danach für eine zu einer Selbstbedienung angerichtete größere Anzahl von Speisen; BM.: ?; F.: Büfett, Büfetts, Büfette (!), Büfetten (!)+FW; Z.: Büf-ett
Büffel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Büffel, eine Rinderart; ne. buffalo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. büffel, püffel, st. M., Büffel, Ochse, Wisent, Auerochs, Ur, Bison; mnd. büffel, buffel, M., Büffel, Ochse, grober Mensch; mnl. buffel, bufel, M., Büffel; mfrz. buffle, M., Büffel; s. lat. būbalus, M., Gazelle, Wisent, Auerochse, (23/24-79 n. Chr.); gr. βούβαλος (búbalos), M., afrikanische Gazelle; vgl. gr. βοῦς (būs), F., Kuh, Rind, Ochse; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Büffel, Kluge s. u. Büffel, DW 2, 492, EWD s. u. Büffel, DW2 5, 960, Duden s. u. Büffel, Bluhme s. u. Bueffel; Son.: vgl. nndl. buffel, Sb., Büffel; frz. buffle, M., Büffel; nschw. buffel, Sb., Büffel; kymr. bual, M., Büffel; nir. buabhall, M., Büffel; lit. buivolas, M., Büffel; GB.: (büffel) seit um 1300 belegte und über das Mittelniederländische aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschliches wild lebendes Rind in Asien und Afrika mit plumpem massigem Körperbau und großen ausladenden Hörnern; BM.: Kuh; F.: Büffel, Büffels, Büffeln (!)+FW; Z.: Büff-el
büffeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. büffeln, lernen; ne. cram (V.), slog (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1562 (Mathesius); I.: Lw.; E.: s. mhd. buffen, sw. V., puffen, schlagen, stoßen, Haar kräuseln; vgl. mhd. buf, st. M., Stoß, Schlag, Puff (M.), eine Art Würfelspiel; afrz. bufe, M., Ohrfeige; schallnachahmend, Gamillscheg 1, 161b; L.: DW 2, 492, EWD s. u. büffeln, DW2 5, 961; GB.: seit 1562 belegte und über das Mittelhochdeutsche mittelbar aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie vielleicht schallnachahmend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches angestrengt lernen; BM.: stoßen; F.: büffeln, büffel (!), büffle, büffele, büffelst, büffelt, büffelte, büffeltest, büffelten, büffeltet, gebüffelt, ##gebüffelt, gebüffelte, gebüffeltes, gebüffeltem, gebüffelten, gebüffelter##, büffelnd, ###büffelnd, büffelnde, büffelndes, büffelndem, büffelnden, büffelnder###, büffel (!)+FW?+EW?; Z.: büff-el-n
Buffo, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Buffo, Sänger komischer Rollen in einer Oper; ne. buffo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1789; I.: Lw. s. it. buffone; E.: s. it. buffone, M., Hanswurst, Possenreißer; it. buffare, V., die Backen aufblasen; vgl. lat. būfo, Kröte, Waldmaus, (70-19 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Buffo, fehlt DW, EWD s. u. Buffo, Duden s. u. Buffo; Son.: vgl. nndl. basso-buffo, Sb., Buffo; frz. bouffe, M., Buffo; nnorw. buffo, M., Buffo; poln. buffo, M., Buffo; GB.: seit 1789 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen Sänger komischer Rollen in einer Oper; BM.: aufblasen; F.: Buffo, Buffos (!), Buffi (!)+FW; Z.: Buff-o
Bug (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Bug (M.) (1), Gelenk, Krümmung; ne. bow (N.), rib (N.), shoulder (N.), joint (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. buoc, st. M., Obergelenk des Armes, Achsel, Hüfte, Knie, Bug (M.) (1); mnd. bōch, būch, M., Bug (M.) (1); mnl. boech, M., Bug (M.) (1), Gelenk; ahd. buog, st. M. (i), Bug (M.) (1), Vorderbug, Hinterbug, Schulterstück, Schulterblatt; as. bōg*, st. M. (i), Bug (M.) (1); anfrk. -; germ. *bōgu-, *bōguz, st. M. (u), Bug (M.) (1); idg. *bʰāgús, Sb., Ellenbogen, Unterarm, Pokorny 108 (175/8) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bug, Kluge s. u. Bug 1, EWD s. u. Bug, DW 2, 494, DW2 5, 961, DW2 5, 962, EWAhd 2, 443, Falk/Torp 272, Duden s. u. Bug; Son.: vgl. afries. bōch?, st. M. (a), Zweig; ae. bōg, st. M. (a), Arm, Schulter, Zweig, Ast; an. bōgr, st. M. (u), Schulter, Arm, Bug (M.) (1); got. -; ne. bough, N., Ast, Zweig; nnorw. baug, M., Bug (M.) (1); gr. πῆχυς (pēchys), M., Ellbogen, Ellenbogen, Unterarm; ai. bāhú-, M., Arm, Unterarm, Vorderfuß beim Tier; av. bāzu-, M., Arm; arm. bazuk, Sb., Arm (aus dem Persischen entlehnt); umbr. fahe, Sb., Bug (M) (1); toch. A poke, Sb., Arm; toch. B pokai, pauke, Sb., Arm; GB.: (buog) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Krümmung in einem Körper; BM.: ?; F.: Bug, Bugs, Buges, Büge (!), Bügen(+)+EW; Z.: Bug
Bug (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Bug (M.) (2), Schiffsbug; ne. bow (N.) (ship); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1627; E.: s. mnd. bōch, būch, bōg, M., Bug, Keule, Schulter, Bug des Schiffes; weitere Herkunft unklar, vielleicht eine Übertragung von Bug (1), oder s. nhd. biegen; L.: Kluge s. u. Bug 2, EWD s. u. Bug, DW 2, 494, DW2 5, 962, Duden s. u. Bug, Bluhme s. u. Bug; Son.: vgl. nndl. boeg, Sb., Bug (M.) (2); nschw. bog, bug, Sb., Bug (M.) (2); nnorw. baug, M., Bug (M.) (2); poln. bug, M., Bug (M.) (2); GB.: seit 1627 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für den sachlich seit der Entwicklung von Schiffen möglichen vorder(st)en Teil eines Schiffes; BM.: biegen; F.: Bug, Bugs, Buges, Büge (!), Bügen (!)+EW; Z.: Bug
Bügel, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Bügel, Kleiderbügel, Steigbügel, schlankes gebogenes Stück, Griff; ne. bail (N.), bow (N.); Vw.: -; Hw.: s. beugen, bügeln; Q.: um 1196; E.: s. fnhd. bügele, F., Bügel; mnd. bȫgel, boggel, M., Bügel, Ring, Reif (M.), Armbrustbügel, Steigbügel; vgl. mnd. bȫgen, sw. V., beugen, biegen, neigen, krümmen, knicken, abbiegen, einbiegen, wenden; as. bôgian*, sw. V. (1a), beugen, biegen; germ. *baugjan, sw. V., beugen, biegen; idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bügel, Kluge s. u. Bügel, DW 2, 495, EWD s. u. Bügel, DW2 5, 963, Duden s. u. Bügel, Bluhme s. u. Buegel; Son.: vgl. nndl. beugel, Sb., Bügel; nschw. bygel, Sb., Bügel; nnorw. bøyle, M., Bügel; GB.: (mnd. bȫgel) seit um 1196 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Beherrschung von Metallarbeiten durch den Menschen mögliches schlankes gebogenes Stück oder einen Griff; BM.: biegen; F.: Bügel, Bügels, Bügeln+EW; Z.: Büg-el
$Bügeleisen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bügeleisen; Q.: 1640; E.: s. Bügel, s. Eisen; L.: Kluge s. u. bügeln, DW 2, 496, EWD s. u. Bügel; GB.: seit 1640 belegte und aus Bügel (Griff) und Eisen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Eisen zu dem durch Nutzung von Wärme verbesserten Glätten von Stoff; F.: Bügeleisen, Bügeleisens+EW; Z.: Büg-el—eis-en
$bügelfrei, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. bügelfrei; Q.: 1981?; E.: s. bügel(n), s. frei; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bügel; GB.: seit 1981 (?) belegte Bezeichnung für einen ohne Bügeln faltenfreien Stoff aus Polyester und seit 1981 auch aus Baumwolle; F.: bügelfrei, bügelfreie, bügelfreies, bügelfreiem, bügelfreien, bügelfreier(, bügelfreiere, bügelfreieres, bügelfreierem, bügelfreieren, bügelfreierer, bügelfreiest, bügelfreieste, bügelfreiestes, bügelfreiestem, bügelfreiesten, bügelfreiester)+EW; Z.: büg-el—frei
bügeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bügeln, einen Stoff plätten oder glätten; ne. iron (V.), press (V.); Vw.: -; Hw.: s. biegen, Bügel; Q.: 1658; E.: s. Bügel, s. (e)n; Herkunft wohl von nhd. Bügel im Sinne von mit einem heißen Gegenstand Rundkragen biegen und glätten; L.: Kluge s. u. bügeln, EWD s. u. Bügel, DW 2, 496, DW2 5, 965, Duden s. u. bügeln; GB.: seit 1658 belegte und aus Bügel(eisen) und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht in China seit 200 v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Stoff mit einem Bügeleisen oder Pfanneneisen durch Hitzeeinwirkung oder Wärmeeinwirkung plätten oder glätten; BM.: biegen; F.: bügeln (!), bügle, bügelst, bügelt, büglest (!), büglet (!), bügelte, bügeltest, bügelten, bügeltet, gebügelt, ##gebügelt, gebügelte, gebügeltes, gebügeltem, gebügelten, gebügelter##, bügelnd, ###bügelnd, bügelnde, bügelndes, bügelnden, bügelndem, bügelnder###, bügel (!)+EW; Z.: büg-el-n
bugsieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bugsieren, mit Mühe bewegen, schleppen; ne. tow (V.), shift (V.) somewhere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1627; I.: Lw. nndl. boegseren; E.: s. nndl. boegseren, V., bugsieren; port. puxar, V., ziehen, zerren; lat. pulsāre, V., stoßen, stampfen, schlagen, klopfen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pulsus, M., Stoßen, Stampfen, Schlagen, Stoß; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); auf Aussprache und Schreibung hat das Wort „Bug“ (2) eingewirkt; L.: Kluge s. u. bugsieren, DW 2, 496, EWD s. u. bugsieren, DW2 5, 965, Duden s. u. bugsieren; Son.: vgl. nschw. bogsera, V., bugsieren; nnorw. buksere, V., bugsieren; GB.: seit 1627 belegte und aus dem Neuniederländischen sowie mittelbar dem Portugiesischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches ein Schiff in das Schlepptau nehmen oder schleppen; BM.: stoßen bzw. ziehen; F.: bugsieren, bugsiere, bugsierst, bugsiert, bugsierest, bugsieret, bugsierte, bugsiertest, bugsierten, bugsiertet, ##bugsiert, bugsierte, bugsiertes, bugsiertem, bugsierten, bugsierter##, bugsierend, ###bugsierend, bugsierende, bugsierendes, bugsierendem, bugsierenden, bugsierender###, bugsier (!)+FW; Z.: bug-s-ier-en
$Bugspriet, nhd., N., M., (17. Jh.): nhd. Bugspriet; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Bug, s. Spriet; L.: DW 2, 496, EWD s. u. Bug, Spriet; GB.: seit 1627 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Bug und Spriet gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten über den Bug hinausragenden Mast (M.); Z.: Bugspriet, Bugspriets, Bugsprietes, Bugspriete (!), Bugsprieten (!)+FW?+EW?; Z.: Bub—s-prie-t
buhen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. buhen, buh rufen; ne. boo (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1952; E.: lautmalend; L.: fehlt DW, DW2 5, 966, Duden s. u. buhen; Son.: vgl. nschw. bua, V., buhen; GB.: seit 1952 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches durch Buhrufe sein Missfallen bekunden; BM.: lautmalend; F.: buhen, buhe, buhst, buht, buhest, buhet, buhte, buhtest, buhten, buhtet, gebuht, ##gebuht, gebuhte, gebuhtes, gebuhtem, gebuhten, gebuhter##, buhend, ###buhend, buhende, buhendes, buhendem, buhenden, buhender###, buhe, buh (!)+EW; Z.: buh-en
Bühl, Bühel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bühl, Bühel, Hügel; ne. hill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bühel, st. M., Hügel; mnd. bǖl, būl, M., Bühl, Hügel; ahd. buhil, st. M. (a), Bühel, Bühl, Hügel, Grabhügel, Anhöhe, Berg; as. -; anfrk. -; germ. *buhila-, *buhilaz, st. M. (a), Hügel, Bühl, Beule; idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bühel, Kluge s. u. Bühl, DW 2, 496, DW2 5, 967, EWAhd 2, 421, Falk/Torp 274, Duden s. u. Bühl, Bluhme s. u. Buehl; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bōla, sw. F. (n), Beule; got. -; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen sanft geschwungenen Hügel; BM.: blasen bzw. schwellen; F.: Bühl, Bühles, Bühls, Bühle, Bühlen, Bühel, Bühels, Büheln+EW; Z.: Büh-l
Buhle, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Buhle (M.), Geliebter; ne. paramour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1225 (Lancelot); E.: mhd. buole, puole, sw. M., Buhle (M.), Freund, Verwandter, Geliebter, Liebhaber; mnd. bōle, bule, M., Buhle (M.), Geliebter, Buhlerin, Bruder, Verwandter, Verschwägerter; mnl. boel, M., Buhle; s. as. *bōlo?, sw. M. (n), Buhle, Freund; vielleicht von germ. *bōla-, *bōlam, st. N. (a), Lager; weitere Herkunft ungeklärt; oder aus einer Koseform von „Bruder“ entstanden; L.: Kluge 1. A. s. u. Buhle, Kluge s. u. Buhle, EWD s. u. Buhle, DW 2, 498, DW2 5, 967, Falk/Torp 273, Duden s. u. Buhle, Bluhme s. u. Buhle; Son.: vgl. nndl. boel, M., Buhle, Geliebter; GB.: (buole) seit um 1225 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Geliebten eines Menschen; BM.: Bett; F.: Buhle, Buhlen+EW; Z.: Buhl-e
$buhlen, nhd., sw. V., (13./14. Jh.): nhd. buhlen, lieben, gernhaben; E.: s. Buhl(e), s. en; L.: DW 2, 501, EWD s. u. Buhle, DW2 5, 969; GB.: (buolen) seit 13./14. Jh. belegte und aus Buhl(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches lieben oder gernhaben; F.: buhlen (!), buhle (!), buhlst, buhlt, buhlest, buhlet, buhlte, buhltest, buhlten, buhltet, gebuhlt, ##gebuhlt, gebuhlte, gebuhltes, gebuhltem, gebuhlten, gebuhlter##, buhlend, ###buhlend, buhlende, buhlendes, buhlendem, buhlenden, buhlender###, buhl (!)+EW; Z.: buhl-en
Buhne, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Buhne, Uferschutzbau, Uferschutzanlage; ne. river dam, groyne; Vw.: -; Hw.: s. Bühne; Q.: 18. Jh. (?); E.: s. mnd. būne, būn, bune, F., Buhne, Zaun, Schlingenwerk am Ufer, Deichschutz zum Abwehren des Wassers; nndl. bun, Sb., Buhne; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Verwandtschaft mit „Bühne“; L.: Kluge s. u. Buhne, fehlt DW (aber Bünenbau, Buhnenbau), EWD s. u. Buhne, DW2 5, 974, Duden s. u. Buhne; GB.: seit 1731 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Neuniederländischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Bühne verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten senkrecht zu der Küste oder zu dem Ufer verlaufenden dammartigen Küstenvorbau oder Ufervorbau aus Pfählen oder Steinen als Schutz vor Abspülung oder zu einer Unterstützung von Anlandung; BM.: ?; F.: Buhne, Buhnen+EW; Z.: Buhn-e
Bühne, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bühne, Theaterbühne; ne. scene; Vw.: -; Hw.: s. Buhne; Q.: 1220/1230 (Moriz von Craûn); E.: mhd. büne, st. F., Bühne, Erhöhung des Fußbodens, Decke, Dach, Zimmerdecke, Latte, Brett; mnd. bȫne (1), bȫn, M., F., Bühne, bretterne Erhöhung; mnl. boen, M., Bühne; vgl. germ. *buni-?, Sb., Bühne; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bühne, Kluge s. u. Bühne, DW 2, 508, EWD s. u. Bühne, DW2 5, 974, Duden s. u. Bühne, Bluhme s. u. Buehne; Son.: vgl. nndl. beun, Fischkasten; av. būna-, M., Boden; air. bun, M.?, dickes Ende; GB.: (büne, bün) seit 1220/1230 belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten erhöhten Teil eines Fußbodens eines Raumes; BM.: Boden?; F.: Bühne, Bühnen+EW; Z.: Bühn-e
$Bühnenaussprache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bühnenaussprache; Q.: 1898; E.: s. Bühn(e), s. en (Suff.), s. Aussprache; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bühne; GB.: seit 1898 belegte und aus Bühn(e) und en sowie Aussprache gebildete Bezeichnung für die vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete möglichst für alle Zuhörer bestmöglich verständliche Aussprache eines Textes; F.: Bühnenaussprache, Bühnenaussprachen+EW; Z.: Bühn-en—aus—s-pra-ch-e
Bühre, nhd. (ält.), F., (18./19. Jh.): nhd. Bühre, Bettüberzug; ne. bed tick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800? (Johann Heinrich Voß); E.: s. mnd. bǖre (2), bure, F., Bühre, Zieche, Bettbezug, Kissenbezug; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Bühre, DW 2, 511; GB.: vielleicht um 1800 mnd. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten Überzug für ein Bett; BM.: ?; F.: Bühre, Bühren (!)+EW?; Z.: Bühr-e
Bukett, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Bukett, Blumenstrauß, Weinaroma; ne. bouquet; Vw.: -; Hw.: s. Busch, Boskett; Q.: 18. Jh. (?); I.: Lw. frz. bouquet; E.: s. frz. bouquet, M., Bukett; afrz. boscet, M., Bukett?; afrz. bois, M., Holz, Wald; mlat. boscus, buscus, boccus, M., Wald, für das Holzsammeln freigegebener Wald, Busch, Gebüsch; vermutlich aus gall. *boskos; L.: Kluge s. u. Bukett, fehlt DW, EWD s. u. Bukett, DW2 5, 976, Duden s. u. Bukett; Son.: vgl. nndl. boeket, Sb., Bukett; nschw. bukett, Sb., Bukett, Blumenstrauß; nnorw. bukett, M., Bukett, Blumenstrauß; poln. bouquet, M., Bukett, Blumenstrauß; GB.: vielleicht seit 1715 belegte und aus dem Französischen und Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und dem Gallischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten besonders festlichen Blumenstrauß und danach ein Weinaroma; BM.: Holz bzw. Wald; F.: Bukett, Buketts, Bukette (!), Buketten (!)+FW; Z.: Buk-ett
$Bukolik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bukolik; E.: s. bukol(isch), s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. bukolisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus bukol(isch) und ik gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Dichtung über das Landleben; F.: Bukolik, Bukoliken (!)+FW; Z.: Bu-k-ol-ik
bukolisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. bukolisch, ländlich, einfach, Hirten betreffend; ne. bucolic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1615 (Messerschmid); I.: Lw. lat. būcolicus; E.: s. lat. būcolicus, Adj., zu dem Hirten gehörig, Hirten..., Hirten betreffend, ländlich; gr. βουκολικός (bukolikós), Adj., Hirten betreffend, Hirten...; vgl. gr. βουκόλος (bukólos), M., Rinderhirt; gr. βοῦς (būs), βῶς (bōs), F., Kuh, Rind, Ochse; vgl. idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. bukolisch, Duden s. u. bukolisch; Son.: vgl. frz. bucolique, Adj., bukolisch; nschw. bukolisk, Adj., bukolisch; nnorw. bukolisk, Adj., bukolisch; poln. bukolliczny, Adj., bukolisch; nir. búcólach, Adj., bukolisch; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Hirten betreffend; BM.: zu den Hirten bzw. Kühen gehörig; F.: bukolisch, bukolische, bukolisches, bukolischem, bukolischen, bukolischer(, bukolischere, bukolischeres, bukolischerem, bukolischeren, bukolischerer, bukolischste, bukolischstes, bukolischstem, bukolischsten, bukolischster)+FW+EW; Z.: bu-k-ol-isch
Bulette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Bulette, Hackfleischbällchen, Fleischlaibchen, Fleischküchlein, Frikadelle; ne. burger, rissole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823 (Kochbuch); I.: Lw. frz. boulette; E.: s. frz. boulette, F., Bulette; vgl. frz. boule, F., Kugel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bulette, fehlt DW, EWD s. u. Bulette, DW2 5, 977, Duden s. u. Bulette; GB.: seit 1823 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht auch schon früher in Laibchen (Fleischlaibchen) oder flache Scheiben (Fleischküchlein oder Frikadellen) gepresstes Hackfleisch; BM.: aufblasen bzw. schwellen; F.: Bulette, Buletten+FW; Z.: Bul-ett-e
Bulge (1), nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Bulge (F.) (1), Meereswelle; ne. wave (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); E.: s. mhd. bulge, sw. F., Welle, Woge; mnd. bülge, F., schwellende Welle, Balg; mnl. bulge, F., Bulge (F.) (1), Welle; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *bulgjō-, *bulgjōn?, sw. F. (n), Woge, Welle, Schwellung; idg. *bʰelg̑ʰ-, V., Sb., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bulge 1, DW 2, 511, DW2 5, 978; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. bylgja, sw. F. (n), Welle; got. -; nschw. bölja, Sb., Welle, Woge; nnorw. bølge, M., F., Welle; GB.: (bulge) seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Welle auf dem Meer (Meereswelle); BM.: schwellen; F.: Bulge, Bulgen (!)+EW; Z.: Bul-g-e
Bulge (2), nhd. (ält.), F., (9. Jh.?): nhd. Bulge (F.) (2), Schlauch; ne. hose (N.), tube (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bulge, sw. F., Ledersack, Felleisen; mnd. bulge, F., Bulge (F.) (2), Balg, Schlauch, lederner Wassersack, lederner Wassereimer; mnl. bolge, F., Bulge (F.) (2); ahd. bulga, st. F. (ō), Bulge (F.) (2), Tasche, Beutel (M.) (1), Sack, Schlauch, Mutterschwein?; as. *bulga?, st. F. (ō), Geldbeutel, Mantelsack; anfrk. -; germ.? *bulgō?, st. F. (ō), Sack, Ledersack?; lat. bulga, F., Sack, Geldsack; gall. bulga, F., Ledersack; vgl. idg. *bʰelg̑ʰ-, V., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bulge, Kluge s. u. Bulge 2, DW 2, 511, DW2 5, 978, EWAhd 2, 426, Seebold 99; Son.: vgl. ne. bulge, N., Beule, Ausbeulung; GB.: (bulga) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht auch schon früher entwickeltes und verwendetes kleines Behältnis zu einer Beförderung von Gegenständen oder einen Schlauch; BM.: aufblasen?; F.: Bulge, Bulgen+EW; Z.: Bul-g-e
Bulimie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Bulimie, Heißhungeranfälle mit anschließend absichtlich herbeigeführtem Erbrechen; ne. bulimia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. βουλιμία (bulimía); E.: s. gr. βουλιμία (bulimía), F., Heißhunger, Ochsenhunger; vgl. gr. βούλιμος (búlimos), M., Heißhunger; vgl. idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Bulimie; Son.: vgl. nndl. boulimie, Sb., Bulimie; frz. boulimie, F., Bulimie; nschw. bulimi, Sb., Bulimie; nnorw. bulimi, M., Bulimie; kymr. bwlimia, M., Bulimie; poln. bulimia, F., Bulimie; lit. bulimij, F., Bulimie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist bei jungen Frauen eintretende Störung des Essverhaltens mit suchtartigen Heißhungeranfällen und anschließend absichtlich herbeigeführtem Erbrechen; BM.: Kuh; F.: Bulimie+FW; Z.: Bu-lim-ie
Bullauge, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bullauge, rundes Schiffsfenster; ne. bull’s eye, porthole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nd. bulloog; E.: s. nd. bullog, N., Bullauge; s. ne. bull’s eye, N., Bullauge; Herkunft des Vorderglieds wohl von frz. boule, F., Kugel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); oder von ne. bull, M., Stier; ae. bula, sw. M. (n), Stier; germ. *bulō-, *bulōn, *bula-, *bulan, *bullō-, *bullōn, *bulla-, *bullan, sw. M. (n), Stier, Bulle (M.); idg. *bʰl̥-, *bʰel-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, Pokorny 121; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); ne. eye, N., Auge; ae. éage, ēge, sw. N. (n), Auge, Öffnung, Loch; germ. *augō-, *augōn, *auga-, *augan, sw. N. (n), Auge; idg idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Bullauge, fehlt DW, EWD s. u. Bulle, DW2 5, 979, Falk/Torp 266, Duden s. u. Bullauge; Son.: vgl. poln. bulay, M., Bullauge; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie mit dem Neuenglischen und dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes wasserdicht schließendes rundes Fenster beispielsweise in einem Schiffsrumpf; BM.: schwellen bzw. runde gebogene Form der Fenster; F.: Bullauge, Bullauges, Bullaugen+ FW+EW; Z.: Bul-l—aug-e
$Bulldog, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Bulldog; E.: s. ne. bulldog; L.: Kluge s. u. Bulldogge, fehlt DW, DW2 5, 979; GB.: vielleicht seit 1940 belegte und aus bull und dog gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine landwirtschaftliche Zugmaschine (Traktor); F.: Bulldog, Bulldogs+FW; Z.: Bul-l-dogg
Bulldogge, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Bulldogge, ein Hund für Stierhetze, Bullenbeißer; ne. bulldog; Vw.: -; Hw.: s. Dogge; Q.: v1840; I.: Lw. ne. bulldog; E.: s. ne. bulldog, N., Bulldogge; vgl. ne. bull, M., Stier; ae. bula, sw. M. (n), Stier; germ. *bulō-, *bulōn, *bula-, *bulan, *bullō-, *bullōn, *bulla-, *bullan, sw. M. (n), Stier, Bulle (M.); idg. *bʰl̥-, *bʰel-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, Pokorny 121; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); ne. dog, N., Hund; me. dogge, Sb., Hund; ae. docga, sw. M. (n), Hund; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von ae. dugan, Prät.-Präs., taugen, nützen, fähig sein (V.), gedeihen; germ. *dugan, Prät.-Präs., taugen; s. idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Bulldogge, fehlt DW, EWD s. u. Bulle, DW2 5, 979, Duden s. u. Bulldogge; Son.: vgl. nndl. buldog, Sb., Bulldogge; frz. bouledogue, M., Bulldogge; nschw. bulldogg, Sb., Bulldogge; nnorw. bulldogg, M., Bulldogge; poln. buldog, M., Bulldogge; lit. buldogas, M., Bulldogge; GB.: vielleicht seit vor 1840 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen teilweise mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kurzhaarigen und gedrungenen Hund mit großem eckigem Schädel und verkürzter Schnauze; BM.: Hund für Stierhetze; F.: Bulldogge, Bulldoggen+FW(+EW); Z.: Bul-l-dogg-e
Bulle (1), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bulle (M.) (1), Stier; ne. bull (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1404; I.: Lw. nnd. bulle; E.: s. nnd. bulle, M., Bulle; mnd. bulle, M., Bulle (M.), Stier; mhd. -; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *bulō-, *bulōn, *bula-, *bulan, *bullō-, *bullōn, *bulla-, *bullan, sw. M. (n), Stier, Bulle (M.); idg. *bʰl̥-, *bʰel-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, Pokorny 121; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bulle 1, Kluge s. u. Bulle 1, EWD s. u. Bulle M., DW 2, 512, DW2 5, 979, Duden s. u. Bulle; Son.: vgl. afries. -; ae. bula, sw. M. (n), Stier; an. boli, sw. M. (n), Stier, Ochs, Ochse; got. -; nndl. bul, Sb., Bulle (M.) (1); nisl. boli, M., Bulle (M.) (1); gr. φαλλός (phallós), M., Phallus, Holzpfahl; air. ball, Sb., Stier, Stierkalb, Glied, Geschlechtsglied; lit. bulius, M., Bulle (M.) (1); GB.: (bulle) seit 1404 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches geschlechtsreifes männliches Rind (Stier); BM.: strotzen bzw. schwellen; F.: Bulle, Bullen (!)+EW; Z.: Bul-l-e
Bulle (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bulle (F.), eine Siegelkapsel; ne. bull (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Bulletin; Q.: um 1250 (Die Statuten des Deutschen Ordens); I.: Lw.; E.: mhd. bulle, st. F., sw. F., Siegel, Urkunde, Schreiben, Bulle (F.); mnd. bulle, F., „Bulle“ (F.), Kapsel, Brief, Urkunde; mnl. bulle, F., Bulle (F.), lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bulle 3, Kluge s. u. Bulle 2, EWD s. u. Bulle F., DW 2, 513, DW2 5, 980, Falk/Torp 267, Duden s. u. Bulle, Bluhme s. u. Bulle; Son.: vgl. nndl. bul, Sb., Bulle (F.); nschw. bulla, Sb., Bulle (F.); nnorw. bulle, M., Bulle (F.); lit. bulė, F., Bulle (F.); GB.: (bulle) seit um 1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor allem in dem Mittelalter verwendete Siegelkapsel aus Metall sowie ein damit verbundenes Schreiben; BM.: schwellen bzw. Kapsel; F.: Bulle, Bullen+FW; Z.: Bul-l-e
Bulle (3), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bulle (M.) (2), Kriminalbeamter, Polizist; ne. cop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1814?; I.: Lw. ?; E.: entweder über das Rotwelsche von nndl. bol, Sb., Kopf, kluger Mensch; oder von einer Abkürzung Poli durch naheliegende Assoziationen gebildet; L.: Kluge s. u. Bulle 3, DW2 5, 980; GB.: vielleicht seit 1814 belegte und in der Herkunft fragliche umgangssprachliche Bezeichnung für einen Polizisten; BM.: ?; F.: Bulle, Bullen+FW; Z.: Bul-l-e
$Bullenbeißer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Bullenbeißer, Bulldogge; Q.: 1719; E.: s. Bull(e) (M.) (1), s. en, s. Beißer; L.: Kluge s. u. Bullenbeißer, Bulldogge, fehlt DW, EWD s. u. Bulle, DW2 5, 982; GB.: seit 1719 belegte und aus Bull(e) und en sowie Beißer gebildete Bezeichnung für einen gegen Bullen eingesetzten angriffsbereiten Hund (Bulldogge); F.: Bullenbeißer, Bullenbeißers, Bullenbeißern+EW; Z.: Bul-l-en—bei-ß-er
bullern, bollern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bullern, schießen; ne. roar (V.), bang (V.) on; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1510/1530; E.: Schallwort; L.: Kluge s. u. bullern, DW 2, 513, DW2 5, 982, Duden s. u. bullern; GB.: seit 1510/1530 belegte und vielleicht lautnachahmend gebildete Bezeichnung für ein dumpfes Geräusch in kurzen und unregelmäßigen Abständen hervorbringen; BM.: Schallwort?; F.: bullern, bullere, bullerst, bullert, bullerest (!), bulleret (!), bullerte, bullertest, bullerten, bullertet, gebullert, ##gebullert, gebullerte, gebullertes, gebullertem, gebullerten, gebullerter##, bullernd, ###bullernd, bullernde, bullerndes, bullerndem, bullernden, bullernder###, buller (!), bollern, bollere, bollerst, bollert, bollerest (!), bolleret (!), bollerte, bollertest, bollerten, bollertet, gebollert, ##gebollert, gebollerte, gebollertes, gebollertem, gebollerten, gebollerter##, bollernd, ###bollernd, bollernde, bollerndes, bollerndem, bollernden, bollernder###, boller (!)+EW; Z.: bull-er-n
Bulletin, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bulletin, veröffentlichter Brief, amtliche Verlautbarung, offizieller Bericht; ne. bulletin; Vw.: -; Hw.: s. Billett, Bulle (2); Q.: 1526; I.: Lw. frz. bulletin; E.: s. frz. bulletin, M., Bulletin; afrz. bulle, F., Kugel; lat. bulla, F., Bulle (F.), Geldkapsel, Wasserblase; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120? (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Bulletin, fehlt DW, EWD s. u. Bulletin, DW2 5, 983, Duden s. u. Bulletin; Son.: vgl. nndl. bulletin, Sb., Bulletin; nschw. bulletin, Sb., Bulletin; nnorw. bulletin, bulleteng, M., Bulletin; poln. biuletyn, M., Bulletin; kymr. bwletin, Sb., Bulletin; GB.: seit 1526 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare amtliche Verlautbarung über ein bestimmtes Ereignis; BM.: schwellen bzw. Siegelabdruck; F.: Bulletin, Bulletins+FW; Z.: Bul-l-et-in
Bult, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Bult, Bülte, Bodenerhebung; ne. tussock; Vw.: -; Hw.: s. Bülte; Q.: 1563; E.: s. mnd. bulte, bülte, bult, bült, M., F., N., Haufe, Haufen, Hügel, Erdhügel, Ballen (M.), Bündel; mnl. bult, M., Bult; as. *bolta?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Hügel; as. *bult?, st. N. (a), Haufe, Haufen, Hügel; germ. *bultjō-, *bultjōn, *bultja-, *bultjan, Sb., Haufe, Haufen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bult, DW 2, 514 (Bulte), DW2 5, 964, Duden s. u. Bülte; GB.: seit 1563 belegte und über das Mittelniederdeutsche mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine moosbewachsene und grasbewachsene Bodenerhebung in Moor oder Bruch (M.) (2); BM.: ?; F.: Bult, Bulten+EW; Z.: Bult
Bülte, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Bülte, Bult, Bodenerhebung; ne. tussock; Vw.: -; Hw.: s. Bult; Q.: 1563; E.: s. mnd. bulte, bülte, bult, bült, M., F., N., Haufe, Haufen, Hügel, Erdhügel, Ballen (M.), Bündel; mnl. bult, M., Bult; as. *bolta?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Hügel; as. *bult?, st. N. (a), Haufe, Haufen, Hügel; germ. *bultjō-, *bultjōn, *bultja-, *bultjan, Sb., Haufe, Haufen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Bult, DW 2, 514 (Bulte), DW2 5, 964, Duden s. u. Bülte; GB.: seit 1563 belegte und über das Mittelniederdeutsche mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine moosbewachsene und grasbewachsene Bodenerhebung in Moor oder Bruch (M.) (2); BM.: ?; F.: Bülte, Bülten+EW; Z.: Bült-e
bum, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. bum, bums; ne. boom (Interj.), bang (Interj.); Vw.: -; Hw.: s. bums, bummeln, bumsen; Q.: 1616; E.: s. lautmalend von einem tiefen Glockenton; L.: fehlt DW, EWD s. u. bum, DW2 5, 984, Duden s. u. bum; Son.: vgl. nschw. bums, Interj., Adv., bum, bums; nnorw. bums, Interj., bum, bums; poln. bum, Interj., bum, bums; GB.: seit 1616 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen dumpfen Schlag oder tiefen Glockenton; BM.: lautmalend bzw. Glockenton; F.: bum+EW; Z.: bum
Bumerang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bumerang, Wurfholz, Wurfbrett; ne. boomerang; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1827; I.: Lw. ne. boomerang; E.: s. ne. boomerang, N., Bomerang; aus der Sprache der Aborigines, s. austral. wo-murrāng, Sb., Wurfbrett; L.: Kluge s. u. Bumerang, fehlt DW, EWD s. u. Bumerang, DW2 5, 985, Duden s. u. Bumerang; Son.: vgl. nndl. boemerang, Sb., Bumerang; frz. boomerang, M., Bumerang; nschw. bumerang, Sb., Bumerang; nnorw. bumerang, M., Bumerang; poln. bumerang, M., Bumerang; kymr. bwmerang, M., Bumerang; nir. búmaraing, Sb., Bumerang; lit. bumerangas, M., Bumerang; GB.: seit 1827 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus der Sprache der Ureinwohner Australiens (Aborigines) aufgenommene Bezeichnung für ein schon seit der Altsteinzeit von Menschen verwendetes gekrümmtes Wurfholz das bei einem genauen Wurf infolge schneller und stabiler Drehbewegung zu dem Ausgangspunkt zurückkehrt; BM.: ?; F.: Bumerang, Bumerangs, Bumerange, Bumerangen+FW; Z.: Bumerang
$Bummel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bummel, Schlendern, gemütliches Gehen; Q.: 1869; E.: s. bummeln; L.: Kluge s. u. bummeln, (DW 2, 515,) EWD s. u. bummeln, DW2 5, 985; GB.: seit 1869 belegte und mit bummeln verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Schlendern; F.: Bummel, Bummels, Bummeln+EW; Z.: Bumm-el
bummeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. bummeln, schlendern, gemütlich gehen, nichts tun; ne. saunter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bommel, baumeln, bum; Q.: 1602; E.: lautmalend in Anlehnung an den Glockenschlag; L.: Kluge 1. A. s. u. bummeln, Kluge s. u. bummeln, DW 2, 515, EWD s. u. bummeln, DW2 5, 986, Duden s. u. bummeln, Bluhme s. u. bummeln; GB.: seit 1602 belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ohne bestimmtes Ziel schlendern oder gemütlich gehen; BM.: lautmalend bzw. schwingen der Glockenschwängel; F.: bummeln, bummle, bummelst, bummelt, bummlest (!), bummlet (!), bummelte, bummeltest, bummelten, bummeltet, gebummelt, ##gebummelt, gebummelte, gebummeltes, gebummeltem, gebummelten, gebummelter##, bummelnd, ###bummelnd, bummelnde, bummelndes, bummelndem, bummelnden, bummelnder###, bummel (!)+EW; Z.: bumm-el-n
$Bummler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bummler; Q.: 1839; E.: s. bumm(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. bummeln, DW 2, 516, EWD s. u. bummeln, DW2 5, 986; GB.: seit 1839 belegte und aus bumm(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen ohne bestimmtes Ziel Schlendernden oder gemütlich Gehenden; F.: Bummler, Bummlers, Bummlern+EW; Z.: Bumm-l-er
bums, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. bums, bum(, dumpfer Schlag); ne. boom (Interj.), bang (Interj.); Vw.: -; Hw.: s. bum, bummeln, bumsen; Q.: 1616; E.: s. lautmalend von einem tiefen Glockenton; L.: fehlt DW, EWD s. u. bum, DW2 5, 984, Duden s. u. bum; Son.: vgl. nschw. bums, Interj., Adv., bum, bums; nnorw. bums, Interj., bum, bums; poln. bum, Interj., bum, bums; GB.: seit 1616 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen dumpfen Schlag; BM.: lautmalend bzw. Glockenton; F.: bums+EW; Z.: bum-s
bumsen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. bumsen, dumpf dröhnen, heftig anprallen, Geschlechtsverkehr haben; ne. crash (V.) into, shag (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1527 (Zwingli); E.: lautmalende Schallnachahmung, s. nhd. bum; L.: Kluge 1. A. s. u. bumbsen, Kluge s. u. bumsen, EWD s. u. bum, DW2 5, 987, Duden s. u. bumsen; GB.: seit 1527 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches heftig anprallen oder gegen etwas stoßen; BM.: bum bzw. lautmalend; F.: bumsen, bumse, bumst, bumsest, bumset, bumste, bumstest, bumsten, bumstet, gebumst, ##gebumst, gebumste, gebumstes, gebumstem, gebumsten, gebumster##, bumsend, ###bumsend, bumsende, bumsendes, bumsendem, bumsenden, bumsender###, bums (!)+EW; Z.: bum-s-en
$Bumslokal, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Bumslokal, anrüchiges Vergnügungslokal; E.: s. bums(en), s. Lokal; L.: Kluge s. u. bumsen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus bums(en) und Lokal gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches anrüchiges Vergnügungslokal; F.: Bumslokal, Bumslokals, Bumslokales, Bumslokale, Bumslokalen+EW; Z.: Bu-m-s—lo-k-al
$Bumsmusik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Bumsmusik; E.: s. bums(en), s. Musik; L.: Kluge s. u. bumsen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus bums(en) und Musik gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Musik mögliche laute und anregende Musik; F.: Bumsmusik, Bumsmusiken+EW+FW; Z.: Bu-m-s—mu-s-ik
Bund, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Bund, Büschel, Vereinigung, Einfassung; ne. association, covenant, bunch (N.); Vw.: -; Hw.: s. binden; Q.: um 1185 (Klagebüchlein des Hartmann von Aue); E.: mhd. bunt, st. M., Bund, Band (N.), Fessel (F.) (1), Verband, Zusammengebundenes, Knoten (M.); mnd. bunt, M., N., Bund, Verbindung, Bündnis, Vereinbarung, Abmachung; mnl. bont, M., Bund; vgl. ahd. gibunt*, st. N. (a), Bund, Büschel; as. *bund?, st. N. (a), Bund; anfrk. -; vgl. germ. *bendan, *bindan, st. V., binden; idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bund, Kluge s. u. Bund, DW 2, 516, EWD s. u. Bund, DW2 5, 988, Duden s. u. Bund, Bluhme s. u. Bund; Son.: vgl. ae. byndelle, sw. F. (n), Bindung; nndl. bond, Sb., Bund; nschw. bunt, Sb., Bund; nnorw. bunt, M., Bund; GB.: seit um 1185 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche Vereinigung oder für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Zusammengebundenes (Büschel) oder eine Einfassung eines Kleidungsstücks; BM.: binden; F.: Bund, Bundes, Bünde, Bünden+EW; Z.: Bund
$Bündel, nhd., M., N., (12. Jh.): nhd. Bündel; E.: s. Bund, s. el; L.: Kluge 1. A. s. u. Bündel, Kluge s. u. Bund, DW2, 518, EWD s. u. Bund, DW2 5, 994; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Bund und el gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Zusammengebundenes; F.: Bündel, Bündels, Bündeln (!)+EW; Z.: Bünd-el
$bündeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. bündeln, zusammenbinden; Q.: 1779; E.: s. Bündel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Bund, DW 2, 519, EWD s. u. Bund, DW2 5, 995; GB.: seit 1779 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zusammenbinden; F.: bündeln (!), bündel (!), bündle, bündele, bündelst, bündelt, bündelte, bündeltest, bündelten, bündeltet, gebündelt, ##gebündelt, gebündelte, gebündeltes, gebündeltem, gebündelten, gebündelter##, bündelnd, ###bündelnd, bündelnde, bündelndes, bündelndem, bündelnden, bündelnder###, bündel (!)+FW; Z.: bünd-el-n
$Bundesgenosse, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bundesgenosse; E.: s. Bund, s. es, s. Genosse; L.: fehlt DW (s. aber Bundesgenoszenschaft), EWD s. u. Bund; GB.: vielleicht seit nach 1450 belegte und aus Bund und es sowie Genosse gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Genossen in einem Bund oder einer Verbíndung; F.: Bundesgenosse, Bundesgenossen+EW; Z.: Bund-es—ge-noss-e
$Bundesgericht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Bundesgericht; E.: s. Bund, s. es, s. Gericht; L.: Kluge s. u. Bund, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Bund und es sowie Gericht gebildete Bezeichnung für ein von einem Bund gebildetes oder eingerichtetes Gericht; F.: Bundesgericht, Bundesgerichts, Bundesgerichtes, Bundesgerichte, Bundesgerichten+EW; Z.: Bund-es—ge-rich-t
$Bundeslade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Bundeslade; Q.: 1530 (Luther); E.: s. Bund, s. es, s. Lade; L.: Kluge s. u. Lade, DW 2, 520, DW2 5, 996; GB.: seit 1530 belegte und aus Bund und es sowie Lade gebildete Bezeichnung für eine Lade oder Truhe aus Akazienholz und Gold mit den zehn Geboten der jüdischen und christlichen Bibel (angeblich in Aksum in Äthiopien); F.: Bundeslade, Bundesladen (!)+EW; Z.: Bund-es-la-d-e
$bündig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. bündig, einen Bund betreffend; E.: s. Bund, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. bündig, DW 2, 521, EWD s. u. Bund, DW2 5, 997, Kluge s. u. Bund; GB.: seit um 1300 belegte und aus Bund und ig gebildete Bezeichnung für einen Bund betreffend oder gerade abschließend oder überzeugend; F.: bündig, bündige, bündiges, bündigem, bündigen, bündiger(, bündigere, bündigeres, bündigerem, bündigeren, bündigerer, bündigst (!), bündigste, bündigstes, bündigstem, bündigsten, bündigster)+EW; Z.: bünd-ig
$Bündnis, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Bündnis, Verbindung; E.: s. Bund, s. nis; L.: DW 2, 522, EWD s. u. Bund; GB.: seit um 1290 belegte und aus Bund und nis gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Verbindung von Menschen; F.: Bündnis, Bündnisses, Bündnisse, Bündnissen+EW; Z.: Bünd—nis
$Bundschuh, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bundschuh, Schnürschuh; E.: s. Bund, s. Schuh; L.: Kluge s. u. Bundschuh, EWD s. u. Bund, DW2 5, 1000; GB.: (buntschuoch) seit 1230-1250 belegte und aus Bund und Schuh gebildete Bezeichnung für einen Schnürschuh und ein Kennzeichen für Empörung und Aufstand in den Bauernkriegen um 1525; F.: Bundschuh, Bundschuhs, Bundschuhe, Bundschuhen+EW; Z.: Bund—schuh
Bungalow, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bungalow, einstöckiges Haus; ne. bungalow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1812; I.: Lw. ne. bungalow; E.: s. ne. bungalow, N., Bungalow; aus einer nordindischen Sprache, s. hi. banglā, Sb., Bengalisches, einstöckiges strohbedecktes Haus mit offener Veranda in Bengalen; hi. banglā, Adj., bengalisch; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem dravidischen Volk namens Bang; vielleicht auch von einem bengalischen Königreich Vanga; L.: Kluge s. u. Bungalow, fehlt DW, EWD s. u. Bungalow, DW2 5, 1001, Duden s. u. Bungalow; Son.: vgl. nndl. bungalow, Sb., Bungalow; frz. bungalow, M., Bungalow; nschw. bungalow, Sb., Bungalow; nnorw. bungalow, M., Bungalow; poln. bungalow, M., Bungalow; kymr. byngalo, Sb., Bungalow; nir. bungaló, M., Bungalow; lit. bungalas, M., Bungalow; GB.: seit 1812 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer nordindischen Sprache aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein bengalisches einstöckiges Haus mit flachem Dach oder flach geneigtem Dach; BM.: Haus in Bengalen; F.: Bungalow, Bungalows+FW; Z.: Bungalow
Bunge, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Bunge, Trommel, Pauke, eine Fischreuse; ne. bow-et; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1338 (Hiob); E.: mhd. bunge (2), sw. F., Trommel, Pauke; mnd. bunge, F., Pauke, Trommel, Orgelstimme, paukenförmiger Kasten (M.), Behälter verschiedener Art; germ. *bunkō-, *bunkōn, *bunka-, *bunkan, sw. M. (n), Haufe, Haufen; vgl. idg. *bʰeng̑ʰ-, Adj., dick, dicht, feist, Pokorny 127; L.: DW 2, 524, DW2 5, 1001, EWAhd 2, 434, Duden s. u. Bunge; GB.: seit 1338 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Pauke und davon abgeleitet für eine aus Netzwerk bestehende Fischreuse; BM.: dick; F.: Bunge, Bungen+EW; Z.: Bung-e
Bunker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bunker, Schutzraum; ne. bunker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1868 (Militär-Wochenblatt); I.: Lw. ne. bunker; E.: s. ne. bunker, N., Bunker; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht vgl. ne. bunk, N., Holzkiste; an. bunki, sw. M. (n), Schiffslast; germ. *bunka-, *bunkaz, st. M. (a), Haufe, Haufen; germ. *bunkō-, *bunkōn, *bunka-, *bunkan, sw. M. (a), Haufe, Haufen; s. idg. *bʰeng̑ʰ-, Adj., dick, dicht, feist, Pokorny 127 (211/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Bunker, EWD s. u. Bunker, DW2 5, 1002, Falk/Torp 259, Duden s. u. Bunker, Bluhme s. u. Bunker; Son.: vgl. nndl. bunker, Sb., Bunker; nschw. bunker, Sb., Bunker; nnorw. bunker, M., Bunker; poln. bunkier, M., Bunker, Schutzraum; kymr. byncer, M., Bunker beim Golfspiel; lit. bunkeris, M., Bunker; GB.: seit 1868 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen Behälter oder einen Lagerraum zu einer Aufnahme von Massengütern oder einen gesicherten Schutzraum für eine schutzbedürftige Zivilbevölkerung in einem Krieg; BM.: dick bzw. Holzkiste?; F.: Bunker, Bunkers, Bunkern (!)+FW; Z.: Bunk-er
Bunsenbrenner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bunsenbrenner, ein Gasbrenner; ne. Bunsen burner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1858/1867; E.: das Vorderglied von dem PN des Chemikers Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899); für die Herkunft des Hinterglieds Brenner s. nhd. brenn(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1003, Duden s. u. Bunsenbrenner; Son.: vgl. nndl. bunsenbrander, Sb., Bunsenbrenner; frz. bec Bunsen, M., Bunsenbrenner; nschw. bunsenbrännare, Sb., Bunsenbrenner; nnorw. bunsenbrenner, M., Bunsenbrenner; poln. balnik Bunsena, M., Bunsenbrenner; kymr. tân Bunsen, M., Bunsenbrenner; nir. dóire bunsen, M., Bunsenbrenner; GB.: seit der späteren Neuzeit Bezeichnung für einen von Michael Faraday (Newington Butts 1791-London 1867) erfundenen Gasbrenner bei dem das zugeführte Gas die zu der Verbrennung benötigte Luft durch eine verstellbare Öffnung ansaugt; BM.: PN von dem Chemiker der das Gerät zusammen mit seinem Assistenten verfeinert hat, durch starke Wärme beeinflussen?; F.: Bunsenbrenner, Bunsenbrenners, Bunsenbrennern+EW; Z.: Bunsen—bren-n-er
bunt, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. bunt, mehrfarbig, vielfarbig; ne. colourful, coloured; Vw.: s. kunter-; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. bunt, Adj., „bunt“, gefleckt, gestreift, zweifarbig, mehrfarbig; mnd. bunt, Adj., bunt, mehrfarbig, aus Brokat gemacht mnl. bont, Adj., bunt; ahd. -; as. -; anfrk. bunt, Adj., bunt; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu lat. pūnctus, M., Stechen, Stich, Schwertspitze, Teil einer Stunde, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. pungere, V., stechen, eindringen, empfindlich berühren; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. bunt, Kluge s. u. bunt, DW 2, 525, EWD s. u. bunt, DW2 5, 1003, Duden s. u. bunt, Bluhme s. u. bunt; Son.: vgl. nndl. bont, Adj., bunt; GB.: seit 1150-1170 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches mehrfarbig oder vielfarbig; BM.: stecken bzw. bunt gesticktes?; F.: bunt, bunte, buntes, buntem, bunten, bunter(, buntere, bunteres, bunterem, bunteren, bunterer, bunteste, buntestes, buntestem, buntesten, buntester)+FW?; Z.: bun-t
Bürde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Bürde, gebärender Schoß, Last; ne. burden (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. bürde, burde, st. F., sw. F., Bürde, Last, Gewicht (N.) (1), Fülle; mnd. borde, bōrde, borden, F., Bürde; mnl. borde, F., Bürde; ahd. burdin, burdī, st. F. (jō), Bürde, Last, Gepäck, Bündel; as. burthinnia*, st. F. (jō), Bürde, Büschel, Bündel (N.); anfrk. burtha*, burthi*, st. F. (jō), Bürde, Last; germ. *burþī-, *burþīn, *burþjō-, *burþjōn, sw. F. (n), Bürde; germ. *burþjō-, *burþjōn, sw. F. (n), Bürde; s. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bürde, Kluge s. u. Bürde, EWD s. u. Bürde, DW 2, 532, DW2 5, 1008, EWAhd 2, 456, Falk/Torp 261, Duden s. u. Bürde, Bluhme s. u. Buerde; Son.: vgl. afries. berthe, berde, st. F. (i), Bürde, Last; ae. byrd (3), st. F. (jō?); ae. byrd (3), st. F. (jō?); ae. byrþen, st. F. (jō), Bürde, Last, Gewicht (N.) (1), Auftrag, Pflicht (F.) (1); an. byrðr, F., Bürde, Last; got. baúrþei, sw. F. (n), Bürde, Last; nschw. börda, Sb., Bürde; nnorw. byrde, M., Bürde; kymr. byrdwn, M., Bürde; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche schwer zu tragende Last; BM.: Schweres tragen; F.: Bürde, Bürden+EW; Z.: Bür-d-e
$bürden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bürden, zu tragen geben, auflegen; Vw.: s. auf-; E.: s. Bürd(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bürde, DW 2, 533, DW2 5, 1011; GB.: seit um 1150 belegte und aus Bürd(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu tragen geben oder auflegen; F.: bürden (!), bürde (!), bürdest, bürdet, bürdete, bürdetest, bürdeten, bürdetet, gebürdet, ##gebürdet, gebürdete, gebürdetes, gebürdetem, gebürdeten, gebürdeter##, bürdend, ###bürdend, bürdende, bürdendes, bürdendem, bürdenden, bürdender###, bürd (!)+EW; Z.: bür-d-en
Burg, nhd., F., (7. Jh.?): nhd. Burg, Bau, Festungsbau, Wehrbau; ne. castle, burg, borough; Vw.: -; Hw.: s. Bourgeois, Bürger; Q.: 2. Hälfte 7. Jh. (Fredegar); E.: mhd. burc, st. F., Burg, Schloss, Stadt; mnd. borch, F., Burg; mnl. borch, F., Burg; ahd. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Stadt, Schloss, Ort; as. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Ort, Stadt; anfrk. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Stadt; germ. *burg, F. (kons.), Burg; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Burg, Kluge s. u. Burg, DW 2, 534, EWD s. u. Burg, DW2 5, 1011, EWAhd 2, 457, Falk/Torp 265, Duden s. u. Burg, Bluhme s. u. Burg; Son.: vgl. afries. burch, burg, F. (kons.), Burg, Stadt; ae. burg, burh, byrg, byrig, F. (kons.), Burg, Stadt; an. borg, F. (kons.), Anhöhe, Hügel, Wall, Burg, Stadt; got. baúrgs, F. (kons.), Turm, Burg, Stadt; nndl. burcht, Sb., Burg; nschw. borg, Sb., Burg; nnorw. borg, M., F., Burg; ? gr. πύργος (pýrgos), M., Turm, Mauerturm (vielleicht Lehnwort aus einer anderen idg. Sprache); kelt. *brig-, Sb., Festung; mir. brí, Sb., Hügel; poln. bróg, M., Scheune, Schober; GB.: seit 2. Hälfte 7. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit der Sesshaftigkeit errichteten oder verwendeten in sich geschlossenen bewohnbaren Wehrbau; BM.: bergen? bzw. bewahren?, Fluchtburg auf dem Berg?; F.: Burg, Burgen+EW; Z.: Bur-g
Bürge, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Bürge, Gewährsmann; ne. guarantor, bail (M.); Vw.: -; Hw.: s. borgen; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bürge, sw. M., Bürge; mnd. börge, borge, M., Bürge; mnl. borge, M., Bürge; ahd. burgo, sw. M. (n), Bürge, Gläubiger; as. burgio*, sw. M. (n), Gläubiger, Bürge; anfrk. -; germ. *burgjō-, *burgjōn, *burgja-, *burgjan, sw. M. (n), Bürge; s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145 (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bürge, Kluge s. u. Bürge, DW 2, 536, EWD s. u., Bürge, DW2 5, 1013, EWAhd 2, 464, Falk/Torp 265, Duden s. u. Bürge, Bluhme s. u. Buerge; Son.: vgl. afries. borga, burga, sw. M. (n), Bürge; nfries. borge, M., Bürge; ae. byrga, byriga, sw. M. (n), Bürge, Bürgschaft, Sicherheit; an. -; got. -; nndl. borg, Sb., Bürge; nschw. borgensman, Sb., Bürge; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen für einen anderen Menschen (Schuldner) Gewähr bietenden und einstehenden Menschen (Gewährsmann); BM.: verwahren bzw. bergen; F.: Bürge, Bürgen (!)+EW; Z.: Bür-g-e
$bürgen, nhd., sw. V., (10./11. Jh.): nhd. bürgen, Gewähr bieten, einstehen; E.: s. Bürg(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bürge, DW 2, 537, EWD s. u. Bürge, DW2 5, 1013; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und aus Bürg(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches für das Verhalten eines anderen Menschen (Schuldners) Gewähr bieten oder einstehen; F.: bürgen (!), bürge (!), bürgst, bürgt, bürgest, bürget, bürgte, bürgtest, bürgten, bürgtet, gebürgt, ##gebürgt, gebürgte, gebürgtes, gebürgtem, gebürgten, gebürgter##, bürgend, ###bürgend, bürgende, bürgendes, bürgendem, bürgenden, bürgender###, bürg (!)+EW; Z.: bür-g-en
Bürger, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Bürger, Burgbewohner, Stadtbewohner, Staatsangehöriger; ne. citizen, burgher; Vw.: s. Schild-; Hw.: s. Burg; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. burgære, st. M., Burgbewohner, Einwohner; mnd. börgære*, börger, börgere, M., Bürger, Stadtbürger, Einwohner, Burgmann, Kleinsiedler; mnl. borger, M., Bürger; ahd. burgāri*, burgeri*, st. M. (ja), Burgbewohner, Bewohner einer Stadt, Bürger, Stadtbewohner, Städter, Mitbürger; as. -; anfrk. burgeri, st. M., Bürger; vgl. ahd. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Stadt, Schloss, Ort; germ. *burg, F. (kons.), Burg; s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Hinterglied vielleicht von der Endung „āri“ oder von einem germ. *-war-, -waz, vgl. Stammesnamen wie z. B. Amsivarii oder ae. Rōmware, M. Pl., Römer; L.: Kluge s. u. Bürger, EWD s. u. Bürger, DW 2, 537, DW2 5, 1015, EWAhd 2, 460, Kluge s. u. Bürger, Bluhme s. u. Buerger; Son.: vgl. afries. burger, borger, st. M. (ja), Bürger; ae. burgware, burgwaran, burgwaras, burgwaru, st. M. (i) Pl., Burgbewohner, Bürger; nndl. burger, Sb., Bürger; an. borgari, st. M. (ja), Bürger; frz. bourgeois, M., Bürger; nschw. borgare, Sb., Bürger; nnorw. borger, M., Bürger; nir. burgaire, M., Bürger; GB.: (burgāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Burg und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl seit der Sesshaftigkeit möglichen Bewohner einer Burg und danach einen Angehörigen eines Staates oder einer Gemeinde; BM.: Bewohner einer Burg; F.: Bürger, Bürgers, Bürgern+EW; Z.: Bür-g-er
$bürgerlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. bürgerlich; Vw.: s. spieß-; E.: s. Bürger, s. lich; L.: Kluge s. u. Bürger, DW 2, 539, EWD s. u. Bürger, DW2 5, 1019; GB.: vor 1363 belegte und aus Bürger und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Burg und des Bürgers mögliches einen Bürger oder das Bürgertum betreffend; F.: bürgerlich, bürgerliche, bürgerliches, bürgerlichem, bürgerlichen, bürgerlicher(, bürgerlichere, bürgerlicheres, bürgerlicherem, bürgerlicheren, bürgerlicherer, bürgerlichst, bürgerlichste, bürgerlichstes, bürgerlichstem, bürgerlichsten, bürgerlichster)+EW; Z.: bür-g-er-lich
$Bürgermeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Bürgermeister; E.: s. Bürger, s. Meister; L.: Kluge s. u. Bürgermeister, DW 2, 540, EWD s. u. Bürger, DW2 5, 1021; GB.: seit 1259 belegte und aus Bürger und Meister gebildete Bezeichnung für den politischen Leiter (M.) einer Stadt; F.: Bürgermeister, Bürgermeisters, Bürgermeistern+EW+FW; Z.: Bür-g-er—mei-st-er
$Bürgerschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Bürgerschaft; E.: s. Bürger, s. schaft; L.: Kluge s. u. Bürger, DW 2, 541, EWD s. u. Bürger, DW2 5, 1022; GB.: (burgæreschaft*) seit 13. Jh. belegte und aus Bürger und schaft gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Bürger einer Stadt; F.: Bürgerschaft, Bürgerschaften+EW; Z.: Bür-g-er-schaf-t
$Bürgersteig, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bürgersteig, Gehsteig; E.: s. Bürger, s. Steig; Q.: 1820; L.: Kluge s. u. Bürgersteig, DW 2, 542, DW2 5, 1022; GB.: seit 1820 belegte und aus Bürger und Steig gebildete Bezeichnung für den von Fußgängern zu dem Gehen zu benutzenden Teil einer Straße (Gehsteig) in Gegensatz zu der Fahrbahn für Fahrzeuge; F.: Bürgersteig, Bürgersteigs, Bürgersteiges, Bürgersteige, Bürgersteigen+EW; Z.: Bür-g-er—steig
$Bürgertum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Bürgertum; Q.: 1516 (Urk); E.: s. Bürger, s. tum; L.: Kluge s. u. Bürger, DW 2, 542 (Bürgerthum), EWD s. u. Bürger, DW2 5, 1023; GB.: seit 1516 belegte und aus Bürger und tum gebildete Bezeichnung für den Stand und das Wesen der Bürger (einer Stadt und später auch des Staates); F.: Bürgertum, Bürgertums+EW; Z.: Bür-g-er-tum
$Bürgschaft, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Bürgschaft, Verbürgung, Einstehen; E.: s. Bürg(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Bürge, DW 2, 544, EWD s. u. Bürge, DW2 5, 1027; GB.: (burgiskaf*) seit 10. Jh. belegte und aus Bürg(e) und schaft gebildete Bezeichnung für die sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Verbürgung oder das Einstehen eines Menschen für einen anderen; F.: Bürgschaft, Bürgschaften+EW; Z.: Bür-g-schaf-t
Burgund, nhd., N.: nhd. die in der Völkerwanderung in dem 5. Jh. von den aus Skandinavien kommenden Burgundern eingenommene Landschaft an der mittleren Rhone in dem späteren Frankreich; Hw.: s. Burgunder; L.: s. Burgunder
Burgunder, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Burgunder (M.) (2), Burgunderwein, Pinot Noir; ne. Burgundy wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1751; E.: von der Region Burgund; deren Name stammt vom Stamm der Burgunder, s. lat. Burgundus, M., Burgunde, Burgunder (M.) (1); aus dem Germanischen; letztlich von germ. *burg, F. (kons.), Burg; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 2, 544, DW2 5, 1028, Duden s. u. Burgunder; Son.: vgl. nschw. bourgongnevin, Sb., Burgunder (M.) (2); nnorw. burgundervin, M., Burgunder (M.) (2); poln. burgund, M., Burgunder (M.) (2); lit. Burgundijos vynas, M., Burgunder (M.) (2); GB.: seit 1751 belegte und aus Burgund und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen aus der Landschaft Burgund stammenden Wein; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Burgunder, Burgunders, Burgundern+FW?, EW; Z.: Bur-g-und-er
Burka (1), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Burka (F.) (1), kaukasischer Männerumhang; ne. burka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823; I.: Lw. russ. бурка (burka); E.: s. russ. бурка (burka), F., Burka (F.) (1), kaukasischer Männerumhang; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu russ. buryi, Adj., braun; L.: DW2 5, 1028, Duden s. u. Burka; Son.: vgl. nndl. boerka, Sb., Burka (F.) (1); frz. bourka, F., Burka (F.) (1); poln. burka, F., Burka (F.) (1); lit. burka, F., Burka (F.) (1); GB.: seit 1823 belegte und aus dem Russischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen aus dickem rauem und vielleicht braunem Wollstoff bestehenden halbkreisförmig geschnittenen Umhang männlicher Kaukasier; BM.: braun?; F.: Burka, Burkas+FW; Z.: Burk-a
Burka (2), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Burka (F.) (2), Ganzkörperumhang, Ganzkörperschleier; ne. burqa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1938; I.: Lw. Urdu burqà; E.: s. Urdu burqà, Sb., Burka (F.) (2), Ganzkörperschleier; arab. burqu’, Sb., Burka (F.) (2), Ganzkörperschleier; L.: DW2 5, 1029, Duden s. u. Burka; Son.: vgl. nndl. bourka, F., Burk (F.) (2); frz. burqa, burka, F., Burka (F.) (2); nnorw. burka, M., Burka (F.) (2); nir. burcá, F., Burka (F.) (2); poln. burka, F., Burka (F.) (2); lit. burka, F., Burka (F.) (2); GB.: seit 1938 belegte und aus dem Urdu aufgenommene Bezeichnung für einen von muslimischen Frauen in Afghanistan und Pakistan sowie Teilen Indiens wohl seit Mitte des 19. Jh. getragenen den ganzen Körper bedeckenden Umhang mit einem Einsatz aus Netzgewebe für die Augen; BM.: ?; F.: Burka, Burkas+FW; Z.: Burk-a
burlesk, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. burlesk, derb, spaßhaft, possenhaft, komisch; ne. burlesque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1696; I.: Lw. frz. burlesque; E.: s. frz. burlesque, Adj., burlesk, spaßhaft; it. burlesco, Adj., burlesk, spaßhaft; vgl. lat. burla, F., Posse; wohl von lat. burra, F., zottiges Gewand, grobe Wolle, Füllmaterial, (um 380-um 450 n. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. burlesk, fehlt DW, EWD s. u. burlesk, DW2 5, 1029, Duden s. u. burlesk; Son.: vgl. nndl. burlesk, Adj., burlesk; nschw. burlesk, Adj., burlesk; nnorw. burlesk, Adj., burlesk; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches derb oder spaßhaft oder possenhaft oder komisch; BM.: spalten? bzw. zottig; F.: burlesk, burleske, burleskes, burleskem, burlesken, burlesker+FW; Z.: bur-l-esk
$Burleske, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Burleske, Derbheit, possenhafte Komik; Q.: 1682; E.: s. burlesk, s. e; L.: Kluge s. u. burlesk, fehlt DW, EWD s. u. burlesk, DW2 5, 1029; seit 1682 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Derbheit oder possenhafte Komik; F.: Burleske, Burlesken (!)+FW; Z.: Bur-l-esk-e
Burn-out, Burnout, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Burn-out, Burnout, Ausgebranntsein, Erschöpfungszustand; ne. burnout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. burnout; E.: s. ne. burnout, N., Burn-out, Ausbrennen, Brennschluss; vgl. ne. burn, V., brennen; ae. biornan, biernan, beornan, st. V. (3b), brennen; germ. *brannjan, sw. V., brennen, verbrennen; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; ne. out, Präp., aus; ae. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; an. ūt, Adv., hinaus; germ. *ūt, Adv., heraus; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Burn-out; Son.: vgl. nndl. burn-out, Sb., Burn-out; GB.: seit 1974 belegte und aus dem Neuenglischen (Herbert J. Freudenberger) aufgenommene Bezeichnung für das Gefühl der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung eines Menschen (Ausgebranntsein) auf Grund von Überlastung (Erschöpfungszustand); BM.: brennen, aus; F.: Burn-out, Burn-outs, Burnout, Burnouts+FW; Z.: Burn—out
Burnus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Burnus, weißer Kapuzenumhang (nordafrikanischer Männer); ne. burnous, burnouse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1754; I.: Lw. frz. burnous; E.: s. frz. burnous, bournous, M., Burnus; arab. burnūs, barnous, Sb., Burnus; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von gr. βίρρος (bírros), M., eine Art Überwurf; lat. birrus, M., Mantelkragen, kurzer Mantel mit Kapuze; weitere Herkunft unbekannt, kelt.?; L.: Kluge s. u. Burnus, fehlt DW, EWD s. u. Burnus, DW2 5, 1030, Duden s. u. Burnus; Son.: vgl. nndl. boernoes, Sb., Burnus; nschw. burnus, Sb., Burnus; nnorw. burnus, M., Burnus; poln. burnus, M., Burnus; lit. burnusas, M., Burnus; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für einen weißen Kapuzenumhang nordafrikanischer Männer; BM.: ?; F.: Burnus, Burnusses, Burnusse, Burnussen+FW; Z.: Burn-us
Büro, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Büro, Amtszimmer, Arbeitsraum, Schreibstube; ne. bureau, office; Vw.: -; Hw.: s. Bürokratie, Bürokrat; I.: Lw. frz. bureau; E.: s. frz. bureau, M., Amtszimmer; afrz. bure, burel, F.?, grober Wollstoff, Gamillscheg 163b; lat. burra, F., zottiges Gewand; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Büro, fehlt DW, EWD s. u. Büro, DW2 5, 1030, Duden s. u. Büro; Son.: vgl. nndl. bureau, Sb., Büro; nschw. byro, Sb., Büro; nnorw. byrå, N., Büro; poln. biuro, N., Büro; nir. biúró, M., Büro; lit. biuras, M., Büro; GB.: möglicherweise seit 1741 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Amtszimmer oder einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Arbeitsraum oder eine Schreibstube in einem Betrieb für schriftliche oder verwaltungstechnische Arbeiten; BM.: spalten bzw. mit Tuch bedeckter Tisch; F.: Büro, Büros+FW; Z.: Bür-o
Bürokrat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bürokrat, sich pedantisch an Vorschriften haltender Mensch; ne. bureaucrat; Vw.: -; Hw.: s. Büro, Bürokratie; Q.: 1819; I.: Lw. frz. bureaucrate; E.: s. frz. bureaucrate, M., Bürokrat; frz. bureau, M., Amtszimmer; afrz. bure, burel, F.?, grober Wollstoff, Gamillscheg 163b; lat. burra, F., zottiges Gewand; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), N., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bürokratie; fehlt DW, EWD s. u. Bürokratie, DW2 5, 1031, Duden s. u. Bürokrat; Son.: vgl. nndl. bureaucraat, Sb., Bürokrat; nschw. byråkrat, Sb., Bürokrat; nnorw. byråkrat, M., Bürokrat; poln. biurokrata, M., Bürokrat; kymr. biwrocrat, M., Bürokrat; lit. biurokratas, M., Bürokrat; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich pedantisch an Vorschriften haltenden Menschen; BM.: Büroherrschaft; F.: Bürokrat, Bürokraten+FW(+EW?); Z.: Bür-o-kra-t
Bürokratie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Bürokratie, Beamtenapparat, Verwaltungsapparat; ne. bureaucracy; Vw.: -; Hw.: s. Büro, Bürokrat; Q.: 1790; I.: Lw. frz. bureaucratie; E.: s. frz. bureaucratie, F., Bürokratie; frz. bureau, M., Amtszimmer; afrz. bure, burel, F.?, grober Wollstoff, Gamillscheg 163b; lat. burra, F., zottiges Gewand; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), N., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Bürokratie, fehlt DW, EWD s. u. Bürokratie, DW2 5, 1031, Duden s. u. Bürokratie; Son.: vgl. nndl. bureaucratie, Sb., Bürokratie; nschw. bürokrati, Sb., Bürokratie; nnorw. byråkratie, N., Bürokratie; poln. biurokracja, F., Bürokratie; kymr. biwrocratiaeth, F., Bürokratie; lit. biurokratija, F., Bürokratie; GB.: seit 1790 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Beamtenapparat und Verwaltungsapparat bzw. die Herrschaft des Beamtenapparats und Verwaltungsapparats; BM.: Büroherrschaft; F.: Bürokratie, Bürokratien+FW(+EW?); Z.: Bür-o-kra-t-ie
$bürokratisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. bürokratisch, Bürokratie betreffend; Q.: 1819; E.: s. Bürokrat(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Bürokratie, fehlt DW, EWD s. u. Bürokratie, DW2 5, 1032; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Bürokratie betreffend; F.: bürokratisch, bürokratische, bürokratisches, bürokratischem, bürokratischen, bürokratischer(, bürokratischere, bürokratischeres, bürokratischerem, bürokratischeren, bürokratischerer, bürokratischst, bürokratischste, bürokratischstes, bürokratischstem, bürokratischsten, bürokratischster)+FW+EW; Z.: bür-o-kra-t-isch
$Bürokratismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Bürokratismus, Wesen der Bürokratie; Q.: 1816; E.: s. Bürokrat(ie), s. is, s. mus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bürokratie; GB.: seit 1816 belegte und aus Bürokrat(ie) und ismus gebildete Bezeichnung für das Wesen der Bürokratie; F.: Bürokratismus+FW; Z.: Bür-o-kra-t-ism-us
Bursche, Bursch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bursche, Bursch, Mitglied einer Studentenverbindung, junger Mann; ne. fellow, lad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1454; E.: s. fnhd. bursche, M., Bursche; vgl. mlat. bursa, F., Geldbeutel, (639-709 n. Chr.); vgl. lat. byrsa, F., Fell, Leder, Ochsenleder; gr. βύρσα (býrsa), F., Fell; vgl. gr. βερρός (berrós), Adj., dicht, behaart; weitere Etymologie unklar, vielleicht von idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bursche, Kluge s. u. Bursch, Bursche, DW 2, 546 (Burs), EWD s. u. Bursche, DW2 5, 1032 (Bursche), Duden s. u. Bursch, Bursche, Bluhme s. u. Bursche; Son.: in der Hochsprache wird oft zwischen Bursch, M., Mitglied einer Studentenverbindung und Bursche, M., junger Mann unterschieden; vgl. nndl. borst, Sb., junger Mann; nschw. buss, Sb., mutiger kräftiger Kerl; nnorw. (dial.) busse, M., Mann; GB.: seit 1454 belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen jungen Mann und später ein vollberechtigtes Mitglied einer studentischen Verbindung; BM.: spalten (bzw. in den frühen Universitäten wurden die aus einer gemeinsamen Kasse und sonst versorgten Mitglieder einer Studentengemeinschaft so genannt); F.: Bursche, Bursch, Burschen+EW; Z.: Bur-sch
$Burschenschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Burschenschaft; Q.: 1792; E.: s. Bursch(e), s. en (Suff.), s. schaft; L.: Kluge s. u. Bursche, DW 2, 550, EWD s. u. Bursche, DW2 5, 1035; GB.: seit 1792 belegte und aus Bursch(e) und en sowie schaft gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Burschen oder eine Verbindung von Studenten; F.: Burschenschaft, Burschenschaften+EW; Z.: Bur-sch-en—schaf-t
$Burschenschafter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Burschenschafter; E.: s. Burschenschaft, s. er; L.: DW 2, 550, EWD s. u. Bursche; GB.: seit 1817 belegte und aus Burschenschaft und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Mitglied einer Burschenschaft; F.: Burschenschafter, Burschenschafters, Burschenschaftern+EW; Z.: Bur-sch-en—schaf-t-er
$burschikos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. burschikos, einen Burschen(schafter) betreffend, ungezwungen, unbefangen, formlos, zwanglos; Q.: 1720; L.: Kluge s. u. burschikos, DW 2, 550, EWD s. u. Bursche, DW2 5, 1035; GB.: seit 1720 belegte und aus Bursch(e) und ik und os gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ungezwungen oder unbefangen oder formlos oder zwanglos; F.: burschikos, burschikose, burschikoses, burschikosem, burschikosen, burschikoser(, burschikosere, burschikoseres, burschikoserem, burschikoseren, burschikoserer, burschikosest, burschikoseste, burschikosestes, burschikosestem, burschikosesten, burschikosester)+EW; Z.: bur-sch-ik-os
Bürste, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Bürste, Haarbürste, Kleiderbürste; ne. brush (N.); Vw.: -; Hw.: s. Borste; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Vom Himmelreich); E.: s. mhd. bürste, sw. F., Bürste, Haarbürste; mnd. börste, borste, borst, F., Borste, Bürste; vgl. mhd. burst, st. F., sw. F., Borste, Stachel; ahd. burst*, st. F. (i), Borste, Stachel, Borstenkamm; as. bursta, sw. F. (n), Borste; anfrk. -; germ. *bursti-, *burstiz, st. F. (i), Borste, Spitze, Gipfel; germ. *burstō, st. F. (ō), Borste, Spitze, Gipfel; idg. *bʰr̥sti-, Sb., Spitze, Ecke, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰars-, *bʰors-, Adj., spitz, rauh, stolz, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bürste, Kluge s. u. Bürste, EWD s. u. Bürste, DW 2, 551, DW2 5, 1036, Falk/Torp 266, Duden s. u. Bürste, Bluhme s. u. Buerste; Son.: vgl. nndl. borstel, Sb., Bürste; nschw. borste, Sb., Bürste; nnorw. børste, M., Bürste; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Borsten oder Pflanzenfasern oder Draht bestecktes Gerät zu einem Entfernen von haftendem Schmutz oder zu einem Auftragen eines pastenartigen Reinigungsmittels oder zu einem Glätten der Haare; BM.: Borste; F.: Bürste, Bürsten+EW; Z.: Bürs-t-e
$bürsten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. bürsten, reinigen, glätten; E.: s. Bürst(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bürste, DW 2, 551, EWD s. u. Bürste, DW2 5, 1037; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus Bürst(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (mit einer Bürste) reinigen oder glätten; F.: bürsten, bürste (!), bürstest, bürstet, bürstete, bürstetest, bürsteten, bürstetet, gebürstet, ##gebürstet, gebürstete, gebürstetes, gebürstetem, gebürsteten, gebürsteter##, bürstend, ###bürstend, bürstende, bürstendes, bürstendem, bürstenden, bürstender###, bürst (!)+EW; Z.: bürs-t-en
$Bürstenbinder, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Bürstenbinder, Hersteller von Bürsten; Q.: 15. Jh.; E.: s. Bürst(e), s. en (Suff.), s. Binder; L.: Kluge s. u. Bürstenbinder, DW 2, 552, DW2 5, 1038; GB.: seit nach 1400 belegte und aus Bürst(e) und en sowie Binder gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Arbeitsteilung möglichen Hersteller von Bürsten; F.: Bürstenbinder, Bürstenbinders, Bürstenbindern+EW; Z.: Bürs-t-en—bind-er
$Burzel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Burzel, Portulak; E.: s. lat. portulac(a); L.: Kluge 1. A. s. u. Burzel, Kluge s. u. Burzel, fehlt DW?; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die aus Afrika und Kleinasien kommende um etwa 800 v. Chr. in Schriften aus Babylon als Heilpflanze erwähnte weitverbreitete Gemüsepflanze Portulak; F.: Burzel, Burzels (!), Burzeln (!)+FW+EW; Z.: Burz-el
Bürzel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bürzel, Schwanzwurzel der meisten Vögel, Geflügelsteiß; ne. rump (N.); Vw.: -; Hw.: s. purzeln; Q.: 1543 (?) (Luther); E.: s. fnhd. bürtzel, pirtzel, M., Bürzel; vgl. fnhd. bürzen, borzen, V., hervorstehen, strotzen; von ahd. bor*, st. N. (a), Höhe, Gipfel, Spitze; germ. *buri-, *buriz, st. F. (i), Erhebung, Höhe; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bürzel, Kluge s. u. Bürzel, EWD s. u. Bürzel, DW 2, 554, DW2 5, 1039, Duden s. u. Bürzel; GB.: vielleicht seit 1543 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Schwanzwurzel der meisten Vögel, Geflügelsteiß; M.: Hervorstehendes bzw. tragen?; F.: Bürzel, Bürzels, Bürzeln (!)+EW; Z.: Bür-z-el
Bus, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Bus, Omnibus, Autobus; ne. bus; Vw.: -; Hw.: s. Omnibus; Q.: 1844; I.: Lw. frz. (voiture) omnibus; E.: s. Abkürzung von nhd. Omnibus (s. d.); L.: Kluge s. u. Omnibus, fehlt DW, EWD s. u. Omnibus, DW 13, 1288, Duden s. u. Bus, Bluhme s. u. Bus; Son.: vgl. nndl. bus, Sb., Bus; frz. bus, M., Bus; nschw. buss, Sb., Bus; nnorw. buss, M., Buss; GB.: seit 1844 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten größeren Kraftwagen (Autobus) mit vielen Sitzen zu der Beförderung von Menschen; BM.: alle; F.: Bus, Busses, Busse, Bussen+FW; Z.: B-us
Busch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Busch, Strauch; ne. bush (N.), shrub; Vw.: -; Hw.: s. Böschung, Boskett, Bukett, Puschel; Q.: 1130/1140 (Die Bücher Mosis); E.: mhd. busch, bosch, pusch, st. M., Busch, Gesträuch, Büschel, Gehölz, Wald; mnd. busch, busk, M., Busch; mnl. bos, bus, busch, M., Bündel; mnl. bosch, busch, M., Wald; ahd. busk, st. M. (a), Busch, Strauch, Gebüsch; as. *busk?, st. M. (a), Busch; anfrk. -; germ. *busk, *buska, *buskaz, st. M. (a), Busch; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Busch, Kluge s. u. Busch, DW 2, 556, EWD s. u. Busch, DW2 5, 1040, EWAhd 2, 474, Duden s. u. Busch, Bluhme s. u. Busch; Son.: vgl. afries. -; ae. *busc, st. M. (a), Busch, Gebüsch; an. -; got. *būska, st. F. (ō), Scheit; nndl. bos, Sb., Busch; frz. bois, M., Wald; nschw. buske, Sb., Busch; nnorw. busk, M., Busch; GB.: seit 1130/1140 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich seit Entstehung von Pflanzen möglichen dicht gewachsenen Strauch bzw. ein Dickicht aus Sträuchern; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: Busch, Busches, Büsche, Büschen+EW; Z.: Bu-sch
$Büschel, nhd., N., (11. Jh.?): nhd. Büschel, kleiner Busch, Bündel; E.: s. Busch, s. el; L.: Kluge 1. A. s. u. Busch, Kluge s. u. Busch, DW 2, 559, EWD s. u. Busch, DW2 5, 1043; GB.: seit nach 1000 belegte und aus Busch und el gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen kleinen Busch oder ein Bündel; F.: Büschel, Büschels, Büscheln (!)+EW; Z.: Bü-sch-el
$buschig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. buschig, Busch betreffend; Q.: 1522 (Luther); E.: s. Busch, s. ig; L.: Kluge s. u. Busch, DW 2, 561, EWD s. u. Busch, DW2 5, 1045; GB.: seit 1522 belegte und aus Busch sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Busch betreffend; F.: buschig, buschige, buschiges, buschigem, buschigen, buschiger(, buschigere, buschigeres, buschigerem, buschigeren, buschigerer, buschigst, buschigste, buschigstes, buschigstem, buschigsten, buschigster)+EW; Z.: bu-sch-ig
$Buschklepper, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Buschklepper, Wegelagerer, Strauchdieb; E.: s. Busch, s. Klepper; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klepper; GB.: seit 1640 belegte und aus Busch und Klepper gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich in Gebüsch mit einem Klepper verbergenden Wegelagerer oder Strauchdieb; F.: Buschklepper, Buschkleppers, Buschkleppern+EW; Z.: Bu-sch—klepp-er
$Büse, nhd. (ält.), F.: nhd. Schiff zu dem Heringsfang; L.: Kluge 1. A. s. u. Buse, DW 2, 563, DW2 5, 1046; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für ein von Menschen zu dem Heringsfang entwickeltes und verwendetes Schiff; F.: Büse, Büsen (!)+EW; Z.: Büs-e
Busen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Busen, weibliche Brust in ihrer runden Erscheinung; ne. bosom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. buosem, buosen, st. M., Busen, Bausch des Gewandes, Schoß (M.) (1), rechtliche Nachkommenschaft in gerader Linie; mnd. bosem, bōsem, boseme, bōseme, M., Busen, Gewand; mnl. boesem, M., Busen; ahd. buosum*, st. M. (a), Busen, Schoß (M.) (1), Wölbung, Bausch des Gewandes; as. bōsom*, st. M. (a), Busen, Schoß (?); anfrk. -; germ. *bōsma-, *bōsmaz, st. M. (a), Busen; s. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98? (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Busen, Kluge s. u. Busen, EWD s. u. Busen, DW 2, 563, DW2 5, 1046, EWAhd 2, 451, Falk/Torp 272, Duden s. u. Busen, Bluhme s. u. Busen; Son.: vgl. afries. bōsem, bōsm, st. M. (a), Busen; ae. bōsm, st. M. (a), Busen, Brust, Leib, Oberfläche, Schiffsraum; an. -; got. -; nfries. boesem; nndl. boezem, Sb., Busen; ? ai. bhasád-, F., Hinterteil; ? gr. ψυχή (psychḗ), F., Hauch, Atem, Denkvermögen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Männer geschlechtlich anziehende weibliche Brust in ihrer runden Erscheinung; BM.: schwellen; F.: Busen, Busens (!)+EW; Z.: Bu-s-en
$Busenfreund, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Busenfreund, sehr vertrauter Freund; E.: s. Busen, s. Freund; L.: DW 2, 568, EWD s. u. Busen; GB.: seit 1759 belegte und aus Busen und Freund gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen sehr vertrauten Freund; F.: Busenfreund, Busenfreundes, Busenfreunds, Busenfreunde, Busenfreunden+EW; Z.: Bu-s-en—freu-nd
Bussard, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bussard, ein Raubvogel; ne. buzzard, buteo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1561; I.: Lw. frz. busard; E.: s. frz. busard, M., Bussard, Weihe (F.) (1); lat. būteo, Falkenart, Bussard?; vgl. idg. *beu- (1), *bu-, *bʰeu-, bʰu-, V., dumpf schallen, Pokorny 97 (157/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bussar, Kluge s. u. Bussard, fehlt DW, EWD s. u. Bussard, DW2 5, 1051, Duden s. u. Bussard; Son.: vor der frz. Entlehnung im 16. Jahrhundert hieß der Vogel ahd. mūsāri, st. M. (ja), Mäusebussard; ahd. mūsaro, sw. M. (n), Mäusebussard, Bussard; s. mhd. būsant, M., Bussard?; vgl. nndl. buizderd, Sb., Bussard; nschw. buteo, Sb., Bussard; GB.: seit 1561 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen mittelgroßen Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen mit breiten zum segelnden und kreisenden Flug geeigneten Flügeln und kurzen scharfen kralligen Zehen; BM.: dumpf schreien; F.: Bussard, Bussards, Bussarde, Bussarden+FW(+EW); Z.: Bu-ss-ard
Buße, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Buße, Sühne, Besserung; ne. penance, penitence, repentance, boot (N.) (ält.); Vw.: -; Hw.: s. büßen; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. buoze, buoz, bōz, būze, puoze, st. F., Buße, Bußzahlung, Heilung (F.) (1), Bußgeld, Gerichtsgebühr, Wiedergutmachung; mhd. buoz, F., Buße, Ersatz; mnd. bote, bōte, bute, F., Buße; mnl. boete, F., Buße; ahd. buoza*, st. F. (ō), Buße, Besserung, Preis, Strafe; ahd. buoz, st. F. (indekl., ō), Buße, Ersatz; as. bōta*, st. F. (ō), Buße, Besserung, Heilung (F.) (1), Abhilfe; anfrk. -; germ. *bōtō, st. F. (ō), Buße, Besserung; vgl. idg. bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Busze, Kluge s. u. Buße, DW 2, 570 (Busze), EWD s. u. Buße, DW2 5, 1052, EWAhd 2, 452, Falk/Torp 258, Duden s. u. Buße, Bluhme s. u. Busse; nschw. bot, Sb., Buße; nnorw. bot, M., F., Buße; Son.: vgl. afries. bōte, st. F. (ō), Buße, Entschädigung, Heilung (F.) (1); nfries. beate; afries. bēte, st. F. (ō), Buße; ae. bōt, st. F. (ō), Hilfe, Nutzen (M.), Heilmittel, Buße, Genugtuung, Sühne, Reue; an. bōt (1), st. F. (ō), Besserung, Ersatz, Buße; got. bōta, st. F. (ō), Nutzen (M.); nndl. boete, Sb., Buße; nschw. bot, Sb., Buße; nnorw. bot, M., F., Boße; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Bemühen um die Wiederherstellung eines durch falsches menschliches Verhalten gestörten Verhältnisses (beispielsweise zwischen Gott und Mensch oder zwischen Menschen bzw. eine Handlung um Buße zu tun); BM.: bessern; F.: Buße, Bußen+EW; Z.: Buß-e
Bussel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Bussel, Busserl, Kuss, Küsschen; ne. peck (N.), kiss (N.), buss (N.); Vw.: -; Hw.: s. Busserl; Q.: 1686 (Abraham a Sancta Clara); E.: auf lautmalender Grundlage entstanden?; mhd. bussen, sw. V., küssen, liebeln; wohl von idg. *bu-, Sb., Lippe, Kuss, Pokorny 103 (167/28) (RB. idg. aus iran., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Busserl, fehlt DW (aber dort busseln DW 13, 2278), EWD s. u. Busserl, DW 2, 570, DW2 5, 1061, Duden s. u. Busserl, Bluhme s. u. Busserl; Son.: vgl. alb. buzë, Sb., Lippe; span. buz, M., Kuss; air. bus, pus, Sb., Lippe, Lefze; lit. bučiúoti, M., Kuss; poln. buziak, M., Busserl; GB.: seit 1686 belegte Bezeichnung für eine wohl schon frühe menschliche Geste der Zuneigung durch Berührung der Haut mit den Lippen; BM.: lautmalend? bzw. Lippenberührung; F.: Bussel, Bussels, Busseln+EW; Z.: Bu-ss-el
büßen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. büßen, ganz machen, anstoßen, um Wiedergutmachung oder Besserung bemühen; ne. repent, atone; Vw.: -; Hw.: s. Buße, zubuttern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. büezen (1), buozen, būzen, bōzen, bietzen, sw. V., bessern, ausbessern, gut machen, befreien, vergüten, Buße leisten, büßen; mnd. bȫten (1), boten, büten, buten, sw. V., bessern, aufbessern, ausbessern, flicken; mnl. boeten, sw. V., büßen; ahd. buozen*, sw. V. (1a), büßen, bessern, heilen (V.) (1); as. bōtian*, sw. V. (1a), büßen, bereuen, ausbessern, anzünden; anfrk. -; germ. *bōtjan, sw. V., bessern, büßen; s. idg. bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge s. u. büßen, DW 2, 571 (büszen), EWD s. u. Buße, DW2 5, 1055, EWAhd 2, 453, Falk/Torp 258, Duden s. u. büßen; Son.: vgl. afries. bēta, sw. V. (1), büßen, Buße zahlen, ausbessern, entschädigen; nfries. beta; ae. bōtian, sw. V., besser werden; ae. bœ̄tan, bētan, sw. V. (1), büßen, bessern, herstellen; an. bœta, sw. V. (1), büßen, heilen (V.) (1), schenken; got. bōtjan, sw. V. (1), nützen, bessern; nndl. boeten, V., büßen; nschw. bussen, V., büßen; nnorw. bøte, V., büßen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches etwas bereuen und sich um Wiedergutmachung oder Besserung bemühen; BM.: bessern; F.: büßen, büße, büßst (!), büßt, büßest, büßet, büßte, büßtest, büßten, büßtet, gebüßt, ##gebüßt, gebüßte, gebüßtes, gebüßtem, gebüßten, gebüßter##, büßend, ###büßend, büßende, büßendes, büßendem, büßenden, büßender###, büß (!)+EW; Z.: büß-en
$Büßer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Büßer, Büßender; Vw.: s. Lücken-; E.: s. büß(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. büßen, DW 2, 571, DW2 5, 1060; GB.: (büezære) seit 1250-1272 belegte und aus büß(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen etwas bereuenden und sich um Wiedergutmachung oder Besserung bemühenden Menschen; F.: Büßer, Büßers, Büßern+EW; Z.: Büß-er
Busserl, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Busserl, Bussel, Bussi, Kuss, Küsschen; ne. peck (N.), kiss (N.), buss (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bussel, s. Bussi; Q.: 1686 (Abraham a Sancta Clara); E.: auf lautmalender Grundlage entstanden?; mhd. bussen, sw. V., küssen, liebeln; wohl von idg. *bu-, Sb., Lippe, Kuss, Pokorny 103 (167/28) (RB. idg. aus iran., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Busserl, DW 2, 570, EWD s. u. Busserl, DW2, 5, 1061, Duden s. u. Busserl, Bluhme s. u. Busserl; Son.: vgl. alb. buzë, Sb., Lippe; span. buz, M., Kuss; air. bus, pus, Sb., Lippe, Lefze; lit. bučiúoti, M., Kuss; poln. buziak, M., Busserl; GB.: seit 1686 belegte Bezeichnung für eine wohl schon frühe menschliche Geste der Zuneigung durch Berührung der Haut mit den Lippen (Kuss); BM.: lautmalend? bzw. Lippenberührung; F.: Busserl, Busserls, Busserln, Bussel, Bussels, Busseln+EW; Z.: Bu-ss-erl
$Bussi, nhd., N.: nhd. Bussi, Kuss; Hw.: s. Bussel, s. Busserl; L.: fehlt DW; F.: Bussi, Bussis+EW; Z. Bu-ss-i
Büste, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Büste, Brust, steinernes Brustbild; ne. bust (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bustier; Q.: 1712; I.: Lw. s. it. busto, frz. buste; E.: s. it. busto, M., Brustbild des Toten auf dem Grabhügel; frz. buste, M., Büste, steinernes Brustbild; lat. bustum, N., Leichenbrandstätte, Grabmal, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. ūrere, V., brennen, verbrennen, enkaustisch auftragen, brennend verzehren; idg. *eus-, *h₁eu̯s-, V., brennen, Pokorny 347 (515/96) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Büste, Kluge s. u. Büste, EWD s. u. Büste, DW2 5, 1064, Duden s. u. Büste, Bluhme s. u. Bueste; Son.: vgl. nndl. buste, Sb., Büste; nschw. byst., Sb., Büste; nnorw. byste, M., Büste; poln. biust, M., Büste, Busen; nir. busta, M., Büste; lit. biustas, M., Büste; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar unter Bedeutungsänderung dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche plastische Darstellung eines einzelnen Menschen in Halbfigur oder von dem Kopf bis zu der Schulter meist in Stein oder Metall oder auch die weibliche Brust; BM.: brennen bzw. durch Brennen entstandenes Brustbild; F.: Büste, Büsten (!)+FW; Z.: Bü-st-e
$Büstenhalter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Büstenhalter, BH; E.: s. Büst(e), s. en, s. Halter; L.: Kluge s. u. Büstenhalter, fehlt DW, EWD s. u. Büste; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Büst(e) und en sowie Halter gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Kleidungsstück für die das Erschlaffen und Sinken des Brustmuskels und des umgebenden Gewebes auszugleichen versuchende Stützung der Brüste von Frauen; F.: Büstenhalter, Büstenhalters, Büstenhaltern+EW; Z.: Bü-st-en—hal-t-er
Bustier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Bustier, Büstenhalter; ne. bustier; Vw.: -; Hw.: s. Büste; Q.: Ende 19. Jh.?; I.: Lw. frz. bustier; E.: s. frz. bustier, N., Bustier; vgl. frz. buste, M., Büste, steinernes Brustbild; lat. bustum, N., Leichenbrandstätte, Grabmal, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. ūrere, V., brennen, verbrennen, enkaustisch auftragen, brennend verzehren; idg. *eus-, *h₁eu̯s-, V., brennen, Pokorny 347 (515/96) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Büstenhalter, fehlt DW, Duden s. u. Bustier; Son.: vgl. nndl. bustier, Sb., Bustier; nschw. bustier, Sb., Bustier; GB.: vielleicht seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieses Zeit entwickeltes und verwendetes zu der Unterkleidung gehörendes miederartig anliegendes und nicht ganz bis zu der Taille reichenden Oberteil ohne Ärmel für die Brüste von Frauen; BM.: brennen bzw. durch Brennen entstandenes Brustbild; F.: Bustier, Bustiers+FW; Z.: Bu-st-ier
Butan, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Butan, ein Kohlenwasserstoff; ne. butane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. būtȳrum; E.: s. lat. būtȳrum, N., Butter, (116-27 v. Chr.); gr. βούτῦρον (bútyron), N., Butter, Kuhquark; vgl. gr. βοῦς (būs), F., Kuh, Rind, Ochse; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τυρός (tyrós), M., Käse; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Butan; Son.: vgl. nndl. butaan, Sb., Butan; frz. butane, M., Butan; nschw. butan, N., Sb., Butan; nnorw. butan, M., N., Butan; kymr. biwtan, M., Butan; nir. bútán, M., Butan; poln. butan, M., Butan; lit. butanas, M., Butan; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und in Erdöl und Erdgas enthaltenen gesättigten gasförmigen Kohlenwasserstoff (Flüssiggas); BM.: Kuh, Käse; F.: Butan, Butans+FW; Z.: Bu-t-an
Butler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Butler, Hausdiener; ne. butler; Vw.: -; Hw.: s. Bütte, Bouteille; Q.: 1830. Jh.; I.: Lw. ne. butler; E.: s. ne. butler, M., Butler, Diener; vgl. afrz. bouteiller, M., Kellermeister; s. mlat. buttis, F., Weinschlauch, Fass, Schlauch, Gefäß; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Butler, Duden s. u. Butler; Son.: vgl. nndl. butler, Sb., Butler; nschw. butler, M., Butler; kymr. bwtler, M., Butler; nir. butléir, M., Butler; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Hausdiener in einem vornehmen Haushalt; BM.: schwellen bzw. Aufseher über die Flaschen; F.: Butler, Butlers, Butlern+FW; Z.: Bu-t-l-er
Butt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Butt, Flunder, Scholle, Plattfisch; ne. but (N.), butt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. fnhd. butt, M., Butt; mnd. but, M., Butt; mnl. bot, but, M., Butt; wohl zu mnd. but, Adj., stumpf, plump, grob; vgl. ahd. agabūz, st. M. (a)?, Barsch; germ. *burzō-, *burzōn, *burza-, *burzan, sw. M. (n), Barsch; idg. *bʰā̆ud-, *bʰūd-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Butt, DW 2, 578, EWD s. u. Butt, DW2 5, 1064, Falk/Torp 265, Duden s. u. Butt, Bluhme s. u. Butt; Son.: vgl. nndl. bot, Sb., Butt; nschw. butta, Sb., Butt; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Salzwasser lebenden und von Menschen gerne gegessenen Plattfisch; BM.: schlagen bzw. plumpe Gestalt?; F.: Butt, Buttes, Butts, Butte, Butten (!)+EW; Z.: Bu-tt
$Bütt, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Bütt; E.: s. Bütte; L.: Kluge s. u. Bütte; F.: Bütte, Bütten+EW; Z.: Bü-tt
$Butte (2), nhd., F.: nhd. Butte; L.: Kluge 1. A. s. u. Butte; F.: Butte, Butten+EW; Z.: Butt-e
Bütte, Butte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Bütte (F.) (2), Butte, Bottich, Zuber, Kübel, ein großes hölzernes wannenartiges Gefäß; ne. butt, tub, vat; Vw.: -; Hw.: s. Bouteille, Butler; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. büte, bütte, bute, sw. F., st. F., Gefäß, Bütte (F.) (2), Bottich, Wanne, mnd. bode, boden, bodene, bodde, budde, F., Bütte (F.) (2); mnl. botte, F., Bütte (F.) (2); mhd. büten, st. F., sw. F., Gefäß, Bütte (F.) (2); s. ahd. butin, butina*, butinna*, st. F. (jō), Bütte (F.) (2), Bottich, Fass, Kufe (F.) (2); as. budin, st. F. (jō), Bütte (F.) (2); anfrk. -; germ. *budinō, *budinjō, *buddinō, *buddinjō, st. F. (ō), Bottich, Bütte (F.) (2), Fass, Tonne; s. mlat. butina, F., Flasche, Gefäß; gr. βυτίνη (bytínē), πυτίνη (pytínē), F., umflochtene Weinflasche; unter Einfluss von mlat. buttis, F., Weinschlauch, Fass, Schlauch; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bütte, Kluge s. u. Bütte 2, EWD s. u. Bütte, DW 2, 579, DW2 5, 1065, EWAhd 2, 479, Bluhme s. u. Buette; Son.: vgl. afries. -; ae. byden, st. F. (ō), Bütte (F.) (2), Fass, Tonne (F.) (1), Maß; an. bytta, sw. F. (n), Kübel, Fass, Bütte (F.) (2); an. bytti, N., Kübel, Fass, Bütte (F.) (2); an. Boðn, st. F. (ō), Name für das Gefäß des Skaldenmets; got. -; vgl. nschw. bytta, Sb., Bütte (F.) (2), Bottich; nnorw. botte, Sb., Bütte (F.) (2); ukr. bódnja, Sb., Fass; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Mittellateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein großes hölzernes wannenartiges Gefäß; BM.: blasen?, schwellen?; F.: Bütte, Bütten (!)+EW(+FW); Z.: Bü-tt-e
Büttel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Büttel, Bote, Gerichtsdiener, Ordnungshüter, ein Bediensteter einer Obrigkeit; ne. beadle, bailiff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. bütel, st. M., Büttel, Bote, Diener; mnd. bodel, M., Büttel, Gerichtsdiener; mnl. bodel, M., Büttel; ahd. butil, st. M. (a), Büttel, Diener, Gerichtsdiener, Abgesandter, Gesandter; as. budil, st. M. (a), Büttel; anfrk. -; germ. *budila-, *budilaz, st. M. (a), Büttel; s. idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Büttel. Kluge s. u. Büttel, DW 2, 581, EWD s. u. Büttel, DW2 5, 1067, EWAhd 2, 478, Seebold 109, Duden s. u. Büttel, Bluhme s. u. Buettel; Son.: vgl. afries. -; ae. bydel, st. M. (a), Büttel, Herold, Vorläufer, Prediger; an. buðlungr, st. M. (a), König, Fürst; got. -; nndl. beul, Sb., Büttel; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bediensteten einer Obrigkeit; BM.: beobachten?; F.: Büttel, Büttels, Bütteln (!)+EW; Z.: Büt-t-el
$Büttenpapier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Büttenpapier; Q.: 1842?; E.: s. Bütt(e), s. en (Suff.), s. Papier; L.: DW 2, 581, EWD s. u. Bütte; GB.: vielleicht seit 1842 belegte und aus Bütt(e) und en sowie Papier gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes aus einer Bütte handgeschöpftes Papier; F.: Büttenpapier, Büttenpapieres, Büttenpapiers, Büttenpapiere, Büttenpapieren+EW+FW; Z.: Bü-tt-en—papier
$Büttenrede, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Büttenrede; E.: s. Bütt(e), s. en (Suff.), s. Rede; L.: Kluge s. u. Bütte, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1823 belegte und aus Bütt(e) und en sowie Rede gebildete Bezeichnung für eine aus einer Bütte gehaltene Fastnachtsrede; F.: Büttenrede, Büttenreden+EW; Z.: Bü-tt-en—re-d-e
$Büttenredner, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Büttenredner; E.: s. Büttenred(e), s. (e)n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Bütte, fehlt DW, EWD s. u. Bütte; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Büttenred(e) und (e)n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen eine Büttenrede haltenden Menschen; F.: Büttenredner, Büttenredners, Büttenrednern+EW; Z.: Bü-tt-en—re-d-n-er
Butter, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Butter, aus Milch gewonnenes Fett; ne. butter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. buter, puter, butere, sw. F., sw. M., Butter; mnd. botter, F., Butter; mnl. boter, F., Butter; ahd. butira, F., Butter; as. -; anfrk. -; lat. būtȳrum, N., Butter, (116-27 v. Chr.); gr. βούτῦρον (bútyron), N., Butter, Kuhquark; vgl. gr. βοῦς (būs), F., Kuh, Rind, Ochse; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τυρός (tyrós), M., Käse; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Butter, Kluge s. u. Butter, DW 2, 582, EWD s. u. Butter, DW2 5, 1068, EWAhd 2, 480, Duden s. u. Butter, Bluhme s. u. Butter; Son.: vgl. afries. butere, sw. F. ,(n), Butter; ae. butere, sw. F. (n), Butter; nndl. boter, Sb., Butter; frz. beurre, M., Butter; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl seit der Einführung der Viehzucht von Menschen aus Milch gewonnenes Fett; BM.: Kuh, Käse; F.: Butter+FW(+EW); Z.: But-te-r
$Butterbrot, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Butterbrot; E.: s. Butter, s. Brot; L.: DW 2, 584, EWD s. u. Butter; GB.: seit um 1600 belegte und aus Butter und Brot gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Brot und Butter mögliches und von Menschen vielleicht seit dem 14. Jh. entwickeltes und verwendetes mit Butter bestrichenes Brot; F.: Butterbrot, Butterbrotes, Butterbrots, Butterbrote, Butterbroten+FW+EW; Z.: But-t-er—bro-t
$Buttermilch, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Buttermilch; E.: s. Butter, s. Milch; L.: EWD s. u. Butter; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Butter und Milch gebildete Bezeichnung für eine bei der Herstellung von Butter vielleicht schon in den Hochkulturen des Altertums durch den Menschen entstehende fettarme und leicht verdauliche Milch; F.: Buttermilch, Buttermilche, Buttermilchen+FW+EW; Z.: But-t-er—milch
$buttern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. buttern, Butter machen; Vw.: s. unter-, zu-; E.: s. Butter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Butter, DW 2, 585, EWD s. u. Butter, DW2 5, 1071; GB.: seit 1558 belegte und aus Butter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Butter vielleicht in den Hochkulturen des Altertums mögliches (aus Milch) Butter machen oder herstellen; F.: buttern, buttere, butter (!), butterst, buttert, butterte, buttertest, butterten, buttertet, gebuttert, ##gebuttert, gebutterte, gebuttertes, gebuttertem, gebutterten, gebutterter##, butternd, ###butternd, butterndes, butterndem, butternden, butternder###, butter (!)+EW; Z.: but-t-er-n
$Büttner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Büttner, Bötticher, Fassbinder; E.: s. Bütt(e), s. (e)n, s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bütte, Kluge s. u. Büttner, DW 2, 587, EWD s. u. Bütte, DW2 5, 1072; GB.: seit 1234-1255 belegte und aus Bütt(e) und (e)n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Bütten oder Fässer herstellenden Handwerker (Bötticher); F.: Büttner, Büttners, Büttnern+FW; Z.: Bü-tt-n-er
Butz, Butze, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Butze, Butz, Schreckgestalt, Kobold; ne. goblin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: mhd. butze, sw. M., „Butze“, Poltergeist, Schreckgestalt, Hausgespenst, Schreckgespenst, Butzemann, Klumpen (M.), Kloß; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu ahd. bōzen*, sw. V. (1a), stoßen, zerstoßen (V.), schlagen, zerschlagen (V.); germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Butz, DW 2, 588, DW2 5, 1072, Duden s. u. Butz; GB.: seit 1190-1229 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der menschlichen Vorstellung möglichen kleinen schrecklichen Geist oder Kobold; BM.: schlagen?; F.: Butz, Butzen (!)+EW; Z.: Bu-tz
$Butz (2), Butzli, nhd., M.: nhd. Butz; E.: s. Butt; L.: Kluge s. u. Butt; Son.: alem.; F.: Butz, Butzes, Butzen, Butzli, Butzlis+EW; Z.: Bu-tz
$Butzemann, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Butzemann, ein Schreckgespenst; E.: s. Butz, s. e., s. Mann; L.: Kluge s. u. Butz putzig, DW 2, 592, EWD s. u. putzig, DW2 5, 1073; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Butz und e sowie Mann gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit unbekannter Zeit in der Vorstellung von Menschen mögliches Schreckgespenst; F.: Butzemann, Butzemanns, Butzemannes, Butzemänner, Butzemännern+EW; Z.: Bu-tz-e—man-n
Butzen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Butzen, Apfelbutzen, Kernhaus, Klumpen (M.), Schlacke; ne. apple core; Vw.: -; Hw.: s. Grieb; Q.: um 1250 (Lamprecht von Regensburg); E.: wohl letztlich von ahd. bōzen*, sw. V. (1a), stoßen, zerstoßen (V.), schlagen, zerschlagen (V.); germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112; vgl. idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Butzen, fehlt DW, EWD s. u. Butzenscheibe, DW2 5, 1073, Duden s. u. Butzen; GB.: vielleicht seit um 1250 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl schon vormenschliche Kernhaus oder Kerngehäuse des Apfels und der Birne mit einem Kranz von bei Äpfeln fünf und bei Birnen vier Balgfrüchten; BM.: schlagen bzw. abgeschlagenes Stück?; F.: Butzen, Butzens+EW; Z.: Bu-tz-en
Butzenscheibe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Butzenscheibe, kleine runde Glasscheibe; ne. crown glass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: Herkunft des Vorderglieds ungeklärt; vielleicht Zusammenhang mit nhd. Butzen (s. d.); Hinterglied s. Scheibe; L.: Kluge s. u. Butzen, fehlt DW, EWD s. u. Butzenscheibe, DW2 5, 1075, Duden s. u. Butzenscheibe; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Butzen und Scheibe gebildete sowie teilweise ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen in Rouen wohl seit Ende 13. Jh. entwickelte und verwendete runde und in Blei gefasste sowie in der Mitte verdickte Glasscheibe; BM.: ?; F.: Butzenscheibe, Butzenscheiben (!)+EW; Z.: Bu-tz-en—schei-b-e
$Butzli, nhd., M.: nhd. Butzli; Vw.: s. Butz; L.: fehlt DW; Son.: alem.; F.: Butzli, Butzlis+EW; Z.: Bu-tz-l-i
Buxe, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Buxe, Hose; ne. slacks, pants, trousers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. buxe, böxe, F., Hose, Beinkleid; aus buck-hose, F., Hose aus Bocksleder; vgl. mnd. bok, buk, M., Bock, Schafbock, Ziegenbock, Bocksfell, Bockshaut; as. *buk?, *bukk?, st. M. (a), Bock; germ. *bukkō-, *bukkōn, *bukka-, *bukkan, sw. M. (n), Bock; idg. *bʰū̆g̑os, bʰukkos, M., Bock, Pokorny 174 (295/128) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ.); mnd. hōse, hose, hāse, hase, F., Hose, Bekleidung der Beine und der Füße, Beinbekleidung des Mannes; as. hosa, sw. F. (n), „Hose“, Strumpf, Stiefel; germ. *husō, *husōn, sw. F. (n), Hose, Hülle, Beinkleid; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Buxe, fehlt DW, EWD s. u. Büx, DW2 5, 1075 (Büx), Duden s. u. Buxe; Son.: vgl. ne. buckskins, N., eine Lederhose; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus buckhose gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Hose aus Bocksleder; BM.: (mit) Bockshaut (bedecken)?; F.: Buxe, Buxen (!)+EW; Z.: Bux-e
Byte, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Byte, eine Maßeinheit der Digitaltechnik, Zusammenfassung von acht Binärstellen oder Bits (für ein einzelnes Schriftzeichen), Oktett; ne. byte; Vw.: -; Hw.: s. Bit; Q.: 20. Jh.; I.: ne. byte; E.: s. ne. byte, N., Byte, eine Maßeinheit der Digitaltechnik; wohl gebildet zu ne. bit, N., Bit; ein Kunstwort das aus „binary digit“ entstanden ist; vgl. ne. binary, Adj., binär; s. nhd. binär; ne. digit., N., Ziffer, Zahl; vgl. lat. digitus, M., Finger, Zehe, (um 235-200 v. Chr.); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. Byte; Son.: vgl. nndl. byte, Sb., Byte; nschw. byte, Sb., Byte; nnorw. byte, M., Byte; kymr. beit, M., Byte; nir. beart, M., Byte; poln. bajt, M., Byte; lit. baitas, M., Byte; GB.: seit 1956 von Werner Buchholz aus der kleinsten Informationseinheit Bit zwecks Berechnung von Datenmengen und Speicherkapazitäten gebildete Bezeichnung für eine zusammengehörige Folge von meist acht Bits oder einem Byte mit 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 = 256 möglichen verschiedenen Zuständen; BM.: auf zwei (lat. bi) reduzierte menschliche Entscheidungsmöglichkeit, abgekürzt B (Oktett), vergrößert Kilobyte (1024 Byte), Megabyte (1024 Kilobyte oder rund 1 Million Byte oder 1048576 Byte), Gigabyte (1024 Megabyte oder 1073741824 Byte) und Terabyte (1024 Gigabyte oder rund eine Billion Byte); F.: Byte, Bytes (!)+FW; Z.: By-t-e
c, C, nhd., N., (11. Jh.): nhd. C, c; ne. c (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw. lat. c; E.: s. lat. c, Buchstabe, C; gr. γάμμα (gámma), F., Gamma; aus dem Semitischen, vgl. hebr. gīmel, vgl. auch hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; L.: DW 2, 601, DW2 5, 1077, Duden s. u. c; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. belegte und in dem Frühmittelalter aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den dritten Buchstaben (c) des lateinischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Kamels entwickeltes Zeichen; F.: C, Cs (!)+FW; Z.: C
Cabernet, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Cabernet, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc; ne. cabernet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. cabernet; E.: s. frz. cabernet, M., Cabernet; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cabernet; Son.: meist in Zusammensetzungen, s. Cabernet Sauvignon, Cabernet Blanc; vgl. nndl. cabernet, Sb., Cabernet; nschw. cabernet, Sb., Cabernet; nnorw. cabernet, M.?, Cabernet; poln. cabernet, M., Cabernet; lit. cabernet, M., Cabernet; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in vielen Sorten vorkommende französische Rebe; BM.: Kopf?; F.: Cabernet, Cabernets (!)+FW; Z.: Cab-ern-et
Cadmium, nhd., N.: nhd. Cadmium; Vw.: s. Kadmium
Caesium, nhd., N.: nhd. Caesium; Vw.: s. Cäsium
Café, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Café, Kaffeehaus; ne. café; Vw.: -; Hw.: s. Kaffee, Cafeteria; Q.: 1750; I.: Lw. frz. café; E.: s. frz. café, M., Café, Kaffee; eigentlich gekürzt aus cabaret de café, M., Kaffeehaus; vgl. it. caffé, M., Kaffee; türk. kahve, Sb., Kaffee; arab. qahwa, Sb., Kaffee, Wein; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kaffee, DW2 5, 1078, Duden s. u. Café; Son.: vgl. nndl. café, Sb., Café; nschw. kafé, N., Café; nnorw. kafé, M., Café; nir. caifé, M., Café; poln. café, M., Café; lit. kavinė, F., Café; GB.: seit 1750 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie dem Türkischen und Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher entwickelte und verwendete hauptsächlich Kaffee und Kuchen anbietende Gaststätte (Kaffeehaus); BM.: Kaffee; F.: Café, Cafés (!)+FW; Z.: Caf-é
Cafeteria, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Cafeteria, Kantine, Imbissstube, kleines Café; ne. cafeteria; Vw.: -; Hw.: s. Café, Kaffee; Q.: 1939 (Klaus Mann); I.: Lw. ne. cafeteria; E.: s. ne. cafeteria, N., Cafeteria; span. cafetería, F., Kaffeegeschäft; vgl. span. café, M., Kaffee; türk. kahve, Sb., Kaffee; arab. qahwa, Sb., Kaffee, Wein; L.: fehlt DW, DW2 5, 1079, Duden s. u. Cafeteria; Son.: vgl. nndl. cafetaria, Sb., Cafeteria; frz. cafétéria, F., Cafeteria; nschwe. cafeteria, Sb., Cafeteria; nnorw. kafeteria, M., Cafeteria; kymr. caffeteria, M., Cafeteria; nir. caifitéire, F., Cafeteria; poln. kafeteria, F., Cafeteria; GB.: seit 1939 belegte und aus dem Neuenglischen und Spanischen aufgenommene sowie mit dem Türkischen und Arabischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher entwickeltes und verwendetes kleines Café oder Schnellrestaurant mit Selbstbedienung; BM.: Kaffee; F.: Cafeteria, Cafeterias (!), Cafeterien (!)+FW+; Z.: Caf-e-ter-i-a
Californium, Kalifornium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Californium, ein Metall; ne. californium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Kalifornien, dem Staat in dem die Universität Berkeley die Forschungsstätte der Entdecker (Albert Ghiorso und Glenn T. Seaborg) des Elements liegt; ne. California, ON, Kalifornien; die Herkunft des Namens ist ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Californium; Son.: vgl. nndl. californium, Sb., Californium; frz. californium, M., Californium; nschw. californium, B., Californium; nnorw. californium, N., Californium; kymr. califforniwm, M., Californium; nir. calafoirniam, M., Californium; poln. kaliforn, M., Californium; lit. kalifornis, M., Californium; GB.: seit 17. März 1950 belegte und aus dem ON Kalifornien gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in der Natur nicht vorkommendes und bei der Beschießung von Curium entstandenes stark radioaktives Metall (chemisches Element Nr. 98, abgekürzt Cf); BM.: ON; F.: Californium, Californiums (!)+FW; Z.: Californ-i-um
Calla, Kalla, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Calla, Kalla, Drachenwurz; ne. calla, altar-lily, calla lily; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κάλλος (kállos), M., Schönheit; vgl. idg. *kal- (2), *kali-, *kalu-, Adj., schön, gesund, Pokorny 524 (795/27) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus Afrika stammende giftige Sumpfpflanze mit breiten glatten grünen Blättern und langstieligem Blütenstand mit weißem Hüllblatt; Son.: vgl. frz. calla, F., Calla; nschw. kalla, Sb., Calla; nnorw. kala, M., Calla; BM.: schön; F.: Calla, Callas (!), Kalla (!), Kallas (!)+FW; Z.: Call-a
Calvados, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Calvados, ein Apfelbranntwein; ne. calvados; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. calvados; E.: s. frz. calvados, M., Calvados; vom Département Calvados in der Normandie; dieser Name wurde dem während der Französischen Revolution 1790 eingerichteten neuen Département nach einer Felsgruppe an der Küste gegeben; deren Name stammt wohl von calva dorsa, N. Pl., blanke Rücken; lat. calvus, Adj., kahl, haarlos, glatzköpfig, unbewachsen, leer, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kₑləu̯o-, *kₑleu̯o-, Adj., kahl, Pokorny 554 (855/87) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, ital., germ.?); lat. dorsum, N., Rücken (M.), Buckel, Leib, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unsicher, s. Walde/Hofmann 1, 372, vielleicht verwandt mit gr. τόρμος (tórmos), M., Loch; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Calvados; Son.: vgl. nndl. calvados, Sb., Calvados; nschw. calvados, Sb., Calvados; nnorw. calvados, M., Calvados; poln. calvados, M., Calvados; kymr. calfados, M., Calvados; lit. kalvadosas, M., Calvados; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar wohl dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der Etymologie unsichere Bezeichnung für einen seit der frühen Neuzeit in der Normandie hergestellten Apfelbranntwein; BM.: ON (nach dem Herkunftsbezirk); F.: Calvados+FW; Z.: Calv-a-dos
Camembert, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Camembert, ein Weichkäse; ne. camembert; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1897; I.: Lw. frz. camembert; E.: s. frz. camembert, M., Camembert; von dem ON Camembert in der Normandie; von Campo Maimberti; vgl. lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; und von einem PN Maimbert; germ. *berhta-, *berhtaz, Adj., licht, hell, glänzend; idg. *bʰerəg̑-, *bʰrēg̑-, *bʰerh₁g̑-, *bʰreh₁g̑-, V., Adj., glänzen, weiß, Pokorny 139 (221/54) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., alb., germ., balt., slaw.); idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1079, Duden s. u. Camembert; Son.: vgl. nndl. camembert, Sb., Camembert; nschw. camembert, Sb., Camembert; nnorw. camembert, M., Camembert; poln. camembert, M., Camembert; kymr. camembert, M., Camembert; lit. kamamberas, M., Camembert; GB.: seit 1897 belegte und aus lat. campo Maimberti gebildete sowie aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen seit dem 18. Jh. hergestellten vollfetten Weichkäse mit weißem Schimmelbelag; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Camembert, Camemberts (!)+FW; Z.: Cam-em-ber-t
Camouflage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Camouflage, Tarnung, Täuschung, Ablenkung; ne. camouflage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920; I.: Lw. frz. camouflage; E.: s. frz. camouflage, F., Camouflage, Tarnung; vgl. frz. camoufler, V., tarnen, verschleiern; it. camuffare, V., tarnen, verschleiern; weitere Herkunft ungeklärt?; beeinflusst von frz. camouflet, M., Qualm; vgl. ca..., cha..., Präf.; dessen Herkunft ungeklärt?, Gamillscheg 167a; mfrz. moufle, M., Schnauze; aus dem Deutschen; L.: fehlt DW, DW2 5, 1080, Duden s. u. Camouflage; Son.: vgl. nndl. camouflage, Sb., Camouflage; nschw. kamouflage, N., Camouflage; nnorw. kamuflasje, M., Camouflage; lit. kamufliažas, M., Camouflage; GB.: seit 1920 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine vor allem in dem Militär verwendete Tarnung; BM.: verschleiern; F.: Camouflage, Camouflagen (!)+FW; Z.: Ca-moufl-ag-e
$camouflieren, nhd., sw. V.: nhd. camouflieren, tarnen; E.: s. Camoufl(age), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. tarnen; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Camouflage verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für vor allem von dem Militär verwendetes tarnen; F.: camouflieren, camoufliere, camouflierst, camoufliert, camouflierest, camouflieret, camouflierte, camoufliertest, camouflierten, camoufliertet, ##camoufliert, camouflierte, camoufliertes, camoufliertem, camouflierten, camouflierter##, camouflierend, ###camouflierend, camouflierende, camouflierendes, camouflierendem, camouflierenden, camouflierender###, camouflier (!)+FW+EW; Z.: ca-moufl-ier-en
campen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. campen, campieren, zelten; ne. camp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Camping, Campus, kampieren, Kamp; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. camp; E.: s. ne. camp, V., kampieren, lagern; vgl. ne. camp, N., Feld, Lager; frz. champ, camp, M., Feld; lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Camping, fehlt DW, EWD s. u. Camping, Duden s. u. campen; Son.: vgl. nndl. kamperen, V., campen, campieren; frz. camper, V., campen; nschw. campa, V., campen; nnorw. campe, V., campen; poln. kempingować, V., campen; GB.: seit dem 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Französischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem Zelt in dem Freien übernachten; BM.: Feld; F.: campen, campe, campst, campt, campest, campet, campte, camptest, campten, camptet, gecampt, ##gecampt, gecampte, gecamptes, gecamptem, gecampten, gecampter##, campend, ###campend, campende, campendes, campendem, campenden, campender###, camp (!)+FW+EW; Z.: cam-p-en
Camping, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Camping, Zelten (N.); ne. camping (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kamp, kampieren, campen, Campus; Q.: 1928; I.: Lw. ne. camping; E.: s. ne. camping, N., Camping, Zelten (N.); vgl. ne. camp, V., kampieren, lagern; ne. camp, N., Feld, Lager; frz. champ, camp, M., Feld; lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: fehlt DW, EWD s. u. Camping, DW2 5, 1081, Duden s. u. Camping; Son.: vgl. nndl. camping, Sb., Camping, Campen; frz. camping, M., Capingplatz; nschw. camping, Sb., Camping; nnorw. camping, M., Camping; poln. kempingowanie, Sb., Camping; nir. campáil, F., Camping?; GB.: seit 1928 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Übernachten in möglichst naturnahen Gegebenheiten; BM.: Feld; F.: Camping, Campings (!)+FW; Z.: Cam-p-ing
Campus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Campus, Universitätsgelände, Betriebsgelände; ne. campus; Vw.: -; Hw.: s. Kamp, campen, Camping, kampieren; Q.: 1906 (Zeitung); I.: Lw. ne. campus; E.: s. ne. campus, N., Campus, Universitätsgelände; lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: fehlt DW, DW2 5, 1081, Duden s. u. Campus; Son.: vgl. nndl. campus, Sb., Campus; frz. campus, M., Campus; nschw. campus, Sb., Campus; nnorw. campus, M., Campus; kymr. campws, M., Campus; poln. campus, M., Campus; GB.: seit 1906 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtanlage einer Hochschule (Universitätsgelände); BM.: Feld; F.: Campus, Campusse (!), Campussen (!)+FW; Z.: Cam-p-us
Canasta, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Canasta, ein Kartenspiel; ne. canasta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. canasta; E.: s. span. canasta, F., Korb; lat. canistellum, N., Brotkörbchen, Fruchtkörbchen, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. canistrum, N., Brotkorb, Fruchtkorb, Blumenkorb; gr. κάνυστρον (kánystron), N., Körbchen; vgl. gr. κάνεον (káneon), N., Korb, Schüssel; gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Canasta, fehlt DW, Duden s. u. Canasta; Son.: vgl. nndl. canasta, Sb., Canasta; frz. canasta, F., Canasta; nschw. canasta, Sb., Canasta; nnorw. canasta, M., Canasta; poln. kanasta, F., Canasta; nir. canasta, M., Canasta; lit. kanasta, F., Kanasta; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein 1939 von Segundo Santos und Alberto Serrato in Montevideo entwickeltes Kartenspiel für zwei bis sechs Teilnehmer mit zweiundfünfzig Karten und vier Jokern; BM.: aus Rohr geflochtenes Körbchen; F.: Canasta, Canastas (!)+FW; Z.: Can-a-st-a
Can-Can, Cancan, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Can-Can, Cancan, ein schneller Bühnentanz; ne. cancan, can-can; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1843 (Hebbel); I.: Lw. frz. cancan; E.: s. frz. cancan, M., Lärm, üble Nachrede, Can-Can, Cancan; weitere Herkunft unklar, vielleicht von mfrz. quanquan, F., feierliche Rede; vgl. lat. quamquam, Konj., obwohl, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quam, Adv., auf welche Weise, wie, wie sehr, möglichst; lat. quī, Pron., welche, welches, welch, was für einer; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); eher unwahrscheinlich zu frz. canard, M., Ente; wohl von cane, F., Ente; vgl. lat. anas, anans, anax, F., Ente, Zwergsäger; idg. *anət-, Sb., Ente Pokorny 41 (75/75) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Cancan, DW2 5, 1081, Duden s. u. Cancan; Son.: vgl. nndl. cancan, Sb., Cancan, Can-Can; nschw. cancan, Sb., Cancan, Can-Can; nnorw. cancan, M., Cancan, Can-Can; poln. kankan, M., Cancan, Can-Can; GB.: seit 1843 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schnellen französischen Bühnentanz in dem 2/4 Takt der 1830 aus der Quadrille entwickelt wurde; BM.: Lärm?, entenähnliche Bewegungen?; F.: Cancan, Cancans, Can-Can, Can-Cans+FW; Z.: Ca-n-Ca-n
$candisieren, nhd., sw. V., (?): nhd. candisieren, Zucker werden; E.: s. Kandis, s. ieren; L.: Kluge s. u. Kandis, fehlt DW; GB.: seit unbekannter Zeit belegte und im Kandis verbindbare Bezeichnung für Zucker werden; F.: candisieren, candisiere, candisierst, candisiert, candisierest, candisieret, candisierte, candisiertest, candisierten, candisiertet, ##candisiert, candisierte, candisiertes, candisiertem, candisierten, candisierter##, candisierend, ###candisierend, candisierende, candisierendes, candisierendem, candisierenden, candisierender###, candisier (!)+FW+EW; Z.: cand-is-ier-en
Cannabis, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Cannabis, Hanf, ein Rauschmittel; ne. cannabis, dope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. lat. cannabis; E.: s. lat. cannabis, F., Hanf, (116-27 v. Chr.); s. gr. κάνναβις (kánnabis), F., Hanf; aus dem Osten?; vgl. sumer. kunibu, Sb., Hanf; L.: fehlt DW, DW2 5, 1081, Duden s. u. Cannabis; Son.: vgl. nndl. cannabis, Sb., Cannabis; frz. cannabis, M., Cannabis; nnorw. kannabis, M., Cannabis; poln. konopie, Sb. Pl., Cannabis; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Sumerischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für das von Menschen aus Hanf entwickelte und verwendete Rauschmittel; BM.: ?; F.: Cannabis+FW; Z.: Cannab-is
Cape, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Cape, Umhang; ne. cape; Vw.: -; Hw.: s. Kappe; Q.: 1898 (Theodor Fontane); I.: Lw. ne. cape; E.: s. ne. cape, N., ärmelloser Umhang; frz. cape, M., Umhang, Kapuzenmantel; lat. cappa, F., Kopfbedeckung, Kappe, Haube, Kapuze; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Cape, DW2 5, 1082, Duden s. u. Cape; Son.: vgl. nschw. cape, Sb., Cape; nnorw. cape, M., Cape; nir. cába, M., Cape; GB.: seit 1898 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen schon in dem Altertum entwickelten und verwendeten Umhang gegen Kälte und Nässe; BM.: ?; F.: Cape, Capes+FW; Z.: Cap-e
capito, nhd., Interj., (20. Jh.?): nhd. capito?, verstanden?, kapiert?; ne. unterstand?; Vw.: -; Hw.: s. kapieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. capito; E.: s. it. capito, Interj., kapiert?, verstanden?; letztlich von lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen, (um 450 v. Chr.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kapieren, fehlt DW, Duden s. u. capito; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie letztlich mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung um sich des Verstehens eines Sachverhalts durch einen anderen Menschen zu versichern; BM.: fassen; F.: capito+FW; Z.: cap-it-o
Cappuccino, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Cappuccino, ein Kaffee mit Milchschaum; ne. cappuccino; Vw.: -; Hw.: s. Kapuziner; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. cappuccino; E.: s. it. cappuccino, M., Cappuccino, Kapuziner; it. cappuccio, M., Kapuze; mlat. caputium, N., Öffnung in einem Mantel, Kopföffnung eines Kleidungsstücks, Koller, Kragen (M.), Kapuze; lat. capitium, N., Kopföffnung in der Tunika, Kopfbedeckung, Kapuze, Mieder, (106-43 v. Chr.); vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Duden s. u. Cappuccino; Son.: vgl. nndl. cappuccino, Sb., Cappuccino; frz. cappuccino, F., Cappuccino; nschw. cappuccino, Sb., Cappuccino; nnorw. cappuccino, M., Cappuccino; poln. cappuccino, M., Cappuccino; kymr. cappuccino, M., Cappuccino; lit. kapučinas, M., Kapuziner; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kaffee mit Milchschaum; BM.: Kapuze; Z.: Cappuccino, Cappuccinos (!), Cappuccini (!)+FW; Z.: Cappucc-in-o
Capriccio, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Capriccio, ein Musikstück; ne. capriccio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619 (Praetorius); I.: Lw. it. capriccio; E.: s. it. capriccio, M., Laune, Grille; weitere Herkunft unklar?, vielleicht letztlich von it. capro, M., Bock; vgl. lat. caper, M., Ziegenbock, Bock, Ziege, Steinbock; idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Capriccio, DW2 5, 1082, Duden s. u. Capriccio; Son.: vgl. nndl. capriccio, Sb., Capriccio; frz. capriccio, M., Capriccio; nschw. capriccio, Sb., Capriccio; nnorw. capriccio, M., Capriccio; poln. capriccio, Sb., Capriccio; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein virtuoses und einfallsreiches launiges Musikstück; BM.: Bock; F.: Capriccio, Capriccios+FW; Z.: Capr-icc-io
Caprice, nhd., F.: nhd. Caprice; Vw.: s. Kaprice
Carbid, nhd., N.: nhd. Carbid; Vw.: s. Karbid
Carport, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Carport, Autoabstellplatz; ne. car-port; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. car-port; E.: s. ne. car-port, N., Carport, Autostellplatz; vgl. ne. car, N., Wagen (M.), Auto; über das Normannische von germ. *karr, *karru, *karruz, st. M. (u), Karren (M.); lat. carrus, Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; s. gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); ne. port, M., Hafen (M.) (1); lat. portus, M., Hafen (M.) (1); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW, Duden s. u. Carport; Son.: vgl. nndl. carport, Sb., Carport; nschw. carport, Sb., Carport; nnorw. carport, M., Carport; kymr. porth ceir, M., Carport; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten überdachten Abstellplatz für Kraftfahrzeuge (Autoabstellplatz); BM.: laufen, übersetzen (V.) (1); F.: Carport, Carports (!)+FW; Z.: Car-por-t
Cartoon, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Cartoon, gezeichnete oft witzige Bildergeschichte; ne. cartoon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cartoon; E.: s. ne. cartoon, N., Cartoon, Karikatur; it. cartone, M., M., Karton, Pappe; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: fehlt DW, Duden s. u. Cartoon; Son.: vgl. nndl. cartoon, Sb., Cartoon; kymr. cartŵn., M., Cartoon; nir. cartún, M., Cartoon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Italienischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie möglicherweise dem Altindischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen gezeichnete oder gemalte witzige Geschichte in Bildern (Bildergeschichte); F.: Cartoon, Cartoons+FW; Z.: Cart-oon
Casanova, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Casanova, Frauenverführer, Don Juan; ne. casanova, libertine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1914; E.: von dem PN Giacomo Casanova (1725-1798); L.: fehlt DW, DW2 5, 1082, Duden s. u. Casanova; Son.: vgl. nschw. casanova, Sb., Casanova; nnorw. casanova, M., Casanova; poln. casanova, M., Casanova; GB.: seit 1914 belegte Bezeichnung für einen auf charmante Weise Frauen verführenden Mann; BM.: PN (nach einem viele Frauenabenteuer Habenden); F.: Casanova, Casanovas (!)+FW; F.: Cas-a—nov-a
Cäsium, Caesium, Zäsium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Cäsium, Caesium, ein chemisches Element; ne. caesium, cesium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. caesius (1), Adj., bläulichgrau, blaugrau, (2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); s. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Duden s. u. Cäsium; Son.: vgl. nndl. caesium, cesium, Sb., Cäsium; frz. césium, cæsium, M., Cäsium; nschw. cesium, Sb., Cäsium; nnorw. cesium, N., Cäsium; poln. cez, M., Cäsium; kymr. cesiwm, caesiwm, M., Cäsium; nir. caeisiam, M., Cäsium; lit. cezis, M., Cäsium; GB.: seit 20. Jh. belegte und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1860 entdecktes zu der Gruppe der Alkalimetalle gehöriges in hochreinem Zustand silberig glänzendes natürlich in Pollucit und Lepidolith sowie in Meerwasser und Gesteinsverwitterungen vorkommendes und für Atomuhren und Photozellen sowie in der Krebstherapie verwendetes und nur gering giftiges Metall (chemisches Element Nr. 55, abgekürzt Cs); BM.: glänzen; F.: Cäsium, Cäsiums, Caesium, Caesiums+FW; Z.: Cä-s-i-um
cassieren, nhd., sw. V.: nhd. cassieren; Vw.: s. kassieren (2)
Cassis, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Cassis, Johannisbeerlikör; ne. cassis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. cassis; E.: s. frz. cassis, M., Cassis, Johannisbeerlikör; entweder von lat. casia, F., wilder Mutterzimt, Seidelbast, Zeiland, Kassie; gr. κασία (kasía), F., Kasienlorbeer, Mutterzimt; Lehnwort aus dem Orient, vgl. hebr. qesīeh, assyr. kasîa; oder zu lat. cassis, M., Jägernetz, Jägergarn, Netz, (70-19 v. Chr.); s. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Duden s. u. Cassis; Son.: vgl. nndl. crème de cassis, Sb., Cassis; nschw. crème de cassis, Sb., Cassis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und entweder aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Orientalischen aufgenommene oder mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen französischen Likör aus Johannisbeeren (Johannisbeerlikör); BM.: ?; F.: Cassis+FW; Z.: Cass-is
Casting, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Casting, Auswahlverfahren für Rollenbesetzung; ne. casting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1987 (Die Zeit); I.: Lw. ne. casting; E.: s. ne. casting, N., Casting, Werfen; vgl. ne. cast, V., werfen, besetzen; über das Mittelenglische von an. kasta, sw. V. (2), werfen, abwerfen, umwerfen; germ. *kastōn, sw. V., werfen; L.: fehlt DW, DW2 5, 1084, Duden s. u. Casting; Son.: vgl. frz. casting, M., Casting; nschw. casting., Casting; nnorw. casting, M., Casting; poln. casting, M., Casting; lit. kastingas, M., Casting; GB.: seit 1987 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht schon vor dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Auswahlverfahren für die Besetzung einer Rolle (Rollenbesetzung in einem Unterhaltungsstück); BM.: werfen; F.: Casting, Castings+FW; Z.: Cast-ing
catchen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. catchen, ringen in dem Freistil; ne. wrestle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Catcher; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. catch; E.: s. ne. catch, V., fassen, fangen; abgekürzt aus catch-as-catch-can, V., „greifen wie man greifen kann“; frz. cacher, V., fassen, fangen; afrz. chacier, V., fassen, fangen; lat. captāre, V., fahnden, nach etwas greifen, haschen, Jagd machen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. catchen, fehlt DW, Duden s. u. catchen; Son.: vgl. nndl. catchen, V., catchen; frz. catcher, V., catchen; nschw. catch-as-catch-can, V., catchen; GB.: seit dem 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dem 19. Jh. aus dem Ringen erfolgte Weiterentwicklung eines Kampfsports vor allem für Männer; BM.: fassen; F.: catchen, catche, catchst, catcht, catchest, catchet, catchte, catchtest, catchten, catchtet, gecatcht, ##gecatcht, gecatchte, gecatchtes, gecatchtem, gecatchten, gecatchter##, cachtend, ###cachtend, cachtende, cachtendes, cachtendem, cachtenden, cachtender###, catch (!)+FW(+EW?); Z.: cat-ch-en
Catcher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Catcher, Freistilringer; ne. wrestler; Vw.: -; Hw.: s. catchen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. catcher; E.: s. ne. catcher, M., Fänger; ne. catch, V., fassen, fangen; abgekürzt aus catch-as-catch-can, V., „greifen wie man greifen kann“; frz. cacher, V., fassen, fangen; afrz. chacier, V., fassen, fangen; lat. captāre, V., fahnden, nach etwas greifen, haschen, Jagd machen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. catchen, fehlt DW, Duden s. u. Catcher; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Freistilringer; BM.: fassen; F.: Catcher, Catchers (!), Catchern (!)+FW; Z.: Cat-ch-er
Catenaccio, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Catenaccio, eine Spielstrategie in dem Fußball; ne. catenaccio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. catenaccio; E.: s. it. catenaccio, M., Catenaccio, eine Spielstrategie in dem Fußballspiel; vgl. lat. catēna, Kette (F.) (1), Fessel (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Catenaccio; Son.: vgl. nndl. catenaccio, Sb., Catenaccio; frz. catenaccio, M., Catenaccio; nschw. catenaccio, Sb., Catenaccio; poln. catenaccio, M., Catenaccio; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor allem italienische Technik der Verteidigung in dem Fußball bei der sich bei einem gegnerischen Angriff die gesamte Mannschaft kettenartig zu einem möglichst festen Riegel vor dem eigenen Strafraum zusammenzieht; BM.: Kette; F.: Catenaccio, Catenaccios (!)+FW; Z.: Cat-en-acc-io
Causa, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Causa, Angelegenheit, Ursache, Grund, Rechtsgrund; ne. case, causa; Vw.: -; Hw.: s. kausal, Kausativ, Chose; Q.: 1525 (Paracelsus); I.: Lw. lat. causa; E.: s. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1084, Duden s. u. Causa; Son.: vgl. frz. chose, F., Sache, Ding; nnorw. causa, Sb., Causa; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Angelegenheit oder Ursache oder einen Grund; BM.: ?; F.: Causa, Causae (!)+FW; Z.: Cau-s-a
$Cellist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Cellist; E.: s. Cell(o), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Cello; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Cell(o) und ist gebildete und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für einen Spieler des Cellos; F.: Cellist, Cellisten (!)+FW+EW?; Z.: Cell-ist
Cello, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Cello, Violoncello, Kniegeige; ne. cello; Vw.: -; Hw.: s. Viola; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. violoncello; E.: s. it. violoncello, M., Cello, Violoncello; vgl. it. violone, M., Bassgeige, große Geige; it. viola, F., Viola, Bratsche; prov. viola, viula, F., Geige; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Cello, fehlt DW, EWD s. u. Cello, DW2 5, 1086, Duden s. u. Cello; Son.: vgl. nndl. cello, Sb., Cello; frz. cello, M., Cello; nschw. cello, Sb., Cello; nnorw. cello, Cello; poln. wiolonczela, F., Cello; kymr. sielo, M., Cello; lit. violončelė, F., Cello; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in dem 15. und 16. Jahrhundert von Menschen entwickeltes und verwendetes im Verhältnis zu einer Viola größeres Saiteninstrument; BM.: kleine Viola; F.: Cello, Cellos (!), Celli (!)+FW; Z.: Cell-o
Cellophan, Zellophan, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Cellophan, durchsichtige Verpackungsfolie (Zellglas, Zellulosehydrat); ne. cellophane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: vgl. lat. cella, Kammer, Zelle, Keller, Kapelle; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); vgl. gr. διαφανής, (diaphanḗs), Adj., durchscheinend, durchsichtig, einleuchtend, ersichtlich, klar; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Zellophan, Duden s. u. Cellophan; Son.: vgl. nndl. cellofaan, Sb., Cellophan; frz. cellophane, F., Cellophan; nschw. cellofan, Sb., Cellophan; nnorw. cellofan, M., Cellophan; poln. celofan, M., Cellophan; nir. ceallafán, M., Cellophan; lit. cellofanas M., Cellophan; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Markenname) für den 1908 von dem Schweizer Jacques E. Brandenberger entwickelten Kunststoff Cellulosehydrat bzw. Zellglas; BM.: Cellulose und durchscheinen; F.: Cellophan, Cellophans (!), Zellophan, Zellophans (!)+FW; Z.: Cel-l-o-pha-n
Celluloid, nhd., N.: nhd. Celluloid; Vw.: s. Zelluloid
Cellulose, nhd., F.: nhd. Cellulose; Vw.: s. Zellulose
Cembalo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Cembalo, Klavizimbel; ne. harpsichord; Vw.: -; Hw.: s. Zimbel; Q.: 1742; I.: Lw. it. clavicembalo; E.: gekürzt aus it. clavicembalo, M., Cembalo, Klavizimbel; vgl. lat. clāvis, F., Kloben, Schlüssel, Schloss, Verschluss, Schlüssel, Notenschlüssel, (um 250-184 v. Chr.); idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. cymbalum, N., Zimbel, Glöckchen, Tischglocke, Schallbecken, (81-43 v. Chr.); gr. κύμβαλον (kýmbalon), N., Metallbecken, Zimbel; vgl. gr. κύμβη (kýmbē), F., Trinkgefäß, Becken, Schale (F.) (2); idg. *kumb-, *kumbʰ-, Sb., Biegung, Gefäß, Pokorny 592; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Cembalo, fehlt DW, EWD s. u. Cembalo, DW2 5, 1086, Duden s. u. Cembalo; Son.: vgl. nndl. cembalo, Sb., Cembalo; frz. clavecin, M., Cembalo; nschw. cembalo, Sb., Cembalo; nnorw. cembalo, M., Cembalo; poln. klawesyn, M., Cembalo; GB.: seit 1742 belegte und abgekürzt aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und von dem 14. bis zu dem 18. Jahrhundert verwendetes die Töne durch mechanisches Anzupfen von Metallsaiten erzeugendes Tasteninstrument; BM.: Klavier mit Haken; F.: Cembalo, Cembalos (!), Cembali (!)+FW; Z.: Ce-mb-al-o
Cent, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Cent, eine kleine Münze; ne. cent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1737; I.: Lw. ne. cent; E.: s. ne. cent, N., Cent; vgl. lat. centum, Num. Kard., hundert, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1086, Duden s. u. Cent; Son.: vgl. nndl. cent, Sb., Cent; frz. cent, M., Cent; nschw. cent, Sb., Cent; nnorw. cent, M., Cent; poln. cent, M., Cent; kymr. sent, F., Cent; nir. ceint, M., Cent; GB.: seit 1737 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Untereinheit von einem Hundertstel einer Währungseinheit (z. B. Dollar, Euro); BM.: hundert; F.: Cent, Cents+FW; Z.: Cent
Cer, Zer, Cerium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Cer, ein Metall; ne. cerium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem Zwergplaneten Ceres, der wiederum nach der römischen Göttin des Ackerbaus benannt wurde; s. lat. Cerēs, F.=PN, Ceres, Göttin der fruchttragenden Erde, Korn, Getreide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Zer; Son.: vgl. nndl. cerium, Sb., Cer; frz. cérium, M., Cer; nschw. cerium, N., Cer; nnorw. cerium, N., Cer; kymr. ceriwm, M., Cer; nir. ceiriam, M., Cer; poln. cer, M., Cer; lit. ceris, M., Cer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1803 entdecktes und vor allem in Monazit und Bastnasit und Alanit und Zerit und Samarskit und Perowskit enthaltenes sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika und China und Russland und Australien sowie Indien abgebautes silberweißes für viele technische Anwendungen benötigtes Metall der leichten seltenen Erden (chemisches Element Nr. 58, abgekürzt Ce); BM.: ON; F.: Cer, Cers (!), Zer, Zers (!)+FW; Z.: Cer
cerebral, nhd., Adj.: nhd. cerebral; Vw.: s. zerebral
Chablis, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Chablis, ein Weißwein; ne. Chablis wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. chablis; E.: s. frz. chablis, M., Chablis; von dem ON Chablis, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Chablis; Son.: vgl. nndl. chablis, Sb., Chablis; nnorw. chablis, M., Chablis; poln. chablis, M., Chablis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen trockenen aus dem nördlichen Burgund stammenden Weißwein; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Chablis+FW; Z.: Chablis
Chaise, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Chaise, Halbkutsche, Sessel; ne. chaise; Vw.: -; Hw.: s. Chaiselongue; Q.: 1682; I.: Lw. frz. chaise; E.: s. frz. chaise, F., Stuhl; vgl. lat. cathedra, F., Stuhl, Sessel, Lehnsessel, Armsessel, (65-8 v. Chr.); gr. καθέδρα (kathédra), F., Sitz, Stuhl; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chaise, fehlt DW, EWD s. u. Chaise, DW2 5, 1088, Duden s. u. Chaise; Son.: vgl. nndl. sjees, Sb., Chaise; nschw. schäs, Sb., Chaise; GB.: seit 1682 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete leicht gebaute zweisitzige Kutsche mit beweglichem halbem Verdeck und einen Sessel; BM.: Stuhl; F.: Chaise, Chaisen (!)+FW; Z.: Chai-s-e
Chaiselongue, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Chaiselongue, Sofa; ne. chaise longue; Vw.: -; Hw.: s. Chaise; Q.: 1787; I.: Lw. frz. chaiselongue; E.: s. frz. chaiselongue, F., langer Stuhl; vgl. frz. chaise, F., Stuhl; vgl. lat. cathedra, F., Stuhl, Sessel, Lehnsessel, Armsessel, (65-8 v. Chr.); gr. καθέδρα (kathédra), F., Sitz, Stuhl; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); frz. long, Adj., lang; lat. longus, Adj., lang, weit entfernt, langwierig, (um 450 v. Chr.); idg. *dlongʰos, *longʰos, *dlh₁ongʰo-, Adj., lang, Pokorny 196; vgl. idg. *del- (5), *delh₁-, Adj., V., lang, längen, Pokorny 196 (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Chaiselongue, EWD s. u. Chaiselongue, DW2 5, 1088, Duden s. u. Chaiselongue; Son.: vgl. nndl. chaise-longue, Sb., Chaiselongue; nschw. schäslong, Sb., Chaiselongue; nnorw. sjeselong, M., Chaiselongue; poln. szezlong, M., Chaiselongue; GB.: seit 1787 belegte und aus dem Französischen sowie teilweise mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit Anfang des 18. Jh. aus einem verlängerten Sessel entwickeltes und verwendetes ursprüngliches Sitzmöbel; BM.: langer Stuhl; F.: Chaiselongue, Chaiselonguen (!), Chaiselongues+FW; Z.: Chai-s-e-long-ue
Chalcedon, Chalzedon, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Chalcedon, Chalzedon, ein Halbedelstein; ne. chalcedony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. calcedōn, calcidōnie, calcidōnje, st. M., Kalzedon, Chalzedon; mnd. kalsedōn, calcedon, calsidōnie, M., Chalzedon, ein Halbedelstein; s. gr. χαλχηδών (chalchēdōn), F., Chalcedon, ein Edelstein; gr. Χαλχηδών (Chalchēdōn), F.=ON, Chalcedon?; vgl. gr. χαλκός (chalkós), M., Erz, Kupfer, Bronze; weitere Herkunft unklar, wohl Entlehnung aus östlicher Quelle, s. Pokorny 435, Frisk 2, 1068, vielleicht Zusammenhang mit idg. *gʰelē̆g̑ʰ-, *gʰelg̑ʰ-, Sb., Kupfer?, Bronze?, Eisen?, Pokorny 435? (621/37) (RB. idg. aus gr.?, balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1089, Duden s. u. Chalzedon; Son.: vgl. nnd. chalcedoon, Sb., Chalcedon; frz. calcédoine, F., Chalcedon; nschw. kalcedon, Sb., Chalcedon; nnorw. kalsedon, N., Chalcedon; kymr. calcedon, M., Chalcedon; nir. cailceadón, M., Chalcedon; poln. chalcedon, M., Chalcedon; lit. chalcedonas, M., Chalcedon; GB.: seit 1187/1189 belegte und mit dem Griechischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare und wohl aus einer östlichen Quelle entlehnte Bezeichnung für ein in vielen Varianten vorkommendes schon vormenschliches bläuliches oder weißgraues Mineral (Halbedelstein); BM.: ON; F.: Chalcedon, Chalcedons (!), Chalcedone (!), Chalcedonen (!), Chalzedon, Chalzedons (!), Chalzedone (!), Chalzedonen (!)+FW; Z.: Chalced-on
Chalet, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chalet, Landhaus; ne. chalet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1873; I.: Lw. frz. chalet; E.: s. frz. chalet, M., Landhaus, Chalet; afrz. chasel, M., Hütte, Baracke, Gehöft; vgl. lat. casālis, Adj., zum Hof gehörig, Hof...; lat. casa, F., Häuschen, kleines Haus, Hütte, Haus; vgl. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Chalet, fehlt DW, DW2 5, 1090, Duden s. u. Chalet; Son.: vgl. nndl. chalet; GB.: seit 1873 belegte und aus dem Französischen sowie teilweise mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist aus Holz bestehendes Landhaus; BM.: Häuschen; F.: Chalet, Chalets (!)+FW; Z.: Cha-l-et
Chamäleon, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Chamäleon, Wurmzüngler; ne. chameleon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1215-1230 (Freidanks Bescheidenheit); E.: s. mhd. gamāleon, gamālion, st. M., Chamäleon; s. lat. chamaeleōn, M., Chamäleon, (23/24-79 n. Chr.); gr. χαμαιλέων (chamailéōn), M., Chamäleon; vgl. gr. χαμαί (chamai), Adj., niedrig, auf der Erde; gr. λέων (léōn), M., Löwe; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λέων (léōn), M., Löwe; vgl. assyr. labbu, hebr. leva; vielleicht als Lehnübersetzung aus einer semitischen Sprache übernommen; L.: Kluge s. u. Chamäleon, fehlt DW, DW2 5, 1090, Duden s. u. Chamäleon; Son.: vgl. nndl. kameleon, Sb., Chamäleon; frz. caméléon, M., Chamäleon; nschw. kameleont, Sb., Chamäleon; nnorw. kameleon, M., Chamäleon; poln. kameleon, M., Chamäleon; nir. caimileon, M., Chamäleon; GB.: seit 1215-1230 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Semitischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche auf Bäumen lebende kleine ihre Hautfarbe bei Gefahr rasch ändern könnende Echse von bis zu 68 Zentimetern Länge; BM.: auf der Erde lebender Löwe; F.: Chamäleon, Chamäleons+FW; Z.: Cham-ä-leon
chamois, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. chamois, chamoisfarben, gelblichbraun; ne. chamois; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1822 (E. T. A. Hoffmann); I.: Lw. frz. chamois; E.: s. frz. chamois, Adj., chamois; vgl. frz. chamois, M., Gämse, Gemse, (um 448/449 n. Chr.); lat. camox, Sb., Gämse, Gemse; aus einer idg. Sprache der Alpen, s. Pokorny 556, Walde/Hofmann 1, 148; entweder von idg. *k̑em- (1), *k̑am-, Sb., Stange, Stock, Horn, Pokorny 556? (860/92) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital.?, germ.); oder von idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556? (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. chamois, fehlt DW, DW2 5, 1091, Duden s. u. chamois; Son.: vgl. nndl. chamois, Adj., chamois; nnorw. chamois, Adj., chamois; GB.: seit 1822 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gelblichbraun; BM.: Farbe der Gämse; F.: chamois, chamoise (!), chamoises (!), chamoisem (!), chamoisen (!), chamoiser (!)+FW; Z.: cham-ois
Champagner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Champagner, Schaumwein; ne. champagne; Vw.: -; Hw.: s. Champignon, Schampus; Q.: 1734; I.: z. T. frz. Lw.; E.: s. frz. (vin de) Champagne, M., Wein aus der Champagne; vgl. frz. Champagne, F.=ON, Champagne; vgl. lat. campānia, F., flaches Land, Feld, (538/539-594 n. Chr.); lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Champagner, fehlt DW, EWD s. u. Champagner, DW2 5, 1091, Duden s. u. Champagner; Son.: vgl. nndl. champagne, Sb., Champagner; nschw. champagne, Sb., Champagner; nnorw. champagne, M., Champagner; poln. szampan, M., Champagner; kymr. siampaen, M.?, Champagner; nir. seaimpéin, M., Champagner; lit. šampanas, M., Champagner; GB.: seit 1734 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Champagne seit dem 17. Jahrhundert hergestellten weißen oder roten Schaumwein; BM.: Anbaugebiet; F.: Champagner, Champagners, Champagnern (!)+FW+EW; Z.: Cham-p-agn-er
Champignon, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Champignon, ein Speisepilz; ne. champignon, button mushroom, agaricus; Vw.: -; Hw.: s. Champagner; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. champignon; E.: s. frz. champignon, F., Pilz; vgl. lat. campāna, F., Glocke, Schnellwaage, Balkenwaage, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. campānia, F., flaches Land, Feld, (538/539-594 n. Chr.); lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Champignon, fehlt DW, EWD s. u. Champignon, DW2 5, 1091, Duden s. u. Champignon; Son.: vgl. nndl. champignon, Sb., Champignon; nschw. champinjon, Sb., Champignon; nnorw. sjampinjong, M., Champignon; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums (und teilweise dem Indogermanischen) verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Blätterpilzen gehörenden von Menschen auch gärtnerisch angebauten Pilz mit weißen bis dunkelbraunen Lamellen; BM.: glockenförmig; F.: Champignon, Champignons+FW; Z.: Cham-p-ign-on
Champion, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Champion, Beste, Meister; ne. champion; Vw.: -; Hw.: s. Kampf; Q.: 1729; I.: Lw. ne. champion; E.: s. ne. champion, M., Champion, Meister; frz. champion, M., Champion, Meister; vgl. lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Champion, DW2 5, 1091, Duden s. u. Champion; Son.: vgl. nndl. kampioen, Sb., Champion; nschw. champion, Sb., Champion; nnorw. champion, M., Champion; poln. czempion, M., Champion; nir. seaimpín, M., Champion; lit. čempionas, M., Champion; GB.: seit 1729 belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Meister in einer Sportart; BM.: Sieger auf dem Schlachtfeld; F.: Champion, Champions+FW; Z.: Cham-p-ion
Chance, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Chance, günstige Gelegenheit, Möglichkeit; ne. chance (N.), opportunity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. chance; E.: s. frz. chance, F., Chance, Zufall; afrz. chance, cheance, F., Fall der Würfel, Wechselfall, Glücksfall; frührom. *cadentia, F., günstige Gelegenheit; vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Chance, fehlt DW, EWD s. u. Chance, DW2 5, 1092, Duden s. u. Chance; Son.: s. mhd. schanze, schanz, tschanze, st. F., Chance, Aussicht, Spiel, Spieleinsatz, Glücksfall; mnd. schanse (1), schanze, schantze, F., „Chance“, Glückswurf, Glücksfall, Einsatz, Spiel, Aussicht; vgl. nndl. kans, Sb., Chance; nschw. chans, Sb., Chance; nnorw. sjanse, M., Chance; poln. szansa, F., Chance; kymr. siawns, F., Chance; nir. seans, M., Chance; lit. šansas, M., Chance; GB.: seit 19. Jh. (GrimmDW2) belegte und aus dem Französischen und Frühromanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine günstige Gelegenheit und Möglichkeit etwas Bestimmtes zu erreichen; BM.: Fall der Würfel; F.: Chance, Chancen+FW; Z.: Cha-n-c-e
changieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. changieren, wechseln, tauschen, schillern; ne. oscillate, shimmer (V.); Q.: 1615 (Messerschmid); I.: Lw. frz. changer; E.: s. frz. changer, V., wechseln; lat. cambiāre, V., wechseln, tauschen, (um 125-175 n. Chr.); aus dem Gallischen, vgl. idg. *skamb-, *kamb-, V., krümmen, biegen, Pokorny 918 (1604/76) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. changieren, DW2 5, 1093, Duden s. u. changieren; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wechseln oder tauschen oder (verschiedenfarbig) schillern; BM.: wechseln; F.: changieren, changiere (!), changierst, changiert, changierest, changieret, changierte, changiertest, changierten, changiertet, ##changiert, changierte, changiertes, changiertem, changierten, changierter##, changierend, ###changierend, changierende, changierendes, changierendem, changierenden, changierender###, changier (!)+FW+EW; Z.: chang-ier-en
Chanson, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Chanson, Lied; ne. chanson; Vw.: -; Hw.: s. Charme; Q.: 1642; I.: Lw. frz. chanson; E.: frz. chanson, M., Chanson, Lied; lat. cantio, F., Singen, Gesang, Geleier, Zauberformel, (um 250-184 v. Chr.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen, krähen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Chanson, fehlt DW, EWD s. u. Chanson, DW2 5, 1094, Duden s. u. Chanson; Son.: vgl. nndl. chanson, Sb., Chanson; nschw. chanson, Sb., Chanson; nnorw. chanson, M., Chanson; poln. chanson, Sb., Chanson; GB.: seit 1642 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines meist dem französischen Kulturkreis zugeordneten populären Liedes mit poetischem Text das von einem Sänger oder einer Sängerin mit Instrumentalbegleitung vorgetragen wird; BM.: singen; F.: Chanson, Chansons+FW; Z.: Chan-s-on
Chaos, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Chaos, Durcheinander, Anarchie; ne. chaos, mayhem; Vw.: -; Hw.: s. Gas; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); I.: Lw. lat. chaos; E.: s. mhd. kaos, M., N., „Chaos“; mnl. caos, N.?, Chaos; lat. chaos, N., Chaos, unendlicher leerer Raum, unermessliches Dunkel, (70-19 v. Chr.); s. gr. χάος (cháos), N., weiter Raum, leerer unermesslicher Weltenraum; vgl. gr. χαίνειν (chaínein), V., klaffen, sich öffnen; vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chaos, fehlt DW, EWD s. u. Chaos, DW2 5, 1095, Duden s. u. Chaos; Son.: vgl. nndl. chaos, Sb., Chaos; frz. chaos, M., Chaos; nschw. kaos, Sb., Chaos; nnorw. kaos, N., Chaos; poln. chaos, M., Chaos; lit. chaosas, M., Chaos; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Auflösung aller Ordnung und dadurch entstandenes oder entstehendes völliges Durcheinander oder eine Anarchie; BM.: klaffen; F.: Chaos+FW; Z.: Cha-os
Charakter, nhd., M., (12./13. Jh.): nhd. Charakter, wesentliche Eigenschaft; ne. character, nature; Vw.: -; Hw.: s. charakteristisch, charakterisieren; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); I.: Lw. frz. caractère; E.: s. mhd. karacter, st. M., sw. M., Buchstabe, Zauberschrift, Zauberspruch; mnd. karaktēr, charater, karecter, M., Zeichen, Merkmal, Abzeichen; mnl. caracter, M., Zeichen?; frz. caractère, M., Charakter, wesentliche Eigenschaft; lat. charactēr, M., Werkzeug zum Einbrennen, eingebranntes Zeichen, charakteristischer Zug, Charakter, (116-27 v. Chr.); gr. χαρακτήρ (charaktḗr), M., Eingegrabenes, Stempel, Eigentümlichkeit; vgl. gr. χαράττειν (charáttein), χαράσσειν (charássein), V., kratzen, einritzen; weitere Etymologie unklar; vgl. idg. *g̑ʰer- (2)?, V., kratzen?, ritzen?, scharren?, Pokorny 441? (638/52) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. Charakter, EWD s. u. Charakter, DW 2, 611 (Character), DW2 5, 1098, Duden s. u. Charakter; Son.: s. mhd. karacter, kracter, st. M., sw. M., Buchstabe, Zauberschrift, Zauberspruch, heiliges Zeichen, magisches Zeichen; nndl. karakter, Sb., Charakter; nschw. karaktär, Sb., Charakter; nnorw. karakter, M., Charakter; poln. charakter, M., Charakter; lit. karakteris, M., Charakter; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Etymologie unklare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen individuellen Art eines Menschen nach ererbten oder erworbenen wesentlichen Eigenschaften; BM.: einritzen; F.: Charakter, Charakters, Charaktere, Charakteren+FW(+EW?); Z.: Char-akt-er
charakterisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. charakterisieren, kennzeichnen; ne. characterize; Vw.: -; Hw.: s. Charakter, charakteristisch; Q.: 1640; I.: Lw. frz. caractériser; E.: s. frz. caractériser, V., charakterisieren, kennzeichnen; vgl. frz. caractère, M., Charakter, wesentliche Eigenschaft; lat. charactēr, M., Werkzeug zum Einbrennen, eingebranntes Zeichen, charakteristischer Zug, Charakter, (116-27 v. Chr.); gr. χαρακτήρ (charaktḗr), M., Eingegrabenes, Stempel, Eigentümlichkeit; vgl. gr. χαράττειν (charáttein), χαράσσειν (charássein), V., kratzen, einritzen; weitere Etymologie unklar; vgl. idg. *g̑ʰer- (2)?, V., kratzen?, ritzen?, scharren?, Pokorny 441? (638/52) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. Charakter, fehlt DW, EWD s. u. Charakter, DW2 5, 1101, Duden s. u. charakterisieren; Son.: vgl. nschw. karaktärisera, V., charakterisieren; nnorw. karakterisere, V., charakterisieren; poln. charakteryzować, V., charakterisieren; lit. charakterizuozi, V., charakterisieren; GB.: seit 1640 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Charakter verbindbare und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches kennzeichnen; BM.: einritzen; F.: charakterisieren, charakterisiere, charakterisierst, charakterisiert, charakterisierest, charakterisieret, charakterisierte, charakterisiertest, charakterisierten, charakterisiertet, ##charakterisiert, charakterisierte, charakterisiertes, charakterisiertem, charakterisierten, charakterisierter##, charakterisierend, ###charakterisierend, charakterisierende, charakterisierendes, charakterisierendem, charakterisierenden, charakterisierender###, charakterisier (!)+FW(+EW); Z.: char-akt-er-is-ier-en
$Charakteristik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Charakteristik, Kennzeichnung; I.: Lw. frz. caractéristique; E.: s. Charakter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Charakter; GB.: seit 1710 (GrimmDW2) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Charakter und ist sowie ik gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Kennzeichnung; F.: Charakteristik, Charakteristiken (!)+FW(+EW); Z.: Char-akt-er-ist-ik
$Charakteristikum, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Charakteristikum, kennzeichnendes Merkmal; L.: fehlt DW, EWD s. u. Charakter; GB.: seit 1757 (GrimmDW2) belegte und aus Charakteristi(k) und um gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kennzeichnendes Merkmal; F.: Charakteristikum, Charakteristika (!)+FW+EW; Z.: Char-akt-er-ist-ik-um
charakteristisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. charakteristisch, kennzeichnend; ne. characteristic, distinctive; Vw.: -; Hw.: s. Charakter, charakterisieren; Q.: um 1520 (Paracelsus?); I.: Lw. frz. charactéristique; E.: s. frz. charactéristique, Adj., charakteristisch, kennzeichnend; vgl. frz. caractère, M., Charakter, wesentliche Eigenschaft; lat. charactēr, M., Werkzeug zum Einbrennen, eingebranntes Zeichen, charakteristischer Zug, Charakter, (116-27 v. Chr.); gr. χαρακτήρ (charaktḗr), M., Eingegrabenes, Stempel, Eigentümlichkeit; vgl. gr. χαράττειν (charáttein), χαράσσειν (charássein), V., kratzen, einritzen; weitere Etymologie unklar; vgl. idg. *g̑ʰer- (2)?, V., kratzen?, ritzen?, scharren?, Pokorny 441? (638/52) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. Charakter, fehlt DW, EWD s. u. Charakter, DW2 5, 1103, Duden s. u. charakteristisch; Son.: vgl. nndl. karakteristiek, Adj., charakteristisch; nschw. karaktärstisk, Adj., charakteristisch; nnorw. karakteristisk, Adj., charakteristisch; poln. charakterystyczny, Adj., charakteristisch; lit. charakteringas, Adj., charakteristisch; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches besonders kennzeichnend; BM.: einritzen; F.: charakteristisch, charakteristische, charakteristisches, charakteristischem, charakteristischen, charakteristischer(, charakteristischere, charakteristischeres, charakteristischerem, charakteristischeren, charakteristischerer, charakteristischst, charakteristischste, charakteristischstes, charakteristischstem, charakteristischsten, charakteristischster)+FW+EW; Z.: char-akt-er-is-t-isch
Chardonnay, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Chardonnay, ein Weißwein; ne. chardonnay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. chardonnay; E.: s. frz. chardonnay, M., Chardonnay; von dem ON Chardonnay, von frz. chardon, M., Distel; lat cardo, M., Distel, Schuttkarde, Benediktendistel; vgl. lat. carduus, M., Distel, Kardendistel, Karde, Artischocke, Eberwurz; idg. *kars-, V., kratzen, striegeln, krämpeln, Pokorny 532 (813/45) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Chardonnay; Son.: vgl. nndl. chardonnay, Sb., Chardonnay; nschw. chardonnay, Sb., Chardonnay; nnorw. chardonnay, M., Chardonnay; poln. chardonnay, M.?, Chardonnay; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus Burgund stammenden Weißwein; BM.: ON; F.: Chardonnay+FW; Z.: Chard-onn-ay
Charge, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Charge, Amt, Rang, Dienstgrad; ne. batch (N.), charge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1633; I.: Lw. frz. charge; E.: s. frz. charge, F., Last, Amt; vgl. frz. charger, V., beladen (V.); lat. carricāre, V., beladen (V.), (um 475 n. Chr.); vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), Fahrzeug, vierrädriger Transportwagen; gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Charge, fehlt DW, EWD s. u. Charge, DW2 5, 1105, Duden s. u. Charge; Son.: vgl. nndl. charge, Sb., Charge; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen bestimmten Dienstgrad beziehungsweise für eine Serie von mit gleichen Eigenschaften während eines Arbeitsabschnitts und mit den gleichen Rohstoffen hergestellten und verpackten und mit einer Nummer gekennzeichneten Waren; BM.: beladen (V.); F.: Charge, Chargen (!)+FW; Z.: Charg-e
Charisma, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Charisma, Ausstrahlung; ne. charisma, charism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1666; I.: Lw. lat. charisma; E.: s. lat. charisma, F., Geschenk, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. χάρισμα (chárisma), N., göttliche Gabe; vgl. gr. χαρίζεσθαι (charízesthai), V., schenken, sich freundlich zeigen; gr. χάρις (cháris), F., Anmut, Gunst, Gnade, Freude; vgl. idg. *g̑ʰer- (1), V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Charisma, fehlt DW, DW2 5, 1106, Duden s. u. Charisma; Son.: vgl. nndl. charisma, Sb., Charisma; frz. charisme, F., Charisma; nschw. karisma, Sb., Charisma; nnorw. charisma, M., Charisma; poln. charyzma, F., Charisma; lit. charizma, F., Charisma; GB.: seit 1666 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche besondere Ausstrahlung eines einzelnen Menschen; BM.: begehren; F.: Charisma, Charismas, Charismen (!), Charismata (!)+FW; Z.: Char-ism-a
Charivari, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Charivari, Katzenmusik, bayerischer Trachtenanhänger; ne. charivari; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1800; I.: Lw. frz. charivari; E.: s. frz. charivari, M., Katzenmusik, ohrenbetäubender Lärm; von lat. charavaricum, chalvaricum, N., Tohuwabohu, Wirrwarr, Lärm; Gamillscheg 213b; über norm. vielleicht von hebr. ḫaverim, Sb., Genossenschaft; hebr. ḫaver, M., Genosse; oder von lat. caribaria, carēbaria, F., Kopfschwere; gr. καρηβαρία (karēbaría), F., Kopfschwere; vgl. gr. καρηβαρειν (karēbarein), V., den Kopf hängen lassen; gr. καρα (kara), N., Kopf, Haupt; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. βαρύς (barýs), Adj., schwer, gewichtig, heftig, stark; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Charivari, fehlt DW, DW2 5, 1107, Duden s. u. Charivari, Kytzler/Redemund/Eberl 161; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums oder dem Hebräischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine grauenhaft anzuhörende Musik (Katzenmusik) oder einen ohrenbetäubenden Lärm; BM.: Lärm in Gemeinschaft?; F.: Charivari, Charivaris (!)+FW; Z.: Charivar-i
charmant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. charmant, bezaubernd, gewinnend, anmutig; ne. charming (Adj.), adorable; Vw.: -; Hw.: s. Charme, Charmeur; Q.: 1696; I.: Lw. frz. charmant; E.: s. frz. charmant, Adj., charmant, bezaubernd; vgl. frz. charmer, V., bezaubern; lat. carmen, N., (M.) (2), Gesang, Lied, Gesangsstück, (um 450 v. Chr.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen, krähen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Charme, DW 2, 612, EWD s. u. charmant, DW2 5, 1107, Duden s. u. charmant; Son.: vgl. nndl. charmant, Adj., charmant; nschw. charmant, Adj., charmant; nnorw. sjarmerende, Adj., charmant; poln. szarmancki, Adj., charmant; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bezaubernd oder gewinnend oder anmutig; BM.: bezaubern bzw. singen; F.: charmant, charmante, charmantes, charmantem, charmanten, charmanter(, charmantere, charmanteres, charmanterem, charmanteren, charmanterer, charmantest, charmanteste, charmantestes, charmantestem, charmantesten, charmantester)+FW; Z.: char-m-ant
Charme, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Charme, Anmut, Anziehungskraft, gewinnendes Wesen; ne. charm, allurement; Vw.: -; Hw.: s. charmant, Charmeur, Chanson; Q.: 1647; I.: Lw. frz. charme; E.: s. frz. charme, M., Charme, Reiz; vgl. frz. charmer, V., bezaubern; lat. carmen, N., (M.) (2), Gesang, Lied, Gesangsstück, (um 450 v. Chr.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen, krähen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Charme, fehlt DW, EWD s. u. charmant, DW2 5, 1107, Duden s. u. Charme; Son.: vgl. nndl. charme, Sb., Charme; nschw. charm, Sb., Charme; nnorw. sjarm, M., Charme; poln. charme, Sb., Charme; GB.: seit 1647 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Anmut oder Anziehungskraft oder gewinnenden Wesen; BM.: bezaubern bzw. singen; F.: Charme, Charmes+FW; Z.: Char-m-e
Charmeur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Charmeur, Schmeichler, Frauenheld; ne. charmer; Vw.: -; Hw.: s. Charme, charmant; Q.: 1885; I.: Lw. frz. charmeur; E.: s. frz. charmeur, M., Charmeur; vgl. frz. charmer, V., bezaubern; lat. carmen, N., (M.) (2), Gesang, Lied, Gesangsstück, (um 450 v. Chr.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen, krähen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Charme, fehlt DW, EWD s. u. charmant; Son.: vgl. nschw. charmör, Sb., Charmeur; nnorw. sjarmør, M., Charmeur; GB.: seit 1885 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schmeichler oder einen Frauen mit seinem liebenswürdigen Wesen für sich gewinnenden Mann; BM.: bezaubern bzw. singen; F.: Charmeur, Charmeurs, Charmeure, Charmeuren (!)+FW; Z.: Char-m-eur
Charta, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Charta, Urkunde; ne. charter (N.), charta, carta; Vw.: -; Hw.: s. chartern, Zärter; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. charta; E.: s. lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: fehlt DW, EWD s. u. Charta, DW2 5, 1108, Duden s. u. Charta; Son.: s. mnd. scharte (1), scherte, F., Schriftstück, Dokument, Urkunde, altes Buch, Schmöker; vgl. nndl. charta, F., Charta; frz. charte, F., Charta, Urkunde; nnorw. charter, N., Charta, Urkunde; poln. karta, F., Charta; kymr. siarter, F., Charta, Urkunde; nir. ciart, F., Charta, Urkunde; lit. chartija, F., Charta; GB.: vielleicht seit 16. Jh. (oder nach GrimmDW2 achtzehnhundertneunzehn) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine Urkunde und insbesondere eine Verfassungsurkunde in dem Staatsrecht und Völkerrecht; BM.: Blatt; F.: Charta, Chartas (!)+FW; Z.: Chart-a
$Charterflug, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Charterflug; E.: s. charter(n), s. Flug; L.: fehlt DW, EWD s. u. chartern; GB.: seit 1956 belegte und aus charter(n) und Flug gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Flugzeugen möglichen besonders gecharterten Flug in Gegensatz zu einem Linienflug; F.: Charterflug, Charterfluges, Charterflugs, Charterflüge, Charterflügen+FW+EW; Z.: Chart-er—flu-g
$Charterflugzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Charterflugzeug, Chartermaschine; E.: s. Charterflug, s. Flugzeug; L.: fehlt DW, EWD s. u. chartern; GB.: seit um 1956 belegte und aus charter(n) und Flugzeug gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit für einen Charterflug entwickeltes und verwendetes Flugzeug; F.: Charterflugzeug, Charterflugzeugs, Charterflugzeuges, Charterflugzeuge, Charterflugzeugen+FW+EW; Z.: Chart-er—flu-g—zeu-g
$Chartermaschine, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Chartermaschine, Charterflugzeug; E.: s. charter(n), s. Maschine; L.: fehlt DW, EWD s. u. chartern; GB.: seit um 1956 belegte und aus charter(n) und Maschine gebildete Bezeichnung für ein Charterflugzeug in Gegensatz zu einem Linienflugzeug; F.: Chartermaschine, Chartermaschinen+FW; Z.: Char-ter—masch-in-e
chartern, nhd., V., (19. Jh.): nhd. chartern, mieten; ne. charter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Charta; Q.: 1863; I.: Lw. ne. charter; E.: s. ne. charter, V., mieten, vermieten; vgl. ne. charter, N., Urkunde, Freiheitsbrief, Mietvertrag für Schiffe; afrz. chartre, F., Charta; lat. chartula, F., Schriftstück, kleine Schrift, Büchlein, Buch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus; gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude gemachtes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. chartern, fehlt DW, EWD s. u. chartern, DW2 5, 1108, Duden s. u. chartern; Son.: vgl. nndl. charteren, V., chartern; nschw. chartra, V., chartern; nnorw. chartre, V., chartern; poln. czarterować, V., chartern; nir. cairtfhostaig, V., chartern, mieten; GB.: seit 1863 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Flugzeuge oder Schiffe mieten; BM.: Urkunde; F.: chartern, chartere (!), charterst, chartert, charterest (!), charteret (!), charterte, chartertest, charterten, chartertet, gechartert, ##gechartert, gecharterte, gechartertes, gechartertem, gecharterten, gecharterter##, charternd, ###charternd, charternde, charterndes, charterndem, charternden, charternder###, charter (!)+FW; Z.: chart-er-n
Chassis, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Chassis, Fahrgestell; ne. chassis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1728; I.: Lw. frz. châssis; E.: s. frz. châssis, M., Chassis, Fahrgestell; vgl. frz. châsse, F., Kästchen; lat. capsa, F., Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Chassis, fehlt DW, EWD s. u. Chassis, DW2 5, 1108, Duden s. u. Chassis; Son.: vgl. nndl. chassis, Sb., Chassis; nschw. chassi, Sb., Chassis; nnorw. chassis, N., Chassis; GB.: seit 1728 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit nach dem Vorbild älterer Fahrzeuge von Menschen entwickeltes und verwendetes Fahrgestell von Kraftfahrzeugen; BM.: Kapsel; F.: Chassis+FW; Z.: Chas-s-is
Chauffeur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Chauffeur, Fahrer; ne. chauffeur; Vw.: -; Hw.: s. Kalfakter; Q.: 1909 (Kafka); I.: Lw. frz. chaffeur; E.: s. frz. chauffeur; M., Chauffeur, Heizer; vgl. frz. chauffer, V., warm machen; vgl. lat. calefacere, V., warm machen, erwärmen, wärmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. calēre, V., warm sein (V.), heiß sein (V.), glühen; idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Chauffeur, fehlt DW, EWD s. u. Chauffeur, DW2 5, 1109, Duden s. u. Chauffeur; Son.: vgl. nndl. chauffer, Sb., Chauffeur; nschw. chaufför, Sb., Chauffeur; nnorw. sjåfør, M., Chauffeur; poln. szofer, M., Chauffeur; GB.: seit 1909 belegte und aus dem Französischen aufgenommen sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich einen seit dieser Zeit möglichen berufsmäßig andere Menschen in einem Kraftfahrzeug Befördernden oder einen Fahrer; BM.: warm machen; F.: Chauffeur, Chauffeurs, Chauffeure, Chauffeuren+FW; Z.: Chau-f-f-eur
$chauffieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. chauffieren, befördern, fahren; Q.: 1925 (Tucholsky); E.: s. Chauff(eur), s. ieren; L.: Kluge s. u. Chauffeur, fehlt DW, EWD s. u. Chauffeur, DW2 5, 1109; GB.: seit 1925 belegte und aus Chauff(eur) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich berufsmäßig seit dieser Zeit mögliches andere Menschen in einem Kraftfahrzeug befördern; F.: chauffieren, chauffiere, chauffierst, chauffiert, chauffierest, chauffieret, chauffierte, chauffiertest, chauffierten, chauffiertet, ##chauffiert, chauffierte, chauffiertes, chauffiertem, chauffierten, chauffierter##, chauffierend, ###chauffierend, chauffierende, chauffierendes, chauffierendem, chauffierenden, chauffierender###, chauffier (!)+FW(+EW); Z.: chau-f-f-ier-en
Chaussee, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Chaussee, ausgebaute Landstraße; ne. causeway, highway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1780.; I.: Lw. frz. chaussée; E.: s. frz. chaussée, F., Chaussee, Landstraße; vgl. lat. (via) calceāta, F., geschotterte Straße; lat. calcea, F., Straße, Fahrdamm; lat. calx, F., Ferse, Fuß, Hacken (M.), Huf, Klaue; idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chaussee, fehlt DW, EWD s. u. Chaussee, DW2 5, 1109, Duden s. u. Chaussee; Son.: vgl. nnorw. chausé, Sb., Chaussee; poln. szosa, F., Chaussee; GB.: seit 1780 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete mit Asphalt oder Beton oder Steinpflaster oder Schotter befestigte und ausgebaute Landstraße; BM.: mit festgestampften Steinen erhöhte und befestigte Straße; F.: Chaussee, Chausseen (!)+FW; Z.: Chau-ss-ee
Chauvi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Chauvinist, Chauvi, Nationalist; ne. chauvinist; Vw.: -; Hw.: s. Chauvinismus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. chauviniste; E.: Abkürzung von Chauvinist, s. frz. chauviniste, M., Chauvinist; wohl nach einer Figur aus einem Lustspiel namens Nicolas Chauvin; L.: Kluge s. u. Chauvinismus, fehlt DW, EWD s. u. Chauvinismus, Duden s. u. Chauvi; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte abgekürzte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Frauen geringschätzenden Mann; BM.: nach einer literarischen Figur; F.: Chauvi, Chauvis (!)+FW; Z.: Chauv-i
Chauvinismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Chauvinismus, übersteigertes Männlichkeitsgefühl, Nationalismus; ne. chauvinism, jingoism; Vw.: -; Hw.: s. Chauvi; Q.: 1866; I.: Lw. frz. chauvinisme; E.: s. frz. chauvinisme, M., fanatische Vaterlandsliebe; wohl nach einer Figur aus einem Lustspiel namens Nicolas Chauvin; L.: Kluge s. u. Chauvinismus, fehlt DW, EWD s. u. Chauvinismus, DW2 5, 1109, Duden s. u. Chauvinismus; Son.: vgl. nndl. chauvinisme, Sb., Chauvinismus; nschw. chauvinism, Sb., Chauvinismus; nnorw. sjåvinisme, M., Chauvinismus; poln. szowinizm, M., Chauvinismus; nir. seobhaineachas, M., Chauvinismus; lit. šovonizmas, M., Chauvinismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl aus einem PN Nicolas Chauvin in einem Lustspiel und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich spätestens seit dieser Zeit mögliche auf übertriebenem Selbstwertgefühl beruhende Grundhaltung von Männern bzw. Ländern die dazu führt dass Frauen oder andere Länder geringer geachtet werden; BM.: nach einem PN einer literarischen Figur; F.: Chauvinismus, Chauvinismen (!)+FW; Z.: Chauv-i-n-ism-us
$Chauvinist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Chauvinist; I.: Lw. frz. chauviniste; E.: s. Chauvinismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chauvinismus; GB.: seit 1873 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus Chauvini(smus) und st gebildete Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit dieser Zeit möglichen Anhänger des Chauvinismus; F.: Chauvinist, Chauvinisten (!)+FW; Z.: Chauv-i-n-ist
$chauvinistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. chauvinistisch; E.: s. Chauvinist, s. isch; L.: dehlt DW, EWD s. u. Chauvinismus; GB.: seit 1875 belegte und aus Chauvinist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Chauvinismus betreffend; F.: chauvinistisch, chauvinistische, chauvinistisches, chauvinistischem, chauvinistischen, chauvinistischer(, chauvinistischere, chauvinistischeres, chauvinistischerem, chauvinistischeren, chauvinistischerer, chauvinistischst, chauvinistischste, chauvinistischstes, chauvinistischstem, chauvinistischsten, chauvinistischster)+FW+EW; Z.: chauv-i-n-ist-isch
Check, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Check, Prüfung, Überprüfung; ne. check (N.); Vw.: -; Hw.: s. checken; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. check; E.: s. ne. check, N., Kontrolle; vgl. afrz. eschac, Sb., Schach; über Arabisch aus dem Pers.-Ind., ai. rāj-, M., König; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. checken, fehlt DW, Duden s. u. Check; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und vielleicht über das Arabische aus dem Persischen und Indischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliche Überprüfung einer Gegebenheit hinsichtlich Funktionsfähigkeit und Sicherheit; BM.: richten?; F.: Check, Checks (!)+FW; Z.: Check
checken, schecken?, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. checken, prüfen, überprüfen, nachprüfen, kontrollieren; ne. check (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1962 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. check; E.: s. ne. check, V., kontrollieren, prüfen; vgl. afrz. eschac, Sb., Schach; über Arabisch aus dem Pers.-Ind., ai. rāj-, M., König; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. checken, fehlt DW, DW2 5, 1110; Duden s. u. checken; GB.: seit 1962 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und vielleicht über das Arabische aus dem Persischen und Indischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches eine Gegebenheit prüfen oder überprüfen; BM.: richten?; F.: checken, checke, checkst, checkt, checkest (!), checket (!), checkte, checktest, checkten, checktet, gecheckt, ##gecheckt, gecheckte, gechecktes, gechecktem, gecheckten, gecheckter##, checkend, ###checkend, checkende, checkendes, checkendem, checkenden, checkender###, check (!)(, schecken, schecke, scheckst, scheckt, scheckest, schecket, scheckte, schecktest, scheckten, schecktet, gescheckt, ##gescheckt, gescheckte, geschecktes, geschecktem, gescheckten, gescheckter##, scheckend, ###scheckend, scheckende, scheckendes, scheckendem, scheckenden, scheckender###, scheck !)+FW+EW; Z.: check-en
Cheeseburger, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cheeseburger, ein Hamburger mit Käse; ne. cheeseburger; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cheeseburger; E.: s. ne. cheeseburger, N., Cheeseburger; vgl. ne. cheese, N., Käse; ae. cíese, sw. F. (n), Käse; germ. *kasjus, M., Käse; lat. cāseus, Käse; s. idg. *ku̯at-, *ku̯atʰ-, V., gären, faulen, Pokorny 627 (1005/237) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); idg. *i̯u-, *i̯ū-, V., mengen, mischen, rühren, Pokorny 507; vgl. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507 (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); das Hinterglied wurde von hamburger übernommen (s. d.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cheeseburger; Son.: vgl. nndl. cheeseburger, Sb., Cheeseburger; nnorw. cheeseburger, M., Cheeseburger; poln. cheeseburger, M., Cheeseburger; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (Hamburger) Brötchen mit einer Hackfleischfüllung und einer Scheibe Käse; BM.: Käse, Hamburger; F.: Cheeseburger, Cheeseburgers+FW(+EW?); Z.: Chee-s-e—bur-g-er
Chef, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Chef, Vorgesetzter, Leiter (M.); ne. boss, chief; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. frz. chef; E.: s. frz. chef, M., Vorgesetzter, Chef; lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Quelle, Ursprung, (um 450 v. Chr.); idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Chef, fehlt DW, EWD s. u. Chef, DW2 5, 1110, Duden s. u. Chef, Bluhme s. u. Chef; Son.: vgl. nndl. chef, Sb., Chef; ne. chef, M., Chefkoch; nschw. chef, M., Chef; nnorw. sjef, M., Chef; poln. szef, M., Chef; kymr. sieff, M., Chefkoch; lit. šefas, M., Chef; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vorgesetzten eines abhängig arbeitenden Menschen; BM.: Kopf; F.: Chef, Chefs+FW; Z.: Chef
Chemie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Chemie, Wissenschaft von den Eigenarten der Stoffe; ne. chemistry; Vw.: -; Hw.: s. Alchimie, Chemikalie; Q.: 1586; I.: Lw. gr. χημεία (chēmeía); E.: s. gr. χημεία (chēmeía), χυμεία (chymeía), F., Kunst der Metallverarbeitung; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chemie, DW2 5, 1112; Duden s. u. Chemie; Son.: vgl. nndl. chemie, Sb., Chemie; frz. chimie, F., Chemie; nschw. kemi, Sb., Chemie; nnorw. kjemi, M., Chemie; poln. chemia, F., Chemie; kymr. cemeg, F., Chemie; nir. ceimic, F., Chemie; lit. chemija, F., Chemie; GB.: seit 1586 belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die spätestens seit dieser Zeit die Eigenschaften und die Zusammensetzung sowie die Umwandlung der seit der Entstehung der Welt entwickelten Stoffe und ihrer Verbindungen erforschende Wissenschaft; BM.: Metallverarbeitung; F.: Chemie+FW; Z.: Chem-ie
Chemikalie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Chemikalie, künstlich hergestellter Stoff; ne. chemical (N.); Vw.: -; Hw.: s. Chemie; Q.: 1700; I.: nlat. chemicalia; E.: s. nlat. chemicalia, F., Chemikalie; letztlich von gr. χημεία (chēmeía), χυμεία (chymeía), F., Kunst der Metallverarbeitung; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Chemie, fehlt DW, EWD s. u. Chemie, DW2 5, 1113, Duden s. u. Chemikalie; Son.: vgl. nndl. chemicalie, Sb., Chemikalie; nschw. kemikalie, Sb., Chemikalie; nnorw. kemikalie, M., Chemikalie; poln. chemikalai, Sb. Pl., Chemikalie; kymr. cemegolyn, M., Chemikalie; nir. ceimiceán, M., Chemikalie; lit. chemikalas, M., Chemikalie; GB.: seit um 1700 belegte und in dem Neulateinischen auf der Grundlage des Griechischen des Altertums gebildete und danach umgebildete Bezeichnung für einen industriell hergestellten chemischen Stoff; BM.: Metallverarbeitung; F.: Chemikalie, Chemikalien+FW+EW?; Z.: Chem-ik-al-ie
$Chemiker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Chemiker; Q.: 1579; E.: s. Chemi(e), s. k, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Chemie, fehlt DW, EWD s. u. Chemie, DW2 5, 1113; GB.: seit 1579 belegte und aus Chemi(e) und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen die Chemie erforschenden Wissenschaftler; F.: Chemiker, Chemikers, Chemikern (!)+FW+EW; Z.: Chem-ik-er
$chemisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. chemisch, Chemie betreffend; Q.: 1570/1606; E.: s. Chem(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Chemie, EWD s. u. Chemie, DW2 5, 1113; GB.: seit 1570/1606 belegte und aus Chem(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Chemie betreffend; F.: chemisch, chemische, chemisches, chemischem, chemischen, chemischer+FW+EW; Z.: chem-isch
Chemisette, nhd. (ält.), F., (18. Jh.?): nhd. Chemisette, gestärkte Hemdbrust; ne. chemisette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. chemisette; E.: s. frz. chemisette, F., Hemdchen; vgl. frz. chemise, F., Hemd; lat. camīsia, F., Hemd, Unterkleid, Untergewand, (um 383-419/420 n. Chr.); aus dem Gallischen entlehnt; vgl. germ. *hamiþja-, *hamiþjam, st. N. (a), Hemd; vgl. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chemisette, fehlt DW, DW2 5, 1114, EWAhd 5, 468, Duden s. u. Chemisette; Son.: vgl. nndl. chemisette, Sb., Chemisette; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung vor allem für eine gestärkte Hemdbrust an Frackhemden und Smokinghemden; BM.: verhüllen; F.: Chemisette, Chemisetten+FW; Z.: Chem-is-ett-e
$Chemo..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Chemo..., Chemie betreffend; E.: s. Chemie; L.: Kluge s. u. Chemie, fehlt DW, EWD s. u. Chemie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Chemie verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Chemie betreffend; F.: Chemo…+FW; Z.: Chem-o-
...chen, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. …chen, …lein; ne. …kin; Vw.: s. Beff-, Leib-, Lieb-, Mäd-, Mär-, Sperenz-, Wipp-; Hw.: s. ...ke; Q.: 8. Jh.?; E.: s. nd. …iken, …ichen; mnd. ken, sken, Suff., ...chen; ahd. ...ihhīn, Suff., ...chen; L.: Kluge s. u. -chen, DW 2, 612, EWD s. u. -chen, Duden s. u. -chen; Son.: s. Häuschen, Hähnchen, Kätzchen; GB.: vielleicht seit dem 8. Jh. belegte und verwendete Nachsilbe zu einer Bezeichnung für etwas Kleines oder etwas Junges, wobei in dem Mittelhochdeutschen für die Bezeichnung der Verkleinerung einer Gegebenheit noch die Endung …lein vorherrschend ist; F.: ...chen, ...chens (!)+EW; Z.: -chen
Chenille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Chenille, ein Gewebe, ein Garn; ne. chenille; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1715 (Lexikon); I.: Lw. frz. chenille; E.: s. frz. chenille, F., Chenille, Raupenkette, Raupe; lat. canīcula, F., Hündchen, Hündlein, kleiner Hund, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. canis, M., F., Hund, Hündin, Schakal, Seehund; idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632? (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1115, Duden s. u. Chenille; Son.: vgl. nndl. chenille, Sb., Chenille; nnorw. chenille, M., Chenille; kymr. sienîl, chenille, M., Chenille; poln. szenila, F., Chenille; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Garn bzw. ein Gewebe dessen Fasern in dichten Büscheln seitlich von dem Faden abstehen; BM.: Raupe bzw. Hund; F.: Chenille, Chenillen (!)+FW; Z.: Chen-il-l-e
Cherub, Kerub, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Cherub, Cherubin, Engel; ne. cherub; Vw.: -; Hw.: s. Cherubin; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); I.: Lw.; E.: mhd. kerubīn, Kerubīn, st. M., Cherubin; ahd. kerubim*, st. N. (a), Cherubin; s. lat. Cherūbīm, Sb. Pl., höhere Engelgattung; vgl. hebr. k’rūbīm, Sb. Pl., Cherubim, höhere Engel; hebr. k’rūb, Sb., Glanzerscheinung; L.: fehlt DW, DW2 5, 1115, Duden s. u. Cherubin; Son.: vgl. ae. cerubim, st. N. (a), Cherubin; nndl. cherubijn, Sb., Cherub, Cherubin; frz. chérubin, M., Cherub, Cherubin; nschw. kerub, Sb., Cherub, Cherubin; nnorw. kjerub, M., Cherub, Cherubin; poln. cherubin, M., Cherub, Cherubin; kymr. ceriwb, M., Cherub, Cherubin; nir. ceiribín, M., Cherub, Cherubin; lit. cherubinas, M., Cherub; GB.: seit 810-817 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen nach der jüdischen und christlichen Bibel in der Vorstellung von Menschen möglichen höheren Engel mit Flügeln und Tierfüßen oder eine Glanzerscheinung oder einen himmlischen Wächter; BM.: glänzen?; F.: Cherub, Cherubs (!), Kerub (!), Kerubs (!)+FW; Z.: Cherub
Cherubin, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Cherubin, Cherub, Engel; ne. cherub; Vw.: -; Hw.: s. Cherub; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); I.: Lw.; E.: mhd. kerubīn, Kerubīn, st. M., Cherubin; ahd. kerubim*, st. N. (a), Cherubin; s. lat. Cherūbīm, Sb. Pl., höhere Engelgattung; vgl. hebr. k’rūbīm, Sb. Pl., Cherubim, höhere Engel; hebr. k’rūb, Sb., Glanzerscheinung; L.: DW2 5, 1115, Duden s. u. Cherubin; Son.: vgl. ae. cerubim, st. N. (a), Cherubin; nndl. cherubijn, Sb., Cherub, Cherubin; frz. chérubin, M., Cherub, Cherubin; nschw. kerub, Sb., Cherub, Cherubin; nnorw. kjerub, M., Cherub, Cherubin; poln. cherubin, M., Cherub, Cherubin; kymr. ceriwb, M., Cherub, Cherubin; nir. ceiribín, M., Cherub, Cherubin; lit. cherubinas, M., Cherub; GB.: seit 810-817 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen nach der jüdischen und christlichen Bibel in der Vorstellung von Menschen möglichen höheren Engel mit Flügeln und Tierfüßen oder eine Glanzerscheinung oder einen himmlischen Wächter; BM.: glänzen?; F.: Cherubin, Cherubins (!), Cherubinen (!) +FW; Z.: Cherub-in
chevaleresk, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. chevaleresk, ritterlich, besonders vornehm, zuvorkommend; ne. chivalric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1797; I.: Lw. frz. chevaleresque; E.: s. frz. chevaleresque, Adj., ritterlich; vgl. chevalier, M., Ritter, Adeliger; it. cavalleresco, M., Ritter, Adeliger; lat. caballārius, M., Pferdewärter, Pferdeknecht, Berittener, Reiter; lat. caballus, M., Pferd, grobes Arbeitspferd, Lastpferd, Gaul, Ross; aus dem Keltischen; L.: fehlt DW, EWD s. u. chevaleresk, DW2 5, 1116, Duden s. u. chevaleresk; Son.: vgl. nschw. chevaleresk, Adj., chevaleresk, ritterlich; GB.: seit 1797) belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Keltischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ritterlich oder besonders vornehm oder zuvorkommend; BM.: Pferd; F.: chevaleresk, chevalereske, chevalereskes, chevalereskem, chevaleresken, chevaleresker+FW(+EW); Z.: cheval-er-esk
$Chevalier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Chevalier, Ritter; I.: Lw. frz. chevalier; E.: s. chevaleresk; L.: fehlt DW, EWD s. u. chevaleresk; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und dem Keltischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen besonders vornehmen und zuvorkommenden Begleiter oder einen Ritter; F.: Chevalier, Chevaliers (!)+FW; Z.: Cheval-ier
Chi, nhd., N.: nhd. Chi, zweiundzwanzigstes Zeichen (Buchstaben) des griechischen Alphabets; ne. chi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. chi, gr. χεῖ (chei); E.: s. lat. chi, Sb., Chi, (um 300 n. Chr.); gr. χεῖ (chei), χῖ (chī), N., Chi (Buchstabe), Frisk 2, 1079; aus dem Semit.?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Chi; Son.: nndl. chi, Sb., Chi; frz. khi, chi, M., Chi; nschw. chi, chei, N., Chi; nnorw. khi, M., Chi; kymr. chi, F., Chi; nir. chí, M.?, Chi; poln. chi, F.?, Chi; lit. chi, Sb., Chi; GB.: seit den Hochkulturen des Altertums belegte und über das Lateinische wohl in dem Frühmittelalter aufgenommene Bezeichnung für das zweiundzwanzigste Zeichen (Buchstaben) des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Chi, Chis (!)+FW; Z.: Chi
Chianti, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Chianti, ein Rotwein; ne. chianti; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1790; I.: Lw. it. chianti; E.: s. it. chianti, M., Chianti; von der Landschaft Chianti in der Toskana; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem PN; L.: fehlt DW, DW2 5, 1117, Duden s. u. Chianti; Son.: vgl. nndl. chianti, Sb., Chianti; frz. chianti, M., Chianti; nschw. chianti, Sb., Chianti; nnorw. chianti, M., Chianti; GB.: seit 1790 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit einem ON oder mit einem etruskischen clante (Wasser) verbindbare Bezeichnung für einen aus der Toskana stammenden Wein; BM.: ON (nach der Herkunft des Weines)?; F.: Chianti, Chiantis (!)+FW; Z.: Chiant-i
Chicorée, nhd., M., F., (18. Jh.): nhd. Chicorée, Endivie, Brüsseler Spitze; ne. chicory; Vw.: -; Hw.: s. Zichorie; Q.: 1715 (Lexikon); I.: Lw. frz. chicorée; E.: s. frz. chicorée, F., Chicorée; lat. cichōrium, N., Zichorie, Endivie, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. κιχώριον (kichōrion), N., Zichorie; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 1, 862; L.: Kluge s. u. Chicorée, fehlt DW, EWD s. u. Zichorie, DW2 5, 1117, Duden s. u. Chicorée; Son.: vgl. nnorw. sikori, M., Chicorée; poln. cykoria, F., Chicorée; nir. siocaire, M., Chicorée; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine kleinere blassgelbe zarte Pflanze deren Spross von Menschen als Gemüse oder Salat verwendet wird; BM.: ?; F.: Chicorée, Chicorées (!)+FW; Z.: Chicor-ée
Chiffon, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Chiffon, feines Seidengewebe; ne. chiffon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1873 (Central-Polizei-Blatt Wien); I.: Lw. frz. chiffon; E.: s. frz. chiffon, M., Lappen (M.), leichter Stoff von schlechter Beschaffenheit; afrz. chipe, F., Stofffetzen, Lumpen; arab. siff, Sb., leichtes durchsichtiges Gewand; L.: Kluge s. u. Chiffon, EWD s. u. Chiffon, DW2 5, 1118, Duden s. u. Chiffon; Son.: vgl. nndl. chiffon, Sb., Chiffon; nschw. chiffon, Sb., Chiffon; nnorw. chiffon, M., Chiffon; poln. szyfon, M., Chiffon; GB.: seit 1873 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung eines feinen und schleierartigen Seidengewebes mit einem unregelmäßigen Oberflächenbild und leicht rauer Oberfläche; BM.: leicht?, durchsichtig?; F.: Chiffon, Chiffons, Chiffone (!)+FW; Z.: Chiff-on
Chiffre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Chiffre, Geheimcode, Geheimzeichen, Kennwort; ne. cipher; Vw.: -; Hw.: s. chiffrieren, dechiffrieren; Q.: 1625; I.: Lw. frz. chiffre; E.: s. frz. chiffre, M., Ziffer, Zahl; afrz. ciffre, M., Null, Ziffer; it. cifra, F., Zahl; mlat. cifra, F., Zahl, arabische Zahl, Ziffer; arab. as-sifr, Sb., Null, Nichts; ai. śūnyá, Adj., leer; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chiffre, fehlt DW, EWD s. u. Chiffre, DW2 5, 1118, Duden s. u. Chiffre; Son.: vgl. nndl. cijfer, Sb., Chiffre; nschw. chiffer, N., Chiffre; nnorw. chiffer, N., Chiffre; poln. szyfr, M., Chiffre; lit. šifras, M., Chiffre; GB.: seit 1625 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie dem Mittellateinischen und dem Arabischen aufgenommene und teilweise mit dem Indischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Geheimzeichen oder Kennwort; BM.: leer; F.: Chiffre, Chiffren+FW; Z.: Chi-ffr-e
chiffrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. chiffrieren, mit Geheimzeichen schreiben; ne. cipher (V.), encrypt; Vw.: s. de-; Hw.: s. Chiffre; Q.: 1715; I.: Lw. frz. chiffrer; E.: s. frz. chiffrer, V., chiffrieren, mit Geheimzeichen schreiben; vgl. frz. chiffre, M., Ziffer, Zahl; afrz. ciffre, M., Null, Ziffer; it. cifra, F., Zahl; mlat. cifra, F., Zahl, arabische Zahl, Ziffer; arab. as-sifr, Sb., Null, Nichts; ai. śūnyá, Adj., leer; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chiffre, EWD s. u. Chiffre, DW2 5, 1119, Duden s. u. chiffrieren; Son.: vgl. nschw. chiffrera, V., chiffrieren; nnorw. chiffrere, V., chiffrieren; poln. szyfrować, V., chiffrieren; kymr. seiffro, V., chiffrieren; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Chiffre verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches in einer Geheimschrift oder unter einem Kennwort schreiben; BM.: leer; F.: chiffrieren, chiffriere, chiffrierst, chiffriert, chiffrierest, chiffrieret, chiffrierte, chiffriertest, chiffrierten, chiffriertet, ##chiffriert, chiffrierte, chiffriertes, chiffriertem, chiffrierten, chiffrierter##, chiffrierend, ###chiffrierend, chiffrierende, chiffrierendes, chiffrierendem, chiffrierenden, chiffrierender###, chiffrier (!)+FW+EW; Z.: chi-ffr-ier-en
Chignon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Chignon, Haarknoten, Nackenknoten; ne. chignon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; I.: Lw. frz. chignon; E.: s. frz. chignon, M., Chignon, Haarknoten; über Vulgärlatein von lat. catēna, F., Kette, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1119, Duden s. u. Chignon; Son.: vgl. nndl. chignon, Sb., Chignon; nschw. chinjong, Sb., Chignon; nnorw. chignon, M.?, N.?, Chignon; poln. szynion, M.?, Chignon; kymr. chignon, M., F., Chignon; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in dem Nacken getragenen Haarknoten; BM.: Kette bzw. flechten; F.: Chignon, Chignons (!)+FW; Z.: Chi-gn-on
Chihuahua, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Chihuahua, ein sehr kleiner Hund; ne. chihuahua; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. span. chihuahua; E.: s. span. chihuahua, M., Chihuahua; nach den mexikanischen Bundesstaat Chihuahua; die Herkunft des Namens ist ungeklärt, vielleicht von Nahuatl Ort wo die Flüsse zusammenfließen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Chihuahua; Son.: vgl. nndl. chihuahua, Sb., Chihuahua; frz. chihuahua, M., Chihuahua; nschw. chihuahua, Sb., Chihuahua; nnorw. chihuahua, M., Chihuahua; poln. chihuahua, M., Chihuahua; kymr. shiwawa, M., F., Chihuahua; nir. si-abhabha, chihuahua, M., Chihuahua; lit. čihuahua, Sb. (indekl.), Chihuahua; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen und möglicherweise dem Nahuatl aufgenommene und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sehr kleinen Hund aus Mexiko mit großen Ohren; BM.: ON nach dem Herkunftsort des Hundes; F.: Chihuahua, Chihuahuas (!)+FW; Z.: Chihuahua
Chili, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Chili, Chilischote, Chiligericht; ne. chili, chilli; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. chile; E.: s. span. chile, M., Chili, Chilischote; aus Nahuatl chilli, Sb., Chili, Chilischote; L.: Kluge s. u. Chili, fehlt DW, Duden s. u. Chili; Son.: vgl. nndl. chili, Sb., Chili; nschw. chilisos, Sb., Chili; nnorw. chilipepper, M., Chilischote; lit. čili, Sb. (indekl.), Chili; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie dem Nahuatl aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon früher verwendete Schote einer mittelamerikanischen den Cayennepfeffer liefernden Paprikaart bzw. aus dieser Schote hergestellte Würzsoße; BM.: ?; F.: Chili, Chilis+FW; Z.: Chil-i
Chiliast, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Chiliast, Anhänger des Chiliasmus; Hw.: s. chiliastisch
chiliastisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. chiliastisch, auf die Endzeit ausgerichtet, auf dem Chiliasmus beruhend; ne. chiliastic Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1657; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. chīliasta, M., Chiliast, (354-430 n. Chr.); gr. Χιλιαστά (Chiliastá), M., Chiliast; vgl. gr. χίλιοι (chílioi), Num. Kard., tausend; idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: fehlt DW, DW2 5, 1120, Duden s. u. chiliastisch; GB.: seit 1657 belegte und aus Chiliast und isch gebildete Bezeichnung für ein auf die in der Vorstellung von Menschen mögliche Wiederkunft Jesu Christi nach dem Untergang eines tausendjährigen Reiches ausgerichtetes Verhalten; BM.: tausend; F.: chiliastisch, chiliastische, chiliastisches, chiliastischem, chiliastischen, chiliastischer(, chiliastischere, chiliastischeres, chiliastischerem, chiliastischeren, chiliastischerer, chiliastischest, chiliastischeste, chiliastischestes, chiliastischestem, chiliastischesten, chiliastischester)+FW+EW; Z.: chil-i-ast-isch
chillen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. chillen, entspannen, es sich bequem machen; ne. chill (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 2000; I.: Lw. ne. chill; E.: s. ne. chill, V., kühlen; vgl. ne. chill, N., Kühle; ae. ciele, cėle, cyle, st. M. (i), Kühle, Kälte, Frost; germ. *kula-, *kulam, st. N. (a), Kühle; vgl. idg. *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. chillen; Son.: nschw. chillen, V., chillen; GB.: seit um 2000 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und anderer Lebewesen mögliches sich entspannen oder bequem machen oder nach einer Anstrengung erholen; BM.: kalt; F.: chillen, chille, chillst, chillt, chillest, chillet, chillte, chilltest, chillten, chilltet, gechillt, ##gechillt, gechillte, gechilltes, gechilltem, gechillten, gechillter##, chillend, ###chillend, chillende, chillendes, chillendem, chillenden, chillender###, chill (!)+FW+EW
Chinchilla, nhd., F., N., (17. Jh.?): nhd. Chinchilla, ein Nagetier, ein Hauskaninchen; ne. chinchilla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh. (?); I.: Lw. span. chinchilla; E.: s. span. chinchilla, F., Chinchilla; wohl aus einer Indianersprache Perus übernommen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Chinchilla; Son.: vgl. nndl. chinchilla, Sb., Chinchilla; frz. chinchilla, M., Chinchilla; nnorw. chinchilla, M., Chinchilla; kymr. tsintsila, M., Chinchilla; nir. sinsile, F., Chinchilla; poln. szynszyla, F., Chinchilla; lit. šinšila, F., Chinchilla; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und von dem Namen eines Indianerstamms Südamerikas abgeleitete sowie aus dem Spanischen sowie wohl einer Indianersprache Perus aufgenommene und in der Herkunft nicht weiter erklärbare Bezeichnung für ein wegen seinen Fleisches und Pelzes von Menschen seit längerer Zeit gejagtes und danach gezüchtetes südamerikanisches Nagetier; BM.: ?; F.: Chinchilla, Chinchillas (!)+FW
Chinin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Chinin, Alkaloid der Chinarinde; ne. quinine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1848 (Bettina von Arnim); I.: Lw. it. china; E.: s. it. china, chinachina, Sb., Chinarinde; span. quinaquina, quina, Sb., Chinarinde; dieses aus dem Ketschua (indigene Sprache in Peru) übernommen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chinin, DW2 5, 1121, Duden s. u. Chinin; Son.: vgl. nndl. kinine, Sb., Chinin; frz. quinine, F., Chinin; nschw. kinin, Sb., Chinin; nnorw. kinin, M., N., Chinin; poln. chinina, F., Chinin; nir. quinín, M., Chinin; lit. chininas, M., Chinin; GB.: seit 1848 belegte und aus dem Italienischen und Spanischen sowie mittelbar dem Ketschua Perus (quina-quina Rinde der Rinden) aufgenommene Bezeichnung für ein von Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou 1819/1820 erstmals isoliertes und konzentriert giftiges Alkaloid aus der Chinarinde oder Rinde des Chinabaums oder Chinarindenbaums des Hochwalds der Anden zwischen Venezuela und Bolivien sowie Mittelamerikas das als fiebersenkendes Heilmittel verwendet werden kann; BM.: ?; F.: Chinin, Chinins+FW; Z.: Chin-in
Chip, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Chip, ein Knabbergepäck, flache Scheibe, Spielmarke, elektronischer Chip; ne. chip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1706; I.: Lw. ne. chip; E.: s. ne. chip, N., Splitter, Span; vgl. ne. chip, V., splittern, abbrechen; wohl verwandt mit ae. forcippian, sw. V., abschneiden; germ. *kip-, *kipp-, V., spalten; vgl. idg. *g̑ēi-, *g̑ī-, *g̑eiH-, V., keimen, sich spalten, blühen, Pokorny 355 (531/15) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Chip, fehlt DW, DW2 5, 1121, Duden s. u. Chip; Son.: vgl. nndl. chip, Sb., Chip; nschw. chips, Sb. Pl., Chips; nnorw. chips, M. Pl., Kartoffelchips; lit. čipas, M., Chip; GB.: seit 1706 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem teilweise erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dünnes gebackenes Gemüsescheibchen oder eine von Menschen entwickelte und verwendete Wertmarke mit der Geräte in Gang gesetzt werden können oder ein Halbleiterelement mit elektronischen Schaltungen; BM.: spalten; F.: Chip, Chips+FW; Z.: Chi-p
$Chiro..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Chiro..., Hand…; E.: s. Chirurg, s. gr. χείρ (cheír), F., Hand, Faust, Arm, Seite; idg. *g̑ʰesor-, *g̑ʰesr-, Sb., Hand, Pokorny 447 (648/64) (RB. idg. aus arm., gr., ital.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Chirurg, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Hand verwendete Bezeichnung; F.: Chiro…+FW; Z.: Chir-o-
$Chiromantik, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Chiromantik, Handlesekunst; E.: s. Chiro…, s. Mantik; L.: Kluge s. u. Chirurg; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums nach der Vorstellung von Menschen angeblich mögliche Kunst aus den Linien oder Falten der Innenflächen der Hände den Lebenslauf eines Menschen einschließlich der Zukunft zu ermitteln (Handlesekunst); F.: Chiromantik, Chiromantiken (!)+FW; Z.: Chir-o-man-t-ik
$Chiropraktik, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Chiropraktik, Behandlung von Störungen des Bewegungsapparats anderer Menschen mit der Hand durch gezielte Handgriffe; E.: s. Chiro…, s. Praktik; L.: Kluge s. u. Chirurg, fehlt DW; F.: Chiropraktik, Chiropraktiken (!)+FW; Z.: Chir-o-pra-kt-ik
Chirurg, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Chirurg, Operateur; ne. surgeon; Vw.: -; Hw.: s. Chirurgie, chirurgisch; Q.: 1497; I.: Lw. lat. chīrūrgus; E.: s. lat. chīrūrgus, M., Wundarzt, Chirurg, (14-37 n. Chr.); gr. χειρουργός (cheirurgós), F., Chirurg, mit der Hand Verrichtender; vgl. gr. χείρ (cheír), F., Hand, Faust, Arm, Seite; idg. *g̑ʰesor-, *g̑ʰesr-, Sb., Hand, Pokorny 447 (648/64) (RB. idg. aus arm., gr., ital.?, toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chirurg, fehlt DW, EWD s. u. Chirurg, DW2 5, 1123, Duden s. u. Chirurg; Son.: vgl. nndl. chirurg, Sb., Chirurg; frz. chirurgien, M., Chirurg; nschw. kirurg, Sb., Chirurg; nnorw. kirurg, M., Chirurg; poln. chirurg, M., Chirurg; lit. chirurgas M., Chirurg; GB.: seit 1497 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Facharzt auf dem Gebiet der Chirurgie oder einen Operationen ausführenden Arzt; BM.: mit der Hand arbeitend, bis in das 19. Jh. galt ein Chirurg als Handwerker in Gegensatz zu einem akademisch ausgebildeten Arzt; F.: Chirurg, Chirurgen+FW(+EW); Z.: Chir-urg
Chirurgie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Chirurgie, das sich mit Operationen beschäftigende Teilgebiet der Medizin; ne. surgery; Vw.: -; Hw.: s. Chirurg, chirurgisch; Q.: 1497; I.: Lw. lat. chīrūrgia; E.: s. mnd. cirurgia, sirurgia*, F., Wundbehandlung; lat. chīrūrgia, F., Wundarzneikunst, Chirurgie, operative Medizin, chirurgischer Eingriff, (5. Jh. n. Chr.); vgl. gr. χείρ (cheír), F., Hand, Faust, Arm, Seite; idg. *g̑ʰesor-, *g̑ʰesr-, Sb., Hand, Pokorny 447 (648/64) (RB. idg. aus arm., gr., ital.?, toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chirurg, fehlt DW, EWD s. u. Chirurg, DW2 5, 1124, Duden s. u. Chirurg; Son.: vgl. nndl. chirurgie, Sb., Chirurgie; frz. chirurgie, F., Chirurgie; nschw. kirurgi, Sb., Chirurgie; nnorw. kirurgi, M., Chirurgie; poln. chirurgia, F., Chirurgie; lit. chirurgija, F., Chirurgie; GB.: seit 1497 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Behandlung von Störungen und Veränderungen in dem Bereich des Organismus des Menschen durch mechanische oder instrumentelle oder operative Eingriffe; BM.: mit der Hand arbeitend; F.: Chirurgie, Chirurgien (!)+FW(+EW); Z.: Chir-urg-ie
chirurgisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. chirurgisch, Chirurgie betreffend; ne. surgical; Vw.: -; Hw.: s. Chirurg, Chirurgie; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. chīrūrgicus; E.: s. lat. chīrūrgicus, Adj., chirurgisch, Arbeit des Wundarztes betreffend, zur operativen Medizin gehörig, (14-37 n. Chr.); gr. χειρουργικός (cheirurgikós), Adj., chirurgisch; vgl. gr. χείρ (cheír), F., Hand, Faust, Arm, Seite; idg. *g̑ʰesor-, *g̑ʰesr-, Sb., Hand, Pokorny 447 (648/64) (RB. idg. aus arm., gr., ital.?, toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chirurg, fehlt DW, EWD s. u. Chirurg, DW2 5, 1124, Duden s. u. chirurgisch; Son.: vgl. nndl. chirurgisch, Adj., chirurgisch; frz. chirurgical, Adj., chirurgisch; nschw. kirurgisk, Adj., chirurgisch; nnorw. kirurgisk, Adj., chirurgisch; poln. chirurgiczny, Adj., chirurgisch; lit. chirurginis, Adj., chirurgisch; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Chirurgie betreffend; BM.: mit der Hand arbeitend; F.: chirurgisch, chirurgische, chirurgisches, chirurgischem, chirurgischen, chirurgischer+FW+EW; Z.: chir-ur-g-isch
Chitin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chitin, eine Stützsubstanz; ne. chitin; Vw.: -; Hw.: s. Kattun; Q.: 1824; I.: Lw. frz. chitine; E.: s. frz. chitine, F., Chitin; vgl. gr. χιτών (chitṓn), M., Chiton, Leibrock, Hemd, Panzer; semit. Lw., s. phöniz. ktn, Sb. leinernes Gewand; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chitin, DW2 5, 1125, Duden s. u. Chitin; Son.: vgl. nndl. chitine, Sb., Chitin; frz. chitine, F., Chitin; nschw. kitin, Sb., Chitin; nnorw. kitin, N., Chitin; poln. chityna, F., Chitin; nir. citin, F., Chitin; GB.: seit 1824 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen und dem Semitischen oder Phönizischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine hornähnliche Stützsubstanz in dem Außenskelett schon vormenschlich möglicher Gliederfüßler wie Krebsen oder Insekten oder Tausendfüßer oder Spinnentiere oder auch der Zellwand von Pilzen wobei das Immunsystem des Menschen Chitin als Fremdstoff wahrnimmt und eine Abwehrreaktion auslöst; BM.: Panzer; F.: Chitin, Chitins+FW(+EW?); Z.: Chit-in
Chlor, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chlor, Chlorgas; ne. chlorine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1811; I.: Lw. gr. χλωρός (chlōrós); E.: s. gr. χλωρός (chlōrós), Adj., grünlich gelb, fahl, bleich, frisch; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chlor, fehlt DW, EWD s. u. Chlor, DW2 5, 1126, Duden s. u. Chlor; Son.: vgl. nndl. chloor, Sb., Chlor; frz. chlore, M., Chlor; nschw. klor, Sb., Chlor; nnorw. klor, N., Chlor; poln. chlor, M., Chlor; kymr. clorin, M., Chlor; nir. clóirín, M., Chlor; lit. chloras, M., Chlor; GB.: seit 1811 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1774 erstmals dargestelltes stechend riechendes gelbgrünes giftiges und stark ätzendes sowie auf Grund seiner hohen Reaktivität auf der Erde nur in äußerst geringen Mengen beispielsweise in Vulkangasen oder in der sie schädigenden Ozonschicht vorkommendes und zur Reinigung verwendetes sowie als Chlorid auch für die Bildung von Magensäure verwendetes Gas (chemisches Element Nr. 17, abgekürzt Cl beispielsweise in NaCl Natrumchlorid oder Kochsalz); BM.: grünlich gelb; F.: Chlor, Chlors+FW; Z.: Chlo-r
$Chloroform, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chloroform, ein Kohlenwasserstoff; I.: Lw. frz. chloroforme; E.: s. Chlor; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chlor; GB.: seit 1834 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise aus dem Griechischen und teilweise aus dem Lateinischen (formica) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen süßlich riechenden und farblosen chlorierten sowie möglicherweise krebserregenden Kohlenwasserstoff; F.: Chloroform, Chloroforms, Chloroforme (!), Chloroformen (!)+FW; Z.: Chlo-r-o—for-m
Chlorophyll, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chlorophyll, Blattgrün; ne. chlorophyll, chlorophyl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1819; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. χλωρός (chlōrós), Adj., grünlich gelb, fahl, bleich, frisch; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. φύλλον (phýllon), N., Blatt; idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Chlorophyll, fehlt DW, EWD s. u. Chlor, DW2 5, 1127, Duden s. u. Chlorophyll; Son.: vgl. nndl. chlorofyl, Sb., Chlorophyll; frz. chlorophylle, F., Chlorophyll; nschw. klorofyll, Sb., Chlorophyll; nnorw. klorofyll, N., Chlorophyll; poln. chlorofil, M., Chlorophyll; kymr. cloroffyl, M., Chlorophyll; nir. clóraifill, F., Chlorophyll; lit. chlorofilas, M., Chlorophyll; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch Aufnahme des Lichtes und Energietransfer sowie Elektronentransfer der Assimilation dienenden natürlichen grünen Farbstoff in Pflanzenzellen (Blattgrün) wie beispielsweise in Petersilie oder Spinat oder Broccoli oder grünen Bohnen oder Kohl oder Spinat oder Löwenzahn oder Brennnesseln oder Weizen oder Gerste oder Pflanzenkeimen oder Pflanzensprossen; BM.: grünes Blatt; F.: Chlorophyll, Chlorophylls+FW; Z.: Chlo-r-o-phyl-l
Cholera, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Cholera, Brechruhr; ne. cholera; Vw.: -; Hw.: s. Choleriker, cholerisch, Koller (1); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. colera, F., Cholera; mhd. kolre, st. M., Koller (M.), ausbrechende oder stille Wut; mhd. kolre (2), st. F., Ruhr; mnd. cōlera, F., Cholera, hitziges Temperament, Gallenruhr, rote Ruhr; ahd. koloro*, kolero*, sw. M. (n), Cholera, Bauchweh, Koller (M.), Darmkolik; as. -; anfrk. -; lat. cholera, F., Galle (F.) (1), Cholera, (14-37 n. Chr.); gr. χολέρα (choléra), F., Cholera, Magenkrankheit durch Erbrechen; vgl. gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Cholera, fehlt DW, EWD s. u. Cholera, DW2 5, 1127, EWAhd 5, 681, Duden s. u. Cholera; Son.: vgl. nndl. cholera, Sb., Cholera; nwestfries. kolder, Sb., Gehirnkrankheit bei Pferden; frz. cholera, M., Cholera; nschw. kolera, Sb., Cholera; nnorw. kolera, M., Cholera; poln. cholera, F., Cholera; kymr. colera, M., Cholera; nir. calar, M., Cholera; lit. cholera, F., Cholera; GB.: (koloro) seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in dem Altertum bekannte schwere epidemische Infektionskrankheit mit heftigen Brechdurchfällen; BM.: wegen der bereits in der griechischen Medizin bekannten Ähnlichkeit der Beschwerden mit einem Gallenleiden Galle beziehungsweise gelb und glänzen; F.: Cholera+FW; Z.: Chol-er-a
Choleriker, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Choleriker, jähzorniger Mensch; ne. choleric (M.), choleric person; Vw.: -; Hw.: s. Cholera, cholerisch, Koller (1); Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); I.: Lw. lat. cholericus; E.: s. mhd. colerikus, M., Choleriker; mhd. colērik, colēricus, M., Choleriker, Mensch mit hitzigem Temperament; lat. cholericus, M., Choleriker, Cholerakranker, (7. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cholericus, Adj., an der Gallenbrechruhr leidend; gr. χολερικός (cholerikós), Adj., an der Gallenbrechruhr leidend; vgl. gr. χολέρα (choléra), F., Cholera, Magenkrankheit durch Erbrechen; vgl. gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Choleriker, fehlt DW, EWD s. u. cholerisch, DW2 5, 1128, Duden s. u. Choleriker; Son.: vgl. nndl. cholericus, Sb., Choleriker; frz. colérique, M., Choleriker; nschw. koleriker, Sb., Choleriker; nnorw. koleriker, M., Choleriker; poln. choleryk, choleryk, M., Choleriker; lit. cholerikas, M., Choleriker; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen leidenschaftlichen und leicht reizbaren sowie sehr jähzornigen Menschen; BM.: nach Hippokrates (um 460-um 370 v. Chr.) von der (mit gelb und glänzen verbundenen) Galle beeinflusstes Temperament; F.: Choleriker, Cholerikers, Cholerikern+FW+EW; Z.: Chol-er-ik-er
cholerisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. cholerisch, jähzornig, aufbrausend; ne. choleric (Adj.), hot-tempered; Vw.: -; Hw.: s. Cholera, Choleriker; Q.: 1282 (Secretum Secretorum); E.: mhd. colerisch, colērisch, Adj., cholerisch; mnl. colerich, Adj., cholerisch; lat. cholericus, Adj., an der Gallenbrechruhr leidend, (23/24-79 n. Chr.); gr. χολερικός (cholerikós), Adj., an der Gallenbrechruhr leidend; vgl. χολέρα (choléra), F., Cholera, Magenkrankheit durch Erbrechen; vgl. gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Choleriker, fehlt DW, EWD s. u. cholerisch, DW2 5, 1129, Duden s. u. cholerisch; Son.: vgl. frz. colérique, Adj., cholerisch; nschw. kolerisk, Adj., cholerisch; nnorw. kolerisk, Adj., cholerisch; poln. choleryczny, Adj., cholerisch; kymr. colerig, Adj., cholerisch; lit. choleriškas, Adj., cholerisch; GB.: seit 1282 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jähzornig oder aufbrausend; BM.: nach Hippokrates (um 460-um 370 v. Chr.) von der (mit gelb und glänzen verbundenen) Galle beeinflusst; F.: cholerisch, cholerische, cholerisches, cholerischem, cholerischen, cholerischer(, cholerischere, cholerischeres, cholerischerem, cholerischeren, cholerischerer, cholerischst, cholerischste, cholerischstes, cholerischstem, cholerischsten, cholerischster)+FW+EW; Z.: chol-er-isch
Cholesterin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Cholesterin, Cholesterol, ein Lipid; ne. cholesterol; Q.: 1819; I.: Lw. frz. cholestérine; E.: s. frz. cholestérine, F., Cholesterin; von dem französischen Chemiker Michel Eugène Chevreul (1786-1889) geschaffene Neubildung zu gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. στερεός (stereós), στερρός (sterrós), Adj., starr, hart, fest; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1130, Duden s. u. Cholesterin; Son.: vgl. nndl. cholesterol, Sb., Cholesterin; nschw. kolesterol, N., Sb., Cholesterin; nnorw. kolesterol, M., N., Cholesterin; kymr. colesterol, M., Cholesterin; nir. colaistéaról, M., Cholesterin; poln. cholesterol, M., Cholesterin; lit. cholesterolis, M., Cholesterin; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem menschlichen und tierischen Organismus vorkommende und für wichtige Körperfunktionen nötige fettähnliche Substanz in jeder Zelle des Körpers; BM.: Galle, fest; F.: Cholesterin, Cholesterins (!)+FW+EW; Z.: Chol-e-ster-in
...cholie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. ...cholie; ne. ...choly; Vw.: s. Melan-; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. gr. χολή (cholḗ); E.: s. gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1068; Son.: vgl. nndl. …cholie, Suff., …cholie; frz. …colie, Suff., …cholie; nschw. …koli, Suff., …cholie; nnorw. …koli, Suff., …cholie; poln. …cholia, Suff., …cholie; lit. …cholija, Suff., …cholie; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung um mit der Galle zusammenhängende Substantive zu bilden; BM.: glänzen; F.: …cholie, …cholien+FW(+EW); Z.: -chol-ie
Chor, nhd., M., N., (9. Jh.): nhd. Chor (M.) (1), Sängerschar, Kreis; ne. chorus, choir (N.); Vw.: -; Hw.: s. Choral; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. kōr, st. M., Kirchenchor; mnd. kōr, koer, koir, chōr, choer, M., N., Chor (M.) (1), Chor (M.) (1), Sängerchor; mnl. coor, M., Chor (M.) (1); ahd. kōr, st. M. (i)?, Chor (M.) (1), Chorgesang, Reigentanz, Chor (M.) (2); as. -; anfrk. -; lat. chorus, M., Chor (M.) (1), (um 560-636 n. Chr.); gr. χορός (chorós), M., Chor (M.) (1), Reigentanz, Tanzplatz, Schar (F.) (1) von Tänzern; vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chor, DW 2, 617, EWD s. u. Chor, DW2 5, 1130, Duden s. u. Chor; Son.: vgl. afries. kōr, N., Chor (M.) (1); ae. chor, chora, M., Tanz, Chor (M.) (1); an. kōri, M., Chor (M.) (1), Kirchenchor; an. kōrr, st. M. (a), Chor (M.) (1); got. -; nndl. koor, Sb., Chor (M.) (1); frz. chœur, M., Chor (M.) (1); frz. chorale, F., Chor (M.) (1); nschw. kör, kor, Sb., Chor (M.) (1); nnorw. kor, N., Chor (M.) (1); poln. chór, M., Chor (M.) (1); kymr. côr, M., Chor (M.) (1); nir. cór, M., Chor (M.) (1); lit. choras, M., Chor (M.) (2); GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem griechischen Theater als Gruppe gemeinsam singender Menschen entstandener Kreis von Sängern und Tänzern; BM.: greifen?; F.: Chor, Chores, Chors, Chöre, Chören+FW; Z.: Chor
Choral, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Choral, Kirchenlied; ne. chorale, hymn; Vw.: -; Hw.: s. Chor; Q.: 1531; I.: Lw. mlat. chorālis; E.: s. mlat. chorālis, Adj., Chor betreffend, Chorgesang betreffend; lat. chorus, M., Chor (M.) (1), (um 560-636 n. Chr.); gr. χορός (chorós), M., Chor (M.) (1), Reigentanz, Tanzplatz, Schar (F.) (1) von Tänzern; vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Chor, DW 2, 618, EWD s. u. Chor, DW2 5, 1135, Duden s. u. Choral; Son.: vgl. nndl. koraal, Sb., Choral; nnorw. koral, M., Choral; poln. chorał, M., Choral; kymr. corâl, M., F., Choral; nir. córáil, F., Choral; lit. choralas, M., Choral; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein während einer Messe gesungenes mehrstimmiges Kirchenlied; BM.: greifen?; F.: Choral, Chorals, Choräle, Chorälen+FW*EW; Z.: Chor-al
$Choreograf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Choreograf; Vw.: s. Choreograph
Choreografie, nhd., F.: nhd. Choreografie; Vw.: s. Choreographie
$Choreograph, Choreograf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Choreograph, künstlerischer Gestalter von Tänzen; E.: s. Choreographie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chor; GB.: seit 1834 belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen künstlerischen Gestalter von Tänzen; F.: Choreograph, Choreographen+FW; Z.: Chor-eo—graph
Choreographie, Choreografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Choreographie, Choreografie, künstlerische Gestaltung (von Tänzen); ne. choreography; Vw.: -; Hw.: s. Chor; Q.: 1717; I.: Lw. frz. choréographie; E.: s. frz. choréographie, F., Choreographie, Choreografie, künstlerische Gestaltung; vgl. gr. χορεία (choreía), F., Reigentanz; gr. χορεύειν (choreúein), V., Reigentanz aufführen; gr. χορός (chorós), M., Chor (M.) (1), Reigentanz, Tanzplatz, Schar (F.) (1) von Tänzern; vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chor, fehlt DW, EWD s. u. Chor, DW2 5, 1136, Duden s. u. Choreographie; Son.: vgl. nndl. choreografie, Sb., Choreographie; nschw. koreografi, Sb., Choreographie; nnorw. koreografi, M., Choreographie; poln. choreografia, F., Choreographie; kymr. coreograffi, M., Choreographie; nir. córagrafaíocht, F., Choreographie; lit. choreografija, F., Choreografie; GB.: seit 1717 belegte und aus dem Französischen und in den Bestandteilen aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine künstlerische Gestaltung nach der ein Theaterstück oder ein Ballett aufgeführt wird; BM.: greifen? bzw. ritzen?; F.: Choreographie, Choreographien, Choreografie Choreografien+FW; Z.: Chor-eo—graph-ie
$Chorgestühl, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Chorgestühl; Q.: 1616; E.: s. Chor, s. Gestühl; L.: Kluge s. u. Chor, fehlt DW, DW2 5, 1134; GB.: seit 1616 belegte und aus Chor und Gestühl gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Errichtung größerer christlicher Kultgebäude mögliches Gestühl in einem Chorraum; F.: Chorgestühl, Chorgestühls, Chorgestühle, Chorgestühlen+FW+EW; Z.: Chor—ge-stüh-l
$Chorist, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Chorist, Chorsänger, Mitglied eines Chores; E.: s. Chor, s. ist; L.: EWD s. u. Chor; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Chor und ist gebildete Bezeichnung für einen Chorsänger oder ein Mitglied eines Chores; F.: Chorist, Choristen+FW(+EW?); Z.: Chor-ist
Chose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Chose, Angelegenheit; ne. matter (N.), stuff (N.); Vw.: -; Hw.: s. Causa; Q.: 1648; I.: Lw. frz. chose; E.: s. frz. chose, F., Sache, Ding; lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Chose, DW2 5, 1137, Duden s. u. Chose; GB.: seit 1648 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der Etymologie ungeklärte und vielleicht mit lat. cudere sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer meist eher unangenehmen Angelegenheit; BM.: ?; F.: Chose, Chosen (!)+FW; Z.: Chos-e
Chrisam, Krisam, nhd., N., M., (8. Jh.): nhd. Chrisam, Chrisma, an dem Gründonnerstag geweihtes Öl, Salböl; ne. chrism, oil of chrism; Vw.: -; Hw.: s. Christ (1), Christ (2), Creme; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. krisem, kresem, cresem, st. M., Salböl, Chrisam, geweihtes Öl, Diözese, Sprengel; mhd. kriseme, kreseme, krisme, kresme, sw. M., Chrisam, Diözese, Sprengel; mnd. krēsem, krēseme, krēsam, krēsom, M., Chrisam, heiliges Öl, geweihtes Salböl, Diözese; mnl. kerseme, kersme, crisma, M., Chrisam; ahd. krisamo*, kresamo*, sw. M. (n), Salbung, Ölung, Chrisam, Salböl; as. -; anfrk. -; s. gr.-lat. chrīsma, N., Salbe, Salbung, Ölung; vgl. idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chrisam, DW 2, 618, DW 11, 2331, DW2 5, 1138, EWAhd 5, 803, Duden s. u. Chrisam; Son.: vgl. afries. kersoma, krisma, sw. M. (n), Chrisma, Salböl; ae. crisma, sw. M. (n), Salböl, Ölung; an. krisma, F., geweihtes Öl; got. -; nwestfries. krisma, Sb., Chrisam, Chrisma; nndl. chrisma, Sb., Chrisam, Chrisma; frz. chrême, M., Chrisam, Chrisma; nschw. krisma, Sb., Chrisam, Chrisma; poln. kryżmo, M.?, Chrisam, Chrisma; nir. criosma, M., Chrisam, Chrisma; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von der katholischen Kirche seit ihrer Entstehung verwendetes geweihtes Salböl; BM.: beschmieren; F.: Chrisam, Chrisams (!), Krisam (!), Krisams (!)+FW+EW; Z.: Chri-s-am
Christ (1), nhd., M.=PN, (8. Jh.): nhd. Gesalbter, Christus, Christ (PN); ne. Christ (PN); Vw.: -; Hw.: s. Chrisam, Christ (2); Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. krist, Krist, st. M., Christus; mnd. Krist, Kirst, Christ, Kerst, M.=PN, Christ, Christus, Zeit der Geburt Christi; ahd. krist, st. M. (a)=PN, Christus, Christ (M.), Gesalbter; as. Krist*, st. M. (a), Christus; anfrk. *Krist?, M.=PN, Christus; germ. *Krist, *Kristus, M., Christus; s. lat. Chrīstus, gr. χριστός (christós), M., Gesalbter, Christus, (Lüs. hebr. māsīah, maschiach, Sb., Messias, Gesalbter); vgl. gr. χρίειν (chríein), V., bestreichen, salben, färben; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Christ 1, EWD s. u. Christus, DW 2, 619, DW2 5, 1138, Duden s. u. Christ; Son.: vgl. afries. Kerst, Krist, st. M. (a), Christus; ae. Crīst, st. M. (a), Christus; an. kristr, st. M. (a), Christus; got. -; nndl. Christus, PN, Christus; frz. Christ, M.=PN, Christus; nschw. Kristus, PN, Christus; nnorw. Kristus, M.=PN, Christus; poln. Chrystus, M.=PN, Christus; kymr. Crist, M.=PN, Christus; nir. Críost, M., Christus; lit. Kristus, M.=PN, Christ (PN); GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und inhaltlich aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den nach dem christlichen Glauben gesalbten Sohn Gottes; BM.: beschmieren; F.: Christ, Christs+FW+EW; Z.: Chri-st
Christ (2), nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Christ (M.), an Christus Glaubender; ne. christ (M.); Vw.: -; Hw.: s. Chrisam, Christ (1); Q.: 1060-1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); I.: Lw. ?; E.: s. mhd. kristen, kristan, kristān, kristæne, st. M., sw. M., Christ (M.); lat. Chrīstiānus, M., Christ (M.), (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. Chrīstus, gr. χριστός (christós), M., Gesalbter, Christus, (Lüs. hebr. māsīah, maschiach, Sb., Messias, Gesalbter); vgl. gr. χρίειν (chríein), V., bestreichen, salben, färben; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Christ 2, EWD s. u. Christus, DW 2, 619, DW2 5, 1139, Duden s. u. Christ; Son.: vgl. nndl. christen, Sb., Christ (M.); frz. chrétien, M., Christ (M.); nschw. kristen, Sb., Christ (M.); nnorw. kristen, M., Christ (M.); poln. chrześcijanin, M., Christ (M.); GB.: seit 1060-1065 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete oder gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen einer seit dem Leben und Sterben des Religionsgründers Jesus Christus möglichen christlichen Glaubensgemeinschaft; BM.: zu Christus gehörig bzw. beschmieren; F.: Christ, Christen+FW(+EW?); Z.: Chri-st
$Christbaum, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Christbaum, Weihnachtsbaum; Q.: 1799; E.: s. Christ, s. Baum; L.: Kluge s. u. Christbaum, fehlt DW, DW2 5, 1139; GB.: seit 1799 belegte und aus Christ und Baum gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dem 15. Jh. von Christen in Verbindung mit der Feier von Weihnachten entwickelten und verwendeten Weihnachtsbaum; F.: Christbaum, Christbaums, Christbaumes, Christbäume, Christbäumen+FW+EW; Z.: Chri-st—bau-m
$Christenheit, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Christenheit, Gesamtheit der Christen; E.: s. Christ, s. en, s. heit; L.: Kluge s. u. Christ 2, DW 2, 621, DW2 5, 1140; GB.: seit vor 800 belegte und aus Christ und en (Suff.) sowie heit vielleicht nach lat. christianitas gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Christen; F.: Christenheit+FW+EW; Z.: Chri-st-en-hei-t
$christlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. christlich; L.: Kluge s. u. Christ 2, DW 2, 625, DW2 5, 1142; GB.: (kristānlīh*) seit Ende 9. Jh. belegte und aus Christ und lich gebildete Bezeichnung für (Christus und) die Christen betreffend; F.: christlich, christliche, christliches, christlichem, christlichen, christlicher(, christlichere, christlicheres, christlicherem, christlicheren, christlicherer, christlichst, christlichste, christlichstes, christlichstem, christlichsten, christlichster)+FW+EW; Z.: chri-st-lich
$Christmette, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Christmette, Christmesse; E.: s. Christ, s. Mette; L.: DW 2, 625 (Christmesse), EWD s. u. Mette; GB.: seit 1836 belegte und aus Christ und Mette gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Christentums möglichen christlichen Gottesdienst wie die seit um 1336 belegte Christmesse; F.: Christmette, Christmetten (!)+FW; Z.: Chri-st—me-t-t-e
Chrom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Chrom, ein Schwermetall; ne. chrome, chromium; Vw.: -; Hw.: s. chromatisch; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. χρῶμα (chrōma), N., Farbe, Hautfarbe, Haut, Färbemittel, Schminke; vgl. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chrom, fehlt DW, EWD s. u. Chrom, DW2 5, 1144, Duden s. u. Chrom; Son.: vgl. nndl. chroom, Sb., Chrom; frz. chrome, M., Chrome; nschw. krom, Sb., Chrom; nnorw. krom, N., Chrom; poln. chrom, M., Chrom; nir. cróm, M., Chrom; lit. chromas, M., Chrom; GB.: seit 1763 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit entdecktes sehr hartes und sprödes silberweiß glänzendes unter normalen Bedingungen nicht oxidierendes sowie in vielen Lebensmitteln wie Miesmuscheln und Garnelen und Champignons und Tomaten und Brokkoli und Rosenkohl und Gurken und Spinat und Salat und Birnen und Leber und Eiern und Haferflocken enthaltenes Schwermetall (chemisches Element Nr. 24, abgekürzt Cr); BM.: viele Farben habend; F.: Chrom, Chroms+FW; Z.: Chro-m
$Chromatik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Chromatik, Grundtonfärbung; Q.:1757; E.: s. chromatisch; L.: EWD s. u. Chrom; GB.: seit 1757 belegte und mit chromatisch verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Grundtonfärbung; F.: Chromatik+FW(+EW?); Z.: Chro-m-at-ik
chromatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. chromatisch, Chromatik betreffend; ne. chromatic; Vw.: -; Hw.: s. Chrom; Q.: 1708; I.: Lw. lat. chrōmaticus, gr. χρωματικός (chrōmatikós); E.: s. lat. chrōmaticus, Adj., chromatisch, (um 84-um 25 v. Chr.); s. gr. χρωματικός (chrōmatikós), Adj., gefärbt, chromatisch; vgl. gr. χρῶμα (chrōma), N., Farbe, Hautfarbe, Haut, Färbemittel, Schminke; vgl. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. chromatisch, EWD s. u. Chrom, DW2 5, 1144, Duden s. u. chromatisch; Son.: vgl. nndl. chromatisch, Adj., chromatisch; frz. chromatique, Adj., chromatisch; nschw. kromatisk, Adj., chromatisch; nnorw. kromatisk, Adj., chromatisch; poln. chromatyczny, Adj., chromatisch; nir. crómatach, Adj., chromatisch; GB.: seit 1708 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in der Musik in Halbtönen fortschreitend; BM.: gefärbt; F.: chromatisch, chromatische, chromatisches, chromatischem, chromatischen, chromatischer(, chromatischere, chromatischeres, chromatischerem, chromatischeren, chromatischerer, chromatischste, chromatischstes, chromatischstem, chromatischsten, chromatischster)+FW; Z.: chro-m-at-isch
Chromosom, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Chromosom, Träger der Erbfaktoren; ne. chromosome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1888; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. χρῶμα (chrōma), N., Farbe, Hautfarbe, Haut, Färbemittel, Schminke; s. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Chromosom, fehlt DW, EWD s. u. Chromosom, DW2 5, 1145, Duden s. u. Chromosom; Son.: vgl. nndl. chromosoom, Sb., Chromosom; frz. chromosome, M., Chromosom; nschw. kromosom, Sb., Chromosom; nnorw. kromosom, N., Chromosom; poln. chromosom, M., Chromosom; kymr. cromosom, M., Chromosom; nir. crómasóm, M., Chromosom; lit. chromosoma, F., Chromosom; GB.: seit 1888 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in jedem Zellkern von Lebewesen in artverschiedener Zahl und Gestalt vorhandenes und das jeweilige Erbgut eines Lebewesens tragendes fadenförmiges Gebilde wie beispielsweise für den Menschen 23 Chromosomenpaare; BM.: 1888 von Heinrich Wilhelm Waldeyer vorgeschlagener Name wegen der durch Farbe oder Färbung sichtbar gemachten Zellkörper; F.: Chromosom, Chromosoms, Chromosomen+FW; Z.: Chro-m-o-som
Chronik, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Chronik, in grundsätzlich zeitlicher Abfolge aufgezeichnete geschichtliche Darstellung; ne. chronicle, timeline; Vw.: -; Hw.: s. chronisch, Chronist, Chronologie, Chronometer; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. krōnik, krōnic, sw. F., st. F., Chronik; mhd. krōnike, sw. F., Chronik; mnd. krōneke, krȫneke, krȫnke, crōnike, F., Chronik, Geschichtswerk, Weltchronik; mnl. chronike, F., Chronik; ahd. krōnih*, st. F., Chronik; as. -; anfrk. -; gr.-lat. chronica, F., Chronik, (538/539-594 n. Chr.); vgl. lat. chronicus, Adj., zur Zeit gehörig; gr. χρονικός (chronikós), Adj., Zeit betreffend; vgl. gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Chronik, DW 2, 626 (Chronica), EWD s. u. Chronik, DW2 5, 1145, EWAhd 5, 815, Duden s. u. Chronik; Son.: vgl. nndl. kroniek, Sb., Chronik; frz. chronique, F., Chronik; nschw. krönika, Sb., Chronik; nnorw. krønike, F., M., Chronik; poln. kronika F., Chronik; kymr. cronicl, M., Chronik; nir. croinic, F., Chronik; lit. kronika, F., Chronik; GB.: (krōnih*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen in grundsätzlich zeitlicher Abfolge aufgezeichneten geschichtliche Darstellung; BM.: Zeit betreffend; F.: Chronik, Chroniken+FW(+EW?); Z.: Chron-ik
chronisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. chronisch, andauernd, ständig; ne. chronic; Vw.: s. dia-, syn-; Hw.: s. Chronik, Chronist, Chronologie, Chronometer; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. (morbus) chronicus; E.: s. lat. chronicus, Adj., zur Zeit gehörig, (23/24-79 n. Chr.); gr. χρονικός (chronikós), Adj., die Zeit betreffend; vgl. gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. chronisch, EWD s. u. chronisch, DW2 5, 1147, Duden s. u. chronisch; Son.: vgl. nndl. chronisch, Adj., chronisch; frz. chronique, Adj., chronisch; nschw. kronisk, Adj., chronisch; nnorw. kronisk, Adj., chronisch; poln. chroniczny, Adj., chronisch; kymr. cronig, Adj., chronisch; lit. chroniškas, Adj., chronisch; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommen und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung einer die Zeit und ihren Ablauf berücksichtigenden Zustandsbeschreibung (beispielsweise einer sich langsam entwickelnden und dann anhaltenden Krankheit); BM.: Zeit betreffend; F.: chronisch, chronische, chronisches, chronischem, chronischen, chronischer(, chronischere, chronischeres, chronischerem, chronischeren, chronischerer, chronischste, chronischstes, chronischstem, chronischsten, chronischster)+FW; Z.: chron-isch
...chronismus, nhd., M.., (18. Jh.?): nhd. ...chronismus, zeitliche Einordnung; ne. ...chronism; Vw.: s. Ana-; Hw.: s. chronisch; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. χρονισμός (chronismós); E.: s. gr. χρονισμός (chronismós), M., Zögern, langes Bleiben; vgl. gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...chronisme, Suff., ...chronismus; nschw. ...kronism, Suff., ...chronismus; nnorw. ...kronism, Suff., ...chronismus; poln. ...chronizm, Suff., ...chronismus; kymr. ...croniaeth, Suff., ...chronismus; lit. ...chronizmas, Suff., ...chronismus; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für eine zeitliche Einordnung; BM.: Beziehung zu einer Zeit; F.: ...chronismus, ...chronismen+FW; Z.: -chron-ism-us
Chronist, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Chronist, Geschichtsschreiber; ne. chronicler, annalist; Vw.: -; Hw.: s. Chronik, chronisch; Q.: Ende 15. Jh. (Chronik deutscher Städte); I.: Lw. mlat. chronista; E.: s. mlat. chronista, cronista, M., Geschichtsschreiber; vgl. lat. chronicus, Adj., zur Zeit gehörig, (23/24-79 n. Chr.); gr. χρονικός (chronikós), Adj., die Zeit betreffend; gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Chronik, fehlt DW, EWD s. u. Chronik, DW2 5, 1147, Duden s. u. Chronist; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen das Geschehen Verfolgenden und Aufzeichnenden oder einen Geschichtsschreiber; BM.: Zeit betreffend; F.: Chronist, Chronisten+FW; Z.: Chron-ist
Chronologie, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Chronologie, Zeitfolge; ne. chronology; Vw.: s. Dendro-; Hw.: s. Chronik, chronisch, Chronometer; Q.: 1568; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Chronologie, fehlt DW, EWD s. u. Chronik, DW2 5, 1148, Duden s. u. Chronologie; Son.: vgl. nndl. chronologie, Sb., Chronologie; frz. chronologie, F., Chronologie; nschw. kronologi, Sb., Chronologie; nnorw. kronologi, M., Chronologie; poln. chronologia, F., Chronologie; nir. cróineolaíocht, F., Chronologie; lit. chronologija, F., Chronologie; GB.: seit 1568 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie teilweise unklare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Lehre oder später auch Wissenschaft von der Zeitmessung und Zeitrechnung und von der zeitlichen Abfolge von Ereignissen; BM.: Lehre von der Zeit; F.: Chronologie, Chronologien (!)+FW(+EW); Z.: Chron-o-log-ie
$chronologisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. chronologisch; E.: s. Chronolog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Chronik; GB.: seit 1585 belegte und aus Chronolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches die Zeit betreffend; F.: chronologisch, chronologische, chronologisches, chronologischem, chronologischen, chronologischer+FW+EW; Z.: chron-o-log-isch
Chronometer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Chronometer, Uhr, ein Zeitmessgerät; ne. chronometer; Vw.: -; Hw.: s. Chronik, chronisch, Chronologie; Q.: 1733 (Zedler Universallexikon); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar; gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum, Messgerät; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Chronometer, fehlt DW, DW2 5, 1150, Duden s. u. Chronometer; Son.: vgl. nndl. chronometer, Sb., Chronometer; frz. chronomètre, M., Chronometer; nschw. kronometer, Sb., Chronometer; nnorw. kronometer, N., Chronometer; poln. chronometr, M., Chronometer; nir. crónaiméadar, M., Chronometer; lit. chronometras, M., Stoppuhr; GB.: seit 1733 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der weiteren Etymologie teilweise unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes meist örtlich bewegbares Zeitmessgerät mit jeweils größtmöglicher Genauigkeit; BM.: Zeitmessgerät; F.: Chronometer, Chronometers, Chronometern+FW; Z.: Chron-o-me-t-er
Chrysantheme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Chrysantheme, Winteraster, Wucherblume; ne. crysanthemum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1878; I.: Lw. lat. chrȳsanthemum; E.: lat. chrȳsanthemum, N., Chysantheme, Goldblume, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. χρυσάνθεμον (chrysánthemon), N., Chysantheme, Goldblume; vgl. gr. χρυσός (chrysós), M., Gold; semitischer Herkunft; vgl. akkad. kurāsu, hebr. hārus, Frisk 2, 1123; und gr. ἄνθεμον (ánthemon), N., Blume; gr. ἄνθος (ánthos), N., Blume, Blüte; vgl. idg. *andʰ-, *anedʰ-, V., hervorstechen, sprießen, blühen, Pokorny 40 (73/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., balt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Chrysantheme, fehlt DW, EWD s. u. Chrysantheme, DW2 5, 1150, Duden s. u. Chrysantheme; Son.: vgl. nndl. chrysant, Sb., Chrysantheme; frz. crysanthème, M., Chrysantheme; nschw. krysanem, Sb., Chrysantheme; nnorw. krysantemum, M., Chrysantheme; poln. chryzantema, F., Chrysantheme; nir. criosantamam, Sb., Chrysantheme; lit. chrizantema, F., Chrysantheme; GB.: seit 1878 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Semitischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ursprünglich aus Asien kommende von Menschen als Zierpflanze kultivierte Wucherblume mit meist großen strahlenförmigen Blüten (Winteraster); BM.: goldene Blüte; F.: Chrysantheme, Chrysanthemen+FW+EW; Z.: Chrys-anth-em-e
Chrysolith, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Chrysolith, Olivin, Peridot, ein grünes Mineral; ne. chrysolite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1130/1150 (Beschreibung des himmlischen Jerusalem); E.: s. mhd. krisolīt, krisolīte, krisolt, crisolt, sw. M., st. M., Chrysolith; mnd. krisolit, krisolite, M., Chrysolith, Peridot, ein gelblicher Edelstein; mnl. crisolijt, M., Chrysolith; gr. χρυσόλιθος (chrysólithos), M., Goldstein, Topas; vgl. gr. χρυσός (chrysós), M., Gold, Geld; semitischer Herkunft; vgl. akkad. kurāsu, hebr. hārus, s. Frisk 2, 1123; gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, DW2 5, 1150, Duden s. u. Chrysolith; Son.: vgl. nndl. chrysoliet, Sb., Chrysolith; frz. chrysolite, F., Chrysolith; nschw. krysolit, Sb., Chrysolith; nnorw. krysolitt, M., Chrysolith; poln. chryzolit, M., Chrysolith; GB.: seit 1130/1150 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Semitischen verbindbare und teilweise in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschlichen grünes bis goldgelbes Mineral; BM.: Gold, Stein; F.: Chrysolith, Chrysoliths, Chrysolithes, Chrysolithen, Chrysolithe; Z.: Chrys-o-lith
...chthon, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...chthon; ne. ...chthonous; Vw.: s. auto-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. χθών (chthṓn); E.: s. χθών (chthṓn), F., Erde, Erdbogen; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1068; Son.: vgl. nndl. ...chtoon, Suff., ...chthon; frz. ...chtone, Suff., ...chthon; nschw. ...kton, Suff., ...chthon; poln. ...chtoniczny, Suff., ...chthon; lit. ...chtonas, Suff., ...chthon; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus einem Land entstanden; BM.: Erde; F.: ...chthon, ...chthone, ...chthones, ...chthonem, ...chthonen, ...chthoner+FW(+EW); Z.: -chthon
Chuzpe, Chutzpe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Chuzpe, Frechheit, Dreistigkeit, Anmaßung; ne. chutzpah, chutzpa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1922 (Karl Kraus); I.: Lw. jidd. chùtzpe; E.: s. jidd. chùtzpe, Sb., Frechheit, Anmaßung; hebr. חֻצְפָּה (chuzpà), Sb., Frechheit, Anmaßung; L.: Kluge s. u. Chuzpe, fehlt DW, DW2 5, 1151, Duden s. u. Chuzpe; Son.: vgl. nndl. chotspe, gotspe, Sb., Chuzpe; frz. chutzpah, Sb., Chuzpe; poln. hucpa, F., Chuzpe; GB.: seit 1922 belegte und aus dem Jiddischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders unverfrorenes Verhalten oder eine Frechheit oder Dreistigkeit eines Menschen; BM.: frech?; F.: Chuzpe, Chutzpe+FW; Z.: Chuzpe
Cidre, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Cidre, Zider, Apfelwein; ne. cider; Vw.: -; Hw.: s. Zider; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cidre; E.: s. frz. cidre, M., Obstwein, Most; it. cidro, M., Obstwein, Most; lat. sicera, F., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern), (nach 220 n. Chr.); gr. σίκερα (síkera), F., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern); hebr. sēkār, Sb., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cidre, Kytzler/Redemund/Eberl 182; Son.: vgl. nndl. cider, Sb., Zider; nschw. cider, Sb., Zider; nnorw. sider, M., Zider; poln. cydr., Sb., Zider; kymr. seidr, M., Zider; lit. sidras, M., Zider; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschenvielleicht seit der Sesshaftigkeit hergestellten und verwendeten Apfelwein; BM.: Rauschgetränk; F.: Cidre, Cidres+FW+EW; Z.: Cidr-e
Cineast, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cineast, begeisterter Kinobesucher, Filmliebhaber, Filmschaffender; ne. cineaste; Vw.: -; Hw.: s. Kino; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. cinéaste; E.: s. frz. cinéaste, M., Cineast; vgl. frz. ciné(ma), F., Kino; gr. κίνημα (kínēma), N., Erschütterung, Unruhe; vgl. gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; idg. *kīneu-, *kn̥eu-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Cineast; Son.: vgl. nndl. cineast, Sb., Cineast; nschw. cineast, Sb., Cineast; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen begeisterten Kinobesucher oder Filmliebhaber oder Filmschaffenden; BM.: bewegen; F.: Cineast, Cineasten+FW+EW; Z.: Ci-n-e-ast
circa, nhd., Adv.: nhd. circa; Vw.: s. zirka
Circus, nhd., M.: nhd. Circus; Vw.: s. Zirkus
City, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. City, Innenstadt; ne. city; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. city; E.: s. ne. city, N., Großstadt; afrz. cite, F., Stadt; lat. cīvitās, F., Zustand eines Bürgers, Bürgerrecht, Bürgerschaft, Bürgerverband, Staat, Stadtstaat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cīvis, M., F., Bürger, Bürgerin, Mitbürger, Mitbürgerin, Einheimischer, Einheimische (F.); vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. City, fehlt DW, EWD s. u. City, DW2 5, 1153, Duden s. u. City; Son.: vgl. nndl. city, Sb., City, Innenstadt; nschw. city, Sb., City, Innenstadt; nnorw. city, M., City, Innenstadt; poln. city, Sb., City, Innenstadt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Innenstadt und das Geschäftsviertel einer großen Stadt; BM.: Lager; F.: City+FW; Z.: Ci-t-y
Claim, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Claim, Anrecht, Landstück; ne. claim (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. claim; E.: s. ne. claim, N., Claim, Anrecht, Landstück; vgl. afrz. claimer, V., klagen; lat. clāmāre, klagen; s. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Claim; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Anrecht auf ein Stück Grund und Boden der Erdoberfläche und dieses Landstück; BM.: rufen; F.: Claim, Claims+FW; Z.: Clai-m
Clan, Klan, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Clan, Klan, Sippe, Sippenverband, Sippschaft; ne. clan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1746; I.: Lw. ne. clan; E.: s. ne. clan, N., Clan; gäl. clann, F. Pl., Kinder, Sippe; weitere Herkunft ungeklärt, die oft angenommene Verwandtschaft mit lat. planta, F., Spross ist wohl nicht gegeben; L.: Kluge s. u. Clan, fehlt DW, EWD s. u. Clan, DW2 5, 1153, Duden s. u. Clan; Son.: vgl. kymr. plant, M. Pl., Kinder; nndl. clan, Sb., Clan; frz. clan, M., Clan; nschw. klan, Sb., Clan; nnorw. klan, M., Clan; poln. klan, M., Clan; lit. klanas, M., Clan; GB.: seit 1746 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Gälischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dem Mittelalter möglichen Sippenverband (Sippschaft) in Schottland; BM.: Kind; F.: Clan, Clans, Clane, Clanen, Klan, Klans, Klane, Klanen+FW; Z.: Clan
Claque, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Claque, eine bestellte und bezahlte Gruppe Beifall Klatschender; ne. claque; Vw.: -; Hw.: s. Claqueur; Q.: 1839; I.: Lw. frz. claque; E.: s. frz. claque, F., Beifallsklatscher; vgl. frz. claquer, V., klatschen, knallen, klappern; durch Vermischung von frz. cliquer, V., lärmen und mfrz. claper, V., lärmen wohl letztlich lautnachahmenden Ursprungs; L.: Kluge s. u. Claqueur, fehlt DW, DW2 5, 1154, Duden s. u. Claque; GB.: seit 1839 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie letztlich wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine bestellte und bezahlte Gruppe Beifall Klatschender; BM.: lautmalend; F.: Claque, Claquen (!)+FW; Z.: Claqu-e
Claqueur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Claqueur, Beifall Klatschender; ne. claqueur; Vw.: -; Hw.: s. Claque; Q.: 1833; I.: Lw. frz. claqueur; E.: s. frz. claqueur, M., Klatscher, Klatschender; vgl. frz. claquer, V., klatschen, knallen, klappern; durch Vermischung von frz. cliquer, V., lärmen und mfrz. claper, V., lärmen wohl letztlich lautnachahmenden Ursprungs; L.: Kluge s. u. Claqueur, DW2 5, 1154, Duden s. u. Claqueur; Son.: vgl. nndl. claqueur, Sb., Claqueur; nnorw. klakør, M., Claqueur; poln. klakier, M., Claqueur; GB.: seit 1833 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie letztlich wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen gegen Entlohnung Beifall Klatschenden; BM.: lautmalend; F.: Claqueur, Claqueurs, Claqueure, Claqueuren+FW; Z.: Claqu-eur
$Clavicymbalum, nhd., N.: nhd. Clavicymbalum; E.: s. Cembalo; L.: Kluge s. u. Cembalo, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und über das Italienische aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich ungefähr seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Musikinstrument; F.: Clavicymbalum, Clavicymbalums, Clavicymbali+FW; Z.: Clav-i-cymb-al-um
clever, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. clever, raffiniert, schlau, wendig, geschickt; ne. clever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1931; I.: Lw. ne. clever; E.: s. ne. clever, Adj., gescheit, schlau; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem nndl. oder nd.; L.: Kluge s. u. clever, fehlt DW, DW2 5, 1154, Duden s. u. clever; Son.: vgl. nndl. clever, Adj., clever, schlau; kymr. clyfar, Adj., clever, schlau; nir. clifeartha, Adj., clever; GB.: seit 1931 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft vielleicht aus dem Neuniederländischen oder Niederdeutschen ungeklärte Bezeichnung für mit Schläue und Wendigkeit alle vorhandenen Fähigkeiten einsetzend und geschickt alle Möglichkeiten nutzend; BM.: ?; F.: clever, clevere, cleveres, cleverem, cleveren, cleverer(, cleverere, clevereres, clevererem, clevereren, clevererer, cleverste, cleverstes, cleverstem, cleversten, cleverster)+FW; Z.: clev-er
Clinch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Clinch, Umklammerung, Nahkampf; ne. clinch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1928; I.: Lw. ne. clinch; E.: s. ne. clinch, N., Clinch, Nahkampf, Umschlingung; vgl. ne. clinch, V., umklammern; vgl. ae. *clėncan, V., halten; germ. *klangjan, sw. V., anhängen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Clinch, fehlt DW, DW2 5, 1154, Duden s. u. Clinch; Son.: vgl. nndl. clinch, Sb., Clinch; frz. clinch, M., Clinch; nnorw. clinch, klinsj, M., Clinch; poln. klincz, M., Clinch; GB.: seit 1928 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem erschließbaren Altenglischen und Germanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen möglichen Nahkampf mit enger Umklammerung; BM.: hängen bzw. klammern; F.: Clinch, Clinches, Clinchs+FW; Z.: Clinch
Clip, Klipp, Klip, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Clip, Klipp, Ohrgehänge; ne. clip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. clip; E.: s. ne. clip, N., Clip, Klammer; vgl. ne. clip, V., festklemmen; vgl. ae. clyppan, sw. V. (1), umarmen, einschließen, umschließen, greifen; vgl. germ. *klumpō-, *klumpōn, *klumpa-, *klumpan, sw. M. (n), Spange, Klumpen; vgl. idg. *glembʰ-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Clip, fehlt DW, EWD s. u. Klipp, Duden s. u. Clip; Son.: vgl. nndl. clip, Sb., Clip; frz. clip, M., Clip, Klammer; nschw. clips, Sb. Pl., Clips; nnorw. M. Pl., N. Pl., Clips; poln. clip, M., Clip; kymr. clip, M., Clip; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früh von Menschen entwickeltes als Schmuck dienendes Ohrgehänge; BM.: sich ballen?; F.: Clip, Clips, Klipp, Klipps, Klip, Klips+FW; Z.: Clip
Clique, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Clique, Gruppe, Freundeskreis; ne. clique; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1766; I.: Lw. frz. clique; E.: s. frz. clique, F., Clique; vgl. afrz. cliquer, clinquer, V., lärmen, klingen, wohl aus dem Mnl. oder Mnd.; lautmalenden Ursprungs; L.: Kluge s. u. Clique, EWD s. u. Clique, DW 2, 629, DW2 5, 1155, Duden s. u. Clique; Son.: vgl. nndl. kliek, Sb., Clique; nschw. klick, Sb., Clique; nnorw. M., Clique; poln. klika, F., Clique; lit. klika, F., Clique; GB.: seit vor 1766 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar wohl dem Mittelniederländischen oder Mittelniederdeutschen aufgenommene und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen oft eigene Gruppeninteressen verfolgenden Freundeskreis; BM.: lärmen; F.: Clique, Cliquen+FW; Z.: Cliqu-e
$Cliquenwirtschaft, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Cliquenwirtschaft, Vetternwirtschaft; E.: s. Cliqu(e), s. en (Suff.), s. Wirtschaft; L.: Kluge s. u. Clique, fehlt DW, EWD s. u. Clique; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Cliqu(e) und en sowie Wirtschaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche unlautere wirtschaftliche Zusammenarbeit von einander nahestehenden Menschen; F.: Cliquenwirtschaft, Cliquenwirtschaften+FW+EW; Z.: Cliqu-en—wir-t-schaf-t
Clochard, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Clochard, Sandler, Stadtstreicher, Landstreicher; ne. clochard, vagabond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1940 (Zeitung); I.: Lw. frz. clochard; E.: s. frz. clochard, M., Chlochard, Stadtstreicher; Herkunft ungeklärt, vielleicht von frz. clocher, V., hinken; lat. cloppus, Adj., lahm, hinkend; weitere Herkunft ungeklärt, wohl nur verderbte Form; oder von frz. cloche, F., Glocke; vgl. air. clocc, M., Glocke; s. idg. *klēg-, *klōg-, *kləg-, *kleg-, V., schreien, klingen, Pokorny 599 (930/162) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1155, Duden s. u. Clochard; Son.: vgl. poln. kloszard, M., Clochard; GB.: seit 1940 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit clocher (hinken) oder Glocke verbindbare Bezeichnung für einen wohnsitzlosen und auf der Straße lebenden Menschen (vor allem in Frankreich); BM.: hinken? bzw. Glocke?; F.: Clochard, Clochards+FW; Z.: Chloch-ard
Clou, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Clou, Glanzpunkt, Höhepunkt; ne. clou; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1898; I.: Lw. frz. clou; E.: s. frz. clou, M., Nagel, Höhepunkt; lat. clāvus, M., Nagel, Pflock, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Clou, fehlt DW, EWD s. u. Clou, DW2 5, 1155, Duden s. u. Clou; Son.: vgl. nndl. clou, Sb., Clou; nschw. clou, Sb., Clou; nnorw. clou, M., Clou; poln. clou, Sb., Clou; GB.: seit 1898 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen besonderen Glanzpunkt oder Höhepunkt; BM.: Hammer der auf den Kopf trifft; F.: Clou, Clous+FW; Z.: Clou
Clown, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Clown, Spaßmacher; ne. clown; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1772; I.: Lw. ne. clown; E.: s. ne. clown, M., Clown, Spaßmacher, plumper Bursche; vgl. lat. colōnus, M., Bebauer, Landwirt, Feldbearbeiter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht auch Anschluss s. ofries. klunte, dän. klunt, M., Tölpel; L.: Kluge s. u. Clown, EWD s. u. Clown, DW2 5, 1155, Duden s. u. Clown; Son.: vgl. nndl. clown, Sb., Clown; frz. clown, M., Clown; nschw. clown, Sb., Clown; nnorw. klovn, M., Clown; poln. klaun, M., Clown; kymr. clown, M., Clown; lit. klounas, M., Clown; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Neuenglischen sowie vielleicht dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon in dem alten Irland bekannten und seit dem 16. Jahrhundert in dem Theater oder Zirkus oder Varieté auftretenden verkleideten Spaßmacher; BM.: Bauer (M.) (1); F.: Clown, Clowns+FW; Z.: Clown
Coach, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Coach, Trainer, Betreuer; ne. coach (M.), trainer; Vw.: -; Hw.: s. Kutsche; Q.: 1948 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. coach; E.: s. ne. coach, M., Coach, Trainer; vgl. ne. coach, V., vor den Wagen spannen, trainieren junger Pferde; vgl. frz. coche, Sb., Kutsche; ungar. kocsi (szekér), Sb., Wagen aus Kocs; vom PN Kocs; L.: Kluge s. u. Coach, DW2 5, 1156, Duden s. u. Coach; Son.: vgl. nndl. coach, Sb., Coach, Trainer; frz. coach, M., Coach, Trainer; nschw. coach, Sb., Coach, Trainer; nnorw. coach, M., Coach, Trainer; poln. coach, M., Coach, Trainer; lit. koučas, M., Coach; GB.: seit 1948 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Ungarischen verbindbare und von einem Ortsnamen abgeleitete Bezeichnung für einen Trainer oder Betreuer einer Sportmannschaft; BM.: trainieren von Kutschenpferden; F.: Coach, Coaches, Coachs+FW; Z.: Coach
Cochlea, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Cochlea, Hörschnecke; ne. cochlea; Vw.: s. -implantat; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cochlea; E.: s. lat. cochlea, coculea, F., Schnecke, (um 250-184 v. Chr.); gr. κοχλίας (kochlías), M., Schnecke; vgl. idg. *k̑onko-, *k̑onkʰo-, Sb., Muschel, Pokorny 614; W.: nhd. Cochlea, F., Cochlea, Teil des Innenohrs, Gehäuse der Schnecke; L.: Duden s. u. Cochlea; Son.: vgl. frz. cochlée, F., Cochlea; kymr. cochlea, M., Cochlea; nir. cochla, F., Cochlea; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die in dem Inneren eines Ohres eines höheren Lebewesens befindliche Hörschnecke; BM.: Schnecke; F.: Cochlea, Cochleae (!)+FW; Z.: Coch-l-e-a
Cochleaimplantat, Cochlea-Implantat, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Cochleaimplantat; ne. cochlear implant; Vw.: -; Hw.: s. Cochlea; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. cochlea, s. Implantat; L.: fehlt DW, Duden s. u. Cochleaimplantat; Son.: vgl. nndl. cochleair implantaat, Sb., Cochleaimplantat; frzl. implant cohcléaire, M., Cochleaimplantat; nschw. cochleaimplantat, Sb., Cochleaimplantat; nnorw. cochleaimplantat, N., Cochleaimplantat; lit. kochlearinis implantas, M., Cochleaimplantat; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Cochlea und Implantat gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Hörgerät für Gehörlose deren Hörnerv als Teilorgan der auditiven Wahrnehmung noch funktionsfähig ist; BM.: Schnecke, einpflanzen; F.: Cochleaimplantat, Cochleaimplantats, Cochleaimplantates, Cochleaimplantate, Cochleaimplantaten+FW; Z.: Coch-l-e-a—im-pla-n-t-at
Cockpit, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Cockpit, Pilotenkanzel; ne. cockpit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1894; I.: Lw. ne. cockpit; E.: s. ne. cockpit, N., Cockpit, Pilotenkanzel; vgl. ne. cock, N., Hahn; ae. cocc, st. M. (a), Hahn; lat. coccus, M., Hahn; weitere Herkunft ungeklärt?; ne. pit, N., Grube; ae. pytt, st. M. (a), Grube, Pütt, Grab, Loch, Höhle; germ. *puti-, Sb., Brunnen, Grube; s. lat. puteus, M., Graben (M.), Grube, Brunnen; vgl. idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Cockpit, fehlt DW, EWD s. u. Cockpit, DW2 5, 1156, Duden s. u. Cockpit; Son.: vgl. nndl. cockpit, Sb., Cockpit; frz. cockpit, M., Cockpit; nschw. cockpit, Sb., Cockpit; nnorw. cockpit, M., Cockpit; poln. kokpit, M., Cockpit; GB.: seit 1894 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie ursprünglich aus der Seemannssprache übernommene und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Kabine des Piloten in einem Flugzeug (Pilotenkanzel) oder in einem Rennwagen; BM.: Grube für Hahnenkämpfe; F.: Cockpit, Cockpits+FW; Z.: Cock-pi-t
Cocktail, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Cocktail, Mischgetränk, Mischung; ne. cocktail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1895; I.: Lw. ne. cocktail; E.: s. ne. cocktail, N., Hahnenschwanz, Cocktail; vgl. ne. cock, N., Hahn; ae. cocc, st. M. (a), Hahn; lat. coccus, M., Hahn; weitere Herkunft ungeklärt?; ne. tail, N., Schwanz; ae. tægel, st. M. (a), Schwanz; germ. *tagla-, *taglaz, st. M. (a), Schwanz, Haar (N.), Zagel; germ. *tagla-, *taglam, st. N. (a), Schwanz, Haar (N.), Zagel; vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Cocktail, fehlt DW, EWD s. u. Cocktail, DW2 5, 1156, Duden s. u. Cocktail; Son.: vgl. nndl. cocktail, Sb., Cocktail; frz. cocktail, M., Cocktail; nschw. cocktail, Sb., Cocktail; nnorw. cocktail, M., Cocktail; poln. koktajl, M., Cocktail; lit. kokteilis, M., Cocktail; GB.: seit 1895 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist alkoholisches Mischgetränk; BM.: vielleicht nach cocktailed horses, minderwertige Pferde bei denen der gestutzte Schwanz wie ein Hahnenschwanz nach oben stand ebenso wie das Mixgetränk kein reines Getränk ist; F.: Cocktail, Cocktails+FW; Z.: Cock-tai-l
Coda, nhd., F.: nhd. Coda; Vw.: s. Koda
Code, nhd., M.: nhd. Code; Vw.: s. Kode
Codein, nhd., N.: nhd. Codein; Vw.: s. Kodein
Codex, nhd., M.: nhd. Codex; Vw.: s. Kodex
$codieren, nhd., V.: nhd. codieren; Vw.: s. kodieren
Coffein, nhd., N.: nhd. Coffein; Vw.: s. Koffein
Cognac, nhd., M.: nhd. Cognac; Vw.: s. Kognac
Coiffeur, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Coiffeur, Friseur, Frisör; ne. coiffeur, hairdresser; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1805; I.: Lw. frz. coiffeur; E.: s. frz. coiffeur, M., Coiffeur, Friseur; vgl. frz. coiffe, F., Haube; lat. cofea, cofia, F., Haube, Kappe, Hut (M.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Germ. oder Gr.; L.: Kluge s. u. Coiffeur, fehlt DW, DW2 5, 1157, Duden s. u. Coiffeur; Son.: vgl. nndl. coiffeur, Sb., Coiffeur, Friseur; nschw. koaffyr, Sb., Coiffeur, Friseur; nnorw. koafar, M., Coiffeur, Friseur; GB.: seit 1805 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise aus dem Germanischen oder Griechischen kommende Bezeichnung für einen die Haare anderer Menschen schneidenden und das Aussehen möglichst vorteilhaft gestaltenden Menschen; BM.: Haube; F.: Coiffeur, Coiffeurs, Coiffeure, Coiffeuren+FW; Z.: Coiff-eur
Cola, nhd., N., F., (20. Jh.): nhd. Cola, Coca-Cola; ne. cola, Coca-Cola; Vw.: -; Hw.: s. Kolanuss; Q.: 1950; I.: ne. Lw.; E.: gekürzt von dem Markennamen Coca-Cola; das Hinterglied stammt von ne. cola nut, N., Kolanuss; vielleicht aus einer Eingeborenensprache in dem Sudan; L.: fehlt DW, DW2 5, 1157, Duden s. u. Cola; Son.: vgl. nndl. cola, Sb., Cola; nschw. cola, Sb., Cola; nnorw. cola, M., Cola; poln. cola, F., Cola; GB.: seit 1950 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar vielleicht einer Eingeborenensprache in dem Sudan aufgenommene Bezeichnung für ein in Atlanta 1886 von dem morphinsüchtigen amerikanischen Arzt und Apotheker John Stith Pemperton (Knoxville/Georgia 1831-Atlanta/Georgia 1888) erfundenes koffeinhaltiges und kohlensäurehaltiges grundsätzlich ungesundes Erfrischungsgetränk; BM.: Kolanuss (ein Bestandteil des Getränks); F.: Cola, Colas+FW; Z.: Col-a
Collage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Collage, eine Kunsttechnik, eine Bildkomposition; ne. collage; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. collage; E.: s. frz. collage, M., Collage; vgl. frz. coller, V., leimen, kleben; frz. colle, F., Leim, Kleister; gr. κόλλα (kólla), F., Leim; idg. *kolē̆i̯-?, *koli-, Sb., Leim, Pokorny 612 (956/188) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Collage, EWD s. u. Collage, DW2 5, 1157, Duden s. u. Collage; Son.: vgl. nndl. collage, Sb., Collage; nschw. collage, Sb., Collage; nnorw. collage, M., Collage; poln. kolaż, M., Collage; nir. colláis, F., Collage; lit. koliažas, M., Collage; GB.: seit 1956 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Kunsttechnik der Herstellung einer Bildkomposition durch Aufkleben verschiedenfarbigen Papiers oder anderen Materials; BM.: leimen bzw. Geklebtes; F.: Collage, Collagen+FW; Z.: Col-l-ag-e
Collie, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Collie, Langhaarcollie; ne. collie, rough collie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. collie; E.: s. ne. collie, N., Collie; von der Schafsrasse Colley mit schwarzen Beinen und Köpfen; von einem coll, Adj., schwarz; s. ae. col, st. N. (a), Kohle, glühende Kohle; germ. *kula-, *kulam, st. N. (a), Kohle; germ. *kulō-, *kulōn, *kula-, *kulan, sw. M. (n), Kohle; vgl. idg. *geulo-, *gulo-, Sb., glühende Kohle, Pokorny 399 (564/48) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Collie; Son.: vgl. nndl. collie, Sb., Collie; frz. colley, M., Collie; nschw. collie, Sb., Collie; nnorw. collie, M., Collie; poln. collie, M., Collie; nir. cóilí, M., Collie; lit. kolis, M., Collie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten aus Schottland stammenden Schäferhund mit langem Fell und spitzer Schnauze und mittelbar von ihm behüteten Schafen mit schwarzen Beinen und Köpfen; BM.: nach der Schafsrasse die der Collie hütete; F.: Collie, Collies+FW; Z.: Col-l-ie
Colt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Colt, Revolver; ne. colt (N.) (2), revolver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. colt; E.: s. ne. colt, N., Colt, Revolver; von dem PN Samuel Colt (1814-1862); L.: Kluge s. u. Colt, fehlt DW, EWD s. u. Colt, DW2 5, 1158, Duden s. u. Colt; Son.: vgl. nndl. colt, Sb., Colt, Revolver; frz. colt, M., Colt, Revolver; nnorw. coltpistol, M., Colt, Revolver; lit. koltas, M., Colt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem PN des Erfinders gebildete Bezeichnung für einen besonders in dem Westen der Vereinigten Staaten von Amerika verwendeten Revolver mit längerem Lauf; BM.: Name des Erfinders; F.: Colt, Colts+FW; Z.: Colt
Combo, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Combo, kleines Jazzorchester; ne. combo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1948 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. combo; E.: s. ne. combo, N., Combo, kleines Orchester; wohl eine Verkürzung von ne. combination, N., Verbindung; lat. combīnātio, F., Vereinigung, Verbindung, Paar; vgl. lat. combīnāre, V., vereinigen, zusammenstellen, verbinden; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. bīnī, Adv., je zwei, ein Paar, zwei auf einmal, doppelt; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Combo, DW2 5, 1158, Duden s. u. Combo; Son.: vgl. nndl. combo, Sb., Combo; frz. combo, M., Combo; poln. combo, Sb., Combo; GB.: seit 1948 belegte und aus dem Neuenglischen wohl als Abkürzung aus combination beziehungsweise lat. combinatio aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines Ensemble in der Jazzmusik (Jazzorchester) oder Tanzmusik in dem jedes Instrument nur einmal vertreten ist; BM.: Verbindung?; F.: Combo, Combos (!)+FW; Z.: Com-bo
Comeback, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Comeback, Rückkehr; ne. comeback; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1932 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. comeback; E.: s. ne. comeback, N., Comeback, Rückkehr; vgl. ne. come back, V., zurückkommen; ne. come, V., kommen; ae. cuman, st. V. (4), kommen, sich nähern, erreichen, gehen, sich erholen; germ. *kweman, st. V., kommen; s. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); ne. back, Adv., zurück, hinten, rückwärts; ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben, EWAhd 1, 417, Falk/Torp 259; L.: Kluge s. u. Comeback, fehlt DW, EWD s. u. Comeback, DW2 5, 1158, Duden s. u. Comeback; Son.: vgl. nndl. come-back, Sb., Comeback; frz. come-back, M., Comeback; nschw. come back, Sb., Comeback; nnorw. comeback, M., N., Comeback; poln. comeback, M., Comeback; GB.: seit 1932 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Neubeginn einer Karriere eines Menschen durch erfolgreiches Wiederauftreten (Rückkehr) nach längerer Pause; BM.: zurückkommen; F.: Comeback, Comebacks+FW; Z.: Com-e-back
Comic, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Comic, Comicheft, Bildergeschichte; ne. comicbook, comicstrip, comic (N.); Vw.: -; Hw.: s. komisch, Komiker; Q.: 1949 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. comic; E.: s. ne. comic, N., Comic; verkürzt von comic strip, N., Comicstrip, komischer Streifen; vgl. lat. cōmicus, Adj., zur Komödie gehörig, komisch, Theater betreffend, poetisch, (81-43 v. Chr.); gr. κωμικός (kōmikós), Adj., zur Komödie gehörig; vgl. gr. κῶμος (kōmos), M., Gelage, Schmauserei; vgl. gr. κώμη (kṓmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Comics, fehlt DW, EWD s. u. Comics, DW2 5, 1158, Duden s. u. Comic; Son.: vgl. nndl. comic, Sb., Comic; frz. comics, M. Pl., Comics; poln. komiks, M., Comic; kymr. comic, M., Comic; lit. komiksas, M., Comic; GB.: seit 1949 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit etwa dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete aus Bildstreifen bestehende Fortsetzungsgeschichte abenteuerlichen oder grotesken oder utopischen oder komischen Inhalts deren einzelne Bilder von kurzen Texten begleitet sind; BM.: komisch; F.: Comic, Comics+FW; Z.: Co-m-ic
Computer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Computer, Rechner; ne. computer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1955 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. computer; E.: s. ne. computer, N., Computer; vgl. ne. compute, V., berechnen; frz. computer, V., berechnen; lat. computāre, V., zusammenrechnen, ausrechnen, berechnen, anrechnen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Computer, EWD s. u. Computer, DW2 5, 1159, Duden s. u. Computer; Son.: vgl. nndl. computer, Sb., Computer; frz. computer, computeur, M., Computer; nnorw. computer, M., Computer; poln. komputer, M., Computer; kymr. compiwtor, M., Computer; lit. kompiuteris, M., Computer; GB.: seit 1955 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach älteren Vorarbeiten von Menschen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickeltes und seitdem weltweit massenhaft verwendetes programmgesteuertes elektronisches Rechengerät (Rechner) das unter Verwendung der binären Eigenschaften der Elektrizität (plus, minus) mittels Rechenvorschriften letztlich von Menschen eingegebene Daten verarbeitet; BM.: zusammenrechnen; F.: Computer, Computers, Computern+FW; Z.: Com-pu-t-er
Concierge, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Concierge, Hausmeister, Rezeptionist, Pförtner; ne. concierge, caretaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1842?; I.: Lw. frz. concierge; E.: s. frz. concierge, M., Türhüter; vgl. lat. cōnservus, M., Mitsklave, Mitknecht, Unfreier desselben Herrn, Knecht, Diener, (81-43 v. Chr.); lat. conservāre, V., bewahren, erhalten (V.), retten, behüten; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht; etruskischer Herkunft; L.: fehlt DW, Duden s. u. Concierge; Son.: vgl. nndl. conciërge, Sb., Concierge, Hausmeister; nschw. concierge, Sb., Concierge, Hausmeister; nnorw. concierge, M., Concierge, Hausmeister; GB.: vielleicht seit 1842 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen und oft weiblichen Hausmeister und Pförtner; BM.: Diener; F.: Concierge, Concierges, Conciergen+FW; Z.: Con-cier-g-e
Conférencier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Conférencier, Unterhalter; ne. conférencier, emcee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. conférencier; E.: s. frz. conférencier, M., Conférencier, Vortragender; vgl. frz. conférence, F., Konferenz, Besprechung; mlat. cōnferentia, F., Konferenz?, Vereinigung, Schenkung, Zuwendung, (2. Hälfte 9. Jh.); vgl. lat. cōnferre, V., zusammentragen, zusammenbringen, beschaffen (V.), aufhäufen; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Conférencier, fehlt DW, EWD s. u. Conférencier, Duden s. u. Conférencier; Son.: vgl. nndl. conferencier, Sb., Conférencier, Unterhalter; nschw. konferencié, Sb., Conférencier, Unterhalter; nnorw. konferansier, M., Conférencier, Unterhalter; poln. konferansjer, M., Conférencier, Unterhalter; lit. konferansjė, M., Conférencier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen witzig unterhaltenden Ansager in einem Kabarett oder Varieté oder bei Veranstaltungen (Unterhalter); BM.: zusammentragen?; F.: Conférencier, Conférenciers+FW; Z.: Con-fer-enc-ier
Connaisseur, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Connaisseur, Kenner, Feinschmecker; ne. connoisseur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. connaisseur; E.: s. frz. connaisseur, M., Kenner; vgl. frz. connaître, V., kennen; lat. cōgnōscere, V., kennen lernen, erkennen, wahrnehmen, erfahren (V.), (204-169 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Connaisseur; Son.: vgl. nndl. connaisseur, Sb., Connaisseur; poln. koneser, M., Connaisseur; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kenner insbesondere in einem kulinarischen und künstlerischen Bereich; BM.: kennenlernen; F.: Connaisseur, Connaisseurs+FW; Z.: Con-nai-ss-eur
Container, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Container, Großbehälter; ne. container; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1937 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. container; E.: s. ne. container, N., Container, Behälter; vgl. ne. contain, V., enthalten; frz. contenir, V., enthalten; lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben, besitzen, vorstellen, begreifen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Container, fehlt DW, EWD s. u. Container, DW2 5, 1159, Duden s. u. Container; Son.: vgl. nndl. container, Sb., Container; frz. container, M., Container; nschw. container, Sb., Container; nnorw. container, konteiner, M., Container; poln. kontener, M., Container; lit. konteineris, M., Container; GB.: seit 1937 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu einfacherer Beförderung dienenden genormten großen Behälter (Großbehälter); BM.: enthalten; F.: Container, Containers, Containern+FW; Z.: Con-tain-er
Contenance, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Contenance, Fassung, Gelassenheit; ne. countenance, composure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); I.: Lw. frz. contenance; E.: s. mhd. contenanze, F., Haltung; mnl. contenance, F., Haltung; frz. contenance, F., Fassung; lat. continentia, F., Ansichhalten, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Mäßigung, 81-43 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben, besitzen, vorstellen, begreifen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1160, Duden s. u. Contenance; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gefasstes oder gelassenes menschliches Verhalten in einer schwierigen Lage oder eine Fassung oder Gelassenheit; BM.: zusammenhalten; F.: Contenance+FW; Z.: Con-ten-anc-e
Cookie, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Cookie, Keks, eine Datei mit Textinformation; ne. cookie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. cookie; E.: s. ne. cookie, N., Cookie, Keks, eine Datei; nndl. koekje, Sb., Küchlein; vgl. nndl. koek, Sb., Kuchen; mnl. kōke, M., Kuchen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cookie; Son.: vgl. nndl. cookie, Sb., Cookie; frz. cookie, M., Cookie; nschw. cookie, Sb., Cookie; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Neuniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Keks beziehungsweise als Folge einer Bedeutungserweiterung für eine auf Grund des auskundschaftenden Interesses eines anderen auf dem Computer eines Betrachters gespeicherte und bei einem erneuten Seitenbesuch zurück an den Server gesendete Information zu einer besuchten Webseite (Datei mit Textinformation); BM.: Rundes; F.: Cookie, Cookies+FW; Z.: Cook-ie
cool, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. cool, ruhig, gelassen, schick; ne. cool (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. kühl; Q.: 1956; I.: Lw. ne. cool; E.: s. ne. cool, Adj., kühl, cool; ae. cōl, Adj., kühl, kalt, ruhig; germ. *kōla-, *kōlaz, *kōlja-, *kōljaz, Adj., kühl; s. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: fehlt DW, DW2 5, 1161, Duden s. u. cool; Son.: vgl. nschw. kul, Adj., cool; nnorw. kul, Adj., cool; GB.: seit 1956 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Stresssituationen ruhig oder gelassen oder schick; BM.: kalt; F.: cool, coole, cooles, coolem, coolen, cooler(, coolere, cooleres, coolerem, cooleren, coolerer, coolst, coolste, coolstes, coolstem, coolsten, coolster)+FW; Z.: cool
Copernicium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Copernicium, ein chemisches Element; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543); mnd. kopper (1), kōper, kapper, N., M., Kupfer, Rohmaterial, Kupfer als Handelsware; ahd. kupfari*, kuphari*, st. N. (ja), Kupfer; as. -; anfrk. -; germ. *kupar, *kuppar, N., Kupfer; lat. cuprum, N., Kupfer, (um 84-um 25 v. Chr.); s. gr. κύπριος (kýprios), Adj., aus Kupfer bestehend; vgl. gr. κύπρος (kýpros), F.=ON, Zypern; Son.: vgl. nndl. copernicium, Sb., Copernicium; frz. copernicium, M., Copernicium; nschw. coperinicium, N., Copernicium; nnorw. copernicium, N., Copernicium; kymr. coperniciwm, M., Copernicium; nir. copairniciam, M., Copernicium; poln. kopernik, M., Copernicium; lit. kopernikis, M., Copernicium; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem PN Kopernikus gebildete sowie mit Kupfer und Zypern verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit künstlich in winzigen Mengen erzeugtes nicht natürlich vorkommendes äußerst kurzlebiges und nur in der wissenschaftlichen Forschung bedeutsames radioaktives chemisches Element (chemisches Element Nr. 112, abgekürzt Cn); BM.: PN; F.: Copernicium, Coperniciums+FW; Z.: Cop-er-nic-i-um
Copyright, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Copyright, Urheberrecht; ne. copyright (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. copyright; E.: s. ne. copyright, N., Copyright, Urheberrecht; vgl. ne. copy, V., abdrucken, kopieren; lat. cōpiāre, V., abschreiben, transskribieren; vgl. lat. cōpia (1), F., Vorrat, Mittel, Fülle, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ops, F., Bemühung, Dienst, Werk, Macht, Vermögen; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); ne. right, N., Recht; ae. riht, st. N. (a), Recht, Gerechtigkeit, Billigkeit; germ. *rehta-, *rehtam, st. N. (a), Recht; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Copyright, fehlt DW, EWD s. u. Copyright, Duden s. u. Copyright; Son.: vgl. nndl. copyright, Sb., Copyright, Urheberrecht; frz. copyright, M., Copyright, Urheberrecht; nschw. copyright, Sb., Copyright, Urheberrecht; nnorw. copyright, M., Copyright, Urheberrecht; poln. copyright, M., Copyright, Urheberrecht; nir. cóipcheart, M., Copyright, Urheberrecht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung des Urheberrechts an einem sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung möglichen und seit 1790 rechtlich durch eine Verfassungsklausel besonders geschützten geistigen Werk; BM.: Vervielfältigungsrecht; F.: Copyright, Copyrights+FW; Z.: Co-p-y-righ-t
Cord, nhd., M.: nhd. Cord; Vw.: s. Kord
$Cordsamt, nhd., M.: nhd. Cordsamt; Vw.: s. Kordsamt
Cornflake, nhd., M.?, (20. Jh.): nhd. Cornflake, Getreideflocke, geröstete kleine Maisflocke; ne. cornflake; Vw.: -; Hw.: s. Korn (1); Q.: 1956; I.: Lw. ne. cornflakes; E.: s. ne. cornflakes, N. Pl., Cornflakes; vgl. ne. corn, N., Korn, Getreide, Mais; ae. corn, st. N. (a), Korn, Same, Samen, Beere, Geschwulst; germ. *kurna-, *kurnam, st. N. (a), Korn; s. idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. flake, N., Flocke; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt, wahrscheinlich germanischen Ursprungs; L.: fehlt DW, DW2 5, 1161, Duden s. u. Cornflakes; Son.: vgl. nndl. cornflakes, Sb. Pl., Cornflakes; frz. corn-flakes, M. Pl., Cornflakes; nschw. cornflakes, Sb. Pl., Cornflakes; nnorw. cornflakes, M. Pl., Cornflakes; GB.: seit 20. Jh. belegte und 1956 aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für die an dem Ende des 19. Jahrhunderts von den amerikanischen Ärzten John Harvey Kellogg und Will Keith Kellogg entwickelte geröstete kleine Maisflocke die vor dem Verzehr durch Menschen meist mit Milch übergossen wird; BM.: Korn, Flocke; F.: Cornflake, Cornflakes+FW; Z.: Cor-n-flak-e
Corps, nhd., N.: nhd. Corps; Vw.: s. Korps
Corpus, nhd., M., N.: nhd. Corpus; Vw.: s. Korpus
Corsage, nhd., F.: nhd. Corsage; Vw.: s. Korsage
Cortison, nhd., N.: nhd. Cortison; Vw.: s. Kortison
Couch, Kautsch, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Couch, Kautsch, Liegesofa, Lager, Diwan; ne. couch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gautsche, gautschen (2); I.: Lw. ne. couch; E.: s. ne. couch, N., Lager; afrz. couche, F., Lager; vgl. afrz. coucher, V., niederlegen; lat. collocāre, V., seinen Platz geben, Platz anweisen, niederstellen, niedersetzen, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. locāre, V., stellen, legen, setzen, errichten, unterbringen; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Couch, fehlt DW, EWD s. u. Couch, DW2 5, 1162, Duden s. u. Couch; Son.: vgl. nndl. couch, Sb., Couch; GB.: seit 1937 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach älteren Vorläufern wohl seit dem 18. Jh. entwickeltes und verwendetes Liegesofa mit niederer Rückenlehne und zwei seitlichen Lehnen; BM.: niederlegen; F.: Couch, Couchs, Couches, Kautsch, Kautschs, Kautsches+FW; Z.: Cou-ch
Couleur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Couleur, geistig-weltanschauliche Richtung, Kennzeichen einer studentischen Verbindung; ne. shade (N.), political colour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1576: I.: Lw. frz. couleur; E.: s. frz. couleur, F., Farbe; lat. color, M., Farbe, Gesichtsfarbe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: fehlt DW, DW2 5, 1162, Duden s. u. Couleur; GB.: seit 1576 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche innerhalb einer gewissen Vielfalt bestimmte geistig-weltanschauliche Richtung oder Prägung oder Ausrichtung eines Menschen sowie das Kennzeichen einer studentischen Verbindung; BM.: Farbe; F.: Couleur, Couleurs+FW; Z.: Coul-eur
Countdown, Count-down, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Countdown, Count-down, Herunterzählen, Hinunterzählen; ne. countdown; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. countdown; E.: s. ne. countdown, N., Countdown, Hinunterzählen; vgl. ne. count, V., zählen; frz. compter, computer, V., berechnen, zusammenrechnen; s. lat. computāre, V., zusammenrechnen, ausrechnen, berechnen, anrechnen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); ne. down, Adv., Präp., hinunter, von oben nach unten, unten, nieder; ae. ādūn, ādūne, Adv., herab; ae. dūn, st. F. (ō), st. M. (a), Höhe, Hügel, Berg; germ. *dūna- (1), *dūnaz, st. M. (a), Sandhügel, Düne; vgl. air. dún, N., Burg; s. kelt. dún, Sb., Festung, Burg, Berg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Countdown, Duden s. u. Countdown; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bis zu einem Zeitpunkt Null zurückgehende Ansage von Zeiteinheiten beziehungsweise eine letzte technische Vorbereitung vor einem Beginn eines Unternehmens; BM.: herunterzählen; F.: Countdown, Countdowns+FW; Z.: Cou-nt-dow-n
Coup, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Coup, Unternehmen, Geniestreich; ne. coup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1632; I.: Lw. frz. coup; E.: s. frz. coup, M., Schlag, Streich; lat. colaphus, M., Faustschlag, Ohrfeige, Schlag, Schlagspur, Faust, (um 250-184 v. Chr.); gr. κόλαφος (kólaphos), M., Ohrfeige; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Coup, fehlt DW, EWD s. u. Coup, DW2 5, 1164, Duden s. u. Coup; Son.: vgl. nndl. coup, Sb., Coup, Geniestreich; nschw. kupp, Sb., Coup, Geniestreich; nnorw. kupp, N., Coup, Geniestreich; GB.: seit 1632 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gelungenes gefährliches Unternehmen oder einen Geniestreich; BM.: schlagen; F.: Coup, Coups+FW; Z.: Cou-p
Coupé, Kupee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Coupé, Kupee, ein Sportwagen; ne. coupé; Vw.: -; Hw.: s. kupieren; Q.: 1727; I.: Lw. frz. coupé; E.: s. frz. coupé, M., abgeschnittener Gegenstand, abgeteilter Gegenstand; vgl. frz. couper, V., abschneiden; gallorom. cuppare, V., den Kopf abschlagen; mlat. coppāre, V., abschneiden, Holz schlagen, scheren, Garbenhaufen machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. cūpa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Wanne, Kübel, s. Gamillscheg 271b; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Coupé, fehlt DW, DW2 5, 1164, Duden s. u. Coupé; Son.: vgl. nndl. coupé, Sb., Coupé; nschw. kupé, Sb., Coupé; nnorw. kupé, M., Coupé; poln. coupé, Sb., Coupé; lit. kupė, F., Coupé; GB.: seit 1727 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete ursprünglich zweisitzige abgeschlossene Kutsche und später für einen zweisitzigen Sportwagen; BM.: abschneiden; F.: Coupé, Coupés, Kupee, Kupees+FW; Z.: Cou-p-é
Couplet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Couplet, scherzhaft-satirisches Liedchen; ne. couplet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1742 (Lexikon); I.: Lw. frz. couplet; E.: s. frz. couplet, M., Zeilenpaar, Reimpaar; vgl. frz. couple, M., Paar, Vereinigung; lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Couplet, fehlt DW, EWD s. u. Couplet, DW2 5, 1164, Duden s. u. Couplet; Son.: vgl. nndl. couplet, Sb., Couplet; nschw. kuplett, Sb., Couplet; nnorw. kuplett, M., Couplet; kymr. cwpled, M., Couplet; GB.: seit 1742 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches scherzhaft-satirisches Liedchen mit gereimten Strophen; BM.: zusammenfassen bzw. Reimpaar; F.: Couplet, Couplets+FW; Z.: Cou-pl-et
Courage, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Courage, Mut, Kühnheit, Beherztheit; ne. courage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1575; I.: Lw. frz. courage; E.: s. frz. courage, M., Courage, Mut; afrz. corage, M., Gemütsart, Beherztheit; vgl. frz. cœur, M., Herz; lat. cor, M., Herz, Seele, Gemüt, Stimmung, Gesinnung, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Courage, EWD s. u. Courage, DW 2, 637, DW2 5, 1166, Duden s. u. Courage; Son.: vgl. nndl. courage, Sb., Courage, Mut; nschw. kurage, Sb., Courage, Mut; nnorw. kurasja, M., Courage, Mut; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Französischen und dem Altfranzösischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Mut oder Kühnheit oder Beherztheit; BM.: Herz; F.: Courage+FW; Z.: Cour-ag-e
$couragiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. couragiert, mutig, kühn, beherzt; E.: s. Courag(e), s. ier(en), s. t; L.: EWD s. u. Courage; GB.: seit 1792 (Grimm DW2) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen mutig oder kühn oder beherzt; F.: couragiert, couragierte, couragiertes, couragiertem, couragierten, couragierter(, couragiertere, couragierteres, couragierterem, couragierteren, couragierterer, couragiertest, couragierteste, couragiertestes, couragiertestem, couragiertesten, couragiertester)+FW+EW; Z.: cour-ag-ier-t
Cousin, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Cousin, Vetter; ne. cousin; Vw.: -; Hw.: s. Kusine; Q.: 1598; I.: Lw. frz. cousin; E.: s. frz. cousin, M., Cousin, Vetter; lat. cōnsobrīnus, M., Geschwisterkind von mütterlicher Seite, Kusin, Vetter, (190-159 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sobrīnus, M., zweites Geschwisterkind, Vetter; lat. soror, F., Schwester, Muhme, Geschwisterkind, Freundin; idg. *su̯esor-, F., Schwester, Pokorny 1051 (1820/292) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Cousin, fehlt DW, EWD s. u. Cousin, DW2 5, 1168, Duden s. u. Cousin; Son.: vgl. nschw. kusin, Sb., Cousin; nnorw. kusine, F., Cousine; poln. kuzyn, M., Cousin; GB.: seit 1598 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und französisch nasal ausgesprochene Bezeichnung für den Sohn des Bruders oder der Schwester eines Elters; BM.: Kind der Schwester; F.: Cousin, Cousins+FW; Z.: Cou-s-in
Cowboy, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Cowboy, berittener Rinderhirt; ne. cowboy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1888 (Theodor Fontane); I.: Lw. ne. cowboy; E.: s. ne. cowboy, M., Cowboy, Kuhhirte; vgl. ne. cow, N., Kuh; germ. *kōw, F., Kuh; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ne. boy, M., Bube, Junge, Knabe; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Cowboy, EWD s. u. Cowboy, DW2 5, 1168, Duden s. u. Cowboy; Son.: vgl. nndl. cow-boy, Sb., Cowboy; frz. cowboy, M., Cowboy; nschw. cowboy, Sb., Cowboy; nnorw. cowboy, M., Cowboy; poln. kowboj, M., Cowboy; lit. kaubojus, M., Cowboy; GB.: seit 1888 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare sowie teilweise jenseits des Mittelenglischen in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Rinderhirten in dem Westen der Vereinigten Staaten von Amerika; BM.: Kuh, Bube; F.: Cowboy, Cowboys+FW; Z.: Cow-boy
Creme, Crème, Krem, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Creme, Krem, Salbe, dickflüssige Süßspeise; ne. cream (N.); Vw.: -; Hw.: s. Chrisam; Q.: 1715 (Lexikon); I.: Lw. frz. crème; E.: s. frz. crème, F., Creme, Rahm; weitere Herkunft ungeklärt; wohl eine Vermischung von lat. crāma, F., Sahne, Rahm (M.) (1), Schlag; gallischer Herkunft; und gr.-lat. chrīsma, N., Salbe, Salbung, Ölung; vgl. idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Creme, EWD s. u. Creme, DW2 5, 1169, Duden s. u. Creme; Son.: vgl. nndl. crème, Sb., Creme; nschw. kräm, Sb., Crème; nnorw. krem, M., Creme; poln. krem, M., Creme; lit. kremas, M., Creme; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Salbe zu einer Pflege der Haut und auch eine dickflüssige Süßspeise; BM.: beschmieren; F.: Creme, Cremes, Cremen, Krem, Kremes, Kremen+FW; Z.: Cre-m-e
Crème, nhd., F.: nhd. Crème; Vw.: s. Creme
Crep, nhd., M.: nhd. Crep; Vw.: s. Krepp
crescendo, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. crescendo, allmählich lauter werdend; ne. crescendo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1780 (Leopold Mozart); I.: Lw. it. crescendo; E.: s. it. crescendo, Adj., wachsend, zunehmend; vgl. it. crescere, V., wachsen (V.) (1), zunehmen; lat. crēscere, V., anfangen hervorzukommen, nach und nach hervorkommen, wachsen (V.) (1), hervorwachsen, (204-169 v. Chr.); idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. crescendo, fehlt DW, EWD s. u. crescendo, DW2 5, 1169, Duden s. u. crescendo; Son.: vgl. nndl. crescendo, Adv., crescendo; frz. crescendo, Adv., crescendo; nschw. crescendo, Adv., crescendo; nnorw. crescendo, Adv., crescendo; poln. crescendo, Adv., crescendo; GB.: seit 1780 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Musik allmählich lauter werdend und in dem Ton (M.) (2) anschwellend; BM.: wachsen (V.) (1); F.: crescendo+FW; Z.: cre-sc-end-o
Crew, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Crew, Besatzung, Mannschaft; ne. crew (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1874; I.: Lw. ne. crew; E.: s. ne. crew, N., Mannschaft, Besatzung; afrz. crue, Sb., Anwachsen, Zuwachs; vgl. afrz. croître, V., wachsen (V.) (1), sich mehren; lat. crēscere, V., anfangen hervorzukommen, nach und nach hervorkommen, wachsen (V.) (1), hervorwachsen, (204-169 v. Chr.); idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Crew, fehlt DW, EWD s. u. Crew, DW2 5, 1170, Duden s. u. Crew; GB.: seit 1874 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Schiffen und Flugzeugen mögliche Besatzung oder Mannschaft von Schiffen und Flugzeugen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Crew, Crews+FW; Z.: Cre-w
Croupier, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Croupier, Mitarbeiter einer Spielbank; ne. croupier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1782; I.: Lw. frz. croupier; E.: s. frz. croupier, M., Croupier; frz. croupe, F., Hinterteil, Kruppe; frk. *kruppa, F., Kruppe; germ. *kruppa-, *kruppaz, st. M. (a), Körper, Kropf; s. idg. *greub-, *greuHb-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Croupier, fehlt DW, DW2 5, 1170, Duden s. u. Croupier; Son.: vgl. nndl. croupier, Sb., Croupier; nschw. croupier, Sb., Croupier; nnorw. croupier, M., Croupier; poln. krupier, M., Croupier; lit. krupjė, Sb. (indekl.), Croupier; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angestellten einer Spielbank der die Einsätze einzieht und die Gewinne auszahlt und den äußeren Ablauf des Spieles überwacht; BM.: Helfer (Mensch der hinter dem eigentlichen Reiter eines Pferdes auf der Kruppe sitzt); F.: Croupier, Croupiers+FW; Z.: Crou-p-ier
Crux, Krux, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Crux, Kummer, Elend, schwierige Lage (an einem Kreuz); ne. crux; Vw.: -; Hw.: s. Kreuz, Kruzifix; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. crux; E.: s. lat. crux, F., Kreuz, Marterholz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Crux, Duden s. u. Krux; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schwierige Lage beispielsweise an einem Kreuz; BM.: biegen; F.: Crux, Krux+FW; Z.: Cru-x
Csardas, nhd., M.: nhd. Csardas; Vw.: s. Czárdás
Csárdás, nhd., M.: nhd. Csárdás; Vw.: s. Czárdás
Culotte, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Culotte, Kniehose, Hosenrock; ne. culottes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. culotte; E.: s. frz. culotte, F., Culotte, Kniehose; vgl. frz. cul, M., Schlauch; lat. culleus, cūleus, M., Ledersack, Schlauch; gr. κολεός (koleós), M., Scheide, Schwertscheide; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: fehlt DW, Duden. s. u. Culotte; Son.: vgl. kymr. culottes, Sb. Pl., Culotte; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dem Ende des 17. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete knöchellange weit geschnittene Hose (Kniehose); BM.: verhüllen; F.: Culotte, Culottes+FW; Z.: Cul-ot-t-e
Cup, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cup, Siegespokal; ne. cup; Vw.: s. -cake; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. cup; E.: s. ne. cup, Sb., Tasse, Trinkgefäß, Pokal; ae. copp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Becher; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; lat. cuppa, cūpa, F., Kufe (F.) (2), Tonne, Grabgewölbe, (81-43 v. Chr.); idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Cup, fehlt DW, EWD s. u. Cup, Duden s. u. Cup; Son.: vgl. nndl. cup, Sb., Cup; nschw. cup, Sb., Cup; nnorw. cup, M., Cup; kymr. cwpan, M., Trinkgefäß; nir. cúpan, M., Pokal, Tasse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Siegespokal der besonders bei Wettkämpfen der Form Sieger gegen Sieger wie etwa in dem Fußball der ausgesetzte und angestrebte Preis ist und dadurch auch die Bezeichnung eines solchen Wettbewerbs; BM.: biegen bzw. Pokal; F.: Cup, Cups+FW; Z.: Cu-p
Cupcake, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Cupcake, Küchlein, eine in einer tassenförmigen Backform gebackene Torte; ne. cupcake, fairy cake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 21. Jh.; I.: Lw. ne. cupcake; E.: s. ne. cupcake, N., Cupcake, Küchlein; vgl. ne. cup, Sb., Tasse, Trinkgefäß, Pokal; ae. copp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Becher; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; lat. cuppa, cūpa, F., Kufe (F.) (2), Tonne, Grabgewölbe, (81-43 v. Chr.); idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ne. cake, N., Kuchen; aus einer skandinavischen Sprache, vgl. nschw. kaka, Sb., Kuchen; nnorw. kake, M., F., Kuchen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: Duden s. u. Cupcake; Son.: vgl. nndl. cupcake, Sb., Cupcake; frz. cupcake, M., Cupcake; nschw. cupcake, Sb., Cupcake; nnorw. cupcake, M., Cupcake; poln. cupcake, M., Cupcake; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleine in einer tassenförmigen Backform gebackene mit Glasur überzogene Torte; BM.: biegen bzw. Pokal, Rundes; F.: Cupcake, Cupcakes+FW; Z.: Cu-p—cak-e
Curare, nhd., N.: nhd. Curare; Vw.: s. Kurare
Curcuma, nhd., F.: nhd. Curcuma; Vw.: s. Kurkuma
Curium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Curium, ein Metall; ne. curium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem Physikerehepaar Marie Curie und Pierre Curie; L.: fehlt DW, Duden s. u. Curium; Son.: vgl. nndl. curium, Sb., Curium; frz. curium, M., Curium; nschw. curium, N., Curium; nnorw. curium, N., Curium; kymr. curiwm, cwriwm, M., Curium; nir. ciúriaim, M., Curium; poln. kiur, M., Curium; lit. kiuris, M., Curium; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein 1944 von James Seaborg Ghiorso Morgan in den Vereinigten Staaten von Amerika entdecktes und nach dem PN Curie benanntes in Kernreaktionen künstlich erzeugtes aber vielleicht auch natürlich mögliches silberglänzendes dehnbares sowie als wämeerzeugende Quelle in Satelliten und für die Röntgenspektometrie verwendetes Schwermetall (chemisches Element Nr. 96, abgekürzt Cm); BM.: PN; F.: Curium, Curiums+FW; Z.: Cur-i-um
Curriculum, Kurrikulum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Curriculum, Kurrikulum, Lehrplan, Laufbahn (Lebenslauf); ne. curriculum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1577; I.: Lw. lat. curriculum; E.: s. lat. curriculum, N., Läuflein, Lauf, Wettlauf, Wettrennen, Umlauf, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, DW2 5, 1170, Duden s. u. Curriculum; Son.: vgl. nndl. curriculum, Sb., Curriculum; frz. curriculum, M., Curriculum; nnorw. curriculum, N., Curriculum; poln. curriculum, Sb., Curriculum; kymr. cwricwlwm, cwriwcwlwm, M., Curriculum; nir. curaclam, M., Curriculum; GB.: seit 1577 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf einer Theorie des Lehrens und Lernens aufbauenden Lehrplan und eine Laufbahn (Lebenslauf); BM.: laufen; F.: Curriculum, Curriculums, Curricula, Kurrikulum, Kurrikulums, Kurrikula+FW; Z.: Curr-ic-ul-um
Curry, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Curry, eine Gewürzmischung aus Currypulver und Kurkuma und Kreuzkümmel und Koriander und Chili und unterschiedlichen anderen Bestandteilen, mit Curry gewürztes Gericht; ne. curry (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1786; I.: Lw. ne. curry; E.: s. ne. curry, N., Curry, Currypulver; tamil. kari, Sb., Soße, Sauce, Tunke; L.: Kluge s. u. Curry, fehlt DW, EWD s. u. Curry, DW2 5, 1171, Duden s. u. Curry; Son.: vgl. nndl. kerrie, Sb., Curry; frz. curry, M., Curry; nschw. curry, Sb., Curry; nnorw. karri, M., Curry; poln. curry, Sb., Curry; nir. curaí, M., Curry; lit. karis, M., Curry; GB.: seit 1786 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Tamilischen aufgenommene Bezeichnung für eine scharf-pikante dunkelgelbe Gewürzmischung indischer Herkunft und für ein mit Curry gewürztes indisches Gericht (das mit einer Currysauce hergestellt wird); BM.: Gewürz?; F.: Curry, Currys+FW; Z.: Curr-y
Cursor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cursor, Einfügemarke; ne. cursor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cursor; E.: s. cursor, N., Cursor, Blinker; lat. cursor, M., Läufer (M.) (1), Schnellläufer, Kurier, Bote, Eilbote, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cursor; Son.: vgl. frz. curseur, M., Cursor; poln. kursor, M., Cursor; lit. kursorius, M., Cursor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das leicht blinkende Zeichen auf einem Computerbildschirm (Einfügemarke) das anzeigt an welcher Stelle die nächste Eingabe erscheinen oder sichtbar sein wird; BM.: laufen; F.: Cursor, Cursors+FW; Z.: Curs-or
Cutter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cutter, Schnittmeister, Schneidegerät; ne. cutter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. cutter; E.: s. ne. cutter, M., Cutter, Schnittmeister; vgl. ne. cut, V., schneiden; weitere Herkunft ungeklärt, aber wohl aus dem Germ.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Cutter, Duden s. u. Cutter; Son.: vgl. frz. cutter, M., Cutter, Schnittmeister; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit cut verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie wohl aus dem Germanistischen kommende Berufsbezeichnung für den Menschen der die Szenen eines Filmes in die gewünschte Reihenfolge bringt oder auch ein dafür verwendetes Schneidegerät; BM.: schneiden; F.: Cutter, Cutters, Cuttern+FW(+EW?); Z.: Cut-t-er
$cuttern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. cuttern; E.: s. cutter, s. (e)n (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Cutter; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit cutter verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes als Cutter wirken; F.: cuttern, cuttere, cutter (!), cutterst, cuttert, cutterte, cuttertest, cutterten, cuttertet, gecuttert, ##gecuttert, gecutterte, gecuttertes, gecuttertem, gecutterten, gecutterter##, cutternd, ###cutternd, cutterndes, cutterndem, cutternden, cutternder###, cutter (!)+FW+EW; Z.: cut-t-er-n
Cuvée, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Cuvée, Weinverschnitt, Mariage; ne. cuvée; Vw.: -; Hw.: s. Kufe (2); Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. cuvée; E.: s. frz. cuvée, M., separat abgefüllter Wein eines Weinguts, Gärbehälterinhalt; vgl. frz. cuve, F., Tank, Bottich; lat. cūpa, F., Kufe (F.) (2), Tonne (F.) (1); s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cuvée; Son.: vgl. nndl. tête de cuvée, Sb., Cuvée; nschw. cuvée, Sb., Cuvée; poln. cuvée, M., Cuvée; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verschnitt von Wein (Weinverschnitt) verschiedener Rebsorten; BM.: Tonne (F.) (1); F.: Cuvée, Cuvées+FW; Z.: Cu-v-ée
cyber..., nhd., Partikel, (20. Jh.): nhd. cyber..., Cyber...; ne. cyber...; Vw.: s. -space; Hw.: s. Kybernetik, Cyborg; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cyber...; E.: s. ne. cyber..., Präf., cyber...; verkürzt aus ne. cybernetics, N. Pl., Wissenschaft von den Steuerungsvorgängen und Regelungsvorgängen (der Elektronik); gr. κυβερνητικός (kybernētikós), Adj., zu dem Steuern gehörig; gr. κυβερνήτης (kybernḗtes), M., Steuermann; gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; L.: Kluge s. u. Cyber-, fehlt DW, Duden s. u. cyber-; Son.: s. Cybermobbing; vgl. nndl. cyber..., Präf., cyber..., Cyber...; nschw. cyber..., Präf., cyber..., Cyber...; nnorw. cyber..., Präf., cyber..., Cyber...; poln. cyber..., Präf., cyber..., Cyber...; kymr. seiber..., Präf., cyber..., Cyber...; lit. kiber..., Präf., cyber..., Cyber...; GB.: seit 20. Jh. belegtes und verwendetes Wortbildungselement mit der Bedeutung die von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt betreffend; BM.: steuern; F.: cyber…+FW; Z.: cyb-er-
Cyberspace, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cyberspace, von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt; ne. cyberspace; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1990 (Die Zeit); I.: Lw. ne. cyberspace; E.: s. ne. cyberspace, N., Cyberspace, von Computern erzeugte Scheinwelt; vgl. ne. cyber..., Präf., cyber...; verkürzt aus ne. cybernetics, N. Pl., Wissenschaft von den Steuerungsvorgängen und Regelungsvorgängen (der Elektronik); gr. κυβερνητικός (kybernētikós), Adj., zum Steuern gehörig; gr. κυβερνήτης (kybernḗtes), M., Steuermann; gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; s. ne. space, N., Raum, Platz; afrz. espace, M., Raum, Platz; lat. spatium, N., Raum, Weite, Dauer, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Cyber-, fehlt DW, DW2 5, 1172, Duden s. u. Cyberspace; Son.: vgl. nndl. cyberspace, Sb., Cyberspace; frz. cyberspace, M., Cyberspace; nnorw. cyberspace, N., Cyberspace; GB.: seit 1990 belegte und aus dem Neuenglischen (nach Gibson, William, Burning Chrome, 1982 und mittelbar Lem, Stanislaw, Summa technologiae 1964, deutsch 1976) aufgenommene sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt; BM.: die von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt betreffend, Raum; F.: Cyberspace, Cyberspaces+FW; Z.: Cyb-er-spa-c-e
Cyborg, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Cyborg, Robotermensch; ne. cyborg; Vw.: -; Hw.: s. Kybernetik; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cyborg; E.: s. ne. cyborg, N., Cyborg, Robotermensch; von ne. cybernetic organism, N., kybernetischer Organismus; s. ne. cybernetics, N. Pl., Kybernetik, Wissenschaft von den Steuerungsvorgängen und Regelungsvorgängen; gr. κυβερνητικός (kybernētikós), Adj., zum Steuern gehörig; gr. κυβερνήτης (kybernḗtes), M., Steuermann; gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; gr. ὀργανικός (organikós), Adj., kriegsmaschinenmäßig, stürmisch losfahrend; vgl. gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Cyborg; Son.: vgl. nndl. cyborg, Sb., Cyborg; frz. cyborg, M., Cyborg; nschw. cyborg, Sb., Cyborg; nnorw. kyborg, M., Cyborg; nir. cibearg, M., Cyborg; poln. cyborg, M., Cyborg; lit. kiborgas, M., Cyborg; GB.: seit 1960 von Manfred E. Clynes und Nathan S. Kline von der Rockland State University der Vereinigten Staaten von Amerika aus cybernetic und organism – kybernetischer Organismus – gebildete und danach aufgenommene Bezeichnung für ein Mischwesen aus einem lebendigen Organismus und einer Maschine wie beispielsweise Neil Harbisson aus Großbritannien der mit Hilfe einer an seinem Kopf befestigten Antenne Farben sehen kann; BM.: steuern, tun; F.: Cyborg, Cyborgs+FW; Z.: Cyb—org
Czárdás, Csárdás, Csardas, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Czárdás, Csardas; ne. czardas, csárdás; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1840; I.: z. T. ungar.; E.: s. ungar. czárda, csárda, Sb., Pusztagastwirtschaft, Wachhaus, Warte an der türkischen Grenze; über serbokr. und türk. Vermittlung von pers. čsārtāk, Sb., viersäuliger Erker; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW, EWD s. u. Czárdás, Duden s. u. Csardas; Son.: vgl. nndl. csárdás, Sb., Czárdás, Csardas; frz. csárdás, F., Czárdás, Csardas; nschw. csardas, Sb., Czárdás, Csardas; nnorw. csardas, M., Czárdás, Csardas; poln. czardasz, M., Czardas; GB.: seit um 1840 belegte und aus dem Ungarischen sowie mittelbar dem Serbokroatischen und Türkischen und dem Persischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den von Zigeunermusik begleiteten Nationaltanz in Ungarn; BM.: in einem Wirtshaus getanzt?; F.: Czárdás, Csárdás, Csardas+FW; Z.: Czárdás
d, D, nhd., N., (12. Jh.): nhd. D, d; ne. d (letter); Vw.: -; Hw.: s. Delta; Q.: 12. Jh. (Von der Bedeutung der Buchstaben); I.: Lw. lat. d; E.: s. lat. d, Buchstabe, D; gr. δέλτα (délta), N., Delta; aus dem Semitischen, vgl. hebr. dāleth, Sb., Tor (N.); L.: DW 2, 641, DW2 6, 1, Duden s. u. d; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den vierten Buchstaben (d) des lateinischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Tores entwickeltes Zeichen; F.: D, Ds+FW; Z.: D
da (1), nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. da, dort; ne. there; Vw.: -; Hw.: s. dar, dort; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dār, dā, Adv., da, dort, wo; mnd. dār, Adv., da; ahd. dār, dar, dā, Adv., da, dort, von dort, dann, hier, wo, als, vorhanden; as. thār, Adv., Konj., da, dort, dahin, nun, wo; anfrk. thā-, thār, Adv., Konj., Pron., da, dort, als, wo; germ. *þar, *þer-, Adv., dort, da; idg. *tor, *tēr, Adv., dort, Pokorny 1087; s. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. da, Kluge s. u. da 1, DW 2, 646, EWD s. u. da 1, DW2 6, 1, EWAhd 2, 533, Duden s. u. da, Bluhme s. u. da; Son.: vgl. afries. thē̆r, Adv., Konj., da, dort, wo, als, wenn, indem; nnordfries. dirr, derr, deir, Adv., Konj., da, dort, als; ae. þār, þāra (1), Adv., Konj., da, dort; ae. þǣr, Adv., Konj., da, dort, dorthin, wo, wohin, dann, als, obgleich, wenn; an. þar, Adv., dort; got. þar, Adv., dort, daselbst, da; nndl. daar, Adv., da; nschw. där, Adv., da, dort; nnorw. der, Adv., da, dort; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung dort für einen Ort oder eine Stelle; F.: da+EW; BM.: auf etwas hinweisen?; Z.: da
da (2), nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. da, als, weil; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: vgl. mhd. dō, do, duo, dū, to, Adv., Konj., da, dann, dort, als, nachdem, weil, wenn, obwohl, wo; mnd. dō, Konj., da, als (Konj.); ahd. dō, Adv., Konj., da, dann, darauf, als, weil, damals, während (Konj.), nachdem, dadurch dass, daher, obgleich; as. thō, Adv., Konj., da, nun, als (Adv. bzw. Konj.); anfrk. thuo, Adv., dann; germ. *þē, þō, Adv., darauf; vgl. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. da 2, EWD s. u. da 2, DW 2, 656, DW2 6, 10, EWAhd 2, 706, Duden s. u. da; Son.: vgl. afries. -; ae. þā, Adv., Konj., da (Adv. örtl.), dann, darauf; an. -; got. -; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Zeit (als) oder einen bestimmten Zeitpunkt oder einen Grund (weil); BM.: auf etwas hinweisen?; F.: da+EW; Z.: da
Dacapo, Dakapo, da capo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Dacapo, Dakapo, Wiederholung; ne. da capo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1727?; I.: Lw. it. da capo; E.: s. it. da capo, Adv., von Anfang an; vgl. it. capo, M., Kopf, Anfang; lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dakapo, fehlt DW, DW2 6, 25 (da capo), DW2 6, 113, Duden s. u. Dacapo; Son.: vgl. nndl. da capo, Sb., Dacapo; frz. ca capo, Adv., da capo; nschw. dakapo, Sb., Dacapo; nnorw. dakapo, M., Dacapo; GB.: seit 1727 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Spielanweisung in einem Musikstück für eine Wiederholung des bisherigen Stückes von Anfang an; BM.: von Kopf bzw. von Anfang an; F.: Dacapo, Dacapos (!), Dakapo (!), Dakapos (!)+FW; Z.: Da-cap-o
Dach, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Dach, Überdachung, Decke, Abdeckung; ne. roof (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. dach, tach, st. N., Dach, Bedachung, Bedeckung, Decke, Hülle, Überzug; mnd. dak, N., M., Dach, Schilfrohr, Stroh, Dachstroh; mnl. dac, dec, Sb., Dach; ahd. dah*, st. N. (a), Dach, Decke; as. -; anfrk. -; germ. *þaka-, *þakam, st. N. (a), Decke, Bedeckung, Dach; s. idg. *togā, Sb., Bedeckung, Pokorny 1013; idg. *stegos-, *tegos-, N., Dach, Haus, Pokorny 1013; vgl. idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dach, Kluge s. u. Dach, EWD s. u. Dach, DW 2, 560, DW2 6, 25, EWAhd 2, 490, Falk/Torp 176, Duden s. u. Dach, Bluhme s. u. Dach; Son.: vgl. afries. thek, st. N. (a), Dach; ae. þæc, st. N. (a), Dach; an. þak, st. N. (a), Dach, Decke, Dachmaterial; got. -; nndl. dak, Sb., Dach; ne. thatch, N., Strohdach; nschw. tak, Sb., Dach; nnorw. tak, N., Dach; poln. dach, M., Dach; lat. toga, F., Bedeckung, Bedachung, Toga; gr. στέγος (stégos), τέγος (tégos), M., Dach, Decke; kymr. to, M., Dach; nbret. to, M., Dachdecken; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen möglichen oberen Abschluss eines Gebäudes durch eine Abdeckung; BM.: decken; F.: Dach, Dachs, Daches, Dächer, Dächern+EW; Z.: Dach
$dacheln, nhd., sw. V., (?): nhd. dacheln, wegnehmen; L.: Kluge s. u. Dachtel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit unbekannter Zeit belegte und aufgenommene Bezeichnung für wegnehmen; F.: dacheln, dachel (!), dachle, dachele, dachelst, dachelt, dachelte, dacheltest, dachelten, dacheltet, gedachelt, ##gedachelt, gedachelte, gedacheltes, gedacheltem, gedachelten, gedachelter##, dachelnd, ###dachelnd, dachelnde, dachelndes, dachelndem, dachelnden, dachelnder###+FW; Z.: dach-el-n
$Dachhaut, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Dachhaut, äußerste Schicht eines Daches; E.: s. Dach, s. Haut; L.: Kluge s. u. Dachstuhl, fehlt DW; GB.: seit 1932 belegte und aus Dach und Haut gebildete Bezeichnung für die äußerste Schicht eines sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der Entwicklung von Gebäuden möglichen Daches (eines Gebäudes); F.: Dachhaut, Dachhäute, Dachhäuten+EW; Z.: Dach—hau-t
Dachs, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Dachs, Grimbart, ein Marder; ne. badger; Vw.: -; Hw.: s. Dackel; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. dahs, tahs, st. M., Dachs; mnd. das, M., Dachs; mnl. das, M., Dachs; ahd. dahs, st. M. (i?), Dachs; as. *thahs?, st. M. (i?), Dachs; anfrk. -; germ. *þahsu-, *þahsuz, st. M. (u), Dachs; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058? (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dachs, Kluge s. u. Dachs, EWD s. u. Dachs, DW 2, 666, DW2 6, 39, EWAhd 2, 496, Falk/Torp 178, Duden s. u. Dachs, Bluhme s. u. Dachs; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *þahsus?, st. M. (u), Dachs; nndl. das, Sb., Dachs; nnorw. (Nynorsk) svintoks, M., F., Schweinedachs; lat. taxus, M., Dachs (germ. Lw.); GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches bis zu 90 Zentimeter langes silbergraues bis bräunlich graues Säugetier (Marder) mit schwarz-weiß gezeichnetem Kopf und langer Schnauze und gedrungenem Körper und kurzen Beinen mit langen Krallen; BM.: flechten?; F.: Dachs, Dachses, Dachse, Dachsen (!)+EW; Z.: Dachs
$Dachshund, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Dachshund, Dackel; Hw.: s. Dackel; Q.: 15. Jh.; E.: s. Dachs, s. Hund; L.: DW 2, 667, EWD s. u. Dachs; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Dachs und Hund gebildete Bezeichnung für einen für die Jagd nach Dachsen von Menschen entwickelten und verwendeten kurzbeinigen Hund; F.: Dachshund, Dachshunds, Dachshundes, Dachshunde, Dachshunden+EW; Z.: Dachs—hun-d
$Dachstuhl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dachstuhl; E.: s. Dach, s. Stuhl; L.: Kluge s. u. Dachstuhl, DW 2, 668, EWD s. u. Dach; GB.: seit 1501 belegte und aus Dach und Stuhl gebildete Bezeichnung für das als Stuhl verstandene sachlich seit der Sesshaftwerdung und Entwicklung von Gebäuden und Dächern mögliche Gerüst für das Dach eines Gebäudes; F.: Dachstuhl, Dachstuhls, Dachstuhles, Dachstühle, Dachstühlen+EW; Z.: Dach—stuh-l
Dachtel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Dachtel, Ohrfeige, Backpfeife; ne. box (N.) on the ear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1613; E.: wohl von einem germ. *þakk-, V., berühren; vgl. idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dachtel, Kluge s. u. Dachtel, DW 2, 669, DW2 6, 43, Duden s. u. Dachtel; GB.: seit 1613 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie Indogermanischen verbindbare dialektale Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ohrfeige oder Backpfeife; BM.: berühren?; F.: Dachtel, Dachteln (!)+EW; Z.: Dach-t-el
$dachteln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. dachteln, ohrfeigen; E.: s. Dachtel, s. n; L.: Kluge s. u. Dachtel; GB.: seit 1889 belegte und aus Dachtel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ohrfeigen oder auf die Backe schlagen; F.: dachteln, dachtel (!), dachtle, dachtele, dachtelst, dachtelt, dachtelte, dachteltest, dachtelten, dachteltet, gedachtelt, ##gedachtelt, gedachtelte, gedachteltes, gedachteltem, gedachtelten, gedachtelter##, dachtelnd, ###dachtelnd, dachtelnde, dachtelndes, dachtelndem, dachtelnden, dachtelnder###, dachtel (!)+FW; Z.: dach-t-el-n
$Dachtraufe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Dachtraufe, Tropfkante eines Daches; E.: s. Dach, s. Traufe; L.: DW 2, 670, EWD s. u. Traufe; GB.: (dachtroufe) seit 1290-1300 belegte und aus Dach und Traufe gebildete Bezeichnung der sachlich seit Entwicklung von Dächern durch Menschen möglichen Tropfkante eines Daches für Wasser; F.: Dachtraufe, Dachtraufen (!)+EW; Z.: Dach—trauf-e
Dackel, Teckel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Dackel, Teckel, Dachshund; ne. dachshound; Vw.: -; Hw.: s. Dachs, Dachshund; Q.: 18. Jh.; E.: Verkürzung der seit dem 15. Jh. gebräuchlichen Bezeichnung Dachshund; s. nhd. Dachs; L.: Kluge s. u. Dackel, fehlt DW, EWD s. u. Dackel, DW2 6, 46, Duden s. u. Dackel, Bluhme s. u. Dackel; Son.: vgl. nndl. teckel, Sb., Dackel; frz. teckel, M., Dackel; nschw. tax, Sb., Dackel; nnorw. dachs, M., Dackel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen kurzbeinigen und meist braunen oder schwarzen Haushund und Jagdhund mit lang gestrecktem Kopf und krummen Vorderbeinen; BM.: für das Stöbern in niederigen Dachshöhlen von Menschen gezüchteter kurzbeiniger Hund; F.: Dackel, Dackels, Dackeln (!), Teckel, Teckels (!), Teckeln (!)+EW; Z.: Dack-el
Dadaismus, Dada, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dadaismus, Dada, eine Kunstrichtung; ne. Dadaism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1918; E.: s. lautmalend; L.: fehlt DW, DW2 6, 47, Duden s. u. Dadaismus; Son.: vgl. nndl. dadaïsme, Sb., Dadaismus; frz. dadaïsme, M., Dadaismus; nschw. dadaism, Sb., Dadaismus; nnorw. dadaisme, M., Dadaismus; poln. dadaizm, M., Dadaismus; kymr. dada, M., Dadaismus; nir. dadachas, M., Dadaismus; lit. dadaizmas, M., Dadaismus; GB.: seit der 1918 belegte und aus dem lautmalenden dada sowie ismus gebildete Bezeichnung für eine internationale revolutionäre Kunstrichtung und Literaturrichtung die jegliches künstlerisches Ideal negiert und absolute Freiheit der künstlerischen Produktion sowie einen konsequenten Irrationalismus in der Kunst vertritt; BM.: lautmalende Heranziehung einer möglichst banal klingenden Bezeichnung; F.: Dadaismus, Dada+FW; Z.: Dada-ism-us
Daffke, nhd., Sb., (20. Jh.): nhd. Daffke, Trotz; ne. despite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. dafko; E.: s. rotw. dafko, Adv., durchaus, absolut; wjidd. dafke, Adv., nun gerade, erst recht; hebr. dawqā, Adv., nur so und nicht anders, durchaus; L.: Kluge s. u. Daffke, fehlt DW, Duden s. u. Daffke; Son.: s. Redewendung aus Daffke, aus Trotz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für Trotz als eine seit Entstehung des Menschen mögliche Ausdrucksgestaltung; BM.: Beeindruckung?; F.: Daffke+FW; Z.: Daffk-e
$daheim, nhd., Adv., (10. Jh.?): nhd. daheim, zuhause; E.: s. da, s. Heim; L.: Kluge s. u. daheim, DW 2, 677, EWD s. u. Heim; GB.: (dārheime) seit um 1000 belegte und aus da und Heim gebildete sowie sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Bezeichnung für zuhause; F.: daheim+EW; Z.: da—hei-m
dahin, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. dahin; E.: s. da, s. hin; Vw.: s. dahinsiechen; L.: DW 2, 685; GB.: (dārhina) seit um 1000 belegte und aus da und hin gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches an einen Ort oder eine Zeit hin; F.: dahin+EW; Z.: da-hin
$dahinsiechen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. dahinsiechen; L.: fehlt DW, EWD s. u. siech; GB.: seit 1860 belegte und aus dahin sowie siechen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches langsam krank sterben; F.: dahinsiechen, sieche dahin, siecht dahin, siechen dahin, siechest dahin, siechet dahin, siechte dahin, siechtest dahin, siechten dahin, siechtet dahin, dahingesiecht, ##dahingesiecht, dahingesiechte, dahingesiechtes, dahingesiechtem, dahingesiechten, dahingesiechter##, dahinsiechend, ###dahinsiechend, dahinsiechende, dahinsiechendes, dahinsiechendem, dahinsiechenden, dahinsiechender###, dahinzusiechen, ####dahinzusiechen, dahinzusiechend, dahinzusiechende, dahinzusiechendes, dahinzusiechendem, dahinzusiechenden, dahinzusiechender####, siech (!) dahin +EW; Z.: dahin—siech-en
dahlen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. dahlen, einfältig reden, tändeln; ne. talk (V.) silly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531; E.: s. fnhd. tallen, talmen, V., dahlen, einfältig reden; wohl lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. dahlen, Kluge s. u. dahlen, DW 2, 696, DW2 6, 111; Son.: vgl. ne. dally, V., tändeln; GB.: seit 1531 belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einfältig reden oder tändeln; BM.: lautnachahmend?; F.: dahlen, dahle, dahlst, dahlt, dahlest, dahlet, dahlte, dahltest, dahlten, dahltet, gedahlt, ##gedahlt, gedahlte, gedahltes, gedahltem, gedahlten, gedahlter##, dahlend, ###dahlend, dahlende, dahlendes, dahlendem, dahlenden, dahlender###, dahl (!)+EW; Z.: dahl-en
Dahlie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dahlie, Georgine, eine Blume; ne. dahlia; Vw.: -; Hw.: s. Georgine; Q.: 1844; I.: Lw. ?; E.: ehrende Ableitung von dem Namen des schwedischen Botanikers Andreas Dahl (1751-1789); L.: Kluge s. u. Dahlie, fehlt DW, EWD s. u. Dahlie, DW2 6, 112, Duden s. u. Dahlie; Son.: vgl. nndl. dahlia, Sb., Dahlie; frz. dahlia, F., Dahlie; nschw. dahlia, Sb., Dahlie; nnorw. dahlie, M., Dahlie; poln. dalia, F., Dahlie; nir. dáilia, F., Dahlie; GB.: seit 1844 belegte und zu Ehren Andreas Dahls aus dessen Familiennamen und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus Mexiko stammende und zu den Korbblütlern gehörende in Spätsommer und Herbst blühende Pflanze mit großen Blüten in verschiedenen Formen und Farben; BM.: Name eines Botanikers; F.: Dahlie, Dahlien+FW; Z.: Dahl-ie
$dakern, nhd., sw. V.: nhd. dakern; E.: s. Dachtel; L.: Kluge s. u. Dachtel, fehlt DW; F.: dakern, dakere, daker (!), dakerst, dakert, dakerte, dakertest, dakerten, dakertet, gedakert, ##gedakert, gedakerte, gedakertes, gedakertem, gedakerten, gedakerter##, dakernd, ###dakernd, dakerndes, dakerndem, dakernden, dakernder###, daker (!)+EW; Z.: dak-er-n
$daksen, nhd., sw. V.: nhd. daksen; E.: s. Dachtel; L.: Kluge s. u. Dachtel, fehlt DW; F.: daksen, dakse, daksst (!), dakst, daksest, dakset, dakste, dakstest, daksten, dakstet, gedakst, ##gedakst, gedakste, gedakstes, gedakstem, gedaksten, gedakster##, daksend, ###daksend, daksende, daksendes, daksendem, daksenden, daksender###, daks (!)+EW; Z.: dak-s-en
Daktylus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Daktylus, ein Versfuß; ne. dactyl; Vw.: -; Hw.: s. Dattel; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. dactylus; E.: s. lat. dactylus, M., Dattel, Daktylus, Muschelart, (23/24-79 n. Chr.); gr. δάκτυλος (dáktylos), M., Dattel; wohl Lehnwort aus dem semitischen Raum, vgl. arab. daqal, hebr. deqel; L.: Kluge s. u. Daktylus, fehlt DW, Duden s. u. Daktylus; Son.: vgl. nndl. dactylus, Sb., Daktylus; frz. dactyle, M., Daktylus; nschw. daktyl, Sb., Daktylus; nnorw. daktyl, M., Daktylus; poln. daktyl, M., Daktylus, Dattel; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen sowie dem Semitischen (Arabischen und Hebräischen) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und wie vielleicht die Glieder der Finger aus einer Länge und zwei Kürzen bestehenden Versfuß wie beispielsweise die betonten Silben Änn und Tha sowie die in der Wendung Ännchen von Tharau ist‘s, die mir gefällt oder die betonte Silbe Weih und die unbetonten Silben nach und ten in Weihnachten oder ne. poetry oder basketball; BM.: Abfolge des Versfußes entspricht der Länge der Fingerglieder?; F.: Daktylus, Daktylen (!)+FW; Z.: Dak-tyl-us
Dalk, nhd. (ält.), M.: nhd. Dalk; Vw.: s. Talk (2)
Dalle, nhd., F.: nhd. Dalle; Vw.: s. Delle
Dalles, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dalles, Geldverlegenheit, Armut; ne. poverty, financial straits; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778; I.: Lw. wjidd. dalles; E.: s. wjidd. Sb., Armut; hebr. dallūṯ, Sb., Armut; hinzu kommt eine Vermengung mit einem rotw. Wort, das auf hebr. tallit, Sb., Totenkleid zurückgeht; L.: Kluge s. u. Dalles, fehlt DW, DW2 6, 115, Duden s. u. Dalles; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Rotwelschen und Westjiddischen sowie Hebräischen vermengt aufgenommene Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung des Geldes beachteten Zustand der Geldverlegenheit oder Armut; BM.: ?; F.: Dalles+FW; Z.: Dall-es
dalli, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. dalli, hurtig, schnell; ne. pronto, hurry (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1801; I.: Lw. poln. dalej; E.: s. poln. dalej, Adv., weiter, los vorwärts; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. dalli, fehlt DW, EWD s. u. dalli, DW2 6, 116, Duden s. u. dalli; GB.: seit 1801 belegte und aus dem Polnischen aufgenommene sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für hurtig oder schnell; BM.: ?; F.: dalli+FW; Z.: dall-i
Dalmatika, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Dalmatika, ein liturgisches Gewand; ne. dalmactica; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. dalmaticā, st. F., Dalmatika, liturgisches Gewand; lat. dalmatica, F., liturgisches Gewand der Diakone, (301 n. Chr.); vgl. lat. Dalmatus, M., Dalmatiner; weitere Etymologie unbekannt; L.: fehlt DW, DW2 6, 115, Duden s. u. Dalmatika; Son.: vgl. nndl. dalmatiek, Sb., Dalmatika; frz. dalmatique, F., Dalmatika; nschw. dalmatika, Sb., Dalmatika; poln. dalmatyka, F., Dalmatika; lett. dalmatika, F., Dalmatika; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit Dalmatus verbindbare und in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für ein besonders von katholischen Diakonen verwendetes liturgisches Gewand; BM.: vielleicht aus Dalmatien stammendes Gewand; F.: Dalmatika, Dalmatiken (!)+FW; Z.: Dalmat-ik-a
Dam, nhd. N., (8. Jh.): nhd. Dam; Vw.: s. Dambock, s. Damhirsch, s. Damwild; E.: s. lat. dāma, damma, F., Gemse, Rehkalb, ein rehartiges Tier; vielleicht Entlehnung aus dem Keltischen, vgl. air. dam, M., Ochse, EWAhd 2, 507; vgl. idg. *demə-, *domə-, *dₒmə-, *demh₂-, V., zähmen, Pokorny 199; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198; oder aus einer afrikanischen Sprache?; L.: fehlt DW; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie vielleicht dem Keltischen aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare oder aus einer afrikanischen Sprache stammende Bezeichnung für ein rehartiges schon vormenschlich mögliches und aus Kleinasien stammendes Säugetier mit rotbraunem und weiß geflecktem Fell sowie Schaufelgeweih des Damhirschs; F.: Dam, Dames (!), Dams (!), Dame (!)+FW?; Z.: Dam
$damalig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. damalig, seinerzeitig, frühere; E.: s. damal(s), s. ig; L.: Kluge s. u. damals, DW 2, 700, EWD s. u. damals; GB.: seit 1596 belegte und aus damal(s) sowie ig gebildete Bezeichnung für seinerzeitig oder frühere; F.: damalig, damalige, damaliges, damaligem, damaligen, damaliger+EW; Z.: da—ma-l-ig
$damals, nhd., Adv., (15. Jh.?): nhd. damals, früher, seinerzeit; E.: s. da, s. mal, s. s; L.: Kluge s. u. damals, DW 2, 701, EWD s. u. damals; GB.: seit 1499 belegte und aus da und mal sowie s gebildete Bezeichnung für früher oder seinerzeit; F.: damals+EW; Son.: adverbialischer Genetiv (mhd. des māles); Z.: da—ma-l-s
Damast, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Damast, ein feines Gewebe; ne. damask (N.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. it. damasco; E.: s. mnd. damasch, damaschk, damas, damast, damask, dammasch, M., Damast; it. damasco, M., Damaskus, Damast; s. lat. Damascus, Damaskus; s. gr. Δαμασκός (Damaskos), F.=ON, Damaskus; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht vom aram. ON דרמשק (Dammeśeq), N., gut bewässerter Ort; oder es liegt eine Grundbedeutung von schnell, tätig, betriebsam zugrunde; in ägypt. Schriften als Tamasqu (T-m-ś-q) bezeichnet, die sprachliche Zuordnung ist unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Damast, Kluge s. u. Damast, DW 2, 701, EWD s. u. Damast, DW2 6, 124, Duden s. u. Damast; Son.: vgl. nndl. damast, Sb., Damast; frz. damas, M., Damast; nschw. damast, Sb., Damast; nnorw. damask, M., Damast; poln. adamaszek, M., Damast; kymr. damasg, M., Damast; nir. síoda damascach, M., Damastseide; GB.: seit um 1430 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht sachlich mit gut bewässert oder schnell verknüpfbare Bezeichnung für ein schon seit dem frühen Mittelalter hergestelltes einfarbiges feines Gewebe mit eingewebtem Muster; BM.: Ort aus dem das Gewebe eingeführt wurde; F.: Damast+FW; Z.: Damast
$damasten, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. damasten, Damast betreffend, aus Damast bestehend; E.: s. Damast, s. en (Suff.); L.: DW 2, 702, EWD s. u. Damast; GB.: seit 1406 belegte und aus Damast sowie en gebildete Bezeichnung für Damast betreffend oder aus Damast bestehend; F.: damasten, damastene, damastenes, damastenem, damastenen, damastener+FW; Z.: damast-en
$Dambock, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dambock; L.: Kluge 1. A. s. u. Dambock, Kluge s. u. Damhirsch, DW 2, 702; GB.: seit 1636 belegte und aus Dam und Bock gebildete Bezeichnung für das männliche dem Reh und Hirsch ähnliche und ursprünglich aus Kleinasien kommende Damwild; F.: Dambock, Dambockes, Dambocks, Damböcke, Damböcken (!)+FW+EW; Z.: Dam-bock
Dame (1), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dame (F.) (1), vornehme Frau; ne. dame, lady, madam; Vw.: -; Hw.: s. Dame (2); Q.: 1592; I.: Lw. it. dama, frz. dame; E.: s. it. dama, F., Dame (F.) (1), Hausherrin; frz. dame, F., Dame (F.) (1), Hausherrin, lat. domina, F., Herrin, Hausherrin, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dame 1, EWD s. u. Dame, DW 2, 702, Duden s. u. Dame, Bluhme s. u. Dame; Son.: vgl. nndl. dame, Sb., Dame (F.) (1); nschw. dam, Sb., Dame (F.) (1); nnorw. dame, F., Dame (F.) (1); poln. dama, F., Dame (F.) (1); lit. dama, F., Dame (F.) (1); GB.: seit 1592 belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vornehme Frau und als höfliche Bezeichnung für einen erwachsenen weiblichen Menschen; BM.: Hausherrin; F.: Dame, Damen+FW; Z.: Dam-e
Dame (2), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Dame (F.) (2), ein Brettspiel, Damebrett; ne. draughts, checkers; Vw.: -; Hw.: s. Dame (1); Q.: 1643; I.: Lw. frz. dame; E.: unabhängig von Dame (1), entlehnt, s. frz. dame, F., Dame (F.) (2), Damespiel; frz. dame, F., Dame (F.) (1), Hausherrin, lat. domina, F., Herrin, Hausherrin, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ein anderer arab. Ursprung ist möglich, s. arab. as-sitranğ at-tāmm, Sb., das vollständige Schach, über span. ajadrez atama und dann span. ajedrez de la dama zu frz. jeu de dames; L.: Kluge 1. A. s. u. Damebrett, Kluge s. u. Dame 2, EWD s. u. Dame, DW2 6, 132, Duden s. u. Dame; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dem 10. oder 11. Jh. in Südfrankreich entwickeltes und in Vorformen schon seit 3000 v. Chr. in Mesopotamien gespieltes strategisches Brettspiel; BM.: von dem in dem Schachspiel verwendeten Spielstein Königin (Dame) übernommener Name?; F.: Dame+FW; Z.: Dam-e
dämeln, dammeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. dämeln, dammeln, sich kindisch benehmen, verwirrt sein (V.); ne. act (V.) childishly; Vw.: -; Hw.: s. damisch, dämlich; Q.: 1776; E.: vielleicht von nhd. dämmern abstammend; sonst. von einem germ. *þem-, *þēm-, zu vergleichen mit lat. tēmētum, N., Met, Wein; ai. tāmyati, V., wird betäubt; idg. *tem- (2), Adj., benommen, betäubt, Pokorny 1063 (1848/25) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. dämeln, DW 2, 703 (dämelen), DW2 6, 133; GB.: seit 1776 belegte und vielleicht mit dämmern oder teilweise dem erschließbaren Germanischen oder Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwirrt sein (V.); BM.: Übertragung des Halblichts der Dämmerung auf beschränkte geistige Leistungen; F.: dämeln, dämle, dämel (!), dämelst, dämelt, dämlest (!), dämelte, dämeltest, dämelten, dämeltet, gedämelt, ##gedämelt, gedämelte, gedämeltes, gedämeltem, gedämelten, gedämelter##, dämelnd, ###dämelnd, dämelnde, dämelndes, dämelndem, dämelnden, dämelnder###, dammeln, dammle, dammel, dammelst, dammelt, dammlest, dammelte, dammeltest, dammelten, dammeltet, gedammelt, ##gedammelt, gedammelte, gedammeltes, gedammeltem, gedammelten, gedammelter##, dammelnd, ###dammelnd, dammelnde, dammelndes, dammelndem, dammelnden, dammelnder###, dammel (!)+EW; Z.: däm-el-n
Damhirsch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Damhirsch, Damwild; ne. fallow deer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1563; E.: für die Herkunft des Vorderglieds s. mhd. tām, st. N., Damhirsch; mhd. tāme, sw. M., Damhirsch; ahd. dām, tām, st. N. (a), Damhirsch; lat. damma, dāma, F., Gemse, Rehkalb, Tier aus dem Rehgeschlecht; vielleicht Entlehnung aus dem Keltischen, vgl. air. dam, M., Ochse; vgl. idg. *demə-, *domə-, *dₒmə-, *demh₂-, V., zähmen, Pokorny 199 (318/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder aus einer afrikanischen Sprache?; für das Hinterglied s. nhd. Hirsch; L.: Kluge 1. A. s. u. Dambock, Kluge s. u. Damhirsch, EWD s. u. Damhirsch, DW 2, 703, DW2 6, 116 (Dam), DW2 6, 136, EWAhd 2, 507, EWAhd 2, 510, Duden s. u. Damhirsch, Bluhme s. u. Damhirsch; Son.: vgl. nndl. damhert, Sb., Damhirsch; frz. daim, M., Damhirsch; nschw. dovhjort, Sb., Damhirsch; nnorw. dåhjort, M., Damhirsch; GB.: seit 1563 belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Keltischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen oder einer afrikanischen Sprache verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl aus Kleinasien kommenden schon vormenschlichen Hirsch mit rotbraunem und weiß geflecktem Fell und Schaufelgeweih; BM.: zähmen?; F.: Damhirsch, Damhirsches, Damhirschs, Damhirsche, Damhirschen (!)+FW+EW; Z.: Dam—hir-sch
damisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. damisch, närrisch, dumm, betäubt; ne. silly (Adj.), dizzy (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dämeln, dämlich; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft bisher ungeklärt, vielleicht ein Anschluss an mhd. toum, st. M., Dunst, Duft, Qualm; ahd. doum, st. M. (a), Rauch, Dampf (M.) (1); germ. *dauma-, *daumaz, st. M. (a), Dunst, Geruch; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von einem germ. *þem-, *þēm-, zu vergleichen mit lat. tēmētum, N., Met, Wein; ai. tāmyati, V., wird betäubt; idg. *tem- (2), Adj., benommen, betäubt, Pokorny 1063 (1848/25) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. damisch, fehlt DW, DW2 6, 137, Falk/Torp 207, Duden s. u. damisch; GB.: seit 15. Jh. belegte und mittels isch (Suff.) gebildete in der Herkunft bisher ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches närrisch oder dumm oder betäubt; BM.: vernebelt?; F.: damisch, damische, damisches, damischem, damischen, damischer(, damischere, damischeres, damischerem, damischeren, damischerer, damischste, damischstes, damischstem, damischsten, damischster)+EW; Z.: da-m-isch
$Dämlack, Dämelack, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dämlack, Dummkopf; E.: s. dämlich; L.: Kluge s. u. dämlich, fehlt DW; GB.: seit 1838 belegte und mit dämlich verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Dummkopf; F.: Dämlack, Dämlacks, Dämlackes, Dämlacke, Dämlacken, Dämelack, Dämelacks, Dämelackes (!), Dämelacke (!), Dämelacken (!)+EW; Z.: Dä-m-lack
dämlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dämlich, dumm, einfältig; ne. silly (Adj.), dumb (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. damisch, dämeln; Q.: 1741 (Wörterbuch); E.: s. nhd. dämeln; L.: Kluge 1. A. s. u. dämlich, Kluge s. u. dämlich, fehlt DW, EWD s. u. dämlich, DW2 6, 145, Duden s. u. dämlich, Bluhme s. u. daemlich; GB.: seit 1741 belegte und mit damisch sowie dämeln verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches dumm oder einfältig; BM.: vernebelt?; F.: dämlich, dämliche, dämliches, dämlichem, dämlichen, dämlicher(, dämlichere, dämlicheres, dämlicherem, dämlicheren, dämlicherer, dämlichste, dämlichstes, dämlichstem, dämlichsten, dämlichster)+EW; Z.: dä-m-lich
Damm, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Damm, Uferbefestigung, Wall; ne. dam (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Willehalm des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. tam, dam, st. M., Damm, Deich; mnd. dam, M., Damm; mnl. dam, Sb., Damm; ahd. -; as. *dam?, *damm?, st. M. (a?, i?), Damm; anfrk. -; germ. *dammjan, sw. V., dämmen, hindern; germ. *damma, *dammaz, st. M. (a), Damm, Haufe, Haufen; L.: Kluge 1. A. s. u. Damm, Kluge s. u. Damm, DW 2, 708, EWD s. u. Damm, DW2 6, 146, Duden s. u. Damm, Bluhme s. u. Damm; Son.: vgl. afries. damm, domm, st. M. (a), Damm, Deich, Scheidewand; nnordfries. dam; ae. -; an. damm, st. M. (a), Damm; got. *damms?, st. M. (a), Damm; nndl. dam, Sb., Damm; nschw. damm, Sb., Damm; gr. θέμεθλα (thémethla), N. Pl., Grundlage, Fundament; ? gr. θωμός (thōmós), M., Haufe, Haufen; nir. damba, M., Damm; GB.: seit um 1210 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten sowie zur Beeinflussung von Wasser meist aus Erde und Steinen künstlich errichteten Wall (Uferbefestigung); BM.: ?; F.: Damm, Dammes, Damms, Dämme, Dämmen (!)+EW; Z.: Damm
dammeln, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. dammeln; Vw.: s. dämeln
dämmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dämmen, eindämmen, durch einen Damm zurückhalten; ne. dam (V.); Vw.: -; Hw.: s. Damm; Q.: um 790 (Glosse); E.: s. mhd. temmen, sw. V., dämmen, aufhalten, bezwingen, töten, abgrenzen; mhd. demmen, sw. V., schwelgen, schlemmen, dämmen, hindern; mnd. dammen, V., dämmen, vgl. ahd. bitemmen*, sw. V. (1a), ergreifen, erfassen, besetzen, in Beschlag nehmen; ahd. firtemmen*, sw. V. (1a), hinausstoßen, zurückdrängen, ausstoßen, vertreiben; as. -; anfrk. -; germ. dammjan, sw. V., dämmen, hindern; L.: Kluge s. u. dämmen, EWD s. u. Damm, DW 2, 708, DW2 6, 151, Duden s. u. dämmen; Son.: vgl. afries. damma, demma, sw. V. (1), dämmen; ae. *dėmman, sw. V. (1), dämmen, stauen; an. demma, sw. V., dämmen, eindämmen; got. *dammjan?, sw. V. (1), dämmen; nndl. dammen, V., dämmen; nschw. dämma, V., dämmen; GB.: seit um 790 belegte und aus Damm und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes etwas wie beispielsweise Wasser durch einen Damm zurückhalten; BM.: ?; F.: dämmen, dämme, dämmst, dämmt, dämmest, dämmet, dämmte, dämmtest, dämmten, dämmtet, gedämmt, ##gedämmt, gedämmte, gedämmtes, gedämmtem, gedämmten, gedämmter##, dämmend, ###dämmend, dämmende, dämmendes, dämmendem, dämmenden, dämmender###, dämm (!)+EW; Z.: dämm-en
Dämmer, nhd. (ält.), F., (9. Jh.?): nhd. Dämmer, Dämmerung, Halbdunkel, Zwielicht; ne. twilight, dusk; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. demere, st. F., Dämmerung; mnd. -; s. ahd. demar*, st. N. (iz) (az), Dämmerung; as. -; anfrk. -; s. germ. *þemara-, *þemaraz, st. M. (a), Dämmerung; vgl. germ. *þemstra, *þemstraz, Adj., finster, dunkel; idg. *teməsrā-, Sb., Dunkel, Pokorny 1063; idg. *temə-, *tem-, Adj., dunkel, finster, Pokorny 1063 (1849/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dämmern, Kluge s. u. Dämmer, EWD s. u. Dämmerung, DW 2, 712, DW2 6, 160, EWAhd 2, 573, Falk/Torp 180, Bluhme s. u. Daemmerung; Son.: die heute gebräuchliche Form ist Dämmerung; vgl. ai. támas-, támis-, N., Dunkel; lat. tenebrae, F. Pl., Finsternis, Nacht, Blindheit, Niedrigkeit, Dunkel; GB.: (demar) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das aus der Umdrehung der Erde entstehende Halbdunkel oder Zwielicht kurz nach Untergang (Verschwinden) oder kurz vor Aufgang (Sichtbarwerden) der Sonne; BM.: dunkel; F.: Dämmer, Dämmers (!)+EW; Z.: Däm-m-er
$dämmerig, dämmrig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dämmerig, dämmernd, zwielichtig, halbdunkel; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Dämmer, s. ig; L.: Kluge s. u. Dämmer, DW 2, 710, EWD s. u. Dämmerung; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Dämmer und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches dämmernd oder zwielichtig oder halbdunkel; F.: dämmerig, dämmerige, dämmeriges, dämmerigem, dämmerigen, dämmeriger(, dämmerigere, dämmerigeres, dämmerigerem, dämmerigeren, dämmerigerer, dämmerigst, dämmerigste, dämmerigstes, dämmerigstem, dämmerigsten, dämmerigster, dämmrig, dämmrige, dämmriges, dämmrigem, dämmrigen, dämmriger, dämmrigere, dämmrigeres, dämmrigerem, dämmrigeren, dämmrigerer, dämmrigst, dämmrigste, dämmrigstes, dämmrigstem, dämmrigsten, dämmrigster)+EW; Z.: däm-m-er-ig
$dämmern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dämmern, dämmerig werden, dämmerig sein (V.), halbdunkel sein (V.); E.: s. Dämmer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Dämmer, DW 2, 711, EWD s. u. Dämmerung; GB.: seit um 1632 belegte und aus Dämmer und (e)n gebildete Bezeichnung für dämmerig werden oder dämmerig sein (V.); F.: dämmern, dämmere, dämmer (!), dämmerst, dämmert, dämmerte, dämmertest, dämmerten, dämmertet, gedämmert, ##gedämmert, gedämmerte, gedämmertes, gedämmertem, gedämmerten, gedämmerter##, dämmernd, ###dämmernd, dämmerndes, dämmerndem, dämmernden, dämmernder###, dämmer (!)+EW; Z.: däm-m-er-n
$Dämmerung, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Dämmerung, Dämmer, Halbdunkel, Zwielicht; E.: s. dämmer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Dämmer, DW 2, 712, EWD s. u. Dämmerung; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dämmer(n) und ung gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt und der Erde infolge der Erdumdrehung möglichen Übergang von dem Dunkel zu dem Licht und von dem Licht zu dem Dunkel sowie für das Halbdunkel oder Zwielicht; F.: Dämmerung, Dämmerungen (!)+EW; Z.: Däm-m-er-ung
$dämmrig, nhd., Adj.: nhd. dämmrig; Vw.: s. dämmerig
Damokles, nhd., M.: nhd. Damokles; Hw.: s. Damoklesschwert
Damoklesschwert, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Damoklesschwert, drohende unabwendbare Gefahr; ne. sword of Damocles; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1827 (Radetzky); E.: Vorderglied von dem PN Damokles; gr. Δαμοκλῆς (Damoklēs), M.=PN, Damokles; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. κλέος (kléos), N., Gerücht, Kunde (F.), Ruhm; idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge s. u. Damoklesschwert, fehlt DW, DW2 6, 164, Duden s. u. Damoklesschwert; Son.: vgl. nndl. zwaard van Damocles, Sb., Damoklesschwert; frz. épée de Damoclès, F., Damoklesschwert; nschw. damoklessvärd, Sb., Damoklesschwert; nnorw. damoklessvert, N., Damoklesschwert; poln. miecz Damoklesa, M., Damoklesschwert; GB.: seit 1827 belegte und aus Damokles und Schwert gebildete Bezeichnung für eine sichtbare ständig vorhandene Bedrohung oder Gefahr aus der in jedem Augenblick eine Vernichtung oder Schädigung werden oder erfolgen kann; BM.: nach dem Schwert das der Tyrann Dionysios I. von Syrakus (430-367 v. Chr.) an einem Pferdehaar über dem Haupt des Höflings Damokles aufhängen ließ um ihm die ständige Bedrohung jedes Glückes vor Augen zu führen; F.: Damoklesschwert, Damoklesschwerts, Damoklesschwertes (!)+FW+EW; Z.: Da-m-o-kle-s—schwer-t
Dämon, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Dämon, böser Geist; ne. demon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh. (Diefenbach); I.: Lw. lat. daemōn; E.: s. lat. daemōn, M., Dämon, böser Geist, (um 125-175 n. Chr.); gr. δαίμων (daímōn), M., F., Dämon, Geist, Gottheit, Schicksal der Menschen; s. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dämon, DW 2, 713, EWD s. u. Dämon, DW2 6, 164, Duden s. u. Dämon; Son.: vgl. nndl. demon, Sb., Dämon; frz. demon, M., Dämon; nschw. demon, M., Dämon; nnorw. demon, M., Dämon; poln. demon, M., Dämon; nir. daemón, M., Dämon; lit. demonas, M., Dämon; GB.: vielleicht seit 15. Jh.belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen bösen Geist beziehungsweise ein Mittelwesen zwischen Menschen und Göttern; BM.: teilen?; F.: Dämon, Dämons, Dämonen+FW; Z.: Dä-m-on
$Dämonie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Dämonie; E.: s. Dämon, s. ie (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Dämon; GB.: seit 1859 belegte und aus Dämon und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche zwingende unheimliche Macht (vielleicht) von Dämonen in Menschen; F.: Dämonie, Dämonien (!)+FW+EW; Z.: Dä-m-on-ie
$dämonisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dämonisch, einen Dämon betreffend; E.: s. Dämon, s. isch; L.: Kluge s. u. Dämon, DW 2, 714, EWD s. u. Dämon; GB.: seit 1581 belegte und aus Dämon und isch gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Menschen mögliches einen Dämon betreffend; F.: dämonisch, dämonische, dämonisches, dämonischem, dämonischen, dämonischer(, dämonischere, dämonischeres, dämonischerem, dämonischeren, dämonischerer, dämonischst, dämonischste, dämonischstes, dämonischstem, dämonischsten, dämonischster)+FW+EW; Z.: dä-m-on-isch
$Dämonismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dämonismus, Dämonenglaube, Dämonenlehre; Q.: 1788 (Wieland); I.: Lw. ne. demonism; E.: s. Dämon, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dämon; GB.: seit 1788 belegte und aus Dämon und ismus gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen möglichen Dämonenglauben oder Dämonenlehre; F.: Dämonismus+FW; Z.: Dä-m-on-ism-us
Dampf (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Dampf (M.) (1), Rauch, Dunst, Qualm; ne. steam (N.), vapour (N.), vapor, damp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Dampf (2), dämpfen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. dampf, tampf, st. M., Dampf (M.) (1), Rauch; mnd. damp, M., Dampf (M.) (1); mnl. damp, M., Dampf; ahd. dampf*, damph, st. M. (a?, i?), Dampf (M.) (1), Dunst, Rauch; s. germ. *dempan, sw. V., dampfen, stieben; vgl. idg. *dʰem-, dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dampf, Kluge s. u. Dampf 1, DW 2, 714, EWD s. u. Dampf, DW2 6, 169, EWAhd 2, 513, Falk/Torp 201, Duden s. u. Dampf, Bluhme s. u. Dampf; Son.: vgl. nndl. damp, Sb., Dampf (M.) (1); nnorw. damp, M., Dampf (M.) (1); lit. dùmplės, F., Blasebalg; GB.: (dampf) seit 10. Jh.) belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen sichtbaren feuchten Dunst oder Qualm der bei einem Erwärmen oder Erhitzen von Flüssigkeiten entsteht; BM.: rauchen; F.: Dampf, Dampfes, Dampfs, Dämpfe, Dämpfen (!)+EW; Z.: Dam-pf
Dampf (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Dampf (M.) (2), Asthma, eine Atemwegserkrankung; ne. asthma; Vw.: -; Hw.: s. Dampf (1), dämpfen; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: s. mhd. dampfe*, damphe, sw. M., Heiserkeit, Erkrankung der Luftröhre; mhd. dampf, tampf, st. M., Dampf (M.) (1), Rauch; mnd. damp, M., Dampf (M.) (1); mnl. damp, M., Dampf; ahd. dampf*, damph, st. M. (a?, i?), Dampf (M.) (1), Dunst, Rauch; s. germ. *dempan, sw. V., dampfen, stieben; vgl. idg. *dʰem-, *dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dampf 2, DW 2, 714f.; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte Bezeichnung für eine Atemwegserkrankung; BM.: rauchen?; F.: Dampf, Dampfes, Dampfs, Dämpfe, Dämpfen (!)+EW; Z.: Dam-pf
$Dampfboot, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dampfboot, Dampfer; E.: s. Dampf, s. Boot; L.: Kluge s. u. Dampfer, DW 2, 716; GB.: seit 1803 belegte und nach ne. steamvessel und frz. bateau à vapeur aus Dampf und Boot gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Dampfkraft betriebenes Boot oder Schiff; F.: Dampfboot, Dampfboots, Dampfbootes, Dampfboote, Dampfbooten+EW; Z.: Dam-pf—boo-t
$dampfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dampfen, Dampf abgeben; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. Dampf, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Dampf; GB.: seit 1645 belegte und aus Dampf und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Wassers mögliches Dampf abgeben; F.: dampfen, dampfe, dampfst, dampft, dampfest, dampfet, dampfte, dampftest, dampften, dampftet, gedampft, ##gedampft, gedampfte, gedampftes, gedampftem, gedampften, gedampfter##, dampfend, ###dampfend, dampfende, dampfendes, dampfendem, dampfenden, dampfender###, dampf (!)+EW; Z.: dam-pf-en
dämpfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dämpfen, durch Dampf auslöschen, mildern; ne. smother (V.), suffocate, damp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dampf (1), Dampf (2); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dempfen (1), demphen, sw. V., dämpfen, dampfen, ersticken; mnd. dempen, sw. V., dämpfen, auslöschen, ausfüllen (Graben), zuschütten, übertragen (V.), ersticken, erstickt werden, ersticken; mnl. dempen, sw. V., dämpfen, ersticken; ahd. dempfen*, demphen*, demfen*, sw. V. (1a), „dämpfen“, würgen, ersticken, töten; as. *thėmpian?, sw. V. (1a), dämpfen, ersticken; anfrk. *thempen?, sw. V. (1), dämpfen; germ. *dempan, sw. V., dampfen, stieben; vgl. idg. *dem-?, V., stieben, dampfen; idg. *dʰem-, *dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dampf 1, EWD s. u. Dampf, DW 2, 717, DW2 6, 181, EWAhd 2, 575, EWAhd 2, 513, Falk/Torp 201, Duden s. u. dämpfen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; vgl. nndl. dempen, V., dämpfen; nschw. dämpa, V., dämpfen; nnorw. dempe, V., dämpfen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches durch Dampf auslöschen oder mildern; BM.: rauchen; F.: dämpfen, dämpfe, dämpfst, dämpft, dämpfest, dämpfet, dämpfte, dämpftest, dämpften, dämpftet, gedämpft, ##gedämpft, gedämpfte, gedämpftes, gedämpftem, gedämpften, gedämpfter##, dämpfend, ###dämpfend, dämpfende, dämpfendes, dämpfendem, dämpfenden, dämpfender###, dämpf (!)+EW; Z.: däm-pf-en
$dämpfen (2), nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. dämpfen; L.: Kluge s. u. Dampf 2, DW 2, 717; F.: dämpfen, dämpfe, dämpfst, dämpft, dämpfest, dämpfet, dämpfte, dämpftest, dämpften, dämpftet, gedämpft, ##gedämpft, gedämpfte, gedämpftes, gedämpftem, gedämpften, gedämpfter##, dämpfend, ###dämpfend, dämpfende, dämpfendes, dämpfendem, dämpfenden, dämpfender###, dämpf (!)+EW; Z.: däm-pf-en
$Dampfer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dampfer, Dampfschiff, Dampfboot; E.: s. dampf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Dampfer, DW 2, 719, EWD s. u. Dampf; GB.: seit 1841 belegte und aus dampf(en) und er gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Dampfkraft betriebenes Schiff; F.: Dampfer, Dampfers, Dampfern (!)+EW; Z.: Dam-pf-er
Dämpfer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dämpfer, Gerät zum Abdämpfen, Rüge; ne. dampener, mute (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1576; E.: s. das wohl von nhd. Dampf (2) abstammende Verb dämpf(en), s. er; L.: Kluge s. u. Dämpfer, DW 2, 719, EWD s. u. Dampf, DW2 6, 185, Duden s. u. Dämpfer; Son.: vgl. nisl. dempari, M., Dämpfer; GB.: seit 1576 belegte und aus dämpf(en) sowie er gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Dämpfen sowie eine Vorrichtung zu einem Vermindern der Tonstärke und Verändern der Klangfarbe bei verschiedenen Musikinstrumenten; BM.: durch eine Vorrichtung eine Stärke oder eine Wucht mindern; F.: Dämpfer, Dämpfers, Dämpfern (!)+EW; Z.: Däm-pf-er
$Dampfmaschine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dampfmaschine; Q.: 1775 (Lichtenberg); E.: s. Dampf, s. Maschine; L.: EWD s. u. Maschine, EWD s. u. Dampf; GB.: seit 1775 belegte und nach ne. steam engine und frz. machine à vapeur aus Dampf und Maschine gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen wie Thomas Newcomen in Staffordshire in England entwickelte und verwendete mit Dampfkraft betriebene Maschine; F.: Dampfmaschine, Dampfmaschinen+EW+FW; Z.: Dam-pf—masch-in-e
$Dampfnudel, Dämpfnudel, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Dampfnudel, Buchtel, eine Mehlspeise; E.: s. Dampf, s. Nudel; L.: Kluge s. u. Dampfnudel, DW 2, 721; GB.: vielleicht seit 1610 (Dämpfnudel) belegte und aus Dampf sowie dämpf(en) und Nudel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Mehlspeise; F.: Dampfnudel, Dampfnudeln, Dämpfnudel, Dämpfnudeln+EW; Z.: Dam-pf—nu-d-el
$Dampfschiff, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dampfschiff, Dampfer, Dampfboot; Q.: um 1815; I.: Lüs. ne. steamship; E.: s. Dampf, s. Schiff; L.: Kluge s. u. Dampfer, EWD s. u. Dampf; GB.: seit um 1815 belegte und nach dem Neuenglischen (steamvessel) und dem Französischen aus Dampf und Schiff gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Dampf angetriebenes Schiff wie beispielsweise Robert Fultons Carlton für die Verbindung New Yorks mit Albany; F.: Dampfschiff, Dampfschiffs, Dampfschiffes, Dampfschiffe, Dampfschiffen (!)+EW; Z.: Dam-pf—schi-f-f
$Damwild, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Damwild; E.: s. Dam, s. Wild; L.: Kluge s. u. Damhirsch, DW 2, 721 (Verweis auf Damhirsch); GB.: seit 1541 belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Keltischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen oder einer afrikanischen Sprache verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl aus Kleinasien kommendes und schon vormenschliches rehartiges Wild mit rotbraunem und weiß geflecktem Fell und Schaufelgeweih der Hirsche; F.: Damwild, Damwilds, Damwildes+FW+EW; Z.: Dam—wil-d
Danaergeschenk, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Danaergeschenk, ein für den Beschenkten unheilvolles Geschenk; ne. timeo danaos et dona ferentes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1897; I.: z. T. Lw. lat. Danaus, Lbd. lat. Danaum fātāle mūnus (unheilvolles Geschenk der Danaer); E.: s. lat. Danaus, M., Danaer, Grieche; gr. Δαναός (Danaós), M., Danäer, Grieche; vgl. idg. *dā-, Adj., V., flüssig, fließen, Pokorny 175? (296/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., heth.?); Herkunft des Hinterglieds s. nhd. schenken; L.: Kluge s. u. Danaergeschenk, fehlt DW, DW2 6, 200, Duden s. u. Danaergeschenk; GB.: seit 1897 belegte und aus Danaer und Geschenk gebildete Bezeichnung für ein für den Beschenkten unheilvolles Geschenk; BM.: Anspielung auf die Aeneis Vergils (Vers II, 49) Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes (Was immer es auch ist, ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen) als Hinweis auf das Trojanische Pferd der Griechen für die Trojaner; F.: Danaergeschenk, Danaergeschenks, Danaergeschenkes, Danaergeschenke, Danaergeschenken+FW+EW; Z.: Da-n-aer—ge-schenk
Dandy, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dandy, Modenarr; ne. dandy (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830; I.: Lw. ne. dandy; E.: s. dandy, M., Dandy; weitere Herkunft unklar, vielleicht eine verkürzte Form von Jack-a-dandy, M., eingebildeter Bursche; L.: Kluge s. u. Dandy, fehlt DW, DW2 6, 201, Duden s. u. Dandy; Son.: vgl. nndl. dandy, Sb., Dandy; frz. dandy, M., Dandy; nschw. dandy, Sb., Dandy; nnorw. dandy, Sb., Dandy; poln. dandys, M., Dandy; lit. dendis, M., Dandy; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen eleganten jungen Mann der durch extravagante Kleidung aufzufallen versucht; BM.: ?; F.: Dandy, Dandys+FW; Z.: Dand-y
Dank, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dank, Wille, Anerkennung, Gedanke; ne. thanks; Vw.: -; Hw.: s. danken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. danc, tanc, st. M., Gedanke, Denken, Dank, Wille, Absicht, Wunsch, Lob; mnd. dank, M., Dank; mnl. M., Dank; ahd. dank*, danc*, st. M. (a), Dank, Gunst, Gnade, Lohn; as. thank, st. M. (a), Dank, Gnade, Wille, Freude; anfrk. thank*, st. M. (a), Dank; germ. *þanka-, *þankaz, st. M. (a), Denken, Dank; idg. *tongā, F., Gefühl, Pokorny 1088; s. idg. tong- (1), teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dank, Kluge s. u. Dank, DW 2, 729, EWD s. u. Dank, DW2 6, 213, EWAhd 2, 524, Falk/Torp 179, Duden s. u. Dank, Bluhme s. u. Dank; Son.: vgl. afries. thank, thonk, st. M. (a), Dank, Wille, Absicht; nfries. tanck; ae. þanc, þonc, st. M. (a), Gedanke, Gefühl, Sinn, Dank; an. þǫkk, st. F. (ō), Dank, Lohn, Freude; got. þagks, þanks, st. M. (a)?, st. F. (i)?, Dank; nndl. dank, Sb., Dank; nschw. tack, Sb., Dank; nschw. takk, M., F., Dank; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Gefühl der Anerkennung und des Verpflichtetseins für etwas Gutes das jemand von einem anderen Menschen empfangen hat und das ihm erwiesen wurde; BM.: denken? bzw. fühlen?; F.: Dank, Dankes, Danks+FW; Z.: Dank
$dank, nhd., Präp.: nhd. dank, wegen; E.: s. Dank; L.: Kluge s. u. Dank, fehlt DW (s. Dank), EWD s. u. Dank; GB.: seit 1885 belegte und aus Dank gebildete Bezeichnung für wegen; F.: dank+EW; Z.: dank
$dankbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. dankbar, dankend, zu Dank bereit; E.: s. Dank, s. bar; L.: Kluge s. u. Dank, DW 2, 733, EWD s. u. Dank; GB.: seit 1170-1180 (dancbære) oder schon althochdeutsch belegte und aus Dank und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches dankend oder zu Dank bereit; F.: dankbar, dankbare, dankbares, dankbarem, dankbaren, dankbarer(, dankbarere, dankbareres, dankbarerem, dankbareren, dankbarerer, dankbarst, dankbarste, dankbarstes, dankbarstem, dankbarsten, dankbarster)+EW; Z.: dank-bar
$danke, nhd., Interj., (9. Jh.): nhd. danke, ich danke schön; E.: s. danke(n); L.: Kluge s. u. Dank, fehlt DW (s. danken); GB.: vielleicht seit 863-871 belegte und aus (ich) danke (schön) gebildete Bezeichnung für ich danke schön; F.: danke+EW; Z.: dank-e
danken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. danken, lobpreisen, Dank sagen; ne. thank (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dank; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. danken (1), tanken, sw. V., danken, mit Dank erwidern, vergelten, loben, einem Umstand verdanken; mnd. danken (1), sw. V., danken, abdanken, verabschieden, entlassen (V.), Amt aufgeben; mnl. danken, sw. V., danken; ahd. dankōn, dancōn*, sw. V. (2), danken, lohnen, segnen, schulden; as. thankon*, sw. V. (2), danken; anfrk. thanken*, sw. V. (1), danken; germ. *þankōn, sw. V., danken; idg. *tong- (1), *teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Dank, DW 2, 734, EWD s. u. Dank, DW2 6, 228, EWAhd 2, 527, Falk/Torp 179, Duden s. u. danken; Son.: vgl. afries. thankia, thonkia, sw. V. (2), danken; nfries. taensjen, V., danken; ae. þancian, sw. V. (2), danken, lohnen, sich freuen; an. þakka, sw. V. (2), danken; got. -; nndl. danken, V., danken, beten; nschw. tacka, V., danken; nnorw. takke, V., danken; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Dank sowie en gebildete sich mit Worten bedanken (Dank sagen) oder anerkennend zeigen; BM.: denken? bzw. fühlen?; F.: danken, danke, dankst, dankt, dankest, danket, dankte, danktest, dankten, danktet, gedankt, ##gedankt, gedankte, gedanktes, gedanktem, gedankten, gedankter##, dankend, ###dankend, dankende, dankendes, dankendem, dankenden, dankender###, dank (!)+EW; Z.: dank-en
$Dankung, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Dankung, Dankbarkeit, Dankerweisung, Danksagung; Vw.: s. Ab-; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. dank(en), s. ung; L.: DW 2, 739, DW2 6, 240, EWAhd 2, 527; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dank(en) und ung gebildete Bezeichnung für Dankbarkeit oder Dankerweisung oder Danksagung; F.: Dankung, Dankungen (!)+EW; Z.: Dank-ung
dann, nhd., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. dann, danach, später; ne. then; Vw.: -; Hw.: s. denn; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. danne, denne, Adv., dann, damals, sodann, darauf, als, wenn, daher, deshalb; mhd. dan, den, Adv., dann, damals, sodann, darauf, als, wenn, daher, deshalb, weil; mnd. dan, Adv., Konj., dann, als, aber; mnl. danne, dan, Adv., Konj, dann; ahd. danne, denne*, Adv., Konj., darauf, dann, also, damals, deshalb, als, wenn, während (Konj.), zu der Zeit; ahd. dan*, Adv., Konj., dann, wenn, als; as. than, Adv., Konj., dann, damals, nun, wenn, als; anfrk. thanne, Adv., Konj., dann, darauf; anfrk. than, Adv., Konj., wenn, dann; germ. *þan, Adv., dann; vgl. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dann, Kluge s. u. dann, DW 2, 740, EWD s. u. dann, DW2 6, 240, EWAhd 2, 517, EWAhd 2, 528, Falk/Torp 174, Duden s. u. dann, Bluhme s. u. dann; Son.: vgl. afries. thā, Konj., Adv., da, damals, als; afries. than, Konj., denn, als (Konj.), oder; ae. þan, þon, Adv., dann, nun, von da, insofern, als (Adv.), im Vergleich zu; an. þā (5), Adv., da, damals; got. þan, demonstr. Adv. der Zeit, Konj., dann, darauf, wann, so lange als; nndl. dan, Adv., dann; nschw. då, Adv., dann; nnorw. da, Adv., dann; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für danach oder später oder eine sonstige zeitliche Abfolge; BM.: ?; F.: dann+FW; Z.: da-n-n
dannen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. dannen, von dannen, fort, dort, weg; ne. away, from there; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dannen, dannan, dannant, danne, Adv., von da, von da weg, von dannen, daher, deshalb, damit, davon, woher, weshalb, wovon; mnd. dennen, Adv., dannen; mnl. danne, Adv., dannen, weg; ahd. danān, Adv., Konj., von da, von dannen, danach; ahd. dannān, Adv., Konj., von da, von dannen, danach, davon, deshalb; ahd. danana*, Adv., Konj., Präf., davon, von dannen, wovon; ahd. dannana*, Adv., von da weg, davon, davor, darüber, weshalb; ahd. dannān, Adv., Konj., von da, von dannen, danach, davon, deshalb, weshalb; as. thanan, Adv., von dannen, daher, von wo, darum; as. thana, Präf., fort, davon, weg, fern, ab; anfrk. thannan 23, Adv., daher; germ. *þana, *þananō, Adv., von dannen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. dannen, Kluge s. u. dannen, DW 2, 746, EWD s. u. dann, DW2 6,246, EWAhd 2, 522, EWAhd 2, 527, Falk/Torp 175, Duden s. u. dannen; Son.: vor allem in der Redewendung von dannen verwendet; vgl. afries. thana, Adv., von da, von dannen; nfries. dinne, Adv., von dannen; ae. þanon, þanone, þonan, Adv., von dannen, von da an, fort, weg, woher, dann, darauf, fortan, wodurch; an. þanan, Adv., von dannen; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine örtliche Verschiedenheit (dort); BM.: ?; F.: dannen+EW; Z.: da-n-n-en
dar, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. dar, hin; ne. as. there; Vw.: -; Hw.: s. da (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dare, dar, Adv., dahin, hin, bis auf diese Zeit, wohin; mhd. dar, dār, dā, da, dō, der, dir, Adv., da, dort, dabei, wann, wo, als, wenn, dorthin; mnd. dār, Adv., da, dort, als, damals, sofern; mnl. daer, dare, dar, Adv., hin; ahd. dara, Adv., Präf., dahin, hin, dorthin, danach, wohin, wonach, dort, darauf, daraufhin, wo, worauf, relativ; ahd. dār, dar, dā, Adv., da, dort, dann, hier, wo, als; ahd. dāre, dare, Adv., dort; as. thār, Adv., Konj., da, dort, dahin, nun, wo; anfrk. thā, thār, Adv., Konj., Pron., da, dort, als, wo; germ. *þar, *þer-, Adv., dort, da; idg. *tor, *tēr, Adv., dort, Pokorny 1087; vgl. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dar, Kluge s. u. dar, DW 2, 750, EWD s. u. dar-, DW2 6, 254, EWAhd 2, 535, EWAhd 2, 540, Falk/Torp 175, Duden s. u. dar…, Bluhme s. u. dar; Son.: vgl. afries. thē̆r, Adv., Konj., da, dort, wo, als, wenn, indem; nnordfries. dirr, derr, deir, Adv., Konj., da, dort, als; þār, þāra (1), Adv., Konj., da, dort; ae. þǣr, Adv., Konj., da, dort, dorthin, wo, wohin, dann, als, obgleich, wenn; an. þar, Adv., dort; got. þar, Adv., dort, daselbst, da; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine örtliche Verschiedenheit (hin); BM.: örtliches Verhältnis; F.: dar+EW; Z.: da-r
darben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. darben, Mangel (M.) haben, etwas nicht haben, getrennt sein (V.); ne. starve, suffer want, want (V.); Vw.: -; Hw.: s. dürftig; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. darben, sw. V., darben, entbehren, ermangeln, sich entäußern, vermissen; mnd. darven, sw. V., bedürfen, entbehren; mnl. derven, sw. V., darben, entbehren; ahd. darbōn*, sw. V. (2), darben, verzichten; ahd. darbēn, sw. V. (3), darben, mangeln, entbehren, bedürfen, fehlen; as. tharvon*, sw. V. (2), „darben“, ermangeln, entbehren; anfrk. -; germ. *þarbōn, sw. V., darben, entbehren; germ. *þarbēn, *þarbǣn, sw. V., darben, entbehren; idg. *terp-, *trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077; L.: Kluge 1. A. s. u. darben, Kluge s. u. darben, DW 2, 767, EWD s. u. darben, DW2 6, 279, EWAhd 2, 540, Falk/Torp 182, Seebold 509, Duden s. u. darben, Bluhme s. u. darben; Son.: vgl. afries. -; ae. þearfian, sw. V. (2), darben, in Not sein (V.), nötig haben; an. þarfa, sw. V. (2), nötig sein (V.); got. *þarban?, sw. V. (3), darben; vgl. ? tschech. trpět, V., leiden; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Mangel (M.) haben oder etwas nicht haben; BM.: nicht satt sein?; F.: darben, darbe, darbst, darbt, darbest, darbet, darbte, darbtest, darbten, darbtet, gedarbt, ##gedarbt, gedarbte, gedarbtes, gedarbtem, gedarbten, gedarbter##, darbend, ###darbend, darbende, darbendes, darbendem, darbenden, darbender###, darb (!)+EW; Z.: darb-en
$darbieten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. darbieten, anbieten, bieten; E.: s. dar, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, DW 2, 768, EWD s. u. bieten; GB.: seit 863-871 belegte und aus dar und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anbieten oder bieten; F.: darbieten, biete dar, bietest dar, bietet dar, bieten dar, bot dar, botest dar, botst dar, boten dar, botet dar, böte dar, bötest dar, bötet dar, dargeboten, ##dargeboten, dargebotene, dargebotenes, dargebotenem, dargebotenen, dargebotener##, darbietend, ###darbietend, darbietende, darbietendes, darbietendem, darbietenden, darbietender###, darzubieten, ####darzubieten, darzubietend, darzubietende, darzubietendes, darzubietendem, darzubietenden, darzubietender####, biet (!) dar+EW; Z.: da-r—biet-en
$Darbietung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Darbietung, Anbietung, Darstellung; E.: s. darbiet(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Darbietung, DW 2. 769, EWD s. u. bieten; GB.: seit vor 1510 belegte und aus darbiet(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Anbietung oder Darstellung; F.: Darbietung, Darbietungen+EW; Z.: Da-r—biet-ung
$darlegen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. darlegen, hinlegen, vorlegen, darstellen; E.: s. dar, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 2, 778, EWD s. u. darlegen; GB.: (daraleggen*) seit 863-871 belegte und aus dar und legen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hinlegen oder vorlegen oder darstellen; F.: darlegen, lege dar, legst dar, legt dar, legen dar, legest dar, leget dar, legte dar, legtest dar, legten dar, legtet dar, dargelegt, ##dargelegt, dargelegte, dargelegtes, dargelegtem, dargelegten, dargelegter##, darlegend, ###darlegend, darlegende, darlegendes, darlegendem, darlegenden, darlegender###, darzulegen, ####darzulegen, darzulegend, darzulegendes, darzulegendem, darzulegenden, darzulegender####, leg (!) dar+EW; Z.: dar—leg-en
$Darlegung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Darlegung, Vorlegung, Darstellung; E.: s. darleg(en), s. ung; L.: DW 2, 779, EWD s. u. darlegen; GB.: seit 1442 belegte und aus darleg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vorlegung oder Darstellung; F.: Darlegung, Darlegungen+EW; Z.: Dar—leg-ung
$Darlehen, Darlehn, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Darlehen; E.: s. dar, s. Lehen; L.: Kluge s. u. Darlehen, DW 2, 779, EWD s. u. Darlehen; GB.: seit 1581 (GrimmDW2) belegte und aus dar und Lehen bzw. Leihen gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Überlassung von Vermögen zu einer Nutzung durch einen anderen; F.: Darlehen, Darlehens, Darlehn, Darlehns+EW; Z.: Da-r—leh-en
Darm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Darm, Verdauungskanal; ne. gut, intestine; Vw.: s. (Blind-,) Mast-, Zwölffinger-; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. darm, st. M., Darm; mnd. darm, M., Darm; mnl. darm, M., Darm; ahd. darm, st. M. (a), Darm; as. tharm*, st. M. (i), Darm; anfrk. -; germ. *þarma-, *þarmaz, st. M. (a), Darm; idg. *tormos, *torh₂mo-, Sb., Loch, Pokorny 1071; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Darm, Kluge s. u. Darm, EWD s. u. Darm, DW 2, 779, DW2 6, 312, EWAhd 4, 81, EWAhd 2, 541, Falk/Torp 182, Duden s. u. Darm, Bluhme s. u. Darm; Son.: vgl. afries. therm, st. M. (a), Darm; nnordfries. teerm; ae. þearm, st. M. (a), Darm; an. þarmr, st. M. (a), Darm; got. -; nndl. darm, Sb., Darm; nschw. tarm, Sb., Darm; nnorw. tarm, M., Darm; gr. τόρμος (tórmos), M., gebohrtes Loch, Zapfenloch; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen schlauchförmigen Teil des Verdauungsapparats bei Menschen und Wirbeltieren zwischen Magen und After; BM.: bohren?, Loch des Afters; F.: Darm, Darms, Darmes, Därme, Därmen (!)+FW; Z.: Dar-m
Darmstadtium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Darmstadtium, ein kurzlebiges radioaktives Edelmetall; ne. darmstadtium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2003; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem ON Darmstadt; die genaue Bedeutung des ON ist ungeklärt; Son.: nndl. darmstadtium, Sb., Darmstadtium; frz. darmstadtium, M., Darmstadtium; nschw. darmstadtium, N., Darmstadtium; nnorw. darmstadtium, N., Darmstadtium; kymr. darmstadtiwm, M., Darmstadtium; nir. darmstaidtiam, M., Darmstadtium; poln. darmsztadt, M., Darmstadtium; lit. darmštatis, M., Darmstadtium; GB.: seit 2003 belegte und aus Darmstadt und ium gebildete Bezeichnung für ein von Forschern der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt 1994 durch Vereinung (Verschmelzung) von Nickel und Blei mit hoher Geschwindigkeit künstlich erzeugtes kurzlebiges radioaktives Edelmetall (chemisches Element Nr. 110, abgekürzt Ds); BM.: ON; F.: Darmstadtium, Darmstadtiums (!)+EW+FW?; Z.: Darm-sta-dt-i-um
Darre, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Darre, Trockengerüst; ne. drying kiln, torrefyer; Vw.: -; Hw.: s. dürr; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. darre, derre, st. F., sw. F., Darre, Dörrgestell, Brandstätte, Leichenbrandstätte, Dürre, Auszehrung; mnd. dare, darne, F., Darre; mnl. darre, F., Darre; ahd. darra*, st. F. (ō), Darre, Brandstätte; as. -; anfrk. -; germ. *þarzō, st. F. (ō), Darre; germ. *þarzō-, *þarzōn, sw. F. (n), Darre; idg. ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Darre, Kluge s. u. Darre, DW 2, 786, EWD s. u. dörren, DW2 6, 324, EWAhd 2, 545, Falk/Torp 183, Seebold 515, Duden s. u. Darre, Falk/Torp 183, Seebold 515; Son.: vgl. afries. thēre, st. F. (ō)?, sw. F. (n?), Darre; nschw. tarre, Sb., Darre; gr. ταρσός (tarsós), M., Dörrvorrichtung, Fläche; arm. tʻaṙ-er, Sb., Stange wo die Hühner ihren Ruheplatz haben; GB.: (darra) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Hürde zu dem Dörren bzw. Trocknen des Getreides bzw. Malzes (Trockengerüst); BM.: trocknen; F.: Darre, Darren (!)+EW; Z.: Darr-e
$darstellen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. darstellen, hinstellen, gestalten, vor Augen bringen; E.: s. dar, s. stellen; L.: Kluge s. u. darstellen, DW 2, 791, EWD s. u. darstellen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dar und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinstellen oder gestalten oder vor Augen bringen; F.: darstellen, stelle dar, stellst dar, stellt dar, stellest dar, stellet dar, stellte dar, stelltest dar, stellten dar, stelltet dar, dargestellt, ##dargestellt, dargestellte, dargestelltes, dargestelltem, dargestellten, dargestellter##, darstellend, ###darstellend, darstellende, darstellendes, darstellendem, darstellenden, darstellender###, darzustellen, ####darzustellen, darzustellend, darzustellende, darzustellendes, darzustellendem, darzustellenden, darzustellender####, stell dar(!)+EW; Z.: da-r—stel-l-en
$Darsteller, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Darsteller, Darstellender, Gestalter, Schauspieler; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. darstell(en), s. er; L.: Kluge s. u. darstellen, DW 2, 792, EWD s. u. darstellen; GB.: seit 1774 belegte und aus darstell(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Darstellenden oder Gestalter oder Schauspieler; F.: Darsteller, Darstellers, Darstellern+EW; Z.: Da-r—stel-l-er
$Darstellung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Darstellung, Gestaltung, Darbietung, Vorführung; E.: s. darstell(en), s. ung; L.: Kluge s. u. darstellen, DW 2, 792, EWD s. u. darstellen; GB.: seit 1529 belegte und aus darstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gestaltung oder Darbietung oder Vorführung; F.: Darstellung, Darstellungen+EW; Z.: Da-r—stel-l-ung
Darwinismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Darwinismus, Evolutionslehre; ne. Darwinism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1865; I.: Lw. ne. Darwinism; E.: s. ne. Darwinism, N., Darwinimus; von dem PN Darwin; L.: fehlt DW, DW2 6, 357, Duden s. u. Darwinismus; Son.: vgl. frz. darwinisme, M., Darwinismus; nschw. darwinism, Sb., Darwinismus; nnorw. darwinisme, M., Darwinismus; poln. darwinizm, M., Darwinismus; lit. darvinizmas, M., Darwinismus; GB.: seit 1865 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem PN Darwin und ismus gebildete Bezeichnung für die Lehre von der stammesgeschichtlichen Entwicklung der Lebewesen durch Auslese; BM.: nach Charles Darwin (1809-1882) als dem grundsätzlichen Entdecker der Evolution in der Geschichte der Welt und ihrer Lebewesen; F.: Darwinismus+FW; Z.: Darwin-ism-us
dasig, nhd. (ält.), Adj., (15. Jh.): nhd. dasig, an einem erwähnten Ort befindlich, dortig, dieser, jener; ne. weary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh. (Chronik der deutschen Städte); E.: mhd. dāsic, Adj., dieser da, dergleichen; vgl. mhd. dār, dā, Adv., da, dort, wo; ahd. dār, dar, dā, Adv., da, dort, von dort, dann, hier, wo, als, vorhanden; germ. *þar, *þer-, Adv., dort, da; idg. *tor, *tēr, Adv., dort, Pokorny 1087; s. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dasig, DW 2, 806, DW2 6, 365; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus da und s und ig gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an einem erwähnten Ort befindlich; BM.: da seiend; F.: dasig, dasige, dasiges, dasigem, dasigen, dasiger (!)+EW; Z.: da-s-ig
dass, nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. dass, wenn; ne. that; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. daz, dat, dez, Konj., Dem.-Pron., der, dieses, das, weil, daher, da, so dass; mnd. dat, Konj., dass; mnl. dat, Konj., dass; ahd. daz, Konj., dass, damit, weil, daher, da; as. that, Konj., Pron., das, dass; anfrk. that, Konj., dass, damit; germ. *þat-, Pron., das; s. germ. *þa-, *þer-, Pron., der, dieser; idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dasz, Kluge s. u. dass, DW 2, 811, EWD s. u. dass, DW2 6, 366 (dasz), Falk/Torp 174, Duden s. u. dass; Son.: unterschiedliche Schreibweise mit ß oder sz oder ss gegenüber das erst seit dem 16. Jahrhundert; vgl. afries. thet, Art., Konj., Adv., das, dass, damit, gesetzt dass, weil; ae. þæt (2), Konj., dass; an. -; got. þadei, relat. Adv., wohin, dorthin wo; nndl. zodat, Konj., sodass; GB.: seit 8. Jh. belegte und zu dem bestimmten Artikel der und die sowie das gehörige sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung die einen Subjektsatz oder einen Objektsatz oder einen Gleichungssatz einleitet; BM.: sächliche Form des Artikels; F.: dass+EW; Z.: dass
Dasselfliege, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dasselfliege, eine Fliege; ne. botfly, warble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl von nd. dase, Sb., Stechfliege; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Dasselfliege, fehlt DW, Duden s. u. Dasselfliege; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Dassel und Fliege gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche oft behaarte große Fliege die ihre Eier auf der Haut von Säugetieren ablegt; BM.: ?; F.: Dasselfliege, Dasselfliegen+FW+EW; Z.: Das-s-el—flie-g-e
Datei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Datei, auf einem Datenträger gespeicherter Angabenbestand; ne. file (N.), dataset; Vw.: -; Hw.: s. Daten; Q.: 20. Jh.; E.: nach dem Vorbild von Kartei gebildet von dem Part. Prät. (datum) von lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben, (um 450 v. Chr.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Datei; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lat. da(re) und t sowie ei (Suff..) gebildete Bezeichnung für einen nach zweckmäßigen Kriterien geordneten zur Aufbewahrung geeigneten Bestand an sachlich zusammengehörenden Belegen oder anderen Dokumenten (Gegebenheiten ) besonders in der Datenverarbeitung; BM.: geben bzw. zuschreiben; F.: Datei, Dateien+FW; Z.: Da-t-ei
Daten, nhd., (Part. Prät.=)N. Pl., (17. Jh.): nhd. Daten, Informationen; ne. data; Vw.: -; Hw.: s. Datei, Datum; Q.: 17. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: eigentlich Plural von nhd. Datum; L.: Kluge s. u. Daten, fehlt DW, EWD s. u. Datum, Duden s. u. Daten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Partizip Perfekt Passiv dat(um) von lat. da(re) gebildete Bezeichnung für durch Beobachtungen oder Messungen oder statistische Erhebungen u. a. gewonnene Zahlenwerte; BM.: geben; F.: Daten+FW; Z.: Da-t-en
Dativ, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dativ, Wemfall; ne. dative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582 (Amraser Liederbuch); I.: Lw. lat. (cāsus) datīvus; E.: s. lat. cāsus datīvus, M., Gebefall; vgl. lat. datīvus, Adj., zum Geben gehörig, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dativ, fehlt DW, EWD s. u. Dativ, DW2 6, 381, Duden s. u. Dativ; Son.: vgl. nndl. datief, Sb., Dativ; frz. datif, M., Dativ; nschw. dativ, Sb., Dativ; nnorw. dativ, M., Dativ; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den grammatikalischen Fall menschlicher Sprachen in dem häufig das Objekt eines intransitiven Verbes und bestimmte Umstandsangaben stehen; BM.: geben bzw. der zu dem Geben gehörende Fall wie beispielsweise hilf dem Schwachen; F.: Dativ, Dativs, Dative (!), Dativen (!)+FW; Z.: Da-t-iv
$Datsch, nhd., M.: nhd. Datsch, Schlag, eine Mehlspeise; L.: Kluge s. u. Datschi, DW 2, 825; F.: Datsch, Datsches, Datschs, Datsche, Datschen+EW; Z.: Datsch
Datsche, Datscha, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Datsche, Datscha, Landhaus, Wochenendhaus; ne. dacha, weekend home; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1879 (Wörterbuch); I.: Lw. russ. datscha; E.: s. russ. дача (datscha), F., Landhaus, kleiner Landsitz; vgl. russ. дать (dat’), V., geben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Datsche, fehlt DW, EWD s. u. Datsche, DW2 6, 382 (Datscha), Duden s. u. Datsche; Son.: vgl. nndl. datsja, Sb., Datsche, Datscha; frz. datcha, F., Datsche, Datscha; nschw. datja, Sb., Datsche, Datscha; nnorw. datsja, M., Datsche, Datscha; poln. dacza, F., Datsche, Datscha; GB.: seit 1879 belegte und aus dem Russischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon etwas früher mögliches Grundstück mit Wochenendhaus (vor allem in Russland); BM.: geben, Gabe des Fürsten; F.: Datsche, Datschen (!), Datscha, Datschas (!)+FW; Z.: Da-tsch-e
Datschi, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Datschi, Obstkuchen, belegter flacher Germkuchen; ne. fruitcake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl von einer Lautnachahmung von einem hinklatschen; L.: Kluge s. u. Datschi, fehlt DW, Duden s. u. Datschi; Son.: vor. allem bayerisch/bairisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen mit saftigem Obst wie beispielsweise Zwetschgen belegten flachen Germkuchen; BM.: lautmalend?; F.: Datschi, Datschis (!)+EW; Z.: Datsch-i
$Datschken, nhd., N.: nhd. Datschken; L.: Kluge s. u. Datschi, fehlt DW; F.: Datschken, Datschkens+EW; Z.: Datsch-k-en
Dattel, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Dattel, Dattelfrucht, Dattelpalme; ne. date (N.); Vw.: -; Hw.: s. Daktylus; Q.: 11. Jh.?; E.: s. mhd. datel, sw. F., Dattel; mhd. tatele, tatel, sw. F., Dattel; mnd. dadele, F., Dattel; mnl. dadele, F., Dattel; lat. dactylus, M., Dattel, Daktylus, (23/24-79 n. Chr.); gr. δάκτυλος (dáktylos), M., Dattel; wohl Lehnwort aus dem semitischen Raum, vgl. arab. daqal, hebr. deqel; L.: Kluge 1. A. s. u. Dattel, Kluge s. u. Dattel, DW 2, 826, EWD s. u. Dattel, DW2 6, 382, Duden s. u. Dattel, Bluhme s. u. Dattel; Son.: vgl. nndl. dadel, Sb., Dattel; frz. datte, F., Dattel; nschw. dadel, Sb., Dattel; nnorw. daddel, M., Dattel; poln. daktyl, M., Dattel; kymr. ddatys, Sb., Dattel; nir. dáta, M., Dattel; lit. datulė, F., Dattel; GB.: vielleicht seit 11. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie wohl dem Semitischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche längliche und sehr süße Frucht von dunkelbrauner Farbe der von Menschen in dem südlichen Mittelmeergebiet wohl seit 7000 Jahren verwendeten Dattelpalme; BM.: Form der Blätter der Dattelpalme; F.: Dattel, Datteln (!)+FW; Z.: Dat-t-el
$Dattelbaum, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Dattelbaum; E.: s. Dattel, s. Baum, L.: DW 2, 826, EWD s. u. Dattel; GB.: seit nach 1150 belegte und aus Dattel und Baum gebildete Bezeichnung für die Dattelfrüchte (Datteln) tragende und von den Menschen wohl seit 7000 Jahren genutzte Dattelpalme; F.: Dattelbaum, Dattelbaums, Dattelbaumes, Dattelbäume, Dattelbäumen+FW+EW; Z.: Dat-t-el—bau-m
$Dattelpalme, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Dattelpalme; E.: s. Dattel, s. Palme; L.: DW 2, 827, EWD s. u. Dattel; GB: seit 1668 belegte und aus Dattel und Palme gebildete Bezeichnung für die Dattelfrüchte tragende und von den Menschen wohl seit 7000 Jahren genutzte Palme; F.: Dattelpalme, Dattelpalmen+FW; Z.: Dat-t-el—palm-e
Datum, nhd., (Part. Prät.=)N., (13. Jh.): nhd. Datum, Angabe eines Kalendertags; ne. date (N.), datum; Vw.: -; Hw.: s. Daten; Q.: 1293 (Urkunde); E.: mhd. dātum, st. N., st. M., Datum, Ausfertigungseintrag, Datierung; mnd. dātum, N., M., Datum, Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung (auf zeitliche Dinge); s. lat. datum, N., Gegebenes, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dare, V., geben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Datum, DW 2, 828, EWD s. u. Datum, DW2 6, 383, Duden s. u. Datum; Son.: vgl. nndl. datum, Sb., Datum; frz. date, F., Datum; nschw. datum, Sb., datum; nnorw. dato, M., Datum; poln. data, F., Datum; nir. dáta, M., Datum; lit. data, F., Datum; GB.: seit 1293 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine dem Kalender entsprechende menschliche Zeitangabe bzw. Tagesangabe; BM.: geben, Benennung von gegeben an dem in alten Urkunden; F.: Datum, Datums, Daten+FW; Z.: Da-t-um
Daube, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Daube, Fassdaube; ne. stave wood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mhd. dūge, sw. F., Daube, Fassdaube, gebogenes Brett der Fasswandung; mnd. dūge, F., Daube; ahd.? dūga, sw. F. (n), Daube, Fassdaube; s. lat. doga, F., Gefäß, (4./5. Jh. n. Chr.); gr. δοχή (dochḗ), F., Gefäß (im Körper); vgl. idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Daube, Kluge s. u. Daube, DW 2, 829, EWD s. u. Daube, DW2 6, 388, Duden s. u. Daube, Bluhme s. u. Daube; Son.: vgl. nndl. duig, Sb., Daube; frz. douve, F., Daube; frz. douelle, F., Daube; GB.: seit 1261 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes gebogenes Seitenbrett eines sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Fasses oder eines ähnlichen Holzgefäßes; BM.: nehmen?; F.: Daube, Dauben+FW; Z.: Daub-e
däuchten, deuchten, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. däuchten, deuchten, dünken, scheinen, vorkommen; ne. think; Vw.: -; Hw.: s. dünken; Q.: 1427 (Schweizerisches Idiotikon); E.: rückgebildet aus (mir) däucht das ursprünglich Konj. Prät. zu nhd. dünken ist; L.: Kluge s. u. däuchten, DW 2 831, DW2 6, 798, Duden s. u. dünken; GB.: seit 1427 belegte und aus dünken rückgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches dünken oder scheinen oder vorkommen; BM.: denken; F.: däuchten, däucht, däuchtet, deuchten, deucht, deuchtet+EW; Z.: däuch-t-en
dauen, däuen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. dauen, däuen, verdauen; ne. digest (V.), eat (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. dewen, döuwen, douwen, sw. V., verdauen, verzehren, Nachwehen von etwas empfinden, büßen; mnd. douwen (2), döuwen, deuwen, dōgen, sw. V., verdauen; ahd. dewen*, douwen*, sw. V. (1b), verdauen, essen, auflösen; as. *thėwian?, sw. V. (1b), dauen, verdauen; anfrk. -; s. germ. *þaujan, sw. V., tauen; idg. *tā-, *tə-, *teh₂-, V., schmelzen, fließen, schwinden, Pokorny 1053; L.: DW 2, 838, DW2 6, 388, EWAhd 2, 619; Son.: vgl. afries -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 790 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches aufgenommene Nahrung in für den Körper verwertbare Stoffe umwandeln oder wechseln (Stoffwechsel); BM.: schmelzen; F.: dauen, daue, daust, daut (!), dauest, dauet, daute, dautest, dauten, dautet, gedaut, ##gedaut, gedaute, gedautes, gedautem, gedauten, gedauter##, dauend, ###dauend, dauende, dauendes, dauendem, dauenden, dauender###, dau (!), däuen, däue, däust, däut, däuest, däuet, däute, däutest, däuten, däutet, gedäut, ##gedäut, gedäute, gedäutes, gedäutem, gedäuten, gedäuter##, däuend, ###däuend, däuende, däuendes, däuendem, däuenden, däuender###, däu (!)+EW; Z.: dau-en
däuen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. däuen; Vw.: s. dauen
$Dauer, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Dauer, ein Zeitraum, eine Zeitspanne, ein Bestand; E.: s. dauern; L.: Kluge s. u. dauern 1, DW 2, 839, EWD s. u. dauern 1; GB.: seit 1230 belegte und aus dauern gebildete Bezeichnung für einen Zeitraum oder eine Zeitspanne oder einen Bestand; F.: Dauer, Dauern (!)+EW; Z.: Dau-er
$Dauerbrenner, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dauerbrenner, längere Zeit dauernd brennender Brenner; E.: s. Dauer, s. Brenner; L.: Kluge s. u. Dauerbrenner, fehlt DW; GB.: seit 1905 belegte und aus Dauer und Brenner gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten längere Zeit ohne weitere Maßnahme brennenden Ofen; F.: Dauerbrenner, Dauerbrenners, Dauerbrennern+EW; Z.: Dau-er-bren-n-er
$dauerhaft, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dauerhaft, dauernd, fortwährend, beständig; E.: s. Dauer, s. haft; L.: Kluge s. u. dauern 1, DW 2, 840, EWD s. u. dauern 1; GB.: seit 1578 belegte und aus Dauer und haft gebildete Bezeichnung für dauernd oder fortwährend oder beständig; F.: dauerhaft, dauerhafte, dauerhaftes, dauerhaftem, dauerhaften, dauerhafter(, dauerhaftere, dauerhafteres, dauerhafterem, dauerhafteren, dauerhafterer, dauerhaftest, dauerhafteste, dauerhaftestes, dauerhaftestem, dauerhaftesten, dauerhaftester)+EW; Z.: dau-er-haf-t
dauern (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. dauern (V.) (1), Dauer haben, währen, fortbestehen; ne. last (V.), endure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben, der arme Hartmann); E.: mhd. dūren, sw. V., dauern (V.) (1), Bestand haben, aushalten, standhalten; mnd. dūren, V., dauern (V.) (1); mnl. dūren, V., dauern (V.) (1); lat. dūrāre, V., hart machen, härten, abhärten, dauern (V.) (1), währen, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *deu- (3), *deu̯ə-, *du̯ā-, *dū-, V., bewegen, vordringen, sich entfernen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. dauern 1, Kluge s. u. dauern 1, EWD s. u. dauern 1, DW2 6, 403, DW2 6, 397, Duden s. u. dauern, Bluhme s. u. dauern1; Son.: vgl. nndl. duren, V., dauern (V.) (1); frz. durer, V., dauern (V.) (1); GB.: seit 1140-1160 belegte und aus lat. durare aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches währen oder fortbestehen oder Dauer haben; BM.: bewegen?; F.: dauern, dauere, dauerst, dauert, dauerte, dauertest, dauerten, dauertet, gedauert, ##gedauert, gedauerte, gedauertes, gedauertem, gedauerten, gedauerter##, dauernd, ###dauernd, dauernde, dauerndes, dauerndem, dauernden, dauernder###, dauer (!)+FW; Z.: dau-er-n
dauern (2), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. dauern (V.) (2), bedauern, Mitleid erregen, Mitleid haben; ne. commiserate, feel sorry for; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. tūren, sw. V., standhalten, sich bewähren, abwarten, aushalten, Ausdauer haben bei, ertragen, dauern (V.) (2); weitere Herkunft ungeklärt; manchmal zu nhd. teuer gestellt; L.: Kluge 1. A. s. u. dauern 2, Kluge s. u. dauern 2, DW 2, 842, EWD s. u. dauern 2, DW2 6, 403; Duden s. u. dauern, Bluhme s. u. dauern2; GB.: seit 1187/1189 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte vielleicht mit teuer verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Mitleid erregen; BM.: ?; F.: dauern, dauere, dauerst, dauert, dauerte, dauertest, dauerten, dauertet, gedauert, ##gedauert, gedauerte, gedauertes, gedauertem, gedauerten, gedauerter##, dauernd, ###dauernd, dauernde, dauerndes, dauerndem, dauernden, dauernder###, dauer (!)+EW; Z.: dau-er-n
$Dauern, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Dauern, Mitleid; Vw.: s. Be-; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. dauern; L.: DW 2, 843; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dauern (V.) (2) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Mitleid; F.: Dauern, Dauerns+EW; Z.: Dau-er-n
$dauernd, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. dauernd, andauernd, fortwährend, ständig; E.: s. dauern, s. d; L.: Kluge s. u. dauern 1, fehlt DW, EWD s. u. dauern 1; GB.: seit 1737 belegte und aus dauern (V.) (1) und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches andauernd oder fortwährend oder ständig; F.: dauernd, dauernde, dauerndes, dauerndem, dauernden, dauernder+EW; Z.: dau-er-nd
Daume, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Daume, Daumen, Daumenbreit; ne. thumb (N.); Vw.: -; Hw.: s. Daumen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dūme, doume, tūme, sw. M., Daume, Daumen, Handwinde in der Schmiede; mnd. dūme, M., Daumen (M.); mnl. dūme, M., Daumen; ahd. dūmo, sw. M. (n), Daume, Daumen; as. thūmo*, sw. M. (n), Daume, Daumen (M.); anfrk. -; wgerm. *þūmō-, *þūmōn, *þūma-, *þūman, sw. M. (n), Daume, Daumen; s. idg. *tumo-, Adj., dick, Pokorny 1080; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Daumen, Kluge s. u. dauern, DW 2, 845, EWD s. u. Daumen, DW2 6, 409, EWAhd 2, 849, Falk/Torp 185, Duden s. u. Daumen, Bluhme s. u. Daumen; Son.: vgl. afries. thūma, sw. M. (n), Daumen; nnordfries. tome, töme; ae. þūma, sw. M. (n), Daumen; an. þumalfingr, st. M. (a), Daumen; got. -; nndl. duim, Sb., Daume, Daumen; nschw. tumme, Sb., Daume, Daumen; nnorw. tommel, M., Daume, Daumen; gr. τύμβος (týmbos), τῦμος (tymos), M., Grabhügel, Grab, Erdhügel; lat. tumor, M., Schwellung, ‚Aufwallung; lit. tùmulas, M., Stück, Klumpen (M.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen ersten und stärksten kurzen Finger der Hand von Primaten mit nur zwei Gliedern der den übrigen Fingern gegenübergestellt werden kann; BM.: Dicker?, Geschwollener?; F.: Daume, Daumens, Daumen+EW; Z.: Dau-m-e
Daumen, Daume, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Daumen, Daume, Daumenbreit; ne. thumb (N.); Vw.: -; Hw.: s. Daume; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dūme, doume, tūme, sw. M., „Daume“, Daumen, Handwinde in der Schmiede; mnd. dūme, M., Daumen (M.); mnl. dūme, M., Daumen; ahd. dūmo, sw. M. (n), Daume, Daumen; as. thūmo*, sw. M. (n), Daume, Daumen (M.); anfrk. -; wgerm. *þūmō-, *þūmōn, *þūma-, *þūman, sw. M. (n), Daume, Daumen; s. idg. *tumo-, Adj., dick, Pokorny 1080; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Daumen, Kluge s. u. dauern, DW 2, 845, EWD s. u. Daumen, DW2 6, 409, EWAhd 2, 849, Falk/Torp 185, Duden s. u. Daumen, Bluhme s. u. Daumen; Son.: vgl. afries. thūma, sw. M. (n), Daumen; nnordfries. tome, töme; ae. þūma, sw. M. (n), Daumen; an. þumalfingr, st. M. (a), Daumen; got. -; nndl. duim, Sb., Daumen; nschw. tumme, Sb., Daumen; nnorw. tommel, M., Daumen; gr. τύμβος (týmbos), τῦμος (tymos), M., Grabhügel, Grab, Erdhügel; lat. tumor, M., Schwellung, ‚Aufwallung; lit. tùmulas, M., Stück, Klumpen (M.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen ersten und stärksten kurzen Finger der Hand von Primaten mit nur zwei Gliedern der den übrigen Fingern gegenübergestellt werden kann; BM.: Dicker?, Geschwollener?; F.: Daumen, Daumens+EW; Z.: Dau-m-en
$Däumling, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Däumling; E.: s. Daum(e), s. ling; L.: Kluge s. u. Daumen, DW 2, 850, EWD s. u. Daumen; GB.: seit 1469 belegte und aus Daum(e) und ling gebildete Bezeichnung für den für den Daumen gedachten Fingerteil des Fingerhandschuhs und für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche daumengroße Märchengestalt; F.: Däumling, Däumlings, Däumlinge, Däumlingen+EW; Z.: Däu-m-ling
Daune, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Daune, Flaumfeder; ne. down (N.), down feather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. dūne, F., Daune; aus einer nordischen Sprache entlehnt, s. an. dūnn, dȳnn, st. M. (a), Daune, Flaumfeder; germ. *dūna- (2), *dūnaz, st. M. (a), Daune; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Daune, Kluge s. u. Daune, DW 2, 853, EWD s. u. Daune, DW2 6, 415, Duden s. u. Daune, Bluhme s. u. Daune; Son.: vgl. nndl. dons, Sb., Daune; nschw. dun, Sb., Daune; nnorw. dun, M., F., N., Daune; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus einer nordischen Sprache aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche kleine zarte Feder mit weichem Kiel unter den Deckfedern von Vögeln (Flaumfeder); BM.: wirbeln?; F.: Daune, Daunen+FW+EW?; Z.: Dau-n-e
Dauphin, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dauphin, französischer Thronfolger; ne. dauphin; Vw.: -; Hw.: s. Delphin; Q.: 1665; I.: Lw. frz. dauphin; E.: s. frz. dauphin, M., Dauphin; vgl. frz. Dauphiné, F.=ON, Dauphiné; frz. dauphin, M., Delphin; lat. delphīnus, M., Delphin, (170-um 90 v. Chr.); gr. δελφίς (delphís), M., Delphin; vgl. gr. δελφύς (delphýs), F., Gebärmutter, Leibesfrucht; vgl. idg. *gᵘ̯elbʰ-, Sb., Gebärmutter, Junges, Pokorny 473? (693/15) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359?; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 6, 541, Duden s. u. Dauphin; GB.: seit 1665 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den französischen Thronfolger der seit dem 15. Jahrhundert die nach ihm benannte Landschaft Dauphiné um Vienne in dem mittleren östlichen Frankreich als Herrschaftsgebiet erhielt; BM.: Delphin; F.: Dauphin, Dauphins+FW; Z.: Dauph-in
Daus (1), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Daus (N.), zwei Augen in dem Würfelspiel, höchste Spielkarte in einem Kartenspiel; ne. deuce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. tūs, st. N., zwei Augen in dem Würfelspiel, Daus im Kartenspiel, geringer Wurf; mnd. dūs, dûs, N., Daus, Zwei auf dem Würfel, Ass auf der Karte, Ausbund, höchster Wurf; mnl. doys, M., Daus (N.); ahd. dūs, F., Daus (N.), Zwei; nordfrz. daus, Num. Kard., zwei; lat. duo, zwei; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Daus, Kluge s. u. Daus 1, DW 2, 853, DW2 6, 416, EWAhd 2, 890; Son.: vgl. an. dauss, st. M. (a), Zweier in dem Würfelspiel, Daus (N.); frz. daus, M., Daus (N.); nschw. dus, Sb., Daus (N.); poln. tuz, Sb., Ass (As) in dem Kartenspiel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen aufgenommene Bezeichnung für einen Wurf von zwei Augen in dem von Menschen entwickelten und verwendeten Würfelspiel beziehungsweise höchste Spielkarte in einem Kartenspiel; BM.: zwei (Augen); F.: Daus, Dauses (!), Däuser, Dause+FW; Z.: Dau-s
Daus (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Daus (M.), Teufelskerl; ne. daredevil?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1488?; I.: Lw. -?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht Herkunft von Teufel oder Dämon, s. nd. dūs, M., Teufel; L.: Kluge s. u. Daus 2, DW 2, 855, DW2 6, 416, Duden s. u. Daus 2; Son.: vor allem in Redewendungen bezeugt, s. z. B. ei der Daus!; GB.: vielleicht seit 1488 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Einordnung ungewöhnlicher Mitmenschen; BM.: Teufel?; F.: Daus+FW; Z.: Daus
Davidstern, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Davidstern, Judenstern; ne. star (N.) of David; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1930; E.: Vorderglied von dem PN David; aus dem Hebr., Dawidh, M., Geliebter; Hinterglied s. nhd. Stern; L.: fehlt DW, DW2 6, 419, Duden s. u. Davidstern; Son.: vgl. nndl. davidster, Sb., Davidstern; frz. étoile de David, F., Davidstern; nschw. davidsstjärna, Sb., Davidstern; nnorw. davidsstjerne, M., F., Davidstern; poln. gwiazda Dawida, F., Davidstern; GB.: vielleicht seit 1942 belegte Bezeichnung für ein jüdisches wohl 1490 von der jüdischen Gemeinde Prags erstmals verwendetes Glaubenssymbol in Form eines blauen sechszackigen und aus zwei gleichseitigen ineinandergeschobenen Dreiecken bestehenden Sternes auf weißem Untergrund; BM.: ?; F.: Davidstern, Davidsterns, Davidsternes, Davidsterne, Davidsternen+EW; Z.: David-s—ster-n
$dazumal, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. dazumal, seinerzeit, früher; E.: s. da, s. zumal; L.: EWD s. u. damals, DW 2, 876; GB.: seit um 1250 belegte und aus da und zumal gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches seinerzeit oder früher; F.: dazumal+EW; Z.: da—zu—mal
de…, nhd., Partikel, (14. Jh.?): nhd. de..., ent..., nicht; ne. de…; Vw.: s. -bakel, -batte, -battieren, -büt, -bütant, -bütieren, -chiffrieren, -dikation, -dedizieren, -duktion, -duktiv, -duzieren, -fätismus, -fätist, -fekt, -fektiv, -fensiv, -filee, -finieren, -finition, -finitiv, -fizit, -flation, -florieren, -formation, -formieren, -generation, -generieren, -gout, -goutant, -goutieren, -gradieren, -gustation, -gustieren, -kadent, -kadenz, -kantieren, -klamation, -klamatorisch, -klamieren, -klaration, -klarieren, -klassieren, -klination, -klinieren, -kolleté, -kolletiert, -kret, -legation, -legieren, -likat, -likatesse, -likt, -linquent, -lirium, -liziös, -logieren, -marche, -markation, -menti, -mentieren, -menz, -mission, -molieren, -monstrant, -monstration, -monstrativ, -monstrieren, -nunziant, -nunzieren, -partement, -pendance, -pesche, -peschieren, -plaziert, -ponens, -ponieren, -portation, -deportieren, -pot, -pression, -pressiv, -primieren, -putat, -putation, -putieren, -rivat, -rivation, -rivativ, -rivieren, -saster, -savouieren, -serteur, -sertieren, -siderat, -sign, -signation, -signer, -signieren, -skribieren, -skription. -skriptiv, -solat, -spektierlich, -sperat, -stillat, -stillation, -stillieren, -stination, -struktion, -struktiv, -tail, -tektiv, -tektor, -terminante, -termination, -terminativ, -terminieren, -tonation, -tonieren, -vastieren, -vianz, -vise, -vot, -votion, -votionalie, -zernat, -zernent, -zidiert; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. dē; E.: s. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. de-, EWD s. u. de-, Duden s. u. de-; Son.: s. demaskieren, demontieren, demoralisieren; vgl. nndl. de…, Präf., de…; frz. dé, Präf., Präf., de…; nschw. de…, Präf., de…; nnorw. de…, Präf., de…; poln. de…, Präf., de…; lit. de…, Präf., de…; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für von oder weg in Lehnwörtern oder Lehnbildungen; BM.: weg; F.: de…+FW; Z.: de-
…de, nhd., F., (6. Jh.): nhd. …de; ne. ?; Vw.: s. Allmen-, Feh-, Freu-, Hei-, Kühl-, Schei-, Wei-, Zier-; Hw.: -; Q.: 6. Jh.; E.: s. mhd. …ede, Suff., st. F., …de; ahd. …ida, Suff., st. F. (ō), …de; germ. *-iþō, Suff., st. F. (ō), …de; L.: Kluge s. u. …de; GB.: seit 6. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für die Bildung auf de endender weiblicher Substantive; F.: ...de, ...den+EW; Z.: -de
Debakel, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Debakel, Zusammenbruch, Niederlage; ne. debacle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1757; I.: Lw. frz. débâcle; E.: s. frz. débâcle, F., Debakel, Eisgang, plötzliche Auflösung; vgl. frz. débâcler, V., aufbrechen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. baculum, N., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze, (81-43 v. Chr.); idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Debakel, fehlt DW, EWD s. u. Debakel, DW2 6, 460, Duden s. u. Debakel; Son.: vgl. nndl. débâcle, Sb., Debakle; nschw. debacle, N., Debakel; nnorw. debacle, Sb., Debakel; GB.: seit 1757 (GrimmDW2) belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zusammenbruch oder eine Niederlage; BM.: mit einem Stab versperren; F.: Debakel, Debakels, Debakeln (!)+FW; Z.: De-bak-el
Debatte, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Debatte, Diskussion, Streitgespräch, Auseinandersetzung; ne. debate (N.), discussion; Vw.: -; Hw.: s. debattieren; Q.: 1689; I.: Lw. frz. débat; E.: s. frz. débat, M., Debatte, Meinungsaustausch; vgl. frz. débattre, V., diskutieren, zerschlagen (V.); frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. battre, V., schlagen, klopfen, walken; lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Debatte, fehlt DW, EWD s. u. debattieren, DW2 6, 461, Duden s. u. Debatte; Son.: vgl. nndl. debat, Sb., Debatte; nschw. debatt, Sb., Debatte; nnorw. debatt, M., Debatte; poln. debata, F., Debatte; lit. debatai, M. Pl., Debatte; GB.: seit 1689 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lebhaftes Streitgespräch oder eine Auseinandersetzung; BM.: schlagen?; F.: Debatte, Debatten+FW; Z.: De-bat-t-e
debattieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. debattieren, verhandeln, erörtern, ein Gespräch führen; ne. debate (V.), argue; Vw.: -; Hw.: s. Debatte; Q.: 1634; I.: Lw. ne. debate, frz. débattre; E.: s. ne. debate, V., debattieren, verhandeln; frz. débattre, V., diskutieren, zerschlagen (V.); frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. battre, V., schlagen, klopfen, walken; lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Debatte, fehlt DW, EWD s. u. debattieren, DW2 6, 462, Duden s. u. debattieren; Son.: vgl. nndl. debatteren, V., debattieren; nschw. debattera, V., debattieren; nnorw. debattere, V., debattieren; poln. debatować, V., debattieren; lit. debatuoti, V., debattieren; GB.: seit 1634 belegte und aus dem Französischen und dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verhandeln oder erörtern oder ein Gespräch führen; BM.: schlagen?; F.: debattieren, debattiere, debattierst, debattiert, debattierest, debattieret, debattierte, debattiertest, debattierten, debattiertet, ##debattiert, debattierte, debattiertes, debattiertem, debattierten, debattierter##, debattierend, ###debattierend, debattierende, debattierendes, debattierendem, debattierenden, debattierender###, debattier (!)+FW(+EW); Z.: de-bat-t-ier-en
debil, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. debil, schwachsinnig, schwach; ne. retarded, debilated; Vw.: -; Hw.: s. Debilität; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. dēbilis; E.: s. lat. dēbilis, Adj., geschwächt, entnervt, entkräftet, schwach, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, nach Georges 1, 1894 von lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, leicht zu handhabend; vgl. lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); nach Pokorny von idg. *bel- (2), *bol-?, Adj., stark, Pokorny 96 (155/16) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. debil, fehlt DW, EWD s. u. Debilität, DW2 6, 465, Duden s. u. debil; Son.: vgl. nndl. debil, Adj., debil; frz. débil, Adj., debil; nschw. debil, Adj., debil; nnorw. debil, Adj., debil; poln. debilny, Adj., debil; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus de und habilis gebildete Bezeichnung für schwach oder schwachsinnig; BM.: leicht zu handhaben seiend; F.: debil, debile, debiles, debilem, debilen, debiler(, debilere, debileres, debilerem, debileren, debilerer, debilste, debilstes, debilstem, debilsten, debilster)+FW+EW; Z.: de-b-il
Debilität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Debilität, Schwachsinn, Geistesschwäche; ne. debility; Vw.: -; Hw.: s. debil; Q.: 1631; I.: Lw. lat. dēbilitās; E.: s. lat. dēbilitās, F., Geschwächtheit, Gebrechlichkeit, Hinfälligkeit, Lähmung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēbilis, Adj., geschwächt, entnervt, entkräftet, schwach; weitere Herkunft ungeklärt, nach Georges 1, 1894 von lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, leicht zu handhabend; vgl. lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); nach Pokorny von idg. *bel- (2), *bol-?, Adj., stark, Pokorny 96 (155/16) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. debil, fehlt DW, EWD s. u. Debilität, DW 2 6, 465, Duden s. u. Debiltät; Son.: vgl. nschw. debilitet, Sb., Debilität; nnorw. debilitet, M., Debilität; GB.: seit 1631 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schwachsinn oder Geistesschwäche; BM.: leicht zu handhaben seiend?; F.: Debilität, Debilitäten (!)+FW(+EW); Z.: De-b-il-it-ät
Debüt, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Debüt, erstes Auftreten, Erstlings…; ne. debut; Vw.: -; Hw.: s. Debütant, debütieren; Q.: 1788 (Schiller)?; I.: Lw. frz. début; E.: s. frz. début, M., Debüt; vgl. frz. débuter, V., anspielen, beginnen, zum ersten Mal auftreten; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. (jouer) de but, V., aufs Ziel ausrichten; frz. but, M., Ziel, Zweck; wohl von einem Fränkischen *biutan, vgl. germ. *būtjan?, sw. V., teilen, erbeuten; vgl. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Debüt, fehlt DW, EWD s. u. Debüt, DW2 6, 468, Duden s. u. Debüt; Son.: vgl. nndl. debuut, Sb., Debüt; nschw. debut, Sb., Debüt; nnorw. debut, M., Debüt; poln. debiut, M., Debüt; lit. debiutas, M., Debüt; GB.: seit 1788 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl teilweise mit dem Fränkischen verbindbare Bezeichnung für das jeweils erste öffentliche Auftreten eines Menschen besonders eines Künstlers oder Sportlers; BM.: Ziel verfolgen; F.: Debüt, Debüts+FW(+EW); Z.: De-b-üt
Debütant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Debütant, erstmalig Auftretender, Anfänger; ne. debutant, novice; Vw.: -; Hw.: s. Debüt, debütieren; Q.: 1836 (Grillparzer); I.: Lw. frz. débutant; E.: s. frz. débutant, M., Debütant, Beginner; frz. débuter, V., anspielen, beginnen, zum ersten Mal auftreten; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. (jouer) de but, V., aufs Ziel ausrichten; frz. but, M., Ziel, Zweck; wohl von einem Fränkischen *biutan, vgl. germ. *būtjan?, sw. V., teilen, erbeuten; vgl. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Debüt, fehlt DW, EWD s. u. Debüt, DW2 6, 466, Duden s. u. Debütant; Son.: vgl. nschw. debutant, Sb., Debutant; nnorw. debutant, M., Debütant; poln. debiutant, M., Debütant; lit. debiutantas, M., Debütant; GB.: seit 1836 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl teilweise mit dem Fränkischen verbindbare Bezeichnung für einen erstmalig Auftretenden oder einen Anfänger; BM.: Ziel verfolgen; F.: Debütant, Debütanten+FW(+EW?); Z.: De-b-üt-ant
$Debütantin, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Debütantin, Anfängerin, erstmalig Auftretende; L.: Kluge s. u. Debüt, fehlt DW; GB.: seit 1860 belegte und aus Debütant und in gebildete sowie wohl teilweise mit dem Fränkischen verbindbare Bezeichnung für eine erstmalig Auftretende; F.: Debütantin, Debütantinnen (!)+FW+EW; Z.: De-b-üt-ant-in
debütieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. debütieren, erstmals auftreten; ne. debut (V.), come (V.) out; Vw.: -; Hw.: s. Debüt, Debütant; Q.: 1774; I.: Lw. frz. débuter; E.: s. frz. débuter, V., anspielen, beginnen, zum ersten Mal auftreten; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. (jouer) de but, V., aufs Ziel ausrichten; frz. but, M., Ziel, Zweck; wohl von einem Fränkischen *biutan, vgl. germ. *būtjan?, sw. V., teilen, erbeuten; vgl. idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Debüt, EWD s. u. Debüt, DW2 6, 469, Duden s. u. debütieren; Son.: vgl. nndl. debuteren, V., debütieren; nschw. debutera, V., debütieren; nnorw. debutere, V., debütieren; poln. debiutować, V., debütieren; lit. debiutuoti, V., debütieren; GB.: vielleicht seit 1774 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für erstmals öffentlich auftreten; BM.: Ziel verfolgen; F.: debütieren, debütiere, debütierst, debütiert, debütierest, debütieret, debütierte, debütiertest, debütierten, debütiertet, ##debütiert, debütierte, debütiertes, debütiertem, debütierten, debütierter##, debütierend, ###debütierend, debütierende, debütierendes, debütierendem, debütierenden, debütierender###, debütier (!)+FW+EW; Z.: de-b-üt-ier-en
Dechant, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Dechant, Dekan; ne. dean; Vw.: -; Hw.: s. Dekan, Doyen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. techan, techant, st. M., Dechant; mnd. dēken (1), dēchen, decan, M., Dekan, Dechant, Vorsteher in geistlichen und weltlichen Vereinigungen, Vorsteher des Kalands, Aufseher in Ämtern und Zünften; mnl. deken, M., Dechant; ahd. tehhan*, techan*, tehhant*, techant*, st. M. (a), Führer von zehn Mann, Dechant; s. lat. decānus, M., Dekan, Vorsteher von zehn, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dechant, DW 2, 880, DW2 6, 469, EWAhd 2, 552; Son.: vgl. nndl. deken, Sb., Dechant, Dekan; nschw. dekan, Sb., Dechant, Dekan; nnorw. dekan, M., Dechant, Dekan; poln. dziekan, M., Dechant, Dekan; kymr. deon, M., Dechant, Dekan; nir. déan, M., Dechant, Dekan; lett. dekāns, M., Dechant; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen höheren geistlichen Rang und einen Vorsteher eines Kirchenbezirks in der katholischen Kirche; BM.: Vorsteher von zehn Mann; F.: Dechant, Dechanten (!)+FW+EW; Z.: Dech-ant
Decher, Techer, nhd. (ält.), M., N., (13. Jh.): nhd. Decher, Techer, zehn Stücke gegerbte Tierfelle; ne. ten pieces of fur, dicker (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276 (Stadtrecht von Augsburg); E.: mhd. decher, techer, st. M., st. N., zehn Lederhäute von Kleinvieh, zehn Stück (Mengeneinheit); mnd. dēker, daker, M., Decher, Zählmaß (besonders für Häute bzw. Felle bzw. Pergament), Zahl von zehn; mnl. deker, daker, M.?, Decher, zehn Stück gegerbte Tierfelle; mlat. *decora, F., Mengeneinheit von zehn Stück; lat. decuria, F., Abteilung von Zehn, Dekurie, Zehnter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Decher, DW 2, 880, DW2 6, 473; Son.: vgl. an. dekur, st. M. (a), Decher, zehn Stück; nndl. deker, Sb., zehn Stück gegerbte Tierfelle?; nschw. däker, Sb., zehn Stück gegerbte Tierfelle?; nnorw. deker?, M., zehn Stück gegerbte Tierfelle?; GB.: seit 1276 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Maß für je 10 Stücke gegerbte Tierfelle und tierische Rauchwaren; BM.: zehn Stück, Zählung der Römer für Felle die von den Germanen als Tributzahlung geliefert wurden; F.: Decher, Dechers (!), Techer (!), Techers (!)+FW+EW; Z.: Dech-er
dechiffrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. dechiffrieren, entziffern, Geheimschrift entschlüsseln; ne. decipher, decode; Vw.: -; Hw.: s. Chiffre, chiffrieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. dechiffrer; E.: s. frz. dechiffrer, V., dechiffrieren, entziffern; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. chiffrer, V., chiffrieren, mit Geheimzeichen schreiben; vgl. frz. chiffre, M., Ziffer, Zahl; afrz. ciffre, M., Null, Ziffer; it. cifra, F., Zahl; mlat. cifra, F., Zahl, arabische Zahl, Ziffer; arab. as-sifr, Sb., Null, Nichts; ai. śūnyá, Adj., leer; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Chiffre, EWD s. u. Chiffre, Duden s. u. chiffrieren; Son.: vgl. nschw. dechiffrera, V., dechiffrieren; nnorw. dechiffrere, V., dechiffrieren; poln. odszyfrowywać, V., dechiffrieren; GB.: seit 1726 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Mittellateinischen und dem Arabischen und Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine Geheimschrift entschlüsseln beziehungsweise höhlen?; BM.: von, leer; F.: dechiffrieren, dechiffriere, dechiffrierst, dechiffriert, dechiffrierest, dechiffrieret, dechiffrierte, dechiffriertest, dechiffrierten, dechiffriertet, ##dechiffriert, dechiffrierte, dechiffriertes, dechiffriertem, dechiffrierten, dechiffrierter##, dechiffrierend, ###dechiffrierend, dechiffrierende, dechiffrierendes, dechiffrierendem, dechiffrierenden, dechiffrierender###, dechiffrier (!)+FW+EW; Z.: de—chi-ffr-ier-en
Dechse, nhd. (ält.), F., (12. Jh.?): nhd. Dechse, Dechsel, Beil, Hacke (F.) (2), Haue, Queraxt; ne. adze, ax, axe, thixel; Vw.: -; Hw.: s. Dechsel; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. dehse, F., Beil, Hacke (F.) (2), Queraxt; ahd. dehsa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Axt, Queraxt, Beil, Flachsschwinge?; as. -; anfrk. -; germ. *þehsalō, *þeslō, st. F. (ō), Axt, Queraxt; germ. *þehsalō-, *þehsalōn, *þeslō-, *þeslōn, sw. F. (n), Axt, Queraxt; s. idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058? (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058? (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, DW2 6, 474; Son.: vgl. afries. -; ae. þeox, Sb., Jagdspeer; an. þexla, sw. F. (n), Axt; got. -; nndl. dissel, Sb., Dechse, Dechsel, Queraxt; nschw. (dial.) täxla, Sb., Dechse, Dechsel, Queraxt; ? lat. tēlum, N., Wurfgeschoss; air. tál, Sb., Queraxt; lit. tasìklis, Sb., Axt; russ.-ksl. teslá, Sb., Axt; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein beilähnliches Werkzeug zu einem Aushauen von Vertiefungen oder Ähnlichem mit quer zu dem Holm stehendem meist leicht gekrümmtem Blatt aus Metall; BM.: weben?; F.: Dechse, Dechsen (!)+EW; Z.: Dech-s-e
Dechsel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Dechsel, Dechse, Beil, Hacke (F.) (2), Haue, Queraxt; ne. adze, ax, axe, thixel; Vw.: -; Hw.: s. Dechse; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. dehsel, F., Beil, Hacke (F.) (2); mnd. desele, deissel, F., Dechsel, Queraxt; mnl. dissel, Sb., Queraxt; ahd. dehsala, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Dechsel, Axt, Queraxt, Beil; ahd. dehsal, st. F. (i?)?, Dechsel, Axt; as. -; anfrk. -; germ. *þehsalō, *þeslō, st. F. (ō), Axt, Queraxt; germ. *þehsalō-, *þehsalōn, *þeslō-, *þeslōn, sw. F. (n), Axt, Queraxt; s. idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058? (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058? (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dechsel, DW 2, 881, DW2 6, 474, EWAhd 2, 566, Falk/Torp 178, Seebold 511, Duden s. u. Dechsel; Son.: vgl. afries. -; ae. þeox, Sb., Jagdspeer; an. þexla, sw. F. (n), Axt; got. -; nndl. dissel, Sb., Dechsel, Queraxt; nschw. (dial.) täxla, Sb., Dechsel, Queraxt; ? lat. tēlum, N., Wurfgeschoss; air. tál, Sb., Queraxt; lit. tasìklis, Sb., Axt; russ.-ksl. teslá, Sb., Axt; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus Dechs(e) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein beilähnliches Werkzeug zu einem Aushauen von Vertiefungen oder Ähnlichem mit quer zu dem Holm stehendem meist leicht gekrümmtem Blatt aus Metall; BM.: weben?; F.: Dechsel, Dechseln+EW; Z.: Dech-s-el
Deck, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Deck, Schiffsdecke; ne. deck (N.); Vw.: -; Hw.: s. decken; Q.: 1675; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen übernommen, wohl von nndl. overdeck, Sb., Deck, Überdecke (Lüs. zu it. coperta, F., Decke, frz. couverte, F., Deck); weitere Herkunft s. nhd. decken; L.: Kluge s. u. Deck, DW 2, 881, DW2 6, 475, Duden s. u. Deck, Bluhme s. u. Deck; Son.: vgl. nndl. dek, Sb., Deck; nschw. däck, Sb., Deck; nnorw. dekk, N., Deck; nir. deic, F., Deck; GB.: seit 1675 belegte Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung und Verwendung von geschlossenen Wasserfahrzeugen möglichen den Rumpf nach oben hin abschließende waagerechte Fläche oder Decke; BM.: zudecken; F.: Deck, Decks+EW; Z.: Deck
$Decke, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Decke, Bedeckung; Vw.: s. Stepp-; E.: s. decke(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Decke, Kluge s. u. decken, DW 2, 882, EWD s. u. decken; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit decken verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Abschluss einer Gegebenheit nach oben oder eine Bedeckung; F.: Decke, Decken (N.)+EW; Z.: Deck-e
$Deckel, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Deckel; Vw.: s. Pappen-; E.: s. deck(en), s. el (Suffix); L.: Kluge s. u. decken, DW 2, 435 (nur Brunnendeckel), DW 2, 885, EWD s. u. decken, DW 2, 6, 489; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus deck(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl von Menschen entwickelten und verwendeten Abschluss einer Gegebenheit nach oben oder nach vorne oder nach hinten; F.: Deckel, Deckels, Deckeln (!)+EW; Z.: Deck-el
decken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. decken, bedecken, schirmen; ne. cover (V.), thatch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Deck; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. decken, tecken, sw. V., decken, bedecken, mit einem Dach versehen (V.), schützen, schirmen, abwehren; mnd. decken, sw. V., decken, bedecken; mnl. decken, V., decken; ahd. dekken*, decken*, sw. V. (1a), decken, bedecken, bekleiden, verhüllen; as. thėkkian?, sw. V. (1a), decken; anfrk. thekken, theckon*, sw. V. (1), decken, bedecken; germ. *þakjan, sw. V., decken; s. idg. *steg- (1), teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. decken, Kluge s. u. decken, EWD s. u. decken, DW 2, 888, DW2 6, 491, EWAhd 2, 553, Falk/Torp 176, Duden s. u. decken; Son.: vgl. afries. thekka, sw. V. (1), decken; nfries. deckjen, V., decken; ae. þaccian, sw. V. (2), schlagen, berühren, streicheln; ae. þėccan, sw. V. (1), decken, bedecken, verbergen; ae. þacian, sw. V. (1?), bedachen, decken; an. þekja (2), sw. V. (1), decken, kleiden, mit einem Dach versehen (V.); got. *þakjan, sw. V. (1), decken; nndl. dekken, V., decken; nschw. täcka, V., decken; nnorw. dekke, V., decken; air. tuigithir, Adj., bedeckt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes abdecken oder mit einer Abdeckung oder einem Dach versehen (V.) oder schützen oder schirmen oder später auch bespringen; BM.: Dach?; F.: decken, decke (!), deckst, deckt, deckest, decket, deckte, decktest, deckten, decktet, gedeckt, ##gedeckt, gedeckte, gedecktes, gedecktem, gedeckten, gedeckter##, deckend, ###deckend, deckende, deckendes, deckendem, deckenden, deckender###, deck (!)+EW; Z.: deck-en
$Decker, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Decker, Deckender; Vw.: s. Ab-(, Dach-); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. deck(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 892, DW2 6, 499; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus deck(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl nach natürlichem Vorbild möglichen Deckenden; F.: Decker, Deckers, Deckern (!)+EW; Z.: Deck-er
$Deckmantel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Deckmantel, Tarnmantel, Verhüllung, Vorwand; E.: s. deck(en), s. Mantel; L.: Kluge s. u. Deckmantel, DW 2, 893, EWD s. u. Mantel; GB.: seit um 1300 belegte und aus deck(en) und Mantel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl schon früher entwickelten und verwendeten verdeckenden Mantel oder einen Tarnmantel oder eine Verhüllung oder einen Vorwand; F.: Deckmantel, Deckmantels, Deckmäntel, Deckmänteln+EW+FW; Z.: Deck—man-tel
Dedikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dedikation, Widmung, Gabe; ne. dedication; Vw.: -; Hw.: s. dedizieren; Q.: 1584; I.: Lw. lat. dēdicātio; E.: s. lat. dēdicātio, F., Weihung, Einweihung, Weihe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēdicāre, V., kundgeben, dartun, beweisen, erklären, verkünden; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dedizieren, fehlt DW, DW2 6, 508, Duden s. u. Dedikation; Son.: vgl. nndl. dedicatie, Sb., Dedikation; nschw. dedikation, Sb., Dedikation; nnorw. dedikasjon, M., Dedikation; poln. dedykacja, F., Dedikation; lit. dedikacija, F., Dedikation; GB.: seit 1584 (GrimmDW2) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Widmung oder Gabe eines Gegenstands an einen bestimmten Menschen; BM.: sprechen bzw. versprechen; F.: Dedikation, Dedikationen+FW+EW; Z.: De-di-k-at-io-n
dedizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. dedizieren, geben, widmen, schenken oder bestmmen; ne. dedicate; Vw.: -; Hw.: s. Dedikation; Q.: 1511; I.: Lw. lat. dēdicāre; E.: lat. dēdicāre, V., kundgeben, dartun, beweisen, erklären, weihen, widmen, (234-149 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dedizieren, fehlt DW, EWD s. u. dedizieren, DW2 6, 510, Duden s. u. dedizieren; Son.: vgl. frz. dédicacer, V., dedizieren; frz. dedicera, V., dedizieren; nnorw. dedisere, V., dedizieren; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie (durch ieren) umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geben oder widmen oder bestimmen; BM.: sprechen bzw. versprechen; F.: dedizieren, dediziere, dedizierst, dediziert, dedizierest, dedizieret, dedizierte, dediziertest, dedizierten, dediziertet, ##dediziert, dedizierte, dediziertes, dediziertem, dedizierten, dedizierter##, dedizierend, ###dedizierend, dedizierende, dedizierendes, dedizierendem, dedizierenden, dedizierender###, dedizier (!)+FW+EW; Z.: de-di-z-ier-en
Deduktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Deduktion, Ableitung; ne. deduction; Vw.: -; Hw.: s. deduzieren, deduktiv; Q.: 1555; I.: Lw. lat. dēductio; E.: s. lat. dēductio, F., Abführen, Fortführen, Geleiten, Begleiten, Geleit, Begleitung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēdūcere, V., herabführen, hinabziehen, herabziehen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deduzieren, fehlt DW, EWD s. u. deduzieren, DW2 6, 510, Duden s. u. Deduktion; Son.: vgl. frz. déduction, F., Deduktion; nschw. deduktion, Sb., Deduktion; nnorw. deduksjon, M., Deduktion; poln. dedukcja, F., Deduktion; lit. dedukcija, F., Deduktion; GB.: seit 1555 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und (durch n) umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche und verwendete Ableitung eines Besonderen aus einem Allgemeinen; BM.: herabziehen; F.: Deduktion, Deduktionen+FW+EW?; Z.: De-du-k-t-io-n
deduktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. deduktiv, ableitend; ne. deductive; Vw.: -; Hw.: s. deduzieren, Deduktion; Q.: 1852 (Jhering); I.: Lw. lat. dēductīvus; E.: s. lat. dēductīvus, Adj., abgeleitet, zurückführend, (5. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. dēdūcere, V., herabführen, hinabziehen, herabziehen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deduzieren, fehlt DW, EWD s. u. deduzieren, DW2 9, 542, Duden s. u. deduzieren; Son.: vgl. nndl. deduktiv, Adj., deduktiv; frz. déductif, Adj., deduktiv; nnorw. deduktiv, Adj., deduktiv; poln. dedukcyjny, Adj., deduktiv; nir. déaduchtach, Adj., deduktiv; lit. dedukcinis, Adj., deduktiv; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Besonderes aus Allgemeinem ableitend oder herleitend; BM.: herabziehen; F.: deduktiv, deduktive, deduktives, deduktivem, deduktiven, deduktiver+FW+EW; Z.: de-du-k-t-iv
deduzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. deduzieren, ableiten, herleiten; ne. deduce; Vw.: -; Hw.: s. Deduktion, deduktiv; I.: Lw. lat. dēdūcere; E.: s. lat. dēdūcere, V., herabführen, hinabziehen, herabziehen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deduzieren, fehlt DW, EWD s. u. deduzieren, DW2 6, 512, Duden s. u. deduzieren; Son.: vgl. nndl. deduceren, V., deduzieren; frz. déduire, V., deduzieren, abziehen; nschw. deducera, V., deduzieren; nnorw. dedusere, V., deduzieren; poln. dedukować, V., deduzieren; kymr. diddwytho, V., ableiten, folgern; nir. déaduchtaím, V., ableiten, herleiten, deduzieren; GB.: seit 1513 (GrimmDW2) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie (durch ieren) umgebildete Bezeichnung für dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung mögliches Besonderes aus einem Allgemeinen ableiten oder herleiten; BM.: herabziehen; F.: deduzieren, deduziere, deduzierst, deduziert, deduzierest, deduzieret, deduzierte, deduziertest, deduzierten, deduziertet, ##deduziert, deduzierte, deduziertes, deduziertem, deduzierten, deduzierter##, deduzierend, ###deduzierend, deduzierende, deduzierendes, deduzierendem, deduzierenden, deduzierender###, deduzier (!)+FW+EW; Z.: de-du-z-ier-en
Defätismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Defätismus, Mutlosigkeit, Schwarzseherei; ne. defeatism; Vw.: -; Hw.: s. Defätist; Q.: 1919; I.: Lw. frz. défaitisme; E.: s. frz. défaitisme, M., Defätismus; vgl. frz. défaite, F., Niederlage; frz. défaire, V., zerstören; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. faire, V., machen; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defätismus, fehlt DW, EWD s. u. Defätismus, DW2 6, 514, Duden s. u. Defätismus; Son.: vgl. nndl. defaitisme, Sb., Defätismus; nschw. defaitism, Sb., Defätismus; nnorw. defaitisme, M., Defätismus; poln. defetyzm, M., Defätismus; GB.: seit 1919 belegte und aus dem durch Russland beeinflussten Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine durch die Überzeugung keine Aussicht auf einen Sieg oder auf einen Erfolg zu haben und durch eine daraus resultierende starke Neigung zu einem Aufgeben gekennzeichnete geistige Haltung der Mutlosigkeit oder Schwarzseherei; BM.: während des Ersten Weltkriegs in Russland zu Niederlage gebildet als Haltung gegenüber dem Kriegsausgang und in dem Französischen als Lüs. übernommen; F.: Defätismus+FW+EW; Z.: De-fä-t-ism-us
Defätist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Defätist, Schwarzseher, der Neigung zu einem Aufgeben Verfallener; ne. defeatist; Vw.: -; Hw.: s. Defätismus; Q.: 1922; I.: Lw. frz. défaitiste; E.: s. frz. défaitiste, M., Defätist, dem Defätismus Verfallener; frz. défaite, F., Niederlage; frz. défaire, V., zerstören; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. faire, V., machen; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defätismus, fehlt DW, EWD s. u. Defätismus, DW2 6, 514, Duden s. u. Defätist; Son.: vgl. nndl. defaitist, M., Defätist; nschw. defaitist, Sb., Defätist; nnorw. defaitist, M., Defätist; poln. defetysta, M., Defätist; GB.: seit 1922 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen der Neigung zu einem Aufgeben Verfallenen; BM.: während des Ersten Weltkriegs in Russland zu Niederlage gebildet als Haltung gegenüber dem Kriegsausgang und in dem Französischen als Lehnübersetzung übernommen; F.: Defätist, Defätisten+FW+EW; Z.: De-fä-t-ist
$defätistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. defätistisch; E.: s. Defätist, s. isch; L.: Kluge s. u. Defätismus, fehlt DW, EWD s. u. Defätismus; GB.: vielleicht seit 1932 belegte und aus Defätist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mutlos oder zweifelnd; F.: defätistisch, defätistische, defätistisches, defätistischem, defätistischen, defätistischer(, defätistischere, defätistischeres, defätistischerem, defätistischeren, defätistischerer, defätistischst, defätistischste, defätistischstes, defätistischstem, defätistischsten, defätistischster)+FW+EW; Z.: de-fä-t-ist-isch
defekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. defekt, beschädigt, schadhaft; ne. defective, faulty; Vw.: -; Hw.: s. defekt, defektiv; Q.: 1631; I.: Lw. lat. dēfectus; E.: s. lat. dēfectus (1), (Part. Prät.=)Adj., losgemacht, abtrünnig geworden, beschädigt, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. dēficere, V., sich losmachen, abfallen, abtrünnig werden, untreu werden; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defekt, fehlt DW, EWD s. u. Defekt, DW2 6, 515, Duden s. u. defekt; Son.: vgl. nndl. defect, Adj., defekt; frz. défectueux, Adj., defekt; nschw. defekt, Adj., defekt; nnorw. defekt, Adj., defekt; GB.: seit 1631 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliches beschädigt oder schadhaft; BM.: abmachen bzw. abfallen; F.: defekt, defekte, defektes, defektem, defekten, defekter(, defektere, defekteres, defekterem, defekteren, defekterer, defektest, defekteste, defektestes, defektestem, defektesten, defekteste+FW+EW; Z.: de-fe-k-t
Defekt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Defekt, Abfall, Schade, Schaden (M.), Fehler, Mangel M.); ne. defect (N.), bug (N.); Vw.: -; Hw.: s. defekt, defektiv; Q.: 1518; I.: Lw. lat. dēfectus; E.: s. lat. dēfectus, M., Abfall, Abtrünnigkeit, Abnehmen, Ausgehen, Schwinden, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēficere, V., sich losmachen, abfallen, abtrünnig werden, untreu werden; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defekt, fehlt DW, EWD s. u. Defekt, DW2 6, 515, Duden s. u. Defekt; Son.: vgl. nndl. defect, Sb., Defekt; frz. défaut, M., Defekt; nschw. defekt, M., Defekt; nnorw. defekt, M., Defekt; lit. defektas, M., Defekt; GB.: seit 1518 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Abfall oder einen Schaden oder einen Fehler oder einen Mangel (M.); BM.: abmachen bzw. abfallen; F.: Defekt, Defekts, Defektes, Defekte, Defekten (!)+FW+EW; Z.: De-fe-k-t
defektiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. defektiv, unvollständig, mangelhaft; ne. defective; Vw.: -; Hw.: s. Defekt, defekt; Q.: 1716 (Lexikon); E.: s. lat. dēfectīvus, Adj., abnehmend, ausbleibend, mangelhaft, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. dēficere, V., sich losmachen, abfallen, abtrünnig werden, untreu werden; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defekt, fehlt DW, DW2 6, 516, Duden s. u. defektiv; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches unvollständig oder mangelhaft; BM.: abmachen bzw. abfallen; F.: defektiv, defektive, defektives, defektivem, defektiven, defektiver(, defektivere, defektiveres, defektiverem, defektiveren, defektiverer, defektivst, defektivste, defektivstes, defektivstem, defektivsten, defektivster)FW(+EW); Z.: de-fe-k-t-iv
defensiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. defensiv, verteidigend, zurückhaltend; ne. defensive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1531 (Urkunde); I.: Lw. mlat. dēfēnsīvus; E.: s. mlat. dēfēnsīvus, Adj., abwehrend; vgl. lat. dēfendere, V., fernhalten, abhalten, abwehren, abweisen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fendere, V., stoßen, sich verteidigen; idg. *gᵘ̯ʰenə-, *gᵘ̯ʰen- (2), V., schlagen, töten, Pokorny 491 (730/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. defensiv, fehlt DW, EWD s. u. defensiv, DW2 6, 522, Duden s. u. defensiv; Son.: vgl. nndl. defensief, Adj., defensiv, verteidigend; frz. défensif, Adj., defensiv, verteidigend; nschw. defensiv, Adj., defensiv, verteidigend; nnorw. defensiv, Adj., defensiv, verteidigend; poln. defensywny, Adj., defensiv, verteidigend; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches verteidigend oder zurückhaltend; BM.: schlagen; F.: defensiv, defensive, defensives, defensivem, defensiven, defensiver(, defensivere, defensiveres, defensiverem, defensiveren, defensiverer, defensivste, defensivstes, defensivstem, defensivsten, defensivster)+FW+EW; Z.: de-fen-s-iv
$Defensive, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Defensive; E.: s. defensiv, s. e; L.: Kluge s. u. defensiv, fehlt DW, EWD s. u. defensiv; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus defensiv und e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Verteidigung oder Zurückhaltung; F.: Defensive, Defensiven +FW+EW; Z.: De-fen-s-iv-e
Defilee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Defilee, Aufmarsch, Vorbeimarsch, Engpass; ne. parade; Vw.: -; Hw.: s. defilieren; Q.: 1705; I.: Lw. frz. défilé; E.: s. frz. défilé, M., Defilee, Umzug; vgl. frz. défiler, V., defilieren, in Reihen vorbeiziehen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. file, F., Reihe, Schlange; frz. filer, V., an einem Faden vereinigen, in einer Reihe vereinigen; lat. fīlāre, V., einen Faden ziehen, (297-310 n. Chr.); lat. fīlum, N., Faden; lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden, schaffen; idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. defilieren, EWD s. u. defilieren, DW2 6, 525, Duden s. u. Defilee; Son.: vgl. nnorw. defile, N., Defilee; poln. defilada, F., Defilee; GB.: seit 1705 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufmarsch oder Vorbeimarsch; BM.: wie an einem Faden gehen; F.: Defilee, Defilees+FW+EW; Z.: De-fil-ee
defilieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. defilieren, in Reihen vorbeiziehen; ne. defile; Vw.: -; Hw.: s. Defilee; Q.: 1702; I.: Lw. frz. défiler; E.: s. frz. défiler, V., defilieren, in Reihen vorbeiziehen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. file, F., Reihe, Schlange; frz. filer, V., an einem Faden vereinigen, in einer Reihe vereinigen; lat. fīlāre, V., einen Faden ziehen, (297-310 n. Chr.); lat. fīlum, N., Faden; lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden, schaffen; idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. defilieren, fehlt DW, EWD s. u. defilieren, DW2 6, 526, Duden s. u. defilieren; Son.: vgl. nndl. defileren, V., defilieren; nschw. defilera, V., defilieren; nnorw. defilere, V., defilieren; poln. defilować, V., defilieren; GB.: seit 1702 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches parademäßig oder feierlich an besonders hochgestellten Persönlichkeiten in Reihen vorbeiziehen; BM.: wie an einem Faden gehen; F.: defilieren, defiliere, defilierst, defiliert, defilierest, defilieret, defilierte, defiliertest, defilierten, defiliertet, ##defiliert, defilierte, defiliertes, defiliertem, defilierten, defilierter##, defilierend, ###defilierend, defilierende, defilierendes, defilierendem, defilierenden, defilierender###, defilier (!)+FW+EW; Z.: de-fil-ier-en
definieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. definieren, bestimmen, festlegen, erklären; ne. define; Vw.: -; Hw.: s. Definition, definitiv; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. dēfīnīre; E.: s. lat. dēfīnīre, V., abgrenzen, begrenzen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. definieren, EWD s. u. Definition, DW2 6, 526, Duden s. u. definieren; Son.: s. mhd. diffinieren, sw. V., definieren, beschließen, entscheiden; vgl. nndl. definieren, V., definieren; frz. définier, V., definieren; nschw. defienera, V., definieren; nnorw. definera, V., definieren; poln. definiować, V., definieren; kymr. diffinio, V., definieren; GB.: seit 1301 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches den Inhalt eines Wortes oder Begriffs auseinanderlegen oder bestimmen oder festlegen oder erklären; BM.: abgrenzen; F.: definieren, definiere, definierst, definiert, definierest, definieret, definierte, definiertest, definierten, definiertet, ##definiert, definierte, definiertes, definiertem, definierten, definierter##, definierend, ###definierend, definierende, definierendes, definierendem, definierenden, definierender###, definier (!)+FW+EW; Z.: de-fin-ier-en
Definition, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Definition, Begriffsbestimmung, Festlegung; ne. definition; Vw.: -; Hw.: s. definieren, definitiv; Q.: 1464; I.: Lw. lat. dēfīnītio; E.: s. lat. dēfīnītio, F., Abgrenzung, Begrenzung, Festsetzung, Bestimmung, Erörterung, Erläuterung, Erklärung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēfīnīre, V., abgrenzen, begrenzen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. definieren, fehlt DW, EWD s. u. Definition, DW2 6, 528, Duden s. u. Definition; Son.: vgl. nndl. definitie, Sb., Definition; frz. définition, F., Definition; nschw. definition, Sb., Definition; nnorw. definisjon, M., Definition; poln. definicja, F., Definition; kymr. diffiniad, M., Definition; nir. deifníd, F., Definition; lit. definicija, F., Definition; GB.: seit 1464 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bestimmung oder Festlegung oder Erklärung; BM.: abgrenzen; F.: Definition, Definitionen+FW+EW; Z.: De-fin-it-io-n
definitiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. definitiv, endgültig; ne. definite, definitive; Vw.: -; Hw.: s. definieren, Definition; I.: Lw. lat. dēfīnītīvus; E.: s. lat. dēfīnītīvus, Adj., begriffsbestimmend, bestimmend, näher erläuternd, definierend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēfīnīre, V., abgrenzen, begrenzen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. definieren, fehlt DW, EWD s. u. Definition, DW2 6, 529, Duden s. u. definitiv; Son.: vgl. nndl. definitief, Adj., definitiv; frz. définitif, Adj., definitiv; nschw. definitiv, Adj., definitiv; nnorw. definitiv, Adj., definitiv; poln. definitywny, Adj., definitiv; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches für ihn bestimmt oder endgültig; BM.: abgrenzen; F.: definitiv, definitive, definitives, definitivem, definitiven, definitiver(, definitivere, definitiveres, definitiverem, definitiveren, definitiverer, definitivst, definitivste, definitivstes, definitivstem, definitivsten, definitivster)+FW(+EW); Z.: de-fin-it-iv
Defizit, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Defizit, Fehlbetrag (bei Einnahmen), Mangel (M.); ne. deficit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1788?; I.: Lw. frz. déficit; E.: s. frz. déficit, M., Defizit, Mangel (M.), Fehlbetrag; lat. dēficere, V., sich losmachen, abfallen, abtrünnig werden, untreu werden, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Defizit, fehlt DW, EWD s. u. Defizit, DW2 6, 54, Duden s. u. Defizit; Son.: vgl. nndl. deficiet, Sb., Defizit; nschw. deficit, Sb., Defizit; nnorw. deficit, M., Defizit; poln. deficyt, M., Defizit; lit. deficitas, M., Defizit; GB.: vielleicht seit 1788 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Geld möglichen Fehlbetrag bei Einnahmen oder einen sonstigen Mangel (M.); BM.: fehlen, wegmachen; F.: Defizit, Defizits, Defizite, Defiziten+FW+EW; Z.: De-fi-z-it
Deflation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Deflation, Rückgang der Preise; ne. deflation; Vw.: -; Hw.: s. Inflation; Q.: 1908 (?); I.: Lw. frz. déflation; E.: s. frz. déflation, F., Deflation; gebildet aus Gegensatz zu Inflation; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: DW2 6, 532, Duden s. u. Deflation; Son.: vgl. nndl. deflatie, Sb., Deflation; nschw. deflation, Sb., Deflation; nnorw. deflasjon, M., Deflation; poln. deflacja, F., Deflation; lit. defliacija, F., Deflation; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Abnahme eines Preisniveaus (Rückgang der Preise) sowie in der Geologie für eine Abtragung von lockerem Gestein durch Wind; BM.: zerblasen; F.: Deflation, Deflationen+FW; Z.: De-fla-t-io-n
deflorieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. deflorieren, entjungfern; ne. deflower, deflorate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1515; I.: Lw. lat. dēflōrāre; E.: s. lat. dēflōrāre, V., abblüten, als Blüten abpflücken, entjungfern, (um 340-402 n. Chr.); s. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen, glänzen, erstrahlen; idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. deflorieren, fehlt DW, DW2 6, 533, Duden s. u. deflorieren; Son.: vgl. nndl. defloreren, V., deflorieren, entjungfern; frz. déflorer, V., deflorieren, entjungfern; nschw. deflorera, V., deflorieren, entjungfern; nnorw. deflorere, V., deflorieren, entjungfern; GB.: seit 1515 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und höherer Affen sowie von Huftieren und Raubtieren mögliches die Jungfräulichkeit nehmen; BM.: Blüte rauben; F.: deflorieren, defloriere, deflorierst, defloriert, deflorierest, deflorieret, deflorierte, defloriertest, deflorierten, defloriertet, ##defloriert, deflorierte, defloriertes, defloriertem, deflorierten, deflorierter##, deflorierend, ###deflorierend, deflorierende, deflorierendes, deflorierendem, deflorierenden, deflorierender###, deflorier (!)+FW+EW; Z.: de-flo-r-ier-en
Deformation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Deformation, Formveränderung, Entstellung; ne. deformation, distortion; Vw.: -; Hw.: s. deformieren; Q.: 1623; I.: Lw. lat. dēfōrmātio; E.: s. lat. dēfōrmātio, F., Abformen, Abbildung, anschauliche Schilderung, Skizze, Verunstaltung, Entstellung, (334/337 n. Chr.); vgl. lat. dēfōrmāre, V., abformen, in eine Form bringen, Gestalt geben, bilden, darstellen, abbilden; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fōrmāre, V., formen, in eine Form bringen, bilden; lat. fōrma, F., Gestalt, äußere Gestalt, Form, Erscheinungsform; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. deformieren, fehlt DW, EWD s. u. deformieren, DW2 6, 533, Duden s. u. Deformation; Son.: vgl. nndl. deformatie, Sb., Deformation; frz. déformation, F., Deformation; nschw. deformation, Sb., Deformation; nnorw. deformasjon, M., Deformation; poln. deformacja, F., Deformation; lit. deformacija, F., Deformation; GB.: seit 1623 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Verformung oder Formveränderung oder Entstellung; BM.: Form bzw. formen; F.: Deformation, Deformationen+FW+EW; Z.: De-for-m-at-io-n
deformieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. deformieren, formen, in der Form verändern, entstellen; ne. deform, distort; Vw.: -; Hw.: s. Deformation; I.: Lw. lat. dēfōrmāre; E.: s. lat. dēfōrmāre, V., abformen, in eine Form bringen, Gestalt geben, bilden, darstellen, abbilden, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fōrmāre, V., formen, in eine Form bringen, bilden; lat. fōrma, F., Gestalt, äußere Gestalt, Form, Erscheinungsform; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. deformieren, fehlt DW, EWD s. u. deformieren, DW2 6, 534, Duden s. u. deformieren; Son.: vgl. nschw. deformera, V., deformieren; nnorw. deformere, V., deformieren; poln. deformować, V., deformieren; lit. deformuoti, V., deformieren; GB.: seit 1521 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und (durch ieren) umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches formen oder in der Form verändern oder entstellen; BM.: Form bzw. formen; F.: deformieren, deformiere, deformierst, deformiert, deformierest, deformieret, deformierte, deformiertest, deformierten, deformiertet, ##deformiert, deformierte, deformiertes, deformiertem, deformierten, deformierter##, deformierend, ###deformierend, deformierende, deformierendes, deformierendem, deformierenden, deformierender###, deformier (!)+FW+EW; Z.: de-for-m-ier-en
deftig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. deftig, kräftig, herzhaft, nahrhaft; ne. hefty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1663; E.: über das Niederdeutsche von nndl. deftig, Adj., gewichtig, vornehm; s. ae. gedæfte, Adj., mild, sanft; ae. *dæfte, *defte, Adj., mild, milde, sanft; germ. *daban, st. V., zutreffen, passen; vgl. idg. *dʰabʰ- (2), Adj., V., passend, fügen, Pokorny 233 (354/2) (RB. idg. aus arm., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. deftig, Kluge s. u. deftig, DW 2, 894, EWD s. u. deftig, DW2 6, 536, Falk/Torp 200, Seebold 146, Duden s. u. deftig, Bluhme s. u. deftig; Son.: vgl. ? lat. faber, M., Verfertiger, Künstler, Handwerker; lit. dabà, Sb., Natur, Charakter; ksl. podobati, V., geziemen, müssen; aksl dobl’ъ, Adj., tapfer; GB.: seit 1663 belegte und mit dem Niederdeutschen sowie dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches kräftig oder herzhaft oder nahrhaft; BM.: vornehm?; F.: deftig, deftige, deftiges, deftigem, deftigen, deftiger(, deftigere, deftigeres, deftigerem, deftigeren, deftigerer, deftigste, deftigstes, deftigstem, deftigsten, deftigster)+FW+EW; Z.: def-t-ig
Degen (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Degen (M.) (1), Stichwaffe; ne. epee, sword; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1366?; I.: frz. Lw.?; E.: mnd. dēgen, M., Degen, Dolch; Herkunft unklar, vielleicht von afrz. degue, F., Dolch; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht eine Herkunft von einem dakisches Kurzschwert, oder von einem lat. *deacua, F., sehr Scharfes, Spitze; L.: Kluge 1. A. s. u. Degen 2, Kluge s. u. Degen 2, DW 2, 896, EWD s. u. Degen2, DW2 6, 539, Bluhme s. u. Degen1; Son.: vgl. nndl. degen, Sb., Degen (M.) (2); ne. dagger, N., Dolch; GB.: vielleicht seit 1366 belegte und möglicherweise mit dem Altfranzösischen oder dem Lateinischen verbindbare und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und zeitweise verwendete Hiebwaffe und Stichwaffe sowie in der Gegenwart ein in dem Sportfechten benütztes Gerät; BM.: ?; F.: Degen, Degens+FW; Z.: Deg-en
Degen (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Degen (M.) (2), Krieger; ne. warrior, fighter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. degen, st. M., Knabe, Krieger, Held; mnd. degen, M., Mann, Held; mnl. degen,deigen, dein, M., Knappe, Königssohn, Ritter, Held; ahd. degan, st. M. (a), Krieger, Diener, Begleiter, Mann, Held, Kämpfer, Gefolgsmann; as. thegan, st. M. (a), Knabe, Jüngling, Mann, Degen (M.) (2); anfrk. -; germ. *þegna-, *þegnaz, st. M. (a), Mann, Krieger, Diener; idg. *tekno-, M., Geborenes, Junges, Kind, Pokorny 1057; s. idg. *tek- (1), V., zeugen, gebären, Pokorny 1057 (1836/13) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Degen 1, Kluge s. u. Degen 1, DW 2, 895, EWD s. u. Degen1, DW2 6, 537, EWAhd 2, 559, Falk/Torp 177, Bluhme s. u. Degen1; Son.: s. Haudegen; vgl. afries. -; ae. þegn, þegen, st. M. (a), Diener, Gefolgsmann, Than, Schüler; an. þegn, st. M. (a), Mann, freier Diener; got. -; ne. thane, M., Lehnsmann; nir. þegn, M., Bürger, Untertan; ? ai. tákman-, N., Abkömmling; gr. τέκνον (téknon), N., Kind; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen jungen heldenhaften Krieger; BM.: Kind?; F.: Degen, Degens+EW; Z.: Deg-en
Degeneration, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Degeneration, Rückbildung, Verfall, Entartung; ne. degeneration; Vw.: -; Hw.: s. degenerieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. dégénération; E.: s. frz. dégénération, F., Degeneration; lat. dēgenerātio, F., Aus-der-Art-Schlagen?, Degeneration, Niedergang, (354-430 n. Chr.); lat. dēgenerāre, V., aus der Art schlagen, abarten, ausarten, entarten; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen (V.); lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. degenerieren, DW2 6, 541, Duden s. u. Degeneration; Son.: vgl. nndl. degeneratie, Sb., Degeneration; nschw. degeneration, Sb., Degeneration; nnorw. degenerasjon, M., Degeneration; poln. degeneracja, F., Degeneration; lit. degeneracija, F., Degeneration; GB.: seit 1614 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Zurückbildung einer Gegebenheit in einen früheren weniger entwickelten Zustand oder eine Rückbildung oder einen Verfall oder einen Niedergang oder eine Entartung; BM.: entarten; F.: Degeneration, Degenerationen+FW+EW; Z.: De-gen-er-at-io-n
degenerieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. degenerieren, sich zurückentwickeln, verkümmern, entarten; ne. degenerate; Vw.: -; Hw.: s. Degeneration; Q.: 1538 (Luther); I.: Lw. lat. dēgenerāre; E.: s. lat. dēgenerāre, V., aus der Art schlagen, abarten, ausarten, entarten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen (V.); lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. degenerieren, fehlt DW, EWD s. u. degenerieren, DW2 6, 542, Duden s. u. degenerieren; Son.: vgl. nndl. degenereren, V., degenerieren; frz. dégénérer, V., degenerieren; nschw. degenerera, V., degenerieren; nnorw. degenerere, V., degenerieren; lit. degeneruoti, V., degenerieren; GB.: seit 1538 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie (durch ieren) umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sich zurückentwickeln oder verkümmern oder entarten; BM.: entarten; F.: degenerieren, degeneriere, degenerierst, degeneriert, degeneriererst, degenerieret, degenerierte, degeneriertest, degenerierten, degeneriertet, ##degeneriert, degenerierte, degeneriertes, degeneriertem, degenerierten, degenerierter##, degenerierend, ###degenerierend, degenerierende, degenerierendes, degenerierendem, degenerierenden, degenerierender###, degenerier (!)+FW+EW; Z.: de-gen-er-ier-en
degenmäßig, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.): nhd. degenmäßig, zahm, friedfertig; ne. tame (Adj.), placid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1625; E.: s. Degen, s. nhd. mäßig; L.: Kluge s. u. degenmäßig, DW 2, 901 (Bedeutung dort falsch verstanden), DW2 6, 544; GB.: seit 1625 belegte und aus Degen und mäßig gebildete Bezeichnung für degenartig oder zahm oder friedfertig; BM.: ?; F.: degenmäßig, degenmäßige, degenmäßiges, degenmäßigem, degenmäßigen, degenmäßiger+EW; Z.: deg-en-mä-ß-ig
Degout, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Degout, Widerwille, Abneigung, Ekel; ne. disgust (N.); Vw.: -; Hw.: s. degoutant, degoutieren; Q.: 1728?; I.: Lw. frz. dégout; E.: s. frz. dégout, M., Abneigung; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. goûter, V., kosten (V.) (2), schmecken; frz. goût, M., Geschmack; lat. gūstus, M., Kosten (N.), Genießen, Genuss; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. degoutieren, fehlt DW, DW2 6, 545, Duden s. u. Degout; GB.: vielleicht seit 1728 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Übelkeit erregendes Gefühl des Widerwillens oder Abneigung oder Ekel; BM.: weg, genießen; F.: Degout, Degouts (!)+FW; Z.: De-gout
degoutant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. degoutant, widerwärtig, ekelhaft, Ekel erregend, Abneigung erregend; ne. disgusting, repulsive; Vw.: -; Hw.: s. Degout, degoutieren; Q.: 1855; I.: Lw. frz. dégoutant; E.: s. frz. dégoutant, Adj., Ekel erregend, Abneigung erregend; vgl. frz. dégoûter, V., anekeln; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. goûter, V., kosten (V.) (2), schmecken; frz. goût, M., Geschmack; lat. gūstus, M., Kosten (N.), Genießen, Genuss; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. degoutieren, fehlt DW, DW2 6, 545, Duden s. u. degoutant; GB.: seit der späteren Neuzeit (1855?) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches widerwärtig oder ekelhaft oder Ekel erregend; BM.: weg, genießen; F.: degoutant, degoutante, degoutantes, degoutantem, degoutanten, degoutanter(, degoutantere, degoutanteres, degoutanterem, degoutanteren, degoutanterer, degoutantest, degoutanteste, degoutantestes, degoutantestem, degoutantesten, degoutantester)+FW; Z.: de-gout-ant
degoutieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. degoutieren, anwidern, anekeln; ne. disgust; Vw.: -; Hw.: s. Degout, degoutant; Q.: 1677; I.: Lw. frz. dégoûter; E.: s. frz. dégoûter, V., anekeln; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. goûter, V., kosten (V.) (2), schmecken; frz. goût, M., Geschmack; lat. gūstus, M., Kosten (N.), Genießen, Genuss; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. degoutieren, fehlt DW, DW2 6, 545, Duden s. u. degoutieren; Son.: vgl. poln. degoustować, V., degoutieren; GB.: vielleicht seit 1677 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und (durch ieren) umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anwidern oder anekeln; BM.: weg, genießen; F.: degoutieren, degoutiere, degoutierst, degoutiert, degoutierest, degoutieret, degoutierte, degoutiertest, degoutierten, degoutiertet, ##degoutiert, degoutierte, degoutiertes, degoutiertem, degoutierten, degoutierter##, degoutierend, ###degoutierend, degoutierende, degoutierendes, degoutierendem, degoutierenden, degoutierender###, degoutier (!)+FW+EW; Z.: de-gout-ier-en
degradieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. degradieren, herabstufen, herabsetzen; ne. degrade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Sächsische Weltchronik); I.: Lw.; E.: mhd. degradieren, digradieren, sw. V., „degradieren“, in seinem Rang herabsetzen; s. lat. dēgradāre, V., herabsetzen, degradieren, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gradus, M., Grad, Schritt, Stellung, Stufe; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. degradieren, fehlt DW, EWD s. u. degradieren, DW2 6, 546, Duden s. u. degradieren; Son.: vgl. nndl. degraderen, V., degradieren; frz. dégrader, V., degradieren; nschw. degradera, V., degradieren; nnorw. degradere, V., degradieren; poln. degradować, V., degradieren; kymr. diraddio, V., degradieren, herabsetzen; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und (durch ieren) umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches herabstufen oder herabsetzen; BM.: von der Stellung weg; F.: degradieren, degradiere, degradierst, degradiert, degradierte, degradiertest, degradierten, degradiertet, ##degradiert, degradierte, degradiertes, degradiertem, degradierten, degradierter##, degradierend, ###degradierend, degradierende, degradierendes, degradierendem, degradierenden, degradierender###, degradier (!) +FW+EW; Z.: de-grad-ier-en
$Degradierung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Degradierung, Herabstufung, Herabsetzung; Q.: um 1500; E.: s. degradier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. degradieren; GB.: seit um 1500 belegte und aus lat. degrad(atio) aufgenommene und durch ier(en) und ung umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Herabstufung oder Herabsetzung F.: Degradierung, Degradierungen+FW+EW; Z.: De-grad-ier-ung
Degustation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Degustation, Verkostung; ne. degustation; Vw.: -; Hw.: s. degustieren; Q.: 1666; I.: Lw. lat. dēgustātio; E.: s. lat. dēgustātio, F., Kosten (N.), Weinprobe, Genießen; lat. dēgustāre, V., kosten (V.) (2), genießen, (234-149 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gūstāre, V., kosten (V.) (2), schmecken, zu sich nehmen; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. degustieren, fehlt DW, Duden s. u. Degustation; Son.: vgl. frz. dégustation, F., Degustation; poln. degustacja, F., Degustation; lit. degustacija, F., Degustation; GB.: seit 1666 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon vormenschlich mögliches Probieren von Nahrung oder eine Verkostung in Bezug auf Geruch und Geschmack; BM.: schmecken?; F.: Degustation, Degustationen+FW+EW; Z.: De-gus-t-at-io-n
degustieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. degustieren, verkosten, kosten (V.) (2), prüfen; ne. degust; Vw.: -; Hw.: s. Degustation; Q.: 1615?; I.: Lw. lat. dēgustāre; E.: s. lat. dēgustāre, V., kosten (V.) (2), genießen, (234-149 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gūstāre, V., kosten (V.) (2), schmecken, zu sich nehmen; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. degustieren, fehlt DW, DW2 6, 548, Duden s. u. degustieren; Son.: vgl. frz. déguster, V., degustieren; poln. degustować, V., degustieren; lit. degustuoti, V., degustieren; GB.: vielleicht seit 1615 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und (durch ieren) umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon vormenschlich mögliches Nahrung in Bezug auf Geruch und Geschmack verkosten oder kosten oder prüfen; BM.: schmecken?; F.: degustieren, degustiere, degustierst, degustiert, degustierest, degustieret, degustierte, degustiertest, degustierten, degustiertet, ##degustiert, degustierte, degustiertes, degustiertem, degustierten, degustierter##, degustierend, ###degustierend, degustierende, degustierendes, degustierendem, degustierenden, degustierender###, degustier (!)+FW+EW; Z.: de-gus-t-ier-en
$dehnbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dehnbar, ausdehnbar, dehnfähig; E.: s. dehn(en), s. bar; L.: Kluge s. u. dehnen, DW 2, 902, EWD s. u. dehnen; GB.: seit 1771 belegte und aus dehn(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht der Entstehung der Welt mögliches ausdehnbar oder dehnfähig; F.: dehnbar, dehnbare, dehnbares, dehnbarem, dehnbaren, dehnbarer(, dehnbarere, dehnbareres, dehnbarerem, dehnbareren, dehnbarerer, dehnbarst, dehnbarste, dehnbarstes, dehnbarstem, dehnbarsten, dehnbarster)+EW; Z.: dehn-bar
dehnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dehnen, auseinanderziehen, recken, zerren, in Länge oder Breite oder Höhe ändern; ne. stretch (V.), widen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. denen (1), dennen, tenen, sw. V., dehnen, sich dehnen, ziehen, spannen, weit werden; mnd. dēnen, V., dehnen; mnl. denen, sw. V., dehnen; ahd. dennen*, sw. V. (1b), dehnen, strecken, spannen, ziehen; as. thėnnian*, thėnian*, sw. V. (1b), dehnen, ausspreizen; anfrk. thennen*, thennon, sw. V. (1), dehnen, ausdehnen, spannen; germ. *þanjan, sw. V., dehnen, spannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. dehnen, Kluge s. u. dehnen, DW 2, 902, EWD s. u. dehnen, DW2 6, 552, EWAhd 2, 582, Falk/Torp 178, Duden s. u. dehnen, Bluhme s. u. dehnen; Son.: vgl. afries. -; ae. þennan, þenian, sw. V. (1), dehnen, strecken, spannen; an. þenja (2), sw. V. (1), ausdehnen, spannen; got. *þanjan?, sw. V. (1), strecken, dehnen; nschw. tänja, V., dehnen; nisl. þenja, V., dehnen, ausdehnen; ai. tanṓti-, V., spannt; ai. tānáyati, Sb. dehnt; npers. tanīδan, V., dreheh, spinnen; gr. τείνειν (teínein), V., dehnen, spannen, ausstrecken; alb. ndënj, V., breite aus, ziehe, spanne die Seiten; lat. tendere, V., spannen; air. tēit, V., geht (urprünglich streckte); lit. tìnstu, V., schwellen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben oder der Welt mögliches auseinanderziehen oder recken oder zerren oder in die Länge oder Breite oder Höhe ändern; BM.: ziehen; F.: dehnen, dehne, dehnst, dehnt, dehnest, dehnet, dehnte, dehntest, dehnten, dehntet, gedehnt, ##gedehnt, gedehnte, gedehntes, gedehntem, gedehnten, gedehnter##, dehnend, ###dehnend, dehnende, dehnendem, dehnenden, dehnender###, dehn (!)+EW; Z.: dehn-en
$Dehnung, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Dehnung, Auseinanderziehung; E.: s. dehn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. dehnen, EWD s. u. dehnen; GB.: (dennunga*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dehn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben oder der Welt mögliche Änderung in die Länge oder Breite oder Höhe; F.: Dehnung, Dehnungen+EW; Z.: Dehn-ung
Deibel, Deubel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Deibel, Deubel, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: s. Teufel, Deixel, Deiger, Deiner, Drixel; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw.?; E.: aus euphemistischen Gründen aus Teufel (s. d.) entstellt; L.: Kluge s. u. Deixel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Teufel oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums durch euphemistische Entstellung gebildete Bezeichnung für den Teufel; BM.: in dem Volk bestand der Glaube dass man durch Nennung des Namens den Teufel herbeirufen könne weshalb das Wort Teufel vermieden (oder euphemistisch entstellt) wurde; F.: Deibel, Deibels (!), Deubel, Deubels (!)+FW+EW; Z.: Deib-el
Deich, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Deich, Damm; ne. dyke (N.), dike (N.); Vw.: -; Hw.: s. Teich; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnl. dijc, M., Deich, Damm; mnd. dīk, (gewöhnlich) M., Teich, Damm; mhd. tīch, st. M., Deich, Damm, Teich; as. dīk*, st. M. (a?), Teich, Damm; ahd. tīh*, dīh*, st. M. (a)?, Deich, Damm, Untiefe; germ. *dīka-, *dīkaz, st. M. (a), Deich, Teich; s. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Deich, Kluge s. u. Deich, DW 2, 904, EWD s. u. Deich, DW2 6, 557, Duden s. u. Deich, Bluhme s. u. Deich; Son.: vgl. afries. dīk, st. M. (a), Deich, Damm; nfries. dijck, M., Deich, Damm; ae. dīc, st. M. (a), st. F. (ō), Deich, Graben (M.), Damm, Wall; an. dīki, N., Pfütze, Morast, Graben (M.); vgl. nndl. dijk, Sb., Deich; frz. digue, F., Deich; nnorw. dike, N., Deich; nir. díog, F., Deich, Damm, Graben (M.); GB.: vielleicht seit 15. Jh. oder 12. Jh.? (tīch) belegte Bezeichnung für einen von Menschen aufgeschütteten Damm aus Erde längs eines Flusses oder einer Meeresküste zu dem Schutz eines tiefer liegenden Geländes gegen Überschwemmung; BM.: stechen; F.: Deich, Deiches, Deichs, Deiche, Deichen (!)+EW; Z.: Deich
$Deichgraf, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Deichgraf; E.: s. Deich, s. Graf; L.: fehlt DW (aber Deichgrafschaft DW 2, 906), EWD s. u. Deich; GB.: seit 1399 belegte und aus Deich und Graf gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Ausbildung des Deichwesens entwickelten und verwendeten Vorsteher des Deichgerichts; F.: Deichgraf, Deichgrafen+EW; Z.: Deich—graf
Deichsel, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Deichsel, eine Stange an einem Fahrzeug; ne. thill, drawbar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. dīhsel, st. F., Deichsel; mhd. dīhsele*, dīhsel, dīsle, st. F., Deichsel; mnd. disel, dīsle, siddel, F., Deichsel; ahd. dīhsala*, st. F. (ō)?, Deichsel; as. thīsla, thīhsla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Deichsel; anfrk. -; germ. *þīhslō, *þenhslō, *þensilō, *þenslō, st. F. (ō), Deichsel; idg. *tengʰ-, V., ziehen, dehnen, spannen, Pokorny 1067 (1854/31) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Deichsel, Kluge s. u. Deichsel, DW 2, 908, EWD s. u. Deichsel, DW2 6, 563, EWAhd 2, 638, Falk/Torp 179, Duden s. u. Deichsel, Bluhme s. u. Deichsel; Son.: vgl. anfrk. -; ae. þīxl, þīsl, þīsle, st. F. (ō), Deichsel; an. þīsl, st. F. (ō), Deichsel; got. -; nndl. dissel, Sb., Deichsel; nschw. tistel, Sb., Deichsel; nisl. þísl, Sb., Deichsel; poln. dyszel, M., Deichsel; lat. tēmo, M., Pflugbaum, Grendel, Wagen (M.), Siebengestirn; apreuß. teausis, Sb., Deichsel; GB.: (dīhsala) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach der Erfindung des Rades von Menschen aus einer oder zwei Stangen entwickelten und verwendeten Teil eines Wagens an den Zugtiere gespannt werden und der dem Ziehen und Lenken des von Menschen gebauten Wagens dient; BM.: ziehen bzw. dehnen; F.: Deichsel, Deichseln (!)+EW; Z.: Deich-s-el
$deichseln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. deichseln, bewältigen, ermöglichen; E.: s. Deichsel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. deichseln, DW 2, 908, EWD s. u. Deichsel; GB.: seit 1418 belegte und aus Deichsel und (e)n gebildete Bezeichnung für einen Wagen mit einer Deichsel versehen (V.) oder lenken oder führen oder später auch allgemein bewältigen oder ermöglichen; F.: deichseln, deichsel (!), deichsle, deichsele, deichselst, deichselt, deichselte, deichseltest, deichselten, deichseltet, gedeichselt, ##gedeichselt, gedeichselte, gedeichseltes, gedeichseltem, gedeichselten, gedeichselter##, deichselnd, ###deichselnd, deichselnde, deichselndes, deichselndem, deichselnden, deichselnder###, deichsel (!)+EW; Z.: deich-s-el-n
Deiger, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Deiger, Deixel, Deiwel, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: s. Teufel, Deixel, Deibel, Deiner, Drixel; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw.?; E.: aus euphemistischen Gründen aus Teufel (s. d.) entstellt; L.: Kluge s. u. Deixel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Teufel oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums durch euphemistische Entstellung gebildete Bezeichnung für den Teufel; BM.: in dem Volk bestand der Glaube dass man durch Nennung des Namens den Teufel herbeirufen könne weshalb das Wort Teufel vermieden (oder euphemistisch entstellt) wurde; F.: Deiger, Deigers (!)+FW?DW?; Z.: Deig-er
deihen, nhd. (ält.-dial.), st. V., (8. Jh.): nhd. deihen, zunehmen, gedeihen sich gut entwickeln; ne. thrive (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dīhen, st. V., gedeihen, wachsen (V.) (1), erwachsen (V.), geraten, ergehen, bekommen; mnd. diēn, digen, dihen, st. V., gedeihen; mnl. diën, st. V., gedeihen; ahd. dīhan, st. V. (1b), gedeihen, zunehmen, wachsen (V.) (1), gelingen; as. thīhan*, st. V. (1b), „deihen“, gedeihen; anfrk. thīan*, st. V. (1), gedeihen, fortschreiten; germ. *þenhan, st. V., gedeihen; idg. *tenk-, V., ziehen, gerinnen, fest werden, Pokorny 1068; s. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 2, 909, DW2 6, 56, Falk/Torp 179, Seebold 512, EWAhd 2, 634, Kluge s. u. gedeihen, dicht; Son.: vgl. afries. thigia, sw. V. (2), gedeihen; ae. þíon, þéon (1), st. V. (1), gedeihen, blühen, wachsen (V.) (1), reifen; an. -; got. þeihan, st. V. (1), gedeihen, Fortschritte machen; ai. tanákti, V., zieht zusammen, gerinnt; air. con-téici, V., es gerinnt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zunehmen oder gedeihen oder sich gut entwickeln; BM.: sich entfalten bzw. dehnen; F.: deihen, deihe, deihst, deiht, deihest, deihet, deihte, deihtest, deihten, deihtet, gedeiht, ##gedeiht, gedeihte, gedeihtes, gedeihtem, gedeihten, gedeihter##, deihend, ###deihend, deihende, deihendes, deihendem, deihenden, deihender###, deih (!)+EW; Z.: deih-en
dein, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. dein; ne. your (Sg.), thine (ält.); Vw.: -; Hw.: s. du, dich, dir; E.: mhd. dīn, Poss.-Pron., dein; mnd. dīn, Poss.-Pron., dein; mnl. dijn, Poss.-Pron., dein; ahd. dīn, Poss.-Pron., dein; as. thīn, Poss.-Pron., dein; anfrk. thīn, Poss.-Pron., dein; germ. *þīna-, *þīnaz, Poss.-Pron., dein; idg. *tu̯einos?, Pron., dein, Kluge s. u. dein; s. idg. *tū̆, *túh₂, Pron., du, Pokorny 1097 (1905/82) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. dein, Kluge s. u. dein, DW 2, 910, EWD s. u. dein, DW2 6, 565, EWAhd 2, 647, Falk/Torp 185, Duden s. u. dein, Bluhme s. u. dein; Son.: Poss.-Pron.; vgl. afries. thīn, Poss.-Pron., dein; ae. þīn (2), Poss.-Pron., dein; an. þīnn, Pron.-Poss., dein; got. þeins, Poss.-Pron., dein; nndl. dijn, Pross.-Pron., dein; nschw. din, Pross.-Pron., dein; nndl. di, din, Pross.-Pron., dein; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine personale Zuordnung (Personalpronomen) zu einem zweiten Menschen (neben mein und sein); F.: dein, deine, deines, deinem, deinen, deiner+EW; Z.: dei-n
Deiner, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Deinel, Deiwel, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: s. Teufel, Deixel, Deibel, Deiger, Drixel; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw.?; E.: aus euphemistischen Gründen aus Teufel (s. d.) entstellt; L.: Kluge s. u. Deixel; GB.: vielleicht seit der mittleren Neuzeit belegte und aus Teufel oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums durch euphemistische Entstellung gebildete Bezeichnung für den Teufel; BM.: in dem Volk bestand der Glaube dass man durch Nennung des Namens den Teufel herbeirufen könne weshalb das Wort Teufel vermieden wurde; F.: Deiner, Deiners (!)+FW?+EW?; Z.: Dein-er
Deismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Deismus, eine Gottesauffassung; ne. deism; Vw.: -; Hw.: s. Deist; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. déisme; E.: s. frz. déisme, M., Deismus; vgl. lat. deus, M., Gott, Gottheit, Behüter, Bewahrer, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Deist, DW2 6, 572, Duden s. u. Deismus; Son.: vgl. nndl. deïsme, Sb., Deismus; nschw. deism, Sb., Deismus; nnorw. deisme, M., Deismus; kymr. deistiaeth, F., Deismus; nir. dias, M., Deismus; poln. deizm, M., Deismus; lit. deizmas, M., Deismus; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sachlich sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gottesauffassung der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts nach der Gott die Welt zwar geschaffen hat aber keinen weiteren Einfluss mehr auf sie ausübt; BM.: Gott; F.: Deismus+FW; Z.: De-ism-us
Deist, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Deist, Gottgläubiger; ne. deist; Vw.: -; Hw.: s. Deismus; Q.: 1683 (Abraham a Sancta Clara); I.: Lw. frz. déiste; E.: s. frz. déiste, M., Deist; vgl. lat. deus, M., Gott, Gottheit, Behüter, Bewahrer, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Deist, DW2 6, 573, Duden s. u. Deist; Son.: vgl. nnorw. deist, M., Deist; poln. deista, M., Deist; nir. diasaí, M., Deist; GB.: seit 1683 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gottesauffassung der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts nach der Gott die Welt zwar geschaffen hat aber keinen weiteren Einfluss mehr auf sie ausübt; BM.: Gott; F.: Deist, Deisten+FW+EW; Z.: De-ist
$deistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. deistisch; E.: s. Deist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Deist; GB.: seit 1743 belegte und aus Deist und isch gebildete Bezeichnung für Deist(en) und Deismus betreffend; F.: deistisch, deistische, deistisches, deistischem, deistischen, deistischer+FW+EW; Z.: de-ist-isch
Deixel, Deiwel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Deixel, Deiwel, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: s. Teufel, Deibel, Deiger, Deiner, Drixel; Q.: 1704; I.: Lw.?; E.: euphemistischen Gründen aus Teufel (s. d.) entstellt; L.: Kluge s. u. Deixel, DW 2, 915, DW2 6, 574 (Deiwel); GB.: vielleicht seit 1704 belegte und aus Teufel oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums durch euphemistische Entstellung gebildete Bezeichnung für den Teufel; BM.: in dem Volk bestand der Glaube dass man durch Nennung des Namens den Teufel herbeirufen könne weshalb das Wort Teufel vermieden und euphemistisch ersetzt wurde; F.: Deixel, Deixels+FW+EW?; Z.: Deix-el
deka..., nhd., Partikel, (16. Jh?.): nhd. deka..., zehn; ne. deca…; Vw.: -log; Hw.: s. Dekade; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. δέκα (déka); E.: über das Französische von gr. δέκα (déka), Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. deka-, fehlt DW, EWD s. u. deka-, Duden s. u. deka…, Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. nnorw. deka…, Präf., deka…; poln. deka…, Präf., deka…; lit. deka…, Präf., deka…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und über das Französische aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung um etwas zehn Betreffendes anzuzeigen; BM.: zehn; F.: deka…+FW; Z.: dek-a-
Dekade, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dekade, zehn Stück (Jahre); ne. decade; Vw.: -; Hw.: s. Dezennium; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. frz. décade; E.: s. frz. décade, F., zehn Stück, Zeitraum von zehn Einheiten; lat. decas, Zehnt, Anzahl von Zehn; s. gr. δεκάς (dekás), F., Zehnzahl; vgl. gr. δέκα (déka), Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dekade, fehlt DW, EWD s. u. Dekade, DW2 6, 574, Duden s. u. Dekade; Son.: vgl. nndl. decade, Sb., Dekade; nschw. dekad, Sb., Dekade; nnorw. dekade, M., Dekade; poln. dekada, F., Dekade; kymr. degaid, M., Dekade; kymr. degawd, M., Dekade; GB.: seit 1545 belegte und über das Französische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Zeitraum von zehn Einheiten (Jahren); BM.: zehn; F.: Dekade, Dekaden+FW+EW; Z.: Dek-ad-e
dekadent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.?): nhd. dekadent, verfallen (Adj.), in Verfall begriffen, degeneriert; ne. decadent; Vw.: -; Hw.: s. Dekadenz; Q.: 1902; I.: Lw. frz. décadent; E.: s. frz. décadent, Adj., angekränkelt, überzüchtet; vgl. frz. décadence, F., Dekadenz, Verfall; lat. decadentia, F., Dekadenz, Verfall; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Dekadenz, fehlt DW, EWD s. u. Dekadenz, DW2 6, 575, Duden s. u. dekadent; Son.: vgl. nndl. decadent, Adj., dekadent; nschw. dekadent, Adj., dekadent; nnorw. dekadent, Adj., dekadent; poln. dekadent, Adj., dekadent; lit. dekadentiškas, Adj., dekadent; GB.: vielleicht seit 1902 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verfallen (Adj.) oder in Verfall begriffen oder degeneriert; BM.: wegfallen; F.: dekadent, dekadente, dekadentes, dekadentem, dekadenten, dekadenter(, dekadentere, dekadenteres, dekadenterem, dekadenteren, dekadenterer, dekadentest, dekadenteste, dekadentestes, dekadentestem, dekadentesten, dekadentester)+FW+EW; Z.: de-kad-ent
Dekadenz, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dekadenz, Niedergang, Verfall; ne. decadence; Vw.: -; Hw.: s. dekadent, Kadenz; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. décadence; E.: s. frz. décadence, F., Dekadenz, Verfall; lat. decadentia, F., Dekadenz, Verfall; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Dekadenz, fehlt DW, EWD s. u. Dekadenz, DW2 6, 576, Duden s. u. Dekadenz; Son.: vgl. nndl. decadentie, Sb., Dekadenz; nschw. dekadans, Sb., Dekadenz; nnorw. dekadanse, M., Dekadenz; poln. dekadencja, F., Dekadenz; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen kulturellen Niedergang oder Verfall mit typischen Entartungserscheinungen in den Lebensgewohnheiten und Lebensansprüchen; BM.: wegfallen; F.: Dekadenz+FW+EW; Z.: De-kad-enz
Dekalog, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dekalog, die Zehn Gebote; ne. decalogue, Ten Commandments; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1525; I.: Lw. lat. decalogus; E.: s. lat. decalogus, M., Dekalog, zehn Gebote, Zehnzahl, (um 160-220 n. Chr.); gr. δεκάλογος (dekálogos), M., Dekalog, zehn Gebote; vgl. gr. δέκα (déka), Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, DW2 6, 576, Duden s. u. Dekalog; Son.: vgl. nndl. decaloog, Sb., Dekalog; lit. dekalogas, M., Dekalog; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die in Israel entstandenen und in dem Judentum und dem folgenden Christentum anerkannten und beachteten sowie geltenden Zehn Gebote; BM.: zehn, sprechen; F.: Dekalog, Dekaloges, Dekalogs+FW; Z.: Dek-a-log
Dekan, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Dekan, Vorstand einer Fakultät, Vorsteher einer Zehnergruppe; ne. dean; Hw.: s. Dekanat, Dechant, Doyen; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. decānus; E.: s. lat. decānus, M., Dekan, Vorsteher von zehn, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dekan, EWD s. u. Dekan, DW 2, 878 (Decan), DW2 6, 577, Duden s. u. Dekan; Son.: vgl. nndl. deken, Sb., Dekan; frz. doyen, M., Dekan, Ältester; nschw. dekan, Sb., Dekan; nnorw. dekan, M., Dekan; poln. dziekan, M., Dekan; kymr. deon, M., Dekan; nir. déan, M., Dekan; lit. dekanas, M., Dekan; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen in der christlichen Kirche höheren geistlichen Rang und Vorsteher eines Kirchenbezirks beziehungsweise an der Universität Bezeichnung für den Vorstand einer Fakultät oder später auch eines Fachbereichs, Vorsteher einer Zehnergruppe; BM.: zehn; F.: Dekan, Dekans, Dekane, Dekanen+FW; Z.: Dek-an
Dekanat, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Dekanat, Amt eines Dekans, Geschäftsraum eines Dekans; ne. deanery, deanship; Vw.: -; Hw.: s. Dekan; Q.: 1443 (Urkunde); I.: Lw. mlat. decānātus; E.: s. mnd. dēkenāt, dēkennāt, dēchennāt, N., Dekanat; mlat. decānātus, M., Amt eines Dekans, Würde eines Dekans; vgl. lat. decānus, M., Dekan, Vorsteher von zehn, (um 400 n. Chr.); lat. decem, Num. Kard., zehn; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dekan, fehlt DW, DW2 6, 577, Duden s. u. Dekanat; Son.: vgl. nnorw. decanaat, Sb., Dekanat; nnorw. dekanat, N., Dekanat; poln. dekanat, M., Dekanat; nir. déanacht, F., Dekanat; GB.: seit 1443 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amt oder den Geschäftsraum eines Dekans beziehungsweise für die Verwaltung einer Fakultät oder auch eines Fachbereichs; BM.: zehn; F.: Dekanat, Dekanats, Dekanates, Dekanate, Dekanaten+FW; Z.: Dek-an-at
dekantieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dekantieren, eine Flüssigkeit langsam abgießen; ne. decant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1678; I.: Lw. frz. décanter; E.: s. frz. décanter, V., dekantieren, umfüllen, abgießen, klären; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frührom. *canthare, V., kippen; lat. canthus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, Rand, Ecke, Winkel, (34-62 n. Chr.); gall. *cantos, M., eiserner Reifen (M.), Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, idg., Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. dekantieren, fehlt DW, DW2 6, 578, Duden s. u. dekantieren; Son.: vgl. nndl. decanteren, V., dekantieren; nschw. dekantera, V., dekantieren; nnorw. dekantere, V., dekantieren; GB.: seit 1678 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Flüssigkeit von einem Bodensatz langsam abgießen; BM.: umkippen; F.: dekantieren, dekantiere, dekantierst, dekantiert, dekantierest, dekantieret, dekantierte, dekantiertest, dekantierten, dekantiertet, ##dekantiert, dekantierte, dekantiertes, dekantiertem, dekantierten, dekantierter##, dekantierend, ###dekantierend, dekantierende, dekantierendes, dekantierendem, dekantierenden, dekantierender###, dekantier(!)+FW+EW; Z.: de-kan-t-ier-en
Deklamation, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Deklamation, Vortragen, Vortrag, Erklärung, Rede; ne. declamation; Vw.: -; Hw.: s. deklamieren, deklamatorisch; I.: Lw. lat. dēclāmātio; E.: s. mnd. dēclāmācie, F., „Deklamation“, Vortrag, lautes Hersagen; lat. dēclāmātio, F., lautes Eifern, Poltern, Vortrag, Rede, Deklamation, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēclāmāre, V., sich laut auslassen, eifern, keifen, poltern, laut vortragen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clāmāre, V., klagen, schreien, laut schreien, schreiend klagen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deklamieren, fehlt DW, EWD s. u. deklamieren, DW2 6, 580, Duden s. u. Deklamation; Son.: vgl. nschw. deklamation, Sb., Deklamation, Vortrag; nnorw. deklamasjon, N., Deklamation; poln. deklamacja, M., Deklamation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Vortrag oder eine Erklärung oder eine Rede; BM.: ausrufen; F.: Deklamation, Deklamationen+FW; Z.: De-kla-m-at-io-n
deklamatorisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. deklamatorisch, rednerisch, ausdrucksvoll; ne. declamatory; Vw.: -; Hw.: s. Deklamation, deklamieren; Q.: 1753 (Lessing); I.: Lw. lat. dēclāmātōrius; E.: s. lat. dēclāmātōrius, Adj., schulrednerisch, deklamatorisch, rhetorisch, kunstvoll, gewandt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēclāmāre, V., sich laut auslassen, eifern, keifen, poltern, laut vortragen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clāmāre, V., klagen, schreien, laut schreien, schreiend klagen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deklamieren, fehlt DW, DW2 6, 581, Duden s. u. deklamatorisch; Son.: vgl. poln. deklamacyjny, Adj., deklamatorisch; GB.: seit 1753 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rednerisch oder ausdrucksvoll; BM.: ausrufen; F.: deklamatorisch, deklamatorische, deklamatorisches, deklamatorischem, deklamatorischen, deklamatorischer(, deklamatorischere, deklamatorischeres, deklamatorischerem, deklamatorischeren, deklamatorischerer, deklamatorischst, deklamatorischste, deklamatorischstes, deklamatorischstem, deklamatorischsten, deklamatorischster)+FW+EW; Z.: de-kla-m-at-or-isch
deklamieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. deklamieren, kunstgerecht vortragen, ausdrucksvoll sprechen; ne. declaim; Vw.: -; Hw.: s. Deklamation, deklamatorisch; Q.: 1523; I.: Lw. lat. dēclāmāre; E.: s. lat. dēclāmāre, V., sich laut auslassen, eifern, keifen, poltern, laut vortragen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clāmāre, V., klagen, schreien, laut schreien, schreiend klagen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deklamieren, fehlt DW, EWD s. u. deklamieren, DW2 6, 581, Duden s. u. deklamieren; Son.: vgl. nndl. declameren, V., deklamieren; frz. déclamer, V., deklamieren; nschw. deklamera, V., deklamieren; nnorw. deklamere, V., deklamieren; poln. deklamować, V., deklamieren; lit. deklamuoti, V., rezitieren; GB.: seit 1523 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kunstgerecht vortragen oder ausdrucksvoll sprechen; BM.: ausrufen; F.: deklamieren, deklamiere, deklamierst, deklamiert, deklamierest, deklamieret, deklamierte, deklamiertest, deklamierten, deklamiertet, ##deklamiert, deklamierte, deklamiertes, deklamiertem, deklamierten, deklamierter##, deklamierend, ###deklamierend, deklamierende, deklamierendes, deklamierendem, deklamierenden, deklamierender###, deklamier (!)+FW+EW; Z.: de-kla-m-ier-en
Deklaration, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Deklaration, Erklärung, Erläuterung, Auslegung; ne. declaration; Vw.: -; Hw.: s. deklarieren; Q.: 1453; I.: Lw. lat. dēclārātio; E.: s. mnd. dēclārācie, F., Deklaration, Erklärung, Auslegung, Offenbarung, Kundgebung; lat. dēclārātio, F., Kundgebung, öffentliche Bekanntmachung, Verkündung, Offenbarung, Erklärung, Erläuterung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēclārāre, V., deutlich an den Tag geben, deutlich kundgeben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deklarieren, EWD s. u. deklarieren, DW2 6, 582, Duden s. u. deklarieren; Son.: vgl. nndl. declaratie, Sb., Deklaration; frz. déclaration, F., Deklaration; nschw. deklaration, Sb., Deklaration; nnorw. deklarasjon, M., Deklaration; poln. deklaracja, F., Deklaration; lit. deklaracija, F., Deklaration; GB.: seit 1453 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Erklärung oder Erläuterung oder Auslegung; BM.: ausrufen; F.: Deklaration, Deklarationen+FW+EW; Z.: De-kla-r-at-io-n
deklarieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. deklarieren, angeben, erklären, erläutern, auslegen; ne. declare; Vw.: -; Hw.: s. Deklaration; Q.: 1320; E.: mhd. declārieren, sw. V., deklarieren, erklären, offenlegen; mnd. dēclārēren, sw. V., deklarieren, erklären, klar machen, auslegen, offenbaren, kundgeben; lat. dēclārāre, V., deutlich an den Tag geben, deutlich kundgeben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. deklarieren, fehlt DW, EWD s. u. deklarieren, DW2 6, 584, Duden s. u. deklarieren; Son.: vgl. nndl. declareren, V., deklarieren; frz. déclarer, V., deklarieren, erklären; nschw. deklarera, V., deklarieren, erklären; nnorw. deklarere, V., deklarieren; poln. deklarować, V., deklarieren, öffentlich erklären; lit. deklaruoti, V., deklarieren; GB.: seit 1320 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erklären oder erläutern oder auslegen; BM.: ausrufen; F.: deklarieren, deklariere, deklarierst, deklariert, deklarierest, deklarieret, deklarierte, deklariertest, deklarierten, deklariertet, ##deklariert, deklarierte, deklariertes, deklariertem, deklarierten, deklarierter##, deklarierend, ###deklarierend, deklarierende, deklarierendes, deklarierendem, deklarierenden, deklarierender###, deklarier (!)+FW+EW; Z.: de-kla-r-ier-en
deklassieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. deklassieren, herabsetzen; ne. declassify, downgrade; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. déclasser; E.: s. frz. déclasser, V., herabsetzen; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. classer, V., in Klassen einteilen; frz. classe, F., Klasse; lat. classis, F., Aufgebot, Heer, Flotte, Klasse, Volksklasse, Vermögensklasse, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; DW2 6, 586, Duden s. u. deklassieren; Son.: vgl. nschw. deklassera, V., deklassieren; nnorw. deklassere, V., deklassieren; poln. deklasować, V., deklassieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches auf eine niederigere Stufe verweisen beziehungsweise von einer höheren sozialen oder ökonomischen Klasse herabgestufen; BM.: von der Klasse weg; F.: deklassieren, deklassiere, deklassierst, deklassiert, deklassierest, deklassieret, deklassierte, deklassiertest, deklassierten, deklassiertet, ##deklassiert, deklassierte, deklassiertes, deklassiertem, deklassierten, deklassierter##, deklassierend, ###deklassierend, deklassierende, deklassierendes, deklassierendem, deklassierenden, deklassierender###, deklassier (!)+FW+EW; Z.: de-kla-ss-ier-en
Deklination, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Deklination, Beugung; ne. declination, declension; Vw.: -; Hw.: s. deklinieren; Q.: um 1505; I.: LW.; E.: s. mnd. dēclīnācie, F., Deklination; lat. dēclīnātio, F., Abbiegung, Biegung, Beugung, Weltgegend, Himmelsgegend, ausbiegende Körperbewegung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēclīnāre, V., abbiegen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. deklinieren, fehlt DW, EWD s. u. deklinieren, DW2 6, 586, Duden s. u. Deklination; Son.: vgl. frz. déclinaison, F., Deklination; nschw. deklination, Sb., Deklination; nnorw. deklinasjon, M., Deklination; poln. deklinacja, F., Deklination; nir. díochlaonadh, M., Deklination; GB.: seit um 1505 mnd. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliche Biegung einschließlich der seit Entwicklung von Sprache mögliche Beugung in der Grammatik beziehungsweise der vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Beugung in der Physik; BM.: neigen bzw. beugen; F.: Deklination, Deklinationen+FW+EW; Z.: De-kli-n-at-io-n
deklinieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. deklinieren, beugen, morphologisch abwasndeln; ne. decline (V.); Vw.: -; Hw.: s. Deklination; Q.: um 1300; I.: Lw.; E.: mhd. declinieren, sw. V., deklinieren; lat. dēclīnāre, V., abbiegen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. deklinieren, fehlt DW, EWD s. u. deklinieren, DW2 6, 588, Duden s. u. deklinieren; Son.: vgl. nndl. declineren, V., deklinieren; frz. décliner, V., deklinieren, ablehnen; nschw. deklinera, V., deklinieren; nnorw. deklinere, V., deklinieren; poln. deklinować, V., deklinieren; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches beugen und seit Entwicklung von Sprache mögliches Wörter in einer Sprache morphologisch abwandeln; BM.: neigen bzw. beugen; F.: deklinieren, dekliniere, deklinierst, dekliniert, deklinierest, deklinieret, deklinierte, dekliniertest, deklinierten, dekliniertet, ##dekliniert, deklinierte, dekliniertes, dekliniertem, deklinierten, deklinierter##, deklinierend, ###deklinierend, deklinierende, deklinierendes, deklinierendem, deklinierenden, deklinierender###, deklinier (!)+FW+EW; Z.: de-kli-n-ier-en
Dekolleté, Dekolletee, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dekolleté, Ausschnitt bei einem Kleidungsstück einer Frau; ne. cleavage, decollete, décolletage; Vw.: -; Hw.: s. dekolletiert; Q.: 1914; I.: Lw. frz. décolleté; E.: s. frz. décolleté, M., Ausschnitt; vgl. frz. décolleter, V., den Hals entblößen; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. collet, M., Halskragen; vgl. lat. collum, N., Hals, (81-43 v. Chr.); idg. *kᵘ̯olso-, Sb., Hals, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Falk/Torp 82, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dekolletiert, fehlt DW, EWD s. u. dekolletiert, DW2 6, 589, Duden s. u. Dekolleté; Son.: vgl. nndl. decolleté, Sb., Dekolleté; poln. dekolt, M., Dekolleté; nir. deidhilt, F., Dekolleté; lit. dekoltė, F., Dekolleté; GB.: seit 1914 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Mode möglichen vor allem gegenüber Männern die weiblichen Wölbungen betonenden Brustausschnitt eines Kleidungsstücks einer Frau; BM.: von dem Hals weg; F.: Dekolleté, Dekolletés, Dekolletee (!), Dekolletees (!)+FW; Z.: De-kol-l-et-é
dekolletiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. dekolletiert, ausgeschnitten; ne. decollete; Vw.: -; Hw.: s. Dekolleté; Q.: 1829 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. décolleté; E.: s. frz. décolleté, Adj., dekolletiert, mit einem tiefen Ausschnitt versehen (Adj.); frz. décolleter, V., den Hals entblößen; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. collet, M., Halskragen; vgl. lat. collum, N., Hals, (81-43 v. Chr.); idg. *kᵘ̯olso-, Sb., Hals, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Falk/Torp 82, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dekolletiert, fehlt DW, EWD s. u. dekolletiert, DW2 6, 590, Duden s. u. dekolletiert; Son.: vgl. nndl. gedecolleteerd, Adj., dekolletiert; nschw. dekolleterad, Adj., dekolletiert; nnorw. dekolletert, Adj., dekolletiert; poln. z dekoltem, Adj., dekolletiert; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Mode mögliches vor allem gegenüber Männern die weiblichen Wölbungen betonendes an der Brust ausgeschnitten in einem Kleidungsstück einer Frau; BM.: von dem Hals weg; F.: dekolletiert, dekolletierte, dekolletiertes, dekolletiertem, dekolletierten, dekolletierter(, dekolletiertere, dekolletierteres, dekolletierterem, dekolletierteren, dekolletierterer, dekolletierteste, dekolletiertestes, dekolletiertestem, dekolletiertesten, dekolletiertester)+FW+EW; Z.: de-kol-l-et-ier-t
Dekor, nhd., M., N., (16. Jh.?): nhd. Dekor, Verzierung, Schmuck. Zier, Anmut; ne. decor; Vw.: -; Hw.: s. dekorieren, Dekorateur, Dekoration, dekorativ; I.: Lw. frz. décor, lat. decor; E.: s. frz. décor, M., Verzierung; lat. decor (1), F., Angemessenheit, Anstand, Schicklichkeit, Zierde, Zier, Anmut, Schönheit, (2./1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dekorieren, fehlt DW, EWD s. u. dekorieren, DW2 6, 592, Duden s. u. Dekor; Son.: vgl. nndl. décor, Sb., Dekor; nschw. dekor, Sb., Dekor; nnorw. dekor, M., Dekor; GB.: vielleicht seit 16. Jh.? belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verzierung oder einen Schmuck oder eine Zier oder Anmut; BM.: nehmen bzw. zieren?; F.: Dekor, Dekors (!)+FW; Z.: Dek-or
Dekorateur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dekorateur, Schmücker, Raumgestalter, Ausstatter von Räumen; ne. decorator; Vw.: -; Hw.: s. Dekor, Dekoration, dekorativ, dekorieren; Q.: 1757; I.: Lw. frz. décorateur; E.: s. frz. décorateur, M., Dekorateur, Raumgestalter; vgl. frz. décorer, V., verzieren; lat. decorāre, V., zieren, schmücken, verherrlichen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dekorieren, fehlt DW, EWD s. u. dekorieren, DW2 6, 592, Duden s. u. Dekorateur; Son.: vgl. nschw. dekoratör, Sb., Dekorateur; nnorw. dekoratør, M., Dekorateur; poln. dekorator, M., Dekorateur; lit. dekoratorius, M., Dekorateur; GB.: seit 1757 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen infolge von Arbeitsteilung sachlich vielleicht dieser Zeit möglichen besonderen Raumgestalter oder Ausstatter von Räumen; BM.: nehmen bzw. zieren?; F.: Dekorateur, Dekorateurs, Dekorateures (!), Dekorateure, Dekorateuren+FW; Z.: Dek-or-at-eur
Dekoration, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dekoration, Ausschmückung, Verzierung, Schmuck; ne. decoration; Vw.: -; Hw.: s. Dekor, Dekorateur, dekorativ, dekorieren; Q.: 1566; I.: Lw. lat. decorātio; E.: s. lat. decorātio, F., Verzieren, Schmücken, Ausschmückung, Verzierung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. decorāre, V., zieren, schmücken, verherrlichen; vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dekorieren, fehlt DW, EWD s. u. dekorieren, DW2 6, 592, Duden s. u. Dekoration; Son.: vgl. nndl. decoratie, Sb., Dekoration; nschw. dekoration, Sb., Dekoration; nnorw. dekorasjon, M., Dekoration; poln. dekoracja, F., Dekoration; lit. dekoracija, F., Dekoration; GB.: seit 1566 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausschmückung oder Verzierung oder einen Schmuck; BM.: nehmen bzw. zieren?; F.: Dekoration, Dekorationen+FW+EW; Z.: Dek-or-at-io-n
dekorativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. dekorativ, ausschmückend, schmückend, ansprechend; ne. decorative, ornamental; Vw.: -; Hw.: s. Dekor, Dekorateur, Dekoration, dekorieren; Q.: 1844; I.: Lw. frz. décoratif; E.: s. frz. décoratif, Adj., dekorativ, ausschmückend; mlat. *decorātīvus, Adj., dekorativ; vgl. lat. decorāre, V., zieren, schmücken, verherrlichen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dekorieren, fehlt DW, EWD s. u. dekorieren, Duden s. u. dekorativ; Son.: vgl. nndl. decoratief, Adj., dekorativ; nschw. dekorativ, Adj., dekorativ; nnorw. dekorativ, Adj., dekorativ; GB.: seit 1844 aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches ausschmückend oder schmückend oder ansprechend; BM.: nehmen bzw. zieren?; F.: dekorativ, dekorative, dekoratives, dekorativem, dekorativen, dekorativer(, dekorativere, dekorativeres, dekorativerem, dekorativeren, dekorativerer, dekorativst, dekorativste, dekorativstes, dekorativstem, dekorativsten, dekorativster)+FW+EW; Z.: dek-or-at-iv
dekorieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. dekorieren, künstlerisch ausgestalten, verzieren, schmücken; ne. decorate; Vw.: -; Hw.: s. Dekor, Dekorateur, Dekoration, dekorativ; Q.: 1571; I.: Lw. lat. decorāre; E.: unter Einfluss von frz. décorer, V., verzieren von lat. decorāre, V., zieren, schmücken, verherrlichen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dekorieren, fehlt DW, EWD s. u. dekorieren, DW2 6, 594, Duden s. u. dekorieren; Son.: vgl. nndl. decoreren, V., dekorieren, verzieren; nschw. dekorera, V., dekorieren, verzieren; nnorw. dekorere, V., dekorieren, verzieren; poln. dekorować, V., dekorieren, verzieren; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Einfluss des Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches künstlerisch ausgestalten oder verzieren oder schmücken; BM.: nehmen bzw. zieren?; F.: dekorieren, dekoriere, dekorierst, dekoriert, dekorierest, dekorieret, dekorierte, dekoriertest, dekorierten, dekoriertet, ##dekoriert, dekorierte, dekoriertes, dekoriertem, dekorierten, dekorierter##, dekorierend, ###dekorierend, dekorierende, dekorierendes, dekorierendem, dekorierenden, dekorierender###, dekorier (!)+FW+EW; Z.: dek-or-ier-en
Dekret, nhd., (Part. Prät.=)N., (12. Jh.): nhd. Dekret, Verfügung, Erlass, Verordnung; ne. decree, edict; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit Jesu des Konrad von Fussesbrunnen); E.: s. mhd. decrēt, decret, st. N., Dekret, päpstliches Dekret, rechtsverbindliche Anordnung, Vorschrift; mnd. dēcrēt, N., Dekret, Dekret (Gratians im Kirchenrecht); lat. dēcrētum, N., Entscheidung, Beschluss, Dekret, Bescheid, (81-43 v. Chr.); lat. dēcernere, V., entscheiden, entscheidend bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden, wahrnehmen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dekret, fehlt DW, EWD s. u. Dekret, DW2 6, 597, Duden s. u. Dekret; Son.: vgl. nndl. decreet, Sb., Dekret; frz. décret, M., Dekret, Verordnung; nschw. dekret, Sb., Dekret, Erlass; nnorw. dekret, N., Dekret, Erlass; poln. dekret, M., Dekret, Erlass; lit. dekretas; GB.: seit 2 Hälfte 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Staates in den Hochkulturen des Altertums mögliche behördliche oder richterliche Verfügung oder einen Erlass oder eine Verordnung; BM.: durch Unterscheiden bestimmen; F.: Dekret, Dekrets, Dekretes, Dekrete, Dekreten+FW; Z.: De-kre-t
$dekretieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. dekretieren, verordnen, verfügen; I.: Lw. mlat. dēcrētāre; E.: s. mlat. dēcrētāre, V., entscheiden, ein Dekret erlassen (V.), (1278); vgl. lat. dēcrētum, N., Entscheidung, Beschluss, Dekret, Bescheid; lat. dēcernere, V., entscheiden, entscheidend bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden, wahrnehmen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Dekret; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Staates in den Hochkulturen des Altertums mögliches verordnen oder verfügen; F.: dekretieren, dekretiere, dekretierst, dekretiert, dekretierest, dekretieret, dekretierte, dekretiertest, dekretierten, dekretiertet, ##dekretiert, dekretierte, dekretiertes, dekretiertem, dekretierten, dekretierter##, dekretierend, ###dekretierend, dekretierende, dekretierendes, dekretierendem, dekretierenden, dekretierender###, dekretier (!)+FW+EW; Z.: de-kre-t-ier-en
Delegation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Delegation, Abordnung; ne. delegation; Vw.: -; Hw.: s. delegieren; Q.: 1532; I.: Lw. lat. dēlēgātio; E.: s. lat. dēlēgātio, F., Beauftragung, Anweisung, Betrauung, Auftrag, Befehl, Assignation, Steuersatz, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēlēgāre, V., gesetzlich verfügen, überweisen, verweisen, beauftragen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. delegieren, fehlt DW, EWD s. u. delegieren, DW2 6, 602, Duden s. u. Delegation; Son.: vgl. nndl. delegatie, Sb., Delegation; frz. délégation, F., Delegation; nschw. delegation, Sb., Delegation; nnorw. delegasjon, M., Delegation; poln. delegacja, F., Delegation; nir. dealagáidiú, M., Delegation; lit. delegacija, F., Delegation; GB.: seit 1532 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Institution mit besonderen Vollmachten und davon abgeleitet eine mit einer solchen Vollmacht ausgestattete abgeordnete Menschengruppe (Abordnung); BM.: senden bzw. beauftragen; F.: Delegation, Delegationen+FW+EW; Z.: De-leg-at-io-n
delegieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. delegieren, abgeben, abordnen, übertragen (V.); ne. delegate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Delegation; Q.: 1516; I.: Lw. lat. dēlēgāre; E.: s. lat. dēlēgāre, V., gesetzlich verfügen, überweisen, verweisen, beauftragen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. delegieren, fehlt DW, EWD s. u. delegieren, DW2 6, 603, Duden s. u. delegieren; Son.: vgl. nndl. delegeren, V., delegieren; frz. déléguer, V., delegieren; nschw. delegera, V., delegieren; nnorw. delegere, V., delegieren; poln. delegować, V., delegieren, abordnen; lit. deleguoti, V., delegieren; GB.: seit 1516 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in eine Delegation entsenden oder abordnen oder übertragen (V.); BM.: senden bzw. beauftragen; F.: delegieren, delegiere, delegierst, delegiert, delegierest, delegieret, delegierte, delegiertest, delegierten, delegiertet, ##delegiert, delegierte, delegiertes, delegiertem, delegierten, delegierter##, delegierend, ###delegierend, delegierende, delegierendes, delegierendem, delegierenden, delegierender###, delegier (!)+FW+EW; Z.: de-leg-ier-en
$Delegierter, Delegierte, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.): nhd. Delegierter, Abgeordneter; I.: LW; E.: s. delegier(en), s. t, s.er(Suff.); L.: Kluge s. u. delegieren, fehlt DW, EWD s. u. delegieren; GB.: seit 1630 belegte und aus delegier(en) und t sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Abgeordneten; F.: Delegierte, Delegierter, Delegierten+FW+EW; Z.: De-leg-ier-t-er
delikat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. delikat, wohlschmeckend, köstlich, lockend, heikel; ne. delicate, dainty; Vw.: -; Hw.: s. Delikatesse, deliziös; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. délicat; E.: s. frz. délicat, Adj., delikat, wohlschmeckend; lat. dēlicātus, Adj., reizend, elegant, fein, luxuriös, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dēlicere, V., an sich locken, ergötzen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. delikat, DW 2, 915 (delicat), EWD s. u. delikat, DW2 6, 606, Duden s. u. delikat; Son.: vgl. nndl. delicaat, Adj., delikat; nschw. delikat, Adj., delikat; nnorw. delikat, Adj., delikat; poln. delikatny, Adj., delikat; lit. delikatus, Adj., delikat; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wohlschmeckend oder köstlich oder lockend oder heikel; BM.: anlockend; F.: delikat, delikate, delikates, delikatem, delikaten, delikater(, delikatere, delikateres, delikaterem, delikateren, delikaterer, delikateste, delikatestes, delikatestem, delikatesten, delikatester)+FW+EW; Z.: de-lik-at
Delikatesse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Delikatesse, Leckerbissen; ne. delicacy; Vw.: -; Hw.: s. delikat, deliziös; Q.: 1668; I.: Lw. frz. délicatesse; E.: s. frz. délicatesse, F., Delikatesse, Leckerbissen; auch Einfluss von it. delicatezza, F., Zartgefühl; lat. dēlicātus, Adj., reizend, elegant, fein, luxuriös, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dēlicere, V., an sich locken, ergötzen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. delikat, fehlt FW, EWD s. u. delikat, Duden s. u. Delikatesse; Son.: vgl. nndl. delicatesse, Sb., Delikatesse; nschw. delikatess, Sb., Delikatesse; nnorw. delikatesse, M., Delikatesse; poln. delikatesy, M. Pl., Delikatessen; lit. delikatesas, M., Delikatesse; GB.: seit 1668 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der Hochkulturen des Altertums möglichen Leckerbissen; BM.: anlockend; F.: Delikatesse, Delikatessen+FW+EW; Z.: De-lik-at-ess-e
Delikt, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.?): nhd. Delikt, Straftat, Verfehlung, rechtswidriges Verhalten; ne. delict, tort (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. dēlictum; E.: s. lat. dēlictum, Gefehltes, Fehler, Versehen, Vergehen, Übertretung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dēlinquere, V., zurücklassen, bleiben, hinterlassen (V.), aufgeben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Delikt, fehlt DW, EWD s. u. Delikt, DW2 6, 609, Duden s. u. Delikt; Son.: vgl. nndl. delict, Sb., Delikt; frz. délit, M., Delikt; nnorw. delict, N., Delikt; poln. delikt, M., Delikt; lit. deliktas, M., Delikt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen Straftat oder Verfehlung oder eines rechtswidrigen Verhaltens; BM.: Pflicht verletzen; F.: Delikt, Delikts, Deliktes, Delikte, Delikten+FW+EW; Z.: De-lik-t
Delinquent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Delinquent, Krimineller, Straftäter; ne. delinquent (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1559; I.: Lw. lat. dēlinquēns; E.: s. lat. dēlinquēns (1), M., Sünder, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dēlinquere, V., zurücklassen, bleiben, hinterlassen (V.), aufgeben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Delikt, fehlt DW, EWD s. u. Delikt, DW2 6, 610, Duden s. u. Delinquent; Son.: vgl. frz. délinquant, M., Delinquent; nschw. delinkvent, Sb., Delinquent; nnorw. delinkvent, M., Delinquent; poln. delikwent, M., Delinquent; lit. delinkventas, M., Delinquent; GB.: seit 1559 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Strafrecht in den Hochkulturen des Altertums und in dem Hochmittelalter möglichen Straftäter; BM.: Pflicht verletzen; F.: Delinquent, Delinquenten+FW+EW; Z.: De-li-n-qu-ent
Delirium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Delirium, Bewusstseinstrübung; ne. delirium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1572; I.: Lw. lat. dēlīrium; E.: s. lat. dēlīrium, N., Delirium, Irresein, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. dēlīrāre, V., von der geraden Linie abgehen, von der geraden Linie abweichen (V.) (2); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. līra, F., Furche im Ackerbeet, Ackerbeet; idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671 (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Delirium, fehlt DW, EWD s. u. Delirium, DW2 6, 611, Duden s. u. Delirium; Son.: vgl. nndl. delirium, Sb., Delirium; frz. délire, M., Delirium; nschw. delirium, Sb., Delirium; nnorw. delirium, N., Delirium; poln. delirium, Sb., Delirium; kymr. deliriwm, M., Delirium; lit. deliriumas, M., Delirium; GB.: seit 1572 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung einer wohl sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Bewusstseinstrübung mit Verwirrtheit und Wahnvorstellungen; BM.: von der Furche als Verkörperung einer Abweichung; F.: Delirium, Deliriums, Delirien+FW; Z.: Del-lir-i-um
deliziös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. deliziös, schmackhaft, köstlich; ne. delicious; Vw.: -; Hw.: s. delikat, Delikatesse; Q.: 1716; I.: Lw. frz. delicieux; E.: s. frz. delicieux, Adj., deliziös, schmackhaft; lat. dēliciōsus (1), Adj., weichlich, verwöhnt, zart, schwach, angenehm, willkommen, gefällig, sinnenfreudig, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. dēlicia, F., ergötzliches Ding, Kleinod, Lustbarkeit, Üppigkeit, Prunk, Luxus; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: fehlt DW, DW2 6, 611, Duden s. u. deliziös; Son.: vgl. slowak. deliciózny, Adj., deliziös; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen mögliches schmackhaft oder köstlich; BM.: von, fangen; F.: deliziös, deliziöse, deliziöses, deliziösem, deliziösen, deliziöser(, deliziösere, deliziöseres, deliziöserem, deliziöseren, deliziöserer, deliziösest, deliziöseste, deliziösestes, deliziösestem, deliziösesten, deliziösester)+FW+EW; Z.: de-liz-i-ös
Delle, Telle, Dalle, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Delle, eingedrückte Stelle, Vertiefung, Einbuchtung, Beule; ne. dent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Virginal Dietrichs Abenteuer von Albrecht von Kemenaten); E.: mhd. telle, sw. F., st. F., Schlucht; mnl. delle, delle, F., Delle; germ. *daljō?, st. F. (ō), Schlucht, Vertiefung; idg. *dʰel- (1), *dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Delle, DW 2, 699, EWD s. u. Delle, DW2 6, 612, Duden s. u. Delle, Bluhme s. u. Delle, Seebold 204; Son.: s. niedersächsisch Däle, F., niederigerer Teil eines zweistufigen Fußbodens; vgl. nndl. del, Sb., Delle?; ae. dell, st. M. (a), st. N. (a), Tal, Höhle, Vertiefung; ne. dell, Sb., Tal, Talsenke; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer sachlich wohl schon früher möglichen durch äußere Einwirkung eingedrückten Stelle oder Vertiefung oder Einbuchtung oder Beule; BM.: ?; F.: Delle, Dellen+EW; Z.: Del-l-e
delogieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. delogieren, ausquartieren, zu einem Ausziehen aus einer Wohnung veranlassen oder zwingen; ne. evict; Vw.: -; Hw.: s. Loge; Q.: 1687?; I.: Lw. frz. déloger; E.: s. frz. déloger, V., delogieren; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. loger, V., wohnen; afrz. loge, F., Häuschen, verschlossenes Zimmer; weitere Herkunft unklar, vielleicht von frk. *laubja, Gamillscheg 575b; vgl. germ. *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 6, 612, Duden s. u. delogieren; GB.: vielleicht seit 1687 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Fränkischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung und der Errichtung von Gebäuden mögliches zu einem Ausziehen aus einer Wohnung veranlassen oder zwingen; BM.: weg, wohnen; F.: delogieren, delogiere, delogierst, delogiert, delogierest (!), delogieret (!), delogierte, delogiertest, delogierten, delogiertet, ##delogiert, delogierte, delogiertes, delogiertem, delogierten, delogierter##, delogierend, ###delogierend, delogierende, delogierendes, delogierendem, delogierenden, delogierender###, delogier (!)+FW+EW; Z.: de-log-ier-en
Delphin, Delfin, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Delphin, Delfin, ein Meeressäugetier; ne. dolphin; Vw.: -; Hw.: s. Dauphin; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. delphin, delephin, delfin, st. M., Delphin; mnd. delfin, M., Delphin; mnl. dolfijn, dolphijn, delfijn, M., Delfphin; lat. delphīnus, M., Delphin, (170-um 90 v. Chr.); gr. δελφίς (delphís), M., Delphin; vgl. gr. δελφύς (delphýs), F., Gebärmutter, Leibesfrucht; vgl. idg. *gᵘ̯elbʰ-, Sb., Gebärmutter, Junges, Pokorny 473? (693/15) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359?; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Delphin, DW 2, 916, EWD, DW2 6, 613, EWAhd 6, 572, Duden s. u. Delfin; Son.: vgl. nndl. dolfijn, Sb., Delphin, Delfin; frz. dauphin, M., Delphin, Delfin; nschw. delfin, Sb., Delphin, Delfin; nnorw. delfin, M., Delfin; poln. delfin, M., Delphin; kymr. dolffin, M., Delphin, Delfin; nir. deilf, F., Delphin, Delfin; lit. delfinas, M., Delphin; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches zu den Zahnwalen gehörendes in Wasser und meist in Herden lebendes Säugetier mit schnabelartig verlängertem Maul; BM.: Gebärmutter; F.: Delphin, Delphins, Delphine, Delphinen, Delfin, Delfins, Delfine, Delfinen+FW(+EW); Z.: Del-ph-in
Delta (1), nhd., N., (?): nhd. Delta (N.) (1), viertes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. delta; Vw.: -; Hw.: s. D, Delta (2); Q.: ?; I.: Lw. lat. delta; E.: s. lat. delta, F., Delta, (43/44 n. Chr.); gr. δέλτα (délta), N., Delta; aus dem Semitischen, vgl. hebr. dāleth, Sb., Tor (N.); L.: Duden s. u. Delta; Son.: vgl. nndl. delta, Sb., Delta; frz. delta, M., Delta; nschw. delta, N., Delta; nnorw. delta, M., Delta; kymr. delta, Sb., Delta; nir. deilte, M., Delta; poln. delta, F., Delta; lit. delta, Sb., Delta; GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar dem Hebräischen und dem Phönizischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den vierten Buchstaben des (lateinischen und griechischen) Alphabets; BM.: aus dem Bild eines Tores entwickeltes Zeichen; F.: Delta, Deltas+FW; Z.: Delt-a
Delta (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Delta (N.) (2), dreieckiges Gebiet einer Flussmündung; ne. delta; Vw.: -; Hw.: s. D; I.: Lw. lat. delta; E.: s. lat. delta, F., Delta, (43/44 n. Chr.); gr. δέλτα (délta), N., Delta; aus dem Semitischen, vgl. hebr. dāleth, Sb., Tor (N.); L.: Kluge s. u. Delta, DW 2, 96, EWD s. u. Delta, DW2 6, 614, Duden s. u. Delta; Son.: vgl. nndl. delta, Sb., Delta; frz. delta, M., Delta; nschw. delta, Sb., Delta; nnorw. delta, M., Delta; poln. delta, F., Delta; kymr. delta, F., Delta; nir. deilt, F., Delta; lit. delta, F., Delta; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches aus Schwemmland bestehendes und von Mündungsarmen eines Flusses wie beispielsweise des Niles oder des Ganges oder des Mississippi durchzogenes dreieckiges (deltaförmiges) Gebiet einer Flussmündung; BM.: graphische Form des Buchstabens Delta nach welcher der griechische Historiker Herodot (490/480-um 424 v. Chr.) das Mündungsgebiet des Niles benannte; F.: Delta, Deltas (!), Delten (!)+FW; Z.: Delt-a
Demagoge, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Demagoge, politischer Aufhetzender, Aufwiegler; ne. demagogue; Vw.: -; Hw.: s. Demagogie, demagogisch; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. δημαγωγός (dēmagōgós); E.: s. gr. δημαγωγός (dēmagōgós), M., Volksführer, Staatsmann; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; idg. *dā-,*dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Demagoge, fehlt DW, EWD s. u. Demagoge, DW2 6, 615, Duden s. u. Demagoge; Son.: vgl. nndl. demagoog, Sb., Demagoge; frz. demagogue, M., Demagoge; nschw. demagog, Sb., Demagoge; nnorw. demagog, M., Demagoge; poln. demagog, M., Demagoge; lit. demagogas, M., Demagoe; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Sprache möglichen andere Menschen durch leidenschaftliche Reden politischen Aufhetzenden oder Aufwiegler; BM.: Volk, treibend beeinflussen; F.: Demagoge, Demagogen+FW(+EW); Z.: Dem-ag-og-e
Demagogie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Demagogie, politische Agitation; ne. demagogy, demagogism; Vw.: -; Hw.: s. Demagoge, demagogisch; I.: Lw. gr. δημαγωγία (dēmagōgía); E.: s. gr. δημαγωγία (dēmagōgía), F., Volksführung, Volksleitung; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; idg. *dā-,*dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Demagoge, fehlt DW, DW2 6, 615, Duden s. u. Demagogie; Son.: vgl. nndl. demagogie, Sb., Demagogie; frz. démagogie, F., Demagogie; nschw. demagogie, Sb., Demagogie; nnorw. demagogi, M., Demagogie; poln. demagogia, F., Demagogie; kymr. demagogiaeth, F., Demagogie; lit. demagogija, F., Demagogie; GB.: seit 1670 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche politische Agitation mit dem Ziel einer Volksaufwiegelung; BM.: Volk, treibend beeinflussen; F.: Demagogie, Demagogien (!)+FW(+EW); Z.: Dem-ag-og-ie
demagogisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. demagogisch, aufwieglerisch; ne. demagogic, agitatorial; Vw.: -; Hw.: s. Demagoge, Demagogie; I.: Lw. frz. démagogique; E.: s. frz. démagogique, Adj., demagogisch; vgl. gr. δημαγωγός (dēmagōgós), M., Volksführer, Staatsmann; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; idg. *dā-,*dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Demagoge, fehlt DW, EWD s. u. Demagoge, Duden s. u. demagogisch; Son.: vgl. nschw. demagogisk, Adj., demagogisch; nnorw. demagogisk, Adj., demagogisch; poln. demagogiczny, Adj., demagogisch; kymr. demagogaidd, Adj., demagogisch; lit. demagogiškas, Adj., demagogisch; GB.: seit 1797 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufwieglerisch; BM.: Volk, treibend beeinflussen; F.: demagogisch, demagogische, demagogisches, demagogischem, demagogischen, demagogischer(, demagogischere, demagogischeres, demagogischerem, demagogischeren, demagogischerer, demagogischst, demagogischste, demagogischstes, demagogischstem, demagogischsten, demagogischster)+FW+EW; Z.: dem-ag-og-isch
Demarche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Demarche, diplomatischer Schritt, diplomatischer Einspruch; ne. demarche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1687; I.: Lw. frz. démarche; E.: s. frz. démarche, F., Schritt; vgl. frz. démarcher, V., losgehen, abmarschieren; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); afrz. marcher, V., marschieren, durchwandern; galloroman. *marcare, Gamillscheg 1, 598b; vgl. lat. marcus (1), M., großer eisener Schmiedehammer; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Demarche, EWD s. u. Demarche, DW2 6, 616, Duden s. u. Demarche; Son.: vgl. nndl. demarche, Sb., Demarche; nschw. demarsch, Sb., Demarche; nnorw. démarche, M., Demarche; GB.: seit 1687 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit Entstehung von Staaten möglichen mündlich vorgetragenen diplomatischen Schritt oder diplomatischen Einspruch; BM.: weggehen bzw. wegschlagen?; F.: Demarche, Demarchen (!)+FW; Z.: De-mar-ch-e
Demarkation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Demarkation, Grenzfestlegung, Abgrenzung; ne. demarcation; Vw.: -; Hw.: s. Mark (2); Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. démarcation; E.: s. frz. démarcation, F., Grenzziehung; span. demarcación, F., Grenzziehung; span. demarcar, V., die Grenze festlegen; span. marca, F., Grenze, Grenzmark, Mark (F.) (1); letztlich aus germ. *mark, *markō, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Demarkation, fehlt DW, EWD s. u. Demarkation, DW2 6, 616, Duden s. u. Demarkation; Son.: vgl. nndl. demarcatie, Sb., Demarkation; nschw. demarcation, Sb., Demarkation; nnorw. demarkarsjon, M., Demarkation; poln. demarkacja, F., Demarkation; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit etwa dieser Zeit von Menschen vorgenommene Festlegung einer Grenze; BM.: (1494) Grenzziehung durch Papst Alexander VI. zwischen den spanischen und portugiesischen Besitzungen in der neuen Welt; F.: Demarkation, Demarkationen+FW+EW; Z.: De-mark-at-io-n
$Demarkationslinie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Demarkationslinie, Abgrenzungslinie; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lüs. frz. ligne de démarcation; E.: s. Demarkation, s. s, s. Linie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demarkation; GB.: seit 1792 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und nachgebildete sowie aus Demarkation und s sowie Linie gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelte und verwendete Abgrenzungslinie; F.: Demarkationslinie, Demarkationslinien+FW; Z.: De-mark-at-io-n-s—lin-ie
$demaskieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. demaskieren, Maske ablegen, Maske abreißen; I.: Lw. frz. démasquer; E.: s. de, s. maskieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Maske; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Maske ablegen oder eine Maske abreißen; F.: demaskieren, demaskiere, demaskierst, demaskiert, demaskierest, demaskieret, demaskierte, demaskiertest, demaskierten, demaskiertet, ##demaskiert, demaskierte, demaskiertes, demaskiertem, demaskierten, demaskierter##, demaskierend, ###demaskierend, demaskierende, demaskierendes, demaskierendem, demaskierenden, demaskierender###, demaskier (!) +FW+EW; Z.: de—mask-ier-en
Dementi, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Dementi, Widerruf einer menschlichen Mitteilung oder einer Behauptung, offizielle Richtigstellung; ne. dementi, disclaimer; Vw.: -; Hw.: s. dementieren; Q.: 1773; I.: Lw. frz. (donner un) démenti; E.: s. frz. donner un démenti, M., eine Richtigstellung geben; vgl. frz. démentir, V., abstreiten, erklären dass etwas falsch war; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. mentir, V., lügen; lat. mentīrī, V., fabeln, sich gegen die Wahrheit versündigen, lügen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dementi, fehlt DW, EWD s. u. Dementi, DW2 6, 618, Duden s. u. Dementi; Son.: vgl. nndl. dementi, Sb., Dementi; nschw. dementi, Sb., Dementi; nnorw. dementi, N., Dementi; poln. dementi, M., Dementi; GB.: seit 1773 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Widerruf einer menschlichen Mitteilung oder einer Behauptung; BM.: lügen?; F.: Dementi, Dementis+FW; Z.: De-men-t-i
dementieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. dementieren, abstreiten, widerrufen (V.), für falsch erklären; ne. deny (V.), disclaim (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dementi; Q.: 1566; I.: Lw. frz. démentir; E.: s. frz. démentir, V., dementieren, leugnen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. mentir, V., lügen; lat. mentīrī, V., fabeln, sich gegen die Wahrheit versündigen, lügen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dementi, fehlt DW, EWD s. u. Dementi, DW2 6, 618, Duden s. u. dementieren; Son.: vgl. nndl. dementeren, V., dementieren; nschw. dementera, V., dementieren; nnorw. dementere, V., dementieren; poln. dementować, V., dementieren; GB.: seit 1566 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches abstreiten oder widerrufen (V.) oder für falsch erklären; BM.: lügen?; F.: dementieren, dementiere, dementierst, dementiert, dementierest, dementieret, dementierte, dementiertest, dementierten, dementiertet, ##dementiert, dementierte, dementiertes, dementiertem, dementierten, dementierter##, dementierend, ###dementierend, dementierende, dementierendes, dementierendem, dementierenden, dementierender###, dementier (!)+FW+EW; Z.: de-men-t-ier-en
Demenz, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Demenz, geistige Behinderung, Schwachsinn; ne. dementia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920; I.: Lw. lat. dēmentia; E.: s. lat. dēmentia, F., Nicht-recht-bei-Sinnen-Sein, Unvernunft, Wahnsinn, Schwachsinn, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēmēns, Adj., nicht recht bei Sinnen seiend, unvernünftig, wahnsinnig; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mēns, F., Sinn, Sinnesart, Denkart, Gesinnung, Charakter; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 6, 619, Duden s. u. Demenz; Son.: vgl. dementie, Sb., Demenz; frz. démence, F., Demenz; nschw. demens, Sb., Demenz; nnorw. demens, M., Demenz; poln. demencja, F., Demenz; kymr. dementia, M., Demenz; lit. demencija, F., Demenz; GB.: seit 1920 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche erworbene auf organischen Hirnschädigungen beruhende geistige Behinderung oder für Schwachsinn; BM.: nicht bei Sinnen seiend; F.: Demenz, Demenzen+FW(+DW); Z.: De-men-z
Deminutiv, nhd., N.: nhd. Deminutiv; Vw.: s. Diminutiv
$deminutiv, nhd., Adj.: nhd. deminutiv; Vw.: s. diminutiv
Demission, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Demission, Entlassung, Rücktritt; ne. demission; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. dīmissio; E.: s. lat. dīmissio, F., Ausschicken, Aussendung, Entlassen, Wegschicken, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīmittere, V., ausschicken, abschicken, aussenden, entsenden, herumschicken; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Demission, DW2 6, 621, Kluge s. u. Demission; Son.: vgl. frz. démission, F., Rücktritt, Amtsniederlegung; nnorw. demisjon, F., Demission; poln. dymisja, F., Demission; lit. dimisija, F., Demission; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Entlassung oder einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Rücktritt eines Ministers oder einer Regierung; BM.: wegschicken; F.: Demission, Demissionen (!)+FW+EW; Z.: De-miss-io-n
$demissionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. demissionieren. als Minister oder Regierung zurücktreten; Q.: um 1900; I.: Lw. frz. démissionner; E.: s. de, s. Mission, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demission; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches als Minister oder Regierung zurücktreten; F.: demissionieren, demissioniere, demissionierst, demissioniert, demissionierest, demissionieret, demissionierte, demissioniertest, demissionierten, demissioniertet, ##demissioniert, demissionierte, demissioniertes, demissioniertem, demissionierten, demissionierter##, demissionierend, ###demissionierend, demissionierende, demissionierendes, demissionierendem, demissionierenden, demissionierender###, demissionier (!)+FW+EW; Z.: de-miss-io-n-ier-en
demo..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. demo..., das Volk betreffend; ne. demo...; Vw.: s. -graphie, -krat, -kratie, -skopie; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. δῆμος (dēmos); E.: s. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. nndl. demo…, Präf., demo…; frz. démo…, vnschw. demo…, Präf., demo…; nnorw. demo…, Präf., demo…; poln. demo…, Präf., demo…; kymr. demo…, Präf., demo…; lit. demo…, Präf., demo…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie seitdem in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von mit Volk zusammenhängenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: Volk; F.: demo…+FW; Z.: dem-o-
Demografie, nhd., F.: nhd. Demografie; Vw.: s. Demographie
$demografisch, nhd., Adj.: nhd. demografisch; Vw.: s. demographisch
Demographie, Demografie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Demographie, Demografie, Bevölkerungslehre; ne. demography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1863; I.: Lw. frz. démographie; E.: s. frz. démographie, F., Demographie; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Demographie, DW2 6, 626, Kluge s. u. Demographie; Son.: vgl. nschw. demografi, Sb., Demographie; nnorw. demografi, M., Demographie; poln. demografia, F., Demographie; kymr. demograffeg, F., Demographie; lit. demografija, F., Demographie; GB.: seit 1863 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums oder später mögliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen und Bewegungen; BM.: Volk, schreiben; F.: Demographie, Demographien (!), Demografie, Demografien (!)+FW; Z.: Dem-o-graph-ie
$demographisch, demografisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. demographisch; Q.: 1863; E.: s. Demographi(e), s. (i)sch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demographie; GB.: seit 1863 belegte und aus Demograph(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder später mögliches Demographie betreffend; F.: demographisch, demographische, demographisches, demographischem, demographischen, demographischer, demografisch, demografische, demografisches, demografischem, demografischen, demografischer+FW+EW; Z.: dem-o-graph-isch
Demokrat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Demokrat, Anhänger der Demokratie; ne. democrat; Vw.: -; Hw.: s. Demokratie; Q.: 1760 (Klopstock); I.: Lw. frz. démocrate; E.: s. frz. démocrate, M., Demokrat; frz. démocratie, F., Demokratie; lat. dēmocratia, F., Volksherrschaft, Demokratie, (um 110-um 180 n. Chr.); s. gr. δημοκρατία (dēmokratía), F., Volksherrschaft, Demokratie; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Demokratie, fehlt DW, EWD s. u. Demokratie, Duden s. u. Demokrat; Son.: vgl. nndl. democraat, Sb., Demokrat; nschw. demokrat, Sb., Demokrat; nnorw. demokrat, M., Demokrat; poln. demokrata, M., Demokrat; kymr. democrat, M., Demokrat; lit. demokratas, M., Demokrat; GB.: seit 1760 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anhänger der Demokratie beziehungsweise später ein Mitglied einer demokratischen Partei; BM.: Volksherrschaft; F.: Demokrat, Demokraten+FW(+EW); Z.: Dem-o-kra-t-ie
Demokratie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Demokratie, Herrschaft der Mehrheit; ne. democracy; Vw.: -; Hw.: s. Demokrat; Q.: 1592; I.: Lw. lat. dēmocratia; E.: s. lat. dēmocratia, F., Volksherrschaft, Demokratie, (um 110-um 180 n. Chr.); s. gr. δημοκρατία (dēmokratía), F., Volksherrschaft, Demokratie; vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Demokratie, fehlt DW, EWD s. u. Demokratie, DW2 6, 627, Duden s. u. Demokratie; Son.: vgl. nndl. democratie, Sb., Demokratie; frz. démocratie, F., Demokratie; nschw. demokrati, Sb., Demokratie; nnorw. demokrati, N., Demokratie; poln. demokracja, F., Demokratie; kymr. democratiaeth, F., Demokratie; lit. demokratija, F., Demokratie; GB.: seit 1592 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach dem Vorbild des Altertums in der späteren Neuzeit verwirklichtes politisches Prinzip nach dem das Volk durch freie Wahlen an der Machtausübung in einem Staat teilhat; BM.: Volksherrschaft; F.: Demokratie, Demokratien+FW(+EW); Z.: Dem-o-kra-t-ie
$demokratisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. demokratisch, Demokratie betreffend; E.: s. Demokrati(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Demokratie, fehlt DW, EWD s. u. Demokratie; GB.: seit 1592 belegte und aus Demokrat(ie)und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Demokratie betreffend; F.: demokratisch, demokratische, demokratisches, demokratischem, demokratischen, demokratischer(, demokratischere, demokratischeres, demokratischerem, demokratischeren, demokratischerer, demokratischst, demokratischste, demokratischstes, demokratischstem, demokratischsten, demokratischster)+FW+EW; Z.: dem-o-kra-t-isch
$demokratisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. demokratisieren, demokratisch gestalten; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. démocratiser; E.: s. Demokrat(ie), s. is, s. ieren; L.: fehlt DW; GB.: seit 1797 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit in der politischen Vorstellung mögliches einen Staat nach den Grundsätzen von Demokratie demokratisch gestalten F.: demokratisieren, demokratisiere, demokratisierst, demokratisiert, demokratisierest, demokratisieret, demokratisierte, demokratisiertest, demokratisierten, demokratisiertet, ##demokratisiert, demokratisierte, demokratisiertes, demokratisiertem, demokratisierten, demokratisierter##, demokratisierend, ###demokratisierend, demokratisierende, demokratisierendes, demokratisierendem, demokratisierenden, demokratisierender###, demokratisier (!)+FW+EW; Z.: dem-o-kra-t-is-ier-en
$Demokratisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Demokratisierung, Gestaltung nach den Grundsätzen von Demokratie; Q.: um 1850; E.: s. demokratisier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demokratie; GB.: um 1850 belegte und aus demokratisier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit in der politischen Vorstellung mögliche Gestaltung eines Staates nach den Grundsätzen von Demokratie; F.: Demokratisierung, Demokratisierungen+FW+EW; Z.: Dem-o-kra-t-is-ier-ung
demolieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. demolieren, beschädigen, zerstören; ne. demolish, destroy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1546; I.: Lw. frz. démolir; E.: s. frz. démolir, V., zerstören; lat. dēmōlīrī, herabwälzen, herabreißen, niederreißen, schleifen (V.) (1), zerstören, (um 235-200 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mōlīrī, V., in Bewegung setzen, von der Stelle bewegen, fortbewegen, fortschaffen, fortschleudern; idg. *mō, *molo-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 746 (1250/115) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. demolieren, fehlt DW, EWD s. u. demolieren, DW2 6, 629, Duden s. u. demolieren; Son.: vgl. nschw. demolera, V., demolieren; nnorw. demolere, V., demolieren; poln. demolować, V., demolieren; GB.: vielleicht seit 1546 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (gewaltsam oder mutwillig herabbewegen und dadurch) beschädigen oder zerstören; BM.: fortschaffen?; F.: demolieren, demoliere, demolierst, demoliert, demolierest, demolieret, demolierte, demoliertest, demolierten, demoliertet, ##demoliert, demolierte, demoliertes, demoliertem, demolierten, demolierter##, demolierend, ###demolierend, demolierende, demolierendes, demolierendem, demolierenden, demolierender###, demolier (!)+FW+EW; Z.: de-mol-ier-en
Demonstrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Demonstrant, Manifestant, Hinweisender, Protestierender; ne. demonstrator; Vw.: -; Hw.: s. demonstrieren, Demonstration, demonstrativ; Q.: 1769 (Herder); I.: Lw. lat. dēmōnstrāns; E.: s. Lw. lat. dēmōnstrāns, (Part. Präs.=)Adj., nachweisend, hinweisend; vgl. lat. dēmōnstrāre, V., nachweisen, hinweisen, hinzeigen, kennzeichnen, kenntlich machen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mōnstrāre, V., zeigen, anzeigen, weisen, unterweisen, lehren; vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. demonstrieren, fehlt DW, EWD s. u. demonstrieren, DW2 6, 630, Duden s. u. Demonstrant; Son.: vgl. nndl. demonstrant, Sb., Demonstrant; nschw. demonstrant, Sb., Demonstrant; nnorw. demonstrant, M., Demonstrant; poln. demonstrant, M., Demonstrant; lit. demonstrantas, M., Demonstrant; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Veränderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Hinweisenden oder Protestierender oder sich durch einen Protest Erklärenden; BM.: zeigen; F.: Demonstrant, Demonstranten+FW+EW; Z.: De-mon-str-ant
Demonstration, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Demonstration, Darlegung, Darstellung, Beweisführung, Kundgebung, Protest; ne. demonstration; Vw.: -; Hw.: s. Demonstrant, demonstrieren, demonstrativ; Q.: 1573; E.: s. lat. dēmōnstrātio, F., Hinweisen, Hinzeigen, Zeigen, Veranschaulichung, Darlegung, Darstellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēmōnstrāre, V., nachweisen, hinweisen, hinzeigen, kennzeichnen, kenntlich machen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mōnstrāre, V., zeigen, anzeigen, weisen, unterweisen, lehren; vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. demonstrieren, fehlt DW, EWD s. u. demonstrieren, DW2 6, 630, Duden s. u. Demonstration; Son.: vgl. nndl. demonstratie, Sb., Demonstration; frz. démonstration, F., Beweis; nschw. demonstration, Sb., Demonstration; nnorw. demonstrasjon, M., Demonstration; poln. demonstracja, F., Demonstration; lit. demonstracija, F., Demonstration; GB.: vielleicht seit 1573 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Veränderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Darlegung oder Darstellung oder eine Beweisführung oder eine Kundgebung oder einen Protest; BM.: seine Meinung zeigen; F.: Demonstration, Demonstrationen+FW+EW; Z.: De-mon-str-at-io-n
demonstrativ, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. demonstrativ, hinweisend, auffallend, anschaulich; ne. demonstrative, ostentatious; Vw.: -; Hw.: s. Demonstrant, Demonstration, demonstrieren; Q.: vor 1564; I.: Lw. lat. dēmōnstrātīvus; E.: s. lat. dēmōnstrātīvus, Adj., hinzeigend, hinweisend, demonstrativ, beweisend, ankündigend, anschaulich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēmōnstrāre, V., nachweisen, hinweisen, hinzeigen, kennzeichnen, kenntlich machen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mōnstrāre, V., zeigen, anzeigen, weisen, unterweisen, lehren; vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. demonstrieren, fehlt DW, EWD s. u. demonstrieren, DW2 6, 633, Duden s. u. demonstrativ; Son.: vgl. frz. démonstratif, Adj., demonstrativ; nschw. demonstrativ, Adj., demonstrativ; nnorw. demonstrativ, Adj., demonstrativ; poln. demonstracyjny, Adj., demonstrativ; lit. demonstratyvus, Adj., demonstrativ; GB.: vor 1564 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches hinweisend oder auffallend oder anschaulich; BM.: seine Meinung zeigen; F.: demonstrativ, demonstrative, demonstratives, demonstrativem, demonstrativen, demonstrativer(, demonstrativere, demonstrativeres, demonstrativerem, demonstrativeren, demonstrativerer, demonstrativst, demonstrativste, demonstrativstes, demonstrativstem, demonstrativsten, demonstrativster)+FW+EW; Z.: de-mon-str-at-iv
demonstrieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. demonstrieren, zeigen, beweisen; ne. demonstrate; Vw.: -; Hw.: s. Demonstrant, Demonstration, demonstrativ; Q.: 1525; I.: Lw. lat. dēmōnstrāre; E.: s. lat. dēmōnstrāre, V., nachweisen, hinweisen, hinzeigen, kennzeichnen, kenntlich machen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mōnstrāre, V., zeigen, anzeigen, weisen, unterweisen, lehren; vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. demonstrieren, fehlt DW, EWD s. u. demonstrieren, DW2 6, 634, Duden s. u. demonstrieren; Son.: vgl. nndl. demonstreren, V., demonstrieren; frz. démontrer, V., demonstrieren; nschw. demonstrera, V., demonstrieren; nnorw. demonstrere, V., demonstrieren; poln. demonstrować, V., demonstrieren; lit. demonstruoti, V., demonstrieren; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Veränderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zeigen oder beweisen oder eine Demonstration veranstalten oder an einer Demonstration teilnehmen; BM.: seine Meinung zeigen; F.: demonstrieren, demonstriere, demonstrierst, demonstriert, demonstrierest, demonstrieret, demonstrierte, demonstriertest, demonstrierten, demonstriertet, ##demonstriert, demonstrierte, demonstriertes, demonstriertem, demonstrierten, demonstrierter##, demonstrierend, ###demonstrierend, demonstrierende, demonstrierendes, demonstrierendem, demonstrierenden, demonstrierender###, demonstrier (!)+FW+EW; Z.: de-mon-str-ier-en
$Demontage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Demontage, Abbau, Auseinandernehmung; Q.: Mitte 20. Jh.; Hw.: s. demontieren; E.: s. de, s. Montage; L.: fehlt DW, EWD s. u. montieren; GB.: seit um 1950 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus de und Montage gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Abbau oder eine Auseinandernehmung; F.: Demontage, Demontagen+FW; Z.: De—mon-t-ag-e
$demontieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. demontieren, auseinandernehmen; Hw.: s. Demontage; E.: s. de, s. montieren; L.: Kluge s. u. montieren, fehlt DW, EWD s. u. montieren; F.: demontieren, demontiere, demontierst, demontiert, demontierest, demontieret, demontierte, demontiertest, demontierten, demontiertet, ##demontiert, demontierte, demontiertes, demontiertem, demontierten, demontierter##, demontierend, ###demontierend, demontierende, demontierendes, demontierendem, demontierenden, demontierender###, demontier(!)+FW+EW; Z.: de—mon-t-ier-en
$demoralisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. demoralisieren, die Moral nehmen, entmutigen; E.: s. de, s. moralisieren; L.: Kluge s. u. Moral, EWD s. u. Moral; GB.: seit 1831 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Moral nehmen oder entmutigen; F.: demoralisieren, demoralisiere, demoralisierst, demoralisiert, demoralisierest, demoralisieret, demoralisierte, demoralisiertest, demoralisierten, demoralisiertet, ##demoralisiert, demoralisierte, demoralisiertes, demoralisiertem, demoralisierten, demoralisierter##, demoralisierend, ###demoralisierend, demoralisierende, demoralisierendes, demoralisierendem, demoralisierenden, demoralisierender### demoralisier (!)+FW+EW; Z.: de-mo-r-al-is-ier-en
Demoskopie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Demoskopie, Volksbefragung, Meinungsforschung; ne. opinion poll; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1953; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Demoskopie, EWD s. u. -skop, DW2 6, 637, Duden s. u. Demoskopie; Son.: vgl. nndl. demoscopie, Sb., Demoskopie; poln. demoskopia, F., Demoskopie; GB.: seit 1953 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes statistisches Verfahren zu allgemeiner Meinungsforschung auf der Grundlage möglichst gut ausgewählter Teilmengen; BM.: Volk, beobachten; F.: Demoskopie, Demoskopien (!)+FW+EW; Z.: Dem-o-skop-ie
Demut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Demut, Erniedrigung, Bescheidenheit; ne. humility, humbleness; Vw.: -; Hw.: s. dienen, Dienst; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. diemüete, diemuot, dēmuot, st. F., Demut, Herablassung, Milde; mnd. dēmōt, F., Demut; mnl. demoet, F.?, Demut; ahd. diomuotī*, st. F. (ī), Demut, Erniedrigung, Herablassung, Unterwürfigkeit; as. -; anfrk. -; germ. *þewa-, *þewaz, *þegwa-, *þegwaz, st. M. (a), Läufer (M.) (1)?, Diener, Knecht; idg. *tekᵘ̯os, M., Läufer (M.) (1), Pokorny 1059; vgl. idg. *tekᵘ̯-, V., laufen, fließen, Pokorny 1059 (1840/17) (RB. idg. aus ind., iran., alb., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. muot, st. M. (a), st. N. (a), Mut, Gemüt, Herz, Seele, Sinn; germ. *mōþa-, *mōþaz, *mōda-, *mōdaz, st. M. (a), Sinn, Mut, Zorn; s. idg. *mē- (5), *mō-, mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Demut, Kluge s. u. Demut, DW 2, 920, EWD s. u. Demut, DW2 6, 637, EWAhd 2, 674, Duden s. u. Demut; Son.: vgl. nndl. deemoed, Sb., Demut; GB.: (diomuotī) seit um 800 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Erniedrigung oder Bescheidenheit oder Bereitschaft zu einem Dienen; BM.: Gesinnung eines Dieners; F.: Demut+EW; Z.: De-mut
$demütig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. demütig, sanftmütig, unterwürfig; E.: s. Demut, s. ig; L.: Kluge s. u. Demut, DW 2, 921, EWD s. u. Demut; GB.: seit um 1000 belegte und aus Demut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sanftmütig oder unterwürfig; F.: demütig, demütige, demütiges, demütigem, demütigen, demütiger(, demütigere, demütigeres, demütigerem, demütigeren, demütigerer, demütigst, demütigste, demütigstes, demütigstem, demütigsten, demütigster)+EW; Z.: de-müt-ig
$demütigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. demütigen, herabwürdigen, schwächen, unterdrücken; E.: s. demütig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Demut, DW 2. 922, EWD s. u. Demut; GB.: um 1120 belegte und aus demütig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches herabwürdigen oder (in der Würde) schwächen oder unterdrücken F.: demütigen, demütige, demütigst, demütigt, demütigest, demütiget, demütigte, demütigtest, demütigten, demütigtet, gedemütigt, ##gedemütigt, gedemütigte, gedemütigtes, gedemütigtem, gedemütigten, gedemütigter##, demütigend, ###demütigend, demütigende, demütigendes, demütigendem, demütigenden, demütigender###, demütig (!)+EW; Z.: de-müt-ig-en
Denar, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Denar, Denarius, eine Münzeinheit; ne. denar, denarius; Vw.: -; Hw.: s. Dinar; Q.: 11. Jh.?; I.: Lw. lat. dēnārius; E.: s. lat. dēnārius, M., Zehnzahl, Denar, Geldstück, Geld, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēnī, Adj., je zehn, zehn auf einmal, Zehn..., zehnmal, zehn Jahre umfassend; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW 2, DW2 6, 644, Duden s. u. Denar; Son.: vgl. nndl. denarius, Sb., Denar; frz. denier, M., Denar; nschw. denarius, Sb., Denar; nnorw. denar, denarius, M., Denar; poln. denar, M., Denar; lit. denaras, M., Denar; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit dem Altertum verwendete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Münzeinheit; BM.: zehn; F.: Denar, Denars, Denare, Denaren (!)+FW+EW; Z.: Den-ar
Dendrochronologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Dendrochronologie, Jahresringchronologie; ne. dendrochronology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δένδρον (déndron), N., Baum; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Chronologie; L.: Duden s. u. Dendrochronologie; Son.: vgl. nndl. dendrochronologie, Sb., Dendrochronologie; frz. dendrochronologie, F., Dendrochronologie; nschw. dendrokronologie, Sb., Dendrochronologie; nnorw. dendrokronologi, M., Dendrochronologie; kymr. dendrocronoleg, F., Dendrochronologie; nir. deindreacroineolaíocht, F., Dendrochronologie; poln. dendrochronolgia, F., Dendrochronologie; lit. dendrochronologija, F., Dendrochronologie; GB.: seit (20. Jh.) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Leonardo da Vinci (1452-1519) für möglich gehaltene und seit 1914 (Andrew Elicott Douglass) entwickelte und seitdem verwendete wissenschaftliche Methode zu der Datierung von Holzobjekten aufgrund von Jahreswachstumsringen verwendeter Bäume; BM.: Baum, Zeit; F.: Dendrochronologie, Dendrochronologien (!)+FW; Z.: Den-dr-o—chron-o-log-ie
…dendron, nhd., M., (17. Jh.): nhd. …dendron; ne. …dendron; Vw.: s. Philo-, Rhodo-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. δένδρον (déndron), N., Baum; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …dendron, Suff., …dendron; frz. …dendron, Suff., …dendron; nschw. …dendron, Suff., …dendron; kymr. …dendron, Suff., …dendron; nir. …déandran, Suff., …dendron; poln. …dendron, Suff., …dendron; lit. …dendras, Suff., …dendron; GB.: vielleicht seit 17. Jh. aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie seitdem in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Pflanzennamen verwendete Bezeichnung; BM.: Baum; F.: …dendron, …dendren (!)+FW; Z.: -den-dr-on
dengeln, tengeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. dengeln, tengeln, glätten, schärfen; ne. hone, whet (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: mhd. tengelen, tengeln, tingelen, sw. V., tengeln, dengeln, baumeln, reichen an, klopfen, hämmern, einschlagen; mnd. -; ahd. -; germ. *dengwan, sw. V., schlagen; vgl. idg. *dʰen- (3), V., schlagen, stoßen, Pokorny 249 (378/26) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. dengeln, Kluge s. u. dengeln, DW 2, 925, EWD s. u. dengeln, DW2 6, 645, Falk/Torp 200, Duden s. u. dengeln, Bluhme s. u. dengeln; Son.: vgl. afries. -; ae. dėngan, sw. V. (1), schlagen; an. dengja, sw. V. (1), schlagen, hämmern; got. -; GB.: seit um 1170 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Verwendung von Metall durch den Menschen mögliches durch Hämmern dünnes Eisen glätten und schärfen; BM.: schlagen; F.: dengeln, dengel (!), dengle, dengele, dengelst, dengelt, denglest, denglet, dengelte, dengeltest, dengelten, dengeltet, gedengelt, ##gedengelt, gedengelte, gedengeltes, gedengeltem, gedengelten, gedengelter##, dengelnd, ###dengelnd, dengelnde, dengelndes, dengelndem, dengelnden, dengelnder###, dengel (!)+EW; Z.: den-g-el-n
denken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. denken, gesinnt sein (V.), beabsichtigen; ne. think; Vw.: -; Hw.: s. dünken, Gedanke, Gedächtnis; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. denken, tenken, sw. V., anom. V., denken, bedenken, beabsichtigen, erwähnen, gedenken, sich erinnern, zudenken; mnd. denken, sw. V., denken, gedenken, sich erinnern; mnl. denken, sw. V., denken; ahd. denken*, denchen*, sw. V. (1a), denken, erwägen, ersinnen; as. thėnkian, sw. V. (1a), denken, gedenken, nachdenken, beobachten; anfrk. thenken*, thencon, sw. V. (2), denken; germ. *þankjan, sw. V., denken, meinen; idg. *tong- (1), *teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. denken, Kluge s. u. denken, DW 2, 927, EWD s. u. denken, DW2 6, 649, EWAhd 2, 579, Falk/Torp 179, Duden s. u. denken, Bluhme s. u. gedacht, denken; Son.: unr. sw. V.; vgl. afries. thanka, thenza, thenka, sw. V. (1), denken; saterl. thanca, V., denken; ae. þėncan, sw. V. (1), denken, bedenken, betrachten, sich erinnern; ae. þancian, sw. V. (2), danken, lohnen, sich freuen; an. þekkja (1), sw. V. (1), wahrnehmen, erkennen, kennen; got. þagkjan, unr. sw. V. (1), denken, überlegen (V.); nndl. denken, V., denken; nschw. tänke, V., denken; nnorw. tenke, V., denken; lat. tongēre, V., wissen; toch. A tuṅk-, toch. B taṅkw, Sb., Liebe; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches die menschliche Fähigkeit des Erkennens und Urteilens anwenden oder aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen und Erinnerungen sowie Begriffen eine Einsicht zu bilden versuchen; BM.: ?; F.: denken, denke, denkst, denkt, denkest, denket, dachte, dachtest, dachten, dachtet, dächte, dächtest, dächten, dächtet, gedacht, ##gedacht, gedachte, gedachtes, gedachtem, gedachten, gedachter##, denkend, ###denkend, denkende, denkendes, denkendem, denkenden, denkender###, denk (!)+EW; Z.: denk-en
$Denken, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Denken, Überlegen, Nachsinnen; E.: s. denken; L.: Kluge 1. A. s. u. denken, DW 2, 939; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus denken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Überlegen oder Nachsinnen; F.: Denken, Denkens+EW; Z.: Denk-en
$Denker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Denker, Denkender; Vw.: s. Frei-; E.: s. denk(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. denken, DW 2, 940, EWD s. u. denken; GB.: seit 1752 belegte und aus denk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Denkenden; F.: Denker, Denkers, Denkern+EW; Z.: Denk-er
Denkmal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Denkmal, Monument, Bauwerk, Sprachwerk; ne. monument, memorial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1523 (Luther); I.: Lüt. gr. μνημνόσυνον (mnēmnósynon); E.: s. nhd. denken, Mal (2); L.: Kluge s. u. Denkmal, EWD s. u. Mal 2, DW2 6, 661, Duden s. u. Denkmal; GB.: seit 1523 (Luther) belegte und als Lehnübertragung aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine zu einem Gedächtnis an einen Menschen oder an ein Ereignis errichtete Darstellung oder ein Bauwerk oder auch ein Sprachwerk; BM.: denken, Mal (N.) (2); F.: Denkmal, Denkmals, Denkmäler, Denkmälern, Denkmale, Denkmalen (!)+EW; Z.: Denk—mal
$Denkzettel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Denkzettel, Merkzettel, Erinnerungszettel; E.: s. denk(en), s. Zettel; L.: Kluge s. u. Denkzettel, DW 2, 944, EWD s. u. denken; GB.: seit 1463 belegte und aus denk(en) und Zettel gebildete Bezeichnung für einen wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Merkzettel oder Erinnerungszettel oder auch einen aus Vergesslichkeit erwachsenden Schaden; F.: Denkzettel, Denkzettels, Denkzetteln (!)+EW; Z.: Denk—zet-t-el
denn, nhd., Konj., Adv., (18. Jh.): nhd. denn, nämlich, weil; ne. then, because; Vw.: -; Hw.: s. dann; Q.: 18. Jh.; E.: s. nhd. dann; L.: Kluge 1. A. s. u. denn, Kluge s. u. denn, dann, DW 2, 945, EWD s. u. denn, DW2 6, 669, Duden s. u. denn, Bluhme s. u. denn; Son.: erst ab dem 18. Jh. von dann geschieden und als eigenes Wort aufzufassen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. von dem (seit dem 9. Jh. belegten dann) getrennte Bezeichnung für eine die Begründung angebende Konjunktion; BM.: zeitliche Folge zweier Umstände; F.: denn+EW; Z.: de-n-n
$dennoch, nhd., Adv., (14. Jh.?): nhd. dennoch, allerdings, trotzdem; E.: s. denn, s. noch; L.: EWD s. u. dann; GB.: vielleicht seit 1394 (GrimmDW2) belegte und aus denn und noch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches allerdings oder trotzdem; F.: dennoch+EW; Z.: de-n-n—o-ch
densieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. densieren, verdichten; ne. dense; Vw.: s. kon-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. dēnsāre; E.: s. lat. dēnsāre, V., dicht machen, verdichten, dichter werden, dichten (V.) (1); lat. dēnsus, Adj., dicht, dicht besetzt, dicht gedrängt; idg. *dens- (2), Adj., dicht, Pokorny 202 (322/27) (RB. idg. aus gr., alb.?, ital., heth.); L.: Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches verdichten; BM.: dicht; F.: ...densieren, ...densiere, ...densierst, ...densiert, ...densierest, ...densieret, ...densierte, ...densiertest, ...densierten, ...densiertet, ...densiert, ...densierte, ...densiertes, ...densiertem, ...densierten, ...densierter, ...densierend, ...densierend, ...densierende, ...densierendes, ...densierendem, ...densierenden, ...densierender, ...densier (!)+FW+EW; Z.: -dens-ier-en
$dental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dental, Zähne betreffend; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. lat. dental(is); L.: fehlt DW, EWD s. u. dental; GB.: vielleicht seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung höherer Tiere mögliches mit Zähnen versehen (Adj.) oder Zähne betreffend; F.: dental, dentale, dentales, dentalem, dentalen, dentaler+FW(+EW); Z.: de-nt-al
Dental, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dental, Zahnlaut; ne. dental (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1860; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. dentālis, Adj., mit Zähnen versehen (Adj.), bezahnt, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. dēns, M., Zahn, Spitze, Kante; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289; vgl. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dental, fehlt DW, EWD s. u. dental, DW2 6, 675, Duden s. u. Dental; Son.: vgl. nndl. dentaal, Sb., Dental; frz. dentale, M., Dental; nschw. dental, Sb., Dental; nnorw. dental, M., Dental; GB.: seit 1860 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen von Menschen mit Zunge und Zähnen gebildeten Laut (wie vielleicht beispielsweise t oder d oder ne. th oder s oder z); BM.: Hinweis auf Zahn; F.: Dental, Dentals, Dentale, Dentalen+FW(+EW); Z.: De-nt-al
Dentist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dentist, Zahnarzt; ne. dentist; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. dentiste; E.: s. frz. dentiste, M., Zahnarzt; vgl. lat. dēns, M., Zahn, Spitze, Kante; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289; vgl. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dentist, fehlt DW, DW2 6, 675, Duden s. u. Dentist; Son.: vgl. nndl. dentist, Sb., Dentist, Zahnarzt; nschw. dentist, Sb., Dentist, Zahnarzt; poln. dentysta, M., Dentist, Zahnarzt; kymr. deintydd, M., Dentist, Zahnarzt; lit. dantistas, M., Dentist; GB.: seit 1768 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und später allmählich von Zahnarzt verdrängte Bezeichnung für einen Zahnarzt; BM.: Hinweis auf Zahn als Gegenstand des Behandelns; F.: Dentist, Dentisten+FW(+EW); Z.: De-nt-ist
Denunziant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Denunziant, Anzeigender, Mitteilender, Verräter; ne. denouncer, denunciator; Vw.: -; Hw.: s. denunzieren; Q.: 1542 (evangelische Kirchenordnungen); I.: Lw. lat. dēnūntiāns; E.: s. lat. dēnūntiāns, (Part. Prät.=)Adj., ankündigend, anzeigend; vgl. lat. dēnūntiāre, V., ankündigen, kundtun, anzeigen, ansagen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden, anzeigen; lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige, Auftrag; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. denunzieren, fehlt DW, EWD s. u. denunzieren, DW2 6, 675, Duden s. u. Denunziant; Son.: vgl. poln. denuncjator, M., Denunziant; GB.: seit 1542 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Anzeigenden oder Mitteilenden oder auch ein Geheimnis Verratenden (Verräter); BM.: kundtun; F.: Denunziant, Denunzianten+FW+EW; Z.: De-nu-nz-i-ant
denunzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. denunzieren, anzeigen, verraten (V.), mitteilen; ne. denounce; Vw.: -; Hw.: s. Denunziant; Q.: 1509 (Laienspiegel); I.: Lw. lat. dēnūntiāre; E.: s. lat. dēnūntiāre, V., ankündigen, kundtun, anzeigen, Meldung machen, erklären; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden, anzeigen; lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige, Auftrag; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. denunzieren, fehlt DW, EWD s. u. denunzieren, DW2 6, 676, Duden s. u. denunzieren; Son.: vgl. nndl. denuniceren, V., denunzieren; frz. dénoncer, V., denunzieren, anprangern; poln. denuncjować, V., denunzieren; GB.: seit 1509 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anzeigen oder mitteilen oder verraten (V.); BM.: kundtun; F.: denunzieren, denunziere, denunzierst, denunziert, denunzierest, denunzieret, denunzierte, denunziertest, denunzierten, denunziertet, ##denunziert, denunzierte, denunziertes, denunziertem, denunzierten, denunzierter##, denunzierend, ###denunzierend, denunzierende, denunzierendes, denunzierendem, denunzierenden, denunzierender###, denunzier (!)+FW+EW; Z.: de-nu-nz-ier-en
Deodorant, nhd., (Part. Präs.=)N., (20. Jh.): nhd. Deodorant, Deo, ein Pflegemittel gegen Körpergeruch; ne. deodorant (N.); Vw.: -; Hw.: s. desodorieren; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. deodorant; E.: s. ne. deodorant, N., Deodorant, Pflegemittel gegen Körpergeruch; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. odor, M., Geruch, Gestank, Wohlgeruch, Duft, (um 250-184 v. Chr.); idg. *od- (1), V., riechen, Pokorny 772 (1324/4) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Deodorant, fehlt DW, EWD s. u. desodorieren, Duden s. u. Deodorant; Son.: abgekürzt zu Deo; vgl. nndl. deodorant, Sb., Deodorant; nschw. deodorant, Sb., Deodorant; nnorw. deodorant, M., Deodorant; poln. dezodorant, M., Deodorant; lit. dezodorantas, M., Deodorant; GB.: seit 1961 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus Bestandteilen des Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon in dem Ägypten des Altertums grundsätzlich verwendetes Pflegemittel gegen Körpergeruch; BM.: weg, Geruch; F.: Deodorant, Deodorants, Deodorante, Deodoranten+FW; Z.: De-od-or-ant
Departement, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Departement, Abteilung, Ministerium, Verwaltungsbezirk; ne. department; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. departement; E.: s. frz. departement, M., Departement, Verwaltungsbezirk; vgl. frz. départir, V., austeilen, verteilen; lat. dispertīre, V., auseinander teilen, auseinanderlegen, zerteilen, austeilen, einteilen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. partīre, V., teilen, zerlegen (V.), trennen, abteilen, einteilen, mitteilen; lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: fehlt DW, DW2 6, 677, Duden s. u. Departement; Son.: vgl. nndl. departement, Sb., Departement; nschw. departement, N., Departement; nnorw. departement, N., Departement; poln. departament, M., Departement; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verwaltungsabteilung einer Regierung bzw. eines Staates; F.: Departement, Departements+FW; Z.: De-par-t-e-men-t
Dependance, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Dependance, Niederlassung, Nebengebäude; ne. annexe, branch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1859; I.: Lw. frz. dépendance; E.: s. frz. dépendance, F., Abhängigkeit, Nebengebäude; vgl. frz. dependre, V., abhängen, abhängig sein (V.); lat. dēpendere, V., abzahlen, bezahlen, erfüllen, leisten, entrichten; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pendēre, hängen, herabhängen; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 6, 678, Duden s. u. Dependance; GB.: vielleicht seit 1859 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen abhängigen Teil eines Betriebs beziehungsweise eine Niederlassung einer betrieblichen Ansiedelung; BM.: abhängen, abhängiges Gebäude; F.: Dependance, Dependancen+FW; Z.: De-pen-d-anc-e
Depesche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Depesche, Telegramm, Eilnachricht; ne. dispatch (N.); Vw.: -; Hw.: s. depeschieren; Q.: 1640; I.: Lw. frz. dépêche; E.: s. frz. dépêche, F., Depesche; vgl. frz. dépêcher, V., beschleunigen, absenden; als Gegensatz zu frz. empêcher, V., hindern gebildet, verhindern; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pedica, F., Fußschlinge, Schlinge, Fußfessel, Fessel (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Depesche, fehlt DW, EWD s. u. depeschieren, DW2 6, 679, Duden s. u. Depesche; Son.: vgl. nndl. depêche, Sb., Depesche; nschw. depesch, Sb., Depesche; nnorw. depesje, M., Depesche; poln. depesza, F., Depesche; GB.: seit 1640 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Telegramm oder eine Eilnachricht; BM.: absenden; F.: Depesche, Depeschen+FW+EW; Z.: De-pesch-e
depeschieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. depeschieren, eilig aussenden; ne. telegraph (V.); Vw.: -; Hw.: s. Depesche; Q.: 1643; I.: Lw. frz. dépêcher; E.: s. frz. dépêcher, V., beschleunigen, absenden; als Gegensatz zu frz. empêcher, V., hindern gebildet, verhindern; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pedica, F., Fußschlinge, Schlinge, Fußfessel, Fessel (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Depesche, fehlt DW, EWD s. u. depeschieren, DW2 6, 679, Duden s. u. depeschieren; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Telegramm oder eine Eilnachricht als Übermittler eilig aussenden; BM.: absenden; F.: depeschieren, depeschiere, depeschierst, depeschiert, depeschierest, depeschieret, depeschierte, depeschiertest, depeschierten, depeschiertet, ##depeschiert, depeschierte, depeschiertes, depeschiertem, depeschierten, depeschierter##, depeschierend, ###depeschierend, depeschierende, depeschierendes, depeschierendem, depeschierenden, depeschierender###, depeschier (!)+FW+EW; Z.: de-pesch-ier-en
deplaciert, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. deplaciert; Vw.: s. deplaziert
deplatziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. deplatziert; Vw.: s. deplaziert
deplaziert, deplaciert, deplatziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. deplaziert, fehl an dem Platze seiend, unangebracht; ne. misplaced; Vw.: -; Hw.: s. plazieren, Platz (1); Q.: 1771 (Goethe); I.: Lw. frz. déplacé; E.: s. frz. déplacé, Adj., fehl an dem Platze seiend, unangebracht; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. placer, V., plazieren, eine Platz zuweisen; vgl. frz. place, M., Platz (M.) (1); mlat. placea, F., breiter Weg, freie öffentliche Fläche in der Stadt; gr. πλατεῖα (plateia), F., Breite; vgl. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. plazieren, fehlt DW, EWD s. u. plazieren, DW2 6, 679, Duden s. u. deplaziert; GB.: seit 1771 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (an einer Stelle) unangebracht; BM.: zer..., flach; F.: deplaziert, deplazierte, deplaziertes, deplaziertem, deplazierten, deplazierter(, deplaziertere, deplazierteres, deplazierterem, deplazierteren, deplazierterer, deplaziertest, deplazierteste, deplaziertestes, deplaziertestem, deplaziertesten, deplaziertester, deplaciert, deplacierte, deplaciertes, deplaciertem, deplacierten, deplacierter, deplaciertere, deplacierteres, deplacierterem, deplacierteren, deplacierterer, deplaciertest, deplacierteste, deplaciertestes, deplaciertestem, deplaciertesten, deplaciertester, deplatziert, deplatzierte, deplatziertes, deplatziertem, deplatzierten, deplatzierter, deplatziertere, deplatzierteres, deplatzierterem, deplatzierteren, deplatzierterer, deplatziertest, deplatzierteste, deplatziertestes, deplatziertestem, deplatziertesten, deplatziertester)+FW+EW; Z.: de-pla-z-ier-t
Deponens, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Deponens, eine Verbform; ne. deponent verb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. dēpōnēns; E.: s. lat. dēpōnēns (1), (Part. Präs.=)N., Deponens, (um 362 n. Chr.); vgl. lat. dēpōnere, V., abstellen, niederstellen, absetzen, ablegen, gebären; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Deponens; Son.: vgl. nndl. deponens, Sb., Deponens; nschw. deponensverb, Sb., Deponens; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Lateinischen des Altertums verwendetes Verb in passiver Form aber in aktiver Bedeutung; BM.: absetzen; F.: Deponens, Deponentia, Deponenzien+FW; Z.: De-po-n-ens
$Deponie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Deponie, Abfallplatz, Müllplatz, Schuttplatz; E.: s. deponie(ren); L.: Kluge s. u. deponieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit deponieren verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums möglichen Abfallplatz oder Müllplatz oder Schuttplatz F.: Deponie, Deponien+FW(+EW); Z.: De-po-n-ie
deponieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. deponieren, ablegen, hinterlegen; ne. deposit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Depot, Deponens, disponieren; I.: Lw. lat. dēpōnere; E.: s. lat. dēpōnere, V., abstellen, niederstellen, absetzen, ablegen, gebären; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. deponieren, EWD s. u. deponieren, DW2 6, 680, Duden s. u. deponieren; Son.: vgl. nndl. deponeren, V., deponieren; frz. déposer, V., deponieren; nschw. deponera, V., deponieren; nnorw. deponere, V., deponieren; poln. deponować, V., deponieren; GB.: seit 1491 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches ablegen oder hinterlegen oder in Verwahrung geben; BM.: absetzen; F.: deponieren, deponiere, deponierst, deponiert, deponierest, deponieret, deponierte, deponiertest, deponierten, deponiertet, ##deponiert, deponierte, deponiertes, deponiertem, deponierten, deponierter##, deponierend, ###deponierend, deponierende, deponierendes, deponierendem, deponierenden, deponierender###, deponier (!)+FW+EW; Z.: de-po-n-ier-en
Deportation, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Deportation, Zwangsverschickung; ne. deportation; Vw.: -; Hw.: s. deportieren; Q.: 1509 (Laienspiegel); I.: Lw. lat. dēportātio; E.: s. lat. dēportātio, F., Wegtragen, lebenslängliche Verbannung, Deportation, (234-149 v. Chr.); lat. dēportāre, V., herabtragen, forttragen, wegschaffen, wegbringen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Deportation, EWD s. u. Deportation, DW2 6, 680, Duden s. u. Deportation; Son.: vgl. nndl. deportatie, Sb., Deportation; frz. deportation, F., Deportation; nschw. deportation, Sb., Deportation; nnorw. deportasjon, M., Deportation; poln. deportacja, F., Deportation; lit. deportacija, F., Deportation; GB.: seit 1509 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zwangsverschickung beziehungsweise Verbannung von Verbrechern und unbequemen politischen Gegnern; BM.: tragen; F.: Deportation, Deportationen+FW+EW; Z.: De-por-t-at-io-n
deportieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. deportieren, zwangsweise wegbringen, wegschaffen; ne. deport; Vw.: -; Hw.: s. Deportation; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. dēportāre; E.: s. lat. dēportāre, V., herabtragen, forttragen, wegschaffen, wegbringen, wegführen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Deportation, EWD s. u. Deportation, DW2 6, 682, Duden s. u. deportieren; Son.: vgl. nndl. deporteren, V., deportieren; frz. déporter, V., deportieren; nschw. deportera, V., deportieren; nnorw. deportere, V., deportieren; poln. deportować, V., deportieren; lit. deportuoti, V., deportieren, V., deportieren; GB.: vielleicht seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zwangsweise wegbringen oder wegschaffen; BM.: tragen; F.: deportieren, deportiere, deportierst, deportiert, deportierest, deportieret, deportierte, deportiertest, deportierten, deportiertet, ##deportiert, deportierte, deportiertes, deportiertem, deportierten, deportierter##, deportierend, ###deportierend, deportierende, deportierendes, deportierendem, deportierenden, deportierender###, deportier (!)+FW+EW; Z.: de-por-t-ier-en
Depot, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Depot, Lager; ne. depot; Vw.: -; Hw.: s. deponieren; Q.: 1756; I.: Lw. frz. dépôt; E.: s. frz. dépôt, M., Hinterlegung; lat. dēpositum, Niederlegung; lat. dēpōnere, V., abstellen, niederstellen, absetzen, ablegen, gebären; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Depot, fehlt DW, EWD s. u. Depot, DW2 6, 684, Duden s. u. Depot; Son.: vgl. nndl. depot, Sb., Depot; nschw. depo, Sb., Depot; nnorw. depot, N., Depot; poln. depozyt, M., Depot; lit. depas, M., Depot; GB.: seit 1756 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufbewahrungsort (Lager) für eine größere Menge von Gegenständen; BM.: abstellen; F.: Depot, Depots+FW; Z.: De-po-t
Depp, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Depp, Trottel, dummer Mensch, einfältiger Mensch; ne. dork, dumbass, jerk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. nhd. täpp(isch); L.: Kluge s. u. Depp, fehlt DW, DW2 6, 686, Duden s. u. Depp, Bluhme s. u. Depp; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Trottel oder dummen oder einfältigen und ungeschickten sowie deswegen vielleicht erst seit den Hochkulturen des Altertums auffälligen Menschen; BM.: tapsig seiend; F.: Depp, Deppen, Depps+EW; Z.: Depp; Z.: Depp
Depression, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Depression, Niedergeschlagenheit, wirtschaftlicher Rückgang; ne. depression; Vw.: -; Hw.: s. depressiv, deprimieren; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. frz. dépression; E.: s. frz. dépression, F., Depression, Niederdrückung, Senkung; lat. dēpressio, F., Niederdrücken, Einsenken, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. dēprimere, V., herabdrücken, niederdrücken, herunterdrücken, nach unten drücken; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Depression, fehlt DW, EWD s. u. deprimieren, DW2 6, 686, Duden s. u. Depression; Son.: vgl. nndl. depressie, Sb., Depression; nschw. depression, Sb., Depression; nnorw. depresjon, M., Depression; poln. depresja, F., Depression; lit. depresija, F., Depression; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich in (tiefer) Niedergeschlagenheit ausdrückende seelische Erkrankung oder eine Vertiefung in einer Oberfläche wie beispielsweise ein wirtschaftlicher Rückgang; BM.: nach unten drücken; F.: Depression, Depressionen+FW+EW; Z.: De-pre-ss-io-n
depressiv, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. depressiv, niedergeschlagen, niedergedrückt; ne. depressive (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Depression, deprimieren; Q.: 1920; I.: Lw. frz. dépressif; E.: s. frz. dépressif, Adj., depressiv, niederdrückend; lat. dēpressus, Adj., gesenkt, niedrig, tief, niedrig gelegen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēprimere, V., herabdrücken, niederdrücken, herunterdrücken, nach unten drücken; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Depression, fehlt DW, EWD s. u. deprimieren, DW2 6, 687, Duden s. u. depressiv; Son.: vgl. nndl. depressief, Adj., depressiv; nschw. depressiv, Adj., depressiv; nnorw. depressiv, Adj., depressiv; poln. depresyjny, Adj., depressiv; lit. depresyvus, Adj., depressiv; GB.: seit 1920 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für niedergeschlagen oder niedergedrückt; BM.: nach unten drücken; F.: depressiv, depressive, depressives, depressivem, depressiven, depressiver(, depressivere, depressiveres, depressiverem, depressiveren, depressiverer, depressivst, depressivste, depressivstes, depressivstem, depressivsten, depressivster)+FW+EW; Z.: de-pre-ss-iv
deprimieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. deprimieren, unterdrücken, niederdrücken; ne. depress; Vw.: -; Hw.: s. Depression, depressiv; Q.: 1625; I.: Lw. frz. déprimer; E.: s. frz. déprimer, V., deprimieren, unterdrücken; lat. dēprimere, V., herabdrücken, niederdrücken, herunterdrücken, nach unten drücken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Depression, fehlt DW, EWD s. u. deprimieren, DW2 6, 688, Duden s. u. deprimieren; Son.: vgl. nndl. deprimeren, V., deprimieren; nschw. deprimera, V., deprimieren; nnorw. deprimere, V., deprimieren; GB.: seit 1625 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unterdrücken und davon abgeleitet von psychisch bedrückender Wirkung sein (V.); BM.: nach unten drücken; F.: deprimieren, deprimiere, deprimierst, deprimiert, deprimierest, deprimieret, deprimierte, deprimiertest, deprimierten, deprimiertet, ##deprimiert, deprimierte, deprimiertes, deprimiertem, deprimierten, deprimierter##, deprimierend, ###deprimierend, deprimierende, deprimierendes, deprimierendem, deprimierenden, deprimierender###, deprimier (!)+FW+EW; Z.: de-pri-m-ier-en
$deprimierend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. deprimierend, niederdrückend; E.: s. deprimieren, s. d; L.: Kluge s. u. Depression, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus deprimieren und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches niederdrückend; F.: deprimierend, deprimierende, deprimierendes, deprimierendem, deprimierenden, deprimierender(, deprimierendere, deprimierenderes, deprimierenderem, deprimierenderen, deprimierenderer, deprimierendst, deprimierendste, deprimierendstes, deprimierendstem, deprimierendsten, deprimierendster)+FW+EW; Z.: de-pri-m-ier-end
$deprimiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. deprimiert, gedrückt, niedergedrückt, niedergeschlagen; E.: s. deprimier(en), s. t; L.: Kluge s. u. Depression, fehlt DW; GB.: seit 1845 belegte und aus deprimier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gedrückt oder niedergedrückt oder niedergeschlagen F.: deprimiert, deprimierte, deprimiertes, deprimiertem, deprimierten, deprimierter(, deprimiertere, deprimierteres, deprimierterem, deprimierteren, deprimierterer, deprimiertest, deprimierteste, deprimiertestes, deprimiertestem, deprimiertesten, deprimiertester)+EW; Z.: de-pri-m-ier-t
Deputat, nhd., (Part. Prät.=) N., (15. Jh.?): nhd. Deputat, Zugeteiltes, zugehörige Sachleistung; ne. wages in kind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. dēputātum; E.: s. lat. dēputātum, N., Bestimmtes, Zugeteiltes; vgl. lat. dēputāre, V., genau abschätzen, entschieden halten, glauben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen, halten; idg. *peu- (2), V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Deputat, EWD s. u. deputieren, DW 2, 954, DW2 6, 689, Duden s. u. Deputat; Son.: vgl. nnorw. deputasjon, M., Deputat; poln. deputat, M., Deputat; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Zugeteiltes und eine zu dem Lohn oder Gehalt gehörige Sachleistung; BM.: berechnen?; F.: Deputat, Deputates, Deputats, Deputate, Deputaten+FW; Z.: De-pu-t-at
Deputation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Deputation, Abordnung, Delegation; ne. deputation; Vw.: -; Hw.: s. Deputat, deputieren; Q.: 1434; E.: s. lat. dēputātio, F., Anweisung, Zuteilung, Beurteilung, Auferlegung, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. dēputāre, V., genau abschätzen, entschieden halten, glauben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen, halten; idg. *peu- (2), V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Deputat, fehlt DW, EWD s. u. deputieren, DW2 6, 690, Duden s. u. Deputation; Son.: vgl. nnorw. deputasjon, M., Deputation; poln. deputacja, F., Deputation; GB.: seit 1434 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche durch einen besondere Handlung gebildete Abordnung; BM.: berechnen?; F.: Deputation, Deputationen+FW+EW; Z.: De-pu-t-at-tion
deputieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. deputieren, abordnen, delegieren, bestimmen; ne. depute (V.), deputise; Vw.: -; Hw.: s. Deputat, Deputation; Q.: 1479; I.: Lw. lat. dēputāre; E.: s. mnd. dēputēren, sw. V., deputieren, abordnen, bestellen; lat. dēputāre, V., genau abschätzen, entschieden halten, glauben, (190-159 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen, halten; idg. *peu- (2), V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Deputat, fehlt DW, EWD s. u. deputieren, DW2 6, 691, Duden s. u. deputieren; Son.: vgl. nndl. deputeren, V., deputieren; GB.: seit 1479 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zu einer Erfüllung einer Aufgabe abordnen oder delegieren oder bestimmen; BM.: berechnen?; F.: deputieren, deputiere, deputierst, deputiert, deputierest, deputieret, deputierte, deputiertest, deputierten, deputiertet, ##deputiert, deputierte, deputiertes, deputiertem, deputierten, deputierter##, deputierend, ###deputierend, deputierende, deputierendes, deputierendem, deputierenden, deputierender###, deputier (!)+FW+EW; Z.: de-pu-t-ier-en
$Deputierter, Deputierte, nhd., (Part. Prät.=M.), (16. Jh.): nhd. Deputierter, Abgeordneter; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. deputier(en), s. t, s.er (Suff.); L.: Kluge s. u. Deputat, fehlt DW, EWD s. u. deputieren; GB.: seit 1571 belegte und aus deputier(en) und t sowie e oder er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen zu einer Erfüllung einer Aufgabe bestimmten Menschen oder einen Abgeordneten; F.: Deputierte, Deputierter, Deputierten+FW+EW; Z.: De-pu-t-ier-t-er
der, die, das, nhd., Pron., (bestimmter) Art., (8. Jh.): nhd. der, derjenige, welcher; ne. the; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. der, diu, daz, dez, dē, dī, dir, die, Pron., der, eben der, dieser, die, diese, das, dieses, welcher, derjenige; mnd. de, Art., Pron., der; ahd. der, diu (F.), daz (N.), dir, dar, Pron., Art., Relativpartikel, der, dieser, wer, welch, jener, diese, die, welche, dieses, das, was, welches; as. the, thiu (2) (F.), that (N.), Art., Pron., der, die, das; anfrk. thia, thie, Pron., der, die, das; anfrk. that, Konj., dass, damit; germ. *þa, *þer-, Pron., der, dieser; germ. *þat, Pron., das; germ. *þe, Pron., der, dieser; germ. *þia, Pron., die, diese; idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. der, Kluge s. u. der, DW 2, 954, EWD s. u. der, DW2 6, 692, EWAhd 2, 589, Falk/Torp 174, Duden s. u. der, Bluhme s. u. der; Son.: vgl. afries. -; ae. þes, þéos, þis, Pron., dieser, diese, dieses; ae. þē̆ (1), Konj., als, oder, dann, wo; ae. þē̆ (1), Konj., als, oder, dann, wo; an. -; got. -; nschw. det, Pron., Art., der; nnorw. den, det, Art., der, das; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (bestimmter Artikel) für eine Bestimmung; BM.: ?; F.: der, des, dem, den, die, das+EW; Z.: de-r
derb, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. derb, ungesäuert, hart, fest, widerstandsfähig; ne. coarse (Adj.), rough (Adj.); Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. derp, Adj., derb, ungesäuert, unvermischt, hart, tüchtig; mnd. derve, Adj., ungesäuert; mnl. derf, Adj., ungesäuert; ahd. derbi, derb*, Adj., ungesäuert; as. thėrvi*, tharvi*, Adj., derb, ungesäuert; anfrk. *thervi?, Adj.; germ. *þerba-, *þerbaz, Adj., ungesäuert, einfach, fade; s. idg. *sterbʰ-, *strebʰ-, Adj., Sb., V., starr, steif, straff, Stengel, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1025; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. derb, Kluge s. u. derb, DW 2, 1012, EWD s. u. derb, DW2 6, 706, EWAhd 2, 600, Falk/Torp 183, Heidermanns 620, Duden s. u. derb, Bluhme s. u. derb, Falk/Torp 183, Heidermanns 620; Son.: vgl. afries. therf, therve, Adj., derb, heftig; ae. þeorf (1), þorf (1), Adj., ungesäuert, frisch; an. þjarfr, Adj., derb, geschmacklos, ungesäuert, frisch, einfältig; got. -; ? ksl. trъpъkъ, Adj., bitter; ? ksl. strъblъ, Adj., gesund, fest; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früh mögliches ungesäuert oder hart oder fest oder widerstandsfähig; BM.: starr?, steif?; F.: derb, derbe, derbes, derbem, derben, derber(, derbere, derberes, derberem, derberen, derberer, derbste, derbstes, derbstem, derbsten, derbster)+EW; Z.: der-b
Derby, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Derby, Pferderennen, besonderes Sportereignis; ne. derby, derby race; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1868?; I.: Lw. ne. derby (race); E.: s. ne. derby (race), N., Derby, Pferderennen; nach dem PN Earl of Derby; von dem ON Derby; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von dän. Djúra-bý, Deoraby, Dorf des Hirsches; an. dȳr, st. N. (a), wildes Tier, besonders Reh; germ. *deuza-, *deuzam, st. N. (a), Tier; s. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); an. bygð, st. F. (ō), Wohnsitz, Besiedlung; an. byggja, sw. V. (1), wohnen, besiedeln, bauen; germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); oder von lat. Derventio, M.=ON, „Eichental“, Derventio (mehrere Orte in Britannien und Gallien); kelt. *derwo-, Sb., Eiche; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); auch eine Vermischung der beiden Etymologien ist möglich; L.: Kluge s. u. Derby, fehlt DW, EWD s. u. Derby, DW2 6, 709, Duden s. u. Derby; Son.: vgl. nndl. derby, Sb., Derby; frz. derby, M., Derby; nnorw. derby, N., Derby; poln. derby, Sb., Derby; lit. derbis, M., Derby; GB.: vielleicht seit 1868 belegte und aus dem Neuenglischen sowie möglicherweise dem Dänischen aufgenommene und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Pferderennen als alljährliche Zuchtprüfung für die besten dreijährigen Vollblutpferde; BM.: nach dem 12. Earl of Derby (der solche Pferderennen 1780 einführte) gebildete Bezeichnung für ein sportliches Spiel von besonderem Interesse vor allem zwischen Mannschaften aus der gleichen Region; F.: Derby, Derbys+FW; Z.: De-r-by
Derivat, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.?): nhd. Derivat, Abgeleitetes; ne. derivat; Vw.: -; Hw.: s. Derivation, derivieren, derivativ; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. lat. dērīvātum; E.: s. lat. dērīvātum, N., Abgeleitetes, Weggeleitetes; vgl. lat. dērīvāre, V., ableiten, wegleiten, leiten, herbeiziehen, abführen, wegführen, verzweigen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. rīvāre, V., ableiten; lat. rīvus, M., Gerinne, Bach, Wassergang, Wassergraben; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. derivieren, fehlt DW, EWD s. u. Derivat, DW2 6, 723, Duden s. u. Derivat; Son.: vgl. frz. dérivé, M., Derivat; nschw. derivat, N., Derivat; nnorw. derivat, N., Derivat; poln. derywat, M., Derivat; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches (etwas von etwas anderem) Abgeleitetes; BM.: weg, leiten bzw. Wassergraben; F.: Derivat, Derivats, Derivates, Derivate, Derivaten+FW; Z.: De-ri-v-at
Derivation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Derivation, Ableitung, Herleitung; ne. derivation; Vw.: -; Hw.: s. Derivat, derivativ, derivieren; Q.: 1580?; I.: Lw. lat. dērīvātio; E.: s. lat. dērīvātio, F., Ableiten, Ableitung, Abfließen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dērīvāre, V., ableiten, wegleiten, leiten, herbeiziehen, abführen, wegführen, verzweigen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. rīvāre, V., ableiten; lat. rīvus, M., Gerinne, Bach, Wassergang, Wassergraben; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. derivieren, fehlt DW, DW2 6, 723, Duden s. Derivation; Son.: vgl. nndl. derivat, Sb., Derivation, Ableitung; frz. dérivation, F., Derivation, Ableitung; nschw. derivation, Sb., Derivation, Ableitung; nnorw. derivasjon, M., Derivation, Ableitung; poln. derywacja, F., Derivation, Ableitung; lit. derivacija, F., Derivation; GB.: vielleicht seit 1580 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliche Ableitung oder Herleitung von etwas; BM.: weg, leiten bzw. Wassergraben; F.: Derivation, Derivationen+FW; Z.: De-ri-v-at-io-n
derivativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. derivativ, abgeleitet, ableitend; ne. derivative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Derivat, Derivation, derivieren; Q.: 1791; I.: Lw. lat. dērīvātīvus; E.: s. lat. dērīvātīvus, Adj., abgeleitet?, Abfluss bewirkend, durch Ableitung gewonnen, (2. Hälfte 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dērīvāre, V., ableiten, wegleiten, leiten, herbeiziehen, abführen, wegführen, verzweigen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. rīvāre, V., ableiten; lat. rīvus, M., Gerinne, Bach, Wassergang, Wassergraben; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. derivieren, fehlt DW, DW2 6, 724, Duden s. u. derivativ; GB.: seit 1791 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abgeleitet oder ableitend; BM.: weg, leiten bzw. Wassergraben; F.: derivativ, derivative, derivatives, derivativem, derivativen, derivativer+FW+EW; Z.: der-ri-v-at-iv
derivieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. derivieren, herleiten, ableiten; ne. derive; Vw.: -; Hw.: s. Derivat, Derivation, derivativ; Q.: 1589; I.: Lw. lat. dērīvāre; E.: s. lat. dērīvāre, V., ableiten, wegleiten, leiten, herbeiziehen, abführen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. rīvāre, V., ableiten; lat. rīvus, M., Gerinne, Bach, Wassergang, Wassergraben; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. derivieren, fehlt DW, EWD s. u. Derivat, DW2 6, 724, Duden s. u. derivieren; Son.: vgl. frz. dériver, V., derivieren, ableiten; nschw. derivera, V., derivieren, ableiten; nnorw. derivere, V., derivieren, ableiten; poln. derywować, V., derivieren, ableiten; GB.: vielleicht seit 1589 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herleiten oder ableiten; BM.: weg, leiten bzw. Wassergraben; F.: derivieren, deriviere, derivierst, deriviert, derivierest, derivieret, derivierte, deriviertest, derivierten, deriviertet, ##deriviert, derivierte, deriviertes, deriviertem, derivierten, derivierter##, derivierend, ###derivierend, derivierende, derivierendes, derivierendem, derivierenden, derivierender###, derivier (!)+FW+EW; Z.: de-ri-v-ier-en
$derjenige, nhd., Pron., (14. Jh.?): nhd. derjenige, ein anderer; E.: s. derjene, s. ig, s. e; L.: EWD s. u. jener; GB.: vielleicht nach 1315 belegte und aus derjen(e) und ig sowie e gebildete und sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für einen anderen; F.: derjenige, desjenigen, demjenigen, denjenigen+EW; Z.: de-r-jen—ig-e
$dermaßen, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. dermaßen, so; E.: s. der, s. Maß, s. en; L.: DW 2, 1020 (dermaszen), EWD s. u. Maß; GB.: vielleicht um 1210 belegte und aus der und Maß sowie en gebildete Bezeichnung sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für so; F.: dermaßen+EW; Z.: de-r—ma-ß-en
$Dermatologe, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dermatologe; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dermatologie; GB.: seit 1925 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den seit der späteren Neuzeit entstehenden besonderen Hautarzt; F.: Dermatologe, Dermatologen+FW; Z.: Der-m-a-to-log-e
Dermatologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dermatologie, Lehre von der Haut; ne. dermatology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1889; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δέρμα (dérma), N., abgezogene Haut, Fell, Leder; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Dermatologie, DW2 6, 733, Duden s. u. Dermatologie; Son.: vgl. nndl. dermatologie, Sb., Dermatologie; frz. dermatologie, F., Dermatologie; nschw. dermatologi, Sb., Dermatologie; nnorw. dermatologi, M., Dermatologie; poln. dermatologia, F., Dermatologie; kymr. dermatoleg, M.?, Dermatologie; nir. deirmeolaícht, Sb., Dermatologie; lit. dermatologija, F., Dermatologie; GB.: seit 1889 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit entstehende Lehre von der Haut und wissenschaftliche Erforschung der Hautkrankheiten; BM.: Haut, sammeln; F.: Dermatologie+FW+EW; Z.: Der-m-a-to-log-ie
...dermis, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...dermis, Haut; ne. …dermis; Vw.: s. Epi-; Hw.: s. ...derma; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr.-lat. derma, gr. δέρμα (dérma); E.: s. gr.-lat. derma, gr.-lat., N., abgezogene Haut, Fell, Leder; gr. δέρμα (dérma), N., abgezogene Haut, Fell, Leder; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. frz. ...derme, Suff., ...dermis; poln. ...derma, Suff., ...dermis; kymr. ...dermis, Suff., ...dermis; nir. ...deirm, Suff., ...dermis; lit. ...dermis, Suff., ...dermis; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Tieren mögliche und ihrem Schutz sowie ihrer Wahrnehmung dienende Haut; BM.: Haut; F.: ...dermis+FW; Z.: -der-m-is
$dero, nhd., Pron., (13. Jh.?): nhd. dero; E.: s. der, s. o; L.: Kluge s. u. dero; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte sowie aus der und o gebildete Bezeichnung für ein auf einen anderen hinweisendes Pronomen¸F.: dero+EW; Z.: de-r-o
Derwisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Derwisch, Sufi, muslimischer Mystiker; ne. dervish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1568; I.: Lw. türk. derviş; E.: s. türk. derviş, M., Derwisch, Bettelmönch; pers. darwīš, M., Bettler, Armer; pers. dar, Sb., Tor, Tür; L.: Kluge s. u. Derwisch, DW2 6, 747, Duden s. u. Derwisch; Son.: vgl. nndl. derwisj, Sb., Derwisch; frz. derviche, M., Derwisch; nschw. dervisch, Sb., Derwisch; nnorw. dervisj, M., Derwisch; poln. derwisz, M., Derwisch; nir. deirbhíseach, M., Derwisch; GB.: seit 1568 belegte und aus dem Türkischen aufgenommene Bezeichnung für ein Mitglied eines islamischen religiösen Ordens zu dessen Riten Musik und rhythmische Tänze gehören; BM.: an der Tür bettelnder Armer?, Armer gegenüber Gottes Reichtum; F.: Derwisch, Derwisches, Derwischs, Derwische, Derwischen+FW+EW; Z.: Der-wisch
des…, nhd., Partikel: nhd. des…; Vw.: s. dis…
Desaster, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Desaster, schreckliches Unglück; ne. disaster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1804 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. désastre; E.: s. frz. désastre, M., Unheil, schweres Unglück; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. astre, M., Gestirn; lat. astrum, Himmelskörper, Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); vgl. idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Desaster, fehlt DW, EWD s. u. Desaster, DW2 6, 759, Duden s. u. Desaster; GB.: seit 1804 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Welt mögliches großes Unglück oder für einen katastrophalen Misserfolg; BM.: Unstern, Vorstellung dass bestimmte Himmelskonstellationen für das Schicksal des Menschen verantwortlich sind; F.: Desaster, Desasters, Desastern (!)+FW(+EW?); Z.: De-s-ast-er
desavouieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. desavouieren, bloßstellen, enttäuschen; ne. disavow, compromise (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1704 (Leibniz); I.: Lw. frz. désavouer; E.: s. frz. désavouer, V., in Abrede stellen, leugnen; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. avouer, V., anerkennen; lat. advocāre, herbeirufen; lat. advocāre, V., herbeirufen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. desavouieren, fehlt DW, EWD s. u. desavouieren, DW2 6, 750, Duden s. u. desavouieren; Son.: vgl. nndl. desavoueren, V., desavouieren; nschw. desavouera, desavuera, V., desavouieren; nnorw. desavuere, V., desavouieren; GB.: seit 1704 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zum Gespött machen oder bloßstellen oder enttäuschen; BM.: weg, herbeirufen; F.: desavouieren, desavouiere, desavouierst, desavouiert, desavouierest, desavouieret, desavouierte, desavouiertest, desavouierten, desavouiertet, ##desavouiert, desavouierte, desavouiertes, desavouiertem, desavouierten, desavouierter##, desavouierend, ###desavouierend, desavouierende, desavouierendes, desavouierendem, desavouierenden, desavouierender###, desavouier (!)+FW+EW; Z.: de-s-a-vou-ier-en
Deserteur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Deserteur, Fahnenflüchtiger, Überläufer; ne. deserter, renegade (M.); Vw.: -; Hw.: s. desertieren; Q.: 1676; I.: Lw. frz. déserteur; E.: s. frz. déserteur, M., Deserteur, Überläufer; lat. dēsertor, M., Verlasser, Ausreißer, Deserteur, Flüchtling, Fahnenflüchtiger, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēserere, V., abreihen, abfügen, abtrennen, verlassen (V.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. desertieren, fehlt DW, EWD s. u. Deserteur, DW2 6, 751, Duden s. u. Deserteur; Son.: vgl. nndl. desertör, Sb., Deserteur; nnorw. desertør, M., Deserteur; poln. dezerter, M., Deserteur; lit. dezertyras, M., Deserteur; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen das eigene Heer unerlaubt Verlassenden oder Fahnenflüchtigen oder Überläufer; BM.: verlassen (V.); F.: Deserteur, Deserteurs, Deserteures, Deserteure, Deserteuren+FW; Z.: De-ser-t-eur
desertieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. desertieren, verlassen (V.), fahnenflüchtig werden, überlaufen; ne. desert (V.); Vw.: -; Hw.: s. Deserteur; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. déserter; E.: s. frz. déserter, V., verlassen (V.); lat. dēsertāre, V., verlassen (V.); vgl. lat. dēserere, V., abreihen, abfügen, abtrennen, verlassen (V.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. desertieren, EWD s. u. Deserteur, DW2 6, 751, Duden s. u. desertieren; Son.: vgl. nndl. deserteren, V., desertieren; nschw. desertera, V., desertieren; nnorw. desertere, V., desertieren; poln. zdezerterować, V., desertieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mittelbar mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Truppe verlassen (V.); BM.: verlassen (V.); F.: desertieren, desertiere, desertierst, desertiert, desertierest, desertieret, desertierte, desertiertest, desertierten, desertiertet, ##desertiert, desertierte, desertiertes, desertiertem, desertierten, desertierter##, desertierend, ###desertierend, desertierende, desertierendes, desertierendem, desertierenden, desertierender###, desertier (!)+FW+EW; Z.: de-ser-t-ier-en
Desiderat, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.?): nhd. Desiderat, Erwünschtes, Benötigtes, Wunsch; ne. desideratum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1709; I.: Lw. lat. dēsīderātum; E.: s. lat. dēsīderātum, N., Verlangtes, Erwünschtes; vgl. lat. dēsīderāre, V., verlangen, fordern, begehren, ersehnen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīdus, N., Himmelsbild, Gestirn, Sternbild, Sterngruppe; idg. *su̯eid- (1), V., glänzen, schimmern, Pokorny 1042 (1794/266) (RB. idg. aus iran., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Desiderat, fehlt DW, EWD s. u. Desiderat, DW2 6, 759, Duden s. u. Desiderat; Son.: vgl. nndl. desideratum, Sb., Desiderat; frz. desiderata, M. Pl., Desiderat; poln. dezyderat, Sb., Desiderat; GB.: seit 1709 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu einer Anschaffung in Bibliotheken vorgeschlagenes Buch oder etwas Fehlendes und daher Erwünschtes oder allgemein einen Wunsch; BM.: verlangen; F.: Desiderat, Desiderats, Desiderates, Desiderate (!), Desideraten (!)+FW; Z.: De-sid-er-at
Design, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Design, Entwurf von Gestalt, Aussehen; ne. design (N.); Vw.: -; Hw.: s. designieren, Dessin; Q.: 1962 (Spiegel); I.: Lw. ne. design; E.: s. ne. design, N., Gestaltung, Entwurf; frz. dessein, M., Absicht, Entwurf von Gestalt; it. disegno, M., Absicht; it. disegnare, V., beabsichtigen, bezeichnen; lat. dēsīgnāre, V., bezeichnen, abgrenzen, angeben, bestimmen, ernennen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Design, fehlt DW, EWD s. u. Design, DW2 6, 760, Duden s. u. Design; Son.: vgl. nndl. design, Sb., Design; nschw. design, Sb., Design; nnorw. design, M., Design; poln. design, M., Design; lit. dizainas, M., Design; GB.: seit 1962 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen sowie dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine formgerechte und funktionale Gestaltung und daraus sich ergebende Form eines Gebrauchsgegenstands; BM.: durch Zeichen abgrenzen; F.: Design, Designs+FW; Z.: De-sig-n
Designation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Designation, Verzeichnis, Aufstellung, Ernennung; ne. designation; Vw.: -; Hw.: s. designieren, Design, Designer; Q.: 1569; I.: Lw. lat. dēsīgnātio; E.: s. lat. dēsīgnātio, F., Bezeichnung, Abgrenzung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēsīgnāre, V., bezeichnen, abgrenzen, angeben, bestimmen, ernennen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. designieren, fehlt DW, DW2 6, 760, Duden s. u. Designation; Son.: vgl. frz. désignation, F., Bezeichnung, Ernennung; poln. desygnacja, F., Designation; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Aufstellung oder für eine Ernennung; BM.: bezeichnen; F.: Designation, Designationen+FW(+EW); Z.: De-sig-n-at-io-n
Designer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Designer, Formgestalter; ne. designer; Vw.: -; Hw.: s. Design; Q.: 1962 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. designer; E.: s. ne. designer, M., Designer, Formgestalter; vgl. ne. design, N., Gestaltung, Entwurf; frz. dessein, M., Absicht, Entwurf von Gestalt; it. disegno, M., Absicht; it. disegnare, V., beabsichtigen, bezeichnen; lat. dēsīgnāre, V., bezeichnen, abgrenzen, angeben, bestimmen, ernennen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Design, fehlt EWD s. u. Design, DW2 6, 761, Duden s. u. Designer; Son.: vgl. nndl. designer, Sb., Designer; frz. designer, M., Designer; nschw. designer, Sb., Designer; nnorw. designer, M., Designer; poln. designer, M., Designer; lit. dizaineris, M., Designer; GB.: seit 1962 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und dort aus design und er (Suff.) gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich sich seit dieser Zeit berufsmäßig mit der Formgestaltung von Gegebenheiten Beschäftigenden; BM.: bezeichnen; F.: Designer, Designers, Designern (!)+FW; Z.: De-sig-n-er
designieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. designieren, für etwas bestimmen, für etwas vorsehen; ne. designate; Vw.: -; Hw.: s. Design, Designation; Q.: 1569 (Wittgensteiner Landrecht); I.: Lw. lat. dēsīgnāre; E.: s. lat. dēsīgnāre, V., bezeichnen, abgrenzen, angeben, bestimmen, ernennen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. designieren, fehlt DW, DW2 6, 761, Duden s. u. designieren; Son.: vgl. frz. designer, V., bezeichnen; nschw. designera, V., designieren; nnorw. designer, V., bezeichnen, Form geben; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl sachlich seit dieser Zeit mögliches bestimmen oder vorsehen; BM.: bezeichnen; F.: designieren, designiere, designierst, designiert, designierest, designieret, designierte, designiertest, designierten, designiertet, ##designiert, designierte, designiertes, designiertem, designierten, designierter##, designierend, ###designierend, designierende, designierendes, designierendem, designierenden, designierender###, designier (!)+FW+EW; Z.: de-sig-n-ier-en
$Desillusion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Desillusion, Enttäuschung; Q.: um 1900; I.: Lw. frz. désillusion; E.: s. desillusion(ieren); L.: fehlt DW, EWD s. u. Illusion; GB.: um 1900 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Enttäuschung; F.: Desillusion, Desillusionen+FW; Z.: De-s-il-lus-io-n
desillusionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. desillusionieren, Illusionen nehmen, ernüchtern, enttäuschen; ne. disillusion (V.); Vw.: -; Hw.: s. Illusion; Q.: 1842; I.: Lw. frz. désillusionner; E.: s. frz. désillusionner, V., desillusionieren; vgl. frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. illusion, F., Illusion, Täuschung; lat. illūsio, F., Verspottung, Ironie, Täuschung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. illūdere, V., hinspielen, spielend hinwerfen, bespielen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūdere, V., spielen, zum Besten halten, schäkern; idg. *leid-?, V., spielen, scherzen, necken, Pokorny 666 (1077/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?); L.: Kluge s. u. Illusion, fehlt DW, EWD s. u. Illusion, DW2 6, 761, Duden s. u. desillusionieren; Son.: vgl. nndl. desillusioneren, V., desillusionieren; nschw. desillusionera, V., desillusionieren; nnorw. desillusionere, V., desillusionieren; GB.: seit 1842 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ernüchtern oder enttäuschen; BM.: hinspielen?; F.: desillusionieren, desillusioniere, desillusionierst, desillusioniert, desillusionierest, desillusionieret, desillusionierte, desillusioniertest, desillusionierten, desillusioniertet, ##desillusioniert, desillusionierte, desillusioniertes, desillusioniertem, desillusionierten, desillusionierter##, desillusionierend, ##desillusionierend, desillusionierende, desillusionierendes, desillusionierendem, desillusionierenden, desillusionierender###, desillusionier (!)+FW+EW; Z.: de-s-il-lus-io-n-ier-en
desinfizieren, nhd., V., (19. Jh.): nhd. desinfizieren, Keime abtöten, von Krankheitserregern befreien; ne. desinfect, fumigate; Vw.: -; Hw.: s. infizieren; Q.: 1829 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. désinfecter; E.: s. frz. désinfecter, V., desinfizieren; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Hinterglied dann umgebildet nach dem Vorbild von nhd. infizieren, s. lat. īnficere, V., anmachen, tränken, färben, benetzen, durchnässen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, en, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. desinfizieren, fehlt DW, EWD s. u. Infektion, DW2 6, 762, Duden s. u. desinfizieren; Son.: vgl. nndl. desinfecteren, V., desinfizieren; nschw. desinfectera, V., desinfizieren; nnorw. desinfisere, V., desinfizieren; poln. dezynfekować, V., desinfizieren; lit. dezinfektuoti, V., desinfizieren; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen bewusst entwickeltes Keime abtöten oder von Krankheitserregern befreien; F.: desinfizieren, desinfiziere, desinfizierst, desinfiziert, desinfizierest, desinfizieret, desinfizierte, desinfiziertest, desinfizierten, desinfiziertet, ##desinfiziert, desinfizierte, desinfiziertes, desinfiziertem, desinfizierten, desinfizierter##, desinfizierend, ###desinfizierend, desinfizierende, desinfizierendes, desinfizierendem, desinfizierenden, desinfizierender###, desinfizier (!)+FW+EW; Z.: de-s—in-fi-z-ier-en
deskribieren, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. deskribieren, beschreiben; ne. describe; Vw.: -; Hw.: s. Deskription, deskriptiv; Q.: 1404; I.: Lw. lat. dēscrībere; E.: s. lat. dēscrībere, V., abzeichnen, abschreiben, kopieren, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. deskribieren, fehlt DW, EWD s. u. Deskription, DW2 6, 763, Duden s. u. deskribieren; GB.: seit 1404 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches abschreiben oder beschreiben; BM.: abschreiben; F.: deskribieren, deskribiere, deskribierst, deskribiert, deskribierest, deskribieret, deskribierte, deskribiertest, deskribierten, deskribiertet, deskribiert, deskribierte, deskribiertes, deskribiertem, deskribierten, deskribierter, deskribierend, deskribierend, deskribierende, deskribierendes, deskribierendem, deskribierenden, deskribierender, deskribier (!)+FW+EW; Z.: de-skri-b-ier-en
Deskription, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Deskription, Beschreibung; ne. description; Vw.: -; Hw.: s. deskribieren, deskriptiv; Q.: 1536 (Paracelsus); I.: Lw. lat. dēscrīptio; E.: s. lat. dēscrīptio, F., Abschrift, Kopie, Darstellung, Beschreibung, Zeichnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēscrībere, V., abzeichnen, abschreiben, kopieren; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. deskribieren, fehlt DW, EWD s. u. Deskription, DW2 6, 763, Duden s. u. Deskription; Son.: vgl. poln. deskrypcja, F., Deskription; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beschreibung (einer Gegebenheit); BM.: abschreiben; F.: Deskription, Deskriptionen+FW+EW; Z.: De-skri-p-t-io-n
deskriptiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. deskriptiv, beschreibend, schildernd; ne. descriptive; Vw.: -; Hw.: s. deskribieren, Deskription; Q.: 1812 (Goethe); E.: s. lat. dēscrīptīvus, Adj., beschreibend, schildernd, darlegend, begrenzbar, (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. dēscrībere, V., abzeichnen, abschreiben, kopieren; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. deskribieren, fehlt DW, EWD s. u. Deskription, DW2 6, 764, Duden s. u. deskriptiv; Son.: vgl. nschw. deskriptiv, Adj., deskriptiv; nnorw. deskriptiv, Adj., deskriptiv; GB.: seit 1812 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches beschreibend oder schildernd; BM.: abschreiben; F.: deskriptiv, deskriptive, deskriptives, deskriptivem, deskriptiven, deskriptiver(, deskriptivere, deskriptiveres, deskriptiverem, deskriptiveren, deskriptiverer, deskriptivst, deskriptivste, deskriptivstes, deskriptivstem, deskriptivsten, deskriptivster)+FW+EW; Z.: de-skri-p-t-iv
desolat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. desolat, verlassen (Adj.), traurig, trostlos, wüst, öde; ne. desolate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1567/1569 (Kurmärkische Ständeakten); I.: Lw. lat. dēsōlātus; E.: s. lat. dēsōlātus, (Part. Prät.=)Adj., verlassen (Adj.), verwaist, beraubt; vgl. lat. dēsōlāre, V., einsam lassen, verlassen (V.), weggehen, aufgeben; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sōlāre, V., einsam machen, öde machen; lat. sōlus, Adj., ganz allein, alleinig, einzig, bloß, allein; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883?; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. desolat, EWD s. u. desolat, DW2 6, 765, Duden s. u. desolat; Son.: vgl. nndl. desolaat, Adj., desolat; frz. désolant (!), Adj., traurig, trostlos; GB.: seit 1567/1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches verlassen (Adj.) oder traurig oder wüst oder öde; BM.: allein, verlassen (Adj.); F.: desolat, desolate, desolates, desolatem, desolaten, desolater(, desolatere, desolateres, desolaterem, desolateren, desolaterer, desolateste, desolatestes, desolatestem, desolatesten, desolatester)+FW+EW; Z.: de-so-l-at
despektierlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. despektierlich, geringschätzig, abfällig; ne. despicable, disrespectful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1633; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. dēspectāre, V., herabsehen, herabblicken, verachten, die Aussicht haben, beherrschen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. spectāre, V., schauen, sehen, anschauen, ansehen, betrachten; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); Hinterglied s. nhd. ...lich; L.: Kluge s. u. despektierlich, fehlt DW, DW2 6, 766, Duden s. u. despiktierlich; Son.: vgl. ndän. despekterlig, Adj., despektierlich; GB.: seit 1633 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches geringschätzig oder abfällig; BM.: herabblickend; F.: despektierlich, despektierliche, despektierliches, despektierlichem, despektierlichen, despektierlicher(, despektierlichere, despektierlicheres, despektierlicherem, despektierlicheren, despektierlicherer, despektierlichste, despektierlichstes, despektierlichstem, despektierlichsten, despektierlichster)+FW+EW; Z.: de-spik-t-ier-lich
Desperado, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Desperado, gesetzloser Mensch; ne. desperado; Vw.: -; Hw.: s. desperat; Q.: 1840; I.: Lw. ne. desperado; E.: s. ne. desperado, M., Desperado; hispanisierende Ableitung von ne. desperate, Adj., verzweifelt; span. desesperar, V., verzweifeln; lat. dēspērātus, (Part. Prät.=)Adj., aufgegeben, verzweifelt, hoffnungslos, (81-43 v. Chr.); lat. dēspērāre, V., keine Hoffnung haben, alle Hoffnung fahren lassen, für hoffnungslos halten; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. spērāre, V., erwarten, vermuten, hoffen, fürchten, befürchten; idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Desperado, DW2 6, 767, Duden s. u. Desperado; Son.: vgl. nnorw. desperado, M., Desperado; poln. desperate, M., Desperado; GB.: seit 1840 belegte und hispanisierend aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich zu gefährlichen Verzweiflungstaten hinreißen lassenden und dabei Gesetze missachtenden oder gesetzlosen Menschen; BM.: verzweifeln; F.: Desperado, Desperados+FW; Z.: De-spe-r-ad-o
desperat, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. desperat, verzweifelt, hoffnungslos; ne. desperate (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Desperado; Q.: 1525 (Akten Bauernkrieg); I.: Lw. lat. dēspērātus; E.: s. lat. dēspērātus, (Part. Prät.=)Adj., aufgegeben, verzweifelt, hoffnungslos, (81-43 v. Chr.); vgl. dēspērāre, V., keine Hoffnung haben, alle Hoffnung fahren lassen, für hoffnungslos halten; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. spērāre, V., erwarten, vermuten, hoffen, fürchten, befürchten; idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. desperat, fehlt DW, DW2 6, 767, Duden s. u. desperat; Son.: s. mnd. disperāt, Adj., desperat, verzweifelt, jämmerlich, erbittert; vgl. nndl. desperaat, Adj., desperate; frz. désespéré, Adj., desperate; nschw. desperat, Adj., desperate; nnorw. desperat, Adj., desperate; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verzweifelt oder hoffnungslos; BM.: keine Hoffnung habend; F.: desperat, desperate, desperates, desperatem, desperaten, desperater(, desperatere, desperateres, desperaterem, desperateren, desperaterer, desperateste, desperatestes, desperatestem, desperatesten, desperatester)+FW+EW; Z.: de-spe-r-at
Despot, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Despot, unumschränkt Herrschende, Gewaltherrscher; ne. despot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. mlat. despotēs, gr. δεσπότης (despótēs); E.: s. mhd. dispot, sw. M., Despot; mlat. despotēs, M., Despot, Gebieter, Herr, Herrscher; gr. δεσπότης (despótēs), M., Hausherr, Herr, Herrscher, Despot; vgl. gr. δόμος (dómos), M., Gebautes, Haus, Gebäude, Geschlecht, Familie; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Despot, fehlt DW, EWD s. u. Despot, DW2 6, 768, Duden s. u. Despot; Son.: vgl. nndl. despoot, Sb., Despot; frz. despote, M., Despot; nschw. despot, Sb., Despot; nnorw. despot, M., Despot; poln. despota, M., Despot; lit. despotas, M., Despot; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen unumschränkt Herrschenden oder einen Gewaltherrscher sowie in byzantinischer Zeit noch ein höfischer Titel; BM.: Hausherr; F.: Despot, Despoten+FW+EW; Z.: De-s-p-ot
$Despotie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Despotie; Hw.: s. Despotismus; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Despot, s. ie; L.: EWD s. u. Despot; GB.: seit 1791 belegte und aus Despot sowie ie gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums nach natürlichem Vorbild mögliche Gewaltherrschaft; F.: Despotie, Despotien+FW+EW; Z.: De-sp-ot-ie
$despotisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. despotisch; L.: Kluge s. u. despotisch, fehlt DW, EWD s. u. Despot; GB.: seit 1670 belegte und aus Despot und isch gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums nach natürlichem Vorbild mögliches Gewaltherrschaft betreffend; F.: despotisch, despotische, despotisches, despotischem, despotischen, despotischer(, despotischere, despotischeres, despotischerem, despotischeren, despotischerer, despotischst, despotischste, despotischstes, despotischstem, despotischsten, despotischster)+FW+EW; Z.: de-sp-ot-isch
$Despotismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Despotismus; Q.: Mitte 18. Jh.; Hw.: s. Despotie; E.: s. Despot, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Despot; GB.: seit 1756 belegte und aus despot(isch) und ismus gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gewaltherrschaft; F.: Despotismus, Despotismen+FW; Z.: De-sp-ot-ism-us
Dessert, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Dessert, Nachspeise; ne. dessert; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1652; I.: Lw. frz. dessert; E.: s. frz. dessert, M., Dessert, Nachspeise; vgl. frz. desservir, V., abtragen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. servir, V., aufwarten, dienen; lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen, (um 250-184 v. Chr.); lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Dessert, fehlt DW, EWD s. u. Dessert, DW2 6, 774, Duden s. u. Dessert; Son.: vgl. nndl. dessert, Sb., Dessert; nschw. dessert, Sb., Dessert; nnorw. dessert, M., Dessert; poln. deser, M., Dessert; lit. desertas, M., Dessert; GB.: seit 1652 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den bei einem Menü nach dem Abtragen des Geschirrs als letzten aufgetragenen Gang oder eine Nachspeise; BM.: Gang der bei dem oder nach dem Abtragen der Tafel verzehrt wird; F.: Dessert, Desserts+FW; Z.: De-s-ser-t
Dessin, nhd. (ält.), N., (16. Jh.?): nhd. Dessin, Textilmuster; ne. pattern, design; Vw.: -; Hw.: s. designieren, Design; I.: Lw. frz. dessin; E.: s. frz. dessin, dessein, M., Absicht, Entwurf von Gestalt, Muster; it. disegno, M., Absicht; it. disegnare, V., beabsichtigen, bezeichnen; lat. dēsīgnāre, V., bezeichnen, abgrenzen, angeben, bestimmen, ernennen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Design, fehlt DW, EWD s. u. Dessin, DW2 6, 775, Duden s. u. Dessin; GB.: vielleicht seit 1576 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliche Zeichnung oder ein fortlaufendes Muster auf Stoff oder Papier; BM.: abgrenzen bzw. bezeichnen; F.: Dessin, Dessins+FW; Z.: De-si-n
Dessous, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dessous, aufreizende Damenunterwäsche, Reizwäsche; ne. lingerie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1905; I.: Lw. frz. dessous; E.: s. frz. dessous, M. Pl., Unterwäsche, Unteres; frz. dessous, Adv., darunter; lat. dē subtus, Adv., von unterhalb; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. subtus, Adv., unten, unterwärts, unter, (um 250-184 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dessous, DW2 6, 775, Duden s. u. Dessous; Son.: vgl. nndl. dessous, Sb., Dessous; poln. dessous, M. Pl., Dessous; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Frauen vielleicht seit dieser Zeit verwendete (Männer) aufreizende Unterwäsche; BM.: darunter (befindliches Kleidungsstück); F.: Dessous+FW; Z.: De-s-ou-s
Destillat, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Destillat, Ergebnis einer Destillation; ne. distillate; Vw.: -; Hw.: s. Destillation, destillieren; Q.: 1536; I.: Lw. mlat. dēstīllātum; E.: s. mlat. dēstīllātum, N., Destillat; vgl. lat. dēstillāre, V., herabträufeln, herabtropfen, abtropfen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stīllāre, V., träufeln, tröpfeln, tropfen, tropfenweise fallen; vgl. lat. stīria, F., gefrorener Tropfen (M.), Eiszapfen; idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. destillieren, DW2 6, 775, Duden s. u. Destillat; Son.: vgl. nndl. distillat, Sb., Destillat; nschw. destillat, Sb., Destillat; nnorw. destillat, N., Destillat; kymr. distyllad, M., Destillat; poln. destylat, M., Destillat; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums hergestelltes Ergebnis einer Destillation; BM.: herabtropfen; F.: Destillat, Destillats, Destillates, Destillate, Destillaten+FW; Z.: De-sti-l-l-at
Destillation, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Destillation, Reinigung durch Verdampfung; ne. distillation; Vw.: -; Hw.: s. destillieren, Destillat; Q.: 1500; E.: s. lat. dēstillātio, F., Fließen, Herabträufeln, Herabtropfen, Abtropfen, Tropfen (N.), Abfluss, Katarrh, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. dēstillāre, V., herabträufeln, herabtropfen, abtropfen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stīllāre, V., träufeln, tröpfeln, tropfen, tropfenweise fallen; vgl. lat. stīria, F., gefrorener Tropfen (M.), Eiszapfen; idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. destillieren, EWD s. u. destillieren, DW2 6, 776, Duden s. u. Destillation; Son.: vgl. nndl. destillatie, distillatie, Sb., Destillation; frz. destillation, F., Destillation; nschw. destillation, Sb., Destillation; nnorw. destillasjon, M., Destillation; poln. destylacja, F., Destillation; kymr. distylliad, M., Destillation; lit. distiliacija, F., Destillation; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Erhitzung eines Stoffes mit dem Ziel seine flüchtigen Teile durch Verdampfung abzuziehen; BM.: herabtropfen; F.: Destillation, Destillationen+FW; Z.: De-sti-l-l-at-io-n
$Destille, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Destille, Branntweinschenke; E.: s. destill(ieren), s. e; L.: EWD s. u. destillieren; GB.: vielleicht seit 1909 belegte und aus destill(ieren) und e gebildete Bezeichnung für eine durch Destillation von Alkohol gekennzeichnete von Menschen entwickelte und verwendete Branntweinschenke; F.: Destille, Destillen+FW+EW; Z.: De-sti-l-l-e
destillieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. destillieren, durch Verdampfen reinigen; ne. distil, distill; Vw.: -; Hw.: s. Destillation, Destillat; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. dēstillāre; E.: s. lat. dēstillāre, V., herabträufeln, herabtropfen, abtropfen, (116-27 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stīllāre, V., träufeln, tröpfeln, tropfen, tropfenweise fallen; vgl. lat. stīria, F., gefrorener Tropfen (M.), Eiszapfen; idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. destillieren, fehlt DW, destillieren, EWD s. u. destillieren, DW 2, 1033, DW2 6, 776, Duden s. u. destillieren; Son.: s. mnd. distilēren, destilēren, sw. V., destillieren; vgl. nndl. destilleren, V., destillieren; frz. distiller, V., destillieren; nschw. destillera, V., destillieren; nnorw. destillere, V., destillieren; poln. destylować, V., destillieren; kymr. distyllu, V., destillieren; lit. distiliuoti, V., destillieren; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen nach natürlichem Vorbild seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes in einem thermischen Trennverfahren verdampfte Flüssigkeit gewinnen; BM.: herabtropfen; F.: destillieren, destilliere, destillierst, destilliert, destillierest, destillieret, destillierte, destilliertest, destillierten, destilliertet, ##destilliert, destillierte, destilliertes, destilliertem, destillierten, destillierter##, destillierend, ###destillierend, destillierende, destillierendes, destillierendem, destillierenden, destillierender###, destillier (!)+FW+EW; Z.: de-sti-l-l-ier-en
Destination, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Destination, Bestimmung, Bestimmungsort, Ziel; ne. destination; Vw.: s. Prä-; Hw.: -; I.: Lw. lat. dēstinātio; E.: s. lat. dēstinātio, F., Bestimmung, Festsetzung, Entschluss, Beharrlichkeit, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. dēstināre, V., festmachen, festbinden, befestigen, anbinden, entschieden bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Destination, fehlt DW, DW2 6, 778, Duden s. u. Destination; Son.: vgl. frz. destination, F., Destination, Reiseziel; nschw. destination, Sb., Destination, Bestimmungsort; nnorw. destinasjon, M., Destination, Reiseziel; GB.: seit 1509 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer von Menschen vorgenommenen Festlegung oder Bestimmung oder eines Bestimmungsorts oder Zieles; BM.: bestimmen bzw. stellen; F.: Destination, Destinationen+FW; Z.: De-sti-n-at-io-n
desto, nhd., Adv., (10. Jh.?): nhd. desto, umso; ne. all the more; Vw.: -; E.: s. mhd. deste, dest, dester, Adv., desto, umso, viel; mhd. dester, Adv., desto, umso, viel; mnd. deste, destō, Adv., desto, umso; mnl. deste, Adv., desto; ahd. deste, desde*, Adv., desto, umso; s. ahd. desdoh, Adv., desto, umso; ahd. der, diu (F.), daz (N.), dir, dar, Pron., Art., Relativpartikel, der, dieser, wer, welch, jener, diese, die, welche, dieses, das, was, welches; germ. *þa, *þer-, Pron., der, dieser; germ. *þat, Pron., das; germ. *þe, Pron., der, dieser; germ. *þia, Pron., die, diese; idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. doh, Adv., Konj., doch, jedoch, trotzdem, aber, obwohl; germ. *þau, *þauh, Adv., doch; idg. *tou, Adv., doch; L.: Kluge 1. A. s. u. desto, Kluge s. u. desto, EWD s. u. desto, DW 2, 1032, 1034, DW2 6, 779, Duden s. u. desto; Son.: vgl. nndl. deste, Adv., desto; nschw. desto, Adv., desto; nnorw. desto, Adv., desto; GB.: seit um 1000 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Verhältnis zweier Gegebenheiten zueinander (umso); BM.: Verbindung von Pronomen zu einer Bezeichnung eines Verhältnisses zweier Gegebenheiten zueinander; F.: desto+EW; Z.: de-st-o
Destruktion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Destruktion, Zerstörung; ne. destruction; Vw.: -; Hw.: s. destruktiv; I.: Lw. lat. dēstrūctio; E.: s. lat. dēstrūctio, F., Niederreißen, Abreißen, Niederwerfen, Zerstörung, Zunichtemachen, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. dēstruere, V., niederreißen, abreißen, zerreißen, einreißen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. destruktiv, fehlt DW, EWD s. u. Destruktion, DW2 6, 782, Duden s. u. Destruktion; Son.: vgl. nndl. destructie, Sb., Destruktion; nschw. destruktion, Sb., Destruktion; nnorw. destruksjon, M., Destruktion; poln. destrukcja, F., Destruktion; lit. destrukcija, F., Destruktion; GB.: seit 1548 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild mögliche Zerstörung (von Gegenständen); BM.: niederreißen; F.: Destruktion, Destruktionen+FW; Z.: De-stru-kt-io-n
destruktiv, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. destruktiv, zerstörerisch, zersetzend; ne. destructive; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. destructif; E.: s. frz. destructif, Adj., destruktiv, zerstörerisch; lat. dēstrūctīvus, Adj., zerstörerisch, zerstörend, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dēstruere, V., niederreißen, abreißen, zerreißen, einreißen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. destruktiv, fehlt WW, EWD s. u. Destruktion, DW2 6, 782, Duden s. u. destruktiv; Son.: vgl. nndl. destructief, Adj., destruktiv; nschw. destruktiv, Adj., destruktiv; nnorw. destruktiv, Adj., destruktiv; poln. destrukcyjny, Adj., destruktiv; lit. destruktyvus, Adj., destruktiv; GB.: seit 1841 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild mögliches zerstörerisch oder zersetzend; BM.: niederreißen; F.: destruktiv, destruktive, destruktives, destruktivem, destruktiven, destruktiver(, destruktivere, destruktiverem, destruktiveren, destruktiverer, destruktivste, destruktivstes, destruktivstem, destruktivsten, destruktivster)+FW+EW; Z.: de-stru-kt-iv
Detail, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Detail, Einzelheit, Kleinigkeit; ne. detail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1697; I.: Lw. frz. détail; E.: s. frz. détail, M., Detail, Einzelheit; vgl. frz. détailler, V., zerteilen, abteilen; frz. dé…, Präf., de…; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. tailler, V., schneiden, zerlegen (V.); lat. taliāre, V., spalten, schneiden; idg. *tāl-, V., Sb., wachsen (V.) (1), grünen, Gewächs, Trieb, Pokorny 1055 (1829/6) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Detail, DW fehlt, EWD s. u. Detail, DW2 6, 788, Duden s. u. Detail; Son.: vgl. nndl. detail, Sb., Detail; nschw. detalj, Sb., Detail; nnorw. detalj, M., Detail; poln. detal, M., Detail; lit. detalė, F., Detail; GB.: seit 1697 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (wichtige und besondere) Einzelheit; BM.: abteilen bzw. abschneiden; F.: Detail, Details+FW; Z.: De-tail
$detaillieren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. detaillieren, detailliert darlegen, in Einzelheiten darlegen; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Detail, s. ieren; I.: Lw. frz. détailler; L.: fehlt DW, EWD s. u. Detail; GB.: seit 1757 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches in Einzelheiten darlegen; F.: detaillieren, detailliere, detaillierst, detailliert, detaillierest, detaillieret, detaillierte, detailliertest, detaillierten, detailliertet, ##detailliert, detaillierte, detailliertes, detailliertem, detaillierten, detaillierter##, detaillierend, ###detaillierend, detaillierende, detaillierendes, detaillierendem, detaillierenden, detaillierender###, detaillier (!)+FW; Z.: de-tail-l-ier-en
$detailliert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. detailliert, einzeln, vereinzelt; E.: s. detaillier(en), s. t; L.: Kluge s. u. Detail, fehlt DW, EWD s. u. Detail; GB.: seit 1767 belegte und aus detaillier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches einzeln oder vereinzelt; F.: detailliert, detaillierte, detailliertes, detailliertem, detaillierten, detaillierter(, detailliertere, detaillierteres, detaillierterem, detaillierteren, detaillierterer, detailliertest, detaillierteste, detailliertestes, detailliertestem, detailliertesten, detailliertester)+EW; Z.: de-tail-l-ier-t
Detektiv, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Detektiv, Ermittler; ne. detektiv, investigator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1868 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. detective; E.: s. ne. detective, M., Detektiv, Polizist; vgl. ne. detect, V., ermitteln, aufdecken; lat. dētegere, V., abdecken, aufdecken, enthüllen, entblößen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Detektiv, fehlt DW, EWD s. u. Detektiv, DW2 6, 791, Duden s. u. Detektiv; Son.: vgl. nndl. detective, Sb., Detektiv; frz. detective, M., Detektiv; nschw. detektiv, Sb., Detektiv; nnorw. detektiv, M., Detektiv; poln. detektyw, M., Detektiv; lit. detektyvas, M., Detektiv; GB.: seit 1868 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ermittler oder einen Menschen der sachlich vielleicht seit dieser Zeit mit polizeilicher Erlaubnis ausgestattet Ermittlungen anstellt und Kenntnisse über geschäftliche und persönliche Angelegenheiten anderer beschafft; BM.: aufdecken; F.: Detektiv, Detektivs, Detektive, Detektiven+FW+EW; Z.: De-tek-t-iv
Detektor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Detektor, Aufspürgerät; ne. detector; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1927; I.: Lw. ne. detector; E.: s. ne. detector, N., Detektor; lat. dētēctor, M., Offenbarer, Offenbarender, Angeber, (um 160-220 n. Chr.); lat. dētegere, V., abdecken, aufdecken, enthüllen, entblößen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Detektiv, fehlt DW, DW2 6, 791, Duden s. u. Detektor; Son.: vgl. frz. détecteur, M., Detektor; nschw. detektor, M., Detektor; nnorw. detektor, M., Detektor; poln. detektor, M., Detektor; lit. detektorius, M., Detektor; GB.: seit 1927 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Nachweis oder Anzeigen nicht unmittelbar zugänglicher oder wahrnehmbarer Stoffe oder Vorgänge oder möglicher Gegebenheiten wie beispielsweise auch Lügen; BM.: aufdecken; F.: Detektor, Detektors, Detektoren+FW; Z.: De-tek-t-or
Determinante, nhd., (Part. Präs.=)F., (19. Jh.): nhd. Determinante, bestimmende Gegebenheit, ein Rechenausdruck; ne. determinant; Vw.: -; Hw.: s. determinieren, Determination, determinativ; Q.: 1857; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. dētermināre, V., abgrenzen, begrenzen, festsetzen, bestimmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW, DW2 6, 792, Duden s. u. Determinante; Son.: vgl. nndl. determinant, Sb., Determinante; frz. déterminant, M., Determinante; nschw. determinant, Sb., Determinante; nnorw. determinant, M., Determinante; poln. determinanta, F., Determinante; nir. deitéarmanant, M., Determinante; lit. determinatas, M., Determinante; GB.: seit 1857 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine bestimmende Gegebenheit oder einen Rechenausdruck zu einer Lösung linearer Gleichungen; BM.: abgrenzen bzw. bestimmen; F.: Determinante, Determinanten+FW; Z.: De-ter-m-in-ant-e
Determination, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Determination, Bestimmung, Festlegung, Beschluss; ne. determination; Vw.: -; Hw.: s. Determinante, determinieren, determinativ; Q.: 1529; I.: Lw. lat. dēterminātio; E.: s. lat. dēterminātio, F., Abgrenzung, Grenze, Begrenzung, umschriebenes Gebiet, Landstück, Land, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dētermināre, V., abgrenzen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW, EWD s. u. determinieren, DW2 6, 792, Duden s. u. Determination; Son.: vgl. frz. détermination, F., Entschlossenheit; poln. determinacja, F., Determination; GB.: seit 1493 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bestimmung oder Festlegung insbesondere eines Begriffs; BM.: abgrenzen bzw. bestimmen; F.: Determination, Determinationen+FW+EW; Z.: De-ter-m-in-at-io-n
determinativ, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. determinativ, abgrenzend, bestimmend; ne. determinative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Determinante, Determination, determinieren; Q.: 1782; I.: Lw. frz. déteriminatif; E.: s. frz. déteriminatif, Adj., determinativ; lat. dēterminātīvus, Adj., endend?, bestimmend, festsetzend, bezeichnend, definierend, ordnend, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dētermināre, V., abgrenzen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW, DW2 6, 793, Duden s. u. determinativ; Son.: vgl. nnorw. determinativ, Adj., determinativ; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches abgrenzend oder bestimmend; BM.: abgrenzen bzw. bestimmen; F.: determinativ, determinative, determinatives, determinativem, determinativen, determinativer+FW+EW; Z.: de-ter-m-in-at-iv
determinieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. determinieren, abgrenzen, bestimmen, festlegen; ne. determine; Vw.: -; Hw.: s. Determinante, Determination, determinativ; Q.: 1503; I.: Lw. lat. dētermināre; E.: s. lat. dētermināre, V., abgrenzen, begrenzen, festsetzen, bestimmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW, EWD s. u. determinieren, DW2 6, 793, Duden s. u. determinieren; Son.: vgl. nndl. determineren, V., determinieren; frz. déterminer, V., determinieren; nschw. determinera, V., determinieren; nnorw. determinere, V., determinieren; poln. determinować, V., determinieren; GB.: seit 1503 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abgrenzen oder bestimmen oder festlegen; BM.: abgrenzen bzw. bestimmen; F.: determinieren, determiniere, determinierst, determiniert, determinierest, determinieret, determinierte, determiniertest, determinierten, determiniertet, ##determiniert, determinierte, determiniertes, determiniertem, determinierten, determinierter##, determinierend, ###determinierend, determinierende, determinierendes, determinierendem, determinierenden, determinierender###, determinier (!)+FW; Z.: de-ter-m-in-ier-en
$Determinismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Determinismus. Vorherbestimmtheit; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. determin(ieren), s. ismus; L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW, EWD s. u. determinieren; GB.: seit 1790 belegte und aus determini(eren) und ismus gebildete Bezeichnung für die in der Vorstellung von Menschen mögliche Vorherbestimmtheit des Lebens; F.: Determinismus+FW; Z.: De-ter-m-in-ism-us
$Determinist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Determinist; E.: s. Determinis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. determinieren, fehlt DW; GB.: seit 1788 belegte und aus determin(ieren) und ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger der in der Vorstellung von Menschen möglichen Lehre der Vorherbestimmtheit des Lebens F.: Determinist, Deterministen+FW+EW; Z.: De-ter-m-in-ist
Detonation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Detonation, Explosion; ne. detonation; Vw.: -; Hw.: s. detonieren; Q.: 1696; I.: Lw. frz. détonation; E.: s. frz. détonation, F., Detonation; frz. détoner, V., detonieren; lat. dētonāre, V., herabdonnern, losdonnern, herfallen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tonāre, V., ertönen, erschallen, donnern, herdonnern; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. detonieren, fehlt DW, EWD s. u. detonieren, DW2 6, 796, Duden s. u. Detonation; Son.: vgl. nndl. detonatie, Sb., Detonation; nschw. detonation, Sb., Detonation; nnorw. detonasjon, M., Detonation; poln. detonacja, F., Detonation; lit. detonacija, F., Detonation; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit mögliche starke und laute Explosion; BM.: donnern oder Donnern als Geräusch des Donners; F.: Detonation, Detonationen+FW; Z.: De-ton-at-io-n
detonieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. detonieren, losdonnern, explodieren; ne. detonate; Vw.: -; Hw.: s. Detonation; Q.: 1769; I.: Lw. frz. détoner; E.: s. frz. détoner, V., detonieren; lat. dētonāre, V., herabdonnern, losdonnern, herfallen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tonāre, V., ertönen, erschallen, donnern, herdonnern; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. detonieren, EWD s. u. detonieren, DW2 6, 797, Duden s. u. detonieren; Son.: vgl. nndl. detoneren, V., detonieren; nschw. detonera, V., detonieren; nnorw. detonere, V., detonieren; poln. detonować, V., detonieren; GB.: mit heftigem Knall explodieren; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches losdonnern oder explodieren; BM.: Geräusch des Donners; F.: detonieren, detoniere, detonierst, detoniert, detonierest, detonieret, detonierte, detoniertest, detonierten, detoniertet, ##detoniert, detonierte, detoniertes, detoniertem, detonierten, detonierter##, detonierend, ###detonierend, detonierende, detonierendes, detonierendem, detonierenden, detonierender###, detonier (!)+FW+EW; Z.: de-ton-ier-en
Deubel, nhd., M.: nhd. Deubel; Vw.: s. Deibel; Hw.: s. Teufel
deuchten, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. deuchten; Vw.: s. däuchten
Deut, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Deut, kleine Münze; ne. brass farthing, duit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1497; I.: Lw. s. mnl. duit; E.: s. mnl. duit, M., Deut, kleine Münze; mnd. deut, M., Deut, holländische Münze; vielleicht verwandt mit an. þveiti, N., Münze, Buttermaß, Abgeschnittenes; von einem germ. *þweitan, *þwītan, st. V., spalten; idg. *tu̯ē̆i- (1)?, V., hauen?, schlagen?, Pokorny 1099? (1910/87) (RB. idg aus. germ., balt.); oder zu *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032? (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Deut, EWD s. u. Deut, DW 2, 1037, DW2 6, 801, Bluhme s. u. Deut; Son.: nur mehr in Redewendungen verwendet, s. z. B. in der Redewendung keinen Deut; GB.: seit 1497 belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor allem in dem 17. und 18. Jh. in den Niederlanden in Umlauf befindliche Kupfermünze in einem Wert von 2 Pfennigen; BM.: abschneiden?; F.: Deut, Deuts+EW?; Z.: Deu-t
$deuteln, nhd (ält.)., sw. V., (15. Jh.?): nhd. deuteln, deuten, herumdeuten; E.: s. deuten; L.: Kluge s. u. deuteln, EWD s. u. deuten; GB.: seit 1494 belegte und aus deuten und l gebildete für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Bezeichnung für deuten oder herumdeuten; F.: deuteln, deutel (!), deutle, deutele, deutelst, deutelt, deutelte, deuteltest, deutelten, deuteltet, gedeutelt, ##gedeutelt, gedeutelte, gedeuteltes, gedeuteltem, gedeutelten, gedeutelter##, deutelnd, ###deutelnd, deutelnde, deutelndes, deutelndem, deutelnden, deutelnder###, deutel (!)+EW; Z.: deu-t-el-n
deuten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. deuten, Zeichen geben, zeigen, angeben; ne. point (V.), interpret, explain, define; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. diuten, tiuten, sw. V., zeigen, deuten, bedeuten, kundtun, anzeigen, übersetzen; mnd. dǖden, sw. V., deuten; mnl. dieden, sw. V., deuten; ahd. diuten, sw. V. (1a), deuten, erklären, bestimmen als, bedeuten, wiedergeben, bezeichnen; as. -; anfrk. -; germ. *þeudjan, sw. V., deuten; idg. *teutā, F., Volk, Land, Pokorny 1084; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. deuten, Kluge s. u. deuten, DW 2, 1038, DW2 6, 802, EWAhd 2, 696, Falk/Torp 185, Duden s. u. deuten, Bluhme s. u. deuten; Son.: vgl. afries. thiōda, thiūda, sw. V. (1), deuten; ae. *þíedan, *þéodan, sw. V. (1), deuten, übersetzen (V.) (2); an. þȳða (3), sw. V. (1), deuten, erklären; got. -; nndl. duiden, V., deuten; nschw. tyda, V., deuten; nnorw. tyde, V., deuten; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Primaten mögliches auf etwas zeigen oder seit Entwicklung von Sprache mögliches einer Gegebenheit einen bestimmten Sinn beilegen; BM.: bedeuten in der Volkssprache? bzw. schwellen?, Kraft; F.: deuten, deute, deutest, deutet, deutete, deutetest, deuteten, deutetet, gedeutet, ##gedeutet, gedeutete, gedeutetes, gedeutetem, gedeuteten, gedeuteter##, deutend, ###deutend, deutende, deutendes, deutendem, deutenden, deutender###, deute (!)+EW; Z.: deu-t-en
$Deuterium, nhd., N., (1931?).: nhd. Deuterium; GB.: ein wohl unmittelbar nach dem Urknall entstandenes und in natürlich vorkommendem Wasserstoff zu rund 0,015 Prozent beispielsweise in den Weltmeeren enthaltenes sowie 1931 von dem amerikanischen Chemiker Harold Urey und anderen in Destillationsversuchen mit flüssigem Wasserstoff entdecktes Isotop des Wasserstoffs mit einem Proton und einem Elektron und einem Neutron; F.: Deuterium, Deuteriums
$deutlich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. deutlich, ausdrücklich, genau, bestimmt; E.: s. deut(en), s. lich; L.: Kluge s. u. deutlich, EWD s. u. deuten; GB.: seit um 1300 belegte und aus deut(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausdrücklich oder genau oder bestimmt oder klar; F.: deutlich, deutliche, deutliches, deutlichem, deutlichen, deutlicher(, deutlichere, deutlicheres, deutlicherem, deutlicheren, deutlicherer, deutlichst, deutlichste, deutlichstes, deutlichstem, deutlichsten, deutlichster)+EW; Z.: deu-t-lich
deutsch, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. deutsch, deutschsprachig; ne. German (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 9. Jh. (Glosse); I.: Einfluss von lat. gentīlis?; E.: mhd. diutisch, diutesch, diutsch, dūtesch, dūtisk, tiutsch, tiusch, tūsch, Adj., deutsch; mnd. dǖdisch, Adj., deutsch; mnl. dietsc, Adj., deutsch; ahd. diutisk*, diutisc*, Adj., völkisch, volkssprachlich, deutsch; as. thiudisk*, Adj., „völkisch“, deutsch; anfrk. -; germ. *þeudiska-, *þeudiskaz, Adj., völkisch; s. idg. *teutā, F., Volk, Land, Pokorny 1084; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. deutsch, Kluge s. u. deutsch, EWD s. u. deutsch, DW 2, 1043, DW2 6, 811, EWAhd 2, 699, Duden s. u. deutsch, Bluhme s. u. deutsch; Son.: vgl. afries. thiōdisk, thiōdsk, Adj., deutsch; ae. -; an. -; got. þiudiskō, Adv., heidnisch; nndl. duits, Adj., deutsch; ne. dutch, Adj., niederländisch; frz. tudesque, Adj., altdeutch, plump; nschw. tysk, Adj., deutsch; nnorw. tysk, Adj., deutsch; GB.: seit 3. Drittel 9. Jh. belegte und vielleicht unter Einfluss von lat. gentilis aus deut und isch gebildete sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung der von dem eigenen Volk (der Deutschen) gesprochenen Sprache; BM.: Volk; F.: deutsch, deutsche, deutsches, deutschem, deutschen, deutscher+EW; Z.: deu-t-sch
$Deutschland, nhd., ON, (12. Jh.?): nhd. Deutschland; E.: s. deutsch, s. Land; L.: DW 2, 1052, EWD s. u. deutsch; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus deutsch und Land gebildete Bezeichnung für das Land der Deutschen; F.: Deutschland, Deutschlands+EW; Z.: Deu-t-sch—lan-d
$Deutung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Deutung, Erklärung, Verständlichmachung, Auslegung; E.: s. deut(en), s. ung; Vw.: s. Be-; L.: Kluge s. u. deuten, DW 2, 1053, EWD s. u. deuten; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus deut(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Erklärung oder Verständlichmachung oder Auslegung; F.: Deutung, Deutungen+EW; Z.: Deu-t-ung
devastieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. devastieren, verwüsten, verheeren; ne. devastate (V.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. dēvāstāre; E.: s. lat. dēvāstāre, V., gänzlich verwüsten, ausplündern, brandschatzen, verheeren, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vāstāre, V., veröden, leer machen, verwüsten, verheeren; lat. vāstus, Adj., öde, verödet, wüst, leer, verheert; idg. *u̯āstos, Adj., öde, wüst, Pokorny 1113; vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, DW2 6, 826, Duden s. u. devastieren; Son.: vgl. frz. dévaster, V., devastieren, zerstören; poln. dewastować, V., devastieren, zerstören; GB.: seit 1632 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ein Gebiet durch einen Krieg verwüsten oder verheeren; BM.: wüst machen; F.: devastieren, devastiere, devastierst, devastiert, devastierest, devastieret, devastierte, devastiertest, devastierten, devastiertet, ##devastiert, devastierte, devastiertes, devastiertem, devastierten, devastierter##, devastierend, ###devastierend, devastierende, devastierendes, devastierendem, devastierenden, devastierender###, devastier (!)+FW+EW; Z.: de-va-st-ier-en
Devianz, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Devianz, Abweichen, Abweichung; ne. deviance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?); I.: z. T. frz. Lw.; E.: von frz. dévier, V., abweichen; lat. dēviāre, V., von dem Wege abgehen, abweichen, abschwenken, abschweifen, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. via, F., Straße, Weg, Fahrstraße, Gasse, Pfad, Ritze; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Devianz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als solches wahrgenommenes Abweichen von dem üblichen Verhalten; BM.: weg, Straße bzw. gehen; F.: Devianz, Devianzen+FW+EW; Z.: De-vi-anz
Devise, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Devise, Wahlspruch, Losung; ne. device, motto; Vw.: -; Hw.: s. Devisen; Q.: 1575; I.: Lw. frz. devise; E.: s. frz. devise, F., Devise, Motto, Abgeteiltes; vgl. frz. deviser, V., einteilen, abteilen; frührom. *dēvisāre, *dīvisāre, V., abteilen?; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Devise, fehlt DW, EWD s. u. Devise, DW2 6, 826, Duden s. u. Devise; Son.: vgl. nndl. devies, Sb., Devise; nschw. devis, Sb., Devise; nnorw. devise, M., Devise; poln. dewiza, F., Devise; GB.: seit 1575 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschlossenen Frühromanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ursprünglich aus der Wappenkunde stammendes die mit einem Sinnspruch versehenen Unterteilungen auf den Wappenschilden betreffendes Wort (Wahlspruch oder Losung); BM.: teilen; F.: Devise, Devisen+FW; Z.: De-vi-s-e
Devisen, nhd., F. Pl., (19. Jh.): nhd. Devisen, Zahlungsmittel in fremder Währung; ne. foreign currency; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. par devises; E.: s. frz. par devises, Adv., nach Devisen; letztlich von lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Devisen, EWD s. u. Devise, DW2 6, 826 (Punkt 3), Duden s. u. Devise; Son.: vgl. nndl. deviezen, Sb. Pl., Devisen; frz. devises, F. Pl., Devisen; nnorw. deviser, M. Pl., Devisen; poln. dewizy, F. Pl., Devisen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ursprünglich die Gesamtheit der auf einen auswärtigen Bankplatz ausgestellten Wechsel; BM.: teilen?, vielleicht nach Kennwörtern der einzelnen Bankplätze? beziehungsweise Einteilung?; F.: Devisen+FW; Z.: De-vi-s-en
devot, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. devot, ergeben (Adj.), unterwürfig, gottergeben, gottesfürchtig; ne. devout (Adj.), submissive (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Devotion, Devotionale, Votum, Votivtafel; Q.: um 1470; I.: Lw. lat. dēvōtus; E.: s. mnd. devōt, Adj., devot, andächtig; lat. dēvōtus, (Part. Prät.=)Adj., hingegeben, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. dēvōvēre, V., geloben, zum Opfer bestimmen, zum Opfer weihen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vovēre, V., geloben, feierlich versprechen, wünschen, anwünschen; idg. *eu̯egᵘ̯ʰ-, *eugᵘ̯ʰ-, *u̯egᵘ̯ʰ-, V., feierlich sprechen, geloben, preisen, Pokorny 348 (516/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. devot, fehlt DW, EWD s. u. devot, DW2 6, 830, Duden s. u. devot; Son.: vgl. nndl. devoot, Adj., devot; frz. dévot, Adj., devot; nschw. devot, Adj., devot; nnorw. devot, Adj., devot; nir. deabhóideach, Adj., devot; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (übertrieben) ergeben (Adj.) oder unterwürfig; BM.: sprechen bzw. hingegeben; F.: devot, devote, devotes, devotem, devoten, devoter(, devotere, devoteres, devoterem, devoteren, devoterer, devoteste, devotestes, devotestem, devotesten, devotester)+FW; Z.: de-vo-t
Devotion, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Devotion, Andacht, Hingabe, Haltung; ne. devotion; Vw.: -; Hw.: s. devot, Devotionalie; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mnd. devōcie, devōscie, F., Devotion, Andacht; mnl. devotie, F., Devotion; lat. dēvōtio, F., Geloben, Geloben als Opfer, Opfern, Aufopferung, Ehrerbietung, Huldigung, Andacht, Frömmigkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēvōvēre, V., geloben, zum Opfer bestimmen, zum Opfer weihen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vovēre, V., geloben, feierlich versprechen, wünschen, anwünschen; idg. *eu̯egᵘ̯ʰ-, *eugᵘ̯ʰ-, *u̯egᵘ̯ʰ-, V., feierlich sprechen, geloben, preisen, Pokorny 348 (516/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. devot, fehlt DW, DW2 6, 831, Duden s. u. Devotion; Son.: vgl. frz. dévotion, F., Hingabe, Ergebenheit; nir. deabhóid, F., Devotion, Hingabe; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Religion in den Hochkulturen des Altertums mögliche besondere religiöse Andacht oder Hingabe oder Haltung; BM.: sprechen bzw. hingeben; F.: Devotion, Devotionen+FW+EW; Z.: De-vo-t-io-n
Devotionalie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Devotionalie, Andachtsgegenstand; ne. devotional object; Vw.: -; Hw.: s. devot, Devotion; Q.: 1930; I.: Lw. nlat. devotionalia; E.: s. nlat. devotionalia, F., Devotionalie; vgl. mlat. dēvōtiōnālis, Adj., andächtig; vgl. lat. dēvōvēre, V., geloben, zum Opfer bestimmen, zum Opfer weihen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vovēre, V., geloben, feierlich versprechen, wünschen, anwünschen; idg. *eu̯egᵘ̯ʰ-, *eugᵘ̯ʰ-, *u̯egᵘ̯ʰ-, V., feierlich sprechen, geloben, preisen, Pokorny 348 (516/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. devot, fehlt DW, DW2 6, 832, Duden s. u. Devotionalie; GB.: seit 1930 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Religion möglichen für Andacht verwendeten Gegenstand; BM.: sprechen bzw. hingeben; F.: Devotionalie, Devotionalien (!)+FW(+EW); Z.: De-vo-t-io-n-al-ie
Dez, Deez, Detz, Doetz, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Dez, Kopf; ne. head (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1741 (Wörterbuch); I.: Lw. ?; E.: von nd. döts, M., Dez, Kopf; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit frz. tête, F., Kopf; vgl. lat. tēsta, F., Geschirr, Flasche, Krug (M.) (1), Urne, (um 180-102 v. Chr.); idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dez, DW2 6, 513, Duden s. u. Dez; GB.: seit 1741 belegte und vielleicht über das Nd. aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare umgangssprachliche Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung höherer Tiere möglichen Kopf; BM.: flechten?; F.: Dez, Dezes, Deze, Dezen, Deez, Deezes, Deeze, Deezen, Detz, Detzes, Detze, Detzen, Doetz, Doetzes, Doetze, Doetzen+FW(+EW?); Z.: Dez
Dezember, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Dezember, zwölfter Monat; ne. december; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1200 (Arzneibuch Ipocratis); E.: mhd. december, st. M., Dezember; mnd. desember, M., Dezember; lat. December, M., Dezember, zehnter Monat, (1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dezember, fehlt DW, EWD s. u. Dezember, DW2 6, 834, Duden s. u. Dezember; Son.: vgl. nndl. december, Sb., Dezember; frz. décembre, M., Dezember; nschw. december, Sb., Dezember; nnorw. desember, M., Dezember; GB.: seit um 1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus decem und ber oder bris (Suff.) gebildete Bezeichnung des zwölften Monats in dem julianischen und gregorianischen Kalender der in Rom ursprünglich bei einem Beginn des Jahres in dem März als zehnter Monat gezählt worden war; BM.: zehn (zehnter Monat des römischen Kalenders), mens(is)?; F.: Dezember, Dezembers, Dezembern (!)+FW; Z.: Dez-emb-er
Dezennium, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Dezennium, Jahrzehnt; ne. decade; Vw.: -; Hw.: s. Dekade; Q.: 1686; I.: Lw. lat. decennium; E.: s. lat. decennium, N., Zeitraum von zehn Jahren, zehn Jahre, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. lat. annus, M., Jahr, Kreis, Ring, Umlauf der Zeit, Zeit; idg. *at-, V., Sb., gehen, Jahr, Pokorny 69 (114/114) (idg. aus ind., ital., germ.?); L.: fehlt DW, DW2 6, 835, Duden s. u. Dezennium; GB.: seit 1686 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und verwendeten Zeitraum von zehn Jahren (Jahrzehnt); BM.: zehn, Jahr; F.: Dezennium, Dezenniums, Dezennien (!)+FW(+EN); Z.: Dez-en-n-i-um
dezent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. dezent, zurückhaltend, unauffällig, gedämpft; ne. decent, subtle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1789; I.: Lw. lat. decēns; E.: s. lat. decēns, (Part. Präs.=)Adj., zierend, schicklich, anständig, geziemend, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. decēre, V., zieren, kleiden, gut anstehen, sich ziemen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dezent, EWD s. u. dezent, DW2 6, 835, Duden s. u. dezent; Son.: vgl. nndl. decent, Adj., dezent, zurückhaltend; frz. décent, Adj., dezent, zurückhaltend; GB.: seit 1789 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zurückhaltend oder unauffällig; BM.: sich ziemen; F.: dezent, dezente, dezentes, dezentem, dezenten, dezenter(, dezentere, dezenteres, dezenterem, dezenteren, dezenterer, dezenteste, dezentestes, dezentestem, dezentesten, dezentester)+FW; Z.: de-ze-nt
Dezernat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dezernat, Abteilung, Geschäftsbereich; ne. department; Vw.: -; Hw.: s. Dezernent; Q.: 1865 (Marx); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. dēcernere, V., entscheiden, bestimmen, entscheidend bestimmen, beschließen, (190-159 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen, unterscheiden; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dezernent, fehlt DW, EWD s. u. Dezernent, DW2 6, 837, Duden s. u. Dezernat; GB.: seit 1865 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst geschaffene Abteilung oder einen Geschäftsbereich einer Behörde; BM.: entscheiden bzw. scheiden; F.: Dezernat, Dezernats, Dezernates, Dezernate, Dezernaten (!)+FW; Z.: De-zer-n-at
Dezernent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Dezernent, Sachbearbeiter; ne. department head (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1751; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. dēcernēns, (Part. Präs.=)Adj., entscheidend, beschließend; vgl. lat. dēcernere, V., entscheiden, bestimmen, entscheidend bestimmen, beschließen, (190-159 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen, unterscheiden; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dezernent, fehlt DW, EWD s. u. Dezernent, DW2 6, 837, Duden s. u. Dezernent; GB.: seit 1751 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst geschaffene Sachbearbeiter mit Entscheidungsbefugnis bei einer Behörde; BM.: entscheiden bzw. scheiden; F.: Dezernent, Dezernenten+FW; Z.: De-zer-n-ent
dezi…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. dezi…, Zehntel; ne. deci…; Vw.: -; Hw.: s. dezimal…; I.: Lw. frz. déci…; E.: s. frz. déci…, Präf., dezi…; vgl. lat. decimus, Num. Ord., zehnte, (81-43 v. Chr.); lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dezi-, fehlt DW, EWD s. u. dezi-, DW2 6, 837, Duden s. u. Dezi…; Son.: s. Dezimeter, Dezigramm, dezimal; vgl. nndl. deci..., Präf., dezi...; frz. déci..., Präf., dezi...; nschw. deci..., Präf., dezi...; nnorw. deci..., Präf., desi...; poln. decy..., Präf., dezi...; kymr. deci..., Präf., desi...; nir. deicea..., Präf., dezi...; lit. deci..., Präf., dezi...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Maßeinheiten verwendete Bezeichnung; BM.: zehn; F.: dezi…+FW; Z.: dez-i-
dezidiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. dezidiert, bestimmt, entschieden, energisch; ne. decided, firm (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: aus dem Lat.; E.: s. lat. dēcīdere, V., abhauen, abschneiden, wegschneiden, beschneiden, (um 450 v. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, stoßen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. dezidiert, DW2 6, 838, Duden s. u. dezidiert; Son.: vgl. nndl. gedecideerd, Adj., dezidiert; frz. décidé, Adj., entschieden; nschw. deciderad, Adj., entschieden; nnorw. desidert, Adj., dezidiert, entschieden; poln. zdecydowany, Adj., dezidiert; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bestimmt oder entschieden; BM.: herunterschlagen; F.: dezidiert, dezidierte, dezidiertes, dezidiertem, dezidierten, dezidierter(, dezidiertere, dezidierteres, dezidierterem, dezidierteren, dezidierterer, dezidierteste, dezidiertestes, dezidiertestem, dezidiertesten, dezidiertester)+FW; Z.: de-zi-d-ier-t
dezimal…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. dezimal…, Zehn betreffend; ne. decimal…; Vw.: -; Hw.: s. dezi…; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. decimalis; E.: s. lat. decimalis, Adj., auf das Dezimalsystem bezogen; vgl. lat. decimus, Num. Ord., zehnte; lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dezimal…, fehlt DW, EWD s. u. dezimal-, DW2 6, 838 (dezimal), DW2 6, 839 (dezimal-), Duden s. u. dezimal; Son.: s. Dezimalsystem, Dezimalstelle, Dezimalzahl; vgl. nndl. decimaal, Adj., dezimal; frz. décimal, Adj., dezimal; nschw. decimal, Adj., dezimal; nnorw. desimal…, Präf., dezimal…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als auf die Grundzahl zehn bezogenes Bestimmungswort verwendete Bezeichnung; BM.: zehn; F.: dezimal…+FW; Z.: dez-im-al-
$Dezimalbruch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dezimalbruch; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. dezimal, s. Bruch; L.: fehlt DW, EWD s. u. dezimal-; GB.: seit 1603 belegte und aus dezimal und Bruch gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in Indien vielleicht seit um 2800 v. Chr. entwickelten und verwendeten Bruch dessen Nenner zehn oder hundert oder tausend oder ein Vielfaches davon ist wie beispielsweise 0,2 für zwei Zehntel oder 0,5 für ein Halbes oder fünfzig Hundertstel oder 0, 01 für ein Hundertstel oder ein Prozent; F.: Dezimalbruch, Dezimalbruchs, Dezimalbruches, Dezimalbrüche, Dezimalbrüchen+FW+EW; Z.: Dez-im-al—bruch
$Dezimalsystem, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Dezimalsystem; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. dezimal, s. Bruch; L.: fehlt DW, EWD s. u. dezimal-; GB.: seit 1798 belegte und aus dezimal und System für ein aus zehn Grundzahlen von eins bis zehn und ihren Zusammensetzungen vielleicht in Indien vor rund 2300 Jahren gebildetes und sich gegen ein Sexagesimalsystem in Babylon aus unbekanntem Grund durchsetzendes System von Zahlen; F.: Dezimalsystem, Dezimalsystems, Dezimalsysteme, Dezimalsystemen+FW; Z.: Dez-im-al—sy-st-em
$Dezimalwaage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dezimalwaage; E.: s. dezimal, s. Waage; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: EWD s. u. dezimal-; GB.: seit 1845 belegte Bezeichnung für eine in Straßburg 1821 als Patent angemeldete Waage bei der wegen der unterschiedlichen Längen der Waagenarme als Gewicht nur ein Zehntel des zu wiegenden Gutes verwendet werden muss; F.: Dezimalwaage, Dezimalwaagen+FW+EW; Z.: Dez-im-al—waag-e
dezimieren, nhd., V., (18. Jh.): nhd. dezimieren, verzehnteln, verringern; ne. decimate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1724; I.: Lw. lat. decimāre; E.: s. lat. decimāre, V., dezimieren, um den zehnten Teil vermindern, (98-115 n. Chr.); vgl. lat. decimus, Num. Ord., zehnte; lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dezimieren, fehlt DW, EWD s. u. dezimieren, DW2 6, 840, Duden s. u. dezimieren; Son.: vgl. nndl. decimeren, V., dezimieren; frz. décimer, V., dezimieren; nschw. decimera, V., dezimieren; nnorw. desimere, V., dezimieren; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus römischen Kriegsbräuchen entstandene Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches um den zehnten Teil oder vielleicht auch auf den zehnten Teil vermindern (verzehnteln); BM.: zehn; F.: dezimieren, dezimiere, dezimierst, dezimiert, dezimierest, dezimieret, dezimierte, dezimiertest, dezimierten, dezimiertet, ##dezimiert, dezimierte, dezimiertes, dezimiertem, dezimierten, dezimierter##, dezimierend, ###dezimierend, dezimierende, dezimierendes, dezimierendem, dezimierenden, dezimierender###, dezimier (!)+FW+EW; Z.: dez-im-ier-en
di…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. di..., zwei, doppelt; ne. di…; Vw.: s. -lemma, -ode, -optrie, -oxin, -oxyd (oxid), -phtherie, -phthong, -plom, -plomat, -plomatie, -plomatik, -plomatisch, -ptychon, -stichon, -thyrambe; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. δι- (di); E.: gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. di-, fehlt DW, EWD s. u. di-, Kytzler/Redemund/Eberl 1069; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen sowie Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Verdoppelung oder Verzweifachung; BM.: zwei; F.: di…+FW; Z.: di-
Dia, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dia, Diapositiv, Abbild; ne. diapositive; Vw.: -; Hw.: s. Diapositiv; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: abgekürzt von Diapositiv (s. d.); s. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diapositiv, fehlt DW, EWD s. u. Diapositiv, DW2 6, 841 (Dia), DW2 6, 864, Duden s. u. Dia; Son.: vgl. nndl. diapositief, Sb., Diapositiv, Dia; frz. diapositive, M.?, Diapositiv, Dia; nschw. diapositiv, Sb., Diapositiv, Dia; nnorw. diapositiv, N., Diapositiv, Dia; lit. diapozityvas, M., Diapositiv; GB.: seit 1966 belegte und aus Diapositiv gekürzte Bezeichnung für ein zu einem durchscheinenden Positiv entwickeltes fotografisches Bild das dazu bestimmt ist auf eine Leinwand projiziert zu werden; BM.: durch, positiv; F.: Dia, Dias+FW; Z.: Dia
dia..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. dia...; ne. dia…; Vw.: s. -betes, -bolisch, -chronisch, -dem, -doche, -gnose, -gonal, -gramm, -kon, -kritisch, -lekt, -lektik, -log, -metral, -positiv, -rrhöe, -spora, -stole; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. gr. διά (diá); E.: s. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dia-, EWD s. u. dia-, DW2 6, 841; Son.: s. diagonal, Dialekt; vgl. nndl. dia…, Präf., dia…; frz. dia…, Präf., dia…; nschw. dia…, Präf., dia…; nnorw. dia…, Präf., dia…; poln. dia…, Präf., dia…; kymr. deia..., Präf., dia...; lit. dia…, Präf., dia…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung um in Zusammensetzungen Worten eine Bedeutung von durch oder hindurch zu geben; BM.: durch; F.: dia…+FW; Z.: dia-
Diabetes, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Diabetes, Zuckerkrankheit, Harnruhr; ne. diabetes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1739 (Lexikon); I.: Lw. gr. διαβήτης (diabḗtēs); E.: gr. διαβήτης (diabḗtēs), F., Zirkel, Harnruhr; vgl. gr. διαβαίνειν (diabaínein), V., ausschreiten, sich breit hinstellen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Diabetes, fehlt DW, EWD s. u. Diabetes, DW2 6, 842, Duden s. u. diabetes; Son.: vgl. nndl. diabetes, Sb., Diabetes; frz. diabète, M., Diabetes; nschw. diabetes, Sb., Diabetes; nnorw. diabetes, M., Diabetes; kymr. diabetes, M., Diabetes; nir. diaibéiteas, M., Diabetes; lit. diabetas, M., Diabetes; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht in einem Papyrus von 1552 v. Chr. erstmals beschriebene seit Hippokrates (um 460-um 370 v. Chr.) bekannte sowie in den Überflussgesellschaften der Gegenwart infolge ballaststoffarmer Überernährung und Bewegungsarmut häufiger werdende Stoffwechselerkrankung mit dauernder erhöhter Glukosekonzentration in dem Blut; BM.: die Beine spreizen, Zirkel; F.: Diabetes+FW; Z.: Dia-be-t-es
$Diabetiker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Diabetiker; E.: s. Diabet(es), s. ik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Diabetes, fehlt DW, EWD s. u. Diabetes; GB.: seit 1927 belegte und aus Diabet(es) und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen an Diabetes erkrankten Menschen; F.: Diabetiker, Diabetikers, Diabetikern+FW+EW; Z.: Dia-be-t-ik-er
diabolisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. diabolisch, teuflisch, boshaft; ne. diabolic, diabolical; Vw.: -; Hw.: s. Teufel; Q.: 1525/1526 (Paracelsus); I.: Lw. lat. diabolicus; E.: s. lat. diabolicus, Adj., teuflisch, (um 350-384 n. Chr.); vgl. gr. διαβολικός (diabolikós), Adj., verleumderisch; gr. διάβολος (diábolos), M., Verleumder; vgl. gr. διαβάλλειν (diabállein), V., verleumden, entzweien; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. diabolisch, EWD s. u. diabolisch, DW2 6, 842, Duden s. u. diabolisch; Son.: vgl. nndl. diabolisch, Adj., diabolisch; frz. diabolique, Adj., diabolisch; nschw. diabolisk, Adj., diabolisch; nnorw. diabolsk, Adj., diabolisch; poln. diaboliczny, Adj., diabolisch; nir. diabhlaí, Adj., diabolisch; GB.: seit 1525/1526 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliches teuflisch oder boshaft; BM.: verleumden beziehungsweise durch, werfen; F.: diabolisch, diabolische, diabolisches, diabolischem, diabolischen, diabolischer(, diabolischere, diabolischeres, diabolischerem, diabolischeren, diabolischerer, diabolischste, diabolischstes, diabolischstem, diabolischsten, diabolischster)+FW+EW; Z.: dia-bol-isch
$Diachronie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diachronie; Q.: 1917; I.: Lw. frz. diachronisme; L.: fehlt DW, EWD s. u. diachronisch; GB.: seit 1917 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für geschichtliche Entwicklung einer Sprache in der Zeit; F.: Diachronie+FW+EW; Z.: Dia-chron-ie
diachronisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. diachronisch, zeitverschieden, geschichtlich; ne. diachronic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1917; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar, s. isch; L.: Kluge s. u. diachronisch, EWD s. u. diachronisch, DW2 6, 843, Duden s. u. diachronisch; Son.: vgl. nndl. diachronisch, Adj., diachronisch; nschw. diakronisk, Adj., diachronisch; nnorw. diakronisk, Adj., diachronisch; poln. diachroniczny, Adj., diachronisch; GB.: seit 1917 belegte und von dem Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure (1852-1913) aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie hauptsächlich in der Sprachwissenschaft verwendete Bezeichnung für die geschichtliche Entwicklung einer Sprache betreffend; BM.: durch, zeitlich; F.: diachronisch, diachronische, diachronisches, diachronischem, diachronischen, diachronischer+FW+EW; Z.: dia-chron-isch
Diadem, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Diadem, Stirnschmuck, Kopfschmuck; ne. diadem, tiara; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.?; E.: mhd. dīadēm, st. M., Diadem; mnl. diademe, M.?, Diadem; lat. diadēma, F., Diadem, (81-43 v. Chr.); gr. διάδημα (diádēma), F., Diadem, Stirnband; vgl. gr. διαδεῖν (diadein), V., umbinden, festbinden; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. δεῖν (dein), V.: nhd. binden, werfen; idg. *dē-, *də-, V., binden, Pokorny 183 (303/8) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., alb.); L.: Kluge s. u. Diadem, DW 2, 1055, EWD s. u. Diadem, DW2 6, 843, Duden s. u. Diadem; Son.: vgl. nndl. diadeem, Sb., Diadem; frz. diadème, M., Diadem; nschw. diadem, Sb., Diadem; nnorw. diadem, N., Diadem; lit. diadema, F., Diadem; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen auf der Stirn oder dem Haar getragenen Reif aus edlem Metall und kostbaren Steinen; BM.: umbinden; F.: Diadem, Diadems, Diademe, Diademen+FW+EW; Z.: Dia-de-m
Diadoche, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Diadoche, Nachfolger Alexanders des Großen; ne. diadoch, diadochus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1833; E.: s. lat. diadochus, M., Nachfolger; gr. διάδοχος (diádochos), M., Nachfolger; vgl. gr. διαδέχεσθαι (diadéchesthai), V., übernehmen, erben; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. δέχεσθαι (déchesthai), V., annehmen, hinnehmen, erwarten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Diadochenkämpfe, fehlt DW, DW2 6, 844 (Diadochen), Duden s. u. Diadoche; Son.: normalerweise im Plural verwendet; vgl. nndl. diadochen, Sb. Pl.; Diadochen; frz. diadoque, M., Diadoche; nschw. diadochi, Sb. Pl., Diadochen; nnorw. diadokene, M. Pl., Diadochen; poln. diadochowie, M. Pl., Diadochen; lit. diadochai, M. Pl., Diadochen; GB.: seit 1833 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Nachfolger oder Übernehmer der Herrschaft Alexanders des Großen nach 323 v. Chr.; BM.: Nachfolger; F.: Diadoche, Diadochen+FW; Z.: Dia-doch-e
Diagnose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Diagnose, Bestimmen einer Krankheit, Erkennung einer Krankheit; ne. diagnosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774; I.: Lw. frz. diagnose; E.: s. frz. diagnose, F., Diagnose, Bestimmen einer Krankheit oder eines Defekts; gr. διάγνωσις (diágnōsis), F., Entscheidung, Unterscheidung; s. gr. διαγιγνώσκειν (diagignōskein), V., genau erkennen, beurteilen, unterscheiden; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γιγνώσκειν (gignṓskein), V., erkennen, kennen lernen, erfahren (V.); idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diagnose, fehlt DW, EWD s. u. Diagnose, DW2 6, 844, Duden s. u. Diagnose; Son.: vgl. nndl. diagnose, Sb., Diagnose; frz. diagnostic, M., Diagnose; nschw. diagnos, Sb., Diagnose; nnorw. diagnose, M., Diagnose; poln. diagnoza, F., Diagnose; kymr. diagnosis, M., Diagnose; lit. diagnozė, F., Diagnose; GB.: seit 1774 belegte und aus dem Französischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Bestimmen einer (körperlichen oder psychischen) Krankheit eines Lebewesens, Erkennung einer Krankheit; BM.: genau erkennen; F.: Diagnose, Diagnosen+FW(+EW); Z.: Dia-gno-s-e
$Diagnostik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Diagnostik, Bestimmung einer Krankheit, Erkennung von Krankheiten; E.: s. Diagnos(e), s. t, s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diagnose; GB.: seit 1825 belegte und aus Diagnos(e) und t sowie ik gebildete Bezeichnung für die sachlich in den Anfängen vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Erkennung von Krankheiten beispielsweise durch Biopsie oder Blasenspiegelung oder Blutentnahme oder Blutdruckmessung oder Blutuntersuchung oder Bronchoskopie oder Ultraschalluntersuchungen oder Darmspiegelung oder Elektrokardiogramm oder Echokardiographie; F.: Diagnostik, Diagnostiken+FW; Z.: Dia-gno-st-ik
$diagnostisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diagnostisch, Diagnose betreffend, Erkennung von Krankheiten betreffend; E.: s. Diagnos(e), s. t, s. isch; Q.: vielleicht um 1800 belegte und aus Diagnos(e) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für Diagnose betreffend; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diagnose; F.: diagnostisch, diagnostische, diagnostisches, diagnostischem, diagnostischen, diagnostischer+FW; Z.: dia-gno-st-isch
$diagnostizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. diagnostizieren, Krankheit erkennen, Krankheit feststellen; E.: s. Diagnosti(k), s. z, s. ieren; L.: Kluge s. u. Diagnose, fehlt DW, EWD s. u. Diagnose; GB.: seit 1889 belegte und aus Diagnosti(k) und z sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (eine Krankheit) erkennen oder feststellen; F.: diagnostizieren, diagnostiziere, diagnostizierst, diagnostiziert, diagnostizierest, diagnostizieret, diagnostizierte, diagnostiziertest, diagnostizierten, diagnostiziertet, ##diagnostiziert, diagnostizierte, diagnostiziertes, diagnostiziertem, diagnostizierten, diagnostizierter##, diagnostizierend, ###diagnostizierend, diagnostizierende, diagnostizierendes, diagnostizierendem, diagnostizierenden, diagnostizierender###, diagnostizier (!)+FW; Z.: dia-gno-st-iz-ier-en
diagonal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diagonal, schräg verlaufend; ne. diagonal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774; I.: Lw. lat. diagōnālis; E.: s. lat. diagōnālis, Adj., diagonal, (um 84-um 25 v. Chr.); s. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diagonal, fehlt DW, EWD s. u. diagonal, DW2 6, 847, Duden s. u. diagonal; Son.: vgl. nndl. diagonaal, Adj., diagonal; frz. diagonal, Adj., diagonal; nschw. diagonal, Adj., diagonal; nnorw. diagonal, Adj., diagonal; poln. diagonalny, Adj., diagonal; GB.: seit 1774 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zwei nicht benachbarte Ecken eines Vielecks geradlinig verbindend oder schräg verlaufend oder quer verlaufend; BM.: durch den Winkel (verlaufend); F.: diagonal, diagonale, diagonales, diagonalem, diagonalen, diagonaler+FW+EW; Z.: dia-gon-al
Diagonale, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Diagonale, Diagonallinie; ne. dioganal (N.); Vw.: -; Hw.: s. diagonal; Q.: 1573; I.: Lw. lat. diagōnālis; E.: s. lat. diagōnālis, F., Diagonallinie, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. diagōnālis, Adj., diagonal; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diagonal, EWD s. u. diagonal, DW2 6, 848; Son.: vgl. nndl. diagonaal, Sb., Diagonale; frz. diagonale, F., Diagonale; nschw. diagonal, Sb., Diagonale; nnorw. diagonal, M., Diagonale; GB.: seit 1573 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zwei nicht benachbarte Ecken eines Vielecks miteinander verbindende Gerade; BM.: durch den Winkel (verlaufend); F.: Diagonale, Diagonalen+FW; Z.: Dia-gon-al-e
Diagramm, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Diagramm, Schaubild, Graphik; ne. diagram, graph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1548; I.: Lw. s. διάγραμμα (díagramma); E.: s. gr. διάγραμμα (díagramma), F., Umriss, Figur, Zeichnung; vgl. gr. διαγράφειν (diagráphein), V., aufzeichnen, ausmalen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Diagramm, DW2 6, 849, Duden s. u. Diagramm; Son.: vgl. nndl. diagramm, Sb., Diagramm; frz. diagramme, M., Diagramm; nschw. diagram, Sb., Diagramm; nnorw. diagram, N., Diagramm; poln. diagram, M., Diagramm; kymr. diagram, M., Diagramm; nir. diagram, M., Diagramm; lit. diagrama, F., Diagramm; GB.: seit 1548 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine grafische Darstellung (Schaubild) von Größenverhältnissen oder. Zahlenwerten in anschaulicher und leicht überblickbarer Form; BM.: aufzeichnen; F.: Diagramm, Diagramms, Diagramme, Diagrammen+FW(+EW); Z.: Dia-gramm
Diakon, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Diakon, ein Geistlicher; ne. deacon, diacon; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. diāken, st. M., Diakon; mnd. dīaken, M., Diakon; ahd. jakuno*, jahhono, sw. M. (n), Diakon; ahd. jako*, sw. M. (n), Diakon; ahd. tiakan*, st. M. (a), Diakon, Levit; lat. diāconus, M., Diakon, (um 390 n. Chr.); gr. διάκονος (diākonos), M., Diener, Diakon; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); vgl. idg. *ken- (4), V., sich mühen, streben, sich sputen, Pokorny 564 (870/102) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Diakon, EWD s. u. Diakon, DW 2, 1055, DW2 6, 849, EWAhd 7, 262, Duden s. u. Diakon; Son.: vgl. afries. diākon, st. M., Diakon; ae. díacon, st. M. (a), Diakon; an. an. djākn, M., Diakon; got. got. diakaúnus, M., Diakon; nndl. diaken, Sb., Diakon; frz. diacre, M., Diakon; nschw. diakon, Sb., Diakon; nnorw. diakon, M., Diakon; poln. diakon, M., Diakon; nir. déagánach, M., Diakon; lit. diakonas, M., Diakon; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen kirchlichen Amtsträger der in einer Kirchengemeinde karitative und soziale Arbeit leistet und in der katholischen und orthodoxen Kirche in der Kirchenhierarchie eine Stufe unter dem Priester steht; BM.: sich mühen; F.: Diakon, Diakons, Diakone, Diakonen+FW; Z.: Dia-kon
$Diakonisse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Diakonisse, weiblicher Diakon, Diakonissin?; Hw.: s. Diakonissin; E.: s. Diakon, s. isse; L.: Kluge s. u. Diakon, EWD s. u. Diakon; GB.: (diaconissa) seit 1715 belegte und aus Diakon und isse gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen weiblichen Diakon christlicher Kirchen; F.: Diakonisse, Diakonissen+FW; Z.: Dia-kon-is-s-e
$Diakonissin?, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Diakonissin, Diakonisse; E.: s. Diakon, s. iss, s. in; L.: DW 2, 1055, EWD s. u. Diakon; GB.: vielleicht seit 1924 belegte und aus Diakon und iss sowie in gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem 18. Jh. möglichen weiblichen Diakon christlicher Kirchen F.: Diakonissin, Diakonissinnen+FW; Z.: Dia-kon-is-s-in
diakritisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. diakritisch, der Unterscheidung dienend; ne. diacritic, diacritical; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1825; I.: Lw. gr. διακριτικός (diakritikós); E.: s. gr. διακριτικός (diakritikós), Adj., der Unterscheidung dienend, zum Unterscheiden dienlich; vgl. διακρίνειν (diakrínein), V., scheiden, unterscheiden, trennen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, unterscheiden, trennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diakritisch, fehlt DW, EWD s. u. diakritisch, DW2 6, 852, Duden s. u. diakritisch; Son.: vgl. nndl. diacritisch, Adj., diakritisch; frz. diacritique, Adj., diakritisch; nschw. diakritisk, Adj., diakritisch; nnorw. diakritisk, Adj., diakritisch; poln. diakrytyczny, Adj., diakritisch; GB.: seit vor 1825 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches in Verbindung mit bestimmten Buchstaben als Hinweis auf deren (richtige) Aussprache dienend wie beispielsweise Akut oder Bogendachakzent oder Breve oder Breve unterhalb oder Cédille; BM.: unterscheiden; F.: diakritisch, diakritische, diakritisches, diakritischem, diakritischen, diakritischer+FW+EW; Z.: dia-kri-t-isch
Dialekt, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Dialekt, Mundart; ne. dialect; Vw.: -; Hw.: s. Dialektik; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. dialectus; E.: s. lat. dialectus, F., Mundart, Dialekt; s. gr. διάλεκτος (diálektos), F., Unterredung, Mundart; vgl. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dialekt, fehlt DW, EWD s. u. Dialektik, DW2 6, 852, Duden s. u. Dialekt; Son.: vgl. nndl. dialect, Sb., Dialekt; frz. dialecte, M., Dialekt; nschw. dialekt, Sb., Dialekt; nnorw. dialekt, M., Dialekt; poln. dialekt, M., Dialekt; lit. dialektas, M., Dialekt; GB.: seit 1766 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gruppe menschlicher Mundarten mit gewissen sprachlichen Gemeinsamkeiten (beispielsweise bis zu 20 Dialekte des Deutschen unterschieden wie Badisch oder Bayerisch oder Berlinerisch oder Hamburgisch oder Hessisch oder Holsteinisch oder Kölsch oder Moselfränkisch oder Ostfränkisch oder Ostfriesisch oder Pfälzisch oder Platt oder Rheinisch oder Sächsisch oder Schleswigisch oder Schwäbisch oder Westfälisch); BM.: auseinander, lesen; F.: Dialekt, Dialektes, Dialekts, Dialekte, Dialekten+FW; Z.: Dia-lek-t
$dialektal, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. dialektal; E.: s. Dialekt, s. al; L.: Kluge s. u. Dialekt, fehlt DW; GB.: seit 1960 belegte und aus Dialekt und al gebildete Bezeichnung für Dialekt betreffend; F.: dialektal, dialektale, dialektales, dialektalem, dialektalen, dialektaler(, dialektalere, dialektaleres, dialektalerem, dialektaleren, dialektalerer, dialektalst, dialektalste, dialektalstes, dialektalstem, dialektalsten, dialektalster)+FW; Z.: dia-lek-t-al
Dialektik, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Dialektik, Methode Schlüsse zu ziehen; ne. dialectic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Dialekt; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. mhd. dīalectike, dialectike, st. F., Dialektik; s. lat.-gr. dialectica, F., Dialektik; gr. διαλεκτική (dialektikḗ), F., Dialektik; vgl. gr. διάλεκτος (diálektos), F., Unterredung, Mundart; vgl. gr. διαλέγεσθαι (dialégesthai), V., mit jemandem reden, Gespräch führen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dialektik, fehlt DW, EWD s. u. Dialektik, DW2 6, 853, Duden s. u. Dialektik; Son.: vgl. nndl. dialectiek, Sb., Dialektik; frz. dialectique, F., Dialektik; nschw. dialektik, Sb., Dialektik; nnorw. dialektik, M.?, Dialektik; poln. dialektyka, F., Dialektik; kymr. dilechdid, M., Dialektik; nir. dialachtaic, F., Dialektik; lit. dialektika, F., Dialektik; GB.: (dīalectike) seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die seit Entwicklung von Sprache mögliche menschliche Kunst der Gesprächsführung und für eine aus These und Antithese in einer höheren Stufe eine Synthese gewinnende philosophische Methode; BM.: sich unterreden; F.: Dialektik, Dialektiken+FW; Z.: Dia-lek-t-ik
$dialektisch (1), nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dialektisch (Adj.) (1), Dialektik betreffend; E.: s. Dialektik, s. isch; L.: Kluge s. u. Dialekt, fehlt DW, EWD s. u. Dialektik; GB.: seit 1533 belegte und aus Dialekt(ik) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Dialektik betreffend; F.: dialektisch, dialektische, dialektisches, dialektischem, dialektischen, dialektischer(, dialektischere, dialektischeres, dialektischerem, dialektischeren, dialektischerer, dialektischst, dialektischste, dialektischstes, dialektischstem, dialektischsten, dialektischster)+FW+EW; Z.: dia-lek-t-isch
$dialektisch (2), nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. dialektisch (Adj.) (1), mundartlich; E.: s. Dialekt, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dialektik; GB.: seit 1841 belegte und aus Dialekt und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Ausbildung von Dialekten mögliches Dialekt betreffend oder mundartlich; F.: dialektisch, dialektische, dialektisches, dialektischem, dialektischen, dialektischer(, dialektischere, dialektischeres, dialektischerem, dialektischeren, dialektischerer, dialektischst, dialektischste, dialektischstes, dialektischstem, dialektischsten, dialektischster)+FW+EW; Z.: dia-lek-t-isch
Dialog, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dialog, Zwiegespräch, Unterredung, Wechselrede; ne. dialogue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1355; I.: Lw. lat. dialogus; E.: s. lat. dialogus, M., Gespräch, Dialog, (81-43 v. Chr.); gr. διάλογος (diálogos), M., Gespräch; vgl. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dialog, fehlt DW, EWD s. u. Dialog, DW2 6, 856, Duden s. u. Dialog; Son.: vgl. nndl. dialoog, Sb., Dialog; frz. dialogue, M., Dialog; nschw. dialog, Sb., Dialog; nnorw. dialog, M., Dialog; poln. dialog, M., Dialog; kymr. deialog, F., Dialog; lit. dialogas, M., Dialog; GB.: seit 1355 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche von zwei oder mehr Menschen abwechselnd geführte Rede oder eine Unterredung oder eine Wechselrede; BM.: sprechen; F.: Dialog, Dialogs, Dialoge, Dialogen+FW(+EW); Z.: Dia-log
Dialyse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dialyse, Blutwäsche; ne. dialysis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1872; I.: Lw. gr. διάλυσις (diálysis); E.: s. gr. διάλυσις (diálysis), F., Auflösung, Trennung, Beendigung; vgl. gr. διαλύειν (dialýein), V., zerstören, beendigen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW2 6, 858, Duden s. u. Dialyse; Son.: vgl. nndl. dialyse, Sb., Dialyse; frz. dialyse, F., Dialyse; nschw. dialys, Sb., Dialyse; nnorw. dialyse, M., Dialyse; poln. dializa, F., Dialyse; kymr. dialysis, M., Dialyse; lit. dializė, F., Dialyse; GB.: seit 1872 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete physikalisch-chemische Trennung von Flüssigkeiten mit Hilfe einer porösen Scheidewand und eine Auflösung sowie eine Blutwäsche; BM.: auflösen; F.: Dialyse, Dialysen+FW(+EW?); Z.: Dia-ly-s-e
Diamant, Demant, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Diamant, Demant, härtester Edelstein; ne. diamond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: s. mhd. dīamante, sw. M., Diamant; mnd. dīamant, M., Diamant; mnl. diamant, M., Diamant; afrz. diamant, M., Diamant; lat. adamās, M., Unbezwingbarer, härtestes Eisen, Stahl, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. ἀδάμᾶς (adámās), M., Stahl, Diamant; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. δαμνειν (damnánai), V., bezwingen, bändigen; idg. *demə-, *domə-, V., zähmen, Pokorny 199 (318/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *dem-, *demə-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); die Vorsilbe „dia“ ist wohl durch volksetymologische Umdeutung entstanden; L.: Kluge 1. A. s. u. Demant, Kluge s. u. Diamant, Demant, DW 2, 916 (Demant), EWD s. u. Diamant, DW2 6, 859, Duden s. u. Diamant; Son.: vgl. nndl. diamant, Sb., Diamant; frz. diamant, M., Diamant; nschw. diamant, Sb., Diamant; nnorw. diamant, M., Diamant; poln. diament, M., Diamant; kymr. deimwnt, diemwnt, M., Diamant; nir. diamant, M., Diamant; lit. deimantas, M., Diamant; GB.: seit 1190-1229 oder nach 1220 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen fast farblosen kostbaren Edelstein von sehr großer Härte und starker Lichtbrechung; BM.: nicht bezwingbar; F.: Diamant, Diamanten+FW; Z.: Di-a-man-t
diametral, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diametral, gegensätzlich, entgegengesetzt, völlig anders geartet; ne. diamectrical, diametral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1776; I.: Lw. lat. diametrālis; E.: s. lat. diametrālis, Adj., zum Durchmesser gehörig, diametral, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. diametros, M., Diameter, Durchmesser; gr. διάμετρος (diámetros), M., Durchmesser, Diagonale; vgl. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. diametral, fehlt DW, EWD s. u. diametral, Duden s. u. diametral; Son.: vgl. nndl. diametraal, Adj., diametral; frz. diamétral, Adj., diametral; nschw. diametral, Adj., diametral; nnorw. diametral, Adj., diametral; poln. diametralny, Adj., diametral; GB.: seit 1776 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf einem Durchmesser gelegen oder entgegengesetzt (liegend); BM.: ein Durchmesser eines Kreises verbindet die jeweils weitestmöglich voneinander entfernten Stellen; F.: diametral, diametrale, diametrales, diametralem, diametralen, diametraler+FW; Z.: dia-me-tr-al
Diaphragma, Diafragma, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Diaphragma, Zwerchfell; ne. diaphragm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1554; I.: Lw. gr. διάφραγμα (diáphragma); E.: s. gr. διάφραγμα (diáphragma), N., Zwischenwand, Zwerchfell; vgl. gr. διαφράγνυναι (diáphragnynai), V., verpalisadieren; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. φράσσειν (phrássein), V., einzäunen, einschließen, umfrieden; idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: fehlt DW, DW2 6, 864, Duden s. u. Diaphragma; Son.: vgl. nndl. diafragma, Sb., Diaphragma; frz. diaphragme, M., Diaphragma; nnorw. diafragma, M., Diaphragma; poln. diafragma, F., Diaphragma; lit. diafragma, F., Diaphragma; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das seit Entwicklung höherer Tiere mögliche Zwerchfell zwischen Oberbauch und Unterbauch eines höheren Lebewesens sowie eine durchlässige Scheidewand oder ein mechanisches Empfängnisverhütungsmittel in Form eines mit einer Gummimembran überzogenen Spiralrings der in die Scheide einer Frau eingeführt wird; BM.: einzäunen; F.: Diaphragma, Diaphragmas, Diaphragmen, Diafragma, Diafragmas, Diafragmen+FW; Z.: Dia-phragm-a
Diapositiv, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Diapositiv, Dia, Abbild; ne. diapositive; Vw.: -; Hw.: s. Dia; Q.: 1905; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. positīvus, Adj., gesetzt, gegeben, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *s?i-, *sī-, *s?-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Diapositiv, fehlt DW, EWD s. u. Diapositiv, DW2 6, 841 (Dia), DW2 6, 864, Duden s. u. Diapositiv; Son.: abgekürzt zu „Dia“; vgl. nndl. diapositief, Sb., Diapositiv, Dia; frz. diapositive, M.?, Diapositiv, Dia; nschw. diapositiv, Sb., Diapositiv, Dia; nnorw. diapositiv, N., Diapositiv, Dia; lit. diapozityvas, M., Diapositiv; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit zu einem durchscheinenden Positiv entwickeltes und verwendetes fotografisches Bild das dazu bestimmt ist auf eine Leinwand projiziert zu werden; BM.: durch, positiv; F.: Diapositiv, Diapositivs, Diapositive, Diapositiven+FW; Z.: Dia-po-si-t-iv
Diarium, nhd. (ält.), N., (16. Jh.?): nhd. Diarium, Tagebuch, Geschäftsbuch; ne. diary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. diārium; E.: s. lat. diārium, N., tägliche Ration, Kost, Tagebuch, (81-43 v. Chr.); lat. diēs, M., Tag, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, Tageslicht; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diarium, fehlt DW, EWD s. u. Diarium, DW2 6, 865, Duden s. u. Diarium; Son.: vgl. nschw. diarium, Sb., Tagebuch; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene inzwischen veraltete Bezeichnung eines von Menschen tageweise über die Ereignisse der jeweiligen Zeit geführten Buches; BM.: Tag; F.: Diarium, Diarien+FW; Z.: Di-ar-i-um
Diarrhöe, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Diarrhöe, Diarrhö, Durchfall; ne. diarrhoea, diarrhea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1780; I.: Lw. lat. diarrhoea; E.: s. lat. diarrhoea, F., Durchfall, Fluss, (5. Jh. n. Chr.); s. gr. διάῤῥοια (diárrhoia), F., Durchfließen, Durchfall; vgl. gr. διαρρεῖν (diarrhein), V., durchfließen, hindurchfließen, auseinanderfließen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ∙ῥεῖν (rhein), V., fließen, idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Diarrhöe, fehlt DW, EWD s. u. Diarrhöe, DW2 6, 865, Duden s. u. Diarrhöe; Son.: vgl. nndl. diarree, Sb., Diarrhöe; frz. diarrhée, F., Diarrhöe; nschw. diarré, Sb., Diarrhöe; nnorw. diaré, M., Diarrhöe; GB.: seit 1573 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschiedene Arten von flüssigem menschlichem Stuhlgang oder Durchfall; BM.: durchfließen; F.: Diarrhöe, Diarrhöen, Diarrhö+FW; Z.: Dia-r-rhö-e
Diaspora, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Diaspora, Ausland, Gebiet einer verstreuten religiösen oder nationalen Minderheit; ne. diaspora; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. diaspora; E.: s. lat. diaspora, F., Diaspora; gr. διασπορά (diasporá), F., Zerstreuung, Austreuung; vgl. διασπείρειν (diaspeírein), V., ausstreuen, aussprengen, verschwenden; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. σπείρειν (speírein), V., ausstreuen, säen, verstreuen; idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Diaspora, fehlt DW, EWD s. u. Diaspora, DW2 6, 865, Duden s. u. Diaspora; Son.: vgl. nndl. diaspora, Sb., Diaspora; frz. diaspora, F., Diaspora; nschw. diaspora, Sb., Diaspora; nnorw. diaspora, M., Diaspora; poln. diaspora, F., Diaspora; lit. diaspora, F., Diaspora; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gebiet einer verstreuten religiösen oder nationalen Minderheit; BM.: verstreuen; F.: Diaspora+FW; Z.: Dio-s-por-a
Diastole, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Diastole, Erschlaffen des Herzmuskels, Dehnung eines kurzen Vokals; ne. diastole; Vw.: -; Vw.: s. Systole; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. diastolē, gr. διαστολή (diastolḗ); E.: s. gr. lat. diastolē, F., Trennung, Trennungszeichen, Scheidung, Ausdehnung, Diastole; διαστολή (diastolḗ), F., Ausdehnung, Trennung, Einschnitt; vgl. gr. διαστέλλειν (diastéllein), V., teilen, auseinandertrennen, unterscheiden; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. στέλλειν (stéllein), V., bestellen, kommen lassen, schicken, senden; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Diastole; Son.: vgl. nndl. diastole, Sb., Diastole; frz. diastole, F., Diastole; nschw. diastole, Sb., Diastole; nnorw. diastole, M., Diastole; poln. diastole, Sb., Diastole; kymr. diastol, M., Diastole; nir. diastól, M.?, Diastole; lit. diastolė, F., Diastole; GB.: seit 1682 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die nur ziemlich kurze Zeit (Phase) des Erschlaffens und Ausdehnens sowie der Füllung des Herzmuskels mit Blut in Gegensatz zu der Systole; BM.: Trennung bzw. zwei, stellen; F.: Diastole, Diastolen+FW; Z.: Dia-stol-e
Diät, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Diät, Schonkost; ne. diet (N.); Vw.: -; Hw.: s. Diäten; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); I.: Lw. lat. diaeta; E.: s. lat. diaeta, diēta, F., Lebensweise, Lebensregel, Lebensart, Lebensgewohnheit, (23/24-79 n. Chr.); gr. δίαιτα (díaita), F., Lebensweise, Lebensunterhalt; διαιτᾶσθαι (diaitasthai), V., sich ernähren, sich aufhalten; gr. διά (dia), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. αἴνυεσθαι (aínyesthai), V., nehmen, fassen, ergreifen; idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Diät, fehlt DW, EWD s. u. Diät, DW2 6, 866, Duden s. u. Diät; Son.: vgl. nndl. dieet, Sb., Diät; frz. diète, F., Diät?; nschw. diet, Sb., Diät; nnorw. diett, M., Diät; poln. dieta, F., Diät; kymr. deiet, M., Diät; nir. diat, F., Diät; lit. dieta, F., Diät; GB.: seit 1230 aus dem Lateinischen und Griechischen (Hippokrates um 460-370 v. Chr.) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete auf die Bedürfnisse eines kranken oder übergewichtigen Menschen oder Tieres abgestimmte Ernährungsweise; BM.: sich ernähren; F.: Diät, Diäten+FW; Z.: Di-ät
Diäten, nhd., F. Pl., (15. Jh.): nhd. Diäten, Tagegeld, Aufwandsentschädigung; ne. daily allowance; Vw.: -; Hw.: s. Diät; Q.: 1444; E.: s. lat. diaeta, diēta, F., Lebensweise, Lebensregel, Lebensart, Lebensgewohnheit, Tagung, (23/24-79 n. Chr.); δίαιτα (díaita), F., Lebensweise, Lebensunterhalt; vgl. gr. διαιτᾶσθαι (diaitasthai), V., sich ernähren, sich aufhalten; gr. διά (dia), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. αἴνυεσθαι (aínyesthai), V., nehmen, fassen, ergreifen; idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Diäten, fehlt DW, DW2 6, 867 (Diät), Duden s. u. Diäten; Son.: das lat. Wort wurde in dem Mittelalter wohl fälschlicherweise auf eine Herkunft von lat. diēs, M., Tag bezogen; GB.: seit 1444 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Bezüge der Abgeordneten eines Parlaments und anderer Körperschaften in Form von Tagegeld (Aufwandsentschädigung); BM.: sich ernähren; F.: Diäten+FW; Z.: Di-ät-en
dibbern, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. dibbern, sprechen, reden; ne. talk (V.) into; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen und Händlersprachen übernommen, ursprünglich aus wjidd. dibbern, dabbern, V., sprechen; vgl. hebr. dābar, V., sprechen; hebr. dibūr, Sb., Reden; L.: Kluge s. u. dibbern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und Händlersprachen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches leise miteinander sprechen oder reden; BM.: sprechen; F.: dibbern, dibber (!), dibberst, dibbert, dibberte, dibbertest, dibberten, dibbertet, gedibbert, ##gedibbert, gedibberte, gedibbertes, gedibbertem, gedibberten, gedibberter##, dibbernd, ###dibbernd, dibbernde, dibberndes, dibberndem, dibbernden, dibbernder###, dibber (!)+FW; Z.: dibb-er-n
dich, nhd., Pron. (Akk.): nhd. dich; Hw.: s. dir, du
Dichotomie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dichotomie, Zweiteilung, Gegensatz; ne. dichotomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1776; I.: Lw. gr. διχοτομία (dichotomía); E.: s. gr. διχοτομία (dichotomía), F., Zweiteilung; vgl. διχότομος (dichótomos), Adj., in zwei Teile gespalten, halbiert, geteilt; gr. δίχα (dícha), Adv., entzwei, getrennt, zweifach; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, zerschneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dichotomie, fehlt DW, DW2 6, 869, Duden s. u. Dichotomie; Son.: vgl. nndl. dichotomie, Sb., Dichotomie; frz. dichotomie, F., Dichotomie; nschw. dikotomie, Sb., Dichotomie; nnorw. dikotomi, M., Dichotomie; poln. dichotomia, F., Dichotomie; nir. diceatóime, F., Dichotomie; GB.: seit 1776 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbundene Bezeichnung für eine Struktur aus zwei einander gegenüberstehenden und einander ergänzenden Teilen oder eine Zweiteilung oder einen Gegensatz; BM.: in zwei Teile gespalten; F.: Dichotomie, Dichotomien (!)+FW+EW; Z.: Di-ch-o-tom-ie
dicht, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. dicht, undurchlässig, nahe beieinander befindlich, eng zusammenliegend; ne. tight, dense; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. dīhte (1), Adj., dicht; mnd. dicht, dichte, Adj., dicht, stark, tüchtig; mnl. dicht, Adj., zusammengedrängt; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *þenhta-, *þenhtaz, Adj., dicht, fest; idg. *tenkto-, Adj., dicht; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. dicht, Kluge s. u. dicht, DW 2, 1055, EWD s. u. dicht, DW2 6, 870, Falk/Torp 179, Heidermanns 619, Duden s. u. dicht, Bluhme s. u. dicht; Son.: vgl. afries. -; ae. *þīht, Adj., stark; an. þēttr, Adj., dicht, dick, fett; got. -; nndl. dicht, Adj., dicht; nschw. tät, Adj., dicht; nnorw. tett, Adj., dicht; av. taxma-, Adj., fest, dicht; air. técht, Adj., geronnen; lit. tánkus, Adj., dicht; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für undurchlässig oder nahe beieinander befindlich oder eng zusammenliegend; BM.: zusammenziehen?; F.: dicht, dichte, dichtes, dichtem, dichten (!), dichter(!)(, dichtere, dichteres, dichterem, dichteren, dichterer, dichteste, dichtestes, dichtestem, dichtesten, dichtester)+EW; Z.: di-ch-t
$Dichte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dichte, Engheit, Geschlossenheit; E.: s. dicht; L.: Kluge s. u. dicht, DW 2, 1057, EWD s. u. dicht; GB.: seit 1592 belegte und aus dicht sowie e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Engheit oder Geschlossenheit; F.: Dichte, Dichten (!)+EW; Z.: Di-ch-t-e
dichten (1), nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. dichten (V.) (1), von einem höheren Geist erfüllt dichterisch schaffen; ne. write literature, write poetry; Vw.: -; Hw.: s. zeihen; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tihten, sw. V., schreiben, dichten (V.) (1), erfinden; mnd. dichten, sw. V., erdichten; ahd. tihtōn*, dihtōn*, sw. V. (2), dichten (V.) (1), ersinnen, diktieren, gebieten, vorschreiben, verfassen, widmen; as. dihton*, sw. V. (2), erdichten, ersinnen; anfrk. -; germ. *dihtōn, sw. V., dichten (V.) (1), erfinden; s. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen, (um 180-102 v. Chr.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. dichten, Kluge s. u. dichten 2, EWD s. u. dichten2, DW 2, 1057, DW2 6, 875, EWAhd 2, 641, Falk/Torp 205, Duden s. u. dichten, Bluhme s. u. dichten2; Son.: vgl. afries. dichta, sw. V. (1), abfassen; nnordfries. dachte; ae. dihtan, dihtian, sw. V. (1, 2), einrichten, anordnen, bestimmen, befehlen; an. dikta, sw. V., dichten (V.) (1), schreiben; got. -; nndl. dichten, V., dichten (V.) (2); ne. dight, V., ausstatten; nschw. dikta, V., dichten (V.) (2); nnorw. dikte, V., dichten (V.) (2); GB.: (tihtōn) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ein sprachliches Kunstwerk erschaffen (V.); BM.: sagen; F.: dichten (!), dichte (!), dichtest, dichtet, dichtete, dichtetest, dichteten, dichtetet, gedichtet, ##gedichtet, gedichtete, gedichtetes, gedichtetem, gedichteten, gedichteter##, dichtend, ###dichtend, dichtende, dichtendes, dichtendem, dichtenden, dichtender###, dichte (!)+FW; Z.: di-ch-t-en
$dichten (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. dichten, dicht machen, abdichten, verschließen; L.: Kluge s. u. dichten 1, EWD s. u. dicht; GB.: seit 1492 belegte und aus dicht und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abdichten oder verschließen; F.: dichten, dichte (!), dichtest, dichtet, dichtete, dichtetest, dichteten, dichtetet, gedichtet, ##gedichtet, gedichtete, gedichtetes, gedichtetem, gedichteten, gedichteter##, dichtend, ###dichtend, dichtende, dichtendes, dichtendem, dichtenden, dichtender###, dichte (!)+EW; Z.: di-ch-t-en
$Dichter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Dichter, Dichtender; L.: Kluge s. u. dichten 2, DW 2, 1063, EWD s. u. dichten 2; GB.: (tihtære) seit 1190-1200 belegte und aus dicht(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Sprache möglichen ein sprachliches Kunstwerk verfassenden Menschen; F.: Dichter, Dichters, Dichtern (!)+EW; Z.: Di-ch-t-er
$dichthalten, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. dichthalten, eng halten; E.: s. dicht, s. halten; L.: fehlt DW, EWD s. u. halten; GB.: seit 1781 belegte und aus dicht und halten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eng halten; F.: dichthalten, halte dicht, hältst dicht, hält dicht, halten dicht, haltet dicht, haltest dicht, hielt dicht, hieltest dicht, hieltst dicht, hielten dicht, hieltet dicht, dichtgehalten, ##dichtgehalten, dichtgehaltene, dichtgehaltenes, dichtgehaltenem, dichtgehaltenen, dichtgehaltener##, dichthaltend, ###dichthaltend, dichthaltende, dichthaltendes, dichthaltendem, dichthaltenden, dichthaltender###, dichtzuhalten, ####dichtzuhalten, dichtzuhaltend, dichtzuhaltende, dichtzuhaltendes, dichtzuhaltendem, dichtzuhaltenden, dichtzuhaltender####, halt dicht (!)+EW; Z.: di-cht—hal-t-en
$Dichtung (1), nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Dichtung, Abdichtung, Dichtmachung; E.: s. dicht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. dichten 1, DW 2, 1071, EWD s. u. dicht; GB.: vielleicht seit 1711 belegte und aus dicht(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Abdichtung; F.: Dichtung, Dichtungen+EW; Z.: Di-ch-t-ung
$Dichtung (2), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Dichtung, ein sprachliches Kunstwerk; L.: Kluge s. u. dichten 2, DW 2, 1071, EWD s. u. dichten 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dicht(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprachliches Kunstwerk; F.: Dichtung, Dichtungen+EW; Z.: Di-ch-t-ung
dick, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. dick, fett, umfangreich; ne. thick (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dic, Adj., dicht, dick, fest, voll, häufig; mhd. dicke, Adj., dicht, massig, dick, oft, häufig, fest, voll; mnd. dick, Adj., dick, dicht; mnl. dic, dicke, Adj., dicht; ahd. dik*, dic*, dig, Adj., dick, dicht; ahd. dikki*, dicki*, Adj., dicht, dick, oft; as. thikki*, Adj., dick, dicht; anfrk. *thikki?, Adj., dicht, dick; germ. *þeku-, *þekuz, *þekwu-, *þekwuz, Adj., dick; idg. tegu-?, Adj., dick, Pokorny 1057 (1835/12) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. dick, Kluge s. u. dick, DW 2, 1073, EWD s. u. dick, DW2 6, 899, EWAhd 2, 624, Falk/Torp 176, Heidermanns 617, Duden s. u. dick, Bluhme s. u. dick; Son.: vgl. afries. thikke, Adj., zahlreich, mehrfach; ae. þicce, Adj., Adv., dick, dicht, fest, steif, zahlreich; an. þykkr (2), Adj., dick, dicht; an. þjokkr, þjukkr, Adj., dick; got. -; nndl. dik, Adj., dick; nschw. tjock, Adj., dick; nnorw. tykk, tjukk, Adj., dick; air. tiug, Adj., dicht, dick; kymr. tew, Adj., dick, dicht; bret. to, Adj., dick, dicht; ? heth. tagu-, Adj., dick, angeschwollen; GB.: (dikki) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für fett oder umfangreich; BM.: ?; F.: dick, dicke, dickes, dickem, dicken, dicker(, dickere, dickeres, dickerem, dickeren, dickerer, dickste, dickstes, dickstem, dicksten, dickster)+EW; Z.: dick
Dicke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Dicke, Dichte, Stärke; ne. thickness; Vw.: -; Hw.: s. dick; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dicke (3), st. F., sw. F., Dichtigkeit, Dicke, Breite, Dickicht, dichte Schar (F.) (1), Gedränge, Kampfgetümmel, Menge; mnd. dicke (3), F., Dicke, Dickicht, Stärke, Dichtigkeit; mnl. dicke, F., Dichte; ahd. dikkī*, dickī*, st. F. (ī), Dicke, Dichte, Masse, Menge; as. thikki (1), st. F. (i), Dicke (F.); anfrk. -; germ. *þekī-, *þekīn, sw. F. (n), Dicke, Dichte; s. idg. *tegu-?, Adj., dick, Pokorny 1057 (1835/12) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. dick, DW 2, 1079, EWD s. u. dick, DW2 6, 908, Heidermanns 618, Duden s. u. Dicke; Son.: vgl. afries. thiukke, thiuke, F., Dicke, Länge und Breite; ae. -; an. -; got. -; nndl. dikte, Sb., Dichte; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Dichte oder Stärke oder das Maß der Ausdehnung oder Konsistenz einer Gegebenheit; BM.: ?; F.: Dicke, Dicken (!)+EW; Z.: Dick-e
$dickfellig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dickfellig, dickes Fell habend, unempfindlich, beharrlich; E.: s. dick, s. fellig; L.: DW 2, 1080, EWD s. u. Fell; GB.: seit 1769 belegte und aus dick sowie fellig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Fell mögliches dickes Fell habend oder unempfindlich oder beharrlich; F.: dickfellig, dickfellige, dickfelliges, dickfelligem, dickfelligen, dickfelliger(, dickfelligere, dickfelligeres, dickfelligerem, dickfelligeren, dickfelligerer, dickfelligst, dickfelligste, dickfelligstes, dickfelligstem, dickfelligsten, dickfelligster)+EW; Z.: dick—fel-l-ig
$Dickhäuter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dickhäuter; Q.: 1832; I.: Lüs. gr. pachydermata; E.: s. dick, s. Haut, s. er (Suff.); L.: DW 2, 1081, EWD s. u. Haut; GB.: seit 1832 belegte und nach gr. pachydermata aus dick und Haut sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches Säugetier mit dicker Haut wie beispielsweise Elefant oder Flusspferd oder Nashorn oder Tapir; F.: Dickhäuter, Dickhäuters, Dickhäutern (!)+EW; Z.: Dick—häu-t-er
$Dickicht, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Dickicht, Dichtheit; E.: s. dick, s. icht (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. dick, Kluge s. u. Dickicht, DW 2, 1081 (Dickich), EWD s. u. dick; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dick und icht gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Pflanzen mögliche Dichtheit oder Undurchdringlichkeit eines Bewuchses; F.: Dickicht, Dickichts, Dickichtes, Dickichte, Dickichten (!)+EW; Z.: Dick-ich-t
$Dickkopf, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Dickkopf, Mensch mit dickem Kopf oder schwer abänderbarem Willen; E.: s. dick, s. Kopf; L.: Kluge s. u. Dickkopf, DW 2, 1082, EWD s. u. dick; GB.: seit vor 1597 belegte und aus dick und Kopf gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen Menschen mit dickem Kopf oder schwer abänderbaren Willen; F.: Dickkopf, Dickkopfs, Dickkopfes, Dickköpfe, Dickköpfen+EW+EW?; Z.: Dick—ko-pf
$Dickung, nhd., F., (?): nhd. Dickung, dick Machen, Dickicht; E.: s. dick, s. ung; L.: Kluge s. u. Dickicht, DW 1, 1084; GB.: vielleicht seit der Neuzeit belegte und aus dick und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung größerer Pflanzen möglichen jungen dicht zusammengewachsenen Baumbestand; F.: Dickung, Dickungen (!)+EW; Z.: Dick-ung
Didaktik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Didaktik, Wissenschaft von dem Lehren; ne. didactics; Vw.: -; Hw.: s. didaktisch, Autodidakt; Q.: 1760 (Lessing); I.: Lw. lat. didactica; E.: s. lat. didactica, F., Didaktik; von gr. διδακτική τέκνη (didaktikḗ téknē), F., Didaktik; gr. διδακτικός (didaktikós), Adj., lehrtüchtig, belehrend; gr. διδακτός (didaktós), Adj., gelehrt, lehrbar, zum Lernen geeignet; vgl. gr. διδάσκειν (didáskein), V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dens- (1), Sb., V., Geisteskraft, Ratschluss, lehren, lernen, Pokorny 201 (321/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Kluge s. u. didaktisch, fehlt DW, DW2 6, 923, Duden s. u. Didaktik; Son.: vgl. nndl. didactiek, Sb., Didaktik; nschw. didaktik, Sb., Didaktik; nnorw. didaktikk, M., Didaktik; poln. dydaktyka, F., Didaktik; kymr. didacteg, F., Didaktik; GB.: seit 1760 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache allmählich ausgebildete Theorie und Praxis des Unterrichtens oder die Wissenschaft von dem Lehren; BM.: lehren; F.: Didaktik, Didaktiken+FW; Z.: Di-da-kt-ik
didaktisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. didaktisch, das Lehren betreffend; ne. didactic, didactical; Vw.: -; Hw.: s. Didaktik, Autodidakt; Q.: 1756 (Lessing); I.: Lw. gr. διδακτός (didaktós); E.: s. gr. διδακτός (didaktós), Adj., gelehrt, lehrbar, zum Lernen geeignet; vgl. gr. διδάσκειν (didáskein), V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dens- (1), Sb., V., Geisteskraft, Ratschluss, lehren, lernen, Pokorny 201 (321/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Kluge s. u. didaktisch, DW2 6, 924, Duden s. u. didaktisch; Son.: vgl. nndl. didactisch, Adj., didaktisch; frz. didactique, Adj., didaktisch; nschw. didaktisk, Adj., didaktisch; nnorw. didaktisk, Adj., didaktisch; poln. dydaktyczny, Adj., didaktisch; lit. didaktinis, Adj., didaktisch; GB.: seit 1756 belegte und aus Didakt(ik) sowie isch gebildete Bezeichnung für das Lehren betreffend oder die Vermittlung des Lehrstoffs von Menschen betreffend; BM.: lehren; F.: didaktisch, didaktische, didaktisches, didaktischem, didaktischen, didaktischer(, didaktischere, didaktischeres, didaktischerem, didaktischeren, didaktischerer, didaktischste, didaktischstes, didaktischstem, didaktischsten, didaktischster)+FW+EW; Z.: di-da-kt-isch
die, nhd., Pron, (3. Pers. Sg. F., Pl.), (9. Jh.): nhd. die; Hw.: s. der
Dieb, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dieb, Stehlender; ne. thief; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh.; E.: mhd. diup, st. M., Dieb; mnd. dêf, dief, M., Dieb; mnl. dief, M., Dieb; ahd. diob, st. M. (a), Dieb, Räuber, Wegelagerer; as. thiof, st. M. (a), Dieb; germ. *þeuba-, *þeubaz, *þiuba-, *þiubaz, st. M. (a), Dieb; s. idg. teup-?, V., sich kauern, sich hocken, sich verstecken, Pokorny 1085 (1875/52) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dieb, Kluge s. u. Dieb, EWD s. u. Dieb, DW 2, 1085, DW2 6, 925, EWAhd 2, 665, Falk/Torp 187, Duden s. u. Dieb, Bluhme s. u. Dieb; Son.: vgl. afries. thiāf, st. M. (a), Dieb; nfries. tjeaf, M., Dieb; ae. þéof (1), st. M. (a), Dieb, Räuber, Verbrecher; an. þjōfr, þjūfr (1), st. M. (a), Dieb; got. þiufs, þiubs, st. M. (a), Dieb, Räuber; nndl. dief, Sb., Dieb; nschw. tjuv, Sb., Dieb; nnorw. tyv, M., Dieb; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Besitz und Eigentum des Menschen möglichen fremdes Gut heimlich mit Zueignungsabsicht wegnehmenden Menschen; BM.: sich verstecken, sich kauern; F.: Dieb, Diebes, Diebs, Diebe, Dieben (!)+EW; Z.: Dieb
$diebisch, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. diebisch, diebartig; E.: s. Dieb, s. isch; L.: Kluge s. u. Dieb, DW 2, 1092, EWD s. u. Dieb; GB.: seit 1235 belegte und aus Dieb und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Besitz und Eigentum des Menschen mögliches diebartig; F.: diebisch, diebische, diebisches, diebischem, diebischen, diebischer(, diebischere, diebischeres, diebischerem, diebischeren, diebischerer, diebischst, diebischste, diebischstes, diebischstem, diebischsten, diebischster)+EW; Z.: dieb-isch
$Diebschlüssel, Diebsschlüssel, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Diebschlüssel, Diebsschlüssel, Nachschlüssel, rechtswidrig verwendeter Schlüssel, Dietrich; E.: s. Dieb, s. s, s. Schlüssel; L.: Kluge s. u. Dietrich, DW 2, 1097; GB.: seit 1287 belegte und aus Dieb (und s) sowie Schlüssel gebildete Bezeichnung für einen Nachschlüssel oder einen rechtswidrig verwendeten Schlüssel oder Dietrich; F.: Diebschlüssel (!), Diebschlüssels (!), Diebschlüsseln (!)+EW; Z.: Dieb—schlü-ss-el
$Diebstahl, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Diebstahl; E.: s. Dieb, s. stehl(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Diebstahl, Kluge s. u. Dieb, DW 2, 1097, EWD s. u. Dieb; GB.: (nach DRW nach Deutschenspiegel) vielleicht seit um 1275 belegte und aus Dieb und stehl(en) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Besitz und Eigentum des Menschen mögliche heimliche rechtswidrige Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mit Zueignungsabsicht; F.: Diebstahl, Diebstahls, Diebstahles, Diebstähle, Diebstählen+EW; Z.: Dieb—stah-l
Diech, nhd. (ält.-dial.), N., (8. Jh.): nhd. Diech, Oberschenkel; ne. thigh, hip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. diech, die, st. N., Oberschenkel an Menschen und Tieren, Bein, Schenkel, Keule, Lauf; mnd. dē (4), dee, dēch, N., Oberschenkel, Dickfleisch des Oberschenkels bei Menschen und Tieren, Hüftfleisch, Lende; mnl. die, F., N., Oberschenkel; ahd. dioh*, st. N. (a), Schenkel, Oberschenkel, Hüfte, Hinterbug; as. -; anfrk. thio, st. N. (a), Schenkel; germ. *þeuha-, *þeuham, st. N. (a), Oberschenkel, Hintern, Gesäß; s. idg. *teuk-, V., Sb., schwellen, Fett, Pokorny 1081; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 2, 1098, DW2 6, 940, EWAhd 2, 671, Falk/Torp 186; Son.: vgl. afries. thiāch, st. N. (a), Oberschenkel; nfries. tjea; ae. þéoh, st. N. (a), Oberschenkel, Hüfte an. þjō, st. N. (a), Oberschenkel, Arschbacke; got. *þiuh, st. N. (a), Oberschenkel, Hüfte; nndl. dij, Sb., Oberschenkel; nschw. dij, Sb., Diech, Oberschenkel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den zwischen Hüfte und Knie befindlichen Teil des Beines höherer Lebewesen; BM.: schwellen; F.: Diech (!), Dieches (!), Diechs (!), Dieche (!), Diechen (!)+EW; Z.: Die-ch
Diele, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Diele, Brett, Bohle, Flur (M.); ne. plank (N.), hallway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dil, dille, dele, til, tille, tülle, tili, sw. M., sw. F., st. F., Brett, Diele, Holzbrett, Bodenbrett, Bretterwand, Wand, Planke; mnd. dēle, F., Brett, Fußboden; mnl. dēle, F., Brett; ahd. dil, st. M. (a?, i?), Brett, Boden, Diele, Schindel ahd. dilo, sw. M. (n), Brett, Boden, Diele, Bretterwand; ahd. dilla*, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Brett, Boden, Diele, Bohle; as. thili*, st. F. (i)?, Diele, Brett, Pult; germ. *þela-, *þelam, st. N. (a), Boden, Diele; germ. *þili-, *þiliz, Sb., Brett, Diele; germ. *þeljō-, *þeljōn, *þiljō-, *þiljōn, sw. F. (n), Brett, Boden, Gestell; idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Diele, Kluge s. u. Diele, DW 2, 1099, EWD s. u. Diele, DW2 6, 946, EWAhd 2, 644, Falk/Torp 184, Duden s. u. Diele, Bluhme s. u. Diele; Son.: vgl. afries. ae. þille, st. N. (ja), Diele, Planke, Flurbelag; ae. þel, st. N. (a), Diele, Brett, Planke, Platte; an. þel (1), st. N. (a), Grund, Boden; an. þil, st. N. (ja?), Diele, Bretterwand; an. þili, N., Bretterwand, Bretterboden; an. þilja, sw. F. (n), Diele, Planke, Ruderbank; got. *þiljō, sw. F. (n), Diele, Planke, Brett; nndl. deel, Sb., Diele; nschw. tilja, Sb., Diele; nisl. þil, N., Holzwand, Wand; ai. tala-, Sb., Fläche, Ebene; ai. talima-, N., Fußboden, Estrich; arm. tʻał, Sb., Gegend, Distrik; gr. τηλία (tēlía), F., siebähnliches Brett mit hohem Rand, Würfelbrett; lat. tellūs, F., Erde, Fußboden, Erdboden; air. talam, M., F., Erde; lit. tìlis, Sb. Pl., Bodenbretter im Kahn; lit. tìltas, Sb., Brücke; lett. tilts, Sb., Brücke; ksl. tъlo, N., Boden; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vom Menschen verwendetes langes schmales Fußbodenbrett und einen damit ausgestatteten geräumigen Vorraum einer Wohnung; BM.: ?; F.: Diele, Dielen (!)+EW; Z.: Diel-e
$dielen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. dielen, mit Dielen belegen (V.); Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. Diel(e), s. en; L.: EWD s. u. Diele, DW 2, 1102, DW2 6, 945; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Diel(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Dielen durch Menschen mögliches (mit Dielen) belegen (V.); F.: dielen (!), diele (!), dielst, dielt, dielest, dielet, dielte, dieltest, dielten, dieltet, gedielt, ##gedielt, gedielte, gedieltes, gedieltem, gedielten, gedielter##, dielend, ###dielend, dielende, dielendes, dielendem, dielenden, dielender###, diel (!)+EW; Z.: diel-en
Dieme, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Dieme, Diemen, Strohhaufe, Strohhaufen; ne. heap (N.) of straw; Vw.: -; Hw.: s. Diemen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. dīme, dimen, M., geschichteter Haufen Korn, Haufen Heu; vgl. dies einerseits abstammend von as. aranfimba, F., Erntefeimen, Kornhaufe, Kornhaufen; vgl. as. *aran?, st. M. (a?) (i?), Ernte; germ. *arjan, V., pflügen, ackern; idg. *arə-, *ar-, h₂arh₃-, V., pflügen, Pokorny 62 (101/101) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); as. fimba?, sw. F. (n), Feimen, Stapel, Haufe, Haufen; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu ahd. witufīna, Scheiterhaufen, Holzhaufen; vgl. ahd. witu, st. M. (u), st. N. (u), Holz; germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177 (2025/101) (RB. idg. aus kelt., germ.); vgl. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *fīnō, st. F. (ō), Stoß, Haufe, Haufen; idg. *pin-, Sb., Holzstück, Pokorny 830 (1431/73) (RB. idg. aus ind., gr., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Dieme, DW 2, 1103 Diemen Pl., DW2 6, 947, Duden s. u. Dieme; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit von Menschen in dem Freien aufgeschichteten größeren Haufen Stroh; BM.: ?; F.: Dieme (!), Diemen (!)+EW; Z.: Diem-e
Diemen, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Diemen, Dieme, Strohhaufe, Strohhaufen; ne. heap (N.) of straw; Vw.: -; Hw.: s. Dieme; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. dīme, dimen, M., geschichteter Haufen Korn, Haufen Heu; vgl. dies einerseits abstammend von as. aranfimba, F., Erntefeimen, Kornhaufe, Kornhaufen; vgl. as. *aran?, st. M. (a?) (i?), Ernte; germ. *arjan, V., pflügen, ackern; idg. *arə-, *ar-, h₂arh₃-, V., pflügen, Pokorny 62 (101/101) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); as. fimba?, sw. F. (n), Feimen, Stapel, Haufe, Haufen; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu ahd. witufīna, Scheiterhaufen, Holzhaufen; vgl. ahd. witu, st. M. (u), st. N. (u), Holz; germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177 (2025/101) (RB. idg. aus kelt., germ.); vgl. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *fīnō, st. F. (ō), Stoß, Haufe, Haufen; idg. *pin-, Sb., Holzstück, Pokorny 830 (1431/73) (RB. idg. aus ind., gr., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Dieme, DW 2,1103 Diemen Pl., DW2 6, 947, Duden s. u. Dieme; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit von Menschen in dem Freien aufgeschichteten größeren Haufen Stroh; BM.: ?; F.: Diemen (!), Diemens (!)+EW; Z.: Diem-en
dienen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dienen, in untergeordneter Stellung für jemanden arbeiten, von Nutzen sein (V.); ne. serve (V.); Vw.: -; Hw.: s. Demut, Dienst; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dienen, sw. V., dienen, Dienst leisten, gottesdienstlich betreuen, entrichten, Abgaben entrichten, persönlich Dienst leisten, im Dienst stehen; mnd. dēnen, sw. V., dienen; mnl. dienen, sw. V., dienen; ahd. dionōn*, sw. V. (2), dienen, aufwarten, demütigen, erniedrigen; as. thionon, sw. V. (2), dienen; anfrk. thienon, sw. V. (2), dienen; germ. *þewanōn, sw. V., dienen; vgl. idg. *tekᵘ̯-, V., laufen, fließen, Pokorny 1059 (1840/17) (RB. idg. aus ind., iran., alb., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. dienen, Kluge s. u. dienen, EWD s. u. dienen, DW 2, 1103, DW2 6, 947, EWAhd 2, 675, Falk/Torp 177, Duden s. u. dienen, Bluhme s. u. dienen; Son.: vgl. afries. thiānia, sw. V. (2), dienen, Unterhalt gewähren; nnordfries. tiene, V., dienen; ae. þéowian, sw. V. (2), dienen, verknechten; an. þēna, sw. V. (2), dienen; got. -; nndl. dienen, V., dienen; nschw. tjäna, V., dienen; nnorw. tjene, V., dienen; ? lit. tekéti, V., laufen, fließen, rinnen; ? russ. течь (teč), V., fließen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Arbeitsteilung mögliches in abhängiger Stellung gegen Lohn bestimmte Pflichten erfüllen oder von Nutzen sein (V.); BM.: laufen; F.: dienen, diene, dienst (!), dient, dienest, dienet, diente, dientest, dienten, dientet, gedient, ##gedient, gediente, gedientes, gedientem, gedienten, gedienter##, dienend, ###dienend, dienende, dienendes, dienendem, dienenden, dienender###, diene (!)+EW; Z.: die-n-en
$Diener, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Diener, Dienender; Vw.: s. Götzen-, Kammer-; E.: s. dien(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Diener, DW 2, 1109, EWD s. u. dienen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dien(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Arbeitsteilung möglichen in abhängiger Stellung gegen Lohn bestimmte Pflichten erfüllenden Menschen; F.: Diener, Dieners, Dienern (!)+EW; Z.: Die-n-er
$dienern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. dienern, Diener machen, verbeugen; L.: fehlt DW, EWD s. u. dienen; GB.: seit 1896 belegte und aus Diener und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Diener machen oder verbeugen; F.: dienern (!), dienere, diener (!), dienerst, dienert, dienerte, dienertest, dienerten, dienertet, gedienert, ##gedienert, gedienerte, gedienertes, gedienertem, gedienerten, gedienerter##, dienernd, ###dienernd, dienerndes, dienerndem, dienernden, dienernder###, diener (!)+EW; Z.: die-n-er-n
$dienlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. dienlich, dienstbar, nützlich; E.: s. dien(en), s. lich; L.: Kluge s. u. dienen, EWD s. u. dienen; GB.: seit 1235-1240 belegte und aus dien(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dienstbar oder dienstbereit oder nützlich; F.: dienlich, dienliche, dienliches, dienlichem, dienlichen, dienlicher(, dienlichere, dienlicheres, dienlicherem, dienlicheren, dienlicherer, dienlichst, dienlichste, dienlichstes, dienlichstem, dienlichsten, dienlichster)+EW; Z.: die-n-lich
Dienst, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dienst, Arbeitsverhältnis, Verehrung; ne. service, ministry, submissiveness, serfdom; Vw.: -; Hw.: s. Demut, dienen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dienest, dienst, st. M., Verehrung, Aufwartung, Ergebenheit, Dienstwilligkeit, Lehnsdienst; mnd. dēnst, M., N., Dienst, Gottesdienst, Gefälligkeit; mnl. dienst, M., Dienst; ahd. dionōst*, st. M. (a), st. N. (a), Dienst, Bedienung, Dienstverrichtung, Dienstleistung, Untertänigkeit, Knechtschaft, Amtsausübung; as. thionost, st. N. (a), Dienst; anfrk. -; germ. *þewanōsta-, *þewanōstaz, st. M. (a), Dienst; vgl. idg. *tekᵘ-, V., laufen, fließen, Pokorny 1059 (1840/17) (RB. idg. aus ind., iran., alb., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dienst, EWD s. u. dienen, DW 2, 1115, DW2 6, 974, EWAhd 2, 679, Falk/Torp 177, Duden s. u. Dienst; Son.: vgl. afries. thiānost, thiānest, st. M. (a), Dienst, Knecht; nfries. tjienst; ae. þéonest, F., Dienst; an. þjōnasta, þjōnusta, sw. F. (n), Dienst; an. þēnasta, sw. F. (n), Dienst (aus dem Mittelniederdeutschen); nndl. dienst, Sb., Dienst; nschw. tjänst, Sb., Dienst; nnorw. tjeneste, M., Dienst; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche von Menschen gegenüber Mitmenschen erfüllte Pflichten; BM.: laufen; F.: Dienst, Dienstes, Diensts, Dienste, Diensten (!)+EW; Z.: Die-n-st
Dienstag, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ziustag, Dienstag, zweiter Tag der Woche zwischen Montag und Mittwoch; ne. Tuesday; Vw.: -; Hw.: s. dienen, Dienst; Q.: 1240-1250 (Lanzelot Karrenritter Episode); I.: Lüs. Martis dies; E.: mhd. dienestac*, dienstac, dinstac, st. M., Dienstag; mnd. dingesdach, M., Dienstag; mnl. dinxdach, dinxendach, M., Dienstag; ahd. *ziostag?, st. M. (a), Dienstag; germ. *tīwa-, *tīwaz, *teiwa-, *teiwaz, st. M. (a), Ziu, Kriegsgott, t-Rune, Gott, Himmlischer; idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. tag, st. M., Tag, Tageszeit; ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dienstag, Kluge s. u. Dienstag, DW 2, 1120, EWD s. u. Dienstag, DW2 6, 991, Falk/Torp 162, Duden s. u. Dienstag, Bluhme s. u. Dienstag; Son.: s. oberd. Ziestag, M., Dienstag; vgl. afries. tīesdei, tīesdî, st. M. (a), Dienstag; ae. Tīwesdæg, st. M. (a), Dienstag; an. tȳsdagr, st. M. (a), Dienstag; nndl. dinstag, Sb., Dienstag; nschw. tisdag, Sb., Dienstag; nnorw. tirsdag, M., Dienstag; GB.: seit 1240-1250 belegte und nach lateinischem Vorbild von dies Martis aus Ziu oder germ. *tīwa- und Tag gebildete sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für den zweiten Tag der von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Zeiteinheit Woche zwischen Montag und Mittwoch; BM.: Lüs. von lat. diēs Martis; F.: Dienstag, Dienstags (!), Dienstages, Dienstage, Dienstagen+EW; Z.: Die-n-st—t-ag
$dienstlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. dienstlich, Dienst betreffend; Vw.: s. ver-; Q.: um 1200 (Nibelungelied); E.: s. Dienst, s. lich; L.: DW 2, 1127, DW2 6, 1011; GB.: seit um 1200 belegte und aus Dienst und lich gebildete Bezeichnung für einen Dienst betreffend; F.: dienstlich, dienstliche, dienstliches, dienstlichem, dienstlichen, dienstlicher+EW; Z.: die-n-st—lich
$Dienstmann, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dienstmann.: E.: s. Dienst, s. Mann; L.: DW 2, 1130, EWD s. u. dienen; GB.: seit um 800 belegte und aus Dienst und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Arbeitsteilung möglichen für einen anderen Menschen Dienste leistenden Menschen oder Helfer oder Diener oder Lehnsmann; F.: Dienstmann, Dienstmanns, Dienstmannes, Dienstmänner, Dienstmännern (!)+EW; Z.: Die-n-st—man-n
Diesel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Diesel, Dieselkraftstoff, Dieselmotor; ne. diesel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1939; E.: von dem PN Diesel; L.: fehlt DW, DW2 6, 1022, Duden s. u. Diesel; Son.: vgl. nndl. diesel, Sb., Diesel; frz. diesel, M., Diesel; nschw. diesel, Sb., Diesel; nnorw. diesel, M., Diesel; poln. diesel, M., Diesel; kymr. diesel, M., Diesel; nir. diósal, M.?, Diesel; lit. dyzelinas, M., Diesel; GB.: seit 1939 belegte und aus einem PN gebildete Bezeichnung für ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen und ein damit betriebenes Kraftfahrzeug; BM.: nach dem Ingenieur Rudolf Diesel (1858-1913); F.: Diesel, Diesels, Dieseln+FW; Z.: Diesel
$Dieselkraftstoff, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dieselkraftstoff, Diesel; ne. diesel fuel; Vw.: -; Hw.: s. Diesel; Q.: 20. Jh.; E.: s. Diesel, Kraft, Stoff; L.: fehlt DW, Duden s. u. Dieselkraftstoff; GB.: vielleicht seit 1897 belegte Bezeichnung für den Kraftstoff des nach der Patentierung des ersten Kraftfahrzeugmotors mit Kompressionszündung (1892) von Rudolf Diesel 1897 erbauten Dieselmotor; F.: Dieselkraftstoff, Dieselkraftstoffs, Dieselkraftstoffe, Dieselkraftstoffen+FW+EW
$Dieselmotor, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dieselmotor, Diesel; ne. diesel engine; Vw.: s. -; Hw.: s. Diesel; E.: s. Diesel, Motor; L.: fehlt DW, Duden s. u. Dieselmotor; GB.: vielleicht seit 1897 belegte Bezeichnung für den nach der Patentierung des ersten Kraftfahrzeugmotors mit Kompressionszündung (1892) von Rudolf Diesel 1897 erbauten Dieselmotor; F.: Dieselmotor, Dieselmotors, Dieselmotoren+FW
dieser, diese, dies, dieses, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. dieser, der; ne. this; Vw.: -; Hw.: s. der; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dise, diser, Dem.-Pron., dieser, der folgende, jener, der andere; mnd. desse, dese, Dem.-Pron., dieser; mnl. dese, Pron., dieser; ahd. dese, desēr, disēr, desiu (F.), diz (N.), dirro*, Dem.-Pron., dieser, der; as. these* (M.), thius (F.), thit (N.), Dem.-Pron., dieser, diese, dieses; germ. *þa, *þer-, Pron., der, dieser; germ. *þat, Pron., das; germ. *þe, Pron., der, dieser; germ. *þia, Pron., die, diese; idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. germ. *sa, Pron., der, dieser; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. dieser, Kluge s. u. dieser, DW 2, 1134, EWD s. u. dieser, DW2 6, 1024, EWAhd 2, 608, Duden s. u. dieser, Bluhme s. u. dies; Son.: vgl. afries. this, Pron., dieser; ae. þes, þéos, þis, Pron., dieser, diese, dieses; ae. sē̆, Pron., er, der, welcher; an. sā (2), Pron., der, dieser, irgendein; got. sa, Dem.-Pron., der, dieser; nndl. deze, Pron., dieser; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Pronomen) für einen Hinweis auf eine nahe Gegebenheit; BM.: ?; F.: dieser, diese, dieses, diesen, diesem+EW; Z.: di-se-r
diesig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diesig, dunstig, nebelig, trübe; ne. hazy, misty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794 (Wörterbuch); E.: aus der nd. Seemannssprache, s. nnd. disig, Adj., diesig; nnd. dis, Sb., Dunst; nordfries. dīs, Sb., Dunst; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von germ. *þemstra-, *þemstraz, *þenstra-, *þenstraz, *þemsa-, *þemsaz, Adj., finster, dunkel; vgl. idg. *temə-, *tem-, Adj., dunkel, finster, Pokorny 1063 (1849/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. diesig, fehlt DW, EWD s. u. diesig, DW2 6, 1036, Duden s. u. diesig, Bluhme s. u. diesig; Son.: vgl. nndl. (dial.) dijzig, Adj., diesig; nschw. disig, Adj., diesig; GB.: aus der nd. Seemannssprache aufgenommene und seit der 1794 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dunstig oder nebelig oder trübe; BM.: dunkel?; F.: diesig, diesige, diesiges, diesigem, diesigen, diesiger(, diesigere, diesigeres, diesigerem, diesigeren, diesigerer, diesigste, diesigstes, diesigstem, diesigsten, diesigster)+EW; Z.: dies-ig
$diesseits, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. diesseits, auf dieser Seite; E.: s. dies(e), s. Seit(e), s. s; L.: DW 2, 1144, EWD s. u. Seite; GB.: seit 1349 belegte und aus dies(e) und Seit(e) sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf dieser Seite in Gegensatz zu jenseits; F.: dieseits+EW; Z.: die-s—sei-t-s
Dietrich, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dietrich, Nachschlüssel; ne. picklock, false key, skeleton key; Q.: 1400; E.: s. mhd. dieterich, st. M., Dietrich, Star (M.) (1), Nachschlüssel; mnd. dīderik, M., Dietrich; von dem PN Dietrich, der Reiche in dem Volke; vgl. germ. *þeudō, st. F. (ō), Volk, Stamm; idg. *teutā, F., Volk, Land, Pokorny 1084; s. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); germ. *reiki-, *reikiz, Adj., mächtig, reich; s. germ. *rīkja-, *rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dietrich, Kluge s. u. Dietrich, EWD s. u. Dietrich, DW2 6, 1042, Duden s. u. Dietrich; Son.: vgl. nschw. dyrk, Sb., Dietrich; nnorw. dirk, dirik, M., Dietrich; GB.: seit 1400 belegte und von einem PN übernommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes hakenähnlich gebogenes Werkzeug mit dem sich wie mit einem Schlüssel einfache Schlösser öffnen lassen (Nachschlüssel); BM.: scherzhafte Benennung mit einem Männernamen; F.: Dietrich, Dietrichs, Dietriche, Dietrichen+EW; Z.: Die-t-rich
$dieweil, nhd., Konj., (15. Jh.): nhd. dieweil, bis zu diesem Zeitpunkt; E.: s. die, s. Weil(e); L.: DW 2, 1146, EWD s. u. weil; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus die und Weil(e) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches bis zu diesem Zeitpunkt; F.: dieweil+EW; Z.: die—wei-l
diffamieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. diffamieren, verunglimpfen, besonders übel verleumden; ne. defame, vilify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1530; I.: Lw. frz. diffamer; E.: s. frz. diffamer, V., diffamieren; lat. diffāmāre, V., unter die Leute bringen, ruchbar machen, verunglimpfen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fāma, F., Gerede, Gerücht, Rede, Ruf, Sage, öffentliches Reden (N.); idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. diffamieren, fehlt DW, EWD s. u. diffamieren, DW2 6, 1047, Duden s. u. diffamieren; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches besonders übel verleumden; BM.: zwei, sprechen; F.: diffamieren, diffamiere, diffamierst, diffamiert, diffamierest, diffamieret, diffamierte, diffamiertest, diffamierten, diffamiertet, ##diffamiert, diffamierte, diffamiertes, diffamiertem, diffamierten, diffamierter##, diffamierend, ###diffamierend, diffamierende, diffamierendes, diffamierendem, diffamierenden, diffamierender###, diffamier (!)+FW; Z.: di-f-fa-m-ier-en
different, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. different, abweichend, ungleich; ne. different; Vw.: s. in-; Hw.: s. Differenz; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. differēns; E.: s. lat. differēns, (Part. Präs.=)Adj., ausbreitend, verbreitend, unterschiedlich; lat. differe, V., auseinander tragen, nach verschiedenen Seiten tragen, ausbreiten, verbreiten; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. different; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches abweichend oder ungleich; BM.: auseinander tragen; F.: different, differente, differentes, differentem, differenten, differenter(, differentere, differenteres, differenterem, differenteren, differenterer, differentest, differenteste, differentestes, differentestem, differentesten, differentester)+FW; Z.: di-f-fer-ent
$Differential, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Differential; E.: s. nlat. differentiāl(is); L.: fehlt DW, EWD s. u. Differenz; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Unterschiede Berechnendes und möglicherweise Ausgleichendes; F.: Differential, Differentials, Differentiales, Differentiale, Differentialen+FW; Z.: Di-f-fer-ent-i-al
$Differentialrechnung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Differentialrechnung; E.: s. Differential, s. Rechnung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Differenz; GB.: seit 1716 belegte und aus Differential und Rechnung gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Rechnung mit der Differentialität deren Grundbaustein die Ableitung einer Funktion ist; F.: Differentialrechnung, Differentialrechnungen+FW+EW; Z.: Di-f-fer-ent-i-al—rech-n-ung
Differenz, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Differenz, Unterschied; ne. difference; Vw.: -; Hw.: s. differieren, different, indifferent; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. differenz, F., Differenz, Unterschied; lat. differentia, F., Unterschied, Verschiedenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. differre, V., auseinander tragen, nach verschiedenen Seiten tragen, ausbreiten, verbreiten; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Differenz, EWD s. u. Differenz, DW2 6, 1050, Duden s. u. Differenz; Son.: vgl. frz. differénce, F., Differenz; nschw. differens, Sb., Differenz; nnorw. differanse, M., Differenz; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Unterschied zwischen zwei bestimmten einzelnen Werten; BM.: auseinander tragen; F.: Differenz, Differenzen+FW; Z.: Di-f-fer-enz
differieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. differieren, verschieden sein (V.), sich unterscheiden; ne. differ, dissent (V.); Vw.: -; Hw.: s. Differenz, indifferent; Q.: 1627 (Kepler); I.: Lw. lat. differre; E.: s. lat. differre (1), V., auseinander tragen, nach verschiedenen Seiten tragen, ausbreiten, verbreiten, zerstreuen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Differenz, fehlt DW, EWD s. u. Differenz, DW2 6, 1053, Duden s. u. differieren; Son.: vgl. nnorw. differere, V., differieren; GB.: seit 1627 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschieden sein (V.) oder sich unterscheiden; BM.: auseinander tragen; F.: differieren, differiere, differierst, differiert, differierest, differieret, differierte, differiertest, differierten, differiertet, ##differiert, differierte, differiertes, differiertem, differierten, differierter##, differierend, ###differierend, differierende, differierendes, differierendem, differierenden, differierender###, differier (!)+FW+EW; Z.: di-f-fer-ier-en
diffizil, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diffizil, schwierig, schwer, heikel; ne. difficult; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1705; I.: Lw. lat. difficile; E.: s. frz. difficile, Adj., schwer, schwierig; lat. difficilis, Adj., schwer, mit Schwierigkeiten verbunden, beschwerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dus-, Adj., Präf., übel..., miss..., Pokorny 227 (350/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facilis, Adj., leicht, tunlich, mühelos, zugänglich, leicht empfänglich; vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diffizil, fehlt DW, EWD s. u. diffizil, DW2 6, 1056, Duden s. u. diffizil; GB.: seit 1705 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schwierig oder schwer oder heikel; BM.: schwer, übel, tun; F.: diffizil, diffizile, diffiziles, diffizilem, diffizilen, diffiziler(, diffizilere, diffizileres, diffizilerem, diffizileren, diffizilerer, diffizilste, diffizilstes, diffizilstem, diffizilsten, diffizilster)+FW; Z.: di-f-fi-z-il
diffus, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. diffus, zerstreut, unklar, verschwommen; ne. diffuse, diffused, foggy, cloudy; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. diffūsus; E.: s. lat. diffūsus, Adj., ausgebreitet, sich weit erstreckend, ausgedehnt, weit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. diffundere, V., gießend verbreiten, ausgießen, vergießen, ausströmen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. diffus, fehlt DW, EWD s. u. diffus, DW2 6, 1058, Duden s. u. diffus; Son.: vgl. nndl. diffuus, Adj., diffus; frz. diffus, Adj., diffus; nschw. diffus, Adj., diffus; nnorw. diffus, Adj., diffus; GB.: seit 1811 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches infolge Fließens zerstreut oder unklar oder verschwommen; BM.: zerstreut; F.: diffus, diffuse, diffuses, diffusem, diffusen, diffuser(, diffusere, diffuseres, diffuserem, diffuseren, diffuserer, diffuseste, diffusestes, diffusestem, diffusesten, diffusester)+FW; Z.: di-f-fu-s
Digestif, Digestiv, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Digestif, Digestiv, alkoholhaltiges Verdauungsmittel; ne. digestif; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. digestif; E.: s. frz. digestif, M., Digestif, Verdauungsschnaps; mlat. dīgestīvum, N., Verdauungsmittel, Verdauungshilfe, (12. Jh.); vgl. mlat. dīgestīvus, Adj., organisierend, ordnend, verdauend, Verdauungs...; lat. dīgerere, V., auseinander tragen, zerteilen, verteilen, auseinanderreißen, (234-149 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW2 6, 1061 (Digestiv), Duden s. u. Digestif; Son.: s. mnd. dīgestīf, N., Digestiv, Verdauungsmittel, Mittel zu einer Verdauungsförderung; vgl. nndl. digestief, Sb., Diegestif; nschw. digestif, Sb., Digestif; nnorw. digestif, M., Digestif; poln. digestivo, M.?, Digestif; GB.: seit 1512 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein alkoholisches Getränk das nach dem Essen zwecks Anregung der Verdauung getrunken wird; BM.: zerteilen; F.: Digestif, Digestifs, Digestiv, Digestivs+FW; Z.: Di-ge-st-iv
digital, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. digital, in Ziffern darstellbar, durch den Finger erfolgend; ne. digital; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1952; I.: Lw. ne. digital; E.: s. ne. digital, Adj., Ziffern, betreffend; vgl. ne. digit, N., Ziffer; lat. digitus, M., Finger, Zehe, (um 235-200 v. Chr.); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. digital, DW2 6, 1062, Duden s. u. digital; Son.: vgl. nndl. digitaal, Adj., digital; frz. digital, Adj., digital; nschw. digital, Adj., digital; nnorw. digital, Adj., digital; kymr. digidol, Adj., digital; GB.: seit 1952 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Hilfe der Elektronik und der binären Bearbeitungsweise erfolgende Rechenvorgänge; BM.: zeigen mit Finger zu dem Zählen; F.: digital, digitale, digitales, digitalem, digitalen, digitaler+FW(+EW?); Z.: di-g-it-al
Digitalis, nhd., F., N., (19. Jh.): nhd. Digitalis, Fingerhut (eine Pflanze); ne. digitalis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1876 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. digitālis; E.: s. lat. digitālis, Adj., fingerdick, stark, zum Finger gehörig, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. digitus, M., Finger, Zehe, (um 235-200 v. Chr.); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW2 6, 1062, Duden s. u. Digitalis; Son.: vgl. frz. digitaline, F., Digitalis; nschw. digitalis, Sb., Digitalis; nir. digiteálas, M., Digitalis; GB.: seit 1876 belegte und wegen der Ähnlichkeit der Form mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus der Familie der Wegerichgewächse stammende krautige Pflanze mit traubigem Blütenstand oder das aus dieser Pflanze hergestellte für Herzkrankheiten verwendete Medikament; BM.: fingerförmige Blüten; F.: Digitalis+FW; Z.: Di-g-it-al-is
Diglossie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diglossie, Zweisprachigkeit; ne. diglossia; Vw.: -; Hw.: s. Glosse; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ngr. διγλωσσια (diglōssia); E.: s. ngr. διγλωσσια (diglōssia), F., Diglossie; vgl. gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge; idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. Diglossie, Duden s. u. Diglossie; Son.: vgl. nndl. diglossie, Sb., Diglossie; frz. diglossie, F., Diglossie; nschw. diglossi, Sb., Diglossie; nnorw. diglossie, M., Diglossie; poln. dyglosja, F., Diglossie; lit. diglosija, F., Diglossie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neugriechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen situationsabhängigen Gebrauch verschiedener Sprachen bzw. das Vorkommen von zwei Sprachen in einem bestimmten Gebiet; BM.: zwei, Zunge, entstanden aus dem Nebeneinander einer altertümlichen Traditionssprache und einer moderneren Volkssprache in Griechenland; F.: Diglossie, Diglossien+FW(+EW); Z.: Di-gloss-ie
…dikat, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.?): nhd. …dikat; ne. …dicate; Vw.: s. Prä-, Syn-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. …dicātum, Suff., …dikat; lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. …dicaat, Suff., …dikat; nschw. …dikat, Suff., …dikat; nnorw. …dikat, Suff., …dikat; poln. …dikat, Suff., …dikat; kymr. …dicet, vnir. …dacáit, Suff., …dikat; lit. …dikatas, Suff., …dikat; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: zeigen bzw. glänzen; F.: …dikat, …dikats, …dikates, …dikaten+FW(+EW); Z.: -di-k-at
Diktat, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.?): nhd. Diktat, Ansage, Angesagtes; ne. dictate (N.), dictation; Vw.: -; Hw.: s. diktieren, Diktatur, Diktator, diktatorisch; Q.: 1600; I.: Lw. lat. dictātum; E.: s. lat. dictātum, N., Lehrsatz, Regel, Vorschrift, Diktat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen; lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. diktieren, fehlt DW, EWD s. u. diktieren, DW2 6, 1065, Duden s. u. Diktat; Son.: vgl. nndl. dictee, Sb., Diktat; frz. dictée, F., Diktat; nschw. diktamen, Sb., Diktat; nnorw. diktat, M., Diktat; poln. dyktando, Sb., Diktat; lit. diktantas, M., Diktat; GB.: vielleicht seit 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches zu einem Niederschreiben Angesagtes; BM.: sagen; F.: Diktat, Diktates, Diktats, Diktate, Diktaten+FW; Z.: Di-k-t-at
Diktator, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Diktator, Machthaber, Gewaltherrscher; ne. dictator; Vw.: -; Hw.: s. Diktatur, diktatorisch, diktieren, Diktat; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. dictātor; E.: s. lat. dictātor, M., Befehlshaber, Diktator, oberste Obrigkeit, Oberbefehlshaber, Alleinherrscher, Herrscher, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen; lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diktatur, fehlt DW, EWD s. u. diktieren, DW2 6, 1065, Duden s. u. Diktator; Son.: vgl. nndl. dictator, Sb., Diktator; frz. dictateur, M., Diktator; nschw. diktator, Sb., Diktator; nnorw. diktator, M., Diktator; poln. dyktator, M., Diktator; nir. deachtóir, M., Diktator; lit. diktatorius, M., Diktator; GB.: seit um 1490 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen unumschränkten Machthaber oder Gewaltherrscher; BM.: sagen; F.: Diktator, Diktators, Diktatoren+FW; Z.: Di-k-t-at-or
diktatorisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. diktatorisch, willkürlich, herrisch; ne. dictatorial; Vw.: -; Hw.: s. Diktatur, Diktator, diktieren, Diktat; I.: Lw. lat. dictātōrius; E.: s. lat. dictātōrius, Adj., zum Diktator gehörig, diktatorisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen; lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dikatur, EWD s. u. diktieren, DW2 6, 1066, Duden s. u. diktatorisch; Son.: vgl. nschw. diktatorisk, Adj., diktatorisch; frz. dictatorial, Adj., diktatorisch; nnorw. diktatorisk, Adj., diktatorisch; poln. dyktatorski, Adj., diktatorisch; lit. diktatoriškas, Adj., diktatorisch; GB.: seit 1657 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches willkürlich oder herrisch; BM.: sagen; F.: diktatorisch, diktatorische, diktatorisches, diktatorischem, diktatorischen, diktatorischer(, diktatorischere, diktatorischeres, diktatorischerem, diktatorischeren, diktatorischerer, diktatorischst, diktatorischste, diktatorischstes, diktatorischstem, diktatorischsten, diktatorischster)+FW+EW; Z.: di-k-t-at-or-isch
Diktatur, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Diktatur, Gewaltherrschaft; ne. dictatorship; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. dictātūra; E.: lat. dictātūra, F., Diktatur, Amt des Diktators, Geschäft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen; lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diktatur, fehlt DW, EWD s. u. diktieren, DW2 6, 1066, Duden s. u. Diktatur; Son.: vgl. nndl. dictatuur, Sb., Diktatur; frz. dictature, F., Diktatur; nschw. diktatur, Sb., Diktatur; nnorw. diktatur, N., Diktatur; poln. dyktatura, F., Diktatur; nir. deachtóireacht, F., Diktatur; lit. diktatūra, F., Diktatur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche unumschränkte Herrschaft eines Einzelnen und seit der Neuzeit andere gesellschaftliche Kräfte mit Gewalt unterdrückende Ausübung der Herrschaft durch einen bestimmten Menschen oder eine gesellschaftliche Gruppierung; BM.: zeigen bzw. sagen; F.: Diktatur, Diktaturen+FW+EW; Z.: Di-k-t-at-ur
diktieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. diktieren, vorsprechen, vorgeben; ne. dictate; Vw.: -; Hw.: s. Diktion; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. dictāre; E.: mhd. dictieren, sw. V., diktieren; s. lat. dictāre, V., wiederholt sagen, vorsagen; lat. dīcere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. diktieren, fehlt DW, EWD s. u. diktieren, DW2 6, 1067, Duden s. u. diktieren; Son.: vgl. dicteren, V., diktieren; frz. dicter, V., diktieren; nschw. diktera, V., diktieren; nnorw. diktere, V., diktieren; poln. dyktować, V., diktieren; lit. diktuoti, V., diktieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches einen Text zu einer wörtlichen Niederschrift vorsprechen oder ansagen; BM.: sagen; F.: diktieren, diktiere, diktierst, diktiert, diktierest, diktieret, diktierte, diktiertest, diktierten, diktiertet, ##diktiert, diktierte, diktiertes, diktiertem, diktierten, diktierter##, diktierend, ###diktierend, diktierende, diktierendes, diktierendem, diktierenden, diktierender###, diktier (!)+FW; Z.: di-k-t-ier-en
Diktion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Diktion, Stil, Ausdrucksweise, Sprechweise; ne. diction, elocution; Vw.: Juris-; Hw.: s. diktieren; Q.: 1489; I.: Lw. lat. dictio; E.: s. lat. dictio, F., Sagen, Aussprechen, Sprechen, Reden (N.), (190-159 v. Chr.); vgl. lat. dīcere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Diktion, DW2 6, 1069, Duden s. u. Diktion; Son.: vgl. frz. diction, F., Diktion; nnorw. diksjon, M., Diktion; lit. dikcija, F., Diktion; GB.: seit 1489 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche Ausdrucksweise oder Sprechweise; BM.: sagen; F.: Diktion, Diktionen (!)+FW+EW; Z.: Di-k-t-io-n
...diktisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. ...diktisch; ne. ...dictic; Vw.: s. apo-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr.-lat. dicticos, gr. δεικτικός (deiktikós); E.: s. gr.-lat. dicticos, Adj., zum Zeigen geeignet, Zeige..., zum Hinweisen dienend, hinweisend, zeigend, (4. Jh. n. Chr.?); gr. δεικτικός (deiktikós), Adj., zu zeigen geschickt, zeigbar; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. ...dictisch, Suff., ...diktisch; frz. ...dictique, Suff., ...diktisch; nnorw. ...diktisk, Suff., ...diktisch; poln. ...dyktyczny, Suff., ...diktisch; L.: fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen oder Grundwort verwendete Bezeichnung um auf etwas hinzuweisen; BM.: zeigen; F.: ...diktisch, ...diktische, ...diktisches, ...diktischem, ...diktischen, ...diktischer+FW+EW; Z.: -di-k-t-isch
dilatorisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dilatorisch, aufschiebend, verzögernd; ne. dilatory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1532; I.: Lw. lat. dīlātōrius; E.: s. lat. dīlātōrius, Adj., aufschiebend, verzögernd, (140-180 n. Chr.); vgl. lat. differre, V., auseinander tragen, nach verschiedenen Seiten tragen, ausbreiten, verbreiten; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, DW2 6, 1071, Duden s. u. dilatorisch; Son.: vgl. frz. dilatoire, Adj., dilatorisch; poln. dylatoryjny, Adj., dilatorisch; GB.: seit 1532 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufschiebend oder verzögernd; BM.: auseinander tragen; F.: dilatorisch, dilatorische, dilatorisches, dilatorischem, dilatorischen, dilatorischer+FW+EW; Z.: di-la-t-or-isch
Dilemma, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Dilemma, Zwangslage; ne. dilemma, predicament; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1592; I.: Lw. lat. dilēmma; E.: s. lat. dilēmma, F., Doppelsatz, (70-19 v. Chr.); gr. δίλημμα (dílēmma), F., Doppelsatz?; vgl. gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); vgl. gr. λῆμμα (lēmma), F., Einnahme, Annahme; gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Dilemma, fehlt DW, EWD s. u. Dilemma, DW2 6, 1071, Kluge s. u. Dilemma; Son.: vgl. nndl. dilemma, Sb., Dilemma; frz. dilemma, M., Dilemma; nschw. dilemma, Sb., Dilemma; nnorw. dilemma, N., Dilemma; poln. dylemat, M., Dilemma; lit. dilema, F., Dilemma; GB.: seit 1592 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Zwangslage einer notwendigen Wahl zwischen zwei schwierigen Möglichkeiten; BM.: zwei Annahmen; F.: Dilemma, Dilemmas, Dilemmata+FW; Z.: Di-lemm-a
Dilettant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Dilettant, Laie, Stümper; ne. dilettante; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1762; I.: Lw. it. dilettante; E.: s. it. dilettante, M., Kunstliebhaber; vgl. it. dilettare, V., erfreuen, amüsieren; lat. dēlectāre, V., an sich ziehen, festhalten, fesseln, zurückhalten, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. dēlicere, V., sich locken, ergötzen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dilettant, fehlt DW, EWD s. u. Dilettant, DW2 6, 1072, Duden s. u. Dilettant; Son.: vgl. nndl. dilettant, M., Dilettant; frz. dilettant, M., Dilettant; nschw. dilettant, Sb., Dilettant; nnorw. diletant, M., Dilettant; poln. dyletant, M., Dilettant; nir. dileatant, M., Dilettant; lit. diletantas, M., Dilettant; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus bloßer Liebhaberei tätigen Nichtfachmann oder Laien oder Stümper; BM.: weglocken bzw. erfreuen; F.: Dilettant, Dilettanten+FW(+EW?); Z.: Di-let-t-ant
$dilettantisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dilettantisch, laienhaft, nichtfachmännisch; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Dilettant, s. isch; L.: EWD s. u. Dilettant; GB.: seit 1799 belegte und aus Dilettant und isch gebildete Bezeichnung für laienhaft oder nichtfachmännisch; F.: dilettantisch, dilettantische, dilettantisches, dilettantischem, dilettantischen, dilettantischer(, dilettantischere, dilettantischeres, dilettantischerem, dilettantischeren, dilettantischerer, dilettantischst, dilettantischste, dilettantischstes, dilettantischstem, dilettantischsten, dilettantischster)+FW+EW; Z.: di-let-t-ant-isch
$Dilettantismus, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Dilettantismus, Tätigkeit ohne gefestigtes Fachwissen; E.: s. Dilettant, s. ismus; L.: Kluge s. u. Dilettant, fehlt DW; GB.: seit 1798 belegte und aus Dilettant und ismus gebildete Bezeichnung für eine Tätigkeit ohne gefestigtes Fachwissen; F.: Dilettantismus+FW; Z.: Di-let-t-ant-ism-us
dilettieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. dilettieren, nicht als Fachmann tätig sein (V.), stümperhaft tätig sein (V.); ne. dabble (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dilettant; Q.: 1808 (Goethe); I.: Lw. it. dilettare; E.: s. it. dilettare, V., erfreuen, amüsieren; lat. dēlectāre, V., an sich ziehen, festhalten, fesseln, zurückhalten, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. dēlicere, V., sich locken, ergötzen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dilettant, fehlt DW, DW2 6, 1073, Duden s. u. Dilettant; GB.: seit 1808 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches nicht als Fachmann tätig sein (V.); BM.: weglocken bzw. erfreuen; F.: dilettieren, dilettiere, dilettierst, dilettiert, dilettierest, dilettieret, dilettierte, dilettiertest, dilettierten, dilettiertet, ##(dilettiert, dilettierte, dilettiertes, dilettiertem, dilettierten, dilettierter)##, dilettierend, ###dilettierend, dilettierende, dilettierendes, dilettierendem, dilettierenden, dilettierender###, dilettier+FW+EW; Z.: di-let-t-ier-en
Dill, nhd., M., F., (8. Jh.): nhd. Dill, Dille, ein Gewürzkraut; ne. dill; Vw.: -; Hw.: s. Dille; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tille (1), st. M., st. F., sw. F., sw. M., Dill, Dillkraut; mnd. dille, M., Dill; mnl. dille, F., Dill; ahd. tilla, st. F. (jō?), sw. F. (n), Dill; ahd. tilli, st. M. (ja), Dill; as. dilli, st. M. (ja), Dill; anfrk. -; germ. *delja-, *deljaz, *dilja-, *diljaz, st. M. (a), Dill; idg. *dʰā̆l-, V., blühen, grünen, Pokorny 234 (355/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Dill, Kluge s. u. Dill, DW 2, 1150, EWD s. u. Dill, DW2 6, 1074, Falk/Torp 203, Duden s. u. Dill, Bluhme s. u. Dill; Son.: vgl. afries. -; ae. dile, st. M. (i), Dill, Anis; an. -; got. -; nndl. dille, Sb., Dill; nschw. dill, Sb., Dill; nnorw. dill, M., Dill; GB.: (tilli, tilla) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Doldengewächsen gehörende essbare krautige Pflanze mit fein gefiederten würzig stark duftenden Blättern und gelblichen Blüten in großen Dolden; BM.: blühen bzw. grünen; F.: Dill, Dills+EW; Z.: Dill
Dille, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Dille, Dill, ein Gewürzkraut; ne. dill; Vw.: -; Hw.: s. Dill; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tille (1), st. M., st. F., sw. F., sw. M., Dill, Dillkraut; mnd. dille, M., Dill; mnl. dille, F., Dill; ahd. tilla, st. F. (jō?), sw. F. (n), Dill; ahd. tilli, st. M. (ja), Dill; as. dilli, st. M. (ja), Dill; anfrk. -; germ. *delja-, *deljaz, *dilja-, *diljaz, st. M. (a), Dill; idg. *dʰā̆l-, V., blühen, grünen, Pokorny 234 (355/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ding, Kluge s. u. Dill, DW 2, 1150, EWD s. u. Dill, DW2 6, 1074, Falk/Torp 203, Duden s. u. Dill, Bluhme s. u. Dill; Son.: vgl. afries. -; ae. dile, st. M. (i), Dill, Anis; an. -; got. -; nndl. dille, Sb., Dille, Dill; nschw. dill, Sb., Dille, Dill; nnorw. dill, M., Dille, Dill; GB.: (tilli, tilla) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Doldengewächsen gehörende essbare krautige Pflanze mit fein gefiederten würzig stark duftenden Blättern und gelblichen Blüten in großen Dolden; BM.: blühen bzw. grünen; F.: Dille, Dillen+EW; Z.: Dill-e
$diluvial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. diluvial, zu einer Überschwemmung geeignet, eiszeitlich; I.: Lw. lat. dīluviālis; E.: s. lat. dīluviālis, Adj., zu einer Überschwemmung geeignet, überschwemmend; lat. dīluvium, N., Überschwemmung, Wasserflut, Sintflut, Flut; vgl. lat. dīluere, V., auflösen, zerweichen, zergehen lassen, verdünnen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. luere, V., waschen, bespülen; idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Diluvium; GB.: seit 1858 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches zu einer Überschwemmung geeignet oder eiszeitlich; F.: diluvial, diluviale, diluviales, diluvialem, diluvialen, diluvialer+FW(+EW); Z.: di-luv-i-al
Diluvium, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Diluvium, Überschwemmung, Sintflut, Eiszeit, Eiszeitalter; ne. flood (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1499; I.: Lw. lat. dīluvium; E.: s. lat. dīluvium, N., Überschwemmung, Wasserflut, Sintflut, Flut, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. dīluere, V., auflösen, zerweichen, zergehen lassen, verdünnen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. luere, V., waschen, bespülen; idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Diluvium, DW2 6, 1076, Duden s. u. Diluvium; Son.: s. mnd. dīluvie, F., Flut, Sintflut; vgl. nnorw. diluvium, N., Überschwemmung; slowen. diluvium, Sb., Diluvium; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Überschwemmung oder Sintflut oder Eiszeit; BM.: zer, spülen; F.: Diluvium, Diluviums+FW; Z.: Di-luv-i-um
Dimension, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Dimension, Ausdehnung, Größe; ne. dimension; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. dīmēnsio; E.: s. lat. dīmēnsio, F., Ausmessen, Abmessen, Ausmessung, Vermessung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīmētīrī, V., abmessen, ausmessen, vermessen (V.), bemessen (V.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. mētīrī, V., messen, abmessen, zumessen, ausmessen; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dimension, fehlt DW, DW2 6, 1076, Duden s. u. Dimension; Son.: vgl. nndl. dimensie, Sb., Dimension; frz. dimension, F., Dimension; nschw. dimension, Sb., Dimension; nnorw. dimensjon, M., Dimension; kymr. dimensiwn, M., Dimension; lit. dimensija, F., Dimension; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliche Ausdehnung eines Körpers in Länge und Breite und Höhe; BM.: messen; F.: Dimension, Dimensionen+FW(+EW); Z.: Di-me-ns-io-n
$diminutiv, deminutiv, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. diminutiv, verkleinernd; I.: Lw. lat. dēminūtīvus; E.: s. Diminutiv; L.: fehlt DW, EWD s. u. Deminutiv; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (deminutivus) aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Raum mögliches verkleinernd; F.: diminutiv, diminutive, diminutives, diminutivem, diminutiven, diminutiver, deminutiv, deminutive, deminutives, deminutivem, deminutiven, deminutiver+FW(+EW); Z.: di-mi-n-ut-iv
Diminutiv, Deminutiv, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Diminutiv, Verkleinerungsform; ne. diminutive; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. dēminūtīvum; E.: s. lat. dēminūtīvum, N., Diminutiv, Verkleinerungsform, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dēminūtīvus, Adj., vermindernd, verringernd, verkleinernd; lat. dēminuere, V., vermindern, verringern, schmälern, schwächen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg, (um 450 v. Chr.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. minuere, V., kleiner machen, zerspalten (V.), zerhauen (V.), zerstoßen (V.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Diminutiv, EWD s. u. Deminutiv, DW2 6, 1079, Duden s. u. Diminutiv; Son.: vgl. nndl. diminutief, Sb., Diminutiv; frz. diminutif, M., Diminutiv; nschw. diminutiv, Sb., Diminutiv; nnorw. diminutiv, M., Diminutiv; poln. deminutivum, Sb., Diminutiv; lit. deminutyvas, M., Diminutiv; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (deminutivum) aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen verwendete Verkleinerungsform eines Wortes wie beispielsweise Kindchen oder Kindlein oder Kindel zu Kind; BM.: vermindern; F.: Diminutiv, Diminutivs, Diminutive, Diminutiven, Deminutiv, Deminutivs, Deminutive, Deminutiven+FW(+EW); Z.: Di-mi-n-ut-iv
Dimmer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dimmer, Helligkeitsregler; ne. dimmer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. dimmer; E.: s. ne. dimmer, N., Verdunkelungsschalter; vgl. ne. dim, V., trüben, verdunkeln; ne. dim, Adj., dunkel, trübe, ae. dimm, Adj., düster, dunkel, finster, schwach, böse; germ. *demma-, *demmaz, *demza-, *demzaz?, Adj., dunkel; s. idg. *dʰem-, *dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dimmer, fehlt DW, DW2 6, 1080 (Verweis auf Timmer), Duden s. u. Dimmer; Son.: vgl. nndl. dimmer, Sb., Dimmer; nschw. dimmer, Sb., Dimmer; nnorw. dimmer, M., Dimmer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit etwa dieser Zeit entwickelten und verwendeten Schalter für die Steuerung der Helligkeit künstlich hergestellten Lichtes (Helligkeitsregler); BM.: verdunkeln; F.: Dimmer, Dimmers, Dimmern+EW; Z.: Dim-m-er
DIN, nhd., Sb., (20. Jh.): nhd. DIN, Deutsche Industrie-Norm; ne. DIN-standard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1917; E.: s. nhd. deutsch, Industrie, Norm; L.: Kluge s. u. DIN, fehlt DW, EWD s. u. DIN, Duden s. u. DIN; GB.: seit 1917 belegte und als Abkürzung aus Deutsche Industrie-Norm gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit in Deutschland entwickelte Norm zu einer genauen Beschreibung von Gegenständen; BM.: Abkürzung von Deutsche Industrie-Norm; F.: DIN+EW+FW; Z.: D-I-N
Dinar, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dinar, eine Münze; ne. dinar; Vw.: -; Hw.: s. Denar; Q.: 1654; I.: Lw. serbokr. dinar, arab. دينار(dīnār); E.: s. serbokr. dinar, Sb., Dinar; arab. دينار(dīnār), Sb., Dinar; spätgr. δηνάριον (dēnárion), N., Denar; lat. dēnārius, M., Zehnzahl, Denar, Geldstück, Geld, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dēnī, Adj., je zehn, zehn auf einmal, Zehn..., zehnmal, zehn Jahre umfassend; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 6, 1080, Duden s. u. Dinar; Son.: vgl. nndl. dinar, Sb., Dinar; frz. dinar, M., Dinar; nschw. dinar, Sb., Dinar; nnorw. dinar, denar, M., Denar; poln. dinar, M., Dinar; lit. dinaras, M., Dinar; GB.: seit 1654 belegte und aus dem Serbokroatischen sowie mittelbar dem Arabischen und Spätgriechischen sowie Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dem Mittelalter in vielen Ländern verwendete Währungseinheit (beispielsweise in Serbien und in Ländern des arabischen Kulturkreises); BM.: zehn; F.: Dinar, Dinars, Dinare, Dinaren+FW(+EW?); Z.: Din-ar
Diner, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Diner, festliches Essen, Festessen; ne. dinner, diner; Vw.: -; Hw.: s. dinieren; Q.: 1783; I.: Lw. frz. dîner; E.: s. frz. dîner, M., Abendessen, festliches Essen; vgl. frz. dîner, V., essen; afrz. disner, V., essen; frührom. *disieiūnāre, V., mit dem Fasten aufhören; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iēiūnus, Adj., nüchtern, leeren Magen habend, dürftig, arm, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie ungeklärt; L.: Kluge s. u. Diner, fehlt DW, EWD s. u. Diner, DW2 6, 1081, Duden s. u. Diner; Son.: vgl. nndl. diner, Sb., Diner; nschw. diné, Sb., Diner; nnorw. diner, M., Diner; poln. dinner party, Sb., Diner; nir. dinnéir, Sb., Diner; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare und in der Etymologie ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches festliches Abendessen oder Mittagessen mit mehreren Gängen; BM.: Fasten beenden bzw. essen; F.: Diner, Diners+FW; Z.: Di-n-er
Ding, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ding, Sache, Gedachtes; ne. thing; Vw.: s. -fest; Hw.: s. dingen, Teiding, Thing, verteidigen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dinc, st. N., Ding, Sache, Vertrag, Gericht (N.) (1); mnd. dink, N., Ding, Sache, Geschäft, Gericht (N.) (1); mnl. dinc, Sb., Ding; ahd. ding, st. N. (a), Versammlung, Kirchengemeinde, Gemeinde, Gericht (N.) (1), Gerichtstag; as. thing, st. N. (a), Ding, Sache, Gericht (N.) (1), Versammlung; anfrk. thing*, st. N. (a), Sache, Ding, Anliegen; germ. *þenga-, *þengaz, *þinga-, *þingaz, *þenha-, *þenhaz, N., Zeit, Rat, Versammlung, Ding; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ding, Kluge s. u. Ding, DW 2, 1153, EWD s. u. Ding, DW2 6, 1081, EWAhd 2, 649, Falk/Torp 176, Duden s. u. Ding, Bluhme s. u. Ding; Son.: vgl. afries. thing, st. N. (a), Ding, Gericht (N.) (1), Sache, Gegenstand, Fall, Klage; ae. þing, st. N. (a), Ding, Geschäft, Gegenstand, Eigentum, Ursache; an. þing, st. N. (a), Versammlung, Volksding, Dingstätte, Eigentum; got. þeihs, st. N. (a), Zeit; nndl. ding, Sb., Ding; nschw. ting, Sb., Ding; nnorw. ting, M., Ding; ? lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit; ? mir. téchtae, N., Rechtmäßigkeit; ? air. tan, F., Zeit; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nicht näher bezeichneten Gegenstand oder eine nicht näher bezeichnete Sache oder Gegebenheit; BM.: dehnen?; F.: Ding, Dings, Dinges, Dinge, Dinger (!), Dingen, Dingern (!)+EW; Z.: Din-g
dingen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. dingen, verhandeln, feilschen, mieten; ne. engage, hire (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ding, Leibgedinge; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dingen, sw. V., zu Gericht gehen, Vereinbarungen treffen, versprechen; mnd. dingen, sw. V., gerichtlich verhandeln, Gericht halten; mnl. dingen, sw. V., streben nach; ahd. dingōn, sw. V. (2), dingen, sprechen, äußern, verhandeln, gerichtlich verhandeln, vereinbaren; ahd. dingen, sw. V. (1a), dingen, hoffen, erstreben, beraten (V.); as. thingon, sw. V. (2), verhandeln; anfrk. -; germ. *þengōn, V., vertraglich festsetzen; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ding, Kluge s. u. dingen, EWD s. u. Ding, DW 2, 1169, DW2 6, 1091, EWAhd 2, 653, Duden s. u. dingen; Son.: vgl. afries. thingia, sw. V. (2), Gericht halten, richten, gerichtlich verhandeln, prozessieren, klagen; ae. þingan (2), sw. V., Vertrag eingehen, einladen (V.) (2), anreden, bestimmen; an. þinga, sw. V., Ding abhalten; got. -; nndl. dingen, V., streben nach; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Arbeitsteilung und Geld mögliches gegen Lohn in Dienst nehmen oder gegen Entgelt für die Erledigung einer Aufgabe verpflichten; BM.: dehnen?; F.: dingen (!), dinge (!), dingst, dingt, dingest, dinget, dingte, dingtest, dingten, dingtet, dang, dangst, dangten (!), dangtet (!), gedungen, ##gedungen, gedungene, gedungenes, gedungenem, gedungenen, gedungener##, gedingt, ##gedingt, gedingte, gedingtes, gedingtem, gedingten, gedingter##, dingend, ###dingend, dingende, dingendes, dingendem, dingenden, dingender###, ding (!)+EW; Z.: din-g-en
dingfest, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. dingfest, festgenommen, gefangen gesetzt; ne. taken into custody; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1860; E.: s. Ding (in der alten Bedeutung Gericht), fest; vielleicht nach dem Vorbild von handfest machen gebildet; L.: Kluge s. u. dingfest, fehlt DW, EWD s. u. Ding, Duden s. u. dingfest; Son.: nur in der Redewendung dingfest machen; GB.: seit 1860 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches festgenommen oder gefangen gesetzt; BM.: Gericht; F.: dingfest+EW; Z.: din-g—fest
$dinglich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. dinglich, sachlich, gegenständlich; E.: s. Ding, s. lich; L.: Kluge s. u. Ding, DW 2, 1175, EWD s. u. Ding; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Ding sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Dingen oder Sachen oder Gegenständen mögliches sachlich oder gegenständlich; F.: dinglich, dingliche, dingliches, dinglichem, dinglichen, dinglicher(, dinglichere, dinglicheres, dinglicherem, dinglicheren, dinglicherer, dinglichst, dinglichste, dinglichstes, dinglichstem, dinglichsten, dinglichster)+EW; Z.: din-g-lich
$Dings, nhd., Sb., (16. Jh.): nhd. Dings; E.: s. Ding, s. s; L.: Kluge s. u. Ding, DW 2, 1176, EWD s. u. Ding, s. s; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ding und s gebildete Bezeichnung für ein beliebiges und in dem jeweiligen Augenblick nicht einfallendes Wort; F.: Dings+EW; Z.: Din-g-s
$Dingsbums, nhd., Sb., (20. Jh.): nhd. Dingsbums; E.: s. Dings, s. Bums; L.: Kluge s. u. Dings, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Dings und Bums gebildete Bezeichnung für ein beliebiges und in dem jeweiligen Augenblick nicht einfallendes Wort; F.: Dingsbums+EW; Z.: Din-g-s—bum-s
$Dingsda, nhd., M., F., N., (19. Jh.): nhd. Dingsda; E.: s. Dings, s. da, L.: Kluge s. u. Dings, DW 2, 1177, EWD s. u. Ding; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ding und s sowie da gebildete Bezeichnung für ein beliebiges und in dem jeweiligen Augenblick nicht einfallendes Wort; F.: Dingsda+EW; Z.: Din-g-s—da
$Dingwort, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Dingwort, Hauptwort, Substantiv; E.: s. Ding, s. Wort; Q.: 1901; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ding; GB.: seit 1901 belegte und aus Ding und Wort gebildete Bezeichnung für Hauptwort oder Substantiv; F.: Dingwort, Dingwortes, Dingworts, Dingworte, Dingworten, Dingwörter, Dingwörtern+EW; Z.: Din-g—wor-t
dinieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. dinieren, festlich essen, speisen; ne. dine; Vw.: -; Hw.: s. Diner; Q.: 1793; I.: Lw. frz. dîner; E.: s. frz. dîner, V., essen; afrz. disner, V., essen; frührom. *disieiūnāre, V., mit dem Fasten aufhören; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iēiūnus, Adj., nüchtern, leeren Magen habend, dürftig, arm, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie ungeklärt; L.: Kluge s. u. Diner, EWD s. u. Diner, DW2 6, 1102, Duden s. u. dinieren; Son.: vgl. nndl. dineren, V., dinieren; nschw. dinera, V., dinieren; nnorw. dinere, V., dinieren; nir. dinnéar, V., dinieren; GB.: seit 1793 belegt und aus dem Französischen sowie mittelbar dem erschlossenen Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders festlich essen oder speisen; BM.: Fasten beenden bzw. essen; F.: dinieren, diniere, dinierst, diniert, dinierest, dinieret, dinierte, diniertest, dinierten, diniertet, ##diniert, dinierte, diniertes, diniertem, dinierten, dinierter##, dinierend, ###dinierend, dinierende, dinierendes, dinierendem, dinierenden, dinierender###, dinier (!)+FW+EW; Z.: di-n-ier-en
Dinkel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Dinkel, Spelz; ne. spelt, corn (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. dinkel, tinkel, st. M., Dinkel, Spelt, Schwabenkorn, Getreideart; mnd. dinkel, M., Dinkel; ahd. dinkil, st. M. (a), Dinkel, Getreide; as. -; anfrk. -; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Dinkel, Kluge s. u. Dinkel, DW 2, 1178, DW2 6, 1102, EWAhd 2, 657, Duden s. u. Dinkel, Bluhme s. u. Dinkel; L.: Kluge s. u. Dinkel, DW 2, 1178, DW2 6, 1102, EWAhd 2, 657, Bluhme s. u. Dinkel; Son.: s. as. thinikil-, Bestimmungswort. in Ortsnamen, z. B. Thinkilburg; GB.: seit um 830 belegte und in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für ein seit der Jungsteinzeit und der Sesshaftigkeit von Menschen in Mitteleuropa und Nordeuropa angebautes und dem Weizen ähnliches eisenreiches und magnesiumreiches Getreide; BM.: ?; F.: Dinkel, Dinkels+EW; Z.: Dink-el
$Dinner, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Dinner, Festessen; E.: s. ne. dinner; L.: EWD s. u. Diner; GB.: seit 1912 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit Diner verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Festessen; F.: Dinner, Dinners, Dinnern (!)+FW; Z.: Di-n-n-er
Dinosaurier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dinosaurier, Saurier; ne. dinosaur; Vw.: -; Hw.: s. Saurier; Q.: nach 1841; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δεινός (deinós), Adj., furchtbar, schrecklich, gewaltig, tüchtig, groß; vgl. idg. *du̯ei-, V., fürchten, Pokorny 227 (351/56) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); gr. σαῦρος (sauros), M., Eidechse; σαύρα (saúra), F., Eidechse; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Dinosaurier, fehlt DW, EWD s. u. Saurier, DW2 6, 1104, Duden s. u. Dinosaurier; Son.: vgl. nndl. dinosauriër, Sb., Dinosaurier; frz. dinosaurien, M., Dinosaurier; nschw. dinosaurie, Sb., Dinosaurier; nnorw. dinosaur, M., Dinosaurier; poln. dinozaur, M., Dinosaurier; kymr. deinosor, M., Dinosaurier; nir. dineasár, M., Dinosaurier; lit. dinozauras, M., Dinosaurier; GB.: seit nach 1841 von dem englischen Anatomen Richard Owen aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für ein vor rund 235 Millionen Jahren entstandenes und vor rund 66 Millionen Jahren aus bisher unbekanntem Grund ausgestorbenes meist sehr großes und bis zu 30 Metern langes Landwirbeltier (Reptil); BM.: furchtbar, Eidechse; F.: Dinosaurier, Dinosauriers, Dinosauriern+FW; Z.: Di-n-o-saur-ier
Diode, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diode, ein elektrisches Bauelement; ne. diode; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1), Straße, Fahrt, Reise, Marsch; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diode, Duden s. u. Diode; Son.: vgl. nndl. diode, Sb., Diode; frz. diode, F., Diode; nschw. diod, Sb., Diode; nnorw. diode, M., Diode; poln. dioda, F., Diode; kymr. deuod, M., Diode; lit. diodas, M., Diode; GB.: seit 1966 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1874 von Ferdinand Braun (Fulda 1850-New York 1918) entdecktes elektronisches Bauelement mit einer Durchlassrichtung und einer Sperrrichtung dessen Widerstand in besonderer Weise von der Polarität der angelegten elektrischen Spannung abhängt; BM.: zwei Wege; F.: Diode, Dioden (!)+FW; Z.: Di-od-e
Dioptrie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Dioptrie, Messeinheit der Brechkraft von Linsen (des Auges); ne. diopter, dioptre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1907 (Lexikon); I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem Muster von Kalorie geschaffen zu frz. dioptrique, F., Diopter, Visiergerät; gr. διοπτρική (dioptrikḗ), F., Diopter, Visiergerät; vgl. gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὄπωπα (ópōpa), V. (1. Pers. Perf.), ich beobachte, ich erblicke; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 2, 1106, Duden s. u. Dioptrie; Son.: vgl. nndl. dioptrie, Sb., Dioptrie; frz. dioptrie, F., Dioptrie; nschw. dioptri, Sb., Dioptrie; nnorw. dioptri, M., Dioptrie; poln. dioptria, F., Dioptrie; nir. diaptar, M., Dioptrie; lit. dioptrija, F., Dioptrie; GB.: seit 1907 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Messeinheit für die Brechkraft von Linsen des Auges; BM.: zweimal sehen; F.: Dioptrie, Dioptrien (!)+FW+EW; Z.: Di-op-tr-ie
Dioxin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dioxin, eine Kohlenwasserstoffverbindung; ne. dioxin; Vw.:; Hw.: s. Dioxyd; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δίς (dís), Adv., zweimal, doppelt; idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Dioxin; Son.: vgl. nndl. dioxine, Sb., Dioxin; frz. dioxine, F., Dioxin; nschw. dioxin, N., Dioxin; nnorw. diokson, N., Dioxin; poln. dioksyna, F., Dioxin; lit. dioksinas, M., Dioxin; GB.: seit 20. Jh. Bezeichnung für eine als Abfallprodukt bei Verbrennungsprozessen entstehende giftige Verbindung aus Chlor und Kohlenwasserstoff; BM.: zwei, scharf; F.: Dioxin, Dioxins, Dioxine, Dioxinen+FW; Z.: Di-ox-in
Dioxyd, Dioxid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dioxyd, eine Sauerstoffverbindung; ne. dioxide; Vw.: -; Hw.: s. Dioxin; Q.: 1908; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δίς (dís), Adv., zweimal, doppelt; idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 6, 1107, Duden s. u. Dioxyd; Son.: vgl. nndl. dioxide, Sb., Dioxid; frz. dioxyde, M., Dioxid; nschw. dioxid, Sb., Dioxid; nnorw. dioksid, N., Dioxid; kymr. deuocsid, M., Dioxid; nir. de-ocsaíd, F., Dioxid; lit. dioksidas, M., Dioxid; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine chemische Verbindung bei der zwei Atome Sauerstoff an ein Atom Metall oder Nichtmetall gebunden sind; BM.: zwei, scharf; F.: Dioxyd, Dioxyds, Dioxydes, Dioxyde, Dioxyden, Dioxid, Dioxids, Dioxides, Dioxide, Dioxiden +FW; Z.: Di-ox-yd
Diözese, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Diözese, Amtsgebiet eines katholischen Bischofs; ne. diocese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1510/1530; I.: Lw. lat. dioecēsis; E.: s. lat. dioecēsis, F., Diözese, Distrikt, (81-43 v. Chr.); gr. διοίκησις (dioíkēsis), F., Diözese, Haushaltung, Verwaltung; vgl. gr. διοικειν (dioikein), V., getrennt wohnen, verwalten, besorgen; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. οῖκος (oikos), M., Haus, Wohnung; idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Diözese, fehlt DW, EWD s. u. Diözese, DW2 6, 1107, Duden s. u. Diözese; Son.: vgl. nndl. diocees, Sb., Diözese; frz. diocèse, M., Diözese; nnorw. dioces, M.?, Diözese; poln. diezezja, F., Diözese; nir. deoise, F., Diözese; GB.: seit 1510/1530 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein abgegrenztes Amtsgebiet eines katholischen Bischofs; BM.: Verwaltung bzw. getrenntes Haus; F.: Diözese, Diözesen (!)+FW+EW; Z.: Di-öz-es-e
Diphtherie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Diphtherie, Halsbräune; ne. diphtheria; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. διφθέρα (diphthéra), F., gegerbte Haut, Fell, Leder; vgl. idg. *dep-, *depʰ-, V., stampfen, stoßen, kneten, Pokorny 203 (323/28) (RB. idg. aus arm., gr., slaw.); L.: Kluge s. u. Diphtherie, fehlt DW, EWD s. u. Diphtherie, Duden s. u. Diphtherie; Son.: vgl. nndl. difteritis, Sb., Diphtherie; frz. diphtérie, F., Diphtherie; nschw. difteri, Sb., Diphtherie; nnorw. difteri, M., Diphtherie; poln. dyfteryt, M., Diphtherie; kymr. difftheria, M., Diphtherie; nir. diftéire, F., Diphtherie; lit. difterija, F., Diphtherie; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine akute und ansteckende Infektionskrankheit mit Bildung häutiger Beläge auf den Mandeln und auf den Schleimhäuten verschiedener Organe; BM.: von den Belägen die sich auf den Schleimhäuten bilden bzw. stampfen?; F.: Diphtherie, Diphtherien (!)+FW; Z.: Di-ph-ther-ie
Diphthong, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Diphthong, Zwielaut, Doppellaut; ne. diphthong; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); I.: Lw. lat. diphthongus; E.: s. lat. diphthongus (2), F., Diphthong, (2./3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. diphthongus (1), doppellautend, mit einem Diphthong geschrieben; gr. δίφθογγος (díphthongos), F., Doppellaut; vgl. gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. φθόγγος (phthóngos), M., Ton (M.) (2), Stimme; gr. φθέγγομαι (phthengomai), V., tönen, die Stimme erheben, rufen; weitere Etymologie ungeklärt, Frisk 2, 1012; L.: Kluge s. u. Diphthong, fehlt DW, EWD s. u. Diphthong, DW2 6, 1108, Duden s. u. Diphthong; Son.: s. mhd. diptonge, F., Doppellaut; vgl. nndl. diftong, Sb., Diphthong; frz. diphthongue, diphtongue, F., Diphthong; nschw. diftong, Sb., Diphthong; nnorw. diftong, M., Diphthong; poln. dyftong, M., Diphthong; kymr. difton, F., Diphthong; lit. diftongas, M., Diphthong; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen menschlichen aus zwei Vokalen gebildeten Laut der die sprachliche Funktion eines Vokals einnimmt wie beispielsweise ui oder eu oder äu oder ai oder ei oder au oder auch dialektal oi oder oa oder ua; BM.: doppelt tönen; F.: Diphthong, Diphthongs, Diphthonges, Diphthonge, Diphthongen+FW(+EW); Z.: Di-phth-ong
$diphthongieren, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. diphthongieren, einen Diphthong bilden; E.: s. Diphthong, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diphthong; GB.: seit 1876 belegte und aus Diphthong und ieren gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Diphthong bilden; F.: diphthongieren, diphthongiere, diphthongierst, diphthongiert, diphthongierest, diphthongieret, diphthongierte, diphthongiertest, diphthongierten, diphthongiertet, ##diphthongiert, diphthongierte, diphthongiertes, diphthongiertem, diphthongierten, diphthongierter##, diphthongierend, ###diphthongierend, diphthongierende, diphthongierendes, diphthongierendem, diphthongierenden, diphthongierender###, diphthongier (!)+FW+EW; Z.: di-phth-ong-ier-en
$Diphthongierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Diphthongierung; E.: s. diphthongier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diphthong; GB.: seit 1860 belegte und aus diphthongier(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Bildung von Diphthongen; F.: Diphthongierung, Diphthongierungen (!)+FW+EW; Z.: Di-phth-ong-ier-ung
Diplom, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Diplom, Urkunde; ne. diploma; Vw.: -; Hw.: s. Diplomat, Diplomatie, Diplomatik, diplomatisch; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. diplōma; E.: s. lat. diplōma, F., Urkunde, Handschreiben, Diplom, (81-43 v. Chr.); gr. δίπλωμα (díplōma), N., zusammengelegtes Schreiben, Geleitsbrief, Reisepass; vgl. gr. διπλόος (diplóos), Adj., doppelt, zwiefach; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diplom, EWD s. u. Diplom, DW2 6, 1109, Duden s. u. Diplom; Son.: vgl. nndl. diploma, Sb., Diplom; frz. diplôme, M., Diplom; nschw. diplom, Sb., Diplom; nnorw. diplom, N., Diplom; poln. dyplom, M., Diplom; kymr. diploma, M., F., Diplom; lit. diplomas, M., Diplom; GB.: seit 1610 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die ursprünglich aus zwei Blättern zusammengelegte Schreibtafel die bei den Römern als amtliche Ausfertigung galt und dann erst im 17. Jahrhundert wieder für alle amtlichen geschichtlichen Aufzeichnungen verwendet und heute nur noch für Urkunden über die Erlangung akademischer Würden in Gebrauch ist; BM.: gefaltet, doppelt; F.: Diplom, Diploms, Diplome, Diplomen+FW+EW; Z.: Di-plo-m
$Diplomand, nhd., (Gerund=)M., (20. Jh.): nhd. Diplomand; E.: s. Diplom, s. and; L.: EWD s. u. Diplom; Son.: wohl nach dem Vorbild von Doktorand gebildet; GB.: seit 1968 belegte und wohl nach dem Vorbild von Doktorand aus Diplom und and gebildete Bezeichnung für einen Bewerber für ein Diplom; F.: Diplomand, Diplomanden (!)+FW; Z.: Di-plo-m-and
$Diplomarbeit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diplomarbeit; E.: s. Diplom, s. Arbeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diplom; GB.: seit 1927 belegte und aus Diplom und Arbeit gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit für die Erlangung eines Diploms erforderliche schriftliche wissenschaftliche Arbeit; F.: Diplomarbeit, Diplomarbeiten (!)+FW+EW; Z.: Di-plo-m—arb-eit
Diplomat, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.?): nhd. Diplomat, Vertreter eines Staates; ne. diplomat; Vw.: -; Hw.: s. Diplom, Diplomatie, Diplomatik, diplomatisch; I.: Lw. frz. diplomate; E.: s. frz. diplomate, M., Diplomat; vgl. frz. diplomatique, Adj., diplomatisch, die internationalen Urkunden betreffend; mlat. diplōmāticus, Adj., Urkunden betreffend, Urkunden...; lat. diplōma, F., Urkunde, Handschreiben, Diplom, (81-43 v. Chr.); gr. δίπλωμα (díplōma), N., zusammengelegtes Schreiben, Geleitsbrief, Reisepass; vgl. gr. διπλόος (diplóos), Adj., doppelt, zwiefach; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diplomat, fehlt DW, EWD s. u. Diplomat, Duden s. u. Diplomat; Son.: vgl. nndl. diplomaat, Sb., Diplomat; nschw. diplomat, Sb., Diplomat; nnorw. diplomat, M., Diplomat; poln. dyplomata, M., Diplomat; kymr. diplomydd, M., Diplomat; lit. diplomatas, M., Diplomat; GB.: vielleicht seit 1580 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen höheren Beamten in dem auswärtigen diplomatischen Dienst der bei einem fremden Staat akkreditiert ist und dort die Interessen seines Landes vertritt; BM.: durch Urkunde eingesetzt bzw. angewiesen; F.: Diplomat, Diplomaten+FW; Z.: Di-plo-m-at
Diplomatie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Diplomatie, diplomatisches Verhalten, Verständigung auf zwischenstaatlicher Ebene; ne. diplomacy; Vw.: -; Hw.: s. Diplom, Diplomat, Diplomatik, diplomatisch; Q.: 1796; I.: Lw. frz. diplomatie; E.: s. frz. diplomatie, F., Diplomatie; vgl. frz. diplomate, M., Diplomat; vgl. frz. diplomatique, Adj., diplomatisch, internationale Urkunden betreffend; mlat. diplōmāticus, Adj., Urkunden betreffend, Urkunden...; lat. diplōma, F., Urkunde, Handschreiben, Diplom, (81-43 v. Chr.); gr. δίπλωμα (díplōma), N., zusammengelegtes Schreiben, Geleitsbrief, Reisepass; vgl. gr. διπλόος (diplóos), Adj., doppelt, zwiefach; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diplomat, fehlt DW, EWD s. u. Diplomat, DW2 6, 1111, Duden s. u. Diplomatie; Son.: vgl. nndl. diplomatie, Sb., Diplomatie; nschw. diplomati, Sb., Diplomatie; nnorw. diplomati, N., Diplomatie; poln. dyplomacja, F., Diplomatie; kymr. diplomatiath, diplomateg, F., Diplomatie; lit. diplomatija, F., Diplomatie; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gestaltung zwischenstaatlicher Beziehungen durch Gespräche und Verständigung; BM.: durch Urkunde eingesetzt bzw. angewiesen; F.: Diplomatie+FW; Z.: Di-plo-m-at-ie
Diplomatik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Diplomatik, Urkundenlehre, diplomatisches Verhalten; ne. diplomatics; Vw.: -; Hw.: s. Diplom, Diplomat, Diplomatie, diplomatisch; Q.: 1748; I.: Lw. frz. diplomatique; E.: s. frz. diplomatique, F., Diplomatik; vgl. mlat. diplōmāticus, Adj., Urkunden betreffend, Urkunden...; lat. diplōma, F., Urkunde, Handschreiben, Diplom, (81-43 v. Chr.); gr. δίπλωμα (díplōma), N., zusammengelegtes Schreiben, Geleitsbrief, Reisepass; vgl. gr. διπλόος (diplóos), Adj., doppelt, zwiefach; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diplomat, fehlt DW, EWD s. u. Diplom, DW2 6, 1112, Duden s. u. Diplomatik; Son.: vgl. nschw. diplomatik, Sb., Diplomatik; nnorw. diplomatikk, M., Diplomatik; poln. dyplomatiyka, F., Diplomatic; GB.: seit 1748 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen sowie Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Urkundenlehre und die Wissenschaft von Urkunden; BM.: durch Urkunde eingesetzt bzw. angewiesen; F.: Diplomatik+FW+EW; Z.: Di-plo-m-at-ik
diplomatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diplomatisch, urkundlich, geschickt verhandelnd; ne. diplomatic; Vw.: -; Hw.: s. Diplom, Diplomat, Diplomatie, Diplomatik; Q.: 1748; I.: Lw. frz. diplomatique; E.: s. frz. diplomatique, Adj., diplomatisch; mlat. diplōmāticus, Adj., Urkunden betreffend, Urkunden...; lat. diplōma, F., Urkunde, Handschreiben, Diplom, (81-43 v. Chr.); gr. δίπλωμα (díplōma), N., zusammengelegtes Schreiben, Geleitsbrief, Reisepass; vgl. gr. διπλόος (diplóos), Adj., doppelt, zwiefach; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diplomat, EWD s. u. Diplom, Diplomat, DW2 6, 1112, Duden s. u. diplomatisch; Son.: vgl. nndl. diplomatiek, diplomatisch, Adj., diplomatisch; nschw. diplomatisk, Adj., diplomatisch; nnorw. diplomatisk, Adj., diplomatisch; poln. dyplomatyczny, Adj., diplomatisch; kymr. diplomataidd, diplomatig, Adj., diplomatisch; nir. dioplómaitiúil, Adj., diplomatisch, urkundlich; lit. diplomatinis, Adj., diplomatisch; GB.: seit 1748 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Urkunden betreffend oder geschickt verhandelnd; BM.: durch Urkunde eingesetzt bzw. angewiesen; F.: diplomatisch, diplomatische, diplomatisches, diplomatischem, diplomatischen, diplomatischer(, diplomatischere, diplomatischeres, diplomatischerem, diplomatischeren, diplomatischerer, diplomatischst, diplomatischste, diplomatischstes, diplomatischstem, diplomatischsten, diplomatischster)+FW+EW; Z.: di-plo-m-at-isch
$Diplomingenieur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Diplomingenieur; E.: s. Diplom, s. Ingenieur; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diplom; GB.: seit 1921 belegte und aus Diplom und Ingenieur gebildete Bezeichnung für einen durch eine Diplomprüfung ausgewiesenen sachlich in Mesopotamien seit vor etwa 6000 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten Ingenieur oder in Technik ausgebildeten Menschen; F.: Diplomingenieur, Diplomingenieurs, Diplomingenieures, Diplomingenieure, Diplomingenieuren+FW; Z.: Di-plo-m—in-gen-i-eur
Diptam, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Diptam, eine Pflanze; ne. dictamus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. diptam, M., Diptam, Heilpflanze; s. lat. dictamnus, diptamnus, F., Diptam, (81-43 v. Chr.); gr. δίκταμνος (díktamnos), F., Diptam; weitere Herkunft unklar, vielleicht vom Berg Δίκτη (Díktē) in Kreta, Frisk 1, 394; L.: Kluge 1. A. s. u. Diptam, DW 2, 1084, DW2 6, 1114, Duden s. u. Diptam; Son.: vgl. poln. dyptam, Sb., Diptam; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Rautengewächsen gehörende Staude mit an ätherischen Ölen reichen entzündbaren Blättern; BM.: ?; F.: Diptam, Diptams+FW; Z.: Dipt-am
Diptychon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Diptychon, Flügelaltar; ne. diptych; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1734; I.: Lw. lat. diptychum; E.: s. lat. diptychum, N., Doppelschale der Auster, Schreibtafel aus zwei Täfelchen, Doppeltafel, Verzeichnis, (um 340-397 n. Chr.); vgl. δίπτυχος (díptychos), Adj., doppelt zusammengelegt; gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. πτύσσειν (ptýssein), V., zusammenlegen, falten; vgl. idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: DW2 6, 1114, Duden s. u. Diptychon; Son.: vgl. nndl. diptiek, Sb., Diptychon; frz. diptyque, M., Diptychon; nschw. diptyk, Sb., Diptychon; poln. dyptyk, M., Diptychon; nir. diptic, F., Diptychon; lit. diptikas, M., Diptychon; GB.: seit 1734 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Altertum entwickeltes in der Mitte zusammenklappbares rechteckiges Täfelchen aus Elfenbein oder Holz oder Metall mit einer mit Wachs überzogenen Innenfläche die als Schreibfläche diente sowie in dem Mittelalter eine aufklappbare Doppeltafel; BM.: doppelt gefaltet; F.: Diptychon, Diptychons, Diptychen, Diptycha+FW(+EW); Z.: Di-p-tyh-on
dir, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. dir (Dat. Sg.); Hw.: s. deiner, dich, du
direkt, nhd., (Part.-Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. direkt, gerade (Adj.) (2), unmittelbar; ne. direct (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Direktor, dirigieren, Direktive; I.: Lw. lat. dirēctus; E.: s. lat. dīrēctus, Adj., gerade gerichtet, in gerader Richtung laufend, gerade (Adj.) (2), (um 450 v. Chr.); vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, begradigen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. direkt, EWD s. u. direkt, DW2 6, 1116, Duden s. u. direkt; Son.: vgl. nndl. direct, Adj., direkt; frz. direct, Adj., direkt; nschw. direkt, Adj., direkt; nnorw. direkte, Adj., direkt; nir. díreach, Adj., direkt; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt mögliches unmittelbar; BM.: gerade richten; F.: direkt, direkte, direktes, direktem, direkten, direkter(, direktere, direkteres, direkterem, direkteren, direkterer, direkteste, direktestes, direktestem, direktesten, direktester)+FW+EW; Z.: di-rek-t
$Direkteur, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Direkteur; E.: s. Direktor; L.: Kluge s. u. Direktor, fehlt DW; GB.: seit 1663 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Leiter (M.) einer von Menschen entwickelten und verwendeten Einrichtung; F.: Direkteur, Direkteurs, Direkteure, Direkteuren+FW(+EW?); Z.: Di-rek-t-eur
Direktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Direktion, Leitung, Richtung; ne. directorate, administration, direction; Vw.: -; Hw.: s. direkt, Direktive, Direktor, dirigieren; Q.: 1554; I.: Lw. lat. dīrēctio; E.: s. lat. dīrēctio, F., Gerademachen, Geradheit, gerade Linie, ebener Abputz, Berappung, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Direktor, fehlt DW, EWD s. u. Direktion, DW2 6, 1118, Duden s. u. Direktion; Son.: vgl. nndl. directie, Sb., Direktion; nnorw. direktion, F., Direktion, Leitung; nnorw. direksjon, M., Direktion; poln. dyrekcja, F., Direktion; lit. direkcija, F., Direktion; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Leitung einer vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten administrativen Einheit oder eine seit Entstehung der Welt mögliche Richtung; BM.: gerade richten; F.: Direktion, Direktionen+FW+EW; Z.: Di-rek-t-io-n
Direktive, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Direktive, Vorgabe, Anweisung, Weisung, Richtlinie; ne. directive; Vw.: -; Hw.: s. direkt, dirigieren, Direktion, Direktor, Direktorium, Direktrice; Q.: 1820; I.: z. T. lat. Lw.; E.: entweder verkürzt von Direktivnorm beziehungsweise Direktivregel, oder vgl. mlat. dīrēctīvus, Adj., richtend, bestimmend, lenkend, leitend; vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, begradigen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Direktive, DW2 6, 1120, Duden s. u. Direktive; Son.: vgl. nndl. directief, Sb., Direktive; frz. directive, F., Direktive; nschw. direktiv, N., Direktive; nnorw. direktiv, M., Direktive; poln. dyrektywa, F., Direktive; lit. direktyva, F., Direktive; GB.: seit 1820 belegte und möglicherweise aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von einer übergeordneten Stelle gegebene Anweisung oder Weisung oder Richtlinie; BM.: bestimmen; F.: Direktive, Direktiven+FW+EW; Z.: Di-rek-t-iv-e
Direktor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Direktor, Lenker, Leiter (M.); ne. director, headmaster, principal; Vw.: -; Hw.: s. direkt, Direkteur, dirigieren, Direktive, Direktion, Direktorium, Direktrice; Q.: 1586 (Evangelische Kirchenordnung); I.: Lw. lat. dīrēctor; E.: s. lat. dīrēctor, M., Lenker, Leiter (M.), (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, begradigen, geradeaus laufen lassen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Direktor, fehlt DW, EWD s. u. Direktor, DW2 6, 1120, Duden s. u. Direktor; Son.: vgl. nndl. directeur, Sb., Direktor; frz. directeur, M., Direktor; nschw. direktör, Sb., Direktor; nnorw. direktor, M., Direktor; poln. dyrektor, M., Direktor; nir. díritheoir, M., Direktor; lit. direktorius, M., Direktor; GB.: seit 1586 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Leiter (M.) von Schulen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen; BM.: gerade richten; F.: Direktor, Direktors, Direktoren+FW+EW; Z.: Di-rek-t-or
Direktorium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Direktorium, Leitung, Vorstand; ne. directorate; Vw.: -; Hw.: s. direkt, Direktive, Direktion, Direktor, Direktorium, dirigieren; Q.: 1604; I.: Lw. lat. dīrēctōrium; E.: s. lat. dīrēctōrium, N., vorgeschriebener Reiseweg, vorgeschriebene Reiserichtung, Anleitung, (438 n. Chr.); vgl. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Direktor, fehlt DW, EWD s. u. Direktor, DW2 6, 1122, Duden s. u. Direktorium; GB.: seit 1604 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein Führungsorgan (Vorstand) einer administrativen Einheit; BM.: gerade richten; F.: Direktorium, Direktoriums, Direktorien+FW; Z.: Di-rek-t-or-i-um
Direktrice, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Direktrice, leitende Angestellte (F.), Leiterin; ne. manageress; Vw.: -; Hw.: s. direkt, Direktive, Direktion, Direktor, Direktorium, dirigieren; Q.: 1785; I.: Lw. frz. directrice; E.: s. frz. directrice, F., Direktrice, Leiterin; vgl. frz. diriger, V., leiten, dirigieren; lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Direktor, fehlt DW, EWD s. u. Direktor, DW2 6, 1122, Duden s. u. Direktrice; GB.: seit 1785 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche leitende Angestellte oder Leiterin; BM.: gerade richten; F.: Direktrice, Direktricen+FW; Z.: Di-rek-t-ric-e
$Dirigent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Dirigent; E.: s. dirigieren; L.: Kluge s. u. dirigieren, fehlt DW, EWD s. u. dirigieren; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Leiter (M.) eines von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und seitdem verwendeten Chores oder einer Kapelle; F.: Dirigent, Dirigenten+FW; Z.: Di-rig-ent
dirigieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. dirigieren, leiten, bestimmen; ne. direct (V.), conduct (V.); Vw.: -; Hw.: s. direkt, Direktive, Direktion, Direktor, Direktorium, Direktrice; Q.: 1555; I.: Lw. lat. dīrigere; E.: s. lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dirigieren, fehlt DW, EWD s. u. dirigieren, Duden s. u. dirigieren; Son.: vgl. nndl. dirigeren, V., dirigieren; frz. diriger, V., leiten, dirigieren; nschw. dirigera, V., dirigieren; nnorw. dirigere, V., dirigieren; poln. dyrygować, V., dirigieren; lit. diriguoti, V., dirigieren; GB.: seit 1555 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leiten oder bestimmen; BM.: gerade richten; F.: dirigieren, dirigiere, dirigierst, dirigiert, dirigierest, dirigieret, dirigierte, dirigiertest, dirigierten, dirigiertet, ##dirigiert, dirigierte, dirigiertes, dirigiertem, dirigierten, dirigierter##, dirigierend, ###dirigierend, dirigierende, dirigierendes, dirigierendem, dirigierenden, dirigierender###, dirigier (!)+FW+EW; Z.: di-rig-ier-en
$Dirigismus, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Dirigismus; E.: s. dirigi(eren), s. ismus; L.: Kluge s. u. dirigieren, fehlt DW; GB.: seit 1951 belegte und aus dirig(ieren) und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete staatliche Wirtschaftslenkung; F.: Dirigismus+FW; Z.: Di-rig-ism-us
$dirigistisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. dirigistisch, Dirigismus betreffend, durch Dirigismus bestimmt; E.: s. dirig(ieren), s. istisch; L.: Kluge s. u. dirigieren, fehlt DW; GB.: seit 1957 belegte und aus dirig(ieren) und istisch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Dirigismus betreffend oder durch Dirigismus bestimmt; F.: dirigistisch, dirigistische, dirigistisches, dirigistischem, dirigistischen, dirigistischer(, dirigistischere, dirigistischeres, dirigistischerem, dirigistischeren, dirigistischerer, dirigistischst, dirigistischste, dirigistischstes, dirigistischstem, dirigistischsten, dirigistischster)+FW+EW; Z.: di-rig-ist-isch
$Dirndl, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Dirndl, junges Mädchen, Trachtenkleid; E.: s. Dirn(e), s. d, s. (e)l; L.: Kluge s. u. Dirndl, fehlt DW, EWD s. u. Dirne; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Dirn(e) und d sowie (e)l belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches junges Mädchen sowie später auch für ein vielleicht ab 1870 entwickeltes und verwendetes Trachtenkleid; F.: Dirndl, Dirndls, Dirndln+EW; Z.: Di-rn-d-l
$Dirndlkleid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dirndlkleid; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Dindl, s. Kleid; L.: Kluge s. u. Dirndl, fehlt DW, EWD s. u. Dirne; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Dirndl und Kleid gebildete Bezeichnung für ein vielleicht ab 1870 entwickeltes und verwendetes Trachtenkleid; F.: Dirndlkleid, Dirndlkleids, Dirndlkleides, Dirndlkleider, Dirndlkleidern+EW; Z.: Di-rn-d-l—kleid
Dirne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Dirn, Jungfrau, Magd, Hure, Prostituierte; ne. girl, lass, harlot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. dierne, dirne, diern, dieren, derne, diernīn, st. F., sw. F., Dienerin, Magd, Mädchen, junge Frau, feiler Mensch, käuflicher Mensch, Dirne; mnd. dērne, F., Dienerin; mnl. dierne, F., Dienerin, Dienstmagd, junges Mädchen; ahd. diorna, st. F. (ō), sw. F. (n), Dirn, Jungfrau, Mädchen; as. thiorna, sw. F. (n), Dirne, Jungfrau; anfrk. thierna*, st. F. (ō), sw. F. (n), „Dirn“, Jungfrau, Mädchen; germ. *þewernō, st. F. (ō), Knechtstochter, Dienerin; germ. *þewernō-, *þewernōn, sw. F. (n), Knechtstochter, Dienerin; vgl. idg. *tekᵘ̯-, V., laufen, fließen, Pokorny 1059? (1840/17) (RB. idg. aus ind., iran., alb., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dirne, Kluge s. u. Dirne, EWD s. u. Dirne, DW 2, 1185, DW2 6, 1125, EWAhd 2, 681, Falk/Torp 177, Duden s. u. Dirne, Bluhme s. u. Dirne; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. þerna (1), sw. F. (n), Dienstmädchen; got. *þiwairna, st. F. (ō), Magd; nndl. deern, Sb., Dirne, Mädchen; nschw. tärna, Sb., Mädchen (im Gefolge der Hl. Lucia); GB.: (diorna) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine junge Frau die in der Gegenwart abwertend nur noch für eine Prostituierte verwendet wird; BM.: laufen; F.: Dirne, Dirnen+EW; Z.: Di-rn-e
dis…, des…, nhd., Partikel., (12. Jh.?): nhd. dis..., des...; ne. dis…; Vw.: s. -agio; Hw.: s. zer…; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. dis-; E.: lat. dis…, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dis-, EWD s. u. dis-, Duden s. u. dis-; Son.: vgl. nndl. dis…, Präf., dis…; frz. dis…, Präf., dis…; nschw. dis…, Präf., dis…; nnorw. dis…, Präf., dis…; poln. dys…, Präf., dis…; lit. dis…, Präf., dis…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe für eine Verneinung oder einen Gegensatz verwendete Bezeichnung; BM.: zwei; F.: dis…, des…+FW; Z.: di-s-
Disagio, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Disagio, Abschlag, Kreditabschlag; ne. disagio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1862 (Wörterbuch); I.: Lw. it. disaggio; E.: s. it. disaggio, M., Disagio; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); it. aggio, M., Betrag über dem Nennwert; über byz. ἀλλάγιον (allágion) von gr. ἀλλαγή (allagḗ), F., Vertauschung, Veränderung; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; s. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Disagio, fehlt DW, DW2 6, 1127, Duden s. u. Disagio; Son.: vgl. nndl. disagio, Sb., Disagio; nnorw. disagio, M., Disagio; poln. disagio, Sb., Disagio; GB.: seit 1862 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen Abschlag (Kreditabschlag) beispielsweise von 10 Prozent um den der Kurs oder der tatsächlich gezahlte Preis hinter dem Nennwert eines Wertpapiers zurücksteht; BM.: Fehlbetrag; F.: Disagio, Disagios, Disagien (!)+FW; Z.: Di-s-ag-io
Diskant, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Diskant, höchste Stimmlage, höchste Tonlage; ne. descant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1291 (Reinfried von Braunschweig); I.: Lw. mlat. discantus; E.: s. mhd. discant, discante, M., Gegenstimme, höchste Stimmlage, höchste Tonlage; mhd. discante, Sb., Diskante; mnd. diskant, discant, Sb., Diskant, Oberstimme in dem Gesang, Gegenstimme, in dem Diskant gesetztes Musikstück; mlat. discantus, M., Gegenstimme; mhd. discant, discante, M., Gegenstimme, höchste Stimmlage, höchste Tonlage; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cantus, M., Singen, Gesang, Besingen, Ton (M.) (2), Melodie, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen, krähen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Diskant, EWD s. u. Diskant, DW2 6, 1132, Duden s. u. Diskant; Son.: vgl. nndl. discant, Sb., Diskant; nschw. diskant, Sb., Diskant; nnorw. diskant, M., Diskant; poln. dyszkant, M., Diskant; lit. diskantas, M., Diskant; GB.: seit nach 1291 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und die Entwicklung von Sprache mögliche höchste Stimmlage oder Tonlage der menschlichen Stimme; BM.: Gegenstimme; F.: Diskant, Diskants, Diskante (!), Diskanten (!)+FW+EW; Z.: Di-s-kan-t
Diskette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diskette, Floppy, Magnetscheibe, Kunststoffscheibe; ne. diskette, discette, disk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. diskette, discette; E.: s. ne. diskette, discette, N., Diskette; vgl. ne. disk, N., Platte, Scheibe; lat. discus, M., runde Scheibe, Teller, Schüssel, Schale (F.) (1), Platte, (um 250-184 v. Chr.); gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diskette, fehlt DW, Duden s. u. Diskette; Son.: vgl. nndl. diskette, Sb., Diskette; frz. disquette, F., Diskette; nschw. diskett, Sb., Diskette; nnorw. diskett, M., Diskette; poln. dyskietka, F., Diskette; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen tragbaren magnetischen Datenträger auf einer dünnen flexiblen Kunststoffscheibe; BM.: kleine Scheibe; F.: Diskette, Disketten+FW; Z.: Di-s-k-ett-e
Diskjockey, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Diskjockey, Musikpräsentator; ne. diskjockey, disk jockey; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. diskjockey; E.: s. ne. diskjockey, M., Diskjockey; vgl. ne. disk, N., Platte, Scheibe; lat. discus, M., runde Scheibe, Teller, Schüssel, Schale (F.) (1), Platte, (um 250-184 v. Chr.); gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. jockey, M., Jockey; vgl. ne. Jock, M., PN, Jack, Hilfsarbeiten Erledigender; von zwei Vornamen abstammend; s. lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; und von lat. Iācōb, M.=PN, Jakob; hebr. ya‘aqōb, PN, Jakob, Fersenhalter; L.: Kluge s. u. Diskjockey, fehlt DW, EWD s. u. Diskothek, DW2 6, 1133, Duden s. u. Diskjockey; Son.: abgekürzt mit DJ; vgl. nndl. discjockey, Sb., Diskjockey; frz. disc-jockey, M., Diskjockey; nschw. diskjockey, Sb., Diskjockey; nnorw. diskjockey, M., Diskjockey; poln. disc jockey, M., Diskjockey; lit. diskžokėjus, M., Diskjockey; GB.: seit 1964 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus disc und jockey gebildete Bezeichnung für einen für ein Publikum unterhaltsam Musiktitel auswählenden und abspielenden Menschen; BM.: Plattenvorspielender; F.: Diskjockey, Diskjockeys+FW; Z.: Di-s-k-jock-ey
Disko, Disco, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Disko, Tanzlokal; ne. disco; Vw.: -; Hw.: s. Diskothek; Q.: 20. Jh.; I.: wohl ne. Lw.; E.: wohl aus dem amerikanischen Englisch übernommen, wobei Wort aber in Paris entstanden ist; vgl. ne. disk, N., Platte, Scheibe; lat. discus, M., runde Scheibe, Teller, Schüssel, Schale (F.) (1), Platte, (um 250-184 v. Chr.); gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Disko, fehlt DW, Duden s. u. Disco; Son.: vgl. nndl. disco, Sb., Disko; frz. disco, M.?, Disko; nschw. disko, Sb., Disko; nnorw. disko, M., Disko; poln. disco, M., Disko; kymr. disgo, M., Disko; lit. disko, M., Disko; GB.: nach etwas früheren Vorläufern vielleicht seit 1976 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen seit dieser Zeit für jugendliche Menschen entwickelten und verwendeten Ort für Tanzveranstaltungen Jugendlicher beziehungsweise für eine solche Tanzveranstaltung; BM.: Scheibe; F.: Disko, Diskos, Disco, Discos+FW; Z.: Di-s-k-o
Diskont, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Diskont, Vorzinsen; ne. discount (N.); Vw.: -; Hw.: s. Skonto; Q.: 1627; I.: Lw. it. disconto; E.: s. it. disconto, M., Vorzinsen; vgl. mlat. discomputāre, V., abziehen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Diskont, fehlt DW, EWD s. u. Diskont, DW2 6, 1133, Duden s. u. Diskont; Son.: vgl. nndl. disconto, Sb., Diskont; nschw. diskont, Sb., Diskont; nnorw. diskonto, M., Diskont; kymr. discownt, disgownt, M., Diskont; lit. diskontas, M., Diskont; GB.: seit 1627 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei Ankauf einer noch nicht fälligen Zahlung abgezogenen Zins beispielsweise von 4 Prozent; BM.: abziehen; F.: Diskont, Diskonts, Diskonte (!), Diskonten (!)+FW+EW; Z.: Di-s-kon-t
$diskontieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. diskontieren; E.: s. Diskont, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diskont; GB.: seit 1765 belegte und aus Diskont und ieren gebildete Bezeichnung für vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Diskont von beispielsweise 4 Prozent von einer Forderung abziehen; F.: diskontieren, diskontiere, diskontierst, diskontiert, diskontierest, diskontieret, diskontierte, diskontiertest, diskontierten, diskontiertet, ##diskontiert, diskontierte, diskontiertes, diskontiertem, diskontierten, diskontierter##, diskontierend, ###diskontierend, diskontierende, diskontierendes, diskontierendem, diskontierenden, diskontierender###, diskontier (!)+FW+EW; Z.: di-s-kon-t-ier-en
Diskothek, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diskothek, Tanzlokal; ne. discotheque; Vw.: -; Hw.: s. Disko; Q.: 1935; I.: neoklassische Bildung; E.: s. ne. disk, N., Platte, Scheibe; lat. discus, M., runde Scheibe, Teller, Schüssel, Schale (F.) (1), Platte, (um 250-184 v. Chr.); gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Diskothek, fehlt DW, EWD s. u. Diskothek, DW2 6, 1135, Duden s. u. Diskothek; Son.: vgl. nndl. diskotheek, Sb., Diskothek; frz. discothèque, F., Diskothek; nschw. diskotek, Sb., Diskothek; nnorw. diskotek, N., Diskothek; poln. dyskoteka, F., Diskothek; lit. diskoteka, F., Diskothek; GB.: seit 1935 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von jungen Menschen entwickeltes und verwendetes Tanzlokal in dem Musik nicht live gespielt wird als Ort an dem man Schallplatten hören kann, ursprünglich ein Behältnis für Schallplatten bzw. eine Schallplattensammlung; BM.: nach dem Muster von Bibliothek gebildet für den Aufbewahrungsort für Schallplatten; F.: Diskothek, Diskotheken+FW; Z.: Di-s-k-o-the-k
Diskrepanz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Diskrepanz, Widerspruch, Missverhältnis zwischen zwei Gegebenheiten; ne. discrepancy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1599; I.: Lw. lat. discrepantia; E.: lat. discrepantia, F., Disharmonie, Misshelligkeit, Widerspruch; vgl. lat. discrepāre, V., nicht übereinstimmen, disharmonieren, nicht harmonieren, widersprechen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. crepāre, V., klappern, knattern, knurren, krachen; idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Diskrepanz, fehlt DW, EWD s. u. Diskrepanz, DW2 6, 1136, Duden s. u. Diskrepanz; Son.: vgl. nndl. discrepantie, Sb., Diskrepanz; nschw. diskrepans, Sb., Diskrepanz; nnorw. diskrepans, M., Diskrepanz; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Missverhältnis zwischen zwei Gegebenheiten; BM.: nicht übereinstimmen; F.: Diskrepanz, Diskrepanzen+FW; Z.: Di-s-kre-p-anz
diskret, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. diskret, unauffällig, verschwiegen, taktvoll; ne. discreet; Vw.: s. in-; Hw.: s. Diskretion; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. discret; E.: s. frz. discret, Adj., verschwiegen; lat. discrētus, abgesondert, unterschieden, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. discernere, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diskret, fehlt DW, EWD s. u. diskret, DW2 6, 1136, Duden s. u. diskret; Son.: vgl. nndl. discreet, Adj., diskret; nschw. diskret, Adj., diskret; nnorw. diskret, Adj., diskret; poln. dyskretny, Adj., diskret; nir. discréideach, Adj., diskret; lit. diskretiškas, Adj., diskret; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unauffällig oder verschwiegen oder taktvoll; BM.: absondern; F.: diskret, diskrete, diskretes, diskretem, diskreten, diskreter(, diskretere, diskreteres, diskreterem, diskreteren, diskreterer, diskreteste, diskretestes, diskretestem, diskretesten, diskretester)+FW(+EW); Z.: di-skre-t
Diskretion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Diskretion, Taktgefühl, (taktvolle) Verschwiegenheit; ne. discretion; Vw.: s. in-; Hw.: s. diskret; I.: Lw. frz. discrétion; E.: s. frz. discrétion, F., Diskretion, Takt; vgl. frz. discret, Adj., verschwiegen; lat. discrētus, abgesondert, unterschieden, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. discernere, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diskret, EWD s. u. diskret, DW2 6, 1137, Duden s. u. Diskretion; Son.: vgl. nndl. discretie, Sb., Diskretion; nschw. diskretion, Sb., Diskretion; nnorw. diskresjon, M., Diskretion; poln. dyskrecja, F., Diskretion; kymr. disgresiwn, M., Diskretion; GB.: seit um 1565 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche (taktvolle) Verschwiegenheit; BM.: absondern; F.: Diskretion, Diskretionen+FW; Z.: Di-skre-t-io-n
diskriminieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. diskriminieren, herabwürdigen, benachteiligen, schlechter behandeln; ne. discriminate; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. discrīmināre; E.: s. lat. discrīmināre, V., trennen, absondern, scheiden, abteilen, scheiteln, unterscheiden, (81-43 v. Chr.); vgl. discrīmen, N., Scheidendes, Scheide, Scheidelinie, Scheidepunkt; lat. discernere, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diskriminieren, fehlt DW, EWD s. u. diskriminieren, DW2 6, 1138, Duden s. u. diskriminieren; Son.: vgl. nndl. discrimineren, V., diskriminieren; frz. discriminer, V., diskriminieren; nschw. diskriminera, V., diskriminieren; nnorw. diskriminere, V., diskriminieren; poln. dyskryminować, V., diskriminieren; lit. diskriminuoti, V., diskriminieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch unzutreffende Äußerungen in der Öffentlichkeit herabwürdigen oder benachteiligen; BM.: absondern; F.: diskriminieren, diskriminiere, diskriminierst, diskriminiert, diskriminierest, diskriminieret, diskriminierte, diskriminiertest, diskriminierten, diskriminiertet, ##diskriminiert, diskriminierte, diskriminiertes, diskriminiertem, diskriminierten, diskriminierter##, diskriminierend, ###diskriminierend, diskriminierende, diskriminierendes, diskriminierendem, diskriminierenden, diskriminierender###, diskriminier (!)+FW+EW; Z.: dis-kri-m-in-ier-en
$Diskriminierung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Diskriminierung, Herabwürdigung, Benachteiligung; E.: s. diskriminier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. diskriminieren, fehlt DW, EWD s. u. diskriminieren; GB.: seit 1942 belegte und aus diskriminier(en) und ung gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Herabwürdigung oder Benachteiligung; F.: Diskriminierung, Diskriminierungen+FW+EW; Z.: Di-skri-m-in-ier-ung
Diskurs, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Diskurs, Abhandlung, Unterhaltung; ne. discourse (N.); Vw.: -; Hw.: s. diskursiv; Q.: 1517; I.: Lw. lat. discursus; E.: lat. discursus, M., Auseinanderlaufen, Sich-Zerstreuen, Hinundherlaufen, 43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. discurrere, V., ausinander laufen, sich ausbreiten, sich zerstreuen, abschwenken, hinlaufen und herlaufen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diskurs, fehlt DW, EWD s. u. Diskurs, DW2 6, 1139, Duden s. u. Diskurs; Son.: vgl. nndl. discours, Sb., Diskurs; frz. discours, M., Diskurs; nschw. diskurs, Sb., Diskurs; nnorw. diskurs, M., Diskurs; poln. dyskurs, M., Diskurs; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche methodisch aufgebaute Abhandlung über ein bestimmtes meist wissenschaftliches Thema; BM.: auseinander laufen; F.: Diskurs, Diskurses, Diskurse, Diskursen+FW+EW; Z.: Di-s-kurs
diskursiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. diskursiv, abschweifend, beiläufig; ne. discursive; Vw.: -; Hw.: s. Diskurs; Q.: 1722; I.: Lw. mlat. discursīvus; E.: s. mlat. discursīvus, Adj., fortschreitend, schlussfolgernd, ableitend, logisch, (13. Jh.); vgl. lat. discurrere, V., auseinander laufen, sich ausbreiten, sich zerstreuen, abschwenken, (um 50 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Diskurs, fehlt DW, DW2 6, 1140, Duden s. u. diskursiv; Son.: vgl. nschw. diskursiv, Adj., diskursiv, Adj., diskursiv; nndl. diskursiv, Adj., diskursiv; poln. dyskursywny, Adj., diskursiv; nir. dioscúrsach, Adj., diskursiv; GB.: seit 1722 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ein Gespräch betreffend oder beiläufig; BM.: auseinanderlaufen; F.: diskursiv, diskursive, diskursives, diskursivem, diskursiven, diskursiver+FW+EW; Z.: di-s-kurs-iv
Diskus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Diskus, Wurfscheibe, Scheibe; ne. discus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1643; I.: Lw. lat. disus; E.: lat. discus, M., Teller, Wurfscheibe, Diskus, (um 250-184 v. Chr.); gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diskus, fehlt DW, EWD s. u. Diskus, DW2 6, 1141, Duden s. u. Diskus; Son.: vgl. nndl. discus, Sb., Diskus; frz. disque, M., Diskus; nschw. diskus, Sb., Diskus; nnorw. diskos, M., Diskus; poln. dysk, M., Diskus; nir. teasc, F., Diskus; lit. diskas, M., Diskus; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dem Altertum verwendetes flaches Sportgerät in Form einer Scheibe bzw. eine Bezeichnung einer flachen Scheibe; BM.: werfen; F.: Diskus, Diskusses, Disken (!), Diskusse (!), Diskussen (!)+FW(+EW); Z.: Di-s-k-us
Diskussion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Diskussion, Erörterung; ne. discussion; Vw.: -; Hw.: s. diskutieren; Q.: 1532; I.: Lw. lat. discussio; E.: s. lat. discussio, F., Erschütterung, Herausstreichen, Untersuchung, Prüfung, Erörterung, (5. Jh. n. Chr.); vgl. discutere, V., zerschlagen (V.), zerspalten (V.), zersplittern, zerschmettern, zertrümmern; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. diskutieren, fehlt DW, EWD s. u. diskutieren, DW2 6, 1141, Duden s. u. Diskussion; Son.: vgl. nndl. discussie, Sb., Diskussion; frz. discussion, F., Diskussion; nschw. diskussion, Sb., Diskussion; nnorw. diskusjon, M., Diskussion; poln. dyskusja, F., Diskussion; lit. diskusija, F., Diskussion; GB.: seit 1532) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Meinungsaustausch mehrerer Menschen oder eine Erörterung; BM.: zerschlagen (V.); F.: Diskussion, Diskussionen+FW; Z.: Di-s-kuss-io-n
diskutabel, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. diskutabel, erwägenswert, annehmbar; ne. debatable; Vw.: -; Hw.: s. Diskussion, diskutieren; I.: Lw. frz. discutable; E.: s. frz. discutable, Adj., diskutabel; vgl. frz. discuter, V., diskutieren, besprechen; lat. discutere, V., zerschlagen (V.), zerspalten (V.), zersplittern, zerschmettern, zertrümmern, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); frz....able, Suff., ...abel; lat. ābilis, ...abel, ...fähig; vgl. lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, beweglich, passend; lat. habēre, V., haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. diskutieren, EWD s. u. diskutieren, DW2 6, 1142, Duden s. u. diskutabel; Son.: vgl. nschw. diskutabel, Adj., diskutabel; nnorw. diskutabel, Adj., diskutabel; GB.: seit 1868 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches erwägenswert oder annehmbar; BM.: zerschlagen (V.); F.: diskutabel, diskutable, diskutables, diskutablem, diskutablen, diskutabler(, diskutablere, diskutableres, diskutablerem, diskutableren, diskutablerer, diskutabelst, diskutabelste, diskutabelstes, diskutabelstem, diskutabelsten, diskutabelster)+FW+EW; Z.: di-s-kut-ab-el
diskutieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. diskutieren, erörtern, Meinungen äußern und austauschen; ne. discuss; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. discutere; E.: s. lat. discutere, V., zerschlagen (V.), zerspalten (V.), zersplittern, zerschmettern, zertrümmern, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. diskutieren, fehlt DW, EWD s. u. diskutieren, DW2 6, 1143, Duden s. u. diskutieren; Son.: vgl. nndl. discussieren, V., diskutieren; frz. discuter, V., diskutieren; nschw. diskutera, V., diskutieren; nnorw. diskutere, V., diskutieren; poln. dyskutować, V., diskutieren; lit. diskutuoti, V., diskutieren; GB.: seit 1824 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches in einem Gespräch Meinungen äußern und austauschen; BM.: zerschlagen (V.); F.: diskutieren, diskutiere, diskutierst, diskutiert, diskutierest, diskutieret, diskutierte, diskutiertest, diskutierten, diskutiertet, ##diskutiert, diskutierte, diskutiertes, diskutiertem, diskutierten, diskutierter##, diskutierend, ###diskutierend, diskutierende, diskutierendes, diskutierendem, diskutierenden, diskutierender###, diskutier (!)+FW+EW; Z.: di-s-kut-ier-en
disparat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. disparat, verschieden, ungleich, ungleichartig; ne. disparate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1773 (Herder); I.: Lw. lat. disparātus; E.: s. lat. disparātus, Adj., abgesondert, getrennt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. disparāre, V., auseinander paaren, absondern, trennen, entfernen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. disparat, fehlt DW, DW2 6, 1145, Duden s. u. disparat; Son.: vgl. nndl. disparaat, Adj., disparat; frz. disparate, Adj., disparat; nschw. disparat, Adj., disparat; GB.: seit 1773 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches verschieden oder ungleich oder ungleichartig; BM.: getrennt; F.: disparat, disparate, disparates, disparatem, disparaten, disparater(, disparatere, disparateres, disparaterem, disparateren, disparaterer, disparateste, disparatestes, disparatestem, disparatesten, disparatester)+FW+EW; Z.: di-s-par-at
Dispatcher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dispatcher, Disponent, Zuständiger für einen bestmöglichen Arbeitsablauf; ne. dispatcher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. dispatcher; E.: s. ne. dispatcher, M., Dispatcher, Disponent, Zuteiler; vgl. ne. dispatch, V., absenden, zu Ende bringen; it. dispacciare, V., absenden; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Dispatcher, Duden s. u. Dispatcher; Son.: vgl. frz. dispatcher, M., Dispatcher, Disponent; nnorw. dispajør, M., Dispatcher; poln. dyspozytor, M., Dispatcher; lit. dispečeris, M., Dispatcher; GB.: vielleicht vor 1957 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Italienischen aufgenommene und teilweise umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen für die zentrale Lenkung und Kontrolle eines Arbeitsablaufs in Herstellung und Vertrieb verantwortlichen Menschen oder Disponenten; BM.: versenden; F.: Dispatcher, Dispatchers, Dispatchern+FW; Z.: Dispatch-er
Dispens, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Dispens, Aufhebung, Befreiung; ne. dispensation, exemption; Vw.: -; Hw.: s. dispensieren; Q.: nach 1504; I.: Lw. mlat. dispēnsa; E.: s. mlat. dispēnsa, F., Ausgabe, Kosten (Pl.), Aufwand, (795); vgl. lat. dispēnsāre, V., verhältnismäßig zuteilen, zuteil werden lassen, genau abwägen, gleichmäßig einteilen, (um 250-184 v. Chr.); lat. dispendere, V., auswiegen, abwägen; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dispensieren, DW 2, 1190, EWD s. u. dispensieren, DW2 6, 1146, Duden s. u. Dispens; Son.: vgl. nschw. dispens, Sb., Dispens; GB.: nach 1504 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Aufhebung oder Befreiung von einer Verpflichtung; BM.: entbinden bzw. zerteilen; F.: Dispens, Dispenses, Dispense, Dispensen (!)+FW+EW; Z.: Di-s-pen-s
$Dispensation, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Dispensation, Befreiung; Q.: 1276 (Urkunde); I.: Lw. lat. dispēnsātio; E.: s. mhd. dispensacion, st. F., Dispensation, Dispens, Befreiung; mhd. dispensacie, st. F., Dispensation, Dispens, Befreiung; mnd. dispensātie, F., Dispens; lat. dispēnsātio, F., Dispensation, Dispens, Befreiung, (81-43 v. Chr.); lat. dispendere, V., auswiegen, abwägen; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. dispensieren, DW 2, 1190 (Dispensationsbulle, DW2 6, 1146; GB.: seit 1276 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Befreiung; F.: Dispensation, Dispensationen+FW+EW; Z.: Di-s-pen-s-at-io-n
$Dispenser, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Dispenser; E.: s. dispensier(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. dispensieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für Ausgabe von Erzeugnissen; F.: Dispenser, Dispensern+FW; Z.: Di-s-pen-s-er
dispensieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. dispensieren, aufheben, befreien; ne. dispense; Vw.: -; Hw.: s. Dispens; Q.: um 1220 (Heinrich und Kunigunde des Ebernand von Erfurt); E.: s. mhd. dispensieren, sw. V., dispensieren, befreien, entbinden; mnd. dispensēren, sw. V., dispensieren, Erlass geben, Nachsicht haben, Dispens nehmen, von einem Dispens Gebrauch machen; lat. dispēnsāre, V., verhältnismäßig zuteilen, verhältnismäßig austeilen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dispendere, V., auswiegen, abwägen; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dispensieren, DW 2, 1190, EWD s. u. dispensieren, DW2 6, 1149, Duden s. u. dispensieren; Son.: vgl. nndl. dispenseren, V., dispensieren; frz. dispenser, V., dispensieren; nschw. dispensera, V., dispensieren; nnorw. dispensere, V., dispensieren; GB.: seit um 1220 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches jemanden von einer Verpflichtung entbinden oder befreien; BM.: entbinden bzw. zerteilen; F.: dispensieren, dispensiere, dispensierst, dispensiert, dispensierest, dispensieret, dispensierte, dispensiertest, dispensierten, dispensiertet, ##dispensiert, dispensierte, dispensiertes, dispensiertem, dispensierten, dispensierter##, dispensierend, ###dispensierend, dispensierende, dispensierendes, dispensierendem, dispensierenden, dispensierender###, dispensier (!)+FW+EW; Z.: di-s-pen-s-ier-en
disponibel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. disponibel, verfügbar; ne. available, disposable; Vw.: -; Hw.: s. disponieren, Disposition; Q.: 1782; I.: Lw. frz. disponible; E.: s. frz. disponible, Adj., disponibel, verfügbar; mlat. dispōnibilis, Adj., verfügbar (um 1367); vgl. lat. dispōnere, V., an verschiedenen Punkten aufstellen, umherstellen, verteilen, aufteilen, (234-149 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. disponieren, fehlt DW, EWD s. u. disponieren, DW2 6, 1150, Duden s. u. disponibel; Son.: vgl. nndl. disponibel, Adj., disponibel; nschw. disponibel, Adj., disponibel; nnorw. disponibel, Adj., disponibel; lit. disponuojamas, Adj., disponibel; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verfügbar; BM.: verteilen bzw. auseinander legen; F.: disponibel, disponible, disponibles, disponiblem, disponiblen, disponibler+FW+EW; Z.: di-s-po-n-ib-el
disponieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. disponieren, verfügen, einteilen, planen; ne. dispose; Vw.: -; Hw.: s. deponieren, indisponiert, disponibel, Disposition, disponiert; I.: Lw. lat. dispōnere; E.: s. lat. dispōnere, V., an verschiedenen Punkten aufstellen, umherstellen, verteilen, aufteilen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. disponieren, fehlt DW, EWD s. u. disponieren, Duden s. u. disponieren; Son.: s. mnd. disponēren, sw. V., disponieren; vgl. nndl. disponeren, V., disponieren; frz. disposer, V., disponieren; nschw. disponera, V., disponieren; nnorw. disponere, V., disponieren; poln. dysponować, V., disponieren; lit. disponuoti, V., disponieren; GB.: seit 1501 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verfügen oder einteilen; BM.: verteilen bzw. auseinanderlegen; F.: disponieren, disponiere, disponierst, disponiert, disponierest, disponieret, disponierte, disponiertest, disponierten, disponiertet, ##disponiert, disponierte, disponiertes, disponiertem, disponierten, disponierter##, disponierend, ###disponierend, disponierende, disponierendes, disponierendem, disponierenden, disponierender###, disponier (!)+FW+EW; Z.: di-s-po-n-ier-en
disponiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. disponiert, angeordnet, veranlagt; ne. disposed; Vw.: s. in-; Hw.: s. Disposition, disponieren; I.: lat. Lw.; E.: s. disponieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. disponieren, Duden s. u. disponieren; GB.: seit 1592 belegte und aus disponier(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches geordnet oder angeordnet oder veranlagt; BM.: verteilen bzw. auseinander legen; F.: disponiert, disponierte, disponiertes, disponiertem, disponierten, disponierter(, disponiertere, disponierteres, disponierterem, disponierteren, disponierterer, disponiertest, disponierteste, disponiertestes, disponiertestem, disponiertesten, disponiertester)+FW+EW; Z.: di-s-po-n-ier-t
Disposition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Disposition, Anordnung, Empfänglichkeit, Anlage, Verfügung; ne. disposition; Vw.: s. in-; Hw.: s. disponieren, disponiert, disponibel; I.: Lw. lat. dispositio; E.: s. lat. dispositio, F., taktische Aufstellung, Anordnung, Reihenfolge, Rangfolge, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. dispōnere, V., an verschiedenen Punkten aufstellen, umherstellen, verteilen, aufteilen, (234-149 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. disponieren, fehlt DW, EWD s. u. disponieren, DW2 6, 1153, Duden s. u. Disposition; Son.: vgl. nschw. disposition, Sb., Disposition; nnorw. disposisjon, M., Disposition; GB.: seit 1509 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Anlage oder Verfügung oder Verfügungsfähigkeit; BM.: verteilen bzw. auseinanderlegen; F.: Disposition, Dispositionen (!)+FW+EW; Z.: Di-s-po-s-it-io-n
Disput, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Disput, Meinungsverschiedenheit, Unterredung; ne. dispute (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1420 (Kleine Berner Chronik des Konrad Justinger); I.: Lw. frz. dispute; E.: s. frz. dispute, F., Disput, Disput, Streit; vgl. frz. disputer, V., streiten; lat. disputāre, V., ins Reine bringen, streiten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. ausgr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Disput, EWD s. u. disputieren, DW2 6, 1156, Duden s. u. Disput; Son.: vgl. nndl. dispuut, Sb., Disput; nschw. dipyt, Sb., Disput; nnorw. disputt, M., Disput; poln. dysputa, F., Disput; GB.: seit nach 1420 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entwicklung von Sprache mögliches von Menschen mit unterschiedlichen Ansichten geführtes Gespräch oder eine Meinungsverschiedenheit oder eine Unterredung; BM.: auseinanderschneiden bzw. streiten; F.: Disput, Disputes, Disputs, Dispute (!), Disputen (!)+FW+EW; Z.: Di-s-pu-t
Disputation, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Disputation, Streitgespräch, Meinungsaustausch; ne. disputation; Vw.: -; Hw.: s. Disput, disputieren; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); E.: mhd. disputāzie, sw. F., Disputation, Streitgespräch, Erörterung; mnd. disputācie, disputātie, F., Disput, Disputation, Wortgefecht; lat. disputātio, F., Berechnung, Rechnung, Rechenaufgabe, Abhandlung, Untersuchung, Erörterung, Streitgespräch, Kontroverse, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. disputāre, V., ins Reine bringen, streiten; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. ausgr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Disput, DW 2, 1190, EWD s. u. disputieren, DW2 6, 1157, Duden s. u. Disputation; Son.: vgl. nnorw. disputation, Sb., Disputation; nnorw. disputas, M., Disputation; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Meinungsaustausch; BM.: auseinanderschneiden bzw. streiten; F.: Disputation, Disputationen (!)+FW+EW; Z.: Di-s-pu-t-at-io-n
disputieren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. disputieren, lebhaft erörtern, Meinungen austauschen; ne. dispute (V.), contend (V.); Vw.: -; Hw.: s. Disput, Disputation; Q.: 12. Jh. (Leipziger Predigten); E.: mhd. disputieren, tisputieren, disputieren, streiten, ein Streitgespräch führen; mnd. disputēren, sw. V., disputieren, Wortgefecht halten, streiten; lat. disputāre, V., ins Reine bringen, streiten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. ausgr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Disput, DW 2, 1190, EWD s. u. disputieren, DW2 6, 1158, Duden s. u. disputieren; Son.: vgl. nndl. disputeren, V., disputieren; nschw. disputera, V., disputieren; nnorw. disputere, V., disputieren; poln. dysputować, V., disputieren; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Meinungen austauschen; BM.: auseinanderschneiden bzw. streiten; F.: disputieren, disputiere, disputierst, disputiert, disputierest, disputieret, disputierte, disputiertest, disputierten, disputiertet, ##disputiert, disputierte, disputiertes, disputiertem, disputierten, disputierter##, disputierend, ###disputierend, disputierende, disputierendes, disputierendem, disputierenden, disputierender###, disputier (!)+FW+EW; Z.: di-s-pu-t-ier-en
$Disqualifikation, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Disqualifikation, Ausschluss; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Qualität; GB.: vielleicht seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dis und Qualifikation gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ausschluss wegen fehlender Fähigkeiten oder Güte; F.: Disqualifikation, Disqualifikationen (!)+FW+EW; Z.: Di-s—qua-l-i-fi-k-at-io-n
$disqualifizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. disqualifizieren, ausschließen; E.: s. dis, s. qualifizieren; L.: Kluge s. u. Qualität, fehlt DW, EWD s. u. Qualität; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dis und qualifizieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches wegen fehlender Fähigkeiten oder Güte ausschließen; F.: disqualifizieren, disqualifiziere, disqualifizierst, disqualifiziert, disqualifizierest, disqualifizieret, disqualifizierte, disqualifiziertest, disqualifizierten, disqualifiziertet, ##disqualifiziert, disqualifizierte, disqualifiziertes, disqualifiziertem, disqualifizierten, disqualifizierter##, disqualifizierend, ###disqualifizierend, disqualifizierende, disqualifizierendes, disqualifizierendem, disqualifizierenden, disqualifizierender###, disqualifizier (!)+FW+EW; Z.: di-s—qua-l-i-fi-z-ier-en
$Disqualifizierung, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Disqualifizierung; E.: s. qualifizier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Qualität; GB.: vielleicht seit 1909 belegte und aus disqualifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ausschluss wegen fehlender Fähigkeiten oder Güte; F.: Disqualifizierung, Disqualifizierungen (!)+FW+EW; Z.: Di-s—qua-l-i-fi-z-ier-ung
Dissens, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dissens, Uneinigkeit, Meinungsverschiedenheit; ne. dissent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1639; I.: Lw. lat. dissēnsus; E.: s. lat. dissēnsus, M., Nichtübereinstimmen, Meinungsverschiedenheit, Misshelligkeit, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. dissentīre, V., in der Meinung verschieden sein (V.), verschiedener Meinung sein (V.), nicht übereinstimmen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dissens, fehlt DW, DW2 6, 1161, Duden s. u. Dissens; Son.: vgl. frz. dissentiment, M., Dissens; nnorw. dissens, M., Dissens; poln. dyssens, M., Dissens; GB.: seit 1639 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche menschliche Uneinigkeit oder Meinungsverschiedenheit; BM.: nicht übereinstimmen; F.: Dissens, Dissenses, Dissense, Dissensen (!)+FW+EW; Z.: Di-s-sens
Dissertation, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dissertation, Doktorarbeit, Erörterung; ne. dissertation, thesis for a doctorate; Vw.: -; Hw.: s. dissertieren; Q.: 1572; I.: Lw. lat. dissertātio; E.: s. lat. dissertātio, F., Erörterung, Vortrag, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. dissertāre, V., auseinandersetzen, entwickeln, erörtern, ausführlich besprechen; lat. disserere, V., auseinander reihen, auseinandersetzen, erörtern; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Dissertation, fehlt DW, EWD s. u. Dissertation, DW2 6, 1161, Duden s. u. Dissertation; Son.: vgl. nndl. dissertatie, Sb., Dissertation; frz. dissertation, F., Dissertation; nschw. dissertation, Sb., Dissertation; poln. dysertacja, F., Dissertation; lit. disertacija, F., Dissertation; GB.: seit 1572 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dem Spätmittelalter für die Erlangung des Doktorgrads anzufertigende wissenschaftliche Arbeit; BM.: auseinanderteilen bzw. erörtern; F.: Dissertation, Dissertationen+FW+EW; Z.: Di-s-ser-t-at-io-n
dissertieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. dissertieren, an einer Doktorarbeit arbeiten, Doktorarbeit schreiben; ne. write a dissertation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. dissertāre; E.: s. lat. dissertāre, V., auseinandersetzen, entwickeln, erörtern, ausführlich besprechen, oft besprechen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. disserere, V., auseinander reihen, auseinandersetzen, erörtern; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. dissertieren; GB.: seit 1786 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem späteren Mittelalter mögliches an einer Doktorarbeit arbeiten; BM.: auseinanderteilen bzw. erörtern; F.: dissertieren, dissertiere, dissertierst, dissertiert, dissertierest, dissertieret, dissertierte, dissertiertest, dissertierten, dissertiertet, ##dissertiert, dissertierte, dissertiertes, dissertiertem, dissertierten, dissertierter##, dissertierend, ###dissertierend, dissertierende, dissertierendes, dissertierendem, dissertierenden, dissertierender###, dissertier+FW+EW; Z.: di-s-ser-t-ier-en
Dissident, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Dissident, Abweichender, Andersdenker; ne. dissident; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1573; I.: Lw. lat. dissidēns; E.: s. lat. dissidēns, Adj., entfernt seiend, getrennt liegend, nicht übereinstimmend, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. dissidēre, V., entfernt sein (V.), entfernt liegen, getrennt liegen, getrennt sein (V.), nicht übereinstimmen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dissident, fehlt DW, EWD s. u. Dissident, DW2 6, 1162, Duden s. u. Dissident; Son.: vgl. nndl. dissident, Sb., Dissident; frz. dissident, M., Dissident; nnorw. dissident, M., Dissident; poln. dysydent, M., Dissident; lit. disidentas, M., Dissident; GB.: seit 1573 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen von einer vorherrschenden Meinung Abweichenden; BM.: entfernt sitzen; F.: Dissident, Dissidenten+FW+EW; Z.: Di-s-sid-ent
Dissonanz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Dissonanz, Missklang, unharmonischer Zusammenhang, Unstimmigkeit; ne. dissoncance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1432/1438 (Oswald von Wolkenstein); I.: Lw. lat. dissonantia; E.: s. lat. dissonantia, F., Dissonanz, Disharmonie, Ungleichförmigkeit, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. dissonāre, V., verworren tönen, im Ton abweichen, nicht zusammenklingen, schrecklich klingen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sonāre, V., tönen, ertönen, schallen, erschallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch; idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Dissonanz, fehlt DW, EWD s. u. Dissonanz, DW2 6, 1164, Duden s. u. Dissonanz; Son.: vgl. nndl. dissonant, Sb., Dissonanz; frz. dissonance, F., Dissonanz; nschw. dissonans, Sb., Dissonanz; nnorw. dissonans, M., Dissonanz; poln. dysonans, M., Dissonanz; GB.: seit 1432/1438 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schallwellen möglichen Missklang oder eine Unstimmigkeit zweier Töne; BM.: nicht übereinstimmen; F.: Dissonanz, Dissonanzen+FW+EW; Z.: Di-s-son-anz
Distanz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Distanz, Abstand, Entfernung; ne. distance; Vw.: -; Hw.: s. distanzieren; Q.: 1461; I.: Lw. lat. dīstantia; E.: s. lat. dīstantia, F., Auseinanderstehen, Aufstehen, Abstand, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīstāre, V., getrennt sein (V.), entfernt sein (V.), unterschieden sein (V.), auseinanderliegen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Distanz, fehlt DW, EWD s. u. Distanz, DW2 6, 1165, Duden s. u. Distanz; Son.: vgl. nndl. distantie, Sb., Distanz; frz. distance, F., Distanz; nschw. distans, Sb., Distanz; nnorw. distance, M., Distanz; poln. dystans, M., Distanz; GB.: seit 1461 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum möglichen räumlichen Abstand oder eine Entfernung zwischen zwei Gegebenheiten; BM.: auseinanderstehen; F.: Distanz, Distanzen+FW+EW; Z.: Di-sta-nz
distanzieren, nhd., V., (19. Jh.): nhd. distanzieren, sich entfernen; ne. dissociate, distance (V.) onself from; Vw.: -; Hw.: s. Distanz; Q.: 1847; I.: Lw. frz. distancer; E.: s. frz. distancer, V., abrücken, einen Abstand zwischen sich und andere bringen; vgl. frz. distance, F., Distanz, Abstand; lat. dīstantia, F., Auseinanderstehen, Aufstehen, Abstand, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīstāre, V., getrennt sein (V.), entfernt sein (V.), unterschieden sein (V.), auseinanderliegen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Distanz, fehlt DW, EWD s. u. Distanz, DW2 6, 1166, Duden s. u. distanzieren; Son.: vgl. nnorw. distansere, V., distanzieren; poln. dystanosować, V., distanzieren; GB.: seit 1847 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Raumes mögliches sich entfernen oder auf Abstand gehen; BM.: örtlich auseinanderstehen; F.: distanzieren, distanziere, distanzierst, distanziert, distanzierest, distanzieret, distanzierte, distanziertest, distanzierten, distanziertet, ##distanziert, distanzierte, distanziertes, distanziertem, distanzierten, distanzierter##, distanzierend, ###distanzierend, distanzierende, distanzierendes, distanzierendem, distanzierenden, distanzierender###, distanzier (!)+FW+EW; Z.: di-sta-nz-ier-en
$distanziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. distanziert; L.: Kluge s. u. Distanz, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus distanzieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Raum mögliches entfernt; F.: distanziert, distanzierte, distanziertes, distanziertem, distanzierten, distanzierter(, distanziertere, distanzierteres, distanzierterem, distanzierteren, distanzierterer, distanziertest, distanzierteste, distanziertestes, distanziertestem, distanziertesten, distanziertester)+FW+EW; Z.: di-sta-nz-ier-t
Distel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Distel, eine stachelige Pflanze; ne. thistle; Vw.: -; Hw.: (s. Distelfink oder Stieglitz); Q.: 830 (Tatian); E.: mhd. distel, st. M., Distel; mnd. distel, M., Distel; mnl. ditsel, F., Distel; ahd. distil, st. M. (a), Distel; ahd. distila*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Distel; as. thīstil, st. M. (a), Distel; anfrk. -; germ. *þistila-, *þistilaz?, st. M. (a), Distel; vgl. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Distel, Kluge s. u. Distel, EWD s. u. Distel, DW 2, 1192, DW2 6, 1167, EWAhd 2, 691, Falk/Torp 184, Duden s. u. Distel, Bluhme s. u. Distel; Son.: vgl. afries. -; ae. þī̆stel, st. M. (a), Distel; an. þistill, st. M. (a), Distel; got. -; nndl. distel, Sb., Distel; nschw. tistel, Sb., Distel; nnorw. tistel, M., Distel; ai. téjas-, N., Schneide, Spitze; npers. tēγ, Adj., Sb., spitz, Schwert; akymr. tigom, Sb., Punkt, Tupf, Stich?; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche stachelige Pflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: spitz, stechen; F.: Distel, Disteln+EW; Z.: Dist-el
Distichon, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Distichon, Verspaar, Zweizeiler, Doppelvers; ne. distich; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1584; I.: Lw. lat. distichon; E.: s. lat. distichon, N., Distichon, (40-102/103 n. Chr.); gr. δίστιχον (dístichon), N., Distichon; vgl. gr. δίστιχος (dístichos), Adj., zwei Zeilen haben, zweizeilig; gr. δι- (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. στίχος (stíchos), F., Reihe, Linie; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distichon, fehlt DW, DW2 6, 1168, Duden s. u. Distichon; Son.: vgl. nndl. distichon, Sb., Distichon; frz. distique, M., Distichon; poln. dystych, M., Distichon; GB.: seit 1584 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aus einem längeren Hexameter und einem kürzeren Pentameter bestehendes Verspaar wie beispielsweise Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule, im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab; BM.: zwei Zeilen habend; F.: Distichon, Distichons, Distichen+FW; Z.: Di-stich-on
$distinguieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. distinguieren, abtrennen, unterscheiden; L.: fehlt DW, EWD s. u. dinstinguieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (dīstinguere) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abtrennen, unterscheiden; F.: distinguieren, distinguiere, distinguierst, distinguiert, distinguierest, distinguieret, distinguierte, distinguiertest, distinguierten, distinguiertet, ##distinguiert, distinguierte, distinguiertes, distinguiertem, distinguierten, distinguierter##, distinguierend, ###distinguierend, distinguierende, distinguierendes, distinguierendem, distinguierenden, distinguierender###, distinguier (!)+FW+EW; Z.: di-sti-n-gu-ier-en
distinguiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. distinguiert, vornehm, unterschieden; ne. distinguished; Vw.: -; Hw.: s. Distinktion, distinkt, distinktiv; Q.: 1759; E.: von nhd. distinguieren, sw. V., distinguieren, unterscheiden; lat. dīstinguere, V., absondern, trennen, abteilen, scheiden, ordnen, (220-130 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere, V., auslöschen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); vgl. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distinktion, fehlt DW, EWD s. u. distinguieren, DW2 6, 1169, Duden s. u. distinguiert; Son.: vgl. frz. dinstingué, Adj., distinguiert; nschw. distingerad, Adj., distinguiert; nnorw. distingvert, Adj., distinguiert; poln. dystyngowany, Adj., distinguiert; GB.: seit 1759 belegte und aus distinguieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vornehm oder unterschieden; BM.: trennen; F.: distinguiert, distinguierte, distinguiertes, distinguiertem, distinguierten, distinguierter(, distinguiertere, distinguierteres, distinguierterem, distinguierteren, distinguierterer, distinguiertest, distinguierteste, distinguiertestes, distinguiertestem, distinguiertesten, distinguiertester)+FW+EW; Z.: di-sti-n-gu-ier-t
distinkt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. distinkt, voneinander unterschieden, verschieden; ne. distinct; Vw.: -; Hw.: s. distinguiert, Distinktion, distinktiv; Q.: 1616; I.: Lw. lat. dīstīnctus; E.: s. lat. dīstīnctus, (Part. Prät.=)Adj., gehörig abgeteilt, gehörig unterschieden, getrennt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīstinguere, V., absondern, trennen, abteilen, scheiden, ordnen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere, V., auslöschen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); vgl. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distinktion, EWD s. u. distinguieren, DW2 6, 1170, Duden s. u. distinkt; Son.: vgl. nschw. distinkt, Adj., distinkt, unterschieden; nnorw. distinkt, Adj., distinkt; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches voneinander unterschieden oder verschieden; BM.: trennen; F.: distinkt, distinkte, distinktes, distinktem, distinkten, distinkter(, distinktere, distinkteres, distinkterem, distinkteren, distinkterer, distinktest, distinkteste, distinktestes, distinktestem, distinktesten, distinktester)+FW+EW; Z.: di-sti-n-k-t
Distinktion, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Distinktion, Unterscheidung, Auszeichnung; ne. distinction; Vw.: -; Hw.: s. distinguiert, distinkt, distinktiv; Q.: 1376/1402; I.: Lw. lat. dīstīnctio; E.: s. lat. dīstīnctio, F., Absonderung, Scheidung, Unterscheidung, Bestimmung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīstinguere, V., absondern, trennen, abteilen, scheiden, ordnen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere, V., auslöschen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); vgl. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distinktion, fehlt DW, EWD s. u. dinstinguieren, DW2 6, 1170, Duden s. u. Distinktion; Son.: s. mnd. distinccie, distinctie, F., Distinktion, Unterscheidung, Einschnitt, Abschnitt; vgl. nndl. distinctie, Sb., Distinktion; frz. distinction, F., Distinktion; nschw. distinktion, Sb., Distinktion; nnorw. distinksjon, M., Distinktion; GB.: seit 1376/1402 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unterscheidung oder Auszeichnung; BM.: trennen; F.: Distinktion, Distinktionen+FW+EW; Z.: Di-sti-n-k-t-io-n
distinktiv, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. distinktiv, unterschieden, bestimmt; ne. distinctive; Vw.: -; Hw.: s. distinguiert, Distinktion, distinkt; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. dīstīnctīvus; E.: s. lat. dīstīnctīvus, Adj., unterscheidend, trennend, absondernd; vgl. lat. dīstinguere, V., absondern, trennen, abteilen, scheiden, ordnen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere, V., auslöschen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); vgl. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distinktion, fehlt DW, Duden s. u. distinktiv; Son.: vgl. nschw. distinctiv, Adj., distinktiv; nnorw. distinktiv, Adj., distinktiv; poln. dystynktywny, Adj., distinktiv; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches unterschieden oder bestimmt; BM.: trennen; F.: distinktiv, distinktive, distinktives, distinktivem, distinktiven, distinktiver(, distinktivere, distinktiveres, distinktiverem, distinktiveren, distinktiverer, distinktivst, distinktivste, distinktivstes, distinktivstem, distinktivsten, distinktivster)+FW+EW; Z.: di-sti-n-k-t-iv
Distribution, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Distribution, Verteilung, Vertrieb; ne. distribution; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1548; I.: Lw. lat. distribūtio; E.: s. lat. distribūtio, F., Verteilung, Auflösung eines Begriffs in mehrere ähnliche, Einteilung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. distribuere, V., verteilen, austeilen, zuteilen, teilen, zuweisen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken, widmen; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel, einer der drei Stämme; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Distribution, fehlt DW, EWD s. u. Distribution, DW2 6, 1171, Duden s. u. Distribution; Son.: s. mnd. distribūtie, F., Austeilung, Verteilung; vgl. nndl. distributie, Sb., Distribution; frz. distribution, F., Distribution; nschw. distribution, Sb., Distribution; nnorw. distribusjon, M., Distribution; poln. dystrybucja, F., Distribution; lit. distribucija, F., Distrubution; GB.: seit 1548 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verteilung oder für Vertrieb (von Handelsgütern); BM.: auseinanderteilen bzw. verteilen; F.: Distribution, Distributionen+FW+EW; Z.: Di-s-tri-bu-t-io-n
$distributiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. distributiv, verteilend; I.: Lw. lat. distribūtīvus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Distribution; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Vermögen mögliches verteilend; F.: distributiv, distributive, distributives, distributivem, distributiven, distributiver+FW+EW; Z.: di-s-tri-bu-t-iv
Distrikt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Distrikt, Bezirk, Gebiet; ne. district; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1522; I.: Lw. lat. dīstrictus; E.: s. lat. dīstrictus, M., Umgebung der Stadt, Territorium, Gerichtsbezirk; vgl. lat. dīstringere, V., auseinanderziehen, auseinander dehnen, zersplittern; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Distrikt, fehlt DW, EWD s. u. Distrikt, DW2 6, 1172, Duden s. u. Distrikt; Son.: vgl. nndl. district, Sb., Distrikt; frz. district, M., Distrikt; nschw. distrikt, Sb., Distrikt; nnorw. distrikt, M., Distrikt; poln. dystrykt, M., Distrikt; lett. distrikts, M., Distrikt; GB.: seit 1522 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung oder den Hochkulturen des Altertums entwickelten Bezirk oder ein Gebiet; BM.: auseinanderziehen; F.: Distrikt, Distriktes, Distrikts, Distrikte, Distrikten+FW+EW; Z.: Di-stri-k-t
Disziplin, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Disziplin, Zucht, Ordnung, Fach, Wissenschaftszweig; ne. discipline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; E.: mhd. discipline, disciplin, disciplīne, st. F., Bußübung, Kasteiung, Selbstgeißelung, Züchtigung, Strafe; mnd. disciplīne, F., Disziplin, geistliche Zuchtübung; lat. disciplīna, F., Schule, Lehre, Unterricht, Unterweisung, um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. discipulus, M., Schüler; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Disziplin, fehlt DW, EWD s. u. Disziplin, DW2 6, 1173, Duden s. u. Disziplin; Son.: vgl. nndl. discipline, Sb., Disziplin; frz. discipline, F., Disziplin; nschw. disciplin, Sb., Disziplin; nnorw. disiplin, M., Disziplin; poln. dyscyplina, F., Disziplin; nir. disciplín, M., Disziplin; lit. disciplina, F., Disziplin; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Einhalten bestimmter Vorschriften und vorgeschriebener Verhaltensregeln bzw. seit dem 15. Jahrhundert ein Fach oder Wissenschaftszweig; BM.: Schüler bzw. auseinanderlegen; F.: Disziplin, Disziplinen+FW+EW; Z.: Di-s-zip-l-in
$Disziplinar..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. Disziplinar...; L.: Kluge s. u. Disziplin, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Zucht verwendete Bezeichnung; F.: Disziplinar…+FW+EW; Z.: Di-s-zip-l-in-ar-
$disziplinär, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. disziplinär, Zucht betreffend; L.: Kluge s. u. Disziplin, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Zucht betreffend; F.: disziplinär, disziplinäre, disziplinäres, disziplinärem, disziplinären, disziplinärer+FW; Z.: di-s-zip-l-in-är
$disziplinarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. disziplinarisch, Zucht betreffend; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Disziplin; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Disziplin und ar sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Zucht betreffend; F.: disziplinarisch, disziplinarische, disziplinarisches, disziplinarischem, disziplinarischen, disziplinarischer+FW+EW; Z.: di-s-zip-l-in-ar-isch
disziplinieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. disziplinieren, zurechtweisen; ne. discipline (V.); Vw.: -; Hw.: s. Disziplin; Q.: um 1480; I.: Lw. lat. disciplīnāre; E.: s. lat. disciplīnāre, V., unterrichten?, ausbilden, belehren, zur Ordnung rufen, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. discipulus, M., Schüler; vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Disziplin, fehlt DW, DW2 6, 1176, Duden s. u. disziplinieren; Son.: vgl. nndl. disciplineren, V., disziplinieren; frz. discipliner, V., disziplinieren; nschw. disciplinera, V., disziplinieren; nnorw. disiplinere, V., disziplinieren; poln. dyscyplinować, V., disziplinieren; GB.: seit um 1480 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches jemanden zurechtweisen oder einer Zucht und Ordnung unterwerfen; BM.: Schüler bzw. auseinander legen; F.: disziplinieren, diszipliniere, disziplinierst, diszipliniert, disziplinierest, disziplinieret, disziplinierte, diszipliniertest, disziplinierten, diszipliniertet, ##diszipliniert, disziplinierte, diszipliniertes, diszipliniertem, disziplinierten, disziplinierter##, disziplinierend, ###disziplinierend, disziplinierende, disziplinierendes, disziplinierendem, disziplinierenden, disziplinierender###, disziplinier (!)+FW+EW; Z.: di-s-zip-l-in-ier-en
$diszipliniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. diszipliniert, geordnet, zurechtgewiesen; L.: Kluge s. u. Disziplin, fehlt DW, EWD s. u. Disziplin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus disziplinier(en) und (e)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches geordnet oder zurechtgewiesen; F.: diszipliniert, disziplinierte, diszipliniertes, diszipliniertem, disziplinierten, disziplinierter(, diszipliniertere, disziplinierteres, disziplinierterem, disziplinierteren, disziplinierterer, diszipliniertest, disziplinierteste, diszipliniertestes, diszipliniertestem, diszipliniertesten, diszipliniertester)+FW+EW; Z.: di-s-zip-l-in-ier-t
Dithyrambe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dithyrambe, hymnisches Lied, enthusiastisches Gedicht; ne. dithyramb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1534; I.: Lw. lat. dīthyrambus; E.: s. lat. dīthyrambus, M., Dithyrambus (eine Gattung der lyrischen Poesie), (81-43 v. Chr.); gr. διθύραμβος (dithýrambos), M., Dithyrambus (eine Gattung der lyrischen Poesie hauptsächlich auf Bacchus bezogen); vgl. gr. δι (di), Präf., zwei..., zwi...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ἴαμβος (íambos), M., Jambus; Etymologie ungeklärt, nichtindogermanisch?, s. Frisk 1, 704; L.: Kluge s. u. Dithyrambe, fehlt DW, DW2 6, 1177, Dithyrambe; Son.: vgl. nndl. dithyrambe, Sb., Dithyrambe; frz. dithyrambe, M., Dithyrambe; nschw. dityramb, Sb., Dithyrambe; nnorw. dityrambe, M., Dithyrambe; poln. dityramb, M., Dithyrambe; kymr. dithyramb, F., Dithyrambe; nir. diotaram, M., Dithyrambe; GB.: seit 1534 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches enthusiastisches und ursprünglich als Kultlied für Dionysos bestimmtes Gedicht; BM.: zwei, Jambus; F.: Dithyrambe, Dithyramben+FW+EW; Z.: Di-thyr-amb-e
dito, nhd., Partikel, Adv., (15. Jh.): nhd. dito, desgleichen, dasselbe; ne. ditto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; I.: Lw. it. detto; E.: s. it. detto, (Part. Prät.=)Adj., gesagt; vgl. it. dire, V., sagen; vgl. lat. dīcere, V., sagen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dito, fehlt DW, EWD s. u. dito, DW2 6, 1178, Duden s. u. dito; Son.: vgl. nndl. dito, Partikel, Adv., dito; nnorw. ditto, Adv., dito; GB.: seit 1477 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gesagt oder desgleichen oder dasselbe; BM.: sagen; F.: dito+FW+EW; Z.: di-t-o
Dittchen, Düttchen, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Dittchen, Düttchen, kleine Münze, Zehnpfennigstück; ne. small coin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1579; E.: s. fnhd. düttgen, N., kleine Münze; vgl. poln. dudek, M., Wiedehopf; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Dittchen, DW 2, 1197, DW2 6, 1179, Duden s. u. Dittchen; GB.: seit 1579 belegte und aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine kleine Münze (mit einem Bild eines Adlers); BM.: von einer spöttischen Bezeichnung der polnischen Dreigroschenmünze die einen Adler als Wappentier aufwies; F.: Dittchen, Dittchens, Düttchen, Düttchens+FW+EW?; Z.: Ditt-chen
Diva, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Diva, gefeierte Künstlerin, Göttliche; ne. diva; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1658; I.: Lw. it. diva; E.: s. it. diva, F., Göttliche; vgl. lat. dīvus, Adj., göttlich, von göttlicher Natur seiend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. deus, M., Gott, Gottheit; idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Diva, EWD s. u. Diva, DW2 6, 1180, Duden s. u. Diva; Son.: vgl. nndl. diva, Sb., Diva; frz. diva, F., Diva; nschw. diva, Sb., Diva; nnorw. diva, F., Diva; poln. diwa, F., Diva; GB.: seit 1658 belegte und aus dem Italienischen (und mittelbar dem Lateinischen des Altertums) aufgenommene Bezeichnung für eine seit dieser Zeit mögliche gefeierte und oft auch durch Allüren bekannte Künstlerin; BM.: göttlich; F.: Diva, Divas, Diven+FW; Z.: Di-v-a
divergent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. divergent, verschieden, auseinandergehend; ne. divergent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1744; I.: Lw. lat. dīvergēns; E.: s. lat. dīvergēns, (Part. Präs.=)Adj., auseinander gehend; vgl. lat. dīvergere, V., auseinander neigen, auseinander gehen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divergent, fehlt DW, EWD s. u. divergent, DW2 6, 1180, Duden s. u. divergent; Son.: vgl. nndl. divergent, Adj., divergent; frz. divergent, Adj., verschieden (Adj.); nschw. divergerand, Adj., divergent; nnorw. divergerend, Adj., divergent; poln. dywergentny, Adj., divergent; nir. dibhéirseach, Adj., divergent; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit divergieren verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches verschieden oder auseinandergehend; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander neigen; F.: divergent, divergente, divergentes, divergentem, divergenten, divergenter8, divergentere, divergenteres, divergenterem, divergenteren, divergenterer, divergenteste, divergentestes, divergentestem, divergentesten, divergentester)+FW(+EW); Z.: di-ver-g-ent
Divergenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Divergenz, Auseinanderstreben, Abweichen, Nichtübereinstimmung; ne. divergence; Vw.: -; Hw.: s. divergent, divergieren; Q.: 1745; I.: Lw. nlat. divergentia; E.: s. nlat. divergentia, F., Divergenz, Auseinanderstreben; vgl. lat. dīvergere, V., auseinander neigen, auseinander gehen, (98-117 n. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divergent, fehlt DW, EWD s. u. divergieren, DW2 6, 1180, Duden s. u. Divergenz; Son.: vgl. nndl. divergentie, Sb., Divergenz; frz. divergence, F., Divergenz; nschw. divergens, Sb., Divergenz; nnorw. divergens, M., Divergenz; poln. dywergencja, F., Divergenz; nir. dibhéirseacht, F., Divergenz; GB.: seit 1745 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Auseinanderstreben von Strahlen und davon abgeleitet für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Nichtübereinstimmung; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander neigen; F.: Divergenz, Divergenzen+FW+EW; Z.: Di-ver-g-enz
divergieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. divergieren, auseinandergehen; ne. diverge; Vw.: -; Hw.: s. divergent, Divergenz; Q.: 1769 (Lessing); I.: Lw. lat. dīvergere; E.: s. lat. dīvergere, V., auseinander neigen, auseinander gehen, (98-117 n. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divergent, fehlt DW, EWD s. u. divergieren, DW2 6, 1181, Duden s. u. divergieren; Son.: vgl. frz. diverger, V., divergieren; nschw. divergera, V., divergieren; nnorw. divergere, V., divergieren; nir. dibhéirsíonn, V., divergieren; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in verschiedene Richtungen auseinandergehen; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander neigen; F.: divergieren, divergiere, divergierst, divergiert, divergierest, divergieret, divergierte, divergiertest, divergierten, divergiertet, ##divergiert, divergierte, divergiertes, divergiertem, divergierten, divergierter##, divergierend, ###divergierend, divergierende, divergierendes, divergierendem, divergierenden, divergierender###, divergier (!)+FW+EW; Z.: di-ver-g-ier-en
divers, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. divers, unterschieden, verschieden, unterschiedlich; ne. diverse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. dīversus; E.: s. lat. dīversus, (Part. Prät.=)Adj., nach mehreren Richtungen hingeneigt, mit sich uneinig, unschlüssig, unstet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīvertere, V., auseinander gehen, sich abwenden, wegwenden, wegkehren, abkehren; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divers, fehlt DW, EWD s. u. divers, DW2 6, 1181, Duden s. u. divers; Son.: s. mnd. divers, Adj., verschieden, divers; vgl. nndl. divers, Adj., divers, verschieden (Adj.); frz. divers, Adj., divers, verschieden (Adj.); nschw. diverse, Adj., divers, verschieden (Adj.); nnorw. diverse, Adj., divers, verschieden (Adj.); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches verschieden oder unterschiedlich; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander gehen; F.: divers, diverse, diverses, diversem, diversen, diverser(, diversere, diverseres, diverserem, diverseren, diverserer, diverseste, diversestes, diversestem, diversesten, diversester)+FW(+EW); Z.: di-ver-s
Diversifikation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Diversifikation, Unterscheiden, Bewirken einer Vielfalt; ne. diversification; Vw.: -; Hw.: s. diversifizieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. dīversificātio; E.: s. mlat. dīversificātio, F., Unterscheidung, Verschiedenheit, Unterschied, (2. Hälfte 12. Jh.); vgl. mlat. dīversificāre, V., verteilen, sich unterscheiden, unterschiedlich gestalten; lat. dīversus, (Part. Prät.=)Adj., nach mehreren Richtungen hingeneigt, mit sich uneinig, unschlüssig, unstet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīvertere, V., auseinander gehen, sich abwenden, wegwenden, wegkehren, abkehren; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. similis, Adj., ähnlich, gleich, (um 235-200 v. Chr.); idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divers, fehlt DW, Duden s. u. Diversifikation; Son.: vgl. nndl. diversification, Sb., Diversifikation; frz. diversification, F., Diversifikation; nschw. diversifiering, Sb., Diversifikation; poln. diversification, F., Diversifikation; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für das Bewirken einer Vielfalt; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander gehen machen; F.: Diversifikation, Diversifikationen+FW+EW; Z.: Di-ver-s-i-fi-k-at-io-n
diversifizieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. diversifizieren, auf verschiedene Produktbereiche umstellen, unterscheiden, verschieden machen; ne. diversify; Vw.: -; Hw.: s. Diversifikation; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. dīversificāre; E.: s. mlat. dīversificāre, V., verteilen, sich unterscheiden, unterschiedlich gestalten, (Mitte 12. Jh.); lat. dīversus, (Part. Prät.=)Adj., nach mehreren Richtungen hingeneigt, mit sich uneinig, unschlüssig, unstet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dīvertere, V., auseinander gehen, sich abwenden, wegwenden, wegkehren, abkehren; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. similis, Adj., ähnlich, gleich, (um 235-200 v. Chr.); idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. divers, fehlt DW, Duden s. u. diversifizieren; Son.: vgl. nndl. diversifiëren, V., diversifizieren; frz. diversifier, V., diversifizieren; nschw. diversifiera, V., diversifizieren; nnorw. diversifisere, V., diversifizieren; poln. dywersyfikować, V., diversifizieren; lit. diversifikuoti, V., diversifizieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches ein Unternehmen auf verschiedene Produktbereiche umstellen; BM.: auseinander drehen bzw. auseinander gehen machen; F.: diversifizieren, diversifiziere, diversifizierst, diversifiziert, diversifizierest, diversifizieret, diversifizierte, diversifiziertest, diversifizierten, diversifiziertet, ##diversifiziert, diversifizierte, diversifiziertes, diversifiziertem, diversifizierten, diversifizierter##, diversifizierend, ###diversifizierend, diversifizierende, diversifizierendes, diversifizierendem, diversifizierenden, diversifizierender###, diversifizier (!)+FW+EW; Z.: di-ver-s-i-fi-z-ier-en
$Diversion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Diversion; I.: Lw. lat. dīversio; L.: fehlt DW, EWD s. u. divers; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in Österreich seit 1999 möglichen Verzicht einer Staatsanwaltschaft oder eines Strafgerichts auf ein förmlich durchgeführtes Strafverfahren bei hinreichend geklärtem Sachverhalt; F.: Diversion, Diversionen+FW+EW; Z.: Di-ver-s-io-n
$Dividend, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dividend, zu Teilender (Zahl oberhalb des Bruchstrichs oder Zähler in Gegensatz zu der Zahl unterhalb des Bruchstrichs oder Nenner oder Divisor); L.: fehlt DW, EWD s. u. dividieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (dividendus) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die bei einer Teilung zu teilende Zahl; F.: Dividend, Dividenden+FW+EW; Z.: Di-vi-d-end
Dividende, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dividende, Aktiengewinn, Reingewinn einer Aktiengesellschaft je Aktie in dem jeweiligen Geschäftsjahr; ne. dividend; Vw.: -; Hw.: s. dividieren, Division; Q.: 1737; I.: Lw. frz. dividende; E.: frz. dividende, M., Dividende, Aktiengewinn; ne. dividend, N., Dividendus; lat. dīvidendus, „zu Teilender“, Dividendus, Teildividend, Ziffernstelle, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dividende, fehlt DW, EWD s. u. Dividende, DW2 6, 1183, Duden s. u. Dividende; Son.: vgl. nndl. dividend, Sb., Dividende; nschw. dividend, Sb., Dividende; nnorw. dividend, M., Dividende; poln. dywidenda, F., Dividende; nir. díbhinn, F., Dividende; lit. dividenadas, M., Dividende; GB.: seit 1737 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den jährlich auf eine Aktie entfallender Anteil an dem (zu verteilenden) Reingewinn einer Aktiengesellschaft; BM.: teilen bzw. zu teilen seiend; F.: Dividende, Dividenden+FW+EW; Z.: Di-vi-d-end-e
dividieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. dividieren, teilen; ne. divide; Vw.: -; Hw.: s. Dividende, Division; Q.: nach 1391 (Marienlieder aus dem 14. Jh. des Bruder Hans); I.: lat. Lw.; E.: s. mhd. dividieren, sw. V., dividieren; mnd. dividēren, devidēren, sw. V., dividieren, einteilen; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. dividieren, fehlt DW, EWD s. u. dividieren, DW2 6, 1184, Duden s. u. dividieren; Son.: vgl. nndl. frz. diviser, V., dividieren; nschw. dividera, V., dividieren; nnorw. dividere, V., dividieren; GB.: seit nach 1391 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für teilen oder anwenden einer Rechentechnik um durch Teilung einer Zahl durch eine andere das Verhältnis der beiden Zahlen zueinander zu ermitteln; BM.: teilen; F.: dividieren, dividiere, dividierst, dividiert, dividierest, dividieret, dividierte, dividiertest, dividierten, dividiertet, ##dividiert, dividierte, dividiertes, dividiertem, dividierten, dividierter##, dividierend, ###dividierend, dividierende, dividierendes, dividierendem, dividierenden, dividierender###, dividier (!)+FW+EW; Z.: di-vi-d-ier-en
Dividuum, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Dividuum, Teilbares, Teilbarkeit; ne. divisibilty; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. dīviduum; E.: s. lat. dīviduum, N., Geteiltes?; lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Teilbarkeit einer Gegebenheit in Gegensatz zu einem Individuum (Unteilbarem); BM.: geteilt; F.: Dividuum, Dividuums, Dividuen+FW; Z.: Div-i-du-um
Division, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Division, Teilung, Heeresabteilung; ne. division; Vw.: -; Hw.: s. Dividende, dividieren; Q.: um 1445; I.: Lw. lat. dīvīsio, frz. division; E.: um 1445 aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete und in dem 18. Jahrhundert in der Bedeutung Heeresteil neuerlich aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung (s. frz. division, F., Division, Heeresabteilung; lat. dīvīsio, F., Teilung, Teilen, Dividieren, Einteilung, Schlussfolge, 81-43 v. Chr.; vgl. dīvidere, V., zerlegen V., trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Division, fehlt DW, EWD s. u. dividieren, DW2 6, 1186, Duden s. u. Division; Son.: vgl. nndl. divisie, Sb., Division; frz. division, F., Division; nschw. division, Sb., Division; nnorw. divisjon, M., Division; poln. dywizja, F., Division; lit. divizija, F., Division (Abteilung); GB.: seit um 1445 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Rechentechnik um eine Zahl durch eine andere zu teilen und. seit 18. Jh. nach Aufnahme aus dem Französischen für eine Unterabteilung einer Heereseinheit; BM.: teilen bzw. Teilung; F.: Division, Divisionen+FW(+EW); Z.: Di-vi-s-io-n
$Divisor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Divisor, Teiler; I.: Lw. lat. dīvīsor; L.: fehlt DW, EWD s. u. dividieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Teiler oder Teilenden; F.: Divisor, Divisors, Divisoren+FW; Z.: Di-v-i-s-or
Diwan, Divan, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Diwan, Divan, Sofa; ne. divan, couch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. divano; E.: s. ital. divano, M., Diwan; türk. divan, Sb., Diwan; pers. dīwān, dēvān, Sb., Schreibzimmer, Amtszimmer, letztlich von einem Wort für schreiben; L.: Kluge s. u. Diwan, DW 2, 1197 (Divan), EWD s. u. Diwan, DW2 6, 1187, Duden s. u. Diwan; Son.: vgl. nndl. divan, Sb., Diwan; frz. divan, M., Diwan; nschw. divan, Sb., Diwan; nnorw. divan, M., Diwan; nir. dibheán, M., Diwan; lit. divanas, M., Diwan; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Türkischen und Persischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für (einen Gerichtshof und) ein Liegesofa und in der Literaturwissenschaft eine Bezeichnung für eine orientalische Gedichtsammlung; BM.: schreiben; F.: Diwan, Diwans, Diwane, Diwanen, Divan, Divans, Divane, Divanen+FW(+EW); Z.: Diwan
Dobermann, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dobermann, eine Hundeart, eine Hunderasse; ne. doberman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1917; E.: von dem PN Dobermann; Hinterglied s. mhd. man, M. (athem.), Mensch, Mensch männlichen Geschlechts in gereiftem Alter, Mann, Ehemann, Sohn, Dienstmann; ahd. man (1), st. M. (athem.), Mann, Mensch, Krieger, Soldat, Gefolgsmann; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dobermann, fehlt DW, DW2 6, 1188, Duden s. u. Dobermann; Son.: vgl. nndl. dobermannpincher, Sb., Dobermann; frz. doberman, M., Dobermann; nschw. dobermann, Sb., Dobermann; nnorw. dobermann, M., Dobermann; kymr. doberman pinscher, M., Dobermann; lit. dobermanas, M., Dobermann; GB.: seit 1917 belegte und nach einem PN gebildete Bezeichnung für eine seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland gezüchtete große Hunderasse mit glatten Haaren von dunkelbrauner oder rotbrauner Farbe; BM.: nach dem ersten Züchter Friedrich Louis Dobermann (1834-1894) benannt; F.: Dobermann, Dobermanns, Dobermänner, Dobermännern+EW; Z.: Dober-man-n
doch, nhd., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. doch, dennoch, demungeachtet, nichtsdestoweniger; ne. though, however, still, yet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. doch, Adv., Konj., doch, dennoch, demungeachtet, auch, auch so; mnd. doch, Adv., Konj., doch; mnl. doch, Adv., Konj., doch; ahd. doh, Adv., Konj., doch, jedoch, trotzdem, aber, obwohl; as. thoh, Adv., Konj., doch, dennoch, obgleich; anfrk. thoh*, Adv., doch, trotzdem, aber, wenn auch, obwohl; germ. *þau, *þauh, Adv., doch; idg. *tou, Adv., doch; L.: Kluge 1. A. s. u. doch, Kluge s. u. doch, EWD s. u. doch, DW 2, 1200, DW2 6, 1188, EWAhd 2, 710, Falk/Torp 174, Duden s. u. doch, Bluhme s. u. doch; Son.: vgl. afries. thā̆ch, Adv., Konj., dennoch, wenngleich, obgleich; saterl. dach, Adv., Konj., dennoch, wenngleich; ae. þéah, Konj., Adv., doch, jedoch, dennoch, obgleich; an. þō, Adv., Konj., doch, sonst, außerdem, da; got. *þauh, Konj., oder, doch; GB.: seit 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung (Verbindungswort) für dennoch oder demungeachtet oder nichtsdestoweniger, um etwas trotzdem Seiendes anzuzeigen; BM.: ?; F.: doch+EW; Z.: do-ch
Docht, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Docht, Kerzendocht; ne. wick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: über eine ältere nhd. Form Dacht s. mhd. tāht, st. M., st. N., st. F., Docht; ahd. tāht, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Docht; germ. *þēhta-, *þēhtaz?, *þǣhta-, *þǣhtaz?, st. M. (a), Docht; s. idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058 (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Docht, Kluge s. u. Docht, DW 2, 1207, EWD s. u. Docht, DW2 6, 1193, Duden s. u. Docht, Bluhme s. u. Docht; Son.: vgl. an. þāttr, st. M. (a), Draht, Faden, Docht, Abschnitt, Teil; nschw. tot, Sb., Docht?; nisl. þáttur, M., Docht?; GB.: seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten saugfähigen Faden in einer Kerze oder Lampe welcher der Flamme den Brennstoff zuführt und dabei selbst brennend aufgebraucht wird; BM.: flechten; F.: Docht, Dochtes, Dochts, Dochte, Dochten+EW; Z.: Doch-t
Dock, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Dock, Schiffsdock; ne. dock (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1738; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. docke, N., Dock, Schiffsdock; mnl. docke, N., Dock; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Englischen; Son.: vgl. nndl. dock, Sb., Dock; frz. dock, M., Dock; nnorw. dokk, M., F., Dock; poln. dok, M., Dock; L.: Kluge 1. A. s. u. Dock, Kluge s. u. Dock, DW 2, 1207, EWD s. u. Dock, DW2 6, 1194, Duden s. u. Dock, Bluhme s. u. Dock; lit. dokas, M., Dock; GB.: seit 18. Jh. mnd. und mnl. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine schon um 200 v. Chr. in Ägypten entwickelte Anlage zu einem Halten von zu bearbeitenden Schiffen außerhalb des Wassers; BM.: ?; F.: Dock, Docks, Docke, Docken+EW?; Z.: Dock
Docke, nhd. (ält.), F., (9. Jh.?): nhd. Docke, Puppe, Klötzchen, ein Garnmaß; ne. doll (N.), poppet head (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tocke (1), docke, sw. F., „Docke“, Puppe, junges Mädchen, walzenförmiges Stück, Stützholz; mnd. docke, F., Puppe, Figur; ahd. tokka*, tocka*, sw. F. (n), Puppe, Docke, Schaukel?; as. dokka*, sw. F. (n), Schaukel?, Puppe; anfrk. -; germ. *dukkō-, *dukkōn, sw. F. (n), Rundes; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Docke, Kluge s. u. Docke, DW 2, 1208, DW2 6, 1194, Duden s. u. Docke; Son.: vgl. afries. -; ae. *docca, sw. M. (n)?; an. dokka, sw. F. (n), Ständer im Gangspiel, Puppe; got. -; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen bereits von frühen Menschen verwendeten kleinen Gegenstand aus Holz?; BM.: Rundes?; F.: Docke, Docken+EW; Z.: Dock-e
$docken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. docken, ein Schiff auf ein Dock bringen; L.: DW 2, 1213, EWD s. u. Dock; F.: docken (!), docke (!), dockst, dockt, dockest, docket, dockte, docktest, dockten, docktet, gedockt, ##gedockt, gedockte, gedocktes, gedocktem, gedockten, gedockter##, dockend, ###dockend, dockende, dockendes, dockendem, dockenden, dockender###, dock (!)+EW?; Z.: dock-en
Dogge, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dogge, eine Hundeart; ne. mastiff, Great Dane; Vw.: s. Bull-; Hw.: -; Q.: 1567; I.: Lw. ne. dog; E.: s. ne. dog, N., Hund; me. dogge, Sb., Hund; ae. docga, sw. M. (n), Hund; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von ae. dugan, Prät.-Präs., taugen, nützen, fähig sein (V.), gedeihen; germ. *dugan, Prät.-Präs., taugen; s. idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dogge, Kluge s. u. Dogge, DW 2, 1219, EWD s. u. Dogge, DW2 6, 1197, Duden s. u. Dogge, Bluhme s. u. Dogge; Son.: vgl. nndl. dog, duitse dog, Sb., Dogge; frz. dogue, M., Dogge; nnorw. dogg, M., Dogge; poln. dog, Sb., Dogge; lit. dogas, M., Dogge; GB.: seit 1567 belegte Bezeichnung für einen ursprünglich zu der Hetzjagd abgerichteten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gezüchteten großen und kräftigen sowie meist einfarbigen kurzhaarigen und glatthaarigen Haushund mit gedrungenem Körper und breitem Kopf der besonders als Wachhund gehalten wird; BM.: taugen und deswegen nützen?, Hund; F.: Dogge, Doggen+FW; Z.: Dog-g-e
Dogma, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Dogma, verbindliche Lehrmeinung, Glaubensgrundsatz; ne. dogma, tenet; Vw.: -; Hw.: s. dogmatisch; Q.: vor 1564; I.: Lw. lat. dogma; E.: s. lat. dogma, N., Meinung, Lehrsatz, Lehre, gelehrte Meinung, Grundsatz, (81-43 v. Chr.); gr. δόγμα (dógma), N., Meinung, Beschluss, Verordnung; vgl. gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Dogma, fehlt DW, EWD s. u. Dogma, DW2 6, 1197, Duden s. u. Dogma; Son.: vgl. nndl. dogma, Sb., Dogma; frz. dogme, M., Dogma; nschw. dogm, Sb., Dogma; nnorw. dogme, N., Dogma; poln. dogmat, M., Dogma; nir. dogma, M., Dogma; lit. dogma, F., Dogma; GB.: seit vor 1564 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche verbindliche und normative Glaubensaussage beziehungsweise einen Anspruch der absoluten Gültigkeit; BM.: meinen bzw. glauben; F.: Dogma, Dogmas, Dogmen+FW; Z.: Dog-m-a
$Dogmatik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dogmatik; L.: Kluge s. u. Dogma, fehlt DW, EWD s. u. Dogma; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Dogma und t sowie ik gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Darstellung der Inhalte einer religiösen Glaubenslehre; F.: Dogmatik+FW(+EW?); Z.: Dog-m-a-t-ik
$Dogmatiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dogmatiker; L.: Kluge s. u. Dogma, fehlt DW, EWD s. u. Dogma; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Dogmatik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Anhänger oder Vertreter einer religiösen Glaubenslehre; F.: Dogmatiker, Dogmatikers, Dogmatikern+FW(+EW); Z.: Dog-m-a-t-ik-er
dogmatisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. dogmatisch, an ein Dogma gebunden, Dogma betreffend; ne. dogmatic; Vw.: -; Hw.: s. Dogma; Q.: 1687 (Thomasius); I.: Lw. lat. dogmaticus; E.: s. lat. dogmaticus, Adj., philosophische Lehrsätze betreffend, dogmatisch, zur christlichen Lehre gehörig, (um 310-394 n. Chr.); Igr. δογματικός (dogmatikós), Adj., dogmatisch; vgl. gr. δόγμα (dógma), N., Meinung, Beschluss, Verordnung; gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Dogma, EWD s. u. Dogma, DW2 6, 1199, Duden s. u. dogmatisch; Son.: vgl. nndl. dogmatisch, Adj., dogmatisch; frz. dogmatique, Adj., dogmatisch; nschw. dogmatisk, Adj., dogmatisch; nnorw. dogmatisk, Adj., dogmatisch; poln. dogmatyczny, Adj., dogmatisch; nir. dogmach, Adj., dogmatisch; lit. dogmatinis, Adj., dogmatisch; GB.: seit 1687 belegte und aus Dogmat(ik) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches an ein Dogma oder eine verbindliche Lehrmeinung oder an einen Glaubensgrundsatz gebunden oder ein Dogma betreffend; BM.: meinen bzw. glauben; F.: dogmatisch, dogmatische, dogmatisches, dogmatischem, dogmatischen, dogmatischer(, dogmatischere, dogmatischeres, dogmatischerem, dogmatischeren, dogmatischerer, dogmatischst, dogmatischste, dogmatischstes, dogmatischstem, dogmatischsten, dogmatischster)FW+EW; Z.: dog-m-a-t-isch
$Dogmatismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dogmatismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dogma; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Dogmat(ik) und ismus gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches starres Festhalten an Glaubensmeinungen; F.: Dogmatismus, Dogmatismussses, Dogmatismen+FW; Z.: Dog-m-at-ism-us
Dohle, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Dohle, Turmkrähe; ne. jackdaw; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: mhd. tole, F., Dohle; s. mhd. tāhe, sw. F., Dohle; mhd. tāhele, tāle, sw. F., Dohle; mnd. tāhele, Sb., Dohle; ahd. tāha, sw. F. (n), Dohle; germ. *dagwōn, Sb., Dohle; germ. *dahō, *dahōn, *dahwō, *dahwōn, Sb., Dohle; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. Dohle, Kluge s. u. Dohle, EWD s. u. Dohle, DW 2, 1219, DW2 6, 1201, Duden s. u. Dohle, Bluhme s. u. Dohle; Son.: vgl. kymr. Jac-y-do, M., Dohle; ? apreuß. doacke, Sb., Star (M.) (1); GB.: seit 1237-1252 belegte und über ahd. tāha für das Germanische ähnlich erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen meist in Höhlen oder an Felsen nistenden mittelgroßen schwarzen Rabenvogel (Körperlänge bis zu 39 Zentimeter und Flügelspannweite von etwa 67 Zentimetern) mit grauem Nacken; BM.: lautmalend?; F.: Dohle, Dohlen+EW; Z.: Doh-l-e
Dohne, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Dohne, eine Schlinge zu Vogelfang, ein Ort an dem Vogelfallen ausgelegt sind; ne. tendril, loop (N.), string (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. done, Sb., Sehne; mnd. dōne (1), dane, dāne, F., Dohne, Vogelstrick, Gattung, Beschaffenheit, Aussehen; ahd. dona*, st. F. (ō), Dohne, Ranke, Schlinge, Sehne; as. thona, st. F. (ō), Dohne, Schlinge, Ranke; germ. *þunō, st. F. (ō), Schlinge, Dohne, Sehne; germ. *þuna, Sb., Gedehntes; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dohle, Kluge s. u. Dohne, DW 2, 1220, DW2 6, 1202, EWAhd 2, 717, Falk/Torp 178, Duden s. u. Dohne; Son.: vgl. ae. ælfþone, Sb., Geißblatt; lat. tenus, N., ausgespannte Schnur (F.) (1), Schnur (F.) (1) mit Schlinge; ksl. teneto, N., Schlinge zum Vogelfang; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schlinge zu Vogelfang; BM.: dehnen?; F.: Dohne, Dohnen+EW; Z.: Dohn-e
Doktor, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Doktor, Mediziner, Arzt; ne. doctor; Vw.: -; Hw.: s. Doktorand, Doktorat, doktorieren; Q.: nach 1366?; E.: mhd. doctor, st. M., Doktor, Lehrer; mnd. doktor, M., Doktor, Syndikus des Rates; lat. doctor, M., Lehrer, Lehrmeister, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktor, DW 2, 1215 (Doctor), EWD s. u. Doktor, DW2 6, 1294, Duden s. u. Doktor; Son.: vgl. nndl. doctor, Sb., Doktor; frz. docteur, M., Doktor; nschw. doktor, Sb., Doktor; nnorw. doktor, M., Doktor; poln. doktor, M., Doktor; kymr. doctor, M., Doktor; nir. dochtúir, M., Doktor; lit. daktaras, M., Doktor; GB.: seit 1219 (Bologna) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (für Lehrer) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den durch eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit und eine bestandene mündliche Prüfung erlangten höchsten akademischen Grad und umgangssprachlich auch für jeden Arzt (2019 rund 862000 promovierte Menschen und 416000 Ärzte in Deutschland); BM.: lehren, von dem akademisch ausgebildeten Arzt; F.: Doktor, Doktors, Doktoren+FW+EW; Z.: Dok-t-or
Doktorand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Doktorand, an seiner Doktorarbeit Schreibender; ne. doctorand; Vw.: -; Hw.: s. Doktor, Doktorat, doktorieren; Q.: 1558; I.: Lw. mlat. doctorandus; E.: s. mlat. doctorandus, M., Doktorand; vgl. lat. doctor, M., Lehrer, Lehrmeister, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktor, DW 2, 1217 (Doctorand), EWD s. u. Doktor, DW2 6, 1206, Duden s. u. Doktorand; Son.: vgl. frz. doctorant, M., Doktorand; nschw. doktorand, Sb., Doktorand; nnorw. doktorand, M., Doktorand; poln. doktorant, M., Doktorand; lit. doktorantas, M., Doktorand; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an der Erlangung eines akademischen Doktorgrads Arbeitenden; BM.: lehren, von dem akademisch ausgebildeten Arzt; F.: Doktorand, Doktoranden (!)+FW; Z.: Dok-t-or-and
Doktorat, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.?): nhd. Doktorat, Doktorgrad, Verfahren zu der Erlangung des Doktorgrads; ne. doctorate; Vw.: -; Hw.: s. Doktor, Doktorand, doktorieren; I.: Lw. mlat. doctorātus; E.: s. mnd. doktorāt, N., Doktorat; mlat. doctorātus, M., Doktorat, Doktorwürde, (1311); vgl. lat. doctor, M., Lehrer, Lehrmeister, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktor, DW 2, 1217 (Doctorat), DW2 6, 1206, Duden s. u. Doktorat; Son.: vgl. nschw. doktorat, N., Doktorat; poln. doctorate, M., Doktorat; kymr. doethuriaeth, F., Doktorat; nir. dochtúireacht, F., Doktorat; lit. doktoratas, M., Doktorat; GB.: seit 1499 mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Doktorgrad und das Verfahren zu der Erlangung des Doktorgrads; BM.: lehren, von dem akademisch ausgebildeten Arzt; F.: Doktorat, Doktorates, Doktorats, Doktorate (!), Doktoraten+FW+EW; Z.: Dok-t-or-at
doktorieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. doktorieren, einen Doktorgrad verleihen, einen Doktorgrad erwerben; ne. bestow a doctorate; Vw.: -; Hw.: s. Doktor, Doktorand, Doktorat; Q.: 1535 (Luther); I.: Lw. mlat. doctorāre; E.: s. mlat. doctorāre, V., den Doktortitel verleihen, den Doktortitel bekommen (V.), Doktor machen; vgl. lat. doctor, M., Lehrer, Lehrmeister, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktor, DW 2, 1218 (doctorieren), DW2 6, 1207, Duden s. u. doktorieren; Son.: vgl. nnorw. doktorere, V., doktorieren; GB.: seit 1535 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den mittelalterlichen Universitäten mögliches einen akademischen Doktorgrad erlangen bzw. umgangssprachlich auch häufig den Arzt in Anspruch nehmen; BM.: lehren, von dem akademisch ausgebildeten Arzt; F.: doktorieren, doktoriere, doktorierst, doktoriert, doktorierest, doktorieret, doktorierte, doktoriertest, doktorierten, doktoriertet, ##doktoriert, doktorierte, doktoriertes, doktoriertem, doktorierten, doktorierter##, doktorierend, ###doktorierend, doktorierende, doktorierendes, doktorierendem, doktorierenden, doktorierender###, doktorier (!)+FW+EW; Z.: dok-t-or-ier-en
Doktrin, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Doktrin, Lehrmeinung, Lehrsatz, wissenschaftliche Lehre, politisches Programm; ne. doctrine; Vw.: -; Hw.: s. doktrinär; Q.: 1504; I.: Lw. lat. doctrīna; E.: s. lat. doctrīna, F., Belehrung Unterricht, Unterweisung, Lehre, Kunst, Wissenschaft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktrin, fehlt DW, EWD s. u. Doktrin, DW2 6, 1209, Duden s. u. Doktrin; Son.: vgl. nndl. doctrine, Sb., Doktrin; frz. doctrine, F., Doktrin; nschw. doktrin, Sb., Doktrin; nnorw. doktrin, doktrine, M., Doktrin; poln. doktryna, F., Doktrin; lit. doktrina, F., Doktrin; GB.: seit 1504 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Lehrmeinung oder einen Lehrsatz oder eine wissenschaftliche Lehre oder ein politisches Programm; BM.: lehren; F.: Doktrin, Doktrinen (!)+FW+EW; Z.: Dok-tr-in
doktrinär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. doktrinär, auf einer Doktrin beruhend, engstirnig; ne. doctrinaire; Q.: 1813; I.: Lw. frz. doctrinaire; E.: s. frz. doctrinaire, Adj., doktrinär; frz. doktrin, F., Doktrin; lat. doctrīna, F., Belehrung Unterricht, Unterweisung, Lehre, Kunst, Wissenschaft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Doktrin, fehlt DW, EWD s. u. Doktrin, DW2 6, 1210, Duden s. u. doktrinär; Son.: vgl. nnorw. doktrinær, Adj., doktrinär; poln. doktrynalny, doktrynerski, Adj., doktrinär; GB.: seit 1813 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an eine Lehrmeinung gebunden oder auf einer Doktrin beruhend oder engstirnig; BM.: lehren; F.: doktrinär, doktrinäre, doktrinäres, doktrinärem, doktrinären, doktrinärer(, doktrinärere, doktrinäreres, doktrinärerem, doktrinäreren, doktrinärerer, doktrinärst, doktrinärste, doktrinärstes, doktrinärstem, doktrinärsten, doktrinärster)FW+EW; Z.: dok-tr-in-är
Dokument, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Dokument, Schriftstück, Urkunde; ne. document (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1566; I.: Lw. lat. documentum; E.: s. lat. documentum, N., Beweis, Beispiel, warnendes Beispiel, Lehre, Probe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Dokument, fehlt DW, EWD s. u. Dokument, DW2 6, 1211, Duden s. u. Dokument; Son.: vgl. nndl. document, Sb., Dokument; frz. document, M., Dokument; nschw. dokument, Sb., Dokument; nnorw. dokument, N., Dokument; poln. dokument, M., Dokument; ? kymr. dogfen, F., Dokument; nir. doiciméad, M., Dokument; lit. dokumentas, M., Dokument; GB.: seit 1566 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Schriftstück oder eine Urkunde; BM.: lehren; F.: Dokument, Dokuments, Dokumentes, Dokumente, Dokumenten (!)+FW+EW; Z.: Dok-um-ent
$dokumentarisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. dokumentarisch, urkundlich; L.: Kluge s. u. Dokument, fehlt DW, EWD s. u. Dokument; GB.: vielleicht seit 1904 belegte und aus Dokument und ar sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches urkundlich; F.: dokumentarisch, dokumentarische, dokumentarisches, dokumentarischem, dokumentarischen, dokumentarischer+FW+EW; Z.: dok-um-ent-ar-isch
Dokumentation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Dokumentation, Dokumentensammlung, Beweisführung mit Dokumenten; ne. documentation, documentary; Vw.: -; Hw.: s. Dokument; Q.: 1629; I.: Lw. frz. documentation; E.: s. frz. documentation, F., Dokumentation; vgl. lat. documentātio, F., Vorstellung, Warnung; vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Dokument, fehlt DW, EWD s. u. Dokument, DW2 9, 1213, Duden s. u. Dokumentation; Son.: vgl. nndl. documentaire, Sb., Dokumentation; nschw. dokumentation, Sb., Dokumentation; nnorw. dokumentasjon, M., Dokumentation; poln. documentacja, F., Dokumentation; lit. dokumentacija, F., Dokumentation; GB.: seit 1629 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Zusammenstellung von Dokumenten und eine Beweisführung mit Dokumenten; BM.: lehren; F.: Dokumentation, Dokumentationen (!)+FW+EW; Z.: Dok-um-ent-at-io-n
$dokumentieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dokumentieren; E.: s. Dokument, s. ieren; L.: Kluge s. u. Dokument, EWD s. u. Dokument; GB.: seit vor 1688 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches durch Dokumente oder Urkunden oder sonstige Beweisstücke belegen (V.); F.: dokumentieren, dokumentiere, dokumentierst, dokumentiert, dokumentierest, dokumentieret, dokumentierte, dokumentiertest, dokumentierten, dokumentiertet, ##dokumentiert, dokumentierte, dokumentiertes, dokumentiertem, dokumentierten, dokumentierter##, dokumentierend, ###dokumentierend, dokumentierende, dokumentierendes, dokumentierendem, dokumentierenden, dokumentierender###, dokumentier (!)+FW+EW; Z.: dok-um-ent-ier-en
Dolch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Dolch, zweischneidiges Messer (N.); ne. dagger (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1451; I.: Lw. ?; E.: s. fnhd. dollich, dolken, M., Dolch; mnd. dolk (1), dollich, M., Dolch, kurzes Stechmesser (N.); weitere Herkunft ungeklärt?, wohl Fremdwort von außen, da bei den germanischen Völkern der Eisenzeit Dolche unbekannt waren; vielleicht Einfluss von lat. dolo, M., Pike, Stilett, Dolch, Klinge, Degen (M.) (1), (116-27 v. Chr.); gr. δόλων (dólōn), M., kleiner Dolch, Meuchelmörder; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175? (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dolch, Kluge s. u. Dolch, EWD s. u. Dolch, DW 2, 1222, DW2 6, 1215, Duden s. u. Dolch, Bluhme s. u. Dolch; Son.: vielleicht Verwandtschaft mit gr. δόλων (dólōn), M., kleiner Dolch, Meuchelmörder; vgl. nndl. dolk, Sb., Dolch; nschw. dolk, Sb., Dolch; nnorw. dolk, M., Dolch; GB.: seit 1451 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Nutzung des Metalls entwickelte und verwendete Stichwaffe mit kurzer und feststehender spitzer meist zweischneidiger Klinge; BM.: spalten?; F.: Dolch, Dolches, Dolchs, Dolche (!), Dolchen (!)+FW?; Z.: Do-l-ch
$Dolchstoß, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dolchstoß; E.: s. Dolch, s. Stoß; L.: DW 2, 1223 (Dolchstosz), EWD s. u. Dolch; GB.: seit 1678 belegte und aus Dolch und Stoß gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Dolchen Menschen möglichen Stoß mit einem Dolch; F.: Dolchstoß, Dolchstoßes, Dolchstöße, Dolchstößen+FW+EW; Z.: Do-l-ch—sto-ß
$Dolchstoßlegende, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Dolchstoßlegende; Q.: 1920; E.: s. Dolchstoß, s. Legende; L.: EWD s. u. Dolch; GB.: seit 1920 belegte und aus Dolchstoß sowie Legende gebildete Bezeichnung für eine an dem 18. November 1919 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg vor einem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung in Weimar behauptete Erklärung über den Grund der Niederlage des Deutschen Reiches in dem Ersten Weltkrieg durch einen politischen Dolchstoß in den Rücken des unbesiegten Heeres durch den Waffenstillstand von dem 11. November 1918 erzwingende demokratische und sozialistische sowie jüdische Politiker; F.: Dolchstoßlegende, Dolchstoßlegenden (!)+FW+EW; Z.: Do-l-ch—sto-ß—leg-end-e
Dolde, Tolde, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Dolde, Tolde, Wipfel von Bäumen, Blumenbüschel; ne. tree-top, umbel; Vw.: -; Hw.: s. Tolle; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. tolde, dolde, sw. F., st. F., sw. M., st. M., Dolde, Blütendolde, Baumwipfel, Baumkrone, Spitze, Pflanzenwipfel; mnd. -; ahd. toldo*, sw. M. (n), Pflanzenkrone, Dolde, Wipfel; as. -; ahd.? tolda*, sw. F. (n), Baumwipfel; s. ahd. doldom*?, Sb., Höhe (?); as. -; anfrk. -; germ. *dulþō-, *dulþōn, *dulþa-, *dulþan, sw. M. (n), Wipfel, Dolde; s. idg. dʰā̆l-, V., blühen, grünen, Pokorny 234 (355/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Dolde, Kluge s. u. Dolde, EWD s. u. Dolde, DW 2, 1224, DW2 6, 1216, EWAhd 2, 714, Falk/Torp 203, Duden s. u. Dolde, Bluhme s. u. Dolde; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (toldo) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schirmähnlichen oder büscheligen Blütenstand und einen ihm ähnlichen Baumwipfel; BM.: blühen?; F.: Dolde, Dolden, Tolde, Tolden+EW; Z.: Dol-d-e
Dole, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Dole, kleine Vertiefung in einer Mauer, Loch, verdeckter Abzugsgraben; ne. tube (N.), duct (N.), drain box (N.); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tole (1), tol, sw. F., st. F., st. M., st. N., Wasserstrom, Abzugsgraben, Kanal, Rinne; mnd. dōle, F., Graben (M.), Abzug, Kanal; ahd. dola, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Röhre, Rinne, Kanal; as. -; anfrk. -; s. germ. *dula-, *dulaz, st. M. (a), Rinne, Graben (M.); germ. *dula-, *dulam, st. N. (a), Rinne, Graben (M.); Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *dʰel- (1), *dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dole, Kluge s. u. Dole, DW 2, 1226, DW2 6, 1219, EWAhd 2, 712, Falk/Torp 204; Son.: ält.-dial.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen überdeckten möglicherweise bereits zu dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Abzugsgraben oder eine Rinne; BM.: Höhlung?; F.: Dole, Dolen+EW; Z.: Dol-e
...dolent, nhd., (Part. Präs.=) Adj., (18. Jh.?): nhd. ...dolent, schmerzend; ne. ...dolent; Vw.: s. in-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. dolēns; E.: s. lat. dolēns, (Part. Präs.=)Adj., schmerzend, schmerzlich, schmerzvoll; lat. dolēre, V., Schmerzen haben, schmerzen, weh tun, Schmerz empfinden; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); Son.: vgl. frz. ...dolet, Suff., ...dolent; nnorw. ...dolent, Suff., ...dolent; poln. ...dolentny, Suff., ...dolent; I.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schmerzend; BM.: spalten; F.: ...dolent, ...dolente, ...dolentes, ...dolentem, ...dolenten, ...dolenter(, ...dolentere, ...dolenteres, ...dolenterem, ...dolenteren, ...dolenterer, ...dolentest, ...dolenteste, ...dolentestes, ...dolentestem, ...dolentesten, ...dolentester)+FW+EW; Z.: -dol-ent
$Dollar, nhd., M.: nhd. Dollar; E.: s. ne. dollar, s. Taler; L.: EWD s. u. Taler; GB.: seit 1785 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus Taler aufgenommene Bezeichnung für die 1785 als neue Währung der Vereinigten Staaten von Amerika geschaffene Münzeinheit; F.: Dollar, Dollars+FW; Z.: Dol-l-ar
Dolle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Dolle, Pflock, Ruderpflock; ne. thole, rowlock, oarlock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1666; E.: s. mnd. dolle (2), dulle, F., Dolle, Ruderdolle, Ruderpflock, Rudernagel; ahd. -; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *þulla-, *þullaz, *þula-, *þulaz, st. M. (a), Pflock; s. idg. *tu̯el-, Sb., V., Schwall, schwellen, Pokorny 1081; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dolle, DW 2, 1228, EWD s. u. Tolle, DW2 6, 1221, Duden s. u. Dolle; Son.: vgl. afries. tholl, Sb., Dolle, Pflock; ae. þoll, st. M. (a), Ruderpflock; an. þollr, st. M. (a), Baum, Balken, Mann; got. -; lit. tulìs, Sb., Achsnagel; GB.: seit 1666 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Schifffahrt verwendete drehbare eiserne Gabel an der Bordwand zu einer Aufnahme eines Ruders (Ruderpflock); BM.: schwellen?; F.: Dolle, Dollen (!)+EW; Z.: Do-ll-e
Dolmen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dolmen, Hünengrab, Megalithanlage; ne. dolmen; Vw.: -; Hw.: s. Menhir; Q.: 1879; I.: Lw. frz. dolmen; E.: s. frz. dolmen, M., Dolmen; in der Bedeutung „Steintisch“ künstlich zusammengesetzt aus bret. tol, Sb., Tisch; bret. men, Sb., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Dolmen, fehlt DW, DW2 6, 1222, Duden s. u. Dolmen; Son.: vgl. nndl. dolman, dolmen, Sb., Dolmen; nschw. dolman, Sb., Dolmen; lit. dolmenas, M., Dolmen; GB.: seit 1879 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie von Théophile Malo Corret de la Tour d’Auvergne (1743-1800) aus dem Bretonischen gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine neolithische prähistorische Grabkammer aus senkrecht aufgestellten Steinen mit einer Deckplatte; BM.: Tisch, Stein; F.: Dolmen, Dolmens (!)+FW; Z.: Dol-men
Dolmetsch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Dolmetsch, Dolmetscher, Übersetzer; ne. interpreter; Vw.: -; Hw.: s. Dolmetscher, dolmetschen; Q.: um 1272 (Jans von Wien Werke); E.: mhd. tolmetze, tolmetsche, tulmetsche, tulmetsch, sw. M., Dolmetscher; über ung. tolmács, M., Dolmetscher bzw. eine slawische Sprache aus türk. tilmac, mit volksetymologischer Angleichung an atürk. til, Sb., Zunge Lehnwort aus unbekannter Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Dolmetsch, Kluge s. u. Dolmetscher, DW 2, 1231, EWD s. u. Dolmetscher, DW2 6, 1223, Duden s. u. Dolmetsch; Son.: vgl. nndl. tolk, Sb., Dolmetsch; nschw. tolk, Sb., Dolmetsch; nnorw. tolk, M., Dolmetsch; GB.: seit um 1272 belegte und aus dem Ungarischen sowie mittelbar einer slawischen Sprache und dem Türkischen und einer unbekannten Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Übersetzer von Äußerungen in einer Sprache in eine andere Sprache; BM.: ?; F.: Dolmetsch, Dolmetsches (!), Dolmetschs (!), Dolmetsche (!), Dolmetschen (!)+FW; Z.: Dolmetsch
dolmetschen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. dolmetschen, übersetzen (V.) (2); ne. translate, interpret (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dolmetscher; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); I.: Lw. ungar. tolmácsol; E.: s. mhd. tolmetzen, tulmetschen, sw. V., übersetzen (V.) (2), erklären; ungar. tolmácsol, V., dolmetschen; aus dem Türkischen, s. türk. tilmac, M., Dolmetscher, mit volksetymologischer Angleichung an atürk. til, Sb., Zunge Lehnwort aus unbekannter Sprache; L.: Kluge s. u. Dolmetsch, DW 21, 2131, EWD s. u. Dolmetscher, DW2 6, 1222, Duden s. u. dolmetschen; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Ungarischen sowie mittelbar einer slawischen Sprache und dem Türkischen sowie einer unbekannten Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches übersetzen von Äußerungen in einer Sprache in eine andere Sprache; BM.: ?; F.: dolmetschen (!), dolmetsche, dolmetschst, dolmetscht, dolmetschest, dolmetschet, dolmetschte, dolmetschtest, dolmetschten, dolmetschtet, gedolmetscht, ##gedolmetscht, gedolmetschte, gedolmetschtes, gedolmetschtem, gedolmetschten, gedolmetschter##, dolmetschend, ###dolmetschend, dolmetschende, dolmetschendes, dolmetschendem, dolmetschenden, dolmetschender###, dolmetsch (!)+FW+EW; Z.: dolmetsch-en
Dolmetscher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dolmetscher, Dolmetsch, Übersetzer; ne. interpreter; Vw.: -; Hw.: s. Dolmetsch, dolmetschen; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. tolmetzære*, tolmetzer, tulmetschære, st. M., Dolmetscher; mhd. tolmetze, tolmetsche, tulmetsche, tulmetsch, sw. M., Dolmetscher; über ung. tolmács, M., Dolmetscher bzw. eine slawische Sprache aus türk. tilmac, mit volksetymologischer Angleichung an atürk. til, Sb., Zunge Lehnwort aus unbekannter Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Dolmetsch, Kluge s. u. Dolmetscher, DW 2, 1231, EWD s. u. Dolmetscher, DW2 6, 1223, Duden s. u. Dolmetscher; Son.: vgl. nndl. tolk, Sb., Dolmetscher; nschw. tolk, Sb., Dolmetscher; nnorw. tolk, M., Dolmetscher; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Ungarischen sowie mittelbar einer slawischen Sprache und dem Türkischen und einer unbekannten Sprache aufgenommene und durch Suff. er umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Übersetzer von Äußerungen in einer Sprache in eine andere Sprache; BM.: ?; F.: Dolmetscher, Dolmetschers, Dolmetschern+FW+EW; Z.: Dolmetsch-er
Dom (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dom (M.) (1), Bischofskirche, große Kirche; ne. cathedral, minster; Vw.: -; Hw.: s. Dom (2); Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. mhd. tuom, tūm, tōm, st. M., st. N., bischöfliche Kirche, Stiftskirche, Dom (M.) (1), Kathedrale; mnd. dōm, M., Dom (M.) (1); ahd. tuom, st. M. (a), Haus, Dom (M.) (1), bischöfliche Kirche; as. -; anfrk. duom, st. M. (a), Haus, Tempel; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus, (um 235-200 v. Chr.); idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); unter Einwirkung von mfrz. dôme, M., Kuppel; L.: Kluge 1. A. s. u. Dom, Kluge s. u. Dom 1, DW 2, 1233, EWD s. u. Dom, DW2 6, 1224, Bluhme s. u. Dom; Son.: vgl. nndl. dom, Sb., Dom (M.) (1); nschw. dom, Sb., Dom (M.) (1); nnorw. dom, M., Dom (M.) (1); poln. dom, M., Dom (M.) (1); GB.: (tuom) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliche große und künstlerisch ausgestaltete meist bischöfliche Kirche; BM.: Haus; F.: Dom, Domes, Doms (!), Dome (!), Domen (!)+FW+EW; Z.: Dom
Dom (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dom (M.) (2), Felsendom, gewölbeartige Struktur; ne. dome; Vw.: -; Hw.: s. Dom (1); Q.: 1732; I.: Lw. frz. dôme; E.: s. frz. dôme, M., Kuppel; lat. dōma, N., Dach, Überdachung, Haus, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. δῶμα (dōma), N., Dach, Haus, Tempel; vgl. gr. δέμειν (dēmein), V., bauen, erbauen; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dom 2, DW2 6, 1225, Duden s. u. Dom, Bluhme s. u. Dom; Son.: vgl. nndl. dom, Sb., Dom (M.) (2); GB.: seit 1732 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche gewölbeartige Struktur einer Gesteinsfalte von geringer Länge mit kreisförmiger oder ovaler Grundform (Felsendom) oder einen gewölbten Aufsatz eines Dampfkessels oder Destillierapparats; BM.: bauen; F.: Dom, Domes, Doms (!), Dome (!), Domen (!)+FW+EW; Z.: Dom
Domain, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Domain, Internetadresse, Bereich; ne. domain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. domain; E.: s. ne. domain, N., Domain, Bereich; lat. dominium, domanium, N., Herrschaft, Besitz, Eigentum, Eigentumsrecht, Gewalt, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Domain; Son.: vgl. nndl. domein, Sb., Domain; frz. domaine, M., Domain; nschw. domännamn, Sb., Domain; nnorw. domenenavn, N., Domain; poln. domena, F., Domain; lit. domenas, M., Domain; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Internetadresse; BM.: Haus; F.: Domain, Domains+FW; F.: Dom-ain
Domäne, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Domäne, Gebiet, Staatsgut, Fachgebiet; ne. domain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1586; I.: Lw. frz. domaine; E.: s. frz. domaine, M., Domäne, Gut in landesherrlichem Besitz; lat. dominium, N., Herrschaft, Besitz, Eigentum, Eigentumsrecht, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domäne, fehlt DW, EWD s. u. Domäne, DW2 6, 1225, Duden s. u. Domäne; Son.: vgl. nndl. domein, Sb., Domäne; nschw. domän, Sb., Domäne; nnorw. domene, N., Domäne; poln. domena, F., Domäne; GB.: seit 1586 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Staat gehörendes Gut oder für ein besonderes Fachgebiet eines Menschen; BM.: Haus; F.: Domäne, Domänen+FW; Z.: Dom-än-e
Domestik, Domestike, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Domestik, Domestike, Dienstbote, Hausbediensteter; ne. domestic (M.); Vw.: -; Hw.: s. Domestikation, domestizieren; Q.: 1697; I.: Lw. frz. domestique; E.: s. frz. domestique, M., Domestik, Domestike, Dienstbote; vgl. frz. domestique, Adj., zum Haus gehörig; lat. domesticus (1), zum Haus gehörig, zur Familie gehörig, der Familie eigen, Haus..., Familien..., (86/82 v. Chr.); lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domestik, fehlt DW, EWD s. u. Domestik, DW2 6, 1226, Duden s. u. Domestik; Son.: vgl. nndl. domestiek, Sb., Domestik, Domestike; nschw. domestik, Sb., Domestik, Domestike; GB.: seit 1697 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Dienstboten oder Hausbediensteten; BM.: bauen; F.: Domestik, Domestike, Domestiken (!)+FW; Z.: Dom-est-ik
Domestikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Domestikation, Zähmung; ne. domestication; Vw.: -; Hw.: s. Domestik, domestizieren; Q.: 1871 (Darwin); I.: Lw. lat. domesticātio; E.: s. lat. domesticātio, F., Eigentümlichkeit, Eigentum; vgl. lat. domesticus (1), zum Haus gehörig, zur Familie gehörig, der Familie eigen, Haus..., Familien...; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domestik, fehlt DW, EWD s. u. Domestik, DW2 9, 1226, Duden s. u. Domestikation; Son.: vgl. nndl. domesticatie, Sb., Domestikation; frz. domestication, F., Domestikation; lit. domestikacija, F., Domestikation; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Züchtung aus Wildformen oder die Zähmung (von Tieren); BM.: bauen; F.: Domestikation, Domestikationen+FW+EW; Z.: Dom-est-ik-at-io-n
domestizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. domestizieren, zähmen, zivilisieren; ne. domesticate; Vw.: -; Hw.: s. Domestik, Domestikation; Q.: 1871 (Darwin); I.: Lw. ne. domesticate; E.: s. ne. domesticate, V., domestizieren, eine wilde Art zähmen; mlat. domesticāre, V., zähmen, domestizieren, in den Haushalt aufnehmen; vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domestik, fehlt DW, EWD s. u. Domestik, DW2 9, 1226, Duden s. u. domestizieren; Son.: vgl. frz. domestiquer, V., domestizieren; nschw. domesticera, V., domestizieren; nnorw. domestisere, V., domestizieren; lit. domestikuoti, V., domestizieren; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus Wildformen züchten oder zähmen; BM.: bauen; F.: domestizieren, domestiziere, domestizierst, domestiziert, domestizierest, domestizieret, domestizierte, domestiziertest, domestizierten, domestiziertet, ##domestiziert, domestizierte, domestiziertes, domestiziertem, domestizierten, domestizierter##, domestizierend, ###domestizierend, domestizierende, domestizierendes, domestizierendem, domestizierenden, domestizierender###, domestizier (!)+FW+EW; Z.: dom-est-iz-ier-en
dominant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. dominant, vorherrschend, beherrschend; ne. dominant (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dominieren; I.: Lw. lat. domināns; E.: s. lat. domināns (1), (Part. Präs.=)Adj., herrschend, herrschaftlich, Herren..., mächtig, stark, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. dominus (1), M., Herr, Hausherr, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dominieren, fehlt DW, EWD s. u. dominieren, DW2 9, 1227, Duden s. u. dominant; Son.: vgl. nndl. dominant, Adj., dominant; frz. dominant, Adj., dominant; nschw. dominant, Adj., dominant; nnorw. dominant, Adj., dominant; poln. dominuący, Adj., dominant; lit. dominuojantis, Adj., dominant; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Leben mögliches vorherrschend oder beherrschend; BM.: bauen; F.: dominant, dominante, dominantes, dominantem, dominanten, dominanter(, dominantere, dominanteres, dominanterem, dominanteren, dominanterer, dominantest, dominanteste, dominantestes, dominantestem, dominantesten, dominantester)+FW+EW; Z.: dom-in-ant
Dominante, nhd., (Part. Präs.=)F., (18. Jh.): nhd. Dominante, fünfter Ton (M.) (2) einer Tonleiter; ne. dominant (N.); Vw.: -; Hw.: s. dominant, dominieren; Q.: 1753; I.: Lw. it. dominante; E.: s. it. dominante, F., Dominante; vgl. lat. dominārī, V., herrschen, Herren spielen, tyrannisieren, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dominieren, fehlt DW, EWD s. u. dominieren, DW2 9, 1227, Duden s. u. Dominante; Son.: vgl. nndl. dominant, Sb., Dominante; frz. dominante, F., Dominante; nschw. dominant, Sb., Dominante; nnorw. dominant, M., Dominante; poln. dominanta, F., Dominante; lit. dominantė, F., Dominante; GB.: seit 1753 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Quinte in einer Tonart als herrschender Ton (M.) (2); BM.: bauen; F.: Dominante, Dominanten+FW+EW; Z.: Dom-in-ant-e
dominieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. dominieren, beherrschen, vorherrschen; ne. dominate; Vw.: -; Hw.: dominant, Dominante; Q.: 1378/1379 (Ernst von Kirchbergs Mecklenburgische Reimchronik); I.: Lw. lat. dominārī; E.: s. lat. dominārī, V., herrschen, Herren spielen, tyrannisieren, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dominieren, fehlt DW, EWD s. u. dominieren, DW2 6, 1227, Duden s. u. dominieren; Son.: vgl. nndl. domineren, V., dominieren; frz. dominer, V., dominieren; nschw. dominera, V., dominieren; nnorw. dominere, V., dominieren; poln. dominować, V., dominieren; lit. dominuoti, V., dominieren; GB.: seit 1378/1379 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches beherrschen oder vorherrschen; BM.: Haus; F.: dominieren, dominiere, dominierst, dominiert, dominierest, dominieret, dominierte, dominiertest, dominierten, dominiertet, ##dominiert, dominierte, dominiertes, dominiertem, dominierten, dominierter##, dominierend, ###dominierend, dominierende, dominierendes, dominierendem, dominierenden, dominierender###, dominier (!)+FW+EW; Z.: dom-in-ier-en
Domino (1), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Domino (M.) (1), Karnevalskostüm, Maskenmantel; ne. domino; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1729; I.: Lw. it. domino; E.: s. it. domino, M., Kapuzenmantel der Mönche; frz. domino, M., Karnevalskostüm; lat. dominus (1), M., Herr, Hausherr, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domino, fehlt DW, EWD s. u. Domino, DW2 6, 1228, Duden s. u. Domino; Son.: vgl. nndl. domino, Sb., Domino (M.) (1); nschw. domino, Sb., Domino (M.) (1); nnorw. domino, M., Domino (M.) (1); GB.: seit 1729 belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten langen als Maskenkostüm getragenen Mantel mit Kapuze und weiten Ärmeln und einen Träger eines solchen Kostüms; BM.: Hausherr; F.: Domino, Dominos (!)+FW; Z.: Dom-in-o
Domino (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Domino (M.) (2), Dominospiel; ne. domino; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1770 (Pestalozzi); I.: Lw. frz. domino; E.: s. frz. domino, M., Domino (M.) (2); vgl. lat. dominus (1), M., Herr, Hausherr, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domino, EWD s. u. Domino, DW2 6, 1229, Duden s. u. Domino; Son.: vgl. nndl. domino, Sb., Domino (M.) (2); nschw. domino, Sb., Domino (M.) (2); nnorw. domino, M., Domino (M.) (2); poln. domino, Sb., Domino (M.) (2); lit. domino, M., Domino (M.) (2); GB.: seit 1770 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in China seit dem 12. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes und in Europa in der zweiten Hälfte des 18. Jh. aufgenommenes Spiel bei dem rechteckige mit Punkten versehene Steine nach einem bestimmten System aneinandergelegt werden; BM.: der Gewinner des Spiels durfte sich vermutlich lat. dominus oder frz. domino (Herr) nennen; F.: Domino, Dominos (!)+FW; Z.: Dom-in-o
$Dominospiel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dominospiel; E.: s. Domino, s. Spiel; L.: Kluge s. u. Domino 2, fehlt DW; GB.: seit 1823 belegte und aus Domino und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 12. Jh. entwickeltes und verwendetes Spiel; F.: Dominospiel, Dominospiels, Dominospieles, Dominospiele, Dominospielen+FW+EW; Z.: Dom-in-o—spiel
Domizil, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Domizil, Wohnsitz; ne. domicile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Der arme Hartmann Vom Glauben); I.: Lw. lat. domicilium; E.: s. lat. domicilium, N., Wohnsitz, Wohnung, Palast, Schloss, Residenz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Domizil, fehlt DW, EWD s. u. Domizil, DW2 6, 1229, Duden s. u. Domizil; Son.: vgl. nndl. domicilie, Sb., Domizil; frz. domicile, M., Domizil; nschw. domicil, Sb., Domizil; nnorw. domisil, N., Domizil; poln. domicyl, M., Domizil; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen und wohl seit der Neuzeit mehr und mehr verrechtlichten Wohnsitz eines Menschen; BM.: Haus; F.: Domizil, Domizils, Domizile (!), Domizilen (!)+FW+EW; Z.: Dom-iz-il
$Domkapitel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Domkapitel; E.: s. Dom, s. Kapitel; L.: DW 2, 1234 (Domcapitel), EWD s. u. Kapitel; GB.: seit 1473 belegte und aus Dom und Kapitel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen in dem Christentum entwickelte Körperschaft höherer Geistlicher an einem Dom oder eine Gebetsgemeinschaft zu der höheren Ehre des christlichen Gottes; F.: Domkapitel, Domkapitels, Domkapiteln (!)+FW+EW Z.: Dom—kapit-el
$Dompfaff, Dompfaffe, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Dompfaff; E.: s. Dom, s. Pfaff bzw. Pfaffe; L.: Kluge s. u. Dompfaff, DW 2, 1235 (Dompfaffe), EWD s. u. Dom; GB.: seit 1534 belegte und aus Dom und Pfaffe gebildete Bezeichnung für einen in dem Christentum entwickelten Geistlichen an einem Dom und seit 1587 für einen sachlich schon vormenschlichen seiner Kleidung in dem Gefieder farblich ähnelnden kleineren Vogel (Gimpel oder Blutfink) mit schwarzem Kopf und roter Brust aus der Familie der Finken in Europa und Asien; F.: Dompfaff, Dompfaffe, Dompfaffen+EW+FW; Z.: Dom—pfaff
Dompteur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dompteur, Tierbändiger; ne. animal trainer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1905; I.: Lw. frz. dompteur; E.: s. frz. dompteur, M., Dompteur, Bezähmer, Tierbändiger; vgl. frz. dompter, V., zähmen, bezähmen, bändigen, überwinden; lat. domitāre, bezähmen, bändigen, überwinden, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. domāre, V., zähmen, bändigen, bezwingen, niederwerfen; idg. *demə-, *domə-, *dₒmə-, *demh₂-, V., zähmen, Pokorny 199 (318/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dompteur, fehlt DW, EWD s. u. Dompteur, DW2 6, 1230, Duden s. u. Dompteur; Son.: vgl. nndl. dompteur, Sb., Dompteur; nschw. domptör, Sb., Dompteur; nnorw. domptor?, M., Dompteur; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen wilde Tiere für Vorführungen abrichtenden Tierbändiger; BM.: zähmen; F.: Dompteur, Dompteurs, Dompteure, Dompteuren+FW; Z.: Dom-pt-eur
Döneken, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Döneken, Döntje, Anekdote, lustige Geschichte; ne. anecdote; Vw.: -; Hw.: s. Döntje; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. dōn, dōne, M., F., Ton (M.) (2), Melodie, Klang, Wort, Rede, Geheiß, Befehl; mhd. dōn, st. M., Ton (M.) (2), Melodie, Lied, vgl. lat. tonus, M., Spannen eines Seiles, Ton (M.) (2), Donner, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Döntje, Kluge s. u. Döneken, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie aus Ton (M.) (2) und der Verkleinerungssilbe ken bzw. chen gebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche lustige Geschichte; BM.: Ton (M.) (2); F.: Döneken, Dönekens (!)+FW?+EW?; Z.: Dön-ek-en
Donna, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Donna, adelige Frau in Italien; ne. donna; Vw.: s. Bella-, Prima-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. donna; E.: s. it. donna, F., Donna, adelige Frau; lat. domina, F., Herrin, Hausherrin, Dame, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Donna; GB.: seit 1687 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine adelige Frau in Italien; BM.: bauen; F.: Donna, Donnas (!), Donnen (!)+FW; Z.: Don-n-a
Donner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Donner, dumpf grollendes Geräusch des Zusammenstoßens durch einen Blitz kurz voneinander getrennter Luftmassen, eine Naturerscheinung; ne. thunder; Vw.: -; Hw.: s. Donnerstag; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. doner, toner, duner, st. M., Donner, Blitz, Blitzschlag, Gewitter, Donnerlärm, Kraft des Blitzes; mnd. doner, donner, dunner, M., Donner; mnl. donder, M., Donner; ahd. donar*, st. M. (a), Donner, Donnerer; as. thuner*, thunaer?, st. M. (a), Donner; anfrk. -; germ. *þunara-, *þunaraz, st. M. (a), Donner; s. idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Donner, Kluge s. u. Donner, DW 2, 1237, EWD s. u. Donner, DW2 6, 1232, EWAhd 2, 719, Falk/Torp 178, Duden s. u. Donner, Bluhme s. u. Donner; Son.: vgl. afries. thuner, thonger, st. M. (a), Donner; nfries. tonger; ae. þunor, þunar, þunur, st. M. (a), Donner; an. þōrsdagr, M., Donnerstag; got. *þunara, st. M. (a), Donnerer, Donar; nndl. donder, Sb., Donner; ai. stanayitnú-, Sb., Donner; npers. tunder, tundur, Sb., Donner; lat. tonitru, N., Donner; lat. tonitrus, M., Donner; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche bei einem Gewitter einem Blitz folgende dumpf grollende Geräusch des Zusammenstoßens von durch den Blitz höchstens für eine Hundertstelsekunde voneinander geteilten Luftmassen; BM.: lautmalend?; F.: Donner, Donners, Donnern (!)+EW; Z.: Don-n-er
$Donnerbüchse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Donnerbüchse; E.: s. Donner, s. Büchse; L.: DW 2, 1242, EWD s. u. Donner; GB.: seit 1499 belegte und aus Donner und Büchse vielleicht teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach Entwicklung des Schießpulvers schon um etwa 1300 entwickeltes und verwendetes Gewehr; F.: Donnerbüchse, Donnerbüchsen (!)+EW+FW; Z.: Don-n-er—büchs-e
$Donnerkeil, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Donnerkeil; E.: s. Donner, s. Keil; L.: Kluge s. u. Donnerkeil, DW 2, 1244, EWD s. u. Donner; GB.: seit 1534 belegte und aus Donner und Keil gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes frühgeschichtliches Werkzeug und ein angeblich bei Gewittern von dem Donnergott auf die Erde geschleudertes versteinertes keilförmiges Gehäuseende eines Belemniten; F.: Donnerkeil, Donnerkeiles, Donnerkeils, Donnerkeile, Donnerkeilen+EW; Z.: Don-n-er—kei-l
$Donnerlittchen, Donnerlüttchen, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. Donnerlittchen, Ausruf des Erstaunens oder der Überraschung; E.: s. Donner, s. Littchen; L.: Kluge s. u. Donnerlittchen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Donner und ostpr. Lichting für Blitz gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Erstaunen oder eine Überraschung; F.: Donnerlittchen, Donnerlütchen+EW; Z.: Don-n-er—litt-chen
donnern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. donnern, krachen, dröhnen; ne. thunder (V.), sound (V.); Vw.: s. auf-, ver-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. doneren* (1), donren, dunren, tonren, sw. V., donnern, krachen; mnd. dōneren (1), donern, donnern, donren, dondern, dönnern, sw. V., donnern, lärmen; mnl. donderen, sw. V., donnern; ahd. donarōn*, sw. V. (2), donnern, ertönen; as. thonoron*, sw. V. (2), donnern; anfrk. -; germ. *þunarōn, sw. V., donnern; s. idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021; L.: Kluge s. u. Donner, DW 2, 1246, EWD s. u. Donner, DW2 6, 1237, EWAhd 2, 723, Duden s. u. donnern; Son.: vgl. afries. *thunria, sw. V. (2), donnern; ae. þunrian, sw. V. (2), donnern; an. -; got. -; nndl. denderen, V., donnern; nschw. dundra, V., donnern; nnorw. tordne, V., donnern; GB.: seit um 765 belegte und aus Donner und (e)n gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches krachen oder dröhnen oder rollen oder Donner erklingen lassen; BM.: lautmalend?; F.: donnern (!), donnere, donner (!), donnerst, donnert, donnerte, donnertest, donnerten, donnertet, gedonnert, ##gedonnert, gedonnerte, gedonnertes, gedonnertem, gedonnerten, gedonnerter##, donnernd, ###donnernd, donnerndes, donnerndem, donnernden, donnernder###, donner (!)+EW; Z.: don-n-er-n
Donnerstag, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Donnerstag, vierter Tag der Woche; ne. Thursday; Vw.: s. Grün-; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Glosse); I.: Lüs. lat. diēs Iovis; E.: mhd. donerestac*, donerstac, donrestac, dunrestac, st. M., Donnerstag, Gründonnerstag; mnd. donneresdach, M., Donnerstag; mnl. donderdach, M., Donnerstag; ahd. donaristag*, st. M. (a), Donnerstag; as. -; anfrk. -; s. nhd. Donner, Tag; L.: Kluge 1. A. s. u. Donner, Kluge s. u. Donnerstag, DW 2, 1252, EWD s. u. Donnerstag, DW2 6, 1241, EWAhd 2, 722, Duden s. u. Donnerstag; Son.: vgl. afries. thunresdei, thunresdî, st. M. (a), Donnerstag; ae. Þunresdæg, M., Donnerstag; an. þōrsdagr, M., Donnerstag; got. -; nndl. Dondertag, Sb., Donnerstag; nschw. torsdag, Sb., Donnerstag; nnorw. torsdag, M., Donnerstag; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Donner (Donar) als Entsprechung zu lat. Jupiter und s sowie Tag gebildete Bezeichnung für den vierten Tag der seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Mittwoch und Freitag; BM.: von dem germanischen Gott Donar als Äquivalent des römischen Donnergotts Jupiter als Namensgeber des vierten Wochentags; F.: Donnerstag, Donnerstages, Donnerstags, Donnerstage, Donnerstagen+EW; Z.: Don-n-er-s—t-ag
$Donnerwetter, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Donnerwetter, Gewitter mit Blitz und Donner; E.: s. Donner, s. Wetter; L.: Kluge s. u. Donnerwetter, DW 2, 1256, EWD s. u. Donner; GB.: seit 1499 belegte und aus Donner und Wetter gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Gewitter mit Blitz und Donner und eine vergleichbare Gefahr; F.: Donnerwetter, Donnerwetters, Donnerwettern (!)+EW; Z.: Don-n-er—we-t-t-er
Dönse, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Dönse, geheizte Stube, Schrankbett; ne. parlour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.?; E.: mnd. dörnse, dȫrnse, dȫrense, F., Dörnse, Stube, heizbarer Raum, Versammlungsraum, Sitzungsraum, Trinkstube in fürstlichen städtischen Gebäuden oder in Rathaus bzw. Burg; s. slaw. *dvorunica, Sb., Hofstufe; vgl. ksl. dvoru, Sb., Hof; idg. *dʰu̯ē̆r-, *dʰu̯ō̆r-, *dʰur-, *dʰu̯r̥-, Sb., Tür, Tor (N.), Pokorny 278 (418/ 66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dönse, fehlt DW; Son.: vgl. polabisch dwarneiz; in dem Ortsnamen Türnitz; GB.: vielleicht seit 11. Jh. in dem Niederdeutschen wohl aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung und Errichtung von heizbaren Gebäuden möglichen geheizten Raum in einem Haus; BM.: von einem geheizten Raum in slawischen Adelshäusern; F.: Dönse, Dönsen (!)+FW; Z.: Dön-s-e
Döntje, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Döntje, Döneken, Anekdote, lustige Geschichte; ne. anecdote; Vw.: -; Hw.: s. Döneken; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. dōn, dōne, M., F., Ton (M.) (2), Melodie, Klang, Wort, Rede, Geheiß, Befehl; mhd. dōn, st. M., Ton (M.) (2), Melodie, Lied, vgl. lat. tonus, M., Spannen eines Seiles, Ton (M.) (2), Donner, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Döntje, fehlt DW, Duden s. u. Döntje; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie aus Ton (M.) (2) und der Verkleinerungssilbe tje gebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche lustige Geschichte; BM.: Ton (M.) (2); F.: Döntje, Döntjes (!)+FW?+EW?; Z.: Dön-t-j-e
doof, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. doof, dumm; ne. dumb (Adj.), silly (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. taub; Q.: 1858; E.: s. mnd. dōf, Adj., taub, leer, blank, eitel, unbrauchbar, unbenutzbar; as. *dōf?, Adj., taub; germ. *dauba-, *daubaz, Adj., taub, betäubt, empfindungslos; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. doof, fehlt DW, EWD s. u. doof, DW2 6, 1244, Duden s. u. doof, Bluhme s. u. doof; GB.: seit 1858 belegte und für das Altsächsische und das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare niederdeutsche Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches dumm; BM.: taub; F.: doof, doofe, doofes, doofem, doofen, doofer(, doofere, dooferes, dooferem, dooferen, dooferer, doofste, doofstes, doofstem, doofsten, doofster)+EW; Z.: doo-f
dopen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. dopen, aufputschen, leistungssteigernde Mittel unerlaubt aufnehmen; ne. dope (V.); Vw.: -; Hw.: s. Doping; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. dope; E.: s. ne. dope, V., dopen, aufputschen; vgl. ne. dope, N., Mittel, Droge, Substanz; weitere Herkunft ungeklärt?, wohl von nndl. doop, Sb., Sauce zum Eintunken; vgl. nndl. doopen, V., mischen, eintauchen; vgl. germ. *daupjan, sw. V., tauchen, taufen; s. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dopen, fehlt DW, EWD s. u. dopen, DW2 6, 1244, Duden s. u. dopen; Son.: vgl. nndl. dopen, V., dopen; frz. doper, V., dopen; nschw. dopa, V., dopen; nnorw. dope, V., dopen; nir. dópálaim, V., dopen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete und vielleicht mit dem Neuniederländischen (sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen) verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches sich durch verbotene Mittel zu einer vorübergehenden sportlichen Höchstleistung zu bringen versuchen oder aufputschen; BM.: mischen?; F.: dopen, dope, dopst, dopt, dopest, dopet, dopte, doptest, dopten, doptet, gedopt, ##gedopt, gedopte, gedoptes, gedoptem, gedopten, gedopter##, dopend, ###dopend, dopende, dopendes, dopendem, dopenden, dopender###, dop (!)+FW+EW; Z.: dop-en
Doping, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Doping, Aufputschen, unerlaubte Einnahme leistungssteigernder Mittel; ne. doping (N.); Vw.: -; Hw.: s. dopen; Q.: 1908; I.: Lw. ne. doping; E.: s. ne. doping, N., Doping; ne. dope, V., dopen, aufputschen; vgl. ne. dope, N., Mittel, Droge, Substanz; weitere Herkunft ungeklärt?, wohl von nndl. doop, Sb., Sauce zum Eintunken; vgl. nndl. doopen, V., mischen, eintauchen; vgl. germ. *daupjan, sw. V., tauchen, taufen; s. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 6, 1244, Duden s. u. Doping; Son.: vgl. nndl. doping, Sb., Doping; frz. dopage, M., Doping; nschw. doping, Sb., Doping; nnorw. doping, M., F., Doping; poln. doping, M., Doping; lit. dopingas, M., Doping; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Verb dop(e) und dem Suff. ing gebildete Bezeichnung für eine vor allem in dem Sport verwendete unerlaubte Einnahme leistungssteigernder Mittel; BM.: mischen?; F.: Doping, Dopings (!)+FW; Z.: Dop-ing
Doppel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Doppel, zweite Ausfertigung, Doppelspiel; ne. doubles, doubles team, duplicate (N.); Vw.: -; Hw.: s. doppeln, doppelt, Duplikat; Q.: um 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); I.: Lw. frz. double; E.: s. frz. double, M., Doppel, Kopie; vgl. lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, Doppel..., (um 450 v. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. doppelt, Kluge s. u. Doppel, (DW2, 1259 doppel Adj.,) EWD s. u. Doppel, DW2 6, 1244, Duden s. u. Doppel, Bluhme s. u. doppel; Son.: s. mhd. topel, toppel, st. M., st. N., Toppel, Würfelspiel, Spieleinlage, Wettpreis; mnd. dōbel, dobbel, dābel, M., Würfel, Spielstein; vgl. nndl. dubbel, Sb., Doppel; nnorw. double, M., Doppelspiel; poln. debel, M., Doppelspiel; GB.: seit um 1200-1210 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zweifache Ausfertigung und vor allem in dem Tennis und ähnlichen Sportarten für das Spiel zweier Spieler gegen zwei andere; BM.: zwei; F.: Doppel, Doppels, Doppeln (!)+FW+EW; Z.: Do-p-p-el
$Doppeladler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Doppeladler; E.: s. doppel(t), s. Adler; L.: Kluge 1. A. s. u. doppelt, DW 2, 1260; GB.: seit 1811 belegte und aus doppel(t) und Adler gebildete Bezeichnung für einen seit dem 16. März 1365 von der Familie Habsburg und seit 1433 in dem Wappen des Heiligen Römischen Reiches verwendete Abbildung eines sachlich grundsätzlich in der Natur ausgeschlossenen Adlers mit zwei Köpfen oder auch zwei Hälsen; F.: Doppeladler, Doppeladlers, Doppeladlern+FW+EW; Z.: Do-p-p-el—adl-er
$Doppeldecker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Doppeldecker; E.: s. doppel(t), s. Decker; L.: Kluge s. u. Doppeldecker, fehlt DW, EWD s. u. doppelt; GB.: seit 1916 belegte und aus doppel(t) und Decker gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und zeitweise verwendetes Flugzeug mit je zwei auf beiden Seiten übereinander angeordneten Tragflächen (also insgesamt vier Tragflächen); F.: Doppeldecker, Doppeldeckers, Doppeldeckern (!)+FW+EW; Z.: Do-p-p-el—deck-er
$Doppelgänger, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Doppelgänger; E.: s. doppel(t), s. Gänger; L.: Kluge 1. A. s. u. doppelt, DW 2, 1263, EWD s. u. doppelt; GB.: seit 1796 belegte und aus doppel(t) und Gänger gebildete Bezeichnung für einen einem anderen Menschen äußerlich sehr ähnlichen und deshalb mit ihm verwechselungsfähigen Menschen wofür bei acht gleichen Merkmalen die Wahrscheinlichkeit bei eins zu einer Billion und bei vier gleichen Merkmalen bei eins zu zehn Millionen liegt; F.: Doppelgänger, Doppelgängers, Doppelgängern+FW+EW; Z.: Do-p-p-el—gä-ng-er
doppeln, nhd. (ält.), V., (13. Jh.): nhd. doppeln, verzweifachen, würfeln; ne. double (V.), duplicate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Doppel, doppelt; Q.: 1. Drittel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: s. mhd. dubbelen, sw. V., verdoppeln; mhd. dopelen, topeln, sw. V., würfeln um; mnl. dobbelen, V., doppeln; vgl. mhd. dubbel, Adj., doppelt; über frz. von lat. duplus,dj., doppelt, zweifach, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. doppeln, Kluge s. u. doppeln, doppelt, DW 2, 1267, EWD s. u. doppelt, DW2 6, 1250, Duden s. u. doppeln; GB.: seit 1. Drittel 13. Jh. belegte und aus doppel(t) und (e)n (Suff.) sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für in doppelter Anzahl vorhanden sein (V.) oder verzweifachen oder würfeln; BM.: zwei; F.: doppeln, doppel (!), dopple, doppele, doppelst, doppelt, doppelest, doppelet, doppelte, doppeltest, doppelten, doppeltet, gedoppelt, ##gedoppelt, gedoppelte, gedoppeltes, gedoppeltem, gedoppelten, gedoppelter##, doppelnd, ###doppelnd, doppelnde, doppelndes, doppelndem, doppelnden, doppelnder###, doppel (!)+FW; Z.: do-p-p-el-n
$Doppelpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.?): nhd. Doppelpunkt; E.: s. doppel(t), s. Punkt; L.: Kluge s. u. doppelt, fehlt DW, EWD s. u. doppelt; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus doppel(t) und Punkt gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche zwei übereinander stehende Punkte als Trennzeichen in einem Text wie beispielsweise bei jedem Absatz dieses Textes nach der Rubrik Lemma und den abgekürzten Rubriken E. und L. und GB. und BM. und Son. und F. sowie Z.; F.: Doppelpunkt, Doppelpunktes, Doppelpunkts, Doppelpunkte, Doppelpunkten+FW; Z.: Do-p-p-el—pu-n-k-t
$Doppelsinn, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Doppelsinn; E.: s. doppel(t), s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 2, 1270; GB.: vielleicht seit 1748 belegte und aus doppel(t) und Sinn gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Sprache möglichen mehrfachen Sinn oder eine Mehrdeutigkeit eines Wortes oder Textes; F.: Doppelsinn, Doppelsinns, Doppelsinnes, Doppelsinne, Doppelsinnen (!)+FW+EW; Z.: Do-p-p-el—sinn
doppelt, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. doppelt, zweifach; ne. double (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Doppel, doppeln; I.: Lw.; E.: s. mhd. dubbel, Adj., doppelt; mnd. dubbelet* (1), dubbelt, dobbelt, Adj., doppelt, zweifach, zwiespältig, doppelzüngig; wohl über frz. s. lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. doppelt, Kluge s. u. doppelt, DW 2, 1272, EWD s. u. doppelt, DW2 6, 1253, Duden s. u. doppelt; Son.: vgl. nndl. dubbel, Adj., doppelt; frz. double, Adj., doppelt; nschw. dubbel, Adj., doppelt; nnorw. dobbelt, Adj., doppelt; kymr. dwbl, dyblyg, Adj., doppelt; nir. dúbailte, Adj., doppelt; GB.: seit 1341 belegte und aus doppel(n) und t gebildete sowie über das Französische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches zweifach; BM.: zwei; F.: doppelt, doppelte, doppeltes, doppeltem, doppelten, doppelter+FW; Z.: do-p-p-el-t
Dorf, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Dorf, Ortschaft, Siedlung; ne. village, thorp (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dorf, st. N., Dorf, Landgut, Einzelhof, zum Dorf gehörende Dorfflur, Dorfgemarkung; mnd. dorp, N., Dorf; mnl. dorp, N., Dorf; ahd. dorf, st. N. (a), Weiler, Dorf, Hof, Gut; as. thorp*, tharp*, throp*, st. N. (a), Dorf; anfrk. thorp*, st. N. (a), Dorf, Landgut; germ. *þurpa-, *þurpam, st. N. (a), Dorf, Schar (F.) (1)?; vgl. idg. *tu̯er- (1), tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dorf, Kluge s. u. Dorf, DW 2, 1277, EWD s. u. Dorf, DW2 6, 1259, EWAhd 2, 725, Falk/Torp 187, Duden s. u. Dorf, Bluhme s. u. Dorf; Son.: vgl. afries. thorp, therp, st. N. (a), Terpe, Dorf, Brache; nnordfries. torp, terp; ae. þorp, þrop, st. M. (a), Landgut, Hof, Dorf; an. þorp (1), st. N. (a), Hof, Bauernhaus, Dorf, Absatz eines Felsens, Grabhügel; got. þaúrp, st. N. (a), bebautes Land, Acker, Feld; nndl. dorp, Sb., Dorf; osk. trííbúm, Sb., Haus; lat. trabs, F., Balken, Baumstamm, Baum, Knittel; mir treb, F., Dorf; akymr. treb, Sb., Haus, Wohnung; kymr. tref, M., Dorf, Stadt; lit. trobà, F., Haus, Gebäude; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche kleinere Siedlung mit oft bäuerlichem Wesen und landwirtschaftlichen Merkmalen; BM.: Balken?, roden?, Versammlungsort?; F.: Dorf, Dorfes, Dorfs, Dörfer, Dörfern+EW; Z.: Dor-f
$dörfisch, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. dörfisch, dörflich, örtlich, Dorf betreffend; E.: s. Dorf, s. isch; L.: DW 2, 1281, EWD s. u. Dorf; GB.: seit 1491 belegte und aus Dorf und isch gebildete Bezeichnung für dörflich oder örtlich oder Dorf betreffend; F.: dörfisch, dörfische, dörfisches, dörfischem, dörfischen, dörfischer(, dörfischere, dörfischeres, dörfischerem, dörfischeren, dörfischerer, dörfischst, dörfischste, dörfischstes, dörfischstem, dörfischsten, dörfischster)+EW; Z.: dör-f-isch
$dörflich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. dörflich, bäuerlich, gemein, gering, Dorf betreffend; L.: Kluge s. u. Dorf, DW2, 1282, EWD s. u. Dorf; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Dorf und lich vielleicht nach lateinischem Vorbild gebildete Bezeichnung für bäuerlich oder gemein oder gering oder Dorf betreffend; F.: dörflich, dörfliche, dörfliches, dörflichem, dörflichen, dörflicher(, dörflichere, dörflicheres, dörflicherem, dörflicheren, dörflicherer, dörflichst, dörflichste, dörflichstes, dörflichstem, dörflichsten, dörflichster)+EW; Z.: dör-f-lich
dorisch, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. dorisch, in dorischem Stil ausgeführt, Dorer betreffend; ne. Doric (Adj.), Dorian (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. dorisch, Adj., dorisch; ahd. dorisk*, dorisc*, Adj., dorisch; lat. Dōrius, Adj., dorisch; gr. Δώριος (dōrios), Adj., dorisch; vgl. gr. Δωριέες (Dōriées), M. Pl., Dorer; weitere Herkunft unklar, vielleicht von δόρυ (dóry), N., Baumstamm, Balken, Holz, Speer, Frisk 430; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 6, 1271, EWAhd 2, 730, Duden s. u. dorisch; Son.: vgl. nndl. dorisch, Adj., dorisch; frz. dorique, Adj., dorisch; nschw. dorisk, Adj., dorisch; nnorw. dorisk, Adj., dorisch; kymr. dorig, Adj., dorisch; nir. dórach, Adj., dorisch; poln. dorycki, Adj., dorisch; GB.: seit um 1000 belegte und aus lat. Dori(cus) und isch gebildete Bezeichnung für Dorer betreffend; BM.: von dem Volk oder Stamm der Dorer der Griechen des Altertums in Nordwestgriechenland (Epirus) und Makedonien; F.: dorisch, dorische, dorisches, dorischem, dorischen, dorischer+FW+EW; Z.: dor-isch
Dorn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Dorn, Stachel; ne. thorn; Vw.: s. Hage-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dorn, doren, torn, st. M., Dorn, Stachel, Kralle, Dornstrauch, Dorngestrüpp, stachelige Pflanze; mnd. dorn, M., Dorn; mnl. dorn, M., Dorn, Stachel; ahd. dorn (1), st. M. (a), Dorn, Dornstrauch; as. thorn, st. M. (a), Dornstrauch, Dorn; anfrk. thorn*, st. M. (a), Dorn; germ. *þurna-, *þurnaz, st. M. (a), Dorn; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dorn, Kluge s. u. Dorn, DW 2, 1287, EWD s. u. Dorn, DW2 6, 1273, EWAhd 2, 731, Duden s. u. Dorn, Bluhme s. u. Dorn; Son.: vgl. afries. thorn, st. M. (a), Dorn; ae. þorn, þyrn, st. M. (a), Dorn, Dornstrauch; an. þorn (1), st. M. (a), Dorn, Nadel; got. þaúrnus, st. M. (u), Dorn; nndl. doorn, Sb., Dorn; nschw. torn, Sb., Dorn; nisl. þyrnir, M., Dorn; ai. trná-, N., Grashalm; ksl. trinu, Sb., Dorn; aruss. tъrnъ, Sb., Dorn; tschech. trn, Sb., Dorn; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung von Pflanzen auf dem Land möglichen kleinen spitzen und harten Pflanzenteil (Stachel) an einem Zweig; BM.: bohren; F.: Dorn, Dornes, Dorns, Dorne, Dornen (!)+EW; Z.: Dor-n
$dornig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. dornig, dornartig, voll Dornen seiend, Dorn betreffend; E.: s. Dorn, s. ig; L.: Kluge s. u. Dorn, DW 2, 1298, EWD s. u. Dorn; GB.: seit um 1120 belegte und aus Dorn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Pflanzen auf dem Land mögliches dornartig oder voll Dornen seiend; F.: dornig, dornige, dorniges, dornigem, dornigen, dorniger(, dornigere, dornigeres, dornigerem, dornigeren, dornigerer, dornigst, dornigste, dornigstes, dornigstem, dornigsten, dornigster)+EW; Z.: dor-n-ig
dorren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dorren, verdorren, trocknen, trocken werden; ne. dry (V.) up; Vw.: -; Hw.: s. dörren, dürr; Q.: 3. Drittel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dorren (1), torren, sw. V., dorren, dürr werden, verdorren, vertrocknen, trocknen; mnd. dorren, doren, sw. V., dürr werden; mnl. dorren, sw. V., verdorren, ausdrocknen; ahd. dorrēn*, dorren*, sw. V. (3, 1a), „dorren“, verdorren, verwelken, erstarren; as. thorron*, sw. V. (2), „dorren“, verdorren, zu Grunde gehen; anfrk. -; germ. *þursnan, sw. V., trocknen; vgl. idg. ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. dorren, Kluge s. u. dorren, DW 2, 1301, EWD s. u. dorren, DW2 6, 1283, EWAhd 2, 734, Falk/Torp 183, Duden s. u. dorren; Son.: vgl. afries. -; ae. þyrran, sw. V. (1), dorren, trocknen; an. þorna, sw. V., verdorren; got. gaþaúrsnan, sw. V. (4), verdorren, vertrocknen; ? gr. ξηραίνεσθαι (xēraínesthai), V., vertrocknen; GB.: seit 3. Drittel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches trocken werden; BM.: trocken machen bzw. dürr machen, trocknen; F.: dorren, dorrt (!), dorre (!), dorrte, dorrten, gedorrt, ##gedorrt, gedorrte, gedorrtes, gedorrtem, gedorrten, gedorrter##, dorrend, ###dorrend, dorrende, dorrendes, dorrendem, dorrenden, dorrender###, dorre (!)+EW; Z.: dorr-en
dörren, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. dörren, trocknen, trocken machen; ne. dry (V.), parch; Vw.: -; Hw.: s. dorren, dürr; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. derren, sw. V., dörren, austrocknen; mnd. deren, dergen, sw. V., dörren, darren; mnl. dorren, sw. V., dörren; ahd. derren*, sw. V. (1b), dörren, trocknen, rösten (V.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *þarzjan, sw. V., trocknen, dörren; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. dörren, DW 2, 787, EWD s. u. dörren, DW2 6, 1284, EWAhd 2, 605, Falk/Torp 182, Seebold 515, Duden s. u. dörren, Bluhme s. u. doerren, verdorren; Son.: vgl. afries. -, ae. -; an. þerra, sw. V. (1), trocknen; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches trocken machen; BM.: trocken bzw. trocken machen; F.: dörren, dörre, dörrst, dörrt, dörrest, dörret, dörrte, dörrtest, dörrten, dörrtet, gedörrt, ##gedörrt, gedörrte, gedörrtes, gedörrtem, gedörrten, gedörrter##, dörrend, ###dörrend, dörrendes, dörrendem, dörrenden, dörrender###, dörr (!)+EW; Z.: dörr-en
Dorsch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dorsch, Kabeljau; ne. cod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1342; E.: mhd. dorsch, dursch, st. M., Dorsch; von mnd. dorsch, M., Dorsch; mnl. dorsc, M., Dorsch; an. þorskr, st. M. (a), Dorsch; germ. *þurska-, *þurskaz, st. M. (a), Dorsch; s. idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dorsch, Kluge s. u. Dorsch, DW 2, 1303, EWD s. u. Dorsch, DW2 6, 1285, Falk/Torp 183, Duden s. u. Dorsch, Bluhme s. u. Dorsch Falk/Torp 183; Son.: vgl. nndl. dors, Sb., Dortsch; nschw. torsk, Sb., Dorsch; nnorw. torsk, M., Dorsch; poln. dorsz, M., Dorsch; russ. треска (treská), F., Stockfisch, Kabeljau; nir. trosc, M., Dorsch, Kabeljau; GB.: seit 1342 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen jungen oder kleinen in der Ostsee vorkommenden Kabeljau; BM.: gedorrt(er Fisch); F.: Dorsch, Dorsches, Dorsche, Dorschen+EW; Z.: Dorsch
$Dorsche, nhd. (ält.), F.: nhd. Kohlstrunk; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Dorsche, DW 2, 1304; GB.: ?; F.: Dorsche, Dorschen, Dorsches+EW; Z.: Dorsch-e
dort, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. dort, andernorts; ne. there; Vw.: -; Hw.: s. da, dar; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. dort, dart, dert, dört, dürt, Adv., dort, jenseits, dorthin; mnd. dōrt, Adv., dort; ahd. dārot*, Adv., dort, dorthin; as. thārod, Adv., dort; anfrk. -; vgl. ahd. dār, Adv., da, dort, von dort, dann, hier, wo; germ. *þar, *þer-, Adv., dort, da; idg. *tor, *tēr, Adv., dort, Pokorny 1087; s. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dort, Kluge s. u. dort, DW 2, 1304, EWD s. u. dort, DW2 6, 1286, EWAhd 2, 543 Duden s. u. dort, Bluhme s. u. dort, Ochs 1, 1512, Fischer 2, 284, Schweiz. Id. 13, 1696; Son.: s. schweiz. dert, Adv., dort; schwäb. dert, dort, Adv., dort; bad. dort, dört, dert, Adv., dort; vgl. afries. thard, Adv., dorthin; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 863-871 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer Richtung oder einer von dem Betrachter entfernten Stelle (andernorts); BM.: da; F.: dort+EW; Z.: do-r-t
$dortig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dortig; E.: s. dort, s. ig; L.: Kluge s. u. dort, DW 2, 1308, EWD s. u. dort; GB.: (dortic) seit 1350-1356 belegte und aus dort und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches dort befindlich oder jenseitig; F.: dortig, dortige, dortiges, dortigem, dortigen, dortiger+EW; Z.: do-r-t-ig
Dose, Dese, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Dose, verschließbarer Behälter, verschließbares Behältnis; ne. can (N.), tin (N.), box (N.); Vw.: -; Hw.: s. Dosis; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. dosis?; E.: unklarer Herkunft, vielleicht über das Mittelniederdeutsche aus lat. dosis, F., Gabe, (447 n. Chr.); gr. δόσις (dósis), F., Gabe; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dose, Kluge s. u. Dose, DW 2, 1310, EWD s. u. Dose, Duden s. u. Dose, Bluhme s. u. Dose; Son.: vgl. nndl. doos, Sb., Dose; nndl. doosje, Sb., Dose; nschw. dosa, Sb., Dose; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte sowie möglicherweise aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kleinen Behälter mit Deckel aus Metall und später Plastik sowie (selten) Bezeichnung für Dosis; BM.: Gabe?; F.: Dose, Dosen+FW+EW?; Z.: Do-s-e
dösen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. dösen, leicht schlafen, schlummern; ne. doze (V.); Vw.: -; Hw.: s. dösig; Q.: 1879; E.: von nd. dösen, V., schläfrig sein (V.); letztlich von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, wirbeln, blasen, hauchen, atmen, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dösig, DW 2, 1310, EWD s. u. dösig, DW2 6, 1292, Duden s. u. dösen; Son.: vgl. nschw. dåsa, V., dösen; nnorw. døse, V., dösen; GB.: vielleicht seit 1879 belegte und aus dem Nd. aufgenommene sowie letztlich teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches leicht schlafen oder schlummern; BM.: stieben bzw. Dampf (M.) (1); F.: dösen, döse, dösst (!), döst, dösest, döset, döste, döstest, dösten, döstet, gedöst, ##gedöst, gedöste, gedöstes, gedöstem, gedösten, gedöster##, dösend, ###dösend, dösende, dösendes, dösendem, dösenden, dösender###, dös (!)+EW; Z.: dö-s-en
$dosieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. dosieren; E.: s. Dos(is), s. ieren; L.: Kluge s. u. Dosis, fehlt DW, EWD s. u. Dosis; GB.: seit 1935 belegte und aus Dos(is) sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen nach natürlichem Vorbild mögliches einteilen; F.: dosieren, dosiere, dosierst, dosiert, dosierest, dosieret, dosierte, dosiertest, dosierten, dosiertet, ##dosiert, dosierte, dosiertes, dosiertem, dosierten, dosierter##, dosierend, ###dosierend, dosierende, dosierendes, dosierendem, dosierenden, dosierender###, dosier (!)+FW+EW; Z.: do-s-ier-en
dösig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. dösig, schläferig, benommen, stumpfsinnig; ne. drowsy, dozy; Vw.: s. ramm-; Hw.: s. dösen, Dusel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mnd. dȫsich, dosich, Adj., dösig, taumelig, dumm, betäubt; mnd. dösich, Adj., dösig; ae. dysig, Adj., töricht, unwissend, blödsinnig, dumm, albern; ahd. tusīg*, Adj., stumpfsinnig, töricht; germ. *dusiga-, *dusigaz, Adj., betäubt; vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, wirbeln, blasen, hauchen, atmen, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dösig, DW 2, 1311, EWD s. u. dösig, DW2 6, 1292, Duden s. u. dösig, Bluhme s. u. doesen; Son.: vgl. nndl. daas, Adj., dösig; ne. dizzy, Adj., schwindlig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus dös(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schläferig oder benommen oder stumpfsinnig; BM.: Dampf (M.) (1); F.: dösig, dösige, dösiges, dösigem, dösigen, dösiger+EW; Z.: dö-s-ig
Dosis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dosis, (genau) abgemessene Menge, gewisse Menge; ne. dose, dosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1517; I.: Lw. lat. dosis; E.: s. lat. dosis, F., Gabe, (447 n. Chr.); gr. δόσις (dósis), F., Gabe; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dosis, fehlt DW, EWD s. u. Dosis, DW2 6 1293, Duden s. u. Dosis; Son.: vgl. nndl. dosis, Sb., Dosis; frz. dose, F., Dosis; nschw. dos, dosis, Sb., Dosis; nnorw. dose, dosis, M., Dosis; kymr. dos, M., Dosis; lit. dozė, F., Dosis; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (genau) abgemessene Menge besonders einer Arznei; BM.: geben; F.: Dosis, Dosen (!)+FW; Z.: Do-s-is
Dossier, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dossier, umfängliche Akte; ne. dossier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1904; I.: Lw. frz. dos; E.: s. frz. dossier, M., Akte; vgl. frz. dos, M., Rücken (M.); lat. dorsum, N., Rücken (M.), Buckel, Leib, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unsicher, s. Walde/Hofmann 1, 372, vielleicht verwandt mit gr. τόρμος (tórmos), M., Loch; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dossier, fehlt DW, EWD s. u. Dossier, DW2 6, 1293, Duden s. u. Dossier; Son.: vgl. nndl. dossier, Sb., Dossier; nschw. dossié, dossier, Sb., Dossier; nnorw. dossier, N., Dossier; poln. dossier, Sb., Dossier; lit. dosjė, F., Dossier; GB.: vielleicht seit 1904 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar vielleicht aus dem Lateinischen aufgenommene und in der Etymologie unsichere Bezeichnung für eine von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche umfänglichere und auf dem Rücken betitelte Akte in der alle zu einer Gegebenheit oder Angelegenheit oder einem Vorgang gehörenden Schriftstücke gesammelt sind; BM.: Rücken (M.) da die Unterlagen durch einen Umschlag zusammengefasst sind auf dessen Rücken der Inhalt für mögliche Nutzer vermerkt ist; F.: Dossier, Dossiers (!)+FW; Z.: Doss-ier
Dost, nhd. (ält.), M., (9. Jh.?): nhd. Dost, Büschel, Oregano; ne. oregano; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. doste, toste, sw. M., Strauß (M.) (2), Büschel, wilder Thymian; mnd. doste, tost, M., Dost; ahd. dost (2), st. M. (a)?, Dost, Eberreis; ahd. dosta, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Dost; ahd. dosto, sw. M. (n), Dost; as. thosto, sw. M. (n), Dosto; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *-sto-, Adj., stehend, Pokorny 1004; L.: Kluge 1. A. s. u. Dost, Kluge s. u. Dost, DW 2, 1311, DW2 6, 1293, EWAhd 2, 740, Duden s. u. Dost, Bluhme s. u. Dost; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer sachlich schon vormenschlichen zu den Lippenblütlern gehörenden sowie als Gewürz und zu Heilzwecken verwendeten Pflanze mit kleinen Blättern und meist rötlichen Blüten; BM.: ?; F.: Dost, Dostes, Dosts, Doste (!), Dosten (!)+EW; Z.: Do-st
dotieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. dotieren, ausstatten, bezahlen, mit Geld versehen (V.), geben; ne. endow, remunerate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1378/1379 (Mecklenburgische Reimchronik von Ernst von Kirchberg); E.: s. mhd. dotieren, sw. V., dotieren; mnd. dotēren, sw. V., dotieren, ausstatten, mit Geld versehen (V.); lat. dōtāre, V., aussteuern, ausstatten, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. dōs, F., Gabe, Geschenk, Mitgift; lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben, (um 450 v. Chr.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. dotieren, fehlt DW, EWD s. u. dotieren, DW2 6, 1294, Duden s. u. dotieren; Son.: vgl. nndl. doteren, V., dotieren; frz. doter, V., dotieren; nschw. dotera, V., dotieren; nnorw. dotere, V., dotieren; poln. dotować, V., dotieren; GB.: seit 1378/1379 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Geld mögliches (in bestimmter Weise) bezahlen oder mit finanziellen Mitteln ausstatten oder mit Geld versehen (V.); BM.: geben; F.: dotieren, dotiere, dotierst, dotiert, dotierest, dotieret, dotierte, dotiertest, dotierten, dotiertet, ##dotiert, dotierte, dotiertes, dotiertem, dotierten, dotierter##, dotierend, ###dotierend, dotierende, dotierendes, dotierendem, dotierenden, dotierender###, dotier (!)+FW+EW; Z.: do-t-ier-en
Dotter (1), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Dotter, Eigelb; ne. yolk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. toter, tuter, sw. M., st. N., Dotter, Dotterkraut; mnd. doder, dodder, M., Dotter; mnl. dodre, doder, Sb., Dotter; ahd. totoro, sw. M. (n), Dotter, Mittelpunkt; as. dodro*?, sw. M. (n), Dotter; anfrk. -; germ. *dudrō-, *dudrōn, *dudra-, *dudran, sw. M. (n), Dotter, Dotterkraut; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht idg. *dʰeudʰ-, V., wirbeln, schütteln, verwirren, Pokorny 264; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dotter 1, Kluge s. u. Dotter, EWD s. u. Dotter, DW 2, 1313, DW2 6, 1295, Falk/Torp 208, Duden s. u. Dotter, Bluhme s. u. Dotter; Son.: vgl. anfrk. -; ae. dydring, st. M. (a), Dotter; an. -; got. -; nschw. dotter, Sb., Dotter; ? gr. θύσανος (thýsanos), M., Troddel, Franse, Quaste; ? toch. B tute, Adj., gelb; GB.: (totoro) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Eiweiß umgebene gelbe kugelige Kernmasse (Eigelb, aus rund 50 Prozent Wasser und 16 Prozent Eiweiß sowie 32 Prozent Fett) eines sachlich seit Entstehung von Vögeln möglichen Vogeleis; BM.: wirbeln?; F.: Dotter, Dotters, Dottern (!)+EW; Z.: Do-t-t-er
$Dotter (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dotterkraut; E.: s. Dotter (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Dotter 2, DW 2, 1314; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und möglicherweise von Dotter (1) übernommene Bezeichnung für eine kleine schon vormenschlich mögliche und aus Südosteuropa und Südwestasien stammende Pflanze (Leindotter) mit ölhaltigen Samen; F.: Dotter, Dotters, Dottern (!)+EW; Z.: Dott-er
$Dotterblume, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Dotterblume; E.: s. Dotter, s. Blume; L.: DW 2, 1314, EWD s. u. Dotter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Dotter und Blume gebildete Bezeichnung für eine kleinere gelbblühende schon vormenschlich mögliche und in Feuchtwiesen (Sumpfdotterblume) häufige Pflanze der Hahnenfußgewächse; F.: Dotterblume, Dotterblumen+EW; Z.: Do-t-t-er—blu-m-e
Double, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Double, Ersatzmann, Ersatzdarsteller, Doppelgänger; ne. double (M.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. double; E.: s. frz. double, M., Doppelgänger; frz. double, Adj., doppelt; lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, Doppel..., (um 450 v. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Double, fehlt DW, EWD s. u. Double, DW2 6, 1297, Duden s. u. Double; Son.: vgl. nndl. double, Sb., Double; poln. doubler, M., Double; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Ersatzdarsteller oder Doppelgänger; BM.: zwei; F.: Double, Doubles+FW; Z.: Dou-bl-e
Download, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Download, Herunterladen; ne. download (N.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. download; E.: s. ne. download, N., Download, Herunterladen; vgl. ne. down, Präp., Adv., entlang, herunter, nieder, hinab; über ein gekürztes dūn von ae. ādūn, ādūne, Adv., herab; vgl. ae. dūn, st. F. (ō), st. M. (a), Höhe, Hügel, Berg; germ. *dūna- (1), *dūnaz, st. M. (a), Sandhügel, Düne; vgl. air. dún, N., Burg; s. kelt. dún, Sb., Festung, Burg, Berg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ne. load, V., laden (V.) (1); ae. hladan, st. V. (6), laden (V.) (1), ziehen, aufhäufen, bauen; germ. *hlaþan, *hladan, st. V., laden (V.) (1), beladen (V.); s. idg. *klā-, *kleh₂-, V., hinlegen, darauflegen, Pokorny 599; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Download; Son.: vgl. nndl. download, Sb., Download; GB.: seit 1985 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus down und load gebildete Bezeichnung für das Herunterladen einer Datei aus dem Internet auf einen Computer in Gegensatz zu einem Upload (Hinaufladen); BM.: herunter, laden bzw. treiben; F.: Download, Downloads+FW; Z.: Dow-n—loa-d
Downsyndrom, Down-Syndrom, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Downsyndrom, Down-Syndrom, Mongolismus, Trisomie 21; ne. Down syndrome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: z. T. gr. Lw.; E.: das Vorderglied wurde gebildet nach dem Namen des 1866 die Erscheinung erstmals erkennenden und beschreibenden englischen Neurologen John Haydon Langton Down (1828-1896); für das Hinterglied s. nhd. Syndrom; L.: fehlt DW, Duden s. u. Downsyndrom; Son.: vgl. nndl. syndroom van Down, Sb., Downsyndrom; frz. syndrome de Down, M., Downsyndrom; nschw. downs syndrom, Sb., Downsyndrom; nnorw. downs syndrom, N., Downsyndrom; kymr. snydrom down, M., Downsyndrom; nir. siondróm down, M., Downsyndrom; lit. dauno sindromas, M., Downsyndrom; GB.: seit um 1970 belegte und aus dem PN Down und Syndrom gebildete Bezeichnung für eine seit unbekannter Zeit mögliche und in der genetischen Ursache (Trisomie 21) 1959 von dem französischen Genetiker Jérôme Lejeune erkannte genetische Erkrankung eines Menschen bei der das 21. Chromosom dreimal vorhanden ist und die durch teils schwerwiegende Entwicklungshemmungen und ein verändertes Erscheinungsbild gekennzeichnet ist; BM.: PN (des 1866 als erster das Syndrom genau beschreibenden Neurologen), eins, laufen; F.: Downsyndrom, Downsyndroms, Down-Syndrom, Down-Syndroms+FW; Z.: Down—syn-drom
…dox, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. …dox; ne. …dox; Vw.: s. ortho-, para-; Hw.: s. …doxie; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); Son.: vgl. nndl. …dox, Suff., …dox; frz. …doxe, Suff., …dox; nschw. …dox, Suff., …dox; nnorw. …doks, Suff., …dox; poln. …doksyjny, Suff., …dox; kymr. …docsaidd, Suff., …dox; nir. …dacsúil, Suff., …dox; lit. …doksinis, Suff., …dox; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe verwendete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Denkweise; BM.: nehmen; F.: ...dox, ...doxe, ...doxes, ...doxem, ...doxen, ...doxer(, ...doxere, ...doxeres, ...doxerem, ...doxeren, ...doxerer, ...doxest, ...doxeste, ...doxestes, ...doxestem, ...doxesten, ...doxester)+FW; Z.: -dox
...doxie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...doxie, Lehre betreffende Denkweise; ne. ...doxy; Vw.: s. Para-; Hw.: s. …dox; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. δόξα (dóxa); E.: s. gr. δόξα (dóxa), F., Meinung, Vorstellung, Erwartung, Ruf, Ruhm; vgl. idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. nndl. doxie..., Suff., ...doxie; frz. doxie..., Suff., ...doxie; nschw. doxi..., Suff., ...doxie; nnorw. doksi..., Suff., ...doxie; poln. ...doksa, Suff., ...doxie; lit. ...doksija, Suff., ...doxie; GB.: vielleicht 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven in Zusammenhang mit sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Denkweisen; BM.: nehmen; F.: …doxie, …doxien (!)+FW+EW; Z.: -dox-ie
Doyen, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Doyen, Dienstältester, Ehrenältester; ne. doyen; Vw.: -; Hw.: s. Dechant, Dekan; Q.: 1795; I.: Lw. frz. doyen; E.: s. frz. doyen, M., Dekan; lat. decānus, M., Dekan, Vorsteher von zehn, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. decem, Num. Kard., zehn; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Doyen, fehlt DW, EWD s. u. Doyen, DW2 6, 1297, Duden s. u. Doyen; Son.: vgl. nnorw. doyen, M., Doyen; GB.: seit 1795 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den dienstältesten diplomatischen und meist als Sprecher handelnden Angehörigen eines diplomatischen Korps; BM.: Vorsteher von zehn Menschen; F.: Doyen, Doyens (!)+FW; Z.: Doy-en
Dozent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Dozent, Lehrbeauftragter, Lehrender; ne. docent, lecturer; Vw.: -; Hw.: s. dozieren; Q.: 1736; I.: Lw. mlat. docēns; E.: s. mlat. docēns, M., Meister; vgl. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten, unterweisen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dozieren, fehlt DW, EWD s. u. dozieren, DW2 6, 1297, Duden s. u. Dozent; Son.: vgl. nndl. docent, Sb., Dozent; nschw. docent, Sb., Dozent; lit. docentas, M., Dozent; GB.: seit 1736 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen habilitierten aber noch nicht zu einem Professor ernannten Lehrbeauftragten oder Lehrenden einer Universität; BM.: lehren; F.: Dozent, Dozenten+FW+EW; Z.: Doz-ent
dozieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. dozieren, lehren; ne. lecture (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dozent; Q.: 1558; I.: Lw. lat. docēre; E.: s. lat. docēre, V., lehren, belehren, unterrichten, unterweisen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. dozieren, fehlt DW, EWD s. u. dozieren, DW2 6, 1298, Duden s. u. dozieren; Son.: vgl. nndl. doceren, V., dozieren; nschw. docera, V., dozieren; nnorw. dosere, V., dozieren; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete Bezeichnung für sachlich nach Vorläufern in dem Altertum wohl seit Entstehung der Universitäten zu Beginn des 12. Jahrhunderts mögliches an einer Hochschule lehren oder Vorlesungen und Vorträge halten; BM.: belehren; F.: dozieren, doziere, dozierst, doziert, dozierest, dozieret, dozierte, doziertest, dozierten, doziertet, ##doziert, dozierte, doziertes, doziertem, dozierten, dozierter##, dozierend, ###dozierend, dozierende, dozierendes, dozierendem, dozierenden, dozierender###, dozier (!)+FW+EW; Z.: doz-ier-en
Drache, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Drache (M.) (1), ein Fabeltier, ein Ungeheuer; ne. dragon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. trache, tracke, drache, sw. M., Drache (M.) (1), Teufel; ahd. trahho*, tracho*, sw. M. (n), Drache (M.) (1); ahd. trakko*, tracko*, sw. M. (n), Drache (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *drako, Sb., Drache (M.) (1); lat. draco, M., Drache (M.) (1), (204-169 v. Chr.); gr. δράκων (drákōn), M., Drache (M.) (1); vgl. idg. *derk̑-, V., blicken, sehen, Pokorny 213 (332/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drache, Kluge s. u. Drache 1, DW 2, 1315, EWD s. u. Drache, DW2 6, 1298, Duden s. u. Drache, Bluhme s. u. Drache; Son.: vgl. afries. -; ae. draca, sw. M. (n), Drache (M.) (1); mnd. drake, M., Drache (M.) (1); an. dreki, sw. M. (n), Drache (M.) (1), Drachenschiff; Son.: vgl. nndl. draak, Sb., Drache (M.) (1); frz. dragon, M., Drache (M.) (1); nschw. drake, Sb., Drache (M.) (1); nnorw. drake, drage, M., Drache (M.) (1); kymr. draig, F., Drache (M.) (1); nir. dragún, M., Drache (M.) (1); GB.: (trahho*) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliches geflügeltes und feuerspeiendes echsenartiges Fabeltier oder Ungeheuer; BM.: blicken, lähmender Blick; F.: Drache, Drachen+FW; Z.: Drach-e
$Drachensaat, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Drachensaat; E.: s. Drach(e), s. en (Suff.), s. Saat; L.: Kluge s. u. Drachensaat, fehlt DW; GB.: seit 1815 belegte und aus Drach(e) und en sowie Saat gebildete Bezeichnung für eine als Saat verstandene Nachkommenschaft eines wohl seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen möglichen geflügelten und feuerspeiende echsenartigen Fabeltiers oder Ungeheuers; F.: Drachensaat, Drachensaaten+FW+EW; Z.: Drach-en—saa-t
Drachme, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Drachme, eine griechische Münze (Währungseinheit); ne. dram, drachm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. drachma, dragme, Sb., Drachme; mnd. dragme, F., Drachme, kleines Gewicht; lat. drachma, F., Drachme, s. gr. δραχμή (drachmḗ), F., Drachme, Handvoll; vgl. gr. δράσσεσθαι (drassesthai), V., fassen, erfassen, greifen, ergreifen; idg. *dergʰ-, V., fassen, Pokorny 212 (331/36) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Drachme, DW 2, 1326, DW2 6, 1303; Duden s. u. Drachme; Son.: vgl. nndl. drachme, Sb., Drachme; nschw. drakma, Sb., Drachme; nnorw. drakme, M., Drachme; poln. drachma, F., Drachme; kymr. drachm, M., Drachme; nir. drachma, M., Drachme; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit etwa 600 v. Chr. verwendete frühere griechische Währungseinheit (Handvoll); BM.: fassen; F.: Drachme, Drachmen (!)+FW; Z.: Drach-m-e
Dragee, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Dragee, mit Guss überzogene linsenförmige Pille oder Tablette; ne. dragée; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. mlat. drageia; E.: s. mlat. drageia, F., Zuckerwerk; lat. tragēmata, Nachtisch, Naschwerk; s. gr. τραγήματα (tragḗmata), N. Pl., Naschwerk, Nachtisch, besonders süße Früchte; vgl. gr. τρώγειν (trōgein), V., nagen, abfressen, essen; vgl. idg. *terg-, V., wischen, reinigen, Pokorny 1073; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dragee, fehlt DW, EWD s. u. Dragee, DW2 6, 1303, Duden s. u. Dragee; Son.: das frz. dragée stammt von einem gall. dravoca, F., Unkraut, Lolch; vgl. nndl. dragee, Sb., Dragee; nschw. dragé, Sb., Dragee; poln. drażetka, F., Dragee; kymr. dragee, M., Dragee; lit. draže, F., Dragee; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete mit einem Überzug aus Zucker oder Schokolade versehene Süßigkeit mit einer festen oder flüssigen Füllung bzw. linsenförmige Pille die aus einem Arzneimittel mit einem geschmacksverbessernden Überzug besteht; BM.: überzuckerte Pille oder Tablette; F.: Dragee, Dragees (!)+FW; Z.: Dra-g-ee
Dragoman, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Dragoman, Übersetzer; ne. dragoman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1541; I.: Lw. it. dragmomanno, frz. dragoman; E.: s. it. dragomanno, M., Dragoman, Dolmetscher; frz. dragoman, M., Dragoman, Dolmetscher; span. dragoman, M., Dragoman, Dolmetscher; türk. tercüman, M., Dragoman, Dolmetscher; arab. tarğumān, M., Übersetzer; aram. targmānā, M., Übersetzer; von einem Verb mit der Bedeutung erläutern; L.: Kluge s. u. Dragoman, DW 2, 1327, DW2 6, 1304, Duden s. u. Dragmona; Son.: vgl. akkad. tergumannu, M., Übersetzer; nndl. dragoman, Sb., Dragoman; nschw. dragoman, Sb., Dragoman; nnorw. dragoman, M., Dragoman; GB.: seit 1541 belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar dem Türkischen und Arabischen sowie Aramäischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen einheimischen und sich als Fremdenführer betätigenden Dolmetscher oder Übersetzer in dem Nahen Osten; BM.: erläutern; F.: Dragoman, Dragomans (?), Dragomane, Dragomanen+FW; Z.: Dragoman
Dragoner, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Dragoner, leichter Reiter; ne. dragoon; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. dragon; E.: s. frz. dragon, M., Dragoner, eine Handfeuerwaffe?, Drache (M.) (1); lat. draco, M., Drache (M.) (1), (204-169 v. Chr.); gr. δράκων (drákōn), M., Drache (M.) (1); vgl. idg. *derk̑-, V., blicken, sehen, Pokorny 213 (332/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Dragoner, DW 2, 1327, EWD s. u. Dragoner, DW2 6, 1304, Duden s. u. Dragoner; Son.: vgl. nndl. dragonder, Sb., Dragoner; nschw. dragon, Sb., Dragoner; nnorw. dragon, M., Dragoner; poln. dragon, M., Dragoner; kymr. dragŵn, M., Dragoner; nir. dragún, M., Dragoner; lit. dragūnas, M., Dragoner; GB.: seit 1626 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und durch er (Suff.) umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen einer leicht berittenen und mit einer Feuerwaffe ausgerüsteten Truppe; BM.: Drache, feuerspeiende Waffe, Drache als Feldzeichen?; F.: Dragoner, Dragoners, Dragonern+FW+EW; Z.: Drag-on-er
Draht, nhd., (Part. Prät.=)M., (9. Jh.?): nhd. Draht, ausgezogener Metallfaden, zusammengedrehter Flachs; ne. wire (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. drāt (1), st. M., Draht, Metallfaden; mnd. drāt, M., Draht, Faden; mnl. draet, M., Draht; ahd. drāt, st. M. (i?), Gedrehtes, Faden, Schnur (F.) (1); as. thrād*, st. M. (i), Draht, Faden; anfrk. -; germ. *þrēdu-, *þrēduz, *þrǣdu-, *þrǣduz, st. M. (u), Draht, Faden; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Draht, DW 2, 1327, EWD s. u. Draht, DW2 6, 1305, EWAhd 2, 759, Falk/Torp 189, Seebold 519, Duden s. u. Draht, Bluhme s. u. Draht; Son.: vgl. afries. thrēd, st. M. (i?, u?), Faden; nfries. tried; ae. þrǣd, þrēd, st. M. (a), Draht, Faden; an. þrāðr, st. M. (u), Faden, Lein; got. -; nndl. draad, Sb., Draht; ne. thread, N., Faden; nschw. tråd, Sb., Draht; nnorw. tråd, M., Draht; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich in Ägypten schon vor 5000 Jahren durch Schmieden (aus Gold) hergestellten und später schnurförmig ausgezogenen oder ausgewalzten Metallfaden; BM.: gedrehter Faden; F.: Draht, Drahtes, Drahts, Drähte, Drähten+EW; Z.: Drah-t
$drahten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. drahten, mitteilen, senden; E.: s. Draht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Draht, fehlt DW, EWD s. u. Draht; GB.: seit 1896 belegte und aus Draht und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Draht versehen (V.) oder durch Draht (mittels Stromes elektrisch) mitteilen oder senden; F.: drahten, drahte, drahtest, drahtet, drahtete, drahtetest, drahteten, drahtetet, gedrahtet, ##gedrahtet, gedrahtete, gedrahtetes, gedrahtetem, gedrahteten, gedrahteter##, drahtend, ###drahtend, drahtende, drahtendes, drahtendem, drahtenden, drahtender###, draht (!)+EW; Z.: drah-t-en
$drahtig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. drahtig, drahtähnlich, drahtartig, rau, sehnig, schlank; E.: s. Draht, s. ig; L.: Kluge s. u. Draht, fehlt DW, EWD s. u. Draht; GB.: seit 1919 belegte und aus Draht und ig gebildete Bezeichnung für drahtähnlich oder drahtartig oder rau oder sehnig oder schlank; F.: drahtig, drahtige, drahtiges, drahtigem, drahtigen, drahtiger(, drahtigere, drahtigeres, drahtigerem, drahtigeren, drahtigerer, drahtigst, drahtigste, drahtigstes, drahtigstem, drahtigsten, drahtigster)+EW; Z.: drah-t-ig
$drähtig, nhd. (ält.), Adj.: nhd. drähtig, drahtähnlich, drahtartig, rau, sehnig, schlank; E.: s. Draht, s. ig; L.: Kluge s. u. Draht, DW 2, 1330; GB.: seit 1770 belegte und aus Draht und ig gebildete Bezeichnung für drahtähnlich oder drahtartig oder rau oder sehnig oder schlank F.: drähtig (!), drähtige (!), drähtiges (!), drähtigem (!), drähtigen (!), drähtiger (!)(, drähtigere, drähtigeres, drähtigerem, drähtigeren, drähtigerer, drähtigst, drähtigste, drähtigstes, drähtigstem, drähtigsten, drähtigster)+EW; Z.: dräh-t-ig
$drahtlos, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. drahtlos; E.: s. Draht, s. los; L.: Kluge s. u. Draht, fehlt DW, EWD s. u. Draht; GB.: seit 1904 belegte und aus Draht und los belegte Bezeichnung für sachlich seit etwa dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes drahtfrei oder ohne Draht durch elektromagnetische Wellen erfolgend wie beispielsweise drahtlose Telegraphie durch die ohne Draht mittels geeigneter Geräte elektrische Wellen gesendet und empfangen werden können; F.: drahtlos, drahtlose, drahtloses, drahtlosem, drahtlosen, drahtloser+EW; Z.: drah-t—lo-s
$Drahtzieher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Drahtzieher; E.: s. Draht, s. Zieher; L.: Kluge s. u. Draht, DW 2, 133, EWD s. u. Draht; GB.: seit 1320 belegte und aus Draht und Zieher gebildete Bezeichnung für einen Draht durch Ziehen zunächst mit Muskelkraft aus Metall herstellenden Handwerker und später übertragen (Adj.) für einen sich zu einer Durchsetzung seiner Ziele anderer Menschen wie Puppen bedienenden und in dem Hintergrund die Drähte für seine Werkzeuge ziehenden Menschen; F.: Drahtzieher, Drahtziehers, Drahtziehern (!)+EW; Z.: Drah-t—zie-h-er
Drainage, nhd., F.: nhd. Drainage; Vw.: s. Dränage
drainieren, nhd., sw. V.: nhd. drainieren; Vw.: s. dränieren
Draisine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Draisine, Laufmaschine; ne. draisine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1821; I.: -; E.: von dem PN Karl Friedrich Drais von Sauerbronn; L.: Kluge s. u. Draisine, fehlt DW, DW2 6, 1311, Duden s. u. Draisine; Son.: vgl. nndl. draisine, Sb., Draisine; frz. draisienne, F., Draisine; nschw. dressin, Sb., Dressine; poln. drezyna, F., Draisine; bret. draiser, M., Draisine; lit. drezina, F., Draisine; GB.: seit 1821 belegte und aus dem PN Drais und ine (Suff.) gebildete Bezeichnung für das erste Fahrzeug bei dem zwei Räder hintereinander laufen und der Lenker sich durch Abstoßen mit den Füßen vorwärts bewegt (Laufrad) und später auch für ein mit vier Rädern auf Schienen bewegtes Fahrzeug; BM.: nach dem Namen des deutschen Erfinders Karl Friedrich Drais (von Sauerbronn) (1785-1851); F.: Draisine, Draisinen (!)+EW; Z.: Drais-in-e
drakonisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. drakonisch, sehr streng, übermäßig hart; ne. draconic, draconian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793; I.: teilweise gr. Lw.; E.: von dem PN Drakon, von gr. δράκων (drákōn), M., Drache (M.) (1); vgl. idg. *derk̑-, V., blicken, sehen, Pokorny 213 (332/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. drakonisch, fehlt DW, EWD s. u. drakonisch, DW2 6, 1312, Duden s. u. drakonisch; Son.: vgl. nndl. draconisch, Adj., drakonisch; frz. draconien, Adj., drakonisch; nschw. drakonisk, Adj., drakonisch; nnorw. drakonisk, Adj., drakonisch; poln. drakoński, Adj., drakonisch; lit. drakoniškas, Adj., draknisch; GB.: seit 1793 belegte und aus dem PN Drakon und isch (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sehr streng oder übermäßig hart; BM.: von dem athenischen Staatsmann Drakon (um 650 v. Chr.) der durch strenge und harte Gesetzgebung hervorgetreten ist; F.: drakonisch, drakonische, drakonisches, drakonischem, drakonischen, drakonischer(, drakonischere, drakonischeres, drakonischerem, drakonischeren, drakonischerer, drakonischste, drakonischstes, drakonischstem, drakonischsten, drakonischster)+FW+EW; Z.: drak-on-isch
drall, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. drall, beleibt, dick, rundlich; ne. ample, buxom; Vw.: -; Hw.: s. drillen; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: s. mnd. drall, Adj., festgedreht, drehend, wirbelnd; vgl. mnd. drillen, sw. V., drillen, rollen, drehen, plagen, gedrillt werden; mhd. drillen, st. V., drehen, drechseln, abrunden; vielleicht von mhd. dræjen, drægen, sw. V., drehend bewegen, wirbeln, drehen, drechseln; ahd. drāen*, sw. V. (1a), drehen, drechseln, runden; germ. *þrēan, *þrǣan, st. V., drehen; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. drall, DW 2, 1331, EWD s. u. drall, DW2 6, 1312, Duden s. u. drall, Bluhme s. u. drall; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und vielleicht mit drehen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beleibt oder dick oder rundlich oder kräftig-straff; BM.: drehen?; F.: drall, dralle, dralles, drallem, drallen, draller(, drallere, dralleres, drallerem, dralleren, drallerer, drallste, drallstes, drallstem, drallsten, drallster)+EW; Z.: dra-ll
$Drall, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Drall, Drehung, Windung, Abweichung von einem geraden Verlauf; Vw.: s. Links-, Rechts-; E.: s. drall; L.: Kluge s. u. drall, DW 2, 1332, EWD s. u. drall; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit drall sowie drehen verbindbare Bezeichnung für eine Drehung oder Windung oder eine Abweichung von einem geraden Verlauf; F.: Drall, Dralls, Dralles, Dralle (!), Drallen (!)+EW; Z.: Dra-ll
Drama, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Drama, Schauspiel mit einem tragischen Ausgang; ne. drama; Vw.: s. Melo-; Hw.: s. Dramatiker, dramatisch, Dramaturg; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. drāma; E.: s. lat. drāma, N., Drama, (um 310-394 n. Chr.); gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. Drama, fehlt DW, EWD s. u. Drama, DW2 6, 1313, Duden s. u. Drama; Son.: vgl. nndl. drama, Sb., Drama; frz. drame, M., Drama; nschw. dram, drama, Sb., Drama; nnorw. drama, N., Drama; poln. dramat, M., Drama; kymr. drama, F., Drama; nir. dráma, M., Drama; lit. drama, F., Drama; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen verfasstes Bühnenstück oder Schauspiel mit einem tragischen Ausgang; BM.: handeln; F.: Drama, Dramas, Dramen+FW; Z.: Dra-m-a
Dramatiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dramatiker, Verfasser eines Dramas oder mehrerer Dramen; ne. dramatist, playwright; Vw.: -; Hw.: s. Drama, dramatisch, Dramaturg; Q.: 1797; I.: Lw. nlat. drāmaticus; E.: s. nlat. drāmaticus, M., Dramatiker; vgl. lat. drāmaticus, drāmaticos, Adj., dramatisch, (um 310-380 n. Chr.); gr. δραματικός (dramatikós), Adj., dramatisch; vgl. gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. Drama, fehlt DW 2, EWD s. u. Drama, DW2 6, 1314, Duden s. u. Dramatiker; Son.: vgl. nschw. dramatiker, Sb., Dramatiker; nnorw. dramatiker, M., Dramatiker; kymr. dramodydd, M., Dramatiker; nir. drámadóir, M., Dramatiker; GB.: seit 1797 belegte und aus Drama und t und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verfasser mindestens eines dramatischen Theaterstücks (Dramas); BM.: handeln; F.: Dramatiker, Dramatikers, Dramatikern+FW+EW; Z.: Dra-m-a-t-k-er
dramatisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. dramatisch, zu einem Drama gehörig, Drama betreffend; ne. dramatic; Vw.: -; Hw.: s. Drama, Dramatiker, Dramaturg; Q.: 1676; I.: Lw. lat. drāmaticus; E.: s. lat. drāmaticus, drāmaticos, Adj., dramatisch, (um 310-380 n. Chr.); gr. δραματικός (dramatikós), Adj., dramatisch; vgl. gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. Drama, EWD s. u. Drama, DW2 6, 1314, Duden s. u. dramatisch; Son.: vgl. nndl. dramatisch, Adj., dramatisch; frz. dramatique, Adj., dramatisch; nschw. dramatisk, Adj., dramatisch; nnorw. dramatisk, Adj., dramatisch; poln. dramatyczny, Adj., dramatisch; kymr. dramatig, Adj., dramatisch; lit. dramtatiškas, Adj., dramatisch; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für Drama betreffend; BM.: handeln; F.: dramatisch, dramatische, dramatisches, dramatischem, dramatischen, dramatischer(, dramatischere, dramatischeres, dramatischerem, dramatischeren, dramatischerer, dramatischst, dramatischste, dramatischstes, dramatischstem, dramatischsten, dramatischster)+FW+EW; Z.: dra-m-a-t-isch
$dramatisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. dramatisieren, dramatisch gestalten, aufregend darstellen; L.: Kluge s. u. Drama, fehlt DW, EWD s. u. Drama; GB.: seit 1774 belegte und aus dramatis(ch) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches dramatisch gestalten oder aufregend darstellen; F.: dramatisieren, dramatisiere, dramatisierst, dramatisiert, dramatisierest, dramatisieret, dramatisierte, dramatisiertest, dramatisierten, dramatisiertet, ##dramatisiert, dramatisierte, dramatisiertes, dramatisiertem, dramatisierten, dramatisierter##, dramatisierend, ###dramatisierend, dramatisierende, dramatisierendes, dramatisierendem, dramatisierenden, dramatisierender###, dramatisier (!)+FW+EW; Z.: dra-m-a-t-is-ier-en
Dramaturg, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dramaturg, Bearbeiter von Bühnenstücken (Dramen); ne. dramaturg; Vw.: -; Hw.: s. Drama, Dramatiker, dramatisch; I.: Lw. gr. δραματουργός (dramaturgós); E.: s. gr. δραματουργός (dramaturgós), M., Dramendichter; vgl. gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Drama, fehlt DW, EWD s. u. Drama, DW2 6, 1315, Duden s. u. Dramaturg; Son.: vgl. frz. dramaturge, M., Dramatiker; nschw. dramaturg, Sb., Dramaturg; nnorw. dramaturg, M., Dramaturg; poln. dramaturg, M., Dramaturg, Dramatiker; lit. dramaturgas, M., Dramaturg, Dramatiker; GB.: vielleicht seit 1769 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Dramen oder Theaterstücke für eine Aufführung auf einer Bühne Bearbeitenden; BM.: handeln; F.: Dramaturg, Dramaturgen+FW; Z.: Dra-m-a-t-urg
$dran, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. dran; L.: Kluge s. u. dran, DW 2, 753 (daran); F.: dran+EW; Z.: dra-n
Dränage, Drainage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dränage, Drainage, Entwässerung; ne. drainage; Vw.: -; Hw.: s. dränieren; Q.: 1858; I.: Lw. frz. drainage; E.: s. frz. drainage, F., Drainage, Entwässerung; ne. drainage, F., Trockenlegung, Entwässerung; vgl. ne. drain, V., dränieren; ae. dréahnian, sw. V., austrocknen; vgl. germ. *draugi-, *draugiz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, festhalten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. dränieren, fehlt DW, EWD s. u. Dränage, DW2 9, 1317, Duden s. u. Dränage; Son.: vgl. nndl. drainage, Sb., Dränage, Drainage; nschw. dränage, N., Dränage, Drainage; nnorw. denering, M., F., Dränage, Drainage; poln. drenaż, M., Dränage, Drainage; kymr. draeniad, M., Dränage, Drainage; nir. draenáil, F., Dränage, Drainage; lit. drenažas, M., Dränage; GB.: seit 1858 belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen zunächst mit Steinen und Zwischenräumen und später auch Rohren und Leitungen entwickelte und verwendete Entwässerung oder Bodenentwässerungsanlage; BM.: trocknen; F.: Dränage, Dränagen, Drainage, Drainagen+FW+EW?; Z.: Drä-n-ag-e
Drang, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Drang, Antrieb, Druck; ne. urge (N.); Vw.: -; Hw.: s. drängen; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. dranc (1), st. M., Gedränge, Bedrängnis, Gewalt, Schlachtgedränge; mnd. dranc, M., Drang; mnl. dranc, M., Drang; mhd. drange (1), sw. M., Gedränge, Bedrängnis, Gewalt (?); vgl. mhd. drangen, sw. V., drängen, belästigen, sich drängen; ahd. drangōn*, sw. V. (2), drängen, zusammendrängen; germ. *þrangjan, sw. V., drängen; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drang, Kluge s. u. Drang, DW 2, 1333, EWD s. u. Drang, DW2 6, 1318, Falk/Torp 190, Seebold 521, Duden s. u. Drang, Bluhme s. u. Drang; Son.: vgl. ae. geþrang, st. N. (a), Gedränge, Menge, Lärm; an. þrøngd, st. F. (ō), Gedränge, Beschwerde; ne. throng, N., Gedränge, Menge; GB.: seit 1187/1189 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen starken inneren Antrieb oder Druck; BM.: reiben?; F.: Drang, Drangs, Dranges, Dränge, Drängen+EW; Z.: Dra-ng
$drängeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. drängeln, schieben, drücken; E.: s. Drang, s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Drang, DW 2, 1336, EWD s. u. Drang; GB.: seit 1647 belegte und aus Drang und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schieben oder drücken; F.: drängeln, drängel (!), drängle, drängele, drängelst, drängelt, drängelte, drängeltest, drängelten, drängeltet, gedrängelt, ##gedrängelt, gedrängelte, gedrängeltes, gedrängeltem, gedrängelten, gedrängelter##, drängelnd, ###drängelnd, drängelnde, drängelndes, drängelndem, drängelnden, drängelnder###, drängel (!)+EW; Z.: drä-ng-el-n
drängen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. drängen, drängeln, schieben, drücken; ne. throng (V.); Vw.: -; Hw.: s. Drang; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. drengen, sw. V., drängen, zusammendrängen; mnd. drengen (1), drangen, sw. V., drängen, bedrängen, nötigen, erpressen, dringen, eindringen, sich eindrängen, sich drängen; ahd. drengen*, sw. V. (1a), eindringen lassen, prägen, einprägen; as. -; anfrk. *thrangon?, sw. V. (2), drängen; germ. *þrangjan, sw. V., drängen; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drängen, Kluge s. u. Drang, DW 2, 1336, EWD s. u. Drang, DW2 6, 1321, EWAhd 2, 780, EWAhd 2, 765, Duden s. u. drängen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. dringen, V., drängen; nschw. tränga, V., sich drängen; nnorw. trenge, V., drängen; GB.: (drengen) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches heftig und ungeduldig schieben oder drücken; BM.: reiben?; F.: drängen, dränge, drängst, drängt, drängest, dränget, drängte, drängtest, drängten, drängtet, gedrängt, ##gedrängt, gedrängte, gedrängtes, gedrängtem, gedrängten, gedrängter##, drängend, ###drängend, drängende, drängendes, drängendem, drängenden, drängender###, dräng (!)+EW; Z.: drä-ng-en
$Drangsal, nhd., F., N., (15. Jh.): nhd. Drangsal, Bedrängung, Nötigung; E.: s. Drang, s. sal; L.: Kluge 1. A. s. u. drängen, Kluge s. u. drangsalieren, DW 2, 1339, EWD s. u. Drang; GB.: (drancsal, M.) seit 1473 belegte und aus Drang und sal gebildete Bezeichnung für Bedrängung oder Nötigung; F.: Drangsal, Drangsals, Drangsales, Drangsale, Drangsalen+EW; Z.: Dra-ng-sal
drangsalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. drangsalieren, unter Druck setzen, zusetzen, quälen; ne. bully (V.), hassle (V.), harass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1831; E.: Hybridbildung, letztlich von mhd. drangen, sw. V., drängen, belästigen, sich drängen; ahd. drangōn*, sw. V. (2), drängen, zusammendrängen; germ. *þrangjan, sw. V., drängen; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. drangsalieren, DW 2, 1340, EWD s. u. Drang, DW2 6, 1326, Duden s. u. drangsalieren; GB.: seit 1831 belegte und aus Drangsal und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unter Druck setzen oder zusetzen oder quälen; BM.: drängen; F.: drangsalieren, drangsaliere, drangsalierst, drangsaliert, drangsalierest, drangsalieret, drangsalierte, drangsaliertest, drangsalierten, drangsaliertet, ##drangsaliert, drangsalierte, drangsaliertes, drangsaliertem, drangsalierten, drangsalierter##, drangsalierend, ###drangsalierend, drangsalierende, drangsalierendes, drangsalierendem, drangsalierenden, drangsalierender###, drangsalier (!)+EW; Z.: dra-ng-sal-ier-en
dränieren, drainieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. dränieren, entwässern, Flüssigkeiten ableiten; ne. drain (V.); Vw.: -; Hw.: s. Dränage; Q.: 1858; I.: Lw. frz. drainer; E.: s. frz. drainer, V., dränieren; vgl. ne. drain, V., dränieren; ae. dréahnian, sw. V., austrocknen; vgl. germ. *draugi-, *draugiz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, festhalten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. dränieren, fehlt DW, EWD s. u. Dränage, DW2 6,1327, Duden s. u. dränieren; Son.: vgl. nndl. draineren, V., dränieren; poln. drenować, V., dränieren; kymr. draenio, V., dränieren; GB.: seit 1858 belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen zunächst mit Steinen und Zwischenräumen sowie später auch Rohren und Leitungen entwickeltes und verwendetes Boden entwässern; BM.: trocknen; F.: dränieren, dräniere, dränierst, dräniert, dränierest, dränieret, dränierte, dräniertest, dränierten, dräniertet, ##dräniert, dränierte, dräniertes, dräniertem, dränierten, dränierter##, dränierend, ###dränierend, dränierende, dränierendes, dränierendem, dränierenden, dränierender###, dränier (!)+FW+EW; Z.: drä-n-ier-en
Drank, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Drank, Spülwasser, Schweinefutter; ne. slop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1903; E.: aus dem Niederdeutschen, s. nhd. trinken; L.: Kluge s. u. Drank, fehlt DW, DW2 6, 1327, Duden s. u. Drank; GB.: seit 1903 belegte und mit trinken verbindbare nd. Bezeichnung für Schweinefutter aus flüssigen Küchenabfällen; BM.: flüssiges Schweinefutter; F.: Drank, Drankes (!), Dranks (!)+EW; Z.: Dra-n-k
Draperie, nhd., F., (13./14. Jh.): nhd. Draperie, kunstvoller Faltenwurf; ne. drapery; Vw.: -; Hw.: s. drapieren; Q.: Ende 13./14. Jh. (Die Statuten des Deutschen Ordens); I.: Lw. s. frz. draperie; E.: s. mhd. trapperīe, st. F., Garderobe; frz. draperie, F., Draperie, Stoffbehang; vgl. frz. draper, V., in Falten legen; frz. drap, M., Tuch; lat. drappus, M., Tuch, Lappen (M.), (um 325-um 403 n. Chr.); gall. *drappos, M., Tuch; s. idg. *drep-, *drop-, V., Sb., reißen, Fetzen (M.), Pokorny 211; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. drapieren, fehlt DW, EWD s. u. Draperie, DW2 6, 1538, Duden s. u. Draperie; Son.: vgl. nschw. draperi, Sb., Draperie; nnorw. draperi, N., Draperie; lit. draperija, F., Draperie; GB.: seit 13./14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach Anfängen in den Hochkulturen des Altertums vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete kunstvolle Anordnung von Stoff und Falten (Faltenwurf); BM.: Tuch bzw. reißen; F.: Draperie, Draperien (!)+FW; Z.: Dra-p-er-ie
drapieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. drapieren, dekorativ schmücken, kunstvoll anordnen, kunstvoll in Falten legen; ne. drape (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1779; I.: Lw. frz. draper; E.: s. frz. draper, V., in Falten legen; frz. drap, M., Tuch; lat. drappus, M., Tuch, Lappen (M.), (um 325-um 403 n. Chr.); gall. *drappos, M., Tuch; s. idg. *drep-, *drop-, V., Sb., reißen, Fetzen (M.), Pokorny 211; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. drapieren, fehlt DW, EWD s. u. Drapierie, DW2 6, 1328, Duden s. u. drapieren; Son.: vgl. nndl. draperen, V., drapieren; nschw. drapera, V., drapieren; nnorw. drapere, V., drapieren; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach Anfängen in den Hochkulturen des Altertums vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes kunstvoll in Falten legen oder mit gefaltetem Stoff behängen und schmücken; BM.: Tuch bzw. reißen; F.: drapieren, drapiere, drapierst, drapiert, drapierest, drapieret, drapierte, drapiertest, drapierten, drapiertet, ##drapiert, drapierte, drapiertes, drapiertem, drapierten, drapierter##, drapierend, ###drapierend, drapierende, drapierendes, drapierendem, drapierenden, drapierender###, drapier (!)+FW+EW; Z.: dra-p-ier-en
drastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. drastisch, wirksam, deutlich; ne. drastic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1766; I.: Lw. lat. drasticus; E.: s. lat. drasticus, Adj., wirksam, tatkräftig; s. gr. δραστικός (drastikós), Adj., wirksam, tatkräftig; vgl. gr. δρᾶν (dran), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. drastisch, fehlt DW, EWD s. u. drastisch, DW2 6, 1329, Duden s. u. drastisch; Son.: vgl. nndl. drastisch, Adj., drastisch; frz. drastique, Adj., drastisch; nschw. drastisk, Adj., drastisch; nnorw. drastisk, Adj., drastisch; poln. drastyczny, Adj., drastisch; kymr. drastig, Adj., drastisch; lit. drastiškas, Adj., drastisch; GB.: seit 1766 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für wirksam oder deutlich; BM.: tun; F.: drastisch, drastische, drastisches, drastischem, drastischen, drastischer(, drastischere, drastischeres, drastischerem, drastischeren, drastischerer, drastischste, drastischstes, drastischstem, drastischsten, drastischster)+FW+EW; Z.: dra-st-isch
dräuen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. dräuen, mit Zeichen drohen, mit Gebärden drohen, mit Worten drohen; ne. loom (V.), threaten; Vw.: -; Hw.: s. drohen; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. drewen, dreun, sw. V., dräuen, drohen; mhd. dröuwen, drouwen, drowen, sw. V., dräuen, drohen; ahd. drewen*, sw. V. (1b), drohen, tadeln; ahd. drouwen* (2) sw. V. (1b), drohen, androhen, tadeln, schimpfen, zurechtweisen; germ. *þrawjan, sw. V., widerspenstig machen, drohen; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dräuen, DW 2, 1343, DW2 6, 1331, DW2 6, 1413 (drohen), EWAhd 2, 768, Heidermanns 625, Duden s. u. dräuen, Bluhme s. u. draeuen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare ältere Bezeichnung für drohen; BM.: reiben?, bohren?; F.: dräuen, dräue, dräust, dräut, dräuest, dräuet, dräute, dräutest, dräuten, dräutet, gedräut, ##gedräut, gedräute (!), gedräutes (!), gedräutem (!), gedräuten (!), gedräuter (!)##, dräuend, ###dräuend, dräuende, dräuendes, dräuendem, dräuenden, dräuender###, dräu (!)+EW; Z.: dräu-en
$draus, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. draus, daher, draußen; Hw.: s. daraus; E.: s. dar, s. aus; L.: Kluge s. u. draus, DW 2, 765 (daraus); GB.: (dārūze) seit 863-871 belegte und aus dar und aus gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches daher oder draußen; F.: draus+EW; Z.: dr-aus
$draußen, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. draußen, draus, daher; E.: s. dar, s. außen; L.: Kluge s. u. draus, DW 2, 1348 (drausz, drauszen ); GB.: (darūzana) seit 9. Jh. belegte und aus dar und außen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches außerhalb; F.: draußen+EW; Z.: dr-auß-en
drechseln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. drechseln, Holz auf einer Drehbank bearbeiten; ne. turn (V.) wood, shape (V.) in lathe; Vw.: -; Hw.: s. drehen; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. dræhselen*, dræhseln, sw. V., drechseln; mnd. dreselen?, sw. V., drechseln; vgl. mhd. dræjen, drægen, sw. V., drehend bewegen, wirbeln, drehen, drechseln; ahd. drāen, sw. V. (1a), drehen, drechseln, runden; germ. *þrēan, *þrǣan, st. V., drehen; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drechseln, Kluge s. u. drechseln, DW 2, 1351, EWD s. u. drechseln, DW2 6, 1335, Falk/Torp 189, Seebold 519, Duden s. u. drechseln, Bluhme s. u. drechseln; Son.: vgl. lat. torquēre, V., drehen, verdrehen; GB.: seit 1290-1300 belegte und mit drehen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit mindestens 3500 Jahren auf einer von Menschen entwickelten und verwendeten Drehbank Holz und andere Materialien kunstvoll bearbeiten; BM.: drehen; F.: drechseln, drechsel (!), drechsle, drechselst, drechselt, drechslest (!), drechslet (!), drechselte, drechseltest, drechselten, drechseltet, gedrechselt, ##gedrechselt, gedrechselte, gedrechseltes, gedrechseltem, gedrechselten, gedrechselter##, drechselnd, ###drechselnd, drechselnde, drechselndes, drechselndem, drechselnden, drechselnder###, drechsel (!)+EW; Z.: dre-ch-s-el-n
$Drechsler, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Drechsler; E.: s. drechs(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. drechseln, DW 2, 1352, EWD s. u. drechseln; GB.: seit 11. Jh. vielleicht nach lateinischem Vorbild aus s. drechs(e)l(n), s. er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Arbeitsteilung und Entwicklung der Drehbank möglicherweise berufsmäßig drechselnden Handwerker; F.: Drechsler, Drechslers, Drechslern (!)+EW; Z.: Dre-ch-s-l-er
Dreck, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Dreck, Schmutz; ne. dirt, filth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1175 (Glosse); E.: mhd. drec, st. M., Dreck; mnd. dreck, M., Dreck, Kot; mnl. drec, M., Dreck; ahd. *drek?, st. M. (a)?, Dreck; as. -; anfrk. -; germ. *þrekka-, *þrekkaz, st. M. (a), Dreck; vgl. idg. *sterk̑-, terk̑-, Sb., V., Mist, besudeln, verwesen (V.) (2), Pokorny 1031; L.: Kluge 1. A. s. u. Dreck, Kluge s. u. Dreck, DW 2, 1352, EWD s. u. Dreck, DW2 6, 1337, Falk/Torp 189, Duden s. u. Dreck, Bluhme s. u. Dreck; Son.: vgl. afries. threkk, st. M. (a), Dreck; ae. þreax, Sb., Fäulnis, Abfall, Kehricht; an. þrekkr, st. M. (a), Dreck, Schmutz; got. -; nndl. drek, Sb., Dreck; nschw. träck, Sb., Dreck; gr. στεργάνος (stergános), M.?, Mistgrube, Abort; lat. stercus, N., Dünger; GB.: (mūsdrek) seit 1175 belegte für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Menschen vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Schmutz; BM.: Mist bzw. besudeln; F.: Dreck, Dreckes, Drecks+EW; Z.: Dreck
$Dreckfink, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Dreckfink, Schmutzfink; Hw.: s. Schmutzfink; E.: s. Dreck, s. Fink; L.: Kluge s. u. Fink, DW 2, 2358, EWD s. u. Dreck; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Dreck und Fink gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früh möglichen in Pferdeäpfeln pickenden Finken und übertragen (Adj.) vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums für einen auf Sauberkeit keinen Wert legenden (und deswegen beschimpften) Menschen; F.: Dreckfink, Dreckfinks (!), Dreckfinken (!)+EW; Z.: Dreck—fink
$dreckig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. dreckig, schmutzig; E.: s. Dreck, s. ig; L.: Kluge s. u. Dreck, DW 2, 1358, EWD s. u. Dreck; GB.: seit 1521 belegte und aus Dreck und ig gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schmutzig; F.: dreckig, dreckige, dreckiges, dreckigem, dreckigen, dreckiger(, dreckigere, dreckigeres, dreckigerem, dreckigeren, dreckigerer, dreckigst, dreckigste, dreckigstes, dreckigstem, dreckigsten, dreckigster)+EW; Z.: dreck-ig
$Dreh, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Dreh, Drehung, unlauteres Handeln; Q.: 1903; E.: s. dreh(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. drehen; GB.: seit 1903 belegte und aus dreh(en) gebildete Bezeichnung für eine Drehung oder ein unlauteres Handeln; F.: Dreh, Drehs (!), Drehe (!), Drehen (!)+EW; Z.: Dreh
$Drehbank, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Drehbank; E.: s. dreh(en), s. Bank; L.: DW 2, 1360, EWD s. u. drehen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dreh(en) und Bank gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht von Menschen seit vor 4000 Jahren entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem erleichterten Bearbeiten von Holz und ähnlichen Gegebenheiten; F.: Drehbank, Drehbänke, Drehbänken+EW; Z.: Dreh—bank
$Drehbuch, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Drehbuch, Textbuch; E.: s. drehen, s. Buch; L.: fehlt DW, EWD s. u. drehen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dreh(en) und Buch gebildete Bezeichnung für ein Textbuch eines Filmes; F.: Drehbuch, Drehbuches, Drehbuchs, Drehbücher, Drehbüchern+EW; Z.: Dreh—buch
drehen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. drehen, wenden, umdrehen, um etwas bewegen; ne. turn (V.), spin (V.); Vw.: -; Hw.: s. drechseln; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dræjen, drægen, dræhen, dræn, sw. V., drehend bewegen, wirbeln, drehen, drechseln, sich runden; mnd. dreien, sw. V., drehen, winden, wenden; mnl. draeyen, sw. V., drehen; ahd. drāen*, sw. V. (1a), drehen, drechseln, runden; as. thrāian*, sw. V. (1a), drehen; anfrk. -; germ. *þrēan, *þrǣan, st. V., drehen; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drehen, Kluge s. u. drehen, DW 2, 1361, EWD s. u. drehen, DW2 6, 1341, EWAhd 2, 747, Falk/Torp 189, Seebold 519, Duden s. u. drehen, Bluhme s. u. drehen; Son.: vgl. afries. -; ae. þrāwan, st. V. (7)=red. V., drehen, wenden, locken (V.) (1), quälen; an. -; got. -; nndl. draaien, V., drehen; nnorw. dreie, V., drehen; gr. τιτρᾶν (titran), V., zerreiben, durchbohren; lat. torquēre, V., drehen, verdrehen; GB.: (drāen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches wenden oder in einem Kreise um etwas bewegen; BM.: in einem Kreis bewegen?; F.: drehen, drehe (!), drehst, dreht, drehest, drehet, drehte, drehtest, drehten, drehtet, gedreht, ##gedreht, gedrehte, gedrehtes, gedrehtem, gedrehten, gedrehter##, drehend, ###drehend, drehende, drehendes, drehendem, drehenden, drehender###, dreh (!)+EW; Z.: dreh-en
$Dreher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dreher, Drehender; E.: s. dreh(en), s. er (Suff.); L.: DW 2, 1366, EWD s. u. drehen; GB.: seit 1359 belegte und aus dreh(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Drehenden oder eine drehende Bewegung oder ein von Menschen für das Drehen entwickelten und verwendeten Gegenstand; F.: Dreher, Drehers, Drehern (!)+EW; Z.: Dreh-er
$Drehorgel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Drehorgel; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. dreh(en), s. Orgel; L.: DW 2, 1368, EWD s. u. Orgel; GB.: seit 1742 belegte und aus dreh(en) und Orgel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 16. Jh. entwickeltes und verwendetes unter Drehen Töne erzeugendes Musikinstrument (Leierkasten); F.: Drehorgel, Drehorgeln (!)+EW+FW; Z.: Dreh—org-el
drei, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. drei; ne. three (Num. Kard.); Vw.: -; Hw.: s. dritte, Drittel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. drī, drīe, driu, Num. Kard., drei; mnd. drê, Num. Kard., drei; mnl. drie, Num. Kard., drei; ahd. drī, Num. Kard., drei; as. thrīe*, thria*, thriu*, Num. Kard., drei; anfrk. thrī*, Num. Kard., drei; germ. *þri-, Num. Kard., drei; idg. trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. drei, Kluge s. u. drei, DW 2, 1369, EWD s. u. drei, DW2 6, 1348, EWAhd 2, 770, Falk/Torp 192, Duden s. u. drei, Bluhme s. u. drei; Son.: vgl. afries. thrē, thriā, thriū, Num. Kard., drei; ae. þréo, þrío, Num. Kard., drei; ae. þríe, þréo, þrío, Num. Kard., drei; an. þrīr, Num. Kard., drei; got. þreis, krimgot. þrija, tria, Num. Kard., drei; nndl. drie, Num. Kard., drei; frz. trois, Num. Kard., drei; nschw. tre, Num. Kard., drei; nnorw. tre, Num. Kard., drei; ai. tráyas, Num. Kard. (M.), drei; gr. τρεῖς (treis), τρεες (trees), Num. Kard., drei; lat. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; kymr. tri, tair, Num. Kard., drei; air. trí, Num. Kard., drei; lit. trỹs, Num. Kard., drei; ksl. trije, Num. Kard. (M.), drei; poln. trzy, Num. Kard., drei; toch. A tre, tri, Num. Kard., drei; heth. teri, Num. Kard., drei; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung der sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Grundzahl zwischen zwei und vier; BM.: ?; F.: drei, dreie, dreier, dreien+EW; Z.: drei
$Dreidecker, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Dreidecker; E.: s. drei, s. deck(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Dreidecker, Doppeldecker; GB.: seit 1794 belegte und aus drei und deck(en) oder Deck sowie er gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Schiff und später zeitweise auch Flugzeug sowie auch einen Hut (M.); F.: Dreidecker, Dreideckers (!), Dreideckern (!)+EW; Z.: Drei—deck-er
$Dreieck, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Dreieck; E.: s. drei, s. Eck; L.: DW 2, 1375, EWD s. u. drei; GB.: seit 1539 belegte und nach lat. triangulum aus drei und Eck gebildete Bezeichnung für eine (in der Vorstellung des Menschen vorhandene) von drei Linien begrenzte und damit auch drei Ecken aufweisende Fläche; F.: Dreieck, Dreiecks, Dreieckes, Dreiecke (!), Dreiecken+EW; Z.: Drei—eck
$dreieckig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. dreieckig; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. Dreieck, s. ig; L.: DW 2, 1375, EWD s. u. drei; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung mögliche und vielleicht nach lat. triangularis aus Dreieck und ig gebildete Bezeichnung für ein Dreieck bildend oder drei Ecken aufweisend; F.: dreieckig, dreieckige, dreieckiges, dreieckigem, dreieckigen, dreieckiger+EW; Z.: drei—eck-ig
$Dreieinigkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit; Q.: um 1500; E.: s. drei, s. Einigkeit, s. dreieinig, s. heit bzw. keit; L.: DW 2, 1376, EWD s. u. drei; GB.: (drīeinicheit*) seit vor 1326 belegte und nach lat. trinitas aus drei und Einigkeit bzw. dreieinig und keit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Christentums als Einheit verstandene Dreiförmigkeit oder Dreifaltigkeit des christlichen Gottes aus Vater und Sohn sowie Heiligem Geist; F.: Dreieinigkeit+EW; Z.: Drei—ei-n-ig—kei-t
$Dreier, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Dreier, drei Gegebenheiten betreffende Gesamtheit; E.: s. drei, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. drei, DW 2, 1377, DW2 6, 1358; GB.: seit 1397 belegte und aus drei sowie er gebildete Bezeichnung für eine drei Gegebenheiten wie beispielsweise Pfennige betreffende Gesamtheit oder Einheit; F.: Dreier, Dreiers, Dreiern+EW; Z.: Drei-er
$Dreifaltigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit; E.: s. drei, s. Faltigkeit, s. dreifaltig, s. heit bzw. keit; L.: Kluge s. u. Dreifaltigkeit, DW 2, 1379, EWD s. u. drei; GB.: (drīvalticheit*) seit vor 1190 belegte und nach lat. trinitas aus drei und Faltigkeit bzw. dreifaltig und keit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Christentums als Einheit verstandene Dreiförmigkeit (Dreieinigkeit) des christlichen Gottes aus Vater und Sohn sowie Heiligem Geist; F.: Dreifaltigkeit, Dreifaltigkeiten+EW; Z.: Drei—fal-t-ig-kei-t
$Dreifuß, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Dreifuß; E.: s. drei, s. Fuß; I.: Lüs. lat. tripūs; L.: DW 2, 1380, EWD s. u. drei; GB.: seit 11. Jh. (drīfuoz*) belegte und nach lat. tripus und gr. trípous aus drei und Fuß gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes drei Füße aufweisendes oft als Gestell genütztes Gerät; F.: Dreifuß, Dreifußes, Dreifüße, Dreifüßen (!)+EW; Z.: Drei—fuß
$Dreikäsehoch, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dreikäsehoch; E.: s. drei, s. Käse, s. hoch; L.: Kluge s. u. Dreikäsehoch, fehlt DW; GB.: seit 1835 belegte und aus drei und Käse sowie hoch gebildete scherzhafte Bezeichnung für ein kleines nur drei Käse hohes oder großes Kind; F.: Dreikäsehoch, Dreikäsehochs, Dreikäsehoche (!), Dreikäsehochen (!)+EW; Z.: Drei—kä-s-e—ho-ch
$Dreimaster, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dreimaster; E.: s. drei, s. Master; L.: DW 2, 1389, EWD s. u. drei; GB.: seit 1775 belegte und aus drei und Mast (M.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes und mit drei Masten versehenes Segelschiff; F.: Dreimaster, Dreimasters, Dreimastern (!)+EW; Z.: Drei—mast-er
$dreißig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. dreißig; E.: s. drei, s. zig bzw. ßig; L.: DW 2, 1392 (dreiszig), EWD s. u. drei; GB.: seit um 765 belegte und aus drei und zig (ßig) gebildete Bezeichnung für die seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Grundzahl zwischen 29 und 31; F.: dreißig+EW; Z.: drei-ß-ig
dreist, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. dreist, frech, zudringlich, kühn; ne. cheeky, bold (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: mnd. drīste, drīst, Adj., beherzt, kühn, wagemutig, dreist, frech; mhd. -; as. thrīst, dreist, kühn; ahd. -; anfrk. -; germ. *þreista-, *þreistaz, *þrīsta-, *þrīstaz, *þrenhsta-, *þrenhtaz, Adj., kühn, dreist, drängend; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dreist, Kluge s. u. dreist, DW 2, 1394, EWD s. u. dreist, DW2 6,1379, Seebold 521, Heidermanns 628, Duden s. u. dreist, Bluhme s. u. dreist; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und dem Altsächsischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches frech oder zudringlich oder kühn; BM.: drehen?, reiben?, bohren?; F.: dreist, dreiste, dreistes, dreistem, dreisten, dreister(, dreistere, dreisteres, dreisterem, dreisteren, dreisterer, dreistete, dreistetes, dreistetem, dreisteten, dreisteter)+EW; Z.: drei-st
$Dreistigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dreistigkeit, Frechheit, Kühnheit, Furchtlosigkeit; E.: s. dreist, s. ig, s. heit bzw. keit; L.: Kluge s. u. dreist, DW 2, 1394, EWD s. u. dreist; GB.: seit 1526 belegte und aus dreistig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Frechheit oder Kühnheit oder Furchtlosigkeit; F.: Dreistigkeit, Dreistigkeiten+EW; Z.: Drei-st-ig-kei-t
$dreizehn, nhd., Num. Kard., (10. Jh.): nhd. dreizehn; E.: s. drei, s. zehn; L.: DW 2, 1398, EWD s. u. drei; GB.: (drīzēhan* seit um 1000 belegte und aus drei und zehn gebildete sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Grundzahl zwischen zwölf und vierzehn; F.: dreizehn, dreizehne+EW; Z.: drei—zehn
Drell, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Drell, Drillich, dreifädiges Gewebe; ne. ticking (N.); Vw.: -; Hw.: s. Drillich; Q.: 1454; E.: s. mnd. drell, drel, M., Drillich, Drell; wohl Parallelbildung zu mhd. drilich, drilch, Adj., dreifach; vgl. lat. trilīx, Adj., dreifädig, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. līcium, N., Querfaden, Faden, Eintragsfaden beim Weben, Gewebe; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Drell, DW 2, 1399, EWD s. u. Drillich, Duden s. u. Drell; GB.: seit 1454 belegte und wohl aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und mit Drillich und lat. trilix sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Leinengewebe aus dreifachen Fäden; BM.: drei; F.: Drell, Drells (!), Drelle (!), Drellen (!)+FW; Z.: Dr-el-l
dreschen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. dreschen, zuschlagen, prügeln; ne. thresh, thrash, flail (V.); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dreschen, dröschen, treschen, st. V., dreschen, quälen, laufen, sich aussondern aus, einschlagen auf; mnd. derschen, st. V., sw. V., dreschen; mnl. derscen, V., dreschen; ahd. dreskan*, drescan*, st. V. (3b), „dreschen“, schlagen, treten, herausschlagen; as. -; anfrk. -; germ. *þreskan, *þreskwan, st. V., treten, stampfen, dreschen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dreschen, Kluge s. u. dreschen, EWD s. u. dreschen, DW 2, 1401, DW2 6, 1386, EWAhd 2, 766, Falk/Torp 192, Seebold 522, Duden s. u. dreschen, Bluhme s. u. dreschen, Falk/Torp 192, Seebold 522; Son.: vgl. afries. -; ae. þerscan, þrescan, þrexan, st. V. (3b), dreschen, schlagen, stampfen; an. -; aschwed. þryskia, V., dreschen; got. þriskan, st. V. (3,2), dreschen; nwfries. terskje, V., dreschen; nndl. dorsen, V., dreschen; nschw. dröska, V., dreschen; nisl. þreskja, V., dreschen; gr. τιτρώσκειν (titrṓskein), V., durchbohren, verwunden; lit. trēksti-, V., quetschen, pressen, melken; lit. trùskinti, V., zerkleinern, zermalmen; aruss. troskotъ, V., krachen, knistern; toch. A trisk-, V., dröhnen, tönen; toch. AB trāsk-, V., kauen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbares sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbares Getreidekörner oder Samen durch Bearbeiten mit einem von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Dreschflegel oder seit dem 19. Jh. mittels Dreschmaschine aus den Ähren oder Hülsen der Ähren lösen; BM.: drehen?, reiben?, bohren?; F.: dreschen, dresche, drischst, drischt, drescht, dreschest, dreschet, drosch, droschst, droschen, droscht, drösche, dröschest, dröschst, dröschen, dröschet, dröscht, gedroschen, ##gedroschen, gedroschene, gedroschenes, gedroschenem, gedroschenen, gedroschener##, dreschend, ###dreschend, dreschende, dreschendes, dreschendem, dreschenden, dreschender###, drisch (!)+EW; Z.: dre-sch-en
$Drescher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Drescher, Dresschender; Vw.: s. Mäh-; E.: s. dresch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. dreschen, EWD s. u. dreschen; GB.: seit 1252-1255 belegte und aus dresch(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht nach Entwicklung von Sesshaftigkeit und Ackerbau möglichen Dreschenden; F.: Drescher, Dreschers, Dreschern+EW; Z.: Dre-sch-er
$Dreschflegel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Dreschflegel; E.: s. dresch(en), s. Flegel; L.: DW 2, 1405, EWD s. u. dreschen; GB.: seit um 1480 belegte und aus dresch(en) und Flegel gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sesshaftigkeit und Ackerbau mögliches und von Menschen entwickeltes sowie verwendetes Gerät für Dreschen von Getreide; F.: Dreschflegel, Dreschflegels, Dreschflegeln+EW+FW; Z.: Dre-sch—fleg-el
Dress, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dress, Bekleidung, Sportbekleidung; ne. dress (N.); Vw.: -; Hw.: s. Dressing; Q.: 1829; I.: Lw. ne. dress (N.); E.: s. ne. dress, N., Kleid, Kleidung; vgl. ne. dress, V., bekleiden, herrichten; afrz. dresser, V., herrichten; lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dress, EWD s. u. Dreß, DW2 6, 1389 (Dresz), Duden s. u. Dress; Son.: vgl. nschw. dress, Sb., Dress, Kleidung; nnorw. dress, M., Dress, Kleidung; poln. dres, M., Dress; GB.: vielleicht seit 1829 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Kleidung für einen bestimmten Anlass besonders für eine Ausübung von Sport; BM.: herrichten; F.: Dress, Dresses, Dresse (!), Dressen (!)+FW; Z.: D-re-ss
$Dresseur, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Dresseur, Dressierender, Tierbändiger; E.: s. dress(ieren), s. eur (Suff.); L.: EWD s. u. dressieren; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Zähmung wilder Tiere oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Dressierenden oder Tierbändiger; F.: Dresseur, Dresseurs, Dresseure, Dresseuren+FW; Z.: D-re-ss-eur
dressieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. dressieren, abrichten, beibringen; ne. dress (V.) (2), tame (V.), train (V.); Vw.: s. a-; Hw.: -; I.: Lw. afrz. dresser; E.: s. afrz. dresser, V., herrichten; lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. dressieren, DW 2, 1406, EWD s. u. dressieren, Duden s. u. dressieren; Son.: vgl. nndl. dresseren, V., dressieren; nschw. dressera, V., dressieren; nnorw. dressere, V., dressieren; poln. tresować, V., dressieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einem Tier bestimmte Fertigkeiten beibringen bzw. jemanden durch Disziplinierung zu einer bestimmten Verhaltensweise bringen; BM.: herrichten; F.: dressieren, dressiere, dressierst, dressiert, dressierest, dressieret, dressierte, dressiertest, dressierten, dressiertet, ##dressiert, dressierte, dressiertes, dressiertem, dressierten, dressierter##, dressierend, ###dressierend, dressierende, dressierendes, dressierendem, dressierenden, dressierender###, dressier (!)+FW+EW; Z.: d-re-ss-ier-en
Dressing, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dressing, Marinade, Salatsoße; ne. dressing (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Dress; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. dressing; E.: s. ne. dressing, N., Dressing, Marinade; vgl. ne. dress, N., Kleid, Kleidung; ne. dress, V., bekleiden, herrichten; afrz. dresser, V., herrichten; lat. dīrigere, V., gerade richten, gerade machen, geradeaus laufen lassen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Dressing; Son.: vgl. nndl. dressing, Sb., Dressing; nschw. dressing, Sb., Dressing; nnorw. dressing, M., Dressing; poln. dressing, M., Dressing; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Französischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit Essig und Zitronensaft und Kräutern und Gewürzen bereitete Flüssigkeit (Marinade oder Salatsoße) zu einem Einlegen und (behaupteten) Verfeinern von Lebensmitteln; BM.: herrichten; F.: Dressing, Dressings+FW; Z.: D-re-ss-ing
$Dressur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dressur, Abrichtung, Zähmung; E.: s. dress(ieren), s. ur (Suff.); L.: Kluge s. u. dressieren, fehlt DW, EWD s. u. dressieren; GB.: seit 1789 belegte und aus dress(ieren) und ur (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliche Abrichtung oder Zähmung; F.: Dressur, Dressuren+FW; Z.: D-re-ss-ur
dribbeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. dribbeln, einen Ball vor sich hertreiben, prellen; ne. dribble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1910; I.: Lw. ne. dribble; E.: s. ne. dribble, V., dribbeln; nndl. dribbelen, V., trippeln; wohl von germ. *þreb-, V., drücken, treiben; idg. *trep- (1), V., trippeln, trampeln, zittern, treten, Pokorny 1094 (1894/71) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dribbeln, fehlt DW, EWD s. u. dribbeln, Falk/Torp 191, Duden s. u. dribbeln; Son.: vgl. frz. dribbler, V., dribbeln; nschw. dribbla, V., dribbeln; nnorw. drible, V., dribbeln; poln. dryblować, V., dribbeln; GB.: seit 1910 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen Ball durch kurze Stöße über eine größere Strecke vor sich hertreiben; BM.: treten; F.: dribbeln, dribbel (!), dribble, dribbelst, dribbelt, dribbelest, dribbelet, dribbelte, dribbeltest, dribbelten, dribbeltet, gedribbelt, ##gedribbelt, gedribbelte, gedribbeltes, gedribbeltem, gedribbelten, gedribbelter##, dribbelnd, ###dribbelnd, dribbelnde, dribbelndes, dribbelndem, dribbelnden, dribbelnder###, dribbel (!)+FW(+EW); Z.: drib-b-el-n
$Dribbling, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Dribbling; E.: s. dribbl(e), s. ing; L.: Kluge s. u. dribbeln, fehlt DW, EWD s. u. dribbeln; GB.: seit 1966 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete besondere Technik des Dribbelns bei dem Fußballspiel; F.: Dribbling, Dribblings+FW; Z.: Drib-b-ling
Driesch, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Driesch, unbebautes Ackerland; ne. uncultivated land (N.), fallow field; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200 (Urkunde); E.: mhd. driesch (2), st. M., st. N., Driesch, unbebautes Land, ungepflügter Acker, brachliegendes Ackerland; mnd. drēsch, M., Driesch, ruhender Acker, unbebautes Land; mnl. driesch, M., Driesch; vgl. mhd. driesch (1), Adj., unbebaut, ungepflügt; wohl von einem *þreuteska-, V., ermüden, erschöpfen; vgl. germ. *þreutan, st. V., belästigen, verdrießen, ermüden; idg. *treud-, V., quetschen, stoßen, drücken, Pokorny 1095 (1898/75) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, Pokorny 1071; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Driesch, DW 2, 1408, DW2 6, 1391, Falk/Torp 194, Seebold 523, Duden s. u. Driesch, Bluhme s. u. Driesch; GB.: seit 1200 zunächst in Ortsnamen belegte und verwendete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unbebautes Land; BM.: reiben?; F.: Driesch, Driesches (!), Drieschs (!), Driesche (!), Drieschen (!)+EW; Z.: Drie-sch
drießen, nhd. (ält.), st. V.: nhd. drießen, verdrießen, ärgern, Missmut hervorrufen; ne. annoy; Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); I.: Lw.-; E.: mhd. driezen (1), st. V., „drießen“, drängen, treiben, drohen; mnd. drēten (1), st. V., verdrießen; anfrk. *thriotan?, st. V. (2); germ. *þreutan, st. V., belästigen, verdrießen, ermüden; idg. *treud-, V., quetschen, stoßen, drücken, Pokorny 1095 (1898/75) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, Pokorny 1071; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 2, 1409, Falk/Torp 194, Seebold 523, EWAhd 2, 826; Son.: vgl. afries. -; ae. þréotan, st. V. (2), plagen, ermüden; an. þrjōta, st. V. (2), aufhören, ermangeln, misslingen; got. *þriutan?, st. V. (2), schwerfallen; lit. trūnė́ti, V., verwesen; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ärgern oder Missmut hervorrufen; BM.: reiben; F.: drießen, drieße, drießst, drießt, drießest, drießet, dross (!), drossest, drossen, drosst, drösse, drössest, drössen, drösset, drossen, drossene, drossenes, drossenem, drossenen, drossener, drießend, drießende, drießendes, drießendem, drießenden, drießender, drieß (!)+EW; Z.: drie-ß-en
Drift, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Drift, durch Wind erzeugte Strömung, unkontrolliertes Treiben; ne. drift (N.); Vw.: -; Hw.: s. treiben, Trift; Q.: 1330/1349; E.: aus dem Niederdeutschen; s. mnd. drift, F., Trieb, Antrieb, Getriebenes, Triebkraft, Eifer, vgl. mnd. drīven, st. V., treiben, antreiben, betreiben; as. drīvan*, st. V. (1a), treiben, vertreiben, ausüben; germ. *dreiban, st. V., treiben; idg. *dʰreibʰ-, V., treiben, stoßen, Pokorny 274 (409/57) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Drift, EWD s. u. Trift, Duden s. u. Drift, Bluhme s. u. Drift; Son.: vgl. nndl. drift, Sb., Drift; nschw. drift, Sb., Drift; nnorw. drift, M., Betrieb, Bewegung; poln. dryft, M., Drift; lit. dreifas, M., Drift; GB.: seit 1330/1349 belegte sowie aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche durch Wind erzeugte Strömung oder unkontrolliertes Treiben; BM.: treiben; F.: Drift, Driften (!)+FW+EW; Z.: Dri-f-t
$driften, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. driften, treiben, gleiten; E.: s. Drift, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Trift; GB.: seit 1952 belegte und aus Drift und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches treiben oder durch Luftströmung gleiten; F.: driften, drifte, driftest, driftet, driftete, driftetest, drifteten, driftetet, gedriftet, ##gedriftet, gedriftete, gedriftetes, gedriftetem, gedrifteten, gedrifteter##, driftend, ###driftend, driftende, driftendes, driftendem, driftenden, driftender###, drift (!)+EW; Z.: dri-f-t-en
$Drill, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Drill, Drehung, Einübung; E.: s. drill(en); L.: Kluge s. u. drillen, DW 22, 515 (Trill), EWD s. u. drillen; GB.: vielleicht seit 1883 belegte und mit drillen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliche Drehung oder Einübung von Fertigkeiten; F.: Drill, Drills, Drilles+EW; Z.: dri-ll-en
$Drillbohrer, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Drillbohrer; E.: s. Drill, s. Bohrer; L.: Kluge s. u. Drilling 2, DW 22,516 (Trillbohrer); GB.: seit 1716 belegte und aus drill(en) und Bohrer gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten drillenden Bohrer; F.: Drillbohrer, Drillbohrers, Drillbohrern+EW; Z.: Dri-ll—bohr-er
drillen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. drillen, drehen, streng ausbilden; ne. drill (V.), exercise (V.); Vw.: -; Hw.: s. drall; E.: mhd. drillen, st. V., drehen, drechseln, abrunden; mnd. drillen, sw. V., drillen; mnl. drillen, sw. V., drillen; vielleicht von mhd. dræjen, drægen, sw. V., drehend bewegen, wirbeln, drehen, drechseln; ahd. drāen*, sw. V. (1a), drehen, drechseln, runden; germ. *þrēan, *þrǣan, st. V., drehen; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drillen, Kluge s. u. drillen, DW 2, 1410, EWD s. u. drillen, DW2 6, 1392, Duden s. u. drillen, Bluhme s. u. drillen; Son.: vgl. poln. drylować, V., drillen; kymr. drilio, V., drillen, üben, bohren; nir. druileálaim, V., drillen, bohren; GB.: vielleicht seit um 1250 belegte und mit drehen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für drehen und streng ausbilden sowie einem harten militärischen Training unterziehen; BM.: bohren; F.: drillen, drille, drillst, drillt, drillest, drillet, drillte, drilltest, drillten, drilltet, gedrillt, ##gedrillt, gedrillte, gedrilltes, gedrilltem, gedrillten, gedrillter##, drillend, ###drillend, drillende, drillendes, drillendem, drillenden, drillender###, drill (!)+EW; Z.: dri-ll-en
Drillich, Trillich, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Drillich, Drell, ein dichtes Gewebe; ne. drill (N.); Vw.: -; Hw.: s. Drell; E.: mhd. drilich, drilch, Adj., dreifach; lat. trilīx, Adj., dreifädig, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. līcium, N., Querfaden, Faden, Eintragsfaden beim Weben, Gewebe; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drillich, Kluge s. u. Drillich, DW 2, 1412, EWD s. u. Drillich, DW 22, 535, DW2 6, 1394, Duden s. u. Drillich; Son.: vgl. nndl. dril, Sb., Drillich; frz. treillis, M.?, Drillich; nschw. dräll, Sb., Drillich; nnorw. drill, M., N., Drillich; poln. drelich, M., Drillich; kymr. dril, M., Drillich; GB.: vielleicht seit dem 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dichtes Baumwollgewebe oder Leinengewebe in Köperbindung; BM.: drei(facher Faden); F.: Drillich, Drillichs, Drilliche (!), Drillichen (!), Trillich (!), Trillichs (!), Trilliche (!), Trillichen (!) +FW; Z.: Dri-l-li-ch
Drilling (1), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Drilling (M.) (1), eines von drei Kindern einer Mehrlingsgeburt einer Mutter; ne. triplet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: unter Einfluss von Zwilling aus einem Dreiling gebildet; vgl. mhd. drīlinc, st. M., dritter Teil, Maß, Gefäß, Anzahl, Dreipfennigstück; mhd. drēlinc, drelink, drilink, M., Dreier, drei Pfennige, Viertel Schilling, Dreipfennigstück; vgl. mhd. drī, drīe, driu, drei; mnd. drê, Num. Kard., drei; ahd. drī, Num. Kard., drei; as. thrīe*, thria*, thriu*, Num. Kard., drei; anfrk. thrī*, Num. Kard., drei; germ. *þri-, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drilling, Kluge s. u. Drilling 1, EWD s. u. Drilling, DW 2, 1412, DW2 6, 1394, Duden s. u. Drilling; Son.: vgl. nschw. trilling, Sb., Drilling (M.) (1); nnorw. trilling, M., Drilling (M.) (1); poln. dryling, M., Drilling (M.) (1); GB.: seit 1425 belegte und unter Einfluss von Zwilling aus drei und ling gebildete Bezeichnung für eines von drei gleichzeitig von einer Mutter ausgetragenen Kindern; BM.: drei; F.: Drilling, Drillings, Drillinge, Drillingen+EW; Z.: Dri-l-ling
Drilling (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Drilling (M.) (2), Triebrad; ne. drilling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1713; E.: s. nhd. drillen; L.: Kluge s. u. Drilling 2, DW 2, 1412, DW2 6, 1394; GB.: seit 1713 belegte und aus drei und ling gebildete Bezeichnung für ein aus zwei Scheiben an einer Achse bestehendes Triebrad; BM.: bohren, drehen; F.: Drilling, Drillings, Drillinge, Drillingen+EW; Z.: Dri-ll-ing
$drin, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. drin, darin; E.: s. dar, s. in; L.: Kluge s. u. drin, DW2, 776 (darin); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dar und in gebildete Bezeichnung für darinF.: drin+EW; Z.: d-r-in
dringen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. dringen, sich heftig wohin bewegen, drängen; ne. get through, penetrate, throng (V.); Vw.: -; Hw.: s. gedrungen; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. dringen, tringen, st. V., herbeidrängen, vorwärtsdrängen, sich drängeln, zur Begrüßung herbeieilen, bei Hof vorsprechen, aufwarten; mnd. dringen, st. V., drängen, verdrängen; mnl. dringen, st. V., dringen; ahd. dringan*, st. V. (3a), drängen, treiben, drücken, pressen; as. thringan, st. V. (3a), dringen, drängen; anfrk. *thringan?, st. V. (3a), drängen, dringen; germ. *þrenhan, *þreng-?, *þrinh-, *þring-, st. V., drängen; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dringen, Kluge s. u. dringen, DW 2, 1413, EWD s. u. dringen, DW2 6, 1395, EWAhd 2, 780, Falk/Torp 190, Seebold 520, Duden s. u. dringen, Bluhme s. u. dringen; Son.: vgl. afries. thringa, st. V. (3a), dringen, drängen; ae. þringan, st. V. (3a), dringen, drängen, eilen, bedrücken; an. þryngva, þryngja, st. V. (3a), drängen, zwingen; got. þreihan, st. V. (1), drängen; nndl. dringen, V., dringen; nschw. tränga, V., dringen, drängen; av. uraxta-, Adj., zusammengdrängt; ? lit. trenkti, V., kräftig schlagen, stampfen; apreuß. trencke, V., stoß an; aruss. potručati, V., schlagen; russ. trutít, V., drücken, stoßen; GB.: um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit Zeit und Raum mögliches durch Drängen an eine bestimmte Stelle gelangen oder sich heftig wohin bewegen; BM.: drehen, drängen; F.: dringen, dringe, dringst, dringt, dringest, dringet, drang, drangst, drangen, drangt (!), dränge, drängest, drängst, drängen, dränget, drängt, gedrungen, ##gedrungen, gedrungene, gedrungenes, gedrungenem, gedrungenen, gedrungener##, dringend, ###dringend, dringende, dringendes, dringendem, dringenden, dringender###, dring (!)+EW; Z.: dri-ng-en
$dringend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (15. Jh.): nhd. dringend, dringlich, nachdrücklich, sofortig; E.: s. dringen, s. d; L.: Kluge s. u. dringen, DW 2, 1413, EWD s. u. dringen; GB.: seit 1463 belegte und aus dringen sowie d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen aus seiner Sicht dringlich oder nachdrücklich oder sofortig; F.: dringend, dringende, dringendem, dringenden, dringender+EW; Z.: dri-ng-end
$dringlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. dringlich, dringend, eilbedürftig; Vw.: s. auf-, zu-; E.: s. dring(en), s. lich; L.: Kluge s. u. dringen, DW 2, 1413, EWD s. u. dringen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dring(en) und lich gebildete Bezeichnung für dringend oder eilbedürftig oder sofortig; F.: dringlich, dringliche, dringliches, dringlichem, dringlichen, dringlicher(, dringlichere, dringlicheres, dringlicherem, dringlicheren, dringlicherer, dringlichst, dringlichste, dringlichstes, dringlichstem, dringlichsten, dringlichster)+EW; Z.: dri-ng-lich
$Dringlichkeit, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dringlichkeit, Eilbedürftigkeit; E.: s. dringlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. dringen; GB.: seit 1581 belegte und aus dringlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Eilbedürftigkeit; F.: Dringlichkeit, Dringlichkeiten+EW; Z.: Dri-ng-lich—kei-t
$drinnen, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. drinnen, innen befindlich; E.: s. dar, s. innen; L.: Kluge s. u. drin, DW 2, 777; GB.: seit 1274 belegte und aus dar und innen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit Zeit und Ram mögliches innen befindlich; F.: drinnen+EW; Z.: d-r-in-n-en
Drischel, nhd. (ält.), M., F., (12. Jh.): nhd. Drischel, Dreschflegel; ne. flail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. drischel, st. F., Drischel, Dreschflegel; ahd. driskil*, st. M. (a), Dreschflegel, Dreschgerät; ahd. driskila*, sw. F. (n), Dreschflegel, Dreschgerät; mhd. dreschen, dröschen, treschen, st. V., dreschen, quälen, laufen, sich aussondern aus, einschlagen auf; mnd. derschen, st. V., sw. V., dreschen; mnl. derscen, V., dreschen; ahd. dreskan*, drescan*, st. V. (3b), „dreschen“, schlagen, treten, herausschlagen; germ. *þreskan, *þreskwan, st. V., treten, stampfen, dreschen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Drischel, DW 2, 1421, DW2 6, 1403, Duden s. u. Drischel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dresch(en) und el gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen nach Sesshaftwerdung und Entwicklung von Landwirtschaft entwickelten und verwendeten Dreschflegel; BM.: dreschen; F.: Drischel, Drischels, Drischeln+EW; Z.: Dri-sch-el
dritte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. dritte; ne. third (Num. Ord.); Vw.: -; Hw.: s. drei, Drittel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dritte, drite, tritte, Num. Ord., dritte; mnd. dridde, drüdde, drudde, Num. Ord., dritte; mnl. derde, Num. Ord., dritte; ahd. dritto, Num. Ord., dritte; as. thriddio*, Num. Ord., dritte; anfrk. -; germ. *þridjō-, *þridjōn, *þridja-, *þridjan, Num. Ord., dritte; idg. *tr̥tīi̯o-, *triti̯o-, Num. Ord., dritte, Pokorny 1090; s. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. dritte, Kluge s. u. dritte, DW 2, 1421, EWD s. u. drei, DW2 6, 1406 (dritter), EWAhd 2, 791, Falk/Torp 192, Duden s. u. dritte, Bluhme s. u. dritt; Son.: vgl. afries. thredda, thirda, Num. Ord., dritte; saterl. thredde, Num. Ord., dritte; ae. þridda, þirda, Num. Ord., dritte; an. þriði, Num. Ord., dritte, ein Odinsname; got. þridja, Num. Ord., dritte; nndl. derde, Num. Ord., dritte; nschw. tredje, Num. Ord., dritte; nnorw. tredje, Num. Ord., dritte; ai. tṛtitya-, Num. Ord., dritte; av. uritiia-, Num. Ord., dritte; lalb. tritë, Num. Ord., dritte; arm. erir, Num. Ord., dritte; gr. τρίτος (trítos), Num. Ord., dritte; lat. tertius, Num. Ord., dritte; kymr. trydydd, trydedd, Num. Ord., dritte; lit. trẽčias, Num. Ord., dritte; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Bezeichnung für die Ordnungszahl zwischen zweite und vierte; BM.: drei; F.: dritte, drittes, drittem, dritten, dritter+EW; Z.: dri-tt-e
Drittel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Drittel, dritter Teil; ne. third (N.); Vw.: -; Hw.: s. dritte, drei; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: s. mhd. dritteil, driteil, st. M., st. N., Drittel, dritter Teil; s. mhd. dritte, drite, tritte, Num. Ord., dritte; ahd. dritto, Num. Ord., dritte; germ. *þridjō-, *þridjōn, *þridja-, *þridjan, Num. Ord., dritte; idg. *tr̥tīi̯o-, *triti̯o-, Num. Ord., dritte, Pokorny 1090; s. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. teil (1), tēl, deil, st. N., st. M., Teil, Stück, Hälfte, Anteil, Besitz, Teilen, Teilung, Fülle, Seite, Partei, Bereich, Gebühr; ahd. teil, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Teil, Anteil, Stück, Seite; germ. *daila-, *dailaz, st. M. (a), Teil; germ. *daila-, *dailam, st. N. (a), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. M. (i), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. F. (i), Teil; idg. *dəilo-, Sb., Teil, Pokorny 175?; idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Drittel, EWD s. u. drei, DW 2, 1424, DW2 6, 1405, Duden s. u. Drittel; Son.: vgl. nndl. derde, Sb., Drittel; nschw. tredjedel, Sb., Drittel; nnorw. tredjedel, M., Drittel; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus drei sowie Teil gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen in der Vorstellung von Menschen möglichen dritten Teil (einer Menge oder Gegebenheit); BM.: drei; F.: Drittel, Drittels, Dritteln (!)+EW; Z.: Dri-tt-el
$dritteln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. dritteln; E.: s. Drittel, s. (e)n; L.: DW 2, 1424, EWD s. u. drei; GB.: seit um 1440 belegte und aus Drittel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches in drei Teile (Drittel) teilen; F.: dritteln, drittel (!), drittle, drittele, drittelst, drittelt, drittelte, dritteltest, drittelten, dritteltet, gedrittelt, gedrittelte, gedritteltes, gedritteltem, gedrittelten, gedrittelter, drittelnd, drittelnde, drittelndes, drittelndem, drittelnden, drittelnder+EW; Z.: dri-tt-el-n
$drittens, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. drittens, an dritter Stelle; E.: s. dritt(e), s. ens; L.: DW 2, 1424, EWD s. u. drei; GB.: seit 1644 belegte und aus dritt(e) und ens gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches an dritter Stelle; F.: drittens+EW; Z.: dri-tt-en-s
Drixel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Drixel, Deixel, Deiwel, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: s. Teufel, Deibel, Deiger, Deiner, Deixel; Q.: 18. Jh.?; E.: aus euphemistischen Gründen aus Teufel (s. d.) entstellt; L.: Kluge s. u. Deixel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Teufel oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums durch euphemistische Entstellung gebildete Bezeichnung für den Teufel; BM.: in dem Volke herrschte der Glaube vor dass man durch Nennung des Namens den Teufel herbeirufen könne weshalb die Verwendung von Teufel vermieden wurde; F.: Drixel, Drixels+FW; Z.: Drix-el
Droge, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Droge, Rauschgift, Rauschmittel; ne. drug (N.); Vw.: -; Hw.: s. Drogerie, Drogist; I.: Lw. frz. drogue; E.: s. frz. drogue, F., Droge, Arzneimittel, Gewürz; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus dem Arabischen (arab. turua, Sb., Weg, Mittel) oder Mittelniederländischen (droge vate, Sb., trockene Fässer); oder von mnd. drȫge (1), drüge, dryge, Adj., „dröge“, trocken, ausgetrocknet, dürr, welk; as. drokno, Adv., trocken; germ. *drukna-, *druknaz, *druhna-, *druhnaz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Droge, Kluge s. u. Droge, fehlt DW, EWD s. u. Droge, DW2 6, 1411, Duden s. u. Droge, Bluhme s. u. Droge; Son.: vgl. nndl. drugs, Sb. Pl., Drogen; nschw. drog, Sb., Droge; nnorw. droge, M., Droge; kymr. dryg, M., Droge; nir. druga, M., Droge; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen pflanzlichen oder tierischen oder mineralischen Rohstoff der von Menschen wohl seit ihrer Entstehung als Heilmittel oder Antriebsmittel oder Gewürz verwendet wird; BM.: trocken?; F.: Droge, Drogen+FW; Z.: Dro-g-e
dröge, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. dröge, trocken, langweilig; ne. boring; Vw.: -; Hw.: s. trocken; Q.: 1525 (Akten Bauernkrieg); E.: s. mnd. drȫge (1), drüge, dryge, Adj., „dröge“, trocken, ausgetrocknet, dürr, welk; vgl. as. drokno, Adv., trocken; germ. *drukna-, *druknaz, *druhna-, *druhnaz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. dröge, DW 2, 1426, DW2 6, 1412, Duden s. u. dröge; GB.: vielleicht seit 1525 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen sowie dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches trocken oder langweilig; BM.: trocken; F.: dröge, dröges, drögem, drögen, dröger(, drögere, drögeres, drögerem, drögeren, drögerer, drögeste, drögestes, drögestem, drögesten, drögester, drögste, drögstes, drögstem, drögsten, drögster)+EW; Z.: drö-g-e
Drogerie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Drogerie, Fachgeschäft für nicht apothekenpflichtige Heilmittel; ne. drugstore; Vw.: -; Hw.: s.- Droge, Drogist; Q.: 1502/1505; I.: Lw. frz. droguerie; E.: s. frz. droguerie, F., Drogerie; vgl. frz. drogue, F., Droge, Arzneimittel; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus dem Arabischen (arab. turua, Sb., Weg, Mittel) oder Mittelniederländischen (droge vate, Sb., trockene Fässer); oder von mnd. drȫge (1), drüge, dryge, Adj., „dröge“, trocken, ausgetrocknet, dürr, welk; as. drokno, Adv., trocken; germ. *drukna-, *druknaz, *druhna-, *druhnaz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Drogerie, fehlt DW, EWD s. u. Droge, DW2 6, 1412, Duden s. u. Drogerie; Son.: vgl. nndl. drogisterij, Sb., Drogerie; nnorw. drogeri, N., Drogerie; poln. drogeria, F., Drogerie; kymr. siop drygist, F., Drogerie; nir. druglann, F., Drogerie; GB.: seit 1502/1505 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Geschäft nicht apothekenpflichtige Heilmittel und Chemikalien sowie Kosmetikartikel; BM.: ?; F.: Drogerie, Drogerien+FW; Z.: Dro-g-er-ie
Drogist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Drogist, Inhaber einer Drogerie, Angestellter eines Drogisten (oder Drogeristen?), Fachverkäufer in einer Drogerie; ne. chemist; Vw.: -; Hw.: s. Droge, Drogerie; Q.: 1658; I.: Lw. frz. droguiste; E.: s. frz. droguiste, M., Drogist, Inhaber einer Drogerie, Angestellter einer Drogerie; vgl. frz. drogue, F., Droge, Arzneimittel; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus dem Arabischen (arab. turua, Sb., Weg, Mittel) oder Mittelniederländischen (droge vate, Sb., trockene Fässer); oder von mnd. drȫge (1), drüge, dryge, Adj., dröge, trocken, ausgetrocknet, dürr, welk; as. drokno, Adv., trocken; germ. *drukna-, *druknaz, *druhna-, *druhnaz, Adj., trocken; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Droge, fehlt DW 2, EWD s. u. Droge, DW2 6, 1412, Duden s. u. Drogist; Son.: vgl. nndl. drogist, Sb., Drogist; nnorw. drogist, M., Drogist; GB.: seit 1658 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Arabischen oder dem Mittelniederländischen oder dem Mittelniederdeutschen verbindbare Bezeichnung für einen Inhaber oder Fachverkäufer in einer Drogerie; BM.: ?; F.: Drogist, Drogisten+FW?; Z.: Dro-g-ist
$Drohbrief, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Drohbrief; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. droh(en), s. Brief; L.: DW 2, 1426, EWD s. u. drohen; GB.: seit 1406 belegte und aus droh(en) sowie Brief gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen drohenden Brief; F.: Drohbrief, Drohbriefes, Drohbriefs, Drohbriefe, Drohbriefen+EW+FW; Z.: Dro-h—brief
drohen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. drohen, bedrängen, einschüchtern, nötigen; ne. threaten; Vw.: -; Hw.: dräuen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dröuwen (1), drouwen, drowen, tröuwen, sw. V., drohen, androhen; mnd. drouwen, sw. V., drohen; ahd. drouwen*, sw. V. (1b), drohen, tadeln; ahd. drewen*, sw. V. (1b), drohen, androhen; germ. *þrawjan, sw. V., widerspenstig machen, drohen; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drohen, Kluge s. u. drohen, DW 2, 1343, EWD s. u. drohen, DW2 6, 1413, EWAhd 2, 768, Heidermanns 625, Duden s. u. drohen, Bluhme s. u. drohen; Son.: vgl. ae. þréagan, þréan, þréawian, sw. V. (2), tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich nach natürlichem Vorbild schon seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen anderen Menschen durch Gesten oder nachdrückliche Worte einzuschüchtern versuchen; BM.: drehen?, bohren?; F.: drohen, drohe, drohst, droht, drohest, drohet, drohte, drohtest, drohten, drohtet, gedroht, ##gedroht, gedrohte, gedrohtes, gedrohtem, gedrohten, gedrohter##, drohend, ###drohend, drohende, drohendes, drohendem, drohenden, drohender###, droh (!) +EW; Z.: dro-h-en
Drohne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Drohne, männliche Biene; ne. drone (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mnd. drāne, drane, M., Drohne; s. mhd. tren, trien, sw. M., Brutbiene, Drohne, Hummel (F.); as. dreno*, sw. M. (n), Drohne; as. drān, st. M. (a?, i?), Drohne; ahd. treno, sw. M. (n), Drohne; germ. *drēni-, *drēniz, st. M. (i), Drohne; germ. *drenō-, *drenōn, *drena-, *drenan, sw. M. (n), Drohne; vgl. idg. *dʰer- (3), *dʰereu-, *dʰrē̆n-, V., murren, brummen, dröhnen, Pokorny 255 (383/31) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Drohne, Kluge s. u. Drohne, DW2 6, 1415, EWD s. u. Drohne, Duden s. u. Drohne, Bluhme s. u. Drohne; Son.: das Wort wurde neu aus dem Mittelniederdeutschen übernommen; vgl. ae. drǣn, drān, st. F. (ō?, i?), Drohne; gr. θρώναξ (thrṓnax), M., Drohne; ? lit. trãnas, M., Drohne; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Bienen mögliche männliche Biene und davon abgeleitet in dem 21. Jh. auch für ein unbemanntes militärisches Aufklärungsflugzeug und Kampfflugzeug; BM.: brummen; F.: Drohne, Drohnen+EW; Z.: Droh-n-e
dröhnen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dröhnen, brummen, donnern, laut und dumpf tönen; ne. drone (V.), roar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1643; E.: germ. *drunjan, sw. V., dröhnen; idg. *dʰer- (3), *dʰereu-, *dʰrē̆n-, V., murren, brummen, dröhnen, Pokorny 255 (383/31) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. dröhnen, Kluge s. u. dröhnen, DW 2, 1433 (drönen), EWD s. u. dröhnen, DW2 6, 1416, Duden s. u. dröhnen, Bluhme s. u. droehnen, Falk/Torp 211; Son.: vgl. nndl. dreunen, V., dröhnen, erzittern; nschw. döna, V., schwach brüllen, träge sein (V.); nisl. drynja, V., dröhnen, lärmen, schwach brüllen; GB.: seit 1643 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches durchdringend laut und dumpf tönen oder brummen oder donnern; BM.: lautmalend; F.: dröhnen, dröhne, dröhnst, dröhnt, dröhnest, dröhnet, dröhnte, dröhntest, dröhnten, dröhntet, gedröhnt, ##gedröhnt, gedröhnte, gedröhntes, gedröhntem, gedröhnten, gedröhnter##, dröhnend, ###dröhnend, dröhnende, dröhnendes, dröhnendem, dröhnenden, dröhnender###, dröhn (!)+EW; Z.: dröh-n-en
$Drohung, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Drohung, Inaussichtstellung eines Übels; Vw.: s. Be-; E.: s. droh(en), s. ung; L.: Kluge s. u. drohen, DW 2, 1349 Drohung, Dräuung, EWD s. u. drohen; GB.: (druowunga) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus droh(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Androhung oder Inaussichtstellung eines Übels; F.: Drohung, Drohungen+EW; Z.: Dro-h-ung
drollig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. drollig, lustig, spaßig; ne. droll (Adj.), funny (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. nndl. drollig; E.: s. nndl. drollig, Adj., drollig; vgl. nndl. drol, Sb., Knirps, Possenreißer; von idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. drollig, Kluge s. u. drollig, DW 2, 1431 (Drolligkeit)EWD s. u. drollig, DW2 6, 1419, Duden s. u. drollig, Bluhme s. u. drollig; Son.: vgl. frz. drôle, Adj., lustig, spaßhaft; GB.: seit 1557 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie aus drol und ig gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lustig oder spaßig; BM.: bohren?; F.: drollig, drollige, drolliges, drolligem, drolligen, drolliger(, drolligere, drolligeres, drolligerem, drolligeren, drolligerer, drolligste, drolligstes, drolligstem, drolligsten, drolligster)+FW; Z.: dro-l-l-ig
...drom, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. ...drom; ne. ...drome; Vw.: s. Down-Syn-, Palin-, Syn-, Velo-.: Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. δρόμος (drómos); E.: s. gr. δρόμος (drómos), M., Lauf, Wettlauf, Laufbahn, Rennbahn; idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. nndl. ...droom, Suff., ...drom; frz. ...drome, Suff., ...drom; nschw. ...drom, Suff., ...drom; nnorw. ...drom, Suff., ...drom; kymr. ...drom, Suff., ...drom; ...dróm, Suff., ...drom; poln. ...drom, Suff., ...drom; lit. ...dromas, Suff., ...drom; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe zu einer Bildung von Substantiven des Laufens oder Laufs verwendete Bezeichnung; BM.: laufen; F.: …drom, …doms, …drome (!), …dromen (F.)+FW; Z.: -dro-m
Dromedar, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Dromedar, einhöckeriges Kamel; ne. dromedary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Herzog Ernst in der Fassung B); E.: mhd. dromedār, dromendār, dromedārie, tromedār, st. N., Dromedar; mnl. drummeldar, M., Dromedar; mnl. dromedare, M., Dromedar; mlat. dromedārius, M., Dromedar, (um 392 n. Chr.); vgl. lat. dromas, Adj., laufend; gr. δρομάς (dromás), Adj., laufend, gehend; vgl. gr. τρέχειν (tréchein), V., laufen, eilen, rennen; vgl. idg. *dʰregʰ- (1), V., laufen, Pokorny 273 (407/55) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt.?); L.: Kluge s. u. Dromedar, DW 2, 1432, EWD s. u. Dromedar, DW2 6, 1419, Duden s. u. Dromedar; Son.: vgl. nndl. dromedaris, Sb., Dromedar; frz. dromadaire, M., Dromedar; nschw. dromedar, Sb., Dromedar; nnorw. dromedar, M., Dromedar; poln. dromader, M., Dromedar; kymr. dromedari, M., Dromedar; nir. dromadaire, M., Dromedar; lat. dromedaras, M., Dromedar; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das wohl schon vormenschlich mögliche einhöckerige arabische und nach dem Laufen benannte Kamel; BM.: laufen; F.: Dromedar, Dromedars, Dromedare, Dromedaren+FW; Z.: Drom-ed-ar
Drops, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Drops, Fruchtbonbon; ne. drop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tropfen; Q.: 1876 (Wörterbuch); I.: Lw. ne. drop; E.: s. ne. drop, N., Drops, Tropfen (M.); ae. dropa, drapa, sw. M. (n), Tropfen (M.), Gicht; germ. *drupō-, *drupōn, *drupa-, *drupan, *druppō-, *druppōn, *druppa-, *druppan, sw. M. (n), Tropfen (M.); idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275?; vgl. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Drops, fehlt DW, EWD s. u. Drops, DW2 6, 1420, Duden s. u. Drops, Bluhme s. u. Drops; Son.: vgl. nndl. drups, Sb., Drops; nschw. dropp, Sb., Drops; GB.: seit 1876 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vordergründig zu einem Genuss sowie tatsächlich zu dem Schaden von Mitmenschen hergestellten ungefüllten flachen und runden Fruchtbonbon; BM.: tropfen; F.: Drops+FW; Z.: Dro-p-s
Droschke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Droschke, leichtes Fuhrwerk, Taxi; ne. cab, hackney; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794; I.: Lw. russ. дрожки (drjóski); E.: s. russ. дрожки (drjóski), M. Pl., leichter Wagen (M.); weitere Herkunft ungeklärt?; russ. droga, Sb., Verbindungsstange zwischen Vorderachse und Hinterachse; L.: Kluge s. u. Droschke, DW 2, 1434, EWD s. u. Droschke, DW2 6, 1420, Duden s. u. Droschke; Son.: vgl. nschw. droska, Sb., Droschke; nnorw. drosje, M., Droschke, Fahrzeug, Taxi; poln. dorożka, F., Droschke; GB.: seit 1794 belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes leichtes einspänniges oder zweispänniges Fuhrwerk zu der Beförderung von Menschen; BM.: ?; F.: Droschke, Droschken+FW+EW?; Z.: Drosch-k-e
dröseln, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. dröseln, aufdrehen; ne. twist (V.); Vw.: s. auf-; Hw.: -; E.: aus dem Niederdeutschen, genaue Herkunft ungeklärt; vielleicht zu germ. *trus-, sw. V., taumeln; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204? (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dröseln, DW 2, 1434, EWD s. u. dröseln, DW2 6, 1421, Duden s. u. dröseln; GB.: vielleicht seit 1650 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Aufdrehen mehrerer verdrehter Fäden; BM.: laufen?, ziehen?, drehen?; F.: dröseln, drösel (!), drösle, dröselst, dröselt, dröselest (!), dröselet (!), dröselte, dröseltest, dröselten, dröseltet, gedröselt, ##gedröselt, gedröselte, gedröseltes, gedröseltem, gedröselten, gedröselter##, dröselnd, ###dröselnd, dröselndes, dröselndem, dröselnden, dröselnder###, drösel (!)+EW; Z.: drö-s-el-n
Drossel (1), nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Drossel (F.) (1), ein Vogel; ne. thrush; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. droschel, troschel, st. F., Drossel (F.) (1), Singdrossel; mnd. drōsle, F., Drossel (F.) (1); ahd. drōskala*, drōscala, drōschel*, st. F. (ō), Drossel (F.) (1), Singdrossel, Amsel, Feigenfresser; as. thrōsla*, st. F. (ō)?, Drossel (F.) (1); anfrk. -; germ. *þrustlō, *þraustlō, st. F. (ō), Drossel (F.) (1); idg. *trozdos-, *tr̥zdos-, Sb., Drossel (F.) (1), Pokorny 1096 (1901/78) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drossel 1, Kluge s. u. Drossel 1, DW 2, 1435, EWD s. u. Drossel 1, DW2 6, 1421, EWAhd 2, 802, Duden s. u. Drossel, Bluhme s. u. Drossel1; Son.: vgl. afries. -; ae. þrostle, sw. F. (n), Drossel; an. -; got. -; nschw. trast, Sb., Drossel (F.) (1); nnorw. trost, M., Drossel (F.) (1); lat. turdus, M., Drossel (F.) (1); mir. druid, Sb., Star (F.) (1); nir. truis, F., Drossel (F.) (1); mkymr. drydu, drydw, Sb., Drossel (F.) (1); lit. strãzdas, M., Drossel (F.) (1); poln. drozd, M., Drossel (F.) (1); russ. дрозд (drozd), M., Drossel (M.) (1); verwandt auch an. þrǫstr, st. M. (u), Drossel (M.) (1); kymr. tresglen, F., Drossel (M.) (1); GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen weltweit verbreiteten schon vormenschlichen Vogel aus der Familie der Sperlingsvögel; BM.: ?; F.: Drossel, Drosseln (!)+EW; Z.: Dross-el
Drossel (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Drossel (F.) (2), Kehle; ne. throttle, throat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. drüzzel, st. M., Gurgel, Schlund, Kehle (F.) (1), Rüssel; mhd. drozze, sw. M., st. F., sw. F., Schlund, Kehle (F.) (1), Hals; ahd. drozza, sw. F. (n), Kehle (F.) (1), Gurgel, Luftröhre; germ. *þrutō, st. F. (ō), Kehle (F.) (1); s. idg. *streudʰ-, *streud-, V., Adj., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drossel 2, Kluge s. u. Drossel 2, DW 2, 1435, EWD s. u. Drossel 2, DW2 6, 1422, Falk/Torp 195, Duden s. u. Drossel, Bluhme s. u. drosseln; Son.: s. erdrosseln; GB.: seit um 1210 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die menschliche und tierische Kehle; BM.: starr?, Rohr?, Stängel?; F.: Drossel, Drosseln (!)+EW; Z.: Dro-ss-el
$drosseln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. drosseln, würgen; Vw.: s. er-; E.: s. Drossel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Drossel 2, DW 2, 1437, EWD s. u. Drossel 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Drossel und (e)n gebildete Bezeichnung für würgen; F.: drosseln, drossel (!), drossle, drossele, drosselst, drosselt, drosselte, drosseltest, drosselten, drosseltet, gedrosselt, ##gedrosselt, gedrosselte, gedrosseltes, gedrosseltem, gedrosselten, gedrosselter##, drosselnd, ###drosselnd, drosselnde, drosselndes, drosselndem, drosselnden, drosselnder###, drossel (!)+EW; Z.: dro-ss-el-n
Drost, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Drost, Amtshauptmann, Landvogt, Truchsess; ne. bailiff; Vw.: -; Hw.: s. Truchsess; Q.: 1279/1298 (MGH); E.: mnd. drost (2), droste, M., Drost, Truchsess der am weltlichen oder geistlichen Hofe das erste Ehrenamt bekleidet; vgl. ahd. truhtsāzo*, sw. M. (n), Truchsess; vgl. ahd. truht*, st. F. (i), Schar (F.) (1), Gefolge; germ. *druhti-, *druhtiz, st. F. (i), Gefolge, Schar (F.) (1), Zug; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen, bleiben; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: Kluge s. u. Drost, DW 2, 1437, DW2 6, 1423, Duden s. u. Drost; Son.: vgl. afries. drusta, M., Droste, Truchsess; GB.: seit 1279/1298 belegte niederdeutsche und mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Amtsträger (Landvogt oder Truchsess); BM.: Schar (F.) (1), sitzen; F.: Drost, Drostes, Drosts, Droste (!), Drosten (!)+EW; Z.: Dro-s-t
$drüben, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. drüben, auf der anderen Seite, gegenüber; E.: s. dar, s. üben; L.: Kluge s. u. drüben, DW 2, 1428; GB.: seit 1619 belegte und aus dar und üben (Adv.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches auf der anderen Seite oder gegenüber; F.: drüben+EW; Z.: d-r-üb-en
$drüber, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. drüber, oberhalb, über; E.: s. dar, s. über; L.: Kluge s. u. drüben, DW 2, 795; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dar und über gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches oberhalb oder über; F.: drüber+EW; Z.: d-r-üb-er
Druck (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Druck, Drücken, Kraft pro Fläche; ne. pressure, strain (N.); Vw.: s. Offset-; Hw.: s. drücken; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. druc, truc, st. M., Druck, Drücken, Stoß, Schlag; mnd. druk, druck, M., Bedrängnis, Druck, Druck eines Schriftwerks, Gedrucktes; mnl. druc, M., Druck; ahd. druk*, druc*, drug*, st. M. (a?, i?), Druck, Einwirkung; as. -; anfrk. -; germ. *þrukki-, *þrukkiz?, Sb., Druck; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071?; L.: Kluge 1. A. s. u. Druck, Kluge s. u. drücken, EWD s. u. drücken, DW 2, 1439, DW2 6, 1424, EWAhd 2, 813, Duden s. u. Druck; Son.: vgl. afries. threkk (2), Sb., Druck, Mühe, Last; ae. -; an. -; got. *þruks?, st. M. (i), Druck, Stoß; nndl. druck, Sb., Druck; nschw. tryck, N., Druck; nnorw. trykk, M., N., Druck; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche auf eine Fläche wirkende Kraft; BM.: reiben?, bohren?; F.: Druck, Druckes, Drucks, Drucke, Drucken (!), Drücke, Drücken (!)+EW; Z.: Dru-ck
$Druck (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Druck; Vw.: s. Ab-; E.: s. Druck (1); L.: DW 2, 1441, EWD s. u. drucken; GB.: seit um 1480 belegte und aus Druck (1) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes technisches Verfahren zu der schriftlichen Vervielfältigung von Texten durch Drücken von Farbe auf (viele Seiten von) Papier (oder Stoff); F.: Druck, Druckes, Drucks, Drucke, Drucken (!)+EW; Z.: Dru-ck
Drückeberger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Drückeberger, sich einer Aufgabe Entziehender, Faulpelz; ne. slacker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1872; E.: s. nhd. drücken, Berg, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Drückeberger, fehlt DW, EWD s. u. drücken, DW2 6, 1432, Duden s. u. Drückeberger; GB.: seit der späteren Neuzeit (1872) belegte und scherzhaft verwendete sowie wie ein Familienname gebildete Bezeichnung für einen sich einer Aufgabe entziehenden Menschen; BM.: scherzhaft verwendeter Familienname; F.: Drückeberger, Drückebergers, Drückebergern (!)+EW; Z.: Drü-ck-e—ber-g-er
drucken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. drucken, pressen, Buch drucken; ne. print (V.); Vw.: -; Hw.: s. drücken; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. drucken, drücken, sw. V., drücken, drängen, bedrängen, pressen, auspressen, ein Buch drucken; ahd. drukken*, drucken*, sw. V. (1a), drücken, pressen, herauspressen, würgen, quälen, bedrücken; germ. *þrukkjan, sw. V., drücken, stampfen, pressen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071? (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. drucken, EWD s. u. drucken, DW 2, 1441, DW2 6, 1434, EWAhd 2, 813, Duden s. u. drucken, Bluhme s. u. drucken; Son.: vgl. afries. thretza, thrikka, sw. V. (1), drücken; nfries. druwckjen, V., drücken; ae. þryccan, sw. V. (1), zerdrücken, zertreten (V.), beleidigen, unterdrücken; an. -; aschwed. þrykkja, V., drucken, drücken; got. -; nndl. drucken, V., drucken, drücken; nschw. trycka, V., drucken, drücken; nnorw. trykkje, V., drücken, drucken; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und nach Erfindung und Verwendung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 (in Gegensatz zu drücken auf das eingefärbte Typen oder Bilder durch Maschinen auf Papier oder Stoff pressen um die Bilder zu übertragen und zu vervielfältigen beschränkte Bezeichnung; BM.: reiben?; F.: drucken, drucke (!), druckst, druckt, druckest, drucket, druckte, drucktest, druckten, drucktet, gedruckt, ##gedruckt, gedruckte, gedrucktes, gedrucktem, gedruckten, gedruckter##, druckend, ###druckend, druckende, druckendes, druckendem, druckenden, druckender###, druck (!)+EW; Z.: dru-ck-en
drücken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. drücken, Druck ausüben, pressen, hervortreiben; ne. press (V.), push (V.), squeeze (V.); Vw.: -; Hw.: s. drucken; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. drucken, drücken, sw. V., drücken, drängen, bedrängen, pressen, auspressen; mnd. drücken, V., drücken, sich drücken, sich drängen; mnl. drucken, drocken, druycken, sw. V., drücken; ahd. drukken*, drucken*, sw. V. (1a), drücken, pressen, herauspressen, würgen, quälen, bedrücken, bedrängen, niederdrücken; germ. *þrukkjan, sw. V., drücken, stampfen, pressen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071? (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Druck, Kluge s. u. drücken, EWD s. u. drücken, DW 2, 1442, EWAhd 2, 813, Duden s. u. drücken, Bluhme s. u. druecken; Son.: vgl. afries. thretza, thrikka, sw. V. (1), drücken; nfries. druwckjen, V., drücken; ae. þryccan, sw. V. (1), zerdrücken, zertreten (V.), beleidigen, unterdrücken; an. þrūga, sw. V., drohen, unterdrücken; got. -; nndl. drucken, V., drucken, drücken; nschw. trycka, V., drucken, drücken; nnorw. trykke, V., drücken; GB.: um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und nach Erfindung und Verwendung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 aus drucken gebildete besondere Bezeichnung für einen Druck auf etwas ausüben; BM.: reiben?, bohren?; F.: drücken, drücke (!), drückst, drückt, drückest, drücket, drückte, drücktest, drückten, drücktet, gedrückt, ##gedrückt, gedrückte, gedrücktes, gedrücktem, gedrückten, gedrückter##, drückend, ###drückend, drückende, drückendes, drückendem, drückenden, drückender###, drück (!)+EW; Z.: drü-ck-en
$Drucker, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Drucker, Druckender; E.: s. druck(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. drucken, DW 2, 1448, EWD s. u. drucken; GB.: vielleicht seit 1427 belegte und aus druck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Druckenden und später ein von Menschen für die Herstellung von Drucken entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Drucker, Druckers, Druckern (!)+EW; Z.: Dru-ck-er
$Drücker, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Drücker, Drückender; Vw.: s. Unter-; E.: s. drück(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. drücken, DW 2, 1448, EWD s. u. drücken; GB.: seit um 1250 belegte und aus drück(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Drückenden und einen von Menschen für ein Drücken entwickelten und verwendeten Teil eines Geräts; F.: Drücker, Drückers, Drückern (!)+EW; Z.: Drü-ck-er
$Druckerei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Druckerei; E.: s. Drucker, s. ei (Suffix); L.: Kluge s. u. drucken, DW 2, 1448, EWD s. u. drucken; GB.: seit 1494 belegte und aus Drucker und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Einrichtung zu dem Drucken von Texten oder ein Druckereiunternehmen; F.: Druckerei, Druckereien+EW; Z.: Dru-ck-er-ei
$Druckfehler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Druckfehler; E.: s. druck(en), s. Fehler; L.: DW 2, 1450, EWD s. u. drucken; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Druck oder druck(en) und Fehler gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Drucken von Texten möglichen vor dem Ausdruck fehlerhaft übersehenen und deswegen gedruckten Fehler des Setzers des Textes; F.: Druckfehler, Druckfehlers, Druckfehlern+EW; Z.: Dru-ck—fehl-er
$Drucksache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Drucksache; E.: s. Druck, s. Sache; L.: DW 2, 1451, EWD s. u. drucken; GB.: seit 1811 belegte und aus Druck und Sache gebildete Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte und verwendete gedruckte Mitteilung; F.: Drucksache, Drucksachen+EW; Z.: Dru-ck—sach-e
drucksen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. drucksen, zaudern, zögern; ne. hem (V.) and haw (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1542; E.: mhd. trohsen, sw. V., drucksen, untätig sein (V.); Intensivbildung zu nhd. drücken; L.: Kluge s. u. drucksen, DW 2, 1451, EWD s. u. drucksen, DW2 6, 1447, Duden s. u. drucksen; GB.: vielleicht seit 1542 belegte und zu drucken bzw. drücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches nicht recht über etwas sprechen wollen oder können und deswegen zaudern oder zögern; BM.: drücken; F.: drucksen, druckse, drucksst (!), druckst, drucksest, druckset, druckste, druckstest, drucksten, druckstet, gedruckst, ##gedruckst, gedruckste, gedruckstes, gedruckstem, gedrucksten, gedruckster##, drucksend, ###drucksend, drucksende, drucksendes, drucksendem, drucksenden, drucksender###, drucks (!)+EW; Z.: dru-ck-s-en
$Drückung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Drückung; Vw.: s. Unter-; E.: s. drück(en), s. ung; L.: DW 2, 1452, DW2 6, 1449; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus druck(en) bzw. drück(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches Drücken; F.: Drückung, Drückungen (!)+EW; Z.: Drü-ck-ung
Drude, Trude, nhd. (ält.), F., (13. Jh.?): nhd. Drude, Trude, Zauberin, Hexe; ne. sorceress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Buch 3 des alten Passionals); E.: mhd. trute, trut, st. F., Trud, Unholdin, weiblicher Alp, Hexe; vgl. mhd. trut, st. M., Trud, Alp, Unhold; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit nhd. treten?; L.: Kluge 1. A. s. u. Drude, Kluge s. u. Drude, DW 2, 1453, DW 22, 1233, DW2 6, 1450, Duden s. u. Drude, Bluhme s. u. Drude; Son.: s. Drudenfuß; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit treten verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches weibliches zauberndes Wesen (Zauberin) oder eine Hexe; BM.: treten?; F.: Drude, Druden (!), Trude, Truden +EW; Z.: Drud-e
Drudel, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Drudel, scherzhaftes Bilderrätsel; ne. droodle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, wohl eine Phantasiebezeichnung; L.: Kluge s. u. Drudel, fehlt DW, Duden s. u. Drudel; Son.: vgl. frz. droodle, M., Drudel; poln. drudle, M.?, Drudel; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein witziges Rätsel das darin besteht dass ein zu erratender Gegenstand aus einer ungewöhnlichen Perspektive oder in einem ungewöhnlichen Ausschnitt gezeichnet und gezeigt wird; BM.: ?; F.: Drudel, Drudels (!), Drudeln (!)+FW?; Z.: Drudel
$Drudenfuß, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Drudenfuß; E.: s. Drud(e), s. en, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Drude, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1575 belegte und aus Drud(e) und en (Suff.) sowie Fuß gebildete Bezeichnung für ein meist als (angeblicher) Fußabdruck einer Drude erklärtes Pentagramm mit fünf Spitzen bei denen die Spitzen mit je einer Geraden so untereinander verbunden sind dass der Zeichenzug insgesamt an derselben Spitze beginnt und endet; F.: Drudenfuß, Drudenfußes, Drudenfüße, Drudenfüßen+EW; Z.: Drud-en—fuß
$Drudenstein, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Drudenstein; E.: s. Drude, s. n, s. Stein; L.: Kluge s. u. Drude, DW 2, 1455; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Drud(e) und en (Suff.) sowie Stein gebildete Bezeichnung für einen kleinen in Wasser rund geriebenen ein natürliches Loch enthaltenden und in der Vorstellung von Menschen angeblich auf eine Drude hinweisenden Steín; F.: Drudenstein, Drudensteins, Drudensteines, Drudensteine, Drudensteinen+EW; Z.: Drud-en—stei-n
Druide, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Druide, keltischer Priester; ne. druid; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. druidēs; E.: s. lat. druidēs, M., Druide, (um 50 v. Chr.); aus dem Gallischen; kelt. *dru-, Sb., Eiche; vgl. air. drui, M., Druide; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Druide, DW 2, 1456, DW2 6, 1451, Duden s. u. Druide, Bluhme s. u. Druide; Son.: vgl. nndl. druide, Sb., Druide; frz. druide, M., Druide; nschw. druid, Sb., Druide; nnorw. druide, M., Druide; poln. druid, M., Druide; kymr. dryw, M., Druide; air. druí, M., Druide; nir. draoi, M., Druide; lit. druidas, M., Druide; GB.: seit 1526 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Gallischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Priester eines keltischen Volkes; BM.: sicher Sehender?; F.: Druide, Druiden+FW; Z.: Dru-i-d-e
Drusch, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Drusch, Dreschen, Dreschertrag; ne. threshing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1680; E.: s. nhd. dreschen; L.: Kluge s. u. Drusch, DW 2, 1460, EWD s. u. dreschen, DW2 6, 1453, Duden s. u. Drusch, Bluhme s. u. Drusch; GB.: seit 1680 belegte und mit dresch(en) verbindbare Bezeichnung für das Dreschen oder den Dreschertrag; BM.: dreschen; F.: Drusch, Drusches, Druschs (!), Drusche (!), Druschen (!)+EW; Z.: Dru-sch
$Druse (1), nhd., F., (16. Jh.?): nhd. verwittertes Erz; L.: Kluge 1. A. s. u. Druse 1, DW 2, 1458; GB.: vielleicht seit 1557 belegte Bezeichnung für einen Hohlraum in einem Gestein oder für verwittertes Erz; F.: Druse, Drusen (!)+EW; Z.: Druse
$Druse (2), nhd., F., (8. Jh.?): nhd. eine Pferdekrankheit; L.: Kluge 1. A. s. u. Druse 2, EWD s. u. Drüse; GB.: seit um 765 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Geschwulst oder Drüse oder Pferdekrankheit; F.: Druse, Drusen (!)+EW; Z.: Druse
Drüse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Drüse, ein Organ; ne. gland; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. druos, st. F., Drüse, Beule; mhd. drüese, sw. F., Drüse, Beule, Drüsenschwellung; mnd. drose, druse, F., Drüse; mnl. droese, F., Geschwür, Schwellung; ahd. druos, st. F. (i), Geschwulst, Eichel, Drüse, Mandel; as. thrōs*, st. F. (i), Drüse; anfrk. -; germ. *þrōsō?, st. F. (ō), Drüse, Beule; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht vgl. idg. *trē̆u-, V., gedeihen, Pokorny 1095? (1897/74) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Drüse, Kluge s. u. Drüse, DW 2, 1458, EWD s. u. Drüse, DW2 6, 1454, EWAhd 2, 823, Duden s. u. Drüse, Bluhme s. u. Druese; Son.: vgl. afries. -; ae. -; ae. *þrœ̄si, Sb.; got. -; nndl. droes, F., Drüse?, Schwellung?; av. θraošti-, F., Reife, Vollendung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanische verbindbare Bezeichnung eines Körperorgans das ein Sekret nach außen bzw. in Körperhohlräume oder in das Blut bzw in die Lymphe ausscheidet wobei der menschliche Körper aus Millionen Drüsen (meistens Schweißdrüsen) besteht; BM.: gedeihen?; F.: Drüse, Drüsen+EW; Z.: Drü-s-e
Drusen, nhd. (ält.), F. Pl., (9. Jh.?): nhd. Drusen, Bodensatz, Hefebrand; ne. lees (Pl.), yeast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. drusene, drusine, st. F., Drusen, Bodensatz; mnd. druse, F., Hefe; mnd. drōs, M., Hefe; mnl. droese, Sb.; ahd. truosana, st. F. (ō), Bodensatz, Drusen, Hefe, Unrat; ahd.? truos*, Sb.?, Bodensatz, Drusen, Trester as. -; anfrk. -; germ. drōhsnō, st. F. (ō), Hefe; L.: Kluge s. u. Drusen, DW 2, 1461, DW2 6, 1456, Falk/Torp 211; Son.: vgl. afries. -; ae. drōsne, sw. F. (n), Bodensatz, Hefe, Schmutz, Ohrenschmalz; an. -; got. -; GB.: (truos) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für Bodensatz sowie später für einen aus dem Bodensatz von Hefe von Menschen entwickelten Hefebrand; BM.: Schmutz?; F.: Drusen+EW; Z.: Drus-en
Dschungel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dschungel, Urwald; ne. jungle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838; I.: Lw. ne. jungle; E.: s. ne. jungle, N., Dschungel; aus Hindi jangal, Sb. Ödland, Wald; ai. jā̆ṅgala, Sb., wasserarme menschenleere Gegend, unfruchtbare Gegend; L.: Kluge s. u. Dschungel, fehlt DW, EWD s. u. Dschungel, DW2 6, 1457, Duden s. u. Dschungel; Son.: vgl. nndl. jungle, Sb., Dschungel; frz. jungle, F., Dschungel; nschw. djungel, Sb., Dschungel; nnorw. jungel, M., Dschungel; dżungla, F., Dschungel; kymr. jyngl, F., Dschungel; lit. džiunglės, F. Pl., Dschungel; GB.: seit 1838 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Hindi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein undurchdringliches tropisches Gebiet (Urwald) bzw. für ein wirres Durcheinander; BM.: Ödland; F.: Dschungel, Dschungels, Dschungeln (!)+FW(+EW?); Z.: Dschung-el
Dschunke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dschunke, chinesisches Segelschiff; ne. junk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1515; I.: Lw. malay. djung; E.: s. malay. djung, Sb., großes Schiff; aus dem Chinesischen (róngkè chuán, tschuan,); die Entlehnung ins Deutsche erfolgte wohl über das Englische oder Portugiesische; L.: Kluge s. u. Dschunke, EWD s. u. Dschunke, DW2 6, 1458, Duden s. u. Dschunke; Son.: vgl. nndl. jonk, Sb., Dschunke; frz. jonque, F., Dschunke; nschw. djonk, Sb., Dschunke; nnorw. djunke, M., Dschunke; poln. dżonka, F., Dschunke; nir. siunca, M., Dschunke; lit. džonka, F., Dschunke; GB.: seit 1515 belegte und aus dem Malaiischen sowie mittelbar dem Chinesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein chinesisches Segelschiff mit flachem Schiffsrumpf und rechteckigen aus Bast geflochtenen Segeln; BM.: Schiff; F.: Dschunke, Dschunken (!)+FW(+EW?); Z.: Dschunk-e
du, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. du; ne. thou, you; Vw.: -; Hw.: s. dein, duzen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dū (1), duo, du, de, tū, tu, tuo, Pron., du; mnd. dū, Pers.-Pron., du; mnl. dū, Pers.-Pron., du; ahd. dū, Pers.-Pron., du; as. thū, Pron., du; anfrk. thū, Pron., du; germ. *þū, Pron., du; idg. *tū̆, *túh₂, Pron., du, Pokorny 1097 (1905/82) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. du, Kluge s. u. du, DW 2, 1463, EWD s. u. du, DW2 6, 1458, EWAhd 2, 826, Falk/Torp 185, Duden s. u. du, Bluhme s. u. du; R.: dich, Pron.: nhd. dich, ne. you, thee; R.: dir, Pron.: nhd. dir; ne. you, thee; Son.: vgl. afries. thū?, Pron., du; saterl. du, Pron., du; ae. þū̆, Pron., du; an. þū, Pron., du; got. þū, Pron., du; krimgot. tzo, Pron., du; nndl. du, Pron., du; nschw. du, Pron., du; nnorw. du, Pron., du; ai. av. tū, Pron., du; gr. σύ (sý), τύ (tý), Pron., du; lat. tū, Pron., du; frz. tu, Pron., du; air. tú, Sb., du; nir. tú, Pron., du; kymr. ti, di, Pron., du; lit. tù, Pron., du; ksl. ty, Pron., du; Son.: Pers.-Pron. 2. Pers. Sg.; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Anrede an verwandte oder vertraute Menschen und an Kinder sowie an Gott oder göttliche Wesenheiten und gelegentlich noch an Untergebene und personifizierend an Dinge und Abstrakta; BM.: ?; F.: du, (deiner,) dir, dich(, dein, deine, deines, deinem, deinen)+EW; Z.: du
Dual, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Dual, Numerus der Zweiheit; ne. dual (N.); Vw.: -; Hw.: s. Dualismus; Q.: 1782; I.: Lw. mlat. duālis; E.: s. mlat. duālis, M., Dual, Doppelzähne, (1. Hälfte 9. Jh.); vgl. lat. duālis, Adj., von zweien stammend, zwei enthaltend; lat. duo, Num. Kard., zwei, die zwei, die beiden, die zwei genannten, (um 235-200 v. Chr.); idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dual, DW2 6, 1461, Duden s. u. Dual; Son.: vgl. nndl. dualis, Sb., Dual; frz. dual, M., Dual; nschw. dual, Sb., Dual; nnorw. dualis, M., Dual; kymr. deuol, M., Dual; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den in der (alt)griechischen Sprache neben Singular und Plural grundsätzlich bewahrten und (in der lateinischen Sprache sowie) in der deutschen Sprache bis auf wenige Überreste des Bayerischen (és, enk) aufgegebenen grammatikalischen Fall für zwei Dinge oder Wesen oder Verbform für zwei zusammengehörige Tätigkeiten und Vorgänge; BM.: zwei; F.: Dual, Duals, Duale (!), Dualen (!)+FW(+EW?); Z.: Du-al
Dualismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dualismus, Zweiheit; ne. dualism; Vw.: -; Hw.: s. Dual; Q.: 1781; I.: neoklassische Bildung; E.: neoklassische Bildung zu lat. duālis, Adj., von zweien stammend, zwei enthaltend, (um 35-95/96 n. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei, die zwei, die beiden, die zwei genannten, (um 235-200 v. Chr.); idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dualismus, EWD s. u. Dualismus, DW2 6, 1461, Duden s. u. Dualismus; Son.: vgl. nndl. dualisme, Sb., Dualismus; frz. dualism, F., Dualismus; nschw. dualism, Sb., Dualismus; nnorw. dualisme, M., Dualismus; poln. dualizm, M., Dualismus; lit. dualizmas, M., Dualismus; GB.: seit 1781 belegte und aus dem lateinischen dual(is) und ismus neoklassisch gebildete sowie vielleicht von dem englischen Philosophen Thomas Hyde (1639-1703) eingeführte Bezeichnung für die Lehre von Gegensätzen zweier Gegebenheiten wie beispielsweise Gut und Böse oder Objekt und Subjekt oder Geist und Materie oder Natur und Technik oder Landesherr und Landstände; BM.: zwei; F.: Dualismus, Dualismen (!)+FW; Z.: Du-al-ism-us
$dualistisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. dualistisch, zwei Gegebenheiten betreffend; E.: s. Dualis(mus), s. t, s. isch; L.: EWD s. u. Dualismus; GB.: seit 1838 belegte und aus Dualis(mus) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für zwei Gegebenheiten oder Gegensätze betreffend; F.: dualistisch, dualistische, dualistisches, dualistischem, dualistischen, dualistischer+FW+EW; Z.: du-al-ist-isch
Dübel, Döbel, Dippel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Dübel, Döbel, Dippel, was man zusammenfügt, Zapfen (M.), Pflock; ne. plug (N.), dowel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tübel, st. M., Dübel, Pflock, Zapfen (M.), Nagel, Stössel; mnd. dovel, M., Dübel; ahd. tubil, st. M. (a), Dübel, Pflock, Zapfen (M.), Holznagel; ahd. tubili* (1), st. N. (ja), Dübel, Pflock, Zapfen (M.), Fuge (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *dubila-, *dubilaz, st. M. (a), Pflock, Dübel; s. idg. *dʰeubʰ-?, *dʰubʰ-?, Sb., V., Pflock, Keil, schlagen, Pokorny 268 (398/46) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Döbel, Kluge s. u. Dübel, EWD s. u. Dübel, DW 2, 1198, DW2 6, 1461, Falk/Torp 210, Duden s. u. Dübel, Bluhme s. u. Duebel; Son.: vgl. nschw. dubb, Sb., Dübel; gr. τύφος (týphos), M., Keil; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Pflock bzw. Zapfen (M.) mit dessen Hilfe Schrauben oder Nägel oder Haken in einer Wand oder Decke fest verankert werden können; BM.: schlagen?, Pflock?; F.: Dübel, Dübels, Dübeln (!), Döbel (!), Döbels (!), Döbeln (!), Dippel (!), Dippels (!), Dippeln (!)+EW; Z.: Düb-el
dubios, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. dubios, zweifelhaft, unsicher, fraglich; ne. dubious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1629; I.: Lw. lat. dubiōsus; E.: s. lat. dubiōsus, Adj., zweifelhaft, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. dubius, Adj., ungewiss, zweifelhaft, anzuzweifeln seiend, zweifelnd; lat. duo, Num. Kard., zwei, die zwei, die beiden, die zwei genannten, (um 235-200 v. Chr.); idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. dubios, fehlt DW, EWD s. u. dubios, DW2 6, 1462, Duden s. u. dubios; Son.: vgl. nndl. dubieus, Adj., dubios; frz. douteux, Adj., dubios; nschw. dubiös, Adj., dubios; nnorw. dubios, Adj., dubios; GB.: seit 1629 belegte und aus lat. dubios(us) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für zweifelhaft oder unsicher oder fraglich; BM.: zwei bzw. nach zwei Seiten schwenkend; F.: dubios, dubiose, dubioses, dubiosem, dubiosen, dubioser(, dubiosere, dubioseres, dubioserem, dubioseren, dubioserer, dubiosest, dubioseste, dubiosestes, dubiosestem, dubiosesten, dubiosester)+FW; Z.: du-b-ios
Dublee, Doublé, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Dublee, Plattierung mit Gold oder Silber; ne. rolled gold; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. doublé; E.: s. frz. doublé, M., Dublee, Plattierung mit Gold oder Silber; vgl. frz. doubler, V., doppeln; lat. duplāre, V., doppeln, verdoppeln; vgl. lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, Doppel..., (um 450 v. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dublee, EWD s. u. Dublee, DW2 6, 1463, Duden s. u. Doublé; Son.: vgl. nndl. doublé, Sb., Dublee, Doublé; nnorw. dublé, M., Dublee, Doublé; GB.: seit 1917 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gegenstand aus unedlem Metall mit einem dünnen Überzug aus Edelmetall; BM.: zwei; F.: Dublee, Dublees (!), Doublé (!), Doublés (!)+FW(+EW?); Z.: Du-bl-ee
Dublette, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Dublette, Doppelstück; ne. doublet; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. doublet; E.: s. frz. doublet, M., Doublette; vgl. frz. double, Adj., doppelt; lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, Doppel..., (um 450 v. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dublette, EWD s. u. Dublette, DW2 6, 1463, Duden s. u. Dublette; Son.: vgl. nndl. doublet, Sb., Dublette; nschw. dubblett, Sb., Dublette; nnorw. dublett, M., Dublette; poln. dublet, M., Dublette; kymr. dwbled, F., Dublette; nir. duibhléid, F., Dublette; GB.: seit 1723 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine doppelt vorhandene Gegebenheit (Doppelstück); BM.: doppelt; F.: Dublette, Dubletten+FW; Z.: Du-bl-ett-e
Dublone, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Dublone, eine Goldmünze; ne. doubloon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1592; I.: Lw. frz. doublon; E.: s. frz. doublon, M., Dublone, Goldmünze; span. doblón, M., Dublone, Goldmünze; vgl. span. doble, Adj., doppelt; lat. duplus, Adj., doppelt, zweifach, Doppel..., (um 450 v. Chr.); lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Dublone, DW 2, 1486, DW2 6, 1464, Duden s. u. Dublone; Son.: vgl. nndl. dubloen, Sb., Dublone; nnorw. dublon, M., Dublone; poln. dublon, Sb., Dublone; kymr. dwblŵn, M., Dublone; nir. dúblún, M., Dublone; lit. dublonas, M., Dublone; GB.: 1592 belegte und aus dem Französischen und dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine frühere spanische Goldmünze mit dem Werte zweier Escudos; BM.: doppelt; F.: Dublone, Dublonen+FW; Z.: Du-bl-on-e
Dubnium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Dubnium (oder früher auch Hahnium oder Nielsbohrium), ein Übergangsmetall; ne. dubnium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem ON Dubna (Sitz des Vereinigten Instituts für Kernforschung in der Nähe von Moskau); benannt nach einem Wolgazufluss; L.: Duden s. u. Dubnium; Son.: vgl. nndl. dubnium, Sb., Dubnium; frz. dubnium, M., Dubnium; nschw. dubnium, N., Dubnium; nnorw. dubnium, N., Dubnium; kymr. dubniwm, M., Dubnium; nir. dúibniam, M., Dubnium; poln. dubn, M., Dubnium; lit. dubnis, M., Dubnium; GB.: seit 3. Drittel 20. Jh. belegte und nach dem ON Dubna bei Moskau gebildete Bezeichnung für ein von Menschen künstlich hergestelltes und nur zu Forschungszwecken verwendetes radioaktives Transuran (chemisches Element Nr. 105, abgekürzt Db); BM.: ON; F.: Dubnium, Dubniums+FW; Z.: Dubn-i-um
Ducht, nhd. (ält.), F., (12. Jh.?): nhd. Ducht, Ruderbank; ne. thwart (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mnd. ducht, docht, F., Ruderbank; mhd. tuht, duht, st. F., Andrang, Tüchtigkeit, Fähigkeit, Ruderbank; ahd. dofta, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ruderbank; as. -; anfrk. -; germ. *þuftō, st. F. (ō), Ruderbank; germ. *þuftō-, *þuftōn, sw. F. (n), Ruderbank; idg. *teup-?, V., sich kauern, sich hocken, sich verstecken, Pokorny 1085 (1875/52) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ducht, Kluge s. u. Ducht, DW 2, 1489, DW2 6, 1464, EWAhd 2, 709, Duden s. u. Ducht, Falk/Torp 187; Son.: vgl. afries. -, ae. þoft, þofte, st. F. (ō), sw. F. (n), Ruderbank; an. þopta, sw. F. (n), Ruderbank; got. -; nndl. doft, Sb., Ducht; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sitzbank in einem Boot oder eine Ruderbank; BM.: sich hocken; F.: Ducht, Duchten (!)+EW; Z.: Duch-t
Duckdalbe, Dückdalbe, nhd., F., M., (18. Jh.?): nhd. Duckdalbe, eingerammter Pfahl zu einem Befestigen von Schiffen in einem Hafen; ne. dolphin (structure); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794; I.: Lw. nndl. dukdalf?; E.: s. nndl. dukdalf, Sb., Duckdalbe; wohl zusammengesetzt aus nndl. dallen, Sb. Pl., Pfähle; nndl. duken, V., ducken, tauchen; s. auch mnd. dǖkdalben; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); die Herleitung von dem PN Duc d’Alba ist sicher sekundär in Anklang an das dem Herzog anhängende Amsterdam; L.: Kluge s. u. Duckdalbe, DW 2, 1491, DW2 6, 1464, Duden s. u. Duckdalbe; Son.: vgl. fr. duc’d’albe, M., Duckalbe, Dalbe; nschw. dykdalb, Sb., Duckdalbe, Dalbe; nnorw. dikkedal, Sb., Duckdalbe, Dalbe; poln. dalba, F., Duckdalbe, Dalbe; GB.: seit 1794 belegte Bezeichnung für eine Gruppe eingerammter Pfähle zu einem Befestigen oder Festmachen von Schiffen in einem Hafen; BM.: geneigte Pfähle?; F.: Duckdalbe, Duckdalben (!), Dückdalbe (!), Dückdalben (!)+FW; Z.: Du-ck—alb-e
ducken, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. ducken, sich bücken, sich klein machen; ne. duck (V.), cower; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm des Wolfram von Eschenbach); E.: s. mhd. tücken (1), tucken, sw. V., sich ducken, sich schnell bewegen, sich beugen, sich bücken, sich bücken nach, schleppen in; s. mhd. dūhen, diuhen, tiuhen, douhen, sw. V., drücken, eindrücken, niederdrücken, schieben, bewegen, laufen; ahd. dūhen*, sw. V. (1a), pressen, auspressen, drücken, drängen; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Intensivbildung zu tauchen mit niederdeutschem Lautstand; L.: Kluge 1. A. s. u. ducken, Kluge s. u. ducken, DW 2, 1491, EWD s. u. ducken, DW2 6, 1465, EWAhd 2, 842, Duden s. u. ducken, Bluhme s. u. ducken; Son.: vgl. nnorw. dukke, V., ducken; lit. tukséti, V., schlagen, peitschen, stoßen; ksl. tъknǫto, V., stoßen, treffen; GB.: (tücken) seit um 1210 belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Kopf und Schultern einziehen und den Oberkörper beugen oder in die Hocke gehen; BM.: tauchen; F.: ducken, ducke, duckst, duckt, duckest, ducket, duckte, ducktest, duckten, ducktet, geduckt, ##geduckt, geduckte, geducktes, geducktem, geduckten, geduckter##, duckend, ###duckend, duckende, duckendes, duckendem, duckenden, duckender###, duck (!)+EW; Z.: du-ck-en
Duckmäuser, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Duckmäuser, Unterwürfiger, Heuchler, Schleicher; ne. hypocrite, coward; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. tockelmūsære*, duckelmūser, st. M., Schleicher, Heuchler, Duckmäuser; mhd. tockelmūsen, V., heimlichtun; mhd. tocken, sw. V., verbergen, versenken; mhd. tücken (1), tucken, sw. V., sich ducken, sich schnell bewegen, sich beugen, sich bücken, sich bücken nach, schleppen in; vgl. idg. *steu- (1), teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. mhd. Maus; L.: Kluge 1. A. s. u. ducken, Kluge s. u. Duckmäuser, DW 2, 1495, EWD s. u. Duckmäuser, Duden s. u. Duckmäuser; GB.: (tockelmūsære) seit 1494 belegte und teilweise mit dem Mittelhochdeutschen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seine Meinung nicht zu sagen wagenden Menschen oder einen Heuchler oder Schleicher; BM.: sich duckende Maus; F.: Duckmäuser, Duckmäusers, Duckmäusern (!)+EW; Z.: Du-ck—mäus-er
dudeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dudeln, eintönig lange vor sich hin spielen; ne. tootle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1645; E.: Herkunft ungeklärt, wohl lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. dudeln, Kluge s. u. dudeln, DW 2, 1498, EWD s. u. dudeln, DW2 6, 1467, Duden s. u. dudeln; Son.: vgl. nndl. doedelen, V., dudeln; BM.: auf einem Instrument lange und eintönig kunstlose Klänge erzeugen; GB.: seit 1645 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eintönig lange Zeit vor sich hin spielen; F.: dudeln, dudel (!), dudle, dudele, dudelst, dudelt, dudelest (!), dudelet (!), dudelte, dudeltest, dudelten, dudeltet, gedudelt, ##gedudelt, gedudelte, gedudeltes, gedudeltem, gedudelten, gedudelter##, dudelnd, ###dudelnd, dudelnde, dudelndes, dudelndem, dudelnden, dudelnder###, dudel (!)+EW; Z.: dud-el-n
Dudelsack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dudelsack, Sackpfeife; ne. bagpipe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1652; I.: z. T. Lw. tschech. dudy; E.: s. tschech. dudy, Sb. Pl., Flöten (Pl.), Dudelsack; vielleicht von türk. düdük, Sb., Flöte, Pfeife; vielleicht aus von einer Lautnachahmung abstammend; Hinterglied s. nhd. Sack; L.: Kluge s. u. Dudelsack, EWD s. u. Dudelsack, DW2 6, 1467, Duden s. u. Dudelsack, Bluhme s. u. Dudelsack; Son.: vgl. nndl. doedelzak, Sb., Dudelsack; poln. dudy, F., Pl., Dudelsack; lit. daudýtė, Sb., aus Birkenrinde gedrechselte Pfeife; GB.: seit 1652 belegte und teilweise aus dem Tschechischen sowie mittelbar vielleicht aus dem Türkischen aufgenommene Bezeichnung für ein Blasinstrument mit mehreren Pfeifen die von einem unter einem Arm getragenen und durch ein Mundstück mit Luft gefüllten ledernen Sack mit Luft versorgt und zu dem Klingen gebracht werden; BM.: Flötensack; F.: Dudelsack, Dudelsacks, Dudelsäcke, Dudelsäcken+FW+EW; Z.: Dud-el—sack
Duell, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Duell, Zweikampf; ne. duel (N.); Vw.: -; Hw.: s. duellieren; Q.: 1590; I.: Lw. lat. duellum; E.: s. lat. duellum, N., Zweikampf, Duell, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Duell, fehlt DW, EWD s. u. Duell, DW2 6, 1468, Duden s. u. Duell; Son.: vgl. nndl. duel, Sb., Duell; frz. duel, M., Duell; nschw. duell, Sb., Duell; nnorw. duell, M., Duell; lit. duelis, M., Duell; GB.: seit 1590 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen zu einer Entscheidung eines Streites ausgetragenen Zweikampf mit Waffen; BM.: zwei, Kampf; F.: Duell, Duells, Duelle, Duellen+FW; Z.: Du-ell
$Duellant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Duellant; E.: s. Duell, s. ant; L.: fehlt DW, EWD s. u. Duell; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Duell und ant (bzw. lat. duellans) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Teilnehmer eines Duells; F.: Duellant, Duellanten (!) +FW(+EW?); Z.: Du-ell-ant
duellieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. duellieren, Zweikampf durchführen; ne. duel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Duell; Q.: 1621; I.: Lw. lat. duellāre; E.: s. lat. duellāre, V., Zweikampf führen, duellieren, kämpfen, (um 500 n. Chr.); vgl. lat. duellum, N., Zweikampf, Duell; vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Duell, fehlt DW, EWD s. u. Duell, DW2 6, 1468, Duden s. u. duellieren; Son.: vgl. nndl. duelleren, V., duellieren; nschw. duellera, V., duellieren; nnorw. duellere, V., duellieren; GB.: seit 1621 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich in einem Zweikampf mit einem Gegner messen oder einen Zweikampf durchführen; BM.: zwei, Kampf; F.: duellieren, duelliere, duellierst, duelliert, duellierest, duellieret, duellierte, duelliertest, duellierten, duelliertet, ##duelliert, duellierte, duelliertes, duelliertem, duellierten, duellierter##, duellierend, ###duellierend, duellierende, duellierendes, duellierendem, duellierenden, duellierender###, duellier (!)+FW+EW; Z.: du-ell-ier-en
Duett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Duett, Musikstück für zwei Singstimmen; ne. duet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710; I.: Lw. it. duetto; E.: s. it. duetto, M., Duett; vgl. it. due, Num. Kard., zwei; lat. duo, Num. Kard., zwei, (um 235-200 v. Chr.); idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Duett, DW 2, 1500, EWD s. u. Duett, DW2 6, 1769, Duden s. u. Duett; Son.: vgl. nndl. duet, Sb., Duett; frz. duetto, duo, M., Duett; nschw. duet, Sb., Duett; nnorw. duet, M., Duett; poln. duet, M., Duett; kymr. deuawd, M., F., Duett; lit. duetas, M., Duett; GB.: seit 1710 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Singens mögliches Musikstück für zwei Singstimmen; BM.: zwei; F.: Duett, Duettes, Duetts, Duette (!), Duetten (!)+FW; Z.: Du-ett
Duft, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Duft, als angenehm empfundener Geruch, feiner dünner Dunst; ne. scent (N.), fragrance, odour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. tuft (1), st. M., Duft, Dunst, Nebel, Tau (M.), Reif (M.) (1); mnd. -; ahd. duft, st. M. (a?, i?), Duft, Hitze, Frost; as. -; anfrk. -; germ. *dufta-, *duftam, st. N. (a), Dunst; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Duft, Kluge s. u. Duft, DW 2, 1500, EWD s. u. Duft, DW2 6, 1470, EWAhd 2, 838, Falk/Torp 209, Duden s. u. Duft, Bluhme s. u. Duft; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. dupt, duft, st. N. (a), Staub; got. -; nschw. doft, Sb., Mehlstaub; nnorw. duft, dyft, F., feiner Staub; gr. τῦφος (typhos), M., Dampf (M.) (1), Rauch, Qualm, Dünkel; GB.: (duft) seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung höherer Lebewesen als angenehm empfundenen Geruch; BM.: rauchen; F.: Duft, Duftes, Dufts, Düfte, Düften (!)+EW; Z.: Du-f-t
dufte, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. dufte, fein, ausgezeichnet, gut; ne. smashing (Adj.), great (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1862; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; wohl von wjidd. tauw, tow, Adj., gut; hebr. ṭōw, Adj., gut; L.: Kluge s. u. dufte, EWD s. u. dufte, DW2 6, 1471, Duden s. u. dufte; Son.: vgl. nndl. tof, Adj., nett; GB.: seit vor 1862 belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für fein oder ausgezeichnet oder gut; BM.: gut?; F.: dufte, duftes, duftem, duften (!), dufter(, duftere, dufteres, dufterem, dufteren, dufterer, dufteste, duftestes, duftestem, duftesten, duftester)+FW; Z.: duf-t-e
$duften, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. duften, Duft ausströmen; Vw.: s. ver-; E.: s. Duft, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Duft, DW 2, 1503, EWD s. u. Duft; GB.: seit 1180/1190 belegte und aus Duft sowie en belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen auf dem Lande und in der Luft mögliches Duft ausströmen; F.: duften, dufte, duftest, duftet, duftete, duftetest, dufteten, duftetet, geduftet, ##geduftet, geduftete, geduftetes, geduftetem, gedufteten, gedufteter##, duftend, ###duftend, duftende, duftendes, duftendem, duftenden, duftender###, duft (!)+EW; Z.: du-f-t-en
$duftig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. duftig; L.: Kluge s. u. Duft, DW 2, 1505, EWD s. u. Duft; GB.: vielleicht seit 1480 belegte und aus Duft und ig gebildete Bezeichnung für Duft ausströmend; F.: duftig, duftige, duftiges, duftigem, duftigen, duftiger(, duftigere, duftigeres, duftigerem, duftigeren, duftigerer, duftigst, duftigste, duftigstes, duftigstem, duftigsten, duftigster)+EW; Z.: du-f-t-ig
Dukaten, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dukaten, eine Goldmünze; ne. ducat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1383; I.: Lw. it. ducato; E.: s. mhd. ducāte, sw., M., Dukaten; mnd. dokāte, doekate, M., Dukaten, eine Goldmünze; mnd. dukāte, M., Dukaten (eine Goldmünze); it. ducato, M., Herzogtum, Dukaten; vgl. it. duca, M., Herzog; lat. dux, M., Führer, Leiter (M.), (204-169 v. Chr.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ducaten, Kluge s. u. Dukaten, DW 2, 1487 (Ducaten), EWD s. u. Dukaten, DW2 6, 1474, Duden s. u. Dukaten; Son.: vgl. nndl. dukaat, Sb., Dukaten; frz. ducat, M., Dukaten; nschw. dukat, M., Dukaten; nnorw. dukat, M., Dukaten; poln. dukyty, M. Pl., Dukaten; kymr. dwcat, M., Dukaten; GB.: seit 1383 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von dem 13. bis zu dem 19. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete Goldmünze die 1559 auch Münze des Heiligen Römischen Reiches wurde; BM.: von der Aufschrift Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus (Dir Christus sei dieses Herzogtum gegeben das du beherrschst); F.: Dukaten, Dukatens (!)+FW(+EW); Z.: Du-k-at-en
Düker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Düker, eine Rohrleitung; ne. culvert; Vw.: -; Hw.: -; E.: aus dem Niederdeutschen, verwandt mit nhd. tauchen (s. d.); L.: Kluge s. u. Düker, fehlt DW, DW2 6, 1474, Duden s. u. Düker; Son.: vgl. nndl. duiker, Sb., Düker, Taucher; GB.: seit 1901 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie mit tauchen verwandte Bezeichnung für eine Rohrleitung oder für eine Wasserleitung die unter einem Hindernis wie etwa einem Verkehrsweg hindurchgeleitet wird; BM.: tauchen; F.: Düker, Dükers, Dükern+EW; Z.: Dük-er
…dukt, nhd., (Part. Prät.=)M., N., (10. Jh.?): nhd. …dukt; ne. …duct; Vw.: s. Aquä-, Pro-, Via-; Hw.: s. …duktion, …duktiv; Q.: 10. Jh.?; I.: Lw. lat. …ductus, …ductum; E.: s. lat., …ductus, …ductum, Suff., …dukt; vgl. lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. …duct, Suff., …dukt; frz. …duc, Suff., …dukt; nschw. …dukt, Suff., …dukt; nnorw. …dukt, Suff., …dukt; poln. …dukt, Suff., …dukt; lit. …dukas, Suff., …dukt; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe zu der Bildung von Substantiven für Erzeugnisse verwendete Bezeichnung; BM.: führen; F.: ...dukt, ...dukts, ...duktes, ...dukte, ...dukten+FW+EW; Z.: -du-k-t
...duktion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...duktion; ne. ...duction; Vw.: s. De-, In-, Ob-, Pro-, Re-; Hw.: s. Duktus, ...duktiv, …dukt; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ductio; E.: s. ductio, F., Ziehen, Führen, Hinführung; vgl. lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...ductie, Suff., ...duktion; frz. ...duction, Suff., ...duktion; nschw. ...duktion, Suff., ...duktion; nnorw. ...duksjon, Suff., ...duktion; poln. ...dukcja, Suff., ...duktion; lit. ...dukcija, Suff., ...duktion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für Erzeugung oder Erzeugnisse verwendete Bezeichnung; BM.: führen; F.: ...duktion, ...duktion+FW(+EW); Z.: -du-k-t-io-n
...duktiv, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...duktiv, ziehend; ne. …ductive; Vw.: s. de-, in-, pro-; Hw.: s. Duktus, ...duktion, …dukt; Q.: 18. Jh.?); I.: Lw. lat. ductīvus; E.: s. lat. ductīvus, Adj., ziehbar, führbar, hinführend, hinlenkend; vgl. lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...ductief, Suff., ...duktiv; nschw. ...duktiv, Suff., ...duktiv; nnorw. ...duktiv, Suff., ...duktiv; poln. ...duktywny, Suff., ...duktiv; lit. dutkyvus, Suff., ...duktiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für ziehend verwendete Bezeichnung; BM.: ziehen; F.: ...duktiv, ...duktive, ...duktives, ...duktivem, ...duktiven, ...duktiver+FW+EW; Z.: -du-k-t-iv
Duktus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Duktus, Linienführung, Zug; ne. style (N.), ductus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1642; I.: Lw. lat. ductus; E.: s. lat. ductus, M., Ziehen, Zug, Bewegung, Führung, Lenkung, (um 250-184 v. Chr.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: DW2 6, 1474, Duden s. u. Duktus; GB.: seit 1642 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die charakteristische Linienführung oder den grundsätzlichen Zug eines Schriftsystems; BM.: führen; F.: Duktus+FW(+EW?); Z.: Du-k-t-us
Duld, Dult, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Dult (F.) (2), Leiden, Geduld, Ausdauer; ne. patience; Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. dult (1), dolt, st. F., das Ertragen eines Leidens, Geduld, Dulden, Langmut, Leid; mhd. dulde, st. F., Ertragen eines Leidens, Geduld; mnd. dult (1), F., Geduld, Nachsicht, üble Lage, Linderung, Aufschub, Frist, Waffenstillstand, Indult; ahd. dult*, st. F. (i), Geduld, Erdulden; ahd. dultī*, st. F. (ī), Geduld, Langmut, Sanftmut; as. *thuld?, st. F. (i), Geduld; anfrk. *thuld?, st. F. (i), Geduld; germ. *þuldi-, *þuldiz, st. F. (i), Geduld; s. idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060; L.: DW 2, 1506, DW2 6, 1480, EWAhd 2, 845, Falk/Torp 188; Son.: vgl. afries. -; ae. þyld, st. N. (i), st. F. (i), Geduld; an. -; got. *þulds?, st. F. (i), Geduld; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ausdauer in ruhigem und beherrschtem Ertragen oder Abwarten von Gegebenheiten; BM.: ertragen (V.) bzw. tragen; F.: Duld+EW; Z.: Dul-d
dulden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dulden, leiden, ertragen (V.); ne. endure, suffer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. dulten, dulden, dolden, sw. V., dulden, leiden, erleiden, ertragen (V.), hinnehmen, auf sich nehmen; mnd. dulden, sw. V., dulden; ahd. dulten, sw. V. (1a), dulden, leiden, erdulden; as. -; anfrk. -; wgerm. *þuldjan, sw. V., dulden; vgl. idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dulden, Kluge s. u. dulden, dulden, DW 2, 1507, DW2 6, 1476, EWAhd 2, 845, Falk/Torp 188, Duden s. u. dulden, Bluhme s. u. dulden; Son.: vgl. afries. thelda, thielda, sw. V. (1), dulden, ertragen, erdulden; nfries. dilden, V., dulden, ertragen; ae. *þyldian, *þyldgian, sw. V. (1), dulden, ertragen, nachgeben; an. -; got. -; nndl. dulden, V., dulden; gr. τλῆναι (tlēnai), V., aufheben, tragen, wägen; lat. tolerāre, V., tragen, halten, ertragen (V.), aushalten, erdulden; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus Nachsicht fortbestehen lassen ohne ernsthaften Widerspruch einzulegen oder bestimmte Gegenmaßnahmen zu ergreifen; BM.: heben?; F.: dulden, dulde, duldest, duldet, duldete, duldetest, duldeten, duldetet, geduldet, ##geduldet, geduldete, geduldetes, geduldetem, geduldeten, geduldeter##, duldend, ##duldend, duldende, duldendes, duldendem, duldenden, duldender###, dulde+EW; Z.: dul-d-en
$Dulder, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dulder, Duldender; E.: s. duld(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. dulden, DW 2, 1507, EWD s. u. dulden; GB.: seit 1768 belegte und aus duld(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen etwas duldenden oder ertragenden Menschen; F.: Dulder, Dulders (!), Duldern (!)+EW; Z.: Dul-d-er
$duldig, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. duldig, duldend, ertragend; Vw.: s. ge-; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. duld(en), s. ig; L.: DW 2, 1508, DW2 6, 1481; GB.: seit um 800 belegte und aus duld(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches duldend oder ertragend; F.: duldig, duldige, duldiges, duldigem, duldigen, duldiger(, duldigere, duldigeres, duldigerem, duldigeren, duldigerer, duldigst, duldigste, duldigstes, duldigstem, duldigsten, duldigster)+EW; Z.: dul-d-ig
$duldsam, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. duldsam, geduldig, nachgiebig, nachsichtig; E.: s. duld(en), s. sam; L.: Kluge s. u. dulden, DW 2, 1508, EWD s. u. dulden; GB.: seit 1616 belegte und aus duld(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geduldig oder nachgiebig oder nachsichtig; F.: duldsam, duldsame, duldsames, duldsamem, duldsamen, duldsamer(, duldsamere, duldsameres, duldsamerem, duldsameren, duldsamerer, duldsamst, duldsamste, duldsamstes, duldsamstem, duldsamsten, duldsamster)+EW; Z.: dul-d—sam
$Duldsamkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Duldsamkeit, Nachsicht; E.: s. duldsam, s. keit, s. heit; L.: DW 2, 1509, EWD s. u. dulden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus duldsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Nachsicht; F.: Duldsamkeit+EW; Z.: Dul-d—sam—kei-t
Dult (1), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Dult, Fest, Jahrmarkt; ne. fair (N.), feast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh.; E.: mhd. tult, st. F., Fest, Jahrmarkt; mhd. dult (2), st. F., „Dult“, Fest, Festtag, Jahrmarkt; mnd. -; ahd. tuld*, st. F. (i), Dult, Fest, Feier, Feiertag; as. -; anfrk. -; germ. *þuldi-, *þuldiz, *dulþi-, *dulþiz, st. F. (i), Fest, Feier; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Dult, Kluge s. u. Dult, DW 2, 1509, DW2 6, 1480, EWAhd 2, 845, Falk/Torp 188, 204, Duden s. u. Dult, Bluhme s. u. Dult; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. dulþs 17, st. F. (i kons.), Fest, Osterfest; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte oberdeutsche Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliches Fest oder später einen Jahrmarkt; BM.: ?; F.: Dult, Dulten+EW; Z.: Dult
Dulzinea, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dulzinea, Freundin, Geliebte; ne. dulcinea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1739; I.: Lw. span. Dulcinea; E.: s. span. Dulcinea, F.=PN, Dulcinea; vgl. span. dulce, Adj., süß; lat. dulcis, Adj., süß, lieblich, anziehend, angenehm, (204-169 v. Chr.); idg. *dl̥kú-?, Adj., süß, Pokorny 222 (343/48) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Dulzinea, DW 2, 1510, DW2 6, 1482, Duden s. u. Dulzinea; Son.: vgl. nndl. dulcinea, Sb., Dulzinea, Geliebte; frz. dulcinée, F., Dulzinea, Geliebte; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Freundin oder Geliebte; BM.: nach Dulcinea del Toboso, der Angebeteten des Don Quijote in dem gleichnamigen Roman (1605-1615) des Miguel de Cervantes; F.: Dulzinea, Dulzineen (!)+FW(+EW?); Z.: Dulz-in-e-a
Dumdum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Dumdum, Dumdumgeschoss, abgestumpftes Geschoss, Teilmantelgeschoss; ne. dumdum; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. dumdum; E.: s. ne. dumdum, N., Dumdum, abgestumpftes Geschoss; vom ON Dāmdamä, ON, „Erdwall“, Damdana (Ort in der Nähe von Kalkutta); L.: Kluge s. u. Dumdum, fehlt DW, DW2 6, 1482, Duden s. u. Dumdum; Son.: vgl. nndl. dumdum, Sb., Dumdum, Dumdumgeschoss; frz. dum-dum, M., Dumdum, Dumdumgeschoss; nschw. dumdum, Sb., Dumdum, Dumdumgeschoss; nnorw. dumdumkule, M., F., Dumdum, Dumdumgeschoss; kymr. bwled dymdym, bwled ddymdym, M., F., Dumdum, Dumdumgeschoss; GB.: seit 1899 (Dumdumgeschoss) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie nach dem ON Dämdamä bzw. Damdana bei Kalkutta gebildete Bezeichnung für ein Geschoss mit angebohrter oder abgeschnittener Spitze oder teilweise freiliegendem Bleikern das große Wunden verursachen kann; BM.: nach dem Standort der englischen Artillerie in Bengalen; F.: Dumdum, Dumdums+FW; Z.: Dumdum
dumm, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. dumm, töricht, unerfahren; ne. dumb (Adj.), silly (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. taub, tumb; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tump, tumb, tumbe, tum, dump, Adj., kindisch, dumm, töricht, einfältig, unverständig, unwissend; mnd. dum, Adj., dumm, unklug, unerfahren; ahd. tumb, Adj., dumm, töricht, stumm; as. dumb, Adj., dumm, unnütz, töricht; anfrk. dumb*, Adj., dumm; germ. *dumba-, *dumbaz, Adj., trüb, stumm, dumm; idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dumm, Kluge s. u. dumm, DW 2, 1510, EWD s. u. dumm, DW2 6, 1482, Falk/Torp 201, Heidermanns 166, Duden s. u. dumm, Bluhme s. u. dumm; Son.: vgl. afries. dumb, dum, Adj., stumm, dumm, unbedacht; nfries. domme, dom, Adj., dumm; ae. dumb, Adj., stumm; an. dumbr, Adj., stumm, dumm; got. dumbs, Adj. (a), stumm; nndl. dom, Adj., dumm; nschw. dum, Adj., dumm; nnorw. dum, Adj., dumm; GB.: (tumb) seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches töricht oder unerfahren oder unklug; BM.: stumm?, dunkel?, rauchen; F.: dumm, dumme, dummes, dummem, dummen, dummer, dümmer(, dümmere, dümmeres, dümmerem, dümmeren, dümmerer, dümmste, dümmstes, dümmstem, dümmsten, dümmster)+EW; Z.: du-mm
$dummdreist, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. dummdreist, dummfrech, dummkeck, waghalsig, vermessen (Adj.) frech; E.: s. dumm, s. dreist; L.: Kluge s. u. dummdreist, DW 2, 1515, EWD s. u. dreist; GB.: seit 1658 belegte und aus dumm und dreist gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches waghalsig oder vermessen (Adj.) oder frech; F.: dummdreist, dummdreiste, dummdreistes, dummdreistem, dummdreisten, dummdreister(, dummdreistere, dummdreisteres, dummdreisterem, dummdreisteren, dummdreisterer, dummdreistest, dummdreisteste, dummdreistestes, dummdreistestem, dummdreistesten, dummdreistester)+EW; Z.: du-mm-drei-st
$dummen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. dummen, schlummern, träumen; Vw.: s. ver-; E.: s. dumm, s. en (Suff.); L.: DW 2, 1518, DW2 6, 1488; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dumm sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches schlummern oder träumen oder verderben oder betäuben; F.: dummen (!), dumme (!), dummst, dummt, dummest, dummet, dummte, dummtest, dummten, dummtet, gedummt, ##gedummt, gedummte, gedummtes, gedummtem, gedummten, gedummter##, dummend, ###dummend, dummende, dummendes, dummendem, dummenden, dummender###, dumm (!)+EW; Z.: du-mm-en
$Dummerjan, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Dummerjan, Dummian, Dummkopf; E.: s. dumm, s. er, s. Jan; L.: Kluge s. u. Dummerjan, DW 2, 518; GB.: seit 1616 belegte und aus dumm und er sowie Jan gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Dummkopf; F.: Dummerjan, Dummerjans, Dummerjanes, Dummerjane, Dummerjanen+EW; Z.: Du-mm-er—jan
$dummfrech, nhd., Adj.: nhd. dummfrech, dummdreist, dummkeck; E.: s. dumm, s. frech; L.: Kluge s. u. dummdreist, fehlt DW; GB.: seit 1782 belegte und aus dumm und frech gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches dumm und frech oder dummdreist oder dummkeck; F.: dummfrech, dummfreche, dummfreches, dummfrechem, dummfrechen, dummfrecher(, dummfrechere, dummfrecheres, dummfrecherem, dummfrecheren, dummfrecherer, dummfrechst, dummfrechste, dummfrechstes, dummfrechstem, dummfrechsten, dummfrechster)+EW; Z.: du-mm—fre-ch
$Dummheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Dummheit, Einfalt, Torheit; E.: s. dumm, s. heit; L.: Kluge s. u. dumm, DW 2, 1519, EWD s. u. dumm; GB.: (tumbheit*) seit 863-871 belegte und aus dumm und heit gebildete sowie für das Germanische erschließbare und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche Einfalt oder Torheit oder Mangel (M.) an Einsicht; F.: Dummheit, Dummheiten+EW; Z.: Du-mm-hei-t
$Dummian, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dummian, Dummerjan, Dummkopf; E.: s. dumm, s. ian; L.: Kluge s. u. Dummerjan; GB.: seit 1828 belegte und aus dumm und ian (Suff.) (und Jan) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen dummen Menschen; F.: Dummian, Dummians, Dummianes (!), Dummiane (!), Dummianen (!)+EW; Z.: Du-mm-ian
$dummkeck, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. dummkeck, dummdreist, dummfrech; E.: s. dumm, s. keck; L.: Kluge s. u. dummdreist, DW 2, 1520; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dumm und keck gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dumm und keck oder dummdreist oder dummfrech; F.: dummkeck, dummkecke, dummkeckes, dummkeckem, dummkecken, dummkecker(, dummkeckere, dummkeckeres, dummkeckerem, dummkeckeren, dummkeckerer, dummkeckst, dummkeckste, dummkeckstes, dummkeckstem, dummkecksten, dummkeckster)+EW; Z.: du-mm-ke-ck
$Dummkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Dummkopf, Dümmling, Dummrian, dummer Mensch; E.: s. dumm, s. Kopf; L.: EWD s. u. dumm; GB.: seit 1726 belegte und aus dumm und Kopf gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen dummen Menschen; F.: Dummkopf, Dummkopfes, Dummkopfs, Dummköpfe, Dummköpfen (!)+EW; Z.: Du-mm—ko-pf
$dummkühn, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. dummkühn, dummdreist, dummfrech, dummkeck; E.: s. dumm, s. kühn; L.: Kluge s. u. dummdreist, DW 2, 1521; GB.: seit 1315 belegte und aus dumm und kühn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dumm und kühn oder dummdreist oder dummfrech oder dummkeck; F.: dummkühn, dummkühne, dummkühnes, dummkühnem, dummkühnen, dummkühner(, dummkühnere, dummkühneres, dummkühnerem, dummkühneren, dummkühnerer, dummkühnst, dummkühnste, dummkühnstes, dummkühnstem, dummkühnsten, dummkühnster)+EW; Z.: du-mm—kühn
$dümmlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. dümmlich, etwas dumm; E.: s. dumm, s. lich; L.: Kluge s. u. dumm, DW 2, 1522 (Verweis s. dummelich), EWD s. u. dumm; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dumm und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches etwas dumm oder töricht oder einfältig; F.: dümmlich, dümmliche, dümmliches, dümmlichem, dümmlichen, dümmlicher(, dümmlichere, dümmlicheres, dümmlicherem, dümmlicheren, dümmlicherer, dümmlichst, dümmlichste, dümmlichstes, dümmlichstem, dümmlichsten, dümmlichster)+EW; Z.: dü-mm-lich
$Dümmling, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Dümmling, Dummkopf; E.: s. dumm, s. ling; L.: EWD s. u. dumm, DW 2, 1522, DW2 6, 1491; GB.: seit 1338 belegte und aus dumm sowie ling gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen dummen Menschen oder Dummkopf; F.: Dümmling, Dümmlings, Dümmlinge, Dümmlingen (!)+EW; Z.: Dü-mm—ling
$Dummrian, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Dummrian, Dummian, Dümmling, Dummkopf; E.: s. dumm, s. (e)r, s. ian (Suff.); L.: Kluge s. u. Dummerjan, DW 2, 1519 (gelbe Dürrwurzel); GB.: seit 1668 belegte und aus dumm und (e)r sowie ian (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen dummen Menschen oder Dummkopf oder eine Pflanze; F.: Dummrian, Dummrians, Dummrianes (!), Dummriane (!), Dummrianen (!)+EW; Z.: Du-mm-r-ian
dumpf, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dumpf, gedämpft klingend; ne. dull (Adj.), muffled; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710; E.: wohl rückgebildet aus nhd. dumpfig, Adj., modrig; wohl zu nhd. Dampf (1) zu stellen; L.: Kluge 1. A. s. u. dumpf, Kluge s. u. dumpf, DW 2, 1522?, EWD s. u. dumpf, DW2 6, 1491, Duden s. u. dumpf, Bluhme s. u. dumpf; GB.: seit 1710 belegte und über dumpfig wohl mit Dampf verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches dunkel und gedämpft klingend; BM.: Dampf (M.) (1); F.: dumpf, dumpfe, dumpfes, dumpfem, dumpfen, dumpfer(, dumpfere, dumpferes, dumpferem, dumpferen, dumpferer, dumpfeste, dumpfestes, dumpfestem, dumpfesten, dumpfester, dumpfste, dumpfstes, dumpfstem, dumpfsten, dumpfster)+EW; Z.: dum-pf
$Dumpf, nhd. (ält.), M.: nhd. Dumpf, Atemnot, Dampf, Modergeruch, Humusboden; E.: s. dumpf; L.: Kluge s. u. dumpf, DW 2, 1522; GB.: seit 1330/1340 belegte und mit dumpf verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Atemnot oder Dampf oder Modergeruch oder Humusboden; F.: Dumpf, Dumpfs (!), Dumpfes (!), Dumpfe (!), Dumpfen (!)+EW; Z.: Dum-pf
$dumpfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. dumpfen, dumpf sein (V.), dumpf werden, schimmeln; E.: s. dumpf, s. en; L.: Kluge s. u. dumpf, DW 2, 1526; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dumpf sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches dumpf sein (V.) oder dumpf werden oder schimmeln; F.: dumpfen (!), dumpfe (!), dumpfst, dumpft, dumpfest, dumpfet, dumpfte, dumpftest, dumpften, dumpftet, gedumpft, ##gedumpft, gedumpfte, gedumpftes, gedumpftem, gedumpften, gedumpfter##, dumpfend, ###dumpfend, dumpfende, dumpfendes, dumpfendem, dumpfenden, dumpfender###, dumpf (!)+EW; Z.: dum-pf-en
$Dumpfheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dumpfheit, Gedämpftheit. Tiefe, Schwüle, Stickigkeit, Betäubung; E.: s. dumpf, s. heit; L.: Kluge s. u. dumpf, DW 2, 1526, EWD s. u. dumpf; GB.: seit 1779 belegte und aus dumpf und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Gedämpftheit oder Tiefe oder Schwüle oder Stickigkeit oder Betäubung; F.: Dumpfheit, Dumpfheiten+EW; Z.: Dum-pf-hei-t
$dumpfig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. dumpfig, stickig, dunstig, kurzatmig, gedämpft; E.: s. Dumpf, s. ig; L.: Kluge s. u. dumpf, DW 2, 1527; GB.: vielleicht seit 1440 belegte und aus Dumpf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches stickig oder dunstig oder kurzatmig oder gedämpft; F.: dumpfig, dumpfige, dumpfiges, dumpfigem, dumpfigen, dumpfiger(, dumpfigere, dumpfigeres, dumpfigerem, dumpfigeren, dumpfigerer, dumpfigst, dumpfigste, dumpfigstes, dumpfigstem, dumpfigsten, dumpfigster)+EW; Z.: dum-pf-ig
Dumpingpreis, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dumpingpreis, Preis unter den Herstellungskosten; ne. dumping price; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1961; I.: Lw. ne. dumping; E.: s. ne. dumping, N., Verkaufen zu Schleuderpreisen; vgl. ne. dump, Adj., unter dem Wert verkaufen, wegwerfen, abladen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Dumpingpreis, fehlt DW, EWD s. u. Dumping, DW2 6, 1495, Duden s. u. Dumpingpreis; Son.: vgl. nndl. dumpingprijs, Sb., Dumpingpreis; frz. dumping, M., Dumpingpreis; nschw. dumping, Sb., Dumpingpreis; nnorw. dumpingpris, M., Dumpingpreis; poln. cena dumpingowa, F., Dumpingpreis; lit. dempingas, M., Dumping; GB.: seit 1961 belegte und aus Dumping und Preis gebildete sowie (teilweise) aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen deutlich unter den Herstellungskosten liegenden und deshalb Verlust bewirkenden sowie angreifbaren Preis; BM.: wegwerfen; F.: Dumpingpreis, Dumpingpreises, Dumpingpreise, Dumpingpreisen+FW; Z.: Dump-ing—prei-s
Düne, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Düne, Sandhügel; ne. dune, down (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); I.: Lw. nndl. duin; E.: über das Niederdeutsche von nndl. duin, Sb., Düne; mnl. dune, duun, M., Hügel; mnd. dūne (3), dunne, F., Düne; ahd. dūna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Vorgebirge, Düne, Kap; letztlich von germ. *dūnō-, *dūnōn, sw. F. (n), Sandhügel, Düne; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Düne, Kluge s. u. Düne, DW 2, 1529, EWD s. u. Düne, DW2 6, 1496, Duden s. u. Düne, Bluhme s. u. Duene, EWAhd 2, 851; Son.: vgl. ahd. dūna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Vorgebirge, Düne, Kap; ae. dūn, st. F. (ō), st. M. (a), Höhe, Hügel, Berg; av. dhíṣṇiya-, Sb., Erdaufwurf, Feueraltar; gr. θίς (thís), M., F., Haufe, Haufen, Sandhügel, Düne; GB.: (dūna) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen durch Wind verursachten Sandhügel; BM.: stieben?, wehen?; F.: Düne, Dünen+EW; Z.: Dü-n-e
Dung, nhd., M., F., (12. Jh.?): nhd. Dung, Mist, Dünger; ne. dung (N.), manure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. tunge, st. F., Dünger, Mist, Düngung, Stärkung, Erquickung; mnd. -; mnl. dong, M., Dung; ahd. tunga (1), st. F. (ō), „Dung“, Mist, Düngung; as. -; anfrk. -; germ. *dunga-, *dungaz, st. M. (a), Dung, Gemach, Raum, Grube, Erdhaus; s. idg. *dʰengʰ- (1), V., drücken, krümmen, bedecken, Pokorny 250 (379/27) (RB. idg aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dung, Kluge s. u. Dung, DW 2, 1530, EWD s. u. Dung, DW2 6, 1486, Falk/Torp 208, Duden s. u. Dung, Bluhme s. u. Dung; Son.: vgl. afries. dung, st. M. (a), Dung, Düngung; nfries. dong; ae. dung, F. (kons.), Gefängnis, Dung; an. dyngja, sw. F. (n), Frauengemach unter der Erde, Haufe, Haufen, Dung?; got. -; nschw. dynga, Sb., Dung; GB.: (tunc) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für Mist oder Dünger oder einen Stoff der mit Erde vermischt Wachstum und Fruchtbarkeit von Pflanzen befördert; BM.: bedecken; F.: Dung, Dungs (!), Dunges (!)+EW; Z.: Dung
$düngen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. düngen, durch Mist Wachstum fördern; E.: s. Dung, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Dung, DW 2, 1531, EWD s. u. Dung; GB.: seit 1160 belegte und aus Dung sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht nach natürlichem Vorbild seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches das Wachstum und die Fruchtbarkeit von Pflanzen durch Zuführen von Mist oder ähnlichen Stoffen fördern; F.: düngen, dünge, düngst, düngt, düngest, dünget, düngte, düngtest, düngten, düngtet, gedüngt, ##gedüngt, gedüngte, gedüngtes, gedüngtem, gedüngten, gedüngter##, düngend, ###düngend, düngende, düngendes, düngendem, düngenden, düngender###, düng (!)+EW; Z.: düng-en
$Dünger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dünger, Düngemittel, Mist, Düngender; E.: s. Dung und düng(en) sowie er (Suff.); L.: DW2, 1531, EWD s. u. Dung; GB.: seit 1569 (neben dem Düngenden) belegte und aus Dung und düng(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für Dung oder Düngemittel oder Mist für die Förderung des Wachstums und der Fruchtbarkeit von Pflanzen durch Zuführung von geeigneten Stoffen; F.: Dünger, Düngers, Düngern+EW; Z.: Düng-er
dunkel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. dunkel, des Lichtes beraubt, finster; ne. dark (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dunkeln; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tunkel, dunkel, Adj., dunkel, trübe, finster, schwach, blind, unklar, verborgen; mnd. dunkel, Adj., dunkel, verworren, schwer durchdringbar; mnd. dunker, Adj., dunkel; ahd. tunkal*, tuncal*, Adj., dunkel, finster, gedämpft; as. dunkar*, Adj., dunkel; as. dunkar*, Adj., dunkel; germ. *dunkala-, *dunkalaz, *dunkwla-, *dunkwlaz, Adj., dunkel; s. idg. *dʰengu̯o-, Adj., nebelig, Pokorny 247; vgl. idg. *dʰem-, *dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. dunkel, Kluge s. u. dunkel, DW 2, 1533, EWD s. u. dunkel, DW2 6, 1501, Falk/Torp 201, Heidermanns 167, Duden s. u. dunkel, Bluhme s. u. dunkel; Son.: vgl. afries. diunk, Adj., dunkel; ae. -; an. døkkr, dǫkkr, Adj., finster, dunkelfarbig; got. -; nnorw. dunkel, Adj., unklar; nschw. dunkel, Adj., dunkel; heth. dankui, Adj., dunkel, schwarz; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für finster oder nur unzulänglich erleuchtet oder schwach oder unklar; BM.: rauchen?; F.: dunkel, dunkle, dunkles, dunklem, dunklen, dunkler, dunklere(, dunkleres, dunklerem, dunkleren, dunklerer, dunkelste, dunkelstes, dunkelstem, dunkelsten, dunkelster)+EW; Z.: dun-k-el
Dünkel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dünkel, Eingebildetheit, Überheblichkeit, übertrieben hohe Selbsteinschätzung; ne. conceit, arrogance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1522; E.: frühneuhochdeutsche Weiterbildung zu einem älteren dunk, Sb., Bedünken, Meinung; weitere Herkunft s. nhd. dünken; L.: Kluge 1. A. s. u. Dünkel, Kluge s. u. Dünkel, DW 2, 1538, EWD s. u. dünken, DW2 6, 1506, Duden s. u. Dünkel; GB.: seit 1522 belegte und aus einem älteren dunk und el (Suff.) sowie dünk(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Eingebildetheit oder übertrieben hohe Selbsteinschätzung aufgrund einer vermeintlichen Überlegenheit; BM.: denken; F.: Dünkel, Dünkels+EW; Z.: Dünk-el
$dünkelhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dünkelhaft, überheblich, eingebildet; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Dünkel, s. haft; L.: DW 2, 1541, EWD s. u. dünken; GB.: seit 1774 belegte und aus Dünkel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches überheblich oder eingebildet; F.: dünkelhaft, dünkelhafte, dünkelhaftes, dünkelhaftem, dünkelhaften, dünkelhafter(, dünkelhaftere, dünkelhafteres, dünkelhafterem, dünkelhafteren, dünkelhafterer, dünkelhaftest, dünkelhafteste, dünkelhaftestes, dünkelhaftestem, dünkelhaftesten, dünkelhaftester)+EW; Z.: dünk-el—haf-t
$Dunkelheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Dunkelheit, Düsterkeit, Finsternis, Fehlen von Licht; E.: s. dunkel, s. heit; L.: Kluge s. u. dunkel, EWD s. u. dunkel; GB.: (tunkelheit) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus dunkel und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Düsterkeit oder Fehlen von Licht; F.: Dunkelheit, Dunkelheiten+EW; Z.: Dun-k-el-hei-t
$Dunkelmann, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Dunkelmann; E.: s. dunkel, s. Mann; L.: Kluge s. u. Dunkelmann, DW 2, 1543, EWD s. u. dunkel; GB.: seit 1515 belegte und vielleicht nach lat. vir obscurus aus dunkel und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen rückschrittlichen Menschen oder zwielichtigen Menschen oder einen Mann in dem Dunkel; F.: Dunkelmann, Dunkelmanns, Dunkelmannes, Dunkelmänner, Dunkelmännern+EW; Z.: Dun-k-el—man-n
dunkeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. dunkeln, dunkel sein (V.), dunkel werden, verdunkeln, finster machen; ne. darken, darkle; Vw.: -; Hw.: s. dunkel; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tunkelen*, tunkeln, tunklen, dunkeln, sw. V., dunkeln, dunkel sein (V.), dunkel werden, trüb werden, blind werden; s. ahd. tunkalen*, tuncalen*, sw. V. (1a), verdunkeln, dunkeln; s. ahd. tunkalēn*, tuncalēn*, sw. V. (3), dunkeln, dunkel werden; germ. *dunkaljan, *dunkwlajan, sw. V., verdunkeln; germ. *dunkalēn, *dunkalǣn, *dunkwlēn, *dunkwlǣn, sw. V., dunkel werden; idg. *dʰengu̯o-, Adj., nebelig, Pokorny 247; vgl. idg. *dʰem-, dʰemə-, V., stieben, rauchen, Pokorny 247 (374/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dunkel, DW 2, 1543, EWD s. u. dunkel, DW2 6, 1511, Duden s. u. dunkeln; GB.: (tunkalen) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dunkel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches dunkel sein (V.) oder dunkel werden oder verdunkeln oder finster machen; BM.: rauchen?; F.: dunkeln, dunkel (!), dunkle (!), dunkele, dunkelst, dunkelt, dunkelte, dunkeltest, dunkelten, dunkeltet, gedunkelt, ##gedunkelt, gedunkelte, gedunkeltes, gedunkeltem, gedunkelten, gedunkelter##, dunkelnd, ###dunkelnd, dunkelnde, dunkelndes, dunkelndem, dunkelnden, dunkelnder###, dunkel (!)+EW; Z.: dun-k-el-n
dünken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dünken, glauben, meinen, scheinen, vorkommen; ne. think; Hw.: s. däuchten, denken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. dunken, tunken, sw. V., scheinen, dünken, erscheinen, Eindruck erwecken, vorkommen, aussehen; mnd. dunken, dünken, unreg. V., dünken; mnl. dunken, dinken, donken, sw. V., dünken, glauben; ahd. dunken*, sw. V. (1a), dünken, meinen, scheinen; as. thunkian*, sw. V. (1a), dünken, scheinen; anfrk. thunken*, sw. V. (1), „dünken“, erscheinen als, erscheinen wie; germ. *þunkjan, sw. V., dünken; idg. tong- (1), teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dünken, Kluge s. u. dünken, DW 2, 1546, EWD s. u. dünken, DW2 6, 1513, EWAhd 2, 853, Falk/Torp 179, Duden s. u. dünken, Bluhme s. u. dünken; Son.: vgl. afries. thinza, thinka, sw. V. (1), dünken; nfries. tinckjen, V., dünken; ae. þyncan, þincan, sw. V. (1), dünken, scheinen, erscheinen; an. þykkja (2), sw. V. (1), dünken, scheinen, gefallen (V.); got. þugkjan, unr. sw. V. (1), glauben, meinen, gelten, erscheinen, dünken; nndl. dunken, V., dünken; nschw. tycka, V., dünken; nisl. þykja, V., dünken, denken; nnorw. tykke, V., denken, dünken; GB.: (ahd. dunken) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches glauben oder meinen oder scheinen oder vorkommen; BM.: denken; F.: dünken, dünkst, dünkt, dünkest, dünket, dünkte, dünktest, dünkten, dünktet, gedünkt, ##gedünkt, gedünkte, gedünktes, gedünktem, gedünkten, gedünkter###, dünkend, ###dünkend, dünkende, dünkendes, dünkendem, dünkenden, dünkender##, dünk, deucht, deuche, deuchte, deuchtest, deuchten, deuchtet, gedeucht, ##gedeucht, gedeuchte, gedeuchtes, gedeuchtem, gedeuchten, gedeuchter###, dünke (!)+EW; Z.: dünk-en
$Dünken, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Dünken, Glauben (N.), Meinen, Scheinen; Vw.: s. Gut-; E.: s. dünken; L.: DW 2, 1550; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dünken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Glauben (N.) oder Meinen oder Scheinen; F.: Dünken, Dünkens (!)+EW; Z.: Dünk-en
dünn, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. dünn, schmal, klein, fein; ne. thin (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dünnen; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. dünne, dunne, tunne, Adj., dünn, klein, schmal, leicht, gering, schwach, zart, seicht; mnd. dunne, Adj., dünn, schwach; mnl. dunne, Adj., dünn, gering; ahd. dunni, Adj., dünn, zart, schmal, schwach; as. thunni*, Adj., dünn, schmal; germ. *þunu-, *þunuz, *þunwu-, *þunwuz, *þunnu-, *þunnuz, Adj., dünn; idg. *tenus, *tₑnus, Adj., dünn, Pokorny 1069; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. dünn, Kluge s. u. dünn, DW 2, 1552, EWD s. u. dünn, DW2 6, 1517, EWAhd 2, 855, Heidermanns 630, Duden s. u. dünn, Bluhme s. u. duenn; Son.: vgl. afries. thenne, Adj., dünn; ae. þynne, Adj., dünn, mager, flüssig, schwach, arm; an. þunnr, Adj., dünn, schwach, klar; got. -; nndl. dun, Adj., dünn; nschw. tunn, Adj., dünn; nnorw. tynn, Adj., dünn; ai. tanú-, Adj., dünn; gr. τανυ- (tany), Adj., lang, sich ausbreitend; lat. tenuis, Adj., dünn; air. tana, tanae, Adj., dünn; akymr. teneu, Adj., dynn; kymr. tenau, Adj., dünn; lit. tȩ́vas, Adj., dünn, schlank, hager; ksl. tъnъkъ, Adj., dünn; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches schmal oder klein oder fein oder einen geringen Umfang aufweisend; BM.: dehnen; F.: dünn, dünne, dünnes, dünnem, dünnen, dünner(, dünnere, dünneres, dünnerem, dünneren, dünnerer, dünnste, dünnstes, dünnstem, dünnsten, dünnster)+EW; Z.: dün-n
dünnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. dünnen, dünn machen, dünn werden; ne. thin (V.); Vw.: -; Hw.: s. dünn; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. dünnen, dunnen, sw. V., dünn sein (V.), dünn werden, dünn machen, sich vermindern, auszehren, schwinden, abnehmen; mnd. dünnen, sw. V., „dünnen“, dünn machen, schwächen, dünn sein (V.); mnl. dunnen, sw. V., dünn machen; ahd. dunnēn*, dunnen*, sw. V. (3, 1a), „dünnen“, lockern, schwächen, dünn werden; as. -; anfrk. -; germ. *þunēn, *þunǣn, *þunnēn, *þunnǣn, sw. V., dünn werden; s. idg. *tenus, *tₑnus, Adj., dünn, Pokorny 1069; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. dünn, DW 2, 1555, DW2 6, 1521, Heidermanns 630; Son.: vgl. ae. þynnian, sw. V., dünn machen, verdünnen; nnorw. tynne, V., dünnen?; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches dünn machen oder dünn werden oder einen geringen Umfang herstellen; BM.: dehnen; F.: dünnen, dünne, dünnst, dünnt, dünnest, dünnet, dünnte, dünntest, dünnten, dünntet, gedünnt, ##gedünnt, gedünnte, gedünntes, gedünntem, gedünnten, gedünnter##, dünnend, ###dünnend, dünnende, dünnendes, dünnendem, dünnenden, dünnender###, dünn (!)+EW; Z.: dün-n-en
Dunst, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Dunst, Dust (!), feiner Nebel; ne. haze (N.), vapour; Vw.: -; Hw.: s. Dust; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. dunst, tunst, st. M., st. F., Dampf (M.) (1), Dunst, Not, Schmerz; mnd. dunst, M., Dunst; ahd. dunst*, st. M. (i), Sturm, Unwetter; ahd. tunst, tunist, st. F. (i), Sturm, Wind, Unwetter, Wirbel; as. -; anfrk. -; germ. *dunsti-, *dunstiz, st. M. (i), Dunst, Staub; idg. *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dunst, Kluge s. u. Dunst, DW 2, 1559, EWD s. u. Dunst, DW2 6, 1524, EWAhd 2, 859, Falk/Torp 217, Duden s. u. Dunst, Bluhme s. u. Dunst; Son.: vgl. afries. -; ae. dūst, st. N. (a), Staub; an. -; got. -; nndl. dust, Sb., Dunst; ne. dust, N., Staub; lat. fimbria, F., Faden, Troddel, Tierzotte, Franse; lett. dvans, Sb. Dunst, Dampf; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche dünne in die Luft steigende Flüssigkeit; BM.: stieben; F.: Dunst, Dunstes, Dunsts, Dünste, Dünsten (!)+EW; Z.: Du-n-s-t
$dunsten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. dunsten, Dunst verbreiten; Vw.: s. aus-, ver-; L.: Kluge s. u. Dunst, DW 2, 1563, EWD s. u. Dunst; GB.: seit 1282 belegte und aus Dunst und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Dunst verbreiten oder leicht dampfen oder rauchen oder schwitzen; F.: dunsten, dunste, dunstest, dunstet, dunstete, dunstetest, dunsteten, dunstetet, gedunstet, ##gedunstet, gedunstete, gedunstetes, gedunstetem, gedunsteten, gedunsteter##, dunstend, ###dunstend, dunstende, dunstendes, dunstendem, dunstenden, dunstender###, dunst (!)+EW; Z.: du-n-s-t-en
$dünsten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. dünsten, Dunst verbreiten, mit heilenden Dämpfen behandeln, garen, schmoren, dämpfen; Vw.: s. aus-; E.: s. Dunst, s. en; L.: Kluge s. u. Dunst, DW 2, 1563, EWD s. u. Dunst; GB.: vielleicht 1404 belegte und aus Dunst und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches Dunst verbreiten oder mit heilenden Dämpfen behandeln oder garen oder schmoren oder dämpfen; F.: dünsten (!), dünste (!), dünstest, dünstet, dünstete, dünstetest, dünsteten, dünstetet, gedünstet, ##gedünstet, gedünstete, gedünstetes, gedünstetem, gedünsteten, gedünsteter##, dünstend, ###dünstend, dünstende, dünstendes, dünstendem, dünstenden, dünstender###, dünst (!)+EW; Z.: dü-n-s-t-en
$dunstig, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. dunstig, dampfend, Dunst aufweisend; E.: s. Dunst, s. ig; L.: Kluge s. u. Dunst, DW 2, 1564, EWD s. u. Dunst; GB.: seit um 1000 belegte und aus Dunst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Dunst aufweisend oder dampfend oder rauchend; F.: dunstig, dunstige, dunstiges, dunstigem, dunstigen, dunstiger(, dunstigere, dunstigeres, dunstigerem, dunstigeren, dunstigerer, dunstigst, dunstigste, dunstigstes, dunstigstem, dunstigsten, dunstigster)+EW; Z.: du-n-s-t-ig
$Dunstkreis, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Dunstkreis, Gashülle, Wirkungsbereich; E.: s. Dunst, s. Kreis; L.: EWD s. u. Dunst; GB.: seit 1661 belegte und aus Dunst und Kreis gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Gashülle von Himmelskörpern oder einen Wirkungsbereich; F.: Dunstkreis, Dunstkreises, Dunstkreise, Dunstkreisen+EW; Z.: Du-n-s-t—kreis
Dünung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dünung, Schwell (!), Deining (!); ne. roundswell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794; E.: s. nd. dünung, F., Dünung; nndl. deining, Sb., Dünung; von nd. dünen, V., aufwogen und niederwogen; weitere Herkunft ist ungeklärt; oder von nd. dūnen, V., schwellen; idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dünung, fehlt DW, EWD s. u. Dünung, DW2 6, 1529, Duden s. u. Dünung; GB.: 1794 belegte und mit dem Niederdeutschen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen durch Wind hervorgerufenen Seegang mit gleichmäßigen und lang gezogenen Wellen; BM.: schwellen?; F.: Dünung, Dünungen+EW; Z.: Dü-n-ung
Dunzel, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Dunzel, dickes Mädchen, dummes und leichtfertiges Mädchen; ne. thick girl, silly girl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619; I.: Lw. frz. donzelle; E.: s. frz. donzelle, F., launisches Mädchen; it. donzella, F., Mädchen; span. doncella, F., Mädechen; lat. dominicella, F., kleine Herrin; vgl. domina, F., Herrin; lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Dunzel, DW 2, 1538, DW2 6, 1529; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches dickes Mädchen oder dummes und leichtfertiges Mädchen; BM.: kleine Herrin; F.: Dunzel, Dunzeln (!)+FW; Z.: Dun-z-el
Duo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Duo, Musikstück für zwei Instrumente, Gemeinschaft oder Gruppe zweier Menschen; ne. duo, pair (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1754; I.: Lw. it. duo; E.: s. it. duo, M., Duo, Gruppe von zwei; vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei, (um 235-200 v. Chr.); idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Duo, fehlt DW, EWD s. u. Duo, DW2 6, 1529, Duden s. u. Duo; Son.: vgl. nndl. duo, Sb., Duo; frz. duo, M., Duo; nschw. duo, Sb., Duo; nnorw. duo, M., Duo; poln. duo, M., Duo; kymr. deuawd, M., F., Duo; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Komposition für zwei meist ungleiche Musikinstrumente und eine Gemeinschaft oder Gruppe zweier Menschen; BM.: zwei; F.: Duo, Duos (!)+FW; Z.: Du-o
düpieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. düpieren, täuschen, überlisten, narren; ne. dupe (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1695; I.: Lw. frz. duper; E.: s. frz. duper, V., düpieren, überlisten, narren; vgl. frz. dupe, F., Betrogener, Wiedehopf; lat. upupa, Wiedehopf, (um 250-184 v. Chr.); idg. *epop-, *opop-, Sb., Ruf des Wiedehopfs, Wiedehopf, Pokorny 323 (475/56) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. düpieren, fehlt DW, EWD s. u. düpieren, DW2 6, 1530, Duden s. u. düpieren; Son.: vgl. nndl. duperen, V., düpieren; nschw. dupera, V., düpieren; nnorw. dupere, V., düpieren; GB.: seit 1895 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und durch ieren umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches täuschen oder überlisten oder narren; BM.: Wiedehopf; F.: düpieren, düpiere, düpierst, düpiert, düpierest, düpieret, düpierte, düpiertest, düpierten, düpiertet, ##düpiert, düpierte, düpiertes, düpiertem, düpierten, düpierter##, düpierend, ###düpierend, düpierende, düpierendes, düpierendem, düpierenden, düpierender###, düpier (!), düpiere+FW+EW; Z.: düp-ier-en
Duplikat, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.): nhd. Duplikat, Zweitausfertigung, Abschrift; ne. duplicate (N.); Vw.: -; Hw.: s. Duplizität, duplizieren; Q.: 1630; I.: Lw. mlat. duplicātum; E.: s. mlat. duplicātum, N., Erwiederung, (1378); vgl. lat. duplicātus, Adj., verdoppelt; lat. duplicāre, V., doppelt machen, zwiefältig machen, verdoppeln, doppelt anlegen; lat. duplex, Adj., doppelt gefaltet, doppelt zusammengelegt, zweifältig; lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Duplicat, fehlt DW, EWD s. u. Duplikat, DW2 6, 1532, Duden s. u. Duplikat; Son.: vgl. nndl. duplicaat, Sb., Duplikat; frz. duplicate, M., Duplikat; nschw. duplikat, Sb., Duplikat; nnorw. duplikat, N., Duplikat; poln. duplikat, M., Duplikat; kymr. dyblygeb, F., Duplikat; nir. dúblach, Sb., Duplikat; lit. dubilikatas, M., Duplikat; GB.: seit 1630 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Zweitausfertigung oder Abschrift einer Urkunde oder eines Textes; BM.: zweifach; F.: Duplikat, Duplikates, Duplikats, Duplikate, Duplikaten (!)+FW+EM; Z.: Du-pli-k-at
duplizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. duplizieren, verdoppeln, verzweifachen; ne. duplicate; Vw.: -; Hw.: s. Duplikat, Duplizität; Q.: 1442; I.: Lw. lat. duplicāre; E.: s. mhd. duplicieren, sw. V., duplizieren, doppelt machen; lat. duplicāre, V., doppelt machen, zwiefältig machen, verdoppeln, doppelt anlegen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. duplex, Adj., doppelt gefaltet, doppelt zusammengelegt, zweifältig; lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Duplikat, fehlt DW, DW2 6, 1532, Duden s. u. duplizieren; Son.: vgl. nndl. dupliceren, V., duplizieren; nschw. duplicera, V., duplizieren; nnorw. duplisere, V., duplizieren; kymr. dyblygy, V., duplizieren; GB.: seit 1442 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch ieren umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches verdoppeln oder verzweifachen; BM.: zweifach; F.: duplizieren, dupliziere, duplizierst, dupliziert, duplizierest, duplizieret, duplizierte, dupliziertest, duplizierten, dupliziertet, ##dupliziert, duplizierte, dupliziertes, dupliziertem, duplizierten, duplizierter##, duplizierend, ###duplizierend, duplizierende, duplizierendes, duplizierendem, duplizierenden, duplizierender###, duplizier (!)+FW+EW; Z.: du-pli-z-ier-en
Duplizität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Duplizität, doppeltes Vorkommen; ne. duplicity; Vw.: -; Hw.: s. Duplikat, duplizieren; Q.: 1788 (Knigge); I.: Lw. lat. duplicitās; E.: s. lat. duplicitās, F., doppeltes Vorhandensein, zweifaches Vorkommen, doppelte Anzahl, Doppelung, (um 250-317 n. Chr.); vgl. lat. duplex, Adj., doppelt gefaltet, doppelt zusammengelegt, zweifältig; lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Duplikat, fehlt DW, EWD s. u. Duplizität, DW2 6, 1522, Duden s. u. Duplizität; Son.: vgl. frz. duplicité, F., Falschheit; GB.: seit 1788 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches doppeltes Vorkommen einer Gegebenheit; BM.: zweifach; F.: Duplizität, Duplizitäten+FW+EW; Z.: Du-pli-z-it-ät
Dur, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Dur, männliches Tongeschlecht, harte Tonart; ne. major (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1681; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. dūrus, Adj., hart, herb, roh, streng, (um 250-184 v. Chr.); idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Dur, fehlt DW, EWD s. u. Dur, DW2 6, 1533, Duden s. u. Dur; Son.: vgl. nschw. dur, Sb. Dur; nnorw. dur, M., Dur; poln. dur, M., Dur; GB.: seit 1681 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das männliche Tongeschlecht oder die harte Gestalt aller Tonarten bei denen zwischen der dritten und vierten bzw. zwischen der siebten und achten Stufe der Tonleiter ein Halbton liegt; BM.: nach der Form des Notenzeichen die eckig (hart) geschrieben wurden; F.: Dur, Durs (!)+FW(+EW?); Z.: Dur
durativ, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. durativ, verlaufend, dauernd, andauernd; ne. durative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung zu mlat. dūrātīvus; E.: s. mlat. dūrātīvus, Adj., dauerhaft, beständig, (1268); vgl. lat. dūrāre, V., hart machen, härten, abhärten; idg. *deu- (3), *deu̯ə-, *du̯ā-, *dū-, V., bewegen, vordringen, sich entfernen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. durativ, fehlt DW, EWD s. u. durativ, Duden s. u. durativ; Son.: vgl. nndl. duratief, Adj., durative; frz. durative, Adj., durative; nschw. durativ, Adj., durativ; nnorw. durativ, Adj., durativ; GB.: seit der späten 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches dauernd oder andauernd; BM.: härten; F.: durativ, durative, duratives, durativem, durativen, durativer+FW+EW; Z.: du-r-at-iv
durch, nhd., Adv., Präp., (8. Jh.): nhd. durch, hindurch; ne. through; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. durch, dur, dorch, Adv., Präp., dadurch, durch, während (Präp.), hindurch, wegen, infolge, um, willen, vermittelst, aus, vor; mnd. dorch, dor, dur, dar, Präp., durch; mnl. dore, Adv., Präp., durch; ahd. duruh, Präp., Präf., durch, in, über, auf, wegen, vermittels; as. thurh, thoro, thuru, Präp., Präf., durch, aus, wegen, um ... willen; anfrk. thuro, Präp., durch, wegen, für, aus; germ. *þerh-, *þurh-, Präp., durch; s. idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. durch, Kluge s. u. durch, DW 2, 1568, EWD s. u. durch, DW2 6, 1534, EWAhd 2, 879, Falk/Torp 181, Duden s. u. durch, Bluhme s. u. durch; Son.: vgl. afries. thruch, thriuch, Präp., durch, um, wegen; saterl. truch, Präp., durch; ae. þerh (1), þorh (1), þurh (1), Präp., durch, während (Konj.), mittelst, infolge von, wegen, in, mit; an. -; got. þaírh, Präp., Präf., durch; nndl. door, Präp., durch; ai. tirás, Präp., durch, über; ai. tirasc-, Adj., waagrecht, querliegend; apers. ta, tara, Präp., durch; air. tré, tria, Präp., durch; mkymr. trwy, drwy, Präp., durch; nbret. dre, Präp., durch; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fürwort) der Bewegung die auf der einen Seite in etwas hineinführt und auf der anderen Seite wieder herausführt und auf diese Weise durch etwas hindurchführt; BM.: ?; F.: durch, durchs+EW; Z.: dur-ch
$durchaus, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. durchaus, völlig; E.: s. durch, s. aus; L.: Kluge s. u. durchaus, DW 2, 1583, EWD s. u. durch; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus durch und aus gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches ganz hinaus oder ganz hindurch oder völlig; F.: durchaus+EW; Z.: dur-ch—aus
$durchbrennen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. durchbrennen, verbrennen, versengen, ausbrennen und später auch fortlaufen; E.: s. durch, s. brennen; L.: Kluge s. u. durchbrennen, DW 2, 1593, EWD s. u. brennen; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus durch und brennen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Feuer mögliches verbrennen oder versengen oder ausbrennen; F.: durchbrennen, brenne durch, brennst durch, brennt durch, brennen durch, brennest durch, brennet durch, brannte durch, branntest durch, brannten durch, branntet durch, brennte durch, brenntest durch, brennten durch, brenntet, durchgebrannt, ##durchgebrannt, durchgebrannte, durchgebranntes, durchgebranntem, durchgebrannten, durchgebrannter##, durchbrennend, ###durchbrennend, durchbrennende, durchbrennendes, durchbrennendem, durchbrennenden, durchbrennender###, durchzubrennen, ####durchzubrennen, durchzubrennend, durchzubrennende, durchzubrennendes, durchzubrennendem, durchzubrennenden, durchzubrennender###, brenn (!) durch+EW; Z.: dur-ch—bren-n-en
$durcheinander, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. durcheinander, unordentlich, vermischt, wirr; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. durch, s. einander; L.: DW 2, 1602, EWD s. durch; GB.: seit 1401 belegte und aus durch und einander gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches unordentlich oder vermischt oder wirr; F.: durcheinander+EW; Z.: durch—ei-n—an-d-er
$Durchfall, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Durchfall; E.: s. durch, s. Fall; L.: Kluge s. u. durchfallen, DW 2, 1605, EWD s. u. durchfallen; GB.: seit 1530 belegte und aus durch und Fall gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt auf Grund der Schwerkraft mögliches Hindurchfallen wie (übertragen) beispielsweise von Nahrung durch den Körper bei einer Erkrankung; F.: Durchfall, Durchfalles, Durchfalls, Durchfälle, Durchfällen+EW; Z.: Dur-ch—fall
$durchfallen, nhd., st. V., (14. Jh.?): nhd. durchfallen; E.: s. durch, s. fallen; L.: Kluge s. u. durchfallen, DW 2, 1605, EWD s. u. durchfallen; GB.: seit 1355 belegte und aus durch und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt auf Grund der Schwerkraft mögliches hindurchfallen wie (übertragen) beispielsweise eines Prüflings durch eine Prüfung; F.: durchfallen, falle (!) durch, fällst durch, fällt durch, fallt durch, fallest durch, fallet durch, fiel durch, fielst durch, fielen durch, fielt durch, fielest durch, fielet durch, durchgefallen, ##durchgefallen, durchgefallene, durchgefallenes, durchgefallenem, durchgefallenen, durchgefallener##, durchfallend, ###durchfallend, durchfallende, durchfallendes, durchfallendem, durchfallenden, durchfallender###, durchzufallen, ####durchzufallen, durchzufallend, durchzufallende, durchzufallendes, durchzufallendem, durchzufallenden, durchzufallender####, fall (!) durch+EW; Z.: dur-ch—fall-en
$durchfällig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. durchfällig, Durchfall habend, zerbrechlich, hindurchdringend; E.: s. durchfall(en), s. ig; L.: DW 2, 1605, EWD s. u. durchfallen; GB.: (durchvellic*) seit 1230 belegte und aus durchfall(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches zerbrechlich oder hindurchdringend; F.: durchfällig, durchfällige, durchfälliges, durchfälligem, durchfälligen, durchfälliger+EW; Z.: durch—fäll-ig
$durchforsten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. durchforsten, durchsehen, durchsuchen; E.: s. durch, s. forsten; L.: DW 2, 1611, EWD s. u. Forst; GB.: seit 1809 belegte und aus durch sowie forsten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen (und des Forstes) mögliches durchsehen oder durchsuchen; F.: durchforsten, durchforste, durchforstest, durchforstet, durchforstete, durchforstetest, durchforsteten, durchforstetet, ##durchforstet, durchforstete, durchforstetes, durchforstetem, durchforsteten, durchforsteter##, durchforstend, ###durchforstend, durchforstende, durchforstendes, durchforstendem, durchforstenden, durchforstender, durchforst (!)###+EW; Z.: dur-ch—forst-en
$durchgeistigt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. durchgeistigt, mit Geist erfüllt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Geist; GB.: seit 1841 belegte und aus durchgeistig(en) sowie t gebildete sowie sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit Geist erfüllt; F.: durchgeistigt, durchgeistigte, durchgeistigtes, durchgeistigtem, durchgeistigten, durchgeistigter(, durchgeistigtere, durchgeistigteres, durchgeistigterem, durchgeistigteren, durchgeistigterer, durchgeistigtst, durchgeistigtste, durchgeistigtstes, durchgeistigtstem, durchgeistigtsten, durchgeistigtster)+EW; Z.: dur-ch—gei-s-t-ig-t
$Durchlaucht, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Durchlaucht, Anrede gegenüber einem hohen Adeligen; E.: s. durch, s. leucht(en); L.: DW 2, 1638, EWD s. u. Durchlaucht; GB.: seit 1462 belegte und wohl nach lateinischem Vorbild von perillustris aus durch und leucht(et) gebildete Bezeichnung für die Anrede gegenüber einem hohen Adeligen; F.: Durchlaucht; F.: Durch—lauch-t
durchlauchtig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. durchlauchtig, durchscheinend, strahlend; ne. noble (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Glosse); I.: Lüs. lat. perillustris; E.: mhd. durchliuhtic*, durchliuhtec, durlūhtec, durlūhtic*, dorchlūhtec, dorchlūhtic*, Adj., durchsichtig, durchscheinend, durchstrahlend, leuchtend, glänzend, mnd. dörchlüchtich, dörchluftich, dorchluftich, Adj., durchscheinend, durchsichtig, leuchtend, durchlauchtig; mnl. doreluchtich, Adj., strahlend; ahd. duruhliuhtīg*, Adj., durchsichtig; ahd. duruh, Präp., Präf., durch, in, über, auf, wegen, vermittels; germ. *þerh-, *þurh-, Präp., durch; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); ahd. liuhten, sw. V. (1a), leuchten, funkeln, strahlen, scheinen; germ. *leuhtjan, sw. V., leuchten; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Durchlaucht, Kluge s. u. durchlaucht, DW 2, 1639, EWD s. u. Durchlaucht, DW2 6, 1656, EWAhd 2, 884, Duden s. u. Durchlaucht; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und nach lat. perillustris gebildete Bezeichnung für Anrede Angehöriger des hohen Adels in einem Rang von Fürsten; BM.: durchleuchten; F.: durchlaucht+EW; Z.: dur-ch-lauch-t-ig
$durchleuchten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. durchleuchten, erleuchten, mit Licht durchfluten; E.: s. durch, s. leuchten; L.: Kluge s. leuchten, DW 2, 1645, EWD s. u. leuchten; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. perlucere aus durch und leuchten gebildete Bezeichnung für durchleuchten oder erleuchten oder mit Licht durchfluten; F.: durchleuchten, durchleuchte, durchleuchtest, durchleuchtet, durchleuchtete, durchleuchtetest, durchleuchteten, durchleuchtetet, ##durchleuchtet, durchleuchtete, durchleuchtetes, durchleuchtetem, durchleuchteten, durchleuchteter##, durchleuchtend, ###durchleuchtend, durchleuchtende, durchleuchtendes, durchleuchtendem, durchleuchtenden, durchleuchtender###, durchzuleuchten, ####durchzuleuchten, durchzuleuchtend, durchzuleuchtende, durchzuleuchtendes, durchzuleuchtendem, durchzuleuchtenden, durchzuleuchtender####, durchleucht (!)+EW; Z.: dur-ch—leuch-t-en
$Durchmesser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Durchmesser, durch den Mittelpunkt einer runden Gegebenheit verlaufende und dabei ihre Größe messende Gerade; E.: s. durch, s. Messer (M.); L.: Kluge s. u. Durchmesser, DW 2, 1650, EWD s. u. Durchmesser; GB.: seit 1667 belegte und nach lat. diameter aus durch und Messer (M.) gebildete Bezeichnung für eine durch den Mittelpunkt einer runden Gegebenheit wie einen Kreis oder eine Kugel verlaufende und dabei ihre Größe messende Gerade; F.: Durchmesser, Durchmessers, Durchmessern (!)+EW; Z.: Dur-ch—mes-ser
$durchpausen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. durchpausen; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. durch, s. pausen; L.: fehlt DW, EWD s. u. pausen; GB.: seit um 1675 belegte und aus durch und pausen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Schrift mögliches eine Vorlage mittels Durchstäubens oder Durchzeichnens übertragen (V.) und auf diese Weise die Gegebenheit verdoppeln F.: durchpausen, pause (!) durch, pausst (!) durch, paust durch, pausen durch, pausest durch, pauset durch, pauste durch, paustest durch, pausten durch, paustet durch, durchgepaust, ##durchgepaust, durchgepauste, durchgepaustes, durchgepaustem, durchgepausten, durchgepauster##, durchpausend, ###durchpausend, durchpausende, durchpausendes, durchpausendem, durchpausenden, durchpausender###, durchzupausen, ####durchzupausen, durchzupausend, durchzupausende, durchzupausendes, durchzupausendem, durchzupausenden, durchzupausender####, paus (!) durch+EW; Z.: durch—pau-s-en
$durchscheuern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. durchscheuern, durchgewetzt werden; E.: s. durch, s. scheuern; L.: DW 2, 1665, EWD s. u. scheuern; GB.: seit 1691 belegte und aus durch und scheuern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gründlich reinigen oder wund reiben oder durchgewetzt werden; F.: durchscheuern, scheuere durch, scheuer (!) durch, scheuerst durch, scheuert durch, scheuerte durch, scheuertest durch, scheuerten durch, scheuertet durch, durchgescheuert, ##durchgescheuert, durchgescheuertes, durchgescheuertem, durchgescheuerten, durchgescheuerter##, durchscheuernd, ###durchscheuernd, durchscheuernde, durchscheuerndes, durchscheuerndem, durchscheuernden, durchscheuernder###, durchzuscheuern, ####durchzuscheuern, durchzuscheuernd, durchzuscheuernde, durchzuscheuerndes, durchzuscheuerndem, durchzuscheuernden, durchzuscheuernder####, scheuer (!) durch+EW; Z.: dur-ch—scheu-er-n
$durchschleusen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. durchschleusen, durch eine Schleuse bringen, ; E.: s. durch, s. schleusen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schleuse; GB.: seit 1865 belegte und aus durch und schleusen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schleusen mögliches durch eine Schleuse bringen; F.: durchschleusen, schleuse (!) durch, schleusst (!) durch, schleust durch, schleusest durch, schleuset durch, schleuste durch, schleustest durch, schleusten durch, schleustet durch, durchgeschleust, ##durchgeschleust, durchgeschleuste, durchgeschleustes, durchgeschleustem, durchgeschleusten, durchgeschleuster##, durchschleusend, ###durchschleusend, durchschleusende, durchschleusendes, durchschleusendem, durchschleusenden, durchschleusender###, durchzuschleusen, ####durchzuschleusen, durchzuschleusend, durchzuschleusende, durchzuschleusendes, durchzuschleusendem, durchzuschleusenden, durchzuschleusender####, schleus (!) durch, schleuse (!) durch+EW; Z.: dur-ch—schleu-s-en
$Durchschlupf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Durchschlupf, enge Öffnung für ein Durchschlupfen; E.: s. durch, s. schlüpf(en) bzw. schlupf(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. schlüpfen; GB.: seit 1561 belegte und aus durch und schlupf(en) gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche enge Öffnung zu einem Durchschlüpfen oder Durchschlupfen; F.: Durchschlupf, Durchschlupfs, Durchschlupfes, Durchschlupfe, Durchschlupfen (!)+EW; Z.: Dur-ch—schu-pf
$durchschneiden, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. durchschneiden, hindurchschneiden, teilen; E.: s. durch, s. schneiden; L.: DW 2, 1674, EWD s. u. schneiden; GB.: (durchsnīden) seit 1170 belegte und vielleicht nach lat. persecare aus durch und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge für den Menschen mögliches hindurchschneiden oder teilen; F.: durchschneiden, schneide durch, schneidest durch, schneidet durch, schneiden durch, schnitt durch, schnittest durch, schnittst (!) durch, schnitten durch, schnittet durch, durchgeschnitten, ##durchgeschnitten, durchgeschnittene, durchgeschnittenes, durchgeschnittenem, durchgeschnittenen, durchgeschnittener##, durchschneidend, ###durchschneidend, durchschneidende, durchschneidendes, durchschneidendem, durchschneidenden, durchschneidender###, durchzuschneiden, ####durchzuschneiden, durchzuschneidend, durchzuschneidende, durchzuschneidendes, durchzuschneidendem, durchzuschneidenden, durchzuschneidender####, schneid (!) durch+EW; Z.: dur-ch—schneid-en
$Durchschnitt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Durchschnitt, Schnittpunkt, Mittelwert; E.: s. durch, s. Schnitt; L.: Kluge s. u. Durchschnitt, DW 2, 1676, EWD s. u. Durchschnitt; GB.: seit 1541 belegte und aus durch und Schnitt gebildete Bezeichnung für ein Durchkreuzen von Linien oder einen Schnittpunkt oder einen Mittelwert mehrerer Gegebenheiten; F.: Durchschnitt, Durchschnittes, Durchschnitts, Durchschnitte, Durchschnitten+EW; Z.: Dur-ch—schnit-t
$durchschnittlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. durchschnittlich, einen Durchschnitt betreffend; E.: s. Durchschnitt, s. lich; L.: Kluge s. u. Durchschnitt, DW 2, 1677, EWD s. u. Durchschnitt; GB.: seit 1798 belegte und aus Durchschnitt und lich gebildete Bezeichnung für einen Durchschnitt betreffend wie beispielsweise eine durchschnittliche Lebenserwartung oder eine durchschnittliche Größe oder ein durchschnittliches Gehalt; F.: durchschnittlich, durchschnittliche, durchschnittliches, durchschnittlichem, durchschnittlichen, durchschnittlicher(, durchschnittlichere, durchschnittlicheres, durchschnittlicherem, durchschnittlicheren, durchschnittlicherer, durchschnittlichst, durchschnittlichste, durchschnittlichstes, durchschnittlichstem, durchschnittlichsten, durchschnittlichster)+EW; Z.: dur-ch—schnit-t-lich
$durchsetzen (1), nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. durchsetzen, ausstatten, zersetzen; E.: s. durch, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 2, 1683, EWD s. u. setzen; GB.: (durchsetzen) seit um 1293 belegte und aus durch und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausstatten oder zersetzen oder verwirklichen; F.: durchsetzen, setze durch, setzt durch, setzen durch, setzest durch, setzet durch, setzte durch, setztest durch, setzten durch, setztet durch, durchgesetzt, ##durchgesetzt, durchgesetzte, durchgesetztes, durchgesetztem, durchgesetzten, durchgesetzter##, durchsetzend, ###durchsetzend, durchsetzende, durchsetzendes, durchsetzendem, durchsetzenden, durchsetzender###, durchzusetzen, ####durchzusetzen, durchzusetzend, durchzusetzende, durchzusetzendes, durchzusetzendem, durchzusetzenden, durchzusetzender####, setz (!) durch+EW; Z.: dur-ch—setz-en
$durchsetzen (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. durchsetzen; E.: s. durch, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, EWD s. u. setzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus durch und setzen gebildete Bezeichnung; F.: durchsetzen, durchsetze (!), durchsetzst, durchsetzt, durchsetzest, durchsetzet, durchsetzte, durchsetztest, durchsetzten, durchsetztet, ##durchsetzt, durchsetzte, durchsetztes, durchsetztem, durchsetzten, durchsetzter##, durchsetzend, ###durchsetzend, durchsetzende, durchsetzendes, durchsetzendem, durchsetzenden, durchsetzender###, durchsetz (!)+EW; Z.: dur-ch—setz-en
$durchsichtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. durchsichtig, durchsehbar, durchschaubar; E.: s. Durchsicht, s. ig; L.: Kluge s. u. Sicht, DW 2, 1684, EWD s. u. Sicht; GB.: seit um 1000 belegte und aus Durchsicht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliches durchsehbar oder durchschaubar; F.: durchsichtig, durchsichtige, durchsichtiges, durchsichtigem, durchsichtigen, durchsichtiger(, durchsichtigere, durchsichtigeres, durchsichtigerem, durchsichtigeren, durchsichtigerer, durchsichtigst, durchsichtigste, durchsichtigstes, durchsichtigstem, durchsichtigsten, durchsichtigster)+EW; Z.: dur-ch—sich-t-ig
durchstechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. durchstechen; Hw.: s. Durchstecherei; L.: DW 2, 1690; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus durch und stechen gebildete Bezeichnung für hindurchstechen oder verletzen oder betrügen
$Durchstecherei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Durchstecherei; E.: s. durchsteche(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Durchstecherei, DW 2, 1691; GB.: seit 1726 belegte und aus durchstech(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und erforderlicher Werkzeuge mögliches Durchstechen oder Verletzen oder Betrug; F.: Durchstecherei, Durchstechereien+EW; Z.: Dur-ch—ste-ch-er-ei
$durchtrieben, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. durchtrieben, geübt, verschlagen (Adj.), listig; E.: s. durch, s. treiben; L.: Kluge s. u. durchtrieben, DW 2, 1704, EWD s. u. durchtrieben; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus durch und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geübt oder verschlagen (Adj,) oder listig; F.: durchtrieben, durchtriebene, durchtriebenes, durchtriebenem, durchtriebenen, durchtriebener(, durchtriebenere, durchtriebeneres, durchtriebenerem, durchtriebeneren, durchtriebenerer, durchtriebenst, durchtriebenste, durchtriebenstes, durchtriebenstem, durchtriebensten, durchtriebenster)+EW; Z.: dur-ch—trie-b-en
$durchweg, durchwegs, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. durchweg, ganz, völlig; E.: s. durch, s. weg; L.: Kluge s. u. durchweg, DW 2, 1710, EWD s. u. durch; GB.: seit 1631 belegte und aus durch und weg gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ganz oder völlig; F.: durchweg, durchwegs+EW; Z.: dur-ch—weg
dürfen, nhd., V., (9. Jh.): nhd. dürfen, nötig haben, bedürfen, Erlaubnis haben; ne. need (V.), lack (V.), shall; Vw.: -; Hw.: s. dürftig; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. durfen, dürfen, Prät.-Präs., anom. V., Grund haben, Ursache haben, brauchen, dürfen, nötig haben, bedürfen; mnd. dorven, durven, V., nötig haben, brauchen; mnl. dorven, V., nötig haben, bedürfen, brauchen, dürfen; ahd. durfan*, Prät.-Präs., bedürfen, brauchen, entbehren, sollen; as. thurvan*, Prät. Präs. (3), dürfen, brauchen; anfrk. -; germ. þerban, þurban, þarban, Prät.-Präs., dürfen, bedürfen, entbehren; idg. terp-, trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077 (1869/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. dürfen, Kluge s. u. dürfen, DW 2, 1721, EWD s. u. dürfen, DW2 6, 1797, EWAhd 2, 866, Falk/Torp 182, Seebold 509, Duden s. u. dürfen, Bluhme s. u. duerfen; Son.: vgl. afries. dūra, Prät. Präs., wagen, dürfen; nnordfries. törre; afries. thurva, thura, thora, Prät. Präs., dürfen, brauchen, nötig haben; ae. þurfan, Prät. Präs., bedürfen, nötig haben, brauchen, müssen; an. þurfa, þyrfa, Part.-Präs., bedürfen; got. þaúrban, Prät. Präs. (3), nötig haben, bedürfen, Mangel leiden; ai. trpyati, tarpati, V., sättigt sich, wird befriedigt; gr. τέρπειν (térpein), V., sättigen, erquicken, ergötzen; apreuß. enterpo, V., nutzt; toch. AB tsārw-, V., sich freuen; GB.: (durfan) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Erlaubnis haben etwas zu tun; BM.: sättigen?; F.: dürfen, darf (!), darfst, dürft, dürfe, dürfest, dürfet, durfte, durftest, durften, durftet, dürfte, dürftest, dürften, dürftet, gedurft, ##gedurft, gedurfte, gedurftes, gedurftem, gedurften, gedurfter##, dürfend, ###dürfend, dürfende, dürfendes, dürfendem, dürfenden, dürfender###, darf (!)+EW; Z.: dürf-en
Durft, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Bedürfnis, Mangel (M.), Not; ne. need (N.), want (N.); Vw.: s. Not-; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. durft (1), durht, turft, st. F., Fehlen dessen wonach man verlangt, Bedürfnis, Bedürftigkeit, Not, Notlage, Mangel (M.), Notwendigkeit; mhd. dürfte, st. F., Bedrängnis, Bedürftigkeit, Not, Notlage, Notwendigkeit; ahd. durft (1), st. F. (i), Bedürfnis, Not, Notwendigkeit; ahd. durftī, st. F. (ī), Bedürfnis, Mangel (M.), Not; as. thurft*, st. F. (i), Not, Bedürfnis; anfrk. thurft, st. F. (i), Bedürfnis; germ. *þurfti-, *þurftiz, st. F. (i), Bedürfnis, Bedarf; s. idg. *terp-, *trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077; L.: DW 2, 1730, DW2 6, 1801, EWAhd 2, 868; Son.: vgl. afries. *threft, st. F. (i), Behuf, Notwendigkeit; afries. treft, st. F. (i?), Behuf, Notwendigkeit; ae. -; an. þurft, st. F. (ō), Bedürfnis, Not, Gabe, Hilfe; got. þaúrfts (2) 6, st. F. (i), Bedürfnis, Notdurft, Not; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mangel (M.) und ein mangelndes menschliches Bedürfnis und eine Not; BM.: dürfen; F.: Durft+EW; Z.: Durf-t
dürftig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. dürftig, bedürftig, arm, schlecht; ne. poor (Adj.), needy; Vw.: -; Hw.: s. dürfen, darben; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. durftic, dürftic, dürftec, durftec, Adj., „dürftig“, notwendig, erforderlich, benötigend, arm, bedürftig, armselig; mnd. dörftich, Adj., dürftig; mnl. dorftich, Adj., dürftig; ahd. durftīg, Adj., arm, bedürftig; as. thurtig*, thruhtig*, Adj., dürftig; anfrk. thurftig, thrutig, Adj., dürftig; vgl. ahd. durft, st. F. (i), Bedürfnis, Not, Notwendigkeit, Nutzen (M.); germ. *þurfti-, *þurftiz, st. F. (i), Bedürfnis, Bedarf; s. idg. *terp-, *trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077 (1869/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge s. u. dürftig, DW 2, 1731, EWD s. u. dürftig, DW2 6, 1801, EWAhd 2, 868, Falk/Torp 182, Seebold 509, Duden s. u. dürftig; Son.: vgl. an. þurftugr, Adj., dürftig?; nndl. torftig, Adj., dürftig; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums bemerkenswertes bedürftig oder arm oder schlecht; BM.: sättigen, Bedarf habend?; F.: dürftig, dürftige, dürftiges, dürftigem, dürftigen, dürftiger+EW; Z.: dürf-t-ig
$Dürftigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Dürftigkeit, Notwendigkeit, Bedarf, Bedürftigkeit, Armut; Vw.: s. Not-; E.: s. dürftig, s. heit, s. keit; L.: DW 2, 1732, DW2 6, 1803; GB.: (dürfticheit) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dürftig und keit gebildete Bezeichnung für Notwendigkeit oder Bedarf oder Bedürftigkeit oder Armut; F.: Dürftigkeit, Dürftigkeiten+EW; Z.: Dürf-t-ig—kei-t
dürr, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. dürr, ausgetrocknet, verdorrt, gering, dünn; ne. dry (Adj.), desert (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dorren, dörren, Dürre; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dürre (1), durre, türre, turre, Adj., dürr, dürre, trocken, mager, dünn, kraftlos, verdorrt, gedörrt; mnd. dorri, Adj., dürr, trocken; mnl. dorre, Adj., dürr; ahd. durri, Adj., dürr, trocken, wüst, vertrocknet, abgezehrt; as. thior*, thiori*, Adj., kräftig, hart?, dürr?; as. *thurri?, Adj., dürr; anfrk. *thurri?, Adj., dürr, trocken germ. *þurzu-, *þurzuz, Adj., dürr, trocken; idg. *tr̥sto-, Adj., getrocknet, trocken, heiser, Pokorny 1078; vgl. idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. dürr, Kluge s. u. dürr, DW 2, 1735, EWD s. u. dürr, DW2 6, 1805, EWAhd 2, 875, Falk/Torp 183, Heidermanns 632, Duden s. u. dürr, Bluhme s. u. duerr; Son.: vgl. afries. -; ae. þyrre, Adj., dürr, trocken; an. þurr, Adj., dürr, trocken; got. þaúrsus, Adj. (u), dürr, vertrocknet; nndl. dor, Adj., dürr; nschw. torr, Adj., dürr; nnorw. tørr, Adj., dürr; ai. tṛṣú-, Adj., gierig; av. tarsauu-, taršu-, Adj., trocken, fest; lat. torrus, Adj., trocken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ausgetrocknet oder verdorrt oder gering oder dünn; BM.: trocken; F.: dürr, dürre, dürres, dürrem, dürren, dürrer(, dürrere, dürreres, dürrerem, dürreren, dürrerer, dürrste, dürrstes, dürrstem, dürrsten, dürrster)+EW; Z.: dürr
Dürre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Dürre, Ausgetrocknetsein, Trockenheit; ne. drought; Vw.: -; Hw.: s. dürr; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. dürre (3), durre, dorre, turre, st. F., Dürre, Trockenheit, trockener Boden, Austrocknung, Trocknung, Brachland, Magerkeit; ahd. durrī, st. F. (ī), Dürre, Trockenheit, Wüste; germ. *þurzī-, *þurzīn, sw. F. (n), Dürre, Trockenheit; s. idg. *tr̥sto-, Adj., getrocknet, trocken, heiser, Pokorny 1078; vgl. idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. dürr, DW 2, 1744, EWD s. u. dürr, DW2 6, 1810, EWAhd 2, 876, Heidermanns 633, Duden s. u. Dürre; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Ausgetrocknetsein oder Trockenheit; BM.: trocken; F.: Dürre, Dürren+EW; Z.: Dürr-e
Durst, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Durst, Verlangen zu trinken; ne. thirst (N.), drought; Vw.: -; Hw.: s. dürsten; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. durst, turst, st. M., Durst, Verlangen, Streben (N.); mnd. dorst, dorste, M., Durst; ahd. durst, st. M. (i?), Durst, Dürre; as. thurst, st. M. (i?), Durst; anfrk. thurst*, st. M. (i), Durst; germ. *þursti-, *þurstiz, st. M. (i), Durst; germ. *þurstu-, þurstuz, st. M. (u), Durst; s. idg. ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Durst, Kluge s. u. Durst, DW 2, 1747, EWD s. u. Durst, DW2 6, 1812, EWAhd 2, 877, Falk/Torp 183, Seebold 515, Duden s. u. Durst, Bluhme s. u. Durst; Son.: vgl. afries. thorst, st. M. (i), Durst; ae. þurst, st. M. (i), Durst; an. þorsti, st.? M. (i), Durst; got. þaúrstei, sw. F. (n), Durst; nndl. dorst, Sb., Durst; nschw. törst, Sb., Durst; nnorw. tørst, M., Durst; av. taršna-, M., Durst; alb. trištja, Sb., heftige Begierde; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Lebens vorhandene Bedürfnis zu trinken oder Verlangen von Lebewesen eine genießbare Flüssigkeit aufzunehmen; BM.: trocknen; F.: Durst, Durstes, Dursts+EW; Z.: Durs-t
dürsten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. dürsten, Durst empfinden; ne. thirst (V.) for, be thirsty; Vw.: -; Hw.: s. Durst; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. dürsten (1), dursten, tursten, sw. V., dürsten, Durst haben, verlangen nach; mnd. dörsten (1), sw. V., dürsten, heftig verlangen nach; mnl. dorsten, sw. V., dürsten; ahd. dursten*, sw. V. (1a), dürsten, Durst haben; as. thurstian*, sw. V. (1a), dürsten; anfrk. thursten*, thurston*, sw. V. (1), dürsten; germ. *þurstjan, sw. V., dürsten; vgl. idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Durst, DW 2, 1750, EWD s. u. Durst, DW2 6, 1814, EWAhd 2, 879, Falk/Torp 183, Duden s. u. dürsten; Son.: vgl. afries. -; ae. þyrstan, sw. V. (1), dürsten; an. þyrsta, sw. V. (1), dürsten; got. -; nnd. dorsten, V., dürsten; nschw. törsta, V., dürsten; nnorw. tørste, V., dürsten; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Durst empfinden oder unter Flüssigkeitsmangel leiden und eine genießbare Flüssigkeit aufnehmen oder trinken wollen (V.); BM.: trocken; F.: dürsten, dürste, dürstest, dürstet, dürstete, dürstetest, dürsteten, dürstetet, gedürstet, ##gedürstet, gedürstete, gedürstetes, gedürstetem, gedürsteten, gedürsteter##, dürstend, ###dürstend, dürstende, dürstendes, dürstendem, dürstenden, dürstender###, dürst (!)+EW; Z.: dürs-t-en
$durstig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. durstig; E.: s. Durst, s. ig; L.: Kluge s. u. Durst, DW 2, 1752, EWD s. u. Durst; GB.: (durstec) seit 1220-1230 und seit Ende 8. Jh. (durstag*) belegte und aus Durst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches Durst habend und eine genießbare Flüssigkeit zu sich nehmen oder trinken wollend; F.: durstig, durstige, durstiges, durstigem, durstigen, durstiger(, durstigere, durstigeres, durstigerem, durstigeren, durstigerer, durstigst, durstigste, durstigstes, durstigstem, durstigsten, durstigster)+EW; Z.: durs-t-ig
Dusche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dusche, Brause; ne. shower (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1779; I.: Lw. frz. douche; E.: s. frz. douche, F., Dusche, Wasserrinne; it. doccia, F., Dusche, Dachrinne; vgl. it. doccione, M., Wasserspeicher, Leitungsröhre; lat. ductio, F., Ziehen, Führen, Wegführen, Abführen, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Dusche, fehlt DW, EWD s. u. Dusche, DW2 6, 1817, Duden s. u. Dusche, Bluhme s. u. Dusche; Son.: vgl. nndl. douche, Sb., Dusche; nschw. dusch, Sb., Dusche; nnorw. dusj, M., Dusche; lit. dušas, M., Dusche; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach dem natürlichen Vorbild des Regens und Vorläufern in dem Griechenland und Ägypten des Altertums von Menschen seit dem 18. Jh. entwickelte und verwendete Vorrichtung aus der Wasser aus einer bestimmten Höhe fällt um ein Benetzen oder Waschen von darunter befindlichen Menschen zu ermöglichen; BM.: ziehen; F.: Dusche, Duschen+FW; Z.: Du-sch-e
$duschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. duschen, unter einer Dusche mit Wasser besprühen, stark regnen; E.: s. Dusch(e), s. en; L.: Kluge s. u. Dusche, fehlt DW, EWD s. u. Dusche; GB.: seit 1799 belegte und aus Dusche und (e)n gebildete Bezeichnung für sich unter einer Dusche mit Wasser besprühen und die Haut befeuchten und reinigen oder auch stark regnen; F.: duschen, dusche (!), duschst, duscht, duschest, duschet, duschte, duschtest, duschten, duschtet, geduscht, ##geduscht, geduschte, geduschtes, geduschtem, geduschten, geduschter##, duschend, ###duschend, duschende, duschendes, duschendem, duschenden, duschender###, dusch (!)+EW; Z.: du-sch-en
Düse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Düse, verengendes Rohr(stück); ne. nozzle (N.), jet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1562; E.: s. fnhd. thüsel, tüsel, Sb., Röhre; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mhd. duz, st. M., Schall, Klang, Geräusch (N.) (1); vgl. mhd. diezen, st. V., laut schallen, rauschen, sich erheben, aufschwellen, tönen; ahd. diozan*, st. V. (2b), tosen, rauschen, fließen, hervorgehen; germ. *þeutan, st. V., tosen, heulen, schallen; vgl. idg. *tu, *tutu, Sb., Vogelruf, Pokorny 1097 (1904/81) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Düse, EWD s. u. Düse, DW 2, 1756, DW2 6, 1818, Falk/Torp 186, Seebold 516, Duden s. u. Düse, Bluhme s. u. Duese; Son.: vgl. nd. dyse, Sb., Dyse; nnorw. dyse, M., Dyse; GB.: seit 1562 belegte und mit fnhd. thüsel verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht zu mhd. duz gehörige Bezeichnung für ein seit 1939 von Menschen entwickeltes und verwendetes eigenes verengendes Rohr(stück) zu einer Verstärkung des Druckes durchfließender Gase oder Flüssigkeiten; BM.: Schall?; F.: Düse, Düsen+EW; Z.: Dü-s-e
Dusel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dusel, Schwindel, Rausch, (unverdientes) Glück; ne. fluke, daze (N.); Vw.: -; Hw.: s. dösig; Q.: 1571; E.: aus dem Mittelniederdeutschen; wohl zu mnd. dȫsich, dosich, Adj., dösig, taumelig, dumm, betäubt; mnd. dösich, Adj., dösig; ae. dysig, Adj., töricht, unwissend, blödsinnig, dumm, albern; ahd. tusīg*, Adj., stumpfsinnig, töricht; germ. *dusiga-, *dusigaz, Adj., betäubt; vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, wirbeln, blasen, hauchen, atmen, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dusel, Kluge s. u. Dusel, DW 2, 1756, EWD s. u. Dusel, DW2 6, 1818, Duden s. u. Dusel, Bluhme s. u. Dusel1; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (unverdientes) Glück bei dem jemandem etwas Gutes widerfährt oder etwas Unangenehmes und Gefährliches an jemandem ohne unangenehme Folgen vorbeigeht; BM.: Rausch?; F.: Dusel, Dusels (!)+EW; Z.: Du-s-el
$Duselei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Duselei, Gefühlsüberschwang, Schwärmerei, Einbildung; E.: s. Dusel, s. ei (Suff.); L.: DW 2, 1756, EWD s. u. Dusel; GB.: seit 1809 belegte und aus Dusel sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Gefühlsüberschwang oder eine Schwärmerei oder Einbildung; F.: Duselei, Duseleien+EW; Z.: Du-s-el-ei
$duselig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. duselig, schwindelig, betäubt, gedankenlos; L.: DW 2, 1758, EWD s. u. Dusel; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Dusel verbindbare Bezeichnung für schwindelig oder betäubt oder gedankenlos; F.: duselig, duselige, duseliges, duseligem, duseligen, duseliger(, duseligere, duseligeres, duseligerem, duseligeren, duseligerer, duseligst, duseligste, duseligstes, duseligstem, duseligsten, duseligster)+EW; Z.: du-s-el-ig
$duseln, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. duseln, schlummern, wachend träumen, schwindelig sein (V.); E.: s. Dusel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 2, 1758, EWD s. u. Dusel; GB.: vielleicht seit 1780 belegte und aus Dusel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wachend träumen oder schwindelig sein (V.); F.: duseln, dusel (!), dusle, dusele, duselst, duselt, duselte, duseltest, duselten, duseltet, geduselt, geduselte, geduseltes, geduseltem, geduselten, geduselter, duselnd, duselnde, duselndes, duselndem, duselnden, duselnder+EW; Z.: du-s-el-n
$Düsenflugzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Düsenflugzeug, Düsenflieger; E.: s. Düse, s. Flugzeug; L.: fehlt DW, EWD s. u. Düse; GB.: seit 1952 belegte und aus Düs(e) und en (Suff.) sowie Flugzeug gebildete Bezeichnung für ein seit 1939 von Menschen entwickeltes und verwendetes sowie mittels Düsen betriebenes Flugzeug; F.: Düsenflugzeug, Düsenflugzeugs, Düsenflugzeuges, Düsenflugzeuge, Düsenflugzeugen+EW; Z.: Dü-s-en—flu-g—zeu-g
Dussel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dussel, Dummkopf; ne. plonker, mutt (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1898; E.: aus dem Mittelniederdeutschen, wohl Nebenform von Dusel (s. d.); L.: Kluge s. u. Dussel, fehlt DW, DW2 6, 1820, Duden s. u. Dussel; GB.: seit 1898 belegte und wohl als Nebenform von Dusel in dem Mittelniederdeutschen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Dummkopf; BM.: Rausch?; F.: Dussel, Dussels, Dusseln+EW; Z.: Du-s-s-el
Dust, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Dust, Dunst, feiner Nebel, feinste Teeaussiebung, Spreu; ne. haze (N.), vapour; Vw.: -; Hw.: s. Dunst; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. dunst, tunst, st. M., st. F., Dampf (M.) (1), Dunst, Not, Schmerz; mnd. dunst, M., Dunst; ahd. dunst*, st. M. (i), Sturm, Unwetter; ahd. tunst, tunist, st. F. (i), Sturm, Wind, Unwetter, Wirbel; as. -; anfrk. -; germ. *dunsti-, *dunstiz, st. M. (i), Dunst, Staub; idg. *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dunst, Kluge s. u. Dunst, DW 2, 1671, Duden s. u. Dust; Son.: vgl. afries. -; ae. dūst, st. N. (a), Staub; an. -; got. -; nndl. dust, Sb., Dust, Dunst; ne. dust, N., Staub; lat. fimbria, F., Faden, Troddel, Tierzotte, Franse; lett. dvans, Sb. Dunst, Dampf; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche dünne in die Luft steigende Flüssigkeit oder einen Dunst oder feinen Nebel; BM.: stieben; F.: Dust, Dustes, Dusts, Düste (!), Düsten (!)+EW; Z.: Du-s-t
duster, nhd., Adj.: nhd. duster; Vw.: s. düster
düster, duster, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. düster, duster, dunkel, finster, fürchterlich; ne. gloomy, sombre; Vw.: -; Hw.: s. zappenduster; Q.: um 830 (Heliand); E.: mnd. dûster, Adj., düster, finster, unklar; mnl. diester, Adj., dunkel, undeutlich; mhd. *tüsterlich, Adj., düster; as. thiustri (1), Adj., düster, dunkel, finster, feindlich; ahd. -; anfrk. *thiuster?, Adj., düster; germ. *þeustra-, *þeustraz, *þeustrja-, *þeustrjaz, Adj., düster, Kluge s. u. düster; s. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. düster, Kluge s. u. düster, DW 2, 1765, EWD s. u. düster, DW2 6, 1823, Falk/Torp 186, Heidermanns 621, Duden s. u. düster, Bluhme s. u. duester, Falk/Torp 186, Heidermanns 621; Son.: vgl. afries. thiūstere, Adj., düster, dunkel, unklar, zweifelhaft; saterl. tjuster, Adj., dunkel, düster; ae. þéostor, Adj., düster, finster, dunkel, traurig; ae. þíestre (1), þīstre, þȳstre, þíostre, Adj. (ja), düster, finster, verblendet, traurig; an. -; got. -; nndl. duister, Adj., düster; nschw. dyster, Adj., düster; nnorw. dyster, Adj., düster; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches ziemlich dunkel oder finster oder fürchterlich; BM.: schwellen?; F.: düster, düstere, düsteres, düsterem, düsteren, düsterer(, düsterere, düstereres, düstererem, düstereren, düstererer, düsterst, düsterste, düsterstes, düsterstem, düstersten, düsterster), duster(, dustere, dusteres, dusterem, dusteren, dusterer, dusterere, dustereres, dustererem, dustereren, dustererer, dusterst, dusterste, dusterstes, dusterstem, dustersten, dusterster)+EW; Z.: dü-st-er
$düstern, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. düstern; Vw.: s. ver-; E.: s. düster, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. düster, DW 2, 1766, DW2 6, 1823; GB.: seit 1477 belegte und aus düster sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches düster machen oder düster sein (V.) oder düster werden; F.: düstern, düstere, düster (!), düsterst, düstert, düsterte, düstertest, düsterten, düstertet, gedüstert, ##gedüstert, gedüsterte, gedüstertes, gedüstertem, gedüsterten, gedüsterter##, düsternd, ###düsternd, düsterndes, düsterndem, düsternden, düsternder###, düster (!)+EW; Z.: dü-st-er-n
$Düsternis, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Düsternis, Finsternis, Dunkelheit; E.: s. düster, s. nis; L.: Kluge s. u. düster, DW 2, 1766, EWD s. u. düster; GB.: (tusternis) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus düster und nis (Suff.) gebildete sowie aus dem Nd. aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliche Finsternis oder Dunkelheit; F.: Düsternis, Düsternisse+EW; Z.: Dü-st-er-n-is
Dutt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Dutt, hochgesteckter Haarknoten; ne. bun, topknot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1901; E.: aus dem Niederdeutschen, dort mit der Bedeutung Haufe, Klumpen (M.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Dutt, fehlt DW, DW2 6, 1825, EWD s. u. Dutt, Duden s. u. Dutt; GB.: seit 1901 belegte und aus dem Nd. aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen hochgesteckten Haarknoten; BM.: Haufe?; F.: Dutt, Duttes, Dutts, Dutte, Dutten+EW?; Z.: Dutt
Dutte, Tutte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Dutte, Zitze, Brustwarze, weibliche Brust; ne. teat; Vw.: -; Hw.: s. Zitze, Titte, Tüttel; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tutte, tute, sw. M., sw. F., st. N., „Tutte“, Brustwarze, weibliche Brust; mnd. -; ahd. tutta, sw. F. (n), „Tutte“, Brustwarze, Zitze, Brust; ahd. tutto, sw. M. (n), Brustwarze, Zitze, Brust; ahd. tutti, st. N. (ja), Brustwarze, Zitze, Brust; s. as. tuttili, st. N. (ja), „Tuttlein“, Brustwarze; anfrk. -; germ. *tut-, *tutt-, Sb., Zitze, Tutte; idg. *tata-, *tē̆ta-, Sb., Vater, Zitze, Pokorny 1056 (1832/9) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Dutte, DW 2, 1768, Falk/Torp 167, Duden s. u. Dutte; Son.: vgl. afries. -; ae. tot (1), Sb., Bogengewölbe; an. -; got. -; nschw. tutte, Sb., Titte; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und der Primaten mögliche weibliche Zitze oder Brustwarze oder Brust; BM.: ?; F.: Dutte, Dutten, Tutte, Tutten+EW; Z.: Dut-t-e
Dutzend, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Dutzend, Zwölfheit, zwölf Stück; ne. dozen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1318; E.: mhd. dutzent, st. N., Dutzend; mnd. dosīn, dusīn, N., Dutzend; mfrz. douzaine, st. N., Dutzend; frz. douze, Num. Kard., zwölf; lat. duodecim, Num. Kard., zwölf, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. decem, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Dutzend, Kluge s. u. Dutzend, DW 2, 1773, EWD s. u. Dutzen, DW2 6, 1825, Duden s. u. Duzend, Bluhme s. u. Dutzend; Son.: vgl. nndl. dozijn, Sb., Dutzend; nschw. dussin, Sb., Dutzend; nnorw. dusin, N., Dutzend; poln. tuzin, M., Dutzend; kymr. dwsin, M., Dutzend; nir. dosaen, M., Dutzend; lit. tuzinas, M., Dutzend; GB.: seit 1318 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie um d erweiterte und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Menge von zwölf Stück; BM.: zwei, zehn; F.: Dutzend, Dutzends, Dutzende, Dutzenden+FW; Z.: Dutz-end
$Dutzendmensch, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Dutzendmensch, Durchschnittsmensch; E.: s. Dutzend, s. Mensch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dutzend; GB.: seit 1839 belegte und aus Dutzend und Mensch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Durchschnittsmenschen oder unauffälligen gewöhnlichen Menschen; F.: Dutzendmensch, Dutzendmenschen+FW+EW; Z.: Dutz-end—men-sch
$Dutzendware, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dutzendware; E.: s. Dutzend, s. Ware; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dutzend; GB.: seit 1876 belegte und aus Dutzend und Ware gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Industrialisierung der Neuzeit mögliche häufige und billige sowie mittelmäßige Ware; F.: Dutzenware, Dutzenwaren+FW+EW; Z.: Dutz-end—war-e
$Duzbruder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Duzbruder, mit du angesprochener Mensch (Duzfreund); E.: s. duz(en), s. Bruder; L.: EWD s. u. duzen; GB.: seit 1576 belegte und aus duz(en)und Bruder gebildete Bezeichnung für einen nach dem Übergang zu der als höflicher angesehenen Anredeform Sie weiter mit du angesprochenen erwachsenen Menschen oder engen Freund oder Duzfreund; F.: Duzbruder, Duzbruders, Duzbrüder (!), Duzbrüdern (!)+EW; Z.: Du-z—bruder
duzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. duzen, mit du anreden; ne. address (V.) informally; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzival des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. duzen, dutzen, dützen, sw. V., duzen, mit du anreden; mnd. dūtzen, sw. V., duzen; mnd. dūksen, dūxen, duxen, sw. V., duzen; vgl. mhd. dū (1), duo, du, de, tū, tu, tuo, Pron., du; ahd. dū, Pers.-Pron., du; as. thū, Pron., du; anfrk. thū, Pron., du; germ. *þū, Pron., du; idg. *tū̆, *túh₂, Pron., du, Pokorny 1097 (1905/82) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gebildet unter Einfluss von lat. tuisāre, V., duzen; L.: Kluge s. u. duzen, DW 2, 1775, EWD s. u. du, DW2 6, 1827, Duden s. u. duzen; Son.: vgl. nschw. dua, V., dozen; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus du und z sowie en gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches und selbverständliches einen anderen Menschen mit du anreden; BM.: du; F.: duzen, duze (!), duzt (!), duzest (!), duzet (!), duzte, duztest, duzten, duztet, geduzt, ##geduzt, geduzte, geduztes, geduztem, geduzten, geduzter##, duzend (!), ###duzend (!), duzende (!), duzendes (!), duzendem (!), duzenden (!), duzender (!)###, duz (!)+EW; Z.: du-z-en
...duzieren, nhd., sw. V.., (16. Jh.?): nhd. ...duzieren, ziehen, führen, leiten; ne. ...duce; Vw.: s. de-, in-; pro-, re-, repro-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. dūcere; E.: s. lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...duceren, Suff., ...duzieren; frz. ...duire, Suff., ...duzieren; nschw. ...ducera, Suff., ...duzieren; nnorw. ...dusere, Suff., ...duzieren; poln. ...dukować, Suff., ...duzieren; kymr. ...ddwytho, Suff., ...duzieren; nir. ...duchtaím, Suff., ...duzieren; poln. ...dukować, Suff., ...duzieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie durch ieren umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ziehen oder führen oder leiten; BM.: ziehen; F.: ...duzieren, ...duziere, ...duzierst, ...duziert, ...duzierest, ...duzieret, ...duzierte, ...duziertest, ...duzierten, ...duziertet, ...duziert, ...duzierte, ...duziertes, ...duziertem, ...duzierten, ...duzierter, ...duzierend, ...duzierend, ...duzierende, ...duzierendes, ...duzierendem, ...duzierenden, ...duzierender, ...duzier (!)+FW+EW; Z.: -du-z-ier-en
Dynamik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Dynamik, antreibende Kraft, Elan, Schwung; ne. dynamics; Vw.: -; Hw.: s. dynamisch; Q.: 1781 (Kant); I.: Lw. frz. dynamique; E.: s. frz. dynamique, F., Dynamik; vgl. frz. dynamique, Adj., dynamisch; gr. δυναμικός (dynamikós), Adj., kräftig, stark, wirksam; gr. δύναμις (dýnamis), F., Kraft, Gewalt, Macht, Vermögen, Fähigkeit; vgl. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. dynamisch, fehlt DW, EWD s. u. Dynamik, DW2 6, 1828, Duden s. u. Dynamik; Son.: vgl. nndl. dynamiek, Sb., Dynamik; nschw. dynamik, Sb., Dynamik; nnorw. dynamikk, M., Dynamik; poln. dynamika, F., Dynamik; kymr. dynameg, F., Dynamik; nir. dinimic, F., Dynamik; lit. dinamika, F., Dynamik; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Lehre von der Bewegung der Körper durch äußere Krafteinwirkung und innere Gegebenheiten; BM.: können; F.: Dynamik, Dynamiken+FW(+EW); Z.: Dy-n-am-ik
dynamisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dynamisch, beweglich; ne. dynamic; Vw.: -; Hw.: s. Dynamik; Q.: 1781 (Kant); .: Lw. gr. δυναμικός (dynamikós); E.: s. gr. δυναμικός (dynamikós), Adj., kräftig, stark, wirksam; gr. δύναμις (dýnamis), F., Kraft, Gewalt, Macht, Vermögen, Fähigkeit; vgl. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. dynamisch, EWD s. u. Dynamik, DW2 6, 1829, Duden s. u. dynamisch; Son.: vgl. nndl. dynamisch, Adj., dynamisch; frz. dynamique, Adj., dynamisch; nschw. dynamisk, Adj., dynamisch; nnorw. dynamisk, Adj., dynamisch; poln. dynamiczny, Adj., dynamisch; kymr. dynamig, Adj., dynamisch; lit. dinamiškas, Adj., dynamisch; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie durch isch umgebildete Bezeichnung für die von Kräften (der Physik) erzeugte Bewegung betreffend; BM.: können; F.: dynamisch, dynamische, dynamisches, dynamischem, dynamischen, dynamischer(, dynamischere, dynamischeres, dynamischerem, dynamischeren, dynamischerer, dynamischste, dynamischstes, dynamischstem, dynamischsten, dynamischste+FW+EW; Z.: dy-n-am-isch
Dynamit, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dynamit, Nitroglyzerin, ein Sprengstoff; ne. dynamite (N.); Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δύναμις (dýnamis), F., Kraft, Gewalt, Macht, Vermögen, Fähigkeit; vgl. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dynamit, fehlt DW, EWD s. u. Dynamit, DW2 6, 1830, Duden s. u. Dynamit; Son.: vgl. nndl. dynamiet, Sb., Dynamit; frz. dynamite, F., Dynamit; nschw. dynamit, Sb., Dynamit; nnorw. dynamitt, M., Dynamit; poln. dynamit, M., Dynamit; kymr. dynamit, M., Dynamit; nir. dinimít, F., Dynamit; lit. dinamitas, M., Dynamit; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen etwas früher von dem Italiener Ascanio Sobrero und 1866 von Alfred Nobel aus Schweden auf einem Floß in der Elbe bei Geesthacht entwickelten und danach weltweit verwendeten inzwischen aber von billigeren und sicherer handhabbaren Ammoniumnitratsprengstoffen abgelösten Sprengstoff (Nitroglyzerin); BM.: Kraft; F.: Dynamit, Dynamits+FW; Z.: Dy-n-am-it
Dynamo, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Dynamo, Lichtmaschine; ne. dynamo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1890; I.: neoklassische Bildung; E.: abgekürzt von nhd. Dynamo-Maschine oder dynamoelektrische Maschine und nach englischem Vorbild gebildet zu gr. δύναμις (dýnamis), F., Kraft, Gewalt, Macht, Vermögen, Fähigkeit; vgl. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dynamo, fehlt DW, EWD s. u. Dynamo, DW2 6, 1830, Duden s. u. Dynamo; Son.: vgl. nndl. dynamo, Sb., Dynamo; frz. dynamo, M., Dynamo; nschw. dynamo, Sb., Dynamo; nnorw. dynamo, M., Dynamo; poln. dynamo, M., Dynamo; kymr. dynamo, M., Dynamo; nir. dineamó, M., Dynamo; lit. dinama, F., Dynamo; GB.: seit 1890 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für nach der Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips durch Michael Faraday und Werner von Siemens 1866 entwickelte und seitdem verwendete eine mechanische Kraft in elektrischen Strom (und damit möglicherweise auch Licht) verwandelnde Maschine beispielsweise an einem Fahrrad; BM.: Kraft; F.: Dynamo, Dynamos+FW; Z.: Dy-n-am-o
$Dynast, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Dynast; E.: s. Dynast(ie); L.: fehlt DW, EWD s. u. Dynastie; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Herrscher über ein kleines Gebiet und einen Angehörigen einer Dynastie; F.: Dynast, Dynasten+FW; Z.: Dy-n-ast
Dynastie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Dynastie, Herrscherhaus, Herrschergeschlecht; ne. dynasty; Vw.: -; Hw.: s. dynastisch; Q.: 1539; I.: Lw. gr. δυναστεία (dynasteía); E.: s. gr. δυναστεία (dynasteía), F., Macht, Machtstellung, Herrschaft, Gewaltherrschaft; vgl. gr. δυναστεύειν (dynasteúein), V., Machthaber sein (V.), herrschen, viel vermögen; gr. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dynastie, fehlt DW, EWD s. u. Dynastie, DW2 6, 1831, Duden s. u. Dynastie; Son.: vgl. nndl. dynastie, Sb., Dynastie; frz. dynastie, F., Dynastie; nschw. dynasti, Sb., Dynastie; nnorw. dynasti, N., Dynastie; poln. dynastia, F., Dynastie; lit. dinastija, F., Dynastie; GB.: seit 1539 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche auf einem bestimmten Gebiet bekannte oder hervorragende und Einfluss ausübende Familie oder Gruppe; BM.: können; F.: Dynastie, Dynastien (!)+FW(+EW); Z.: Dy-n-ast-ie
dynastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. dynastisch, Dynastie betreffend, einer Dynastie zugehörig; ne. dynastic; Vw.: -; Hw.: s. Dynastie; Q.: 1787; I.: Lw. frz. dynastique, gr. δυναστικός (dynastikós); E.: entweder über frz. dynastique, Adj., dynastisch oder direkt von gr. δυναστικός (dynastikós), Adj.: nhd. herrschend?; vgl. gr. δύνασθαι (dýnasthai), V., können, vermögen, imstande sein (V.), Macht haben; idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Dynastie, fehlt DW, EWD s. u. Dynastie, DW2 6, 1832, Duden s. u. dynastisch; Son.: vgl. nschw. dynastisk, Adj., dynastisch; nnorw. dynastisk, Adj., dynastisch; poln. dynastyczny, Adj., dynastisch; kymr. dynastig, Adj., dynastisch; GB.: seit 1787 belegte und aus dem Französischen oder dem Griechischen aufgenommene sowie durch isch umgebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Dynastie oder ein Herrscherhaus betreffend; BM.: können; F.: dynastisch, dynastische, dynastisches, dynastischem, dynastischen, dynastischer+FW+EW; Z.: dy-n-ast-isch
Dyslexie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Dyslexie, Legasthenie, eine Lesestörung, eine Leseschwäche; ne. dyslexia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δυς- (dys), Präf., miss..., un...; idg. *dus-, Adj., Präf., übel..., miss..., Pokorny 227 (350/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Dyslexie; Son.: vgl. nndl. dyslexie, Sb., Dyslexie; frz. dyslexie, F., Dyslexie; nschw. dyslexi, Sb., Dyslexie; nnorw. dysleksi, M., Dyslexie; kymr. dyslecsia, M., Dyslexie; poln. dysleksja, F., Dyslexie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche organisch und seelisch bedingte Lesestörung; BM.: miss..., sammeln; BM.: übel, sammeln; F.: Dyslexie, Dyslexien+FW; Z.: Dys-lex-ie
Dysprosium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Dysprosium, ein metallisches Element; ne. dysprosium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. δυσπρόσιτος (dysprósitos), gr., Adj., unzugänglich, schwer angreifbar; vgl. gr. δυς- (dys), Präf., miss..., un...; idg. *dus-, Adj., Präf., übel..., miss..., Pokorny 227 (350/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); vgl. gr. προσιτός (prositós), Adj., zugänglich, annäherbar; gr. πρός (prós), Adv., Präp., hinzu, dazu, überdies, außerdem; idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἰέναι (iénai), V., gehen, fahren, kommen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Dysprosium; Son.: vgl. nndl. dysprosium, Sb., Dysprosium; frz. dysprosium, M., Dysprosium; nschw. dysprosium, N., Dysprosium; nnorw. dysprosium, N., Dysprosium; kymr. dysprosiwm, M., Dysprosium; nir. diospróisiam, M., Dysprosium; poln. dysproz, M., Dysprosium; lit. disprozis, M., Dysprosium; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein metallisches zu den seltenen Erden gehörendes und vor allem in China in Mineralien gefundenes und in Hochleistungsmagneten und in der Kerntechnik und in Legierungen sowie in Batterien und bei der Herstellung von Kondensatoren verwendetes chemisches Element (chemisches Element Nr. 66, abgekürzt Dy); BM.: unzugänglich; F.: Dysprosium, Dysprosiums+FW; F.: Dys-pro-s-i-um
Dystopie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Dystopie, in der Zukunft spielende Science-Fiction Geschichte mit negativem Ausgang; ne. dystopia; Vw.: -; Hw.: s. Topos, Utopie I.: Lw. ne. dystopia; E.: s. ne. dystopia, N., Dystopie; vgl. gr. δυς- (dys), Präf., miss..., un...; idg. *dus-, Adj., Präf., übel..., miss..., Pokorny 227 (350/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Dystopie; Son.: vgl. nndl. dystopie, Sb., Dystopie; frz. dystopie, F., Dystopie; nschw. dystopi, Sb., Dystopie; nnorw. dystopi, M., Dystopie; kymr. dystopia, F., Dystopie; poln. dystopia, F., Dystopie; lett. distopija, F., Dystopie; GB.: seit 1868 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Griechischen des Altertums nach dem Vorbild von Utopie von John Stewart Mill gebildete Bezeichnung für eine erfundene in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang; BM.: schlechter Ort; F.: Dystopie, Dystopien (!)+FW+EW; Z.: Dys—top-ie
e, E, nhd., N., (12. Jh.): nhd. e, E; ne. e (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); I.: Lw. lat. e; E.: s. lat. e, Buchstabe, E; gr. ε (e), Buchstabe, E, Epsilon; phön. he, Buchstabe, E, entstanden aus der Darstellung eines Menschen; L.: DW 3, 1, DW2 7, 1, Duden s. u. e; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den fünften Buchstaben (e) des lateinischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Menschen entwickeltes Zeichen; F.: E, Es+FW; Z.: E
…e, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …e; ne. …e; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. germ. …ō, …ōn, Endung von st. F. (ō) bzw. sw. F. (n); L.: Duden s. u. -e; Son.: s. Bote (von bieten), Ende (von enden), Gabe (von geben), Röte (von Rot), Würze (von würzen); GB.: seit 8. Jh, verwendete und zu der Bildung von Nomina aus Verben und Adjektiven dienende Partikel; BM.: ?; F.: …e, …en+EW; Z.: -e
Ebbe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ebbe, Niedrigwasser des Meeres; ne. ebb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. ebbe, F., Ebbe; mnl. ebbe, F., Ebbe; vgl. as. ebbiunga*, st. F. (ō), Ebbe; ahd. ebbunga*, st. F. (ō), Ebbe, Brandung, Strömung, Flut; anfrk. -; germ. *abjō-, *abjōn, *abja-, *abjan, sw. M. (n), Ebbe; idg. *api̯o-, Adj., fern, Pokorny 53; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ebbe, Kluge s. u. Ebbe, DW 3, 5, EWD s. u. Ebbe, DW2 7, 3, Duden s. u. Ebbe, Falk/Torp 15, Bluhme s. u. Ebbe; Son.: vgl. afries. ebba, sw. M. (n), Ebbe; nnordfries. ebe; ae. ėbba, sw. M. (n), Ebbe; an. efja, sw. F. (n), Gegenstrom in einem Fluss, Flussbucht; got. -; nndl. eb, Sb., Ebbe; nschw. ebb, Sb., Ebbe; nnorw. ebbe, M., Ebbe; GB.: seit 14. Jh. mnd. und mnl. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen in dem Wechsel der durch die Anziehungskraft der Masse des Mondes auf das Wasser der Meere der Erde verursachten Gezeiten in Gegensatz zu Flut allmählich wieder zurückgehenden oder bereits zurückgegangenen Wasserstand (Niedrigwasser); BM.: wegfließen; F.: Ebbe, Ebben+EW; Z.: Ebb-e
$ebben, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ebben; Vw.: s. ver-; L.: DW 3, 6, EWD s. u. Ebbe, DW2 7, 4; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Ebb(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches in dem Wechsel der Gezeiten allmählich wieder zurückgehen von Wasser der Meere der Erde; F.: ebben (!), ebbe (!), ebbst, ebbt, ebbest, ebbet, ebbte, ebbtest, ebbten, ebbtet, geebbt, ##geebbt, geebbte, geebbtes, geebbtem, geebbten, geebbter##, ebbend, ###ebbend, ebbende, ebbendes, ebbendem, ebbenden, ebbender###, ebb (!), ebbe (!)+EW; Z.: ebb-en
eben, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. eben, flach; ne. even (Adj.), equal, similar, straight; Vw.: -; Hw.: s. Ebene, ebnen; Q.: 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. eben (1), ebene, Adj., eben (Adj.), glatt, gerade (Adj.) (2), gleich, gleichmäßig, ebenmäßig, flach, recht; mnd. ēven, effen, Adj., eben; mnl. even, Adj., glatt, eben, gerade (Adj.) (2); ahd. eban (1), ebani*, Adj., eben, gleich, ähnlich; as. evan? (2), Adj., eben; as. efni emni*, Adj., eben, flach, zuvorkommend; anfrk. -; germ. *ebna-, *ebnaz, *ibna-, *ibnaz, Adj., eben, gleich; vgl. idg. i̯em-, V., halten, paaren, bezwingen, Pokorny 505? (752/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. eben, Kluge s. u. eben gleich, DW 3, 6, EWD s. u. eben, DW2 7, 5, EWAhd 2, 929, Heidermanns 171, Duden s. u. eben, Heidermanns 171, Bluhme s. u. eben; Son.: vgl. afries. even, iven, jowen, Adj., eben, gleich; nnordfries. even, effen, Adj., eben, gleich; ae. efen (1), efn, emn, Adj., Adv., eben, gleich, gerade (Adj.) (2), wahr; an. jafn, jamn, Adj., eben, gleich; got. ibns, Adj. (a), eben, flach, gleich; nndl. effen, Adj., eben; nschw. jämn, Adj., eben; nnorw. jefn, Adj., eben; ai. amna-, Adj., Adv., soeben, sogleich; ? kymr. iawn, Adj., gerecht, passend; GB.: seit 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches gleichmäßig flach (ohne Erhebung); BM.: ?; F.: eben, ebene, ebenes, ebenem, ebenen, ebener(, ebenere, ebenste)+EW; Z.: eb-en
$Ebenbaum, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Ebenbaum; E.: s. Eben, s. lat. ebenus, s. Baum; L.: Kluge 1. A. s. u. Ebenbaum, DW 3, 13; GB.: vielleicht seit 12. Jh, belegte (teilweise) aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Baum mit sehr hartem schwarzen oder tiefdunkelem Holz; F.: Ebenbaum, Ebenbaumes, Ebenbaums, Ebenbäume, Ebenbäumen+FW+EW; Z.: Eben—bau-m
$Ebenbild, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Ebenbild, Abbild; E.: s. eben, s. Bild; L.: Kluge s. u. Ebenbild, DW 3, 13, EWD s. u. Bild; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus eben und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Bildnissen mögliches Abbild; F.: Ebenbild, Ebenbilde, Ebenbildes, Ebenbilds, Ebenbilder, Ebenbildern+EW; Z.: Eben—bild
$ebenbürtig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ebenbürtig; E.: s. eben, s. (Ge)burt, s. ig; L.: Kluge s. u. Ebenbild, DW 3, 14, EWD s. u. eben; GB.: seit 1221-1224 belegte und aus Ebenburt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches von gleicher Geburt und damit auch Kraft und Rang seiend; F.: ebenbürtig, ebenbürtige, ebenbürtiges, ebenbürtigem, ebenbürtigen, ebenbürtiger(, ebenbürtigere, ebenbürtigeres, ebenbürtigerem, ebenbürtigeren, ebenbürtigerer, ebenbürtigst, ebenbürtigste, ebenbürtigstes, ebenbürtigstem, ebenbürtigsten, ebenbürtigster)+EW; Z.: eb-en—bür-t-ig
Ebene, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ebene, flaches Gelände; ne. plain (N.), plane (N.); Vw.: -; Hw.: s. eben, ebnen; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. ebene (1), eben, st. F., Ebene, Niederung, Gleichmäßigkeit, Ausgeglichenheit, Milde, Ebenmaß; ahd. ebanī*, st. F. (ī), Ebene, Fläche, Gleichheit; as. -; anfrk. -; germ. *ebnī-, *ebnīn, *ibnī-, *ibnīn, sw. F. (n), Ebene; vgl. idg. *i̯em-, *i̯eh₁m-, V., halten, paaren, bezwingen, Pokorny 505? (752/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. eben, EWD s. u. eben, DW 3, 14, DW2 7, 16, EWAhd 2, 934, Heidermanns 171, Duden s. u. Ebene; Son.: vgl. afries. *efna, sw. M. (n), Stelle, Raum, Platz (M.) (1); ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und aus eben und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine unbegrenzte und nirgends gekrümmte Fläche in Gegensatz zu einer Tiefe oder Höhe; BM.: ?; F.: Ebene, Ebenen+EW; Z.: Eb-en-e
Ebenholz, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Ebenholz, ein Edelholz; ne. ebony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. ebēnus, M., Ebenholz; mnd. ebēnusholt, N., Ebenholz; ahd. ebanholz*, st. N. (a), Ebenholz, Ebenholzbaum; vgl. ahd. eban* (3), evan*, st. M. (a?, i?), Ebenholz, Ebenholzbaum; vgl. lat. ebenus, F., Ebenholz, Ebenholzbaum, (70-19 v. Chr.); gr. ἔβενος (ébenos), F., Ebenholz, Ebenholzbaum; vgl. ägypt. hbnj, Sb., Ebenholz; Hinterglied s. nhd. Holz; L.: Kluge s. u. Ebenholz, DW 3, 15, EWD s. u. Ebenholz, DW2 7, 20, EWAhd 2, 933, Duden s. u. Ebenholz, Bluhme s. u. Ebenholz; Son.: vgl. nndl. ebbehout, Sb., Ebenholz; frz. ébène, F., Ebenholz; nschw. ebenholts, Sb., Ebenholz; nnorw. ibenholt, M., N., Ebenholz; poln. heban, M., Ebenholz; kymr. eboni, M., Ebenholz; nir. eabann, M., Ebenholz; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus lat. eben(us) und Holz gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr hartes schwarzes oder tiefdunkles Edelholz; BM.: ?; F.: Ebenholz, Ebenholzes, Ebenhölzer, Ebenhölzern+FW; Z.: Eben—hol-z
$Ebenmaß, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Ebenmaß, Gleichmaß; E.: s. eben, s. Maß; L.: Kluge s. u. Ebenbild, DW 3, 15 (Ebenmasz), EWD s. u. eben; GB.: (ebenmāz) seit um 1210 belegte und aus eben und Maß gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in dessen Vorstellung mögliches Gleichmaß (beispielsweise eines oder mehrerer Menschen); F.: Ebenmaß, Ebenmaßes, Ebenmaße, Ebenmaßen+EW; Z.: Eb-en—ma-ß
Eber, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Eber, männliches Schwein; ne. boar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. eber, st. M., Eber, Zuchteber, männliches Schwein, männliches Wildschwein, Keiler; mnd. ēver, M., Eber; mnl. ever, M., Eber; ahd. ebur*, st. M. (a), Eber; as. evur, st. M. (a), Eber; anfrk. -; germ. *ebura, *eburaz, st. M. (a), Eber; idg. *epero-, M., Eber, Pokorny 323 (472/53) (RB. idg. aus phryg./dak.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eber, Kluge s. u. Eber, DW 3, 17, EWD s. u. Eber, DW2 7, 28, EWAhd 2, 941, Falk/Torp 25, Duden s. u. Eber, Bluhme s. u. Eber; Son.: vgl. afries. -; ae. eofor, eofer, st. M. (a), Eber; an. jǫfurr, st. M. (a), Fürst, Häuptling, Eber; got. *ibrs?, ebrus, st. M. (a), Eber; lat. aper, M., Wildschwein, wildes Schwein, Eber, wilder Eber; lett. vepris, M., kastrierter Eber; ksl. veprъ, M., Eber; poln. wieprz, M., Eber; ? thrak. ἔβρος (ébros), M., Ziegenbock; GB.: (ebur) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches männliches Schwein; BM.: ?; F.: Eber, Ebers, Ebern+EW; Z.: Eber
$Eberbaum, nhd., M. (, ?): nhd. Eberbaum; L.: Kluge s. u. Eberesche, fehlt DW 3; I.: teilweise keltisch beeinflusst?; E.: s. Eber, s. Baum; L.: fehlt DW; GB.: seit unbekannter Zeit belegte und aus Eber und Baum gebildete und vielleicht teilweise keltisch beeinflusste Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Baum (Eberesche); F.: Eberbaum, Eberbaumes, Eberbaums, Eberbäume, Eberbäumen+FW?+EW; Z.: Eb-er—bau-m
Eberesche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Eberesche, Vogelbeerbaum; ne. rowan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: kelt. Lw.?; E.: teilweise aus dem Keltischen?, vgl. mir. ibar, Sb., Eibe; kelt. *eburo-, Sb., Eibe; vgl. idg. *ē̆rebʰ-, *ē̆reb-, *ō̆robʰ-, *ō̆rob-, Adj., rot, braun, Pokorny 334 (483/64) (RB. idg. aus gr., ill., alb., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Esche; L.: Kluge s. u. Eberesche, DW 3, 18, EWD s. u. Eberesche, DW2 7, 29, Duden s. u. Eberesche; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und vielleicht teilweise aus dem Keltischen aufgenommene und aus Eber und Esche gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Baum mit gefiederten Blättern und in Dolden wachsenden weißen Blüten sowie beerenähnlichen roten oder gelben Früchten; BM.: rot; F.: Eberesche, Ebereschen+FW+EW; Z.: Eb-er—esch-e
Eberraute, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Eberraute, Stabwurz, eine Wermutpflanze; ne. southernwood, southern wormwood, lad’s love; Vw.: -; Hw.: s. Raute (2); Q.: 13. Jh. (Glosse); I.: Lw. lat. abrotonum, abrotanum, N., gr. ἀβρότονον (abrótonon); E.: mhd. aberrūte, averrūte, everrūte, st. F., Aberraute (dial.), Eberraute, Stabwurz; mnd. ēveritte, ēverrūde, F., Eberraute; lat. abrotonum, abrotanum, N., Stabwurz, (65-8 v. Chr.); gr. ἀβρότονον (abrótonon), N., Stabwurz; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Eberraute, DW 3, 18, DW2 7, 30, Duden s. u. Abrotanum; Son.: vgl. frz. aurone, F., Eberraute; nschw. åbrodd, Sb., Eberraute; nnorw. abrodd, M., Eberraute; GB.: seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für eine in Stauden wachsende und als Gewürz und als Heilmittel verwendete schon vormenschliche Pflanze deren in schmalen Rispen wachsende gelbliche Blütenköpfchen nach Zitronen duften und die Thujone enthält deren Wirkung gesundheitsschädlich sein kann; BM.: ?; F.: Eberraute, Eberrauten+FW+EW; Z.: Eber—raut-e
ebnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ebnen, eben machen, gleichmachen; ne. level (V.), even (V.) out; Vw.: s. eben, Ebene; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ebenen, sw. V., ebnen, glätten, einebnen, gleichmachen, vereinigen, vergleichen, sich vergleichen; mnd. ēvenen, effenen, sw. V., ebnen, passen, zukommen, recht sein (V.), angenehm sein (V.), etwas gleich machen, glatt machen mnl. evenen, sw. V., ebnen, gleichmachen; ahd. ebanōn*, ebanen*, sw. V. (2, 1), ebnen, gleichstellen, vergleichen; as. -; anfrk. -; germ. *ebnōn, *ibnōn, sw. V., gleich machen; vgl. idg. *i̯em-, i̯eh₁m-, V., halten, paaren, bezwingen, Pokorny 505? (752/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. eben, DW 3, 18, EWD s. u. eben, DW2 7, 31, EWAhd 2, 936, Heidermanns 171, Duden s. u. eben; Son.: vgl. afries. evenia, sw. V. (2), ebnen; ae. efnan, sw. v. (1), ebnen, gleichmachen, ausführen, vergleichen; an. jafna, sw. V. (2), ebnen, vergleichen; got. *ibnōn?, sw. V. (2), ebnen; GB.: vor Ende 8. Jh. belegte und aus eben und en (Suff.) gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches eben machen oder gleichmachen; BM.: ?; F.: ebnen, ebne (!), ebnest, ebnet, ebnete, ebnetest, ebneten, ebnetet, geebnet, ##geebnet, geebnete, geebnetes, geebnetem, geebneten, geebneter##, ebnend, ###ebnend, ebnende, ebnendes, ebnendem, ebnenden, ebnender###, ebne (!)+EW; Z.: eb-n-en
$Ebritz, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Eberraute, Eberreis; L.: Kluge 1. A. s. u. Ebritz, fehlt DW; E.: s. lat. abrotanum; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Eberraute; F.: Ebritz, Ebritzen+FW+EW; Z.: Ebritz
echauffieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. echauffieren, erhitzen, aufregen; ne. get het (!) up, get excited; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; E.: frz. echauffer, V., erwärmen, erhitzen; lat. excalfacere, excalefacere, V., erwärmen, erhitzen, (23/24-79 n. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. calefacere, V., warm machen, erwärmen, wärmen, erhitzen, heizen; lat. calēre, V., warm sein (V.), heiß sein (V.), glühen, warm werden; idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. echauffieren, fehlt DW, EWD s. u. echauffieren, Duden s. u. echauffieren; Son.: vgl. nschw. echauffera, V., echauffieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches (sich) durch Anstrengung oder Aufregung erhitzen; BM.: aus, warm machen; F.: echauffieren, echauffiere, echauffierst, echauffiert, echauffierest, echauffieret, echauffierte, echauffiertest, echauffierten, echauffiertet, ##echauffiert, echauffierte, echauffiertes, echauffiertem, echauffierten, echauffierter##, echauffierend, ###echauffierend, echauffierende, echauffierendes, echauffierendem, echauffierenden, echauffierender###, echauffier (!)+FW+EW; Z.: e-chau-f-f-ier-en
Echo, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Echo, Widerhall (einer Schallwelle); ne. echo (N.); Vw.: -; Hw.: s. a. Echolot; Q.: 1349; I.: Lw. lat. ēchō; E.: s. lat. ēchō, F., Echo, Widerhall, (170-um 90 v. Chr.); gr. ἠχώ (ēchō), F., Echo, Widerhall; vgl. gr. ἠχή (ēchḗ), F., Schall, Getöse; vgl. idg. *u̯ā̆g- (2)?, V., schreien, Pokorny 1110 (1931/7) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Echo, DW 3, 19, EWD s. u. Echo, DW2 7, 35, Duden s. u. Echo; Son.: vgl. nndl. echo, Sb., Echo; frz. écho, M., Echo; nschw. eko, Sb., Echo; nnorw. ekko, N., Echo; poln. echo, M., Echo; kymr. eco, M., Echo; GB.: seit 1349 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Luft und Schall möglichen um die Laufzeit der Welle und zurück zu dem Hörenden verzögerten Widerhall einer Schallwelle; BM.: Schall bzw. schreien; F.: Echo, Echos+FW; Z.: Ech-o
$Echolot, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Echolot; Q.: 1912; E.: s. Echo, s. Lot; I.: fehlt DW; GB.: seit 1912 belegte und aus Echo und Lot gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu der Messung von Meerestiefen mittels des Echos in Wasser; L.: EWD s. u. Echo; GB.; F.: Echolot, Echolotes, Echolots, Echolote, Echoloten+FW; Z.: Ech-o—lot
Echse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Echse, ein Kriechtier; ne. lizard, saurian; Vw.: s. Eid-; Hw.: -; Q.: 1816; E.: falsch abgeleitet und abgelöst als Oberbegriff von Eidechse (s. d.); L.: Kluge s. u. Echse, fehlt DW, EWD s. u. Echse, DW2 7, 36, Duden s. u. Echse, Bluhme s. u. Echse; GB.: seit 1816 falsch aus Eidechse gebildete Bezeichnung für ein in sehr vielen Arten besonders in wärmeren Gebieten lebendes Kriechtier mit meist schuppiger Haut und mehr oder weniger vollständig ausgebildeten Gliedmaßen; BM.: von dem deutschen Naturforscher Lorenz Oken 1816 (falsch) als Oberbegriff zu Eidechse gebildet; F.: Echse, Echsen+EW; Z.: Echs-e
echt, nhd., Adv., Adj., (9. Jh.?): nhd. echt (Adv.) (1), nur, bloß, lediglich, unverfälscht, rechtmäßig; ne. just (Adv.), merely; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. eht, ēt, oht, et, ot, Adv., Konj., bloß, nur, wenn nur; mnd. eft, Adv., echt; vgl. ahd. ekkorōdo, eckorōdo*, Adv., Konj., nur, bloß, allein, wenn; as. ekir, ekkor*, Adv., nur; vgl. idg. *eg-, Sb., Mangel (M.), Pokorny 290 (427/8) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *agro-, *egro-?, Adj., Sb., oberstes, erstes, Spitze, Anfang, Pokorny 8 (18/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ.?, balt., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. echt, Kluge s. u. echt, DW 3, 20, EWD s. u. echt, DW2 7, 39, EWAhd 2, 945, Duden s. u. echt, Schmeller 1, 29, Schweiz. Id. 1, 82, Fischer 2, 533, Ochs 1, 624, Martin/Lienhart 1, 13, Bluhme s. u. echt; GB.: seit um 830 belegte und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nur oder bloß oder lediglich oder unverfälscht oder rechtmäßig; BM.: ?; Son.: daneben echt, Adj.; F.: echt+EW; Z.: ech-t
$Echtheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Echtheit, Unverfälschtheit, Rechtmäßigkeit; E.: s. echt, s. heit; L.: Kluge s. u. echt, DW 3, 21, EWD s. u. echt; GB.: seit 1787 belegte und aus echt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Rechtes mögliche Unverfälschtheit oder Rechtmäßigkeit; F.: Echtheit+EW; Z.: Ech-t-hei-t
Eck, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Eck, Ecke, Winkel; ne. edge (N.); Vw.: s. -; Hw.: s. Ecke, Egge (2); Q.: 12. Jh.; E.: s. Ecke; L.: Kluge s. u. Ecke, DW 3, 21, EWD s. u. Ecke; F.: Eck, Ecks, Eckes, Ecken+EW; Son.: vgl. afries. egg, eg, ig, st. F. (ō), Ecke, Kante, Schneide, Schwert, Seite, Partei; nnordfries. eg, ägh; ae. ėcg, st. F. (jō), Ecke, Schneide, Schwert; an. egg (1), st. F. (i), Ecke, Schneide; got. *agi-, *agja-, st. F., Schärfe, Ecke, Spitze, Schneide, Schwert; nschw. egg, Sb., Ecke?; ae. ásri-, Sb., Ecke, Kante, Schneide; gr. ὄκρις (ókris), F., Spitze, Ecke, Kante, Bergspitze; lat. aciēs, F., Schneide, Schärfe, Glanz, Scharfsinn; lat. ocris, M., steiniger Berg, Bergzacken; mir. ochair, Sb., Ecke, Rand; ? heth. hēkur-, N., Fels, Felsgipfel; GB.: seit um 1160 belegte und mit dem Altfriesischen und dem Altenglischen und dem Altnordischen sowie mit dem Griechischen und Lateinischen und Hethitischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches durch zusammenstoßende und einen Winkel bildende Linien oder Kanten oder Flächen begrenztes Flächenstück oder Raumstück; BM.: spitz; F.: Eck, Eckes, Ecks+EW; Z.: Eck
Ecke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ecke, Schneide, Felsenspitze, Winkel; ne. edge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Egge (2), Eck; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. ecke (1), egge, st. F., sw. F., st. M., st. N., Schneide, Schneide einer Waffe, Waffenschneide, Schwert, Spitze, Winkel, Ecke; mnd. egge, F., Ecke, Ende, Schneide, Schwert; egge, F., Ecke, Schneide; ahd. ekka*, egga*, st. F. (jō), Schneide, Spitze, Ecke, Rand; as. ėggia*, st. F. (ō?, jō?), Ecke, Schneide, Schwert; anfrk. -; germ. *agjō, st. F. (ō), Schärfe, Spitze, Ecke, Kante; s. germ. *agi-, *agiz, st. F. (i), Schärfe; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eck, Kluge s. u. Ecke, DW 3, 22, EWD s. u. Ecke, DW2 7, 42, EWAhd 2, 955, Duden s. u. Ecke, Falk/Torp 8. Bluhme s. u. Ecke; Son.: vgl. afries. egg, eg, ig, st. F. (ō), Ecke, Kante, Schneide, Schwert, Seite, Partei; nnordfries. eg, ägh; ae. ėcg, st. F. (jō), Ecke, Schneide, Schwert; an. egg (1), st. F. (i), Ecke, Schneide; got. *agi-, *agja-, st. F., Schärfe, Ecke, Spitze, Schneide, Schwert; nschw. egg, Sb., Ecke?; ae. ásri-, Sb., Ecke, Kante, Schneide; gr. ὄκρις (ókris), F., Spitze, Ecke, Kante, Bergspitze; lat. aciēs, F., Schneide, Schärfe, Glanz, Scharfsinn; lat. ocris, M., steiniger Berg, Bergzacken; mir. ochair, Sb., Ecke, Rand; ? heth. hēkur-, N., Fels, Felsgipfel; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches durch zusammenstoßende und einen Winkel bildende Linien oder Kanten oder Flächen begrenztes Flächenstück oder Raumstück; BM.: spitz; F.: Ecke, Ecken+EW; Z.: Eck-e
Ecker, nhd., F., M., (11. Jh.?): nhd. Ecker, Buchecker, Frucht der Buche; ne. beechnut; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. ackeran, M., N., st. M., st. N., st. F., Ackeran, Ecker, Buche, Buchecker, Eichel; mnd. ackeren (2), N., Eichel, Eichelmast; ahd. eckarn, Sb., Ecker; germ. *akrana-, *akranam, st. N. (a), Frucht, Korn; s. idg. *ōg-, əg-, V., Sb., wachsen (V.) (1), Frucht, Beere, Pokorny 773 (1327/7) (RB. idg. aus arm.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ecker, Kluge s. u. Ecker, DW 3, 24, EWD s. u. Ecker, DW2 7, 49, Duden s. u. Ecker, Falk/Torp 7, Bluhme s. u. Buchecker; Son.: s. nhd. (ält.) Ackeran, M., Ackeran, Ecker; vgl. afries. -; ae. æcern, æcren, st. N. (a), Nuss (F.) (1), Mast (F.), Eichel, Ecker; an. akarn, st. N. (a), Frucht wildwachsender Bäume; got. akran, st. N. (a), Frucht, Ertrag; ne. acorn, N., Eichel; nschw. (dial.) akarn, Sb., Eichel?; nisl. akarn, N., Eichel; mir. áirne, M., Schlehe; kymr. aeron, Sb., Frucht, Beere; lit. úoga, Sb., Beere, Kirsche; ksl. agoda, Sb., Beere; GB.: seit 11. Jh.? belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlichen Früchte der Buche und wohl ähnlicher Bäume; BM.: Frucht bzw. wachsen (V.) (1); F.: Ecker, Eckern+EW; Z.: Eck-er
$eckig, nhd., Adj.: nhd. eckig, Ecken habend; Vw.: s. drei-, vier-; E.: s. Eck, s. Ecke, s. ig; L.: DW 3, 24; GB.: seit 1519 belegte und aus Eck und Eck(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Ecken habend; F.: eckig, eckige, eckiges, eckigem, eckigen, eckiger+EW; Z.: eck-ig
Ecstasy, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Ecstasy, ein Amphetamin, eine Designerdroge; ne. ecstasy; Vw.: -; Hw.: s. Ekstase Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. ecstasy; E.: ne. ecstasy, F., Ecstasy, Ekstase; afrz. extasie, F., Exstase; lat. ecstasis, F., Ekstase; gr. ἔκστασις (ékstasis), F., Außersichgeraten, Verzückung; vgl. ἐξιστάναι (exhistánai), V., abtreten, sich verändern, heraustreten; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Ecstasy; Son.: vgl. nndl. ecstasy, Sb., Ecstasy; frz. ecstasy, N., Ecstasy; nschw. ecstasy, Sb., Ecstasy; nnorw. ecstasy, M., Ecstasy; poln. ecstasy, F., Ecstasy; kymr. ecstasi, M., Ecstasy; nnorw. eacstais, F., Ecstasy; lit. ekstazė, F., Ecstasy; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und Lateinischen sowie Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete halluzinogene Designerdroge (ein Amphetamin); BM.: sich verändern bzw. herausstehen; F.: Ecstasy, Ecstasys+FW; Z.: Ec-sta-s-y
$Ecu, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ecu; L.: Kluge s. u. Ecu; GB.: neben einer aus dem Französischen ab um 1270 aufgenommenen und von einem Wort für Wappenschild abgeleiteten Bezeichnung für eine Münze die Abkürzung für European Currency Unit als Bezeichnung für eine in der Europäischen Währungsunion 1979 entwickelte europäische Währungseinheit die ab 2002 durch Euro und Cent in den zugehörigen Staaten verwirklicht wurde; F.: Ecu, Ecus+FW; Z.: E-c-u
Edamer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Edamer, Edamerkäse, ein harter Schnittkäse; ne. edam cheese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; E.: Abkürzung von Edamerkäse; von dem ON Edam in den Niederlanden; Damm in dem Gewässer Ee; vgl. mnl. dam, Sb., Damm; germ. *dammjan, sw. V., dämmen, hindern; germ. *damma, *dammaz, st. M. (a), Damm, Haufe, Haufen; L.: fehlt DW, DW2 7, 55; Son.: vgl. frz. fromage édam, M., Edamer; nschw. edamerost, Sb., Edamer; nnorw. edamer, M., Edamer; poln. ser edamski, M., Edamer; lit. edamas, M., Edamer; GB.: seit 1769 belegte und aus Edam und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in Edam aus Rohmilch hergestellten harten Schnittkäse; BM.: von dem ON Edam; F.: Edamer, Edamers, Edamern+FW?+EW; Z.: E-dam-er
edel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. edel geboren, von Adel seiend, von hoher Abstammung seiend, vornehm; ne. noble (Adj.), gentle; Vw.: -; Hw.: s. Adel (1); Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. edele, edel, Adj., adlig, edel, von hoher Abstammung seiend, von hohem Rang seiend, hoch angesehen, herrlich; mnd. ēdel, Adj., edel; mnl. edel, Adj., edel; ahd. edili, Adj., adlig, edel, vornehm, hervorragend, berühmt; mnl. edel, Adj., edel; ahd. adal*, Adj., adlig; as. ėthili*, Adj., edel, adlig, von gutem Geschlecht seiend; as. athal?, Adj., edel, vornehm; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht, aber eher unwahrscheinlich anfrk. ethili, Adj., vortrefflich; germ. *aþilu-, *aþiluz, Adj., von vornehmem Geschlecht seiend, von Adel seiend; vgl. idg. *ā̆tos, *atta, Sb., Vater, Mutter (F.) (1), Pokorny 71 (118/118) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. edel, Kluge s. u. edel, DW 3, 25, EWD s. u. edel, DW2 7, 55, Duden s. u. edel, Bluhme s. u. edel; Son.: vgl. afries. ethele, Adj., edel, adlig, vollbürtig, frei; nfries. edel, eel, Adj., edel, adlig; ae. æþele, Adj. (ja), adlig, edel, vornehm, berühmt, herrlich; an. -; got. -; nndl. edel, Adj., edel; nschw. ädel, Adj., edel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Adel seiend oder von hoher Abstammung seiend oder vornehm; BM.: Vater bzw. Abstammung?; F.: edel, edle, edles, edlem, edlen, edler(, edlere, edleres, edlerem, edleren, edlerer, edelste, edelstes, edelstem, edelsten, edelster)+EW; Z.: ed-el
$Edeling, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Edeling; E.: s. ede(l), s. ling; L.: Kluge s. u. König, DW 3,28; GB.: seit 863-871 belegte und aus ede(l) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung des Menschen möglichen vornehm geborenen Menschen; F.: Edeling, Edelings, Edelinges, Edelinge, Edelingen+EW; Z.: Ed-el-ing
$Edelmut, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Edelmut, edler Mut, Beherztheit; E.: s. edel, s. Mut; L.: Kluge s. u. edel, DW 3, 29, EWD s. u. edel; GB.: seit um1265 belegte und aus edel und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen möglichen edlen Mut oder Beherztheit; F.: Edelmut, Edelmutes, Edelmuts+EW; Z.: Ed-el—mu-t
$Edelmütigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Edelmütigkeit, Großmütigkeit, sittliche Größe; E.: s. edel, s. Mut, s. ig, s. keit; L.: fehlt DW, EWD s. u. edel; GB.: seit 1670 belegte und aus edel und Mut sowie ig und keit bzw. heit gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliche Großmütigkeit oder sittliche Größe; F.: Edelmütigkeit+EW; Z.: Ed-el—mü-t-ig—kei-t
$Edelstein, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Edelstein; E.: s. edel, s. Stein; L.: Kluge s. u. edel, DW 3, 29, EWD s. u. edel; GB.: seit um 1250 belegte und aus edel und Stein gebildete Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen und in der Vorstellung des Menschen vor allem wegen der Seltenheit sowie anderer auffälliger Eigenschaften der Schönheit oder Haltbarkeit besonders wertvollen Stein wie beispielsweise den Diamanten oder Malachiten oder Rubin oder Saphir oder Smaragd oder auch weitere Halbedelsteine, F.: Edelstein, Edelsteins, Edelsteines, Edelsteine, Edelsteinen+EW; Z.: Ed-el-stei-n
$Edelweiß, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Edelweiß; E.: s. edel, s. Weiß: L.: Kluge s. u. edel, DW 3, 30 (Edelweisz), EWD s. u. edel; GB.: seit 1784 belegte und aus edel und Weiß gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und wegen der Umweltbedingungen selten gewordene und deswegen geschützte weiß blühende und trocken lange haltbare kleine Hochgebirgsblume; F.: Edelweiß, Edelweißes, Edelweiße, Edelweißen+EW; Z.: Ed-el—wei-ß
Eden, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Eden, Garten Eden, Paradies; ne. Eden, paradise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); I.: Lw. lat. Eden; E.: s. lat. Eden, ON, Eden, Garten Eden; hebr. eden, Sb., Wonne, Freude; sumer. eden, Sb., Steppe; L.: DW 3, 30, DW2 7, 81, Duden s. u. Eden; Son.: vgl. nnorw. eden, Sb., Eden, Garten Eden; poln. eden, M., Eden, Garten Eden; lit. edenas, M., Eden; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen und Hebräischen sowie Sumerischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für das in der Vorstellung des Menschen als wunderbarer Sehnsuchtsort mögliche Paradies; BM.: Wonne bzw. Steppe?; F.: Eden, Edens+FW; Z.: Eden
....eder, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...eder, ...flächner; ne. …hedron; Vw.: s. Kath-, Tetra-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. ἕδρα (hédra); E.: s. gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1069; Son.: vgl. nndl. …ëder, Suff., …eder; frz. …èdre, Suff., …eder; nschw. …eder, Suff., …eder; nnorw. …eder, Suff., …eder; kymr. …hedron, Suff., …eder; nir. …héadrán, Suff., …eder; lit. …edras, Suff., …eder; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Substantiven für geometrische Körper verwendete Bezeichnung; BM.: sitzen; F.: …eder, …eders, …edern+FW+EW; Z.: -ed-er
edieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. edieren, herausgeben, ausgeben, veröffentlichen; ne. edit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Edition, Editor, Editorial; Q.: 1555 (Landrecht Württemberg); I.: Lw. lat. ēdere; E.: s. lat. ēdere, V., herausgeben, heraustun, herausstellen, vergießen, (um 235-200 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Edition, fehlt DW, EWD s. u. edieren, DW2 7, 81, Duden s. u. edieren; GB.: seit 1555 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches herausgeben (vor allem seit der Entwicklung des Druckes von Büchern um vierzehnhundertfünfzig); BM.: herausgeben; F.: edieren, ediere, edierst, ediert, edierest, edieret, edierte, ediertest, edierten, ediertet, ##ediert, edierte, ediertes, ediertem, edierten, edierter##, edierend, ###edierend, edierende, edierendes, edierendem, edierenden, edierender###, edier (!)+FW+EW; Z.: e-d-ier-en
Edikt, nhd., (Part. Prät.=)N., (12. Jh.): nhd. Edikt, Aussage, Satz, Bekanntmachung, Erlass; ne. edict; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Trierer Silvester); E.: s. mhd. edictum, N., Edikt, Erlass, Anordnung; mnd. edict, N., Edikt; s. lat. ēdictum, N., Aussage, Satz, Edikt, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. ēdīcere, V., ansagen, bekanntmachen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Edikt, fehlt DW, DW2 7, 82, Duden s. u. Edikt; Son.: vgl. nndl. edict, Sb., Edikt; frz. édit, M., Edikt; nschw. edikt, Sb., Edikt; nnorw. edikt, N., Edikt; poln. edykt, M., Edikt; lit. ediktas, M., Edikt; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Aussage oder Bekanntmachung oder einen Erlass; BM.: bekanntmachen bzw. sagen; F.: Edikt, Ediktes, Edikts, Edikte, Edikten+FW+EW; Z.: E-di-k-t
$editieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. editieren; E.: s. Editi(on), s. (i)eren); L.: Kluge s. u. Edition, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung des Lebens mögliches hervorbringen oder gebären oder herausgeben; F.: editieren, editiere, editierst, editiert, editierest, editieret, editierte, editiertest, editierten, editiertet, ##editiert, editierte, editiertes, editiertem, editierten, editierter##, editierend, ###editierend, editierende, editierendes, editierendem, editierenden, editierender###, editier+FW+EW; Z.: e-d-it-ier-en
Edition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Edition, Herausgabe von Schriften, Ausgabe; ne. edition; Vw.: -; Hw.: s. edieren, Editor, Editorial; Q.: 1537; I.: Lw. lat. ēditio; E.: s. lat. ēditio, F., Gebären, Geburt, Herausgabe, Ausgabe, Mitteilung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēdere, V., herausgeben, heraustun, herausstellen, vergießen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Edition, fehlt DW, EWD s. u. edieren, DW2 7, 84, Duden s. u. Edition; Son.: vgl. nndl. editie, Sb., Edition; frz. édition, F., Edition; nschw. edition, Sb., Edition; nnorw. edisjon, M., Edition; poln. edycja, F., Edition; GB.: seit 1537 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung des Lebens mögliches Hervorbringen oder Gebären oder Herausgeben eines Werkes oder die einzelne Ausgabe oder Auflage; BM.: herausgeben; F.: Edition, Editionen+FW+EW; Z.: E-d-it-io-n
Editor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Editor, Herausgeber; ne. editor; Vw.: -; Hw.: s. edieren, Edition, Editorial; Q.: 1692; I.: Lw. lat. ēditor; E.: s. lat. ēditor, M., Hervorbringer, Erzeuger, Erschaffer, Schöpfer (M.) (2), Gründer, Veranstalter, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. ēdere, V., herausgeben, heraustun, herausstellen, vergießen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Edition, fehlt DW, DW2 7, 86, Duden s. u. Editor; Son.: vgl. nndl. editor, Sb., Editor; nnorw. editor, M., Editor; poln. edytor, M., Editor; GB.: seit 1692 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen Erzeuger und nach Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Herausgeber eines Textes; BM.: herausgeben; F.: Editor, Editors, Editoren+EW; Z.: E-d-it-or
Editorial, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Editorial, Leitartikel, redaktioneller Beitrag, Redaktionsverzeichnis (Redaktionsimpressum); ne. editorial (N.); Vw.: -; Hw.: s. edieren, Edition, Editor; Q.: 1966; I.: Lw. ne. editorial; E.: s. ne. editorial, N., Leitartikel, redaktioneller Beitrag; ne. editor, M., Herausgeber; lat. ēditor, M., Hervorbringer, Erzeuger, Erschaffer, Schöpfer (M.) (2), Gründer, Veranstalter, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. ēdere, V., herausgeben, heraustun, herausstellen, vergießen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Edition, fehlt DW, DW2 7, 86, Duden s. u. Editorial; GB.: seit 1966 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen redaktionellen Beitrag in einer Zeitschrift oder auch für das Redaktionsverzeichnis (Redaktionsimpressum); BM.: herausgeben; F.: Editorial, Editorials+FW; Z.: E-d-it-or-ial
Efeu, Epheu, nhd., N., M., (8. Jh.?): nhd. Efeu, eine Kletterpflanze; ne. ivy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ephöū, ebehöū, st. N., Efeu; mnd. īflōf, iflōf, īlōf, Sb., Efeu; ahd. ebah, st. N. (a) (?), Efeu, Attich; ahd. ebewi*, ebouwi*, ebahewi*, ebhouwi*, st. N. (ja), Efeu; germ. *ībwa, Sb., Efeu; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Epheu, Kluge s. u. Efeu, DW 3, 678, EWD s. u. Efeu, DW2 7, 90, Duden s. u. Efeu, Bluhme s. u. Efeu, EWAhd 2, 939; Son.: vgl. ae. īfig, st. N. (a), Efeu; ae. īfegn, st. N. (a), Efeu; nnorw. eføy, M., Efeu; GB.: (ebah) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche und wohl in kühleren Gebieten Europas entstandene immergrüne und als Kletterstrauch bis zu 20 Metern Höhe an Bäumen wachsende Pflanze mit dreieckig bis fünfeckig gelappten Blättern; BM.: ?; F.: Efeu, Efeus+EW; Z.: Ef-eu
Effeff, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Effeff, Perfektion; ne. ?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1899; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von der alten Abkürzung ff. für die Digesten des römischen Rechtes oder von der kaufmannssprachlichen Abkürzung ff für sehr fein, it. fino, Adj., fein, dünn; L.: Kluge s. u. Effeff, EWD s. u. Effeff, DW2 7, 91, Duden s. u. Effeff; Son.: vor allem in der Redewendung etwas aus dem Effeff können; GB.: seit 1899 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliche Perfektion; BM.: fein?; F.: Effeff+FW?; Z.: Eff-eff
Effendi, Efendi, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Effendi, Efendi, ein alter Titel in der Türkei; ne. effendi, effendy; Vw.: -; Hw: -; Q.: 1629; I.: Lw. türk. efendi; E.: s. türk. efendi, Sb., Effendi; ngr. αφέντης (aphéntēs) M., Herr, Besitzer; gr. αὐθέντης (authéntēs), M., Urheber, Mörder, Gewalthaber; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein seiend, alleinig, derselbe; idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 7, 90, Duden s. u. Effendi; Son.: vgl. frz. effendi, M., Effendi; nschw. effendi, Sb., Effendi; kymr. effendi, M., Effendi; poln. efendi, M., Effendi; lett. efendi, M., Effendi; GB.: seit 1629 belegte und aus dem Türkischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung und Anrede für einen höheren Beamten in dem Osmanischen Reich; BM.: Herr bzw. selbst; F.: Effendi, Effendis, Efendi, Efendis+FW; Z.: Ef-f-end-i
Effekt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Effekt, Wirkung; ne. effect (N.); Vw.: -; Hw.: s. Effet, Effekten, effektiv, Effektivität; Q.: 1435 (Chronik); I.: Lw. lat. effectus; E.: s. lat. effectus, M., Ausführung, Durchführung, Vollendung, Wirksamkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Effekt, DW 3, 32 (Effect), EWD s. u. Effekt, DW2 7, 91, Duden s. u. Effekt; Son.: vgl. nndl. effect, Sb., Effekt; nschw. effekt, Sb., Effekt; nnorw. effekt, M., Effekt; poln. efekt, M., Effekt; kymr. effaith, F., Effekt; nir. éifeacht, F., Effekt; lit. efektas, M., Effekt; GB.: seit 1435 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Wirkung (einer Gegebenheit); BM.: hervorbringen; F.: Effekt, Effekts, Effektes, Effekte, Effekten+FW+EW; Z.: Ef-fe-k-t
Effekten, nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Effekten, Wertpapiere; ne. effects (N. Pl.); Vw.: -; Hw.: s. Effekt, Effet, effektiv, Effektivität; Q.: 1632; I.: Lw. frz. effets; E.: s. frz. effets, Sb. Pl., Effekten; it. effecti, effeti, Sb. Pl., Vermögen, Wertpapiere; lat. effectus, M., Ausführung, Durchführung, Vollendung, Wirksamkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Effekten, fehlt DW. EWD s. u. Effekten, DW2 7, 94, Duden s. u. Effekten; Son.: vgl. nndl. effecten, Sb. Pl., Effekten; nschw. effekter, Sb. Pl., Effekten; nnorw. effekten, Sb. Pl., Effekten; GB.: seit 1632 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an der Börse gehandelte Wertpapiere; BM.: hervorbringen; F.: Effekten+FW(+EW); Z.: Ef-fe-k-t-en
$Effektenbörse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Effektenbörse, Wertpapierbörse (Börse für Wertpapiere); E.: s. Effekten, s. Börse; L.: fehlt DW, EWD s. u. Effekten; GB.: 1858 belegte und aus Effekten und Börse gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit dem 19. Jh. entwickelte und verwendete Wertpapierbörse; F.: Effektenbörse, Effektenbörsen+FW(+EW); Z.: Ef-fe-k-t-en-bör-s-e
effektiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. effektiv, wirksam, tatsächlich; ne. effective; Vw.: -; Hw.: s. Effekt, Effekten, Effektivität, Effet; Q.: 1618; I.: Lw. lat. effectīvus; E.: s. lat. effectīvus; s. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Effekt, fehlt DW, EWD s. u. effektiv, DW2 7, 95, Duden s. u. effektiv; Son.: vgl. nndl. effectief, Adj., effektiv; frz. effectif, Adj., effektiv; nschw. effektiv, Adj., effektiv; nnorw. effektiv, Adj., effektiv; poln. efektywny, Adj., effektiv; kymr. effeithiol, Adj., effektiv; kymr. éifeachtach, Adj., effektiv; lit. efektyvus, Adj., effektiv; GB.: seit 1618 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches wirksam oder tatsächlich; BM.: hervorbringen; F.: effektiv, effektive, effektives, effektivem, effektiven, effektiver(, effektivere, effektiveres, effektiverem, effektiveren, effektiverer, effektivst, effektivste, effektivstes, effektivstem, effektivsten, effektivster)+FW+EW; Z.: ef-fe-k-t-iv
Effektivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Effektivität, Bewirktheit, Wirksamkeit, Nutzen (M.); ne. effectivity, effectiveness, efficiency; Vw.: -; Hw.: s. Effekt, Effekten, effektiv, Effet; Q.: 1796 (Novalis); I.: Lw. mlat. effectīvitās; E.: s. mlat. effectīvitās, F., Bewirkendes, Bewirkbarkeit, (um 1270); lat. effectīvus, Adj., schaffend, bewirkend, ausübend, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Effekt, fehlt DW, EWD s. u. effektiv, DW2 7, 95, Duden s. u. Effektivität; Son.: vgl. nndl. effectiviteit, Sb., Effektivität; nschw. effektivitet, Sb., Effektivität; nnorw. effektivitet, M., Effektivität; poln. efektywność, F., Effektivität; nir. éifeachtacht, F., Effektivität; lit. efektyvumas, M., Effektivität; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bewirktheit oder Wirksamkeit (in dem Rahmen eines Kausalverhältnisses) oder für Nutzen (M.); BM.: hervorbringen; F.: Effektivität+EW; Z.: Ef-fe-k-t-iv-it-ät
$effektvoll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. effektvoll, eindrucksvoll, glanzvoll; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Effekt, s. voll; L.: fehlt DW, EWD s. u. Effekt; GB.: seit 1810 belegte und aus Effekt und voll gebildete Bezeichnung für eindrucksvoll oder glanzvoll; F.: effektvoll, effektvolle, effektvolles, effektvollem, effektvollen, effektvoller(, effektvollere, effektvolleres, effektvollerem, effektvolleren, effektvollerer, effektvollst, effektvollste, effektvollstes, effektvollstem, effektvollsten, effektvollster)+FW+EW; Z.: ef-fe-k-t—vol-l
Effet, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Effet, Drall einer Kugel, Drehung um die Vertikalachse; ne. swerve (N.); Vw.: -; Hw.: s. Effekt, Effekten, effektiv, Effektivität; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. effet; E.: s. frz. effet, M., Effet, Wirkung; lat. effectus, M., Ausführung, Durchführung, Vollendung, Wirksamkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Effet, fehlt DW, (DW 3, 32 Effect), EWD s. u. Effet, DW2 7, 97, Duden s. u. Effet; GB.: seit 1928 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen einer Kugel oder einem Ball bei dem Stoßen oder Schlagen oder Treten durch seitliches Anschneiden versetzten Drall; BM.: hervorbringen; F.: Effet, Effets+FW; Z.: Ef-fe-t
$effizient, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. effizient, wirkungsvoll, wirksam, leistungsfähig; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. efficiēns; L.: fehlt DW, EWD s. u. effizient; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches wirkungsvoll oder wirksam oder leistungsfähig; F.: effizient, effiziente, effizientes, effizientem, effizienten, effizienter(, effizientere, effizienteres, effizienterem, effizienteren, effizienterer, effizientest, effizienteste, effizientestes, effizientestem, effizientesten, effizientester)+FW+EW; Z.: ef-fi-z-i-ent
Effizienz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Effizienz, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit; ne. efficiency; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1829 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. efficientia; E.: s. lat. efficientia, F., Wirksamkeit, Wirkung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. efficere, V., hervorbringen, herausbringen, bereiten, erzeugen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Effekt, fehlt DW, EWD s. u. effizient, DW2 7, 98, Duden s. u. Effizienz; Son.: vgl. nndl. efficientie, Sb., Effizienz; frz. efficacité, Sb., Effizienz; kymr. effeithiolrwydd, M., Effizienz; nir. éifeachtacht, F., Effizienz; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder der Industrialisierung mögliche besonders gute Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit; BM.: hervorbringen; F.: Effizienz, Effizienzen+FW+EW; Z.: Ef-fi-z-i-enz
egal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. egal, gleich, gleichgültig; ne. indifferent; Vw.: s. schnurz-; Hw.: s. egalisieren, egalitär; Q.: 1633; I.: Lw. frz. égal; E.: s. frz. égal, Adj., egal, gleich; lat. aequālis, Adj., gleich beschaffen (Adj.), gleich, eben, entsprechend, konform, gleichaltrig, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2), waagrecht; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: Kluge s. u. egal, DW 3, 32, EWD s. u. egal, DW2 7, 99, Duden s. u. egal; Son.: Deklination nur in der Umgangssprache; vgl. nndl. egaal, Adj., egal; nschw. egal, Adj., egal; nnorw. egal, Adj., egal; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen gleich oder gleichgültig; BM.: gleich; F.: egal, egale, egales, egalem, egalen, egaler+FW+EW; Z.: eg-al
egalisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. egalisieren, gleichmachen, gleichwertig machen; ne. equalise; Vw.: -; Hw.: s. egal, egalitär; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. égaliser; E.: s. frz. égaliser, V., egalisieren, gleichmachen; vgl. frz. égalité, F., Gleichheit; frz. égal, Adj., egal, gleich; lat. aequālis, Adj., gleich beschaffen (Adj.), gleich, eben, entsprechend, konform, gleichaltrig, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2), waagrecht; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: fehlt DW, EWD s. u. egal, Duden s. u. egalisieren; Son.: vgl. nschw. egalisera, V., egalisieren; nnorw. egalisere, V., egalisieren; GB.: seit 1741 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der Etymologie unklare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Aufklärung manchem Menschen erstrebenswertes etwas gleichmachen oder gleichwertig machen; BM.: gleich; F.: egalisieren, egalisiere, egalisierst, egalisiert, egalisierest, egalisieret, egalisierte, egalisiertest, egalisierten, egalisiertet, ##egalisiert, egalisierte, egalisiertes, egalisiertem, egalisierten, egalisierter##, egalisierend, ###egalisierend, egalisierende, egalisierendes, egalisierendem, egalisierenden, egalisierender###, egalisier (!)+FW+EW; Z.: eg-al-is-ier-en
egalitär, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. egalitär, gleichrangig, gleich; ne. egalitarian; Vw.: -; Hw.: s. egal, egalisieren; Q.: 1924?; I.: Lw. frz. égalitaire; E.: s. frz. égalitaire, Adj., egalitär; vgl. frz. égalité, F., Gleichheit; frz. égal, Adj., egal, gleich; lat. aequālis, Adj., gleich beschaffen (Adj.), gleich, eben, entsprechend, konform, gleichaltrig, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2), waagrecht; Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: fehlt DW, Duden s. u. egalitär; Son.: vgl. nndl. egalitair, Adj., egalitär; nschw. egalitär, Adj., egalitär; nnorw. egalitær, Adj., egalitär; poln. egalitarny, Adj., egalitär; lit. egalitarinis, V., egalitär; GB.: vielleicht seit 1924 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der Etymologie unklare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Aufklärung manchem Menschen erstrebenswertes politisch und sozial gleich; BM.: gleich; F.: egalitär, egalitäre, egalitäres, egalitärem, egalitären, egalitärer(, egalitärere, egalitäreres, egalitärerem, egalitäreren, egalitärerer, egalitärste, egalitärstes, egalitärstem, egalitärsten, egalitärster)+FW(+EW); Z.: eg-al-it-är
Egarten, nhd. (ält.), M., F., (12. Jh.): nhd. Egarten, Egart, Egerte, Egert, wechselweise als Wiese und Acker genutztes Landstück; ne. a special kind of field; Vw.: -; Hw.: s. Egert; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit des Konrad von Fussesbrunnen); E.: s. mhd. egerde, egerte, sw. M., sw. F., Brachland, nach mehrjäriger Beackerung als Wiesenland oder Weideland genutztes Flurstück, ungenutzter Weinhang; s. ahd.? egerda, sw. F. (n), Brachland; weitere Herkunft ungeklärt, Vorderglied vielleicht von ahd. ēwa, st. F. (jō), sw. F. (n), Gesetz, Recht, Regel, Gebot; germ. *aiwa-, *aiwaz, st. M. (a), Recht?, Gesetz?; idg. *oiu̯ā, F., Gesetz, Norm, Bündnis, Pokorny 296; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. gart, st. M. (a?, i?), Garten, eingehegtes Grundstück, umfriedeter Platz, Umhegung, Kreis, Reigen; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *gʰordʰos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 444; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umzäunen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); idg. g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); oder s. ahd. eggen, sw. V. (1b), eggen, ebnen; germ. *agjōn, sw. V., eggen; s. idg. *ok̑etā, F., Egge (F.) (1), Spitze, Pokorny 22; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. erda, st. F. st. F. (ō), sw. F. (n), Erde, Erdboden, Boden; germ. *erþō, st. F. (ō), Erde; idg. *ert-, Sb., Erde, Pokorny 332; s. idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Egart, DW 3, 34 (Egert), DW2 7, 102 (Egerte), Duden s. u. Egart; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in anderen Jahren als Acker genutztes Grasland; BM.: Garten mit besonderen Rechten?, eggen?, Erde?; F.: Egarten, Egartens, Egärten+EW; Z.: E-gar-t-en
Egel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Egel, Blutegel, ein blutsaugender Ringelwurm; ne. leech; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. egele, egel, sw. F., Egel, Blutegel; mnd. ēgel, egele, M., Egel; mnl. echel, egel, M., Egel; ahd. egala, sw. F. (n), Egel, Blutegel; as. egela, sw. F. (n), Egel; anfrk. -; germ. *egala-, *egalaz, st. M. (a), Egel; vgl. idg. *angᵘ̯ʰi-, *angᵘ̯i-, *eg̑ʰi-, *ogᵘ̯ʰi-, Sb., Schlange, Wurm, Pokorny 43 (79/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Egel, Kluge s. u. Egel, DW 3, 33, EWD s. u. Egel, DW2 7, 101, EWAhd 2, 953, Falk/Torp 23, Duden s. u. Egel, Bluhme s. u. Egel; Son.: vgl. air. gil, Sb., Blutegel; kymr. gele, gelen, F., Blutegel; ? gr. βδέλλα (bdélla), F., Blutegel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu den Gürtelwürmen gehörendes und in dem Wasser lebendes bis zu 15 Zentimeter langes und Blut von anderen Tieren saugendes kleines Tier (Ringelwurm); BM.: Wurm; F.: Egel, Egels, Egeln+EW; Z.: Eg-el
Egert, Egerte, Egart, nhd. (ält.), M., F., (12. Jh.): nhd. Egert, Egerte, Egarten, Egart, wechselweise als Wiese und Acker genutztes Landstück; ne. a special kind of field; Vw.: -; Hw.: s. Egarten; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit des Konrad von Fussesbrunnen); E.: s. mhd. egerde, egerte, sw. M., sw. F., Brachland, nach mehrjäriger Beackerung als Wiesenland oder Weideland genutztes Flurstück, ungenutzter Weinhang; s. ahd.? egerda, sw. F. (n), Brachland; weitere Herkunft ungeklärt, Vorderglied vielleicht von ahd. ēwa, st. F. (jō), sw. F. (n), Gesetz, Recht, Regel, Gebot; germ. *aiwa-, *aiwaz, st. M. (a), Recht?, Gesetz?; idg. *oiu̯ā, F., Gesetz, Norm, Bündnis, Pokorny 296; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. gart, st. M. (a?, i?), Garten, eingehegtes Grundstück, umfriedeter Platz, Umhegung, Kreis, Reigen; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *gʰordʰos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 444; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umzäunen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); idg. g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); oder s. ahd. eggen, sw. V. (1b), eggen, ebnen; germ. *agjōn, sw. V., eggen; s. idg. *ok̑etā, F., Egge (F.) (1), Spitze, Pokorny 22; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. erda, st. F. st. F. (ō), sw. F. (n), Erde, Erdboden, Boden; germ. *erþō, st. F. (ō), Erde; idg. *ert-, Sb., Erde, Pokorny 332; s. idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Egart, DW 3, 34 (Egert), DW2 7, 102 (Egerte), Duden s. u. Egart; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in anderen Jahren als Acker genutztes Grasland; BM.: Garten mit besonderen Rechten?, eggen?, Erde?; F.: Egert, Egerte, Egerts, Egertes, Egerten, Egart, Egartes, Egarts, Egärten+EW; Z.: E-ger-t
Egge (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Egge (F.) (1), Hacke (F.) (2), Hürde; ne. harrow (N.), hoe (N.), hurdle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: nhd. Egde, F., Egge (F.) (1); mhd. egede, sw. F., Egge (F.) (1); mnd. ēgede, F., Egge; mnl. egede, F., Egge (F.) (1); ahd. egida, st. F. (ō), Egge (F.) (1), Hacke (F.) (2), Hürde; as. ėgitha*, st. F. (ō), Egge (F.) (1); anfrk. -; wgerm. *agiþō, *agidō, st. F. (ō), Egge (F.) (1); idg. *ok̑etā, F., Egge (F.) (1), Spitze, Pokorny 22; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Egge, Kluge s. u. Egge 1, DW 3, 35, EWD s. u. eggen, DW2 7, 103, EWAhd 2, 958, Duden s. u. Egge, Falk/Torp 8; Son.: vgl. afries. eide, egithe, st. F. (ō), Egge (F.) (1); nnordfries. eyde; ae. ėgeþe, egþe, st. F. (ō), Egge (F.) (1), Harke, Rechen (M.); an. -; got. -; nndl. eg, egge, Sb., Egge (F.) (1); gr. ὀξίνη (oxínē), F., Egge (F.) (1); lat. occa, F., Egge (F.) (1), Furche, Zeile; kymr. og, oged, F., Egge (F.) (1); lit. ekė́čios, akė́čios, F. Pl., Egge (F.) (1); GB.: seit um 765 belegte und für das Westgermanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes landwirtschaftliches Gerät mit mehreren Zinken zu oberflächlicher Lockerung und Glättung von Äckern oder Feldern oder Böden; BM.: scharf; F.: Egge, Eggen+EW; Z.: Eg-g-e
Egge (2), nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Egge (F.) (2), Webkante; ne. selvedge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716 (Lexikon); E.: niederdeutsche Form von nhd. Ecke, s. mnd. egge, F., Ecke, Ende, Schneide, Schwert; as. ėggia*, st. F. (ō?, jō?), Ecke, Schneide, Schwert; germ. *agjō, st. F. (ō), Schärfe, Spitze, Ecke, Kante; s. germ. *agi-, *agiz, st. F. (i), Schärfe; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Egge 2, DW 3, 35, DW2 7, 103, Duden s. u. Egge; GB.: seit 1716 belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Altsächsische für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare niederdeutsche Bezeichnung für eine Webkante; BM.: Ecke; F.: Egge, Eggen+EW; Z.: Eg-g-e
eggen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. eggen, Erde lockern und glätten; ne. harrow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Egge (1); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. eggen, egen, sw. V., eggen; mnd. ēgen (5), egen, eiden, eyden, sw. V., eggen; mnl. eggen, sw. V., eggen; ahd. eggen*, as. *ėggian?, *ėkkian?, sw. V. (1b), eggen; sw. V. (1b), eggen, ebnen, schließen?; germ. *agjōn, sw. V., eggen; s. idg. *ok̑etā, F., Egge (F.) (1), Spitze, Pokorny 22; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Egge, Kluge s. u. Egge 1, DW 3, 35, EWD s. u. eggen, DW2 7, 103, EWAhd 2, 956, Duden s. u. eggen; Son.: vgl. afries. -; ae. ėcgan, sw. V. (2?), schärfen, eggen; an. -; got. -; nndl. eggen, V., eggen; kymr. ogedu, V., eggen; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes Äcker oder Erde mit einer Egge lockern und glätten; BM.: scharf bzw. spitz; F.: eggen (!), egge (!), eggst, eggt, eggest, egget, eggte, eggtest, eggten, eggtet, geeggt, ##geeggt, geeggte, geeggtes, geeggtem, geeggten, geeggter##, eggend, ###eggend, eggende, eggendes, eggendem, eggenden, eggender###, egg (!)+EW; Z.: eg-g-en
Egoismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Egoismus, Egotismus, Selbstsucht, Selbstsüchtigkeit; ne. egoism; Vw.: -; Hw.: s. Egotismus, Egotist; Q.: 1754; I.: Lw. frz. égoïsme; E.: s. frz. égoïsme, M., Egoismus; vgl. lat. ego (1), Pers.-Pron., ich, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *eg̑-, Pron., ich, Pokorny 291 (429/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. nhd. …ismus; L.: Kluge s. u. Egoismus, fehlt DW, EWD s. u. Egoismus, DW2 7, 103, Duden s. u. Egoismus; Son.: vgl. nndl. egoïsme, Sb., Egoismus; nschw. egoism, Sb., Egoismus; nnorw. egoisme, M., Egoismus; poln. egoizm, M., Egoismus; kymr. egoistiaeth, F., Egoismus; lit. egoizmas, M., Egoismus; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in der Natur von Lebewesen angelegte Streben nach Erlangung von Vorteilen für sich ohne Rücksicht auf andere oder die Rechte oder Ansprüche anderer (Selbstsucht oder Selbsterhaltungstrieb); BM.: ich; F.: Egoismus, Egoismen+FW; Z.: Eg-o-ism-us
$Egoist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Egoist, ichbezogenes Lebewesen; L.: Kluge s. u. Egoismus, fehlt DW, EWD s. u. Egoismus; GB.: seit 1720 belegte und wohl aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in der Natur nach Erlangung von Vorteilen für sich ohne Rücksicht auf die Rechte oder Ansprüche anderer strebende Lebewesen (ichbezogenes Lebewesen); F.: Egoist, Egoisten+FW+EW?; Z.: Eg-o-ist
$egoistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. egoistisch, selbstsüchtig, ichbezogen; L.: Kluge s. u. Egoismus, fehlt DW, EWD s. u. Egoismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Egoist und isch gebildete Bezeichnung für selbstsüchtig oder ichbezogen; F.: egoistisch, egoistische, egoistisches, egoistischem, egoistischen, egoistischer(, egoistischere, egoistischeres, egoistischerem, egoistischeren, egoistischerer, egoistischst, egoistischste, egoistischstes, egoistischstem, egoistischsten, egoistischster)+FW+EW; Z.: eg-o-ist-isch
Egotismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Egotismus, Egoismus, Selbstsucht, Selbstsüchtigkeit; ne. egotism, egoism; Vw.: -; Hw.: s. Egoismus, Egotist; Q.: 1745; I.: Lw. ne. egotism, frz. égotisme; E.: s. ne. egotism, N., Egotismus, Egoismus; frz. égotisme, M., Egotismus, Egoismus; vgl. lat. ego (1), Pers.-Pron., ich, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *eg̑-, Pron., ich, Pokorny 291 (429/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Egoismus, fehlt DW, DW2 7, 105, Duden s. u. Egotismus; GB.: seit 1745 belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das übertriebene Streben von Lebewesen nach Erlangung von Vorteilen für sich ohne Rücksicht auf die Rechte oder Ansprüche anderer; BM.: ich; F.: Egotismus, Egotismen+FW; Son.: lit. egotizmas, M., Egotismus; Z.: Eg-ot-ism-us
Egotist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Egotist, Egoist, selbstsüchtiger Mensch; ne. egotist; Vw.: -; Hw.: s. Egoismus, Egotismus; Q.: 1745; I.: Lw. ne. egotist; E.: s. ne. egotist, M., Egotist, Egoist; vgl. lat. ego (1), Pers.-Pron., ich, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *eg̑-, Pron., ich, Pokorny 291 (429/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Egoismus, fehlt DW, DW2 7, 105, Duden s. u. Egotist; GB.: seit 1745 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nur sich selbst ohne Rücksicht auf andere als verbindlichen Maßstab ansehenden Menschen; BM.: ich; F.: Egotist, Egotisten+FW; Z.: Eg-ot-ist
$egozentrisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. egozentrisch, ichbezogen, selbstsüchtig; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Egoismus; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und isch gebildete Bezeichnung für dem Wesen von Lebewesen entsprechendes ichbezogen ohne Rücksicht auf andere Lebewesen; F.: egozentrisch, egozentrische, egozentrisches, egozentrischem, egozentrischen, egozentrischer(, egozentrischere, egozentrischeres, egozentrischerem, egozentrischeren, egozentrischerer, egozentrischst, egozentrischste, egozentrischstes, egozentrischstem, egozentrischsten, egozentrischster)+FW+EW; Z.: eg-o-zent-r-isch
eh, nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. eh, klar, ohnehin, sowieso; ne. anyway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1847; E.: s. nhd. ehe, von diesem aber durch eine semantische Sonderentwicklung geschieden; L.: Kluge s. u. eh, fehlt DW, EWD s. u. eh, DW2 7, 106, Duden s. u. eh; GB.: seit 1847 belegte und mit ehe verbindbare und durch eine semantische Sonderentwicklung von ehe geschiedene Bezeichnung für klar oder ohnehin oder sowieso; BM.: eher; F.: eh+EW; Z.: eh
ehe, nhd., Adv., (15. Jh.?): nhd. ehe, eher, bevor, von diesem Zeitpunkt an; ne. before, ere (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. nhd. eher, durch eine funktionale Differenzierung von diesem geschieden; L.: Kluge 1. A. s. u. ehe, Kluge s. u. ehe, DW 3, 38, EWD s. u. eher, DW2 7, 106, EWAhd 2, 1107, Duden s. u. ehe, Bluhme s. u. ehe; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für von einen Bezugszeitpunkt an; BM.: eher; F.: ehe+EW; Z.: eh-e
Ehe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ehe, Bund; ne. marriage, wedlock; Vw.: s. -zärter; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ēwe, ē, st. F., Gewohnheitsrecht, Recht, Bund der Ehe; mnd. ewe, F., Recht, Gesetz; mnd. ē, ee, eje, ewe, F., Gesetz, Satzung; ahd. ēwa*, ēa, ēo*, st. F. (jō), sw. F. (n), Gesetz, Recht, Regel, Gebot, Satzung, Vorschrift, Ehe; as. êwa, st. F. (jō), sw. F. (n), Recht, Gesetz; as. êo, êu, ê*, gêo*, st. M. (wa), Recht, Gesetz anfrk. ēwa* (1), st. F. (ō), Recht, Gesetz; germ. *aiwa-, *aiwaz, st. M. (a), Recht?, Gesetz?; weitere Herkunft unklar, vielleicht von idg. *ai̯eu̯-, Sb., Herkommen, Überlieferung, Sitte, Recht; idg. *oiu̯ā, F., Gesetz, Norm, Bündnis, Pokorny 296?; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ehe, Kluge s. u. Ehe, DW 3, 39, EWD s. u. Ehe, DW2 7, 109, EWAhd 2, 1173, Duden s. u. Ehe, Bluhme s. u. Ehe; Son.: vgl. afries. êwa (1), jouwe, F., Gesetz, Recht, Ewigkeit; afries. ā (2), ē (2), F., Gesetz; ae. ǣ (2), ǣw, st. F. (i), Recht, Gesetz, Satzung, Religion, Ehe; an. -; got. -; nndl. echt, Sb., Ehe; nschw. äktenskap, N., Ehe; nnorw. ekteskap, N., Ehe; GB.: seit 11. Jh. (NGl) aus einer 765 belegten und für das Germanische erschließbaren sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbaren sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht möglichen Bezeichnung für Herkommen oder Recht entwickelte Bezeichnung für eine anerkannte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau und seit Ende des 20. Jh. mehr und mehr weltweit auch unabhängig von natürlichen Gegebenheiten zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts (in Deutschland seit 2017); BM.: Gesetz; F.: Ehe, Ehen+EW; Z.: Eh-e
$ehebrechen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. ehebrechen; L.: EWD s. u. Ehe, DW 3, 40, DW2 7, 119; GB.: seit 1264 belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild aus Ehe und brechen gebildete Bezeichnung für trotz Schließung einer Ehe mit einem dritten Menschen des jeweils anderen Geschlechts den Beischlaf vollziehen; F.: ehebrechen, breche die Ehe, brichst die Ehe, bricht die Ehe, brechen die Ehe, brecht die Ehe, brechest die Ehe, brechet die Ehe, brach die Ehe, brachst die Ehe, brachen die Ehe, bracht die Ehe, bräche die Ehe, brächest die Ehe, brächst die Ehe, brächen die Ehe, brächet die Ehe, brächt die Ehe, ehegebrochen, ##ehegebrochen, ehegebrochene, ehegebrochenes, ehegebrochenem, ehegebrochenen, ehegebrochener##, ehebrechend, ###ehebrechend, ehebrechende, ehebrechendes, ehebrechendem, ehebrechenden, ehebrechender###, ehezubrechen, ####ehezubrechen, ehezubrechend, ehezubrechende, ehezubrechendes, ehezubrechendem, ehezubrechenden, ehezubrechender####, brich (!) die Ehe+EW; Z.: eh-e—bre-ch-en
$Ehebrecher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ehebrecher; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. Ehe, s. Brecher; L.: DW 3, 40, EWD s. u. Ehe, DW2 7, 119; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Ehe und Brecher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Anerkennung der Eheschließung möglichen trotz Ehe den Beischlaf mit einer anderen Frau vollziehenden Mann; F.: Ehebrecher, Ehebrechers, Ehebrechern+EW; Z.: Eh-e—bre-ch-er
$Ehebruch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ehebruch; E.: s. Ehe, s. Bruch; L.: DW 3, 40, EWD s. u. Ehe, DW2 7, 120; GB.: seit 1338 belegte und aus Ehe und Bruch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Anerkennung der Ehe möglichen trotz bestehender Ehe mit einem Menschen des anderen Geschlechts vollzogenen Beischlaf; F.: Ehebruch, Ehebruches, Ehebruchs, Ehebrüche, Ehebrüchen+EW; Z.: Eh-e—bruch
$Ehegatte, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ehegatte; E.: s. Ehe, s. Gatte; L.: DW 3, 41, EWD s. u. Gatte; GB.: seit 1409 belegte und aus Ehe und Gatte gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Anerkennung der Ehe möglichen Beteiligten einer Ehe (Ehemann oder Ehefrau); F.: Ehegatte, Ehegatten+EW; Z.: Eh-e—ga-t-t-e
$ehelich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ehelich; E.: s. Ehe, s. lich; L.: Kluge s. u. Ehe, DW 3, 45, EWD s. u. Ehe; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und aus Ehe und lich vielleicht nach lat. coniugalis und maritalis gebildete und später auf die Ehe als Verbindung von einem Mann und einer Frau zu einer Lebensgemeinschaft eingeengte Bezeichnung für Ehe betreffend; F.: ehelich, eheliche, eheliches, ehelichem, ehelichen, ehelicher+EW; Z.: eh-e—lich
$ehelichen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. ehelichen, heiraten; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. ehelich, s. en (Suff.); L.: DW 3, 45, EWD s. u. Ehe, DW2 7, 134; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus ehelich und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit unbekannter Zeit anerkanntes heiraten eines Mannes und einer Frau; F.: ehelichen, eheliche, ehelichst, ehelicht, ehelichest, ehelichet, ehelichte, ehelichtest, ehelichten, ehelichtet, geehelicht, ##geehelicht, geehelichte, geehelichtes, geehelichtem, geehelichten, geehelichter##, ehelichend, ###ehelichend, ehelichende, ehelichendes, ehelichendem, ehelichenden, ehelichender###, ehelich (!)+EW; Z.: eh-e—lich-en
$ehemals, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. ehemals, früher, vormals; E.: s. ehe, s. mal, s. s; L.: DW 3, 46, EWD s. u. ehemals; GB.: seit um 1210 belegte und aus ehe und mal sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches früher oder vormals; F.: ehemals+E; Z.: eh-e—ma-l-s
eher, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. eher, früher; ne. rather, sooner, earlier, ere (ält.); Vw.: -; Hw.: s. ehe; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ēr, Adv., Präp., Konj., früher, vorher, bisher, zuerst, ehe, eher, bevor, vor; mnd. êr, Adj., Adv., eher; ahd. ēr, ē, Adv., Präp., Konj., eher, früher, vor, zuvor, jemals, bevor; as. êr, Adv., Konj.; nhd. eher, früher, vorher, ehe; anfrk. ēr, Konj., Präp., ehe, bevor; germ. *air, Adv., früh; idg. *ā̆ier-, *h₁āi̯er-, *h₃āi̯er-, Sb., Tag, Morgen, Pokorny 12 (27/27) (RB. idg. aus iran., gr., germ.); vgl. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. eher, Kluge s. u. eher, DW 3, 46, EWD s. u. eher, DW2 7, 140, Duden s. u. eher, Falk/Torp 3; Son.: vgl. afries. êr, Adv., Konj., Präp., eher, früher, vorher, bevor, ehe, vor; saterl. ar, er; ae. ǣr (2), Adv., eher, vorher, früher, bald, schon, kürzlich, zuviel, sehr; an. ār (5), Adv., früh; got. air, Adv., früh; nndl. eer, Adv., eher; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches früher; BM.: Tag; F.: eher+EW; Z.: eh-er
ehern, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ehern, Erz betreffend, aus Erz bestehend, eisern; ne. brazen; Vw.: -; Hw.: s. Erz; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ērīn, Adj., ehern; mnd. ēren, Adj., ehern ahd. ērīn, Adj., ehern, metallen; as. êrīn, Adj., ehern; anfrk. ērīn*, Adj., ehern; wgerm. *aizīna-, *aizīnaz, Adj., ehern, eisern; idg. *ai̯os-, *ai̯es-, *h₂ai̯es-, Sb., Metall, Kupfer, Bronze, Pokorny 15 (36/36) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ.); vgl. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. ehern, Kluge s. u. ehern, DW 3, 48, EWD s. u. ehern, DW2 7, 144, EWAhd 2, 1135, Duden s. u. ehern, Falk/Torp 4, Bluhme s. u. ehern; Son.: vgl. afries. êren, Adj., ehern, von Erz seiend, eisern; ae. ǣren, Adj. (ja), ehern; an. -; got. -; GB.: (ērīn) seit Ende 8. Jh. belegte und sachlich vielleicht seit Verwendung von Erz durch den Menschen mögliche Bezeichnung für Erz betreffend oder aus Erz bestehend; BM.: leuchten; F.: ehern, eherne, ehernes, ehernem, ehernen, eherner(, ehernere, eherneres, ehernerem, eherneren, ehernerer, ehernste, ehernstes, ehernstem, ehernsten, ehernster)+EW; Z.: eh-er-n
Ehezärter, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Ehezärter, Ehevertrag; ne. marriage contract (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: z. T. afrz. Lw.; E.: Vorderglied s. nhd. Ehe; Hinterglied s. afrz. chartre, Sb., kleines Schriftstück; vgl. lat. chartula, F., Schriftlein, kleine Schrift, kleine Aufzeichnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus; gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Ehezärter, DW 3, 52 (Ehezerter); GB.: seit 1576 belegte und aus Ehe und dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Ehe und Vertrag möglichen Ehevertrag; BM.: Ehe, Vertrag; F.: Ehezärter, Ehezärters, Ehezärtern+FW+EW; Z.: Eh-e—zärt-er
$ehrbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ehrbar, achtbar, angesehen; E.: s. Ehr(e), s. bar; L.: Kluge s. u. Ehre, DW 3, 53, EWD s. u. Ehre; GB.: seit 1185 belegte und aus Ehr(e) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches achtbar oder angesehen; F.: ehrbar, ehrbare, ehrbares, ehrbarem, ehrbaren, ehrbarer(, ehrbarere, ehrbareres, ehrbarerem, ehrbareren, ehrbarerer, ehrbarst, ehrbarste, ehrbarstes, ehrbarstem, ehrbarsten, ehrbarster)+EW; Z.: ehr-bar
Ehre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ehre, Ansehen, Hochachtung, Wertschätzung; ne. honour (N.); Vw.: -; Hw.: s. ehren, ehrlich; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ēre, hēre, sw. F., st. F., Ehre, Ansehen, Ehrerbietung, Verehrung, Preis, Zierde, Verehrtheit; mnd. êre, F., Ehre, Ehe; ahd. ēra, st. F. (ō), Ehre, Würde, Ansehen, Glanz, Amt, Majestät; ahd. ērī*, ērīn, st. F. (ī), Ehre, Scham, Würde; as. êra*, st. F. (ō), Ehre, Schutz, Gabe, Lohn; anfrk. ēra*, st. F. (ō), Ehre; germ. *aizō, *aizjō, st. F. (ō), Scheu, Ehre, Achtung; s. idg. *ais- (2), V., ehrfürchtig sein (V.), verehren, Pokorny DW 3, 54, 16 (39/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ehre, Kluge s. u. Ehre, DW 3, 54, EWD s. u. Ehre, DW2 7, 165, EWAhd 2, 1110, EWAhd 2, 1136, Duden s. u. Ehre, Falk/Torp 4, Bluhme s. u. Ehre; Son.: vgl. afries. êre, st. F. (ō), Ehre, Verehrung; nfries. eere; ae. āre, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ehre, Würde, Ruhm, Gnade; ae. ār (3), st. F. (ō), Ehre, Würde, Ruhm, Achtung, Verehrung, Gnade, Glück; an. eir (1), st. F. (ō), Gnade, Milde, Hilfe; got. *aiza, st. F. (ō), Scheu, Achtung, Ehre; nndl. eer, Sb., Ehre; nschw. ära, Sb., Ehre; nnorw. ære, M., F., Ehre; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ansehen oder Hochachtung oder Wertschätzung (aufgrund eines offenbaren oder vorausgesetzten Wertes); BM.: Scheu?; F.: Ehre, Ehren+EW; Z.: Ehr-e
ehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ehren, achten, wertschätzen; ne. honour (V.), bestow upon; Vw.: -; Hw.: s. Ehre, ehrlich; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ēren (1), hēren, sw. V., ehren, auszeichnen, achten, Dienst leisten, preisen, rühmen, gehorchen; mnd. ēren (3), sw. V., ehren, verehren, beschenken, Ehre erweisen, achten; mnl. eren, V., ehren; ahd. ēren* (1), sw. V. (1a), hochschätzen, ehren, achten, verehren, schonen; ahd. ērōn* (1), sw. V. (2), ehren, verehren, preisen; ahd. ērēn*, sw. V. (3), ehren, verehren, achten, schätzen; as. êron, sw. V. (2), ehren, helfen, beschenken; anfrk. *ēren?, *ēron?, sw. V. (2?), ehren; germ. *aizjan, sw. V., schonen; germ. *aizōn, sw. V., schonen, ehren; idg. ais- (2), V., ehrfürchtig sein (V.), verehren, Pokorny 16 (39/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Ehre, DW 3, 58, EWD s. u. ehren, DW2 7, 194, EWAhd 2, 1127, EWAhd 2, 1148, Falk/Torp 4, Duden s. u. ehren; Son.: vgl. afries. êria, âria, sw. V. (2), ehren, beschenken; saterl. ara, V., ehren; ae. ārian, sw. V. (2), ehren, begaben, sorgen für, begünstigen; an. eira, sw. V. (1?, 2?), schonen, nachgeben, nützen; got. -; nndl. eren, V., ehren; nschw. ära, V., ehren; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches achten oder wertschätzen; BM.: Scheu?; F.: ehren, ehre, ehrst, ehrt, ehrest, ehret, ehrte, ehrtest, ehrten, ehrtet, geehrt, ##geehrt, geehrte, geehrtes, geehrtem, geehrten, geehrter##, ehrend, ###ehrend, ehrende, ehrendes, ehrendem, ehrenden, ehrender###, ehr (!)+EW; Z.: ehr-en
$Ehrenkodex, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ehrenkodex, Gesamtheit von Ehrenregeln; E.: s. Ehr(e), s. en, s. Kodex; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kodex; GB.: seit 1879 belegte und aus Ehr(e) und en sowie Kodex gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder später mögliche Gesamtheit von Ehrenregeln; F.: Ehrenkodex, Ehrenkodexex, Ehrenkodexe, Ehrenkodexen, Ehrenkodizes+EW+FW; Z.: Ehr-en—ko-d-ex
$Ehrenmann, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ehrenmann, ehrenhafter Mann; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; L.: DW 3, 62, EWD s. u. Ehre; GB.: seit 1470 belegte und aus Ehr(e) und en sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ehrenhaften Mann; F.: Ehrenmann, Ehrenmanns, Ehrenmannes, Ehrenmänner, Ehrenmännern+EW; Z.: Ehr-en—man-n
$Ehrenpreis, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Ehrenpreis; E.: s. Ehr(e), s. en, s. Preis; L.: DW 3, 63 (M.), EWD s. u. Ehre; GB.: seit um 1300 belegte und aus Ehr(e) und en sowie Preis gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche ehrenhafte Auszeichnung sowie etwas später (als N.?) für ein kleines blaues Blümchen der Wegerichgewächse das früher bei vielen Krankheiten verwendet wurde; F.: Ehrenpreis, Ehrenpreises, Ehrenpreise, Ehrenpreisen+EW+FW; Z.: Ehr-en—prei-s
$ehrenrührig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. ehrenrührig, die Ehre berührend, die Ehre verletzend; E.: s. Ehre, s. n, s. rührig; L.: Kluge s. u. ehrenrührig, DW 3, 64, EWD s. u. Ehre; GB.: seit um 1500 belegte und aus Ehr(e) und en sowie rührig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches die Ehre berührend oder die Ehre verletzend; F.: ehrenrührig, ehrenrührige, ehrenrühriges, ehrenrührigem, ehrenrührigen, ehrenrühriger(, ehrenrührigere, ehrenrührigeres, ehrenrührigerem, ehrenrührigeren, ehrenrührigerer, ehrenrührigst, ehrenrührigste, ehrenrührigstes, ehrenrührigstem, ehrenrührigsten, ehrenrührigster)+EW; Z.: ehr-en—rühr-ig
$Ehrenwort, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Ehrenwort; E.: s. Ehr(e), s. en, s. Wort; L.: Kluge s. u. Ehrenwort, DW 3, 67, EWD s. u. Ehre; GB.: seit um 1380 belegte und aus Ehr(e) und en sowie Wort gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bezeichnung für eine mit der Ehre abgesicherte Erklärung; F.: Ehrenwort, Ehrenwortes, Ehrenworts, Ehrenworte, Ehrenworten+EW; Z.: Ehr-en—wor-t
$ehrerbietig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ehrerbietig; E.: s. Ehr(e), s. erbietig; L.: DW 3, 67, EWD s. u. bieten; GB.: seit 1538 belegte und aus Ehr(e) und erbietig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ehre erbietend oder anbietend; F.: ehrerbietig, ehrerbietige, ehrerbietiges, ehrerbietigem, ehrerbietigen, ehrerbietiger(, ehrerbietigere, ehrerbietigeres, ehrerbietigerem, ehrerbietigeren, ehrerbietigerer, ehrerbietigst, ehrerbietigste, ehrerbietigstes, ehrerbietigstem, ehrerbietigsten, ehrerbietigster)+EW; Z.: ehr—er—biet-ig
$Ehrerbietung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ehrerbietung, Erbietung von Ehre, Ehrfurcht, Verehrung; E.: s. Ehr(e), s. erbiet(en), s. ung; L.: Kluge s. u. bieten, DW 3, 67, EWD s. u. bieten; GB.: seit um 1410 belegte und aus Ehr(e) und erbiet(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Erbietung von Ehre oder Ehrfurcht oder Verehrung; F.: Ehrerbietung+EW; Z.: Ehr—er—biet-ung
$Ehrfurcht, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ehrfurcht, Hochachtung; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. Ehr(e), s. Furcht; L.: Kluge s. u. Ehrfurcht, DW 3, 68, EWD s. u. Ehre; GB.: seit 1593 belegte und aus Ehr(e) und Furcht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche auf Ehr(e) gegründete Furcht oder Hochachtung; F.: Ehrfurcht+EW; Z.: Ehr—furch-t
$ehrfürchtig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ehrfürchtig, Ehrfurcht habend; E.: s. Ehrfurcht, s. ig; L.: Kluge s. u. Ehre, DW 3, 68, EWD s. u. Ehre; GB.: seit 1550 belegte und aus Ehrfurcht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ehrfurcht habend oder von Ehrfurcht erfüllt; F.: ehrfürchtig, ehrfürchtige, ehrfürchtiges, ehrfürchtigem, ehrfürchtigen, ehrfürchtiger(, ehrfürchtigere, ehrfürchtigeres, ehrfürchtigerem, ehrfürchtigeren, ehrfürchtigerer, ehrfürchtigst, ehrfürchtigste, ehrfürchtigstes, ehrfürchtigstem, ehrfürchtigsten, ehrfürchtigster)+EW; Z.: ehr—fürch-t-ig
$Ehrgeiz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ehrgeiz, Gier nach Ehre; E.: s. Ehr(e), s. Geiz; L.: Kluge s. u. Ehrgeiz, DW 3, 69, EWD s. u. Geiz; GB.: seit 1521 belegte und aus Ehr(e) und Geiz gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gier nach Ehre; F.: Ehrgeiz, Ehrgeizes, Ehrgeize, Ehrgeizen+EW; Z.: Ehr—geiz
$ehrgeizig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ehrgeizig; E.: s. Ehrgeiz, s. ig; L.: Kluge s. u. Ehrgeiz, DW 3, 69, EWD s. u. Geiz; GB.: seit 1517 belegte und aus Ehrgeiz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gierig nach Ehre; F.: ehrgeizig, ehrgeizige, ehrgeiziges, ehrgeizigem, ehrgeizigen, ehrgeiziger(, ehrgeizigere, ehrgeizigeres, ehrgeizigerem, ehrgeizigeren, ehrgeizigerer, ehrgeizigst, ehrgeizigste, ehrgeizigstes, ehrgeizigstem, ehrgeizigsten, ehrgeizigster)+EW; Z.: ehr—geiz-ig
ehrlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ehrlich, aufrichtig, ansehnlich, vornehm, wahr; ne. honourable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. ērlich, Adj., ehrlich, ehrbar, angesehen, ehrenvoll, ansehnlich, Ehre und Ansehen habend; mnd. ērlīk, Adj., ehrlich; ahd. ērlīh*, Adj., ehrerbietig, ehrenvoll, ruhmreich; as. -; anfrk. ērlīk, Adj., ehrlich; ahd. ēra, st. F. (ō), Ehre, Würde, Ansehen, Glanz, Amt, Majestät; germ. *aizō, *aizjō, st. F. (ō), Scheu, Ehre, Achtung; s. idg. *ais- (2), V., ehrfürchtig sein (V.), verehren, Pokorny 16 (39/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. ehrlich, DW 3, 69, EWD s. u. Ehre, DW2 7, 280, EWAhd 2, 1142, Duden s. u. ehrlich; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Ehr(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches und seit den Hochkulturen des Altertums bedeutsames aufrichtig oder ansehnlich oder vornehm oder wahr; BM.: Ehre?, Scheu?; F.: ehrlich, ehrliche, ehrliches, ehrlichem, ehrlichen, ehrlicher(, ehrlichere, ehrlicheres, ehrlicherem, ehrlicheren, ehrlicherer, ehrlichste, ehrlichstes, ehrlichstem, ehrlichsten, ehrlichster)+EW; Z.: ehr-lich
$ehrsam, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ehrsam, ehrbar, ehrenwert, anständig; E.: s. Ehr(e), s. sam; L.: DW 3, 71, EWD s. u. Ehre; GB.: seit um 1000 belegte und aus Ehr(e) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches ehrbar oder ehrenwert oder anständig; F.: ehrsam, ehrsame, ehrsames, ehrsamem, ehrsamen, ehrsamer(, ehrsamere, ehrsameres, ehrsamerem, ehrsameren, ehrsamerer, ehrsamst, ehrsamste, ehrsamstes, ehrsamstem, ehrsamsten, ehrsamster)+EW; Z.: ehr—sam
$Ehrwürden, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Ehrwürden; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. Ehr(e), s. Würde, s. n; L.: Kluge s. u. ehrwürdig, fehlt DW (dort nur Ehrwürde), EWD s. u. Ehre; GB.: seit 1333 belegte und aus Ehr(e) und Würd(e) sowie en gebildete Bezeichnung und Anrede für einen sachlich kraft seines Amtes besonders geschätzten christlichen Würdenträger oder Ordensbruder; F.: Ehrwürden+EW; Z.: Ehr-wür-d-en
$ehrwürdig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ehrwürdig, einer Ehre würdig; E.: s. Ehr(e), s. würdig; L.: Kluge s. u. ehrwürdig, DW 3, 72, EWD s. u. Ehre; GB.: um 765 belegte und aus Ehr(e) und würdig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einer Ehre würdig; F.: ehrwürdig, ehrwürdige, ehrwürdiges, ehrwürdigem, ehrwürdigen, ehrwürdiger(, ehrwürdigere, ehrwürdigeres, ehrwürdigerem, ehrwürdigeren, ehrwürdigerer, ehrwürdigst, ehrwürdigste, ehrwürdigstes, ehrwürdigstem, ehrwürdigsten, ehrwürdigster)+EW; Z.: ehr—wür-d-ig
ei, nhd., Interj., (12. Jh.): nhd. ei!; ne. well!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: mhd. ei (2), eia, ey, Interj., ei; mnd. ei (2), ey, Interj., ei, ach, oh, ah; lautmalend; L.: Kluge s. u. ei, DW 3, 73, DW2 7, 309, Duden s. u. ei; Son.: vgl. gr. αἶ (ai), αἴ (ai), Interj., ach!, weh!, Ausruf der Verwunderung, Ausruf des Schmerzes; GB.: seit um 1150-1175 belegte und vielleicht sachlich schon früher wohl lautmalend gebildete Bezeichnung (Ausruf) der Verwunderung; BM.: lautmalend; F.: ei+EW; Z.: ei
Ei, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ei, Vogelei; ne. egg; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. ei (1), st. N., Ei, Geringstes, Wertloses; mnd. ey, ei, N., Ei; ahd. ei, st. N. (iz, az), Ei; as. ėi*, st. N. (ja), Ei; anfrk. -; germ. *aijja-, *ajjam, st. N. (a), Ei; idg. *ōu̯i̯om, *ōi̯om, Adj., N., Vogel..., Ei, Pokorny 783 (1353/33) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ei, Kluge s. u. Ei, DW 3, 76, EWD s. u. Ei, DW2 7, 310, EWAhd 2, 967, Duden s. u. Ei, Falk/Torp 1, Bluhme s. u. Ei; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣg, st. N. (a?), Ei; an. egg (2), st. N. (ja), Ei; got. ada, st. N. (a) Nom. Pl., Ei; nndl. ei, Sb., Ei; nschw. ägg, Sb., Ei; nnorw. egg, N., Ei; ? ai. aṇḍan, Sb., Ei, Hode; ? arm. ju, Sb., Ei; gr. ὠιόν (ōión), ὤιον (ōion), N., Ei; ? lat. ōvum, N., Ei, Eigestalt, ovale Gestalt; kymr. ŵy, M., Ei; lit. paũtas, Sb., Ei, Hode; ksl. ajice, Sb., Ei; ? alb. voe, Sb., Ei; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Geschlechter tierischer Lebewesen mögliche weibliche Keimzelle von (nach dem Beispiel des Vogeleies) größerer Länge als Dicke; BM.: zu dem Vogel Gehöriges; F.: Ei, Eis (!), Eies, Eier, Eiern+EW; Z.: Ei
…ei, nhd., F.: nhd. …ei; ne. …y; Vw.: -; Hw.: s. .ie; I.: frz. Lw.; E.: in mittelhochdeutscher Zeit (s. mhd. …īe, st. F., …ei) aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen aufgenommen und umgebildet; L.: Kluge s. u. -ei, DW s. Einzelfälle, Duden s. u. …ei; GB.: in Zusammensetzungen als Grundsilbe oder Endsilbe für Zugehörigkeitsangaben verwendete Bezeichnung; BM.: ?; Son.: s. Bäckerei, Barbarei, Datei, Kartei, Metzgerei; F.: ...ei, ...eien+FW+EW; Z.: -ei
Eibe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Eibe, Eibenbaum, Eibenholz; ne. yew; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. īwe, ībe, st. F., Eibe, Bogen aus Eibenholz; mnd. īwe, F., Eibe, Eibenbaum; mnl. iwe, F., Eibe; ahd. īwa, eiba, st. F. (ō), sw. F. (n), Eibe; ahd. īwo*, sw. M. (n), Eibe; ahd. īgo*, sw. M. (n): nhd. Eibe; as. īh*, īch*, st. M. (a), Eibe; anfrk. īwa… (Bestandteil von ON); germ. *īgwa-, *īgwaz, st. M. (a), Eibe; idg. *eiu̯ā, F., Eibe, Pokorny 297; vgl. idg. *ei- (3), *h₁eiH-, Adj., rötlich, bunt, Pokorny 297 (437/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eibe, Kluge s. u. Eibe, DW 3, 77, EWD s. u. Eibe, DW2 7, 315, EWAhd 5, 240, Duden s. u. Eibe, Bluhme s. u. Eibe; Son.: vgl. afries. -; ae. íow (1), st. F. (ō), Eibe; ae. īw, éoh, éow (1), īh, íoh, st. M. (a), Eibe; an. ȳr, st. M. (a), Eibe, Bogen; got. -; nndl. ijf, Sb., Eibe; nschw. yd, Sb., Eibe; nisl. ýr, M., Eibe; air. eó, M., Eibe; kymr. ywen, F., Eibe; lit. ievà, jievà, F., Faulbaum, Traubenkirsche; lett. ieva, Sb., Faulbaum; apreuß. iuwis, Sb., Eibe (vielleicht Entlehnung); russ. ива (íva), F., Eibe; eher unwahrscheinlich s. heth. eja-, N., ein immergrüner Baum; GB.: (īwa) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen häufig als Strauch wachsenden immergrünen Nadelbaum mit weichen und dunkelgrünen Nadeln und stark giftigen roten und beerenähnlichen Samen (vor rund 100000 Jahren angeblich 80 Prozent der Bäume in Europa Eiben); BM.: rot; F.: Eibe, Eiben+EW; Z.: Ei-b-e
Eibisch, nhd., F., M., (9. Jh.): nhd. Eibisch, eine Pflanze; ne. althea, mallow; Vw.: -; Hw.: s. Hibiskus; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ībesche, ībesch, F., Eibisch; mnd. îvesche, Sb., Eibisch, Efeu; ahd. ībiska*, ībisca, īwiska*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Eibisch; as. īviska, sw. F. (n)?, Eibisch; anfrk. -; lat. hibīscum, ībiscum, N., Eibisch, (70-19 v. Chr.); kelt. Lw., weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Eibisch, Kluge s. u. Eibisch, DW 3, 78, DW2 7, 316, EWAhd 5, 4, Duden s. u. Eibisch, Bluhme s. u. Eibisch; Son.: vgl. nndl. hibiskus, Sb., Hibiskus; ne. hibiscus, N., Hibiskus; frz. hibiscus, M., Hibiskus; nschw. hibiskus, Sb., Hibiskus; nnorw. hibiskus, M., Hibiskus; poln. hibiskus, M., Hibiskus; kymr. hibisgws, M., Hibiskus; GB.: (īviska*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Malvengewächsen gehörende hochwachsende für Heilzwecke verwendete Pflanze mit graugrünen und filzigen Blättern sowie weißen oder rosaroten Blüten; BM.: ?; F.: Eibisch, Eibischs, Eibische, Eibischen+FW; Z.: Eibisch
Eiche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Eiche, Eichenbaum; ne. oak; Vw.: -; Hw.: s. Eichel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. eiche, st. F., Eiche; mnd. ēke, eke, F., Eiche; ahd. eihha*, eicha, st. F. (ō), Eiche; ahd. eih, st. F. (i), Eiche; as. êk*, st. F. (i), Eiche; anfrk. -; germ. *aik-, *aikō, st. F. (ō), Eiche; idg. *aig- (2), Sb., Eiche, Pokorny 13 (30/30) (RB. idg. aus gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eiche, Kluge s. u. Eiche, DW 3, 78, EWD s. u. Eiche, DW2 7, 318, EWAhd 2, 984, Duden s. u. Eiche, Falk/Torp 1, Bluhme s. u. Eiche; Son.: vgl. afries. ēk, st. F. (ō), Eiche, Eichenholz; nnordfries. ik; ae. āc, st. F. (kons.), Eiche, Schiff aus Eichenholz; an. eik, st. F. (ō), Eiche, Schiff; got. *aiks?, st. F. (ō), Eiche; nndl. eik, Sb., Eiche; nschw. ek, Sb. Eiche; nnorw. eik, M., F., Eiche; vgl. ? gr. αἴγειρος (aígeiros), F., Schwarzpappel; ? gr. αἰγίλωψ (aigílōps), Sb., eine Eichenart; ? lat. aesculus, F., Bergeiche, Wintereiche; GB.: um 765 belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vor 12 Millionen Jahren vorhandenen großen Laubbaum aus schwerem hartem Holz und mit Eicheln als Früchten; BM.: ?; F.: Eiche, Eichen+EW; Z.: Eich-e
Eichel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Eichel, Frucht der Eiche; ne. acorn; Vw.: -; Hw.: s. Eiche; Q.: um 800 (Glosse); E.: mhd. eichel (1), sw. F., Eichel; mnd. ēkel (1), F., Eichel; mnl. eikel, Sb. Eichel; ahd. eihhila*, eichila, sw. F. (n), st. F. (ō), Eichel, Schote (F.) (1); as. -; anfrk. -; vgl. ahd. eih, st. F. (i), Eiche; germ. *aik-, *aikō, st. F. (ō), Eiche; idg. *aig- (2), Sb., Eiche, Pokorny 13 (30/30) (RB. idg. aus gr., ital.?, germ.); Diminituvum von Eiche; L.: Kluge 1. A. s. u. Eichel, Kluge s. u. Eichel, DW 3, 79, EWD s. u. Eiche, DW2 7, 322, EWAhd 2, 973, Eichel; Son.: vgl. nndl. Eichel, Sb., Eichel; GB.: seit um 800 belegte und aus Eich(e) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für die schon vor 12 Millionen Jahren vorhandene längliche runde Frucht der Eiche und auch für den vordersten Teil des männlichen Gliedes; BM.: Eiche; F.: Eichel, Eicheln+EW; Z.: Eich-el
eichen, nhd., V., (13. Jh.?): nhd. eichen (V.), amtlich abmessen; ne. gauge, calibrate; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. īchen, eichen, sw. V., eichen (V.), abmessen, visieren; mnd. īken, V., eichen; mnl. iken, V., eichen; spätlat. exaequāre, V., gleichsetzen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); vgl. lat. aequāre, V., gleichmachen, ebnen, abplatten; lat. aequus, Adj., gleich, eben, gerade (Adj.) (2); weitere Etymologie unklar, vielleicht von einem idg. *āi kᵘ̯e, Adj., in der Lage befindlich, gleich?, s. Walde/Hofmann 1, 17; L.: Kluge 1. A. s. u. eichen, Kluge s. u. eichen, EWD s. u. eichen, DW 3, 80, DW2 7, 323, Duden s. u. eichen, Bluhme s. u. eichen; Son.: vgl. nndl. ijken, V., eichen; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Spätlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders amtlich gebrauchte Maße und Messgeräte amtlich prüfen und mit der Norm in Übereinstimmung bringen; BM.: gleichsetzen; F.: eichen (!), eiche (!), eichst, eicht, eichest, eichet, eichte, eichtest, eichten, eichtet, geeicht, ##geeicht, geeichte, geeichtes, geeichtem, geeichten, geeichter##, eichend, ###eichend, eichende, eichendes, eichendem, eichenden, eichender###, eich (!)+FW; Z.: eich-en
$eichen (2), nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. eichen (Adj.); E.: s. Eich(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Eiche, DW 3, 79, EWD s. u. Eiche; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Eich(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Eiche betreffend; F.: eichen, eichene, eichenes, eichenem, eichenen, eichener+EW; Z.: eich-en
Eichhorn, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Eichhorn, Eichhörnchen; ne. squirrel; Vw.: -; Hw.: Eichhörnchen; E.: mhd. eichorn, st. M., Eichhorn, Eichhörnchen; mhd. eichurne, sw. M., Eichhorn; mnd. ēkhōrn, M., Eichhorn; mnl. eenroen, eecoren, M., N., Eichhorn; ahd. eihhorn*, st. N. (a), Eichhörnchen; ahd. eihhurno*, eihhorno*, sw. M. (n), Eichhörnchen; as. ēkhorn*, st. N. (a), Eichhorn; anfrk. -; germ. *aikwernō-, *aikwernōn, *aikwerna-, *aikwernan, sw. M. (n), Eichhörnchen; vgl. idg. *aig- (3), V., sich heftig bewegen, schwingen, vibrieren, Pokorny 13 (31/31) (RB. idg. aus ind., gr., germ., slaw.); idg. *u̯er- (13), Sb., Eichhorn, Pokorny 1166 (2003/79) (RB. idg. ausiran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eichhorn, Kluge s. u. Eichhörnchen, EWD s. u. Eichhörnchen, DW 3, 81, DW2 7, 329, EWAhd 2, 973, Duden s. u. Eichhörnchen, Seebold 73, Bluhme s. u. Eichhörnchen; Son.: vgl. afries. -; ae. ācweorna, sw. M. (n), Eichhörnchen; an. īkorni, sw. M. (n), Eichhorn; got. -; nndl. eekhorn, Sb., Eichhorn, Eichhörnchen; nschw. ekoore, Sb., Eichhorn, Eichhörnchen; nnorw. ekorn, N., Eichhorn, Eichhörnchen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches kleines flinkes und vielfach rotes Nagetier aus der Familie der Hörnchen mit buschigem Schwanz; BM.: sich schnell bewegendes Tier?; F.: Eichhorn, Eichhorns, Eichhörner, Eichhörnern+EW; Z.: Eich-hor-n
$Eichhörnchen, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Eichhörnchen; E.: s. Eichhorn, s. chen; L.: Kluge s. u. Eichhörnchen, DW 3, 81, EWD s. u. Eichhörnchen; GB.: seit 1647 belegte und aus Eichhorn und chen gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches kleines flinkes und vielfach rotes Nagetier aus der Familie der Hörnchen mit buschigem Schwanz; F.: Eichhörnchen, Eichhörnchens+EW; Z.: Eich-hör-n—chen
Eid, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Eid, Schwur; ne. oath; Vw.: s. Mein-; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. eit (2), st. M., st. F., Eid, Anrufung des göttlichen Gerichts, Schwur, feierliches Versprechen; mnd. eit, ēt, M., N., Eid; ahd. eid, st. M. (a), Eid, Schwur, Zeugnis, Versprechen; as. êth*, st. M. (a), Eid; anfrk. -; germ. *aiþa-, *aiþaz, *aida-, *aidaz, st. M. (a), Eid; s. idg. *ai- (5), *oi-, Sb., bedeutsame Rede (?), Pokorny 11? (25/25) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.?); idg. *oito-, Sb., Weg, Pokorny 293; idg. *eidʰ-, V., gehen, Pokorny 295; idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eid, Kluge s. u. Eid, DW 3, 82, EWD s. u. Eid, DW2 7, 332, EWAhd 2, 976, Duden s. u. Eid, Falk/Torp 2, Bluhme s. u. Eid; Son.: vgl. lang. aid, st. M. (a), Eid; afries. êth, âth, st. M. (a), Eid; nnordfries. ith, iss; ae. āþ, st. M. (a), Eid; an. eiðr, st. M. (a), Eid; got. aiþs, st. M. (a), Eid; nndl. eed, Sb. Eid; nschw. ed, Sb., Eid; nnorw. ed, M., Eid; ? ityā́, Sb., Gang; ? gr. οἶτος (oitos), M., Schicksal, Geschick, Unglück; air. oeth, M., Eid; kymr. anudon, M., falscher Eid, Meineid; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliche nach fester Formel geleistete feierliche Bekräftigung einer Aussage oder Erklärung; BM.: Rede?, gehen?; F.: Eid, Eides, Eids, Eide, Eiden+EW; Z.: Ei-d
Eidam, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Eidam, Bräutigam, Schwiegersohn; ne. bridegroom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. eidem, eiden, st. M., Eidam, Schwiegersohn, Schwiegervater; mnd. eidom, eidum, M., Eidam; ahd. eidum, eidam, st. M. (a?), Eidam, Schwiegersohn; as. -; anfrk. -; germ. *aiþuma, *aiþumaz, st. M. (a), Schwiegersohn, Eidam; vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10? (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eidam, Kluge s. u. Eidam, DW 3, 84, EWD s. u. Eidam, DW2 7, 338, EWAhd 2, 979, Duden s. u. Eidam, Falk/Torp 2, Bluhme s. u. Eidam; Son.: vgl. afries. âthom, âthum, âthem, st. M. (a), Eidam, Schwiegersohn; ae. āþum, st. M. (a), Eidam, Schwiegersohn, Schwager; an. -; got. -; ? av. aēta-, Sb., Schuld und Strafe; ? gr. αἶσα (aisa), F., Anteil, Schicksal, von Göttern verhängtes Geschick; ? osk. aeteis, Sb., des Teils; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Anerkennung von Ehen möglichen Schwiegersohn; BM.: zuteilen?; F.: Eidam, Eidams, Eidames, Eidame, Eidamen+EW; Z.: Ei-d-am
$Eide, nhd., F, (18. Jh.?).: nhd. Ährenspitze, Ecke; L.: Kluge 1. A. s. u. Eide, DW 3, 59 (Nemnich 1764-1822); GB.: vielleicht Anfang 19. Jh. belegte Bezeichnung für Ährenspitze oder Ecke; F.: Eide, Eiden+EW; Z.: Eid-e
Eidechse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Eidechse, ein Kriechtier (Reptil); ne. lizard; Vw.: -; Hw.: s. Echse; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. egedehse, egdehse, eidehse, st. F., sw. F., Eidechse; mnd. ēgedisse, F., Eidechse; ahd. egidehsa, ewidehsa*, sw. F. (n), Eidechse, Molch; as. egithassa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Eidechse; anfrk. -; germ. *agwi-, Sb., Eidechse?; vgl. idg. *angᵘ̯ʰi-, *angᵘ̯i-, *eg̑ʰi-, *ogᵘ̯ʰi-, Sb., Schlange, Wurm, Pokorny 43 (79/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *þahsjō, st. F. (ō), Spindel?; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Eidechse, Kluge s. u. Eidechse, EWD s. u. Eidechse, DW 3, 83, DW2 7, 340, EWAhd 2, 959, Duden s. u. Eidechse, Falk/Torp 9; Son.: vgl. afries. -; ae. āþexe, sw. F. (n), Eidechse; an. eðla, øðla, sw. F. (n), Eidechse; got. -; nndl. hagedis, Sb., Eidechse; nschw. ödla, Sb., Eidechse; nisl. eðla, N., Eidechse; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische teilweise erschließbare und teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein kleines flinkes Kriechtier das seinen meist verhältnismäßig langen Schwanz zu einer Ablenkung eines Verfolgers abwerfen kann; BM.: Schlangenläuferin?; F.: Eidechse, Eidechsen+EW; Z.: Ei-dechs-e
$eiden, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. eiden, Eid leisten, schwören; Vw.: s. be-; Q.: 1000 (Notker); E.: s. Eid, s. en; L.: DW 3, 84, DW2 7, 342; GB.: seit um 1000 belegte und aus Eid und en gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches einen Eid leisten oder schwören; F.: eiden (!), eide (!), eidest, eidet, eidete, eidetest, eideten, eidetet, geeidet, ##geeidet, geeidete, geeidetes, geeidetem, geeideten, geeideter##, eidend, ###eidend, eidende, eidendes, eidendem, eidenden, eidender###, eid (!)+EW; Z.: ei-d-en
Eider, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Eider, Eiderente; ne. eider; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1731 (Lexikon); I.: Lw. nisl. æður; E.: s. nisl. æður, N., Eider, Eiderente; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Eider, Kluge s. u. Eider, DW 3, 84, DW2 7, 342; Son.: vgl. nndl. eider, Sb., Eider, Eiderente; frz. eider, M., Eider, Eiderente; ejder, Sb., Eider, Eiderente; nnorw. ærfugl, M., Eider, Eiderente; poln. edredon, M., Eider, Eiderente; GB.: seit 1731 belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen Vogel aus der Familie der Entenvögel hauptsächlich um den Nordatlantik; BM.: von den Daunen der Eiderente?; BM.: ?; F.: Eider, Eiders+FW; Z.: Eid-er
$Eiderdaune, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Eiderdaune; E.: s. Eider, s. Daune; L.: Kluge s. u. Daune, fehlt DW, EWD s. u. Daune; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Eider und Daune gebildete Bezeichnung für die wohl schon vormenschliche Feder (Daune) der Eider oder Eiderente; F.: Eiderdaune, Eiderdaunen+FW+EW; Z.: Eid-er—dau-n-e
$Eiderente, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Eiderente; E.: s. Eider, s. Ente; L.: Kluge s. u. Eider, fehlt DW, s. aber DW 3, 84 (Eider); GB.: seit 1783 belegte und aus Eider und Ente gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen Vogel aus der Familie der Entenvögel hauptsächlich um den Nordatlantik; F.: Eiderente, Eiderenten+FW+EW; Z.: Eid-er—ent-e
$eidesstattlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. eidesstattlich; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Eidesstatt, s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Eid; GB.: seit 1855 belegte und aus Eidesstatt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Eiden mögliches Eidesstatt betreffend; F.: eidesstattlich, eidesstattliche, eidesstattliches, eidesstattlichem, eidesstattlichen, eidesstattlicher+EW; Z.: ei-d-es—sta-t-t-lich
$Eidgenosse, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Eidgenosse; E.: s. Eid, s. Genosse; L.: EWD s. u. Eid, DW 3, 84 (Eidgenosz), DW2 7, 346; GB.: um 1147 belegte und aus Eid und Genosse gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Eiden möglichen Genossen eines Eides (insbesondere der Schweiz); F.: Eidgenosse, Eidgenossen+EW; Z.: Ei-d—ge-noss-e
$eidigen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. eidigen; Vw.: s. be-, ver-; L.: Kluge s. u. Eid, DW 3, 85; GB.: seit 1302 belegte und aus Eid und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Eiden mögliches einen Eid leisten oder schwören oder unter Eid befragen; F.: eidigen, eidige, eidigst, eidigt, eidigest, eidiget, eidigte, eidigtest, eidigten, eidigtet, geeidigt, ##geeidigt, geeidigte, geeidigtes, geeidigtem, geeidigten, geeidigter##, eidigend, ###eidigend, eidigende, eidigendes, eidigendem, eidigenden, eidigender###, eidig (!)+EW; Z.: ei-d-ig-en; Z.: ei-d-ig-en
$eidlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. eidlich; E.: s. Eid, s. lich; L.: Kluge s. u. Eid, DW 3, 85, EWD s. u. Eid; GB.: seit 1532 belegte und aus Eid und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Eiden mögliches Eid betreffend; F.: eidlich, eidliche, eidliches, eidlichem, eidlichen, eidlicher+EW; Z.: ei-d-lich
$Eierkopf, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Eierkopf; E.: s. Ei, s. er, s. Kopf; L.: Kluge s. u. Eierkopf, fehlt DW; GB.: seit 1934 belegte und aus Ei und er sowie Kopf gebildete Bezeichnung für einen eiförmigen Kopf eines Menschen und einen Wissenschaftler; F.: Eierkopf, Eierkopfs, Eierkopfes, Eierköpfe, Eierköpfen+EW; Z.: Ei-er—ko-pf
$Eierkuchen, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Eierkuchen, Pfannkuchen; E.: s. Ei, s. er, s. Kuchen; L.: DW 3, 86, EWD s. u. Ei, DW2 7, 353; GB.: seit um 1340 belegte und aus Ei und er sowie Kuchen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen möglichen Kuchen aus oder mit Eiern; F.: Eierkuchen, Eierkuchens+EW; Z.: Ei-er-kuch-en
$eiern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. eiern, Eier legen, wie ein Ei rollen oder (ungeschickt) laufen; E.: s. Ei, s. er, s. n; L.: Kluge s. u. eiern, DW 2, 86, EWD s. u. Ei; GB.: seit 1349 belegte und aus Ei und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Vögeln mögliches Ei(er) legen und später auch wie ein Ei rollen oder laufen; F.: eiern, eiere, eier (!), eierst, eiert, eierte, eiertest, eierten, eiertet, geeiert, ##geeiert, geeierte, geeiertes, geeiertem, geeierten, geeierter##, eiernd, ###eiernd, eierndes, eierndem, eiernden, eiernder###, eier (!)+EW; Z.: ei-er-n
$Eierstock, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Eierstock; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.): I.: Lüt. lat. ovarium; E.: s. Ei, s. er (Suff.), s. Stock; L.: DW 3, 87, EWD s. u. Ei; GB.: seit 1539 belegte und nach lat. ovarium aus Ei und er sowie Stock gebildete Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche weibliche innere Geschlechtsorgan zu der Bildung von Eiern oder weiblichen Keimzellen; F.: Eierstock, Eierstockes, Eierstocks, Eierstöcke, Eierstöcken+EW; Z.: Ei-er—sto-ck
$Eiertanz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Eiertanz; E.: s. Ei, s. er, s. Tanz; L.: Kluge s. u. Eiertanz, DW 3, 87. EWD s. u. Ei; GB.: seit 1617 belegte und aus Ei und er sowie Tanz gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit möglichen Tanz mit Eiern oder zwischen Eiern oder ein sehr vorsichtiges und umständliches Vorgehen von Menschen; F.: Eiertanz, Eiertanze, Eiertanzes, Eiertänze, Eiertänzen+EW; Z.: Ei-er—tanz
Eifer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Eifer, Fleiß, ernsthaftes Bestreben, Elan; ne. zeal; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. īfer, st. M., Eifer, Eifersucht; mnd. īver, M., Eifer, Zorn; Herkunft unklar, Kluge s. u. Eifer; vielleicht Zusammenhang mit germ. *aibra-, *aibraz, Adj., bitter, scharf, heftig; vgl. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11? (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eifer, Kluge s. u. Eifer, DW 3, 87, EWD s. u. Eifer, DW2 7, 356, Duden s. u. Eifer, Bluhme s. u. Eifer; Son.: vgl. nndl. ijver, Sb., Eifer; nschw. iver, Sb., Eifer; nnorw. iver, M., Eifer; GB.: seit um 1460 belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ernsthaftes Bestreben; BM.: brennen? bzw. bitter?; F.: Eifer, Eifers+EW; Z.: Ei-f-er
$eifern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. eifern, ernsthaft bemühen, streben; Vw.: s. er-, nach-, wett-; E.: s. Eifer, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. Eifer, Kluge s. u. Eifer, DW 3, 90, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 1411 belegte und aus Eifer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ernsthaft bemühen oder streben; F.: eifern, eifere, eifer (!), eiferst, eifert, eiferte, eifertest, eiferten, eifertet, geeifert, ##geeifert, geeiferte, geeifertes, geeifertem, geeiferten, geeiferter##, eifernd, ###eifernd, eiferndes, eiferndem, eifernden, eifernder###, eifer (!)+EW; Z.: ei-f-er-n
$Eifersucht, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Eifersucht, übertriebenes oder krankhaftes Streben nach Zuneigung eines anderen Menschen; E.: s. Eifer, s. Sucht; L.: Kluge s. u. Eifersucht, DW 3, 91, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 1613 (eifersucht-) belegte und aus Eifer und Sucht gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches übertriebenes oder krankhaftes Streben nach Zuneigung eines anderen Menschen; F.: Eifersucht, Eifersüchte, Eifersüchten+EW; Z.: Ei-f-er-such-t
$eifersüchtig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. eifersüchtig, Eifersucht betreffend, missgünstig; E.: s. Eifersucht, s. ig; L.: Kluge s. u. Eifersucht, DW 3, 91, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 1613 belegte und aus Eifersucht und ig gebildete Bezeichnung für Eifersucht betreffend oder missgünstig; F.: eifersüchtig, eifersüchtige, eifersüchtiges, eifersüchtigem, eifersüchtigen, eifersüchtiger(, eifersüchtigere, eifersüchtigeres, eifersüchtigerem, eifersüchtigeren, eifersüchtigerer, eifersüchtigst, eifersüchtigste, eifersüchtigstes, eifersüchtigstem, eifersüchtigsten, eifersüchtigster)+EW; Z.: ei-f-er-süch-t-ig
$eifrig, eiferig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. eifrig, eifernd, eifersüchtig, geschäftig, fleißig; E.: s. Eifer, s. ig; L.: Kluge s. u. Eifer, DW 3, 91, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 1493 belegte und aus Eif(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eifernd oder eifersüchtig oder geschäftig oder fleißig; F.: eifrig, eifrige, eifriges, eifrigem, eifrigen, eifriger(, eifrigere, eifrigeres, eifrigerem, eifrigeren, eifrigerer, eifrigst, eifrigste, eifrigstes, eifrigstem, eifrigsten, eifrigster)+EW; Z.: ei-f-r-ig
$Eigelb, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Eigelb, Eidotter, Dotter; E.: s. Ei, s. Gelb, s. gelb; L.: DW 3, 91 (eigelb), EWD s. u. Ei; GB.: seit 1675 belegte und aus Ei und Gelb bzw. gelb gebildete Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Gelbe des Eies oder den Eidotter oder Dotter; F.: Eigelb, Eigelbes, Eigelbs, Eigelbe, Eigelben+EW; Z.: Ei—gel-b
eigen, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. eigen, zu einem gehörend, besondere; ne. own (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. eigen, Adj., was man hat, eigen, hörig, leibeigen; mnd. ēgen, eigen, Adj., eigen (Adj.); ahd. eigan (2), Adj., eigen, besondere, zugehörig, heimatlich, charakteristisch; as. êgan (2), Adj., eigen (Adj.); anfrk. -; germ. *aigana-, *aiganaz, Adj., eigen; idg. *ēik-, V., haben, eignen, vermögen, Pokorny 298 (441/22) (RB. idg. aus ind., iran., germ., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. eigen, Kluge s. u. eigen, DW 3, 91, EWD s. u. eigen, DW2 7, 370, EWAhd 2, 982, Duden s. u. eigen, Bluhme s. u. eigen; Son.: vgl. afries. êgen (2), êin, âin, Adj., eigen, zugehörig, unfrei; saterl. ain, Adj., eigen; ae. ǣgen (1), āgen, Adj., eigen; an. eiginn, Adj., eigen, eigentümlich; got. *aigins?, Adj. (a), eigen; nndl. eigen, Adj., eigen; nschw. egen, Adj., eigen; nnorw. egen, Adj., eigen; GB.: (eigan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gehörend oder besondere; BM.: haben; F.: eigen, eigene, eigenes, eigenem, eigenen, eigener+EW; Z.: eig-en
$Eigen, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Eigen, Eigentum; E.: s. eigen; L.: DW 3, 91, EWD s. u. eigen; GB.: seit um 830 belegte und aus eigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor der Sesshaftwerdung mögliches Eigentum einzelner Menschen an einzelnen Sachen; F.: Eigen, Eigens+EW; Z.: Eig-en
$Eigenbrätler, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Eigenbrätler, Sonderling; E.: s. eigen, s. brat(en), s. (e)l, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Eigenbrötler, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus eigen und brat(en) sowie (e)l und er gebildete Bezeichnung für einen entgegen seinem eigentlichen sozialen Wesen allein lebenden und seinen eigenen Haushalt führenden Mann; F.: Eigenbrätler, Eigenbrätlers, Eigenbrätlern+EW; Z.: Eig-en—brä-t-l-er
$Eigenbrötler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Eigenbrötler, Sonderling; E.: s. eigen, s. Brot, s. (e)l, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Eigenbrötler, DW3, 95; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus eigen und Brot sowie (e)l und er gebildete Bezeichnung für einen entgegen seinem eigentlichen sozialen Wesen allein lebenden und seinen eigenen Haushalt führenden Mann; L.: Kluge s. u. Eigenbrötler, DW 3, 97, EWD s. u. eigen; F.: Eigenbrötler, Eigenbrötlers, Eigenbrötlern+EW; Z.: Eig-en—brö-t-l-er
$Eigenheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Eigenheit, Besonderheit; E.: s. eigen, s. heit; L.: Kluge s. u. eigen, DW 3, 97, EWD s. u. eigen; GB.: seit um 1380 belegte und aus eigen und heit gebildete Bezeichnung für eine neben seinem eigentlichen sozialen Wesen mögliche Besonderheit jedes Menschen; F.: Eigenheit, Eigenheiten+EW; Z.: Eig-en-hei-t
$eigenmächtig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. eigenmächtig, aus eigener Macht und ohne Befugnis handelnd; E.: s. Eigenmacht, s. ig, s. eigen, s. mächtig; L.: DW 3, 99, EWD s. u. mächtig; GB.: nach DRW eynmechtich OstfriesUB vierzehnhundertvierundvierzig beziehungsweise seit 1559 belegte und aus eigen und mächtig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches und später durch die Entwicklung des Rechtes grundsätzlich ausgeschlossenes aus eigener Macht und ohne Befugnis handelnd; F.: eigenmächtig, eigenmächtige, eigenmächtiges, eigenmächtigem, eigenmächtigen, eigenmächtiger(, eigenmächtigere, eigenmächtigeres, eigenmächtigerem, eigenmächtigeren, eigenmächtigerer, eigenmächtigst, eigenmächtigste, eigenmächtigstes, eigenmächtigstem, eigenmächtigsten, eigenmächtigster)+EW; Z.: eig-en—mäch-t-ig
$Eigenname, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Eigenname, besonderer Name eines Einzelnen; E.: s. eigen, s. Name; L.: Kluge s. u. Eigenname, DW 3, 99, EWD s. u. eigen; GB.: seit 1530 belegte und vielleicht nach lat. nomen proprium aus eigen und Name gebildete Bezeichnung für den besonderen Namen eines einzelnen Menschen wie Hans oder Alma oder einer anderen einzelnen besonderen Gegebenheit in Gegensatz zu sonstigen (allgemeinen) Wörtern für zahlreiche Gegebenheiten wie Adler oder Besucher oder Chor oder Denkmal oder Eimer oder Faden oder Geschenk; F.: Eigenname, Eigennamens, Eigennamen+EW; Z.: Eig-en—nam-e
$Eigennutz, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Eigennutz, eigener Nutzen, Selbstsucht; E.: s. eigen, s. Nutz(en); L.: Kluge s. u. Eigennutz, DW 3, 99, EWD s. u. Nutzen; GB.: (eigennuz) seit 13. Jh. belegte und aus eigen und Nutz(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen eigenen Nutzen eines Lebewesens oder für Selbstsucht; F.: Eigennutz, Eigennutzes+EW; Z.: Eig-en—nutz
$eigennützig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. eigennützig, eigennützlich; E.: s. Eigennutz, s. ig; L.: Kluge s. u. Eigennutz, DW 3, 99; GB.: seit 1519 belegte und aus Eigennutz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches eigennützlich; F.: eigennützig, eigennützige, eigennütziges, eigennützigem, eigennützigen, eigennütziger(, eigennützigere, eigennützigeres, eigennützigerem, eigennützigeren, eigennützigerer, eigennützigst, eigennützigste, eigennützigstes, eigennützigstem, eigennützigsten, eigennützigster)+EW; Z.: eig-en—nütz-ig
eigens, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. eigens, besonders; ne. specially; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1615; E.: Genetivbildung zu nhd. eigen (s. d.); L.: Kluge s. u. eigens, DW 3, 100, EWD s. u. eigen, DW2 7, 405, Duden s. u. eigens; GB.: seit 1615 belegte und aus eigen und (e)s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches besonders; BM.: haben; F.: eigens+EW; Z.: eig-en-s
Eigenschaft, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Eigenschaft, Eigenheit, Wesensmerkmal, Eigentum, Knechtschaft; ne. quality, characteristic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); I.: Lw. -, Lüs. lat. qualitas (16. Jh.); E.: mhd. eigenschaft, st. F., st. M., Eigentum, rechtmäßiges Eigentum, Eigentumsrecht, Verfügungsrecht, Verfügungsgewalt; ahd. eiganskaft*, eiganscaft*, st. F. (i), Eigentümlichkeit, Eigen; vgl. ahd. eigan (2), Adj., eigen, besondere, zugehörig, heimatlich, charakteristisch; germ. *aigana-, *aiganaz, Adj., eigen; idg. ēik-, V., haben, eignen, vermögen, Pokorny 298 (441/22) (RB. idg. aus ind., iran., germ., toch.?); ahd. skaft (2), st. F. (i), Schöpfung, Gestalt, Beschaffenheit, Breite; germ. *skafti-, *skaftiz, st. F. (i), Beschaffenheit, Schaffung, Ordnung; s. germ. *skapi-, *skapiz, st. M. (i), st. F. (i), Beschaffenheit, Ordnung; vgl. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge s. u. Eigenschaft, DW 3, 100, EWD s. u. eigen, DW2 7, 406, EWAhd 2, 983, Duden s. u. Eigenschaft; Son.: vgl. nndl. eigenschap, Sb., Eigenschaft; nschw. egenskap, Sb., Eigenschaft; nnorw. egenskap, M., Eigenschaft; GB.: (eigenschaft) seit vor 1150 belegte Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches zu dem Wesen gehörendes Merkmal einer Gegebenheit oder auch Eigentum oder Knechtschaft; BM.: eigen, Beschaffenheit; F.: Eigenschaft, Eigenschaften+EW; Z.: Eig-en—schaf-t
$Eigenschaftswort, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Eigenschaftswort, Beiwort, Adjektiv; E.: s. Eigenschaft, s. s, s. Wort; L.: fehlt DW, EWD s. u. eigen; GB.: seit um 1480 belegte und aus Eigenschaft und s sowie Wort gebildete Bezeichnung für ein eine Eigenschaft betreffendes Wort oder ein Beiwort oder ein Adjektiv wie beispielsweise alt oder jung oder schön oder schwarz oder weiß oder zierlich; F.: Eigenschaftswort, Eigenschaftswortes, Eigenschaftsworts, Eigenschaftsworte, Eigenschaftsworten, Eigenschaftswörter, Eigenschaftswörtern+EW; Z.: Eig-en—schaf-t—wor-t
$Eigensinn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Eigensinn, Starrsinn; E.: s. eigen, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 3, 100, EWD s. u. eigen; GB.: seit 1517 belegte und aus eigen und Sinn gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen ihm eigenen Sinn oder Starrsinn; F.: Eigensinn, Eigensinns, Eigensinnes+EW; Z.: Eig-en—sinn
$eigensinnig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. eigensinnig, starrsinnig, schwierig; E.: s. Eigensinn, s. ig; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 3, 101, EWD s. u. eigen; GB.: seit 1378 belegte und aus Eigensinn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eigenen Sinn habend oder starrsinnig oder schwierig; F.: eigensinnig, eigensinnige, eigensinniges, eigensinnigem, eigensinnigen, eigensinniger(, eigensinnigere, eigensinnigeres, eigensinnigerem, eigensinnigeren, eigensinnigerer, eigensinnigst, eigensinnigste, eigensinnigstes, eigensinnigstem, eigensinnigsten, eigensinnigster)+EW; Z.: eig-en—sinn-ig
eigentlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. eigentlich, tatsächlich, wirklich, ursprünglich, dem Wesen gemäß; ne. actual, true; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120/1130 (Die altdeutsche Exodus); E.: s. mhd. eigenlich, Adj., eigentlich, eigentümlich, eigen; mnd. ēchlīk, ēgelīk, Adj., eigentlich; mnl. eigenlijc, Adj., eigentlich; vgl. mhd. eigen, Adj., was man hat, eigen, hörig, leibeigen; ahd. eigan (2), Adj., eigen, besondere, zugehörig, heimatlich, charakteristisch; germ. *aigana-, *aiganaz, Adj., eigen; idg. *ēik-, V., haben, eignen, vermögen, Pokorny 298 (441/22) (RB. idg. aus ind., iran., germ., toch.?); mhd. *lich?, Suff., …lich; ahd. *līh (3)?, Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. eigentlich, DW 3, 102, EWD s. u. eigen, DW2 7, 419, Duden s. u. eigentlich; Son.: vgl. nndl. eigelijk, Adj., eigentlich; nschw. egentlig, Adj., eigentlich; nnorw. egentlig, Adj., eigentlich; GB.: seit um 1120/1130 belegte und aus eigen und t sowie lich gebildete und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt mögliches tatsächlich oder wirklich oder ursprünglich oder dem Wesen gemäß; BM.: haben; F.: eigentlich, eigentliche, eigentliches, eigentlichem, eigentlichen, eigentlicher(, eigentlichere, eigentlicheres, eigentlicherem, eigentlicheren, eigentlicherer, eigentlichste, eigentlichstes, eigentlichstem, eigentlichsten, eigentlichster)+EW; Z.: eig-en-t-lich
$Eigentum, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Eigentum; Vw.: s. Privat-; E.: s. eigen, s. tum; L.: Kluge s. u. eigentümlich, DW 3, 101 (Eigenthum), EWD s. u. eigen; GB.: seit um 1170 (eigentuom) belegte und aus eigen und tum gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen eigenen Bereich einschließlich des später entstehenden ausschließlichen Herrschaftsrechts über eine einzelne Sache; F.: Eigentum, Eigentums, Eigentume, Eigentumen+EW; Z.: Eig-en-tum
eigentümlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. eigentümlich, besondere, eigen, merkwürdig, typisch; ne. specific, odd; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1436; E.: s. mnd. ēgendȫmlīk, Adj., zu Eigentum habend, eigentümlich, eigen; vgl. mhd. eigentlich, Adj., eigentümlich, eigen, leibeigen, bestimmt, besondere, ureigen; vgl. mhd. eigen, Adj., was man hat, eigen, hörig, leibeigen; ahd. eigan (2), Adj., eigen, besondere, zugehörig, heimatlich, charakteristisch; germ. *aigana-, *aiganaz, Adj., eigen; idg. *ēik-, V., haben, eignen, vermögen, Pokorny 298 (441/22) (RB. idg. aus ind., iran., germ., toch.?); mhd. tuom (1), st. M., Macht, Herrschaft, Würde, Stand; ahd. tuom (1), st. M. (a), st. N. (a), Urteil, Gericht (N.) (1), Recht, Macht, Ruhm; germ. *dōma-, *dōmaz, st. M. (a), Urteil, Stand, Würde, Ruhm; s. idg. *dʰēmi-, *dʰəmi-, Sb., Aufgestelltes, Satzung, Pokorny 235; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. eigentümlich, DW 3, 102 (eigenthümlich), EWD s. u. eigen, DW2 7, 419, Duden s. u. eigentümlich; Son.: vgl. nschw. egendomlig, Adj., eigentümlich; nnorw. eiendommelig, Adj., eigentümlich; GB.: seit 1436 belegte und aus Eigentum sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches besondere oder eigen oder merkwürdig oder typisch; BM.: eigen, Stand; F.: eigentümlich, eigentümliche, eigentümliches, eigentümlichem, eigentümlichen, eigentümlicher(, eigentümlichere, eigentümlicheres, eigentümlicherem, eigentümlicheren, eigentümlicherer, eigentümlichste, eigentümlichstes, eigentümlichstem, eigentümlichsten, eigentümlichster)+EW; Z.: eig-en-tüm-lich
eignen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. eignen, als Eigenschaft haben, eigen sein (V.), eigen nennen; ne. be (V.) suitable, suit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. eigenen, sw. V., eignen, zu eigen machen, übereignen, innehaben, aneignen, sich aneignen, zu eigen sein (V.), überantworten, zu eigen geben; mnd. eigenen, sw. V., zu eigen geben; ahd. eiganen*, sw. V. (1a), „eignen“, aneignen, anmaßen; as. -; anfrk. -; germ. *aiganōn, sw. V., haben, zu eigen machen; s. idg. ēik-, V., haben, eignen, vermögen, Pokorny 298 (441/22) (RB. idg. aus ind., iran., germ., toch.?); L.: Kluge s. u. eignen, DW 3, 104, EWD s. u. eignen, DW2 7, 440, EWAhd 2, 983, Duden s. u. eignen; Son.: vgl. afries. -; ae. āgnian, ǣgnian, sw. V. (2), besitzen, beanspruchen, sich aneignen; an. eigna, sw. V. (2), sich aneignen, erwerben; got. -; nnorw. egne (seg), V., (sich) eignen; GB.: (eiganen) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches als Merkmal zugehören oder als Eigenschaft haben oder eigen sein (V.); BM.: haben; F.: eignen, eigne (!), eignest, eignet, eignete, eignetest, eigneten, eignetet, geeignet, ##geeignet, geeignete, geeignetes, geeignetem, geeigneten, geeigneter##, eignend, ###eignend, eignende, eignendes, eignendem, eignenden, eignender###, eigne(!)+EW; Z.: eig-n-en
$Eigner, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Eigner, Eigentümer; E.: s. eign(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. eignen, DW 3, 105, EWD s. u. eignen; GB.: seit 1323 (eigenære) belegte und aus eign(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Eigentum möglichen Eigentümer oder Berechtigten einer Sache; F.: Eigner, Eigners, Eignern+EW; Z.: Eig-n-er
$Eignung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Eignung, Übereignung, Geeignetheit; E.: s. eign(en), s. ung; L.: Kluge s. u. eignen, DW 3, 105, EWD s. u. eignen; GB.: (eigenunge) seit 1319 belegte und aus eign(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Eigentum mögliche Übereignung und später für Geeignetheit; F.: Eignung, Eignungen+EW; Z.: Eig-n-ung
Eiland, Einland, nhd. (ält.), N., (12. Jh.): nhd. Eiland, Insel; ne. island; Vw.: -; Hw.: s. Au; Q.: 1150-1190 (Priesterleben des Heinrich von Melk); E.: mhd. einlant, eilant, st. N., Eiland, Insel, abgelegenes Land; mnd. eilant, N., Eiland, Insel; germ. *awjō, st. F. (ō), Au, Wasserland, Wasser, Insel; s. idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); mhd. lant, st. N., Land, Erde, Gebiet, Heimat; ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; s. idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eiland, Kluge s. u. Eiland, DW 3, 105, EWD s. u. Eiland, DW2 7, 444, DW2 7, 806, Duden s. u. Eiland, Bluhme s. u. Eiland; Son.: vgl. afries. eiland, eilond, ēland, st. N. (a), Eiland, Insel; ae. íegland, īgland, ēgland, st. N. (a), Eiland, Insel; an. eyland, N., Eiland, Insel; nndl. eiland, Sb., Eiland, Insel; GB.: (einlant) seit 1150-1190 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Insel; BM.: Au, Land; F.: Eiland, Eilandes, Eilands, Eilande, Eilanden+EW; Z.: Ei—lan-d
$Eilbote, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Eilbote, Schnellbote, Kurier; E.: s. eil(en), s. Bote; L.: DW 3, 106, EWD s. u. eilen; GB.: (īlbote) seit um 1200 belegte und aus eil(en) und Bote gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schnellboten oder Kurier einer Mitteilung; F.: Eilbote, Eilboten+EW; Z.: Ei-l—bot-e
$Eilbrief, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Eilbrief, Schnellbrief; Q.: 1803; E.: s. eil(en), s. Brief; L.: fehlt DW, EWD s. u. eilen; GB.: seit 1803 belegte und aus eil(en) und Brief gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schnellbrief oder Kurier einer Mitteilung; F.: Eilbrief, Eilbriefes, Eilbriefs, Eilbriefe, Eilbriefen+EW+FW; Z.: Ei-l—brief
$Eile, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Eile, Hast, Eifer, Streben (N.), Schnelligkeit; E.: s. eile(n); L.: Kluge s. u. eilen 1, DW 3, 106, EWD s. u. eilen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit eilen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliche Hast oder Eifer oder Streben (N.) oder Schnelligkeit; F.: Eile+EW; Z.: Ei-l-e
eilen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. eilen, hasten, schnell gehen, sich schnell fortbewegen; ne. hasten, hurry (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. īlen, sw. V., befleißigen, eilen, beeilen, sich beeilen, sich beeifern, sich mühen, laufen; mnd. îlen, sw. V., eilen; mnl. ilen, sw. V., eilen; ahd. īlen, sw. V. (1a), eilen, streben, streben nach, sich bemühen; as. īlian*, sw. V. (1a), eilen; anfrk. īlon*, sw. V. (1), eilen; germ. *īljan, sw. V., eilen, schnell gehen; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. eilen, Kluge s. u. eilen 1, DW 3, 106, EWD s. u. eilen, DW2 7, 447, EWAhd 5, 42, EWAhd 5, 45, Falk/Torp 27, Duden s. u. eilen, Bluhme s. u. eilen; Son.: vgl. afries. īla, sw. V. (1), eilen; ae. -; an. -; got. -; nschw. ila, V., eilen; nnorw. ile, V., eilen; GB.: (īlen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches hasten oder sich schnell fortbewegen; BM.: gehen; F.: eilen, eile (!), eilst, eilt, eilest, eilet, eilte, eiltest, eilten, eiltet, geeilt, ##ge eilt##, eilend, ###eilend, eilende, eilendes, eilendem, eilenden, eilender###, eil (!)+EW; Z.: ei-l-en
$eilen (2), nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. eilen, Zähne wässern; E.: s. Eile, s. eilig (1); L.: Kluge s. u. eilig 2, DW 3, 108; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Eile und eilig verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches Zähne wässern; F.: eilen, eile (!), eilst, eilt, eilest, eilet, eilte, eiltest, eilten, eiltet, geeilt, ##geeilt##, eilend, ###eilend, eilende, eilendes, eilendem, eilenden, eilender###, eil (!)+EW; Z.: ei-l-en
$eilends, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. eilends, in Eile, hastig, schnell; E.: s. eilen, s. d, s. s; L.: DW 3, 109, EWD s. u. eilen; GB.: seit um 1400 belegte und aus eilen und d sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches in Eile oder hastig oder schnell; F.: eilends+EW; Z.: ei-l-end-s
eilig (1), nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. eilig (Adj.) (2), stumpf; ne. blunt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. ?; E.: mhd. īlic*, īlec, ilg, īlig, Adj., eilig, stumpf, stumpf von Zähnen; Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Idg.?; L.: Kluge s. u. eilig 2, DW 3, 110; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus eil(en) (2) und ig gebildete Bezeichnung für stumpf (in Bezug auf Zähne); BM.: ?; F.: eilig, eilige, eiliges, eiligem, eiligen, eiliger+EW?; Z.: eil-ig
$eilig (2), nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. eilig, hastig, schnell; E.: s. Eil(e), s. ig; L.: Kluge s. u. eilen 1; GB.: um 800 belegte und aus Eil(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches hastig oder schnell; F.: eilig, eilige, eiliges, eiligem, eiligen, eiliger(, eiligere, eiligeres, eiligerem, eiligeren, eiligerer, eiligst, eiligste, eiligstes, eiligstem, eiligsten, eiligster)+EW; Z.: ei-l-ig
$Eilzug, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Eilzug, Schnellzug, Eilmarsch; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Eil(e), s. Zug; L.: DW 3, 111, EWD s. u. eilen; GB.: seit 1807 belegte und aus Eil(e) und Zug gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dem 19. Jh. entwickelten und verwendeten Schnellzug oder auch für einen Eilmarsch; F.: Eilzug, Eilzugs, Eilzuges, Eilzüge, Eilzügen+EW; Z.: Ei-l—zu-g
Eimer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Eimer, Kübel; ne. bucket (N.), jug (N.), pot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Amphore; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. eimber, eimer, ember, emmer, st. M., Eimer, Gefäß; mnd. emmer, M., Eimer, Eimer als Hohlmaß; mnl. emere, M., Eimer; ahd. eimbar, st. N. (a), Eimer (M.), Krug (M.) (1), Topf, Gefäß, Urne; as. êmbar*, emmar*, st. N. (a), Eimer (M.); anfrk. -; lat. amphora, F., Amphore, (um 250-184 v. Chr.); s. gr. ἀμφορεύς, M., Amphore, Vorratsgefäß mit beidseitigen Henkeln; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); umgedeutet durch ein und tragen (s. nhd. gebären, germ. *beran); L.: Kluge 1. A. s. u. Eimer, Kluge s. u. Eimer, EWD s. u. Eimer, DW 3, 111, DW2 7, 458, EWAhd 2, 986, Duden s. u. Eimer, Bluhme s. u. Eimer; Son.: vgl. ae. amber, ambor, ėmber, st. M. (a), st. F. (ō), st. N. (a), Eimer, Gefäß, Fass; nndl. emmer, Sb., Eimer; nschw. ämbar, Sb., Eimer; nnorw. ambar, M., Eimer; GB.: (eimbar) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 6. vorchristlichen Jh. zu dem Aufbewahren oder Befördern besonders von Flüssigkeiten entwickeltes und verwendetes kleineres (Kübel) oder auch größeres (Tonne) zylindrisches oder kegelstumpfförmiges Gefäß mit beweglichem Henkel; BM.: tragen; F.: Eimer, Eimers, Eimern+FW; Z.: Ei-mer
ein (1), nhd., Num. Kard., Pron., (unbestimmter) Artikel, (8. Jh.): nhd. ein; ne. one; Vw.: s. -hellig; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein, ein gewisser, jemand; mnd. ēn, ein, Adj., Num. Kard., ein; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; anfrk. ein, Adj., Pron., Num. Kard., ein, allein; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. ein 1, DW 3, 112, EWD s. u. ein (Num.), DW2 7, 461, EWAhd 2, 989, Duden s. u. ein, Falk/Torp 3, Bluhme s. u. ein; Son.: Indef.-Pron.; vgl. afries. ên, ân, Pron., ein (Pron.); nnordfries. an, en, in, jen, Pron., ein; ae. ān, ǣn, Adj., Adv., ein, allein, einzig, einzeln; an. einn, Adj., ein, irgendein; got. ains, Adj. (a), Num. Kard., ein, allein, ein einziger, ein gewisser; nndl. een, Num. Kard., Pron., ein; nschw. en, een, Num. Kard., Pron., ein; nnorw. en, een, Num. Kard., Pron., ein; ai. éka-, Num. Kard., ein; gr. οἴνος (oínos), M., Eins auf dem Würfel; lat. ūnus, oinos (ält.), oinus (ält.), oenus (ält.), Adj., ein, einzig, alleinig; air. oen, oín, Num. Kard., ein; kymr. un, Num. Kard., ein; lit. víenas, Num. Kard., ein; apreuß. ains, Num. Kard., ein; ksl. inu, Num. Kard., ein; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung der Grundzahl zwischen 0 und 2 und den unbestimmten Artikel; BM.: ?; F.: ein, eine, eines, einem, einen (!), einer+EW; Z.: ei-n
ein (2), nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. ein (Adv.), allein; ne. lonely; Vw.: s. all-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. eine, ein, Adv., allein, einsam, frei von, ohne etwas, ausschließlich, nur; vgl. ahd. einen*, Adv., allein, nur; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. ein 2, DW2 7, 479, Duden s. u. ein; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allein; BM.: ?; F.: ein+EW; Z.: ei-n
ein…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ein…; ne. in…; Vw.: s. -fall, -frieden, -fuchsen, -geweide, -heimsen, -loggen, -lullen, -motten, -trag, -wecken; Hw.: s. ein (1); Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich, infolge, wegen; mnd. in, Adv., Präp., Präf., in, hinein; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; as. in, Adv., Präp., Präf., in, hinein, ein; anfrk. in (2), Präp., in, an; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 3, 140, EWD s. u. ein (Adv.), Duden s. u. ein…; Son.: vgl. afries. in, en (2), Präp., Adv., in, hinein; saterl. in, Präp., Adv., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); an. ī (1), Präp., in, zwischen, bei; got. in, Präp., Präf., in, an, auf, unter, zu, während (Konj.), bei, über; lat. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für hinein verwendete Bezeichnung; BM.: in?; F.: ein…+EW; Z.: ein-
…ein, nhd., M., (14. Jh.): nhd. …ein; ne. one; Vw.: s. Ver-; Hw.: s. ein (1); Q.: 14. Jh.?; E.: s. mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein, ein gewisser, jemand; mnd. ēn, ein, Adj., Num. Kard., ein; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; anfrk. ein, Adj., Pron., Num. Kard., ein, allein; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nschw. …ening, Suff., …ein; nnorw. …ening, Suff., …ein; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare und in Zusammensetzungen als Grundwort oder Endsilbe für Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: eins; F.: …ein, …eins, …eines, …eine, …einen+EW; Z.: -ei-n
einander, nhd., Pron., (9. Jh.): nhd. einander, wechselseitig; ne. each other, one another; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. einander (1), enander, anander, Pron., Adj., einander, der eine dem andern, zusammen, miteinander, untereinander; mnd. ēnander, Adj., einander; ahd. einander*, Adj., einander; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. ander, Num. Ord., Pron.-Adj., andere, zweite, übrige; ahd. andere, Num. Ord., Pron.-Adj., andere, zweite; germ. *anþara, Num. Ord., Pron.-Adj., andere; idg. *ontero-, *ontro-, Num. Ord., andere; vgl. idg. *eno-, *ono-, *no-, *ne- (2), *h₂no-, *h₁no-, Pron., jener, Pokorny 319 (467/48) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ital., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. einander, DW 3, 141, EWD s. u. einander, DW2 7, 501, Duden s. u. einander; Son.: vgl. nndl. elkander, Pron., einander; nnorw. hverandre, Pron., einander; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für wechselseitig; BM.: einer von den anderen; F.: einander+EW; Z.: ei-n—an-d-er
$einäschern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einäschern, zu Asche verbrennen; L.: Kluge s. u. Asche, DW 3, 146, EWD s. u. Asche; GB.: seit 1562 belegte und aus ein und äschern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches zu Asche verbrennen; F.: einäschern, äschere ein, äscher (!) ein, äscherst ein, äschert ein, äschern ein, äscherte ein, äschertest ein, äscherten ein, äschertet ein, eingeäschert, ##eingeäschert, eingeäscherte, eingeäschertes, eingeäschertem, eingeäscherten, eingeäscherter##, einäschernd, ###einäschernd, einäscherndes, einäscherndem, einäschernden, einäschernder##, einzuäschern, ###einzuäschern, einzuäschernd, einzuäschernde, einzuäscherndes, einzuäscherndem, einzuäschernden, einzuäschernder###, äscher (!) ein+EW; Z.: ein—äsch-er-n
$Einäscherung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Einäscherung, Verbrennung zu Asche; E.: s. einäscher(n), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Asche; F.: Einäscherung, Einäscherungen+EW; GB.: seit 1527 belegte und aus einäscher(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliche Verbrennung zu Asche; F.: Einäscherung, Einäscherungen+EW; Z.: Ein—äsch-er-ung
$Einbahnstraße, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Einbahnstraße; Q.: 1926; L.: fehlt DW, EWD s. u. Einbahnstraße; GB.: seit 1926 belegte und aus Einbahn und Straße gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete (nur aus einer Bahn bestehende) und nur in einer Richtung befahrbare Straße; F.: Einbahnstraße, Einbahnstraßen+EW+FW; Z.: Ei-n—bahn—stra-ß-e
$einbalsamieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einbalsamieren, mit Balsam behandeln; L.: Kluge s. u. Balsam, einbalsamieren, DW 3, 147, EWD s. u. Balsam; GB.: seit 1589 belegte und aus ein und Balsam sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Balsam behandeln; F.: einbalsamieren, balsamiere ein, balsamierst ein, balsamiert ein, balsamieren ein, balsamierest ein, balsamieret ein, balsamierte ein, balsamiertest ein, balsamierten ein, balsamiertet ein, einbalsamiert, ##einbalsamiert, einbalsamierte, einbalsamiertes, einbalsamiertem, einbalsamierten, einbalsamierter##, einbalsamierend, ###einbalsamierend, einbalsamierende, einbalsamierendes, einbalsamierendem, einbalsamierenden, einbalsamierender###, einzubalsamieren, ####einzubalsamieren, einzubalsamierend, einzubalsamierende, einzubalsamierendes, einzubalsamierendem, einzubalsamierenden, einzubalsamierender####, balsamier (!) ein+EW+FW; Z.: ein—balsam-ier-en
$Einband, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Einband, Umschlag; E.: s. ein, s. Band (M.); L.: Kluge s. u. Einband, DW 3, 147, EWD s. u. Band (M.); GB.: seit 1785 belegte und aus ein und Band gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Vorrichtung (Umschlag) zu dem Schutz eines Buches; F.: Einband, Einbands, Einbandes, Einbände, Einbänden+EW; Z.: Ei-n—ban-d
$Einbaum, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Einbaum; E.: s. ein, s. Baum; L.: Kluge s. u. Einbaum, DW 3, 147, EWD s. u. Einbaum; GB.: (aus einboumīg*) seit um 1100 erschließbare und vielleicht nach lat.-gr. Vorbild aus ein und Baum (sowie ig) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit mehr als 8000 Jahren (beispielsweise in Pesse in den späteren Niederlanden) von Menschen aus einem einzigen Baum (durch Aushauen oder Ausbrennen entwickeltes und) verwendetes Wasserfahrzeug; F.: Einbaum, Einbaums, Einbaumes, Einbäume, Einbäumen+EW; Z.: Ei-n—bau-m
$einbilden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. einbilden, (sich) vorstellen; E.: s. ein, s. bilden; L.: Kluge s. u. einbilden, DW 3, 149, EWD s. u. bilden; GB.: (īnbileden*) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ein und bilden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (sich) vorstellen; F.: einbilden, bilde ein, bildst (!) ein, bildt (!) ein, bilden ein, bildest ein, bildet ein, bildte (!) ein, bildtest (!) ein, bildten (!) ein, bildtet (!) ein, eingebildet, ##eingebildet, eingebildete, eingebildetes, eingebildetem, eingebildeten, eingebildeter##, einbildend, ###einbildend, einbildende, einbildendes, einbildendem, einbildenden, einbildender###, einzubilden, ####einzubilden, einzubildend, einzubildende, einzubildendes, einzubildendem, einzubildenden, einzubildender####, bild (!) ein+EW; Z.: ein—bild-en
$Einbildung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Einbildung, Vorstellung; L.: DW 3, 152, EWD s. u. bilden; GB.: (īnbiledunge*) vielleicht seit um 1280 belegte und aus einbild(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vorstellung; F.: Einbildung, Einbildungen+EW; Z.: Ein—bild-ung
$Einbildungskraft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Einbildungskraft, Einbildungsvermögen, Vorstellungsvermögen; E.: s. Einbildung, s. s, s. Kraft; L.: DW 3, 152, EWD s. u. bilden; GB.: seit 1668 belegte und aus Einbildung und s sowie Kraft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Sprache des Menschen mögliches Einbildungsvermögen oder Vorstellungsvermögen (von Menschen); F.: Einbildungskraft, Einbildungskräfte, Einbildungskräften+EW; Z.: Ein—bild-ung-s—kra-f-t
$einblasen, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. einblasen, hineinblasen; E.: s. ein, s. blasen; L.: Kluge s. u. einblasen, DW 3, 154; GB.: (inblāsan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und nach lat. inspirare aus ein und blasen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch der Luft mögliches hineinblasen; F.: einblasen, blase (!) ein, bläst ein, blasen ein, blast ein, blasest ein, blaset ein, blies ein, bliesest ein, bliest ein, bliesen ein, eingeblasen, ##eingeblasen, eingeblasene, eingeblasenes, eingeblasenem, eingeblasenen, eingeblasener##, einblasend, ###einblasend, einblasende, einblasendes, einblasendem, einblasenden, einblasender###, einzublasen, ####einzublasen, einzublasend, einzublasende, einzublasendes, einzublasendem, einzublasenden, einzublasender####, blas (!) ein+EW; Z.: ein—bla-s-en
$einbläuen, einbleuen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einbläuen, beibringen; E.: s. ein, s. bläuen; L.: Kluge s. u. bleuen, DW 3, 155 (einblauen, einbleuen), EWD s. u. bleuen; GB.: vielleicht seit 1521 belegte und aus ein und bläuen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht weit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beibringen; F.: einbläuen, bläue ein, bläust ein, bläut ein, bläuen ein, bläuest ein, bläuet ein, bläute ein, bläutest ein, bläuten ein, bläutet ein, eingebläut, ##eingebläut, eingebläute, eingebläutes, eingebläutem, eingebläuten, eingebläuter##, einbläuend, ###einbläuend, einbläuende, einbläuendes, einbläuendem, einbläuenden, einbläuender###, einzubläuen, ####einzubläuen, einzubläuend, einzubläuende, einzubläuendes, einzubläuendem, einzubläuenden, einzubläuender####, bläu (!) ein, einbleuen, bleue ein, bleust ein, bleut ein, bleuen ein, bleuest ein, bleuet ein, bleute ein, bleutest ein, bleuten ein, bleutet ein, eingebleut, ##eingebleut, eingebleute, eingebleutes, eingebleutem, eingebleuten, eingebleuter##, einbleuend, ###einbleuend, einbleuende, einbleuendes, einbleuendem, einbleuenden, einbleuender###, einzubleuen, ####einzubleuen, einzubleuend, einzubleuende, einzubleuendes, einzubleuendem, einzubleuenden, einzubleuender####, bleu (!) ein+EW; Z.: ein—bläu-en
$einblenden, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. einblenden, einschalten, hineinblenden; E.: s. ein, s. blenden; L.: Kluge s. u. blenden, fehlt DW; GB.: 1955 belegte und aus ein und blenden gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes einschalten oder hineinblenden; F.: einblenden, blende (!) ein, blendest ein, blendet ein, blenden ein, blendete ein, blendetest ein, blendeten ein, blendetet ein, eingeblendet, ##eingeblendet, eingeblendete, eingeblendetes, eingeblendetem, eingeblendeten, eingeblendeter##, einblendend, ###einblendend, einblendende, einblendendes, einblendendem, einblendenden, einblendender###, einzublenden, ####einzublenden, einzublendend, einzublendende, einzublendendes, einzublendendem, einzublendenden, einzublendender####, blend (!) ein+EW; Z.: ein—ble-nd-en
$Einblick, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Einblick, Einsicht; E.: s. ein, s. Blick; L.: Kluge s. u. einbilden, DW 3, 155, EWD s. u. Einblick; GB.: (īnblic) seit um 1280 belegte und aus ein und Blick gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliche Einsicht; F.: Einblick, Einblickes, Einblicks, Einblicke, Einblicken (!)+EW; Z.: Ei-n—bli-ck
$einbrechen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. einbrechen, hineinbrechen, eindringen; E.: s. ein, s. brechen; L.: Kluge s. u. brechen, DW 3, 155, EWD s. u. brechen; GB.: (inbrehhan*) seit 10. Jh. belegte und aus ein und brechen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches hineinbrechen oder eindringen; F.: einbrechen, breche ein, brichst ein, bricht ein, brechen ein, brecht ein, brechest ein, brechet ein, brach ein, brachst ein, brachen ein, bracht ein, bräche ein, brächest ein, brächst ein, brächen ein, brächet ein, brächt ein, eingebrochen, ##eingebrochen, eingebrochene, eingebrochenes, eingebrochenem, eingebrochenen, eingebrochener##, einbrechend, ###einbrechend, einbrechende, einbrechendes, einbrechendem, einbrechenden, einbrechender###, einzubrechen, ####einzubrechen, einzubrechend, einzubrechende, einzubrechendes, einzubrechendem, einzubrechenden, einzubrechender####, brich (!) ein+EW; Z.: ei-n—bre-ch-en
$Einbrecher, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Einbrecher, Einbrechender; E.: s. einbrech(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. brechen; GB.: vielleicht seit 1318 belegte und aus einbrech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Sesshaftwerdung in eine fremde Umschließung Einbrechenden; F.: Einbrecher, Einbrechers, Einbrechern+EW; Z.: Ei-n—bre-ch-er
$einbrocken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einbrocken, brockenweise hineingeben; E.: s. ein, s. brocken; L.: DW 3, 158, EWD s. u. Brocken; GB.: (īnbrocken) vielleicht seit um 1420 belegte und aus ein und brocken gebildete Bezeichnung für wohl seit Entstehung des Menschen mögliches brockenweise hineingeben; F.: einbrocken, brocke (!) ein, brockst ein, brockt ein, brockest ein, brocket ein, brockte ein, brocktest ein, brockten ein, brocktet ein, eingebrockt, ##eingebrockt, eingebrockte, eingebrocktes, eingebrocktem, eingebrockten, eingebrockter##, einbrockend, ###einbrockend, einbrockende, einbrockendes, einbrockendem, einbrockenden, einbrockender###, einzubrocken, ####einzubrocken, einzubrockend, einzubrockende, einzubrockendes, einzubrockendem, einzubrockenden, einzubrockender####, brock (!) ein+EW; Z.: ei-n—brock-en
$Einbruch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Einbruch, Einbrechen, Beginn; E.: s. ein, s. Bruch; L.: DW 3, 159, EWD s. u. brechen; GB.: um 1300 belegte und aus ein und Bruch gebildete Bezeichnung für ein seit der Sesshaftwerdung mögliches Einbrechen in eine fremde Umschließung F.: Einbruch, Einbruches, Einbruchs, Einbrüche, Einbrüchen+EW; Z.: Ei-n—bru-ch
$einbuchten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einbuchten, einsperren; E.: s. ein, s. Bucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Bucht, fehlt DW, EWD s. u. Bucht; GB.: seit 1885 belegte und aus ein und Bucht sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung von Gefängnissen mögliches einsperren; F.: einbuchten, buchte ein, buchtest ein, buchtet ein, buchten ein, buchtete ein, buchtetest ein, buchteten ein, buchtetet ein, eingebuchtet, ##eingebuchtet, eingebuchtete, eingebuchtetes, eingebuchtetem, eingebuchteten, eingebuchteter##, einbuchtend, ###einbuchtend, einbuchtende, einbuchtendes, einbuchtendem, einbuchtenden, einbuchtender###, einzubuchten, ####einzubuchten, einzubuchtend, einzubuchtende, einzubuchtendes, einzubuchtendem, einzubuchtenden, einzubuchtender####, bucht (!) ein+EW; Z.: ei-n—buch-t-en
$eindeutig, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. eindeutig, bestimmt, klar; E.: s. ein, s. deut(en), s. ig; L.: Kluge s. u. deuten, DW 3, 162; GB.: seit 1793 belegte und aus ein und deut(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bestimmt oder klar; F.: eindeutig, eindeutige, eindeutiges, eindeutigem, eindeutigen, eindeutiger(, eindeutigere, eindeutigeres, eindeutigerem, eindeutigeren, eindeutigerer, eindeutigst, eindeutigste, eindeutigstes, eindeutigstem, eindeutigsten, eindeutigster)+EW; Z.: ei-n—deu-t-ig
$Eindruck, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Eindruck, Wirkung, Einwirkung, Abdruck; E.: s. ein, s. Druck; L.: Kluge s. u. Eindruck, DW 3, 164, EWD s. u. drücken; GB.: (īndruc) vielleicht um 1280 belegte und aus ein und Druck gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Wirkung und Einwirkung sowie später auch für Abdruck; F.: Eindruck, Eindrucks, Eindruckes, Eindrücke, Eindrücken+EW; Z.: Ei-n—dru-ck
$eindrücken, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. eindrücken, hineindrücken; E.: s. ein, s. drücken; L.: Kluge s. u. drücken, DW 3, 164, EWD s. u. drücken; GB.: (indrukken*) seit 12. Jh. belegte und aus ein und drücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineindrücken; F.: eindrücken, drücke ein, drückst ein, drückt ein, drücken ein, drückest ein, drücket ein, drückte ein, drücktest ein, drückten ein, drücktet ein, eingedrückt, ##eingedrückt, eingedrückte, eingedrücktes, eingedrücktem, eingedrückten, eingedrückter##, eindrückend, ###eindrückend, eindrückende, eindrückendes, eindrückendem, eindrückenden, eindrückender###, einzudrücken, ####einzudrücken, einzudrückend, einzudrückende, einzudrückendes, einzudrückendem, einzudrückenden, einzudrückender####, drück (!) ein+EW; Z.: ei-n—drü-ck-en
$eindrücklich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. eindrücklich, eindrucksvoll; E.: s. eindrück(en), s. lich; L.: Kluge s. u. drücken, DW 3, 165; E.: s. eindrück(en), s. lich; GB.: seit 1760 belegte und aus eindrück(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Sinnesorganen von Lebewesen mögliches eindrucksvoll; F.: eindrücklich, eindrückliche, eindrückliches, eindrücklichem, eindrücklichen, eindrücklicher(, eindrücklichere, eindrücklicheres, eindrücklicherem, eindrücklicheren, eindrücklicherer, eindrücklichst, eindrücklichste, eindrücklichstes, eindrücklichstem, eindrücklichsten, eindrücklichster)+EW; Z.: ei-n—drü-ck-lich
$eine, nhd. (ält.), nhd., Adv., (?): nhd. eine, allein; E.: s. ein; L.: Kluge s. u. ein 1, fehlt DW; GB.: alte aus ein und e gebildete und in allein fortgeführte Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Leben mögliches allein; F.: eine+EW; Z.: ei-n-e
$einen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. einen, vereinen; Vw.: s. ver-; E.: s. ein, s. en; L.: Kluge s. u. ein 1, fehlt DW?, EWD s. u. einen; GB.: vielleicht seit 1000 belegte und aus ein und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vereinen; F.: einen (!), eine (!), einst (!), eint, einest, einet, einte, eintest, einten, eintet, geeint, ##geeint, geeinte, geeintes, geeintem, geeinten, geeinter##, einend, ###einend, einende, einendes, einendem, einenden, einender###, ein (!)+EW; Z.: ei-n-en
$einengen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einengen, einschränken; E.: s. ein, s. engen; L.: Kluge s. u. Enge, DW 3, 165, EWD s. u. eng; GB.: seit 1652 belegte und aus ein und engen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches einschränken; F.: einengen, enge (!) ein, engst ein, engt ein, engen ein, engest ein, enget ein, engte ein, engtest ein, engten ein, engtet ein, eingeengt, ##eingeengt, eingeengte, eingeengtes, eingeengtem, eingeengten, eingeengter##, einengend, ###einengend, einengende, einengendes, einengendem, einengenden, einengender###, einzuengen, ####einzuengen, einzuengend, einzuengende, einzuengendes, einzuengendem, einzuengenden, einzuengender####, eng (!) ein+EW; Z.: ein—eng-en
einfach, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. einfach, aus einer einzigen Gegebenheit bestehend, schlicht; ne. easy, plain (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. einvach, Adj., einfach, schlicht; vgl. mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein, ein gewisser, jemand; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. vach, st. N., Gefäß, Raum, Zone, Art (F.) (2); ahd. fah, st. N. (a), Mauer, Wehr (N.), Wald?, Teil?; germ. *faka-, *fakam, st. N. (a), Abteilung, Umschließung, Fach; idg. *pā̆g̑o-, Sb., Umschließung, Pokorny 787; s. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. einfach, EWD s. u. einfach, DW 3, 168, DW2 7, 584, Duden s. u. einfach; GB.: (einvach) seit 1301-1319 belegte und aus ein und fach gebildete Bezeichnung für aus einer einzigen Gegebenheit bestehend oder schlicht; BM.: ein, Fach; F.: einfach, einfache, einfaches, einfachem, einfachen, einfacher(, einfachere, einfacheres, einfacherem, einfacheren, einfacherer, einfachste, einfachstes, einfachstem, einfachsten, einfachster)+EW; Z.: ei-n-fach
$Einfachheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Einfachheit, Schlichtheit; E.: s. einfach, s. heit; L.: Kluge s. u. einfach, DW 3, 168, EWD s. u. einfach; GB.: seit 1701 belegte und vielleicht nach lat. simplicitas aus einfach und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Anfang der Welt mögliche Schlichtheit; F.: Einfachheit+EW; Z.: Ei-n-fach-hei-t
$einfädeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einfädeln, einen Faden einziehen; E.: s. ein, s. Fad(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. einfädeln, DW 3, 168, EWD s. u. Faden; GB.: seit 1602 belegte und aus ein und Fad(en) sowie el und (e)n gebildete für sachlich seit der Entwicklung von Faden und Nadel mögliches einen Faden in ein Öhr einer Nadel einziehen oder sich ähnlich verhalten (V.); F.: einfädeln, fädle ein, fädel (!) ein, fädelst ein, fädelt ein, fädelest (!) ein, fädelet (!) ein, fädelte ein, fädeltest ein, fädelten ein, fädeltet ein, eingefädelt, ##eingefädelt, eingefädelte, eingefädeltes, eingefädeltem, eingefädelten, eingefädelter##, einfädelnd, ###einfädelnd, einfädelnde, einfädelndes, einfädelndem, einfädelnden, einfädelnder###, einzufädeln, ####einzufädeln, einzufädelnd, einzufädelnde, einzufädelndes, einzufädelndem, einzufädelnden, einzufädelnder####, fädel (!) ein+EW; Z.: ein—fäd-el-n
Einfall, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Einfall, Idee, Eindringen von Gedanken, Gedanke, Eindringen; ne. idea; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. īnval, inval, īnfal*, infal*, st. M., Einfall, Einfallen, Einbruch, feindlicher Einfall, Eingriff in jemandes Recht, Zwischenfall, Interregnum, zufälliger Gedanke, Einrede, Eindruck; mnd. inval, M., N., Einfall, Hineinfall, Sturz, Angriff, Eingriff in ein Recht, rechtlicher Einspruch, unvorhergesehen Eintretendes; vgl. mhd. īnvallen, īn vallen, invallen, st. V., red. V., einfallen, einstürzen, zusammenfallen, einbrechen; ahd. infallan* red. V., „einfallen“, anstoßen, treffen; vgl. ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. fallan, red. V. (1), fallen, stürzen, sinken, herabstürzen, niederfallen; germ. *fallan, st. V., fallen; idg. *pʰō̆l-, *pal-, *spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Einfall, DW 3, 170, EWD s. u. fallen, DW2 7, 596, Duden s. u. Einfall; Son.: vgl. nnorw. infall, N., Einfall; GB.: seit 1280 belegte und aus ein und Fall gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Gedanken der jemandem plötzlich in den Sinn kommt oder für feindliches und überfallartiges Eindringen; BM.: ein, fallen; F.: Einfall, Einfalls, Einfalles, Einfälle, Einfällen+EW; Z.: Ein—fall
$einfallen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. einfallen, hineinfallen, Einfall haben, Gedanken haben; E.: s. ein, s. fallen; L.: Kluge s. u. Einfall, DW 3, 170, EWD s. u. fallen; GB.: (infallan*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild aus ein und fallen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches hineinfallen; F.: einfallen, falle (!) ein, fällst ein, fällt ein, fallen ein, fallt ein, fallest ein, fallet ein, fiel ein, fielst ein, fielen ein, fielt (!)ein, fielest ein, fielet ein, eingefallen, ##eingefallen, eingefallene, eingefallenes, eingefallenem, eingefallenen, eingefallener##, einfallend, ###einfallend, einfallende, einfallendes, einfallendem, einfallenden, einfallender###, einzufallen, ####einzufallen, einzufallend, einzufallende, einzufallendes, einzufallendem, einzufallenden, einzufallender####, fall (!) ein+EW; Z.: ei-n—fall-en
$Einfalt, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Einfalt, Einfachheit, Einheitlichkeit; E.: s. ein, s. Falt(e); L.: DW 3, 172, EWD s. u. Einfalt; GB.: (einfaltī) vielleicht seit um 1000 belegte und aus ein und Falt(e) gebildete Bezeichnung für Einfachheit oder Einheitlichkeit; F.: Einfalt+EW; Z.: Ei-n—fal-t
einfältig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. einfältig, einfach, dumm; ne. silly (Adj.), naive (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. einvaltic, einvaltec, Adj., einfach, unvermischt, rein, arglos; mnd. ēnvōldich, einvōldich, ēntvōldich, eintvōldich, einvāldich, Adj., „einfaltig“, einfach, ungefüttert (Kleidung), rein, unvermischt; mnl. eenvoudich, Adj., einfältig; ahd. einfaltīg?, Adj., einfältig; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. faldan, faltan, red. V., falten, wickeln, zusammenlegen, ablaufen; germ. *falþan, st. V., falten; s. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. einfältig, DW 3, 173, EWD s. u. Einfalt, DW2 7, 611, Duden s. u. einfältig; Son.: vgl. afries. ênfaldech, Adj., einfältig; nschw. enfaldig, Adj., einfältig; GB.: seit um 765 belegte und aus Einfalt und ig gebildete Bezeichnung für einfach oder dumm; BM.: ein, falten; F.: einfältig, einfältige, einfältiges, einfältigem, einfältigen, einfältiger(, einfältigere, einfältigeres, einfältigerem, einfältigeren, einfältigerer, einfältigste, einfältigstes, einfältigstem, einfältigsten, einfältigster)+EW; Z.: ei-n-fäl-t-ig
$Einfaltspinsel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Einfaltspinsel, einfacher Mensch, einfältiger Mensch; E.: s. Einfalt, s. s, s. Pinsel; L.: Kluge s. u. Einfaltspinsel, DW 3, 175, EWD s. u. Einfalt; GB.: seit 1732 belegte und aus Einfalt und s sowie Pinsel gebildete abwertende Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen einfachen oder einfältigen Menschen; F.: Einfaltspinsel, Einfaltspinsels, Einfaltspinseln+EW+FW; Z.: Ei-n-fal-t-s—pins-el
$einfassen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. einfassen, einhüllen, umschließen; E.: s. ein, s. fassen; L.: DW 3, 176, EWD s. u. fassen; GB.: (īnvazzen) seit 1275 belegte und aus ein und fassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einhüllen oder umschließen; F.: einfassen, fasse ein, fassst (!) ein, fasst ein, fassest ein, fasset ein, fasste ein, fasstest ein, fassten ein, fasstet ein, eingefasst, ##eingefasst, eingefasste, eingefasstes, eingefasstem, eingefassten, eingefasster##, einfassend, ###einfassend, einfassende, einfassendes, einfassendem, einfassenden, einfassender###, einzufassen, ####einzufassen, einzufassend, einzufassende, einzufassendes, einzufassendem, einzufassenden, einzufassender####, fass (!) ein+EW; Z.: ei-n—fass-en
$Einfassung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Einfassung, Umfassung, Umschließung; E.: s. einfass(en), s. ung; L.: DW 3, 176, EWD s. u. fassen; GB.: seit 1548 belegte und aus einfass(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen entwickelte und verwendete Umfassung; F.: Einfassung, Einfassungen+EW; Z.: Ei-n—fass-ung
$einflößen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. einflößen, hineinflößen, einfließen machen; E.: s. ein, s. flößen; L.: Kluge s. u. einflößen, DW 3, 179 (einflöszen), EWD s. u. flößen; GB.: (īnvlœzen) seit um 1210 belegte und aus ein und flößen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen entwickeltes und verwendetes hineinflößen oder eine Flüssigkeit einfließen machen; F.: einflößen, flöße ein, flößst (!) ein, flößt ein, flößen ein, flößest ein, flößet ein, flößte ein, flößtest ein, flößten ein, flößtet ein, eingeflößt, ##eingeflößt, eingeflößte, eingeflößtes, eingeflößtem, eingeflößten, eingeflößter##, einflößend, ###einflößend, einflößende, einflößendes, einflößendem, einflößenden, einflößender###, einzuflößen, ####einzuflößen, einzuflößend, einzuflößende, einzuflößendes, einzuflößendem, einzuflößenden, einzuflößender####, flöß (!) ein+EW; Z.: ei-n—flö-ß-en
$Einfluss, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Einfluss, Hineinfließen, verändernde Einwirkung; E.: s. ein, s. Fluss; L.: Kluge s. u. Einfluss, DW 3, 179 (Einflusz), EWD s. u. Einfluss; GB.: seit um 1300 belegte und vielleicht nach lat. influxio oder influxus aus ein und Fluss gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches Hineinfließen oder eine verändernde Einwirkung; F.: Einfluss, Einflusses, Einflüsse, Einflüssen+EW; Z.: Ei-n—flu-ss
einfrieden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. einfrieden, einzäunen, einhegen, einfriedigen; ne. enclose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1401; E.: s. mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich, infolge, wegen; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. vride, vreide, st. M., sw. M., st. F., Friede, Frieden, Ruhe, Sicherheit, freies Geleit, Einfriedung, eingehegter Raum; ahd. fridu, st. M. (u), Friede, Schutz, Sicherheit, Eintracht; germ. *friþu-, *friþuz, st. M. (u), Liebe (F.) (1), Freundschaft, Friede; vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge s. u. einfrieden, DW 3, 180, DW2 7, 644, Duden s. u. einfrieden; GB.: seit 1401 belegte und aus ein und Fried(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung von dem Menschen entwickeltes und verwendetes einzäunen oder einhegen oder etwas mit einer Mauer oder einer Hecke umgeben (V.); BM.: in, Friede; F.: einfrieden, friede (!) ein, friedest ein, friedet ein, frieden (!) ein, friedete ein, friedetest ein, friedeten ein, friedetet ein, eingefriedet, ##eingefriedet, eingefriedete, eingefriedetes, eingefriedetem, eingefriedeten, eingefriedeter##, einfriedend, ###einfriedend, einfriedende, einfriedendes, einfriedendem, einfriedenden, einfriedender###, einzufrieden, ####einzufrieden, einzufriedend, einzufriedende, einzufriedendes, einzufriedendem, einzufriedenden, einzufriedender####, fried (!) ein+EW; Z.: ei-n—frie-d-en
$einfriedigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einfriedigen, einfrieden, einzäunen, einhegen; E.: s. ein, s. Fried(e), s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. einfrieden, DW 3, 180, EWD s. u. Friede; GB.: seit 1676 belegte und aus ein und Fried(e) sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung von dem Menschen entwickeltes und verwendetes etwas mit einer Mauer oder einer Hecke umgeben (V.) oder einzäunen oder einhegen; F.: einfriedigen, friedige ein, friedigst ein, friedigt ein, friedigen ein, friedigest ein, friediget ein, friedigte ein, friedigtest ein, friedigten ein, friedigtet ein, eingefriedigt, ##eingefriedigt, eingefriedigte, eingefriedigtes, eingefriedigtem, eingefriedigten, eingefriedigter##, einfriedigend, ###einfriedigend, einfriedigende, einfriedigendes, einfriedigendem, einfriedigenden, einfriedigender###, einzufriedigen, ####einzufriedigen, einzufriedigend, einzufriedigende, einzufriedigendes, einzufriedigendem, einzufriedigenden, einzufriedigender###, friedig (!) ein+EW; Z.: ei-n—frie-d-ig-en
$einfuchsen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. einfuchsen, einarbeiten, vorbereiten, sich einstellen; Hw.: s. eingefuchst; E.: s. ein, s. Fuchs, s. en; L.: Kluge s. u. eingefuchst, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ein und fuchsen gebildete Bezeichnung für einarbeiten oder vorbereiten oder sich auf etwas einstellen; F.: einfuchsen, fuchse ein, fuchsst (!) ein, fuchst ein, fuchsen ein, fuchsest ein, fuchset ein, fuchste ein, fuchstest ein, fuchsten ein, fuchstet ein, eingefuchst, ##eingefuchst, eingefuchste, eingefuchstes, eingefuchstem, eingefuchsten, eingefuchster##, einfuchsend, ###einfuchsend, einfuchsende, einfuchsendes, einfuchsendem, einfuchsenden, einfuchsender###, einzufuchsen, ####einzufuchsen, einzufuchsend, einzufuchsende, einzufuchsendes, einzufuchsendem, einzufuchsenden, einzufuchsender####, fuchs (!) ein+EW; Z.: ein—fuchs-en
$Eingabe, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Eingabe, Hineingabe, schriftliche Vorstellung, Anregung, Bitte; E.: s. ein, s. Gabe; L.: DW 3, 183, EWD s. u. geben; GB.: (ingābe) seit um 1400 belegte und aus ein und Gabe gebildete Bezeichnung für eine wohl von dem Menschen entwickelte und verwendete Hineingabe oder schriftliche Vorstellung oder Anregung oder Bitte; F.: Eingabe, Eingaben+EW; Z.: Ei-n—gab-e
$Eingang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Eingang, Zugang, Öffnung; E.: s. ein, s. Gang; L.: DW 3, 183, EWD s. u. gehen; GB.: (inganc) seit um 800 belegte und vielleicht nach lat. introitus aus ein und Gang gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen Zugang oder eine Öffnung; F.: Eingang, Einganges, Eingangs, Eingänge, Eingängen+EW; Z.: Ei-n—ga-ng
$eingeben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. eingeben, hineingeben, übergeben (V.); E.: s. ein, s. geben; L.: DW 3, 184, EWD s. u. geben; GB.: (īngeben) seit um 1280 belegte und aus ein und geben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen entwickeltes und verwendetes hineingeben oder übergeben; F.: eingeben, gebe ein, gibst ein, gibt ein, gebt ein, gebest ein, gebet ein, gab ein, gabst ein, gaben ein, gabt ein, gäbe ein, gäbest ein, gäben ein, gäbet ein, eingegeben, ##eingegeben, eingegebene, eingegebenes, eingegebenem, eingegebenen, eingegebener##, eingebend, ###eingebend, eingebende, eingebendes, eingebendem, eingebenden, eingebender###, einzugeben, ###einzugeben, einzugebend, einzugebende, einzugebendes, einzugebendem, einzugebenden, einzugebender####, gib (!) ein+EW; Z.: ei-n—geb-en
$eingebildet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. eingebildet, überheblich; E.: s. ein, s. ge, s. bild(en), s. et; L.: Kluge s. u. bilden, DW 3, 184, EWD s. u. bilden; GB.: seit 1695 belegte und aus einbilden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überheblich; F.: eingebildet, eingebildete, eingebildetes, eingebildetem, eingebildeten, eingebildeter(, eingebildetere, eingebildeteres, eingebildeterem, eingebildeteren, eingebildeterer, eingebildetst, eingebildetste, eingebildetstes, eingebildetstem, eingebildetsten, eingebildetster)+EW; Z.: ei-n—ge-bild-et
$eingeboren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. eingeboren, hineingeboren, einzig geboren, einheimisch, inländisch; E.: s. ein, s. geboren; L.: Kluge s. u. eingeboren; GB.: seit 13. Jh. belegte und wohl nach lat. unigenitus aus ein und geboren bzw. gebären gebildete Bezeichnung für hineingeboren oder einzig geboren oder später auch einheimisch oder inländisch; F.: eingeboren, eingeborene, eingeborenes, eingeborenem, eingeborenen, eingeborener+EW; Z.: ei-n—ge-bor-en
$Eingebung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Eingebung, Hineingeben, Einfall, Gedanke; E.: s. eingeb(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Eingebung, DW 3, 185, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 1414 belegte und aus eingeb(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hineingeben oder einen Einfall oder einen Gedanken; F.: Eingebung, Eingebungen+EW; Z.: Ei-n—geb-ung
$eingefleischt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. eingefleischt; L.: Kluge s. u. eingefleischt, fehlt DW, EWD s. u. Fleisch; GB.: (īngevleischet) seit nach 1323 belegte und wohl nach lateinischem Vorbild aus ein und ge sowie fleisch(en) und t gebildete Bezeichnung für nach christlicher Vorstellung mögliches zu Fleisch geworden oder fest; F.: eingefleischt, eingefleischte, eingefleischtes, eingefleischtem, eingefleischten, eingefleischter(, eingefleischtere, eingefleischteres, eingefleischterem, eingefleischteren, eingefleischterer, eingefleischtest, eingefleischteste, eingefleischtestes, eingefleischtestem, eingefleischtesten, eingefleischtester)+EW; Z.: ei-n-ge-flei-sch-t
eingefuchst, nhd., (Part. Prät.?=) Adj., (19. Jh.): nhd. eingefuchst, bewandert, eingearbeitet, unterwiesen; ne. skilled; Vw.: -; Hw.: s. einfuchsen; Q.: 19. Jh.; E.: Part. Prät. (19. Jh.) zu einem nhd. einfuchsen, V., einüben, unterweisen; mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich, infolge, wegen; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Hinterglied s. nhd. Fuchs (2); L.: Kluge s. u. eingefuchst, fehlt DW, Duden s. u. eingefuchst; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ein und ge sowie Fuchs und t gebildete umgangssprachliche Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eingearbeitet oder unterwiesen; BM.: Fuchs (M.) (2), Unterweisung von Jungmitgliedern (Füchsen) einer Studentenverbindung; F.: eingefuchst, eingefuchste, eingefuchstes, eingefuchstem, eingefuchsten, eingefuchster+EW; Z.: ei-n—ge-fuchs-t
$eingehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. eingehen, hineingehen, zugrunde gehen; E.: s. ein, s. gehen; L.: Kluge s. u. eingehen, DW 3, 186, EWD s. u. gehen; GB. (ingān bzw. ingangan) seit um 765 belegte und aus ein und gehen gebildete Bezeichnung für hineingehen und später auch zugrunde gehen; F.: eingehen, gehe (!) ein, gehst ein, geht ein, gehen ein, gehest ein, gehet ein, ging ein, gingst ein, gingen ein, gingt ein, gingest ein, ginget ein, eingegangen, ##eingegangen, eingegangene, eingegangenes, eingegangenem, eingegangenen, eingegangener##, eingehend, ###eingehend, eingehende, eingehendes, eingehendem, eingehenden, eingehender###, einzugehen, ####einzugehen, einzugehend, einzugehende, einzugehendes, einzugehendem, einzugehenden, einzugehender####, geh (!) ein+EW; Z.: ei-n—geh-en
$eingestehen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. eingestehen, zugestehen, gestehen, zugeben; E.: s. ein, s. gestehen; L.: DW 3, 189, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1703 belegte und aus ein und gestehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zugestehen oder gestehen oder zugeben; F.: eingestehen, gestehe ein, gestehst ein, gesteht ein, gestehest ein, gestehet ein, gestand ein, gestandst ein, gestandest (!) ein, gestanden ein, gestandet ein, gestände ein, geständest ein, geständen ein, geständet ein, gestünde ein, gestündest ein, gestünden ein, gestündet ein, ##eingestanden, eingestandene, eingestandenes, eingestandenem, eingestandenen, eingestandener##, eingestehend, ###eingestehend, eingestehende, eingestehendes, eingestehendem, eingestehenden, eingestehender###, einzugestehen, ####einzugestehen, einzugestehend, einzugestehende, einzugestehendes, einzugestehendem, einzugestehenden, einzugestehender####, gesteh (!) ein+EW; Z.: ei-n—ge—steh-en
Eingeweide, nhd., N., (12./13. Jh.): nhd. Eingeweide, Innerei; ne. intestines, bowels; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. fnhd. eingeweide, N., Eingeweide; mhd. ingeweide, st. N., Eingeweide, Innerei, Gedärm; mnd. ingewēide*, ingewēde, ingeweide, ingeweyde, N., Eingeweide; mnl. ingeweide, Sb., Eingeweide; nhd. ein…; Hinterglied; s. mhd. geweide, st. N., Eingeweide, Speise; mnd. gewāde, gewēde, N., Eingeweide; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied letztlich von idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Weide 2, Kluge s. u. Eingeweide, DW 3, 189, EWD s. u. Eingeweide, DW2 7, 693, Duden s. u. Eingeweide; Son.: meist in dem Pl. verwendet; vgl. lat. vīscera, vīcera, N., Fleisch, Blut, Eingeweide, Inneres; GB.: (ingeweide) seit 12./13. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche essbare und sehr gesunde bei Wirbeltieren und Menschen in den Körperhöhlen von Brust und Bauch liegende Innerei wie Herz oder Lunge oder Magen oder Galle oder Leber oder Milz oder Bauchspeicheldrüse oder Nieren oder Dünndarm oder Dickdarm oder Enddarm oder Zwerchfell oder Nebennieren oder Harnleiter oder Harnblase oder Beckenboden oder Samenleiter oder Samenblase oder Prostata oder Eierstock oder Gebärmutter oder Scheide; BM.: winden?; F.: Eingeweide, Eingeweides, Eingeweiden+EW; Z.: Ei-n—ge-wei-d-e
$einhaken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einhaken, hineinhaken, festhaken, erschweren; E.: s. ein, s. haken; L.: Kluge s. u. Haken, DW 3, 194, EWD s. u. Haken; GB.: seit 1484 belegte und aus ein und haken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Haken mögliches hineinhaken oder festhaken oder später allgemeiner auch erschweren; F.: einhaken, hake !) ein, hakst ein, hakt ein, haken ein, hakest (!) ein, haket (!) ein, hakte ein, haktest ein, hakten ein, haktet ein, eingehakt, ##eingehakt, eingehakte, eingehaktes, eingehaktem, eingehakten, eingehakter##, einhakend, ###einhakend, einhakende, einhakendes, einhakendem, einhakenden, einhakender###, einzuhaken, ####einzuhaken, einzuhakend, einzuhakende, einzuhakendes, einzuhakendem, einzuhakenden, einzuhakender####, hak (!) ein+EW; Z.: ei-n—hak-en
$Einhalt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Einhalt, Halt, Vorhalt, Beendigung; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: s. ein, s. Halt; L.: DW 3, 194, EWD s. u. halten; GB.: seit um 1450 belegte und aus ein und Halt gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Halt oder Vorhalt oder eine Beendigung; F.: Einhalt, Einhalts, Einhaltes, Einhalte, Einhalten+EW; Z.: Ei-n—hal-t
$einhalten, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. einhalten, erfüllen, befolgen, tun; E.: s. ein, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 3, 194, EWD s. u. halten; GB.: seit 1442 belegte und aus ein und halten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erfüllen oder befolgen oder tun; F.: einhalten, halte ein, hältst ein, hält ein, halten ein, haltet ein, haltest ein, hielt ein, hieltest ein, hieltst ein, hielten ein, hieltet ein, eingehalten, ##eingehalten, eingehaltene, eingehaltenes, eingehaltenem, eingehaltenen, eingehaltener##, einhaltend, ###einhaltend, einhaltende, einhaltendes, einhaltendem, einhaltenden, einhaltender###, einzuhalten, ####einzuhalten, einzuhaltend, einzuhaltende, einzuhaltendes, einzuhaltendem, einzuhaltenden, einzuhaltender####, halt (!) ein+EW; Z.: ei-n—hal-t-en
einheimsen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einheimsen, erlangen; ne. reap (V.), rake (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1553; E.: s. nhd. ein…; Hinterglied s. mhd. heimesen*, heimsen, sw. V., heimbringen, an sich nehmen; vgl. mhd. heim, Adv., nach Hause, heim, zuhause; ahd. heim (1), Adv., heim, nach Hause, her, heimwärts; vgl. germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. einheimsen, DW 3, 198, EWD s. u. einheimsen, DW2 7, 723, Duden s. u. einheimsen; GB.: seit 1553 belegte und aus ein und heim sowie s und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in großer Menge für sich gewinnen oder erlangen; BM.: in, Heim; F.: einheimsen, heimse (!) ein, heimst ein, heimsest ein, heimset ein, heimste ein, heimstest ein, heimsten ein, heimstet ein, heimste, eingeheimst, ##eingeheimst, eingeheimste, eingeheimstes, eingeheimstem, eingeheimsten, eingeheimster##, einheimsend, ###einheimsend, einheimsende, einheimsendes, einheimsendem, einheimsenden, einheimsender###, einzuheimsen, ####einzuheimsen, einzuheimsend, einzuheimsende, einzuheimsendes, einzuheimsende, einzuheimsendem, einzuheimsender####, heims (!) ein+EW; Z.: ein—hei-m-s-en
$Einheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Einheit, Einheitlichkeit, Zusammengehörigkeit; E.: s. ein, s. heit; L.: Kluge s. u. ein, DW 3, 198, EWD s. u. Einheit; GB.: seit 1491 belegte und vielleicht nach lat. unitas aus ein und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Einheitlichkeit oder Zusammengehörigkeit; F.: Einheit, Einheiten+EW; Z.: Ei-n-hei-t
$einheitlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. einheitlich, Einheit betreffend, gleich; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Einheit, s. lich; L.: DW 3, 199, EWD s. u. Einheit; GB.: seit 1613 belegte und vielleicht nach lat. uniformis aus Einheit und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Einheit betreffend oder gleich; F.: einheitlich, einheitliche, einheitliches, einheitlichem, einheitlichen, einheitlicher(, einheitlichere, einheitlicheres, einheitlicherem, einheitlicheren, einheitlicherer, einheitlichst, einheitlichste, einheitlichstes, einheitlichstem, einheitlichsten, einheitlichster)+EW; Z.: ei-n—hei-t—lich
$einheizen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. einheizen, beheizen, heizen; E.: s. ein, s. heizen; L.: Kluge s. u. heizen, DW 3, 199, EWD s. u. heizen; GB.: seit 1343 belegte und aus ein und heizen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches beheizen oder heizen; F.: einheizen, heize (!) ein, heizst (!) ein, heizt ein, heizen ein, heizest ein, heizet ein, heizte ein, heiztest ein, heizten ein, heiztet ein, eingeheizt, ##eingeheizt, eingeheizte, eingeheiztes, eingeheiztem, eingeheizten, eingeheizter##, einheizend, ###einheizend, einheizende, einheizendes, einheizendem, einheizenden, einheizender###, einzuheizen, ####einzuheizen, einzuheizend, einzuheizende, einzuheizendes, einzuheizendem, einzuheizenden, einzuheizender####, heiz (!) ein+EW; Z.: ei-n—hei-z-en
einhellig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. einhellig, einstimmig, übereinstimmend; ne. unanimous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1291 (Reinfried von Braunschweig); E.: mhd. einhellic, einhellec, Adj., einhellig, übereinstimmend; vgl. mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. hellic, hellec, Adj., übereinstimmend; mhd. hellen, st. V., ertönen, hallen, dröhnen, erklingen, sich zustimmend äußern, übereinstimmen mit; ahd. hellan, st. V. (3b), klingen, tönen, erschallen, erklingen, ertönen; germ. *hellan, st. V., ertönen, schallen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. einhellig, EWD s. u. einhellig, DW 3, 199, DW2 7, 732, Duden s. u. einhellig; Son.: vgl. nschw. enhällig, Adj., einhellig; GB.: seit 1291 belegte und vielleicht nach lat. unisonus aus ein und hellig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einstimmig oder übereinstimmend; BM.: ein, hallen; F.: einhellig, einhellige, einhelliges, einhelligem, einhelligen, einhelliger(, einhelligere, einhelligeres, einhelligerem, einhelligeren, einhelligerer, einhelligste, einhelligstes, einhelligstem, einhelligsten, einhelligster)+EW; Z.: ei-n—hel-l-ig
$Einhorn, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Einhorn; E.: s. ein, s. Horn; L.: Kluge s. u. Einhorn, DW 3, 205, EWD s. u. Einhorn; GB.: seit um 800 belegte und wohl nach lat. monocerōs aus ein und Horn gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung des Menschen mögliches sachlich schon in dem griechischen Altertum bei der Übersetzung des Alten Testaments aus dem Hebräischen in dem dritten vorchristlichen Jh. als monókeros (Einhorn) benanntes pferdeähnliches oder ziegenähnliches ein Horn in der Stirnmitte tragendes und das Gute versinnbildlichendes Tier (das als sibirisches Einhorn bis vor rund 39000 Jahren in Osteuropa und Zentralasien lebte); F.: Einhorn, Einhorns, Einhornes, Einhörner, Einhörnern+EW; Z.: Ei-n—hor-n
einig, nhd., Pron., Adj., (8. Jh.): nhd. einig (Pron.), einzig, verlassen (Adj.), übereinstimmend, geeint; ne. any, only (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. einige; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. einic, einec, eininc, Adj., Indef.-Pron., irgendein, irgendwelch, einige, ein, einzig, allein; mnd. ēnich (1), Adj., Indef.-Pron., irgendein, irgendwelch, einige, ein; mnl. enich, Adj., einig; ahd. einīg, einag*, eining*, Indef.-Pron., Adj., irgendein, einzig, einzeln, eigen; as. ênag, ēnig, Indef.-Pron., Adj., einig (Pron.), einzig; anfrk. -; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. einig, DW 5, 206, EWD s. u. einig, DW2 7, 749, EWAhd 2, 993, Duden s. u. einig, Falk/Torp 3; Son.: Indef.-Pron.; vgl. afries. -; ǣnig, ānig, Adj., Pron., einig, irgendein; an. einigr, an., Pron., kein, irgendein; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ein und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches übereinstimmend oder geeint; BM.: ein (1); F.: einig, einige, einiges, einigem, einigen, einiger(, einigere, einigeres, einigerem, einigeren, einigerer, einigste, einigstes, einigstem, einigsten, einigster)+EW; Z.: ei-n-ig
einige, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. einige, mehrere; ne. several, some, any; Vw.: -; Hw.: s. einig; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. einic, einec, Adj., Indef.-Pron., irgendein, einzig, allein, alleingelassen; mnd. ēnich (1), Indef.-Pron., einige; ahd. einīg, einag*, eining*, Indef.-Pron., Adj., irgendein, einzig, einzeln, eigen; as. ênig, Indef.-Pron., irgendein, mancher; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. einige, DW 5, 206, EWD s. u. einig, DW2 7, 749, Duden s. u. einige; Son.: Indef.-Pron.; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus einig gebildete Bezeichnung für mehrere; BM.: ein; F.: einige, einigen, einiger+EW; Z.: ei-n-ig-e
$einigeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. einigeln, wie ein Igel bei Gefahr zusammenrollen; E.: s. ein, s. Igel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Igel, (anders DW 3, 211, )EWD s. u. Igel; GB.: seit 1950 belegte und aus ein und Igel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Igels vor 53-37 Millionen Jahren mögliches sich wie das kleine Säugetier Igel bei Gefahr zusammenrollen; F.: einigeln, igel (!) ein, igle ein, igeln ein, igele ein, igelst ein, igelt ein, igelte ein, igeltest ein, igelten ein, igeltet ein, eingeigelt, ##eingeigelt, eingeigelte, eingeigeltes, eingeigeltem, eingeigelten, eingeigelter##, einigelnd, ###einigelnd, einigelnde, einigelndes, einigelndem, einigelnden, einigelnder###, einzuigeln, ####einzuigeln, einzuigelnd, einzuigelnde, einzuigelndes, einzuigelndem, einzuigelnden, einzuigelnder####, igel (!) ein+EW; Z.: ein—ig-el-n
$einigen, nhd., sw. V., (8./9. Jh.): nhd. einigen, einen, vereinen, vereinigen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. einig, DW 3, 210, EWD s. u. einig; GB.: seit 8./9. Jh. belegte und aus einig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einen oder vereinen oder vereinigen oder zu einer Einheit verbinden; F.: einigen, einige (!), einigst, einigt, einigest, einiget, einigte, einigtest, einigten, einigtet, geeinigt, ##geeinigt, geeinigte, geeinigtes, geeinigtem, geeinigten, geeinigter##, einigend, ###einigend, einigende, einigendes, einigendem, einigenden, einigender###, einig (!)+EW; Z.: ei-n-ig-en
$einigermaßen, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. einigermaßen, irgendwie, in gewissem Maße; E.: s. einig, s. er, s. Maß, s. en; L.: DW 3, 211 (einigermaszen), EWD s. u. einig, Maß; GB.: seit 1640 belegte und aus einig und er sowie Maß und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches irgendwie oder in gewissem Maße; F.: einigermaßen; Z.: ei-n-ig-er—ma-ß-en
$Einigkeit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Einigkeit, Einheit, Übereinstimmung; Vw.: s. Drei-; E.: s. einig, s. heit bzw. keit; L.: Kluge s. u. einig, DW 3, 211, EWD s. u. einig; GB.: seit um 1000 belegte und aus einig und keit gebildete Bezeichnung für eine Einheit oder Übereinstimmung; F.: Einigkeit+EW; Z.: Ei-n-ig-kei-t
$Einigung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Einigung, Vereinigung, Übereinstimmung, Vereinbarung; Vw.: s. Ver-; E.: s. einig(en), s. ung; L.: DW 3, 211, DW2 7, 762; GB.: seit 1280 belegte und aus einig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vereinigung oder Übereinstimmung oder Vereinbarung; F.: Einigung, Einigungen+EW; Z.: Ei-n-ig-ung
$einjährig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. einjährig, ein Jahr betreffend; E.: s. ein, s. jährig; L.: DW 3, 212, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 1579 belegte und möglicherweise nach lat. anniculus aus ein und jährig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (und Entwicklung von Sprache) mögliches ein Jahr betreffend; F.: einjährig, einjährige, einjähriges, einjährigem, einjährigen, einjähriger+EW; Z.: ei-n—jäh-r-ig
$einkassieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einkassieren, kassieren, in die Kasse bringen, einziehen, für nichtig erklären; E.: s. ein, s. kassieren; L.: DW 3, 160 (eincassieren), EWD s. u. Kasse; GB.: seit 1536 belegte und aus ein und kassieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld und Verfahren mögliches kassieren oder in die Kasse bringen oder einziehen oder für nichtig erklären; F.: einkassieren, kassiere (!) ein, kassierst ein, kassiert ein, kassieren ein, kassierest ein, kassieret ein, kassierte ein, kassiertest ein, kassierten ein, kassiertet ein, einkassiert, ##einkassiert, einkassierte, einkassiertes, einkassiertem, einkassierten, einkassierter##, einkassierend, ###einkassierend, einkassierende, einkassierendes, einkassierendem, einkassierenden, einkassierender###, einzukassieren, ####einzukassieren, einzukassierend, einzukassierende, einzukassierendes, einzukassierendem, einzukassierenden, einzukassierender####, kassier (!) ein+FW+EW; Z.: ein—kas-s-ier-en
$Einkehr, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Einkehr, Einzug, Rast; E.: s. ein, s. Kehr, s. kehr(en); L.: DW 3, 213, EWD s. u. kehren 1; GB.: seit um 1335 belegte und aus ein und Kehr gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen möglichen Einzug oder Rast; F.: Einkehr, Einkehren+EW; Z.: Ei-n—keh-r
$einkehren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. einkehren, kehren, wenden, rasten; E.: s. ein, s. kehren; L.: Kluge s. u. kehren 1, DW 3, 213, EWD s. u. kehren 1; GB.: seit nach 1190 belegte und aus ein und kehren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliches kehren oder wenden oder rasten; F.: einkehren, kehre (!) ein, kehrst ein, kehrt ein, kehren ein, kehrest ein, kehret ein, kehrte ein, kehrtest ein, kehrten ein, kehrtet ein, eingekehrt, ##eingekehrt, eingekehrte, eingekehrtes, eingekehrtem, eingekehrten, eingekehrter##, einkehrend, ###einkehrend, einkehrende, einkehrendes, einkehrendem, einkehrenden, einkehrender###, einzukehren, ####einzukehren, einzukehrend, einzukehrende, einzukehrendes, einzukehrendem, einzukehrenden, einzukehrender####, kehr (!) ein+EW; Z.: ei-n—keh-r-en
$einkellern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einkellern, einlagern, in einem Keller lagern; E.: s. ein, s. Keller, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Keller, DW 3, 214, EWD s. u. Keller; GB.: seit 1678 belegte und aus ein und Keller sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Kellern mögliches einlagern oder in einem Keller lagern; F.: einkellern, kellere ein, keller (!) ein, kellerst ein, kellert ein, kellern ein, kellerte ein, kellertest ein, kellerten ein, kellertet ein, eingekellert, ##eingekellert, eingekellerte, eingekellertes, eingekellertem, eingekellerten, eingekellerter##, einkellernd, ###einkellernd, einkellerndes, einkellerndem, einkellernden, einkellernder###, einzukellern, ####einzukellern, einzukellernd, einzukellernde, einzukellerndes, einzukellerndem, einzukellernden, einzukellernder####, keller (!) ein+EW; Z.: ei-n—kel-l-er-n
$einkerkern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. einkerkern, einsperren, einschließen; E.: s. ein, s. Kerker, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Kerker, DW 3, 214, EWD s. u. Kerker; GB.: seit um 1375 belegte und aus ein und Kerker sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Kerkern in den Hochkulturen des Altertums mögliches einsperren oder einschließen; F.: einkerkern, kerkere ein, kerker (!) ein, kerkerst ein, kerkert ein, kerkern ein, kerkerte ein, kerkertest ein, kerkerten ein, kerkertet ein, eingekerkert, ##eingekerkert, eingekerkerte, eingekerkertes, eingekerkertem, eingekerkerten, eingekerkerter##, einkerkernd, ###einkerkernd, einkerkerndes, einkerkerndem, einkerkernden, einkerkernder###, einzukerkern, ####einzukerkern, einzukerkernd, einzukerkernde, einzukerkerndes, einzukerkerndem, einzukerkernden, einzukerkernder####, kerker (!) ein+EW+FW; Z.: ein—kerker-n
$einkesseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einkesseln, einsperren, einschließen; E.: s. ein, s. kesseln; L.: Kluge s. u. Kessel, fehlt DW, EWD s. u. Kessel; GB.: seit vor 1847 belegte und aus ein und Kessel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Kesseln mögliches einsperren oder einschließen; F.: einkesseln, kessel (!) ein, kessle (!) ein, kessele ein, kesselst ein, kesselt ein, kesseln ein, kesselte ein, kesseltest ein, kesselten ein, kesseltet ein, eingekesselt, ##eingekesselt, eingekesselte, eingekesseltes, eingekesseltem, eingekesselten, eingekesselter##, einkesselnd, ###einkesselnd, einkesselnde, einkesselndes, einkesselndem, einkesselnden, einkesselnder###, einzukesseln, ####einzukesseln, einzukesselnd, einzukesselnde, einzukesselndes, einzukesselndem, einzukesselnden, einzukesselnder####, kessel (!) ein+EW+FW; Z.: ei-n—kess-el-n
$einklammern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einklammern, durch Klammern einschließen; E.: s. ein, s. klammern; L.: DW 3, 214, EWD s. u. Klammer; GB.: seit 1652 belegte und aus ein und klammern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Klammern mögliches durch Klammern einschließen; F.: einklammern, klammere ein, klammer (!) ein, klammerst ein, klammert ein, klammerte ein, klammertest ein, klammerten ein, klammertet ein, eingeklammert, ##eingeklammert, eingeklammerte, eingeklammertes, eingeklammertem, eingeklammerten, eingeklammerter##, einklammernd, ###einklammernd, einklammernde, einklammerndes, einklammerndem, einklammernden, einklammernder###, einzuklammern, ####einzuklammern, einzuklammernd, einzuklammernde, einzuklammerndes, einzuklammerndem, einzuklammernden, einzuklammernder####, klammer (!) ein+EW; Z.: ei-n—kla-mm-er-n
$einkleiden, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. einkleiden, bekleiden. mit einem Kleid versehen (V.); E.: s. ein, s. kleiden; L.:DW 3, 215, EWD s. u. Kleid; GB.: (īnkleiden*) seit 1300-1350 belegte und aus ein und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bekleidung mögliches bekleiden oder mit einem Kleid versehen (V.); F.: einkleiden, kleide ein, kleidest ein, kleidet ein, kleidete ein, kleidetest ein, kleideten ein, kleidetet ein, eingekleidet, ##eingekleidet, eingekleidete, eingekleidetes, eingekleidetem, eingekleideten, eingekleideter##, einkleidend, ###einkleidend, einkleidende, einkleidendes, einkleidendem, einkleidenden, einkleidender###, einzukleiden, ####einzukleiden, einzukleidend, einzukleidende, einzukleidendes, einzukleidendem, einzukleidenden, einzukleidender####, kleid (V.) ein+EW; Z.: ei-n-kleid-en
$einkommen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. einkommen, hineinkommen; E.: s. ein, s. kommen; L.: DW 3, 216, EWD s. u. kommen; GB.: (inkweman*) seit um Ende 8. Jh. belegte und aus ein und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches hineinkommen; F.: einkommen, komme (!) ein, kommst ein, kommt ein, kommest ein, kommet ein, kam ein, kamst ein, kamen ein, kamt ein, käme ein, kämest ein, kämen ein, kämet ein, eingekommen, ##eingekommen, eingekommene, eingekommenes, eingekommenem, eingekommenen, eingekommener##, einkommend, ###einkommend, einkommende, einkommendes, einkommendem, einkommenden, einkommender###, komm (!) ein+EW; Z.: ein—kom-m-en
$Einkommen, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Einkommen; Hereinkommen, Einkunft; E.: s. einkommen; L.: Kluge s. u. Einkommen, DW 3, 216, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1220-1230 belegte und aus einkommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Hereinkommen und später auch Einkunft; F.: Einkommen, Einkommens+EW; Z.: Ein—kom-m-en
$Einkorn, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Einkorn; E.: s. Ein, s. Korn; L.: Kluge s. u. Einkorn, DW 3, 218; GB.: vielleicht seit um 800 belegte und aus ein und Korn gebildete Bezeichnung für ein aus dem wilden Weizen stammendes und wohl in dem Gebiet des fruchtbaren Halbmonds vor 6000 Jahren entstandenes wertvolles Getreide mit nur einem Korn jeder Stufe einer Ähre – insgesamt aber einer kleinen Menge an Körnern je Ähre; F.: Einkorn, Einkorns, Einkornes, Einkörner, Einkörnern+EW; Z.: Ei-n—kor-n
$einkreisen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einkreisen, in einen Kreis einschließen; E.: s. ein, s. kreisen; L.: Kluge s. u. Kreis, DW 3, 218. EWD s. u. Kreis; GB.: seit 1590 belegte und aus ein und kreisen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches in einen Kreis einschließen; F.: einkreisen, kreise (!) ein, kreisest ein, kreist ein, kreisen ein, kreiste ein, kreistest ein, kreisten ein, kreistet ein, eingekreist, ##eingekreist, eingekreiste, eingekreistes, eingekreistem, eingekreisten, eingekreister##, einkreisend, ###einkreisend, einkreisende, einkreisendes, einkreisendem, einkreisenden, einkreisender###, einzukreisen, ####einzukreisen, einzukreisend, einzukreisende, einzukreisendes, einzukreisendem, einzukreisenden, einzukreisender####, kreis (!) ein+EW; Z.: ein—kreis-en
$Einkunft, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Einkunft, Einkommen; E.: s. ein, s. Kunft; L.: DW 3, 219, EWD s. u. kommen; GB.: (īnkunft) seit 1331-1341 belegte und aus ein und Kunft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Einkommen; F.: Einkunft, Einkünfte, Einkünften+EW; Z.: Ein—kun-ft
$einladen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. einladen, hereinbitten; E.: s. ein, s. laden (1), s. laden (2); L.: Kluge s. u. laden 2, EWD s. u. laden 2; GB.: (inladēn* und inladōn*) seit um 1000 belegte und aus ein und laden gebildete Bezeichnung für jemanden an einen Ort oder etwas in einen Raum laden oder hereinbitten; F.: einladen, lade (!) ein, lädst ein, lädt ein, laden (!) ein, ladet ein, ladest ein, lud ein, ludest (!) ein, ludst ein, luden ein, ludet ein, lüde ein, lüdest ein, lüden ein, lüdet ein, eingeladen, ##eingeladen, eingeladene, eingeladenes, eingeladenem, eingeladenen, eingeladener##, einladend, ###einladend, einladende, einladendes, einladendem, einladenden, einladender###, einzuladen, ####einzuladen, einzuladend, einzuladende, einzuladendes, einzuladendem, einzuladenden, einzuladender####, lad (!) ein+EW; Z.: ein—la-d-en
$Einlage, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Einlage, Hineingelegtes, Anlegung; E.: s. ein, s. Lage; L.: DW 3, 220, EWD s. u. legen; GB.: seit 1328 belegte und aus ein und Lage gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hineingelegtes oder eine Anlegung; F.: Einlage, Einlagen+EW; Z.: Ei-n—lag-e
$Einlass, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Einlass, Hereinlassen, Öffnung; E.: s. ein, s. lass(en); L.: DW 3, 221 (Einlasz), EWD s. u. lassen; GB.: seit um 1527 belegte und aus ein und lass(en) gebildete Bezeichnung für eine Öffnung einer sachlich von Menschen entwickelten und verwendeten Umschließung; F.: Einlass, Einlasses, Einlässe, Einlässen+EW; Z.: Ein—la-ss
$einlassen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. einlassen, hineinlassen; E.: s. ein, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, DW 3, 220, EWD s. u. lassen; GB.: (inlāzan*) seit um 765 belegte und aus ein und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinlassen; F.: einlassen, lasse (!) ein, lässt ein, lasst ein, lassen ein, lassest ein, lasset ein, ließ ein, ließest ein, ließt (!) ein, ließen ein, ließet ein, eingelassen, ##eingelassen, eingelassene, eingelassenes, eingelassenem, eingelassenen, eingelassener##, einlassend, ###einlassend, einlassende, einlassendes, einlassendem, einlassenden, einlassender###, einzulassen, ####einzulassen, einzulassend, einzulassende, einzulassendes, einzulassendem, einzulassenden, einzulassender####, lass (!) ein+EW; Z.: ein—la-ss-en
$Einlauf, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Einlauf, Hineinlaufen; E.: s. ein, s. Lauf; L.: DW 3, 221, EWD s. u. laufen; GB.: (īnlouf) um 1360 belegte und aus ein und Lauf gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung der Welt und des Raumes mögliches Hineinlaufen; F.: Einlauf, Einlaufes, Einlaufs, Einläufe, Einläufen+EW; Z.: Ein—lauf
$einlaufen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. einlaufen, hineinlaufen; E.: s. ein, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 3, 222, EWD s. u. laufen; GB.: (īnloufen) seit nach 1193 belegte und aus ein und laufen gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung der Welt und des Raumes mögliches hineinlaufen; F.: einlaufen, laufe (!) ein, läufst ein, läuft ein, lauft ein, laufen ein, laufest ein, laufet ein, lief ein, liefst ein, liefen ein, lieft ein, liefest ein, liefet ein, eingelaufen, ##eingelaufen, eingelaufene, eingelaufenes, eingelaufenem, eingelaufenen, eingelaufener##, einlaufend, ###einlaufend, einlaufende, einlaufendes, einlaufendem, einlaufenden, einlaufender###, einzulaufen, ####einzulaufen, einzulaufend, einzulaufende, einzulaufendes, einzulaufendem, einzulaufenden, einzulaufender####, lauf (!) ein+EW; Z.: ein—lauf-en
$einlegen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. einlegen, hineinlegen; E.: s. ein, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 3, 223, EWD s. u. legen; GB.: (īnlegen) 1140-1160 belegte und aus ein und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinlegen; F.: einlegen, lege (!) ein, legst ein, legt ein, legen ein, legest ein, leget ein, legte ein, legtest ein, legten ein, legtet ein, eingelegt, ##eingelegt, eingelegte, eingelegtes, eingelegtem, eingelegten, eingelegter##, einlegend, ###einlegend, einlegende, einlegendes, einlegendem, einlegenden, einlegender###, einzulegen, ####einzulegen, einzulegend, einzulegendes, einzulegendem, einzulegenden, einzulegender####, leg (!) ein+EW; Z.: ein—leg-en
$einleiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. einleiten, hineinleiten, einführen; E.: s. ein, s. leiten; L.: Kluge s. u. leiten, DW 3, 226, EWD s. u. leiten; GB.: (inleiten*) seit um 800 belegte und aus ein und leiten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinleiten oder einführen; F.: einleiten, leite (!) ein, leitest ein, leitet ein, leiten ein, leitete ein, leitetest ein, leiteten ein, leitetet ein, eingeleitet, ##eingeleitet, eingeleitete, eingeleitetes, eingeleitetem, eingeleiteten, eingeleiteter##, einleitend, ###einleitend, einleitende, einleitendes, einleitendem, einleitenden, einleitender###, einzuleiten, ####einzuleiten, einzuleitend, einzuleitende, einzuleitendes, einzuleitendem, einzuleitenden, einzuleitender####, leit (!) ein+EW; Z.: ein—lei-t-en
$Einleitung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Einleitung, Hineinleitung, Geleit, Einführung; E.: s. einleit(en), s. ung; L.: DW 3, 226, EWD s. u. leiten; GB.: (īnleitunge) seit um 1365 belegte und vielleicht nach lat. intrōductio aus einleit(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hineinleitung oder Einführung; F.: Einleitung, Einleitungen+EW; Z.: Ei-n—lei-t-ung
$einlenken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einlenken, hineinlenken, einbiegen, nachgeben; E.: s. ein, s. lenken; L.: Kluge s. u. lenken, DW 3, 226, EWD s. u. lenken; GB.: seit 1582 belegte und aus ein und lenken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineinlenken oder einbiegen oder nachgeben; F.: einlenken, lenke (!) ein, lenkst ein, lenkt ein, lenken ein, lenkest ein, lenket ein, lenkte ein, lenktest ein, lenkten ein, lenktet ein, eingelenkt, ##eingelenkt, eingelenkte, eingelenktes, eingelenktem, eingelenkten, eingelenkter##, einlenkend, ###einlenkend, einlenkende, einlenkendes, einlenkendem, einlenkenden, einlenkender###, einzulenken, ####einzulenken, einzulenkend, einzulenkende, einzulenkendes, einzulenkendem, einzulenkenden, einzulenkender####, lenk (!) ein+EW; Z.: ein—lenk-en
$einleuchten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. einleuchten, hineinleuchten, verständlich sein (V.); E.: s. ein, s. leuchten, L.: Kluge s. u. einbilden, DW 3, 227, EWD s. u. leuchten; GB.: (īnliuhten*) seit um 1280 belegte und aus ein und leuchten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Licht mögliches hineinleuchten oder verständlich sein (V.); F.: einleuchten, leuchte (!) ein, leuchtest ein, leuchtet ein, leuchten ein, leuchtete ein, leuchtetest ein, leuchteten ein, leuchtetet ein, eingeleuchtet, ##eingeleuchtet, eingeleuchtete, eingeleuchtetes, eingeleuchtetem, eingeleuchteten, eingeleuchteter##, einleuchtend, ###einleuchtend, einleuchtende, einleuchtendes, einleuchtendem, einleuchtenden, einleuchtender###, einzuleuchten, ####einzuleuchten, einzuleuchtend, einzuleuchtende, einzuleuchtendes, einzuleuchtendem, einzuleuchtenden, einzuleuchtender####, leucht (!) ein+EW; Z.: ein—leuch-t-en
$einleuchtend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. einleuchtend, hineinleuchtend, verständlich; E.: s. einleuchten, s. d; L.: DW 3, 227, EWD s. u. leuchten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus einleuchten und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hineinleuchtend oder verständlich; F.: einleuchtend, einleuchtende, einleuchtendes, einleuchtendem, einleuchtenden, einleuchtender(, einleuchtendere, einleuchtenderes, einleuchtenderem, einleuchtenderen, einleuchtenderer, einleuchtendst, einleuchtendste, einleuchtendstes, einleuchtendstem, einleuchtendsten, einleuchtendster)+EW; Z.: ein—leuch-t-en-d
$Einlieger, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Einlieger, Einliegender, Anwohner, Anrainer; E.: s. einlieg(en), s. er; L.: Kluge s. u. Einlieger, DW 3, 228; GB.: vielleicht seit 1328 belegte und aus einlieg(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Einliegenden oder Anwohner oder Anrainer; F.: Einlieger, Einliegers, Einliegern+EW; Z.: Ein—lieg-er
$Einliegerwohnung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Einliegerwohnung; E.: s. Einlieger, s. Wohnung; L.: Kluge s. u. Einlieger, fehlt DW; GB.: seit 1935 belegte und aus Einlieger sowie Wohnung gebildete Bezeichnung für eine zusätzliche und allein vermietbare Wohnung von untergeordneter Bedeutung in einem Eigenheim; F.: Einliegerwohnung, Einliegerwohnungen+EW; Z.: Ein—lieg-er—wohn-ung
einloggen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. einloggen, elektronisch anmelden, eine Verbindung zu einer Datenverarbeitungsanlage herstellen; ne. log (V.) in; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. Lw. ne. log (V.) in; E.: s. ne. log in, V., einloggen, anmelden; s. nhd. ein...; s. ne. log, N., Log, Messdiagramm, Stamm, Klotz; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. einloggen; Son.: vgl. nndl. inloggen, V., einloggen; nschw. logga in, V., einloggen; nnorw. inlogge, V., einloggen; poln. logować się, V., einloggen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ein und log und g und en gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für dem Menschen seit dieser Zeit mögliches durch Eingabe bestimmter Daten in ein digital aufgebautes und arbeitendes Gerät eine Verbindung zu einer Datenverarbeitungsanlage herstellen; F.: einloggen, logge (!) ein, loggst ein, loggt (!) ein, loggest ein, logget ein, loggte ein, loggtest ein, loggten ein, loggtet ein, eingeloggt, ##eingeloggt, eingeloggte, eingeloggtes, eingeloggtem, eingeloggten, eingeloggter##, einloggend, ###einloggend, einloggende, einloggendes, einloggendem, einloggenden, einloggender###, einzuloggen, ####einzuloggen, einzuloggend, einzuloggende, einzuloggendes, einzuloggendem, einzuloggenden, einzuloggender####, logg (!) ein+FW+EW; Z.: ei-n—log-g-en
$einlösen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. einlösen, auslösen, befreien; E.: s. ein, s. lösen; L.: DW 3, 229, EWD s. u. lösen; GB.: (īnlœsen) seit um 1220 belegte und aus ein und lösen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auslösen oder befreien; F.: einlösen, löse ein, lösst (!) ein, löst ein, lösest ein, löset ein, löste ein, löstest ein, lösten ein, löstet ein, eingelöst, ##eingelöst, eingelöste, eingelöstes, eingelöstem, eingelösten, eingelöster##, einlösend, ###einlösend, einlösende, einlösendes, einlösendem, einlösenden, einlösender###, einzulösen, ####einzulösen, einzulösend, einzulösende, einzulösendes, einzulösendem, einzulösenden, einzulösender####, lös (!) ein+EW; Z.: ei—n—lö-s-en
einlullen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. einlullen, sanft einschläfern, in Sicherheit wiegen; ne. lull (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778; E.: s. ein, s. lullen, wohl lautnachahmend; L.: Kluge s. u. einlullen, DW 3, 229, Bluhme s. u. einlullen; GB.: seit 1778 belegte und aus ein und lautmalendem lullen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sanft einschläfern oder in einen traumähnlichen Zustand versetzen oder in Sicherheit wiegen; BM.: lautnachahmend?; F.: einlullen, lulle ein, lullst ein, lullt ein, lullen ein, lullest ein, lullet ein, lullte ein, lulltest ein, lullten ein, lulltet ein, eingelullt, ##eingelullt, eingelullte, eingelulltes, eingelulltem, eingelullten, eingelullter##, einlullend, ###einlullend, einlullende, einlullendes, einlullendem, einlullenden, einlullender###, einzulullen, ####einzulullen, einzulullend, einzulullende, einzulullendes, einzulullendem, einzulullenden, einzulullender####, lull (!) ein+EW; Z.: ein—lull-en
$einmachen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. einmachen, hineinmachen, hineintun, einhüllen; E.: s. ein, s. machen; L.: Kluge s. u. machen, DW 3, 229; GB.: (īnmachen) seit 1278 belegte und aus ein und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineinmachen oder hineintun oder einhüllen; F.: einmachen, mache ein, machst ein, macht ein, machen ein, machest ein, machet ein, machte ein, machtest ein, machten ein, machtet ein, eingemacht, ##eingemacht, eingemachte, eingemachtes, eingemachtem, eingemachten, eingemachter##, einmachend, ###einmachend, einmachende, einmachendes, einmachendem, einmachenden, einmachender###, einzumachen, ####einzumachen, einzumachend, einzumachende, einzumachendes, einzumachendem, einzumachenden, einzumachender####, mach (!) ein+EW; Z.: ein—mach-en
$einmal, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. einmal, irgendwann; E.: s. ein, s. Mal; L.: DW 3, 230, EWD s. u. einmal; GB.: vielleicht seit um 1147 belegte und aus ein und Mal gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches ein mal oder irgendwann; F.: einmal+EW; Z.: ei-n—ma-l
$einmalig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. einmalig, nur einmal vorkommend; E.: s. einmal, s. ig; L.: DW 3, 234, EWD s. u. einmal; GB.: seit 1642 belegte und aus einmal sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches nur einmal vorkommend; F.: einmalig, einmalige, einmaliges, einmaligem, einmaligen, einmaliger+EW; Z.: ei-n—ma-l-ig
$Einmaleins, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Einmaleins, Grundwissen; E.: s. einmal, s. eins; L.: DW 3, 234, EWD s. u. einmal; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus einmal und eins gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche hilfreiche Zusammenstellung der durch Vervielfältigung von Zahlen wie beispielsweise der Grundzahlen von eins bis zehn (kleines Einmaleins) oder von eins bis zwanzig (großes Einmaleins) miteinander ermittelten Ergebnisse wie beispielsweise einmal zwei ist zwei und zwei mal zwei ist vier und zweimal drei ist sechs und zweimal vier ist acht und zweimal fünf ist zehn oder allgemein auch für ein vorteilhaftes Grundwissen; F.: Einmaleins+EW; Z.: Ei-n—ma-l—ei-n-s
einmotten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einmotten, einlagern, für längere Zeit stilllegen; ne. mothball (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1885 (Wörterbuch); E.: s. ein, Mott(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. einmotten, fehlt DW, Duden s. u. einmotten; GB.: seit 1885 belegte und aus ein und Mott(e) sowie en mit einem Mittel zu einem Schutz gegen Motten zusammen eingepackt für längere Zeit unterbringen oder einlagern; BM.: Motte, von Kleidung die über eine Jahreszeit gegen Motten geschützt eingelagert wurde; F.: einmotten, motte (!) ein, mottest ein, mottet ein, motten ein, mottete ein, mottetest ein, motteten ein, mottetet ein, eingemottet, ##eingemottet, eingemottete, eingemottetes, eingemottetem, eingemotteten, eingemotteter##, einmottend, ###einmottend, einmottende, einmottendes, einmottendem, einmottenden, einmottender###, einzumotten, ####einzumotten, einzumottend, einzumottende, einzumottendes, einzumottendem, einzumottenden, einzumottender####, mott (!) ein+EW; Z.: ein—mott-en
$einmummen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. einmummen, einhüllen; E.: s. ein, s. mummen; L.: Kluge s. u. Mumme, DW 3, 235; GB.: seit 1783 belegte und aus ein und mummen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einhüllen; F.: einmummen, mumme (!) ein, mummst ein, mummt ein, mummen ein, mummest ein, mummet ein, mummte ein, mummtest ein, mummten ein, mummtet ein, eingemummt, ##eingemummt, eingemummte, eingemummtes, eingemummtem, eingemummten, eingemummter##, einmummend, ###einmummend, einmummende, einmummendes, einmummendem, einmummenden, einmummender###, einzumummen, ####einzumummen, einzumummend, einzumummende, einzumummendes, einzumummendem, einzumummenden, einzumummender####, mumm (!) ein+EW+FW; Z.: ei-n—mum-m-en
$Einmüßler, nhd., M., (17.?): nhd. Einmüßler, Eigenbrötler, Sonderling; E.: s. eigen, s. Muß(e?), s. (e)l, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Eigenbrötler, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus eigen und Muß(e?) sowie (e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Eigenbrötler oder Sonderling; F.: Einmüßler, Einmüßlers, Einmüßlern+EW; Z.: Ei-n—müß-l-er
$Einnahme, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Einnahme, Annahme, Einkunft; Vw.: s. Brutto-; E.: s. ein, s. Nahme; L.: DW3, 437, EWD s. u. nehmen; GB.: (īnnāme) seit 1409 belegte und aus ein und Nahme gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Einkunft oder Annahme; F.: Einnahme, Einnahmen+EW; Z.: Ei-n—nahm-e
Einöde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Einöde, einsame Gegend; ne. wasteland, solitude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. einœde, einœte, einode, einōde, st. F., sw. F., st. N., Einöde, menschenleere Gegend, einsame Gegend, Einödhof, alleinstehender Bauernhof, Einsamkeit, Wüste; mnd. ēnȫde, F., Einöde; mnl. eenode, F., Einöde; ahd. einōti, einōdi, st. N. (ja), Einöde, Wüste, Einsamkeit, Verlassenheit; as. ênôdi*, st. F. (ī)? (u)?, st. N. (i)?, Einöde, Wüste; anfrk. einōdi*, ēnōdi*, st. N. (ja): nhd. Einöde; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. ōdī, st. F. (ī), „Öde“, Verwüstung, Einöde, Wüste, Leichtigkeit; germ. *auþī- (2), *auþīn, sw. F. (n), Einöde; idg. *autio-, *auto-, Adj., verlassen (Adj.), öde, Pokorny 73; vgl. idg. *au- (3), *au̯e-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. Einöde, DW 3, 241, EWD s. u. Einöde, DW2 7, 876, EWAhd 2, 1014, Duden s. u. Einöde, Bluhme s. u. Einöde; GB.: (einōti) seit um 765 belegte und aus ein und Öde gebildete Bezeichnung für eine vor der starken Vermehrung der Menschen seit dem Industriezeitalter häufigere einsame und menschenleere meist öde und eintönig wirkende Gegend; BM.: ein, öde; F.: Einöde, Einöden+EW; Z.: Ei-n—ö-d-e
$Einödhof, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Einödhof; E.: s. Einöd(e), s. Hof; L.: Kluge s. u. Einöde, fehlt DW; GB.: seit um 1500 belegte und aus Einöd(e) und Hof gebildete Bezeichnung für einen seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen einzeln (in der Öde) gelegenen Hof; F.: Einödhof, Einödhofes, Einödhofs, Einödhöfe, Einödhöfen+EW; Z.: Ei-n—ö-d—ho-f
$einpacken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einpacken, verpacken, einhüllen, hineintun; E.: s. ein, s. packen; L.:DW 3, 242, EWD s. u. packen; GB.: seit 1521 belegte und aus ein und packen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verpacken oder einhüllen oder hineintun; F.: einpacken, packe (!) ein, packst (!) ein, packt ein, packen ein, packest ein, packet ein, packte ein, packtest ein, packten ein, packtet ein, eingepackt, ##eingepackt, eingepackte, eingepacktes, eingepacktem, eingepackten, eingepackter##, einpackend, ###einpackend, einpackende, einpackendes, einpackendem, einpackenden, einpackender###, einzupacken, ####einzupacken, einzupackend, einzupackende, einzupackendes, einzupackendem, einzupackenden, einzupackender####, pack (!) ein+EW; Z.: ei-n—pack-en
$einpferchen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. einpferchen. zusammenpferchen, zusammensperren; E.: s. ein, s. pferchen; L.: Kluge s. u. Pferch, DW 2, 234, EWD s. u. Pferch; GB.: seit 1682 belegte und aus ein und Pferch sowie en gebildete Bezeichnung für zusammenpferchen oder auf engem Raum zusammensperren; F.: einpferchen, pferche (!) ein, pferchst ein, pfercht ein, pferchen ein, pferchest ein, pferchet ein, pferchte ein, pferchtest ein, pferchten ein, pferchtet ein, eingepfercht, ##eingepfercht, eingepferchte, eingepferchtes, eingepferchtem, eingepferchten, eingepferchter##, einpferchend, ###einpferchend, einpferchende, einpferchendes, einpferchendem, einpferchenden, einpferchender###, einzupferchen, ####einzupferchen, einzupferchend, einzupferchende, einzupferchendes, einzupferchendem, einzupferchenden, einzupferchender####, pferch (!) ein+EW+FW; Z.: ein—pfer-ch-en
$einpökeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. einpökeln, einsalzen; E.: s. ein, s. pökeln; L.: Kluge s. u. Pökel, DW 3, 244, EWD s. u. Pökel; GB.: seit 1598 belegte und aus ein und pökeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung des Pökelns durch den Menschen mögliches einsalzen und dadurch haltbar machen verschiedener Lebensmittel; F.: einpökeln, pökel (!) ein, pökle ein, pökele ein, pökelst ein, pökelt ein, pökeln ein, pökelte ein, pökeltest ein, pökelten ein, einpökeltet, eingepökelt, ##eingepökelt, eingepökelte, eingepökeltes, eingepökeltem, eingepökelten, eingepökelter##, einpökelnd, ###einpökelnd, einpökelnde, einpökelndes, einpökelndem, einpökelnden, einpökelnder###, einzupökeln, ####einzupökeln, einzupökelnd, einzupökelnde, einzupökelndes, einzupökelndem, einzupökelnden, einzupökelnder####, pökel (!) ein+EW+FW; Z.: ein—pök-el-n
$einprägen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. einprägen. hineinprägen, hineinpressen; E.: s. ein, s. prägen; L.: Kluge s. u. prägen, DW 3, 244, EWD s. u. prägen; GB.: seit 1562 belegte und aus ein und prägen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hineinprägen oder hineinpressen; F.: einprägen, präge (!) ein, prägst ein, prägt ein, prägen ein, prägest ein, präget ein, prägte ein, prägtest ein, prägten ein, prägtet ein, eingeprägt, ##eingeprägt, eingeprägte, eingeprägtes, eingeprägtem, eingeprägten, eingeprägter##, einprägend, ###einprägend, einprägende, einprägendes, einprägendem, einprägenden, einprägender###, einzuprägen, ####einzuprägen, einzuprägend, einzuprägende, einzuprägendes, einzuprägendem, einzuprägenden, einzuprägender####, präg (!) ein+EW; Z.: ein—präg-en
$einquartieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einquartieren, zwangsweise unterbringen; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. ein, s. Quartier, s. en; L.: Kluge s. u. Quartier, DW 3, 245. EWD s. u. Quartier; GB.: seit 1654 belegte und aus ein und Quartier sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft des Menschen mögliches zwangsweises unterbringen; F.: einquartieren, quartiere (!) ein, quartierst ein, quartiert ein, quartieren ein, quartierest ein, quartieret ein, quartierte ein, quartiertest ein, quartierten ein, einquartiert, ##einquartiert, einquartierte, einquartiertes, einquartiertem, einquartierten, einquartierter##, einquartierend, ###einquartierend, einquartierende, einquartierendes, einquartierendem, einquartierenden, einquartierender###, einzuquartieren, ####einzuquartieren, einzuquartierend, einzuquartierende, einzuquartierendes, einzuquartierendem, einzuquartierenden, einzuquartierender####, quartier (!) ein+EW+FW; Z.: ein—quart-ier-en
$Einquartierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Einquartierung; E.: s. einquartier(en), s. ung; Q.: Anfang 17. Jh.; L.: DW 3, 245, EWD s. u. Quartier; GB.: seit 1623 belegte und aus einquartier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Herrschaft des Menschen mögliche zwangsweise Unterbringung; F.: Einquartierung, Einquartierungen+EW+FW; Z.: Ein-quart-ier-ung
$einrahmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einrahmen, einfassen, mit einem Rahmen versehen (V.); E.: s. ein, s. rahmen; L.: DW 3, 245, EWD s. u. Rahmen; GB.: seit 1691 belegte und aus ein und rahmen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Rahmen (11. Jh. n. Chr.?) mögliches einfassen oder mit einem Rahmen versehen (V.); F.: einrahmen, einrahme, einrahmst, einrahmt, einrahmest, einrahmet, einrahmte, einrahmtest, einrahmten, einrahmtet, eingerahmt, ##eingerahmt, eingerahmte, eingerahmtes, eingerahmtem, eingerahmten, eingerahmter##, einrahmend, ###einrahmend, einrahmende, einrahmendes, einrahmendem, einrahmenden, einrahmender###, einzurahmen, ####einzurahmen, einzurahmend, einzurahmende, einzurahmendes, einzurahmendem, einzurahmenden, einzurahmender####, einrahm (!), rahm (!) ein+EW; Z.: ein—rahm-en
$einrangieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. einrangieren; E.: s. ein, s. rangieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rang; GB.: seit 1730 belegte und aus ein und rangieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches rangmäßig zuordnen oder durch Rangieren einordnen; F.: einrangieren, rangiere (!) ein, rangierst ein, rangiert ein, rangierest ein, rangieret ein, rangierte ein, rangiertest ein, rangierten ein, rangiertet ein, einrangiert, ##einrangiert, einrangierte, einrangiertes, einrangiertem, einrangierten, einrangierter##, einrangierend, ###einrangierend, einrangierende, einrangierendes, einrangierendem, einrangierenden, einrangierender###, einzurangieren, ####einzurangieren, einzurangierend, einzurangierende, einzurangierendes, einzurangierendem, einzurangierenden, einzurangierender####, rangier (!) ein+EW+FW; Z.: ein—ra-ng-ier-en
$einreißen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. einreißen, hineinreißen, niederreißen, zerstören; E.: s. ein, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 3, 248 (einreiszen), EWD s. u. reißen; GB.: (īnrīzen*) seit 1438 belegte und aus ein und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Errichtung von Gebäuden mögliches hineinreißen oder niederreißen oder zerstören; F.: einreißen, reiße ein, reißt ein, reißen ein, reißest ein, reißet ein, riss ein, rissest ein, rissen ein, risst ein, risset ein, eingerissen, ##eingerissen, eingerissene, eingerissenes, eingerissenem, eingerissenen, eingerissener##, einreißend, ###einreißend, einreißende, einreißendes, einreißendem, einreißenden, einreißender###, einzureißen, ####einzureißen, einzureißend, einzureißende, einzureißendes, einzureißendem, einzureißenden, einzureißender####, reiß (!) ein+EW; Z.: ein—rei-ß-en
$einrenken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einrenken, hineinrenken, wieder in Ordnung bringen; L.: DW 3, 250, EWD s. u. renken; GB.: 1810 belegte und aus ein und renken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinrenken oder wieder in Ordnung bringen; F.: einrenken, renke (!) ein, renkst ein, renkt ein, renkest ein, renket ein, renkte ein, renktest ein, renkten ein, renktet ein, eingerenkt, ##eingerenkt, eingerenkte, eingerenktes, eingerenktem, eingerenkten, eingerenkter##, einrenkend, ###einrenkend, einrenkende, einrenkendes, einrenkendem, einrenkenden, einrenkender###, einzurenken, ####einzurenken, einzurenkend, einzurenkende, einzurenkendes, einzurenkendem, einzurenkenden, einzurenkender####, renk (!) ein+EW; Z.: ei-n—re-nk-en
$einrichten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. einrichten, hineinrichten, gestalten, ordnen; L.: Kluge s. u. richten, DW 3, 250, EWD s. u. richten; GB.: seit 1338 belegte und aus ein und richten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinrichten oder gestalten oder ordnen; F.: einrichten, richte ein, richtest ein, richtet ein, richten ein, richtete ein, richtetest ein, richteten ein, richtetet ein, eingerichtet, ##eingerichtet, eingerichtete, eingerichtetes, eingerichtetem, eingerichteten, eingerichteter##, einrichtend, ###einrichtend, einrichtende, einrichtendes, einrichtendem, einrichtenden, einrichtender###, einzurichten, ####einzurichten, einzurichtend, einzurichtende, einzurichtendes, einzurichtendem, einzurichtenden, einzurichtender####, richt (!) ein+EW; Z.: ei-n—rich-t-en
$einrücken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. einrücken, hineinrücken, einfügen, in einen Krieg ziehen; L.: DW 3, 251, EWD s. u. rücken; GB.: vielleicht seit 1502 belegte und aus ein und rücken gebildete Bezeichnung für hineinrücken oder einfügen oder in einen Krieg ziehen; F.: einrücken, rücke (!) ein, rückst ein, rückt ein, rückest ein, rücket ein, rückte ein, rücktest ein, rückten ein, rücktet ein, eingerückt, ##eingerückt, eingerückte, eingerücktes, eingerücktem, eingerückten, eingerückter##, einrückend, ###einrückend, einrückende, einrückendes, einrückendem, einrückenden, einrückender###, einzurücken, ####einzurücken, einzurückend, einzurückende, einzurückendes, einzurückendem, einzurückenden, einzurückender####, rück (!) ein+EW; Z.: ei-n—rück-en
eins, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. eins, vereinigt, einheitlich; ne. one (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. eines, eins, Adv., einzig und allein, einmal, einst, früher einmal, zum ersten, allein, ein einziges Mal, künftig, später einmal; mnd. ēnes, eines, ēns, eins, ēnst, ēinst, ins, insse, einest, Adv., eines, eins, zusammen, einig, ungeteilt, einmal; ahd. eines, Adv., einmal, einerlei, eines Tages, ganz gleich; as. ênes, Adv., einmal; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ein, Kluge s. u. eins, EWD s. u. ein, DW 3, 252, Duden s. u. eins; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für vereinigt oder einheitlich; BM.: ein; F.: eins+EW; Z.: ei-n-s
$Eins, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Eins; Vw.: s. Einmal-; E.: s. eins; L.: DW 3, 252, EWD s. u. ein; GB.: sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Bezeichnung für die substantivierte Grundzahl (eins) vor zwei; F.: Eins, Einsen+EW; Z.: Ei-n-s
$einsacken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einsacken, in einen Sack stecken, einsinken; Q.: Anfang 16. Jh.; L.: DW 3, 261, EWD s. u. Sack; GB.: seit 1506 belegte und aus ein und Sack sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in einen Sack stecken oder später auch einsinken; F.: einsacken, sacke ein, sackst ein, sackt ein, sackest ein, sacket ein, sackte ein, sacktest ein, sackten ein, sacktet ein, eingesackt, ##eingesackt, eingesackte, eingesacktes, eingesacktem, eingesackten, eingesackter##, einsackend, ###einsackend, einsackende, einsackendes, einsackendem, einsackenden, einsackender###, einzusacken, ####einzusacken, einzusackend, einzusackende, einzusackendes, einzusackendem, einzusackenden, einzusackender####, sack (!) ein+EW+FW; Z.: ei-n—sack-en
einsam, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. einsam, alleinig, allein, verlassen (Adj.); ne. lonely, solitary (Adj.), lonesome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Buch 3 des alten Passionals); E.: mhd. einsam, Adj., einsam, verlassen (Adj.); mnd. ēnsam, ēntsam, einsam, eintsam, Adj., allein seiend, einfach, einmütig, einig, eins seiend, alleinig, einzig, ungeteilt, einsam; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. sama, Adv., Konj., Präf., ebenso, gleichsam, so, auf gleiche Weise, genauso; germ. *samō-, *samōn, *sama-, *saman, Adj., derselbe, gleich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. einsam, Kluge s. u. einsam, EWD s. u. einsam, DW 3, 262, DW2 7, 928, Duden s. u. einsam; Son.: vgl. nndl. eenzaam, Adj., einsam; nschw. ensam, Adj., einsam; nnorw. ensom, Adj., einsam; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus ein und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Raumes mögliches allein oder verlassen (Adj.); BM.: ein; F.: einsam, einsame, einsames, einsamem, einsamen, einsamer(, einsamere, einsameres, einsamerem, einsameren, einsamerer, einsamste, einsamstes, einsamstem, einsamsten, einsamster)+EW; Z.: ei-n-sam
$Einsamkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Einsamkeit, Einheit, Alleinheit, Verlassenheit; E.: s. einsam, s. heit, s. keit; I.: Lüt. lat. solitudo; L.: DW 3, 264, EWD s. u. einsam; GB.: seit um 1350 belegte und aus einsam und keit gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung der Welt und des Raumes mögliche Einheit oder Alleinheit oder Verlassenheit; F.: Einsamkeit+EW; Z.: Ei-n—sam—kei-t
$Einsatz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Einsatz, Einsetzung, Einbringung; E.: s. ein, s. Satz, s. einsetz(en); L.: DW 3, 265, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1311 belegte und aus einsetz(en) gebildete sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Einsetzung oder Einbringung; F.: Einsatz, Einsatzes, Einsätze, Einsätzen (!)+EW; Z.: Ei-n—satz
$einschalten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einschalten, einstellen, einschieben, einfügen, einrücken; E.: s. ein, s. schalten; L.: Kluge s. u. schalten, DW 3, 266; GB.: seit 1630 belegte und aus ein und schalten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einstellen oder einschieben oder einfügen oder einrücken; F.: einschalten, schalte (!) ein, schaltest ein, schaltet ein, schalten ein, schaltete ein, schaltetest ein, schalteten ein, schaltetet ein, eingeschaltet, ##eingeschaltet, eingeschaltete, eingeschaltetes, eingeschaltetem, eingeschalteten, eingeschalteter##, einschaltend, ###einschaltend, einschaltende, einschaltendes, einschaltendem, einschaltenden, einschaltender###, einzuschalten, ####einzuschalten, einzuschaltend, einzuschaltende, einzuschaltendes, einzuschaltendem, einzuschaltenden, einzuschaltender####, schalt (!) ein+EW; Z.: ein—schal-t-en
$einschärfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einschärfen, schärfer machen, nahelegen; E.: s. ein, s. schärfen; L.: DW 3, 267, EWD s. u. scharf; GB.: seit 1612 belegte und aus ein und schärfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches schärfer machen oder nahelegen; F.: einschärfen, schärfe (!) ein, schärft ein, schärfen ein, schärfest ein, schärfet ein, schärfte ein, schärftest ein, schärften ein, schärftet ein, eingeschärft, ##eingeschärft, eingeschärfte, eingeschärftes, eingeschärftem, eingeschärften, eingeschärfter##, einschärfend, ###einschärfend, einschärfende, einschärfendes, einschärfendem, einschärfenden, einschärfender###, schärf ein, einzuschärfen, ####einzuschärfen, einzuschärfend, einzuschärfende, einzuschärfendes, einzuschärfendem, einzuschärfenden, einzuschärfender###, schärf (!) ein+EW; Z.: ein—schär-f-en
$einschläfern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einschläfern, schlafen machen; L.: Kluge s. u. schlafen, DW 3, 271, EWD s. u. schlafen; GB.: seit 1616 belegte und aus ein und Schlaf sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich mögliches schlafen machen; F.: einschläfern, schläfere ein, schläfer (!) ein, schläferst ein, schläfert ein, schläfern ein, schläferte ein, schläfertest ein, schläferten ein, schläfertet ein, eingeschläfert, ##eingeschläfert, eingeschläferte, eingeschläfertes, eingeschläfertem, eingeschläferten, eingeschläferter##, einschläfernd, ###einschläfernd, einschläferndes, einschläferndem, einschläfernden, einschläfernder###, einzuschläfern, ####einzuschläfern, einzuschläfernd, einzuschläfernde, einzuschläferndes, einzuschläferndem, einzuschläfernden, einzuschläfernder###, schläfer (!) ein+EW; Z.: ein—sch-läf-er-n
$einschlagen, nhd., st. V., (11. Jh.?): nhd. einschlagen, hineinschlagen, hineinstoßen; E.s. ein, s. schlagen; L.: DW 3, 273, EWD s. u. schlagen; GB.: (inslahan) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus ein und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hineinschlagen oder hineinstoßen; F.: einschlagen, schlage ein, schlägst ein, schlägt ein, schlagt ein, schlagen ein, schlagest ein, schlaget ein, schlug ein, schlugst ein, schlugen ein, schlugt ein, schlüge ein, schlügest ein, schlügen ein, schlüget ein, eingeschlagen, ##eingeschlagen, eingeschlagene, eingeschlagenes, eingeschlagenem, eingeschlagenen, eingeschlagener##, einschlagend, ###einschlagend, einschlagende, einschlagendes, einschlagendem, einschlagenden, einschlagender###, einzuschlagen, ####einzuschlagen, einzuschlagend, einzuschlagende, einzuschlagendes, einzuschlagendem, einzuschlagenden, einzuschlagender####, schlag (!) ein+EW; Z.: ein—schlag-en
$einschlägig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. einschlägig, einschlagend, betreffend, entsprechend; L.: Kluge s. u. einschlägig, DW 3, 276, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 1783 belegte und aus einschlag(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches einschlagend oder betreffend oder entsprechend; F.: einschlägig, einschlägige, einschlägiges, einschlägigem, einschlägigen, einschlägiger(, einschlägigere, einschlägigeres, einschlägigerem, einschlägigeren, einschlägigerer, einschlägigst, einschlägigste, einschlägigstes, einschlägigstem, einschlägigsten, einschlägigster)+EW; Z.: ein—schläg-ig
$einschränken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einschränken, beschränken, einfügen; E.: s. ein, s. schränken; L.: Kluge s. u. einschränken, DW 3, 284, EWD s. u. Schranke; GB.: seit 1548 belegte und aus ein und schränken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beschränken oder einfügen; F.: einschränken, schränke (!) ein, schränkst ein, schränkt ein, schränken ein, schränkest ein, schränket ein, schränkte ein, schränktest ein, schränkten ein, schränktet ein, eingeschränkt, ##eingeschränkt, eingeschränkte, eingeschränktes, eingeschränktem, eingeschränkten, eingeschränkter##, einschränkend, ###einschränkend, einschränkende, einschränkendes, einschränkendem, einschränkenden, einschränkender###, einzuschränken, ####einzuschränken, einzuschränkend, einzuschränkende, einzuschränkendes, einzuschränkendem, einzuschränkenden, einzuschränkender####, schränk (!) ein+EW; Z.: ein—schrä-nk-en
$einschreiben, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. einschreiben, hineinschreiben, eintragen; E.: s. ein, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 3, 285, EWD s. u. schreiben; GB.: seit um 1300 belegte und aus ein und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches hineinschreiben oder eintragen; F.: einschreiben, schreibe (!) ein, schreibst ein, schreibt ein, schreiben ein, schreibest ein, schreibet ein, schrieb ein, schriebst ein, schrieben ein, schriebt ein, schriebest ein, schriebet ein, eingeschrieben, ##eingeschrieben, eingeschriebene, eingeschriebenes, eingeschriebenem, eingeschriebenen, eingeschriebener##, einschreibend, ###einschreibend, einschreibende, einschreibendes, einschreibendem, einschreibenden, einschreibender###, einzuschreiben, ####einzuschreiben, einzuschreibend, einzuschreibende, einzuschreibendes, einzuschreibendem, einzuschreibenden, einzuschreibender####, schreib (!) ein+EW+FW; Z.: ein—schrei-b-en
$Einschreiben, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Einschreiben, Hineinschreiben, Verzeichnen; E.: s. einschreiben; L.: fehlt DW, EWD s. u. schreiben; GB.: seit 1523 belegte und aus einschreiben gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches Hineinschreiben oder Verzeichnen sowie später eine besonders gesicherte Art von Schreiben (N.); F.: Einschreiben, Einschreibens+EW; F.: Ein—schrei-b-en
$einschreiten, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. einschreiten; E.: s. ein, s. schreiten; L.: Kluge s. u. schreiten, DW 3, 286, EWD s. u. schreiten; GB.:F.: einschreiten, schreite ein, schreitest ein, schreitet ein, schreiten ein, schritt (!) ein, schrittest ein, schrittst (!) ein, schritten ein, schrittet ein, eingeschritten, ##eingeschritten, eingeschrittene, eingeschrittenes, eingeschrittenem, eingeschrittenen, eingeschrittener##, einschreitend, ###einschreitend, einschreitende, einschreitendes, einschreitendem, einschreitenden, einschreitender###, einzuschreiten, ####einzuschreiten, einzuschreitend, einzuschreitende, einzuschreitendes, einzuschreitendem, einzuschreitenden, einzuschreitender####, schreit (!) ein+EW; Z.: ein—schrei-t-en
$einschüchtern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einschüchtern, verschüchtern, entmutigen; E.: s. ein, s .schüchtern; L.: Kluge s. u. schüchtern, DW 3, 286, EWD s. u. schüchtern; GB.: seit 1815 belegte und aus ein und schüchtern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliches verschüchtern oder entmutigen; F.: einschüchtern, schüchtere ein, schüchter (!) ein, schüchterst ein, schüchtert ein, schüchterte ein, schüchtertest ein, schüchterten ein, schüchtertet ein, eingeschüchtert, ##eingeschüchtert, eingeschüchterte, eingeschüchtertes, eingeschüchtertem, eingeschüchterten, eingeschüchterter###, einschüchternd, ###einschüchternd, einschüchternde, einschüchterndes, einschüchterndem, einschüchternden, einschüchternder###, einzuschüchternde, ####einzuschüchtern, einzuschüchternd, einzuschüchternde, einzuschüchterndes, einzuschüchterndem, einzuschüchternden, einzuschüchternder####, schüchter (!) ein+EW; Z.: ein—schüch-t-er-n
$einsehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. einsehen, hineinsehen, erkennen; E.: s. ein, s. sehen; L.: Kluge s. u. einsehen, DW 3, 290, EWD s. u. einsehen; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus ein und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches hineinsehen oder erkennen; F.: einsehen, sehe (!) ein, siehst ein, sieht ein, sehen ein, seht ein, sehest ein, sehet ein, sah ein, sahst ein, sahen ein, saht ein, sähe ein, sähest ein, sähst ein, sähen ein, sähet ein, säht ein, eingesehen, ##eingesehen, eingesehene, eingesehenes, eingesehenem, eingesehenen, eingesehener##, einsehend, ###einsehend, einsehende, einsehendes, einsehendem, einsehenden, einsehender###, einzusehen, ####einzusehen, einzusehend, einzusehende, einzusehendes, einzusehendem, einzusehenden, einzusehender####, sieh (!) ein, siehe (!) ein+EW; Z.: ein—seh-en
$Einsehen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Einsehen, Hineinsehen, Erkennen; E.: s. einsehen; L.: Kluge s. u. einsehen, DW 3, 290; GB.: seit um 1280 belegte und aus einsehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches Hineinsehen oder Erkennen; F.: Einsehen, Einsehens+EW; Z.: Ein—seh-en
$einseifen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. einseifen, mit Seife einschmieren; E.: s. ein, s. seifen; GB.: seit um 1680 belegte und aus ein und seifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit 4500 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Seife einschmieren; L.: Kluge s. u. einseifen, DW 3, 291, EWD s. u. Seife; F.: einseifen, seife (!) ein, seifst ein, seift ein, seifen ein, seifest ein, seifet ein, seifte ein, seiftest ein, seiften ein, seiftet ein, eingeseift, ##eingeseift, eingeseifte, eingeseiftes, eingeseiftem, eingeseiften, eingeseifter##, einseifend, ###einseifend, einseifende, einseifendes, einseifendem, einseifenden, einseifender###, einzuseifen, ####einzuseifen, einzuseifend, einzuseifende, einzuseifendes, einzuseifendem, einzuseifenden, einzuseifender####, seif (!) ein+EW; Z.: ein—seif-en
$einsetzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. einsetzen, hineinsetzen, einfügen; E.: s. ein, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 3, 292, EWD s. u. setzen; GB.: seit um 900 belegte und aus ein und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches hineinsetzen oder einfügen; F.: einsetzen, setze ein, setzt ein, setzen ein, setzest ein, setzet ein, setzte ein, setztest ein, setzten ein, setztet ein, eingesetzt, ##eingesetzt, eingesetzte, eingesetztes, eingesetztem, eingesetzten, eingesetzter##, einsetzend, ###einsetzend, einsetzende, einsetzendes, einsetzendem, einsetzenden, einsetzender###, einzusetzen, ####einzusetzen, einzusetzend, einzusetzende, einzusetzendes, einzusetzendem, einzusetzenden, einzusetzender####, setz (!) ein+EW; Z.: ein—setz-en
$Einsicht, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Einsicht, Einsehen, Verstehen; E.: s. ein, s. Sicht; L.: Kluge s. u. einsehen, DW 3, 294, EWD s. u. einsehen; GB.: seit 1567 belegte und aus ein und Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Einsehen oder Verstehen; F.: Einsicht, Einsichten+EW; Z.: Ein—sich-t
$einsichtig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. einsichtig, zu Einsicht fähig, verständig; E.: s. Einsicht, s. ig; L.: DW 3, 295, EWD s. u. einsehen; GB.: seit 1601 belegte und aus Einsicht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zu Einsicht fähig oder verständig; F.: einsichtig, einsichtige, einsichtiges, einsichtigem, einsichtigen, einsichtiger(, einsichtigere, einsichtigeres, einsichtigerem, einsichtigeren, einsichtigerer, einsichtigst, einsichtigste, einsichtigstes, einsichtigstem, einsichtigsten, einsichtigster)+EW; Z.: ei-n—sich-t-ig
$Einsiedel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Einsiedel, Einsiedler, allein siedelnder Mensch; E.: s. ein, s. Siedel; L.: Kluge s. u. Einsiedler, DW 3, 295, EWD s. u. Einsiedler; GB.: (einsidilo) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ein und siedel(n) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen allein siedelnden Menschen; F.: Einsiedel, Einsiedels, Einsiedeln?+EW; Z.: Ei-n—sied-el
$Einsiedelei, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Einsiedelei, Ort eines allein siedelnden Menschen; E.: s. Einsiedel, s. ei; L.: DW 3, 295, EWD s. u. Einsiedler; GB.: seit 1736 belegte und aus Einsiedel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Sesshaftwerdung möglichen Ort eines allein siedelnden Menschen; F.: Einsiedelei, Einsiedeleien+EW; Z.: Ei-n—sied-el-ei
Einsiedler, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Einsiedler, Einsiedel, Eremit; ne. recluse (M.), hermit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse)?; I.: Lüt. gr. μοναχός (monachós); E.: mhd. einsidelære, st. M., Einsiedler, Eremit; vgl. mhd. einsidele, einsidel, ensidele, st. M., sw. M., Einsiedler, Eremit; mnd. ēnsēdelære*, ēnsēdelēr, einsēdelēr, M., Einsiedler; ahd. einsidilo, sw. M. (n), Einsiedler, Eremit; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. sidila, st. F. (ō), sw. F. (n), Sitz, Stuhl, Thron, Wohnsitz; vgl. ahd. sedal, st. M. (a), st. N. (a), Sitz, Sitzen, Platz (M.) (1), Sitzplatz; germ. *seþla, Sb., Sitz, Wohnsitz; s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Einsiedel, Kluge s. u. Einsiedler, DW 3, 296, EWD s. u. Einsiedler, DW2 7, 1023, Duden s. u. Einsiedler; GB.: (mittelbar) seit Ende 8. Jh. belegte und nach griech. Vorbild aus ein und Siedler gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen allein siedelnden und von menschlicher Umgebung zurückgezogen lebenden Menschen; BM.: ein, Sitz; F.: Einsiedler, Einsiedlers, Einsiedlern+EW; Z.: Ei-n—sied-l-er
$einspannen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. einspannen, hineinspannen, festbinden; E.: s. ein, s. spannen; L.: Kluge s. u. spannen, DW 3, 300, EWD s. u. spannen; GB.: (īnspannen) um 1270 belegte und aus ein und spannen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht der Entstehung des Menschen mögliches hineinspannen oder festbinden; F.: einspannen, spanne (!) ein, spannst ein, spannt ein, spannen ein, spannest ein, spannet ein, spannte ein, spanntest ein, spannten ein, spanntet ein, eingespannt, ##eingespannt, eingespannte, eingespanntes, eingespanntem, eingespannten, eingespannter##, einspannend, ###einspannend, einspannende, einspannendes, einspannendem, einspannenden, einspannender###, einzuspannen, ####einzuspannen, einzuspannend, einzuspannende, einzuspannendes, einzuspannendem, einzuspannenden, einzuspannender####, spann (!) ein+EW; Z.: ein—span-n-en
$Einspruch, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Einspruch, Hineinsprechen, Widerspruch; E.: s. ein, s. Spruch; L.: DW 3, 304, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 1367 belegte und aus ein und Spruch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Hineinsprechen oder einen Widerspruch; F.: Einspruch, Einspruches, Einspruchs, Einsprüche, Einsprüchen+EW; Z.: Ein—s-pru-ch
einst, nhd., Adv., (10. Jh.?): nhd. einst, früher gewesen, künftig seiend, und irgendwann, einmal; ne. once, erstwhile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.?; E.: mhd. einest, einist, einost, einst, Adv., einmal, irgendeinmal, einst, früher einmal, dereinst, ein einziges Mal; mnd. ēnes, ēnst, Adv., eines, eins, zusammen, einig; ahd. einēst*, Adv., einmal, ein einziges Mal; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. einst, Kluge s. u. einst, EWD s. u. einst, DW 3, 305, DW2 7, 1046, EWAhd 2, 995, Duden s. u. einst; GB.: (einēst) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus ein und ahd. est gebildete Bezeichnung für früher einmal gewesen oder künftig seiend; BM.: Genetiv zu ein; F.: einst+EW; Z.: ei-n-st
$Einstand, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Einstand, Hineinstehen, Eintreten; E.: s. ein, s. Stand; L.: Kluge s. u. Einstand, DW 3, 307, EWD s. u. stehen; GB.: seit 1491 belegte und aus ein und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Hineinstehen oder Eintreten; F.: Einstand, Einstands, Einstandes, Einstände, Einständen+EW; Z.: Ei-n—sta-n-d
$einstehen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. einstehen, hineinstehen, eintreten, zukommen; E.: s. ein, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 3, 309, EWD s. u. stehen; GB.: vielleicht seit 1155 belegte und aus ein und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hineinstehen oder eintreten oder zukommen; F.: einstehen, stehe ein, stehst ein, steht ein, stehen ein, stehest ein, stehet ein, stand ein, standest ein, standst ein, standen ein, standet ein, stände ein, ständest ein, ständen ein, ständet ein, stünde ein, stündest ein, stünden ein, stündet ein, eingestanden, ##eingestanden, eingestandene, eingestandenes, eingestandenem, eingestandenen, eingestandener##, einstehend, ###einstehend, einstehende, einstehendes, einstehendem, einstehenden, einstehender###, einzustehen, ####einzustehen, einzustehend, einzustehende, einzustehendes, einzustehendem, einzustehenden, einzustehender####, steh (!) ein+EW; Z.: ei-n—steh-en
Einsteinium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Einsteinium, ein radioaktives Element; ne. einsteinium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem Physiker Albert Einstein (1879-1955); s. nhd. ein, Stein; L.: fehlt DW, Duden s. u. Einstein; Son.: vgl. nndl. einsteinium, Sb., Einsteinium; frz. einsteinium, M., Einsteinium; nschw. einsteinium, N., Einsteinium; nnorw. einsteinium, N., Einsteinium; kymr. einsteiniwm, M., Einsteinium; nir. éinstéiniam, M., Einsteinium; poln. einstein, M., Einsteinium; lit. einšteinis, M., Einsteinium; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem PN Einstein und ium (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in dem Dezember 1952 entdecktes und künstlich erzeugtes radioaktives metallisches und hauptsächlich für wissenschaftliche Studien und die Erzeugung weiterer Transurane benütztes Transuran (chemisches Element Nr. 99, abgekürzt Es); BM.: PN; F.: Einsteinium, Einsteiniums+FW?,+EW?; Z.: Ei-n-stei-n-i-um
$einstig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. einstig, frühere, ehemalig; E.: s. einst, s. ig; L.: DW 3, 312, EWD s. u. einst; GB.: seit 1784 belegte und aus einst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches frühere oder ehemalig; F.: einstig, einstige, einstiges, einstigem, einstigen, einstiger+EW; Z.: ei-n-st-ig
$einstimmig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. einstimmig, aus einer Stimme bestehend, übereinstimmend; E.: s. ein, s. Stimm(e), s. ig; L.: DW 3, 313, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 1498 belegte und aus ein und Stimm(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Stimme mögliches aus einer Stimme bestehend oder übereinstimmend; F.: einstimmig, einstimmige, einstimmiges, einstimmigem, einstimmigen, einstimmiger+EW; Z.: ei-n—stimm-ig
$Eintagsfliege, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Eintagsfliege; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Ein, s. Tag, s. s, s. Fliege; L.: DW 3, 319, EWD s. u. Eintagsfliege; GB.: seit 1800 belegte und aus ein und Tag sowie s (Suff.) und Fliege gebildete Bezeichnung für eine seit etwa 355 Millionen Jahren entstandene oder entstehende und durchschnittlich nur einen Tag oder zwei bis vier Tage lebende Fliege; F.: Eintagsfliege, Eintagsfliegen+EW; Z.: Ei-n—t-ag-s—flie-g-e
Eintracht, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Eintracht, Einträchtigkeit, Einigkeit, Einklang, Friede, friedliches Zusammenleben; ne. concord, harmony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: mhd. eintraht, st. F., Eintracht, friedliches Miteinander, Übereinstimmung; mnd. ēndraht, F., Eintracht; mnd. ēn, ein, Adj., Num. Kard., ein; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. traht (2), st. F., Tragen, Bürde, Schwangerschaft, Träger, Last, Holz das bei der Belagerung zusammengetragen wird um die Gräben auszufüllen; vgl. mhd. tragen, st. V., tragen, haben, besitzen, ertragen (V.); ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eintracht, Kluge s. u. Eintracht, EWD s. u. Eintracht, DW 3, 323, DW2 7, 1091, Duden s. u. Eintracht; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus ein und Tracht gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliche Einigkeit oder Einklang oder friedliches Zusammenleben; BM.: ein, tragen; F.: Eintracht+EW; Z.: Ei-n—trach-t
$einträchtig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. einträchtig, übereinstimmend, friedlich, einstimmig; E.: s. Eintracht, s. ig; L.: DW 3, 323, EWD s. u. Eintracht; GB.: seit um 1285 belegte und aus Eintracht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches übereinstimmend oder friedlich oder einstimmig; F.: einträchtig, einträchtige, einträchtiges, einträchtigem, einträchtigen, einträchtiger(, einträchtigere, einträchtigeres, einträchtigerem, einträchtigeren, einträchtigerer, einträchtigst, einträchtigste, einträchtigstes, einträchtigstem, einträchtigsten, einträchtigster)+EW; Z.: ei-n—träch-tig
$Einträchtigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Einträchtigkeit, Eintracht; E.: s. einträchtig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 323, EWD s. u. Eintracht; GB.: vielleicht seit um 1300 belegte und aus einträchtig und keit gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt oder des Menschen möglichen Zustand der Harmonie und des friedlichen Zusammenlebens; F.: Einträchtigkeit, Einträchtigkeiten+EW; Z.: Ei-n—träch-t-ig—kei-t
$einträchtiglich, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. einträchtiglich, einträchtig, übereinstimmend, friedlich, einstimmig; E.: s. einträchtig, s. lich; L.: DW 3, 323, EWD s. u. Eintracht; GB.: seit 1281 belegte und aus einträchtig und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches übereinstimmend oder friedlich oder einstimmig; F.: einträchtiglich+EW; Z.: ei-n—träch-t-ig—lich
Eintrag, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Eintrag, Eintragung, Schade, Schaden (M.); ne. contamination, discharge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; E.: mhd. īntrac, st. M., Eintrag, Nachteil, Schade, Schaden (M.), Einwand, Einrede; mnd. indracht, F., Einrede, Einwand, Widerspruch; mnl. indracht, F., „Eintrag“, vgl. mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich, infolge, wegen; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. tragen, st. V., tragen, haben, besitzen, ertragen; ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen, zurücktragen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Eintrag, EWD s. u. tragen, DW 3, 324, DW2 7, 1095, Duden s. u. Eintrag 3; Son.: die Bedeutungsentwicklung ist unklar; GB.: seit 1279 belegte und aus ein und trag(en) gebildete sowie von der Kanzleisprache gekommene Bezeichnung für eine Eintragung oder einen Schaden; BM.: in die Quere Kommendes?; F.: Eintrag, Eintrags, Eintrages, Einträge, Einträgen+EW; Z.: Ein—trag
$eintragen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. eintragen, hineintragen, einsetzen, erbringen, verabreden; E.: s. ein, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, EWD s. u. tragen; GB.: seit um 830 belegte und aus ein und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineintragen oder einsetzen oder erbringen oder verabreden; F.: eintragen, trägst ein, trägt ein, tragt ein, tragen ein, tragest ein, traget ein, trug ein, trugst ein, trugen ein, trugt ein, trüge ein, trügest ein, trügen ein, trüget ein, eingetragen, ##eingetragen, eingetragene, eingetragenes, eingetragenem, eingetragenen, eingetragener##, eintragend, ###eintragend, eintragende, eintragendes, eintragendem, eintragenden, eintragender###, einzutragen, ####einzutragen, einzutragend, einzutragende, einzutragendes, einzutragendem, einzutragenden, einzutragender####, trag (!) ein+EW; Z.: ein—trag-en
$eintreffen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. eintreffen, hineintreffen, ankommen; E.: s. ein, s. treffen; L.: DW 3, 327, EWD s. u. treffen; GB.: seit 1507 belegte und aus ein und treffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineintreffen oder ankommen; F.: eintreffen, treffe (!) ein, triffst ein, trifft ein, treffen ein, trefft ein, treffest ein, treffet ein, traf ein, trafst ein, trafen ein, traft ein, träfe ein, träfest ein, träfst ein, träfen ein, träfet ein, träft ein, eingetroffen, ##eingetroffen, eingetroffene, eingetroffenes, eingetroffenem, eingetroffenen, eingetroffener##, eintreffend, ###eintreffend, eintreffende, eintreffendes, eintreffendem, eintreffenden, eintreffender###, einzutreffen, ####einzutreffen, einzutreffend, einzutreffende, einzutreffendes, einzutreffendem, einzutreffenden, einzutreffender####, triff (!) ein+EW; Z.: ein-treff-en
$eintreten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. eintreten; E.: s. ein, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 3, 329; GB.: um 1205 belegte und aus ein und treten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hineintreten oder geschehen; F.: eintreten, trete ein, trittst ein, tritt (!) ein, treten ein, tretet ein, tretest ein, trat ein, tratest ein, tratst ein, traten ein, tratet ein, träte ein, trätest ein, träten ein, trätet ein, eingetreten, ##eingetreten, eingetretene, eingetretenes, eingetretenem, eingetretenen, eingetretener##, eintretend, ###eintretend, eintretende, eintretendes, eintretendem, eintretenden, eintretender###, einzutreten, ####einzutreten, einzutretend, einzutretende, einzutretendes, einzutretendem, einzutretenden, einzutretender####, tritt (!) ein+EW; Z.: ein—tre-t-en
$eintrichtern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. eintrichtern; E.: s. ein, s. Trichter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Trichter, DW 3, 331, EWD s. u. Trichter; GB.: seit 1570 belegte und aus ein und Trichter sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Trichters durch Menschen mögliches hineinleiten oder lehren; F.: eintrichtern, trichtere ein, trichter (!) ein, trichterst ein, trichtert ein, trichtern ein, trichterte ein, trichtertest ein, trichterten ein, trichtertet ein, eingetrichtert, ##eingetrichtert, eingetrichterte, eingetrichtertes, eingetrichtertem, eingetrichterten, eingetrichterter##, eintrichternd, ###eintrichternd, eintrichterndes, eintrichterndem, eintrichternden, eintrichternder###, einzutrichtern, ####einzutrichtern, einzutrichternd, einzutrichternde, einzutrichterndes, einzutrichterndem, einzutrichternden, einzutrichternder####, trichter (!) ein+EW+FW; Z.: ein—tr-i-cht-er-n
$einverleiben, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einverleiben; E.: s. ein, s. ver, s. Leib, s. en; L.: Kluge s. u. einverleiben, Leib, DW 3, 335, EWD s. u. Leib; L.: Kluge s. u. einverleiben; GB.: vielleicht um 1450 belegte und nach lat. incorporare aus ein und ver sowie Leib und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in einen Leib aufnehmen oder eingliedern oder verbinden; F.: einverleiben, verleibe (!) ein, verleibst ein, verleibt ein, verleiben ein, verleibest ein, verleibet ein, verleibte ein, verleibtest ein, verleibten ein, verleibtet ein, einverleibt, ##einverleibt, einverleibte, einverleibtes, einverleibtem, einverleibten, einverleibter##, einverleibend, ###einverleibend, einverleibende, einverleibendes, einverleibendem, einverleibenden, einverleibender###, einzuverleiben, ####einzuverleiben, einzuverleibend, einzuverleibende, einzuverleibendes, einzuverleibendem, einzuverleibenden, einzuverleibender####, verleib (!) ein+EW; Z.: ein—ver—lei-b-en
einwecken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. einwecken, einkochen, einmachen, Speisen einlegen; ne. preserve (V.), bottle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1906; E.: Vorderglied s. nhd. ein…; Herkunft des Hinterglieds von dem Unternehmen Weck Johann Carl Wecks (1841-1914) die 1894 ein Verfahren entwickelt hat um Lebensmittel keimfrei einzukochen und die dafür von dem Unternehmen patentierte Gläser verkaufte, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. einwecken, fehlt DW, EWD s. u. Weckapparat, DW2 7, 1129, Duden s. u. einwecken; Son.: vgl. nndl. wecken, V., einwecken, einkochen; GB.: seit 1906 belegte und aus ein und Weck sowie en gebildete Bezeichnung für in Gläsern des Unternehmens Weck Lebensmittel haltbarmachen; BM.: von dem PN Weck; F.: einwecken, wecke ein, weckst ein, weckt ein, wecken ein, weckest ein, wecket ein, weckte ein, wecktest ein, weckten ein, wecktet ein, weckte, eingeweckt, ##eingeweckt, eingewecktes, eingewecktem, eingeweckten, eingeweckter##, einweckend, ###einweckend, einweckende, einweckendes, einweckendem, einweckenden, einweckender###, einzuwecken, ####einzuwecken, einzuweckend, einzuweckende, einzuweckendes, einzuweckendem, einzuweckenden, einzuweckender####, weck (!) ein+EW; Z.: ein—weck-en
$Einweckglas, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Einweckglas; E.: s. einweck(en), s. Glas; L.: fehlt DW, EWD s. u. Weckapparat; GB.: seit 1965 belegte und aus einweck(en) sowie Glas gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dem 20. Jh. entwickeltes und verwendetes Glas für das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Einkochen; F.: Einweckglas, Einweckglases, Einweckgläser, Einweckgläsern+EW; Z.: Ein—weck—gla-s
$einweisen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. einweisen, hineinweisen, unterweisen, unterrichten; E.: s. ein, s. weisen; L.: DW 3, 340, EWD s. u. weisen; GB.: seit um 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ein und weisen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hineinweisen oder unterweisen oder unterrichten; F.: einweisen, weise (!) ein, weist ein, weisest ein, weiset ein, wies (!) ein, wiesest ein, wiest ein, wiesen ein, wieset ein, eingewiesen, ##eingewiesen, eingewiesene, eingewiesenes, eingewiesenem, eingewiesenen, eingewiesener##, weisend, ###einweisend, einweisende, einweisendes, einweisendem, einweisenden, einweisender###, weis (!) ein+EW; Z.: ein—wei-s-en
$einwenden, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einwenden, hineinwenden, Einwand erheben; E.: s. ein, s. wenden; L.: Kluge s. u. wenden, DW 3, 340, EWD s. u. wenden; GB.: vielleicht seit 1462 belegte und aus ein und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hineinwenden oder Einwand erheben; F.: einwenden, wende ein, wendest ein, wendet ein, wenden ein, wendete ein, wendetest ein, wendeten ein, wendetet ein, eingewendet, ##eingewendet, eingewendete, eingewendetes, eingewendetem, eingewendeten, eingewendeter##, einwendend, ###einwendend, einwendende, einwendendes, einwendendem, einwendenden, einwendender###, einzuwenden, ####einzuwenden, einzuwendend, einzuwendende, einzuwendendes, einzuwendendem, einzuwendenden, einzuwendender####, wend (!) ein+EW; Z.: ein—we-nd-en
$einwerfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. einwerfen, hineinwerfen, auswerfen; E.: s. ein, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 3, 340, EWD s. u. werfen; GB.: (inwerfan*) um 765 belegte und aus ein und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Sprache mögliches hineinwerfen; F.: einwerfen, werfe ein, wirfst ein, wirft ein, werft ein, werfest ein, werfet ein, warf ein, warfst ein, warfen ein, warft ein, würfe (!) ein, würfest ein, würfen ein, würfet ein, eingeworfen, ##eingeworfen, eingeworfene, eingeworfenes, eingeworfenem, eingeworfenen, eingeworfener##, einwerfend, ###einwerfend, einwerfende, einwerfendes, einwerfendem, einwerfenden, einwerfender###, einzuwerfen, ####einzuwerfen, einzuwerfend, einzuwerfende, einzuwerfendes, einzuwerfendem, einzuwerfenden, einzuwerfender####, wirf (!) ein+EW; Z.: ein—wer-f-en
$einwickeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. einwickeln, hineinwickeln, umwickeln; E.: s. ein, s. wickeln; L.: DW 3, 341, EWD s. u. wickeln; GB.: seit 1562 belegte und aus ein und wickeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hineinwickeln oder umwickeln; F.: einwickeln, wickel (!) ein, wickle ein, wickele ein, wickelst ein, wickelt ein, wickelte ein, wickeltest ein, wickelten ein, wickeltet ein, eingewickelt, ##eingewickelt, eingewickelte, eingewickeltes, eingewickeltem, eingewickelten, eingewickelter##, einwickelnd, ###einwickelnd, einwickelnde, einwickelndes, einwickelndem, einwickelnden, einwickelnder###, einzuwickeln, ####einzuwickeln, einzuwickelnd, einzuwickelnde, einzuwickelndes, einzuwickelndem, einzuwickelnden, einzuwickelnder####, wickel (!) ein+EW; Z.: ein—wi-ck-el-n
$einwilligen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einwilligen, zustimmen, erlauben; E.: s. ein, s. willigen; L.: DW 3, 343, EWD s. u. Wille; GB.: vielleicht seit 1487 belegte und aus ein und willigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zustimmen oder erlauben; F.: einwilligen, willige ein, willigst ein, willigt ein, willigest ein, williget ein, willigte ein, willigtest ein, willigten ein, willigtet ein, eingewilligt, ##eingewilligt, eingewilligte, eingewilligtes, eingewilligtem, eingewilligten, eingewilligter##, einwilligend, ###einwilligend, einwilligende, einwilligendes, einwilligendem, einwilligenden, einwilligender###, einzuwilligen, ####einzuwilligen, einzuwilligend, einzuwilligende, einzuwilligendes, einzuwilligendem, einzuwilligenden, einzuwilligender####, willig (!) ein+EW; Z.: ein—wil-l-ig-en
$Einzahl, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Einzahl; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. ein, s. Zahl; L.: DW 3, 348, EWD s. u. Singular; GB.: seit um 1630 belegte und nach lat. singularis (numerus) gebildete sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche nur einmal bezeichnete oder vorhandene Gegebenheit wie beispielsweise Mann oder Frau oder Kind oder Haus oder Luft oder Meer oder Stein oder Maschine; F.: Einzahl, Einzahlen (!)+EW; Z.: Ei-n—zah-l
$einzahlen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. einzahlen, hineinzahlen, Zahlung leisten; E.: s. ein, s. zahlen; L.: DW 3, 348, EWD s. u. Zahl; GB.: seit 1814 belegte und aus ein und zahlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld durch Menschen mögliches hineinzahlen oder Zahlung leisten; F.: einzahlen, zahle ein, zahlst ein, zahlt ein, zahlest ein, zahlet ein, zahlte ein, zahltest ein, zahlten ein, zahltet ein, eingezahlt, ##eingezahlt, eingezahlte, eingezahltes, eingezahltem, eingezahlten, eingezahlter##, einzahlend, ###einzahlend, einzahlende, einzahlendes, einzahlendem, einzahlenden, einzahlender###, zahl (!) ein+EW; Z.: ein—zah-l-en
$einzäunen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. einzäunen, in einen Zaun einschließen; E.: s. ein, s. zäunen; L.: Kluge s. u. Zaun, DW 3, 348, EWD s. u. Zaun; GB.: vielleicht seit 1438 belegte und aus ein und zäunen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches umzäunen oder in einen Zaun einschließen; F.: einzäunen, zäune (!) ein, zäunst ein, zäunt ein, zäunen ein, zäunest ein, zäunet ein, zäunte ein, zäuntest ein, zäunten ein, zäuntet ein, eingezäunt, ##eingezäunt, eingezäunte, eingezäuntes, eingezäuntem, eingezäunten, eingezäunter##, einzäunend, ###einzäunend, einzäunende, einzäunendes, einzäunendem, einzäunenden, einzäunender###, einzuzäunen, ####einzuzäunen, einzuzäunend, einzuzäunende, einzuzäunendes, einzuzäunendem, einzuzäunenden, einzuzäunender####, zäun (!) ein+EW; Z.: ein—zäu-n-en
$Einzel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Einzel; E.: s. einzeln; L.: Kluge s. u. einzeln(, DW 3, 349); GB.: seit 1942 belegte und aus einzel(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früh mögliches Einzelnes oder ein Spiel eines Einzelnen gegen einen anderen Einzelnen in Gegensatz zu Doppel; F.: Einzel, Einzels, Einzeln+EW; Z.: Ei-n-z-el
$Einzelheit, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Einzelheit, einzelne Gegebenheit; E.: s. einzel(n), s. heit; L.: Kluge s. u. einzeln, DW 3, 350, EWD s. u. einzeln; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus einzel(n) und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche einzelne Gegebenheit; F.: Einzelheit, Einzelheiten+EW; Z.: Ei-n-z-el-hei-t
einzeln, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.?): nhd. einzeln, allein, für sich; ne. apart, several; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. einzelen, einzeln, ēntzelen, Adv., einzeln, gesondert, heimlich; mnd. ēntelen, Adv., einzeln; ahd. einzelēn*, Adv., einzeln; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. einzeln, Kluge s. u. einzeln, DW 3, 351, EWD s. u. einzeln, DW2 7, 1150, EWAhd 2, 995, Duden s. u. einzeln; Son.: vgl. nnorw. enkelt, Adv., einzeln; GB.: seit um 10. Jh. belegte und aus ein gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allein seiend oder nur aus einem Stück bestehend; BM.: ein; F.: einzeln, einzelne, einzelnes, einzelnem, einzelnen, einzelner+EW; Z.: ei-n-z-el-n
$Einzelwesen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Einzelwesen; E.: s. einzel(n), s. Wesen; Q.: 1791 (Campe); L.: DW 3, 352, EWD s. u. einzeln; GB.: seit 1791 belegte und vielleicht unter griechischem und lateinischem Einfluss aus einzel(n) und Wesen gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lebens mögliches einzelnes Wesen; F.: Einzelwesen, Einzelwesens+EW; Z.: Ei-n-z-el—wes-en
$einziehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. einziehen, hineinziehen, beziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 3, 353; GB.: (īnziehen) seit 1190-1200 belegte und aus ein und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches hineinziehen; F.: einziehen, ziehe ein, ziehst ein, zieht ein, ziehen ein, ziehest ein, ziehet ein, zog ein, zogst ein, zogen ein, zogt ein, zöge ein, zögest ein, zögst ein, zögen ein, zöget ein, eingezogen, ##eingezogen, eingezogene, eingezogenes, eingezogenem, eingezogenen, eingezogener##, einziehend, ###einziehend, einziehende, einziehendes, einziehendem, einziehenden, einziehender###, einzuziehen, ####einzuziehen, einzuziehend, einzuziehende, einzuziehendes, einzuziehendem, einzuziehenden, einzuziehender####, zieh (!) ein+EW; Z.: ein—zie-h-en
einzig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. einzig, nur einmal vorhanden, einmalig; ne. sole, single; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit Jesu des Konrad von Fussesbrunnen)?; E.: mhd. einzic, einzec, einitz, Adj., einzig, einzeln, allein, alleinig; vgl. mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein, ein gewisser, jemand; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. einzeln, Kluge s. u. einzig, EWD s. u. einzig, DW 3, 356, DW2 7, 1159, Duden s. u. einzig; Son.: vgl. nnorw. eneste, Adj., einzig; GB.: seit (2. Hälfte 12. Jh. oder seit 1140 belegte und aus ein und z sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches nur einmal vorhanden; BM.: ein; F.: einzig, einzige, einziges, einzigem, einzigen, einziger, einzigste+EW; Z.: ei-n-z-ig
$einzigartig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. einzigartig, einmalig; E.: s. einzig, s. Art, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. einzig; GB.: seit 1852 belegte und aus einzig und Art sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches einmalig; F.: einzigartig, einzigartige, einzigartiges, einzigartigem, einzigartigen, einzigartiger+EW; Z.: ei-n-zi-ig—ar-t-ig
Eis, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Eis, gefrorenes Wasser; ne. ice (N.); Vw.: s. Pack-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. īs, st. N., Eis, zugefrorene Stelle; mnd. îs, N., Eis; mnl. ijs, N., Eis; ahd. īs, st. N. (a), Eis; as. īs, st. N. (a), i-Rune; anfrk. -; germ. *īsa-, *īsam, *eisa-, *eisam, st. N. (a), Eis, i-Rune; idg. *eis- (2), Sb., Eis, Frost, Pokorny 301 (443/24) (RB. idg. aus iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. eis, Kluge s. u. Eis, EWD s. u. Eis, DW 3, 359, DW2 7, 1165, EWAhd 5, 195, Falk/Torp 28, Duden s. u. Eis, Bluhme s. u. Eis; Son.: vgl. afries. īs, st. N. (a), Eis; saterl. ise; ae. īs, st. N. (a), Eis; an. īss, st. M. (a), Eis; got. iiz, st. N. (a), Eis, i-Rune; got. *eis, st. N. (a), Eis, i-Rune; nndl. ijs, Sb., Eis; nschw. is, Sb., Eis; nnorw. is, M., Eis; av. aēxa, N., Frost, Eis; lit. ýnis, M., F., Raureif; ? russ. ínej m. ‛Raureif; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für vielleicht seit Verfestigung und Abkühlung der Erdoberfläche mögliches gefrorenes Wasser; BM.: ?; F.: Eis, Eises, Eise, Eisen (!)+EW; Z.: Eis
$Eisbahn, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Eisbahn; E.: s. Eis, s. Bahn; L.: DW 3, 361, EWD s. u. Eis; GB.: seit 1691 belegte und aus Eis und Bahn gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl erst spät für Spiel und Sport entwickelte Bahn auf Eis; F.: Eisbahn, Eisbahnen+EW; Z.: Eis—bahn
Eisbein, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Eisbein, Schweinsfuß, Schenkelbein, Hüftbein, Hüftgelenk; ne. ice-bone, thigh knock, salted pork; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.?; E.: mhd. īsbein, st. N., Eisbein, Schenkelbein, Fleisch am Schenkelbein; mnd. īsbēn, N., Eisbein; mnl. īsebeen, ijsbeen, N., Eisbein; as. īsbên, st. N. (a), Eisbein, Schenkelbein; anfrk. īsbēn, N., Eisbein; das Vorderglied ist wahrscheinlich entlehnt aus lat. ischia, F., Hüftgelenk; gr. ἰσχίον (ischíon), N., Hüftbein; weitere Etymologie unbekannt, Frisk 1, 741; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Bein; L.: Kluge s. u. Eisbein, DW 3, 362, EWD s. u. Eisbein, DW2 7, 1168, EWAhd 5, 210, Duden s. u. Eisbein; Son.: s. nd. isben, N., Eisbein; vgl. nnorw. isbein, eisbein, N., Eisbein; GB.: vielleicht seit um 900 belegte und aus dem wohl aus dem Griechischen und Lateinischen aufgenommenen und in der weiteren Etymologie unbekannten Eis und Bein gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes gepökeltes und gekochtes Hüftbein eines Schweines; BM.: Hüfte?, Bein; F.: Eisbein, Eisbeins, Eisbeines, Eisbeine, Eisbeinen (!)+FW+EW; Z.: Eis-bei-n
$Eisbombe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Eisbombe; E.: s. Eis, s. Bombe; L.: Kluge s. u. Eisbombe, fehlt DW; GB.: seit 1949 belegte und aus Eis und Bombe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach dem Vorbild einer Bombe entwickelte und verwendete kleine Form von Speiseeis F.: Eisbombe, Eisbomben (!)+EW+FW; Z.: Eis—bomb-e
Eisen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Eisen, Eisenerz; ne. iron (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. īsen, st. N., Eisen, Eisenspitze, Eisenstück, Waffe, Rüstung, Pflugschar, Hufeisen; mnd. īsern, īseren, N., Eisen; mnl. īser, Sb., Eisen; ahd. īsarn (2), īsan, st. N. (a), Eisen; as. īsarn, st. N. (a), Eisen; anfrk. *īsarn?, st. N. (a), Eisen; germ. *īsarna-, *īsarnam, st. N. (a), Eisen; von gall. *īsarnon, Sb., Eisen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von idg. *īsana?, vgl. Pokorny 300; vgl. idg. eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299 (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht im Keltischen und Germanischen von einer dritten Sprache entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Eisen, Kluge s. u. Eisen, DW 3, 364, EWD s. u. Eisen, DW2 7, 1170, EWAhd 5, 201 Falk/Torp 28, Duden s. u. Eisen, Bluhme s. u. Eisen; Son.: vgl. afries. īsern (1), īser, īrsen (1), īrser, st. N. (a), Eisen, Fessel (F.) (1), Stahl, Schwert; nnordfries. jaarn; ae. īsern (1), īren (1), īrsen (1), īsen (1), st. N. (a), Eisen, eisernes Gerät, Waffe, Schwert, Fessel (F.) (1); an. īsarn, st. N. (a), Eisen; an. jārn, st. N. (a), Eisen; got. eisarn, st. N. (a), Eisen; nndl. ijzer, Sb., Eisen; nschw. järn, Sb., Eisen; nnorw. jern, N., Eisen; air. iarann, íarn, M., N., Eisen; kymr. haearn, haiarn, M., Eisen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht für das Germanische und das Keltische aus einer dritten Sprache entlehnte Bezeichnung für ein für die Welt (Erdkern) (in der Erdkruste nach Sauerstoff und Silizium und Aluminium vierthäufigstes Element) einschließlich des Menschen sehr wichtiges silberweißes und in feuchter Luft leicht rostendes oder oxidierendes Schwermetall (chemisches Element Nr. 26, abgekürzt Fe für lat. ferrum); BM.: antreiben?, schleudern?; F.: Eisen, Eisens+EW?; Z.: Eis-en
$Eisenbahn, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Eisenbahn; E.: s. Eisen, s. Bahn; L.: Kluge s. u. Eisenbahn, DW 3, 367, EWD s. u. Eisen; GB.: seit 1802 belegte und aus Eisen und Bahn gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Schienenstrang aus Eisen und ein darauf verkehrendes von Menschen entwickeltes Transportfahrzeug (1825 Stockton and Darlington Railway in Großbritannien); F.: Eisenbahn, Eisenbahnen+EW; Z.: Eis-en—bahn
$Eisenbeißer, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Eisenbeißer; E.: s. Eisen, s. Beißer; L.: Kluge s. u. Eisenbeißer, DW 3, 369 (Eisenbeizser); GB.: seit 1512 belegte und aus Eisen und Beißer gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen angeblich Eisen beißenden sehr kühn kämpfenden Menschen; F.: Eisenbeißer, Eisenbeißers, Eisenbeißern (!)+EW; Z.: Eis-en—bei-ß-er
$Eisenfresser, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Eisenfresser; E.: s. Eisen, s. Fresser; L.: Kluge s. u. Eisenfresser, DW 3, 369; GB.: seit 1507 belegte und aus Eisen und Fresser gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen angeblich Eisen fressenden sehr kühn kämpfenden Menschen; F.: Eisenfresser, Eisenfressers, Eisenfressern (!)+EW; Z.: Eis-en—fr-ess-er
$Eisenhut, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Eisenhut, Eisenhelm, eine kleine Pflanze der Hahnenfußgewächse; E.: s. Eisen, s. Hut; L.: Kluge s. u. Eisenhut, DW 3, 371, EWD s. u. Eisen; GB.: seit um 1185 belegte und aus Eisen und Hut (M.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Eisenhelm und eine in der Form ähnliche kleine Pflanze der Hahnenfußgewächse; F.: Eisenhut, Eisenhutes, Eisenhuts, Eisenhüte, Eisenhüten (!)+EW; Z.: Eis-en—hut
$eisern, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. eisern; E.: s. Eisen; L.: Kluge s. u. Eisen, DW 3, 375, EWD s. u. Eisen; GB.: seit um 780 belegte und mit Eisen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Eisen betreffend oder hart; F.: eisern, eiserne, eisernes, eisernem, eisernen, eiserner+EW; Z.: eis-er-n
$Eisheiliger, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Eisheiliger; E.: s. Eis, s. Heiliger; L.: Kluge s. u. Eisheilige, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Eis und Heiliger gebildete Bezeichnung für vier bzw. fünf antike christliche Heilige namens (Mamertus,) Pankraz, Servaz und Bonifaz sowie Sophie an deren Namenstagen zwischen dem 11. und 15. Mai in Mitteleuropa oft noch Frost möglich ist; F.: Eisheiliger, Eisheilige, Eisheiligen+EW; Z.: Eis—hei-l-ig-er
$eisig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. eisig, Eis betreffend; E.: s. Eis, s. ig; L.: Kluge s. u. Eis, DW 3, 379, EWD s. u. Eis; GB.: (īsic) seit Ende 13. Jh. belegte und aus Eis und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung und Abkühlung der Erdoberfläche mögliches Eis betreffend; F.: eisig, eisige, eisiges, eisigem, eisigen, eisiger(, eisigere, eisigeres, eisigerem, eisigeren, eisigerer, eisigst, eisigste, eisigstes, eisigstem, eisigsten, eisigster)+EW; Z.: eis-ig
$Eispickel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Eispickel; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Eis, s. Pickel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pickel 1; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Eis und Pickel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu dem Bearbeiten von Eis und Gehen auf Eis entwickeltes Gerät; F.: Eispickel, Eispickels, Eispickeln (!)+EW+FW; Z.: Eis—pick-el
Eiß, nhd. (ält.), M., N., 11. Jh.): nhd. Eiß, Geschwür, Eitergeschwür; ne. ulcer; Vw.: -; Hw.: s. Eiter; E.: s. mhd. eiz, st. M., Geschwür, Eiterbeule; mnd. eis, M., Geschwür; ahd. eiz, st. M. (a), Geschwür, Eiterbeule; as. -; anfrk. -; germ. *aita-, *aitaz, st. M. (a), Geschwür, Gift; idg. *oidos, Sb., Geschwulst, Pokorny 774; idg. *oid-, *aid-, *h₂oid-, *h₂eid-, V., schwellen, Pokorny 774 (1328/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eiß, DW 3, 382 (Eisz), DW2 7, 1185, EWAhd 2, 1028, Falk/Torp 2; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare veraltete Bezeichnung für ein sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches Eitergeschwür; BM.: schwellen; Son.: vgl. nisl. eitill, M., Drüse; gr. οἶδος (oidos), M., Geschwulst; vgl. arm. ayt-nu-m, V., ich schwelle; lat. aemulus, Adj., geschwollen; F.: Eiß, Eißes (!), Eiße (!), Eißen (!)+EW; Z.: Eiß
Eisvogel, nhd., M., (11./12. Jh.): nhd. Eisvogel, Eisenkeil, Fischer (ein Vogel); ne. kingfisher, halcyon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. īsvogel, īsfogel*, st. M., Eisvogel; mnd. īsvōgel, M., Eisvogel; mnl. ijsvogel, M., Eisvogel; ahd. īsfogal*, st. M. (a), Eisvogel; Vorderglied s. nhd. Eisen?; Hinterglied s. Vogel; die Umdeutung des Vorderglieds von Eisen zu Eis ist vielleicht von einem Bericht des Plinius beeinflusst dass der Vogel im Winter brüte; L.: Kluge s. u. Eisvogel, EWD s. u. Eis, DW 3, 381, DW2 7, 1186, EWAhd 5, 210, Duden s. u. Eisvogel; Son.: vgl. nndl. ijsvogel, Sb., Eisvogel; nnorw. isfugl, M., Eisvogel; GB.: (īsarnfogal*) seit 11./12. Jh. belegte und aus Eis (?) bzw. Eisen und Vogel gebildete Bezeichnung für einen an dem Wasser lebenden kleineren Vogel mit oberseits leuchtend blaugrünem und unterseits rotbraunem Gefieder mit langem und dolchähnlichem Schnabel; BM.: von dem metallisch glänzenden Gefieder; F.: Eisvogel, Eisvogels, Eisvögel, Eisvögeln (!)+EW; Z.: Eis—vo-g-el
eitel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. eitel, leer, nichtig; ne. vane (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. ītel (1), ītal, īdel, Adj., leer, ledig, eitel, unnütz, vergeblich, bloß; mnd. idel, Adj., leer, pur, eitel, nichtig; mnl. idel, Adj., eitel; ahd. ītal*, Adj., eitel, leer, öde, nichtig; as. īdal, Adj., eitel, nichtig, töricht, leer; anfrk. īdel*, ītal*, Adj., eitel, leer, vergeblich; germ. *īdala-, *īdalaz, *īdla-, *īdlaz, Adj., scheinend, leer, eitel, wirkungslos; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. eitel, Kluge s. u. eitel, DW 3, 383, EWD s. u. eitel, DW2, 7, 1186, EWAhd 5, 226, Heidermanns 321, Duden s. u. eitel, Bluhme s. u. eitel; Son.: vgl. afries. īdel, Adj., eitel, nichtig, töricht; nfries. ydel, Adj., eitel; ae. īdel, ȳdel, Adj., eitel, leer, nichtig, unnütz; an. -; got. -; nndl. ijdel, Adj., eitel; ne. idle, Adj., faul, nutzlos; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für leer oder nichtig; BM.: leer; F.: eitel, eitle, eitles, eitlem, eitlen, eitler(, eitlere, eitleres, eitlerem, eitleren, eitlerer, eitelste, eitelstes, eitelstem, eitelsten, eitelster)+EW; Z.: eitel
$Eitelkeit, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Eitelkeit, Leerheit, Nichtigkeit; E.: s. eitel, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. eitel, DW 3, 389, EWD s. u. eitel; GB.: (ītellichheit*) seit 1150-1170 belegte und aus eitel und lich sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Leerheit oder Nichtigkeit oder Interesse an bloßen Äußerlichkeiten; F.: Eitelkeit, Eitelkeiten+EW; Z.: Eitel-kei-t
Eiter, nhd., N., M., (8. Jh.): nhd. Eiter, Gift; ne. pus, atter (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. eiter, st. N., Gift, Ohrenfließen, schädliche Flüssigkeit, Wundflüssigkeit, Eiter; mnd. etter, M., Eiter; ahd. eitar*, eittar*, st. N. (a), Gift, Eiter; as. ettar*, st. N. (a), Eiter; anfrk. eitir, st. N. (a), Eiter, Gift; germ. *aitra-, *aitram, st. N. (a), Gift, Geschwür; s. idg. *oid-, *aid-, *h₂oid-, h₂eid-, V., schwellen, Pokorny 774 (1328/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eiter, Kluge s. u. Eiter, DW 3, 391, EWD s. u. Eiter, DW2 7, 1191, EWAhd 2, 1025, Duden s. u. Eiter, Falk/Torp 2, Bluhme s. u. Eiter; Son.: vgl. afries. -; ae. ātor, ǣter, st. N. (a), Gift, Entzündung; an. eitr, st. N. (a), Raserei, Eiter; got. -; nndl. etter, Sb., Eiter; nschw. etter, Sb., Gift; lett. idra, Sb., faule Mark eines Baumes; russ. яд (jad), M., Gift; nisl. eitur, N., Gift; GB.: (eitar) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Blut mögliche aus weißen Blutkörperchen und Blutserum sowie zerfallenem Gewebe bestehende gelbliche und dickflüssige sowie die Haut schmerzhaft spannende Absonderung (Gift) bei einer Entzündung; BM.: schwellen?; F.: Eiter, Eiters+EW; Z.: Eit-er
$eitern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. eitern; E.: s. Eiter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Eiter, EWD s. u. Eiter; GB.: (eitaren*) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus Eiter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Blut mögliches zu einer Abwehr von Entzündungen mögliches Eiter bilden; F.: eitern, eitere, eiter (!), eiterst, eitert, eiterte, eitertest, eiterten, eitertet, geeitert, ##geeitert, geeiterte, geeitertes, geeitertem, geeiterten, geeiterter##, eiternd, ###eiternd, eiterndes, eiterndem, eiternden, eiternder####, eiter (!)+EW; Z.: eit-er-n
$eitrig, eiterig*, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. eitrig, eiterig, Eiter betreffend; E.: s. Eiter, s. ig; L.: Kluge s. u. Eiter, EWD s. u. Eiter; GB.: (eitarīg*) seit um 1000 belegte und aus Eiter und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren tierischen Lebens mit Blut mögliches Eiter betreffend; F.: eitrig, eitrige, eitriges, eitrigem, eitrigen, eitriger+EW; Z.: eit-r-ig
Ejakulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ejakulation, Samenerguss; ne. ejaculation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1776; I.: Lw. lat. ēiaculātio; E.: s. lat. ēiaculātio, F., Herausschleudern, Ejakulation; vgl. lat. ēiaculārī, V., herausschleudern, hervorschleudern; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. iaculārī, V., Wurfspieß schleudern, Wurfspieß werfen, werfen, schleudern; lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ejakulation, DW2 7, 1194, Duden s. u. Ejakulation; Son.: vgl. nndl. ejaculatie, Sb., Ejakulation; frz. éjaculation, F., Ejakulation; nschw. ejakulation, Sb., Ejakulation; nnorw. ejakulasjon, M., Ejakulation; poln. ejakulacja, F., Ejakulation; lit. ejakuliacija, F., Ejakulation; GB.: seit 1776 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch n umgebildete zunächst allgemeine Bezeichnung für Herausschleudern und letztlich Bezeichnung für die Ausspritzung der Samenflüssigkeit bei einem Orgasmus eines Mannes (oder eines männlichen Tieres); BM.: herausschleudern; F.: Ejakulation, Ejakulationen+FW+EW; Z.: E-ja-k-ul-at-io-n
Ekel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ekel, Widerwille, Abscheu; ne. disgust (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1517; E.: von einem älteren nd. Adj. ekel, Adj., eklig; s. auch mnd. ēkel, eikel, F.?, Ekel, Gräuel, Greuel; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht verwandt mit ae. ǣwisc (2), ǣwisce, F., Beleidigung, Schande, Entehrung; germ. *aiwiskja-, *aiwiskjam, st. N. (a), Schande; idg. *aigᵘ̯ʰ-, V., sich schämen, Pokorny 14? (32/32) (RB. idg. aus gr., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ekel, Kluge s. u. Ekel, DW 3, 394, EWD s. u. Ekel, Duden s. u. Ekel, Bluhme s. u. Ekel; Son.: vgl. nschw. äckel, N., Eckel; gr. αἶσχος (aischos), M., Schandtat, Schande, Scham, Ehrgefühl; GB.: seit 1517 belegte und jenseits des Mittelniederdeutschen in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Übelkeit erregendes Gefühl des Widerwillens oder von Abscheu; BM.: sich schämen?; F.: Ekel, Ekels+EW; Z.: Ek-el
$ekelhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ekelhaft, mit Ekel behaftet; E.: s. Ekel, s. haft; L.: Kluge s. u. Ekel, DW 3, 398, EWD s. u. Ekel; GB.: seit 1616 belegte und aus Ekel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Ekel behaftet; F.: ekelhaft, ekelhafte, ekelhaftes, ekelhaftem, ekelhaften, ekelhafter(, ekelhaftere, ekelhafteres, ekelhafterem, ekelhafteren, ekelhafterer, ekelhaftest, ekelhafteste, ekelhaftestes, ekelhaftestem, ekelhaftesten, ekelhaftester)+EW; Z.: ek-el-haf-t
ekelig, nhd., Adj.: Hw.: s. eklig
$ekeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ekeln, Ekel empfinden, Ekel verursachen; E.: s. Ekel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Ekel, DW 3, 398, EWD s. u. Ekel; GB.: seit 1523 belegte und aus Ekel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ekel empfinden oder Ekel verursachen; F.: ekeln, ekel (!), ekle, ekele, ekelst, ekelt, ekelte, ekeltest, ekelten, ekeltet, geekelt, ##geekelt, geekelte, geekeltes, geekeltem, geekelten, geekelter##, ekelnd, ###ekelnd, ekelnde, ekelndes, ekelndem, ekelnden, ekelnder###, ekel (!)+FW; Z.: ek-el-n
$Ekelname, Ökelname, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ekelname, Übername, Zusatzname, Spottname, Schimpfname; E.: s. an. auka, V., vermehren, s. Name; L.: Kluge s. u. Ekelname, DW 3, 399; GB.: seit 1592 belegte und aus dem Altnordischen und Name gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Übernamen oder Zusatznamen oder Spottnamen oder Schimpfnamen; F.: Ekelname, Ekelnamen, Ökelname, Ökelnamen+EW+FW; Z.: Ek-el—nam-e
Eklampsie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Eklampsie, lebensbedrohende Krämpfe während der Schwangerschaft; ne. eclampsia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 19. Jh.; I.: Lw. gr. ἔκλαμψις (éklampsis); E.: s. gr. ἔκλαμψις (éklampsis), F., Herausleuchten, Helle, plötzliche Entwicklung; vgl. gr. ἐκλάμπειν (eklámpein), V., hervorleuchten, hervorstrahlen, aufflammen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus, seit; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. λάμπειν (lámpein), V., leuchten; vgl. idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Eklampsie; Son.: vgl. nndl. eclampsie, Sb., Eklampsie; frz. éclampsie, F., Eklampsie; nschw. eklamspi, Sb., Eklampsie; kymr. eclampsia, M., Eklampsie; nir. eaclaimsia, F., Eklampsie; GB.: seit 1. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche plötzlich auftretende lebensbedrohende Krämpfe während einer Schwangerschaft oder in einem Wochenbett; BM.: aus, leuchten; F.: Eklampsie, Eklampsien+FW(+EW); Z.: Ek-la-m-p-s-ie
Eklat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Eklat, Aufsehen, Skandal; ne. éclat, scandal; Vw.: -; Hw.: s. eklatant; Q.: vor 1669; I.: Lw. frz. éclat; E.: s. frz. éclat, M., Splitter, Krach, Knall; afrz. esclater, V., in Splitter schlagen, lärmvoll brechen; frührom. *ascla, F., Splitter, Span; vgl. lat. assula, Span, Splitter; unsicherer Herkunft, vielleicht von asser, M., runder Balken, dicke Stange, Sparren (M.); L.: Kluge s. u. Eklat, fehlt DW, EWD s. u. Eklat, DW2 7, 1199; Duden s. u. Eklat; Son.: vgl. nndl. eclat, Sb., Eklat; vgl. nschw. eklatant, Adj., eklatant; nnorw. eklatant, Adj., eklatant; GB.: seit vor 1669 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare lautmalend gebildete Bezeichnung für einen starkes negatives Aufsehen erregenden Vorfall oder Skandal; BM.: lautmalend für den Klang des Zersplitterns?; F.: Eklat, Eklats+FW; Z.: Ekl-at
eklatant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. eklatant, offenkundig, klar, auffällig, aufsehenerregend; ne. blatant, striking; Vw.: -; Hw.: s. Eklat; Q.: 1703; I.: Lw. frz. éclatant; E.: s. frz. éclatant, Adj., eklatant, strahlend, offensichtlich; afrz. esclater, V., in Splitter schlagen, lärmvoll brechen; frührom. *ascla, F., Splitter, Span; vgl. lat. assula, Span, Splitter; unsicherer Herkunft, vielleicht von asser, M., runder Balken, dicke Stange, Sparren (M.); L.: Kluge s. u. Eklat, fehlt DW, EWD s. u. Eklat, Duden s. u. eklatant; Son.: vgl. nnorw. eklatant, Adj., eklatant; GB.: seit 1703 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches auffällig oder aufsehenerregend; BM.: lautmalend für den Klang des Zersplitterns?; F.: eklatant, eklatante, eklatantes, eklatantem, eklatanten, eklatanter(, eklatantere, eklatanteres, eklatanterem, eklatanteren, eklatanterer, eklatantest, eklatanteste, eklatantestes, eklatantestem, eklatantesten, eklatantester)+FW; Z.: ekl-at-ant
Eklektiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Eklektiker, Auswählender; ne. eclectic (M.), eclecticist; Vw.: -; Hw.: s. eklektisch, Eklektizismus; Q.: 1706; I.: Lw. nlat. eclecticus; E.: s. nlat. eclecticus, M., Eklektiker; vgl. gr. ἐκλεκτικός (eklektikós), Adj., auswählend; gr. ἐκλέγειν (eklégein), V., auslesen, auswählen, herausnehmen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. eklektisch, fehlt DW, EWD s. u. Eklektiker, Duden s. u. Eklektiker; Son.: vgl. nndl. eclecticus, Sb., Eklektiker; frz. éclectique, M., Eklektiker; nschw. eklektiker, Sb., Eklektiker; nnorw. eklektiker, M., Eklektiker; poln. eklektyk, M., Eklektiker; kymr. eclectydd, M., Eklektiker; nir. eicléictiúil, M., Eklektiker; GB.: seit 1706 belegte und aus dem Neulateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen auswählend verschiedene Richtungen einer Philosophie oder einer Kunst in sich vereinigenden Menschen; BM.: auswählen; F.: Eklektiker, Eklektikers, Eklektikern+FW+EW; Z.: Ek-lek-t-ik-er
eklektisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. eklektisch, auswählend; ne. eclectic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Eklektiker, Eklektizismus; Q.: 1727; I.: Lw. gr. ἐκλεκτικός (eklektikós); E.: s. gr. ἐκλεκτικός (eklektikós), Adj., auswählend; vgl. gr. ἐκλέγειν (eklégein), V., auslesen, auswählen, herausnehmen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. eklektisch, fehlt DW, EWD s. u. Eklektiker, Duden s. u. eklektisch; Son.: vgl. nndl. eclectisch, Adj., eklektisch; frz. éclectique, Adj., eklektisch; nschw. eklektisk, Adj., eklektisch; nnorw. eklektisk, Adj., eklektisch; poln. eklektycznie, Adj., eklektisch; kymr. eclectig, Adj., eklektisch; nir. eicléicteach, Adj., eklektisch; GB.: seit 1727 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (aus bereits Vorhandenem) auswählend; BM.: auswählen; F.: eklektisch, eklektische, eklektisches, eklektischem, eklektischen, eklektischer(, eklektischere, eklektischeres, eklektischerem, eklektischeren, eklektischerer, eklektischste, eklektischstes, eklektischstem, eklektischsten, eklektischster)+FW+EW; Z.: ek-lek-t-isch
Eklektizismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Eklektizismus, unschöpferisches und nur auswählend aufnehmendes Denken und Schaffen; ne. eclecticism; Vw.: -; Hw.: s. eklektisch, Eklektiker; Q.: 1802; I.: Lw. frz. éclecticisme; E.: s. frz. éclecticisme, M., Eklektizismus; vgl. gr. ἐκλεκτικός (eklektikós), Adj., auswählend; gr. ἐκλέγειν (eklégein), V., auslesen, auswählen, herausnehmen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. eklektisch, fehlt DW, EWD s. u. Eklektiker, Duden s. u. Eklektizismus; Son.: vgl. nndl. eclectisisme, Sb., Eklektizismus; nschw. eklekticism, Sb., Eklektizismus; nnorw. eklektisisme, M., Eklektizismus; poln. eklektyzm, M., Eklektikismus; kymr. eclectigiaeth, F., Eklektizismus; nir. eicléicteachas, M., Eklektizismus; GB.: seit 1802 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das auswählende Übernehmen fremder Ideen zu einem eigenen Gedankengebäude; BM.: auswählen; F.: Eklektizismus+FW; Z.: Ek-lek-t-iz-ism-us
$eklig, ekelig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. eklig, ekelig, Ekel erregend, Ekel empfindend; E.: s. Ekel, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ekel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ekel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Ekel erregend oder Ekel empfindend; F.: eklig, eklige, ekliges, ekligem, ekligen, ekliger(, ekligere, ekligeres, ekligerem, ekligeren, ekligerer, ekligst, ekligste, ekligstes, ekligstem, ekligsten, ekligster)+EW; Z.: ek-l-ig
Eklipse, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Sonnenfinsternis, Mondfinsternis; ne. eclipse; Vw.: -; Hw.: s. Ellipse; Q.: 1225-1230 (Barlaam und Josaphat des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. eclipsis, Sb., Sonnenfinsternis, Mondfinsternis; mnd. eclipse, N., Finsternis, Sonnenfinsternis, Mondfinsternis; s. lat. eclīpsis, F., Ausbleiben, Verschwinden; gr. ἔκλειψσις (ékleipsis), F., Verlassen, Aufgeben, Ausbleiben; vgl. gr. ἐκλείπειν (ekleípein), V., auslassen, verlassen (V.), sich verfinstern; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λείπειν (leípein), V., lassen, verlassen (V.), im Stich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eklipse, fehlt DW, EWD s. u. Eklipse, DW2 7, 1201, Duden s. u. Eklipse; Son.: vgl. nndl. eclips, Sb., Eklipsis; frz. éclipse, F., Eklipsis; nnorw. eklipse, M., Eklipse; kymr. eclipsis, M., Eklipsis; GB.: seit 1225-1230 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Sonne und Mond sowie Erde mögliche Sonnenfinsternis oder Mondfinsternis; BM.: sich verfinstern; F.: Eklipse, Eklipsen+FW(+EW); Z.: Ek-lip-s-e
$Ekliptik, nhd. (ält.), F., (16. Jh.?): nhd. Ekliptik, Planetenebene; E.: s. Eklip(se), s. t, s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Eklipse; GB.: seit 1533 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (eclipticus) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Sonnensystems mögliche Ebene der Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne oder die Planetenebene; F.: Ekliptik, Ekliptiken+FW(+EW); Z.: Ek-lip-t-ik
$ekliptisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ekliptisch, Ekliptik betreffend; E.: s. Eklipti(k), s. (i)sch); L.: fehlt DW, EWD s. u. Eklipse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Sonnensystems mögliches Ekliptik betreffend; F.: ekliptisch, ekliptische, ekliptisches, ekliptischem, ekliptischen, ekliptischer+FW(+EW); Z.: ek-lip-t-isch
Ekstase, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ekstase, Verzückung; ne. ecstasy; Vw.: -; Hw.: s. Ecstasy; Q.: 1517; I.: Lw. lat. ecstasis; E.: s. lat. ecstasis, F., Ekstase; gr. ἔκστασις (ékstasis), F., Außersichgeraten, Verzückung; vgl. ἐξιστάναι (exhistánai), V., abtreten, sich verändern, heraustreten; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ekstase, fehlt DW, EWD s. u. Ekstase, DW2 7, 1202, Duden s. u. Ekstase; Son.: vgl. nndl. extase, Sb., Ekstase; frz. extase, F., Ekstase; nschw. extas, Sb., Ekstase; nnorw. ekstase, M., Ekstase; poln. ekstaza, F., Ekstase; kymr. ecstasi, M., Ekstase; lit. ekstazė, F., Ekstase; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen rauschhaften tranceartigen Zustand in dem der Mensch der Kontrolle seines normalen Bewusstseins entzogen ist; BM.: sich verändern bzw. herausstehen; F.: Ekstase, Ekstasen+FW(+EW); Z.: Ek-sta-s-e
ekstatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ekstatisch, leidenschaftlich erregt, rasend; ne. ecstatic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Ekstase; Q.: um 1765 (Wieland); I.: Lw. gr. ἐκστατικός (ekstatikós); E.: s. gr. ἐκστατικός (ekstatikós), Adj., verrückend, verrückt; vgl. gr. ἔκστασις (ékstatis), F., Außersichgeraten, Verzückung; vgl. ἐξιστάναι (exhistánai), V., abtreten, sich verändern, heraustreten; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ekstase, fehlt DW, EWD s. u. Ekstase, Duden s. u. ekstatisch; Son.: vgl. nndl. extatisch, Adj., ekstatisch; frz. extatique, Adj., ekstatisch; nschw. extatisk, Adj., ekstatisch; nnorw. ekstatisk, Adj., ekstatisch; poln. ekstatyczny, Adj., ekstatisch; kymr. ecstatig, Adj., ekstatisch; nir. eacstaiseach, Adj., ekstatisch; GB.: seit um 1765 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches leidenschaftlich erregt oder rasend; BM.: sich verändern bzw. herausstehen; F.: ekstatisch, ekstatische, ekstatisches, ekstatischem, ekstatischen, ekstatischer(, ekstatischere, ekstatischeres, ekstatischerem, ekstatischeren, ekstatischerer, ekstatischst, ekstatischste, ekstatischstes, ekstatischstem, ekstatischsten, ekstatischster)+FW+EW; Z.: ek-sta-t-isch
...ektomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. ...ektomie, operative Entfernung; ne. ...ectomy; Vw.: s. Hyster-, Vas-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. ἐκτομή (ektomḗ); E.: s. gr. ἐκτομή (ektomḗ), F., Abschneiden, Ausschneiden, Entmannung, Abschnitt, Ausschnitt; vgl. gr. ἐκτέμνειν (ektémnein), V., herausschneiden; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1070; Son.: vgl. nndl. ...ectomie, Suff., ...ektomie; frz. ...ectomie, Suff., ...ektomie; nschw. ...ektomie, Suff., ...ektomie; nnorw. ...ektomie, Suff., ...ektomie; poln. ...ektomia, Suff., ...ektomie; GB.: seit 20. Jh. aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen einen inneren Körperteil (Organ) wie etwa die Gebärmutter entfernenden chirurgischen Eingriff; BM.: aus, schneiden; F.: ...ektomie, ...ektomien+FW(+EW); Z.: -ek-tom-ie
Ekzem, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ekzem, Hautausschlag; ne. eczema; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1829 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. ἔκζεμα (ékzema); E.: s. gr. ἔκζεμα (ékzema), N., Ausschlag, Schwellung; s. ἐκζεῖν (ekzein), V., aufschwellen, schwellen, wimmeln, aufkochen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ζεῖν (zein), V., sieden, glühen, aufwallen, kochen; idg. *i̯es-, *Hi̯es-, V., wallen (V.) (1), schäumen, gären, Pokorny 506 (754/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ekzem, fehlt DW, EWD s. u. Ekzem, DW2 7, 1203, Duden s. u. Ekzem; Son.: vgl. nndl. eczeem, Sb., Ekzem; frz. eczéma, M., Ekzem; nschw. eksem, Sb., Ekzem; nnorw. eksem, M., N., Ekzem; poln. egzema, F., Ekzem; kymr. ecsema, M., Ekzem; nir. eachma, M., Ekzem; lit. egzema, F., Ekzem; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Hautausschlag; BM.: glühen und schwellen; F.: Ekzem, Ekzems, Ekzeme, Ekzemen+FW+EW; Z.: Ek-ze-m
…el, nhd., Sb., (8. Jh.?): nhd. …el; ne. …el; Vw.: s. Beut-, Büh-, Bütt-, Düb-, Fess-, Geis-, Geiß-, Himm-, Hob-, Hüg-, Ig-, Keg-, Kess-, Kies-, Kneb-, Knob-, Krüpp-, Küb-, Meiß-, Mist-, Schläg-, Schlüss-, Schnab-, Senk-, Stäng-, Stemp-, Stich-, Üb-, Wieb-, Wind-, Wink-, Wipf-, Wirb-, Würf-, Züg-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. …el, Suff., …el; mnd. …el, Suff., …el; ahd. …ila, Suff., …el; germ. *…ila…, Suff., …el; L.: Kluge s. u. -el, DW 3, 399; Son.: s. Büttel, Meißel; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für die Bildung denominaler Substantive verschiedenen Geschlechts mittels Suffixes; BM.: ?; F.: -el+EW; Z.: -el
Elaborat, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Elaborat, schriftliche Ausarbeitung; ne. concoction, written word; Vw.: -; Hw.: s. elaborieren; Q.: 1771; I.: Lw. lat. ēlabōrātum; E.: s. lat. ēlabōrātum, N., Ausgearbeitetes?, bearbeitetes Land, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. ēlabōrāre, V., sich abmühen, sich eifrig bemühen, sich anstrengen, eifrig streben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. elaboriert, fehlt DW, EWD s. u. Elaborat, Duden s. u. Elaborat; GB.: seit 1771 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in Bezug auf den Inhalt und das Ergebnis eher bescheidene schriftliche Arbeit oder Ausarbeitung; BM.: herausarbeiten; F.: Elaborat, Elaborates, Elaborats, Elaborate, Elaboraten+FW+EW; Z.: E-lab-or-at
elaboriert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. elaboriert, ausgearbeitet, hoch entwickelt; ne. elaborate (Adj.), elaborated; Vw.: -; Hw.: s. Elaborat; Q.: 1781?; I.: Lw. ne. elaborate; E.: s. ne. elaborate, Adj., ausgearbeitet; lat. ēlabōrātus (1), Adj., ausgearbeitet, verdient; vgl. lat. ēlabōrāre, V., sich abmühen, sich eifrig bemühen, sich anstrengen, eifrig streben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. elaboriert, fehlt DW, EWD s. u. Elaborat, DW2 7, 1203 (elaborieren), Duden s. u. elaboriert; GB.: vielleicht seit 1781 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ausgearbeitet oder hoch entwickelt; BM.: herausarbeiten; F.: elaboriert, elaborierte, elaboriertes, elaboriertem, elaborierten, elaborierter(, elaboriertere, elaborierteres, elaborierterem, elaborierteren, elaborierterer, elaborierteste, elaboriertestes, elaboriertestem, elaboriertesten, elaboriertester)+FW+EW; Z.: e-lab-or-ier-t
Elan, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Elan, innerer Schwung, Energie; ne. élan; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. élan; E.: s. frz. élan, M., Anlauf, Satz, Sprung; lat. lanceāre, V., Lanze schwingen; vgl. frz. élancer, V., vorwärtsschnellen; frz. lancer, V., schleudern; vgl. lat. lancea, F., Lanze, Speer, mit Lanze bewaffneter Krieger, (120-67 v. Chr.); keltisches Lehnwort; vgl. idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832? (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805? (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Elan, fehlt DW, EWD s. u. Elan, DW2 7, 1204, Duden s. u. Elan; Son.: vgl. nndl. elan, Sb., Elan; nnorw. elan, M., Elan; GB.: vielleicht seit 1830 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Leben möglichen inneren Schwung eines Lebewesens oder die Energie; BM.: schleudern; F.: Elan, Elans+FW; Z.: E-lan
$Elaste, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Elaste, Dehnbares; E.: s. elastisch; L.: Kluge s. u. elastisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit elastisch und dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für etwas von Menschen entwickeltes und verwendetes Dehnbares F.: Elaste, Elasten+FW; Z.: El-ast-e
elastisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. elastisch, biegsam, dehnbar, formbar; ne. elastic; Vw.: -; Hw.: s. Elastizität; Q.: 1651; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. neo-kirchenlat. elasticus, Adj., treibend; vgl. gr. ἐλαύνειν (elaúnein), V., treiben, wegtreiben, vertreiben, ziehen, schlagen, stoßen, reiten, marschieren; s. idg. *el- (6), *elə-, *lā-, V., treiben, bewegen, sich bewegen, gehen, Pokorny 306 (449/30) (RB. idg. aus gr., gr., kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. elastisch, fehlt DW, EWD s. u. elastisch, DW2 7, 1205, Duden s. u. elastisch; Son.: vgl. nndl. elastisch, Adj., elastisch; frz. élastique, Adj., elastisch; nschw. elastisk, Adj., elastisch; nnorw. elastisk, Adj., elastisch; poln. elastycny, Adj., elastisch; kymr. elastig, Adj., elastisch; nir. leaisteach, Adj., elastisch; lit. elastinis, Adj., elastisch; GB.: seit 1651 belegte und aus dem Neukirchenlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für besonders biegsam und dehnbar oder formbar; BM.: treiben bzw. ausdehnen; F.: elastisch, elastische, elastisches, elastischem, elastischen, elastischer(, elastischere, elastischeres, elastischerem, elastischeren, elastischerer, elastischste, elastischstes, elastischstem, elastischsten, elastischster)+FW+EW; Z.: el-ast-isch
Elastizität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Elastizität, Biegsamkeit, Dehnbarkeit, Formbarkeit; ne. elasticity, stretch (N.); Vw.: -; Hw.: s. elastisch; Q.: 1711; I.: Lw. nlat. elasticitas; E.: s. nlat. elasticitas, F., Elastizität; letztlich von gr. ἐλαύνειν (elaúnein), V., treiben, wegtreiben, vertreiben, ziehen, schlagen, stoßen, reiten, marschieren; s. idg. *el- (6), *elə-, *lā-, V., treiben, bewegen, sich bewegen, gehen, Pokorny 306 (449/30) (RB. idg. aus gr., gr., kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. elastisch, fehlt DW, EWD s. u. elastisch, Duden s. u. Elastizität; Son.: vgl. nndl. elasticiteit, Sb., Elastizität; nschw. elasticitet, Sb., Elastizität; nnorw. elastisitet, M., Elastizität; kymr. elastigedd, M., Elastizität; nir. leaisteachas, M., Elastizität; GB.: seit 1711 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Biegsamkeit oder Dehnbarkeit oder Formbarkeit oder die Fähigkeit durch äußere Einwirkung entstandene Veränderungen wieder rückgängig zu machen; BM.: treiben bzw. ausdehnen; F.: Elastizität, Elastizitäten+FW; Z.: El-ast-iz-it-ät
Elativ, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Elativ, absoluter nicht vergleichender Superlativ und Fall der Herausbewegung; ne. elative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. lat. ēlātus, Adj., erhaben, hoch, groß, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. efferre, V., heraustragen, hinaustragen, hinausbringen, fortschaffen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Elativ, fehlt DW, Duden s. u. Elativ; Son.: vgl. nndl. elatief, Sb., Elativ; port. elativo, M., Elativ; nschw. elativ, Sb., Elativ; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den absoluten und auf keinem Vergleich beruhenden Superlativ sowie für den in dem Baskischen und Finnougrischen möglichen eine Herausbewegung anzeigenden Fall; BM.: erhaben; F.: Elativ, Elativs, Elative, Elativen+FW+EW?; Z.: E-lat-iv
Elch, Elk, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Elch, Elk, Elentier; ne. elk, moose; Vw.: -; Hw.: s. Elen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. elch, elech*, st. M., sw. M., Elch, Elentier; mnd. elk, M., Elch; ahd. elah*, st. M. (a?, i?), Elch, Elentier; s. ahd. elaho, elho*, sw. M. (n), Elch, Elentier; as. elaho, elo*, sw. M. (n), Elch; anfrk. elo, sw. M. (n), Elch; germ. *algi-, *algiz, st. M. (i), Elch, *elha-, *elhaz, st. M. (a), Elch; idg. *elk̑-, Sb., Hirsch, Pokorny 303; vgl. idg. *el- (1), ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, *h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302 (445/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Elch, Kluge s. u. Elch, DW 3, 403, 414, EWD s. u. Elch, DW2 7, 2106, EWAhd 2, 1029, Duden s. u. Elch, Falk/Torp 26, Bluhme s. u. Elch; Son.: vgl. afries. -; ae. éola, sw. M. (n), Elch; ae. eolh, st. M. (a), Elch; an. elgr, st. M. (a), Elch; got. -; nschw. älg, Sb., Elch; nnorw. elg, M., Elch; ? ai. ṛ́śya-, Sb., Antilopenbock; arm. eln, Sb., Hirsch; gr. ἐλλός (ellós), M., junger Hirsch, Hirschkalb; gr. ἄλκη (alkē), F., Elch (germ. Lw.); lat. alcēs, F., Elch, Elentier (germ. Lw.); kymr. elain, F., Hirschkuh; kymr. elc, M., Elch (germ. Lw.); nir. eilc, F., Elch; lit. élnis, álnis, Sb., Hirsch; lett. alènis, Sb., Elentier; ksl. jeleni, Sb., Hirsch; russ. лось (los), M., Elch; GB.: (elaho) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit rund 60000 Jahren nachweisbares und wohl aus Zentralasien kommendes sowie zu den vor 25 bis 30 Millionen Jahren entwickelten Hirschen gehörendes Tier mit massigem Körper und schaufelförmigem Geweih; BM.: braun; F.: Elch, Elches, Elchs, Elche, Elchen+EW; Z.: El-ch
Eldorado, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Eldorado, Traumland, Paradies; ne. Eldorado; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. span. El Dorado; E.: s. span. El Dorado, M., vergoldetes Land; vgl. lat. deaurāre, V., vergolden, übergolden, (um 160-220 n. Chr.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. aurāre, V., vergolden, erleuchten, leuchten; lat. aurum, N., Gold; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, *u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eldorado, fehlt DW, EWD s. u. Eldorado, DW2 7, 1206, Duden s. u. Eldorado; Son.: vgl. nndl. dorado, Sb., Eldorado; frz. eldorado, M., Eldorado; nschw. eldorado, Sb., Eldorado; nnorw. eldorado, N., Eldorado; poln. eldorado, Sb., Eldorado; kymr. Eldorado, F., Eldorado; lit. eldoradas, M., Eldorado; GB.: seit 1628 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gebiet mit idealen Gegebenheiten und Voraussetzungen sowie ausreichenden Entfaltungsmöglichkeiten (Traumland); BM.: wohl verkürzt aus pays del cacique dorado, M., Land des vergoldeten Kaziken; F.: Eldorado, Eldorados+FW; Z.: El-d-or-ad-o
Elefant, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Elefant, ein Rüsseltier; ne. elefant; Vw.: -; Hw.: s. Elfenbein; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. elefant, elfant, helfant, elephant, elphant, st. M., Elefant; mnd. elefant, elepant, elephant, N., Elefant; ahd. helfant, elephant, st. M. (a), Elefant; germ. *elpandus, M., Elefant, Kamel; lat. elephantus, M., Elefant; lat.-gr. elephās, M., Elephant; gr. ἐλέφας (eléphas), M., Elefant; weitere Etymologie unklar, wohl Fremdwort, vielleicht aus dem Ägyptischen, s. aägypt. ābu, Sb., Elfenbein, Elefant; oder von einem semit. *alap, Sb., Ochse, vgl. akkad. alpu; oder heth. laḫpa-, Sb., Elfenbein; L.: Kluge 1. A. s. u. Elefant, Kluge s. u. Elefant, EWD s. u. Elefant, DW 3, 403, DW2 7, 1207, EWAhd 4, 934, Duden s. u. Elefant; Son.: vgl. nndl. olifant, Sb., Elefant; frz. éléphant, M., Elefant; nschw. elefant, Sb., Elefant; nnorw. elefant, M., Elefant; kymr. eliffant, M., Elefant; nir. eilifint, F., Elefant; GB.: (helfant) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen und vielleicht dem Ägyptischen oder Semitischen oder Hethitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie etymologisch unklare Bezeichnung für ein vor rund 7,6 Millionen Jahre entstandenes und vor allem in Europa und Indien sowie Afrika verbreitetes großes und massiges Säugetier mit grauer fast unbehaarter Haut und sehr großen beweglichen Ohren und einer zu einem Rüssel verlängerten Nase und langen weißen Stoßzähnen; BM.: ?; F.: Elefant, Elefanten+FW+EW?; Z.: Elef-ant
elegant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. elegant, geschmackvoll, geschickt, vornehm, gewandt; ne. elegant; Vw.: -; Hw.: s. Eleganz; Q.: 1705; I.: Lw. frz. élégant; E.: s. frz. élégant, Adj., elegant; lat. ēlegāns, Adj., wählerisch, gewählt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ēligere, V., herauslesen, ablesen, ausraufen, ausjäten, jäten, auswählen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. elegant, fehlt DW, EWD s. u. elegant, DW2 7, 1209, Duden s. u. elegant; Son.: vgl. nndl. elegant, Adj., elegant; nschw. elegant, Adj., elegant; nnorw. elegant, Adj., elegant; poln. elegancki, Adj., elegant; lit. elegantiškas, Adj., elegant; GB.: seit 1705 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches geschmackvoll oder geschickt oder vornehm oder gewandt; BM.: auswählen; F.: elegant, elegante, elegantes, elegantem, eleganten, eleganter(, elegantere, eleganteres, eleganterem, eleganteren, eleganterer, eleganteste, elegantestes, elegantestem, elegantesten, elegantester)+FW+EW; Z.: e-leg-ant
Eleganz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Eleganz, geschmackvolles Auftreten, Vornehmheit, Gewandtheit; ne. elegance; Vw.: -; Hw.: s. elegant; Q.: 1536; I.: Lw. lat. ēlegantia; E.: s. lat. ēlegantia, F., geschmackvolle Wahl, feine Wahl, Feinheit, Erlesenheit, Vortrefflichkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēligere, V., herauslesen, ablesen, ausraufen, ausjäten, jäten, auswählen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. elegant, EWD s. u. elegant, Duden s. u. Eleganz; Son.: vgl. nndl. elegantie, Sb., Eleganz; frz. élégance, F., Eleganz; nschw. elegans, Sb., Eleganz; nnorw. eleganse, M., Eleganz; poln. elegancja, F., Eleganz; lit. elegancija, F., Eleganz; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich in der äußeren Erscheinung zeigende Vornehmheit oder Gewandtheit; BM.: auswählen; F.: Eleganz+FW+EW; Z.: E-leg-anz
Elegie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Elegie, Klagelied; ne. elegy; Vw.: -; Hw.: s. elegisch; Q.: 1584 (?); I.: Lw. lat. elegīa; E.: s. lat. elegīa, F., elegisches Gedicht, Elegie, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. ἐλεγεία (elegeía), F., Gedicht in Distichen, Elegie; wohl kleinasiatischer Herkunft, s. Frisk 1, 486; vielleicht zu idg. *el- (4), *ol-, Sb., Lärm, Pokorny 306? (447/28) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Elegie, fehlt DW, EWD s. u. Elegie, DW2 7, 1211, Duden s. u. Elegie; Son.: vgl. nndl. elegie, Sb., Elegie; frz. élégie, F., Elegie; nschw. elegi, Sb., Elegie; nnorw. elegi, M., Elegie; poln. elegia, F., Elegie; lit. elegija, F., Elegie; GB.: vielleicht seit 1584 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und wohl Kleinasien aufgenommene und umgebildete sowie möglicherweise mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gedicht mit wehmütigem und klagendem Inhalt oder ein Klagelied; BM.: Lärm?; F.: Elegie, Elegien+FW+EW; Z.: El-eg-ie
elegisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. elegisch, Elegie betreffend, wehmutsvoll, schwermütig, klagend; ne. elegiac, elegiacal; Vw.: -; Hw.: s. Elegie; Q.: 1743; I.: Lw. lat. elegēus; E.: s. lat. elegēus, elegīus, Adj., zur Elegie gehörig, elegisch; gr. ἐλεγεῖος (elegeios), Adj., zur Elegie gehörig, elegisch; vgl. gr. ἐλεγεία (elegeía), F., Gedicht in Distichen, Elegie; wohl kleinasiatischer Herkunft, s. Frisk 1, 486; vielleicht zu *el- (4), *ol-, Sb., Lärm, Pokorny 306? (447/28) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Elegie, DW 3, 404, EWD s. u. Elegie, DW2 7, 1211, Duden s. u. elegisch; Son.: vgl. nndl. elegisch, Adj., elegisch; frz. élégiaque, Adj., elegisch; nschw. elegisk, Adj., elegisch; nnorw. elegisk, Adj., elegisch; poln. elegijny, Adj., elegisch; GB.: seit 1743 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und wohl Kleinasien aufgenommene sowie umgebildete und möglicherweise teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wehmutsvoll oder schwermütig; BM.: Lärm?; F.: elegisch, elegische, elegisches, elegischem, elegischen, elegischer+FW+EW; Z.: el-eg-isch
$elektrifizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. elektrifizieren, elektrisch aufladen, elektrisch betreiben; E.: s. elektri(sch), s. fizieren, s. lat. fac(ere); L.: Kluge s. u. elektrisch, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch; GB.: seit 1744 belegte und aus elektri(sch) sowie fizieren bzw. lat. fac(ere) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Elektrizität durch den Menschen mögliches elektrisch aufladen und elektrisch betreiben; F.: elektrifizieren, elektrifiziere, elektrifizierst, elektrifiziert, elektrifizierest, elektrifizieret, elektrifizierte, elektrifiziertest, elektrifizierten, elektrifiziertet, ##elektrifiziert, elektrifizierte, elektrifiziertes, elektrifiziertem, elektrifizierten, elektrifizierter##, elektrifizierend, ###elektrifizierend, elektrifizierende, elektrifizierendes, elektrifizierendem, elektrifizierenden, elektrifizierender###, elektrifizier(!)+FW+EW; Z.: elektr-i-fi-z-ier-en
Elektrik, nhd., F. (18. Jh.?): nhd. Elektrik, Lehre von der Elektrizität; Hw.: s. elektrifizieren, s. Elektriker, s. elektrisch; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit elektrifizieren und Elektrik sowie Elektriker verbindbare Bezeichnung für die Lehre von der Elektrizität
Elektriker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Elektriker; ne. electrician; Vw.: -; Hw.: s. elektrisch, elektrisieren, Elektrizität, elektro…, Elektrode, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 1782; I.: Lw. ne. electrician; E.: s. ne. electrician, M., Elektriker; letztlich von lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. elektrisch, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch, DW2 7, 1212, Duden s. u. Elektriker; Son.: vgl. nndl. elektricien, Sb., Elektriker; frz. électricien, M., Elektriker; nschw. elektriker, Sb., Elektriker; nnorw. elektriker, M., Elektriker; poln. elektryk, M., Elektriker; lit. elektrikas, M., Elektriker; GB.: seit 1782 belegte und aus Elektrik und er (Suff.) gebildete sowie letztlich aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Handwerker oder Facharbeiter der Elektroindustrie (oder für einen Forscher auf dem Gebet der Elektrik); BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft; F.: Elektriker, Elektrikers, Elektrikern+FW; Z.: Elektr-ik-er
elektrisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. elektrisch, mit Elektrizität betrieben, Elektrizität betreffend, Strom betreffend; ne. electric; Vw.: -; Hw.: s. Elektriker, elektrisieren, Elektrizität, elektro…, Elektrode, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 1711; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. elektrisch, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch, DW2 7, 1212, Duden s. u. elektrisch; Son.: vgl. nndl. elektrisch, Adj., elektrisch; frz. électrique, Adj., elektrisch; nschw. elektrisk, Adj., elektrisch; nnorw. elektrisk, Adj., elektrisch; poln. elektryczny, Adj., elektrisch; kymr. letrig, Adj., elektrisch; nir. leictreach, Adj., elektrisch; lit. elektrinis, Adj., elektrisch; GB.: seit 1711 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums abgeleitete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für auf der sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Anziehungskraft und Abstoßungskraft geladener Elementarteilchen beruhend oder Elektrizität betreffend oder mit Elektrizität betrieben; BM.: dem Bernstein bei Reibung durch den Menschen eigentümliche Anziehungskraft; F.: elektrisch, elektrische, elektrisches, elektrischem, elektrischen, elektrischer+FW+EW; Z.: elektr-isch
elektrisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. elektrisieren, elektrisch aufladen, unter Strom oder Spannung setzen; ne. electrify, electrize; Vw.: -; Hw.: s. elektrisch, Elektriker, Elektrizität, elektro…, Elektrode, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 1744; I.: Lw. frz. électriser; E.: s. frz. électriser, V., elektrisieren; letztlich von lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. elektrisch, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch, DW2 7, 1213, Duden s. u. elektrisieren; Son.: vgl. nndl. elektrificeren, V., elektrifizieren; nschw. elektrisera, V., elektrisieren; nnorw. elektrisere, V., elektrifizieren; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und beispielsweise der Luft mögliches elektrisch aufladen oder unter Spannung setzen; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft; F.: elektrisieren, elektrisiere, elektrisierst, elektrisiert, elektrisierest, elektrisieret, elektrisierte, elektrisiertest, elektrisierten, elektrisiertet, ##elektrisiert, elektrisierte, elektrisiertes, elektrisiertem, elektrisierten, elektrisierter##, elektrisierend, ###elektrisierend, elektrisierende, elektrisierendes, elektrisierendem, elektrisierenden, elektrisierender###, elektrisier (!)+FW+EW; Z.: elektr-is-ier-en
Elektrizität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Elektrizität, elektrischer Strom; ne. electricity; Vw.: -; Hw.: s. Elektriker, elektrisch, elektrisieren, elektro…, Elektrode, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 1744; I.: Lw. nlat. electricitas; E.: s. nlat. electricitas, F., Elektrizität; vgl. mlat. ēlectricus, Adj., aus Bernstein bestehend, Bernstein..., bernsteingleich; lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. elektrisch, fehlt DW, EWD s. u. Elektrizität, DW2 7, 1213, Duden s. u. Elektrizität; Son.: vgl. nndl. elektriciteit, Sb., Elektrizität; frz. électricité, F., Elektrizität; nschw. elektricitet, Sb., Elektrizität; nnorw. elektrisitet, M., Elektrizität; lit. elektra, F., Elektrizität; GB.: seit 1744 belegte und aus dem Neulateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon seit der Entstehung der Welt und beispielsweise der Luft mögliche auf elektrischer Ladung beruhende Energieform oder den elektrischen Strom; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft; F.: Elektrizität+FW; Z.: Elektr-iz-it-ät
elektro…, nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. elektro…, Elektrizität betreffend; ne. electro…, electric; Vw.: -; Hw.: s. Elektrode, elektrisch, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. elektro-, fehlt DW, DW2 7, 1214, Duden s. u. elektro…; Son.: s. Elektroantrieb; vgl. nndl. elektro..., Präf., elektro...; frz. électro..., Präf., elektro...; nschw. elektro..., Präf., elektro...; nnorw. electro…, Präf., elektro…; poln. elektro..., Präf., elektro...; kymr. electro..., Präf., elektro...; nir. leictri..., Präf., elektro...; lit. elektro..., Präf., elektro...; GB.: seit 19. Jh. belegte Partikel zu einer Bezeichnung von die sachlich wohl seit Entstehung der Welt und beispielsweise der Luft mögliche Elektrizität betreffend; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft; F.: elektro…+FW; Z.: elektr-o-
Elektrode, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Elektrode, ein Bauelement in dem Stromkreislauf; ne. electrode; Vw.: -; Hw.: s. elektrisch, elektro…, Elektron (1), Elektron (2); Q.: 1834; I.: Lw. ne. electrode; E.: s. ne. electrode, N., Elektrode; neoklassische Bildung zu ne. electro…, Adj., elektro…; vgl. gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 629; ne. anode, N., Anode; gr. ἄνοδος (ánodos), M., Aufstieg, Eingang; vgl. gr. ἀνά (aná), Präp., hinauf, zurück; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Elektrode, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch, DW2 7, 1215, Duden s. u. Elektrode; Son.: vgl. nndl. elektrode, Sb., Elektrode; frz. électrode, F., Elektrode; nschw. elektrod, Sb., Elektrode; nnorw. elektrode, M., Elektrode; poln. elektroda, F., Elektrode; kymr. electrod, M., Elektrode; nir. leictreoid, F., Elektrode; lit. elektrodas, M., Elektrode; GB.: seit 1834 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und von Michael Faraday aus electro und anode gebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft teilweise unbekannte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bauteil in dem Stromkreislauf von dem aus elektrische Ladung in ein anderes Medium wie Flüssigkeit oder Gas übergeleitet wird oder übergeht; BM.: von Michael Faraday (1791-1867) aus den ne. Bezeichnungen electro… und anode zusammengesetzt; F.: Elektrode, Elektroden+FW; Z.: Elektr-o-d-e
$Elektrokardiogramm, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Elektrokardiogramm, Messgerät und Messung für elektrische Ströme an einem Herzen; E.: s. elektro, s. Kardiogramm; L.: fehlt DW, EWD s. u. kardial; GB.: seit 1894 belegte und aus elektro und Kardiogramm gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu der Darstellung der Verhältnisse an einem Herzen mittels der Elektrizität; F.: Elektrokardiogramm, Elektrokardiogrammes, Elektrokardiogramms, Elektrokardiogramme, Elektrokardiogrammen+FW; Z.: Elektr-o—kard-io—gramm
$Elektrolyse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Elektrolyse; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. elektro, s. Lyse; L.: fehlt DW, EWD s. u. elektrisch; GB.: seit 1842 belegte und aus elektro und Lyse aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Zersetzung chemischer Verbindungen mit Hilfe der Elektrizität wie beispielsweise die Gewinnung von Wasserstoff und Sauerstoff aus Wasser oder die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflussanalyse oder das Laden von Akkumulatoren; F.: Elektrolyse, Elektrolysen+FW; Z.: Elektr-o-ly-s-e
Elektron (1), nhd., N., (20. Jh.): nhd. Elektron (N.) (1), elektrisch negativ geladenes Elementarteilchen; ne. electron; Vw.: -; Hw.: s. elektrisch, elektro…, Elektrode, Elektron (2); Q.: 1905; I.: Lw. ne. electron; E.: s. ne. electron, N., Elektron (N.) (1); vgl. ne. electric, Adj., elektrisch; neoklassische Bildung zu lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. Elektron 1, fehlt DW, EWD s. u. elektrisch, DW2 7, 1217, Duden s. u. Elektron; Son.: vgl. nndl. elektron, Sb., Elektron (N.) (1); frz. électron, M., Elektron (N.) (1); nschw. elektron, Sb., Elektron (N.) (1); nnorw. elektron, N., Elektron (N.) (1); poln. elektron, M., Elektron (N.) (1); kymr. electron, M., Elektron (N.) (1); nir. leichtreon, M., Elektron (N.) (1); lit. elektronas, M., Elektron; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie um 1892 von dem britischen Physiker G. J. S. Stoney (1826-1911) aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein elektrisch negativ geladenes Elementarteilchen; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft; F.: Elektron, Elektrons, Elektronen+FW; Z.: Elektr-on
Elektron (2), nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Elektron (N.) (2), eine Gold-Silber-Legierung; ne. electrum, electron; Vw.: -; Hw.: s. elektrisch, elektro…, Elektrode, Elektron (1); Q.: 1818?; I.: Lw. gr. ἤλεκτρον (ḗlektron); E.: s. gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; L.: Kluge s. u. Elektron 2, fehlt DW, DW2 7, 1216, Duden s. u. Elektron; Son.: bis in das 14. Jh. wurde die Gold-Silber- Legierung als Bernstein bezeichnet oder gesehen; vgl. nndl. elektron, Sb., Elektron (N.) (2); frz. électrum, M., Elektron (N.) (2); nschw. elektron, Sb., Elektron (N.) (2); nnorw. elektron, N., Elektron (N.) (2); poln. elektron, M., Elektron (N.) (2); kymr. electron, M., Elektron (N.) (2); nir. leichtreon, M., Elektron (N.) (2); GB.: seit 1349 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine natürlich vorkommende und als Bernstein bezeichnete oder gesehene Gold-Silber-Legierung; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft, Leuchtkraft?; F.: Elektron, Elektrons+FW; Z.: Elektr-on
$Elektronik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Elektronik; E.: s. Elektron, s. ik (Suff.); L.: Kluge s. u. Elektron 1, fehlt DW; GB.: seit 1905 belegte und aus Elektron und ik (Suff.) gebildete Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Wissenschaft der Elektronen in der Physik; BM.: dem Bernstein bei Reibung eigentümliche Anziehungskraft, Leuchtkraft?; F.: Elektronik+FW; Z.: Elektr-on-ik
$elektronisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. elektronisch, Elektron betreffend; E.: s. Elektron, s. isch; L.: Kluge s. u. Elektron 1, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Elektron und isch gebildete Bezeichnung für Elektron(en) betreffend; F.: elektronisch, elektronische, elektronisches, elektronischem, elektronischen, elektronischer+FW+EW; Z.: elektr-on-isch
$elektrotechnisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. elektrotechnisch, Elektrotechnik betreffend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. elektro, s. technisch; L.: fehlt DW, EWD s. u. elektrisch; GB.: seit 1880 belegte und aus elektro und technisch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches die Elektrotechnik betreffend; F.: elektrotechnisch, elektrotechnische, elektrotechnisches, elektrotechnischem, elektrotechnischen, elektrotechnischer+FW+EW; Z.: elektr-o—tech-n-isch
Element, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Element, Grundbestandteil der Welt; ne. element; Vw.: -; Hw.: s. elementar; Q.: um 1185 (Erec des Hartmann von Aue); E.: mhd. element, st. N., Element, Grundbestandteil; mnd. element, elemente, allemente, N., Element, Grundstoff; lat. elementum, N., Grundstoff, Urstoff, Element, Buchstabe, (um 180-102 v. Chr.); weitere Herkunft unbekannt; das Wort ist eine Übersetzung von gr. στοιχεῖα (stoicheia), N. Pl., Buchstaben, Grundsätze; L.: Kluge s. u. Element, DW 3, 404, EWD s. u. Element, DW2 7, 1219, Duden s. u. Element; Son.: vgl. nndl. element, Sb., Element; frz. élément, M., Element; nschw. element, Sb., Element; nnorw. element, N., Element; poln. element, M., Element; kymr. elfen, F., Element; lit. elementas, M., Element; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und durch die Philosophie der Griechen angeregte Bezeichnung für einen seit Entstehung der Welt natürlich oder nach Erkenntnis der Uranspaltung auch künstlich durch den Menschen gebildeten Grundstoff oder Baustein von denen bisher 118 von Wasserstoff bis Oganesson anerkannt sind (Actinium, Aluminium 1808, Americium 1944, Antimon 17. Jh.?, Argon 1894, Arsen 1. Jh.?, Astat 1940, Barium 1822, Berkelium 1949, Beryllium 1798, Bismut bzw. Wismut 1742, Blei [idg.], Bohrium 1977, Bor 1808, Brom [Gay-Lussac], Cadmium [neulat.], Caesium 1860/1861, Calcium/Kalcium [aus dem Lateinischen], Californium, Cer 1803, Chlor [griech.], Chrom [griech.], Cobalt/Kobalt 1735, Copernicium 1996[/2010], Curium, Darmstadtium, Dubnium 1967/1997, Dysprosium, Einsteinium 1952, Eisen [um 4000 v. Chr. genutzt], Erbium 1843, Europium 1890, Fermium 1952, Flerovium, Fluor [lat.], Francium 1929/1946, Gadolinium 1860/1866, Gallium 1875, Germanium 1866, Gold [idg.], Hafnium 1923, Hassium 1984/1997, Helium 1868, Holmium 1878/1911?, Indium 1863/1864, Iod/Jod 1811/1813, Iridium 1803, Kalium 1807/1796, Kohlenstoff, Krypton 1898, Kupfer [griech.], Lanthan 1839, Lawrencium, Lithium 1817, Livermorium, Lutetium 1905, Magnesium [griech.], Mangan [lat.], Meitnerium 1892/1897, Mendelevium 1955, Molybdän 1778/1782, Moscovium [russ.], Natrium [ägypt.],Neodym 1885 [griech.], Neon 1898, Neptunium, Nickel, Nihonium [jap.], Niob 1801/1844/1950 [griech.], Nobelium 1957, Oganesson, Osmium 1803, Palladium 1803/1804, Phosphor 1669 [griech.], Platin [span.], Plutonium [griech.], Polonium 1898 [poln.], Praseodym 1841/1874/1879/1885, Promethium 1945 [griech.], Protactinium 1913/1918 [griech.], Quecksilber [germ.], Radium 1898 [lat.], Radon 1900/1923 [lat./griech.], Rhenium1925 [lat.?], Rhodium 1803 [griech.], Roentgenium 1994/2004, Rubidium 1861 [lat.], Ruthenium 1827/1844, Rutherfordium 1964/1997, Samarium 1853?/187?/1879?, Sauerstoff, Scandium 1879, Schwefel [idg.?], Seaborgium 1974/1997, Selen 1817 [griech.], Silber [germ.?], Silicium 1811/1824/1831 [lat.], Stickstoff, Strontium 1790, Tantal 1802/1815/1844 [griech.], Technetium 1937 [griech.], Tellur 1782 [lat.], Tenness [amerikanisch], Terbium um 1840?/1945 [schwed.], Thalium1861 [griech.], Thorium [germ.], Thulium 1879 [germ.], Titan 1791/1795 [griech.], Uran 1789/1790/1791 [griech.], Vanadium 1801/1831/1897 [an. Vanadis], Wasserstoff 1766/1787, Wolfram [Wolfsschaum] 16. Jh.? [nhd.?], Xenon 1898 [griech.], Ytterbium 1878/1907 [schwed.], Yttrium 1794 [schwed.], Zink [ahd.? Zahn], Zinn [germ.? Stab] und Zirconium/Zirkonium 1789 [nach dem Mineral Zirkon]). Alle in der Natur vorkommenden (natürlichen) chemischen Elemente sind durch Kernreaktionen in gewaltigen Vorgängen in dem Weltall entstanden wobei unmittelbar nach dem Urknall die leichtesten Elemente wie der gesamte Wasserstoff und ein Teil des noch vorhandenen Heliums und etwas Lithium gebildet wurden. https:/de.wikipedia.org/wiki/Etymologische_Liste_der_chemischen_Elementehttps:/de.wikipedia.org/wiki/Etymologische_Liste_der_chemischen_Elemente; BM.: ?; F.: Element, Elementes, Elements, Elemente, Elementen+FW; Z.: Element
elementar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. elementar, Element betreffend, Grundlage betreffend, grundlegend; ne. basic (Adj.), elemental (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Element; Q.: 1797 (Goethe); I.: Lw. lat. elementārius; E.: s. lat. elementārius (1), Adj., zu den Anfangsgründen gehörig, elementar, Elemente..., zu einem Element gehörig, grundlegend, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. elementum, N., Grundstoff, Urstoff, Element, Buchstabe; weitere Herkunft unbekannt; das Wort ist eine Übersetzung von gr. στοιχεῖα (stoicheia), N. Pl., Buchstaben, Grundsätze; L.: Kluge s. u. Element, EWD s. u. Element, DW2 7, 1221, Duden s. u. elementar; Son.: vgl. nndl. elementair, Adj., elementar; frz. élémentaire, Adj., elementar; nschw. elementär, Adj., elementar; nnorw. elementær, Adj., elementar; poln. elementarny, Adj., elementar; lit. elementarus, Adj., elementar; GB.: seit 1797 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Grundlagen betreffend oder grundlegend; BM.: ?; F.: elementar, elementare, elementares, elementarem, elementaren, elementarer(, elementarere, elementareres, elementarerem, elementareren, elementarerer, elementarst, elementarste, elementarstes, elementarstem, elementarsten, elementarster)+FW+EW; Z.: element-ar
Elen, Elend, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Elen, Elentier, Elch; ne. elk, moose, eland; Vw.: -; Hw.: s. Elch; Q.: 13. Jh.; E.: s. fnhd. elent, st. N., Elch, Elen; mhd. elent, st. N., Elch, Elen; mnd. elent, elend, N., Elentier, Elch; ahd. elent*, st. M. (a?, i?), Elentier, Elch, as. elaho, elo*, sw. M. (n), Elch; lit. élnis, alit. ellenis, Sb., Elch, Elen; idg. *elk̑-, Sb., Hirsch, Pokorny 303; vgl. idg. *el- (1), ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, *h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302 (445/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Elen, DW 3, 406, DW2 7, 1023, EWAhd 2, 1023, Duden s. u. Elen; Son.: nach dem Aussterben der Elche in Deutschland wurde das Wort in Ostpreußen neu aus dem Litauischen entlehnt; vgl. nndl. eland, Sb., Elen, Elch; frz. élan, M., Elch; GB.: (elen) seit 13. Jh. belegte und für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein großes seit 60000 Jahren nachweisbares und wohl aus Zentralasien kommendes sowie zu den vor 25 bis 30 Millionen Jahren entwickelten Hirschen gehörendes Tier mit massigem Körper und schaufelförmigem Geweih (Elch); BM.: braun; F.: Elen, Elens+FW; Z.: El-en
elend, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. elend, beklagenswert, jämmerlich, armselig; ne. miserable (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. ellende, Adj., fremd, verbannt, heimatberaubt, heimatlos, ausländisch, geschieden von, unglücklich, jammervoll; mnd. elende, ellende, Adj., fern der Heimat, unheimisch, ortsfremd; mnl. ellende, Adj., elend; ahd. elilenti, Adj., „ausländisch“, fremd, vertrieben, verbannt, gefangen; as. ėlilėndi* (2), Adj., ausländisch, fremd, elend, gefangen; anfrk. -; germ. *aljalanda-, *aljalandaz, Adj., außer Landes seiend; s. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. elend, Kluge s. u. elend, DW 3, 410, EWD s. u. elend, DW2 7, 1223, EWAhd 2, 1042, Duden s. u. elend; Son.: vgl. ae. ėllėnde (1), Adj., ausländisch, fremd; nndl. elendig, Adj., elend; nschw. eländig, Adj., elend; nnorw. elendig, Adj., elend; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beklagenswert oder jämmerlich oder armselig; BM.: außer Landes seiend; F.: elend, elende, elendes, elendem, elenden, elender(, elendere, elenderes, elenderem, elenderen, elenderer, elendst, elendste, elendstes, elendstem, elendsten, elendster)+EW; Z.: el-end
$Elend (1), nhd., N., (9. Jh.): nhd. Elend, Ausland, Verbannung, Gefangenschaft; E.: s. elend; L.: Kluge s. u. elend, EWD s. u. elend, DW 3, 406; GB.: (elilenti) um 830 belegte und aus andere und Land gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ausland oder Verbannung oder Gefangenschaft oder Elend; F.: Elend, Elends, Elendes+EW; Z.: El-end
$elendig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. elendig, elend, Ausland betreffend, fremd, arm, schlecht; E.: s. elend, s. ig; L.: DW 3, 412, EWD s. u. elend, DW2 7, 1226; GB.: seit um 1180 belegte und aus elend und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ausland betreffend oder fremd oder arm oder schlecht; F.: elendig, elendige, elendiges, elendigem, elendigen, elendiger(, elendigere, elendigeres, elendigerem, elendigeren, elendigerer, elendigst, elendigste, elendigstes, elendigstem, elendigsten, elendigster)+EW; Z.: el-end-ig
$elendiglich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. elendiglich, elendig, elend, Ausland betreffend, fremd, arm, schlecht; E.: s. elendig, s. lich; L.: DW 3, 412, EWD s. u. elend, DW2 7, 1227; GB.: seit 1278 belegte und aus elendig und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ausland betreffend oder fremd oder arm oder schlecht; F.: elendiglich, elendigliche, elendigliches, elendiglichem, elendiglichen, elendiglicher(, elendiglichere, elendiglicheres, elendiglicherem, elendiglicheren, elendiglicherer, elendiglichst, elendiglichste, elendiglichstes, elendiglichstem, elendiglichsten, elendiglichster)+EW; Z.: el-end-ig—lich
$Elentier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Elentier; Hw.: s. Elch, s. Elen; E.: s. Elen, s. Tier; L.: Kluge 1. A. s. u. Elentier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Elen und Tier gebildete Bezeichnung für ein großes seit 60000 Jahren nachweisbares und wohl aus Zentralasien kommendes sowie zu den vor 25 bis 30 Millionen Jahren entwickelten Hirschen gehörendes Tier mit massigem Körper und schaufelförmigem Geweih (Elch); F.: Elentier, Elentiers, Elentieres, Elentiere, Elentieren+EW; Z.: El-en—tie-r
Eleve, nhd. (ält.?), M., (18. Jh.): nhd. Eleve, Schüler, Ballettschüler, Zögling; ne. disciple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1765; I.: Lw. frz. éléve; E.: s. frz. éléve, M., Schüler; vgl. afrz. eslever, V., aufheben, emporheben; vulgärlat. *exlevāre, V., emporheben; lat. ēlevāre, V., in die Höhe heben, emporheben, aufheben, hochheben, (204-169 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben; vgl. lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Eleve, DW2 7, 1228, Duden s. u. Eleve; Son.: vgl. nschw. elev, Sb., Schüler; nnorw. elev, M., Schüler; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus dem Altfranzösischen und Vulgärlateinischen sowie Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen Schüler oder Ballettschüler oder einen Zögling; BM.: emporheben; F.: Eleve, Eleven+FW; Z.: E-lev-e
elf, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. elf; ne. eleven; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. einlif, einlef, einluf, eilif, eilef, eilf, eliuf, Num. Kard., elf; mnd. elvene, Num. Kard., elf; mnl. elf, Num. Kard. elf; ahd. einlif, Num. Kard., elf; as. ellevan*, elevan*, Num. Kard., elf; anfrk. -; germ. *ainalibi, Num. Kard., elf; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. elf, Kluge s. u. elf, DW 3, 413, DW2 7, 1229, EWAhd 2, 1008, Duden s. u. elf, Falk/Torp 3, Bluhme s. u. elf; Son.: vgl. afries. andlova, alve, alvene, elleva, Num. Kard., elf; saterl. alwen, Num. Kard., elf; ae. enlefan, ǣnlefan, ǣnleofan, ellefan, ellefne, Num. Kard., elf; an. ellifu, Num. Kard., elf; got. ainlif, Num. Kard., elf; nndl. elf, Num. Kard., elf; nschw. elva, Num. Kard., elf; nnorw. elve, Num. Kard., elf; ? alit. liẽkas, Num. Ord., elfte; GB.: (einlif) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare und aus ein und lif oder schleimig oder übrig gebildete Bezeichnung der Grundzahl zwischen zehn und zwölf; F.: elf, elfe+EW; Z.: e-l-f
Elf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Elf (M.), Elfe, ein Fabelwesen; ne. elf; Vw.: -; Hw.: s. Alb (1); Q.: 1740; I.: Lw. ne. elf; E.: s. ne. elf, M., Elf (M.); ae. ielf, ælf, ylf, ae., st. M. (i): nhd. Alb, Alp, Dämon; germ. *alba-, *albaz, st. M. (a), Alb, Elfe; germ. *albi-, *albiz, st. M. (i), Alb, Elfe; s. idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. *al- (6), *alōu-, aləu-, Adj., weiß, glänzend, Pokorny 29; L.: Kluge 1. A. s. u. Elf, Kluge s. u. Elf, EWD s. u. Elf, DW 3, 400 (Elb), DW2 7, 1230, Duden s. u. Elf, Falk/Torp 21, Bluhme s. u. Elfe; Son.: s. mhd. alp, alb, st. M., st. N., gespenstisches Wesen, Gehilfe des Teufels, Alp (M.); ahd. alb, st. N. (a), st. M. (a?, i?)?, Alp (M.), Faun; vgl. nndl. elf, Sb., Elf (M.); frz. elfe, M., Elf (M.); nschw. alv, alf, älva, Sb., Elf (M.); nnorw. alv, M., Elf (M.); poln. elf, M., Elf; lit. elfas, M., Elf (M.); GB.: seit 1740 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zarten anmutigen Naturgeist (Fabelwesen) in Sagen und Märchen; BM.: weiß; F.: Elf, Elfs, Elfen+FW; Z.: El-f
$Elf (2), nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Elf; E.: s. elf; L.: Kluge s. u. elf, fehlt DW, EWD s. u. elf; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und als Substantivierung von elf gebildete Bezeichnung für elf Spieler einer Fußballmannschaft oder Handballmannschaft; F.: Elf, Elfe+EW; Z.: E-l-f
Elfenbein, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Elfenbein; ne. ivory (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790? (Glosse); E.: mhd. helfenbein, st. N., Elfenbein; ahd. helfantbein*, elfantbein, st. N. (a), Elfenbein; ahd. helfantbein*, st. N. (a), Elfenbein; vgl. ahd. helfant, elephant, st. M. (a), Elefant; germ. *elpandus, M., Elefant, Kamel; lat. elephantus, lat., Elefant; lat.-gr. elephās, M., Elephant; gr. ἐλέφας (eléphas), M., Elefant; weitere Etymologie unklar, wohl Fremdwort, vielleicht aus dem Ägyptischen, s. aägypt. ābu, Sb., Elfenbein, Elefant; oder von einem semit. *alap, Sb., Ochse, vgl. akkad. alpu; oder heth. laḫpa-, Sb., Elfenbein; ahd. bein, st. N. (a), „Bein“, Gebein, Knochen; germ. *baina-, *bainaz, st. M. (a), Knochen, Bein; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von idg. *bʰeiə-, *bʰei-, bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117? (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Elfenbein, Kluge s. u. Elfenbein, DW 3, 413, EWD s. u. Elfenbein, EWAhd 4, 936, Duden s. u. Elfenbein; Son.: vgl. ae. elpenbān, st. N. (a), Elfenbein; nndl. elpenbeen, Sb., Elfenbein; nschw. elfenben, Sb., Elfenbein; nnorw. elfenben, elfenbein, N., Elfenbein; GB.: (helfantbein) seit um 790 belegte und aus Elefant und Bein (Knochen) gebildete Bezeichnung für die knochenähnliche von Menschen in Geräten und Schmuck verwendete Substanz der Stoßzähne von Elefanten; BM.: Elefantenknochen?; F.: Elfenbein, Elfenbeines, Elfenbeins, Elfenbeine, Elfenbeinen+FW+EW; Z.: Elf-en—bei-n
$elfenbeinen, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. elfenbeinen, Elfenbein betreffend; E.: s. Elfenbein, s. en (Suff.); L.: DW 3, 413, EWD s. u. Elfenbein; GB.: (helfantbeinīn*) vielleicht seit 790 belegte und aus Elfenbein und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Elfenbein betreffend; F.: elfenbeinen, elfenbeinene, elfenbeinenes, elfenbeinenem, elfenbeinenen, elfenbeinener+FW+EW; Z.: elf-en—bei-n-en
$elfenbeinern, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. elfenbeinern, Elfenbein betreffend; E.: s. Elfenbein, s. er, s. (e)n; L.: DW 3, 413, EWD s. u. Elfenbein; GB.: seit 1523 belegte und aus Elfenbein und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Elfenbein betreffend; F.: elfenbeinern, elfenbeinerne, elfenbeinernes, elfenbeinernem, elfenbeinernen, elfenbeinerner+FW+EW; Z.: elf-en—bei-n-er-n
$Elfenbeinturm, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Elfenbeinturm; E.: s. Elfenbein, s. Turm; L.: fehlt DW, EWD s. u. Elfenbein; GB.: seit 1830 belegte und in Anknüpfung an das biblische Hohe Lied 7,5 (dein Hals ist ein Turm aus Elfenbein) aus Elfenbein und Turm gebildete Bezeichnung für einen aus Elfenbein hergestellten Turm als Sinnbild einer von der Wirklichkeit entrückten Idealwelt eines Gelehrten oder Künstlers; F.: Elfenbeinturm, Elfenbeinturms, Elfenbeinturmes, Elfenbeintürme, Elfenbeintürmen+EW+FW; Z.: Elf-en—bei-n—turm
$Elfmeter, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Elfmeter, Strafstoß on einem elf Meter von der Torlinie entfernten Punkt aus; E.: s. elf, s. Meter; L.: fehlt DW, EWD s. u. elf; GB.: vielleicht seit 1903 belegte und aus elf und Meter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung des Fußballspiels möglichen Strafstoß von einem bestimmten elf Meter von der Torlinie entfernten Punkt aus; F.: Elfmeter, Elfmeters, Elfmetern+EW+FW; Z.: E-l-f—me-t-er
$elfte, nhd., Num. Ord., (9. Jh.): nhd. elfte; E.: s. elf, s. te (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. elf; GB.: (einlifto*) seit um 830 belegte und aus elf und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für die seit Entwicklung von Sprache mögliche Ordnungszahl zwischen zehnte und zwölfte; F.: elfte, elftes, elftem, elften, elfter+EW; Z.: e-l-f-t-e
$Elfter, nhd., M., (?): nhd. Elfter; E.: s. elft(e), s. er (Suff.; L.: Kluge s. u. elf; GB.: seit unbekannter Zeit belegte Bezeichnung für eine Substantivierung von elfte; F.: Elfte, Elfter, Elfters, Elftem, Elften+EW; Z.: E-l-f-t-er
$Elimination, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Elimination, Ausschaltung, Beseitigung; I.: Lw. frz. élimination; E.: s. elimin(ieren); L.: fehlt DW, EWD s. u. eliminieren; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und in dem Akzent geänderte) sowie mit eliminieren verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ausschaltung oder Beseitigung; F.: Elimination, Eliminationen+FW; Z.: E-li-m-in-at-io-n
eliminieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. eliminieren, ausschalten, beseitigen; ne. eliminate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1691; I.: Lw. frz. éliminer; E.: s. frz. éliminer, V., eliminieren, beseitigen; lat. ēlīmināre, V., über die Schwelle setzen, aus dem Haus treiben, verstoßen (V.), (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. līmen, N., Schwelle, Türschwelle, Wohnung, Behausung; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. eliminieren, fehlt DW, EWD s. u. eliminieren, DW2 7, 1234, Duden s. u. eliminieren; Son.: vgl. nndl. elimineren, V., eliminieren; nschw. eliminera, V., eliminieren; nnorw. eliminere, V., eliminieren; poln. eliminować, V., eliminieren; lit. eliminuoti, V., eliminieren; GB.: seit 1691 belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommen und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches für überflüssig und ungenügend ansehen und ausschalten oder beseitigen; BM.: über die Schwelle treiben; F.: eliminieren, eliminiere, eliminierst, eliminiert, eliminierest, eliminieret, eliminierte, eliminiertest, eliminierten, eliminiertet, ##eliminiert, eliminierte, eliminiertes, eliminiertem, eliminierten, eliminierter##, eliminierend, ###eliminierend, eliminierende, eliminierendes, eliminierendem, eliminierenden, eliminierender###, eliminier (!)+FW+EW; Z.: e-li-m-in-ier-en
$Eliminierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Eliminierung, Ausschaltung, Beseitigung; E.: s. eliminier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. eliminieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus eliminier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Ausschaltung oder Beseitigung; F.: Eliminierung, Eliminierungen+FW+EW; Z.: E-li-m-in-ier-ung
Elite, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Elite, Auswahl der Besten, Führungsschicht; ne. elite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1633; I.: Lw. frz. élite; E.: s. frz. élite, F., Auserwähltes, Elite; vgl. frz. élire, V., auswählen; lat. ēligere, V., herauslesen, ablesen, ausraufen, jäten, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Elite, fehlt DW, EWD s. u. Elite, DW2 7, 1234, Duden s. u. Elite; Son.: vgl. nndl. elite, Sb., Elite; nschw. elit, Sb., Elite; nnorw. elite, M., Elite; poln. elita, F., Elite; lit. elitas, M., Elite; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche hervorgehobene Gruppe von Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder Qualitäten (Auswahl der Besten, Führungsschicht); BM.: auswählen; F.: Elite, Eliten+FW; Z.: E-lit-e
Elixier, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Elixier, Zaubertrank, Heiltrank; ne. elixir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1500; I.: Lw. gr.-arab. al-iksīr; E.: s. gr.-arab. al-iksīr, Sb., Streupulver zur Heilung von Wunden und Augenkrankheiten; s. gr. ξηρίον (xēríon), N., trockenes Heilmittel, Trockenpulver; vgl. gr. ξηρός (xērós), Adj., dürr, trocken; idg. *k̑sē̆ro-, Adj., trocken, hell, klar, Pokorny 625 (994/226) (RB. idg. aus gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Elixier, fehlt DW, EWD s. u. Elixier, DW2 7, 1235, Duden s. u. Elixier; Son.: vgl. nndl. elixer, Sb., Elixier; frz. élixir, M., Elixier; nschw. elixir, Sb., Elixier; nnorw. eliksir, M., Elixier; poln. eliksir, M., Elixier; kymr. elicsir, M., Elixier; nir. éilicsir, M., Elixier; lit. eliksyras, M., Elixier; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Griechisch-Arabischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Wein oder Alkohol gelösten Auszug aus Heilpflanzen mit verschiedenen Zusätzen wie beispielsweise Melissengeist oder Panchaamrit (angeblicher Nektar der Unsterblichkeit aus Milch und Quark und Honig und Palmzucker sowie Ghee; BM.: trocken; F.: Elixier, Elixiers, Elixiere, Elixieren+FW; Z.: El-i-xier
Elk, nhd., M.: nhd. Elk; Vw.: s. Elch
...ell, nhd., Partikel: nhd. ...ell; Hw.: s. ...al
Ellboge, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ellboge, Ellbogen, Ellenbogen, Armgelenk zwischen Oberarm und Unterarm; ne. elbow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ellenbogen, Ellenboge, Ellbogen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ellenboge (1), elenboge, ellepoge, elnpoge, sw. M., Ellbogen, Ellenbogen, Elle; mnd. ēlenebōge*, ēlebōge, ēlenbōge, elbōge, ellebōge, M., Ellbogen, Ellenbogen; mnl. ellenboge, M., Ellbogen, Ellenbogen; ahd. elinbogo, sw. M. (n), Ellbogen, Ellenbogen; as. -; anfrk. -; germ. *alinabugō-, *alinabugōn, *alinabuga-, *alinabugan, sw. M. (a), Ellenbogen, Ellbogen; idg. *olī̆nā, F., Elle, Ellenbogen, Ellbogen, Pokorny 307; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); Son.: vgl. afries. -; ae. ėlnboga, st. M. (a), Ellbogen, Ellenbogen; an. ǫlnbogi, sw. M. (n), Ellenbogen, Ellbogen; got. -; nndl. elleboog, Sb., Ellboge, Ellbogen, Ellenbogen; nnorw. albue, M., Ellboge, Ellbogen, Ellenbogen; L.: DW 3, 414 nur Ellenboge; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen Ell(e) (und en) sowie Boge (Bogen) mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Knochenfortsatz der Elle an dem Ellbogengelenk; BM.: Elle, Bogen; F.: Ellboge, Ellbogens, Ellbogen +EW; Z.: El-l—bog-e
Ellbogen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ellbogen, Ellenbogen, Armgelenk zwischen Oberarm und Unterarm; ne. elbow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ellenbogen, Ellenboge, Ellboge; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ellenboge (1), elenboge, ellepoge, elnpoge, sw. M., Ellbogen, Ellenbogen, Elle; mnd. ēlenebōge*, ēlebōge, ēlenbōge, elbōge, ellebōge, M., Ellbogen, Ellenbogen; mnl. ellenboge, M., Ellbogen, Ellenbogen; ahd. elinbogo, sw. M. (n), Ellbogen, Ellenbogen; as. -; anfrk. -; germ. *alinabugō-, *alinabugōn, *alinabuga-, *alinabugan, sw. M. (a), Ellenbogen, Ellbogen; idg. *olī̆nā, F., Elle, Ellenbogen, Ellbogen, Pokorny 307; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Elle, Kluge s. u. Ellenbogen, fehlt DW, EWD s. u. Elle, DW 3, 414 (Ellenboge), DW2 7, 1236, EWAhd 2, 1049, Duden s. u. Ellenbogen, Falk/Torp 273; Son.: vgl. afries. -; ae. ėlnboga, st. M. (a), Ellbogen, Ellenbogen; an. ǫlnbogi, sw. M. (n), Ellenbogen, Ellbogen; got. -; nndl. elleboog, Sb., Ellbogen, Ellenbogen; nnorw. albue, M., Ellbogen, Ellenbogen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen Ell(e) und Boge bzw. Bogen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Knochenfortsatz der Elle an dem Ellbogengelenk; BM.: Elle, Bogen; F.: Ellbogen, Ellbogens +EW; Z.: El-l—bog-en
$Ellbogenfreiheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ellbogenfreiheit, verlangte Freiheit für rücksichtslose Durchsetzung von Interessen; Q.: um 1800; E.: s. Ellbogen, s. Freiheit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Elle; GB.: seit um 1800 belegte und aus Ellbogen und Freiheit gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Spielraum für die freie Bewegung der Ellbogen und für rücksichtslose Durchsetzung von Interessen (auf Kosten anderer Menschen); F.: Ellbogenfreiheit, Ellbogenfreiheiten+EW; Z.: El-l—bog-en—frei—hei-t
Elle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Elle, Ulna, ein Unterarmknochen; ne. ell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. elle (2), ele, st. F., sw. F., Elle; mhd. elne, eln, st. F., Elle; mnd. elne, F., Elle; mnl. elne, F., Elle; ahd. elina, elna, elle, st. F. (ō), Elle, Ellenbogen; as. elina, st. F. (ō), Elle; anfrk. -; germ. *alinō, st. F. (ō), Elle; idg. *olī̆nā, F., Elle, Ellenbogen, Pokorny 307; s. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Elle, Kluge s. u. Elle, EWD s. u. Elle, DW 3, 414, DW2 7, 1236, EWAhd 2, 1044, Duden s. u. Elle, Falk/Torp 21, Bluhme s. u. Elle; Son.: vgl. afries. elne, st. F. (ō), Elle; saterl. eln; ae. ėln, st. F. (ō), Vorderarm, Elle; an. ǫln, st. F. (ō), Unterarm, Elle; an. eln, Sb., Elle; got. aleina, st. F. (ō), Elle; nndl. ell, Sb., Elle; nschw. aln, Sb., Elle; nisl. öln, F., Elle; GB.: (elina) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen (neben Speiche) sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Knochen des Unterarms auf der Seite des kleinen Fingers und später daraus folgend für ein entsprechendes Längenmaß unterschiedlicher örtlicher Länge zwischen 40,38 und 81,1 Zentimetern; BM.: biegen; F.: Elle, Ellen+EW; Z.: El-l-e
Ellenboge, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ellenboge, Ellenbogen, Ellbogen, ein Armgelenk; ne. elbow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ellboge, Ellbogen, Ellenbogen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ellenboge (1), elenboge, ellepoge, elnpoge, sw. M., Ellbogen, Ellenbogen, Elle; mnd. ēlenebōge*, ēlebōge, ēlenbōge, elbōge, ellebōge, M., Ellbogen, Ellenbogen; mnl. ellenboge, M., Ellbogen, Ellenbogen; ahd. elinbogo, sw. M. (n), Ellbogen, Ellenbogen; as. -; anfrk. -; germ. *alinabugō-, *alinabugōn, *alinabuga-, *alinabugan, sw. M. (a), Ellenbogen, Ellbogen; idg. *olī̆nā, F., Elle, Ellenbogen, Ellbogen, Pokorny 307; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: DW 3, 414; Son.: vgl. afries. -; ae. ėlnboga, st. M. (a), Ellbogen, Ellenbogen; an. ǫlnbogi, sw. M. (n), Ellenbogen, Ellbogen; got. -; nndl. elleboog, Sb., Ellbogen, Ellenbogen; nnorw. albue, M., Ellbogen, Ellenbogen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen Ell(e) und en sowie Boge mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Knochenfortsatz der Elle an dem Ellbogengelenk; BM.: Elle, Bogen; F.: Ellenboge, Ellenbogens, Ellenbogen+EW; Z.: El-l-en—bog-e
Ellenbogen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ellbogen, Ellenbogen, ein Armgelenk; ne. elbow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ellbogen, Ellboge, Ellenboge; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ellenboge (1), elenboge, ellepoge, elnpoge, sw. M., Ellbogen, Ellenbogen, Elle; mnd. ēlenebōge*, ēlebōge, ēlenbōge, elbōge, ellebōge, M., Ellbogen, Ellenbogen; mnl. ellenboge, M., Ellbogen, Ellenbogen; ahd. elinbogo, sw. M. (n), Ellbogen, Ellenbogen; as. -; anfrk. -; germ. *alinabugō-, *alinabugōn, *alinabuga-, *alinabugan, sw. M. (a), Ellenbogen, Ellbogen; idg. *olī̆nā, F., Elle, Ellenbogen, Ellbogen, Pokorny 307; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Elle, Kluge s. u. Ellenbogen, DW 3, 414, EWD s. u. Elle, DW2 7, 1236, EWAhd 2, 1049, Duden s. u. Ellenbogen, Falk/Torp 273; Son.: vgl. afries. -; ae. ėlnboga, st. M. (a), Ellbogen, Ellenbogen; an. ǫlnbogi, sw. M. (n), Ellenbogen, Ellbogen; got. -; nndl. elleboog, Sb., Ellbogen, Ellenbogen; nnorw. albue, M., Ellbogen, Ellenbogen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen Ell(e) und en sowie Bogen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Knochenfortsatz der Elle an dem Ellbogengelenk; BM.: Elle, Bogen; F.: Ellenbogen, Ellenbogens +EW; Z.: El-l-en—bog-en
$Ellenbogenfreiheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ellenbogenfreiheit; E.: s. Ellenbogen, s. Freiheit; L.: Kluge s. u. Ell(en)bogen, fehlt DW; GB.: seit um 1800 belegte und aus Ellenbogen und Freiheit gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Primaten möglichen Spielraum für die freie Bewegung der Ellenbogen und für rücksichtslose Durchsetzung von Interessen auf Kosten anderer Menschen; F.: Ellenbogenfreiheit+EW; Z.: El-l-en—bog-en—frei-hei-t
$ellenlang, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ellenlang, ziemlich lang; E.: s. Ell(e), s. en, s. lang; L.: Kluge s. u. Elle, DW 3, 416, EWD s. u. Elle; GB.: um 1185 belegte und aus Ell(e) und en sowie lang gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches wie eine Elle lang oder ziemlich lang; F.: ellenlang, ellenlange, ellenlanges, ellenlangem, ellenlangen, ellenlanger+EW; Z.: el-l-en—la-ng
…eller, nhd., Suff., (13. Jh.?): nhd. …eller; ne. …el; Vw.: s. Muskat-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. it. …ello, lat. …ellum; E.: s. it. ello, Suff., …eller; lat. …ellum, Suff., eller; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nnorw. …eller, Suff., …eller; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Nachsilben verwendete Bezeichnung für eine Bildung von Substantiven; BM.: ?; F.: …eller, …ellers, …ellern+FW+EW; F.: -el-l-er
Ellipse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ellipse, Kegelschnitt, Auslassung; ne. ellipse; Vw.: -; Hw.: s. Eklipse; Q.: 1616 (Kepler); I.: Lw. lat. ellīpsis; E.: s. lat. ellīpsis, Ellipse; gr. ἔλλειψις (élleipsis), F., Ausbleiben, Mangel (M.); vgl. gr. ἐλλείπειν (elleípein), V., unterlassen (V.), auslassen; gr. λείπειν (leípein), V., lassen, verlassen (V.), im Stich lassen; vgl. idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ellipse, fehlt DW, EWD s. u. Ellipse, DW2 7, 1239, Duden s. u. Ellipse; Son.: vgl. nndl. ellips, Sb., Ellipse; frz. ellipse, F., Ellipse; nschw. ellips, Sb., Ellipse; nnorw. ellipse, M., Ellipse; poln. elipsa, F., Ellipse; kymr. elips, M., Elipse; nir. éilips, F., Ellipse; lit. elipsė, F., Ellipse; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung in der Geometrie für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche zu den Kegelschnitten gehörende geschlossene Kurve in der Form eines gestauchten Kreises um zwei feste Punkte wie beispielsweise die Umlaufbahn der Erde um die Sonne und in der Sprachwissenschaft für eine Auslassung von Teilen; BM.: auslassen; F.: Ellipse, Ellipsen+FW(+EW); Z.: El-lip-s-e
$elliptisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. elliptisch, eine Ellipse betreffend; E.: s. Ellip(se), s. t, s. isch; L.: Kluge s. u. Ellipse, fehlt DW, EWD s. u. Ellipse; GB.: seit 1616 belegte und aus dem gr.-lat. ellipti(cos) aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine Ellipse betreffend; F.: elliptisch, elliptische, elliptisches, elliptischem, elliptischen, elliptischer+FW+EW; Z.: el-lip-t-isch
Eloge, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Eloge, Lobrede, überschwängliches Lob; ne. eulogy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. éloge; E.: s. frz. éloge, M., Eloge, Lobrede; lat. ēlogium, N., Aussage, Ausspruch, Spruch, Inschrift, (234-149 v. Chr.); gr. ἐλεγεῖον (elegeion), N., Distichon, poetische Inschrift; vgl. gr. ἔλεγος (élegos), M., Klagelied; wohl kleinasiatischer Herkunft, s. Frisk 1, 486; L.: fehlt DW, DW2 7, 1240, Duden s. u. Eloge; Son.: vgl. nschw. eloge, N., Eloge; nnorw. eloge, M., Eloge; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus Kleinasien stammende Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches von Menschen vorgetragenes überschwängliches Lob auf einen Menschen oder eine Gegebenheit; BM.: Klagelied; F.: Eloge, Elogen+FW; Z.: Elog-e
eloquent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. eloquent, beredt, redegewandt; ne. eloquent; Vw.: -; Hw.: s. Eloquenz; Q.: 1706; I.: Lw. lat. ēloquēns; E.: s. lat. ēloquēns, Adj., mit Sprache begabt, redend, wohlredend, beredt, (154-121 v. Chr.); vgl. lat. ēloquī, V., heraussagen, herausreden, aussagen, aussprechen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. loquī, V., sprechen, reden, sagen, nennen, ausdrücken, zeigen; idg. *tolkᵘ̯-, V., reden?, darlegen?, Pokorny 1088 (1881/58) (RB. idg. aus ital., kelt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eloquenz, fehlt DW, EWD s. u. Eloquenz, DW2 7, 1241, Duden s. u. eloquent; Son.: vgl. nndl. eloquent, Adj., eloquent; frz. éloquent, Adj., eloquent; nschw. elokvent, Adj., eloquent; poln. elokwentny, Adj., eloquent; GB.: seit 1706 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches beredt oder redegewandt; BM.: heraussagen; F.: eloquent, eloquente, eloquentes, eloquentem, eloquenten, eloquenter(, eloquentere, eloquenteres, eloquenterem, eloquenteren, eloquenterer, eloquentest, eloquenteste, eloquentestes, eloquentestem, eloquentesten, eloquentester)+FW+EW; Z.: e-loqu-ent
Eloquenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Eloquenz, Beredsamkeit, Redegewandtheit; ne. eloquence; Vw.: -; Hw.: s. Eloquenz; Q.: 1531; I.: Lw. lat. ēloquentia; E.: s. lat. ēloquentia, F., Beredsamkeit, Redegewalt, Redegewandtheit, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. ēloquī, V., heraussagen, herausreden, aussagen, aussprechen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. loquī, V., sprechen, reden, sagen, nennen, ausdrücken, zeigen; idg. *tolkᵘ̯-, V., reden?, darlegen?, Pokorny 1088 (1881/58) (RB. idg. aus ital., kelt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eloquenz, fehlt DW, EWD s. u. Eloquenz, DW2 7, 1241, Duden s. u. Eloquenz; Son.: vgl. nndl. eloquentie, Sb., Eloquenz; frz. éloquence, F., Eloquenz; nschw. elokvens, Sb., Eloquenz; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Beredsamkeit oder Redegewandtheit; BM.: heraussagen; F.: Eloquenz+FW+EW; Z.: E-loqu-enz
Elritze, Erlitze, Irlitze, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Elritze, Bitterfisch, Pfrille; ne. common minnow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Chirurgie des Roger Frugardi); E.: mhd. eldrize, Sb., Elritze, Bitterfisch; mnd. eldritz, M., Elritze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Elritze, Kluge s. u. Elritze, DW 3, 416, DW2 7, 1241, Duden s. u. Elritze; Son.: vgl. nndl. elrits, Sb., Elritze; nschw. elritsa, Sb., Elritze; GB.: (eldrize) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen sechs bis 14 Zentimeter langen und von Europa bis Sibirien verbreiteten bräunlichen Karpfenfisch mit silberig glänzenden Körperseiten; BM.: ?; F.: Elritze, Elritzen+EW?; Z.: Elritz-e
Elster, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Elster, Alster, ein Rabenvogel mit schwarz-weißem Gefieder; ne. magpie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. elster, sw. F., Elster; mnd. ēgester, F., Elster; mnl. exter, F.?, Elster; ahd. agalstra, sw. F. (n), Elster; s. as. agastria*, agistra?, sw. F. (n), Elster; anfrk. -; germ. *agalstrō-, *agalstrōn, sw. F. (n), Elster; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Elster, Kluge s. u. Elster, DW 3, 417, EWD s. u. Elster, DW2 7, 1242, EWAhd 1, 79, Duden s. u. Elster, Bluhme s. u. Elster; Son.: s. nhd. (dial.) Alster, F., Elster, DW 1, 262; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. ekster, Sb., Elster; GB.: (agalstra) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen weit verbreiteten bis zu 45 Zentimeter großen zu der Familie der Rabenvögel gehörenden Vogel mit schwarz-weißem Gefieder; BM.: spitz?; F.: Elster, Elstern+EW; Z.: El-st-er
Elter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Elter, Elternteil, Vater, Mutter; ne. parent, elder (M.); Vw.: -; Hw.: s. alt; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. elteren*, eltern, eltren, elderen, sw. M. Pl., Eltern, Vorgänger, Vorfahren; ahd. eltiron*, eldiron, Adj. Komp. subst.=sw. M. Pl. (n), Eltern; as. eldiron, sw. M. Pl. (n), Eltern; anfrk. -; vgl. germ. *alda-, *aldaz, Adj., alt; germ. *alþja-, *alþjaz?, Adj., alt; vgl. idg. *al- (2), h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eltern, Kluge s. u. Eltern, DW 3, 418 (Eltern), EWD s. u. Eltern, DW2 7, 1242, EWAhd 2, 1036, Duden s. u. Eltern, Falk/Torp 20, Seebold 76, Bluhme s. u. Eltern; Son.: vgl. afries. aldera, eldera, sw. M. (n), Vater, Elter, Vorfahre; ae. ealdor, st. M. (a), Fürst, Herr, König, Vater, Vorfahre; an. -; got. -; nndl. ouders, Sb. Pl., Eltern; nschw. föräldrar, Sb. Pl., Eltern; nnorw. foreldre, M. Pl., Eltern; GB.: (eltiro) seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Primaten oder vieler sonstiger Lebewesen möglicher Elter oder Elternteil oder Vater oder Mutter; BM.: alt; F.: Elter, Eltern+EW; Z.: El-t-er
$Eltermutter, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Eltermutter, Großmutter, Mutter eines Elters; E.: s. Elter, s. Mutter; L.: Kluge s. u. Eltervater, DW 3, 418; GB.: (altermuoter) vielleicht seit Anfang 13. Jh. belegte und aus Elter bzw. alt und Mutter gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Primaten oder sonstiger Lebewesen mögliche Großmutter oder Mutter eines Elters; F.: Eltermutter, Eltermütter, Eltermüttern+EW; Z.: El-t-er-mu-tt-er
$Eltervater, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Eltervater, Großvater, Elter eines Vaters; E.: s. Elter, s. Vater; L.: Kluge s. u. Eltervater. DW 3, 419; GB.: (altervater) seit 1190-1200 belegte und aus Elter bzw. alt und Vater gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Primaten oder sonstiger Lebewesen möglichen Großvater oder Vater eines Elters; F.: Eltervater, Eltervaters, Elterväter, Eltervätern+EW; Z.: El-t-er-va-t-er
Elysium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Elysium, Land der Seligen in der Unterwerlt; ne. Elysium, Elysion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1680; I.: Lw. gr. Ἠλύσιον (πεδίον) (Ēlýsion [pedíon]); E.: s. gr. Ἠλύσιον (πεδίον) (Ēlýsion [pedíon]), N., seliges Feld, Elysium; wohl vorgriechisch; oder von gr. ἤλυσις (ḗlysis), F., Kommen, Gang; vgl. gr. ἔρχεσθαι (érchesthai), V., kommen, gehen, herankommen; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW2 7, 1244, Duden s. u. Elysium; Son.: vgl. poln. Elysium, M.?, Elysium; GB.: seit 1680 belegte und aus dem Griechischen und mittelbar wohl dem Vorgriechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich in der Mythologie der Griechen des Altertums mögliche Land der Seligen in der Unterwelt; BM.: kommen?; F.: Elysium, Elysiums+FW; Z.: Elys-i-um
em…, nhd., Partikel: nhd. em…; Vw.: s. en… (1)
$Em, nhd., Sb.: nhd. Em; L.: Kluge s. u. Emmchen; F.: Em, Ems+EW; Z.: Em
…em, nhd., N., (19. Jh.): nhd. …em; ne. …eme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. …ème; E.: s. frz. …ème, Suff., …em; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. -em; Son.: s. Morphem, Theorem; vgl. nndl. …eem, Suff., …em; nschw. …em, Suff., …em; nnorw. …em, Suff., …em; poln. …em, Suff., …em; kymr. …em, Suff., …em; nir. …éim, Suff., …em; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in der linguistischen Fachsprache als Suffix zu der Kennzeichnung von systematischen Einheiten nach dem 1874 als phonème entwickelten Vorbild verwendete Partikel; BM.: ?; F.: …em, …eme, …emen+FW; Z.: -em
Email, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Email, Emaille, Glasur; ne. enamel; Vw.: -; Hw.: s. Emaille, emaillieren; Q.: 1722; I.: Lw. frz. émail; E.: s. frz. émail, esmail, M., Email, Emaille; wohl von awfrk. *smalt, Sb., Schmelzung; vgl. awfrk. *smeltan, st. V. schmelzen; germ. *smeltan, st. V., zerfließen, schmelzen; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von lat. maltha, F., Bergteer, Firnis, Kitt, Mörtel; gr. μάλθα (máltha), F., weiches Wachs; vgl. idg. *meldʰ-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Email, fehlt DW, EWD s. u. Emaille, DW2 7, 1244, Duden s. u. Email; Son.: vgl. nndl. émail, Sb., Email, Emaille; nschw. emalj, Sb., Email, Emaille; nnorw. emalje, M., Email, Emaille; poln. emalia, F., Email, Emaille; kymr. enamel, M., Email, Emaille; lit. emalis, M., Email; GB.: seit 1722 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Altwestfränkischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen glasharten gegen Korrosion und Temperaturschwankungen beständigen Schmelzüberzug (Glasur) der als Schutz oder als Verzierung auf metallische Oberflächen aufgetragen wird; BM.: schlagen?; F.: Email, Emails+FW; Z.: E-mail
E-Mail, Mail, nhd., F., N., (20. Jh.): nhd. E-mail, Mail, mail; ne. mail (N.), e-mail; Vw.: -; Hw.: s. mailen; Q.: 4. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. ne. e-mail; E.: s. ne. e-mail, N., E-mail, Mail; gekürzt aus electronic mail; s. ne. electronic, Adj., elektronisch; vgl. ne. electron, N., Elektron (N.) (1); vgl. ne. electric, Adj., elektrisch; neoklassische Bildung zu lat. ēlectrum, N., Bernstein, (70-19 v. Chr.); gr. ἤλεκτρον (ḗlektron), N., Bernstein; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 1, 629; ne. mail, N., Post; über mittelenglisch von afrz. male, Sb., Geldbeutel; aus einer westgermanischen Sprache; vgl. ahd. malaha, st. F. (ō), Tasche, Ranzen, Sack, Quersack; germ. *malha, Sb., Ledersack; idg. *molko-?, Sb., Sack, Tasche, Pokorny 747 (1255/120) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., germ.), EWAhd 6, 65; L.: fehlt DW, Duden s. u. E-mail; Son.: vgl. nndl. e-mail, Sb., E-Mail; frz. e-mail, M., E-Mail; nschw. mejl, N., E-Mail; nnorw. mail, M., E-Mail; GB.: seit 1971 (Ray Tomlinson in den Vereinigten Staaten von Amerika) und 1984 in Deutschland belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus electronic mail gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und (künstlicher) Elektrizität mögliche auf dem elektronischen Weg übermittelte Nachricht; BM.: elektronische Post; F.: E-Mail, E-Mails, Mail, Mails+FW; Z.: E-Mail
Emaille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Emaille, Email, Glasur; ne. enamel; Vw.: -; Hw.: s. Email, emaillieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. émail; E.: s. frz. émail, esmail, M., Email, Emaille; wohl von awfrk. *smalt, Sb., Schmelzung; vgl. awfrk. *smeltan, st. V. schmelzen; germ. *smeltan, st. V., zerfließen, schmelzen; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, -, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von lat. maltha, F., Bergteer, Firnis, Kitt, Mörtel; gr. μάλθα (máltha), F., weiches Wachs; vgl. idg. *meldʰ-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Email, fehlt DW, EWD s. u. Emaille, Duden s. u. Emaille; Son.: vgl. nndl. émail, Sb., Email, Emaille; nschw. emalj, Sb., Email, Emaille; nnorw. emalje, M., Email, Emaille; poln. emalia, F., Email, Emaille; kymr. enamel, M., Email, Emaille; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Altwestfränkischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen glasharten gegen Korrosion und Temperaturschwankungen beständigen Schmelzüberzug (Glasur) der als Schutz oder als Verzierung auf metallische Oberflächen aufgetragen wird; BM.: schlagen?; F.: Emaille, Emaillen+FW; Z.: E-mai-ll-e
emaillieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. emaillieren, mit Email überziehen; ne. enamel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Email, Emaille; Q.: 1444; E.: s. mnd. amelēren, ammelēren, ameliren, sw. V., emaillieren, mit Schmelzglas malen, mit Emaille malen; frz. emailler, V., emaillieren, vgl. frz. émail, esmail, M., Email, Emaille; wohl von awfrk. *smalt, Sb., Schmelzung; vgl. awfrk. *smeltan, st. V. schmelzen; germ. *smeltan, st. V., zerfließen, schmelzen; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von lat. maltha, F., Bergteer, Firnis, Kitt, Mörtel; gr. μάλθα (máltha), F., weiches Wachs; vgl. idg. *meldʰ-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Email, fehlt DW, EWD s. u. Emaille, DW2 7, 1245, Duden s. u. emaillieren; Son.: vgl. nndl. emailleren, V., emaillieren; nschw. emaljera, V., emaillieren; nnorw. emaljere, V., emaillieren; poln. emaliować, V., emaillieren; kymr. enamlo, V., emaillieren; GB.: seit 1444 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altwestfränkischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Metall zwecks Schutzes und Verschönerung mit einem Schmelzüberzug (Glasur) versehen (V.); BM.: schlagen?; F.: emaillieren, emailliere, emaillierst, emailliert, emaillierest, emaillieret, emaillierte, emailliertest, emaillierten, emailliertet, ##emailliert, emaillierte, emailliertes, emailliertem, emaillierten, emaillierter##, emaillierend, ###emaillierend, emaillierende, emaillierendes, emaillierendem, emaillierenden, emaillierender###, emaillier (!)+FW+EW; Z.: e-mai-ll-ier-en
Emanze, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Emanze, emanzipierte Frau; ne. bra bruner; Vw.: -; Hw.: s. Emanzipation; Q.: um 1970; I.: neoklassische Kunstbildung; E.: Verkürzung aus emanz(ipierte Frau); s. lat. ēmancipāre, V., aus der väterlichen Gewalt entlassen (V.), zur Selbständigkeit entlassen (V.), entlassen (V.), für selbständig erklären; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. manus, Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Emanze, fehlt DW, Duden s. u. Emanze; GB.: seit um 1970 belegte und aus Emanzipierte sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine Frau die sich bewusst emanzipiert gibt und sich aktiv für die Emanzipation der Frau aus der Vorherrschaft des Mannes einsetzt; BM.: aus der väterlichen Gewalt entlassen (V.); F.: Emanze, Emanzen+FW; Z.: E-man-z-e
Emanzipation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Emanzipation, Befreiung aus einer Abhängigkeit, Gleichstellung; ne. emancipation; Vw.: -; Hw.: s. Emanze; Q.: 1599; I.: Lw. lat. ēmancipātio; E.: lat. ēmancipātio, F., Entlassung aus der väterlichen Gewalt, Freilassung, Emanzipation, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ēmancipāre, V., aus der väterlichen Gewalt entlassen (V.), zur Selbständigkeit entlassen (V.), entlassen (V.), für selbständig erklären; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. manus, Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Emanzipation, fehlt DW, EWD s. u. Emanzipation, DW2 7, 1246, Duden s. u. Emanzipation; Son.: vgl. nndl. emacipatie, Sb., Emanzipation; frz. émancipation, F., Emanzipation; nschw. emancipation, Sb., Emanzipation; nnorw. emansipasjon, M., Emanzipation; poln. emancypacja, F., Emanzipation; lit. emacipacija, F., Emanzipation; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Herrschaft und Aufklärung mögliche Befreiung aus einer Abhängigkeit; BM.: aus der väterlichen Gewalt bzw. Handgreifung entlassen (V.); F.: Emanzipation, Emanzipationen+FW+EW; Z.: E-man-z-ip-at-io-n
emanzipieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. emanzipieren, selbständig werden, frei machen; ne. emancipate; Vw.: -; Hw.: s. Emanzipation; Q.: 1536; I.: Lw. lat. ēmancipāre; E.: s. lat. ēmancipāre, V., aus der väterlichen Gewalt entlassen (V.), zur Selbständigkeit entlassen (V.), entlassen (V.), emanzipieren, (81-43 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. manus, Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Emanzipation, fehlt DW, EWD s. u. Emanzipation, DW2 7, 1247, Duden s. u. emanzipieren; Son.: vgl. nndl. emaciperen, V., emanzipieren; frz. s’émaciper, V., emanzipieren; nschw. emancipera, V., emanzipieren; nnorw. emansipere, V., emanzipieren; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachliches seit Entwicklung von Herrschaft und Aufklärung mögliches sich aus einer Abhängigkeit befreien; BM.: aus der väterlichen Gewalt entlassen (V.); F.: emanzipieren, emanzipiere, emanzipierst, emanzipiert, emanzipierest, emanzipieret, emanzipierte, emanzipiertest, emanzipierten, emanzipiertet, ##emanzipiert, emanzipierte, emanzipiertes, emanzipiertem, emanzipierten, emanzipierter##, emanzipierend, ###emanzipierend, emanzipierende, emanzipierendes, emanzipierendem, emanzipierenden, emanzipierender###, emanzipier (!)+FW+EW; Z.: e-man-z-ip-ier-en
$emanzipiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. emanzipiert; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. emanzipier(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Emanzipation; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus emanzipier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Herrschaft und Aufklärung mögliches von Abhängigkeit befreit; F.: emanzipiert, emanzipierte, emanzipiertes, emanzipiertem, emanzipierten, emanzipierter(, emanzipiertere, emanzipierteres, emanzipierterem, emanzipierteren, emanzipierterer, emanzipiertst, emanzipiertste, emanzipiertstes, emanzipiertstem, emanzipiertsten, emanzipiertster)+FW+EW; Z.: e-man-z-ip-ier-t
Embargo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Embargo, Sperre, Ausfuhrverbot; ne. embargo; Vw.: -; Hw.: s. Barre, Barren, Barriere, Barrikade; Q.: 1757 (Lexikon); I.: Lw. span. embargo; E.: s. span. embargo, M., Beschlagnahme, Sperre; vgl. span. embargar, V., beschlagnahmen, behindern; frührom. barra, F., Querbalken, Querstange, Zollschranke; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Embargo, fehlt DW, EWD s. u. Embargo, Duden s. u. Embargo; Son.: vgl. nndl. embargo, Sb., Embargo; frz. embargo, M., Embargo; nschw. embargo, Sb., Embargo; nnorw. embargo, M., Embargo; kymr. embargo, M., Embargo; lit. embargas, M., Embargo; GB.: seit 1757 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Staaten mögliches staatliches Verbot mit einem bestimmten Staat Handel zu treiben; BM.: von einem Schiffe in Häfen festhaltenden Balken; F.: Embargo, Embargos+FW; Z.: Em-barg-o
Emblem, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Emblem, Sinnbild, Kennzeichen; ne. emblem; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. emblēma; E.: s. lat. emblēma, N., eingelegte Arbeit, Musivmalerei, Reliefplatte, Reliefstreifen, (um 180-102 v. Chr.); gr. ἔμβλημα (émblēma), N., Eingesetztes, Angesetztes, Lanzenschaft; vgl. gr. ἐμβάλλειν (embállein), V., einlegen, hineinwerfen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Emblem, fehlt DW, EWD s. u. Emblem, DW2 7, 1248, Duden s. u. Emblem; Son.: vgl. nndl. embleem, Sb., Emblem; frz. emblème, F., Emblem; nschw. emblem, Sb., Emblem; nnorw. emblem, N., Emblem; poln. emblemat, M., Emblem; lit. emblema, F., Emblem; GB.: seit 1609 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Sinnbild für etwas Abstraktes Symbolisierendes; BM.: einlegen; F.: Emblem, Emblems, Embleme, Emblemen+FW(+EW); Z.: Em-ble-m
Embolie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Embolie, Verstopfung eines Blutgefäßes; ne. embolism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1919 (Wörterbuch; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἔμβολος (émbolos), M., Pfropfen (M.), Keil, Eingesetztes; s. ἐμβάλλειν (embállein), V., einlegen, hineinwerfen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Embolie, fehlt DW, EWD s. u. Embolie, DW2 7, 1249, Duden s. u. Embolie; Son.: vgl. nndl. embolie, Sb., Embolie; frz. embolie, F., Embolie; nschw. emboli, Sb., Embolie; poln. embolia, F., Embolie; kymr. emboledd, M., Embolie; nir. eambalacht, F., Embolie; lit. embolija, F., Embolie; GB.: seit 1919 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Blut mögliche Verstopfung eines Blutgefäßes durch in die Blutbahn geratene körpereigene oder körperfremde Substanzen; BM.: hineinwerfen; F.: Embolie, Embolien+FW(+EW); Z.: Em—b-ol-ie
$Embolus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Embolus; E.: s. Embolie; L.: Kluge s. u. Embolie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Verschluss oder Pfropfen (M.) oder Kolben; F.: Embolus, Embolusse?, Emboli?+FW; Z.: Emb-ol-us
Embryo, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Embryo, Leibesfrucht; ne. embryo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1480/1481; I.: Lw. lat. embryo; E.: s. lat. embryo, N., Embryo; s. gr. ἔμβρυον (émbryon), N., Embryo, neugeborenes Leben, ungeborenes Leben; vgl. gr. βρῦειν (bryein), V., sprudeln, übervoll sein (V.), sprossen, treiben; vgl. idg. *gᵘ̯eru-, Sb., Stange, Spieß (M.) (1), Pokorny 479? (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Embryo, fehlt DW, EWD s. u. Embryo, DW2 7, 1249, Duden s. u. Embryo; Son.: vgl. nndl. embryo, Sb., Embryo; frz. embryon, M., Embryo; nschw. embryo, Sb., Embryo; nnorw. embryo, N., Embryo; poln. embrion, M., Embryo; lit. embrionas, M., Embryo; GB.: seit 1480/1481 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen in dem Anfangsstadium seiner Entwicklung befindlichen Organismus oder eine Leibesfrucht; BM.: sprossen; F.: Embryo, Embryon, Embryos, Embryonen+FW(+EW); Z.: Em-bry-o
$embryonal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. embryonal, keimhaft, Embryo betreffend; E.: s. Embryo, s. n, s. al; L.: Kluge s. u. Embryo, fehlt DW; GB.: seit 1852 belegte und aus Embryo und n sowie al gebildete Bezeichnung für keimhaft oder Embryo betreffend; F.: embryonal, embryonale, embryonales, embryonalem, embryonalen, embryonaler+FW; Z.: em-bry-on-al
emendieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. emendieren, berichtigen, bessern; ne. emend; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1523; I.: Lw. s. lat. ēmendāre; E.: s. lat. ēmendāre, V., verbessern, ausbessern, heilen (V.) (1), (81-43 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. mendum, N., körperliches Gebrechen, Fehler, Versehen; idg. *mendom, *mend-, Sb., Fehler, Gebrechen, Pokorny 729 (1217/82) (RB. idg. aus ind., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. emendieren, fehlt DW, DW2 7, 1250, Duden s. u. emendieren; Son.: vgl. nndl. emenderen, V., emendieren; frz. émender, V., emendieren; nnorw. emendere, V., emendieren; GB.: seit 1523 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen falsch oder unvollständig überlieferten Text berichtigen oder bessern; BM.: ausbessern; F.: emendieren, emendiere, emendierst, emendiert, emendierest, emendieret, emendierte, emendiertest, emendierten, emendiertet, ##emendiert, emendierte, emendiertes, emendiertem, emendierten, emendierter##, emendierend, ###emendierend, emendierende, emendierendes, emendierendem, emendierenden, emendierender###, emendier (!)+FW+EW; Z.: e-mend-ier-en
emeritieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. emeritieren, entpflichten, in den Ruhestand mit allein verbleibenden Rechten versetzen; ne. emerit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Emeritus; Q.: 1686; I.: lat. Lw.; E.: abgeleitet von Emeritus, M., entpflichteter und nicht entrechteter ordentlicher Hochschullehrer; vgl. lat. ēmerēre, V., verdienen, erwerben, sich verdient machen, ausdienen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. merēre, V., verdienen, erwerben, verlangen, erlangen; idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. emeritieren, fehlt DW, EWD s. u. emeritieren, DW2 7, 1250, Duden s. u. emeritieren; GB.: seit 1686 belegte und mit lat. emeritus sowie ēmerēre verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen ordentlichen Universitätsprofessor von der Lehrpflichten entbinden und in den Ruhestand mit allein verbleibenden Rechten versetzen; BM.: ausdienen; F.: emeritieren, emeritiere, emeritierst, emeritiert, emeritierest, emeritieret, emeritierte, emeritiertest, emeritierten, emeritiertet, ##emeritiert, emeritierte, emeritiertes, emeritiertem, emeritierten, emeritierter##, emeritierend, ###emeritierend, emeritierende, emeritierendes, emeritierendem, emeritierenden, emeritierender###, emeritier (!)+FW+EW; Z.: e-mer-it-ier-en
Emeritus, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.): nhd. Emeritus, Emerit, emeritierter ordentlicher Professor; ne. emeritus; Vw.: -; Hw.: s. emeritieren; Q.: 1697; I.: Lw. mlat. ēmeritus; E.: mlat. ēmeritus (2), M., ausgedienter Soldat, Veteran; lat. ēmeritus,(ausgedient), vgl. lat. ēmerēre, V., verdienen, erwerben, sich verdient machen, ausdienen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. merēre, V., verdienen, erwerben, verlangen, erlangen; idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. emeritieren, fehlt DW, EWD s. u. emeritieren, DW2 7, 1250, Duden s. u. Emeritus; Son.: vgl. nndl. emeritus, Sb., Emeritus; nschw. emeritus, Sb., Emeritus; nnorw. emeritus, M., Emeritus; GB.: seit 1697 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Universitäten des Spätmittelalters möglichen von seinen Amtspflichten entbundenen und zu Forschung und Lehre lebenslag berechtigten ordentlichen Professor einer Universität; BM.: ausdienen; F.: Emeritus, Emeriti+FW; Z.: E-mer-it-us
Emigrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Emigrant, Auswandernder, Auswanderer; ne. emigrant; Vw.: -; Hw.: s. emigrieren, Emigration; Q.: 1635; I.: Lw. lat. ēmigrāns; E.: s. lat. ēmigrāns, (Part. Präs.=)M., Ausziehender, Wegziehender; vgl. lat. ēmigrāre, V., ausziehen, auswandern, scheiden, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. emigrieren, fehlt DW, EWD s. u. Emigrant, DW2 7, 1250, Duden s. u. Emigrant; Son.: vgl. nndl. emigrant, Sb., Emigrant; frz. émigrant, M., Emigrant; nschw. emigrant, Sb., Emigrant; nnorw. emigrant, M., Emigrant; poln. emigrant, M., Emigrant; lit. emigrantas, M., Emigrant; GB.: seit 1635 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der Bildung von Staaten möglichen sein (Pron.) Heimatland Verlassenden oder Auswandernden; BM.: auswandern; F.: Emigrant, Emigranten+FW+EW; Z.: E-mi-g-r-ant
Emigration, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Emigration, Auswanderung; ne. emigration; Vw.: -; Hw.: s. emigrieren, Emigrant; Q.: 1646; I.: Lw. lat. ēmigrātio; E.: s. lat. ēmigrātio, F., Ausziehen, Wegziehen, Auszug, Weggang, Hinscheiden, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. ēmigrāre, V., ausziehen, auswandern, scheiden; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. emigrieren, fehlt DW, EWD s. u. Emigrant, DW2 7, 1250, Duden s. u. Emigration; Son.: vgl. nndl. emigratie, Sb., Emigration; frz. émigration, F., Emigration; nschw. emigration, Sb., Emigration; nnorw. emigrasjon, M., Emigration; poln. emigracja, F., Emigration; lit. emigracija, F., Emigration; GB.: seit 1646 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der Bildung von Staaten mögliche Auswanderung (von Menschen aus der Heimat in einen anderen Staat); BM.: auswandern; F.: Emigration, Emigrationen+FW+EW; Z.: E-mi-g-r-at-io-n
emigrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. emigrieren, auswandern; ne. emigrate; Vw.: -; Hw.: s. Emigrant, Emigration, immigrieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ēmigrāre; E.: s. lat. ēmigrāre, V., ausziehen, auswandern, scheiden, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. emigrieren, fehlt DW, EWD s. u. Emigrant, DW2 7, 1251, Duden s. u. emigrieren; Son.: vgl. nndl. emigrieren, sw. V., emigrieren; frz. émigrer, sw. V., emigrieren; nschw. emigrera, sw. V., emigrieren; nnorw. emigrere, sw. V., emigrieren; poln. emigrować, sw. V., emigrieren; lit. emigruoti, V., emigrieren; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der Bildung von Staaten mögliches (aus seiner Heimat in einen anderen Staat) auswandern; BM.: auswandern; F.: emigrieren, emigriere, emigrierst, emigriert, emigrierest, emigrieret, emigrierte, emigriertest, emigrierten, emigriertet, ##emigriert, emigrierte, emigriertes, emigriertem, emigrierten, emigrierter##, emigrierend, ###emigrierend, emigrierende, emigrierendes, emigrierendem, emigrierenden, emigrierender###, emigrier (!)+FW+EW; Z.: e-mi-g-r-ier-en
eminent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. eminent, hervorragend, herausragend, bedeutsam, groß; ne. eminent; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. ēminēns; E.: s. lat. ēminēns, Adj., hervorragend, hervorstehend, hervortretend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēminēre, V., herausragen, hervorragen, aufragen, emporragen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. minēre, V., ragen; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. eminent, fehlt DW, EWD s. u. eminent, DW2 7, 1251, Duden s. u. eminent; Son.: vgl. nndl. eminent, Adj., eminent; frz. éminent, Adj., eminent; nschw. eminent, Adj., eminent; nnorw. eminent, Adj., eminent; GB.: seit um 1650 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hervorragend oder herausragend oder bedeutsam oder groß; BM.: herausragen; F.: eminent, eminente, eminentes, eminentem, eminenten, eminenter(, eminentere, eminenteres, eminenterem, eminenteren, eminenterer, eminenteste, eminentestes, eminentestem, eminentesten, eminentester)+FW+EW; Z.: e-min-ent
Eminenz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Eminenz, (Anrede) Hoheit; ne. eminence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1446; I.: Lw. lat. ēminentia; E.: s. lat. ēminentia, F., Hervorragen, Hervorragendes, Hervorragung, Erhöhung, Höhe, Erhabenheit, Hoheit, Würde, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēminēre, V., herausragen, hervorragen, aufragen, emporragen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. minēre, V., ragen; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. eminent, fehlt DW, EWD s. u. eminent, DW2 7, 1251, Duden s. u. Eminenz; Son.: vgl. nndl. émincence, Sb., Eminenz; frz. éminence, F., Eminenz; nschw. eminens, Sb., Eminenz; nnorw. eminens, M., Eminenz; poln. eminencja, F., Eminenz; GB.: seit 1446 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen gesellschaftlich hochstehenden Menschen (Anrede Hoheit); BM.: herausragen; F.: Eminenz, Eminenzen+FW+EW; Z.: E-min-enz
Emir, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Emir, orientalischer Fürst; ne. emir; Vw.: -; Hw.: s. Admiral; Q.: 1681; I.: Lw. arab. amīr; E.: s. arab. amīr, M., Fürst, Prinz; L.: fehlt DW, DW2 7, 1251, Duden s. u. Emir; Son.: vgl. nndl. emir, Sb., Emir; frz. émir, M., Emir; nschw. emir, Sb., Emir; nnorw. emir, M., Emir; poln. emir, M., Emir; kymr. emir, M., Emir; nir. éimír, M., Emir; lit. emyras, M., Emir; GB.: seit 1681 belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Fürsten in dem Nahen Osten; BM.: Fürst; F.: Emir, Emirs, Emire, Emiren+FW+EW; Z.: Emir
Emissär, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Emissär, Abgesandter, Kundschafter; ne. emissary; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. émissaire; E.: s. frz. émissaire, M., Emissär, Abgesandter; lat. ēmissārius (2), M., Sendbote, Späher, Spion, Diener, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēmittere, V., herausgehen, herauslaufen lassen, fortschicken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: fehlt DW, DW2 7, 1257, Duden s. u. Emissär; Son.: vgl. nschw. emissarie, Sb., Emissär; nnorw. emissære, M., Emissär; nir. misidear, M., Emissär; poln. emisariusz, M., Emissär; GB.: seit 1636 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Abgesandten oder Kundschafter; BM.: heraussenden; Z.: Emissär, Emissärs, Emissäres, Emissäre, Emissären+FW+EW; Z.: E-miss-är
Emission, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Emission, Ausgabe, Ausströmen von Schadstoffen; ne. emission; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1506; I.: Lw. lat. ēmissio; E.: s. lat. ēmissio, F., Herausschicken, Ausströmenlassen, Entsenden, Entlassen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēmittere, V., herausgehen, herauslaufen lassen, fortschicken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Emission, EWD s. u. exmittieren, DW2 7, 1252, Duden s. u. Emission; Son.: vgl. nndl. emissie, Sb., Emission; frz. émission, F., Emission, Sendung; nschw. emission, Sb., Emission; nnorw. emisjon, M., Emission; poln. emisja, F., Emission; lit. emisija, F., Emission; GB.: seit 1506 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Bildung von Banken mögliche Ausgabe von Wertpapieren oder Geld und ihre Einführung in den Verkehr sowie ein Ausströmen; BM.: heraussenden; F.: Emission, Emissionen+FW+EW; Z.: E-miss-io-n
$emittieren, nhd., sw. V.: nhd. emittieren, ausgeben, aussenden; E.: s. lat. emitt(ere), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. exmittieren; GB.: seit 1648 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Bildung von Banken mögliches ausgeben oder aussenden von Wertpapieren oder Geld; F.: emittieren, emittiere, emittierst, emittiert, emittierest, emittieret, emittierte, emittiertest, emittierten, emittiertet, ##emittiert, emittierte, emittiertes, emittiertem, emittierten, emittierter##, emittierend, ###emittierend, emittierende, emittierendes, emittierendem, emittierenden, emittierender###, emittier (!)+FW+EW; Z.: e-mitt-ier-en
Emmchen, nhd. (ält.), Sb. Pl., (19. Jh.): nhd. Emmchen, Mark (F.); ne. mark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: scherzhafte Verwendung und Verkleinerung einer alten Abkürzung für Mark (F.); s. nhd. Mark (3); L.: Kluge s. u. Emmchen, fehlt DW; Son.: nicht mehr üblich; GB.: seit der 19. Jh.) belegte und aus e und M(ark) sowie chen gebildete scherzhafte Bezeichnung der alten deutschen Währung Mark; BM.: Abkürzung für Mark; F.: Emmchen+EW; Z.: Emm-chen
Emmer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Emmer, Dinkel, Merkorn (!), Zweikorn; ne. amelcorn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. amer, st. M., Emmer, Sommerdinkel; ahd. amar, st. M. (a?, i?), Emmer, Sommerdinkel, Opfermehl, Wintergerste; s. ahd. amari?, st. N. (ja), Emmer, Spelt; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Emmer, DW 3, 420, EWAhd 1, 190, Duden s. u. Emmer, Bluhme s. u. Emmer, Schweiz. Id. 1, 218, Schmeller 1, 73, Fischer 2, 702; Son.: s. schweiz. Ammer, N., Sommerdinkel; bay. Amer, Amerkorn, N., Sommerdinkel; schwäb. Emer, N., Sommerdinkel; vgl. nndl. emmer, Sb., Emmer; nnorw. (Nynorsk) emmer, Sb., Emmer; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine seit 5000 Jahren von Menschen angebaute und gegenüber Einkorn als Zweikorn ertragreichere Weizenart; BM.: ?; F.: Emmer, Emmers+EW; Z.: Emm-er
Emoji, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Emoji, ein Bildschriftzeichen; ne. emoji; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. jap. emoji; E.: s. jap. emoji, Sb., Emoji; vgl. jap. e, Sb., Bild; jap. moji, Sb., Schriftzeichen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Emoji; Son.: vgl. nndl. emoji, Sb., Emoji; frz. emoji, M., Emoji; nschw. emoji, Sb., Emoji; nnorw. emoji, M., Emoji; poln. emoji, Sb., Emoji; nir. emoji, Sb., Emoji; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene sowie aus Bild und Schriftzeichen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes ursprünglich aus Japan stammendes auf Gefühlslagen oder Gegenstände oder Orte hinweisendes Piktogramm wie beispielsweise 😂, ❤️, 🤣, 👍, 😭, 🙏, 😘, 🥰, 😍, 😊; BM.: Bild, Schrift, Schriftzeichen; F.: Emoji, Emojis+FW; Z.: E-moji
Emoticon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Emoticon, Gefühlszeichen an dem Bildschirm; ne. emoticon; Vw.: -; Hw.: s. Emotion, Ikone; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. emoticon; E.: s. ne. emoticon, N., Emoticon; vgl. ne. emotion, N., Emotion, Gefühl; frz. émotion, F., Emotion, Gefühl; vgl. frz. émouvoir, V., bewegen, erregen; lat. ēmovēre, V., herausbewegen, herausschaffen, wegschaffen, ausrenken, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); ne. icon, N., Ikone, Symbol; byz. eikóna, F., Ikone; gr. εἰκών (eikōn), F., Bild, Bildnis, Ebenbild, Abbild, Vergleichung, Gleichnis; s. idg. *u̯eik- (3), V., zutreffen?, gleichkommen?, Pokorny 1129 (1961/37) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Emoticon; Son.: vgl. nndl. emoticon, Sb., Emoticon; frz. émoticône, F., Emoticon; nnorw. emotikon, N., Emoticon; poln. emotikon, M., Emoticon; lit. emotikonas, M., Emoticon; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie vielleicht aus dem Französischen gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus einer Zeichenfolge gebildetes Zeichen das den jeweiligen Gefühlszustand (Emotion) des Verfassers wiedergibt und so als digitale oder graphisch-analoge Gefühlsäußerung erkenntlich macht wie beispielsweise für Freude oder Ärger oder Trauer oder Überraschung wie beispielsweise ein grinsendes Gesicht mit großen Augen oder Tränen lachen; BM.: bewegen, gleichkommen?; F.: Emoticon, Emoticons+FW; Z.: E-mo-t-ic-on
Emotion, nhd., F.: nhd. Emotion, Gefühl; ne. emotion; Vw.: -; Hw.: s. emotionell, Emoticon; Q.: 1603; I.: Lw. frz. émotion; E.: s. frz. émotion, F., Emotion, Gefühl; vgl. frz. émouvoir, V., bewegen, erregen; lat. ēmovēre, V., herausbewegen, herausschaffen, wegschaffen, ausrenken, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Emotion, fehlt DW, EWD s. u. Emotion, DW2 7, 1253, Duden s. u. Emotion; Son.: vgl. nndl. emotie, Sb., Emotion; nschw. emotion, Sb., Emotion; nnorw. emosjon, M., Emotion; poln. emocja, F., Emotion; kymr. emosiwn, M., Emotion; lit. emocija, F., Emotion; GB.: seit 1603 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums (ēmōtio) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Gemütsbewegung wie beispielsweise Freude oder Ärger oder Trauer oder Überraschung oder Furcht oder Wut oder Vertrauen oder Ekel oder Erwartung; BM.: bewegen; F.: Emotion, Emotionen+FW+EW; Z.: E-mo-t-io-n
$emotional, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. emotional, Emotion betreffend, emotionell; E.: s. Emotion, s. al; L.: Kluge s. u. Emotion, fehlt DW, EWD s. u. Emotion; GB.: seit Ende 1886 belegte und aus Emotion und al gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Emotion betreffend; F.: emotional, emotionale, emotionales, emotionalem, emotionalen, emotionaler(, emotionalere, emotionaleres, emotionalerem, emotionaleren, emotionalerer, emotionalst, emotionalste, emotionalstes, emotionalstem, emotionalsten, emotionalster)+FW+EW; Z.: e-mo-t-io-n-al
$Emotionalität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Emotionalität, Gefühlsbetontheit; E.: s. emotional, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. Emotion, fehlt DW; GB.: seit 1922 belegte und aus emotional und i sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Gefühlsbetontheit; F.: Emotionalität+FW+EW; Z.: E-mo-t-io-n-al-it-ät
emotionell, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. emotionell, emotional, Gefühle betreffend, gefühlsmäßig, gefühlsbetont; ne. emotional; Vw.: -; Hw.: s. Emotion; Q.: 1905; I.: Lw. frz. emotionnel; E.: s. frz. emotionnel, Adj., emotional, emotionell; vgl. frz. émotion, F., Emotion, Gefühl; vgl. frz. émouvoir, V., bewegen, erregen; lat. ēmovēre, V., herausbewegen, herausschaffen, wegschaffen, ausrenken, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Emotion, fehlt DW, DW2 7, 1253, Duden s. u. emotionell; Son.: vgl. nndl. emotioneel, Adj., emotionell, emotional; nschw. emotionell, Adj., emotionell, emotional; nnorw. emosjonell, Adj., emotionell, emotional; poln. emocjonalny, Adj., emotionell, emotional; kymr. emosiynol, Adj., emotionell, emotional; lit. emocionalus, Adj., emotionell; GB.: seit 1905 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gefühlsbetont; BM.: herausbewegen; F.: emotionell, emotionelle, emotionelles, emotionellem, emotionellen, emotioneller(, emotionellere, emotionelleres, emotionellerem, emotionelleren, emotionellerer, emotionellst, emotionellste, emotionellstes, emotionellstem, emotionellsten, emotionellster)+FW+EW; Z.: e-mo-t-io-n-ell
Empathie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Empathie, Mitgefühl, Fähigkeit sich in Gefühlslagen anderer Menschen hineinzuversetzen; ne. empathy; Vw.: -; Hw.: s. empathisch; Q.: 1958; I.: Lw. gr. ἐμπάθεια (empátheia); E.: s. gr. ἐμπάθεια (empátheia), F., Zuneigung, Gefühl; vgl. gr. ἐμπαθής (empathḗs), Adj., in heftiger Gemütsbewegung seiend, leidenschaftlich; vgl. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: fehlt DW, DW2 7, 1254, Duden s. u. Empathie, Kytzler/Redemund/Eberl 261; Son.: vgl. nndl. empathie, Sb., Empathie; frz. empathie, F., Empathie; nschw. empati, Sb., Empathie; nnorw. empati, M., Empathie; kymr. empathi, M., Empathie; poln. empatia, F., Empathie; lit. empatija, F., Empathie; GB.: seit 1958 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Bereitschaft und Fähigkeit sich in Gefühlslagen anderer Menschen hineinzuversetzen; BM.: in, leiden; F.: Empathie, Empathien+FW+EW; Z.: Em-path-ie
empathisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. empathisch, mitfühlend, einfühlend, einfühlsam; ne. empathic, empathetic; Vw.: -; Hw.: s. Empathie; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. ἐμπαθής (empathḗs); E.: s. gr. ἐμπαθής (empathḗs), Adj., in heftiger Gemütsbewegung seiend, leidenschaftlich; vgl. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Duden s. u. empathisch; Son.: vgl. nndl. empathisch, Adj., empathisch; frz. empathique, Adj., empathisch; nschw. empatisk, Adj., empathisch; nnorw. empatisk, Adj., empathisch; kymr. empathig, Adj., empathisch; poln. empatyczny, Adj., empathisch; lit. empatiškas, Adj., empathisch; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Empath(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Empathie betreffend oder einfühlend oder einfühlsam; BM.: in, leiden; F.: empathisch, empathische, empathisches, empathischem, empathischen, empathischer(, empathischere, empathischeres, empathischerem, empathischeren, empathischerer, empathischst, empathischste, empathischstes, empathischstem, empathischsten, empathischster)+FW+EW; Z.: em-path-isch
$Empfang, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Empfang, Empfangen, Entgegennehmen; E.: s. emfang(en); L.: Kluge s. u. empfangen, DW 3, 421, EWD s. u. empfangen; GB.: (antfang) seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und aus ent und Fang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Empfangen oder Entgegennehmen; F.: Empfang, Empfangs, Empfanges, Empfänge, Empfängen+EW; Z.: Em-pfa-n-g
empfangen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. empfangen (V.), entgegennehmen, begrüßen, schwanger werden; ne. receive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. enpfāhen (1), enphāhen, enphān, entvāhen, invāhen, intpfangen, st. V., aufnehmen, empfangen (V.), begrüßen, annehmen, übernehmen, an sich nehmen; mnd. entvangen, st. V., empfangen (V.); mnl. ontvaen, sw. V., empfangen (V.); ahd. intfāhan*, infāhan*, red. V., empfangen (V.), aufnehmen, begreifen, bekommen (V.), erhalten (V.), annehmen, nehmen; as. andfāhan*, antfāhan*, red. V. (1), umfassen, erfassen, ergreifen, empfangen (V.); anfrk. -; germ. *anfanhan, st. V., empfangen (V.), angreifen; s. idg. *pā̆k̑-, pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. empfangen, Kluge s. u. empfangen, EWD s. u. empfangen, DW 3, 421, DW2 7, 1255, Duden s. u. empfangen (V.), Falk/Torp 224; Son.: vgl. afries. onfā, st. V. (7)=red. V., anfassen, berühren, ergreifen, zugreifen; ae. onfōn, st. V. (7)=red. V. (1), nehmen, annehmen, erhalten; an. -; got. -; dän. undfange, V., empfangen (V.); GB.: (intfāhan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus ent und fangen gebildete Bezeichnung für entgegennehmen oder begrüßen oder schwanger werden; BM.: festmachen; F.: empfangen, empfange, empfängst, empfängt, empfangest, empfanget, empfing, empfingst, empfingen, empfingt, empfingest, empfinget, ##empfangen, empfangene, empfangenes, empfangenem, empfangenen, empfangener##, empfangend, ###empfangend, empfangende, empfangendes, empfangendem, empfangenden, empfangender###, empfang (!)+EW; Z.: em-pfa-n-g-en
$Empfänger, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Empfänger, Empfangender, Entgegennehmender, Aufnehmender; E.: s. empfangen, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. empfangen, DW 3, 423, EWD s. u. empfangen; GB.: (intfangāri*) seit 9. Jh. belegte und aus empfang(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Entgegennehmenden oder auch Aufnehmenden; F.: Empfänger, Empfängers, Empfängern+EW; Z.: Em-pfä-n-g-er
$empfänglich, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. empfänglich, aufnehmbar, willkommen; E.: s. empfang(en), s. lich; L.: Kluge s. u. empfangen, DW 3, 423, EWD s. u. empfangen; GB.: (antfanglīh) seit um 800 belegte und aus Empfang und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufnehmbar oder willkommen; F.: empfänglich, empfängliche, empfängliches, empfänglichem, empfänglichen, empfänglicher(, empfänglichere, empfänglicheres, empfänglicherem, empfänglicheren, empfänglicherer, empfänglichst, empfänglichste, empfänglichstes, empfänglichstem, empfänglichsten, empfänglichster)+EW; Z.: em-pfä-n-g-lich
$Empfängnis, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Empfängnis, Entgegennehmen, Aufnehmen; E.: s. Empfang, s. nis; L.: Kluge s. u. empfangen, EWD s. u. empfangen; GB.: (intfangnissa*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Empfang und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Entgegennehmen oder Aufnehmen; F.: Empfängnis, Empfängnisse+EW; Z.: Em-pfä-n-g-nis
empfehlen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. empfehlen, hinweisen, übergeben (V.); ne. recommend, suggest; Vw.: -; Hw.: s. befehlen; Q.: 1. Drittel 12. Jh. (Die Dichtungen der Frau Ava); E.: mhd. enpfelhen, enphelhen, entvelhen, intvelhen, st. V., empfehlen, anbefehlen, befehlen, anvertrauen, auftragen, übergeben (V.), übertragen (V.); mnd. entvēlen*, envēlen, entfēlen, enfēlen, sw. V., anempfehlen, übertragen (V.); vgl. germ. *an-, Präf., ent...; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. empfehlen, DW 3, 424, EWD s. u. empfehlen, DW2 7, 1264, Duden s. u. empfehlen; GB.: (enpfelhen) seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus ent und velhen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches als geeignet hinweisen oder übergeben (V.) oder vorschlagen; BM.: an, verhüllen?; F.: empfehlen, empfehle, empfiehlst, empfiehlt, empfehlt, empfehlest, empfehlet, empfahl, empfahlst, empfahlen, empfahlt, empfähle (!), empföhle (!), empfählest, empfählst, empföhlest, empföhlst, empfählen, empföhlen, empfählet, empföhlet, empfohlen, ##empfohlen, empfohlene, empfohlenes, empfohlenem, empfohlenen, empfohlener##, empfehlend, ###empfehlend, empfehlende, empfehlendes, empfehlendem, empfehlenden, empfehlender###, empfiehl (!)+EW; Z.: em-pfehl-en
$Empfehlung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Empfehlung, befürwortender oder lobender Hinweis; E.: s. empfehl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. empfehlen, DW 3, 425, EWD s. u. empfehlen; GB.: um 1300 belegte und aus empfehl(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen befürwortenden oder lobenden Hinweis; F.: Empfehlung, Empfehlungen+EW; Z.: Em-pfehl-ung
empfinden, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. empfinden, wahrnehmen, verspüren, fühlen; ne. feel (V.), suffer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.? (Glosse); E.: mhd. enpfinden (1), enphinden, entvinden, emvinden, invinden, st. V., empfinden, fühlen, spüren, bemerken, erfahren (V.); ahd. intfindan*, st. V. (3a), empfinden, fühlen, mitfühlen, finden, wahrnehmen, erfahren (V.), erleiden, kennen, erkennen; as. andfindan*, andfīthan*, st. V. (3a), finden, wahrnehmen; anfrk. -; germ. *anfenþan, st. V., empfinden; vgl. germ. *an-, st. Präf., ent...; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); germ. *fenþan, *finþan, st. V., gehen?, finden; idg. *pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808; s. idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. empfangen, Kluge s. u. empfinden, DW 3, 426, EWD s. u. empfinden, DW2 7, 1266, EWAhd 3, 255, Duden s. u. empfinden, Falk/Torp 228; Son.: vgl. afries. -; ae. onfindan, st. V. (3a), herausfinden, entdecken, erfahren (V.); an. -; got. -; GB.: (intfindan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus ent und finden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches wahrnehmen und verspüren; BM.: auffinden bzw. finden; F.: empfinden, empfinde, empfindest, empfindet, empfand, empfandest, empfandst, empfanden, empfandet, empfände, empfändest, empfänden, empfändet, empfunden, ##empfunden, empfundene, empfundenes, empfundenem, empfundenen, empfundener##, empfindend, ###empfindend, empfindende, empfindendes, empfindendem, empfindenden, empfindender###, empfind (!)+EW; Z.: em-pfi-n-d-en
$empfindlich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. empfindlich, Empfindungen verspürend, empfindsam; E.: s. empfind(en), s. lich; L.: Kluge s. u. empfinden, DW 3, 429, EWD s. u. empfinden; GB.: (intfindlīh*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus ent und find(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Empfindungen verspürend oder empfindsam; F.: empfindlich, empfindliche, empfindliches, empfindlichem, empfindlichen, empfindlicher(, empfindlichere, empfindlicheres, empfindlicherem, empfindlicheren, empfindlicherer, empfindlichst, empfindlichste, empfindlichstes, empfindlichstem, empfindlichsten, empfindlichster)+EW; Z.: em-pfi-n-d—lich
$Empfindlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Empfindlichkeit, Fähigkeit zu Empfindung, Empfindsamkeit; E.: s. empfindlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. empfinden, DW 3, 430, DW2 7, 1269; GB.: seit 1325 belegte und aus empfindlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Fähigkeit zu Empfindung; F.: Empfindlichkeit, Empfindlichkeiten+EW; Z.: Em-pfi-n-d—lich—kei-t
$empfindsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. empfindsam, Empfindungen verspürend, empfindlich; E.: s. empfind(en), s. sam: L.: Kluge s. u. empfinden, EWD s. u. empfinden; GB.: seit 1756 belegte und aus empfind(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Empfindungen verspürend oder empfindlich; F.: empfindsam, empfindsame, empfindsames, empfindsamem, empfindsamen, empfindsamer(, empfindsamere, empfindsameres, empfindsamerem, empfindsameren, empfindsamerer, empfindsamst, empfindsamste, empfindsamstes, empfindsamstem, empfindsamsten, empfindsamster)+EW; Z.: em-pfi-n-d—sam
$Empfindsamkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Empfindsamkeit, Empfindlichkeit; E.: s. empfindsam, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. empfinden; GB.: seit 1765 belegte und aus empfindsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Fähigkeit zu Empfindung oder Empfindlichkeit; F.: Empfindsamkeit, Empfindsamkeiten+EW; Z.: Em-pfi-n-d—sam—kei-t
$Empfindung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Empfindung, Wahrnehmung eines Reizes; E.: s. empfind(en), s. ung; L.: Kluge s. u. empfinden, DW 3, 432, EWD s. u. empfinden; GB.: seit 1386 belegte und aus empfind(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Wahrnehmung eines Reizes durch ein Organ eines Lebewesens; F.: Empfindung, Empfindungen+EW; Z.: Em-pfi-n-d-ung
Emphase, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Emphase, Hervorhebung, Nachdruck; ne. emphasis; Vw.: -; Hw.: s. emphatisch; Q.: 1531; I.: Lw. frz. emphase; E.: s. frz. emphase, F., Emphase; lat. emphasis, F., Anblick, Nachdruck des Ausdrucks, Emphase, Betonung, Nachdruck, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. ἔμφασις (émphasis), F., Abspiegelung, Andeutung, Hervorhebung, Nachdruck; vgl. gr. ἐμφαίνειν (emphaínein), V., sichtbar machen, an den Tag legen, zeigen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Emphasis, fehlt DW, EWD s. u. Emphase, DW2 7, 1274, Duden s. u. Emphase; Son.: vgl. nndl. emfaze, Sb., Emphase; nschw. emfas, Sb., Emphase; nnorw. emfase, M.?, Emphase; poln. emfaza, F., Emphase; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Hervorhebung oder einen Nachdruck; BM.: sichtbar machen; F.: Emphase, Emphasen+FW+EW; Z.: Em-pha-s-e
emphatisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. emphatisch, nachdrücklich, mit Nachdruck geschehend; ne. emphatic; Vw.: -; Hw.: s. Emphase; Q.: 1656; I.: Lw. lat. emphaticus; E.: s. lat. emphaticus, Adj., emphatisch, nachdrücklich, betonend; gr. ἐμφατικός (emphatikós), Adj., emphatisch; vgl. gr. ἐμφαίνειν (emphaínein), V., sichtbar machen, an den Tag legen, zeigen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Emphase, fehlt DW, EWD s. u. Emphase, DW2 7, 1274, Duden s. u. emphatisch; Son.: vgl. nndl. emphatisch, Adj., emphatisch; frz. emphatique, Adj., emphatisch; nschw. emfatisk, Adj., emphatisch; nnorw. emfatisk, Adj., emphatisch; poln. emfatyczny, Adj., emphatisch; GB.: seit 1656 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nachdrücklich oder mit Nachdruck geschehend; BM.: sichtbar machen; F.: emphatisch, emphatische, emphatisches, emphatischem, emphatischen, emphatischer(, emphatischere, emphatischeres, emphatischerem, emphatischeren, emphatischerer, emphatischst, emphatischste, emphatischstes, emphatischstem, emphatischsten, emphatischster)+FW+EW; Z.: em-pha-t-isch
Emphysem, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Emphysem, krankhafte Luftansammlung; ne. emphysema; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1801; I.: Lw. lat. emphysēma; E.: s. lat. emphysēma, N., Emphysem, Aufblähung, Vergrößerung, (4. Jh. n. Chr.); gr. ἐμφύσημα (emphýsēma), F., Emphysem?; vgl. gr. ἐμφύειν (emphýein), V., anerschaffen, einpflanzen, hineinwachsen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen, hervorbringen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, DW2 7, 1274, Duden s. u. Emphysem; Son.: vgl. nndl. emfyseem, Sb., Emphysem; frz. emphysème, M., Emphysem; nschw. empysem, Sb., Emphysem; nnorw. emfysem, N., Emphysem; kymr. emphysema, M., Emphysem; lit. emfizema, F., Emphysem; GB.: seit 1801 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer krankhaften Luftansammlung oder krankhaften Aufblähung von Geweben oder Organen durch Luft; BM.: in, wachsen (V.) (1); F.: Emphysem, Emphysems, Emphyseme, Emphysemen+FW; Z.: Em-phy-s-em
Empirie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Empirie, Erfahrungserkenntnis; ne. empiricism, empirical evidence; Vw.: -; Hw.: s. empirisch, Empiriker; Q.: 1713; I.: Lw. gr. ἐμπειρία (empeiría); E.: s. gr. ἐμπειρία (empeiría), F., Erfahrung, Kenntnis; vgl. gr. ἔμπειρος (émpeiros), Adj., erfahren (Adj.), kundig, klug, erprobt, bewährt; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. πεῖρα (peira), F., Versuch, Probe, Erfahrung; vgl. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. empirisch, fehlt DW, EWD s. u. empirisch, DW2 7, 1274, Duden s. u. Empirie; Son.: vgl. nschw. empiri, Sb., Empirie; nnorw. empiri, M., Empirie; poln. empiria, F., Empirie; kymr. empiriaeth, empeiriaeth, F., Empirie; nir. eimpíreachas, M., Empirie; GB.: seit 1713 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sich auf Erfahrung und damit auf Versuch und Ergebnis stützende Methode der Gewinnung von Erkenntnissen (Erfahrungserkenntnis); BM.: erfahren (Adj.) bzw. versuchen; F.: Empirie+FW+EW; Z.: Em-pir-ie
Empiriker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Empiriker, Vertreter der Empirie, sich auf Versuch und Ergebnis Stützender; ne. empiric (M.), empiricist; Vw.: -; Hw.: s. empirisch, Empirie; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. mlat. empīricus; E.: s. mlat. empīricus, M., Empiriker; vgl. lat. empīricus, Adj., empirisch, auf Erfahrung beruhend, (um 560-636 n. Chr.); gr. ἐμπειρικός (empeirikós), Adj., erfahren (Adj.); vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. πεῖρα (peira), F., Versuch, Probe, Erfahrung; vgl. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. empirisch, fehlt DW, EWD s. u. empirisch, DW2 7, 1275, Duden s. u. Empiriker; Son.: vgl. nndl. empiricus, Sb., Empiriker; nnorw. empiriker, M., Empiriker; nir. eimpírí, M., Empiriker; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich auf praktische Erfahrung und damit auf Versuch und Ergebnis Stützenden; BM.: erfahren (Adj.) bzw. versuchen; F.: Empiriker, Empirikers, Empirikern+FW; Z.: Em-pir-ik-er
empirisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. empirisch, auf Beobachtung begründet, aus Erfahrung gewonnen; ne. empiric, empirical; Vw.: -; Hw.: s. Empirie, Empiriker; Q.: 1517; I.: Lw. lat. empīricus; E.: s. lat. empīricus, Adj., empirisch, (um 560-636 n. Chr.); gr. ἐμπειρικός (empeirikós), Adj., erfahren (Adj.); vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. πεῖρα (peira), F., Versuch, Probe, Erfahrung; vgl. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. empirisch, EWD s. u. empirisch, DW2 7, 1275, Duden s. u. empirisch; Son.: vgl. nndl. empirisch, Adj., empirisch; frz. empirique, Adj., empirisch; nschw. empirisk, Adj., empirisch; nnorw. empirisk, Adj., empirisch; nir. empíreach, Adj., empirisch; lit. empirinis, Adj., empirisch; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf Beobachtung begründet und aus Erfahrung gewonnen; BM.: erfahren (Adj.) bzw. versuchen; F.: empirisch, empirische, empirisches, empirischem, empirischen, empirischer(, empirischere, empirischeres, empirischerem, empirischeren, empirischerer, empirischste, empirischstes, empirischstem, empirischsten, empirischster)+FW+EW; Z.: em-pir-isch
$Empirist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Empirist, Empiriker, Anhänger der Empirie; Hw.: s. Empirie, Empiriker, empirisch; E.: s. Empiri(e), s. (is)t; L.: Kluge s. u. empirisch, fehlt DW; GB.: seit 1787 belegte und aus Empir(ie) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Empiriker oder Anhänger der Empirie; F.: Empirist, Empiristen+FW; Z.: Em-pir-ist
empor, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. empor, nach oben, in die Höhe; ne. upwards; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. enbore, enbor, embor, Adv., empor, in der Höhe, in die Höhe; s. ahd. in bore, Adv., in der Höhe; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. bor, st. N. (a), Höhe, Gipfel, Spitze; germ. *buri-, *buriz, st. F. (i), Erhebung, Höhe; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. empor, Kluge s. u. empor, DW 3, 433, EWD s. u. empor, DW2 7, 1277, Duden s. u. empor; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ahd. in bore gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach oben oder in die Höhe; BM.: in die Höhe; F.: empor+EW; Z.: em-por
$Empore, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Empore; E.: s. empor, s. e; L.: Kluge s. u. empor, fehlt DW, EWD s. u. empor; GB.: seit 1789 belegte und aus empor und e gebildete Bezeichnung für ein zu einem Innenraum hin offenes Obergeschoss (beispielweise einer Kirche); F.: Empore, Emporen+EW; Z.: Em-por-e
empören, nhd., V., (13. Jh.): nhd. empören, zornig werden, sich aufregen; ne. incense, rebel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm Wolframs von Eschenbach); E.: mhd. enbœren, sw. V., erheben, sich erheben, empören, sich losmachen von, sich wenden gegen, emporschwingen; mnd. entbȫren (1), entboren, enbȫren, enboren, embȫren, sw. V., sich erheben, sich empören; vgl. mhd. bōr, st. M., Trotz, Empörung, Auflehnung, Erhebung; wohl von mhd. bōse, bœse, Adj., böse, schlecht, übel, gering, wertlos, gemein; ahd. bōsi*, Adj., wertlos, nichtig, schwach, unsinnig, nichtswürdig; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. germ. *bausa-, *bausaz, *bausja-, *bausjaz, Adj., aufgeblasen, gering, schlecht, böse; s. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. empören, Kluge s. u. empören, DW 3, 435, EWD s. u. empören, DW2 7, 1279, Duden s. u. empören; Son.: nachträglich mit dem Wort empor in Verbindung gebracht; GB.: seit um 1210 belegte und wohl mit böse und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für zornig werden oder sich aufregen oder in starke Entrüstung versetzen; BM.: böse?, tragen?; F.: empören, empöre, empörst, empört, empörest, empöret, empörte, empörtest, empörten, empörtet, ##empört, empörte, empörtes, empörtem, empörten, empörter##, empörend, ###empörend, empörende, empörendes, empörendem, empörenden, empörender###, empör (!)+EW; Z.: em-pör-en
$Empörer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Empörer, Aufrührer; E.: s. empör(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. empören, DW 3, 436, EWD s. u. empören; GB.: seit 1525 belegte und aus empör(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung von Herrschaft möglichen sich gegen diese auflehnenden Menschen; F.: Empörer, Empörers, Empörern+EW; Z.: Em-pör-er
$Emporkömmling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Emporkömmling; E.: s. empor, s. Kömmling; Q.: 1780-1790; L.: DW 3, 438, EWD s. u. empor; GB.: seit 1780-1790 belegte und aus empor und Kömmling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Differenzierung der Gesellschaft in dem Altertum rasch aufsteigenden Menschen; F.: Emporkömmling, Emporkömmlings, Emporkömmlinge, Emporkömmlingen+EW; Z.: Em-por—köm-m—ling
$Empörung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Empörung, Entrüstung; E.: s. empör(en), s. ung; L.: Kluge s. u. empören, DW 3, 442, EWD s. u. empören; GB.: seit 1470 belegte und aus empör(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Herrschaft mögliche Entrüstung oder Auflehnung gegen Herrschaft; F.: Empörung, Empörungen+EW; Z.: Em-pör-ung
$Emse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Emse; Hw.: s. Ameise; Q.: 1815; L.: DW 3, 443, EWD s. u. Ameise; F.: Emse, Emsen+EW; Z.: E-m-s-e
emsig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. emsig, beharrlich, beständig, fleißig, eifrig, unermüdlich; ne. bustling, busy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. emzic, emzec, enzic, Adj., „emsig“, beständig, fortwährend, beharrlich, eifrig, geduldig; s. ahd. emizzīg*, emazzīg*?, Adj., emsig, beharrlich, beständig, dauernd; s. germ. *amita-, *amitaz, Adj., beständig; vgl. idg. *omə-, *amə-, V., vorgehen, festmachen, bekräftigen, quälen, schädigen, Pokorny 778 (1336/16) (RB. idg. ind., iran., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. emsig, Kluge s. u. emsig, DW 3, 443, EWD s. u. emsig, DW2 8, 1290, EWAhd 2, 1065, Duden s. u. emsig, Falk/Torp 16, Bluhme s. u. emsig; Son.: vgl. nnorw. ama seg, V., sich anstrengen; ai. ámīti, V., dringt an, bedrängt; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beharrlich oder beständig, fleißig, eifrig, unermüdlich; BM.: beständig bzw. bedrängen?; F.: emsig, emsige, emsiges, emsigem, emsigen, emsiger(, emsigere, emsigeres, emsigerem, emsigeren, emsigerer, emsigste, emsigstes, emsigstem, emsigsten, emsigster)+EW; Z.: em-s-ig
$Emsigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Emsigkeit, Beharrlichkeit; E.: s. emsig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 444, EWD s. u. emsig; GB.: seit um 1147 belegte und aus emsig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Beharrlichkeit; F.: Emsigkeit, Emsigkeiten+EW; Z.: Em-s-ig—kei-t
Emulsion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Emulsion, lichtempfindliche Schicht; ne. emulsion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1685; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ēmulsum, N., Ausgemolkenes; vgl. lat. ēmulgēre, ausmelken, abmelken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. mulgēre, V., melken; idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Emulsion, fehlt DW, EWD s. u. Emulsion, DW2 8, 1292, Duden s. u. Emulsion; Son.: vgl. nndl. emulsie, Sb., Emulsion; frz. émulsion, F., Emulsion; nschw. emulsion, Sb., Emulsion; nnorw. emulsjon, M., Emulsion; poln. emulsja, F., Emulsion; kymr. emylsiwn, M., Emulsion; lit. emulsija, F., Emulsion; GB.: seit 1685 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches Gemenge aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten wie beispielsweise Milch oder Butter oder Sahne oder Mayonnaise; BM.: trübes Aussehen; F.: Emulsion, Emulsionen+FW+EW; Z.: E-muls-io-n
en…, em…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. en…, hinein, innerhalb; ne. en…; Vw.: s. -dogen, -ergie, -thusiasmus; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. ἐν (en), lat. in; E.: s. gr. ἐν (en), Präp., in; bzw. auch von lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; beide von idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. en-, Kytzler/Redemund/Eberl 1061; Son.: s. Enthusiasus, Emphase, Enklave; vgl. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; frz. nndl. én..., em..., Präf., en..., em...; nschw. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; nnorw. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; poln. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; kymr. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; nir. ein..., Präf., en...; lit. nndl. en..., em..., Präf., en..., em...; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Partikel und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bezeichnung von etwas Innerem verwendete Bezeichnung; BM.: in; F.: en…, em…+FW; Z.: en-
Ende, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ende, äußerste Spitze, Schluss; ne. end (N.); Vw.: -; Hw.: s. Happy End; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ende (1), einde, ente, st. N., st. M., sw. M., Ende, Beendigung, Abschluss, Lebensende, Tod, Ziel, Richtung; mnd. ende, M., seltener N., Ende; mnl. ende, N.?, Ende; ahd. enti, st. M. (ja), N. (ja), Ende, Grenze, Rand, Spitze, Ziel, Ausgang; as. ėndi (1), st. M. (ja), Ende, Anfang, Zweck, Bedeutung, Inhalt; anfrk. endi*, ende*, st. N. (ja), Ende; germ. *andja-, *andjaz, *andija-, *andijaz, st. M. (a), Ende; vgl. idg. *anti̯os, Adj., gegenüber, vor einem liegend, Pokorny 50; idg. *ants, *h₂ent-, *h₂ant-, Sb., Vorderseite, Stirn, Pokorny 48 (86/86) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ende, Kluge s. u. Ende, DW 3, 447, EWD s. u. Ende, DW2 8, 1293, EWAhd 2, 1068, EWAhd 2, 1080, Duden s. u. Ende, Falk/Torp 13, Bluhme s. u. Ende; Son.: vgl. afries. enda (1), ende (3), st. M. (a), Ende, Endurteil; saterl. end; ae. ėnde (1), st. M. (ja), Ende, Schluss, Grenze, Hintern, Viertel; an. endi (1), endir, st. M. (ja), Ende; got. andeis 15=14, st. M. (ja/i), Ende; got. *anda- (2)?, Sb., Ende; nndl. einde, eind, Sb., Ende; nschw. ända, Sb., Ende; nnorw. ende, M., Ende; ai. ánta-, M., Ende, Grenze, Rand; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Stelle an der etwas aufhört (äußerste Spitze oder Schluss); BM.: Vorderseite; F.: Ende, Endes, Enden+EW; Z.: End-e
endemisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. endemisch, örtlich begrenzt, einheimisch; ne. endemic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1765; I.: Lw. frz. endémique; E.: s. frz. endémique, Adj., endemisch; gr. ἔνδημος (éndēmos), gr., Adj.: nhd. daheim bleibend, einheimisch; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: fehlt DW, DW2 8, 1297, Duden s. u. endemisch; Son.: vgl. nschw. endemisk, Adj., endemisch; nnorw. endemisk, Adj., endemisch; poln. endemiczny, Adj., endemisch; kymr. endemig, Adj., endemisch; nir. eindéimeach, Adj., endemisch; lit. endeminis, Adj., endemisch; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem bestimmten Gebiet oder örtlich begrenzt verbreitet oder einheimisch; BM.: in, Gebiet; F.: endemisch, endemische, endemisches, endemischem, endemischen, endemischer(, endemischere, endemischeres, endemischerem, endemischeren, endemischerer, endemischste, endemischstes, endemischstem, endemischsten, endemischster)+FW+EW; Z.: en-de-m-isch
$enden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. enden; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. End(e), s. en; L.: Kluge s. u. Ende, DW 3, 459, EWD s. u. Ende; GB.: (entōn) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus End(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zu einem Schluss kommen oder zu einem Schluss bringen; F.: enden (!), ende (!), endest, endet, endete, endetest, endeten, endetet, geendet, ##geendet, geendete, geendetes, geendetem, geendeten, geendeter##, endend, ###endend, endende, endendes, endendem, endenden, endender###, end (!)+EW; Z.: end-en
$*endigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. endigen; Vw.: s. be-; E.: s. End(e), s. ig, s. en; L.: DW 3, 461, EWD s. u. Ende; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus End(e) und ig sowie en gebildete und aus beendigen erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zu einem Schluss kommen oder bringen; F.: beendigen, beendige, beendigst, beendigt, beendigest, beendiget, beendigte, beendigtest, beendigten, beendigtet, ##beendigt, beendigte, beendigtes, beendigtem, beendigten, beendigter##, beendigend, ###beendigend, beendigende, beendigendes, beendigendem, beendigenden, beendigender###, beendig (!), beendige+EW; Z.: end-ig-en
Endivie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Endivie, Chicorée, Brüsseler, Spitze; ne. endive, chicory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: lat. Entlehnung; E.: mhd. endivia, F., Endivie; mnd. endīvie, F., Pflanze mit salatartigen Blättern (besonders Endivie); über romanische Vermittlung s. lat. intibum, N., Zichorie, Endivie, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt, vielleicht lat. tubus, M., Röhre, Wasserröhre, weibliches Glied; lat. tuba, F., Tuba, Trompete, Posaune, Jagdhorn; weitere Herkunft ungeklärt, Herkunft unsicher, vielleicht zu tībia?, s. Walde/Hofmann 2, 712; oder von ägypt. tōbi, Sb., Januar; L.: Kluge 1. A. s. u. Endivie, Kluge s. u. Endivie, DW 3, 462, EWD s. u. Endivie, DW2 8, 1301, Duden s. u. Endivie; Son.: vgl. nndl. andijvie, Sb., Endivie; frz. chicorée endive, F., Endivie; nschw. endivia, Sb., Endivie; nnorw. endiv, M., Endivie; poln. endywia, F., Endivie; kymr. endif, M., F., Endivie; GB.: seit 14. Jh. belegte und über romanische Vermittlung aus lat. intibum aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Menschen als Salat oder Gemüse verwendete Pflanze mit meist krausen geschlitzten hellgrünen Blättern; BM.: Rohr?, Januar?; F.: Endivie, Endivien+FW+EW; Z.: En-div-ie
$endlich, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. endlich, schließlich; Vw.: s. un-; E.: s. End(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Ende, DW 3, 462, EWD s. u. Ende; GB.: seit um 1000 belegte und aus End(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Ende betreffend oder schließlich; F.: endlich, endliche, endliches, endlichem, endlichen, endlicher(, endlichere, endlicheres, endlicherem, endlicheren, endlicherer, endlichst, endlichste, endlichstes, endlichstem, endlichsten, endlichster)+EW; Z.: end-lich
endogen, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. endogen, von innen verursacht, von innen kommend, durch innere Einflüsse entstehend; ne. endogenous; Vw.: -; Hw.: s. exogen; Q.: 1838; I.: Lw. frz. endogène; E.: s. frz. endogène, Adj., endogen; gr. ἐνδογενής (endogenḗs), Adj., im Haus geboren; vgl. gr. ἔνδον (éndon), Adv., drinnen, daheim; E.: s. idg. *endo-, Präp., in, Pokorny 312; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. endogen, DW2 8, 1304, Duden s. u. endogen; Son.: vgl. nndl. endogeen, Adj., endogen; frz. endogène, Adj., endogen; nschw. endogen, Adj., endogen; nnorw. endogen, Adj., endogen; kymr. endogenig, Adj., endogen; GB.: seit 1838 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch innere Einflüsse entstehend; BM.: drinnen, Geschlecht; F.: endogen, endogene, endogenes, endogenem, endogenen, endogener+FW+EW; Z.: en-do-gen
Endorphin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Endorphin, ein schmerzstillend wirkendes Hormon (Glückshormon); ne. endorphin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἔνδον (éndon), Adv., drinnen, daheim; E.: s. idg. *endo-, Präp., in, Pokorny 312; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. Μορφεύς (Morpheús), M.=PN, Morpheus; vgl. gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Endorphin; Son.: vgl. nndl. endorfine, Sb., Endorphin; frz. endorphine, F., Endorphin; nschw. endorfin, N., Endorphin; nnorw. endorfin, N.?, Endorphin; poln. endorfina, F., Endorphin; lit. endorfinas, M., Endorphin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für ein körpereigenes von dem Gehirn und dem Rückenmark von Wirbeltieren hergestelltes und bei Schmerz oder Stress ausgeschüttetes schmerzstillend wirkendes seit 1975 von John Hughes und Walter Kosterlitz in dem Zwischenhirn des Schweines nachgewiesenes Hormon (Glückshormon); BM.: in, PN; F.: Endorphin, Endorphins, Endorphines, Endorphine, Endorphinen+FW+EW?; Z.: En-d-orph-in
Endoskopie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Endoskopie, Untersuchung von Körperhöhlen mit einem bestimmten Instrument; ne. endoscopy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἔνδον (éndon), Adv., drinnen, daheim; E.: s. idg. *endo-, Präp., in, Pokorny 312; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Endoskopie; Son.: vgl. nndl. endoscopie, Sb., Endoskopie; frz. endoscopie, F., Endoskopie; nschw. endoskopi, Sb., Endoskopie; nnorw. endoskopi, M., Endoskopie; poln. endoskopia, F., Endoskopie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl erst seit dieser Zeit von Menschen verfeinert entwickelte und verwendete Untersuchung von Körperhöhlen mit einem speziellen optischen Instrument; BM.: in, sehen; F.: Endoskopie, Endoskopien+FW+EW?; Z.: En-do-skop-ie
$Endspurt, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Endspurt; E.: s. End(e), s. Spurt; L.: Kluge s. u. Spurt, fehlt DW, EWD s. u. Spurt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. aus End(e) und dem aus dem Englischen aufgenommenen Spurt gebildete Bezeichnung für eineletzte Steigerung der Geschwindigkeit eines längeren Laufes an einem Ende; F.: Endspurt, Endspurts+EW+FW; Z.: End—s-pur-t
$Endung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Endung, Ende, Verfall, Endsilbe; E.: s. end(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Ende, DW 3, 467; GB.: (entunga*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus end(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Ende oder einen Verfall oder eine Endsilbe; F.: Endung, Endungen+EW; Z.: End-ung
Energie, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Energie, Kraft; ne. energy; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. energīa; E.: lat. energīa, F., Wirksamkeit, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. ἐνέργεια (enérgeia), F., Wirksamkeit, Tätigkeit; vgl. gr. ἐνεργής (energḗs), Adj., wirksam, tatkräftig; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Energie, fehlt DW, EWD s. u. Energie, DW2 8, 1311, Duden s. u. Energie; Son.: vgl. nnd. energie, Sb., Energie; frz. énergie, F., Energie; nschw. energi, Sb., Energie; nnorw. energi, M., Energie; poln. energia, F., Energie; nir. ineirge, F., Energie; lit. energija, F., Energie; GB.: seit 1586 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt vorhandene von Menschen in dem Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Nachdruck eingesetzte Kraft beispielsweise aus Biomasse oder Erdwärme oder Wasser oder Wind oder Strom oder Kernspaltung oder Kernfusion; BM.: in, Wirken; F.: Energie, Energien+FW+EW; Z.: En-erg-ie
$energisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. energisch, Energie betreffend, wirksam, tatkräftig; E.: s. Energ(ie), s. (isch; L.: Kluge s. u. Energie, fehlt DW, EWD s. u. Energie; GB.: seit 1766 belegte und aus Energ(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Energie betreffend oder wirksam oder tatkräftig; F.: energisch, energische, energisches, energischem, energischen, energischer(, energischere, energischeres, energischerem, energischeren, energischerer, energischst, energischste, energischstes, energischstem, energischsten, energischster)+FW+EW; Z.: en-erg-isch
enervieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. enervieren, aufregen, ärgern; ne. ennervate (V.), annoy; Vw.: -; Hw.: s. Nerv, nervös; Q.: 1598; I.: Lw. frz. énerver; E.: s. frz. énerver, V., enervieren, nervös machen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); frz. nerf, M., Nerv; lat. nervus, M., Sehne, Flachse, männliches Glied, (um 450 v. Chr.); s. idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Nerv, fehlt DW, EWD s. u. Nerv, DW2 8, 1315, Duden s. u. enervieren; Son.: vgl. nndl. enerveren, V., enervieren; nnorw. enervere, V., enervieren, nervös machen; GB.: seit 1598 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches nervös machen oder aufregen oder ärgern; BM.: aus, drehen; F.: enervieren, enerviere, enervierst, enerviert, enervierest, enervieret, enervierte, enerviertest, enervierten, enerviertet, ##enerviert, enervierte, enerviertes, enerviertem, enervierten, enervierter##, enervierend, ###enervierend, enervierende, enervierendes, enervierendem, enervierenden, enervierender###, enervier (!) +FW+EW; Z.: e-ne-rv-ier-en
Enfant terrible, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Enfant terrible, Störenfried; ne. enfant terrible; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1864 (Raabe); I.: Lw. frz. enfant terrible; E.: s. frz. enfant terrible, M., schreckliches Kind; vgl. frz. enfant, M., Kind, (um 250-184 v. Chr.); lat. īnfāns, M., F., kleines Kind; vgl. lat. īnfāns, Adj., stumm, sehr jung; lat. in- (2), Präf., Verneinungsartikel, un…; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. fārī, V., künden, kundtun; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); lat. terribilis, Adj., schrecklich, Schrecken erregend, Ehrfurcht gebietend, (204-169 v. Chr.); lat. terrēre, V., schrecken, erschrecken, in Schrecken setzen, in Furcht setzen; idg. *tres-, *ters-, V., zittern, zappeln, Pokorny 1095 (1896/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Enfant terrible, fehlt DW, DW2 8, 1315, Duden s. u. Enfant terrible; Son.: vgl. nndl. enfant terrible, Sb., Enfant terrible; nnorw. enfant terrible, M., Enfant terrible; poln. enfant terrible, Sb., Enfant terrible; GB.: seit 1864 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für jemand der gegen die geltenden gesellschaftlichen Regeln verstößt und dadurch seine Umgebung oft überrascht oder in Verlegenheit bringt; BM.: schreckliches Kind; F.: Enfant terrible, Enfants terribles+FW; Z.: En-fa-nt terr-ib-l-e
eng, nhd., Adj.: nhd. eng; Vw.: s. enge
Engagement, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Engagement, Einsatz, Anstellung; ne. engagement; Vw.: -; Hw.: s. engagieren, Gage; Q.: 1656; I.: Lw. frz. engagement; E.: s. frz. engagement, M., Verpflichtung, Anstellung; vgl. frz. engager, V., verpflichten, in Sold nehmen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. gage, M., Pfand, Lohn; awfrk. *wadi, Sb., Pfand, Einsatz; germ. *wadja-, *wadjam, st. N. (a), Pfand, Handgeld; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Engagement, fehlt DW, EWD s. u. engagieren, DW2 8, 1318, Duden s. u. Engagement; Son.: vgl. nndl. engagement, Sb., Engagement; nschw. engagemang, Sb., Engagement; nnorw. engasjement, N., Engagement; poln. engagement, Sb., Engagement; lit. angažementas, M., Engagement; GB.: seit 1656 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Einsatz oder eine Anstellung eines Menschen; BM.: Pfand; F.: Engagement, Engagements+FW; Z.: En-gag-e-m-ent
engagieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. engagieren, verpflichten, Verpflichtung eingehen, einsetzen; ne. engage; Vw.: -; Hw.: s. Engagement; Q.: 1616; I.: Lw. frz. engager; E.: s. frz. engager, V., verpflichten, in Sold nehmen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. gage, M., Pfand, Lohn; awfrk. *wadi, Sb., Pfand, Einsatz; germ. *wadja-, *wadjam, st. N. (a), Pfand, Handgeld; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Engagement, fehlt DW, EWD s. u. engagieren, DW2 8, 1319, Duden s. u. engagieren; Son.: vgl. nschw. engagera, V., engagieren; nnorw. engasjere, V., engagieren; poln. angażować, V., engagieren; lit. angažuoti, V., engagieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verpflichten oder eine Verpflichtung eingehen; BM.: Pfand; F.: engagieren, engagiere, engagierst, engagiert, engagierest, engagieret, engagierte, engagiertest, engagierten, engagiertet, ##engagiert, engagierte, engagiertes, engagiertem, engagierten, engagierter##, engagierend, ###engagierend, engagierende, engagierendes, engagierendem, engagierenden, engagierender###, engagier (!)+FW+EW; Z.: en-gag-ier-en
$engagiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. engagiert, eiferig, eifrig, entschieden; E.: s. engagier(en), s. t; L.: Kluge s. u. Engagement, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus engagier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eiferig oder entschieden; F.: engagiert, engagierte, engagiertes, engagiertem, engagierten, engagierter(, engagiertere, engagierteres, engagierterem, engagierteren, engagierterer, engagiertest, engagierteste, engagiertestes, engagiertestem, engagiertesten, engagiertester)+FW+EW; Z.: en-gag-ier-t
enge, eng, nhd., (Adj., (8. Jh.): nhd. enge, eng, schmal, nahe anliegend; ne. narrow (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Enge, engen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. enge (1), Adj., eng, schmal, beschränkt, klein, genau, sparsam, vertraulich, abgeschlossen, geheim, knapp, dicht; mnd. enge (1), Adj., eng, enge, beengend, geschlossen; mnl. enghe, Adj., eng; s. ahd. engi, Adj., eng, schmal, klein; as. ėngi*, Adj., eng, schmal; anfrk. -; germ. *angu-, *anguz, *angwu-, *angwuz, Adj., eng; idg. *ang̑ʰús, Adj., eng, Pokorny 42; s. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. eng, DW 3, 468, EWD s. u. eng, DW2 8, 1315, EWAhd 2, 1072, Duden s. u. eng, Falk/Torp 12, Heidermanns 100, Bluhme s. u. eng; Son.: vgl. afries. -; ae. ėnge, Adj. (ja), eng, dicht, drückend, ängstlich; an. ǫngr, øngr, angwaz, Adj., eng; got. aggwus, Adj. (u), eng; nndl. eng, Adj., eng; nisl. öngur, Adj., eng; ai. aṁhú-, Adj., eng; arm. anjowk, Adj., eng; air. cumung, Adj., eng; kymr. cyfyng, Adj., eng; ksl. ǫzъkъ, Adj., eng; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches schmal oder nahe anliegend; BM.: schnüren?; F.: enge, enges, engem, engen, enger(, engere, engeres, engerem, engeren, engerer, engste, engstes, engstem, engsten, engster+EW; Z.: eng-e
Enge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Enge, räumliche Beschränktheit, Mangel (M.) an Raum; ne. narrowness, tightness; Vw.: -; Hw.: s. enge, engen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. enge (3), st. F., Enge, Dichte, Gedrängtheit, Bedrängnis, Beengtheit; mnd. enge (2), F., Enge; ahd. engī, engīn*, st. F. (ī), Enge, Bedrängnis, Schlund; as. -; anfrk. -; germ. *angī-, *angīn, sw. F. (n), Enge, Drangsal; s. idg. *ang̑ʰús, Adj., eng, Pokorny 42; vgl. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. eng, DW 3, 471, EWD s. u. eng, DW2 8, 1321, EWAhd 2, 1073, Heidermanns 100, Duden s. u. Enge; Son.: vgl. afries. -; ae. ėngu, sw. F. (īn)?, Enge, Einschließung; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliche räumliche Beschränktheit; BM.: schnüren?; F.: Enge, Engen+EW; Z.: Eng-e
Engel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Engel, Himmelsbote; ne. angel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); I.: Lw. -, Lbd. hebr. malʿāk, Sb., Bote, Bote Gottes; E.: mhd. engel (1), st. M., Engel; mnd. engel, M., Engel; mnl. engel, M., Engel; ahd. engil (1), st. M. (a), Engel; as. ėngil, st. M. (a), Engel; anfrk. -; germ. *angil-, M., Engel; lat. angelus, M., Engel, Gottesbote; gr. ἄγγελος (ángelos), M., Bote, Gesandter, Engel; wahrscheinlich auf unbekannten Wegen aus dem Orient eingedrungen; L.: Kluge 1. A. s. u. Engel, Kluge s. u. Engel, DW 3, 472, EWD s. u. Engel, DW2 8, 1323, EWAhd 2, 1073, Duden s. u. Engel, Bluhme s. u. Engel; Son.: vgl. afries. angel, engel, M., Engel; ae. ėngel, st. M. (a), Engel; an. engill, st. M. (a), Engel; got. aggilus, st. M. (u/i), Engel, Bote; nndl. engel, Sb., Engel; frz. ange, M., Engel; nschw. ängel, Sb., Engel; nnorw. engel, M., Engel; poln. anioł, M., Engel; kymr. angel, M., Engel; nir. aingeal, M., Engel; lit. angelas, M., Engel; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und auf unbekannten Wegen aus dem Orient aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen als Himmelsbote des jüdisch-christlichen Gottes wirkendes meist mit Flügeln gedachtes überirdisches Wesen; BM.: Bote; F.: Engel, Engels, Engeln+FW; Z.: Engel
engen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. engen, den Raum beschränken, in die Enge treiben; ne. make narrow, stalemate (V.); Vw.: -; Hw.: s. eng, Enge; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. engen (1), sw. V., engen, eng machen, enge machen, beengen, in die Enge treiben, eng werden; mnd. engen, sw. V., „engen“, eng machen, schmälern, beengen, einengen; mnl. engen, V., engen, eng machen; ahd. engen*, sw. V. (1a), engen, beengen, bedrängen, ängstigen; as. -; anfrk. -; germ. *angwjan, sw. V., beengen; vgl. idg. *ang̑ʰ-, *h₂eng̑ʰ-, *h₂ang̑ʰ-, *h₂emg̑ʰ-, Adj., V., eng, einengen, schnüren, Pokorny 42 (77/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. eng, EWD s. u. eng, DW 3, 478, DW2 8, 1328, Duden s. u. engen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. øngja, øngva, sw. V. (1), drängen, zwingen, klemmen; got. *aggwjan?, sw. V. (1), bedrängen, beengen, engen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches den Raum beschränken; BM.: schnüren?; F.: engen (!), enge (!), engst, engt, engest, enget, engte, engtest, engten, engtet, geengt, ##geengt, geengte, geengtes, geengtem, geengten, geengter##, engend, ###engend, engende, engendes, engendem, engenden, engender###, eng (!)+EW; Z.: eng-en
Engerling, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Engerling, Maikäferlarve; ne. cockchafer grub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. engerlinc, st. M., Engerling, Kornmade; mnd. -; ahd. engirling*, st. M. (a?), Kornwurm, Wiebel; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *angra-, *angraz, st. M. (a), Kornwurm; vgl. idg. *angᵘ̯ʰi-, *angᵘ̯i-, *eg̑ʰi-, ogᵘ̯ʰi-, Sb., Schlange, Wurm, Pokorny 43 (79/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Engerling, Kluge s. u. Engerling, DW 3, 480, EWD s. u. Engerling, DW2 8, 1330, EWAhd 2, 1075, Duden s. u. Engerling, Falk/Torp 12, Bluhme s. u. Engerling; Son.: vgl. nndl. engerling, Sb., Engerling; lit. inkstìras, Sb., Finne (F.), Trichine; lett. anksteri, Sb. Pl., Maden, Larven, Engerlinge; GB.: (engirling) seit 11. Jh. in dem süddeutschen Raum belegte und aus Enger und ling gebildete Bezeichnung für eine weißlich-gelb und augenlos für Menschen als Pflanzenschädling auftretende Larve des Maikäfers; BM.: Wurm; F.: Engerling, Engerlings, Engerlinge, Engerlingen+EW; Z.: Eng-er-ling
$Engpass, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Engpass, Engstelle; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. eng, s. Pass; L.: fehlt DW, EWD s. u. eng; GB.: seit 1801 belegte und aus eng und Pass gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt räumlich mögliche enge Stelle; F.: Engpass, Engpasses, Engpässe, Engpässen+EW+FW; Z.: Eng—pass
$engstirnig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. engstirnig, eine enge Stirne habend, beschränkt; E.: s. eng, s. stirnig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Stirn; GB.: seit 1922 belegte und aus eng und Stirn(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine enge Stirne und damit vielleicht auch nur einen begrenzten Überblick habend oder beschränkt; F.: entstirnig, entstirnige, entstirniges, entstirnigem, entstirnigen, entstirniger(, entstirnigere, entstirnigeres, entstirnigerem, entstirnigeren, entstirnigerer, entstirnigst, entstirnigste, entstirnigstes, entstirnigstem, entstirnigsten, entstirnigster)+EW; Z.: eng—stir-n-ig
$Enke, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Viehtreiber, Viehknecht; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Enke, DW 3, 483; GB.: (enko) seit 3. V. 9. Jh. belegte und etymologisch nicht sicher zuordenbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit einer Arbeitsteilung möglichen Viehtreiber oder Ackerknecht; F.: Enke, Enkes, Enken+EW; Z.: Enk-e
Enkel (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Enkel (M.) (1), Kindeskind; ne. grandchild; Vw.: -; Hw.: s. Ahn; Q.: um 1170 (Kölner Schreinurkunden); E.: s. mhd. eninkel, enenkel, enikel, st. M., Enkelkind, Enkel (M.) (1), Enkelin; mnd. -; Verkleinerungsform zu ahd. ano, sw. M. (n), Ahne, Großvater, Vorfahr, Vorfahre; germ. *anō-, *anōn, sw. F. (n), Ahn; idg. *an- (1), Sb., Ahn, Pokorny 36 (69/69) (RB. idg. aus arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. 2, Kluge s. u. Enkel 1, DW 3, 485, EWD s. u. Enkel, DW2 8, 1334, Duden s. u. Enkel; GB.: (eninkel) seit dem Hochmittelalter belegte und zu Ahne gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliche Kind eines Sohnes oder Tochter; BM.: Ahn; F.: Enkel, Enkels, Enkeln+EW; Z.: En-k-el
Enkel (2), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Enkel (M.) (2), Fußknöchel; ne. ancle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. enkel, st. M., Fußgelenk, Knöchel am Fuß; mnd. enkel, N., Knöchel; mnl. anclief, ankel, Sb., Fußknöchel; ahd. enkil, st. M. (a), „Enkel“ (M.) (2), Knöchel, Fußgelenk; germ. *ankula-, *ankulaz, st. M. (a), Knöchel; s. idg. ang-, Sb., Glied, Pokorny 46; vgl. idg. ank- (2), ang-, h₂enk-, V., biegen, Pokorny 45; L.: Kluge 1. A. s. u. 1, Kluge s. u. Enkel 2, DW 3, 485, DW2 8, 1335, Duden s. u. Enkel, Falk/Torp 11; Son.: vgl. afries. ankel, onkel, anklēu, onklēu, st. M. (a), Enkel (M.) (2), Knöchel; nnordfries. onkel; ae. ancléow, st. N. (a), Enkel (M.) (2), Knöchel; ae. ancléowe, sw. F. (n), Enkel (M.) (2), Knöchel; an. ǫkli, sw. M. (n), Fußknöchel, Enkel (M.) (2); an. ǫkla, sw. N. (n)?, Fußknöchel, Enkel (M.) (2); ai. áṅga-, N., Glied; GB.: (enkil) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Primaten möglichen Fußknöchel; BM.: Glied; F.: Enkel, Enkels, Enkeln+EW; Z.: Enk-el
$Enkelin, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Enkelin, weibliches Kind eines Kindes; E.: s. Enkel, s. in; L.: DW 3, 486, EWD s. u. Enkel; GB.: seit 1318 belegte und aus Enkel und in gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch höherer Tiere mögliches weibliches Kind eines Kindes; F.: Enkelin, Enkelinnen+EW; Z.: Enk-el-in
Enklave, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Enklave, eingeschlossenes Teilgebiet; ne. enclave; Vw.: -; Hw.: s. Exklave; Q.: 1820; I.: Lw. frz. enclave; E.: s. frz. enclave, F., Enklave; frz. enclaver, V., einschließen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. clāvis, F., Kloben, Schlüssel, Schloss, Verschluss; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Enklave, DW2 8, 1335, Duden s. u. Enklave; Son.: vgl. nndl. enclave, Sb., Enklave; nschw. enklav, Sb., Enklave; nnorw. enklave, M., Enklave; poln. enklawa, F., Enklave; lit. anklavas, M., Enklave; GB.: seit 1820 belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von dem eigenen Staatsgebiet eingeschlossenen Teilgebiet eines fremden Staates wie beispielsweise Jungholz in Deutschland; BM.: einschließen; F.: Enklave, Enklaven+FW+EW; Z.: En-klav-e
enorm, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. enorm, ungeheuer groß; ne. enormous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1580 (Statuten der Universität Heidelberg); I.: Lw. frz. énorme; E.: s. frz. énorme, Adj., enorm, ungeheuer groß; lat. ēnōrmis, Adj., unregelmäßig, übermäßig groß, ungeheuer groß, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. nōrma, F., Winkelmaß, Richtschnur, Maß, Größe, Regel; gr. γνώμονα (gnṓmona), Akk. F., gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. enorm, fehlt DW, DW2 8, 1336, Duden s. u. enorm; Son.: vgl. nndl. enorm, Adj., enorm; nschw. enorm, Adj., enorm; nnorw. enorm, Adj., enorm; GB.: seit 1580 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ungewöhnlich groß oder ungeheuer groß; BM.: aus der Norm herausfallend; F.: enorm, enorme, enormes, enormem, enormen, enormer(, enormere, enormeres, enormerem, enormeren, enormerer, enormste, enormstes, enormstem, enormsten, enormster)+FW; Z.: e-no-r-m
Enquete, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Enquete, Untersuchung, Erkundigung, Umfrage; ne. inquiry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1846; I.: Lw. frz. enquête; E.: s. frz. enquête, F., Erkundigung, Nachforschung; vgl. lat. inquīrere, V., nach etwas suchen, aufsuchen, prüfen, untersuchen, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Enquete, fehlt DW, EWD s. u. Enquete, DW2 8, 1337, Duden s. u. Enquete; Son.: vgl. nndl. enquête, Sb., Enquete; nschw. enkät, Sb., Enquete; nnorw. enquete, M., Enquete; poln. ankieta, F., Enquete; GB.: seit 1846 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine besonders sozialpolitische oder wirtschaftspolitische Verhältnisse betreffende groß angelegte Untersuchung oder Erkundigung oder Umfrage; BM.: untersuchen; F.: Enquete, Enqueten+FW(+EW?); Z.: En-que-t-e
enragiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. enragiert, rasend, wütend, erregt; ne. impassioned (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Rage; Q.: 1798; I.: Lw. frz. enragé; E.: s. frz. enragé, Adj., enragiert, tollwütig; vgl. frz. enrager, V., wütend werden, rasend werden; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. rage, F., Wut, Tollwut; vgl. lat. rabiēs, F., Wut, Tollheit, Wildheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rabere, V., toll sein (V.), wüten; idg. *rabʰ-?, V., wüten, rasen?, Pokorny 852 (1478/1) (RB. idg. aus ital., kelt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Rage, fehlt DW, DW2 8, 1337, Duden s. u. enragiert; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches rasend oder wütend oder erregt; BM.: wüten; F.: enragiert, enragierte, enragiertes, enragiertem, enragierten, enragierter(, enragiertere, enragierteres, enragierterem, enragierteren, enragierterer, enragiertest, enragierteste, enragiertestes, enragiertestem, enragiertesten, enragiertester)+FW+EW; Z.: en-rag-ier-t
Ensemble, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ensemble, Gruppe, Zusammenstellung; ne. ensemble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778; I.: Lw. frz. ensemble; E.: s. frz. ensemble, M., Ensemble; vgl. frz. ensemble, Adv., zusammen; lat. īnsimul, Adv., zugleich, zusammen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. simul, Adv., gleich, zugleich, zusammen, ganz; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ensemble, fehlt DW, EWD s. u. Ensemble, DW2 8, 1338, Duden s. u. Ensemble; Son.: vgl. nndl. ensemble, Sb., Ensemble; nschw. ensemble, Sb., Ensemble; nnorw. ensemble, N., Ensemble; poln. ansambl, M., Ensemble; lit. ansamblis, M., Ensemble; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zusammengehörende und aufeinander abgestimmte Gruppe (Zusammenstellung) von Schauspielern oder Tänzern oder Sängern oder Orchestermusikern mit festem Engagement oder für eine kleine Besetzung von auftretenden Künstlern; BM.: zusammen; F.: Ensemble, Ensembles+FW; Z.: En-sem-bl-e
Ensilage, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Silage, Gärfutter; ne. silage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Silo, Silage; Q.: ?; I.: Lw. frz. ensilage; E.: s. frz. ensilage, M., Einlagerung in Silos; vgl. span. silo, M., Getreidebehältnis, Getreidegrube; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. sīrus, M., unterirdische luftdicht geschlossene Getreidekammer, Getreidesilo, (1. Jh. n. Chr.); gr. σιρός (sirós), σειρός (seirós), M., Loch, Grube, Getreidegrube; idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041?; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914? (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: EWD s. u. Silo, fehlt DW, Duden s. u. Ensilage; GB.: vielleicht seit 1877 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Spanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Einlagerung von Futter für Vieh in luftfernen Silos; BM.: biegen; F.: Ensilage, Ensilagen+FW; Z.: En-si-l-ag-e
ent..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ent..., weg, ab; ne. dis...; Vw.: s. -behren, -gelten, -rinnen, -rümpeln, -rüsten, -scheiden, -setzen, -sorgen; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. ent..., en..., Präf., ent..., en...; mnd. ent..., en..., Präf., ent..., en...; mnl. ont..., Präf., ent...; ahd. int, in, Präf., ent...; as. and*, ant, Präp., Präf., bis, bis zu; anfrk. ant…, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; L.: Kluge 1. A. s. u. ent-, Kluge s. u. ent-, DW 3, 488, EWD s. u. ent-, DW2 8, 1339, EWAhd 5, 118, Duden s. u. ent-, Falk/Torp 13, Bluhme s. u. ent-; Son.: vgl. afries. und (2), Präf., ent...; afries. ond-, Präf., ent...; ae. and- (2), an- (2), a-, Präf., ant..., ent...; ae. on- (2), Präf., ant..., ent...; an. and-, Präf., entgegen; got. and, anda, Präp., Präf., entlang, über ... hin, auf ... hin; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen zu einer Trennung oder Entfernung als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung; BM.: weg; F.: ent…+EW; Z.: ent-
$entarten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. entarten, sich von seiner Art entfernen; E.: s. ent, s. arten; L.: Kluge s. u. Art 1, DW 3, 490, EWD s. u. Art; GB.: seit um 1125 belegte und aus ent und arten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches sich von seiner Art entfernen; F.: entarten, entarte, entartest, entartet, entartete, entartetest, entarteten, entartetet, ##entartet, entartete, entartetes, entartetem, entarteten, entarteter##, entartend, ###entartend, entartende, entartendes, entartendem, entartenden, entartender###, entart (!)+EW; Z.: ent—art-en
$entäußern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entäußern, entfernen; Q.: um 1300 (Satzungsbücher und Satzungen der Reichsstadt Nürnberg); E.: s. ent, s. äußern; L.: DW 3, 490 (entäuszern), EWD s. u. äußern; GB.: seit um 1300 belegte und aus ent und äußern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entfernen; F.: entäußern, entäußere, entäußer (!), entäußre, entäußerst, entäußert, entäußerte, entäußertest, entäußerten, entäußertet, ##entäußert, entäußerte, entäußertes, entäußertem, entäußerten, entäußerter##, entäußernd, ###entäußernd, entäußernde, entäußerndes, entäußerndem, entäußernden, entäußernder###, entäußer (!)+EW; Z.: ent—äuß-er-n
entbehren, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. entbehren, ermangeln; ne. lack (V.); Vw.: -; Hw.: s. gebären; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. entberen*, entbern, enbern, entpern, inpern, st. V., entbehren, nicht haben, verzichten, sein (V.) ohne, vermissen, missen; mnd. entbēren, enbēren, inbēren, st. V., entbehren, ohne etwas sein (V.), einer Sache ledig gehen; mnl. ontberen, sw. V., entbehren; ahd. intberan*, st. V. (4), entbehren; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. int, in, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; ahd. beran, st. V. (4), gebären, tragen, zeugen, erzeugen, hervorbringen; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. entbehren, Kluge s. u. entbehren, DW 3, 492, EWD s. u. entbehren, DW2 8, 1344, EWAhd 1, 548, Duden s. u. entbehren, Bluhme s. u. entbehren; GB.: seit 863-871 belegte und aus ent und behren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Beginn mögliches ermangeln oder nicht haben; BM.: nicht tragen; F.: entbehren, entbehre, entbehrst, entbehrt, entbehrest, entbehret, entbehrte, entbehrtest, entbehrten, entbehrtet, ##entbehrt, entbehrte, entbehrtes, entbehrtem, entbehrten, entbehrter##, entbehrend, ###entbehrend, entbehrende, entbehrendes, entbehrendem, entbehrenden, entbehrender###, entbehr (!)+EW; Z.: ent—behr-en
$entbehrlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. entbehrlich, entbehrbar, überflüssig; E.: s. enbehr(en), s. lich; L.: Kluge s. u. entbehren, DW 3, 494, EWD s. u. entbehren; GB.: seit vor 1683 belegte und aus entbehr(en) und lich gebildete Bezeichnung für entbehrbar; F.: entbehrlich, entbehrliche, entbehrliches, entbehrlichem, entbehrlichen, entbehrlicher(, entbehrlichere, entbehrlicheres, entbehrlicherem, entbehrlicheren, entbehrlicherer, entbehrlichst, entbehrlichste, entbehrlichstes, entbehrlichstem, entbehrlichsten, entbehrlichster)+EW; Z.: ent—behr-lich
$Entbehrung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Entbehrung, Mangel (M.); E.: s. entbehr(en), s. ung; L.: Kluge s. u. entbehren, DW 3, 494, EWD s. u. entbehren; GB.: seit 1459 belegte und aus entbehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen Mangel (M.); F.: Entbehrung, Entbehrungen+EW; Z.: Ent—behr-ung
$entbieten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entbieten, übermitteln; E.: s. ent, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, DW 3, 494, EWD s. u. bieten; GB.: seit um 800 belegte und aus ent und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches übermitteln; F.: entbieten, entbiete, entbietest, entbietet, entbot, entbotest (!), entbotst, entboten, entbotet, entböte, entbötest, entbötet, ##entboten, entbotene, entbotenes, entbotenem, entbotenen, entbotener##, entbietend, ###entbietend, entbietende, entbietendes, entbietendem, entbietenden, entbietender###, entbiet (!)+EW; Z.: ent—biet-en
$entbinden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entbinden, losbinden, befreien; E.: s. ent, s. binden; L.: Kluge s. u. entbinden, DW 3, 495, EWD s. u. binden; GB.: seit um 765 belegte und aus ent und binden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Ausbildung jeder Bindung mögliches losbinden oder befreien wie beispielsweise von einer Schwangerschaft durch eine Geburt eines Kindes oder einer sonstigen Frucht; F.: entbinden, entbinde, entbindest, entbindet, entband, entbandest, entbandst, entbanden, entbandet, entbände, entbändest, entbänden, entbändet, entbunden, ##entbunden, entbundene, entbundenes, entbundenem, entbundenen, entbundener##, entbindend, ###entbindend, entbindende, entbindendes, entbindendem, entbindenden, entbindender###, entbind (!)+EW; Z.: ent—bind-en
$Entbindung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Entbindung, Losbindung, Befreiung; E.: s. entbind(en), s. ung; L.: DW 3, 497, EWD s. u. binden; GB.: seit um 1350 belegte und aus entbind(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Ausbildung von Lasten mögliche Losbindung oder Befreiung von einer Belastung (wie beispielsweise bei einer sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Schwangerschaft); F.: Entbindung, Entbindungen+EW; Z.: Ent—bind-ung
$entblöden, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. entblöden, erkühnen; E.: s. ent, s. blöd(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. entblöden, DW 3, 499, EWD s. u. blöd(e); GB.: seit 1638 belegte und aus ent und blöd(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erkühnen; F.: entblöden, entblöde, entblödest, entblödet, entblödete, entblödetest, entblödeten, entblödetet, ##entblödet, entblödete, entblödetes, entblödetem, entblödeten, entblödeter##, entblödend, ###entblödend, entblödende, entblödendes, entblödendem, entblödenden, entblödender###, entblöd (!)+EW; Z.: ent—blö-d-en
$entblößen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entblößen, bloß machen; E.: s. ent, s. bloß, s. en; L.: Kluge s. u. bloß, DW 3, 499, EWD s. u. bloß; GB.: seit 1740 belegte und aus ent und bloß sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung einer Umhüllung dem Menschen mögliches bloß machen oder unverhüllt machen; F.: entblößen, entblöße, entblößst (!), entblößt, entblößest, entblößet, entblößte, entblößtest, entblößten, entblößtet, ##entblößt, entblößte, entblößtes, entblößtem, entblößten, entblößter##, entblößend, ###entblößend, entblößende, entblößendes, entblößendem, entblößenden, entblößender###, entblöß (!)+EW; Z.: ent-blö-ß-en
$entdecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. entdecken, aufdecken; E.: s. ent, s. decken; L.: Kluge s. u. entdecken, DW 3, 506, EWD s. u. entdecken; GB.: um 796 belegte und aus ent und decken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufdecken; F.: entdecken, entdecke, entdeckst, entdeckt, entdeckest, entdecket, entdeckte, entdecktest, entdeckten, entdecktet, ##entdeckt, entdeckte, entdecktes, entdecktem, entdeckten, entdeckter##, entdeckend, ###entdeckend, entdeckende, entdeckendes, entdeckendem, entdeckenden, entdeckender###, entdeck (!)+EW; Z.: ent—deck-en
$Entdecker, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Entdecker, Entdeckender, Aufdecker; E.: s. entdeck(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. entdecken, DW 3, 508, EWD s. u. entdecken; GB.: seit 1453 belegte und aus entdeck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Entdeckenden oder Aufdecker; F.: Entdecker, Entdeckers, Entdeckern+EW; Z.: Ent—deck-er
$Entdeckung, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Entdeckung, Aufdeckung, oder Enthüllung oder Auffindung; E.: s. entdeck(en), s. ung; L.: Kluge s. u. entdecken, DW 3, 508, EWD s. u. entdecken; GB.: vielleicht seit um 1350 belegte und aus entdeck(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Aufdeckung oder Enthüllung oder Auffindung; F.: Entdeckung, Entdeckungen+EW; Z.: Ent—deck-ung
Ente, nhd., F., (8. Jh./10. Jh.): nhd. Ente, Entenvogel, falsche Nachricht; ne. duck (N.); Vw.: s. Knäk-, Krick-, Stock-; Hw.: s. Enterich; Q.: 712-725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. ente (1), sw. F., Ente; mhd. ant, st. M., st. F., Ente; mnd. ant, anet, F., Ente; mnd. ēnde, ende, F., Ente; mnl. eent, F., Ente; ahd. aneta, sw. F. (n), Ente; ahd. anut, st. F. (i), st. M.? (i), Ente; ahd.? enita*, sw. F. (n), Ente; as. anud, st. F. (i), Ente; as. anad*, st. F. (i), Ente; mnd. ant, anet, F., Ente; germ. *anid-, *anidi-, *anidiz, *anad-, *anadi-, *anadiz, *anud-, *anudi-, *anudiz, st. F. (i), Ente; idg. *anət-, Sb., Ente, Pokorny 41 (75/75) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ente, Kluge s. u. Ente, EWD s. u. Ente 1, EWD s. u. Ente 2, DW 3, 509, DW2 8, 1364, EWAhd 2, 1075, Duden s. u. Ente, Bluhme s. u. Ente, Schweiz. Id. 1, 264; Son.: s. schweiz. Anete, F., Ente; vgl. afries. -; ae. ėned, st. M. (i)?, st. F. (i), Ente; an. ǫnd (2), st. F. (i), Ente; got. -; nndl. eend, Sb., Ente; nschw. and, Sb., Ente; nnorw. and, M., F., Ente; ai. ātí-, Sb., Ente; gr. νῆσσα (nēssa), νᾶσσα (nassa), F., Ente; lat. anas, F., Ente, Zwergsäger; lit. ántis, F., Ente; ksl. o̧ty, Sb., Ente; GB.: seit 712-725 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen wohl schon vor 23 bis 33 Millionen Jahren entstandenen und weit verbreiteten Schwimmvogel mit kurzem Hals und breitem Schnabel sowie Schwimmfüßen; BM.: ?; F.: Ente, Enten+EW; Z.: Ent-e
$Entenflott, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Entenflott, Wasserlinse, Entengrütze, Entengrün, Entengras; E.: s. Ente, s. (e)n, s. Flott; L.: Kluge s. u. flott, DW 3, 511; GB.: seit 1604 belegte und aus Ent(e) und en sowie Flott gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht schon vormenschliche sehr nahrhafte Wasserlinse oder Entengrütze oder Entengrün oder Entengras; F.: Entenflott, Entenflotts, Entenflottes+EW; Z.: Ent-en—flo-tt
Entente, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Entente, Staatenbündnis; ne. entente; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1865; I.: Lw. frz. entente; E.: s. frz. entente, F., Übereinstimmung, Absicht; letztlich von lat. intendere, V., hinstrecken, entgegenstrecken, hinwenden, hinzielen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; beide von idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Entente, fehlt DW, EWD s. u. Entente, DW2 8, 1367, Duden s. u. Entente; Son.: vgl. nndl. Entente, Sb., Entente; nschw. entent, Sb., Entente; nnorw. entente, M., Entente; poln. ententa, F., Entente; GB.: seit 1865 belegte und aus dem und mit dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein auf engem Einverständnis beruhendes bündnisähnliches Verhältnis oder Bündnis zwischen Staaten; BM.: hinwenden; F.: Entente, Ententen+FW; Z.: En-ten-t-e
Enterich, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Enterich, Erpel, männliche Ente; ne. drake, mallard; Vw.: -; Hw.: s. Ente; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: nhd. (ält.) Antrich, M., Enterich, DW 1, 502; mhd. antreche, antrach, entrech, entreich, sw. M., st. M., Enterich; mnd. ānderik, M., Enterich; mnd. āntdrāke, āntdrake, āntreke, M., Enterich; mnd. ēnderik, M., Enterich; ahd. anutrehho*, anutrecho*, sw. M. (n), Enterich, Erpel; as. -; anfrk. -; germ. *anuttrahho, M., Enterich; s. idg. anət-, Sb., Ente, Pokorny 41 (75/75) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); die Endsilbe ist an die Namensendung …rich angelehnt worden; L.: Kluge s. u. Enterich, DW 3, 512, EWD s. u. Ente, DW2 8, 1368, EWAhd 1, 293; GB.: (anutrehho) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus Ente und germ. *trahho gebildete Bezeichnung für den Erpel oder die männliche Ente; BM.: ?; F.: Enterich, Enterichs, Enteriche, Enterichen+EW; Z.: Ent-er-ich
enterisch, nhd. (ält.), Adj.: nhd. enterisch; Vw.: s. entrisch
entern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. entern, ein Schiff überfallen (V.), kapern, übernehmen; ne. board (V.), enter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1468 (Urkunde); I.: Lw. nndl. enteren; E.: s. mnd. enteren, entern, sw. V., entern; nndl. enteren, V., entern, in die Takelung klettern; span. entrar, V., hineingehen; lat. intrāre, V., hineingehen, hineintreten, betreten (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; beide von idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. entern, Kluge s. u. entern, DW 3, 512, EWD s. u. entern, DW2, 8, 1368, Duden s. u. entern; Son.: vgl. nschw. äntra, V., entern; nnorw. entre, V., entern; GB.: seit 1468 belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums in die Seemannssprache aufgenommene Bezeichnung für ein feindliches Schiff gewaltsam überfallen und übernehmen; BM.: eintreten; F.: entern, entere, enterst, entert, entertest, entertet, enterte, enterten, geentert, ##geentert, geenterte, geentertes, geentertem, geenterten, geenterter##, enternd, ###enternd, enternde, enterndes, enterndem, enternden, enternder###, enter (!)+FW; Z.: en-ter-n
Entertainer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Entertainer, Unterhalter; ne. entertainer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. entertainer; E.: s. ne. entertainer, M., Entertainer, Unterhalter; ne. entertain, V., unterhalten (V.); frz. entretenir, V., unterhalten (V.); vgl. frz. tenir, V., halten; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tenēre, V., halten, haben, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Entertainer, fehlt DW, Duden s. u. Entertainer; Son.: vgl. nndl. entertainer, Sb., Entertainer; nschw. entertainer, Sb., Entertainer; nnorw. entertainer, M., Entertainer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einem Publikum leichte und heitere Unterhaltung Bietenden (Unterhalter); BM.: unterhalten (V.); F.: Entertainer, Entertainers, Entertainern+FW; Z.: En-ter-tain-er
$entfachen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. entfachen, anfachen, anzünden; E.: s. ent, s. fachen; L.: EWD s. u. fachen; GB.: seit um 1160 belegte und aus ent- und fachen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Zähmung des Feuers dem Menschen mögliches anfachen oder anzünden oder brennend machen; F.: entfachen, entfache, entfachst, entfacht, entfachest, entfachet, entfachte, entfachtest, entfachten, entfachtet, entfachte, ##entfachte, entfachtes, entfachtem, entfachten, entfachter##, entfachend, ###entfachend, entfachende, entfachendes, entfachendem, entfachenden, entfachender###, entfach (!)+EW; Z.: ent—fach-en
$entfernen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. entfernen, wegbringen, fortbringen; E.: s. ent, s. fern, s. en; L.: Kluge s. u. entfernen, fern, DW 3, 517, EWD s. u. fern; GB.: (entvernen) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ent und fern sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wegbringen oder fortbringen; F.: entfernen, entferne, entfernst, entfernt, entfernest, entfernet, entfernte, entferntest, entfernten, entferntet, ##entfernt, entfernte, entferntes, entferntem, entfernten, entfernter##, entfernend, ###entfernend, entfernende, entfernendes, entfernendem, entfernenden, entfernender###, entfern (!)+EW; Z.: ent—fer-n-en
$entfernt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. entfernt, fern; L.: Kluge s. u. entfernen, DW 3, 517; GB.: seit um 1300 belegte und aus entfern(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches fern oder in einem Abstand befindlich; F.: entfernt, entfernte, entferntes, entferntem, entfernten, entfernter(, entferntere, entfernteres, entfernterem, entfernteren, entfernterer, entferntest, entfernteste, entferntestes, entferntestem, entferntesten, entferntester)+EW; Z.: ent-fer-n-t
$Entfernung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Entfernung, Ferne, Abstand; E.: s. entfern(en), s. ung; L.: Kluge s. u. entfernen, DW 3, 517, EWD s. u. fern; GB.: seit 1397 belegte und aus entfern(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliche Ferne oder Abstand; F.: Entfernung, Entfernungen+EW; Z.: Ent-fer-n-ung
$entflechten, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. entflechten, aufflechten, Geflecht lösen; E.: s. ent, s. flechten; L.: DW 3, 519, EWD s. u. flechten; GB.: seit vor 1209 belegte und aus ent und flechten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ein Geflecht lösen oder geflochtene Haare aufmachen; F.: entflechten, entflechte, entflichst (!), entflicht, entflechtet, entflechtest, entflocht, entflochtest (!), entflochten, entflochtet, entflöchte (!), entflöchtest, entflöchten, entflöchtet, entflochten, ##entflochten, entflochtene, entflochtenes, entflochtenem, entflochtenen, entflochtener##, entflechtend, ###entflechtend, entflechtende, entflechtendes, entflechtendem, entflechtenden, entflechtender###, entflecht (!)+EW; Z.: ent—fle-ch-t-en
$Entflechtung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Entflechtung, Auflösung eines Geflechts; E.: s. entflecht(en), s. ung; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. flechten; GB.: um 1800 belegte und aus entflecht(en) und ung gebildete Bezeichnung für die dem Menschen mögliche Auflösung eines Geflechts insbesondere durch die alliierten Besatzungsmächte in dem Deutschen Reich nach 1945; F.: Entflechtung, Entflechtungen+EW; Z.: Ent—fle-ch-t-ung
$entfliehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. entfliehen, fliehen, davonfliehen, entlaufen (V.); E.: s. ent, s. fliehen; L.: DW 3, 520, EWD s. u. fliehen; GB.: (intfliohan*) seit 863-871 belegte und aus ent und fliehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches davonfliehen oder entlaufen (V.); F.: entfliehen, entfliehn, entfliehe, entflieh, entfliehst, entflieht, entflöhe, entfliehest, entfliehet, entfloh, entflohst, entflohen, entfloht, entflöhest, entflöhen, entflöhet, geflohen, ##geflohen, geflohene, geflohenes, geflohenem, geflohenen, geflohener, geflohne, geflohnes, geflohnem, geflohnen, geflohner (!)##, entfliehend, ###fliehend, entfliehende, entfliehendes, entfliehendem, entfliehenden, entfliehender###, entflieh (!)+EW; Z.: ent—flie-h-en
$entfremden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. entfremden, fremd machen, fremdnehmen; E.: s. ent, s. fremd, s. en; L.: Kluge s. u. fremd, DW 3, 522, EWD s. u. fremd; GB.: seit um 1125 belegte und aus ent und fremd sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fremd machen oder fremdnehmen; F.: entfremden, entfremde, entfremdest, entfremdet, entfremdete, entfremdetest, entfremdeten, entfremdetet, ##entfremdet, entfremdete, entfremdetes, entfremdetem, entfremdete, entfremdeter##, entfremdend, ###entfremdend, entfremdende, entfremdendes, entfremdendem, entfremdenden, entfremdender###, entfremd+EW; Z.: ent—fre-m-d-en
$Entfremdung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Entfremdung, Fremdwerden, Fremdmachen; E.: s. entfremd(en), s. ung; L.: DW 3, 522, EWD s. u. fremd; GB.: seit um 1333 belegte und aus entfremd(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Fremdwerden oder Fremdmachen; F.: Entfremdung, Entfremdungen+EW; Z.: Ent—fre-m-d-ung
$entgegen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. entgegen, gegenüber, dagegen; E.: s. ent, s. gegen; L.: Kluge s. u. entgegen, DW 3, 526, EWD s. u. gegen; GB.: seit um 765 belegte und aus in und t sowie gegen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches gegenüber oder dagegen; F.: entgegen+EW; Z.: ent—gegen
$entgegnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. entgegnen, begegnen, entgegenkommen, antworten; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. ent, s. gegnen; L.: DW 3, 529, EWD s. u. gegen; GB.: seit 863-871 belegte und aus ent und gegnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches begegnen oder entgegenkommen oder antworten; F.: entgegnen, entgegne, entgegnest, entgegnet, entgegnete, entgegnetest, entgegneten, entgegnetet, geentgegnet, ##geentgegnet, geentgegnete, geentgegnetes, geentgegnetem, geentgegneten, geentgegneter##, entgegnend, ###entgegnend, entgegnende, entgegnendes, entgegnendem, entgegnenden, entgegnender###, entgegn (!)+EW; Z.: ent—geg-n-en
$Entgegnung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Entgegnung, Begegnung, Antwort, Widerspruch; E.: s. entgegn(en), s. ung; L.: DW 3, 539, EWD s. u. gegen; GB.: seit 1446 belegte und aus entgegn(en) und ung gebildete für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Begegnung oder Antwort oder Widerspruch; F.: Entgegnung, Entgegnungen+EW; Z.: Ent—geg-n-ung
$entgehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. entgehen, weggehen, entkommen (V.); E.: s. ent, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 3, 539, EWD s. u. gehen; GB.: seit um 830 belegte und aus ent und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliches weggehen oder entkommen (V.); F.: entgehen, entgehe, entgehst, entgeht, entgehest, entgehet, entging, entgingst, entgingen, entgingt, entgingest, entginget, entgangen, ##entgangen, entgangene, entgangenes, entgangenem, entgangenen, entgangener##, entgehend, ###entgehend, entgehende, entgehendes, entgehendem, entgehenden, entgehender###, entgeh (!)+EW; Z.: ent—geh-en
$entgeistern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. entgeistern, Fassung nehmen, entsetzen; E.: s. ent, s. Geist, s. er, s. (e)n; L.: DW 3, 541, EWD s. u. Geist; GB.: seit 1645 belegte und aus ent und Geist sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Fassung nehmen oder entsetzen; F.: entgeistern, entgeister (!), entgeistre, entgeisterst, entgeistert, entgeisterte, entgeistertest, entgeisterten, entgeistertet, ##entgeisterte, entgeisterte, entgeistertes, entgeistertem, entgeisterten, entgeisterter##, entgeisternd, ###entgeisternd, entgeisterndes, entgeisterndem, entgeisternden, entgeisternder###, entgeister (!)+EW; Z.: ent—gei-s-t-er-n
$entgeistert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. entgeistert, entsetzt; L.: Kluge s. u. entgeistert, fehlt DW (s. entgeistern), EWD s. u. Geist; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus entgeistern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entsetzt; F.: entgeistert, entgeisterte, entgeistertes, entgeistertem, entgeisterten, entgeisterter(, entgeistertere, entgeisterteres, entgeisterterem, entgeisterteren, entgeisterterer, entgeistertest, entgeisterteste, entgeistertestes, entgeistertestem, entgeistertesten, entgeistertester)+EW; Z.: ent—gei-s-t-er-t
$Entgelt, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Entgelt, Gegenleistung, Vergeltung; E.: s. ent, s. gelt(en); L.: Kluge s. u. entgelten, DW 3, 541, EWD s. u. gelten; GB.: seit vor 1464 belegte und aus ent und gelt(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gegenleistung oder Vergeltung; F.: Entgelt, Entgeltes, Entgelts, Entgelte, Entgelten+EW; Z.: Ent—gelt
entgelten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. entgelten, Gegenleistung erbringen, bezahlen, büßen; ne. compensate, recompense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. entgelten, engelten, entgelden, entkelten, st. V., entgelten, bezahlen, vergelten, leiden, Buße leisten, büßen, Einbuße erleiden, Schaden erleiden; mnd. entgelden, engelden, st. V., entgelten, aufkommen für, Nutzen (M.) haben von, Schaden (M.) haben von; mnl. ontgelden, V., entgelten; ahd. intgeltan*, ingeltan*, st. V. (3b), entgelten, bezahlen, büßen; as. andgėldian*, sw. V. (1a), entgelten lassen, strafen; anfrk. -; germ. *angeldan, st. V., entgelten, vergelten; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; germ. *geldan, *gelþan, st. V., gelten, entgelten, vergelten, erstatten; idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. u. slaw.), Pokorny 436; L.: Kluge s. u. entgelten, DW 3, 542, EWD s. u. gelten, DW2 8, 1406, EWAhd 4, 154, Duden s. u. entgelten, Falk/Torp 131, Seebold 221; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Gegenleistung erbringen oder für eine Mühe oder Leistung entschädigen oder bezahlen oder büßen; BM.: hingeben?; F.: entgelten, entgelte, entgiltst, entgilt, entgeltet, entgeltest, entgalt, entgaltest, entgaltst, entgalten, entgaltet, entgälte, entgältest, entgälten, entgältet, entgölte, entgöltest, entgölten, entgöltet, entgolten, ##entgolten, entgoltene, entgoltenes, entgoltenem, entgoltenen, entgoltener##, entgeltend, ###entgeltend, entgeltende, entgeltendes, entgeltendem, entgeltenden, entgeltender###, entgelte+EW; Z.: ent—gelt-en
$entgeltlich, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. entgeltlich, ein Entgelt betreffend, eine Gegenleistung betreffend; E.: s. Entgelt, s. lich; L.: Kluge s. u. entgelten, DW 3, 543; GB.: seit 1666 belegte und aus Entgelt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ein Entgelt betreffend oder eine Gegenleistung betreffend; F.: entgeltlich, entgeltliche, entgeltliches, entgeltlichem, entgeltlichen, entgeltlicher+EW; Z.: ent—gelt-lich
$entgleisen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. entgleisen, aus Geleisen geraten; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. ent, s. G(e)leis, s. en; L.: DW 3, 544, EWD s. u. G(e)leis; GB.: seit 1856 belegte und aus ent und Gleis sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches aus (seit dem Spätmittelalter von Menschen entwickelten und verwendeten) Geleisen geraten (V.); F.: entgleisen, entgleise, entgleisst (!), entgleist, entgleisest, entgleiset, entgleiste, entgleistest, entgleisten, entgleistet, entgleiste, ##entgleiste, entgleistes, entgleistem, entgleisten, entgleister##, entgleisend, ###entgleisend, entgleisende, entgleisendes, entgleisendem, entgleisenden, entgleisender###, entgleis (!)+EW; Z.: ent—g-leis-en
$entgräten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. entgräten, Gräten entfernen; E.: s. ent, s. Grät(e), s. en; L.: Kluge s. u. Gräte, DW 3, 546, EWD s. u. Gräte; GB.: seit 1537 belegte und aus ent und Grät(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Gräten entfernen; F.: entgräten, entgräte, entgrätest, entgrätet, entgrätete, entgrätetest, entgräteten, entgrätetet, ##entgrätet, entgrätete, entgrätetes, entgrätetem, entgräteten, entgräteter##, entgrätend, ###entgrätend, entgrätende, entgrätendes, entgrätendem, entgrätenden, entgrätender###, entgrät (!)+EW; Z.: ent—grä-t-en
$enthalten, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. enthalten, fernhalten, einen Inhalt bilden; E.: s. ent, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 3, 549, EWD s. u. halten; GB.: seit um 1125 belegte und aus ent und halten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fernhalten oder einen Inhalt bilden; F.: enthalten, enthalte, enthältst, enthält, enthaltet, enthaltest, enthielt, enthieltest, enthieltst, enthielten, enthieltet, ##enthalten, enthaltene, enthaltenes, enthaltenem, enthaltenen, enthaltener##, enthaltend, ###enthaltend, enthaltende, enthaltendes, enthaltendem, enthaltenden, enthaltender###, enthalt (!)+EW; Z.: ent—hal-t-en
$enthaupten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. enthaupten, (das) Haupt abschlagen; E.: s. ent, s. Haupt, s. en; L.: Kluge s. u. Haupt, DW 3, 555, EWD s. u. Haupt; GB.: vielleicht seit um 1160 belegte und nach lat. decapitare gebildete Bezeichnung für sachlich wohl nach Entstehung des Menschen mögliches (das) Haupt abschlagen; F.: enthaupten, enthaupte, enthauptest, enthauptet, enthauptete, enthauptetest, enthaupteten, enthauptetet, ##enthauptet, enthauptete, enthauptetes, enthauptetem, enthaupteten, enthaupteter##, enthauptend, ###enthauptend, enthauptende, enthauptendes, enthauptendem, enthauptenden, enthauptender###, enthaupt (!)+EW; Z.: ent—haupt-en
Enthusiasmus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Enthusiasmus, Begeisterung; ne. enthusiasm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1538 (Luther); I.: Lw. gr. ἐνθουσιασμός (enthusiasmós); E.: s. gr. ἐνθουσιασμός (enthusiasmós), M., Begeisterung, Gottbegeisterung; vgl. gr. ἔνθεος (éntheos), Adj., gotterfüllt, gottbegeistert; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Enthusiasmus, fehlt DW, EWD s. u. Enthusiasmus, DW2 8, 1421, Duden s. u. Enthusiasmos; Son.: vgl. nndl. enthousiasme, Sb., Enthusiasmus; frz. enthousiasme, M., Enthusiasmus; nschw. entusiasm, Sb., Enthusiasmus; nnorw. entusiasme, M., Enthusiasmus; poln. entuzjazm, M., Enthusiasmus; GB.: seit 1538 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche (leidenschaftliche) Begeisterung für Gott; BM.: gottbegeistert bzw. stieben?; F.: Enthusiasmus+FW(+EW?); Z.: En-thu-s-ias m-us
$Enthusiast, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Enthusiast, Begeisterter für Gott; I.: Lw. gr. ἐνθουσιαστής (enthusiastḗs); E.: s. gr. ἐνθουσιαστής (enthusiastḗs), M., Begeisterter; vgl. gr. ἐνθουσιάζειν (enthusiázein), V., von einer Gottheit erfüllt sein (V.), gottbegeistert sein (V.), begeistert sein (V.); gr. ἔνθεος (éntheos), Adj., gotterfüllt, gottbegeistert; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Enthusiasmus; GB.: seit 1538 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen leidenschaftlich Begeisterten (für Gott); F.: Enthusiast, Enthusiasten+FW; Z.: En-thu-s-ias-t
$enthusiastisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. enthusiastisch, gottbegeistert; I.: Lw. gr. ἐνθουσιαστικός (enthusiastikós); E.: s. gr. ἐνθουσιαστικός (enthusiastikós), Adj., begeistert, begeisternd; vgl. gr. ἐνθουσιάζειν (enthusiázein), V., von einer Gottheit erfüllt sein (V.), gottbegeistert sein (V.), begeistert sein (V.); gr. ἔνθεος (éntheos), Adj., gotterfüllt, gottbegeistert; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Enthusiasmus, fehlt DW, EWD s. u. Enthusiasmus; GB.: seit 1535 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gottbegeistert oder leidenschaftlich begeistert für Gott; F.: enthusiastisch, enthusiastische, enthusiastisches, enthusiastischem, enthusiastischen, enthusiastischer(, enthusiastischere, enthusiastischeres, enthusiastischerem, enthusiastischeren, enthusiastischerer, enthusiastischst, enthusiastischste, enthusiastischstes, enthusiastischstem, enthusiastischsten, enthusiastischster)+FW+EW; Z.: en-thu-s-ias-t-isch
$entjungfern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. entjungfern; E.: s. ent, s. Jungfer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Jungfer, FW 3, 559, EWD s. u. Jungfer; GB.: seit 1654 belegte und nach lat. dēvirgināre aus ent und Jungfer sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und einiger höherer Tiere mögliches die Jungfräulichkeit nehmen; F.: entjungfern, entjungfere, entjungfer (!), entjungferst, entjungfert, entjungferte, entjungfertest, entjungferten, entjungfertet, ##entjungfert, entjungferte, entjungfertes, entjungfertem, entjungferten, entjungferter##, entjungfernd, ###entjungfernd, entjungferndes, entjungferndem, entjungfernden, entjungfernder###, entjungfer (!)+EW; Z.: ent—ju-n-g-fer-n
$entkernen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. entkernen, (einen) Kern entfernen; E.: s. ent, s. Kern, s. en; L.: Kluge s. u. Kern, DW 3, 559, EWD s. u. Kern; GB.: seit 1650 belegte und wohl nach lat. ēnucleāre aus ent und Kern sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen Kern entfernen; F.: entkernen, entkerne, entkernst, entkernt, entkernest, entkernet, entkernte, entkerntest, entkernten, entkerntet, ##entkernt, entkernte, entkerntes, entkerntem, entkernten, entkernter##, entkernend, ###entkernend, entkernende, entkernendes, entkernendem, entkernenden, entkernender###, entkern (!)+EW; Z.: ent—ker-n-en
$entkleiden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. entkleiden, eine Kleidung ausziehen; E.: s. ent, s. kleiden; L.: DW 3, 560, EWD s. u. Kleid; GB.: seit um 1170 belegte und vielleicht nach lat. dēvestīre aus ent und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Bekleidung durch den Menschen mögliches eine Kleidung ausziehen; F.: entkleiden, entkleide, entkleidest, entkleidet, entkleidete, entkleidetest, entkleideten, entkleidetet, ##entkleidet, entkleidete, entkleidetes, entkleidetem, entkleideten, entkleideter##, entkleidend, ###entkleidend, entkleidende, entkleidendes, entkleidendem, entkleidenden, entkleidender, entkleid (!)###+EW; Z.: ent—kleid-en
$entkommen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. entkommen (V.), weglaufen, fliehen; E.: s. ent, s. kommen; L.: DW3, 561, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1297 belegte und aus ent und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches weglaufen oder fliehen; F.: entkommen, entkomme, entkommst, entkommt, entkommest, entkommet, entkam, entkamst, entkamen, entkamt, entkäme, entkämest, entkämen, entkämet, entkommen, ##entkommen, entkommene, entkommenes, entkommenem, entkommenen, entkommener##, entkommend, ###entkommend, entkommende, entkommendes, entkommendem, entkommenden, entkommender###, entkomm (!)+EW; Z.: ent—kom-m-en
$entkräften, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entkräften, Kraft verlieren, Kraft nehmen; E.: s. ent, s. Kraft, s. en; L.: Kluge s. u. Kraft, DW 3, 562, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 1245 belegte und aus ent und Kraft sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Kraft verlieren oder Kraft nehmen; F.: entkräften, entkräfte, entkräftest, entkräftet, entkräftete, entkräftetest, entkräfteten, entkräftetet, ##entkräftet, entkräftete, entkräftetes, entkräftetem, entkräfteten, entkräfteter##, entkräftend, ###entkräftend, entkräftende, entkräftendes, entkräftendem, entkräftenden, entkräftender###, entkräft (!)+EW; Z.: ent—krä-f-t-en
$entladen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. entladen, ausladen, abladen, befreien; E.: s. ent, s. laden; L.: Kluge s. u. laden 1, DW 3, 563, EWD s. u. laden 1; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ent und laden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ausladen oder abladen oder befreien; F.: entladen, entlade, entlädst, entlädt, entladet, entladest, entlud, entludest (!), entludst, entluden, entludet, entlüde, entlüdest, entlüden, entlüdet, ##entladen, entladene, entladenes, entladenem, entladenen, entladener##, entladend, ###entladend, entladende, entladendes, entladendem, entladenden, entladender###, entlad (!)+EW; Z.: ent—la-d-en
$entlang, nhd., Präp., (15. Jh.?): nhd. entlang, längs, der Länge nach; E.: s. ent, s. lang; L.: Kluge s. u. entlang, DW 3, 564; GB.: seit 1408 belegte und aus ent und lang gebildete Bezeichnung für längs oder der Länge nach; F.: entlang+EW; Z.: ent—la-ng
$entlarven, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. entlarven, Larve abziehen, Larve entfernen; E.: s. ent, s. larven; L.: Kluge s. u. Larve, DW 3, 565, EWD s. u. Larve; GB.: seit 1673 belegte und aus ent und Larv(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Larve entfernen oder wahre Gestalt zeigen; F.: entlarven, entlarve, entlarvst, entlarvt, entlarvest, entlarvet, entlarvte, entlarvtest, entlarvten, entlarvtet, ##entlarvt, entlarvte, entlarvtes, entlarvtem, entlarvten, entlarvter##, entlarvend, ###entlarvend, entlarvende, entlarvendes, entlarvendem, entlarvenden, entlarvender###, entlarv (!)+FW+EW; Z.: ent—lar-v-en
$entlassen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entlassen (V.), loslassen; E.: s. ent, s. lassen; L.: Kluge s. u. entlassen, DW 3, 563, EWD s. u. lassen; GB.: (intlāzan*) seit um 765 belegte und aus ent und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches loslassen; F.: entlassen, entlasse, entlässt, entlasst, entlassest, entlasset, entließ, entließest, entließt, entließen, entließet, ##entlassen, entlassene, entlassenes, entlassenem, entlassenen, entlassener##, entlassend, ###entlassend, entlassende, entlassendes, entlassendem, entlassenden, entlassender###, entlass (!)+EW; Z.: ent—la-ss-en
$Entlassung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Entlassung, Loslassen, Außerdienststellung, Freistellung; E.: s. entlass(en), s. ung; L.: Kluge s. u. lassen, DW 3, 566, EWD s. u. lassen; GB.: seit um 1375 belegte und aus entlass(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Loslassen; F.: Entlassung, Entlassungen+EW; Z.: Ent—la-ss-ung
$entlasten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. entlasten, Last abnehmen, entladen, entbürden; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. ent, s. Last, s. en; L.: DW 3, 566, EWD s. u. Last, DW2 8, 1435; GB.: seit um 1210 belegte und aus ent und Last sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Last abnehmen; F.: entlasten, entlaste, entlastest, entlastet, entlastete, entlastetest, entlasteten, entlastetet, ##entlastet, entlastete, entlastetes, entlastetem, entlasteten, entlasteter##, entlastend, ###entlastend, entlastende, entlastendes, entlastendem, entlastenden, entlastender, entlaste###+EW; Z.: ent—la-st-en
$entlauben, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. entlauben, Laub abwerfen, von Laub befreien; E.: s. ent, s. Laub, s. en; L.: Kluge s. u. Laub, DW 3, 567; GB.: seit 1538 belegte und aus ent und Laub sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Laub mögliches Laub abwerfen; F.: entlauben, entlaube, entlaubst, entlaubt, entlaubest, entlaubet, entlaubte, entlaubtest, entlaubten, entlaubtet, ##entlaubt, entlaubte, entlaubtes, entlaubtem, entlaubten, entlaubter##, entlaubend, ###entlaubend, entlaubende, entlaubendes, entlaubendem, entlaubenden, entlaubender###, entlaub (!)+EW; Z.: ent—lau-b-en
$entlausen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. entlausen, Läuse entfernen, Läuse bekämpfen; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. ent, s. Laus, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Laus; GB.: 1. H. 20. Jh. belegte und aus ent und Laus sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches Läuse bekämpfen; F.: entlausen, entlause, entlausst (!), entlaust, entlausest, entlauset, entlauste, entlaustest, entlausten, entlaustet, ##entlaust, entlauste, entlaustes, entlaustem, entlausten, entlauster##, entlausend, ###entlausend, entlausende, entlausendes, entlausendem, entlausenden, entlausender###, entlaus (!)+EW; Z.: ent—laus-en
$entledigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entledigen, ledig machen, befreien, loswerden; E.: s. ent, s. ledig, s. en; L.: Kluge s. u. ledig, DW 3, 568, EWD s. u. ledig; GB.: seit 1289 belegte und aus ent und ledig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches befreien oder loswerden; F.: entledigen, entledige, entledigst, entledigt, entledigest, entlediget, entledigte, entledigtest, entledigten, entledigtet, ##entledigt, entledigte, entledigtes, entledigtem, entledigten, entledigter##, entledigend, ###entledigend, entledigende, entledigendes, entledigendem, entledigenden, entledigender###, entledig (!)+EW; Z.: ent—le-d-ig-en
$entlehnen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. entlehnen, ausleihen, entleihen; E.: s. ent, s. lehnen; L.: Kluge s. u. entlehnen, lehnen 1, DW 3, 570, EWD s. u. lehnen 2; GB.: um 800 belegte und aus ent und lehnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Bildung von Vermögen mögliches Besitz ausleihen oder entleihen; F.: entlehnen, entlehne, entlehnst, entlehnt, entlehnest, entlehnet, entlehnte, entlehntest, entlehnten, entlehntet, ##entlehnt, entlehnte, entlehntes, entlehntem, entlehnten, entlehnter##, entlehnend, ###entlehnend, entlehnende, entlehnendes, entlehnendem, entlehnenden, entlehnender###, entlehn (!)+EW; Z.: ent—leh-n-en
$entleiben, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. entleiben, Leib nehmen, töten, entseelen; E.: s. ent, s. Leib, s. en; L.: Kluge s. u. Leib, DW 3, 571; GB.: seit 1264 belegte und aus ent und Leib sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches den Leib nehmen oder töten oder entleiben; F.: entleiben, entleibe, entleibst, entleibt, entleibest, entleibet, entleibte, entleibtest, entleibten, entleibtet, ##entleibt, entleibte, entleibtes, entleibtem, entleibten, entleibter##, entleibend, ###entleibend, entleibende, entleibendes, entleibendem, entleibenden, entleibender###, entleib (!)+EW; Z.: ent—lei-b-en
$Entleibung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Entleibung, Tötung; E.: s. entleib(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Entleibung, DW 3, 571; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus entleib(en) und ung gebildete Bezeichnung für Tötung; F.: Entleibung, Entleibungen+EW; Z.: Ent—lei-b-ung
$entleihen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entleihen, ausleihen; E.: s. ent, s. leihen; L.: Kluge s. u. leihen, DW 3, 572, EWD s. u. leihen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ent und leihen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Besitz mögliches ausleihen oder entleihen; F.: entleihen, entleihe, entleihst, entleiht, entleihest, entleihet, entlieh, entliehst, entliehen, entliehn (!), entlieht (!), entliehest (!), entliehet, ##entliehen, entliehene, entliehenes, entliehenem, entliehenen, entliehener, entliehne (!), entliehnes, entliehnem, entliehnen, entliehner##, entleihend, ###entleihend, entleihende, entleihendes, entleihendem, entleihenden, entleihender###, entleih (!)+EW; Z.: ent—leih-en
$entlohnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. entlohnen, Lohn leisten, Lohn geben; E.: s. ent, s. lohnen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lohn; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ent und lohnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Arbeitsteilung und Geld mögliches Lohn leisten oder Lohn geben für eine Tätigkeit; F.: entlohnen, entlohne, entlohnst, entlohnt, entlohnest, entlohnet, entlohnte, entlohntest, entlohnten, entlohntet, ##entlohnt, entlohnte, entlohntes, entlohntem, entlohnten, entlohnter##, entlohnend, ###entlohnend, entlohnende, entlohnendes, entlohnendem, entlohnenden, entlohnender###, entlohn (!)+EW; Z.: ent—loh-n-en
$entmannen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. entmannen, verschneiden, Keimdrüsen eines Mannes entfernen, kastrieren; E.: s. ent, s. Mann, s. en; L.: Kluge s. u. Mann, DW 3. 573, EWD s. u. Mann; GB.: seit 1335 belegte und aus ent und Mann sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl nach dem Vorbild der Hochkulturen des Altertums mögliches die Keimdrüsen eines Mannes entfernen; F.: entmannen, entmanne, entmannst, entmannt, entmannest, entmannet, entmannte, entmanntest, entmannten, entmanntet, ##entmannt, entmannte, entmanntes, entmanntem, entmannten, entmannter##, entmannend, ###entmannend, entmannende, entmannendes, entmannendem, entmannenden, entmannender###, entmann (!)+EW; Z.: ent—man-n-en
$entmilitarisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. entmilitarisieren, entwaffnen; E.: s. ent, s. militarisieren; L.: Kluge s. u. Militär, fehlt DW, EWD s. u. Militär; GB.: seit 1919 belegte und aus ent und militarisieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches entwaffnen; F.: entmilitarisieren, entmilitarisiere, entmilitarisierst, entmilitarisiert, entmilitarisierest, entmilitarisieret, entmilitarisierte, entmilitarisiertest, entmilitarisierten, entmilitarisiertet, ##entmilitarisiert, entmilitarisierte, entmilitarisiertes, entmilitarisiertem, entmilitarisierten, entmilitarisierter##, entmilitarisierend, ###entmilitarisierend, entmilitarisierende, entmilitarisierendes, entmilitarisierendem, entmilitarisierenden, entmilitarisierender###, entmilitarisier (!)+EW+FW; Z.: ent—mil-it-ar-is-ier-en
$entmündigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. entmündigen, Mündigkeit absprechen; E.: s. ent, s. mündig, s. en; L.: Kluge s. u. mündig, DW 3, 574, EWD s. u. mündig; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ent und mündig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vor 1992 mögliches die munt (Mündigkeit) absprechen; F.: entmündigen, entmündige, entmündigst, entmündigt, entmündigest, entmündiget, entmündigte, entmündigtest, entmündigten, entmündigtet, ##entmündigt, entmündigte, entmündigtes, entmündigtem, entmündigten, entmündigter##, entmündigend, ###entmündigend, entmündigende, entmündigendes, entmündigendem, entmündigenden, entmündigender###, entmündig (!)+EW; Z.: ent—mün-d-ig-en
$Entnahme, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Entnahme, Herausnahme, Wegnahme, Entfernung; E.: s. ent, s. Nahme; L.: Kluge s. u. nehmen, DW 3, 575, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1771 belegte und aus ent und Nahme gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Bildung von Besitz und Vermögen mögliche Herausnahme oder Wegnahme oder Entfernung; F.: Entnahme, Entnahmen+EW; Z.: Ent—nahm-e
$entnerven, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. entnerven, Nerven nehmen, Nerven entkräften; E.: s. ent, s. nerven; L.: Kluge s. u. Nerv, DW 3, 576, EWD s. u. Nerv; GB.: seit 1732 belegte und wohl nach lat. ēnervāre aus ent und nerven gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit erkennbares Nerven nehmen oder Nerven entkräften; F.: entnerven, entnerve, entnervst, entnervt, entnervest, entnervet, entnervte, entnervtest, entnervten, entnervtet, ##entnervt, entnervte, entnervtes, entnervtem, entnervten, entnervter##, entnervend, ##entnervend, entnervende, entnervendes, entnervendem, entnervenden, entnervender###, entnerv (!)+EW+FW; Z.: ent—nerv-en
$entpuppen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. entpuppen; E.: s. ent, s. Pupp(e), s. en; L.: Kluge s. u. entpuppen, EWD s. u. Puppe; GB.: seit 1804 belegte und aus ent und Pupp(e) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches von einer Verpuppung befreien; F.: entpuppen, entpuppe, entpuppst, entpuppt, entpuppest, entpuppet, entpuppte, entpupptest, entpuppten, entpupptet, ##entpuppt, entpuppte, entpupptes, entpupptem, entpuppten, entpuppter##, entpuppend, ###entpuppend, entpuppende, entpuppendes, entpuppendem, entpuppenden, entpuppender###, entpupp (!)+EW+FW; Z.: ent—pu-p-p-en
$entrahmen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. entrahmen, Rahm entfernen, Rahmen entfernen; E.: s. ent, s. Rahm, s. Rahmen; L.: Kluge s. u. Rahm 1, fehlt DW, EWD s. u. Rahm; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ent und Rahm sowie en und Rahmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Rahm oder Rahmen entfernen; F.: entrahmen, entrahme, entrahmst, entrahmt, entrahmest, entrahmet, entrahmte, entrahmtest, entrahmten, entrahmtet, ##entrahmt, entrahmte, entrahmtes, entrahmtem, entrahmten, entrahmter##, entrahmend, ###entrahmend, entrahmende, entrahmendes, entrahmendem, entrahmenden, entrahmender###, entrahm (!)+EW; Z.: ent—rah-m-en
$entraten, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. entraten, entbehren, abstehen; E.: s. ent, s. raten; L.: Kluge s. u. entraten, DW 3, 580 (entrathen); GB.: seit um 1185 belegte und aus ent und raten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entbehren oder abstehen; F.: entraten, entrate, enträtst, enträt, entratet, entratest, entriet, entrietest, entrietst, entrieten, entrietet, ##entraten, entratene, entratenes, entratenem, entratenen, entratener##, entratend, ###entratend, entratende, entratendes, entratendem, entratenden, entratender###, entrat (!)+EW; Z.: ent—ra-t-en
$entreißen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. entreißen, wegreißen, wegnehmen, entziehen; E.: s. ent, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 3, 583 (entreiszen); GB.: seit 1533 belegte und aus ent und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wegreißen oder wegnehmen oder entziehen; F.: entreißen, entreiße, entreißt, entreißest, entreißet, entriss, entrissest, entrissen, entrisst, entrisset, ##entrissen, entrissene, entrissenes, entrissenem, entrissenen, entrissener##, entreißend, ##entreißend, entreißende, entreißendes, entreißendem, entreißenden, entreißender###, entreiß (!)+EW; Z.: ent—rei-ß-en
entrinnen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. entrinnen, ausfließen, entfliehen, entgehen; ne. escape (V.); Vw.: -; Hw.: s. abtrünnig; Q.: um 930 (Psalm); E.: mhd. entrinnen, st. V., davonlaufen, entrinnen; mnd. entrinnen, st. V., entrinnen, fortlaufen, entkommen (V.); mnl. ontrinnen, st. V., entrinnen; ahd. intrinnan*, st. V. (3a), entfliehen, entrinnen, entkommen (V.), fliehend entkommen (V.), sich flüchten; as. -; anfrk. -; ahd. int, in, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, *h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; germ. *trennan?, st. V., sich trennen, entrinnen; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206? (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204? (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. entrinnen, DW 3, 587, DW2 8, 1462, EWAhd 7, 520, Kluge s. u. entrinnen, Seebold 507?, Falk/Torp 170; GB.: seit um 930 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches entfliehen oder (mit knapper Not einer Bedrohung) entgehen; BM.: sich trennen; F.: entrinnen, entrinne, entrinnst, entrinnt, entrinnest, entrinnet, entrann, entrannst, entrannen, entrannt, entränne, entrännest, entrännen, entrännet, entrönne, entrönnest, entrönnen, entrönnet, entronnen, ##entronnen, entronnene, entronnenes, entronnenem, entronnenen, entronnener##, entrinnend, ###entrinnend, entrinnende, entrinnendes, entrinnendem, entrinnenden, entrinnender###, entrinn (!)+EW; Z.: en-tri-nn-en
entrisch, enterisch, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. entrisch, altertümlich, unheimlich; ne. very old (Adj.), ancient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. entrisch, Adj., entrisch, alt, altertümlich, ungeheuer, grausig, wild, vorzeitlich; mnd. -; ahd. entrisk*, entrisc, Adj., alt; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *andjaz, Adv., früher; vgl. idg. *anti̯os, Adj., gegenüber, vor einem liegend, Pokorny 50; idg. *anto-, Sb., Vorderseite, Stirn, Ende, Pokorny 48; L.: Kluge s. u. entrisch, DW 3, 512 (enterisch), DW2 8, 1368; Son.: vgl. lat. antīquus, Adj., alt, altehrwürdig, einstig, wichtig; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches altertümlich oder unheimlich; BM.: vor einem liegend; F.: entrisch, entrische, entrisches, entrischem, entrischen, entrischer, enterisch, enterische, enterisches, enterischem, enterischen, enterischer+EW; Z.: ent-r-isch
$entrückt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. entrückt, weggetragen, entfernt; E.: s. entrück(en), s. t; L.: Kluge s. u. entrückt, fehlt DW (aber entrücken DW 3, 589); GB.: 1270/1280 belegte und aus entrück(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches weggetragen oder entfernt; F.: entrückt, entrückte, entrücktes, entrücktem, entrückten, entrückter(, entrücktere, entrückteres, entrückterem, entrückteren, entrückterer, entrücktest, entrückteste, entrücktestes, entrücktestem, entrücktesten, entrücktester)+EW; Z.: ent—rück-t
$Entrückung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Entrückung, Entrücken, Entrücktwerden; E.: s. entrück(en), s. ung; L.: Kluge s. u. entrückt, DW 3, 589; GB.: seit 1650 belegte und aus entrück(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Entrücken oder Entrücktwerden; F.: Entrückung, Entrückungen+EW; Z.: Ent—rück-ung
entrümpeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. entrümpeln, ausräumen; ne. clear (V.) out, declutter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1936; E.: s. nhd. ent…, Gerümpel; L.: Kluge s. u. entrümpeln, fehlt DW, EWD s. u. Gerümpel, DW2 8, 1465, Duden s. u. entrümpeln; GB.: seit 1936 belegte und aus ent und (Ge)rümpel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl erst seit einer Zeit des sehr großen menschlichen Überflusses mögliches Gerümpel aus einem Raum entfernen (statt verwerten); BM.: alten Hausrat entfernen; F.: entrümpeln, entrümple, entrümpel (!), entrümpele, entrümpelst, entrümpelt, entrümpelest (!), entrümpelet (!), entrümpelte, entrümpeltest, entrümpelten, entrümpeltet, ##entrümpelt, entrümpelte, entrümpeltes, entrümpeltem, entrümpelten, entrümpelter##, entrümpelnd, ###entrümpelnd, entrümpelnde, entrümpelndes, entrümpelndem, entrümpelnden, entrümpelnder###, entrümpel (!)+EW; Z.: ent—rümp-el-n
entrüsten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entrüsten, abrüsten, einer Empörung Unmut verleihen, Unmut äußern; ne. outrage (V.), disgust (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1200? (Nibelungenlied); E.: s. mhd. entrüsten, sw. V., entrüsten, entwaffnen, aus der Fassung bringen, erzürnen, aus der Lage kommen, sich entrüsten; mnd. -; mnl. ontrusten, sw. V., entrüsten; vgl. mhd. ent..., en..., Präf., ent..., en...; ahd. int, in, Präf., ent...; agerm. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; mhd. rüsten, sw. V., zurüsten, bereiten, schmücken, rüsten; ahd. rusten, hrusten, sw. V. (1a), rüsten, schützen, schmücken; germ. *hrustjan, sw. V., rüsten; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. entrüsten, Kluge s. u. entrüsten, DW 3, 590, EWD s. u. rüsten, DW2 8, 1465, Duden s. u. entrüsten; GB.: vielleicht nach 1200 belegte und aus ent sowie rüsten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Rüstung mögliches abrüsten oder seiner Empörung Ausdruck verleihen oder Unmut äußern; BM.: die Rüstung abnehmen; F.: entrüsten, entrüste, entrüstest, entrüstet, entrüstete, entrüstetest, entrüsteten, entrüstetet, ##entrüstet, entrüstete, entrüstetes, entrüstetem, entrüsteten, entrüsteter##, entrüstend, ###entrüstend, entrüstende, entrüstendes, entrüstendem, entrüstenden, entrüstender###, entrüste (!)+EW; Z.: ent—rü-st-en
$Entrüstung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Entrüstung, Abrüstung, Zorn, Unmut; E.: s. entrüst(en), s. ung; L.: DW 3, 591, EWD s. u. rüsten; GB.: seit 1548 belegte und aus entrüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für Abrüstung oder Zorn oder Unmut; F.: Entrüstung, Entrüstungen+EW; Z.: Ent-rü-st-ung
$entsaften, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. entsaften, Saft entziehen; E.: s. ent, s. Saft, s. en; L.: Kluge s. u. Saft, DW 3, 591, EWD s. u. Saft; GB.: seit 1337 belegte und aus ent und Saft sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl schon früher mögliches Früchten Saft entziehen; F.: entsaften, entsafte, entsaftest, entsaftet, entsaftete, entsaftetest, entsafteten, entsaftetet, ##entsaftet, entsaftete, entsaftetes, entsaftetem, entsafteten, entsafteter##, entsaftend, ###entsaftend, entsaftende, entsaftendes, entsaftendem, entsaftenden, entsaftender###, entsaft (!)+EW; Z.: ent—saf-t-en
$Entsafter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Entsafter; E.: s. entsaft(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Saft; GB.: seit 2. H. 20. Jh. belegte und aus entsaft(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von dem Menschen vor mehr als 100 Jahren entwickeltes Gerät zu der Gewinnung von Saft aus Pflanzen und ihren Früchten mittels Dampf oder Druck unter Verwendung von Energie; F.: Entsafter, Entsafters, Entsaftern+EW; Z.: Ent—saf-t-er
$entsagen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. entsagen, entschuldigen, lossprechen, verzichten; E.: s. ent, s. sagen; L.: Kluge s. u. entsagen, DW 3, 591, EWD s. u. sagen; GB.: (intsagēn) seit um 765 belegte und aus ent und sagen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches entschuldigen oder lossprechen oder verzichten; F.: entsagen, entsage, entsagst, entsagt, entsagest, entsaget, entsagte, entsagtest, entsagten, entsagtet, ##entsagt, entsagte, entsagtes, entsagtem, entsagten, entsagter##, entsagend, ###entsagend, entsagende, entsagendes, entsagendem, entsagenden, entsagender###, entsag (!)+EW; Z.: ent—sag-en
$Entsagung, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Entsagung, Absage, Verteidigung, Verzicht; E.: s. entsag(en), s. ung; L.: Kluge s. u. sagen, DW 3, 593, EWD s. u. sagen; GB.: (intsagunga) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus entsage(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Absage oder Verteidigung oder Verzicht; F.: Entsagung, Entsagungen+EW; Z.: Ent—sag-ung
$entsagungsvoll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. entsagungsvoll, entsagungsreich, von Verzicht bestimmt; E.: s. Entsagung, s. s, s. voll; L.: fehlt DW, EWD s. u. sagen; seit 1849 belegte und aus Entsagung und s und voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches entsagungsreich oder von Verzicht bestimmt; F.: entsagungsvoll, entsagungsvolle, entsagungsvolles, entsagungsvollem, entsagungsvollen, entsagungsvoller(, entsagungsvollere, entsagungsvolleres, entsagungsvollerem, entsagungsvolleren, entsagungsvollerer, entsagungsvollst, entsagungsvollste, entsagungsvollstes, entsagungsvollstem, entsagungsvollsten, entsagungsvollster)+EW; Z.: ent—sag-ung-s—vol-l
$Entsatz, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Entsatz, Ersatz, Verstärkung; E.: s. ent, s. Satz; L.: DW 3, 593, EWD s. u. entsetzen; GB.: seit 1476 belegte und aus ent und Satz gebildete Bezeichnung für Ersatz oder Verstärkung; F.: Entsatz, Entsatzes, Entsatze, Entsatzen+EW; Z.: Ent—satz
$entschädigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. entschädigen, einen Schaden ausgleichen; E.: s. ent, s. schädigen; L.: DW 3, 594, EWD s. u. Schaden; GB.: (entschadegen) vielleicht 14. Jh. belegte und aus ent und schädigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einen Schaden ausgleichen; F.: entschädigen, entschädige, entschädigst, entschädigt, entschädigest, entschädiget, entschädigte, entschädigtest, entschädigten, entschädigtet, ##entschädigt, entschädigte, entschädigtes, entschädigtem, entschädigten, entschädigter##, entschädigend, ###entschädigend, entschädigende, entschädigendes, entschädigendem, entschädigenden, entschädigender###, entschädig (!)+EW; Z.: ent—schäd-ig-en
$Entscheid, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Entscheid, Entscheidung oder Lösung einer Meinungsverschiedenheit; E.: s. ent, s. scheid(en); L.: DW 3, 596, EWD s. u. scheiden; GB.: seit 1355 belegte und aus ent und scheid(en) gebildete Bezeichnung für eine Entscheidung oder Lösung einer Meinungsverschiedenheit; F.: Entscheid, Entscheids, Entscheides, Entscheide, Entscheiden+EW; Z.: Ent—schei-d
entscheiden, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. entscheiden, eine Auswahl treffen, wählen, ein Urteil fällen; ne. decide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1217 (Titurel des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. entscheiden, st. V., entscheiden, unterscheiden, bescheiden (V.), scheiden aus, stimmen, bekehren, trennen von; mnd. entschēden, st. V., scheiden, ausscheiden, trennen, entscheiden; mnl. ontsceiden, st. V., entscheiden; vgl. mhd. ent..., en..., Präf., ent..., en...; ahd. int, in, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. anta, h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; mhd. scheiden, red. V., st. V., scheiden, sondern (V.), absondern, trennen; ahd. skeidan (1), sceidan, red. V., scheiden, trennen, teilen, sich trennen; germ. *skaidan, st. V., scheiden; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; s. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. entscheiden, DW 3, 596, EWD s. u. scheiden, DW2 8, 1472, Duden s. u. entscheiden; GB.: nach 1217 belegte und aus ent und scheiden gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches trennen und klären sowie bestimmen und darüber ein Urteil fällen; BM.: trennen von; F.: entscheiden, entscheide, entscheidest, entscheidet, entschied, entschiedest, entschiedst, entschieden, ##entschieden, entschiedet, entschiedene, entschiedenes, entschiedenem, entschiedenen, entschiedener##, entscheidend, ###entscheidend, entscheidende, entscheidendes, entscheidendem, entscheidenden, entscheidender###, entscheid (!)+EW; Z.: ent—schei-d-en
$Entscheidung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Entscheidung, Bestimmung, Lösung; E.: s. Entscheid, s. entscheid(en), s. ung; L.: DW 3, 598, EWD s. u. scheiden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus entscheid(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine dem Menschen seit Entstehung und Entwicklung von Sprache mögliche Bestimmung; F.: Entscheidung, Entscheidungen+EW; Z.: Ent—schei-d-ung
$entschieden, nhd., (Part. Prät.=)Adj., 17. Jh.: nhd. entschieden, bestimmt, gelöst, festgelegt; E.: s. entscheiden; L.: DW 3, 599, EWD s. u. scheiden; GB.: seit 1643 belegte und aus entscheiden gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches bestimmt oder gelöst oder festgelegt; F.: entschieden, entschiedene, entschiedenes, entschiedenem, entschiedenen, entschiedener(, entschiedenere, entschiedeneres, entschiedenerem, entschiedeneren, entschiedenerer, entschiedenst, entschiedenste, entschiedenstes, entschiedenstem, entschiedensten, entschiedenster)+EW; Z.: ent—schie-d-en
$entschlafen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. entschlafen (V.), einschlafen, sterben; E.: s. ent, s. schlafen; L.: Kluge s. u. schlafen, DW 3, 600, EWD s. u. schlafen; GB.: (intslāfan*) um 830 belegte und aus ent und schlafen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches einschlafen oder sterben; F.: entschlafen, entschlafe, entschläfst, entschläft, entschlaft, entschlafest, entschlafet, entschlief, entschliefst, entschliefen, entschlieft, entschliefe, entschliefest, entschliefet, ##entschlafen, entschlafene, entschlafenes, entschlafenem, entschlafenen, entschlafener##, entschlafend, ###entschlafend, entschlafende, entschlafendes, entschlafendem, entschlafenden, entschlafender###, entschlaf (!)+EW; Z.: ent—sch-laf-en
$entschlagen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. entschlagen, verzichten; E.: s. ent, s. schlagen; L.: Kluge s. u. entschlagen, DW 3, 602; GB.: (entslahen) um 1150 belegte und aus ent und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verzichten; F.: entschlagen, entschlage, entschlägst, entschlägt, entschlagt, entschlagest, entschlaget, entschlug, entschlugst, entschlugen, entschlugt, entschlüge, entschlügest, entschlügen, ##entschlagen, entschlagene, entschlagenes, entschlagenem, entschlagenen, entschlagener##, entschlagend, ###entschlagend, entschlagende, entschlagendes, entschlagendem, entschlagenden, entschlagender###, entschlag (!)+EW; Z.: ent—schlag-en
$entschließen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entschließen, aufschließen, lösen; E.: s. ent, s. schließen; L.: Kluge s. u. entschließen, DW 3, 605 (entschlieszen), EWD s. u. entschließen; GB.: (intsliozan*) seit um 765 belegte und aus ent und schließen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufschließen oder lösen; F.: entschließen, entschließe, entschließt, entschließest, entschließet, entschloss, entschlossest, entschlossen, entschlosst, entschlösse, entschlössest, entschlössen, entschlösset, ##entschlossen, entschlossene, entschlossenes, entschlossenem, entschlossenen, entschlossener##, entschließend, ###entschließend, entschließende, entschließendes, entschließendem, entschließenden, entschließender###, entschließ (!)+EW; Z.: ent—schlie-ß-en
$Entschließung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Entschließung, Entschluss, Beschluss, Erklärung; E.: s. entschließ(en), s. ung; L.: DW 3, 607, EWD s. u. entschließen; GB.: seit um 1460 belegte und aus entschließ(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Entschluss oder Beschluss oder eine Erklärung; F.: Entschließung, Entschließungen+EW; Z.: Ent—schlie-ß-ung
$entschlossen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. entschlossen, entschieden, zielstrebig, sicher; E.: s. entschließen; L.: Kluge s. u. entschließen, DW 3, 607, EWD s. u. entschließen; GB.: seit 1581 belegte und aus entschließen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches entschieden oder zielstrebig oder sicher; F.: entschlossen, entschlossene, entschlossenes, entschlossenem, entschlossenen, entschlossener(, entschlossenere, entschlosseneres, entschlossenerem, entschlosseneren, entschlossenerer, entschlossenst, entschlossenste, entschlossenstes, entschlossenstem, entschlossensten, entschlossenster)+EW; Z.: ent—schlo-ss-en
$Entschlossenheit, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Entschlossenheit, Entschiedenheit, Zielstrebigkeit; E.: s. entschlossen, s. heit; L.: DW 3, 608, EWD s. u. entschließen; GB.: seit 1669 belegte und aus entschlossen und heit gebildete Bezeichnung für Entschiedenheit oder Zielstrebigkeit; F.: Entschlossenheit+EW; Z.: Ent—schlo-ss-en—hei-t
$Entschluss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Entschluss, Beschluss, Entscheidung; E.: s. ent, s. Schluss, L.: Kluge s. u. entschließen, DW 3, 608 (Entschlusz), EWD s. u. entschließen; GB.: seit 1524 belegte und aus entschließen sowie ent und Schluss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Beschluss oder eine Entscheidung; F.: Entschluss, Entschlusses, Entschlüsse, Entschlüssen+EW; Z.: Ent—schlu-ss
$entschlüsseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. entschlüsseln, aufschließen; E.: s. ent, s. Schlüssel, s (e)n; L.: Kluge s. u. Schlüssel, fehlt DW, EWD s. u. Schlüssel; GB.: seit 1947 belegte und wohl nach französischem Vorbild (dechiffrer) gebildete Bezeichnung für graphisch aufschließen; F.: entschlüsseln, entschlüssel (!), entschlüssle, entschlüssele, entschlüsselst, entschlüsselt, entschlüsselte, entschlüsseltest, entschlüsselten, entschlüsseltet, ##entschlüsselt, entschlüsselte, entschlüsseltes, entschlüsseltem, entschlüsselten, entschlüsselter##, entschlüsselnd, ###entschlüsselnd, entschlüsselnde, entschlüsselndes, entschlüsselndem, entschlüsselnden, entschlüsselnder###, entschlüssel (!)+EW; Z.: ent—schlü-ss-el-n
$entschuldigen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. entschuldigen, Schuld lösen, Schuld zu lösen versuchen; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: seit 1060-1080 belegte und aus ent und schuldig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Schuld lösen oder Schuld zu lösen versuchen; L.: DW 3, 611, EWD s. u. Schuld; F.: entschuldigen, entschuldige, entschuldigst, entschuldigt, entschuldigest, entschuldiget, entschuldigte, entschuldigtest, entschuldigten, entschuldigtet, ##entschuldigt, entschuldigte, entschuldigtes, entschuldigtem, entschuldigten, entschuldigter##, entschuldigend, ###entschuldigend, entschuldigende, entschuldigendes, entschuldigendem, entschuldigenden, entschuldigender###, entschuldig (!)+EW; Z.: ent—schul-d-ig-en
entseelen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entseelen, Seele lösen, entleiben, töten; Hw.: s. entseelt
$entseelt, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (17. Jh.): nhd. entseelt; E.: s. ent, s. Seel(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Seele, DW 3, 618, EWD s. u. Seele; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ent und seel(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches tot; F.: entseelt, entseelte, entseeltes, entseeltem, entseelten, entseelter(, entseeltere, entseelteres, entseelterem, entseelteren, entseelterer, entseeltest, entseelteste, entseeltestes, entseeltestem, entseeltesten, entseeltester)+EW; Z.: ent—seel-t
entsetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. entsetzen, aus der Fassung bringen, befreien; ne. appal, horrify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. entsetzen (1), sw. V., entsetzen, zurücksetzen, absetzen, berauben, befreien, außer Fassung bringen, sich scheuen, sich fürchten; mnd. entsetten, sw. V., entsetzen, Entsatz bringen, befreien, einlösen; mnl. ontsetten, sw. V., entsetzen, verleiten; ahd. intsezzen*, insezzen*, sw. V. (1a), „entsetzen“, absetzen, zerstören, berauben; anfrk. antsetten, V., zerstören; ahd. int, in, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, *ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. *anta, h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; ahd. sezzen 248, sezzan, sw. V. (1a), setzen, stellen, legen, anbringen, anlegen, anstellen, ansetzen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. entsetzen, Kluge s. u. entsetzen, DW 3, 620, EWD s. u. entsetzen, DW2 8, 1497, EWAhd 7, 1162, Duden s. u. entsetzen; Son.: vgl. afries. undsetta, sw. V. (1), widersetzen; GB.: um 796 belegte und aus ent und setzen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches durch etwas Schlimmes oder Abstoßendes aus der Fassung bringen oder eine belagerte Festung oder einen eingeschlossenen Truppenteil durch neu herangeführte Truppen befreien; BM.: absetzen; F.: entsetzen, entsetze, entsetzt, entsetzest, entsetzet, entsetzte, entsetztest, entsetzten, entsetztet, ##entsetzt, entsetzte, entsetztes, entsetztem, entsetzten, entsetzter##, entsetzend, ###entsetzend, entsetzende, entsetzendes, entsetzendem, entsetzenden, entsetzender###, entsetz (!)+EW; Z.: ent—setz-en
$Entsetzen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Entsetzen, Schauder, Schrecken (M.); E.: s. entsetzen; L.: EWD s. u. entsetzen; GB.: seit 1521 belegte und aus entsetzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schauder oder Schrecken (M.); F.: Entsetzen, Entsetzens+EW; Z.: Ent—setz-en
$entsetzlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. entsetzlich, schrecklich, abscheulich; E.: s. Entsetz(en), s. lich; L.: Kluge s. u. entsetzen, DW 3, 623, EWD s. u. entsetzen; GB.: seit 1521 belegte und aus Entsetz(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schrecklich oder abscheulich; F.: entsetzlich, entsetzliche, entsetzliches, entsetzlichem, entsetzlichen, entsetzlicher(, entsetzlichere, entsetzlicheres, entsetzlicherem, entsetzlicheren, entsetzlicherer, entsetzlichst, entsetzlichste, entsetzlichstes, entsetzlichstem, entsetzlichsten, entsetzlichster)+EW; Z.: ent—setz-lich
$entsinnen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. entsinnen. Sinn verlieren, erkennen, erinnern; E.: s. ent, s. sinnen; L.: DW 1, 625, EWD s. u. sinnen; GB.: seit um 1245 und um 1300 belegte und aus ent und sinnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Sinn verlieren oder erkennen oder erinnern; F.: entsinnen, entsinne, entsinnst, entsinnt, entsinnest, entsinnet, entsann, entsannst, entsannen, entsänne, entsännest, entsännst, entsännen, entsännet, entsännt, entsönne, entsönnest, entsönnst, entsännen, entsönnet, entsönnt, entsonnen, ##entsonnen, entsonnene, entsonnenes, entsonnenem, entsonnenen, entsonnener##, entsinnend, ###entsinnend, entsinnende, entsinnendes, entsinnendem, entsinnenden, entsinnender###, entsinn (!)+EW; Z.: ent—sinn-en
entsorgen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. entsorgen, beseitigen, befreien; ne. dispose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. entsorgen, sw. V., befreien, entsorgen, erleichtern; vgl. mhd. ent..., en..., Präf., ent..., en...; ahd. int, in, Präf., ent...; germ. *and, *anda, Adv., Präp., entgegen, gegenüber, weg; vgl. idg. *hant-, ant-, Sb., Vorderseite, Stirn; idg. anta, h₂ánta, Adv., gegenüber, hin, Pokorny 49; mhd. sorgen, sw. V., besorgt sein (V.), besorgt sein (V.) um, sich Sorgen machen; ahd. sworgōn, sorgōn, sw. V. (2), sorgen, sorgen für; ahd. sworgēn, sorgēn, sw. V. (3), sorgen, sich kümmern, sich ängstigen; germ. *swurgēn, *swurgǣn, *surgēn, *surgǣn, sw. V., sorgen; idg. *su̯ergʰ-, V., sorgen, sich kümmern, krank sein (V.), Pokorny 1051 (1819/291) (RB. idg. aus, ind., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. entsorgen, fehlt DW, DW2 8, 1503, Duden s. u. entsorgen; GB.: seit um 1210 belegte und aus ent und sorgen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für befreien und in der späten Neuzeit vor allem für von Abfall befreien; BM.: Sorgen entfernen; F.: entsorgen, entsorge, entsorgst, entsorgt, entsorgest, entsorget, entsorgte, entsorgtest, entsorgten, entsorgtet, ##entsorgt, entsorgte, entsorgtes, entsorgtem, entsorgten, entsorgter##, entsorgend, ###entsorgend, entsorgende, entsorgendes, entsorgendem, entsorgender###, entsorg (!)+EW; Z.: ent—sorg-en
$entsprechen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. entsprechen, entgegnen, antworten, übereinstimmen; E.: s. ent, s. sprechen;L.: Kluge s. u. entsprechen, DW 3, 628, EWD s. u. entsprechen; GB.: (entsprechen) seit 1130/1150 belegte und aus ent und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches entgegnen oder antworten oder übereinstimmen; F.: entsprechen, entspreche, entsprichst, entspricht, entsprecht, entsprechest, entsprechet, entsprach, entsprachst, entsprachen, entspracht, entspräche, entsprächest, entsprächen, entsprächet, entsprochen, ##entsprochen, entsprochene, entsprochenes, entsprochenem, entsprochenen, entsprochener##, entsprechend, ###entsprechend, entsprechende, entsprechendes, entsprechendem, entsprechenden, entsprechender###, entsprich (!)+EW; Z.: ent—spre-ch-en
$entspringen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entspringen, hervorspringen, wegspringen; E.: s. ent, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 3, 629, EWD s. u. springen; GB.: (intspringan*) seit 1. Hälfte 8. Jh. (?) belegte und für das Germanische und teilweise für das Indogermanische erschließbare sowie aus ent und springen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hervorspringen oder wegspringen; F.: entspringen, entspringe, entspringst, entspringt, entspringest, entspringet, entsprang, entsprangst, entsprangen, entsprangt, entspränge, entsprängest, entsprängen, entspränget, entsprungen, ##entsprungen, entsprungene, entsprungenes, entsprungenem, entsprungenen, entsprungener##, entspringend, ###entspringend, entspringende, entspringendes, entspringendem, entspringenden, entspringender###, entspring (!)+EW; Z.: ent—s-pri-ng-en
$entstehen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. entstehen, werden, erkennen; E.: s. ent, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 3, 631, EWD s. u. stehen; GB.: (intstantan) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ent und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches werden oder seit Entstehung des Menschen mögliches erkennen; F.: entstehen, entstehe, entstehst, entsteht, entstehest, entstehet, entstand, entstandest (!), entstandst, entstanden, entstandet, entstände, entständest, entständen, entständet, entstünde, entstündest, entstünden, entstündet, entstanden, ##entstanden, entstandene, entstandenes, entstandenem, entstandenen, entstandener##, entstehend, ###entstehend, entstehende, entstehendes, entstehendem, entstehenden, entstehender###, entsteh (!)+EW; Z.: ent—steh-en
$entstellen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. entstellen, wegstellen, verunstalten; E.: s. ent, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 3, 635, EWD s. u. stellen; GB.: seit 1266 belegte und aus ent und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wegstellen oder verunstalten; F.: entstellen, entstelle, entstellst, entstellt, entstellest, entstellet, entstellte, entstelltest, entstellten, entstelltet, ##entstellt, entstellte, entstelltes, entstelltem, entstellten, entstellter##, entstellend, ###entstellend, entstellende, entstellendes, entstellendem, entstellenden, entstellender###, entstell (!)+EW; Z.: ent—stel-l-en
$entstören, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. entstören, Störung beseitigen; E.: s. ent, s. stören; L.: Kluge s. u. stören, fehlt DW, EWD s. u. stören; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus ent und stören gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Störung beseitigen; F.: entstören, entstöre, entstörst, entstört, entstörest, entstöret, entstörte, entstörtest, entstörten, entstörtet, ##entstört, entstörte, entstörtes, entstörtem, entstörten, entstörter##, entstörend, ###entstörend, entstörende, entstörendes, entstörendem, entstörenden, entstörender###, entstör (!)+EW; Z.: ent—s-tör-en
$enttabuisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. enttabuisieren, Tabu beseitigen; E.: s. ent, s. tabuisieren; L.: Kluge s. u. Tabu, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus ent und tabuisieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Bildung von Tabus durch Menschen mögliches Tabu beseitigen; F.: enttabuisieren, enttabuisiere, enttabuisierst, enttabuisiert, enttabuisierest, enttabuisieret, enttabuisierte, enttabuisiertest, enttabuisierten, enttabuisiertet, ##enttabuisiert, enttabuisierte, enttabuisiertes, enttabuisiertem, enttabuisierten, enttabuisierter##, enttabuisierend, ###enttabuisierend, enttabuisierende, enttabuisierendes, enttabuisierendem, enttabuisierenden, enttabuisierender###, enttabuisier (!)+FW+EW; Z.: ent—tabu-is-ier-en
$enttäuschen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. enttäuschen, eine Erwartung nicht erfüllen; E.: s. ent, s. täuschen; L.: Kluge s. u. enttäuschen, fehlt DW, EWD s. u. täuschen; GB.: seit 1794 belegte und aus ent und täuschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen mögliches eine Erwartung nicht erfüllen; F.: enttäuschen, enttäusche, enttäuschst, enttäuscht, enttäuschest, enttäuschet, enttäuschte, enttäuschtest, enttäuschten, enttäuschtet, ##enttäuscht, enttäuschte, enttäuschtes, enttäuschtem, enttäuschten, enttäuschter##, enttäuschend, ###enttäuschend, enttäuschende, enttäuschendes, enttäuschendem, enttäuschenden, enttäuschender###, enttäusch (!)+EW; Z.: ent—täusch-en
$entwaffnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. entwaffnen; E.: s. ent, s. waffnen; L.: Kluge s. u. Waffe, fehlt DW, EWD s. u. Waffe; GB.: (entwāfenen) seit 1170-1190 belegte und aus ent und waffnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Waffen durch den Menschen mögliches Waffen ablegen oder abnehmen; F.: entwaffnen, entwaffne, entwaffnest, entwaffnet, entwaffnete, entwaffnetest, entwaffneten, entwaffnetet, ##entwaffnet, entwaffnete, entwaffnetes, entwaffnetem, entwaffneten, entwaffneter##, entwaffnend, ##entwaffnend, entwaffnende, entwaffnendes, entwaffnendem, entwaffnenden, entwaffnender###, entwaffne+EW; Z.: ent—waff-n-en
$entwalden, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. entwalden, Wald entfernen; E.: s. ent, s. Wald, s. en; L.: Kluge s. u. Wald, DW 3, 645; GB.: seit 1693 belegte und aus ent und Wald sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit auffälliges Wald entfernen durch Menschen; F.: entwalden, entwalde, entwaldest, entwaldet, entwaldete, entwaldetest, entwaldeten, entwaldetet, entwaldet, entwaldetet, ##entwaldet, entwaldete, entwaldetes, entwaldetem, entwaldeten, entwaldeten, entwaldeter##, entwaldend, ###entwaldend, entwaldende, entwaldendes, entwaldendem, entwaldenden, entwaldender###, entwald (!)+EW; Z.: ent—wal-d-en
entweder, nhd., Konj., (10. Jh.): nhd. entweder, oder; ne. either; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. eintweder (1), antweder, Konj., „entweder“; s. mhd. einweder, Indef.-Pron., einer von beiden, keiner von beiden, entweder; mnd. ēntwēder, eintwēder, entwēr, antwēder, entwedder, Konj., entweder, eins von zweien; mnl. antweder, anter, Konj., entweder; ahd. einwedar*, Indef.-Pron., einer von beiden; as. êndihwēthar*, Indef.-Pron., eins von beiden, entweder; anfrk. -; vgl. wgerm. *hwedera-, Pron., welcher von beiden; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. wedar, Pron., Konj., wer, welcher, ob, etwa, was, welcher von zweien; germ. *hwaþara, *hweþara, Pron., welcher von zweien; idg. *kᵘ̯otero-, Pron., wer von zweien, Pokorny 645; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. weder, Kluge 1. A. s. u. entweder, Kluge s. u. entweder, DW 3, 647, EWD s. u. entweder, DW2 8, 1520, DW2 7, 1521, EWAhd 2, 1019, Duden s. u. entweder; Son.: nur in der Verbindung mit oder; vgl. got. ainƕaþaruh, Pron., jeder von beiden; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Anführung der ersten von zwei oder mehreren Möglichkeiten wie beispielsweise entweder heute oder morgen; BM.: einer von zweien; F.: entweder+EW; Z.: ent-we-d-er
$entweichen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. entweichen, ausweichen, weggehen, fliehen; E.: s. ent, s. weichen; L.: Kluge s. u. weichen, DW 3, 650, EWD s. u. weichen; GB.: (intwīhhan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ent und weichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausweichen oder weggehen oder fliehen; F.: entweichen, entweiche, entweichst, entweicht, entweichest, entweichet, entwich (!), entwichst, entwichen, entwicht, ##entwichen, entwichene, entwichenes, entwichenem, entwichenen, entwichener##, entweichend, ###entweichend, entweichende, entweichendes, entweichendem, entweichenden, entweichender###, entweich (!)+EW; Z.: ent—weich-en
$entwenden, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. entwenden, abwenden, wegwenden, wegnehmen, entziehen; E.: s. ent, s. wenden; L.: Kluge s. u. wenden, DW 3, 652, EWD s. u. wenden; GB.: seit um 1180 belegte und aus ent und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Besitz mögliches wegwenden oder wegnehmen oder entziehen; F.: entwenden, entwende, entwendest, entwendet, entwendete, entwendetest, entwendeten, entwendetet, ##entwendet, entwendete, entwendetes, entwendetem, entwendeten, entwendeter##, entwendend, ###entwendend, entwendende, entwendendes, entwendendem, entwendenden, entwendender###, entwend (!)+EW; Z.: ent—we-nd-en
$entwerfen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. entwerfen, gestalten; E.: s. ent, s. werfen; L.: Kluge s. u. entwerfen, DW 3, 655, EWD s. u. entwerfen; GB.: seit 863-871 belegte und aus ent und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gestalten; F.: entwerfen, entwerfe, entwirfst, entwirft, entwerft, entwerfest, entwerfet, entwarf, entwarfst, entwarfen, entwarft, entwürfe, entwürfest, entwürfen, entwürfet, entworfen, ##entworfen, entworfene, entworfenes, entworfenem, entworfenen, entworfener##, entwerfend, entwerfende, ###entwerfende, entwerfendes, entwerfendem, entwerfenden, entwerfender###, entwirf (!)+EW; Z.: ent—wer-f-en
$Entwerfer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Entwerfer, Entwerfender, Zeichner; E.: s. entwerf(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 656, EWD s. u. entwerfen; GB.: seit nach 1400 belegte und aus entwerf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Entwerfenden oder Zeichnenden; F.: Entwerfer, Entwerfers, Entwerfern+EW; Z.: Ent—wer-f-er
$entwerten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. entwerten, abwerten, schädigen; E.: s. ent, s. werten; L.: fehlt DW, EWD s. u. wert; GB.: (intwerten*) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus ent und werten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Werten mögliches abwerten oder schädigen; F.: entwerten, entwerte, entwertest, entwertet, entwertete, entwertetest, entwerteten, entwertetet, entwertet, ##entwertet, entwertete, entwertetes, entwertetem, entwerteten, entwerteter##, entwertend, ###entwertend, entwertende, entwertendes, entwertendem, entwertenden, entwertender###, entwert (!)+EW; Z.: ent—wer-t-en
$entwickeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. entwickeln, herauswickeln, entstehen, erfinden; E.: s. ent, s. wickeln; L.: Kluge s. u. entwickeln, DW 3, 568, EWD s. u. entwickeln; GB.: seit 1592 belegte und aus ent und wickeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches herauswickeln oder entstehen oder erfinden; F.: entwickeln, entwickel (!), entwickle, entwickele, entwickelst, entwickelt, entwickelte, entwickeltest, entwickelten, entwickeltet, ##entwickelt, entwickelte, entwickelt, entwickeltes, entwickeltem, entwickelten, entwickelter##, entwickelnd, ###entwickelnd, entwickelnde, entwickelndes, entwickelndem, entwickelnden, entwickelnder###, entwickel (!)+EW; Z.: ent—wi-ck-el-n
$Entwickler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Entwickler, Entwickelnder; E.: s. entwickel(n), s. er (Suff.); L.: DW 3, 658, EWD s. u. entwickeln; GB.: seit 1840 belegte und aus entwick(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Entwickelnden oder eine von ihm geschaffene Erfindung; F.: Entwickler, Entwicklers, Entwicklern+EW; Z.: Ent—wi-ck-l-er
$Entwicklung, Entwickelung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Entwicklung, Auswickelung, Erfindung; E.: s. entwickel(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Entwicklung, DW 3, 659 (Entwickelung), EWD s. u. entwickeln; GB.: seit 1664 belegte und aus entwickel(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Auswickelung oder eine von Menschen gemachte Erfindung; F.: Entwicklung, Entwicklungen+EW; Z.: Ent—wi-ck-l-ung
$entwirren, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. entwirren, Verwirrung lösen; E.: s. ent, s. wirren; L.: DW 3, 660, EWD s. u. verwirren; GB.: vielleicht seit um 1100 belegte und aus ent und wirren gebildete Bezeichnung für eine Verwirrung lösen; F.: entwirren, entwirre, entwirrst, entwirrt, entwirrest, entwirret, entwirrte, entwirrtest, entwirrten, entwirrtet, ##entwirrt, entwirrte, entwirrtes, entwirrtem, entwirrten, entwirrter##, entwirrend, ###entwirrend, entwirrende, entwirrendes, entwirrendem, entwirrenden, entwirrender###, entwirr (!)+EW; Z.: ent—wirr-en
$entwischen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. entwischen, abwischen, entfernen, entschlüpfen; E.: s. ent, s. wischen; L.: Kluge s. u. entwischen, DW 3, 661, EWD s. u. Wisch; GB.: vielleicht seit 1063 belegte und aus ent und wischen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches abwischen oder entfernen oder entschlüpfen; F.: entwischen, entwische, entwischst, entwischt, entwischest, entwischet, entwischte, entwischtest, entwischten, entwischtet, ##entwischt, entwischte, entwischtes, entwischtem, entwischten, entwischter##, entwischend, ##entwischend, entwischende, entwischendes, entwischendem, entwischenden, entwischender###, entwisch (!)+EW; Z.: ent—wi-sch-en
$Entwurf, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Entwurf, Darstellung, Zeichnung, Plan, Gestalt; E.: s. ent, s. Wurf; L.: Kluge s. u. entwerfen, DW 3, 664, EWD s. u. entwerfen; GB.: seit um 1482 belegte und aus ent und Wurf gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Darstellung oder Zeichnung oder einen Plan oder eine Gestalt; F.: Entwurf, Entwurfs, Entwurfes, Entwürfe, Entwürfen+EW; Z.: Ent—wur-f
$entziffern, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. entziffern, entschlüsseln, enträtseln, erkennen, lesen; E.: s. ent, s. Ziffer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. entziffern, DW 3, 666; GB.: seit 1673 belegte und wohl nach Vorbild des Französischen aus ent und Ziffer sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches graphische Zeichen entschlüsseln; F.: entziffern, entziffere, entziffer (!), entzifferst, entziffert, entzifferte, entziffertest, entzifferten, entziffertet, ##entziffert, entzifferte, entziffertes, entziffertem, entzifferten, entzifferter##, entziffernd, ###entziffernd, entzifferndes, entzifferndem, entziffernden, entziffernder###, entziffer (!)+EW+FW; Z.: ent—ziffer-n
$Entzifferung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Entzifferung, Entschlüsselung, Enträtselung, Erkennung, Lesung; E.: s. entziffer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Entziffern, DW 3, 667; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus entziffer(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliche Entschlüsselung oder Lesung graphischer Zeichen; F.: Entzifferung, Entzifferungen+EW+FW; Z.: Ent—ziffer-ung
$entzücken, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. entzücken, wegziehen, entreißen, begeistern; E.: s. ent, s. zücken; L.: Kluge s. u. entzücken, DW 3, 667 (entzucken), EWD s. u. entzücken; GB.: (intzukken*) seit 11. Jh. belegte und aus ent und zücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegziehen oder entreißen oder begeistern; F.: entzücken, entzücke, entzückst, entzückt, entzückest, entzücket, entzückte, entzücktest, entzückten, entzücktet, ##entzückt, entzückte, entzücktes, entzücktem, entzückten, entzückter##, entzückend, ###entzückend, entzückende, entzückendes, entzückendem, entzückenden, entzückender###, entzück (!)+EW; Z.: ent—zü-ck-en
$Entzücken, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Entzücken, Entrückung, Begeisterung; E.: s. entzücken; L.: DW 3, 669, EWD s. u. entzücken; GB.: um 1300 belegte und aus entzücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Entrückung oder Begeisterung; F.: Entzücken, Entzückens+EW; Z.: Ent—zü-ck-en
$entzückend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. entzückend, wegziehend, entreißend, begeisternd, reizend; E.: s. entzücken, s. (en)d; L.: DW 3, 669, EWD s. u. entzücken; GB:. seit 1645 belegte und aus entzücken und (en)d gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegziehend oder entreißend oder begeisternd oder reizend; F.: entzückend, entzückende, entzückendes, entzückendem, entzückenden, entzückender(, entzückendere, entzückenderes, entzückenderem, entzückenderen, entzückenderer, entzückendst, entzückendste, entzückendstes, entzückendstem, entzückendsten, entzückendster)+EW; Z.: ent-zü-ck-en-d
$Entzückung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Entzückung, Entrückung, Begeisterung, Freude; E.: s. entzück(en), s. ung; L.: DW 3, 669, EWD s. u. entzücken; GB.: um 1280 belegte und aus entzück(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Entrückung oder Begeisterung; F.: Entzückung, Entzückungen+EW; Z.: Ent—zü-ck-ung
$entzünden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. entzünden, anzünden, anbrennen, entflammen; E.: s. ent, s. zünden; L.: Kluge s. u. zünden, DW 3, 670, EWD s. u. zünden; GB.: um 800 belegte und aus ent und zünden gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Beherrschung des Feuers mögliches anzünden; F.: entzünden, entzünde, entzündest, entzündet, entzündete, entzündetest, entzündeten, entzündetet, ##entzündet, entzündete, entzündetes, entzündetem, entzündeten, entzündeter##, entzündend, ###entzündend, entzündende, entzündendes, entzündendem, entzündenden, entzündender###, entzünd (!)+EW; Z.: ent—zünd-en
$entzwei, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. entzwei, geteilt; E.: s. ent, s. zwei; L.: Kluge s. u. entzwei, DW 3, 672, EWD s. u. entzwei; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ent und zwei gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches geteilt; F.: entzwei+EW; Z.: ent—zwei
$entzweien, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. entzweien, teilen, trennen; E.: s. ent, s. zweien; L.: Kluge s. u. entzwei, DW 3, 673, EWD s. u. entzweien; GB.: seit 1454 belegte und aus ent und zweien gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches (in zwei) teilen oder trennen; F.: entzweien, entzweie, entzweist (!), entzweit (!), entzweiest, entzweiet, entzweite, entzweitest, entzweiten, entzweitet, ##entzweit, entzweite, entzweites, entzweitem, entzweiten, entzweiter##, entzweiend, ###entzweiend, entzweiende, entzweiendes, entzweiendem, entzweienden, entzweiender###, entzwei (!)+EW; Z.: ent—zwei-en
Enzian, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Enzian, eine Blume; ne. gentian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. enzian, enziān, gencian, genciān, st. M., Enzian, Kapernstrauch; mhd. enziane, genciane, genciāne, st. F., Enzian; mnd. ensiān, entiān, M., Enzian; ahd. *enzian?, st. M. (a?, i?), Enzian; lat. gentiāna, F., Enzian; illyrischer Herkunft?, s. Walde/Hofmann 1, 592; L.: Kluge s. u. Enzian, DW 3, 677, EWD s. u. Enzian, DW2 8, 1556, EWAhd 2, 1089, Duden s. u. Enzian, Bluhme s. u. Enzian; Son.: vgl. nndl. gentiaan, Sb., Enzian; frz. gentiane, F., Enzian; nschw. gentianasläktet, Sb., Enzian; poln. gencjana, F., Enzian; lit. gencijonas, M., Enzian; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie vielleicht aus dem Illyrischen kommende Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche blaublühende Gebirgspflanze mit glockenförmigen Blüten; BM.: ?; F.: Enzian, Enzians, Enziane, Enzianen+FW; Z.: Enzian
Enzyklika, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Enzyklika, päpstliches Rundschreiben; ne. encyclic; Vw.: -; Hw.: s. Enzyklopädie, enzyklopädisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. neo-kl. encyclica, F., Enzyklika, päpstliches Rundschreiben; vgl. spätlat. encyclios, Adj., einen Kreis bildend; gr. ἐγκύκλιος (enkýklios), Adj., kreisförmig, im Kreise herumgehend, Kreis..., allgemein; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Enzyklika, fehlt DW, DW2 8, 1557, Duden s. u. Enzyklika; Son.: vgl. nndl. encycliek, Sb., Enzyklika; frz. encyclique, F., Enzyklika; nschw. encyklika, Sb., Enzyklika; nnorw. encyclika, M., Enzyklika; poln. encyklika, F., Enzyklika; lit. enciklika, F., Enzyklika; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Papsttums mögliches päpstliches Rundschreiben; BM.: in dem Kreis; F.: Enzyklika, Enzykliken+FW(+EW); Z.: En-zy-k-l-ik-a
Enzyklopädie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Enzyklopädie, umfassendes Nachschlagewerk, umfassende Sammlung des verfügbaren Wissens; ne. encylopedia, encylopaedia; Vw.: -; Hw.: s. Enzyklika, enzyklopädisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. encyclopédie; E.: s. frz. encyclopédie, F., Enzyklopädie, umfassendes Nachschlagewerk; mlat. encyclopaedia, F., Enzyklopädie, Grundlehre der Wissenschaften und Künste; gr. ἐγκυκλοπαιδεία (enkyklopaideía), F., Enzyklopädie, Grundlehre der Wissenschaften und Künste; s. ἐγκύκλιος (enkýklios), Adj., kreisförmig, im Kreise herumgehend, Kreis..., allgemein; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. παιδεία (paideía), F., Erziehung, Bildung; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Enzyklopädie, fehlt DW, EWD s. u. Enzyklopädie, DW2 8, 1557, Duden s. u. Enzyklopädie; Son.: vgl. nndl. encyclopedie, Sb., Enzyklopädie; frz. encylopédie, F., Enzyklopädie; nschw. encyklopedi, Sb., Enzyklopädie; nnorw. encyklopedi, ensyklopedi, M., Enzyklopädie; poln. encyklopedia, F., Enzyklopädie; nir. ciclipéid, M., Enzyklopädie; lit. enciklopedija, F., Ezyklopädie; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine umfassende Sammlung des verfügbaren Wissens; BM.: durch Kurzform umfassend, Bildung; F.: Enzyklopädie, Enzyklopädien+FW(+EW); Z.: En-zy-k-l-o-pä-d-ie
enzyklopädisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. enzyklopädisch, in Art einer Enzyklopädie seiend, umfassendes Wissen betreffend; ne. encyclopedic; Vw.: -; Hw.: s. Enzyklopädie; Q.: 1772; I.: Lw. frz. encyclopédique; E.: s. frz. encyclopédique, Adj., enzyklopädisch; vgl. frz. encyclopédie, F., Enzyklopädie, umfassendes Nachschlagewerk; mlat. encyclopaedia, F., Enzyklopädie, Grundlehre der Wissenschaften und Künste; gr. ἐγκυκλοπαιδεία (enkyklopaideía), F., Enzyklopädie, Grundlehre der Wissenschaften und Künste; s. ἐγκύκλιος (enkýklios), Adj., kreisförmig, im Kreise herumgehend, Kreis..., allgemein; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. παιδεία (paideía), F., Erziehung, Bildung; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Enzyklopädie, fehlt DW, EWD s. u. Enzyklopädie, DW2 8, 1557, Duden s. u. enzyklopädisch; Son.: vgl. nschw. ensyklopedisk, Adj., enzyklopädisch; nnorw. ensyklopedisk, Adj., enzyklopädisch; poln. encyklopedyczny, Adj., enzyklopädisch; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches umfassendes Wissen betreffend; BM.: durch Kurzform umfassend; F.: enzyklopädisch, enzyklopädische, enzyklopädisches, enzyklopädischem, enzyklopädischen, enzyklopädischer+FW+EW; Z.: en-zy-k-l-o-pä-d-isch
Enzym, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Enzym, Wirkstoff; ne. enzyme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1878; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ζύμη (zýmḗ), F., Sauerteig; s. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507? (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Enzym, fehlt DW, EWD s. u. Enzym, DW2 8, 1557, Duden s. u. Enzym; Son.: vgl. nndl. enzym, Sb., Enzym; frz. enzyme, F., Enzym; nschw. enzym, Sb., Enzym; nnorw. enzym, N., Enzym; poln. enzym, M., Enzym; kymr. ensym, M., Enzym; nir. einsím, F., Enzym; GB.: seit 1878 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Lebens in der lebenden Zelle gebildete organische den Stoffwechsel des Organismus steuernde Verbindung (Wirkstoff) von denen es vielleicht mehr als eine Million in der Natur insgesamt und um 3000 bekannte Enzyme bei dem Menschen gibt (vor allem Proteine); BM.: in, Sauerteig; F.: Enzym, Enzyms, Enzyme, Enzymen+FW; Z.: En-zy-m
Eozän, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Eozän, die zweitälteste Stufe des Tertiärs; ne. Eocene (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἠώς (ēṓs), ἕως (éōs), F.=PN, Eos; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, V., leuchten, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 272; Son.: vgl. nndl. eoceen, Sb., Eozän; frz. éocène, M., Eozän; nschw. eocen, Sb., Eozän; nnorw. eocen, N.?, Eozän; kymr. yr ous Ëosen, F., Eozän; nir. eocéineach, M., Eozän; poln. eocen, M., Eozän; lett. eocēns, M.?, Eozän; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die zweitälteste Stufe des Tertiärs von vor 55,8 Millionen Jahren bis zu vor 33,9 Millionen Jahren; BM.: leuchten, anfangen; F.: Eozän, Eozäns+FW; Z.: Eo-z-än
Epaulett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Epaulett, Epaulette, Schulterstück der Uniform; ne. epaulet, epaulette; Vw.: -; Hw.: s. Epaulette; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. s. frz. épaulette; E.: s. frz. épaulette, F., Epaulett, Schulterstück der Uniform; vgl. frz. épaule, F., Achsel, Schulter; lat. spathula, F., Rührlöffellein, kleiner Rührlöffel, Spatel, Vorderbug, Schulterblatt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. spatha, F., Rührlöffel, Spatel, Langschwert, Schwert, breites Schwert, Säbel; gr. σπάθη (spáthē), F., breites flaches Holz der Weber; vgl. idg. *spē-, *spədʰ-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge s. u. Epaulett, fehlt DW, DW2 8, 1558 (Epaulette), Duden s. u. Epaulett; Son.: vgl. nndl. epaulet, Sb., Epaulett, Epaulette; nschw. epolett, Sb., Epaulett, Epaulette; nnorw. epålett, M., Epaulett, Epaulette; poln. epolet, M., Epaulett, Epaulette; lit. epoletas, M., Epaulett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Schulterstück an Uniformen; BM.: Schulter bzw. Span; F.: Epaulett, Epauletts+FW; Z.: E-pau-l-ett
Epaulette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Epaulett, Epaulette, Schulterstück der Uniform; ne. epaulet, epaulette; Vw.: -; Hw.: s. Epaulett; Q.: 1776; I.: Lw. s. frz. épaulette; E.: s. frz. épaulette, F., Epaulett, Schulterstück der Uniform; vgl. frz. épaule, F., Achsel, Schulter; lat. spathula, F., „Rührlöffellein“, kleiner Rührlöffel, Spatel, Vorderbug, Schulterblatt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. spatha, F., Rührlöffel, Spatel, Langschwert, Schwert, breites Schwert, Säbel; gr. σπάθη (spáthē), F., breites flaches Holz der Weber; vgl. idg. *spē-, *spədʰ-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge s. u. Epaulett, fehlt DW, DW2 8, 1558, Duden s. u. Epaulette; Son.: vgl. nndl. epaulet, Sb., Epaulett, Epaulette; nschw. epolett, Sb., Epaulett, Epaulette; nnorw. epålett, M., Epaulett, Epaulette; poln. epolet, M., Epaulett, Epaulette; lit. epoletas, M., Epaulett; GB.: seit 1776 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Schulterstück an Uniformen; BM.: Schulter bzw. Span; F.: Epaulette, Epauletten+FW; Z.: E-pau-l-ett-e
ephemer, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ephemer, eintägig, flüchtig, kurzzeitig; ne. ephemeral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1712; I.: Lw. gr. ἐφήμερος (ephḗmeros); E.: s. ἐφήμερος (ephḗmeros), Adj., nur einen Tag dauernd, auf einen Tag beschränkt; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. ἡμέρα (hēméra), ἡμέρη (hēmérē), F., Tag; idg. *āmer-, Sb., Tag, Pokorny 35 (66/66) (RB. idg. aus arm., gr.); L.: fehlt DW, EWD s. u. ephemer, DW2 8, 1559, Duden s. u. ephemer; Son.: vgl. frz. éphémère, Adj., ephemer; nschw. efemär, Adj., ephemer; nnorw. efemer, Adj., ephemer; poln. efermeryczny, Adj., ephemer; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eintägig oder kurzzeitig; BM.: auf, Tag; F.: ephemer, ephemere, ephemeres, ephemerem, ephemeren, ephemerer+FW(+EW); Z.: eph-emer
epi..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. epi..., auf, daneben, darüber; ne. epi…; Vw.: s. -demie, -demisch, -dermis, -gone, -gramm, -lepsie, -leptisch, -log, -skopat, -sode, -stel, -taph, -theton, -zentrum; Hw.: s. Epidemie, Epigone, Epigramm, Epilepsie, Epilog, Episkopat, Episode, Epistel, Epoche; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. gr. ἐπί (epí); E.: gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge s. u. epi-, fehlt DW, EWD s. u. epi-, Duden s. u. epi-, Kytzler/Redemund/Eberl 1061; Son.: vgl. nndl. epi…, Präf., epi…; frz. épi…, Präf., epi…; nschw. epi…, Präf., epi…; nnorw. epi…, Präf., epi…; poln. epi…, Präf., epi…; kymr. epi…, Präf., epi…; nir. eipi…, Präf., epi…; lit. epi..., Präf., epi...; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare als Bestimmungswort in Zusammensetzungen verwendete Partikel um eine zeitliche oder örtliche Beziehung anzuzeigen; BM.: nahe; F.: epi…+FW; Z.: epi-
Epidemie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Epidemie, Massenerkrankung; ne. epidemic (N.); Vw.: -; Hw.: s. epidemisch, Pandemie; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. mlat. epidemia; E.: s. mlat. epidemia, F., Epidemie, Massenerkrankung, (1. Hälfte 14. Jh.); vgl. gr. ἐπίδημος (epídēmos), ἐπίδαμος (epídamos), Adj., im Volk verbreitet; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Epidemie, fehlt DW, EWD s. u. Epidemie, DW2 8, 1560, Duden s. u. Epidemie; Son.: vgl. nndl. epidemie, Sb., Epidemie; frz. épidemie, F., Epidemie; nnorw. epidemi, Sb., Epidemie; nnorw. epidemi, M., Epidemie; poln. epidemia, F., Epidemie; kymr. epidemig, M., Epidemie; nir. eipidéim, F., Epidemie; lit. epidemija, F., Epidemie; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der starken Vermehrung von Menschen mögliche zeitlich und örtlich in besonders starkem Maß auftretende ansteckende Massenerkrankung; BM.: im Volk; F.: Epidemie, Epidemien+FW+EW; Z.: Epi-de-m-ie
epidemisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. epidemisch, Epidemie betreffend, seuchenartig; ne. epidemic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Epidemie, Pandemie; Q.: 1578; I.: Lw. gr. ἐπιδήμιος (epidḗmios)?; E.: Ableitung von Epidemie oder direkt von gr. ἐπιδήμιος (epidḗmios), Adj., anwesend; vgl. gr. ἐπιδημεῖν (epidēmein), V., in der Gemeinde daheim bleiben, sich als Fremder aufhalten; gr. ἐπίδημος (epídēmos), ἐπίδαμος (epídamos), Adj., im Volk verbreitet; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); vgl. gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Epidemie, EWD s. u. Epidemie, DW2 8, 1560, Duden s. u. epidemisch; Son.: vgl. nndl. epidemisch, Adj., epidemisch; frz. épidémique, Adj., epidemisch; nschw. epidemisk, Adj., epidemisch; nnorw. epidemisk, Adj., epidemisch; poln. epidemiczny, Adj., epidemisch; kymr. epidemig, Adj., epidemisch; nir. eipidéimeach, Adj., epidemisch; lit. epideminis, Adj., epidemisch; GB.: seit 1578 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Epidemie betreffend oder seuchenartig; BM.: im Volk; F.: epidemisch, epidemische, epidemisches, epidemischem, epidemischen, epidemischer(, epidemischere, epidemischeres, epidemischerem, epidemischeren, epidemischerer, epidemischst, epidemischste, epidemischstes, epidemischstem, epidemischsten, epidemischster)+FW+EW; Z.: epi-de-m-isch
Epidermis, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Epidermis, Oberhaut; ne. epidermis, cuticle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1735 (Lexikon); I.: Lw. gr. ἐπιδερμίς (epidermís); E.: s. ἐπιδερμίς (epidermís), F., Epidermis, Oberhaut; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. δέρμα (dérma), N., abgezogene Haut, Fell, Leder; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Epidermis, DW2 8, 1561, Duden s. u. Epidermis; Son.: vgl. frz. épiderme, M., Epidermis; poln. epiderma, F., Epidermis; kymr. epidermis, M., Epidermis; nir. eipideirm, F., Epidermis; lit. epidermis, Sb., Epidermis; GB.: seit 1735 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Haut mögliche äußere und an den meisten Körperstellen durchschnittlich rund 0,1 Millimeter dicke Zellschicht der Haut oder die Oberhaut; BM.: auf, Haut; F.: Epidermis+FW; Z.: Epi-der-m-is
$epigonal, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. epigonal, nachfolgend; L.: Kluge s. u. Epigone, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für nachfolgend; F.: epigonal, epigonale, epigonales, epigonalem, epigonalen, epigonaler(, epigonalere, epigonaleres, epigonalerem, epigonaleren, epigonalerer, epigonalst, epigonalste, epigonalstes, epigonalstem, epigonalsten, epigonalster)+FW+EW?; Z.: epi-gon-al
Epigone, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Epigone, Nachahmer, Nachfolger; ne. epigon, epigone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1766; I.: Lw. ἐπίγονος (epígonos); E.: s. gr. ἐπίγονος (epígonos), M., „Nachgeborener“, Nachkomme; vgl. gr. ἐπιγίγνεσθαι (epigígnesthai), V., entstehen, nachgeboren werden, herankommen; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. γίγνεσθαι (gígnesthai), V., werden, entstehen; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Epigone, fehlt DW, EWD s. u. Epigone, DW2 8, 1561, Duden s. u. Epigone; Son.: vgl. nndl. epigoon, Sb., Epigone; frz. épigone, M., Epigone; nschw. epigon, Sb., Epigone; nnorw. epigon, M., Epigone; poln. epigon, M., Epigone; kymr. epigon, M., Epigone; GB.: seit 1766 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift möglichen in seinen Werken schon vorhandene Vorbilder verwendenden oder nachahmenden und insofern nachfolgenden Menschen; BM.: auf, geboren bzw. Nachkomme; F.: Epigone, Epigonen+FW+EW; Z.: Epi-gon-e
$Epigonentum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Epigonentum, Nachfolge; E.: s. Epigon(e), s. en, s. tum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Epigone; GB.: seit 1855 belegte und aus Epigon(e) und en sowie tum gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches Verwenden oder Nachahmen von Werken anderer Verfasser (Nachfolge); F.: Epigonentum, Epigonentums+FW+EW; Z.: Epi-gon-en—tum
Epigramm, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Epigramm, Sinngedicht, Spottgedicht; ne. epigram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1534; I.: Lw. s. lat. epigramma; E.: lat. epigramma, F., Aufschrift, Inschrift, Epigramm, (81-43 v. Chr.); gr. ἐπίγραμμα (epígramma), N., Inschrift, Aufschrift; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. γράρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Epigramm, fehlt DW, EWD s. u. Epigramm, DW2 8, 1562, Duden s. u. Epigramm; Son.: vgl. nndl. epigram, Sb., Epigramm; frz. épigramme, F., Epigramm; nschw. epigram, Sb., Epigramm; nnorw. epigram, N., Epigramm; poln. epigram, M., Epigramm; kymr. epigram, M., Epigramm; nir. eipeagram, M., Epigramm; lit. epigrama, F., Epigramm; GB.: seit 1534 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches kurzes Sinngedicht oder Spottgedicht wie beispielsweise Goethes an Christoph Friedrich Nicolai gerichtetes Gedicht Querkopf! schreit ergrimmt in unsre Wälder / Herr Nickel. Leerkopf! oder Oscar Wildes Ich kann allem widerstehen, außer der Versuchung oder Alexander Popes Irren ist menschlich vergeben göttlich; BM.: auf, Schrift bzw. Schriftzeichen; F.: Epigramm, Epigramms, Epigramme, Epigrammen+FW+EW; Z.: Epi-gramm
$Epik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Epik, epische Dichtung; E.: s. Ep(os), s. ik; L.: Kluge s. u. Epos, fehlt DW; GB.: seit 1799 belegte und aus Ep(os) und ik gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche epische Dichtung; F.: Epik+FW(+EW?); Z.: Ep-ik
Epikureer, Epikuräer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Epikureer, Anhänger des Epikur, Genussmensch; ne. Epicurean (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. epicurēære*, epicurērer, M., Epikureer (als Schimpfwort gebraucht), Anhänger der Lehre Epikurs; lat. Epicūrēus, Adj., epikurëisch, (81-43 v. Chr.); gr. Ἐπικούρειος (Epikúreios), Adj., epikurëisch; vgl. gr. Ἐπίκουρος (Epíkuros), M.=PN, Epikur; gr. ἐπίκουρος (epíkuros), M., Helfer, Bundesgenosse; gr. ἐπί (epí), Präp., auf, zu, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Epikureer; Son.: vgl. nndl. epicurist, Sb., Epikureer; nschw. epikuréer, M., Epikureer nnorw. epikurear, M., Epikureer; kymr. epiciwriad, M., Epikureer; nir. eipiciúrach, M., Epikureer; poln. epikurejczyk, M., Epikureer; GB.: seit 1530 belegte und von dem PN Epikur abgeleitete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Anhänger der Lehre Epikurs (341 v. Chr.-271/270 v. Chr.) die sich dem Genuss des Lebens hingeben; BM.: PN; F.: Epikureer, Epikureers, Epikureern, Epikuräer, Epikuräers, Epikuräern+FW+EW; Z.: Epi-kur-e-er
Epilepsie, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Epilepsie, Fallsucht; ne. epilepsy; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. epilēpsia?; E.: s. mnd. epilepsia, F., Epilepsie; lat. epilēpsia, F., Fallsucht, Epilepsie, (5. Jh. n. Chr.); gr. ἐπίληψις (epílēpsis), F., Beanspruchung einer Sache, Tadel, Fallsucht; vgl. gr. ἐπιλαμβάβειν (epilambánein), V., erfassen, überfallen (V.); gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Epilepsie, fehlt DW, EWD s. u. Epilepsie, DW2 8, 1564, Duden s. u. Epilepsie; Son.: vgl. nndl. epilepsie, Sb., Epilepsie; frz. épilepsie, F., Epilepsie; nschw. epilepsi, Sb., Epilepsie; nnorw. epilepsi, M., Epilepsie; poln. epilepsja, F., Epilepsie; kymr. epilepsi, M., Epilepsie; lit. epilepsija, F., Epilepsie; GB.: seit 1349 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vor und in den Hochkulturen des Altertums mögliche plötzlich auftretende zu Krampfanfällen führende Entladungsstörung von Neuronengruppen in dem Gehirn; BM.: überfallen; F.: Epilepsie, Epilepsien+FW+EW; Z.: Epi-lep-s-ie
$Epileptiker, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Epileptiker; E.: s. Epilep(sie), s. t, s. ik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Epilepsie, fehlt DW, EWD s. u. Epilepsie; GB.: seit um 1420 belegte und aus Epilep(sie) und t und ik sowie er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor und in den Hochkulturen des Altertums möglichen an Epilepsie leidenden Menschen; F.: Epileptiker, Epileptikers, Epileptikern+FW+EW; Z.: Epi-lep-t-ik-er
epileptisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. epileptisch, fallsüchtig; ne. epileptic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Epilepsie; Q.: 1767; I.: Lw. lat. epilēpticus; E.: s. lat. epilēpticus (1), Adj., fallsüchtig, epileptisch, (um 300 n. Chr.); gr. ἐπιληπτικός (epilēptikos), Adj., fallsüchtig; vgl. gr. ἐπίληψις (epílēpsis), F., Beanspruchung einer Sache, Tadel, Fallsucht; vgl. gr. ἐπιλαμβάβειν (epilambánein), V., erfassen, überfallen (V.); gr. ἐπί (epí), Präp., auf, zu, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Epilepsie, EWD s. u. Epilepsie, DW2 8, 1564, Duden s. u. epileptisch; Son.: vgl. nndl. epileptisch, Adj., epileptisch; frz. épileptique, Adj., epileptisch; nschw. epileptisk, Adj., epileptisch; nnorw. epileptisk, Adj., epileptisch; poln. epileptyczny, Adj., epileptisch; kymr. epileptig, Adj., epileptisch; lit. epilepsijos, Adj., epileptisch; GB.: seit 1767 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches Epilepsie betreffend oder fallsüchtig; BM.: überfallen; F.: epileptisch, epileptische, epileptisches, epileptischem, epileptischen, epileptischer+FW+EW; Z.: epi-lep-t-isch
Epilog, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Epilog, Schlussrede, Nachwort, Nachspiel; ne. epilogue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1528; I.: Lw. lat. epilogus; E.: s. lat. epilogus, M., Schlussrede, Epilog, (81-43 v. Chr.); s. gr. ἐπίλογος (epílogos), M., Erwägung, Schluss, Schluss einer Rede; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Epilog, fehlt DW, EWD s. u. Epilog, DW2 8, 1564, Duden s. u. Epilog; Son.: vgl. nndl. epiloog, Sb., Epilog; frz. épilogue, M., Epilog; nschw. epilog, Sb., Epilog; nnorw. epilog, M., Epilog; poln. epilog, M., Epilog; kymr. epilog, M., Epilog; lit. epilogas, M., Epilog; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Schlussrede in einem Drama oder ein Nachwort oder ein Nachspiel; BM.: auf bzw. nahe, Rede; F.: Epilog, Epilogs, Epiloge, Epilogen+FW+EW; Z.: Epi-log
episch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. episch, Epos betreffend, zu einem Epos gehörend, erzählend; ne. epic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Epos; Q.: 1739 (Lexikon); I.: Lw. lat. epicus; E.: s. lat. epicus, Adj., episch, heroisch, lobenswert, lobend, preisend, (81-43 v. Chr.); gr. ἐπικός (epikós), Adj., zur epischen Dichtung gehörig; vgl. gr. ἔπος (épos), N., Wort, Rede, Erzählung; vgl. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Epos, fehlt DW, EWD s. u. Epos, DW2 8, 1564, Duden s. u. episch; Son.: vgl. nndl. episch, Adj., episch; frz. épique, Adj., episch; nschw. episk, Adj., episch; nnorw. episk, Adj., episch; poln. episki, Adj., episch; kymr. epig, Adj., episch; nir. eipiciúil, Adj., episch; lit. epinis, Adj., episch; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches Epos betreffend; BM.: sagen bzw. sprechen; F.: episch, epische, episches, epischem, epischen, epischer(, epischere, epischeres, epischerem, epischeren, epischerer, epischst, epischste, epischstes, epischstem, epischsten, epischster)+FW+EW; Z.: ep-isch
Episkopat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Episkopat, Bischofsamt, Bischofswürde; ne. episcopate, bishopric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1532 (Luther); I.: Lw. lat. episcopātus; E.: s. lat. episcopātus, M., Bischofswürde, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. episcopus, M., Bischof; gr. ἐπίσκοπος (epískopos), M., Aufseher, Hüter; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?) gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, sehen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Episkopat, fehlt DW, EWD s. u. Episkopat, DW2 8, 1565, Duden s. u. Episkopat; Son.: vgl. nndl. episcopaat, Sb., Episkopat; frz. épiscopat, M., Episkopat; nschw. episkopat, Sb., Episkopat; nnorw. episkopat, N., Episkopat; poln. episkopat, M., Episkopat; kymr. esgobaeth, F., Episkopat; nir. easpagóideacht, F., Episkopat; GB.: seit 1532 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie eilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung des Christentums mögliches Amt und Würde eines Bischofs; BM.: auf, sehen; F.: Episkopat, Episkopats, Episkopate, Episkopaten+FW+EW; Z.: Epi-skop-at
Episode, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Episode, flüchtiges Ereignis, unbedeutende Begebenheit; ne. episode; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1724; I.: Lw. frz. épisode; E.: s. frz. épisode, F., Episode, unbedeutendes Ereignis; gr. ἐπείσοδον (epeísodon), N., Hinzukommendes, eingeschobener Dialogteil; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. εἰς (eis), Präp., in, in ... hinein, zu, auf, nach, bis, gegen, in Bezug auf; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1), Straße, Fahrt, Reise, Marsch; vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Episode, fehlt DW, EWD s. u. Episode, DW2 8, 1565, Duden s. u. Episode; Son.: vgl. nndl. episode, Sb., Episode; nschw. episode, Sb., Episode; nnorw. episode, M., Episode; poln. epizod, M., Episode; kymr. episod, M., F., Episode; nir. eipeasód, M., Episode; lit. episodaz, M., Episode; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches flüchtiges Ereignis innerhalb eines größeren Geschehens oder eine unbedeutende Begebenheit (oder seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine einzelne Folge einer Fernsehserie); BM.: auf bzw. zu bzw. hinein, Weg; F.: Episode, Episoden+FW; Z.: Epi-so-d-e
$episodenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. episodenhaft, episodenartig, episodisch; E.: s. Episod(e), s. en (Suff.), s. haft; L.: EWD s. u. Episode; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Episod(e) und en sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches episodenartig oder episodisch; F.: episodenhaft, episodenhafte, episodenhaftes, episodenhaftem, episodenhaften, episodenhafter+FW+EW; Z.: epi-so-d-en—haf-t
$episodisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. episodisch; E.: s. Episod(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Episode, EWD s. u. Episode; GB.: seit 1762 belegte und aus Episod(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches episodenartig; F.: episodisch, episodische, episodisches, episodischem, episodischen, episodischer+FW+EW; Z.: epi-so-d-isch
Epistel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Epistel, Brief; ne. epistle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. epistele, epistel, st. F., sw. F., Brief; mnd. epistele, epistole, F., Epistel; ahd. epistula*, sw. F. (n), Epistel, Brief; lat. epistula, F., Brief, Sendschreiben; gr. ἐπιστολή (epistolḗ), F., Absendung; vgl. gr. ἐπίστελλειν (epístellein), V., hinschicken, melden; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. στέλλειν (stéllein), V., bestellen, komnen lassen, schicken, senden; idg. stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Epistel, DW 3, 679, DW2 8, 1566, EWAhd 2, 1092, Duden s. u. Epistel; Son.: vgl. nndl. epistel, Sb., Epistel; frz. épître, F., Epistel; nschw. epistel, Sb., Epistel; nnorw. epistel, M., Epistel; poln. epistoła, F., Epistel; kymr. epistol, M., F., Epistel; nir. eipistil, F., Epistel; GB.: (epistula) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Apostelbrief in dem Neuen Testament und in späterer Zeit für einen kunstvollen längeren Brief; BM.: auf, senden bzw. zuschicken; F.: Epistel, Episteln+FW+EW; Z.: Epi-stel
Epitaph, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Epitaph, Grabinschrift; ne. epitaph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. epitafum, st. N., Epitaph, Grabinschrift, Inschrift; lat. epitaphium, N., Epitaph, Grabinschrift; gr. ἐπιτάφιον (epitáphion), N., Grabinschrift; vgl. gr. ἐπιτάφιος (epitáphios), Adj., zum Begräbnis gehörig; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. τάφος (táphos) (1), M., Leichenbestattung, Leichenfeier, Grab; idg. *dʰembʰ-, *dʰm̥bʰ-, V., graben, Pokorny 248 (375/23) (RB. idg. aus arm., gr., balt.?); L.: fehlt DW, DW2 8, 1567, Duden s. u. Epitaph; Son.: vgl. frz. épitaphe, F., Epitaph; nschw. epitaf, N., Epitaph; nnorw. epitaf, epitafium, N., Epitaph; poln. epitafium, N., Epitaph; lit. epitafija, F., Epitaph; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Grabinschrift; BM.: auf, Grab; F.: Epitaph, Epitaphs, Epitaphe, Epitaphen+FW+EW; Z.: Epi-taph
Epitheton, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Epitheton, Beiwort; ne. epithet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1566; I.: Lw. gr. ἐπίθετον (epítheton); E.: s. gr. ἐπίθετον (epítheton), N., Beiwort; vgl. gr. ἐπίθετος (epíthetos), Adj., hinzugefügt, willkürlich angemaßt, fremd; gr. ἐπιτιθέναι (epitithénai), V., daraufstellen, darauflegen, auferlegen; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Epitheton, DW2 8, 1567, Duden s. u. Epitheton; Son.: vgl. nndl. epitheton, Sb., Epitheton; frz. épithète, F., Epitheton; nschw. epitet, N., Epitheton; nnorw. epitet, N., Epitheton; poln. epitet, M., Epitheton; kymr. epithed, M., Epitheton; lit. epitetas, M., Epitheton; GB.: seit 1566 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Attribut (Beiwort) verwendetes Adjektiv oder Partizip oder sonstiges Wort wie beispielsweise Karl der Große oder Ludwig der Fromm oder der listenreiche Odysseus oder blinder Despotismus oder grünes Gras oder tiefes Tals; BM.: auf, stellen bzw. hinzusetzen; F.: Epitheton, Epithetons, Epitheta+FW; Z.: Epi-the-t-on
Epizentrum, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Epizentrum, über dem Erdbebenherd liegendes Gebiet der Erdoberfläche; ne. epicentre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἐπίκεντρος (epíkentros), Adj., einen Kardinalpunkt besetzend; vgl. gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Epizentrum; Son.: vgl. nndl. epicentrum, Sb., Epizentrum; frz. épicentre, M., Epizentrum; nschw. epicentrum, N., Epizentrum; nnorw. episentrum, N., Epizentrum; poln. epicentrum, M.?, Epizentrum; lit. epicentras, M., Epizentrum; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das senkrecht über einem Erdbebenherd (Hypozentrum) in der Erde liegende Gebiet auf der Erdoberfläche; BM.: auf, stechen; F.: Epizentrum, Epizentrums, Epizentren+FW+EW; Z.: Epi-zent-r-um
epochal, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. epochal, epochemachend, bedeutend, außergewöhnlich, grundlegend; ne. epochal; Vw.: -; Hw.: s. Epoche; Q.: 1910; I.: Lw. ne. epochal?; E.: entweder eine Ableitung von Epoche mit der Endung ...al; oder s. ne. epochal, Adj., epochal; vgl. ne. epoch, N., Epoche; über romanische Vermittlung s. gr. ἐποχή (epochḗ), F., Zurückhalten, Haltepunkt, Gestirnstand; vgl. gr. ἐπέχειν (epéchein), V., daraufhaben, anhalten, zurückhalten, festhalten; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. ἔχειν (échein), V., halten, haben, besitzen; idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Epoche, fehlt DW, EWD s. u. Epoche, DW2 8, 1568, Duden s. u. epochal; lit. epochos, Adj., epochal; GB.: seit 1910 belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene oder aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für epochemachend oder bedeutend oder außergewöhnlich oder grundlegend; BM.: auf, haben bzw. festhalten, verweilen; F.: epochal, epochale, epochales, epochalem, epochalen, epochaler(, epochalere, epochaleres, epochalerem, epochaleren, epochalerer, epochalst, epochalste, epochalstes, epochalstem, epochalsten, epochalster)+FW+EW; Z.: ep-och-al
Epoche, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Epoche, Zeitraum; ne. epoch, era; Vw.: -; Hw.: s. epochal, epochemachend; I.: Lw. gr. ἐποχή (epochḗ); E.: über romanische Vermittlung s. gr. ἐποχή (epochḗ), F., Zurückhalten, Haltepunkt, Gestirnstand; vgl. gr. ἐπέχειν (epéchein), V., daraufhaben, anhalten, zurückhalten, festhalten; gr. ἐπί (epí), ἔπι (épi), εὐ (eu), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. ἔχειν (échein), V., halten, haben, besitzen; idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Epoche, fehlt DW, EWD s. u. Epoche, DW2 8, 1568, Duden s. u. Epoche; Son.: vgl. nndl. epoque, Sb., Epoche; frz. époque, F., Epoche; nschw. epok, Sb., Epoche; nnorw. epoke, M., Epoche; poln. epoka, F., Epoche; kymr. epoc, M., F., Epoche; lit. epocha, F., Epoche; GB.: seit 1663 belegte und über romanische Vermittelung aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen geschichtlichen Zeitabschnitt dessen Beginn und Ende durch einen deutlichen einschneidenden Wandel der Verhältnisse gekennzeichnet sind wie beispielsweise Vorgeschichte oder Altertum oder Mittelalter oder Neuzeit oder Gegenwart; BM.: auf, haben bzw. festhalten, verweilen; F.: Epoche, Epochen+FW; Z.: Ep-och-e
$epochemachend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. epochemachend, epochal, eine Epoche begründend; E.: s. Epoche, s. machen, s. d; L.: fehlt DW, EWD s. u. Epoche; GB.: seit 1774 belegte und aus Epoche und mach(en) sowie end gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches eine Epoche begründend; F.: epochemachend, epochemachende, epochemachendes, epochemachendem, epochemachenden, epochemachender(, epochemachendere, epochemachenderes, epochemachenderem, epochemachenderen, epochemachenderer, epochemachendst, epochemachendste, epochemachendstes, epochemachendstem, epochemachendsten, epochemachendster)+FW+EW; Z.: ep-och-e—mach-en-d
Eponym, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Eponym, auf einen Personennamen zurückgehende Gattungsbezeichnung; ne. eponym; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. epōnymon; E.: s. lat. epōnymon, N., Zuname, Beiname, (5./6. Jh. n. Chr.?); gr. ἐπώνυμον (epṓnymon), N., Zuname?; vgl. gr. ἐπώνυμος (epṓnymos), Adj., zubenannt; gr. ἐπί (epí), Präp., auf, auf ... darauf, zu, zu ... hin, gegen, an; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Eponym; Son.: vgl. nndl. eponiem, Sb., Eponym; frz. éponyme, M., Eponym; nschw. eponym, Sb., Eponym; nnorw. eponym, N., Eponym; kymr. eponym, M., Eponym; poln. eponim, M., Eponym; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine auf einen Personennamen zurückgehende Gattungsbezeichnung (wie beispielsweise Zeppelin für Luftschiff oder Achillesferse oder Achillessehne oder lynchen oder röntgen oder einwecken oder pasteurisieren oder Downsyndrom oder Halleyscher Komet); BM.: auf, Name; F.: Eponym, Eponyms, Eponymes, Eponyme, Eponymen+FW+EW; Z.: Ep-on-ym
Epos, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Epos, erzählende Dichtung; ne. epos; Vw.: -; Hw.: s. episch; Q.: 1797 (Schiller); I.: Lw. lat. epos; E.: s. lat. epos, N., Heldengedicht, Epos, (65-8 v. Chr.); gr. ἔπος (épos), N., Wort, Rede, Erzählung; vgl. gr. εἷπειν (eipein), V., sagen; vgl. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Epos, fehlt DW, EWD s. u. Epos, DW2 8, 1568, Duden s. u. Epos; Son.: vgl. nndl. epos, Sb., Epos; frz. épopée, F., Epos; nschw. epos, N., Epos; nnorw. epos, N., Epos; poln. epos, M., Epos; lit. epas, M., Epos; GB.: seit 1797 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine erzählende Dichtung größeren Umfangs in gleichmäßiger Versform wie beispielsweise Ilias oder Odyssee oder Beowulf oder Heliand; BM.: sagen bzw. sprechen; F.: Epos, Epen+FW; Z.: Ep-os
Eppich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Eppich, Sellerie, Efeu; ne. celery, ivy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ephich, st. N., Eppich; mnd. eppich, Sb., Eppich, Efeu; ahd. epfih*, ephih, st. N. (a), Eppich, Sellerie, Petersilie; as. -; anfrk. -; lat. apium, N., Eppich, von Bienen bevorzugte Pflanze, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. apis, F., Biene, Honigbiene, eine Hornisse; gr. ἐμπίς (empís), F., Stechmücke; idg. *embʰi-, Sb., Stechmücke?, Biene?, Pokorny 311 (457/38) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eppich, Kluge s. u. Eppich, DW 3, 680, DW2 8, 1568, EWAhd 2, 1091, Duden s. u. Eppich; GB.: (epfih) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für Sellerie und später auch für Efeu; BM.: Biene; F.: Eppich, Eppichs, Eppiche, Eppichen+FW+EW; Z.: Epp-ich
Epsilon, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Epsilon, fünftes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. epsilon; Vw.: -; Hw.: s. E; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. ἔψιλον (épsilon); E.: s. gr. ἔψιλον (épsilon), N.?, Epsilon; phön. he, Buchstabe, E, entstanden aus der Darstellung eines Menschen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Epsilon; Son.: vgl. nndl. epsilon, Sb., Epsilon; epsilon, M., Epsilon; nschw. epsilon, N., Epsilon; nnorw. epsilon, M., Epsilon; kymr. epsilon, ‚F., Epsilon; nir. eipsealón, M.?, Epsilon; poln. epsilon, M., Epsilon; lit. epsilon, Sb., Epsilon; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den fünften Buchstaben des griechischen Alphabets (einfaches e); BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Menschen entwickeltes Zeichen; F.: Epsilon, Epsilons+FW; Z.: E-psil-on
Equipage, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Equipage, Kutsche; ne. equipage; Vw.: -; Hw.: s. Equipe; Q.: 1616; I.: Lw. frz. équipage; E.: s. frz. équipage, F., Equipage, Kutsche, Besatzung; vgl. frz. équiper, V., ausrüsten, mit dem Nötigen versehen (V.); vgl. an. skipa, sw. V. (2), ordnen, einrichten; germ. *skipōn?, sw. V., ordnen; s. idg. *skeib-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiff, Pokorny 922; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Equipage, fehlt DW, DW2 8, 1569, Duden s. u. Equipage; Son.: vgl. nndl. equipage, Sb., Equipage, Kutsche; nnorw. ekvipasje, M., Equipage, Kutsche; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach Vorläufern des Altertums sachlich vielleicht seit dem 15. Jh. entwickelte elegante Kutsche; BM.: ausrüsten; F.: Equipage, Equipagen+FW; Z.: E-qui-p-ag-e
Equipe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Equipe, Mannschaft; ne. team (N.); Vw.: -; Hw.: s. Equipage, Equipment; Q.: 1954; I.: Lw. frz. équipe; E.: s. frz. équipe, F., Manschaft; vgl. frz. équiper, V., ausrüsten, mit dem Nötigen versehen (V.); vgl. an. skipa, sw. V. (2), ordnen, einrichten; germ. *skipōn?, sw. V., ordnen; s. idg. *skeib-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiff, Pokorny 922; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Equipe, fehlt DW, EWD s. u. Equipe, DW2 8, 1569, Duden s. u. Equipage; Son.: vgl. nndl. equipe, Sb., Equipe, Mannschaft; poln. ekipa, F., Equipe, Mannschaft; GB.: seit 1954 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ausgewählte Mannschaft in einzelnen Sportarten; BM.: ausrüsten; F.: Equipe, Equipen+FW; Z.: E-qui-p-e
$equipieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. equipieren, ausstatten, ausrüsten; E.: s. Equip(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Equipe; GB.: seit 1643 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ausstatten oder ausrüsten; F.: equipieren, equipiere, equipierst, equipiert, equipierest, equipieret, equipierte, equipiertest, equipierten, equipiertet, ##equipiert, equipierte, equipiertes, equipiertem, equipierten, equipierter##, equipierend, ###equipierend, equipierende, equipierendes, equipierendem, equipierenden, equipierender###, equipier (!)+FW+EW; Z.: e-qui-p-ier-en
$Equipierung, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Equipierung, Equipment, Ausstattung, Ausrüstung; E.: s. equipier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Equipe; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus equipier(en) und ung gebildete Bezeichnung für Ausstattung oder Ausrüstung; F.: Equipierung, Equipierungen+FW+EW; Z.: E-qui-p-ier-ung
Equipment, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Equipment, Equipierung, technische Ausstattung, Ausrüstung; ne. equipment; Vw.: -; Hw.: s. Equipe; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. equipment; E.: s. ne. equipment, N., Ausrüstung; frz. équipement, M., Ausrüstung; vgl. frz. équiper, V., ausrüsten, mit dem Nötigen versehen (V.); vgl. an. skipa, sw. V. (2), ordnen, einrichten; germ. *skipōn?, sw. V., ordnen; s. idg. *skeib-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiff, Pokorny 922; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Equipment; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine technische Ausstattung oder Ausrüstung; BM.: ausrüsten; F.: Equipment+FW; Z.: E-qui-p-m-ent
er, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. er; ne. he, it; Vw.: -; Hw.: s. sie; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. er (1), her, he, Pers.-Pron., er, der; s. mhd. her, Pers.-Pron., er; mnd. ēr, Pers-Pron., er; as. hē, hī (M.), Pers.-Pron., er; anfrk. hē, Pers.-Pron., er; vgl. ahd. er (1), her, Pers.-Pron., er; germ. *i-, *id, Pron., es, germ. *iz, *eiz, Pron., er, *it, Pron., es; idg. s. *e- (3), *ei-, *i-, Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. er, es, Kluge s. u. er, EWD s. u. er, DW 3, 680, 3, 1104, 16, 759, DW2 8, 1570, DW2 8, 2379, EWAhd 2, 1092, Duden s. u. er, Bluhme s. u. er; R.: es, Pron. (N.): nhd. es; ne. it; R.: sie, Pron. (F.): nhd. sie (3. Pers. Sg. F.); ne. she; R.: sie, Pron. (Pl.): nhd. sie (3. Pers. Pl.); ne. you (Pl.); R.: ihr, Pron. (2. Pers. Pl.): nhd. ihr (Pl.); ne. you (Pl.); R.: ihm, Pron. (Dat.): nhd. ihm; ne. him; R.: ihn, Pron. (Akk.): nhd. ihn; ne. him; Son.: Pers.-Pron.; vgl. ai. ayám; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Pronomen) für ein männliches Substantiv der dritten Person Singular; BM.: ?; F.: er, sie (F.), es (N.)+EW; Z.: er
er…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. er…, aus; ne. out of, from; Vw.: s. -bosen, -eignen, -gattern, -götzen, -haben, -heblich, -innern, -klecklich, -lauben, -laucht, -ledigen, -mitteln, -obern-, -örtern, -picht, -quicken, -schöpfen, -schüttern, -stehen, -sticken, -tappen, -wähnen; Hw.: s. ur…; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. er…, Präf., er…; mnd. er, Präf., aus, vor; mnl. er..., ir..., Präf., er...; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; as. ā (1), Präf., er (Präf.), aus...; anfrk. ir- (2), Präf., aus, heraus; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. er-, Kluge s. u. er-, DW 3, 693, DW2 8, 1571, Falk/Torp 33, Duden s. u. er-, Bluhme s. u. er-; Son.: vgl. afries. ur- (1), Präf., aus...; ae. ā- (1), Präf., er...; an. *ør-, Präf., aus; got. -; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Partikel die in Bildungen mit Verben ausdrückt dass etwas erfolgreich abgeschlossen wird und zu einem gewünschten Erfolg führt bzw. dass man eine Sache bekommt; BM.: aus; F.: er…+EW; Z.: er-
…er, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. …er; ne. …er; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …ære, …ere, …er, Suff., …er; mnd. …ære, …er, Suff., …er; ahd. …āri, st. M. (ja), …er; as. …āri, …ėri, st. M., (ja), …er; anfrk. …ere, st. M. (ja), …er; z. T. aus lat. …ārius, Suff., …ārius; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. -er, DW 3, 692, Duden s. u. -er; Son.: vgl. afries. …ere, st. M. (ja), …er; ae. …ere, st. M. (ja), …er; an. …are, st. M. (ja), …er; lat. …ārius, M., …er; GB.: seit 8. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung eines Menschen oder einer Gegebenheit; F.: ...er, ...ers, ...ern+FW; Z.: -er
$erachten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erachten, erkennen, einsehen; E.: s. er, s. achten; L.: DW 3, 694, EWD s. u. Acht 2; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und achten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erkennen oder einsehen; F.: erachten, erachte, erachtst (!), erachtt (!), erachtest, erachtet, erachtete, erachtetest, erachteten, erachtetet, ##erachtet, erachtete, erachtetes, erachtetem, erachteten, erachteter##, erachtend, ###erachtend, erachtende, erachtendes, erachtendem, erachtenden, erachtender###, eracht (!), erachte+EW; Z.: er—ach-t-en
$erbarmen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. erbarmen, Mitleid haben; E.: s. er, s. barmen; L.: Kluge s. u. erbarmen, DW 3, 701, EWD s. u. barmen; GB.: seit um 800 belegte und aus er und barmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Mitleid haben; F.: erbarmen, erbarme, erbarmst, erbarmt, erbarmest, erbarmet, erbarmte, erbarmtest, erbarmten, erbarmtet, ##erbarmt, erbarmte, erbarmtes, erbarmtem, erbarmten, erbarmter##, erbarmend, ###erbarmend, erbarmende, erbarmendes, erbarmendem, erbarmenden, erbarmender###, erbarm (!)+EW; Z.: er—b-arm-en
$Erbarmen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Erbarmen, Mitleid; E.: s. erbarmen; L.: DW 3, 703, EWD s. u. barmen; GB.: seit um 1235 belegte und aus erbarmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Mitleid; F.: Erbarmen, Erbarmens+EW; Z.: Er—b-arm-en
$erbärmlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. erbärmlich, bemitleidenswert; E.: s. erbarm(en), s. lich; L.: DW 3. 704. EWD s. u. barmen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus erbarm(en) und lich gebildete Bezeichnung für bemitleidenswert; F.: erbärmlich, erbärmliche, erbärmliches, erbärmlichem, erbärmlichen, erbärmlicher(, erbärmlichere, erbärmlicheres, erbärmlicherem, erbärmlicheren, erbärmlicherer, erbärmlichst, erbärmlichste, erbärmlichstes, erbärmlichstem, erbärmlichsten, erbärmlichster)+EW; Z.: er—b-ärm—lich
$Erbarmung, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Erbarmung, Mitleid; E.: s. erbarm(en), s. ung; L.: DW 3, 705, EWD s. u. barmen; GB.: (irbarmunga*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus erbarm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Mitleid; F.: Erbarmung, Erbarmungen+EW; Z.: Er—b—arm-ung
$erbauen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. erbauen, bauen, errichten; E.: s. er, s. bauen; L.: Kluge s. u. erbauen, DW 3, 705; GB.: seit um 1125 belegte und aus er und bauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon vormenschlich mögliches bauen oder errichten; F.: erbauen, erbaue, erbaust, erbaut, erbauest, erbauet, erbaute, erbautest, erbauten, erbautet, ##erbaut, erbaute, erbautes, erbautem, erbauten, erbauter##, erbauend, ###erbauend, erbauende, erbauendes, erbauendem, erbauenden, erbauender###, erbau (!)+EW; Z.: er—bau-en
Erbe (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Erbe (N.), Nachlass, Hinterlassenschaft; ne. inheritance, heritage; Vw.: s. Gan-; Hw.: s. Erbe (2); Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. erbe (2), erib, st. F., st. N., Erbe (N.), Erbgut, Erbleihgut, Erbrecht, vererbliche Abgabe, Grundeigentum, Vererbung, Erbschaft; mnd. erve, M., Erbe (N.); mnl. erve, Sb., Erbe (N.); ahd. erbi, st. N. (ja), Erbe (N.), Erbgut, Besitz; as. ėrvi*, st. N. (ja), Erbe (N.); anfrk. ervi*, st. N. (ja), Erbe (N.); germ. *arbja-, *arbjam, *arbija-, *arbijam, st. N. (a), Erbe (N.); vgl. idg. *orbʰo-, *h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781 (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Erbe, Kluge s. u. Erbe 1, DW 3, 708, EWD s. u. Erbe, DW2 8, 1588, EWAhd 2, 1115, Duden s. u. Erbe; Son.: vgl. afries. erve, st. N. (ja), Erbe (N.), Erbgut, Grundeigentum; nfries. erve; ae. ierfe, irfe, yrfe, erfe, st. N. (ja) Erbschaft, Erbe (N.), Eigentum, Vieh; ae. yrfe, st. N. (ja), „Erbe“ (N.), Vieh; an. arfr (1), st. M. (a?, ja?), Erbe (N.); got. arbi, st. N. (ja), Erbe (N.), Erbschaft; nndl. erfenis, Sb., Erbe (N.); nschw. arv, M., Erbe (N.); nnorw. arv, M., Erbe (N.); air. orbe, orbbe, orpe, N., Erbteil, Erbe; ksl. rabъ, Sb., Kind; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Vermögen das ein Mensch bei seinem Tode hinterlässt und das in das Vermögen eines dazu berechtigten Menschen oder einer juristischen Person übergeht; BM.: hinterlassen?; F.: Erbe, Erbes+EW; Z.: Erb-e
Erbe (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Erbe (M.), Nachlassberechtigter; ne. heir; Vw.: s. Gan-; Hw.: s. Erbe (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. erbe (1), erib, sw. M., Erbe (M.), Erbberechtigter, Nachkomme, Nachfolger; mnd. erve, N., Erbe (M.), Erbnehmer, Hinterbliebener; mnl. erve, M., Erbe (M.); ahd. erbo, sw. M. (n), Erbe (M.); as. *ervio?, M., Erbe (M.); anfrk. *ervio?, sw. M. (n), Erbe (M.); germ. *arbō-, *arbōn, *arba-, *arban, *arbijō-, *arbijōn, *arbija-, *arbijan, sw. M. (n), Erbe (M.); s. idg. *orbʰho-, *h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781 (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Erbe 2, DW 3, 710, EWD s. u. Erbe, DW2 8, 1587, EWAhd 2, 1115, Duden s. u. Erbe, Falk/Torp 19, Bluhme s. u. erben; Son.: vgl. afries. erva, sw. M. (n), Erbe (M.); nnordfries. erwe, M., Erbe (M.); ae. ierfa, sw. M. (n), Erbe (M.); an. arfi (1), sw. M. (n), Erbe (M.); got. arbja, sw. M. (n), Erbe (M.); nndl. erfgenam, Sb., Erbe (M.); nschw. arvinge, Sb., Erbe (M.); nnorw. arving, M., Erbe (M.); gr. ὀρφανός (orphanós), M., Waise; arm. orb, Sb., Waise; lat. orbus, M., Waise; air. comarbe, M., Erbe, Nachfolger; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jemanden dem ein Gut als Erbe (N.) zugefallen ist (oder vielleicht zufallen wird); BM.: hinterlassen?, beraubt?; F.: Erbe, Erben+EW; Z.: Erb-e
$erbeben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. beben, erbeben; E.: s. er, s. beben; L.: DW 3, 712, EWD s. u. beben; GB.: um 1000 belegte und aus er und beben gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches beben; F.: erbeben, erbebe, erbebst, erbebt, erbebest, erbebet, erbebte, erbebtest, erbebten, erbebtet, ##erbebt, erbebte, erbebtes, erbebtem, erbebten, erbebter##, erbebend, ###erbebend, erbebende, erbebendes, erbebendem, erbebenden, erbebender###, erbeb (!)+EW; Z.: er—be-b-en
$erben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erben; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Erbe (N.), s. Erbe (M.); L.: Kluge s. u. Erbe 1, DW 3, 715, EWD s. u. Erbe; GB.: vielleicht um 765belegte und aus Erb(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Besitz und Vermögen mögliches als Erbe erlangen; F.: erben, erbe, erbst, erbt, erbest, erbet, erbte, erbtest, erbten, erbtet, geerbt, ##geerbt, geerbte, geerbtes, geerbtem, geerbten, geerbter##, erbend, ###erbend, erbende, erbendes, erbendem, erbenden, erbender###, erb (!)+EW; Z.: erb-en
$Erbfeind, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Erbfeind, Todfeind, Dauerfeind; E.: s. Erb(e), s. Feind; L.: Kluge s. u. Erbfeind, DW 3, 719, EWD s. u. Erbe; GB.: vielleicht seit nach 1190 belegte und aus Erb(e) und Feind gebildete Bezeichnung für einen Todfeind oder einen Dauerfeind; F.: Erbfeind, Erbfeindes, Erbfeinds, Erbfeinde, Erbfeinden+EW; Z.: Erb—fei-nd
$erbieten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erbieten, anbieten, entbieten. aufbieten; E.: s. er, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, DW 3, 723, EWD s. u. bieten; GB.: (irbiotan*) seit um 765 belegte und aus er und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anbieten oder entbieten oder aufbieten; F.: erbieten, erbiete, erbietest, erbietet, erbot, erbotest (!), erbotst, erboten, erbotet, erböte, erbötest, erbötet, ##erboten, erbotene, erbotenes, erbotenem, erbotenen, erbotener##, erbietend, ###erbietend, erbietende, erbietendes, erbietendem, erbietenden, erbietender###, erbiet (!)+EW; Z.: er—biet-en
$Erbietung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Erbietung, Anbietung, Darreichung; Vw.: s. Ehr-; E.: s. erbiet(en), s. ung; L.: DW 3, 724, DW2 8, 1605; GB.: (erbietunge) seit 1282 belegte und aus erbiet(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Anerbietung oder Darreichung; F.: Erbietung, Erbietungen+EW; Z.: Er—biet-ung
$erbittern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erbittern, erzürnen, verbittern; E.: s. er und bitter sowie (e)n; L.: Kluge s. u. bitter, EWD s. u. bitter; GB.: seit um 1180 belegte und aus er und bitter sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erzürnen oder verbittern; F.: erbittern, erbittere, erbitter (!), erbitterst, erbittert, erbitterte, erbittertest, erbitterten, erbittertet, ##erbittert, erbitterte, erbittertes, erbittertem, erbitterten, erbitterter##, erbitternd, ###erbitternd, erbitterndes, erbitterndem, erbitternden, erbitternder###, erbitter (!)+EW; Z.: er—bi-tt-er-n
$Erbitterung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Erbitterung, Verbitterung, Zorn, Groll; E.: s. erbitter(n), s. ung; L.: DW 3, 727, EWD s. u. bitter; GB.: seit 1696 belegte und aus erbitter(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Verbitterung oder Zorn oder Groll; F.: Erbitterung, Erbitterungen+EW; Z.: Er-bi-tt-er-ung
Erbium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Erbium, ein seltenes Erdmetall; ne. erbium; Vw.: -; Hw.: s. Terbium, Ytterbium, Yttrium; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Ytterby in Schweden, der eine wichtige Rolle bei der Geschichte der Entdeckung der Seltenen Erden spielt; für die Herkunft des Hinterglieds von Ytterby s. an. bygð, st. F. (ō), Wohnsitz, Besiedlung; vgl. an. byggja, sw. V. (1), wohnen, besiedeln, bauen; germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Erbium; Son.: vgl. nndl. erbium, Sb., Erbium; frz. erbium, M., Erbium; nschw. erbium, N., Erbium; nnorw. erbium, N., Erbium; kymr. erbiwm, M., Erbium; nir. eirbiam, M., Erbium; poln. erb, M., Erbium; lit. erbis, M., Erbium; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und von dem ON Ytterby in Schweden abgeleitete Bezeichnung für ein schon vormenschliches 1843 von Carl Gustav Mosander (1797-1858) entdecktes silbergraues metallisch glänzendes weiches und schweres chemisches Element aus der Gruppe der seltenen Erdmetalle und Lanthanoide (chemisches Element Nr. 68, abgekürzt Er) das nicht in Reinform vorkommt und hauptsächlich in den Mineralien Monazit und Bastnäsit in China und Myanmar abgebaut vor allem zu der Dotierung von Resonatoren in Festkörperlasern in der Medizin verwendet wird ; BM.: ON; F.: Erbium, Erbiums+FW; Z.: Er-b-i-um
$erblassen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. erblassen, blass werden, bleich werden; E.: s. er, s. blass, s. en; L.: Kluge s. u. blass, DW 3, 728, EWD s. u. blass; GB.: seit 1525 belegte und aus er und blass sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Farben mögliches blass werden oder bleich werden; F.: erblassen, erblasse, erblassst (!), erblasst, erblassest, erblasset, erblasste, erblasstest, erblassten, erblasstet, ##erblasst, erblasste, erblasstes, erblasstem, erblassten, erblasster##, erblassend, ###erblassend, erblassende, erblassendes, erblassendem, erblassenden, erblassender###, erblass (!)+EW; Z.: erb—la-ss-en
$Erblasser, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Erblasser; E.: s. Erb(e) (N.), s. lass(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Erblasser, DW 3, 729, EWD s. u. Erbe; GB.: seit 1420 belegte und aus Erb(e) und lass(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Vermögen möglichen bei seinem Tode ein Erbe (N.) hinterlassenden Menschen; F.: Erblasser, Erblassers, Erblassern+EW; Z.: Erb—la-ss-er
$erbleichen, nhd., sw. V., st. V., (9. Jh.?): nhd. erbleichen, bleich werden, blass werden; E.: s. er, s. bleich, s. en; L.: Kluge s. u. bleichen, DW 3, 729; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und bleich sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Farben mögliches blass werden oder bleich werden; F.: erbleichen, erbleiche, erbleichst, erbleicht, erbleichest, erbleichet, erblich, erblichst, erblichen, erblichet, ##erblichen, erblichene, erblichenes, erblichenem, erblichenen, erblichener, erbleicht, erbleichte, erbleichtes, erbleichtem, erbleichten, erbleichter###, erbleichend, ###erbleichend, erbleichende, erbleichendes, erbleichendem, erbleichenden, erbleichender###, erbleich (!)+EW; Z.: er—blei-ch-en
$erblich, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. erblich, Erbe (N.) betreffend; E.: s. Erb(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Erbe 1; GB.: (erblīh*) seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. hereditarius gebildete Bezeichnung für Erbe (N.) betreffend; F.: erblich, erbliche, erbliches, erblichem, erblichen, erblicher+EW; Z.: erb-lich
$erblühen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. erblühen, aufblühen, blühen; E.: s. er, s. blühen; L.: Kluge s. u. blühen, DW 3. 732, EWD s. u. blühen; GB.: (irbluoen*) seit 10. Jh. belegte und aus er und blühen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Blütenpflanzen mögliches aufblühen; F.: erblühen, erblühe, erblühst, erblüht, erblühest, erblühet, erblühte, erblühtest, erblühten, erblühtet, ##erblüht, erblühte, erblühtes, erblühtem, erblühten, erblühter##, erblühend, ##erblühend, erblühende, erblühendes, erblühendem, erblühenden, erblühender###, erblüh (!)+EW; Z.: er—blü-h-en
erbosen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. erbosen, erzürnen, böse machen, zornig machen; ne. incense (V.), become furious about; Vw.: -; Hw.: s. böse; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. mhd. erbōsen, sw. V., „erbosen“, schlecht werden; mnd. erbȫsen, sw. V., böse werden; vgl. mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; Hinterglied wird auf nhd. böse bezogen und wohl von diesem in der Bedeutung beeinflusst; eher zu nhd. Bausch zu stellen; L.: Kluge s. u. erbosen, EWD s. u. böse, DW 3, 734, DW2 8, 1623, Duden s. u. erbosen; Son.: vgl. ne. boast, V., prahlen; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und mit böse sowie Bausch verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches böse und zornig machen; BM.: Bausch?; F.: erbosen, erbose, erbost, erbosest, erboset, erboste, erbostest, erbosten, erbostet, ##erbost, erboste, erbostes, erbostem, erbosten, erboster##, erbosend, ###erbosend, erbosende, erbosendes, erbosendem, erbosenden, erbosender###, erbos (!)+EW; Z.: er-bos-en
$erbötig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. erbötig, bereit; E.: s. erbiet(en), s. ig; L.: DW 3, 734, EWD s. u. bieten; GB.: seit 1479 belegte und aus erbiet(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliches bereit; F.: erbötig, erbötige, erbötiges, erbötigem, erbötigen, erbötiger(, erbötigere, erbötigeres, erbötigerem, erbötigeren, erbötigerer, erbötigst, erbötigste, erbötigstes, erbötigstem, erbötigsten, erbötigster)+EW; Z.: er—böt-ig
$Erbschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Erbschaft, Nachlass; E.: s. Erb(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Erbe 1, DW3, 738; GB.: seit um 1205 belegte und vielleicht nach lat. hereditas aus Erb(e) und schaft gebildete Bezeichnung für das Vermögen eines Menschen in seinem Todesfall; F.: Erbschaft, Erbschaften+EW; Z.: Erb-schaf-t
$Erbschleicher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Erbschleicher; E.: s. Erb(e), s. Schleicher; L.: Kluge s. u. Erbschleicher, DW 3, 739, EWD s. u. Erbe; GB.: seit 1696 belegte und vielleicht nach lat. heredipeta aus Erb(e) und Schleicher gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung des Erbrechts möglichen ein Erbe (N.) erschleichenden Menschen; F.: Erbschleicher, Erbschleichers, Erbschleichern+EW; Z.: Erb—sch-lei-ch-er
Erbse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Erbse, Same einer Hülsenfrucht; ne. pea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. areweiz, arweiz, arwīs, arwīz, erbeiz, st. F., Erbse; mnd. erwete, arfte, F., Erbse; mnl. erwete, F., Erbse; ahd. arawīz*, arawiz*, araweiz*, st. F. (i), Erbse, Kichererbse, Gartenerbse, Fasel; ahd. arawīza*, araweiza*, F.?, Erbse, Kichererbse; as. ėrit, ėriwit*, st. F. (athem.), Erbse; anfrk. -; germ. *arwait, *arwit, *arawaits, *arawits, F., Erbse; idg. *eregᵘ̯ʰo-, erogᵘ̯ʰo-, Sb., Erbse, Hülsenfrucht, Pokorny 335 (485/66) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Erbse, Kluge s. u. Erbse, EWD s. u. Erbse, DW 3, 739, DW2 8, 1633, EWAhd 1, 308, Duden s. u. Erbse, Bluhme s. u. Erbse, Schmeller 1, 135; Son.: s. bay. Arbaiß, F., Erbse; vgl. afries. -; ae. -; an. ertr, F. Pl., Erbsen; got. -; nndl. erwt, Sb., Erbse; nschw. ärta, ärt, Sb., Erbse; nnorw. ert, M., F., Erbse; gr. ὄροβος (órobos), M., Kichererbse; ? lat. ervum, N., Erve, Hülsenfrucht; GB.: (arawīz) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen seit rund 8000 Jahren angebaute zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Pflanze mit in Ranken auslaufenden Blättern und grünen in Hülsen sitzenden kugeligen essbaren Samen; BM.: ?; F.: Erbse, Erbsen+EW; Z.: Erb-s-e
$Erbsünde, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Erbsünde; E.: s. Erb(e), s. Sünde; L.: Kluge s. u. Erbsünde, DW 3, 741, EWD s. u. Erbe; GB.: seit um 1225 belegte und aus Erb(e) und Sünde nach lat. peccatum originale (Ursünde) gebildete Bezeichnung für die christliche Vorstellung dass jeder Mensch seit dem Sündenfall Adams und Evas in eine Welt hineingeboren wird in der er ohne eigenes Zutun Leid und Tod sowie Unrecht und Schuld vorfindet; F.: Erbsünde, Erbsünden+EW; Z.: Erb—sü-nd-e
$Erdapfel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Erdapfel, Kartoffel; E.: s. Erd(e), s. Apfel; L.: Kluge s. u. Erdapfel, DW 3, 745, EWD s. u. Erde; GB.: (erdapful*) seit 10. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. malum terrae aus Erd(e) und Apfel gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche einem Apfel ungefähr ähnliche Frucht verschiedener Pflanzen einschließlich der aus den Anden in der Neuzeit nach Europa gelangten Kartoffel; F.: Erdapfel, Erdapfels, Erdäpfel, Erdäpfeln+EW; Z.: Er-d—apfel
$Erdbeben, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Erdbeben; E.: s. Erd(e), s. Beben; L.: DW 3, 746, EWD s. u. Beben; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und wohl nach lat. terrae motus aus Erd(e) und beben bzw. Beben gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Beben der Erdkruste als Folge von einer Einwirkung des Menschen entzogener Bewegungen unter der Erdoberfläche; F.: Erdbeben, Erdbebens+EW; Z.: Er-d—be-b-en
$Erdbeere, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Erdbeere; E.: s. Erd(e), s. Beere; L.: DW 3, 747, EWD s. u. Erde; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Erd(e) und Beere gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche auf dem Erdboden wachsenden Pflanze mit kleinen roten Früchten (lat. frāgum); F.: Erdbeere, Erdbeereen+EW; Z.: Er-d—bee-r-e
$Erdbirne, nhd., F.: nhd. Erdbirne, Kartoffel; E.: s. Erd(e), s. Birne; L.: Kluge s. u. Erdapfel, DW 3, 748; GB.: 1591 belegte und aus Erd(e) und Birne gebildete Bezeichnung für die aus den Anden in der Neuzeit nach Europa gelangte Kartoffel; F.: Erdbirne, Erdbirnen+EW; Z.: Er-d—bir-n-e
Erde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Erde, Erdboden, Ackerboden, Erdball, Erdkugel; ne. earth; Vw.: -; Hw.: s. irden, irdisch; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. erde, herde, st. F., sw. F., Erde, bebautes und bewohntes Land, Erdboden, Grund und Boden, Boden, Grundstück, Land, Gebiet; mnd. ērde, F., Erde; mnl. erde, F., Erde; ahd. erda, st. F. (ō), sw. F. (n), Erde, Boden, Land, Welt; as. ertha, st. F. (ō), sw. F. (n), Erde; anfrk. ertha, st. F. (ō), sw. F. (n), Erde; germ. *erþō, st. F. (ō), Erde; idg. *ert-, Sb., Erde, Pokorny 332; s. idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); BM.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Erde, Kluge s. u. Erde, DW 3, 749, EWD s. u. Erde, DW2 8, 1648, EWAhd 2, 1118, Falk/Torp 26, Duden s. u. Erde, Bluhme s. u. Erde; Son.: vgl. afries. erthe, irthe, st. F. (ō), Erde; saterl. erd; ae. eorþe, sw. F. (n), Erde, Welt, Boden; an. jǫrð, st. F. (ō), Erde; got. aírþa, st. F. (ō), Erde, Land, Erdreich, Erdboden; nndl. aarde, Sb., Erde; nschw. jord, Sb., Erde; nnorw. jord, M., F., Erde; kymr. erw, F., Feld; gr. ἔρα (éra), F., Erde; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein aus verwittertem Gestein und organischen Stoffen und Mineralien bestehendes feinkörniges einen Teil der Erdoberfläche bildendes und die Grundlage des Pflanzenwachstums darstellendes Gemisch und auch den gesamten kugelförmigen und vor etwa 4,54 Milliarden Jahren aus einer riesigen Wolke aus Gas und Staub entstandenen und sich außen allmählich verfestigenden Planeten Erde des Sonnensystems; BM.: ?; F.: Erde, Erden+EW; Z.: Er-d-e
$erden, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. erden (V.), zu Erde werden, mit der Erde verbinden; E.: s. Erd(e), s. en; L.: Kluge s. u. erden, EWD s. u. Erde; GB: seit 1907 belegte und aus Erd(e) und en gebildete Bezeichnung für zu Erde werden und mit der Erde verbinden, F.: erden, erde (!), erdest, erdet, erdete, erdetest, erdeten, erdetet, geerdet, ##geerdet, geerdete, geerdetes, geerdetem, geerdeten, geerdeter##, erdend, ###erdend, erdende, erdendes, erdendem, erdenden, erdender###, erd (!)+EW; Z.: er-d-en
$Erdgeschoss, Erdgeschoß, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Erdgeschoss, Erdgeschoß, Parterre; E.: s. Erd(e), s. Geschoss; L.: DW 3, 769 (Erdgeschosz), EWD s. u. Parterre; GB.: seit 1781 belegte und aus Erd(e) und Geschoss gebildete Bezeichnung für das ebenerdige Stockwerk (Geschoss) eines von Menschen seit der Sesshaftwerdung errichteten Gebäudes; F.: Erdgeschoss, Erdgeschoß, Erdgeschosses, Erdgeschoßes, Erdgeschosse, Erdgeschoße, Erdgeschossen, Erdgeschoßen+EW; Z.: Er-d—ge—scho-ss
$Erdkreis, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Erdkreis; E.: s. Erd(e), s. Kreis; L.: DW 3, 774, EWD s. u. Erde; GB.: seit um 1380 belegte und nach lat. orbis terrarum (Erdenkreis) gebildete Bezeichnung für die von Menschen als sichtbare Scheibe oder Kreis (statt der tatsächlichen Kugel) gedachte Erde; F.: Erdkreis, Erdkreises, Erdkreise, Erdkreisen+EW; Z.: Er-d—kreis
$Erdkunde, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Erdkunde, Geographie; E.: s. Erd(e), s. Kunde (F.); L.: DW 3, 774, EWD s. u. Erde; GB.: seit 1691 belegte und wohl nach lat. geographia und dem Griechischen des Altertums aus Erd(e) und Kunde (F.) gebildete Bezeichnung für die Erdbeschreibung oder die Kunde von der Erde oder das Wissen des Menschen von der Erde; F.: Erdkunde, Erdkunden+EW; Z.: Er-d—kun-d-e
$Erdnuss, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Erdnuss; E.: s. Erd(e), s. Nuss; L.: Kluge s. u. Erdnuss, DW 3, 775 (Erdnusz), EWD s. u. Erde; GB.: vielleicht seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Erd(e) und Nuss gebildete Bezeichnung für Erdschwamm oder Erdknolle oder Trüffel sowie später die Hülsenfrucht Erdnuss deren älteste Funde aus Peru stammen und auf ein Alter von etwa 7800 Jahre geschätzt werden; F.: Erdnuss, Erdnüsse, Erdnüssen+EW; Z.: Er-d—nuss
$Erdöl, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Erdöl; E.: s. Erd(e), s. Öl; L.: DW 3, 775, EWD s. u. Erde; GB.: seit 1741 belegte und aus Erd(e) und Öl gebildete Bezeichnung für aus Pflanzenüberresten in unterirdischen Lagerstätten gebildetes und von Menschen seit der späteren Neuzeit umfangreich gefördertes und verwendetes Öl; F.: Erdöl, Erdöls, Erdöles, Erdöle, Erdölen+EW+FW; Z.: Er-d—öl
$erdolchen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. erdolchen, erstechen, mit Dolch töten; E.: s. er, s. Dolch, s. en; L.: Kluge s. u. Dolch, DW 3, 775, EWD s. u. Dolch; GB.: seit 1696 belegte und aus er und Dolch sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Dolches mögliches mit einem Dolch töten; F.: erdolchen, erdolche, erdolchst, erdolcht, erdolchest, erdolchet, erdolchte, erdolchtest, erdolchten, erdolchtet, ##erdolcht, erdolchte, erdolchtes, erdolchtem, erdolchten, erdolchter##, erdolchend, ###erdolchend, erdolchende, erdolchendes, erdolchendem, erdolchenden, erdolchender###, erdolch (!)+EW; Z.: er—do-l-ch-en
$Erdreich, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Erdreich, Reich auf Erden, Erdkreis, Erdboden; E.: s. Erde, s. Reich; L.: DW 3, 776, EWD s. u. Erde; GB.: (erdrīhhi*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. regnum terrenum aus Erd(e) und Reich gebildete Bezeichnung für Erde oder Reich auf Erden oder Erdkreis oder Erdreich oder Erde; F.: Erdreich, Erdreiches, Erdreichs, Erdreiche, Erdreichen+EW; Z.: Er-d—reich
$erdreisten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erdreisten, erkühnen, erfrechen, wagen; E.: s. er, s. dreist, s. en; L.: Kluge s. u. dreist, DW 3, 778, EWD s. u. dreist; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus er und dreist sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erkühnen oder erfrechen oder wagen; F.: erdreisten, erdreiste, erdreistest, erdreistet, erdreistete, erdreistetest, erdreisteten, erdreistetet, ##erdreistet, erdreistete, erdreistetes, erdreistetem, erdreisteten, erdreisteter##, erdreistend, ###erdreistend, erdreistende, erdreistendes, erdreistendem, erdreistenden, erdreistender###, erdreist (!)+EW; Z.: er—drei-st-en
$erdrosseln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. erdrosseln, erwürgen; E.: s. er, s. drosseln; L.: Kluge s. u. erdrosseln, Drossel 2, DW 3, 779, EWD s. u. Drossel 2; GB.: seit 1533 belegte und aus er und drosseln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erwürgen; F.: erdrosseln, erdrossel (!), erdrossle, erdrossele, erdrosselst, erdrosselt, erdrosselte, erdrosseltest, erdrosselten, erdrosseltet, ##erdrosselt, erdrosselte, erdrosseltes, erdrosseltem, erdrosselten, erdrosselter##, erdrosselnd, ###erdrosselnd, erdrosselnde, erdrosselndes, erdrosselndem, erdrosselnden, erdrosselnder###, erdrossel (!)+EW; Z.: er-dro-ss-el-n
Erdschocke, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Erdschocke, Artischocke, Kartoffel; ne. artichoke; Vw.: -; Hw.: s. Artischocke; Q.: 19. Jh.; E.: Umgestaltung von Artischocke (s. d.); L.: Kluge s. u. Erdschocke, DW 3, 780; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler die aus dem Mittelmeerraum stammt und erstmals in dem 1. Jh. n. Christus genannt wird; BM.: ?; F.: Erdschocke, Erdschocken+EW+FW; Z.: Erdschock-e
$ereifern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ereifern, eifern, aufregen, sich aufgeregt äußern; E.: s. er, s. eifern; L.: DW 3, 784, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus er und eifern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eifern oder aufregen oder sich aufgeregt äußern; F.: ereifern, ereifere, ereifer (!), ereiferst, ereifert, ereiferte, ereifertest, ereiferten, ereifertet, ereifernd, ###ereifernd, ereiferndes, ereiferndem, ereifernden, ereifernder###, ereifer (!)+EW; Z.: er—ei-f-er-n
ereignen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ereignen, geschehen, sich zutragen; ne. happen (V.), befall; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: letztlich s. ahd. irougen*, sw. V. (1a), zeigen, darstellen, offenbaren, sehen lassen, sichtbar machen; vgl. ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. ouga, st. N. (a?), sw. N. (n), Auge, Blick, Antlitz, Gesicht; germ. *auga-, *augam, st. N. (a), Auge; germ. *augō-, *augōn, *auga-, *augan, sw. N. (n), Auge; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; vgl. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ereignis, Kluge s. u. ereignen, DW 3, 699 (eräugnen), EWD s. u. ereignen, DW2 8, 1691, Duden s. u. ereignen, Bluhme s. u. ereignen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und letztlich aus er und Auge gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches geschehen oder sich zutragen; BM.: vor Augen stellen; F.: ereignen, ereigne, ereignest, ereignet, ereignete, ereignetest, ereigneten, ereignetet, ##ereignet, ereignete, ereignetes, ereignetem, ereigneten, ereigneter##, ereignend, ###ereignend, ereignende, ereignendes, ereignendem, ereignenden, ereignender###, ereigne+EW; Z.: er-eig-n-en
$Ereignis, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Ereignis, Geschehen, Geschehnis; E.: s. ereign(en), s. (n)is; L.: Kluge s. u. ereignen, DW 3, 785, EWD s. u. ereignen; GB.: seit 1528 belegte und aus ereign(en) und (n)is gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches Geschehen oder Geschehnis; F.: Ereignis, Ereignisses, Ereignisse, Ereignissen+EW; Z.: Er-eig-n-is
Erektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Erektion, Versteifung, Aufrichtung; ne. erection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1551; Lw. lat. ērēctio; E.: lat. ērēctio, F., Aufrichtung, Aufstellung, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. ērigere, V., in die Höhe richten, aufrichten, aufstellen, errichten, hochheben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. regere, V., richten, lenken, leiten, führen, regieren; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Erektion, fehlt DW, DW2 8, 1694, Duden s. u. Erektion; Son.: vgl. nndl. erectie, Sb., Erektion; frz. érection, Sb., Erektion; nschw. erektion, Sb., Erektion; nnorw. ereksjon, M., Erektion; poln. erekcja, F., Erektion; lit. erekcija, F., Erektion; GB.: seit 1551 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch teilweise unwillkürliche Blutstauung entstehende Versteifung und Aufrichtung von sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit und des Lebens möglichen mit Schwellkörpern versehenen Organen; BM.: aufrichten; F.: Erektion, Erektionen+FW+EW; Z.: E-rek-t-io-n
Eremit, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Eremit, Einsiedler; ne. hermit, eremite; Vw.: -; Hw.: s. Eremitage; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. eremīte*, ermīte, sw. M., Eremit, Einsiedler; mnd. herēmīte, M., Eremit, Einsiedler; frz. ermite, M., Eremit; lat. erēmīta, M., Einsiedler, (536-um 610 n. Chr.); gr. ἐρημῖτης (erēmitēs), M., Eremit; vgl. gr. ἐρῆμος (erēmos), Adj., einsam, unbewohnt; vgl. idg. *er- (5), *erə-, Adj., V., locker, undicht, auseinandergehen, auftrennen, trennen, Pokorny 332 (481/62) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eremit, DW 3, 786, EWD s. u. Eremit, DW2 8, 1694, Duden s. u. Eremit; Son.: vgl. nndl. heremiet, eremiet, Sb., Eremit; frz. ermite, M., Eremit; nschw. eremit, Sb., Eremit; nnorw. eremitt, M., Eremit; lit. eremitas, M., Eremit; GB.: seit um 1340 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus religiösen Gründen von der Welt abgeschieden lebenden Menschen oder Einsiedler; BM.: einsam; F.: Eremit, Eremiten+FW+EW; Z.: Er-em-it
Eremitage, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Eremitage, Einsiedelei, Zufluchtsstätte, Rückzugsort eines Eremiten oder Einsiedlers; ne. hermitage; Vw.: -; Hw.: s. Eremit; Q.: um 1430; I.: Lw. frz. ermitage; E.: frz. ermitage, F., Eremitage, Einsiedelei; frz. ermite, M., Eremit; lat. erēmīta, M., Einsiedler, (536-um 610 n. Chr.); gr. ἐρημῖτης (erēmitēs), M., Eremit; vgl. gr. ἐρῆμος (erēmos), Adj., einsam, unbewohnt; vgl. idg. *er- (5), *erə-, Adj., V., locker, undicht, auseinandergehen, auftrennen, trennen, Pokorny 332 (481/62) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eremit, fehlt DW, EWD s. u. Eremit, DW2 1694, Duden s. u. Eremitage; Son.: s. mnl. eremitage, Sb., Eremitage; vgl. nnorw. eremitasja, M., Eremitage; poln. ermitaż, F., Eremitage; GB.: seit um 1430 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den Rückzugsort eines Eremiten oder Einsiedlers; BM.: einsam; F.: Eremitage, Eremitagen+FW; Z.: Er-em-it-ag-e
erethisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. erethisch, reizbar, leicht erregbar; ne. erethistic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: über nlat. von gr. ἐρεθιστικός (erethistikós), gr., Adj.: nhd. aufreizend, anreizend; vgl. gr. ἐρεθίζειν (erethízein), V., reizen, beunruhigen, quälen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. erethisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leicht erregbar; BM.: erregen; F.: erethisch, erethische, erethisches, erethischem, erethischen, erethischer(, erethischere, erethischeres, erethischerem, erethischeren, erethischerer, erethischst, erethischste, erethischstes, erethischstem, erethischsten, erethischster)+FW+EW; Z.: er-eth-isch
$erfahren (1), nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. erfahren (V.), bereisen, erleben; L.: Kluge s. u. erfahren, DW 3, 788, EWD s. u. erfahren; GB.: seit um 800 belegte und aus er und fahren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bereisen oder erleben; F.: erfahren, erfahre, erfährst, erfährt, erfahrt, erfahrest, erfahret, erfuhr, erfuhrst, erfuhren, erfuhrt, erführe, erführest, erführst, erführen, erführet, erführt, ##erfahren, erfahrene, erfahrenes, erfahrenem, erfahrenen, erfahrener##, erfahrend, ###erfahrend, erfahrende, erfahrendes, erfahrendem, erfahrenden, erfahrender###, erfahr (!)+EW; Z.: er—fahr-en
$erfahren (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. erfahren (Adj.), weit gefahren, sachkundig; E.: s. erfahren (V.); L.: Kluge s. u. erfahren, DW 3, 791, EWD s. u. erfahren; GB.: um 1288 belegte und aus erfahren (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches weit gefahren und dadurch sachkundig; F.: erfahren, erfahrene, erfahrenes, erfahrenem, erfahrenen, erfahrener(, erfahrenere, erfahreneres, erfahrenerem, erfahreneren, erfahrenerer, erfahrenst, erfahrenste, erfahrenstes, erfahrenstem, erfahrensten, erfahrenster)+EW; Z.: er—fahr-en
$Erfahrung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Erfahrung, (durch Fahren oder Erleben) erlangtes Wissen; E.: s. erfahr(en) (V.), s. ung; Q.: 12. Jh. (Glosse); L.: EWD s. u. erfahren, DW 3, 793, DW2 8, 1701; GB.: (irfarunga*) seit 12. Jh. belegte und aus erfahr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (durch Fahren oder Erleben) erlangtes Wissen; F.: Erfahrung, Erfahrungen+EW; Z.: Er—fahr-ung
$erfassen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. erfassen, ergreifen, greifen, packen; E.: s. er, s. fassen; L.: DW 3, 795, EWD s. u. fassen; GB.: seit 1517 belegte und aus er und fassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung des Lebens mögliches mit Organen und Sinnen greifen oder packen; F.: erfassen, erfasse, erfassst (!), erfasst, erfassest, erfasset, erfasste, erfasstest, erfassten, erfasstet, ##erfasst, erfasste, erfasstes, erfasstem, erfassten, erfasster##, erfassend, ###erfassend, erfassende, erfassendes, erfassendem, erfassenden, erfassender###, erfass (!)+EW; Z.: er—fass-en
$erfinden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. erfinden, herausfinden; E.: s. er, s. finden; L.: DW 3, 798, EWD s. u. finden; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und finden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herausfinden; F.: erfinden, erfinde, erfindest, erfindet, erfand, erfandest, erfandst, erfanden, erfandet, erfände, erfändest, erfänden, erfändet, erfunden, ##erfunden, erfundene, erfundenes, erfundenem, erfundenen, erfundener##, erfindend, ###erfindend, erfindende, erfindendes, erfindendem, erfindenden, erfindender###, erfinde+EW; Z.: er—fi-n-d-en
$Erfinder, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Erfinder, Erfindender, Urheber, Schöpfer; E.: s. erfind(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 798, EWD s. u. finden; GB.: seit um 1290 belegte und aus erfind(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Urheber oder Schöpfer einer neuen Sache oder einer neuen Vorstellung oder eines neuen Werkes wie durch alle Erfindungen aller Menschen wie beispielsweise Feuer, Faustkeil, Kleidung, Waffe, Haus, Nagel, Rad, Schrift, Schule, Pflug, Glas, Betäubungsmittel, Schwarzpulver, Brille, Buchdruck, Dampfmaschine, Werbung, Kunstdünger, Telefon, Verbrennungsmotor, Beton, Hörgerät, Elektrizität, Kernspaltung, Plastik, Flugzeug, Fernsehen, Penicillin, Computer, Internet oder Empfängnisverhütung (Antibabypille); F.: Erfinder, Erfinders, Erfindern+EW; Z.: Er-fi-n-d-er
$erfinderisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. erfinderisch; E.: s. Erfinder, s. isch; L.: DW 3, 800, EWD s. u. finden; GB.: seit 1676 belegte und aus Erfinder und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches die Schöpfung einer neuen Vorstellung oder eines neuen Werkes betreffend; F.: erfinderisch, erfinderische, erfinderisches, erfinderischem, erfinderischen, erfinderischer(, erfinderischere, erfinderischeres, erfinderischerem, erfinderischeren, erfinderischerer, erfinderischst, erfinderischste, erfinderischstes, erfinderischstem, erfinderischsten, erfinderischster)+EW; Z.: er—fi-n-d-er-isch
$Erfindung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Erfindung; E.: s. erfind(en), s. ung; L.: DW 3, 800, EWD s. u. finden; GB.: seit 1282 belegte und aus erfind(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Schaffung einer neuen Vorstellung oder eines neuen Werkes; F.: Erfindung, Erfindungen+EW; Z.: Er—fi-n-d-ung
$erflehen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erflehen, erbitten; E.: s. er, s. flehen; L.: DW 3, 801, EWD s. u. flehen; GB.: seit um 765 belegte und aus er und flehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erbitten; F.: erflehen, erflehe, erflehst, erfleht, erflehest, erflehet, erflehte, erflehtest, erflehten, erflehtet, erflehte, ##erflehte, erflehtes, erflehtem, erflehten, erflehter##, erflehend, ###erflehend, erflehende, erflehendes, erflehendem, erflehenden, erflehender###, erfleh (!)+EW; Z.: er—fleh-en
$Erfolg, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Erfolg, Ergebnis, Wirkung; E.: s. erfolg(en); Vw.: s. Bomben-, Miss-; L.: Kluge s. u. Erfolg, DW 3, 803, EWD s. u. folgen; GB.: seit 1521 belegte und aus erfolg(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Ergebnis oder Wirkung; F.: Erfolg, Erfolges, Erfolgs, Erfolge, Erfolgen+EW; Z.: Er—fol-g
$erfolgen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. erfolgen, verfolgen, folgen; E.: s. er, s. folgen; L.: DW 3, 803, EWD s. u. folgen; GB.: (irfolgēn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und folgen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Lebens mögliches verfolgen oder folgen; F.: erfolgen (!), erfolge (!), erfolgst, erfolgt, erfolgest, erfolget, erfolgte, erfolgtest, erfolgten, erfolgtet, ##erfolgt, erfolgte, erfolgtes, erfolgtem, erfolgten, erfolgter##, erfolgend, ###erfolgend, erfolgende, erfolgendes, erfolgendem, erfolgenden, erfolgender###, erfolg (!)+EW; Z.: er—fol-g-en
$erforschen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. erforschen, ausforschen, forschen, untersuchen, erkunden; E.: s. er, s. forschen; L.: DW 3, 805, EWD s. u. forschen; GB.: (irforskōn*) seit 10. Jh. belegte und aus er und forschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches untersuchen oder erkunden; F.: erforschen, erforsche, erforschst, erforscht, erforschest, erforschet, erforschte, erforschtest, erforschten, erforschtet, ##erforscht, erforschte, erforschtes, erforschtem, erforschten, erforschter##, erforschend, ###erforschend, erforschende, erforschendes, erforschendem, erforschenden, erforschender###, erforsch (!)+EW; Z.: er—forsch-en
$erfreuen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erfreuen, Freude bereiten, freuen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. er, s. freuen; L.: DW 3, 807, EWD s. u. freuen, DW2 8, 1735; GB.: (irfrewen*) seit 863-871 belegte und aus er und freuen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Freude bereiten oder freuen; F.: erfreuen, erfreue, erfreust, erfreut, erfreuest, erfreuet, erfreute, erfreutest, erfreuten, erfreutet, erfreute, ##erfreute, erfreutes, erfreutem, erfreuten, erfreuter##, erfreuend, ###erfreuend, erfreuende, erfreuendes, erfreuendem, erfreuenden, erfreuender###, erfreu (!)+EW; Z.: er—freu-en
$erfrischen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. erfrischen, auffrischen, frisch machen, erneuern; L.: Kluge s. u. frisch, DW 3, 808, EWD s. u. frisch; GB.: seit 1227 belegte und aus er und frischen bzw. frisch und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches auffrischen oder frisch machen oder erneuern; F.: erfrischen, erfrische, erfrischst, erfrischt, erfrischest, erfrischet, erfrischte, erfrischtest, erfrischten, erfrischtet, ##erfrischt, erfrischte, erfrischtes, erfrischtem, erfrischten, erfrischter##, erfrischend, ###erfrischend, erfrischende, erfrischendes, erfrischendem, erfrischenden, erfrischender###, erfrisch (!)+EW; Z.: er—frisch-en
$Erfrischung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Erfrischung, Auffrischung, Erneuerung; E.: s. erfrisch(en), s. ung; L.: DW 3, 809, EWD s. u. frisch; GB.: seit 1440 belegte und aus erfrisch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliche Auffrischung oder Erneuerung; F.: Erfrischung, Erfrischungen+EW; Z.: Er—frisch-ung
$ergänzen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. ergänzen, ganz machen, vervollständigen; E.: s. er, s. ganz, s. en; L.: Kluge s. u. ganz, DW 3, 815, EWD s. u. ganz; GB.: seit 1370 belegte und aus er und ganz sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ganz machen oder vervollständigen; F.: ergänzen, ergänze, ergänzst, ergänzt, ergänzest, ergänzet, ergänzte, ergänztest, ergänzten, ergänztet, ##ergänzt, ergänzte, ergänztes, ergänztem, ergänzten, ergänzter##, ergänzend, ###ergänzend, ergänzende, ergänzendes, ergänzendem, ergänzenden, ergänzender###, ergänz (!)+EW; Z.: er—gä-n-z-en
Ergativ, nhd., M., N., (20. Jh.?): nhd. Ergativ, ein grammatikalischer Fall; ne. ergative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἐργάτης (ergátēs) (2), M.: nhd. Täter, Vollbringer, Arbeiter, Feldarbeiter; vgl. gr. ἐργάζεσθαι (ergázesthai), V., arbeiten, Ackerbau treiben, bearbeiten; E.: s. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ergativ; Son.: vgl. nndl. ergatief, Sb., Ergativ; frz. ergatif, M., Ergativ; nschw. ergativ, Sb., Ergativ; nnorw. ergativ, M., Ergativ; poln. ergatyw, M., Ergativ; lit. ergatyvas, M., Ergativ; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen grammatikalischen Fall der in einzelnen Sprachen bei zielenden Verben den Handelnden bezeichnet vor allem in kaukasischen Sprachen und in dem Baskischen sowie in dem Grönländischen; BM.: wirken; F.: Ergativ, Ergativs, Ergatives, Ergative, Ergativen+FW+EW?; Z.: Erg-at-iv
ergattern, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. ergattern, erbeuten, erwischen, erlangen, verschaffen; ne. snatch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; Hinterglied s. nhd. Gatter; L.: Kluge s. u. ergattern, DW 3, 815, EWD s. u. Gatter, DW2 8, 1752, Duden s. u. ergattern; GB.: seit 1554 belegte und aus er und Gatter sowie (e)n belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erlangen oder erbeuten oder erwischen oder (unter Schwierigkeiten) verschaffen; BM.: durch das Gatter erwischen; F.: ergattern, ergattere, ergatterst, ergattert, ergatterte, ergattertest, ergatterten, ergattertet, ##ergattert, ergatterte, ergattertes, ergattertem, ergatterten, ergatterter##, ergatternd, ###ergatternd, ergatternde, ergatterndes, ergatterndem, ergatternden, ergatternder###, ergatter (!)+EW; Z.: er-gatt-er-n
$ergeben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ergeben, aufgeben, übergeben (V.); E.: s. er, s. geben; L.: Kluge s. u. ergeben, DW 3, 816, EWD s. u. geben, Seebold 218; GB.: (irgeban) seit um 765 belegte und aus er und geben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufgeben oder übergeben (V.); Z.: er—geb-en
$Ergebenheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ergebenheit, Gewogenheit, Zuneigung, Unterwerfung; E.: s. ergeben, s. heit; L.: DW 3, 817, EWD s. u. geben; GB.: um 1420 belegte und aus ergeben (Adj.) und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gewogenheit oder Zuneigung oder Unterwerfung; F.: Ergebenheit, Ergebenheiten+EW; Z.: Er—geb-en—hei-t
$Ergebnis, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ergebnis, Ertrag, Erfolg, Befund; E.: s. ergeb(en), s. nis; L.: DW 3, 817, EWD s. u. geben; GB.: seit 1796 belegte und aus ergeb(en) (V.) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Ertrag oder Erfolg oder Befund; F.: Ergebnis, Ergebnisses, Ergebnisse, Ergebnissen+EW; Z.: Er—geb-nis
$Ergebung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Ergebung, Aufgabe, Hingabe; E.: s. ergeb(en) (V.), s. ung; L.: Kluge s. u. ergeben, DW 3, 817, EWD s. u. geben; GB.: seit 1386 belegte und aus ergeb(en) (V.) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Aufgabe oder Hingabe; F.: Ergebung, Ergebungen+EW; Z.: Er—geb-ung
$ergehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. ergehen, ausgehen, weggehen, geschehen; E.: s. er, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 3, 817, EWD s. u. gehen; GB.: seit um 830 belegte und aus er und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausgehen oder weggehen oder geschehen; F.: ergehen, ergehe, ergehst, ergeht, ergehest, ergehet, erging, ergingst, ergingen, ergingt, ergingest, erginget, ergangen, ##ergangen, ergangene, ergangenes, ergangenem, ergangenen, ergangener##, ergehend, ###ergehend, ergehende, ergehendes, ergehendem, ergehenden, ergehender###, ergeh (!)+EW; Z.: er—geh-en
Ergetag, Erchtag, Erntag, Ertag, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Ergetag, Erchtag, Erntag, Ertag, Dienstag; ne. Tuesday; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; I.: z. T. Lw. gr. Ἄρης ἡμέρα (Áres hēméra), z. T. Lüt. gr. Ἄρης ἡμέρα (Áres hēméra); E.: s. mhd. ergetac, ertac, eritac, st. M., Ertag, Dienstag; Vorderglied s. gr. Ἄρης (Ares), M.=PN, Ares; vgl. idg. *eres- (2), *ₑrs-, *r̥s-, *ₑres-, *Hr̥Hs-, V., fließen, sich stürzen, Pokorny 336 (489/70) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied s. nhd. Tag; L.: Kluge s. u. Ergetag, DW 3, 744 (Erchtag), DW2 8, 1761, Duden s. u. Dienstag; GB.: seit 1267 belegte und aus dem griechischen PN Ares und Tag gebildete und örtlich verwendete Bezeichnung für den zweiten Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Montag und Mittwoch; BM.: Tag des Ares; F.: Ergetag, Ergetags, Ergetages, Ergetage, Ergetagen+FW+EW; Z.: Er-g-e—t-ag
…ergie, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. …ergie; ne. …ergy; Vw.: s. All-, En-, Syn-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. …εργεια (…ergeia); gr. …εργεια (…ergeia), Suff., …ergie; vgl. gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); Son.: vgl. nnd. …ergie, Suff., …ergie; frz. …ergie, Suff., …ergie; nschw. …ergi, Suff., …ergie; nnorw. …ergi, Suff., …ergie; poln. …ergia, Suff., …ergie; kymr. …ergedd, Suff., …ergie; nir. …eirge, Suff., …ergie; lit. …ergija, Suff., …ergie; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Tat verwendete Bezeichnung; BM.: tun; F.: …ergie, …ergien+FW+EW; Z.: -erg-ie
$ergiebig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ergiebig, ausgiebig, ertragreich; E.: s. ergeb(en), s. ig; L.: DW 3, 823, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 1558 belegte und aus ergeb(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ausgiebig oder ertragreich; F.: ergiebig, ergiebige, ergiebiges, ergiebigem, ergiebigen, ergiebiger(, ergiebigere, ergiebigeres, ergiebigerem, ergiebigeren, ergiebigerer, ergiebigst, ergiebigste, ergiebigstes, ergiebigstem, ergiebigsten, ergiebigster)+EW; Z.: er—gieb-ig
Ergometer, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Ergometer, ein Gerät zu Messung einer Arbeitsleistung; ne. ergometer; Vw.: -; Hw.: - Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ergometer; Son.: vgl. frz. ergomètre, M., Ergometer; nnorw. ergometer, N., Ergometer; kymr. ergomedr, M., Ergometer; poln. ergometr, M., Ergometer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Messung der Arbeitsleistung von Muskeln; BM.: wirken, messen; F.: Ergometer, Ergometers, Ergometern+FW+EW; Z.: Erg-o-me-t-er
Ergonomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Ergonomie, Arbeitsmessungslehre, ein Teil der Arbeitswissenschaft; ne. ergonomics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. ergonomics; E.: s. ne. ergonomics, N., Ergonomie; neoklassische Bildung (vielleicht nach dem Vorbild von economics) zu gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ergonomie, fehlt DW, Duden s. u. Ergonomie; Son.: vgl. nndl. ergonomie, Sb., Ergonomie; frz. ergonomie, F., Ergonomie; nschw. ergonomi, Sb., Ergonomie; nnorw. ergonomi, M., Ergonomie; poln. ergonomia, F., Ergonomie; kymr. ergonomeg, F., Ergonomie; lit. ergonomika, F., Ergonomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Wissenschaft von den Leistungen und Belastungen von Menschen an einem Arbeitsplatz; BM.: wirken; F.: Ergonomie+FW+EW?; Z.: Erg-o-nom-ie
$ergonomisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. ergonomisch, Ergonomie betreffend; E.: s. Ergonom(ie), s. isch; L.: Ergonomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Ergonom(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Ergonomie betreffend oder angepasst; F.: ergonomisch, ergonomische, ergonomisches, ergonomischem, ergonomischen, ergonomischer(, ergonomischere, ergonomischeres, ergonomischerem, ergonomischeren, ergonomischerer, ergonomischst, ergonomischste, ergonomischstes, ergonomischstem, ergonomischsten, ergonomischster)+FW+EW; Z.: erg-o-nom-isch
ergötzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ergötzen, erfreuen, Freude haben, Vergnügen bereiten; ne. feast (V.), delight (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: s. mhd. ergetzen, sw. V., vergessen machen, entschädigen, vergüten; mnd. ergetten, sw. V., entschädigen, ergötzen, erfreuen; ahd. irgezzen*, sw. V. (1a), vergessen machen, entschädigen, trösten; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. gezzan, st. V. (5), erlangen, erreichen; germ. *getan, st. V., erreichen, erlangen; idg. gʰedʰ-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437; L.: Kluge 1. A. s. u. ergötzen, Kluge s. u. ergötzen, DW 3, 822 (ergetzen), EWD s. u. ergötzen, DW2 8, 1768, Duden s. u. ergötzen, Bluhme s. u. ergoetzen; GB.: (irgezzen) seit um 1000 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bezeichnung für erfreuen oder Freude haben oder Vergnügen bereiten; BM.: vergessen machen; F.: ergötzen, ergötze, ergötzt, ergötzest, ergötzet, ergötzte, ergötztest, ergötzten, ergötztet, ##ergötzt, ergötzte, ergötztes, ergötztem, ergötzten, ergötzter##, ergötzend, ###ergötzend, ergötzende, ergötzendes, ergötzendem, ergötzenden, ergötzender###, ergötz (!)+EW; Z.: er—götz-en
$ergötzlich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. ergötzlich, erfreulich, angenehm; E.: s. ergötz(en), s. lich; L.: DW 3, 822 (ergetzlich), EWD s. u. ergötzen, EWD s. u. ergötzen; F.: ergötzlich, ergötzliche, ergötzliches, ergötzlichem, ergötzlichen, ergötzlicher(, ergötzlichere, ergötzlicheres, ergötzlicherem, ergötzlicheren, ergötzlicherer, ergötzlichst, ergötzlichste, ergötzlichstes, ergötzlichstem, ergötzlichsten, ergötzlichster)+EW; Z.: er—götz—lich
$ergrauen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ergrauen, grau werden; E.: s. er, s. grau, s. en; L.: Kluge s. u. grau, DW 3, 827, EWD s. u. grau; GB.: (ergrāwen) um 1300 belegte und aus er und grau sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches grau werden; F.: ergrauen, ergraue, ergraust, ergraut, ergrauest, ergrauet, ergraute, ergrautest, ergrauten, ergrautet, ##ergraut, ergraute, ergrautes, ergrautem, ergrauten, ergrauter##, ergrauend, ###ergrauend, ergrauende, ergrauendes, ergrauendem, ergrauenden, ergrauender###, ergrau (!)+EW; Z.: er—grau-en
$ergreifen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. ergreifen, angreifen, anfassen, erfassen; E.: s. er, s. greifen; L.: Kluge s. u. greifen, DW 3, 827, EWD s. u. greifen; GB.: um 1000 belegte und aus er und greifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erfassen; F.: ergreifen, ergreife, ergreifst, ergreift, ergreifest, ergreifet, ergriff, ergriffst, ergriffen, ergrifft, ergriffest, ergriffet, ##ergriffen, ergriffene, ergriffenes, ergriffenem, ergriffenen, ergriffener##, ergreifend, ##ergreifend, ergreifende, ergreifendes, ergreifendem, ergreifenden, ergreifender###, ergreif+EW; Z.: er—greif-en
$ergriffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. ergriffen, erfasst, erregt; E.: s. ergreifen; L.: fehlt DW (s. ergreifen), EWD s. u. greifen; GB.: vor 1839 (?) belegte und von ergreifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erfasst oder erregt; F.: ergriffen, ergriffene, ergriffenes, ergriffenem, ergriffenen, ergriffener(, ergriffenere, ergriffeneres, ergriffenerem, ergriffeneren, ergriffenerer, ergriffenst, ergriffenste, ergriffenstes, ergriffenstem, ergriffensten, ergriffenster)+EW; Z.: Er-grif-f-en
$Ergriffenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ergriffenheit, Erfasstheit, Erregung; E.: s. ergriffen, s. heit; L.: DW 3, 829, EWD s. u. greifen; GB.: seit 1839 belegte und aus ergriffen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Erfasstheit oder Erregung; F.: Ergriffenheit, Ergriffenheiten+EW; Z.: Er—grif-f-en—hei-t
$ergrimmen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ergrimmen, erzürnen; E.: s. er, s. grimmen; L.: Kluge s. u. grimm, DW 3, 829, EWD s. u. Grimm; GB.: um 1280 belegte und aus er und grimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erzürnen; F.: ergrimmen, ergrimme, ergrimmst, ergrimmt, ergrimmest, ergrimmet, ergrimmte, ergrimmtest, ergrimmten, ergrimmtet, ##ergrimmt, ergrimmte, ergrimmtes, ergrimmtem, ergrimmten, ergrimmter##, ergrimmend, ###ergrimmend, ergrimmende, ergrimmendes, ergrimmendem, ergrimmenden, ergrimmender###, ergrimm(!)+EW; Z.: er—gri-m-m-en
$ergründen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ergründen, begründen, Grund ermitteln, erforschen, ermitteln; E.: s. er, s. gründen; L.: Kluge s. u. Grund, DW 3, 831, EWD s. u. Grund; GB.: um1000 (irgrunten*) belegte und aus er und gründen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches begründen oder Grund ermitteln; F.: ergründen, ergründe, ergründest, ergründet, ergründete, ergründetest, ergründeten, ergründetet, ##ergründet, ergründete, ergründetes, ergründetem, ergründeten, ergründeter##, ergründend, ###ergründend, ergründende, ergründendes, ergründendem, ergründenden, ergründender###, ergründ (!)+EW; Z.: er—grü-n-d-en
erhaben, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. erhaben, hochragend, hervortretend, hervorragend; ne. lofty, elevated; Vw.: -; Hw.: s. erheblich, heben; Q.: 1225-1230 (Barlaam und Josaphat des Rudolf von Ems); E.: mhd. erhaben (2), (Part. Prät.=)Adj., erhaben (Adj.); vgl. mhd. erheben, st. V., erheben, hochheben, aufheben; mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. heven, heben, st. V., heben, erheben, anfangen, sich erheben; ahd. heffen, heven, hefen*, st. V. (6), heben, aufheben, hochheben, nehmen, setzen, erheben; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. erhaben, Kluge s. u. erhaben, DW 3, 832, EWD s. u. erhaben, DW2 8, 1787, Duden s. u. erhaben; GB.: seit 1225-1230 belegte und aus erheben gebildete Bezeichnung für hervortretend oder hervorragend; BM.: heben; F.: erhaben, erhabene, erhabenes, erhabenem, erhabenen, erhabener(, erhabenere, erhabeneres, erhabenerem, erhabeneren, erhabenerer, erhabenste, erhabenstes, erhabenstem, erhabensten, erhabenster)+EW; Z.: er—hab-en
$Erhabenheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Erhabenheit, Großartigkeit, Erhebung; E.: s. erhaben, s. heit; L.: DW 3, 834, EWD s. u. erhaben, DW2 8, 1791; GB.: um 1300 belegte und aus erhaben und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Großartigkeit oder Erhebung; F.: Erhabenheit, Erhabenheiten+EW; Z.: Er—hab-en—hei-t
$erhalten, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. erhalten, unterhalten, bekommen; E.: s. er, s. halten; Vw.: s. aufrecht-; L.: Kluge s. u. halten, DW 3, 834, EWD s. u. halten; GB.: seit 1311 belegte und aus er und halten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unterhalten (V.) oder bekommen (V.); F.: erhalten, erhalte, erhältst, erhält, erhaltet, erhaltest, erhielt, erhieltest, erhieltst, erhielten, erhieltet, ##erhalten, erhaltene, erhaltenes, erhaltenem, erhaltenen, erhaltener##, erhaltend, ###erhaltend, erhaltende, erhaltendes, erhaltendem, erhaltenden, erhaltender###, erhalt (!)+EW; Z.: er—hal-t-en
$erhärten, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. erhärten, hart werden, hart machen; E.: s. er, s. härten; L.: Kluge s. u. hart, DW 3, 838; GB.: (irhartēn*) seit 863-871 belegte und aus er und härten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hart werden oder hart machen; F.: erhärten, erhärte, erhärtest, erhärtet, erhärtete, erhärtetest, erhärteten, erhärtetet, ##erhärtet, erhärtete, erhärtetes, erhärtetem, erhärteten, erhärteter##, erhärtend, ###erhärtend, erhärtende, erhärtendes, erhärtendem, erhärtenden, erhärtender###, erhärt (!)+ EW; Z.: er—här-t-en
$erheben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erheben, aufheben, erhöhen, beginnen; L.: Kluge s. u. erhaben, DW 3, 840, EWD s. u. heben; GB.: (irheffen*) um 765 belegte und aus er und heben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aufheben oder erhöhen oder beginnen; F.: erheben, erhebe, erhebst, erhebt, erhebest, erhebet, erhob, erhobst, erhoben, erhobt, erhub (!), erhubst (!), erhuben (!), erhubt (!), erhöbe, erhöbest, erhöben, erhöbet, ##erhoben, erhobene, erhobenes, erhobenem, erhobenen, erhobener##, erhübe (!), erhübest (!), erhüben (!), erhübet (!), erhebend, ###erhebend, erhebende, erhebendes, erhebendem, erhebenden, erhebender###, erheb (!)+EW; Z.: er—heb-en
erheblich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. erheblich, groß, beträchtlich, gewichtig; ne. considerable, substantial; Vw.: -; Hw.: s. erhaben; Q.: 1521; I.: Lsch. lat. relevans; E.: mnd. erhēvelīk, erhēflīk, Adj., erheblich, schwerwiegend; s. mhd. erheben, st. V., erheben, hochheben, aufheben; mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. heven, heben, st. V., heben, erheben, anfangen, sich erheben; ahd. heffen, heven, hefen*, st. V. (6), heben, aufheben, hochheben, nehmen, setzen, erheben; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. erheblich, EWD s. u. heben, DW 3, 846, DW2 8, 1810, Duden s. u. erheblich; GB.: seit 1521 belegte und vielleicht unter lat. Einfluss aus erheb(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches groß oder beträchtlich oder gewichtig; BM.: heben; F.: erheblich, erhebliche, erhebliches, erheblichem, erheblichen, erheblicher(, erheblichere, erheblicheres, erheblicherem, erheblicheren, erheblicherer, erheblichste, erheblichstes, erheblichstem, erheblichsten, erheblichster+)EW; Z.: er—heb-lich
$erheischen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. erheischen, erfragen, erforschen, erbitten; E.: s. er, s. heischen; L.: DW 3, 847, EWD s. u. heischen; GB.: (ireiskōn*) vor Ende 8. Jh. belegte und möglicherweise unter lat. Einfluss aus er und heischen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erfragen oder erforschen oder erbitten; F.: erheischen, erheische, erheischst, erheischt, erheischest, erheischet, erheischte, erheischtest, erheischten, erheischtet, ##erheischt, erheischte, erheischtes, erheischtem, erheischten, erheischter##, erheischend, ###erheischend, erheischende, erheischendes, erheischendem, erheischenden, erheischender###, erheisch (!)+EW; Z.: er—heisch-en
$erheitern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. erheitern, aufheitern, aufmuntern, belustigen; E.: s. er, s. heiter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. heiter, DW 3, 847, EWD s. u. heiter; GB.: seit 1508 belegte und aus er und heiter sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufheitern oder aufmuntern oder belustigen; F.: erheitern, erheitere, erheiter (!), erheiterst, erheitert, erheiterte, erheitertest, erheiterten, erheitertet, ##erheitert, erheiterte, erheitertes, erheitertem, erheiterten, erheiterter##, erheiternd, ###erheiternd, erheiterndes, erheiterndem, erheiternden, erheiternder###, erheiter (!)+EW; Z.: er—hei-t-er-n
$erhellen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erhellen, erschallen; E.: s. er, s. hellen; L.: Kluge s. u. hell, DW 3, 847, EWD s. u. hell; GB.: um 1180 belegte und aus er und hellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Schalles mögliches erschallen; F.: erhellen, erhelle, erhellst, erhellt, erhellest, erhellet, erhellte, erhelltest, erhellten, erhelltet, ##erhellt, erhellte, erhelltes, erhelltem, erhellten, erhellter##, erhellend, ###erhellend, erhellende, erhellendes, erhellendem, erhellenden, erhellender###, erhell (!)+EW; Z.: er—hel-l-en
$erhitzen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. erhitzen, heiß werden, heiß machen; E.: s. er, s. Hitz(e), s. en; L.: Kluge s. u. Hitze, DW 3, 849, EWD s. u. Hitze; GB.: um 1147 belegte und aus er und Hitz(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches heiß werden oder heiß machen; F.: erhitzen, erhitze, erhitzst (!), erhitzt, erhitzest, erhitzet, erhitzte, erhitztest, erhitzten, erhitztet, ##erhitzt, erhitzte, erhitztes, erhitztem, erhitzten, erhitzter##, erhitzend, ###erhitzend, erhitzende, erhitzendes, erhitzendem, erhitzenden, erhitzender###, erhitz (!)+EW; Z.: er—hi-tz-en
$erhoben, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. erhoben, nach oben gewölbt, erhöht; E.: s. erheben; L.: Kluge s. u. erhaben, DW 3, 851; GB.: seit um 1380 belegte und aus erheben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nach oben gewölbt oder erhöht; F.: erhoben, erhobene, erhobenes, erhobenem, erhobenen, erhobener+EW; Z.: er—hob-en
$erhöhen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erhöhen, preisen, errichten; E.: s. er, s. Höh(e), s. en; L.: Kluge s. u. hoch, DW 3, 851, EWD s. u. hoch; GB.: (irhōhen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. exaltare aus er und Höh(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches preisen oder errichten; F.: erhöhen, erhöhe, erhöhst, erhöht, erhöhest, erhöhet, erhöhte, erhöhtest, erhöhten, erhöhtet, ##erhöht, erhöhte, erhöhtes, erhöhtem, erhöhten, erhöhter##, erhöhend, ###erhöhend, erhöhende, erhöhendes, erhöhendem, erhöhenden, erhöhender###, erhöh (!)+EW; Z.: er—hö-h-en
$erholen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erholen, heranholen, erlangen, erfrischen; E.: s. er, s. holen; L.: Kluge s. u. erholen, DW 3, 853, EWD s. u. holen; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und holen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches heranholen oder erlangen oder erfrischen; F.: erholen, erhole, erholst, erholt, erholest, erholet, erholte, erholtest, erholten, erholtet, ##erholt, erholte, erholtes, erholtem, erholten, erholter##, erholend, ###erholend, erholende, erholendes, erholendem, erholenden, erholender###, erhol (!)+EW; Z.: er—hol-en
$Erholung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Erholung, Erfrischung, Wiederherstellung, Kräftigung; E.: s. erhol(en), s. ung; L.: DW 3, 855, EWD s. u. holen; GB.: seit 1251 belegte und aus erhol(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Erfrischung oder Wiederherstellung oder Kräftigung; F.: Erholung+EW; F.: Er—hol-ung
$erhören, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erhören, hören, vernehmen; E.: s. er, s. hören; L.: Kluge s. u. hören, DW 3, 855, EWD s. u. hören; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und wohl nach lat. exaudire aus er und hören gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Gehörs bei Lebewesen mögliches hören oder vernehmen; F.: erhören, erhöre, erhörst, erhört, erhörest, erhöret, erhörte, erhörtest, erhörten, erhörtet, ##erhört, erhörte, erhörtes, erhörtem, erhörten, erhörter##, erhörend, ###erhörend, erhörende, erhörendes, erhörendem, erhörenden, erhörender###, erhör (!)+EW; Z.: er—hö-r-en
$erhört, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. erhört; E.: s. erhör(en), s. t; L.: fehlt DW (s. erhören), s. erhören; F.: erhört, erhörte, erhörtes, erhörtem, erhörten, erhörter+EW; Z.: er-hö-r-t
…erich, ...rich, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. …erich, …rich; ne. ?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: mhd. …rīh, Suff., …rich; ahd. …rīh, Suff., …reich; aus dem Keltischen übernommen, vgl. kelt. *rīgs, M., König; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. -(e)rich; Son.: s. Enterich, Fähnrich, Heinrich, Knöterich, Wüterich; GB.: seit 10. Jh. (?) belegte und aus dem Keltischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für männliche Lebewesen; BM.: König bzw. richten; F.: ...erich, ...erichs, ...eriches, ...eriche, ...erichen+FW; Z.: -e-rich
…erie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. …erie; ne. …ry; Vw.: s. Artill-, Bigott-, Bijout-, Diphth-, Drap-, Drog-, Galant-, Gal-, Infant-, Kaross-, Kavall-, Kokett-, Konfis-, Lott-, Menag-, Patiss-, Pedant-, Pirat-, Prüd-, Raffin-, Tapiss-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. frz. …erie; E.: s. frz. …erie, Suff., …erie; lat. …eria, Suff., …erie; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …erie, Suff., …erie; nschw. …eri, Suff., …erie; nnorw. …eri, Suff., …erie; poln. …eria, Suff., …erie; nir. …éire, Suff., …erie; lit. …erija, Suff., …erie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ..erie, …erien+FW; Z.: er-ie
Erika, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Erika, Heide (F.) (2), Heidekraut; ne. erica, heather (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. erīcē; E.: s. lat. erīcē, F., Heide (F.) (2), Heidekraut, Erika, (23/24-79 n. Chr.); gr. ἐρείκη (ereíkē), F., Heide (F.) (2), Heidekraut, Erika; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 551; vielleicht aus einer Substratssprache, von einem *wereik-, *wroiko-; L.: Kluge s. u. Erika, EWD s. u. Erika, DW2 8, 1839, Duden s. u. Erika; Son.: vgl. nndl. erica, Sb., Erika, Heidekraut; air. froich, Sb., Erika, Heidekraut; kymr. grug, M., Erika, Heidekraut; ? balt. *wer(g)?; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und möglicherweise aus einer Substratsprache aufgenommene Bezeichnung für eine zu der Familie der Heidekrautgewächse gehörende schon vormenschliche Pflanze mit rosa-violetten kleinen Blüten; BM.: ?; F.: Erika, Erikas, Eriken+FW+EW; Z.: Erik-a
…erin, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. …erin; ne. …er; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …ærinne, Suff., …erin; mnd. …ærinne, Suff., …erin; ahd. ...ārin, ...era, ...āra, Suff., ...erin; anfrk. ...inna, Suff., ...erin; s. nhd. ...er; L.: Duden s. u. -erin; Son.: lat. …āria, F., …erin; GB.: vielleicht seit 8. Jh.) belegte und aus er und in gebildete Bezeichnung einer in einem bestimmten Bereich tätigen Frau wie beispielsweise Bäckerin; F.: ...erin, ...erinnen+EW; Z.: -er-in
erinnern, nhd., sw. V. (14. Jh.?): nhd. erinnern, in dem Gedächtnis behalten, hinweisen; ne. remember, remind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. mhd. erinneren*, erinnern, sw. V., erinnern; mnd. erinneren, sw. V., jemanden erinnern, in das Gedächtnis zurückrufen, mahnen; mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. erinnern, Kluge s. u. erinnern, DW 3, 858, EWD s. u. erinnern, DW2 8, 1893, Duden s. u. erinnern; Son.: vgl. nndl. herinneren, V., erinnern; nschw. erinra, Sb., erinnern; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus er und in gebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für sachlich jedenfalls seit Entstehung des Menschen mögliches in dem Gedächtnis behalten (und sich dessen wieder bewusst werden); BM.: in; F.: erinnern, erinner (!), erinnerst, erinnert, erinnerest (!), erinnerte, erinnertest, erinnerten, erinnertet, ##erinnert, erinnerte, erinnertes, erinnertem, erinnerten, erinnerter##, erinnernd, ###erinnernd, erinnernde, erinnerndes, erinnerndem, erinnernden, erinnernder###, erinner (!)+EW; Z.: er—in-n-er-n
$Erinnerung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Erinnerung, Gedächtnis, Aufforderung; E.: s. erinner(n), s. ung; L.: Kluge s. u. erinnern, DW 3, 860, EWD s. u. erinnern; GB.: seit 1430 belegte und aus erinner(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches Gedächtnis oder eine Aufforderung; F.: Erinnerung, Erinnerungen+EW; Z.: Er—in—n-er-ung
$erkalten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erkalten, kalt werden; E.: s. er, s. kalt, s. en; L.: Kluge s. u. kalt, DW 3, 862, EWD s. u. kalt; GB.: um 830 belegte und aus er und kalt sowie en belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Temperatur mögliches kalt werden; F.: erkalten, erkalte, erkaltest, erkaltet, erkaltete, erkaltetest, erkalteten, erkaltetet, ##erkaltet, erkaltete, erkaltetes, erkaltetem, erkalteten, erkalteter##, erkaltend, ###erkaltend, erkaltende, erkaltendes, erkaltendem, erkaltenden, erkaltender###, erkalt (!)+EW; Z.: er—kal-t-en
$erkälten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. erkälten, verkühlen, frieren lassen, krank werden, krank machen; E.: s. er, s. kalt, s. en; L.: DW 3, 863, EWD s. u. kalt; GB.: (erkelten) vielleicht um 1300 belegte und aus er und kalt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verkühlen oder frieren lassen oder durch Senken der Körpertemperatur krank werden oder krank machen; F.: erkälten, erkälte, erkältest, erkältet, erkältete, erkältetest, erkälteten, erkältetet, ##erkältet, erkältete, erkältetes, erkältetem, erkälteten, erkälteter##, erkältend, ###erkältend, erkältende, erkältendes, erkältendem, erkältenden, erkältender###, erkält (!)+EW; Z.: er—käl-t-en
$Erkältung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Erkältung, Verkühlung; E.: s. erkält(en), s. ung; L.: DW 3, 863, EWD s. u. kalt; GB.: um 1500 belegte und aus erkält(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Verkühlung; F.: Erkältung, Erkältungen+EW; Z.: Er—käl-t-ung
$erkennen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erkennen, wahrnehmen, verstehen, begreifen; Vw.: s. an-; E.: s. er, s. kennen; L.: Kluge s. u. erkennen, DW 3, 866, EWD s. u. erkennen; GB.: (irkennen*) seit um 765 belegte und aus er und kennen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wahrnehmen oder verstehen oder begreifen; F.: erkennen, erkenne, erkennst, erkennt, erkennest, erkennet, erkannte, erkanntest, erkannten, erkanntet, erkennte, erkenntest, erkennten, erkenntet, ##erkannt, erkannte, erkanntes, erkanntem, erkannten, erkannter##, erkennend, ###erkennend, erkennende, erkennendes, erkennendem, erkennenden, erkennender###, erkenn (!)+EW; Z.: er—ken-n-en
$erkenntlich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. erkenntlich, erkennbar, offensichtlich, deutlich, dankbar; E.: s. erkenn(en), s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. erkenntlich, DW 3, 869, EWD s. u. erkennen; GB.: seit 1228 belegte und aus erkenn(en) und t sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches erkennbar oder offensichtlich oder deutlich oder dankbar; F.: erkenntlich, erkenntliche, erkenntliches, erkenntlichem, erkenntlichen, erkenntlicher(, erkenntlichere, erkenntlicheres, erkenntlicherem, erkenntlicheren, erkenntlicherer, erkenntlichst, erkenntlichste, erkenntlichstes, erkenntlichstem, erkenntlichsten, erkenntlichster)+EW; Z.: er—ken-n-t—lich
$Erkenntlichkeit, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Erkenntlichkeit, Erkennbarkeit, Dankbarkeit, Geschenk; E.: s. erkenntlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. erkennen; E.: seit 1419 belegte und aus erkenntlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Erkennbarkeit oder Dankbarkeit; F.: Erkenntlichkeit, Erkenntlichkeiten+EW; Z.: Er—ken-n-t—lich—kei-t
$Erkenntnis, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Erkenntnis, Kenntnis, Einsicht, Urteil; E.: s. erkenn(en), s. t, s. nis; L.: Kluge s. u. erkennen, DW 3, 869, EWD s. u. erkennen; GB.: (mhd. erkantnisse) seit um 1150 belegte und aus erkenn(en) und t sowie nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Kenntnis oder Einsicht oder Urteil; F.: Erkenntnis, Erkenntnisse+EW; Z.: Er—ken-n-t-nis
$Erkennung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Erkennung, Erkenntnis, Wissen, Einsicht; Vw.: s. An-; E.: s. erkenn(en), s. ung; L.: DW 3, 871, DW2 8, 1873; GB.: seit 1172 belegte und aus erkenn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Erkenntnis oder Wissen oder Einsicht; F.: Erkennung, Erkennungen+EW; Z.: Er—ken-n-ung
Erker, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Erker, geschlossener und mit Fenstern versehener Vorbau an rinrm Gebäude; ne. oriel, bay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. ärker, ärkēr, erker, erkēr, erkāre, erger, st. M., Erker, Vorbau, Mauervorsprung, Schießscharte; mnd. arkener, M., Erker, Brustwehr, Stadtmauer; mnd. erkener, M., Erker; nordfrz. arquiere, Sb., Schießscharte; frührom. *arcuārium, N., Schießscharte; vgl. lat. arcus, M., Bogen; idg. *arku-, Sb., Gebogener, Pokorny 67 (109/109) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Erker, Kluge s. u. Erker, DW 3, 871, EWD s. u. Erker, DW2 8, 1876, Duden s. u. Erker, Bluhme s. u. Erker; Son.: vgl. nndl. erker, Sb., Erker; lit. erkeris, M., Erker; GB.: seit 1187/1189 belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Nordfranzösischen und dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen geschlossenen und mit Fenstern versehenen Vorbau an einem Gebäude; BM.: Bogen; F.: Erker, Erkers, Erkern+FW+EW; Z.: Erk-er
$erkiesen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erkiesen, auswählen; E.: s. er, s. kiesen; L.: DW 3, 872, EWD s. u. Kür; GB.: (irkiosan) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus er und kiesen (wählen) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches auswählen; F.: erkiesen, erkiese, erkiest, erkiesest, erkor, erkorst (!), erkoren, erkort, erkoren, ##erkoren, erkorene, erkorenes, erkorenem, erkorenen, erkorener##, erkiesend, ###erkiesend, erkiesende, erkiesendes, erkiesendem, erkiesenden, erkiesender###, erkies (!)+EW; Z.: er—kies-en
$erklären, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. erklären, verständlich machen, begründen, äußern; E.: s. erklären; L.: DW 3, 875, EWD s. u. klar, DW2 8, 1880; GB.: seit 1289 belegte und aus er und klären gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verständlich machen oder begründen oder äußern; F.: erklären, erkläre, erklärest, erklärst, erklärt, erklärte, erklärtest, erklärten, erklärtet, ##erkläret, erklärte, erklärtes, erklärtem, erklärten, erkläretr##, erklärend, ###erklärend, erklärende, erklärendes, erklärendem, erklärenden, erklärender, erklär (!)###+EW+FW; Z.: er—klä-r-en
$Erklärung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Erklärung, Klarstellung, Erläuterung, Begründung, Darlegung, Äußerung; Vw.: s. Kriegs-, Liebes-(, Willens-); E.: s. erklär(en), s. ung; L.: DW 3, 876, EWD s. u. klar; GB.: seit 1474 belegte und aus erklär(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Klarstellung oder Erläuterung oder Begründung oder Darlegung oder Äußerung; F.: Erklärung, Erklärungen+EW+FW; Z.: Er—klä-r-ung
erklecklich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. erklecklich, beträchtlich, genügend, ausreichend, stattlich, ziemlich viel; ne. considerable; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. nhd. er…, klecken, …lich; L.: Kluge s. u. erklecklich, DW 3, 877, EWD s. u. kleckern, DW2 8, 1890, Duden s. u. erklecklich; GB.: vielleicht seit 1454 belegte und aus er und kleck(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches beträchtlich oder genügend oder ausreichend oder stattlich oder ziemlich viel; BM.: bersten?; F.: erklecklich, erkleckliche, erkleckliches, erklecklichem, erklecklichen, erklecklicher(, erklecklichere, erklecklicheres, erklecklicherem, erklecklicheren, erklecklicherer, erklecklichste, erklecklichstes, erklecklichstem, erklecklichsten, erklecklichster)+EW; Z.: er-kleck-lich
$erklimmen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. erklimmen, erklettern, ersteigen; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: s. er, s. klimmen; L.: DW 3, 877, EWD s. u. klimmen, DW2 8, 1892; GB.: um 1340 belegte und aus er und klimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erklettern oder ersteigen; F.: erklimmen, erklimme, erklimmst, erklimmt, erklimmest, erklimmt, erklimmet, erklimmte, erklimmtest, erklimmten, erklimmtet, erklomm, erklommst, erklommen, erklommt, ##erklimmt, erklimmte, erklimmtes, erklimmtem, erklimmten, erklimmter##, erklimmend, ###erklimmend, erklimmende, erklimmendes, erklimmendem, erklimmenden, erklimmender###, erklimm (!)+EW; Z.: er—kli-mm-en
$erklingen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. erklingen, zu klingen beginnen, ertönen; E.: s. er, s. klingen; L.: Kluge s. u. klingen, DW 3, 877, EWD s. u. klingen; GB.: um 1172 belegte und aus er und klingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zu klingen beginnen oder ertönen; F.: erklingen, erklinge, erklingst, erklingt, erklingest, erklinget, erklang, erklangst, erklangen, erklangt, erklänge, erklängest, erklängen, erklänget, erklungen, ##erklungen, erklungene, erklungenes, erklungenem, erklungenen, erklungener##, erklingend, ###erklingend, erklingende, erklingendes, erklingendem, erklingenden, erklingender###, erkling (!)+EW; Z.: er—kli-ng-en
$erkoren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. erkoren, erwählt, ausgesucht; Vw.: s. aus-; E.: s. erkiesen; L.: Kluge s. u. kiesen, DW 3, 879, EWD s. u. Kür; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus erkiesen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches erwählt oder ausgesucht; F.: erkoren, erkorene, erkorenes, erkorenem, erkorenen, erkorener+EW; Z.: er—kor-en
$erkranken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erkranken, krank werden, schwach werden; E.: s. er, s. krank, s. en; L.: DW 3, 880, EWD s. u. krank; GB.: seit 1518 belegte und aus er und krank sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches krank werden oder schwach werden; F.: erkranken, erkranke, erkrankst, erkrankt, erkrankest, erkranket, erkrankte, erkranktest, erkrankten, erkranktet, erkrankte, ##erkrankte, erkranktes, erkranktem, erkrankten, erkrankter##, erkrankend, ###erkrankend, erkrankende, erkrankendes, erkrankendem, erkrankenden, erkrankender###, erkrank (!)+EW; Z.: er—kra-nk-en
$erkünstelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. erkünstelt, vorgetäuscht; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kunst; GB.: seit 18. Jh. (?) belegte und aus erkünstel(n) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vorgetäuscht; F.: erkünstelt, erkünstelte, erkünsteltes, erkünsteltem, erkünstelten, erkünstelter(, erkünsteltere, erkünstelteres, erkünstelterem, erkünstelteren, erkünstelterer, erkünsteltest, erkünstelteste, erkünsteltestes, erkünsteltestem, erkünsteltesten, erkünsteltester)+EW; Z.: er—kün-st-el-t
…erl, nhd., Suff., (17. Jh.?): nhd. ...erl; ne. small …, little …; Vw.: s. Buss-, Flitsch-, Gig-, Mart-, Schmank-, Schnaderhüpf-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. germ. *-arila-, *-arilaz, Suff.-, …erl; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Anzeige einer Verkleinerungsform verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …erl, …erls, …erln+EW; Z.: -erl
$erlangen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. erlangen, erhalten (V.), bekommen (V.); E.: s. er, s. langen, s. lang; L.: Kluge s. u. erlangen, DW 3, 887, EWD s. u. lang; GB.: seit 1062 belegte und aus er und langen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erhalten (V.) oder bekommen (V.); F.: erlangen, erlange, erlangst, erlangt, erlangest, erlanget, erlangte, erlangtest, erlangten, erlangtet, ##erlangt, erlangte, erlangtes, erlangtem, erlangten, erlangter##, erlangend, ###erlangend, erlangende, erlangendes, erlangendem, erlangenden, erlangender###, erlang (!)+EW; Z.: er—la-ng-en
$Erlass, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Erlass, Auslass. Freigabe, Verfügung, Anordnung; E.: s. erlass(en); L.: DW 3, 890 (Erlasz), EWD s. u. lassen; GB.: seit 1654 belegte und aus erlass(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für Auslass oder Freigabe oder Verfügung oder Anordnung; F.: Erlass, Erlasses, Erlässe, Erlässen+EW; Z.: Er—la-ss
$erlassen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. erlassen, auslassen, befreien, erlösen, entbinden; L.: Kluge s. u. erlassen, DW 3, 889, EWD s. u. lassen; GB.: seit um 800 belegte und aus er und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches auslassen oder befreien oder erlösen oder entbinden; F.: erlassen, erlasse, erlässt, erlasst, erlassest, erlasset, erließ, erließest, erließt, erließen, erließet, ##erlassen, erlassene, erlassenes, erlassenem, erlassenen, erlassener##, erlassend, ###erlasssend, erlassende, erlassendes, erlassendem, erlassenden, erlassender###, erlass (!)+EW; Z.: er—la-ss-en
erlauben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erlauben, lassen, zulassen, gestatten; ne. allow, permit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. erlouben, irlouben, relouben, sw. V., erlauben, gestatten, zugestehen, entlassen (V.), sich entschlagen, aufgeben, Urlaub geben; mnd. erlȫven, sw. V., erlauben, gestatten, einräumen; ahd. irlouben*, sw. V. (1a), erlauben, nachgeben, gestatten; as. -; anfrk. -; germ. *uzlaubjan, sw. V., erlauben, Kluge s. v. erlauben; vgl. idg. leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. erlauben, Kluge s. u. erlauben, EWD s. u. erlauben, DW 3, 891, DW2 8, 1920, EWAhd 5, 1459, Duden s. u. erlauben, Bluhme s. u. erlauben; Son.: vgl. afries. -; ae. ālíefan, ālȳfan, ālīfan, sw. V. (1), erlauben, gewähren, übergeben (V.); an. -; got. uslaubjan, sw. V. (1), erlauben; lett. l̨aũt, V., erlauben, gestatten, zulassen, einräumen; lit. liáuti(s), V., aufhören; kleinruss. livyty, V., ‛nachgeben, nachlassen; GB.: (irlouben) vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lassen oder zulassen oder gestatten; BM.: begehren; F.: erlauben, erlaube, erlaubst, erlaubt, erlaubest, erlaubet, erlaubte, erlaubtest, erlaubten, erlaubtet, ##erlaubt, erlaubte, erlaubtes, erlaubtem, erlaubten, erlaubter##, erlaubend, ###erlaubend, erlaubende, erlaubendes, erlaubendem, erlaubenden, erlaubender###, erlaub (!)+EW; Z.: er-laub-en
$Erlaubnis, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Erlaubnis, Gestattung, Bewilligung, Genehmigung; E.: s. erlaub(en), s. nis; L.: Kluge s. u. erlauben, DW3, 891, EWD s. u. erlauben; GB.: seit 1303 belegte und aus erlaub(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Gestattung oder Bewilligung oder Genehmigung; F.: Erlaubnis, Erlaubnisse, Erlaubnissen+EW; Z.: Er-laub-n-is
erlaucht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. erleuchtet, erlaucht, herausragend, überstrahlend, adelig; ne. noble (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); I.: Lbd. lat. illustris; E.: mhd. erlūcht, erlūchet*, erliuhtet*, (Part. Prät.=)Adj., erleuchtet, erlaucht; mnd. erlüchtet, (Part. Prät.=)Adj., erlaucht, durchläuchtigt; vgl. mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. liuhten, sw. V., leuchten, lichten (V.) (1); ahd. liuhten, sw. V. (1a), leuchten, funkeln, strahlen, scheinen, Licht ausstrahlen, Helligkeit ausstrahlen; germ. *leuhtjan, sw. V., leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. erlaucht, Kluge s. u. erlaucht, DW 3, 892, EWD s. u. erlaucht, DW2 8, 1925, Duden s. u. erlaucht; GB.: seit um 1300 belegte und aus erleuchten gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Können oder Wissen herausragend und andere überstrahlend; BM.: herausleuchten bzw. überstrahlen; F.: erlaucht, erlauchte, erlauchtes, erlauchtem, erlauchten, erlauchter(, erlauchtere, erlauchteres, erlauchterem, erlauchteren, erlauchterer, erlauchteste, erlauchtestes, erlauchtestem, erlauchtesten, erlauchtester)+EW; Z.: er-lauch-t
$Erlaucht, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Erlaucht; E.: s. erlaucht; L.: DW 3, 892, EWD s. u. erlaucht; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und von erlaucht gebildete Bezeichnung für die Anrede eines Adeligen in dem Heiligen Römischen Reich; F.: Erlauchte, Erlauchte+EW; Z.: Er—lauch-t
$erläutern, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. erläutern, erklären, verdeutlichen, hell machen; E.: s. er, s. läutern; L.: Kluge s. u. erläutern, EWD s. u. lauter; GB.: seit um 1000 belegte und aus er und läutern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erklären oder verdeutlichen oder hell machen; F.: erläutern, erläutere, erläuter (!), erläuterst, erläutert, erläuterte, erläutertest, erläuterten, erläutertet, ##erläutert, erläuterte, erläutertes, erläutertem, erläuterten, erläuterter##, erläuternd, ##erläuternd, erläuterndes, erläuterndem, erläuternden, erläuternder###, erläuter (!)+EW; Z.: er—läu-t-er-n
Erle, Eller, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Erle, Erlenbaum; ne. alder-tree; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. erle, erl, sw. F., st. F., Erle; mnd. eller, F., Erle; mnd. ellern, F., Erle; mnd. alre, aller, F., Erle; ahd. erila*, elira, st. F. (ō), Erle; as. elira*, st. F. (ō), Erle; as. alerie?, F., Erle; as. *ėlis?, st. F., st. M. (i?), Erle; anfrk. -; germ. *aliza-, *alizaz, st. M. (a), Erle; germ. *alizō, st. F. (ō), Erle; germ. *aluza-, *aluzaz, st. M. (a), Erle; vgl. idg. *el-, Sb., Erle, Ulme, Wacholder, Pokorny 302; idg. *el- (1), *ol-, *ₑl-, Adj., rot, braun, Pokorny 302 (445/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Erle, Kluge s. u. Erle, DW 3, 894, EWD s. u. Erle, DW2 8, 1931, EWAhd 2, 1049, Duden s. u. Erle, Falk/Torp 2, Falk/Torp 26, Bluhme s. u. Erle; Son.: vgl. afries. -; ae. alor, st. M. (a), Erle; ae. ėllern, ėllen (2), st. N. (a), Erle, Holunder; an. elri, N., Erle; an. alri, N., Erle; got. *alisi?, st. F. (jō), Erle; got. *alisō?, sw. F. (n), Erle; got. *aliza, *alisa, st. F. (ō), Erle; nndl. els, Sb., Erle; nschw. al, Sb., Erle; lat. alnus, F., Erle, Schwarzerle; lit. al̃ksnis, M., Erle; lett. èlksnis, M., Erle; russ. ольха (ólechá), F., Erle; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen besonders an feuchten Stellen wachsenden Baum oder Strauch mit rundlichen und an dem Rande leicht gelappten oder gesägten Blättern mit Blüten in Kätzchen und rundlichen verholzenden Fruchtzapfen; BM.: rot; F.: Erle, Erlen, Eller, Ellern+EW; Z.: E-r-l-e
$erleben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. erleben, durchleben; E.: s. er, s. leben; L.: Kluge s. u. leben, DW 3, 894, EWD s. u. leben; GB.: seit erste Hälfte 13. Jh. belegte und aus er und leben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches durchleben; F.: erleben, erlebe, erlebst, erlebt, erlebest, erlebet, erlebte, erlebtest, erlebten, erlebtet, ##erlebt, erlebte, erlebtes, erlebtem, erlebten, erlebter##, erlebend, ###erlebend, erlebende, erlebendes, erlebendem, erlebenden, erlebender###, erleb (!)+EW; Z.: er—le-b-en
$Erlebnis, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Erlebnis, Ereignis, Geschehnis; E.: s. erleb(en), s. nis; L.: DW 3, 895, EWD s. u. leben; GB.: seit 1814 belegte und aus erleb(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches Ereignis oder Geschehnis in einem Leben; F.: Erlebnis, Erlebnisses, Erlebnisse, Erlebnissen+EW; Z.: Er—leb-nis
erledigen, nhd., V., (11. Jh.?): nhd. erledigen, zu Ende bringen, umbringen; ne. settle (V.), handle (V.); Vw.: -; Hw.: s. ledig; E.: mhd. erledigen, irledigen, erledegen, irledegen, sw. V., erledigen, auslösen, ablösen, erlösen, freimachen, befreien, freisetzen; mnd. erleddigen, sw. V., ledig machen, frei lassen, freisprechen; mnl. erledingen, sw. V., erledigen; vgl. mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. ledigen, sw. V., erledigen, befreien, befreien von, frei machen; mhd. ledic, ledec, Adj., ledig, frei, befreit, entbunden, entbunden von; germ. *liþuga-, *liþugaz, Adj., biegsam, frei, ledig; s. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. erledigen, DW 3, 896, ledig, EWD s. u. ledig, DW2 8, 1936, Duden s. u. erledigen; GB.: um 1100 belegte und aus er und ledig sowie en gebildete und in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas zu Ende bringen oder umbringen; BM.: frei machen; F.: erledigen, erledige, erledigst, erledigt, erledigest, erlediget, erledigte, erledigtest, erledigten, erledigtet, ##erledigt, erledigte, erledigtes, erledigtem, erledigten, erledigter##, erledigend, ###erledigend, erledigende, erledigendes, erledigendem, erledigenden, erledigender###, erledig (!)+EW; Z.: er—le-d-ig-en
$erlegen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. erlegen, auferlegen, entrichten, vernichten; E.: s. er, s. legen; L.: Kluge s. u. erlegen, legen, DW 3, 897, EWD s. u. legen; GB.: seit um 1000 belegte und aus er und legen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erlegen machen oder auferlegen oder entrichten oder vernichten; F.: erlegen, erlege, erlegst, erlegt, erlegest, erleget, erlegte, erlegtest, erlegten, erlegtet, ##erlegt, erlegte, erlegtes, erlegtem, erlegten, erlegter##, erlegend, ###erlegend, erlegende, erlegendes, erlegendem, erlegenden, erlegender###, erleg (!)+EW; Z.: er—leg-en
$erleichtern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. erleichtern, leichter machen; E.: s. er, s. leicht, s. er, s. (e)n; L.: DW 3, 898, EWD s. u. leicht; GB.: (irlīhtirōn*) seit 13. Jh. belegte und aus er und leicht sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leichter machen; F.: erleichtern, erleichtere, erleichter (!), erleichterst, erleichtert, erleichterte, erleichtertest, erleichterten, erleichtertet, erleichtert, ##erleichtert, erleichterte, erleichtertes, erleichtertem, erleichterten, erleichterter##, erleichternd, ###erleichternd, erleichterndes, erleichterndem, erleichternden, erleichternder###, erleichter (!)+EW; Z.: er—leich-t-er-n
$erleiden, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. erleiden, ertragen (V.), erfahren (V.); E.: s. er, s. leiden; L.: Kluge s. u. Leid, DW 3, 899, EWD s. u. leiden; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und leiden gebildete Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlich mögliches ertragen (V.) oder erfahren (V.); F.: erleiden, erleide, erleidest, erleidet, erlitt, erlittest, erlittst (!), erlitten, erlittet, ##erlitten, erlittene, erlittenes, erlittenem, erlittenen, erlittener##, erleidend, ###erleidend, erleidende, erleidendes, erleidendem, erleidenden, erleidender###, erleid (!)+EW; Z.: er—lei-d-en
$erlesen (1), nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. erlesen (V.), auslesen, auswählen; E.: s. er, s. lesen; L.: Kluge s. u. lesen, DW 3, 902, EWD s. u. lesen; GB.: um 830 belegte und aus er und lesen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auslesen oder auswählen; F.: erlesen, erlese, erles (!), erliest, erlest, erlesest, erleset, erlas (!), erlast (!), erlasest, erlasen, erlaset, erläse, erläsest, erläsen, erläset, ##erlesen, erlesene, erlesenes, erlesenem, erlesenen, erlesener##, erlesend, ###erlesend, erlesende, erlesendes, erlesendem, erlesenden, erlesender###, erlies (!)+EW; Z.: er—les-en
$erlesen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. erlesen, ausgewählt, ausgesucht, ausgezeichnet; E.: s. erlesen (V.); L.: EWD s. u. lesen; GB.: seit 1519 belegte und aus erlesen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausgewählt oder ausgesucht oder ausgezeichnet; F.: erlesen, erlesene, erlesenes, erlesenem, erlesenen, erlesener(, erlesenere, erleseneres, erlesenerem, erleseneren, erlesenerer, erlesenst, erlesenste, erlesenstes, erlesenstem, erlesensten, erlesenster)+EW; Z.: er—les-en
$erleuchten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. erleuchten, hell machen; E.: s. er, s. leuchten; L.: Kluge s. leuchten, DW 3, 903, EWD s. u. leuchten; GB.: (irliohten*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. illuminare aus er und leuchten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches hell machen; F.: erleuchten, erleuchte, erleuchtest, erleuchtet, erleuchtete, erleuchtetest, erleuchteten, erleuchtetet, ##erleuchtet, erleuchtete, erleuchtetes, erleuchtetem, erleuchteten, erleuchteten##, erleuchteter, ##erleuchteter, erleuchtend, erleuchtende, erleuchtendes, erleuchtendem, erleuchtenden, erleuchtender###, erleucht (!)+EW; Z.: er—leuch-t-en
$Erleuchtung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Erleuchtung, Erhellung; E.: s. erleucht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. leuchten, DW 3, 904, EWD s. u. leuchten; GB.: seit um 1170 belegte und aus erleucht(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Erhellung; F.: Erleuchtung, Erleuchtungen+EW; Z.: Er—leuch-t-ung
$erliegen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erliegen, ermatten, sterben; E.: s. er, s. liegen; L.: Kluge s. u. erliegen, DW 3, 905; GB.: (irliggen*) vielleicht nach 765 belegte und aus er und liegen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ermatten oder sterben; F.: erliegen, erliege, erliegst, erliegt, erliegest, erlieget, erlag, erlagst, erlagen, erlagt, erläge, erlägest, erlägen, erläget, erlegen, ##erlegen, erlegene, erlegenes, erlegenem, erlegenen, erlegener##, erliegend, ###erliegend, erliegende, erliegendes, erliegendem, erliegenden, erliegender###, erlieg (!)+EW; Z.: er—lieg-en
Erlkönig, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Erlkönig, Elfenkönig; ne. erlking; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778 (Herder); E.: von nd. ellerkonge, ellekonge, M., Erlkönig; dän. ellekonge, M., Elfenkönig; an. alfr, st. M. (a?, i?), Alb, Elf; germ. *alba-, *albaz, st. M. (a), *albi-, *albiz, st. M. (i), Alb, Elfe; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); Hinterglied s. nhd. König; L.: Kluge s. u. Erlkönig, DW 3, 906, EWD s. u. Erle, DW2 8, 1964, Duden s. u. Erlkönig; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Niederdeutschen und dem Nordischen aufgenommene sowie aus Erl(e) (Elfe) und en (Suff.) und König gebildete Bezeichnung für eine weiße märchenhafte Sagengestalt in der Vorstellung von Menschen; BM.: weiß, Familie; F.: Erlkönig, Erlkönigs, Erlkönige, Erlkönigen+FW; Z.: E-r-l—kön-ig
$erlogen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (10. Jh.?): nhd. erlogen, erdichtet, vorgetäuscht; E.: s. erlügen; L.: Kluge s. u. lügen, DW 3, 906 (Verweis auf erlügen); GB.: vielleicht seit 1000 belegte und aus erlügen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erdichtet oder vorgetäuscht; F.: erlogen, erlogene, erlogenes, erlogenem, erlogenen, erlogener+EW; Z.: er—log-en
$Erlös, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Erlös, Einnahme, Einkunft; E.: s. erlös(en); GB.: seit 1763 belegte und aus erlös(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Geld mögliche Einnahme oder Einkunft für eine Leistung; L.: DW 3, 906, EWD s. u. lösen; F.: Erlös, Erlöses, Erlöse, Erlösen+EW; Z.: Er—lö-s
$erlöschen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erlöschen, auslöschen, ersticken; L.: DW 3, 906, EWD s. u. löschen 1; F.: erlöschen, erlösche, erlöschst, erlöscht, erlöschest, erlöschet, erlöschte, erlöschtest, erlöschten, erlöschtet, ##erlöscht, erlöschte, erlöschtes, erlöschtem, erlöschten, erlöschter##, erlöschend, ###erlöschend, erlöschende, erlöschendes, erlöschendem, erlöschenden, erlöschender###, erlösch (!)+EW; Z.: er—lösch-en
$erlösen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erlösen, auslösen, befreien; E.: s. er, s. lösen; L.: DW 3, 906, EWD s. u. lösen; GB.: seit um 765 belegte und aus er und lösen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auslösen; F.: erlösen, erlöse, erlösst (!), erlöst, erlösest, erlöset, erlöste, erlöstest, erlösten, erlöstet, ##erlöst, erlöste, erlöstes, erlöstem, erlösten, erlöster##, erlösend, ###erlösend, erlösende, erlösendes, erlösendem, erlösenden, erlösender###, erlös (!)+EW; Z.: er—lö-s-en
$Erlöser, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Erlöser, Erretter, Befreier; E.: s. erlös(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 907, EWD s. u. lösen; GB.: (irlōsāri) seit Ende 8. Jh. belegte und wohl nach lat. redemptor gebildete Bezeichnung für einen nach christlicher Vorstellung möglichen Erretter oder Befreier der Menschen von ihrer seit dem so genannten Sündenfall angenommenen Sündhaftigkeit; F.: Erlöser, Erlösers, Erlösern+EW; Z.: Er—lö-s-er
$Erlösung, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Erlösung, Errettung, Befreiung; E.: s. erlös(en), s. ung; L.: DW 3, 907, EWD s. u. lösen; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus erlös(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine nach christlicher Vorstellung mögliche Errettung der Menschen von ihrer seit dem so genannten Sündenfall angenommenen Sündhaftigkeit; F.: Erlösung, Erlösungen+EW; Z.: Er—lö-s-ung
$ermahnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ermahnen, mahnen, erinnern, hinweisen; E.: s. er, s. mahnen; L.: Kluge s. u. mahnen, DW 3, 909, EWD s. u. mahnen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht aus er und mahnen nach lat. admonere gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erinnern oder hinweisen; F.: ermahnen, ermahne, ermahnst, ermahnt, ermahnest, ermahnet, ermahnte, ermahntest, ermahnten, ermahntet, ##ermahnt, ermahnte, ermahntes, ermahntem, ermahnten, ermahnter##, ermahnend, ###ermahnend, ermahnende, ermahnendes, ermahnendem, ermahnenden, ermahnender###, ermahn (!)+EW; Z.: er—mahn-en
$ermangeln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. ermangeln, mangeln, entbehren, fehlen; E.: s. er, s. mangeln; L.: Kluge s. u. mangeln, DW 3, 911; GB.: seit 1264 belegte und aus er und mangeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mangeln oder entbehren oder fehlen; F.: ermangeln, ermangel (!), ermangle, ermangele, ermangelst, ermangelt, ermangelte, ermangeltest, ermangelten, ermangeltet, ##ermangelt, ermangelte, ermangeltes, ermangeltem, ermangelten, ermangelter##, ermangelnd, ###ermangelnd, ermangelnde, ermangelndes, ermangelndem, ermangelnden, ermangelnder###, ermangel (!)+FW; Z.: er—man-g-el-n
$ermannen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ermannen, Mann sein (V.), Mut fassen; E.: s. er, s. mannen; L.: Kluge s. u. Mann, DW 3, 912, EWD s. u. Mann; GB.: seit um 1200 belegte und aus er und Mann sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Mann sein (V.) oder Mut fassen; F.: ermannen, ermanne, ermannst, ermannt, ermannest, ermannet, ermannte, ermanntest, ermannten, ermanntet, ##ermannt, ermannte, ermanntes, ermanntem, ermannten, ermannter##, ermannend, ###ermannend, ermannende, ermannendes, ermannendem, ermannenden, ermannender###, ermann (!)+EW; Z.: er—man-n-en
$ermatten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ermatten, matt werden, ermüden, müde werden, erschöpft werden; E.: s. er, s. matt, s. en; L.: Kluge s. u. matt, DW 3, 913, EWD s. u. matt 1; GB.: seit 1563 belegte und aus er und matt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches matt werden oder ermüden oder müde werden oder erschöpft werden; F.: ermatten, ermatte, ermattest, ermattet, ermattete, ermattetest, ermatteten, ermattetet, ##ermattet, ermattete, ermattetes, ermattetem, ermatteten, ermatteter##, ermattend, ###ermattend, ermattende, ermattendes, ermattendem, ermattenden, ermattender###, ermatt (!)+EW; Z.: er—matt-en
ermitteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ermitteln, ausmitteln, ausfindig machen, untersuchen, nachforschen, feststellen; ne. detect, determine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1810; E.: nhd. er…, Mitte; L.: Kluge s. u. ermitteln, DW 3, 915, EWD s. u. Mittel, DW2 8, 1987, Duden s. u. ermitteln; GB.: durch Nachforschen herausfinden; BM.: Mitte; GB.: seit 1810 belegte und aus er und Mitte sowie (e)l und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches untersuchen oder nachforschen oder feststellen; F.: ermitteln, ermittle, ermittelst, ermittelt, ermittlest (!), ermittlet (!), ermittelte, ermitteltest, ermittelten, ermitteltet, ##ermittelt, ermittelte, ermitteltes, ermitteltem, ermittelten, ermittelter##, ermittelnd, ###ermittelnd, ermittelnde, ermittelndes, ermittelndem, ermittelnden, ermittelnder###, ermittel (!)+EW; Z.: er—mi-tt-el-n
$ermüden, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. ermüden, müde werden, ermatten, matt werden, erschöpft werden; E.: s. er, s. müde, s. (e)n; L.: Kluge s. u. müde, EWD s. u. müde; GB.: (irmuodēn*) seit 11. Jh. belegte und aus er und müd(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches müde werden oder ermatten oder matt werden oder erschöpft werden; F.: ermüden, ermüde, ermüdest, ermüdet, ermüdete, ermüdetest, ermüdeten, ermüdetet, ##ermüdet, ermüdete, ermüdetes, ermüdetem, ermüdeten, ermüdeter##, ermüdend, ###ermüdend, ermüdende, ermüdendes, ermüdendem, ermüdenden, ermüdender###, ermüd (!)+EW; Z.: er—mü-d-en
$ermuntern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ermuntern, aufrichten, erwecken, ermutigen; E.: s. er, s. munter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. munter, DW 3, 917, EWD s. u. munter; GB.: (irmuntaren*) seit 10. Jh. belegte und aus er und munter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufrichten oder erwecken oder ermutigen; F.: ermuntern, ermuntere, ermunter (!), ermunterst, ermuntert, ermunterte, ermuntertest, ermunterten, ##ermuntert, ermunterte, ermuntertes, ermuntertem, ermunterten, ermunterter##, ermunternd, ###ermunternd, ermunterndes, ermunterndem, ermunternden, ermunternder###, ermunter (!)+EW; Z.: er—mun-t-er-n
Ern, Ehrn, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Ern, Tenne, Fußboden, Hausflur; ne. floor (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. eren, ern, st. M., st. N., Fußboden, Tenne, Erdboden, Grund; mnd. -; ahd. erin, st. N. (a), Ern, Tenne, Boden, Estrich, Fußboden; as. -; anfrk. erin*, st. N. (a), Ern, Boden; germ. *arina-, *arinaz, st. M. (a), Fußboden, Ern; germ. *azena?, Sb., Diele, Platte, Boden, Fußboden, Ern?; wohl von lat. harēna, arēna, F., Sand, Goldsand, feiner Mörtel, Sandplatz, (234-149 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, Walde/Hofmann 1, 634; L.: Kluge 1. A. s. u. Ähren, Kluge s. u. Ern, Duden s. u. Ern, Schmeller 1, 129, Schweiz. Id. 1, 461, Fischer 2, 823, Ochs 1, 706, Vilmar 94, Rhein. Wb. 2, 168, Martin/Lienhart 1, 61; Son.: s. bay. eren, N., Tenne, Boden, Estrich, schweiz./schwäb./bad./hess./rhein. ern, N., Tenne, Boden, Estrich; els. eren, huseren, N., Tenne, Boden, Estrich; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Fußboden oder Hausflur; BM.: Sand; F.: Ern, Ehrn+FW?+EW?; Z.: Ern
…ern, …en, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …ern, …en; ne. …en, …on; Vw.: s. eh-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …ern, …in, …en, Suff., …ern, …en; mnd. …en, Suff., …ern, …en; ahd. …īn, Suff., …ern, …en; as. …īn, Suff., …ern, …en; anfrk. …īn, Suff., …ern, …en; germ. *…īna-, *…īnaz, Suff., …ern, …en; L.: Kluge s. u. -ern, DW 3, 918, EWAhd 5, 70; Son.: s. hölzern, steinern, golden, seiden; vgl. afries. …en, Suff., …ern, …en; ae. …en, Suff., …ern, …en; an. …enn, Suff., …ern, …en; got. …eins, Suff., …ern, …en; nndl. …en, Suff., …ern, …en; nschw. …en, …ene, Suff., …ern, …en; nnorw. …en, Suff., …ern, …en; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Partikel zu einer Bildung von Materialadjektiven aus Substantiven; BM.: ?; F.: ...ern, ...erne, ...ernes, ...ernem, ...ernen, ...erner, ...en, ...ene, ...enes, ...enem, ...enen, ...ener+EW; Z.: -ern
$ernähren, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. ernähren, erretten, erlösen, mit Nahrung versehen (V.); E.: s. er, s. nähren; L.: Kluge s. u. nähren, DW 3, 919, EWD s. u. nähren; GB.: (irnerien*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus er und nähren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder früher mögliches erretten oder erlösen; F.: ernähren, ernähre, ernährst, ernährt, ernährest, ernähret, ernährte, ernährtest, ernährten, ernährtet, ##ernährt, ernährte, ernährtes, ernährtem, ernährten, ernährter##, ernährend, ###ernährend, ernährende, ernährendes, ernährendem, ernährenden, ernährender###, ernähr (!)+EW; Z.: er—nähr-ung
$Ernährer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Ernährer, Ernährender; E.: s. ernähr(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. nähren, DW 3, 920, EWD s. u. nähren; GB.: seit 1472 belegte und aus ernähr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder schon früher möglichen Ernährenden; F.: Ernährer, Ernährers, Ernährern+EW; Z.: Er—nähr-er
$Ernährung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Ernährung, Versorgung mit Lebensmitteln oder Nahrungsmitteln; E.: s. ernähr(en), s. ung; L.: Kluge s. u. nähren, DW 3, 920, EWD s. u. nähren; GB.: seit 1471 belegte und aus ernähr(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Versorgung mit Lebensmitteln oder Nahrungsmitteln; F.: Ernährung, Ernährungen+EW; Z.: Er—nähr-ung
$erneuern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. erneuern, wiederholen, neuer machen, neu machen; E.: s. er, s. neu, s.er, s. (e)n; L.: DW 3, 921, EWD s. u. neu; GB.: seit 1386 belegte und vielleicht nach lat. renovare aus er und neu sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wiederholen oder neuer machen; F.: erneuern, erneuer (!), erneure, erneuerst, erneuert, erneuerte, erneuertest, erneuerten, erneuertet, ##erneuerte, erneuerte, erneuertes, erneuertem, erneuerten, erneuerter##, erneuernd, ###erneuernd, erneuerndes, erneuerndem, erneuernden, erneuernder###, erneuer (!)+EW; Z.: er—neu-er-n
$erniedrigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erniedrigen, niedrig machen, demütigen; E.: s. er, s. niedrig, s. en; L.: DW 3, 923, EWD s. u. nieder; GB.: seit 1521 belegte und aus er und niedrig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches niedrig machen oder demütigen; F.: erniedrigen, erniedrige, erniedrigst, erniedrigt, erniedrigest, erniedriget, erniedrigte, erniedrigtest, erniedrigten, erniedrigtet, ##erniedrigt, erniedrigte, erniedrigtes, erniedrigtem, erniedrigten, erniedrigter##, erniedrigend, ###erniedrigend, erniedrigende, erniedrigendes, erniedrigendem, erniedrigenden, erniedrigender###, erniedrig (!)+EW; Z.: er—nie-d-r-ig-en
$ernst, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. ernst, streng, besonnen (Adj.), entschieden ; E.: s. Ernst; L.: EWD s. u. Ernst, DW 3, 926, DW2 8, 2008; GB.: seit 1210 belegte und von Ernst gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches streng oder besonnen (Adj.) oder entschieden; F.: ernst, ernste, ernstes, ernstem, ernsten, ernster(, ernstere, ernsteres, ernsterem, ernsteren, ernsterer, ernstest, ernsteste, ernstestes, ernstestem, ernstesten, ernstester)+EW; Z.: er-n-st
Ernst, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Ernst, Wahrheit, Strenge, Emsigkeit; ne. earnest (N.), zeal (N.), severity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. ernest (1), ernist, ernst, st. M., Kampf, Kampfeseifer, Aufrichtigkeit, Entschlossenheit, Ernst, Strenge, Redefestigkeit; mnd. ērnst, ērnest, M., N., Kampf, Zorn, Ernst, Strenge; mnl. ernst, M., Ernst; ahd. ernust*, st. M. (i), F. (i), Ernst, Eifer, Sorge, Besorgnis; as. ernist, st. M. (i), Ernst; anfrk. ernust*, st. M. (i), st. F. (i), Ernst, Eifer; s. germ. *arni-, *arniz, *arnja-, *arnjaz, Adj., rege, tüchtig, sicher, gewandt; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ernst, Kluge s. u. Ernst, DW 3, 923, EWD s. u. Ernst, DW2 8, 2012, EWAhd 2, 1144, Duden s. u. Ernst, Falk/Torp 17, Heidermanns 105, Bluhme s. u. Ernst; Son.: vgl. ae. eornost, st. F. (ō), Ernst, Eifer, Kampf; nndl. ernst, Sb., Ernst; av. erenauu-, Sb., Kampf, Wettkampf; gr. ἔρις (éris), F., Streit, Hader (M.) (1), Zank, Kampf, Wetteifer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche ernsthafte und durch Sachlichkeit und Strenge gekennzeichnete Einstellung; BM.: sich bewegen; F.: Ernst, Ernstes+EW; Z.: Er-n-st
$ernsthaft, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. ernsthaft, eifrig, tüchtig; E.: s. Ernst, s. haft; L.: DW 3, 927, EWD s. u. Ernst; GB.: (ernusthafto, Adv.) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Ernst und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eifrig oder tüchtig; F.: ernsthaft, ernsthafte, ernsthaftes, ernsthaftem, ernsthaften, ernsthafter(, ernsthaftere, ernsthafteres, ernsthafterem, ernsthafteren, ernsthafterer, ernsthaftest, ernsthafteste, ernsthaftestes, ernsthaftestem, ernsthaftesten, ernsthaftester)+EW; Z.: er-n-st—haf-t
$ernstlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. ernstlich, ernst, nachdrücklich; E.: s. Ernst, s. lich; L.: DW 3, 928, EWD s. u. Ernst; GB.: (ernustlīhho, Adv.) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus Ernst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ernst oder nachdrücklich; F.: ernstlich, ernstliche, ernstliches, ernstlichem, ernstlichen, ernstlicher(, ernstlichere, ernstlicheres, ernstlicherem, ernstlicheren, ernstlicherer, ernstlichst, ernstlichste, ernstlichstes, ernstlichstem, ernstlichsten, ernstlichster)+EW; Z.: er-n-st—lich
Ernte, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Ernte, Reife der Früchte, Einholen der reifen Früchte, Ernteertrag; ne. harvest (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. ernde (1), st. F., st. M., Ernte, Juni, Juli, August; mnd. ernēde*, ērnde, F., Ernte, Erntezeit, Ertrag; s. ahd. arnōt, arnōd*, st. M. (a?, i?), Ernte, Erntezeit; vgl. ahd. arnōn, sw. V. (2), ernten, verdienen, erwerben, sühnen; vgl. germ. *arjan, V., pflügen, ackern; vgl. idg. *arə-, *ar-, *h₂arh₃-, V., pflügen, Pokorny 62 (101/101) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); germ. *asani-, *asaniz, st. F. (i), Ernte, Sommer; idg. *esen-, *osen-, *esn-, *osn-, Sb., Erntezeit, Sommer, Ernte, Pokorny 343 (501/82) (RB. idg. aus gr.?, kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ernte, Kluge s. u. Ernte, DW 3, 928, EWD s. u. Ernte, DW2 8, 2030, EWAhd 1, 340, Duden s. u. Ernte, Falk/Torp 22, Schweiz. Id. 1, 464, Bluhme s. u. Ernte; Son.: s. schweiz. Ernet, F., Ernte; vgl. afries. arn, ern (2), st. F. (i), Ernte, Erntezeit; ae. ėrnþ, st. F. (ō), Kornernte, Ernte; an. ǫnn, st. F. (i), Ernte; got. asans, st. F. (i), Sommer, Erntezeit, Ernte; ksl. jesenь, Sb., Spätherbst; russ. осень (F.), Ernte; GB.: seit 3. Viertel 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Gesamtheit der reifen Feldfrüchte und Gartenfrüchte und deren Einholen oder Einsammeln oder den Ertrag; BM.: Sommer; F.: Ernte, Ernten+EW; Z.: Er-n-t-e
$ernten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ernten, Ernte einbringen; E.: s. Ernt(e), s. en; L.: Kluge s. u. Ernte, DW 3, 930, EWD s. u. Ernte; GB.: seit 1522 belegte und aus Ernt(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung mögliches Ernte einbringen; F.: ernten (!), ernte (!), erntest, erntet, erntete, erntetest, ernteten, erntetet, geerntet, ##geerntet, geerntete, geerntetes, geerntetem, geernteten, geernteter##, erntend, ###erntend, erntende, erntendes, erntendem, erntenden, erntender###, ernt (!) +EW; Z.: er-n-t-en
$ernüchtern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. ernüchtern, nüchtern werden, nüchtern machen; E.: s. er, s. nüchtern; L.: Kluge s. u. nüchtern, DW 3, 932, EWD s. u. nüchtern; GB.: seit um 1290 belegte und aus er und nüchtern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nüchtern werden oder wieder zu sich kommen oder nüchtern machen; F.: ernüchtern, ernüchtere, ernüchter (!), ernüchterst, ernüchtert, ernüchterte, ernüchtertest, ernüchterten, ernüchtertet, ##ernüchtert, ernüchterte, ernüchtertes, ernüchtertem, ernüchterten, ernüchterter##, ernüchternd, ###ernüchternd, ernüchterndes, ernüchterndem, ernüchternden, ernüchternder###, ernüchter (!)+FW+EW; Z.: er—nücht-er-n
$Ernüchterung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ernüchterung, Nüchternwerden; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 3, 932, EWD s. u. nüchtern; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus ernüchter(n) und ung gebildete Bezeichnung für Nüchternwerden; F.: Ernüchterung, Ernüchterungen+FW+EW; Z.: Er—nücht-er-ung
$Eroberer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Eroberer, Erobernder; E.: s. erober(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. erobern, DW 3, 932, EWD s. u. erobern; GB.: seit 1541 belegte und aus erober(n) sowie er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Erobernden; F.: Eroberer, Eroberers, Eroberern+EW; Z.: Er-ob-er-er
erobern, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. erobern, an sich bringen, in einem Kampf bezwingen, überwältigen; ne. conquer; Vw.: -; Hw.: s. oben; Q.: Anfang 9. Jh. (?) (Glosse); E.: mhd. eroberen, sw. V., übertreffen, überwinden; s. ahd. irobarōn*, sw. V. (2), ermüdet (= irobarōt), erschöpft (= irobarōt); ne. tired (= irobarōt); vgl. ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. obarōn, sw. V. (2), verzögern, beseitigen, aufheben; ahd. obaro*, Adj., höhere, obere, übergeordnet, obig; ahd. oba, ob, Präp., Adv., Präf., auf, über, an, oben, oberhalb; germ. *uba, Präp., über, unter; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. erobern, Kluge s. u. erobern, DW 3, 932, EWD s. u. erobern, DW2 8, 2035, Duden s. u. erobern; Son.: vgl. nschw. erövra, V., erobern; nnorw. erobre, V., erobern; GB.: vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und aus er und ober(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches an sich bringen oder bezwingen oder überwältigen; BM.: oben bleiben; F.: erobern, erobere, erober (!), eroberst, erobert, eroberte, erobertest, eroberten, erobertet, ##erobert, eroberte, erobertes, erobertem, eroberten, eroberter##, erobernd, ###erobernd, erobernde, eroberndes, eroberndem, erobernden, erobernder###, erober (!)+EW; Z.: er-ob-er-n
$Eroberung, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Eroberung, kriegerische Erlangung oder Gewinnung; E.: s. erober(n), s. ung; L.: Kluge s. u. erobern, DW 3, 933, EWD s. u. erobern; GB.: seit 1469 belegte und aus erober(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche kriegerische Erlangung oder Gewinnung; F.: Eroberung, Eroberungen+EW; Z.: Er-ob-er-ung
erogen, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. erogen, geschlechtlich leicht erregbar; ne. erogenous, erotogenic; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἔρως (érōs), M., Liebe (F.) (1); gr. ἔρασθαι (érasthai), V., leidenschaftlich lieben; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht Zusammenhang mit gr. ἔρα (éra), F., Erde; idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); oder vielleicht zu idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338? (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. erogen; Son.: vgl. nndl. erogeen, Adj., erogen; frz. érogène, Adj., erogen; nschw. erogen, Adj., erogen; nnorw. erogen, Adj., erogen; kymr. erogenaidd, Adj., erogen; poln. erogenny, Adj., erogen; lit. erogeninis, Adj., erogen; GB.: seit der späten Neuzeit belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit Erde verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Geschlechtern mögliches sexuell erregbar; BM.: Liebe, erzeugen; F.: erogen, erogene, erogenes, erogenem, erogenen, erogener(, erogenere, erogeneres, erogenerem, erogeneren, erogenerer, erogenst, erogenste, erogenstes, erogenstem, erogensten, erogenster)+FW+EW?
erörtern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erörtern, besprechen, als Urteil auf seine Termini zurückführen; ne. argue, debate (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1565; I.: Lüt. lat. determinare; E.: s. nhd. Ort, als Übersetzung zu lat. termini, gr. τόπος (tópos), als Urteil auf seine Termini zurückführen; L.: Kluge 1. A. s. u. erörtern, Kluge s. u. erörtern, DW 3, 935, EWD s. u. erörtern, DW2 8, 2053, Duden s. u. erörtern; GB.: seit 1562 belegte und aus er und Ort sowie er und (e)n nach lat. determinare gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ausführlich und oft ins Einzelne gehend über einen noch nicht geklärten Sachverhalt sprechen oder besprechen; BM.: Ort; F.: erörtern, erörtere, erörter (!), erörterst, erörtert, erörterte, erörtertest, erörterten, erörtertet, ##erörtert, erörterte, erörtertes, erörtertem, erörterten, erörterter##, erörternd, ###erörternd, erörternde, erörterndes, erörterndem, erörternden, erörternder###, erörter (!)+EW; Z.: er—ör-t-er-n
$Erörterung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Erörterung, Besprechung; E.: s. erörter(n), s. ung; L.: Kluge s. u. erörtern, DW 3, 935, EWD s. u. erörtern; GB.: seit 1521 belegte und aus erörter(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Besprechung einer Angelegenheit; F.: Erörterung, Erörterungen+EW; Z.: Er—ör-t-er-ung
Eros, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Eros, Verlangen, Liebe; ne. eros; Vw.: -; Hw.: s. erotisch; Q.: 1782; I.: Lw. gr. ἔρως (érōs); E.: s. gr. ἔρως (érōs), M., Liebe (F.) (1); gr. ἔρασθαι (érasthai), V., leidenschaftlich lieben; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht Zusammenhang mit gr. ἔρα (éra), F., Erde; idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); oder vielleicht zu idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338? (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. erotisch, fehlt DW, EWD s. u. erotisch, DW2 8, 2053, Duden s. u. Eros; Son.: vgl. nndl. eros, Sb. Eros; nnorw. eros, M., Eros; poln. eros, M., Eros; GB.: seit 1782 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit Erde verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Geschlechtern mögliches sehnsuchtsvolles sinnliches Verlangen oder Liebe; BM.: verlangen bzw. Liebe; F.: Eros+FW; Z.: Er-os
Erosion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Erosion, verändernde oder zerstörende Wirkung der Witterung auf die Erdoberfläche; ne. erosion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1871 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. ērōsio; E.: s. lat. ērōsio, F., Zerfressen werden, Krebs, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ērōdere, V., wegnagen, abnagen, annagen, zerfressen (V.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. rōdere, V., nagen, benagen, zernagen; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Erosion, fehlt DW, EWD s. u. Erosion, DW2 8, 2056, Duden s. u. Erosion; Son.: vgl. nndl. erosie, Sb., Erosion; frz. érosion, F., Erosion; nschw. erosion, Sb., Erosion; nnorw. erosjon, M., Erosion; poln. erozja, F., Erosion; lit. erozija, F., Erosion; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die verändernde oder zerstörende Wirkung von fließendem Wasser oder gefrierendem Wasser und Wind an der Erdoberfläche; BM.: herausfressen; F.: Erosion, Erosionen+FW+EW; Z.: E-ros-io-n
$Erotik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Erotik, Sexualität, Anziehung, Zuneigung; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Ero(s), s. t, s. ik; L.: Kluge s. u. erotisch, fehlt DW, EWD s. u. erotisch; GB.: seit 1801 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben und Geschlecht mögliche Sexualität und Anziehung oder Zuneigung von Lebewesen; F.: Erotik+FW; Z.: Er-ot-ik
erotisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. erotisch, sinnlich, verführerisch; ne. erotic; Vw.: -; Hw.: s. Eros; Q.: 1769 (Herder); I.: Lw. frz. érotique; E.: s. frz. érotique, Adj., erotisch; gr. ἐρωτικός (erōtikós), Adj., zur Liebe gehörig; vgl. gr. ἔρως (érōs), M., Liebe (F.) (1); gr. ἔρασθαι (érasthai), V., leidenschaftlich lieben; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht Zusammenhang mit gr. ἔρα (éra), F., Erde; idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); oder vielleicht zu idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338? (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. erotisch, fehlt DW, EWD s. u. erotisch, DW2 8, 2057, Duden s. u. erotisch; Son.: vgl. nndl. erotisch, Adj., erotisch; nschw. erotisk, Adj., erotisch; nnorw. erotisk, Adj., erotisch; poln. erotyczny, Adj., erotisch; kymr. erotig, Adj., erotisch; lit. erotinis, Adj., erotisch; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben und Geschlecht mögliches sinnlich oder verführerisch oder die Sexualität von Lebewesen in ihrer ästhetisch-sinnlichen Anziehungskraft betreffend; BM.: Liebe; F.: erotisch, erotische, erotisches, erotischem, erotischen, erotischer(, erotischere, erotischeres, erotischerem, erotischeren, erotischerer, erotischste, erotischstes, erotischstem, erotischsten, erotischster)+FW+EW; Z.: er-ot-isch
Erpel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Erpel, Enterich, männliche Ente; ne. drake, mallard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1425 (Glosse); E.: s. mnd. erpel, M., Erpel, Enterich; mnl. erpel, M., Erpel, Enterich; vgl. ahd. erph*, Adj., braun, dunkelbraun; germ. *erpa-, *erpaz, Adj., dunkel, braun, dunkelbraun; idg. *ē̆rebʰ-, *ē̆reb-, *ō̆robʰ-, *ō̆rob-, Adj., rot, braun, Pokorny 334 (483/64) (RB. idg. gr., ill., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Erpel, EWD s. u. Erpel, DW 3, 937, DW2 8, 2057, Duden s. u. Erpel, Bluhme s. u. Erpel; GB.: seit 1425 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die männliche Ente; BM.: rot?, braun?; F.: Erpel, Erpels, Erpeln+EW; Z.: Erp-el
erpicht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. erpicht, ausgepicht, versessen, begierig, eifrig; ne. eager, keen; Vw.: -; Hw.: s. Pech; Q.: 1591; E.: s. er…, Pech; L.: Kluge s. u. erpicht, DW 3, 937 (erpichen), EWD s. u. erpicht, DW2 8, 2058, Duden s. u. erpicht; GB.: seit 1591 belegte und aus er und pich(en) (bzw. Pech) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verwendung von Pech durch den Menschen mögliches ausgepicht oder versessen oder begierig oder eiferig oder eifrig; BM.: mit Pech festgeklebt, von etwas nicht mehr loskommen könnend; F.: erpicht, erpichte, erpichtes, erpichtem, erpichten, erpichter(, erpichtere, erpichteres, erpichterem, erpichteren, erpichterer, erpichteste, erpichtestes, erpichtestem, erpichtesten, erpichtester)+EW+FW; Z.: er—pi-ch-t
$erpressen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erpressen, auspressen, rechtswidrig bereichern; E.: s. er, s. pressen; L.: Kluge s. u. erpressen, EWD s. u. pressen; GB.: seit 1595 belegte und aus er und pressen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Vermögen mögliches auspressen oder (mittels Gewalt oder Drohung) rechtswidrig bereichern; F.: erpressen, erpresse, erpressst, erpresst, erpressest, erpresset, erpresste, erpresstest, erpressten, erpresstet, ##erpresst, erpresste, erpresstes, erpresstem, erpressten, erpresster##, erpressend, ###erpressend, erpressende, erpressendes, erpressendem, erpressenden, erpressender###, erpress (!)+EW+FW; Z.: er—pre-ss-en
$Erpresser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Erpresser, Erpressender; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. erpress(en), s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. pressen; GB.: seit 1691 belegte und aus erpress(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Vermögen möglichen Erpressenden; F.: Erpresser, Erpressers, Erpressern+EW+FW; Z.: Er—pre-ss-er
$Erpressung, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Erpressung, Erpressen; E.: s. erpress(en), s. ung; L.: DW 3, 938, EWD s. u. pressen; GB.: seit 1641 belegte und aus erpress(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Vermögen mögliches Erpressen; F.: Erpressung, Erpressungen+EW+FW; Z.: Er—pre-ss-ung
$erproben, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. erproben, versuchen, ausprobieren; E.: s. er, s. proben; L.: DW 3, 938, EWD s. u. Probe; GB.: seit 1746 belegte und aus er und proben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches versuchen oder ausprobieren; F.: erproben, erprobe, erprobst, erprobt, erprobest, erprobet, erprobte, erprobtest, erprobten, erprobtet, ##erprobt, erprobte, erprobtes, erprobtem, erprobten, erprobter##, erprobend, ###erprobend, erprobende, erprobendes, erprobendem, erprobenden, erprobender###, erprob (!)+EW+FW; Z.: er—pro-b-en
erquicken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erquicken, neu beleben, erfrischen; ne. recreate, refresh; Vw.: -; Hw.: s. keck, Quecksilber; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. erquicken, erkecken, irquicken, requicken, derquicken, derkucken, sw. V., neu beleben, munter machen, vom Tode erwecken, entstehen aus, erquicken; mnd. erquicken, sw. V., erquicken; mnl. erquecken, sw. V., erquicken; ahd. irkwikken*, irquicken*, sw. V. (1a), beleben, erquicken, erwecken; ahd. irkwekkēn*, irqueckēn*, sw. V. (3), sich beleben, wieder lebendig werden; as. ākwikōn*, sw. V. (1a), wiederbeleben, lebendig machen; vgl. ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. kwikken, sw. V. (1a), beleben, erquicken, lebendig machen, aufrichten, erfrischen; germ. *kwikwjan, *kwiwjan, sw. V., beleben, zum Leben erwecken; s. idg. gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; L.: Kluge 1. A. s. u. erquicken, Kluge s. u. erquicken, DW 3, 939, EWD s. u. erquicken, DW2 8, 2063, Duden s. u. erquicken, EWAhd 7, 92; GB.: (irkwikken) seit Ende 8. Jh. belegte und über die erschließbaren Bestandteile des Germanischen hinaus in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie aus er und quick sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches neu beleben oder erfrischen; BM.: Leben, lebendig; F.: erquicken, erquicke, erquickst, erquickt, erquickest, erquicket, erquickte, erquicktest, erquickten, erquicktet, ##erquickt, erquickte, erquicktes, erquicktem, erquickten, erquickter##, erquickend, ###erquickend, erquickende, erquickendes, erquickendem, erquickenden, erquickender###, erquick (!)+EW; Z.: er-qui-ck-en
$erquicklich, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. erquicklich, erfrischend, belebend; Vw.: s. un-; E.: s. erquick(en), s. lich; L.: Kluge s. u. erquicken, DW 3, 940, EWD s. u. erquicken; GB.: seit 1520 belegte und aus erquick(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches erfrischend oder belebend; F.: erquicklich, erquickliche, erquickliches, erquicklichem, erquicklichen, erquicklicher(, erquicklichere, erquicklicheres, erquicklicherem, erquicklicheren, erquicklicherer, erquicklichst, erquicklichste, erquicklichstes, erquicklichstem, erquicklichsten, erquicklichster)+EW; Z.: er-qui-ck-lich
$erraten, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. erraten (V.), vorhersagen, ergründen, erschließen; E.: s. er, s. raten; L.: DW 3, 941 (errathen), EWD s. u. raten; GB.: seit um 800 belegte und aus er und raten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vorhersagen oder ergründen oder erschließen; F.: erraten, errate, errätst, errät, erratet, erratest, erriet, errietest, errietst, errieten, errietet, erraten, ##erraten, erratene, erratenes, erratenem, erratenen, erratener##, erratend, ###erratend, erratende, erratendes, erratendem, erratenden, erratender###, errat (!)+EW; Z.: er—ra-t-en
erratisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. erratisch, sprunghaft, wechselhaft, umherirrend, irreführend; ne. erratic; Vw.: -; Hw.: s. Erratum; Q.: 1528 (Paracelsus); I.: Lw. frz. erratique; E.: s. frz. erratique, Adj., erratisch, sprunghaft; lat. errāticus, Adj., umherirrend, umherschweifend, in die Irre führend, irrend, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. errāre, V., irren, in der Irre umherlaufen, umherlaufen, umherirren, durchstreifen; vgl. idg. *ers-, *r̥s-, *r̥sen, *Hr̥Hs-, V., Adj., fließen, einsetzen, männlich, Pokorny 336; L.: Kluge s. u. Erratum, fehlt DW, EWD s. u. erratischer Block, DW2 8, 2071, Duden s. u. erratisch; Son.: vgl. nndl. erratisch, Adj., erratisch; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sprunghaft oder wechselhaft oder umherirrend oder irreführend; BM.: fließen?; F.: erratisch, erratische, erratisches, erratischem, erratischen, erratischer(, erratischere, erratischeres, erratischerem, erratischeren, erratischerer, erratischst, erratischste, erratischstes, erratischstem, erratischsten, erratischster)+FW+EW; Z.: err-at-isch
Erratum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Erratum, Irrtum, Fehler, Druckfehler; ne. erratum; Vw.: -; Hw.: s. erratisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. errātum; E.: s. lat. errātum, N., Irrtum, Versehen, Fehler, Verirrung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. errāre, V., irren, in der Irre umherlaufen, umherlaufen, umherirren, durchstreifen; vgl. idg. *ers-, *r̥s-, *r̥sen, *Hr̥Hs-, V., Adj., fließen, einsetzen, männlich, Pokorny 336; L.: Kluge s. u. Erratum, Duden s. u. Erratum; Son.: vgl. nndl. erratum, Sb., Erratum; frz. errata, F., Erratum; nnorw. erratum, N., Erratum; poln. errata, F., Erratum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Irrtum oder einen Fehler oder einen nach Entwicklung des Buchdrucks möglichen Druckfehler; BM.: fließen?; F.: Erratum, Errata+FW; Z.: Err-at-um
$erregen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. erregen, aufregen, aufwirbeln, verursachen; E.: s. er, s. regen; L.: EWD s. u. regen; GB.: seit 1279 belegte und aus er und regen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufregen oder aufwirbeln oder verursachen; F.: erregen, errege, erregst, erregt, erregest, erreget, erregte, erregtest, erregten, erregtet, ##erregt, erregte, erregtes, erregtem, erregten, erregter##, erregend, ###erregend, erregende, erregendes, erregendem, erregenden, erregender###, erreg(!)+EW; Z.: er—reg-en
$erreichen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. erreichen, erlangen, bekommen, herankommen, gelangen; E.: s. er, s. reichen; L.: Kluge s. u. reichen, EWD s. u. reichen; GB.: seit um 1000 belegte und aus er und reichen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches erlangen oder bekommen oder herankommen oder gelangen; F.: erreichen, erreiche, erreichst, erreicht, erreichest, erreichet, erreichte, erreichtest, erreichten, erreichtet, ##erreicht, erreichte, erreichtes, erreichtem, erreichten, erreichter##, erreichend, ###erreichend, erreichende, erreichendes, erreichendem, erreichenden, erreichender###, erreich (!)+EW; Z.: er—rei-ch-en
$errichten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. errichten, aufrichten, bauen, erstellen; E.: s.er, s. richten; L.: Kluge s. u. richten, EWD s. u. richten; GB.: seit um 796 belegte und aus er und richten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufrichten oder bauen oder erstellen; F.: errichten, errichte, errichtest, errichtet, errichtete, errichtetest, errichteten, errichtetet, ##errichtet, errichtete, errichtetes, errichtetem, errichteten, errichteter##, errichtend, ###errichtend, errichtende, errichtendes, errichtendem, errichtenden, errichtender###, erricht (!)+EW; Z.: er—rich-t-en
$erringen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. erringen, erkämpfen. erlangen; E.: s. er, s. ringen; L.: Kluge s. u. ringen, EWD s. u. ringen 2; GB.: seit um 1000 belegte und aus er und ringen gebildete Bezeichnung ´für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erkämpfen oder erlangen; F.: erringen, erringe, erringst, erringt, erringest, erringet, errang, errangst, errangen, errangt, erränge, errängest, errängen, erränget, errungen, ##errungen, errungene, errungenes, errungenem, errungenen, errungener##, erringend, ###erringend, erringende, erringendes, erringendem, erringenden, erringender###, erring (!)+EW; Z.: er—ri-ng-en
$erröten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. erröten, rot werden; E.: s. er, s. röten; L.: DW 3, 947 (erröthen), EWD s. u. rot; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. obrubescere aus er und röten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vielfach unwillkürliches rot werden; F.: erröten, erröte, errötest, errötet, errötete, errötetest, erröteten, errötetet, ##errötet, errötete, errötetes, errötetem, erröteten, erröteter##, errötend, ###errötend, errötende, errötendes, errötendem, errötenden, errötender, erröt (!)###+EW; Z.: er—röt-en
$Errungenschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Errungenschaft, Erfolg, Erwerb, Fortschritt; E.: s. erringen, s. schaft; L.: DW 3, 948, EWD s. u. ringen 2; GB.: seit 1582 belegte und aus erringen bzw. errungen und schaft gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Erfolg oder Erwerb oder Fortschritt; F.: Errungenschaft, Errungenschaften+EW; Z.: Er—ru-ng-en—schaf-t
$Ersatz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ersatz, Ausgleich; Vw.: s. Schaden(s)-; E.: s. ersetz(en); L.: DW 3. 949, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1491 belegte und aus ersetz(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Ausgleich; F.: Ersatz, Ersatzes, Ersätze (!), Ersätzen (!)+EW; Z.: Er—satz
$ersaufen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ersaufen, aussaufen, ertrinken; E.: s. er, s. saufen; L.: Kluge s. u. saufen, EWD s. u. saufen; GB.: um 765 belegte und (nach lat. Vorbild ?) aus er und saufen gebildete Bezeichnung für aussaufen oder ertrinken oder saufen oder trinken; F.: ersaufen, ersaufe, ersäufst, ersäuft, ersauft, ersaufest, ersaufet, ersoff, ersoffst, ersoffen, ersofft, ersöffe, ersöffest, ersöffen, ersöffet, ##ersoffen, ersoffene, ersoffenes, ersoffenem, ersoffenen, ersoffener##, ersaufend, ###ersaufend, ersaufende, ersaufendes, ersaufendem, ersaufenden, ersaufender###, ersauf (!)+EW; Z.: er—sau-f-en
$ersäufen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ersäufen, ertränken, ersaufen machen; E.: s. er, s. säufen; L.: DW 3, 951, EWD s. u. saufen; GB.: seit 1458 belegte und aus er und säufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ertränken oder ersaufen machen; F.: ersäufen, ersäufe, ersäufst, ersäuft, ersäufest, ersäufet, ersäufte, ersäuftest, ersäuften, ersäuftet, ##ersäuft, ersäufte, ersäuftes, ersäuftem, ersäuften, ersäufter##, ersäufend, ###ersäufend, ersäufende, ersäufendes, ersäufendem, ersäufenden, ersäufender###, ersäuf (!)+EW; Z.: er—säu-f-en
$erschaffen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. erschaffen, hervorbringen, herstellen; E.: s. er, s. schaffen; L.: DW 3, 952, EWD s. u. schaffen; GB.: seit 1172 belegte und aus er und schaffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hervorbringen oder herstellen; F.: erschaffen, erschaffe, erschaffst, erschafft, erschaffest, erschaffet, erschaffte, erschafftest, erschafften, erschafftet, erschafft, ##erschafft, erschaffte, erschafftes, erschafftem, erschafften, erschaffter##, erschaffen, ##erschaffen, erschaffene, erschaffenes, erschaffenem, erschaffenen, erschaffener##, erschaffend, ###erschaffend, erschaffende, erschaffendes, erschaffendem, erschaffenden, erschaffender###, erschaff (!) und st. V. erschuf und so weiter+EW; Z.: er—schaff-en
$erschauern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. erschauern, von einem Schauer ergriffen werden, erregen; E.: s. er, s. schauern, s. Schauer; L.: Kluge s. u. Schauer 1; GB.: seit um 1360 belegte und aus er und schauern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erregen; F.: erschauern, erschauere, erschauer (!), erschauerst, erschauert, erschauerte, erschauertest, erschauerten, erschauertet, ##erschauert, erschauerte, erschauertes, erschauertem, erschauerten, erschauerter##, erschauernd, ###erschauernd, erschauerndes, erschauerndem, erschauernden, erschauernder###, erschauer (!)+EW; Z.: er—schauer-n
$erscheinen, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. erscheinen, sichtbar machen, sichtbar werden; E.: s. er, s. scheinen; L.: Kluge s. u. scheinen, DW 3, 955, EWD s. u. scheinen; GB.: seit um 820 belegte und aus er und scheinen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes und der Augen mögliches sichtbar machen oder sichtbar werden; F.: erscheinen, erscheinst, erscheint, erscheinest, erscheinet, erschien, erschienst, erschienen, erschient, erschiene, erschienest, erschienet, erschienen, ##erschienen, erschienene, erschienenes, erschienenem, erschienenen, erschienener##, erscheinend, ###erscheinend, erscheinende, erscheinendes, erscheinendem, erscheinenden, erscheinender###, erschein (!)+EW; Z.: er—schei-n-en
$Erscheinung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Erscheinung, Sichtbarwerdung, Wahrnehmung; E.: s. erschein(en), s. ung; L.: Kluge s. u. scheinen, DW 3, 958, EWD s. u. scheinen; GB.: um 1250 belegte und aus erschein(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lichtes und der Augen mögliche Sichtbarwerdung oder Wahrnehmung; F.: Erscheinung, Erscheinungen+EW; Z.: Er—schei-n-ung
$erschlaffen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. erschlaffen, schlaff werden, lockern; E.: s. er, s. schlaff, s. en; L.: Kluge s. u. schlaff, DW 3, 963, EWD s. u. schlaff; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus er und schlaff sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches schlaff werden oder lockern; F.: erschlaffen, erschlaffe, erschlaffst, erschlafft, erschlaffest, erschlaffet, erschlaffte, erschlafftest, erschlafften, erschlafftet, ##erschlafft, erschlaffte, erschlafftes, erschlafftem, erschlafften, erschlaffter##, erschlaffend, ###erschlaffend, erschlaffende, erschlaffendes, erschlaffendem, erschlaffenden, erschlaffender###, erschlaff (!)+EW; Z.: er—sch-laf-f-en
$erschließen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. erschließen, aufschließen, ermitteln, öffnen; E.: s. er, s. schließen; L.: Kluge s. u. schließen, DW 3, 966 (erschlieszen); GB.: seit 1289 belegte und aus er und schließen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufschließen oder ermitteln oder öffnen; F.: erschließen, erschließe, erschließst (!), erschließt, erschließest, erschließet, erschloss, erschlossest, erschlossen, erschlosst, erschlösse, erschlössest, erschlössen, erschlösset, ##erschlossen, erschlossene, erschlossenes, erschlossenem, erschlossenen, erschlossener##, erschließend, ###erschließend, erschließende, erschließendes, erschließendem, erschließenden, erschließender###, erschließ (!)+EW; Z.: er—schlie-ß-en
erschöpfen, nhd., sw. V., (8./9. Jh.?): nhd. erschöpfen, ausschöpfen, seine Kraft verlieren, verbrauchen; ne. use (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8./9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. erschepfen, irschepfen, erschöpfen, irschöpfen, anom. V., ausschöpfen, erschöpfen; mnd. erscheppen, sw. V., ausschöpfen; ahd. irskepfen*, irskephen*, st. V. (6), sw. V. (1a), erschöpfen, leeren, ausschöpfen, ausleeren, herausschaffen; germ. *uzskapjan, st. V., erschaffen, ausschöpfen; s. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931?; idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge s. u. erschöpfen, DW 3, 969, EWD s. u. schöpfen, DW2 8, 2142, Duden s. u. erschöpfen; GB.: vielleicht seit 8./9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausschöpfen oder Kraft verlieren oder vollständig verbrauchen; BM.: schneiden?; F.: erschöpfen, erschöpfe, erschöpfst, erschöpft, erschöpfest, erschöpfet, erschöpfte, erschöpftest, erschöpften, erschöpftet, ##erschöpft, erschöpfte, erschöpftes, erschöpftem, erschöpften, erschöpfter##, erschöpfend, ###erschöpfend, erschöpfende, erschöpfendes, erschöpfendem, erschöpfenden, erschöpfender###, erschöpf (!)+EW; Z.: er—schöpf-en
$erschöpft, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. erschöpft, ausgeschöpft, ermüdet, leer; E.: s. erschöpf(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. schöpfen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus erschöpf(en) und t gebildete Bezeichnung für ausgeschöpft oder ermüdet oder leer; F.: erschöpft, erschöpfte, erschöpftes, erschöpftem, erschöpften, erschöpfter(, erschöpftere, erschöpfteres, erschöpfterem, erschöpfteren, erschöpfterer, erschöpftest, erschöpfteste, erschöpftestes, erschöpftestem, erschöpftesten, erschöpftester)+EW; Z.: er.-schöpf-t
$erschrecken, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. erschrecken, in Schrecken geraten (V.); E.: s. er, s. schrecken; L.: Kluge s. u. erschrecken, DW 3, 970, EWD s. u. schrecken 1; GB.: vielleicht um 1000 belegte und aus er und schrecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in Schrecken geraten (V.); F.: erschrecken, erschrecke, erschrickst, erschrickt, erschreckt, erschreckest, erschrecket, erschrak, erschrakst, erschraken, erschrakt, erschrocken, ##erschrocken, erschrockene, erschrockenes, erschrockenem, erschrockenen, erschrockener##, erschreckend, ##erschreckend, erschreckende, erschreckendes, erschreckendem, erschreckenden, erschreckender###, erschrick (!)+EW; Z.: er—schre-ck-en
erschüttern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erschüttern, in zitternde wankende Bewegung bringen, beunruhigen; ne. jar (V.), convulse; Vw.: -; Hw.: s. schütten; Q.: 1521 (Luther); E.: s. mhd. erschüten, erschütten, reschütten, sw. V., erschüttern, schütteln, erschütteln; ahd. irskutten*, irscutten*, sw. V. (1a), erschüttern, bewegen, schütteln; vgl. ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. skutten, scutten, sw. V. (1a), schütten, schütteln, zerbrechen, erschüttern; germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen?; idg. *skū̆t-, *kū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957?; vgl. idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. erschüttern, DW 3, 976, EWD s. u. erschüttern, Duden s. u. erschüttern; GB.: seit 1521 belegte und aus er und schüttern und schütteln sowie schütten gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in zitternde wankende Bewegung bringen; BM.: schütteln; F.: erschüttern, erschüttere, erschütter (!), erschütterst, erschüttert, erschütterest, erschütteret, erschütterte, erschüttertest, erschütterten, erschüttertet, ##erschüttert, erschütterte, erschüttertes, erschüttertem, erschütterten, erschütterter##, erschütternd, ###erschütternd, erschütternde, erschütterndes, erschütterndem, erschütternden, erschütternder###, erschütter (!)+EW; Z.: er—schüt-t-er-n
$erschwingen, nhd. (ält.), st. V., (11. Jh.?): nhd. erschwingen, aufschwingen, erreichen; E.: s. er, s. schwingen; L.: Kluge s. u. erschwingen, DW 3, 978, EWD s. u. schwingen; GB.: um 1100 belegte und aus er und schwingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufschwingen oder erreichen; F.: erschwingen, erschwinge, erschwingst, erschwingt, erschwingest, erschwinget, erschwang, erschwangst, erschwangen, erschwangt, erschwänge, erschwängest, erschwängen, erschwänget, erschwungen, ##erschwungen, erschwungene, erschwungenes, erschwungenem, erschwungenen, erschwungener##, erschwingend, ###erschwingend, erschwingende, erschwingendes, erschwingendem, erschwingenden, erschwingender###, erschwing (!)+EW; Z.: er—schwing-en
$erschwinglich, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. erschwinglich, erträglich, erreichbar; L.: Kluge s. u. erschwingen, DW 3, 979, EWD s. u. schwingen; GB.: seit 1531 belegte und aus erschwing(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erträglich oder erreichbar; F.: erschwinglich, erschwingliche, erschwingliches, erschwinglichem, erschwinglichen, erschwinglicher(, erschwinglichere, erschwinglicheres, erschwinglicherem, erschwinglicheren, erschwinglicherer, erschwinglichst, erschwinglichste, erschwinglichstes, erschwinglichstem, erschwinglichsten, erschwinglichster)+EW; Z.: er—schwing-lich
$ersetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ersetzen, ansetzen, an die Stelle setzen, bereiten; E.: s. er, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 3, 982, EWD s. u. setzen; GB.: um 765 belegte und aus er und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ansetzen oder an die Stelle setzen oder bereiten; F.: ersetzen, ersetze, ersetzst, ersetzt, ersetzest, ersetzet, ersetzte, ersetztest, ersetzten, ersetztet, ##ersetzt, ersetzte, ersetztes, ersetztem, ersetzten, ersetzter##, ersetzend, ###ersetzend, ersetzende, ersetzendes, ersetzendem, ersetzenden, ersetzender###, ersetz (!)+EW; Z.: er—setz-en
$ersinnen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. ersinnen, aussinnen, erdenken, ausdenken, herausfinden; E.: s. er, s. sinnen; L.: DW 3, 985, EWD s. u. sinnen; GB.: seit um 1170 belegte und aus er und sinnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches erdenken oder ausdenken oder herausfinden; F.: ersinnen, ersinne, ersinnst, ersinnt, ersinnest, ersinnet, ersann, ersannst, ersannen, ersänne, ersännest, ersännst, ersännen, ersännet, ersännt, ersönne, ersönnest, ersönnst, ersännen, ersönnet, ersönnt, ersonnen, ##ersonnen, ersonnene, ersonnenes, ersonnenem, ersonnenen, ersonnener##, ersinnend, ###ersinnend, ersinnende, ersinnendes, ersinnendem, ersinnenden, ersinnender###, ersinn (!)+EW; Z.: er—sinn-en
$ersprießlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. ersprießlich, förderlich, nützlich, günstig; E.: s. ersprieß(en), s. lich; L.: Kluge s. u. sprießen, DW 3, 989 (ersprieszlich), EWD s. u. sprießen; GB.: seit um 1500 belegte und aus ersprieß(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Lebens mögliches förderlich oder nützlich oder günstig; F.: ersprießlich, ersprießliche, ersprießliches, ersprießlichem, ersprießlichen, ersprießlicher(, ersprießlichere, ersprießlicheres, ersprießlicherem, ersprießlicheren, ersprießlicherer, ersprießlichst, ersprießlichste, ersprießlichstes, ersprießlichstem, ersprießlichsten, ersprießlichster)+EW; Z.: er—s-prie-ß-en
erst, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. erst, zuerst, an vorderster Stelle; ne. first, only; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. ērste (1), ēreste, ērst, ērist, Adv. (Superl.), erst, erste, zuerst, nun erst, jetzt erst richtig, das erstemal; mnd. ērste, Adv., zuvor, zuerst, anfangs, zu Anfang; ahd. ērist (1), Adv. Superl., zuerst, erst, zum ersten Mal; ahd. ēristo, ērist*, Adj. (Superl.), erste, ursprünglich, höchste; as. êrist, Adj. Superl., Num. Ord., erste; germ. *airista-, *airistaz, Adj., frühste, erste; s. idg. *ā̆ier-, *h₁āi̯er-, *h₃āi̯er-, Sb., Tag, Morgen, Pokorny 12 (27/27) (RB. idg. aus iran., gr., germ.); vgl. idg. *ā̆i- (4), h₁ai-, h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. erst, Kluge s. u. erst, DW 3, 990, EWD s. u. erster, DW2 8, 2181, EWAhd 2, 1139, Duden s. u. erst, Bluhme s. u. erst; Son.: vgl. afries. êrist, êrest, êrost, êrst, Adv., Adj. (Superl.), zuerst, erste; nfries. eerst, aerst; ae. ǣrest (1), ǣrost, Adv., zuerst, erst; nndl. eerst, Adv., erst; GB.: seit um 796 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zuerst oder an vorderster Stelle (geschehend); BM.: leuchten; F.: erst+EW; Z.: e-r-st
$erstarken, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. erstarken, stark werden; E.: s. er, s. stark, s. en; L.: Kluge s. u. stark, DW 3, 995; GB.: seit 1349 belegte und aus er und stark sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches stark werden; F.: erstarken, erstarke, erstarkst, erstarkt, erstarkest, erstarket, erstarkte, erstarktest, erstarkten, erstarktet, ##erstarkt, erstarkte, erstarktes, erstarktem, erstarkten, erstarkter##, erstarkend, ###erstarkend, erstarkende, erstarkendes, erstarkendem, erstarkenden, erstarkender###, erstark (!)+EW; Z.: er—star-k-en
$erstarren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erstarren, starr werden, fest werden; E.: s. er, s. starren; L.: Kluge s. u. starren, DW 3, 995; GB.: seit vor 1209 belegte und aus er und starren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches starr werden oder fest werden; F.: erstarren, erstarre, erstarrst, erstarrt, erstarrest, erstarret, erstarrte, erstarrtest, erstarrten, erstarrtet, ##erstarrt, erstarrte, erstarrtes, erstarrtem, erstarrten, erstarrter##, erstarrend, ###erstarrend, erstarrende, erstarrendes, erstarrendem, erstarrenden, erstarrender###, erstarr (!)+EW; Z.: er—star-r-en
erstatten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erstatten, ersetzen; ne. refund (V.), compensate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: s. mhd. erstaten, sw. V., erstatten, ersetzen, als Ersatz stellen, aufspüren; mnd. erstāden, erstaden, sw. V., erstatten, ersetzen, gestatten; mhd. er…, Präf., er…; ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. staten, sw. V., anwenden, ausführen, machen, befestigen, bestätigen; mhd. stat, st. F., Ort, Stelle, Stätte, Platz (M.) (1), Raum; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. erstatten, Statt, DW 3, 996, EWD s. u. Statt, DW2 8, 2190, Duden s. u. erstatten; GB.: seit um 1170 belegte und aus er und Statt sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas an Stelle von etwas Genommenem ersetzen; BM.: stellen bzw. setzen; F.: erstatten, erstatte, erstattest, erstattet, erstattete, erstattetest, erstatteten, erstattetet, ##erstattet, erstattete, erstattetes, erstattetem, erstatteten, erstatteter##, erstattend, ###erstattend, erstattende, erstattendes, erstattendem, erstattenden, erstattender###, erstatte (!)+EW; Z.: er—sta-tt-en
$erstaunen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erstaunen, betäubt werden, in Schrecken (M.) geraten (V.), staunen; E.: s. er, s. staunen; L.: DW 3, 998, EWD s. u. staunen; GB.: seit um 1530 belegte und aus er und staunen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches betäubt werden oder in Schrecken (M.) geraten (V.); F.: erstaunen, erstaune, erstaunst, erstaunt, erstaunest, erstaunet, erstaunte, erstauntest, erstaunten, erstauntet, ##erstaunt, erstaunte, erstauntes, erstauntem, erstaunten, erstaunter##, erstaunend, ###erstaunend, erstaunende, erstaunendes, erstaunendem, erstaunenden, erstaunender###, erstaun (!)+EW; Z.: er—stau-n-en
$erstaunlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. erstaunlich, erstaunenswert, auffällig, merkwürdig; E.: s. erstaun(en), s. lich; L.: DW 3, 998, EWD s. u. staunen; GB.: seit 1668 belegte und aus erstaun(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches erstaunenswert oder auffällig oder merkwürdig; F.: erstaunlich, erstaunliche, erstaunliches, erstaunlichem, erstaunlichen, erstaunlicher(, erstaunlichere, erstaunlicheres, erstaunlicherem, erstaunlicheren, erstaunlicherer, erstaunlichst (!), erstaunlichste, erstaunlichstes, erstaunlichstem, erstaunlichsten, erstaunlichster)+EW; Z.: er—stau-n—lich
$erste, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. erste, früheste, vorderste; E.: s. erst, s. e; L.: EWD s. u. erster; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die kleinste Ordnungszahl (nach null und) vor zweite; F.: erste, erstes, erster, erstem, ersten+EW; Z.: e-r-st-e
erstehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erstehen, auferstehen, aufstehen, von Neuem entstehen, erwerben; ne. rise (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. erstān, erstēn, irstēn, derstēn, st. V., erstehen, aufstehen, auferstehen, entstehen, erwerben, merken, verstehen; mnd. erstān, st. V., aufstehen, erstehen; ahd. irstān, irstēn*, anom. V., „erstehen“, aufstehen, sich erheben, auferstehen; as. āstandan*, st. V. (6), aufstehen, auferstehen; anfrk. -; germ. *uzstēn, *uzstǣn, st. V., erstehen, aufstehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. erstehen, DW 3, 1007, DW2 8, 2179, EWAhd 5, 189, Duden s. u. erstehen; Son.: unreg. st. V.; vgl. afries. -; ae. āstandan, st. V. (6), aufstehen, sich erheben, fortdauern; an. -, got. usstandan, st. V. (6), sich erheben, aufbrechen, auferstehen; GB.: (irstān, irstantan) seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Beinen mögliches aufstehen oder von Neuem entstehen oder erwerben; F.: erstehen, erstehe, erstehst, ersteht, erstehest, erstehet, erstand, erstandest, erstandst, erstanden, erstandet, erstände, erständest, erständen, erständet, erstünde, erstündest, erstünden, erstündet, ##erstanden, erstandene, erstandenes, erstandenem, erstandenen, erstandener##, erstehend, ###erstehend, erstehende, erstehendes, erstehendem, erstehenden, erstehender###, ersteh (!)+EW; Z.: er—steh-en
$ersteigen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ersteigen, aufsteigen, hinaufsteigen; E.: s. er, s. steigen; L.: Kluge s. u. steigen, DW 3, 1009; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und steigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufsteigen oder hinaufsteigen; F.: ersteigen, ersteige, ersteigst, ersteigt, ersteigest, ersteiget, erstieg, erstiegst, erstiegen, erstiegt, erstiegest, erstieget, erstiegen, ##erstiegen, erstiegene, erstiegenes, erstiegenem, erstiegenen, erstiegener##, ersteigend, ###ersteigend, ersteigende, ersteigendes, ersteigendem, ersteigenden, ersteigender###, ersteig (!)+EW; Z.: er—steig-en
$ersteigern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ersteigern, zu einem Bestpreis erwerben; L.: Kluge s. u. steigern, DW 3, 1010, EWD s. u. steigern; GB.: seit 1524 belegte und aus er und steigern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches durch Erhöhen des Angebots einen begehrten Gegenstand zu einem Bestpreis erwerben; F.: ersteigern, ersteigere, ersteiger (!), ersteigre, ersteigerst, ersteigert, ersteigerte, ersteigertest, ersteigerten, ersteigertet, ##ersteigert, ersteigerte, ersteigertes, ersteigertem, ersteigerten, ersteigerten##, ersteigerter, ###ersteigerter, ersteigernd, ersteigernde, ersteigerndes, ersteigerndem, ersteigernden, ersteigernder###, ersteiger (!)+EW; Z.: er—steig-er-n
$erstens, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. erstens, an erster Stelle, als erstes; E.: s. erste, s. n, s. s; L.: DW 3, 1010, EWD s. u. erste; GB.: seit 1617 belegte und aus erste und n und s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches an erster Stelle oder als erstes; F.: erstens; Z.: e-r-st-ens
$ersterben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ersterben, sterben, tot werden, töten; E.: s.er, s. sterben; L.: Kluge s. u. sterben, DW 3, 1010, EWD s. u. sterben; GB.: um 796 belegte und aus er und sterben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches tot werden oder töten; F.: ersterben, ersterbe, erstirbst, erstirbt, ersterbest, ersterbet, erstarb, erstarbst, erstarben, erstarbt, erstürbe, erstürbest, erstürbst, erstürben, erstürbet, erstürbt, erstorben, ##erstorben, erstorbene, erstorbenes, erstorbenem, erstorbenen, erstorbener##, ersterbend, ###ersterbend, ersterbende, ersterbendes, ersterbendem, ersterbenden, ersterbender###, erstirb (!)+EW; Z.: er—ster-b-en
ersticken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ersticken, Luft entziehen, durch Entzug von Luftzufuhr töten oder sterben; ne. suffocate; Vw.: -; Hw.: s. stecken, stechen, stickig; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ersticken (1), irstichen, derstichen, sw. V., ersticken, verstummen, vollstopfen, zu Fall bringen; mnd. ersticken, sw. V., ersticken, töten; ahd. irstikken*, irsticken*, sw. V. (1a), ersticken, sterben; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. ir (2), ar, ur, er, Präp., Präf., aus, heraus, von, außerhalb; germ. *uz-, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. stikken, sw. V. (1a), stechen?, stopfen, füllen, vollstopfen, anfüllen; germ. *stikjan, sw. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ersticken, Kluge s. u. ersticken, DW 3, 1013, EWD s. u. ersticken, DW2 8, 2214, Duden s. u. ersticken; Son.: vgl. nndl. stikken, verstikken, V., ersticken; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und in den Teilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Mangel an Luft bzw. Sauerstoff sterben oder seit Entstehung des Menschen durch Entzug der Luftzufuhr töten oder sterben; BM.: stechen?, stopfen?; F.: ersticken, ersticke, erstick (!), erstickst, erstickt, erstickest, ersticket, erstickte, ersticktest, erstickten, ersticktet, ##erstickt, erstickte, ersticktes, ersticktem, erstickten, erstickter##, erstickend, ###erstickend, erstickende, erstickendes, erstickendem, erstickenden, erstickender###, erstick (!)+EW; Z.: er-sti-ck-en
erstinken, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. erstinken, ausstinken, stinken; Hw.: s. erstunken; Q.: v1022: L.: DW 3, 1014; GB.: vor 1022 belegte und aus er und stinken gebildete Bezeichnung für ausstinken oder stinken
$erstlich, nhd., Adv., (14. Jh.?): nhd. erstlich, an erster Stelle befindlich; E.: s. erst, s. lich; L.: DW 3, 1014, EWD s. u. erster; GB.: seit 1313 belegte und aus erst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Reihenfolgen mögliches an erster Stelle befindlich; F.: erstlich; F.: e-r-st-lich
$Erstling, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Erstling, erste Frucht; E.: s. erst(e), s. ling; L.: DW 3, 1015, EWD s. u. erster; GB.: seit 1466 belegte und aus erst(e) sowie ling gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche erste Frucht; F.: Erstling, Erstlings, Erstlinge, Erstlingen+EW; Z.: E-r-st-ling
$erstrecken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erstrecken, ausstrecken, ausdehnen; E.: s. er, s. strecken; L.: Kluge s. u. strecken, DW 3, 1019, EWD s. u. strecken; GB.: um 1170 belegte und aus er und strecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausstrecken oder ausdehnen; F.: erstrecken, erstrecke, erstreckst, erstreckt, erstreckest, erstrecket, erstreckte, erstrecktest, erstreckten, erstrecktet, ##erstreckt, erstreckte, erstrecktes, erstrecktem, erstreckten, erstreckter##, erstreckend, ###erstreckend, erstreckende, erstreckendes, erstreckendem, erstreckenden, erstreckender###, erstreck (!)+EW; Z.: er—stre-ck-en
$erstunken, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. erstunken, frei erfunden; E.: s. erstinken, s. er, s. stinken; L.: DW 3, 1014 (erstinken), EWD s. u. stinken; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus erstinken gebildete Bezeichnung für frei erfunden; F.: erstunken, erstunkene, erstunkenem, erstunkenen, erstunkener, erstunkenes+EW; Z.: er—stu-n-k-en
$ersuchen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. ersuchen, aussuchen, untersuchen, erforschen, erbitten, verlangen; E.: s. er, s. suchen; L.: Kluge s. u. ersuchen, DW 3, 1024, EWD s. u. suchen; GB.: (irsuohhen*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus er und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches untersuchen oder erforschen oder erbitten oder verlangen; F.: ersuchen, ersuche, ersuchst, ersucht, ersuchest, ersuchet, ersuchte, ersuchtest, ersuchten, ersuchtet, ##ersucht, ersuchte, ersuchtes, ersuchtem, ersuchten, ersuchter##, ersuchend, ###ersuchend, ersuchende, ersuchendes, ersuchendem, ersuchenden, ersuchender###, ersuch+EW; Z.: er—such-en
ertappen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ertappen, überraschen, antreffen; ne. catch (V.), cop (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1527 (Luther); E.: s. nhd. er…, Tapp(e), s. en; L.: Kluge s. u. ertappen, DW 3, 1027, EWD s. u. tappen, DW2 8, 2236, Duden s. u. ertappen; GB.: seit 1527 belegte und aus er und Tappe sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bei heimlichem oder verbotenem Tun überraschen der antreffen; Son.: vgl. nschw. ertappa, V., ertappen; BM.: Pfote; F.: ertappen, ertappe, ertappst, ertappt, ertappest, ertappet, ertappte, ertapptest, ertappten, ertapptet, ##ertappt, ertappte, ertapptes, ertapptem, ertappten, ertappter##, ertappend, ###ertappend, ertappende, ertappendes, ertappendem, ertappenden, ertappender###, ertapp (!)+EW; Z.: er—tapp-en
$erteilen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erteilen, austeilen, urteilen; E.: s. er, s. teilen; L.: DW 3, 1029 (ertheilen), EWD s. u. teilen; GB.: (irteilen) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus er und teilen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches austeilen oder urteilen; F.: erteilen, erteile, erteilst, erteilt, erteilest, erteilet, erteilte, erteiltest, erteilten, erteiltet, ##erteilt, erteilte, erteiltes, erteiltem, erteilten, erteilter##, erteilend, ###erteilend, erteilende, erteilendes, erteilendem, erteilenden, erteilender###, erteil (!)+EW; Z.: er—tei-l-en
$ertönen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. ertönen, erklingen, erschallen; E.: s. er, s. tönen; L.: DW 3, 1030, EWD s. u. Ton 2; GB.: um 1360 belegte und aus er und tönen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Ton (M.) (2) und Gehör mögliches erklingen oder erschallen; F.: ertönen, ertöne, ertönst, ertönt, ertönest, ertönet, ertönte, ertöntest, ertönten, ertöntet, ##ertönt, ertönte, ertöntes, ertöntem, ertönten, ertönter##, ertönend, ###ertönend, ertönende, ertönendes, ertönendem, ertönenden, ertönender###, ertön (!)+EW; Z.: er—tön-en
$ertöten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ertöten, töten; E.: s. er, s. töten; L.: DW 3, 1030 (ertödten), EWD s. u. tot; GB.: seit um 1000 belegte und aus er und töten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches töten; F.: ertöten, ertöte, ertötest, ertötet, ertötete, ertötetest, ertöteten, ertötetet, ##ertötet, ertötete, ertötetes, ertötetem, ertöteten, ertöteter##, ertötend, ###ertötend, ertötende, ertötendes, ertötendem, ertötenden, ertötender, ertöt (!)###+EW; Z.: er—tö-t-en
$Ertrag, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Ertrag, Nutzen (M.), Gewinn; E.: s. ertrag(en); L.: DW 3, 1031, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1699 belegte und aus ertrag(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Nutzen (M.) oder Gewinn; F.: Ertrag, Ertrages, Ertrags, Erträge, Erträgen+EW; Z.: Er—trag
$ertragen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. ertragen (V.), dulden, hinnehmen, aushalten; E.: s. er, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, DW 3, 1031, EWD s. u. tragen; GB.: seit nach 1150 belegte und aus er und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches dulden oder hinnehmen oder aushalten; F.: ertragen, erträgst, erträgt, ertragt, ertragest, ertraget, ertrug, ertrugst, ertrugen, ertrugt, ertrüge, ertrügest, ertrügen, ertrüget, ##ertragen, ertragene, ertragenes, ertragenem, ertragenen, ertragener##, ertragend, ###ertragend, ertragende, ertragendes, ertragendem, ertragenden, ertragender###, ertrag (!)+EW; Z.: er—trag-en
$erträglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. erträglich, aushaltbar; E.: s. ertrag(en), s. lich; L.: DW 3, 1032, EWD s. u. tragen; GB.: seit 1522 belegte und aus ertrag(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aushaltbar; F.: erträglich, erträgliche, erträgliches, erträglichem, erträglichen, erträglicher(, erträglichere, erträglicheres, erträglicherem, erträglicheren, erträglicherer, erträglichst, erträglichste, erträglichstes, erträglichstem, erträglichsten, erträglichster)+EW; Z.: er—träg—lich
$ertränken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ertränken, ersäufen, ertrinken machen; E.: s. er, s. tränken; L.: EWD s. u. tränken; GB.: seit 863-871 belegte und aus er und tränken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ersäufen oder ertrinken machen; F.: ertränken, ertränke, ertränkst, ertränkt, ertränkest, ertränket, ertränkte, ertränktest, ertränkten, ertränktet, ##ertränkt, ertränkte, ertränktes, ertränktem, ertränkten, ertränkter##, ertränkend, ###ertränkend, ertränkende, ertränkendes, ertränkendem, ertränkenden, ertränkender###, ertränk (!)+EW; Z.: er-trä-n-k-en
$ertrinken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ertrinken; E.: s. er, s. trinken; L.: EWD s. u. trinken; GB.: (irtrinkan*) seit 863-871 belegte und aus er und trinken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Trinken (von Wasser) sterben oder überschwemmt werden; F.: ertrinken, ertrinke, ertrinkst, ertrinkt, ertrinkest, ertrinket, ertrank, ertrankst, ertranken, ertrankt, ertränke, ertränkest, ertränken, ertränket, ertrunken, ##ertrunken, ertrunkene, ertrunkenes, ertrunkenem, ertrunkenen, ertrunkener##, ertrinkend, ###ertrinkend, ertrinkende, ertrinkendes, ertrinkendem, ertrinkenden, ertrinkender###, ertrink (!)+EW; Z.: er—tri-n-k-en
$erübrigen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. erübrigen, übrig lassen, gewinnen; E.: s. er, s. übrig, s. en; L.: Kluge s. u. übrig, DW 3, 1035, EWD s. u. über; GB.: seit 1364 belegte und aus er und übrig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches übrig lassen oder gewinnen; F.: erübrigen, erübrige, erübrigst, erübrigt, erübrigest, erübriget, erübrigte, erübrigtest, erübrigten, erübrigtet, ##erübrigt, erübrigte, erübrigtes, erübrigtem, erübrigten, erübrigter##, erübrigend, ###erübrigend, erübrigende, erübrigendes, erübrigendem, erübrigenden, erübrigender###, erübrig (!)+EW; Z.: er—üb-r-ig-en
eruieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. eruieren, feststellen, herausfinden, ermitteln; ne. determine, find (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1639 (Behaim); I.: Lw. lat. ēruere; E.: lat. s. ēruere, V., herausgraben, herausscharren, wühlen, aufgraben, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. ruere (2), V., reißen, aufreißen, wühlen, scharren; idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. eruieren, fehlt DW, EWD s. u. eruieren, Duden s. u. eruieren; GB.: seit 1639 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch gründliche Untersuchungen bzw. Nachforschungen feststellen oder herausfinden oder ermitteln; BM.: ausgraben; F.: eruieren, eruiere, eruierst, eruiert, eruierest, eruieret, eruierte, eruiertest, eruierten, eruiertet, ##eruiert, eruierte, eruiertes, eruiertem, eruierten, eruierter##, eruierend, ###eruierend, eruierende, eruierendes, eruierendem, eruierenden, eruierender###, eruier (!)+FW+EW; Z.: e-ru-ier-en
Eruption, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Eruption, Ausbruch, Vulkanausbruch; ne. eruption; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1786 (Goethe); I.: Lw. lat. ēruptio; E.: s. lat. ēruptio, F., Herausbrechen, Hervorbrechen, Ausfall, Ausfluss, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ērumpere, V., herausbrechen, hervorbrechen, herausstürzen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, gewaltsam trennen, platzen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eruption, fehlt DW, EWD s. u. Eruption, Duden s. u. Eruption; Son.: vgl. nndl. eruptie, Sb., Eruption; frz. éruption, F., Eruption; nschw. eruption, Sb., Eruption; nnorw. erupsjon, M., Eruption; poln. erupcja, F., Eruption; lit. eruptcija, F., Eruption; GB.: seit 1786 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen plötzlichen und heftigen Ausbruch von flüssiger Lava aus dem Erdinnern durch einen Vulkan; BM.: herausbrechen bzw. ausbrechen; F.: Eruption, Eruptionen+FW+EW; Z.: E-ru-p-t-io-n
eruptiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. eruptiv, explosionsartig wirkend, ausbrechend; ne. eruptive; Vw.: -; Hw.: s. Eruption; Q.: 1861; I.: Lw. frz. éruptif?, ne. eruptive?; E.: Ableitung von Eruption oder von frz. éruptif, Adj., eruptiv; ne. eruptive, Adj., eruptive; vgl. lat. ērumpere, V., herausbrechen, hervorbrechen, herausstürzen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, gewaltsam trennen, platzen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eruption, DW2 8, 2253, Duden s. u. eruptiv; Son.: vgl. nschw. eruptiv, Adj., eruptiv; nnorw. eruptiv, Adj., eruptiv; GB.: seit 1861 belegte und vielleicht aus dem Französischen oder dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches explosionsartig wirkend oder plötzlich und heftig ausbrechend von flüssiger Lava aus dem Erdinnern durch einen Vulkan; BM.: herausbrechen bzw. ausbrechen; F.: eruptiv, eruptive, eruptives, eruptivem, eruptiven, eruptiver(, eruptivere, eruptiveres, eruptiverem, eruptiveren, eruptiverer, eruptivst, eruptivste, eruptivstes, eruptivstem, eruptivsten, eruptivster)+FW(+EW); Z.: e-ru-p-t-iv
$Eruptivgestein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Eruptivgestein; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. eruptiv, s. Gestein; L.: fehlt DW, EWD s. u. Eruption; GB.: seit 1873 belegte und aus eruptiv und Gestein gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliches durch Eruption oder eruptiv entstehendes Gestein; F.: Eruptivgestein¸ Eruptivgesteines, Eruptivgesteins, Eruptivgesteine, Eruptivgesteinen+FW+EW; Z.: E-ru-p-t-iv—ge—stei-n
$erwachen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erwachen, aufwachen; E.: s. er, s. wachen; L.: Kluge s. u. wachen, EWD s. u. wachen; GB.: seit 863-871 belegte und vielleicht nach lat. evigilare aus er und wachen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Leben und Schlaf mögliches aufwachen; F.: erwachen, erwache, erwachst, erwacht, erwachest, erwachet, erwachte, erwachtest, erwachten, erwachtet, ##erwacht, erwachte, erwachtes, erwachtem, erwachten, erwachter##, erwachend, ###erwachend, erwachende, erwachendes, erwachendem, erwachenden, erwachender###, erwach (!)+EW; Z.: er—wach-en
$erwachsen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erwachsen (V.), heranwachsen, aufwachsen; E.: s. er, s. wachsen; L.: EWD s. u. wachsen 2; GB.: (irwahsan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und wachsen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches heranwachsen oder aufwachsen; F.: erwachsen, erwachse, erwachsst (!), erwächst, erwachsest, erwachset, erwuchs, erwuchsst, erwuchst, erwuchsen, erwachsend, ###erwachsend, erwachsende, erwachsendes, erwachsendem, erwachsenden, erwachsender###, erwachs (!)+EW; Z.: er—wach-s-en
$erwägen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. erwägen, bedenken, überlegen (V.), einschätzen; E.: s. er, s. wägen; L.: DW 3, 1039, EWD s. u. wägen, EWD s. u. wägen; GB.: (irwegan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus er und wägen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bedenken oder überlegen (V.) oder einschätzen; F.: erwägen, erwäge, erwägst, erwägt, erwägest, erwog, erwogst, erwogen, erwogt, erwöge (!), erwögest, erwögen, erwöget, erwogen, ##erwogen, erwogene, erwogenes, erwogenem, erwogenen, erwogener##, erwägend, ###wägend, erwägende, erwägendes, erwägendem, erwägenden, erwägender###, erwäg (!)+EW; Z.: er—wäg-en
$erwählen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erwählen, auswählen; E.: s. er, s. wählen; L.: DW 3, 1039, EWD s. u. wählen; GB.: (irwellen*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und wählen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auswählen; F.: erwählen, erwähle, erwählst, erwählt, erwählest, erwählet, erwählte, erwähltest, erwählten, erwähltet, ##erwählte, erwähltes, erwähltem, erwählten, erwählter##, erwählend, ###erwählend, erwählende, erwählendes, erwählendem, erwählenden, erwählender###, erwähl (!)+EW; Z.: er—wähl-en
erwähnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. erwähnen, anführen, nennen, äußern, über etwas sprechen; ne. mention; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1525 (Akten Bauernkrieg); E.: Vorderglied s. nhd. er…; Hinterglied vgl. mhd. gewæhenen, gewahenen, gewænen, st. V., sagen, berichten, erwähnen, ahd. giwahanen*, giwānen*, sw. V. (1a), erwähnen, erzählen, sagen; vgl. germ. *wahnjan, *wahwnjan, st. V., erwähnen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. erwähnen, Kluge s. u. erwähnen, DW 3, 1041, EWD s. u. erwähnen, DW2 8, 2267, Duden s. u. erwähnen, Bluhme s. u. erwähnen; Son.: vgl. ai. vívakti, V., redet, spricht; gr. εἰπεῖν (eipein), V., sagen; lat. vocāre, V., heißen, nennen; apreuß. enwackē, V., sie rufen an; heth. huek-, huk-, V., beschwören; GB.: seit 1525 belegte und aus er und wähnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anführen oder nennen oder äußern oder über etwas nur kurz und nebenbei sprechen; BM.: sagen; F.: erwähnen, erwähne, erwähnst, erwähnt, erwähnest, erwähnet, erwähnte, erwähntest, erwähnten, erwähntet, ##erwähnt, erwähnte, erwähntes, erwähntem, erwähnten, erwähnter##, erwähnend, ##erwähnend, erwähnende, erwähnendes, erwähnendem, erwähnenden, erwähnender###, erwähn (!)+EW; Z.: er-wäh-n-en
$Erwähnung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Erwähnung, Nennung; E.: s. erwähn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. erwähnen, DW 3, 1041, EWD s. u. erwähnen; GB.: seit 1482 belegte und aus erwähn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Nennung; F.: Erwähnung, Erwähnungen+EW; Z.: Er—wäh-n-ung
$erwecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erwecken, aufwecken, wach machen; E.: s. er, s. wecken; L.: Kluge s. u. wecken, DW 3, 1047, EWD s. u. wecken; GB.: (irwekken*) um 765 belegte und aus er und wecken gebildete Bezeichnung für aufwecken oder wach machen; F.: erwecken, erwecke, erweckst, erweckt, erweckest, erwecket, erweckte, erwecktest, erweckten, erwecktet, ##erweckt, erweckte, erwecktes, erwecktem, erweckten, erweckter##, erweckend, ###erweckend, erweckende, erweckendes, erweckendem, erweckenden, erweckender###, erweck (!)+EW; Z.: er—weck-en
$erweichen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. erweichen, schwächen, zermürben; E.: s. er, s. weichen; L.: Kluge s. u. weich, DW 3, 1054, EWD s. u. weich; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus er und weichen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schwächen oder zermürben; F.: erweichen, erweiche, erweichst, erweicht, erweichest, erweichet, erweichte, erweichtest, erweichten, erweichtet, ##erweicht, erweichte, erweichtes, erweichtem, erweichten, erweichter##, erweichend, ###erweichend, erweichende, erweichendes, erweichendem, erweichenden, erweichender###, erweich (!)+EW; Z.: er—wei-ch-en
$erweitern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. erweitern, weiter machen, ausdehnen; E.: s. er, s. weiter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. weit, DW 3, 1058, EWD s. u. weit; GB.: seit um 1250 belegte und aus er und weiter sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches weiter machen oder ausdehnen; F.: erweitern, erweitere, erweiter (!), erweiterst, erweitert, erweiterte, erweitertest, erweiterten, erweitertet, ##erweitert, erweiterte, erweitertes, erweitertem, erweiterten, erweiterter##, erweiternd, ###erweiternd, erweiterndes, erweiterndem, erweiternden, erweiternder###, erweiter (!)+EW; Z.: er—w-ei-t-er-n
$Erwerb, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Erwerb, Eroberung, Gewinn; E.: s. erwerb(en); L.: DW 3, 1060, EWD s. u. werben; GB.: seit 1378 belegte und aus erwerb(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Eroberung oder Gewinn; F.: Erwerb, Erwerbes, Erwerbs+EW; Z.: Er—werb
$erwerben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erwerben, umkehren, erlangen, erreichen, gewinnen; E.: s. er, s. werben; L.: Kluge s. u. erwerben, DW 3, 1060, EWD s. u. werben; GB.: (irwerban*) um 765 belegte und aus er und werben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches umkehren oder erlangen oder erreichen oder gewinnen; F.: erwerben, erwerbe, erwirbt, erwirbst, erwerbt, erwerbest, erwarb, erwarbst, erwarben, erwarbt, erwürbe, erwürbest, erwürben, erwürbet, erworben, ##erworben, erworbene, erworbenes, erworbenem, erworbenen, erworbener##, erwerbend, ###erwerbend, erwerbende, erwerbendes, erwerbendem, erwerbenden, erwerbender###, erwirb (!)+EW; Z.: er—werb-en
$erwidern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erwidern, zurückweisen, verwerfen, antworten; E.: s. er, s. wider, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. wider, DW 3, 1062, EWD s. u. wider, DW 29, 1123; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. respuere (irwidarōn*, daneben irwidaren*) aus er und wider sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Ausbildung von Sprache mögliches zurückweisen oder verwerfen oder antworten; F.: erwidern, erwidere, erwider (!), erwiderst, erwidert, erwiderte, erwidertest, erwiderten, erwidertet, ##erwidert, erwiderte, erwidertes, erwidertem, erwiderten, erwiderter##, erwidernd, ###erwidernd, erwiderndes, erwiderndem, erwidernden, erwidernder###, erwider (!)+EW; Z.: er—wi-der-n
$erwischen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. erwischen, ertappen, erlangen; E.: s. er, s. wischen; L.: Kluge s. u. erwischen, DW 3, 1068; GB.: seit um 1125 belegte und aus er und wischen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ertappen oder erlangen; F.: erwischen, erwische, erwischst, erwischt, erwischest, erwischet, erwischte, erwischtest, erwischten, erwischtet, ##erwischt, erwischte, erwischtes, erwischtem, erwischten, erwischter##, erwischend, ###erwischend, erwischende, erwischendes, erwischendem, erwischenden, erwischender###, erwisch (!)+EW; Z.: er—wi-sch-en
$erwürgen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erwürgen, ersticken, erdrosseln, töten; E.: s. er, s. würgen; L.: Kluge s. u. würgen, DW 3, 1072, EWD s. u. würgen; GB.: (irwurgen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus er und würgen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ersticken oder erdrosseln oder töten; F.: erwürgen, erwürge, erwürgst, erwürgt, erwürgest, erwürget, erwürgte, erwürgtest, erwürgten, erwürgtet, ##erwürgt, erwürgte, erwürgtes, erwürgtem, erwürgten, erwürgter##, erwürgend, ###erwürgend, erwürgende, erwürgendes, erwürgendem, erwürgenden, erwürgender###, erwürg (!)+EW; Z.: er—wür-g-en
Erz, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Erz, Metall, Bronze; ne. ore; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. arze, ërze, erze, st. N., Erz; mnd. erse, ērse, ersze, erce, ercze, N., Erz, Metall; ahd. aruz, st. M. (i)?, Erz, Roherz, Erzklumpen, Klumpen (M.), Tonklumpen, Brocken (M.); ahd. aruzzi*, st. N. (ja), verarbeitetes Erz, Stahl, Erzklumpen; as. arut*, st. M. (i), Erz, Erzstück; germ. *arut-, *arit-, Sb., Roherz, Erzklumpen; idg. *arutja-, *arutjam, *aritja-, *aritjam, st. N. (a), Roherz, Erzklumpen; s. idg. *rudʰi̯o-, Adj., rot, Pokorny 872; vgl. idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von sumer. urudu, urud, Sb., Kupfer; L.: Kluge 1. A. s. u. Erz, Kluge s. u. Erz, DW 3, 1074, EWD s. u. Erz, DW2 8, 2326, EWAhd 1, 355, Duden s. u. Erz, Bluhme s. u. Erz; Son.: vgl. afries. -; ae. ōra (2), sw. M. (n), Erz, Messing; ? an. ørtog, ertog, ærtog, st. F. (ō)?, kleine Münze, Drittelunze; got. -; nndl. erst, Sb., Erz; nschw. (ält.) artogh, Sb., Erz; nnorw. erst, M., Erz; ? lit. artaugas, Sb., Erz?; ? lett. ārtava, Sb., Erz?; GB.: seit 9. Jh. (aruz 2. Hälfte 9. Jh., aruzzi 931) belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und von den Menschen seit den Hochkulturen des Altertums verwendetes erzhaltiges Mineral bzw. für Bronze; BM.: rot?, Kupfer?; F.: Erz, Erzes, Erze, Erzen+EW; Z.: Erz
Erz…, erz…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. Erz..., erz..., Ober..., ober..., Haupt..., haupt...; ne. arch…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. erz…, erze…, Präf., Erz…, erz…; mnd. erse, Präf., Erz..., erz...; mnl. erts..., Präf., Erz..., erz...; ahd. erzi…, Präf., Erz..., erz...; spätlat. archi…, Präf., Erz..., erz...; gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Erz-, Kluge s. u. Erz-, EWD s. u. Erz..., DW 3, 1076, DW2 8, 2329, Duden s. u. erz-, Bluhme s. u. erz-; Son.: s. Erzbischof, Erzfeind; vgl. ae. arce…, Präf., Erz..., erz...; nndl. erts…, Präf., Erz..., erz...; nschw. ärke…, Präf., Erz..., erz...; nnorw. erke…, Präf., Erz..., erz...; poln. arcy…, Präf., Präf., Erz..., erz...; kymr. arch…, Präf., Erz..., erz...; lit. arki..., Präf., Erz..., erz...; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort zu einer Verstärkung verwendete Bezeichnung; BM.: erste; F.: Erz…, erz…+FW; Z.: Erz-
erz…, nhd., Partikel: nhd. erz…; Vw.: s. Erz…
$erzählen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. erzählen, aufzählen, berichten, beschreiben; E.: s. er, s. zählen; L.: Kluge s. u. erzählen, DW 3, 1076, EWD s. u. erzählen; GB.: (irzellen) seit Ende 8. Jh. belegte und aus er und zählen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufzählen oder berichten oder beschreiben; F.: erzählen, erzähle, erzählst, erzählt, erzählest, erzählet, erzählte, erzähltest, erzählten, erzähltet, ##erzählt, erzählte, erzähltes, erzähltem, erzählten, erzählter##, erzählend, ###erzählend, erzählende, erzählendes, erzählendem, erzählenden, erzählender###, erzähl (!)+EW; Z.: er—zäh-l-en
$Erzähler, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Erzähler, Erzählender; E.: s. erzähl(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. erzählen, DW 3, 1078, EWD s. u. erzählen; GB.: seit 1540 belegte und aus erzähl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Erzählenden; F.: Erzähler, Erzählers, Erzählern+EW; Z.: Er-zäh-l-er
$Erzählung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Erzählung, Aufzählung, Wiedergabe, Mitteilung, Darlegung, Bericht; E.: s. erzähl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. erzählen, EWD s. u. erzählen; GB.: seit 1463 belegte und aus erzähl(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Aufzählung oder Wiedergabe oder Mitteilung oder Darlegung oder einen Bericht F.: Erzählung, Erzählungen+EW; Z.: Er-zäh-l-ung
$Erzbischof, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Erzbischof; E.: s. Erz, s. Bischof; L.: DW 3, 1080, EWD s. u. Bischof; GB.: seit 1140 belegte und aus dem Lateinischen des Frühmittelalters aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen mehreren Bischöfen übergeordneten oberen Bischof eines Erzbistums; F.: Erzbischof, Erzbischofes, Erzbischofs, Erzbischöfe, Erzbischöfen+FW(+EW); Z.: Erz—bi-schof
$erzeigen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. erzeigen, aufzeigen, darlegen; E.: s. er, s. zeigen; L.: Kluge s. u. zeigen, DW 3, 1081, EWD s. u. zeigen; GB.: (irzeigōn*? 1, irzeigēn*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus er und zeigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufzeigen oder darlegen; F.: erzeigen, erzeige, erzeigst, erzeigt, erzeigest, erzeiget, erzeigte, erzeigtest, erzeigten, erzeigtet, ##erzeigt, erzeigte, erzeigtes, erzeigtem, erzeigten, erzeigter##, erzeigend, ###erzeigend, erzeigende, erzeigendes, erzeigendem, erzeigenden, erzeigender###, erzeig (!)+EW; Z.: er—zei-g-en
$erzen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. erzen, er nennen, mit er ansprechen oder anreden; L.: Kluge s. u. erzen, DW 3, 1086, EWD s. u. Erz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus er und z sowie en gebildete Bezeichnung für seit dieser Zeit nach dem Vorbild von duzen (und siezen) gebildete Bezeichnung für einen anderen Menschen mit er ansprechen oder anreden; F.: erzen, erze (!), erzst, erzt, erzest, erzet, erzte, erztest, erzten, erztet, geerzt, ##geerzt, geerzte, geerztes, geerztem, geerzten, geerzter##, erzend, ###erzend, erzende, erzendes, erzendem, erzenden, erzender###, erz (!)+EW; Z.: erz-en
$Erzengel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Erzengel, oberster Engel; E.: s. Erz, s. Engel; L.: DW 3, 1086, EWD s. u. Engel; GB.: (arhangil*) seit 810-817 belegte und aus dem Lateinischen (archangelus) und Griechischen des Altertums sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen der drei bis sieben anerkannten obersten Engel (Erzengel) der Juden und Christen wie Michael oder Gabriel oder Raphael; F.: Erzengel, Erzengels, Erzengeln+FW; Z.: Erz—engel
$erzeugen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. erzeugen, herstellen, verfertigen, machen; E.: s. er, s. zeugen; L.: Kluge s. u. erzeugen, DW 3, 1076, EWD s. u. zeugen; GB.: seit 1120/1130 belegte und aus er und zeugen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches herstellen oder verfertigen oder machen; F.: erzeugen, erzeuge, erzeugst, erzeugt, erzeugest, erzeuget, erzeugte, erzeugtest, erzeugten, erzeugtet, ##erzeugt, erzeugte, erzeugtes, erzeugtem, erzeugten, erzeugter##, erzeugend, ###erzeugend, erzeugende, erzeugendes, erzeugendem, erzeugenden, erzeugender###, erzeug (!)+EW; Z.: er—zeu-g-en
$Erzeuger, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Erzeuger, Erzeugender, Vater, Hersteller; E.: s. erzeug(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 1088, EWD s. u. zeugen; GB.: seit 1554 belegte und wohl nach lat. genitor aus erzeug(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen etwas Erzeugenden (Vater) oder einen Hersteller; F.: Erzeuger, Erzeugers, Erzeugern+EW; Z.: Er—zeu-g-er
$Erzeugnis, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Erzeugnis, Ergebnis einer Herstellung, Produkt; E.: s. erzeug(en), s. nis; L.: DW 3, 1088, EWD s. u. zeugen; GB.: seit 1305 belegte und aus erzeug(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Ergebnis einer Herstellung; F.: Erzeugnis, Erzeugnisse +EW; Z.: Er—zeu-g-nis
$erziehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. erziehen, ausziehen, aufziehen, entwickeln, bilden; E.: s. er, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 3, 1091, EWD s. u. ziehen; GB.: um 765 belegte und aus er und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausziehen oder aufziehen oder entwickeln oder bilden; F.: erziehen, erziehe, erziehst, erzieht, erziehest, erziehet, erzog, erzogst, erzogen, erzogt, erzöge, erzögest, erzögst, erzögen, erzöget, erzogen, ##erzogen, erzogene, erzogenes, erzogenem, erzogenen, erzogener##, erziehend, ###erziehend, erziehende, erziehendes, erziehendem, erziehenden, erziehender###, erzieh (!)+EW; Z.: er—zie-h-en
$Erzieher, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Erzieher, Erziehender, Lehrer, Pädagoge; E.: s. erzieh(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. ziehen; GB.: seit um 1466 belegte und vielleicht nach lat. educator aus erzieh(en) und er gebildete Bezeichnung für einen wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen neben die Familie oder Eltern eines Kindes tretenden berufsmäßig Erziehenden oder Lehrer; F.: Erzieher, Erziehers, Erziehern+EW; Z.: Er—zie-h-ung
$Erziehung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Erziehung, Aufziehung, Förderung, Entwicklung, Bildung; E.: s. erzieh(en), s. ung; L.: EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1499 belegte und wohl nach lat. educatio aus erzieh(en) und ung gebildete Bezeichnung für die besondere Aufziehung oder Förderung oder Entwicklung von Kindern zu möglichst guten oder erfolgreichen oder brauchbaren Erwachsenen; F.: Erziehung, Erziehungen+EW; Z.: Er—zie-h-ung
$erzittern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. erzittern, erbeben, unter Zittern erreichen; E.: s. er, s. zittern; L.: Kluge s. u. zittern, DW 3, 1095, EWD s. u. zittern; GB.: nach 1291 belegte und aus er und zittern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unter Zittern erreichen; F.: erzittern, erzittere, erzitter (!), erzitterst, erzittert, erzitterte, erzittertest, erzitterten, erzittertet, ##erzittert, erzitterte, erzittertes, erzittertem, erzitterten, erzitterter##, erzitternd, ###erzitternd, erzitterndes, erzitterndem, erzitternden, erzitternder###, erzitter (!)+EW; Z.: er—zi-t-t-er-n
$erzürnen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. erzürnen, in Zorn geraten (V.), in Zorn versetzen; E.: s. er, s. zürnen; L.: EWD s. u. Zorn; GB.: seit um 1150 belegte und aus er und zürnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in Zorn geraten (V.) oder in Zorn versetzen; F.: erzürnen, erzürne, erzürnst, erzürnt, erzürnest, erzürnet, erzürnte, erzürntest, erzürnten, erzürntet, erzürnt, ##erzürnt, erzürnte, erzürntes, erzürntem, erzürnten, erzürnter##, erzürnend, ###zürnend, erzürnende, erzürnendes, erzürnendem, erzürnenden, erzürnender###, erzürn (!)+EW; Z.: er—zür-n-en
$erzwingen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. erzwingen, durch Zwang bewirken; E.: s.er, s. zwingen; L.: Kluge s. u. zwingen; GB.: (irdwingan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. extorquere aus er und zwingen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Zwang bewirken; F.: erzwingen, erzwinge, erzwingst, erzwingt, erzwingest, erzwinget, erzwang, erzwangst, erzwangen, erzwangt, erzwänge, erzwängest, erzwängen, erzwänget, erzwungen, ##erzwungen, erzwungene, erzwungenes, erzwungenem, erzwungenen, erzwungener##, erzwingend, ###erzwingend, erzwingende, erzwingendes, erzwingendem, erzwingenden, erzwingender###, erzwing (!)+EW; Z.: er—zwing-en
es, nhd., Pron. (N.): nhd. es; Hw.: s. er
Esch, nhd. (ält.), st. M., (8. Jh.): nhd. Esch, Feld, Acker, Saatfeld, Saat; ne. seed, field; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ezzisch, esch, st. M., „Esch“, Saatfeld; mnd. ēsch, M., „Esch“, Saatfeld; mnl. esch, M., Esch; ahd. ezzisk*, ezzisc*, st. M. (a), Saat; anfrk. -; as. *ėtisk?, *ėzk?, st. N. (a), „Esch“, Saatfeld; germ. *atiska-, *atiskaz, st. M. (a), „Esch“, Saatfeld, Flur (F.); germ. *atiska-, atiskam, st. N. (a), Esch, Saatfeld, Flur (F.); vgl. idg. ades-, N., Getreideart, Spelt, Pokorny 3 (8/8) (RB. idg. aus ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Esch, DW 3, 1140, DW2 8, 2383, EWAhd 2, 1191, Falk/Torp 24, Bluhme s. u. Esch; Son.: vgl. afries. esk, edesk, st. M. (a), Esch, Saatland, Saatfeld; ae. ėdisc, st. M. (a), eingezäunte Weide (F.) (2), Acker, Esch; got. atisk, st. M. (a), Saat, Saatfeld; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Feld oder Acker benutztes Stück Land oder ein Saatfeld oder eine Saat; BM.: ?; F.: Esch, Esches (!), Esche (!), Eschen (!)+EW; Z.: Esch
Eschatologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Eschatologie, Heilskunde; ne. eschatology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1835; I.: neoklassische Bildung; E.: von gr. τά ἔσχατα (tá éschata), N. Pl., die letzten Dinge; vgl. gr. ἔσχατος (éschatos), gr., Adj. (Superl.): nhd. äußerste, letzte, ärgste; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Rede, Rechenschaft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Eschatologie, DW2 8, 2383, Duden s. u. Eschatologie; Son.: vgl. nndl. eschatologie, Sb., Eschatologie; frz. eschalogogie, F., Eschatologie; nschw. eskatologi, Sb., Eschatologie; nnorw. eskatologi, M., Eschatologie; poln. eschatologia, F., Eschatologie; kymr. eschatoleg, F., Eschatologie; lit. eschatologija, F., Eschatologie; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Lehre von den letzten Dingen in der Theologie (Heilskunde); BM.: aus, sammeln; F.: Eschatologie, Eschatologien+FW(+EW?); Z.: Esch-at-o-log-ie
Esche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Esche, Eschenbaum; ne. ash (N.), ash-tree, rowan-tree; Vw.: s. Eber-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. esche, F., Esche; mhd. asch, st. M., Esche, Speer, kleines Schiff, Schüssel; mnd. asch, M., Esche; mnl. esce, F., Esche; ahd. ask*, asc, st. M. (a?, i?), Esche, Eberesche, Speer; ahd. aska (2), asca, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Esche, Eberesche; as. ask* (1), st. M. (a?, i?), Esche, Lanze, Schiff; anfrk. -; germ. *aska-, *askaz, st. M. (a), Esche, Boot; idg. *osk-, Sb., Esche, Pokorny 782; s. idg. *ōs, *h₃es-, Sb., Esche, Pokorny 782 (1350/30) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Esche, Kluge s. u. Esche, EWD s. u. Esche, DW 3, 1141, DW2 8, 2383, EWAhd 1, 360, Duden s. u. Esche, Schweiz. Id. 1, 568, Falk/Torp 23, Bluhme s. u. Esche; Son.: s. schweiz. Esch, M., F., Esche; vgl. afries. -; ae. æsc (1), st. M. (a), Esche, Speer, Lanze, Schiff (aus Eschenholz); an. askr, st. M. (a), Esche, Spieß (M.) (1), Schiff; got. *asks?, st. F. (a?), Esche, Speer; nndl. esch, Sb., Esche; nschw. ask, Sb., Esche; nnorw. ask, M., Esche; arm. haci, Sb., Esche; gr. ὀξύα (oxýa), F., Buche, Speerschaft; alb. ah, Sb., Buche; lat. ornus, F., wilde Eberesche, Mannaesche, eschener Speer; air. uinnius, huinnius, Sb., Esche; kymr. onnen, F., Esche; lit. úosis, M., F., Esche; russ. ясень (jásen), M., Esche; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und bereits in der Kreidezeit und dem Tertiär auf der Nordhalbkugel der Erde nachgewiesenen Laubbaum mit gefiederten Blättern und geflügelten Früchten; BM.: ?; F.: Esche, Eschen+EW; Z.: Esch-e
$eschen, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. eschen, Esche betreffend, aus Esche bestehend; E.: s. Esch(e), s. en; L.: DW 3, 1141, EWD s. u. Esche; GB.: seit 10. Jh. (as.) belegte und aus Esch(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Eschen mögliches Esche betreffend oder aus Esche bestehend; F.: eschen, eschene, eschenes, eschenem, eschenen, eschener+EW; Z.: esch-en
Esel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Esel; ne. donkey, ass; Vw.: s. Maul-; Hw.: s. Assel; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. esel, st. M., Esel, Dummkopf, ein Belagerungswerkzeug, ein Eisbrecher; mnd. ēsel, esel, M., Esel; mnl. esel, M., Esel; ahd. esil, st. M. (a), Esel; as. ėsil, st. M. (a), Esel; anfrk. -; germ. *asilu-, asiluz, st. M. (u), Esel; lat. asinus, asellus, M., Esel; wohl aus einer kleinasiatischen Sprache entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Esel, Kluge s. u. Esel, DW 3, 1143, EWD s. u. Esel, DW2 8, 2385, EWAhd 2, 1155, Duden s. u. Esel, Bluhme s. u. Esel; Son.: vgl. afries. -; ae. éosol, st. M. (a?), Esel; an. -; got. asilus, st. M. (u), Esel, Eselin; nndl. ezel, Sb., Esel; frz. âne, M., Esel; nschw. osna, Sb., Esel; nnorw. esel, N., Esel; arm. ês, Sb., Esel; gr. ὄνος (ónos), M., F., Esel, Eselin; poln. osioł, M., Esel; lit. asilas, M., Esel; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar wohl einer kleinasiatischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für ein mit dem Pferd und dem Zebra verwandtes und vor Millionen Jahren von Amerika über die nördliche Landbrücke nach Eurasien gekommenes Säugetier mit grauem bis braunem Fell sowie kurzer Mähne und langen Ohren und Quastenschwanz; BM.: ?; F.: Esel, Esels, Eseln+FW; Z.: Esel
$Eselsbrücke, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Eselsbrücke, eine Gedankenverbindung, eine Merkhilfe; E.: s. Esel, s. s, s. Brücke; L.: Kluge s. u. Eselsbrücke, EWD s. u. Esel; GB.: seit 1442 belegte und vielleicht nach lat. asini pons aus Esel und s sowie Brücke gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Gedankenverbindung oder Merkhilfe wie beispielsweise (deutsch) nicht ohne Seife waschen für die Reihenfolge der Himmelsrichtungen oder mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel für die acht Planeten des Sonnensystems oder wer nämlich mit h schreibt ist dämlich oder Iller Lech Isar Inn fließen rechts zur Donau hin Wörnitz Altmühl Naab und Regen kommen ihr von links entgegen oder im Osten geht die Sonne auf im Süden ist ihr Mittagslauf im Westen will sie untergehn im Norden ist sie nie zu sehn oder für die römischen Zahlenzeichen (von I bis M) ich verkünde x-mal lasst Cäsar das machen; F.: Eselsbrücke, Eselsbrücken+EW; Z.: Esel-s—brü-ck-e
$Eselsohr, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Eselsohr; L.: Kluge s. u. Eselsohr, EWD s. u. Esel; GB.: seit um 1320 belegte und wohl nach lat. auris asinina aus Esel und s sowie Ohr gebildete Bezeichnung für das Ohr eines Esels und eine ihm ähnelnde Pflanze sowie eine umgeknickte Buchseitenecke; F.: Eselsohr, Eselsohrs, Eselsohres, Eselsohren+EW; Z.: Esel-s—ohr; Son.: Eselohr vor 17. Jh.?
…esk, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. …esk, in der Art von; ne. …esque; Vw.: s. burl-, chevaler-, pittor-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. aus romanischen Sprachen; E.: aus romanischen Sprachen aufgenommen, s. it. …esco, Suff., …esk; frz. …esque, Suff., …esk; lat. …icus?, Suff., …esk?; Son.: s. burlesk, kafkaesk, pittoresk; vgl. nndl. …esk, Suff., …esk; nschw. …esk, Suff., …esk; nnorw. …esk, Suff., …esk; poln. …iczy, …iczo, Suff., …esk; kymr. …esg, Suff., …esk; GB.: vielleicht seit 17. Jh. aus romanischen Sprachen aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Partikel in oder mit der Bedeutung in der Art von; BM.: ?; F.: ...esk, ...eske, ...eskes, ...eskem, ...esken, ...esker+FW; Z.: -esk
Eskalation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Eskalation, Verschärfung, Zuspitzung, Ausweitung, Steigerung; ne. escalation; Vw.: -; Hw.: s. Skala; Q.: 1965 (FAZ); I.: Lw. ne. escalation; E.: s. ne. escalation, N., Eskalation, Zuspitzung; vgl. ne. escalator, N., Rolltreppe; ne. escalade, V., Mauer erstürmen, übersteigen; frz. escalader, V., besteigen, mit Sturmleitern nehmen; mlat. scālāre, escālāre, V., erklimmen, Stiege nehmen (1372); lat. scālae, F. Pl., Stiege (F.) (1), Leiter (F.), Treppe, Steigerung im Ausdruck, Stufen (F. Pl.), Sturmleiter (F.), (204-169 v. Chr.); lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen, sich erheben; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918 (1605/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Eskalation, fehlt DW, EWD s. u. Eskalation, DW2 8, 2391, Duden s. u. Eskalation; Son.: vgl. nndl. escalatie, Sb., Eskalation; frz. escalade, F., Eskalation; nschw. eskalering, Sb., Eskalation; nnorw. eskalation, M., Eskalation; poln. eskalacja, F., Eskalation; lit. eskalacija, F., Eskalation; GB.: seit 1965 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche (unkontrollierte) Verschärfung oder Zuspitzung oder Ausweitung oder Steigerung eines Konflikts oder Interessenunterschieds; BM.: besteigen; F.: Eskalation, Eskalationen+FW+EW; Z.: E-ska-l-at-io-n
$eskalieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. eskalieren, zuspitzen, verschärfen, ausweitensteigern, vertiefen; Q.: 1966; E.: s. Eskal(ation), s. ieren; L.: Kluge s. u. Eskalation, fehlt DW, EWD s. u. Eskalation; GB.: seit 1966 belegte und mit Eskalation verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches zuspitzen oder verschärfen oder ausweiten oder steigern oder vertiefen; F.: eskalieren, eskaliere, eskalierst, eskaliert, eskalierest, eskalieret, eskalierte, eskaliertest, eskalierten, eskaliertet, ##eskaliert, eskalierte, eskaliertes, eskaliertem, eskalierten, eskalierter##, eskalierend, ###eskalierend, eskalierende, eskalierendes, eskalierendem, eskalierenden, eskalierender###, eskalier (!)+FW+EW; Z.: e-ska-l-ier-en
Eskapade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Eskapade, abenteuerlich-eigenwillige Handlung, Seitensprung; ne. escapade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. escapade; E.: s. frz. escapade, F., Eskapade; it. scappata, F., Eskapade; span. escapada, F., Eskapade; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. cappa, F., Kopfbedeckung, Kappe, Haube, Kapuze, (538/539-594 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Eskapade, fehlt DW, EWD s. u. Eskapade, DW2 8, 2391, Duden s. u. Eskapade; Son.: vgl. nndl. escapade, Sb., Eskapade; nschw. eskapad, Sb., Eskapade; nnorw. eskapade, M., Eskapade; poln. eskapada, F., Eskapade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche abenteuerlich-eigenwillige Handlung eines Menschen; BM.: aus der Kappe; F.: Eskapade, Eskapaden+FW+EW; Z.: Es-kap-ad-e
Eskimo, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Eskimo, Inuk; ne. eskimo; Vw.: -; Hw.: s. Husyk; Q.: 17. Jh.?; I.: indianisches Lw.; E.: das Wort stammt wohl aus einer Fremdbezeichnung für diese Völkergruppe aus einer Algonkin-Sprache; vielleicht von dem Cree-Wort aayaskimeew, Sb., Schneeschuhflechter; L.: fehlt DW, Duden s. u. Eskimo; Son.: vgl. nndl. eskimo, Sb., Eskimo; frz. esquimau, M., Eskimo; nschw. eskimå, Sb., Eskimo; nnorw. eskimo, M., Eskimo; poln. eskimos, M., Eskimo; kymr. esgimo, M., Eskimo; nir. eiscimeach, M., Eskimo; lit. eskimas, M., Eskimo; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus einer Algonkin-Sprache und mittelbar aus einem Cree-Wort aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen einer in arktischen und subarktischen Gebieten lebenden Völkergruppe (Inuk); BM.: Schneeschuhflechter?; F.: Eskimo, Eskimos+FW; Z.: Eskimo
Eskorte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Eskorte, Geleit, Begleitung; ne. escort (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1632; I.: Lw. frz. escorte; E.: s. frz. escorte, F., Eskorte; it. scorta, F., Geleit; vgl. it. scorgere, V., geleiten; lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Eskorte, fehlt DW, EWD s. u. Eskorte, DW2 8, 2392, Duden s. u. Eskorte; Son.: vgl. nndl. escorte, Sb., Eskorte; nschw. eskort, Sb., Eskorte; nnorw. eskorte, M., Eskorte; poln. eskorta, F., Eskorte; lit. eskortas, M., Eskorte; GB.: seit 1632 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Geleit oder eine Begleitung (begleitende Schutzwache oder eine Wachmannschaft); BM.: auf den richtigen Weg führen; F.: Eskorte, Eskorten+FW(+EW); Z.: E-skor-t-e
eskortieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. eskortieren, beschützend begleiten; ne. escort (V.), convoy; Vw.: -; Hw.: s. Eskorte; Q.: 1712; I.: Lw. frz. escorter; E.: s. frz. escorter, V., bewachend begleiten; vgl. frz. escorte, F., Eskorte; it. scorta, F., Geleit; vgl. it. scorgere, V., geleiten; lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Eskorte, fehlt DW, EWD s. u. Eskorte, DW2 8, 2392, Duden s. u. eskortieren; Son.: vgl. nndl. escorteren, V., eskortieren; nschw. eskortera, V., eskortieren; nnorw. eskortere, V., eskortieren; poln. eskortować, V., eskortieren; lit. ekortuoti, V., eskortieren; GB.: seit 1712 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beschützend begleiten; BM.: auf den richtigen Weg führen; F.: eskortieren, eskortiere, eskortierst, eskortiert, eskortierest, eskortieret, eskortierte, eskortiertest, eskortierten, eskortiertet, ##eskortiert, eskortierte, eskortiertes, eskortiertem, eskortierten, eskortierter##, eskortierend, ###eskortierend, eskortierende, eskortierendes, eskortierendem, eskortierenden, eskortierender###, eskortier (!)+FW+EW; Z.: e-skor-t-ier-en
$Esoterik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Esoterik, eine Grenzwissenschaft der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung; E.: s. esoteri(sch), s. (i)k; L.: Kluge s. u. esoterisch, fehlt DW; GB.: seit 1965 belegte und aus esoteri(sch) und ik bzw. Esoterik(er) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen angenommene Grenzwissenschaft der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung; F.: Esoterik+FW(+EW); Z.: Es-o-t-er-ik
$Esoteriker, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Esoteriker; E.: s. esoteri(sch), s. (i)k; L.: Kluge s. u. esoterisch, fehlt DW; GB.: seit 1829 belegte und aus esoterisch bzw. frz. ésotérique gebildete bzw. umgebildete Bezeichnung für einen Anhänger der von Menschen entwickelten Esoterik oder Grenzwissenschaft der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung; F.: Esoteriker, Esoterikers, Esoterikern+FW(+EW); Z.: Es-o-t-er-ik-er
esoterisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. esoterisch, geheimnisvoll, innerlich, nur für Eingeweihte verständlich; ne. esoteric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1772; I.: Lw. frz. ésotérique; E.: frz. ésotérique, Adj., esoterisch, geheim; gr. ἐσωτερικός (esōterikós), Adj., innerlich; vgl. εἴσω (eísō), Adv., hinein, nach innen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. esoterisch, fehlt DW, EWD s. u. esoterisch, DW2 8, 2393, Duden s. u. esoterisch; Son.: vgl. nndl. esoterisch, Adj., esoterisch; frz. ésotérique, Adj., esoterisch; nschw. esoterisk, Adj., esoterisch; nnorw. esoterisk, Adj., esoterisch; poln. ezoteryczny, Adj., esoterisch; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen angenommenes geheimnisvoll oder innerlich oder nur für Eingeweihte verständlich; BM.: innen; F.: esoterisch, esoterische, esoterisches, esoterischem, esoterischen, esoterischer(, esoterischere, esoterischeres, esoterischerem, esoterischeren, esoterischerer, esoterischste, esoterischstes, esoterischstem, esoterischsten, esoterischster)+FW+EW; Z.: es-o-t-er-isch
Espadrille, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Espadrille, ein Leinenschuh mit Strohsohle aus Espartogras; ne. espadrille; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. epadrille; E.: s. frz. epadrille, epardille, F., Espadrille; vgl. span. esparto, M., Pfriemengras, Ginster, Spartoschuh; lat. spartum, sparton, N., Pfriemengras; gr. σπάρτον (spárton), N., Pfriemengras; idg. *sper- (3), V., drehen, winden, Pokorny 991 (1716/188) (RB. idg. aus arm., gr., ital., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Espadrille; Son.: vgl. nndl. espadrille, Sb., Espadrille; nschw. espadrille, Sb., Espadrille; nnorw. espadrille, Sb., Espadrille; kymr. espadrille, M., F., Espadrille; poln. espadryle, F., Espadrille; lit. espadrilė, F., Espadrille; GB.: vielleicht seit 18. Jh. aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Spanischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Leinenschuh mit einer Strohsohle aus Espartogras; BM.: Pfriemengras bzw. winden; F.: Espadrille, Espadrilles+FW+EW; Z.: E-spa-dril-l-e
Espe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Espe, Espenbaum, Zitterpappel; ne. asp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. espe, st. F., Espe; s. mhd. aspe (1), F., Espe, Zitterpappel; mnd. espe, F., Espe; mnl. espe, F., Espe; ahd. aspa, sw. F. (n), Espe, Esche; as.? *ėspa?, sw. F. (n)?, Espe; anfrk. -; germ. *aspō, st. F. (ō), Espe; germ. *aspō-, *aspōn, sw. F. (n), Espe; idg. *apsā, F., Espe, Pokorny 55 (95/95) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Espe, Kluge s. u. Espe, DW 1, 587 (Aspe), DW 3, 1157, EWD s. u. Espe, DW2 8, 2394, EWAhd 1, 370, Duden s. u. Espe, Falk/Torp 23, Bluhme s. u. Espe, Schweiz. Id. 1, 571, Rhein. Wb. 1, 286, Ochs 1, 75, Fischer 1, 342, Schmeller 1, 168; Son.: s. nhd. (dial.) Aspe, F., Espe; vgl. afries. *espe, st. F. (ō), Espe; ae. æspe, æsp, st. F. (ō), sw. F. (n), Espe; an. espi, N., Espe; an. ǫsp, st. F. (ō), Espe; got. *aspa?, st. F. (ō), Espe; vgl. nschw. asp, Sb., Espe; nnorw. asp, osp, M., F., Espe; lett. apse, Sb., Espe; apreuß. abse, F., Espe; lit. ãpušẽ, F., Espe?; GB.: (aspa) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen Laubbaum; BM.: ?; F.: Espe, Espen+EW; Z.: Esp-e
$Espenlaub, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Espenlaub, Laub der Espe; E.: s. Esp(e), s. en, s. Laub; L.: Kluge s. u. Espe, DW 3, 1158; GB.: um 1210 belegte und aus Esp(e) und en sowie Laub gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschliches Laub der Espe; F.: Espenlaub, Espenlaubes, Espenlaubs+EW; Z.: Esp-en—lau-b
Esperanto, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Esperanto, eine Kunstsprache; ne. Esperanto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1891; I.: neoklassische Bildung; E.: Kunstbildung als Pseudonym „Dr. Esperanto“ des in Bialystok in Polen in mehrsprachiger Umgebung geborenen jüdischen Augenarzts Ludwik Lejzer Zamenhof (1859-1917); vgl. lat. spērāre, V., erwarten, vermuten, hoffen, fürchten, befürchten, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Esperanto, fehlt DW, DW2 8, 2394, Duden s. u. Esperanto; Son.: vgl. nndl. esperanto, Sb., Esperanto; frz. espéranto, M., Esperanto; nschw. esperanto, Sb. Esperanto; nnorw. esperanto, M., Esperanto; poln. esperanto, M., Esperanto; kymr. Esperanto, F., M., Esperanto; lit. esperanto, M., Esperanto; GB.: seit 1891 belegte und aus lat. spera(re) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine künstlich entwickelte hauptsächlich auf den romanischen Sprachen und dem Englischen aufbauende sowie bisher entgegen den ursprünglichen Hoffnungen gegenüber den vielen tatsächlichen Einzelsprachen der gesamten Welt nicht erfolgreich durchgedrungene Welthilfssprache; BM.: hoffen; F.: Esperanto, Esperantos+FW; Z.: E-spe-r-ant-o
$Esplanade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Esplanade; I.: Lw. frz. esplanade; E.: s. frz. esplanade; L.: fehlt DW, EWD s. u. Esplanade; seit 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums (planus) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und als Schussfeld verwendeten großen freien Platz vor einer Zitadelle oder einem Schloss; F.: Esplanade, Esplanaden+FW; Z.: Es-pla-n-ad-e
Espresso, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Espresso, ein starker Kaffee; ne. espresso; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1960; I.: Lw. it. (caffé) espresso; E.: s. it. (caffé) espresso, M., Espresso; vgl. it. esprimere, V., herausdrücken; lat. exprimere, herausdrücken, ausdrücken, auspressen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Espresso, EWD s. u. Espresso, DW2 8, 2395, Duden s. u. Espresso; Son.: vgl. nndl. espresso, Sb., Espresso; frz. espresso, expresso, M., Espresso; nschw. espresso, Sb., Espresso; nnorw. espresso, M., Espresso; poln. espresso, M., Espresso; kymr. espresso, coffi espreso, M., Espresso; lit. espreso, Sb., (indekl.), Espresso; lit. espresas, M., Espresso; GB.: seit 1960 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mittels einer Spezialmaschine mit Wasserdampf zubereiteten sehr starken Kaffee; BM.: auspressen; F.: Espresso, Espressos, Espressi+FW; Z.: Es-pre-ss-o
Esprit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Esprit, Geist, Witz; ne. esprit; Vw.: -; Hw.: s. Spiritus; Q.: 1626; I.: Lw. frz. esprit; E.: s. frz. esprit, M., Geist, Verstand; vgl. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Esprit, fehlt DW, EWD s. u. Esprit, DW2 8, 2395, Duden s. u. Esprit; Son.: vgl. nschw. espri, Sb., Esprit; nnorw. esprit, M., Esprit; poln. esprit, M., Esprit; GB.: seit 1626 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für Geist oder Witz oder eine vor Geist und Witz sowie Verstand sprühende Art zu reden; BM.: Geist bzw. Verstand; F.: Esprit, Esprits+FW; Z.: E-spri-t
Essay, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Essay, Abhandlung, Aufsatz; ne. essay; Vw.: -; Hw.: s. Essayist; Q.: 1700; I.: Lw. ne. essay; E.: s. ne. essay, N., Abhandlung, Aufsatz; afrz. essai, N., Probe, Versuch; lat. exagium, N., Wägen, Gewicht (N.) (1), (438 n. Chr.); vgl. lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Essay, fehlt DW, EWD s. u. Essay, DW2 8, 2396, Duden s. u. Essay; Son.: vgl. nndl. essay, Sb., Essay; frz. essai, M., Essay; nschw. essä, Sb., Essay; nnorw. essay, N., Essay; poln. esej, M., Essay; lit. esė, F., Essay; GB.: seit 1700 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine literarische oder wissenschaftliche Fragen in knapper und anspruchsvoller Form erörternde Abhandlung oder Untersuchung oder einen Aufsatz; BM.: untersuchen, aus, machen; F.: Essay, Essays+FW; Z.: Es-s-ay
Essayist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Essayist, Verfasser von Essays; ne. essayist; Vw.: -; Hw.: s. Essay; Q.: 1772; I.: Lw. ne. essayist; E.: s. ne. essayist, M., Essayist, Verfasser von Essays; vgl. ne. essay, N., Abhandlung, Aufsatz; afrz. essai, N., Probe, Versuch; lat. exagium, N., Wägen, Gewicht (N.) (1), (438 n. Chr.); vgl. lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Essay, fehlt DW, DW2 8, 2396, Duden s. u. Essayist; Son.: vgl. nschw. essaïst, Sb., Essayist; nnorw. essayist, M., Essayist; poln. eseista, M., Essayist; lit. eseistas, M., Essayist; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus Essay und ist gebildete Bezeichnung für einen Verfasser von knappen und anspruchsvollen Abhandlungen oder Erörterungen oder Aufsätzen; BM.: untersuchen, aus, machen; F.: Essayist, Essayisten+FW; Z.: Es-s-ay-ist
$essayistisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. essayistisch; E.: s. Essayist, s. isch; L.: Kluge s. u. Essay, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Essayist und isch gebildete Bezeichnung für die Art eines Essays oder eines Essayisten betreffend; F.: essayistisch, essayistische, essayistisches, essayistischem, essayistischen, essayistischer+FW+EW; Z.: es-s-ay-ist-isch
Esse, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Esse, Feuerherd, Schornstein, Fabrikschlot; ne. forge (N.), melting-oven; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. esse (2), st. F., Esse, Schmelzofen, Feuerherd; mnd. ēse, esse, F., Esse, Feuerherd, Schmiedeesse; mnl. esse, F., Esse; ahd. essa (1), st. F. (jō), Esse, Schmelzofen; as. -; anfrk. -; germ. *asjō, st. F. (ō), Esse; germ. *asjō-, *asjōn, sw. F. (n), Esse; s. idg. *ā̆s-, *h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Esse, Kluge s. u. Esse, DW 3, 1159, EWD s. u. Esse, DW2 8, 2396, EWAhd 2, 1161, Duden s. u. Esse, Falk/Torp 22, Bluhme s. u. Esse; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. esja, sw. F. (n), Schieferart, zum Schmieden benutzter Seifenstein; got. -; nschw. ässja, Sb., Esse?; lat. āra, F., Scheiterhaufe, Scheiterhaufen, Erhöhung, Altar, Altartisch; heth. hassa-, Sb., Herd, Herdstelle; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Herd und Rauchfang einer Schmiede und in späterer Zeit für einen Schornstein oder Fabrikschlot; BM.: brennen; F.: Esse, Essen+EW; Z.: Es-s-e
…esse (1), nhd., F., (17. Jh.?): nhd. …esse (1); ne. …esse; Vw.: s. Delikat-, Fin-, Kompr-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. …esse; E.: s. frz. …esse, Suff., …esse (1); L.: Kluge s. u. -esse (1); Son.: s. Akkuratesse; vgl. nschw. …ess, F., …esse (1); nnorw. …esse, Suff., …esse (1); poln. …ezja, Suff., …esse (1); kymr. …esse, Suff., …esse (1); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven aus Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...esse, ...essen+FW; Z.: -ess-e
…esse (2), nhd., F., (17. Jh.?): nhd. …esse (2); ne. …ess; Vw.: s. Kompt-, Mätr-, Polit-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. …esse; E.: s. frz. …esse, Suff., …esse (2); lat. …issa, F., …esse (2); gr. …ισσα (issa), Suff., …esse; L.: Kluge s. u. -esse (2); Son.: s. Baronesse; vgl. nnorw. …esse, Suff., …esse (1); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung vor allem Frauen betreffender Gegebenheiten; BM.: ?; F.: ...esse, ...essen+FW; Z.: -ess-e
essen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. essen, speisen, verzehren, Nahrung zu sich nehmen; ne. eat (V.); Vw.: -; Hw.: s. fressen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ezzen (1), st. V., essen, fressen, weiden (V.), sich ernähren, leben von; mnd. ēten, st. V., essen; mnl. eten, V., essen; ahd. ezzan (1), st. V. (5), essen, speisen, fressen; as. etan, st. V. (5), essen; anfrk. etan*, eton*, st. V. (5), essen; germ. *etan, st. V., essen, verzehren; idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. essen, Kluge s. u. essen, DW 3, 1160, EWD s. u. essen, DW2 8, 2398, EWAhd 2, 1184, Falk/Torp 24, Seebold 179, Duden s. u. essen, Bluhme s. u. essen; Son.: vgl. afries. ita, eta, st. V. (5), essen; ita, V., essen; ae. etan, st. V. (5), essen; an. eta (2), st. V. (5), essen; got. itan, st. V. (5), essen; nndl. eten, V., essen; nschw. äta, V., essen; nnorw. ete, V., essen; ai. átti, V., er isst; arm. owetem, V., ich esse; gr. ἔδειν (édein), V., essen, fressen, verprassen; air. éss, V. (Konj.), äße; lit. ēsti, V., essen; ksl. jasti, V., essen; bulg. ям (jam), V., essen; heth. ed-, ad-, V., essen; GB.: (ezzan) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen (sowie höherer Tiere) mögliches und nötiges Nahrung zu sich nehmen; BM.: beißen?; F.: essen, esse (!), isst, esst, essest, esset, aß, aßest, aßt, aßen, äße, äßest, äßen, äßet, gegessen, ##gegessen, gegessene, gegessenes, gegessenem, gegessenen, gegessener##, essend, ###essend, essende, essendes, essendem, essenden, essender###, iss (!)+EW; Z.: ess-en
$Essen, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Essen, Speise, Nahrung, Genuss; E.: s. essen: L.: DW 3, 1167, EWD s. u. essen; GB.: (ezzan) um 800 belegte und von essen gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen (und höherer Tiere) mögliche und nötige Speise oder Nahrung oder den Genuss; F.: Essen, Essens+EW; Z.: Ess-en
$Essenkehrer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Essenkehrer; E.: s. Ess(e), s. en, s. Kehrer; L.: DW 3, 1167, EWD s. u. Esse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ess(e) und en sowie Kehrer gebildete Bezeichnung für einen von den Menschen seit der Entwicklung der Esse entwickelten Kehrer oder Reiniger von Essen; F.: Essenkehrer, Essenkehrers, Essenkehrern+EW; Z.: Es-s-en—kehr-er
essentiell, essenziell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. essentiell, wesenseigen, wesentlich; ne. essential, crucial; Vw.: -; Hw.: s. Essenz; Q.: 1732; I.: Lw. frz. essentiel; E.: s. frz. essentiel, Adj., essentiell, wesentlich; vgl. frz. essence, F., Essenz; lat. essentia, F., Wesen einer Sache, Sen. (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Essenz, fehlt DW, EWD s. u. Essenz, DW2 8, 2402, Duden s. u. essentiell; Son.: vgl. nndl. essentieel, Adj., essentiell; nschw. essentiell, Adj., essentiell; nnorw. essensiell, Adj., essentiell; poln. escencjonalny, Adj., essentiell; nir. eisintiúil, Adj., essentiell; GB.: seit 1732 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches wesenseigen oder wesentlich; BM.: sein (V.); F.: essentiell, essentielle, essentielles, essentiellem, essentiellen, essentieller(, essentiellere, essentielleres, essentiellerem, essentielleren, essentiellerer, essentiellst, essentiellste, essentiellstes, essentiellstem, essentiellsten, essentiellster, essenziell, essenzielle, essenzielles, essenziellem, essenziellen, essenzieller, essenziellere, essenzielleres, essenziellerem, essenzielleren, essenziellerer, essenziellst, essenziellste, essenziellstes, essenziellstem, essenziellsten, essenziellster)+FW(+EW); Z.: es-sent-iell
Essenz, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Essenz, eigentliches Wesen, stark eingekochte Speise; ne. essence; Vw.: s. Quint-; Hw.: s. essentiell; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. essentia; E.: s. lat. essentia, F., Wesen einer Sache, Sen. (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Essenz, fehlt DW, EWD s. u. Essenz, DW2 8, 2403, Duden s. u. Essenz; Son.: vgl. nndl. essentie, Sb., Essenz; frz. essence, F., Essenz; nschw. essens, Sb., Essenz; nnorw. essens, M., Essenz; poln. essencja, F., Essenz; nir. eisint, F., Essenz; lit. esencija, F., Essenz; GB.: (essenzie) seit 1225-1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wesen oder das Wesentliche einer Gegebenheit wie nicht zuletzt des Essigs; BM.: sein (V.); F.: Essenz, Essenzen+FW; Z.: Es-senz
essenziell, nhd., Adj.: nhd. essenziell; Vw.: s. essentiell
$Esser, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Esser, Essender; Vw.: s. Mit-; E.: s. ess(en), s. er; L.: DW 3, 1169, DW2 8, 2404; GB.: seit um 1300 belegte und aus ess(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Essenden; F.: Esser, Essers, Essern+EW; Z.: Ess-er
Essig, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Essig, Essigsäure; ne. acetum, vinegar; Vw.: s. -mutter; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. ezzich, ezzech, ezzeich, ezzec, st. M., Essig; mnd. ētik, ētek, etek, M., Essig; mnl. edic, M., Essig, ahd. ezzih, st. M. (a?, i?), Essig; as. ėkid*, st. N. (a?, i?), Essig; anfrk. etig*, st. M. (a), Essig; lat. acētum, N., saurer Wein, Weinessig; vgl. lat. acēre, V., sauer sein (V.); idg. *ak̑- (1), *ak̑o-, V., essen, Pokorny 18 (43/43) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Essig, Kluge s. u. Essig, EWD s. u. Essig, DW 3, 1169 (Essich), DW2 8, 2405, EWAhd 2, 1190, Duden s. u. Essig, Bluhme s. u. Essig; Son.: vgl. afries. -, ae. ėced, st. M. (a), st. N. (a), Essig; an. edik, st. N. (a), Essig; got. -; nndl. azijn, Sb., Essig; nschw. ättika, Sb., Essig; nnorw. eddik, M., Essig; poln. ocet, M., Essig; lit. actas, M., Essig; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit rund 5000 Jahren aus alkoholischen Flüssigkeiten und in der Luft vorkommenden Essigbakterien gebildete und verwendete würzende und haltbar machende saure Flüssigkeit; BM.: sauer; F.: Essig, Essigs, Essige, Essigen+FW; Z.: Es-s-ig
Essigmutter, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Essigmutter, Bodensatz in Essig; ne. mother of vinegar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1568; E.: Vorderglied s. Essig; Hinterglied s. mnl. moder, moeder, Sb., Sinkstoffe; germ. *muþra-, *muþraz, *mudra-, *mudraz, st. M. (a), Moder, Sumpf; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Essigmutter, fehlt DW, DW2 8, 2406, Duden s. u. Essigmutter; Son.: vgl. nndl. azijnmoeder, Sb., Essigmutter; frz. mère de vinaigre, F., Essigmutter (wohl aus dem Deutschen übersetzt); GB.: seit 1568 belegte und aus Essig und mnl. moder gebildete Bezeichnung für eine Schicht von in der Natur bei der Vergärung von Hefen oder Zucker oder pflanzlichen Kohlenhydraten zu Ethanol vorkommenden Essigsäurebakterien auf der Oberfläche von Essig; BM.: sauer, feucht; F.: Essigmutter, Essigmuttern+FW+EW; Z.: Es-s-ig—mu-tt-er
Establishment, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Establishment, Oberschicht der politisch und wirtschaftlich oder gesellschaftlich einflussreichen Menschen einer Gesellschaft, staatstragende Gesellschaft; ne. establishment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1962; I.: Lw. ne. establishment; E.: s. ne. establishment, N., Einrichtung, Betrieb; vgl. ne. establish, V., einrichten, begründen; vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Establishment, fehlt DW, DW2 8, 2409, Duden s. u. Establishment; Son.: vgl. nndl. establishment, Sb., Establishment; frz. establishment, M., Establishment; nnorw. establishment, Sb., N., Establishment; poln. establishment, M., Establishment; GB.: seit 1962 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Oberschicht der politisch und wirtschaftlich oder gesellschaftlich einflussreichen Menschen einer Gesellschaft; BM.: stehen; F.: Establishment, Establishments+FW; Z.: E-sta-bl-ish-m-ent
Ester, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ester, Verknüpfung eines Alkohols mit einer Säure; ne. ester; Vw.: s. Poly-; Hw.: s. Essig, Äther; Q.: 1850; E.: Bezeichnung als Vermischung von Essig und Äther (s. d.); L.: Kluge s. u. Ester, fehlt DW, Duden s. u. Ester; Son.: vgl. nndl. ester, Sb., Ester; frz. ester, M., Ester; nschw. ester, Sb., Ester; nnorw. ester, M., Ester; poln. ester, M., Ester; nir. ester, M., Ester; GB.: seit 1850 von dem Chemiker Leopold Gmelin (1788-1853) in Heidelberg aus Essig und Äther gebildete Bezeichnung für eine Stoffgruppe chemischer Verbindungen die durch die Reaktion einer Säure und eines Alkohols oder Phenols unter Abspaltung von Wasser entstehen; BM.: sauer, brennen; F.: Ester, Esters, Estern+FW; Z.: Ester
Estrade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Estrade, erhöhter Teil (eines Fußbodens); ne. estrade; Vw.: -; Hw.: s. Straße; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. estrade; E.: s. frz. estrade, F., Estrade; prov. estrada, F., Straße; lat. (via) strāta, N. Pl., gepflasterter Weg, Pflaster, Straße; vgl. lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Estrade, fehlt DW, EWD s. u. Estrade, DW2 8, 2409, Duden s. u. Estrade; Son.: vgl. nndl. estrade, Sb., Estrade; nschw. estrad, Sb., Estrade; nnorw. estrade, M., Estrade; poln. estrada, F., Bühne; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen und Provenzalischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten erhöhten Teil eines Fußbodens; BM.: hinbreiten; F.: Estrade, Estraden+FW; Z.: E-str-a-d-e
Estragon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Estragon, eine Gewürzpflanze (Kaiserkraut oder Schlangenkraut); ne. tarragon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793 (Goethe); I.: Lw. frz. estragon; E.: frz. estragon, M., Estragon; arab. tarhūn, Sb., Estragon?; gr. δρακόντιον (drakóntion), N., Drachenwurz; vgl. gr. δράκων (drákōn), M., Drache (M.) (1); vgl. idg. *derk̑-, V., blicken, sehen, Pokorny 213 (332/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Estragon, DW2 8, 2409, Duden s. u. Estragon; Son.: vgl. nndl. dragon, Sb., Estragon; nschw. dragon, estragon, Sb., Estragon; nnorw. estragon, M., Estragon; poln. estragon, M., Estragon; kymr. tarragon, M., Estragon; nir. dragan, M., Estragon; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Arabischen und Griechischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende und aus Mittelasien kommende sowie als Gewürz verwendete schon vormenschliche Pflanze mit langen schmalen Blättern und unscheinbaren weißen Blüten in Rispen; BM.: Drache bzw. Drachenwurz; F.: Estragon, Estragons+FW; Z.: E-strag-on
Estrich, Esterich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Estrich, Boden; ne. screed, pavement, floor (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. esterīch, esterich, estrich, st. M., Estrich, Straßenpflaster; mnd. estrik, esterk, N., Estrich, Estrichstein; mnd. astrak, asterik, esterik, N., Estrich; mnl. esteric, M., Estrich; ahd. estrīh, st. M. (a), Estrich, planierter Fußboden, Boden; ahd. asterīh*, st. M. (a), „Estrich“, Boden, Fußboden; as. ėstrik*, st. M. (a), Estrich; anfrk. -; germ. *astrik-, M., Estrich, Boden; lat. *astracum, N., Estrichguss, Pflaster; s. gr. ὄστρακον (óstrakon), N., harte Schale (F.) (1) der Schnecken; vgl. idg. *ost-, *ast-, *osti, *ostʰi, *ostr̥g, *ostr̥, *ostʰr̥g, *ostʰr̥, Sb., Knochen, Pokorny 783 (1351/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Estrich, Kluge s. u. Estrich, DW 3, 1172, EWD s. u. Estrich, DW2 8, 2409, EWAhd 2, 1164, Duden s. u. Estrich; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Unterboden aus einem erhärteten Material; BM.: Schneckenschale (Herstellung des Estrichs aus Scherben bzw. Schneckenschalen); F.: Estrich, Estrichs, Estriche, Estrichen+FW; Z.: Est-rich
Eta, nhd., N.: nhd. Eta, siebtes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. eta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. gr. ἦτα (ēta); E.: s. gr. ἦτα (ēta), N., Eta; vgl. hebr. hēth; vgl. den phönizischen Buchstaben chet, ḥet, wobei das Zeichen einen Zaun darstellen soll; abgeleitet von einer Hieroglyphe mit der Bedeutung Hofraum; L.: Duden s. u. Eta; Son.: vgl. nndl. èta, Sb., Eta; frz. êta, M., Eta; nschw. eta, N., eta; nnorw. eta, M., Eta; kymr. eta, F., Eta; nir. éite, M.?, Eta; poln. eta, Sb., Eta; lit. eta, Sb., Eta; GB.: wohl seit dem Frühmittelalter aus dem Griechischen des Altertums und mittelbar dem Hebräischen und Phönizischen aufgenommene und aus dem Bild eines Zaunes gebildete Bezeichnung für den siebten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: aus dem Bild eines Zaunes entwickeltes Zeichen; F.: Eta, Etas+FW; Z.: Et-a
etablieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. etablieren, sich einrichten, sich festsetzen; ne. establish, base (V.); Vw.: -; Hw.: s. Etablissement; Q.: 1688 (Thomasius); I.: Lw. frz. établier; E.: s. frz. établier, V., etablieren, festmachen; lat. stabilīre, V., befestigen, aufrecht erhalten (V.), bauen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. etablieren, fehlt DW, EWD s. u. etablieren, DW2 8, 2410, Duden s. u. etablieren; Son.: vgl. nschw. etablera, V., etablieren; nnorw. etablere, V., etablieren; GB.: seit 1688 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sich einrichten oder sich festsetzen und breitmachen; BM.: stellen; F.: etablieren, etabliere, etablierst, etabliert, etablierest, etablieret, etablierte, etabliertest, etablierten, etabliertet, ##etabliert, etablierte, etabliertes, etabliertem, etablierten, etablierter##, etablierend, ###etablierend, etablierende, etablierendes, etablierendem, etablierenden, etablierender###, etablier (!)+FW+EW; Z.: e-ta-bl-ier-en
Etablissement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Etablissement, Einrichtung; ne. establishment, branch; Vw.: -; Hw.: s. etablieren; Q.: 1715; I.: Lw. frz. établissement; E.: s. frz. établissement, M., Einrichtung, Niederlassung; vgl. frz. établier, V., etablieren, festmachen; lat. stabilīre, V., befestigen, aufrecht erhalten (V.), bauen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. etablieren, fehlt DW, EWD s. u. etablieren, DW2 8, 2411, Duden s. u. Etablissement; Son.: vgl. nndl. etablissement, Sb., Etablissement; nschw. etablissemang, N., Etablissement; nnorw. etablissement, N., Etablissement; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Einrichtung und davon später abgeleitet eher abwertend für einen Nachtklub; BM.: stellen; F.: Etablissement, Etablissements+FW; Z.: E-ta-bl-is-s-em-ent
Etage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Etage, Stockwerk, Geschoss; ne. floor (N.), storey; Vw.: s. Bel-; Hw.: s. Beletage; Q.: 1709; I.: Lw. frz. étage; E.: s. frz. étage, M., Etage, Stockwerk, Rang, Aufenthalt; vgl. lat. statio, F., Stehen, Stillstehen, Feststehen, Stillstand, Standort, (81-43 v. Chr.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Etage, EWD s. u. Etage, DW2 8, 2412, Duden s. u. Etage; Son.: vgl. nndl. etage, F., Etage; nschw. etage, Sb., Etage; nnorw. etasje, M., Etage; GB.: seit 1709 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit der Sesshaftigkeit mögliche Stockwerk oder Geschoss eines Hauses; BM.: stehen; F.: Etage, Etagen+FW; Z.: E-ta-g-e
Etappe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Etappe, Abschnitt, Strecke; ne. stage (N.), base (N.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. étape; E.: s. frz. étape, F., Etappe, Niederlassung, Handelsplatz; mnl. stapel, Sb., Stapelplatz; germ. *stapula-, *stapulaz, st. M. (a), Stufe, Pfosten, Stapel; vgl. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Etappe, EWD s. u. Etappe, DW2 8, 2413, Duden s. u. Etappe; Son.: vgl. nndl. etappe, Sb., Etappe; nschw. etapp, Sb., Etappe; nnorw. etappe, M., Etappe; poln. etap, M., Etappe; lit. etapas, M., Etappe; GB.: seit um 1620 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie über das Mittelniederländische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen bestimmten zu bewältigenden Abschnitt nach dem einen Pause eingelegt wird; BM.: stützen; F.: Etappe, Etappen+FW; Z.: E-tap-p-e
Etat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Etat, Haushaltsplan; ne. budget; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1633; I.: Lw. frz. état; E.: s. frz. état, M., Staat, Zustand, Verfassung; lat. status, M., Stehen, Stand, Stellung, Lage, Wuchs, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Etat, fehlt DW, EWD s. u. Etat, DW2 8, 2414, Duden s. u. Etat; Son.: vgl. ne. estate, N., Anwesen, Besitz; nnorw. etat, M., Abteilung; GB.: seit 1633 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den gesamten Finanzumfang oder Haushalt vor allem eines Staates; BM.: stehen; F.: Etat, Etats+FW; Z.: E-ta-t
et cetera, nhd., Redewendung, (16. Jh.): nhd. et cetera, und so weiter; ne. et cetera; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. et cētera; E.: s. lat. et cētera, Partikel, et cetera, und die übrigen, und so weiter; vgl. lat. et, Konj., und, auch, und so; idg. *eti-, Adv., Präf., darüberhinaus, und, auch, Pokorny 344 (505/86) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., toch.?); lat. cēterus, caeterus, Adj., andere, übrige; lat. ce-, Partikel, da; idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἑτερος (heteros), Adj., andere; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. et cetera, fehlt DW, DW 3, 1173 (etc.), Duden s. u. et cetera; Son.: meist abgekürzt als etc.; vgl. nndl. et cetera, Partikel, et cetera; frz. et cetera, Partikel, et cetera; nschw. etcetera, Partikel, et cetera; nnorw. et cetera, Partikel, et cetera; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Abkürzung einer Aufzählung (und so weiter); BM.: und, andere; F.: et cetera, etc.+FW; Z.: et ce-t-er-a
…ete, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. …ete; ne. …ete, …et; Vw.: s. Enqu-, Mach-, Musk-, Past-, Rak-, Tap-, Tromp-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. aus romanischen Sprachen; E.: s. it. …etto, Suff., …ete; span. …ete, Suff., …ete; frz. …ette, Suff., …ete; aus dem Lateinischen?; Son.: vgl. nndl. …ket, Suff., …ete; nschw. …ket, Suff., …ete; nnorw. …ett, Suff., …ete; poln. …eta, Suff., …ete; kymr….ed, Suff., …ete; nir. …éad, …aed, Suff., …ete; lit. …eta, Suff., …ete; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus romanischen Sprachen sowie mittelbar vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; F.: …ete, …eten+FW; Z.: -et-e
etepetete, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. etepetete, geziert, übermäßig fein, zimperlich; ne. fussy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl Reduktionsbildung oder Reimbildung zu nd. ete, öte, Adj., geziert; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. etepetete, EWD s. u. etepetete, Duden s. u. etepetete; GB.: seit 18. Jh. belegte und über das Niederdeutsche in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches geziert oder übermäßig fein; BM.: ?; F.: etepetete, etepetetes, etepeteter, etepetetem, etepeteten+EW?; Z.: etepetete
Ethanol, Äthanol, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ethanol, Äthanol, eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole; ne. ethanol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αἰθήρ (aithḗr), M., obere Luftschicht, heiterer Himmel; vgl. gr. αἴθειν (aíthein), V., entzünden, in Brand stecken; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); für die Endung …ol s. nhd. Alkohol; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ethanol; Son.: vgl. nndl. ethanol, Sb., Ethanol; frz. ethanol, M., Ethanol; nschw. etanol, Sb., Ethanol; nnorw. etanol, M., Ethanol; kymr. ethanol, M., Ethanol; nir. eatánól, M., Ethanol; poln. etanol, M., Ethanol; lit. etanolis, M., Ethanol; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Äth(er) und (Alkoh)ol gebildete Bezeichnung für eine 1826 durch Henry Hennel und Georges Simon Serullas synthetisch erstmals hergestellte chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole; BM.: brennen; F.: Ethanol, Ethanols, Äthanol, Äthanols+FW; Z.: Eth-an-ol
Ethik, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ethik, Sittenlehre, Moralphilosophie; ne. ethics; Vw.: -; Hw.: s. ethisch, Ethos; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); I.: Lw. lat. ēthicē; E.: mhd. etica, st. F., sw. F., Ethik; lat. ēthicē, F., Ethik, Moralphilosophie, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. ἠθική (ēthikḗ), F., Ethik; vgl. gr. ἠθικός (ēthikós), Adj., Charakter betreffend, moralisch, sittlich; gr. ἦθος (ēthos), M., Aufenthaltsort, Gewohnheit, Denkweise, Sinnesart; vgl. idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ethik, fehlt DW, EWD s. u. Ethos, Duden s. u. Ethik; Son.: vgl. nndl. ethica, Sb., Ethik; frz. étique, F., Ethik; nschw. etik, Sb., Ethik; nnorw. etikk, M., Ethik; poln. etyka, F., Ethik; kymr. etheg, F., Ethik; nir. eitic, F., Ethik; lit. etika, F., Ethik; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte philosophische Disziplin oder einzelne Lehre die das sittliche Verhalten des Menschen zu dem Gegenstand hat (Sittenlehre); BM.: Sitte; F.: Ethik, Ethiken+FW; Z.: Eth-ik
$Ethiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ethiker; E.: s. Ethik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Ethik. fehlt DW; GB.: seit 1841 belegte und aus Ethik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Verfechter von Ethik oder Anhänger einer Sittenlehre oder Moralphilosophen; F.: Ethiker, Ethikers, Ethikern+FW+EW; Z.: Eth-ik-er
ethisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ethisch, Ethik betreffend, auf Ethik beruhend, moralisch, sittlich; ne. ethical, ethic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Ethik, Ethos; Q.: 1669; I.: Lw. lat. ēthicus; E.: s. lat. ēthicus, Adj., sittlich, moralisch, ethisch, (um 165 n. Chr.); gr. ἠθικός (ēthikós), Adj., den Charakter betreffend, moralisch, sittlich; vgl. gr. ἦθος (ēthos), M., Aufenthaltsort, Gewohnheit, Denkweise, Sinnesart; vgl. idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ethik, fehlt DW, EWD s. u. Ethos, DW2 8, 2415, Duden s. u. ethisch; Son.: vgl. nndl. ethisch, Adj., ethisch; frz. éthique, Adj., ethisch; nschw. etisk, Adj., ethisch; nnorw. etisk, Adj., ethisch; poln. etyczny, Adj., ethisch; kymr. ethig, Adj., ethisch; nir. eiticiúil, Adj., ethisch; lit. etinis, Adj., ethisch; GB.: seit 1669 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ethik betreffend oder auf Ethik beruhend oder moralisch oder sittlich; BM.: Sitte; F.: ethisch, ethische, ethisches, ethischem, ethischen, ethischer(, ethischere, ethischeres, ethischerem, ethischeren, ethischerer, ethischst, ethischste, ethischstes, ethischstem, ethischsten, ethischster)+FW+EW; Z.: eth-isch
$Ethnie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Ethnie, Volk; E.: s. ethni(sch), s. e; L.: Kluge s. u. ethnisch; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Volk; F.: Ethnie, Ethnien+FW+EW; Z.: Eth-n-ie
ethnisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ethnisch, Volk betreffend, die Kultur einer Volksgruppe betreffend; ne. ethnic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1529/1532 (Paracelsus); I.: Lw. s. gr. ἐθνικός (ethnikós); E.: gr. ἐθνικός (ethnikós), Adj., volkstümlich, ausländisch; vgl. gr. ἔθνος (éthnos), N., Schar (F.) (1), Haufe, Haufen, Volk, Volksstamm; idg. *kaito-, Sb., Wald, Wildnis, Pokorny 521? (786/18) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ.); oder von idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ethnisch, fehlt DW, EWD s. u. ethnisch, DW2 8, 2415, Duden s. u. ethnisch; Son.: vgl. nndl. etnisch, Adj., ethnisch; frz. ethnique, Adj., ethnisch; nschw. etnisk, Adj., ethnisch; nnorw. etnisk, Adj., ethnisch; poln. etniczny, Adj., ethnisch; kymr. ethnig, Adj., ethnisch; nir. eitneach, Adj., ethnisch; lit. etninis, Adj., ethnisch; GB.: seit 1529/1532 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Volk betreffend; BM.: für sich; F.: ethnisch, ethnische, ethnisches, ethnischem, ethnischen, ethnischer+FW(+EW); Z.: eth-n-isch
$Ethnographie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Ethnographie, ein Teil der Völkerkunde; E.: s. ethno(s), s. graphie; L.: Kluge s. u. ethnisch, fehlt DW, EWD s. u. ethnisch; GB.: seit 1831 (?) belegte und aus ethno(s) und Graphie des Griechischen gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten Teil der Völkerkunde; F.: Ethnographie, Ethnographien+FW(+EW); Z.: Eth-n-o—graph-ie
$ethnographisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ethnographisch; E.: s. Ethnograph(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. ethnisch; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Ethnograph(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes Ethnographie betreffend; F.: ethnographisch, ethnographische, ethnographisches, ethnographischem, ethnographischen, ethnographischer+FW+EW; Z.: eth-n-o-graph-isch
$Ethnologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ethnologie, Völkerkunde; E.: s. ethno(s), s. logie; L.: Kluge s. u. ethnisch, fehlt DW, EWD s. u. ethnisch; GB.: seit 1883 belegte und aus ethno(s) und Logie aus dem Griechischen gebildete Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Völkerkunde F.: Ethnologie, Ethnologien+FW(+EW); Z.: Eth-n-o—log-ie
$ethnologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ethnologisch, völkerkundlich; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Ethnolog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. ethnisch; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Ethnolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Völkerkunde betreffend oder völkerkundlich; F.: ethnologisch, ethnologische, ethnologisches, ethnologischem, ethnologischen, ethnologischer+FW+EW; Z.: eth-no-log-isch
Ethologie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Ethologie, vergleichende Verhaltensbetrachtung, vergleichende Verhaltensforschung; ne. ethology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. lat. ēthologia, F., Sittenschilderung, Charakterschilderung, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. ἠθολογία (ēthología), F., Sittenschilderung?; vgl. gr. ἦθος (ēthos), M., Aufenthaltsort, Gewohnheit, Denkweise, Sinnesart; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ethologie; Son.: vgl. nndl. ethologie, Sb., Ethologie; frz. éthologie, F., Ethologie; nschw. etologi, Sb., Ethologie; nnorw. etologi, M., Ethologie; kymr. etholeg, F., Ethologie; nir. eiteolaíocht, F., Ethologie; poln. etologia, F., Ethologie; lit. etologija, F., Ethologie; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche vergleichende Verhaltensbetrachtung von Lebewesen; BM.: Brauch, sammeln; F.: Ethologie, Ethologien+FW(+EW); Z.: E-th-o-log-ie
Ethos, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ethos, Moral, Sittlichkeit; ne. ethos; Vw.: -; Hw.: s. Ethik, ethisch; Q.: 1809; I.: Lw. gr. ἦθος (ēthos); E.: s. gr. ἦθος (ēthos), M., Aufenthaltsort, Gewohnheit, Denkweise, Sinnesart; vgl. idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ethik, fehlt DW, DW2 8, 2416, Duden s. u. Ethos; Son.: vgl. nndl. ethos, Sb., Ethos; poln. etos, M., Ethos; kymr. ethos, M., Ethos; GB.: seit 1809 belegte und aus dem Lateinischen (ēthos) und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches sittlich-moralisches Bewusstsein; BM.: Sitte; F.: Ethos+FW; Z.: Eth-os
Ethylen, Äthylen, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Ethylen, Äthylen; ne. ethylene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: gr. αἰθήρ (aithḗr), M., obere Luftschicht, heiterer Himmel; vgl. gr. αἴθειν (aíthein), V., entzünden, in Brand stecken; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ethylen; Son.: vgl. nndl. etheen, Sb., Ethylen; frz. éthylène, M., Ethylen; nschw. etylen, N., Ethylen; nnorw. etylen, N., Ethylen; kymr. ethylen, M., Ethylen; nir. eitiléin, F., Ethylen; poln. etylen, M., Ethylen; lit. etilenas, M., Ethylen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den einfachsten ungesättigten und in der Natur von Bakterien und Pilzen in dem Boden und von allen Pflanzen oder Früchten gebildeten Kohlenwasserstoff; BM.: brennen, Rohstoff; F.: Ethylen, Ethylens, Äthylen, Äthylens+FW; Z.: Eth-yl-en
Etikett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Etikett, Hinweisschildchen, Aufkleber; ne. label (N.); Vw.: -; Hw.: s. Etikette; Q.: 1765; I.: Lw. frz. étiquette; E.: s. frz. étiquette, F., Etikett; vgl. afrz. estiquier, estequier, V., festecken; afrz. estichier, estechier, V., hineinstecken; von fläm. steeken, V., stecken; germ. *stekan, *stikan, st. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Etikett, fehlt DW, EWD s. u. Etikett, DW2 8, 2416, Duden s. u. Etikett; Son.: vgl. nndl. etiket, Sb., Etikett; ne. ticket, N., Ticket, Fahrkarte; nschw. etikett, Sb., Etikett; nnorw. etikett, M., Etikett; poln. etykietka, F., Etikett; lit. etiketė, F., Etikett; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Altfranzösische mit dem Flämischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes aufgeklebtes oder angehängtes Hinweisschildchen an Gegenständen; BM.: stechen; F.: Etikett, Etiketts, Etikettes, Etikette, Etiketten+FW; Z.: E-ti-k-ett
Etikette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Etikette, gesellschaftliche Konvention; ne. etiquette; Vw.: -; Hw.: s. Etikett; Q.: 1709; I.: frz. Lw.; E.: von frz. étiquette, F., Etikett; vgl. afrz. estiquier, estequier, V., festecken; afrz. estichier, estechier, V., hineinstecken; von fläm. steeken, V., stecken; germ. *stekan, *stikan, st. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Etikette, fehlt DW, EWD s. u. Etikett, DW2 8, 2417, Duden s. u. Etikette; Son.: vgl. nndl. etiquette, Sb., Etikette; frz. étiquette, F., Etikette; nschw. etikett, Sb., Etikette; nnorw. etikette, M., Etikette; poln. etykieta, F., Etikette; lit. etiketas, M., Etikette; GB.: seit 1709 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Altfranzösische mit dem Flämischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen entwickelte Gesamtheit der herkömmlichen die gesellschaftlichen Umgangsformen beschreibenden und bestimmenden Regeln oder der geselschaftlichen Konvention; BM.: stechen; F.: Etikette, Etiketten+FW; Z.: E-ti-k-ett-e
$etikettieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. etikettieren; E.: s. Etikett, s. ieren; L.: Kluge s. u. Etikett, fehlt DW, EWD s. u. Etikett; GB.: seit 1829 belegte und aus Etikett und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen verstärkt entwickeltes und verwendetes bekleben oder kennzeichnen oder mit Etikett versehen (V.); F.: etikettieren, etikettiere, etikettierst, etikettiert, etikettierest, etikettieret, etikettierte, etikettiertest, etikettierten, etikettiertet, ##etikettiert, etikettierte, etikettiertes, etikettiertem, etikettierten, etikettierter##, etikettierend, ###etikettierend, etikettierende, etikettierendes, etikettierendem, etikettierenden, etikettierender###, etikettier (!)+FW+EW; Z.: e-ti-k-ett-ier-en
etlich, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. etlich, irgendein, irgendwelch; ne. any, some; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. etelich, Indef.-Pron., Adj., „etlich“, irgendein, ein, irgendwelch, manch; mnd. etlīk, ettelīk, Pron.-Adj., Pron.-Sb., etlich, irgendein, irgendwelch; mnl. etlick, Indef.-Pron., etlich; ahd. eddeslīh*, eddelīh*, ettelīh*, Indef.-Pron., irgendein, irgendwelch, etlich, jeder, ein gewisser, einig; vgl. germ. *ed-, Präf., wieder; idg. *eti-, Adv., Präf., darüberhinaus, und, auch, Pokorny 344 (505/86) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. etlich, Kluge s. u. etlich, EWD s. u. etlich, DW 3, 1175, DW2 8, 2417, EWAhd 2, 947, Falk/Torp 24; Son.: Indef.-Pron.; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Indefinitpronomen (irgendein oder irgendwelch); BM.: auch; F.: etlich, etliche, etliches, etlichem, etlichen, etlicher+EW; Z.: et-lich
$Etschkreuzer, nhd., M. (13. Jh.?): nhd. Etschkreuzer; E.: s. Etsch, s. Kreuzer; L.: Kluge s. u. Kreuzer 2; GB.: vielleicht seit 13. Jh. aus dem Flussnamen Etsch und Kreuz sowie dem Suff. er gebildete Bezeichnung für eine zuerst 1271 unter Graf Meinhard II. von Tirol geprägte Münze mit einem aus zwei unterschiedlich großen gleichschenkeligen Kreuzen gebildeten Doppelkreuz auf der Rückseite; F.: Etschkreuzer, Etschkreuzers, Etschkreuzern+FW+EW; Z.: Etsch—kreu-z-er
...ett, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. …ett; ne. …etta; Vw.: s. Amul-, Bajon-, Ball-, Bar-, Bil-, Blank-, Bosk-, Brik-, Buk-, Du-, Epaul-, Etik-, Fals-, Flor-, Kabin-, Kabriol-, Kad-, Klos-, Korn-, Kors-, Kotel-, Lazar-, Menu-, Minar-, Park-, Quart-, Quint-, Roul-, Sept-, Sext-, Skel-, Son-, Spin-, Stil-, Tabl-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: aus dem Französischen oder Italienischen; E.: s. frz. …et, Suff., …et; …it. …etto, Suff., …et; lat. …ētum, Suff., …ētum; weitere Herkunft unklar?; Son.: vgl. nndl. …ette, Suff., …ette; nschw. …et, Suff., …et; nschw. …ett, Suff., …et; nnorw. …ett, Suff., …et; poln. …et, Suff., …et; kymr. …ad, Suff., …et; lit. ...etas, Suff., ...ee; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen oder Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung zu einer Bildung von Verkleinerungsformen oder anderen Ableitungen von Substantiven; BM.: ?; F.: ...et, ...ets, …etes, …ette, …etten+FW; Z.: -et
...ette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. …ette; ne. …etta; Vw.: s. Bagu-, Bul-, Chemis-, Disk-, Dubl-, Epaul-, Etik-, Fac-, Gaz-, Kass-, Kastagn-, Klarin-, Korv-, Krok-, Laf-, Lanz-, Lorgn-, Mansch-, Marion-, Mot-, Omel-, Pail-, Pinz-, Pip-, Pirou-, Plak-, Racl-, Ros-, Servi-, Silhou-, Soubr-, Staf-, Statu-, Suffrag-, Tabl-, Toil-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: aus dem Französischen; E.: s. frz. …ette, Suff., …ette; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. …ette, fehlt DW; Son.: s. Diskette, Operette, Scheiblette; vgl. nndl. …ette, Suff., …ette; nschw. …ett, Suff., …ette; nnorw. …ette, Suff., …ette; poln. …etka, Suff., …ette; lit. ...etas, Suff., ...ette; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung zu einer Bildung von Verkleinerungsformen oder anderen Ableitungen von Substantiven; BM.: ?; F.: ...ette, ...etten+FW; Z.: -ett-e
Etter, nhd. (ält.), M., (10. Jh.?): nhd. Etter, Rand, Zaun; ne. edge (N.), fence (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. eter, eder, st. M., sw. M., st. N., sw. N., Etter, Zaun, Rand, Umzäunung, Saum (M.) (1); mnd. ēter, M., Etter, Zaun, geflochtener Zaun; ahd. etar, st. M. (a), N. (a), Etter, Rand, Zaun; as. eder*, edor*, st. M. (a), Zaun, Etter; anfrk. -; germ. *edara-, *edaraz, st. M. (a), Gehege, Etter; s. idg. *edʰ- (2), Sb., Stecken (M.), Zaun, Pokorny 290 (426/7) (RB. idg. aus gr.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Etter, DW 3, 1180, DW2 8, 2420, EWAhd 2, 1166, Falk/Torp 24, Duden s. u. Etter; Son.: vgl. afries. -; ae. eodor, st. M. (a), Hecke, Gehege, Einfassung, Hürde, Wohnung; an. jaðarr, st. M. (a), Rand, Kante, Beschützer, Häuptling; got. -; nisl. jadar, M., Rand, Kante; ? ksl. odrъ, Sb., Lager, Bahre; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu Schutzzwecken aus Stecken oder Stöcken oder Gerten errichteten und den bebauten Teil eines Ortes an dem Rande umgebenden und von der Flur (F.) abtrennenden Zaun; BM.: Zaun; F.: Etter, Etters, Ettern+EW; Z.: Ett-er
Etüde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Etüde, zu dem Einüben bestimmtes Musikstück mit besonderen Schwierigkeiten, Übungsstück; ne. étude; Vw.: -; Hw.: s. Studium; Q.: 1769/1773; I.: Lw. frz. étude; E.: s. frz. étude, F., Etüde, Übungsstück, Studie; afrz. estudié, F., Studium, Eifer; vgl. lat. studium, N., innerer Trieb und Drang, eifriges Streben (N.), Bestrebung, Anstrengung, (um 250-184 v. Chr.); idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Etüde, fehlt DW, EWD s. u. Etüde, DW2 8, 2420, Duden s. u. Etüde, Gamillscheg 403b; Son.: vgl. nndl. etude, Sb., Etüde; nschw. etyd, Sb., Etüde; nnorw. etyde, M., Etüde; poln. etiuda, F., Etüde; lit. etuidas, M., Etüde; GB.: seit 1769/1773 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu einem Einüben bestimmtes Musikstück (Übungsstück) mit besonderen Schwierigkeiten; BM.: streben bzw. schlagen; F.: Etüde, Etüden+FW; Z.: E-tü-d-e
Etui, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Etui, Hülle, Behälter, Behältnis; ne. etui; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1751; I.: Lw. frz. étui; E.: frz. étui, M., Etui, Hülle, Behältnis; afrz. estui, M., Etui, Hülle, Behältnis; vgl. afrz. estuier, estoier, V., verbergen, in eine Hülle legen, aufsparen; früh-rom. *extuicare, V., verbergen, in eine Hülle legen, aufsparen; vgl. lat. tuērī, V., erblicken, in das Auge fassen, ansehen, betrachten, (um 250-184 v. Chr.); idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Etui, fehlt DW, EWD s. u. Etui, DW2 8, 2420, Duden s. u. Etui, Gamillscheg 403b; Son.: vgl. nndl. etui, Sb., Etui; nschw. etui, Sb., Etui; nnorw. etui, N., Etui; poln. etui, M., Etui; GB.: seit 1751 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schützende Hülle oder einen kleinen Behälter zu einem Mitführen und Aufbewahren von kleineren Gegenständen bestimmter Art; BM.: beschützen bzw. beachten?; F.: Etui, Etuis+FW; Z.: E-tu-i
etwa, nhd., Adv., (11. Jh.): nhd. etwa, ungefähr, beispielsweise; ne. about (Adv.), some; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: fnhd. etswa, Adv., hier und da, irgendwo; mhd. etewā, eteswā, etwā, ettewā, Adv., irgendwo, an manchen Stellen, an einigen Stellen, hier und da, mancherorts; s. ahd. eddeswār*, Adv., irgendwo, an irgendeiner Stelle; s. germ. *ed-, Präf., wieder; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. etwa, EWD s. u. etwa, DW 3, 1179, DW2 8, 2420, Duden s. u. etwa, EWAhd 2, 949; GB.: seit um 1000 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ungefähr oder beispielsweise; BM.: irgendwo; F.: etwa+EW; Z.: et-wa
$etwaig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. etwaig, allenfallsig; E.: s. etwa, s. ig; L.: Kluge s. u. etwa, DW 3, 1182, EWD s. u. etwa; GB.: seit 1752 belegte und aus etwa und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches allenfallsig; F.: etwaig, etwaige, etwaiges, etwaigem, etwaigen, etwaiger+EW; Z.: et-wa-ig
Etymologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Etymologe, Herkunftskundler, Wortherkunftskundler; ne. etymologist; Vw.: -; Hw.: s. Etymologie, Etymon; Q.: 1765 (Schlözer); I.: Lw. gr.-lat. etymologos; E.: gr.-lat. etymologos, M., Etymologe, (116-27 v. Chr.); gr. ἐτυμολόγος (etymológos), M., Etymologe; vgl. gr. ἔτυμος (étymos), Adj., wahr, wirklich; vgl. idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Rede, Rechenschaft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Etymologie, fehlt DW, EWD s. u. Etymologie, DW2 8, 2428, Duden s. u. Etymologe; Son.: vgl. frz. étymologiste, M., Etymologe; nschw. etymolog, Sb., Etymologe; nnorw. etymolog, M., Etymologe; poln. etymolog, M., Etymologe; kymr. etymolegwr, M., Etymologe; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf dem Gebiet der Wortherkunftsforschung tätigen Sprachwissenschaftler (Wortherkunftskundler); BM.: sein (V.), sammeln; F.: Etymologe, Etymologen+FW(+ EW); Z.: Et-ym-o-log-e
Etymologie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Etymologie, Herkunftskunde, Wortherkunftskunde, Erforschung der Herkunft der Wörter; ne. etymology; Vw.: -; Hw.: s. Etymologe, Etymon; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. etymologia; E.: s. lat. etymologia, F., Wortableitung, Etymologie, (81-43 v. Chr.); gr. ἐτυμολογία (etymología), F., Ableitung, Lehre von dem Wahren; vgl. gr. ἔτυμος (étymos), Adj., wahr, wirklich; vgl. idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Rede, Rechenschaft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Etymologie, fehlt DW, EWD s. u. Etymologie, Duden s. u. Etymologie; Son.: vgl. nndl. etymologie, Sb., Etymologie; frz. étymologie, F., Etymologie; nschw. etymologi, Sb., Etymologie; nnorw. etymologi, M., Etymologie; poln. etymologia, F., Etymologie; lit. etimologija, F., Etymologie; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliche Wissenschaft von der Herkunft und Geschichte der Wörter und ihrer Bedeutungen (Wortherkunftskunde); BM.: sein (V.), sammeln; F.: Etymologie, Etymologien+FW(+EW); Z.: Et-ym-o-log-ie
$etymologisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. etymologisch; E.: s. Etymologi(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Etymologie, fehlt DW, EWD s. u. Etymologie; GB.: seit vor 1695 belegte und aus Etymolog(ie) und isch gebildete und umgebildete Bezeichnung für die Herkunft und Geschichte der Wörter und ihrer Bedeutungen betreffend; F.: etymologisch, etymologische, etymologisches, etymologischem, etymologischen, etymologischer+FW+EW; Z.: et-ym-o-log-isch
$etymologisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. etymologisieren, Wörter auf ihre Herkunft betrachten; E.: s. Etymolog(ie), s. isier, s. en; L.: Kluge s. u. Etymologie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Etymolog(ie) und isier und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches Wörter auf ihre Herkunft hin betrachten; F.: etymologisieren, etymologisiere, etymologisierst, etymologisiert, etymologisierest, etymologisieret, etymologisierte, etymologisiertest, etymologisierten, etymologisiertet, ##etymologisiert, etymologisierte, etymologisiertes, etymologisiertem, etymologisierten, etymologisierter##, etymologisierend, ###etymologisierend, etymologisierende, etymologisierendes, etymologisierendem, etymologisierenden, etymologisierender###, etymologisier (!)+FW+EW; Z.: et-ym-o-log-is-ier-en
Etymon, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Etymon, Urwort, Grundform, Grundbedeutung; ne. etymon; Vw.: -; Hw.: s. Etymologie, Etymologe; Q.: 1609; I.: Lw. gr.-lat. etymon; E.: s. gr.-lat. etymon, N., wahre Bedeutung und Erklärung, Herleitung, Etymon, (116-27 v. Chr.); gr. ἔτυμον (étymon), N., wahre Bedeutung; vgl. gr. ἔτυμος (étymos), Adj., wahr, wirklich; vgl. idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Etymologie, fehlt DW, EWD s. u. Etymologie, DW2 8, 2429, Duden s. u. Etymon; Son.: vgl. poln. etymon, M., Etymon; GB.: seit 1609 belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die einem Wort zugrundeliegende Wurzel (Urwort) und Grundform und Grundbedeutung; BM.: sein (V.); F.: Etymon, Etymons, Etyma+FW; Z.: Et-ym-on
eu..., nhd., Partikel, (9. Jh.?): nhd. eu..., gut, wohl, schön; ne. eu...; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. gr. εὖ (eu); E.: s. gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1061; Son.: vgl. nndl. eu..., Präf., eu...; frz. eu..., Präf., eu...; nschw. eu..., Präf., eu...; nnorw. eu..., Präf., eu...; ew..., Präf., eu...; nir. eo..., Präf., eu...; poln. eu..., Präf., eu...; lit. eu..., Präf., eu...; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für gut; BM.: gut; F.: eu...+FW; Z.: eu-
euch, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. euch; Hw.: s. ihr
Eucharistie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Eucharistie, Messopfer, Altarsakrament, Danksagung; ne. Eucharist, Holy Communion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1276 (Brun von Schönbeck); I.: Lw. lat. eucharistia; E.: s. lat. eucharistia, F., Danksagung, heiliges Abendmahl, Altarsakrament, Hostie, um 160-220 n. Chr.); gr. εὐχαριστία (eucharistía), F., guter Dank; vgl. gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. χαίρειν (chaírein), V., sich freuen; idg. *g̑ʰer- (1), *g̑ʰerh₁-, V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: DW2 8, 2433, Duden s. u. Eucharistie; Son.: vgl. nndl. eucharistie, Sb., Eucharistie; frz. eucharistie, F., Eucharistie; nschw. eukaristi, Sb., Eucharistie; nnorw. eukaristi, M., Eucharistie; poln. eucharystia, F., Eucharistie; kymr. ewcarist, M., F., Eucharistie; nir. eocairist, F., Eucharistie; lit. eucharistija, F., Eucharistie; GB.: seit 1275-1276 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das als Danksagung gedachte Messopfer als zentralen Teil der christlichen Messe; BM.: gut, sich freuen; F.: Eucharistie, Eucharistien+FW; Z.: Eu-char-ist-ie
euer, nhd., Poss.-Pron., (8. Jh.?): nhd. euer; ne. your (Pl.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. iuwer, iwer, iur, Poss.-Pron., euer; mnd. iuwe, üwe, jûwe, jûe, Pers.-Pron. euer; ahd. iuwēr*, iuwar*, Poss.-Pron., euer; as. iuwa*, iwa*, euwa*, Poss.-Pron., euer; anfrk. iuwa*, Poss.-Pron., euer; germ. *izwera, *izwara, Poss.-Pron., euer; s. idg. *u̯ē̆s- (6), *u̯ō̆s-, Poss.-Pron., ihr, Pokorny 1173; vgl. idg. *i̯u- (1), *i̯úHs, Pron., ihr, Pokorny 513 (767/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. euch, Kluge s. u. euer, EWD s. u. euer, DW 3, 1192, DW2 8, 2434, EWAhd 5, 239, Duden s. u. euer; Son.: Poss.-Pron.; vgl. afries. jūwe, jōn, Poss.-Pron., euer; ae. ēower, Poss.-Pron., euer; an. yðvarr, Poss.-Pron., euer; got. izwar, Poss.-Pron., euer; nschw. eder, Poss.-Pron., euer; nisl. yðar, Poss.-Pron., euer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare personale Zuordnungsbezeichnung (Poss.-Pron. euer) zu einer Gruppe angesprochener Menschen; BM.: ihr?; F.: euer+EW; Z.: eu-er
Eugenik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Eugenik, Wissenschaft von der Verbesserung der Erbanlagen; ne. eugenics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1915; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. εὐγενής (eugenḗs), Adj., edel, edelgeboren, vornehm, hochsinnig; vgl. gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. γένος (génos); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Eugenik; Son.: vgl. nndl. eugenetica, Sb., Eugenik; frz. eugénisme, M., Eugenik; nschw. eugenik, Sb., Eugenik; nnorw. eugenikk, M., Eugenik; kymr. ewgeneg, F., Eugenik; nir. eoiginic, F.?, Eugenik; poln. eugenika, F., Eugenik; lit. eugenika, F., Eugenik; GB.: seit 1915 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl vor allem seit dieser Zeit Erbschäden und Erbkrankheiten zu verhüten suchende Erbforschung zu der Verbesserung von Erbanlagen; BM.: gut, erzeugen; F.: Eugenik+FW; Z.: Eu-gen-ik(+EW?)
Eukalyptus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Eukalyptus, Eukalyptusbaum; ne. eucalyptus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. καλύπτειν (kalýptein), V., verhüllen, bedecken; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Eukalyptus, fehlt DW, EWD s. u. Eukalyptus, DW2 8, 2438, Duden s. u. Eukalyptus; Son.: vgl. nndl. eucalyptus, Sb., Eukalyptus; frz. eucalyptus, Sb. Pl., Eukalyptus; nschw. eukalyptus, Sb., Eukalyptus; nnorw. eukalyptus, M., Eukalyptus; poln. eukaliptus, M., Eukalyptus; kymr. coeden eucalyptws, F., Eukalyptus; nir. eoclaip, F., Eukalyptus; lit. eukaliptas, M., Eukalyptus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit etwa 130 Millionen Jahren nachweisbaren zu den Myrtengewächsen gehörenden besonders in Australien heimischen hochwachsenden und immergrünen sowie gegenüber anderen Pflanzen aggressiven Baum mit schmalen ein ätherisches Öl enthaltenden Blättern; BM.: gut, verhüllen; F.: Eukalyptus, Eukalypten+FW; Z.: Eu-kal-ypt-us
Eule, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Eule, ein Vogel; ne. owl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. iuwel, sw. V., Eule; mhd. ūle, sw. F., Eule; mhd. iule, sw. F., Eule; mnd. ūle, F., Eule; mnl. ūle, F., Eule; ahd. ūwila, ūla, st. F. (ō), sw. F. (n), Eule, Käuzchen, Kauz, Uhu; as. ūwila*, st. F. (ō), sw. F. (n), Eule; as. ūla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Eule; germ. *uwalō-, *uwalōn, *uwwalō-, *uwwalōn, *uwilō-, *uwilōn, *uwwilō-, *uwwilōn, sw. F. (n), Eule; vgl. idg. *u- (1), Interj., V., Sb., uh, schreien, Uhu, Pokorny 1103 (1918/1) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Eule, Kluge s. u. Eule, DW 3, 1193, EWD s. u. Eule, DW2 8, 2439, Duden s. u. Eule, Bluhme s. u. Eule; Son.: vgl. afries. -; ae. ūle, sw. F. (n), Eule; an. ugla, sw. F. (n), Eule; got. -; nndl. uil, Sb., Eule; nschw. uggla, Sb., Eule; nnorw. ugle, M., F., Eule; GB.: (ūwila) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit wohl mehr als 65 Millionen Jahren nachweisbaren in Wäldern lebenden nachtaktiven größeren Vogel mit großen runden Augen und kurzem krummem Schnabel; BM.: schreien; F.: Eule, Eulen+EW; Z.: Eu-l-e
$Eulenspiegel, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Eulenspiegel; E.: s. Eule, s. n, s. Spiegel; L.: DW 3, 1195, EWD s. u. Eule; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Eul(e) und en sowie Spiegel gebildete Bezeichnung für einen umherstreifenden gerissenen und sich dumm stellenden Schalken oder Possenreißer mit um 1510 bei Johannes Grüninger in Straßburg gedruckten Taten (mnd. Dyl Ulenspegel); F.: Eulenspiegel, Eulenspiegels, Eulenspiegeln+EW+FW; Z.: Eu-l-en—spieg-el
Eunuch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Eunuch, Entmannter, Haremswächter; ne. eunuch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1460; I.: Lw. lat. eunūchus; E.: s. lat. eunūchus, M., Verschnittener, Kastrat, Eunuch, (190-159 v. Chr.); gr. εὐνοῦχος (eunūchos), M., Verschnittener, Eunuch, Kämmerer, Bettschützer; vgl. gr. εὐνή (eunḗ), F., Lager, Lagerstätte, Bett; weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 589; gr. ὄχος (óchos), M., Träger, Halter; gr. ἐχειν (échein), V., halten; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Eunuch, fehlt DW, EWD s. u. Eunuch, DW2 8, 2441, Duden s. u. Eunuch; Son.: vgl. nndl. eunuch, Sb., Eunuch; frz. eunuque, M., Eunuch; nschw. eunuck, Sb., Eunuch; nnorw. eunukk, M., Eunuch; poln. eunuch, M., Eunuch; kymr. eunuch, M., Eunuch; lit. eunuchas, M., Eunuch; GB.: seit um 1460 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit gr. εὐνή (eunḗ), F., Lager, Lagerstätte, Bett (weitere Herkunft ungeklärt) und gr. ὄχος (óchos), M., Träger, Halter sowie gr. ἐχειν (échein), V., halten verbindbare Bezeichnung für einen als Bediensteter (Haremswächter) tätigen kastrierten Mann; BM.: Lager, halten; F.: Eunuch, Eunuchen+FW; Z.: Eun-uch
$Euphemie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Euphemie, beschönigende und verhüllende Redeweise; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Euphemismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Euphemismus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine beschönigende und das Wesentliche verhüllende Redeweise; F.: Euphemie, Euphemien+FW+EW; Z.: Eu-phe-m-ie
Euphemismus, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Euphemismus, Hüllwort, beschönigende Bezeichnung; ne. euphemism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. εὐφημισμός (eúphēmismós); E.: gr. εὐφημισμός (eúphēmismós), M., Euphemismus, Ersatz unheilträchtiger Wörter; vgl. εὐφημεῖν (euphēmein), V., andächtig schweigen; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. φήμη (phḗmē), φάμα (pháma), F., Stimme, Wort, Orakel, Gerücht; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Euphemismus, fehlt DW, EWD s. u. Euphemismus, DW2 8, 2441, Duden s. u. Euphemismus; Son.: vgl. nndl. eufemisme, Sb., Euphemismus; frz. euphémisme, M., Euphemismus; nschw. eufemism, Sb., Euphemismus; nnorw. eufemisme, M., Euphemismus; poln. eufemizm, M., Euphemismus; lit. eufemizmas, M., Euphemismus; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine beschönigende und das Wesentliche verhüllende oder beschönigende Umschreibung für ein anstößiges oder unangenehmes Wort; GB.: gut, sprechen; F.: Euphemismus, Euphemismen+FW; Z.: Eu-phe-m-ism-us
$euphemistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. euphemistisch, beschönigend; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Euphem(ie), s. ist, s. isch; L.: Kluge s. u. Euphemismus, fehlt DW, EWD s. u. Euphemismus; GB.: seit 1804 belegte und aus Euphem(ie) und ist sowie isch gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beschönigend; F.: euphemistisch, euphemistische, euphemistisches, euphemistischem, euphemistischen, euphemistischer(, euphemistischere, euphemistischeres, euphemistischerem, euphemistischeren, euphemistischerer, euphemistischst, euphemistischste, euphemistischstes, euphemistischstem, euphemistischsten, euphemistischster)+FW+EW; Z.: eu-phe-m-ist-isch
Euphorie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Euphorie, ausgelassene Hochstimmung, zuversichtliche Gemütsstimmung; ne. euphoria; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1835 (Wörterbuch); I.: Lw. gr. εὐφορία (euphoría); E.: s. gr. εὐφορία (euphoría), F., Wohlbefinden; vgl. gr. εὔφορος (eúphoros), Adj., leicht dahintragend, kräftig, stark, gewandt; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Euphorie, fehlt DW, EWD s. u. Euphorie, DW2 8, 2441, Duden s. u. Euphorie; Son.: vgl. nndl. euforie, Sb., Euphorie; frz. euphorie, F., Euphorie; nschw. eufori, Sb., Euphorie; nnorw. eufori, M., Euphorie; poln. euforia, F., Euphorie; kymr. ewfforia, M., Euphorie; lit. euforija, F., Euphorie; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche ausgelassene Hochstimmung oder eine zeitweilig übersteigert heitere und zuversichtliche Gemütsstimmung; BM.: gut, tragen; F.: Euphorie+FW(+EW); Z.: Eu-phor-ie
$euphorisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. euphorisch, ausgelassen, hochgestimmt; E.: s. Euphori(e), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Euphorie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Euphor(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder später mögliches ausgelassen oder hochgestimmt; F.: euphorisch, euphorische, euphorisches, euphorischem, euphorischen, euphorischer(, euphorischere, euphorischeres, euphorischerem, euphorischeren, euphorischerer, euphorischst, euphorischste, euphorischstes, euphorischstem, euphorischsten, euphorischster)+FW+EW; Z.: eu-phor-isch
...eur, …ör, nhd., M.., (17. Jh.?): nhd. …eur, …ör, …or; ne. …er; Vw.: s. Akt-, Amat-, Animat-, Charm-, Chauff-, Claqu-, Coiff-, Connaiss-, Dekorat-, Dessert-, Dompt-, Gouvern-, Grav-, Hasard-, Import-, Ingeni-, Installat-, Instrukt-, Jongl-, Kollaborat-, Kolport-, Kondukt-, Konstrukt-, Kontroll-, Marod-, Mass-, Mont-, Operat-, Provokat-, Redakt-, Regiss-, Restaurat-, Sabot-, Souffl-, Spedit-, Voy-; Hw.: s. …euse; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. …eur; E.: s. frz. …eur, Suff., …eur, …or; lat. …or, Suff., …eur, …or; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. …eur; Son.: s. Akteur, Dompteur, Friseur; vgl. nndl. …eur, Suff., …eur, …or; nschw. …ör, Suff., …eur, …or; nnorw. …ør, Suff., …eur, …or; poln. …er, Suff., …eur, …or; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Suffix verwendete Bezeichnung zu einer Bildung männlicher Nomina agentis zu Verben auf …ieren; BM.: ?; F.: ...eur, ...eurs, ...eures, ...eure, ...euren, …ör, …örs, …öres, …öre, …ören+FW; Z.: -eur
Europium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Europium, ein Metall der Lanthanoide; ne. europium; Vw.: Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Europa; s. gr. Εὐρώπη (Eurṓpē), F.=ON, Europa (Kontinent); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. εὐρύς (eurýs), Adj., breit, weit, ausgedehnt; idg. *u̯er- (9), *u̯ₑrus, Adj., weit, breit, Pokorny 1165 (2000/76) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?); gr. ὄψ (óps), F., Auge, Gesicht; gr. ὄπωπα (ópōpa), V. (1. Pers. Perf.), ich beobachte, ich erblicke; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder aus dem Semit., s. assyr. êrêb šamši, „Untergang der Sonne“; L.: Duden s. u. Europium; Son.: vgl. nndl. europium, Sb., Europium; frz. europium, M., Europium; nschw. europium, N., Europium; nnorw. europium, N., Europium; kymr. ewropiwm, M., Europium; nir. eoraipiam, M., Europium; poln. europ, M., Europium; lit. europis, M., Europium; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem griechischen ON Europa gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches vor allem in Mineralien in China vorhandenes graues gut verformbares unedles und vor allem als Dotierungsstoff für die Herstellung von Leuchtstoffen in Fernsehgeräten und Computern und Energiesparlampen sowie Eurobanknoten und weiteren Gegebenheiten verwendetes Metall der Lanthanoide aus der Gruppe der Seltenen Erden (chemisches Element Nr. 63, abgekürzt Eu); BM.: ON; F.: Europium, Europiums+FW; Z.: Eur-op-i-um
...euse, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. …euse, …eurin, …orin; ne. …ess; Vw.: s. Fris-, Mass-; Hw.: s. …eur; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. …euse; E.: s. frz. …euse, Suff., …euse, …eurin, …orin; lat. …orissa, Suff., …euse, …eurin, …orin; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. …euse, fehlt DW; Son.: s. Souffleuse; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung zu einer Bildung weiblicher Nomina agentis zu Verben auf …ieren; BM.: ?; F.: ...euse, ...eusen+FW; Z.: -eus-e
Euter, nhd., M., N., (10. Jh.?): nhd. Euter, die Milchdrüsen von Säugetieren enthaltendes Organ; ne. udder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. ūter, st. M., st. N., Euter; mnd. ūder, Sb., Euter; mnd. jeder, N., Euter; ahd. ūtar*, st. M. (a?), Euter, Weinschlauch; mnl. ūder, Sb., Euter; ahd. ūtaro*, sw. M. (n), Euter; as. ūder*, st. N.? (a), st. M.? (a), Euter; as. geder*, iedar*, iodar*, st. N. (a), Euter; anfrk. -; germ. *ūdara-, *ūdaram, *ūdira-, *ūdiram, st. N. (a), Euter; s. idg. *ēudʰ-, *ūdʰ-, Sb., Euter, Pokorny 47 (513/94) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Euter, Kluge s. u. Euter, DW 3, 1197, EWD s. u. Euter, DW2 8, 2446, Falk/Torp 29, Duden s. u. Euter, Bluhme s. u. Euter; Son.: vgl. afries. ūder, st. N. (a), Euter; afries. jāder, st. N. (a), Euter; ae. ūder, st. N. (a), Euter; an. jūgr, st. N. (a), Euter; got. -; vgl. nndl. uier, Sb., Euter; nschw. juver, Sb., Euter; nnorw. jur, N., Euter; ai. ūdhar-, ūdhan-, Sb., Euter; gr. οὖθαρ (uthar), N., Euter; lat. ūber, N., Euter, Zitze, säugende Brust, Reichlichkeit, Fruchtbarkeit; russ. вымя (vymja), F., Euter; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Leistengegend bestimmter weiblicher Säugetiere sackartig oder beutelartig herabhängendes Organ mit zwei oder mehr Zitzen mit Milchdrüsen; BM.: schwellen?; F.: Euter, Euters, Eutern+EW; Z.: Eut-er
Euthanasie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Euthanasie, Sterbehilfe; ne. euthanasia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. εὐθανασία (euthanasía); E.: s. gr. εὐθανασία (euthanasía), F., schöner leichter Tod; vgl. εὐθάνατος (euthánatos), Adj., glücklich sterbend; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. θάνατος (thánatos), M., Tod; idg. *dʰu̯enə-, *dʰu̯en-, V., Sb., Adj., stieben, bewegt sein (V.), Rauch, Nebel, Wolke, dunkel, Pokorny 266; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Euthanasie, fehlt DW, EWD s. u. Euthanasie, DW2 8, 2447, Duden s. u. Euthanasie; Son.: vgl. nndl. euthanasie, Sb., Euthanasie; frz. euthanasie, F., Euthanasie; nschw. eutanasi, Sb., Euthanasie; nnorw. eutanasi, M., Euthanasie; poln. eutanazja, F., Euthanasie; kymr. ewthanasia, F., Euthanasie; nir. eotanáis, F., Euthanasie; lit. eutanazija, F., Euthanasie; GB.: 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Hilfe bei dem Sterben bei unheilbaren Krankheiten und in dem Nationalsozialismus auch für die systematische Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen; BM.: gut, Tod; F.: Euthanasie+FW+EW; Z.: Eu-tha-n-as-ie
$Evakuation, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Evakuation, Evakuierung, Leerung, Räumung; I.: Lw. lat. ēvacuātio; L.: fehlt DW, EWD s. u. evakuieren; GB.: seit 1529 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung mögliche Evakuierung oder Leerung oder Räumung eines Wohnplatzs; F.: Evakuation, Evakuationen+FW(+EW); Z.: E-va-k-u-at-io-n
evakuieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. evakuieren, aussiedeln, räumen; ne. evacuate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1500?; E.: s. lat. ēvacuāre, V., ausleeren, abführen, entledigen, ablegen, entkräften, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vacuāre, V., leer machen, leeren, vernichten, widerrufen (V.); lat. vacāre, V., leer sein (V.), ledig sein (V.), frei sein (V.), entblößt sein (V.); idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. evakuieren, EWD s. u. evakuieren, DW2 8, 2448, Duden s. u. evakuieren; Son.: vgl. nndl. evacueren, V., evakuieren; frz. évacuer, V., evakuieren; nschw. evakuera, V., evakuieren; nnorw. evakuere, V., evakuieren; poln. ewakuować, V., evakuieren; lit. evakuoti, V., evakuieren; GB.: vielleicht um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung mögliches wegen einer drohenden Gefahr von einem Wohnplatz (vorübergehend) aussiedeln oder räumen; BM.: weg, leeren; F.: evakuieren, evakuiere, evakuierst, evakuiert, evakuierest, evakuieret, evakuierte, evakuiertest, evakuierten, evakuiertet, ##evakuiert, evakuierte, evakuiertes, evakuiertem, evakuierten, evakuierter##, evakuierend, ###evakuierend, evakuierende, evakuierendes, evakuierendem, evakuierenden, evakuierender###, evakuier (!)+FW+EW; Z.: e-va-k-u-ier-en
$Evakuierung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Evakuierung, Evakuation, Leerung, Räumung; Q.: 1930-1940; E.: s. evakuier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. evakuieren, EWD s. u. evakuieren; GB.: vielleicht seit 1930-1940 belegte und aus evakuier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Sesshaftwerdung mögliche Evakuierung oder Evakuation oder Leerung oder Räumung eines Wohnplatzs; F.: Evakuierung, Evakuierungen+FW; Z.: E-va-k-u-ier-ung
Evaluation, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Evaluation, Evaluierung, Beurteilung, Bewertung; ne. evaluation; Vw.: -; Hw.: s. evaluieren; Q.: 1824?; I.: Lw. frz. évaluation; E.: s. frz. évaluation, F., Schätzung; vgl. frz. évaluer, V., bewerten, beurteilen; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten, um 235-200 v. Chr.); idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. evaluieren, fehlt DW, Duden s. u. Evaluation; Son.: vgl. nndl. evaluatie, Sb., Evaluation; GB.: vielleicht seit 1824 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (sachgerechte und fachgerechte) Beurteilung oder Bewertung; BM.: bewerten; F.: Evaluation, Evaluationen+FW(+EW); Z.: E-val-u-at-io-n
evaluieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. evaluieren, bewerten, auswerten, beurteilen; ne. evaluate; Vw.: -; Hw.: s. Evaluation; Q.: 1768 (Lessing); I.: Lw. frz. évaluer; E.: s. frz. évaluer, V., bewerten, beurteilen; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten, um 235-200 v. Chr.); idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. evaluieren, DW2 8, 2449, Duden s. u. evaluieren; Son.: vgl. nndl. evalueren, V., evaluieren; nschw. evalera, V., evaluieren; nnorw. evaluere, V., evaluieren; poln. ewaluować, V., evaluieren; GB.: vielleicht seit 1768 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht nach Entstehung des Menschen und Entwicklung von Wissenschaft mögliches nach genauer Untersuchung (sachgerecht) bewerten oder beurteilen; BM.: bewerten; F.: evaluieren, evaluiere, evaluierst, evaluiert, evaluierest, evaluieret, evaluierte, evaluiertest, evaluierten, evaluiertet, ##evaluiert, evaluierte, evaluiertes, evaluiertem, evaluierten, evaluierter##, evaluierend, ###evaluierend, evaluierende, evaluierendes, evaluierendem, evaluierenden, evaluierender###, evaluier(!)+FW+EW; Z.: e-val-u-ier-en
Evangeliar, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Evangeliar, Evangelienbuch; ne. gospel book, evangelion; Vw.: -; Hw.: s. Evangelium, evangelisch, Evangelist; Q.: 12. Jh. (Glosse); I.: Lw. mlat. evangeliārium; E.: s. mhd. ēwangēliære (2), ēwangēlier, evangeliere, st. N., Evangelienbuch, Evangeliar; mlat. evangeliārium, N., Evangelienbuch, Evangeliensammlung, (1245); lat. evangelium, N., Evangelium, (81-43 v. Chr.); gr. εύαγγέλιον (euangélion), N., Lohn, gute Botschaft; vgl. gr. εὺάγγελος (euángelos), Adj., gute Kunde bringend; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. ἄγγελος (ángelos), M., Bote, Gesandter, Engel; wahrscheinlich auf unbekannten Wegen aus dem Orient eingedrungen; L.: Kluge s. u. Evangelium, fehlt DW, DW2 8, 2449, Duden s. u. Evangeliar; GB.: (ēwangēliære) seit 12. Jh.) belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein die Evangelien des Neuen Testaments der Christen enthaltendes Buch; BM.: gut, Bote; F.: Evangeliar, Evangeliars, Evangeliare, Evangeliaren+FW+EW; Z.: Ev-angel-i-ar
evangelisch, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. evangelisch, Evangelium betreffend, protestantisch; ne. evangelic (Adj.), protestant; Vw.: -; Hw.: s. Evangeliar, Evangelium, Evangelist; Q.: Anfang 9. Jh.; I.: Lw. lat. evangelicus; E.: mhd. ēwangēlisch, Adj., evangelisch, die Evangelien betreffend; mnd. ewangelisch, Adj., evangelisch; ahd. evangelisk*, evangelisc*, euangēlisc*, Adj., die Evangelien betreffend, Evangelium betreffend, evangelisch; lat. evangelicus, Adj., Evangelien betreffend, zum Evangelium gehörig, evangelisch, gemäß dem Evangelium lebend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. gr. εὺάγγελος (euángelos), Adj., gute Kunde bringend; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. ἄγγελος (ángelos), M., Bote, Gesandter, Engel; wahrscheinlich auf unbekannten Wegen aus dem Orient eingedrungen; L.: Kluge s. u. Evangelium, DW 3, 1199, EWD s. u. Evangelium, DW2 8, 2450, Duden s. u. evangelisch; Son.: vgl. nndl. evangelisch, Adj., evangelisch; nschw. evangelisk, Adj., evangelisch; nnorw. evangelisk, Adj., evangelisch; poln. ewangelicki, Adj., evangelisch; lit. evangeliškas, Adj., evangelisch; GB.: (evangelisk) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Evangelien des Neuen Testaments der Christen betreffend und seit der Neuzeit auch protestantisch; BM.: gut, Bote; F.: evangelisch, evangelische, evangelisches, evangelischem, evangelischen, evangelischer(, evangelischere, evangelischeres, evangelischerem, evangelischeren, evangelischerer, evangelischst, evangelischste, evangelischstes, evangelischstem, evangelischsten, evangelischster)+FW+EW; Z.: ev-angel-isch
Evangelist, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Evangelist, Verfasser eines Evangeliums; ne. evangelist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000; I.: Lw. lat. evangelista; E.: s. mhd. ēwangelista, ēwangeliste, ēwangēliste, ēwangelist, sw. M., Evangelist, Verfasser des Evangeliums; mnd. ewangeliste, evangeliste, M., Evangelist; lat. evangelista, M., Evangelist, Prediger, Verkünder des Evangeliums, Verkünder der frohen Botschaft, (380/385-nach 418 n. Chr.); vgl. gr. εὺάγγελος (euángelos), Adj., gute Kunde bringend; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. *esus-, *su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. ἄγγελος (ángelos), M., Bote, Gesandter, Engel; wahrscheinlich auf unbekannten Wegen aus dem Orient eingedrungen; L.: Kluge s. u. Evangelium, DW3, 1199, EWD s. u. Evangelium, DW2 8, 2451, Duden s. u. Evangelist; Son.: vgl. frz. évangéliste, M., Evangelist; nschw. evangelist, Sb., Evangelist; nnorw. evangelist, M., Evangelist; poln. ewangelista, M., Evangelist; lit. evangelistas, M., Evangelist; GB.: seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Verfasser eines Evangeliums des Neuen Testaments der Christen; BM.: gut, Bote; F.: Evangelist, Evangelisten+FW+EW; Z.: Ev-angel-ist
Evangelium, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Evangelium, Frohbotschaft; ne. evangel, gospel; Vw.: -; Hw.: s. Evangeliar, evangelisch, Evangelist; Q.: 830-840 (Tatian); E.: mhd. ēwangēlium, N., Evangelium, frohe Botschaft, Evangelienbuch; mhd. ēwangelje, ēvangelje, sw. M., sw. N., Evangelium; mnd. ewangelium, ēwangelium, evangelium, N., Evangelium; ahd. evangelium*, lat.-ahd.?, N., Evangelium; ahd. evangēlio*, sw. M. (n), Evangelium; as. evangelium*, st. M. (a?), Evangelium; lat. evangelium, N., Evangelium, (81-43 v. Chr.); gr. εύαγγέλιον (euangélion), N., Lohn, gute Botschaft; vgl. gr. εὺάγγελος (euángelos), Adj., gute Kunde bringend; gr. εὖ (eu), Adv., Präf., gut, wohl; idg. esus-, su-, Adj., gut, tüchtig, Pokorny 342 (499/80) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt.?); gr. ἄγγελος (ángelos), M., Bote, Gesandter, Engel; wahrscheinlich auf unbekannten Wegen aus dem Orient eingedrungen; L.: Kluge s. u. Evangelium, DW 3, 1199, EWD s. u. Evangelium, DW2 8, 2452, Duden s. u. Evangelium; Son.: vgl. got. aíwaggēli, st. N. (ja), Evangelium; got. aíwaggēljō, sw. F. (n), Evangelium, frohe Botschaft; nndl. evangelie, Sb., Evangelium; frz. Évangile, M., Evangelium; nschw. evangelium, N., Evangelium; nnorw. evangelium, N., Evangelium; kymr. efengyl, F., Evangelium; lit. evangelija, F., Evangelium; GB.: (evangelium) seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vier Bücher des Neuen Testaments der Christen mit der Heilsbotschaft Jesu Christi; BM.: gut, Bote; F.: Evangelium, Evangeliums, Evangelien+FW; Z.: Ev-angel-i-um
$Eventualität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Eventualität, Möglichkeit; E.: s. eventu(ell), s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. eventuell, fehlt DW, EWD s. u. eventuell; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit der Entstehung der Welt bestehende Möglichkeit; F.: Eventualität, Eventualitäten+FW+EW; Z.: E-ven-t-u-al-it-ät
eventuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. eventuell, möglich; ne. eventual, possible; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1781; I.: Lw. frz. éventuel; E.: s. frz. éventuel, Adj., eventuell, möglich; mlat. eventualis, Adj., zufällig, möglich; vgl. lat. ēvenīre, V., herauskommen, hervorkommen, herausgehen, hingelangen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. eventuell, fehlt DW, EWD s. u. eventuell, DW2 8, 2455, Duden s. u. eventuell; Son.: vgl. nndl. eventueel, Adj., eventuell; nschw. eventuell, Adj., eventuell; nnorw. eventuell, Adj., eventuell; poln. ewentualnie, Adj., eventuell; lit. eventualus, Adj., eventuell; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt gegebenes möglich; BM.: aus, kommen; F.: eventuell, eventuelle, eventuelles, eventuellem, eventuellen, eventueller+FW(+EW); Z.: e-ven-t-u-ell
Evergreen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Evergreen, langlebiges Musikstück; ne. evergreen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1955; I.: Lw. ne. evergreen; E.: s. ne. evergreen, N., Evergreen, Immergrün; vgl. ne. ever, Adv., immer, jemals; ae. ǣfre, Adv., je, jemals, immer, beständig, fortan; vgl. ae. ā, ō, Adv., je, immer, beständig, ewig; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); ae. feorh, feorg, st. M. (a), st. N. (a), Leben, Seele, Geist, Person; germ. *ferhwa, F., Leib, Leben; idg. *perkᵘ̯us, Sb., Eiche, Stärke, Kraft, Leben, Pokorny 822 (1412/54) (RB. idg. aus ind., ill., ital., kelt., germ., balt.); ne. green, Adj., grün; ae. grœ̄ne, grēne, Adj., grün, jung, unreif, wachsend, lebend; germ. *grōni-, *grōniz, *grōnja-, *grōnjaz, Adj., grün; vgl. idg. *gʰrē-, *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454; L.: Kluge s. u. Evergreen, EWD s. u. Evergreen, DW2 8, 2455, Duden s. u. Evergreen; Son.: vgl. nndl. evergreen, Sb., Evergreen; nschw. evergreen, Sb., Evergreen; nnorw. evergreen, M., Evergreen; poln. evergreen, M., Evergreen; GB.: seit 1955 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langlebiges und immer wieder gespieltes Musikstück; BM.: immer, grün; F.: Evergreen, Evergreens+FW; Z.: Ev-er-gree-n
evident, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. evident, augenscheinlich, offenkundig, offensichtlich; ne. evident; Vw.: -; Hw.: s. Evidenz; Q.: 1708; I.: Lw. lat. ēvidēns; E.: s. lat. ēvidēns, (Part. Präs.=)Adj., ersichtlich, sichtbar, greifbar, konkret, augenscheinlich, offenkundig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Evidenz, fehlt DW, EWD s. u. evident, DW2 8, 2455, Duden s. u. evident; Son.: vgl. nndl. evident, Adj., evident, offenbar; frz. évident, Adj., evident, offenbar; nnorw. evident, Adj., evident, offenbar; poln. ewidentny, Adj., evident, offenbar; GB.: seit 1708 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches augenscheinlich oder offenkundig oder offensichtlich; BM.: aus, sehen; F.: evident, evidente, evidentes, evidentem, evidenten, evidenter(, evidentere, evidenteres, evidenterem, evidenteren, evidenterer, evidentest, evidenteste, evidentestes, evidentestem, evidentesten, evidentester)+FW+EW; Z.: e-vi-d-ent
Evidenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Evidenz, Offenkundigkeit, Einsichtigkeit, Deutlichkeit, Gewissheit; ne. evidence; Vw.: -; Hw.: s. evident; Q.: 1684; I.: Lw. lat. ēvidentia; E.: s. lat. ēvidentia, F., Ersichtlichkeit, Sichtbarkeit, Durchsichtigkeit, Klarheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēvidēns, Adj., ersichtlich, sichtbar, greifbar, konkret, augenscheinlich; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Evidenz, EWD s. u. evident, DW2 8, 2456, Duden s. u. Evidenz; Son.: vgl. nndl. evidentie, Sb., Evidenz; ne. frz. evidence, F., Evidenz; nschw. evidens, Sb., Evidenz; nnorw. evidens, M., Evidenz; GB.: seit 1684 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Augen mögliche Offenkundigkeit oder Einsichtigkeit oder Deutlichkeit oder Gewissheit; BM.: aus, sehen; F.: Evidenz+FW+EW; Z.: E-vi-d-enz
Evokation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Evokation, Vorstellungserweckung, Erweckung von Erlebnissen; ne. evocation; Vw.: -; Hw.: s. evozieren, evokativ; Q.: 1712?; I.: Lw. lat. ēvocātio; E.: s. lat. ēvocātio, F., Herausrufen, Hervorrufen, Aufforderung, Herbeirufen, Abberufung, Berufung, Vorladung des Schuldners; vgl. lat. ēvocāre, V., herausrufen, hervorrufen, zu sich rufen, heraustreiben, aufrufen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. evozieren, fehlt DW, Duden s. u. Evokation; Son.: vgl. frz. évocation, F., Evokation; GB.: vielleicht seit 1712 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Erweckung von Vorstellungen oder Erlebnissen; BM.: aus, rufen; F.: Evokation, Evokationen+FW+EW; Z.: E-vok-at-io-n
evokativ, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. evokativ, hervorrufend, bewirkend, betreffend, bestimmte Vorstellungen enthaltend; ne. evocative; Vw.: -; Hw.: s. evozieren, Evokation; Q.: 1639?; I.: Lw. lat. ēvocātīvus; E.: s. lat. ēvocātīvus, Adj., zum Aufgebot gehörig, hinausführend, hinausbringend, hinausschaffend; vgl. lat. ēvocāre, V., herausrufen, hervorrufen, zu sich rufen, heraustreiben, aufrufen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. evozieren, fehlt DW, Duden s. u. evokativ; GB.: vielleicht seit 1639 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hervorrufend oder bewirkend oder betreffend; BM.: aus, rufen; F.: evokativ, evokative, evokatives, evokativem, evokativen, evokativer+FW+EW; Z.: e-vok-at-iv
Evolution, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Evolution, Entwicklung; ne. evolution; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. frz. évolution; E.: s. frz. évolution, F., Entwicklung; lat. ēvolūtio, F., Aufschlagen, Lesen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ēvolvere, V., hervorwälzen, herauswälzen, hinauswälzen, wälzen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Evolution, fehlt DW, EWD s. u. Evolution, DW2 8, 2456, Duden s. u. Evolution; Son.: vgl. nndl. evolutie, Sb., Evolution; nschw. evolution, Sb., Evolution; nnorw. evolusjon, M., Evolution; poln. ewolucja, F., Evolution; nir. éabhlóid, F., Evolution; lit. evoliucija, F., Evolution; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt langsame und bruchlos fortschreitende Entwicklung; BM.: aus, rollen; F.: Evolution, Evolutionen+FW; Z.: E-vol-ut-io-n
evozieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. evozieren, hervorrufen, bewirken; ne. evoke; Vw.: -; Hw.: s. Evokation, evokativ; Q.: 1634; E.: s. lat. ēvocāre, V., herausrufen, hervorrufen, zu sich rufen, heraustreiben, aufrufen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. evozieren, fehlt DW, DW2 8, 2458, Duden s. u. evozieren; Son.: vgl. nndl. evoceren, evoqueren, V., evozieren; frz. évoquer, V., evozieren, schildern; poln. ewokować, V., evozieren; GB.: seit 1634 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hervorrufen oder bewirken; BM.: aus, rufen; F.: evozieren, evoziere, evozierst, evoziert, evozierest, evozieret, evozierte, evoziertest, evozierten, evoziertet, ##evoziert, evozierte, evoziertes, evoziertem, evozierten, evozierter##, evozierend, ###evozierend, evozierende, evozierendes, evozierendem, evozierenden, evozierender###, evozier (!)+FW(+EW); Z.: e-voz-ier-en
Ewer, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Ewer, Flussfahrzeug, kleines Küstenschiff; ne. a boat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. ēwer, M., Ewer, flaches Fahrzeug; vgl. mnd. ēnvār, M., Ewer, kleines Schiff; fläm. envare, M., Einfahrer; mnd. ēn, ein, Adj., Num. Kard., ein; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. vāren, st. V., fahren, ziehen, gehen, wandern; as. faran, st. V. (6), sich bewegen, gehen, reisen, ziehen, fliegen; germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Ewer, Duden s. u. Ewer; GB.: seit 13. Jh. belegte mittelniederdeutsche und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines Küstenschiff mit flachem Boden oder für ein Flussfahrzeug auf der unteren Elbe; BM.: ein, fahren; F.: Ewer, Ewers, Ewern (!)+EW?; Z.: E-w-er
ewig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ewig, langdauernd, unendlich; ne. eternal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. ēwic (1), ēwec, Adj., ewig, dauernd, ständig, immerwährend, für alle Zeit festgesetzt, immer fortbestehend; mnd. ēwich, ewich, Adj., ewig, dauernd; mnl. ewich, Adj., ewig; ahd. ēwīg*, Adj., ewig, dauernd, ununterbrochen; as. êwig*, Adj., ewig; anfrk. -; germ. *aiwa-, *aiwam, st. N. (a), Ewigkeit; vgl. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. ewig, Kluge s. u. ewig, DW 3, 1200, EWD s. u. ewig, DW2 8, 2458, Duden s. u. ewig, Falk/Torp 4; Son.: vgl. afries. êwich, jōwich, Adj., ewig; nndl. eeuwig, Sb., Ewig; nschw. evig, Adj., ewig; nnorw. evig, Adj., ewig; GB.: seit 790 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches aus Sicht des Menschen langdauernd oder unendlich; BM.: Lebenskraft; F.: ewig, ewige, ewiges, ewigem, ewigen, ewiger+EW; Z.: ew-ig
$Ewigkeit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Ewigkeit, lange Dauer, Unendlichkeit; E.: s. ewig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 1205, EWD s. u. ewig; GB. seit um 1000 belegte und aus ewig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliche aus Sicht des Menschen lange Dauer oder Unendlichkeit; F.: Ewigkeit, Ewigkeiten+EW; Z.: Ew-ig—kei-t
$ewiglich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ewiglich, langdauernd, unendlich; E.: s. ewig, s. lich; L.: DW 3, 1206, EWD s. u. ewig; GB.: seit um 1000 belegte und aus ewig und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches aus Sicht des Menschen langdauernd oder unendlich; F.: ewiglich, ewigliche, ewigliches, ewiglichem, ewiglichen, ewiglicher+EW; Z.: ew-ig—lich
ex…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. aus ... heraus, weg, frühere, ehemalig; ne. ex…; Vw.: s. -akt, -altiert, -amen, -aminator, -aminieren, -ekutieren, -ekution, -ekutiv, -ekutive, -empel, -emplar, -emplarisch, -emplifizieren, -equien, -erzieren, -hibition, -hibitionismus, -humieren, -il, -istentiell, -istenz, -istieren, -itus, -klamation, -klave-, -klusiv, -kommunikation, -kommunizieren, -krement, -kurs, -kursion, -libris, -matrikulieren, -orbitant, -pandieren, -pansion, -pansiv, -patriieren, -pedieren, -pedition, -periment, -perimentieren, -perte, -pertise, -plikation, -plizieren, -plizit, -plodieren, -plosion, -plosiv, -ponent, -poniert, -port, -portieren, -posé, -position, -press, -pressionismus, -pressiv, -quisit, -temporieren, -tension, -tensiv, -tern, -tra-, -trakt, -traktion, -zellent, -zellenz, -zentrisch, -zeptionell, -zerpieren, -zerpt, -zess, -zessiv; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. ex, gr. ἐξ (ex); E.: s. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen, (um 450 v. Chr.); idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ex-, fehlt DW, EWD s. u. ex-, DW2 8, 2469, Duden s. u. ex-; Son.: vgl. nndl. ex…, Präf., ex…; frz. ex…, Präf., ex…; nschw. ex…, Präf., ex…; nnorw. eks…, Präf., ex…; poln. egz…, Präf., ex…; lit. egz..., eks..., Präf., ex…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Partikel für weg oder frühere oder ehemalig in Zusammensetzungen; BM.: aus; F.: ex…+FW; Z.: ex-
exakt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. exakt, genau, bestimmt; ne. exact; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1679; I.: Lw. lat. exāctus; E.: s. lat. exāctus (1), Adj., exakt, genau, pünktlich, vollkommen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. exakt, fehlt DW, EWD s. u. exakt, DW2 8, 2469, Duden s. u. exakt; Son.: vgl. nndl. exact, Adj., exakt; frz. exact, Adj., exakt; nschw. exakt, Adj., exakt; nnorw. eksakt, Adj., exakt; GB.: seit 1679 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches genau oder bestimmt; BM.: aus, machen; F.: exakt, exakte, exaktes, exaktem, exakter(, exaktere, exakteres, exakterem, exakteren, exakterer, exakteste, exaktestes, exaktestem, exaktesten, exaktester)+FW(+EW); Z.: ex-ak-t
exaltiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. exaltiert, überspitzt, überreizt; ne. exalted; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: frz. Lw.; E.: s. frz. exalter, V., erregen, begeistern; lat. exaltāre, V., erhöhen, stufenartig vertiefen, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. altus, Adj., hoch; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. exaltiert, fehlt DW, EWD s. u. exaltiert, DW2 8, 2471 (exaltieren), Duden s. u. exaltiert; Son.: vgl. nndl. geexalteerd, Adj., exaltiert; frz. exalté, Adj., exaltiert; nschw. exalterad, Adj., exaltiert; nnorw. eksaltert, Adj., exaltiert; poln. egzaltowany, Adj., exaltiert; lit. egzaltuotas, Adj., exaltiert; GB.: vielleicht seit um 1520 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Bezug auf Menschen mögliches überspitzt oder überreizt; BM.: erhöhen; F.: exaltiert, exaltierte, exaltiertes, exaltiertem, exaltierten, exaltierter(, exaltiertere, exaltierteres, exaltierterem, exaltierteren, exaltierterer, exaltierteste, exaltiertestes, exaltiertestem, exaltiertesten, exaltiertester)+FW(+EW); Z.: ex-al-t-ier-t
Examen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Examen, Untersuchung, Prüfung; ne. exam, examination; Vw.: -; Hw.: s. Examinator, examinieren; Q.: um 1513; I.: Lw. lat. exāmen; E.: s. lat. exāmen, N., Bienenschwarm, Insektenschwarm, Schar (F.) (1), Haufe, Haufen, Zünglein an der Waage, Prüfung, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Examen, DW 3, 1207, EWD s. u. examinieren, DW2 8, 2471, Duden s. u. Examen; Son.: vgl. nndl. examen, Sb., Examen; frz. examen, M., Examen; nschw. examen, Sb., Examen; nnorw. eksamen, M., Examen; poln. egzamin, M., Examen; lit. egzaminas, M., Examen; GB.: seit um 1513 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Untersuchung oder Prüfung hinsichtlich der Fähigkeiten von Menschen; BM.: heraustreiben bzw. abwägen; F.: Examen, Examens, Examina+FW; Z.: Ex-am-en
Examinator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Examinator, Untersucher, Prüfer; ne. examiner; Vw.: -; Hw.: s. Examen, examinieren; Q.: 1536 (Paracelsus); I.: Lw. lat. exāminātor; E.: s. lat. exāminātor, M., Abwäger, Prüfer, Untersucher, Erforscher, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. exāmināre, V., ausbalancieren, untersuchen, prüfen, begutachten, abwägen, erwägen, bedenken, einer Untersuchung unterziehen; lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. examinator, Sb., Examinator; nschw. examinator, Sb., Examinator; nnorw. eksaminator, M., Examinator; L.: Kluge s. u. Examen, fehlt DW, DW2 8, 2473, Duden s. u. Examinator; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Untersucher oder Prüfer hinsichtlich der Fähigkeiten von Menschen; BM.: heraustreiben bzw. abwägen; F.: Examinator, Examinators, Examinatoren+FW; Z.: Ex-am-in-at-or
examinieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. examinieren, untersuchen, prüfen; ne. examine; Vw.: -; Hw.: s. Examen, Examinator I.: Lw. lat. exāmināre; E.: s. lat. exāmināre, V., ausbalancieren, untersuchen, prüfen, begutachten, abwägen, erwägen, bedenken, einer Untersuchung unterziehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. exigere, V., abwägen, untersuchen, prüfen, herausholen, aufpassen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Examen, EWD s. u. examinieren, DW 3, 1207, DW2 8, 2474, Duden s. u. examinieren; Son.: vgl. nndl. examinere, V., examinieren; frz. examiner, V., examinieren; nschw. examinera, V., examinieren; nnorw. eksaminere, V., examinieren; lit. egzaminuoti, V., examinieren; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches untersuchen oder prüfen; BM.: heraustreiben bzw. abwägen; F.: examinieren, examiniere, examinierst, examiniert, examinierest, examinieret, examinierte, examiniertest, examinierten, examiniertet, ##examiniert, examinierte, examiniertes, examiniertem, examinierten, examinierter##, examinierend, ###examinierend, examinierende, examinierendes, examinierendem, examinierenden, examinierender###, examinier (!)+FW+EW; Z.: ex-am-in-ier-en
Exegese, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Exegese, Auslegung, Bibelauslegung, Erklärung, Schrifterklärung, Auslegung eines Textes; ne. exegesis; Vw.: -; Hw.: s. Exeget; Q.: 1528 (Luther); I.: Lw. gr. ἐξήγησις (exḗgēsis); E.: gr. ἐξήγησις (exḗgēsis), F., Anführung, Amtsführung, Auseinandersetzung, Erklärung; vgl. gr. ἐξηγεῖσθαι (exēgeisthai), V., herausführen, hinführen, vorangehen, ausführen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ἡγεῖσθαι (hēgeisthai), V., vorangehen, führen, anführen, glauben, meinen; vgl. idg. *sāg-, *seh₂g-, V., suchen, nachspüren, Pokorny 876 (1530/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Exegese, fehlt DW, DW2 8, 2476, Duden s. u. Exegese; Son.: vgl. nndl. exegese, Sb., Exegese; frz. exégèse, F., Exegese; nschw. exeges, Sb., Exegese; nnorw. eksegese, M., Exegese; poln. egzegeza, F., Exegese; GB.: seit 1528 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Schrift mögliche Erklärung oder Auslegung eines Textes; BM.: herausführen; F.: Exegese, Exegesen+FW+EW; Z.: Ex-e-ge-s-e
Exeget, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Exeget, Ausleger, Erklärer; ne. exegete; Vw.: -; Hw.: s. Exegese; Q.: 1734; I.: Lw. mlat. exēgētēs; E.: mlat. exēgētēs, M., Exeget; gr. ἐξηγητής (exēgētḗs), M., Ratgeber, Deuter; vgl. gr. ἐξηγεῖσθαι (exēgeisthai), V., herausführen, hinführen, vorangehen, ausführen; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ἡγεῖσθαι (hēgeisthai), V., vorangehen, führen, anführen, glauben, meinen; vgl. idg. *sāg-, *seh₂g-, V., suchen, nachspüren, Pokorny 876 (1530/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Exegese, DW2 8, 2477, Duden s. u. Exeget; Son.: vgl. frz. exégète, M., Exeget; nschw. exeget, Sb., Exeget; nnorw. ekseget, M., Ekseget; poln. egzegeta, M., Exeget; GB.: seit 1734 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Schrift möglichen einen Text Auslegenden oder Ausleger oder Erklärenden oder Erklärer: BM.: herausführen; F.: Exeget, Exegeten+FW(+EW); Z.: Ex-e-ge-t
exekutieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. exekutieren, ausführen, vollstrecken, hinrichten; ne. execute; Vw.: -; Hw.: s. Exekutive, Exekution, exekutiv, Exekutor; Q.: 1619 (Weistum); I.: Lw. frz. exécuter; E.: s. frz. exécuter, V., exekutieren; vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); oder Ableitung von Exekution?; L.: Kluge s. u. Exekution, fehlt DW, EWD s. u. Exekution, DW2 8, 2477, Duden s. u. exekutieren; Son.: vgl. nndl. executeren, V., exekutieren; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ausführen oder vollstrecken oder hinrichten; BM.: aus, folgen; F.: exekutieren, exekutiere, exekutierst, exekutiert, exekutierest, exekutieret, exekutierte, exekutiertest, exekutierten, exekutiertet, ##exekutiert, exekutierte, exekutiertes, exekutiertem, exekutierten, exekutierter##, exekutierend, ###exekutierend, exekutierende, exekutierendes, exekutierendem, exekutierenden, exekutierender###, exekutier (!)+FW(+EW); Z.: ex-ek-ut-ier-en
Exekution, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Exekution, Hinrichtung, Ausführung; ne. execution; Vw.: -; Hw.: s. Exekutive, exekutieren, exekutiv, Exekutor; Q.: 1464/1466; I.: Lw. lat. exsecūtio; E.: s. mnd. execūcie, F., Ausführung, Durchführung; lat. exsecūtio, F., Vollziehung, Vollstreckung, Ausführung, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Exekution, fehlt DW, EWD s. u. Exekution, DW2 8, 2478, Duden s. u. Exekution; Son.: vgl. nndl. executie, Sb., Exekution; frz. execution, F., Exekution; nschw. exekution, Sb., Exekution; nnorw. eksekusjon, M., Exekution; poln. egzekucja, F., Exekution; lit. egzekucija, V., Exekution; GB.: seit 1464/1466 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausführung oder Vollziehung eines Auftrags und später für eine Hinrichtung; BM.: aus, folgen; F.: Exekution, Exekutionen+FW(+EW); Z.: Ex-ek-ut-io-n
exekutiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. exekutiv, ausführend, vollziehend; ne. executive (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Exekution, exekutieren, Exekutive, Exekutor; Q.: 1630; I.: Lw. frz. exécutif; E.: s. frz. exécutif, Adj., exekutiv; mlat. exsecūtīvus, execūtīvus, Adj., ausführend, vollstreckend, vollziehend, darlegend; vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); oder Ableitung von Exekution?; L.: Kluge s. u. Exekutive, fehlt DW, EWD s. u. Exekution, DW2 8, 2480, Duden s. u. exekutiv; Son.: vgl. nschw. exekutiv, Adj., exekutiv; nnorw. eksekutiv, Adj., exekutiv; GB.: seit 1630 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ausführend oder vollziehend; BM.: aus, folgen; F.: exekutiv, exekutive, exekutives, exekutivem, exekutiven, exekutiver+FW+EW; Z.: ex-ek-ut-iv
Exekutive, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Exekutive, ausführendes Organ, vollziehende Gewalt; ne. executive; Vw.: -; Hw.: s. Exekution, exekutieren, exekutiv, Exekutor; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung, Lw. mlat. exsecūtīva; E.: s. mlat. exsecūtīva, F., ausführende Gewalt, Exekutive; vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Exekutive, fehlt DW, EWD s. u. Exekution, DW2 8, 2480, Duden s. u. Exekutive; Son.: vgl. nndl. executieve, Sb., Exekutive; frz. exécutif, M., Exekutive; nschw. exekutiv, Sb., Exekutive; nnorw. eksekutiv, M.?, Exekutive; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche vollziehende Gewalt und das ausführende Organ in einem Staate; BM.: aus, folgen; F.: Exekutive, Exekutiven+FW+EW; Z.: Ex-ek-ut-iv-e
Exekutor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Exekutor, Ausführer, Vollstrecker, Gerichtsvollzieher; ne. executioner; Vw.: -; Hw.: s. exekutieren, Exekution, exekutiv, Exekutive; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. exsecūtor; E.: s. lat. exsecūtor, M., Vollstrecker, Vollzieher, Ausführer, Verwalter, Eintreiber, (um 20 v. Chr.-30 n. Chr.); vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Exekutor; Son.: vgl. nnorw. eksekutor, M., Exekutor; GB.: seit 1511 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ausführer oder Vollstrecker oder später einen Gerichtsvollzieher; BM.: aus, folgen; F.: Exekutor, Exekutors, Exekutoren+FW; Z.: Ex-ek-ut-or
Exempel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Exempel, Beispiel, Vorbild; ne. example; Vw.: -; Hw.: s. Exemplar, exemplarisch, exemplifizieren; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. exempel, st. N., Muster, Zeichen, Vorbild, Grundriss, Beispiel, Exempel; mnd. exempel, N., Beispiel, Muster, Vorbild; lat. exemplum, N., Beispiel, Muster, Probe, Abschrift, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. eximere, V., herausnehmen, wegnehmen, hinwegnehmen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Exempel, DW 3, 1207, EWD s. u. Exempel, DW2 8, 2481, Duden s. u. Exempel; Son.: vgl. nndl. exempel, Sb., Exempel; frz. exemple, M., Exempel; nschw. exempel, Sb., Exempel; nnorw. eksempel, N., Eksempel; kymr. esiampl, F., Exempel; nir. eiseamláir, F., Exempel; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Beispiel oder Vorbild; BM.: herausnehmen; F.: Exempel, Exempels, Exempeln+FW; Z.: Ex-em-p-el
Exemplar, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Exemplar, Einzelstück; ne. exemplar, sample; Vw.: -; Hw.: s. Exempel, exemplarisch, exemplifizieren; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. exemplar, st. N., Vorbild, Muster, Exemplar; mnd. exempelēr, exemplār, M., Exemplar; lat. exemplar, N., Abschrift, Kopie, Ebenbild, Abbild, Bild, Bildnis, Gemälde; lat. exemplum, N., Beispiel, Muster, Probe, Abschrift, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. eximere, V., herausnehmen, wegnehmen, hinwegnehmen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Exempel, DW 3, 1208, EWD s. u. Exempel, DW2 8, 2483, Duden s. u. Exemplar; Son.: vgl. nndl. exemplaar, Sb., Exemplar; frz. exemplaire, M., Exemplar; nschw. exemplar, N., Exemplar; nnorw. eksemplar, N., Exemplar; poln. egzemplarz, M., Exemplar; kymr. esiampl, F., Exemplar; nir. eiseamláir, F., Exemplar; lit. egzempliorius, M., Exemplar; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Einzelstück aus einer Menge gleichartiger Sachen; BM.: herausnehmen; F.: Exemplar, Exemplars, Exemplares, Exemplare, Exemplaren+FW; Z.: Ex-em-p-l-ar
exemplarisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. exemplarisch, beispielhaft, mustergültig; ne. exemplary, quintessential; Vw.: -; Hw.: s. Exempel, Exemplar, exemplifizieren; Q.: 1586; I.: Lw. lat. exemplāris; E.: s. lat. exemplāris (1), Adj., als Abschrift dienend, als Beispiel dienend, beispielhaft, vorbildlich, urbildlich, (98-115 n. Chr.); lat. exemplum, N., Beispiel, Muster, Probe, Abschrift, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. eximere, V., herausnehmen, wegnehmen, hinwegnehmen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Exempel, DW 3, 1208, EWD s. u. Exempel, DW2 8, 2484, Duden s. u. exemplarisch; Son.: vgl. nndl. exemplarisch, Adj., exemplarisch; nschw. exemplarisk, Adj., exemplarisch; nnorw. eksemplarisk, Adj., exemplarisch; nir. eiseamláireach, Adj., exemplarisch; GB.: seit 1586) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches beispielhaft oder mustergültig; BM.: herausnehmen; F.: exemplarisch, exemplarische, exemplarisches, exemplarischem, exemplarischen, exemplarischer(, exemplarischere, exemplarischeres, exemplarischerem, exemplarischeren, exemplarischerer, exemplarischst, exemplarischste, exemplarischstes, exemplarischstem, exemplarischsten, exemplarischster)+FW(+EW); Z.: ex-em-p-l-ar-isch
exemplifizieren, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. exemplifizieren, durch ein Beispiel verdeutlichen oder deutlich machen; ne. exemplify; Vw.: -; Hw.: s. Exempel, Exemplar, exemplarisch; Q.: 1524; I.: Lw. mlat. exemplificāre; E.: s. mlat. exemplificāre, V., durch Beispiele erläutern, als Beispiel anführen, mit einem Beispiel zeigen, Gleichnis anführen, (Mitte 11. Jh.); vgl. lat. exemplum, N., Beispiel, Muster, Probe, Abschrift, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. eximere, V., herausnehmen, wegnehmen, hinwegnehmen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Exempel, fehlt DW, EWD s. u. Exempel, DW2 8, 2485, Duden s. u. exemplifizieren; Son.: vgl. nschw. exemplifierar, V., exemplifizieren; nnorw. eksemplifisere, V., exemplifizieren; GB.: seit 1524 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches durch ein Beispiel deutlich machen; BM.: herausnehmen; F.: exemplifizieren, exemplifiziere, exemplifizierst, exemplifiziert, exemplifizierest, exemplifizieret, exemplifizierte, exemplifiziertest, exemplifizierten, exemplifiziertet, ##exemplifiziert, exemplifizierte, exemplifiziertes, exemplifiziertem, exemplifizierten, exemplifizierter##, exemplifizierend, ###exemplifizierend, exemplifizierende, exemplifizierendes, exemplifizierendem, exemplifizierenden, exemplifizierender###, exemplifizier (!)+FW+EW; Z.: ex-em-p-l-i-fi-z-ier-en
Exequien, nhd. (ält.), Sb. Pl., (15. Jh.): nhd. Exequien, Totenmesse, kirchliche Begräbnisfeier; ne. exequies; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1493; I.: Lw. lat. exsequiae; E.: lat. exsequiae, F. Pl., Leichenbegängnis, feierliche Beerdigung, Leichenzug, Leiche, Gebeine, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. exsequī, V., verfolgen, nachfolgen, folgen, erstreben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Exequien, fehlt DW, DW2 8, 2486, Duden s. u. Exequien; Son.: vgl. frz. obsèques, Sb. Pl., Exequien; GB.: seit 1493 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen und Religion mögliche kirchliche Begräbnisfeier; BM.: nachfolgen; F.: Exequien+FW+EW; Z.: Ex-equ-i-en
exerzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. exerzieren, ausbilden, ausüben, einüben, üben; ne. exercise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1501; I.: Lw. lat. exercēre; E.: s. lat. exercēre, V., nicht ruhen lassen, in Atem setzen, im Gang halten, abmühen, abtreiben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. arcēre, V., einschließen, verschließen, einhegen, abhalten, fernhalten, innehalten; vgl. idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (GB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); L.: Kluge s. u. exerzieren, fehlt DW, EWD s. u. exerzieren, Duden s. u. exerzieren; Son.: s. mnd. exercēren, sw. V., exerzieren; vgl. nndl. exerceren, V., exerzieren; frz. exercer, V., ausüben, exerzieren; nschw. exercera, V., exerzieren; nnorw. eksersere, V., exerzieren; GB.: seit 1501 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für militärisch ausbilden oder ausüben oder einüben oder üben; BM.: antreiben; F.: exerzieren, exerziere, exerzierst, exerziert, exerzierest, exerzieret, exerzierte, exerziertest, exerzierten, exerziertet, ##exerziert, exerzierte, exerziertes, exerziertem, exerzierten, exerzierter##, exerzierend, ###exerzierend, exerzierende, exerzierendes, exerzierendem, exerzierenden, exerzierender###, exerzier (!)+FW; Z.: ex-erz-ier-en
Exhibition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Exhibition, Zurschaustellung; ne. exhibition; Vw.: -; Hw.: s. Exhibitionist; Q.: 1625; I.: Lw. lat. exhibitio; E.: s. lat. exhibitio, F., Herschaffung, Stellung, Auslieferung, Bestreitung, Unterhaltung, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. exhibēre, V., beischaffen, beschaffen (V.), besorgen, herschaffen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Exhibition, fehlt DW, DW2 8, 2490, Duden s. u. Exhibition; Son.: vgl. nndl. frz. exhibition, F., Ausstellung; nnorw. ekshibisjonisme, M., Exhibition, Zurschaustellung; GB.: seit 1625 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung der Bekleidung von Menschen allmählich abgelehnte Zurschaustellung vor allem von Geschlechtsteilen (Genitalien) in der Öffentlichkeit; BM.: aus, haben; F.: Exhibition, Exhibitionen+FW(+EW); Z.: Ex-hib-it-io-n
Exhibitionismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Exhibitionismus, Zurschaustellen von Genitalien; ne. exhibitionism; Vw.: -; Hw.: s. Exhibition; Q.: 1922; I.: Lw. frz. exhibitionisme; E.: s. frz. exhibitionisme, M., Exhibitionismus; lat. exhibitio, F., Herschaffung, Stellung, Auslieferung, Bestreitung, Unterhaltung, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. exhibēre, V., beischaffen, beschaffen (V.), besorgen, herschaffen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Exhibition, fehlt DW, DW2 8, 2490, Duden s. u. Exhibitionismus; Son.: vgl. nndl. exhibitionisme, Sb., Exhibitionismus; nschw. exhibitionism, Sb., Exhibitionismus; poln. ekshibisjonisme, M., Exhibitionismus; poln. ekshibicjonizm, M., Exhibitionismus; lit. ekshibicionizmas, M., Exhibitionismus; GB.: seit 1922 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung der Bekleidung von Menschen allmählich abgelehnte Neigung der Zurschaustellung vor allem von Geschlechtsteilen (Genitalien) in der Öffentlichkeit; BM.: aus, haben; F.: Exhibitionismus+FW(+EW); Z.: Ex-hib-it-io-n-ism-us
$Exhibitionist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Exhibitionist; E.: s. Exhibition, s. ist; L.: Kluge s. u. Exhibition, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Exhibition und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Bekleidung von Menschen allmählich abgelehnten Anhänger der Zurschaustellung vor allem von Geschlechtsteilen in der Öffentlichkeit F.: Exhibitionist, Exhibitionisten+FW(+EW); Z.: Ex-hib-it-io-n-ist
exhumieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. exhumieren, wieder ausgraben; ne. exhume; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1852 (Engels); I.: Lw. mlat. exhumāre; E.: s. mlat. exhumāre, esumāre, V., ausgraben, exhumieren, (1216-1227); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. hūmāre, V., mit Erde bedecken, vergraben (V.), begraben (V.), bestatten; vgl. lat. humus, M., Erde, Erdboden, Boden, fester Boden, Erdreich; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. exhumieren, fehlt, DW, EWD s. u. exhumieren, DW2 8, 2490, Duden s. u. exhumieren; Son.: vgl. frz. exhumer, V., exhumieren; nnorw. exhumieren, V., exhumieren; poln. ekshumować, V., exhumieren; lit. ekshumuoti, V., exhumieren; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Bestattung von Leichen durch Menschen mögliches (aus besonderen Gründen einen begrabenen Leichnam) wieder ausgraben; BM.: aus, Erde; F.: exhumieren, exhumiere, exhumierst, exhumiert, exhumierest, exhumieret, exhumierte, exhumiertest, exhumierten, exhumiertet, ##exhumiert, exhumierte, exhumiertes, exhumiertem, exhumierten, exhumierter##, exhumierend, ###exhumierend, exhumierende, exhumierendes, exhumierendem, exhumierenden, exhumierender###, exhumier (!)+FW+EW; Z.: ex-hum-ier-en
Exil, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Exil, Verbannung, Verbannungsort; ne. exile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1567; I.: Lw. lat. exsilium; E.: s. lat. exsilium, exilium, N., Verbannung, Exil, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. exsul (1), Adj., verbannt, heimatlos, heimatfern, arm; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. solum, N., Boden, Fußboden, Fußsohle, Grund, Grund und Boden; idg. (*su̯el-) (3), *su̯ol-, sul-, Sb., Sohle, Grund, Pokorny 1046 (1803/275) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Exil, fehlt DW, EWD s. u. Exil, DW2 8, 2491, Duden s. u. Exil; Son.: vgl. frz. exil, M., Exil; nschw. exil, Sb., Exil; nnorw. eksil, N., Exil; s. neuzeitlichen Beleg 1567; GB.: (ihsilī) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen langfristigen meist erzwungenen Aufenthalt außerhalb des Heimatlands; BM.: weg, Boden; F.: Exil, Exils, Exile, Exilen+FW(+EW); Z.: Ex-il
$existent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. existent, hervortretend, bestehend; E.: s. lat. existen(s), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Existenz; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches hervortretend oder bestehend; F.: existent, existente, existentes, existentem, existenten, existenter+FW+EW; Z.: ex-ist-ent
$Existentialismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Existentialismus; E.: s. existent, s. ial. s. is, s. mus; L.: Kluge s. u. existieren, fehlt DW, EWD s. u. Existenz; GB.: seit 1919 belegte und aus existent und ial sowie is und mus gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von dem Dänen Sören Kierkegard (1813-1855) vorbereitete und christliche Vorstellungen ablehnende Strömung der Philosophie (Jean-Paul Sartre 1905-1980); F.: Existentialismus+FW; Z.: Ex-ist-ent-i-al-ism-us
existentiell, existenziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. existentiell, existenziell, grundlegend, wesentlich, Dasein betreffend; ne. existential; Vw.: -; Hw.: s. existieren, Existenz; Q.: 1869; I.: Lw. frz. existentiel; E.: s. frz. existentiel, Adj., existentiell; lat. exsistentiālis, Adj., Dasein betreffend?, (1. Hälfte 4. Jh. n. Chr.); lat. exsistere, V., heraustreten, hervortreten, sich erheben, aufstehen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder Ableitung von Existenz?; L.: Kluge s. u. existieren, fehlt DW, DW2 8, 2492, Duden s. u. existentiell; Son.: vgl. nndl. existentiele, Adj., existentiell, existenziell; nschw. existentiell, Adj., existentiell, existenziell; nnorw. eksistensiell, Adj., existentiell, existenziell; lit. egzistencinis, Adj., existentiell; GB.: seit 1869 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches grundlegend oder wesentlich oder Dasein betreffend; BM.: aus, stehen; F.: existentiell, existentielle, existentielles, existentiellem, existentiellen, existentieller(, existentiellere, existentielleres, existentiellerem, existentielleren, existentiellerer, existentiellst, existentiellste, existentiellstes, existentiellstem, existentiellsten, existentiellster, existenziell, existenzielle, existenzielles, existenziellem, existenziellen, existenzieller, existenziellere, existenzielleres, existenziellerem, existenzielleren, existenziellerer, existenziellst, existenziellste, existenziellstes, existenziellstem, existenziellsten, existenziellster)+FW(+EW); Z.: ex-ist-ent-i-ell
Existenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Existenz, Dasein; ne. existence; Vw.: s. Ko-; Hw.: s. existieren, existentiell; Q.: 1696; I.: Lw. lat. exsistentia; E.: s. lat. exsistentia, F., Bestehen, Dasein, Existenz, Leben, dauerhafter Bestand, Dauerhaftigkeit, wahre Existenz, (um 300 n. Chr.); lat. exsistere, V., heraustreten, hervortreten, sich erheben, aufstehen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. existieren, EWD s. u. Existenz, DW2 8, 2492, Duden s. u. Existenz; Son.: vgl. frz. existence, F., Existenz; nschw. existens, Sb., Existenz; nnorw. eksistens, M., Existenz; poln. egzystencja, F., Existenz; lit. agzistencija, F., Existenz; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lebens mögliches Dasein; BM.: aus, stehen; F.: Existenz, Existenzen+FW(+EW); Z.: Ex-ist-enz
existenziell, nhd., Adj.: nhd. existenziell; Vw.: s. existentiell
existieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. existieren, bestehen, hervortreten, vorhanden sein (V.), sein (V.); ne. exist; Vw.: -; Hw.: s. existentiell, Existenz; Q.: 1696; E.: s. lat. exsistere, V., heraustreten, hervortreten, sich erheben, aufstehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. existieren, fehlt DW, EWD s. u. Existenz, DW2 8, 2494, Duden s. u. existieren; Son.: vgl. nndl. existeren, V., existieren; frz. exister, V., existieren; nschw. existera, V., existieren; nnorw. eksistere, V., existieren; lit. egzistuogi, V., existieren; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches hervortreten und seit dem 18. Jh. für vorhanden sein (V.) oder sein (V.); BM.: aus, stehen; F.: existieren, existiere, existierst, existiert, existierest, existieret, existierte, existiertest, existierten, existiertet, ##existiert, existierte, existiertes, existiertem, existierten, existierter##, existierend, ###existierend, existierende, existierendes, existierendem, existierenden, existierender###, existier (!)+FW(+EW); Z.: ex-ist-ier-en
Exitus, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Exitus, Ausgang, Tod; ne. exitus, exit, death; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lat. exitus, M., Herausgehen, Ausgang, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Exitus, fehlt DW, EWD s. u. Exitus, DW2 8, 2495, Duden s. u. Exitus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Tod als den Ausgang des Lebens; BM.: aus, gehen; F.: Exitus+FW; Z.: Ex-it-us
Exklamation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Exklamation, Äußerung, Ausruf; ne. exclamation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1554; I.: Lw. lat. exclāmātio; E.: lat. exclāmātio, F., Ausruf, Aufschrei, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. exclāmāre, V., aus voller Brust schreien, laut schreien, ausrufen, rufen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Exklamation, fehlt DW, DW2 8, 2495, Duden s. u. Exklamation; Son.: vgl. nndl. exclamatie, Sb., Exklamation; frz. exclamation, F., Ausruf; nschw. exklamation, Sb., Exklamation; nnorw. eksklamasjon, M., Exklamation; poln. eksklamacja, F., Exklamation; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Äußerung oder einen Ausruf; BM.: aus, rufen; F.: Exklamation, Exklamationen+FW(+EW); Z.: Ex-kla-m-at-io-n
Exklave, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Exklave, von einem fremden Staatsgebiet umschlossenes Gebiet eines Staates; ne. exclave; Vw.: -; Hw.: s. Enklave; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: neoklassische Bildung zu Enklave; s. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. clāvis, F., Kloben, Schlüssel, Schloss, Verschluss; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Exklave, fehlt DW, EWD s. u. Enklave, DW2 8, 2495, Duden s. u. Exklave; Son.: vgl. nndl. exclave, Sb., Exklave; frz. exclave, F., Exklave; nschw. exklav, Sb., Exklave; poln. eksklawa, F., Exklave; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von fremdem Staatsgebiet umschlossenen Teil eines Staatsgebiets wie beispielsweise Alaska in Nordamerika oder Ceuta in Nordafrika; BM.: aus, biegen; F.: Exklave, Exklaven+FW(+EW); Z.: Ex-klav-e
exklusiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. exklusiv, außergewöhnlich, ausschließlich, abgrenzend; ne. exclusive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1766; I.: Lw. ne. exclusive; E.: s. ne. exclusive, Adj., absondernd, abgesondert; lat. exclūsīvus, Adj., abgesondert; vgl. lat. exclūdere, V., ausschließen, abweisen, absondern, trennen, zunichte machen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exklusiv, fehlt DW, EWD s. u. exklusiv, Duden s. u. exklusiv; Son.: vgl. nndl. exclusief, Adj., exklusiv; frz. exclusif, Adj., exklusiv; nschw. exklusiv, Adj., exklusiv; nnorw. exklusiv, Adj., exklusiv; poln. eksluzywny, Adj., exklusiv; GB.: seit 1766 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches außergewöhnlich oder ausschließlich oder abgrenzend; BM.: aus, schließen; F.: exklusiv, exklusive, exklusives, exklusivem, exklusiven, exklusiver(, exklusivere, exklusiveres, exklusiverem, exklusiveren, exklusiverer, exklusivste, exklusivstes, exklusivstem, exklusivsten, exklusivster)+FW(+EW); Z.: ex-klu-s-iv
$exklusive, nhd., Adv., Präp., (17. Jh.?): nhd. exklusive, ausschließlich; E.: s. exklusiv, s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. exklusiv; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ausschließlich; F.: exklusive+FW(+EW); Z.: ex-klu-s-iv-e
$Exklusivität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Exklusivität, Abgegrenztheit, Ausschließlichkeit; E.: s. exklusiv, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. exklusiv; GB.: seit 1844 belegte und aus exklusiv und i sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Abgegrenztheit oder Ausschließlichkeit; F.: Exklusivität+FW(+EW); Z.: Ex-klu-s-iv-it-ät
Exkommunikation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Exkommunikation, Ausschluss aus einer Gemeinschaft; ne. excommunication; Vw.: -; Hw.: s. exkommunizieren; Q.: 1465; I.: Lw. lat. excommūnicātio; E.: s. lat. excommūnicātio, F., Kirchenbann, Ausschließung, Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft, Exkommunikation, (um 383-419/420 n. Chr.); lat. excommūnicāre, V., „aus der Gemeinschaft ausschließen“, in den Bann tun; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. commūnicāre, V., gemeinsam machen, gemeinschaftlich machen, gemeinsam zu Werke; lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exkommunizieren, fehlt DW, EWD s. u. kommunizieren, DW2 8, 2497, Duden s. u. Exkommunikation; Son.: vgl. nndl. excommunicatie, Sb., Exkommunikation; nschw. exkommunikation, Sb., Exkommunikation; nnorw. ekskommunikasjon, M., Exkommunikation; poln. ekskominika, F., Exkommunikation; kymr. esgymuniad, ysgymuniad, M., Exkommunikation; lit. ekskomunika, F., Exkommunikation; GB.: seit 1465 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung der christlichen Kirche möglichen Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft; BM.: aus, gemeinsam; F.: Exkommunikation, Exkommunikationen+FW(+EW); Z.: Ex-kom-m-un-ik-at-io-n
exkommunizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. exkommunizieren, ausschließen aus einer Gemeinschaft; ne. excommunicate; Vw.: -; Hw.: s. Exkommunikation; Q.: 1523; I.: Lw.; E.: s. lat. excommūnicāre, V., aus der Gemeinschaft ausschließen, in den Bann tun, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. commūnicāre, V., gemeinsam machen, gemeinschaftlich machen, gemeinsam zu Werke; lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exkommunizieren, fehlt DW, EWD s. u. kommunizieren, DW2 8, 2498, Duden s. u. exkommunzieren; Son.: vgl. nndl. excommunicieren, V., exkommunizieren; frz. excommunier, V., exkommunizieren; nschw. exkommunicera, V., exkommunizieren; nnorw. ekskommunisere, V., exkommunizieren; poln. ekskomunikować, V., exkommunizieren; kymr. esgymuno, V., exkommunizieren; lit. ekskomunikuoti, V., exkommunizieren; GB.: seit 1623 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der christlichen Kirche mögliches ausschließen aus der Gemeinschaft der Gläubigen; BM.: aus, gemeinsam; F.: exkommunizieren, exkommuniziere, exkommunizierst, exkommuniziert, exkommunizierest, exkommunizieret, exkommunizierte, exkommuniziertest, exkommunizierten, exkommuniziertet, ##exkommuniziert, exkommunizierte, exkommuniziertes, exkommuniziertem, exkommunizierten, exkommunizierter##, exkommunizierend, ###exkommunizierend, exkommunizierende, exkommunizierendes, exkommunizierendem, exkommunizierenden, exkommunizierender###, exkommunizier (!)+FW(+EW); Z.: ex-kom-m-un-iz-ier-en
Exkrement, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Exkrement, Kot, Ausscheidung; ne. excrement; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. s. lat. excrēmentum; E.: s. mnd. excrement, N., Exkrement; lat. excrēmentum (1), N., Ausgesiebtes, Abgang, Auswurf, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. excernere, V., aussondern, aussieben, sondern (V.), ausscheiden; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Exkrement, fehlt DW, DW2 8, 2498, Duden s. u. Exkrement; Son.: meistens im Plural gebraucht; vgl. nndl. excrement, Sb., Exkrement; frz. excrément, M., Exkrement; nschw. excrement, Sb., Exkrement; nnorw. ekskrement, N., Exkrement; poln. ekskrementy, Sb. Pl., Exkremente; ? nir. eiscréid, F., Exkrement; lit. ekskrementai, M. Pl., Exkremente; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Darmausscheidung des Menschen und höherer Tiere; BM.: aus, schneiden; F.: Exkrement, Exkrementes, Exkremente, Exkrementen+FW(+EW); Z.: Ex-kre-m-ent
Exkurs, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Exkurs, Ausflug, Abschweifung (von einem Hauptthema), Ausflug; ne. excursus, disgression; Vw.: -; Hw.: s. Exkursion; Q.: 1616; I.: Lw. lat. excursus; E.: lat. excursus, M., Herauslaufen, Auslaufen, Ausfluss, Angriff, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. excurrere, V., herauslaufen, herausrennen, laufen, rennen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Exkursion, fehlt DW, DW2 8, 2499, Duden s. u. Exkurs; Son.: vgl. nnorw. ekskurs, M., Exkurs; poln. ekskurs, M., Exkurs; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ausflug oder eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Erörterung in Form einer Abschweifung; BM.: aus, laufen; F.: Exkurs, Exkurses, Exkurse, Exkursen+FW(+EW); Z.: Ex-kurs
Exkursion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Exkursion, Ausflug; ne. excursion, field-trip; Vw.: -; Hw.: s. Exkurs; Q.: 1630; I.: Lw. lat. excursio; E.: s. lat. excursio, F., Hervorlaufen, rasches Vorlaufen, Ausfall, Einfall, Streifzug, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. excurrere, V., herauslaufen, herausrennen, laufen, rennen, reisen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Exkursion, fehlt DW, Duden s. u. Exkursion; Son.: vgl. nndl. excursie, Sb., Exkursion; frz. excursion, F., Excursion, Ausflug; nschw. exkursion, Sb., Exkursion; nnorw. ekskursjon, M., Exkursion; kymr. sgyrsin, M., F., Exkursion; lit. ekskursija, F., Exkursion; GB.: seit 1630 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ausflug (zu wissenschaftlichen oder allgemeinbildenden Zwecken); BM.: aus, laufen; F.: Exkursion, Exkursionen+FW(+EW); Z.: Ex-kurs-io-n
Exlibris, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Exlibris, Besitzvermerk; ne. ex libris; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1906; I.: Lw. lat. ex libris; E.: s. lat. ex libris, Redewendung, aus den Büchern; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen, (um 450 v. Chr.); idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. liber, M., Bast, Schrift, Buch, Rede, Komödie, (um 250-184 v. Chr.); idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Exlibris, DW2 8, 2500, Duden s. u. Exlibris; Son.: vgl. nndl. ex-libris, Sb., Exlibris; frz. ex-libris, M., Exlibris; nschw. exlibris, Sb., Exlibris; nnorw. ekslibris, N., Exlibris; poln. ex libris, Sb., Exlibris; lit. ekslibrisas, M., Exlibris; GB.: seit 1906 belegte und aus dem Lateinischen (des Altertum) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Bücher eingefügten Hinweis auf die Herkunft des betreffenden Buches aus den Büchern (ex libris) eines Eigentümers (Besitzvermerk, Besitzervermerk); BM.: aus, Buch; F.: Exlibris+FW; Z.: Ex-li-b-r-is
$Exmatrikulation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Exmatrikulation; E.: s. ex, s. matricula, s. tio, s. n; L.: fehlt DW, EWD s. u. Matrikel; GB.: vielleicht seit 1677 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit der Immatrikulation eines Studierenden in ein Verzeichnis (Matrikel) von Studierenden einer Universität mögliche Streichung aus einem solchen Verzeichnis; F.: Exmatrikulation, Exmatrikulationen+FW(+EW); Z.: Ex—ma-t-r-ik-ul-at-io-n
exmatrikulieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. exmatrikulieren, aus der Matrikel streichen oder löschen; ne. exmatriculate; Vw.: -; Hw.: s. Matrikel, immatrikulieren; Q.: 1831; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen, (um 450 v. Chr.); idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. mātrīcula, F., öffentliches Verzeichnis, Matrikel, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. exmatrikulieren, fehlt DW, EWD s. u. Matrikel, DW2 8, 2500, Duden s. u. exmatrikulieren; GB.: seit 1831 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für aus einem Verzeichnis von Hochschulangehörigen streichen oder löschen; BM.: aus, Mutter; F.: exmatrikulieren, exmatrikuliere, exmatrikulierst, exmatrikuliert, exmatrikulierest, exmatrikulieret, exmatrikulierte, exmatrikuliertest, exmatrikulierten, exmatrikuliertet, ##exmatrikuliert, exmatrikulierte, exmatrikuliertes, exmatrikuliertem, exmatrikulierten, exmatrikulierter##, exmatrikulierend, ###exmatrikulierend, exmatrikulierende, exmatrikulierendes, exmatrikulierendem, exmatrikulierenden, exmatrikulierender###, exmatrikulier (!)+FW(+EW); Z.: ex—ma-t-r-ik-ul-ier-en
$exmittieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. exmittieren; Q.: Anfang 18. Jh.; Hw.: s. emittieren; E.: s. ex, s. mitt(ere), s. ier, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. exmittieren; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches aussenden oder gerichtlich ausweisen; F.: exmittieren, exmittiere, exmittierst, exmittiert, exmittierest, exmittieret, exmittierte, exmittiertest, exmittierten, exmittiertet, ##exmittiert, exmittierte, exmittiertes, exmittiertem, exmittierten, exmittierter##, exmittierend, ###exmittierend, exmittierende, exmittierendes, exmittierendem, exmittierenden, exmittierender###, exmittier (!)+FW(+EW); Z.: ex—mitt-ier-en
$Exmittierung, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Exmittierung, Aussendung, Ausweisung; E.: s. exmittier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. exmittieren; Hw.: s. emittieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus exmittier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Aussendung oder Ausweisung; F.: Exmittierung, Exmittierungen+FW(+EW); Z.: Ex—mitt-ierung
exo..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. exo..., außerhalb; ne. exo...; Vw.: s. -gen; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. ἔξω (éxō); E.: s. gr. ἔξω (éxō), Adv., draußen, auswärts, außerhalb, hinaus; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1061; Son.: vgl. nnorw. ekso…, Präf., exo…; poln. egzo…, Präf., exo…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von Wörtern die sich auf etwas Äußeres beziehen verwendete Bezeichnung; F.: exo…+FW; Z.: ex-o-
Exodus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Exodus, Auszug; ne. exodus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1881; I.: Lw. lat. exodus; E.: lat. exodus, F., Ausgang, Exodus, (um 160-220 n. Chr.); gr. ἔξοδος (éxodos), F., Ausgang, Tor (N.), Flussmündung, Exodus; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Exodus, fehlt DW, DW2 8, 2501, Duden s. u. Exodus; Son.: vgl. nndl. exodus, Sb., Exodus; frz. exode, M., Exodus; nschw. exodus, Sb., Exodus; nnorw. eksodus, Sb., Exodus; poln. exodus, M., Exodus; kymr. ecsodus, M., Exodus; nir. (Leabhar an) Ecsodus, F., Buch Exodus; lit. egzodas, M., Exodus; GB.: seit 1881 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Auszug vieler Menschen wie beispielsweise der Juden aus Ägypten (benannt nach dem Buch Exodus des Alten Testaments der Bibel); BM.: aus, Weg; F.: Exodus, Exodusse, Exodussen+FW; Z.: Ex-od-us
exogen, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. exogen, außen entstehend, von außen kommend; ne. exogenous, exogenic; Vw.: -; Hw.: s. endogen; Q.: 1835 (Wörterbuch); I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem Vorbild von endogen gebildet zu gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. endogen, DW2 8, 2501, Duden s. u. exogen; Son.: vgl. nnorw. eksogen, Adj., exogen; poln. egzogeniczny, egzogenny, Adj., exogen; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für außen entstehend oder von außen kommend; BM.: aus, erzeugen; F.: exogen, exogene, exogenes, exogenem, exogenen, exogener+FW; Z.: ex-o-gen
exorbitant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. exorbitant, abweichend, außerordentlich, gewaltig, enorm; ne. exorbitant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1718; I.: Lw. lat. exorbitāns; E.: s. lat. exorbitāns, (Part. Präs.=)Adj., abweichend; vgl. lat. exorbitāre, V., aus dem Geleis springen, seitwärts springen, aus dem Geleis bringen, abweichen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. orbis, M., Rundung, Kreis, runde Fläche, Karre; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. exorbitant, EWD s. u. exorbitant, Duden s. u. exorbitant; Son.: vgl. nndl. exorbitant, Adj., exorbitant; frz. exorbitant, Adj., exorbitant; GB.: seit 1718 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abweichend oder außerordentlich oder gewaltig; BM.: aus, Gleis; F.: exorbitant, exorbitante, exorbitantes, exorbitantem, exorbitanten, exorbitanter(, exorbitantere, exorbitanteres, exorbitanterem, exorbitanteren, exorbitanterer, exorbitanteste, exorbitantestes, exorbitantestem, exorbitantesten, exorbitantester)+FW(+EW); Z.: ex-orb-it-ant
Exorzismus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Exorzismus, Teufelsaustreibung; ne. exorcism; Vw.: -; Hw.: s. Exorzist; Q.: 1531; I.: Lw. lat. exorcismus; E.: lat. exorcismus, M., Beschwörung, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. ἐξορκισμός (exorkismós), M., Beschwörung; vgl. gr. ἐξορκίζειν (exorkízein), V., schwören lassen, beschwören, durch Beschwörung austreiben; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. ὅρκος (hórkos), M., Eid, Schwur; idg. *serk-, Sb., V., Flechtwerk?, einhegen?, Pokorny 912 (1589/61) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Exorzismus, fehlt DW, Duden s. u. Exorzismus; Son.: vgl. nndl. exorcisme, Sb., Exorzismus; frz. exorcisme, M., Exorzismus; nschw. exorcism, Sb., Exorzismus; nnorw. eksorsisme, M., Exorzismus; poln. egzorcyzm, M., Exorzismus; nir. Eacsaircisteadh, M., Exorzismus; lit. egzorcizmas, M., Exorzismus; GB.: seit 1531 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Austreibung von sachlich in der Vorstellung von Menschen vermeintlich oder angeblich vorhandenen Dämonen oder Teufeln; BM.: aus, Eid; F.: Exorzismus, Exorzismen+FW; Z.: Ex-orz-ism-mus
Exorzist, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Exorzist, Teufelsaustreiber, Dämonen Austreibender; ne. exorcist; Vw.: -; Hw.: s. Exorzismus; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. exorcista; E.: s. lat. exorcista, M., Geisterbeschwörer, Zauberer, Teufelsbeschwörer, Beschwörer, Teufelsaustreiber, Exorzist, (334/337 n. Chr.); gr. ἐξορκιστής (exorkistḗs), M., Beschwörer; vgl. gr. ἐξορκίζειν (exorkízein), V., schwören lassen, beschwören, durch Beschwörung austreiben; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292; gr. ὅρκος (hórkos), M., Eid, Schwur; idg. *serk-, Sb., V., Flechtwerk?, einhegen?, Pokorny 912 (1589/61) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Exorzismus, DW2 8, 2502, Duden s. u. Exorzist; Son.: vgl. frz. exorciste, M., Exorzist; poln. egzorgysta, M., Exorzist; nir. eacsaircistí, M., Exorzist; GB.: seit um 1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen vermeintlich oder angeblich vorhandene Dämonen Austreibenden; BM.: aus, Eid; F.: Exorzist, Exorzisten+FW(+EW); Z.: Ex-orz-ist
$Exot, nhd., M. (20. Jh.?): nhd. Exot, Fremder, Lebewesen aus einem weit entfernten Gebiet; E.: s. exot(isch) L.: Kluge s. u. exotisch, fehlt DW; GB.: seit 1924 belegte und aus exot(isch) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Fremden; F.: Exot, Exoten+FW; Z.: Ex-ot
$Exotik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Exotik, Fremdartigkeit; E.: s. Exot, s. ik; L.: Kluge s. u. exotisch; GB.: seit 1918 belegte und aus Exot und ik gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliche Fremdartigkeit; F.: Exotik+FW; Z.: Ex-ot-ik
exotisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. exotisch, ausländisch, fremdartig; ne. exotic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1655; I.: Lw. lat. exōticus; E.: lat. exōticus (1), Adj., ausländisch, fremd, fremdländisch, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἐξωτικός (exōtikós), Adj., ausländisch; vgl. gr. ἔξω (éxō), Adv., draußen, auswärts, außerhalb; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exotisch, fehlt DW, EWD s. u. exotisch, DW2 8, 2503, Duden s. u. exotisch; Son.: vgl. nndl. exotisch, Adj., exotisch; frz. exotique, Adj., exotisch; nschw. exotisk, Adj., exotisch; nnorw. eksotisk, Adj., exotisch; poln. egzotyczn, Adj., exotisch; kymr. ecsotig, Adj., exotisch; lit. egzotiškas, Adj., exotisch; lit. egzotinis, Adj., exotisch; GB.: seit 1655 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliches ausländisch oder fremdartig; BM.: aus; F.: exotisch, exotische, exotisches, exotischem, exotischen, exotischer(, exotischere, exotischeres, exotischerem, exotischeren, exotischerer, exotischste, exotischstes, exotischstem, exotischsten, exotischster)+FW+EW; Z.: ex-ot-isch
$Expander, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Expander, ein Sportgerät zu dem Auseinanderziehen einer Feder eines Bandes oder einer Spannschnur zwecks Übung der Oberkörpermuskulatur; I.: Lw. ne. expander; L.: EWD s. u. Expander; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein 1903 von H & W Kampschulte in Solingen entwickeltes und seitdem vertriebenes Sportgerät; F.: Expander, Expanders, Expandern+FW; Z.: Ex-pa-n-d-er
expandieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. expandieren, ausweiten, auseinanderspannen, ausdehnen, ausbreiten; ne. expand; Vw.: -; Hw.: s. Expansion, expansiv; Q.: 1764; I.: Lw. ne. expand; E.: s. ne. expand, V., expandieren; lat. expandere, V., auseinanderspannen, auseinanderbreiten, ausspannen, ausbreiten, ausstrecken, aufschlagen, (230/220-168 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pandere, V., auseinanderbreiten, ausbreiten, ausspannen, aufsperren; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Expansion, fehlt DW, DW2 8, 2503, Duden s. u. expandieren; Son.: vgl. nndl. expanderen, V., expandieren; nschw. expandera, V., expandieren; nnorw. ekspandere, V., expandieren; poln. ekspandować, V., expandieren; GB.: seit 1764 aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausweiten oder auseinanderspannen oder ausdehnen oder ausbreiten; BM.: auseinanderspannen bzw. ausbreiten; F.: expandieren, expandiere, expandierst, expandiert, expandierest, expandieret, expandierte, expandiertest, expandierten, expandiertet, ##expandiert, expandierte, expandiertes, expandiertem, expandierten, expandierter##, expandierend, ###expandierend, expandierende, expandierendes, expandierendem, expandierenden, expandierender###, expandier (!)+FW+EW; Z.: ex-pa-n-d-ier-en
Expansion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Expansion, Ausweitung, Vergrößerung, Ausdehnung; ne. expansion; Vw.: -; Hw.: s. expandieren, expansiv; Q.: 1705; I.: Lw. frz. expansion; E.: s. frz. expansion, F., Expansion; lat. expānsio, F., Ausdehnung, Ausspannung, Ausstreckung, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. expandere, V., auseinanderspannen, auseinanderbreiten, ausspannen, ausbreiten; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pandere, V., auseinanderbreiten, ausbreiten, ausspannen, aufsperren; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Expansion, fehlt DW, EWD s. u. Expansion, Duden s. u. Expansion; Son.: vgl. nndl. expansie, Sb., Expansion; nschw. expansion, Sb., Expansion; nnorw. ekspansjon, M., Expansion; poln. ekspansja, F., Expansion; lit. ekspansija, F., Expansion; GB.: seit der mittleren Neuzeit (1705) belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche starke räumliche Ausweitung oder Vergrößerung oder Ausdehnung; BM.: auseinanderspannen bzw. ausbreiten; F.: Expansion, Expansionen+FW Z.: Ex-pa-n-s-io-n
$expansionistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. expansionistisch, ausweitend, vergrößernd, ausdehnend; E.: s. Expansion, s. ist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Expansion; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Expansion und ist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches auf Expansion gerichtet oder ausweitend oder vergrößernd oder ausdehnend; F.: expansionistisch, expansionistische, expansionistisches, expansionistischem, expansionistischen, expansionistischer(, expansionistischere, expansionistischeres, expansionistischerem, expansionistischeren, expansionistischerer, expansionistischst, expansionistischste, expansionistischstes, expansionistischstem, expansionistischsten, expansionistischster)+FW+EW; Z.: ex-pa-n-s-io-n-ist-isch
expansiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. expansiv, sich ausbreitend, ausweitend; ne. expansive; Vw.: -; Hw.: s. Expansion, expandieren; Q.: 1764; I.: Lw. ne. expanxive; E.: s. ne. expansive, Adj., expansiv, sich ausbreitend; vgl. ne. expand, V., expandieren; lat. expandere, V., auseinanderspannen, auseinanderbreiten, ausspannen, ausbreiten, ausstrecken, aufschlagen, (230/220-168 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pandere, V., auseinanderbreiten, ausbreiten, ausspannen, aufsperren; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Expansion, fehlt DW, EWD s. u. Expansion, DW2 8, 2505, Duden s. u. expansiv; Son.: vgl. nndl. expansief, Adj., expansiv; nschw. expansiv, Adj., expansiv; nnorw. ekspansiv, Adj., expansiv; poln. ekspansywnie, Adj., expansiv; GB.: seit 1764 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sich ausbreitend oder ausweitend oder auf räumliche Ausdehnung gerichtet; BM.: auseinanderspannen bzw. ausbreiten; F.: expansiv, expansive, expansives, expansivem, expansiven, expansiver(, expansivere, expansiveres, expansiverem, expansiveren, expansiverer, expansivst, expansivste, expansivstes, expansivstem, expansivsten, expansivster)+FE(+EW); Z.: ex-pa-n-s-iv
expatriieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. expatriieren, zu dem Verlassen des Vaterlands zwingen, ausbürgern; ne. expatriate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. expatrier; E.: s. frz. expatrier, V., expatriieren; lat. expatriāre, V., herausführen, aus der Heimat fortgehen, die Heimat verlassen (V.), ins Ausland gehen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. patria, F., Vaterland, Heimat, Geburtsort, Vaterstadt; lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. expatriieren, Duden s. u. expatriieren; Son.: vgl. nnorw. ekspatriere, V., expatriieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zu einem Verlassen des Vaterlands zwingen oder ausbürgern; BM.: aus, Vaterland bzw. Vater; F.: expatriieren, expatriiere, expatriierst, expatriiert, expatriierest, expatriieret, expatriierte, expatriiertest, expatriierten, expatriiertet, ##expatriiert, expatriierte, expatriiertes, expatriiertem, expatriierten, expatriierter##, expatriierend, ###expatriierend, expatriierende, expatriierendes, expatriierendem, expatriierenden, expatriierender###, expatriier (!)+FW(+EW); Z.: ex-pa-t-r-i-ier-en
$Expatriierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Expatriierung, Ausbürgerung; E.: s. expatriier(en), s. ung; L.: EWD s. u. expatriieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus expatriier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zu dem Verlassen des Vaterlands Zwingen oder zu Ausbürgerung; F.: Expatriierung, Expatriierungen+FW(+EW); Z.: Ex-pa-t-r-i-ier-ung
expedieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. expedieren, ausführen, erledigen; ne. ship (V.), forward (V.); Vw.: -; Hw.: s. Expedition; Q.: 1473; I.: Lw. lat. expedīre; E.: s. lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Expedition, EWD s. u. expedieren, DW2 8, 2506, Duden s. u. expedieren; Son.: vgl. nndl. expediëren, V., expedieren; frz. exédier, V., expedieren; ndän. expedieren, V., expedieren; nnorw. ekspedere, V., expedieren; poln. ekspediować, V., expedieren; GB.: seit 1473 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ausführen oder erledigen; BM.: aus, gehen; F.: expedieren, expediere, expedierst, expediert, expedierest, expedieret, expedierte, expediertest, expedierten, expediertet, ##expediert, expedierte, expediertes, expediertem, expedierten, expedierter##, expedierend, ###expedierend, expedierende, expedierendes, expedierendem, expedierenden, expedierender###, expedier (!)+FW(+EW); Z.: ex-ped-ier-en
Expedition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Expedition, Forschungsreise, Erkundung, Unternehmung; ne. expedition; Vw.: -; Hw.: s. expedieren; Q.: 1509; I.: Lw. lat. expedītio; E.: lat. expedītio, F., Erledigung, Abfertigung, Beseitigung, Einrichtung, Feldzug, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, herauswickeln, losbinden; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Expedition, EWD s. u. expedieren, DW2 8, 2507, Duden s. u. Expedition; Son.: vgl. nndl. expeditie, Sb., Expedition; frz. expedition, F., Expedition; nschw. expedition, Sb., Expedition; nnorw. ekspedisjon, M., Expedition; poln. ekspedycja, F., Expedition; lit. ekspedicija, F., Expedition; GB.: seit 1509 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Erkundung oder Unternehmung; BM.: aus, gehen; F.: Expedition, Expeditionen+FW(+EW); Z.: Ex-ped-it-io-n
Experiment, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Experiment, Versuch; ne. experiment (N.); Vw.: -; Hw.: s. experimentieren; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. experīmentum; E.: s. lat. experīmentum, N., Versuch, Erfahrungsbeweis, Beweis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. experīrī, V., sich Erfahrung verschaffen, versuchen, probieren; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. perīrī, V., erfahren (V.); idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Experiment, fehlt DW, EWD s. u. experimentieren, DW2 8, 2510, Duden s. u. Experiment; Son.: vgl. nndl. experiment, Sb., Experiment; nschw. experiment, Sb., Experiment; nnorw. eksperiment, N., Experiment; poln. eksperyment, M., Experiment; lit. eksperimentas, M., Experiment; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Versuch; BM.: aus, erfahren (V.) bzw. versuchen; F.: Experiment, Experimentes, Experiments, Experimente, Experimenten+FW(+EW); Z.: Ex-per-i-m-ent
$experimentell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. experimentell, auf Versuch beruhend; E.: s. Experiment, s. ell; L.: Kluge s. u. Experiment, fehlt DW, EWD s. u. experimentieren; GB.: seit 1808 belegte und aus Experiment und ell gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf Versuch beruhend; F.: experimentell, experimentelle, experimentelles, experimentellem, experimentellen, experimenteller(, experimentellere, experimentelleres, experimentellerem, experimentelleren, experimentellerer, experimentellst, experimentellste, experimentellstes, experimentellstem, experimentellsten, experimentellster)+FW(+EW); Z.: ex-per-i-m-ent
experimentieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. experimentieren, durch Versuch ermitteln, Versuche machen; ne. experiment (V.); Vw.: -; Hw.: s. Experiment; Q.: 1517; I.: Lw. lat. experimentāre; E.: s. lat. experimentāre, V., versuchen, erproben, untersuchen, prüfen, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. experīmentum, N., Versuch, Erfahrungsbeweis, Beweis; lat. experīrī, V., sich Erfahrung verschaffen, versuchen, probieren; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. perīrī, V., erfahren (V.); idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Experiment, EWD s. u. experimentieren, DW2 8, 2512, Duden s. u. experimentieren; Son.: vgl. nndl. experimenteren, V., experimentieren; nschw. experimentera, V., experimentieren; nnorw. eksperimentere, V., experimentieren; poln. eksperymentować, V., experimentieren; lit. eksperimentuoti, V., experimentieren; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Versuch ermitteln; BM.: aus, erfahren (V.) bzw. versuchen; F.: experimentieren, experimentiere, experimentierst, experimentiert, experimentierest, experimentieret, experimentierte, experimentiertest, experimentierten, experimentiertet, ##experimentiert, experimentierte, experimentiertes, experimentiertem, experimentierten, experimentierter##, experimentierend, ###experimentierend, experimentierende, experimentierendes, experimentierendem, experimentierenden, experimentierender###, experimentier (!)+FW(+EW); Z.: ex-per-i-m-ent-ier-en
Experte, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Experte, Sachkundiger, Sachverständiger, Fachmann; ne. expert (M.); Vw.: -; Hw.: s. Expertise; Q.: 1830; I.: Lw. frz. expert; E.: s. frz. expert, M., Experte, Sachkundiger; lat. expertus, Adj., erkannt, versucht, erprobt, bewährt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. experīrī, V., sich Erfahrung verschaffen, versuchen, probieren; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. perīrī, V., erfahren (V.); idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Experte, fehlt DW, EWD s. u. Experte, DW2 8, 2512, Duden s. u. Experte; Son.: vgl. nndl. expert, Sb., Experte; nschw. expert, M., Experte; nnorw. ekspert, M., Experte; poln. ekspert, M., Experte; lit. eskpertas, M., Experte; GB.: seit 1830 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Sachkundigen oder Sachverständigen oder Fachmann; BM.: aus, versuchen; F.: Experte, Experten+FW+EW; Z.: Ex-per-t-e
Expertise, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Expertise, Beurteilung; ne. expertise; Vw.: -; Hw.: s. Experte; Q.: 1864/1865 (Marx); I.: Lw. frz. expertise; E.: s. frz. expertise, F., Expertise; vgl. frz. expert, M., Experte, Sachkundiger; lat. expertus, Adj., erkannt, versucht, erprobt, bewährt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. experīrī, V., sich Erfahrung verschaffen, versuchen, probieren; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. perīrī, V., erfahren (V.); idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Experte, fehlt DW, EWD s. u. Experte, DW2 8, 2512, Duden s. u. Expertise; Son.: vgl. nndl. expertise, Sb., Expertise; nschw. expertis, Sb., Expertise; nnorw. ekspertise, M., Expertise; poln. ekspertyza, F., Expertise; lit. ekspertizė, F., Expertise; GB.: seit 1864/1865 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beurteilung (durch vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Sachverständige); BM.: aus, versuchen; F.: Expertise, Expertisen+FW; Z.: Ex-per-t-is-e
Explikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Explikation, Erklärung, Erschließung; ne. explication; Vw.: -; Hw.: s. explizit, explizieren; Q.: 1554 (Kirchenordnung Kurpfalz); I.: Lw. lat. explicātio; E.: s. lat. explicātio, F., Auseinanderrollen, Entwicklung, Erörterung, Auseinandersetzung, Auffalten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. explicāre, V., auseinanderfalten, entfalten, auseinanderlegen, loswickeln; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. explizit, fehlt DW, EWD s. u. explizieren, DW2 8, 2513, Duden s. u. Explikation; Son.: vgl. frz. explication, F., Erklärung; poln. eksplikacja, F., Explikation; GB.: seit 1554 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Erklärung oder Erschließung; BM.: auseinanderfalten bzw. vollziehen; F.: Explikation, Explikationen+FW(+EW); Z.: Ex-pli-k-at-io-n
explizieren, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. explizieren, entfalten, erklären, erläutern; ne. explicate; Vw.: -; Hw.: s. explizit, Explikaton; Q.: 1539 (Luther); I.: Lw. lat. explicāre; E.: s. lat. explicāre, V., auseinanderfalten, entfalten, auseinanderlegen, loswickeln, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. explizit, fehlt DW, EWD s. u. explizieren, DW2 8, 2513, Duden s. u. explizieren; Son.: vgl. nndl. expliceren, V., explizieren; frz. expliquer, V., erklären; GB.: seit 1539 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches entfalten oder erklären oder erläutern; BM.: auseinanderfalten bzw. vollziehen; F.: explizieren, expliziere, explizierst, expliziert, explizierest, explizieret, explizierte, expliziertest, explizierten, expliziertet, ##expliziert, explizierte, expliziertes, expliziertem, explizierten, explizierter##, explizierend, ###explizierend, explizierende, explizierendes, explizierendem, explizierenden, explizierender###, explizier(!)+FW(+EW); Z.: ex-pli-z-ier-en
explizit, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. explizit, entfaltet, deutlich, eindeutig, ausdrücklich, ausführlich; ne. explicit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1718; I.: Lw. lat. explicitus; E.: lat. explicitus, Adj., ohne Schwierigkeit in der Ausführung seiend, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. explicāre, V., auseinanderfalten, entfalten, auseinanderlegen, loswickeln; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. explizit, fehlt DW, EWD s. u. explizieren, DW2 8, 2514, Duden s. u. explizit; Son.: vgl. nndl. expliciet, Adj., explizit; frz. explicite, Adj., explizit; nschw. eksplicit, Adj., explizit; nnorw. eksplisitt, Adj., explizit; poln. explizite, Adv., explizit; lit. eksplicitinis, Adj., explizit; GB.: seit 1718 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Griechischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches entfaltet oder deutlich oder eindeutig oder ausdrücklich oder ausführlich; BM.: auseinanderfalten bzw. vollziehen; F.: explizit, explizite, explizites, explizitem, expliziten, expliziter(, explizitere, expliziteres, expliziterem, expliziteren, expliziterer, expliziteste, explizitestes, explizitestem, explizitesten, explizitester)+FW(+EW); Z.: ex-pli-z-it
explodieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. explodieren, zerbersten, zerplatzen, auseinanderfliegen; ne. explode; Vw.: -; Hw.: s. Explosion, explosiv; Q.: 1539; I.: Lw. ne. explode, lat. explodēre; E.: s. ne. explode, V., explodieren; lat. explōdere, V., klatschend forttreiben, schlagend hinaustreiben, ausklatschen, auspochen, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. explodieren, fehlt DW, EWD s. u. explodieren, DW2 8, 2514, Duden s. u. explodieren; Son.: vgl. nndl. exploderen, V., explodieren; frz. exploser, V., explodieren; nschw. explodera, V., explodieren; nschw. eksplodere, V., explodieren; poln. eksplodowa, V., explodieren; GB.: seit 1539 belegte und aus dem Neuenglischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprengstoff durch Menschen mögliches durch heftigen inneren Druck plötzlich auseinandergetrieben werden und krachend zerbersten oder zerplatzen oder auseinanderfliegen; BM.: aus, schlagen bzw. breit; F.: explodieren, explodiere, explodierst, explodiert, explodierest, explodieret, explodierte, explodiertest, explodierten, explodiertet, ##explodiert, explodierte, explodiertes, explodiertem, explodierten, explodierter##, explodierend, ###explodierend, explodierende, explodierendes, explodierendem, explodierenden, explodierender###, explodier(!)+FW(+EW); Z.: ex-plo-d-ier-en
Exploration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Exploration, Untersuchung, Erkundung, Erforschung, Erprobung; ne. exploration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. explōrātio; E.: lat. explōrātio, F., Aufsuchen, Kundschaften (N.), Auskundschaftung, Auskundschaften, Ausspähen, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. explōrāre, V., aufsuchen, zu ermitteln suchen, ermitteln, untersuchen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plōrāre, V., schreien, um Hilfe schreien, plärren, heulen; weitere Etymologie unbekannt, s. Walde/Hofmann 2, 323f.; L.: fehlt DW, Duden s. u. Exploration; Son.: vgl. nndl. exploratie, Sb., Exploration; frz. exploration, F., Exploration; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen durchgeführte Untersuchung oder Erkundung oder Erforschung oder erprobung; F.: Exploration, Explorationen+FW(+EW); Z.: Ex-plor-at-io-n
Explosion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Explosion, Zerbersten mit großem Druck, Zerplatzen; ne. explosion; Vw.: -; Hw.: s. explodieren, explosiv; Q.: 1772; I.: Lw. lat. explōsio; E.: s. lat. explōsio, F., Ausklatschen, Auspochen, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. explōdere, V., klatschend forttreiben, schlagend hinaustreiben, ausklatschen, auspochen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. explodieren, fehlt DW, EWD s. u. explodieren, DW2 8, 2515, Duden s. u. Explosion; Son.: vgl. nndl. explosie, Sb., Explosion; frz. explosion, F., Explosion; nschw. explosion, Sb., Explosion; nnorw. eksplosjon, M., Explosion; poln. eksplozja, F., Explosion; GB.: seit 1772 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprengstoff durch Menschen mögliches Zerbersten mit großem Druck; BM.: aus, schlagen bzw. breit; F.: Explosion, Explosionen+FW(+EW); Z.: Ex-plo-s-io-n
explosiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. explosiv, explosionsbereit, zu einer Explosion neigend; ne. explosive; Vw.: -; Hw.: s. Explosion, explodieren; Q.: 1782; I.: Lw. ne. explosive?; E.: entweder Ableitung von „Explosion“ oder s. ne. explosive, Adj., explosiv; vgl. ne. explosion, N., Explosion; lat. explōsio, F., Ausklatschen, Auspochen, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. explōdere, V., klatschend forttreiben, schlagend hinaustreiben, ausklatschen, auspochen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. explodieren, fehlt DW, EWD s. u. explodieren, DW2 8, 2516, Duden s. u. explosiv; Son.: vgl. nndl. explosief, Adj., explosiv; frz. explosif, Adj., explosiv; nschw. explosiv, Adj., explosiv; nnorw. eksplosiv, Adj., explosiv; GB.: seit 1782 belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene oder aus Explosi(on) und (i)v gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprengstoff durch Menschen mögliches explosionsbereit; BM.: aus, schlagen bzw. breit; F.: explosiv, explosive, explosives, explosivem, explosiven, explosiver(, explosivere, explosiveres, explosiverem, explosiveren, explosiverer, explosivst, explosivste, explosivstes, explosivstem, explosivsten, explosivster)+FW(+EW); Z.: ex-plo-s-iv
$Exponat, nhd., (Part. Prät.=)N., (20. Jh.): nhd. Exponat, Ausstellungsstück; E.: s. expon(ieren), s. at; L.: Kluge s. u. exponiert, EWD s. u. exponieren; GB.: seit 1965 belegte und aus expon(ieren) und at gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Ausstellungen durch Menschen mögliches Ausstellungsstück; F.: Exponat, Exponats, Exponates, Exponate, Exponaten+FW; Z.: Ex-po-n-at
Exponent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Exponent, Hochzahl, Vertreter einer Gegebenheit; ne. exponent (N.), exponent (M.); Vw.: -; Hw.: s. exponieren, exponiert; Q.: 1571; I.: Lw. lat. expōnēns; E.: s. lat. expōnēns, (Part. Präs.=)Adj., herausstellend; lat. expōnere, V., herausstellen, aufstellen, sich erstrecken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exponiert, fehlt DW, EWD s. u. exponieren, DW2 8, 2517, Duden s. u. Exponent; Son.: vgl. nndl. exponent, Sb., Exponent; nschw. exponent, Sb., Exponent; nnorw. eksponent, M., Exponent; poln. eksponent, M., Exponent; kymr. esboniwr, M., Exponent; nir. easpónant, M., Exponent, Hochzahl; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mathematische Hochzahl (wie beispielsweise 3 hoch 3 = 3 mal 3 mal 3 =siebenundzwanzig) und seit der mittleren Neuzeit für einen herausragenden Vertreter einer Gegebenheit; BM.: aus, setzen; F.: Exponent, Exponenten+FW(+EW); Z.: Ex-po-n-ent
exponieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. exponieren, auseinanderlegen, auslegen, ausstellen, aussetzen; ne. expose; Vw.: -; Hw.: s. exponiert, Exponent; Q.: 14. Jh. (Die Kreuzensteiner Dramenbruchstücke des Kaspar Dörr); E.: mhd. exponieren, sw. V., erklären, deuten, auslegen; mnd. exponēren, sw. V., „exponieren“, auslegen, ausdeuten; lat. expōnere, V., herausstellen, aufstellen, sich erstrecken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 3, 1208, EWD s. u. exponieren, DW2 8, 2517, Duden s. u. exponieren; Son.: vgl. nndl. exponeren, V., exponieren; frz. exoser, V., exponieren; nschw. exponera, V., exponieren; nnorw. eksponere, V., exponieren; poln. eksponować, V., exponieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches auseinanderlegen oder auslegen oder ausstellen oder aussetzen; BM.: aus, setzen; F.: exponieren, exponiere, exponierst, exponiert, exponierest, exponieret, exponierte, exponiertest, exponierten, exponiertet, ##exponiert, exponierte, exponiertes, exponiertem, exponierten, exponierter##, exponierend, ###exponierend, exponierende, exponierendes, exponierendem, exponierenden, exponierender###, exponier(!)+FW(+EW); Z.: ex-po-n-ier-en
exponiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. exponiert, ausgesetzt; ne. exposed; Vw.: -; Hw.: s. exponieren, Exponent, Exposé, Exposition; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. exponieren, sw. V., erklären, deuten; mnd. exponēren, sw. V., auslegen, ausdeuten; lat. expōnere, V., herausstellen, aufstellen, sich erstrecken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exponiert, DW 3, 1208 (exponieren), EWD s. u. exponieren, DW2 8, 2517 (exponieren), Duden s. u. exponiert; Son.: vgl. nschw. exponerad, Adj., exponiert; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus exponier(en) und t gebildete Bezeichnung für ausgesetzt (oder ungeschützt); BM.: aus, setzen; F.: exponiert, exponierte, exponiertes, exponiertem, exponierten, exponierter(, exponiertere, exponierteres, exponierterem, exponierteren, exponierterer, exponierteste, exponiertestes, exponiertestem, exponiertesten, exponiertester)+FW(+EW); Z.: ex-po-n-ier-t
Export, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Export, Ausfuhr; ne. export (N.); Vw.: -; Hw.: s. exportieren; Q.: 1783; I.: Lw. ne. export; E.: s. ne. export, N., Export, Ausfuhr; vgl. ne. export, V., ausführen; lat. exportāre, V., herausschaffen, forttragen, fortschaffen, ausführen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Export, fehlt DW, EWD s. u. exportieren, DW2 8, 2519, Duden s. u. Export; Son.: vgl. nndl. export, Sb., Export; frz. export, M., Export; nschw. export, Sb., Export; nnorw. eksport, M., Export; poln. eksport, M., Export; nir. easpórtalacha, F. Pl., Exporte; lit. eksportas, M., Export; GB.: vielleicht seit 1783 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausfuhr (von Waren); BM.: aus, bringen bzw. tragen; F.: Export, Exportes, Exports, Exporte, Exporten+FW; Z.: Ex-por-t
$Exporteur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Exporteur, Ausführender, Außenhändler von Waren; E.: s. frz. exporteur; L.: Kluge s. u. Export, EWD s. u. exportieren; GB.: seit 1859 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Außenhändler von Waren; F.: Exporteur, Exporteurs, Exporteures, Exporteure, Exporteuren+FW; Z.: Ex-por-t-eur
exportieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. exportieren, ausführen; ne. export (V.); Vw.: -; Hw.: s. Export; Q.: 1763; I.: Lw. ne. export; E.: s. ne. export, V., exportieren, ausführen; lat. exportāre, V., herausschaffen, forttragen, fortschaffen, ausführen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Export, EWD s. u. exportieren, DW2 8, 2520, Duden s. u. exportieren; Son.: vgl. nndl. exporteren, V., exportieren; frz. exporter, V., exportieren; nschw. exportera, V., exportieren; nnorw. eksportere, V., exportieren; poln. eksportować, V., exportieren; nir. easpórtálaim, V., exportieren; eksportuoti, V., exportieren; GB.: seit 1763 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aus einem Wirtschaftsbereich ausführen; BM.: aus, bringen bzw. tragen; F.: exportieren, exportiere, exportierst, exportiert, exportierest, exportieret, exportierte, exportiertest, exportierten, exportiertet, ##exportiert, exportierte, exportiertes, exportiertem, exportierten, exportierter##, exportierend, ###exportierend, exportierende, exportierendes, exportierendem, exportierenden, exportierender###, exportier (!) +FW(+EW); Z.: ex-por-t-ier-en
Exposé, Exposee, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Exposé, Exposee, Entwurf, Bericht; ne. exposé; Vw.: -; Hw.: s. exponiert, Exponent, Exposition; Q.: 1779 (Goethe); I.: Lw. frz. exposé; E.: s. frz. exposé, M., Bericht, Darstellung; vgl. frz. exposer, V., darlegen, auslegen; lat. expōnere, V., herausstellen, aufstellen, abladen, sich erstrecken, ans Land setzen, landen, ausschiffen, ausladen (V.) (1), aussetzen, ziehen, darlegen, schildern, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Exposé, fehlt DW, EWD s. u. Exposé, DW2 8, 2520, Duden s. u. Exposé; Son.: vgl. nndl. exposé, Sb., Exposé; nschw. exposé, Sb., Exposé; nnorw. eksposé, N., Exposé; poln. exposé, Sb., Regierungserklärung; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche schriftliche Darlegung oder Darstellung oder einen Entwurf oder Bericht; BM.: aus, setzen; F.: Exposé, Exposés+FW; Z.: Ex-po-s-é
Exposition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Exposition, Auslegung eines Textes, Darlegung, Plan, Gliederung, Ausrichtung, Ausstellung; ne. exposition, exposure; Vw.: -; Hw.: s. Exposé, exponiert, Exponent; Q.: 1523; I.: Lw. lat. expositio; E.: s. lat. expositio, F., Ausleerung, Entleerung, Aussetzung, Aussetzen, Darlegung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. expōnere, V., herausstellen, aufstellen, abladen, sich erstrecken, ans Land setzen, landen, ausschiffen, ausladen (V.) (1), aussetzen, ziehen, darlegen, schildern, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. exponiert, fehlt DW, EWD s. u. Exposition, DW2 8, 2520, Duden s. u. Exposition; Son.: vgl. nndl. expositie, Sb., Ausstellung; frz. exposition, F., Ausstellung, Belichtung; nnorw. eksposisjon, M., Exposition; poln. ekspozycja, F., Ausstellung; lit. ekspozicija, F., Exposition; GB.: seit 1523 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliche Auslegung oder Darlegung; BM.: aus, setzen; F.: Exposition, Expositionen+FW(+EW); Z.: Ex-po-s-it-io-n
express, nhd. (ält.), (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. express, ausdrücklich, eilig; ne. express (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. expressiv, Expressionismus; Q.: Anfang 16. Jh. (Urkunde); I.: Lw. lat. expressus; E.: lat. expressus, Adj., kräftig hervorgestoßen, deutlich ausgedrückt, ausgeprägt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. exprimere, V., herausdrücken, ausdrücken, herauspressen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. express, DW 3, 1208 (expresz), EWD s. u. express-, DW 3, 1208, DW2 8, 2521, Duden s. u. express; Son.: heute fast nur mehr in Zusammensetzungen gebräuchlich, s. Expressdienst; vgl. nndl. expres, Adj., express; frz. exprès, Adj., express; nschw. express, Adj., express; nnorw. ekspress, Adj., express; GB.: seit der frühen Neuzeit (Anfang 16. Jh.?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ausdrücklich oder eilig oder schnell; BM.: aus, drücken; F.: express+FW(+EW); Z.: ex-pre-ss
Expression, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Expression, Auspressen, Ausdruck; E.: s. lat. expressio, F., Auspressen, s. n; L.: fehlt DW; GB.: seit 1579 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Auspressen oder Ausdruck; BM.: aus, drücken; F.: Expression, Expressionen +FW(+EW); Z.: Ex-pre-ss-io-n
Expressionismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Expressionismus, eine Kunstrichtung; ne. expressionism; Vw.: -; Hw.: s. express, expressiv; Q.: 1912; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu frz. expression, F., Ausdruck; letztlich von lat. exprimere, V., herausdrücken, ausdrücken, herauspressen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Expressionismus, fehlt DW, EWD s. u. Expressionismus, DW2 8, 2523, Duden s. u. Expressionismus; Son.: vgl. nndl. expressionisme, Sb., Expressionismus; frz. expressionisme, M., Expressionismus; nschw. expressionism, Sb., Expressionismus; nnorw. ekspresjonisme, M., Expressionismus; poln. ekspresjonizm, M., Expressionismus; lit. ekspesionizmas, M., Expressionismus; GB.: seit 1912 belegte und aus Expression und ismus gebildete Bezeichnung für eine Kunstrichtung auf der Grundlage des gesteigerten Ausdrucks des Geistig-Seelischen; BM.: aus, drücken; F.: Expressionismus+FW; Z.: Ex-pre-ss-io-n-ism-us
$Expressionist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Expressionist; E.: s. Expression, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Expressionismus; GB.: seit 1911 belegte und aus Expression und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Vertreter des Expressionismus; F.: Expressionist, Expressionisten+FW; Z.: Ex-pre-ss-io-n-ist
$expressionistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. expressionistisch, Expressionismus und Expressionismus betreffend; E.: s. Expressionist, s. isch; L.: Kluge s. u. Expressionismus, fehlt DW, EWD s. u. Expressionismus; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Expressionist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Expressionisten oder Expressionismus betreffend; F.: expressionistisch, expressionistische, expressionistisches, expressionistischem, expressionistischen, expressionistischer+FW+EW; Z.: ex-pre-ss-io-n-ist-isch
expressiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. expressiv, ausdrücklich, ausdrucksstark; ne. expressive; Vw.: -; Hw.: s. express, Expressionismus; Q.: 1722; I.: Lw. frz. expressif; E.: s. frz. expressif, Adj., expressiv; mlat. expressīvus, Adj., herausdrückend, austreibend, expressiv, ausdrucksstark, ausdrucksvoll; vgl. lat. exprimere, V., herausdrücken, ausdrücken, herauspressen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. express, expressiv, fehlt DW, EWD s. u. expressiv, DW2 8, 2523, Duden s. u. expressiv; Son.: vgl. nndl. expressief, Adj., expressiv; nschw. expressiv, Adj., expressiv; nnorw. ekspressiv, Adj., expressiv; poln. ekspresywny, Adj., expressiv; lit. ekspresyvus, Adj., expressiv; GB.: seit 1722 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ausdrücklich oder ausdrucksstark; Verhaltens; BM.: aus, drücken; F.: expressiv, expressive, expressives, expressivem, expressiven, expressiver(, expressivere, expressiveres, expressiverem, expressiveren, expressiverer, expressivst, expressivste, expressivstes, expressivstem, expressivsten, expressivster)+FW(+EW); Z.: ex-pre-ss-iv
$Expressivität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Expressivität; E.: s. expressiv, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. express, Expressivität fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus expressiv und i sowie tät gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Ausdruckskraft; F.: Expressivität+FW(+EW); Z.: Ex-pre-ss-iv-it-ät
$Expresszug, Express, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Expresszug, Schnellzug; I.: teilweise Lw. und Lüs. ne. express train; E.: s. Express, s. Zug; L.: Expresszug fehlt DW, Express fehlt DW, EWD s. u. expreß-; GB.: vielleicht seit 1877 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Schnellzug; F.: Expresszug, Expresszuges, Expresszugs, Expresszüge, Expresszügen+FW+EW; Z.: Ex-pre-ss—zu-g
exquisit, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. exquisit, erlesen, voruüglich; ne. exquisite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1615; I.: Lw. lat. exquīsītus; E.: s. lat. exquīsītus, Adj., ausgesucht, gewählt, vorzüglich, gesucht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. exquīrere, V., aufsuchen, suchen, ausforschen, ausfindig machen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen; Etymologie unsicher; L.: Kluge s. u. exquisit, fehlt DW, EWD s. u. exquisit, DW2 8, 2524, Duden s. u. exquisit; Son.: vgl. nndl. exquis, Adj., exquisit; frz. exquis, Adj., exquisit; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der Etymologie ungewisse Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches erlesen odervorzüglich; BM.: aus, suchen; F.: exquisit, exquisite, exquisites, exquisitem, exquisiten, exquisiter(, exquisitere, exquisiteres, exquisiterem, exquisiteren, exquisiterer, exquisiteste, exquisitestes, exquisitestem, exquisitesten, exquisitester)+FW(+EW); Z.: ex-quis-it
extemporieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. extemporieren, aus dem Stegreif reden, ohne Vorbereitung reden; ne. extemporize; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1697; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet aus lat. ex tempore, Adv., aus dem Stegreif; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. tempus, timpus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick, Zeitpunkt; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. extemporieren, fehlt DW, EWD s. u. extemporieren, DW2 8, 2524, Duden s. u. extemporieren; Son.: vgl. nschw. extemporera, V., extemporieren; nnorw. ekstemporere, V., extemporieren; GB.: seit 1697 belegte und aus dem lateinischen ex tempor(e) und ieren gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus dem Stegreif reden oder ohne Vorbereitung reden; BM.: aus, Zeit; F.: extemporieren, extemporiere, extemporierst, extemporiert, extemporierest, extemporieret, extemporierte, extemporiertest, extemporierten, extemporiertet, ##extemporiert, extemporierte, extemporiertes, extemporiertem, extemporierten, extemporierter##, extemporierend, ##extemporierend, extemporierende, extemporierendes, extemporierendem, extemporierenden, extemporierender###, extemporier(!)+FW(+EW); Z.: ex-temp-or-ier-en
Extension, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Extension, Ausdehnung, Erstreckung; ne. extension; Vw.: -; Hw.: s. extensiv; Q.: 1529; I.: Lw. lat. extēnsio; E.: s. lat. extēnsio, F., Ausdehnung, Ausstreckung, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. extendere, V., ausdehnen, ausspannen, ausstrecken, strecken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. tendere, V., spannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Extension, fehlt DW, DW2 8, 2525, Duden s. u. Extension; Son.: vgl. nndl. extension, Sb., Extension; frz. extension, F., Extension, Ausdehnung; nnorw. ekstensjon, M., Extension, Ausdehnung; GB.: seit 1529 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und später nochmals aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine räumliche Ausdehnung bzw. seit der späten Neuzeit neu aus dem Neuenglischen entlehnt als Bezeichnung für eine Haarverlängerung; BM.: ausdehnen; F.: Extension, Extensionen+FW(+EW); Z.: Ex-ten-s-io-n
extensiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. extensiv, ausdehnend, ausgedehnt; ne. extensive; Vw.: -; Hw.: s. intensiv, Extension; Q.: 1756; I.: Lw. lat. extēnsīvus; E.: s. lat. extēnsīvus, extēntīvus, Adj., ausdehnend, verlängernd, dehnbar, ausdehnbar, (1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. extendere, V., ausdehnen, ausspannen, ausstrecken, strecken; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. tendere, V., spannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Extension, fehlt DW, EWD s. u. extensiv, DW2 8, 2526, Duden s. u. extensiv; Son.: vgl. nndl. extensief, Adj., extensiv; frz. extensiv, Adj., extensiv; nschw. extensiv, Adj., extensiv; nnorw. ekstensiv, Adj., extensiv; poln. ekstensywny, Adj., extensiv; GB.: seit 1756 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt und der Dimension Raum mögliches ausdehnend oder ausgedehnt; BM.: aus, dehnen; F.: extensiv, extensive, extensives, extensivem, extensiven, extensiver(, extensivere, extensiveres, extensiverem, extensiveren, extensiverer, extensivste, extensivstes, extensivstem, extensivsten, extensivster)+FW(+EW); Z.: ex-ten-s-iv
extern, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. extern, äußere, außen befindlich, äußerlich; ne. external; Vw.: -; Hw.: s. extra; Q.: 1718; I.: Lw. lat. externus; E.: s. lat. externus, Adj., äußerlich, auswärtig, fremd, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. extern, EWD s. u. extern, DW 3, 1208, DW2 8, 2527, Duden s. u. extern; Son.: vgl. nndl. extern, Adj., extern; frz. externe, Adj., extern; nschw. extern, Adj., extern; nnorw. ekstern, Adj., extern; poln. eksternistyczny, Adj., extern; GB.: seit 1718 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für äußere oder außen befindlich oder äußerlich; BM.: aus bzw. außen; F.: extern, externe, externes, externem, externen, externer+FW(+EW); Z.: ex-t-ern
$exterritorial, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. exterritorial, ausländisch; E.: s. ex, s. Territori(um), s. (i)al; L.: fehlt DW, EWD s. u. Territorium; GB.: seit 1829 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Staaten mögliches ausländisch; F.: exterritorial, exterritoriale, exterritoriales, exterritorialem, exterritorialen, exterritorialer+FW(+EW); Z.: ex—terr-it-or-i-al
extra, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. extra, außerhalb, zusätzlich; ne. extra; Vw.: -; Hw.: s. extern; Q.: 1558 (Statuten Universität Heidelberg); I.: Lw. lat. extrā (ordinem); E.: s. lat. extrā ordinem, Adv., außerhalb der Reihe; lat. extrā, Adv., Präp., außerhalb, außen, von außen, äußerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. extra, EWD s. u. extra, DW 3, 1208, DW2 8, 2527, Duden s. u. extra; Son.: vgl. nndl. extra, Adv., extra; frz. extra, Adv., extra; nschw. extra, Adv., extra; nnorw. ekstra, Adv., extra; poln. ekstra, Adv., extra; GB.: seit 1558 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für außerhalb oder zusätzlich; BM.: aus bzw. außen; F.: extra+FW; Z.: ex-tr-a
$Extra, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Extra; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. extra; L.: fehlt DW, EWD s. u. extra; GB.: seit 1549 belegte und aus lat. extra gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Besonderheit; F.: Extra, Extras+FW; Z.: Ex-tr-a
extra…, nhd., Partikel., (17. Jh.?): nhd. extra…, besondere, zusätzlich; ne. extra…; Vw.: s. -vagant, -vaganz; Hw.: s. extra; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. extra…; E.: s. lat. extra…, Präf., extra…; lat. extrā, Adv., Präp., außerhalb, außen, von außen, äußerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. extra…, DW 3, 1208, DW2 8, 2528, Duden s. u. extra…; Son.: s. Extrabeilage, Extrawurst; vgl. nndl. extra..., Präf., extra; frz. extra..., Präf., extra; nschw. extra..., Präf., extra; nnorw. ekstra..., Präf., extra; poln. ekstra..., Präf., extra; lit. ekstra..., Präf., extra...; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für extra oder besondere oder zusätzlich; BM.: aus bzw. außen; F.: extra…+FW; Z.: ex-tr-a-
extrahieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. extrahieren, herausziehen; ne. extract (V.), remove; Vw.: -; Hw.: s. Extrakt, Extraktion; Q.: 1525; I.: Lw. lat. extrahere; E.: s. lat. extrahere, V., herausziehen, ausziehen, ziehen, heraufziehen, hervorholen, herausholen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Extrakt, fehlt DW, EWD s. u. Extrakt, DW2 8, 2529, Duden s. u. extrahieren; Son.: vgl. frz. extraire, V., extrahieren; nschw. extrahera, V., extrahieren; nnorw. ekstrahere, V., extrahieren; lit. ekstrahuoti, V., extrahieren; GB.: seit 1525 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches herausziehen; BM.: aus, ziehen; F.: extrahieren, extrahiere, extrahierst, extrahiert, extrahierest, extrahieret, extrahierte, extrahiertest, extrahierten, extrahiertet, ##extrahiert, extrahierte, extrahiertes, extrahiertem, extrahierten, extrahierter##, extrahierend, ###extrahierend, extrahierende, extrahierendes, extrahierendem, extrahierenden, extrahierender###, extrahier (!)+FW+EW; Z.: ex-trah-ier-en
Extrakt, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.?): nhd. Extrakt, Auszug; ne. extract; Vw.: -; Hw.: s. extrahieren, Extraktion; Q.: 15. Jh. (Straßburger Zunftverordnungen); I.: Lw. lat. extractum; E.: s. mnd. extract, M., Extrakt; lat. extractum, N., Extrakt, Herausgezogenens; vgl. lat. extrahere, V., herausziehen, ausziehen, ziehen, heraufziehen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Extrakt, fehlt DW, EWD s. u. Extrakt, DW2 8, 2530, Duden s. u. Extrakt; Son.: s. mnd. extract, M., Extrakt; vgl. nndl. extract, Sb., Extrakt; frz. extrait, M., Extrakt; nschw. extrakt, Sb., Extrakt; nnorw. ekstrakt, M., Extrakt; poln. ekstrakt, M., Extrakt; lit. ekstraktas, M., Extrakt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Auszug; BM.: aus, ziehen; F.: Extrakt, Extraktes, Extrakts, Extrakte, Extrakten+FW; Z.: Ex-trak-t
Extraktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Extraktion, Herausziehen; ne. extraction; Vw.: -; Hw.: s. Extrakt, extrahieren; Q.: 1557; I.: Lw. lat. extractio; E.: s. lat. extractio, F., Herausziehen, Wegschaffen, Lösung, Trennung, Ausfuhr, Wegnehmen, (4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. extrahere, V., herausziehen, ausziehen, ziehen, heraufziehen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Extrakt, EWD s. u. Extrakt, DW2 8, 2531, Duden s. u. Extraktion; Son.: vgl. frz. extraction, F., Extraktion; nschw. extraktion, Sb., Extraktion; nnorw. ekstraksjon, M., Extraktion; poln. ekstrakcja, F., Extraktion; GB.: seit 1557 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Herausziehen; BM.: aus, ziehen; F.: Extraktion, Extraktionen+FW+EW; Z.: Ex-trak-t-io-n
extravagant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. extravagant, außergewöhnlich, übertrieben, ausschweifend, auffallend; ne. extravagant; Vw.: -; Hw.: s. Extravaganz; Q.: 1715; I.: Lw. frz. extravagant; E.: s. frz. extravagant, Adj., extravagant; mlat. extravagāns, Adj., extravagant; vgl. lat. extrā, Adv., Präp., außerhalb, außen, von außen, äußerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vagārī, V., umherschweifen, umherstreifen, umherziehen, unstet sein (V.), kreuzen (V.) (2); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. extravagant, fehlt DW, EWD s. u. extravagant, DW2 8, 2533, Duden s. u. extravagant; Son.: vgl. nndl. extravagant, Adj., extravagant; frz. extravagant, Adj., extravagant; nschw. extravagant, Adj., extravagant; nnorw. ekstravagant, Adj., extravagant; poln. ekstrawagancki, Adj., extravagant; lit. ekstravagantiškas, Adj., extravagant; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches außergewöhnlich oder übertrieben oder ausschweifend oder auffallend; BM.: aus, umherziehen; F.: extravagant, extravagante, extravagantes, extravagantem, extravaganten, extravaganter(, extravagantere, extravaganteres, extravaganterem, extravaganteren, extravaganterer, extravaganteste, extravagantestes, extravagantestem, extravagantesten, extravagantester)+FW+EW; Z.: ex-tr-a-vag-ant
Extravaganz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Extravaganz, Ausschweifung, Verschwendung, Übertreibung; ne. extravagance, flamboyance; Vw.: -; Hw.: s. extravagant; Q.: 1687; I.: Lw. frz. extravagance; E.: s. frz. extravagance, F., Extravaganz; mlat. extrāvagantia, F., Verschwendung, Übertreibung; mlat. extrāvagārī, V., außen herumschweifen, unstet sein (V.); vgl. lat. extrā, Adv., Präp., außerhalb, außen, von außen, äußerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vagārī, V., umherschweifen, umherstreifen, umherziehen, unstet sein (V.), kreuzen (V.) (2); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. extravagant, fehlt DW, EWD s. u. extravagant, DW2 8, 2533, Duden s. u. Extravaganz; Son.: vgl. nndl. extravagantie, Sb., Extravaganz; nschw. extravagans, Sb., Extravaganz; nnorw. ekstravaganse, M., Extravaganz; poln. ekstrawagancja, F., Extravaganz; GB.: seit 1687 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausschweifung oder Verschwendung oder Übertreibung; BM.: aus, umherziehen; F.: Extravaganz, Extravaganzen+FW(+EW); Z.: Ex-tr-a-vag-anz
extravertiert, extrovertiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. extravertiert, extrovertiert, der Außenwelt zugewandt, nach außen gewandt, kontaktfreudig; ne. extrovert (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1926 (C. G. Jung); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. extrā, Adv., Präp., außerhalb, außen, von außen, draußen, (um 250-184 v. Chr.); lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. extravertiert, fehlt DW, EWD s. u. introvertiert, Duden s. u. extravertiert; Son.: vgl. nndl. extravert, Adj., extravertiert; frz. extraverti, Adj., extravertiert; nschw. extrovert, Adj., extravertiert; nnorw. ekstrovert, ekstrovertert, Adj., extravertiert; poln. ekstrawertyczny, Adj., extravertiert; lit. ekstravertiškas, Adj., extravertiert; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. von C. G. Jung (1875-1961) verwendete und aus extra oder extro und vertiert gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und höherer Tiere mögliches nach außen gewandt oder kontaktfreudig; BM.: außen, wenden; F.: extravertiert, extravertierte, extravertiertes, extravertiertem, extravertierten, extravertierter, extravertiertere, extravertierteres, extravertierterem, extravertierteren, extravertierterer(, extravertierteste, extravertiertestes, extravertiertestem, extravertiertesten, extravertiertester, extrovertiert, extrovertierte, extrovertiertes, extrovertiertem, extrovertierten, extrovertierter, extrovertiertere, extrovertierteres, extrovertierterem, extrovertierteren, extrovertierterer, extrovertierteste, extrovertiertestes, extrovertiertestem, extrovertiertesten, extrovertiertester)+FW(+EW); Z.: ex-tr-a-ver-t-ier-t
extrem, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. extrem, äußerste; ne. extreme (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Extremität; Q.: 1522/1523 (Reichstagsakten); I.: Lw. lat. extrēmus; E.: s. lat. extrēmus, Adj. (Superl.), äußerste, hinterste, entfernteste, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. extrem, fehlt DW, EWD s. u. extrem, DW2 8, 2534, Duden s. u. extrem; Son.: vgl. nndl. extreem, Adj., extrem; frz. extrême, Adj., extrem; nschw. extrem, Adj., extrem; nnorw. ekstrem, Adj., extrem; poln. ekstremalny, Adj., extrem; lit. ekstremalus, Adj., extrem; GB.: seit 1522/1523 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches äußerste; BM.: außen bzw. äußerste; F.: extrem, extreme, extremes, extremem, extremen, extremer(, extremere, extremeres, extremerem, extremeren, extremerer, extremste, extremstes, extremstem, extremsten, extremster)+FW(+EW); Z.: ex-tr-em
$Extremismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Extremismus; E.: s. extrem, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. extrem; GB.: seit 1937 belegte und aus extrem und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit als auffällig beachtete extreme politische Einstellung; F.: Extremismus, Extremismen+FW(+EW); Z.: Ex-tr-em-ism-us
$Extremist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Extremist; E.: s. extrem, s. ist; L.: Kluge s. u. extrem, fehlt DW, EWD s. u. extrem; GB.: seit 1648 belegte und aus extrem und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit als auffällig beachteten Anhänger einer extremen politischen Einstellung; F.: Extremist, Extremisten+FW(+EW); Z.: Ex-tr-em-ist
$extremistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. extremistisch; E.: s. Extremist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. extrem; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Extremist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches einen Extremisten betreffend; F.: extremistisch, extremistische, extremistisches, extremistischem, extremistischen, extremistischer(, extremistischere, extremistischeres, extremistischerem, extremistischeren, extremistischerer, extremistischst, extremistischste, extremistischstes, extremistischstem, extremistischsten, extremistischster)+FW+EW; Z.: ex-tr-em-ist-isch
Extremität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Extremität, Gliedmaß; ne. extremity, limb (N.); Vw.: -; Hw.: s. extrem; Q.: 1569; I.: Lw. lat. extrēmitās; E.: s. lat. extrēmitās, F., Äußerstes, äußerste Grenze, äußerster Punkt, äußerer Umkreis, Ende, Umriss, Einfassung, Rand, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. exter, Adj., außen befindlich, äußerlich, fremd, auswärtig; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. extrem, fehlt DW, EWD s. u. extrem, DW2 8, 2535, Duden s. u. Extremität; Son.: vgl. nndl. extremiteit, Sb., Extremität; frz. extrémité, F., Extremität; nschw. extremitet, Sb., Extremität; nnorw. ekstremitet, M., Extremität; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas an einem Ende Gelegenes wie beispielsweise die vier Gliedmaßen aller über einen Kiefer (M.) verfügenden Wirbeltiere; BM.: außen bzw. äußerste; F.: Extremität, Extremitäten+FW(+EW); Z.: Ex-tr-em-it-ät
extrovertiert, nhd., Adj.: nhd. extrovertiert; Vw.: s. extravertiert
exzellent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. exzellent, ausgezeichnet, herausragend, herausragend; ne. excellent; Vw.: -; Hw.: s. Exzellenz; Q.: 1587; E.: frz. excellent, Adj., exzellent, herausragend; lat. excellēns, Adj., emporragend, hervorragend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. excellere, V., emporragen, hervorragen, herausragen, sich erheben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. *cellere, V., bewegen, treiben; idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. exzellent, EWD s. u. exzellent, DW 3, 1207 (excellent), DW2 8, 2536, Duden s. u. exzellent; Son.: vgl. nndl. excellent, Adj., exzellent; nschw. excellent, Adj., exzellent; nnorw. eksellent, Adj., exzellent; GB.: seit 1587 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in dessen Vorstellung mögliches ausgezeichnet oder hervorragend oder herausragend; BM.: aus, bewegen; F.: exzellent, exzellente, exzellentes, exzellentem, exzellenten, exzellenter(, exzellentere, exzellenteres, exzellenterem, exzellenteren, exzellenterer, exzellenteste, exzellentestes, exzellentestem, exzellentesten, exzellentester)+FW(+EW); Z.: ex-zel-l-ent
Exzellenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Exzellenz, Herausragender, Vortrefflichkeit; ne. Excellency, excellence; Vw.: -; Hw.: s. exzellent; Q.: 1571; I.: Lw. frz. excellence; E.: s. frz. excellence, F., Vortrefflichkeit; lat. excellentia, F., Hervorragen, Höherstehen, Vortrefflichkeit, Vorzüglichkeit, Außerordentlichkeit, Vorzug, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. excellere, V., emporragen, hervorragen, herausragen, sich erheben; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. *cellere, V., bewegen, treiben; idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. exzellent, EWD s. u. exzellent, DW 3, 1207 (Excellenz), DW2 8, 2536, Duden s. u. Exzellenz; nnorw. eksellense, M., Exzellenz; poln. ekscelencja, F., Exzellenz; lit. ekscelencija, F., Exzellenz; GB.: seit 1571 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Herausragendes und davon abgeleitet Bezeichnung und Ansrede für einen herausragenden Menschen oder Vortrefflichkeit; BM.: aus, bewegen; F.: Exzellenz, Exzellenzen+FW(+EW); Z.: Ex-zel-l-enz
$Exzentriker, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Exzentriker; E.: s. exzentri(sch), s. (i)k, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. exzentrisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus exzentri(sch) und (i)k sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit sich auffällig abweichend von den anderen ungewöhnlich verhaltenden Menschen; F.: Exzentriker, Exzentrikers+FW(+EW); Z.: Ex-zent-r-ik-er
exzentrisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. exzentrisch, auffällig ungewöhnlich oder abweichend; ne. eccentric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1700; I.: Lw. lat. eccentrus; E.: s. lat. eccentrus, Adj., außerhalb des Mittelpunkts befindlich, exzentrisch, (um 300 n. Chr.); gr. ἔκκεντρος (ékkentros), Adj., aus dem Mittelpunkt gerückt; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. exzentrisch, fehlt DW, EWD s. u. exzentrisch, DW2 8, 2537, Duden s. u. exzentrisch; Son.: vgl. nndl. excentriek, Adj., exzentrisch; frz. excentrique, Adj., exzentrisch; nschw. excentrisk, Adj., exzentrisch; nnorw. eksentrisk, Adj., exzentrisch; poln. ekscentryczny, Adj., exzentrisch; kymr. ecsentrig, Adj., exzentrisch; lit. ekscentriškas, Adj., exzentrisch; GB.: seit 1700 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit in der Vorstellung des Menschen mögliches auffällig ungewöhnlich oder abweichend; BM.: aus, Kreis; F.: exzentrisch, exzentrische, exzentrisches, exzentrischem, exzentrischen, exzentrischer(, exzentrischere, exzentrischeres, exzentrischerem, exzentrischeren, exzentrischerer, exzentrischste, exzentrischstes, exzentrischstem, exzentrischsten, exzentrischster)+FW; Z.: ex-zent-r-isch
exzeptionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. exzeptionell, außergewöhnlich; ne. exceptional; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1844; I.: Lw. frz. exceptionnel; E.: s. frz. exceptionnel, Adj., außergewöhnlich; vgl. frz. exception, F., Ausnahme; lat. exceptio, F., Ausnahme, Einschränkung, Bedingung, Klausel, Verwahrung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. excipere, V., herausnehmen, herausziehen, ausnehmen, Ausnahme machen, ausschließen, verordnen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. exzeptionell, fehlt DW, EWD s. u. exzeptionell, DW2 8, 2538, Duden s. u. exzeptionell; Son.: vgl. nndl. exceptioneel, Adj., exzeptionell; nschw. exceptionell, Adj., exzeptionell; nnorw. eksepsjonell, Adj., exzeptionell; GB.: seit 1844 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit für Menschen auffälliges außergewöhnlich; BM.: aus, fassen; F.: exzeptionell, exzeptionelle, exzeptionelles, exzeptionellem, exzeptionellen, exzeptioneller(, exzeptionellere, exzeptionelleres, exzeptionellerem, exzeptionelleren, exzeptionellerer, exeptionellste, exeptionellstes, exeptionellstem, exeptionellsten, exeptionellster)+FW(+EW); Z.: ex-zep-t-io-n-ell
exzerpieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. exzerpieren, Auszüge aus einem Text machen; ne. excerpt (V.), extract (V.); Vw.: -; Hw.: s. Exzerpt; Q.: 1672; I.: Lw. lat. excerpere; E.: s. lat. excerpere, V., herausheben, herausklauben, auslesen, auswählen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. carpere, V., rupfen, abrupfen, abpflücken, pflücken; idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. exzerpieren, fehlt DW, EWD s. u. exzerpieren, DW2 8, 2538, Duden s. u. exzerpieren; Son.: vgl. nndl. excerperen, V., exzerpieren; nschw. excerpera, V., exzerpieren; nnorw. ekserpere, V., exzerpieren; poln. ekscerpować, V., exzerpieren; GB.: seit 1672 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Auszüge aus einem Text machen; BM.: aus, schneiden; F.: exzerpieren, exzerpiere, exzerpierst, exzerpiert, exzerpierest, exzerpieret, exzerpierte, exzerpiertest, exzerpierten, exzerpiertet, ##exzerpiert, exzerpierte, exzerpiertes, exzerpiertem, exzerpierten, exzerpierter##, exzerpierend, ###exzerpierend, exzerpierende, exzerpierendes, exzerpierendem, exzerpierenden, exzerpierender###, exzerpier (!)+FW(+EW); Z.: ex-zer-p-ier-en
Exzerpt, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Exzerpt, Auszug; ne. excerpt (N.); Vw.: -; Hw.: s. exzerpieren; Q.: 1530; I.: Lw. lat. excerptum; E.: s. lat. excerptum, N., Exzerpt, Auszug, Abriss, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. excerpere, V., herausheben, herausklauben, auslesen, auswählen, (81-43 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. carpere, V., rupfen, abrupfen, abpflücken, pflücken; idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. exzerpieren, fehlt DW, EWD s. u. exzerpieren, DW2 8, 2538, Duden s. u. Exzerpt; Son.: vgl. nndl. excerpt, Sb., Exzerpt; nschw. excerpt, Sb., Exzerpt; nnorw. ekserpt, N., Exzerpt; poln. ekscerpt, M., Exzerpt; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Ausbildung von Sprache und Schrift möglichen Auszug aus einem Schriftstück oder einem Text machen; BM.: aus, schneiden; F.: Exzerpt, Exzerptes, Exzerpts, Exzerpte, Exzerpten+FW(+EW); Z.: Ex-zer-p-t
Exzess, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Exzess, Herausgehen, Ausschweifung, völlige Maßlosigkeit; ne. excess (N.); Vw.: -; Hw.: s. exzessiv; Q.: 1517 (Akten); I.: Lw. lat. excessus; E.: s. lat. excessus, M., Herausgehen, Scheiden (N.), Hingang, Vorsprung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. excēdere, V., herausgehen, sich entfernen, weggehen, heraustreten, abziehen; lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen, einhertreten, Erfolg haben, ausgehen; vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Exzess, DW 3, 1207 (Excess), EWD s. u. Exzess, Duden s. u. Exzess; Son.: vgl. nndl. exces, Sb., Exzess; frz. excès, M., Exzess; nschw. excess, Sb., Exzess; nnorw. eksess, M., Exzess; poln. eksces, M., Exzess; lit. ekscesas, M., Exzess; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Herausgehen oder eine Ausschweifung oder eine völlige Maßlosigkeit; BM.: aus, gehen; F.: Exzess, Exzesses, Exzesse, Exzessen+FW(+EW); Z.: Ex-zess
exzessiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. exzessiv, übertrieben, übermäßig, maßlos; ne. excessive; Vw.: -; Hw.: s. Exzess; Q.: 1598; I.: Lw. mlat. excessīvus; E.: mlat. excessīvus, Adj., übermäßig, maßlos; vgl. lat. excēdere, V., herausgehen, sich entfernen, weggehen, heraustreten, (81-43 v. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen, einhertreten, Erfolg haben, ausgehen; vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Exzess, fehlt DW, DW2 8, 2539, Duden s. u. exzessiv; Son.: vgl. nndl. excessief, Adj., exzessiv; frz. excessif, Adj., exzessiv; GB.: seit 1598 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der von ihm entwickelten Möglichkeiten mögliches übertrieben oder übermäßig oder maßlos; BM.: aus, gehen; F.: exzessiv, exzessive, exzessives, exzessivem, exzessiven, exzessiver(, exzessivere, exzessiveres, exzessiverem, exzessiveren, exzessiverer, exzessivst, exzessivste, exzessivstes, exzessivstem, exzessivsten, exzessivster)+FW(+EW); Z.: ex-zess-iv
Ezzes, nhd. (ält.), Sb. Pl., (19. Jh.): nhd. Ezzes, (gute) Ratschläge, Hinweise; ne. words of advice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. rotw. eize; E.: s. rotw. eize, Sb., Rat; wjidd. eize, Sb., Rat; hebr. ʿēṣā(h), F., Rat; L.: Kluge s. u. Ezzes, Duden s. u. Ezzes; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche (gute) Ratschläge, Hinweise; BM.: Rat; F.: Ezzes+FW; Z.: Ezze-s
f, F, nhd., N., 10. Jh.: nhd. f, F; ne. f (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. f; E.: s. lat. f, Buchstabe, F; von phön. Waw, Buchstabe, W; weitere Herkunft ungeklärt?; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den sechsten Buchstaben (f) des lateinischen Alphabets; L.: DW 3, 1209, DW2 9, 1, Duden s. u. f; BM.: aus dem Bild eines Hakens oder Nagels entwickeltes Zeichen; F.: F, Fs+FW; Z.: F
Fabel, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fabel, Erzählung; ne. fable; Vw.: -; Hw.: s. fabulieren, fabulös; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. mhd. fabel, fable, sw. F., st. F., Fabel, erdichtete Geschichte, Geschichte, Erzählung; mhd. fabele, favele, st. F., „Fabel“, erdichtete Erzählung, Märchen, Unterhaltung; mnd. fābele, fābel, fabele, fābule, fabule, F., Fabel, lehrhafte Tierfabel, erdichtete Erzählung; mnl. fābele, fābel, F., Fabel, lehrhafte Tierfabel; lat. fabula, F., Rede, Sage, Gespräch; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fabel, Kluge s. u. Fabel, EWD s. u. Fabel, DW 3, 1213, DW2 9, 1, Duden s. u. Fabel, Bluhme s. u. Fabel; Son.: vgl. nndl. fabel, Sb., Fabel; frz. fable, F., Fabel; nschw. fable, Sb., Fabel; nnorw. fable, M., Fabel; poln. fabuła, F., Fabel; kymr. ffabl, F., Fabel; nir. fabhal, F., Fabel; lit. fabula, F., Handlung; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine lehrhafte und oft satirische Erzählung in der Tiere wie Menschen handeln und in der eine allgemein anerkannte Wahrheit veranschaulicht wird; BM.: sprechen; F.: Fabel, Fabeln+FW(+EW); Z.: Fa-b-el
$fabelhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fabelhaft, einer Fabel ähnlich, märchenhaft, großartig; E.: s. Fabel, s. haft; L.: Kluge s. u. Fabel, DW 3, 1215, EWD s. u. Fabel; GB.: seit 1654 belegte und aus Fabel und haft gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Fabeln mögliches einer Fabel ähnlich oder märchenhaft oder großartig; F.: fabelhaft, fabelhafte, fabelhaftes, fabelhaftem, fabelhaften, fabelhafter(, fabelhaftere, fabelhafteres, fabelhafterem, fabelhafteren, fabelhafterer, fabelhaftest, fabelhafteste, fabelhaftestes, fabelhaftestem, fabelhaftesten, fabelhaftester)+FW+EW; Z.: fa-b-el-haf-t
$fabeln, nhd., sw. V., 13. Jh.: nhd. fabeln, daherreden; L.: Kluge s. u. Fabel, DW 3, 1215, EWD s. u. Fabel; GB.: seit 1276 belegte und aus Fabel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches daherreden; F.: fabeln, fabel (!), fable, fabele, fabelst, fabelt, fabelte, fabeltest, fabelten, fabeltet, gefabelt, ##gefabelt, gefabelte, gefabeltes, gefabeltem, gefabelten, gefabelter##, fabelnd, ###fabelnd, fabelnde, fabelndes, fabelndem, fabelnden, fabelnder###, fabel (!)+FW(+EW); Z.: fa-b-el-n
Fabrik, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Fabrik, Herstellungsgebäude; ne. factory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1367; I.: Lw. frz. fabrique; E.: frz. fabrique, F., Fabrik, Herstellungsgebäude; lat. fabrica, F., Bau, Gebäude, Kunstgriff, List, Ausübung, Werkstätte, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. faber (1), M., Verfertiger, Künstler, Handwerker, Schmied; vgl. idg. *dʰabʰ- (2), Adj., V., passend, fügen, Pokorny 233 (354/2) (RB. idg. aus arm., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fabrik, DW 3, 1217, EWD s. u. Fabrik, Duden s. u. Fabrik; Son.: das Wort wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts neu aus dem Französischen entlehnt; s. mnd. fabrike, F., Bau, Bauhütte, kirchliche Baukasse; vgl. nndl. fabriek, Sb., Fabrik; ne. fabric, N., Gewebe, Stoff, Gebilde; nschw. fabric, Sb., Fabrik; nnorw. fabrikk, M., Fabrik; poln. fabryka, F., Fabrik; lit. fabrikas, M., Fabrik; GB.: seit 1367 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und in der 2. Hälfte 17. Jh. aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Betrieb oder ein Gebäude in dem industriell durch Bearbeitung und Verarbeitung von Werkstoffen mit Maschinen Waren in großer Stückzahl hergestellt werden; BM.: fügen; F.: Fabrik, Fabriken+FW(+EW); Z.: Fab-r-ik
$Fabrikant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Fabrikant, Betreiber oder Inhaber einer Fabrik;E.: s. Fabrik, s. ant; L.: Kluge s. u. Fabrik, DW3, 1217, EWD s. u. Fabrik; GB.: seit 1683 belegte und aus Fabrik und. lat. fabrican(s) und t gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Betreiber oder Inhaber einer Fabrik; F.: Fabrikant, Fabrikanten+FW+EW; Z.: Fab-r-ik-ant
$Fabrikat, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Fabrikat, Ware, Erzeugnis; E.: s. Fabrik, s. at; L.: Kluge s. u. Fabrik, DW 3, 1217, EWD s. u. Fabrik; GB.: seit 1755 belegte und aus Fabrik bzw. lat. fabrica(re) und t gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit mögliche in einer Fabrik hergestellte Ware oder Erzeugnis; F.: Fabrikat, Fabrikats, Fabrikates, Fabrikate, Fabrikaten+FW+EW; Z.: Fab-r-ik-at
$Fabrikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fabrikation; E.: s. Fabrikat, s. ion; L.: Kluge s. u. Fabrik, fehlt DW, EWD s. u. Fabrik; GB.: seit 1526 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich spätestens seit dieser Zeit mögliche Herstellung von Fabrikaten in Fabriken; F.: Fabrikation, Fabrikationen+FW+EW; Z.: Fab-r-ik-at-io-n
fabrizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fabrizieren, herstellen, machen; ne. fabricate, manufacture (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fabrik; Q.: um 1520 (Paracelsus); I.: Lw. lat. fabricāre; E.: s. lat. fabricāre, V., verfertigen, bilden, zimmern, bauen, anfertigen, bereiten, herstellen, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. faber (1), M., Verfertiger, Künstler, Handwerker, Schmied; vgl. idg. *dʰabʰ- (2), Adj., V., passend, fügen, Pokorny 233 (354/2) (RB. idg. aus arm., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fabrik, fehlt DW, EWD s. u. Fabrik, DW 3, 1217, DW2 9, 11, Duden s. u. fabrizieren; Son.: vgl. nschw. fabricera, V., fabrizieren; nnorw. fabrikkere, V., fabrizieren; lit. fabrikuoti, V., konstruieren; GB.: seit um 1520 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Verfahren mögliches herstellen oder machen; BM.: fügen; F.: fabrizieren, fabriziere, fabrizierst, fabriziert, fabrizierest, fabrizieret, fabrizierte, fabriziertest, fabrizierten, fabriziertet, ##fabriziert, fabrizierte, fabriziertes, fabriziertem, fabrizierten, fabrizierter##, fabrizierend, ###fabrizierend, fabrizierende, fabrizierendes, fabrizierendem, fabrizierenden, fabrizierender###, fabrizier(!)+FW; Z.: fab-r-iz-ier-en
fabulieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. fabulieren, phantasievoll erzählen, Geschichten erfinden; ne. fabulate, invent stories; Vw.: -; Hw.: s. Fabel, fabulös; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. fabulieren, sw. V., fabulieren, sich unterhalten, erzählen, dichten (V.) (1); mnd. fabulēren, sw. V., fabulieren; lat. fābulārī, V., sprechen, reden, plaudern, schwatzen, sich unterhalten (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fābula, F., Rede, Sage, Märchen, Fabel, Gespräch; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. fabulieren, EWD s. u. Fabel, DW 3, 1217, DW2 9, 11, Duden s. u. fabulieren; Son.: vgl. nndl. fabuleren, V., fabulieren; nschw. fabulera, V., fabulieren; nnorw. fabulere, V., fabulieren; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches phantasievoll erzählen oder Geschichten erfinden; BM.: sprechen; F.: fabulieren, fabuliere, fabulierst, fabuliert, fabulierest, fabulieret, fabulierte, fabuliertest, fabulierten, fabuliertet, ##fabuliert, fabulierte, fabuliertes, fabuliertem, fabulierten, fabulierter##, fabulierend, ###fabulierend, fabulierende, fabulierendes, fabulierendem, fabulierenden, fabulierender###, fabulier (!)+FW; Z.: fa-b-ul-ier-en
fabulös, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. fabulös, fabelhaft, märchenhaft, ausgedacht; ne. fabulous; Vw.: -; Hw.: s. Fabel, fabulieren; Q.: 1499 (Chronik deutscher Städte); I.: Lw. lat. fābulōsus; E.: s. lat. fābulōsus, Adj., sagenreich, mythenreich, zur Sage gehörig, fabelhaft, der Fabel zugehörig, erfunden, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. fābula, F., Rede, Sage, Märchen, Fabel, Gespräch; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Fabel, fehlt DW, DW2 9, 12, Duden s. u. fabulös; Son.: vgl. nndl. fabuleus, Adj., fabulös; nschw. fabulös, Adj., fabulös, fabelhaft; nir. fabhlach, Adj., fabelhaft; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Fabeln mögliches einer Fabel ähnlich oder märchenhaft oder ausgedacht; BM.: sprechen; F.: fabulös, fabulöse, fabulöses, fabulösem, fabulösen, fabulöser(, fabulösere, fabulöseres, fabulöserem, fabulöseren, fabulöserer, fabulösest, fabulöseste, fabulösestes, fabulösestem, fabulösesten, fabulösester)+FW(+EW); Z.: fa-b-ul-lös
Facette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Facette, Schleiffläche an Edelsteinen; ne. facet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1773 (Lexikon); I.: Lw. frz. facette; E.: s. frz. facette, F., Facette, Schleiffläche an Edelsteinen; vgl. frz. face, F., Gesicht, Seite, Außenfläche; lat. faciēs, F., Äußeres, Aussehen, Erscheinung, Antlitz, um 235-200 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Facette, fehlt DW, EWD s. u. Facette, DW2 9, 13, Duden s. u. Facette; Son.: vgl. nndl. facet, Sb., Facete; nschw. fasett, Sb., Facette; nnorw. fasett, M., Fasette; poln. faseta, F., Facette; kymr. ffased, M., F., Facette; GB.: seit 1773 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem 15. Jh. von Menschen entwickelte durch Schleifen (N.) entstehende kleine eckige Fläche an Edelsteinen (bei Diamanten meist zwischen56 und 58) oder anderen Körpern; BM.: setzen; F.: Facette, Facetten+FW; Z.: Fa-c-ett-e
$facettieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. facettieren, Facetten bilden; E.: s. Facette, s. ieren; I.: Lw. frz. facetter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Facette; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit 15. Jh. Menschen mögliches durch Schleifen und andere Verfahren beispielsweise an Diamanten Facetten bilden; F.: facettieren, facettiere, facettierst, facettiert, facettierest, facettieret, facettierte, facettiertest, facettierten, facettiertet, ##facettiert, facettierte, facettiertes, facettiertem, facettierten, facettierter##, facettierend, ###facettierend, facettierende, facettierendes, facettierendem, facettierenden, facettierender###, facettier (!) +FW(+EW); Z.: fa-c-ett-ier-en
Fach, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fach, Abteilung; ne. compartment, shelf; Vw.: -; Hw.: s. fachsimpeln; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vach (1), vaht, fach*, faht*, st. N., Fach, Gefäß, Raum, Zone, Art (F.) (2), Beet, Wehr (N.), Fischwehr, Abteilung; mnd. vak, N., Abteilung, Fach; mnl. fac, Sb., Fach, Abgeteiltes, Beet; ahd. fah*, st. N. (a), Mauer, Wehr (N.), Wald?, Teil?; as.? fak*?, st. N. (a), Fach; anfrk. -; wgerm. *faka-, *fakam, st. N. (a), Abteilung, Umschließung, Fach; idg. *pā̆g̑o-, Sb., Umschließung, Pokorny 787; s. idg. pā̆k̑-, pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fach, Kluge s. u. Fach, DW 3, 1218, EWD s. u. Fach, DW2 9, 13, EWAhd 3, 7, Falk/Torp 224, Duden s. u. Fach, Bluhme s. u. Fach; Son.: vgl. afries. fek, st. N. (a), Fach; saterl. fec; ae. fæc, st. N. (a), Fach, Zwischenraum, Einteilung, Zeit, Zeitraum; an. -; got. -; nschw. fack, Sb., abgeteilter, Raum, Fach; lat. pāgus, M., Gau; russ. paz, M., Fuge; GB.: (fah) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit ihrer Entstehung oder Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Abgrenzung in dem Bauwesen und später für ein Gebiet in der Wissenschaft oder in der Kunst; BM.: festmachen; F.: Fach, Fachs, Faches, Fächer, Fächern+EW; Z.: Fach
…fach, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.?): nhd. …fach; ne. …fold, …times; Vw.: s. ein-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; E.: s. mhd. …vach, Suff., …fach; s. nhd. Fach; L.: Kluge s. u. -fach, DW 3, 1221, EWD s. u. Fach, Duden s. u. -fach; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und von Fach abgeleitete Bezeichnung zu der Bildung von Multiplikativ-Zahlwörtern wie beispielsweise einfach oder zweifach oder dreifach; BM.: festmachen; F.: ...fach, ...fache, ...faches, ...fachem, ...fachen, ...facher+EW; Z.: -fach
fächeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fächeln, sich sanft hin und her bewegen oder in sanfter Bewegung anwehen oder wedeln; ne. fan (V.); Vw.: -; Hw.: s. fachen, Fächer; Q.: 1537; E.: s. nhd. fachen; L.: Kluge 1. A. s. u. fächeln, Kluge s. u. fächeln, DW 3, 1222, EWD s. u. fachen, Duden s. u. fächeln; GB.: seit 1537 belegte und mit fachen verbindbare Bezeichnung für von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes sich sanft hin und her bewegen oder in sanfter Bewegung anwehen oder wedeln; BM.: brennen?; F.: fächeln, fächle, fächelst, fächelt, fächelest (!), fächelet (!), fächelte, fächeltest, fächeltet, gefächelt, ##gefächelt, gefächelte, gefächeltes, gefächeltem, gefächelten, gefächelter##, fächelnd, ###fächelnd, fächelnde, fächelndes, fächelndem, fächelnden, fächelnder###, fächel (!)+FW+EW; Z.: fäch-el-n
fachen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. fachen, zünden; ne. instigate; Vw.: -; Hw.: s. fächeln, Fächer; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. fochen, sw. V., fachen; mnd. vāken, sw. V., anfachen, anzünden; mlat. focāre, V., entfachen, beheizen, heizen, (1027-1035); vgl. lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, Feuerstelle, Feuer, Flamme, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge s. u. fachen, EWD s. u. fachen, DW 3, 1233, DW2 9, 18, Duden s. u. fachen, Bluhme s. u. anfachen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht Menschen schon früher mögliches durch Luftzug ein Feuer in Gang bringen; BM.: brennen?; F.: fachen, fache, fachst, facht, fachest, fachet, fachte, fachtest, fachten, fachtet, gefacht, ##gefacht, gefachte, gefachtes, gefachtem, gefachten, gefachter##, fachend, ###fachend, fachende, fachendes, fachendem, fachenden, fachender###, fach+FW(+EW); Z.: fach-en
Fächer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fächer; ne. fan (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. lat. focārius (2), M., Küchendiener; vgl. lat. focārius (1), Adj., zu dem Herde gehörig, Herd..., für den Herd bestimmt; vgl. lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, Feuerstelle, Feuer, Flamme; idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fächer, Kluge s. u. Fächer, EWD s. u. fachen, DW 3, 1223, Duden s. u. Fächer, Bluhme s. u. Faecher; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen (vielleicht zuerst in Korea) entwickelten und verwendeten halbkreisförmigen Gegenstand aus Seide oder Papier den man mit der Hand hinbewegt und herbewegt um sich kühlende Luft zuzuwehen; BM.: brennen?; F.: Fächer, Fächers, Fächern+FW(+EW); Z.: Fäch-er
$fächern (1), nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. fächern (V.) (1), in Abschnitte oder Fächer aufteilen; Vw.: s. auf-; E.: s. Fach, s. er, s. (e)n; L.: DW 3, 1224, EWD s. u. Fach; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fach und er sowie (e)n) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen möglicherweise schon früher entwickeltes in Abschnitte oder Fächer aufteilen; F.: fächern (!), fächere, fächre, fächer (!), fächerst, fächert, fächerte, fächertest, fächerten, fächertet, gefächert, ##gefächert, gefächerte, gefächertes, gefächertem, gefächerten, gefächerter##, fächernd, ###fächernd, fächerndes, fächerndem, fächernden, fächernder###, fächer (!)+EW; Z.: fäch-er-n
$fächern (2), nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. fächern (V.) (1), sich kühle Luft zuwehen; E.: s. Fächer, s. (e)n; L.: DW 3, 1224, EWD s. u. fachen; GB.: vielleicht seit dem 18. Jh. belegte und aus Fächer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem 15. Jh. von Menschen entwickeltes sich kühle Luft zuwehen; F.: fächern (!), fächere, fächre, fächer (!), fächerst, fächert, fächerte, fächertest, fächerten, fächertet, gefächert, ##gefächert, gefächerte, gefächertes, gefächertem, gefächerten, gefächerter##, fächernd, ###fächernd, fächerndes, fächerndem, fächernden, fächernder###, fächer (!)+EW; Z.: fäch-er-n
$Fachidiot, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fachidiot; E.: s. Fach, s. Idiot; L.: Kluge s. u. fachsimpeln, fehlt DW; GB.: seit 1965 belegte und aus Fach und Idiot gebildete Bezeichnung für einen in seinem Wissen nur auf sein enges Fach beschränkten und deswegen als Idiot angesehenen Menschen; F.: Fachidiot, Fachidioten+EW+FW; Z.: Fach—id-i-ot
$fachlich, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. fachlich, Fach betreffend, zu einem Fach gehörig; E.: s. Fach, s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fach; GB.: seit 1906 belegte und aus Fach und lich gebildete Bezeichnung für ein Fach betreffend oder zu einem Fach gehörig; F.: fachlich, fachliche, fachliches, fachlichem, fachlichen, fachlicher+EW; Z.: fach—lich
$Fachmann, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fachmann; E.: s. Fach, s. Mann; L.: Kluge s. u. Fach, fehlt DW; GB.: seit 1833 belegte und aus Fach und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Arbeitsteilung möglichen fachkundigen Menschen oder einen Sachkenner oder Sachkundigen eines jeweiligen Sachfachs wie etwa Medizin oder Rechtswissenschaft oder Theologie oder Datenverarbeitung; F.: Fachmann, Fachmanne, Fachmanns, Fachmannes, Fachmänner, Fachmännern+EW; Z.: Fach—man-n
fachsimpeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fachsimpeln, ein Fachgespräch führen; ne. talk (V.) shop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. nhd. Fach, simpel; L.: Kluge s. u. fachsimpeln, fehlt DW, EWD s. u. Fach, DW2 9, 21, Duden s. u. fachsimpeln; GB.: seit 1890 belegte und aus Fach und Simpel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl auch schon früher zwischen Menschen mögliches sich ausgiebig über rein fachliche oder rein berufliche Angelegenheiten unterhalten (V.); BM.: festmachen, einfach; F.: fachsimpeln, fachsimple, fachsimpele, fachsimpelst, fachsimpelt, fachsimpeltest, fachsimpeltet, fachsimpelte, fachsimpelten, gefachsimpelt, ##gefachsimpelt, gefachsimpelte, gefachsimpeltes, gefachsimpeltem, gefachsimpelten, gefachsimpelter##, fachgesimpelt, ###fachgesimpelt, fachgesimpelte, fachgesimpeltes, fachgesimpeltem, fachgesimpelten, fachgesimpelter##, fachsimpelnd, ###fachsimpelnd, fachsimpelnde, fachsimpelndes, fachsimpelndem, fachsimpelnden, fachsimpelnder###, fachsimpel (!)+EW+FW; Z.: fach—sim-pel-n
$Fachsprache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fachsprache; L.: Kluge s. u. Fach, fehlt DW; GB.: seit 1876 belegte und aus Fach und Sprache gebildete Bezeichnung für die von Fachleuten schon früher allmählich seit der jeweiligen Arbeitsteilung entwickelte und verwendete besondere Sprache eines Faches wie beispielsweise der Medizin oder Jurisprudenz oder Theologie oder Datenverarbeitung; F.: Fachsprache, Fachsprachen+EW; Z.: Fach—sprach-e
$Fachwerk, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fachwerk; E.: s. Fach, s. Werk, L.: Kluge s. u. Fachwerk, DW 3, 1226, EWD s. u. Fach; GB.: seit 1636 belegte und aus Fach und Werk gebildete Bezeichnung für ein aus Fächern gebildetes Bauwerk bei dem die einzelnen rahmenartigen Fächer der Außenwände mit Zweigen und Lehm ausgekleidet sind; F.: Fachwerk, Fachwerks, Fachwerkes, Fachwerke, Fachwerken+EW; Z.: Fach—werk
$Fachwort, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Fachwort; E.: s. Fach, s. Wort; L.: Kluge s. u. Fach, fehlt DW; GB.: seit 1886 belegte und aus Fach und Wort gebildete Bezeichnung für ein von Fachleuten entwickeltes und verwendetes Wort eines einzelnen sachlichen Faches wie beispielsweise der Medizin oder Jurisprudenz oder Theologie oder Datenverarbeitung; F.: Fachwort, Fachwortes, Fachworts, Fachwörter, Fachwörtern+EW; Z.: Fach—wor-t
Fackel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fackel, brennender Stab; ne. torch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vackel, fackel*, st. F., sw. F., Fackel; mnd. fackele, fackel, F., Fackel, Himmelschlüssel (Pflanze); mnd. fackel, fackele, F., Fackel; mnl. fackele, F., Fackel; ahd. fakkala*, fackala*, st. F. (ō), Fackel; ahd. fakula*, facula st. F. (ō), Fackel; as. fakla*, st. F. (ō), Fackel; anfrk. -; germ. *fakkla, F., Fackel; lat. facula, F., Leuchte, Fackel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯ʰōkᵘ̯-, *gᵘ̯ʰəkᵘ̯-, V., schimmern, leuchten, Pokorny 495 (734/16) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fackel, Kluge s. u. Fackel, EWD s. u. Fackel, DW 3, 1227, DW2 9, 22, EWAhd 3, 18, EWAhd 3, 21, Duden s. u. Fackel, Bluhme s. u. Fackel; Son.: vgl. afries. -; ae. fæcele, sw. F. (n), Fackel; an. -; got. -; nndl. fakkel, Sb., Fackel; nschw. fackla, Sb., Fackel; nnorw. fakkel, M., Fackel; lit. fakelas, M., Fackel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit einer brennbaren Schicht an dem oberen Ende versehenen Stab mit nach Anzünden hell leuchtender Flamme; BM.: leuchten; F.: Fackel, Fackeln+FW; Z.: Fack-el
fackeln, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. fackeln, zögern, brennen; ne. dither; Vw.: -; Hw.: s. Fackel; E.: s. mhd. vackelen, sw. V.: nhd. fackeln, brennen wie eine Fackel; ahd.? fakkalen*, fackalen*, sw. V. (1) (?), Fackeln machen; vgl. germ. *fakkla, F., Fackel; s. lat. facula, fax, F., Leuchte, Fackel; vgl. idg. *gᵘ̯ʰōkᵘ̯-, *gᵘ̯ʰəkᵘ̯-, V., schimmern, leuchten, Pokorny 495 (734/16) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. fackeln, DW 3, 1228, EWD s. u. Fackel, DW2 9, 23, Duden s. u. fackeln; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Fackel und (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes zögern oder brennen; BM.: leuchten; F.: fackeln, fackle, fackelst, fackelt, fackelest (!), fackelet (!), fackelte, fackeltest, fackelten, fackeltet, gefackelt, ##gefackelt, gefackelte, gefackeltes, gefackeltem, gefackelten, gefackelter##, fackelnd, ###fackelnd, fackelnde, fackelndes, fackelndem, fackelnden, fackelnder###, fackel (!)+FW(+EW); Z.: fack-el-n
$facken, nhd., sw. V., (?): nhd. facken, hinbewegen und herbewegen; L.: Kluge s. u. Faxen, DW 3, 1229; F.: facken, facke, fackst, fackt, fackest, facket, fackte, facktest, fackten, facktet, gefackt, ##gefackt, gefackte, gefacktes, gefacktem, gefackten, gefackter##, fackend, ###fackend, fackende, fackendes, fackendem, fackenden, fackender###, fack (!)+EW; Z.: fack-en
$Fackes, nhd., Sb., (?): nhd. Fackes; L.: Kluge s. u. Faxen, fehlt DW; F.: Fackes+EW; Z.: Fack-es
fad, nhd. (dial.), Adj.: nhd. fad; Vw.: s. fade
fade, fad, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. fade, fad, langweilig, geschmacklos; ne. dull (Adj.), bland (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1719; I.: Lw. frz. fade; E.: s. frz. fade, Adj., fade, reizlos; frührom. *fatidus, Adj., albern; dieses ist wohl aus einer Vermengung von lat. fatuus (1) und vapidus entstanden; vgl. lat. fatuus (1), Adj., albern, einfältig, blödsinnig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. *fūtāre (1), V., schlagen; idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); lat. vapidus, Adj., umgeschlagen, kahmig, verdorben, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vappa, F., umgeschlagener Wein, kahmiger Wein, Taugenichts; vgl. idg. *u̯ēp-?, *u̯əp-?, V., blasen, dunsten, Pokorny 1149; L.: Kluge s. u. fade, DW 3, 1230, EWD s. u. fade, DW2, 9, 24, Duden s. u. fade, Bluhme s. u. fade; Son.: vgl. nschw. fad, Adj., fade, fad; nnorw. fad, Adj., fade, fad; GB.: seit 1719 belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Frühromanischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für langweilig oder geschmacklos; BM.: albern; F.: fade, fad, fades, fadem, faden, fader(, fadere, faderes, faderem, faderen, faderer, fadeste, fadestes, fadestem, fadesten, fadester)+FW; Z.: fa-d-e
$fädeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. fädeln, als Faden nutzen; Vw.: s. ein-; E.: s. Fade(n), s. (e)l, s. (e)n; GB.: seit 1769 belegte und aus Fade(n) und (e)l sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes als Faden nutzen; L.: Kluge s. u. Faden, DW 3, 1230, EWD s. u. Faden; F.: fädeln, fädel (!), fädle, fädele, fädelst, fädelt, fädelte, fädeltest, fädelten, fädeltet, gefädelt, ##gefädelt, gefädelte, gefädeltes, gefädeltem, gefädelten, gefädelter##, fädelnd, ###fädelnd, fädelnde, fädelndes, fädelndem, fädelnden, fädelnder###, fädel (!)+EW; Z.: fäd-el-n
Faden, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Faden, dünne Schnur (F.) (1); ne. thread (N.), yarn (N.), fathom (N.); Vw.: s. Ariadne-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vadem, vaden, fadem*, faden*, sw. M., st. M., Faden, Garn, Schnur (F.) (1), Band (N.), Draht; mnd. vādem, vādum, vēdem, vāden, M., Faden, Maß der ausgebreiteten Arme; mnl. vadem, N., Faden; ahd. fadam, fadum, st. M. (a), Faden, Garn, Klafter; as. fathmos*, st. M. Pl. (a), Hände und Arme; anfrk. -; germ. *faþma-, *faþmaz, st. M. (a), Umarmung, Busen, Faden; s. idg. *pet- (1), *pₑt-, petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Faden, Kluge s. u. Faden, DW 3, 1231, EWD s. u. Faden, DW2 9, 25, EWAhd 3, 1, Falk/Torp 226, Duden s. u. Faden, Bluhme s. u. Faden; Son.: vgl. afries. fethem, fethm, st. M. (a), Faden, Klafter; ae. fæþm, st. M. (a), ausgebreitete Arme, Umarmung, Klafter, Schutz, Inneres; ae. fæþme, st. F. (ō), ausgebreitete Arme, Umarmung, Klafter, Schutz; an. faðmr, st. M. (a), Umfassung, Umarmung, Busen, Schoß (M.) (1), Faden; got. faþa, st. F. (ō), Zaun, Scheidewand; Son.: vgl. nndl. vadem, Sb., Faden; nschw. famn, Sb., Faden; nisl. faðmur, M., Faden; kymr. edau, F., Faden; gäl. aitheamh, Sb., Klafter; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild langes und sehr dünnes aus Fasern gedrehtes Gebilde (Schnur F. 1) und davon abgeleitet auch eine Maßeinheit; BM.: ausbreiten; F.: Faden, Fadens, Fäden (!)+EW; Z.: Fad-en
Fadenschein, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fadenschein, Schein eines Fadens; Hw.: s. fadenscheinig; E.: s. Faden, s. Schein; L.: DW 3, 1235: GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Faden und Schein gebildete Bezeichnung für einen Schein eines Fadens oder was die Faden durchscheinen lässt; Son.: auch Adj. fadenscheinig; F.: Fadenschein, Fadenscheine, Fadenscheins, Fadenscheinen+EW
$fadenscheinig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. fadenscheinig, abgetragen, durchscheinend, durchsichtig; E.: s. Fadenschein, s. ig; L.: Kluge s. u. fadenscheinig, DW 3, 1235, EWD s. u. Faden; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Faden und Schein sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Faden durch den Menschen mögliches abgetragen oder durchscheinend oder durchsichtig; F.: fadenscheinig, fadenscheinige, fadenscheiniges, fadenscheinigem, fadenscheinigen, fadenscheiniger(, fadenscheinigere, fadenscheinigeres, fadenscheinigerem, fadenscheinigeren, fadenscheinigerer, fadenscheinigst, fadenscheinigste, fadenscheinigstes, fadenscheinigstem, fadenscheinigsten, fadenscheinigster)+EW; Z.: fad-en-schei-n-ig
Fagott, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fagott, ein Holzblasinstrument; ne. bassoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1615 (Prätorius); I.: Lw. it. fagotto; E.: s. it. fagotto, M., Fagott; vielleicht von frührom. *fagotto, Adj., aus Buche bestehend; lat. fāgus, F., Buche, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Fagott, fehlt DW, EWD s. u. Fagott, DW2 9, 29, Duden s. u. Fagott; Son.: vgl. nndl. fagot, Sb., Fagott; nschw. fagott, Sb., Fagott; nnorw. fagott, M., Fagott; poln. fagot, M., Fagott; lit. fagotas, M., Fagott; GB.: seit 1615 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar vielleicht dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und möglicherweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Holzblasinstrument in Basslage mit u-förmig geknickter Röhre und Grifflöchern und Klappen; BM.: Buche?; F.: Fagott, Fagottes, Fagotts, Fagotte, Fagotten (!)+FW(+EW); Z.: Fag-ott
Fähe, Fohe, Föhe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fähe, Füchsin, weiblicher Fuchs; ne. vixen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vohe, fohe*, sw. F., Fuchs (M.) (1), Fähe, Füchsin; mnd. vō, vōhe, F., Füchsin; ahd. foha, sw. F. (n), Fuchs (M.) (1), Füchsin; as. foha, sw. F. (n), Füchsin; anfrk. -; germ. *fuhō-, *fuhōn, Sb., Fuchs (M.) (1), Füchsin; s. idg. *pū̆k- (1), peuk-, Adj., behaart, buschig, Pokorny 849 (1473/115) (RB. idg. aus ind., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fähe, EWD s. u. Fuchs, DW 3, 1236, DW2 3, 30, Duden s. u. Fähe, Bluhme s. u. Faehe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. fōa, sw. F. (n), Fuchs (M.) (1); got. faúhō, sw. F. (n), Füchsin, Fuchs (M.) (1); GB.: (foha) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine Füchsin oder einen weiblichen Fuchs; BM.: behaart; F.: Fähe, Fähen+EW; Z.: Fäh-e
fähig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. fähig, begabt, geschickt, tüchtig; ne. able, capable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1481; E.: s. mhd. *væhic?, Adj., fähig; mnd. vēhich, Adj., fähig, im Stande seiend (etwas zu tun), geeignet; vgl. mhd. vāhen (1), vān, st. V., red. V., fassen, fangen, auffangen, einfangen; ahd. fāhan, red. V., fangen, ergreifen, erfassen, halten; germ. *fanhan, st. V., fassen, fangen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. fähig, DW 3, 1238, EWD s. u. fähig, Duden s. u. fähig, Bluhme s. u. faehig; GB.: seit 1481 belegte und aus fang(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches begabt oder geschickt oder tüchtig; BM.: fangen; F.: fähig, fähige, fähiges, fähigem, fähigen, fähiger(, fähigere, fähigeres, fähigerem, fähigeren, fähigerer, fähigste, fähigstes, fähigstem, fähigsten, fähigster)+EW; Z.: fäh-ig
$Fähigkeit, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Fähigkeit, Befähigung, Begabung, Eignung, Geschick; E.: s. fähig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. fähig, DW 3, 1238, EWD s. u. fähig; GB.: vielleicht seit 1512 belegte und aus fähig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Befähigung oder Begabung oder Eignung oder Geschick; F.: Fähigkeit, Fähigkeiten+EW; Z.: Fäh-ig-kei-t
fahl, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. fahl, blass, bleich, falb, hell, gelbgrau; ne. fallow (Adj.), yellow (Adj.), pallid (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. falb; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. val (1), fal*, Adj., fahl, bleich, entfärbt, verfärbt, weiß, gelb; mnd. vāle, vāl, Adj., fahl; mnl. valu, vale, Adj., gelblich, blond, fahl; ahd. falo, Adj., „fahl“, falb, gelb, braungelb; as. falu, Adj., fahl, gelb, fahlgelb; anfrk. -; germ. *falwa-, *falwaz, Adj., fahl, falb; idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fahl, Kluge s. u. fahl, DW 3, 1239, EWD s. u. fahl, DW2 9, 32, EWAhd 3, 40, Falk/Torp 239, Heidermanns 189, Duden s. u. fahl, Bluhme s. u. fahl; Son.: vgl. afries. -; ae. fealu (1), fealo, Adj. (wa), fahl, falb, gelblich, grau; an. fǫlr, Adj., bleich, fahl, weißlich; got. *falws?, Adj. (a), fahl, falb, gelblich, grau; nndl. vaal, Adj., fahl; nisl. fölur, Adj., fahl, bleich; ai. palitá-, Adj., grau; gr. πολιός (poliós), Adj., grau, graublau, weiß; ? lit. pal̃vas, Adj., fahl, bleich; russ. polóvyj, polovój, Adj., fahl, blassgelb; GB.: (falo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches blass oder bleich oder falb oder hell oder gelbgrau; BM.: grau?; F.: fahl, fahle, fahles, fahlem, fahlen, fahler(, fahlere, fahleres, fahlerem, fahleren, fahlerer, fahlste, fahlstes, fahlstem, fahlsten, fahlster)+EW; Z.: fahl
$Fähnchen, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Fähnchen; L.: Kluge s. u. Fahne, DW 3, 1241, EWD s. u. Fahne; GB.: (venekīn) vielleicht seit 1390 belegte und aus Fahn(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht schon früher entwickelte und verwendete kleine Fahne; F.: Fähnchen, Fähnchens+EW; Z.: Fähn-lein
fahnden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fahnden, nachforschen, nachstellen, suchen, ausfindig machen; ne. search (V.), hunt (V.) for; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vanten, fenden, sw. V., fahnden, einernten, auffinden, versuchen; mnd. vanden, vannen, sw. V., aufsuchen, besuchen, heimsuchen; mnl. vanden, vaenden, sw. V., besuchen, heimsuchen, untersuchen; ahd. fantōn, sw. V. (2), durchforschen, wickeln (?), einwickeln (?); as. fandon, sw. V. (2), versuchen, nachstellen, aufsuchen; anfrk. -; germ. fandōn, sw. V., suchen, forschen; idg. pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808 (1399/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fahnden, Kluge s. u. fahnden, DW 3, 1241, EWD s. u. fahnden, DW2 9, 34, EWAhd 3, 49, Falk/Torp 228, Seebold 194, Duden s. u. fahnden, Bluhme s. u. fahnden; Son.: vgl. afries. fandia, fondia, sw. V. (2), besuchen; nfries. fanljen; ae. fandian, sw. V. (2), versuchen, untersuchen, prüfen; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches suchen oder ausfindig machen; BM.: gehen?; F.: fahnden, fahnde, fahndest, fahndet, fahndete, fahndetest, fahndeten, fahndetet, gefahndet, ##gefahndet, gefahndete, gefahndetes, gefahndetem, gefahndeten, gefahndeter##, fahndend, ###fahndend, fahndende, fahndendes, fahndendem, fahndenden, fahndender###, fahnd (!)+EW; Z.: fahnd-en
$Fahndung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Fahndung, Suche, Nachforschung; E.: s. fahnd(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. fahnden; GB.: seit 1798 belegte und aus fahnd(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Suche oder Nachforschung; F.: Fahndung, Fahndungen+EW; Z.: Fahnd-ung
Fahne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fahne, Flagge; ne. cloth, flag (N.); Vw.: -; Hw.: s. Fähnrich; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vane (1), van, fane*, st. M., sw. M., Fahne, Banner, unter einer Fahne stehende Heeresabteilung; mnd. vāne, sw. M., F., Fahne, Fahnentuch, Fahnenstange, Kriegsfahne; mnl. vane, vaen, sw. M., sw. F., Fahne Banner; ahd. fano, sw. M. (n), Fahne, Feldzeichen, Tuch; as. fano, sw. M. (n), „Fahne“, Tuch, Laken; anfrk. -; germ. *fanō-, *fanōn, *fana-, fanan, sw. M. (n), Tuch, Fahne; idg. pā̆n-, Sb., Gewebe, Pokorny 788 (1361/3) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fahne, Kluge s. u. Fahne, DW 3, 1241, EWD s. u. Fahne, DW2 9, 35, EWAhd 3, 47, Falk/Torp 227, Duden s. u. Fahne; Son.: s. lang. fano, sw. M. (n), Fahne; vgl. afries. fana, fona, sw. M. (n), Fahne; ae. fanu, fane, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Fahne, Schwertlilie; ae. fana, sw. M. (n), Fahne, Tuch, Iris; an. fani, sw. M. (n), Fahne, Heerzeichen; got. fana, sw. M. (n), Stück Zeug, Zeugstück, Lappen; gr. πήνη (pḗnē), F., auf die Spule gezogener Faden, Gewebe, Gewand; lat. pannus, M., Tuch, Lappen (M.); GB.: (fano) (M.) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes meist rechteckiges und an einer Seite an einer Stange befestigtes Tuch das die Farben oder das Zeichen eines Landes oder einer Gemeinschaft zeigt; BM.: Gewebe; F.: Fahne, Fahnen+EW; Z.: Fahn-e
$Fahnenflucht, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fahnenflucht; E.: s. Fahne, s. n, s. Flucht; L.: Kluge s. u. Fahne, fehlt DW; GB.: seit 1854 belegte und aus Fahn(e) und en sowie Flucht gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Bildung von Heeren mögliches unerlaubtes Verlassen eines Heeres; F.: Fahnenflucht, Fahnenfluchten+EW; Z.: Fahn-en—flu-ch-t
$Fahnenjunker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fahnenjunker; E.: s. Fahne, s. n, s. Junker; L.: DW 3, 1242, EWD s. u. Junker; GB.: seit 1652 belegte und aus Fahn(e) und en sowie Junker gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der Verwendung von Fahnen in Heeren bestimmten Fahnenträger einer Heeresabteilung; F.: Fahnenjunker, Fahnenjunkers, Fahnenjunkern+EW; Z.: Fahn-en—ju-n-k-er
$Fähnlein, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Fähnlein; E.: s. Fahn(e), s. lein; L.: Kluge s. u. Fähnlein, DW 3, 1243, EWD s. u. Fahne; GB.: (venelīn) seit 1255 belegte und aus Fahn(e) und lein gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht schon früher entwickelte und verwendete kleine Fahne; F.: Fähnlein, Fähnleins+EW; Z.: Fähn-lein
Fähnrich, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fähnrich, Fahnenträger; ne. ensign (M.), cadet; Vw.: -; Hw.: s. Fahne; E.: s. fnhd. Fenner, M., Fähnrich; mhd. vanære*, vaner, väner, vener, venre, st. M., Fähnrich; mnd. vēnerīk, vēnrīk, vēnrich, fenrich, M., Fähnrich, Anführer, Kommandant; ahd. fanāri* (1), faneri*, fenere, st. M. (ja), Fahnenträger; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *fanō-, *fanōn, *fana-, *fanan, sw. M. (n), Tuch, Fahne; idg. pā̆n-, Sb., Gewebe, Pokorny 788 (1361/3) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fahne, Kluge s. u. Fähnrich, DW 3, 1243, EWD s. u. Fahne, DW2 9, 42, EWAhd 3, 46, Duden s. u. Fähnrich, Schweiz. Id. 1, 831; Son.: s. nhd. (schweiz.) Fänner, M., Fähnrich; mndl. vaandrig, M., Fähnrich; nschw. fänrk, M., Fähnrich (Lw. aus dem Deutschen); nnorw. fenrik, M., Fähnrich (Lw. aus dem Deutschen); GB.: (seit dem Frühmittelalter fanāri und) seit dem Spätmittelalter (1444 mnd. vēnerīk) belegte und zu Fahne gebildete Bezeichnung für einen besonders tapferen Kämpfer als Fahnenträger und seit der späten Neuzeit Bezeichnung für einen Dienstgrad eines Offiziersanwärters; BM.: Gewebe?; F.: Fähnrich, Fähnrichs, Fähnriche, Fähnrichen+EW; Z.: Fähn-rich
Fahr, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Fahr, Gefahr, Gefährdung, Hinterhalt, Arglist; ne. danger (N.), hazard (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. vār, fār*, st. F., st. M., Fahr, Nachstellung, Hinterlist, Falschheit, Betrug, Gefährdung, Gefahr, Hinterhalt; mhd. vāre, st. F., Nachstellung, Gefahr; mnd. vār (3), vaer, fār*, N., Gefahr, Gefährdung, Prozessgefahr und die sich daraus ergebende Strafe, Strafgeld, tödliche Gefahr, tödliche Krankheit; mnd. vāre (4), vār, fāre*, F., Nachstellung, Hinterlist, Betrug, Gefährdung, Bedrohung, Gefahr, Schädigung, Beeinträchtigung; mnl. vaer, M., F., Arglist, Furcht, Schreck, Gefahr; ahd. fāra, st. F. (ō), sw. F. (n), Gefahr, Hinterhalt, Aufruhr; ahd. fārī, st. F. (ī), Versuchung, Lauer (F.); as. fār*, st. M. (a), Nachstellung; as. fāra*, st. F. (ō), Nachstellung, Aufruhr; anfrk. -; germ. *fēra, *fǣra, Sb., Gefahr; germ. *fērō, *fǣrō, st. F. (ō), Wachstellung, Gefahr; s. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: DW 3, 1244, DW2 9, 43, Duden s. u. Fahr; Son.: vgl. afries. -; ae. fǣr, fēr, st. M. (a), plötzliche Gefahr, Unglück, Angriff; an. fār (1), st. N. (a), Feindschaft, Gefahr, Schaden (M.), Falschheit; got. *fēr?, st. N. (a), Nachstellung; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben gegebene Möglichkeit eines Schadenseintritts oder einer Gefährdung oder einen Hinterhalt oder eine Arglist; BM.: hinüberführen; F.: Fahr, Fahren+EW; Z.: Fahr
Fähre, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fähre, Transportschiff; ne. ferry (N.); Vw.: -; Hw.: s. fahren; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. vere (1), fere*, st. F., Fähre; mnd. vēre, veere, vehre, F., N., Fähre, Überfahrt, Fährboot; mnl. vēre, F., Fähre; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *farjō-, *farjōn, sw. F. (n), Fähre; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Fähre, Kluge s. u. Fähre, DW 3, 1247, EWD s. u. Fähre, DW2 9, 45, Falk/Torp 229, Duden s. u. Fähre, Bluhme s. Faehre; Son.: vgl. nndl. veer, Sb., Fähre; frz. ferry, M., große Fähre; nschw. färja, Sb., Fähre; nnorw. ferge, M., F., Fähre; kymr. fferi, F., Fähre; GB.: (vere) seit um 1230 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein zu einer Beförderung von Menschen und Gütern von Menschen vielleicht seit vor 4000 Jahren entwickeltes und verwendetes Wasserfahrzeug; BM.: fahren?; F.: Fähre, Fähren+EW; Z.: Fähr-e
fahren, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fahren, sich fortbewegen, steuern; ne. drive (V.), fare (V.); Vw.: s. will-; Hw.: s. Fähre, Gefährt, Gefährte; Q.: 2. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. varen* (1), varn, faren*, farn*, st. V., fahren, wandern, ziehen, gehen, kommen, sich bewegen; mnd. vāren, st. V., fahren, ziehen, gehen; mnl. varen, V., fahren; ahd. faran (1), st. V. (6), fahren, gehen, vorübergehen, ziehen; as. faran, st. V. (6), sich bewegen, gehen, reisen, ziehen, fliegen; anfrk. faran*, faron*, st. V. (6), fahren, gehen; germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. fahren, Kluge s. u. fahren, DW 3, 1247, EWD s. u. fahren, DW2 9, 46, EWAhd 3, 56, Falk/Torp 229, Seebold 186, Duden s. u. fahren, Bluhme s. u. fahren; Son.: vgl. afries. fara (1), st. V. (6), fahren, ziehen, gehen, reisen, verfahren (V.), angreifen, überziehen; saterl. fera, V., fahren; ae. faran, st. V. (6), fahren, ziehen, gehen, reisen, geschehen, sein (V.), handeln; an. fara, st. V. (6), fahren, gehen, reisen, geschehen, verlieren; got. faran, st. V. (6), wandern, ziehen, fahren, gehen; nndl. varen, V., fahren; nschw. fara, V., fahren; nnorw. fare, V., fahren; ai. píparti, V., hinüberbringen; gr. πορεύειν (poreúein), V., auf den Weg bringen, schicken, gehen; lat. portāre, V., tragen; ksl. na-perjǫ, V., na-periti, durchbohren; GB.: (ahd. faran) seit 2. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliches (sich auf Rädern rollend?) bewegen; BM.: hinüberführen; F.: fahren, fahre, fährst, fährt, fahrt, fahrest, fahret, fuhr, fuhrst, fuhren, fuhrt, führe, führest, führst, führen, führet, führt (!), gefahren, ##gefahren, gefahrene, gefahrenes, gefahrenem, gefahrenen, gefahrener##, fahrend, ###fahrend, fahrende, fahrendes, fahrendem, fahrenden, fahrender###, fahr (!)+EW; Z.: fahr-en
$fahrend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (8./9. Jh.?): nhd. fahrend; E.: s. fahren, s. d; L.: Kluge s. u. fahren, DW 3, 1258, EWD s. u. fahren; GB.: vielleicht seit 8./9. Jh. belegte und aus fahren und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliches (sich auf Rädern rollend?) bewegend; F.: fahrend, fahrende, fahrendes, fahrendem, fahrenden, fahrender+EW; Z.: fahr-end
$Fahrender, nhd., M.: nhd. Fahrender; E.: s. fahrend, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fahren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 8./9. Jh. belegte und aus fahren und d sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliches (sich auf Rädern rollend?) Bewegenden; F.: Fahrender, Fahrende, Fahrenden+EW; Z.: Fahr-end-er
$Fahrer, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Fahrer; Vw.: s. Geister-, Kreuz-, Rad-, Wall-; E.: s. fahr(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fahren, DW 3, 1259, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1400 belegte und aus fahr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliches (sich auf Rädern rollend?) Bewegenden; F.: Fahrer, Fahrers+EW; Z.: Fahr-er
$Fahrgast, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fahrgast; E.: s. fahr(en), s. Gast; L.: fehlt DW, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1844 belegte und aus fahr(en) und Gast gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Fahrzeugen durch Menschen möglichen in einem Fahrzeug (als Gast) beförderten Menschen; F.: Fahrgast, Fahrgastes, Fahrgasts, Fahrgäste, Fahrgästen+EW; Z.: Fahr—gast
fahrig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. fahrig, hinfahrend und herfahrend, unruhig, nervös; ne. erratic (Adj.), nervous (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. fahren; Q.: 16. Jh.; E.: s. fahren; L.: Kluge s. u. fahrig, DW 3, 1259, EWD s. u. fahren, Duden s. u. fahrig; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus fahr(en) und ig gebildete Bezeichnung für hinfahrend und herfahrend oder unruhig; BM.: fahren; F.: fahrig, fahrige, fahriges, fahrigem, fahrigen, fahriger+EW; Z.: fahr-ig
$Fahrkarte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fahrkarte; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. fahr(en), s. Karte; L.: fehlt DW, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1835 belegte und aus fahr(en) und Karte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte die Berechtigung zu einer Beförderung mit einem Fahrzeug durch nach vorheriger Bezahlung eines Entgelts beweisende Urkunde; F.: Fahrkarte, Fahrkarten+EW+FW; Z.: Fahr—kart-e
$fahrlässig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. fahrlässig, nachlässig, unachtsam, unaufmerksam; E.: s. fahren lass(en), s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. fahrlässig, Kluge s. u. fahrlässig, DW 3, 1260, EWD s. u. fahren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus fahren lass(en) und ig in dem Sinne von geschehen (fahren) lassend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nachlässig oder unachtsam oder unaufmerksam; F.: fahrlässig, fahrlässige, fahrlässiges, fahrlässigem, fahrlässigen, fahrlässiger(, fahrlässigere, fahrlässigeres, fahrlässigerem, fahrlässigeren, fahrlässigerer, fahrlässigst, fahrlässigste, fahrlässigstes, fahrlässigstem, fahrlässigsten, fahrlässigster)+EW; Z.: fahr—lä-ss-ig
$Fahrlässigkeit, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Fahrlässigkeit, Nachlässigkeit, Unachtsamkeit, Unaufmerksamkeit; E.: s. fahrlässig, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. fahren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus fahrlässig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit oder Unaufmerksamkeit; F.: Fahrlässigkeit, Fahrlässigkeiten+EW; Z.: Fahr—lä-ss-ig—kei-t
$Fährmann, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Fährmann; E.: s. Fähr(e), s. Mann; L.: Kluge s. u. Fähre, DW 3, 1262, EWD s. u. Fähre; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Fähr(e) und Mann gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Fähren möglichen eine Fähre betreibenden Mann; F.: Fährmann, Fährmanns, Fährmannes, Fährmänner, Fährmännern+EW; Z.: Fäh-r—man-n
Fahrnis, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fahrnis, Fahrhabe, fahrende Habe, bewegliche Habe; ne. movable goods; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1479; E.: wohl zu fahren gebildet, s. fahr(en), s. nis; L.: Kluge s. u. Fahrnis, DW 3, 1263, Duden s. u. Fahrnis; GB.: seit 1479 belegte und aus fahr(en) und nis gebildete Bezeichnung für die fahrende oder fahrbare oder bewegliche Habe in Gegensatz zu einer (unbeweglichen) Liegenschaft oder einem Grundstück; BM.: fahren; F.: Fahrnis, Fahrnisse, Fahrnissen+EW; Z.: Fahr-n-is
$Fahrplan, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fahrplan; E.: s. fahr(en), s. Plan; L.: fehlt DW, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1839 belegte und aus fahr(en) und Plan gebildete Bezeichnung für einen für den entgeltlichen Verkehr von und mit Fahrzeugen von Menschen als Plan hergestellten und möglichst zuverlässig verwendeten oder verwirklichten Zeitplan; F.: Fahrplan, Fahrplans, Fahrplanes, Fahrpläne, Fahrplänen+EW+FW; Z.: Fahr—pla-n
$Fahrrad, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Fahrrad; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. fahr(en), s. Rad; L.: Kluge s. u. Fahrrad, fehlt DW, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1894 belegte und aus fahr(en) und Rad gebildete Bezeichnung für das in dem Juni 1817 von Karl Freiherr von Drais (Karlsruhe 1785-1851) entwickelte und verwendete sowie seit 1880 mit Rollenketten ausgestattete und dadurch besser nutzbare Laufrad (Fahrrad); F.: Fahrrad, Fahrrades, Fahrrads, Fahrräder, Fahrrädern+EW; Z.: Fahr—rad
$Fahrschein, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fahrschein; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. fahr(en), s. Schein; L.: fehlt DW, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1844 belegte und aus fahr(en) und Schein gebildete für eine von Menschen entwickelte die durch vorherige Bezahlung eines Entgelts erworbene Berechtigung zu einer Beförderung mit einem Fahrzeug beweisende Urkunde; F.: Fahrschein, Fahrscheines, Fahrscheins, Fahrscheine, Fahrscheinen+EW; Z.: Fahr—schei-n
$Fahrsessel, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Fahrsessel, Fahrstuhl; E.: s. fahr(en), s. Sessel; L.: Kluge s. u. Fahrstuhl, DW 3, 1263; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus fahr(en) und Sessel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen zu dem Fahren entwickelten und verwendeten Sessel oder Stuhl; F.: Fahrsessel, Fahrsessels, Fahrsesseln+EW; Z.: Fahr—sess-el
$Fahrstuhl, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fahrstuhl, Aufzug, Fahrsessel; E.: s. fahr(en), s. Stuhl; L.: Kluge s. u. Fahrstuhl, DW 3, 1263, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1757 belegte und aus fahr(en) und Stuhl gebildete Bezeichnung für einen von Menschen zu dem Fahren entwickelten und verwendeten Stuhl oder Aufzug oder Sessel; F.: Fahrstuhl, Fahrstuhls, Fahrstuhles, Fahrstühle, Fahrstühlen+EW; Z.: Fahr—stuh-l
Fahrt, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fahrt, Reise; ne. trip (N.), journey (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vart, st. F., Fahrt, Zug, Reise, Gang (M.) (1), Lauf; mnd. vārt (1), vart, varth, vard, vaert, F., Fahrt, Zug, Gang (M.), Reise, Überfahrt, Seefahrt, Seereise; mnl. vaert, F., Fahrt; ahd. fart, st. F. (i), Fahrt, Gang (M.) (1), Reise, Zug, Hinfahrt, Lauf, Flucht (F.) (1), Auszug, Weg, Bahn, Flug, Bewegung, Schnelligkeit, Spur, Gelegenheit, Geschehen, Art und Weise; as. fard, st. F. (i), Fahrt, Gang (M.) (1), Weg, Reise, Zug; anfrk. farth*, fard*, st. F. (i), Fahrt, Lauf; germ. *fardi-, *fardiz, st. F. (i), Fahrt; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen, durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Fahrt, Kluge s. u. Fahrt, fahren, DW 3, 1263, EWD s. u. Fahrt, DW2 9, 58, EWAhd 3, 73, Falk/Torp 229, Seebold 187, Duden s. u. Fahrt; Son.: vgl. afries. ferd (1), st. F. (i), Fahrt; nfries. feart; ae. fierd, fyrd, feord, st. F. (i), Aushebung, Heerfahrt, Feldzug, Lager; an. ferð, st. F. (i), Fahrt, Reise; got. -; nschw. färd, Sb., Reise, Fart, Sb., Fahrt; nschw. ferd, M., F., Fahrt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen seit der Entwicklung von Fahrzeugen verwendete Sichbewegen mit einem Fahrzeug von einem Ort zu einem anderen Ort; BM.: fahren; F.: Fahrt, Fahrten+EW; Z.: Fahr-t
Fährte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fährte, Spur; ne. track (N.), scent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: mhd. verte (1), ferte*, sw. F., Fährte, Weg; mnd. vērde (2), N., F., Gang (M.), Fahrt, Reise, Weg; mhd. varen* (1), varn, faren*, farn*, st. V., fahren, wandern, ziehen, gehen, kommen, sich bewegen; ahd. faran (1), st. V. (6), fahren, gehen, vorübergehen, ziehen; germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Fährte, Kluge s. u. Fährte, DW 3, 1266, EWD s. u. Fahrt, DW2 9, 62, Duden s. u. Fährte; Son.: erst in der Neuzeit als Singular aufgefasster Plural des Wortes Fahrt; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus der Mehrzahl von Fahrt als neue Einzahl gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche und oft noch für andere sichtbare Spur des Wildes (und des Menschen) auf der Erdoberfläche; BM.: (vergangenes) fahren; F.: Fährte, Fährten+EW; Z.: Fähr-t-e
$Fahrzeug, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Fahrzeug, Fahrgerät; Vw.: s. Amphibien-; L.: Kluge s. u. Fahrzeug, EWD s. u. fahren; GB.: seit 1502 belegte und aus fahr(en) und Zeug gebildete Bezeichnung für ein für das Fahren von Menschen entwickeltes und verwendetes Zeug oder Gerät; F.: Fahrzeug, Fahrzeugs, Fahrzeuges, Fahrzeuge, Fahrzeugen+EW; Z.: Fahr—zeu-g
Faible, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Faible, Schwäche, Vorliebe; ne. foible, predilection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1688 (Thomasius); I.: Lw. frz. faible; E.: s. frz. faible, M., Schwäche; vgl. lat. flēbilis, Adj., beweinenswert, kläglich, weinerlich, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. flēre, V., weinen, beweinen, klagen, beklagen; idg. *bʰlē-, V., heulen, weinen, blöken, Pokorny 124 (242/75) (RB. idg. aus ital., germ.?, balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (6), V., schallen, reden, brüllen, bellen, Pokorny 123 (202/35) (RB. idg. ind., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Faible, fehlt DW, EWD s. u. Faible, DW2 9, 65, Duden s. u. Faible; Son.: vgl. nschw. fäbless, fäblesse, Sb., Faible; GB.: seit 1688 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Schwäche oder Vorliebe die jemand für jemanden oder etwas hat; BM.: weinen bzw. heulen?; F.: Faible, Faibles+FW; Z.: Fai-b-l-e
fair, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fair, gerecht, angemessen; ne. fair (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1899; I.: Lw. ne. fair; E.: s. ne. fair, Adj., sportlich fair, hübsch, schön; ae. fǣ̆ger (1), Adj., schön, lieblich, angenehm, anziehend; germ. *fagra-, *fagraz, *fahra-, *fahraz, Adj., passend, freundlich, schön; s. idg. *pē̆k̑- (1), *pōk̑-, V., hübsch machen, sich freuen, Pokorny 796 (1382/24) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. fair, fehlt DW, DW2 9, 65, EWD s. u. fair, Duden s. u. fair; Son.: vgl. nndl. fair, Adj., fair; nnorw. fair, Adj., fair; GB.: seit 1899 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Regeln des Zusammenlebens von Menschen entsprechend und gerecht oder angemessen; BM.: hübsch bzw. freudig; F.: fair, faire, faires, fairem, fairen, fairer(, fairere, faireres, fairerem, faireren, fairerer, fairste, fairstes, fairstem, fairsten, fairster)+FW; Z.: fai-r
$Fairness, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Fairness; E.: s. fair, s. ness; L.: Kluge s. u. fair, EWD s. u. fair; GB.: seit 1939 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus fair und ness gebildete Bezeichnung für den Regeln des Zusammenlebens von Menschen entsprechendes und gerechtes oder angemessenes Verhalten; F.: Fairness+FW; Z.: Fai-r-nes-s
Fäkalie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fäkalie, Kot; ne. faeces, feces; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1898; I.: frz. Lw.; E.: s. frz. fécal, Adj., Kot...; vgl. lat. faex, F., Bodensatz, Weinstein, (234-149 v. Chr.); ohne sichere Etymologie, s. Walde/Hofmann 1, 444; L.: Kluge s. u. Fäkalien, EWD s. u. Fäkalien, DW2 9, 65, Duden s. u. Fäkalien; Son.: meist in dem Pl. gebraucht; vgl. nndl. faecalien, Sb. Pl., Fäkalien; frz. fèces, Sb. Pl., Fäkalien; poln. fekalia, Sb. Pl., Fäkalien; nir. faecas, M. Pl., Fäkalien; GB.: seit um 1898 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie keine sichere Etymologie aufweisende Bezeichnung für den von Lebewesen ausgeschiedenen Kot; BM.: Bodensatz; F.: Fäkalien+FW; Z.: Fäk-al-ie
Fakir, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fakir, Gaukler; ne. fakir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1699 (Reisebeschreibung); I.: Lw. arab. faqīr; E.: s. arab. faqīr, M., Adj., Armer, arm; L.: Kluge s. u. Fakir, DW2 9, 65, Duden s. u. Fakir; Son.: vgl. nndl. fakir, Sb., Fakir; frz. fakir, M., Fakir; nschw. fakir, Sb., Fakir; nnorw. fakir, M., Fakir; poln. fakir, M., Fakir; kymr. ffacir, M., Fakir; lit. fakyras, M., Fakir; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dem Mittelalter möglichen Angehörigen asketischer Gemeinschaften in muslimischen Ländern und Indien; BM.: arm?; F.: Fakir, Fakirs, Fakire, Fakiren+FW; Z.: Fakir
Faksimile, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Faksimile, Nachbildung; ne. facsimile; Vw.: -; Hw.: s. Fax; Q.: 1816 (Goethe); I.: neoklassische Bildung; E.: Neubildung zu lat. fac simile, V. (Imperativ), mach ähnlich; vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. similis, Adj., ähnlich, gleich, (um 235-200 v. Chr.); idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Faksimile, fehlt DW, EWD s. u. Faksimile, DW2 9, 66, Duden s. u. Faksimile; Son.: vgl. nndl. facsimile, Sb. Faksimile; frz. fac-similé, M., Faksimile; nschw. faksimil, Sb., Faksimile; nnorw. facsimile, M., Faksimile; poln. faksymile, Sb., Faksimile; kymr. ffacsimili, M., Faksimile; lit. faksimilė, F., Faksimile; GB.: seit 1816 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine mit einem Original in Größe und Ausführung übereinstimmende Nachbildung; BM.: machen, gleich; F.: Faksimile, Faksimiles+FW; Z.: Fa-k-sim-il-e
$faksimilieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. faksimilieren; E.: s. Faksimil(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Faksimile; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Faksimil(e) und ieren gebildete Bezeichnung für mit einem Original in Größe und Ausführung übereinstimmend nachbilden; F.: faksimilieren, faksimiliere, faksimilierst, faksimiliert, faksimilierest, faksimilieret, faksimilierte, faksimiliertest, faksimilierten, faksimiliertet, ##faksimiliert, faksimilierte, faksimiliertes, faksimiliertem, faksimilierten, faksimilierter##, faksimilierend, ###faksimilierend, faksimilierende, faksimilierendes, faksimilierendem, faksimilierenden, faksimilierender###, faksimilier (!)+FW(+EW); Z.: fa-k-sim-il-ier-en
Fakt, nhd., (Part. Prät.=)N./M.?,(16. Jh.): nhd. Fakt, Faktum, Tatsache; ne. fact; Vw.: -; Hw.: s. faktisch, Faktor, Faktum; Q.: 1530; I.: Lw. lat. factum; E.: s. lat. factum, N., Geschehen, Tat, Verfahren, Benehmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Faktum, EWD s. u. Faktum, DW2 9, 70, Duden s. u. Faktum; Son.: vgl. nndl. feit, Sb., Fakt; frz. fait, M., Fakt; nschw. faktum, Sb., Fakt; nnorw. faktum, N., Fakt, Tatsache; poln. fakt, M., Fakt; kymr. ffaith, F., Fakt; lit. faktas, M., Fakt; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für tatsächlich Gemachtes (oder Geschehenes) oder Tatsache; BM.: machen; F.: Fakt, Fakts, Fakten, Fakta+FW(+EW); Z.: Fa-k-t
faktisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. faktisch, tatsächlich, wirklich, wahrheitsgemäß; ne. factual, actual; Vw.: -; Hw.: s. faktitiv, Faktor, Faktum; Q.: 1790; I.: aus dem Lateinischen; E.: vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Faktum, EWD s. u. Faktum, DW2 9, 67, Duden s. u. faktisch; Son.: vgl. nschw. faktisk, Adj., faktisch; nnorw. faktisk, Adj., faktisch; poln. faktyczny, Adj., faktisch; lit. faktinis, Adj., faktisch; GB.: seit 1790 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches tatsächlich oder wirklich oder wahrheitsgemäß; BM.: machen; F.: faktisch, faktische, faktisches, faktischem, faktischen, faktischer+FW(+EW); Z.: fa-k-t-isch
faktitiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. faktitiv, bewirkend, veranlassend; ne. factitive; Vw.: -; Hw.: s. faktisch, Faktor; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. factitāre, V., oft machen, gewöhnlich tun, oft verrichten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. faktitiv, fehlt DW, EWD s. u. faktitiv, Duden s. u. faktitiv; Son.: vgl. nndl. factitief, Adj., faktitiv; frz. factitif, Adj., faktitiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches bewirkend oder veranlassend; BM.: machen; F.: faktitiv, faktitive, faktitives, faktitivem, faktitiven, faktitiver+FW(+EW); Z.: fa-k-t-it-iv
$Faktitivum, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Faktitivum, Bewirken; E.: s. faktitiv, s. um; L.: Kluge s. u. faktitiv, fehlt DW, EWD s. u. faktitiv; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus faktitiv und um gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und Entwicklung von Sprache mögliches Bewirken; F.: Faktitivum, Faktitivums, Faktitiva+FW; Z.: Fa-k-t-it-iv-um
Faktor, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Faktor, Größe mit der eine andere multipliziert wird, Wirkung Hervorrufendes; ne. factor; Vw.: -; Hw.: s. faktisch, faktitiv, Faktum; Q.: 1451; I.: Lw.; E.: lat. factor, M., Verfertiger, Schöpfer (M.) (2), Urheber, Ölmacher, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Faktor, fehlt DW, EWD s. u. Faktor, DW2 9, 68, Duden s. u. Faktor; Son.: vgl. nndl. factor, Sb., Faktor; frz. facteur, M., Faktor; nschw. factor, Sb., Faktor; nnorw. faktor, M., Faktor; poln. faktor, M., Faktor; nir. fachtóir, M., Faktor; lat. faktorius, M., Faktor; GB.: seit 1451 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem bestimmten Zusammenhang bestimmte Wirkungen Hervorrufendes; BM.: machen; F.: Faktor, Faktors, Faktoren+FW; Z.: Fa-k-t-or
$Faktorei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Faktorei, Handelsniederlassung, Warenlager; E.: s. Faktor, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Faktor, EWD s. u. Faktor; GB.: seit 1520 belegte und aus Faktor und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit in Kolonien gebildete Handelsniederlassung oder ein Warenlager; F.: Faktorei, Faktoreien+FW; Z.: Fa-k-t-or-ei
Faktotum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Faktotum, Mensch der sich um alles kümmert; ne. factotum; Vw.: -; Hw.: s. faktisch, Faktor, Faktum; Q.: 1533 (Luther); I.: aus dem Lateinischen; E.: s. lat. fac tōtum, V. (Imperativ), mach alles; vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tōtus, Adj., ganz, völlig, mit Leib und Seele seiend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Faktotum, EWD s. u. Faktotum, DW2 9, 70, Duden s. u. Faktotum; Son.: vgl. nndl. factotum, Sb., Faktotum; frz. factotum, M., Faktotum; nschw. faktotum, Sb., Faktotum; nnorw. faktotum, N., Faktotum; GB.: seit 1533 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon längere Zeit in einem Haushalt alle anfallenden Arbeiten und Besorgungen erledigenden Menschen; BM.: machen; F.: Faktotum, Faktotums, Faktoten+FW(+EW); Z.: Fa-k-t-ot-um
Faktum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Faktum, Tatsache; ne. fact; Vw.: -; Hw.: s. faktisch, Faktor, Fakt; Q.: 1530; I.: Lw. lat. factum; E.: s. lat. factum, N., Geschehen, Tat, Verfahren, Benehmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Faktum, EWD s. u. Faktum, DW2 9, 70, Duden s. u. Faktum; Son.: vgl. nndl. feit, Sb., Faktum; frz. fait, M., Faktum; nschw. faktum, Sb., Faktum; nnorw. faktum, N., Faktum, Tatsache; poln. fakt, M., Faktum; kymr. ffaith, F., Faktum; lit. faktas, M., Fakt; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für etwas tatsächlich Gemachtes (oder Geschehenes) oder eine Tatsache; BM.: machen; F.: Faktum, Faktums, Fakten, Fakta+FW(+EW); Z.: Fa-k-t-um
Fakultät, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fakultät, Fachbereich, Wissenschaftszweig; ne. faculty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1478 (Akten Verfassung Köln); I.: Lw. lat. facultās; E.: lat. facultās, F., Tunlichkeit, Kraft, Geschicklichkeit, Befähigung, (2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. facul, Adj., leicht, mühelos; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fakultät, EWD s. u. Fakultät, DW2 9, 72, Duden s. u. Fakultät; Son.: s. mnd. facultēt, F., Fakultät einer Universität; nndl. faculteit, Sb., Fakultät; frz. faculté, F., Fakultät; nschw. fakultet, Sb., Fakultät; nnorw. fakultet, N., Fakultät; lit. fakultetas, M., Fakultät; GB.: seit 1478 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine (Tunlichkeit oder Kraft oder) eine Gruppe zusammengehörender Wissenschaften oder Wissenschaftsgebiete oder für die Gesamtheit der Lehrenden und Studierenden die zu einer solchen Gruppe gehören; BM.: machen; F.: Fakultät, Fakultäten+FW(+EW); Z.: Fa-k-ul-t-ät
fakultativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fakultativ, (wahlweise) möglich; ne. possible, optional; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1840; I.: Lw. frz. facultatif; E.: s. frz. facultatif, Adj., fakultativ, optional; vgl. lat. facultās, F., Tunlichkeit, Kraft, Geschicklichkeit, Befähigung, (2. Jh. v. Chr.); lat. facul, Adj., leicht, mühelos; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fakultät, EWD s. u. Fakultät, DW2 9, 74, Duden s. u. fakultativ; Son.: vgl. nnorw. fakultativ, Adj., fakultativ; russ. факультативный [fakultatiwnyi], Adj., fakultativ; GB.: seit 1840 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (wahlweise) möglich; BM.: machen; F.: fakultativ, fakultative, fakultatives, fakultativem, fakultativen, fakultativer+FW(+EW); Z.: fa-k-ul-t-at-iv
Falafel, nhd., F., N., (20. Jh.?): nhd. Falafel, pikant gewürztes frittiertes Bällchen aus gemahlenen Kichererbsen und Linsen; ne. falafel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. arab. falāfel; E.: s. arab. falāfel, falāfil, Sb., Falafel; arab. filfil, Sb., Pfeffer; von. ai. pippala, pippalī́, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.)L.: Duden s. u. Falafel; Son.: vgl. nndl. falafel, Sb., Falafel; frz. falafel, Sb. Falafel; nschw. falafel, Sb., Falafel; nnorw. falafel, M., Falafel; poln. falafel, Sb., Falafel; lit. falafeliai, Sb. Pl., Falafel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen sowie mittelbar dem Altindischen aufgenommene und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon in dem Mittelalter in Ägypten bei koptischen Christen bekanntes pikant gewürztes frittiertes Bällchen aus gemahlenen Kichererbsen und Linsen; BM.: Pfeffer; F.: Falafel, Falafels, Falafeln+FW; Z.: Fal-afel
falb, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. fahl, gelblich, graugelb; ne. fallow (Adj.), yellow (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. fahl; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. val (1), fal*, Adj., fahl, bleich, entfärbt, verfärbt, weiß, verwelkt, welk, gelb, falb; mnd. vāle (1), vale, vāl, Adj., fahl, falb, gelbbraun; mnl. vale, vael, Adj., fahl, falb; ahd. falo, Adj., fahl, falb, gelb, braungelb; as. falu, Adj., fahl, gelb, fahlgelb, hell; anfrk. -; germ. *falwa-, *falwaz, Adj., fahl, falb; idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. falb, Kluge s. u. falb, EWD s. u. falb, DW 3, 1267, DW2 9, 74, EWAhd 3, 40, Duden s. u. falb; Son.: nur noch für eine Farbe von Pferden verwendet; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fahl oder gelblich oder graugelb; BM.: grau; F.: falb, falbe, falbes, falbem, falben, falber+EW; Z.: fal-b
$Falbe, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Falbe; E.: s. falb, s. e (Suff.); L.: EWD s. u. falb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus falb und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung von Pferden mögliches Pferd mit graugelbem Fell; F.: Falbe, Falben+EW; Z.: Fal-b-e
Falbel, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Falbel, gefältelter oder gekrauster Besatz an einem Kleidungsstück; ne. falbala, furbelow (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1739 (Lexikon); I.: Lw. frz. falbal; E.: s. frz. falbal, M., Faltensaum; afrz. felpe, frepe, Sb., Franse; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Falbel, Kluge s. u. Falbel, DW 3, 1268, DW2 9, 76, Duden s. u. Falbel; GB.: seit 1739 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen gefältelten oder gekrausten Besatz an einem Kleidungsstück; BM.: ?; F.: Falbel, Falbeln+FW(+EW); Z.: Falb-el
Falge, nhd. (ält.), F.: nhd. Falge; Vw.: s. Felge (2)
Falke, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Falke, ein Raubvogel, ein Greifvogel; ne. falcon, hawk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. valke, falke*, sw. M., Falke; mnd. valke, valk, sw. M., Falke, Jagdvogel; mnl. valce, valc, M., Falke; ahd. falko, falco, sw. M. (n), Falke, Reiher; as. falko, sw. M. (n), Falke; anfrk. -; germ. *falkō-, *falkōn, *falka-, *falkan, sw. M. (n), Fahler, Falke; idg. *polk̑o-, Adj., fahl, Pokorny 804; idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Falke, Kluge s. u. Falke, EWD s. u. Falke, DW 3, 1269, DW2 9, 76, EWAhd 3, 32, Falk/Torp 239, Duden s. u. Falke, Bluhme s. u. Falke; Son.: vgl. afries. -; ae. fealca, sw. M. (n), Falke; an. falki, sw. M. (n), Falke (Lw. aus. dem Mnl.); got. *falka?, sw. M. (n), Falke; nndl. valk, Sb., Falke; frz. faucon, M., Falke; nschw. falk, Sb., Falke; nnorw. falk, M., Falke; nir. fabhcún, M., Falke; GB.: (falko) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vor vielleicht 10 Millionen Jahren entstandenen kleineren Greifvogel mit schlankem Körper und spitz zulaufenden Flügeln sowie langem Schwanz und mit hakig gebogenem Schnabel und graubraunem an der Unterseite meist heller gefärbtem Gefieder; BM.: fahl?; F.: Falke, Falken+EW; Z.: Fal-k-e
$Falkner, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Falkner, Züchter und Halter von Falken; E.: s. Falk(e), s. n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Falke, DW 3, 1271, EWD s. u. Falke; GB.: (falconarius lat.-ahd.) seit um 800 belegte und aus Falk(e) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Züchter und Halter von Falken; F.: Falkner, Falkners, Falknern+EW; Z.: Fal-k-n-er
Fall, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fall, Sturz, Niederlegung, Entehrung, grammatikalischer Fall; ne. fall (N.), ruin (N.); Vw.: s. Ein-, Präzedenz-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. val (2), fal*, st. M., Fall, Sündenfall, Zufall, Angelegenheit, Mündung, Sturz, Niederlage, Verderben, Unglück; mnd. val, fal, vall, M., N., Fall, Sturz, Einsturz, Fußfall; mnl. val, Sb., Fall; ahd. fal (1), st. M. (a?, i?), Fall, Sturz, Untergang, Hindernis; as. fal*, fall*, st. M. (a?, i?), Fall, Verderben; anfrk. -; germ. *falla-, *fallaz, st. M. (a), Fall, Falle; germ. *falli-, *falliz, st. M. (i), Fall; idg. *pʰō̆l-, *spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fallen, Kluge s. u. Fall, DW 3, 1271, DW2 9, 79, EWAhd 3, 21, Falk/Torp 239, Seebold 182, Duden s. u. Fall; Son.: vgl. afries. fall, fell (2), fal, fel (2), st. M. (a), Fall; nfries. fal; ae. fiell, fyll, fell (3), st. M. (i), st. N. (i), Fall, Sturz, Zerstörung, Tod, Abhang; an. fall, st. N. (a), Fall, Tod, Verlust, Klippe; got. -; nndl. val, Sb., Fall; nschw. fall, N., Fall; nnorw. fall, N., Fall; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt und der Erde beispielsweise durch die Erdanziehungskraft oder Schwerkraft bewirkte Bewegung eines Gegenstands von oben nach unten; BM.: sich wegen der Erdanziehungskraft nach unten bewegen; F.: Fall, Falls, Fälle, Fällen+EW; Z.: Fall
$Fallbeil, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Fallbeil; E.: s. fall(en), s. Beil; L.: DW 3, 1276, EWD s. u. fallen; GB.: seit 1594 belegte und aus fall(en) und Beil gebildete Bezeichnung für ein seit dem 13. Jh. in Italien von Menschen für Hinrichtungen entwickeltes und verwendetes mechanisiertes Beil; F.: Fallbeil, Fallbeils, Fallbeiles, Fallbeile, Fallbeilen+EW; Z.: Fall—bei-l
Falle, nhd., F., (6. Jh.): nhd. Falle, Schlinge, Türriegel; ne. trap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 507-511 (Pactus Legis Salicae); E.: mhd. valle (1), st. F., sw. F., Falle, Riegel, Schnappschloss, Hebel, Türklinke; mnd. valle, F., Falle (F.), Mausefalle, List, Falle (F.) am Türschloss; mnl. valle, F., Falle; ahd. falla, st. F. (ō), sw. F. (n), Falle, Netz; as. falla, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Falle; anfrk. -; germ. *fallō-, *fallōn, sw. F. (n), Falle; s. idg. *pʰō̆l-, *spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fallen, Kluge s. u. Falle, DW 3, 1277, EWD s. u. fallen, DW2 9, 85, EWAhd 3, 35, Falk/Torp 239, Seebold 182, Duden s. u. Falle; Son.: vgl. afries. -, ae. fealle, sw. F. (n), Falle; an. fella (1), sw. F. (n), Zusammenfügung; got. -; nndl. val, Sb., Falle; nschw. fälla, Sb., Falle; nnorw. felle, M., F., Falle; GB.: seit 507-511 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche Vorrichtung zu einem Fangen von Lebewesen (durch Fallen in eine bewusst verdeckte und von dem Betroffenen meist zu spät als solche erkannte Grube); BM.: ?; F.: Falle, Fallen+EW; Z.: Fall-e
fallen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fallen, stürzen; ne. fall (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gefälle; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vallen (1), st. V., red. V., fallen, niederfallen, herabfallen, umfallen, stürzen, stürzen aus; mnd. vallen, st. V., fallen; mnl. vallen, st. V., fallen; ahd. fallan, red. V. (1), fallen, stürzen, sinken, herabstürzen; as. fallan, red. V. (1), fallen, einfallen, zugrundegehen; anfrk. fallan, st. V. (7)=red. V., fallen; germ. *fallan, st. V., fallen; idg. *pʰō̆l-, *spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fallen, Kluge s. u. fallen, DW 3, 1277, EWD s. u. fallen, DW2 9, 86, EWAhd 3, 36, Falk/Torp 238, Seebold 181, Duden s. u. fallen, Bluhme s. u. fallen; Son.: vgl. afries. falla (1), fella (1), st. V. (7)=red. V. (1), fallen, sinken, flüchten, ausfallen; nfries. fallen, V., fallen; ae. feallan, fallan, st. V. (7)=red. V. (2), fallen, verfallen (V.), sterben, anfallen, fließen; an. falla, red. V., fallen, sterben, geschehen; got. -; nndl. vallen, V., fallen; nschw. falla, V., fallen; nnorw. falle, V., fallen, fällen; arm. pʿlanim, V., ich falle, ich stürze ein; gr. σφάλλειν (sphállein), V., werfen, schleudern, stoßen; apreuß. aupallai, V., findet; lit. pùlti, V., fallen, herfallen; lett. pult, V., fallen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Erde mögliches auf Grund beispielsweise der Erdanziehungskraft oder Schwerkraft von oben nach unten bewegt werden; BM.: ?; F.: fallen, falle (!), fällst, fällt, fallt, fallest, fallet, fiel, fielst, fielen, fielt, fielest, fielet, gefallen, ##gefallen, gefallene, gefallenes, gefallenem, gefallenen, gefallener##, fallend, ###fallend, fallende, fallendes, fallendem, fallenden, fallender###, fall (!)+EW; Z.: fall-en
fällen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fällen, fallen machen; ne. make (V.) fall; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vellen (1), sw. V., fallen lassen, zu Fall bringen, fällen, niederhauen, stürzen, niederwerfen; mnd. vellen, sw. V., fällen; mnl. vellen, V., fällen; ahd. fellen*, sw. V. (1a), fällen, stürzen, niederwerfen; as. fėllian, sw. V. (1a), fällen, zu Fall bringen; anfrk. fellen*, sw. V. (1), fällen, vernichten; germ. *falljan, sw. V., zu Fall bringen, fallen machen, fällen; idg. *pʰō̆l-, spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. fällen, DW 3, 1284, EWD s. u. fällen, DW2 9, 95, EWAhd 3, 145, Falk/Torp 238, Seebold 182, Duden s. u. fällen, Bluhme s. u. faellen; Son.: vgl. afries. falla (2), fella (3), sw. V. (1), fällen, töten, erschlagen (V.), niederschlagen; saterl. falla, V., fällen; ae. fiellan, fellan, fyllan (2), sw. V. (2), fällen, stürzen, umwerfen, zerstören, töten, besiegen; an. fella (2), sw. V. (1), fällen; got. -; nndl. vellen, V., fällen; nschw. fälla, V., fällen; nnorw. falle, V., fällen, fallen; GB.: (fellen) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fallen machen; BM.: fallen machen; F.: fällen, fälle, fällst, fällt, fällest, fället, fällte, fälltest, fällten, fälltet, gefällt, ##gefällt, gefällte, gefälltes, gefälltem, gefällten, gefällter##, fällend, ###fällend, fällende, fällendes, fällendem, fällenden, fällender###, fäll (!)+EW; Z.: fäl-l-en
$fallend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (12. Jh.): nhd. fallend, stürzend; Vw.: s. auf-, aus-; E.: s. fallen, s. d; L.: EWD s. u. fallen, DW 3, 1286; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus fallen und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Erde mögliches stürzend; F.: fallend, fallende, fallendes, fallendem, fallenden, fallender+EW; Z.: fal-l-en-d
fällig, nhd., Adj., (9. Jh./10. Jh.): nhd. fällig, fallend, gefallend, abfallend, erforderlich; ne. falling (Adj.), due (Adj.); Vw.: s. ab-, all-, auf-, aus-, bau-, bei-, durch-, be-, hin-, knie-, rück-, schwer-, selbstge-, zu-; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. vellic, vellec, fellic*, fellec*, Adj., fällig, zu Fall kommend, zu dem Fallen (N.) geneigt, fallend, stürzend, vor Gericht überwunden, baufällig, hinfällig, schwach; mnd. vellich (1), vellig, Adj., fällig, zu dem Fallen geneigt, vor dem Fall stehend; mnl. vellich, vallich, Adj., fällig; ahd. fellīg*, Adj., umwerfend, baufällig; as. -; anfrk. -; ahd. fallan, red. V. (1), fallen, stürzen, sinken, herabstürzen; germ. *fallan, st. V., fallen; idg. *pʰō̆l-, spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. fällig, DW 3, 1288, EWD s. u. fallen, DW2 9, 98, EWAhd 3, 147, Duden s. u. fällig; Son.: vgl. afries. fallich, fellich, Adj., „fällig“, straffällig, hinfällig, ungültig, getötet; GB.: (fellīg) seit dem 9./10. Jh. belegte und aus fall(en) und ig gebildete Bezeichnung für fallend oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erforderlich; BM.: fallen; F.: fällig, fällige, fälliges, fälligem, fälligen, fälliger+EW; Z.: fäl-l-ig
Fallout, Fall-out, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fallout, Atomstaub, radioaktiver Niederschlag; ne. fall-out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. fall-out; E.: s. ne. fall-out, N., Ausfall; vgl. ne. fall, V., fallen; ae. feallan, fallan, st. V. (7)=red. V. (2), fallen, verfallen (V.), sterben, anfallen, fließen; germ. *fallan, st. V., fallen; idg. *pʰō̆l-, *spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); ne. out, Präp., aus; ae. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fallout, fehlt DW, Duden s. u. Fallout; Son.: vgl. nndl. fall-out, Sb., Fallout; nschw. fallout, Sb., Fallout; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem ersten Atombombenabwurf 1945 möglichen radioaktiven Niederschlag; BM.: fallen; F.: Fallout, Fallouts+FW; Z.: Fal-l-out
Fallreep, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Fallreep, herablassbare Treppe an einem Schiff; ne. gangway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1702; E.: s. nhd. fallen, Reep; L.: Kluge s. u. Fallreep, fehlt DW, EWD s. u. fallen, Duden s. u. Fallreep; GB.: seit 1702 belegte und aus fall(en) und Reep gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete an der Außenbordwand eines Schiffes herablassbare Treppe zu einem Betreten eines Schiffes besonders von einem Boot aus; BM.: fallen, reißen?; F.: Fallreep, Fallreepes, Fallreeps, Fallreepe, Fallreepen+EW; Z.: Fal-l—reep
falls, nhd., Konj., (17. Jh.): nhd. falls, für den Fall; ne. if; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1612 (Rechtsquellen Argau); E.: adverbialer Genetiv von Fall in der Bedeutung für den Fall; L.: Kluge s. u. falls, DW 3, 1289, EWD s. u. falls, Duden s. u. falls; GB.: seit 1612 belegte und aus Fall und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches für den Fall; F.: falls+EW; Z.: fal-l-s
$Fallstrick, nhd., M, N., (16. Jh.): nhd. Fallstrick; E.: s. Fall, s. Strick; L.: Kluge s. u. Fallstrick, DW 3, 1290, EWD s. u. Strick; GB.: seit 1524 belegte und aus Fall und Strick gebildete Bezeichnung für einen zu dem Bewirken eines Falles von Menschen gespannten tatsächlichen oder auch gedanklich möglichen Strick; F.: Fallstrick, Fallstricks, Fallstrickes, Fallstricke, Fallstricken+EW; Z.: Fal-l—stri-ck
falsch, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. falsch, unrichtig, zu einer Täuschung anderer hergestellt; ne. false; Vw.: -; Hw.: s. fälschen, Fauxpas; E.: mhd. valsch (1), vals, velsch, falsch*, felsch*, Adj., falsch, treulos, heimtückisch, betrügerisch, trügerisch, verleumderisch; mnd. valsch, falsch, vals, valk, valch, Adj., falsch, unrichtig, unecht, unaufrichtig; s. prov. fals, Adj., falsch; lat. falsus, Adj., falsch, erdichtet, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. fallere, V., täuschen, einen Fehltritt tun lassen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. falsch, Kluge s. u. falsch, DW 3, 1291, EWD s. u. falsch, DW2 5, 102, Duden s. u. falsch, Bluhme s. u. falsch; Son.: vgl. nndl. vals, Adj., falsch; frz. faux, Adj., falsch; nschw. falsk, Adj., falsch; nnorw. falsk, Adj., falsch; poln. fałszywy, Adj., falsch; GB.: (valsch) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus dem Provenzalischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu einer Täuschung anderer Menschen hergestellt; BM.: täuschen; F.: falsch, falsche, falsches, falschem, falschen, falscher+FW(+EW); Z.: fal-sch
fälschen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fälschen, falsch machen, eine Fälschung herstellen; ne. falsify; Vw.: -; Hw.: s. falsch; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. velschen, sw. V., fälschen, verfälschen, treulos machen, täuschen, irreführen; mnd. velschen, sw. V., fälschen, verfälschen; mnl. velschen, sw. V., fälschen; ahd. falsken*, felsken*?, sw. V. (1a), widerlegen, zurechtweisen, verfälschen; as. -; anfrk. -; lat. falsificāre, V., fälschen, für falsch erklären, verfälschen; lat. falsus, Adj., falsch, erdichtet, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. fallere, V., täuschen, einen Fehltritt tun lassen; idg. g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. fälschen, DW 3, 1294, EWD s. u. falsch, DW2 9, 105, EWAhd 3, 42, Duden s. u. fälschen; Son.: fälschen zeitlich vor falsch entlehnt; vgl. nndl. verfalsen, V., fälschen; frz. falsifier, V., fälschen; nschw. förfalka, V., fälschen, verfälschen; nnorw. forfalske, V., fälschen, verfälschen; poln. fałszować, V., fälschen; GB.: (falskōn) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in betrügerischer Absicht zwecks Täuschung etwas möglichst getreu nachbilden und für echt ausgeben; BM.: täuschen; F.: fälschen, fälsche, fälschst, fälscht, fälschest, fälschet, fälschte, fälschtest, fälschten, fälschtet, gefälscht, ##gefälscht, gefälschte, gefälschtes, gefälschtem, gefälschten, gefälschter##, fälschend, ###fälschend, fälschende, fälschendes, fälschendem, fälschenden, fälschender###, fälsch (!)+FW(+EW); Z.: fäl-sch-en
$Fälscher, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Fälscher, Fälschender; E.: s. fälsch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fälschen, DW 3, 1295, EWD s. u. falsch; GB.: (valschære) um 1185 belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche in betrügerischer Absicht zwecks Täuschung anderer etwas möglichst getreu nachbildenden und für echt ausgebenden Menschen; F.: Fälscher, Fälschers, Fälschern+FW(+EW); Z.: Fäl-sch-er
$Falschheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Falschheit, täuschendes Verhalten; E.: s. falsch, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. falsch, DW 3, 1295, EWD s. u. falsch; GB.: seit vor 1170 belegte und aus falsch und heit vielleicht nach lat. falsitas gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches täuschendes Verhalten; F.: Falschheit, Falschheiten+FW(+EW); Z.: Fal-sch-hei-t
$fälschlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fälschlich, täuschend; E.: s. falsch, s. lich; L.: Kluge s. u. falsch, DW 3, 1296, EWD s. u. falsch; GB.: (valschlich) seit 1170-1190 belegte und aus falsch und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches täuschend; F.: fälschlich, fälschliche, fälschliches, fälschlichem, fälschlichen, fälschlicher(, fälschlichere, fälschlicheres, fälschlicherem, fälschlicheren, fälschlicherer, fälschlichst, fälschlichste, fälschlichstes, fälschlichstem, fälschlichsten, fälschlichster)+FW+EW; Z.: fäl-sch-lich
$Falschmünzer, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Falschmünzer; E.: s. falsch, s. Münz(e), s. er; L.: DW 3, 1296, EWD s. u. falsch; GB.: (valschmünzære*) vielleicht seit um 1400 belegte und aus falsch und Münz(e) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Münzen durch Menschen in dem Altertum möglichen Hersteller falscher Münzen; F.: Falschmünzer, Falschmünzers, Falschmünzern+FW(+EW); Z.: Fal-sch—mün-z-er
$Falschspieler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Falschspieler; E.: s. falsch, s. spiel(en), s. er (Suff.), L.: Falschspieler DW 3, 1296, EWD s. u. falsch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus falsch und spiel(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Entwicklung von Spielen möglichen falsch spielenden Menschen; F.: Falschspieler, Falschspielers, Falschspielern+FW+EW; Z.: Fal-sch—spie-l-er
$Fälschung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Fälschung; E.: s. fälsch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fälschen, DW 3, 1297, EWD s. u. falsch; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus fälsch(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Herstellung von etwas Falschem; F.: Fälschung, Fälschungen+FW+EW; Z.: Fäl-sch-ung
Falsett, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Falsett, Kopfstimme; ne. falsetto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1355 (Der meide kranz des Heinrich von Mügeln); E.: mhd. valsete, falsete*, sw. M., sw. N., Falsett; s. it. falsetto, M., Falsett; vgl. it. falso, Adj., falsch; lat. falsus, Adj., falsch, erdichtet, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. fallere, V., täuschen, einen Fehltritt tun lassen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Falsett, DW 3, 1297 (Falset), EWD s. u. Falsett, DW2 9, 109, Duden s. u. Falsett; Son.: zweimal entlehnt, einmal eine Frühentlehnung aus mlat. falsetum, dann aus it. falsetto; vgl. nndl. fausset, Sb., Falsett; frz. fausset, M., Falsett; nschw. falsett, Sb., Falsett; nnorw. falsett, M., Falsett; poln. falset, M., Falsett; kymr. ffalseto, M., Falsett; lit. falcetas, M., Falsett; GB.: seit 1355 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche männliche Kopfstimme; BM.: täuschen; F.: Falsett, Falsettes, Falsetts, Falsette, Falsetten+FW(+EW); Z.: Fal-s-ett
...falt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. …falt, …fältig, …fach; ne. …fold; Vw.: -; Hw.: s. falten, …fältig; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. *valt?, Suff., ...falt, ...fach; ahd. *fald (2)?, *falt?, Adj., ...fach, ...fältig; as. *fald? (2), Adj., ...fältig; anfrk. *fald?, Adj., ...fach, ...fältig; germ. *falda-, *faldaz, *falþa-, falþaz?, Adj., ...fältig, ...fach; vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. -falt, Kluge s. u. -falt, DW 3, 1297, EWD s. u. falten; Son.: s. Sorgfalt, Vielfalt; vgl. afries. *fald, Adj., ...fach, ...fältig; ae. *feald (2), *fald (2), Adj., Suff., ...fach, ...fältig; an. -; got. *-falþs?, Adj. (a), ...fältig; nndl. ...voudig, Suff., ...fach; lat. ...plex, Suff., ...fach; gr. ...πλόος (plóos), …πλοῦς (plus), Suff., …fach; gr. …πλαξ (plax), Suff., …fach; GB.: vielleicht seit 8. Jh. als Grundwort in Zusammensetzungen belegte Bezeichnung für (viel)fach; BM.: falten; F.: …falt+EW; Z.: -fal-t
Falte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Falte, Knick, Eindrückung, Umbiegung; ne. fold (N.); Vw.: -; Hw.: s. falten; Q.: 3. Viertel 9. Jh.; I.: Lw.-; E.: mhd. valte (2), valde, falte*, falde*, st. F., sw. F., Falte, Faltenwurf, Windung, Winkel, Gefäß, Behälter, Truhe, Kleidertruhe, Verschluss; mnd. vōlde, volde, valde, vole, fōlde*, F., Falte, Tuchfalte, Kleiderfalte, Rockfalte, Hautfalte, Runzel; ahd. felda*, sw. F. (n), st. F. (jō)?, Falte; germ. *falda-, *faldaz, *falþa-, *falþaz, st. M. (a), Falte, Geschlagenes; vgl. idg. pel- (3a), V., falten, Pokorny 802; L.: Kluge 1. A. s. u. falten, Kluge s. u. falten, DW 3, 1297, EWD s. u. falten, DW2 9, 110, EWAhd 3, 136, Duden s. u. Falte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. faldr, st. M. (a), Falte, Knoten (M.), hoher weiblicher Kopfputz; got. -; nschw. fold, M., Falte; GB.: (felda) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine längliche und schmale Eindrückung oder Umbiegung beispielsweise in der Haut oder einem Stoff; BM.: biegen?; F.: Falte, Falten+EW; Z.: Fal-t-e
$fälteln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. fälteln, in Falten legen, Falten machen; E.: s. Falt(e), s. el, s.(e)n; L.: DW 3, 1299, EWD s. u. falten; GB.: seit 1328/1328 belegte und aus Falt(e) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Haut und Stoff mögliches in Falten legen oder Falten machen; F.: fälteln, fältel (!), fältle, fältele, fältelst, fältelt, fältelte, fälteltest, fältelten, fälteltet, gefältelt, ##gefältelt, gefältelte, gefälteltes, gefälteltem, gefältelten, gefältelter##, fältelnd, ###fältelnd, fältelnde, fältelndes, fältelndem, fältelnden, fältelnder###, fältel (!)+EW; Z.: fäl-t-el-n
falten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. falten, zusammenlegen, Falten machen; ne. fold (V.); Vw.: -; Hw.: s. …fald, Falte, Fauteuil, Folder; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. valten (1), valden, red. V., st. V., sich entwickeln, falten, in Falten legen, biegen, beugen, beugen zu, teilen, spalten, spalten in; mnd. vōlden, valden, sw. V., st. V., falten, in Falten (F. Pl.) legen; mnl. vouden, V., falten; ahd. faldan*, faltan*, red. V., falten, wickeln, ablaufen; ahd. faltōn*, faldōn*, sw. V. (2), falten, zusammenfalten, zusammenrollen; as. -; anfrk. -; germ. falþan, st. V., falten; s. idg. pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. falten, Kluge s. u. falten, DW 3, 1300, EWD s. u. falten, DW2 9, 112, EWAhd 3, 25, Falk/Torp 238, Seebold 183, 184, Heidermanns 188, Duden s. u. falten, Bluhme s. u. falten; Son.: vgl. afries. -; ae. fealdan, faldan, st. V. (7)=red. V. (2), falten; an. falda, red. V., den Kopf mit einem Kopfschmuck bedecken; got. falþan, red. V. (3), falten, zusammenrollen, zusammenlegen; nndl. vouwen, V., falten; nschw. folla, V., säumen (V.) (1); GB.: (faldan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sorgfältig zusammenlegen sodass an der umgeschlagenen Stelle eine Falte oder ein Knick entsteht; BM.: biegen?; F.: falten, falte, faltest, faltet, faltete, faltetest, falteten, faltetet, gefaltet, ##gefaltet, gefaltete, gefaltetes, gefaltetem, gefalteten, gefalteter##, faltend, ###faltend, faltende, faltendes, faltendem, faltenden, faltender###, falt (!)+EW; Z.: fal-t-en
Falter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Falter, Schmetterling; ne. butterfly; Vw.: s. Zwei-; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. vīvalter, fīfalter*, st. M., sw. M., Schmetterling, Falter; mnl. vīvalter, M., Falter; ahd. fifaltra, pifoltra, sw. F. (n), Schmetterling, Falter; as. fīfoldara*, sw. F. (n), Falter, Schmetterling; anfrk. -; germ. *fifaldō-, *fifaldōn, *fifaldrō-, *fifaldrōn, sw. F. (n), Falter, Schmetterling; s. idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Falter, Kluge s. u. Falter, DW 3, 1302, EWD s. u. Falter, DW2 9, 115, EWAhd 3, 210, Falk/Torp 238, Duden s. u. Falter; Son.: s. nhd. Feifalter, M., F., Schmetterling, Falter, DW 3, 1440; vgl. afries. -; ae. fīfealde, sw. F. (n), Falter, Schmetterling; an. fīfrildi, sw. N. (n), Schmetterling; got. -; alb. flutur, Sb., Falter, Schmetterling; lat. pāpilio, M., Falter, Schmetterling; kymr. pilipala, M., Falter, Schmetterling; lit. petelìškė, Sb., Falter, Schmetterling; russ. pikálí, Sb. Pl., Falter, Schmetterling; GB.: (fifaltra) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vor rund 250 Millionen Jahren entstandene Schmetterlinge als zunächst mottenähnliche vormenschliche die Flügel faltende Insekten darunter auch Nachtfalter; BM.: fliegen?; F.: Falter, Falters, Faltern+EW; Z.: Fal-t-er
$faltig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. faltig, Falten habend; E.: s. Falt(e), s. ig; L.: DW 3, 1302, EWD s. u. falten; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Falt(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Haut und Stoff mögliches Falten habend; F.: faltig, faltige, faltiges, faltigem, faltigen, faltiger(, faltigere, faltigeres, faltigerem, faltigeren, faltigerer, faltigst, faltigste, faltigstes, faltigstem, faltigsten, faltigster)+EW; Z.: fal-t-ig
…fältig, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. …fältig, …falt, …fach; ne. …fold; Vw.: s. ein-; Hw.: s. falten, …falt; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. *valtic?, Suff., ...fältig, ...fach; mhd. *valtic?, Suff., ...fältig, ...fach; mhd. *veltic? (1), Adj., „fältig“ (Adj.); mnd. vōldich?, Suff., …fältig, …faltig; s. ahd. *fald (2)?, *falt?, Adj., ...fach, ...fältig; as. *fald? (2), Adj., ...fältig; anfrk. *fald?, Adj., ...fach, ...fältig; germ. *falda-, *faldaz, *falþa-, falþaz?, Adj., ...fältig, ...fach; vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. -falt, Kluge s. u. –falt, DW 10, 1926 (hundertfaltig/hundertfältig); Son.: s. sorgfältig, vielfältig; nndl. ...voudig, Suff., ...fach; lat. ...plex, Suff., ...fach; gr. ...πλόος (plóos), …πλοῦς (plus), Suff., …fach; gr. …πλαξ (plax), Suff., …fach; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches (viel)fältig oder (viel)fach; BM.: falten; F.: ...fältig, ...fältige, ...fältiges, ...fältigem, ...fältigen, ...fältiger(, ...fältigere, ...fältigeres, ...fältigerem, ...fältigeren, ...fältigerer, ...fältigst, ...fältigste, ...fältigstes, ...fältigstem, ...fältigsten, ...fältigster)+EW; Z.: -fäl-t-ig
$Faltstuhl, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Faltstuhl; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. falt(en), s. Stuhl; L.: DW 3, 1302, EWD s. u. falten, EWAhd 3, 29; GB.: (faldistuol*) seit 11. Jh. belegte und aus falt(en) und Stuhl gebildete Bezeichnung für einen von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendbaren faltbaren Stuhl; F.: Faltstuhl, Faltstuhles, Faltstuhls, Faltstühle, Faltstühlen+EW; Z.: Fal-t—stuh-l
$Falz, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Falz, Fuge, Rinne; E.: s. falzen;: L.: Kluge s. u. falzen, DW 3, 1302; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit falzen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht von Menschen hergestellte Fuge oder Rinne; F.: Falz, Falzes, Falze, Falzen+EW; Z.: Fal-z
falzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. falzen, biegen, mit Falten versehen (V.); ne. fold (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. valzen, falzen*, red. V., biegen, krümmen; ahd. falzen*, falzan*?, sw. V. (1a)?, red. V.?, „falzen“, stützen, krümmen, schlagen; s. germ. *faltan, st. V., schlagen, falzen; vgl. idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. falzen, Kluge s. u. falzen, DW 3, 1303, EWD s. u. falzen, DW2 9, 117, EWAhd 3, 44, Duden s. u. falzen, Bluhme s. u. Falz; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht von Menschen entwickeltes und verwendetes falten und mit einem Falz versehen (V.); BM.: schlagen? bzw. biegen?; F.: falzen, falze, falzt, falzest, falzet, falzte, falztest, falzten, falztet, gefalzt, ##gefalzt, gefalzte, gefalztes, gefalztem, gefalzten, gefalzter##, falzend, ###falzend, falzende, falzendes, falzendem, falzenden, falzender###, falz (!)+EW; Z.: fal-z-en
Fama, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fama, Gerücht, Ruf; ne. rumour (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1499 (Chronik deutscher Städte); I.: Lw. lat. fāma; E.: s. lat. fāma, F., Gerede, Gerücht, Rede, Ruf, Sage, (um 235-200 v. Chr.); idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: DW 3, 1305, EWD s. u. Fama, DW2 9, 117, Duden s. u. Fama; Son.: vgl. ne. fame, N., Ruhm; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Gerücht oder Ruf; BM.: sprechen; F.: Fama+FW; Z.: Fa-m-a
familiär, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. familiär, Familie betreffend, vertraut; ne. familial, familiar, informal; Vw.: -; Hw.: s. Familie; Q.: nach 1566; I.: Lw. lat. familiāris; E.: s. lat. familiāris (1), Adj., zu den Sklaven gehörig, Sklaven..., zum Gesinde gehörig, Gesinde..., zur Familie gehörig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. familia, F., Gesinde, Hausgenossenschaft, Familie, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Familie, fehlt DW, EWD s. u. Familie, DW2 9, 118, Duden s. u. familiär; Son.: vgl. nndl. familiaair, Adj., familiär; frz. familier, Adj., familiär; nschw. familjär, Adj., familiär; nnorw. familiær, Adj., familiär; poln. familijny, Adj., familiär; lit. familiarus, Adj., familiär, Adj., familiär; GB.: seit nach 1566 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für die Familie oder die nächste verwandte Umgebung eines Menschen betreffend oder vertraut; BM.: setzen?; F.: familiär, familiäre, familiäres, familiärem, familiären, familiärer(, familiärere, familiäreres, familiärerem, familiäreren, familiärerer, familiärst, familiärste, familiärstes, familiärstem, familiärsten, familiärster)+ FW(+EW); Z.: fam-il-i-är
Familie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Familie, Sippe, Verwandtschaft; ne. family; Vw.: -; Hw.: s. familiär; Q.: 1441/1452; I.: Lw. lat. familia; E.: s. lat. familia, F., Gesinde, Hausgenossenschaft, Familie, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Familie, EWD s. u. Familie, DW 3, 1305, DW2 9, 119, Duden s. u. Familie; Son.: mnd. famīlie, F., „Familie“, einem Patron unterstehende Gesamtheit der Gehilfen und Genossen, Hausgenossen, Geschäftsgenossen; vgl. nndl. familie, Sb., Familie; frz. famille, F., Familie; nschw. familj, Sb., Familie; nnorw. familie, M., Familie; russ. фамилия (familja), F., Familie, Sippe; GB.: seit 1441/1452 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gruppe aller jeweils nahe miteinander verwandten oder sonst zusammenlebenden Menschen; BM.: setzen?; F.: Familie, Familien+FW(+EW); Z.: Fa-m-il-ie
famos, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. famos, berühmt, großartig; ne. splendid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1514 (Pirckheimer); I.: Lw. frz. fameux; E.: s. frz. fameux, Adj., berühmt; lat. fāmōsus, Adj., voll von Nachrede seiend, viel von sich reden machend, in üblem Leumund stehend, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. fāma, F., Gerede, Gerücht, Rede, Ruf, Sage, öffentliches Reden (N.); idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. famos, DW 3, 1309, EWD s. u. famos, DW2 9, 124, Duden s. u. famos; Son.: s. mnd. famōs, Adj., berüchtigt; vgl. nndl. fameus, Adj., famos; ne. famous, Adj., berühmt; nschw. famös, Adj., berüchtigt; nnorw. famøs, Adj., berühmt; kymr. ffamws, Adj., berühmt; GB.: seit 1514 belegte und vielleicht aus dem Französischen oder dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und verwendete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches berühmt oder großartig; BM.: sprechen; F.: famos, famose, famoses, famosem, famosen, famoser+FW(+EW); Z.: fa-m-os
$famulieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. famulieren, dienen, Schüler sein (V.); I.: Lw. lat. famulārī; E.: s. famul(ari), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Famulus; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für dienen oder Schüler sein (V.); F.: famulieren, famuliere, famulierst, famuliert, famulierest, famulieret, famulierte, famuliertest, famulierten, famuliertet, ##famuliert, famulierte, famuliertes, famuliertem, famulierten, famulierter##, famulierend, ###famulierend, famulierende, famulierendes, famulierendem, famulierenden, famulierender###, famulier (!)+FW(+EW); Z.: fa-m-ul-ier-en
Famulus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Famulus, Medizinstudent in einem Krankenhauspraktikum, Hilfskraft in der Medizin; ne. famulus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1532 (Luther); I.: Lw. lat. famulus; E.: s. lat. famulus, M., Diener, Bedienter, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Famulus, fehlt DW, EWD s. u. Famulus, DW2 9, 125, Duden s. u. Famulus; GB.: seit 1532 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und verwendete Bezeichnung für Hilfskraft vor allem in der Medizin; BM.: setzen; F.: Famulus, Famuli, Famulusse+FW; Z.: Fa-m-ul-us
Fan, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fan, (fanatischen) Anhänger, Folgender; ne. fan (M.), devotee; Vw.: -; Hw.: s. fanatisch; Q.: 1965 (Zeitung Die Welt); I.: Lw. ne. fan; E.: s. ne. fan, M., Fan; verkürzt aus ne. fanatic, Adj., fanatisch, eifernd; lat. fānāticus (1), Adj., begeistert, schwärmerisch, fanatisch, rasend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. fānum, N., heiliger Ort, Tempel, Heiligtum, Heidentempel; idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. Fan, fehlt DW, EWD s. u. Fan, DW2 9, 126, Duden s. u. Fan; Son.: vgl. nndl. fan, Sb., Fan; nschw. fan, Sb., Fan; nnorw. fan, M., Fan; poln. fan, M., Fan; GB.: seit 1965 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und verwendete Bezeichnung für einen Anhänger oder Folgenden; BM.: Heiliges; F.: Fan, Fans+FW; Z.: Fan
Fanal, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fanal, Feuerzeichen; ne. beacon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1699; I.: Lw. frz. fanal; E.: s. frz. fanal, M., Leuchtfeuer; it. fanale, M., Licht, Lampe; vgl. gr. φανός (phanós) (1), M., Fackel, Leuchte; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Fanal, fehlt DW, EWD s. u. Fanal, DW2 9, 126, Duden s. u. Fanal; Son.: vgl. nndl. fanaal, Sb., Fanal; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Tat als weithin erkennbares und Neues ankündigendes Zeichen oder Signal; BM.: leuchten; F.: Fanal, Fanals, Fanale, Fanalen+FW; Z.: Fa-n-al
fanatisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fanatisch, mit blindem Eifer erfüllt, begeistert; ne. fanatic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1588; I.: Lw. lat. fānāticus; E.: s. lat. fānāticus (1), Adj., begeistert, schwärmerisch, fanatisch, rasend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. fānum, N., heiliger Ort, Tempel, Heiligtum, Heidentempel; idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. fanatisch, fehlt DW, EWD s. u. fanatisch, DW2 9, 126, Duden s. u. fanatisch; Son.: vgl. nndl. fanatiek, Adj., fanatisch; frz. fanatique, Adj., fanatisch; nschw. fanatisk, Adj., fanatisch; nnorw. fanatisk, Adj., fanatisch; poln. fanatyczny, Adj., fanatisch; kymr. ffanaticaidd, Adj., fanatisch; nir. fanaiceach, Adj., fanatisch; lit. fanatiškas, Adj., fanatisch; GB.: seit 1588 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit blindem Eifer erfüllt oder begeistert; BM.: Heiliges; F.: fanatisch, fanatische, fanatisches, fanatischem, fanatischen, fanatischer(, fanatischere, fanatischeres, fanatischerem, fanatischeren, fanatischerer, fanatischste, fanatischstes, fanatischstem, fanatischsten, fanatischster)+FW+EW; Z.: fan-at-isch
$Fanatiker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fanatiker; E.: s. fanati(sch), s. (i)k, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fanatisch, fehlt DW, EWD s. u. fanatisch; GB.: seit 1680 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen (fanatischen) Anhänger; F.: Fanatiker, Fanatikers, Fanatikern+FW; Z.: Fan-at-ik-er
$Fanatismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fanatismus, entschiedenes Eintreten für ein Ziel; E.: s. fanat(isch), s. ismus; L.: Kluge s. u. fanatisch, fehlt DW, EWD s. u. fanatisch; GB.: seit 1715 belegte und aus fanat(isch) und ismus gebildete Bezeichnung für ein entschiedenes Eintreten für ein Ziel durch Menschen; F.: Fanatismus, Fanatismen+FW; Z.: Fan-at-ism-us
Fanfare, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fanfare, Trompetensignal; ne. fanfare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1612; I.: Lw. frz. fanfare; E.: s. frz. fanfare, F., Trompetenstoß, Blaskapelle; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht lautmalend; L.: Kluge s. u. Fanfare, fehlt DW, EWD s. u. Fanfare, Duden s. u. Fanfare; Son.: vgl. nndl. fanfare, Sb., Fanfare; nschw. fanfar, Sb., Fanfare; nnorw. fanfare, M., Fanfare; kymr. ffanffer, F., Fanfare; lit. fanfara, F., Fanfare; GB.: seit vor 1612 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht in der weiteren Herkunft ungeklärte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Trompete ohne Ventile und auch für ein Trompetensignal aus Tönen eines Dreiklangs; BM.: lautmalend?; F.: Fanfare, Fanfaren+FW; Z.: Fanfar-e
Fang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fang, Gefangenes, durch Fangen Erworbenes; ne. catch (N.); Vw.: s. An-, Rauch-, Wild-, Wind-; Hw.: s. fangen; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. vanc, st. M., Fang, Auffangendes, Umfangendes; mnd. vanc, vank, fanc*, M., Fang, Griff (nur in Zusammensetzungen), Kornertrag, Ernteertrag eines Jahres, die auf dem Feld stehende Ernte; ahd. *fang (1)?, st. M. (a?, i?), Fang; as. *fang?, st. M. (a?, i?), Fang; germ. *fanhi-, *fanhiz, *fangi-, *fangiz, st. M. (i), Fang; s. idg. *pā̆g-, V., festmachen, Pokorny 787; s. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fangen, Kluge s. u. fangen, DW 3, 1310, EWD s. u. fangen, DW2 9, 128, Duden s. u. Fang; Son.: vgl. afries. fang, fong, feng, st. M. (i), Fang, Anteil, Teilbetrag, Empfänger eines Teilbetrags; ae. fang (1), st. M. (i), Fang, Fassen, Beute (F.) (1); ae. fėng, st. M. (i), Griff, Ergreifung, Umarmung, Schoß (M.) (1), Erbeutung; an. fengr (1), st. M. (i), Beute (F.) (1), Vorrat, Wert; got. *fāh, st. N. (a)?, Fang; nndl. vang, Sb., Fang; nschw. fångst, Sb., Fang; nnorw. fangst, M., Fang; GB.: seit um 1230 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches durch Fangen Erworbenes; GB.: ergreifen bzw. zu fassen bekommen; F.: Fang, Fanges, Fangs, Fänge, Fängen+EW; Z.: Fa-n-g
fangen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fangen, einfangen, abfangen, erwischen, ergreifen, zu fassen bekommen; ne. catch (V.); Vw.: s. emp-; Hw.: s. Fang; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. vāhen (1), vān, fāhen*, fān*, st. V., red. V., fassen, fangen, auffangen, einfangen, gefangen nehmen, festhalten; mnd. vān, vahen, st. V., anfassen, ergreifen; mnl. vaen, st. V., fangen; ahd. fāhan, red. V., fangen, ergreifen, erfassen, halten; as. fāhan, fangan*, red. V. (1), sich wenden, fangen, fassen; anfrk. fangan*, fangon*, st. V. (7)=red. V., fangen, greifen; germ. *fanhan, st. V., fassen, fangen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fangen, Kluge s. u. fangen, EWD s. u. fangen, DW 3, 1311, DW2 9, 131, EWAhd 3, 9, Falk/Torp 224, Seebold 185, Duden s. u. fangen, Bluhme s. u. fangen; Son.: vgl. afries. fā, st. V. (7)=red. V., fangen, fassen, greifen, ergreifen; nnordfries. fun, V., fangen; ae. fōn, st. V. (7)=red. V. (1), fangen, nehmen, fassen, greifen, gefangen nehmen; an. fā (1), red. V., fangen, fassen, greifen, erhalten (V.), verursachen; got. fāhan, red. V. (3), fangen, greifen; nndl. vangen, V., fangen; nschw. fånga, V., fangen; nnorw. fange, V., fangen; ? arm. spcacanim, V., gürte mir um; gr. πηγνύναι (pēgnýnai), gr., V., festmachen, anheften; lat. pacīscī, V., Vertrag festmachen, Vertrag schließen, Vergleich festmachen; GB.: (fāhan) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches ergreifen oder zu fassen bekommen; F.: fangen, fange, fängst, fängt, fangest, fanget, fing, fingst, fingen, fingt, fingest, finget, gefangen, ##gefangen, gefangene, gefangenes, gefangenem, gefangenen, gefangener##, fangend, ###fangend, fangende, fangendes, fangendem, fangenden, fangender###, fang (!)+EW; Z.: fa-n-g-en
$Fänger, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Fänger, Fangender; Vw.: s. An-, Genick-; E.: s. fang(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fangen, DW 3, 1315, EWD s. u. fangen; GB.: (fāhāri*) seit 12. Jh. belegte und aus fang(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Fangenden; F.: Fänger, Fängers, Fängern+EW; Z.: Fä-n-g-er
Fango, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fango, Mineralschlamm; ne. fango; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1623; I.: Lw. it. fango; E.: s. it. fango, M., Fango, Schlamm; aus einer germanischen Sprache; germ. *fanja-, *fanjam, st. N. (a), Sumpf, Moor; idg. *poni̯o-, Sb., Sumpf, Pokorny 807; s. idg. *penko-, Adj., Sb., feucht, Schlamm, Sumpf, Wasser, Pokorny 807; vgl. idg. *pen- (2), Adj., Sb., feucht, Schlamm, Sumpf, Wasser, Pokorny 807 (1397/39) (RB. idg. aus ind., ill., kelt., germ., balt.); L.: DW2 9, 125, Falk/Torp 228, Duden s. u. Fango; Son.: vgl. poln. fango, M., Fango; GB.: seit 1623 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Germanischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen zu Heilzwecken verwendeten vulkanischen Mineralschlamm; BM.: Sumpf; F.: Fango, Fangos+FW; Z.: Fan-g-o
$Fangschuss, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Fangschuss; E.: s. Fang, s. Schuss; L.: fehlt DW, EWD s. u. fangen; GB.: seit 1905 belegte und aus Fang und Schuss gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten tödlichen Schuss auf ein verletztes Opfer; F.: Fangschuss, Fangschusses, Fangschüsse, Fangschüssen+EW; Z.: Fa-n-g—schu-s-s
$Fangstoß, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fangstoß; E.: s. Fang, s. Stoß; L.: EWD s. u. fangen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Fang und Stoß gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten tödlichen Stoß auf ein verletztes Opfer F.: Fangstoß, Fangstoßes, Fangstöße, Fangstößen+EW; Z.: Fa-n-g—sto-ß
Fant, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Fant, Bursche, juner unerfahrener Mensch; ne. jackanape, sapling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. fante; E.: s. it. fante, M., Knabe, Knecht, Bauer (M.) (1); lat. īnfāns, M., F., Kind, kleines Kind, Kind im Mutterleib, Knabe, Sohn, Tochter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in- (2), Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. fārī, hārī, V., künden, kundtun, sagen, sprechen, reden, erzählen, weissagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fant, Kluge s. u. Fant, DW 3, 1318, DW2 9, 136, Duden s. u. Fant; Son.: s. mhd. vent, fent, st. M., Knabe, Junge, Fußgänger, Fußkrieger, Schachfigur, Bauer (M.) (1); mnd. vent (1), M., Bursche, Knabe, junger Kerl, Jüngling, Junge, Knecht, Geselle; vgl. frz. enfant, M., Kind; nnorw. fant, M., junger Mann, Soldat; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie inzwischen veraltete Bezeichnung für einen jungen noch unerfahrenen Menschen; BM.: nicht, sprechen; F.: Fant, Fantes, Fants, Fante, Fanten+FW(+EW); Z.: Fa-nt
Fantasie, Phantasie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fantasie, Phantasie, Vorstellungskraft; ne. fantasy, imagination; Vw.: -; Hw.: s. fantasieren, Fantast, fantastisch; Q.: vor Ende 13. Jh. (Laurin und der kleine Rosengarten); E.: mhd. fantasīe, F., Phantasie, Vorstellungskraft; mnd. fantasīe, fantasīge, fantesye, fantasey, F., Phantasie, Phantasiegebilde, Einbildung, Schwärmerei; lat.-mhd. phantasīe, st. F., Phantasie; s. lat. phantasia, F., Gedanke, Einfall, (81-43 v. Chr.); gr. φαντασία (phantasía), F., Vorstellungskraft, Phantasie; vgl. gr. φαντάζεσθαι (phantázesthai), V., erscheinen, sichtbar werden; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phantasie, EWD s. u. Phantasie, DW 13, 1821 (Phantasei, Phantasie), Duden s. u. Fantasie, Phantasie; Son.: vgl. nndl. fantasie, Sb., Fantasie, Phantasie; frz. fantaisie, F., Fantasie, Phantasie; nschw. fantasi, Sb., Fantasie, Phantasie; nnorw. fantasi, Sb., Fantasie, Phantasie; poln. fatazja, F., Fantasie, Phantasie; kymr. ffantasi, M., F., Fantasie, Phantasie; nir. fantaisíocht, F., Fantasie, Phantasie; GB.: seit vor Ende 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen mögliche menschliche Vorstellungskraft; BM.: leuchten; F.: Fantasie, Fantasien, Phantasie, Phantasien+FW(+EW); Z.: Fa-nt-as-ie
fantasieren, phantasieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. fantasieren, phantasieren, träumen; ne. fantasize; Vw.: -; Hw.: s. Fantasie, Fantast, fantastisch; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. fantasieren, sw. V., fantasieren, phantasieren; lat. phantasiārī, V., Einfälle haben, Einbildungen haben, (4. Jh. n. Chr.); lat. phantasia, F., Gedanke, Einfall; gr. φαντασία (phantasía), F., Vorstellungskraft, Phantasie; vgl. gr. φαντάζεσθαι (phantázesthai), V., erscheinen, sichtbar werden; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phantasie, EWD s. u. Phantasie, DW 3, 1319, Duden s. u. fantasieren; Son.: vgl. nndl. fantaseren, V., fantasieren; nschw. fantisera, V., fantasieren; nnorw. fantasere, V., fantasieren; poln. fantazjować, V., fantasieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für seit Entstehung des Menschen mögliches sich den wechselnden Vorstellungen der Fantasie hingeben oder träumen; BM.: leuchten; F.: fantasieren, fantasiere, fantasierst, fantasiert, fantasierest, fantasieret, fantasierte, fantasiertest, fantasierten, fantasiertet, ##fantasiert, fantasierte, fantasiertes, fantasiertem, fantasierten, fantasierter##, fantasierend, ###fantasierend, fantasierende, fantasierendes, fantasierendem, fantasierenden, fantasierender###, fantasier, phantasieren, phantasiere, phantasierst, phantasiert, phantasierest, phantasieret, phantasierte, phantasiertest, phantasierten, phantasiertet, ##phantasiert, phantasierte, phantasiertes, phantasiertem, phantasierten, phantasierter##, phantasierend, ###phantasierend, phantasierende, phantasierendes, phantasierendem, phantasierenden, phantasierender###, phantasier (!)+FW(+EW); Z.: fa-nt-as-ier-en
Fantast, Phantast, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Fantast, Phantast, wirklichkeitsferner Träumer; ne. fantast, phantast, dreamer; Vw.: -; Hw.: s. Fantasie, fantasieren, fantastisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. gr. φανταστής (phantastḗs); E.: s. mnd. fantast, fantaste, M., Schwärmer, eingebildeter Narr; gr. φανταστής (phantastḗs), M., Prahler, sich zur Schau Stellender; vgl. gr. φαντάζεσθαι (phantázesthai), V., erscheinen, sichtbar werden; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phantasie, EWD s. u. Phantasie, DW 3, 1319, Duden s. u. Fantast; Son.: vgl. nndl. fantast, Sb., Fantast; nschw. fantast, Sb., Fantast; nnorw. fantast, M., Fantast; poln. fantasta, M., Fantast; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen wirklichkeitsfremden Träumer; BM.: leuchten; F.: Fantast, Fantasten, Phantast, Phantasten+FW; Z.: Fa-nt-ast
fantastisch, phantastisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fantastisch, phantastisch, traumhaft, wunderbar, auf Einbildungskraft beruhend; ne. fantastic, terrific; Vw.: -; Hw.: s. Fantasie, fantasieren, Fantast; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. phantasticus; E.: s. mnd. fantastisch, Adj., phantastisch, schwärmerisch, verdreht; lat. phantasticus, Adj., auf Vorstellung durch die Einbildungskraft beruhend, nur in der Fantasie bestehend, erdacht, eingebildet, (um 340-397 n. Chr.); gr. φανταστικός (phantastikós), Adj., zur Einbildung gehörig, zur Einbildungskraft gehörig; vgl. gr. φαντάζεσθαι (phantázesthai), V., erscheinen, sichtbar werden; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phantasie, EWD s. u. Phantasie, Duden s. u. fantastisch; Son.: vgl. nndl. fantastisch, Adj., fantastisch; frz. fantastique, Adj., fantastisch; nschw. fantatsisk, Adj., fantastisch; nnorw. fantastisk, Adj., fantastisch; poln. fantastyczny, Adj., fantastisch; kymr. ffantastig, Adj., fantastisch; nir. fantaiseach, Adj., fantastisch; lit. fantastiškas, Adj., fantastisch; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches traumhaft oder wunderbar oder auf Einbildungskraft beruhend; BM.: leuchten; F.: fantastisch, fantastische, fantastisches, fantastischem, fantastischen, fantastischer(, fantastischere, fantastischeres, fantastischerem, fantastischeren, fantastischerer, fantastischst, fantastischste, fantastischstes, fantastischstem, fantastischsten, fantastischster, phantastisch, phantastische, phantastisches, phantastischem, phantastischen, phantastischer, phantastischere, phantastischeres, phantastischerem, phantastischeren, phantastischerer, phantastischst, phantastischste, phantastischstes, phantastischstem, phantastischsten, phantastischster)+FW(+EW); Z.: fa-nt-ast-isch
Fanz, Fenz, Fanze, nhd. (ält.), M.: nhd. Fanz, Fenz, Fanze, wertloses Zeug; ne. waggishness; Vw.: s. Firle-; Hw.: -; I.: Lw.; E.: s. mhd. vanz, fanz*, st. M., Schalk, Betrug; mnd. vanz, vantz, vantze, vanze, fanz*, M., Kleinigkeit, unbedeutendes oder wertloses Ding, Posse?; vgl. mhd. vanz, st. M., Schalk, Betrug; it. fante, M., Fußsoldat, Bube; lat. īnfāns, Adj., stumm, sehr jung; lat. in (2), Präf., un...; lat. fārī, V., künden, kundtun; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 757; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105; L.: DW 3, 1320; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wertloses Zeug; BM.: sprechen?; F.: Fanz, Fanzes, Fanze, Fanzen+FW; Z.: F-anz
Farbe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Farbe, Färbemittel, Symbol; ne. colour (N.), dye (N.); Vw.: s. Tempera-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. varwe (1), var, st. F., Farbe, Hautfarbe, Streichfarbe, Schminke, Blut; mnd. varwe, F., Farbe; mnl. varuwe, varwe, vaerwe, verwe, F., Farbe; ahd. farawa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Farbe, Aussehen, Gestalt; ahd. farawī*, st. F. (ī), Farbe; as. farwi*, farawi*, st.? F. (ī), Farbe; anfrk. -; germ. *farwō, st. F. (ō), Farbe; idg. *perk̑- (2), Adj., gesprenkelt, bunt, Pokorny 820? (1409/51) (RB. idg. aus ind., phryg./dak.?, gr., ill., ital.?, kelt., germ.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Farbe, Kluge s. u. Farbe, DW 3, 1321, EWD s. u. Farbe, DW2 9, 136, EWAhd 3, 62, Falk/Torp 234, Duden s. u. Farbe, Bluhme s. u. Farbe; Son.: vgl. ae. færbu, st. F., Farbe; got. farwa, st. M.? (wa), st. N.? (wa), Farbe, Aussehen, Gestalt; nndl. verv, Sb., Körper; ai. kṛ́p- ‛Gestalt; lat. corpus, N., Körper; air. cruth, M., Gestalt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit dem Auge wahrnehmbare und auf der verschiedenartigen Reflexion und Absorption von Licht beruhende Erscheinungsweise von Gegebenheiten wie beispielsweise gelb oder rot oder blau oder grün oder schwarz oder weiß; BM.: sprühen?; F.: Farbe, Farben+EW; Z.: Far-b-e
$*farben?, nhd., Adj., (20. Jh.)?: nhd. *farben?, mit Farbe versehen (Adj.); Vw.: s. khaki-, uni-; E.: s. Farb(e), s. en (Suff.); GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Farb(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Farbe versehen (Adj.); F.: farben, farbene, farbenes, farbenem, farbenen, farbener+EW; Z.: far-b-en
$färben, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. färben, durch Farbe in Erscheinungsweise für das Auge ändern, mit Farbe versehen (V.); Vw.: s. schön-; E.: s. Farb(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Farbe, DW 3, 1325, EWD s. u. Farbe; GB.: um 1000 belegte und aus Farb(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Farbe in der Erscheinungsweise für das Auge abändern; F.: färben, färbe, färbst, färbt, färbest, färbet, färbte, färbtest, färbten, färbtet, gefärbt, ##gefärbt, gefärbte, gefärbtes, gefärbtem, gefärbten, gefärbter##, färbend, ###färbend, färbende, färbendes, färbendem, färbenden, färbender###, färb (!)+EW; Z.: fär-b-en
$Färber, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Färber, Färbender; Vw.: s. Schön-; E.: s. färb(en), s. er (Suff.): L.: DW 3, 1329, EWD s. u. Farbe; GB.: (verwære) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus färb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Färbenden; F.: Färber, Färbers, Färbern+EW; Z.: Fär-b-er
$Färberei, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Färberei, Färbeunternehmen; Vw.: s. Schön-; E.: s. Färber, s. ei (Suff.); GB.: vielleicht seit 1478 belegte und aus Färber und ei gebildete Bezeichnung für ein wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches Färben betreibendes Unternehmen; F.: Färberei, Färbereien+EW; Z.: Fär-b-er-ei
$farbig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. farbig, Farbe betreffend, Farbe habend; E.: s. Farb(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Farbe, EWD s. u. Farbe; GB.: seit 1565 belegte und aus Farb(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches Farbe betreffend oder Farbe habend; F.: farbig, farbige, farbiges, farbigem, farbigen, farbiger(, farbigere, farbigeres, farbigerem, farbigeren, farbigerer, farbigst, farbigste, farbigstes, farbigstem, farbigsten, farbigster)+EW; Z.: far-b-ig
$Farbiger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Farbiger; E.: s. farbig, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Farbe; GB.: seit 1869 belegte und aus farbig und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Menschen mit dunkler und hauptsächlich von der Sonneneinstrahlung durch Pigmentbildung verursachter Hautfarbe; F.: Farbiger, Farbige, Farbigen+EW; Z.: Far-b-ig-er
Farce, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Farce, Posse, lächerliche Angelegenheit; ne. farce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1599; E.: s. frz. farce, F., Fleischfüllung, Füllung, Farce; vgl. lat. farcīre, V., stopfen, vollstopfen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Farce, fehlt DW, EWD s. u. Farce, Duden s. u. Farce; Son.: vgl. nndl. farce, Sb., Farce; nschw. fars, färs, Sb., Farce; nnorw. farse, M., Farce; poln. farsa, F., Farce; kymr. ffars, F., Farce; lit. farsas, M., Farce; GB.: seit 1599 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Posse oder lächerliche Angelegenheit; BM.: stopfen; F.: Farce, Farcen+FW; Z.: Farc-e
$farcieren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. farcieren, stopfen, vollstopfen; E.: s. Farc(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Farce; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Farc(e) und ieren gebildete und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für stopfen oder vollstopfen; F.: farcieren, farciere, farcierst, farciert, farcierest, farcieret, farcierte, farciertest, farcierten, farciertet, ##farciert, farcierte, farciertes, farciertem, farcierten, farcierter##, farcierend, ###farcierend, farcierende, farcierendes, farcierendem, farcierenden, farcierender###, farcier (!)+FW+EW; Z.: farc-ier-en
Fardel, Vartel, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Fardel, Vartel, Warenballen, Bündel; ne. bale (V.), bundle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1320; I.: Lw.; E.: mhd. fardel, vardel, st. N., Fardel, Bündel, Ballen (M.), Warenballen, Pack; mnd. fardē̆l, vardel, N., Warenballen, Packen (M.), ein Tuchmaß (45 Barchente zu 24 Ellen); frz. fardel, Sb., Bündel; afrz. farde, Sb., Paket, Bündel; it. fardeloo, M., Bündel; von arab. farda, Sb., Ballen (M.), Kamellast; L.: DW 3, 1331, DW2 9, 152; GB.: seit 1320 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung (Warenballen, Bündel) für ein Stückmaß und Zählmaß in der Textilwirtschaft; BM.: Kamellast; F.: Fardel, Fardels, Fardeln, Vartel, Vartels, Varteln+FW; Z.: Fard-el
Farin, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Farin, mehlartiger gelblichbrauner Zucker; ne. farina, powdered sugar; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. it. farina; E.: it. farina, F., Mehl; s. lat. farīna, F., Mehl, Teigüberzug, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. far, N., Getreide, Korn, Dinkel; idg. *bʰares-, Sb., Gerste, Spelt, Pokorny 111 (179/12) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Farin, fehlt DW, Duden s. u. Farin; Son.: vgl. nschw. farin, Sb., Farin?; nnorw. farin, M., N., Kristallzucker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen feinen mehlartigen gelblichbraunen Zucker; BM.: schwellen?; F.: Farin, Farins+FW; Z.: Fa-r-in
Farm, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Farm, landwirtschaftlicher Betrieb; ne. farm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh. (Reisebericht); I.: Lw. ne. farm; E.: s. ne. farm, N., Bauernhof; afrz. ferme, M., Pachthof; mlat. fīrma, fērma, F., Festmahl, Gastung, Pacht, Pachtgut (1012-1018); unter Einfluss von lat. fīrmus von ae. feorm, st. F. (ō), Nahrung, Unterhalt, Mahl, Fest, Essen (N.), Besitz, Vorrat, Vorteil; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Farm, fehlt DW, EWD s. u. Farm, DW2 9, 152, Duden s. u. Farm, Bluhme s. u. Farm; Son.: vgl. nndl. farm, Sb., Farm; nschw. farm, Sb., Farm; nnorw. farm, M., Farm; poln. farma, F., Farm; kymr. ffarm, F., Farm; nir. fairm, F., Farm; lit. ferma, F., Farm; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen landwirtschaftlichen Betrieb (in Übersee); BM.: Unterhalt; F.: Farm, Farmen+FW; Z.: Farm
$Farmer, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Farmer, Bauer (M.) (1), Landwirt; E.: s. farm, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Farm, fehlt DW, EWD s. u. Farm; GB.: vielleicht seit 1781 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus farm und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Bauern oder Landwirt; F.: Farmer, Farmers, Farmern+FW(+EW); Z.: Farm-er
Farn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Farn, Farnkraut, Farnpflanze; ne. fern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. varn, varm, st. M., Farnkraut; mnd. vārn, vāren, vārne, M., Farn, Farnkraut, Farrenkraut; mnl. varen, M., N., Farn; ahd. farn, farm (2), st. M. (a)?, st. N. (a)?, Farn, Farnkraut, Engelsüß, Acker-Gauchheil?, Vogel-Miere?; as. farn*, st. M. (a?), Farn, Farnkraut; anfrk. -; wgerm. *farna-, *farnaz, st. M. (a), Farn; idg. *porno-, Sb., Feder, Pokorny 850; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen, durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Farn, Kluge s. u. Farn, DW 3, 1392, EWD s. u. Farn, DW2 9, 152, EWAhd 3, 71, Falk/Torp 234, Duden s. u. Farn, Bluhme s. u. Farn; Son.: vgl. afries. -; ae. fearn, st. N. (a), Farn, Farnkraut; an. -; got. -; nndl. varen, Sb., Farn; ai. parná, N., Feder; av. parəna-, N., Feder; gr. πτερίς (pterís), F., Farn, Farnkraut; air. raith, F., Farn; lit. papártis, M., Farn; russ. папоротник (páporotnik), M., Farn; heth. pattar, N., Flügel; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Westgermanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sich seit vor 360 Millionen Jahren entwickelnde und in rund 12000 Arten weltweit vorkommende sowie sich durch Sporen vermehrende blütenlose Pflanze mit großen in der ersten Wachstumsphase noch eingerollten und meist gefiederten Blättern; BM.: Feder; F.: Farn, Farns, Farnes, Farne, Farnen+EW; Z.: Far-n
$Farnkraut, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Farnkraut; E.: s. Farn, s. Kraut; L.: DW 3, 1333, EWD s. u. Farn; GB.: seit 1517 belegte und aus Farn und Kraut gebildete Bezeichnung für Farn (s. d.); F.: Farnkraut, Farnkrautes, Farnkrauts, Farnkräuter, Farnkräutern+EW; Z.: Far-n—krau-t
Farre, Farr, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Farre, Farr, Stier; ne. bull (N.); Vw.: -; Hw.: s. Färse; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. varre, pfarre, pharre, farre*, pfarre*, st. M., sw. M., Farre, Stier; mhd. var (2), pfar, phar, sw. M., st. M., Farre, Stier; mnd. varre, var, sw. M., Farre, Stier, Bulle (M.), Junger, junger Stier; mnl. varre, vare, M., Farren, Stier; ahd. farro*, sw. M. (n), Farre, Farren, Stier, Bulle (M.), Ochse; ahd. far (1), st. M. (i), Farre, Farren, Bulle (M.), Stier, Ochse; as. -, anfrk. -; germ. *farza-, *farzaz, st. M. (a), Farre, Farren, Stier; germ. *farzō-, *farzōn, *farza-, *farzan, sw. M. (n), Farre, Farren, Stier; s. idg. per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge 1. A. s. u. Farre, Kluge s. u. Farre, DW 3, 1333, EWD s. u. Farre, DW2 9, 153, EWAhd 3, 50, Falk/Torp 235, Duden s. u. Farre, Bluhme s. u. Farre; Son.: vgl. afries. fēring, st. M. (a), Farre, Farren, Stier; ae. fearr, st. M. (a), Stier; an. farri (3), sw. M. (n), Farre, Ochs, Ochse, Stier; got. -; gr. πόρις (póris), F., Kalb, junges Rind, Färse; ? arm. ort, Sb., Kalb; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Stier; BM.: gebären; F.: Farre, Farr, Farren+EW; Z.: Far-r-e
Färse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Färse, junge Kuh; ne. young cow; Vw.: -; Hw.: s. Farr; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. verse (1), ferse*, F., Färse, junge Kuh; mnd. verse, ferse*, F., Mädchen, Mägdelein, Mädlein, Jungfrau, junge Kuh, Färse; mnl. verse, F., Färse; germ. *farsī, sw. F. (n), Färse, Kalb; germ. *farsjō, st. F. (ō), Färse, Kalb; vgl. idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge 1. A. s. u. Färse, Kluge s. u. Färse, DW 3, 1334, EWD s. u. Färse, DW2 9, 154, Falk/Torp 235, Duden s. u. Färse; GB.: (verse) seit 1422 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche junge Kuh; BM.: gebären; F.: Färse, Färsen+EW; Z.: Fär-s-e
farzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. farzen, furzen; ne. fart (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. varzen, vartzen, farzen*, sw. V., furzen; s. mhd. verzen, ferzen*, st. V., furzen; mnl. verten, vorten, sw. V., farzen, furzen; ahd. ferzan*, st. V. (3b?), furzen; as. -; anfrk. -; germ. *fertan, st. V., furzen; idg. *perd-, V., furzen, Pokorny 819 (1403/45) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. farzen, Kluge s. u. farzen, DW 3, 1335, DW2 9, 154, EWAhd 3, 178, Duden s. u. furzen; Son.: vgl. afries. -; ae. *feortan?, st. V., furzen; an. freta, st. V. (3b), furzen; got. -; nschw. fjärta, V., furzen; ai. párdate, V., furzen; gr. πέρδεσθαι (pérdesthai), V., furzen; lit. pérsti, V., furzen; russ. пердеть (perdét), V., furzen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches furzen oder eine Darmblähung (laut) entweichen lassen; BM.: ?; F.: farzen, farze, farzt, farzest, farzet, farzte, farztest, farzten, farztet, gefarzt, ##gefarzt, gefarzte, gefarztes, gefarztem, gefarzten, gefarzter##, farzend, ###farzend, farzende, farzendes, farzendem, farzenden, farzender###, farz (!)+EW; Z.: farz-en
Fasan, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Fasan, ein Hühnervogel; ne. pheasant; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. fasān, fasant, vasān, vasānt, st. M., Fasan; mnd. fasant, phasyān, M., Fasan; mnd. feisān, feysān, foisān, M., Fasan; mnl. fasaen, M., Fasan; frz. faisan, M., Fasan; lat. phāsiānus (avis), fāsianus, M., Fasan, Vogel aus der Gegend des Flusses Phasis; vgl. gr. όρνις Φασιανός (órnis Phasianós), M., Fasan, Vogel aus der Gegend des Flusses Phasis; gr. Φᾶσις (Phasis), FlN, Phasis (Grenzfluss zwischen Kleinasien und Kolchis); Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. Fasan, Kluge s. u. Fasan, DW 3, 1336, EWD s. u. Fasan, DW2 9, 154, EWAhd 3, 78, Duden s. u. Fasan; Son.: s. ahd. fesihuon*, st. N. (a) (iz) (az), Fasan, Weibchen des Fasans; nndl. fazant, Sb., Fasan; frz. faisan, M., Fasan; nschw. fasan, Sb., Fasan; nnorw. fasan, M., Fasan; poln. bażant, M., Fasan; kymr. ffesant, M., Fasan; nir. piasún, M., Fasan; lit. fazanas, M., Fasan; GB.: vielleicht seit 1185 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen (sowie Griechischen) des Altertums aufgenommene und von einem Flussnamen Phasis zwischen Kleinasien und Kolchis abgeleitete Bezeichnung für einen aus Asien kommenden schon vormenschlichen zu den Hühnervögeln gehörenden Vogel bei dem die Henne unauffällig graubraun und der Hahn meist sehr farbenprächtig gefiedert ist und lange Schwanzfedern hat; BM.: Vogel von dem Fluss Phasis; F.: Fasan, Fasans, Fasane, Fasanen+FW; Z.: Fas-an
$Fasanerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fasanerie, Fasanenzucht, Fasanengarten; E.: s. Fasan, s. er, s. ie (Suff.); L.: DW 3, 1336, EWD s. u. Fasan; GB.: seit 1719 belegte und aus Fasan und er sowie ie (Suff.) gebildete und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelte Fasanenzucht und Fasanengarten; F.: Fasanerie, Fasanerien+FW+EW; Z.: Fas-an-er-ie
Fasche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fasche, Schnürleibchen, Binde; ne. bandage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. fasche, fasch, st. F., sw. F., Binde; ahd. fāska, fāsca*, st. F. (ō), Umschlag, Pflaster, Wickel; lat. fascia, F., Binde, Band (N.), Streifen (M.), (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰasko-, Sb., Bund, Bündel, Pokorny 111 (180/13) (RB. idg. aus phryg./dak., gr.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Fasche, DW 3, 1336, DW2 9, 155, EWAhd 3, 79, Duden s. u. Fasche; Son.: von der idg. Form vgl. mir. basc, Sb., Halsband; abrit. bascauda, F., eherner Spülkessel; GB.: (fāska) 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete lange Binde zu einem Umwickeln verletzter Gliedmaßen; BM.: Bund; F.: Fasche, Faschen+FW(+EW); Z.: Fasch-e
$faschieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. faschieren; L.: Kluge s. u. Farce; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für durch den in der Mitte des 19. Jh. von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Fleischwolf drehen; F.: faschieren, faschiere, faschierst, faschiert, faschierest, faschieret, faschierte, faschiertest, faschierten, faschiertet, ##faschiert, faschierte, faschiertes, faschiertem, faschierten, faschierter##, faschierend, ###faschierend, faschierende, faschierendes, faschierendem, faschierenden, faschierender###, faschier (!)+FW(+EW); Z.: fasch-ier-en
$Faschiertes, nhd., (Part. Prät.=)N., (20. Jh.?): nhd. Faschiertes, Hackfleisch; E.: s. faschier(en), s. t, s. es (Suff.); L.: Kluge s. u. Farce; GB:. vielleicht seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für durch den in der Mitte des 19. Jh. von Menschen entwickelten und verwendeten Fleischwolf gedrehtes und dadurch zerkleinertes Fleisch; F.: Faschiertes, Faschierte, Faschiertem, Faschierten+FW(+EW); Z.: Fasch-ier-t-es
Faschine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Faschine, Reisigbündel; ne. fascine; Vw.: -; Hw.: s. Faschismus; Q.: 1616; I.: Lw. it. fascina; E.: it. fascina, F., Reisigbündel, Rutenbündel; lat. fascina, F., Rutenbündel, Faschine, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. fascis, M., Bündel, Rutenbündel, Paket; idg. *bʰasko-, Sb., Bund, Bündel, Pokorny 111 (180/13) (RB. idg. aus phryg./dak., gr.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Faschine, EWD s. u. Faschine, DW2 9, 155, Duden s. u. Faschine; Son.: vgl. nndl. fascine, F., Faschine; nschw. faskin, Sb., Faschine; nnorw. faskin, M., Faschine; poln. faszyna, F., Faschine; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein fest zusammengeschnürtes bei der Befestigung und Sicherung der Böschung etwa eines Ufers verwendetes Reisigbündel; BM.: Bund; F.: Faschine, Faschinen+FW(+EW); Z.: Fasch-in-e
Fasching, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fasching, Karneval, Fasnacht; ne. carnival, Fasching; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1272 (Urkunde); E.: s. mhd. vaschanc, vaschang, vassang, st. M., Fasching, Fastnacht; Vorderglied nhd. fasten; Hinterglied unklar, vielleicht von Gang; L.: Kluge 1. A. s. u. Fasching, Kluge s. u. Fasching, DW 3, 1336, EWD s. u. Fasching, DW2 9, 156, Duden s. u. Fasching; GB.: seit 1272 belegte und aus fast(en) und vielleicht Gang gebildete Bezeichnung für die sachlich vermutlich in Mesopotamien von Menschen entwickelte Karnevalszeit des Winterausklangs; BM.: fasten; F.: Fasching, Faschings+EW; Z.: Fasch-ing
Faschismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Faschismus, Rechtsextremismus; ne. fascism; Vw.: -; Hw.: s. Faschine; Q.: 1921; I.: Lw. it. fascismo; E.: s. it. fascismo, M., Faschismus; vgl. it. fascio, M., Bund, Bündel; lat. fascis, Bund, Bündel, Paket, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰasko-, Sb., Bund, Bündel, Pokorny 111 (180/13) (RB. idg. aus phryg./dak., gr.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Faschismus, EWD s. u. Faschismus, Duden s. u. Faschismus; Son.: vgl. nndl. fascisme, Sb., Faschismus; frz. fascisme, M., Faschismus; nschw. fascism, Sb., Faschismus; nnorw. fascisme, M., Faschismus; poln. faszyzm, M., Faschismus; kymr. ffasgaeth, F., Faschismus; nir. faisisteachas, M., Faschismus; lit. fašizmas, M., Faschismus; GB.: seit 1921 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zuerst in Italien von dem früheren Lehrer Benito Mussolini (1883-1945) um 1920 entwickelte politische Bewegung mit Führerprinzip und rechtsradikaler Ideologie; BM.: Bund; F.: Faschismus, Faschismen+FW(+EW?); Z.: Fasch-ism-us
$Faschist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Faschist; Vw.: s. Anti-; E.: s. Faschis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Faschismus, fehlt DW, EWD s. u. Faschismus; GB.: seit 1935 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete bzw. aus Faschis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Faschismus; F.: Faschist, Faschisten+FW+EW; Z.: Fasch-ist
$faschistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. faschistisch, Faschist(en) betreffend; Vw.: s. anti-; E.: s. Faschist (bzw. Faschis[mus] und t), s. isch; L.: Kluge s. u. Faschismus, fehlt DW, EWD s. u. Faschismus; GB.: seit 1925 belegte und aus Faschis(mus) und t oder Faschist sowie isch gebildete Bezeichnung für Faschist(en) betreffend; F.: faschistisch, faschistische, faschistisches, faschistischem, faschistischen, faschistischer(, faschistischere, faschistischeres, faschistischerem, faschistischeren, faschistischerer, faschistischst, faschistischste, faschistischstes, faschistischstem, faschistischsten, faschistischster)+FW(+EW); Z.: fasch-ist-isch
$faschistoid, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. faschistoid, faschistisch; E.: s. Faschist (bzw. Faschis[mus] und t), s. oid, L.: Kluge s. u. Faschismus, fehlt DW; F.: faschistoid, faschistoide, faschistoides, faschistoidem, faschistoiden, faschistoider(, faschistoidere, faschistoideres, faschistoiderem, faschistoideren, faschistoiderer, faschistoidest, faschistoideste, faschistoidestes, faschistoidestem, faschistoidesten, faschistoidester)+FW(+EW); Z.: fasch-ist-oid
Fase, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Fase, abgeschrägte Kante; ne. edge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: vgl. mhd. vase, fase*, sw. F., sw. M., Faser, Franse, Einfassung, Saum (M.) (1); mnd. vāse, F., Faser, Fädchen, Wurzelfaden; mnl. vase, F., Faser, Franse; ahd. faso*, sw. M. (n), Faser, Franse, Faden; as. -; anfrk. -; germ. *fasō-, *fasōn, *fasa-, *fasan, Sb., Franse; s. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); vielleicht auch noch Einfluss von it. fascia, F., Band (N.); L.: Kluge s. u. Fase, DW 3, 1336, DW2 9, 157, EWAhd 3, 80; Son.: vgl. ae. fæs, fæsn, st. N. (a), Franse, Rand; lit. plúnnksna, Sb., Feder; lit. pláukas, Sb., Haar; russ. pásmo, Sb., Garnsträhne, Fitze; GB.: (fasa und faso) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine feine durch die Bearbeitung einer Kante entstandene abgeschrägte Fläche; BM.: ein Band abnehmen?; F.: Fase, Fasen+EW; Z.: Fas-e
Fasel, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Fasel, Fötus, Sprössling; ne. offspring; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. vasel (1), fasel*, st. M., Zuchtvieh, Zuchtstier, Zuchteber, der Fortpflanzung dienendes männliches Tier; mnd. vāsel, vassel, vaessel, M., Zucht, Nachkommenschaft von Tieren, Gezücht; mnl. vasel, Sb., Leibesfrucht; ahd. fasal*, st. M. (a), Same, Frucht, Nachkomme, Geschlecht; as. -; anfrk. -; wgerm. *fasula-, *fasulam, st. N. (a), Nachkommenschaft, Glied; vgl. idg. pes- (3), N., Glied, Pokorny 824 (1418/60) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Fasel, DW 3, 1337, DW2 9, 158, EWAhd 3, 75, Falk/Torp 239; Son.: vgl. afries. -; ae. fæsl, Sb. Pl., Nachkommen (M. Pl.); an. fǫsull, st. M. (a), Band (N.)?; got. -; ai. pásas-, N., Penis; gr. πόσθη (pósthē), F., männliches Glied; lat. pēnis, M., Schwanz, Penis; ? heth. pesna-, M., Mann; GB.: (fasal) seit um 1000 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein geschlechtsreifes Rind oder Schwein; BM.: Glied; F.: Fasel, Fasels, Faseln+EW; Z.: Fas-el
$Faselei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Faselei, wirres Gerede; E.: s. fasel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. faseln, DW 3, 1337, EWD s. u. faseln; GB.: seit 1774 belegte und aus fasel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für wirres Gerede; F.: Faselei, Faseleien+EW; Z.: Fas-el-ei
faseln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. faseln, wirr reden; ne. babble, drivel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1685; E.: vgl. ahd. faso*, sw. M. (n), Faser, Franse, Faden; germ. *fasō-, *fasōn, *fasa-, *fasan, Sb., Franse; s. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. faseln, Kluge s. u. faseln, DW 3, 1339, EWD s. u. faseln, DW2 9, 159, Duden s. u. faseln, Bluhme s. u. faseln; GB.: seit 1685 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unüberlegt und wirr sowie meist weitschweifig reden; BM.: Faser?; F.: faseln, fasle, faselst, faselt, fasele, faslest (!), faslet (!), faselte, faseltest, faselten, faseltet, gefaselt, ##gefaselt, gefaselte, gefaseltes, gefaseltem, gefaselten, gefaselter##, faselnd, ###faselnd, faselnde, faselndes, faselndem, faselnden, faselnder###, fasel (!)+EW; Z.: fas-el-n
Faser, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Faser, Faden eines Gewebes; ne. fiber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. vaser, F., Franse; ahd. fasa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Faser, Franse, Faden; wgerm. *fasō-, *fasōn, *fasa-, *fasan, Sb., Franse; s. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Faser, Kluge s. u. Faser, DW 3, 1339, EWD s. u. Faser, Falk/Torp 240, Duden s. u. Faser, Bluhme s. u. Faser; Son.: s. mnd. vēse, F., M., Faser; mnd. vesen, st. M., Faser, Fädchen, Hülse; mnl. vēse, Sb.; as. fesa, sw. F. (n), Fehse, Hülse, Schote (F.) (1); vgl. ae. fæs, fæsn, st. N. (a), Franse, Rand; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches feines und dünnes fadenähnliches und aus pflanzlichem oder tierischem Rohstoff bestehendes Gebilde; BM.: wehen?; F.: Faser, Fasern+EW; Z.: Fas-er
$faserig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. faserig, Faser betreffend; E.: s. Faser, s. ig; L.: Kluge s. u. Faser, DW 3, 1340, EWD s. u. Faser; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Faser und ig gebildete Bezeichnung für Faser betreffend; F.: faserig, faserige, faseriges, faserigem, faserigen, faseriger(, faserigere, faserigeres, faserigerem, faserigeren, faserigerer, faserigst, faserigste, faserigstes, faserigstem, faserigsten, faserigster)+EW; Z.: fas-er-ig
$fasern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fasern, Faser bilden; Vw.: s. zer-; E.: s. Faser, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Faser, DW 3, 1340, EWD s. u. Faser; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Faser und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches Faser bilden; F.: fasern (!), fasere, fasre, faser (!), faserst, fasert, faserte, fasertest, faserten, fasertet, gefasert, ##gefasert, gefaserte, gefasertes, gefasertem, gefaserten, gefaserter##, fasernd, ###fasernd, faserndes, faserndem, fasernden, fasernder###, faser (!)+EW; Z.: fas-er-n
$fasernackt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fasernackt, splitternackt, ganz nackt; E.: s. Faser, s. nackt; L.: Kluge s. u. fasernackt, DW 3, 1340, EWD s. u. Faser; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Faser und nackt gebildete Bezeichnung für sachlich vor Entwicklung von Kleidung durch den Menschen selbverständliches bis auf die letzte Faser nackt oder splitternackt; F.: fasernackt, fasernackte, fasernacktes, fasernacktem, fasernackten, fasernackter+EW; Z.: fas-er—nackt
Fashion, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Fashion, Mode; ne. fashion (N.); Vw.: -; Hw.: s. Fasson; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. fashion; E.: s. ne. fashion, F., Mode; frz. façon, F., Form, Machart; lat. factio, F., Machen, Tun, boshaftes Treiben, Heimtücke, Zusammenhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fasson, fehlt DW, Duden s. u. Fashion; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Französischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Mode vor allem für Kleider oder Bekleidung; BM.: machen; F.: Fashion+FW; Z.: Fash-ion
Fass, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fass, Tonne (F.) (1); ne. vat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. vas, fas*, st. N., Fass, Gefäß, Schrein; mhd. vaz (1), faz*, st. N., Fass, Gefäß, Kasten (M.); mnd. vat, N., Fass; mnl. vat, Sb., Fass; ahd. faz, st. N. (a), Behälter, Gefäß, Fass, Krug (M.) (1); as. fat*, st. N. (a), Fass, Gefäß; anfrk. fat*, st. N. (a), Gefäß, Fass; germ. *fata-, *fatam, st. N. (a), Gefäß; idg. *pēdo-, Sb., Gefäß, Einfassung, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (1), *pō̆d-, V., fassen, Pokorny 790 (1371/13) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fasz, Kluge s. u. Fass, DW 3, 1358 (Fasz), EWD s. u. Fass, DW2 9, 160, EWAhd 3, 92, Falk/Torp 226, Duden s. u. Fass; Son.: vgl. afries. fet, st. N. (a), Fass; ae. fæt (1), st. N. (a), Fass, Gefäß, Becher; an. fat, st. N. (a), Gefäß, Decke, Kleid; got. -; nndl. vat, Sb., Fass; nschw. fat, Sb., Fass; nnorw. vat, N., Fass; lit. púodas, M., Topf; GB.: (faz) seit um765 belegte und für das Indogermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein größeres zylindrisches oft bauchig geformtes hölzernes aus Dauben zusammengesetztes und von Reifen zusammengehaltenes oder aus Metall bestehendes Behältnis das der Aufnahme und Aufbewahrung meist ganz oder teilweise flüssiger Inhalte dient; BM.: fassen?; F.: Fass, Fasses, Fässer, Fässern+EW; Z.: Fas-s
Fassade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fassade, Vorderseite, Außenseite; ne. facade, veneer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1624; I.: Lw. frz. façade; E.: s. frz. façade, F., Fassade; it. facciata, F., Fassade; vgl. it. faccia, F., Vorderseite; lat. faciēs, fatiēs, F., Äußeres, Aussehen, Erscheinung, Erscheinungsbild; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fassade, fehlt DW, EWD s. u. Fassade, DW2 9, 164, Duden s. u. Fassade; Son.: vgl. nndl. facade, Sb., Fassade; nschw. fasad, Sb., Fassade; nnorw. fasade, M., Fassade; poln. fasada, F., Fassade; lit. fasadas, M., Fassade; GB.: seit 1624 belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche vordere gewöhnlich der Straße zugekehrte Außenseite eines Gebäudes; BM.: stellen; F.: Fassade, Fassaden+FW(+EW); Z.: Fa-ss-ad-e
$fassbar, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. fassbar, fasslich, greifbar; Vw.: s. un-; E.: s. fass(en), s. bar; L.: Kluge s. u. fassen, fehlt DW, EWD s. u. fassen; GB.: seit 1788 belegte und aus fass(en) und bar belegte sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fasslich oder greifbar; F.: fassbar, fassbare, fassbares, fassbarem, fassbaren, fassbarer(, fassbarere, fassbareres, fassbarerem, fassbareren, fassbarerer, fassbarst, fassbarste, fassbarstes, fassbarstem, fassbarsten, fassbarster)+EW; Z.: fas-s-bar
$Fassbinder, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fassbinder, Fasshersteller, Küfer; Q.: 1271 (Urkunde); E.: s. Fass, s. Binder; L.: DW 3, 1361 (Faszbinder), EWD s. u. Fass, DW2 9, 165; GB.: seit 1271 belegte und aus Fass und Binder gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Arbeitsteilung möglichen Fasshersteller oder Küfer; F.: Fassbinder, Fassbinders, Fassbindern+EW; Z.: Fas-s—bind-er
fassen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fassen, ergreifen, bereiten, rüsten; ne. grasp (V.), catch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vazzen, fazzen*, sw. V., fassen, erfassen, ergreifen, einfassen, zusammenfassen, zusammenpacken, aufladen; mnd. vāten, V., anfassen, ergreifen; mnl. vāten, sw. V., fassen; ahd. fazzōn (1)?, sw. V. (2), laden (V.) (1), bepacken, rüsten; as. -; anfrk. -; germ. *fatōn, sw. V., fassen; s. germ. *fatjan, sw. V., fassen; idg. *pē̆d- (1), *pō̆d-, V., fassen, Pokorny 790 (1371/13) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fassen, Kluge s. u. fassen, DW 3, 1340, EWD s. u. fassen, DW2 9, 166, EWAhd 3, 95, Falk/Torp 226, Seebold 196, Duden s. u. fassen, Bluhme s. u. fassen; Son.: vgl. afries. fatia, sw. V. (2), fassen, aufladen; nnordfries. fate, V., fassen; ae. fėtian, sw. V. (2), bringen, holen, veranlassen, heiraten; ae. fatian, sw. V. (2?), holen, bringen; an. fata (2), sw. V. (2), finden, Weg finden; an. fjǫtra (2), sw. V. (1), fesseln; GB.: (fazzōn) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ergreifen und festhalten oder bereiten und rüsten; BM.: ?; F.: fassen, fasse, fasst, fassest, fasset, fasste, fasstest, fassten, fasstet, gefasst, ##gefasst, gefasste, gefasstes, gefasstem, gefassten, gefasster##, fassend, ###fassend, fassende, fassendes, fassendem, fassenden, fassender###, fass (!)+EW; Z.: fas-s-en
$fasslich, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. fasslich, fassbar, greifbar; Vw.: s. un-; E.: s. fass(en), s. lich; L.: Kluge s. u. fassen, fehlt DW, EWD s. u. fassen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus fass(en) und lich gebildete sowie sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fassbar oder greifbar F.: fasslich, fassliche, fassliches, fasslichem, fasslichen, fasslicher(, fasslichere, fasslicheres, fasslicherem, fasslicheren, fasslicherer, fasslichst, fasslichste, fasslichstes, fasslichstem, fasslichsten, fasslichster)+EW; Z.: fas-s-lich
Fasson, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fasson, Form, Machart; ne. shape (N.), fashion; Vw.: -; Hw.: s. fesch; Q.: 1477 (Handelsakten); I.: Lw. frz. façon; E.: s. frz. façon, F., Form, Machart; lat. factio, F., Machen, Tun, boshaftes Treiben, Heimtücke, Zusammenhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fasson, fehlt DW, EWD s. u. Fasson, DW2 9, 179, Duden s. u. Fasson; Son.: vgl. nschw. fason, Sb., Fasson; nnorw. fasong, M., Fasson; poln. fason, M., Fasson; GB.: seit 1477 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Form oder Machart; BM.: machen; F.: Fasson, Fassons, Fassonen+FW; Z.: Fa-ss-on
$Fassung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fassung, Umhüllung, Haltung, Zustand; Vw.: s. (Auf-,)Ein-; E.: s. fass(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fassen, DW 3, 1347, EWD s. u. fassen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus fass(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Umhüllung oder Haltung oder einen Zustand; F.: Fassung, Fassungen+EW; Z.: Fas-s-ung
$fassungslos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fassungslos, haltlos, sprachlos, bestürzt; E.: s. Fassung, s. s, s. los; L.: fehlt DW, EWD s. u. fassen; GB.: seit 1842 belegte und aus Fassung und s sowie los gebildete und sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches haltlos oder sprachlos oder bestürzt; F.: fassungslos, fassungslose, fassungsloses, fassungslosem, fassungslosen, fassungsloser(, fassungslosere, fassungsloseres, fassungsloserem, fassungsloseren, fassungsloserer, fassungslosest, fassungsloseste, fassungslosestes, fassungslosestem, fassungslosesten, fassungslosester)+EW; Z.: fas-s-ung-s—lo-s
fast, nhd., Adv., (8. Jh.?): nhd. fast, beinahe; ne. almost, nearly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vaste, vast, faste*, fast*, Adv., fast, beinahe, fest, dicht, eng, sehr, heftig, gewaltig, stark, schwer, hart; mnd. vaste (1), vast, Adv., fest, stark, gewaltig, recht, gar, sehr, sicher; mnl. vaste, Adv., fest, stark; ahd. fasto, Adv., fest, streng, sicher, unerschütterlich; as. fasto, Adv., fest, eindringlich, gründlich, sehr; vgl. germ. *fasta-, *fastaz, fastja-, fastjaz, Adj., fest; vgl. idg. *pasto-?, Adj., fest, Pokorny 789 (1368/10) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. fast, Kluge s. u. fast, EWD s. u. fast, DW 3, 1348, DW2 9, 187, Falk/Torp 239, Heidermanns 192, Duden s. u. fast, Bluhme s. u. fast; Son.: vgl. afries. feste, Adv., fest; ae. fæste, Adv., fest, stark, sicher, sehr; GB.: vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und von fest abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches beinahe; BM.: fest; F.: fast+EW; Z.: fast
fasten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fasten, sich bewusst bestimmter Nahrung enthalten; ne. fast (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. vasten (1), fasten*, sw. V., fasten, nüchtern sein (V.), sich enthalten (V.), sich enthalten (V.) von, büßen für; mnd. vasten (1), sw. V., fasten; mnl. vasten, sw. V., fasten; ahd. fastēn, sw. V. (3), fasten; ahd. fastōn*, sw. V. (2), fasten; as. -; anfrk. *fasten?, sw. V. (1?, 3?), fasten; germ. *fastēn, *fastǣn, sw. V., festhalten, fasten; germ. *fastōn, sw. V., festhalten; s. idg. *pasto-?, Adj., fest, Pokorny 789 (1368/10) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. fasten, Kluge s. u. fasten, DW 3, 1351, EWD s. u. fasten, DW2 9, 190, EWAhd 3, 83, Falk/Torp 239, Heidermanns 193, Duden s. u. fasten; Son.: vgl. afries. festia, sw. V. (2), fasten, mit Fasten (N.) büßen; ae. fæstan (2), sw. V. (1), fasten, büßen; ? an. fasta (2), sw. V. (3), fasten; an. fasta, sw. V. (3), fasten; got. fastan, sw. V. (3), halten, festhalten, beobachten, bewachen, fasten; nndl. vasten, V., fasten; nschw. fasta, V., fasten; nnorw. faste, V., fasten; ? apreuß. pastatuon, V., fasten; ksl. postiti sę, V., fasten (Lw. aus dem Germanischen); GB.: um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches sich bewusst bestimmter Nahrung enthalten; BM.: fest; F.: fasten, faste (!), fastest, fastet, fast, fastete, fastetest, fasteten, fastetet, gefastet, ##gefastet, gefastete, gefastetes, gefastetem, gefasteten, gefasteter##, fastend, ###fastend, fastende, fastendes, fastendem, fastenden, fastender###, faste (!)+EW; Z.: fast-en
$Fastenzeit, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Fastenzeit, Zeit des Fastens; E.: s. fasten bzw. Fasten, s. Zeit; L.: DW 3, 1353, EWD s. u. fasten; GB.: seit 1550 belegte und aus fasten bzw. Fasten und Zeit gebildete und sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Zeit des sich bewusst Enthaltens von Nahrung (Speise und Trank); F.: Fastenzeit, Fastenzeiten+EW; Z.: Fast-en—zei-t
Fastfood, Fast Food, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fastfood, Schnellgericht; ne. fast food; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. fast food; E.: s. ne. fast food, N., Fastfood, schnelles Essen; vgl. ne. fast, Adj., schnell; ae. fæst, Adj., fest, stark, sicher, steif, dicht, fromm, beständig; germ. *fasta-, *fastaz, *fastja-, *fastjaz, Adj., fest; idg. *pasto-?, Adj., fest, Pokorny 789 (1368/10) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); ne. food, N., Essen (N.), Lebensmittel; ae. fōda, sw. M. (n), Nahrung, Unterhalt, Feuerung; vgl. germ. *fōdjan, sw. V., füttern, nähren, aufziehen; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden (V.), Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Fast Food; Son.: vgl. nndl. fastfood, Sb., Fastfood; poln. fast food, M., Fastfood; GB.: seit späteres 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schnell zubereitetes Essen (N.) oder Schnellgericht; BM.: schnell, füttern; F.: Fastfood, Fastfoods, Fast Food, Fast Foods+FW; Z.: Fast-food
Fastnacht, Fasnacht, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fastnacht, Fasnacht; ne. Carnival; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. vasnaht, fasnaht*, st. F., Fastnacht, Vorabend vor Beginn der Fastenzeit, Tag vor Aschermittwoch; mhd. vastnaht, vasennaht, fastnaht*, fasennaht*, st. F., Fastnacht, Fasnacht, Vorabend vor Beginn der Fastenzeit, Tag vor Aschermittwoch; mnd. vastnacht, vasnacht, F., Fastnacht; Herkunft des Vorderglieds unklar; vielleicht von idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); Hinterglied s. nhd. Nacht; L.: Kluge 1. A. s. u. Fastnacht, Kluge s. u. Fastnacht, DW 3, 1353, EWD s. u. Fastnacht, DW2 9, 193, Duden s. u. Fastnacht; GB.: seit 1200-1210 belegte und teilweise in der Herkunft unklare Bezeichnung für den von Menschen wohl seit der Christianisierung entwickelten und verwendeten die letzten sechs Tage umfassenden Zeitraum der Fastnachtszeit vor der mit dem Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit; BM.: reinigen, Nacht; F.: Fastnacht, Fastnachten, Fasnacht, Fasnachten+EW; Z.: Fa-st—nacht
Faszikel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Faszikel, Aktenbündel, Bündel; ne. fascicle, bundle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1676; I.: Lw. lat. fasciculus; E.: s. lat. fasciculus, M., Bündellein, kleines Bündel, Paket, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. fascis, M., Bündel, Rutenbündel, Paket; idg. *bʰasko-, Sb., Bund, Bündel, Pokorny 111 (180/13) (RB. idg. aus phryg./dak., gr.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Faszikel, fehlt DW, DW2 9, 196, Duden s. u. Faszikel; Son.: vgl. nndl. fascicle, Sb., Faszikel; frz. fasciucule, M., Faszikel; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bündel von Akten oder Papieren oder für eine Teillieferung eines Bandes eines Druckwerks; BM.: Bündel; F.: Faszikel, Faszikeln+FW(+EW); Z.: Fasz-ik-el
Faszination, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Faszination, anziehende Wirkung, Anziehungskraft; ne. fascination; Vw.: -; Hw.: s. faszinieren; Q.: 1581; I.: Lw. lat. fascinātio; E.: s. lat. fascinātio, F., Beschreiung, Behexung, Zauberei, Hexerei; vgl. s. lat. fascināre, V., beschreien, behexen, verzaubern, (81/79-52/50 v. Chr.); s. gr. βασκαίνειν (baskaínein), V., behexen, beneiden; Entlehnung aus dem Norden, vielleicht aus dem Thrak. oder Illyr.; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. faszinieren, fehlt DW, EWD s. u. faszinieren, DW2 9, 196, Duden s. u. Faszination; Son.: vgl. nndl. fascinatie, Sb., Faszination; frz. fascination, F., Faszination; nschw. fascination, Sb., Faszination; nnorw. fascinasjon, M., Faszination; poln. fascynacja, F., Faszination; GB.: seit 1581 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar vielleicht aus dem Thrakischen oder Illyrischen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche besonders anziehende Wirkung oder für eine besondere Anziehungskraft; BM.: sprechen; F.: Faszination, Faszinationen+FW(+EW); Z.: Fa-sz-in-at-io-n
faszinieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. faszinieren, begeistern, anziehen, anziehend wirken; ne. fascinate; Vw.: -; Hw.: s. Faszination; Q.: 1794 (Wieland); I.: Lw. lat. fascināre; E.: s. lat. fascināre, V., beschreien, behexen, verzaubern, (81/79-52/50 v. Chr.); s. gr. βασκαίνειν (baskaínein), V., behexen, beneiden; Entlehnung aus dem Norden, vielleicht aus dem Thrak. oder Illyr.; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. faszinieren, fehlt DW, EWD s. u. faszinieren, DW2 9, 196, Duden s. u. faszinieren; Son.: vgl. nndl. fascinere, V., faszinieren; frz. fasciner, V., faszinieren; nschw. fascinera, V., faszinieren; nnorw. fascinere, V., faszinieren; poln. fascynować, V., faszinieren; GB.: seit 1794 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mittelbar vielleicht aus dem Thrakischen oder Illyrischen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches besonders anziehend wirken; BM.: sprechen; F.: faszinieren, fasziniere, faszinierst, fasziniert, faszinierest, faszinieret, faszinierte, fasziniertest, faszinierten, fasziniertet, ##fasziniert, faszinierte, fasziniertes, fasziniertem, faszinierten, faszinierter##, faszinierend, ###faszinierend, faszinierende, faszinierendes, faszinierendem, faszinierenden, faszinierender###, faszinier (!)+FW(+EW); Z.: fa-sz-in-ier-en
Fata Morgana, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fata Morgana, Luftspiegelung; ne. fata morgana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. fata morgana; E.: s. it. fata morgana, F., Fee Morgana, Fata Morgana; vgl. lat. fātum, N., Ausspruch, Götterspruch, Weissagung, festgesetzte Weltordnung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fārī, V., verkünden, kundtun; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); das Hinterglied stammt von dem PN Morgana; akymr. Morgen, F.=PN, Morgan, Morgana; von *Mori-genā, F., Seegeborene; kymr. *mō̆ri, Sb., Meer, See (M.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht handelt es sich auch um eine Ableitung von gr. μαργαρίτης (margarítēs), M., Perle; orientalisches Lehnwort, Frisk 2, 174; L.: Kluge s. u. Fata Morgana, fehlt DW, EWD s. u. Fata Morgana, DW2 9, 199, Duden s. u. Fata Morgana; Son.: vgl. nndl. fata morgana, Sb., Fata Morgana; nschw. fata morgana, Sb., Fata Morgana; nnorw. fatamorgana, N., Fata Morgana; poln. fatamorgana, F., Fata Morgana; kymr. fata morgana, F., Fata Morgana; lit. fata morgana, F., Fata Morgana; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums und dem PN Morigena (Seegeborene) aus der Artussage aufgenommene Bezeichnung für eine besonders in Wüstengebieten auftretende Luftspiegelung bei der entfernte Teile einer Landschaft näher gerückt scheinen oder tatsächlich nicht vorhandene Wasserflächen vorgespiegelt werden; BM.: sagen, die mit der für Sterbliche unerreichbaren Insel Avalon verbundene Fee Morgana wurde in dem Volksglauben für Luftspiegelungen in der Straße von Messina verantwortlich gemacht; F.: Fata Morgana, Fata Morganen, Fata Morganas+FW; Z.: Fa-t-a Morg-an-a
fatal, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. fatal, von dem Schicksal bestimmt, verhängnisvoll, peinlich; ne. fatal; Vw.: -; Hw.: s. Fatum; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. fātālis; E.: s. lat. fātālis (1), Adj., zu dem Schicksal gehörig, Schicksals..., zu dem Verhängnis gehörig, von dem Schicksal bestimmt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. fātum, N., Ausspruch, Götterspruch, Weissagung, festgesetzte Weltordnung; vgl. lat. fārī, V., verkünden, kundtun; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. fatal, DW 3, 1363, EWD s. u. fatal, DW2 9, 197, Duden s. u. fatal; Son.: vgl. nndl. fataal, Adj., fatal; frz. fatal, Adj., fatal; nschw. fatal, Adj., fatal; nnorw. fatal, Adj., fatal; poln. fatalny, Adj., fatal; lit. fatalas, Adj., fatal; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines in der Vorstellung des Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen verderbenbringenden Zustands oder Schicksals; BM.: sprechen; F.: fatal, fatale, fatales, fatalem, fatalen, fataler(, fatalere, fataleres, fatalerem, fataleren, fatalerer, fatalste, fatalstes, fatalstem, fatalsten, fatalster)+FW(+EW); Z.: fa-t-al
$Fatalismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fatalismus, Glaube an einen verderbenbringenden Zustand oder ein Schicksal; E.: s. fatal, s. ismus; L.: Kluge s. u. fatal, fehlt DW, EWD s. u. fatal; GB.: seit 1775 belegte und aus fatal und ismus gebildete Bezeichnung eines in der Vorstellung des Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Glauben an einen verderbenbringenden Zustand oder ein Schicksal; F.: Fatalismus+FW; Z.: Fa-t-al-ism-us
$Fatalist, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Fatalist, Schicksalsgläubiger; E.: s. fatal, s. ist; L.: Kluge s. u. fatal, fehlt DW, EWD s. u. fatal; GB.: seit 1700 belegte und aus fatal und ist gebildete Bezeichnung eines in der Vorstellung des Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schicksalsgläubigen; F.: Fatalist, Fatalisten+FW; Z.: Fa-t-al-ist
$fatalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fatalistisch, schicksalsgläubig; E.: s. Fatalist, s. isch; L.: Kluge s. u. fatal, fehlt DW, EWD s. u. fatal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Fatalist und isch gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schicksalsgläubig; F.: fatalistisch, fatalistische, fatalistisches, fatalistischem, fatalistischen, fatalistischer(, fatalistischere, fatalistischeres, fatalistischerem, fatalistischeren, fatalistischerer, fatalistischst, fatalistischste, fatalistischstes, fatalistischstem, fatalistischsten, fatalistischster)+FW+EW; Z.: fa-t-al-ist-isch
$Fatalität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fatalität, Schicksalsgläubigkeit, peinlicher Vorfall; I.: Lw. lat. fātālitās; E.: seit 1687 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schicksalsgläubigkeit L.: DW 3, 1363, EWD s. u. fatal; F.: Fatalität, Fatalitäten+FW(+EW); Z.: Fa-t-al-it-ät
Fatum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Fatum, Schicksal, Geschick; ne. fate, destiny; Vw.: -; Hw.: s. fatal; Q.: 1525/1526 (Paracelsus); I.: Lw. lat. fātum; E.: s. lat. fātum, N., Ausspruch, Götterspruch, Weissagung, festgesetzte Weltordnung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fārī, V., verkünden, kundtun; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. fatal, fehlt DW, EWD s. u. Fatum, DW2 9, 199, Duden s. u. Fatum; GB.: seit 1525/1526 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Menschen vorherbestimmtes Schicksal oder Geschick; BM.: sprechen; F.: Fatum, Fatums, Fata+FW; Z.: Fa-t-um
Fatzke, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fatzke, eitler Geck; ne. bighead, squirt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: poln. Lw.?; E.: wohl von dem poln. PN Wacek gebildet; Kurzform poln. Wacław, M.=PN, Wenzel; tschech. Václav, M.=PN, Wenzel; Ruhmgekrönter; aus dem Altslawischen; vielleicht auch noch ein Einfluss von fnhd. fatzen, V., zu einem Narren halten; L.: Kluge s. u. Fatzke, fehlt DW, EWD s. u. Fatzke, Duden s. u. Fatzke, Bluhme s. u. Fatzke; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem PN Wacek von Slawen gebildete und vielleicht mit fnhd. fatzen verbindbare Bezeichnung für einen eitlen und angeberischen Mann; BM.: PN?; F.: Fatzke, Fatzken, Fatzkes+FW?,EW?; Z.: Fatz-ke
fauchen, pfauchen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. fauchen, pfauchen, gereizt sagen; ne. hiss (V.), snarl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: s. mhd. pfūchen, phūchen, sw. V., pfauchen, fauchen; lautmalend, vielleicht germ. *pukan, sw. V., fauchen; idg. *beu- (2), *bū̆-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *feukan, st. V., stieben, blasen; idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. fauchen, DW 3, 1367, DW2 9, 200, EWD s. u. fauchen, Falk/Torp 219, 243, Seebold 197, Duden s. u. fauchen, Bluhme s. u. fauchen, pfauchen; GB.: vielleicht seit 1276-1318 belegte und möglicherweise für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare oder lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit drohendem zischendem Geräusch den Atem ausstoßen; BM.: lautmalend?; F.: fauchen, fauche, fauchst, faucht, fauchest, fauchet, fauchte, fauchtest, fauchten, fauchtet, gefaucht, ##gefaucht, gefauchte, gefauchtes, gefauchtem, gefauchten, gefauchter##, fauchend, ###fauchend, fauchende, fauchendes, fauchendem, fauchenden, fauchender###, fauch (!)+FW?+EW; Z.: fau-ch-en
faul, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. faul, verwest, morsch, untätig, träge; ne. foul (Adj.), rotten (Adj.), lazy (Adj.); Vw.: s. -pelz; Hw.: s. faulenzen, Foul; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. vūl, voul, Adj., faul, verfault, morsch, träge, verdorben, stinkend; mnd. vūl, vuel, vuyl, fuhl, Adj., faul, faulig, verdorben; mnl. vuul, Adj., faul; ahd. fūl, Adj., faul, verwest, voll Fäulnis seiend, angegangen; as. *fūl? (3), Adj.; anfrk. *fūl?, Adj., faul, schmutzig; germ. *fūla-, *fūlaz, Adj., faul, stinkend; vgl. idg. *pū̆- (2), *peu̯ə-, V., faulen, stinken, Pokorny 848 (1472/114) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. faul, Kluge s. u. faul, DW 4, 1367, EWD s. u. faul, DW2 9, 200, EWAhd 3, 615, Falk/Torp 242, Seebold 197, Heidermanns 219, Duden s. u. faul, Bluhme s. u. faul; Son.: vgl. afries. fūl, Adj., schmutzig, dreckig; nfries. fuwl, Adj., schmutzig; ae. fūl (1), Adj., schmutzig, unrein, schlecht, verdorben, schuldig; an. fūll, Adj., faul, stinkend; got. fūls, Adj. (a), faul, stinkend; nndl. vuil, Adj., faul; nschw. ful, Adj., hässlich; nnorw. ful, Adj., faul, stinkend; ai. pū́ti-, Adj., faulig, stinkend; GB.: (fūl) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Einwirkung zersetzender Bakterien und unter Entwicklung übel riechender Gase in Gärung bzw. Verwesung geraten (Adj.) und für träge; BM.: stinken?; F.: faul, faule, faules, faulem, faulen, fauler(, faulere, fauleres, faulerem, fauleren, faulerer, faulste, faulstes, faulstem, faulsten, faulster)+EW; Z.: fau-l
$Faulbett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Faulbett, Lotterbett; E.: s. faul, s. Bett; L.: Kluge s. u. Faulbett, DW 3, 1372, EWD s. u. faul; GB.: seit 1523 belegte und aus faul und Bett gebildete Bezeichnung für ein als Ruhestätte von Menschen entwickeltes und verwendetes Bett; F.: Faulbett, Faulbetts, Faulbettes, Faulbetten+EW; Z.: Fau-l—bett
$faulen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. faulen, in Gärung geraten (V.), verwesen; E.: s. faul, s. en; L.: Kluge s. u. faul, DW 3, 1374, EWD s. u. faul; GB.: (fūlēn*) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Einwirkung zersetzender Bakterien und unter Entwicklung übel riechender Gase in Gärung oder Verwesung geraten (V) und davon abgeleitet für verwesen; F.: faulen (!), faule (!), faulst, fault, faulest, faulet, faulte, faultest, faulten, faultet, gefault, ##gefault, gefaulte, gefaultes, gefaultem, gefaulten, gefaulter##, faulend, ###faulend, faulende, faulendes, faulendem, faulenden, faulender###, faul (!)+EW; Z.: fau-l-en
faulenzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. faulenzen, faul (!) sein (!), nichts tun; ne. be lazy; Vw.: -; Hw.: s. faul; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. vūlezen, fūlezen*, sw. V., faul schmecken, faulenzen; mnd. vūlentzen, sw. V., faulenzen; vgl. mhd. vūl, voul, Adj., faul, verfault, morsch, träge, verdorben, stinkend; ahd. fūl, Adj., faul, verwest, voll Fäulnis seiend, angegangen; germ. *fūla-, *fūlaz, Adj., faul, stinkend; vgl. idg. *pū̆- (2), *peu̯ə-, V., faulen, stinken, Pokorny 848 (1472/114) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. faulenzen, EWD s. u. faul, DW 3, 1374, DW2 9, 206, Duden s. u. faul; GB.: seit 1400 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen auffälliges sich dem Nichtstun hingeben oder nichts tun; BM.: faulen; F.: faulenzen, faulenze, faulenzt, faulenzest, faulenzet, faulenzte, faulenztest, faulenzten, faulenztet, gefaulenzt, ##gefaulenzt###, faulenzend, ###faulenzend, faulenzende, faulenzendes, faulenzendem, faulenzenden, faulenzender###, faulenz (!)+EW; Z.: fau-l-enz-en
$Faulenzer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Faulenzer; E.: s. faulenz(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. faul; GB.: seit 1519 belegte und aus faulenz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen auffälliges sich dem Nichtstun hingebenden Menschen F.: Faulenzer, Faulenzers, Faulenzern+EW; Z.: Fau-l-enz
$Faulheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Faulheit, Fäulnis, Trägheit; E.: s. faul, s. heit; L.: Kluge s. u. faul, DW 3, 1375, EWD s. u. faul; GB.: (vūlheit) seit 12. Jh. belegte und aus faul und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens einerseits und seit den Hochkulturen des Altertums andererseits mögliche Fäulnis und Trägheit; F.: Faulheit+EW; GB.: Z.: Fau-l-hei-t
$faulig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. faulig; E.: s. faul, s. ig; L.: Kluge s. u. faul, DW 3, 1375, EWD s. u. faul; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus faul und ig gebildete Bezeichnung für faul betreffend oder verwesend oder träge; F.: faulig, faulige, fauliges, fauligem, fauligen, fauliger(, fauligere, fauligeres, fauligerem, fauligeren, fauligerer, fauligst, fauligste, fauligstes, fauligstem, fauligsten, fauligster)+EW; Z.: fau-l-ig
$Fäulnis, nhd., N., (9./10. Jh.): nhd. Fäulnis, Fäule, Verwesung; E.: s. faul, s. nis; L.: Kluge s. u. faul, DW 3, 1376, EWD s. u. faul; GB.: (fūlnussī*) seit 9./10. Jh. belegte und aus faul und nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Fäule oder Verwesung; F.: Fäulnis, Fäulnisses, Fäulnisse, Fäulnissen+EW; Z.: Fäu-l-nis
$Faulpelz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Faulpelz, Faulenzer; E.: s. faul, s. Pelz; L.: Kluge s. u. Faulpelz, DW 3, 1376, EWD s. u. faul; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus faul und Pelz (bzw. Pilz?) gebildete Bezeichnung wohl für seit Entstehung des Lebens möglichen Fäulnis verursachenden Pilz und danach für einen trägen Menschen; F.: Faulpelz, Faulpelzes, Faulpelze, Faulpelzen+FW+EW; Z.: Fau-l—pel-z
$Faultier, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Faultier; E.: s. faul, s. Tier; L.: Kluge s. u. Faultier, DW 3, 1377 (Faulthier), EWD s. u. faul; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus faul und Tier gebildete Bezeichnung für ein vor etwa 30 Millionen Jahren entstandenes sehr schwerfälliges Säugetier; F.: Faultier, Faultiers, Faultieres, Faultiere, Faultieren+EW; Z.: Fau-l—tie-r
Faun, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Faun, triebhafter Waldgeist; ne. faun; Vw.: -; Hw.: s. Fauna; Q.: 1581; I.: Lw. lat. Faunus; E.: lat. Faunus, M., Würger, Faunus (Göttername), (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *dʰau-, V., würgen, drücken, pressen, Pokorny 235 (357/5) (RB. idg. aus iran., phryg./dak., gr., ill., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Faun, DW 3, 1377, DW2 9, 210, EWD s. u. Faun, Duden s. u. Faun, Bluhme s. u. Fauna; Son.: vgl. nndl. faun, Sb., Faun; frz. faune, M., Faun; nschw. faun, Sb., Faun; nnorw. faun, M., Faun; poln. faun, M., Faun; kymr. ffawn, M., Faun; nir. fánas, M., Faun; lit. faunas, M., Faun; GB.: seit 1581 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den gehörnten und bocksfüßigen altrömischen Flurgott und Waldgott und davon abgeleitet später für einen Waldgeist; BM.: würgen?; F.: Faun, Faunes, Fauns, Faune, Faunen+FW(+EW); Z.: Fau-n
Fauna, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fauna, Tierwelt; ne. fauna; Vw.: -; Hw.: s. Faun; Q.: 1746 (Linné); I.: Lw. lat. Fauna; E.: s. lat. Fauna, F.=ON, Fauna (Tochter des Faunus), (um 400 n. Chr.); lat. Faunus, M., Würger, Faunus (Göttername), (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *dʰau-, V., würgen, drücken, pressen, Pokorny 235 (357/5) (RB. idg. aus iran., phryg./dak., gr., ill., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Faun, fehlt DW, EWD s. u. Faun, DW2 9, 210, Duden s. u. Fauna; Son.: vgl. nndl. fauna, Sb., Fauna; frz. faune, F., Faune; nschw. fauna, Sb., Fauna; nnorw. fauna, F., Fauna; poln. fauna, F., Fauna; kymr. ffawna, F., Fauna; lit. fauna, F., Fauna; GB.: seit 1746 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der systematischen Zusammenfassung der in einem bestimmten Gebiet vorkommenden Tierarten (Tierwelt); BM.: würgen?; F.: Fauna+FW; Z.: Fau-n-a
Faust, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Faust, geballte Hand; ne. fist (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vūst, voust, vunst, st. F., Faust; mnd. vūst, vuest, M., Faust; mnl. vuust, F., Faust; ahd. fūst, st. F. (i), Faust, Hand, Höhlung der Hand; as. fūst, st. F. (i), Faust; anfrk. -; wgerm. *fuhsti-, *fuhstiz, *fusti-, *fustiz, *funhsti-, *funhstiz, st. F. (i), Faust; s. idg. *pn̥ksti-?, Sb., Faust?, Pokorny 839; vgl. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808? (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Faust, Kluge s. u. Faust, DW 3, 1378, EWD s. u. Faust, DW2 9, 211, EWAhd 3, 682, Falk/Torp 243, Duden s. u. Faust, Bluhme s. u. Faust; Son.: vgl. afries. fest (1) st. F. (i), Faust; nnordfries. fest; ae. fȳst, st. F. (i), Faust; an. -; got. -; nndl. vuist, Sb., Faut; lit. kùmstė, Sb., Faust; lett. kumste, Sb., Faust; serb.-ksl. pesti, Sb., Faust; GB.: (fūst) seit um 765 belegte und für das Westgermanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliche geballte Hand; BM.: fünf?; F.: Faust, Fäuste, Fäusten+EW; Z.: Faust
$faustdick, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. faustdick; E.: s. Faust, s. dick; L.: DW 3, 1382, EWD s. u. Faust; GB.: seit 1641 belegte und aus Faust und dick gebildete Bezeichnung für wie eine Faust dick; F.: faustdick+EW; Z.: faust—dick
$Fäustling, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Fäustling, Fausthandschuh; E.: s. Faust, s. ling; L.: Kluge s. u. Faust, EWD s. u. Faust; GB.: (fūstiling*) seit 10. Jh. belegte und aus Faust und i sowie ling gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Handschuh für die gesamte Hand ohne Aufteilung für alle einzelnen Finger; F.: Fäustling, Fäustlings, Fäustlinge, Fäustlingen+EW; Z.: Fäust-ling
$Faustpfand, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Faustpfand; E.: s. Faust, s. Pfand; L.: Kluge s. u. Faust, DW 3, 1384, EWD s. u. Faust; GB.: seit 1742 belegte und aus Faust und Pfand gebildete Bezeichnung für ein von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes und als Sicherheit für eine Schuld (in die Faust) übergebenes Pfand; F.: Faustpfand, Faustpfands, Faustpfandes, Faustpfänder, Faustpfändern+FW+EW; Z.: Faust—pfan-d
$Faustrecht, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Faustrecht, Selbsthilferecht; E.: s. Faust, s. Recht; L.: Kluge s. u. Faust, DW 3, 1384, EWD s. u. Faust; GB.: seit 1530 belegte und aus Faust und Recht gebildete Bezeichnung für das ursprüngliche vorrechtliche Selbsthilferecht des Menschen; F.: Faustrecht, Faustrechts, Faustrechtes+EW; Z.: Faust—rech-t
$Faustregel, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Faustregel; E.: s. Faust, s. Regel; L.: Kluge s. u. Faust, fehlt DW; GB.: seit 1918 belegte und aus Faust und Regel gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelte und beachtete ungefähre Regel; F.: Faustregel, Faustregeln+FW+EW; Z.: Faust—reg-el
Fauteuil, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Fauteuil, bequemer Polstersessel; ne. armchair, fauteuil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1713; I.: Lw. frz. fauteuil; E.: s. frz. fauteuil, M., Fauteuil, Sessel; von einer älteren Form faldestueil, faldestoel, M., zusammenklappbarer Stuhl; von awfrk. faldistōl, M., Faltstuhl; s. ahd. faldistuol, faltistuol*, faltstuol*, st. M. (a), Faltstuhl, zusammenlegbarer Sitz, Sessel; as. faldistōl*, st. M. (a), Faltstuhl, Feldstuhl; germ. *faldistōla-, *faldistōlaz, st. M. (a), Faltstuhl; germ. *falþan, st. V., falten; s. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); germ. *stōla-, *stōlaz, st. M. (a), Stuhl, Thron; idg. *stālo-, Sb., Gestell, Pokorny 1004?; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Fauteuil, fehlt DW, EWD s. u. falten, DW2 9, 216, Duden s. u. Fauteuil; Son.: vgl. ae. fealdestōl, fieldestōl, st. M. (a), Faltstuhl, Klappstuhl; nndl. fauteuil, Sb., Fauteuil; GB.: seit 1713 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Altwestfränkischen sowie dem erschließbaren Germanischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten bequemen Polstersessel mit Armlehnen; BM.: falten, stehen; F.: Fauteuil, Fauteuils+FW+EW; Z.: Fau-t-eu-il
Fauxpas, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fauxpas, Fehltritt, Taktlosigkeit; ne. faux pas; Vw.: -; Hw.: s. falsch; Q.: 1754; I.: Lw. frz. faux pas; E.: s. frz. faux pas, M., falscher Schritt; vgl. frz. faux, Adj., falsch; lat. falsus, Adj., falsch, erdichtet, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. fallere, V., täuschen, einen Fehltritt tun lassen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); frz. pas, M., Schritt; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Fauxpas, fehlt DW, EWD s. u. Fauxpas, DW2 9, 216, Duden s. u. Fauxpas; Son.: vgl. nndl. faux pas, Sb., Fauxpas; poln. faux pas, N., Fauxpas; lit. faux pas, Sb. (indekl.), Fauxpas; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Verletzung gesellschaftlicher Umgangsformen (Fehltritt oder Taktlosigkeit); BM.: falsch, Schritt; F.: Fauxpas+FW; Z.: Fau-x-pas
favorisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. favorisieren, bevorzugen, begünstigen; ne. favour (V.); Vw.: -; Hw.: s. Favorit; Q.: 1543 (Urkunde); I.: Lw. frz. favoriser; E.: s. frz. favoriser, V., favorisieren; vgl. afrz. favor, M., Gunst; lat. favor, M., Geneigtheit, Gewogenheit, Wohlwollen, Güte, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. favēre, V., geneigt sein (V.), günstig sein (V.), gewogen sein (V.), zugeneigt sein (V.), Förderung zukommen lassen; idg. *gʰou̯ē-, *gʰou̯-, V., wahrnehmen, beachten, sorgen, Pokorny 453 (663/79) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Favorit, fehlt DW, EWD s. u. favorisieren, Duden s. u. favorisieren; Son.: vgl. nschw. favorisera, V., favorisieren; nnorw. favorisere, V., favorisieren; poln. faworyzować, V., favorisieren; kymr. ffafrio, V., favorisieren; lit. favorizuoti, V., favorisieren; GB.: seit 1543 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder vielleicht auch schon vormenschlich mögliches bevorzugen oder begünstigen; BM.: beachten; F.: favorisieren, favorisiere, favorisierst, favorisiert, favorisierest, favorisieret, favorisierte, favorisiertest, favorisierten, favorisiertet, ##favorisiert, favorisierte, favorisiertes, favorisiertem, favorisierten, favorisierter##, favorisierend, ###favorisierend, favorisierende, favorisierendes, favorisierendem, favorisierenden, favorisierender###, favorisier(!)+FW(+EW); Z.: fav-or-is-ier-en
Favorit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Favorit, Begünstigter; ne. favourite; Vw.: -; Hw.: s. favorisieren; Q.: 1612; I.: Lw. frz. favorite; E.: s. frz. favorite, M., F., Günstling; it. favorito, M., Favorit, Günstling; vgl. it. favorire, V., begünstigen; it. favore, M., Gunst, Wohlgefallen; lat. favor, M., Geneigtheit, Gewogenheit, Hingebung, Vorliebe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. favēre, V., geneigt sein (V.), günstig sein (V.), gewogen sein (V.), zugeneigt sein (V.); idg. *gʰou̯ē-, *gʰou̯-, V., wahrnehmen, beachten, sorgen, Pokorny 453 (663/79) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Favorit, DW 3, 1385, EWD s. u. favorisieren, DW2 9, 217, Duden s. u. Favorit; Son.: vgl. nndl. favoriet, Sb., Favorit; nschw. favorit, Sb., Favorit; nnorw. favoritt, M., Favorit; poln. faworyt, M., Favorit; kymr. ffefryn, M., Favorit; lit. favoritas, M., Favorit; GB.: seit 1612 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen besonders Begünstigten und seit der späten Neuzeit für einen Wettkampfteilnehmer mit den besten Aussichten auf den Sieg; BM.: beachten; F.: Favorit, Favoriten+FW(+EW); Z.: Fav-or-it
$Favoritin, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Favoritin, Begünstigte; E.: s. Favorit, s. in; L.: Kluge s. u. Favorit, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Favorit und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen besonders Begünstigte und seit der späten Neuzeit für eine Wettkampfteilnehmerin mit den besten Aussichten auf den Sieg; F.: Favoritin, Favoritinnen+FW(+EW); Z.: Fav-or-it-in
Fax, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fax, telegraphierte Kopie; ne. fax (N.); Vw.: s. Tele-; Hw.: s. Faksimile; Q.: 20. Jh.; I.: Kunstbildung; E.: Abkürzung von Faksimile, also letztlich von lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fax, fehlt DW, Duden s. u. Fax; Son.: vgl. nndl. fax, Sb., Fax; frz. fax, M., Fax; nschw. fax, N., Fax; nnorw. faks, M., Fax; poln. faks, M., Fax; kymr. ffacs, M., F., Fax; nir. facs, M., Fax; lit. faksas, M., Faxe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach etwas älteren Vorläufern entwickelte und in der Wirklichkeit zuletzt immer weniger verwendete von Menschen durch ein elektronisches Gerät versandte Kopie eines Schriftstücks; BM.: machen; F.: Fax, Faxe, Faxen+FW; Z.: Fa-x
Faxe, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Faxe, Narrheit, Grimasse; ne. prankster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mundartlich gekürzt aus Fickesfackes, Sb. Pl., alberne Späße; Verdoppelung des Wortes ficken (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Faxe, Kluge s. u. Faxen, DW 3, 1385, EWD s. u. Faxe, DW2 9, 218, Duden s. u. Faxe; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und als mundartliche Abkürzung von Menschen gebildete und verwendete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche spaßig gedachte Grimasse oder Bewegung; BM.: bewegen; F.: Faxe, Faxen+EW; Z.: Fax-e
$Faxenmacher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Faxenmacher; E.: s. Faxe, s. n, s. Macher; L.: DW 3, 1385, EWD s. u. Faxe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Fax(e) und en sowie Macher gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen spaßig gedachte Grimasse oder Bewegung machenden Menschen; F.: Faxenmacher, Faxenmachers+EW; Z.: Fax-en—mach-er
Fayence, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fayence, glasierte Keramik; ne. faience; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; I.: Lw. frz. fayence; E.: s. frz. faïence, fayence, F., Fayence; letztlich Bezeichnung für Keramik aus der it. Stadt. Faënza; s. lat. Faventia, F.=ON, Faventia (Stadt in der Gallia cisalpina), Faënza; weitere Herkunft ungeklärt?, aus dem Etruskischen oder Keltischen?; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fayence, DW2 9, 218, Duden s. u. Fayence; Son.: vgl. nndl. faience, Sb., Fayence; nschw. fajans, Sb., Fayence; nnorw. fajanse, M., Fayence; poln. fajans, M., Fayence; kymr. faience, M., Fayence; nir. faensa, F., Fayence; lit. fajansas, M., Fayence; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie von dem ON Faënza in Italien abgeleitete und vielleicht aus dem Etruskischen oder Keltischen kommende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Keramikerzeugnis mit weißer deckender Zinnglasur; BM.: Ortsname; F.: Fayence, Fayencen+FW; Z.: Fayenc-e
Fazit, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Fazit, Ergebnis, Resultat; ne. conclusion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1401/1402; I.: lat. Lw.; E.: von lat. facit, V., es macht; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fazit, fehlt DW, EWD s. u. Fazit, DW2 9, 219, Duden s. u. Fazit; Son.: vgl. nschw. facit, Sb., Fazit; nnorw. fasit, M., Fazit; GB.: seit 1401/1402 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes zusammenfassendes und eine Schlussfolgerung enthaltendes Ergebnis; BM.: machen (von einer in Rechnungsbüchern vor der Summe angeführten Verbform facit); F.: Fazit, Fazits, Fazite+FW(+EW); Z.: Fa-z-it
Feature, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Feature, Dokumentenbericht, besonders zusammengestellte Sendung; ne. feature (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1957; I.: Lw. ne. feature; E.: s. ne. feature, N., Feature, Zusammenstellung; me. feture, Sb., Aufmachung; lat. factūra, F., Machen, Bearbeitung, Bau, Gemächt, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Feature, EWD s. u. Feature, DW2 9, 220, Duden s. u. Feature; Son.: vgl. nndl. feature, Sb., Feature; nschw. feature, Sb., Feature; nnorw. Feature, Sb., Feature; GB.: seit 1957 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sendung in Form eines aus Reportagen und Kommentaren sowie Dialogen zusammengesetzten Berichts oder für ein einer Gegebenheit eigenes Merkmal; BM.: machen; F.: Feature, Features+FW; Z.: Fea-t-ur-e
Februar, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Februar, Monat zwischen Januar und März; ne. february; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1299 (Urkunde); E.: s. mhd. febrer, st. M., Februar; mnd. Febber, M., Februar; lat. Februārius (2), M., Februar, Reinigungsmonat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. februāre, V., reinigen, sühnen; vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Februar, EWD s. u. Februar, DW 3, 1386, DW2 9, 220, Duden s. u. Februar; Son.: s. nhd. (österr.) Feber, M., Feber, Februar; vgl. nndl. februari, Sb., Februar; frz. février, M., Februar; nschw. februari, Sb., Februar; nnorw. februar, M., Februar; kymr. chwefror, M., Februar; nir. feabhra, F., Februar; GB.: (febrer) seit 1299 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den zweiten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Januar und März; BM.: reinigen; F.: Februar, Februars, Februare, Februaren+FW(+EW); Z.: Fe-b-r-u-ar
Fechser, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Fechser, Schössling; ne. sapling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. fechser, M., Fechser; wohl Ableitung von mhd. vahs, vas, vaz, st. N., st. M., Haar (N.), Haupthaar; germ. *fahsa-, *fahsam, st. N. (a), Haupthaar, Haar (N.); s. idg. *pok̑os, Sb., Fließ, Pokorny 797; vgl. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fechser, DW 3, 1225 (Fächser), Duden s. u. Fechser; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht von mhd. vahs abgeleitete und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Pflanzen möglichen bewurzelten Schössling; BM.: zupfen?; F.: Fechser, Fechsers, Fechsern+EW; Z.: Fech-s-er
fechten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fechten, kämpfen, streiten; ne. fight (V.), fence (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fuchtel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vehten, st. V., fechten, ausfechten, erfechten, bekämpfen, besiegen, streiten, kämpfen; mnd. vechten, sw. V., streiten, kämpfen; mnl. vechten, st. V., fechten; ahd. fehtan, st. V. (4?), „fechten“, kämpfen, streiten; as. fehtan*, st. V. (4?), fechten, kämpfen; anfrk. fehtan*, fehton*, st. V. (3), kämpfen, fechten; wgerm. *fehtan, st. V., kämpfen; s. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fechten, Kluge s. u. fechten, DW 3, 1387, EWD s. u. fechten, DW2 9, 221, EWAhd 3, 108, Falk/Torp 225, Seebold 190, Duden s. u. fechten, Bluhme s. u. fechten; Son.: vgl. afries. fiuchta, st. V. (3?), fechten, streiten, kämpfen; saterl. fjuchta, V., fechten, kämpfen; ae. feohtan, st. V. (2?, 3?), fechten, kämpfen, streiten, angreifen; an. -; got. -; nndl. vechten, V., fechten; nschw. fäkta, V., feschten; nnorw. fekte, V., fechten; gr. πέκτειν (péktein), V., kämmen, scheren (V.) (1); lat. pectere, V., kämmen, riffeln; lit. pèsti, V., ich schere; lit. pèstis, V., miteinander raufen, sich prügeln; GB.: seit um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Waffen mögliches mit einer Hiebwaffe oder Stoßwaffe kämpfen oder streiten; BM.: zupfen; F.: fechten, fechte, fichtst, ficht, fechtet, fechtest, focht, fochtest (!), fochten, fochtet (!), föchte, föchtest, föchten, föchtet, gefochten, ##gefochten, gefochtene, gefochtenes, gefochtenem, gefochtenen, gefochtener##, fechtend, ###fechtend, fechtende, fechtendes, fechtendem, fechtenden, fechtender###, fechte (!)+EW; Z.: fech-t-en
$Fechtung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Fechtung; Vw.: s. An-; E.: s. fecht(en), s. ung; L.: DW 3, 1392; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus fecht(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Waffen mögliches Fechten oder Kämpfen oder Streiten; F.: Fechtung, Fechtungen+EW; Z.: Fech-t-ung
Feder, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Feder, Vogelfeder, Schreibfeder; ne. feather (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gefieder; Q.: um 930 (Psalmen); E.: mhd. vedere, sw. F., Feder, flaumiges Pelzwerk; mhd. veder, st. F., Feder, Federkiel, Flügel, Pelz; mnd. veder, vedder, vēdere, F., Feder; mnl. verdere, F., Feder; ahd. fedara, federa, st. F. (ō), Feder; as. fethera*, sw. F. (n), Feder, Flosse; anfrk. fethera*, st. F. (ō), Feder; germ. *feþarō, *feþurō, *feþrō, *fedarō, *fedurō, *fedrō, st. F. (ō), Feder; idg. *petr̥g-, *petr̥-, Sb., Flügel, Pokorny 825; vgl. idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feder, Kluge s. u. Feder, DW 3, 1392, EWD s. u. Feder, DW2 9, 225, EWAhd 3, 96, Falk/Torp 226, Duden s. u. Feder, Bluhme s. u. Feder; Son.: vgl. afries. fethere, F., Feder; ae. feþer (1), st. F. (ō), Feder; an. fjǫðr, st. F. (ō), Feder; got. -; nndl. veer, Sb., Feder; nschw. fjäder, Sb., Feder; nnorw. fjær, M., F., Feder; ai. pataṅgá-, Adj., M., fliegend, Vogel; ai. páttra-, N., Flügel, Feder; gr. πτερόν (pterón), N., Feder, Flügel; lat. penna, F., Feder, Schwinge, Flügel; akymr. eterin, M., Vogel; kymr. adar, aderyn, M., Vogel; ? ksl. pero, N., Flügel; heth. pattar, N., Flügel; GB.: seit um 930 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschlich auf dem Körper eines Vogels wachsendes aus einer Art hornigem Stiel mit feinen rippenartigen Verzweigungen oder fadenartigen Gebilden bestehendes und zusammen mit vielen gleichartigen Gebilden das Gefieder des Vogels bildendes sowie dem Fliegen und dem Wärmeschutz sowie dem Nässeschutz dienendes Gebilde; BM.: fliegen; F.: Feder, Federn+EW; Z.: Fed-er
$Federball, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Federball; E.: s. Feder, s. Ball; L.: DW 3, 1398, EWD s. u. Feder, Badminton; GB.: seit 1764 belegte und aus Feder und Ball gebildete Bezeichnung (für einen Ball von Federn und) für ein seit dieser Zeit wohl in Indien von Menschen entwickeltes mit einem Schläger leicht durch die Luft schlagbares Spielgerät; F.: Federball, Federballes, Federballs, Federbälle, Federbällen+EW; Z.: Fed-er—bal-l
$Federfuchser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Federfuchser; E.: s. Feder, s. Fuchser; L.: Kluge s. u. Federfuchser, DW 3, 1400, EWD s. u. Feder; GB.: seit 1780 belegte und aus Feder und Fuchser über fuck(en) (?) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit auffälligen pedantischen Schreiber; F.: Federfuchser, Federfuchsers, Federfuchsern+EW; Z.: Fed-er—fuchs-er
$Federkiel, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Federkiel; E.: s. Feder, s. Kiel; L.: DW 3, 1402, EWD s. u. Kiel 1; GB.: seit 1325-1330 belegte und aus Feder und Kiel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus dem Kiel einer Vogelfeder entwickelte Schreibfeder; F.: Federkiel, Federkieles, Federkiels, Federkiele, Federkielen+EW; Z.: Fed-er—kiel
$Federlesen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Federlesen, Aufwand, Schmeichelei; E.: s. Feder, s. lesen; L.: Kluge s. u. Federlesen, DW 3, 1404, EWD s. u. Feder; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Feder und lesen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes Feder von der Kleidung Ablesen oder Aufwand oder Schmeichelei; F.: Federlesen, Federlesens+EW; Z.: Fed-er—les-en
$federn, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. federn; E.: s. Feder, s. n; L.: Kluge s. u. Feder, EWD s. u. Feder; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Feder und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes mit Federn versehen (V.) oder sich leicht aufbewegen und abbewegen; F.: federn, federe, fedre, feder (!), federst, federt, federte, federtest, federten, federtet, gefedert, gefederte, gefedertes, gefedertem, gefederten, gefederter, federnd, federndes, federndem, federnden, federnder+EW; Z.: fed-er-n
$Federstaub, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Federstaub; E.: s. Feder, s. Staub; L.: Kluge s. u. Daune, DW 3, 1409; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Feder und Staub gebildete Bezeichnung für vielleicht mit Federn verbundenen Staub; F.: Federstaub, Federstaubs, Federstaubes, Federstaube, Federstauben, Federstäube, Federstäuben (!)+EW; Z.: Fed-er—stau-b
$Federweißer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Federweißer, junger Wein; E.: s. Feder, s. weiß, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Federweißer, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Feder und weiß sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für jungen Wein; BM.: weiß?; F.: Federweißer, Federweißers (!), Federweißern (!)+EW; Z.: Fe-d-er—wei-ß-er
Fee, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fee, eine Märchengestalt; ne. fay, fairy; Vw.: -; Hw.: s. feien; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. fei, st. F., Fee; mhd. feie, feine, F., sw. F., Fee; mnd. feie, F., Fee; mfrz. feie, F., Fee; lat. Fāta, F., Schicksalgöttin, Parze; vgl. lat. fātum, N., Ausspruch, Götterspruch, Weissagung; lat. fārī, V., verkünden, kundtun; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fee, Kluge s. u. Fee, DW 3, 1411, EWD s. u. Fee, DW2 3, 240, Duden s. u. Fee; Son.: zweimal aus dem Französischen entlehnt; vgl. nndl. fee, Sb., Fee; nschw. fe, Sb., Fee; nnorw. fe, M., Fee; lit. fėfa, F., Fee; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches weibliches mit guten und schlechten Zauberkräften ausgestattetes Märchenwesen; BM.: sprechen; F.: Fee, Feen+FW+EW; Z.: Fee
Feedback, Feed-back, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Feedback, Rückmeldung; ne. feedback; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. feedback; E.: s. ne. feedback, N., Feedback, Rückmeldung; vgl. ne. feed, V., füttern; ae. fœ̄dan, fēdan, sw. V. (1), nähren, füttern, aufziehen, hervorbringen; germ. *fōdjan, sw. V., füttern, nähren, aufziehen; s. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden (V.), Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); ne. back, Adv., hinten; vgl. ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: Kluge s. u. Feedback, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. feed-back, Sb., Feedback; frz. feed-back, M., Feedback; nschw. feedback, Sb., Feedback; nnorw. feedback, M., Feedback; poln. feedback, M., Feedback; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (Marshall Goldsmith) aufgenommene Bezeichnung für zielgerichtete Steuerung eines technischen oder biologischen oder sozialen Systems durch Rückmeldung der Ergebnisse oder für die Reaktion und Rückmeldung auf ein bestimmtes Verhalten; BM.: füttern, zurück; F.: Feedback, Feedbacks, Feed-back, Feed-backs+FW; Z.: Feed—back
$feenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. feenhaft, feenartig; E.: s. Fee, s. n, s. haft; L.: Kluge s. u. Fee, DW 3, 1411, EWD s. u. Fee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Fe(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für feenartig; F.: feenhaft, feenhafte, feenhaftes, feenhaftem, feenhaften, feenhafter(, feenhaftere, feenhafteres, feenhafterem, feenhafteren, feenhafterer, feenhaftest, feenhafteste, feenhaftestes, feenhaftestem, feenhaftesten, feenhaftester)(+FW)+EW; Z.: fee-n-haf-t
$Fegefeuer, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Fegefeuer, Reinigungsfeuer; E.: s. fege(n), s. Feuer; L.: Kluge 1. A. s. u. Fegefeuer, Kluge s. u. Fegefeuer, DW 3, 1412, EWD s. u. fegen; GB.: seit 1180 belegte und aus fege(n) und Feuer gebildete Bezeichnung für ein nach katholischem Glauben mögliches Reinigungsfeuer in einer Zwischenwelt zwischen Himmel und Hölle; F.: Fegefeuer, Fegefeuers, Fegefeuern (!)+EW; Z.: Feg-e—feuer
fegen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. fegen, kehren (V.) (2), reinigen, rein oder schön reiben, scheuern; ne. wipe (V.), clean (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. vegen, sw. V., fegen, reinigen, reinigen mit, reinigen von, putzen, scheuern; mnd. vēgen, sw. V., fegen; mnl. vēghen, sw. V., fegen; ahd. fegōn*, sw. V. (2), „fegen“, putzen, glätten; anfrk. -; germ. fegōn, sw. V., schmücken; as. fegōn, sw. V. (2), fegen, putzen; idg. *pē̆k̑- (1), *pōk̑-, V., hübsch machen, sich freuen, Pokorny 796 (1382/24) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fegen, Kluge s. u. fegen, DW 3, 1412, EWD s. u. fegen, DW2 9, 242, EWAhd 3, 101, Falk/Torp 225, Duden s. u. fegen, Bluhme s. u. fegen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. fāga, sw. V. (1?, 2?), reinigen, glänzend machen, schmücken; got. -; nnorw. feie, V., fegen; lit. puõšti, V., schmücken, putzen; GB.: (fegōn) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches mit einem Besen kehren oder reinigen; BM.: hübsch machen?; F.: fegen, fege, fegst, fegt, fegest, feget, fegte, fegtest, fegten, fegtet, gefegt, ##gefegt, gefegte, gefegtes, gefegtem, gefegten, gefegter##, fegend, ###fegend, fegende, fegendes, fegendem, fegenden, fegender###, feg (!)+EW; Z.: feg-en
$Feger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Feger, Fegender, Kehrender, Reinigender; Vw.: s. Kamin-, Schlot-, Schornstein-, Schwert-; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. feg(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 1415; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus feg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen beruflich tätigen Fegenden oder Reinigenden; F.: Feger, Fegers, Fegern (!)+EW; Z.: Feg-er
Feh, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Feh, buntes Pelzwerk; ne. miniver, vair (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Reineke Fuchs); E.: mhd. vēch (2), fēch, st. N., Feh, buntes Pelzwerk, Hermelin, Hermelinpelz; s. mhd. vēch (1), Adj., mehrfarbig, gefleckt, scheckig, bunt; ahd. fēh (1), Adj., verschieden (Adj.) (2), bunt, mannigfaltig; germ. *faiha- (1), *faihaz, Adj., bunt; idg. *poik̑o-, Adj., bunt, Pokorny 794; s. idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794; L.: Kluge s. u. Feh, DW 3, 1417, EWD s. u. Feh, DW2 9, 244; Son.: vgl. ai. pésas, N., Schmuck, Zierrat; lit. paisa, M., Fleck, Klecks; GB.: (vēch) seit Ende 13. Jh. belegte und von mhd. vēch (1), Adj., mehrfarbig, gefleckt, scheckig, bunt abgeleitete und mit dem dafür erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Eichhörnchen und seit der frühen Neuzeit Bezeichnung für das sibirische Eichhörnchen sowie für dessen zu der Pelzherstellung genutztes Fell; BM.: bunt; F.: Feh, Fehes, Fehs, Fehe, Fehen+EW; Z.: Feh
Fehde, nhd., F., (6. Jh.): nhd. Fehde, rechtmäßige Feindschaft, Feindseligkeit, Unstimmigkeit, Hass; ne. feud (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 507-511 (Urkunde); E.: mhd. vēhede, vēde, st. F., Fehde, Hass, Feindschaft, Streit; mnd. vehede, vēde, vēede, veide, F., Fehde, Streit, Streitigkeit, Feindschaft, Krieg; mndl. vēde, F., Fehde; lat.-ahd.? faida, F., Feindseligkeit, Feindschaft, Rache; as. -; anfrk. -; germ. *faihiþō, *faiheþō, *faigiþō, *faigeþō, st. F. (ō), Feindschaft, Hass, Streit; s. idg. *peig̑- (2), Adj., feindlich, böse, Pokorny 795 (1377/19) (RB. idg. aus ind., ill., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fehde, Kluge s. u. Fehde, EWD s. u. Fehde, DW 3, 1417, DW2 9, 244, Falk/Torp 241, Heidermanns 184, Duden s. u. Fehde, Bluhme s. u. Fehde; Son.: vgl. afries. fāithe, fêithe, st. F. (ō), Fehde, Feindschaft, Blutschuld; nnordfries. veyde; ae. fǣhþ, st. F. (ō), Feindschaft, Gewalt, Rache, Fehde; ae. fǣhþu, st. F. (ō), Feindschaft, Gewalt, Rache, Fehde; an. feigð, st. F. (ō), nahe bevorstehender Tod; GB.: seit 507-511 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zwischen Einzelnen oder Gruppen zu einer Durchsetzung behaupteter Rechte oder Interessen ausgeführte rechtmäßige tätliche Feindseligkeit; BM.: böse; F.: Fehde, Fehden+EW; Z.: Feh-d-e
$Fehdebrief, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fehdebrief; E.: s. Fehde, s. Brief; L.: DW 3, 1418, EWD s. u. Fehde; GB.: seit 1450 belegte und aus Fehde und Brief gebildete Bezeichnung für einen eine Fehde ankündigenden Brief; F.: Fehdebrief, Fehdebriefe, Fehdebriefen+EW+FW; Z.: Feh-d-e—brief
$Fehdehandschuh, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fehdehandschuh; E.: s. Fehde, s. Handschuh; L.: Kluge s. u. Fehde, Handschuh, DW 3, 1418, EWD s. u. Fehde; GB.: seit 1776 belegte und aus Fehde und Handschuh gebildete Bezeichnung für einen als äußeres Zeichen einer Ankündigung einer Fehde dem Gegner hingeworfenen Handschuh; F.: Fehdehandschuh, Fehdehandschuhs, Fehdehandschuhe, Fehdehandschuhen+EW; Z.: Feh-d-e—hand—schuh
$fehden, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. fehden, Fehde führen; Vw.: s. be-; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: s. Fehd(e), s. en; L.: DW 3, 1418, DW2 9, 246; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus Fehd(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und ausgeführtes Fehde führen oder in rechtmäßiger Feindschaft kämpfen; F.: fehden (!), fehde (!), fehdest, fehdet, fehdete, fehdetest, fehdeten, fehdetet, gefehdet, ##gefehdet, gefehdete, gefehdetes, gefehdetem, gefehdeten, gefehdeter##, fehdend, ###fehdend, fehdende, fehdendes, fehdendem, fehdenden, fehdender###, fehde (!)+EW; Z.: feh-d-en
$fehl, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.?): nhd. fehl, fehlerhaft, falsch, irrig; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. fehl(en); L.: DW3, EWD s. u. fehlen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus fehl(en) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches fehlerhaft der falsch oder irrig; F.: fehl+EW; Z.: fehl
Fehl, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Fehl, Fehler, Mangel (M.); ne. failure (N.); Vw.: -; Hw.: s. fehlen (1), Fehler; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. væle (2), væl, vāl, st. F., Fehl“, Fehlen, Verfehlen; mnd. fēil (1), feyl, feyel, fēl, M., F., Fehl, Fehler, Verfehlen, Gebrechen; afrz. faille, Sb., Fehler; lat. falla, F., Betrug, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. fallere, V., täuschen, überlisten, hinters Licht führen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fehl, DW 3, 1418, EWD s. u. fehlen, DW2 9, 246, Duden s. u. Fehl; Son.: nur noch in Redewendungen erhalten, ansonsten durch Fehler ersetzt; vgl. nndl. feil, Sb., Fehler; nschw. fel, Sb., Fehler; nnorw. feil, M., Fehler; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas von dem Richtigen Abweichendes oder einen Fehler oder einen Mangel (M.); BM.: krümmen; F.: Fehl+FW; Z.: Fehl
$Fehlanzeige, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fehlanzeige, Anzeige eines Fehlens, Leermeldung; E.: s. fehl(en), s. Anzeige; L.: Kluge s. u. Fehl, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus fehl(en) und Anzeige gebildete Bezeichnung für eine Anzeige eines Fehlens oder eine Leermeldung; F.: Fehlanzeige, Fehlanzeigen+EW; Z.: Fehl—an—zei-g-e
$fehlbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fehlbar, fehlerhaft, fehleranfällig; Vw.: s. un-; E.: s. Fehl(er), s. bar; L.: Kluge s. u. fehlen, DW 3, 1421; GB.: seit 1630 belegte und aus Fehl(er) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches fehleranfällig; F.: fehlbar, fehlbare, fehlbares, fehlbarem, fehlbaren, fehlbarer(, fehlbarere, fehlbareres, fehlbarerem, fehlbareren, fehlbarerer, fehlbarst, fehlbarste, fehlbarstes, fehlbarstem, fehlbarsten, fehlbarster)+EW; Z.: fehl-bar
fehlen (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fehlen, mangeln, gebrechen, falsch machen; ne. lack (V.), err (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fehl, Fehler; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. vælen (1), vēlen, vālen, veilen, sw. V., fehlen, sich irren, trügen, übergehen (V.) (2), fehlschlagen, nicht treffen; mnd. fēilen (1), feigelen, feylen, sw. V., fehlen, fehlschießen, verfehlen, fehlgehen, abirren, Fehler machen; afrz. faillir, V., verfehlen; lat. fallere, V., täuschen, einen Fehltritt tun lassen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fehlen, Kluge s. u. fehlen, DW 3, 1422, EWD s. u. fehlen, DW2 9, 249, Duden s. u. fehlen, Bluhme s. u. fehlen; Son.: vgl. nndl. falen, V., scheitern, fehlschlagen; nschw. fela, V., irren; nnorw. feile, V., fehlen; GB.: um 1185 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Welt mögliches falsch machen oder nicht sein (V.); BM.: krümmen; F.: fehlen, fehle, fehlst, fehlt, fehlest, fehlet, fehlte, fehltest, fehlten, fehltet, gefehlt, ##gefehlt, gefehlte, gefehltes, gefehltem, gefehlten, gefehlter##, fehlend, ###fehlend, fehlende, fehlendes, fehlendem, fehlenden, fehlender###, fehl (!)+FW; Z.: fehl-en
fehlen? (2), nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. fehlen, geben, anvertrauen; ne. trust (V.); Vw.: s. be-, emp-; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. velhen, st. V., übergeben (V.), überlassen (V.), empfehlen; ahd. felahan, felhan*, st. V. (3b), anvertrauen, übergeben (V.), einsäen; germ. *felhan, st. V., verbergen, begraben (V.), anbefehlen, anvertrauen, eindringen; idg. *pel- (3b), pelə-, plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.; L.: Falk/Torp 237, Seebold 191, Kluge s. u. befehlen, Looijenga 178, 183; Son.: s. as. bifelhan, st. V. (3b), anempfehlen, übergeben (V.); vgl. afries. bifela, bifella (2), st. V. (3b), befehlen, anbefehlen, überlassen (V.), bestatten; ae. féolan, st. V. (3b), anhangen, eintreten, eindringen; an. fela, st. V. (3b), verbergen; got. filhan, st. V. (3,2), verbergen, begraben (V.); GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches geben oder anvertrauen; BM.: verdecken; F.: fehlen, fehle, fiehlst (!), fiehlt (!), fehlt, fehlest, fehlet, fahl (!), fahlst (!), fahlen (!), fahlt (!), fähle (!), föhle (!), fählest (!), fählst (!), föhlest (!), föhlst (!), fählen (!), föhlen (!), fählet (!), fählt (!), föhlet (!), föhlt (!), fohlen (!), fohlen (!), fohlene (!), fohlenes (!), fohlenem (!), fohlenen (!), fohlener (!), fehlend, fehlend, fehlende, fehlendes, fehlendem, fehlenden, fehlender, fiehl (!)+EW; Z.: fehl-en
Fehler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Fehler, Mangel (M.), Gebrechen; ne. mistake (N.), failure; Vw.: -; Hw.: s. Fehl, fehlen (1); Q.: 1470; E.: Hybridbildung zu fehlen (s. d.); L.: Kluge s. u. Fehler, DW 3, 1427, EWD s. u. fehlen, DW2 9, 251, Duden s. u. Fehler; Son.: vgl. nndl. fout, Sb., Fehler; frz. faute, M., Fehler; nschw. fel, N., Fehler; nnorw. feil, M., Fehler; GB.: seit 1470 belegte und aus fehl(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen möglichen Mangel (M.); BM.: krümmen; F.: Fehler, Fehlers, Fehlern+FW; Z.: Fehl-er
$Fehlgeburt, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fehlgeburt, Totgeburt; E.: s. fehl, s. Geburt; L.: Kluge s. u. Fehl, DW 3, 1429, EWD s. u. fehlen; GB.: seit 1784 belegte und aus fehl und Geburt gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche Totgeburt; F.: Fehlgeburt, Fehlgeburten+EW; Z.: Fehl—ge-bur-t
$fehlgehen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. fehlgehen, falsch gehen, fasch ablaufen; E.: s. fehl, s. gehen; L.: Kluge s. u. Fehl, DW 3, 1429; GB.: vielleicht seit 1573 belegte und aus fehl und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches falsch gehen oder falsch ablaufen; F.: fehlgehen, gehe fehl, gehst fehl, geht fehl, gehen fehl, gehest fehl, gehet fehl, ging fehl, gingst fehl, gingen fehl, gingt fehl, gingest fehl, ginget fehl, fehlgegangen, ##fehlgegangen, fehlgegangene, fehlgegangenes, fehlgegangenem, fehlgegangenen, fehlgegangener##, fehlgehend, ###fehlgehend, fehlgehende, fehlgehendes, fehlgehendem, fehlgehenden, fehlgehender###, geh (!) fehl, fehlzugehen, ####fehlzugehen, fehlzugehend, fehlzugehende, fehlzugehendes, fehlzugehendem, fehlzugehenden, fehlzugehender####, geh (!) fehl+EW; Z.: fehl—geh-en
$fehlschlagen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. fehlschlagen, falsch schlagen, falsch ablaufen; E.: s. fehl, s. schlagen; L.: Kluge s. u. Fehl, DW 3, 1431; GB.: seit 1542 belegte und aus fehl und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches falsch schlagen oder falsch ablaufen F.: fehlschlagen, schlage fehl, schlägst fehl, schlägt fehl, schlagt fehl, schlagen fehl, schlagest fehl, schlaget fehl, schlug fehl, schlugst fehl, schlugen fehl, schlugt fehl, schlüge fehl, schlügest fehl, schlügen fehl, schlüget fehl, fehlgeschlagen, ##fehlgeschlagen, fehlgeschlagene, fehlgeschlagenes, fehlgeschlagenem, fehlgeschlagenen, fehlgeschlagener##, fehlschlagend, ###fehlschlagend, fehlschlagende, fehlschlagendes, fehlschlagendem, fehlschlagenden, fehlschlagender###, schlag fehl, fehlzuschlagen, ####fehlzuschlagen, fehlzuschlagend, fehlzuschlagende, fehlzuschlagendes, fehlzuschlagendem, fehlzuschlagenden, fehlzuschlagender####, schlag (!) fehl+EW; Z.: fehl—schlag-en
$Fehlschluss, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fehlschluss; E.: s. fehl, s. Schluss; L.: DW 3, 1431 (Fehlschlusz), EWD s. u. fehlen; GB.: seit 1743 belegte und aus fehl und Schluss gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen falschen Schluss; F.: Fehlschluss, Fehlschlusses, Fehlschlüsse, Fehlschlüssen+EW; Z.: Fehl—schlu-ss
$Fehltritt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Fehltritt, falscher Tritt; E.: s. fehl, s. Tritt; L.: Kluge s. u. Fehl, DW 3, 1432, EWD s. u. fehlen; GB.: seit 1562 belegte und aus fehl und Tritt gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen möglichen falschen Tritt; F.: Fehltritt, Fehltritts, Fehltrittes, Fehltritte, Fehltritten+EW; Z.: Fehl—tri-t-t
feien, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. feien, sich feien, gegen etwas schützen; ne. make (V.) proof; Vw.: -; Hw.: s. Fee; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: Hybridbildung mit Rückgriff auf „Fei“, eine alte Form für Fee; mhd. fei, st. F., Fee; mhd. feie, feine, F., sw. F., Fee; mnd. feie, F., Fee; mfrz. feie, F., Fee; lat. Fāta, F., Schicksalgöttin, Parze; vgl. lat. fātum, N., Ausspruch, Götterspruch, Weissagung; lat. fārī, V., verkünden, kundtun; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gefeit, DW 3, 1433, EWD s. u. feien, DW2 9, 258, Duden s. u. gefeit, Bluhme s. u. gefeit; Son.: hauptsächlich in der Form gefeit gebräuchlich; GB.: seit um 1210 belegte und über Fee aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches durch Zauberkraft stark oder unverwundbar machen oder schützen; BM.: sprechen; F.: feien, feie, feist (!), feit, feiest, feiet, feite, feitest, feiten, feitet, gefeit, ##gefeit, gefeite, gefeites, gefeitem, gefeiten, gefeiter##, feiend, ###feiend, feiende, feiendes, feiendem, feienden, feiender###, fei (!)+FW+EW?; Z.: fei-en
Feier, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Feier, Fest, Ruhe; ne. fair (N.), festivity, feast; Vw.: -; Hw.: s. Ferien; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vīre (1), virre, vīere, vīer, st. F., Festtag, Feier, Feiertag, Feiern (N.), Ausruhen von der Arbeit; mnd. vīr, vīre, F., Fire; mnl. viere, F., Feier; ahd. fīra, firra, st. F. (ō?, jō?), Feier, Fest, Ruhe; as. fīra*, st.? F. (ō?, jō?), Feier; anfrk. -; germ. *fīra, Sb., Feier, Feiertag; lat. fēriae, um 250-184 v. Chr.), F. Pl., Feiertage; vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feier, Kluge s. u. Feier, DW 3, 1433, EWD s. u. Feier, DW2 9, 259, EWAhd 3, 304, Duden s. u. Feier, Bluhme s. u. Feier; Son.: vgl. afries. fīre, F., Feiertag; ae. -; an. -; got. -; nndl. viering, Sb., Feier; frz. jour férié, M., Feiertag; nschw. firande, Sb., Feier; kymr. ffair, F., Feir, Messe (F.) (2); GB.: (fīra) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Feier oder ein Fest anlässlich eines bedeutenden Ereignisses oder eines Gedenktags; BM.: Heiliges; F.: Feier, Feiern+FW(+ EW); Z.: Fei-er
$Feierabend, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Feierabend, Vorabend eines Feiertags, Ende eines Arbeitstags; E.: s. Feier, s. Abend; L.: Kluge s. u. Feierabend, DW 3, 1424, EWD s. u. Feier; GB.: (vīrābent) seit um 1250 belegte und aus Feier und Abend gebildete Bezeichnung für den Vorabend eines wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten Feiertags und danach für ein Feiern ermöglichendes Ende eines Arbeitstags; F.: Feierabend, Feierabends, Feierabende, Feierabenden+FW+EW; Z.: Fei-er—ab-end
$feierlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. feierlich, festlich; E.: s. Feier, s. lich; L.: Kluge s. u. Feier, DW 3, 1435, EWD s. u. Feier; GB.: (vīrelich) vor 1190 belegte und vielleicht nach lat. fēstīvus oder fēriālis aus Feier und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches festlich; F.: feierlich, feierliche, feierliches, feierlichem, feierlichen, feierlicher(, feierlichere, feierlicheres, feierlicherem, feierlicheren, feierlicherer, feierlichst, feierlichste, feierlichstes, feierlichstem, feierlichsten, feierlichster)+FW+EW; Z.: fei-er-lich
$feiern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. feiern; E.: s. Feier, s. en; L.: Kluge s. u. Feier, EWD s. u. Feier; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (feriari) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums besonders gewürdigtes Feier abhalten oder frei sein (V.) oder ausruhen; F.: feiern, feiere, feire (!), feier (!), feierst, feiert, feierte, feiertest, feierten, feiertet, gefeiert, ##gefeiert, gefeierte, gefeiertes, gefeiertem, gefeierten, gefeierter##, feiernd, ###feiernd, feierndes, feierndem, feiernden, feiernder###, feier (!)+FW+EW; Z.: fei-er-n
$Feiertag, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Feiertag, Tag der Feier; E.: s. Feier, s. Tag; L.: Kluge 1. A. s. u. Feier, EWD s. u. Feier; GB.: seit Ende 8. Jh. (fīratag*) belegte und nach lat. dies feriatus aus Feier und Tag gebildete Bezeichnung für einen Tag der Feier und der Ruhe; F.: Feiertag, Feiertags, Feiertages, Feiertage, Feiertagen+FW+EW; Z.: Fei-er-t-ag
feig, nhd., Adj.: nhd. feig; Vw.: s. feige
feige, feig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. feige, feig, ängstlich, dem Tod verfallen (Adj.), unselig; ne. coward (Adj.), bound to die; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. veige (1), veic*, Adj., vom Schicksal zum Tode oder Unglück bestimmt, verwünscht, todbringend, todgeweiht, tot, tödlich, verflucht; mnd. vēge, veige, Adj., dem Tod verfallen (Adj.); mnl. vege, veech, Adj., dem Tod bestimmt, todgeweiht; ahd. feigi, Adj., arm, gering, todgeweiht, gottlos; as. fêgi*, fêg*, Adj., dem Tod verfallen (Adj.); anfrk. -; germ. *faiga-, *faigaz, *faigja-, *faigjaz, Adj., reif, todgeweiht, dem Tode verfallen (V.), feig; s. idg. *peig̑- (2), Adj., feindlich, böse, Pokorny 795 (1377/19) (RB. idg. aus ind., ill., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. feige, Kluge s. u. feig, DW 3, 1441, EWD s. u. feige, DW2 9, 269, EWAhd 3, 113, Falk/Torp 223, Heidermanns 182, Duden s. u. feig, Bluhme s. u. feige; Son.: vgl. afries. fai, Adj., zur Bestrafung freigegeben, geächtet: ae. fǣge, Adj. (ja), zum Tode bestimmt, tot, unselig, schwach, verflucht; an. feigr, Adj., dem Tode verfallen (Adj.), todgeweiht, gerade verstorben; got. -; nndl. veeg, Adj., feig, feige; nschw. veg, Adj., feig, feige; nnorw. feig, Adj., feig, feige; ai. píśuna-, Adj., bösgesinnt, verräterisch; lat. piger, Adj., verdrossen, langsam, faul; lit. paĩkas, Adj., dumm; GB.: (feigi) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ängstlich oder dem Tode verfallen (Adj.); BM.: böse; F.: feige, feig, feiges, feigem, feigen, feiger(, feigere, feigeres, feigerem, feigeren, feigerer, feigeste, feigestes, feigestem, feigesten, feigester, feigste, feigstes, feigstem, feigsten, feigster)+EW; Z.: feig
Feige, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Feige, Feigenbaum, Feigenfrucht; ne. fig; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vīge, fīge*, sw. F., sw. F., Feige; mhd. vīc, vīch, fīc*, fīch*, st. M., st. N., Feige, Feigwarze; mnd. vige, F., Feige; mnl. vige, F., Feige; ahd. fīga, sw. F. (n), Feige; as. fīga*, sw. F. (n), Feige; germ. *figa, F., Feige; lat. fīcus, M., Feige, (204-169 v. Chr.); Entlehnung aus einer mittelmeerländischen oder kleinasiatischen Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Feige, Kluge s. u. Feige, DW 3, 1443, EWD s. u. Feige, DW2 9, 271, EWAhd 3, 212, Duden s. u. Feige, Bluhme s. u. Feige; Son.: vgl. afries. -; ae. fīc, st. M. (a), Feige, Feigenbaum, Feigwarze; an. fīka, fīkja, F., Feige; got. -; nndl. vijg, Sb., Feige; frz. figue, F., Feige; nschw. fikon, N., Feige; nnorw. fiken, M., Feige; gr. σῦκον (sȳkon), N., Feige; poln. figa, F., Feige; kymr. ffigsen, ffygsen, F., Feige; nir. fige, F., Feige; lit. figa, F., Feige; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit 11000 Jahren von Menschen verwendete in sehr vielen Arten überwiegend in den Tropen vorkommende und als Baum oder Strauch oder Schlingpflanze wachsende Pflanze mit immergrünen Blättern und essbaren schmackhaften Früchten; BM.: ?; F.: Feige, Feigen+FW(+EW); Z.: Feig-e
$Feigenblatt, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Feigenblatt; E.: s. Feige, s. n, s. Blatt; L.: Kluge s. u. Feige, DW 3, 1445, EWD s. u. Feige; GB.: seit 1349 belegte und aus Feig(e) und en (Suff.) sowie Blatt gebildete Bezeichnung für ein Blatt der Feige und übertragen (Adj.) für ein Mittel zu dem Verbergen einer Blöße oder zu der Verhinderung eines Skandals; F.: Feigenblatt, Feigenblatts, Feigenblattes, Feigenblätter, Feigenblättern+FW+EW; Z.: Feig-en—bla-t-t
$Feigheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Feigheit, Ängstlichkeit, Furchtsamkeit; E.: s. feig(e), s. heit; L.: Kluge s. u. feig(e), DW 3, 1446, EWD s. u. feige; GB.: seit 1210 belegte und aus feig(e) und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Ängstlichkeit oder Furchtsamkeit; F.: Feigheit, Feigheiten+EW; Z.: Feig-hei-t
$Feigling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Feigling, ängstlicher Mensch; E.: s. feig(e), s. ling; L.: Kluge s. u. feig(e), DW 3, 1446, EWD s. u. feige; GB.: seit 1786 belegte und aus feig(e) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl auch schon früher möglichen feigen Menschen; F.: Feigling, Feiglings, Feiglinges (!), Feiglinge, Feiglingen+EW; Z.: Feig-ling
$Feigwarze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Feigwarze; E.: s. Feig(e), s. Warze; L.: Kluge 1. A. s. u. Feigwarze, DW 3, 1446; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Feig(e) und Warze gebildete Bezeichnung für eine gutartige von einem Virus verursachte und sehr ansteckende Hautveränderung an den Geschlechtsteilen des Menschen; F.: Feigwarze, Feigwarzen+FW+EW; Z.: Feig—war-z-e
feil, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. feil, erwerbbar, käuflich; ne. for sale, venal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. veile (1), veil, Adj., feil, käuflich, verfügbar, erreichbar, möglich; mnd. vēle, veile, Adj., käuflich, feil, öffentlich; mnl. veile, Adj., beschützt, sicher; ahd. feili*, Adj., „feil“, käuflich, verkäuflich; ahd. fāli, Adj., feil; as. -; anfrk. -; germ. *fala-, *falaz, Adj., käuflich, verkäuflich, feil, vorteilhaft; s. germ. *fēlja-, *fēljaz, *fǣlja-, *fǣljaz, Adj., käuflich, feil; vgl. idg. *pel- (5)?, V., verkaufen, verdienen, Pokorny 804 (1389/31) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); oder von germ. *failja-, failjaz, Adj., traut, gut, beschützt; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. feil, Kluge s. u. feil, DW 3, 1446, EWD s. u. feil, DW2 9, 274, EWAhd 3, 116, Falk/Torp 224, 237, Heidermanns 185, 187, Duden s. u. feil, Bluhme s. u. feil; Son.: vgl. afries. fēle (2), Adj., feil, käuflich; ae. fǣle (2), Adj. (ja), treu, gut, lieb, teuer; an. falr, Adj., feil, käuflich, veräußerlich; got. -; GB.: (feili) seit 8. Jh.? belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums mögliches erwerbbar oder käuflich; BM.: verkaufen; F.: feil, feile, feiles, feilem, feilen, feiler+EW; Z.: feil
$feilbieten, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. feilbieten, zu einem Kaufe anbieten; E.: s. feil, s. bieten; L.: DW feil, EWD s. u. feil; GB.: (veilbieten) seit 1147 belegte und aus feil und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Geld mögliches zu einem Kaufe anbieten; F.: feilbieten, biete feil, bietest feil, bietet feil, bot feil, botest feil, botst feil, boten feil, botet feil, böte feil, bötest feil, bötet feil, feilgeboten, ##feilgeboten, feilgebotene, feilgebotenes, feilgebotenem, feilgebotenen, feilgebotener##, feilbietend, ###feilbietend, feilbietende, feilbietendes, feilbietendem, feilbietenden, feilbietender###, feilzubieten, ####feilzubieten, feilzubietend, feilzubietende, feilzubietendes, feilzubietendem, feilzubietenden, feilzubietender####, biet (!) feil, biete (!) feil+EW; Z.: feil—biet-en
Feile, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Feile, ein Werkzeug; ne. file (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vīle, fīle*, st. F., sw. F., Feile; mnd. vile, F., Feile; mnl. vīle, F., Feile; ahd. fīla, fīhala, fīgila, st. F. (ō), Feile; as. fīla, st.? F. (ō), Feile; anfrk. -; germ. *fīlō, st. F. (ō), Feile; germ. *finhalō, *finhlō, st. F. (ō), Feile; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feile, Kluge s. u. Feile, DW 3, 1448, EWD s. u. Feile, DW2 9, 276, EWAhd 3, 217, Duden s. u. Feile, Bluhme s. u. Feile; Son.: vgl. afries. -; ae. fíol, féol, féole, fīl, fíole, st. F. (ō), Feile; an. fēl, st. F. (ō), Feile; got. -; nndl. vijl, Sb., Feile; nschw. fil, Sb., Feile; nnorw. fil, M., F., Feile; GB.: (fīla) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit der Bronzezeit (8. Jh. v. Chr.) von Menschen entwickeltes und verwendetes Werkzeug aus gehärtetem Stahl mit vielen kleinen Zähnen oder Rillen zu einer Bearbeitung oder Glättung von Oberflächen aus Metall; BM.: ritzen?; F.: Feile, Feilen+EW; Z.: Feil-e
$feilen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. feilen, mit einer Feile bearbeiten; E.: s. Feil(e), s. en; L.: Kluge s. u. Feile, EWD s. u. Feile, EWAhd 3, 218; GB.: (fīlōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Feil(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit 8. Jh. v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes Oberflächen aus Metall mit einer Feile bearbeiten oder glätten; F.: feilen (!), feile (!), feilst, feilt, feilest, feilet, feilte, feiltest, feilten, feiltet, gefeilt, ##gefeilt, gefeilte, gefeiltes, gefeiltem, gefeilten, gefeilter##, feilend, ###feilend, feilende, feilendes, feilendem, feilenden, feilender###, feil (!)+EW; Z.: feil-en
feilschen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. feilschen, hartnäckig verhandeln; ne. bargain (V.), deal (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: s. mhd. veilesen*, veilsen, veileschen, sw. V., feilschen, einen Preis bieten, um etwas handeln, handeln; mnd. velschen, veilschen, sw. V., feilschen, um etwas handeln; vgl. mhd. veile (1), veil, Adj., feil, käuflich, verfügbar, erreichbar, möglich; mnd. vēle, veile, Adj., käuflich, feil, öffentlich; ahd. feili*, Adj., feil, käuflich, verkäuflich; germ. *fala-, *falaz, Adj., käuflich, verkäuflich, feil, vorteilhaft; germ. *fēlja-, *fēljaz, *fǣlja-, *fǣljaz, Adj., käuflich, feil; vgl. idg. pel- (5)?, V., verkaufen, verdienen, Pokorny 804 (1389/31) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. feilschen, Kluge s. u. feilschen, DW 3, 1449, EWD s. u. feil, DW2 9, 279, Duden s. u. feilschen; GB.: (veilesen) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und von feil abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl für Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches bei einem Geschäft durch hartnäckiges Handeln einen möglichst günstigen Preis für etwas bzw. den größtmöglichen Vorteil zu erreichen suchen; BM.: verkaufen; F.: feilschen, feilsche, feilschst, feilscht, feilschest, feilschet, feilschte, feilschtest, feilschten, feilschtet, gefeilscht, ##gefeilscht, gefeilschte, gefeilschtes, gefeilschtem, gefeilschten, gefeilschter##, feilschend, ###feilschend, feilschende, feilschendes, feilschendem, feilschenden, feilschender###, feilsch (!)+EW; Z.: feil-sch-en
Feim (1), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Feim (M.) (1), Schaum, Gischt, Brandung; ne. foam (N.); Vw.: -; Hw.: s. abgefeimt; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. veim, feim*, st. M., „Feim“, Schaum, Honig, Nichtigkeit, Abschaum; ahd. feim, st. M. (a), „Feim“, Schaum, Gischt, Abschaum; as. -; anfrk. -; germ. *faima-, *faimaz, st. M. (a), Feim, Schaum; s. idg. *spoimno-, *poimno-, Sb., spoimnā-, *poimnā, F., Feim, Schaum, Gischt, Pokorny 1001 (1730/202) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feim, Kluge s. u. Feim, DW 3, 1450, EWD s. abgefeimt, DW2 9, 279, EWAhd 3, 118, Falk/Torp 224, Duden s. u. Feim; Son.: vor allem in der Ableitung abgefeimt vorhanden (s. d.); vgl. afries. -; ae. fām, st. N. (a), Schaum; an. -; got. -; ai. phéna-, Sb., Schaum; osset. finkæ, Sb., Schaum; lat. spūma, F., Schaumgischt; apreuß. spoayno, F., Gesst, Schaum des gärenden Bieres; lit. spaĩnė, F., Schaumstreifen auf bewegter See; ksl. pěna, F., Schaum, Speichel; poln. piana, Sb., Schaum, Gischt; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schaum oder Gischt oder Brandung; BM.: Schaum?; F.: Feim, Feimes, Feims+EW; Z.: Feim
Feim (2), Feime, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Feim (M.) (2), Strohhaufe, Strohhaufen; ne. heap (N.) of straw; Vw.: -; Hw.: s. Feimen; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, aus dem Mittelniederdeutschen?; L.: Kluge s. u. Feim(en), DW 3, 1451 (Feime), DW2 9, 280 (Feime), Duden s. u. Feim; GB.: (Feime) seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen kommende Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen aufgeschichteten Haufen von Stroh oder Heu; F.: Feim, Feimes, Feims, Feime, Feimen+EW; Z.: Feim
Feime, nhd. (ält.), M.: nhd. Feime; Vw.: s. Feim (2)
Feimen, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Feimen, Feim (M.) (2), aufgeschichteter Haufe oder Haufen von Stroh oder Heu; ne. heap (N.) of straw; Vw.: -; Hw.: s. Feim (2); Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, aus dem Mittelniederdeutschen?; L.: Kluge s. u. Feim(en), DW 3, 1451 (Feime), DW2 9, 280 (Feime), Duden s. u. Feim; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen kommende Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen aufgeschichteten Haufen von Stroh oder Heu; F.: Feimen, Feimens+EW; Z.: Feim-en
fein, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fein, dünn, zart, angenehm; ne. fine (Adj.); Vw.: s. piek-; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. vīn (1), fīn, Adj., fein, schön, rein; mhd. vein, fein, Adj., fest, feuerfest, unverbrennlich; mnd. fīn (1), fīne, phīn, Adj., fein, fein gesponnen, fein gewebt, fein gemahlen; mfrz. fin, Adj., fein; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. fein, Kluge s. u. fein, DW 3, 1452, EWD s. u. fein, DW2 9, 280, Duden s. u. fein, Bluhme s. u. fein; Son.: vgl. nndl. fijn, Adj., fein; frz. fin, Adj., fein; nschw. fin, Adj., fein; nnorw. fin, Adj., fein; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dünn oder zart oder angenehm; BM.: stechen?; F.: fein, feine, feines, feinem, feinen, feiner(, feinere, feineres, feinerem, feineren, feinerer, feinste, feinstes, feinstem, feinsten, feinster)+FW+EW; Z.: fein
Feind, nhd., (Part. Präs.=)M., (8. Jh.): nhd. Feind, Gegner; ne. enemy, adversary; Vw.: s. -selig; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. vīant (1), vīent, vīnt, vīgent, vīgant, st. M., sw. M., Feind, Gegner, Teufel; mnd. vīent, vīant, M., Feind; mnl. vīant, M., Feind; ahd. fījant*, fīant, st. M. (nt), Feind, Widersacher, Gegner, Teufel; as. fīund, fīand*, fīond, (Part. Präs.=)st. M. (nd), Feind; anfrk. fiund*, st. M. (nd), Feind, Teufel germ. *fijēnd-, *fijǣnd-, st. M., Feind; s. idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feind, Kluge s. u. Feind, DW 3, 1457, EWD s. u. Feind, DW2 9, 287, EWAhd 3, 199, Falk/Torp 240, Duden s. u. Feind, Bluhme s. u. Feind; Son.: vgl. afries. fīand, fīund, M. (nd), Feind; nnordfries. fiend, M., Feind; ae. fíond, féond, Part. Präs. subst.=M., Feind, Teufel, feindseliger Dämon; an. fjāndi, M. (nt), Feind, Teufel; got. fijands, st. M. (nd), Feind; nndl. vijand, Sb., Feind; nschw. fiende, Sb., Feind; nnorw. fiende, M., Feind; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Gegner; BM.: weh tun?; F.: Feind, Feindes, Feinds, Feinde, Feinden+EW; Z.: Fei-nd
$feinden, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. feinden, feindlich gesinnt sein, als Gegner behandeln; Vw.: s. an-, ver-; L.: DW 3, 1459, DW2 9, 290; GB.: seit 1275 belegte und aus Feind und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches feindlich gesinnt sein (V.) oder als Gegner behandeln; F.: feinden (!), feinde (!), feindest, feindet, feindete, feindetest, feindeten, feindetet, gefeindet, ##gefeindet, gefeindete, gefeindetes, gefeindetem, gefeindeten, gefeindeter##, feindend, ###feindend, feindende, feindendes, feindendem, feindenden, feindender###, feind (!)+EW; Z.: fei-nd-en
$feindlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. feindlich, gegnerisch; E.: s. Feind, s. lich; L.: Kluge s. u. Feind, EWD s. u. Feind; GB.: seit um 1000 belegte und aus Feind und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gegnerisch; F.: feindlich, feindliche, feindliches, feindlichem, feindlichen, feindlicher(, feindlichere, feindlicheres, feindlicherem, feindlicheren, feindlicherer, feindlichst, feindlichste, feindlichstes, feindlichstem, feindlichsten, feindlichster)+EW; Z.: fei-nd-lich
$Feindschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Feindschaft, Gegnerschaft; ne. enmity, hostility; E.: s. Feind, s. schaft; L.: Kluge s. u. Feind, DW 3, 1462, EWD s. u. Feind; GB.: (fījantskaf*) seit nach 765 belegte und aus Feind und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Gegnerschaft; F.: Feindschaft, Feindschaften+EW; Z.: Fei-nd-schaf-t
feindselig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. feindselig, feindlich, gegnerisch; ne. hostile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1480/1481; E.: mhd. vīentselic*, vīntselic, fīntselic*, Adj., feindselig; mnd. vīentsālich, vīentsēlich, Adj., verhasst, verabscheut, verachtet; vgl. mhd. vīant (1), vīent, vīnt, vīgent, vīgant, vigint, vījent, st. M., sw. M., Feind, Gegner, Teufel; ahd. fījant*, fīant, st. M. (nt), Feind, Widersacher, Gegner, Teufel; germ. *fijēnd-, *fijǣnd-, st. M., Feind; vgl. idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); mhd. selic, Adj., „seelig“; vgl. mhd. sēle, sel, st. F., sw. F., Seele, Seele eines Verstorbenen im Jenseits, Innerstes, Geist; ahd. sēla, st. F. (ō), sw. F. (n), Seele, Herz, Geist, Leben; germ. *saiwalō, st. F. (ō), Seele; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. feindselig, DW 3, 1462, EWD s. u. Feind, DW2 9, 293, Duden s. u. feindselig; GB.: seit 1480/1481 belegte und aus Feind und selig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches feindlich oder gegnerisch; BM.: weh tun, Seele; F.: feindselig, feindselige, feindseliges, feindseligem, feindseligen, feindseliger(, feindseligere, feindseligeres, feindseligerem, feindseligeren, feindseligerer, feindseligste, feindseligstes, feindseligstem, feindseligsten, feindseligster)+EW; Z.: fei-nd—sel-ig
$Feindseligkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Feindseligkeit, Feindlichkeit, Feindschaft, Gegnerschaft; ne. hostility; E.: s. feindselig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 1462, EWD s. u. Feind; GB.: seit 1523 belegte und aus feindselig und keit gebildete Bezeichnung für Feindlichkeit oder Feindschaft oder Gegnerschaft; F.: Feindseligkeit, Feindseligkeiten+EW; Z.: Fei-nd—sel-ig—kei-t
$Feinheit, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Feinheit, Zartheit; E.: s. fein, s. heit; L.: Kluge s. u. fein, DW 3, 1464, EWD s. u. fein; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus fein und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Zartheit; F.: Feinheit, Feinheiten+FW+EW; Z.: Fein-hei-t
feist, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. feist, fett, dick; ne. fat (Adj.), plump (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. fett; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. veizet, veizt, vēzt, feizet, Adj., fruchtbar, reich, dicht, gemästet, beleibt, ergiebig, gesättigt; mnd. -; ahd. feizit, Adj., feist, fett, dick, fruchtbar; as. -, anfrk. fēit (1), Adj., fett, feist; germ. *faita-, *faitaz, Adj., fett, feist; idg. *poid-, *pī̆d-, Adj., fett, Pokorny 794; vgl. idg. *pei̯ə-, *pei-, *pī̆-, V., fett sein (V.), strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. feist, Kluge s. u. feist, DW 3, 1467 (feißt), EWD s. u. feist, DW2 9, 298, EWAhd 3, 120, Falk/Torp 241, Duden s. u. feist, Bluhme s. u. feist; Son.: vgl. afries. fatt, fat, fet (2), Adj., fett; saterl. fat, Adj., fet; ae. -; an. feitr, Adj., feist, fett; got. -; ai. pīná-, Adj., feist, dick; gr. πίων (píōn), Adj., fett, fruchtbar; lat. opīmus, Adj., nährend, fruchtbar, fett, wohlgenährt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht auch vormenschlich mögliches fett oder dick; BM.: fett; F.: feist, feiste, feistes, feistem, feisten, feister(, feistere, feisteres, feisterem, feisteren, feisterer, feistete, feistetes, feistetem, feisteten, feisteter)+EW; Z.: fei-s-t
feixen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. feixen, schadenfroh lachen, hämisch lachen; ne. smirk (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fuchs (2); Q.: 1856; E.: wohl norddeutsche Bildung zu feix, M., junger Student, Unerfahrener; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. feixen, DW 3, 1473, EWD s. u. feixen, DW2 9, 300, Duden s. u. feixen, Bluhme s. u. feixen; GB.: seit 1856 belegte und vielleicht norddeutsch gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schadenfroh lachen oder hämisch lachen; BM.: dummer Mensch?; F.: feixen, feixe (!), feixt, feixest, feixet, feixte, feixtest, feixten, feixtet, gefeixt, ##gefeixt, gefeixte, gefeixtes, gefeixtem, gefeixten, gefeixter##, feixend, ###feixend, feixende, feixendes, feixendem, feixenden, feixender###, feix (!)+EW?; Z.: feix-en
…fekt (1), nhd., (Part. Prät.=)Sb. (M., N.), (15. Jh.): nhd. …fekt; ne. …fect; Vw.: s. Af-, De-, Ef-, Imper-, Konf-, Per-, Plusquamper-, Prä-; Hw.: s. …fekt (2); Q.: ?; I.: Lw. lat. …fectus; E.: s. lat. …fectus, Suff., …fekt; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …fect, Suff., …fekt; frz. ..fect, Suff., …fekt; nschw. ..fekt, Suff., …fekt; nnorw. ...fekt, Suff., …fekt; poln. …fekt, Suff., …fekt; kymr. …faith, Suff., …fekt; lit. …fektas, Suff., …fekt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: machen bzw. einwirken; F.: …fekt, …fekts., …fektes, …fekte, …fekten+FW(+EW); Z.: -fe-k-t
…fekt (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. …fekt; ne. …fect; Vw.: s. de-, per-; Hw.: s. …fekt (1); Q.: ?; I.: Lw. lat. …fectus; E.: s. lat. …fectus, Suff., …fekt; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …fect, Suff., …fekt; frz. ..fect, Suff., …fekt; nschw. ..fekt, Suff., …fekt; nnorw. ...fekt, Suff., …fekt; poln. …fekt, Suff., …fekt; kymr. …faith, Suff., …fekt; lit. …fektas, Suff., …fekt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: machen bzw. einwirken; F.: ...fekt, ...fekte, ...fektes, ...fektem, ...fekten, ...fekter(, ...fektere, ...fekteres, ...fekterem, ...fekteren, ...fekterer, ...fektest, ...fekteste, ...fektestes, ...fektestem, ...fektesten, ...fektester)+FW(+EW); Z.: -fe-k-t
Felbe, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Felbe, Weide (F.) (1), Weidenbaum; ne. willow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: fnhd. felbe, M., Weide (F.) (1); mhd. velwe (1), felwe*, sw. F., st. F., sw. M., Weide (F.) (1), Weidengeflecht, Weidenbaum, Geflecht aus Weiden zum Fischfang; ahd. felwa*, felawa*, st. F. (ō), Weide (F.) (1), Silberweide, Salweide; ahd. felwo*, sw. M. (n), Weide (F.) (1), Weidenbaum; germ. *felwō, st. F. (ō), Weide (F.) (1), Weidenbaum, Felbe; idg. *pel-, *peleu-, Sb., Sumpf, Pokorny 799; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798? (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804? (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 3, 1474, DW2 9, 301, EWAhd 3, 132, Falk/Torp 239; Son.: vgl. osst. färwe, färw, Sb., Erle; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Laubbaum; BM.: fließen oder grau?; F.: Felbe, Felben+EW; Z.: Fel-b-e
$Felber, nhd. (ält.), M., (11. Jh.?): nhd. Felber, Weide (F.) (1), Weidenbaum; L.: Kluge 1. A. s. u. Felber, DW 3, 1774, DW2 9, 301; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Laubbaum; F.: Felber, Felbers (!), Felbern (!)+EW; Z.: Felb-er
Felchen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Felchen, Renke, Maräne; ne. whitefish, powan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1243 (Rennewart des Ulrich von Türheim); E.: mhd. velche, felche*, sw. M., Felchen, Blaufelchen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Felchen, DW2 9, 301, Duden s. u. Felchen, Bluhme s. u. Felchen; GB.: (velche) seit nach 1243 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit Forelle verbindbare Bezeichnung für einen nach der Eiszeit in Gletscherseen entstandenen mittelgroßen Lachsfisch mit silberglänzendem Körper; BM.: ?; F.: Felchen, Felchens+EW?; Z.: Fel-chen
Feld, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Feld, Acker; ne. field (N.); Vw.: s. Blach-, -stecher, -webel; Hw.: s. Gefilde; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. velt, st. N., Feld, Land, Boden, Fläche, Ebene, Lagerplatz, Kampfplatz; mnd. velt, N., Feld; mnl. velt, N.?, Feld; ahd. feld, st. N. (a) (iz) (az), Feld, Ebene, Fläche, Gefilde; as. feld*, st. N. (a), Feld; anfrk. feld*, felt*, st. N. (a), Feld; germ. *felþa-, *felþam, st. N. (a), Feld; s. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feld, Kluge s. u. Feld, DW 3, 1474, EWD s. u. Feld, DW2 9, 301, EWAhd 3, 134, Falk/Torp 237, Duden s. u. Feld, Bluhme s. u. Feld; Son.: vgl. afries. feld, st. N. (a), Feld; nfries. fjild; ae. feld, felþ, st. M. (a?, u?), Feld, Ebene, kultiviertes Land; an. fold, st. F. (ō), Erde, Land, Weide (F.) (2), Trift; got. -; nndl. velt, Sb., Feld; nschw. fält, N., Feld; nnorw. felt, N., Feld; arm. hoł, Sb., Erde, Boden, Land; air. láthar, Sb., Ort, Lage; ksl. polje, Sb., Feld; GB.: seit nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine weite und unbebaute Bodenfläche oder einen Acker; BM.: breit; F.: Feld, Feldes, Felds, Felder, Feldern+EW; Z.: Fel-d
$Feldbereinigung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Feldbereinigung, Flurbereinigung; E.: s. Feld, s. Bereinigung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rain; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Feld und Bereinigung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwirklichte allgemeinere Bereinigung der Gemengelage von Feldern oder Flurbereinigung; F.: Feldbereinigung, Feldbereinigungen+EW; Z.: Fel-d—be—rei-n-ig-ung
$Feldglocke, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Feldglocke, Glocke in einem Feld; E.: s. Feld, s. Glocke; L.: Kluge s. u. Feld, DW 3, 1483; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Feld und Glocke gebildete Bezeichnung für eine Glocke in einem Feld oder einen Galgenschwengel; F.: Feldglocke, Feldglocken+FW+EW; Z.: Fel-d—glock-e
Feldpost, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Feldpost; E.: s. Feld, s. Post; L.: DW 3, 1487; GB.: seit 1702 belegte und aus Feld und Post gebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach Vorläufern in dem Altertum vielleicht seit dieser Zeit in Preußen entwickelte und verwendete in das Feld und aus dem Feld zuzustellende Post des Heereswesens; F.: Feldpost, Feldposten (!)+EW+FW
$Feldpostkarte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Feldpostkarte; Q.: 1870/1871; E.: s. Feldpost, s. Karte; L.: fehlt DW, EWD s. u. Post; GB.: seit 1870/1871 belegte und aus Feldpost und Karte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für die besondere Feldpost entwickelte und verwendete Postkarte; F.: Feldpostkarte, Feldpostkarten+FW+EW; Z.: Fel-d—po-s-t—kart-e
Feldscher, Feldscherer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Feldscher, Heereswundarzt; ne. army surgeon, barber surgeon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1550 (Lied); E.: s. Feld, scheren; L.: Kluge s. u. Feldscher,DW 3, 1488, EWD s. u. Feld; GB.: seit vor 1550 belegte und aus Feld und Scher(er) gebildete Bezeichnung für einen Heereswundarzt (mit geringen medizinischen Kenntnissen); BM.: Bartscherer im Feld; F.: Feldscher, Feldschers, Feldschere, Feldscheren+EW; Z.: Fel-d-scher
Feldstecher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Feldstecher, Fernglas; ne. binoculars; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. Feld, stechen; L.: Kluge s. u. Feldstecher, fehlt DW, EWD s. u. Feld, DW2 9, 323, Duden s. u. Feldstecher; Son.: ältere Form ist Stechbrille; GB.: seit 1830 belegte und aus Feld und Stecher gebildete Bezeichnung für ein optisches Gerät zu einem mittels Verwendung von Linsen ermöglichten erleichterten in die Ferne-Sehen; BM.: vielleicht von einer Brille die mit einer Klammer auf die Nase gesteckt werden konnte; F.: Feldstecher, Feldstechers, Feldstechern+EW; Z.: Fel-d—ste-ch-er
Feldwebel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Feldwebel, ein Unteroffizier; ne. sergeant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1535; E.: s. fnhd. feldweibel, M., Feldwebel; mnd. veltwēvel, veltwēivel, veltwebel, M., Feldwebel; s. nhd. Feld, Weibel; L.: Kluge s. u. Feldwebel, Feldweibel, DW 3, 1491, EWD s. u. Feld, DW2 9, 325, Duden s. u. Feldwebel; GB.: seit 1535 belegte und aus Feld und Weibel gebildete Bezeichnung für einen untergeordneten Amtsträger in einem Heer; BM.: Feld, drehen; F.: Feldwebel, Feldwebels, Feldwebeln+EW; Z.: Fel-d—web-el
Felge (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Felge (F.) (1), Bogen; ne. felly, felloe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. velge, felge*, st. F., sw. F., Felge (F.) (1), Radfelge; mnd. velge, vellig, vellige, F., Felge (F.) (1), Radfelge, hölzerne Radfelge; mnl. velge, F., Felge; ahd. felga (1), felaha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Felge (F.) (1), Radfelge, Reif (M.) (2); germ. falgō, st. F. (ō), Felge (F.) (2), Egge (F.) (1), Brachfeld, Gewendetes; as. felga, st. F. (ō), sw. F. (n), Felge (F.) (1); anfrk. -; germ. *felgō, st. F. (ō), Felge (F.) (2), Egge (F.) (1); s. idg. *pelk̑-?, *polk̑-?, V., wenden, drehen, Pokorny 807 (1394/36) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Felge, Kluge s. u. Felge 1, EWD s. u. Felge, DW 3, 1493, DW2 9, 327, EWAhd 3, 138, Falk/Torp 237, Duden s. u. Felge, Bluhme s. u. Felge; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. velg, Sb., Felge; nschw. fälg, Sb., Felge; nnorw. felg, M., Felge; poln. felga, F., Felge; russ. полоз (póloz), M., Schlittenkufe; nir. fiolla, M., Felge; GB.: (felga) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Teil des Rades auf den ein Reifen aufgezogen wird oder einen Radkranz; BM.: drehen, krümmen?; F.: Felge, Felgen+EW; Z.: Fel-g-e
Felge (2), Falge, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Felge (F.) (2), umgepflügtes Brachland; ne. wasteland; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mnd. vale, F., Umpflügung des Brachackers, umgepflügtes Brachland; mnl. valge, F., Umpflügung des Brachackers, umgepflügtes Brachland; ahd. felga* (2), sw. F. (n), Saatfeld, umgepflügtes Feld; vgl. ahd. felgen*, falgen*, sw. V. (1a), aneignen, gebrauchen, pflügen; germ. *falgjan, sw. V., auferlegen?, zulegen?; s. idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Felge 2, DW 3, 1493, EWAhd 3, 140, Seebold 192, Duden s. u. Felge; Son.: vgl. ae. fealg, fealh (2), st. F. (ō), Brache, Brachland; ae. fielg, st. F. (ō), Felge (F.) (2); ae. felg, felge, st. F. (ō), sw. F. (n), Felge (F.) (2); gall. olka, Sb., Ackerland; russ. полоса (polosá), F., Landstrich; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches besonderes Brachland nach dem Umpflügen; BM.: bewegen; F.: Felge, Felgen+EW; Z.: Fel-g-e
Fell, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fell, Haut, Balg, Schwarte; ne. fur (N.), hide (N.); Vw.: s. Trommel-; Hw.: s. fillen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vel (1), fel*, st. N., Haut, Fell, Pergament, Aussehen, Leib; mnd. vel, N., Fell; ahd. fel, st. N. (a), Haut, Fell; as. fel, fell, st. N. (a), Fell, Haut; anfrk. fel*, vel*, st. N. (a), Fell, Haut; germ. *fella-, *fellam, st. N. (a), Haut; idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fell, Kluge s. u. Fell, DW 3, 1494, EWD s. u. Fell, DW2 9, 328, EWAhd 3, 122, Falk/Torp 236, Duden s. u. Fell, Bluhme s. u. Fell; Son.: vgl. afries. fell (1), st. N. (a), Fell, Haut; nfries. fel; ae. fell (1), st. N. (a), Fell, Haut; an. fell (2), st. N. (a), Haut; an. fjall (2), st. N. (a), Haut, Fell; got. *fill?, st. N. (a), Fell, Haut; got. *filli?, st. N.; nndl. vel, Sb., Fell; nschw. fjäll, Sb., Schuppe; lat. pellis, F., Haut, Fell, Pelz; GB.: (fel) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche vor allem gegen Kälte und Nässe dicht behaarte Haut von Tieren; BM.: verdecken; F.: Fell, Fells, Felles, Felle, Fellen (!)+EW; Z.: Fel-l
Felleisen, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Felleisen, lederner Reisesack, Mantelsack, Tornister; ne. knapsack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276 (Stadtrecht Augsburg); E.: s. mhd. vēlīs, velīsen, st. N., Mantelsack, Felleisen; s. afrz. valis, it. valige, valigia, Sb., Mantelsack, Koffer; mlat. valīsia, F., Satteltasche; nach Niermeyer 1059a arab. Herkunft, nach Gamillscheg 2, 882b gallischer Herkunft, von einem gall. *val-, V., umgeben (V.); L.: Kluge 1. A. s. u. Felleisen, Kluge s. u. Felleisen, DW 3, 1498, EWD s. u. Felleisen, DW2 9, 330, Duden s. u. Felleisen; Son.: vgl. nndl. valies, Sb., Felleisen; frz. valise, F., Koffer; GB.: (mhd. vēlīs) seit 1276 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie dem Mittellateinischen und mittelbar aus dem Arabischen oder Gallischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine ursprünglich mit einer Eisenstange verschlossene Ledertasche; BM.: Tasche; F.: Felleisen, Felleisens+FW(+EW); Z.: Fel-l-eis-en
$fellig, nhd. (ält.), Adj.: nhd. fellig, Fell betreffend, Fell habend; Vw.: s. dick-; E.: s. Fell, s. ig; L.: DW 3, 1499; GB.: vielleicht seit 1769 belegte und aus Fell und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Fell betreffend oder Fell habend; F.: fellig, fellige, felliges, felligem, felligen, felliger+EW; Z.: fel-l-ig
Felonie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Felonie, vorsätzlicher Bruch des Treueverhältnisses zwischen Lehnsherrn und Lehnsträger (Lehnsmann); ne. felony, betrayal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1430; I.: Lw. frz. félonie; E.: s. frz. félonie, F., Treubruch; vgl. frz. félon, Adj., treubrüchig, verräterisch; afrz. fel, felon, Adj., treulos, treubrüchig, verräterisch; galloromanisch fello, M., Bube, Schurke, Bösewicht; vielleicht von lat. fel, N., Galle (F.) (1), Gallenblase; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von fallere, V., täuschen, überlisten, hinter das Licht führen; idg. *g̑ʰu̯el-, V., sich krümmen, abbiegen, Pokorny 489 (725/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Felonie, fehlt DW, DW2 9, 331, Duden s. u. Felonie; Son.: vgl. nndl. felonie, Sb., Felonie; ndän. feloni, Sb., Felonie; lit. felonija, F., Felonie; GB.: seit 1430 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Galloromanischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den vorsätzlichen Bruch des Treueverhältnisses zwischen Lehnsherrn und Lehnsträger (Lehnsmann) in dem Mittelalter; BM.: böse; F.: Felonie, Felonien+FW; Z.: Fel-on-ie
Fels, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fels, Felsen, Klippe, Felsstein; ne. rock (N.), crag; Vw.: -; Hw.: s. Felsen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vels, fels*, st. M., Fels, Felsenschloss, Feste (F.); mnd. vels, M., Fels, Felsen, Felsberg; mnl. vels, M., Fels, Felsen; ahd. felis*?, st. M. (a), Fels, Stein, Klippe; ahd. feliso*, sw. M. (n), Fels, Felsen, Felsbrocken; as. fėlis, filis*, st. M. (a), Fels, Stein; anfrk. felis*, st. M. (a), Fels; germ. *falisa-, *falisaz, st. M. (a), Fels; idg. *pelis-, *pels-, Sb., Fels, Pokorny 807 (1393/35) (RB. idg. aus ind., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Felsen, Kluge s. u. Fels, DW 3, 1499, EWD s. u. Fels, DW2 9, 331, EWAhd 3, 142, Falk/Torp 237, Duden s. u. Fels, Bluhme s. u. Felsen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. fjall, st. N. (a), Fels, Berg; got. -; nschw. fjäll, N., hoher Berg; nnorw. fjell, N., Berg; ai. pāṣāṇá-, Sb., Stein, Fels; gr. πέλλα (pélla), Sb., Fels; mir. ail, Sb., Felsen; gall. s. den ON Alesia?; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine größere aufragende Masse fest in sich zusammenhängenden Gesteins; BM.: ?; F.: Fels, Felsen, Felsens+EW; Z.: Fels
Felsen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Felsen, Fels, Klippe, Felsstein; ne. rock (N.), crag; Vw.: -; Hw.: s. Fels; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vels, fels*, st. M., Fels, Felsenschloss, Feste (F.); mnd. vels, M., Fels, Felsen, Felsberg; mnl. vels, M., Fels, Felsen; ahd. felis*?, st. M. (a), Fels, Stein, Klippe; ahd. feliso*, sw. M. (n), Fels, Felsen, Felsbrocken; as. fėlis, filis*, st. M. (a), Fels, Stein; anfrk. felis*, st. M. (a), Fels; germ. *falisa-, *falisaz, st. M. (a), Fels; idg. *pelis-, *pels-, Sb., Fels, Pokorny 807 (1393/35) (RB. idg. aus ind., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Felsen, Kluge s. u. Fels, DW 3, 1499, EWD s. u. Fels, DW2 9, 331, EWAhd 3, 142, Falk/Torp 237, Duden s. u. Fels, Bluhme s. u. Felsen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. fjall, st. N. (a), Fels, Berg; got. -; nschw. fjäll, N., hoher Berg; nnorw. fjell, N., Berg; ai. pāṣāṇá-, Sb., Stein, Fels; gr. πέλλα (pélla), Sb., Fels; mir. ail, Sb., Felsen; gall. s. den ON Alesia?; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine größere aufragende Masse fest in sich zusammenhängenden Gesteins; BM.: ?; F.: Felsen, Felsens+EW; Z.: Fels-en
Feluke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Feluke, kleines Küstenschiff; ne. felucca; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619; I.: Lw. it. feluca, frz. feluca; E.: s. it. feluca, F., Feluke; frz. feluca, F., Feluke; vielleicht aus dem Arabischen, s. arab. فلوكة (Falūka), Sb., Feluke; L.: fehlt DW, DW2 9, 336, Duden s. u. Feluke; Son.: vgl. nndl. feloek, Sb., Feluke; nschw. feluck, Sb., Feluke; nnorw. (Nynorsk) felukk, M., Feluke; poln. feluka, F., Feluke; russ. фелука (Feluka), F., Feluke; kymr. ffelwca, F., Feluke; nir. filiúka, M., Feluke; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar vielleicht aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in dem südlichen Mittelmeer verwendetes Küstenfahrzeug mit zwei Masten und einem dreieckigen Segel; BM.: ?; F.: Feluke, Feluken+FW(+EW); Z.: Feluk-e
Feme, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Feme, Verfolgung; ne. vehmic court; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben des armen Hartmann); E.: mhd. veme, veyme, st. F., Verurteilung, Strafe, heimliches Freigericht, Feme; mnd. vēme (1), fēme, vēm, veeme, F., Feme, Ächtung, Verfemung, Femurkunde, Friedlosmachung, Friedlosigkeit; mnl. vēme, veem, F., Feme; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Fehme, Kluge s. u. Feme, fehlt DW, EWD s. u. Feme, DW2 6, 336, DW2 9, 336, Duden s. u. Feme, Bluhme s. u. Feme; Son.: vgl. nndl. veemgericht, Sb., Femegericht; nschw. femdomstolar, Sb., Femegericht; nnorw. femdomsoler, Sb. Pl., Femegericht; GB.: seit 1140-1160 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein besonders schwere Straftaten aburteilendes mittelalterliches besonderes Gericht beziehungsweise eine geheime gerichtsähnliche über die Ermordung politischer Gegner entscheidende Versammlung; BM.: ?; F.: Feme, Femen+EW?; Z.: Fem-e
feminin, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. feminin, weiblich, fraulich; ne. feminine; Vw.: -; Hw.: s. Feminismus; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. fēminīnus; E.: s. lat. fēminīnus, Adj., weiblich, eine Frau betreffend, weiblichen Geschlechts, Ende 2./Anfang 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. fēmina, F., Frau, Ehefrau, Weib, Weibchen; vgl. idg. *dʰēi-, *dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241 (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. feminin, fehlt DW, EWD s. u. feminin, DW2 9, 337, Duden s. u. feminin; Son.: vgl. nndl. feminien, Adj., feminin; frz. féminin, Adj., feminin; nschw. feminin, Adj., feminin; nnorw. feminin, Adj., feminin; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches weiblich oder fraulich; BM.: säugen; F.: feminin, feminine, feminines, femininem, femininen, femininer(, femininere, feminineres, femininerem, feminineren, femininerer, femininste, femininstes, femininstem, femininsten, femininster)+FW+EW; Z.: fe-m-in-in
$Femininum, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Femininum, Hauptwort weiblichen Geschlechts, weibliches Geschlecht eines Hauptworts; E.: s. lat. femininu(s), s. (u)m (Suff.); L.: Kluge s. u. feminin, fehlt DW; BM.: säugen; F.: Femininum, Femininums, Feminina+FW; Z.: Fe-m-in-in-um
Feminismus, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Feminismus, Eintreten für die Emanzipation der Frau; ne. feminism; Vw.: -; Hw.: s. feminin; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. féminisme; E.: vgl. frz. féminisme, F., Feminismus, Eintreten für die Emanzipation der Frau; lat. fēmina, F., Frau, Ehefrau, Weib, Weibchen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰēi-, *dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241 (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Feminismus, EWD s. u. feminin, Duden s. u. Feminismus; Son.: vgl. nndl. feminisme, Sb., Feminismus; nschw. feminism, Sb., Feminismus; nnorw. feminisme, M., Feminismus; poln. feminizm, M., Feminismus; kymr. ffeministhiaeth, F., Feminismus; nir. feimineachas, M., Feminismus; lit. feminizmas, M., Feminismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Aufklärung erkennbare Richtung der Frauenbewegung die eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen und der patriarchalischen Kultur anstrebt; BM.: säugen; F.: Feminismus, Feminismen+FW; Z.: Fe-m-in-ism-us
$Feministin, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Feministin; E.: s. feminin, s. ist (Suff.), s. in (Suff.); L.: Kluge s. u. Feminismus, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus feminin und ist sowie in gebildete Bezeichnung für eine Vertreterin des Feminismus; F.: Feministin, Feministinnen+FW(+EW); Z.: Fe-m-in-ist-in
Fenchel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fenchel, Fenis, Fenikel; ne. fennel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. venichel, venchel, venechel, st. M., Fenchel; mnd. vennikol, vennekol, vennekel, M., Fenchel, vielgebrauchtes Arzneikraut; mnl. venekel, M., Fenchel; ahd. fenihhal*, fenichal, st. M. (a), Fenchel; as. fenukal*, st. M. (a), Fenchel; anfrk. -; germ. *fenik-, M., Fenchel; lat. fēniculum, N., Fenchel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fēnum, N., Heu; vgl. idg. *dʰēi-, dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241? (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fenchel, Kluge s. u. Fenchel, DW 3, 1518, EWD s. u. Fenchel, DW2 9, 337, EWAhd 3, 150, Duden s. u. Fenchel, Bluhme s. u. Fenchel; Son.: vgl. afries. -; ae. finule, finugle, sw. F. (n), Fenchel; ae. finol, finugl, finul, st. M. (a), Fenchel; an. -; got. -; nndl. venkel, Sb., Fenchel; frz. fenouil, M., Fenchel; nschw. fänkål, Sb., Fenchel; nnorw. fennikel, M., Fenchel; kymr. ffenigl, M., Fenchel; kymr. ffunell, F., Fenchel; nir. finéal, M., Fenchel; GB.: (fenihhal) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte sowie für das Germanische teilweise erschließbare und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche gelb blühende und würzig riechende feinblätterige und vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen als Arzneipflanze und Gewürzpflanze sowie Gemüsepflanze angebaute Pflanze; BM.: Heu (wegen des Duftes); F.: Fenchel, Fenchels+FW; Z.: Fen-ch-el
Fenn, Fenne, Venn, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Fenn, Venn, Sumpf, Sumpfland, Moor; ne. fen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. venne, fenne*, st. N., „Venn“, Fenn, Sumpfland, Fenne, Sumpf; mnd. venne, F., Fenn, Fehn, Sumpf; mnl. vene, veen, Sb., Fenn; ahd. fenni*, st. N. (ja), „Venn“, Fenne Wasser, Sumpf, Moor; as. fėni, fėnni*, st. N. (ja), Fenn, Fehn, Sumpf; anfrk. -; germ. *fanja-, *fanjam, st. N. (a), Sumpf, Moor; idg. poni̯o-, Sb., Sumpf, Pokorny 807; idg. penko-, Adj., Sb., feucht, Schlamm, Sumpf, Wasser, Pokorny 807; vgl. idg. pen- (2), Adj., Sb., feucht, Schlamm, Sumpf, Wasser, Pokorny 807 (1397/39) (RB. idg. aus ind., ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fenne, DW 3, 1519 (Fenne), EWD s. u. Fenn, EWAhd 3, 152, Falk/Torp 228, Duden s. u. Fenn, Bluhme s. u. Fenn; Son.: vgl. afries. fenne, fene (2), M., F., Weide (F.) (2); nnordfries. fenn; afries. fene (1), fane, st. M. (a), Moorland, Weide (F.) (2); ae. fėnn, st. M. (a), st. N. (ja), Sumpf, Schlamm, Schmutz, Marsch (F.); an. fen, st. N. (a), Sumpf; got. fani, st. N. (ja), Schlamm, Kot; nndl. veen, Sb., Fenn; frz. faing, M., Fenn; nis. fen, N., Fenn; ai. páṅka-, M., Schlamm, Kot, Sumpf; mir. enach, M., N., Sumpf; apreuß. pannean, Sb., Moorbruch; lett. pane, Sb., Jauche, Mistwasser; GB.: (fenni) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Sumpf oder ein Sumpfland oder ein Moor; F.: Fenn, Fenne, Fennes, Fenns, Fennen, Venn, Venns, Vennen+EW; Z.: Fen-n
Fenster, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fenster, Öffnung, Fensterscheibe; ne. window (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. venster, vinster, st. N., sw. F., Öffnung, Lichtluke, Fenster, Fensternische, Fensteröffnung; mnd. venster, venstere, N., Fenster, Lichtöffnung; ahd. fenstar*, st. N. (a), Fenster, Öffnung, Luke; lat. fenestra, F., Öffnung, Luke in der Wand, Fenster, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Etrusk.; L.: Kluge 1. A. s. u. Fenster, Kluge s. u. Fenster, EWD s. u. Fenster, DW 3, 1519, DW2 9, 338, EWAhd 3, 154, Duden s. u. Fenster, Bluhme s. u. Fenster; Son.: vgl. ae. fenester, Sb., Fenster; nndl. venster, Sb., Fenster; ne. fenestella, N., Mauernische in einer Kirche; frz. fenêtre, F., Fenster; nschw. N., Fenster; kymr. ffenestr, F., Fenster; air. senester, Sb., Fenster; akorn. fenester, Sb., Fenster; GB.: (ahd. fenstar*) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Etruskischen kommende Bezeichnung für eine später meist verglaste Licht und Luft in einen geschlossenen Raum einlassende Öffnung eines seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Gebäudes; BM.: ?; F.: Fenster, Fenstern+FW(+EW); Z.: Fenst-er
$Fensterladen, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Fensterladen, beweglicher Verschluss von Fenstern in Gebäuden; E.: s. Fenster, s. Laden (M.); L.: Kluge s. u. Laden, DW 3, 1524, EWD s. u. Laden; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Fenster und Laden (M.) gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vor 4000 Jahren von Menschen entwickelten und verwendeten beweglichen Verschluss von Fenstern in Gebäuden; F.: Fensterladen, Fensterladens, Fensterläden+FW+EW; Z.: Fenst-er—lad-en
$fensterln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. fensterln; E.: s. Fenster, s. (e)l, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. fensterln, DW s. fensterlen (mit einem Fenster versehen); GB.: vielleicht seit 1699 belegte und aus Fenster und (e)l sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Fenstern in Gebäuden mögliches sich an das Fenster einer Geliebten stellen oder durch das Fenster klettern; F.: fensterln, fensterl (!), fensterlst, fensterlt, fensterlte, fensterltest, fensterlten, fensterltet, gefensterlt, ##gefensterlt##, fensterlnd, ###fensterlnd, fensterlnde, fensterlndes, fensterlndem, fensterlnden, fensterlnder###, fensterl (!) +FW(+EW); Z.: fenst-er-l-n
$fenstern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fenstern, mit Fenster versehen (V.), vor ein Fenster stellen oder durch ein Fenster einsteigen; E.: s. Fenster, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. fensterln, DW 3, 1525, EWD s. u. Fenster; GB.; F.: fenstern (!), fenstere, fenstre, fenster (!), fensterst, fenstert, fensterte, fenstertest, fensterten, fenstertet, gefenstert, ##gefenstert, gefensterte, gefenstertes, gefenstertem, gefensterten, gefensterter##, fensternd, ###fensternd, fensterndes, fensterndem, fensternden, fensternder###, fenster (!)+FW(+EW); Z.: fenst-er-n
…fer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. …fer, …bringer; ne. …fer; Vw.: s. Luzi-, Trans-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; I.: Lw. lat. …fer; E.: s. lat. …fer, Suff., …fer; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. …fer, Suff., …fer; frz. …fér, Suff., …fer; nschw. …fer, Suff., …fer; nnorw. …fer, Suff., …fer; poln. …fer, Suff., …fer; kymr. …ffer, Suff., …fer; nir. …fir, Suff., …fer; lit. …feris, Suff., …fer; L.: fehlt DW; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung für einen Bringenden (Bringer) oder Tragenden (Träger); BM.: bringen; F.: …fer, …fers+FW; Z.: -fer
Ferge, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Ferge, Fährmann, Ruderer, Schiffer; ne. ferryman; Vw.: -; Hw.: s. Fähre; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ver (3), vere, verge, verje, verige, sw. M., Schiffer, Ruderer, Fährmann; mnd. vēre (4), vehre, verhe, M., Ferge, Fährmann; mnd. verie, M., Ferge, Fährmann; mnl. veer, M., Fährmann; ahd. ferio, ferro, sw. M. (n), „Fährmann“, Ferge, Ruderer, Schiffer, Seemann; as. ferio, sw. M. (n), Ferge, Fährmann; vgl. germ. *farjan, sw. V., fahren lassen, übersetzen; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Ferge, Kluge s. u. Ferge, DW 3, 1529, EWD s. u. Fähre, DW2 9, 341, EWAhd 3, 169, Duden s. u. Ferge; GB.: (ferio) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare inzwischen veraltete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Fähren durch Menschen möglichen Fährmann; BM.: übersetzen; F.: Ferge, Fergen+EW; Z.: Fer-g-e
Ferien, nhd., Sb. Pl., (14. Jh.): nhd. Ferien, Feiertage, arbeitsfreie Zeit für Erholung, Arbeitspause; ne. holydays, vacation; Vw.: -; Hw.: s. Feier; Q.: nach 1391; I.: Lw. lat. fēriae; E.: s. lat. fēriae, F. Pl., Feiertage, Ferien, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ferien, Kluge s. u. Ferien, DW 3, 1530, EWD s. u. Ferien, Duden s. u. Ferien; Son.: vgl. nschw. ferier, Sb. Pl., Ferien; nnorw. ferie, M., Ferien; GB.: seit nach 1391 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine mehrere zusammenhängende Tage oder Wochen dauernde arbeitsfreie Zeit für Erholung, Arbeitspause; BM.: Heiliges; F.: Ferien+FW+EW; Z.: Fer-ien
…ferieren, nhd., sw. V.: nhd. …ferieren; ne. …fer; Vw.: s. dif-, kon-, of-, re-, trans-; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. ferre; E.: s. lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nnndl. …fereren, Suff., …ferieren; frz. …férer, Suff., …ferieren; nschw. …ferera, Suff., …ferieren; nnorw. …ferere, Suff., …ferieren; poln. …ferować, Suff., …ferieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit der Neuzeit belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und zu einer Bildung von Verben des Tragens verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...ferieren, ...feriere, ...ferierst, ...feriert, ...ferierest, ...ferieret, ...ferierte, ...feriertest, ...ferierten, ...feriertet, ...feriert, ...ferierte, ...feriertes, ...feriertem, ...ferierten, ...ferierter, ...ferierend, ...ferierend, ...ferierende, ...ferierendes, ...ferierendem, ...ferierenden, ...ferierender, ...ferier (!)+FW; Z.: -fer-ier-en
Ferkel, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Ferkel, junges Schwein, Schweinlein; ne. piglet; Vw.: s. Span-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. verhelīn, verlīn, verkelīn, ferly, varel, verkel, st. N., Ferkel; ahd. farhilīn*, farhilī*, st. N. (a), Ferkel, Schweinchen; vgl. ahd. farh*, st. N. (a) (iz) (az), Ferkel, Schwein, Frischling; germ. *farha-, *farhaz, st. M. (a), Schwein; idg. *pork̑os, Sb., Wühler, Schwein, Pokorny 841 (1453/95) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. perk̑- (3), pr̥k̑-, V., Sb., reißen, wühlen, kratzen, Furche, Pokorny 821 (1410/52) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ferkel, Kluge s. u. Ferkel, DW 3, 1530, EWD s. u. Ferkel, DW2 9, 343, EWAhd 3, 68, Duden s. u. Ferkel, Bluhme s. u. Ferkel; Son.: vgl. as. for (1), st. M. (a?, i?), Ferkel; ae. fearh, st. M. (a), st. N. (a), Ferkel; ae. fōr (1), st. M. (a), Ferkel, Schwein; GB.: (farhilīn) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches junges Schwein oder Schweinlein; BM.: wühlen?; F.: Ferkel, Ferkels, Ferkeln+EW; Z.: Ferk-el
$ferkeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ferkeln, Ferkel gebären, verschmutzen; E.: s. Ferkel, s. (e)n; L.: DW 3, 1531, EWD s. u. Ferkel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Ferkel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Ferkel gebären sowie später auch verschmutzen; F.: ferkeln, ferkel (!), ferkle, ferkele, ferkelst, ferkelt, ferkelte, ferkeltest, ferkelten, ferkeltet, geferkelt, ##geferkelt, geferkelte, geferkeltes, geferkeltem, geferkelten, geferkelter##, ferkelnd, ###ferkelnd, ferkelnde, ferkelndes, ferkelndem, ferkelnden, ferkelnder###+EW; Z.: ferk-el-n
Fermate, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fermate, ein Musikzeichen; ne. fermata; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1752; I.: Lw. it. fermata; E.: s. it. farmata, Fermate, Aufenthalt, Halt; vgl. it. fermare, V., anhalten, befestigen; lat. fīrmāre, V., befestigen, sichern, kräftigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. fīrmus, Adj., stark, fest; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Fermate, fehlt DW, DW2 9, 343, Duden s. u. Fermate; Son.: vgl. nndl. fermate, Sb., Fermate; nschw. fermat, N., Fermate; nnorw. fermate, M., Fermate; poln. fermata, F., Fermate; GB.: seit 1752 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein eine Verlängerung eines Tones vorgebendes Zeichen in der Musik oder einer musikalischen Notation; BM.: fest; F.: Fermate, Fermaten+FW(+EW); Z.: Fer-m-at-e
Ferment, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Ferment, Gärungsmittel, Triebmittel; ne. ferment (N.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw.; E.: mhd. ferment, st. N., Ferment, Sauerteig; lat. fermentum, N., Gärung, Aufwallung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fervēre, V., sieden, wallen (V.) (1), kochen; idg. *bʰereu-, *bʰreu-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ferment, fehlt DW, EWD s. u. Ferment, DW2 9, 343, Duden s. u. Ferment; Son.: vgl. nndl. ferment, Sb., Ferment; frz. ferment, M., Ferment; nschw. ferment, Sb., Ferment; nnorw. ferment, N., Ferment; poln. ferment, M., Gärung; lit. fermentas, M., Enzym; GB.: (ferment) seit 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches von Menschen erkanntes und verwendetes Gärungsmittel oder Triebmittel beispielsweise aus Milchsäurebakterien oder Hefepilzen oder Enzymen; BM.: aufwallen; F.: Ferment, Ferments, Fermente, Fermenten+FW(+EW); Z.: Fer-m-ent
Fermentation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fermentation, Gärung; ne. fermentation; Vw.: -; Hw.: s. fermentieren, Ferment; Q.: 1647; I.: Lw. lat. fermentātio; E.: s. lat. fermentātio, F., Gärung, Wachstum, Entwicklung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. fermentāre, V., gären machen, aufgären machen, aufgären lassen, in Gärung geraten (V.), aufgären, (116-27 v. Chr.); lat. fermentum, N., Gärung, Aufwallung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. fervēre, V., sieden, wallen (V.) (1), kochen; idg. *bʰereu-, *bʰreu-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ferment, fehlt DW, EWD s. u. Ferment, DW2 9, 344, Duden s. u. Fermentation; Son.: vgl. nndl. fermentatie, Sb., Fermentation; frz. fermentation, F., Fermentation; poln. fermentacja, F., Fermentation; GB.: seit 1647 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Hefepilze und Enzyme oder eine Gärung; BM.: aufwallen; F.: Fermentation, Fermentationen+FW+EW; Z.: Fer-m-ent-at-io-n
fermentieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fermentieren, durch Fermentation veredeln, vergären; ne. ferment (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ferment, Fermentation; Q.: 1582; E.: s. lat. fermentāre, V., gären machen, aufgären machen, aufgären lassen, in Gärung geraten (V.), aufgären, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. fermentum, N., Gärung, Aufwallung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. fervēre, V., sieden, wallen (V.) (1), kochen; idg. *bʰereu-, *bʰreu-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ferment, fehlt DW, EWD s. u. Ferment, DW2 9, 344, Duden s. u. fermentieren; Son.: vgl. nnorw. fermentere, V., fermentieren; poln. fermentować, V., fermentieren; lit. fermentuoti, V., gären; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches durch eine chemische Umwandlung veredeln oder vergären; BM.: aufwallen; F.: fermentieren, fermentiere, fermentierst, fermentiert, fermentierest, fermentieret, fermentierte, fermentiertest, fermentierten, fermentiertet, ##fermentiert, fermentierte, fermentiertes, fermentiertem, fermentierten, fermentierter##, fermentierend, ###fermentierend, fermentierende, fermentierendes, fermentierendem, fermentierenden, fermentierender###, fermentier (!)+FW+EW; Z.: fer-m-ent-ier-en
Fermium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fermium, ein Metall; ne. fermium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem italienischen Physiker Enrico Fermi (1891-1954); Son.: fehlt DW, Duden s. u. Fermium; Son.: vgl. nndl. fermium, Sb., Fermium; frz. fermium, M., Fermium; nschw. fermium, N., Fermium; nnorw. fermium, N., Fermium; kymr. ffermiwm, M., Fermium; lit. feirmiam, M., Fermium; poln. ferm, M., Fermium; lit. fermis, M., Fermium; GB.: seit nach 1952 belegte und aus dem PN Enrico Fermi gebildete Bezeichnung für ein von Menschen künstlich hergestelltes und an dem 1. November 1952 bei einem Test der ersten Wasserstoffbombe der Vereinigten Staaten von Amerika entdecktes sehr radioaktives und knappes und wegen seiner kurzen Halbwertszeit hauptsächlich in der wissenschaftlichen Forschung eingesetztes Metall (chemisches Element Nr. 100, abgekürzt Fm); BM.: PN; F.: Fermium, Fermiums+FW; Z.: Ferm-i-um
fern, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.?): nhd. fern, entfernt, weit weg; ne. far (Adv.), distantly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. verne (1), vern, ferne*, Adv., fern, weit, sehr, im vorigen Jahr, ehedem; mnd. vērne (2), verne, Adv., fern, weit, entfernt; mnl. verne, Adv., fern; ahd. ferrano*, ferno*, Adv., fern; as. fer*, ferr*, Adj., fern; anfrk. ferreno, Adv., fern; vgl. germ. *ferrai, Adv., fern; germ. *ferrō, Adv., fern; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fern, Kluge s. u. fern, EWD s. u. fern, DW 3, 1532, DW2 9, 349, EWAhd 3, 157, Falk/Torp 231, Duden s. u. fern, Bluhme s. u. fern; Son.: vgl. afries. ferne, firn, Adj., fern, weit; ae. feorr, Adv., fern, entfernt, weit; an. fjarri, ferri, Adv., fern; got. faírra, Adv., fern, fern von, weg von; nndl. ver, Adv., fern; nschw. fjärran, Adv., fern; nnorw. fjern, Adv., fern; ai. párah, Adj., ferner; arm. heri, Adj., Adv., fern; gr. πέρα (péra), Adv., darüber hinaus, weiter, hinüber; lat. porrō, Adv., vorwärts; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches entfernt oder weit weg; BM.: vorwärts?; F.: fern, ferne, fernes, fernem, fernen, ferner(, fernere, ferneres, fernerem, ferneren, fernerer, fernste, fernstes, fernstem, fernsten, fernster)+EW; Z.: fer-n
Fern…, fern…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. Fern…, fern…; ne. tele…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. fern; L.: Kluge s. u. Fern-, DW fern, EWD s. u. fern; Son.: s. Fernglas, Fernrohr, Fernseher, Fernsprecher; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus fern gebildete sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort verwendete Partikel; BM.: vorwärts?; F.: Fern…, fern…+EW; Z.: Fer-n-
$Ferne, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Ferne, Entferntheit, Entfernung; E.: s. fern, s. e; L.: DW 3, 1536, EWD s. u. fern; GB.: (ferrī*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus fern und e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Entferntheit oder Entfernung; F.: Ferne, Fernen+EW; Z.: Fer-n-e
$ferner, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. ferner, weiter; E.: s. fern, s. er (Suff.); L.: DW 3, 1537, EWD s. u. fern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus fern und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches weiter; F.: fer-n-er
$Ferngespräch, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Ferngespräch, Gespräch über weite Entfernungen; Q.: um 1900; E.: s. fern, s. Gespräch; L.: fehlt DW, EWD s. u. fern; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus fern und Gespräch gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit unter Nutzung des elektrischen Stromes oder Telefons entwickeltes und verwendetes Gespräch über weite Entfernungen in Gegensatz zu einem Ortsgespräch; F.: Ferngespräch, Ferngespräches, Ferngesprächs, Ferngespräche, Ferngesprächen+EW; Z.: Fer-n—ge—s-prä-ch
$Fernglas, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fernglas; Hw.: s. Fernrohr, s. Ferngucker, s. Sehrohr, s. Fernschauer; E.: s. fern, s. Glas; L.: Kluge s. u. Fernglas, DW 3, 1538, EWD s. u. fern; GB.: seit 1636 belegte und aus fern und Glas gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wie beispielsweise Friedrich Voigtländer 1823 in Wien entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Erweiterung oder Verbesserung der Sicht von Menschen; F.: Fernglas, Fernglases, Ferngläser, Ferngläsern+EW; Z.: Fer-n—gla-s
$Ferngucker, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Ferngucker, Fernglas, Fernrohr; E.: s. fern, s. Gucker; L.: Kluge s. u. Fernglas, DW 3, 1538; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus fern und Gucker gebildete Bezeichnung für ein Fernglas oder Fernrohr; F.: Ferngucker, Fernguckers, Fernguckern+EW; Z.: Fer-n—guck-er
$Fernrohr, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fernrohr, Fernglas, Ferngucker; E.: s. fern, s. Rohr; L.: Kluge s. u. Fernrohr, DW 3, 1539, EWD s. u. fern; GB.: seit 1676 belegte und aus fern und Rohr gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Erweiterung oder Verbesserung der Sicht von Menschen; F.: Fernrohr, Fernrohrs, Fernrohres, Fernrohre, Fernrohren+EW; Z.: Fer-n—roh-r
$Fernschauer, nhd., M.: nhd. Fernschauer; E.: s. fern, s. Schauer; L.: Kluge s. u. Fernglas, DW 3, 1539; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus fern und Schauer gebildete seltenere Bezeichnung für einen weither oder weithin Schauenden; F.: Fernschauer, Fernschauers, Fernschauern+EW; Z.: Fer-n—schau-er
$Fernschreiben, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fernschreiben; E.: s. fern, s. Schreiben; L.: fehlt DW, EWD s. u. fern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus fern und Schreiben gebildete Bezeichnung für ein von Menschen mittels mit elektrischem Strom betriebenen Geräten entwickeltes und verwendetes Versenden von Schreiben über eine Entfernung; F.: Fernschreiben, Fernschreibens+EW+FW; Z.: Fer-n—schrei-b-en
$Fernschreiber, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fernschreiber; E.: s. fern, s. Schreiber; Q.: um 1800; L.: DW 3, 1539, EWD s. u. fern; GB.: vielleicht seit 1797 belegte und aus fern und Schreiber gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für Fernschreiben entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Fernschreiber, Fernschreibers, Fernschreibern+EW+FW; Z.: Fer-n—schrei-b-er
$fernsehen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. fernsehen; E.: s. fern, s. sehen; L.: DW 3, 1539 (fernsehend), EWD s. u. fern; GB.: vielleicht seit 1696 belegte und aus fern und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches weit sehen und später für mit Hilfe des elektrischen Stromes und zugehöriger Geräte aus der Ferne gesendete Bilder sehen; F.: fernsehen, sehe (!) fern, siehst fern, sieht fern, sehen fern, seht fern, sehest fern, sehet fern, sah fern, sahst fern, sahen fern, saht fern, sähe fern, sähest fern, sähst fern, sähen fern, sähet fern, säht fern, ferngesehen, ##ferngesehen, ferngesehene, ferngesehenes, ferngesehenem, ferngesehenen, ferngesehener##, fernsehend, ###fernsehend, fernsehende, fernsehendes, fernsehendem, fernsehenden, fernsehender###, fernzusehen, ####fernzusehen, fernzusehend, fernzusehende, fernzusehendes, fernzusehendem, fernzusehenden, fernzusehender####, sieh (!) fern, siehe fern+EW; Z.: fer-n—seh-en
$Fernsehen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fernsehen; E.: s. fernsehen; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: Kluge s. u. Fernsehen, fehlt DW, EWD s. u. fern; GB.: vielleicht seit 1924 belegte und aus fern und sehen gebildete Bezeichnung für mit Hilfe des elektrischen Stromes und von Menschen entwickelter zugehöriger Geräte über Entfernungen übertragbare Bilder; F.: Fernsehen+EW; Z.: Fer-n—seh-en
$Fernseher, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Fernseher; E.: s. fern, s. Seher; L.: Kluge s. u. Fernseher, DW 3, 1539, EWD s. u. fern; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus fern und Seher gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Augen möglichen weit Sehenden und später für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für den Empfang von über weite Entfernungen mit Hilfe des elektrischen Stromes gesendeten und gesehenen Bildern; F.: Fernseher, Fernsehers, Fernsehern+EW; Z.: Fer-n—seh-er
$Fernung, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Fernung, Ferne, Hintergrund; Vw.: s. Ent-; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. fernen, s. ung; L.: DW 3, 1540; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus fern bzw. fern(en) und ung gebildete Bezeichnung für Ferne oder Hintergrund; F.: Fernung, Fernungen+EW; Z.: Fer-n-ung
Ferse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ferse, Hacke, Hacken (M.); ne. heel (N.); Vw.: s. Achilles-; Hw.: s. Fersengeld; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. versen, fersen*, versene, verse, st. F., sw. F., Ferse; mnd. vērsene, varse, veerse, vērse, verse, F., Ferse; mnl. versenen, F., Ferse; ahd. fersna, fersana, st. F. (ō), sw. F. (n), Ferse; as. -; anfrk. fersna*, st. F. (ō), sw. F. (n), Ferse; germ. *fersnō, st. F. (ō), Ferse; s. idg. *persnā, F., persno-, Sb., Ferse, Pokorny 823 (1414/56) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ferse, Kluge s. u. Ferse, DW 3, 1543, EWD s. u. Ferse, DW2 9, 366, EWAhd 3, 174, Falk/Torp 234, Duden s. u. Ferse, Bluhme s. u. Ferse; Son.: vgl. afries. -; ae. fiersn, st. F. (ō), Ferse; an. -; got. faírzna, st. F. (ō), Ferse; ai. pā́rṣṇi-, Sb., Ferse; gr. πτέρνη (ptérnē), F., Ferse, Schinken; ? lat. perna, F., Hüfte, Hinterkeule; ? heth. parsina-, Sb., Oberschenkel?; GB.: (fersna) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Primaten möglichen hinteren und gewölbten Teil des Fußes oder Hackens; BM.: sich niederhocken?; F.: Ferse, Fersen+EW; Z.: Fers-e
Fersengeld, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Fersengeld, Flucht; ne. turn tail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1150 (Litanîe); E.: mhd. versengelt, fersengelt*, st. N., Fersengeld; mnd. vērsenegelt*, versengelt, N., Fersengeld; Vorderglied vielleicht aber nicht sicher von mhd. versen, fersen*, versene, verse, st. F., sw. F., Ferse; ahd. fersna, fersana, st. F. (ō), sw. F. (n), Ferse; germ. *fersnō, st. F. (ō), Ferse; s. idg. *persnā, F., *persno-, Sb., Ferse, Pokorny 823 (1414/56) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.); mhd. gelt, st. N., st. M., st. F., Bezahlung, Vergeltung, Einkommen, Schuldforderung, Geld; ahd. gelt, st. N. (a), Entgelt, Zins, Lohn, Vergeltung, Bezahlung, Opfer, Gegengabe; germ. *gelda-, *geldam, st. N. (a), Entgelt, Lohn, Gabe; s. idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge s. u. Fersengeld, DW 3, 1546, EWD s. u. Ferse, DW2 9, 367, Duden s. u. Fersengeld; Son.: fast nur in der Redewendung Fersengeld geben für davonlaufen verwendet; GB.: seit nach 1150 belegte und vielleicht aus Fers(e) und en (Suff.) sowie Geld gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches fliehen (oder Fersengeld geben); BM.: Fersen zeigen?; F.: Fersengeld, Fersengelds, Fersengeldes+EW; Z.: Fers-en—geld
fertig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. fertig, beweglich, bereit, flüchtig; ne. finished, mobile; Vw.: s. -keit; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vertic, vertec, Adj., beweglich, eifrig, geschmeidig, fließend, schiffbar, üblich, gut, vorjährig, weggehend, fahrbereit; mnd. vērdich, Adj., fahrtbereit, reisefertig; mnl. vaerdich, Adj., fertig, bereit; ahd. fertīg*, Adj., fertig, beweglich, bereit; vgl. ahd. fart, st. F. (i), Fahrt, Gang (M.) (1), Reise, Zug, Hinfahrt, Lauf; germ. *fardi-, *fardiz, st. F. (i), Fahrt; s. idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen, durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. fertig, Kluge s. u. fertig, DW 3, 1548, EWD s. u. fertig, DW2 9, 367, EWAhd 3, 177, Duden s. u. fertig, Bluhme s. u. fertig; Son.: vgl. an. ferðugr, Adj., fertig, bereit; nschw. färdig, Adj., fertig, bereit; nnorw. ferdig, Adj., fertig; GB.: (fertīg) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Fahrt und ig gebildete Bezeichnung für beweglich oder bereit oder flüchtig; BM.: fahren; F.: fertig, fertige, fertiges, fertigem, fertigen, fertiger, fertigere, fertigeres, fertigerem, fertigeren, fertigerer, fertigste, fertigstes, fertigstem, fertigsten, fertigster+EW; Z.: fer-t-ig
$fertigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fertigen, fertig machen, ausrüsten, herstellen, machen; E.: s. fertig, s. en; L.: Kluge s. u. fertig, DW 3, 1552, EWD s. u. fertig; GB.: (vertigen) seit um 1150 belegte und aus fertig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu einer Fahrt ausrüsten oder herstellen oder machen; F.: fertigen, fertige, fertigst, fertigt, fertigest, fertiget, fertigte, fertigtest, fertigten, fertigtet, gefertigt, ##gefertigt, gefertigte, gefertigtes, gefertigtem, gefertigten, gefertigter##, fertigend, ###fertigend, fertigende, fertigendes, fertigendem, fertigenden, fertigender###, fertig (!)+EW; Z.: fer-t-ig-en
Fertigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fertigkeit, Können, Geschicklichkeit; ne. skill, facility; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. *verticheit, ferticheit, st. F., Fertigkeit; mnd. vērdichhēt, vērdicheit, F., Vollständigkeit, fertiger Zustand, Fertigkeit; vgl. mhd. vertic, vertec, Adj., beweglich, eifrig, geschmeidig, fließend, schiffbar, üblich, gut, vorjährig, weggehend; ahd. fertīg, Adj., fertig, beweglich, bereit; vgl. ahd. fart, st. F. (i), Fahrt, Gang (M.) (1), Reise, Zug, Hinfahrt, Lauf; germ. *fardi-, *fardiz, st. F. (i), Fahrt; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen, durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); mhd. heit, st. F., st. M., Person, Stand, Rang, Wesen, Beschaffenheit; ahd. heit 47, st. M. (a), st. F. (i), Person, Persönlichkeit, Gestalt, Geschlecht, Art (F.) (1), Wesenheit; germ. *haidu-, *haiduz, st. M. (u), Erscheinung, Art (F.) (1); s. idg. *skāid-, *kāid-, *skāit-, *kāit-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916; vgl. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fertigkeit, DW 3, 1553, EWD s. u. fertig, DW2 9, 370, Duden s. u. Fertigkeit; Son.: vgl. nndl. vaardigheid, Sb., Fertigkeit; nschw. färdigheit, Sb., Fertigkeit; nnorw. ferdighet, M., F., Fertigkeit; GB.: (*verticheit?) seit 16. Jh. belegte und aus fertig und keit gebildete Bezeichnung für eine bei der Ausführung bestimmter Tätigkeiten erworbene Geschicklichkeit; BM.: fahren; F.: Fertigkeit, Fertigkeiten+EW; Z.: Fer-t-ig-kei-t
$fertigmachen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. fertigmachen, fertigstellen, herstellen, zermürben; E.: s. fertig, s. machen; L.: Kluge s. u. fertig, fehlt DW, EWD s. u. fertig; GB.: seit 1494 belegte und aus fertig und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fertigstellen oder herstellen oder zermürben; F.: fertigmachen, mache fertig, machst fertig, macht fertig, machen fertig, machest fertig, machet fertig, machte fertig, machtest fertig, machten fertig, machtet fertig, fertiggemacht, ##fertiggemacht, fertiggemachte, fertiggemachtes, fertiggemachtem, fertiggemachten, fertiggemachter##, fertigmachend, ###fertigmachend, fertigmachende, fertigmachendes, fertigmachendem, fertigmachenden, fertigmachender###, mach fertig, fertigzumachen, ####fertigzumachen, fertigzumachend, fertigzumachende, fertigzumachendes, fertigzumachendem, fertigzumachenden, fertigzumachender####, mach (!) fertig+EW; Z.: fer-t-ig—mach-en
$Fertigung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fertigung, Herstellung, Erledigung; E.: s. fertig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fertig, DW 3, 1548, EWD s. u. fertig; GB.: seit 1277 belegte und aus fertig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Herstellung oder Erledigung; F.: Fertigung, Fertigungen+EW; Z.: Fer-t-ig-ung
Fertilität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fertilität, Fruchtbarkeit; ne. fertility; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1753?; I.: Lw. lat. fertilitās; E.: s. lat. fertilitās, F., Tragbarkeit, Fruchtbarkeit, Ergiebigkeit, Reichtum, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Fertilität; Son.: vgl. nndl. fertilieit, Sb., Fertilität; frz. fertilité, F., Fertilität; nschw. fertilitet, Sb., Fertilität; nnorw. fertilitet, M., Fertilität; GB.: vielleicht seit 1753 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. ferre und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Fruchtbarkeit eines Lebewesens; BM.: tragen; F.: Fertilität+FW(+EW); Z.: Fer-til-it-ät
Fes, nhd., M.: nhd. Fes; Vw.: s. Fez (2)
fesch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fesch, hübsch; ne. pretty, handsome; Vw.: -; Hw.: s. Fasson; Q.: 1833; I.: Lw. ne. fashionable; E.: s. ne. fashionable, Adj., modisch; vgl. ne. fashion, N., Aufmachung, Mode; frz. façon, F., Form, Machart; lat. factio, F., Machen, Tun, boshaftes Treiben, Heimtücke, Zusammenhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. fesch, fehlt DW2, EWD s. u. fesch, Duden s. u. fesch, Bluhme s. u. fesch; GB.: seit 1833 belegte und aus dem Neuenglischen (fashionable) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hübsch oder sportlich aussehend; BM.: machen; F.: fesch, fesche, fesches, feschem, feschen, fescher(, feschere, fescheres, fescherem, fescheren, fescherer, fescheste, feschestes, feschestem, feschesten, feschester)+FW(+EW); Z.: fe-sch
Fessel (1), nhd., M., F., N., (9. Jh.): nhd. Fessel (F.) (1), Band (N.), Binde, Schlinge; ne. fetter; Vw.: -; Hw.: s. Fessel (2); Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vezzel (1), st. M., st. F., Fessel (F.) (1), Band zum Befestigen und Festhalten des Schwertes, Schwertgurt, Schwertgehänge; mnd. vētel (1), vettel, F., Band (N.), Riemen, Nestel, Senkel zur Befestigung der Hose; mnl. vetel, Sb., Fessel (F.) (1); ahd. fezzil, st. M. (a), st. N. (a), Gürtel, Gurt; as. -; anfrk. -; germ. *fatila-, *fatilaz, st. M. (a), Band (N.), Fessel (F.) (1); s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (1), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fessel 1, Kluge s. u. Fessel 1, EWD s. u. Fessel 1, DW 3, 1555, DW2 9, 374, EWAhd 3, 198, Falk/Torp 226, Duden s. u. Fessel, Bluhme s. u. Fessel2; Son.: vgl. afries. -; ae. fėtel, fėtels, st. M. (a), Gürtel; an. fetill, st. M. (a), Fessel (F.) (1), Schulterband; got. -; ? av. bibda-, M., zweifache Fessel (F.) (1); gr. πέδη (pédē), F., Fessel (F.) (1), Fußfessel, Frauenschmuck; lat. pedica, F., Schlinge; ? russ. петля (pétljá), F., Schlinge; GB.: (fezzil) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Band oder eine Binde oder eine Schlinge zu einem Festbinden von Menschen oder anderer Gegebenheiten; BM.: Fuß; F.: Fessel, Fesseln+EW; Z.: Fes-s-el
Fessel (2), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fessel (F.) (2), Teil des Fußes, Teil des Pferdefußes; ne. hobble, ankle; Vw.: -; Hw.: s. Fessel (1); Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. vezzel (2), vizzel, st. M., Fessel (F.) (2), Fußfessel, Fessel des Pferdebeines; letztlich wie nhd. Fessel (1) von idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (1), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fessel 2, Kluge s. u. Fessel 2, DW s. Fessel, EWD s. u. Fessel 2, Duden s. u. Fessel; GB.: (vezzel) seit 12. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung von Beinen möglichen Teil des Beines zwischen Wade und Fußgelenk; BM.: Fuß?; F.: Fessel, Fesseln(!)+EW; Z.: Fes-s-el
$Fesselballon, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Fesselballon, Heißluftballon; E.: s. Fessel, s. Ballon; L.: Kluge s. u. Fessel 1, fehlt DW, EWD s. u. Fessel 1; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fessel und Ballon gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten sowie in der Zeit der Ruhe mit einer Fessel auf der Erdoberfläche festgehaltenen Ballon; F.: Fesselballon, Fesselballons, Fesselballones, Fesselballone, Fesselballonen+EW(+FW); Z.: Fes-s-el—bal-l-on
$fesseln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. fesseln, mit einer Fessel versehen, einschränken, binden; E.: s. Fessel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Fessel 1, DW 13, 1557, EWD s. u. Fessel 1; GB.: (vezzelen) seit um 1275 belegte und aus Fessel und (e)n gebildete sowie sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit einer Fessel versehen (V.) und dadurch in der Bewegungsmöglichkeit körperlich oder geistig einschränken oder binden; F.: fesseln, fessel (!), fessle, fessele, fesselst, fesselt, fesselte, fesseltest, fesselten, gefesselt, ##gefesselt, gefesselte, gefesseltes, gefesseltem, gefesselten, gefesselter##, fesselnd, ###fesselnd, fesselnde, fesselndes, fesselndem, fesselnden, fesselnder###, fessel (!)+EW; Z.: fes-s-el-n
fest, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. fest, hart, stark, kräftig, sicher; ne. firm (Adj.); Vw.: s. ding-; Hw.: s. Feste; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. veste (1), vest, Adj., fest, eng, nahe, stark, gewaltig, schnell, recht, hart, beständig, dauerhaft; mnd. vest, veste, Adj., fest, dicht; mnd. vast (1), fast*, Adj., fest, stark, befestigt; mnl. vast, Adj., fest; ahd. festi (1), Adj., fest, stark, zäh, dicht; ahd. fast, Adj., fest; as. fast, festi*, Adj., fest, beständig, sicher, unerschütterlich; anfrk. fast*, Adj., fest, befestigt; germ. *fasta-, *fastaz, fastja-, fastjaz, Adj., fest; idg. *pasto-?, Adj., fest, Pokorny 789 (1368/10) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. fest, Kluge s. u. fest DW 3, 1558,, EWD s. u. fest, DW2 9, 378, EWAhd 3, 185, Duden s. u. fest, Bluhme s. u. fest; Son.: vgl. afries. fest, Adj., fest; saterl. fest, Adj., fest; ae. fæst, Adj., fest, stark, sicher, steif; an. fastr, Adj., fest, hart, stark; got. *fasts, Adj. (a), fest; nndl. vast, Adj., fest; ne. fast, Adj., schnell; nschw. fast, Adj., fest; nnorw. fast, Adj., fest; ? arm. hast, Adj., fest; GB.: (festi) seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches hart oder stark oder kräftig oder sicher; BM.: ?; F.: fest (!), feste (!), festes (!), festem, festen (!), fester(, festere, festeres, festerem, festeren, festerer, festeste, festestes, festestem, festesten, festester)+EW; Z.: fest
Fest, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Fest, Feier; ne. feast (N.), party (N.); Vw.: -; Hw.: s. Festival, Festivität, Fete; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: s. mhd. fest, veste, st. N., Fest; mnd. fest (1), N., Fest (N.), Festtag, kirchlicher Feiertag, Heiligentag; lat. fēstum, N., Fest, Festtag, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. fēstus, Adj., festlich, feierlich; vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fest, Kluge s. u. Fest, EWD s. u. Fest, DW 3, 1561, DW2 9, 386, Duden s. u. Fest, Bluhme s. u. Fest; Son.: vgl. nndl. feest, Sb., Fest; frz. fête, F., Fest; nschw. fest, Sb., Fest; nnorw. fest, M., fest; GB.: (mhd. fest) seit 1281-1287 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung entwickelte und verwendete Feier; BM.: Heiliges; F.: Fest, Fests, Festes, Feste, Festen+FW; Z.: Fes-t
Feste, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Feste (F.), von Natur gedeckter sicherer Ort, Festung, Härte; ne. stronghold, fortress; Vw.: -; Hw.: s. fest; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. veste (3), vest, feste*, fest*, st. F., Festigkeit, Härte, feste Schar (F.) (1), Reihe, Sicherheit, sicherer Ort, Schutz, befestigter Ort, feste Stadt, befestigte Stadt, Burg; mnd. veste (3), feste*, vēste, vest, F., N., Festigkeit, Festigung, Umfriedung, Einzäunung, Befestigung, Befestigungsanlage, Wallgraben, Landwehr, befestigter Platz; mnl. veste, F., Feste (F.), Befestigung; ahd. festī, festīn, st. F. (ī), Festigkeit, Stärke (F.) (1), Schutz; as. -; anfrk. festi, st. F. (ī), Festigkeit; germ. *fastī-, *fastīn, sw. F. (n), Stärke; s. idg. *pasto-?, Adj., fest, Pokorny 789 (1368/10) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge s. u. fest, DW 3, 1563, EWD s. u. fest, DW2 9, 388, Heidermanns 192, Duden s. u. Feste; Son.: vgl. afries. *feste (3), F., Festigkeit; ae. -; an. festi (1), sw. F. (īn), Geiz; got. -; GB.: (festī) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Natur gedeckten sicheren Ort oder eine Festung; BM.: ?; F.: Feste, Festen+EW; Z.: Fest-e
$festigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. festigen, fest werden, fest machen; Vw.: s. be-; E.: s. fest, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. fest, DW 3, 1565, EWD s. u. fest; GB.: seit 1293 belegte und aus fest und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches fest werden oder fest machen; F.: festigen, festige, festigst, festigt, festigest, festiget, festigte, festigtest, festigten, festigtet, gefestigt, ##gefestigt, gefestigte, gefestigtes, gefestigtem, gefestigten, gefestigter##, festigend, ###festigend, festigende, festigendes, festigendem, festigenden, festigender###, festig (!)+EW; Z.: fest-ig-en
$Festigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Festigkeit, Haltbarkeit, Beständigkeit; E.: s. fest, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. fest, DW 3, 1565, EWD s. u. fest; GB.: seit 1281 belegte und aus fest und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Haltbarkeit oder Beständigkeit oder Härte oder Ruhe; F.: Festigkeit, Festigkeiten+EW; Z.: Fest-ig-kei-t
Festival, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Festival, Festveranstaltung, mehrtägiges Fest; ne. festival; Vw.: -; Hw.: s. Fest, Festivität, Fete; Q.: 1879; I.: Lw. ne. festival; E.: s. ne. festival, N., Festival; frz. festival, M., Musikfest, Gesangsfest; lat. fēstīvālis, Sb., Fest, Feier; vgl. fēstīvus, Adj., hübsch, nett, niedlich, dem Vergnügen geweiht; lat. fēstus, Adj., festlich, feierlich; vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. Festival, fehlt DW, EWD s. u. Festival, DW2 9, 399, Duden s. u. Festival; Son.: vgl. nndl. festival, Sb., Festival; nschw. festival, Sb., Festival; nnorw. festival, M., Festival; poln. festiwal, M., Festival; lit. festivalis, M., Festival; GB.: seit 1879 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Festveranstaltung; BM.: Heiliges; F.: Festival, Festivals+FW(+EW); Z.: Fes-t-iv-al
Festivität, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Festivität, Festlichkeit, Feierlichkeit; ne. festivity; Vw.: -; Hw.: s. Fest, Festival, Fete; I.: Lw. lat. fēstīvitās; E.: s. lat. fēstīvitās, F., Festgenuss, wonniges Vergnügen, Aufputz, Festlichkeit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fēstus, Adj., festlich, feierlich; vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: DW 3, 1565, EWD s. u. Festivität, DW2 9, 399, Duden s. u. Festivität; Son.: vgl. nnorw. festivitas, M., Festivität; GB.: seit 1460 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Festlichkeit oder Feierlichkeit; BM.: Heiliges; F.: Festivität, Festivitäten+FW(+EW); Z.: Fes-t-iv-it-ät
$Festland, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Festland; E.: s. fest, s. Land; L.: Kluge s. u. Festland, DW 3, 1566, EWD s. u. fest; GB.: vielleicht seit 1576 belegte und aus fest und Land gebildete Bezeichnung für das seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche feste Land der Erdoberfläche in Gegensatz zu dem umgebenden Meer und auch (nur) kleinen Inseln; F.: Festland, Festlandes, Festlands+EW; Z.: Fest—lan-d
$festlich, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. festlich, ein Fest betreffend, feierlich; E.: s. Fest, s. lich; L.: EWD s. u. Fest; GB.: nach einem älteren festlich (haltbar) des Frühmittelalters seit 1532 belegte und aus Fest und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ein Fest betreffend oder feierlich; F.: festlich, festliche, festliches, festlichem, festlichen, festlicher(, festlichere, festlicheres, festlicherem, festlicheren, festlicherer, festlichst, festlichste, festlichstes, festlichstem, festlichsten, festlichster)+FW+EW; Z.: fes-t—lich
$feststellen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. feststellen, ermitteln, erkennen; E.: s. fest, s. stellen; L.: Kluge s. u. feststellen, DW 3, 1568, EWD s. u. fest; GB.: seit 1584 belegte und aus fest und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ermitteln oder erkennen; F.: feststellen, stelle fest, stellst fest, stellt fest, stellen fest, stellest fest, stellet fest, stellte fest, stelltest fest, stellten fest, stelltet fest, festgestellt, ##festgestellt, festgestellte, festgestelltes, festgestelltem, festgestellten, festgestellter##, feststellend, ###feststellend, feststellende, feststellendes, feststellendem, feststellenden, feststellender###, festzustellen, ##festzustellen, festzustellend, festzustellende, festzustellendes, festzustellendem, festzustellenden, festzustellender####, stell fest (!)+EW; Z.: fest—stel-l-en
$Festung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Festung, Befestigung, Bekräftigung, Feste (F.); E.: s. fest(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fest, EWD s. u. fest; GB.: seit 1200-1210 (vestunge) belegte und aus fest(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Befestigung oder Bekräftigung oder Feste (F.); F.: Festung, Festungen+EW; Z.: Fest-ung
Fete, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fete, Fest, ausgelassene Feier; ne. fete, bash (N.), party (N.); Vw.: -; Hw.: s. Fest, Festival, Festivität; Q.: 1771; I.: Lw. frz. fête; E.: s. frz. fête, F., Fest; lat. fēsta, F., Feier, Fest; vgl. lat. fēstus, Adj., festlich, feierlich; vgl. idg. *dʰēs-, *dʰəs-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. Fete, fehlt DW, EWD s. u. Fete, DW2 9, 410, Duden s. u. Fete; Son.: seit 1771 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche ausgelassene Feier; BM.: Heiliges; F.: Fete, Feten+FW; Z.: Fe-t-e
Fetisch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fetisch, magischer Gegenstand, Götzenbild; ne. fetish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1663; I.: Lw. frz. fétiche; E.: s. frz. fétiche, M., Zauber, Zaubermittel, Fetisch; port. feitico, M., Zauber, Zaubermittel; vgl. lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fetisch, fehlt DW, EWD s. u. Fetisch, Duden s. u. Fetisch; Son.: es gab schon eine frühere Entlehnung aus dem Portugiesischen, die sich aber nicht durchsetzte; vgl. nndl. fetisj, Sb., Fetisch; nschw. fetisch, Sb., Fetisch; nnorw. fetisj, M., Fetisch; poln. fetysz, M., Fetisch; kymr. ffetis, M., Fetisch; nir. feitis, F., Fetisch; lit. fetišas, M., Fetisch; GB.: seit 1663 belegte und aus dem Französischen und dem Portugiesischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gegenstand dem in der Vorstellung des Menschen magische Kräfte zugeschrieben werden oder dem besondere Bedeutung beigemessen wird; BM.: machen; F.: Fetisch, Fetischs, Fetisches, Fetische, Fetischen+FW(EW+); Z.: Fe-t-isch
$Fetischismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fetischismus; E.: s. Fetisch, s. ismus; L.: Kluge s. u. Fetisch, fehlt DW, EWD s. u. Fetisch; GB.: seit 1809 belegte und aus Fetisch und ismus gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen Glauben an Gegenstände mit magischen Kräften; F.: Fetischismus+FW; Z.: Fe-t-isch-ism-us
$Fetischist, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Fetischist; E.: s. Fetisch, s. is, s. t; L.: Kluge s. u. Fetisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fetisch und is sowie t gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen an Fetische glaubenden Menschen; F.: Fetischist, Fetischisten+FW(+EW); Z.: Fe-t-isch-ist
fett, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fett, feist, dick; ne. fat (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. feist; Q.: Morant und Galie (um 1200); E.: mhd. vet (1), fet*, Adj., fett; mnd. vet, vett, Adj., fett, feist, gemästet; mnl. vet, Adj., fett; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *faita-, *faitaz, Adj., fett, feist; germ. *faitida-, *faitidaz, Adj., fett, feist; idg. *poid-, *pī̆d-, Adj., fett, Pokorny 794; vgl. idg. *pei̯ə-, *pei-, *pī̆-, V., fett sein (V.), strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fett, Kluge s. u. fett, EWD s. u. fett, DW 3, 1570, DW2 9, 411, Duden s. u. fett, Bluhme s. u. fett; Son.: vgl. afries. fatt, fat, fet (2), Adj., fett; saterl. fat, Adj., fett; ae. fǣtt (2), Adj., fett, feist; an. -; got. -; nndl. vet, Adj., fett; nschw. fet, Adj., fett; nnorw. fet, Adj., fett; GB.: (vet) seit um 1200 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches viel Fett enthaltend oder feist oder dick; BM.: strotzen?; F.: fett, fette, fettes, fettem, fetten, fetter(, fettere, fetteres, fetterem, fetteren, fetterer, fetteste, fettestes, fettestem, fettesten, fettester)+EW; Z.: fe-t-t
$Fett, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Fett; E.: s. fett; L.: Kluge s. u. fett, EWD s. u. fett; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus fett gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Fettgewebe in Körpern von Lebewesen; F.: Fett, Fettes, Fetts, Fette, Fetten+EW; Z.: Fe-t-t
$fetten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. fetten, mit Fett versehen (V.); E.: s. fett, s. en; L.: Kluge s. u. fett, DW 3, 1573, EWD s. u. fett; GB.: (vetten) seit 1252 belegte und aus fett und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit Fett versehen (V.); F.: fetten, fette, fettest, fettet, fettete, fettetest, fetteten, fettetet, gefettet, ##gefettet, gefettete, gefettetes, gefettetem, gefetteten, gefetteter##, fettend, ###fettend, fettende, fettendes, fettendem, fettenden, fettender###, fett (!)+EW; Z.: fe-t-t-en
$fettig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fettig, Fett haltig, Fett betreffend; E.: s. Fett, s. ig; L.: DW 3, 1574, EWD s. u. fett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Fett und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Fett betreffend; F.: fettig, fettige, fettiges, fettigem, fettigen, fettiger(, fettigere, fettigeres, fettigerem, fettigeren, fettigerer, fettigst, fettigste, fettigstes, fettigstem, fettigsten, fettigster)+EW; Z.: fe-t-t-ig
$Fettigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Fettigkeit, Fettsein, Fettheit; E.: s. fettig, s. heit, s. keit; L.: DW3, 1574, EWD s. u. fett; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus fettig und keit gebildete Bezeichnung für wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Fettsein oder Fettheit; F.: Fettigkeit, Fettigkeiten+EW; Z.: Fe-t-t-ig—kei-t
$Fettnäpfchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Fettnäpfchen; E.: s. Fett, s. Näpfchen; L.: Kluge s. u. fett, DW 3, 1575, EWD s. u. fett; GB.: seit 1878 belegte und aus Fett und Näpfchen gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Näpfchen mit Fett und übertragen (Adj.) für eine unangenehme Stelle; F.: Fettnäpfchen, Fettnäpfchens+EW; Z.: Fe-t-t—näpf-chen
Fetze, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Fetze, Fetzen (M.), Lumpen (M.), Lappen (M.); ne. rag; Vw.: -; Hw.: s. Fetzen; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: s. mhd. vetze, vese, sw. M., Fetzen (M.), Lumpen (M.); weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus einer romanischen Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Fetzen, Kluge s. u. Fetzen, EWD s. u. Fetzen, DW 3, 1575 (Fetze), DW2 9, 418, Duden s. u. Fetzen; GB.: (vetze) seit 1275-1300 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus einer romanischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein unregelmäßig abgerissenes Teilstück eines dünnen Materials wie beispielsweise Stoff; BM.: ?; F.: Fetze, Fetzens, Fetzen+FW?+EW?; Z.: Fetz-e
$fetzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. fetzen, reißen; Vw.: s. zer-; E.: s. Fetze, Fetzen; L.: Kluge s. u. Fetzen, DW 3, 1576, EWD s. u. Fetzen; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit Fetzen verbindbare Bezeichnung für reißen; F.: fetzen (!), fetze (!), fetzst, fetzt, fetzest, fetzet, fetzte, fetztest, fetzten, fetztet, gefetzt, ##gefetzt, gefetzte, gefetztes, gefetztem, gefetzten, gefetzter##, fetzend, ###fetzend, fetzende, fetzendes, fetzendem, fetzenden, fetzender###, fetz (!)+EW; Z.: fetz-en
Fetzen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fetzen (M.), Lumpen (M.), Lappen (M.); ne. rag; Vw.: -; Hw.: s. Fetze; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: s. mhd. vetze, vese, sw. M., Fetzen (M.), Lumpen (M.); weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus einer romanischen Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Fetzen, Kluge s. u. Fetzen, EWD s. u. Fetzen, DW 3, 1575 (Fetze), DW2 9, 418, Duden s. u. Fetzen; GB.: (vetze) seit 1275-1300 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus einer romanischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein unregelmäßig abgerissenes Teilstück eines dünnen Materials wie beispielsweise Stoff; BM.: ?; F.: Fetzen, Fetzens+FW?+EW?; Z.: Fetz-en
$fetzig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. fetzig, mitreißend; E.: s. Fetz(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Fetzen; GB.: seit 19. Jh. (?) belegte und aus Fetz(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mitreißend; F.: fetzig, fetzige, fetziges, fetzigem, fetzigen, fetziger(, fetzigere, fetzigeres, fetzigerem, fetzigeren, fetzigerer, fetzigst, fetzigste, fetzigstes, fetzigstem, fetzigsten, fetzigster)+FW+EW; Z.: fetz-ig
feucht, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. feucht, ein wenig nass, geringfügig durchtränkt; ne. damp (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. viuht (2), vūht, fiuht*, fūht*, Adj., feucht, nass; mhd. viuhte, Adj., feucht; mnd. vucht (1), vüchte, Adj., feucht, nass, durchfeuchtet, mit Flüssigkeit getränkt; mnl. vucht, Adj., feucht; ahd. fūht, Adj., feucht, nass, bewässert; as. fūht*, Adj., feucht; anfrk. -; westgerm. *fūhti-, *fūhtiz, Adj., feucht; germ. *funhta-, *funhtaz, *fūhta-, *fūhtaz, Adj., feucht; s. idg. *pen- (2), Adj., Sb., feucht, Schlamm, Sumpf, Wasser, Pokorny 807 (1397/39) (RB. idg. aus ind., ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. feucht, Kluge s. u. feucht, DW 3, 1577, EWD s. u. feucht, DW2 9, 419, EWAhd 3, 613, Falk/Torp 228, Heidermanns 221, Duden s. u. feucht, Bluhme s. u. feucht; Son.: vgl. afries. -; ae. fūht, Adj., feucht; an. -; got. -; nndl. vocht, Adj., feucht; nschw. fuktig, Adj., feucht; nnorw. fuktig, Adj., feucht; GB.: (fūht) seit vor Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches ein wenig nass oder geringfügig durchtränkt; BM.: ?; F.: feucht, feuchte, feuchtes, feuchtem, feuchten, feuchter(, feuchtere, feuchteres, feuchterem, feuchteren, feuchterer, feuchteste, feuchtestes, feuchtestem, feuchtesten, feuchtester)+EW; Z.: feuch-t
$Feuchte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Feuchte, Nässe; E.: s. feucht, s. e; L.: EWD s. u. feucht; GB.: (fūhtī) vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliche Feuchtigkeit oder Nässe; F.: Feuchte, Feuchten+EW; Z.: Feuch-t-e
$feuchten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. feuchten, nass machen, nass werden; Vw.: s. an-, be-; E.: s. feucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. feucht, DW 3, 1579, EWD s. u. feucht; GB.: (fūhten*) seit um 790 belegte und aus feucht und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches nass machen oder nass werden; F.: feuchten (!), feuchte (!), feuchtest, feuchtet, feuchtete, feuchtetest, feuchteten, feuchtetet, gefeuchtet, ##gefeuchtet, gefeuchtete, gefeuchtetes, gefeuchtetem, gefeuchteten, gefeuchteter##, feuchtend, ###feuchtend, feuchtende, feuchtendes, feuchtendem, feuchtenden, feuchtender###, feucht (!) +EW; Z.: feuch-t-en
$Feuchtigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Feuchtigkeit, Nässe; E.: s. feucht, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. feucht, DW 3, 1580, EWD s. u. feucht; GB.: (viuhticheit) seit 1264 belegte und aus feucht und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliche Nässe; F.: Feuchtigkeit+EW; Z.: Feuch-t-ig-kei-t
feudal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. feudal, Lehnswesen betreffend, herrschaftlich, den höheren Ständen angehörend; ne. feudal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: über mlat. Vermittlung s. lat.-ahd. feodalis*, Adj., belehnt, Lehen..., Lehnswesen betreffend, lehnsrechtlich; letztlich von germ. *fehu-, st. N., Schaf, Fahrhabe, Fahrnis, f-Rune; idg. *pék̑u-, N., Geschorenes, Schaf, Vieh, Wolle, Fließ, Haar (N.), Pokorny 797; vgl. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. feudal, fehlt DW, EWD s. u. feudal, DW2 9, 426, Duden s. u. feudal; Son.: vgl. nndl. feudaal, Adj., feudal; frz. féodal, Adj., feudal; nschw. feodal, Adj., feudal; nnorw. foydal, Adj., feudal; poln. feudalny, Adj., feudal; kymr. ffiuwdal, Adj., feudal; nir. feodach, Adj., feudal; lit. feodalinis, Adj., feudal; GB.: seit 1641 belegte und vielleicht über mittellateinische Vermittlung aus lat.-ahd. feodalis aufgenommene und umgebildete sowie wohl mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (das) Lehnswesen betreffend oder herrschaftlich oder den höheren Ständen angehörend; BM.: Vieh; F.: feudal, feudale, feudales, feudalem, feudalen, feudaler+EW+FW; Z.: feud-al
$Feudalismus, nhd., M. (19. Jh.?): nhd. Feudalismus, durch Lehnswesen und Grundherrschaft bestimmte Gesellschaftsordnung; E.: s. feudal, s. ismus; L.: Kluge s. u. feudal, fehlt DW, EWD s. u. feudal; GB.: seit 1817 belegte und aus feudal und ismus gebildete Bezeichnung für die durch Lehnswesen und Grundherrschaft bestimmte Gesellschaftsordnung in Mittelalter und früher Neuzeit; F.: Feudalismus+FW; Z.: Feud-al-ism-us
$feudalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. feudalistisch; E.: s. feudal, s. ist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. feudal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus feudal und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für den Feudalismus betreffend; F.: feudalistisch, feudalistische, feudalistisches, feudalistischem, feudalistischen, feudalistischer+FW+EW; Z.: feud-al-ist-isch
Feudel, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Feudel, Scheuertuch; ne. floorcloth, cleaning rag; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Feudel, fehlt DW, Duden s. u. Feudel; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Tuch (Scheuertuch) zu einem Aufwischen von Schmutz und Feuchtigkeit; BM.: ?; F.: Feudel, Feudels, Feudeln+EW?; Z.: Feud-el
Feuer, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Feuer, Verbrennung mit Flammenbildung und Licht sowie Wärme; ne. fire (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. viur, vīwer, viuwer, vūr, st. N., Feuer, Funke, Flamme, Herd, Herdfeuer, Kamin, Höllenfeuer, Scheiterhaufen, Brand; mnd. vǖr, vǖer, vuer, vuir, viur, fuhr, vyr, N., Feuer, Brand, Flamme; mnl. vuur, Sb., Feuer; ahd. fiur, fuir, st. N. (a), Feuer, Brand, Feuerstätte; as. fiur, st. N. (a), Feuer; anfrk. fūir, st. N. (a), Feuer; wgerm. *fewur, N., Feuer; germ. *fūir, *fūr, N., Feuer; idg. *pehu̯r̥, *pʰu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer, 828 (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Feuer, Kluge s. u. Feuer, DW 3, 1581, EWD s. u. Feuer, DW2 9, 427, EWAhd 3, 330, Falk/Torp 243, Duden s. u. Feuer, Bluhme s. u. Feuer; Son.: vgl. afries. fior, fiur, st. N. (a), Feuer; nnordfries. fjor; ae. fȳr, fīr, st. N. (a), Feuer; an. fȳrr, M., Feuer; an. fūrr, M., Feuer, Schlange; nndl. vuur, Sb., Feuer; frz. feu, M., Feuer; nnorw. fyr, M., Feuer; gr. πῦρ (pýr), N., Feuer; umbr. pir, Sb., Feuer; gall. ur, Sb., Feuer; heth. pahhur, Sb. (Akk. Sg.), Feuer; toch. A por, Sb., Feuer; toch. B puwar, Sb., Feuer; GB.: (fiur) seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Form der Verbrennung (Oxidation) mit Flammenbildung bei der Licht und Wärme entstehen; BM.: ?; F.: Feuer, Feuers, Feuern+EW; Z.: Feuer
$Feuergarbe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Feuergarbe, Feuerstoß mehrerer Geschosse; E.: s. Feuer, s. Garbe; L.: EWD s. u. Garbe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Feuer und Garbe gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Feuerwaffen möglichen Feuerstoß mehrerer Geschosse bei einmaliger Betätigung des Abzugs; F.: Feuergarbe, Feuergarben+EW; Z.: Feuer—garb-e
$feuern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. feuern, Feuer speien, flammen, erglühen; Q.: Ende 8. Jh.; E.: s. Feuer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Feuer, DW 3, 1597, EWD s. u. Feuer; GB.: (fiurēn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Feuer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Feuer mögliches Feuer speien oder flammen oder erglühen; F.: feuern, feuere, feure, feuer (!), feuerst, feuert, feuerte, feuertest, feuerten, feuertet, gefeuert, ##gefeuert, gefeuerte, gefeuertes, gefeuertem, gefeuerten, gefeuerter##, feuernd, ###feuernd, feuerndes, feuerndem, feuernden, feuernder###, feuer (!)+EW; Z.: feuer-n
$Feuerprobe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Feuerprobe; E.: s. Feuer, s. Probe; L.: Kluge s. u. Feuerprobe, DW 3, 1600, EWD s. u. Feuer; GB.: seit 1669 belegte und aus Feuer und Probe gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Überprüfen durch Feuer; F.: Feuerprobe, Feuerproben+EW+FW; Z.: Feuer—pro-b-e
$Feuerrohr, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Feuerrohr, Kaminrohr, eine Schusswaffe; E.: s. Feuer, s. Rohr; L.: Kluge s. u. Büchse, DW 3, 1601; GB.: seit 1573 belegte und aus Feuer und Rohr gebildete Bezeichnung für ein Kaminrohr und eine Schusswaffe; F.: Feuerrohr, Feuerrohrs, Feuerrohres, Feuerrohre, Feuerrohren+EW; Z.: Feuer—roh-r
$Feuersbrunst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Feuersbrunst, großes Feuer, großer Brand; E.: s. Feuer, s. s, s. Brunst; L.: Kluge s. u. Brunst, EWD s. u. Brunst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Feuer und s sowie Brunst gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches großes Feuer oder einen großen Brand; F.: Feuersbrunst, Feuersbrünste, Feuersbrünsten+EW; Z.: Feuer-s—bru-n-st
$Feuerstein, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Feuerstein, Flint, Silex; E.: s. Feuer, s. Stein; L.: Kluge s. u. Feuerstein, DW 3, 1605, EWD s. u. Feuer; GB.: seit 1238 belegte und aus Feuer und Stein gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Kieselstein der von Menschen wegen seiner Härte durch Siliciumdioxid zu einer Erzeugung von Funken und damit von Feuer verwendet werden kann; F.: Feuerstein, Feuersteins, Feuersteines, Feuersteine, Feuersteinen+EW; Z.: Feuer—stei-n
$Feuertaufe, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Feuertaufe, Bewährungsprobe, erste Teilnahme an einem Feuergefecht; E.: s. Feuer, s. Taufe; L.: Kluge s. u. Feuertaufe, DW 3, 1605; GB.: seit 1535 belegte und aus Feuer und Taufe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen bestehbare Taufe (Bewährung) durch Feuer oder eine Bewährungsprobe oder eine erste Teilnahme an einem Feuergefecht; F.: Feuertaufe, Feuertaufen+EW; Z.: Feuer—tauf-e
$Feuerung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Feuerung, Feuermachen; E.: s. feuer(n), s. ung; L.: fehlt DW (aber Zusammensetzungen wie Feuerungsbedarf oder Feuerungsmittel), EWD s. u. Feuer; GB.: seit 1382 belegte und aus feuer(n) und ung gebildete Bezeichnung für Feuermachen oder eine Vorrichtung für einen Verbrennungsvorgang; F.: Feuerung, Feuerungen+EW; Z.: Feuer-ung
$Feuerwehr, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Feuerwehr; E.: s. Feuer, s. Wehr (F.); L.: Kluge s. u. Feuerwehr, DW 3, 1607, EWD s. u. Feuer; GB.: seit 1850 belegte und aus Feuer und Wehr (F.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Einrichtung zu einer Bekämpfung und Verhinderung von Bränden oder Feuern (N.); F.: Feuerwehr, Feuerwehren+EW; Z.: Feuer—wehr
$Feuerwerk, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Feuerwerk; E.: s. Feuer, s. Werk; L.: Kluge s. u. Feuerwerk, DW 3, 1607, EWD s. u. Feuer; GB.: (viurwerc) seit 1347-1359 belegte und aus Feuer und Werk gebildete Bezeichnung für Brennmaterial und für eine von Menschen später entwickelte und verwendete unterhaltende Darbietung durch Abschießen explosiver Stoffe bei dunkelem Himmel; F.: Feuerwerk, Feuerwerks, Feuerwerkes, Feuerwerke, Feuerwerken+EW; Z.: Feuer—werk
$Feuerzeug, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Feuerzeug; E.: s. Feuer, s. Zeug; L.: DW 3, 1609, EWD s. u. Feuer, DW2 9, 462; GB.: seit 1300 belegte und aus Feuer und Zeug gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleineres Gerät zu der leichten Erzeugung von Feuer mittels Feuerstein; F.: Feuerzeug, Feuerzeuges, Feuerzeugs, Feuerzeuge, Feuerzeugen+EW; Z.: Feuer—zeu-g
Feuilleton, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Feuilleton, Unterhaltungsteil, literarischer Beitrag; ne. feuilleton, supplement; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1805 (Grimm); I.: Lw. frz. feuilleton; E.: s. feuilleton, M., Feuilleton, Serie, Fortsetzung; vgl. frz. feuille, F., Blatt; lat. folium, N., Blatt, Papierblatt, (204-169 v. Chr.); s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Feuilleton, fehlt DW, EWD s. u. Feuilleton, DW2 9, 462, Duden s. u. Feuilleton; Son.: vgl. nndl. feuilleton, Sb., Feuilleton; nschw. följetong, feuilleton, Sb., Feuilleton; nnorw. foljetong, M.?, Feuilleton; poln. felieton, M., Feuilleton; lit. feljetonas, M., Feuilleton; GB.: seit 1805 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den seit dieser Zeit auf der Suche nach Abonnenten üblichen neben Politik, Wirtschaft, Lokalnachrichten und Sport stehenden literarischen oder kulturellen oder unterhaltenden Teil einer Zeitung; BM.: Blatt; F.: Feuilleton, Feuilletons+FW; Z.: Feuil-l-et-on
$Feuilletonist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Feuilletonist; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Feuilleton, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Feuilleton; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Feuilleton und ist gebildete Bezeichnung für einen Verfasser von Beiträgen für den Unterhaltungsteil (Feuilleton) einer Zeitung; ¸F.: Feuilletonist, Feuilletonisten+FW(+EW); Z.: Feuil-l-et-on-ist
$feurig, feuerig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. feurig, Feuer betreffend, mit Feuer verbindbar, brennend; E.: s. Feuer, s. ig; L.: Kluge s. u. Feuer, DW 3, 1610 (feurig), EWD s. u. Feuer; GB.: (viuric) seit 1140-1160 belegte und aus Feuer und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Feuer mögliches Feuer betreffend oder mit Feuer verbindbar oder brennend; F.: feurig, feurige, feuriges, feurigem, feurigen, feuriger(, feurigere, feurigeres, feurigerem, feurigeren, feurigerer, feurigst, feurigste, feurigstes, feurigstem, feurigsten, feurigster)+EW; Z.: feur-ig
$feurio, nhd., Interj., (15. Jh.?): nhd. feurio, Achtung Feuer; E.: s. Feuer, s. io; L.: Kluge s. u. feurio, DW 3, 1594; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Feuer und io (mit voller alter Vokalfarbe in dem überdehnten Ausruf) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen andere Menschen warnenden Ausruf bei Sichtung eines ungewollten Feuers; F.: feurio+EW; Z.: feur-io
Fex, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fex, Enthusiast, Anhänger, Narr; ne. buff, enthusiast; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit der lat. Endung …fex, vgl. Pontifex; s. lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fex, DW 3, 1611, Duden s. u. Fex; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger oder einen von etwas begeisterten Menschen oder auch einen Narr; BM.: machen?; F.: Fex, Fexes, Fexe, Fexen+FW?; Z.: Fe-x
Fez (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fez (M.) (1), Spaß, Ulk; ne. fun (N.), lark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838; E.: Herkunft ungeklärt; eher unwahrscheinlich ist die Herkunft von frz. fête, F., Fest (s. u. nhd. Fete); L.: Kluge s. u. Fez 1, DW2 9, 373 (Fes), EWD s. u. Fez; GB.: seit 1838 belegte und vielleicht in Berlin entstandene sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Spaß oder Ulk; BM.: ?; F.: Fez, Fezes+EW?; Z.: Fez
Fez (2), Fes, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fez (M.) (2), orientalische Kopfbedeckung; ne. fez; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. türk. fez; E.: s. türk. fez, Sb., Fez; von dem ON Fes; vielleicht von arab. fas, Sb., Hacke; L.: Kluge s. u. Fez 2, fehlt DW, EWD s. u. Fes; Son.: vgl. nndl. fez, Sb., Fez (M.) (2); frz. fez, M., Fez (M.) (2); nschw. fez, Sb., Fez (M.) (2); nnorw. fess, M., Fez (M.) (2); poln. fez, M., Fez (M.) (2); kymr. ffès, M., F., Fez (M.) (2); lit. fisas, M., Fez (M.) (2); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Türkischen sowie vielleicht aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine früher in orientalischen Ländern von Männern getragene kappenartige und kegelstumpfförmige Kopfbedeckung aus rotem Filz; BM.: von dem ON Fes; F.: Fez, Fezes, Feze, Fezen+FW; Z.: Fez
Fiaker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fiaker, Mietkutsche; ne. carriage, fiacre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1732; I.: Lw. frz. fiacre; E.: s. frz. fiacre, M., Droschke; vielleicht von dem PN Fiacrius (nach dem Hl. Fiacrius bzw. dem Hotel St.-Fiacre bzw. der Rue des Saint Fiacre); von air. Fiachra, M.=PN, Fiacrius, Schlachtkönig?; vgl. idg. *u̯eik- (2), Sb., V., Kampf, Kraft, Krieg, kämpfen, siegen, Pokorny 1128 (1960/36) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fiaker, fehlt DW, DW2 9, 464, Kluge s. u. Fiaker, Duden s. u. Fiaker; Son.: vgl. nndl. fiaker, Sb., Fiaker; nschw. diaker, Sb., Fiaker; poln. fiakr, M., Fiaker; kymr. fiacre, M., Fiaker; GB.: seit 1732 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altirischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Mietkutsche oder den Fahrer einer solchen Mietkutsche; BM.: nach dem Standplatz der ersten Mietkutschen in Paris; F.: Fiaker, Fiakers, Fiakern+FW(+EW); Z.: Fiak-er
Fiasko, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Fiasko, Misserfolg, Reinfall; ne. fiasco; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823; I.: Lw. it. (far) fiasco; E.: s. it. far fiasco, V., durchfallen, Flasche; vgl. it. fiasco, M., Flasche; lat. flasco, M., Weinkrug, Weinflasche, tragbares Fass, (vor 513 n. Chr.); germ. *flaskō, st. F. (ō), Flasche; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Fiasko, fehlt DW, EWD s. u. Fiasko, DW2 9, 465, Duden s. u. Fiasko; Son.: vgl. nndl. fiasco, Sb., Fiasko; frz. fiasco, M., Fiasko; nschw. fiasko, Sb., Fiasko; nnorw. fiasko, M., Fiasko; poln. fiasko, M., Fiasko; kymr. ffiasgo, M., F., Fiasko; lit. fiasko, M., Fiasko; GB.: seit 1823 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem erschließbaren Germanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen Misserfolg oder Reinfall (Flasche); BM.: Flasche?; F.: Fiasko, Fiaskos+FW(+EW); Z.: Fiask-o
Fibel (1), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fibel (F.) (1), Lesebuch, Lehrbuch; ne. primer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1437 (Glosse); E.: s. nhd. Bibel; die Änderung des Anlauts vielleicht durch kindliche Dissimilierung oder durch Einfluss von lat. fībula (s. Fibel [2]); L.: Kluge 1. A. s. u. Fibel, Kluge s. u. Fibel 1, DW 3, 1611, DW2 9, 465, EWD s. u. Fibel, Duden s. u. Fibel; GB.: seit 1437 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Lesebuch mit dem Schüler schreiben und lesen lernen; BM.: ?; F.: Fibel, Fibeln+FW(+EW?); Z.: Fib-el
Fibel (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fibel (F.) (2), Gewandnadel; ne. fibula; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1856; I.: Lw. lat. fībula; E.: s. lat. fībula, F., Spange, Klammer, Keil, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. fīgere, V., heften, anheften, anhängen, anbinden, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fibel 2, DW2 9, 465, Duden s. u. Fibel; Son.: vgl. nndl. fibula, Sb., Fibel (F.) (2); frz. fibule, F., Fibel (F.) (2); nschw. fibula, Sb., Fibel (F.) (2); nnorw. fibula, F., Fibel (F.) (2); poln. fibula, F., Fibel (F.) (2); kymr. ffibwla, F., Fibel (F.) (2); nir. fiobúl, M., Fibel (F.) (2); gr. φίβλα (phíbla), F., Fibel, Spange (aus dem Lateinischen); GB.: seit 1856 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine frühgeschichtliche seit der Bearbeitung von Metall mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Gewandspange oder Gewandnadel aus Metall; BM.: stecken; F.: Fibel, Fibeln+FW(+EW); Z.: Fib-el
Fiber, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fiber, Faser; ne. fibre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1551; I.: Lw. lat. fibra; E.: lat. fibra, F., Faser, Wurzelfaser, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. findere, V., spalten, sich spalten, zerplatzen, bersten; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Fiber, DW 3, 1612, EWD s. u. Fiber, DW2 9, 466, Duden s. u. Fiber; Son.: vgl. nndl. fiber, Sb., Fiber; frz. fibre, F., Fiber; nschw. fiber, Sb., Fiber; nnorw. fiber, M., Fiber; kymr. ffibr, M., Fiber; GB.: seit 1551 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon seit Entstehung von Leben mögliche Pflanzenfaser oder Muskelfaser; BM.: spalten; F.: Fiber, Fibern+FW(+EW); Z.: Fib-er
Fichte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Fichte, Fichtenbaum; ne. spruce, pine-tree; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. viehte, veucht, viuhte, sw. F., st. F., Fichte, Trinkbecher aus Fichtenholz; mnd. vüchte, sw. V., Fichte, Kiefer (F.), Tanne; ahd. fiohta*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Fichte, Föhre; ahd. fiuhta, st. F. (ō), sw. F. (n), Fichte, Föhre; as. fiohta*, fiuhta*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Fichte; as. fiuhtia*, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Fichte; anfrk. -; germ. *feuhtjō-, *feuhtjōn, *fiuhtjō-, *fiuhtjōn, sw. F. (n), Fichte; vgl. idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fichte, Kluge s. u. Fichte, DW 3, 1612, EWD s. u. Fichte, DW2 9, 466, EWAhd 3, 328, Falk/Torp 243, Duden s. u. Fichte, Bluhme s. u. Fichte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; gr. πεύκη (peúkē), F., Fichte, Fichtenwald; air. ochtach, Sb., Fichte; apreuß. peuse, Sb., Fichte?; GB.: (fiohta bzw. fiuhta) seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ursprünglich aus Nordamerika kommenden und vor etwa 65 Millionen Jahren entstandenen hochwachsenden Nadelbaum mit meist gleichmäßig um den Zweig angeordneten kurzen und einzelnen Nadeln und länglichen hängenden Zapfen; BM.: stechen; F.: Fichte, Fichten+EW; Z.: Fich-t-e
$fichten, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. fichten; Q.: um 1300; E.: s. Ficht(e), s. en; L.: DW 3, 1614, EWD s. u. Fichte, DW2 9, 466; GB.: (viehtīn) seit um 1300 belegte und aus Ficht(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Fichten mögliches Fichte betreffend; F.: fichten, fichtene, fichtenes, fichtenem, fichtenen, fichtener+EW; Z.: fich-t-en
ficken, nhd. (ält.), V., (11. Jh.?): nhd. ficken, reiben, scheuern; ne. fuck (V.); Vw.: -; Hw.: s. abgefuckt; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. ficken, sw. V., reiben, festigen, stärken; wahrscheinlich zu idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. ficken, DW 3, 1617, EWD s. u. ficken, DW2 9, 467, Duden s. u. ficken, Bluhme s. u. ficken; Son.: seit wann die Bedeutung koitieren mit dem Wort verbunden ist, ist ungeklärt; vgl. lat. pungere, V., stechen; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und wahrscheinlich teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Geschlechtern mögliches Geschlechtsverkehr haben; BM.: stechen; F.: ficken, ficke, fickst, fickt, fickest, ficket, fickte, ficktest, fickten, ficktet, gefickt, ##gefickt, gefickte, geficktes, geficktem, gefickten, gefickter##, fickend, ###fickend, fickende, fickendes, fickendem, fickenden, fickender###, fick (!)+EW; Z.: fick-en
$ficken (2), nhd., sw. V., (?): nhd. ficken; L.: Kluge s. u. Faxen; F.: ficken, ficke, fickst, fickt, fickest, ficket, fickte, ficktest, fickten, ficktet, gefickt, ##gefickt, gefickte, geficktes, geficktem, gefickten, gefickter##, fickend, ###fickend, fickende, fickendes, fickendem, fickenden, fickender###, fick (!)+EW; Z.: fick-en
$fickerig, nhd., Adj., (?): nhd. fickerig; E.: s. fick(en), s. er, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. ficken; F.: fickerig, fickerige, fickeriges, fickerigem, fickerigen, fickeriger(, fickerigere, fickerigeres, fickerigerem, fickerigeren, fickerigerer, fickerigst, fickerigste, fickerigstes, fickerigstem, fickerigsten, fickerigster)+EW; Z.: fick-er-ig
$Fickfack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fickfack; E.: s. fick(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. ficken; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit fick(en) verbindbare Bezeichnung vielleicht für Täuschung; F.: Fickfack, Fickfacks, Fickfacke, Fickfacken+EW; Z.: Fick—fack
$fickfacken, nhd., sw. V., (?): nhd. fickfacken, täuschen; E.: s. fick(en); L.: DW 3, 1619, EWD s. u. ficken; GB.: seit unbekannter Zeit belegte Bezeichnung für täuschen; F.: fickfacken, fickfacke, fickfackst, fickfackt, fickfackest, fickfacket, fickfackte, fickfacktest, fickfackten, fickfacktet, gefickfackt, ##gefickfackt, gefickfackte, gefickfacktes, gefickfacktem, gefickfackten, gefickfackter##, fickfackend, ###fickfackend, fickfackende, fickfackendes, fickfackendem, fickfackenden, fickfackender###, fickfack (!)+EW; Z.: fick—fack-en
$Fickfacker, nhd., M.. (?): nhd. Fickfacker, Täuschender; E.: s. fickfack(en), s. er; L.: DW 3, 1619, EWD s. u. ficken; GB.: seit unbekannter Zeit belegte Bezeichnung für einen Täuschenden; F.: Fickfacker, Fickfackers, Fickfackern+EW; Z.: Fick—fack-er
$Fickmühle, nhd., F.: nhd. Fickmühle; E.: s. fick(en), s. Mühle; L.: Kluge s. u. Faxen, fehlt DW; GB.: vielleicht aus fick(en) und Mühle gebildete Bezeichnung für eine für einen Spieler günstige und für den Gegner ungünstige Stellung bei dem Mühlespiel in der er bei jedem Zug eine offene Mühle schließen kann; F.: Fickmühle, Fickmühlen+EW(+FW); Z.: Fick—mühl-e
fidel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fidel, vergnügt, freudig, lustig; ne. merry (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1678; I.: Lw. lat. fidēlis; E.: s. lat. fidēlis, Adj., getreu, treu, ehrlich, zuverlässig, (um 235-200 v. Chr.); lat. fidēs, fedēs, fedīs, F., Vertrauen, Zutrauen, Zuversicht, Glaube; vgl. idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. fidel, DW 3, 1619, EWD s. u. fidel, DW2 9, 468, Duden s. u. fidel; Son.: vgl. nndl. fideel, Adj., fidel; frz. fidèle, Adj., treu; GB.: seit 1678 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums in die Studentensprache aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vergnügt oder freudig oder lustig; BM.: zureden; F.: fidel, fidele, fideles, fidelem, fidelen, fideler+FW+EW; Z.: fid-el
Fidibus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fidibus, Papierstreifen (oder Holzspan) zu dem Anzünden von Tabak; ne. fidibus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1673; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Fidibus, DW 3, 1620, EWD s. u. Fidibus, DW2 9, 468, Duden s. u. Fidibus; Son.: vgl. nndl. fidibus, M., Fidibus; nschw. fidibus, Sb., Fidibus; nnorw. fidibus, M., Fidibus; GB.: seit 1673 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen gefalteten Papierstreifen oder Holzspan den man an einem offenen Feuer entzündet um damit etwa den Tabak in einer Pfeife anzuzünden; BM.: ?; F.: Fidibus, Fidubusses, Fidibusse+EW?+; Z.: Fidib-us
Fieber, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Fieber, erhöhte Körpertemperatur; ne. fever (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. fieber, vieber, st. N., Fieber; mhd. biever, biefer*, st. N., Fieber; mnd. fēber, feber, N., Fieber, mit Fieber verbundene Krankheit; ahd. fiebar, st. N. (a), Fieber; as. fēver*, st. N. (a), Fieber; anfrk. fēver*, st. N. (a), Fieber; lat. febris, F., Hitze, Fieber, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fieber, Kluge s. u. Fieber, DW 3, 1620, EWD s. u. Fieber, DW2 9, 469, EWAhd 3, 203, Duden s. u. Fieber, Bluhme s. u. Fieber; Son.: vgl. afries. -; ae. fefer, feofor, st. M. (a), st. N. (a), Fieber; an. -; got. -; frz. fièvre, F., Fieber; nschw. feber, Sb., Fieber; nnorw. feber, M., Fieber; nir. fiabhras, M., Fieber; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für über die normale Körpertemperatur des Menschen (von 36,2 Grad Celsius bis 37,5 Grad Celsius) erhöhte Körpertemperatur; BM.: brennen; F.: Fieber, Fiebers+FW(+EW); Z.: Fieb-er
$fieberhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fieberhaft; E.: s. Fieber, s. haft; L.: Kluge s. u. Fieber, DW 3, 1621, EWD s. u. Fieber; GB.: seit 1647 belegte und aus Fieber und haft gebildete Bezeichnung für mit Fieber behaftet oder erregt oder ungeduldig; F.: fieberhaft, fieberhafte, fieberhaftes, fieberhaftem, fieberhaften, fieberhafter(, fieberhaftere, fieberhafteres, fieberhafterem, fieberhafteren, fieberhafterer, fieberhaftest, fieberhafteste, fieberhaftestes, fieberhaftestem, fieberhaftesten, fieberhaftester)+FW+EW; Z.: fieb-er-haf-t
$fiebern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. fiebern; E.: s. Fieber, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Fieber, DW 3, 1622, EWD s. u. Fieber; GB.: seit 1349 belegte und aus Fieber und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches Fieber haben oder erregt sein (V.) oder ungeduldig sein (V.); F.: fiebern (!), fiebere, fiebre, fieber (!), fieberst, fiebert, fieberte, fiebertest, fieberten, fiebertet, gefiebert, ##gefiebert, gefieberte, gefiebertes, gefiebertem, gefieberten, gefieberter##, fiebernd, ###fiebernd, fieberndes, fieberndem, fiebernden, fiebernder###, fieber (1)+FW+EW; Z.: fieb-er-n
$fiebrig, fieberig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. fiebrig, Fieber habend, erregt, ungeduldig; L.: Kluge s. u. Fieber, fehlt DW, EWD s. u. Fieber; GB.: seit 1349 belegte und aus Fieb(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches Fieber habend oder erregt oder ungeduldig; F.: fiebrig, fiebrige, fiebriges, fiebrigem, fiebrigen, fiebriger(, fiebrigere, fiebrigeres, fiebrigerem, fiebrigeren, fiebrigerer, fiebrigst, fiebrigste, fiebrigstes, fiebrigstem, fiebrigsten, fiebrigster)+FW+EW; Z.: fieb-r-ig
Fiedel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Fiedel, Geige, ein Saiteninstrument; ne. fiddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. videle, videl, vigele, sw. F., st. F., Geige, Fiedel; mnd. vēdele, vedele, F., Fiedel, Geige; mnl. vedele, F., Fiedel; ahd. fidula, sw. F. (n), Fiedel, Geige, Saiteninstrument; spätlat. vītula, F., Saiteninstrument; weitere Etymologie unklar, vielleicht zu vītulārī, V., fröhlich sein (V.), einen Lobgesang anstimmen, frohlocken, jubeln; vgl. idg. *u̯ī̆- (2), *u̯oi-, Interj., V., weh, rufen, Pokorny 1176 (2024/100) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fiedel, Kluge s. u. Fiedel, (Fiedelboge) DW 3, 1623, EWD s. u. Fiedel, DW2 9, 472, EWAhd 3, 202, Duden s. u. Fiedel, Bluhme s. u. Fiedel; Son.: vgl. ae. fiþele, sw. F. (n): nhd. Fiedel; an. fiðla, F., Fiedel; nnorw. fele, M., F., Fiedel; kymr. ffidl, F., Fiedel; GB.: (ahd. fidula) seit 863-871 belegte und aus dem Spätlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Geige; BM.: ?; F.: Fiedel, Fiedeln+FW?(+EW); Z.: Fie-d-el
$Fiedelbogen, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Fiedelbogen; Q.: um 1200 (Nibelungenlied); E.: s. Fiedel, s. Bogen; L.: DW 3, 1624 (Fiedelboge), EWD s. u. Fiedel, DW2 9, 473; GB.: um 1200 belegte und aus Fiedel und Bogen gebildete Bezeichnung für den zu einer Fiedel gehörigen und zu einer Erzeugung bestimmter Töne erforderlichen Bogen; F.: Fiedelbogen, Fiedelbogens, Fiedelbögen+FW?+EW; Z.: Fie-d-el—bog-en
$fiedeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fiedeln, geigen, Geige spielen; E.: s. Fiedel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Fiedel, DW 3, 1625, EWD s. u. Fiedel; GB.: (videlen?) seit 12. Jh. belegte und aus Fiedel und (e)n gebildete und aus dem Lateinischen des Altertums (vītulārī) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für fiedeln oder geigen oder Geige spielen; F.: fiedeln (!), fiedel (!), fiedle, fiedele, fiedelst, fiedelt, fiedelte, fiedeltest, fiedelten, gefiedelt, ##gefiedelt, gefiedelte, gefiedeltes, gefiedeltem, gefiedelten, gefiedelter##, fiedelnd, ###fiedelnd, fiedelnde, fiedelndes, fiedelndem, fiedelnden, fiedelnder###, fiedel (!)+FW(+EW); Z.: fie-d-el-n
fiepen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fiepen, piepsen, tönen; ne. cheep (V.), whimper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. fiepen, DW 3, 1627, Duden s. u. fiepen; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung bestimmter Lebewesen wie Rehe oder Vögel mögliches piepsen oder tönen odereinen leisen und hohen Ton (M.) (2) von sich geben; BM.: lautmalend?; F.: fiepen, fiepe, fiepst, fiept, fiepest, fiepet, fiepte, fieptest, fiepten, fieptet, gefiept, ##gefiept, gefiepte, gefieptes, gefieptem, gefiepten, gefiepter##, fiepend, ###fiepend, fiepende, fiependes, fiependem, fiependen, fiepender###, fiep (!)+EW; Z.: fiep-en
fieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fieren, senken, eine Last durch Lösen des Befestigungstaus hinunterlassen; ne. veer out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. nndl. vieren, V., fieren; ahd. fieren*, sw. V. (1a), abwechseln?, wechseln, wenden?; vgl. ahd. fiera, st. F. (ō), Seite, Richtung; germ. *ferō, st. F. (ō), Seite, EWAhd 3, 206; L.: Kluge s. u. fieren, DW 3, 1627 (fieren), DW 26, 290 (vieren), Duden s. u. vieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine Last durch Lösen des Befestigungstaus hinunterlassen; BM.: Seite?; F.: fieren, fiere, fierst, fiert, fierest, fieret, fierte, fiertest, fierten, fiertet, gefiert, ##gefiert, gefierte, gefiertes, gefiertem, gefierten, gefierter##, fierend, ###fierend, fierende, fierendes, fierendem, fierenden, fierender###, fier (!)+EW; Z.: fier-en
fies, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. fies, widerwärtig, widerlich, schändlich; ne. mean (Adj.), nasty (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vermutlich zu mhd. vist, vīst, st. M., Fist, Furz, lautlose Blähung, Klappern; ahd. fist*, st. M. (a), Fist, Darmwind; germ. *fista-, *fistaz?, st. M. (a), Bauchwind, Furz; vgl. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. fies, fehlt DW, EWD s. u. fies, Duden s. u. fies, Bluhme s. u. fies; Son.: vgl. nndl. vies, Adj., vies; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie wohl mit Fist und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für widerwärtig oder widerlich oder schändlich; BM.: furzen?; F.: fies, fiese, fieses, fiesem, fiesen, fieser(, fiesere, fieseres, fieserem, fieseren, fieserer, fieseste, fiesestes, fiesestem, fiesesten, fiesester)+EW; Z.: fies
$Fiesel, nhd., F.: nhd. Fiesel, Faser; L.: Kluge s. u. abfieseln, fehlt DW; F.: Fiesel, Fieseln+EW; Z.: Fies-el
fieseln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. fieseln, abfinden, klauben, nagen, abfasern; ne. nibble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: von einem Fiesel, F., Faser; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. abfieseln, fehlt DW, Duden s. u. fieseln; Son.: hauptsächlich in abfieseln gebraucht; GB.: etwas Kleines mühsam und einzeln ablösen; BM.: Faser?; F.: fieseln, fiesle, fiesel (!), fieselst, fieselt, fieselest, fieselet, fieselte, fieseltest, fieselten, fieseltet, gefieselt, ##gefieselt, gefieselte, gefieseltes, gefieseltem, gefieselten, gefieselter##, fieselnd, ###fieselnd, fieselnde, fieselndes, fieselndem, fieselnden, fieselnder###, fiesel (!)+EW; Z.: fies-el-n
$Fiesling, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fiesling; E.: s. fies, s. ling; L.: Kluge s. u. fies, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus fies und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen fiesen oder hinterhältigen Menschen; F.: Fiesling, Fieslings, Fieslinges, Fieslinge, Fieslingen+EW; Z.: Fies-ling
fifty-fifty, nhd., Adv., (20. Jh.): nhd. fifty-fifty, halbe-halbe; ne. fifty-fifty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. fifty-fifty; E.: s. ne. fifty-fifty, Adv., fifty-fifty, halbe halbe; s. ae. fīftig, Num. Kard., fünfzig; germ. *femf, *femfe, Num. Kard., fünf; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); germ. *tegu-, M., zehn, ...zig; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. fifty-fifty, Duden s. u. fifty-fifty; Son.: vgl. nndl. fifty-fifty, Adv., fifty-fifty; frz. fifty-fifty, Adv., fifty-fifty; nnorw. fifty-fifty, Adv., fifty-fifty; poln. fifty-fifty, Adv., fifty-fifty; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für halbe-halbe; BM.: Hälfte von hundert Prozent; F.: fifty-fifty+FW; Z.: fif-ty-fif-ty
figieren, nhd. (ält.), V., (13. Jh.): nhd. figieren, dick machen, fest machen, etwas dauerhaft machen; ne. fix (V.); Vw.: s. prä-; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); I.: Lw.; E.: mhd. figieren, sw. V., formen, gestalten, treffen, treffen wie mit einem Geschoss; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, DW2 9, 475; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fest machen; BM.: stechen; F.: figieren, figiere, figierst, figiert, figierest, figieret, figierte, figiertest, figierten, figiertet, figiert, figierte, figiertes, figiertem, figierten, figierter, figierend, figierend, figierende, figierendes, figierendem, figierenden, figierender, figier (!)+FW(+EW); Z.: fig-ier-en
Figur, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Figur, Körperform, Erscheinung, Gestalt; ne. figure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. figūr, st. F., Figur, Gestalt, Symbol, Gleichnis, Bedeutung, Ding; mhd. figure, figūre, figiure, sw. F., Figur, Gestalt, Symbol, Bild, Abbild, Beispiel, Gleichnis; mnd. figūre, figure, figūr, F., Gestalt, Menschengestalt, Erscheinung; afrz. figur, F., Figur; lat. figūra, F., Bildung, Gestalt, Figur, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. Figur, DW 3, 1629, EWD s. u. Figur, DW2 9, 475, Duden s. u. Figur; Son.: vgl. nndl. figuur, Sb., Figur; frz. figure, F., Figur; nschw. figure, Sb., Figur; nnorw. figure, M., Figur; kymr. ffigiwr, ffigwr, M., F., Figur; lit. figūra, F., Figur; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine äußere Erscheinung oder Gestalt; BM.: formen; F.: Figur, Figuren+FW(+EW); Z.: Fig-ur
$figurieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. figurieren, gestalten, formen; Vw.: s. kon-; E.: s. Figur, s. ieren; L.: DW 3, 1630, EWD s. u. Figur, DW2 9, 479; GB.: seit 1285 belegte und aus lat. figūrāre oder aus Figur und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gestalten oder formen; F.: figurieren, figuriere, figurierst, figuriert, figurierest, figurieret, figurierte, figuriertest, figurierten, figuriertet, ##figuriert, figurierte, figuriertes, figuriertem, figurierten, figurierter##, figurierend, ###figurierend, figurierende, figurierendes, figurierendem, figurierenden, figurierender###, figurier (!)+FW(+EW); Z.: fig-ur-ier-en
$figürlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. figürlich, Figur betreffend; E.: s. Figur, s. lich; L.: EWD s. u. Figur; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus lat. figūrālis oder aus Figur und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches eine Figur oder Gestalt betreffend; F.: figürlich, figürliche, figürliches, figürlichem, figürlichen, figürlicher+FW+EW; Z.: fig-ür—lich
…fikanz, nhd., (Part. Präs.=)F., (20. Jh.?): nhd. …fikanz; ne. …ficance; Vw.: s. Signi-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. …ficantia; E.: s. …ficantia, Suff., …fikanz; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. frz. …fication, Suff., …fikanz; nschw. …fikans, Suff., …fikanz; nnorw. …fikans, Suff., …fikanz; L.: fehlt DW: GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Machens verwendete Bezeichnung; BM.: machen; F.: …fikanz, …fikanzen+FW(+EW); Z.: -fi-k-anz
…fikat, nhd., (Part. Prät.=) N., (15. Jh.?): nhd. …fikat; ne. …ficate; Vw.: s. Ponti-, Zerti-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. …ficātus; E.: s. lat. …ficātus, Suff., …fikat; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …ficaat, Suff., …fikat; frz. …ficat, Suff., …fikat; nschw. …fikat, Suff., …fikat; nnorw. …fikat, Suff., …fikat; poln. …fikat, Suff., …fikat; nir. …feacht, Suff., …fikat; lit. …fikatas, Suff., …fikat; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen zu einer Bildung von Substantiven des Machens verwendete Bezeichnung; BM.: machen; F.: …fikat, …fikats, …fikates, …fikate, …fikaten+FW(+EW); Z.: -fi-k-at
Fiktion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fiktion, Erfindung; ne. fiction; Vw.: -; Hw.: s. Science-fiction; Q.: 1610; I.: Lw. lat. fictio; E.: lat. fictio, F., Bilden, Formen (N.), Bildung, Gestaltung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. Fiktion, fehlt DW, EWD s. u. Fiktion, DW2 9, 481, Duden s. u. Fiktion; Son.: vgl. nndl. fictie, Sb., Fiktion; frz. fiction, F., Fiktion; nschw. fiction, Sb., Fiktion; nnorw. fiksjon, M., Fiktion; poln. fikcja, F., Fiktion; kymr. ffug, ffugiant, M., Fiktion; nir. ficscean, M., Fiktion; lit. fikcija, F., Fiktion; GB.: seit 1610 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in der Vorstellung von Menschen Bestehendes; BM.: formen; F.: Fiktion, Fiktionen+FW; Z.: Fik-t-io-n
fiktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fiktiv, erfunden, erdacht, nur in der Vorstellung bestehend; ne. ficticious, fictive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1838; I.: Lw. mlat. fictīvus; E.: s. mlat. fictīvus, Adj., fiktiv, erfunden, erdichtet; vgl. lat. fīgere, V., heften, anheften, anhängen, anbinden, stecken, anschlagen, befestigen, anschmieden, Plaut. (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fiktion, fehlt DW, EWD s. u. Fiktion, DW2 9, 482, Duden s. u. fiktiv; Son.: vgl. nndl. fictief, Adj., fiktiv; frz. fictif, Adj., fiktiv; nschw. fiktiv, Adj., fiktiv; nnorw. fiktiv, Adj., fiktiv; poln. fikcyjny, Adj., fiktiv; lit. fiktyvus, Adj., fiktiv; GB.: seit 1838 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erfunden oder erdacht oder nur in der Vorstellung bestehend; BM.: stechen?, festsetzen?; F.: fiktiv, fiktive, fiktives, fiktivem, fiktiven, fiktiver+FW(+EW); Z.: fik-t-iv
File, nhd., N., (20. Jh.): nhd. File, Datei; ne. file (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. file; E.: s. ne. file, N., File, Akte; letztlich von lat. fīlum, N., Faden, Lebensfaden, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: fehlt DW, Duden s. u. Feil; Son.: vgl. nndl. file, Sb., Datei; nschw. fil, Sb., Datei, File; nnorw. fil, M., F., File, Datei; kymr. ffeil, F., File, Datei; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Datei in einem Computer; BM.: ein Aktenbündel verschnürender Faden; F.: File, Files+FW; Z.: Fil-e
Filet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Filet, Lendenstück, durchbrochene oder netzartig gewirkte Handarbeit; ne. filet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1775; I.: Lw. frz. filet; E.: s. frz. filet, M., Netz, Fadenwerk, Filet; vgl. frz. fil, M., Faden; lat. fīlum, N., Faden, Lebensfaden, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. Filet, fehlt DW, EWD s. u. Filet, DW2 9, 482, Duden s. u. Filet; Son.: vgl. nndl. filet, Sb., Filet; nschw. file, Sb., Filet; nnorw. filet, M., Filet; poln. filet, M., Filet; kymr. ffiled, F., Filet; lit. filė, F., Filet; GB.: seit 1775 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das zarte Fleisch der Lende und für einen durchbrochenen oder netzartig gewirkten Stoff; BM.: Faden; F.: Filet, Filets+FW; Z.: Fil-et
Filiale, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Filiale, Zweigstelle; ne. filial (N.), branch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1539; I.: Lw. lat. fīliālis; E.: s. lat. fīliālis, Adj., kindlich, Tochter...; vgl. lat. fīlius, M., Sohn, Schüler, Anhänger, Getreuer, Freund; vgl. idg. *dʰēi-, *dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241 (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Filiale, fehlt DW, EWD s. u. Filiale, DW2 9, 483, Duden s. u. Filiale; Son.: vgl. nndl. filiaal, Sb., Filiale; frz. filiale, F., Filiale; nschw. filial, Sb., Filiale; nnorw. filial, M., Filiale; poln. filia, F., Filiale; lit. filialas, M., Filiale; GB.: seit 1539 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wie eine Tochter zu einer Familie als Zweigstelle zu einer Kette gehörendes Einzelgeschäft; BM.: säugen; F.: Filiale, Filialen+FW+EW; Z.: Fi-l-ial-e
Filigran, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Filigran, Geflecht aus Edelmetallfäden; ne. filigree (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1672; I.: Lw. it. filigrana; E.: s. it. filigrana, F., Filigran, Filigran-Arbeit; vgl. it. filo, M., Faden; lat. fīlum, N., Faden, Lebensfaden, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; it. grana, F., Korn; vgl. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Filigran, fehlt DW, EWD s. u. Filigran, DW2 9, 484, Duden s. u. Filigran; Son.: vgl. nndl. filigrann, Sb., Filigran; frz. filigrane, F., Filigran; nschw. filigran, Sb., Filigran; nnorw. filigran, N., Filigran; poln. filigran, M., Filigran; kymr. ffiligri, M., Filigran; nir. fíolagrán, M., Filigran; GB.: seit 1672 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Goldschmiedearbeit aus einem kunstvollen Geflecht von Golddrähten oder Silberdrähten; BM.: formen, reiben?; F.: Filigran, Filigrans, Filigrane, Filigranen+FW(+EW); Z.: Fil-i-gra-n
fillen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. fillen, Fell abziehen; ne. skin (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fell; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. villen (1), sw. V., Fell abziehen, häuten, geißeln, schlagen; mnd. villen, sw. V., Fell abziehen, Haut abziehen, schinden; mnl. villen, sw. V., Fell abziehen; ahd. fillen, sw. V. (1a), schlagen, geißeln, züchtigen; as. fillian, sw. V. (1a), fillen, schlagen; anfrk. *fillen?, sw. V. (2), schlagen, geißeln; vgl. germ. *fella-, *fellam, st. N., Haut; idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fillen, DW 3, 1631; Son.: vgl. afries. filla, sw. V. (1), geißeln, fillen; nfries. fillen; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Fell abziehen; BM.: Fell; F.: fillen (!), fille (!), fillst (!), fillt (!), fillest (!), fillet (!), fillte (!), filltest (!), fillten (!), filltet (!), gefillt (!), ##gefillt (!), gefillte (!), gefilltes (!), gefilltem (!), gefillten (!), gefillter (!)##, fillend (!), ###fillend (!), fillende (!), fillendes (!), fillendem (!), fillenden (!), fillender (!)###, fille (!)+EW; Z.: fil-l-en
Film, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Film, dünne Schicht, auf einen dünnen Streifen aufgenommene Folge bewegter Bilder; ne. film (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1891; I.: Lw. ne. film; E.: s. ne. film, Sb., Film, Häutchen; ae. filmen, st. N. (a), Häutchen, Vorhaut; germ. *felma (1), Sb., Haut; vgl. idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Film, fehlt DW, EWD s. u. Film, DW2 9, 484, Duden s. u. Film, Bluhme s. u. Film; Son.: vgl. nndl. film, Sb., Film; frz. film, M., Film; nschw. film, Sb., film; nnorw. film, M., Film; poln. film, M., Film; kymr. ffilm, F., Film; lit. filmas, M., Film; GB.: seit 1891 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine dünne zusammenhängende Schicht und dann für eine auf einen dünnen Streifen aufgenommene Folge bewegter Bilder; BM.: Haut; F.: Film, Films, Filmes, Filme, Filmen+FW; Z.: Fil-m
$Filmdiva, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Filmdiva, weiblicher Filmstar; E.: s. Film, s. Diva; L.: fehlt DW, EWD s. u. Diva; GB.: vielleicht seit 1929 belegte und aus Film und Diva gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Filmen möglichen weiblichen Filmstar; F.: Filmdiva, Filmdivas, Filmdiven+FW; Z.: Fil-m—di-v-a
$filmen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. filmen, Film herstellen; Vw.: s. ver-; E.: s. Film, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Film, fehlt DW, EWD s. u. Film; GB.: seit 1922 belegte und aus Film und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Filmen mögliches einen Film herstellen; F.: filmen (!), filme (!), filmst, filmt, filmest, filmet, filmte, filmtest, filmten, filmtet, gefilmt, ##gefilmt, gefilmte, gefilmtes, gefilmtem, gefilmten, gefilmter##, filmend, ###filmend, filmende, filmendes, filmendem, filmenden, filmender###, film (!)+FW+EW; Z.: fil-m-en
$filmisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. filmisch, Film betreffend; E.: s. Film, s. isch; L.: Kluge s. u. Film, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Film und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Filmen mögliches einen Film betreffend; F.: filmisch, filmische, filmisches, filmischem, filmischen, filmischer+FW+EW; Z.: fil-m-isch
Filou, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Filou, Gauner, Betrüger; ne. rogue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1627; I.: Lw. frz. filou; E.: s. frz. filou, M., Gauner; wohl ne. fellow, M., Bursche, Gamillscheg 427b; ae. féolaga, sw. M. (n), Teilnehmer, Genosse; ae. feoh, st. N. (a), st. N. (u), Vieh, Herde, Eigentum, Besitz, Geld; germ. *fehu-, st. N., Schaf, Vieh, Fahrhabe, Fahrnis, f-Rune; idg. *pék̑u-, N., Geschorenes, Schaf, Vieh, Wolle, Vlies, Haar (N.), Pokorny 797; s. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); vgl. ae. lagian, sw. V. (2), bestimmen; germ. *lagōn?, sw. V., festsetzen; s. idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Filou, fehlt DW, EWD s. u. Filou, DW2 9, 485, Duden s. u. Filou; Son.: vgl. nschw. filur, Sb., Filou; nnorw. filur, M., Filou; poln. filut, M., Filou; GB.: seit 1627 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen andere mit Schläue in harmloser Weise zu übervorteilen verstehenden Menschen oder Gauner oder Betrüger; BM.: täuschen; F.: Filou, Filous+FW; Z.: Fi-l-ou
Filter, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Filter, Sieb; ne. filter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Filz, filtrieren, infiltrieren; Q.: 1579; I.: Lw. lat. filtrum; E.: s. lat. filtrum, N., Lumpen (M.), Seihgerät aus Filz; vgl. germ. *felta-, *feltaz, *filta-, *filtaz, st. M. (a), Gestampftes; vgl. idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Filter, fehlt DW, EWD s. u. Filter, EWAhd 3, 228, Duden s. u. Filter, Bluhme. u. Filter; Son.: vgl. nndl. filter, Sb., Filter; frz. filtre, M., Filter; nschw. filter, Sb., Filter; nnorw. filter, N., Filter; poln. filtr, M., Filter; lit. filtras, M., Filter; GB.: seit 1579 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein durchlässiges Material oder eine Vorrichtung die zu einem Filtern oder Sieben flüssiger oder gasförmiger Stoffe verwendet werden kann; BM.: Filz; F.: Filter, Filters, Filtern+FW; Z.: Fil-t-er
$filtern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. filtern, filtrieren, durchseihen, seihen, trennen, sieben (V.); E.: s. Filter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Filter, fehlt DW, EWD s. u. Filter; GB.: seit 1572 belegte und aus Filter und (e)n gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes flüssige oder gasförmige Stoffe sortieren oder seihen oder trennen oder sieben (V.); F.: filtern (!), filtere, filtre, filter (!), filterst, filtert, filterte, filtertest, filterten, filtertet, gefiltert, ##gefiltert, gefilterte, gefiltertes, gefiltertem, gefilterten, gefilterter##, filternd, ###filternd, filterndes, filterndem, filternden, filternder###, filter (!)+FW+EW; Z.: fil-t-er-n
filtrieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. filtrieren, filtern, durchseihen, sieben (V.); ne. filtrate, filter (V.); Vw.: s. in-; Hw.: s. Filter; Q.: 1583; I.: Lw. mlat. filtrāre; E.: s. mlat. filtrāre, V., mit Filz füttern, durch Filz seihen, durch Filz filtern; vgl. lat. filtrum, N., Lumpen (M.), Seihgerät aus Filz; vgl. germ. *felta-, *feltaz, *filta-, *filtaz, st. M. (a), Gestampftes; vgl. idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Filter, EWD s. u. Filter, DW 3, 1631, DW2 9, 487, Duden s. u. filtrieren; Son.: vgl. nndl. filteren, sw. V., filtrieren, filtern; frz. filtrer, V., filtrieren, filtern; nschw. filtrera, V., filtrieren, filtern; nnorw. filtrere, V., filtrieren, filtern; lit. filtruoti, V., filtieren; GB.: seit 1583 belegte und aus Filt(e)r und ier sowie en gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes flüssige oder gasförmige Stoffe sortieren oder seihen oder durchseihen oder sieben (V.) oder trennen; BM.: Filz; F.: filtrieren, filtriere, filtrierst, filtriert, filtrierest, filtrieret, filtrierte, filtriertest, filtrierten, filtriertet, ##filtriert, filtrierte, filtriertes, filtriertem, filtrierten, filtrierter##, filtrierend, ###filtrierend, filtrierende, filtrierendes, filtrierendem, filtrierenden, filtrierender###, filtrier (!)+FW; Z.: fil-t-r-ier-en
Filz, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Filz, verdichtete Wolle; ne. felt (N.); Vw.: -; Hw.: s. Filter; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vilz, filz*, st. M., Filz, Moor, Moorgrund, Strohmatte, grober Mensch, geiziger Mensch; mnd. vilt, M., N.?, Filz; mnl. vilt, vilte, velt, M.?, N.?, Filz, aus angefertigte Bekleidung; ahd. filz, st. M. (a?, i?), Lumpen (M.), Tuch, Umwurf; as. filt*, st. N. (a?, i?), Filz; anfrk. -; germ. *felta-, *feltaz, st. M. (a), *felti-, *feltiz, *filti-, *filtiz, st. M. (i), Gestampftes; s. idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801? (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Filz, Kluge s. u. Filz, EWD s. u. Filz, DW 3, 1631, DW2 9, 488, EWAhd 3, 234, Falk/Torp 238, Seebold 182, Duden s. u. Filz, Bluhme s. u. Filz; Son.: vgl. afries. -; ae. felt, Sb., Filz; an. -; got. *filtur?, st. Sb., Filz; nndl. filt, Sb., Filz; frz. feutre, M., Filz; nnorw. filt, Sb., Filz; nnorw. filt, M., Filz; poln. filc, M., Filz; gr. πῖλος (pilos), M., Filz, Filzhut; lat. pīleus, pilleus, M., Filz, Filzkappe, Filzmütze, Hut, Kappe; lit. fetras, M., Filz; bask. bilho, Sb., Haar (Bluhme); GB.: (filz) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild durch Pressen (N.) vorwiegend aus Schafwolle und anderen Tierhaaren hergestelltes dichtes und zu einem Filtern geeignetes Material (verdichtete Wolle); BM.: stoßen?, Haar?; F.: Filz, Filzes, Filze, Filzen+EW; Z.: Fil-z
filzen, nhd., V., (19. Jh.): nhd. kämmen, filzen, durchsuchen; ne. toss (V.), frisk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus der Gaunersprache entnommen, wohl letztlich aus Filz und en gebildet; L.: Kluge s. u. filzen, DW 3, 1634, DW2 9, 490, Duden s. u. filzen; GB.: bei einer Kontrolle gründlich durchsuchen; BM.: kämmen?; F.: filzen (!), filze (!), filzt, filzest, filzet, filzte, filztest, filzten, filztet, gefilzt, ##gefilzt, gefilzte, gefilztes, gefilztem, gefilzten, gefilzter##, filzend, ###filzend, filzende, filzendes, filzendem, filzenden, filzender###, filz (!)+EW?; Z.: fil-z-en
$filzen (2), nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. filzen, Filz herstellen; Vw.: s. ver-; E.: s. Filz, s. en; L.: Kluge s. u. Filz, fehlt DW, EWD s. u. Filz; GB.: seit 1286 belegte und aus Filz und en gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes Filz herstellen; F.: filzen (!), filze (!), filzst (!), filzt, filzest, filzet, filzte, filztest, filzten, filztet, gefilzt, ##gefilzt, gefilzte, gefilztes, gefilztem, gefilzten, gefilzter##, filzend, ###filzend, filzende, filzendes, filzendem, filzenden, filzender###, filz (!)+EW; Z.: fil-z-en
$Filzer, nhd., M.: nhd. Filzer, Filzender, Kamm; E.: s. filz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. filzen, DW 3, 1635; GB.: aus filz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Filzenden oder einen Kamm; F.: Filzer, Filzers, Filzern+EW?; Z.: Fil-z-er
$filzig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. filzig; E.: s. Filz, s. ig; L.: Kluge s. u. Filz, DW 3, 1636, EWD s. u. Filz; GB.: seit 1477 belegte und aus Filz und ig gebildete Bezeichnung für Filz betreffend oder verfilzt; F.: filzig, filzige, filziges, filzigem, filzigen, filziger(, filzigere, filzigeres, filzigerem, filzigeren, filzigerer, filzigst, filzigste, filzigstes, filzigstem, filzigsten, filzigster)+EW; Z.: fil-z-ig
Fimmel (1), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fimmel (M.) (1), leidenschaftlich betriebene Beschäftigung; ne. craze (N.), hang-up (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1929; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Fimmel 1, EWD s. u. Fimmel, DW2 9, 492, Duden s. u. Fimmel, Bluhme s. u. Fimmel; GB.: seit 1929 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine übertriebene Vorliebe oder für eine leidenschaftlich betriebene Beschäftigung; BM.: ?; F.: Fimmel, Fimmeln+EW?; Z.: Fimm-el
Fimmel (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Fimmel (M.) (2), kürzerer männlicher Hanf; ne. fimblehemp, fimble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1569/1570; I.: Lw. lat. fēmella; E.: s. lat. fēmella, F., Frauenzimmerchen, Weibchen, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. fēmina, F., Frau, Ehefrau, Weib, Weibchen; vgl. idg. *dʰēi-, *dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241 (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fimmel 2, DW 3, 1638, DW2 9, 492, Kluge s. u. Fimmel; GB.: seit 1569/1570 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kürzeren männlichen Hanf; BM.: saugen bzw. säugen; F.: Fimmel, Fimmels+FW; Z.: Fi-m-m-el
final, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. final, auf ein Ziel bezogen, den Schluss bildend; ne. final (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Finale; Q.: 1735; I.: Lw. lat. fīnālis; E.: s. lat. fīnālis, Adj., am Ende befindlich, Grenzen betreffend, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Finale, fehlt DW, EWD s. u. final, DW2 9, 492, Duden s. u. final; Son.: vgl. nndl. finaal, Adj., final; frz. final, Adj., final; nschw. final, Adj., final; nnorw. final, Adj., final; poln. finałwy, Adj., final; GB.: seit 1735 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für auf ein Ziel bezogen oder den Schluss bildend; BM.: stecken bzw. festsetzen; F.: final, finale, finales, finalem, finalen, finaler+FW(+EW); Z.: fin-al
Finale, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Finale, Endspiel, Schlussteil; ne. final (N.), finale; Vw.: -; Hw.: s. final; I.: Lw. it. finale; E.: s. it. finale, F., Finale, Schlussteil; vgl. lat. fīnālis, Adj., am Ende befindlich, Grenzen betreffend, (um 125-175 n. Chr.); lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Finale, fehlt DW, EWD s. u. Finale, DW2 9, 493, Duden s. u. Finale; Son.: vgl. nndl. finale, Sb., Finale; frz. final, finale, F., Finale; nschw. final, Sb., Finale; nnorw. finale, M., Finale; poln. finał, M., Finale; lit. finalas, M., Finale; GB.: vielleicht seit dem 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den glanzvollen Schluss eines größeren Werkes (Schlussteil) oder für das Endspiel eines größeren Sportwettbewerbs; BM.: stecken bzw. festsetzen; F.: Finale, Finales, Finalen+FW; Z.: Fin-al-e
$Finalsatz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Finalsatz; E.: s. final, s. Satz; L.: EWD s. u. final; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus final und Satz gebildete Bezeichnung für einen durch um oder damit eingeleiteten Zwecksatz oder Absichtssatz wie beispielsweise er studiert, damit er bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat oder sie schminkt sich, um mehr Blicke auf sich zu ziehen; F.: Finalsatz, Finalsatzes, Finalsätze, Finalsätzen+FW+EW; Z.: Fin-al—satz
Finanz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Finanz, Geldwesen; ne. finances; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1355 (Urkunde); E.: s. mhd. finanzīe, sw. F., unredliches Geldgeschäft, Wucherei, Betrug; mnd. finantzie, finantz, finantze, financie, F., betrügerisches Geschäft, Betrügerei, Gewinn eines Geldgeschäfts, Wucher, Finesse, List; mlat. fīnantia, F., Finanz, Gezahltes; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel, Ende, Abgabe; lat. fīgere, fīvere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Finanzen, DW 3, 1639, EWD s. u. Finanzen, DW2 9, 493, Duden s. u. Finanzen; Son.: vgl. nndl. financien, Sb., Finanzen; nschw. finanser, Sb. Pl., Finanzen; nnorw. finanser, Sb. Pl., Finanzen; poln. finanse, Sb. Pl., Finanzen; lit. finansai, M. Pl., Finanzen; GB.: seit 1355 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Einkünfte oder Vermögen eines Staates oder Landes oder allgemeiner einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes; BM.: stechen bzw. festsetzen; F.: Finanz, Finanzen+FW(+EW?); Z.: Fin-anz
$finanziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. finanziell, Finanz betreffend, Geld betreffend; E.: s. Finanz, s. iell; L.: Kluge s. u. Finanzen, fehlt DW, EWD s. u. Finanzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit Finanz und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Finanz betreffend, Geld betreffend; F.: finanziell, finanzielle, finanzielles, finanziellem, finanziellen, finanzieller+FW; Z.: fin-anz-i-ell
$Finanzier, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Finanzier, Fianzierender, Finanzexperte; I.: Lw. frz. financier; E.: s. frz. financier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Finanzen; GB.: 1665 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Finanz und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Finanzierenden oder Finanzexperten; F.: Finanzier, Finanziers+FW(+EW); Z.: Fin-anz-i-er
$finanzieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. finanzieren, bezahlen; E.: s. Finanz, s. ieren; L.: Kluge s. u. Finanzen, fehlt DW, EWD s. u. Finanzen; GB.: seit 1616 belegte und aus Finanz und ieren gebildete Bezeichnung für bezahlen; F.: finanzieren, finanziere, finanzierst, finanziert, finanzierest, finanzieret, finanzierte, finanziertest, finanzierten, finanziertet, ##finanziert, finanzierte, finanziertes, finanziertem, finanzierten, finanzierter##, finanzierend, ###finanzierend, finanzierende, finanzierendes, finanzierendem, finanzierenden, finanzierender###, finanzier (!)+FW+EW?; Z.: fin-anz-ier-en
$Findelkind, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Findelkind; E.: s. Findel bzw. Fündel, s. Kind; L.: Kluge s. u. Findelkind, DW 3, 1641, EWD s. u. finden; GB.: (vündelkint) seit 1270/1280 belegte und aus find(en) bzw. Fund und el sowie Kind gebildete Bezeichnung für ein von Dritten gefundenes Kind meist unbekannter Eltern dessen rechtliche Lage sich von der Lage anderer Kinder unterscheidet; F.: Findelkind, Findelkindes, Findelkinds, Findelkinder, Findelkindern+EW; Z.: Fi-n-d-el—kin-d
finden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. finden, aufspüren, entdecken; ne. find (V.); Vw.: s. emp-; Hw.: s. Fund; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vinden (1), finden*, st. V., sehen, erblicken, entdecken, aufsuchen, antreffen, ertappen, finden, erfinden; mnd. vinden, st. V., finden; mnl. vinden, st. V., finden; ahd. findan, st. V. (3a), finden, entdecken, bestimmen; as. findan, fīthan, st. V. (3a), finden; anfrk. findan*, findon*, st. V. (3a), finden; germ. *fenþan, *finþan, st. V., gehen?, finden; idg. *pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808 (1399/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. finden, Kluge s. u. finden, DW 3, 1641, EWD s. u. finden, DW2 9, 501, EWAhd 3, 251, Falk/Torp 228, Seebold 193, Duden s. u. finden, Bluhme s. u. finden; Son.: vgl. afries. finda, st. V. (3a), finden, antreffen, Urteil finden, weisen; nfries. fynne, V., finden; ae. findan, st. V. (3a), finden, treffen, entdecken, erlangen; an. finna, st. V. (3a), finden, besuchen, wahrnehmen; got. finþan, st. V. (3,1), erkennen, erfahren (V.); nndl. vinden, V., finden; nschw. find, V., finden; nnorw. finne, V., finden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens schon vormenschlich mögliches aufspüren oder entdecken für das der Mensch besondere Regeln entwickelt hat; BM.: fallen?; F.: finden, finde, findest, findet, fand, fandest, fandst, fanden, fandet, fände, fändest, fänden, fändet, gefunden, ##gefunden, gefundene, gefundenes, gefundenem, gefundenen, gefundener##, findend, ###findend, findende, findendes, findendem, findenden, findender###, find (!)+EW; Z.: fi-n-d-en
$Finder, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Finder, Findender; Vw.: s. Er-, Pfad-; E.: s. find(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 1649, DW2 9, 506; GB.: seit 1189 belegte und aus find(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Findenden; F.: Finder, Finders, Findern+EW; Z.: Fi-n-d-er
$findig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. findig, finden könnend, erfinderisch; Vw.: s. aus-, spitz-; L.: Kluge s. u. finden, DW 3, 1649, EWD s. u. finden; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus findig bzw. *vindic bzw. find(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches finden könnend oder erfinderisch; F.: findig, findige, findiges, findigem, findigen, findiger(, findigere, findigeres, findigerem, findigeren, findigerer, findigst, findigste, findigstes, findigstem, findigsten, findigster)+EW; Z.: fi-n-d-ig
$Findling, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Findling; E.: s. find(en), s. ling; L.: Kluge s. u. Findling, DW 3, 1649, EWD s. u. finden; GB.: vielleicht seit 1300 belegte und aus find(en) und ling gebildete Bezeichnung für ein Findelkind und einen unerwartet aufgefundenen und in der Eiszeit durch einen Gletscher an seinen Fundort bewegten großen Stein; F.: Findling, Findlings, Findlinge, Findlingen+EW; Z.: Fi-n-d-ling
$Findung, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Findung, Finden; Vw.: s. Ab-, Er-; L.: DW 3, 1649, DW2 9, 508; GB.: (findunga*) um 790 belegte und aus find(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Finden; F.: Findung, Findungen+EW; Z.: Fi-n-d-ung
Finesse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Finesse, Feinheit, Kunstgriff; ne. finesse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1626; I.: Lw. frz. fínesse; E.: s. frz. fínesse, F., Finesse, Feinheit; afrz. fin, Adj., zart, rein; lat. fīnus, Adj., äußerste, beste; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Finesse, fehlt DW 3, EWD s. u. Finesse, DW2 9, 509, Duden s. u. Finesse; Son.: vgl. nndl. finesse, Sb., Finesse; nschw. finess, Sb., Finesse; nnorw. finesse, M., Finesse; poln. finezja, F., Finesse; kymr. finesse, F., Finesse; GB.: seit 1626 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche (besondere) Feinheit oder einen (besonderen) Kunstgriff; BM.: stecken bzw. festsetzen; F.: Finesse+FW; Z.: Fin-ess-e
Finger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Finger, bewegliches Glied an der Hand; ne. finger (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vinger, finger*, st. M., Finger, Hand, Kralle, Fingerring, Ring, kleinstes Glied; mnd. vinger, M., Finger (M.), Hand; mnl. vinger, vingher, M., Finger; ahd. fingar, st. M. (a), Finger; as. fingar*, st. M. (a), Finger; anfrk. -; germ. *fingra-, *fingraz, *fengra-, *fengraz, st. M. (a), Finger; germ. *fengru-, *fengruz, st. M. (u), Finger; s. idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; vgl. idg. penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Finger, Kluge s. u. Finger, DW 3, 1650, EWD s. u. Finger, DW2 9, 509, EWAhd 3, 255, Falk/Torp 228, Duden s. u. Finger, Bluhme s. u. Finger; Son.: vgl. afries. finger, st. M. (a), Finger; nnordfries. finger, fenger, fanger; ae. finger, st. M. (a), Finger; an. fingr, st. M. (a), später st. N. (a), Finger; got. figgrs, st. M. (a), Finger; nndl. vinger, Sb., Finger; nschw. finger, Sb., Finger; nnorw. finger, M., Finger; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für die (fünf einzeln leicht sichtbaren und mit einem Nagel aus Horn endenden (s. Fingernagel) Teile einer Hand eines Primaten; BM.: fünf; F.: Finger, Fingers, Fingern+EW; Z.: Fing-er
$Fingerhut, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fingerhut; E.: s. Finger, s. Hut (M.); L.: DW 3, 1658, EWD s. u. Finger, Hut; GB.: (vingerhuot) seit 13. Jh. belegte und aus Finger und Hut (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen aus Metall entwickelten und verwendeten Schutz der Fingerspitze vor Nadelstichen und für eine kleine Blume mit vergleichbarer Blütenform blauer Blüten oder allgemein für Geringwertiges; F.: Fingerhut, Fingerhutes, Fingerhuts, Fingerhüte, Fingerhüten+EW; Z.: Fing-er—hut
$Fingerling, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Fingerling; E.: s. finger, s. ling;L.: Kluge s. u. Finger, DW 3, 1659, EWD s. u. Finger; GB.: (vingerlinc) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Finger und ling gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der Verwendung von Metall entwickelten und verwendeten Fingerring und einen Schutz eines einzelnen Fingers; F.: Fingerling, Fingerlings, Fingerlinge, Fingerlingen+EW; Z.: Fing-er—ling
$fingern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fingern, Finger bewegen, mit Finger berühren; E.: s. Finger, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Finger, DW 3, 1659, EWD s. u. Finger; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Finger und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Fingern mögliches Finger bewegen oder mit Finger berühren; F.: fingern (!), fingere, finger (!), fingerst, fingert, fingerte, fingertest, fingerten, fingertet, gefingert, gefingerte, gefingertes, gefingertem, gefingerten, gefingerter, fingernd, fingernde, fingerndes, fingerndem, fingernden, fingernder+EW; Z.: fing-er-n
$Fingernagel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Fingernagel; E.: s. Finger, s. Nagel; L.: DW 3, 1659, EWD s. u. Finger; GB.: (vingernagel) seit 1348/1350 belegte und aus Finger und Nagel gebildete Bezeichnung für eine aus verhärteten Hautzellen und Keratin bestehende etwa 0,75 Millimeter dicke Verlängerung der Haut von Fingern an der Oberseite der Fingerspitze; F.: Fingernagel, Fingernagels, Fingernägel, Fingernägeln+EW; Z.: Fing-er—nag-el
$Fingerzeig, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Fingerzeig, Hinweis; E.: s. Finger, s. Zeig; L.: DW 3, 1662, EWD s. u. Finger; GB.: seit 1303 belegte und aus Finger und Zeig bzw. zeig(en) gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen und wohl vor Entwicklung von Sprache nur mit mindestens einem Finger und nach Entwicklung von Sprache auch sprachlich anderen Menschen gegebenen Hinweis auf ein vielleicht mögliches Verhalten; F.: Fingerzeig, Fingerzeiges, Fingerzeigs, Fingerzeige, Fingerzeigen+EW; Z.: Fing-er—zei-g
fingieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. fingieren, erdichten, erfinden, ausdenken, vortäuschen; ne. feign; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1483; I.: Lw. lat. fingere; E.: s. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden, (204-169 v. Chr.); idg. *dʰeig̑ʰ, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. fingieren, EWD s. u. fingieren, DW 3, 1663, DW2 9, 520, Duden s. u. fingieren; Son.: vgl. nndl. fingere, V., fingieren; frz. feindre, V., vortäuschen; nschw. fingera, V., fingieren; nnorw. fingere, V., fingieren; poln. fingować, V., fingieren; kymr. ffugio, V., vortäuschen; GB.: seit 1483 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erdichten oder erfinden oder ausdenken oder vortäuschen; BM.: formen; F.: fingieren, fingiere, fingierst, fingiert, fingierest, fingieret, fingierte, fingiertest, fingierten, fingiertet, ##fingiert, fingierte, fingiertes, fingiertem, fingierten, fingierter##, fingierend, ###fingierend, fingierende, fingierendes, fingierendem, fingierenden, fingierender###, fingier(!) +FW(+EW); Z.: fi-n-g-ier-en
Finish, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Finish, Endspurt, Ende; ne. finish (N.); Vw.: s. Foto-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. finish; E.: s. ne. finish, N., Endspurt; vgl. frz. finir, V., beenden; lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen, bestimmen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Finish, fehlt DW, EWD s. u. Finish, Duden s. u. Finish; Son.: vgl. nndl. finish, Sb., Finish; frz. finish, M., Finish; nschw. finish, Sb., Finish; nnorw. finish, finisj, M., Finish; poln. finisz, M., Finish; lit. finišas, M., Finish; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die letzten spannenden Augenblicke eines sportlichen Wettkampfs oder den Endspurt oder das Ende; BM.: stecken bzw. festsetzen; F.: Finish, Finishs+FW; Z.: Fin-ish
finit, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (19. Jh.): nhd. finit, bestimmt; ne. finite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. fīnītus; E.: s. lat. fīnītus, Adj., bestimmt, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen, bestimmen; lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. finit, fehlt DW, Duden s. u. finit; Son.: vgl. nschw. finit, Sb., finit, bestimmt; nnorw. finitt, Adj., bestimmt, zeitlich festgesetzt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vor allem in der Grammatik verwendete Bezeichnung für bestimmt in Gegensatz zu indefinit; BM.: stecken bzw. festsetzen; F.: finit, finite, finites, finitem, finiten, finiter+FW(+EW); Z.: fin-it
…finität, nhd., F, (17. Jh.?): nhd. …finität; ne. …finity; Vw.: s. Af-; Hw.: s. finit; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. …fīnitās; E.: s. lat. …fīnitās, Suff., …finität; lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel; vgl. lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …finiteit, Suff., …finität; frz. …finité, Suff., …finität; nnorw. …finitet, Suff., …finität; GB.: vielleicht 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: heften; F.: …finität, …finitäten+FW(+EW); Z.: -fin-it-ät
…finitiv (1), nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. …finitiv; ne. …finitive; Vw.: s. de-; Hw.: s. …finitiv (2); Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. …fīnītīvus; E.: s. lat. …fīnītīvus, Suff., …finitiv; lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. …finitief, Suff., …finitiv; frz. ..finitif, Suff., …finitiv; nschw. …finitiv, Suff., …finitiv; nnorw. …finitiv, Suff., …finitiv; poln. …finitywny, Suff., …finitiv; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: stechen; F.: ...finitiv, ...finitive, ...finitives, ...finitivem, ...finitiven, ...finitiver(, ...finitivere, ...finitiveres, ...finitiverem, ...finitiveren, ...finitiverer, ...finitivst, ...finitivste, ...finitivstes, ...finitivstem, ...finitivsten, ...finitivster)+FW(+EW); Z.: -fin-it-iv
…finitiv (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. …finitiv; ne. …finitive; Vw.: s. In-; Hw.: s. …finitiv (1); Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. …fīnītīvus; E.: s. lat. …fīnītīvus, Suff., …finitiv; lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. …finitief, Suff., …finitiv; frz. …finitif, Suff., …finitiv; nschw. …finitiv, Suff., …finitiv; nnorw. …finitiv, Suff., …finitiv; nir. …finid, Suff., …finitiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: stechen; F.: …finitiv, …finitivs, …finitives, …finitive, …finitiven+FW(+EW); Z.: -fin-it-iv
Fink, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fink, Girlitz, ein Sperlingsvogel; ne. finch; Vw.: -; Hw.: s. gefinkelt; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vinke, finke*, sw. M., Fink; mnd. vinke, M., Fink; mnl. vinke, M., Fink; ahd. finko, finco, sw. M. (n), Fink; ahd. fink*, finc*, st. M. (a?, i?), Fink; as. finko*, sw. M. (n), Fink; anfrk. -; germ. *finkō-, *finkōn, *finka-, *finkan, sw. M. (n), Fink; germ. *finki-, *finkiz, st. M. (i), Fink; idg. *spingo-, *pingo-, Sb., Sperling, Fink, Pokorny 999 (1726/198) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fink, Kluge s. u. Fink, DW 3, 1663, EWD s. u. Fink, DW2 9, 520, EWAhd 3, 258, Falk/Torp 241, Duden s. u. Fink, Bluhme s. u. Fink; Son.: vgl. afries. -; ae. finc, st. M. (a?), Fink; an. -; got. -; nschw. finkar, Sb., Fink; nnorw. fink, M., Fink; nnorw. (dial.) spikke, Sb., kleiner Vogel; ai. -víṅka- (in kalavíṅkaḥ, Sb., Sperling); gr. σπίγγος (spíngos), M., Fink; kymr. pinc, M., F., Fink; GB.: (finko) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen zu der Familie der Sperlinge gehörenden und aus dem Mittelmeerraum kommenden kleinen Vogel; BM.: Nachahmung des Vogelrufs?; F.: Fink, Finks, Finkes, Finke, Finken+EW; Z.: Fink
Finken, nhd. (schweiz.), F. Pl., (11. Jh.): nhd. Finken, grobe Schuhe aus Stoff (Wolle bzw. Filz bzw. Leinen); ne. slippers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: ahd. finkūn*, sw. F. Pl. (n), Mönchsschuhe, grobe Schuhe; Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mlat. fico, Sb., ein Schuh, (699-705); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Finken, fehlt DW, Schweiz. Id. 1, 868, Vorarlberg. Wb. 929, Fischer 2, 1509, Ochs 2, 156; Son.: s. vorarlb. Fink, F. Pl., grobe Schuhe aus Wolle bzw. Filz bzw. Leinen; schwäb. Finke, F. Pl., grobe Schuhe aus Wolle bzw. Filz bzw. Leinen, bad. Finken, F. Pl., grobe Schuhe aus Wolle bzw. Filz bzw. Leinen; GB.: (finkūn*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte süddeutsche Bezeichnung für grobe Stoffschuhe; BM.: ?; F.: Finken+FW; Z.: Fink-en
Finne (1), nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Finne (F.) (1), Blase, Pustel (der Haut); ne. pimple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: s. mhd. pfinne, phinne, vinne, st. F., sw. F., Finne, Nagel, Hautausschlag; mnd. vinne, venne, sw. F., Hautfinne, Blatter, Pustel; mnl. vinne, F., Finne (F.) (1), germ. *penna-, *pennaz, st. M. (a), Spitze, Rinne; s. lat. pinna, F., Mauerzinne, Mauerspitze; vgl. idg. *bend-, *bn̥dno-, Sb., (hervorspringende) Spitze, Pokorny 96 (156/17) (RB. idg. aus lat. kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Finne 1, Kluge s. u. Finne 1, DW 3, 1665, EWD s. u. Finne 1, DW2 9, 521, Duden s. u. Finne, Bluhme s. u. Finne; GB.: vielleicht seit um 1275 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon seit Entstehung des Menschen mögliche Blase oder Pustel (der Haut); BM.: Spitze; F.: Finne, Finnen+EW?; Z.: Finn-e
Finne (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Finne (F.) (2), Rückenflosse; ne. fin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1517; E.: s. mnd. vinne (2), finne*, sw. F., Feder, Flosse, Drachenflügel; mnl. vinne, Sb., Finne (F.) (2); ae. finn, Sb., Flosse; lat. pinna, Sb. Feder, Flosse; vgl. idg. *bend-, *bn̥dno-, Sb., (hervorspringende) Spitze, Pokorny 96 (156/17) (RB. idg. aus lat., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Finne 2, Kluge s. u. Finne 2, EWD s. u. Finne 2, DW 3, 1665, Duden s. u. Finne; Son.: vgl. nndl. vin, Sb., Finne (F.) (2); nschw. fena, Sb., Finne (F.) (2); nnorw. finne, M., Flosse; lat. spīna, F., Dorn, Sporn, Stachel, Dornbusch, dorniges Gewächs; lett. spina, Sb., Gerte, Rute; russ. спина (spina), F., Rücken (M.); GB.: seit 1517 belegte und mit dem Altenglischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Rückenflosse großer Fische und Wale; BM.: Spitze; F.: Finne, Finnen+EW; Z.: Finn-e
$finnig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. finnig; E.: s. Finne (F.) (2), s. ig; L.: Kluge s. u. Finne 1, DW 3, 1666?, EWD s. u. Finne 2; GB.: seit 1264 belegte und aus Finn(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches Finne betreffend; F.: finnig, finnige, finniges, finnigem, finnigen, finniger+EW; Z.: finn-ig
finster, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. finster, dunkel, düster; ne. dark (Adj.), sinister (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vinster (1), finster*, Adj., dunkel, finster, trüb, unergründlich; mnd. vinster (3), finster*, Adj., finster, dunkel; mnl. vinster, Adj., finster; mhd. dinster (1), Adj., finster, düster; mnd. *dinster?, Adj., finster, düster; ahd. finstar (1), Adj., finster, dunkel; as. *finistar? (2), Adj., finster; anfrk. finistar?, Adj., finster; ahd. dinstar, Adj., düster, dunkel; germ. *þemstra-, *þemstraz, *þenstra-, *þenstraz, Adj., finster, dunkel; vgl. idg. *temə-, *tem-, Adj., dunkel, finster, Pokorny 1063 (1849/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. finster, Kluge s. u. finster, DW 3, 1666, EWD s. u. finster, DW2 9, 522, EWAhd 3, 261, EWAhd 2, 660, Falk/Torp 180, Heidermanns 618, Duden s. u. finster, Bluhme s. u. finster; GB.: (finstar) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit oder vor Entstehung der Welt mögliches dunkel oder düster; BM.: ?; F.: finster, finstere, finsteres, finsterem, finsteren, finsterer(, finsterere, finstereres, finstererem, finstereren, finstererer, finsterste, finsterstes, finsterstem, finstersten, finsterster)+EW; Z.: fin-st-er
$finstern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. finstern, finster sein (V.), finster werden; Vw.: s. ver-; E.: s. finster, s. (e)n; L.: Kluge s. u. finster, DW 3, 1669, EWD s. u. finster; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus finster sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches finster sein (V.) oder finster werden; F.: finstern, finstere (!), finster (!), finsterst, finstert, finsterte, finstertest, finsterten, finstertet, gefinstert, ##gefinstert, gefinsterte, gefinstertes, gefinstertem, gefinsterten, gefinsterter##, finsternd, ###finsternd, finsterndes, finsterndem, finsternden, finsternder###, finster (!)+EW; Z.: fin-st-er-n
$Finsternis, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Finsternis, Dunkelheit; Vw.: s. Mond-, Sonnen-; E.: s. finster, s. nis; L.: Kluge s. u. finster, DW 3, 1669, EWD s. u. finster; GB.: (finstarnissi*) seit um 830 belegte und aus finster und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht vor oder seit Entstehung der Welt mögliche Dunkelheit; F.: Finsternis, Finsternisse+EW; Z.: Fin-st-er-nis
Finte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Finte, Täuschung, List; ne. feint (N.), trick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1619; I.: Lw. it. finta; E.: s. it. finta, F., List, Trugstoß; vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge 1. A. s. u. Finte, Kluge s. u. Finte, DW 3, 1671, EWD s. u. Finte, DW2 9, 528, Duden s. u. Finte; Son.: vgl. frz. feinte, F., Finte; nschw. fint, Sb., Finte; nnorw. finte, M., Finte; poln. finta, F., Finte; GB.: seit 1619 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Täuschung oder List; BM.: formen?; F.: Finte, Finten+FW; Z.: Fin-t-e
finzelig, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. finzelig, knifflig, mühsam, schwierig; ne. tricky; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht eine Kreuzung von fein und winzig (s. d.); L.: Kluge s. u. finzelig, fehlt DW, Duden s. u. finzelig; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus einer Verbindung von fein und winzig verständliche Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mühsam oder schwierig; BM.: ?; F.: finzelig, finzelige, finzeliges, finzeligem, finzeligen, finzeliger(, finzeligere, finzeligeres, finzeligerem, finzeligeren, finzeligerer, finzeligste, finzeligstes, finzeligstem, finzeligsten, finzeligster)+EW?; Z.: finz-el-ig
Fips, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fips, unscheinbarer Mensch, Schneller mit dem Mittelfinger; ne. plain person; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Mittelniederdeutschen, wohl von einem Verb fipsen, sw. V., schnellen; L.: Kluge s. u. Fips, DW 3, 1671, Duden s. u. Fips; GB.: seit 18. Jh. aus dem Mittelniederdeutschen kommend belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen kleinen unscheinbaren Menschen oder einen Schneller mit dem Mittelfinger; BM.: wegwerfende Bewegung?; F.: Fips, Fipses, Fipse, Fipsen+EW; Z.: Fips
Firlefanz, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Firlefanz, Gerümpel, überflüssiges und wertloses Zeug, Tand; ne. frippery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: mhd. firlifanz, st. M., Firlefanz, Tanz; mhd. firlei, vierlei, firlelei, st. M., Vierlei, Tand; afrz. virelai, Sb., Ringellied; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Firlefanz, Kluge s. u. Firlefanz, DW 3, 1672, EWD s. u. Firlefanz, DW2 9, 529, Duden s. u. Firlefanz; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überflüssiges und wertloses Zeug oder Tand; BM.: ?; F.: Firlefanz, Firlefanzes, Firlefanze, Firlefanzen+FW(+EW); Z.: Firle-f-anz
firm, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. firm, fest, sicher; ne. firm (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Firma; Q.: 1612; I.: Lw. lat. fīrmus; E.: s. lat. fīrmus, Adj., stark, fest, (204-169 v. Chr.); s. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. firm, DW 3, 1673, EWD s. u. firm, DW2 6, 529, Duden s. u. firm; GB.: seit 1612 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches fest oder sicher; BM.: halten?; F.: firm, firme, firmes, firmem, firmen, firmer(, firmere, firmeres, firmerem, firmeren, firmerer, firmste, firmstes, firmstem, firmsten, firmster)+FW(+EW); Z.: fir-m
Firma, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Firma, Unternehmen, Betrieb; ne. firm (N.), company; Vw.: -; Hw.: s. firm; Q.: 1705; I.: Lw. it. firma; E.: s. it. firma, F., rechtskräftige Unterschrift; vgl. it. firmare, V., befestigen, bekräftigen; lat. fīrmāre, V., befestigen, sichern, kräftigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fīrmus, Adj., stark, fest; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Firma, EWD s. u. Firma, DW 3, 1674, DW2 9, 529, Duden s. u. Firma, Bluhme s. u. Firma; Son.: vgl. nndl. firma, Sb., Firma; frz. firme, F., Firma; nschw. firma, Sb., Firma; nnorw. firma, N., Firma; poln. firma, F., Firma; kymr. ffyrm, F., Firma; lit. firma, F., Firma; GB.: seit 1705 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gewerbliches Unternehmen oder einen Betrieb; BM.: halten?; F.: Firma, Firmen+FW; Z.: Fir-m-a
Firmament, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Firmament, Himmelsgewölbe, Himmelsfeste; ne. firmament; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1160-1180 (Linzer Antichrist); E.: s. mhd. firmament, firmamente, st. N., Firmament, Himmelsfeste, Kompassorientierung; mnd. firmament, N., Firmament, Himmelsgewölbe, Himmelsfeste, Sternenhimmel; lat. fīrmāmentum, N., Befestigungsmittel, Stütze, Beweis, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. fīrmāre, V., befestigen, sichern, kräftigen; lat. fīrmus, Adj., stark, fest; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Firmament, EWD s. u. Firmament, DW 3, 1674, DW2 9, 530, Duden s. u. Firmament; Son.: vgl. nndl. firmament, Sb., Firmament; frz. firmament, M., Firmament; nschw. firmament, Sb., Firmament; nnorw. firmament, N., Firmament; poln. firmament, M., Firmament; kymr. ffurfafen, F., Firmament; nir. firmimint, F., Firmament; GB.: (firmament) seit 1160-1180 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliche Himmelsgewölbe oder die Himmelsfeste; BM.: halten?; F.: Firmament, Firmamentes, Firmaments+FW(+EW); Z.: Fir-m-am-ent
$Firmelung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Firmelung, Firmung, Bestätigung; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. firmelunge, st. F., Firmung; L.: fehlt DW, EWD s. u. firmen; GB.: (firmelunge) seit 1343-1349 belegte und aus firm(en) und el sowie ung(e) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Christentums mögliche Firmung oder Bestätigung junger Christen; F.: Firmelung, Firmelungen+FW(+EW); Z.: Fir-m-el-lung
firmen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. firmen, Firmung spenden, weihen, bestätigen; ne. confirm; Vw.: -; Hw.: s. konfirmieren, Konfirmation; Q.: 10. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. firmen (1), virmen*, sw. V., firmen, stärken, bekräftigen, befestigen, bewahren, bewahren vor; mnd. fermen, vermen, vormen, sw. V., firmeln, konfirmieren, die Firmungen vornehmen, firmen; ahd. firmōn* (1), sw. V. (2), firmen, firmeln, bestärken; as. -; anfrk. -; lat. fīrmāre, V., festigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fīrmus, Adj., stark, fest; idg. *dʰer- (2), dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. firmen, DW 3, 1674, EWD s. u. firmen, DW2 9, 531, Duden s. u. firmen; Son.: vgl. nndl. formen, V., firmen; frz. confirmer, V., firmen; nschw. konfirmera, V., firmen; nnorw. konfirmere, V., firmen; GB.: (firmōn) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich in dem Christentum mögliches das Sakrament der Firmung spenden oder weihen oder bestätigen; BM.: halten?; F.: firmen, firme (!), firmst, firmt, firmest, firmet, firmte, firmtest, firmten, firmtet, gefirmt, ##gefirmt, gefirmte, gefirmtes, gefirmtem, gefirmten, gefirmter##, firmend, ###firmend, firmende, firmendes, firmendem, firmenden, firmender###, firm (!)+FW+EW; Z.: fir-m-en
$Firmling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Firmling; E.: s. firm(en), s. ling; L.: Kluge s. u. firmen, DW 3, 1675; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus firm(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Christentums möglichen jungen und in seinem Glauben zu bestätigenden Christen; F.: Firmling, Firmlings, Firmlinges, Firmlinge, Firmlingen+FW(+EW); Z.: Fir-m-ling
$Firmung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Firmung, Bestätigung; E.: s. firm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. firmen, DW 3, 1675; GB.: seit 1. Hälfte 12. Jh. belegte und aus firm(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Christentums mögliche Bestätigung eines jungen Christen in seinem Glauben; F.: Firmung, Firmungen+FW(+EW); Z.: Fir-m-ung
firn, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. firn, alt, vorjährig; ne. old (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Firn; Q.: um 765? (Glosse); E.: s. mhd. virne, Adj., alt, erfahren (Adj.); ahd. firni, Adj., alt, veraltet, hinfällig; as. fern, Adj., vorig; germ. *ferna- (1), *fernaz, *fernja-, fernjaz, Adj., vorjährig, alt; s. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. firn, Kluge s. u. firn, DW 3, 1675, DW2 9, 532, Falk/Torp 231, Heidermanns 196; Son.: schweizerisch; vgl. afries. fīr, fēr, Adj., fern; nnordfries. fier, Adj., fern; ae. fyrn (1), Adj., ehemalig, alt; ae. forn (1), Adj., alt; got. faírns, Adj. (a), vorjährig, alt; got. faírneis, Adj. (ja), alt; ai. parút-, Adj., im vorigen Jahr; gr. πέρυσι (pérysi), πέρυσιν (pérysin), Adv., im vorigen Jahr; lett. pērn, Adj., vorjährig; lit. pérnai(s), Adj., vorjährig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches alt oder vorjährig; BM.: ?; F.: firn, firne, firnes, firnem, firnen, firner+EW; Z.: fir-n
Firn, Firne, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Firn, Schneekuppe, Gletscher; ne. glacier; Vw.: -; Hw.: s. firn; Q.: 1548; E.: s. firn; L.: Kluge 1. A. s. u. Firn, Kluge s. u. Firn, DW 3, 1676, EWD s. u. Firn, DW2 9, 532, EWAhd 3, 300, Falk/Torp 231, Heidermanns 196, Duden s. u. Firn, Bluhme s. u. Firn; Son.: süddeutsch gibt es auch die Bildung Ferner, M., Gletscher; GB.: seit 1548 belegte und mit firn verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen nicht wegschmelzenden sowie durch wiederholtes Auftauen und Wiedergefrieren körnig gewordenen Schnee des Hochgebirges; BM.: ?; F.: Firn, Firns, Firnes, Firne, Firnen+EW; Z.: Fir-n
$Firnewein, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Firnewein; E.: s. firn, s. e, s. Wein; L.: Kluge 1. A. s. u. Firn, DW 3, 1677; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus firn und e sowie Wein gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Wein und Lagerung in Fässern möglichen älteren und nach dem Holz der Fässer schmeckenden Wein; F.: Firnewein, Firneweins, Firneweines, Firneweine, Firneweinen+EW+FW; Z.: Fir-n-e—wei-n
Firnis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Firnis, in Öl oder Alkohol aufgelöstes Harz; ne. varnish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120/1130 (Die altdeutsche Exodus); E.: mhd. firnīs, firniz, firnes, firnīz, verniz, st. M., Firnis, Schminke, Firnisbaum?, Wacholderharz?; mnd. vernis, vornis, vernus, fernis, M., Firnis, zur Bereitung von Firnis verwendeter Bernstein; mnl. vernis, M., Firnis; ahd.? firnis*, fernis*, st. M. (a?), Firnis, Harz, Bernstein; as. -; anfrk. -; afrz. vernis, M., Firnis; it. vernice, F., Harz zur Firnisbereitung; mlat. veronice, F., Harz zur Firnisbereitung; gr. βερονική (beronikḗ), F., Harz zur Firnisbereitung?; vielleicht von der Stadt Βερενική (Berenikḗ); L.: Kluge 1. A. s. u. Firnis, Kluge s. u. Firnis, DW 3, 1677, EWD s. u. Firnis, DW2 9, 533, EWAhd 3, 171, Duden s. u. Firnis, Bluhme s. u. Firnis; Son.: vgl. nndl. vernis, Sb., Firnis; nschw. fernissa, Sb., Firnis; nnorw. ferniss, M., Firnis; kymr. farnis, M., Firnis; nir. vearnais, F., Firnis; GB.: (firnīs) seit 1120/1130 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Italienischen sowie dem Griechischen aufgenommene und nach einem ON gebildete und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen als Schutzschicht auf Holz aufgetragene schnell trocknende farblose Öl; F.: Firnis, Firnisses, Firnisse, Firnissen+FW(+EW); Z.: Firn-is
$firnissen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. firnissen, mit Firnis versehen (V.); E.: s. Firnis, s. s, s. en (Suff.); L.: DW 3, 1677, EWD s. u. Firnis, DW2 9, 534; GB.: (firnīsen) seit Anfang 14. Jh. belegte und mit Firnis verbindbare und sachlich wohl schon ältere Bezeichnung für von Menschen entwickeltes Holz mit Firnis versehen (V.); F.: firnissen, firnisse, firnissst (!), firnisst, firnissest, firnisset, firnisste, firnisstest, firnissten, firnisstet, gefirnisst, ##gefirnisst, gefirnisste, gefirnisstes, gefirnisstem, gefirnissten, gefirnisster##, firnissend, ###firnissend, firnissende, firnissendes, firnissendem, firnissenden, firnissender###, firniss (!)+FW(+EW); Z.: fir-n-is-s-en
First, nhd., M., F., (8. Jh.): nhd. First, Giebel (M.) (1), Gipfel; ne. ridge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. virst, vierst, vorst, first*, fierst*, forst*, verst, st. M., First, Giebel (M.) (1), Spitze, Dachspitze, Helmspitze, Decke, Helmdecke; mnd. verst (2), ferst*, verste, varst, varste, vorste, M., F., First, Dachfirst, Dachspitze, Dachkante; mnl. verste, F., First; ahd. first, st. M. (i), First, Spitze, Gipfel; as. first*, st. M. (i)?, First, Spitze; anfrk. -; germ. *fersti-, *ferstiz, *firsti-, *firstiz, st. M. (i), Gipfel, First; s. idg. *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. First, Kluge s. u. First, DW 3, 1677, EWD s. u. First, DW2 9, 534, EWAhd 3, 310, Falk/Torp 230, Duden s. u. First, Bluhme s. u. First; Son.: vgl. afries. -; ae. fierst (2), st. F. (i), First, Dach, Decke; an. -; got. -; ai. pṛṣṭhá-, N., hervorstehender Rücken, Gipfel; gr. παστάς (pastás), F., Pfosten, Säulenhalle, Speisehalle, Brautgemach; lat. postis, M., Pfosten, Türpfosten, Türe, Pfeiler; GB.: (first) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen und der Errichtung von Gebäuden mögliche oberste waagrechte Kante des geneigten Daches oder den Giebel oder Gipfel; BM.: hervor?; F.: First, Firstes, Firsts, Firste, Firsten+EW; Z.: Fir-st
Fisch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fisch, ein Wassertier; ne. fish (N.); Vw.: s. Klipp-, Schell-, Thun-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. visch, visc, fisch*, st. M., Fisch; mnd. visch (1), vis, visk*, fisch*, M., Fisch; mnl. visch, M., Fisch; ahd. fisk* (1), fisc, st. M. (a), Fisch; as. fisk* (1), st. M. (a), Fisch; anfrk. -; germ. *fiska-, *fiskaz, st. M. (a), Fisch; idg. peisk-, pisk-, peitsk-, Sb., Zukost?, Fisch, Pokorny 796 (1381/23) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fisch, Kluge s. u. Fisch, DW 3, 1679, EWD s. u. Fisch, DW2 9, 535, EWAhd 3, 319, Falk/Torp 242, Duden s. u. Fisch, Bluhme s. u. Fisch; Son.: vgl. afries. fisk, st. M. (a), Fisch; saterl. fisc; ae. fisc, fix, st. M. (kons.), Fisch; an. fiskr, st. M. (a), Fisch; got. fisks, fisc, st. M. (a), Fisch; krimgot. fisct, st. M. (a), Fisch, st. M. (a), Fisch; nndl. vis, Sb., Fisch; nschw. fisk, Sb., Fisch; nnorw. fisk, M., Fisch; lat. piscis, M., Fisch; kymr. pysg, M., Fisch; air. íask, M., Fisch; ksl. pista, F., Speise, Nahrung; lit. piẽtūs, Sb. Pl., Mittagsmahl; GB.: (fisk) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein vor 450 Millionen Jahren entstandenes in dem Wasser lebendes und durch Kiemen atmendes sowie sich mit Flossen fortbewegendes und von Menschen vor allem als Nahrung verwendetes Wirbeltier mit mehr als 20000 Arten; BM.: Zukost; F.: Fisch, Fisches, Fischs, Fische, Fischen+EW; Z.: Fisch
$Fischbein, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Fischbein; E.: s. Fisch, s. Bein; L.: DW 3, 1681, EWD s. u. Fisch; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Fisch und Bein gebildete Bezeichnung für die langen steifen und doch biegsamen sowie von Menschen wohl seit dieser Zeit für Korsette verwendeten Barten von Bartenwalen; F.: Fischbein, Fischbeins, Fischbeines, Fischbeine, Fischbeinen+EW; Z.: Fisch—bei-n
fischen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fischen, Fisch fangen, angeln; ne. fish (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. vischen, sw. V., fischen; mnd. vischen (1), fischen*, sw. V., fischen, auf Fischfang aus sein (V.), Fischzug tun, fangen, auffischen ziehen; mnl. visschen, sw. V., fischen; ahd. fiskōn*, fiscōn, sw. V. (2), fischen; as. fiskon*, sw. V. (2), fischen; anfrk. -; germ. *fiskōn, sw. V., fischen; s. idg. *peisk-, *pisk-, *peitsk-, Sb., Zukost?, Fisch, Kluge s. u. Fisch, Pokorny 796 (1381/23) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. fischen, DW 3, 1682, EWD s. u. Fisch, EWAhd 3, 324, Falk/Torp 242, Duden s. u. fischen; Son.: vgl. afries. fiskia, sw. V. (2), fischen; nfries. fisckjen, V., fischen; ae. fiscian, sw. V. (2), fischen; an. fiska, sw. V. (2), fischen; got. fiskōn, sw. V. (2), fischen; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Fische in dem Wasser als Speise zu fangen versuchen; F.: fischen (!), fische (!), fischst, fischt, fischest, fischet, fischte, fischtest, fischten, fischtet, gefischt, ##gefischt, gefischte, gefischtes, gefischtem, gefischten, gefischter##, fischend, ###fischend, fischende, fischendes, fischendem, fischenden, fischender###, fisch (!)+EW; Z.: fisch-en
$Fischer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Fischer; Vw.: s. Kraut-; E.: s. Fisch bzw. fisch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Fisch, DW 3, 1683, EWD s. u. Fisch; GB.: seit um 830 belegte und aus fisch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Fische zu fangen versuchenden Menschen (Fischenden); F.: Fischer, Fischers, Fischern (!)+EW; Z.: Fisch-er
$Fischerei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fischerei, Fischfang; Q.: 1251 (Urkunde); E.: s. Fischer, s. ei (Suff.); L.: DW 3, 1684, EWD s. u. Fisch, DW2 9, 543; GB.: seit 1251 belegte und aus Fischer und ei gebildete Bezeichnung für den von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung nach natürlichem Vorbild entwickelten und verwendeten Fischfang; F.: Fischerei, Fischereien+EW; Z.: Fisch-er-ei
$fischig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. fischig, Fisch betreffend; E.: s. Fisch, s. ig; L.: Kluge s. u. Fisch, EWD s. u. Fisch; GB.: (vischec) seit 1200-1210 belegte und aus Fisch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Fischen mögliches Fisch betreffend; F.: fischig, fischige, fischiges, fischigem, fischigen, fischiger(, fischigere, fischigeres, fischigerem, fischigeren, fischigerer, fischigst, fischigste, fischigstes, fischigstem, fischigsten, fischigster)+EW; Z.: fisch-ig
Fisimatenten, nhd., Sb. Pl., (16. Jh.?): nhd. Fisimatenten, Ausflüchte, Winkelzüge; ne. excuses; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl zu fnhd. fisiment, Sb., bedeutungsloser Zierrat am Wappen; vgl. mhd. visieren, sw. V., modellieren, darstellen, schildern, kunstgerecht beschreiben, abeichen, eichen (V.); afrz. viser, V., sehen; lat. vidēre, V., sehen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Fisimatenten, fehlt DW, EWD s. u. Fisimatenten, DW2 9, 550, Duden s. u. Fisimatenten; Son.: Pluralwort; s. mnd. visipetenten, Sb. Pl., Fisimatenten; mnl. visipetenten, vistamenten, Sb. Pl., Fisimatenten; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickelte und verwendete Ausflüchte oder Winkelzüge oder Handlungen zu einem eigenen Vorteil oder unnötig etwas anderes Behinderndes; BM.: sehen?; F.: Fisimatenten+FW(+EW?); Z.: Fi-s-im-at-ent-en
fiskalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fiskalisch, den Fiskus betreffend, steuerlich; ne. fiscal (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1517; I.: Lw. lat. fiscālis; E.: s. lat. fiscālis (1), Adj., fiskalisch, Fiskus betreffend, dem Fiskus zustehend, dem Fiskus gehörig, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. fiscus, geflochtener Korb, Geldsack, Geldkörbchen, Staatskasse; s. idg. *bʰidʰ-, Sb., Topf, Kübel, Fass, Pokorny 153 (238/71) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeidʰ- (2), V., binden, flechten, Pokorny 117; L.: Kluge s. u. Fiskus, fehlt DW, EWD s. u. Fiskus, DW2 9, 551, Duden s. u. fiskalisch; Son.: vgl. nndl. fiscaal, Adj., fiskalisch; frz. fiscal, Adj., fiskal; nschw. fiskal, Adj., fiskalisch; nnorw. fiskal, Adj., fiskalisch; poln. fiskaly, Adj., fiskalisch; nir. fioscach, Adj., fiskalisch; lit. fiskalinis, Adj., fiskalisch; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Fiskus oder die Steuer (F.) betreffend oder steuerlich; BM.: Topf; F.: fiskalisch, fiskalische, fiskalisches, fiskalischem, fiskalischen, fiskalischer+FW+EW; Z.: fisk-al-isch
Fiskus, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fiskus, Staatskasse; ne. exchequer; Vw.: -; Hw.: s. konfiszieren; I.: Lw. lat. fiscus; E.: s. lat. fiscus, M., geflochtener Korb, Geldsack, Geldkörbchen, Staatskasse, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *bʰidʰ-, Sb., Topf, Kübel, Fass, Pokorny 153 (238/71) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeidʰ- (2), V., binden, flechten, Pokorny 117; L.: Kluge s. u. Fiskus, fehlt DW, EWD s. u. Fiskus, DW2 9, 551, Duden s. u. Fiskus; Son.: vgl. nndl. fiscus, Sb., Fiskus; frz. fisc, M., Fiskus; GB.: seit 1497 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Staat als Eigentümer des Staatsvermögens (Staatskasse); BM.: Topf; F.: Fiskus, Fisken, Fiskusse+FW(+EW); Z.: Fisk-us
Fisole, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Fisole, Bohne; ne. bean; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. visōl, fisōl*, st. F., Bohne, Fisole; ahd. pfasōl*, phasōl*, pfesōl*, phesōl*, st. F. (i)?, Bohne; lat. faseolus, F., Bohne, Fisole; lat. phasēlus, M., F., Bohne, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. φάσηλος (phásēlos), M., Bohne; mediterranes oder illyrisches Lehnwort, EWAhd 6, 1380; L.: DW 2, 851, DW 26, 380 (Visolen), EWAhd 6, 1380, Duden s. u. Fisole; GB.: (pfasōl*) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar vielleicht dem Illyrischen oder dem Mittelmeerraum aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die ursprünglich aus Mittelamerika und Südamerika stammende grüne Gartenbohne; BM.: ?; F.: Fisole, Fisolen+FW(+EW); Z.: Fisol-e
fisseln, nhd. (dial.), sw. V., (20. Jh.?): nhd. fisseln, dünn und fein regnen oder schneien, nieseln; ne. drizzle (V.), mizzle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. -?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. fisseln, DW 3, 1691, Duden s. u. fisseln; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Wasser mögliches über längere Zeit hindurch dünn und fein regnen bzw. schneien; BM.: ?; F.: fisseln, fisselt, fisselte, gefisselt, ##gefisselt, gefisselte, gefisseltes, gefisseltem, gefisselten, gefisselter##, fisselnde, ###fisselnde, fisselndes, fisselndem, fisselnden, fisselnder###, fissel (!)+EW?; Z.: fiss-el-n
Fissur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fissur, Riss, Spalt, Schlitz; ne. fissure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1727?; I.: Lw. lat. fissūra; E.: s. lat. fissūra (1), F., Spaltung, Spalte, Spalt, Ritze, Schnitt, Riss, Sprung, (um 47 n. Chr.); vgl. lat. findere, V., spalten, sich spalten, zerplatzen, bersten; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Fissur; Son.: vgl. frz. fissure, F., Fissur; nschw. fissur, Sb., Fissur; GB.: vielleicht seit 1727 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entstehung von Wirbeltieren möglichen Riss oder Spalt oder Schlitz in einem Knochen; BM.: spalten; F.: Fissur, Fissuren+FW; Z.: Fiss-ur
Fist, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Fist, Furz, stiller Wind, Blähung; ne. fart (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1175 (Glosse); E.: mhd. vist, vīst, fist*, fīst*, st. M., Fist, Furz, lautlose Blähung, Klappern; mnd. vīst, fīst*, M., Furz; mnl. vijste, F., Fist; ahd. fist*, st. M. (a), Fist, Darmwind; as. -; anfrk. -; germ. *fista-, *fistaz?, st. M. (a), Bauchwind, Furz; vgl. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fist, Kluge s. u. Fist, DW 3, 1691, EWAhd 3, 324, Duden s. u. Fist; Son.: vgl. ae. fīsting, st. F. (ō), Fisten, Furzen; nndl. veest, Sb., Fist; GB.: (vist) seit 1175 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche still lautlose Blähung; F.: Fist, Fistes, Fists, Fiste, Fisten+EW; Z.: Fis-t
Fistel, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fistel, eiterndes Geschwür; ne. fistula; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: mhd. fistel, st. F., sw. F., Fistel, Geschwür; mnd. fistel, fistele, sw. F., Fistel, tiefgehendes röhrenförmiges Geschwür, Röhrengeschwür, fließende Wunde; lat. fistula, F., Röhre, Wasserröhre, hohler Rohrstengel; weitere Etymologie unsicher, vielleicht von lat. findere, V., spalten, sich spalten, zerplatzen, bersten, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); oder von lat. fiscus, M., geflochtener Korb, Geldsack, Geldkörbchen, Staatskasse, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *bʰidʰ-, Sb., Topf, Kübel, Fass, Pokorny 153 (238/71) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeidʰ- (2), V., binden, flechten, Pokorny 117; L.: Kluge 1. A. s. u. Fistel, Kluge s. u. Fistel, DW 3, 1691, EWD s. u. Fistel, DW2 9, 552, Duden s. u. Fistel; Son.: vgl. nndl. fistel, Sb., Fistel; frz. fistule, F., Fistel; nschw. fistel, Sb., Fistel; nnorw. fistel, M., Fistel; poln. fistula, F., Fistel; kymr. ffistwla, F., Fistel; GB.: (fistel) seit 1237-1252 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unsichere sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in einem krankhaften Prozess eines Geschwürs entstandenen oder operativ hergestellten röhrenförmigen Kanal der ein Organ mit der Körperoberfläche oder mit einem anderen Organ verbindet; BM.: ?; F.: Fistel, Fisteln+FW(+EW); Z.: Fis-t-el
$Fistelstimme, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fistelstimme, hohe Stimme, Kopfstimme; E.: s. Fistel, s. Stimme; L.: DW 3, 1692, EWD s. u. Fistel; GB.: seit 1711 belegte und aus Fistel und Stimme gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche hohe Stimme oder Kopfstimme; F.: Fistelstimme, Fistelstimmen (!)+FW+EW; Z.: Fis-t-el—stimm-e
fit, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. fit, sportlich, gesund, leistungsfähig, in guter Verfassung befindlich; ne. fit (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Fitness; Q.: 1932; I.: Lw. ne. fit; E.: s. ne. fit, Adj., fit, passend, gesund; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. fit, fehlt DW, EWD s. u. fit, DW2 9, 553, Duden s. u. fit; Son.: s. nnd. fit, Adj., fit; vgl. nndl. fit, Adj., fit; GB.: seit 1932 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie jenseits des Mittelenglischen in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sportlich oder gesund oder leistungsfähig oder in guter Verfassung befindlich; BM.: ?; F.: fit, fitte, fittes, fittem, fitten, fitter(, fittere, fitteres, fitterem, fitteren, fitterer, fitteste, fittestes, fittestem, fittesten, fitteste)+FW; Z.: fit
Fitness, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fitness, gute Verfassung, große Leistungsfähigkeit; ne. fitness; Vw.: -; Hw.: s. fit; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. fitness; E.: s. ne. fitness, N., Fitness, Tauglichkeit, Ertüchtigung; vgl. ne. fit, Adj., fit, passend, gesund; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt; ae. -nėss, -nės, -niss, -nis, -nyss, -nys, Suff., st. F. (jō); germ. *-assuz, Suff., ...is; vgl. idg. *-tu-, Suff.; L.: fehlt DW, Duden s. u. Fitness; Son.: vgl. nndl. fitness, Sb., Fitness; frz. fitness, M., Fitness; nschw. fitness, Sb., Fitness; nnorw. fitness, M., Fitness; kymr. fittrwydd, M., Fitness; poln. fitness, M., Fitness; lit. fitnesas, M., Fitnessstudio; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie jenseits des Mittelenglischen in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche gute Verfassung oder eine durch regelmäßige sportliche Übung erworbene große Leistungsfähigkeit; BM.: ?; F.: Fitness+FW; Z.: Fit—nes-s
Fittich, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fittich, Flügel, Gewandzipfel; ne. wing (N.); Vw.: s. Schla-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. vetach, vetech, vetich, vitech, vitich, vedach, st. M., st. N., sw. M., sw. F., Gefieder, Federn, Fittich, Flügel, Engelsflügel, Art Schutzwehr; mhd. veteche, viteche, feteche*, fiteche*, sw. F., sw. M., Fittich, Art Schutzwehr; mnd. vittek, vitk, fittek*, M., Fittich, Flügel; ahd. feddāh, fettāh, st. M. (a), Flügel, Fittich; as. fetherak*, st. M. (a), Fittich; germ. *feþ-, V., fliegen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fittich, Kluge s. u. Fittich, DW 3, 1693, EWD s. u. Fittich, DW2 9, 553, EWAhd 3, 98, Falk/Torp 226, Duden s. u. Fittich, Bluhme s. u. Fittich; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Flügel (eines Vogels); BM.: fliegen; F.: Fittich, Fittiches, Fittichs, Fittiche, Fittichen+EW; Z.: Fit-t-ich
Fitze, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Fitze, Strang, Faden; ne. thread (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vitze, fitze*, st. F., Fitze, eine bei dem Haspeln durch einen quer darum gewundenen Zwischenfaden abgeteilte und für sich verbundene Anzahl Fäden; mnd. fitze, Sb., Gebinde, bestimmte Anzahl von Garnfäden; ahd. fizza, st. F. (ō), Faden, Garnfaden, Gewebe, Fitze; as. fittea*, st. F. (ō), Fitze, Abschnitt; anfrk. -; germ. *fetī, sw. F. (n), Abschnitt; germ. *fetjō, st. F. (ō), Abschnitt; idg. *pedio-, *pedi̯ó-, *pedh₁i̯ó-, Sb., zu Fuß gehend, Fuß..., Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fitze, Kluge s. u. Fitze, DW 3, 1695, EWAhd 3, 336, Falk/Torp 226; Son.: vgl. afries. -; ae. fitt (2), fit, st. F. (jō), Gesang, Gedicht, Abschnitt; an. fit (1), F. (ī?, jō?), Schwimmhaut der Vögel, Arm, Hand, Brünne; got. -; gr. πέζα (péza), F., Fuß, Spann am Fuß; GB.: (fizza) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen abgeteilten Strang (von Garnfäden); BM.: gehen?; F.: Fitze, Fitzen (!)+EW; Z.: Fitz-e
fix (1), nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. fix (Adj.) (1), fest, beständig, schnell, konstant; ne. fixed; Vw.: -; Hw.: s. fixen, fixieren (1), fixieren (2); Q.: um 1340 (Die Minneburg); I.: Lw.; E.: mhd. fix, Adv., rasch, schnell; mnd. fix, Adv., bestimmt, genau; afrz. fixe, Adj., fest, unbeweglich; lat. fīxus, Adj., fest, bleibend, (170-um 90 v. Chr.); lat. fīgere, V., heften, stecken; vgl. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. fix 1, DW 3, 1696?, EWD s. u. fix, DW2 9, 554, Duden s. u. fix; Son.: vgl. frz. fixe, Adj., fix (Adj.) (1); nschw. fix, Adj., fix (Adj.) (1); nnorw. fiks, Adj., fix (Adj.) (1); lit. fiksuotas, Adj., fix (Adj.) (1); GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches fest oder beständig oder schnell; BM.: stecken?; F.: fix, fixe, fixes, fixem, fixen, fixer+FW(+EW); Z.: fix
fix (2), nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. fix (Adj.) (2), geschickt, schnell; ne. fast (Adj.), skilful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.; E.: wohl zu fix (1); L.: Kluge 1. A. s. u. fix, Kluge s. u. fix 2, DW 3, 1696?, EWD s. u. fix, DW2 9, 556, Duden s. u. fix; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geschickt oder schnell; BM.: stecken?; F.: fix, fixe, fixes, fixem, fixen, fixer(, fixere, fixeres, fixerem, fixeren, fixerer, fixeste, fixestes, fixestem, fixesten, fixester)+FW(+EW); Z.: fix
…fix, nhd., (Part. Prät.=)N., (14. Jh.?): nhd. …fix; ne. …fix; Vw.: s. Af-, (In-,) Kruzi-, Prä-, Suff-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. …fixum; E.: s. lat. …fixum, Suff., …fix; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. …fix, Suff., …fix; frz. …fixe, Suff., …fix; nschw. …fix, Suff., …fix; nnorw. …fiks, Suff., …fix; poln. …fiks, Suff., …fix; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Grundwort zu einer Bildung neutraler Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: machen bzw. setzen; F.: …fix, …fixes, …fixe, …fixen+FW; Z.: -fi-x
fixen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. fixen, Rauschmittel spritzen; ne. fix (V.), mainline (V.); Vw.: -; Hw.: s. fix (1), fixieren; Q.: 1970 (Der Spiegel); I.: Lw. ne. fix; E.: s. ne. fix, V., fixen, Rauschmittel spritzen; wohl von ne. fix up, V., herrichten; afrz. fixe, Adj., fest, unbeweglich; lat. fīxus, Adj., fest, bleibend, (170-um 90 v. Chr.); lat. fīgere, V., heften, stecken; vgl. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. fixen, fehlt DW, DW2 9, 557, Duden s. u. fixen; Son.: vgl. frz. fixer, V., fixen, fixieren; nschw. fixa, V., fixen; nnorw. fikse, V., fixen; GB.: seit 1970 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes sich Drogen oder Rauschmittel spritzen; BM.: stecken?; F.: fixen (!), fixe (!), fixt, fixest, fixet, fixte, fixtest, fixten, fixtet, gefixt, ##gefixt, gefixte, gefixtes, gefixtem, gefixten, gefixter##, fixend, ###fixend, fixende, fixendes, fixendem, fixenden, fixender###, fix (!)+FW(+EW); Z.: fix-en
fixieren (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. fixieren (V.) (1), befestigen; ne. fix (V.), fasten; Vw.: -; Hw.: s. fix (1), fixen, fixieren (2); Q.: 1500; I.: Lw. mlat. fixāre; E.: s. mlat. fixāre, V., festmachen, befestigen, verfestigen, unveränderlich machen; vgl. lat. fīxus, Adj., fest, bleibend, (170-um 90 v. Chr.); lat. fīgere, V., heften, stecken; vgl. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); oder von den Alchimisten der frühen Neuzeit zu fix (1) gebildet; L.: Kluge s. u. fixieren 1, EWD s. u. fixieren, DW 3, 1698, DW2 9, 557, Duden s. u. fixieren; Son.: vgl. nndl. fixeren, V., fixieren; frz. fixer, V., fixieren; nschw. fixera, V., fixieren; nnorw. fiksere, V., fixieren; lit. fiksuoti, V., fixieren (V.) (1); GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes schriftlich niederlegen beziehungsweise lichtbeständig machen; BM.: stecken?; F.: fixieren, fixierst, fixiert, fixierest, fixieret, fixierte, fixiertest, fixierten, fixiertet, ##fixiert, fixierte, fixiertes, fixiertem, fixierten, fixierter##, fixierend, ###fixierend, fixierende, fixierendes, fixierendem, fixierenden, fixierender###, fixier (!)+FW(+EW); Z.: fix-ier-en
fixieren (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. fixieren (V.) (2), anstarren; ne. fix (V.), gaze (V.); Vw.: -; Hw.: s. fix (1), fixieren (1); Q.: 1721; I.: Lw. frz. fixer; E.: s. frz. fixer, V., fixieren (V.) (2), anstarren; mlat. fīxāre, V., festmachen, befestigen; lat. fīxus, Adj., fest, bleibend, (170-um 90 v. Chr.); lat. fīgere, V., heften, stecken; vgl. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. fixieren 2, DW 3, 1696, DW2 9, 557, EWD s. u. fixieren; Son.: vgl. nndl. fixeren, V., fixieren; nschw. fixera, V., fixieren; nnorw. fiksere, V., fixieren; GB.: seit 1721 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches anstarren; F.: fixieren, fixierst, fixiert, fixierest, fixieret, fixierte, fixiertest, fixierten, fixiertet, ##fixierte, fixierte, fixiertes, fixiertem, fixierten, fixierter##, fixierend, ###fixierend, fixierende, fixierendes, fixierendem, fixierenden, fixierender###, fixier (!)+FW(+EW); Z.: fix-ier-en
$Fixstern, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Fixstern; E.: s. fix, s. Stern; L.: DW 3, 1696, EWD s. u. fix; GB.: seit 1603 belegte und aus fix und Stern gebildete (veraltete) Bezeichnung für einen sachlich schon früh entstandenen seine Stellung an dem Himmel in seinem Verhältnis zu anderen Sternen eines Sternbilds (beispielsweise des Großen Wagens oder Großen Bären) aus der Sicht des Menschen kaum ändernden Stern (lat. stella inerrans); F.: Fixstern, Fixsterns, Fixsternes, Fixsterne, Fixsternen+FW+EW; Z.: Fix—ster-n
…fizieren, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. …fizieren, machen; ne. …fect; Vw.: s. af-, desin-, diversi-, exempli-, glori-, in-, modi-, mysti-, nostri-, personi-, quali-, quanti-, rati-, rekti-, simpli-, spezi-, veri-; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. *ficāre; E.: s. lat. *ficāre, V., Suff., machen; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …fecteren, Suff., …fizieren; nschw. …fectera, Suff., …fizieren; nnorw. …fisere, Suff., …fizieren; poln. …fekować, Suff., …fizieren; lit. …fektuoti, Suff., …fizieren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Mittelalters aufgenommene sowie umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Machens verwendete Bezeichnung; BM.: machen; F.: ...fizieren, ...fiziere, ...fizierst, ...fiziert, ...fizierest, ...fizieret, ...fizierte, ...fiziertest, ...fizierten, ...fiziertet, ...fiziert, ...fizierte, ...fiziertes, ...fiziertem, ...fizierten, ...fizierter, ...fizierend, ...fizierend, ...fizierende, ...fizierendes, ...fizierendem, ...fizierenden, ...fizierender, ...fizier (!)+FW(+EW); Z.: -fi-z-ier-en
Fjord, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fjord, Förde, weiter Meeresarm; ne. firth, fjord; Vw.: -; Hw.: s. Förde, Furt; Q.: 1819; I.: Lw. nnorw. fjord; E.: s. nnorw. fjord, M., Fjord; an. fjǫrðr, N., Bucht, Fjord; germ. *ferþu-, *ferþuz?, st. M. (u), Fjord; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Fjord, fehlt DW, EWD s. u. Fjord, DW2 9, 559, Duden s. u. Fjord; Son.: vgl. ae. ford, st. M. (u), Furt; nndl. fjord, Sb., Fjord; frz. fiord, M., Fjord; nschw. fjord, Sb., Fjord; poln. fjord, M., Fjord; kymr. ffiord, M., Fjord; lit. fjordas, M., Fjord; GB.: seit 1819 belegte und aus dem Neunorwegischen sowie mittelbar dem Altnordischen aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schluchtartige weit in das Land hineinreichende Meeresbucht vor allem in Skandinavien wie beispielsweise der Hardangerfjord; BM.: hinüberführen; F.: Fjord, Fjordes, Fjords, Fjorde, Fjorden+FW; Z.: Fjor-d
flach, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. flach, eben, gerade (Adj.) (2); ne. flat (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. vlach, flach, Adj., flach, gerade (Adj.) (2), glatt, schlicht, platt, ausgestreckt; mnd. vlak (1), vlack, vlakk, flak*, Adj., flach, platt, flach ausgebreitet, eben, wenig geneigt; mnl. vlac, Adj., flach, eben, platt; ahd. flah* (1), Adj., flach; as. -; anfrk. -; germ. *flaka-, *flakaz, Adj., flach; idg. *peləg-, *plāg-, *pləg-, Adj., breit, flach, Pokorny 831; s. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, plō̆k-, pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. flach, Kluge s. u. flach, DW 3, 1698, EWD s. u. flach, DW2 9, 559, EWAhd 3, 346, Falk/Torp 249, Heidermanns 199, Duden s. u. flach, Bluhme s. u. flach; Son.: vgl. as. flaka, sw. F. (n), Sohle; ae. flōc, st. N. (a), Plattfisch, Flunder; an. flaki, sw. M. (n), Brüstung von Hürden und Planken, Schutzdach, Bretterverschlag; an. fleki, sw. M. (n), geflochtenes Schirmdach, Bohlenbrücke; lit. plãkanas, Adj., flach; GB.: (flah) seit um 830 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches eben oder gerade (Adj.) (2); BM.: breit?; F.: flach, flache, flaches, flachem, flachen, flacher(, flachere, flacheres, flacherem, flacheren, flacherer, flachste, flachstes, flachstem, flachsten, flachster)+EW; Z.: flach
$Fläche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fläche, in Breite und Länge ausgedehnte Gegebenheit; Vw.: s. Bild-, Ober-, Stirn-; E.: s. flach, s. e; L.: Kluge s. u. flach, DW 3, 1699, EWD s. u. flach; GB.: seit 1270 belegte und aus flach und e gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches ebenes sowie nur in Breite und Länge (aber nicht auch in der Höhe) ausgedehntes Gebiet oder Gebilde oder Gegebenheit; F.: Fläche, Flächen+EW; Z.: Fläch-e
$flächig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. flächig, Fläche betreffend, eben; E.: s. Fläch(e), s. ig; L.: Kluge s. u. flach, fehlt DW, EWD s. u. flach; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Fläch(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Fläche betreffend oder eben; F.: flächig, flächige, flächiges, flächigem, flächigen, flächiger(, flächigere, flächigeres, flächigerem, flächigeren, flächigerer, flächigst, flächigste, flächigstes, flächigstem, flächigsten, flächigster)+EW; Z.: fläch-ig
$Flachland, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Flachland; E.: s. flach, s. Land; L.: DW 3, 1700, EWD s. u. flach; GB.: seit 1690 belegte und aus flach und Land gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches flaches Land in Gegensatz beispielsweise zu Hochland oder Gebirge; F.: Flachland, Flachlandes, Flachlands+EW; Z.: Flach—lan-d
$flächlich, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. flächlich; Vw.: s. ober-; E.: s. Fläch(e), s. lich; L.: DW 3, 1700; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Fläch(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Fläche betreffend; F.: flächlich, flächliche, flächliches, flächlichem, flächlichen, flächlicher+EW; Z.: fläch—lich
$Flachmann, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Flachmann; E.: s. flach, s. Mann; L.: Kluge s. u. Flachmann, fehlt DW; GB.: seit 1925 belegte und aus flach und Mann gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche flache und in einer Bekleidung leicht zu verbergende Flasche für ein alkoholischen Getränk; F.: Flachmann, Flachmanns, Flachmannes, Flachmänner, Flachmännern+EW; Z.: Flach—man-n
Flachs, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Flachs, Lein; ne. flax (N.), wick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. vlahs, flahs*, st. M., Flachs; mnd. vlas, flas*, vlasch, vlass, M., Flachs; mnl. vlas, M., Flachs; ahd. flahs, st. M. (a), Flachs, Docht; as. -; anfrk. -; wgerm. *flahsa-, *flahsaz, st. M. (a), Flachs; germ. *flahsa-, *flahsam, st. N. (a), Flachs; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flachs, Kluge s. u. Flachs, EWD s. u. Flachs, DW 3, 1700, DW2 9, 566, EWAhd 3, 348, Falk/Torp 251, Duden s. u. Flachs, Bluhme s. u. Flachs; Son: vgl. afries. flax, st. N. (a), Flachs; saterl. flacs; ae. fleax, st. N. (a), Flachs, Lein; an. -; got. -; nndl. vlas, Sb., Flachs; russ. полотно (polotno), N., Leinen (N.), Fahrbahn; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche einjährige blau oder weiß in dem Frühsommer wenige Tage blühende Pflanze mit bastreichen Stängeln und ölhaltigen Samen beziehungsweise für die aus dieser Pflanze gewonnene Faser; BM.: schlagen; F.: Flachs, Flachses+EW; Z.: Fla-ch-s
flachsen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. flachsen, scherzen, witzeln, scherzend Unsinn reden; ne. wisecrack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. flachsen; E.: s. rotw. flachsen, V., schmeicheln, aufziehen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. flachsen, fehlt DW, EWD s. u. flachsen, Duden s. u. flachsen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches scherzen oder witzeln oder scherzend Unsinn reden; BM.: ?; F.: flachsen, flachse, flachst, flachsest, flachset, flachste, flachstest, flachsten, flachstet, geflachst, ##geflachst, geflachste, geflachstes, geflachstem, geflachsten, geflachster##, flachsend, ###flachsend, flachsende, flachsendes, flachsendem, flachsenden, flachsender###, flachs (!)+FW; Z.: flachs-en
$Flachserei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Flachserei, Scherz, Witz, Unsinn; E.: s. flachs(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. flachsen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus flachs(en) und er sowie ei gebildete Bezeichnung für Scherz oder Witz oder Unsinn; F.: Flachserei, Flachsereien+FW+EW; Z.: Flachs-er-ei
$flächsern, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. flächsern, Flachs betreffend, aus Flachs bestehend; E.: s. Flachs, s. er, s. (e)n; L.: DW 3, 1702, EWD s. u. Flachs; F.: flächsern, flächserne, flächsernes, flächsernem, flächsernen, flächserner+EW; Z.: flä-ch-s-er-n
flacken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. flacken, (faul) herumliegen; ne. lie (V.) around; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu nhd. flach (s. d.); L.: Kluge s. u. flacken, DW 3, 1705, Duden s. u. flacken; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl mit flach verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (faul) herumliegen; BM.: flach; F.: flacken, flacke, flackst, flackt, flacktest, flacktet, flackte, flackten, geflackt, ##geflackt, geflackte, geflacktes, geflacktem, geflackten, geflackter##, flackend, ###flackend, flackende, flackendes, flackendem, flackenden, flackender###, flack (!)+EW; Z.: flack-en
flackern, nhd., V., (14. Jh.): nhd. flackern, unruhig und mit zuckender Flamme brennen; ne. flicker (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1320-1340 (Karl Meinet); E.: mhd. vlackeren, vlackern, flackeren*, sw. V., flackern; vgl. mhd. vlacker, st. M., Flackern; vgl. ahd. flogarōn* (1), sw. V. (2), fliegen, sich verbreiten, flackern; vgl. germ. *flugatjan, sw. V., fliegen?; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flackern, Kluge s. u. flackern, DW 3, 1706, EWD s. u. flackern, DW2 9, 567, Duden s. u. flackern, Bluhme s. u. flackern; Son.: vgl. me. flakeren, sw. V., flackern; an. flǫkra, sw. V., umherstreifen, flattern; gr. πληγνύναι (plēgnýnai), V., schlagen; lat. plangere, V., schlagen; GB.: seit 1320-1340 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Feuer mögliches unruhig und mit zuckender Flamme brennen; BM.: hinschlagen und herschlagen; F.: flackern, flackere, flackre, flacker (!), flackerst, flackert, flackerte, flackertest, flackerten, flackertet, geflackert, ##geflackert##, flackernd, ###flackernd, flackerndes, flackerndem, flackernden, flackernder###, flacker (!)+EW; Z.: flack-er-n
Flade, nhd., M., F., (8./9. Jh.): nhd. Flade, Fladen, flaches Gebäck; ne. flat cake, flat bread; Vw.: -; Hw.: s. Fladen; Q.: 8./9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlade, flade*, sw. M., Fladen, Fladenbrot, breiter dünner Kuchen, Honigscheibe, Kuhfladen; mnd. vlāde, vlade, flāde*, M., Fladen, flaches Brot, dünnes Brot, flacher Kuchen; mnl. vlāde, M., Fladen; ahd. flado, sw. M. (n), „Fladen“, flacher Kuchen, Feigenkuchen, Honigkuchen; as. flatho, sw. M. (n), Fladen; germ. *flaþō-, *flaþōn, *flaþa-, *flaþan, sw. M. (n), Fläche, Fladen; s. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Flade, DW 3, 1707, DW2 9, 568, EWAhd 3, 342, Duden s. u. Flade; Son.: vgl. ai. prthá-, Sb., flache Hand; kymr. lled, M., Breite, Weite; lit. plótas, Sb., Platte; GB.: seit 8/9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete sich flach und breit erstreckende breiige Masse einer Speise und ein flaches Gebäck; BM.: flach; F.: Flade, Fladens, Fladen+EW; Z.: Fla-d-e
Fladen, nhd., M., (8./9. Jh.): nhd. Fladen, flaches Gebäck; ne. flat cake, flat bread; Vw.: -; Hw.: s. Flade; Q.: 8./9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlade, flade*, sw. M., Fladen, Fladenbrot, breiter dünner Kuchen, Honigscheibe, Kuhfladen; mnd. vlāde, vlade, flāde*, M., Fladen, flaches Brot, dünnes Brot, flacher Kuchen; mnl. vlāde, M., Fladen; ahd. flado, sw. M. (n), „Fladen“, flacher Kuchen, Feigenkuchen, Honigkuchen; as. flatho, sw. M. (n), Fladen; germ. *flaþō-, *flaþōn, *flaþa-, *flaþan, sw. M. (n), Fläche, Fladen; s. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fladen, Kluge s. u. Flade, DW 3, 1707, EWD s. u. Fladen, DW2 9, 568, EWAhd 3, 342, Falk/Torp 251, Duden s. u. Flade, Bluhme s. u. Fladen; Son.: vgl. ai. prthá-, Sb., flache Hand; kymr. lled, M., Breite, Weite; lit. plótas, Sb., Platte; GB.: seit 8/9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete sich flach und breit erstreckende breiige Masse einer Speise und ein flaches Gebäck; BM.: flach; F.: Fladen, Fladens+EW; Z.: Fla-d-en
Flader, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Flader, Ahorn, geädertes Holz; ne. grained wood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331 (Von siben Ingesigeln des Tilo von Kulm); E.: mhd. vlader (1), flader*, st. M., „Flader“, geädertes Holz, Maser; mnd. vlāder, M., Ahorn, Maser, maseriges Holz; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu nhd. flattern zu stellen (s. d.); L.: Kluge s. u. Flader, DW 3, 1708, Duden s. u. Flader; GB.: seit 1331 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte vielleicht mit flattern verbindbare Bezeichnung für den bogenförmigen und bei einem Sehnenschnitt oder Tangentialschnitts parallel zu der Längsachse sichtbaren Jahresring eines Baumstamms (Ahorns); BM.: flattern?; F.: Flader, Fladern+EW; Z.: Flad-er
Flagellant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.?): nhd. Flagellant, Geißler, Einzeller; ne. flagellant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. flagellāns; E.: s. mlat. flagellāns, (Part. Präs.=)M., Flagellant, Geißler; vgl. lat. flagellāre, V., geißeln, peitschen, auspeitschen, züchtigen; lat. flagellum, N., Geißel, Peitsche; vgl. idg. *bʰlag̑-, V., schlagen, Pokorny 154 (240/73) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Flagellant; Son.: vgl. nndl. flagellant, Sb., Flagellant; frz. flagellant, M., Flagellant; nschw. flagellant, Sb., Flagellant; nnorw. flagellant, M., Flagellant; poln. flagelanci, M. Pl., Flagellanten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch Selbstgeißelung sichtbar Buße tuenden Anhänger des Christentums oder einen Einzeller (Geißeltierchen); BM.: schlagen; F.: Flagellant, Flagellanten+FW+EW; Z.: Flag-ell-ant
Flagge, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flagge, Fahne; ne. flag (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1604; I.: Lw. nndl. vlag; E.: s. nndl. vlag, Sb., Schiffsflagge; wohl zu an. flǫgra, sw. V., flattern; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Flagge, Kluge s. u. Flagge, DW 3, 1709, EWD s. u. Flagge, Duden s. u. Flagge, Bluhme s. u. Flagge; Son.: vgl. nschw. flagg, Sb., Flagge; nnorw. flagg, N., Flagge; poln. flaga, F., Flagge; GB.: seit 1604 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine überwiegend auf Stoff dargestellte abstrakte zweidimensionale Anordnung von Farben und Flächen und Zeichen in meist rechteckiger Form; F.: Flagge, Flaggen+FW+EW; Z.: Flagg-e
$flaggen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. flaggen, Flagge setzen, Flagge hissen; E.: s. Flagg(e), s. en (Suff.): L.: Kluge s. u. Flagge, DW 3, 1710, EWD s. u. Flagge; GB.: seit 1737 belegte und aus Flagg(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Flaggen mögliches Flagge setzen; F.: flaggen, flagge (!), flaggst, flaggt, flaggest, flagget, flaggte, flaggtest, flaggten, flaggtet, geflaggt, ##geflaggt, geflaggte, geflaggtes, geflaggtem, geflaggten, geflaggter##, flaggend, ###flaggend, flaggende, flaggendes, flaggendem, flaggenden, flaggender###, flagg (!)+EW; Z.: flagg-en
flagrant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. flagrant, flackernd, deutlich hervorstechend, offenkundig; ne. flagrant (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. in flagranti; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. flagrant; E.: s. frz. flagrant, Adj., flagrant, deutlich hervorstehend; lat. flagrāns, Adj., brennend, glühend, leidenschaftlich bewegt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. flagrāre, V., flackern, flammen, lodern, brennen, entbrennen; idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. flagrant, fehlt DW, EWD s. u. flagrant, DW2 9, 571, Duden s. u. flagrant; Son.: vgl. nndl. flagrant, Adj., flagrant; nschw. flagrant, Adj., flagrant; nnorw. flagrant, Adj., flagrant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für flagrant oder flackernd oder deutlich oder offenkundig; BM.: brennen; F.: flagrant, flagrante, flagrantes, flagrantem, flagranten, flagranter(, flagrantere, flagranteres, flagranterem, flagranteren, flagranterer, flagranteste, flagrantestes, flagrantestem, flagrantesten, flagrantester)+FW; Z.: fla-g-r-ant
Flair, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Flair, Ausstrahlung, Atmosphäre; ne. flair; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1876 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. flair; E.: s. frz. flair, M., Flair, Spürsinn, Geruchssinn; vgl. frz. flairer, V., wittern, riechen; lat. fragrāre, fraglāre, flagrāre, V., stark riechen, riechen, riechend wahrnehmen, duften, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *bʰrəg-, *bʰrag-, V., riechen, Pokorny 163 (270/103) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Flair, fehlt DW, Duden s. u. Flair; Son.: vgl. nndl. flair, Sb., Flair; GB.: seit 1876 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die einen Menschen oder eine Sache umgebende und als angenehm empfundene besondere Ausstrahlung; BM.: riechen; F.: Flair, Flairs+FW; Z.: Flai-r
Flak, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Flak, Flieger-Abwehr-Kanone, Flugzeugabwehrkanone; ne. flak, ack-ack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1929 (Remarque); E.: Abkürzung aus Flieger-Abwehr-Kanone; s. nhd. fliegen, ab, Wehr (1), Kanone; L.: Kluge s. u. Flak, fehlt DW, EWD s. u. Flak, Duden s. u. Flak; GB.: seit 1929 belegte abgekürzte Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Flugzeugabwehrkanone; BM.: fliegen und abwehren (Abkürzung); F.: Flak, Flaks+EW; Z.: Fl-a-k
Flakon, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Flakon, Glasfläschchen mit Stöpsel zu einem Aufbewahren von Parfüm; ne. flacon, small bottle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flasche; Q.: 1780; I.: Lw. frz. flacon; E.: s. frz. flacon, M., Flakon; afrz. flascon, M., Weinkrug; lat. flasco, Weinkrug, (vor 513 n. Chr.); germ. *flaskō, st. F. (ō), Flasche; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Flakon, fehlt DW, EWD s. u. Flakon, Duden s. u. Flakon; Son.: vgl. nndl. flacon, Sb., Flakon; nschw. flakong, Sb., Flakon; nnorw. flakong, M., Flakon; poln. flakon, M., Flakon; lit. flakonas, M., Flakon; GB.: seit 1780 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Glasfläschchen mit Stöpsel zu einem Aufbewahren von Parfüm; BM.: Flasche; F.: Flakon, Flakons+FW; Z.: Flak-on
Flamberg, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Flamberg, Zweihandschwert, breites Landsknechtsschwert; ne. flamberg; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. flamberge; E.: von dem Schwertnamen des Renaut de Montauban frz. flamberge, F., Flamberge; angelehnt an frz. flambe, F., Flamme; aber letztlich vom awfrk. Frauennamen Flotberga; germ. *bergan, st. V., bergen, schützen; idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Flamberg, DW 3, 1711 (Flamberge), Kluge s. u. Flamberg, Duden s. u. Flamberg; Son.: vgl. nschw. flamberg, Sb., Flamberg; GB.: vielleicht seit 1531 belegte und aus dem Französischen sowie dem altfränkischen Frauennamen Flotberga aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mit beiden Händen zu führendes Schwert der Landsknechte mit wellig-geflammter Klinge; BM.: tragen?; F.: Flamberg, Flamberges, Flambergs, Flamberge, Flambergen+FW(+EW); Z.: Flam-ber-g
flambieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. flambieren, mit Alkohol übergießen und ansengen; ne. flame (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1871 (Wörterbuch); I.: Lw. frz. flamber; E.: s. frz. flamber, V., aufflammen, Flammen schlagen; lat. flammāre, V., flammen, brennen, entflammen, entzünden, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. flamma, F., Flamme; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. flambieren, fehlt DW. EWD s. u. flambieren, Duden s. u. flambieren; Son.: vgl. nndl. flamberen, V., flambieren; nschw. flambera, V., flambieren; nnorw. flambere, V., flambieren; poln. flambirować, V., flambieren; kymr. fflamio, V., flambieren; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Dinge wie beispielsweise Speisen zu einer Geschmacksverfeinerung mit Alkohol übergießen und ansengen; BM.: glänzen; F.: flambieren, flambiere, flambierst, flambiert, flambierest, flambieret, flambierte, flambiertest, flambierten, flambiertet, ##flambiert, flambierte, flambiertes, flambiertem, flambierten, flambierter, flambierend, ###flambierend, flambierende, flambierendes, flambierendem, flambierenden, flambierender###, flambier (!)+FW(+EW); Z.: fla-m-b-ier-en
Flamingo, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Flamingo, ein Vogel; ne. flamingo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1779; I.: Lw. span. flamenco; E.: s. span. flamenco, M., Flamingo; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Flamingo, fehlt DW, Duden s. u. Flamingo; Son.: vgl. nndl. flamingo, Sb., Flamingo; frz. flamant rose, M., Flamingo; nschw. flamingo, Sb., Flamingo; nnorw. flamingo, M., Flamingo; poln. flaming, M., Flamingo; kymr. fflamingo, M., Flamingo; lit. flamingas, M., Flamingo; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen in Europa und Afrika sowie Asien verbreiteten gesellig lebenden mit weißen oder rosa Federn versehenen großen Wasservogel mit sehr langen Beinen und sehr langem Hals und einem vorn abgebogenen Schnabel; BM.: ?; F.: Flamingo, Flamingos+FW(+EW); Z.: Flaming-o
Flamme, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Flamme, Feuer; ne. flame (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flamm; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlamme, flam*, st. F., sw. F., st. M., sw. M., Flamme; mnd. vlamme, flamme*, sw. F., M., Flamme, Feuerflamme, Feuer (N.), Licht, Erleuchtung; mnl. vlamme, F., Flamme; ahd. flamma, sw. F. (n), st. F. (ō)?, Flamme; as. -; anfrk. flamma*, sw. F. (n), Flamme; lat. flamma, F., Flamme, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Flamme, Kluge s. u. Flamme, DW 3, 1712, EWD s. u. Flamme, DW2 9, 572, EWAhd 3, 350, Duden s. u. Flamme, Bluhme s. u. Flamme; Son.: vgl. nndl. vlam, Sb., Flamme; frz. flamme, F., Flamme; nschw. flamma, Sb., Flamme; nnorw. flamme, M., Flamme; GB.: (flamma) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen hochschlagenden Teil des Feuers; BM.: glänzen; F.: Flamme, Flammen+FW(+EW); Z.: Fla-m-m-e
$flammen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. flammen, lodern, brennen; L.: DW 3, 1714, EWD s. u. Flamme, DW2 9, 574; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Feuers mögliches lodern oder brennen; F.: flammen (!), flamme(!), flammst, flammt, flammest, flammet, flammte, flammtest, flammten, flammtet, geflammt, ##geflammt, geflammte, geflammtes, geflammtem, geflammten, geflammter##, flammend, ###flammend, flammende, flammendes, flammendem, flammenden, flammender###, flamm (!)+FW(+EW); Z.: fla-m-m-en
Flanell, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Flanell, ein Stoff; ne. flannel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1517; I.: Lw. frz. flanelle; E.: s. frz. flanelle, F., Flanell; ne. flannel, N., Flanell; kymr. gwlân, M., Wolle; idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Flanell, DW 3, 1722, EWD s. u. Flanell, DW2 9, 578, Duden s. u. Flanell; Son.: vgl. nndl. flanel, Sb., Flanell; nschw. flanell, Sb., Flanell; nnorw. flanell, M., Flanell; poln. flanela, F., Flanell; lit. flanelė, F., Flanell; GB.: seit 1517 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein angerautes Gewebe (Stoff) in Leinenbindung oder Köperbindung aus Baumwolle für Wäsche oder Oberbekleidung; BM.: Wolle; F.: Flanell, Flanells, Flanelle, Flanellen+FW(+EW); Z.: Fla-n-ell
flanieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. flanieren, umherschlendern; ne. saunter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1839; I.: Lw. frz. flâner; E.: s. frz. flâner, V., flanieren, umherschlendern; wohl über Ableitungen von lat. follis, M., lederner Schlauch, Ballon, Blasebalg, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. flanieren, fehlt DW, EWD s. u. flanieren, DW2 9, 578, Duden s. u. flanieren; Son.: vgl. nndl. flaneren, V., flanieren; nschw. flanera, V., flanieren; nnorw. flanere, V., flanieren; GB.: seit 1839 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes ohne ein bestimmtes Ziel langsam spazieren gehen oder umherschlendern; BM.: blasen bzw. sprudeln?; F.: flanieren, flaniere, flanierst, flaniert, flanierest, flanieret, flanierte, flaniertest, flanierten, flaniertet, ##flaniert, flanierte, flaniertes, flaniertem, flanierten, flanierter##, flanierend, ###flanierend, flanierende, flanierendes, flanierendem, flanierenden, flanierender###, flanier(!)+FW(+EW); Z.: fla-n-ier-en
Flanke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Flanke, Seite; ne. flank (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1578; I.: Lw. frz. flanc; E.: s. frz. flanc, M., Weiche; vielleicht von awfrk. *hlanka, Sb., Seite, Hüfte Lende; vgl. germ. *hlankō, st. F. (ō), Biegung, Hüfte, Flanke; germ.? *hlankī-, *hlankīn, sw. F. (n), Weiche (F.) (1), Flanke; idg. *kleng-, *klenk-, V., biegen, winden, drehen, Pokorny 603 (934/166) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Flanke, DW 3, 1723, EWD s. u. Flanke, DW2 9, 279, Duden s. u. Flanke, Bluhme s. u. Flanke; Son.: vgl. nndl. flank, Sb., Flanke; nschw. flank, Sb., Flanke; nnorw. flanke, M., Flanke; poln. flanka, F., Flanke; GB.: seit 1578 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Altwestfränkischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den weichen seitlichen Teil des Rumpfes des Menschen und höherer Tiere; BM.: biegen; F.: Flanke, Flanken+FW(+EW); Z.: Flank-e
$flanken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. flanken, eine Flanke ausführen, eine Flanke spielen; L.: Kluge s. u. Flanke, fehlt DW (dort Flankenschlagen); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Flank(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes eine Flanke ausführen oder eine Flanke spielen; F.: flanken, flanke, flankst, flankt, flankest, flanket, flankte, flanktest, flankten, flanktet, geflankt, ##geflankt, geflankte, geflanktes, geflanktem, geflankten, geflankter##, flankend, ###flankend, flankende, flankendes, flankendem, flankenden, flankender###, flank(!)+FW +EW; Z.: flank-en
$flankieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. flankieren, an der Seite sein (V.) oder seitlich begrenzen oder unterstützen; L.: Kluge s. u. Flanke, DW 3, 1723; GB.: seit 1616 belegte und aus Flank(e) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes an der Seite sein (V.) oder seitlich begrenzen oder unterstützen; F.: flankieren, flankiere, flankierst, flankiert, flankierest, flankieret, flankierte, flankiertest, flankierten, flankiertet, ##flankiert, flankierte, flankiertes, flankiertem, flankierten, flankierter##, flankierend, ###flankierend, flankierende, flankierendes, flankierendem, flankierenden, flankierender###, flankier(!)+FW+EW; Z.: flank-ier-en
$Flankierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flankierung, seitliche Begrenzung oder Unterstützung; E.: s. flankier(en) s. ung; L.: EWD s. u. Flanke; fehlt DW, GB.: seit dem 17. Jh. belegte und aus flankier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Bezeichnung für eine seitliche Begrenzung oder Unterstützung; F.: Flankierung, Flankierungen+FW+EW; Z.: Flank-ier-ung
Flansch, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Flansch, eine Rohrverbindung; ne. flange; Vw.: -; Hw.: s. flennen?; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. vlansch, flansch*, st. N., Flansch, Zipfel; vgl. mhd. vlans, st. M., Mund (M.), Maul, verzerrtes Maul, Oberlippe; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Flansch, fehlt DW, EWD s. u. Flansch, Duden s. u. Flansch, Bluhme s. u. Flansch; GB.: seit 1200-1210 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete überstehende sowie als Verbindung oder Anschluss dienende ringförmige Verbreiterung oder einen Rand an Rohren; BM.: ?; F.: Flansch, Flansches, Flanschs, Flansche, Flanschen+EW; Z.: Flansch
Flappe, Flabbe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Flappe, Flabbe, herabhängende Unterlippe, offener Mund, schiefer Mund; ne. sagging lip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. flabbe, flab, vlabbe, F., Mund (M.), Maul, breites und hängendes Maul (N.), verächtliche Bezeichnung eines schwatzhaften Mundes (M.); weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht lautmalend?; L.: Kluge s. u. Flappe, DW 3, 1724 (Flappe), Duden s. u. Flappe; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen schiefen und verzerrten Mund; BM.: lautmalend?; F.: Flappe, Flappen, Flabbe, Flabben+EW; Z.: Flapp-e
$flappen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. flappen, klappen, schlagen; E.: s. Flapp(e). s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Flappe, DW 3, 1724; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Flapp(e) und en (Suff.) gebildete und mit Flappe verbindbare Bezeichnung; F.: flappen, flappe, flappst, flappt, flappest, flappet, flappte, flapptest, flappten, flapptet, geflappt, ##geflappt, geflappte, geflapptes, geflapptem, geflappten, geflappter##, flappend, ###flappend, flappende, flappendes, flappendem, flappenden, flappender###, flapp (!) +EW; Z.: flapp-en
$Flaps, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Flaps; E.: s. Flap(pe), s. s; L.: Kluge s. u. Flappe, DW 3, 1724; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Flap(pe) und s gebildete Bezeichnung für unterschiedliche hängende Teile an Menschen und Sachen; F.: Flaps, Flapses, Flapse, Flapsen+EW; Z.: Flap-s
Flasche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Flasche, Gefäß; ne. bottle (N.), flask (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flakon; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. vlasche (1), vlesche, flesche, st. F., sw. F., Flasche, Schlag; mnd. vlasche, flasche, vlesche, F., Flasche, Weinflasche, Fläschchen; mnl. flassce, F., Flasche; ahd. flaska, flasca, st. F. (ō), sw. F. (n), Flasche, Schlauch, Behälter; as. flaska*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Flasche; anfrk. -; germ. *flaskō, st. F. (ō), Flasche, das zum Geflecht Gehörige?; vielleicht Anschluss an germ. *flehtan, st. V., flechten; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flasche, Kluge s. u. Flasche, DW 3, 1725, EWD s. u. Flasche, DW2 9, 580, EWAhd 3, 353, Duden s. u. Flasche, Bluhme s. u. Flasche; Son.: vgl. afries. -; ae. flasce, flaxe, sw. F. (n), Flasche; an. flaska, F., Flasche; got. *flaskō, sw. F. (ōn), Flasche; nndl. flesch, Sb., Flasche; nschw. flaska, Sb., Flasche; nnorw. flaske, M., F., Flasche; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht in Ägypten schon vor 3500 Jahren aus Glas (und später auch Metall und Plastik) entwickeltes und verwendetes Gefäß mit enger Öffnung und Halsansatz zu einem Aufbewahren von Flüssigkeiten und auch Gasen sowie auch für die Halterung für mehrere Rollen eines Flaschenzugs; BM.: flechten?; F.: Flasche, Flaschen+EW; Z.: Fla-sch-e
$Flaschenpost, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Flaschenpost; E.: s. Flasche, s. n, s. Post; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. Flasche; GB.: vielleicht seit um 1800 belegte und aus Flasch(e) und en (Suff.) sowie Post gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie in einer verschlossenen Flasche (oft an einen unbekannten Empfänger) versendete Nachricht oder Mitteilung; F.: Flaschenpost+EW+FW; Z.: Fla-sch-en—po-s-t
$Flaschenzug, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Flaschenzug; E.: s. Flasche, s. n, s. Zug; L.: Kluge s. u. Flaschenzug, EWD s. u. Flasche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flasch(e) und en sowie Zug gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dem Altertum (beispielsweise Archimedes) belegte und verwendete Vorrichtung für ein aus Rollen und Seilen gebildetes leichteres Heben von Lasten durch Verteilung des zu hebenden Gewichts auf mehrere Rollen wobei das Produkt aus der auf die Last wirkenden Kraft und ihrem Bewegungsweg gleich dem Produkt aus der an der Zugkraft wirkenden Kraft und ihrem Weg ist; F.: Flaschenzug, Flaschenzugs, Flaschenzuges, Flaschenzüge, Flaschenzügen+EW; Z.: Fla-sch-en—zu-g
Flaschner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Flaschner, Klempner, Installateur; ne. plumber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1403/1439 (Ofener Stadtrecht); E.: s. mhd. vlaschenære*, vlaschener, flaschenære*, flaschener*, st. M., Flaschner, Klempner; mhd. vlasche (1), vlesche, flesche, st. F., sw. F., Flasche, Schlag; ahd. flaska, flasca, st. F. (ō), sw. F. (n), Flasche, Schlauch, Behälter; germ. *flaskō, st. F. (ō), Flasche, das zum Geflecht Gehörige?; germ. *flehtan, st. V., flechten; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Flaschner, DW 3, 1728, EWD s. u. Flasche, DW2 9, 582; GB.: (vlaschenære) seit 1403/1439 belegte und aus Flasch(e) und en (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dem Altertum möglichen Gegenstände (Flaschen) aus Metall (besonders aus Blech) herstellenden oder bearbeitenden Handwerker; BM.: flechten?; F.: Flaschner, Flaschners, Flaschnern+EW; Z.: Fla-sch-n-er
Flat, nhd. (ält.), F.: nhd. Flat, Reinheit, Sauberkeit, Schönheit; ne. cleanliness; Vw.: s. Un-; Hw.: -; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: mhd. vlāt, flāt*, st. F., „Flat“, Sauberkeit, Zierlichkeit, Schönheit; mhd. vlæjen, vlæn, vlæen, sw. V., „flaien“, spülen, waschen, säubern, sich im Wasser hinbewegen; ahd. flewen* (1), sw. V. (1b), waschen, wallen (V.) (1); germ. *flawjan, sw. V., spülen; idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 3, 1728; GB.: (vlāt) seit 1331-1341 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche Reinheit oder Sauberkeit oder Schönheit; BM.: waschen; F.: Flat, Flats+EW; Z.: Fla-t
...flation, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...flation, Blähung; ne. ...flation; Vw.: s. De- (fehlt DW), In- (fehlt DW); Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. flātio; E.: s. lat. flātio, F., Blähung, Blasen (N.), Blasung; lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...flatie, Suff., ...flation; frz. …flation, Suff., ...flation; nschw. ...flation, Suff., ...flation; nnorw. ...flasjon, Suff., ...flation; poln. ...flacja, Suff., ...flation; lit. ...fliacija, Suff., ...flation; GB.: vielleicht seit 19. Jh.? belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung für eine von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild gebildete und verwendete Blähung oder ein Aufgeblasensein; BM.: blasen; F.: ...flation, ...flationen+FW(+FW); F.: -fla-t-io-n
$Flattergeist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Flattergeist, flatternder Geist, flatterhafter Mensch; E.: s. flatter(n), s. Geist; L.: DW 3, 1730, EWD s. u. flattern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus flatter(n) und Geist gebildete Bezeichnung für in en in der Vorstellung von Menschen möglichen flatternden Geist oder flatterhaften Menschen; F.: Flattergeist, Flattergeistes, Flattergeists, Flattergeister, Flattergeistern+EW; Z.: Fla-t-t-er—gei-s-t
$flatterhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. flatterhaft, flatterig, flatternd; E.: s. flatter(n) und haft; L.: Kluge s. u. flattern, DW 3, 1730, EWD s. u. flattern; GB.: seit 1687 belegte und aus flatter(n) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches flatternd oder flatterig (oder unbeständig); F.: flatterhaft, flatterhafte, flatterhaftes, flatterhaftem, flatterhaften, flatterhafter(, flatterhaftere, flatterhafteres, flatterhafterem, flatterhafteren, flatterhafterer, flatterhaftest, flatterhafteste, flatterhaftestes, flatterhaftestem, flatterhaftesten, flatterhaftester)+EW; Z.: fla-t-t-er—haf-t
$flatterig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. flatterig, flatternd, flatterhaft; E.: s. flatter(n), s. ig; L.: DW 13, 1731, EWD s. u. flattern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus flatter(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches flatternd oder flatterhaft (oder unbeständig); F.: flatterig, flatterige, flatteriges, flatterigem, flatterigen, flatteriger(, flatterigere, flatterigeres, flatterigerem, flatterigeren, flatterigerer, flatterigst, flatterigste, flatterigstes, flatterigstem, flatterigsten, flatterigster)+EW; Z.: fla-t-t-er-ig
flattern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. flattern, Flügel schnell bewegen, unruhig-taumelig fliegen; ne. flutter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; E.: s. mhd. vladeren, sw. V., flattern; mnd. vladderen*, vladdern, sw. V., flattern, mit den Gedanken hin gehen und her gehen; germ. *flaþrōn, sw. V., flattern; s. idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flattern, Kluge s. u. flattern, DW 3, 1731, EWD s. u. flattern, DW2 9, 583, Falk/Torp 251, Duden s. u. flattern, Bluhme s. u. flattern; GB.: seit 1477 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Flügel schnell bewegen oder unruhig-taumelig fliegen; BM.: fliegen; F.: flattern, flattere, flatter (!), flatterst, flattert, flatterest, flatteret, flatterte, flattertest, flatterten, flattertet, geflattert, ##geflattert, geflatterte, geflattertes, geflattertem, geflatterten, geflatterter##, flatternd, ###flatternd, flatternde, flatterndes, flatterndem, flatternden, flatternder###, flatter (!)+EW; Z.: fla-t-t-er-n
flattieren, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. flattieren, schmeicheln, schöntun; ne. flatter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1537; I.: Lw. frz. flatter; E.: s. frz. flatter, V., schmeicheln, schöntun; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht über eine Ableitung lat. *flaccitāre, V., schlaff machen von lat. flaccus (1), Adj., welk, schlapp, schlappe Ohren habend, (116-27 v. Chr.); idg. *bʰelāg-, *bʰlāg-, Adj., schlaff?, albern?, Pokorny 124 (203/36) (RB. idg. aus ital., slaw.); L.: Kluge s. u. flattieren, DW 3, 1734, Duden s. u. flattieren; Son.: schweiz.; vgl. nndl. flatteren, V., flattieren; nnorw. flattere, V., flattieren; GB.: seit 1537 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches schmeicheln oder schöntun; BM.: schlaff?; F.: flattieren, flattiere, flattierst, flattiert, flattierest, flattieret, flattierte, flattiertest, flattierten, flattiertet, ##flattiert, flattierte, flattiertes, flattiertem, flattierten, flattierter##, flattierend, ###flattierend, flattierende, flattierendes, flattierendem, flattierenden, flattierender###, flattier (!)+FW(+EW); Z.: fla-t-t-ier-en
flau, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. flau, schwach, matt; ne. dull (Adj.), slack (Adj.), spiritless; Vw.: -; Hw.: s. Flaute, lau; Q.: 17. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen und Niederdeutschen; s. nndl. flauw, Adj., flau; mnd. flau, Adj., schwach, matt, kraftlos; afrz. flau, Adj., sanft; ahd. lāo*, Adj., lau, lauwarm, warm, mild, lasch, halbherzig; germ. *hlēwa-, *hlēwaz, *hlǣwa-, *hlǣwaz, Adj., lau, lauwarm; s. idg. k̑el- (1), *k̑elH-, V., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); EWD geht von einer Herkunft aus von lat. flāvus, Adj., goldgelb, rotgelb, gelb; idg. *bʰlēu̯os, Adj., hell, gelb, blond, blau, Pokorny 160; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. flau, Kluge s. u. flau, DW 3, 1734, EWD s. u. flau, Duden s. u. flau, EWAhd 5, 1039, Bluhme s. u. flau; Son.: vgl. frz. flou, Adj., sanft, weich; nschw. flau, Adj., flau; nnorw. flau, Adj., flau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen sowie dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen aufgenommene und teilweise umgebildete sowie für das erschließbare Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schwach oder matt oder kraftlos; BM.: kalt?; F.: flau, flaue, flaues, flauem, flauen, flauer(, flauere, flaueres, flauerem, flaueren, flauerer, flauste, flaustes, flaustem, flausten, flauster, flaueste, flauestes, flauestem, flauesten, flauester)+FW(?)+EW(?); Z.: flau
$flauen, nhd., sw. V., (?).: nhd. flauen; Vw.: s. ab-; E.: s. flau, s. en (Suff.); L.: DW 3, 1735; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus flau und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für flau sein (V.) oder flau werden oder spülen (fleien); F.: flauen, flaue, flaust, flaut, flauest, flauet, flaute, flautest, flauten, flautet, geflaut, ##geflaut, geflaute, geflautes, geflautem, geflauten, geflauter##, flauend, ###flauend, flauende, flauendes, flauendem, flauenden, flauender###, flau (!)+FW?+EW?; Z.: ab—flau-en
Flaum, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Flaum, Gesamtheit der Daunen, feiner Haarwuchs; ne. fluff (N.), plume; Vw.: -; Hw.: s. Flausch; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. pflūme, vlūme, M., F., Flaum, Flaumfeder; mnd. plūme (2), plǖme, ployme, pleume, F., Feder, Flaume, Flaumfeder, Daune, Federschmuck an Hut (M.) oder Helm, Federbusch, Samenflocke einer Pflanze; ahd. *flūma, sw. F. (n), Flaumfeder; lang. *pflūma?, st. F. (ō?)?, sw. F. (n?)?, Feder; as. *plūma?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Feder; anfrk. -; lat. plūma, F., Feder, Flaumfeder, (um 250-184 v. Chr.); idg. *pleus-, V., Sb., rupfen, Flocke, Feder, Haar (N.), Vlies, Pokorny 838 (1445/87) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flaum, Kluge s. u. Flaum, DW 3, 1735, EWD s. u. Flaum, Duden s. u. Flaum, Bluhme s. u. Flaum; Son: vgl. nndl. pfluim, Sb., Flaum; frz. plume, F., Feder; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche Gesamtheit der Flaumfedern oder die Gesamtheit der Daunen bei Vögeln und feinen Haarwuchs; BM.: spalten?; F.: Flaum, Flaumes, Flaums+FW(+EW); Z.: Flau-m
$flaumenweich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. flaumenweich, flaumweich; E.: s. Flaum, s. en, s. weich; L.: DW 3, 1736, EWD s. u. Flaum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Flaum und en sowie weich gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches weich wie Flaum(en); F.: flaumenweich, flaumenweiche, flaumenweiches, flaumenweichem, flaumenweichen, flaumenweicher+FW+EW; Z.: flau-m-en—wei-ch
$flaumig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. flaumig, Flaum betreffend, flaumenweich; E.: s. Flaum, s. ig; L.: Kluge s. u. Flaum, DW 3, 1737, EWD s. u. Flaum; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Flaum und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Flaum betreffend oder flaumenweich; F.: flaumig, flaumige, flaumiges, flaumigem, flaumigen, flaumiger(, flaumigere, flaumigeres, flaumigerem, flaumigeren, flaumigerer, flaumigst, flaumigste, flaumigstes, flaumigstem, flaumigsten, flaumigster)+FW+EW; Z.: flau-m-ig
$flaumweich, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. flaumweich, flaumig, flaumenweich; E.: s. Flaum, s. weich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Flaum; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Flaum und weich gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches weich wie Flaum oder Flaum betreffend; F.: flaumweich, flaumweiche, flaumweiches, flaumweichem, flaumweichen, flaumweicher+FW+EW; Z.: flau-m—wei-ch
Flausch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Flausch, dicker weicher Wollstoff; ne. fleece (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flaum; Q.: 1670; E.: s. mnd. vlūs, vlūsch, vlues, vlǖs, N., Vlies, zusammengeballte Haare, Flocke; germ. *fleusa, Sb., Vlies; s. idg. *pleus-, V., Sb., rupfen, Flocke, Feder, Haar (N.), Vlies, Pokorny 838 (1445/87) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flaus, Flause, Kluge s. u. Flausch, DW 3, 1737 (Flaus und vergröbert in Flausch), EWD s. u. Flaus, DW2 9, 587, Bluhme s. u. Flause, flauschig; Son.: vgl. lat. plūma, F., Feder, Flaumfeder; mir. ló, lóe, Sb., Wollflocke; lit. plùskos, F. Pl., Haarzotten; GB.: seit 1670 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht nach natürlichem Vorbild von Menschen sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten dicken und weichen Wollstoff (mit gerauter Oberfläche); BM.: herumfliegende Wollflocke; F.: Flausch, Flauschs, Flausches, Flausche, Flauschen+EW; Z.: Flau-sch
$flauschig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. flauschig, wollig, weich, flaumig; E.: s. Flausch, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Flaus; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Flausch und ig gebildete Bezeichnung für wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickeltes und verwendetes wollig oder weich oder flaumig; F.: flauschig, flauschige, flauschiges, flauschigem, flauschigen, flauschiger(, flauschigere, flauschigeres, flauschigerem, flauschigeren, flauschigerer, flauschigst, flauschigste, flauschigstes, flauschigstem, flauschigsten, flauschigster)+EW; Z.: flau-sch-ig
$Flause, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Flause, Ausrede, Dummheit, Nichtigkeit; Hw.: s. Flausch; Q.: Ende 16. Jh.; E.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Flaus und e gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Ausrede oder Dummheit oder Nichtigkeit; L.: DW 3, 1737, EWD s. u. Flause; F.: Flause, Flausen+EW; Z.: Flau-s-e
Flaute, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Flaute, Windstille (auf dem Meer); ne. calm (N.); Vw.: -; Hw.: s. flau; Q.: 1767 (Wörterbuch); E.: s. nhd. flau (s. d.); L.: Kluge s. u. Flaute, DW 3, 1738 (gewöhnlich Flöte), EWD s. u. flau, DW2 9, 588, Duden s. u. Flaute; Son.: vgl. nndl. flauwte, Sb., Flaute; GB.: seit 1767 belegte und aus flau und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Festigung der Erdoberfläche mögliche Windstille (auf dem Meer); BM.: kalt?; F.: Flaute, Flauten+FW(+EW); Z.: Flau-t-e
Fläz, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Fläz, Flegel, Lümmel; ne. cad, boor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vielleicht von mnd. vlȫte, vlote, F., Löffel zu dem Abschöpfen des Rahmes, breiter Abrahmlöffel; vgl. mnd. vlot, M.?, N., Flott, Rahm, Sahne, Milchrahm; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Fläz, fehlt DW, EWD s. u. Fläz; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Flegel (flegelhaften Menschen) oder Lümmel; BM.: Löffel?; F.: Fläz, Fläzes, Fläze, Fläzen+EW?; Z.: Fläz
$fläzen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. fläzen, hinlegen, hinlümmeln; Vw.: s. hin-; E.: s. Fläz, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fläz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Fläz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich flegelhaft oder zwanglos hinlegen oder hinlümmeln; F.: fläzen, fläze, fläzst (!), fläzt, fläzest, fläzet, fläzte, fläztest, fläzten, fläztet, gefläzt, ##gefläzt, gefläzte, gefläztes, gefläztem, gefläzten, gefläzter##, fläzend, ###fläzend, fläzende, fläzendes, fläzendem, fläzenden, fläzender###, fläz (!)+EW?; Z.: fläz-en
Flechse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Flechse, Sehne; ne. tendon, sinew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1564 (Rossarzneibuch); E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Flechse, Kluge s. u. Flechse, DW 3, 1738, DW2 9, 588, Duden s. u. Flechse; GB.: seit 1564 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche Sehne als einen bindegewebigen einen Muskel mit einem Knochen verbindenden und sich über Gewebsflüssigkeit ernährenden Teil eines Muskels; BM.: ?; F.: Flechse, Flechsen+EW; Z.: Flechs-e
Flechte, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Flechte, geflochtenes Haar, Band (N.), Stroh, eine sehr langsam wachsende langlebende Pflanze an Rinden von Bäumen; ne. tress, braid; Vw.: -; Hw.: s. flechten; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Lancelot); E.: mhd. vlehte, flehte*, st. F., sw. F., Flechte, Flechtwerk, Haarflechte; mnd. vlechte, vlecht, flechte*, F., N., Haarflechte, Haarzopf, Geflecht, Weidengeflecht, Flechtzaun, Hürde, Wagenleiter (F.); mnl. vlechte, F., Flechte; ahd.? flehta*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Flechte, Hautflechte, Ausschlag; germ. *flehtō, st. F. (ō), Flechte, Matte (F.) (1); s. idg. plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flechte, Kluge s. u. Flechte, DW 3, 1738, EWD s. u. flechten, DW2 9, 588, Duden s. u. Flechte; Son.: vgl. . fleohta, fleohtra, sw. M. (n), Geflecht, Hürde; an. flātta, sw. F. (n), Matte (F.) (1), Strohdecke got. flahta, flahtō?, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Flechte GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geflochtenes Haar und davon abgeleitet auch für eine aus Algen und Pilzfäden vor mehr als 220 Millionen Jahren entwickelte und sehr langsam wachsende langlebige Pflanze an Rinden von Bäumen; BM.: falten?; F.: Flechte, Flechten+EW; Z.: Fle-ch-t-e
flechten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. flechten, winden, zusammenwinden, weben; ne. braid (V.), plait (V.), weave; Vw.: -; Hw.: s. Flechte; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. vlehten (1), flehten*, st. V., drehen, flechten, verflechten, knüpfen, ineinanderflechten, verbinden; mnd. vlechten, flechten, vlichten, st. V., sw. V., flechten, verflechten, hineinflechten, ranken, umranken, umarmen, umfassen; mnl. vlechten, V., flechten; ahd. flehtan*, st. V. (3b), flechten, weben, biegen, winden; as. flehtan*, st. V. (3b), flechten; anfrk. -; germ. *flehtan, st. V., flechten; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. flechten, Kluge s. u. flechten, DW 3, 1738, EWD s. u. flechten, DW2 9, 589, EWAhd 3, 365, Falk/Torp 250, Seebold 198, Duden s. u. flechten, Bluhme s. u. flechten; Son.: vgl. afries. -; ae. *fleohtan, st. V. (3b), flechten; an. fletta (4), sw. V. (2), flechten; got. *flaíhtan?, st. V. (3), flechten; nndl. flechten, V., flechten; nschw. fläta, V., flechten; nnorw. flette, V., flechten; lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten, ineinander fügen; ksl. plěti, V., jäten; aruss. plesti, pletu, V., flechten; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zusammenwinden; BM.: falten?; F.: flechten, flechte, flichtst, flicht, flechtet, flechtest, flocht, flochtest, flochten, flochtet, flöchte, flöchtest, flöchten, flöchtet, geflochten, ##geflochten, geflochtene, geflochtenes, geflochtenem, geflochtenen, geflochtener##, flechtend, ###flechtend, flechtende, flechtendes, flechtendem, flechtenden, flechtender###, flecht (!)+EW; Z.: fle-ch-t-en
Fleck, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Fleck, Flecken (M.), Lappen (M.), Fetzen (M.), Platz (M.) (1); ne. spot (N.), lump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flecken, flicken; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. vlec, flec*, st. M., Fleck, Makel, Wunde, Beule, Stück Zeug, Flicken (M.); mhd. vlecke, sw. M., Stück Zeug, Fetzen (M.), Flecken (M.); mnd. vlek, flek, vlecke, M., N., Stück, Stück Fleisch, Fleck, Hautfleck; mnl. vlecke, Sb., Fleck; ahd. flek*, flec, st. M. (a), Fleck, Mal (M.) (2), Stückchen; ahd. flekko*, flecko*, sw. M. (n), Fleck, Flecken, Mal (N.) (2), Makel; as. -, anfrk. -; germ. *flekka-, *flekkaz, st. M. (a), Fleck; germ. *flekkō-, *flekkōn, *flekka-, *flekkan, sw. M. (n), Fleck; s. idg. *plēk̑-, *plək̑-, V., reißen, schälen, Pokorny 835 (1441/83) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); vgl. idg. *plē-?, plə-?, V., spalten, reißen, Pokorny 834 (1438/80) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fleck, Kluge s. u. Fleck, DW 3, 1740, EWD s. u. Fleck, DW2 9, 591, EWAhd 3, 373, Falk/Torp 250, Duden s. u. Fleck, Bluhme s. u. Fleck; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. flekkr, st. M. (a), Fleck, Flecken; got. -; lat. plaga, F., Platte, Blatt, Fläche; nndl. vlek, Sb., Fleck; nschw. fläck, Sb., Fleck; nnorw. flekk, M., Fleck; GB.: (flekko) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche verschmutzte Stelle oder einen Lappen oder einen Fetzen oder einen Platz; BM.: flach?; F.: Fleck, Fleckes, Flecks, Flecke, Flecken+EW; Z.: Fle-ck
Flecken, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Flecken, Fleck, Lappen (M.), Fetzen (M.), Platz (M.) (1); ne. spot (N.), lump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Fleck, flicken; Q.: 790 (Glosse); E.: s. mhd. vlec, flec*, st. M., Fleck, Makel, Wunde, Beule, Stück Zeug, Flicken (M.); mhd. vlecke, sw. M., Stück Zeug, Fetzen (M.), Flecken (M.); mnd. vlek, flek, vlecke, M., N., Stück, Stück Fleisch, Fleck, Hautfleck; mnl. vlecke, Sb., Fleck; ahd. flek*, flec, st. M. (a), Fleck, Mal (M.) (2), Stückchen; ahd. flekko*, flecko*, sw. M. (n), Fleck, Flecken, Mal (N.) (2), Makel; as. -, anfrk. -; germ. *flekka-, *flekkaz, st. M. (a), Fleck; germ. *flekkō-, *flekkōn, *flekka-, *flekkan, sw. M. (n), Fleck; s. idg. *plēk̑-, *plək̑-, V., reißen, schälen, Pokorny 835 (1441/83) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); vgl. idg. *plē-?, *plə-?, V., spalten, reißen, Pokorny 834 (1438/80) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fleck, Kluge s. u. Fleck, EWD s. u. Fleck, DW 3, 1740, DW2 9, 591, EWAhd 3, 373, Falk/Torp 250, Duden s. u. Fleck, Bluhme s. u. Fleck; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. flekkr, st. M. (a), Fleck, Flecken; got. -; lat. plaga, F., Platte, Blatt, Fläche; nndl. vlek, Sb., Flecken, Fleck; nschw. fläck, Sb., Flecken, Fleck; nnorw. flekk, M., Flecken, Fleck; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche verschmutzte Stelle oder einen Lappen oder einen Fetzen oder einen Platz; BM.: flach?; F.: Flecken, Fleckens+EW; Z.: Fle-ck-en
$Fleckfieber, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fleckfieber; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Fleck und Fieber gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche weltweit durch Rickettsien verursachte und durch einen Ausschlag und Fieber gekennzeichnete sowie durch Läuse oder Milben oder Zecken übertragene Krankheit; L.: DW 3, 1745, EWD s. u. Fleck; F.: Fleckfieber, Fleckfiebers+EW+FW; Z.: Fle-ck—fieb-er
$fleckig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. fleckig, Flecken aufweisend; E.: E.: s. Fleck, s. ig; L.: Kluge s. u. Fleck, DW 3, 1745, EWD s. u. Fleck; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Fleck und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Flecken aufweisend; F.: fleckig, fleckige, fleckiges, fleckigem, fleckigen, fleckiger(, fleckigere, fleckigeres, fleckigerem, fleckigeren, fleckigerer, fleckigst, fleckigste, fleckigstes, fleckigstem, fleckigsten, fleckigster)+EW; Z.: fle-ck-ig
$Fledderei, nhd., F., (20 Jh.?) : nhd. Fledderei, Plündern, Berauben; Vw.: s. Leichen-; E.: s. fledder(n), s. ei; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen mögliches Plündern oder Berauben; F.: Fledderei, Fleddereien+FW (+EW); Z.: Fledd-er-ei
$Fledderer, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Fledderer, Plündernder, Beraubender; Vw.: s. Leichen-; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen möglichen Plündernden oder Beraubenden; F.: Fledderer, Fledderers, Fledderern+FW(+EW); Z.: Fledd-er-er
fleddern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. fleddern, plündern, berauben; ne. rob (V.); Vw.: s. zer-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. rotw. fleddern; E.: s. rotw. fleddern, V., bestehlen, berauben, waschen; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. fleddern, Leichenfledderei, fehlt DW, EWD s. u. fleddern, Duden s. u. fleddern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen mögliches plündern oder berauben; BM.: ?; F.: fleddern, fleddere, fledder (!), fledderst, fleddert, fledderest, fledderet, fledderte, fleddertest, fledderten, fleddertet, gefleddert, ##gefleddert, gefledderte, gefleddertes, gefleddertem, gefledderten, gefledderter##, fleddernd, ###fleddernd, fleddernde, fledderndes, fledderndem, fleddernden, fleddernder###, fledder(!)+FW; Z.: fledd-er-n
Fledermaus, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fledermaus, Kleinfledertier; ne. bat (N.), flittermouse; Vw.: -; Hw.: s. zerfleddern; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vledermūs, fledermūs*, st. F., Fledermaus, Motte (F.) (1); mnd. vlēdermūs, vledermūs, fleermūs, F., Fledermaus; mnl. vledermuus, M., Fledermaus; ahd. fledarmūs, st. F. (i), Fledermaus, Motte (F.) (1) (?); as. fletharmūs 1, st. F. (i), Fledermaus; germ. *flaþrōn, sw. V., flattern; idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *mūs, F., Maus, Oberarmmuskel; idg. *mūs, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fledermaus, Kluge s. u. Fledermaus, DW 3, 1745, EWD s. u. Fledermaus, DW2 9, 599, EWAhd 3, 368, Duden s. u. Fledermaus, Bluhme s. u. Fledermaus; Son.: vgl. nndl. vleermuis, Sb., Fledermaus; nschw. fladdermus, Sb., Fledermaus; nnorw. flaggermus, M., F., Fledermaus; GB.: (fledarmūs) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem für das Germanische erschließbaren *flaþrōn, sw. V., flattern und germ. *mūs, F., Maus, Oberarmmuskel; idg. *mūs, Sb., Maus, Muskel gebildete Bezeichnung für ein seit 50 Millionen Jahren auf der Erde vorhandenes kleineres meist insektenfressendes Säugetier mit großen Flughäuten zwischen den Gliedmaßen und kleinen Augen; BM.: einer Maus ähneln?; F.: Fledermaus, Fledermäuse, Fledermäusen+EW; Z.: Fle-d-er—maus
Flederwisch, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Flederwisch, Staubwedel, Teufel; ne. feather duster; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. vlederwisch, flederwisch*, st. M., Flederwisch, Federwisch, Federn an den Pfeilen, ein Teufelsname; vgl. mhd. vleder, st. M., Bannerfähnlein, Maserung; Herkunft ungeklärt; mhd. wisch, st. M., st. N., Strohwisch; s. ahd. wisk*, wisc*, st. M. (a), Wisch, Bündel, Lappen, Bündel aus Stroh; germ. *wiska-, *wiskaz, st. M. (a), Wisch, Bündel; s. idg. *u̯eisk-, V., drehen, flechten, Pokorny 1133; s. idg. *u̯eis- (2), V., drehen, Pokorny 1133 (1966/42) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flederwisch, Kluge s. u. Flederwisch, DW 3, 1747, EWD s. u. Flederwisch, DW2 9, 599, Duden s. u. Flederwisch; GB.: seit 1464-1475 belegte und in der Herkunft teilweise ungeklärte sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Büschel von Federn mit einem Stiel zu einem Abstauben (Staubwedel und verhüllend für den Teufel); BM.: flechten? bzw. drehen?; F.: Flederwisch, Flederwisches, Flederwische, Flederwischen+EW; Z.: Fle-d-er—wi-sch
Flegel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Flegel, Dreschflegel, ungehobelter Mensch; ne. flail (N.), threshing-cart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlegel, phlegel, st. M., Flegel, Dreschflegel; mnd. vlēgel, flēgel*, vlegel, vlegele, M., Dreschflegel, Waffe, flegelartiger Morgenstern, Flegel, grober Kerl; mnl. vlegel, M., Flegel, Dreschflegel; ahd. flegil, st. M. (a), Flegel, Dreschflegel, Dreschwagen; as. flėgil, st. M. (a), Flegel; anfrk. -; lat. flagellum, N., Geißel, Peitsche; vgl. idg. *bʰlag̑-, V., schlagen, Pokorny 154 (240/73) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flegel, Kluge s. u. Flegel, DW 3, 1747, EWD s. u. Flegel, DW2 9, 599, EWAhd 3, 361, Duden s. u. Flegel, Bluhme s. u. Flegel; Son.: vgl. ae. flygel, fligel, st. M. (a), Flegel; nndl. vlegel, Sb., Flegel; frz. fléau, M., Flegel; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Dreschen mit der Hand mit einem starken hölzernen Stiel an dessen oberem Ende mit kurzen Riemen ein Knüppel aus Hartholz beweglich befestigt ist und davon abgeleitet für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen ungeschliffenen Menschen der dieses Gerät verwendet; BM.: schlagen; F.: Flegel, Flegels, Flegeln+FW(+EW); Z.: Fleg-el
$Flegelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flegelei; E.: s. Flegel, s. ei; L.: Kluge s. u. Flegel, DW 3, 1748, EWD s. u. Flegel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flegel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen groben Umgang mit einem Flegel; F.: Flegelei, Flegeleien+FW(+EW); Z.: Fleg-el-ei
$flegelhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. flegelhaft, flegelartig, sich wie ein Flegel benehmend; E.: s. Flegel, s. haft; L.: DW 13, 1748, EWD s. u. Flegel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Flegel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches flegelartig oder sich wie ein Flegel benehmend; F.: flegelhaft, flegelhafte, flegelhaftes, flegelhaftem, flegelhaften, flegelhafter(, flegelhaftere, flegelhafteres, flegelhafterem, flegelhafteren, flegelhafterer, flegelhaftest, flegelhafteste, flegelhaftestes, flegelhaftestem, flegelhaftesten, flegelhaftester)+FW+EW; Z.: fleg-el—haf-t
$Flegeljahr, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Flegeljahr; E.: s. Flegel, s. Jahr; L.: DW 3. 1749 (Flegeljahre), EWD s. u. Flegel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Flegel und Jahr gebildete Bezeichnung für eine Entwicklungszeit eines Flegels als Menschen; F.: Flegeljahr, Flegeljahres, Flegeljahrs Flegeljahre, Flegeljahren+FW+EW; Z.: Fleg-el—jah-r
$flegeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. flegeln, sich wie ein Flegel benehmen oder verwendet werden; E.: s. Flegel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Flegel, DW 13, 1749, EWD s. u. Flegel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Flegel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sich wie ein Flegel benehmen oder verwendet werden; F.: flegeln, flegel (!), flegle, flegele, flegelst, flegelt, flegelte, flegeltest, flegelten, geflegelt, ##geflegelt, geflegelte, geflegeltes, geflegeltem, geflegelten, geflegelter##, flegelnd, ###flegelnd, flegelnde, flegelndes, flegelndem, flegelnden, flegelnder###, flegel (!)+FW; Z.: fleg-el-n
flehen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. flehen, bitten, schmeicheln; ne. beg, crave, flatter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlēhen (1), vlēgen, vlēn, sw. V., flehen, schmeichelnd bitten, dringlich bitten, inständig bitten, anflehen; mnd. vlēn (2), flēn*, vlein, vleen, vlehen, sw. V., flehen, bitten, anflehen, flehentlich bitten; mnl. vleyen, V., flehen; ahd. flēhen*, flehen*?, sw. V. (1a), „flehen“, schmeicheln; ahd. flehōn, flēhōn, sw. V. (2), flehen, schmeicheln, locken (V.) (2), bitten; as. flêhon*, sw. V. (2), flehen, schmeicheln; germ. *fleh-, *flaih-, sw. V., schmeicheln; L.: Kluge 1. A. s. u. flehen, Kluge s. u. flehen, DW 3, 1749, EWD s. u. flehen, DW2 9, 601, EWAhd 3, 363, EWAhd 3, 364, Falk/Torp 195, Seebold 516, Duden s. u. flehen, Bluhme s. u. flehen; GB.: (flehōn) seit vor Ende 8. Jh. belegte und teilweise für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches demütig und eindringlich um etwas bitten oder schmeicheln; BM.: schmeicheln?; F.: flehen, flehe, flehst, fleht, flehest, flehet, flehte, flehtest, flehten, flehtet, gefleht, ##gefleht, geflehte, geflehtes, geflehtem, geflehten, geflehter##, flehend, ###flehend, flehende, flehendes, flehendem, flehenden, flehender###, fleh(!)+EW; Z.: fleh-en
$flehentlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. flehentlich, demütig, eindringlich; E.: s. flehen, (s. t,) s. lich; L.: Kluge s. u. flehen, DW 3, 1752, EWD s. u. flehen; GB.: (vlēhenlich) vielleicht seit 1235-1240 belegte und aus flehen und t sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches demütig und eindringlich um etwas bittend; F.: flehentlich, flehentliche, flehentliches, flehentlichem, flehentlichen, flehentlicher(, flehentlichere, flehentlicheres, flehentlicherem, flehentlicheren, flehentlicherer, flehentlichst, flehentlichste, flehentlichstes, flehentlichstem, flehentlichsten, flehentlichster)+EW; Z.: fleh-en-t—lich
Fleisch, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fleisch, Muskelfleisch(, Fruchtfleisch); ne. flesh, meat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vleisch, vlīsch, vleis, vlēsch, st. N., Fleisch, Tierfleisch, menschliches Fleisch, Fleischstück, Leib, Leibliches; mnd. vlēsch, flēsch*, vlēs, vlesk*, vleis, N., Fleisch, Muskel; mnl. vleesch, N., Fleisch; ahd. fleisk, fleisc, st. N. (a), Fleisch, Leib, Körper; as. flêsk, st. N. (a), Fleisch; anfrk. fleisk*, fleisc*, st. N. (a), Fleisch; germ. *flaiska-, *flaiskam, st. N. (a), Fleisch; idg. *pləistó-, Adj., meist, Pokorny 800?; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ploisko-, Sb., Speckseite, Ausgenommenes?; L.: Kluge 1. A. s. u. Fleisch, Kluge s. u. Fleisch, DW 3, 1752, EWD s. u. Fleisch, DW2 9, 602, EWAhd 3, 370, Falk/Torp 252, Duden s. u. Fleisch, Bluhme s. u. Fleisch; Son.: vgl. afries. flask, flesk, st. N. (a), Fleisch; nnord. flask; ae. flǣsc, flēsc, st. N. (i), Fleisch, Leib, lebendes Wesen; an. flesk, fleski, st. N. (a), Speck; got. -; nndl. vlees, Sb., Fleisch; nschw. fläsk, Sb., Fleisch; nnorw. flesk, N., Speck; lett. pluta, Sb., Fleisch; lit. plutà, F., Krust, Brotkruste, Schweineschwarte; ? ksl. pluti, F., Fleisch, Leib, Haut; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere einschließlich der Fische mögliches von Bindegewebe umgebenes weiches Muskelgewebe des menschlichen und tierischen Körpers; BM.: gießen?; F.: Fleisch, Fleisches, Fleischs+EW; Z.: Flei-sch
$fleischen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fleischen; Vw.: s. zer-; E.: s. Fleisch, s. en; L.: Kluge s. u. Fleisch, DW 3, 1756, EWD s. u. Fleisch; Son.: vor allem in der Form zerfleischen; GB.: (vleischen) seit nach 1193 belegte und aus Fleisch und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches mit Fleisch versehen (V.); F.: fleischen, fleische, fleischst, fleischt, fleischest, fleischet, fleischte, fleischtest, fleischten, fleischtet, gefleischt, ##gefleischt, gefleischte, gefleischtes, gefleischtem, gefleischten, gefleischter##, fleischend, ###fleischend, fleischende, fleischendes, fleischendem, fleischenden, fleischender###, fleisch (!)+EW; Z.: flei-sch-en
$Fleischer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fleischer, Metzger, Schlachter; E.: s. fleisch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Fleisch, DW 3, 1757, EWD s. u. Fleisch; GB.: (vleischære*) seit 1298 belegte und aus fleischen oder Fleisch und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen und vielleicht vor 6000 Jahren anfangs mit dem Priester verbundenen Fleisch herstellenden Handwerker; F.: Fleischer, Fleischers, Fleischern+EW; Z.: Flei-sch-er
$fleischig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. fleischig, Fleisch betreffend; E.: s. Fleisch, s. ig, L.: Kluge s. u. Fleisch, DW 3, 1759, EWD s. u. Fleisch; GB.: seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus Fleisch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Fleisch betreffend; F.: fleischig, fleischige, fleischiges, fleischigem, fleischigen, fleischiger(, fleischigere, fleischigeres, fleischigerem, fleischigeren, fleischigerer, fleischigst, fleischigste, fleischigstes, fleischigstem, fleischigsten, fleischigster)+EW; Z.: flei-sch-ig
$fleischlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. fleischlich, Fleisch betreffend, leiblich, körperlich; E.: s. Fleisch, s. lich; L.: Kluge s. u. Fleisch, DW 3, 1760, EWD s. u. Fleisch; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Fleisch und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Fleisch betreffend oder leiblich oder körperlich; F.: fleischlich, fleischliche, fleischliches, fleischlichem, fleischlichen, fleischlicher(, fleischlichere, fleischlicheres, fleischlicherem, fleischlicheren, fleischlicherer, fleischlichst, fleischlichste, fleischlichstes, fleischlichstem, fleischlichsten, fleischlichster)+EW; Z.: flei-sch-lich
$Fleischpflanzl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fleischpflanzl, Fleischküchlein, Frikadelle; E.: s. Fleisch, s. Pflanz(e)?, s. (e)l, s. Pfannzelten?; L.: Kluge s. u. Fleischpflanzl, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Fleisch und Pflanz(e) oder Pfannzel(ten) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit der früher entwickeltes und gebraten verwendetes Gericht aus gehacktem Fleisch; F.: Fleischpflanzl, Fleischpflanzls, Fleischpflanzln+EW; Z.: Flei-sch—pfla-n-z-l
Fleiß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fleiß, Anstrengung, strebsames und unermüdliche Arbeiten von Menschen, Sorgfalt, Streben (N.); ne. diligence, zeal (N.); Vw.: -; Hw.: s. geflissentlich; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vlīz, flīz*, st. M., Fleiß, Beflissenheit, Eifer, Wetteifer, Sorgfalt, Mühe, Dienstbereitschaft, Bereitschaft, Streben (N.), Bestreben; mnd. vlīt (1), flīt*, M., F., Fleiß, Eifer, Bemühung, Sorgfalt, Ernst, Andacht, Streben (N.), Absicht; mnl. vlijt, M., Fleiß; ahd. flīz, st. M. (a), Fleiß, Eifer, Anstrengung, Streit; as. flīt*, st. M. (a), Fleiß, Eifer; anfrk. -; germ. *fleita-, *fleitaz, *flīta, *flītaz, st. M. (a), Streit, Eifer; germ. *fleiti-, *fleitiz, st. M. (i), Fleiß; L.: Kluge 1. A. s. u. Fleiß, Kluge s. u. Fleiß, DW 3, 1763 (Fleisz), EWD s. u. Fleiß, DW2 9, 616, EWAhd 3, 397, Seebold 200, Duden s. u. Fleiß, Bluhme s. u. Fleiss; Son.: vgl. afries. flīt, Sb., Fleiß; ae. flīt, st. N. (a), Wettstreit, Streit; an. -; got. -; nndl. vlijt, Sb., Fleiß; nschw. flit, Sb., Fleiß; GB.: (flīz) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders strebsames und unermüdliches Arbeiten von Menschen; BM.: Eifer bzw. Streit?; F.: Fleiß, Fleißes+EW; Z.: Fleiß
fleißen, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.): nhd. fleißen, fleißig sein (V.), sich anstrengen, streben; ne. strive (V.), try (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fleiß, geflissentlich; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. vlīzen, st. V., streben, sich bemühen, befleißen, sich befleißen, eifrig sein (V.), mit Eifer beschäftigt sein (V.), mit Sorgfalt beschäftigt sein (V.), sich eifrig schmücken; mnd. vlīten (1), st. V., sw. V., streben, sich bemühen, sich befleißigen, eifrig sein (V.), sich angelegen, sein (V.) lassen, sich eifrig beschäftigen, sich abgeben mit etwas, sich bemühen um; mnl. vlīten, V., eifrig sein, sich beeifern, bemühen; ahd. flīzan*, st. V. (1a), sich befleißigen, sich anstrengen, sich bemühen, sich bemühen um, sich beeilen, für etwas sorgen, streiten, kämpfen, eilen, eilen nach, bestrebt sein (V.), sich anschicken, abzielen auf; as. *flītan?, st. V. (1a); anfrk. -; germ. *fleitan, *flītan, st. V., wetteifern, befleißigen, streiten, eifern; L.: DW 3, 1765 (fleiszen), DW2 9, 617, EWAhd 3, 397, Seebold 199; Son.: vgl. afries. -; ae. flītan, st. V. (1), streiten, zanken; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus Fleiß und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders fleißig sein (V.) oder sich anstrengen oder streben streben; BM.: Eifer bzw. Streit?; F.: fleißen, fleiße (!), fleißst (!), fleißt, fleißest, fleißet, fliss, flissest, flissen, flisst, geflissen, ##geflissen, geflissene, geflissenes, geflissenem, geflissenen, geflissener##, fleißend, ###fleißend, fleißende, fleißendes, fleißendem, fleißenden, fleißender###, fleiß (!)+EW; Z.: fleiß-en
$fleißig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. fleißig, Fleiß habend, sich anstrengend, strebend, strebsam; E.: s. Fleiß, s. ig; L.: Kluge s. u. Fleiß, DW 3, 1767 (fleiszig), EWD s. u. Fleiß; GB.: seit 863-871 belegte und aus Fleiß und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besonderen Fleiß habend oder sich anstrengend oder strebend oder strebsam; F.: fleißig, fleißige, fleißiges, fleißigem, fleißigen, fleißiger(, fleißigere, fleißigeres, fleißigerem, fleißigeren, fleißigerer, fleißigst, fleißigste, fleißigstes, fleißigstem, fleißigsten, fleißigster)+EW; Z.: fleiß-ig
$fleißigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. fleißigen, bemühen, anstrengen; Vw.: s. be-; Q.: 1160/1170; E.: s. fleißig, s. en; L.: DW 3, 1767 (fleiszigen), DW2 9, 619; GB.: vielleicht seit 1160/1170 belegte und aus fleißig und en gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sich besonders bemühen oder anstrengen; F.: fleißigen, fleißige, fleißigst, fleißigt, fleißigest, fleißiget, fleißigte, fleißigtest, fleißigten, fleißigtet, gefleißigt, ##gefleißigt, gefleißigte, gefleißigtes, gefleißigtem, gefleißigten, gefleißigter##, fleißigend, ###fleißigend, fleißigende, fleißigendes, fleißigendem, fleißigenden, fleißigender###, fleißig(!)+EW; Z.: fleiß-ig-en
flektieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. flektieren, morphologisch beugen; ne. inflect; Vw.: s. re-; Hw.: s. flexibel, Flexion; Q.: um 1505; E.: s. lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren *flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. flektieren, fehlt DW, EWD s. u. flektieren, DW2 9, 620, Duden s. u. flektieren; Son.: vgl. nschw. flektera, V., flektieren; nnorw. flektere, V., flektieren; GB.: seit um 1505 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Verb in seinen grammatikalischen Formen morphologisch beugen und dadurch entsprechend den Ausdruckswünschen ([wie in den folgenden Zeilen] gestaltlich abwandeln; BM.: biegen; F.: flektieren, flektiere, flektierst, flektiert, flektierest, flektieret, flektierte, flektiertest, flektierten, flektiertet, ##flektiert, flektierte, flektiertes, flektiertem, flektierten, flektierter##, flektierend, ###flektierend, flektierende, flektierendes, flektierendem, flektierenden, flektierender###, flektier (!)+FW+EW; Z.: flek-t-ier-en
flennen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. flennen, weinen, greinen, den Mund verziehen, das Gesicht verziehen; ne. snivel (V.), bawl (V.), howl (V.); Vw.: -; Hw.: s. Flansch?, Flunsch; Q.: 1493; E.: vgl. ahd. flannēn*, sw. V. (1a), flennen, den Mund verziehen; germ. *flinan?, sw. V., greinen, flennen, weinen; idg. *plīno-, Adj., kahl, Pokorny 834; s. idg. *plēi-, *plə-, *plī-, Adj., kahl, bloß, Pokorny 834 (1439/81) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flennen, Kluge s. u. flennen, DW 3, 1768, EWD s. u. flennen, DW2 9, 621, Falk/Torp 252, Duden s. u. flennen, Bluhme s. u. flennen; GB.: seit 1493 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für heftig nach Kinderart weinen oder greinen oder den Mund verziehen; BM.: bloß?; F.: flennen, flenne, flennst, flennt, flennest, flennet, flennte, flenntest, flennten, flenntet, geflennt, ##geflennt, geflennte, geflenntes, geflenntem, geflennten, geflennter##, flennend, ###flennend, flennende, flennendes, flennendem, flennenden, flennender###, flenn (!)+EW; Z.: fle-n-n-en
Flerovium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Flerovium, ein chemisches Element; ne. flerovium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 2012; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem russischen Physiker Georgi Fljorow (1913-1990); Son.: vgl. nndl. flerovium, Sb., Flerovium; frz. flérovium, M., Flerovium; nnorw. flerovium, N., Flerovium; kymr. fflerofiwm, M., Flerovium; nir. fléaróiviam, M., Flerovium; poln. flerow, M., Flerovium; lit. flerovis, M., Flerovium; GB.: seit um 2012 belegte und nach dem PN Fljorow gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit um 2012 künstlich erzeugtes und nach Georgi Fljorow benanntes sehr kurzlebiges und deswegen vor allem wissenschaftlich verwendetes zu der Kohlenstoffgruppe gehörendes chemisches Element (chemisches Element Nr. 114, abgekürzt Fl); BM.: PN; F.: Flerovium, Fleroviums+FW; Z.: Fler-ov-i-um
fletschen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. fletschen, Zähne zeigen; ne. snarl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. vletschen, fletschen*, sw. V., „fletschen“, Zähne fletschen; vielleicht zu ahd. flaz, Adj., flach; germ. *flata-, *flataz, Adj., flach; idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fletschen, Kluge s. u. fletschen, DW 3, 1770, EWD s. u. fletschen, DW2 9, 621, Duden s. u. fletschen, Bluhme s. u. fletschen; GB.: (vletschen) seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für als Ausdruck der Aggression einem Gegner die Zähne zeigen (fletschen); BM.: flach?; F.: fletschen, fletsche, fletschst, fletscht, fletschest, fletschet, fletschte, fletschtest, fletschten, fletschtet, gefletscht, ##gefletscht, gefletschte, gefletschtes, gefletschtem, gefletschten, gefletschter##, fletschend, ###fletschend, fletschende, fletschendes, fletschendem, fletschenden, fletschender###, fletsch (!)+EW; Z.: fle-t-sch-en
fletschern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. fletschern, gründlich kauen; ne. chew (V.) thoroughly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: nach dem PN Fletcher; von afrz. flechier, s. afrz. fleche, Sb., Pfeil; frk. *fleukka, Sb., Pfeil, Gamillscheg 431b; letztlich von germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. fletschern, EWD s. u. fletschern; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach dem PN Fletcher gebildete Bezeichnung für Speisen langsam und gründlich kauen; BM.: von dem PN des amerikanischen Ernährungsphysiologen Horace Fletcher (1849-1919) der diese Essweise des gründlichen Kauens vorschlug; F.: fletschern, fletscher, fletschere, fletscherst, fletschert, fletscherest, fletscheret, fletscherte, fletschertest, fletscherten, fletschertet, gefletschert, ##gefletschert, gefletscherte, gefletschertes, gefletschertem, gefletscherten, gefletscherter##, fletschernd, ###fletschernd, fletschernde, fletscherndes, fletscherndem, fletschernden, fletschernder###, fletscher+EW?; Z.: fle-t-sch-er-n
Fletz, nhd., N., M., (8. Jh.): nhd. Fletz, Fußboden, Hausflur; ne. hall, barn-floor; Vw.: -; Hw.: s. Flöz; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. vletze, vlez, st. N., st. F., sw. F., Fletz, geebneter Boden, Fußboden, Boden, Tenne, Hausflur, Vorhalle; mhd. vlez, st. N., st. F., Fletz, geebneter Boden, Tenne, Hausflur, Vorhalle, Stubenboden, Lagerstatt, Stelle, Platz (M.) (1), ebenes Flussufer; mnd. vlet, N., Fletz, Ebene, Fläche, Fußboden, Diele, Estrich des Hauses; mnl. vlet, N., Boden; ahd. flezzi*, st. N. (ja), Fletz, Halle, Trinkhalle, Tenne, Vorplatz, Vorhalle, Lagerstatt, Fußboden; as. flėt*, flėtt*, st. N. (ja), Flett, Halle, Haus; germ. *flatja-, *flatjam, st. N. (a), Hausflur, Fleet; s. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833; vgl. idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805; L.: DW 3, 1771, DW2 9, 622, EWAhd 3, 378, Duden s. u. Fletz, Falk/Torp 251; Son.: vgl. afries. flett, flet, Sb., Haus, Ehe; ae. flėtt, flėt, st. N. (ja), Flur (M.), Boden, Halle, Wohnung; ne. flat, N., Wohnung; an. flet, st. N. (ja), erhöhter Fußboden an den Wänden, Zimmer, Haus; got. -; nndl. flat, Sb., Etagenwohnung in einem großen Mietshaus; nnorw. (dial.), flet, M.?, Fußboden; GB.: (flezzi) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Fußboden oder Hausflur; BM.: flach; BM.: Fletz, Fletzes, Fletze, Fletzen+EW; Z.: Fle-tz
flexibel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. flexibel, biegsam, sich leicht anpassend, elastisch; ne. flexible; Vw.: -; Hw.: s. Flexion, flectieren; Q.: 1670 (Leibniz); I.: Lw. lat. flexibilis; E.: s. lat. flexibilis, Adj., biegsam, schmiegsam, geschmeidig, elastisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren *flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. flexibel, fehlt DW, EWD s. u. flektieren, DW2 9, 622, Duden s. u. flexibel; Son.: vgl. nndl. flexibel, Adj., flexibel; frz. flexible, Adj., flexibel; nschw. flexibel, Adj., flexibel; nnorw. fleksibel, Adj., flexibel; GB.: seit 1670 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für biegsam oder sich an veränderte Umstände leicht anpassend oder elastisch; BM.: biegen; F.: flexibel, flexible, flexibles, flexiblem, flexiblen, flexibler(, flexiblere, flexibleres, flexiblerem, flexibleren, flexiblerer, flexibelste, flexibelstes, flexibelstem, flexibelsten, flexibelster)+FW(+EW); Z.: flex-ib-el
Flexion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Flexion, Beugung, Biegung (von Wörtern); ne. flexion; Vw.: -; Hw.: s. flektieren, flexibel; Q.: 1702; I.: Lw. lat. flexio; E.: s. lat. flexio, F., Biegung, Krümmung, Beugung, Beugen (N.), Beuge, Gelenk, Flexion, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren *flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. flektieren, fehlt DW, EWD s. u. flektieren, DW2 9, 623, Duden s. u. Flexion; Son.: vgl. nndl. flexie, Sb., Flexion; frz. flexion, F., Flexion; nschw. flexion, Sb., Flexion; nnorw. fleksjon, M., Flexion; poln. fleksja, F., Flexion; lit. fleksija, F., Flexion; GB.: seit 1702 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Beugung bzw. Biegung (von Wörtern); BM.: biegen; F.: Flexion, Flexionen+FW(+EW); Z.: Flex-io-n
Flibustier, Filibuster, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Flibustier, Filibuster, (westindischer) Seeräuber, Freibeuter; ne. flibustier, buccaneer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. flibustier; E.: s. frz. flibustier, M., Seeräuber; nndl. vrijbuiter, M., Freibeuter; vgl. mnl. vrī, Adj., frei; germ. *frīja-, *frījaz, Adj., lieb, frei, eigen; idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; mhd. biute, st. F., Beute (F.) (1), Raub; s. mnd. biute, būte, F., Tausch, Verteilung; weitere Herkunft unklar; vielleicht über eine kelt. Sprache von einem idg. *bʰoud-; L.: Kluge s. u. Flibuster, fehlt DW, Duden s. u. Filibuster; Son.: vgl. nschw. fribytare, Sb., Freibeuter; nnorw. fribytter, M., Freibeuter; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen westindischen Seeräuber; BM.: frei, Beute (1); F.: Flibustier, Flibustiers, Flibustiern, Filibuster, Filibusters, Filibustern+FW; Z.: Fli-bust-ier
flicken, nhd., V., (13. Jh.): nhd. flicken, stopfen, ausbessern; ne. patch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fleck; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: s. mhd. vlicken, flicken*, sw. V., flicken, ausbessern; mnd. vlicken (1), flicken*, sw. V., flicken, mit Flicken versehen (V.), ausbessern, notdürftig ausbessern; mnd. vlecken (1), flecken*, sw. V., flicken, ausbessern, sich anfügen; mhd. vlec, flec*, st. M., Fleck, Makel, Wunde, Beule, Stück Zeug, Flicken (M.); mhd. vlecke, sw. M., Stück Zeug, Fetzen (M.), Flecken (M.); mnd. vlek, flek, vlecke, M., N., Stück, Stück Fleisch, Fleck, Hautfleck; ahd. flek*, flec, st. M. (a), Fleck, Mal (M.) (2), Stückchen; ahd. flekko*, flecko*, sw. M. (n), Fleck, Flecken, Mal (N.) (2), Makel; germ. *flekka-, *flekkaz, st. M. (a), Fleck; germ. *flekkō-, *flekkōn, *flekka-, *flekkan, sw. M. (n), Fleck; s. idg. *plēk̑-, *plək̑-, V., reißen, schälen, Pokorny 835 (1441/83) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); vgl. idg. *plē-?, *plə-?, V., spalten, reißen, Pokorny 834 (1438/80) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. flicken, Kluge s. u. flicken, DW 3, 1774, EWD s. u. flicken, DW2 9, 623, Duden s. u. flicken, Bluhme s. u. flicken; GB.: seit 1237-1252 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schlicht wohl schon früher nach Entstehung des Menschen mögliches stopfen oder durch Aufsetzen eines Flickens oder Fleckens oder Fleckes ausbessern; BM.: einen Fleck aufsetzen; F.: flicken, flicke, flickst, flickt, flickest, flicket, flickte, flicktest, flickten, flicktet, geflickt, ##geflickt, geflickte, geflicktes, geflicktem, geflickten, geflickter##, flickend, ###flickend, flickende, flickendes, flickendem, flickenden, flickender###, flick (!)+EW; Z.: fli-ck-en
$Flicken, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Flicken (M.); E.: s. flicken; L.: fehlt DW, EWD s. u. flicken; GB.: seit 1605 belegte und von Menschen aus flicken entwickelte und verwendete Bezeichnung für ein von Menschen wohl auch schon früher verwendeten Stück Stoff zu einem Ausbessern eines Mangels eines Kleidungsstücks; F.: Flicken, Flickens+EW; Z.: Fli-ck-en
Flickflack, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Flickflack, Handstandüberschlag rückwärts, Handstützüberschlag rückwärts; ne. flip-flap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. flic-flac; E.: s. frz. flic-flac, M., Flickflack; lautmalend; L.: Kluge s. u. Flickflack, fehlt DW, Duden s. u. Flickflack; Son.: vgl. nndl. flik-flak, Sb., Flickflack; nnorw. flikkflakk, M., N., Flickflack; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend geschaffene Bezeichnung für einen rückwärts ausgeführten Handstandüberschlag oder Handstützüberschlag; BM.: gegenbewegen; F.: Flickflack, Flickflacks+FW(+EW); Z.: Flick-flack
$Flickwerk, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Flickwerk, Stückwerk; E.: s. flick(en), s. Werk; L.: DW 3, 1777, EWD s. u. flicken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus flick(en) und Werk gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und aus Stücken oder Flicken geschaffenes Werk; F.: Flickwerk, Flickwerkes, Flickwerks, Flickwerke, Flickwerken+EW; Z.: Fli-ck—werk
Flieder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Flieder, Fliederstaude; ne. lilac, elder bush; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1569/1570; E.: s. mnd. vlēder, vleder, M., Flieder, Holunder; as. *fliodar?, st. M. (a?), Flieder; s. germ. *flithrō, st. F. (ō), Flieder; L.: Kluge 1. A. s. u. Flieder, Kluge s. u. Flieder, DW 3, 1178, EWD s. u. Flieder, DW2 9, 625, Duden s. u. Flieder, Bluhme s. u. Flieder; GB.: seit 1569/1570 belegte und für das Altsächsische und das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine als Strauch oder kleiner Baum wachsende Pflanze mit stark duftenden weißen oder lilafarbenen Blüten; BM.: ?; F.: Flieder, Flieders, Fliedern+EW?; Z.: Flied-er
Fliege, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fliege, ein Insekt(, ein Kleidungsstück); ne. fly (N.); Vw.: s. Dassel-, Schmeiß-, Tsetse-; Hw.: s. fliegen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vliege, fliege*, sw. F., st. F., Fliege; mnd. vlēge (1), flēge, vleige, F., Fliege; mnl. vlieghe, F., Fliege; ahd. flioga*, fliuga*, st. F. (ō), sw. F. (n), Fliege, Stechfliege, Mücke; as. flioga*, sw. F. (n), Fliege; anfrk. *fliega?, st. F. (ō), sw. F. (n), Fliege; germ. *fleugō-, *fleugōn, sw. F. (n), Fliege; s. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fliege, DW 3, 1778, EWD s. u. fliegen, DW2 9, 625, EWAhd 3, 385, Falk/Torp 254, Seebold 201; Son.: vgl. afries. -; ae. fléoge, sw. F. (n), Fliege; an. fluga, sw. F. (n), Fliege; got. -; nndl. vlieg, Sb., Fliege; nschw. fluga, Sb., Fliege; nnorw. flue, M., F., Fliege; GB.: (flioga) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und vor rund 360 Millionen Jahren entwickeltes und in mehr als hundertundsechzigtausend Arten weit verbreitetes gedrungenes sechs bis acht Millimeter großes Insekt mit (nur) zwei Flügeln und kurzen Fühlern (und seit 19. Jh. ein ihm ähnelndes aus einem kroatischen Halstuch entwickeltes kleines Kleidungsstück an Hemden und Hälsen von Männern); BM.: fliegen; F.: Fliege, Fliegen+EW; Z.: Flie-g-e
fliegen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fliegen, schweben, segeln; ne. fly (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fliege, Flug; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vliegen (1), fliegen*, st. V., fliegen, flattern, stieben, sich verbreiten; mnd. vlēgen (1), flēgen*, vleigen, vlīgen, st. V., fliegen, flattern, sich in die Luft erheben; mnl. vlieghen, V., fliegen; ahd. fliogan*, st. V. (2a), fliegen, gleiten, auffahren; as. -; anfrk. fliegan*, fliegon*, st. V. (2), fliegen; germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fliegen, Kluge s. u. fliegen, DW 3, 1780, EWD s. u. fliegen, DW2 9, 627, EWAhd 3, 386, Falk/Torp 254, Seebold 201, Duden s. u. fliegen, Bluhme s. u. fliegen; Son.: vgl. afries. fliāga, st. V. (2), fliegen; saterl. flioga, flejn, V., fliegen; ae. fléogan, st. V. (2), fliegen, fliehen; an. fljūga, st. V. (2), fliegen; got. -; nndl. vliegen, V., fliegen; nschw. flyga, V., fliegen; nnorw. fly, V., fliegen; ? ai. plávate, V., schwimmen, fließen, schweben, fliegen; ? lit. plaũkti, V., schwimmen, herbeiströmen; GB.: (fliogan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich aus eigenen Kraft durch die Luft bewegen oder schweben von Vögeln und Insekten sowie mit Hilfe neuzeitlicher Maschinen auch von Menschen; BM.: ?; F.: fliegen (!), fliege (!), flieg (!), fliegst, fliegt, flöge, fliegest, flieget, flog, flogst, flogen, flogt, flögest, flögen, flöget, geflogen, ##geflogen, geflogene, geflogenes, geflogenem, geflogenen, geflogener##, fliegend, ###fliegend, fliegende, fliegendes, fliegendem, fliegenden, fliegender###, flieg (!)+EW; Z.: flie-g-en
$Fliegenklappe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fliegenklappe, Fliegenklatsche; E.: s. Flieg(e), s. en, s. Klappe: L.: DW 3, 1787, EWD s. u. Klappe; GB.: seit 1696 belegte und aus Flieg(e) und en sowie Klappe gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen zu dem leichteren Fang oder der Tötung von Fliegen entwickeltes und bestimmtes Gerät; F.: Fliegenklappe, Fliegenklappen+EW; Z.: Flie-g-en—klap-p-e
$Fliegenklatsche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fliegenklatsche; E.: s. Flieg(e), s. (e)n, s. Klatsche; L.: EWD s. u. klatschen; GB.: seit 1696 belegte und aus Flieg(e) und en sowie Klatsche gebildete Bezeichnung für eine Fliegenklappe oder ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit zu dem leichteren Fang oder der Tötung von Fliegen entwickeltes und bestimmtes Gerät; F.: Fliegenklatsche, Fliegenklatschen+EW; Z.: Flie-g-en—klatsch-e
$Fliegenpilz, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fliegenpilz, Fliegenteufel, Fliegentod; E.: s. Flieg(e), s. en, s. Pilz; L.: Kluge s. u. Fliegenpilz, EWD s. u. fliegen; GB.: seit 1724 belegte und aus Flieg(e) und en sowie Pilz gebildete Bezeichnung für einen auffälligen giftigeren Pilz mit meist rotem Hut und weißem Stil; F.: Fliegenpilz, Fliegenpilzes, Fliegenpilze, Fliegenpilzen+EW; Z.: Flie-g-en—pilz
$Fliegenteufel, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Fliegenteufel, Fliegentod, Fliegenpilz; E.: s. Flieg(e), s. en, s. Teufel; L.: Kluge s. u. Fliegenpilz; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Flieg(e) und en sowie Teufel gebildete Bezeichnung für den (giftigen) Fliegenpilz; F.: Fliegenteufel, Fliegenteufels, Fliegenteufeln+EW+FW; Z.: Flie-g-en—teu-fel
$Fliegentod, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Fliegentod; E.: s. Flieg(e), s. en, s. Tod; L.: Kluge s. u. Fliegenpilz; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Flieg(e) und en sowie Tod gebildete Bezeichnung für den giftigen Fliegenpilz; F.: Fliegentod, Fliegentods, Fliegentodes, Fliegentode, Fliegentoden+EW; Z.: Flie-g-en—to-d
$Flieger, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Flieger, Fliegender, Flugzeug; GB.: s. flieg(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fliegen, DW 3, 1788, EWD s. u. fliegen; GB.: seit 1691 belegte und aus flieg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit oder schon früher möglichen Fliegenden wie einen Vogel und seit dem 20. Jh. auch einen mit einem Flugzeug fliegenden Menschen und ein (von Menschen entwickeltes und verwendetes) Flugzeug; F.: Flieger, Fliegers, Fliegern+EW; Z.: Flie-g-er
fliehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fliehen, sich entfernen, weglaufen, entlaufen (V.); ne. flee; Vw.: -; Hw.: s. Flucht (1); Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. vliehen (1), vlien, vlīen, vlīn, vliewen, st. V., fliehen, sich flüchten, fliehen über, fliehen vor, meiden, entfernen von; mnd. vlēn (1), flēn*, vlein, vleen, vlegen, st. V., fliehen, Flucht (F.) (1) ergreifen, flüchten, davonlaufen, sich davonmachen, entfliehen, entweichen; mnl. vlien, V., fliehen; ahd. fliohan*, st. V. (2b), fliehen, entfliehen, flüchten; as. fliohan*, st. V. (2b), fliehen; anfrk. flien*, st. V. (2), fliehen; germ. *þleuhan, st. V., fliehen; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835? (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fliehen, Kluge s. u. fliehen, DW 3, 1788, EWD s. u. fliehen, DW2 9, 635, EWAhd 3, 389, Falk/Torp 195, Seebold 517, Duden s. u. fliehen, Bluhme s. u. fliehen; Son.: vgl. afries. fliā, st. V. (2), fliehen, schwinden, fliegen; nfries. flan, fleyn, V., fliehen; ae. fléon, st. V. (2), fliehen, vermeiden, entkommen (V.), in die Flucht schlagen; an. flȳja, st. V. (2), fliehen; got. þliuhan, st. V. (2), fliehen; nndl. vlieden, V., fliehen; nschw. fly, V., fliehen; nisl. flýja, V., fliehen; nnorw. flykte, V., fliehen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich eilig entfernen um sich vor einer Gefahr in Sicherheit zu bringen; BM.: fließen?; F.: fliehen, fliehn (!), fliehe, flieh (!), fliehst, flieht, flöhe, fliehest, fliehet, floh, flohst, flohen, floht, flöhest, flöhen, flöhet, geflohen, ##geflohen, geflohene, geflohenes, geflohenem, geflohenen, geflohener, geflohne (!), geflohnes (!), geflohnem (!), geflohnen (!), geflohner (!)##, fliehend, ###fliehend, fliehende, fliehendes, fliehendem, fliehenden, fliehender###, flieh (!)+EW; Z.: flie-h-en
$Fliehkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fliehkraft, Zentrifugalkraft; E.: s. flieh(en), s. Kraft; L.: DW 3, 1792, EWD s. u. fliehen; GB.: seit 1796 belegte und aus flieh(en) und Kraft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mögliche durch die Trägheit von sich eigentlich geradeaus bewegen wollenden Körpern verursachte und bei Drehbewegungen oder Kreisbewegungen radial von der Achse her nach außen gerichtete Kraft (Zentrifugalkraft) die beispielsweise 1644 René Descartes beschrieb; F.: Fliehkraft, Fliehkräfte, Fliehkräften+EW; Z.: Flie-h—kra-f-t
Fliese, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fliese, Keramikplatte; ne. flagstone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1510/1530; E.: s. mnd. vlīse, vlīsie*, flīse*, fliese, sw. V., Fliese, Steinplatte, steinerne Grabplatte; s. an. flīs, Sb., Splitter, Fliese, Steinplatte, gespaltenes Holz?; germ. *flīsō, st. F. (ō), Splitter; s. idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000 (1728/200) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Fliese, DW 3, 1792, EWD s. u. Fliese, DW2 9, 638, Duden s. u. Fliese, Bluhme s. u. Fliese; Son.: vgl. nnorw. flis, M., F., Fliese; GB.: seit 1510/1530 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Altnordischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist viereckige Platte aus Steingut oder Stein oder Kunststoff oder Glas (oder Plastik) als wasserdichter und hygienischer Wandbelag und Fußbodenbelag; BM.: spalten?; F.: Fliese, Fliesen+EW; Z.: Flie-s-e
$Fließ, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Fließ, kleiner Fluss; E.: s. fließ(en); L.: DW 3, 1792, EWD s. u. fließen; GB.: seit 1262 belegte und mit fließ(en) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen kleinen Fluss; F.: Fließ, Fließes, Fließe, Fließen+EW; Z.: Flie-ß-e
$Fließarbeit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Fließarbeit, Fließbandarbeit; E.: s. fließ(en), s. Arbeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. fließen; GB.: seit 1926 belegte und wie bei einem Fließen aneinandergereiht in Teilstücken verlaufende von Henry Ford und Ransom Eli Olds seit 1901 bzw. 1913entwickelte Art der Arbeit, Fließbandarbeit; F.: Fließarbeit, Fließarbeiten+EW; Z.: Flie-ß—arb-eit
$Fließband, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fließband; E.: s. fließe(en), s. Band; L.: fehlt DW, EWD s. u. fließen; GB.: seit 1927 belegte und aus fließ(en) und Band gebildete Bezeichnung für ein fließendes und getrennte Arbeitsvorgänge miteinander verbindendes Band einer Herstellungsstraße von Massenwaren wie beispielsweise Kraftfahrzeugen; F.: Fließband, Fließbandes, Fließbands, Fließbänder, Fließbändern+EW; Z.: Flie-ß—band
fließen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fließen, strömen, vorwärtsbewegen; ne. fleet (V.); Vw.: -; Hw.: s. Floß, Flosse, Flotte, Fluss, Flut; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vliezen (1), fliezen*, st. V., fließen, strömen, herausströmen, voll sein (V.), überfließen, vom fließenden Wasser getrieben werden; mnd. vlēten (1), vleeten, vleiten, vleyten, vlēyten, st. V., fließen, laufen, strömen, sich ergießen, entspringen, sprudeln, herausfließen; mnl. vlieten, V., fließen; ahd. fliozan*, st. V. (2b), fließen, strömen, rinnen, schwimmen; as. fliotan*, st. V. (2b), fließen, schwimmen; anfrk. flietan*, flieton*, st. V. (2), fließen; germ. *fleutan, st. V., fließen; idg. *pleud-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fließen, Kluge s. u. fließen, DW 3, 1793, EWD s. u. fließen, DW2 9, 640, EWAhd 3, 392, Falk/Torp 255, Seebold 202, Duden s. u. fließen, Bluhme s. u. fliessen; Son.: vgl. afries. fliāta, st. V. (2), fließen, schiffen; ae. fléotan, st. V. (2), fließen, schwimmen, treiben, segeln, abschäumen; an. fljōta, st. V. (2), fließen; got. -; nndl. vlieten, V., fließen; nschw. flyta, V., fließen; nnorw. flyte, V., fließen; ai. plávate, V., schwimmt, gleitet; gr. πλεῖν (plein), V., schwimmen, fahren, befahren (V.), segeln, vergießen; air. lúaidid, V., bewegt sich; air. luïd, V., bewegt sich, fliegt; air. imm-, V., bewegt, trägt, treibt, fährt herbei; lit. plū́sti, V., strömen; lit. pláuti, V., spülen, waschen; ksl. pluti, V., befahren; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches vorwärtsbewegen oder strömen einer Flüssigkeit; BM.: bewegen?; F.: fließen, fließe, fließ (!), fließt, fließest, fließet, floss, flossest, flosst, flossen, flösse, flössest, flösst (!), flössen, geflossen, ##geflossen, geflossene, geflossenes, geflossenem, geflossenen, geflossener##, fließend, ###fließend, fließende, fließendes, fließendem, fließenden, fließender###, fließ (!)+EW; Z.: flie-ß-en
$Fließpapier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Fließpapier, Löschpapier; E.: s. fließ(en), s. Papier; L.: Kluge s. u. Fließpapier, DW 3, 1797 (Flieszpapier), EWD s. u. fließen; GB.: seit 1556 belegte und aus fließ(en) und Papier gebildete Bezeichnung für ungeleimtes und deswegen saugfähiges Papier für das Aufsaugen überschüssiger Flüssigkeit oder Löschpapier; F.: Fließpapier, Fließpapieres, Fließpapiers, Fließpapiere, Fließpapieren+EW+FW; Z.: Flie-ß—papier
Fliete, nhd. (ält.), M., F., (9. Jh.): nhd. Fliete, Lasseisen, Aderlasseisen; ne. fleam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vliedeme, vlieme, fliedeme*, flieme*, sw. F., sw. M., Aderlasseisen, Fliete; mnd. vlēteme, vlētem, vlētme, vlēte, vleetme, sw. F., Fliete, Aderlasseisen, Instrument zum Aderlassen; ahd. fliedem, st. M. (a?, i?), st. F. (ō?, i?), Fliete, Aderlasseisen; ahd. fliedima, fliodema, fliotema, st. F. (ō)?, Fliete, Aderlasseisen, Lanzette; lat. phlebotomus, fletomus, M., Lanzette, Aderlasseisen, (um 400 n. Chr.); gr. φλεβοτόμον (phlebotómon), N., Lanzette zu dem Aderlassen; vgl. gr. φλέψ (phléps), F., Ader; vgl. idg. *bʰlegᵘ̯-, V., aufblähen, schwellen, Pokorny 155 (244/77) (RB. idg. aus gr., germ.); idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); gr. τέμνω (témnō), V., schneiden, zerschneiden; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fliete, Kluge s. u. Fliete, DW 3, 1797, DW2 9, 646, EWAhd 3, 384; Son.: vgl. ae. flītme, flȳtme, sw. F. (n), Fliete, Lanzette; ndän. flitte, Sb., Fliete; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein besonders geformtes und zu dem Aderlassen verwendetes Messer (Eisen); BM.: schwellen?; F.: Fliete, Flieten+FW(+EW); Z.: Flie-t-e
$flimmerig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. flimmerig, flimmernd, blinkend; E.: s. flimmer(n), s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. flimmern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus flimmer(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches flimmernd oder blinkend; F.: flimmerig, flimmerige, flimmeriges, flimmerigem, flimmerigen, flimmeriger(, flimmerigere, flimmerigeres, flimmerigerem, flimmerigeren, flimmerigerer, flimmerigst, flimmerigste, flimmerigstes, flimmerigstem, flimmerigsten, flimmerigster)+EW; Z.: fli-m-m-er-ig
$Flimmerkiste, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Flimmerkiste, Flimmerkasten; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. flimmern; GB.: seit 1959 belegte und aus flimmer(n) und Kiste gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und als Filmprojektor oder Fernsehgerät verwendete flimmernde Kiste oder einen Flimmerkasten; F.: Flimmerkiste, Flimmerkisten+EW+FW; Z.: Fli-m-m-er—kis-t-e
flimmern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. flimmern, blinken; ne. flicker (V.), glisten; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; E.: wohl lautmalend von Flamme abgeleitet (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. flimmern, Kluge s. u. flimmern, DW 3, 1798, EWD s. u. flimmern, DW2 9, 647, Duden s. u. flimmern, Bluhme s. u. flimmern; Son.: vgl. nschw. flimra, V., flimmern; nnorw. flimre, V., flimmern; GB.: seit um 1600 belegte und wohl lautmalend von Flamme abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung der Welt mögliches Licht in vielen kleinen und zitternden Punkten zurückwerfen oder blinken; BM.: glänzen; F.: flimmern, flimmere, flimmre, flimmer (!), flimmerst, flimmert, flimmerte, flimmertest, flimmerten, flimmertet, geflimmert, ##geflimmert, geflimmerte, geflimmertes, geflimmertem, geflimmerten, geflimmerter##, flimmernd, ###flimmernd, flimmernde, flimmerndes, flimmerndem, flimmernden, flimmernder###, flimmer (!)+EW; Z.: fli-m-m-er-n
flink, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. flink, schnell, geschickt; ne. swift (Adj.), fast acting (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1674; E.: s. mnd. flink, Adj., glänzend, blinkend; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. flink, Kluge s. u. flink, DW 3, 1800, EWD s. u. flink, DW2 9, 647, Duden s. u. flink, Bluhme s. u. flink; Son.: vgl. nndl. flink, Adj., flink, tüchtig; nschw. flink, Adj., flink, schnell; nnorw. flink, Adj., flink, geschickt; GB.: seit 1674 mnd. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende Bezeichnung für schnell oder geschickt; BM.: glänzen?; F.: flink, flinke, flinkes, flinkem, flinken, flinker(, flinkere, flinkeres, flinkerem, flinkeren, flinkerer, flinkste, flinkstes, flinkstem, flinksten, flinkster)+EW; Z.: flink
$flinken (1?), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. flinken, blinken; E.: s. flink, s. en (Suff.): L.: Kluge s. u. flunkern, DW 3, 1801; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus flink und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliches blinken; F.: flinken, flinke, flinkst, flinkt, flinkest, flinket, flinkte, flinktest, flinkten, flinktet, geflinkt, ##geflinkt, geflinkte, geflinktes, geflinktem, geflinkten, geflinkter##, flinkend, ###flinkend, flinkende, flinkendes, flinkendem, flinkenden, flinkender###, flink (!)+EW; Z.: flink-en
$flinken (2?), nhd., sw. V.: nhd. flinken; E.: s. flink, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. flink?; F.: flinken, flinke, flinkst, flinkt, flinkest, flinket, flinkte, flinktest, flinkten, flinktet, geflinkt, ##geflinkt, geflinkte, geflinktes, geflinktem, geflinkten, geflinkter##, flinkend, ###flinkend, flinkende, flinkendes, flinkendem, flinkenden, flinkender###, flink (!)+EW; Z.: flink-en
Flins, nhd., F.: nhd. Flins; Vw.: s. Plinse
Flinse, nhd., F.: nhd. Flinse; Vw.: s. Plinse
+Flint, nhd. (ält.), M.: nhd. Flint, eine Glasart, eine Gesteinsart, Feuerstein; Q.: 1810; E.: s. mnl. vlint; GB.: seit 1810 belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene Bezeichnung für die harte Gesteinsart Feuerstein; F.: Flint, Flintes, Flints, Flinte, Flinten+FW?+EW?
$Flintbüchse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flintbüchse, Flintrohr; E.: s. Flint, s. Büchse; L.: Kluge s. u. Flinte, DW 3, 1802; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flint und Büchse gebildete Bezeichnung für eine mittels Flint betriebene Schusswaffe; F.: Flintbüchse, Flintbüchsen+EW+FW; Z.: Fli-nt—büchs-e
Flinte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flinte, Gewehr; ne. flintlock, shotgun, musket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1647; I.: z. T. schwed. Lw.; E.: s. schwed. flint, Sb., Feuerstein; germ. *flinta-, *flintaz, st. M. (a), Feuerstein, Flint; s. idg. *spleng-, *pleng-, V., glänzen, schimmern, Pokorny 987?; vgl. idg. *spel- (3), *pel- (10), V., glänzen, schimmern, Pokorny 987?, oder von idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000? (1728/200) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985? (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flinte, Kluge s. u. Flinte, DW 3, 1802, EWD s. u. Flinte, Duden s. u. Flinte, Bluhme s. u. Flinte; Son.: vgl. nschw. flintbössa, F., Flinte, Flintbüchse; nnorw. flintborse, Sb., Flinte; GB.: seit 1647 belegte und vielleicht aus dem Schwedischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gewehr mit einem Feuersteinschloss; BM.: Auslösen des Schusses durch eine Lunte; F.: Flinte, Flinten+FW?+EW?; Z.: Fli-nt-e
$Flintrohr, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Flintrohr, Flintbüchse; E.: s. Flint, s. Rohr; L.: Kluge s. u. Flinte, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flint und Rohr gebildete Bezeichnung für eine mittels Flint betriebene Schusswaffe F.: Flintrohr, Flintrohrs, Flintrohres, Flintrohre, Flintrohren+FW?+EW; Z.: Fli-nt—roh-r
$flippen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. flippen, schnipsen, schnellen, tanzen lassen, bewegen lassen; Vw.: s. aus-; I.: Lw. ne. flip; E.: s. ne. flip, V., schnellen, tanzen lassen, bewegen lassen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Flipper, fehlt DW, EWD s. u. flippen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes schnipsen, schnellen, tanzen lassen, bewegen lassen; F.: flippen, flippe, flippst, flippt, flippest, flippet, flippte, flipptest, flippten, flipptet, geflippt, ##geflippt, geflippte, geflipptes, geflipptem, geflippten, geflippter##, flippend, ###flippend, flippende, flippendes, flippendem, flippenden, flippender###, flipp(!)+FW(+EW); Z.: flip-p-en
Flipper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Flipper, Flipperautomat; ne. flipper, pinball; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. flipper; E.: s. ne. flipper, N., Flipper; vgl. ne. flip, V., schnipsen, schnellen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Flipper, fehlt DW, EWD s. u. flippen, Duden s. u. Flipper; Son.: vgl. nndl. flipperkast, Sb., Flipper; frz. flipper, M., Flipper; nschw. flipperspel, Sb., Flipper; nnorw. flipperspill, flipperspell, N., Flipper; poln. flipper, fliper, M., Flipper; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Spielautomaten bei dem eine Kugel entgegen der Schwerkraft möglichst lange auf einem abschüssigen Spielfeld gehalten werden muss; BM.: schnellen; F.: Flipper, Flippers, Flippern+FW+EW; Z.: Flip-p-er
$flippern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. flippern, Flipper spielen, Flipperspiel spielen; E.: s. Flipper, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Flipper, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Flipper und (e)n gebildetes Flipperspiel spielen; F.: flippern, flippere, flipper (!), flipperst, flippert, flipperte, flippertest, flipperten, flippertet, geflippert, ##geflippert, geflipperte, geflippertes, geflippertem, geflipperten, geflipperter##, flippernd, ###flippernd, flipperndes, flipperndem, flippernden, flippernder###, flipper (!)+EW; Z.: flip-p-er-n
flirren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. flirren, schwirren, unruhig glänzen; ne. shimmer (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1663; E.: aus dem Niederdeutschen, wohl letztlich eine Lautgebärde; L.: Kluge s. u. flirren, DW 3, 1803, EWD s. u. flirren, Duden s. u. flirren, Bluhme s. u. flirren; GB.: seit 1663 belegte und wohl aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie letztlich lautmalend gebildete Bezeichnung für unruhig glänzen; BM.: lautmalend?; F.: flirren, flirre, flirr (!), flirrst, flirrt, flirrest, flirret, flirrte, flirrtest, flirrten, flirrter, geflirrt, ##geflirrt, geflirrte, geflirrtes, geflirrtem, geflirrten, geflirrter##, flirrend, ###flirrend, flirrende, flirrendes, flirrendem, flirrenden, flirrender###, flirr (!)+FW?+EW; Z.: flirr-en
$Flirt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Flirt, Tändelei, unverbindliches Liebesabenteuer; E.: s. ne. flirt; L.: fehlt DW, EWD s. u. flirten; GB.: seit 1893 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unverbindliches Liebesabenteuer zweier erwachsener Menschen (verschiedenen Geschlechts) oder eine zärtliche Aufmerksamkeitsbekundung; F.: Flirt, Flirts+FW; Z.: Flirt
flirten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. flirten, sich gegenseitig näherkommen, mit jemandem tändeln; ne. flirt (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1894; I.: Lw. ne. flirt; E.: s. ne. flirt, V., flirten, flattern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. flirten, fehlt DW, EWD s. u. flirten, Duden s. u. flirten; Son.: vgl. nndl. flirten, V., flirten; frz. flirter, V., flirten; nschw. flörta, V., flirten; nnorw. florte, V., flirten; poln. flirtować, V., flirten; lit. flirtuoti, V., flirten; GB.: seit 1894 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sich gegenseitig näherkommen oder mit jemandem tändeln; BM.: flattern?; F.: flirten, flirte, flirtest, flirtet, flirtete, flirtetest, flirteten, geflirtet, ##geflirtet##, flirtend, ###flirtend, flirtende, flirtendes, flirtendem, flirtenden, flirtender###, flirt (!)+EW; Z.: flirt-en
flispern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. flispern, flüstern, wispern; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, vielleicht eine Mischbildung aus flüstern und wispern; L.: Kluge s. u. flispern, DW 3, 1803; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen vielleicht aus flüstern und wispern gebildete Bezeichnung; BM.: ?; F.: flispern, flispere, flispre, flisper (!), flisperst, flispert, flisperte, flispertest, flisperten, geflispert, ##geflispert, geflisperte, geflispertes, geflispertem, geflisperten, geflisperter##, flispernd, ###flispernd, flispernde, flisperndes, flisperndem, flispernden, flispernder###, flisper (!)+EW; Z.: fli-sp-er-n
Flitscherl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Flitscherl, Flittchen, leichtfertiges Mädchen; ne. slut (F.), bimbo; Hw.: s. Flittchen; Q.: 20. Jh.; E.: s. Flittchen; L.: Kluge s. u. Flitscherl, fehlt DW, Duden s. u. Flitscherl, Bluhme s. u. flitschen; Son.: dial.; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht mit Flittchen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leichtfertiges Mädchen; BM.: ?; F.: Flitscherl, Flitscherls, Flitscherln+EW; Z.: Flit-sch-er-l
Flittchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Flittchen, Flitscherl, leichtfertiges Mädchen; ne. slut (F.), bimbo; Hw.: s. Flitscherl; Q.: 1775; E.: wohl Rückbildung von flittern (s. d.); L.: Kluge s. u. Flittchen, fehlt DW, EWD s. u. flittern, Bluhme s. u. flitschen; GB.: seit 1775 belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leichtfertiges Mädchen und zeitweise auch einen männlichen Maulhelden; BM.: ?; F.: Flittchen, Flittchens+EW; Z.: Flitt-chen
Flitter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Flitter, kleine Blechmünze, wertloser Schmuck; ne. frippery; Vw.: -; Hw.: s. flittern; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. mnd. flitter, F., Flitter, ganz dünnes Metallblättchen, Goldplättchen, Goldblech; s. nhd. flittern; L.: Kluge 1. A. s. u. Flitter, Kluge s. u. Flitter, DW 3, 1805, EWD s. u. flittern, Duden s. u. Flitter; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für glänzenden Schmuck in Form von aufgenähten Metallplättchen oder kleinen Blechmünzen oder für wertlosen Schmuck; BM.: flüstern?; F.: Flitter, Flitters, Flittern+EW; Z.: Flitt-er
flittern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kichern, flüstern, flittern; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: s. Flitter; Q.: 1391; E.: mhd. vlitteren, vlittern, flitteren*, sw. V., „flittern“, flüstern, kichern; vgl. ahd. flitarezzen*, flitarazzen*, sw. V. (1a), schmeicheln; Herkunft ungeklärt, lautmalend?; L.: Kluge s. u. flittern, DW 3, 1807, EWD s. u. flittern, DW2 9, 651, EWAhd 3, 396, Duden s. u. flittern, Bluhme s. u. Flitter(wochen); GB.: seit 1391 belegte und in der Herkunft nicht geklärte sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches sich in den Flitterwochen befinden; BM.: lautmalend?; F.: flittern, flittere, flittre, flitter (!), flitterst, flittert, flitterte, flittertest, flitterten, flittertet, geflittert, ##geflittert, geflitterte, geflittertes, geflittertem, geflitterten, geflitterter##, flitternd, ###flitternd, flitternde, flitterndes, flitterndem, flitternden, flitternder###, flitter (!)+EW; Z.: flitt-er-n
$Flitterwoche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Flitterwoche; E.: s. flitter(n), s. Woche; L.: Kluge 1. A. s. u. Flitter, DW 3, 1808, EWD s. u. flittern; GB.: vielleicht seit 1540 belegte und aus flitter(n) und Woche gebildete Bezeichnung für besondere erste Woche(n) der Zuneigung und Verspieltheit nach einer Eheschließung; F.: Flitterwoche, Flitterwochen+EW; Z.: Flitt-er—woch-e
$Flitzbogen, Flitzebogen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Flitzbogen; E.: s. flitz(en), s. Bogen; L.: Kluge s. u. Flitzbogen, flitzen, DW 3, 1808 (Flitzboge). EWD s. u. flitzen; GB.: seit 1540 belegte und aus flitz(en) und Boge(n) gebildete Bezeichnung für einen für das Schießen von Pfeilen von Menschen seit vor 12000 Jahren entwickelten und verwendeten Bogen; F.: Flitzbogen, Flitzbogens, Flitzbögen, Flitzebogen, Flitzebogens, Flitzebögen+EW; Z.: Fli-tz—bog-en
flitzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. flitzen, eilen, schnell laufen, mit Pfeilen schießen; ne. dart (V.), speed (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einem Flitze, Flitsche, F., Pfeil; vgl. mnd. vlēke, fleke, F., spitzes Gerät, Pfeil; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von afrz. fleche, Sb., Pfeil; frk. *fleukka, Sb., Pfeil, Gamillscheg 431b; letztlich von germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. flittzen, fehlt DW, EWD s. u. flitzen, DW2 9, 652, Duden s. u. flitzen, Bluhme s. u. flitzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus Flitz(e) und en gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schießen oder eilen oder sehr schnell laufen; BM.: fließen?; F.: flitzen, flitze, flitz (!), flitzt, flitzte, flitztest, flitzten, geflitzt, ##geflitzt##, flitzend, ###flitzend, flitzende, flitzendes, flitzendem, flitzenden, flitzender###, flitz (!)+EW; Z.: fli-tz-en
Flocke, nhd., F., M., (9. Jh.): nhd. Flocke, sehr kleines leichtes Gebilde; ne. flake (N.), flock (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. vlocke, flocke*, sw. M., Flocke, Flaum, Flockwolle; mnd. vlocke (1), flocke*, sw. M., F., Flocke, zusammenhängende oder zusammengeballte Fasern oder Haare, Büschel; mnl. vlocke, vloc, F., Schneeflocke, Haarflocke, Wollflocke; ahd. flokko*, flocko*, sw. M. (n), Flocke, Flockiges, Flaum; ahd. flok*, floc*, st. M. (a?, i?), „Flocke“, Flaum, Haar (N.), krauses Haar (N.); as. -; anfrk. -; germ. *flukkō-, *flukkōn, *flukka-, *flukkan, sw. M. (n), Flocke; idg. *pleuk-?, Sb., Flocke, Feder, Haar (N.), Pokorny 837; s. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von lat. floccus, M., Flocke, Faser, Wollfaser, Fussel, Filz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰlō̆k-, Sb., Wollflocke (?), Gewebe (?), Pokorny 161 (259/92) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flocke, Kluge s. u. Flocke, DW 3, 1809, EWD s. u. Flocke, DW2 9, 652, EWAhd 3, 404, Falk/Torp 254, Duden s. u. Flocke, Bluhme s. u. Flocke; Son.: vgl. afries. flokk, Sb., Flocke; ae. -; an. -; got. -; lett. plauki, Sb. Pl., Schneeflocken; lett. plaukas, Sb. Pl., Fasern, Abgang von Wolle und Flachs; lit. pláukas, Sb., Haar, Haarfarbe; GB.: (flokko) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches sehr kleines und leichtes sowie lockeres Stück eines faserförmigen oder fadenförmigen Stoffes wie beispielsweise Wolle oder auch Schnee; BM.: spalten?; F.: Flocke, Flocken+EW; Z.: Flo-ck-e
$flocken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. flocken, Flocken bilden, fliegen; Vw.: s. aus-; E.: s. Flock(e), s. en; L.: Kluge s. u. Flocke, DW 3, 1811, EWD s. u. Flocke; GB.: seit 1270 belegte und aus Flock(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Flocken bilden oder fliegen; F.: flocken (!), flocke (!), flockst, flockt, flockest, flocket, flockte, flocktest, flockten, flocktet, geflockt, ##geflockt, geflockte, geflocktes, geflocktem, geflockten, geflockter##, flockend, ###flockend, flockende, flockendes, flockendem, flockenden, flockender###, flock (!)+EW; Z.: flo-ck-en
$flockig, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. flockig, Flocken bildend, in Flocken geformt; E.: s. Flock(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Flocke, DW 3, 1812, EWD s. u. Flocke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flock(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Flocken bildend oder in Flocken geformt; F.: flockig, flockige, flockiges, flockigem, flockigen, flockiger+EW; Z.: flo-ck-ig
Floh, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Floh, ein Insekt; ne. flea (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. vlōch, vlō, vlōh, flōch*, st. M., st. F., Floh; mnd. vlō (1), flō, vloh, M., F., Floh, Menschenfloh; mnl. vlō, M., Floh; ahd. flōh, flō, st. M. (a?), Floh; as. -; anfrk. -; germ. *flauha-, *flauhaz, st. M. (a), Floh; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835? (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798? (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Floh, Kluge s. u. Floh, DW 3, 1812, EWD s. u. Floh, DW2 9, 654, EWAhd 3, 402, Duden s. u. Floh, Bluhme s. u. Floh; Son.: vgl. afries. -; ae. fléa (1), fléah (1), st. M. (a), st. F. (ō), Floh; an. flō (2), st. F. (ō)?, Floh; got. -; nndl. vlo, Sb., Floh; ? ai. plúṣi-, Sb., Floh; ? gr. ψύλλα (psýlla), F., Floh; arm. lu, Sb., Floh; ? lat. pūlex, M., Floh, Erdfloh; lit. blusà, F., Floh; ksl. blъcha, Sb., Floh; GB.: (flōh) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr kleines zwei bis vier Millimeter großes flügelloses sechsbeiniges und schmarotzend blutsaugendes Insekt; BM.: fliegen?; F.: Floh, Flohs, Flohes, Flöhe, Flöhen+EW; Z.: Floh
Floh..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Floh...; ne. flea…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. Floh; L.: Kluge s. u. Floh; Son.: s. Flohkino, Flohmarkt, Flohzirkus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte Bezeichnung um in Zusammensetzungen als Bestimmungswort Substantive negativ oder verkleinernd zu bilden oder zu gebrauchen; BM.: fliegen?; F.: Floh…+EW; Z.: Floh-
$flöhen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. flöhen, nach Flöhen suchen, von Flöhen befreien; E.: s. Floh, s. en; L.: DW 3, 1814, EWD s. u. Floh; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Floh und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches nach Flöhen suchen oder von Flöhen befreien; F.: flöhen (!), flöhe (!), flöhst, flöht, flöhest, flöhet, flöhte, flöhtest, flöhten, flöhtet, geflöht, ##geflöht, geflöhte, geflöhtes, geflöhtem, geflöhten, geflöhter##, flöhend, ###flöhend, flöhende, flöhendes, flöhendem, flöhenden, flöhender###, flöh (!)+EW; Z.: flöh-en; Son: auch in die Flucht schlagen (ahd. flōhen*)
Flomen, Flumen, Flemen, nhd., M., Sb. Pl.?, (18. Jh.): nhd. Flomen, Flumen, Flemen, rohes Bauchfett und Nierenfett des Schweines oder der Gans; ne. kidney-fat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. vlōme (2), sw. M.?, rohes talgiges Fett, Bauchfett der Schweine, Nierenfett der Schweine, Flomen; letztlich wohl von idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Flomen, DW 3, 1768 (Fleme N.), Duden s. u. Flomen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie letztlich teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das zu Schmalzherstellung verwendete grundsätzlich gesunde Bauchfett und Nierenfett des Schweines oder der Gans; BM.: breit?; F.: Flomen, Flomens+EW; Z.: Flo-m-en
Flop, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Flop, Misserfolg, Reinfall; ne. flop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. flop; E.: s. ne. flop, N., Flop, Misserfolg; vgl. ne. flop, V., hinunterfallen, hinfallen; weitere Herkunft ungeklärt, lautmalend?; L.: Kluge s. u. Flop, fehlt DW, Duden s. u. Flop; Son.: vgl. nndl. flop, Sb., Flop; frz. flop, M., Flop; nschw. flop, flopp, Sb., Flop; nnorw. flopp, M., Flop, Misserfolg; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Misserfolg oder Reinfall; BM.: lautmalend?; F.: Flop, Flops+FW; Z.: Flop
Flor (1), nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Flor (M.) (1), zartes Gewebe, Schleier; ne. gauze; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. nndl. floers; E.: s. nndl. floers, Sb., Schleier; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von frz. fleurs, F. Pl., Blumen; lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flor, Kluge s. u. Flor 1, DW 3, 1816, EWD s. u. Flor 2, DW2 9, 658, Duden s. u. Flor; Son.: vgl. nschw. flor, Sb., Flor (M.) (1); nnorw. flor, N., Flor (M.) (1); GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes zartes durchsichtiges Gewebe oder einen Schleier; BM.: blühen?; F.: Flor, Flors, Flore, Floren, Flöre, Flören+FW?+EW?; Z.: Flo-r
Flor (2), nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Flor (M.) (2), aufrecht stehende Fasern; ne. pile (N.); Vw.: -; Hw.: s. Velours; I.: Lw. nndl. floers; E.: s. nndl. floers, Sb., Samt; mfrz. velours, M., Samt; lat. villōsus, Adj., zottig, voll Zotten seiend, haarig, rauh, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. villus, M., zottiges Haar der Tiere, Zotte (F.) (1), (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Flor 2, EWD s. u. Flor 2, Duden s. u. Flor; GB.: vielleicht seit 1620 belegte und über das Neuniederländische und das Mittelfranzösische mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der aufrecht stehenden Enden der Stofffasern bei Samt und Plüsch sowie Teppichen; F.: Flor, Flors, Flore, Floren, Flöre, Flören+FW?+EW?; Z.: Flo-r
Flor (3), nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Flor (M.) (2), Blütenpracht, Blumenfülle, Wohlstand, Gedeihen; ne. bloom (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flora, florieren; Q.: um 1538; E.: mhd. flōr, st. M., Flor (M.) (2), Blütenpracht; mnd. flōr (2), floer, M., F., Flor, Blüte, Kraft, Ansehen; lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Flor 3, DW 3, 1815, EWD s. u. Flor 1, DW2 9, 657, Duden s. u. Flor; GB.: seit um 1538 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große Blütenfülle oder für Wohlstand und Gedeihen; BM.: blühen; F.: Flor, Flors, Flore, Floren+FW+EW?; Z.: Flo-r
Flora, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Flora, Pflanzenwelt; ne. flora; Vw.: -; Hw.: s. Flor (3), florieren; Q.: um 1640; I.: Lw. lat. Flōra; E.: s. lat. Flōra, Flora, Blumengöttin, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand; vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Flora, DW 3, 1817 (Blumengöttin), EWD s. u. Flora, DW2 9, 658, Duden s. u. Flora; Son.: vgl. nndl. flora, Sb., Flora; frz. flore, F., Flora; nschw. flora, Sb., Flora; nnorw. flora, M., Flora; poln. flora, F., Flora; kymr. fflora, F., Flora; air. flóra, M., Flora; lit. flora, F., Flora; GB.: seit um 1640 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die gesamte seit vor mehr als 370 Millionen Jahren sich entwickelnde Pflanzenwelt der Erde sowie auch die massenhafte natürliche Bakterienbesiedlung von Körperorganen wie beispielsweise des Darmes mit beispielsweise (kaum vorstellbaren) 100 Billionen durch Vollkornerzeugnisse und Hülsenfrüchte und Pilze und Chicorée und Lauch und Spargel und Schwarzwurzel und Haferflocken und Nüsse und Flohsamen und unreife Bananen und Joghurt und Kefir und Sauerkraut sowie Dickmilch möglichst gut ernährte Mikroorganismen; BM.: blühen; F.: Flora, Floren+FW; Z.: Flo-r-a
Florentiner, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Florentiner (M.) (2), Florentinerkeks; ne. Florentine biscuit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw.; E.: gebildet zum ON Florenz, s. lat. Flōrentia, F.=ON, Florenz; vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen, glänzen, erstrahlen, prangen, in glänzenden Verhältnissen leben; idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Florentiner; Son.: vgl. frz. florentin, M., Florentiner; poln. florentynka, F., Florentiner; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lat. Florentina als dem ON von Florenz aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines und halbseitig mit Kuvertüre überzogenes Gebäckstück mit Honig und Nüssen oder Mandeln; BM.: ON (wenngleich Florentiner in Italien unbekannt sind); F.: Florentiner, Florentiners, Florentinern+FW+EW; Z.: Flo-r-ent-in-er
Florett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Florett, eine Stoßwaffe; ne. foil (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1677; I.: Lw. frz. fleuret; E.: s. frz. fleuret, M., Florett; it. fioretto, M., Florett, Kugel an der Spitze des Degens, Knospe; vgl. it. fiore, F., Blume, Blüte; lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Florett, fehlt DW, EWD s. u. Florett, DW2 6, 659, Duden s. u. Florett; Son.: vgl. nndl. floret, Sb., Florett; nschw. florett, Sb., Florett; nnorw. florett, M., Florett; poln. floret, M., Florett; GB.: seit 1677 belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und vor allem in Sportwettbewerben verwendete bis zu 110 Zentimeter lange Stoßwaffe mit biegsamer und vierkantiger Klinge und Handschutz; BM.: von der Kugel die bei den Übungen auf die Spitze der Waffe gesteckt wurde um Verletzungen zu vermeiden; F.: Florett, Floretts, Florette, Floretten+FW(+EW); Z.: Flo-r-ett
florieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. florieren, sich günstig entwickeln, blühen; ne. flourish, thrive (V.); Vw.: s. de-; Hw.: s. Flor (3), Flora; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. flōrieren, sw. V., mit Blumen schmücken, zieren, ausrüsten; mnd. flōrēren, florēren, flōriren, sw. V., mit Blumen umwinden, zieren, verzieren, schmücken, verherrlichen, preisen; lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen, glänzen, erstrahlen, prangen, (204-169 v. Chr.); s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Flor, DW 3, 1818, EWD s. u. Flor 1, DW2 9, 659, Duden s. u. florieren; Son.: vgl. nndl. floreren, V., florieren; nschw. florera, V., florieren; nnorw. florere, V., florieren; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich gut entwickeln oder blühen; BM.: blühen; F.: florieren, floriere, florierst, floriert, florierest, florieret, florierte, floriertest, florierten, floriertet, ##floriert, florierte, floriertes, floriertem, florierten, florierter##, florierend, ###florierend, florierende, florierendes, florierendem, florierenden, florierender###, florier (!)+FW(+EW); Z.: flo-r-ier-en
Florin, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Florin (Münze), niederländischer Gulden; ne. florin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); I.: Lw.; E.: mhd. flōrīn, vlōrīn*, flōrēn, st. M., sw. M., Gulden (Münze); mlat. flōrēnus, M., Florentiner Gulden, Gulden; vgl. lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Florin, Kluge s. u. Florin, fehlt DW, DW2 9, 660, Duden s. u. Florin; Son.: vgl. nndl. florijn, Sb., Florin; frz. florin, M., Florin; nschw. florin, Sb., Florin; nnorw. florin, M., Florin; poln. floren, M., Florin; kymr. fflorin, F., Florin; nir. flóirín, M., Florin; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mittelalterliche Münze oder einen niederländischen Gulden; BM.: Wappenlilie auf der Rückseite; F.: Florin, Florins, Florine, Florinen+FW(+EW); Z.: Flo-r-in
Floskel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Floskel, nichtssagende Redewendung, Redensart; ne. empty phrase, catchword; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1718; I.: Lw. lat. flōsculus; E.: s. lat. flōsculus, M., Blümlein, Blümchen, Blütchen, Zierde, Denkspruch, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand; lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Floskel, Kluge s. u. Floskel, DW 3, 1818, EWD s. u. Floskel, DW2 9, 660, Duden s. u. Floskel; Son.: vgl. frz. flosculeux, Sb., Floskel?; nschw. floskel, Sb., Floskel; nnorw. floskel, M., Floskel; GB.: seit 1718 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine formelhafte und nichtssagende Redewendung oder Redensart; BM.: blühen; F.: Floskel, Floskeln+FW(+EW); Z.: Flo-s-k-el
Floß, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Floß, schwimmende Plattform, ein Wasserfahrzeug; ne. raft (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vlōz, flōz*, st. M., st. N., Floß, Strömung, Fluss, Flut, Strom, Flussbett; mnd. vlōt (2), vlot, N., Floß, Holzfloß; mnl. vlot, N., Floß; ahd. flōz*, st. M. (a?), Fluss, Zufluss; as. flôt*, flat*, st. N. (a?), Floß, Strömung, Fluss, Kanal; anfrk. -; germ. *flauta-, *flautaz, st. M. (a), Floß, Fließen, Fluss; s. idg. *pleud-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flosz, Kluge s. u. Floß, DW 3, 1818 (Flosz), EWD s. u. Floß, DW2 9, 662, EWAhd 3, 409, Falk/Torp 255, Seebold 202, Duden s. u. Floß, Bluhme s. u. Floss; Son.: vgl. afries. *flât, st. N. (a), Floß; ae. flota, sw. M. (n), Boot, Schiff, Seeräuber; an. floti, sw. M. (n), Floß, Fahrzeug, Flotte; got. -; nschw. flotte, N., Floß; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen (beispielsweise in Nimrud) schon in dem Altertum aus zusammengebundenen schwimmfähigen Stoffen wie beispielsweise Baumstämmen entwickeltes und gebildetes flaches zu Beförderungen geeignetes und verwendetes sowie mit Fließen (Floß, M.) verbindbares Wasserfahrzeug; BM.: fließen; F.: Floß, Floßes, Flöße, Flößen+EW; Z.: Flo-ß
Flosse, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Flosse, Floßfeder, ein Organ von Wassertieren; ne. fin; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. vlozze (1), flozze*, sw. F., Flosse; ahd. flozza, sw. F. (n), Floßfeder, Flosse, Schwimmer; as. -; anfrk. -; germ. *flutō-, *flutōn, *fluta-, *flutan, sw. M. (n), Floß, Schiff; s. idg. *pleud-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flosse, Kluge s. u. Flosse, DW 3, 1818, EWD s. u. Flosse, DW2 9, 661, EWAhd 3, 414, Duden s. u. Flosse; Son.: vgl. afries. -; ae. flota, sw. M. (n), Boot, Schiff, Seeräuber; an. floti, sw. M. (n), Floß, Fahrzeug, Flotte; got. -; GB.: (flozza) seit 10. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich entwickeltes und der Fortbewegung und Steuerung dienendes und fächerförmiges sowie aus Haut und Knorpeln bestehendes Organ von in dem Wasser lebenden Tieren wie Fischen oder Walen; BM.: fließen; F.: Flosse, Flossen+EW; Z.: Flo-ss-e
flößen, flötzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. flößen (V.) (2), fließen machen, fließen lassen; ne. flow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. vlœzen, flœzen*, vlōzen, sw. V., flößen (V.) (2), flüssig machen, fließen lassen, fließen machen, schwemmen, fortschwemmen, hinabschwemmen; mnd. vlȫten (1), vlǖten, vloeten, vloiten, sw. V., strömen, fließen, ansteigen, anschwellen; mnl. vloten, sw. V., flößen; ahd. flōzen* (1), sw. V. (1a), flößen (V.) (2), fließen, hervorfließen lassen; as. *flôtian?, sw. V. (1a), „fließen“, spülen; anfrk. -; germ. *flautjan, sw. V., fließen lassen; idg. *pleud-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flötzen, Kluge s. u. flößen 2, DW 3, 1820, 1826, DW2 9, 663, EWAhd 3, 410, Duden s. u. flößen, Bluhme s. u. einfloessen; Son.: vgl. afries. fleta, fletta?, sw. V. (1), wegführen, bringen, versetzen; ae. -; an. fleyta, sw. V. (1), treiben lassen, lüften, emporheben; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches fließen machen oder fließen lassen; BM.: fließen; F.: flößen (!), flöße (!), flößt, flößest, flößet, flößte, flößtest, flößten, flößtet, geflößt, ##geflößt, geflößte, geflößtes, geflößtem, geflößten, geflößter##, flößend, ###flößend, flößende, flößendes, flößendem, flößenden, flößender###, flöß (!)+EW; Z.: flö-ß-en
$flößen (2), nhd., sw. V.: nhd. flößen; E.: s. Floß, s. en; L.: Kluge s. u. Floß; GB.: wohl seit Entwicklung und Verwendung von Flößen mögliches aus Floß und en gebildete Bezeichnung für Menschen und Güter mit einem Floß auf einem Gewässer befördern; F.: flößen (!), flöße (!), flößt, flößest, flößet, flößte, flößtest, flößten, flößtet, geflößt, ##geflößt, geflößte, geflößtes, geflößtem, geflößten, geflößter##, flößend, ###flößend, flößende, flößendes, flößendem, flößenden, flößender###, flöß (!)+EW; Z.: flö-ß-en
$Flößer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Flößer, Flößender; E.: s. flöß(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 1822 (Flöszer), EWD s. u. flößen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus flöß(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen meist an bestimmten Stellen Menschen und Güter (gegen Entgelt) mit einem Floß über ein Gewässer flößenden Menschen; F.: Flößer, Flößers, Flößern+EW; Z.: Flö-ß-er
Flöte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Flöte, ein Blasinstrument, ein Glas; ne. flute (N.); Vw.: s. Pan-; Hw.: -; Q.: um 1200 (Nibelungenlied); E.: mhd. vloite, floite, flöute, sw. F., Flöte; mnd. flöite, floite, fleute, fleite, vlöite, flöte, sw. F., Flöte, Pfeife, Holzblasinstrument; afrz. flaüte, F., Flöte; lat. flātus, M., Blasen (N.), Wind, Schnauben, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. flāre, V., blasen, wehen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flöte, Kluge s. u. Flöte, DW 3, 1822, EWD s. u. Flöte, DW2 9, 664, Duden s. u. Flöte, Bluhme s. u. Flöte; Son.: vgl. nndl. fluit, Sb., Flöe; frz. flûte, F., Flöte; nschw. flöjt, Sb., Flöte; nnorw. fløyte, M., F., Flöte; poln. flet, M., Flöte; kymr. ffliwt, F., Flöte; nir. fliúit, F., Flöte; lit. fleita, F., Flöte; GB.: seit um 1200 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon seit der Altsteinzeit vor 35000 bis 40000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes rohrförmiges Blasinstrument aus Knochen beispielsweise eines Gänsegeiers oder Schwanes oder aus Holz oder später Metall oder Plastik; BM.: aufblasen; F.: Flöte, Flöten+FW+EW; Z.: Flö-t-e
$flöten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. flöten, Flöte spielen, einschmeichelnd reden; E.: s. Flöt(e), s. en (Suff.); L.: DW 3, 1823, EWD s. u. Flöte, DW2 9, 665; GB.: seit 1231 belegte und aus Flöt(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit der Altsteinzeit entwickeltes und verwendetes Flöte spielen oder einschmeichelnd reden; F.: flöten (!), flöte (!), flötest, flötet, flötete, flötetest, flöteten, flötetet, geflötet, ##geflötet, geflötete, geflötetes, geflötetem, geflöteten, geflöteter##, flötend, ###flötend, flötende, flötendes, flötendem, flötenden, flötender###, flöt (!)+FW+EW; Z.: flö-t-en
flötengehen, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. flötengehen, verloren gehen, verschwinden; ne. to be lost, to go (V.) down the drain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769/1773; I.: z. T. jidd. Lw.; E.: Vorderglied wohl aus dem Jidd.; Hinterglied s. nhd. gehen; L.: Kluge s. u. flötengehen, EWD s. u. flötengehen, DW2 9, 665; GB.: vielleicht seit 1769/1773 belegte und teilweise aus dem Jiddischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Besitz mögliches verloren gehen oder verschwinden; BM.: ?; F.: flötengehen, gehe flöten, gehst flöten, geht flöten, gehen flöten, gehest flöten, ging flöten, gingst flögen, gingen flöten, ginget flöten, gingest, flöten, flötengegangen, ##flötengegangen, flötengegangene, flötengegangenes, flötengegangenem, flötengegangenen, flötengegangener##, flötengehend, ###flötengehend, flötengehende, flötengehendes, flötengehendem, flötengehenden, flötengehender###, geh (!) flöten+FW+EW; Z.: flöt-en—geh-en
$Flötist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Flötist, Flötenspieler; E.: s. Flöt(e), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Flöte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Flöt(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Flöten vor 35000 bis 40000 Jahren möglichen Flötenspieler; F.: Flötist, Flötisten+FW+EW?; Z.: Flö-t-ist
flott, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. flott, flink, schnell, schick; ne. brisk, quick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1589; E.: von nd. vlot, von fließen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. flott, Kluge s. u. flott, DW 3, 1825, EWD s. u. flotte, DW2 9, 666, Duden s. u. flott, Bluhme s. u. flott; GB.: seit 1589 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie mit fließen verbindbare Bezeichnung für flink oder schnell oder schick; BM.: fließen; F.: flott, flotte, flottes, flottem, flotten, flotter(, flottere, flotteres, flotterem, flotteren, flotterer, flotteste, flottestes, flottestem, flottesten, flotteste+FW?+EW; Z.: flo-tt
Flotte, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Flotte, Marine, Gesamtheit der Kriegsschiffe eines Staates; ne. fleet (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flottille; Q.: 1392; E.: vgl. mnd. und mnl. vlōte, F., Schiffsverband; neben einem Einfluss von germ. fließen s. lat. flūctuāre, V., Wellen schlagen, wogen, wallen (V.) (1), brausen, in der See treiben, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. flūctus, M., Strömen, Wogen (N.), Strömung, Welle, Woge; lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; s. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flotte, Kluge s. u. Flotte, DW 3, 1826, EWD s. u. Flotte, DW2 9, 666, Duden s. u. Flotte; Son.: vgl. nndl. vloot, Sb., Flotte; frz. flotte, F., Flotte; nschw. flotta, Sb., Flotte; nnorw. flåte, M., Flotte; poln. flota, F., Flotte; kymr. fflyd, F., Flotte; GB.: seit 1392 belegte und aus dem Germanischen wie dem Lateinischen des Altertums beeinflusste und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Marine oder die Gesamtheit der Kriegsschiffe eines Staates; BM.: fließen; F.: Flotte, Flotten+FW(+EW); Z.: Flo-tt-e
Flottille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Flottille, Teilverband einer Flotte; ne. flotilla; Vw.: -; Hw.: s. Flotte; Q.: 1715; I.: Lw. span. flotilla; E.: s. span. flotilla, F., Flotille; vgl. span. flota, F., Flotte; frz. flotte, F., Flotte; neben einem Einfluss von germ. fließen s. lat. flūctuāre, V., Wellen schlagen, wogen, wallen (V.) (1), brausen, in der See treiben, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. flūctus, M., Strömen, Wogen (N.), Strömung, Welle, Woge; lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; s. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Flotte, fehlt DW, EWD s. u. Flottille, Duden s. u. Flottille; Son.: vgl. nndl. flottielje, Sb., Flotille; frz. flottille, F., Flotille; nschw. flottilj, Sb., Flotille; poln. flotylla, F., Flotille; lit. flotilė, F., Flotille, Flotte; GB.: seit 1715 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie aus dem Germanischen wie dem Lateinischen des Altertums beeinflusste und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleineren Schiffsverband (einer Flotte); F.: Flottille, Flottillen+FW+EW; Z.: Flo-tt-ill-e
flötzen, nhd., sw. V.: nhd. flötzen; Vw.: s. flößen
Flöz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Flöz, waagrechte Gesteinsschicht; ne. seam (N.), coalbed; Vw.: -; Hw.: s. Flötz; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. fnhd. flez, Sb., Flöz; mhd. vletze, fletze*, st. N., st. F., sw. F., Fletz, geebneter Boden, Fußboden, Boden, Tenne, Hausflur, Vorhalle; mnd. vlet, N., Fletz“, Ebene, Fläche, Fußboden, Diele, Estrich des Hauses; ahd. flezzi*, st. N. (ja), Fletz, Halle, Tenne, Vorplatz; as. flėt*, flėtt*, st. N. (ja), „Flett“, Halle, Haus; germ. *flatja-, *flatjam, st. N. (a), Hausflur, Fleet; idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Flöz, fehlt DW, EWD s. u. Flöz, DW2 9, 622 (Fletz), Falk/Torp 251, Duden s. u. Flöz, Bluhme s. u. Flöz; Son.: vgl. afries. flett, flet, Sb., Haus, Ehe; ae. flėtt, flėt, st. N. (ja), Flur (M.), Boden, Halle, Wohnung; an. flet, st. N. (ja), erhöhter Fußboden an den Wänden, Zimmer, Haus; got. -; GB.: (flezzi) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Boden und später eine waagrechte Schicht nutzbarer Gesteine von großflächiger Ausdehnung; BM.: flach; F.: Flöz, Flözes, Flöze, Flözen+EW; Z.: Flö-z
$Fluch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Fluch, Verwünschung, Schmähung; E.: s. fluch(en); L.: Kluge s. u. fluchen, DW 3, 1827, EWD s. u. Fluch; GB.: (fluoh) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Verwünschung oder Schmähung; F.: Fluch, Fluches, Fluchs, Flüche, Flüchen+EW; Z.: Flu-ch
fluchen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fluchen, verfluchen, verwünschen; ne. curse (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. vluochen (1), wluchen, sw. V., fluchen, schmähen, lästern, verfluchen, verwünschen, beschimpfen; mnd. vlōken (1), sw. V., fluchen, Fluch ausstoßen, Fluchworte ausstoßen, Böses wünschen; mnl. vloeken, V., fluchen; ahd. fluohhōn*, fluochōn*, sw. V. (2), fluchen, verfluchen, schmähen; ahd. fluohhēn*, fluochēn*, sw. V. (3), fluchen, schelten; as. flōkan*, red. V. (3a), fluchen; anfrk. fluoken*, sw. V. (1), fluchen; germ. *flōkan, st. V., schlagen, klagen; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fluchen, Kluge s. u. fluchen, DW 3, 1828, EWD s. u. fluchen, DW2 9, 670, EWAhd 3, 421, Falk/Torp 250, Seebold 205, Duden s. u. fluchen, Bluhme s. u. fluchen; Son.: vgl. afries. flōka, st. V. (7)=red. V., fluchen; nfries. flocken, flockjen, V., fluchen; ae. flōcan, st. V., schlagen; an. -; got. flōkan, red. V. (5), betrauern, beklagen; nndl. vloeken, V., fluchen; lat. plangere, V., schlagen, laut trauern; lit. plàkti, V., schlagen, peitschen, prügeln; GB.: (fluohhēn*) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches in ärgerlicher Erregung verfluchen oder verwünschen oder Kraftausdrücke oder Verwünschungen ausstoßen; BM.: schlagen; F.: fluchen, fluche (!), fluch (!), fluchst, flucht, fluchest, fluchet, fluchte, fluchtest, fluchten, fluchtet, geflucht, ##geflucht, gefluchte, gefluchtes, gefluchtem, gefluchten, gefluchter##, fluchend, ###fluchend, fluchende, fluchendes, fluchendem, fluchenden, fluchender###, fluch (!)+EW; Z.: flu-ch-en
Flucht (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Flucht (F.) (1), Fliehen; ne. escape (N.), flight; Vw.: -; Hw.: s. fliehen; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. vluht, fluht*, st. F., st. M., Flucht (F.) (1), Zuflucht, Ausflucht, Ausrede; mnd. vlucht (2), vlocht, F., Flucht (F.) (1), Fliehen (N.), Flüchten, fliehende Schar (F.) (1); mnl. vlucht, Sb., Flucht (F.) (1); ahd. fluht, st. F. (i), Flucht (F.) (1), Zuflucht, Fliehen; as. *fluht?, st. F. (i), Flucht (F.) (1); anfrk. fluht, st. F. (i), Flucht (F.) (1), Zuflucht; germ. *fluhti-, *fluhtiz, st. F. (i), Flucht (F.) (1); s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835? (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flucht, Kluge s. u. Flucht 1, DW 3, 1831, EWD s. u. Flucht 1, DW2 9, 671, EWAhd 3, 416, Duden s. u. Flucht, Bluhme s. u. Flucht; Son.: vgl. afries. flecht, st. F. (i), Flucht (F.) (1); nfries. flechte; ae. flyht, fliht, st. M. (i), Flucht (F.) (1), Flug; an. -; got. -; nndl. vlucht, Sb., Flucht (F.) (1); GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Fliehen; BM.: fliegen; F.: Flucht, Fluchten+EW; Z.: Flu-ch-t
Flucht (2), nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Flucht (F.) (2), Zimmerflucht; ne. alignment, row (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: aus dem Niederdeutschen; letztlich mnd. vlucht (3), flucht*, F., Flucht (F.) (2), Hausflur; s. nhd. fliegen; L.: Kluge s. u. Flucht 2, EWD s. u. Flucht 2, Duden s. u. Flucht; GB.: vielleicht seit der früheren Neuzeit belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mit flieg(en) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Spielraum bei beweglichen Teilen oder eine Reihung in gerade Linie; BM.: fliegen; F.: Flucht, Fluchten+EW; Z.: Flu-ch-t
$fluchten, nhd., sw. V., (?): nhd. fluchten, ausrichten; E.: s. Flucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Flucht 2, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und wohl mit fliegen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches ausrichten; F.: fluchten, fluchte, fluchtest, fluchtet, fluchtete, fluchtetest, fluchteten, fluchtetet, gefluchtet, ##gefluchtet, gefluchtete, gefluchtetes, gefluchtetem, gefluchteten, gefluchteter##, fluchtend, ###fluchtend, fluchtende, fluchtendes, fluchtendem, fluchtenden, fluchtender###, flucht (!)+EW; Z.: flu-ch-t-en
$flüchten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. flüchten, fliehen, fliehen machen, vertreiben; E.: s. Flucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Flucht 1, EWD s. u. Flucht 1; GB.: (fluhten*) seit 863-871 belegte und aus Flucht sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches fliehen machen oder vertreiben; F.: flüchten, flüchte, flüchtest, flüchtet, flüchtete, flüchtetest, flüchteten, flüchtetet, geflüchtet, ##geflüchtet, geflüchtete, geflüchtetes, geflüchtetem, geflüchteten, geflüchteter##, flüchtend, ###flüchtend, flüchtende, flüchtendes, flüchtendem, flüchtenden, flüchtender###, flücht (!)+EW; Z.: flü-ch-t-en
$flüchtig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. flüchtig, fliehend, auf der Flucht befindlich, vergänglich; E.: s. Flucht, s. ig; L.: Kluge s. u. Flucht 1, DW 3, 1834, EWD s. u. Flucht 1; GB.: seit 863-871 belegte und aus Flucht und ig gebildete Bezeichnung für vielleicht schon seit Entstehung tierischen Lebens oder vormenschlich mögliches fliehend oder auf der Flucht befindlich; F.: flüchtig, flüchtige, flüchtiges, flüchtigem, flüchtigen, flüchtiger+EW; Z.: flü-ch-t-ig
$Flüchtigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Flüchtigkeit, Nachlässigkeit, Vergänglichkeit; E.: s. flüchtig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 1835, EWD s. u. Flucht 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus flüchtig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Nachlässigkeit oder seit Entstehung der Welt mögliche Vergänglichkeit; F.: Flüchtigkeit, Flüchtigkeiten+EW; Z.: Flü-ch-t-ig—kei-t
$Fluchtlinie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fluchtlinie, die Flucht von Bauten begrenzende Linie; E.: s. Flucht, s. Linie; L.: Kluge s. u. Flucht 1, DW 3, 1835, EWD s. u. Flucht 2; GB.: seit 1858 belegte und aus Flucht und Linie gebildete Bezeichnung für eine auf einen Fluchtpunkt hinlaufende Linie oder eine die Flucht von Bauten begrenzende Linie; F.: Fluchtlinie, Fluchtlinien+EW; Z.: Flu-ch-t-lin-ie
$Flüchtling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Flüchtling, vor einer Bedrohung oder Verfolgung fliehender Mensch; E.: s. flücht(en), s. ling; L.: Kluge s. u. Flucht 1, DW 3, 1835, EWD s. u. Flucht 1; GB.: seit 1661 belegte und aus flücht(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit seiner Entstehung möglichen vor einer Bedrohung oder Verfolgung fliehenden Menschen; F.: Flüchtling, Flüchtlings, Flüchtlinge, Flüchtlingen+EW; Z.: Flü-ch-t-ling
Fluder, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Fluder, Wasserrinne, Wasserleitung; ne. wooden channel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vlōder, st. N., st. M., st. F., Fluder, Fließen, Fluten (N.), Floß, Floßfracht, Mühlengerinne; vgl. mhd. vlūder, st. N., st. M., st. F., Fließen, Fluten (N.), Gerinne einer Mühle; ahd. flōdar*, st. M. (a), st. N. (a), Regenguss; ahd. flūdar*, fludar*?, st. N. (a), st. M. (a)?, Floß; germ. *flautjan, sw. V., fließen lassen; idg. *pleud-, V., fließen, rinnen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fluder, DW 3, 1836, DW2 9, 678, EWAhd 3, 400; GB.: (flūdar) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen Bezeichnung für eine hölzerne Wasserrinne oder Wasserleitung oder ein Floß; BM.: fließen; F.: Fluder, Fluders, Fludern+EW; Z.: Flu-d-er
Flug, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Flug, Fliegen (N.); ne. flight (N.); Vw.: -; Hw.: s. fliegen; E.: mhd. vluc, fluc*, st. M., Flug, Flügel, Flügel einer Schar (F.) (1), eiligste Bewegung, Heerflügel, Falkenjagd; mnd. vlȫge, flȫge*, vloge, st. M., Flug, Fliegen (N.), schneller Lauf, Flucht (F.) (1), schnelle Bewegung, Bewegung, Schritt; mnl. vlooch, M., Flug; ahd. flug*, st. M. (i?), Flug, Sturz; as. flugi*, st. M. (i), Flug; anfrk. -; germ. *flugi-, *flugiz, st. M. (i), Flug; s. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flug, Kluge s. u. fliegen, DW 3, 1837, EWD s. u. Flug, DW2 9, 679, EWAhd 3, 415, Falk/Torp 254, Seebold 201, Duden s. u. Flug; Son.: vgl. afries. -; ae. flyge, flige, st. M. (i), Flug, Flucht (F.) (1); an. flugr, st. M. (i), Flug; got. -; GB.: (flug) seit Ende 10./Anfang 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder der Verfestigung der Erdoberfläche mit Ausbildung der Luft mögliche Fliegen als Fortbewegungsart von Insekten und Vögeln mit Flügeln sowie von Menschen mit Flügel nachbildenden Geräten; BM.: fließen bzw. bewegen?; F.: Flug, Fluges, Flugs, Flüge, Flügen+EW; Z.: Flu-g
$Flugblatt, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Flugblatt, Flugschrift; E.: s. Flug, s. Blatt; L.: Kluge s. u. Flugblatt, EWD s. u. Flug; GB.: seit 1797 belegte und aus Flug und Blatt gebildete Bezeichnung für eine Flugschrift oder eine einzeln verbreitete unregelmäßig erscheinende Druckschrift geringeren Umfangs; F.: Flugblatt, Flugblatts, Flugblattes, Flugblätter, Flugblättern+EW; Z.: Flu-g—bla-t-t
Flügel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Flügel, Schwinge, ein Musikinstrument; ne. wing (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. vlügel, flügel*, st. M., Flügel; mnd. vlȫgel (1), flȫgel*, vlogel, vloyl, M., Flügel (M.) des Vogels, Fittich, Engelsflügel (M.), Flügel (M.) der Insekten; mnl. vlogel, vleughel, Sb., Flügel; vgl. mhd. vliegen (1), fliegen*, st. V., fliegen, flattern, stieben, sich verbreiten; ahd. fliogan*, st. V. (2a), fliegen, gleiten, auffahren; germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flügel, Kluge s. u. Flügel, DW 3, 1839, EWD s. u. Flügel, DW2 9, 682, Duden s. u. Flügel, Bluhme s. u. Flügel; Son.: vgl. an. flygill, st. M. (a), Flügel (aus dem Mittelniederdeutschen); nndl. fleugel, Sb., Flügel; nschw. flygel, Sb., Flügel (Instrument); nnorw. flygel, N., Flügel; GB.: (vlügel) seit um 1170 belegte und mit fliegen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an dem Rumpf sitzendes für das Fliegen notwendiges Organ der schon vormenschlichen Insekten und Vögel (Schwinge) sowie der von Menschen nach deren Vorbild entwickelten und verwendeten Flugzeuge und ein von Menschen seit Ende 17. Jh. entwickeltes und verwendetes in der Form einem Flügel nachgebildetes Musikinstrument; BM.: fliegen; F.: Flügel, Flügels, Flügeln+EW; Z.: Flü-g-el
$Flügelmann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Flügelmann; E.: s. Flügel, s. Mann; L.: DW 3, 1843, EWD s. u. Flügel; GB.: seit 1732 belegte und aus Flügel und Mann gebildete Bezeichnung für einen wie ein Flügel an jedem der beiden äußeren Enden einer Reihe stehenden Mannes; F.: Flügelmann, Flügelmannes, Flügelmanns, Flügelmänner, Flügelmännern+EW; Z.: Flü-g-el—man-n
$flügeln, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. flügeln, wie einen Flügel bewegen; Vw.: s. be-, über-; E.: s. Flügel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 3, 1843, EWD s. u. Flügel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Flügel und (e)n gebildete Bezeichnung für wie einen Flügel bewegen; F.: flügeln, flügel (!), flügle, flügele, flügelst, flügelt, flügelte, flügeltest, flügelten, flügeltet, geflügelt, geflügelte, geflügeltes, geflügeltem, geflügelten, geflügelter, flügelnd, flügelnde, flügelndes, flügelndem, flügelnden, flügelnder (!)+EW; Z.: flü-g-el-n
flügge, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. flügge, flugfähig, groß geworden, selbständig; ne. fledged; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1160/1170; E.: mhd. vlücke (1), flücke*, Adj., flügge, fliegend, beflügelt, geflügelt; mnd. vlügge, vluge, flügge*, Adj., flügge, flugfähig, zum Verkehr mit den Menschen fähig; mnl. vlugge, vlugghe, flügge, Adj., schnell vgl. germ. *flauga-, *flaugaz, *flaugja-, *flaugjaz, Adj., flügge, fliegend; germ. *flugja-, *flugjaz, Adj., flügge, fliegend; germ. *flugi-, *flugiz, Adj., flügge, fliegend; idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flügge, Kluge s. u. flügge, DW 3, 1846, EWD s. u. flügge, DW2 9, 692, Falk/Torp 254, Seebold 201, Heidermanns 200, 203, Duden s. u. flügge; Son.: vgl. ae. flycg, Adj., flügge; nisl. fleygur, Adj., flügge; GB.: (vlücke) seit 1160/1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu dem ersten Fliegen bereit oder flugfähig oder selbständig; BM.: fliegen; F.: flügge, flügges, flüggem, flüggen, flügger+EW; Z.: flü-g-g-e
flugs, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. flugs, wie in einem Fluge, schnell, umgehend, sofort; ne. quickly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. vlüges*, vluges, Adv., fliegend, eilig, flugs, sogleich, sofort; mnd. vluks, vluckes, Adv., flugs, eilig; mnl. vlōges, Adv., flugs; vgl. mhd. vliegen (1), fliegen*, st. V., fliegen, flattern, stieben, sich verbreiten; ahd. fliogan*, st. V. (2a), fliegen, gleiten, auffahren; germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. flugs, Kluge s. u. flugs, DW 3, 1847, EWD s. u. Flug, DW2 9, 694, Duden s. u. flugs; GB.: um 1230 belegte und aus Flug und (e)s (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie in einem Flug oder schnell oder umgehend oder sofort; BM.: fliegen; F.: flugs+EW; Z.: flu-g-s
$Flugschrift, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Flugschrift, Flugblatt; E.: s. Flug, s. Schrift; L.: Kluge s. u. Flugschrift, GB 3, 1849, EWD s. u. Flug; GB.: seit 1796 belegte und aus Flug und Schrift gebildete Bezeichnung für eine Druckschrift geringeren Umfangs oder ein Flugblatt; F.: Flugschrift, Flugschriften+EW; Z.: Flu-g—schri-f-t
$Flugzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Flugzeug; Vw.: s. Charter-, Düsen-, Segel-; E.: s. Flug, s. Zeug; L.: Kluge s. u. Flugzeug, fehlt DW, EWD s. u. Flug; GB.: seit 1912 belegte und aus Flug und Zeug gebildete Bezeichnung für ein von Menschen lange erträumtes und seit dem 19. Jh. allmählich in Nachbildung von Vögeln immer häufiger verwirklichtes und selbverständlich gewordenes Luftfahrzeug mit Tragflächen zu der gleitenden Fortbewegung durch die Luft infolge Auftriebs mittels gewölbter Tragflächenoberseiten ab einer Mindestgeschwindigkeit; F.: Flugzeug, Flugzeugs, Flugzeuges, Flugzeuge, Flugzeugen+EW; Z.: Flu-g—zeu-g
Fluh, nhd. (dial.), F., (9. Jh.): nhd. Fluh, steiler Felsen, Felsenabsturz; ne. rockface; Vw.: s. Nagel-; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vluo, vluoh, fluo, fluoh, flueh, st. F., Fluh, Fels, Felsen (M.), hervorstehende und jäh abfallende Felswand, Felswand; ahd. fluoh* (1), st. F. (i), „Fluh“, Felsen, Klippe; germ. *flōhi-, *flōhiz, st. F. (i), Fläche, Schicht; germ. *flahi-, *flahiz, Sb., Fels, Felswandabsatz, Fluh; vgl. idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Fluh, DW 3, 1849, DW2 9, 695, EWAhd 3, 418, Schweiz. Id. 1, 1184, Schmeller 1, 791, Fischer 1, 1594; Son.: bay./schwäb., s. schweiz. Flueh, F., steiler Felsen, Felsenabsturz; vgl. afries. -; ae. flōh, st. F. (i), Stück, Fliese; an. flō (1), st. F. (i), Schicht; got. -; gr. πλάξ (pláx), F., Platte, Tafel, Fläche; GB.: (fluoh) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines steilen Felsens oder Felsenabsturzes; BM.: breit bzw. flach; F.: Fluh, Flühe, Flühen+EW; Z.: Flu-h
Fluidum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fluidum, Wirkung, Ausstrahlung; ne. fluid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1700; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. fluidus, Adj., fließend, flüssig, wallend (Adj.) (1), locker, weich, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; vgl. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fluidum, fehlt DW, EWD s. u. Fluidum, DW2 9, 696, Duden s. u. Fluidum; Son.: vgl. nndl. fluïdum, Sb., Fluidum; frz. fluide, M., Flüssigkeit; nschw. fluidum, Sb., Fluidum; nnorw. fluidum, N., Fluidum, Branntwein; poln. fluid, M., Fluidum; GB.: seit 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besondere Wirkung oder Ausstrahlung; BM.: fließen bzw. sprudeln; F.: Fluidum, Fluidums, Fluida+FW(+EW); Z.: Flu-i-d-um
$Fluktuation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fluktuation, Schwankung, Bewegung; E.: s. lat. fluctuatio; L.: fehlt DW, EWD s. u. fluktuieren; GB.: seit 1676 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche ständige Schwankung einer Menge wie beispielsweise Wasser; F.: Fluktuation, Fluktuationen+FW(+EW); Z.: Flu-k-t-u-at-io-n
fluktuieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. fluktuieren, schwanken, in Bewegung sein (V.); ne. fluctuate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1647 (Urkunde); I.: Lw. lat. flūctuāre; E.: s. lat. flūctuāre, V., Wellen schlagen, wogen, wallen (V.) (1), brausen, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. flūctus, M., Strömen (N.), Wogen (N.), Strömung, Welle, Woge, Flut; lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; vgl. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. fluktuieren, fehlt DW, EWD s. u. fluktuieren, DW2 9, 697, Duden s. u. fluktuieren; Son.: vgl. nndl. fluctueren, V., fluktuieren; frz. fluctuer, V., fluktuieren; nschw. fluktuera, V., fluktuieren; nnorw. fluktuere, V., fluktuieren; GB.: seit 1647 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches ständiges schwanken einer Menge wie etwa des Wassers in einem Meere bei Wogen oder Ebbe und Flut; BM.: sprudeln; F.: fluktuieren, fluktuiere, fluktuierst, fluktuiert, fluktuierest, fluktuieret, fluktuierte, fluktuiertest, fluktuierten, fluktuiertet, ##fluktuiert, fluktuierte, fluktuiertes, fluktuiertem, fluktuierten, fluktuierter##, fluktuierend, ###fluktuierend, fluktuierende, fluktuierendes, fluktuierendem, fluktuierenden, fluktuierender###, fluktuier (!)+FW(+EW); Z.: flu-k-t-u-ier-en
Flunder, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Flunder, ein Plattfisch; ne. flounder (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1422 (Vocabularius vratislawensis); E.: s. mnd. vlunder, flundere, F., Flunder, Plattfisch aus der Ostsee; mhd. vlunder, st. M., Flunder; ne. flounder, N., Flunder; Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *plət, *plāt, Adj., flach; L.: Kluge s. u. Flunder, DW 3, 1851, EWD s. u. Flunder, DW2 9, 698, Duden s. u. Flunder, Bluhme s. u. Flunder; Son.: vgl. frz. flondre, Sb., Flunder; nschw. flundra, Sb., Flunder; nnorw. flyndre, M., F., Flunder; GB.: seit 1422 belegte und in der Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vor allem in dem Atlantik vorkommenden braungelben und in großen Schwärmen lebenden Plattfisch; BM.: flach; F.: Flunder, Flundern+FW; Z.: Flu-n-d-er
flunkern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. flunkern, schwindeln; ne. fib (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; E.: letztlich s. flink; L.: Kluge 1. A. s. u. flunkern, Kluge s. u. flunkern, DW 3, 1851, EWD s. u. flunkern, DW2 9, 698, Duden s. u. flunkern, Bluhme s. u. flunkern; Son.: vgl. nndl. flonkeren, V., flunkern; GB.: seit 1571 belegte und letztlich mit flink verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schwindeln oder nicht ganz der Wahrheit entsprechend erzählen; BM.: schnell?; F.: flunkern, flunkere, flunker (!), flunkre, flunkerst, flunkert, flunkerte, flunkertest, flunkerten, flunkertet, geflunkert, ##geflunkert, geflunkerte, geflunkertes, geflunkertem, geflunkerten, geflunkerter##, flunkernd, ###flunkernd, flunkernde, flunkerndes, flunkerndem, flunkernden, flunkernder###, flunker (!)+EW; Z.: flunk-er-n
Flunsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Flunsch, verzogener Mund, Schmollmund; ne. pout (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: letztlich s. flennen; L.: Kluge s. u. Flunsch, DW 3, 1851, EWD s. u. Flansch, Duden s. u. Flunsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit flennen verbindbare Bezeichnung für einen verdrießlich oder zu einem Weinen verzogenen Mund oder Schmollmund; BM.: bloß?; F.: Flunsch, Flunsches, Flunschs, Flunsche, Flunschen+EW; Z.: Flu-n-sch
Fluor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fluor, ein gelblich grünes Gas; ne. fluorine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1711; I.: Lw. lat. fluor; E.: s. lat. fluor, M., Fließen, Strömen, Strömung, Fluss, Strom, Durchfall, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; vgl. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fluor, fehlt DW, EWD s. u. Fluor, DW2 9, 698, Duden s. u. Fluor; Son.: vgl. nndl. fluor, Sb., Flur; frz. fluor, M., Flur; nschw. fluor, Sb., Flur; nnorw. fluor, M., N., Fluor; poln. fluor, M., Fluor; kymr. fflworin, M., Fluor; nir. fluarín, Sb., Fluor; lit. fluoras, M., Fluor; GB.: seit 1711 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein 1529 von Georgius Agricola bei der Verwendung von Flussspat als Flussmittel bei dem Schmelzen von Erzen beschriebenes und 1886 von Henri Moissan erstmals elementar hergestelltes zu den Halogenen gehörendes gelblich grünes Gas (chemisches Element Nr. 9, abgekürzt F) das zu der Stärkung des Zahnschmelzes und der Knochenmasse sowie der Herstellung von Aluminium und Stahl und Teflon genützt wird; BM.: fließen; F.: Fluor, Fluors+FW; Z.: Flu-or
$Fluoreszenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fluoreszenz; E.: s. Fluor, s. eszenz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fluor; GB.: seit 1855 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die 1904 von August Köhler bei Zeiss zufällig entdeckte Eigenschaft des durch auftreffende Lichtstrahlen von selbst Leuchtens oder die Lichtemission kurz nach Anregung durch Elektronenübergang die auftritt wenn Stoffe wie Tryptophan oder Tyrosin oder Phenylalanin mit ultraviolettem Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt werden und einen Teil des Lichtes während der Beleuchtung zurücksenden; F.: Fluoreszenz+FW(+ EW); Z.: Flu-or-esz-enz
$fluoreszieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fluoreszieren; Hw.: Fluoreszenz; E.: s. Fluor, s. eszieren; L.: Kluge s. u. Fluor, fehlt DW, EWD s. u. Fluor; GB.: seit 1855 belegte und aus Fluor und eszieren gebildete Bezeichnung für unter bestimmten Voraussetzungen durch auftreffende Lichtstrahlen von selbst leuchten; F.: fluoreszieren, fluoresziere, fluoreszierst, fluoresziert, fluoreszierest, fluoreszieret, fluoreszierte, fluoresziertest, fluoreszierten, fluoresziertet, ##fluoresziert, fluoreszierte, fluoresziertes, fluoresziertem, fluoreszierten, fluoreszierter##, fluoreszierend, ###fluoreszierend, fluoreszierende, fluoreszierendes, fluoreszierendem, fluoreszierenden, fluoreszierender###, fluoreszier (!)+FW(+EW); Z.: flu-or-esz-ier-en
Flur (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Flur (F.), Ackerland, Feld, Weide (F.) (2); ne. floor (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flur (2); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. vluor, fluor*, vlūr, st. M., Flur (F.), Boden, Bodenfläche, Grund, Saat, Saatfeld, Ackerland; mnd. flōr (1), flour, vlōr, M., Estrich, Diele, Flur (M.) im Hause, Feldflur (F.), Flur (F.), Au, Feld; mnl. vloer, Sb., Flur; ahd. fluor*, st. M. (a), Saat, Saatfeld, Flur (F.); as. -; anfrk. -; germ. *flōra-, *flōraz, st. M. (a); germ. *flōrus, Sb., Fußboden; s. idg. *plāro-, Adj., eben, Pokorny 805; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flur, Kluge s. u. Flur, DW 3, 1851, EWD s. u. Flur, DW2 9, 700, EWAhd 3, 421, Falk/Torp 249, Duden s. u. Flur, Bluhme s. u. Flur; Son.: vgl. ae. flōr, st. M. (a), st. F. (u), Flur (M.), Fußboden, Pflaster, Grund, Boden; an. flōrr, st. M. (a), Boden zwischen den Kuhständen, Kuhstall; nndl. vloer, Sb., Flur; kymr. llawr, M., Boden; GB.: (vluor) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Ackerland oder ein Feld oder eine Weide (F.) (2); BM.: flach; F.: Flur, Flure+EW; Z.: Flu-r
Flur (2), nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Flur (M.), Hausgang, Boden; ne. floor (N.); Vw.: -; Hw.: s. Flur (1); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. vluor, fluor*, vlūr, st. M., Flur (F.), Boden, Bodenfläche, Grund, Saat, Saatfeld, Ackerland; mnd. flōr (1), flour, vlōr, M., Estrich, Diele, Flur (M.) im Hause, Feldflur (F.), Flur (F.), Au, Feld; mnl. vloer, Sb., Flur; ahd. fluor*, st. M. (a), Saat, Saatfeld, Flur (F.); as. -; anfrk. -; germ. *flōra-, *flōraz, st. M. (a); germ. *flōrus, Sb., Fußboden; s. idg. *plāro-, Adj., eben, Pokorny 805; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flur, Kluge s. u. Flur, DW 3, 1851, EWD s. u. Flur, DW2 9, 700, EWAhd 3, 421, Falk/Torp 249, Duden s. u. Flur, Bluhme s. u. Flur; Son.: vgl. ae. flōr, st. M. (a), st. F. (u), Flur (M.), Fußboden, Pflaster, Grund, Boden; an. flōrr, st. M. (a), Boden zwischen den Kuhständen, Kuhstall; nndl. vloer, Sb., Flur; kymr. llawr, M., Boden; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen Raum innerhalb einer Wohnung an dessen Seiten sich Türen zu den angrenzenden Räumen befinden (Hausgang); BM.: flach; F.: Flur, Flurs, Flure, Fluren+EW; Z.: Flu-r
$Flurbereinigung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Flurbereinigung; E.: s. Flur (F.), s. Bereinigung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rain; F.: Flurbereinigung, Flurbereinigungen+EW; GB.: seit 1896 belegte und aus Flur und Bereinigung gebildete Bezeichnung für eine staatlich unterstützte Schaffung besser zu bewirtschaftender landwirtschaftlicher Flächen durch Zusammenlegung oder Neueinteilung von Flurstücken; Z.: Flu-r—be—rei-n-ig-ung
Fluss, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fluss, Strom; ne. river, flow (N.); Vw.: -; Hw.: s. fließen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vluz, fluz*, st. M., Fließen, Strömung, Fluss, fließendes Wasser, fließendes Gewässer, Strom; mnd. vlȫte (2), F., Flut, Fluttide, Flutzeit, Überflutung, Überschwemmung, Strömung, Strom; ahd. fluz, st. M. (i), Fluss, Lauf, Strom, Strömung; as. fluti, st. M. (i), Fluss, Flüssigkeit; anfrk. -; germ. *fluti-, *flutiz, st. M. (i), Fluss; s. idg. *pleud-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 837; vgl. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flusz, Kluge s. u. Fluss, DW 3, 1855 (Flusz), EWD s. u. Fluss, DW2 9, 705, EWAhd 3, 426, Falk/Torp 255, Seebold 203, Duden s. u. Fluss, Bluhme s. u. Fluss; Son.: vgl. nschw. flod, Sb., Fluss; nnorw. flyt, M., Fluss; GB.: (fluz) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen größeren natürlichen Wasserlauf oder für einen ihm ähnlichen stetigen und ununterbrochenen Vorgang; BM.: fließen; F.: Fluss, Flusse, Flusses, Flüsse, Flüssen+EW; Z.: Flu-ss
$flüssig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. flüssig, fließend; Vw.: s. über-; E.: s. Fluss, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. flüssig, Kluge s. u. Fluss, DW 3, 1853, EWD s. u. Fluss; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Fluss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches fließend; F.: flüssig, flüssige, flüssiges, flüssigem, flüssigen, flüssiger(, flüssigere, flüssigeres, flüssigerem, flüssigeren, flüssigerer, flüssigst, flüssigste, flüssigstes, flüssigstem, flüssigsten, flüssigster)+EW; Z.: flü-ss-ig
$Flüssigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Flüssigkeit; E.: s. flüssig, s. heit, s. keit; L.: DW 3, 1854, EWD s. u. Fluss; GB.: (vlüzzicheit*) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus flüssig und keit gebildete Bezeichnung für einen volumenbeständigen und formunbeständigen Stoff wie Wasser oder Milch oder Wein in Gegensatz zu festen Stoffen oder gasförmigen Stoffen; F.: Flüssigkeit, Flüssigkeiten+EW; Z.: Flü-ss-ig—kei-t
$Flussspat, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Flussspat; E.: s. Fluss, s. Spat; L.: DW 3, 1858 (Fluszspat), EWD s. u. Fluss; GB.: seit 1742 belegte und aus Fluss und Spat gebildete Bezeichnung für das schon vormenschliche in reiner Form farblose oder gelbe oder grüne oder rote oder violette oder schwärzliche häufige und von Menschen vor allem als Schmelzmittel verwendete Kalziumfluorid oder Fluorit; F.: Flussspat, Flussspates, Flussspats, Flussspate, Flussspaten+EW; Z.: Flu-ss—spa-t
flüstern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. flüstern, sehr leise sprechen, wispern; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1482; E.: s. fnhd. flistern, Sb., flüstern; aus dem Niederdeutschen, wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. flüstern, Kluge s. u. flüstern, DW 3, 1854, EWD s. u. flüstern, Duden s. u. flüstern, Bluhme s. u. flüstern; GB.: seit 1482 belegte und wohl lautmalend gebildete sowie aus dem Niederdeutschen kommende Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches sehr leise sprechen oder wispern; BM.: lautmalend; F.: flüstern, flüstere, flüster (!), flüstre, flüsterst, flüstert, flüsterte, flüstertest, flüsterten, flüstertet, geflüstert, ##geflüstert, geflüsterte, geflüstertes, geflüstertem, geflüsterten, geflüsterter##, flüsternd, ###flüsternd, flüsternde, flüsterndes, flüsterndem, flüsternden, flüsternder###, flüster (!)+EW; Z.: flüst-er-n
$Flüsterpropaganda, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Flüsterpropaganda; E.: s. flüster(n), s. Propaganda; L.: fehlt DW, EWD s. u. flüstern; GB.: seit 1940 belegte und aus flüster(n) und Propaganda gebildete Bezeichnung für eine wegen der Strafbarkeit politisch regimefeindlicher öffentlicher Propaganda zu dieser Zeit flüsternd ausgeführte Propaganda; F.: Flüsterproganda+EW+FW; Z.: Flüst-er—pro-pag-and-a
Flut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Flut, Fluss, Fließen; ne. flood (N.); Vw.: s. Sint-; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. vluot, fluot*, vlūt, st. F., st. M., Flut, Wasser, fließendes Wasser, Fluss, Strom, Strömung, überströmende Menge, Meer, Überflutung; mnd. vlōt (1), vloet, vloit, vloyt, F., M., Fluss, Fließen, Strömen, Flut, flutendes Wasser, Wasserflut, Meeresflut; mnl. vloet, Sb., Flut; ahd. fluot, st. F. (i), Flut, Strömung, Sturzbach; as. flōd, st. M. (u), st. F. (u), Flut, Fluss; anfrk. -; germ. *flōdi, *flōdiz, st. F. (i), Flut; s. germ. *flōdu-, *flōduz, st. M. (u), N., Flut; idg. *pluti-, Sb., Überfließen, Pokorny 836; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Flut, Kluge s. u. Flut, DW 3, 1858, EWD s. u. Flut, DW2 9, 711, EWAhd 3, 423, Falk/Torp 254, Seebold 204, Duden s. u. Flut, Bluhme s. u. Flut; Son.: vgl. afries. flōd, st. N. (a), Fluss; nnordfries. floth; ae. flōd, st. M. (a), st. N. (a), st. F. (ō), Flut, Woge, Strom; an. flōð, st. N. (a), Strömen, Flut, Fluss, Wasser; got. -; nndl. vloed, Sb., Flut; nschw. flod, Sb., Flut; nnorw. flod, M., F., Flut; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für Flut vor allem als den in dem Wechsel der Gezeiten als Folge der Anziehungskraft des Mondes auf der mondzugewandten Seite allmählich wieder anwachsenden oder bereits angewachsenen Wasserstand von Meeren der Erde oder Fluss oder Fließen; BM.: fließen; F.: Flut, Fluten+EW; Z.: Flu-t
$fluten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. fluten, fließen, strömen; E.: s. Flut, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Flut, DW 3, 1861, EWD s. u. Flut; GB.: (vluoten) seit um 1210 belegte und aus Flut und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches fließen oder strömen; F.: fluten (!), flute, flutest, flutet, flutete, flutetest, fluteten, flutetet, geflutet, ##geflutet, geflutete, geflutetes, geflutetem, gefluteten, gefluteter##, flutend, ###flutend, flutende, flutendes, flutendem, flutenden, flutender###, flut (!)+EW; Z.: flu-t-en
$Flutlicht, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Flutlicht; E.: s. Flut, s. Licht; L.: Kluge s. u. Flut, fehlt DW, EWD s. u. Flut; GB.: seit 1959 belegte und aus Flut und Licht gebildete Bezeichnung für über hohe Masten seit etwa dieser Zeit breit strahlend ausgeteiltes elektrisches Licht beispielsweise in Fußballstadien; F.: Flutlicht, Flutlichts, Flutlichtes, Flutlichter, Flutlichtern+EW; Z.: Flu-t—lich-t
flutschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. flutschen, rutschen, glatt vonstattengehen, leicht dahingleiten, zügig verlaufen (V.); ne. slip (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1855; E.: aus dem Niederdeutschen, wohl aus einer Lautgebärde entwickelt; L.: Kluge s. u. flutschen, DW 3, 1862?, EWD s. u. flutschen, Duden s. u. flutschen, Bluhme s. u. flutschen; GB.: seit 1855 belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie wohl aus einer Lautgebärde entwickelte Bezeichnung für sachlich auch schon früher mögliches rutschen oder glatt vonstattengehen oder leicht dahingleiten oder zügig verlaufen (V.); BM.: lautmalend?; F.: flutschen, flutsche, flutsch (!), flutschst, flutscht, flutschest, flutschet, flutschte, flutschtest, flutschten, flutschtet, geflutscht, ##geflutscht, geflutschte, geflutschtes, geflutschtem, geflutschten, geflutschter##, flutschend, ###flutschend, flutschendes, flutschendem, flutschenden, flutschender###, flutsch (!)+EW; Z.: flutsch-en
Flyer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Flyer, eine Spinnmaschine, Handzettel, Flugzettel; ne. flyer; Vw.: -; Hw.: s. fliegen; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. flyer; E.: s. ne. flyer, N., Flyer, Flugblatt, Spinnflügel; vgl. ne. fly, V., fliegen; ae. fléogan, st. V. (2), fliegen, fliehen; germ. *fleugan, st. V., fliegen; vgl. idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Flyer; Son.: vgl. nschw. flyer, Sb., Flyer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besondere Spinnmaschine und später für einen von Menschen für eine Kurzinformation entwickelten und verwendeten Handzettel oder Flugzettel; BM.: fliegen; F.: Flyer, Flyers, Flyern+FW; Z.: Fly-er
Fock, Focke, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fock, Focksegel, Segel an dem Vormast, Vordersegel vor dem Großsegel; ne. job (N.), foresail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1488; E.: s. mnd. vocke, focke, vacke, F., Focksegel (N.), dreieckiges Vordersegel (N.), unteres Raasegel (N.) an dem Fockmast; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Focke, Kluge s. u. Fock, DW 3, 1864 (Focke), EWD s. u. Fock, DW2 9, 715, Duden s. u. Fock, Bluhme s. u. Focksegel; Son.: vgl. nndl. fok, F., Fock, Segel am Vormast; GB.: seit 1488 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für das von Menschen für Segelschiffe vielleicht um die Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelte und verwendete Vordersegel vor dem Großsegel; BM.: ?; F.: Fock, Focke, Focken+EW?; Z.: Fock
$focken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. focken, hissen, aufziehen; E.: s. Fock, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Fock, EWD s. u. Fock; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Fock und en (Suff.) belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Vorsegel (?) hissen oder aufziehen; F.: focken, focke (!), fockst, fockt, fockest, focket, fockte, focktest, fockten, focktet, gefockt, ##gefockt, gefockte, gefocktes, gefocktem, gefockten, gefockter##, fockend, ###fockend, fockende, fockendes, fockendem, fockenden, fockender###, fock (!)+EW; Z.: fock-en
$Fockmast, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fockmast; E.: s. Fock, s. Mast (M.); L.: DW 3, 1865, EWD s. u. Fock; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Fock und Mast (M.) gebildete Bezeichnung für den von Menschen für Segelschiffe vielleicht um die Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelten und verwendeten Mast für das Vordersegel vor dem Großsegel; F.: Fockmast, Fockmasts, Fockmastes, Fockmaste, Fockmasten+EW; Z.: Fock—mast
$Focksegel, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Focksegel; E.: s. Fock, s. Segel; L.: Kluge s. u. Fock, DW 3, 1865, EWD s. u. Fock; GB.: vielleicht seit 1747 belegte und aus Fock und Segel gebildete Bezeichnung für das auf Segelschiffen von Menschen vielleicht um die Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelte und verwendete an dem Fockmast vor dem Großsegel befestigte Segel; F.: Focksegel, Focksegels, Focksegeln+EW; Z.: Fock—seg-el
föderal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. föderal, föderativ, bundesstaatlich; ne. federal; Vw.: s. -ismus; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. féderál; E.: s. frz. féderál, Adj., föderal; vgl. lat. foedus, N., Bündnis, Friedensvertrag, Bündnisvertrag, Vertrag, Staatsvertrag, Abmachung; idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. föderal; Son.: vgl. nndl. federaal, Adj., föderal; nschw. federal, Adj., föderal; nnorw. føderal, Adj., föderal; poln. federalny, Adj., föderal; kymr. ffederal, Adj., föderal; lit. federalinis, Adj., föderal; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Staaten in dem Altertum mögliches föderativ oder bundesstaatlich; BM.: Vertrag bzw. zureden; F.: föderal, föderale, föderales, föderalem, föderalen, föderaler+FW; Z.: föd-er-al
Föderalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Föderalismus, bundesstaatliche Staatsform mit weitgehender Eigenständigkeit von Einzelstaaten; ne. federalism; Vw.: -; Hw.: s. Konföderation; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. foederātio, F., Verbindung, Vereinigung, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. foederāre, V., durch ein Bündnis herstellen, durch ein Bündnis stiften, verbünden, vereinigen; lat. foedus, N., Bündnis, Friedensvertrag, Bündnisvertrag, Vertrag, Staatsvertrag, Abmachung; idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Föderalismus, fehlt DW, EWD s. u. Föderation, Duden s. u. Föderalismus; Son.: vgl. nndl. federalisme, Sb., Föderalismus; frz. fédéralisme, M., Föderalismus; nschw. federalism, Sb., Föderalismus; poln. federalizm, M., Föderalismus; kymr. ffederaliaeth, F., Föderalismus; GB.: seit 1804 belegte und aus föderal und ismus gebildete Bezeichnung für das sachlich schon in dem Altertum mögliche Streben (N.) nach Errichtung oder Erhaltung eines Bundesstaats mit weitgehender Eigenständigkeit von Einzelstaaten; BM.: Vertag bzw. zureden; F.: Föderalismus+FW; Z.: Föd-er-al-ism-us
$föderalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. föderalistisch, Föderalismus betreffend; E.: s. föderal, s. ist, s. isch; L.: Kluge s. u. Föderalismus, fehlt DW; GB.: seit 1850 belegte und aus föderal und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem Altertum mögliches Föderalismus betreffend; F.: föderalistisch, föderalistische, föderalistisches, föderalistischem, föderalistischen, föderalistischer(, föderalistischere, föderalistischeres, föderalistischerem, föderalistischeren, föderalistischerer, föderalistischst (!), föderalistischste, föderalistischstes, föderalistischstem, föderalistischsten, föderalistischster)+FW+EW; Z.: föd-er-al-ist-isch
$Föderation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Föderation, Staatenbündnis, Staatenbund; Vw.: s. Kon-; I.: Lw. lat. foederātio; L.: fehlt DW, EWD s. u. Föderation; GB.: seit 1799 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dem Altertum mögliches Staatenbündnis; F.: Föderation, Föderationen+FW(+EW); Z.: Föd-er-at-io-n
Fohe, nhd., F.: nhd. Fohe; Vw.: s. Fähe
Föhe, nhd., F.: nhd. Föhe; Vw.: s. Fähe
$fohlen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. fohlen, Fohlen gebären; E.: s. Fohlen; L.: DW 3, 1869, EWD s. u. Fohlen; GB.: seit 1578 belegte und mit Fohlen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ein Fohlen gebären; F.: fohlen, fohle, fohlst, fohlt, fohlest, fohlet, fohlte, fohltest, fohlten, fohltet, gefohlt, ##gefohlt, gefohlte, gefohltes, gefohltem, gefohlten, gefohlter##, fohlend, ###fohlend, fohlende, fohlendes, fohlendem, fohlenden, fohlender###, fohl (!)+EW; Z.: foh-l-en
Fohlen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Fohlen (N.) (1), frisch geborenes oder ganz junges Pferd; ne. foal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: s. mhd. vole, vol, vul, vül, sw. M., st. N., Fohlen (N.) (1), junges Pferd, Ross, Streitross, Pferd für Frauen; mnd. vōle, vole, volle, vāle, M., N., Fohlen (N.) (1), Füllen (N.) (1), junges Pferd; mnl. vōle, Sb., Fohlen; ahd. folo, sw. M. (n), Fohlen (N.) (1), Füllen (N.) (1); as. folo*, sw. M. (n), Fohlen (N.) (1); anfrk. -; germ. *fulō-, *fulōn, *fula-, *fulan, sw. M. (n), Füllen (N.) (1), Fohlen (N.) (1), Junges; idg. *pōulos, *pōlos, Sb., Junges, Pokorny 842; s. idg. pōu-, pəu-, pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fohlen, Kluge s. u. Fohlen, DW 3, 1869, EWD s. u. Fohlen, DW2 9, 717, EWAhd 3, 462, Falk/Torp 244, Duden s. u. Fohlen, Bluhme s. u. Fohlen; Son.: vgl. afries. fola, folla, sw. M. (n), Fohlen; saterl. fole; ae. fola, sw. M. (n), Fohlen; an. foli, sw. M. (n), Fohlen; got. fula, sw. M. (n), Fohlen, Füllen (N.) (1); nndl. veulen, Sb., Fohlen (N.) (1); nschw. föl, N., Fohlen (N.) (1); nnorw. føll, N., Fohlen (N.) (1); gr. πῶλος (pōlos), M., Fohlen, Füllen (N.) (1); GB.: (folo) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches frisch geborenes oder ganz junges Pferd; BM.: klein; F.: Fohlen, Fohlens+EW; Z.: Foh-l-en
Föhn, nhd., M., F., (9. Jh.): nhd. Föhn, Föhnwind; ne. foehn, Foehn wind; Vw.: -; Hw.: s. Fön; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfoune*, phoune, phounne, sw. F., Südwestwind, Südwind; ahd. fōnno*, pfōnno*, sw. M. (n), Südwind, Föhn; germ. *faunjo, M., Föhn; lat. favōnius, M., lauer Westwind, Zephyrus, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fovēre, V., wärmen, warm halten; idg. dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Föhn, Kluge 1. A. s. u. Föhn, DW 3, 1869, EWD s. u. Föhn, DW2 9, 718, Duden s. u. Föhn, Bluhme s. u. Foehn; Son.: vgl. nndl. föhn, Sb., Föhn; frz. föhn, M., Föhn; nschw. fön, Sb., Föhn; nnorw. føn, M., Föhn, Fön; poln. fen, M., Föhn; nir. föhn, M., Föhn; GB.: (fōnno) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders auf der Nordseite der Alpen auftretenden warmen und trockenen Fallwind und später ein ihm von Menschen nachgebildetes wärmendes und trocknendes kleines elektrisches Gerät für die Haare; BM.: wärmen; F.: Föhn, Föhns, Föhnes, Föhne, Föhnen (!)+FW(+EW); Z.: Föh-n
$föhnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. föhnen; E.: s. Föhn, s. en (Suff.); L.: DW 3, 1869, EWD s. u. Föhn; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Föhn und en gebildete Bezeichnung für ein Föhn sein (V.) oder wie ein Föhn wirken; F.: föhnen, föhne, föhnst, föhnt, föhnest, föhnet, föhnte, föhntest, föhnten, föhntet, geföhnt, ##geföhnt, geföhnte, geföhntes, geföhntem, geföhnten, geföhnter##, föhnend, ###föhnend, föhnende, föhnendes, föhnendem, föhnenden, föhnender###, föhn (!)+FW+EW; Z.: föh-n-en
$föhnen, fönen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. fönen; Q.: um 1925; L.: fehlt DW, EWD s. u. Föhn; GB.: um 1925 belegte und aus Föhn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit dem von Menschen entwickelten elektrischen Föhn (Fön) die Haare wärmen und trocknen; F.: fönen, föne, fönst, fönt, fönest, fönet, fönte, föntest, fönten, föntet, gefönt, ##gefönt, gefönte, geföntes, geföntem, gefönten, gefönter##, fönend, ###fönend, fönende, fönendes, fönendem, fönenden, fönender###, fön+FW(+EW); Z.: fö-n-en; Son.: seit 1996 neue deutsche Rechtschreibung föhnen
$föhnig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. föhnig; E.: s. Föhn, s. ig; L.: Kluge s. u. Föhn, DW 3, 1869, EWD s. u. Föhn; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Föhn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches Föhn betreffend; F.: föhnig, föhnige, föhniges, föhnigem, föhnigen, föhniger(, föhnigere, föhnigeres, föhnigerem, föhnigeren, föhnigerer, föhnigst, föhnigste, föhnigstes, föhnigstem, föhnigsten, föhnigster)+FW(+EW); Z.: föh-n-ig
Föhre, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Föhre, Kiefer (F.); ne. fir, pine; Vw.: -; Hw.: s. Kiefer (2); Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vorhe (1), forhe*, sw. F., Föhre, Kiefer (F.); mnd. vūre, vur, F., Föhre, Kiefer (F.); ahd. foraha, sw. F. (n), Föhre, Kiefer (F.); as. forha?, sw. F. (n), Föhre; as. furhia, furia*, st. F. (jō), Föhre, Kiefer (F.); anfrk. -; germ. *furhō (1), st. F. (ō), Eiche, Föhre; s. idg. *perkᵘ̯us, Sb., Eiche, Stärke, Kraft, Leben, Pokorny 822 (1412/54) (RB. idg. aus ind., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Föhre, Kluge s. u. Föhre, DW 3, 1867, EWD s. u. Föhre, DW2 9, 718, EWAhd 3, 475, Falk/Torp 234, Duden s. u. Föhre, Bluhme s. u. Foehre; Son.: vgl. afries. -; ae. furh (2), st. F. (ō), Föhre; an. fura, fūra, sw. F. (n), Föhre, Schiff; got. -; nschw. fura, Sb., Föhre, Kiefer (F.); nisl. fura, F., Föhre, Kiefer (F.); GB.: (foraha) seit Mitte 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen auf sandigem Boden wachsenden harzreichen Nadelbaum mit langen und kantigen sowie in Bündeln wachsenden Nadeln und kugeligen bis walzenförmigen meist hängenden Zapfen; BM.: Stärke?; F.: Föhre, Föhren, Fohre, Fohren+EW; Z.: Föhr-e
Fokus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fokus, Brennpunkt; ne. focus (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1725; I.: Lw. lat. focus; E.: s. lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge s. u. Fokus, fehlt DW, Duden s. u. Fokus; Son.: vgl. nndl. focus, Sb., Fokus; nschw. fokus, Sb., Fokus; nnorw. fokus, N., Fokus; poln. fokus, M., Fokus; kymr. ffocws, M., Fokus; nir. fócas, M., Fokus; GB.: seit 1725 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Brennpunkt; BM.: brennen?; F.: Fokus, Fokusse, Fokussen+FW(+EW); Z.: Fok-us
Folder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Folder, Faltblatt, Faltprospekt, Broschüre; ne. folder; Vw.: -; Hw.: s. falten; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. folder; E.: s. ne. folder, N., Folder, Aktenmappe; vgl. ne. fold, V., falten; ae. fealdan, faldan, st. V. (7)=red. V. (2), falten; germ. *falþan, st. V., falten; s. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Folder; Son.: vgl. nndl. folder, Sb., Folder; nschw. folder, Sb., Folder; nnorw. folder, M., Folder; kymr. ffolder, M., F., Folder; nir. fillteoir, M., Folder; poln. folder, M., Folder; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Faltblatt oder einen Faltprospekt oder eine Broschüre; BM.: biegen?; F.: Folder, Folders, Foldern+FW; Z.: Fol-d-er
$Folge, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Folge, Begleitung, Nachfolge; Vw.: s. Ge-, Reihen-; E.: s. folgen; L.: Kluge 1. A. s. u. folgen, Kluge s. u. folgen, DW 3, 1871, EWD s. u. folgen; GB.: seit 1172-1190 belegte und mit folgen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Begleitung oder Nachfolge; F.: Folge, Folgen+EW; Z.: Fol-g-e
folgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. folgen, hinterhergehen, hinter jemandem nachgehen, sich als Begleiter anschließen; ne. follow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. volgen (1), folgen*, volegen, sw. V., folgen, nachfolgen, befolgen, Folge leisten, nachgehen, bereit sein (V.), beipflichten; mnd. volgen, valgen, sw. V., folgen, nachfolgen, hinterher gehen, mitgehen, begleiten; mnl. volgen, V., folgen; ahd. folgēn, sw. V. (3), folgen, begleiten, nachfolgen; as. fulgān, fullgān*, (anom. V.), folgen, sorgen für; as. folgon, sw. V. (2), folgen, nachfolgen, folgsam sein (V.), gehorchen; anfrk. -; germ. *fulgēn, *fulgǣn, sw. V., folgen, idg. *plēno-, *pl̥̄no-, Adj., voll, gefüllt, Pokorny 798; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. folgen, Kluge s. u. folgen, DW 3, 1875, EWD s. u. folgen, DW2 9, 722, EWAhd 3, 448, Falk/Torp 237, Duden s. u. folgen, Bluhme s. u. folgen; Son.: vgl. afries. folgia, fulgia, folia, sw. V. (2), folgen, nachfolgen, den Eid mitschwören, als Eidhelfer fungieren, beistimmen, befolgen, beitreten; saterl. folgia, V., folgen; ae. fylgan, fylgian, sw. V. (1), folgen, verfolgen, beobachten, erlangen; ae. folgian, sw. V. (2), folgen, begleiten, Gefolgsdienst leisten, gehorchen, dienen; ae. fylgan, fylgian, sw. V. (1), folgen, verfolgen, beobachten, erlangen; an. fylgja (2), sw. V. (3), folgen, begleiten; got. -; nndl. volgen, V., folgen; nschw. följa, V., folgen; nnorw. følge, V., folgen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanisch erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinterhergehen oder hinter jemandem nachgehen; BM.: voll, gehen; F.: folgen, folge (!), folg (!), folgst, folgt, folgest, folgte, folgtest, folgten, folgtet, gefolgt, ##gefolgt, gefolgte, gefolgtes, gefolgtem, gefolgten, gefolgter##, folgend, ###folgend, folgende, folgendes, folgendem, folgenden, folgender###, folg (!)+EW; Z.: fol-g-en
$folgenschwer, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. folgenschwer, folgenreich; E.: s. Folge, s. n, s. schwer; L.: Kluge s. u. folgenschwer, DW 3, 1881, EWD s. u. folgen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Folg(e) und en sowie schwer gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches folgenreich; F.: folgenschwer, folgenschwere, folgenschweres, folgenschwerem, folgenschweren, folgenschwerer(, folgenschwerere, folgenschwereres, folgenschwererem, folgenschwereren, folgenschwererer, folgenschwerst, folgenschwerste, folgenschwerstes, folgenschwerstem, folgenschwersten, folgenschwerster)+EW; Z.: fol-g-en—sch-wer
$Folger, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Folger, Folgender; Vw.: s. Ver-; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. folg(en), s. er (Suff.); L.: DW 3, 1881, DW2 9, 730; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus folg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Folgenden; F.: Folger, Folgers, Folgern+EW; Z.: Fol-g-er
$folgerecht, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. folgerecht, folgerichtig; E.: s. Folge, s. recht; L.: Kluge s. u. folgerecht, DW 3, 1882, EWD s. u. folgen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Folge oder folgen sowie recht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches folgerichtig; F.: folgerecht, folgerechte, folgerechtes, folgerechtem, folgerechten, folgerechter(, folgerechtere, folgerechteres, folgerechterem, folgerechteren, folgerechterer, folgerechtest, folgerechteste, folgerechtestes, folgerechtestem, folgerechtesten, folgerechtester)+EW; Z.: fol-g-e—rech-t
$folgerichtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. folgerichtig, folgerecht; E.: s. Folge, s. richtig; L.: Kluge s. u. folgerecht, DW 3, 1882, EWD s. u. folgen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Folge oder folgen sowie richtig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches folgerecht; F.: folgerichtig, folgerichtige, folgerichtiges, folgerichtigem, folgerichtigen, folgerichtiger(, folgerichtigere, folgerichtigeres, folgerichtigerem, folgerichtigeren, folgerichtigerer, folgerichtigst, folgerichtigste, folgerichtigstes, folgerichtigstem, folgerichtigsten, folgerichtigster)+EW; Z.: fol-g-e—rich-t-ig
$folgern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. folgern, Folgerung ziehen; E.: s. folg(en), s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. folgen, DW 3, 1883, EWD s. u. folgen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus folg(en) und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für Folgerung ziehen; F.: folgern, folgere, folger (!), folgerst, folgert, folgerte, folgertest, folgerten, folgertet, gefolgert, ##gefolgert, gefolgerte, gefolgertes, gefolgertem, gefolgerten, gefolgerter##, folgernd, ###folgernd, folgerndes, folgerndem, folgernden, folgernder###, folger (!)+EW; Z.: fol-g-er-n
$Folgerung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Folgerung, Schluss; E.: s. folger(n), s. ung; L.: EWD s. u. folgen; GB.: seit 1657 belegte und aus folger(n) und ung gebildete Bezeichnung für einen wohl seit Entstehung des Menschen möglichen aus einer Gegebenheit von einem Menschen gezogenen Schluss; F.: Folgerung, Folgerungen+EW; Z.: Fol-g-er-ung
$folglich, nhd., Adv., (8. Jh.?): nhd. folglich, folgend, also; E.: s. folg(en), s. lich; L.: Kluge s. u. folgen, DW 3, 1884, EWD s. u. folgen; GB.: (folglīhho*) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und aus folg(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches folgend oder also; F.: folglich+EW; Z.: fol-g-lich
$folgsam, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. folgsam, folgend, zustimmend; E.: s. folg(en), s. sam; L.: Kluge s. u. folgen, EWD s. u. folgen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. (ge*volcsam) belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches folgend; F.: folgsam, folgsame, folgsames, folgsamem, folgsamen, folgsamer(, folgsamere, folgsameres, folgsamerem, folgsameren, folgsamerer, folgsamst, folgsamste, folgsamstes, folgsamstem, folgsamsten, folgsamster)+EW; Z.: fol-g-sam
$Folgung, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Folgung, Folge; Vw.: s. Ver-; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); L.: DW 3, 1885; GB.: (folgunga*) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus folg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Folge; F.: Folgung, Folgungen+EW; Z.: Fol-g-ung
Foliant, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Foliant, unhandliches Buch; ne. folio, tome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1643; I.: z. T. lat. Lw.; E.: vgl. lat. folium, N., Blatt, Papierblatt, (204-169 v. Chr.); s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Foliant, DW 3, 1885, EWD s. u. Folio, Duden s. u. Foliant; Son.: vgl. nndl. foliant, Sb., Foliant; nschw. foliant, Sb., Foliant; nnorw. foliant, M., Foliant; poln. foliał, M., Foliant; kymr. ffolio, M., Foliant; nir. fóilió, M., Foliant; GB.: seit 1643 belegte und mit mlat. foliare = folia emittere sowie dem Lateinischen des Altertums (folium) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein großes und unhandliches (sowie meist sehr altes) Buch für dessen Größe ein aus dem Altertum übernommenes Maß des Bogens in Gegensatz zu den kleineren und häufiger verwendeten Formaten Quart (4°) und Oktav (8°) nur einmal zu einer Größe eines halben Bogens (2°) von durchschnittlich (29 x) 38 Zentimetern gefaltet wurde und wird (Ordnung von Büchern in mittelalterlichen Bibliotheken nach Buchgrößen statt nach Sachgebieten); BM.: Blatt; F.: Foliant, Folianten+FW(+EW); Z.: Fol-i-ant
Folie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Folie, sehr dünnes Material; ne. foil (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1394; I.: Lw. lat. folia; E.: s. lat. folia, F., Metallblättchen, Blatt, (um 560-636 n. Chr.); vgl. lat. folium, Blatt, Papierblatt; s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Folie, DW 3, 1885, EWD s. u. Folie, Duden s. u. Folie; Son.: vgl. nndl. foelie, Sb., Folie; frz. feuille, F., Folie; nschw. folie, Sb., Folie; nnorw. folie, M., Folie; poln. folia, F., Folie; kymr. ffoil, M., Folie; lit. folija, F., Folie; GB.: seit 1394 belegte und aus dem Spätlateinischen des Frühmittelalters aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein aus Metall oder Kunststoff in Bahnen hergestelltes und sehr dünnes Material zu einem Bekleben oder Verpacken; BM.: Blatt; F.: Folie, Folien+FW; Z.: Fol-ie
Folklore, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Folklore, volkstümliche Überlieferung; ne. folklore; Vw.: -; Hw.: s. Volk; Q.: nach 1846; I.: Lw. ne. folklore; E.: s. ne. folklore, F., Folklore, Volkskunde; vgl. ne. folk, N., Volk; ae. folc, st. N. (a), Volk, Stamm, Menge, Schar (F.) (1); germ. *fulka-, *fulkam, st. N. (a), Schar (F.) (1), Volk; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. lore, N., Kunde (F.), Überlieferung; ae. lār, st. F. (ō), Lehre, Vorschrift, Belehrung, Rat, Wissenschaft, Klugheit; germ. *laizō, st. F. (ō), Lehre; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Folklore, fehlt DW, EWD s. u. Folklore, DW2 9, 737, Duden s. u. Folklore; Son.: vgl. nndl. folklore, Sb., Folklore; frz. folklore, M., Folklore; nschw. folklor, Sb., Folklore; nnorw. folklore, M., Folklore; poln. folklor, M., Folklore; lit. folkloras, M., Folklore; GB.: seit nach 1846 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Teilen mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine volkstümliche Überlieferung; BM.: füllen?, Furche; F.: Folklore+FW; Z.: Fol-k-lor-e
Follikel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Follikel, Bläschen, Drüsenbläschen; ne. follicle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1858?; I.: Lw. lat. folliculus; E.: s. lat. folliculus, M., kleiner Sack, kleiner Schlauch, Bälglein, Windbalg, Blasebalg, Urinblase, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. follis, M., lederner Schlauch, Ballon, Blasebalg, Balg, Beutel; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Follikel; Son.: vgl. nndl. follikel, Sb., Follikel; frz. follicule, M., Follikel; nnorw. follikkel, M., Follikel; kymr. ffoligl, M., Follikel; GB.: vielleicht seit 1858 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein Drüsenbläschen beziehungsweíse für die Hülle der heranreifenden Eizelle in dem Eierstock; BM.: schwellen?; F.: Follikel, Follikels, Follikeln+FW(+EW); Z.: Fol-l-ik-el
Folter, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Folter, Marter, Qual; ne. torture (N.); Vw.: -; Hw.: s. foltern; Q.: 1400/1445 (Schwäbische Stadtrechte); E.: mlat. poledrus, M., Gestell auf das der Verdächtige mit beschwerten Füßen gesetzt wurde; vgl. gr. πόλος (pólos), M., Umkreis, Kreis, Himmelsgewölbe, Himmel, Achse, Weltachse, Pol; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. foltern, Kluge s. u. Folter, DW 3, 1885, EWD s. u. Folter, DW2 9, 737, Duden s. u. Folter, Bluhme s. u. Folter; Son.: vgl. nndl. foltering, Sb., Folter; GB.: seit 1400/1445 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer körperlichen Misshandlung von einer Straftat verdächtigen Menschen um Geständnisse zu erlangen und davon abgeleitet Bezeichnung für eine Marter oder seelische Qual; BM.: drehen?; F.: Folter, Foltern+FW(+EW); Z.: Fol-t-er
foltern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. foltern, martern, quälen; ne. torture (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Minneburg); E.: mhd. vulteren, vultern, volteren, sw. V., foltern; von mlat. poledrus, M., Gestell auf das der Verdächtige mit erschwerten Füßen gesetzt wurde, Kluge s. u. Folter; vgl. gr. πόλος (pólos), M., Umkreis, Kreis, Himmelsgewölbe, Himmel, Achse, Weltachse, Pol; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. foltern, Kluge s. u. Folter, DW 3, 1886, EWD s. u. Folter, DW2 9, 739, Duden s. u. Folter; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einer Straftat verdächtigen Menschen misshandeln um ein Geständnis zu erhalten; BM.: drehen?; F.: foltern, foltere, folter (!), folterst, foltert, folterte, foltertest, folterten, foltertet, gefoltert, ##gefoltert, gefolterte, gefoltertes, gefoltertem, gefolterten, gefolterter##, folternd, ###folternd, folterndes, folterndem, folternden, folternder###, folter (!)+FW+EW; Z.: fol-t-er-n
$Folterung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Folterung, Folter; E.: s. folter(n), s. ung; L.: DW 3, 1886, EWD s. u. Folter; GB.: seit 1522 belegte und aus folter(n) und ung gebildete Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Verfahren der Folter von einer Straftat verdächtigen Menschen mittels Geräten; F.: Folterung, Folterungen+EW; Z.: Fol-t-er-ung
Fön, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fön, Haartrockner; ne. hairdryer, blower; Vw.: -; Hw.: s. Föhn; Q.: 1908; E.: von Föhn abgeleitet (s. d.); L.: Kluge s. u. Fön, DW 3, 1887, EWD s. u. Föhn, DW2 9, 740, Duden s. u. Föhn; Son.: vgl. nndl. föhn, Sb., Fön, Haartrockner; nschw. fön, Sb., Fön; nnorw. føn, M., Föhn, Fön; GB.: seit 20. Jh. als Warenzeichen eingetragene Bezeichnung für eine elektrische Heißluftdusche die 1996 durch die sogenannte neue Rechtschreibung in Föhn geändert wurde; BM.: wärmen; F.: Fön, Föns, Fönes, Föne, Fönen+FW?; Z.: Fö-n
Fond, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fond, Hintergrund, eingekochter Fleischsaft; ne. fond, stock (N.), back seat; Vw.: s. Pla-; Hw.: s. Fonds; Q.: 1742; I.: Lw. frz. fond; E.: s. frz. fond, M., Grund, Grundstock; lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau, unterer Teil, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fond, fehlt DW, EWD s. u. Fond, Duden s. u. Fond; Son.: vgl. nschw. fond, Sb., Fond; nnorw. fond, N., Fond, Fonds; GB.: seit 1742 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Grundlage oder für den hinteren Sitz in einem Wagen oder für einen durch Kochen eingedickten oder eingekochten Fleischsaft oder Gemüsesaft als Grundlage für Suppen; BM.: Boden; F.: Fond, Fonds+FW; Z.: Fond
Fondant, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Fondant, Zuckermasse; ne. fondant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. fondant; E.: s. frz. fondant, M., Pralinen aus Zuckermasse; vgl. frz. fondre, V., gießen, schmelzen; lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten, (204-169 v. Chr.); idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fondant, fehlt DW, EWD s. u. Fondant; Son.: vgl. nndl. fondant, Sb., Fondant; nnorw. fondant, M., Fondant; kymr. ffondant, M., Fondant; lit. fondantas, M., Fondant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine unter Zugabe von Farbstoffen und Geschmacksstoffen seit dieser Zeit von Menschen hergestellte Zuckermasse; BM.: gießen; F.: Fondant, Fondants+FW; Z.: Fo-n-d-ant
Fonds, nhd., M. Pl., (17. Jh.): nhd. Fonds, Vermögensvorrat, Geldmittel; ne. fund (N.), funds; Vw.: -; Hw.: s. Fond; Q.: 1696; I.: Lw. frz. fonds; E.: s. frz. fonds, M. Pl., Grundkapital; vgl. lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau, unterer Teil, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fonds, fehlt DW, EWD s. u. Fond, Duden s. u. Fonds; Son.: vgl. nndl. fonds, Sb. Pl., Fonds; nschw. fond, Sb., Fond; nnorw. fond, N., Fond, Fonds; lit. fondas, M., Fonds; GB.: seit 1696 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen für bestimmte Zwecke gebildeten Vermögensvorrat oder für Geldmittel; BM.: Boden; F.: Fonds+FW; Z.: Fond-s
Fondue, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Fondue, eine Speise, ein Gericht; ne. fondue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. fondue; E.: s. frz. fondue, F., Geschmolzenes, Fondue; vgl. frz. fondre, V., schmelzen; lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten, (204-169 v. Chr.); idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fondue, fehlt DW, EWD s. u. Fondue, Duden s. u. Fondue; Son.: vgl. nndl. fondue, Sb., Fondue; nnorw. fondy, M., Fondue; poln. fondue, M., Fondue; kymr. fondue, F., Fondue; lit. fondiu, Sb. (indekl.), Fondue; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes aus der Schweiz stammendes über offenem Feuer an der Tafel zubereitetes Gericht; BM.: gießen; F.: Fondue, Fondues+FW; Z.: Fo-n-d-ue
$fönen, nhd., sw. V., (20. Jh.): Vw.: s. föhnen
Fonetik, nhd., F.: nhd. Fonetik; Vw.: s. Phonetik
...fonie, nhd., F.: nhd. ...fonie; Vw.: s. ...phonie
Fonologie, nhd., F.: nhd. Fonologie; Vw.: s. Phonologie
Fontäne, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fontäne, Quelle; ne. fountain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1160 (Die Trierer Floyris-Bruchstücke); E.: mhd. fontāne, fonteine, fontenīe, funtāne, st. F., sw. F., Fontane, Quelle; mnd. fonteine, fonteyne, fontayne, F., Quelle, Quellbrunnen, Brunnen; afrz. fontaine, F., Quelle?; lat. fontāna, F., Quelle, (4./5. Jh. n. Chr.); lat. fōns, M., Quelle, Born; vgl. idg. *dʰen- (1), V., laufen, rennen, fließen, Pokorny 249? (376/24) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., toch.); L.: Kluge s. u. Fontäne, fehlt DW, EWD s. u. Fontäne, DW2 9, 741, Duden s. u. Fontäne; Son.: vgl. nndl. fontein, Sb., Fontäne; frz. fontaine, F., Fontäne; nschw. fontän, Sb., Fontäne; nnorw. fontene, M., Fontäne; poln. fontanna, F., Fontäne; kymr. ffownten, F., Fontäne, Quelle; lit. fontanas, M., Brunnen, Springbrunnen; GB.: (fontāne) seit um 1160 belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen aufsteigenden starken Wasserstrahl oder eine Quelle; BM.: fließen; F.: Fontäne, Fontänen+FW; Z.: Fon-t-än-e
Fontanelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fontanelle, Lücke den Knochen der Schädeldecke Neugeborener; ne. fontanel, fontanelle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1589; I.: Lw. mlat. fontanella; E.: s. mlat. fontanella, F., Brunnen, kleine Quelle, Quellchen, Hauptvene; lat. fōns, M., Quelle, Born, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *dʰen- (1), V., laufen, rennen, fließen, Pokorny 249? (376/24) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., toch.); L.: Kluge s. u. Fontanelle, fehlt DW, EWD s. u. Fontanelle, DW2 9, 742, Duden s. u. Fontanelle; Son.: vgl. nndl. fontanel, Sb., Fontanelle; frz. fontanelle, F., Fontanelle; nschw. fontanell, Sb., Fontanelle; nnorw. fontanell, M., Fontanelle; GB.: seit 1589 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Lücke zwischen den Knochen der Schädeldecke Neugeborener; GB.: fließen?; F.: Fontanelle, Fontanellen+FW; Z.: Fon-t-an-el-l-e
foppen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. foppen, narren, necken, täuschen, zum Besten halten, in einem Scherz jemandem etwas Unwahres sagen; ne. tease (V.), hoax (V.); Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. -?; E.: mnd. voppen, fobben, sw. V., foppen, narren, betrügen; Herkunft ungeklärt, vielleicht nndl. fokken, V., ficken?; L.: Kluge 1. A. s. u. foppen, Kluge s. u. foppen, DW 3, 1887, EWD s. u. foppen, DW2 9, 743, Duden s. u. foppen, Bluhme s. u. foppen; Son.: vgl. nndl. foppen, V., foppen; GB.: seit 1494 belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und vielleicht dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches necken oder täuschen oder in einem Scherz jemandem etwas Unwahres sagen; BM.: ?; F.: foppen, foppe, fopp (!), foppst, foppt, foppest, foppet, foppte, fopptest, foppten, gefoppt, ##gefoppt, gefoppte, gefopptes, gefopptem, gefoppten, gefoppter##, foppend, ###foppend, foppende, foppendes, foppendem, foppenden, foppender###, fopp (!)+EW?; Z.: fopp-en
...foration, nhd., F., (15. Jh.): nhd. ...foration, ...bohrung; ne. ...foration; Vw.: s. Per-; Hw.: -; Q.: ?; I.: lat. forātio; E.: s. lat. forātio, F., Bohrung; lat. forāre, V., bohren, durchbohren; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...foratie, Suff., ...foration; frz. ...foration, Suff., ...foration; nschw. ...foration, Suff., ...foration; nnorw. ...forasjon, Suff., ...foration; poln. ...foracja, Suff., ...foration; lit. ...foracija, F., Suff., ...foration; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Bohrens verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...foration, ...forationen+FW(+EW); Z.: -for-at-io-n
Förde, Föhrde, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Förde, Fjord, weiter Meeresarm (Meeresbucht); ne. firth, fjord; Vw.: -; Hw.: s. Fjord, Furt; E.: über das Niederdeutsche von nnorw. fjord, M., Fjord; an. fjǫrðr, N., Bucht, Fjord; germ. *ferþu-, *ferþuz?, st. M. (u), Fjord; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); lat. portus, M., Hafen (M.) (1); L.: Kluge s. u. Förde, fehlt DW, EWD s. u. Fjord, DW2 9, 745, Duden s. u. Förde, Bluhme s. u. Foehrde; Son.: vgl. ae. ford, st. M. (u), Furt; nndl. fjord, Sb., Fjord; frz. fiord, M., Fjord; nschw. fjord, Sb., Fjord; poln. fjord, M., Fjord; kymr. ffiord, M., Fjord; lit. fjordas, M., Fjord; GB.: seit 1589 belegte und über das Niederdeutsche aus dem Neunorwegischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine weit in das Flachland eindringende und lang gestreckte Meeresbucht; BM.: hinüberführen; F.: Förde, Förden+EW?+FW?; Z.: För-d-e
$förderlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. förderlich, hilfreich, günstig, nützlich; Q.: 1284 (Urkunde): E.: s. förder(n), s. lich; L.: DW 3, 1890, EWD s. u. fördern, DW2 9, 747; GB.: vielleicht seit 1284 belegte und aus förder(n) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches hilfreich oder günstig oder nützlich; F.: förderlich, förderliche, förderliches, förderlichem, förderlichen, förderlicher(, förderlichere, förderlicheres, förderlicherem, förderlicheren, förderlicherer, förderlichst, förderlichste, förderlichstes, förderlichstem, förderlichsten, förderlichster)+EW; Z.: förd-er—lich
fordern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fordern, verlangen, ausbitten, erbitten, Anspruch erheben; ne. demand (V.), claim (V.), ask (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vorderen (1), vodern, sw. V., fordern, verlangen, auffordern, einfordern, Forderung stellen, herausfordern, kommen lassen, vorladen, abberufen (V.); mnd. vȫrderen (2), vurderen, vōrdern, vōdern, voddern, sw. V., fordern, beanspruchen, einfordern, verlangen, haben wollen (V.), mahnen; mnl. vorderen, sw. V., fordern; ahd. fordarōn*, sw. V. (2), fordern, Rechenschaft fordern, begehren, erforschen; as. -; anfrk. fortheren*, sw. V., fordern; germ. *furþirjan, *furþrjan, sw. V., fortbringen, kommen; vgl. idg. *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fordern, Kluge s. u. fordern, DW 3, 1890, EWD s. u. fordern, DW2 9, 748, EWAhd 3, 490, Falk/Torp 232, Duden s. u. fordern, Bluhme s. u. fordern; Son.: vgl. afries. -; ae. forþian, sw. V., fördern, vollenden; ae. fyrþran, sw. V. (1), fördern, befördern, antreiben, nützen; an. -; got. -; nschw. fordra, V., fordern; GB.: (fordarōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches verlangen oder ausbitten oder erbitten oder Anspruch erheben; BM.: über?; F.: fordern, fordere, forder (!), fordre, forderst, fordert, forderte, fordertest, forderten, fordertet, gefordert, ##gefordert, geforderte, gefordertes, gefordertem, geforderten, geforderter##, fordernd, ###fordernd, fordernde, forderndes, forderndem, fordernden, fordernder###, forder (!)+EW; Z.: for-d-er-n
fördern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fördern, unterstützen, vorwärtsbewegen, beschleunigen, fortschaffen; ne. promote; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vürderen, vürdern, vurderen, vüdern, sw. V., fördern, unterstützen, helfen, verhelfen, vorwärts bringen, helfend tätig sein (V.), befördern, weiterbringen, beschleunigen; mnd. vȫrderen (1), vȫrdern, vōrdern, vürderen, förderen*, vōderen sw. V., fördern, unterstützen, weiterschaffen, befördern, wegschaffen, vorwärts schaffen; mnl. forderen, V., fördern; ahd. furdiren*, sw. V. (1a), befördern, erhöhen, reicher machen; ahd. furdirōn*, sw. V. (2), befördern; germ. *furdizjan, sw. N., fördern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. fördern, Kluge s. u. fördern, DW 3, 1893, EWD s. u. fördern, DW2 9, 450, EWAhd 3, 657, Duden s. u. fördern, Bluhme s. u. foerdern; Son.: vgl. ae. fyrþran, sw. V. (1), fördern, befördern, antreiben, nützen; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden bei seinem Vorankommen unterstützen oder an eine Stelle vorwärtsbewegen oder beschleunigen oder fortschaffen; BM.: nach vorn bewegen?; F.: fördern, fördere, förder (!), fördre, förderst, fördert, förderte, fördertest, förderten, fördertet, gefördert, ##gefördert, geförderte, gefördertes, gefördertem, geförderten, geförderter##, fördernd, ###fördernd, fördernde, förderndes, förderndem, fördernden, fördernder###, förder (!)+EW; Z.: förd-er-n
$Forderung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Forderung, Verlangen, Anspruch, Wunsch, Recht; Vw.: s. Heraus-; E.: s. forder(n), s. ung; L.: Kluge s. u. fordern, DW 3, 1895, EWD s. u. fordern; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus forder(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Verlangen oder Anspruch oder Wunsch oder Recht; F.: Forderung, Forderungen+EW; Z.: For-d-er-ung
$Förderung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Förderung, Voranbringen, Unterstützen, Hilfe; E.: s. förder(n), s. ung; L.: DW 3, 1896, EWD s. u. fördern, DW2 9, 757; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus förder(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Voranbringen oder Unterstützen oder Hilfe; F.: Förderung, Förderungen+EW; Z.: Förd-er-ung
Forelle, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Forelle, ein Süßwasserfisch; ne. trout; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. forhel, förhel, sw. F., Forelle; mhd. forhe, vorhe, st. F., sw. F., Forelle; mnd. vorelle, F., Forelle; ahd. forahana, forna*, forha*, st. F. (ō), Forelle; as. furhnia*, furnia*, st. F. (ō), Forelle; as. forhna*, forna, st. F. (ō), Forelle; anfrk. -; germ. *furhnō, st. F. (ō), Forelle; s. idg. *perk̑no-, *pr̥k̑no-, Adj., gesprenkelt, bunt, Pokorny 820; idg. *perk̑- (2), Adj., gesprenkelt, bunt, Pokorny 820 (1409/51) (RB. idg. aus ind., phryg./dak.?, gr., ill., ital.?, kelt., germ.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Forelle, Kluge s. u. Forelle, DW 3, 1896, EWD s. u. Forelle, DW2 9, 718, EWAhd 3, 476, Duden s. u. Forelle; Son.: vgl. afries. -; ae. forn (2), forne, st. F. (ō), sw. F. (n), Forelle; an. -; got. -; gr. πέρκη (pérkē), F., Barsch; lat. porcus, M., Fisch mit Stachelflossen; mir. erc, Sb., Lachs, Forelle; GB.: (forhel) seit nach 1243 und früher als forahana belegte sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in kalten Bächen lebenden räuberischen Lachsfisch (Süßwasserfisch) mit schlankem Körper; BM.: bunt bzw. spritzen?; F.: Forelle, Forellen+EW; Z.: For-ell-e
forensisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. forensisch, zur wortgewandten Rede gehörig, gerichtlich, kriminologischen Zwecken dienend; ne. forensic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1699; I.: Lw. lat. forēnsis; E.: lat. forēnsis (1), Adj., zum Forum gehörig, zum Markt gehörig, auf dem Markt befindlich, Gerichts..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. forum, N., Vorhof des Grabes, Marktplatz, Gericht (N.) (1); s. idg. *dʰu̯ē̆r-, *dʰur-, Sb., Türe, Tor (N.), Pokorny 278 (418/ 66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, DW2 9, 759, Duden s. u. forensisch; Son: vgl. nndl. forensisch, Adj., forensisch; nschw. forensisk, Adj., forensisch; nnorw. forensisk, Adj., forensisch; kymr. fforensig, Adj., forensisch; GB.: seit 1699 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für gerichtlich oder kriminologischen Zwecken dienend; BM.: Tor (N.)?; F.: forensisch, forensische, forensisches, forensischem, forensischen, forensischer+FW(+EW); Z.: for-ens-isch
...forieren, nhd., V., (19. Jh.?): nhd. ...forieren, ...bohren; ne. ...forate; Vw.: s. per-; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. forāre; E.: s. lat. forāre, V., bohren, durchbohren; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...foreren, Suff., ...forieren; frz. ...forer, Suff., ...forieren; nschw. ...forera, Suff., ...forieren; nnorw. ...forere, Suff., ...forieren; poln. ...forować, Suff., ...forieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und zu einer Bildung von Verben verwendete Bezeichnung für bohren; BM.: schneiden; F.: ...forieren, ...foriere, ...forierst, ...foriert, ...forierest, ...forieret, ...forierte, ...foriertest, ...forierten, ...foriertet, ##...foriert, ...forierte, ...foriertes, ...foriertem, ...forierten, ...forierter##, ...forierend, ###...forierend, ...forierende, ...forierendes, ...forierendem, ...forierenden, ...forierender###, ...forier+FW(+EW); Z.: -for-ier-en
Forke, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Forke, zweizinkige Gabel, Heugabel, Mistgabel; ne. fork (N.), pitchfork; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. furke, vurke, vurgge, furgge*, sw. F., Forke, Gabel, Astgabel, gabelförmiges Instrument; mnd. vorke, forke, F., Forke, Gabel; mnl. vorke, F., Gabel, Heugabel; ahd. furka*, furca, sw. F. (n), Dreizack, Gabel, Forke, Winde; as. forka?, sw. F. (n), Forke, Gabel; as. furka, st. F. (ō), Forke, Gabel, Winde; anfrk. -; lat. furca, F., zweizackige Gabel, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unklar, Walde/Hofmann 1, 569; L.: Kluge 1. A. s. u. Forke, Furke, Kluge s. u. Forke, DW 3, 1897, EWD s. u. Forke, DW2 9, 759, EWAhd 3, 672, Duden s. u. Forke, Bluhme s. u. Forke; Son.: vgl. nndl. fork, Sb., Forke; frz. fourche, F., Forke; ndän. fork, Sb., Forke; nnorw. fork, M., Forke; GB.: (furka*) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der Etymologie unklare Bezeichnung für eine sachlich nach den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete (zweizinkige) Gabel; BM.: ?; F.: Forke, Forken+FW; Z.: Fork-e
Form, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Form, Gestalt; ne. form (N.); Vw.: s. Re-, Uni-; Hw.: s. formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1190-1220 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. form, furm, st. F., Form, Gestalt, Vorbild, Muster, Art (F.) (1), Weise (F.) (2); mhd. forme, sw. F., Form, Gestalt, Vorbild, Muster, Fassung, Rechtsvorschrift; mnd. forme, form, foerme, F., Form, Erscheinungsbild, Äußeres, Gestalt, Figur; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Form, DW 3, 1897, EWD s. u. Form, DW2 9, 759, EWAhd 3, 491, Duden s. u. Form, Bluhme s. u. Form; Son.: vgl. nndl. vorm, Sb., Form; frz. forme, F., Form; nschw. form, Sb., Form; nnorw. form, M., F., Form; poln. forma, F., Form; nir. foirm, F., Form; lit. forma, F., Form; GB.: seit 1190-1220 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die äußere körperliche Gestalt mit bestimmten Umrissen in der etwas erscheint oder dem Inhalt entsprechende Art einer geistigen oder künstlerischen Gestaltung; BM.: schneiden?; F.: Form, Formen+FW(+EW); Z.: For-m
formal, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. formal, äußerlich, formell, Form betreffend, der Form entsprechend; ne. formal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Form, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; I.: Lw. lat. fōrmālis; E.: s. lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formal, fehlt DW, EWD s. u. formal, DW2 9, 766, Duden s. u. formal; Son.: vgl. nndl. formeel, Adj., formal, formell; frz. formel, Adj., formal, formell; nschw. formell, Adj., formal, formell; nnorw. formell, Adj., formal, formell; poln. formalny, Adj., formal, formell; nir. forimiúl, Adj., formal, formell; lit. formalus, Adj., formal; GB.: vielleicht seit 1677 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Form betreffend; BM.: schneiden?; F.: formal, formale, formales, formalem, formalen, formaler(, formalere, formaleres, formalerem, formaleren, formalerer, formalste, formalstes, formalstem, formalsten, formalster)+FW(+EW); Z.: for-m-al
Formalie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Formalie, Formalität, Formsache; ne. formality; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1499; I.: Lw. lat. fōrmalia; E.: s. lat. fōrmalia, N. Pl., Formalien; vgl. lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formal, DW 3, 1900 (Formalien), EWD s. u. formal, DW2 9, 766, Duden s. u. Formalie; Son.: vgl. nndl. formele, Sb., Formalie; nnorw. formalia, M., Formalie; poln. formalność, F., Formalie; GB.: seit 1499 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Formalität oder Formsache; BM.: schneiden?; F.: Formalie, Formalien+FW(+EW); Z.: For-m-al-ie
formalisieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. formalisieren, schematisieren, systematisieren, eine Form geben, allgemein darstellen; ne. formalize; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1500; I.: Lw. frz. formaliser; E.: s. frz. formaliser, V., formalisieren; vgl. lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formal, DW 3, 1900, EWD s. u. formal, DW2 9, 767, Duden s. u. formalisieren; Son.: vgl. nschw. formalisera, V., formalisieren; nnorw. formalisere, V., formalisieren; poln. formalizować, V., formalisieren; GB.: seit 1500 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Hilfe von Formeln und grafischen Zeichen allgemein darstellen; BM.: schneiden?; F.: formalisieren, formalisiere, formalisierst, formalisiert, formalisierest, formalisieret, formalisierte, formalisiertest, formalisierten, formalisiertet, ##formalisiert, formalisierte, formalisiertes, formalisiertem, formalisierten, formalisierter##, formalisierend, ###formalisierend, formalisierende, formalisierendes, formalisierendem, formalisierenden, formalisierender###, formalisier (!)+FW+EW; Z.: for-m-al-is-ier-en
Formalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Formalismus, Betonung der Form, Überbetonung der Form; ne. formalism; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1806 (Hegel); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formal, fehlt DW, EWD s. u. formal, Duden s. u. Formalismus; Son.: vgl. nndl. formalisme, Sb., Formalismus; nschw. formalism, Sb., Formalismus; nnorw. formalisme, M., Formalismus; poln. formalizm, M., Formalismus; nir. foirmiúlachas, M., Formalismus; GB.: seit 1806 belegte und aus formal und ismus gebildete Bezeichnung für eine die Form eines Kunstwerks betonende und den Inhalt vernachlässigende Kunstform; BM.: schneiden?; F.: Formalismus, Formalismen+FW; Z.: For-m-al-ism-us
$Formalist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Formalist, die Form betonender Mensch; E.: s. formal, s. ist; L.: Kluge s. u. formal, fehlt DW; GB.: seit 1699 belegte und aus formal und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen die Form betonenden Menschen; F.: Formalist, Formalisten+FW+EW; Z.: For-m-al-ist
$formalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. formalistisch, die Form betonend; L.: Kluge s. u. formal, fehlt DW, EWD s. u. formal; GB.: seit 1846 belegte und aus formal und istisch oder Formalist und isch gebildete Bezeichnung für die Form und das Formale betonend; F.: formalistisch, formalistische, formalistisches, formalistischem, formalistischen, formalistischer(, formalistischere, formalistischeres, formalistischerem, formalistischeren, formalistischerer, formalistischst, formalistischste, formalistischstes, formalistischstem, formalistischsten, formalistischster)+FW+EW; Z.: for-m-al-ist-isch
Formalität, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Formalität, äußere Vorschrift, Formsache, Förmlichkeit; ne. formality; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1500; I.: Lw. mlat. fōrmālitās; E.: mlat. fōrmālitās, F., Formalität, Form, Gestalt, Begriff, Formhaftigkeit, (11. Jh.); vgl. lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formal, DW 3, 1900, EWD s. u. formal, DW2 9, 768, Duden s. u. Formalität; Son.: vgl. nndl. formaliteit, Sb., Formalität; frz. formalité, F., Formalität; nschw. formalitet, Sb., Formalität; nnorw. formalitet, M., Formalität; nir. foirmiulacht, F., Formalität; GB.: seit 1500 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche äußere und vielfach behördliche Förmlichkeit; BM.: schneiden?; F.: Formalität, Formalitäten+FW(+EW); Z.: For-m-al-it-ät
Format, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.?): nhd. Format, Gestalt, Form, Zuschnitt; ne. format (N.); Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Formation, Formel, formell, formen, Formular; I.: Lw. lat. fōrmātum; E.: lat. fōrmātum, N., Gestaltetes, Reguliertes; vgl. lat. fōrmāre, V., formen, in eine Form bringen, bilden, gestalten; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Format, DW 3, 1900, EWD s. u. Format, DW2 9, 770, Duden s. u. Format; Son.: vgl. nndl. formaat, Sb., Format; frz. format, M., Format; nschw. format, Sb., Format; nnorw. format, N., Format; poln. format, M., Format; kymr. fformat, M., Format; nir. formáid, F., Format; lit. formatas, M., Format; GB.: seit 1439 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Größenverhältnis eines Gegenstands nach Länge und Breite sowie Höhe oder für ein besonders hohes Niveau vor allem von Menschen oder Gestalt oder Form oder Zuschnitt; BM.: schneiden?; F.: Format, Formats, Formates, Formate, Formaten+FW(+EW); Z.: For-m-at
Formation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Formation, bestimmte Anordnung, bestimmte Aufstellung, bestimmte Bildung; ne. formation; Vw.: s. In-, Re-, Trans-; Hw.: s. formativ; Q.: 1536 (Paracelsus); I.: Lw. lat. fōrmātio; E.: s. lat. fōrmātio, F., Gestaltung, Anordnung, Bildung, Schöpfung, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Format, formieren, fehlt DW, EWD s. u. Format, DW2 9, 770, Duden s. u. Formation; Son.: vgl. nndl. formatie, Sb., Formation; frz. formation, F., Formation, Bildung; nschw. formation, Sb., Formation; nnorw. formasjon, M., Formation; poln. formacja, F., Formation; lit. formacija, F., Formation; GB.: seit 1536 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine bestimmte Anordnung oder Aufstellung oder Bildung; BM.: schneiden?; F.: Formation, Formationen+FW(+EW); Z.: For-m-at-io-n
formativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. formativ, gestaltend, gestalterisch; ne. formative; Vw.: s. in-, per-; Hw.: s. Formation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. fōrmātīvus; E.: s. mlat. fōrmātīvus, Adj., formend, bildend, gestaltend; vgl. fōrmāre, V., formen, in eine Form bringen, bilden, gestalten; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. formativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gestaltend oder gestalterisch; BM.: schneiden?; F.: formativ, formative, formatives, formativem, formativen, formativer+FW(+EW); Z.: for-m-at-iv
Formel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Formel, Floskel, fester sprachlicher Ausdruck, feste Folge von Zeichen; ne. formula; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1562; I.: Lw. lat. fōrmula; E.: s. lat. fōrmula, F., Gestalt, Form, Norm, Maßstab, Formel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Formel, Kluge s. u. Formel, EWD s. u. Formel, DW 3, 1900, DW2 9, 771, Duden s. u. Formel; Son.: vgl. nndl. formule, Sb., Formel; frz. formule, F., Formel; nschw. formel, Sb., Formel; nnorw. formel, M., Formel; poln. formuła, F., Formel; kymr. fformwla, fformiwla, F., Formel; nir. foirmle, F., Formel; lit. formulė, F., Formel; GB.: seit 1562 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen festen sprachlichen Ausdruck oder eine feste Folge von Zeichen oder Buchstaben oder Zahlen oder Worten; BM.: schneiden?; F.: Formel, Formeln+FW(+EW); Z.: For-m-el
formell, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. formell, formal, förmlich, Form betreffend; ne. formal; Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formen, Formular; Q.: 1647; I.: Lw. frz. formel; E.: s. frz. formel, Adj., formal, formell; lat. fōrmālis, Adj., formal, äußerlich, förmlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formell, EWD s. u. formal, DW 3, 1900, DW2 9, 773, Duden s. u. formell; Son.: vgl. nndl. formeel, Adj., formal, formell; nschw. formell, Adj., formal, formell; nnorw. formell, Adj., formal, formell; poln. formalny, Adj., formal, formell; nir. forimiúl, Adj., formal, formell; lit. formalus, Adj., formell; GB.: seit 1647 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für förmlich oder einem Gesetz oder einer Vorschrift oder bestimmten gesellschaftlichen Formen entsprechend oder Form betreffend; BM.: schneiden?; F.: formell, formelle, formelles, formellem, formellen, formeller(, formellere, formelleres, formellerem, formelleren, formellerer, formellste, formellstes, formellstem, formellsten, formellster)+FW(+EW); Z.: for-m-ell
formen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. formen, gestalten, Form geben; ne. form (V.); Vw.: -; Hw.: s. Form, formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formieren, Formular; Q.: 1227-1248 (Gedichte des Reinmar von Zweter); E.: mhd. formen, sw. V., formen, bilden, gestalten, einbeziehen; mnd. formen (1), sw. V., formen, gestalten, bilden, herstellen, machen; lat. fōrmāre, V., formen, in eine Form bringen, bilden, gestalten, anfertigen, herstellen, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formen, EWD s. u. Form, DW 3, 1900, DW2 9, 773, Duden s. u. formen; Son.: vgl. nndl. vormen, V., formen; frz. former, V., formen; nschw. forma, V., formen; nnorw. formen, V., formen; poln. formować, V., formen; nir. foirmím, V., formen; lit. formuoti, V., formen; GB.: seit 1227-1248 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches gestalten oder einer Sache eine bestimmte Form geben; BM.: schneiden?; F.: formen (!), forme, form (!), formst, formt, formest, formet, formte, formtest, formten, formtet, geformt, ##geformt, geformte, geformtes, geformtem, geformten, geformter##, formend, ###formend, formende, formendes, formendem, formenden, formender###, form(!)+FW; Z.: for-m-en
formidabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. formidabel, beeindruckend, großartig, erstaunlich; ne. formidable (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1641; I.: Lw. frz. formidable; E.: s. frz. formidable, Adj., formidabel, großartig; lat. formīdābilis, Adj., grausig, fürchterlich, schrecklich, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. formīdo, F., Grausen, Schrecken (M.), peinigende Furcht, Angst; idg. *mormoro-, *mormo-, Sb., Adj., Grausen, grausig, Pokorny 749 (1259/124) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. formidabel, fehlt DW, DW2 9, 775, Duden s. u. formidabel; Son.: vgl. nndl. formidabel, Adj., formidabel; nschw. formidabel, Adj., formidabel; nnorw. formidabel, Adj., formidabel; GB.: seit 1641 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beeindruckend oder großartig oder erstaunlich; BM.: Grausen?; F.: formidabel, formidable, formidables, formidablem, formidablen, formidabler+FW(+EW); Z.: for-m-id-ab-el
formieren, nhd., V., (12. Jh.): nhd. formieren, aufstellen, formen; ne. form (V.) up; Vw.: s. de-, in, re-, trans-; Hw.: s. Form, formal, Formalie, formalisieren, Formalität, Format, Formation, Formel, formell, formen, Formular; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. formieren, furmieren, sw. V., „formieren“, formen, gestalten, bilden, verzieren mit, legen an, stellen in; mnd. formēren (1), formeiren, sw. V., herstellen, gestalten, formen; lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formieren, DW 3, 1901, EWD s. u. formieren, DW2 9, 776, Duden s. u. formieren; Son.: vgl. nndl. formeren, V., formieren; frz. former, V., formen, formieren; nschw. formera, V., formieren; nnorw. formere, V., formieren; poln. formować, V., formieren; lit. formuoti, V., formen, formieren; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gestalten oder aufstellen oder in einer bestimmten Aufstellung anordnen oder formen; BM.: schneiden?; F.: formieren, formiere, formierst, formiert, formierest, formieret, formierte, formiertest, formierten, formiertet, ##formiert, formierte, formiertes, formiertem, formierten, formierter##, formierend, ###formierend, formierende, formierendes, formierendem, formierenden, formierender###, formier (!)+FW(+EW); Z.: for-m-ier-en
$förmig, formig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. förmig, Form habend, gestaltet; Vw.: s. gas-, gleich-, spiral-, stromlinien-, un-; E.: s. Form, s. ig; L.: DW 3, 1901 (formig), EWD s. u. Form; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Form und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches Form habend oder gestaltet; F.: förmig, förmige, förmiges, förmigem, förmigen, förmiger+FW; Z.: för-m-ig
$förmlich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. förmlich, Form habend, gestaltet; E.: s. Form, s. lich; L.: Kluge s. u. förmlich, DW 3, 1902, EWD s. u. Form; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Form und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches Form habend oder gestaltet; F.: förmlich, förmliche, förmliches, förmlichem, förmlichen, förmlicher(, förmlichere, förmlicheres, förmlicherem, förmlicheren, förmlicherer, förmlichst, förmlichste, förmlichstes, förmlichstem, förmlichsten, förmlichster)+FW+EW; Z.: för-m-lich
$formlos, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. formlos, ohne Form geschehend, ohne Form vorhanden; E.: s. Form, s. los; L.: DW 3, 1902, EWD s. u. Form; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und wohl nach lat. informis aus Form und los gebildete Bezeichnung für ohne Form geschehend oder vorhanden; F.: formlos, formlose, formloses, formlosem, formlosen, formloser(, formlosere, formloseres, formloserem, formloseren, formloserer, formlosest, formloseste, formlosestes, formlosestem, formlosesten, formlosester)+FW+EW; Z.: for-m—lo-s
Formular, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Formular, Vordruck; ne. form (N.), schedule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. fōrmulārius (1), Adj., zu den Rechtsformeln gehörig, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. fōrmula, F., Gestalt, Form, Norm, Maßstab, Formel, Vertragsformel; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Formular, Formel, DW 3, 1903, EWD s. u. Formel, DW2 9, 781, Duden s. u. Formular; Son.: vgl. nndl. formulier, Sb., Formular; frz. formulaire, M., Formular; nschw. forumlär, N., Formular; nnorw. formular, M., N., Formular; poln. formularz, M., Formular; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift sowie Druck entwickelten und verwendeten Vordruck zu einer vereinfachten Beantwortung bestimmter Fragen oder für bestimmte Angaben; BM.: schneiden?; F.: Formular, Formulares, Formulars, Formulare, Formularen+FW(+EW); Z.: For-m-ul-ar
formulieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. formulieren, ausdrücken, aussagen; ne. formulate; Vw.: -; Hw.: s. Formel, Form, Formular; Q.: 1843 (Beseler); I.: Lw. frz. formuler; E.: s. frz. formuler, V., formulieren; vgl. frz. formule, F., Formel, fester Ausdruck; lat. fōrmula, F., Gestalt, Form, Norm, Maßstab, Formel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. formulieren, fehlt DW, EWD s. u. Formel, DW2 9, 782, Duden s. u. formulieren; Son.: vgl. nndl. formulere, V., formulieren; nschw. formulera, V., formulieren; nnorw. formulere, V., formulieren; poln. formulować, V., formulieren; lit. formuluoti, V., formulieren; GB.: 1843 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in eine angestrebte sprachliche Form bringen oder ausdrücken oder aussagen; BM.: schneiden?; F.: formulieren, formuliere, formulierst, formuliert, formulierest, formulieret, formulierte, formuliertest, formulierten, formuliertet, ##formuliert, formulierte, formuliertes, formuliertem, formulierten, formulierter##, formulierend, ###formulierend, formulierende, formulierendes, formulierendem, formulierenden, formulierender###, formulier (!)+FW+EW; Z.: for-m-ul-ier-en
$Formulierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Formulierung, Äußerung, Gestaltung; E.: s. formulier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Formel, fehlt DW, EWD s. u. Formel; GB.: seit 1854 belegte und aus formulier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Äußerung oder sprachliche Gestaltung; F.: Formulierung, Formulierungen+FW(+EW); Z.: For-m-ul-ier-ung
$Formung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Formung, Gestaltung; E.: s. form(en), s. ung; L.: DW 3, 1903, EWD s. u. Form; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus form(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Gestaltung; F.: Formung, Formungen+FW(+EW); Z.: For-m-ung
forsch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. forsch, entschlossen, stark, frech, energisch; ne. force (Adj.), forceful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1813; E.: aus dem Niederdeutschen, letztlich gebildet und umgebildet zu frz. force, F., Kraft, Gewalt; vgl. lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. forsch, EWD s. u. forsch, DW2 9, 783, Duden s. u. forsch, Bluhme s. u. forsch; Son.: vgl. nndl. fors, Adj., forsch; GB.: seit 1813 belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie letztlich aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entschlossen oder stark oder frech oder energisch; BM.: tragen?; F.: forsch, forsche, forsches, forschem, forschen, forscher(, forschere, forscheres, forscherem, forscheren, forscherer, forschest, forscheste, forschestes, forschestem, forschesten, forschester)+FW(+EW); Z.: for-sch
$Forsche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Forsche, Frage; E.: s. forsch, s. e; L.: DW 3, 1903, EWD s. u. forsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit forsch und forschen verbindbare Bezeichnung für Frage; F.: Forsche, Forschen+FW(+EW); Z.: For-sch-e
forschen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. forschen, untersuchen, beobachten, zu ermitteln versuchen; ne. research (V.), search (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vorschen (1), vorsen, sw. V., forschen, fragen, erforschen, forschend durchsuchen, ausforschen, suchen; mnd. förschen, fröschen, vorschen, vroschen, sw. V., forschen, erkunden, spüren nach; mnl. vorschen, sw. V., forsche, untersuchen; ahd. forskōn*, forscōn, sw. V. (2), forschen, erfragen, suchen, ergründen; as. -; anfrk. -; germ. *furskōn?, sw. V., forschen; s. idg. *perk̑- (4), *prek̑-, pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. forschen, Kluge s. u. forschen, EWD s. u. forschen, DW 4, 1, DW2 9, 783, EWAhd 3, 497, Falk/Torp 246, Seebold 209, Duden s. u. forschen, Bluhme s. u. forschen; Son.: vgl. nndl. vorsen, V., forschen; nschw. forska, V., forschen; nnorw. forske, V., forschen; ai. pṛcchā, Sb., Frage; av. pərəsā, V., ich frage; apers. pati-pạrsātiy, V., er mag lesen; ? arm. e-harc, V., er hat gefragt; lat. pōscere, V., haben wollen (V.), verlangen, fordern; umbr. perperscust; kymr. archaf, V., ich bitte; air. arco, V., ich bitte; lit. peršù, V., für jemanden freien; toch. A prak-, V., fragen; toch. B prek-, V., fragen; GB.: (forskōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für untersuchen oder beobachten oder durch zu ermitteln versuchen; BM.: fragen; F.: forschen, forsche, forsch (!), forschst, forscht, forschte, forschtest, forschten, forschtet, geforscht, ##geforscht, geforschte, geforschtes, geforschtem, geforschten, geforschter##, forschend, ###forschend, forschende, forschendes, forschendem, forschenden, forschender###, forsch (!)+EW; Z.: forsch-en
$Forscher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Forscher, Forschender; Vw.: s. Natur-, Sprach-; E.: s. forsch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. forschen, DW 4, 2, EWD s. u. forschen; GB.: seit 1349 belegte und aus forsch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen aufmerksamen und wissbegierigen Menschen; F.: Forscher, Forschers, Forschern+EW; Z.: Forsch-er
$Forschheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Forschheit, Entschlossenheit, Stärke; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. forsch, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. forsch; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus forsch und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Entschlossenheit oder Stärke; F.: Forschheit, Forschheiten+FW+EW; Z.: For-sch—hei-t
$Forschung, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Forschung, Untersuchung, Beobachtung; E.: s. forsch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. forschen, DW 4, 2, EWD s. u. forschen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus forsch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache sowie den Hochkulturen des Altertums mögliche Untersuchung oder Beobachtung der Welt durch Menschen zwecks Erkenntnisgewinn; F.: Forschung, Forschungen+EW; Z.: Forsch-ung
Forst, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Forst, Wald; ne. forest (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. forst, vorst, fāreis, st. M., Forst, Wald, Ritterspiel im Wald; mhd. vorste (1), forste*, st. F., sw. F., Forst, Wald, Ritterspiel im Wald; mnd. vorst (2), vōrst, voerst, vurst, M., Forst, Wald; mnl. vorst, voorst, M., Forst, Bannwald; ahd. forst, st. M. (a?, i?), Forst, Wald, Gehölz; ahd. forsti*, st. F. (i?) (?), Forst, Wald, Gehölz; as. forest*, forst*, st. M. (a?, i?), Forst; fränk. *forhist, Sb., Wald; Etymologie bisher umstritten, vielleicht s. frk. *forha, F., Föhre; germ. *forhist?, *forhistra?, Sb., Föhrenwald, Forst?; s. idg. *perkᵘ̯us, Sb., Eiche, Stärke, Kraft, Leben, Pokorny 822; oder s. afrz. forest, Sb., Wald; aus fränk. *forhist, Sb., Wald; fränk. *forha, F., Föhre; Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem germ. *furhō (1), st. F. (ō), Eiche, Föhre; s. idg. *perkᵘ̯us, Sb., Eiche, Stärke, Kraft, Leben, Pokorny 822 (1412/54) (RB. idg. aus ind., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Forst, Kluge s. u. Forst, DW 4, 3, EWD s. u. Forst, DW2 9, 788, EWAhd 3, 501, Duden s. u. Forst, Bluhme s. u. Forst; GB.: (forst) seit Ende 8. Jh. belegte und in der Herkunft streitige und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bewirtschafteten und abgegrenzten Wald; BM.: Stärke?; F.: Forst, Forstes, Forsts, Forste, Forsten+EW; Z.: Forst
$forsten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. forsten, einen abgegrenzten Wald bewirtschaften; Vw.: s. auf-, durch-; E.: s. Forst, s. en; L.: Kluge s. u. Forst, DW 4. 5; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Forst und en gebildete Bezeichnung für Menschen wohl seit dem Altertum mögliches einen abgegrenzten Wald bewirtschaften; F.: forsten (!), forste (!), forstest, forstet, forstete, forstetest, forsteten, forstetet, geforstet, ##geforstet, geforstete, geforstetes, geforstetem, geforsteten, geforsteter##, forstend, ###forstend, forstende, forstendes, forstendem, forstenden, forstender###, forst (!)+EW; Z.: forst-en
$Förster, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Förster; E.: s. Forst, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Forst, DW 4, 5 Forster, EWD s. u. Forst; GB.: seit 1194 belegte und aus Forst und er (Suff.) gebildete und verwendete Bezeichnung für einen einen Forst beaufsichtigenden oder bewirtschaftenden Menschen; F.: Förster, Försters, Förstern+EW; Z.: Först-er
$Försterei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Försterei, Amtssitz eines Försters, Forstamt; E.: s. Förster, s. ei (Suff.); L.: EWD s. u. Forst; GB.: seit 1406 belegte und aus Förster und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Amtssitz eines Försters oder ein Forstamt; F.: Försterei, Förstereien+EW; Z.: Först-er-ei
$Forstmeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Forstmeister; E.: s. Forst, s. Meister; L.: DW 4, 6, EWD s. u. Forst, DW2 9, 792; GB.: seit 1217 belegte und aus Forst und Meister gebildete Bezeichnung für einen Leiter (M.) einer Försterei oder eines Forstamts; F.: Forstmeister, Forstmeisters, Forstmeistern+EW+FW; Z.: Forst—mei-st-er
Forsythie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Forsythie, Goldflieder; ne. forsythia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1805; E.: Bildung zu dem PN des schottischen Gärtners und Botanikers William Forsyth (1737-1804); L.: Kluge s. u. Forsythie, fehlt DW, EWD s. u. Forsythie, Duden s. u. Forsythie; Son.: vgl. nndl. forsythia, Sb., Forsythie; frz. forsythia, F., Forsythie; nschw. forsythia, F., Forsythie; nnorw. forsytia, M., Forsythie; poln. forsycja, F., Forsythie; lit. forsitija, F., Forsythie; GB.: seit 1805 belegte Bezeichnung für einen in dem Frühjahr blühenden Strauch mit zeitlich vor den Blättern erscheinenden leuchtend gelben Blüten (Goldflieder); BM.: PN; F.: Forsythie, Forsythien+FW; Z.: Forsyth-ie
fort, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. fort, weg, vorwärts, geradewegs, fürbass; ne. forth, away; Vw.: s. so-; Hw.: -; Q.: 830 (Heliand); E.: mhd. vort (1), fort*, Adv., „fort“, vorwärts, vor, weiter, fortan, künftig, zukünftig, außerdem; mnd. vōrt (1), voirt, furt, vord, vōrde, Adv., fort, weg, hinweg, von dannen, fürder, hinwärts, weit weg, weit verbreitet, sodann; mnl. vort, Adv., fort; ahd. -; as. forth, Adv., vorwärts, hervor, fort, fortan, sofort, weiter; anfrk. -; germ. *furþa, Adv., fort; idg., *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fort, Kluge s. u. fort, DW 4, 7, EWD s. u. fort, DW2 9, 795, Duden s. u. fort, Bluhme s. u. fort; Son.: vgl. nndl. voort, Adv., fort; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nicht mehr länger an einem bisherigen Ort befindlich oder weg, oder vorwärts oder geradewegs; BM.: vorwärts bzw. hinaus?; F.: fort+EW; Z.: for-t
Fort, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Fort, Befestigungsanlage; ne. fort (N.); Vw.: -; Hw.: s. forte; Q.: 1421; I.: Lw. frz. fort; E.: s. frz. fort, M., Fort; vgl. frz. fort, Adj., stark; lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Fort, fehlt DW, EWD s. u. Fort, Duden s. u. Fort, Bluhme s. u. Fort; Son.: vgl. nndl. fort, Sb., Fort; nschw. fort, Sb., Fort; nnorw. fort, N., Fort; poln. fort, M., Fort; lit. fotas, M., Festung; GB.: seit 1421 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine einzelne starke Befestigungsanlage zu der Verteidigung wichtiger Geländestellen; BM.: tragen?; F.: Fort, Forts+FW; Z.: For-t
forte, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. forte, stark, laut; ne. forte; Vw.: -; Hw.: s. Fort, fortissimo; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. forte; E.: s. it. forte, Adj., stark, kräftig; lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. forte, fehlt DW, EWD s. u. forte, Duden s. u. forte; Son.: vgl. nndl. forte, Partikel, forte; frz. fort, Adj., stark; ndän. forte, Partikel, forte; nnorw. forte, Partikel, forte; poln. forte, Partikel, forte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stark oder laut; BM.: tragen?; F.: forte+FW; Z.: for-t-e
fortissimo, nhd., Adv, (18. Jh.): nhd. fortissimo, sehr stark, sehr laut; ne. fortissimo; Vw.: -; Hw.: s. forte; Q.: 1752; I.: Lw. it. fortissimo; E.: s. it. fortissimo, Adj. (Superl.), sehr stark, am stärksten; vgl. lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. forte, fehlt DW, EWD s. u. forte, DW2 9, 816, Duden s. u. fortissimo; GB.: seit 1752 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sehr stark oder sehr laut; BM.: tragen?; F.: fortissimo+FW; Z.: for-t-issim-o
$fortschreiten, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. fortschreiten, weiterschreiten, fortbewegen, entwickeln; E.: s. fort, s. schreiten; L.: DW 4, 30, EWD s. u. schreiten; GB.: seit 1533 belegte und aus fort und schreiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches weiterschreiten oder fortbewegen oder entwickeln; F.: fortschreiten, schreite fort, schreitest fort, schreitet fort, schreiten fort, schritt (!) fort, schrittest fort, schrittst (!) fort, schritten fort, schrittet fort, fortgeschritten, ##fortgeschritten, fortgeschrittene, fortgeschrittenes, fortgeschrittenem, fortgeschrittenen, fortgeschrittener##, fortschreitend, ###fortschreitend, fortschreitende, fortschreitendes, fortschreitendem, fortschreitenden, fortschreitender###, fortzuschreiten, ####fortzuschreiten, fortzuschreitend, fortzuschreitende, fortzuschreitendes, fortzuschreitendem, fortzuschreitenden, fortzuschreitender####, schreit (!) fort+EW; Z.: for-t—schrei-t-en
$Fortschritt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fortschritt, Weiterschreiten, Entwicklung; E.: s. fort, s. Schritt; L.: Kluge s. u. Fortschritt, DW 4, 30, EWD s. u. Fortschritt; GB.: seit 1754 belegte und aus fort und Schritt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Weiterschreiten oder Fortbewegen oder für Entwicklung; F.: Fortschritt, Fortschrittes, Fortschritts, Fortschritte, Fortschritten+EW; Z.: For-t—schri-t-t
$fortschrittlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fortschrittlich, Fortschritt betreffend; E.: s. Fortschritt, s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fortschritt; GB.: seit 1860 belegte und aus Fortschritt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Fortschritt betreffend; F.: fortschrittlich, fortschrittliche, fortschrittliches, fortschrittlichem, fortschrittlichen, fortschrittlicher(, fortschrittlichere, fortschrittlicheres, fortschrittlicherem, fortschrittlicheren, fortschrittlicherer, fortschrittlichst, fortschrittlichste, fortschrittlichstes, fortschrittlichstem, fortschrittlichsten, fortschrittlichster)+EW; Z.: for-t—schri-t-t—lich
Fortüne, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fortüne, Glück; ne. fortune; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. fortūne, fortuna, st. F., Fortune, Glück, Zufall; mnd. fortūn, fortūne, F., Glück, Geschick, Fortuna; frz. fortune, F., Glück; lat. fortūna, F., zufälliges Schicksal, Ungefähr, Zufall, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fors, F., Ungefähr, blinder Zufall; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Fortüne, fehlt DW, DW2 9, 846, Duden s. u. Fortüne; Son.: vgl. nndl. fortuin, Sb., Vermögen; poln. fortuna, F., Vermögen; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zufällig eintretendes Glück; BM.: tragen; F.: Fortüne+FW; Z.: For-t-ün-e
Forum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Forum, Öffentlichkeit; ne. forum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1530; I.: Lw. lat. forum; E.: s. lat. forum, N., Vorhof des Grabes, Marktplatz, Gericht (N.) (1), (um 450 v. Chr.); s. idg. *dʰu̯ē̆r-, *dʰur-, Sb., Tür, Tor (N.), Pokorny 278 (418/ 66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Forum, fehlt DW, EWD s. u. Forum, DW2 9, 851, Duden s. u. Forum; Son.: vgl. nndl. forum, Sb., Forum; frz. forum, M., Forum; nschw. forum, Sb., Forum; nnorw. forum, N., Forum; poln. forum, N., Forum; kymr. fforwm, M., Forum; nir. fóram, M., Forum; lit. forumas, M., Forum; GB.: seit 1530 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu einer Erörterung von Fragen geeignete Öffentlichkeit; BM.: Tor (N.); F.: Forum, Forums, Foren, Fora+FW; Z.: For-um
$foß, nhd. (ält.), Adj., (?): nhd. mürbe, welk, faul, schwammig; E.: s. Fötzel; L.: Kluge s. u. Fötzel, DW 4, 42 (fosz); F.: foß, foße, foßes, foßem, foßen, foßer(, foßere, foßeres, foßerem, foßeren, foßerer, foßest, foßeste, foßestes, foßestem, foßesten, foßester)+EW; Z.: foß
$Fosse, nhd. (ält.), M., (?): nhd. Taugenichts; E.: s. Fötzel; L.: Kluge s. u. Fötzel, DW 4, 42; F.: Fosse, Fossen+EW; Z.: Foss-e
$fossil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fossil, urtümlich; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Fossil; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fossil; F.: fossil, fossile, fossiles, fossilem, fossilen, fossiler+FW; Z.: foss-il
Fossil, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Fossil, Fossilie, Petrefakt, Versteinerung; ne. fossil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1682; I.: Lw. frz. fossile; E.: frz. fossile, M., Fossil, Ausgegrabenes; vgl. lat. fossilis, Adj., ausgegraben, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. fodere, V., graben, umgraben (V.), durch Graben (N.) bearbeiten; idg. *bʰedʰ- (1), V., stechen, graben, Pokorny 113 (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Fossil, fehlt DW, EWD s. u. Fossil, DW2 9, 852, Duden s. u. Fossil; Son.: vgl. nndl. fossiel, Sb., Fossil; nschw. fossil, Sb., Fossil; nnorw. fossil, M., N., Fossil; kymr. ffosil, M., Fossil; lit. fosilija, F., Fossil; GB.: seit 1682 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen erhaltenen Überrest von Tieren oder Pflanzen aus früheren Zeiten der Erdgeschichte (Petrefakt oder Versteinerung) und davon abgeleitet übertragen (Adj.) für einen Menschen mit veralteten Ansichten; BM.: graben; F.: Fossil, Fossils, Fossilien+FW(+EW); Z.: Foss-il
$Fößli, nhd., M., (?): nhd. Fößli, Lumpenkerl; E.: s. Fötzel: L.: Kluge s. u. Fötzel, DW 4, 42 (Föszli); Son.: schweiz.; F.: Fößli, Fößlis+EW; Z.: Föß-l-i
foto..., photo..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. foto..., photo...; ne. photo…; Vw.: s. -finish, -gen, -grafie; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. foto-, DW2 9, 853, Duden s. u. foto-; Son.: s. Fotoalbum, fotomechanisch; vgl. nndl. foto…, Präf., foto…; frz. photo…, Präf., foto…; nschw. foto…, Präf., foto…; nnorw. foto…, Präf., foto…; poln. foto…, Präf., foto…; kymr. ffoto…, Präf., foto…; nir. fóta…, Präf., foto…; lit. foto…, Präf., foto…; GB.: seit 19. Jh. aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Licht betreffend; BM.: glänzen; F.: foto…, photo…+FW; Z.: fo-t-o-
Fotofinish, Photofinish, Fotofinisch, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Fotofinish, Photofinish, äußerst knapper Zieleinlauf; ne. fotofinish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: ne. fotofinish; E.: s. ne. fotofinish, N., Fotofinisch; s. nhd. Foto, Finish; L.: fehlt DW, Duden s. u. Fotofinish; Son.: vgl. nschw. fotofinish, Sb., Fotofinish; nnorw. fotofinish, M., Fotofinish; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus foto und finisch gebildete Bezeichnung für einen so knappen Zieleinlauf von Teilnehmern eines Wettbewerbs dass der Gewinner nicht mit den menschlichen Augen sondern nur mittels Beweisfotos sicher ermittelt werden kann; BM.: glänzen, stecken bzw. festsetzen; F.: Fotofinish, Fotofinishs, Photofinish, Photofinishs+FW; Z.: Fo-t-o—fin-ish
fotogen, photogen, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. fotogen, photogen, gut fotografierbar; ne. photogenic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. photogenic; E.: s. ne. photogenic, Adj., fotogen, photographisch; vgl. ne. photo…, Suff., foto…; gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); gr. γένος (génos), M., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. fotogen, fehlt DW, Duden s. u. fotogen; Son.: vgl. nndl. fotogeniek, Adj., fotogen; frz. photogénique, Adj., fotogen; nschw. fotogen, Adj., fotogen; nnorw. fotogen, Adj., fotogen; poln. fotogeniczny, Adj., fotogen; kymr. ffotgenig, Adj., fotogen; nir. fótaigineach, Adj., fotogen; lit. fogogeniškas, Adj., fotogen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gut fotografierbar; BM.: glänzen, erzeugen; F.: fotogen, fotogene, fotogenes, fotogenem, fotogenen, fotogener(, fotogenere, fotogeneres, fotogenerem, fotogeneren, fotogenerer, fotogenst, fotogenste, fotogenstes, fotogenstem, fotogensten, fotogenster,) photogen, photogene, photogenes, photogenem, photogenen, photogener(, photogenere, photogeneres, photogenerem, photogeneren, photogenerer, photogenst, photogenste, photogenstes, photogenstem, photogensten, photogenster)+FW(+EW); Z.: fo-t-o-gen
$Fotograf, Photograph, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fotograf, Fotografierender; E.: s. Photographie; L.: DW 13, 1834, EWD s. u. Photographie; GB.: seit 1840 belegte und über Fotografie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Fotografierenden; F.: Fotograf, Fotografen, Photograph, Photographen+FW(+EW); Z.: Fo-t-o—graf
Fotografie, Photographie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fotografie, Photographie, Ablichtung, Lichtbild; ne. photography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1839; I.: neoklassische Bildung; E.: Vermischung von ne. photogenic und frz. héliographie, F., Lichtpause; vgl. gr. φάος (pháos), φάυος (pháuos), φάβος (phábos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; s. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fotographie, fehlt DW, EWD s. u. Photographie, DW2 9, 854, Duden s. u. Fotografie; Son.: abgekürzt mit Foto; vgl. nndl. fotografie, Sb., Fotografie, Photographie; frz. photographie, F., Fotografie, Photographie; nschw. fotografie Fotografie, Photographie; nnorw. fotografi, N., Fotografie, Photographie; poln. fotografie, F. Pl., Fotografie, Photographie; kymr. ffotograffiaeth, ffotografffeg, F., Fotografie, Photographie; nir. fótagrafaíocht, F., Fotografie, Photographie; lit. fotografija, F., Fotografie; GB.: seit 1839 belegte und über das Neuenglische und Französische aus dem Griechischen des Altertums gebildete (und umgebildete) sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Joseph Nièpce 1826 erfundenes Verfahren zu der Herstellung dauerhafter durch elektromagnetische Strahlen oder Licht erzeugter Bilder; BM.: glänzen, ritzen; F.: Fotographie, Fotographien, Photographie, Photographien+FW(+EW); Z.: Fo-t-o-graph-ie
$fotographieren, photographieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fotographieren, ablichten, Foto herstellen; E.: s. Fotografie, s. r, s. en; L.: EWD s. u. Photographie; GB.: seit 1840 belegte und aus Fotografie und r sowie en gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Fotografie herstellen; F.: fotografieren, fotografiere, fotografierst, fotografiert, fotografierest, fotografieret, fotografierte, fotografiertest, fotografierten, fotografiertet, ##fotografiert, fotografierte, fotografiertes, fotografiertem, fotografierten, fotografierter##, fotografierend, ###fotografierend, fotografierende, fotografierendes, fotografierendem, fotografierenden, fotografierender###, fotografier (!), photopraphieren, photopraphiere, photopraphierst, photopraphiert, photopraphierest, photopraphieret, photopraphierte, photopraphiertest, photopraphierten, photopraphiertet, ##photopraphiert, photopraphierte, photopraphiertes, photopraphiertem, photopraphierten, photopraphierter##, photopraphierend, ###photopraphierend, photopraphierende, photopraphierendes, photopraphierendem, photopraphierenden, photopraphierender###, photopraphier (!)+FW(+EW); Z.: fo-t-o-graf-ier-en
$fotografisch, photographisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fotografisch, Fotografie betreffend; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Fotograf(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Photographie; GB.: seit 1840 belegte und aus Fotograf(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Fotografie betreffend; F.: fotografisch, fotografische, fotografisches, fotografischem, fotografischen, fotografischer, photographisch, photographische, photographisches, photographischem, photographischen, photographischer+FW+EW; Z.: fo-t-o-graf-isch
Fötus, Fetus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fötus, Fetus, werdendes Kind, Embryo, Leibesfrucht; ne. foetus, fetus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1703; I.: Lw. lat. fētus; E.: s. lat. fētus (1), M., Zeugen (N.), Erzeugung, Gebären, Geburtsvorgang, Werfen, Ausbrüten, Hecken (N.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *dʰēi-, *dʰē-, V., saugen, säugen, Pokorny 241 (364/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Fetus, Duden s. u. Fötus; Son.: vgl. nndl. foetus, Sb., Fötus; frz. fœtus, M., Fötus; kymr. ffetws, M., Foetus; nir. féatas, M., Foetus; GB.: seit 1703 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (fētus) aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung höherer Tiere möglichen Embryo ab dem dritten Schwangerschaftsmonat; BM.: säugen; F.: Fötus, Fötusses, Föten, Fötusse, Fetus, Fetusses, Feten, Fetusse+FW; Z.: Fö-t-us
$Fotz, nhd., M.?, (?): nhd. Fotz, Fetzen, Zettel, Mund? (s. DW 4, 42 (Fotzbeiszer); L.: Kluge s. u. Fotz, fehlt DW; F.: Fotz, Fotzes, Fotze, Fotzen+EW; Z.: Fotz
Fotze, Votze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fotze, Votze, weibliche Scheide; ne. cunt, vagina; Vw.: -; Hw.: s. Fut, Hundsfott; Q.: 1408/1410 (Der Ring des Heinrich von Wittenweiler); E.: mhd. fotze, futze, votze, sw. F., Fotze, Gebärmutter, unterer weiblicher Geschlechtsteil; weitere Herkunft unklar; vielleicht letztlich von idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fotze, DW 4, 42, EWD s. u. Fotze, Duden s. u. Fotze; GB.: seit 1408/1410 belegte und in der Herkunft unklare sowie teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare und in der Gegenwart als vulgär angesehene Bezeichnung der weiblichen Scheide; Son.: vgl. ? gr. πυγή (pygḗ), F., Hinterer, Steiß; BM.: ?; F.: Fotze, Fotzen+EW; Z.: Fo-tz-e
Fötzel, nhd. (dial.), M., (17. Jh.): nhd. Fötzel, nichtswürdiger Mensch, ein Schimpfwort; ne. rascal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Fötzel, DW 4, 45, Duden s. u. Fötzel; Son.: schweiz.; s. bair. Fetzel, M., nichtswürdiger Mensch; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen nichtswürdigen Menschen; BM.: ?; F.: Fötzel, Fötzels, Fötzeln+EW; Z.: Fötz-el
Foul, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Foul, unfaires Spiel, unsportliches Verhalten; ne. foul (N.); Vw.: -; Hw.: s. faul; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. foul; E.: s. ne. foul, N., Foul; vgl. ne. foul, Adj., faul, verdorben; ae. fūl (1), Adj., schmutzig, unrein, schlecht, verdorben, schuldig; germ. *fūla-, *fūlaz, Adj., faul, stinkend; vgl. idg. *pū̆- (2), *peu̯ə-, V., faulen, stinken, Pokorny 848 (1472/114) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Foul, fehlt DW, EWD s. u. foul; Son.: vgl. nschw. foul, Sb., Foul; poln. faul, M., Foul; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit beachtetes regelwidriges und unfaires Spiel sowie unsportliches Verhalten; BM.: stinken?; F.: Foul, Fouls+FW; Z.: Fou-l
$foulen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. foulen, regelwidrig spielen; E.: s. Foul, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Foul, fehlt DW, EWD s. u. foul; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für unsportlich oder regelwidrig oder unfair spielen; F.: foulen, foule, foulst, foult, foulest, foulet, foulte, foultest, foulten, foultet, gefoult, ##gefoult, gefoulte, gefoultes, gefoultem, gefoulten, gefoulter##, foulend, ###foulend, foulende, foulendes, foulendem, foulenden, foulender###, foul (!)+FW+EW; Z.: fou-l-en
$Foxterrier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Foxterrier; Q.: vor 1900; I.: Lw. ne. foxterrier; E.: s. ne. Foxterrier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Terrier; F.: Foxterrier, Foxterriers, Foxterriern+FW; GB.: seit vor 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und in Birmingham 1862 ausgestellte Hunderasse; Z.: Fox—terr-ier
Foxtrott, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Foxtrott, ein Gesellschaftstanz; ne. foxtrot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. ne. foxtrot; E.: s. ne. foxtrot, N., Foxtrott, Fuchsgang; vgl. ne. fox, N., Fuchs (M.) (1); ae. fox, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); germ. *fuhsa-, *fuhsaz, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); s. idg. *pū̆k- (1), *peuk-, Adj., behaart, buschig, Pokorny 849 (1473/115) (RB. idg. aus ind., germ., balt., slaw.); ne. trot, N., Trab, Trott; ae. trod, st. N. (a), Spur; germ. *truda-, *trudam, st. N. (a), Treten, Spur; s. idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Foxtrott, Duden s. u. Foxtrott; Son.: vgl. nndl. foxtrot, Sb., Foxtrott; nschw. foxtrot, Sb., Foxtrott; nnorw. foxtrot, M., Foxtrott; poln. fokstrot, M., Foxtrott; kymr. ffocstrot, F., Foxtrott; lit. fokstrotas, M., Foxtrott; GB.: seit 1. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nordamerikanischen Gesellschaftstanz in dem vier Viertel Takt; BM.: Fuchs, Gang; F.: Foxtrott, Foxtrotts, Foxtrotte, Foxtrotten+FW; Z.: Fox-tro-tt
Foyer, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Foyer, Vorraum, Wandelhalle; ne. foyer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1804 (Kotzebue); I.: Lw. frz. foyer; E.: s. frz. foyer, M., Foyer, Raum mit Feuerstelle; vgl. lat. focārius, Adj., zu dem Herde gehörig, Herd..., für den Herd bestimmt, (um 560-636 n. Chr.); lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, Feuerstelle, Feuer, Flamme; idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge s. u. Foyer, fehlt DW, EWD s. u. Foyer, Duden s. u. Foyer; Son.: vgl. nndl. foyer, Sb., Foyer; nschw. foajé, Sb., Foyer; nnorw. foajé, M., Foyer; poln. foyer, Sb., Foyer; lit. fojė, F., Foyer; GB.: seit 1804 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Wandelhalle in größeren Gebäuden; BM.: brennen?; F.: Foyer, Foyers+FW; Z.: Foy-er
Fracht, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Fracht, Beförderungskosten, Transportgut; ne. cargo (N.), freight; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1399; E.: s. mnd. vracht, vrecht, F., Fracht, Frachtgeld, Frachtsumme, Bezahlung für die Schiffsbeförderung, Lohn für den Schiffer, Schiffsmiete; mhd. *vraht?, F., Fracht; s. ahd. frēht, st. F., Verdienst (N.), Tugend, Lohn; über Fries. aus germ. *fraaihti?, fraaihtiz?, F., Lohn, Fracht; L.: Kluge 1. A. s. u. Fracht, Kluge s. u. Fracht, DW 4, 46, EWD s. u. Fracht, DW2 9, 855, Duden s. u. Fracht, Bluhme s. u. Fracht; Son.: s. ahd. frēht (1), st. F. (i), Verdienst (N.), Tugend; vgl. nndl. vracht, Sb., Fracht; frz. fret, M., Fracht; nschw. frakt, Sb., Fracht; nnorw. frakt, M., F., Fracht; poln. fracht, M., Fracht; GB.: seit 1399 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine seit der Arbeitsteilung mögliche und verwendete Beförderung einer Last durch einen anderen und deren Kosten; BM.: ?; F.: Fracht, Frachten+EW; Z.: Fr-acht
$Frachtbrief, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Frachtbrief; E.: s. Fracht, s. Brief; L.: DW 4, 46, EWD s. u. Brief; GB.: seit 1610 belegte und aus Fracht und Brief gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete besondere Urkunde über ein Frachtgeschäft (Fracht); F.: Frachtbrief, Frachtbriefs, Frachtbriefes, Frachtbriefe, Frachtbriefen+EW+FW; Z.: Fr-acht—brief
$frachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. frachten; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Fracht, s. en; L.: DW 4, 46, EWD s. u. Fracht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Fracht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Arbeitsteilung mögliches eine Last für einen anderen befördern; F.: frachten, frachte, frachtest, frachtet, frachtete, frachtetest, frachteten, frachtetet, gefrachtet, ##gefrachtet, gefrachtete, gefrachtetes, gefrachtetem, gefrachteten, gefrachteter##, frachtend, ###frachtend, frachtende, frachtendes, frachtendem, frachtenden, frachtender###, fracht (!)+EW; Z.: fr-acht-en
$Frachtschiff, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Frachtschiff; E.: s. Fracht, s. Schiff; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fracht; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Fracht und Schiff gebildete Bezeichnung für ein für eine Fracht entwickeltes und verwendetes Schiff; F.: Frachtschiff, Frachtschiffs, Frachtschiffes, Frachtschiffe, Frachtschiffen+EW; Z.: Fr-acht—schi-f-f
Frack, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Frack, eine festliche Männerjacke; ne. tailcoat, frock coat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1774 (Goethe); I.: Lw. ne. frock (coat); E.: s. ne. frock (coat), N., Frack; afrz. froc, Sb., Kutte, Mönchskutte; frk. *hrok; germ. *hrukka-, *hrukkaz, *rukka-, *rukkaz, st. M. (a), Rock, Gewand; vgl. idg. *rukk-, *ruk-, *roukk-, *rouk-, Sb., Gespinst, Pokorny 874 (1526/49) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frack, Kluge s. u. Frack, DW 4, 47, EWD s. u. Frack, Duden s. u. Frack, Bluhme s. u. Frack; Son.: vgl. frz. frac, M., Frack; nschw. frack, Sb., Frack; nisl. frakki, Sb., Frack; poln. frak, M., Frack; lit. frakas, M., Frack; GB.: seit 1774 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine bei festlichen Anlässen oder von Kellnern und Musikern als Berufskleidung getragene vorne kurze und hinten mit langen Rockschößen versehene meist schwarze Jacke für einen Mann; BM.: Kutte; F.: Frack, Fracks, Frackes, Fräcke, Fräcken+FW(+EW); Z.: Frack
Frage, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Frage, Untersuchung; ne. question (N.), issue (V.), query (N.); Vw.: s. Gretchen-; Hw.: -; E.: mhd. vrāge, vrāg, frāge*, st. F., Frage, Bitte, Flehen, peinliche Frage, Rätselfrage, Beratung, Forderung, Nachforschung; mnd. vrāge, frāge*, F., Frage, Anfrage, Nachforschung, Forschung, Streitfrage, Beachtung; mnl. vrage, F., Frage; ahd. frāga, st. F. (ō), sw. F. (n), Frage, Untersuchung, Lehrsatz, Befragung; as. -; anfrk. -; germ. *frēgō, *frǣgō, st. F. (ō), Frage; s. idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. fragen, Kluge s. u. Frage, DW 4, 47, EWD s. u. Frage, DW2 9, 857, EWAhd 3, 509, Seebold 209, Duden s. u. Frage, Bluhme s. u. fragen; Son.: vgl. afries. frēge, st. F. (ō), Frage; ae. -; an. -; got. -; nndl. vraag, Sb., Frage; nschw. fråga, Sb., Frage; GB.: (frāga) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf eine Antwort oder Auskunft oder Erklärung zielende Äußerung; BM.: bitten?; F.: Frage, Fragen+EW; Z.: Frag-e
$Fragebogen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fragebogen; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Frage, s. Bogen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Bogen; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Frage und Bogen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Bogen (Papierblatt) mit Fragen für eine einheitliche Befragung mehrerer Menschen; F.: Fragebogen, Fragebogens, Fragebögen+EW; Z.: Frag-e—bog-en
fragen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fragen, sich erkundigen; ne. ask; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. vrāgen (1), vrēgen, vrōgen, sw. V., fragen, befragen, sich erkundigen, sich erkundigen nach, erfragen, erfragen von; mnd. vrāgen (1), vrēgen, sw. V., fragen, Fragen (N.) stellen; mnl. vragen, V., fragen; ahd. frāgēn, sw. V. (3), fragen, befragen, untersuchen; as. frāgon, frāgoian, sw. V. (2), fragen; anfrk. *frāgen?, sw. V. (1), fragen; germ. *frēgēn, *frǣgǣn, sw. V., fragen, bitten; s. germ. *frāgōn, st. V., fragen; s. idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821; L.: Kluge s. u. Frage, DW 4, 49, EWD s. u. Frage, DW2 9, 862, EWAhd 3, 511, Duden s. u. Frage; Son.: vgl. afries. frēgia, frāgia, sw. V. (2), fragen, fordern; nfries. freegjen, V., fragen; ae. frāgian, fragian, sw. V. (2), fragen, erfahren (V.); an. -; got. -; lat. precārī, V., bitten, beten, anrufen, wünschen; air. aircc, comaircc, aircim, comaircim, V., fragen; lit. pirsti, V., für jemanden um die Hand eines Mädchens anhalten; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich mit einer Äußerung an einen Menschen wenden und dabei eine Antwort oder Auskunft oder Erklärung erwarten oder verlangen; BM.: bitten; F.: fragen, frage, fragst, fragt, fragest, fraget, fragte, fragtest, fragten, fragtet, gefragt, ##gefragt, gefragte, gefragtes, gefragtem, gefragten, gefragter##, fragend, ###fragend, fragende, fragendes, fragendem, fragenden, fragender###, frag (!)+EW; Z.: frag-en
$Fragezeichen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Fragezeichen; E.: s. Frage, s. Zeichen; L.: EWD s. u. Frage; GB.: seit 1460 belegte und aus Frage und Zeichen gebildete Bezeichnung für ein besonderes eine Frage kennzeichnendes Satzzeichen das bei Alkuin von York zuerst als Punkt (punctus interrogativus) und danach in Handschriften des 9. Jh. in der Form einer nach oben verlaufenden Tilde über einem Punkt (?) erscheint; F.: Fragezeichen, Fragezeichens+EW; Z.: Frag-e—zei-ch-en
fragil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fragil, zerbrechlich, zart; ne. fragile (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1846; I.: Lw. lat. fragilis; E.: s. lat. fragilis, Adj., zerbrechlich, knatternd, prasselnd, vergänglich, hinfällig, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen, abbrechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. fragil, DW2 9, 866, Duden s. u. fragil; Son.: vgl. nndl. fragiel, Adj., fragil; frz. fragil, Adj., fragil; nschw. fragil, Adj., fragil; nnorw. fragil, Adj., fragil; GB.: seit 1846 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches zerbrechlich oder zart; BM.: schneiden?; F.: fragil, fragile, fragiles, fragilem, fragilen, fragiler(, fragilere, fragileres, fragilerem, fragileren, fragilerer, fragilst, fragilste, fragilstes, fragilstem, fragilsten, fragilster)+EW; Z.: fra-g-il
$fraglich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fraglich, fragbar, fragwürdig, zweifelhaft; E.: s. Frag(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Frage, DW 4, 55, EWD s. u. Frage; GB.: seit 1616 belegte und aus Frag(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches fragbar oder fragwürdig oder zweifelhaft; F.: fraglich, fragliche, fragliches, fraglichem, fraglichen, fraglicher(, fraglichere, fraglicheres, fraglicherem, fraglicheren, fraglicherer, fraglichst, fraglichste, fraglichstes, fraglichstem, fraglichsten, fraglichster)+EW; Z.: frag-lich
Fragment, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Fragment, Bruchstück; ne. fragment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1472/1473; I.: Lw. lat. frāgmentum; E.: s. lat. frāgmentum, N., abgebrochenes Stück, Bruchstück, Splitter, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen, abbrechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fragment, DW 4, 55, EWD s. u. Fragment, DW2 9, 867, Duden s. u. Fragment; Son.: vgl. nndl. fragment, Sb., Fragment; frz. fragment, M., Fragment; nschw. fragment, Sb., Fragment; nnorw. fragment, N., Fragment; poln. fragment, M., Fragment; lit. fragmentas, M., Fragment; GB.: seit 1472/1473 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Bruchstück einer Gegebenheit oder für einen Teil oder ein unvollendetes Werk; BM.: spalten?; F.: Fragment, Fragmentes, Fragments, Fragmente, Fragmenten+FW(+EW); Z.: Fra-g-m-ent
$fragmentarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. fragmentarisch, bruchstückhaft, teilweise; E.: s. Fragment, s. ar, s. isch; L.: Kluge s. u. Fragment, DW 4, 55, EWD s. u. Fragment; GB.: seit 1782 belegte und aus Fragment und ar sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches bruchstückhaft oder teilweise; F.: fragmentarisch, fragmentarische, fragmentarisches, fragmentarischem, fragmentarischen, fragmentarischer(, fragmentarischere, fragmentarischeres, fragmentarischerem, fragmentarischeren, fragmentarischerer, fragmentarischst, fragmentarischste, fragmentarischstes, fragmentarischstem, fragmentarischsten, fragmentarischster)+FW(+EW); Z.: fra-g-m-ent-ar-isch
$fragwürdig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. fragwürdig, fraglich, fragbar, zweifelhaft; E.: s. Frag(e), s. würdig; L.: Kluge s. u. Frage, DW 4, 56, EWD s. u. Frage; GB.: seit 1798 belegte und aus Frag(e) und würdig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches fraglich oder fragbar oder zweifelhaft; F.: fragwürdig, fragwürdige, fragwürdiges, fragwürdigem, fragwürdigen, fragwürdiger(, fragwürdigere, fragwürdigeres, fragwürdigerem, fragwürdigeren, fragwürdigerer, fragwürdigst, fragwürdigste, fragwürdigstes, fragwürdigstem, fragwürdigsten, fragwürdigster)+EW; Z.: frag—wür-d-ig
Fraktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fraktion, Gruppe; ne. fraction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1770; E.: frz. fraction, F., Fraktion, Gruppierung; lat. frāctio, F., Brechen, Zerbrechen, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen, abbrechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fraktion, fehlt DW, EWD s. u. Fraktion, DW2 9, 868, Duden s. u. Fraktion; Son.: vgl. nndl. fractie, Sb., Fraktion; nschw. fraktion, Sb., Fraktion; nnorw. fraksjon, M., Fraktion; lit. frakcija, F., Fraktion; GB.: seit 1770) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die parlamentarische Vertretung einer Partei (in dem Parlament); BM.: spalten?; F.: Fraktion, Fraktionen+FW(+EW); Z.: Fra-k-t-io-n
$Fraktionszwang, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Fraktionszwang; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Fraktion, s. s, s. Zwang; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fraktion; GB.: seit 1930 belegte und aus Fraktion und s sowie Zwang gebildete Bezeichnung für einen in der rechtlichen Zulässigkeit zweifelhaften von einer Fraktion ausgehenden Zwang zu einer einheitlichen Stimmabgabe der Angehörigen einer Fraktion in einer Angelegenheit; F.: Fraktionszwang, Fraktionszwangs, Fraktionszwänge, Fraktionszwängen+FW+EW; Z.: Fra-k-t-io-n-s—zwang
Fraktur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fraktur, Knochenbruch, Schrift mit gebrochenen Spitzbögen; ne. fracture, breach (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1510; I.: Lw. lat. frāctūra; E.: s. lat. frāctūra, F., Brechen, Zerbrechen, Bruch (M.) (1), (234-149 v. Chr.); vgl. lat. frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen, abbrechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fraktur, fehlt DW, EWD s. u. Fraktur, DW2 9, 869, Duden s. u. Fraktur; Son.: vgl. nndl. fractuur, Sb., Fraktur, Knochenbruch; frz. fracture, F., Fraktur, Knochenbruch; nschw. fraktur, Sb., Fraktur; nnorw. fraktur, M., Fraktur; poln. fracture, F., Fraktur; GB.: seit 1510 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früh möglichen Bruch einer Gegebenheit und für die seit dem Anfang des 16. Jh. (Kaiser Maximilian I.) aus der gotischen Minuskel in dem deutschen Sprachraum gebildete und bis in das 20. Jh. gebräuchliche Schrift mit gebrochenen Spitzbögen die an dem 3. Januar 1941 zwecks besserer Erreichbarkeit besetzter Bevölkerungsteile außerhalb des deutschen Sprachraums durch Adolf Hitler verboten wurde; BM.: spalten bzw. schneiden?; F.: Fraktur, Frakturen+FW; Z.: Fra-k-t-ur
Francium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Francium, ein Alkalimetall; ne. francium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach Frankreich, dem Heimatland seiner Entdeckerin M. Perey; frz. France, F.=ON, Frankreich; mlat. Francia, F.=ON, Frankia, Frankenland, Franzien, Frankreich; vgl. lat. Francus, M., Franke, Freier, Vornehmer; aus dem Germ., s. germ. *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Duden s. u. Francium; Son.: vgl. nndl. francium, Sb., Francium; frz. francium, M., Francium; nschw. francium, N., Francium; nnorw. francium, N., Francium; kymr. ffransiwm, M., Francium; nir. frainciam, M., Francium; poln. frans, M., Francium; lit. francis, M., Francium; GB.: seit 1947 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Germanischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1939 entdecktes und 1947 benanntes radioaktives schnell zerfallendes und eigentlich nur wissenschaftlich verwendetes Alkalimetall (chemisches Element Nr. 87, abgekürzt Fr); BM.: ON; F.: Francium, Franciums+FW(+EW?); Z.: Fra-n-c-i-um
frank, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. frank, frei, munter; ne. frank (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. frankieren, franko; E.: mhd. franc, Adj., frank, frei, munter; mnd. frank, vrank*, Adj., frank, frei; afrz. franc, Adj., frank, frei, fränkisch; germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. frank, Kluge s. u. frank, DW 4, 56, EWD s. u. frank, DW2 9, 871, Heidermanns 210, Duden s. u. frank, Bluhme s. u. frank; Son.: vgl. nndl. frank, Adj., frank, frei; nschw. frank, Adj., frank, frei; nnorw. frank, Adj., frank, frei; GB.: (franc) seit um 1276 (Schwabenspiegel) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches frei oder munter; BM.: stoßen bzw. schnellen?; F.: frank, franke, frankes, frankem, franken, franker+FW+EW; Z.: fra-n-k
Franken, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Franken, eine Münze; ne. franc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1364 (oberrheinische Stadtrechte); I.: Lw. s. frz. franc; E.: s. frz. franc, M., Franc, Franken; vgl. afrz. franc, Adj., frank, frei, fränkisch; germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Franken, EWD s. u. Franken, DW2 9, 872, Duden s. u. Franken; Son.: vgl. nndl. frank, Sb., Franken; nschw. franc, Sb., Franken; poln. franc, M., Franken; poln. frank, M., Franken; kymr. ffranc, M., F., Franken; GB.: seit 1364 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein ursprünglich französisches Geldstück das in der Gegenwart in der Schweiz als Währung verwendet wird; BM.: französisch; F.: Franken, Frankens+FW(+EW); Z.: Fra-n-k-en
frankieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. frankieren, freimachen; ne. frank (V.); Vw.: -; Hw.: s. frank, franko; Q.: 1657; I.: Lw. it. francare; E.: s. it. francare, V., frachtfrei machen; vgl. it. (porto di) franco, V., frachtfrei machen, frei machen; vgl. germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. frankieren, DW 4, 58, EWD s. u. franko, DW2 9, 873, Duden s. u. frankieren; Son.: vgl. nndl. frankeren, V., frankieren; frz. affranchier, V., frankieren; nschw. frankera, V., frankieren; nnorw. frankere, V., frankieren; poln. frankować, V., frankieren; nir. frainceálaim, V., frankieren; GB.: seit 1657 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches einen Brief mit einer Briefmarke oder einem Freistempel versehen (V.) und dadurch erkennbar für die (im Voraus bezahlte) Beförderung freimachen; BM.: stoßen bzw. schnellen?; F.: frankieren, frankiere, frankierst, frankiert, frankierest, frankieret, frankierte, frankiertest, frankierten, frankiertet, ##frankiert, frankierte, frankiertes, frankiertem, frankierten, frankierter##, frankierend, ###frankierend, frankierende, frankierendes, frankierendem, frankierenden, frankierender###, frankier (!)+FW; Z.: fra-n-k-ier-en
franko, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. franko, kostenfrei, portofrei; ne. post paid, free (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. frank, frankieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. franco (di porto); E.: s. it. franco (di porto), Adj., portofrei; vgl. germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. franko, DW2 9, 874, Duden s. u. franko; Son.: vgl. frz. franco, Adv., franko; nnorw. franko, Adv., franko; poln. franko, Adv., franko; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches durch vorherige Zahlung von Kosten (erkennbar di porto) freigemacht oder frei; BM.: stoßen bzw. schnellen?; F.: franko+FW(+EW); Z.: fra-n-k
Franse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Franse, herabhängender Faden; ne. fringe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. franse, sw. F., Franse, Schmuck; mnd. frense, F., Franse; mndl. fringe, frange, F., Franse, Faden; afrz. frange, fringe, frenge, F., Franse, Faden; afrz. frange, frenge, F., Franse; vgl. lat. fimbria, F., Faden, Troddel, Tierzotte, Franse, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Franse, Kluge s. u. Franse, DW 4, 59, EWD s. u. Franse, DW2 9, 874, Duden s. u. Franse; Son.: vgl. nndl. franje, Sb., Franse; nschw. frans, Sb., Franse; nnorw. frynse, M., F., Franse; poln. frędzla, F., Franse; nir. frainse, M., Franse; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie wohl mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von einem Stoff herabhängenden Faden; BM.: stieben bzw. wirbeln?; F.: Franse, Fransen+FW; Z.: Fra-n-s-e
$fransen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. fransen, mit Fransen versehen (V.); Vw.: s. aus-; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. Frans(e), s. en (Suff.) L.: DW2 9, 875, EWD s. u. Franse; GB.: seit um 1210 belegte und aus Frans(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches mit Fransen versehen (V.); F.: fransen, franse, fransst (!), franst, fransest, franset, franste, franstest, fransten, franstet, gefranst, ##gefranst, gefranste, gefranstes, gefranstem, gefransten, gefranster##, fransend, ###fransend, fransende, fransendes, fransendem, fransenden, fransender###, frans (!)+FW+EW; Z.: fra-n-s-en
Franz…, nhd., Partikel, (17. Jh.): nhd. Franz…, Franzosen betreffend; ne. french (Adj.), french…; Vw.: -; Hw.: s. Franken; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. franzois (1), franzeis, N., Französisch, französische Sprache; s. mlat. Francia, F.=ON, Frankreich; vgl. ahd. Franko, sw. M. (n)=PN, Franke; germ. *frankō-, *frankōn, *franka-, *frankan, sw. M. (n), Franke, Freier (M.) (1); germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); Son.: s. Franzband, Franzbranntwein, Franzbrot, Franzmann; Son.: vgl. nndl. frans…, Präf., Franz…; nschw. frans…, Präf., Franz…; nnorw. fransk…, Präf., Franz…; L.: 4, 59; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Frankreich oder Franzosen betreffend; BM.: stoßen bzw. schnellen?; F.: Franz…+FW; Z.: Fra-n-z-
$Franzbranntwein, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Franzbranntwein; E.: s. Franz…, s. Branntwein; L.: fehlt DW, EWD s. u. Branntwein; GB.: seit 1716 belegte und aus Franz… und Branntwein gebildete Bezeichnung für einen französischen als Getränk oder Arznei verwendeten Branntwein; F.: Franzbranntwein, Franzbranntweins, Franzbranntweines, Franzbranntweine, Franzbranntweinen+FW+EW; Z.: Fra-n-z—bran-n-t—wei-n
$Franzmann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Franzmann, Franzose; E.: s. Franz…, s. Mann; L.: Kluge s. u. Franz-, DW 4, 61; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Franz… und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Teilung des Frankenreichs in Frankreich und Deutschland seit dem 10. Jh. möglichen Franzosen; F.: Franzmann, Franzmanns, Franzmannes, Franzmänner, Franzmännern+FW+EW; Z.: Fra-n-z—man-n
frappant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. frappant, frappierend, auffallend, auffällig, erstaunlich, deutlich; ne. striking (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. raffen, frappieren; Q.: 1753; I.: Lw. frz. frappant; E.: s. frz. frappant, Adj., frappant, auffällig; vgl. frz. frapper, V., schlagen; vielleicht von awfrk. *hrapon, V., raufen, raffen; vgl. germ. *hrap-, *hrēp-, V., scharren, berühren; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frappieren, DW2 9, 878, Duden s. u. frappant; Son.: vgl. nndl. frappant, Adj., frappant; nschw. frappant, Adj., frappant; nnorw. frappant, Adj., frappant; GB.: seit 1753 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auffallend oder auffällig oder erstaunlich oder deutlich; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: frappant, frappante, frappantes, frappantem, frappanten, frappanter(, frappantere, frappanteres, frappanterem, frappanteren, frappanterer, frappantest, frappanteste, frappantestes, frappantestem, frappantesten, frappantester)+FW(+EW); Z.: fra-p-p-ant
frappieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. frappieren, erstaunen, auffallen; ne. astonish, astound; Vw.: -; Hw.: s. frappant, raffen; Q.: 1473; I.: Lw. frz. frapper; E.: s. frz. frapper, V., schlagen; vielleicht von awfrk. *hrapon, V., raufen, raffen; vgl. germ. *hrap-, *hrēp-, V., scharren, berühren; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frappieren, EWD s. u. frappieren, Duden s. u. frappieren; Son.: vgl. nndl. frapperen, V., frappieren; nschw. frappera, V., frappieren; nnorw. frappere, V., frappieren; poln. frapować, V., frappieren; GB.: seit 1473 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erstaunen oder auffallen; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: frappieren, frappiere, frappierst, frappiert, frappierest, frappieret, frappierte, frappiertest, frappierten, frappiertet, ##frappiert, frappierte, frappiertes, frappiertem, frappierten, frappierter##, frappierend, ###frappierend, frappierende, frappierendes, frappierendem, frappierenden, frappierender###, frappier+FW+EW; Z.: fra-p-p-ier-en
Fräse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fräse, spanabhebende Maschine; ne. fraise, milling machine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1888; I.: Lw. frz. fraise; E.: s. frz. fraise, F., Fräse, Rundfeile, Halskrause; vgl. frz. fraiser, V., kräuseln, ein Loch ausweiten; prov. frezar, V., kräuseln, Gamillscheg 447b; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Fräse, DW 4, 64 (Frase), EWD s. u. Fräse, Duden s. u. Fräse, Bluhme s. u. Fraese; Son.: vgl. nndl. frees, Sb., Fräse; nschw. fräs, Sb., Fräse; nnorw. fres, M., Fräse; poln. frezarka, F., Fräse; GB.: seit 1888 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie jenseits des Provenzalischen in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Werkstücke spanend formende oder spanabhebende Maschine; BM.: ?; F.: Fräse, Fräsen+FW; Z.: Fräs-e
$fräsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fräsen; E.: s. Fräs(e), s. en; L.: Kluge s. u. Fräse, fehlt DW, EWD s. u. Fräse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Fräs(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes mittels einer Maschine Span abheben oder spanend formen; F.: fräsen (!), fräse (!), fräst, fräsest, fräset, fräste, frästest, frästen, frästet, gefräst, ##gefräst, gefräste, gefrästes, gefrästem, gefrästen, gefräster##, fräsend, ###fräsend, fräsende, fräsendes, fräsendem, fräsenden, fräsender###, fräs (!)+EW; Z.: fräs-en
$Fräsmaschine, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Fräsmaschine; E.: s. Fräs(e), s. Maschine; L.: EWD s. u. Fräse, fehlt DW (s. aber Frase); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fräs(e) und Maschine gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Maschine um Span abzuheben und spanend zu gestalten; F.: Fräsmaschine, Fräsmaschinen+EW+FW; Z.: Fräs—masch-in-e
$Fraß, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Fraß, Fressender, Zufressendes; Vw.: s. Knochen-; E.: s. fressen; L.: Kluge 1. A. s. u. Frasz, Kluge s. u. fressen, DW 4, 64 (Frasz), EWD s. u. fressen; GB.: (frāz*) seit Ende 8. Jh. belegte und mit fressen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Fressenden; F.: Fraß, Fraßes, Fraße, Fraßen+EW; Z.: Fr-aß
fraternisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. fraternisieren, wie mit einem Bruder verbünden, verbrüdern; ne. fraternize; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. fraterniser; E.: frz. fraterniser, V., fraternisieren, sich verbrüdern; vgl. lat. frāternāre, V., als Brüder zusammen aufwachsen, (8. Jh. n. Chr.); lat. frāternus, Adj., brüderlich, Bruder..., Bruder betreffend, dem Bruder gehörig; lat. frāter, M., Bruder, brüderlicher Freund, Vetter, Verwandter, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰrā́tér, *bʰráh₂ter, *bʰréh₂ter, *bʰréh₂tōr, M., Angehöriger, Verwandter, Bruder, Pokorny 163 (271/104) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. fraternisieren, fehlt DW, EWD s. u. fraternisieren, Duden s. u. fraternisieren; Son.: vgl. nndl. fraterniseren, V., fraternisieren; nschw. fraternisera, V., fraternisieren; nnorw. fraternisere, V., fraternisieren; poln. fraterniziwać, V., fraternisieren; GB.: vielleicht seit 1801 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sich (mit einem Feind) wie mit einem Bruder verbünden oder verbrüdern; BM.: Bruder; F.: fraternisieren, fraternisiere, fraternisierst, fraternisiert, fraternisierest, fraternisieret, fraternisierte, fraternisiertest, fraternisierten, fraternisiertet, ##fraternisiert, fraternisierte, fraternisiertes, fraternisiertem, fraternisierten, fraternisierter##, fraternisierend, ###fraternisierend, fraternisierende, fraternisierendes, fraternisierendem, fraternisierenden, fraternisierender###, fraternisier(!)+FW(+EW); Z.: frater-n-is-ier-en
Fratz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Fratz, ungezogenes Kind; ne. rascal; Vw.: -; Hw.: s. Fratze; Q.: 1553/1556; I.: aus dem Italienischen; E.: s. it. frasche, Sb. Pl., Possen, ausgelassener Mensch; vielleicht von it. frasca, F., Laubast; vielleicht von lat. virēre, V., grün sein (V.), grünen, frisch sein (V.), blühen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯eis- (1), V., sprießen, wachsen (V.) (1), Pokorny 1133 (1965/41) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fratze, EWD s. u. Fratze, DW 4, 68, Duden s. u. Fratz; GB.: seit 1553/1556 belegte und aus dem Italienischen und vielleicht mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein ungezogenes Kind; BM.: sprießen?; F.: Fratz, Fratzes, Fratzen+FW(+EW); Z.: Fr-atz
Fratze, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fratze, Grimasse, verzogenes Gesicht; ne. grimace (N.), antic; Vw.: -; Hw.: s. Fratz; Q.: 1520 (Luther); I.: Lw. it. frasche; E.: s. it. frasche, Sb. Pl., Possen, ausgelassener Mensch; vielleicht von it. frasca, F., Laubast; vielleicht von lat. virēre, V., grün sein (V.), grünen, frisch sein (V.), blühen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯eis- (1), V., sprießen, wachsen (V.) (1), Pokorny 1133 (1965/41) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fratze, Kluge s. u. Fratze, DW 4, 69, EWD s. u. Fratze, Duden s. u. Fratze, Bluhme s. u. Fratz; GB.: vielleicht seit 1520 belegte und aus dem Italienischen und vielleicht mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches zu einer Grimasse verzogenes Gesicht; BM.: sprießen?; F.: Fratze, Fratzen+FW(+EW); Z.: Fr-atz-e
$fratzenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. fratzenhaft, mit einer Fratze versehen (Adj.); E.: s. Fratze, s. n, s. haft; L.: DW 4, 68, EWD s. u. Fratze; GB.: seit 1797 belegte und aus Fratz(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit einer Fratze versehen (Adj.); F.: fratzenhaft, fratzenhafte, fratzenhaftes, fratzenhaftem, fratzenhaften, fratzenhafter(, fratzenhaftere, fratzenhafteres, fratzenhafterem, fratzenhafteren, fratzenhafterer, fratzenhaftest, fratzenhafteste, fratzenhaftestes, fratzenhaftestem, fratzenhaftesten, fratzenhaftester)+FW+EW; Z.: fr-atz-en—haf-t
Frau, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Frau, erwachsener weiblicher Mensch, Herrin, Gemahlin; ne. woman; Vw.: -; Hw.: s. Frauche, Jungfer; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vrouwe (1), vrauwe, vrowe, vrōwe, sw. F., st. F., Herrin, Geliebte, Dame (F.) (1), Edelfrau, Jungfrau von Stand, Herrscherin, Gebieterin, Gemahlin, Ehefrau, Frau, Weib; mnd. vrouwe, frouwe*, vrowe, vrauwe, F., Frau, Herrin, Gebieterin, Königin, Gottesmutter; mnl. vrouwe, F., Frau; ahd. frouwa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Herrin, vornehme Frau, hohe Frau; as. frūa*, sw. F. (n), Frau; anfrk. -; germ. *frōwō-, *frōwōn, sw. F. (n), Herrin, Frau; idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frau, Kluge s. u. Frau, DW 4, 71, EWD s. u. Frau, DW2 9, 885, EWAhd 3, 597, Duden s. u. Frau, Bluhme s. u. Frau; Son.: vgl. afries. frouwe, frowe, sw. F. (n), Frau, Herrin, Schwiegermutter; nfries. frouw, F., Frau; ae. frōwe, sw. F. (n), Frau; an. -; got. -; nndl. vrouw, Sb., Frau; nnorw. fru, M., F., Frau (Anrede); GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen erwachsenen weiblichen Menschen oder eine Herrin; BM.: vorwärts bzw. über?; F.: Frau, Frauen+EW; Z.: Fr-au
Frauche, nhd. (dial.), F., (19. Jh.): nhd. Frauche, Großmutter; ne. grandmother; Vw.: -; Hw.: s. Frau; Q.: 19. Jh.; E.: s. Frau, s. che(n); L.: Kluge s. u. Frauche. fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Frau und che(n) gebildete dialektale Bezeichnung einer Großmutter; BM.: vorwärts bzw. über?; F.: Frauche, Frauchen+EW; Z.: Fr-au-ch-e
$Fraueneis, nhd., N.. (18?): nhd. Fraueneis, Marienglas; E.: s. Frau, s. en, s. Eis; L.: Kluge s. u. Marienglas, DW 4, 76; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Frau und en (Suff.) sowie Eis gebildete Bezeichnung für Marienglas; F.: Fraueneis, Fraueneises+EW; Z.: Fr-au-en—eis
$Frauenglas, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Frauenglas (Marienglas), Fraueneis; E.: s. Frau, s. en (Suff.), s. Glas; L.: Kluge s. u. Marienglas, DW 4. 78; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Frau und en (Suff.) und Glas gebildete Bezeichnung für Marienglas (wasserhaltiges Kalziumsulfat); F.: Frauenglas, Frauenglases, Frauengläser, Frauengläsern+EW; Z.: Fr-au-en—gla-s
$frauenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. frauenhaft, fraulich, weiblich; L.: Kluge s. u. Frau, DW 4, 78, EWD s. u. Frau; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Frau und en (Suff.) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fraulich oder weiblich; F.: frauenhaft, frauenhafte, frauenhaftes, frauenhaftem, frauenhaften, frauenhafter(, frauenhaftere, frauenhafteres, frauenhafterem, frauenhafteren, frauenhafterer, frauenhaftest, frauenhafteste, frauenhaftestes, frauenhaftestem, frauenhaftesten, frauenhaftester)+EW; Z.: fr-au-en—haf-t
$Frauenmantel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Frauenmantel, Marienmantel; Hw.: s. Marienmantel; E.: s. Frau, s. en (Suff.), s. Mantel; L.: Kluge s. u. Frauenmantel, DW 4, 80; GB.: (vrouwenmantel) seit 14. Jh. belegte und aus Frau und en sowie Mantel gebildete Bezeichnung für den Mantel einer Frau und eine Pflanze (Marienmantel); F.: Frauenmantel, Frauenmantels+EW+FW; Z.: Fr-au-en—man-tel
$Frauentag, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Frauentag; E.: s. Frau, s. en, s. Tag; L.: EWD s. u. Frau, DW 4, 82; GB.: seit 1251 belegte Bezeichnung für einen der Jungfrau Maria als Mutter Jesu geweihten Tag und seit 1921 in dem Sozialismus allen Frauen gewidmeten Tag; F.: Frauentag, Frauentages, Frauentags, Frauentage, Frauentagen+EW; Z.: Fr-au-en—t-ag
$Frauenzimmer, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Frauenzimmer, Frau; E.: s. Frau, s. en, s. Zimmer; L.: Kluge 1. A. s. u. Fräulein, Kluge s. u. Frauenzimmer, DW 4, 83, EWD s. u. Frau; GB.: seit 1430 belegte und aus Frau und en sowie Zimmer gebildete Bezeichnung für ein Zimmer von Frauen und später zeitweise auch für eine Frau; F.: Frauenzimmer, Frauenzimmers, Frauenzimmern+EW; Z.: Fr-au-en—zim-m-er
Fräulein, nhd., (F.), N., (12. Jh.): nhd. Fräulein, junge Frau, erwachsene unverheiratete Frau; ne. miss, damsel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. vröuwelīn, vrouwelīn, vrouwelī, vrōwelī, st. N., Fräulein, Herrin, Gebieterin, Frau von Stand, Jungfrau von Stand, Jungfrau Maria, Dame (F.) (1), junge Dame; mnd. vröuwelīn, vrouwelīn, vrowelīn, vrowlīn, vröulīn, vrǖwelīn, N., Frauchen, Frau, kleine Frau, Jungfrau, Fräulein, Prinzessin vgl. mhd. vrouwe (1), vrauwe, vrowe, vrōwe, vrœwe, sw. F., st. F., Herrin, Geliebte, Dame (F.) (1), Edelfrau, Jungfrau von Stand, Herrscherin, Gebieterin, Gemahlin, Ehefrau, Frau, Weib; ahd. frouwa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Herrin, vornehme Frau, hohe Frau; germ. *frōwō-, *frōwōn, sw. F. (n), Herrin, Frau; s. idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); s. nhd. …lein; L.: Kluge s. u. Fräulein, DW 4, 88, EWD s. u. Frau, DW2 9, 900, Duden s. u. Fräulein; GB.: seit 1200 belegte und aus Frau und lein gebildete Bezeichnung für eine erwachsene unverheiratete Frau; BM.: vorwärts bzw. über?; F.: Fräulein, Fräuleins+EW; Z.: Fr-äu-lein
$fraulich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fraulich, eine Frau betreffend, weiblich; E.: s. Frau, s. lich; L.: Kluge s. u. Frau, DW 4, 90, EWD s. u. Frau; GB.: seit 1150 belegte und aus Frau und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eine Frau betreffend oder weiblich; F.: fraulich, frauliche, frauliches, fraulichem, fraulichen, fraulicher(, fraulichere, fraulicheres, fraulicherem, fraulicheren, fraulicherer, fraulichst, fraulichste, fraulichstes, fraulichstem, fraulichsten, fraulichster)+EW; Z.: fr-au-lich
Freak, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Freak, Verrückter, Sonderling, Fanatiker, Fachmann; ne. freak (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. freak; E.: s. ne. freak, M., Freak, Sonderling; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem englischen Dialektwort; L.: fehlt DW, Duden s. u. Freak; Son.: vgl. nschw. freak, Sb., Freak; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sich sonderbar verhaltenden Menschen (Sonderling) oder Fanatiker oder Fachmann; BM.: ?; F.: Freak, Freaks+FW; Z.: Freak
frech, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. frech, kühn, wagemutig, dreist, unverschämt; ne. cheeky, sassy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vrech, frech*, freck, Adj., frech, mutig, kühn, stark, unbekümmert, lebhaft; mnd. vrech, Adj., frech, kühn, dreist; mnl. vrec, Adj., geizig; ahd. freh, Adj., gierig, habsüchtig, geizig, gierig nach, habgierig, keck, frech, mutwillig; as. -; anfrk. -; germ. *freka-, *frekaz, Adj., gierig, unverschämt, mutig; idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845; s. idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. frech, Kluge s. u. frech, DW 4, 90, EWD s. u. frech, DW2 9, 994, EWAhd 3, 537, Falk/Torp 245, Heidermanns 212, Duden s. u. frech, Bluhme s. u. frech; Son.: vgl. afries. -; ae. frecc, Adj., gierig, kühn, gefährlich, verwegen; an. frekr, Adj., gierig, hart, streng; got. *friks?, Adj. (a), süchtig, gierig; nschw. fräck, Adj., frech; nnorw. frekk, Adj., frech; GB.: (freh) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kühn oder wagemutig oder dreist oder unverschämt; BM.: zucken bzw. spritzen?; F.: frech, freche, freches, frechem, frechen, frecher(, frechere, frecheres, frecherem, frecheren, frecherer, frechst, frechste, frechstes, frechstem, frechsten, frechster)+EW; Z.: fre-ch
$Frechdachs, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Frechdachs, so Frech wie ein Dachs eingestufter Mensch; Q.: Ende 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Frechdachs, fehlt DW, EWD s. u. Dachs; GB.: vielleicht seit Ende 19. Jh. belegte und aus frech und Dachs gebildete Bezeichnung für einen so frech wie ein Dachs eingestuften Menschen; F.: Frechdachs, Frechdachses, Frechdachse, Frechdachsen+EW; Z.: Fre-ch—dachs
$Frechheit, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Frechheit, Kühnheit, Wagemut, Dreistheit, Unverschämtheit; E.: s. frech, s. heit; L.: Kluge s. u. frech, EWD s. u. frech; GB.: seit 1200 belegte und aus frech und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Kühnheit oder Wagemut oder Dreistheit oder Unverschämtheit; F.: Frechheit, Frechheiten+EW; Z.: Fre-ch-hei-t
Freesie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Freesie, eine Blume; ne. freesia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: von dem PN F. H. Th. Freese (1794-1876), ihm zu Ehren von dem Botaniker Echlon eingeführt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Freesie, Duden s. u. Freesie; Son.: vgl. nndl freesia, Sb. Fresie; nschw. freesia, Sb., Fresie; nnorw. fresia, M., Freesie; poln. frezja, Sb., Freesie; kymr. ffrisia, M., Freesie; lit. frezija, F., Freesie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und nach dem PN des Botanikers Frees(e) gebildete Bezeichnung für eine aus Südafrika stammende stark duftende zu der Familie der Schwertlilien gehörende Frühlingsblume in Pastellfarben; BM.: PN; F.: Freesie, Freesien+FW; Z.: Frees-ie
Fregatte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fregatte, ein Kriegsschiff; ne. frigate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. fregata, frz. frégate; E.: s. it. fregata, F., Fregatte; frz. frégate, F., Fregatte; span. fragata, F., Fregatte; neapolitanisch fragata, F., Fregatte; weitere Herkunft ungeklärt; aus dem Griechischen oder Arabischen?, Gamillscheg 450a; vielleicht von lat. aphractum, N., „offenes Schiff“?; s. gr. ἄφρακτος (áphraktos), Adj., uneingezäunt, unbefestigt; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. φράρσσειν (phrássein), V., einzäunen, einschließen, umfrieden; idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Fregatte, fehlt DW, EWD s. u. Fregatte, Duden s. u. Fregatte; Son.: vgl. nndl. fregat, Sb., Fregatte; nschw. fregatt, Sb., Fregatte; nnorw. fregatt, M., Fregatte; poln. fregata, F., Fregatte; kymr. ffrigad, F., Fregatte; nir. frigéad, M., Fregatte; lit. fregata, F., Fregatte; GB.: seit 1515 belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie Spanischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Griechischen oder Arabischen kommende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und hauptsächlich zu dem Geleitschutz anderer Schiffe eingesetztes wendiges Kriegsschiff; BM.: ?; F.: Fregatte, Fregatten+FW; Z.: Fregatt-e
frei, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. frei, ungebunden, unabhängig, lieb; ne. free (Adj.); Vw.: s. semper-; Hw.: s. freien; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. vrī (1), vrīe, frī*, Adj., frei, befreit, unbeschränkt, nicht gebunden, nicht leibeigen, ledig, los; mnd. vrī (1), frī*, vrīg, vrig, vryg, Adj., frei, frei geboren, unabhängig, bevorrechtet, reichsfrei; mnl. vri, Adj., frei, unabhängig; ahd. frī (1), Adj., frei; as. *frī?, Adj.; anfrk. -; germ. *frīja-, *frījaz, Adj., lieb, frei, eigen; idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge 1. A. s. u. frei, Kluge s. u. frei, DW 4, 94, EWD s. u. frei, DW2 9, 909, EWAhd 3, 555, Falk/Torp 247, Heidermanns 215, Duden s. u. frei, Bluhme s. u. frei; Son.: vgl. afries. frī, Adj., frei, ganz; ae. frío (1), fréo (1), Adj., frei, edel, froh; an. frjāls, Adj., frei; got. freis, Adj. (ja), frei; nndl. vrij, Adj., frei; nschw. fri, Adj., frei; nnorw. fri, Adj., frei; ai. priyá-, Adj., eigen, lieb; lat. proprius, Adj., ausschließlich, eigen, eigentümlich; kymr. rhydd, Adj., frei; GB.: (frī 1) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches ungebunden oder unabhängig oder lieb; BM.: eigen?; F.: frei, freie, freies, freiem, freien, freier(, freiere, freieres, freierem, freieren, freierer, freiste, freistes, freistem, freisten, freister, freiest, freieste, freiestes, freiestem, freiesten, freiester)+EW; Z.: frei
$Freibank, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Freibank; E.: s. frei, s. Bank; L.: Kluge s. u. Freibank, DW 4, 101, EWD s. u. frei; GB.: seit 1396 (?) belegte und aus frei und Bank gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dem Mittelalter in Städten für den Verkauf minderwertigen Fleisches geschaffene Einrichtung und eine bewegliche Bank; F.: Freibank, Freibänke, Freibänken+EW; Z.: Frei—bank
$freibekommen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. freibekommen; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. frei, s. bekommen; L.: fehlt DW, EWD s. u. bekommen; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus frei und bekommen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der starken Zunahme der unselbständigen Beschäftigungen für Arbeitnehmer immer wichtigeres (von dem Arbeitgeber) arbeitsfrei bekommen; F.: freibekommen, bekomme frei, bekommst frei, bekommt frei, bekommest frei, bekommet frei, bekam frei, bekamst frei, bekamen frei, bekamt frei, bekäme frei, bekämest frei, bekämen frei, bekämet frei, freibekommen, ##freibekommen, freibekommene, freibekommenes, freibekommenem, freibekommenen, freibekommener##, freibekommend, ###freibekommend, freibekommende, freibekommendes, freibekommendem, freibekommenden, freibekommender###, freizubekommen, ####freizubekommen, freizubekommend, freizubekommende, freizubekommendes, freizubekommendem, freizubekommenden, freizubekommender####, bekomm (!) frei+EW; Z.: frei—be—kom-m-en
$Freibeuter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Freibeuter, Seeräuber, plündernder Soldat; E.: s. frei, s. Beut(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Freibeuter, DW 4, 101, EWD s. u. frei; GB.: seit 1571 belegte und aus frei und Beut(e) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Seeräuber oder einen plündernden Soldaten; F.: Freibeuter, Freibeuters, Freibeutern+EW; Z.: Frei—beut-er
$Freibrief, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Freibrief, Erlaubnis, Befreiung; E.: s. frei, s. Brief; L.: Kluge s. u. Freibrief, DW 4, 101, EWD s. u. Brief, frei; GB.: seit 1290 belegte und aus frei und Brief gebildete Bezeichnung für früher die Freilassung gewährende Urkunde und später eine allgemeine Erlaubnis oder Befreiung; F.: Freibrief, Freibriefs, Freibriefes, Freibriefe, Freibriefen+EW+FW; Z.: Frei—brief
$Freidenker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Freidenker, Freigeist; E.: s. frei, s. Denker; L.: Kluge s. u. Freidenker, DW 4, 101, EWD s. u. frei; GB.: seit 1715 belegte und aus frei und Denker gebildete Bezeichnung für einen sachlich vor allem seit der Aufklärung möglichen frei denkenden Menschen oder Freigeist; F.: Freidenker, Freidenkers, Freidenkern+EW; Z.: Frei—denk-er
freien, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. freien, werben um, werben um eine Frau; ne. court (V.); Vw.: -; Hw.: s. frei, Freite; Q.: 830 (Heliand); E.: mhd. vrīen (2), frīen*, sw. V., sich verbinden, freien, werben, werben um, werben für, um eine Braut werben, umwerben, heiraten; mnd. vrīen (2), vrien, vrigen, vrihen, sw. V., freien, freiwerben, um eine Braut werben, als Braut gewinnen, werben; mnl. vrien, V., hold sein (V.), lieben; as. friehon*, friohon, sw. V. (2), lieben; ahd. -; anfrk. -; germ. *frījōn, sw. V., lieben; idg. *prāi-, *prəi-, *prī-, (*pri-), V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge 1. A. s. u. freien, Kluge s. u. freien, DW 4, 104, EWD s. u. freien, DW2 9, 931, Duden s. u. freien; Son.: vgl. ae. fríogan, fréogan, sw. V. (2), befreien, lieben, ehren; an. frja, sw. V. (2), lieben; got. frijōn, sw. V. (2), lieben, gern tun; nschw. (ält.) fria, V., freien um; ai. priyāyáte, V., hold sein (V.), beistehen; kymr. priodi, V., heiraten; ksl. prijati, V., hold sein (V.), beistehen; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches um eine Frau werben; BM.: lieben, bzw. nahe; F.: freien, freie, frei, freist, freit, freiest, freiet, freite, freitest, freiten, freitet, gefreit, ##gefreit, gefreite, gefreites, gefreitem, gefreiten, gefreiter##, freiend, ###freiend, freiende, freiendes, freiendem, freienden, freiender###, frei (!)+EW; Z.: frei-en
$Freier, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Freier, Freiender; E.: s. frei(en), s. er; L.: Kluge s. u. freien, DW 4, 107, EWD s. u. freien; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus frei(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen um eine Frau werbenden Mann oder später auch einen Kunden einer Prostituierten; F.: Freier, Freiers, Freiern+EW; Z.: Frei-er
$Freifrau, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Freifrau; E.: s. frei, s. Frau; L.: Kluge s. u. Freiherr, DW4, 109, EWD s. u. frei; GB.: (vrīvrouwe) seit um 1300 belegte und aus frei und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Ständen in der Gesellschaft mögliche adelige Frau; F.: Freifrau, Freifrauen+EW; Z.: Frei—fr-au
$freigebig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. freigebig, großzügig; E.: s. frei, s. geb(en), s. ig; L.: Kluge s. u. freigebig, DW 4, 109, EWD s. u. geben; GB.: seit 1520 belegte und aus frei und geb(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Vermögen mögliches großzügig; F.: freigebig, freigebige, freigebiges, freigebigem, freigebigen, freigebiger(, freigebigere, freigebigeres, freigebigerem, freigebigeren, freigebigerer, freigebigst, freigebigste, freigebigstes, freigebigstem, freigebigsten, freigebigster)+EW; Z.: frei—geb-ig
$Freigebigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Freigebigkeit, Großzügigkeit; E.: s. freigebig, s. heit, s. keit; L.: DW 4, 109, EWD s. u. geben; GB.: seit 1520 belegte und aus freigebig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Vermögen mögliche Großzügigkeit; F.: Freigebigkeit, Freigebigkeiten+EW; Z.: Frei—geb-ig—kei-t
$Freigeist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Freigeist, Freidenker; E.: s. frei, s. Geist; L.: Kluge s. u. Freigeist, DW 4, 109, EWD s. u. frei; GB.: seit 1663 belegte und aus frei und Geist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vor allem seit der Aufklärung möglichen Freidenker; F.: Freigeist, Freigeists, Freigeistes, Freigeister, Freigeistern+EW; Z.: Frei—gei-s-t
$Freihafen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Freihafen; E.: s. frei, s. Hafen (M.) (2); L.: fehlt DW, EWD s. u. frei; GB.: seit 1769 belegte und aus frei und Hafen (M.) (2) gebildete Bezeichnung für einen außerhalb eines Zollgebiets liegenden von Menschen verwendeten Hafen (M.) (2); F.: Freihafen, Freihafens, Freihäfen+EW; Z.: Frei-haf-en
$Freihandel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Freihandel, freier Handel; E.: s. frei, s. Handel; L.: Kluge s. u. Freihandel, fehlt DW, EWD s. u. frei; GB.: seit 1770 belegte und aus frei und Handel gebildete Bezeichnung für einen nicht durch Zölle beschränkten Handel; F.: Freihandel, Freihandels, Freihandeln+EW; Z.: Frei—hand-el
$Freiheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Freiheit; Vw.: s. Ellenbogen-, Gedanken-, Gewerbe-, Gewissens-, Presse-, Press-; E.: s. frei, s. heit; L.: Kluge s. u. frei, DW 4, 111, EWD s. u. frei; GB.: seit um 1000 belegte und wohl nach lat. libertas aus frei und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Gewalt mögliche Unabhängigkeit; F.: Freiheit, Freiheiten+EW; Z.: Frei-hei-t
$Freiherr, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Freiherr, ein Adeliger; E.: s. frei, s. Herr; L.: Kluge s. u. Freiherr, DW 4, 115, EWD s. u. frei; GB.: (vrīhērre*) seit 1170-1190 belegte und aus frei und Herr gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Ständen in der Gesellschaft möglichen freien Herren; F.: Freiherr, Freiherren+EW; Z.: Frei—her-r
freilich, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. freilich, frei, sicher, sicherlich, selbverständlich; ne. certainly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. vrīlich, Adj., freilich, freiwillig, frei, freimütig, unbehindert, ungehindert, schrankenlos, unbefangen; mnd. vrīlīke, vrīlīk, Adv., frei, ungehindert, unbeansprucht, zu freier Verfügung, zu freiem Eigentum, sicher, ruhig; mnd. vrīlīk (1), vrigelīk, Adj., frei, unbehindert; ahd. frīlīh* (1), Adj., frei; as. frīlīk* (1), Adj., frei, edel, liebreich; anfrk. -; germ. *frijalīka-, *frijalīkaz, Adj., frei; s. idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. freilich, Kluge s. u. freilich, DW 4, 116, EWD s. u. frei, DW2 9, 957, Heidermanns 215, Duden s. u. freilich; Son.: vgl. afries. frīlik, Adj., frei; ae. fríolic, fréolic, Adj., frei, freigeboren, edel, herrlich, vorzüglich; an. -; got. -; GB.: seit um 790 belegte und aus frei und lich gebildete Bezeichnung für sicher oder sicherlich oder selbverständlich; BM.: frei; F.: freilich+EW; Z.: frei—lich
$Freimaurer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Freimaurer; L.: Kluge s. u. Freimaurer, DW 4, 118, EWD s. u. frei; GB.: seit 1733 belegte und aus frei und Maurer gebildete Bezeichnung für ein Mitglied des in England vielleicht seit 1599 oder spätestens seit 1717 der Aufklärung verbundenen Freimaurerbunds oder einer Freimaurerloge der freemasons; F.: Freimaurer, Freimaurers, Freimaurern+EW+FW; Z.: Frei—mau-r-er
$Freimut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Freimut, Offenheit, Offenherzigkeit; E.: s. frei, s. Mut; L.: Kluge s. u. freimütig, DW 4, 118, EWD s. u. frei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus frei und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Offenheit oder Offenherzigkeit; F.: Freimut, Freimuts, Freimute+EW; Z.: Frei—mu-t
$freimütig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. freimütig, offen, offenherzig; E.: s. Freimut, s. ig; L.: Kluge s. u. freimütig, DW 4, 118, EWD s. u. frei; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Freimut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches offen oder offenherzig; F.: freimütig, freimütige, freimütiges, freimütigem, freimütigen, freimütiger(, freimütigere, freimütigeres, freimütigerem, freimütigeren, freimütigerer, freimütigst, freimütigste, freimütigstes, freimütigstem, freimütigsten, freimütigster)+EW; Z.: frei—mü-t-ig
$Freimütigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Freimütigkeit, Offenheit, Offenherzigkeit; E.: s. freimütig, s. heit, s. keit; L.: DW 4, 118, EWD s. u. frei; F.: Freimütigkeit, Freimütigkeiten+EW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus freimütig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Offenheit oder Offenherzigkeit; Z.: Frei—mü-t-ig—kei-t
$Freischärler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Freischärler; E.: seit 1847 belegte und aus Freischar und (e)l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer aus Freiwilligen bestehenden Freischar; L.: Kluge s. u. Heckenschütze, DW 4, 120; F.: Freischärler, Freischärlers, Freischärlern+EW; Z.: Frei—schär-l-er
$Freischütze, Freischütz, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Freischütze, Freischütz; E.: s. frei, s. Schütz(e); L.: Kluge s. u. Heckenschütze, DW 4, 120; GB.: seit 1553 belegte und aus frei und Schütze gebildete Bezeichnung für einen Schützen mit besonderer Treffsicherheit und eine mythologische Gestalt; F.: Freischütz, Freischützen+EW; Z.: Frei-schü-tz
$Freistaat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Freistaat, Republik; E.: s. frei, s. Staat; L.: Kluge s. u. Freistaat, DW 4, 122, EWD s. u. frei; GB.: seit 1723 belegte und aus frei und Staat gebildete Bezeichnung für einen freien Staat oder eine Republik; F.: Freistaat, Freistaates, Freistaats, Freistaaten+FWS+EW; Z.: Frei—staa-t
$Freistatt, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Freistatt, Asyl; E.: s. frei, s. Statt; L.: Kluge s. u. Freistatt, DW 4, 122, EWD s. u. frei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus frei und Statt gebildete Bezeichnung für eine freie sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche freie Statt oder ein Asyl; F.: Freitatt+FW; Z.: Frei-sta-t-t
$Freistätte, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Freistätte; E.: s. frei, s. Stätte; L.: DW 4, 122, EWD s. u. frei; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus frei und Stätte gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche freie Stätte oder ein Asyl; F.: Freistätte, Freistätten+EW; Z.: Frei—stä-t-t-e
Freitag, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Freitag; ne. Friday; Vw.: s. Kar-; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); I.: Lbd. Veneris dies; E.: mhd. vrītac, frītac*, st. M., Freitag; mnd. vrīdach, vridach, vrigdach, vrigedach, M., Freitag, Gerichtstermin (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. fridach, Sb., Freitag; ahd. frīatag*, frijatag*, st. M. (a), Freitag, Rüsttag; Vorderglied vom PN Freya, Frigg; Herkunft entweder von germ. *fraujō-, *fraujōn, *frauja-, *fraujan, sw. F. (n), Herrin; idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); oder von germ. *frīja-, *frījaz, Adj., lieb, frei, eigen; idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; Hinterglied s. germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Freitag, Kluge s. u. Freitag, EWD s. u. Freitag, DW 4, 122, DW2 9, 973, EWAhd 3, 566, Duden s. u. Freitag; Son.: vgl. afries. friadei, M., Freitag; ae. Frīandæg, st. M. (a), Freitag; an. frjādagr, M., Freitag; nndl. vrijdag, Sb., Feitag; nschw. fredag, Sb., Freitag; nnorw. fredag, M., Freitag; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für den nach lat. dies Veneris geebildeten fünften Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Donnerstag und Samstag; BM.: PN, brennen?; F.: Freitag, Freitags, Freitages, Freitage, Freitagen+EW; Z.: Frei-t-ag
Freite, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Freite, Brautwerbung; ne. courtship; Vw.: -; Hw.: s. freien; Q.: um 1190/1195 (Der arme Heinrich des Hartmann von Aue); E.: s. mhd. vrīāt (2), vrīāte, frīāt*, st. F., Brautwerbung, Freite; mnd. vrīāt, vrīāte, F., Verlobung, Verheiratung; mhd. vrīen (2), frīen*, sw. V., sich verbinden, freien, werben, werben um, werben für, um eine Braut werben, umwerben, heiraten; mnd. vrīen (2), vrien, vrigen, vrihen, sw. V., freien, freiwerben, um eine Braut werben, als Braut gewinnen, werben; as. friehon*, friohon, sw. V. (2), lieben; germ. *frījōn, sw. V., lieben; idg. *prāi-, *prəi-, *prī-, (*pri-), V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge 1. A. s. u. Freite, Kluge s. u. Freite, DW 4, 122, EWD s. u. freien, DW2 9, 974; GB.: seit um 1190/1195 belegte und von freien gebildete inzwischen veraltete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Brautwerbung; BM.: lieben, bzw. nahe; F.: Freite, Freiten+EW; Z.: Frei-t-e
$Freitod, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Freitod, Selbsttötung; E.: s. frei, s. Tod; L.: Kluge s. u. Freitod, fehlt DW; GB.: seit 1891 belegte und aus frei und Tod gebildete Bezeichnung für die dem einzelnen Menschen seit seiner Entstehung an sich mögliche aber tatsächlich vielfach durch gesellschaftliche Vorstellungen ausgeschlossene aus freier Entscheidung bestimmte Beendigung des Lebens; F.: Freitod, Freitods, Freitodes, Freitode, Freitoden+EW; Z.: Frei—to-d
$Freiung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Freiung; Vw.: s. Be-; E.: s. frei(en), s. ung; L.: DW 4, 123, DW2 9, 975; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus frei(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Freimachung oder Loslösung oder Verschonung oder Freistatt oder Asyl; F.: Freiung, Freiungen+EW; Z.: Frei-ung
$freiwillig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. freiwillig, aus freiem Willen handelnd; E.: s. frei, s. willig; L.: Kluge s. u. freiwillig, DW 4, 124. EWD s. u. frei; GB.: seit 1375 belegte und aus frei und willig gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus freiem Willen oder eigenem Entschluss handelnd; F.: freiwillig, freiwillige, freiwilliges, freiwilligem, freiwilligen, freiwilliger(, freiwilligere, freiwilligeres, freiwilligerem, freiwilligeren, freiwilligerer, freiwilligst, freiwilligste, freiwilligstes, freiwilligstem, freiwilligsten, freiwilligster)+EW; Z.: frei—wil-l-ig
$Freiwilligkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Freiwilligkeit; E.: s. freiwillig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. freiwillig, DW 4, 124, EWD s. u. frei; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus freiwillig und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche aus freiem Entschluss erfolgende Handlung; F.: Freiwilligkeit, Freiwilligkeiten+EW; Z.: Frei—wil-l-ig-kei-t
$Freizeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Freizeit; E.: s. frei, s. Zeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. frei; GB.: seit 1823 belegte und aus frei und Zeit gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung der Arbeitsteilung neben der entstehenden Arbeitszeit immer knappere arbeitsfreie Zeit des ursprünglich wie alle Lebewesen nur durch Beginn und Ende des Lebens fremdbestimmten und ansonsten zeitlich weitgehend freien und später durch vorgegebene Arbeitszeit eingeschränkten Menschen; F.: Freizeit, Freizeiten+EW; Z.: Frei—zei-t
fremd, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. fremd, fremdartig, nicht bekannt; ne. foreign, strange, alien (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vremede (1), vremde, vrömde, Adj., fremd, auswärtig, ausländisch, fern, entfernt, einem anderen gehörend, nicht einheimisch, unerreichbar; mnd. vrȫmede (1), vrömmede, vrȫmde, vrēmede, vremede, vremde, Adj., fremd, auswärtig, von auswärts stammend, nicht heimisch, ausländisch, nicht zugehörig, einem anderen gehörend; mnl. vremt, Adj., fremd; ahd. fremidi, Adj., fremd, ausländisch, nicht eigen; as. frėmithi, Adj., fremd; anfrk. fremithi, Adj., fremd; germ. *framaþja-, *framaþjaz, Adj., fremd; s. idg. promo-, Adj., Adv., vordere, fort, Pokorny 814; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fremd, Kluge s. u. fremd, DW 4, 125, EWD s. u. fremd, DW2 9, 979, EWAhd 3, 547, Falk/Torp 233, Duden s. u. fremd, Bluhme s. u. fremd; Son.: vgl. afries. framede, framde, fromede, fromde, Adj., fremd, nichtverwandt; saterl. framd, Adj., fremd; ae. frėmþe, frėmde, frėmede, frėmeþe, Adj. (ja), fremd, entfernt, unfreundlich, leer; an. -; got. framaþeis, framaþs, Adj. (ja?), (i), fremd; nndl. vreemd, Adj., fremd; nschw. främmande, Adj., fremd; nnorw. fremmed, Adj., fremd; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon bald nach Entstehung des Menschen mögliches nicht zu dem eigenen Land oder Volk oder Bekanntenkreis gehörend; BM.: hinaus bzw. vorwärts; F.: fremd, fremde, fremdes, fremdem, fremden, fremder(, fremdere, fremderes, fremderem, fremderen, fremderer, fremdest, fremdeste, fremdestes, fremdestem, fremdesten, fremdester)+EW; Z.: fre-m-d
$Fremde, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fremde; Q.: um 1180-um 1210 (Hartmann von der Aue); E.: s. fremd; L.: DW 4, 128, EWD s. u. fremd; GB.: seit um 1180-um 1210 belegte und aus fremd gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen nicht zu dem eigenen Land oder dem eigenen Volk gehörigen Ort oder Menschen; F.: Fremde+EW; Z.: Fre-m-d-e
$fremden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. fremden; Vw.: s. be-, ent-, ver-; E.: s. fremd, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. fremd, DW 4, 125; GB.: (fremidōn*) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus fremd und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches fremd sein (V.) oder fremd machen; F.: fremden, fremde, fremdest, fremdet, fremdete, fremdetest, fremdeten, fremdetet, gefremdet, ##gefremdet, gefremdete, gefremdetes, gefremdetem, gefremdeten, gefremdeter##, fremdend, ###fremdend, fremdende, fremdendes, fremdendem, fremdenden, fremdender###, fremd+EW; Z.: fre-m-d-en
$Fremder, Fremde, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Fremder, fremder Mensch; E.: s. fremd, s. er (Suff.); L.: DW 4, 128, EWD s. u. fremd; GB.: seit um 830 belegte und aus fremd und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen fremden Menschen; F.: Fremder, Fremden, Fremde+EW; Z.: Fre-m-d-er
$fremdgehen, nhd., st. V., (20. Jh.?): nhd. fremdgehen; E.: s. fremd, s. gehen; L.: Kluge s. u. fremd, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1945 belegte und aus fremd und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Ehe unter Menschen mögliche außerhalb einer Vereinbarung mit einem festen Partner eine zusätzliche geschlechtliche Beziehung ausführen; F.: fremdgehen, gehe fremd, gehst fremd, geht fremd, gehen fremd, gehest fremd, gehet fremd, ging fremd, gingst fremd, gingen fremd, gingt fremd, gingest fremd, ginget fremd, fremdgegangen, ##fremdgegangen, fremdgegangene, fremdgegangenes, fremdgegangenem, fremdgegangenen, fremdgegangener##, fremdgehend, ###fremdgehend, fremdgehende, fremdgehendes, fremdgehendem, fremdgehenden, fremdgehender###, fremdzugehen, ####fremdzugehen, fremdzugehend, fremdzugehende, fremdzugehendes, fremdzugehendem, fremdzugehenden, fremdzugehender####, geh fremd (!)+EW; Z.: fre-m-d—geh-en
$Fremdling, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Fremdling, Fremder, Auswärtiger, Ausländer; Q.: um 1200; E.: s. fremd, s. ling; L.: DW 4, 130, EWD s. u. fremd; GB.: seit um 1200 belegte und aus fremd und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Fremden oder Auswärtigen Auswärtigen oder Ausländer; F.: Fremdling, Fremdlings, Fremdlinge, Fremdlingen+EW; Z.: Fre-m-d—ling
$Fremdsprache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fremdsprache; E.: s. fremd, s. Sprache; L.: fehlt DW, EWD s. u. fremd; GB.: seit 1846 belegte und aus fremd und Sprache gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche andere Sprache als die eigene aus den Nahebeziehungen erlernte Sprache (Muttersprache) eines Menschen; F.: Fremdsprache, Fremdsprachen+EW; Z.: Fre-m-d-s-pra-ch-e
$Fremdwort, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Fremdwort; E.: s. fremd, s. Wort; L.:DW 4, 131, EWD s. u. fremd; GB.: seit 1819 belegtes und aus fremd und Wort gebildete Bezeichnung für ein seit Entwicklung mehrerer Sprachen mögliches aus einer anderen Sprache wie Lateinisch oder Griechisch oder Neuenglisch oder Französisch oder Spanisch oder Portugiesisch oder Polnisch oder Russisch oder Ungarisch oder Finnisch oder Arabisch oder Persisch oder Malaiisch oder Chinesisch oder Japanisch oder Jiddisch umgebildet oder grundsätzlich von Kleinigkeiten unverändert in die eigene (deutsche) Sprache als notwendig oder zusätzlich aufgenommenes und in Aussprache oder Schreibweise oder Flexion oder Wortbildung den allgemeinen Regeln des Deutschen grundsätzlich nicht völlig entsprechendes Wort wie Abt oder Billion oder Dokument oder Elektrizität oder Gangster oder Kreuz oder Liane oder Pfau oder Strophe oder Veilchen oder Wodka oder Zäsur (rund 3500 Fremdwörter in einem Durchschnittswortschatz eines deutschen Muttersprachlers von 12000 bis 16000 Wörtern); F.: Fremdwort, Fremdwortes, Fremdworts, Fremdworte, Fremdworten, Fremdwörter, Fremdwörtern+EW; Z.: Fre-m-d—wor-t
frenetisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. frenetisch, stürmisch, überschwänglich, leidenschaftlich; ne. frenetic; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. frz. frénétique; E.: s. frz. frénétique, Adj., frenetisch; lat. phrenēticus (1), Adj., wahnsinnig, gehirnkrank, (116-27 v. Chr.); gr. φρενετικός (phrenetikós), Adj., wahnsinnig; vgl. gr. φρήν (phrḗn), F., Zwerchfell, Brust; idg. *gᵘ̯ʰren-, Sb., Zwerchfell, Geist, Verstand, Pokorny 496 (736/18) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. frenetisch, fehlt DW, EWD s. u. frenetisch, DW2 9, 991, Duden s. u. frenetisch; Son.: vgl. nndl. frenetiek, Adj., frenetisch; ne. frantic, Adj., hektisch, verzweifelt; nschw. frenetisk, Adj., frenetisch; nnorw. frenetisk, Adj., frenetisch; poln. frenetyczny, Adj., frenetisch; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für stürmisch oder überschwänglich oder leidenschaftlich; BM.: Geist bzw. Verstand; F.: frenetisch, frenetische, frenetisches, frenetischem, frenetischen, frenetischer(, frenetischere, frenetischeres, frenetischerem, frenetischeren, frenetischerer, frenetischst, frenetischste, frenetischstes, frenetischstem, frenetischsten, frenetischster)+FW+EW; Z.: fren-et-isch
frequentieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. frequentieren, häufig und regelmäßig besuchen; ne. frequent (V.); Vw.: -; Hw.: s. Frequenz; Q.: 1592 (westfälische Stadtrechte); I.: Lw. lat. frequentāre; E.: s. lat. frequentāre, V., zahlreich versammeln, vermehren, verstärken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. farcīre, V., stopfen, vollstopfen, anfüllen, erfüllen, füllen; idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Frequenz, fehlt DW, EWD s. u. Frequenz, DW2 9, 992, Duden s. u. frequentieren; Son.: vgl. frz. fréquenter, V., frequentieren; nschw. frekventera, V., frequentieren; nnorw. frekventere, V., frequentieren; GB.: seit 1592 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas häufig und vielleicht regelmäßig besuchen; BM.: vollstopfen? bzw. zusammendrängen?; F.: frequentieren, frequentiere, frequentierst, frequentiert, frequentierest, frequentieret, frequentierte, frequentiertest, frequentierten, frequentiertet, ##frequentiert, frequentierte, frequentiertes, frequentiertem, frequentierten, frequentierter##, frequentierend, ###frequentierend, frequentierende, frequentierendes, frequentierendem, frequentierenden, frequentierender###, frequentier (!)+FW(+EW); Z.: frequ-ent-ier-en
Frequenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Frequenz, Häufigkeit, Schwingungszahl; ne. frequency; Vw.: -; Hw.: s. frequentieren; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. frequentia; E.: s. lat. frequentia, F., zahlreiche Gegenwart, Menge, Volksmenge, Masse, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. farcīre, V., stopfen, vollstopfen, anfüllen, erfüllen, füllen; idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Frequenz, fehlt DW, EWD s. u. Frequenz, DW2 9, 992, Duden s. u. Frequenz; Son.: vgl. nndl. frequentie, Sb., Frequenz; frz. fréquence, F., Frequenz; nschw. frekvens, Sb., Frequenz; nnorw. frekvens, M., Frequenz; poln. frekwencja, F., Frequenz; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die (unterschiedliche) Häufigkeit mit der seit Entstehung der Welt in Zeit und Raum etwas geschieht und die Schwingungszahl; BM.: vollstopfen? bzw. zusammendrängen?; F.: Frequenz, Frequenzen+FW; Z.: Frequ-enz
Fresko, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Fresko, Wandmalerei; ne. fresco; Vw.: -; Hw.: s. frisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. (pittura al) fresco; E.: s. it. (pittura al) fresco, F., Freskomalerei; letztlich aus einer germ. Sprache, s. germ. *friska-, *friskaz, Adj., ungesalzen, frisch, neu entstanden; L.: Kluge s. u. Fresko, fehlt DW, EWD s. u. Fresko, DW2 9, 993, Duden s. u. Fresko; Son.: vgl. nndl. fresco, Sb., Fresko; frz. fresque, F., Fresko; nschw. fresk, Sb., Fresko; nnorw. freske, M., Fresko; poln. fresk, M., Fresko; kymr. ffresgo, M., Fresko; nir. freascó, M., Fresko; GB.: seit 1675 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar einer germanistischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für eine auf frischem und noch feuchtem Putz aufgebrachte Wandmalerei; BM.: frisch; F.: Fresko, Freskos, Fresken+FW; Z.: Fresk-o
Fressalien, nhd., F. Pl., (16. Jh.): nhd. Fressalien, Lebensmittel. Essbares; ne. eatables, grub, food; Vw.: -; Hw.: s. fressen, Fresse; Q.: 16. Jh.; E.: wohl nach dem Vorbild von Viktualien u. ä. gebildet; s. fress(en), s. alien; L.: Kluge s. u. Fressalien, DW 4, 132, EWD s. u. fressen, Duden s. u. Fressalien; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für Essbares; BM.: durchdringen?, essen; F.: Fressalie, Fressalien+EW(+FW); Z.: Fr-ess-al-ien
Fresse, nhd., F., M., (16. Jh.): nhd. Fresse, Mund, Maul; ne. mouth (N.); Vw.: -; Hw.: s. fressen, Fressalien; Q.: 1532 (Luther); E.: s. fresse(n); L.: Kluge s. u. Fresse, DW 4, 132, EWD s. u. fressen, DW2 9, 994, Duden s. u. Fresse; GB.: seit 1532 belegte vulgäre Bezeichnung für den Mund oder früher auch einen Fresser oder später eine genäschige Frau; BM.: durchdringen?, essen; F.: Fresse, Fressen+EW; Z.: fr-ess-e
fressen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. fressen, verschlingen; ne. eat, devour; Vw.: -; Hw.: s. Fressalien, Fresse, essen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. verezzen, vrezzen, ferezzen*, frezzen*, st. V., aufessen, verzehren, fressen, härmen, abzehren, sich abhärmen, quälen, plagen; mnd. vrēten (1), vreten, frēten*, vorēten, voreten, st. V., fressen, fressen als Nahrungsaufnahme der Tiere, schlingen, verschlingen; mnl. vreten, st. V., fressen; ahd. firezzan*, frezzan*, st. V. (5), fressen, verschlingen, auffressen; anfrk. -; as. fretan*, faretan*, st. V. (5), fressen; anfrk. -; germ. *faretan, *fraetan, sw. V., fressen, verzehren; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); idg. ed-, h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fressen, Kluge s. u. fressen, DW 4, 132, EWD s. u. fressen, DW2 9, 995, EWAhd 3, 553, Falk/Torp 232, Seebold 179, Duden s. u. fressen, Bluhme s. u. fressen; Son.: vgl. afries. freta, st. V. (5), fressen; ae. fretan, st. V. (5), fressen, aufessen, verzehren, brechen; an. -; got. fraitan, unr. st. V. (5), verzehren, fressen; nndl. vreten, V., fressen; ne. fret, V., ärgern, quälen; ai. priyāyá-, V., an jemandem seine Freude haben, gern haben; ksl. prijati, V., hold sein (V.), beistehen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für feste Nahrung zu sich nehmen (bei Tieren) oder verschlingen; BM.: durchdringen?, essen; F.: fressen, fresse, fress (!), frisst, fresst, fressest, fresset, fraß, fraßest, fraßt, fraßen, fraßet, fräße, fräßest, fräßen, fräßet, gefressen, ##gefressen, gefressene, gefressenes, gefressenem, gefressenen, gefressener##, fressend, ###fressend, fressende, fressendes, fressendem, fressenden, fressender###, friss (!)+EW; Z.: fr-ess-en
$Fresser, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Fresser, Fressender; Vw.: s. Eisen-, Menschen-; E.: s. fress(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fressen, DW 4, 137, EWD s. u. fressen; GB.: (vrezzære*) seit um 1275 belegte und aus fress(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder anderen Lebewesen möglichen Fressenden; F.: Fresser, Fressers, Fressern+EW; Z.: Fr-ess-er
$Fresserei, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Fresserei, Schlemmerei, Prasserei; E.: s. Fresser, s. ei (Suff.); L.: DW 4, 137, EWD s. u. fressen; GB.: (vrezzerīe) seit 1210-1220 belegte und aus Fresser und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder vielleicht auch schon früher mögliche Schlemmerei oder Prasserei; F.: Fresserei, Fressereien+EW; Z.: Fr-ess-er-ei
$Fresssack, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Fresssack, Vorratsbeutel für Esswaren, gefräßiger Mensch; E.: s. fress(en), s. Sack; L.: DW 4, 137 (Freszsack), EWD s. u. fressen; GB.: seit 1783 belegte und aus fress(en) und Sack gebildete Bezeichnung für einen Vorratsbeutel für Esswaren und einen (ihn mit sich führenden) gefräßigen Menschen; F.: Fresssack, Fresssackes, Fresssacks, Fresssäcke, Fresssäcken+EW+FW; Z.: Fr-ess—sack
Frett, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Frett, Frettchen, Iltis; ne. ferret; Vw.: -; Hw.: s. Frettchen; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: fnhd. frette, frett, N., Frettchen, Iltis; frz. furet, M., Iltis, Frettchen; mnd. foret, M., Frettchen; mlat. furettus, M., Frettchen, Iltis; vgl. lat. fūr, M., F., Dieb, Diebin, Entwender, Spitzbube, Spitzbübin, Schurke, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Frettchen, Kluge s. u. Frettchen, DW 4, 140, EWD s. u. Frettschen, DW2 9, 1002, Duden s. u. Frettchen, Bluhme s. Frettchen; Son.: vgl. nndl. fret, Sb., Frettchen; nschw. frett, Sb., Frettchen; nnorw. fritte, M., Frettchen; poln. fretka, F., Frettchen; kymr. ffured, F., Frettchen; nir. firéad, M., Frettchen; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen für die Kaninchenjagd gezüchteten Iltis mit weißem bis blassgelbem Fell; BM.: Dieb; F.: Frettchen, Frettchens+FW(+EW); Z.: Fre-tt
Frettchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Frettchen, Frett, Iltis; ne. ferret; Vw.: -; Hw.: s. Frett; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: fnhd. frette, frett, N., Frettchen, Iltis; frz. furet, M., Iltis, Frettchen; mnd. foret, M., Frettchen; mlat. furettus, M., Frettchen, Iltis; vgl. lat. fūr, M., F., Dieb, Diebin, Entwender, Spitzbube, Spitzbübin, Schurke, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Frettchen, Kluge s. u. Frettchen, EWD s. u. Frettschen, DW 4, 140, DW2 9, 1002, Duden s. u. Frettchen, Bluhme s. Frettchen; Son.: vgl. nndl. fret, Sb., Frettchen; nschw. frett, Sb., Frettchen; nnorw. fritte, M., Frettchen; poln. fretka, F., Frettchen; kymr. ffured, F., Frettchen; nir. firéad, M., Frettchen; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen für die Kaninchenjagd gezüchteten Iltis mit weißem bis blassgelbem Fell; BM.: Dieb; F.: Frettchen, Frettchens+FW(+EW); Z.: Fre-tt-chen
Freude, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Freude, Begeisterung, Frohsinn; ne. joy (N.), delight (N.); Vw.: -; Hw.: s. froh; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vröude, Vröude, vraüde, vröide, vrœde, vreide, st. F., sw. F., Frohsinn, Freude, Glück, Seligkeit, Erfreuendes, Unterhaltendes, Genugtuung; mnd. vröude, fröude*, vroude, vrode, vraude, F., Freude, freudiger Gemütszustand, gehobener Gemütszustand, froher Sinn; mnl. froude, F., Freude; ahd. frouwida*, st. F. (ō), Freude, Fröhlichkeit; ahd. frouwidī*, st. F. (i), Freude, Fröhlichkeit; ahd. frewida*, st. F. (ō), Freude, Wonne, Fröhlichkeit, Heiterkeit; as. -; anfrk. -; germ. frawiþō, fraweþō, st. F. (ō), Freude; vgl. idg. preu-, V., springen, hüpfen, Pokorny 845 (1464/106) (RB. idg. aus ind., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Freude, Kluge s. u. Freude, DW 4, 142, EWD s. u. Freude, DW2 9, 1002, EWAhd 3, 553, Heidermanns 211, Duden s. u. Freude; Son.: vgl. nndl. freugde, Sb., Freude; nschw. fröjd, Sb., Freude; GB.: (frewida bzw. frouwida bzw. frouwidī) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen hochgestimmten Gemütszustand oder für Begeisterung oder für Frohsinn; BM.: springen; F.: Freude, Freuden+EW; Z.: Freu-d-e
$Freudenhaus, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Freudenhaus, Haus der Freude, Bordell; E.: s. Freud(e), s. en (Suff.), s. Haus; L.: DW 4, 149, EWD s. u. Freude, DW2 9, 1011; GB.: (vröudenhūs) seit 1180/1190 belegte und aus Freud(e) und en sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein an der Sexualität ausgerichtetes schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Haus der Freude oder des sexuellen Glückes, Bordell; F.: Freudenhaus, Freudenhauses, Freudenhäuser, Freudenhäusern+EW; Z.: Freu-d-en—hau-s
$Freudenmädchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Freudenmädchen, Prostituierte; E.: s. Freud(e), s. en, s. Mädchen; L.: Kluge s. u. Freudenmädchen, DW 4, 151, EWD s. u. Freude; GB.: seit 1787 belegte und aus Freud(e) und en (Suff.) sowie Mädchen gebildete Bezeichnung für ein schon in den Hochkulturen des Altertums bekanntes Mädchen der (sexuellen) Freude oder eine Prostituierte; F.: Freudenmädchen, Freudenmädchens+EW; Z.: Freu-d-en—mä-d-chen
$freudig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. freudig, Freude bereitend, froh, beglückend; E.: s. Freud(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Freude, DW 4, 158, EWD s. u. Freude; GB.: seit 1430 belegte und aus Freud(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Freude bereitend oder froh oder beglückend; F.: freudig, freudige, freudiges, freudigem, freudigen, freudiger, freudigere, freudigeres, freudigerem, freudigeren, freudigerer, freudigst, freudigste, freudigstes, freudigstem, freudigsten, freudigster+EW; Z.: freu-d-ig
freuen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. freuen, Freude empfinden, Freude bereiten, erfreuen, erheitern; ne. delight (V.), rejoice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vröuwen (1), vraüen, vrouwen, vrœwen, vræwen, sw. V., froh machen, freuen, sich freuen, erfreuen, erfreuen mit; mnd. vröuwen, vrouwen, vrowen, vrauwen, sw. V., freuen, froh machen, erfreuen, sich freuen, froh sein (V.), sich erfreuen, teilhaftig sein (V.); mnl. vrowen, V., freuen; ahd. frewen*?, sw. V. (1b), sich freuen, erfreuen, froh sein (V.), froh machen; ahd. frouwen*, sw. V. (1b), sich freuen, erfreuen, froh machen; ahd. frouwōn*, frōōn*, sw. V. (2), sich freuen, sich erfreuen, fröhlich werden; as. frâhian*, sw. V. (1b), erfreuen, lieben; germ. *frawjan, sw. V., freuen, froh machen; idg. *prāi-, *prəi-, *prī-, (*pri-), V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Freude, Kluge s. u. freuen, DW 4, 160, EWD s. u. freuen, DW2 9, 1022, EWAhd 3, 552, Duden s. u. freuen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Freude empfinden oder Freude bereiten oder erfreuen oder erheitern; BM.: gern haben; F.: freuen, freue, freu (!), freust, freut, freuest, freuet, freute, freutest, freuten, freutet, gefreut, ##gefreut, gefreute, gefreutes, gefreutem, gefreuten, gefreuter##, freuend, ###freuend, freuende, freuendes, freuendem, freuenden, freuender###, freu (!)+EW; Z.: freu-en
Freund, nhd., (Part. Präs.=)M., (8. Jh.): nhd. Freund, guter Bekannter, Kamerad; ne. friend (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vriunt (2), vrünt, vrunt, vrūnt, vrīwent, vūrnt, st. M., Freund, Geliebter, Gemahl, Verwandter, Liebhaber, Mann eines Fürsten, Vertrauter; mnd. vrünt, vrunt, vrent, vrint, vrönt, M., Freund, Vertrauter, Geselle, Anhänger, Getreuer, Verbündeter; mnl. vrient, M., Freund; ahd. friunt, st. M. (nt), Freund, Nächster, Schützling; as. friund, (Part. Präs.=)st. M. (nd), Freund, Verwandter; anfrk. friund, st. M. (nt), Freund; germ. *frijōnd, *frijōnds, M. (nd), Verwandter, Freund; vgl. idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Freund, Kluge s. u. Freund, DW 4, 161, EWD s. u. Freund, DW2 9, 1024, EWAhd 3, 583, Falk/Torp 246, Duden s. u. Freund, Bluhme s. u. Freund; Son.: vgl. afries. friōnd, friūnd, M. (nd), Freund, Blutsverwandter; saterl. frjund, M., Freund; ae. fríond, fréond, M. (nd), Freund, Liebhaber, Verwandter; an. frændi, M. (kons.), Verwandter, Freund; got. frijōnds, st. M. (nd), Freund; nndl. vriend, Sb., Freund; nschw. frände, Sb., Verwandter, Gleichgesinnter; nisl. frändi, M., Cousin, Vetter, Neffe; GB.: (friunt) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen einem anderen in Freundschaft verbundenen oder ihn liebenden männlichen Menschen (Freundin für den entsprechenden weiblichen Menschen); BM.: lieben; F.: Freund, Freundes, Freunds, Freunde, Freunden+EW; Z.: Freu-nd
$freundlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. freundlich, freundschaftlich, wohlwollend; Vw.: s. gast-; E.: s. Freund, s. lich; L.: Kluge s. u. Freund, DW 4, 166, EWD s. u. Freund; GB.: (friuntlīh*) seit 10. Jh. belegte und aus Freund und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches freundschaftlich oder wohlwollend; F.: freundlich, freundliche, freundliches, freundlichem, freundlichen, freundlicher(, freundlichere, freundlicheres, freundlicherem, freundlicheren, freundlicherer, freundlichst, freundlichste, freundlichstes, freundlichstem, freundlichsten, freundlichster)+EW; Z.: freu-nd—lich
$Freundlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Freundlichkeit, Freundschaft, Liebenswürdigkeit, Geneigtheit; E.: s. freundlich, s. heit, s. keit; L.: DW 4, 167, EWD s. u. Freund, DW2 9, 1038; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus freundlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Freundschaft oder Liebenswürdigkeit oder Geneigtheit; F.: Freundlichkeit, Freundlichkeiten+EW; Z.: Freu-nd—lich—kei-t
$Freundschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Freundschaft, Zuneigung, Geneigtheit; E.: s. Freund, s. schaft; L.: Kluge s. u. Freund, DW 4, 167, EWD s. u. Freund; GB.: (friuntskaf*) seit 765 belegte und aus Freund und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Zuneigung oder Geneigtheit zwischen mindestens zwei Menschen; F.: Freundschaft, Freundschaften+EW; Z.: Freu-nd—schaf-t
$freundschaftlich, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. freundschaftlich, zugeneigt, wohlwollend, verbunden; E.: s. Freundschaft, s. lich; L.: DW 4, 168, EWD s. u. Freund; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Freundschaft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zugeneigt oder wohlwollend oder verbunden; F.: freundschaftlich, freundschaftliche, freundschaftliches, freundschaftlichem, freundschaftlichen, freundschaftlicher(, freundschaftlichere, freundschaftlicheres, freundschaftlicherem, freundschaftlicheren, freundschaftlicherer, freundschaftlichst, freundschaftlichste, freundschaftlichstes, freundschaftlichstem, freundschaftlichsten, freundschaftlichster)+EW; Z.: freu-nd—schaf-t—lich
Frevel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Frevel, Verletzung der göttlichen oder menOrdnung durch Auflehnung, Waghalsigkeit, Kühnheit, Übermut; ne. sacrilege; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. vrevele, st. F., st. M., Frevel, Mut, Kühnheit, Unerschrockenheit, Gewalttätigkeit, Vermessenheit, Übermut, Frechheit; mnd. vrēvel (2), vrevel, frēvel*, vrēvele, wrevel, vorēvel, M., Kühnheit, Tapferkeit, Entschlossenheit, Bestimmtheit, Mutwille, frevelhafter Übermut; mnl. vrevel, Sb., Frevel; ahd. frefil, frevil*, st. M. (a?, i?), Frevel, Unbesonnenheit, Vergehen; ahd. frafalī*, frafalīn*, frafilī*, st. F. (ī), Frevel, Vergehen, Heftigkeit; vgl. germ. *frafla-, *fraflaz, *fraflja-, *frafljaz, Adj., frech, übermütig, hartnäckig, frevelhaft, schlau, verschlagen (Adj.); vgl. germ. *fra-, Präf., ver...; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *abla-, *ablaz, Adj., frech, frevelhaft; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Frevel, Kluge s. u. Frevel, DW 4, 171, EWD s. u. Frevel, DW2 9, 1051, EWAhd 3, 533, EWAhd 3, 507, Falk/Torp 232, Duden s. u. Frevel, Bluhme s. u. Frevel; GB.: seit um 790 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche Waghalsigkeit oder Kühnheit oder einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verstoß gegen die göttliche oder menschliche Ordnung aus bewusster Missachtung; BM.: ver…, Kraft?; F.: Frevel, Frevels, Freveln+FW; Z.: Fre-v-el
$frevelhaft, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. frevelhaft, freventlich, vermessen (Adj.), verwegen, kühn; E.: s. Frevel, s. haft; L.: Kluge s. u. Frevel, DW 4, 175, EWD s. u. Frevel; GB.: (vrevelhaft) seit 1350-1365 belegte und aus Frevel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vermessen (Adj.) oder verwegen oder kühn:; F.: frevelhaft, frevelhafte, frevelhaftes, frevelhaftem, frevelhaften, frevelhafter(, frevelhaftere, frevelhafteres, frevelhafterem, frevelhafteren, frevelhafterer, frevelhaftest, frevelhafteste, frevelhaftestes, frevelhaftestem, frevelhaftesten, frevelhaftester)+EW; Z.: fre-v-el-haf-t
$Frevelmut, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Frevelmut; E.: s. Frevel, s. Mut; L.: DW 4, 177, EWD s. u. Frevel; GB.: seit 1534 belegte und aus Frevel und Mut gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Sprache möglichen Verstoß gegen eine die menschliche oder göttliche Ordnung wahrende Gesinnung; F.: Frevelmut, Frevelmuts, Frevelmutes+EW; Z.: Fre-v-el—mu-t
$freveln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. freveln, Unrecht tun, die göttliche oder menschliche Ordnung verletzen; L.: Kluge s. u. Frevel, DW 4, 177, EWD s. u. Frevel; GB.: (vrevelen) seit um 1254 belegte und aus Frevel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliches Unrecht tun; F.: freveln, frevel (!), frevle, frevele, frevelst, frevelt, frevelte, freveltest, frevelten, freveltet, gefrevelt, ##gefrevelt, gefrevelte, gefreveltes, gefreveltem, gefrevelten, gefrevelter##, frevelnd, ###frevelnd, frevelnde, frevelndes, frevelndem, frevelnden, frevelnder###, frevel (!)+EW; Z.: fre-v-el-n
$Freveltat, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Freveltat; E.: s. Frevel, s. Tat; L.: DW 4, 178 (Frevelthat), EWD s. u. Frevel; GB.: seit 1416 belegte und aus Frevel und Tat gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliche rechtswidrige Tat oder frevelhafte Tat; F.: Freveltat, Freveltaten+EW; Z.: Fre-v-el—ta-t
$freventlich, nhd., Adj., (?): nhd. freventlich, vermessen (Adj.), verwegen, kühn; L.: Kluge 1. A. s. u. Frevel, Kluge s. u. Frevel, DW 4, 179, EWD s. u. Frevel; GB.: seit (?) belegte und aus Frev(el) und en sowie t und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vermessen (Adj.) oder verwegen oder kühn; F.: freventlich, freventliche, freventliches, freventlichem, freventlichen, freventlicher(, freventlichere, freventlicheres, freventlicherem, freventlicheren, freventlicherer, freventlichst, freventlichste, freventlichstes, freventlichstem, freventlichsten, freventlichste)+EW; Z.: fre-v-ent-lich
$Frevler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Frevler, Frevelnder; E.: s. Frevel, s. er (Suff.); L.: DW 4, 180, EWD s. u. Frevel, DW2 9, 1058; GB.: (vrevelære) seit um 1275 belegte und aus Frev(e)l oder frev(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen Frevelnden; F.: Frevler, Frevlers, Frevlern+EW; Z.: Fre-v-l-er
Friede, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Friede, Frieden, Muße, Ruhe, Sicherheit; ne. peace; Vw.: -; Hw.: s. Frieden; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vride, vreide, wride, vrit, fride*, st. M., sw. M., st. F., Friede, Frieden, Ruhe, Sicherheit, freies Geleit, Waffenstillstand, Waffenruhe, Schutz, Geleit; mnd. vrēde, frēde*, vrede, vredhe, M., Friede, Frieden, Befriedung, Sicherheit, allgemeiner Friede, gebotener Friede, Gottesfriede; mnl. vrede, M., Friede; ahd. fridu, st. M. (u), Friede, Schutz, Sicherheit, Eintracht; as. frithu*, frethu*, fertha*, st. M. (u), Friede, Schutz, Sicherheit; anfrk. fritho*, st. M. (u), Friede; germ. *friþu-, *friþuz, st. M. (u), Liebe (F.) (1), Freundschaft, Friede; vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge 1. A. s. u. Friede, Kluge s. u. Friede, EWD s. u. Friede, DW 4, 181, DW2 9, 1058, EWAhd 3, 559, Falk/Torp 247, Duden s. u. Friede, Bluhme s. u. Friede; Son.: die Form Frieden wird zunehmend auch als Nominativ verwendet; vgl. afries. fretho, frethe (2), ferd (2), st. M. (u), Friede, Schutz, Buße für Friedensbruch, Besitzrecht, Gerichtssprengel; saterl. fre; ae. friþ, st. M. (a), st. N. (a), Friede, Schutz, Ruhe, Sicherheit, Asyl, Ordnung; ae. *frioþu, st. M. (u?), N., Friede, Schutz, Ruhe, Sicherheit, Asyl, Ordnung; an. friðr, st. M. (u), Friede, Schutz; got. *friþus, st. M. (u), Friede, Schutz; nndl. vrede, Sb., Friede, Frieden; nschw. fred, Sb., Friede, Frieden; nnorw. fred, M., Friede, Frieden; GB.: (fridu) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen gesicherten Zustand eines Zusammenlebens in Muße und Ruhe und Sicherheit; BM.: nahe?; F.: Friede, Frieden, Friedens+EW; Z.: Frie-d-e
frieden, nhd. (ält), sw. V., (9. Jh.): nhd. frieden, Frieden wahren, Sicherheit bringen, beruhigen; ne. appease Vw.: s. ein-; Hw.: s. Friede, Frieden; Q.: Mitte 9. Jh. (Carmen ad Deum); E.: mhd. vriden (1), sw. V., in Frieden bringen, schlichten, beilegen, friedlich beilegen, einigen, sich einigen, befrieden, sichern, retten, schützen vor, stillen, versöhnen, Frieden schaffen bei; mnd. vrēden, vreden, sw. V., st. V., sichern, schützen, befrieden, unter Frieden stellen, Sicherheit gewähren, verteidigen, vom Feinde freihalten, Frieden bringen, umfrieden; ahd. fridōn*, sw. V. (2), schonen, schützen; as. frithōn*, sw. V. (2), schützen; anfrk. -; germ. *friþōn, sw. V., befrieden; vgl. idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844; L.: DW 4, 188, DW2 9, 1065, EWAhd 3, 559, Duden s. u. frieden; Son.: vgl. afries. frethia, ferdia, frithia, sw. V. (2), Friede bewirken, eine Friedesühne schließen, Buße für Friedesühne zahlen; ae. friþian, sw. V. (2), Frieden schließen, im Frieden sein (V.), schützen, lieben, hegen, hüten; an. friða, sw. V. (2), befrieden, versöhnen; got. *friþōn?, sw. V. (2), schützen?; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Frieden wahren oder Sicherheit bringen oder beruhigen; BM.: nahe?; F.: frieden, friede (!), friedest, friedet, frieden, friedete, friedetest, friedeten, friedetet, gefriedet, gefriedet, gefriedete, gefriedetes, gefriedetem, gefriedeten, gefriedeter, friedend, friedend, friedende, friedendes, friedendem, friedenden, friedender+EW; Z.: frie-d-e
Frieden, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Frieden, Friede, Muße, Ruhe; ne. peace; Vw.: -; Hw.: s. Friede; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vride, vreide, wride, vrit, fride*, st. M., sw. M., st. F., Friede, Frieden, Ruhe, Sicherheit, freies Geleit, Waffenstillstand, Waffenruhe, Schutz, Geleit; mnd. vrēde, frēde*, vrede, vredhe, M., Friede, Frieden, Befriedung, Sicherheit, allgemeiner Friede, gebotener Friede, Gottesfriede; mnl. vrede, M., Friede; ahd. fridu, st. M. (u), Friede, Schutz, Sicherheit, Eintracht; as. frithu*, frethu*, fertha*, st. M. (u), Friede, Schutz, Sicherheit; anfrk. fritho*, st. M. (u), Friede; germ. *friþu-, *friþuz, st. M. (u), Liebe (F.) (1), Freundschaft, Friede; vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; L.: Kluge 1. A. s. u. Friede, Kluge s. u. Friede, DW 4, 181, EWD s. u. Friede, DW2 9, 1058, EWAhd 3, 559, Falk/Torp 247, Duden s. u. Friede, Bluhme s. u. Friede; Son.: die Form Frieden wird zunehmend auch als Nominativ verwendet; vgl. afries. fretho, frethe (2), ferd (2), st. M. (u), Friede, Schutz, Buße für Friedensbruch, Besitzrecht, Gerichtssprengel; saterl. fre; ae. friþ, st. M. (a), st. N. (a), Friede, Schutz, Ruhe, Sicherheit, Asyl, Ordnung; ae. *frioþu, st. M. (u?), N., Friede, Schutz, Ruhe, Sicherheit, Asyl, Ordnung; an. friðr, st. M. (u), Friede, Schutz; got. *friþus, st. M. (u), Friede, Schutz; nndl. vrede, Sb., Friede, Frieden; nschw. fred, Sb., Friede, Frieden; nnorw. fred, M., Friede, Frieden; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen gesicherten Zustand eines Zusammenlebens in Muße und Ruhe und Sicherheit; BM.: nahe?; F.: Frieden, Friedens+EW; Z.: Frie-d-en
$friedfertig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. friedfertig, den Frieden liebend, friedliebend, friedlich; E.: s. Fried(e), s. fertig; L.: DW 4, 195, EWD s. u. Friede; GB.: seit 1541 belegte und aus Fried(e) und fertig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches den Frieden liebend oder friedliebend oder friedlich; F.: friedfertig, friedfertige, friedfertiges, friedfertigem, friedfertigen, friedfertiger(, friedfertigere, friedfertigeres, friedfertigerem, friedfertigeren, friedfertigerer, friedfertigst, friedfertigste, friedfertigstes, friedfertigstem, friedfertigsten, friedfertigster)+EW; Z.: frie-d—fer-t-ig
$Friedhof, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Friedhof; E.: s. Friede, s. Hof; L.: Kluge s. u. Friedhof, DW 4, 195 (Vw. s. Freithof); GB.: (frithof) seit 10. Jh. belegte und aus Fried(e) und Hof gebildete Bezeichnung für einen eingefriedeten Hof wohl schon in vorchristlichen Kulturen und danach vor allem in dem Christentum möglichen Ort der Erdbestattung verstorbener Menschen; F.: Friedhof, Friedhofs, Friedhofes, Friedhöfe, Friedhöfen+EW; Z.: Frie-d-ho-f; Son.: s. a. älter ahd. frīthof (Freithof)
$friedlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. friedlich, friedfertig, friedliebend, friedselig; E.: s. Fried(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Friede, DW 4, 196, EWD s. u. Friede; GB.: seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus Fried(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches friedfertig oder friedliebend oder friedselig; F.: friedlich, friedliche, friedliches, friedlichem, friedlichen, friedlicher(, friedlichere, friedlicheres, friedlicherem, friedlicheren, friedlicherer, friedlichst, friedlichste, friedlichstes, friedlichstem, friedlichsten, friedlichster)+EW; Z.: frie-d-lich
$friedselig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. friedselig, friedlich, friedfertig, friedliebend; E.: s. Fried(e), s. selig; L.: DW 4, 198, EWD s. u. -selig; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Fried(e) und selig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches friedlich oder friedfertig oder friedliebend; F.: friedselig, friedselige, friedseliges, friedseligem, friedseligen, friedseliger(, friedseligere, friedseligeres, friedseligerem, friedseligeren, friedseligerer, friedseligst, friedseligste, friedseligstes, friedseligstem, friedseligsten, friedseligster)+EW; Z.: frie-d-sel-ig
frieren, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. frieren, kalt haben, einen Mangel (M.) an Wärme als unangenehm empfinden; ne. freeze (V.); Vw.: -; Hw.: s. Frost; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vriesen (1), vrieren, friesen*, frieren*, st. V., frieren, erfrieren, zufrieren; mnd. vrēsen (1), vreisen, vreysen, st. V., frieren, zufrieren, Frostwetter sein (V.), Frostschauer überlaufen (V.), Fieberschauer überlaufen (V.); mnl. vriesen, V., frieren; ahd. friosan*, st. V. (2b), frieren, kalt sein (V.), gefrieren; as. -; anfrk. -; germ. *freusan, st. V., frieren; idg. *preus-, V., frieren, brennen, Pokorny 846? (1465/107) (RB. idg. aus ind., alb., ital., germ.); idg. *preus-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 806, Seebold 211?; idg. *pers-, V., sprühen, stieben, spritzen, prusten, Pokorny 823 (1413/55) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., spritzen, sprühen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. frieren, Kluge s. u. frieren, DW 4, 199, EWD s. u. frieren, 203, DW2 9, 1082, EWAhd 3, 570, Falk/Torp 248, Seebold 210, Duden s. u. frieren, Bluhme s. u. frieren; Son.: vgl. ae. fréosan, st. V. (2), frieren; an. frjōsa, st. V. (2), frieren, gefrieren; got. *friusan?, st. V. (2), frieren; nndl. vriezen, V., frieren; nschw. frysa, V., frieren; nnorw. fryse, V., frieren; lit. praũsti, V., waschen; serbo-kr. pŕskati, V., spritzen, besprengen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches einen Mangel (M.) an Wärme als unangenehm empfinden oder kalt haben; BM.: spritzen?; F.: frieren, friere, frier (!), frierst, friert, frierest, frieret, fror, frorst, froren, frort, fröre, frörest, frören, fröret, gefroren, ##gefroren, gefrorene, gefrorenes, gefrorenem, gefrorenen, gefrorener##, frierend, ###frierend, frierende, frierendes, frierendem, frierenden, frierender###, frier (!)+EW; Z.: frie-r-en
Fries (1), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Fries (N.) (1), Zierstreifen; ne. frieze, cornice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1548; I.: Lw. frz. frise; E.: s. frz. frise, F., Fries (N.) (1); it. fregio, M., Fries (N.) (1); lat. Phrygius, Adj., phrygisch, (um 250-184 v. Chr.); gr. Φρύξ (Phrýx), M., Phrygier; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Fries 1, EWD s. u. Fries 1, DW2 9, 1084, Duden s. u. Fries, Bluhme s. u. Fries; Son.: vgl. nndl. fries, Sb., Fries (M.) (1); nschw. fris, Sb., Fries (M.) (1); nnorw. frise, M., Fries (M.) (1); poln. fryz, M., Fries (M.) (1); kymr. ffris, M., Fries (M.) (1); nir. fríos, M., Fries (M.) (1); GB.: seit 1548 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine als Zierstreifen dienende mit plastischen oder gemalten Ornamenten und figürlichen Darstellungen ausgestaltete Fläche; BM.: PN; F.: Fries, Frieses, Friese, Friesen+FW(+EW); Z.: Fries
Fries (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fries (M.) (2), krauses Wollzeug; ne. frieze; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1657 (Gryphius); I.: Lw. frz. frise; E.: s. frz. frise, M., Fries (M.) (2); mnl. frise, Sb., krauses Tuch; ursprünglich wohl von „drape de Frize“, Sb., friesischer Wollstoff; Hinterglied aus dem Germ., s. germ. *fris-, Adj., kraus, lockig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Fries, Kluge s. u. Fries 1, DW 4, 203, EWD s. u. Fries 1, DW2 9, 1084; Son.: vgl. nndl. fries, Sb., Fries (M.) (2); nschw. fris, Sb., Fries (M.) (2); GB.: seit 1657 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Germanistischen aufgenommene und in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für ein krauses Wollzeug; BM.: PN bzw. kraus; F.: Fries, Frieses, Friese, Friesen+EW; Z.: Fries
Friesel, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Friesel, Hautbläschen; ne. strophulus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; E.: vielleicht zu einem regional gebräuchlichen freiseln, V., frösteln; vielleicht auch aus dem Slawischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Frieseln, Kluge s. u. Frieseln, DW 4, 203, DW2 9, 1084, Duden s. u. Friesel; GB.: seit 1571 belegte und vielleicht aus einem regionalen Gebrauch oder dem Slawischen aufgenommene Bezeichnung für ein besonders bei starkem Schwitzen in Form eines harmlosen Hautausschlags auftretendes kleines Hautbläschen mit wässerigem Inhalt; BM.: ?; F.: Friesel, Friesels, Frieseln+EW?+FW?; Z.: Fries-el
frigide, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. frigide, gefühlskalt; ne. frigid (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1835 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. frīgidus; E.: s. lat. frīgidus, Adj., kalt, frostig, kühl, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *srīg-, *srīgos-, Sb., Kälte, Frost, Pokorny 1004 (1741/213) (RB. idg. aus gr., ital., balt.?); L.: Kluge s. u. frigide, fehlt DW, EWD s. u. frigide, DW2 9, 1085, Duden s. u. frigide; Son.: vgl. nndl. frigide, Adj., frigide; frz. frigide, Adj., frigide; nschw. frigid, Adj., frigide; nnorw. frigid, Adj., frigide; lit. frigidiškas, Adj., frigide; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (eine) sexuell nicht erregbar(e und deswegen als gefühlskalt angesehene Frau); BM.: kalt; F.: frigide, frigides, frigidem, frigiden, frigider+FW(+EW); Z.: frig-id-e
Frigidität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Frigidität, Gefühlskälte; ne. frigidity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1835 (Wörterbuch); I.: Lw. lat. frīgiditās; E.: s. lat. frīgiditās, F., Kälte, Kaltsein, Abkühlung, Unterkühlung, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. frīgidus, Adj., kalt, frostig, kühl; vgl. idg. *srīg-, *srīgos-, Sb., Kälte, Frost, Pokorny 1004 (1741/213) (RB. idg. aus gr., ital., balt.?); L.: Kluge s. u. frigide, fehlt DW, EWD s. u. frigide, Duden s. u. Frigidität; Son.: vgl. frz. frigidité, F., Frigidität; nnorw. frigiditet, Sb., Frigidität; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mangel (M.) an sexueller Erregbarkeit und eine Gefühlskälte (einer Frau); BM.: kalt; F.: Frigidität+FW; Z.: Frig-id-it-ät
Frikadelle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Frikadelle, Fleischlaibchen, Fleischküchlein, flacher Kloß aus gehacktem Fleisch; ne. meatball, patty; Vw.: -; Hw.: s. Frikassee; Q.: 1692; I.: Lw. nndl. frikadel; E.: s. nndl. frikadel, Sb., Frikadelle; aus dem Französischen, vgl. etwa frz. fricandeau, N., Pastetenfülle, gespickte und gebratene Kalbsschnitte; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht gekreuzt mit it. frittadella, F., Pfannengebackenes; vgl. lat. frīgere, V., rösten (V.) (1), dörren, trocknen, braten, kochen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *bʰer- (6), V., rösten (V.) (1), backen, kochen, Pokorny 137 (217/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., germ.?, balt.); L.: Kluge s. u. Frikadelle, fehlt DW, EWD s. u. Frikadelle, DW2 9, 1085, Duden s. u. Frikadelle; Son.: vgl. nschw. frikadell, Sb., Frikadelle; nnorw. frikadelle, M., Frikadelle; lit. frikadelė, F., Fleischkloß; GB.: seit 1692 belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte oder teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher von Menschen entwickelten gebratenen flachen Kloß aus gehacktem Fleisch; BM.: backen bzw. kochen?; F.: Frikadelle, Frikadellen+FW(+EW); Z.: Fri-k-ad-ell-e
Frikassee, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Frikassee, Fleischragout; ne. fricassee; Vw.: -; Hw.: s. Frikadelle; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. fricassée; E.: s. frz. fricassée, F., Frikassee; vgl. frz. fricasser, V., Fleisch schnetzeln und in einer Sauce zubereiten; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Frikassee, fehlt DW, EWD s. u. Frikassee, DW2 9, 1085, Duden s. u. Frikassee; Son.: vgl. nndl. fricassee, Sb., Frikassee; nschw. frikassé, Sb., Frikassee; nnorw. frikassé, M., Frikassee; GB.: vielleicht seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Gericht aus zerkleinertem und hellem sowie gekochtem Fleisch in einer hellen und leicht säuerlichen Soße (Fleischragout); BM.: schneiden?; F.: Frikassee, Frikassees+FW; Z.: Frikass-ee
$frikassieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. frikassieren, braten, rösten, Frikassee zubereiten; E.: s. Frikass(ee), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Frikassee; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für braten oder rösten oder Frikassee zubereiten; F.: frikassieren, frikassiere, frikassierst, frikassiert, frikassierest, frikassieret, frikassierte, frikassiertest, frikassierten, frikassiertet, ##frikassiert, frikassierte, frikassiertes, frikassiertem, frikassierten, frikassierter##, frikassierend, ###frikassierend, frikassierende, frikassierendes, frikassierendem, frikassierenden, frikassierender###, frikassier (!)+FW+EW; Z.: frikass-ier-en
Friktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Friktion, Reibung; ne. friction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1717; I.: Lw. lat. frictio; E.: s. lat. frictio, F., Reiben (N.), Frottieren, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. fricāre, V., reiben, abreiben, frottieren, polieren; idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166 (275/108) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, DW2 9, 1086, Duden s. u. Friktion; Son.: vgl. nschw. friktion, Sb., Friktion; nnorw. friksjon, M., Friktion; GB.: seit 1717 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Reibung zwischen gegeneinander bewegten Körpern zu einer Übertragung von Kräften und Drehmomenten; BM.: reiben; F.: Friktion, Friktionen+FW(+EW); Z.: Fri-k-t-io-n
frisch, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. frisch, jung, roh, rüstig; ne. fresh (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Fresko; E.: mhd. vrisch, frisch*, virsch, mmd., Adj., frisch, neu, jung, munter, kräftig, wild, rüstig; mnd. vrisch, frisch*, vris, vresch, Adj., frisch, neu, soeben hergestellt, saftig, frisch gepflückt, ungebraucht, unverbraucht; mnl. versch, Adj., frisch, neu; ahd. frisk*, frisc, Adj., frisch, neu, roh; as. *frisk?, Adj., frisch; anfrk. -; germ. *friska-, friskaz, Adj., ungesalzen, frisch, neu entstanden; L.: Kluge 1. A. s. u. frisch, Kluge s. u. frisch, DW 4, 204, EWD s. u. frisch, DW2 9, 1086, EWAhd 3, 572, Falk/Torp 248, Heidermanns 216, Duden s. u. frisch, Bluhme s. u. frisch; Son.: vgl. afries. fersk, Adj., frisch; ae. fersc, Adj., frisch, ungesalzen; an. -; got. frisks?, Adj. (a), frisch; nndl. vers, Adj., frisch; nnorw. färsk, Adj., frisch; nnorw. fersk, Adj., frisch; lit. prė́skas, Adj., süß, ungesäuert, frisch, fade; russ. présnyj, Adj., ungesäuert, süß, fade; GB.: (frisk) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches frisch oder jung oder roh oder rüstig; BM.: ?; F.: frisch, frische, frisches, frischem, frischen, frischer(, frischere, frischeres, frischerem, frischeren, frischerer, frischest, frischste, frischstes, frischstem, frischsten, frischster, frischeste, frischestes, frischestem, frischesten, frischester)+EW; Z.: frisch
$Frische, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Frische, Gesundheit, Kühle, Lebendigkeit; E.: s. frisch, s. e; L.: DW 4, 212, EWD s. u. frisch, DW2 9, 1095; GB.: seit 1250 belegte und aus frisch und e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Gesundheit oder Kühle oder Lebendigkeit; F.: Frische, Frischen+EW; Z.: Frisch-e
$frischen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. frischen, frisch machen, frisch werden, erneuern, beleben, stärken; Vw.: s. auf-, er-; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. frisch, s. en (Suff.); L.: DW 4, 212, DW2 9, 1097; GB.: seit um 1210 belegte und aus frisch und en gebildete Bezeichnung für frisch machen oder frisch werden oder erneuern oder beleben oder stärken; F.: frischen (!), frische (!), frischst, frischt, frischest, frischet, frischte, frischtest, frischten, frischtet, gefrischt, ##gefrischt, gefrischte, gefrischtes, gefrischtem, gefrischten, gefrischter##, frischend, ###frischend, frischende, frischendes, frischendem, frischenden, frischender###, frisch (!)+EW; Z.: frisch-en
$Frischling, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Frischling; E.: s. frisch, s. ling; L.: Kluge s. u. Frischling, DW 4, 215, EWD s. u. frisch, Falk/Torp 248, Heidermanns 217; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus frisch und ling gebildete Bezeichnung für ein junges Wildschwein unter etwa einem Jahr; F.: Frischling, Frischlings, Frischlinge, Frischlingen+EW; Z.: Frisch-ling; Son.: s. ahd. friscina bzw. friskinga*
$Frischung, nhd. (ält.), F., (15. Jh.?): nhd. Frischung, Frischmachung oder Frischwerdung; Vw.: s. Er-; E.: s. frisch(en), s. ung; L.: DW 4, 215; GB.: vielleicht seit 1440 belegte und aus frisch(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Frischmachung oder Frischwerdung; F.: Frischung, Frischungen+EW; Z.: Frisch-ung
Friseur, Frisör, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Friseur, Frisör; ne. hairdresser (M.), barber; Vw.: -; Hw.: s. frisieren, Friseuse; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. friseur; E.: s. frz. friseur, M., Frisör; vgl. frz. friser, V., kräuseln; entweder von einem frührom. *fretiare, V., kräuseln, Kluge s. u. frisieren; oder prov. frezar, V., kräuseln, Gamillscheg 454a; germ. *fris-, Adj., kraus, lockig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. frisieren, fehlt DW, EWD s. u. frisieren, DW2 9, 1098 (Friseur), Duden s. u. Frisör; Son.: vgl. nnorw. frisør, M., Frisör; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Frühromanischen oder Provenzalischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen berufsmäßig anderen Menschen die Haare schneidenden und legenden (frisierenden) Mann; BM.: kräuseln?; F.: Friseur, Friseurs, Friseures, Friseure, Friseuren, Frisör, Frisörs, Frisöres, Frisöre, Frisören+FW(+EW?); Z.: Fris-eur
Friseuse, Frisöse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Friseuse, Frisörin; ne. hairdresser (F.), hairstylist (F.); Vw.: -; Hw.: s. frisieren, Friseur; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. friseuse; E.: s. frz. friseuse, F., Friseuse, Frisörin; vgl. frz. friser, V., kräuseln; entweder von einem frührom. *fretiare, V., kräuseln, Kluge s. u. frisieren; oder prov. frezar, V., kräuseln, Gamillscheg 454a; germ. *fris-, Adj., kraus, lockig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. frisieren, fehlt DW, EWD s. u. frisieren, DW2 9, 1098, Duden s. u. Friseuse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Frühromanischen oder Provenzalischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Arbeitsteilung mögliche berufsmäßig anderen Menschen die Haare schneidende und legende (frisierende) Frau; BM.: kräuseln?; F.: Friseuse, Friseusen+FW(+EW?); Z.: Fris-eus-e
frisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. frisieren, Haare in Form bringen; ne. coiffure (V.), friz (V.); Vw.: -; Hw.: s. Friseuse, Friseur; Q.: 1616; I.: Lw. frz. friser; E.: s. frz. friser, V., kräuseln; entweder von einem frührom. *fretiare, V., kräuseln, Kluge s. u. frisieren; oder prov. frezar, V., kräuseln, Gamillscheg 454a; germ. *fris-, Adj., kraus, lockig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. frisieren, Kluge s. u. frisieren, DW 4, 215, EWD s. u. frisieren, DW2 9, 1099, Duden s. u. frisieren; Son.: vgl. nndl. friseren, V., frisieren; nschw. frisera, V., frisieren; nnorw. frisere, V., frisieren; poln. fryzować, V., frisieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Frühromanischen oder Provenzalischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für anderen Menschen die Haare schneiden oder legen oder in Form bringen; BM.: kräuseln; F.: frisieren, frisiere, frisierst, frisiert, frisierest, frisieret, frisierte, frisiertest, frisierten, frisiertet, ##frisiert, frisierte, frisiertes, frisiertem, frisierten, frisierter##, frisierend, ###frisierend, frisierende, frisierendes, frisierendem, frisierenden, frisierender###, frisier (!)+FW+EW; Z.: fris-ier-en
Frisör, nhd., M.: nhd. Frisör; Vw.: s. Friseur
Frisöse, nhd., F.: nhd. Frisöse; Vw.: s. Friseuse
Frist, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Frist, Zeitraum, Zeitspanne, Zeit; ne. deadline, time limit (N.), time (N.), period; Vw.: -; Hw.: s. fristen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vrist, frist*, st. F., st. M., st. N., Frist, Zeit, Zeitpunkt, Zeitraum, Zeitspanne, Termin, Augenblick, freigegebener Aufschub; mnd. vrist, frist*, vrüst, F., Frist, Zeit, Zeitpunkt, festgelegter Zeitraum, festgesetzte Zeit, Zeitspanne, Freizeit; mnd. verst (1), ferst*, vorst, verste, F., Frist, Zeitraum, zeitlicher Zwischenraum, Aufschub; mnl. verste, Sb., Frist; ahd. frist (1), st. M. (i), st. F. (i), Zeit, Frist, Augenblick, Zeitraum; as. -; anfrk. -; germ. *fresta-, *frestaz, st. M. (a), Frist; germ. *fresta-, *frestam, st. N. (a), Frist; germ. *fristi-, *fristiz, st. M. (i), st. F. (i), Frist; s. idg. *pres-, *pₑres, *pₑros-, Präp., vor, Pokorny 812; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frist, Kluge s. u. Frist, DW 4, 216, EWD s. u. Frist, DW2 9, 1100, EWAhd 3, 574, Falk/Torp 233, Duden s. u. Frist, Bluhme s. u. Frist; Son.: vgl. afries. ferst, first, st. N. (a), Frist; nnordfries. ferst, frest; ae. frist, first, fyrst (1), st. M. (i), st. N. (i), Frist, Zeit, Zeitraum, Weile, Waffenstillstand; an. frest, st. N. (a), Frist, abgegrenzte Zeit, Aufschub; got. -; toch. A praṣt, Sb., Zeit; toch. B preściya, Sb., Zeit; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen bestimmten Zweck festgelegte Zeitspanne oder einen Zeitraum oder eine Zeit; BM.: vorwärts? bzw. durch?; F.: Frist, Fristen+EW; Z.: Fri-s-t
fristen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. aufhalten, aufschieben, sparen, für eine bestimmte Zeitspanne bewahren; ne. delay (V.), hold (V.) back; Vw.: -; Hw.: s. Frist; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. vristen (1), fristen*, sw. V., fristen, aufhalten, hinhalten, aufschieben, verschieben, Aufschub geben, vorenthalten (V.), abwehren, jemandem etwas einstweilen vorenthalten (V.), verweilen machen; mnd. vristen, fristen*, sw. V., fristen, aufschieben, einen späteren Zeitpunkt bestimmen, auf einen späteren Zeitpunkt verlegen (V.), vertagen, hinauszögern; mnd. versten (1), fersten*, vorsten, sw. V., fristen, Frist geben, aufschieben, hinhalten, verlängern, erhalten (V.), retten; ahd. fristen* (1), sw. V. (1a), aufschieben, zurückhalten, befristen; ahd. frist (1), st. M. (i), st. F. (i), Zeit, Frist, Augenblick, Zeitraum; germ. *fresta-, *frestaz, st. M. (a), Frist; germ. *fresta-, *frestam, st. N. (a), Frist; germ. *fristi-, *fristiz, st. M. (i), st. F. (i), Frist; s. idg. *pres-, *pₑres, *pₑros-, Präp., vor, Pokorny 812; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. fristen, Frist, DW 4, 217, EWD s. u. Frist, DW2 9, 1103, EWAhd 3, 576, Duden s. u. fristen; Son.: vgl. afries. fersta, sw. V. (1), fristen, aufschieben; an. fresta, sw. V., fristen; GB.: (fristen) seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufschieben oder sparen oder für eine bestimmte Zeitspanne bewahren; BM.: vorwärts? bzw. durch?; F.: fristen, friste, frist, fristest, fristet, fristete, fristetest, fristeten, fristetet, gefristet, ##gefristet, gefristete, gefristetes, gefristetem, gefristeten, gefristeter##, fristend, ###fristend, fristende, fristendes, fristendem, fristenden, fristender###, frist (!)+EW; Z.: fri-s-t-en
$fristlos, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. fristlos, ohne Setzung einer besonderen Frist erfolgend; E.: s. Frist, s. los; L.: Kluge s. u. Frist, fehlt DW, EWD s. u. Frist; GB.: seit 1907 belegte und aus Frist und los gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache stets mögliches ohne besondere Setzung einer Frist erfolgend; F.: fristlos, fristlose, fristloses, fristlosem, fristlosen, fristloser+EW; Z.: fri-s-t—lo-s
$Frisur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Frisur, Tragen oder Gestalten (N.) des Haupthaars von Menschen; I.: Lw. frz. frisure; L.: fehlt DW, EWD s. u. frisieren; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Art und Weise des Tragens oder Gestaltens des Haupthaars von Menschen; F.: Frisur, Frisuren+FW(+EW); Z.: Fris-ur
fritieren, frittieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. fritieren, frittieren, in heißem Fett ausbacken oder schwimmend garen; ne. deep-fry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: letztlich gebildet zu frz. frit, Adj., gebraten, gebacken; vgl. frz. frire, V., backen, braten; lat. frīgere, V., rösten (V.) (1), dörren, trocknen, braten, kochen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *bʰer- (6), V., rösten (V.) (1), backen, kochen, Pokorny 137 (217/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., germ.?, balt.); L.: Kluge s. u. fritieren, Duden s. u. frittieren; Son.: vgl. nndl. frituren, V., fritieren, frittieren; nschw. fritera, V., fritieren, frittieren; nnorw. fritere, V., fritieren, frittieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Beherrschung des Feuers dem Menschen mögliches Nahrungsmittel in heißem Fett ausbacken schwimmend garen; BM.: backen; F.: fritieren, fritiere, fritierst, fritiert, fritierest, fritieret, fritierte, fritiertest, fritierten, fritiertet, ##fritiert, fritierte, fritiertes, fritiertem, fritierten, fritierter##, fritierend, ###fritierend, fritierende, fritierendes, fritierendem, fritierenden, fritierender###, fritier (!), frittieren, frittiere, frittierst, frittiert, frittierest, frittieret, frittierte, frittiertest, frittierten, frittiertet, ##frittiert, frittierte, frittiertes, frittiertem, frittierten, frittierter##, frittierend, ###frittierend, frittierende, frittierendes, frittierendem, frittierenden, frittierender###, frittier (!)+FW(+EW); Z.: fri-t-ier-en
frittieren, nhd., sw. V.: nhd. frittieren; Vw.: s. fritieren
…fritze, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. …fritze, Verkäufer, Anhänger; ne. chap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: Abkürzung des PN Friedrich, s. nhd. Friede, reich; L.: Kluge s. u. -fritze, (DW 4, 221 Abkürzung für Friederike,) Duden s. u. -fritze; Son.: s. Filmfritze, Zeitungsfritze; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem PN Friedrich gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für einen Verkäufer oder Anhänger von etwas; BM.: PN; F.: …fritze, …fritzen+EW; Z.: -fri-tz-e
frivol, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. frivol, leichtfertig, anzüglich; ne. frivolous, flippant; Vw.: -; Hw.: s. Frivolität; Q.: 1723; E.: frz. frivole, Adj., nichtig, leichtfertig; lat. frīvolus, Adj., zerbrechlich, wertlos, fade, nichtig, bedeutungslos, armselig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. friāre, V., zerreiben, zerbröckeln; idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166 (275/108) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frivol, fehlt DW, EWD s. u. frivol, DW2 9, 1106, Duden s. u. frivol; Son.: vgl. nndl. frivool, Adj., frivol; nschw. frivol, Adj., frivol; nnorw. frivol, Adj., frivol; poln. frywolny, Adj., frivol; GB.: seit 1723 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches leichtfertig oder anzüglich; BM.: schneiden?; F.: frivol, frivole, frivoles, frivolem, frivolen, frivoler(, frivolere, frivoleres, frivolerem, frivoleren, frivolerer, frivolst, frivolste, frivolstes, frivolstem, frivolsten, frivolster)+FW(+EW); Z.: fri-v-ol
Frivolität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Frivolität, Leichtfertigkeit, Anzüglichkeit, anzügliches Verhalten; ne. frivolity, flippancy; Vw.: -; Hw.: s. frivol; Q.: 1775; I.: Lw. mlat. frīvolitās; E.: s. mlat. frīvolitās, F., niederes Treiben, Irrglaube, Aberglaube; vgl. lat. frīvolus, Adj., zerbrechlich, wertlos, fade, nichtig, bedeutungslos, armselig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. friāre, V., zerreiben, zerbröckeln; idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166 (275/108) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frivol, fehlt DW, EWD s. u. frivol, DW2 9, 1107, Duden s. u. Frivolität; Son.: vgl. nndl. frivoliteit, Sb., Frivolität; nnorw. frivilitet, M., Frivolität; GB.: seit 1775 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliche Leichtfertigkeit oder Anzüglichkeit oder anzügliches Verhalten; BM.: schneiden?; F.: Frivolität, Frivolitäten+FW(+EW); Z.: Fri-v-ol-it-ät
froh, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. froh, freudig, fröhlixh, von Freude erfüllt, heiter; ne. glad; Vw.: -; Hw.: s. Freude; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vrō (2), frō*, Adj., froh, fröhlich, glücklich, zufrieden, heiter; mnd. vrō (1), vroch, frow, Adj., froh, fröhlich, vergnügt, freudig, in gehobener Stimmung befindlich; mnl. vor, Adj., froh, heiter, zufrieden; ahd. frō (2), Adj., froh, fröhlich, zufrieden; as. frâ, frâh*, frô*, Adj., froh, fröhlich, zuversichtlich; anfrk. -; germ. *frawa-, *frawaz, Adj., rasch, hurtig, froh, fröhlich; vgl. idg. *preu-, V., springen, hüpfen, Pokorny 845 (1464/106) (RB. idg. aus ind., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. froh, Kluge s. u. froh, DW 4, 221, EWD s. u. froh, DW2 9, 1107, EWAhd 3, 589, Falk/Torp 233, Heidermanns 211, Duden s. u. froh, Bluhme s. u. froh; Son.: vgl. afries. frē, frō, Adj., froh; s. nfries. frolyck; ae. -; an. frār, frōr, frawR, frawaR, Adj., hurtig, schnell; got. *fraus, Adj. (a), froh; nndl. vro, Adj., froh; ai. pravaná-, Adj., steil, jäh, abfallend; GB.: (frao) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches freudig oder fröhlich oder von Freude erfüllt oder heiter; BM.: springen; F.: froh, frohe, frohes, frohem, frohen, froher(, frohere, froheres, froherem, froheren, froherer, frohste, frohstes, frohstem, frohsten, frohster)+EW; Z.: froh
$fröhlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. fröhlich, froh, von Freude erfüllt, heiter; E.: s. froh, s. lich; L.: Kluge s. u. froh, DW 4, 226, EWD s. u. froh; GB.: (frōlīh) seit 863-861 belegte und aus froh und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches froh oder von Freude erfüllt oder heiter; F.: fröhlich, fröhliche, fröhliches, fröhlichem, fröhlichen, fröhlicher(, fröhlichere, fröhlicheres, fröhlicherem, fröhlicheren, fröhlicherer, fröhlichst, fröhlichste, fröhlichstes, fröhlichstem, fröhlichsten, fröhlichster)+EW; Z.: fröh—lich
$Fröhlichkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fröhlichkeit, Freude, Heiterkeit; E.: s. fröhlich, s. heit, s. keit; L.: DW 4, 227, EWD s. u. froh, DW2 9, 1117; GB.: (vrœlicheit) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus fröhlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Freude oder Heiterkeit; F.: Fröhlichkeit+EW; Z.: Fröh—lich—kei-t
$frohlocken, nhd., V., (14. Jh.): nhd. frohlocken, jubeln; E.: s. froh; L.: Kluge s. u. frohlocken, DW 4, 227, EWD s. u. froh; GB.: seit 1349/1350 und als substantiviertes Neutrum etwas früher belegte und aus froh (und locken) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jubeln; F.: frohlocken, frohlocke, frohlockst, frohlockt, frohlockest, frohlocket, frohlockte, frohlocktest, frohlockten, frohlocktet, ##frohlockt, frohlockte, frohlocktes, frohlocktem, frohlockten##, frohlockend, ###frohlockend, frohlockende, frohlockendes, frohlockendem, frohlockenden, frohlockender###, frohlock (!)+EW; Z.: froh—lock-en
frohnen, nhd., sw. V.: nhd. frohnen; Vw.: s. fronen
fröhnen, nhd., sw. V.: nhd. fröhnen; Vw.: s. fronen
fromm, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. fromm, gläubig, tüchtig, gut; ne. pious (Adj.), devout (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.?; E.: mhd. vrum (2), vrom, Adj., tüchtig, brav, mutig, tapfer, erfolgreich, gut, edel, bedeutend, wertvoll, ehrlich, tugendhaft, nützlich, nutzbar, brauchbar, geeignet; mnd. -; vgl. ahd. fruma, froma, st. F. (ō), Fromme, Nutzen (M.), Erfolg, Gewinn; germ. *fruma-, *frumaz, Adj., voranstehend, erste, nützlich; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fromm, Kluge s. u. fromm, DW 4, 240, EWD s. u. fromm, DW2 9, 1120, EWAhd 3, 601 (ahd. fruma), Duden s. u. fromm, Bluhme s. u. fromm; Son.: vgl. as. formo, Adj., Num. Ord., erste; afries. forma, furma, Adj., erste; ae. frum, Adj., ursprünglich, erst; got. fruma, sw. Adj., erste; lat. prīmus, Adj., erste, vorderste, vornehmste, hauptsächlichste; GB.: seit 1060-1080 belegte und mit ahd. fruma sowie dem erschließbaren Germanischen (erste) und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gläubig oder tüchtig oder gut; BM.: vorwärts; F.: fromm, fromme, frommes, frommem, frommen, frommer(, frömmere, frömmeres, frömmerem, frömmeren, frömmerer, frömmst, frömmste, frömmstes, frömmstem, frömmsten, frömmster)+EW; Z.: fro-m-m
$frömmeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. frömmeln, Frömmigkeit heucheln, fromm tun; E.: s. fromm, s. (e)l, s. (e)n; L.: Kluge s. u. fromm, DW 4, 246; GB.: seit 1778 belegte und aus fromm und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Religion mögliches Frömmigkeit heucheln oder fromm tun; F.: frömmeln, frömmel (!), frömmle, frömmele, frömmelst, frömmelt, frömmelte, frömmeltest, frömmelten, frömmeltet, gefrömmelt, ##gefrömmelt, gefrömmelte, gefrömmeltes, gefrömmeltem, gefrömmelten, gefrömmelter##, frömmelnd, ###frömmelnd, frömmelnde, frömmelndes, frömmelndem, frömmelnden, frömmelnder###, frömmel (!)+EW; Z.: frö-m-m-el-n
frommen, frummen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. nützen, helfen, von Vorteil sein (V.), befreien, Hilfe leisten; ne. be of use to, benefit (V.), help (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vrumen (1), vromen, frumen*, sw. V., vorwärts kommen, förderlich sein (V.), sich erfüllen, leisten, ausführen, nützen, frommen, helfen; mhd. vrümen, frümen*, sw. V., vorwärts schaffen, befördern, schicken, schaffen, machen; mnd. vrōmen (1), vrāmen, frōmen*, sw. V., „frommen“, nützen, helfen, von Vorteil sein (V.), fördern, verschaffen (V.), gewinnen, erreichen; mnl. vromen, sw. V., vorwärts kommen, leisten; ahd. frummen, sw. V. (1b), tun, ausführen, vollbringen, vollziehen; as. frummian, sw. V. (1b), fördern, ausführen, vollbringen; anfrk. -; germ. *frumjan, sw. V., befördern, fördern; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. fromm, DW 4, 246, EWD s. u. fromm, DW2 9, 1123, EWAhd 3, 603, Duden s. u. frommen; Son.: vgl. afries. framia, fromia, sw. V. (2), nützen; ae. frėmman, sw. V. (1), fördern, unterstützen, tun, machen, ausführen, nützen, gut tun; an. -; got. *frumjan, sw. V. (1), fördern, vollbringen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches nützen oder helfen oder von Vorteil sein (V.); BM.: vorwärts; F.: frommen, fromme, frommst, frommt, frommest, frommet, frommte, frommtest, frommten, frommtet, gefrommt, ##gefrommt, gefrommte, gefrommtes, gefrommtem, gefrommten, gefrommter##, frommend, ###frommend, frommende, frommendes, frommendem, frommenden, frommender###, fromm (!), frummen, frumme, frummst, frummt, frummest, frummet, frummte, frummtest, frummten, frummtet, gefrummt, ##gefrummt, gefrummte, gefrummtes, gefrummtem, gefrummten, gefrummter##, frummend, ###frummend, frummende, frummendes, frummendem, frummenden, frummender###, frumm (!)+EW; Z.: fro-m-m-en
$Frömmigkeit, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Frömmigkeit, Tüchtigkeit, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Gottesfurcht; E.: s. fromm, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. fromm, DW 4, 247, EWD s. u. fromm; GB.: vielleicht seit 1060 belegte und aus fromm und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Tüchtigkeit oder Rechtschaffenheit oder Aufrichtigkeit oder Gottesfurcht; F.: Frömmigkeit+EW; Z.: Frö-m-m-ig-kei-t
Fron, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fron, Herrendienst; ne. serfdom; Vw.: -; Hw.: s. fronen, Frohnleichnam; Q.: nach 1150 (Litanîe); E.: mhd. vrōne (2), vrōn, frōne*, frōn*, st. F., Herrschaft, Herrschaftlichkeit, Herrlichkeit, Heiligkeit, Gewaltherrschaft, Zwingburg, Gefängnis, Herrendienst, Frondienst, Fron; mnd. vrōne (3), F., gerichtliche Beschlagnahme liegenden Gutes; vgl. mhd. vrōn, Adj., den Herrn betreffend, heilig, göttlich, gottgeweiht, geweiht; ahd. frōn*, Adj., öffentlich, göttlich; ahd. frōno, Adj., dem Herrn gehörig, herrlich, heilig, königlich; germ. *frauja-, *fraujaz, st. M. (a), *fraujō-, *fraujōn, *frauja-, *fraujan, sw. M. (n), Vorderer, Herr; idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. frohn, Kluge s. u. Fron, DW 4, 230 (Frohn), EWD s. u. Fron(e), DW 4, 234 (Frone), DW2 9, 1129, EWAhd 3, 587 (Fro, Fronleichnam), Falk/Torp 233, Bluhme s. u. Fron, froenen; GB.: seit nach 1150 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in körperlicher Tätigkeit bestehenden Dienst von Bauern für ihre Grundherren (Herrendienst); BM.: Herr bzw. vorwärts?; F.: Fron, Fronen+EW; Z.: Fro-n
Fronde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Fronde, regierungsfeindliche Gruppierung oder Bewegung; ne. Fronde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1673; I.: Lw. frz. fronde; E.: s. frz. fronde, F., Aufstand, Schleuder; afrz. flondre, M., Schleuder; wohl von vulgärlat. fundula, F., Schlinge einer Belagerungsmaschine, Grundel, Sack, Sackgasse, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. funda, F., Schleuder, Schleudergeschoss; gr. σφενδόνη (sphendónē), F., Schleuder, Schleuderstein; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: DW 4, 230, EWD s. u. Fronde, DW2 9, 1132, Duden s. u. Fronde; Son.: vgl. nndl. fronde, Sb., Fronde; nschw. fronden, Sb., Fronde; nnorw. fronden, Sb., Fronde; poln. fronda, F., Fronde; GB.: seit 1673 belegte und aus dem Französischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Vulgärlateinischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gegen den Absolutismus in Frankreich gerichtete Bewegung des Hochadels um die Mitte des 17. Jahrhunderts und allgemeiner auch für andere regierungsfeindliche politische Gruppierungen oder Bewegungen; BM.: geloben?; F.: Fronde, Fronden+FW; Z.: Frond-e
$Frondienst, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Frondienst, Herrndienst; E.: s. Fron, s. Dienst; Q.: 1334; L.: DW 4, 233 (Frohndienst), EWD s. u. Fron(e), DW2 9, 1132; GB.: seit 1334 belegte und aus Fron und Dienst gebildete Bezeichnung für einen von Abhängigen oder Hörigen an Herren zu erbringenden Dienst (Herrndienst); F.: Frondienst, Frondienstes, Frondiensts, Frondienste, Frondiensten+EW; Z.: Fro-n—die-n-st
fronen, frönen, fröhnen, frohnen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. fronen, dienen; ne. labour (V.) for one’s feudal lord; Vw.: -; Hw.: s. Fron; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vrœnen, vrōnen, frœnen*, sw. V., „frönen“, zum Herrn machen, erhöhen, heiligen, verherrlichen; mnd. vrōnen, vronen, vorōnen, sw. V., „fronen”, gerichtlich mit Beschlag belegen (V.), liegendes Gut symbolisch pfänden, verhaften, zwangsweise vorführen; mnl. vronen, sw. V., einziehen, beschlagnahmen; ahd. frōnen*, sw. V. (1a), beschlagnahmen, einziehen, verstaatlichen; vgl. germ. *frauja-, *fraujaz, st. M. (a), *fraujō-, *fraujōn, *frauja-, *fraujan, sw. M. (n), Vorderer, Herr; vgl. idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fröhnen, Kluge s. u. fronen, DW 4, 234 (frohnen), EWD s. u. Fron(e), DW2 9, 1133, EWAhd 3, 591, Duden s. u. fronen, Bluhme s. u. froenen; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Arbeitsteilung mögliches als abhängig oder hörig für einen Herrn arbeiten oder arbeiten; BM.: Herr bzw. vorwärts?; F.: fronen, frone (!), fron (!), fronst (!), front (!), fronest, fronet, fronte, frontest, fronten, frontet, gefront, ##gefront, gefronte, gefrontes, gefrontem, gefronten, gefronter##, fronend, ###fronend, fronende, fronendes, fronendem, fronenden, fronender###, frönen, fröne, frön (!), frönst, frönt, frönest, frönet, frönte, fröntest, frönten, fröntet, gefrönt, ##gefrönt, gefrönte, gefröntes, gefröntem, gefrönten, gefrönter##, frönend, ###frönend, frönende, frönendes, frönendem, frönenden, frönender###, frohnen, frohne, frohn, frohnst, frohnt, frohnest, frohnet, frohnte, frohntest, frohnten, frohntet, gefrohnt, ##gefrohnt, gefrohnte, gefrohntes, gefrohntem, gefrohnten, gefrohnter##, frohnend, ###frohnend, frohnende, frohnendes, frohnendem, frohnenden, frohnender###, fröhnen, fröhne, fröhn, fröhnst, fröhnt, fröhnest, fröhnet, fröhnte, fröhntest, fröhnten, fröhntet, gefröhnt, ##gefröhnt, gefröhnte, gefröhntes, gefröhntem, gefröhnten, gefröhnter##, fröhnend, ###fröhnend, fröhnende, fröhnendes, fröhnendem, fröhnenden, fröhnender###, fröhne (!)+EW; Z.: fro-n-en
frönen, nhd., sw. V.: nhd. frönen; Vw.: s. fronen
Fronleichnam, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fronleichnam; ne. Corpus Christi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1240-1250 (Lancelot Karrenritter Episode); E.: s. mhd. vrōnlīcham, N., M., „Fronleichnam“, Leib des Herrn, Leichnam Christi; mnd. vrōnlīcham, N., M., Fronleichnam, Leichnam Christi; mhd. vrōne (2), vrōn, frōne*, frōn*, st. F., Herrschaft, Herrschaftlichkeit, Herrlichkeit, Heiligkeit, Gewaltherrschaft; mnd. vrōne (3), F., gerichtliche Beschlagnahme liegenden Gutes; vgl. mhd. vrōn, Adj., den Herrn betreffend, heilig, göttlich, gottgeweiht, geweiht; ahd. frōn*, Adj., öffentlich, göttlich; ahd. frōno, Adj., dem Herrn gehörig, herrlich, heilig, königlich; germ. *frauja-, *fraujaz, st. M. (a), *fraujō-, *fraujōn, *frauja-, fraujan, sw. M. (n), Vorderer, Herr; idg. prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. līchnam, līchname, līchnāme, st. M., sw. M., Leib, Körper, Leichnam, Körperschaft; ahd. līhnamo, sw. M. (n), Körper, Leib, Leichnam; ahd. līhhinamo, līchinamo, sw. M. (n), Körper, Leib, Leibesgestalt, äußere Gestalt; germ. *līkahamō-, *līkahamōn, *līkahama-, *līkahaman, sw. M. (n); Leib, Körper, Leibeshülle, Leichnam; s. idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. frohn, Kluge s. u. Fronleichnam, DW 4, 238 (Frohnleichnam), EWD s. u. Fron(e), DW2 9, 1129, Duden s. u. Fronleichnam; GB.: seit 1240-1250 belegte und aus Fron und Leichnam gebildete Bezeichnung für ein an dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten und (damit) sechzigsten Tag nach Ostern zu dem Gedenken an die Einsetzung der Eucharistie gefeiertes Fest der Christen; BM.: Herr, Gestalt; F.: Fronleichnam, Fronleichnams+EW; Z.: Fro-n—leich-nam
Front, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Front, Vorderseite, Stirnseite, Vorderteil, vordere Reihe; ne. front (N.), frontline; Vw.: s. Af-; Hw.: s. frontal, Frontispiz, Konfrontation; Q.: 1607; I.: Lw. frz. front; E.: s. frz. front, M., Front, Stirn; lat. frōns, F., Stirn, Gesicht, Antlitz, Außenseite, Rand, (um 235-200 v. Chr.); idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Front, DW 4, 249 (Fronte), EWD s. u. Front, DW2 9, 1137, Duden s. u. Front; Son.: vgl. nndl. front, Sb., Front; nschw. front, Sb., Front; nnorw. front, M., Front; poln. front, M., Front; lit. frontas, M., Front; GB.: seit 1607 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Vorderseite oder einen Vorderteil oder eine vordere Reihe einer Gegebenheit; BM.: aufwallen?; F.: Front, Fronten+FW; Z.: Fro-n-t
frontal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. frontal, Front betreffend, Stirnseite betreffend, Vorderseite betreffend; ne. frontal, head-on; Vw.: -; Hw.: s. Front, Frontispiz; Q.: 1757; I.: Lw. frz. frontal; E.: s. frz. frontal, Adj., frontal; vgl. frz. front, M., Front, Stirn; lat. frōns, F., Stirn, Gesicht, Antlitz, Außenseite, Rand, (um 235-200 v. Chr.); idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Front, fehlt DW, EWD s. u. Front, DW2 9, 1139, Duden s. u. frontal; Son.: vgl. nndl. frontaal, Adj., frontal; nnorw. frontal, Adj., frontal; poln. frontalny, Adj., frontal; lit. frontalinis, Adj., frontal; GB.: seit 1757 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Front betreffend oder eine Vorderseite oder eine Stirnseite oder einen Vorderteil betreffend; BM.: aufwallen?; F.: frontal, frontale, frontales, frontalem, frontalen, frontaler+FW(+EW); Z.: fro-n-t-al
Frontispiz, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Frontispiz, Illustration der dem Titel gegenüberliegenden Seite; ne. frontispiece; Vw.: -; Hw.: s. Front, frontal; Q.: 1726; I.: Lw. frz. frontispice; E.: s. frz. frontispice, M., Stirnseite; lat. frontispicium, N., Stirnansicht?, Stirnseite?, (4./5. Jh. n. Chr.); lat. frōns, F., Stirn, Gesicht, Antlitz, Außenseite, Rand; idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Frontispiz, fehlt DW, DW2 9, 1139, Duden s. u. Frontispiz; Son.: vgl. nndl. frontispice, Sb., Frontispiz; nschw. frontispis, Sb., Frontispiz; nnorw. frontispis, M., Frontispiz; poln. frontyspis, M., Frontispiz; GB.: seit 1726 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit der Entwicklung von Gebäuden mögliche Giebeldreieck beziehungsweise für die seit Entwicklung von Büchern mögliche Verzierung eines Buchtitelblatts; BM.: aufwallen?, sehen; F.: Frontispiz, Frontispizes, Frontispize, Frontispizen+FW(+EW); Z.: Fro-n-t-i-spiz
Frosch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Frosch, eine schwanzlose Amphibie; ne. frog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vrosch, frosch*, st. M., sw. M., Frosch; mnd. vorsch (1), vors, forsch*, M., Frosch; mnd. vrosch, frosch*, M., Frosch; mnl. vorsch, vorsche, Sb., Frosch; ahd. frosk*, frosc, st. M. (a), Frosch; as. -; anfrk. -; germ. *fruska-, *fruskaz, *fruþska-, *fruþskaz, st. M. (a), Frosch; s. idg. *preu-, V., springen, hüpfen, Pokorny 845 (1464/106) (RB. idg. aus ind., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frosch, Kluge s. u. Frosch, DW 4, 250, EWD s. u. Frosch, DW2 9, 1141, EWAhd 3, 594, Falk/Torp 248, Duden s. u. Frosch, Bluhme s. u. Frosch; Son.: vgl. afries. -; ae. forsc, frosc, frox, st. M. (a), Frosch; an. froskr, st. M.(a), Frosch; got. -; vgl. ? russ. прыгать (prýgat′), V., springen, hüpfen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches in und an dem Wasser lebendes einen gedrungenen Körper habendes kleineres Tier mit flachem Kopf und breitem Maul sowie langen als Sprungbeinen ausgebildeten Hintergliedmaßen und quakenden Lauten oder Geräuschen; BM.: springen; F.: Frosch, Frosches, Froschs, Frösche, Fröschen+EW; Z.: Fro-sch
$Froschlaich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Froschlaich; E.: s. Frosch, s. Laich; L.: DW 4, 253 (Froschleich), EWD s. u. Laich; GB.: seit 1536 belegte und aus Frosch und Laich gebildete Bezeichnung für die Eier des Frosches; F.: Froschlaich, Froschlaiches, Froschlaichs, Froschlaiche, Froschlaichen+EW; Z.: Fro-sch—laich
$Froschmann, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Froschmann, Taucher; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lüs. ne. frogman; E.: s. Frosch, s. Mann; L.: fehlt DW, EWD s. u. Frosch; GB.: seit 1957 belegte und nach dem Vorbild des Neuenglischen aus Frosch und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit ähnlich einem Frosch unter Wasser handelnden menschlichen Taucher; F.: Froschmann, Froschmannes, Froschmanns, Froschmänner, Froschmännern+EW; Z.: Fro-sch—man-n
Frost, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Frost, Kälte; ne. frost (N.), freeze (N.); Vw.: -; Hw.: s. frieren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vrost, vrust, vorst, frost*, st. M., Kälte, Frost, Kaltsinn, innerer Schauer (M.) (1), Schüttelfrost; mnd. vrost, frost*, M., Frost, strenge Kälte, Frostzeit, Winterzeit, gefrorener Zustand; mnl. vorst, M., Frost; ahd. frost, st. M. (a?), Frost, Kälte; as. frost*, st. M. (a), Frost; anfrk. -; germ. *frusta-, *frustaz, st. M. (a), Frost; s. idg. *preus-, V., frieren, brennen, Pokorny 846?; idg. *preus-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 806, Seebold 211; vgl. idg. *per- (1), perə-, prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frost, Kluge s. u. Frost, DW 4, 255, EWD s. u. Frost, DW2 9, 1142, EWAhd 3, 596, Falk/Torp 248, Duden s. u. Frost, Bluhme s. u. Frost; Son.: vgl. afries. frost, forst, st. M. (a), Frost; saterl. frost; ae. forst, frost, st. M. (a), Frost; an. frost, st. N. (a), Frost; s. got. frius, st. N. (a), Frost; nndl. vorst, Sb., Frost; nschw. frost, Sb., Frost; nnorw. frost, M., Frost; ai. prúṣvā, pruṣvā́, Sb., Tropfen, Tau (M.); lat. pruīna, F., Reif (M.) (1), Winter, Schnee, Frost; kymr. rhew, M., Frost, Eis; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Abkühlung der mit dem Urknall entstehenden Welt von der Gasförmigkeit und Glutflüssigkeit bis zu einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt (des Wassers) mögliche Kälte; BM.: sprühen?; F.: Frost, Frosts, Frostes, Fröste, Frösten+EW; Z.: Fro-s-t
$frösteln, nhd., sw. V., 16. Jh.: nhd. frösteln, leicht frieren, Kälte empfinden; E.: s. Frost, s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Frost, DW 4, 257, EWD s. u. Frost; GB.: seit 1541 belegte und aus Frost und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches leicht frieren oder Kälte empfinden; F.: frösteln, fröstel (!), fröstle, fröstele, fröstelst, fröstelt, fröstelte, frösteltest, fröstelten, frösteltet, gefröstelt, ##gefröstelt, gefröstelte, gefrösteltes, gefrösteltem, gefröstelten, gefröstelter##, fröstelnd, ###fröstelnd, fröstelnde, fröstelndes, fröstelndem, fröstelnden, fröstelnder###, fröstel (!)+EW; Z.: frö-s-t-el-n
$frosten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. frosten, einfrieren, frieren; E.: s. Frost, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Frost; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Frost und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches einfrieren oder frieren; F.: frosten (!), froste (!), frostest, frostet, frostete, frostetest, frosteten, frostetet, gefrostet, ##gefrostet, gefrostete, gefrostetes, gefrostetem, gefrosteten, gefrosteter##, frostend, ###frostend, frostende, frostendes, frostendem, frostenden, frostender###, frost (!)+EW; Z.: fro-s-t-en
$frostig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. frostig, Frost betreffend; L.: Kluge s. u. Frost, DW 4, 258, EWD s. u. Frost; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Frost und ig gebildete Bezeichnung für Frost betreffend oder Frost habend; F.: frostig, frostige, frostiges, frostigem, frostigen, frostiger(, frostigere, frostigeres, frostigerem, frostigeren, frostigerer, frostigst, frostigste, frostigstes, frostigstem, frostigsten, frostigster)+EW; Z.: fro-s-t-ig
$Frottee, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Frottee; E.: s. frott(ieren); L.: Kluge s. u. frottieren, fehlt DW, EWD s. u. frottieren; GB.: seit 1933 belegte und mit frottieren verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gewebe mit größeren Schlingen und dadurch erhöhter Saugfähigkeit; F.: Frottee, Frottees+FW; Z.: Fro-tt-ee
frottieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. frottieren, abreiben; ne. rub (V.) down, towel (V.) oneself; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778 (Wieland); I.: Lw. frz. frotter; E.: s. frz. frotter, V., abreiben; vgl. lat. fricāre, V., reiben, abreiben, frottieren, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰrēi-, *bʰrī̆-, V., schneiden, Pokorny 166; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frottieren, fehlt DW, EWD s. u. frottieren, DW2 9, 1145, Duden s. u. frottieren; Son.: vgl. nschw. frottera, V., frottieren; nnorw. frottere, V., frottieren; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches mit einem besonders saugfähigen Tuch Nässe von einem Körper abreiben; BM.: reiben; F.: frottieren, frottiere, frottierst, frottiert, frottierest, frottieret, frottierte, frottiertest, frottierten, frottiertet, ##frottiert, frottierte, frottiertes, frottiertem, frottierten, frottierter##, frottierend, ###frottierend, frottierende, frottierendes, frottierendem, frottierenden, frottierender###, frottier+FW(+EW); Z.: fro-tt-ier-en
$Frotzelei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Frotzelei, Necken, Ärgern; E.: s. frotzel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. frotzeln, fehlt DW, EWD s. u. frotzeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus frotzel(n) und ei gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Necken oder Ärgern; F.: Frotzelei, Frotzeleien+EW; Z.: Frotz-el-ei
frotzeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. frotzeln, necken, ärgern; ne. tease (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1884 (Anzengruber); I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Italienischen oder Französischen, auch ein Anschluss an nhd. Fratze ist nicht ausgeschlossen; L.: Kluge s. u. frotzeln, fehlt DW, EWD s. u. frotzeln, DW2 9, 1145, Duden s. u. frotzeln; GB.: vielleicht seit 1884 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Italienischen oder Französischen aufgenommene und umgebildete oder an Fratze angeschlossene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches mit spöttischen und anzüglichen Bemerkungen necken oder ärgern; BM.: ?; F.: frotzeln, frotzel (!), frotzle, frotzele, frotzelst, frotzelt, frotzelte, frotzeltest, frotzelten, gefrotzelt, ##gefrotzelt, gefrotzelte, gefrotzeltes, gefrotzeltem, gefrotzelten, gefrotzelter##, frotzelnd, ###frotzelnd, frotzelnde, frotzelndes, frotzelndem, frotzelnden, frotzelnder###, frotzel (!)+FW(+EW?); Z.: frotz-el-n
Frucht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Frucht, Obst; ne. fruit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Grapefruit; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. vruht, vruth, st. F., Frucht, Fruchtbarkeit, Ertrag, Gedeihen, Nutzen (M.), Reife, Kind; mnd. vrucht (1), frucht*, vrocht, F., Frucht, Frucht der Pflanze, Baumfrucht, Einzelfrucht, Apfel; mnl. vruht, F., Frucht; ahd. fruht, st. F. (i), Frucht, Erfolg, Verdienst; as. fruht, st. M. (i), Frucht; anfrk. fruht, st. F. (i), Frucht; lat. frūctus, M., Nutzung, Genuss, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *bʰrūg-, Sb., V., Frucht, genießen, gebrauchen, Pokorny 173 (292/125) (RB. idg. aus ital., germ.); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frucht, Kluge s. u. Frucht, DW 4, 259, EWD s. u. Frucht, DW2 9, 1145, EWAhd 3, 599, Duden s. u. Frucht, Bluhme s. u. Frucht; Son.: vgl. afries. frucht, st. F. (ō), st. M. (a), Frucht; an. fruktr, an. fruktr, fryktr, st. M. (a), Frucht; nndl. vrucht, Sb., Frucht; frz. fruit, M., Frucht; nschw. frukt, Sb., Frucht; nnorw. frukt, M., F., Frucht; kymr. ffrwyth, M., Frucht; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den aus dem den Samen bis zu der Reife umschließenden Fruchtknoten entstehenden und meist wohlschmeckenden Teil von Pflanzen; BM.: spalten?; F.: Frucht, Früchte, Früchten+FW; Z.: Fru-ch-t
$fruchtbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. fruchtbar, Frucht hervorbringend, fruchtbringend, ertragreich; E.: s. Frucht, s. bar; L.: Kluge s. u. Frucht, DW 4, 265, EWD s. u. Frucht; GB.: (unvruhtbære) seit 1275-1300 belegte und aus Frucht und bar belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Früchten mögliches Früchte hervorbringend oder fruchtbringend oder ertragreich; F.: fruchtbar, fruchtbare, fruchtbares, fruchtbarem, fruchtbaren, fruchtbarer(, fruchtbarere, fruchtbareres, fruchtbarerem, fruchtbareren, fruchtbarerer, fruchtbarst, fruchtbarste, fruchtbarstes, fruchtbarstem, fruchtbarsten, fruchtbarster)+FW+EW; Z.: fru-ch-t—bar
$fruchten, nhd., sw. V., 13. Jh.): nhd. fruchten, Frucht hervorbringen, hervorbringen, nützen; Vw.: s. be-; E.: s. Frucht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Frucht, DW 4, 270, EWD s. u. Frucht; GB.: seit 1212 belegte und aus Frucht und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Frucht hervorbringen oder hervorbringen oder nützen; F.: fruchten, fruchte, fruchtest, fruchtet, fruchtete, fruchtetest, fruchteten, fruchtetet, gefruchtet, ##gefruchtet, gefruchtete, gefruchtetes, gefruchtetem, gefruchteten, gefruchteter##, fruchtend, ###fruchtend, fruchtende, fruchtendes, fruchtendem, fruchtenden, fruchtender###, frucht (!)+FW(+EW); Z.: fru-ch-t-en
$Fruchthorn, nhd. (ält.), N., (17. Jh.?): nhd. Fruchthorn; E.: s. Frucht, s. Horn; L.: Kluge s. u. Füllhorn, DW 4, 274; GB.: seit 1669 belegte und aus Frucht und Horn gebildete Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes und mit Fürchten gefülltes Horn als Zeichen des Überflusses; F.: Fruchthorn, Fruchthorns, Fruchthornes, Fruchthörner, Fruchthörnern+FW+EW; Z.: Fru-ch-t—h-orn
$fruchtig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fruchtig, Frucht betreffend; E.: s. Frucht, s. ig; L.: Kluge s. u. Frucht, fehlt DW (aber früchtig DW 4, 274), EWD s. u. Frucht; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Frucht und ig gebildete Bezeichnung für Frucht betreffend oder nach Frucht schmeckend; F.: fruchtig, fruchtige, fruchtiges, fruchtigem, fruchtigen, fruchtiger(, fruchtigere, fruchtigeres, fruchtigerem, fruchtigeren, fruchtigerer, fruchtigst, fruchtigste, fruchtigstes, fruchtigstem, fruchtigsten, fruchtigster)+FW(+EW); Z.: fru-ch-t-ig
$Fruchtung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Fruchtung; Vw.: s. Be-; E.: s. frucht(en), s. ung; L.: DW 4, 280; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus frucht(en) und ung belegte Bezeichnung für Herstellung von Frucht; F.: Fruchtung, Fruchtungen+FW(+EW); Z.: Fru-ch-t-ung
frugal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. frugal, einfach, gesund, nahrhaft, bescheiden (Adj.); ne. frugal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1769; I.: Lw. frz. frugal; E.: s. frz. frugal, Adj., frugal; lat. frūgālis (1), Adj., zu den Früchten gehörig, Frucht..., (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. frūx, F., Frucht, Getreidefrucht, Feldfrucht, Getreide; idg. *bʰrūg-, Sb., V., Frucht, genießen, gebrauchen, Pokorny 173 (292/125) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. frugal, DW 4, 281, EWD s. u. frugal, DW2 9, 1159, Duden s. u. frugal; Son.: vgl. nndl. frugaal, Adj., frugal; nschw. frugal, Adj., frugal; nnorw. frugal, Adj., frugal; GB.: seit 1769 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches einfach oder gesund oder nahrhaft oder bescheiden (Adj.); BM.: spalten?; F.: frugal, frugale, frugales, frugalem, frugalen, frugaler(, frugalere, frugaleres, frugalerem, frugaleren, frugalerer, frugalst, frugalste, frugalstes, frugalstem, frugalsten, frugalster)+FW(+EW); Z.: fru-g-al
früh, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. früh, frühzeitig, vorzeitig; ne. early; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vrüeje, vrüe, vrüege, Adj., früh; mnd. vrō (4), vrȫ, vroe, frow, froi, frohe, Adv., früh, früh morgens, zu einem frühen Zeitpunkt, rechtzeitig, bald, schnell, übereilt; mnl. vroe, vroech, Adj., Adv., früh; mnd. vrō* (3), Adj., früh, früh morgens, zu einem frühen Zeitpunkt, rechtzeitig, bald; ahd. fruoi*, Adj., früh, morgendlich; as. -; anfrk. fruo, Adv., früh; germ. *frōwa-, *frōwaz, *frōwja-, *frōwjaz, Adj., früh; vgl. idg. *prō-, Adv., früh, morgens, Pokorny 814; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. früh, Kluge s. u. früh, DW 4, 281, EWD s. u. früh, DW2 9, 1159, EWAhd 3, 605, Falk/Torp 233, Duden s. u. früh, Bluhme s. u. frueh; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; ? nndl. vroeg, Adv., früh; ai. prātár, Adj., früh; ai. prá, Adv., voran, vorwärted, davor; lat. prō, Präp., vor, für; air. ro-, Präf., vor; lit. prõ, Präp., vorbei, vorüber; apreuß. pra, Präf., durch, für; GB.: (fruoi) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an dem Anfang einer Zeitspanne wie beispielsweise eines Tages oder eines Jahres oder eines Lebens oder einer Epoche oder der Welt liegend; BM.: vorwärts; F.: früh, frühe, frühes, frühem, frühen, früher(, frühere, früheres, früherem, früheren, früherer, frühest, früheste, frühestes, frühestem, frühesten, frühester)+EW; Z.: früh
$Frühe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Frühe, Anfang; E.: s. früh, s. e; L.: Kluge s. u. früh, EWD s. u. früh; GB.: (fruoī*) seit um 1000 belegte und aus früh und e gebildete Bezeichnung für den Anfang oder Beginn eines Zeitabschnitts wie beispielsweise eines Tages oder einer Entwicklung; F.: Frühe+EW; Z.: Früh-e
$Frühjahr, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Frühjahr, Frühling, Lenz; E.: s. früh, s. Jahr; L.: DW 4, 293, EWD s. u. Frühling; GB.: seit 1670 belegte und aus früh und Jahr gebildete Bezeichnung für den frühen Teil eines Jahres zwischen Winter und Sommer etwa von März bis Mai oder den Frühling in dem wegen der besonders günstigen Bedingungen die meisten Pflanzen (nach dem Winter und der Kälte wieder) zu wachsen beginnen und dessen Anfang von Menschen für jedes Jahr unabhängig von der Witterung gleich auf den Zeitpunkt der Taggleiche und Nachtgleiche auf der Nordhalbkugel der Erde an dem 20./21. März festgelegt wurde; F.: Frühjahr, Frühjahrs, Frühjahres, Frühjahre, Frühjahren+EW; Z.: Früh—jah-r
Frühling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Frühling, Frühjahr, Lenz; ne. spring (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1466; E.: mhd. vrüelinc, st. M., Frühling; mhd. vrüeje, vrüe, vrüege, Adj., früh; ahd. fruoi*, Adj., früh, morgendlich; germ. *frōwa-, *frōwaz, *frōwja-, *frōwjaz, Adj., früh; vgl. idg. *prō-, Adv., früh, morgens, Pokorny 814; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Frühling, Kluge s. u. Frühling, EWD s. u. Frühling, DW 4, 294, DW2 9, 1166, Duden s. u. Frühling; GB.: seit 1466 belegte und aus früh und ling gebildete Bezeichnung für den frühen Teil eines Jahres zwischen Winter und Sommer etwa von März bis Mai (oder das Frühjahr) in der wegen der besonders günstigen Bedingungen die meisten Pflanzen (wieder) zu wachsen beginnen und dessen Anfang von Menschen für jedes Jahr unabhängig von der Witterung gleich auf den Zeitpunkt der Taggleiche und Nachtgleiche auf der Nordhalbkugel der Erde an dem 20./21. März festgelegt wurde; BM.: vorwärts; F.: Frühling, Frühlings, Frühlinge, Frühlingen+EW; Z.: Früh-ling
$Frühstück, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Frühstück; E.: s. früh, s. Stück; L.: Kluge s. u. Frühstück, DW 4, 321, EWD s. u. Frühstück; GB.: seit 1365 belegte und aus früh und Stück gebildete Bezeichnung für die in der Frühe gegessene erste Mahlzeit eines Menschen an einem Tage vor dem Mittagessen oder Abendessen; F.: Frühstück, Frühstücks, Frühstückes, Frühstücke, Frühstücken+EW; Z.: Früh—stü-ck
$frühstücken, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. frühstücken; E.: s. Frühstück, s. en (Suff.); L.: DW 4, 322, EWD s. u. Frühstück; GB; seit 1342 belegte und aus Frühstück und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für in der Frühe eines Tages die erste Mahlzeit essen; F.: frühstücken, frühstücke, frühstückst, frühstückt, frühstückest, frühstücket, frühstückte, frühstücktest, frühstückten, frühstücktet, gefrühstückt, ##gefrühstückt, gefrühstückte, gefrühstücktes, gefrühstücktem, gefrühstückten, gefrühstückter##, frühstückend, ###frühstückend, frühstückende, frühstückendes, frühstückendem, frühstückenden, frühstückender###, frühstück (!)+EW; Z.: früh—stü-ck-en
$Frustration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Frustration, Enttäuschung; I.: Lw. frz. frustration; E.: s. frz. frustration, s. lat. frustratio, s. n; L.: fehlt DW, EWD s. u. frustrieren; GB.: seit 1804 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die wohl keinem Lebewesen in seiner Lebenszeit erspart bleibende Enttäuschung von Erwartungen oder Hoffnungen; F.: Frustration, Frustrationen+FW(+EW); Z.: Fru-str-at-io-n
frustrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. frustrieren, Erwartungen oder Hoffnungen enttäuschen; ne. frustrate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1641; I.: Lw. lat. frūstrāre; E.: s. lat. frūstrāre, V., täuschen, betrügen, foppen, umsonst tun, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. frūstrā, Adv., täuschenderweise, getäuschterweise, auf täuschende Weise; vgl. idg. *dʰu̯er-, *dʰu̯erə-, V., täuschen, schädigen, Pokorny 277 (417/65) (RB. idg. aus ind., ital., heth.); L.: Kluge s. u. frustrieren, fehlt DW, EWD s. u. frustrieren, Duden s. u. frustrieren; Son.: vgl. nndl. frustreren, V., frustrieren; frz. frustrer, V., frustrieren; nnorw. frustrere, V., frustrieren; GB.: seit 1641 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliches in seinen Erwartungen oder Hoffnungen enttäuschen; BM.: täuschen; F.: frustrieren, frustriere, frustrierst, frustriert, frustrierest, frustrieret, frustrierte, frustriertest, frustrierten, frustriertet, ##frustriert, frustrierte, frustriertes, frustriertem, frustrierten, frustrierter##, frustrierend, ###frustrierend, frustrierende, frustrierendes, frustrierendem, frustrierenden, frustrierender###, frustrier (!)+FW(+EW); Z.: fru-str-ier-en
Fuchs (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Fuchs (M.) (1), Reineke, Fuchspelz; ne. fox; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. vuhs, vuohs, vōhs, st. M., Fuchs (M.) (1); mnd. vos, vōs, vois, voys, fos, M., Fuchs, rothaariges Pferd, Fuchspelz; mnl. vos, M., Fuchs (M.) (1); ahd. fuhs, st. M. (a?), Fuchs (M.) (1), Füchslein, Füchschen; as. fohs*, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); anfrk. fus*, vus*, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); germ. *fuhsa-, *fuhsaz, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); vgl. germ. *fuhō-, *fuhōn, *fuha-, *fuhan, sw. M. (n), Fuchs (M.) (1); s. idg. *pū̆k- (1), peuk-, Adj., behaart, buschig, Pokorny 849 (1473/115) (RB. idg. aus ind., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fuchs, Kluge s. u. Fuchs 1, DW 4, 330, EWD s. u. Fuchs, DW2 9, 1175, EWAhd 3, 611, Falk/Torp 243, Duden s. u. Fuchs, Bluhme s. u. Fuchs; Son.: vgl. afries. -; ae. fox, st. M. (a), Fuchs (M.) (1); an. -; got. faúhō, sw. F. (n), Füchsin, Fuchs (M.) (1); nndl. vos, Sb., Fuchs (M.) (1); ai. púccha-, Sb., Schwanz; lit. paustìs, Sb., Tierhaar; aruss. puchu, Sb., Pelzbesatz; GB.: (fuhs) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleineres Raubtier mit rötlich braunem Fell und spitzer Schnauze sowie großen spitzen Ohren und buschigem Schwanz; BM.: Schwanz bzw. buschig; F.: Fuchs, Fuchses, Füchse, Füchsen+EW; Z.: Fuch-s
Fuchs (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Fuchs (M.) (2), angehender Student; ne. new student; Vw.: -; Hw.: s. eingefuchst, feixen; Q.: 15. Jh.; E.: wohl umgebildet aus feix, M., junger Student, Unerfahrener; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Fuchs 2, DW 4, 330, Duden s. u. Fuchs; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus feix umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Studenten in dem ersten Halbjahr seines Studiums; BM.: ?; F.: Fuchs, Fuchses, Füchse, Füchsen+EW; Z.: Fuchs
fuchsen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fuchsen, ärgern; ne. nettel (V.), annoy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1572; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht ein Zusammenhang mit nhd. fucken, V., hinfahren und herfahren; L.: Kluge s. u. fuchsen, DW 3, 343, EWD s. u. fuchsen, Kluge s. u. Federfuchser, DW2 9, 1179, Duden s. u. fuchsen; GB.: seit 1572 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit fucken verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ärgern; BM.: ?; F.: fuchsen, fuchs (!), fuchst, fuchsest, fuchset, fuchste, fuchstest, fuchsten, fuchstet, gefuchst, ##gefuchst, gefuchste, gefuchstes, gefuchstem, gefuchsten, gefuchster##, fuchsend, ###fuchsend, fuchsende, fuchsendes, fuchsendem, fuchsenden, fuchsender###, fuchs (!)+EW; Z.: fuchs-en
Fuchsie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Fuchsie, eine Pflanze; ne. fuchsia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1793; I.: Lw. frz. fuchsia; E.: s. frz. fuchsia, F., Fuchsie; benannt nach dem PN Leonhard Fuchs; s. nhd. Fuchs (1); L.: Kluge s. u. Fuchsie, fehlt DW, EWD s. u. Fuchsie, DW2 9, 1179, Duden s. u. Fuchsie; Son.: vgl. nndl. fuchsia, Sb., Fuchsie; nschw. fuchsia, Sb., Fuchsie; nnorw. fuksia, M., Fuchsie; poln. fuksja, F., Fuchsie; kymr. ffiwsia, F., Fuchsie; nir. fiúise, F., Fuchsie; lit. fuksija, F., Fuchsie; GB.: seit 1793 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung einer als Strauch wachsenden mit dunkelgrünen Blättern und hängenden und mehrfarbigen Blüten versehenen schon vormenschlichen und seit vor 41 Millionen Jahren in Südamerika wachsenden Pflanze; BM.: von dem französischen Botaniker Charles Plumier (1646-1704) benannt nach dem deutschen Botaniker Leonhard Fuchs (1501-1566); F.: Fuchsie, Fuchsien+FW(+EW); Z.: Fuchs-ie
$Fuchsschwanz, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Fuchsschwanz; E.: s. Fuchs, s. Schwanz; L.: Kluge s. u. Fuchsschwanz, DW 4, 341, EWD s. u. Fuchs; GB.: seit 1594 belegte und aus Fuchs und Schwanz gebildete Bezeichnung für den Schwanz eines Fuchses und eine von Menschen entwickelte und verwendete ihm in der Form ähnelnde kleine Säge; F.: Fuchsschwanz, Fuchsschwanzes, Fuchsschwänze, Fuchsschwänzen+EW; Z.: Fuch-s—schwanz
$fuchsteufelswild, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. fuchsteufelswild; E.: s. Fuchsteufel, s. s, s. wild; L.: Kluge s. u. fuchsteufelswild, EWD s. u. Fuchs; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Fuchs und Teufel sowie wild gebildete Bezeichnung für so wild wie ein einem Teufel ähnlicher Fuchs; F.: fuchsteufelswild, fuchsteufelswilde, fuchsteufelswildes, fuchsteufelswildem, fuchsteufelswilden, fuchsteufelswilder+EW; Z.: fuch-s—teu-fel-s—wil-d
$fuchswild, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. fuchswild; E.: s. Fuchs, s. wild; L.: Kluge s. u. fuchsteufelswild, DW 4, 357; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Fuchs und wild gebildete Bezeichnung für so wild wie ein Fuchs F.: fuchswild, fuchswilde, fuchswildes, fuchswildem, fuchswilden, fuchswilder+EW; Z.: fuch-s-wil-d
Fuchtel, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Fuchtel, ein Degen mit breiter Klinge, strenge Zucht, zänkische Frau; ne. broad dagger, broadsword; Vw.: -; Hw.: s. fechten; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. fuchtel, F., breiter Degen; mnd. vechten, sw. V., streiten, kämpfen; as. fehtan*, st. V. (4?), fechten, kämpfen; wgerm. *fehtan, st. V., kämpfen; s. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fuchtel, Kluge s. u. Fuchtel, DW 4, 358, EWD s. u. Fuchtel, DW2 9, 1183, Duden s. u. Fuchtel, Bluhme s. u. Fuchtel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Westgermanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen breiten Degen und davon abgeleitet für strenge Zucht und eine zänkische Frau; BM.: kämpfen?; F.: Fuchtel, Fuchteln+EW; Z.: Fuch-t-el
$fuchteln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. fuchteln, mit einer Fuchtel wirken; Vw.: s. herum-; E.: s. Fuchtel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Fuchtel, DW 4, 359, EWD s. u. Fuchtel; F.: fuchteln, fuchtel (!), fuchtle, fuchtele, fuchtelst, fuchtelt, fuchtelte, fuchteltest, fuchtelten, fuchteltet, gefuchtelt, ##gefuchtelt, gefuchtelte, gefuchteltes, gefuchteltem, gefuchtelten, gefuchtelter##, fuchtelnd, ###fuchtelnd, fuchtelnde, fuchtelndes, fuchtelndem, fuchtelnden, fuchtelnder###, fuchtel (!)+EW; Z.: fuch-t-el-n
fuchtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fuchtig, erbost, wütend, zornig, aufgebracht; ne. angry (Adj.), mad (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1847; E.: zu nhd. fechten gebildet (s. d.); L.: Kluge s. u. fuchtig, DW 4, 360, EWD s. u. fuchtig, DW2 9, 1184; GB.: seit 1847 belegte und aus fecht(en) und ig gebildete Bezeichnung für erbost oder wütend oder zornig oder aufgebracht; BM.: fechten; F.: fuchtig, fuchtige, fuchtiges, fuchtigem, fuchtigen, fuchtiger(, fuchtigere, fuchtigeres, fuchtigerem, fuchtigeren, fuchtigerer, fuchtigst, fuchtigste, fuchtigstes, fuchtigstem, fuchtigsten, fuchtigster)+EW; Z.: fuch-t-ig
$fucken, nhd., sw. V., (?): nhd. fucken, schlüpfen, behende sein (V.); E.: s. ne. fuck, s. en; L.: Kluge s. u. Faxen, DW 4, 362; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für schlüpfen oder behende sein; F.: fucken, fucke, fuckst, fuckt, fuckest, fucket, fuckte, fucktest, fuckten, fucktet, gefuckt, ##gefuckt, gefuckte, gefucktes, gefucktem, gefuckten, gefuckter##, fuckend, ###fuckend, fuckende, fuckendes, fuckendem, fuckenden, fuckender###, fuck (!)+EW?; Z.: fuck-en
Fuder, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Fuder, Wagenlast, Wagenladung; ne. cart load (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. vuoder, fuoder*, st. N., Fuder, Fuhre, Last, Wagenlast, Wagenladung, übergroße Menge; mnd. vōder (3), fōder*, voder, vodere, voeder, N., Fuder, Wagenlast, Wagenladung; mnl. voeder, N., Fuder; ahd. fuodar*, st. N. (a), Fuder, Fuhre; as. fōther*, st. N. (a), Fuder; anfrk. -; germ. *fōþra, *fōþram, st. N. (a), Gefäß, Umfasstes, Fuder; idg. *pāt-, *pət-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787?; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787? (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); oder zu idg. per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Fuder, Kluge s. u. Fuder, EWD s. u. Fuder, DW 4, 364, DW2 9, 1184, EWAhd 3, 628, Duden s. u. Fuder, Bluhme s. u. Fuder; Son.: vgl. afries. fother, Sb., Fuder; ae. fōdor (2), fōþor (3), st. N. (a), Futteral, Scheide, Behälter; an. fōðr (2), st. N. (a), Futteral, Scheide; got. fōdr, st. N. (a), Scheide; GB.: (ahd. fuodar) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ladung eines Ackerwagens; BM.: nähren?, hinüberführen?; F.: Fuder, Fuders, Fudern+EW; Z.: Fu-d-er
Fug, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fug, Schicklichkeit, Angemessenheit, Gelegenheit, passende Verbindung; ne. joint matter?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. vuoc (2), vūc, st. M., Fug, Schicklichkeit, Angemessenheit, Passlichkeit, erwünschte Passlichkeit, Gelegenheit; vgl. mhd. vüegen (1), vuogen, vūgen, sw. V., fügen, passend zusammenfügen, hinzufügen, walten, einrichten, errichten; ahd. fuogen*, sw. V. (1a), fügen, verbinden, einrichten; germ. *fōgjan, sw. V., fügen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fug, Kluge s. u. Fug, EWD s. u. fügen, DW 4, 372, DW2 9, 1187, Duden s. u. Fug; Son.: hauptsächlich in der Fügung Fug und Recht; GB.: seit um 1230 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schicklichkeit oder Angemessenheit oder Gelegenheit; BM.: fügen bzw. festmachen; F.: Fug+EW; Z.: Fug
Fuge (1), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Fuge (F.) (1), zusammengefügte Verbindung; ne. joint, interstice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: fnhd. Füge, F., enge Verbindung, Fügung, Gelenk; s. mhd. vuoge (1), vūge, vōge, st. F., Fuge (F.) (1), Naht, Anstand, Würde, Zurückhaltung, Recht, Ordnung, Regelung, Berechtigung, Kunst; mnd. vȫge (1), vōge, voge, voege, F., Fug, Passlichkeit, Schicklichkeit, schickliches Benehmen, bequeme Weise (F.) (2); mnl. voeghe, voege, F., Fuge (F.) (1); ahd. fuogī, st. F. (ī), Fuge (F.) (1), Verbindung, Zusammenhang, Verknüpfung; ahd. fuogen*, sw. V. (1a), fügen, verbinden, einrichten; germ. *fōgjan, sw. V., fügen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Fuge 1, EWD s. u. fügen, DW 4, 378, DW2 9, 1187, EWAhd 3, 633, Duden s. u. Fuge, Bluhme s. u. Fuge; Son.: vgl. nndl. voeg, Sb., Fuge (F.) (1); nschw. fog, Sb., Fuge (F.) (1); nnorw. fuge, M., Fuge (F.) (1); GB.: (fuogī) seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zusammengefügte Verbindung; BM.: festmachen; F.: Fuge, Fugen+EW; Z.: Fug-e
Fuge (2), nhd., F., (14. Jh.): nhd. Fuge (F.) (2), ein Musikstück; ne. fugue; Vw.: -; Hw.: s. Zentrifuge; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. fuga; E.: s. lat. fuga, F., Fliehen, Flucht (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *bʰeug- (1), V., fliehen, Pokorny 152 (234/67) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fuge, Kluge s. u. Fuge 2, EWD s. u. Fuge 1, DW2 9, 1189, Duden s. u. Fuge; Son.: vgl. nndl. fuga, Sb., Fuge (F.) (2); frz. fugue, F., Fuge (F.) (2); nschw. fuga, Sb., Fuge (F.) (2); nnorw. fuge, M., Fuge (F.) (2); poln. fuga, F., Fuge (F.) (2); kymr. ffiwg, F., Fuge (F.) (2); nir. fúg, M., Fuge (F.) (2); lit. fuga, F., Fuge (F.) (2); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein selbstständiges Musikstück oder einen Teil einer Komposition in zweistimmiger bis achtstimmiger kontrapunktischer Satzart mit nacheinander in allen Stimmen durchgeführtem und fest geprägtem Thema; BM.: fliehen; F.: Fuge, Fugen+FW(+EW); Z.: Fug-e
$fugen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fugen, Fuge bilden; E.: s. fügen; L.: DW 4, 383, EWD s. u. fügen; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit fügen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches eine Fuge bilden; F.: fugen (!), fuge (!), fugst, fugt, fugest, fuget, fugte, fugtest, fugten, fugtet, gefugt, ##gefugt, gefugte, gefugtes, gefugtem, gefugten, gefugter##, fugend, ###fugend, fugende, fugendes, fugendem, fugenden, fugender###, fug (!)+EW; Z.: fug-en
fügen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fügen, anpassen, verbinden; ne. join (V.), mate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fug, Fuge 1; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vüegen (1), vuogen, vūgen, vœgen, sw. V., fügen, passend zusammenfügen, hinzufügen, walten, einrichten, errichten, schaffen; mnd. vȫgen (1), voygen, voigen, sw. V., fügen, zusammenfügen, passend aneinanderfügen, vereinigen, anfügen; mnl. voegen, V., fügen; ahd. fuogen*, sw. V. (1a), fügen, verbinden, einrichten; as. fōgian*, sw. V. (1a), „fügen“, zusammenfügen; anfrk. *fuogen?, sw. V. (1), fügen; germ. *fōgjan, sw. V., fügen; idg. *pā̆k̑-, pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fügen, Kluge s. u. fügen, DW 4, 384, EWD s. u. fügen, DW2 9, 1189, EWAhd 3, 631, Falk/Torp 224, Duden s. u. fügen; Son.: vgl. afries. fōgia, sw. V. (1), fügen, passen; nfries. fuwgjen, V., fügen; ae. fœ̄gan, fēgan, sw. V. (1), fügen, verbinden, passen, verfertigen; an. -; got. -; nndl. voegen, V., fügen; nschw. foga sig, V., sich fügen; ai. pāśáyati, V., bindet; gr. πηγνύναι (pēgnýnai), V., festmachen, anheften, zusammenfügen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh von Menschen entwickeltes und verwendetes fügen oder anpassen oder verbinden; BM.: festmachen; F.: fügen, füge, fügst, fügt, fügest, füget, fügte, fügtest, fügten, fügtet, gefügt, ##gefügt, gefügte, gefügtes, gefügtem, gefügten, gefügter##, fügend, ###fügend, fügende, fügendes, fügendem, fügenden, fügender###, füg (!)+EW; Z.: füg-en
$füglich, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. füglich, schicklich, angemessen, zweckdienlich; E.: s. füg(en), s. lich; L.: EWD s. u. fügen; GB.: seit 1280 belegte und aus füg(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schicklich oder angemessen oder zweckdienlich; F.: füglich, fügliche, fügliches, füglichem, füglichen, füglicher+EW; Z.: füg—lich
$fügsam, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. fügsam, angemessen, gefügig, duldsam; E.: s. füg(en), s. sam; L.: DW 4, 400, EWD s. u. fügen; GB.: wohl seit 13. Jh. belegte und aus füg(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches angemessen oder gefügig oder duldsam; F.: fügsam, fügsame, fügsames, fügsamem, fügsamen, fügsamer, fügsamere, fügsameres, fügsamerem, fügsameren, fügsamerer, fügsamst, fügsamste, fügsamstes, fügsamstem, fügsamsten, fügsamster+EW; Z.: füg—sam
$Fügung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Fügung, Zusammenfügung, Verbindung; E.: s. füg(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fügen, EWD s. u. fügen; GB.: (vüegunge) seit 1300-1329 belegte und aus füg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Zusammenfügung oder Verbindung; F.: Fügung, Fügungen+EW; Z.: Füg-ung
fühlen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. fühlen, wahrnehmen, empfinden; ne. feel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vüelen (1), vūlen, vœlen, sw. V., fühlen, wahrnehmen, empfinden, bemerken; mnd. vȫlen (1), volen, voelen, voilen, sw. V., fühlen, betasten, tasten, berühren, durch Berührung wahrnehmen, wahrnehmen, spüren; mnl. voelen, V., fühlen; ahd. fuolen*, sw. V. (1a), fühlen, empfinden, tasten, streicheln; ahd. fuolōn*, fōlōn, sw. V. (2), fühlen, streicheln, betasten; as. *fōlian?, sw. V. (1a), fühlen; anfrk. -; germ. *fōljan, sw. V., tasten, fühlen; s. idg. *pelem-, V., schwingen, schütteln, zittern, Pokorny 801; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. fühlen, Kluge s. u. fühlen, DW 4, 405, EWD s. u. fühlen, DW2 9, 1198, EWAhd 3, 634, Falk/Torp 236, Duden s. u. fühlen, Bluhme s. u. fuehlen; Son.: vgl. afries. fēla, sw. V. (1), fühlen; nfries. fielen, V., fühlen; ae. fœ̄lan, fēlan, sw. V. (a), fühlen, merken; an. -; got. -; nndl. voelen, V., fühlen; nnorw. føle, V., fühlen; ? gr. ψηλαφᾶν (psēlaphan), V., betasten, tasten, streicheln, herumtappen; lat. palpārī, V., sanft klopfen, schmeicheln; GB.: (fuolōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Tieren mögliches mit dem Tastsinn und den Nerven etwas wahrnehmen oder empfinden; BM.: fließen bzw. fliegen?; F.: fühlen, fühle, fühlst, fühlt, fühlest, fühlet, fühlte, fühltest, fühlten, fühltet, gefühlt, ##gefühlt, gefühlte, gefühltes, gefühltem, gefühlten, gefühlter##, fühlend, ###fühlend, fühlende, fühlendes, fühlendem, fühlenden, fühlender###, fühl (!)+EW; Z.: fühl-en
$Fühler, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Fühler, ein Wahrnehmungsorgan, ein Messinstrument; E.: s. fühl(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. fühlen, DW 4, 417, EWD s. u. fühlen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen beweglichen Teil eines Wahrnehmungsorgans bei Insekten oder ein von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes technisches Messinstrument; F.: Fühler, Fühlers, Fühlern+EW; Z.: Fühl-er
$fühllos, nhd. (ält.), Adj., (16. Jh.?): nhd. fühllos, zu fühlen unfähig; Vw.: s. ge-; E.: s. fühl(en), s. los; L.: EWD s. u. fühlen; GB. seit 1562 belegte und aus fühl(en) und los gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches zu fühlen unfähig; F.: fühllos, fühllose, fühlloses, fühllosem, fühllosen, fühlloser(, fühllosere, fühlloseres, fühlloserem, fühlloseren, fühlloserer, fühllosest, fühlloseste, fühllosestes, fühllosestem, fühllosesten, fühllosester)+EW; Z.: fühl—lo-s
$Fühlung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fühlung, Empfindung, Wahrnehmung; E.: s. fühl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. fühlen, EWD s. u. fühlen; GB.: seit 1220 belegte und aus fühl(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Empfindung oder Wahrnehmung; F.: Fühlung, Fühlungen+EW; Z.: Fühl-ung
Fuhre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fuhre, Fahrt, Ladung (F.) (1); ne. carriage, load (N.); Vw.: -; Hw.: s. führen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vuore, vūre, st. F., Fahrt, Weg, Fahrweg, Straße, Überführung, Transport, Fuhrdienst, Begleitung, Aufwand, Gefolge, Benehmen, Fuhre; mnd. vōre (3), voyre, voure, vohre, F., Fahrt, Fortbewegung, Beförderung, Fahren, Seefahrt, Zufahrt, mnl. vore, F., Fuhre; ahd. fuora (1), st. F. (ō), Fahrt, Weg, Zug, Schar (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *fōrō, st. F. (ō), Fahrt, Wagen (M.); s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Fuhre, Kluge s. u. Fuhre, DW 4, 427, EWD s. u. Fuhre, DW2 9, 1205, EWAhd 3, 638, Falk/Torp 230, Seebold 188, Duden s. u. Fuhre, Bluhme s. u. Fuhre; Son.: vgl. afries. -; ae. fōr (2), st. F. (ō), Fahrt, Gang (M.) (1), Reise, Weg, Unternehmung, Lebensweise; an. -; got. -; GB.: (fuora) seit Ende 8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Herumgetragenes oder Befördertes oder Ladung; BM.: übersetzen (V.) (1); F.: Fuhre, Fuhren+EW; Z.: Fuhr-e
führen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. führen, leiten, geleiten, an eine Stelle bringen, hinbringen; ne. lead (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fuhre; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vüeren (1), vūren, vōren, wüeren, sw. V., führen, fahren machen, in Bewegung setzen, treiben, fortschaffen, behandeln, leiten; mnd. vȫren (1), voeren, voiren, voyren, sw. V., befördern, heranschaffen, wegschaffen, fahren, fahren machen; mnl. voeren, V., führen; ahd. fuoren*, sw. V. (1a), führen, hinaufführen, heraufführen, ziehen lassen; as. fōrian*, sw. V. (1a), führen, leiten, tragen, bringen; anfrk. -; germ. *fōrjan, sw. V., bringen, führen; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (2), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. führen, Kluge s. u. führen, DW 4, 431, EWD s. u. führen, DW2 9, 1206, EWAhd 3, 639, Falk/Torp 230, Seebold 188, Duden s. u. führen, Bluhme s. u. fuehren; Son.: vgl. afries. fēra (1), sw. V. (1), führen, bringen, tragen, ausüben; saterl. fera, V., führen; ae. fœ̄ran, fēran, sw. V. (1), gehen, kommen, ziehen, reisen, handeln, verfahren (V.); an. fœra (1), sw. V. (1), bringen, führen; got. -; nndl. voeren, V., führen; nschw. föra, V., führen; nnorw. føre, V., führen; ai. pāráyati, V., führt hinüber; GB.: (fuoren) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches leiten oder etwas oder jemanden an eine bestimmte Stelle bringen; BM.: übersetzen (V.) (1); F.: führen, führe, führst, führt, führest, führet, führte, führtest, führten, führtet, geführt, ##geführt, geführte, geführtes, geführtem, geführten, geführter##, führend, ###führend, führende, führendes, führendem, führenden, führender###, führ (!)+EW; Z.: führ-en
Führer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Führer, Führender, Leiter (M.), Leitender; ne. leader; Vw.: s. Rädels-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vüerære*, vüerer, st. M., Führer, Anführer, einer der drei Planetenkreise, Fuhrmann; mhd. vuorer, st. M., Ernährer; mnd. vȫrære*, vȫrer, vȫrere, voyrer, vürer, M., Führer, Wegweiser, Wegführer, Anführer, Heerführer, Anstifter, Verführer, Rädelsführer; mnl. voerer, M., Führer; ahd. fuorāri*, st. M. (ja), Träger, Lastträger, Führer; ahd. fuoren*, sw. V. (1a), führen, hinaufführen, heraufführen, ziehen lassen; germ. *fōrjan, sw. V., bringen, führen; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (2), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: DW 4, 460, EWD s. u. führen, DW2 9, 1221, Duden s. u. Führer; Son.: vgl. nnorw. fører, M., Führer; GB.: (fuorāri) seit um765 belegte und aus führ(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Leiter (M.) oder einen eine Leitung innehabenden Menschen; BM.: übersetzen (V.) (1); F.: Führer, Führers, Führern+EW; Z.: Führ-er
$Fuhrmann, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Fuhrmann; E.: s. Fuhr(e), s. Mann; L.: DW 4, 468, EWD s. u. Fuhre; GB.: seit 1269 belegte und aus Fuhr(e) und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Zähmung von Zugtieren möglichen eine Fuhre leitenden Mann; F.: Fuhrmann, Fuhrmanns, Fuhrmannes, Fuhrmänner, Fuhrmännern+EW; ZU.: Fuhr—man-n
$Fuhrpark, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Fuhrpark; E.: s. Fuhr(e), s. Park; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fuhre; GB.: seit 1870 belegte und aus Fuhr(e) und Park gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Fahrzeugen eines sie betreibenden Unternehmers oder Unternehmens; F.: Fuhrpark, Fuhrparkes, Fuhrparks, Fuhrparke, Fuhrparken+EW+FW; Z.: Fuhr—park
$Führung, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Führung, Leitung, Einkunft, Triebkraft; Vw.: s. Auf-, Aus-; E.: s. führ(en), s. ung; L.: DW 4, 474, EWD s. u. führen; GB.: (fuorunga*) seit 11. Jh. belegte und aus führ(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Leitung oder Einkunft oder Triebkraft; F.: Führung, Führungen+EW; Z.: Führ-ung
$Fuhrwerk, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Fuhrwerk; E.: s. Fuhr(e), s. Werk; L.: Kluge s. u. Fuhre, DW 4, 477, EWD s. u. Fuhre; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Fuhr(e) und Werk gebildete Bezeichnung für ein von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Fahrzeug zu einem Befördern von Menschen oder Sachen; F.: Fuhrwerk, Fuhrwerks, Fuhrwerkes, Fuhrwerke, Fuhrwerken+EW; Z.: Fuhr—werk
$fuhrwerken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. fuhrwerken, mit einem Fuhrwerk befördern oder tun; E.: s. Fuhrwerk, s. en (Suff.); GB.: seit 1510 belegte und aus Fuhrwerk und en gebildete Bezeichnung für mit einem Fuhrwerk befördern oder tun; L.: DW 4, 478, EWD s. u. Fuhre; F.: fuhrwerken (!), fuhrwerke (!), fuhrwerkst, fuhrwerkt, fuhrwerkest, fuhrwerket, fuhrwerkte, fuhrwerktest, fuhrwerkten, fuhrwerktet, gefuhrwerkt, ##gefuhrwerkt, gefuhrwerkte, gefuhrwerktes, gefuhrwerktem, gefuhrwerkten, gefuhrwerkter##, fuhrwerkend, ###fuhrwerkend, fuhrwerkende, fuhrwerkendes, fuhrwerkendem, fuhrwerkenden, fuhrwerkender###, fuhrwerk (!)+EW; Z.: fuhr—werk-en
Fülle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Fülle, Vollsein, Vollständigkeit, Übermaß, Menge; ne. abundance, fullness; Vw.: -; Hw.: s. füllen, Füller, voll; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. vülle, fülle*, st. F., Fülle, Menge, Überfluss, Gefülltsein, Vollheit, Ergänzung, Erfüllung, Füllung des Bauches, Fraß, Völlerei; mnd. vülle (1), st. F., Fülle, vollständiger Inhalt, voll zukommendes Maß, große Menge; mnl. volle, F., Fülle; ahd. fullī, follī, st. F. (ī), Fülle, Völle, Sättigung; germ. *fullī-, *fullīn, *fulnī-, *fulnīn, sw. F. (n), Fülle, Überfluss; s. idg. *plēno-, *pl̥̄no-, Adj., voll, gefüllt, Pokorny 798; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fülle, DW 4, 484, EWD s. u. Fülle, DW2 9, 1235, EWAhd 3, 621, Heidermanns 220, Duden s. u. Fülle; Son.: vgl. ae. fyllu, fyllo, sw. F. (īn), Fülle, Füllung, Sättigung, Fest, Schwängerung; an. fylli, F., Fülle; got. *fullei?, sw. F. (n), Fülle; BM.: gießen; GB.: (fullī) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Vollsein oder Vollständigkeit oder Übermaß oder eine Menge; BM.: gießen; F.: Fülle +EW; Z.: Fül-l-e
füllen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. füllen, hineingießen, voll machen; ne. fill (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fülle, voll; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vüllen (1), vollen, füllen*, sw. V., füllen, anfüllen, ausfüllen, ausfüllen mit, erfüllen, erfüllen mit, vollmachen; mnd. vüllen (1), füllen*, vullen, V., füllen, anfüllen, mit Inhalt versehen (V.); mnl. vullen, sw. V., füllen; ahd. fullen*, sw. V. (1a), füllen, erfüllen, anfüllen, auffüllen; as. fullian, sw. V. (1a), füllen, erfüllen, ausfüllen; anfrk. *fullen?, sw. V. (1), füllen; germ. *fulljan, *fulnjan, sw. V., füllen, anfüllen, erfüllen; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. füllen, Kluge s. u. füllen, DW 4, 496, EWD s. u. Fülle, DW2 9, 1239, EWAhd 3, 621, Falk/Torp 235, Heidermanns 220, Duden s. u. füllen, Bluhme s. u. fuellen; Son.: vgl. afries. fulla, sw. V. (1), füllen; ae. fyllan (1), sw. V. (1), füllen, genügen, erfüllen; an. fylla, sw. V. (1), füllen; got. fulljan, sw. V. (1), füllen, anfüllen; nndl. vullen, V., füllen; nschw. fylla, V., füllen; nnorw. fylle, V., füllen; ai. pṛṇā́ti, V., füllen; gr. πιμπλέναι (pimplénai), V., füllen, anfüllen; air. línad, ‚V., füllen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in etwas hineingießen oder voll machen; BM.: gießen; F.: füllen, fülle (!), füllst, füllt, füllest, füllet, füllte, fülltest, füllten, fülltet, gefüllt, ##gefüllt, gefüllte, gefülltes, gefülltem, gefüllten, gefüllter##, füllend, ###füllend, füllende, füllendes, füllendem, füllenden, füllender###, füll (!)+EW; Z.: fül-l-en
Füllen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Füllen (N.) (1), Fohlen (N.) (1), junges Pferd; ne. filly, foal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vülīn (1), vülī, vüln, vüle, vül, st. N., Füllen (N.) (1), Fohlen (N.) (1), junges Pferd; mnd. vüllen (2), fullin, N., Füllen (M.) (1), Fohlen (N.) (1); mnl. volen, N., Füllen (N.) (1), Fohlen (N.) (1); ahd. fulīn, fulī, st. N. (a?), Füllen (N.) (1), Fohlen (N.) (1); as. fulīn, st. N. (a?), Füllen (N.) (1); anfrk. -; germ. *fulīna, Sb., Junges; s. idg. *pōulos, *pōlos, Sb., Junges, Pokorny 842; vgl. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Füllen, Kluge s. u. Füllen, DW 4, 510, EWD s. u. Fohlen, DW2 9, 1245, EWAhd 3, 620, Duden s. u. Füllen, Bluhme s. u. Füllen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. veulen, Sb., Füllen (N.) (1); GB.: (fulīn) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Fohlen oder frisch geborenes oder junges und kleines Pferd; BM.: klein bzw. Junges; F.: Füllen, Füllens+EW; Z.: Fü-l-l-en
Füller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Füller, Füllfeder, Füllfederhalter; ne. pen (N.), filler; Vw.: -; Hw.: s. Fülle, füllen; Q.: 1941; E.: s. mhd. vüllære*, vüller, st. M., Füller, Fresser, Säufer, Schwelger, Schankwirt, Weinschenk; vgl. mhd. vüllen (1), vollen, füllen*, sw. V., füllen, anfüllen, ausfüllen, ausfüllen mit, erfüllen, erfüllen mit, vollmachen; ahd. fullen*, sw. V. (1a), füllen, erfüllen, anfüllen, auffüllen; germ. *fulljan, *fulnjan, sw. V., füllen, anfüllen, erfüllen; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Füller, EWD s. u. Fülle, DW 4, 513, DW2 9, 1246, Duden s. u. Füller; GB.: seit 1941 belegte und aus füll(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Federhalter mit einem eingebauten nachfüllbaren Tintenbehälter; BM.: gießen; F.: Füller, Füllers, Füllern+EW; Z.: Fül-l-er
$Füllfederhalter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Füllfederhalter, Füller; E.: s. füll(en), s. Federhalter; L.: Kluge s. u. Füller; GB.: seit 1908 belegte und aus füll(en) und Federhalter gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Federhalter mit einem eingebauten nachfüllbaren Tintenbehälter; F.: Füllfederhalter, Füllfederhalters, Füllfederhaltern+EW; Z.: Fül-l—fed-er—hal-t-er
$Füllhorn, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Füllhorn; E.: s. füll(en), s. Horn; L.: Kluge s. u. Füllhorn, DW 4, 516, EWD s. u. Fülle; GB.: seit 1715 belegte und aus füll(en) und Horn gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu einem Einfüllen verwendetes Horn als Zeichen eines Überflusses; F.: Füllhorn, Füllhorns, Füllhornes, Füllhörner, Füllhörnern+EW; Z.: Fül-l—hor-n
$füllig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. füllig, Fülle aufweisend, Fülle betreffend; E.: s. Füll(e), s. ig; L.: Kluge s. u. füllig, DW 4, 517, EWD s. u. Fülle; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Füll(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Fülle aufweisend oder Fülle betreffend; F.: füllig, füllige, fülliges, fülligem, fülligen, fülliger(, fülligere, fülligeres, fülligerem, fülligeren, fülligerer, fülligst, fülligste, fülligstes, fülligstem, fülligsten, fülligster)+EW; Z.: fül-l-ig
$Füllsel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Füllsel, Füllstoff; E.: s. füll(en), s. s, s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. Füllsel, DW 4, 520, EWD s. u. Fülle; GB.: seit 1420 belegte und aus füll(en) und s und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Füllstoff; F.: Füllsel, Füllsels, Füllseln+EW; Z.: Fül-l-sel
$Füllung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Füllung, Auffüllung, Inhalt, Füllstoff; E.: s. füll(en), s. ung; L.: DW 4, 522, EWD s. u. Fülle; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus füll(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Auffüllung oder einen Inhalt oder einen Füllstoff; F.: Füllung, Füllungen+EW; Z.: Fül-l-ung
fulminant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. fulminant, außergewöhnlich, prächtig, großartig; ne. fulminant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1758; I.: Lw. frz. fulminant; E.: s. frz. fulminant, Adj., drohend, tobend; lat. fulmināns, Adj., blitzend, Blitze schleudernd; vgl. lat. fulmināre, V., Blitze herabschleudern, blitzen und donnern, losdonnern; lat. fulgēre, V., blitzen, schimmern, strahlen, erstrahlen, glänzen; idg. *bʰl̥g-, V., glänzen, Pokorny 124; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. fulminant, fehlt DW, EWD s. u. fulminant, DW2 9, 1251, Duden s. u. fulminant; Son.: vgl. nndl. fulminant, Adj., fulminant; GB.: seit 1758 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für außergewöhnlich oder prächtig oder großartig; BM.: glänzen; F.: fulminant, fulminante, fulminantes, fulminantem, fulminanten, fulminanter(, fulminantere, fulminanteres, fulminanterem, fulminanteren, fulminanterer, fulminantest, fulminanteste, fulminantestes, fulminantestem, fulminantesten, fulminantester)+FW(+EW); Z.: ful-m-in-ant
fummeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. fummeln, (mit den Händen suchend) herumtasten, unsachgemäß arbeiten; ne. fumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1754; E.: s. mnd. fummelen, sw. V., fummeln, fuchteln, planlos hin fahren und her fahren; jüngeres aus dem Norden stammendes Wort, dessen Herkunft unklar ist, vermutlich liegt eine (nicht recht durchsichtige) Lautgebärde vor; L.: Kluge s. u. fummeln, DW 4, 526, EWD s. u. fummeln, DW2 9, 1253, Duden s. u. fummeln, Bluhme s. u. fummeln; Son.: vgl. nndl. fommelen, V., betasten; nschw. fumla, V., umhertappen; GB.: seit 1754 belegte und aus dem Norden stammende und vielleicht aus einer nicht recht durchsichtigen Lautgebärde erwachsene Bezeichnung unklarer Herkunft für (mit den Händen suchend) herumtasten oder unsachgemäß arbeiten; BM.: ?; F.: fummeln, fummele, fummle, fummel (!), fummelst, fummelt, fummelte, fummeltest, fummelten, gefummelt, ##gefummelt, gefummelte, gefummeltes, gefummeltem, gefummelten, gefummelter##, fummelnd, ###fummelnd, fummelnde, fummelndes, fummelndem, fummelnden, fummelnder###, fummel (!)+EW; Z.: fumm-el-n
Fund, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Fund, Finden, aufgefundener Gegenstand, Gefundenes, Erfindung; ne. find (N.); Vw.: -; Hw.: s. finden; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vunt, funt*, st. M., Finden, Fund, Gefundenes, Beute (F.) (1), Erwerb, Gewinn, Erfolg, Zustand, Befund, neuentdeckte Lagerstätte; mnd. vunt, funt*, M., Fund, Gefundenes, herrenloses Gut, gefundener Gedanke, Einfall, Erfindung; ahd. funt*, st. M. (i), Fund, Erfindung; ahd. findan, st. V. (3a), finden, entdecken, bestimmen; as. findan, fīthan, st. V. (3a), finden; anfrk. findan*, findon*, st. V. (3a), finden; germ. *fenþan, *finþan, st. V., gehen?, finden; idg. *pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808 (1399/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fund, Kluge s. u. finden, EWD s. u. finden, DW 4, 527, DW2 9, 1253, EWAhd 3, 627, Duden s. u. Fund; Son.: vgl. nndl. vondst, Sb., Fund; nschw. fynd, Sb., Fund; nnorw. funn, Sb., Fund; GB.: (funt) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und über finden mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen aufgefundenen Gegenstand; BM.: gehen bzw. fallen?; F.: Fund, Fundes, Funds, Funde, Funden+EW; Z.: Fu-n-d
Fundament, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Fundament, Unterbau eines Bauwerks, Grundlage; ne. foundation; Vw.: -; Hw.: s. fundamental, Boden; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. fundament, fundamint, vulmunt, fulment, st. N., Grundmauer, Fundament, Grundlage, Grund; mnd. fundament, fundement, fondament, N., Fundament, Untergrund, Unterbau, Baugrund, Grundmauer; ahd. fundament, st. N. (a), Fundament, Grund, Grundlage; lat. fundāmentum, N., Grundlage, Fundament, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fundāre, V., mit einem Boden versehen (V.), gründen; vgl. lat. fundus, M., Grund, Boden; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fundamen, DW 4, 534, EWD s. u. Fundament, DW2 9, 1256, EWAhd 3, 623, Duden s. u. Fundament; Son.: vgl. nndl. fundament, Sb., Fundament; nschw. fundament, Sb., Fundament; nnorw. fundament, N., Fundament; poln. fundament, M., Fundament; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bis auf einen tragfähigen Untergrund hinuntergeführten Unterbau eines Bauwerks oder eine Grundlage; BM.: Boden; F.: Fundament, Fundaments, Fundamentes, Fundamente, Fundamenten+FW(+EW); Z.: Fund-am-ent
fundamental, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fundamental, grundlegend; ne. fundamental; Vw.: -; Hw.: s. Fundament; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. fundāmentālis; E.: s. lat. fundāmentālis, Adj., zum Grund gehörig, Grund..., grundlegend, Grund bildend, (um 383-419/420 n. Chr.); lat. fundāre, V., mit einem Boden versehen (V.), gründen; vgl. lat. fundus, M., Grund, Boden; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Fundament, DW 4, 535, EWD s. u. Fundament, DW2 9, 1260, Duden s. u. fundamental; Son.: vgl. nndl. fundamenteel, Adj., fundamental; frz. fundamental, Adj., fundamental; nnorw. fundamental, Adj., fundamental; poln. fundamentalny, Adj., fundamental; nir. fuaimintiúil, Adj., fundamental; lit. fundamentalus, Adj., fundamental; GB.: seit 1657 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für grundlegend; BM.: Boden; F.: fundamental, fundamentale, fundamentales, fundamentalem, fundamentalen, fundamentaler(, fundamentalere, fundamentaleres, fundamentalerem, fundamentaleren, fundamentalerer, fundamentalst, fundamentalste, fundamentalstes, fundamentalstem, fundamentalsten, fundamentalster)+FW(+EW); Z.: fund-am-ent-al
$Fundgrube, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Fundgrube; E.: s. Fund, s. Grube; L.: Kluge s. u. Fundgrube, DW 4, 540, EWD s. u. finden; GB.: (vuntgruobe) seit 1325 belegte und aus Fund und Grube gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entdeckte Grube mit unerwarteten Funden; F.: Fundgrube, Fundgruben+EW; Z.: Fu-n-d—grub-e
$fundieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. fundieren, gründen; Q.: vor 1326 (Meister Eckhardt); L.: DW 4, 542, EWD s. u. fundieren, DW2 9, 1263; E.: s. lat. fund(are), s. ieren; GB.: seit vor 1326 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gründen; F.: fundieren, fundiere, fundierst, fundiert, fundierest, fundieret, fundierte, fundiertest, fundierten, fundiertet, ##fundiert, fundierte, fundiertes, fundiertem, fundierten, fundierter##, fundierend, ###fundierend, fundierende, fundierendes, fundierendem, fundierenden, fundierender###, fundier (!)+FW+EW; Z.: fund-ier-en
$fündig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. fündig, ausfindig, erfinderisch, kundig; E.: s. Fund, s. ig; L.: Kluge s. u. finden, DW 4, 542, EWD s. u. finden; GB.: seit 1285 belegte und aus Fund und ig gebildete Bezeichnung für ausfindig oder erfinderisch oder kundig; F.: fündig, fündige, fündigem, fündigen, fündiger, fündiges+EW; Z.: fü-n-d-ig
Fundus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Fundus, Grundstock, Grundlage; ne. fund; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1582; I.: Lw. lat. fundus; E.: s. lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau, unterer Teil, Tiefe, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Fundus, DW2 9, 1266, Duden s. u. Fundus; GB.: seit 1582 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit eines Bestandes oder aller Requisiten und Kostüme in einem Theater oder einen Grundstock oder eine Grundlage; BM.: Boden; F.: Fundus+FW; Z.: Fund-us
fünf, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. fünf; ne. five; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vünf, vunf, vümf, vumf, viunf, viumf, vinf, Num. Kard., fünf; mnd. vīf, vīve, fīf*, vef*, Num. Kard., fünf; mnl. vijf, Num. Kard., fünf; ahd. fimf, Num. Kard., fünf; as. fīf, Num. Kard., fünf; anfrk. -; germ. *femf, *femfe, Num. Kard., fünf; idg. penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fünf, Kluge s. u. fünf, EWD s. u. fünf, DW 4, 548, DW2 9, 1267, EWAhd 3, 239, Falk/Torp 228, Duden s. u. fünf, Bluhme s. u. fünf; Son.: vgl. afries. fīf, Num. Kard., fünf; saterl. fyf, Num. Kard., fünf; ae. fīf, Num. Kard., fünf; an. fim, fimm, Num. Kard., fünf; got. fimf, fynf, krimgot. fyuf, Num. Kard., fünf; nndl. vijf, Num. Kard., fünf; nschw. fem, Num. Kard., fünf; nnorw. fem, Num. Kard., fünf; ai. pánca, Num. Kard., fünf; av. panča, Num. Kard., fünf; arm. hing, Num. Kard., fünf; gr. πέντε (pénte), Num. Kard., fünf; alb. pesë, Num. Kard., fünf; lat. quīnque, V., fünf; kymr. pump, Num. Kard., fünf; air. cóic, Num. Kard., fünf; lit. penkì, Num. Kard., fünf; ksl. peti, Num. Kard., fünf; toch. A pëñ, Num. Kard., fünf; toch. B piś, Num. Kard., fünf; GB.: (fimf) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der der mit der Zahl der Finger und Zehen an einer Hand oder einem Fuß eines Primaten übereinstimmenden Grundzahl zwischen vier und sechs; BM.: ?; F.: fünf+EW; Z.: fünf
$Fünfer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fünfer, eine Schulnote; Q.: 1258 (Urkunde); E.: s. fünf, s. er (Suff.); L.: DW 4, 559, EWD s. u. fünf, DW2 9, 1270; GB.: (vünfer) seit 1258 belegte und aus fünf und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Teil eines aus fünf Teilen bestehenden Ganzen und auch eine (schlechte) Schulnote; F.: Fünfer, Fünfers, Fünfern+EW; Z.: Fünf-er
$fünfte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. fünfte; E.: s. fünf, s. te; L.: DW 4, 572, EWD s. u. fünf; GB.: (fimfto) seit vor Ende 8. Jh. belegte und aus fünf und te gebildete Bezeichnung für die zwischen vierte und sechste stehende Ordnungszahl; F.: fünfte, fünfter, fünftes, fünftem fünften+EW; Z.: fünf-t-e
$fünfzehn, nhd., Num. Kard., (9. Jh.): nhd. fünfzehn; E.: s. fünf, s. zehn; L.: DW 4, 581, EWD s. u. fünf; GB.: (fimfzehan*) um 830 belegte und aus fünf und zehn gebildete Bezeichnung für die Grundzahl zwischen vierzehn und sechzehn; F.: fünfzehn+EW; Z.: fünf—zehn
$fünfzig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. fünfzig; E.: s. fünf, s. zig; L.: DW 4, 586, EWD s. u. fünf; GB.: (fimfzug*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus fünf und zig gebildete Bezeichnung für die Grundzahl (50) zwischen 49 und 51; F.: fünfzig+EW; Z.: fünf—zig
fungieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. fungieren, sich betätigen, tätig sein (V.), eine bestimmte Aufgabe ausführen; ne. act (V.) as, function (V.) as; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1690; I.: Lw. lat. fungī; E.: s. lat. fungī, V., fertig werden, überstehen, erleiden, abmachen, verrichten, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰeug- (4), V., genießen, Pokorny 153 (237/70) (RB. idg. aus ind., alb., ital.); L.: Kluge s. u. fungieren, DW 4, 592, EWD s. u. fungieren, DW2 9, 1280, Duden s. u. fungieren; Son.: vgl. nndl. fungeren, V., fungieren; nschw. fungera, V., fungieren; nnorw. fungere, V., fungieren; GB.: seit 1690 belegt und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches tätig sein (V.) oder eine bestimmte Aufgabe ausführen; BM.: verrichten bzw. genießen?; F.: fungieren, fungiere, fungierst, fungiert, fungierest, fungieret, fungierte, fungiertest, fungierten, fungiertet, ##fungiert, fungierte, fungiertes, fungiertem, fungierten, fungierter##, fungierend, ###fungierend, fungierende, fungierendes, fungierendem, fungierenden, fungierender###, fungier (!)+FW(+EW); Z.: fu-n-g-ier-en
Funk (1), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Funk (M.) (1), Telegraphie; ne. radio (N.); Vw.: -; Hw.: s. Funke, funkeln, funken; Q.: 1914; E.: Abkürzung aus dem Wort Funktelegraphie; s. nhd. Funke; L.: Kluge s. u. Funk, fehlt DW, fehlt DW2, Duden s. u. Funk; GB.: seit 1914 belegte und aus Funktelegraphie abgekürzte Bezeichnung für die drahtlose Übertragung von Sendungen durch elektromagnetische Wellen mittels besonderer Sendegeräte und Empfangsgeräte; BM.: Feuer; F.: Funk, Funks+EW; Z.: Funk
Funk (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Funk (M.) (2), eine Musikrichtung; ne. funk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. funk; E.: s. ne. funk, N., Funk; von ne. funky music, Sb., Funkmusik; vgl. ne. funky, Adj., einfach, derb, stinkend; ne. funk, N., starker Geruch; vielleicht von einem frz. Dialektwort funkier, V., daraufblasen; von lat. fūmus, N., Rauch, Dampf (M.) (1), Qualm, Dunst, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Funk; Son.: vgl. nndl. funk, Sb., Funk (M.) (2); frz. funk, M., Funk (M.) (2); nschw. funk, Sb., Funk (M.) (2); nnorw. funk, M., Funk (M.) (2); poln. funk, M., Funk (M.) (2); kymr. ffwnc, ffync, M., Funk (M.) (2); lit. fank, Sb. (indekl.), Funk (M.) (2); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist von Afroamerikanern gespielte und eine Mischung aus Pop und Jazz darstellende Popmusik; BM.: stinken; F.: Funk, Funks+FW; Z.: Fu-n-k
Funke, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Funke, glühendes Teilchen; ne. spark (N.); Vw.: -; Hw.: s. funkeln, Funken, Funk (1), funken; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. vunke, funke*, sw. M., sw. F., Funke; mnd. vunke, funke*, F., M., Funke, glühendes abspringendes oder fliegendes Teilchen, kleiner Teil; mnl. vonke, Sb., Funke; ahd. funko*, funco*, sw. M. (n), Funke, Keim, Zunder, Zündstoff; as. -; anfrk. -; germ. *funkō-, *funkōn, *funka-, *funkan, sw. M. (n), Funke; s. idg. *peu̯ōr, Sb., Feuer, Pokorny 828 (1425/67) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Funke, Kluge s. u. Funke, DW 4, 594, EWD s. u. Funke, DW2 9, 1281, EWAhd 3, 624, Seebold 227, Duden s. u. Funke, Bluhme s. u. Funke; Son.: vgl. nndl. vonk, Sb., Funke, Funken; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein glimmendes oder glühendes und sich bei Verbrennungsvorgängen und Reibungsvorgängen oder bei einer Funkenentladung lösendes Teilchen; BM.: Feuer; F.: Funke, Funken+EW; Z.: Funk-e
funkeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. funkeln, Funken von sich geben, aufblitzen, glitzern; ne. sparkle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Funke, funken, Funk (1); Q.: um 1340 (Minneburg); E.: mhd. vunkelen, vunkeln, funkelen*, sw. V., funkeln; mnd. vunkelen, vunkeln, sw. V., funkeln, glänzen, schimmern; vgl. mhd. vunke, funke*, sw. M., sw. F., Funke; ahd. funko*, funco*, sw. M. (n), Funke, Keim, Zunder, Zündstoff; as. -; anfrk. -; germ. *funkō-, *funkōn, *funka-, *funkan, sw. M. (n), Funke; s. idg. *peu̯ōr, Sb., Feuer, Pokorny 828 (1425/67) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. funkeln, DW 4, 602, EWD s. u. Funke, DW2 9, 1284, Duden s. u. funkeln; Son.: vgl. nndl. flonkeren, V., funkeln; nnorw. funkle, V., funkeln; GB.: (vunkelen) seit um 1340 belegte und aus Funk(e) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Möglichkeit von Funken mögliches Funken von sich geben oder aufblitzen oder glitzern; BM.: Feuer; F.: funkeln, funkele, funkle, funkel (!), funkelst, funkelt, funkelte, funkeltest, funkelten, gefunkelt, ##gefunkelt, gefunkelte, gefunkeltes, gefunkeltem, gefunkelten, gefunkelter##, funkelnd, ###funkelnd, funkelnde, funkelndes, funkelndem, funkelnden, funkelnder###, funkel (!)+EW; Z.: funk-el-n
$funkelnagelneu, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. funkelnagelneu; E.: s. funkel(n), s. Nagel. s. neu; L.: Kluge s. u. funkelnagelneu, DW 4, 602, EWD s. u. Funke; GB.: seit 1779 belegte und aus funkel(n) und Nagel sowie neu gebildete Bezeichnung für ganz neu wie ein aus der Esse eines Schmiedes kommender Nagel; F.: funkelnagelneu, funkelnagelneue, funkelnagelneues, funkelnagelneuem, funkelnagelneuen, funkelnagelneuer+EW; Z.: funk-el—nag-el—neu
$funkelneu, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. funkelneu; L.: Kluge s. u. funkelnagelneu, DW 4, 606; GB.: seit 1648 belegte und aus funkel(n) und neu gebildete Bezeichnung für sehr neu und deswegen noch funkelnd; F.: funkelneu, funkelneue, funkelneues, funkelneuem, funkelneuen, funkelneuer+EW; Z.: funk-el—neu
funken, nhd., V., (12. Jh.): nhd. funken, Funken von sich geben, telegraphieren, drahtlose Telegraphie nutzen; ne. spark (V.), radio (V.); Vw.: -; Hw.: s. Funke, funkeln, Funk (1); Q.: um 1160 (Die Hochzeit); E.: mhd. vunken, funken*, sw. V., funken, Funken von sich geben, funkenartig schimmern, funkenartig glänzen, glänzen, Feuer machen; mnd. vunken, sw. V., Funken sprühen, funkeln; vgl. mhd. vunke, funke*, sw. M., sw. F., Funke; ahd. funko*, funco*, sw. M. (n), Funke, Keim, Zunder, Zündstoff; as. -; anfrk. -; germ. *funkō-, *funkōn, *funka-, *funkan, sw. M. (n), Funke; s. idg. *peu̯ōr, Sb., Feuer, Pokorny 828 (1425/67) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. funken, EWD s. u. funken, DW 4, 607, DW2 9, 1286, Duden s. u. funken; Son.: vgl. nschw. funka, V., funken; GB.: (vunken) seit um 1160 belegte und aus Funk(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Möglichkeit von Feuer mögliches Funken von sich geben und davon abgeleitet die von Menschen seit dem 19. Jh. entwickelte und verwendete drahtlose Telegraphie nutzen oder telegraphieren; BM.: Feuer; F.: funken (!), funke (!), funkst, funkt, funkest, funket, funkte, funktest, funkten, funktet, gefunkt, ##gefunkt, gefunkte, gefunktes, gefunktem, gefunkten, gefunkter##, funkend, ###funkend, funkende, funkendes, funkendem, funkenden, funkender###, funk (!)+EW; Z.: funk-en
Funken, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Funken, Funke, glühendes Teilchen; ne. spark (N.); Vw.: -; Hw.: s. funkeln, Funke, Funk (1), funken; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. vunke, funke*, sw. M., sw. F., Funke; mnd. vunke, funke*, F., M., Funke, glühendes abspringendes oder fliegendes Teilchen, kleiner Teil; mnl. vonke, Sb., Funke; ahd. funko*, funco*, sw. M. (n), Funke, Keim, Zunder, Zündstoff; as. -; anfrk. -; germ. *funkō-, *funkōn, *funka-, *funkan, sw. M. (n), Funke; s. idg. *peu̯ōr, Sb., Feuer, Pokorny 828 (1425/67) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Funke, DW 4, 594, EWD s. u. Funke, DW2 9, 1281, EWAhd 3, 624, Seebold 227, Duden s. u. Funke, Bluhme s. u. Funke; Son.: vgl. nndl. vonk, Sb., Funke, Funken; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für ein glimmendes oder glühendes und sich bei Verbrennungsvorgängen und Reibungsvorgängen oder bei einer Funkenentladung lösendes Teilchen; BM.: Feuer; F.: Funken, Funkens+EW; Z.: Funk-en
$Funkentelegraphie, Funktelegraphie, Funkentelegrafie, Funktelegrafie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Funkentelegraphie; E.: s. Funk(e), s. en, s. Telegraphie; L.: Kluge s. u. Funk; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Funk(e) und en sowie Telegraphie gebildete Bezeichnung für durch Funk und damit drahtlos übermittelte Telegraphie; F.: Funkentelegraphie+EW; Z.: Funk-en—tel-e—graphie
$Funker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Funker, Funkender; E.: s. funk(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Funk, fehlt DW, EWD s. u. Funke; GB.: seit 1905 belegte und aus funk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Funkenden oder ein Funkgerät bedienenden Menschen; F.: Funker, Funkers, Funkern+EW; Z.: Funk-er
$Funkspruch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Funkspruch, durch Funk übermittelter Spruch oder Ausspruch oder eine Mitteilung; Q.: 1914; E.: s. Funk, s. Spruch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Funke; GB.: seit 1914 belegte und aus Funk und Spruch gebildete Bezeichnung für einen durch Funk übermittelten Spruch oder Ausspruch oder eine Mitteilung; F.: Funkspruch, Funkspruches, Funkspruchs, Funksprüche, Funksprüchen+EW; Z.: Funk—s-pru-ch
Funktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Funktion, Stellung, Tätigkeit; ne. function (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1542/1543 (Luther); I.: Lw. lat. fūnctio; E.: s. lat. fūnctio, F., Verrichtung, Amtsobliegenheit, Geltung, Wert, (81-43 v. Chr.); lat. fungī, V., fertig werden, überstehen, erleiden, abmachen, verrichten, vollbringen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰeug- (4), V., genießen, Pokorny 153 (237/70) (RB. idg. aus ind., alb., ital.); L.: Kluge s. u. Funktion, fehlt DW, EWD s. u. Funktion, DW2 9, 1287, Duden s. u. Funktion; Son.: vgl. nndl. functie, Sb., Funktion; frz. fonction, F., Funktion; nschw. funktion, Sb., Funktion; nnorw. funksjon, M., Funktion; lit. funkcija, F., Funktion; GB.: seit 1542/1543 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Amt oder eine Stellung oder eine Tätigkeit die jemand oder etwas in einem größeren Ganzen hat; BM.: vollbringen; F.: Funktion, Funktionen+FW+EW; Z.: Fu-n-k-t-io-n
$funktional, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. funktional, Funktion betreffend; E.: s. Funktion, s. al; L.: Kluge s. u. Funktion, fehlt DW; GB.: seit 1878 belegte und aus Funktion und al gebildete Bezeichnung für eine Funktion betreffend; F.: funktional, funktionale, funktionales, funktionalem, funktionalen, funktionaler(, funktionalere, funktionaleres, funktionalerem, funktionaleren, funktionalerer, funktionalst, funktionalste, funktionalstes, funktionalstem, funktionalsten, funktionalster)+FW(+EW); Z.: fu-n-k-t-io-n-al
$Funktionär, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Funktionär, Amtsträger; E.: s. Funktion, s. är; L.: Kluge s. u. Funktion, fehlt DW, EWD s. u. Funktion; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen Amtsträger; F.: Funktionär, Funktionärs, Funktionäres, Funktionäre, Funktionären+FW(+EW); Z.: Fu-n-k-t-io-n-är
$funktionell, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. funktionell, Funktion betreffend; E.: s. frz. fonctionnel; L.: Kluge s. u. Funktion, fehlt DW; GB.: seit 1845 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Funktion betreffend; F.: funktionell, funktionelle, funktionelles, funktionellem, funktionellen, funktioneller(, funktionellere, funktionelleres, funktionellerem, funktionelleren, funktionellerer, funktionellst, funktionellste, funktionellstes, funktionellstem, funktionellsten, funktionellster)+FW(+EW); Z.: fu-n-k-t-io-n-ell
$funktionieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. funktionieren, Funktion erfüllen, gut arbeiten, gut laufen; E.: s. Funktion, s. ieren; L.: Kluge s. u. Funktion, EWD s. u. Funktion; GB.: seit 1747 belegte und aus Funktion und ieren gebildete Bezeichnung für Funktion erfüllen oder gut arbeiten oder gut laufen; F.: funktionieren, funktioniere, funktionierst, funktioniert, funktionierest, funktionieret, funktionierte, funktioniertest, funktionierten, funktioniertet, ##funktioniert, funktionierte, funktioniertes, funktioniertem, funktionierten, funktionierter##, funktionierend, ###funktionierend, funktionierende, funktionierendes, funktionierendem, funktionierenden, funktionierender###, funktionier (!)+FW+EW; Z.: fu-n-k-t-io-n-ier-en
Funzel, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Funzel, trüb leuchtende Lampe, schwach brennende Lampe; ne. lamp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl eine Ableitung von nhd. Funke (s. d.); L.: Kluge s. u. Funzel, DW 4, 616, EWD s. u. Funzel, DW2 9, 1292, Duden s. u. Funzel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise von Funke abgeleitete Bezeichnung für eine trüb leuchtende oder schwach brennende Lampe; BM.: Feuer?; F.: Funzel, Funzeln+EW; Z.: Funz-el
für, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. für, vor, dafür, wofür; ne. for; Vw.: s. -bass, -der; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. vüre (1), vür, vur, vure, vor, ver, Präp., Adv., vor, für, vor etwas hin, bis, entgegentretend, gegen, über, zum Besten, um, statt, zu, als, wie, ganz so wie, vorbei an, besser als, lieber als, mehr als, vorwärts; mnd. vȫre (2), germ. *furi, Adv., Präp., vor, für; idg. *prei, *pri, *pₑri, Präp., vor, voran, Pokorny 811; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810; L.: DW 4, 617, EWAhd 3, 660; GB.: (furi) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vor oder die Angabe eines Zieles oder Zweckes oder Nutzens; BM.: vor; F.: für; Z.: für
Furche, nhd., F., (8. Jh.); nhd. Furche, längliche Vertiefung, Rille in dem Boden; ne. furrow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vurch, vurh, vorch, for, st. F., Furche, Grenzfurche, gepflügtes Feld, Feld, Acker; mnd. furch, F., Furche; mnd. vōre (1), vore, voire, vure, vōr, F., Furche, Ackerfurche, Grenzfurche, Ackergrenze, Streifen (M.), Reihe; mnl. vorke, Sb., Furche; ahd. furh, furuh, st. F. (i), Furche, Einschnitt, Vertiefung; ahd. furha*, furuha*, sw. F. (n), Furche; as. *furh?, st. F. (i), Furche; anfrk. -; germ. *furhō (2), st. F. (ō), Furche; idg. *pr̥k̑ā, F., Furche, Pokorny 821; vgl. idg. *perk̑- (3), *pr̥k̑-, V., Sb., reißen, wühlen, kratzen, Furche, Pokorny 821 (1410/52) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Furche, DW 4, 673, EWD s. u. Furche, DW2 9, 1308, EWAhd 3, 679, Falk/Torp 244, Duden s. u. Furche, Bluhme s. u. Furche; Son.: vgl. afries. furch, st. F. (ō), Furche; saterl. forge; ae. furh (1), st. F. (kons.), Furche, Graben (M.); an. for (1), st. F. (ō), Furche, Graben (M.); got. faurhs, st. F. (ō), Furche; nndl. voor, Sb., Furche; nschw. fåra, Sb., furche; nnorw. fure, M., Furche; lat. porca, F., Ackerfurche, Ackerbeet; kymr. rhych, M., F., Furche; GB.: seit dem Frühmittelalter Bezeichnung für eine linienmäßige Vertiefung im Boden; BM.: reißen; F.: Furche, Furchen+EW; Z.: Furch-e Furche; GB.: (furh, furuh, furha) seit Ende 8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine längliche Vertiefung oder Rille in dem Boden; BM.: reißen; F.: Furche, Furchen+EW; Z.: Furch-e
$furchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. furchen, pflügen, mit Furchen versehen (V.); E.: s. Furch(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Furche, DW 4, 679, EWD s. u. Furche; GB.: (furhen) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Furch(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für pflügen oder mit Furchen versehen (V.); F.: furchen (!), furche (!), furchst, furcht, furchest, furchet, furchte, furchtest, furchten, furchtet, gefurcht, ##gefurcht, gefurchte, gefurchtes, gefurchtem, gefurchten, gefurchter##, furchend, ###furchend, furchende, furchendes, furchendem, furchenden, furchender###, furch (!)+EW; Z.: furch-en
Furcht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Furcht, Angst; ne. fright, fear (N.); Vw.: -; Hw.: s. fürchten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vorhte, vorht, vohte, vrohte, vorcht, vocht, vort, st. F., Furcht, Furchterregendes, Schrecken (M.), Angst, Sorge, Ehrfurcht, Besorgnis; mhd. vorht (1), forht*, st. M., Furcht; mnd. vrochte, vruchte, vorchte, vurchte, vrocht, M., F., Furcht, Angst, Besorgnis, Befürchtung, Schrecken (M.), Gefahr; mnl. vrucht, F., Furcht; ahd. forhta, forahta, st. F. (ō), sw. F. (n), Furcht, Angst, Schrecken (M.), Abscheu; as. forhta, st. F. (ō), Furcht; anfrk. forhta*, st. F. (ō), Furcht, Schrecken (M.); germ. *furhtō, st. F. (ō), Furcht; germ. *furhtō-, *furhtōn, sw. F. (n), Furcht; s. idg. perg- (2), V., Sb., fürchten, Furcht, Pokorny 820 (1405/47) (RB. idg. aus germ., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Furcht, Kluge s. u. Furcht, DW 4, 683, EWD s. u. Furcht, DW2 9, 1311, EWAhd 3, 478, Falk/Torp 244, Heidermanns 244, Duden s. u. Furcht, Bluhme s. u. Furcht; Son.: vgl. afries. fruchte, F., Furcht; ae. fyrhtu, fryhtu, fyrhto, sw. F. (n), Furcht, Schrecken, furchtbarer Anblick; an. -; got. faúrhtei, sw. F. (n), Furcht, Entsetzen; nschw. fruktan, Sb., Furcht; nnorw. frykt, M., Furcht; toch. A B pärsk-, V., fürchten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Angst angesichts einer Bedrohung oder Gefahr; BM.: ?; F.: Furcht+EW; Z.: Furch-t
$furchtbar, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. furchtbar, Furcht verursachend, Angst erregend, schrecklich, gefährlich; E.: s. Furcht, s. bar; L.: Kluge s. u. Furcht, Kluge s. u. Furcht, DW 4, 692; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Furcht und bar gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches Furcht verursachend oder Angst erregend oder schrecklich oder gefährlich; F.: furchtbar, furchtbare, furchtbares, furchtbarem, furchtbaren, furchtbarer(, furchtbarere, furchtbareres, furchtbarerem, furchtbareren, furchtbarerer, furchtbarst, furchtbarste, furchtbarstes, furchtbarstem, furchtbarsten, furchtbarster)+EW; Z.: furch-t-bar
fürchten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. fürchten, sich ängstigen, Angst haben; ne. fear (V.); Vw.: -; Hw.: s. Furcht; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vürhten (1), vurhten, vurten, vörhten, vorhten, vorten, vohten, sw. V., fürchten, Furcht empfinden, Angst empfinden, befürchten, Besorgnis empfinden, sich fürchten; mnd. vröchten, vörchten, vrüchten, vürchten, sw. V., fürchten, besorgt sein (V.), sich fürchten, Angst haben vor, sich hüten vor; mnl. vruchten, vrochten, sw. V., fürchten; ahd. forhten, furhten*, forahten, sw. V. (1a), fürchten, sich fürchten, sich scheuen; as. forhton*, sw. V. (2), fürchten; anfrk. forhten*, forhton, sw. V. (1), fürchten; germ. *furhtjan, sw. V., fürchten; s. idg. perg- (2), V., Sb., fürchten, Furcht, Pokorny 820 (1405/47) (RB. idg. aus germ., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Furcht, Kluge s. u. Furcht, DW 4, 695, DW2 9, 1314, Duden s. u. fürchten; Son.: vgl. afries. fruchta, sw. V., fürchten; ae. fyrhtan, fryhtan, sw. V. (1), fürchten, erschrecken; an. -; got. faúrhtjan, sw. V. (1), sich fürchten; nschw. frykta, V., fürchten; nnorw. frykte, V., fürchten; toch. AB pärsk-, V., sich fürchten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlich mögliches sich vor etwas ängstigen oder Angst haben; BM.: ?; F.: fürchten, fürchte, fürchtest, fürchtet, fürchtete, fürchtetest, fürchteten, fürchtetet, gefürchtet, ##gefürchtet, gefürchtete, gefürchtetes, gefürchtetem, gefürchteten, gefürchteter##, fürchtend, ###fürchtend, fürchtende, fürchtendes, fürchtendem, fürchtenden, fürchtender###, fürcht (!)+EW; Z.: fürch-t-en
$fürchterlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. fürchterlich. furchtbar, Angst erregend, schlimm, schrecklich; E.: s. Furcht, s. er, s. lich;L.: Kluge s. u. Furcht, Kluge s. u. Furcht, DW 4, 705; GB.: seit 1640 belegte und aus Furcht und er sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches furchtbar oder Angst erregend oder schlimm oder schrecklich; F.: fürchterlich, fürchterliche, fürchterliches, fürchterlichem, fürchterlichen, fürchterlicher(, fürchterlichere, fürchterlicheres, fürchterlicherem, fürchterlicheren, fürchterlicherer, fürchterlichst, fürchterlichste, fürchterlichstes, fürchterlichstem, fürchterlichsten, fürchterlichster)+EW; Z.: fürch-t-er-lich
$furchtlos, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. furchtlos, angstfrei, sorglos, tapfer; E.: s. Furcht, s. los; L.: Kluge s. u. Furcht, Kluge s. u. los, DW 4, 709; GB.: seit 1330 belegte und aus Furcht und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches angstfrei oder sorglos oder tapfer; F.: furchtlos, furchtlose, furchtloses, furchtlosem, furchtlosen, furchtloser(, furchtlosere, furchtloseres, furchtloserem, furchtloseren, furchtloserer, furchtlosest, furchtloseste, furchtlosestes, furchtlosestem, furchtlosesten, furchtlosester)+EW; Z.: furch-t—lo-s
$furchtsam, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. furchtsam, ängstlich, Furcht habend, verzagt; E.: s. Furcht, s. sam; L.: Kluge s. u. Furcht, Kluge s. u. Furcht, DW 4, 709; GB.: seit 1085 belegte und aus Furcht und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ängstlich oder Furcht habend oder verzagt; F.: furchtsam, furchtsame, furchtsames, furchtsamem, furchtsamen, furchtsamer(, furchtsamere, furchtsameres, furchtsamerem, furchtsameren, furchtsamerer, furchtsamst, furchtsamste, furchtsamstes, furchtsamstem, furchtsamsten, furchtsamster)+EW; Z.: furch-t-sam
fürder, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. fürder, vorwärts, weg, fortan, voran, künftig, in Zukunft; ne. further; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vürder, vurder, vorder, vuder, Adv., fürder, vorwärts, weiterhin, weiter nach vorn, fortan, fort, weg, weiter, von jetzt an, in Zukunft, künftig, darüber hinaus; mnd. vȫrder (2), vürder, vȫrdere, Adv., fürder, weiter fort, vorwärts, weiter verbreitet, ausgedehnt; mnl. vorder, Adv., fürder; ahd. furdir, furdor, Adv., Präf., fürderhin, ferner, weiter, fortan; as. furthor, Adv., nach, vorn, später, fürder, fortan, außerdem, vollständiger; anfrk. further, Adv., weiter; germ. *furþera, Adj., vordere; vgl. idg. *pr̥-, Adj., Adv., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. fürder, Kluge s. u. fürder, DW 4, 714, DW2 9, 1319, EWAhd 3, 655, Duden s. u. fürder; Son.: vgl. afries. further, Adv., weiter, ferner; ae. furþor, furþur, Adv., fürder, weiter, vorwärts, später, mehr, höher; an. -; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vorwärts oder weg oder fortan oder voran oder künftig oder in Zukunft; BM.: vorwärts; F.: fürder+EW; Z.: für—der
Furie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Furie, böser Geist, Rachegöttin, wütende Frau; ne. fury (F.), Erinye, termagant; Vw.: -; Hw.: s. furios, Furore; Q.: 1541; I.: Lw. lat. Furia; E.: s. lat. Furia (2), F., Furie, böser Geist, Dämon, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. furia, F., Wut, Raserei, Tollheit, Wahnsinn, Verrücktheit; lat. furere, V., rasen, wüten, toben, tollwütig sein (V.); gr. θυάζειν (thyázein); idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Furie, DW 4, 749, EWD s. u. Furie, DW2 9, 1324, Duden s. u. Furie; Son.: vgl. nndl. furie, Sb., Furie; frz. furie, F., Furie; nschw. furie, Sb., Furie; nnorw. furie, F., furie; poln. furia, F., Furie; GB.: seit 1541 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen weiblichen bösen Geist oder eine Rachegöttin oder eine wütende Frau; BM.: streben bzw. wirbeln?; F.: Furie, Furien+FW(+EW); Z.: Fu-r-ie
Furier, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Furier, Rechnungsführer; ne. forager; Vw.: -; Hw.: s. Furage; Q.: nach 1391 (Bruder Hans); I.: Lw. frz. fourrier; E.: s. frz. fourrier, M., Rechnungsführer; vgl. afrz. fuerre, Sb., Viehfutter; wohl aus dem Germanischen, s. germ. *fōþra-, *fōþram, *fōdra-, *fōdram, st. N. (a), Futter (N.) (1); s. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Furage, DW 4, 751, DW2 9, 1325, Duden s. u. Furier; GB.: seit nach 1391 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl aus dem Germanischen stammende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Rechnungsführer oder für einen für eine Verpflegung und ein Rechnungswesen verantwortlichen Menschen; BM.: nähren; F.: Furier, Furiers, Furiere, Furieren+FW(+EW); Z.: Fu-r-ier
furios, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. furios, rasend, wütend, mitreißend, leidenschaftlich; ne. furious; Vw.: -; Hw.: s. furioso, Furore; Q.: 1596; I.: Lw. lat. furiōsus; E.: s. lat. furiōsus, Adj., voll Wut seiend, wütend, rasend, unsinnig, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. furia, F., Wut, Raserei, Tollheit, Wahnsinn, Verrücktheit; lat. furere, V., rasen, wüten, toben, tollwütig sein (V.); gr. θυάζειν (thyázein); idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. furios, fehlt DW, EWD s. u. furios, DW2 9, 1326, Duden s. u. furios; Son.: vgl. nndl. furioes, Adj., wütend; frz. furieux, Adj., wütend; GB.: seit 1596 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches rasend oder wütend oder mitreißend oder leidenschaftlich; BM.: wirbeln; F.: furios, furiose, furioses, furiosem, furiosen, furioser(, furiosere, furioseres, furioserem, furioseren, furioserer, furiosest, furioseste, furiosestes, furiosestem, furiosesten, furiosester)+FW(+EW); Z.: fu-r-i-os
furioso, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. furioso, stürmisch, leidenschaftlich, wild; ne. furioso; Vw.: -; Hw.: s. furios, Furore; Q.: 1779; I.: Lw. it. furioso; E.: s. it. furioso, Adv., furioso, stürmisch; lat. furiōsus, Adj., voll Wut seiend, wütend, rasend, unsinnig, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. furia, F., Wut, Raserei, Tollheit, Wahnsinn, Verrücktheit; lat. furere, V., rasen, wüten, toben, tollwütig sein (V.); gr. θυάζειν (thyázein); idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. furios, fehlt DW, EWD s. u. furios, DW2 9, 1326, Duden s. u. furioso; Son.: vgl. nndl. furiosos, Adv., furioso; nnorw. furioso, Adv., furioso; kymr. furioso, Adv., furioso; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stürmisch oder leidenschaftlich oder wild; BM.: wirbeln; F.: furioso+FW; Z.: fu-r-i-os-o
$Furioso, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Furioso, stürmisches oder leidenschaftliches oder wildes Spielen von Musik; L.: fehlt DW, EWD s. u. furios; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stürmisches oder leidenschaftliches oder wildes Spielen von Musik; F.: Furioso, Furiosos+FW; Z.: Fu-r-i-os-o
$Furnier, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Furnier, dünner Überzug aus Edelholz über Einfachholz; E.: s. furnieren; L.: Kluge s. u. furnieren, DW 4, 782, EWD s. u. furnieren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Westfränkischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und der Verschönerung dienenden dünnen Überzug aus Edelholz über Einfachholz; F.: Furnier, Furniers, Furniere, Furnieren+FW+EW; Z.: Fur-n-ier
furnieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. furnieren, mit Furnier überziehen; ne. veneer (V.), inlay (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1515; I.: Lw. frz. fournir; E.: s. frz. fournir, V., versehen (V.); awfrk. *frummjan, V., fördern; vgl. ahd. frummen, sw. V. (1b), tun, ausführen, machen, vollbringen; germ. *frumjan, sw. V., befördern, fördern; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. furnieren, DW 4, 782, EWD s. u. furnieren, DW2 9, 1326, Duden s. u. furnieren; Son.: vgl. nndl. fineer, V., furnieren; nschw. faner, V., furnieren; nnorw. finer, V., furnieren; poln. fornirować, V., furnieren; GB.: seit 1515 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Germanischen stammende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes einfacheres Holz wegen des schöneren Anscheins mit einer dünnen Schicht höherwertigen Holzes überziehen; BM.: über; F.: furnieren (!), furniere (!), furnierst, furniert, furnierest, furnieret, furnierte, furniertest, furnierten, furniertet, ##furniert, furnierte, furniertes, furniertem, furnierten, furnierter##, furnierend, ###furnierend, furnierende, furnierendes, furnierendem, furnierenden, furnierender###, furnier (!)+FW+EW; Z.: fur-n-ier-en
Furore, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Furore, Aufsehen, Aufregung; ne. furore, furor; Vw.: -; Hw.: s. furios, furioso, Furie; Q.: 1714; I.: Lw. it. far furore; E.: s. it. far furore, V., Begeisterung erwecken; it. furore, M., Wut, Raserei; lat. furor, M., Raserei, Wut, Tobsucht, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. furere, V., rasen, wüten, toben, tollwütig sein (V.); gr. θυάζειν (thyázein); idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Furore, fehlt DW, EWD s. u. Furore, DW2 9, 1328, Duden s. u. Furore; Son.: vgl. nndl. furore, Sb., Furore; frz. fureur, F., Wut, Zorn, Heftigkeit; nschw. furor, Sb., Furore; nnorw. furore, M., Furore, Begeisterung; GB.: seit 1714 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Aufsehen oder Aufregung; BM.: wirbeln; F.: Furore, Furores+FW; Z.: Fu-r-or-e
$Fürsorge, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fürsorge, Vorsorge, Zukunftssorge; E.: s. für, s. Sorge; L.: DW 4, 825, EWD s. u. Sorge, DW2 9, 1328; GB.: (vüresorge*) seit nach 1193 belegte und aus für und Sorge gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Vorsorge oder Zukunftssorge; F.: Fürsorge, Fürsorgen+EW; Z.: Für—sorg-e
$Fürsorgerin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fürsorgerin, Fürsorge leistende Frau; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Fürsorg(e), s. er (Suff.), s. in (Suff.); L.: DW 4, 828, EWD s. u. Sorge; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Fürsorg(e) und er sowie in gebildete Bezeichnung für eine Fürsorge leistende Frau in einem sozialen Bereich; F.: Fürsorgerin, Fürsorgerinnen+EW; Z.: Für—sorg-er-in
Fürst, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fürst, hoher Adeliger, Herrscher; ne. prince, ruler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. vüreste* (2), vürste, vürst, vurste, vorst, (Adj. Superl.=)M., Erste, Vornehmste, Fürst, Fürst der alle anderen überragt, Herrscher, Herrscher eines Landes; mnd. vörste, vorste, vürste, M., Fürst, Reichsfürst, Herzog, Kirchenfürst, Herrscher, regierender Herr, Kaiser; mnl. vorst, M., Fürst, Herrscher; ahd. furisto, Adj. Superl., sw. M. (n), erste, vorderste, höchste, Fürst, Oberster, Herrscher; as. furisto*, Adj., Num. Ord., erste, höchste; anfrk. furist, furisto*, st. M. (a), Fürst; anfrk. furisto*, sw. M. (n), Fürst; germ. *furista-, furistan, Adj., vorderste, erste; s. idg. peri-, Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fürst, Kluge s. u. Fürst, DW 4, 841, EWD s. u. Fürst, DW2 9, 1334, EWAhd 3, 670, Falk/Torp 232, Duden s. u. Fürst, Bluhme s. u. Fürst; Son.: vgl. afries. forsta, fersta (1), sw. M. (n), Fürst; ae. fyrest, fyrst (2), Adj., erste, vorderste, hauptsächlichste; an. fyrstr, Adj., erste; nndl. vorst, Sb., Fürst; nschw. furste, Sb., Fürst; nnorw. fyrste, M., Fürst; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an einer Herrschaft über ein Reich beteiligten hohen Adeligen oder Herrscher; BM.: Erster; F.: Fürst, Fürsten+EW; Z.: Für-st
$Fürstentum, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. Fürstentum, Herrschaft, Vorrang, erste Stelle; Vw.: s. Kur-; L.: Kluge s. u. Fürst, fehlt DW, EWD s. u. Fürst; GB.: (furisttuom*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus Fürst und (en sowie) tum gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Bezeichnung für eine Herrschaft oder einen Vorrang oder eine erste Stelle; F.: Fürstentum, Fürstentums, Fürstentumes, Fürstentümer, Fürstentümern+EW; Z.: Für-st-en—tum
$fürstlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. fürstlich, fürstengemäß, edel, einen Fürsten betreffend; Vw.: s. kur-; E.: s. Fürst, s. lich; L.: Kluge s. u. Fürst, DW 4, 889, EWD s. u. Fürst; GB.: (vürestlich*) seit vor 1190 belegte und aus Fürst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Herrschaft mögliches fürstengemäß oder edel oder einen Fürsten betreffend; F.: fürstlich, fürstliche, fürstliches, fürstlichem, fürstlichen, fürstlicher(, fürstlichere, fürstlicheres, fürstlicherem, fürstlicheren, fürstlicherer, fürstlichst, fürstlichste, fürstlichstes, fürstlichstem, fürstlichsten, fürstlichster)+EW; Z.: für-st-lich
Furt, nhd., F.(, M.), (8. Jh.): nhd. Furt, Flussbett, Weg; ne. ford, passage; Vw.: -; Hw.: s. Förde, Fjord; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. vurt, vort, st. M., Furt, Flussbett, Bachbett, Bahn, Strom, Weg; mnd. vōrt (2), vōrd, M., F., Furt, Durchfahrt, Durchgang, Pass, enger Zugang, mnl. vort, F., Furt; ahd. furt, st. M. (i?), Furt; as. ford*, furd*, st. N. (a)?, st. M. (i)?, Furt; as. *furd?, st. N. (a?), st. M.? (i?), Furt; anfrk. -; germ. *furdu-, *furduz, st. M. (u), Furt; idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; s. idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Furt, Kluge s. u. Furt, DW 4, 896, EWD s. u. Furt, DW2 9, 1342, EWAhd 3, 676, Falk/Torp 230, Seebold 188, Duden s. u. Furt, Bluhme s. u. Furt; Son.: vgl. lang. furt, st. M., Furt; afries. forda, sw. M. (n), Furt, Übergang, Damm, Brücke; ae. ford, st. M. (u), Furt; an. -; got. -; nndl. voorde, Sb., Ford; av. peretauu-, M., F., Furt, Brücke; lat. portus, M., Hafen (M.) (1); gall. ritu-, Sb., Furt; kymr. rhyd, F., Furt; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen seichten und von Menschen ohne Hilfsmittel benutzbaren Durchgang durch ein grundsätzlich ein Hindernis für Menschen bildendes Gewässer; BM.: übersetzen (V.) (1); F.: Furt, Furten+EW; Z.: Fur-t
$Fürtuch, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Fürtuch, Schutztuch; E.: s. für, s. Tuch; L.: Kluge s. u. Fürtuch, DW 4, 920; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus für und Tuch gebildete Bezeichnung für ein Schutztuch (bei einer Arbeit); F.: Fürtuch, Fürtuchs, Fürtuches, Fürtücher, Fürtüchern+EW; Z.: Für—tuch
Furunkel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Furunkel, Eitergeschwür, eiterige Entzündung, Abszess; ne. furuncle, boil (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1579; I.: Lw. lat. fūrunculus; E.: s. lat. fūrunculus (2), M., Blutschwäre, Geschwür, Eiterbeule, (14-37 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von lat. fūrvus, Adj., kohlschwarz, rabenschwarz, schwarz; idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von lat. fūr, M., F., Dieb, Diebin, Entwender, Spitzbube, Spitzbübin; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Furunkel, DW 4, 926, EWD s. u. Furunkel, DW2 9, 1343, Duden s. u. Furunkel; Son.: vgl. nndl. furunkel, Sb., Furunkel; frz. furoncle, M., Furunkel; nschw. furunkel, Sb., Furunkel; nnorw. furunkel, M., Furunkel; lit. furunkulas, M., Furunkel; GB.: seit 1579 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine tief reichende und eiterige Entzündung eines Haarbalgs und seiner Umgebung, Abszess; BM.: stieben? oder tragen?; F.: Furunkel, Furunkels, Furunkeln+FW(+EW); Z.: Fur-unk-el
$Furunkulose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Furunkulose; E.: s. nlat. furunculosis; I.: Lw. nlat. furunculosis; L.: fehlt DW, EWD s. u. Furunkel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein wiederholtes Auftreten zahlreicher Furunkel an unterschiedlichen Körperstellen eines Menschen vielfach als Folge einer Stoffwechselstörung; F.: Furunkulose, Furunkulosen+FW(+EW); Z.: Fur-unk-ul-os-e
$fürwahr, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. fürwahr, wahr, in Wahrheit, wahrlich, tatsächlich; E.: s. für, s. wahr; L.: DW 4, 927, EWD s. u. fürwahr; GB.: seit 1120 belegte und aus für und wahr gebildete Bezeichnung für wahr oder in Wahrheit oder wahrlich oder tatsächlich; F.: fürwahr+EW; Z.: für—wahr
$Fürwort, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Fürwort; Q.: 1734 (Gottsched); E.: s. für, s. Wort; L.: DW 4, 947; GB.: seit 1774 belegte und nach lat. praepositio gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Präposition als eine der (zehn in der Sprachwissenschaft allgemein anerkannten) Wortarten; F.: Fürwort, Fürwortes, Fürworts, Fürworte, Fürworten, Fürwörter, Fürwörtern+EW; Z.: Für—wor-t; Son.: s. ahd furiwurti für lat. proverbium für Spruch oder Ausspruch oder Gleichnis
Furz, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Furz, Bauchwind, Blähung, Darmblähung; ne. fart (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. vurz, vurtz, vorz, st. M., Furz; mnd. vort, fort*, M., Furz; mnl. vort, Sb., Furz; ahd. furz, st. M. (i?), Furz, Wind; as. -; anfrk. -; germ. *ferti-, *fertiz, *furti-, *furtiz, st. M. (i), Furz; idg. *pr̥dis, Sb., Furz, Pokorny 819; s. idg. *perd-, V., furzen, Pokorny 819 (1403/45) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Furz, DW 4, 950, EWD s. u. Furz, DW2 9, 1345, EWAhd 3, 681, Falk/Torp 234, Seebold 194, Duden s. u. Furz, Bluhme s. u. Furz; Son.: vgl. nschw. fjärt, Sb., Furz; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine aus dem Körper eines höheren Tieres oder Menschen meist unwillkürlich entweichende Darmblähung; BM.: ?; F.: Furz, Furzes, Fürze, Fürzen+EW; Z.: Furz
$furzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. furzen; E.: s. Furz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Furz, DW 4, 954, EWD s. u. Furz; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Furz und en (Suff.) lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Darmblähung entweichen lassen; F.: furzen (!), furze (!), furzst, furzt, furzest, furzet, furzte, furztest, furzten, furztet, gefurzt, ##gefurzt, gefurzte, gefurztes, gefurztem, gefurzten, gefurzter##, furzend, ###furzend, furzende, furzendes, furzendem, furzenden, furzender###, furz (!“)+EW; Z.: furz-en
$fuschen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. pfuschen; L.: Kluge 1. A. s. u. fuschen, DW 4, 960; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Arbeitsteilung mögliches pfuschen oder schnell und oberflächlich und deswegen nachlässig arbeiten; F.: fuschen, fusche, fuschst, fuscht, fuschest, fuschet, fuschte, fuschtest, fuschten, fuschtet, gefuscht, ##gefuscht, gefuschte, gefuschtes, gefuschtem, gefuschten, gefuschter##, fuschend, ###fuschend, fuschende, fuschendes, fuschendem, fuschenden, fuschender###, fusch (!)+EW; Z.: fusch-en
Fusel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Fusel, schlechter Schnaps, geringwertiger Branntwein; ne. booze (N.), fusel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1743; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen?; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Fusel, Kluge s. u. Fusel, EWD s. u. Fusel, DW2 9, 1346, Duden s. u. Fusel, Bluhme s. u. Fusel; GB.: seit 1743 belegte und wohl aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen minderwertigen Trinkalkohol oder schlechten Schnaps oder geringwertigen Branntwein; BM.: gießen?; F.: Fusel, Fusels, Fuseln+FW; Z.: Fusel
Füsilier, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Füsilier, Gewehrschütze; ne. fusilier, private (M.); Vw.: -; Hw.: s. füsilieren; Q.: 1700; I.: Lw. frz. fusilier; E.: s. frz. fusilier, M., Gewehrschütze; vgl. frz. fusil, M., Gewehr; lat. focārius (1), Adj., zum Herde gehörig, Herd..., (um 560-636 n. Chr.); vgl. lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, Feuerstelle, Feuer, Flamme; idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge s. u. Füsilier, fehlt DW, EWD s. u. Füsilier, DW2 9, 1346, Duden s. u. Füsilier; Son.: vgl. nndl. fusilier, Sb., Füsilier; nschw. fysiljer, Sb., Füsilier; kymr. ffiwsilwr, M., Füsilier; nir. fiúsailéir, M., Füsilier; GB.: seit 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Soldaten der leichten Infanterie in dem niedrigsten Dienstgrad; BM.: brennen?; F.: Füsilier, Füsiliers, Füsiliere, Füsilieren+FW(+EW); Z.: Füs-il-ier
füsilieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. füsilieren, erschießen, durch ein Erschießungskommando hinrichten; ne. execute by firing squad; Vw.: -; Hw.: s. Füsilier; Q.: 1798; I.: Lw. frz. fusiller; E.: s. frz. fusiller, V., füsilieren, erschießen; vgl. frz. fusil, M., Gewehr; lat. focārius (1), Adj., zum Herde gehörig, Herd..., (um 560-636 n. Chr.); vgl. lat. focus, M., Feuerstätte, Herd, Feuerstelle, Feuer, Flamme; idg. *bʰok-, V., flammen?, brennen?, Pokorny 162 (264/97) (RB. idg. aus arm., ital.); L.: Kluge s. u. Füsilier, fehlt DW, EWD s. u. Füsilier, DW2 9, 1346, Duden s. u. füsilieren; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes durch ein Erschießungskommando hinrichten; BM.: brennen?; F.: füsilieren, füsiliere, füsilierst, füsiliert, füsilierest, füsilieret, füsilierte, füsiliertest, füsilierten, füsiliertet, ##füsiliert, füsilierte, füsiliertes, füsiliertem, füsilierten, füsilierter##, füsilierend, ###füsilierend, füsilierende, füsilierendes, füsilierendem, füsilierenden, füsilierender###, füsilier (!)+FW; Z.: füs-il-ier-en
Fusion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Fusion, Verschmelzung, Verbindung, Zusammenschluss; ne. fusion; Vw.: s. In-, Kon-, Trans-; Hw.: -; Q.: 1526/1527 (Paracelsus); I.: Lw. lat. fūsio; E.: s. lat. fūsio, F., Gießen, Guss, Ausfluss, Schmelzen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fusion, fehlt DW, EWD s. u. Fusion, DW2 9, 1347, Duden s. u. Fusion; Son.: vgl. nndl. fusie, Sb., Fusion; frz. fusion, F., Fusion; nschw. fusion, Sb., Fusion; nnorw. fusjon, M., Fusion; poln. fuzja, F., Fusion; GB.: seit 1526/1527 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine Verschmelzung oder Verbindung oder den Zusammenschluss von mindestens zwei Unternehmen oder Organisationen oder Zellen; BM.: gießen; F.: Fusion, Fusionen+FW(+EW); Z.: Fu-s-io-n
$fusionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. fusionieren, verbinden, verschmelzen, vereinigen; E.: s. Fusion, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fusion; GB.: seit 1885 belegte und aus Fusion und ieren gebildete Bezeichnung für durch eine Fusion verbinden oder verschmelzen oder vereinigen; F.: fusionieren, fusioniere, fusionierst, fusioniert, fusionierest, fusionieret, fusionierte, fusioniertest, fusionierten, fusioniertet, ##fusioniert, fusionierte, fusioniertes, fusioniertem, fusionierten, fusionierter##, fusionierend, ###fusionierend, fusionierende, fusionierendes, fusionierendem, fusionierenden, fusionierender###, fusionier (!)+FW+EW; Z.: fu-s-io-n-ier-en
Fuß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Fuß, ein Körperteil, eine Maßeinheit, Versfuß; ne. foot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. vuoz, vūz, vōz, vōt, st. M., Fuß, Längenmaß, Fußbreit, Schritt, Versfuß, Versglied, Dauer, Ende; mnd. vōt, vout, voet, voit, voht, M., Fuß, menschlicher Fuß, Fuß des Heiligenbilds, Tierfuß, Huf, Pfote; mnl. voet, M., Fuß; ahd. fuoz, st. M. (i), Fuß, Ferse, Sohle, Fußsohle; as. fōt*, st. M. (i), Fuß; anfrk. fuot, st. M. (athem.), Fuß; germ. *fōtu-, *fōtuz, st. M. (u), Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Fusz, Kluge s. u. Fuß, DW 4, 965 (Fusz), EWD s. u. Fuß, DW2 9, 1348, EWAhd 3, 649, Duden s. u. Fuß, Bluhme s. u. Fuss; Son.: vgl. afries. fōt, st. M. (i?, u?), Fuß; saterl. fot; ae. fōt, M. (kons.), Fuß; an. fōtr, st. M. (u), Fuß; got. fōtus, st. M. (u), Fuß; nndl. voet, Sb., Fuß; nschw. fot, Sb., Fuß; nnorw. fot, M., Fuß; ai. pat, Sb., Fuß; av. pad-, Sb., Fuß; arm. ot-n, Sb., Fuß; gr. πούς (pús), πώς (pṓs), M., Fuß; lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle; toch. A pe, Sb., Fuß; toch. B. paiyye, Sb., Fuß; GB.: (fuoz) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den durch das Sprunggelenk mit dem Unterschenkel verbundenen untersten Teil des Beines bei Menschen und höheren Wirbeltieren; BM.: ?; F.: Fuß, Fußes, Füße, Füßen+EW; Z.: Fuß
$Fußangel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Fußangel, eine Falle; E.: s. Fuß, s. Angel; L.: DW 4, 1012 (Fuszangel), EWD s. u. Fuß; GB.: seit 1418 belegte und aus Fuß und Angel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete auf dem Boden liegende eiserne Falle (F.) für den Fuß mit mehreren Spitzen; F.: Fußangel, Fußangeln+EW; Z.: Fuß—ang-el
$Fußball, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Fußball; I.: Lüs. ne. football; E.: s. Fuß, s. Ball; L.: Kluge s. u. Fußball, DW 4, 1013, EWD s. u. Fuß; GB.: seit 1666 belegte und nach ne. football aus Fuß und Ball gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Spiel meist zweier Mannschaften mit je elf Spielern mit einem von den Feldspielern grundsätzlich nur mit dem Fuß berührt werden dürfenden mit Luft gefüllten mittelgroßen Ball meist aus Leder; F.: Fußball, Fußballs, Fußballes, Fußbälle, Fußbällen+EW; Z.: Fuß—bal-l
Fussel, nhd., F., M., (19. Jh.?): nhd. Fussel, kurze Faser; ne. fuzz (N.), fluff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht Verwandtschaft zu mhd. visel, vesel, Penis; L.: Kluge s. u. Fussel, DW 4, 964, EWD s. u. Fussel, Duden s. u. Fussel, Bluhme s. u. Fussel; GB.: wohl seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit mhd. visel verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliche sich aus der Luft absetzende kurze Faser eines Stoffes oder Zeuges; BM.: ?; F.: Fussel, Fussels, Fusseln+EW; Z.: Fuss-el
$fusselig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. fusselig, Fussel betreffend, zerfasert; E.: s. Fussel, s. ig; L.: DW 4, 964, EWD s. u. Fussel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fussel und ig gebildete Bezeichnung für Fussel betreffend oder zerfasert; F.: fusselig, fusselige, fusseliges, fusseligem, fusseligen, fusseliger(, fusseligere, fusseligeres, fusseligerem, fusseligeren, fusseligerer, fusseligst, fusseligste, fusseligstes, fusseligstem, fusseligsten, fusseligster)+EW; Z.: fuss-el-ig
$fusseln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. fusseln, Fussel bilden; E.: s. Fussel, s. (e)n; L.: DW 4, 964, EWD s. u. Fussel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Fussel und (e)n gebildete Bezeichnung für Fussel(n) bilden; F.: fusseln, fussel (!), fussle, fussele, fusselst, fusselt, fusselte, fusseltest, fusselten, fusseltet, gefusselt, ##gefusselt, gefusselte, gefusseltes, gefusseltem, gefusselten, gefusselter##, fusselnd, ###fusselnd, fusselnde, fusselndes, fusselndem, fusselnden, fusselnder###+EW; Z.: fuss-el-n
$fußen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. fußen, festen Grund haben, beruhen; E.: s. Fuß, s. en; L.: Kluge s. u. Fuß, DW 4, 1020 (fuszen); GB.: seit 1386 belegte und aus Fuß und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches festen Grund haben oder beruhen; F.: fußen, fuße, fußst (!), fußt, fußest, fußet, fußte, fußtest, fußten, fußtet, gefußt, ##gefußt, gefußte, gefußtes, gefußtem, gefußten, gefußter##, fußend, ###fußend, fußende, fußendes, fußendem, fußenden, fußender###, fuß (!)+EW; Z.: fuß-en
$Fußgänger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Fußgänger; E.: s. Fuß, s. Gänger; L.: DW 4, 1025, (Fuszgänger) EWD s. u. Fuß, DW2 9, 1362; GB.: seit 1270 belegte und aus Fuß und Gänger gebildete Bezeichnung für einen ursprünglich selbverständlich zu Fuß gehenden und erst ab Erfindung von Fahrzeugen als Fußgänger auffälligen besonderen Menschen; F.: Fußgänger, Fußgängers, Fußgängern+EW; Z.: Fuß—gä-ng-er
$Fußnote, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Fußnote, Anmerkung, Hinweis, Erklärung; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Fuß, s. Note, L.: fehlt DW, EWD s. u. Note; GB.: seit 1855 belegte und aus Fuß und Note gebildete Bezeichnung für eine außerhalb des Textes gegebene Anmerkung zu einer Textstelle meist an dem unteren Ende (Fuß) der jeweiligen Seite oder einen Hinweis oder eine Erklärung; F.: Fußnote, Fußnoten+EW+FW, FW; Z.: Fuß—no-t-e
$Fußstapfe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Fußstapfe, Fußspur, Fußabdruck, Tritt, Schritt; E.: s. Fuß, s. Stapfe; L.: Kluge 1. A. s. u. Fuß, Kluge s. u. Fußstapfe, DW 4, 1044, EWD s. u. Fuß; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Fuß und Stapfe gebildete Bezeichnung für eine Fußspur oder einen Fußabdruck oder einen Schritt oder einen Tritt; F.: Fußstapfe, Fußstapfen+EW; Z.: Fuß—stapf-e
$Fußvolk, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Fußvolk; E.: s. Fuß, s. Volk; L.: DW 4, 1056 (Fuszvolk), EWD s. u. Fuß, DW2, 9, 1366; GB.: seit 1250 belegte und aus Fuß und Volk gebildete Bezeichnung für das (anfangs stets) zu Fuß kämpfende Heer eines Volkes in Gegensatz beispielsweise zu einer Reiterei; F.: Fußvolk, Fußvolks, Fußvolkes+EW; Z.: Fuß—vol-k
Fut, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Fut, Scheide; ne. cunt; Vw.: -; Hw.: s. Fotze; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart); E.: s. mhd. vut, fut*, st. F., sw. F., Fut, Scheide, Vulva, ein Spottname für Frauen; mnd. vut, vot, fut, futte, F., Scheide, Vulva, weiblicher Geschlechtsteil; germ. *fuþi-, *fuþiz, st. F. (i), Hintern, Gesäß; s. idg. *pū̆- (2), *peu̯ə-, V., faulen, stinken, Pokorny 848 (1472/114) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Fut, DW 4, 1060, Falk/Torp 242, Duden s. u. Fut; Son.: vgl. an. *fuð-, Sb., Scheide, Scham; GB.: (vut) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung von Primaten mögliche weibliche Scheide; F.: Fut, Futen+EW; Z.: Fu-t
futsch, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. futsch, weg, verloren, zerstört, ausgeglitten; ne. bust (Interj.), gone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1792; E.: wohl eine Lautgebärde; L.: Kluge s. u. futsch, DW 4, 1964, EWD s. u. futsch, Duden s. u. futsch, DW2 9, 1366, Bluhme s. u. futsch; GB.: seit 1792 belegte und vielleicht aus einer Lautgebärde (lautmalend) entwickelte Bezeichnung für weg oder verloren oder zerstört oder ausgeglitten; BM.: lautmalend?; F.: futsch+EW; Z.: futsch
Futter (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Futter (N.) (1), Nahrung; ne. fodder, feed (N.); Vw.: -; Hw.: s. Furage; Q.: Ende 8. Jh.; E.: mhd. vuoter, st. N., Nahrung, Speise, Futter (N.) (1); mnd. vōder, N., Futter (N.) (1), Speise; mnl. voeder, Sb., Futter (N.) (1); ahd. fuotar* (2), st. N. (a), Futter (N.) (1), Speise, Nahrung, Verpflegung, Unterhalt; as. -; anfrk. -; germ. *fōþra-, *fōþram, *fōdra-, *fōdram, st. N. (a), Futter (N.) (1); s. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Futter, Kluge s. u. Futter 1, DW 4, 1065, EWD s. u. Futter 1, EWAhd 3, 643, Falk/Torp 223, Duden s. u. Futter, Bluhme s. u. Futter1; Son.: vgl. afries. fōder, st. N. (a), Rockfutter, Futter (N.) (1), Nahrung; ae. fōþor (1), st. N. (a), Fuder, Last, Ladung (F.) (1); ae. fōdor (1), fōþor (2), fōddor, fōdder, st. N. (a), Nahrung, Futter (N.) (1); got. -; nndl. voer, Sb., Futter (N.) (1); nschw. foder, N., Futter (N.) (1); nnorw. fôr, N., Futter (N.) (1); nir. fodar, M., Futter (N.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Nahrung meist von Haustieren; BM.: nähren; F.: Futter, Futters, Futtern+EW; Z.: Fut-t-er
Futter (2), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Futter (N.) (2), Innenteil (Futter) eines größeren Kleidungsstücks wie beispielsweise eines Mantels oder Kleides oder Rockes; ne. lining (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. vuoter (1), vūter, vōter, st. N., Unterfutter, Futteral, Schwertscheide, Nahrung, Essen (N.), Speise, Futter (N.) (1), Verpflegung; mnd. vōder (1), voder, voeder, N., Futter (N.) (2), Unterfutter (N.) (2), Futteral, Pelzwerk; mnl. voeder, N., Futteral; ahd. fuotar* (1), st. N. (a), Futter (N.) (2), Futteral; as. -; anfrk. -; germ. *fōþra-, *fōþram, *fōdra-, *fōdram, st. N. (a), Fuder, Umfasstes, Gefäß, Wagenladung; idg. *pāt-, *pət-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787?; s. idg. pā-, pə-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 78? (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Futter 2, DW 4, 1072, EWD s. u. Futter 2, DW2 9, 1367, DW2 9, 1368, EWAhd 3, 642, Falk/Torp 223, Duden s. u. Futter, Bluhme s. u. Futter2; Son.: s. as. fōther, st. N. (a), Fuder; vgl. afries. fother, Sb., Fuder; ae. fōdor (2), fōþor (3), st. N. (a), Futteral, Scheide, Behälter; an. fōðr (2), st. N. (a), Futteral, Scheide; got. fōdr, st. N. (a), Scheide; ai. patra-, Sb. Behälter, Gefäß; ? heth. pattar, pattur, Sb., Korb; GB.: (vuoter) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen Stoff auf der Innenseite von Kleidungsstücken; BM.: Schutz bzw. nähren?; F.: Futter, Futters, Futtern+EW; Z.: Fu-t-t-er
Futteral, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Futteral, Hülle; ne. sheath (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1369/1376; I.: Lw. mlat. fotrāle; E.: s. mlat. fotrāle, N., Futter (N.) (2); vgl. ahd. fuotar* (1), st. N. (a), Futter (N.) (2), Futteral; as. -; anfrk. -; germ. *fōþra-, *fōþram, *fōdra-, *fōdram, st. N. (a), Fuder, Umfasstes, Gefäß, Wagenladung; idg. *pāt-, *pət-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787?; s. idg. *pā-, *pə-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 78? (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Futteral, Kluge s. u. Futteral, DW 4, 1074, EWD s. u. Futter 2, DW2 9, 1368, Duden s. u. Futteral; Son.: vgl. nndl. foedraal, Sb., Futteral; nschw. fodral, N., Futteral; nnorw. futteral, N., Futteral; poln. futeral, M., Futteral; ? lit. futliaras, M., Futteral; GB.: seit 1369/1376 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Althochdeutschen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine der Form angepasste Hülle für einen Gegenstand; BM.: füttern; F.: Futteral, Futterals, Futterale, Futteralen+FW(+EW); Z.: Fu-t-t-er-al
$füttern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. füttern, Futter geben, speisen, nähren, mästen; E.: s. Futter, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. füttern, Futter 1, DW 4, 1086; GB.: (fuotaren*) seit um 830 belegte und aus Futter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches Futter geben oder speisen oder nähren oder mästen; F.: füttern, füttere, füttre, fütter (!), fütterst, füttert, fütterte, füttertest, fütterten, füttertet, gefüttert, ##gefüttert, gefütterte, gefüttertes, gefüttertem, gefütterten, gefütterter##, fütternd, ###fütternd, fütterndes, fütterndem, fütternden, fütternder###, fütter (!)+EW; Z.: füt-t-er-n
$Fütterung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Fütterung, Füttern, Futter geben, Nahrung geben; E.: s. fütter(n), s. ung; L.: EWD s. u. Futter 1; GB.: (fuotarunga*) seit 9. Jh. belegte und aus fütter(n) sowie ung gebildete Bezeichnung für Futter oder Nahrung geben; F.: Fütterung, Fütterungen+EW; Z.: Füt-t-er-ung
Futur, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Futur, Zukunft; ne. future; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. futūrum; E.: s. lat. futūrum, N., Zukunft, Zukünftiges, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. futūrus, Adj., „sein werdend“, künftig, zukünftig, bevorstehend, nächste; lat. *fuere, V., sein (V.); idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Futur, fehlt DW, EWD s. u. Futur, DW2 9, 1374, Duden s. u. Futur; Son.: vgl. frz. future, M., Futur; nschw. futurum, Sb., Futur; nnorw. futurum, N., Futur; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine ein Geschehen oder Sein als zukünftig oder ungewiss charakterisierende Zeitform in Gegensatz zu Gegenwart und Vergangenheit; BM.: werden; F.: Futur, Futurs+FW(+EW); Z.: Fu-t-ur
$Futurismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Futurismus; E.: s. Futur, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Futur; GB.: seit 1917 belegte und aus Futur und ismus gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit einen Umbruch in der Kunst anstrebende gesellschaftspolitische Bewegung; F.: Futurismus+FW; Z.: Fu-t-ur-ism-us
$futuristisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. futuristisch; E.: s. Futur, s. ist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Futur; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Futur und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für den Futurismus betreffend; F.: futuristisch, futuristische, futuristisches, futuristischem, futuristischen, futuristischer(, futuristischere, futuristischeres, futuristischerem, futuristischeren, futuristischerer, futuristischst, futuristischste, futuristischstes, futuristischstem, futuristischsten, futuristischster)+FW+EW; Z.: fu-t-ur-ist-isch
g, G, nhd., N., (12. Jh.): nhd. g, G; ne. g (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Von der Bedeutung der Buchstaben); I.: Lw. lat. g; E.: mhd. g, Buchstabe, g; s. ahd. g, Buchstabe, g; lat. g, Buchstabe, G, gr. γάμμα (gámma), N., Gamma (Buchstabenname); aus dem Semitischen, vgl. hebr. gīmel, vgl. auch hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; L.: DW 4, 1105, Duden s. u. G; GB.: nach der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den siebenten Buchstaben (g) des lateinischen Alphabets; BM.: aus dem Bild eines Kamels entwickeltes Zeichen; F.: g, G, gs, Gs+FW+EW; Z.: G
Gabardine, nhd., M., F., (19. Jh.): nhd. Gabardine, ein Mantelstoff; ne. gabardine, gaberdine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. gabardine; E.: s. frz. gabardine, F., Gabardine; span. gabardina, F., eng anliegender Männerrock; wohl Kreuzung aus: span. gabán, Sb., Mantel, Rock; und span. tabardina, F., kleines Überkleid aus grobem Tuch; span. tabardo, M., Überkleid aus grobem Tuch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gabardine, Duden s. u. Gabardine; Son.: vgl. nndl. gabardine, Sb., Gabardine; nschw. gabardin, Sb., Gabardine; nnorw. gabardin, M., Gabardine; poln. gabardyna, F., Gabardine; kymr. gabardin, M., Gabardine; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Spanischen aufgenommene Bezeichnung für einen feingerippten Mantelstoff oder Kleiderstoff; F.: Gabardine, Garbardines+FW; Z.: Gab-ard-in-e
Gabe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gabe, Geschenk; ne. gift, present (N.); Vw.: -; Hw.: s. geben; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gābe, gāve, st. F., sw. F., Gabe, Schenkung, Geschenk, Bestechung, Übergabe, Abgabe, Begabung, Verleihung, Spende, Stiftung; mnd. gāve, F., Gabe, Geschenk, Schenkung, Vergabung, Belohnung, Preis; mnl. gave, F., Gabe, Geschenk; ahd. geba, st. F. (ō), Gabe, Geschenk, Spende; ahd. gāba?, st. F. (ō), Gabe, Geschenk; as. geva, giva, st. F. (ō), Gabe, Gunst; anfrk. geva*, st. F. (ō), Gabe; germ. *gebō, st. F. (ō), Gabe, g-Rune; s. idg. *gʰabʰ-, gʰeh₂bʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gabe, Kluge s. u. Gabe, DW 4, 1111, EWD s. u. Gabe, EWAhd 4, 1, EWAhd 4, 110, Falk/Torp 126, Seebold 218, Duden s. u. Gabe; Son.: vgl. afries. jef (1), jeft (4), st. F. (ō), Gabe; afries. jeve, ieve, st. F. (ō), Gabe, Verleihung, Schenkung; nfries. gave; ae. giefu, geofu, gefu, st. F. (ō), sw. F. (n), Gabe, Gunst, Gnade; an. gāfa, sw. F. (n), Gabe; an. gjǫf, st. F. (ō), Gabe; got. giba, st. F. (ō), Gabe, Geschenk, g-Rune; nndl. gaaf, Sb., Gabe, nndl. gave, Sb., Gabe; nschw. gåva, Sb., Gabe; nnorw. gave, M., F., Gabe; GB.: (geba) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Geschenk; BM.: fassen bzw. nehmen; F.: Gabe, Gaben+EW; Z.: Gab-e
gäbe, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gäbe, annehmbar, was gegeben werden kann; ne. usual, acceptable?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. gæbe, Adj., gäbe, annehmbar, willkommen, lieb, gut, wertvoll; mnd. gēve (1), Adj., „gäbe“, sich geben lassend, verkäuflich, angenehm, annehmbar; mnl. gave, gheve, Adj., gäbe; vgl. germ. *gēbi-, *gēbiz, *gǣbi-, *gǣbiz, *gēbja-, *gēbjaz, *gǣbja-, *gǣbjaz, Adj., freigiebig, angenehm, heilbringend, zu geben; s. idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gäbe, Kluge s. u. gäbe, DW 4, 1116, Falk/Torp 126, Heidermanns 236, Duden s. u. gäbe; Son.: nur noch verwendet in der Redewendung „gang und gäbe“; vgl. afries. jēve, gēve, Adj., gangbar, gäbe, gültig; nnordfries. geve; an. gæfr, Adj., gut, tüchtig, milde, angenehm; GB.: seit um 1185 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen etwas was gegeben werden kann; BM.: fassen bzw. nehmen?; F.: gäbe+EW; Z.: gäb-e
Gabel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gabel, Forke, Gabelung; ne. fork (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gaffel; Q.: Anfang 9. Jh.; E.: mhd. gabele, gabel, st. F., sw. F., Gabel, Krücke, Krückstock, Forke, Mistgabel; mnd. gaffel, gaffele, gafle, gefle, geffele, F., große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke, Fleischgabel; mnl. gaffele, F. Gabel; ahd. gabala, gafala*, st. F. (ō), Gabel; as. gavala?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gabel; as. gaflia, st. F. (jō), Gabel; anfrk. -; germ. *gabalō, st. F. (ō), Gabel; idg. *gʰabʰolo-?, *gʰablo-, Sb., Astgabel, Gabelung, Gabel, Pokorny 409 (587/3) (RB. idg. aus ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gabel, Kluge s. u. Gabel, EWD s. u. Gabel, DW 4, 1117, EWAhd 4, 1, Falk/Torp 125, Duden s. u. Gabel, Bluhme s. u. Gabel; Son.: vgl. afries. -; ae. gafol (2), geabul, geafel, gofol (2), st. F. (ō), Gabel; an. gafall, F., Gabel; got. -; nschw. gaffel, Sb., Gabel; nnorw. gaffel, M., Gabel; lat. gabalus, M., Marterholz, Kreuz, Galgen (aus dem Gallischen); urkelt. *gablo/gablā, M., F., Gabel; kymr. gafl, F., Gabel; air. gabul, M/F., Gabel, gegabelter, Ast; GB.: (gabala) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen nach dem natürlichen Vorbild einer Astgabel zunächst in Holz und später in Metall und Plastik gefertigtes und verwendetes Gerät mit zwei oder etwas mehr Zinken zu einem Aufnehmen oder Vorlegen eines Gegenstands; BM.: ?; F.: Gabel, Gabeln+EW; Z.: Gabel
$Gabelfrühstück, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gabelfrühstück; E.: s. Gabel, s. Frühstück; L.: Kluge s. u. Gabelfrühstück, DW 4, 1121, EWD s. u. Gabel; GB.: wohl seit 19. Jh. belegte und dem französischen déjeûner à la fourchette nachgebildete Bezeichnung für ein stehend mit einer Gabel eingenommenes zweites Frühstück; F.: Gabelfrühstück, Gabelfrühstücks, Gabelfrühstücke, Gabelfrühstücken+EW; Z.: Gabel—früh—stü-ck
$gabeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gabeln; Vw.: s. auf-; E.: s. Gabel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Gabel, DW 4, 1122, EWD s. u. Gabel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gabel und (e)n gebildete Bezeichnung für eine Gabel sein (V.) oder verwenden; F.: gabeln, gabel (!), gable, gabele, gabelst, gabelt, gabelte, gabeltest, gabelten, gabeltet, gegabelt, ##gegabelt, gegabelte, gegabeltes, gegabeltem, gegabelten, gegabelter##, gabelnd, ###gabelnd, gabelnde, gabelndes, gabelndem, gabelnden, gabelnder###, gabel (!)+EW; Z.: gabel-n
$Gabelstapler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gabelstapler; E.: s. Gabel, s. Stapler; L.: Kluge s. u. Gabelstapler, fehlt DW, EWD s. u. Gabel; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht nach neuenglischem Vorbild (forklift) aus Gabel (fork) und Stapler (lift) gebildete Bezeichnung für einen 1917 von Eugen Clark in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten und seitdem weltweit verwendeten motorbetriebenen Plattformwagen mit einer gabelartigen Vorrichtung für ein Hochheben (lift) und Absenken und damit eine Bewegung schwerer Gegenstände zwischen verschiedenen Teilen oder Stellen eines Betriebs; F.: Gabelstapler, Gabelstaplers, Gabelstaplern+EW; Z.: Gabel-stap-l-er
$Gabelung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gabelung; E.: s. gabel(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Gabel, DW 4, 1124, EWD s. u. Gabel; GB.: wohl seit 19. Jh. belegte und aus gabel(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche gabelartige Teilung einer Gegebenheit wie beispielsweise einer Pflanze oder eines Weges; F.: Gabelung, Gabelungen+EW; Z.: Gabel-ung
$Gabler, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Gabler, Gabelnder; Q.: Anfang 18. Jh.?; E.: s. gab(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 4, 1121 (Gabeler), EWD s. u. Gabel; GB.: vielleicht seit Anfang 18. Jh. belegte und aus gab(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Gabelnden wie beispielsweise seinen sachlich schon vormenschlich möglichen sein Geweih verzweigenden Hirsch eines bestimmten Alters; F.: Gabler, Gablers, Gablern+EW; Z.: Gabl-er
gach, nhd. (ält.), Adj.: nhd. gach; Vw.: s. jäh
gäch, nhd. (ält.), Adj.: nhd. gäch; Vw.: s. jäh
$gack, nhd., Interj., (?): nhd. gack; L.: Kluge s. u. gackern; F.: gack+EW; Z.: gack
gackern, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. gackern, klingen wie ein Huhn, stottern, hüsteln; ne. cackle (V.), cluck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gagezen*, gagzen, sw. V., schnattern; ahd. gakkezzen*, gackezzen*, gakkizzōn*, gackizzōn*, gakizzen*, sw. V. (1a, 2), gackern, schnattern; as. -; anfrk. -; germ. *gakitjan, sw. V., gackern; germ. *gag-, *geg-, sw. V., gackern; idg. gʰa gʰa, V., gackern, schnattern, Pokorny 407 (585/1) (RB. idg. aus alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gackern, Kluge s. u. gackern, DW 4, 113, EWD s. u. gackern, EWAhd 4, 19, Falk/Torp 122, Duden s. u. gackern, Bluhme s. u. gackern; Son.: vgl. gr. κακκαβίζειν (kakkabízein), V., gackern; lat. cacillāre, gacillāre, V., gackern, gackeln; lat. cacabāre, V., gackern, gackeln; lit. gagénti, V., schnattern; poln. gogotać, V., gackern; osorb. gagotać, V., gackern, schnattern; GB.: (gakkezzen) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für tönen oder klingen wie ein Huhn; BM.: lautmalend; F.: gackern, gackere, gacker (!), gackre, gackerst, gackert, gackerte, gackertest, gackerten, gackertet, gegackert, ##gegackert, gegackerte, gegackertes, gegackertem, gegackerten, gegackerter##, gackernd, ##gackernd, gackernde, gackerndes, gackerndem, gackernden, gackernder###, gacker (!)+EW; Z.: gack-er-n
Gadem, Gaden, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Gadem, Gaden, Haus, Gemach, kaiserliche Kammer; ne. one-room house; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gadem, gaden, st. N., st. M., Gaden, Anbau oder Aufbau eines Gebäudes, Schuppen (M.), Gemach, Kammer; mnd. gādem, gaem, gāden, gām, M., „Gaden“, kleiner Steinbau, Einzelhaus des Hofes, angebautes Häuschen; mnl. gadem, M., Haus, Zimmer, Gemach; ahd. gadum*, gadem, st. N. (a), Raum, Gemach, Zimmer, Speicher; as. -; anfrk. *gatham?, st. N. (a), Raum; germ. *gadma, *gadmaz, st. M. (a), Raum; germ. *gaþma-, *gaþmaz, st. M. (a), Raum; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Gaden, Kluge s. u. Gadem, DW 4, 1131, EWAhd 4, 5, Duden s. u. Gaden; Son.: vgl. afries. gaten, gathen, Sb., Gemach; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den Fensterbereich in dem oberen über die Dächer der Seitenschiffe hinausragenden Teil des Mittelschiffs einer Basilika oder ein Haus mit nur einem Raum; BM.: ?; F.: Gadem, Gadems, Gaden, Gadens+EW; Z.: Gadem
Gadolinium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gadolinium, ein metallisches Element; ne. gadolinium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem finnischen Chemiker Johan Gadolin (1760-1852); L.: Duden s. u. Gadolinium; Son.: vgl. nndl. gadolinium, Sb., Gadolinium; frz. gadolinium, M., Gadolinium; nschw. gadolinium, N., Gadolinium; nnorw. gadolinium, N., Gadolinium; kymr. gadoliniwm, M., Gadolinium; nir. gadailiniam, M:, Gadolinium; poln. gadolin, M., Gadolinium; lit. gadolinis, M., Gadolinium; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem PN Gadolin und ium (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein insgesamt seltenes und doch in vielen Mineralien sowie auch in Knochen enthaltenes schon vormenschliches metallisches und zu den Seltenen Erden gehörendes und vor allem als Kontrastmittel in der Magnetresonanztomographie und in Leuchtstoffen verwendetes Element von silberweißer bis gelblicher Farbe (chemisches Element Nr. 64, abgekürzt Gd); BM.: PN; F.: Gadolinium, Gadoliniums+FW; Z.: Gadolin-i-um
Gaffel, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Gaffel, Gabel; ne. fork (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gabel; Q.: 18. Jh.?; E.: mnd. gaffel, gaffele, gafle, gefle, geffele, F., große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke, Fleischgabel; as. gavala?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gabel; as. gaflia, st. F. (jō), Gabel; anfrk. -; germ. *gabalō, st. F. (ō), Gabel; idg. *gʰabʰolo-?, *gʰablo-, Sb., Astgabel, Gabelung, Gabel, Pokorny 409 (587/3) (RB. idg. aus ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Gaffel, DW 4, 1135, EWD s. u. Gaffel, Duden s. u. Gaffel, Bluhme s. u. Gaffel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und Altsächsischen kommende sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine große Gabel bzw. für eine Segelstange mit gabelförmigem Rundholz das den Mast von hinten umfasst; BM.: ?; F.: Gaffel, Gaffeln+EW; Z.: Gaffel
$Gaffelsegel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gaffelsegel; Q.: um 1800; E.: s. Gaffel, s. Segel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gaffel; GB.: seit um 1800 belegte und aus Gaffel und Segel gebildete Bezeichnung für ein viereckiges an dem Gaffelmast befestigtes Segel von Segelschiffen; F.: Gaffelsegel, Gaffelsegels, Gaffelsegeln+EW; Z.: Gaffel—seg-el
gaffen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. gaffen, schauen, anstarren; ne. gape (V.), gawk (V.), stare (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. gaffen, sw. V., gaffen, schauen; mnd. gāpen, sw. V., gaffen, Mund aufreißen, Augen aufreißen; mnd. gapen, V., den Mund aufsperren; mnl. gāpen, sw. V., den Mund aufsperren; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *gapōn, sw. V., gaffen; idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gaffen, Kluge s. u. gaffen, DW 4, 1136, EWD s. u. gaffen, Falk/Torp 125, Duden s. u. gaffen, Bluhme s. u. gaffen; Son.: vgl. afries. -; ae. *gapian, sw. V. (2), sehen, gaffen; an. gapa, *gafa, sw. V. (2), das Maul aufsperren, schreien; got. -; nndl. gapen, V., gaffen; nschw. gapa, V., gaffen; nnorw. gape, V., gaffen; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schauen oder anstarren; BM.: gähnen bzw. klaffen; F.: gaffen, gaffe, gaffst, gafft, gaffest, gaffet, gaffte, gafftest, gafften, gafftet, gegafft, ##gegafft, gegaffte, gegafftes, gegafftem, gegafften, gegaffter##, gaffend, ###gaffend, gaffende, gaffendes, gaffendem, gaffenden, gaffender###, gaff (!)+EW; Z.: ga-ff-en
$Gaffer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gaffer, Gaffender, neugieriger Zuschauer; E.: s. gaff(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. gaffen, DW 4, 1140, EWD s. u. gaffen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gaff(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen gaffenden oder schauenden Menschen oder neugierigen Zuschauer; F.: Gaffer, Gaffers, Gaffern+EW; Z.: Ga-ff-er
Gag, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gag, witziger Einfall; ne. gag (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. (amerik.) gag; E.: s. ne. (amerik.) gag, N., Gag; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ne. gag, N., Knebel; L.: Kluge s. u. Gag, fehlt DW, EWD s. u. Gag, Duden s. u. Gag; Son.: vgl. nndl. gag, Sb., Gag; frz. gag, M., Gag; nschw. gag, Sb., Gag; nnorw. gag, M., Gag; poln. gag, M., Gag; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (Amerikanischen) aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft nicht sicher geklärte Bezeichnung für einen besonders seit dieser Zeit von Zuschauern erwünschten witzigen Einfall in einem Theaterstück oder in einem Film; BM.: ?; F.: Gag, Gags+EW; Z.: Gag
Gagat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gagat, Pechkohle; ne. jet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. gagātes, M., Gagat; lat. gagātēs, Gagat, Pechkohle, eine Art festes Erdpech; s. gr. γαγάτης (gagátēs), M., Gagat, Pechkohle; vgl. gr. Γάγας (Gágas), ON, Stadt und Fluss in Lykien; L.: Kluge s. u. Gagat, DW 4, 1141, Duden s. u. Gagat; Son.: vgl. nndl. git, Sb., Gagat; frz. jais, M., Gagat; nschw. gagat, Sb. Gagat; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und aus einem ON gebildete Bezeichnung für als Schmuckstein verwendete Pechkohle von samtartigem Glanz; BM.: ON; F.: Gagat, Gagates, Gagats, Gagate, Gagaten+FW(+EW?); Z.: Gagat
Gage, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gage, Honorar, Entlohnung für einen Künstler; ne. gage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Engagement; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. gages; E.: s. frz. gages, M. Pl., Löhnung, Sold; frz. gage, M., Pfand, Spieleinsatz; awfrk. *wadi, Sb., Pfand, Einsatz; germ. *wadja-, *wadjam, st. N. (a), Pfand, Handgeld; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gage, fehlt DW, EWD s. u. Gage, Duden s. u. Gage; Son.: vgl. nndl. gage, Sb., Gage; nschw. gage, Sb., Gage; poln. gaża, F., Gage; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie für das Altwestfränkische und das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein Honorar oder die Entlohnung für einen Künstler; BM.: Pfand; F.: Gage, Gagen+FW(+EW); Z.: Gag-e
gäh, nhd., Adj.: nhd. gäh; Vw.: s. jäh
gähe, nhd., Adj.: nhd. gähe; Vw.: s. jäh
$Gähnaffe, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Gähnaffe, Maulaffe; E.: s. gähn(en), s. Affe; L.: Kluge s. u. Gähnaffe, Maulaffe, DW 4, 1148; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus gähn(en) und Affe gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und nach dem Vorbild eines gähnenden Affen gestalteten Halter für einen Kienspan oder eine ähnliche Beleuchtung; F.: Gähnaffe, Gähnaffen+EW; Z.: Gäh-n—aff-e
gähnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gähnen, Mund aufsperren; ne. yawn (V.), gape (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ginen, genen, ginnen, sw. V., gähnen, das Maul aufsperren; mnd. gēnen, sw. V., gähnen, Maul aufreißen; ahd. ginēn (1), ginōn*, sw. V. (3, 2), gähnen, Mund auftun, Mund aufsperren, Rachen aufsperren, schnappen, gierig schnappen; as. ginōn, sw. V. (2), gähnen; anfrk. -; germ. *ginōn, sw. V., gähnen; germ. *ginēn, *ginǣn, sw. V., offen sein (V.)?; s. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gähnen, Kluge s. u. gähnen, DW 4, 1148, EWD s. u. gähnen, EWAhd 4, 337, Falk/Torp 133, Seebold 219, Duden s. u. gähnen, Bluhme s. u. gaehnen; Son.: vgl. ? nndl. geeuwen, V., gähnen; lat. hiāre, V., klaffen, gähnen; lit. zióti, V., öffnen, gähnen; ksl. zino̧ti, V., gähnen, klaffen; GB.: (ginēn bzw. ginōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches den Mund weit aufreißen und vielleicht dadurch die Blutbewegung in dem Gehirn anregen; BM.: klaffen; F.: gähnen, gähne, gähnst, gähnt, gähnest, gähnet, gähnte, gähntest, gähnten, gähntet, gegähnt, ##gegähnt, gegähnte, gegähntes, gegähntem, gegähnten, gegähnter##, gähnend, ###gähnend, gähnende, gähnendes, gähnendem, gähnenden, gähnender###, gähn (!)+EW; Z.: gäh-n-en
Gala, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gala, festliche Kleidung, Festlichkeit, festliche Abendveranstaltung; ne. gala; Vw.: -; Hw.: s. Galan, galant; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. span. gala; E.: s. span. gala, F., Staatskleidung, Festlichkeit; wohl von afrz. galer, V., sich erfreuen; vulgärlat. *walare, V., sich erfreuen; frk. *wala, Adj., gut; germ. *wala- (4), *walaz, *waliza-, *walizaz, Adj., echt, lauter, bessere; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gala, DW 4, 1154, EWD s. u. Gala, Duden s. u. Gala; Son.: vgl. nndl. gala, Sb., Gala; frz. gala, F., Gala; nschw. gala, Sb., Gala; nnorw. galla, M., Gala; poln. gala, F., Gala; kymr. gala, F., Gala; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Vulgärlateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine für einen besonderen festlichen Anlass vorgeschriebene oder übliche festliche Kleidung bzw. davon abgeleitet für eine besondere Abendveranstaltung; BM.: bessere bzw. wollen (V.); F.: Gala, Galas+FW; Z.: Gal-a
$Galakleid, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Galakleid, Festkleid, Festgewand; E.: s. Gala, s. Kleid; L.: Kluge s. u. Gala, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gala und Kleid gebildete Bezeichnung für ein bei einer Gala als festlicher Veranstaltung getragenes Kleid oder Gewand; F.: Galakleid, Galakleids, Galakleides, Galakleider, Galakleidern+FW+EW; Z.: Gal-a—kleid
$galaktisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. galaktisch, eine Galaxie betreffend, überirdisch, besonders gut; E.: s. Gala(xis), s. kt, s. isch; L.: Kluge s. u. Galaxis, fehlt DW, EWD s. u. Galaxis; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gala(xis) und kt sowie isch gebildete Bezeichnung für eine Galaxie betreffend oder überirdisch oder besonders gut; F.: galaktisch, galaktische, galaktisches, galaktischem, galaktischen, galaktischer+FW(+EW); Z.: gala-k-t-isch
Galan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Galan, Höfling, Liebhaber; ne. beau, gallant (M.); Vw.: -; Hw.: s. galant, Galanterie, Gala; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. span. galán; E.: s. span. galán, M., Galan; vgl. span. galanao, Adj., in ein Festgewand gekleidet, höfisch, artig; span. gala, F., Staatskleidung, Festlichkeit; wohl von afrz. galer, V., sich erfreuen; vulgärlat. *walare, V., sich erfreuen; frk. *wala, Adj., gut; germ. *wala- (4), *walaz, *waliza-, *walizaz, Adj., echt, lauter, bessere; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Galan, DW 4, 1155, EWD s. u. Galan, Duden s. u. Galan; Son.: vgl. nnorw. galan, M., Galan; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Vulgärlateinischen und Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Höfling oder Liebhaber; BM.: wählen?; F.: Galan, Galans, Galane, Galanen+FW(+EW); Z.: Gal-an
galant, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. galant, höflich, zuvorkommend; ne. gallant (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Gala, Galan, Galanterie; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. galant; E.: s. frz. galant, Adj., liebenswürdig; afrz. galer, V., sich erfreuen; vulgärlat. *walare, V., sich erfreuen; frk. *wala, Adj., gut; germ. *wala- (4), *walaz, *waliza-, *walizaz, Adj., echt, lauter, bessere; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. galant, DW 4, 1156, EWD s. u. galant, Duden s. u. galant; Son.: vgl. nndl. galant, Adj., galant; nschw. galant, Adj., galant; nnorw. galant, Adj., galant; lit. galantiškas, Adj., galant; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Vulgärlateinischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für höflich oder zuvorkommend; BM.: wählen?; F.: galant, galante, galantes, galantem, galanten, galanter(, galantere, galanteres, galanterem, galanteren, galanterer, galantest, galanteste, galantestes, galantestem, galantesten, galantester)+FW; Z.: gal-ant
Galanterie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Galanterie, Höflichkeit, Zuvorkommenheit; ne. gallantry; Vw.: -; Hw.: s. Galan, galant; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. galanterie; E.: s. frz. galanterie; frz. galant, Adj., liebenswürdig; afrz. galer, V., sich erfreuen; vulgärlat. *walare, V., sich erfreuen; frk. *wala, Adj., gut; germ. *wala- (4), *walaz, *waliza-, *walizaz, Adj., echt, lauter, bessere; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. galant, DW 4, 1159, EWD s. u. galant, Duden s. u. Galanterie; Son.: vgl. nschw. galanteri, N., Galanterie; nnorw. galanteri, N., Galanterie; lat. galanteriija, F., Kurzwaren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Vulgärlateinischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Höflichkeit oder Zuvorkommenheit; BM.: wählen?; F.: Galanterie, Galanterien+FW; Z.: Gal-ant-er-ie
$Galanterie-Ware, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Galanterie-Ware; E.: s. Galanterie, s. Ware; L.: Kluge s. u. galant, DW 4, 1159 (Galanteriewaare); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Galanterie und Ware gebildete Bezeichnung für modisches Zubehör wie beispielsweise sachlich seit dieser Zeit entwickelten Modeschmuck; F.: Galanterie-Ware+FW+EW; Z.: Gal-ant-er-ie—war-en
$Galavorstellung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Galavorstellung, festliche Vorstellung; E.: s. Gala, s. Vorstellung; L.: Kluge s. u. Gala, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gala und Vorstellung gebildete Bezeichnung für eine besonders festliche Vorstellung F.: Galavorstellung, Galavorstellungen+FW+EW; Z.: Gal-a—vor—stel-l-ung
Galaxie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Galaxie, Sternensystem; ne. galaxy; Vw.: -; Hw.: s. Galaxis; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); I.: Lw. mlat. galaxia; E.: mhd. galaxiā, F., „Galaxie“, Milchstraße; mlat. galaxia, F., Milchstraße; lat. galaxiās (1), Milchstraße, (40-102/103 n. Chr.); gr. γαλαξίας (galaxías), M., Milchstraße; vgl. gr. γάλα (gála), N., Milch; idg. *glag-, *glak-, Sb., Milch, Pokorny 400 (567/51) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Galaxis, fehlt DW, EWD s. u. Galaxis, Duden s. u. Galaxie; Son.: vgl. nschw. galax, Sb., Galaxis; nnorw. galakse, M., Galaxis; kymr. galaeth, F., Galaxis; lit. galaktika, F., Galaxie; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein der Milchstraße vergleichbares großes Sternensystem außerhalb der Milchstraße von denen es Milliarden gibt (schätzungsweise 70 Trilliarden bis 80 Trillionen Sterne in dem von Menschen beobachtbaren Universum); BM.: Milch; F.: Galaxie, Galaxien+FW(+EW); Z.: Gala-x-ie
Galaxis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Galaxis, Milchstraße; ne. galaxy; Vw.: -; Hw.: s. Galaxie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. galaxiās; E.: s. lat. galaxiās (1), Milchstraße, (40-102/103 n. Chr.); gr. γαλαξίας (galaxías), M., Milchstraße; vgl. gr. γάλα (gála), N., Milch; idg. *glag-, *glak-, Sb., Milch, Pokorny 400 (567/51) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Galaxis, fehlt DW, EWD s. u. Galaxis, Duden s. u. Galaxis; Son.: vgl. frz. galaxie, F., Galaxis; nschw. galax, Sb., Galaxis; nnorw. galakse, M., Galaxis; poln. galaktyka, F., Galaxis; kymr. galaeth, F., Galaxis; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die aus 100 bis 400 Milliarden Sternen bestehende und aus der Sicht des Menschen an dem Nachthimmel eine Form als flache Scheibe mit einem Durchmesser von hunderttausend Lichtjahren aufweisende Milchstraße und ein ihr vergleichbares System von Sternen; BM.: Milch; F.: Galaxis, Galaxien+FW; Z.: Gala-x-is
Galeere, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Galeere, ein Kriegsschiff; ne. galley; Vw.: -; Hw.: s. Galeone, Galion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. galera; E.: s. it. galera, F., Galeere; mlat. galea, F., Galeere, Galeone, großes Ruderschiff; mgr. γαλέα (galéa), F., Galeere; gr. γαλέη (galéē), F., Wiesel, Marder; idg. *gₑli-, *glī-, Sb., Maus, Wiesel, Pokorny 367 (541/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Galeere, Galeone, EWD s. u. Galeere, Duden s. u. Galeere; Son.: vgl. nndl. galei, Sb., Galeere; frz. galère, F., Galeere; nschw. galär, Sb., Galeere; nnorw. galei, M., Galeere; poln. galera, Sb., Galeere; kymr. galai, gali, F., Galeere; nir. gaille, M., Galeere; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Sträflingen gerudertes Kriegsschiff; BM.: Maus?; F.: Galeere, Galeeren+FW; Z.: Gal-eer-e
Galeone, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Galeone, ein Segelschiff; ne. galleon; Vw.: -; Hw.: s. Galeere, Galion; Q.: 1631?; E.: s. mnd. galiōn (1), galliōn, galyun, M., Galeone?, großes Kriegsschiff; it. galeone, F., Galeone; span. galeón, M., Galeone, mlat. galea, F., Galeere, Galeone, großes Ruderschiff; mgr. γαλέα (galéa), F., Galeere; gr. γαλέη (galéē), F., Wiesel, Marder; idg. *gₑli-, *glī-, Sb., Maus, Wiesel, Pokorny 367 (541/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Galeere, Galeone, DW 4, 1162, Duden s. u. Galeere; Son.: vgl. nndl. galjoen, Sb., Galleone; frz. galion, M., Galeone; nschw. galeon, Sb., Galeone; nnorw. gallion, M., Galleone; poln. galeo, M., Galeone; kymr. galiwn, F., Galleone; nir. gaileon, M., Galleone; GB.: vielleicht 1631 mnd. belegte und aus dem Italienischen und Spanischen sowie Mittellateinischen und Mittelgriechischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein größeres Handelsschiff und Kriegsschiff; BM.: Maus?; F.: Galeone, Galeonen+FW(+EW); Z.: Gal-eon-e
Galerie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Galerie, umlaufender Gang, Kunsthandlung, Rang; ne. gallery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. it. galleria, frz. galerie; E.: mnd. gallerīe, F., Galerie, Balustrade; it. galleria, F., Gallerie; frz. galerie, F., Säulengang, Gemäldesammlung; mlat. galilea, F., Vorhalle einer Kirche; lat. Galilea, F.=ON, Galiläa; gr. Γαλιλαία (Galilaía), F.=ON, Galiläa; aus dem Hebräischen, Kreis, Umkreis, Landstrich; L.: Kluge s. u. Galerie, DW 4, 1163, EWD s. u. Galierie, Duden s. u. Galerie; Son.: vgl. galerij, Sb., Galerie; nschw. galleri, N., Galerie; nnorw. galleri, N., Galerie; poln. galeria, F., Galerie; kymr. galeri, F., Galerie; nir. gailearaí, M., Galerie; lit. galerija, F., Galerie; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen umlaufenden Gang und davon abgeleitet für eine Gemäldesammlung oder eine Kunsthandlung oder einen Rang; BM.: ON; F.: Galerie, Galerien+FW; Z.: Gal-er-ie
Galgant, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Galgant, Galgantwurzel; ne. galangal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. galgān, galgan, st. M., Galgant, Galgantwurzel; mnd. galgān, galgānt, galigān, Sb., Galgant (eine Heilpflanze), Wurzelstock der Alpina galanga; mnl. galigaen, M., Galgant; ahd. galgan, st. M. (a?, i?), Galgant; mlat. galanga, F., Galgant, Galgantwurzel; mgr. γαλάγγα (galánga), F., Galgant; arab. ḫūlanĵān, Sb., Galgant; L.: Kluge 1. A. s. u. Galgant, DW 4, 1164 (Galgan), EWAhd 4, 23, Duden s. u. Galgantwurzel; Son.: vgl. frz. galanga, M., Galgant; nschw. galanga, Sb., Galgant; nnorw. galangal, Sb., Galgant; GB.: (galgan) seit 10. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Mittelgriechischen sowie dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu Heilzwecken und als Gewürz verwendete Wurzel eines ursprünglich südchinesischen Ingwergewächses; BM.: ?; F.: Galgant, Galgants+FW; Z.: Galg-ant
Galgen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Galgen, Halsblock, Kreuz; ne. gallows; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. galge, sw. M., Brunnengestell, Galgen, Kreuz Christi, Balken, Henker; mnd. galge, gallige, M., F., Galgen, Kreuz, Kreuzbalken; mnl. galge, M., Galgen; ahd. galgo, sw. M. (n), Galgen, Kreuz; as. galgo, sw. M. (n), Galgen; anfrk. -; germ. *galgō-, *galgōn, *galga-, *galgan, sw. M. (n), Galgen; idg. *g̑ʰalgʰ-, *g̑ʰalg-, *g̑ʰolgʰ-, *g̑ʰalgʰeh₂-, Sb., Zweig, Stange, Pokorny 411 (594/10) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Galgen, Kluge s. u. Galgen, DW 4, 1167, EWD s. u. Galgen, EWAhd 4, 26, Falk/Torp 131, Duden s. u. Galgen, Bluhme s. u. Galgen; Son.: vgl. afries. galga, sw. M. (n), Galgen; nnordfries. gulig; ae. gealga, galga, sw. M. (n), Galgen, Kreuz; an. galgi, sw. M. (n), Galgen; got. galga, sw. M. (n), Pfahl, Kreuz; nndl. galg, Sb., Galgen; nschw. galge, Sb., Galgen; nnorw. galge, M., Galgen; arm. jalk, Sb., Zweig, Gerte; lit. galgà, F., Stange; lett. zalge, Sb., Angelrute; GB.: (galgo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickelte und verwendete Vorrichtung zu dem Vollzug der Todesstrafe durch Erhängen; BM.: Stange; F.: Galgen, Galgens+EW; Z.: Galg-en
$Galgendraht, nhd., M., (?): nhd. Galgendraht; E.: s. Galgen, s. Draht; L.: Kluge s. u. Galgenstrick, fehlt DW; GB.: aus Galgen und Draht gebildete Bezeichnung vielleicht für einen von Menschen an einem Galgen entwickelten und verwendeten Draht; F.: Galgendraht, Galgendrahts, Galgendrahtes, Galgendrähte, Galgendrähten+EW; Z.: Galg-en—drah-t
$Galgenfrist, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Galgenfrist; E.: s. Galgen, s. Frist; L.: Kluge s. u. Galgenfrist, DW 4, 1174, EWD s. u. Galgen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Galgen und Frist gebildete kurze letzte Frist beispielsweise vor Vollzug eines Todesurteils; F.: Galgenfrist, Galgenfristen+EW; Z.: Gal-g-en-fri-s-t
$Galgenholz, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Galgenholz; E.: s. Galgen, s. Holz; L.: Kluge s. u. Galgenstrick, DW 4, 1175; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Galgen und Holz gebildete Bezeichnung für das von Menschen für einen Galgen verwendete Holz oder Holz von einem Galgen; F.: Galgenholz, Galgenholzes, Galgenhölzer, Galgenhölzern+EW; Z.: Galg-en—hol-z
$Galgenhumor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Galgenhumor; E.: s. Galgen, s. Humor; L.: Kluge s. u. Galgenhumor, DW 4, 1175, EWD s. u. Galgen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Galgen und Humor gebildete Bezeichnung für einen beispielsweise unter einem Galgen noch vorgetäuschten Humor in aussichtsloser Lage; F.: Galgenhumor, Galgenhumors+EW+FW; Z.: Galg-en—hum-or
$Galgennagel, nhd., M., (?): nhd. Galgennagel; E.: s. Galgen, s. Nagel; L.: Kluge s. u. Galgenstrick, DW 4, 1176 (ohne Zeitangabe, Kehrein 150); GB.: aus Galgen und Nagel gebildete Bezeichnung für eine gelbe Rübe oder Karotte; F.: Galgennagel, Galgennagels, Galgennägel, Galgennägeln+EW; Z.: Galg-en—nag-el
$Galgenschwengel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Galgenschwengel; E.: s. Galgen, s. Schwengel; L.: Kluge s. u. Galgenschwengel, DW 4, 1177, EWD s. u. Schwengel; GB.: (galgenswengel) seit 1290-1300 belegte und aus Galgen und Schwengel gebildete Bezeichnung für einen wie ein Schwengel an einer Glocke an einem Galgen hängenden Menschen und einen ihm gleich eingestuften Menschen; F.: Galgenschwengel, Galgenschwengels, Galgenschwengeln+EW; Z.: Galg-en—schweng-el
$Galgenstrick, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Galgenstrick; E.: s. Galgen, s. Strick; L.: Kluge s. u. Galgenstrick, DW 4, 1178, EWD s. u. Galgen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Galgen und Strick gebildete Bezeichnung für einen an dem Galgen verwendeten Strick und übertragen (Adj.) für einen damit aufgehängten Menschen; F.: Galgenstrick, Galgenstrickes, Galgenstricks, Galgenstricke, Galgenstricken+EW; Z.: Galg-en-stri-ck
$Galgenvogel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Galgenvogel; E.: s. Galgen, s. Vogel; L.: Kluge s. u. Galgenvogel, DW 4, 1179, EWD s. u. Galgen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Galgen und Vogel gebildete Bezeichnung für einen oft auf einem Galgen sitzenden Vogel (Raben) und einen unguten und deshalb mit einem Galgen verbindbaren Menschen; F.: Galgenvogel, Galgenvogels, Galgenvögel, Galgenvögeln+EW; Z.: Galg-en—vo-g-el
Galimathias, nhd. (ält.), M., N., (18. Jh.): nhd. Galimathias, verworrenes Gerede, Kauderwelsch, Gefasel; ne. galimatias; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. galimatias; E.: s. frz. galimatias, M., verworrenes Gerede, Sprache der Einwohner von Galimathie; vom fiktiven ON Galimathie, erfunden von Jean Passerat (1534-1602) in seiner Satire Ménippée; L.: Kluge s. u. Galimathias, DW 4, 1179, Duden s. u. Galimathias; Son.: vgl. nndl. galimatias, Sb., Galimathias; nschw. galimatias, Sb., Galimathias; nnorw. galimatias, N., Galimathias; poln. galimatias, M., Galimathias, Durcheinander; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein sinnloses und verworrenes Gerede eines erdachten Ortes; BM.: ON?; F.: Galimathias+FW; Z.: Galimanth-ias
Galion, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Galion, ein Vorbau an einem Schiff; ne. beakhead; Vw.: -; Hw.: s. Galeere, Galeone; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. galiōn (2), galeōn, N., Gallion, Ausbau unter dem Bugspriet, Schiffsschnabel; mnd. galjoen, Sb., Galion; mnl. galioen, Sb., Galion; frz. galion, M., Galeone, it. galeone, F., Galeone; span. galeón, M., Galeone, mlat. galea, F., Galeere, Galeone, großes Ruderschiff; mgr. γαλέα (galéa), F., Galeere; gr. γαλέη (galéē), F., Wiesel, Marder; idg. *gₑli-, *glī-, Sb., Maus, Wiesel, Pokorny 367 (541/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital.); L.: DW 4, 1162 (Galeon), EWD s. u. Galion, Duden s. u. Galion; Son.: s. Galionsfigur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und mittelbar dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und mittelbar dem Mittellateinischen und Mittelgriechischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für einen kunstvoll gestalteten spitzzulaufenden Vorbau an einem Schiff; BM.: Maus?; F.: Galion, Galions+FW(+EW); Z.: Gal-i-on
$Galionsfigur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Galionsfigur; E.: s. Galion, s. s, s. Figur; L.: Kluge s. u. Galeone, fehlt DW, EWD s. u. Galion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Galion, s. s, s. Figur gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dem 15. Jh. entwickelte und verwendete einem Opfertier oder einer Frau nachgebildete Holzfigur an einem Schiff; F.: Galionsfigur, Galionsfiguren+FW(+EW); Z.: Gal-i-on-s—fig-ur
Gallapfel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gallapfel, eine durch eine Insekt verursachte Missbildung bei Pflanzen; ne. gallnut, nutgall; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. Galle (2), Apfel; L.: Kluge 1. A. s. u. Gallapfel, Kluge s. u. Gallapfel, EWD s. u. Galle 2, Duden s. u. Gallapfel; GB.: seit dem Spätmittelalter belegte und aus Gall(e) und Apfel gebildete Bezeichnung für eine durch abgelegte befruchtete Eier der Gemeinen Eichengallwespe verursachte kugelige oder birnenförmige Missbildung an Blättern oder Knospen oder jungen Trieben von Eichen oder anderen Pflanzen; BM.: ballen; F.: Gallapfel, Gallapfels, Galläpfel, Galläpfeln+FW+EW; Z.: Gall—apfel
Galle (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Galle (F.) (1), Gallenblase; ne. bile, gall (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. galle (1), sw. F., Galle (F.) (1), Bitteres, Falschheit, Bosheit, Falsch, Ärgernis; mnd. galle (1), F., Galle (F.) (1), Bitteres, Bitterkeit, Bitternis, Zorn, Gallentrank, Pfaffe; mnl. galle, F., Galle; ahd. galla, sw. F. (n), Galle (F.) (1); as. galla*, sw. F. (n)?, Galle (F.) (1); anfrk. galla*, sw. F. (n), Galle (F.) (1); germ. *gallō-, *gallōn, sw. F. (n), Galle (F.) (1); germ. *gallō-, *gallōn, *galla-, *gallan, sw. M. (n), Galle (F.) (1); vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Galle 1, Kluge s. u. Galle 1, DW 4, 1183, EWD s. u. Galle 1, EWAhd 4, 29, Falk/Torp 131, Duden s. u. Galle, Bluhme s. u. Galle; Son.: vgl. afries. -; ae. gealla, sw. M. (n), Galle (F.) (1), Geschwulst, wunde Stelle; an. gall, st. N. (a), Galle (F.) (1), bitteres Getränk, Gift; got. -; nndl. gal, Sb., Galle (F.) (1); nschw. galla, Sb., Galle (F.) (1); nnorw. galle, M., Galle (F.) (1); av. zāra-, M., Galle (F.) (1); gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; lat. fel, N., Galle (F.) (1), Gallenblase, Gallensaft; lit. tulžìs, Sb., Galle (F.) (1); lett. zulkts, zults, Sb. Galle (F.) (1); ksl. zlъčъ (zlŭčĭ), Sb., Galle (F.) (1); GB.: (galla) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von der Leber gebildetes und für die Verdauung der Fette wichtiges sowie in der Gallenblase gespeichertes Sekret und die Gallenblase des Menschen und vieler Wirbeltiere; BM.: gelb?; F.: Galle, Gallen+EW; Z.: Gal-l-e
Galle (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Galle (F.) (2), Geschwulst, krankhafte Blase; ne. lump (N.), swelling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. galle (2), sw. F., Geschwulst (Pferdekrankheit), Galle (F.) (2); mnd. galle (2), F., Geschwulst über dem Knie bei Menschen und Pferden, heller Fleck im Eidotter, Harzgalle, Regengalle; lat. galla, F., Gallapfel, Eichengalle, Geschwulst, (um 180-102 v. Chr.); vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Galle 2, Kluge s. u. Galle 2, DW 4, 1187, EWD s. u. Galle 2, Duden s. u. Galle, Bluhme s. u. Galle2; Son.: vgl. ae. gealla, sw. M. (n), Galle (F.) (2), Geschwulst, wunde Stelle; nndl. gal, Sb., Galle (F.) (1); frz. galle, F., Gallapfel; nnorw. galle, M., Galle (F.) (2); GB.: seit 1270-1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine krankhafte Geschwulst an Gelenken von Tieren und an Pflanzen; BM.: ballen; F.: Galle, Gallen+FW; Z.: Gal-l-e
$gallenbitter, gallebitter, gallbitter, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gallenbitter; E.: s. Galle, (s. n,) s. bitter; L.: Kluge s. u. Galle 1, DW 4, 1190, EWD s. u. Galle 1; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gall(e) (und en) sowie bitter gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Galle mögliches so bitter schmeckend wie Galle; F.: gallenbitter, gallenbittere, gallenbitteres, gallenbitterem, gallenbitteren, gallenbitterer(, gallenbitterere, gallenbittereres, gallenbittererem, gallenbittereren(, gallenbittererer, gallenbitterst, gallenbitterste, gallenbitterstes, gallenbitterstem, gallenbittersten, gallenbitterster,) gallebitter, gallebittere, gallebitteres, gallebitterem, gallebitteren, gallebitterer, gallebitterere, gallebittereres, gallebittererem, gallebittereren, gallebittererer, gallebitterst, gallebitterste, gallebitterstes, gallebitterstem, gallebittersten, gallebitterster)+EW; Z.: gal-l-en—bi-tt-er
$Gallenkolik, Gallekolik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gallenkolik; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: EWD s. u. Galle 1; E.: s. Gall(e), s. en, s. Kolik; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Gall(e) und en sowie Kolik gebildete Bezeichnung für eine die Galle betreffende krampfartige Zusammenziehung der Gallenblase; F.: Gallenkolik, Gallenkoliken+EW+FW; Z.: Gal-l-en—kol-ik
$Gallenstein, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gallenstein; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Gall(e), s. en, s. Stein; L.: EWD s. u. Galle 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gall(e) und en (Suff.) sowie Stein gebildete Bezeichnung für aus der Leber ausgeschiedenes und in der Gallenblase wie Stein verhärtet abgelagertes Cholesterin wobei etwa drei Viertel aller Gallensteine keine Schmerzen bereiten und Zitronensaft oder Kurkuma oder Flohsamenschalen oder Löwenzahn oder Apfelessig als Hausmittel verwendet werden ; F.: Gallenstein, Gallensteins, Gallensteines, Gallensteine, Gallensteinen+EW; Z.: Gal-l-en—stei-n
$Gallert, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gallert; L.: Kluge s. u. Gallert, fehlt DW; Hw.: s. Gallerte; F.: Gallert, Gallertes, Gallerts, Gallerte, Gallerten+FW(+EW); Z.: Gal-l-ert
$gallertartig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gallertartig, der Gallerte ähnlich; E.: s. Gallert, s. artig, s. Gallerte; L.: DW 4, 1192, EWD s. u. Gallert; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gallert(e) und artig gebildete Bezeichnung für wie Gallert(e) seiend oder der Gallerte ähnlich; F.: gallertartig, gallertartige, gallertartiges, gallertartigem, gallertartigen, gallertartiger+FW+EW; Z.: gal-l-ert—ar-t-ig
Gallerte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gallerte, Gelatine; ne. gelatinous mass; Vw.: -; Hw.: s. Gelatine, Gelee, gelieren; Q.: um 1210 (Willehalm); I.: Lw.; E.: s. mhd. galreide, galrei, st. F., Gallerte; mnd. galrēide, galrede, gelreide, F., Gallerte, Sülze; mlat. geladria, F., Gallerte; vgl. lat. gelāre, V., gefrieren machen, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. idg. *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gallerte, Kluge s. u. Gallert, DW 4, 1192 (Gallerte), EWD s. u. Gallert, Duden s. u. Gallert; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach dem Erkalten zu einer steifen durchsichtigen Masse erstarrte eingedickte Fleischbrühe bzw. Knochenbrühe; BM.: kalt; F.: Gallerte, Gallerten+FW(+EW); Z.: Gal-l-ert-e
$gallig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gallig, bitter; E.: s. Gall(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Galle 1, DW 4, 1196 (gallicht), EWD s. u. Galle 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gall(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliches Galle betreffend oder bitter; F.: gallig, gallige, galliges, galligem, galligen, galliger(, galligere, galligeres, galligerem, galligeren, galligerer, galligst, galligste, galligstes, galligstem, galligsten, galligster)+EW; Z.: gal-l-ig
Gallium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gallium, ein Metall; ne. gallium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. Gallia, F.=ON, Gallien, Land der Gallier; vgl. lat. Gallus, M., PN, Gallier (M. Sg.); keltischer Herkunft; vgl. idg. *gal- (3)?, *gʰal-?, V., können, Pokorny 351 (521/5) (RB. idg. aus kelt., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Gallium; Son.: vgl. nndl. gallium, Sb., Gallium; frz. gallium, M., Gallium; nschw. gallium, N., Gallium; nnorw. gallium, N., Gallium; kymr. galiwm, M., Gallium; nir. gailliam, M., Gallium; poln. gal, M., Gallium; lit. galis, M., Gallium; GB.: seit 19. Jh. belegte und von einem ON (Gallia) und dem Keltischen abgeleitete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches selten vorkommendes silberweißes leicht verformbares und vor allem für die Herstellung von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Bauteilen verwendetes Metall (chemisches Element Nr. 31, abgekürzt Ga); BM.: ON (nach dem Herkunftsland des Entdeckers Paul Émile Lecoq de Boisbaudran); F.: Gallium, Galliums+FW; Z.: Gal-l-i-um
Gallone, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gallone, ein Hohlmaß; ne. gallon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. gallon; E.: s. ne. gallon, N., Gallone; afrz. gallon, galun, jalon, M., Gallone; afrz. *galla, F., Gefäß; mlat. galo, jalo, M., ein Flüssigkeitsmaß, Gallone; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Keltischen, von einem urkelt. *galna zu *gali-, V., sieden; L.: Kluge s. u. Gallone, Duden s. u. Gallone; Son.: vgl. nndl. gallon, Sb., Gallone; frz. gallon, M., Gallone; nschw. gallon, Sb., Gallone; nnorw. gallon, M., Gallone; poln. galon, M., Gallone; kymr. galwyn, M., F., Gallone; nir. galún, M., Gallone; lit. galonas, M., Gallone; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein vor allem in dem angloamerikanischen Raum verwendetes Hohlmaß für Flüssigkeiten (in Großbritannien 4,456 Liter und in den Vereinigten Staaten von Amerika 3,785 Liter); BM.: ?; F.: Gallone, Gallonen+FW+EW; Z.: Gall-on-e
$Gallwespe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gallwespe, ein vielleicht schon vormenschliches weitweit in etwa 1500 Arten bekanntes Insekt aus der Familie der Hautflügler; E.: s. Gall(e), s. Wespe; L.: Kluge s. u. Gallwespe, DW 4, 1199, EWD s. u. Galle 2; GB.: seit 18, Jh. belegte und aus Gall(e) und Wespe gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches Insekt; F.: Gallwespe, Gallwespen+FW+EW; Z.: Gal-l—we-s-p-e
$Galmei, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Galmei, Kieselzinkspat; E.: s. mlat. lapis calaminaris, s. frz. calamine, s. lat. cadmia, s. griech. kadmeia; L.: Kluge 1. A. s. u. Galmei; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für Kieselzinkspat beziehungsweise ein häufiges Zinkkarbonat; F.: Galmei, Galmeies, Galmeis, Galmeie, Galmeien+FW; Z.: Galm-ei
Galopp, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Galopp, eine schnelle Gangart besonders von Pferden; ne. gallop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. mhd. walap, st. M., Galopp; it. galoppo, M., Galopp; frz. galop, M., Galopp; nordfrz. walop, M., Galopp; vgl. afrz. galoper, waloper, V., schnell reiten; von awfrk. *wala hlaupan, V., gut laufen; vgl. germ. *welō, Adv., wohl, gut; idg. *u̯elo-, Sb., Wunsch, Begehr, Kluge s. u. wohl; germ. *hlaupan, st. V., laufen; idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Galopp, Kluge s. u. Galopp, EWD s. u. Galopp, DW 4, 1202, Duden s. u. Galopp; Son.: vgl. nndl. galop, Sb., Galopp; nschw. galopp, Sb., Galopp; nnorw. galopp, M., Galopp; poln. galop, M., langsamer Galopp; kymr. galop, galap, M., Galopp; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und für das Altwestfränkische und das Germanische erschließbare Bezeichnung für die aus einer Folge von Sprüngen bestehende schnellste Gangart besonders des Pferdes; BM.: gut, laufen; F.: Galopp, Galoppes, Galopps, Galoppe, Galoppen+FW(+EW); Z.: Gal-op-p
galoppieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. galoppieren, in dem Galopp reiten oder laufen; ne. gallop (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. galopieren (1), gewalopieren, kalopieren, sw. V., galoppieren; afrz. galoper, waloper, V., schnell reiten; von awfrk. *wala hlaupan, V., gut laufen; vgl. germ. *welō, Adv., wohl, gut; idg. *u̯elo-, Sb., Wunsch, Begehr, Kluge s. u. wohl; germ. *hlaupan, st. V., laufen; idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Galopp, EWD s. u. Galopp, DW 4, 1203, Duden s. u. galoppieren; Son.: vgl. nndl. galopperen, V., galoppieren; frz. galoper, V., galoppieren; nschw. galoppera, V., galoppieren; nnorw. galoppere, V., galoppieren; poln. galopować, V., galoppieren; kymr. galapo, calapo, V., galoppieren; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar aus dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen aufgenommene Bezeichnung für in dem Galopp reiten oder laufen; BM.: gut, laufen; F.: galoppieren, galoppiere, galoppierst, galoppiert, galoppierest, galoppieret, galoppierte, galoppiertest, galoppierten, galoppiertet, ##galoppiert, galoppierte, galoppiertes, galoppiertem, galoppierten, galoppierter##, galoppierend, ###galoppierend, galoppierende, galoppierendes, galoppierendem, galoppierenden, galoppierender###, galoppier (!)+FW+EW; Z.: gal-op-p-ier-en
Galosche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Galosche, Überschuh; ne. galosh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. kaloz, kaloze, F., Galosche, Überschuh; mfrz. galoche, F., Überschuh; lat. gallicula, F., kleiner gallischer Holzschuh, (3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. Gallus (1), M., PN, Gallier (M. Sg.); keltischer Herkunft; vgl. idg. *gal- (3)?, *gʰal-?, V., können, Pokorny 351 (521/5) (RB. idg. aus kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Galosche, DW 4, 1198 (Gallosche), EWD s. u. Galosche, Duden s. u. Galosche; Son.: vgl. nschw. galosch, Sb., Galosche; poln. kalosz, M., Galosche, Gummistiefel; GB.: (kaloz, kaloze) seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Keltischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Überschuh; BM.: gallische Sandale?; F.: Galosche, Galoschen+FW; Z.: Gal-osch-e
galt, gelt, nhd. (ält.), Adj., (11. Jh.): nhd. galt, keine Milch gebend, unfruchtbar; ne. barren; Vw.: -; Hw.: s. gelt (1); Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. galt, Adj., keine Milch gebend, unfruchtbar; ahd. galt*, gialt*?, Adj., beschrieen, verzaubert, unfruchtbar; as. -; anfrk. -; germ. *galda-, *galdaz, *galdja-, *galdjaz, Adj., unfruchtbar, beschrieen; s. idg. *gʰel-, V., rufen, schreien, Pokorny 428 (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gal- (2), V., rufen, schreien, Pokorny 350 (520/4) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gelt, Kluge s. u. galt, gelt 1, DW 4, 1206, DW 5, 3059, EWAhd 4, 34, Falk/Torp 132, Heidermanns 228, Duden s. u. galt, Bluhme s. u. gelt; Son.: vgl. afries. -; ae. gielde, Adj., unfruchtbar; an. geldr, Adj., unfruchtbar; an. gelgja, Adj., unfruchtbar, nicht milchgebend; got. galþeis, Adj. (ja), unfruchtbar; nndl. geld, Adj., unfruchtbar; nnorw. (lapp.) galdda, Adj., unfruchtbar, verschnitten; GB.: (galt) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches keine Milch gebend oder unfruchtbar oder beschrie(e)n eines weiblichen Säugetiers; BM.: rufen; F.: galt, galte, galtes, galtem, galten, galter+EW; Z.: gal-t
$galvanisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. galvanisch; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: Kluge s. u. galvanisieren, fehlt DW, EWD s. u. Galvanismus; E.: s. Galvan(ismus), s. isch; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Galvan(ismus) und isch gebildete Bezeichnung für Galvanismus oder Umwandlung chemischer Energie in elektrische Energie betreffend; F.: galvanisch, galvanische, galvanisches, galvanischem, galvanischen, galvanischer+FW(+EW); Z.: galvan-isch
galvanisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. galvanisieren, mit einer Schicht überziehen, chemische Energie in elektrische Energie umwandeln; ne. galvanise, galvanize; Vw.: -; Hw.: s. Galvanismus; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. frz. galvaniser; E.: s. frz. galvaniser, V., galvanisieren; benannt zu Ehren des die Technik (Galvanotechnik) an dem 6. November 1780 erfindenden italienischen Arztes Luigi Galvani (1737-1798); L.: Kluge s. u. galvanisieren, fehlt DW, EWD s. u. Galvanismus, Duden s. u. galvanisieren; Son.: vgl. nndl. galvaniseren, V., galvanisieren; nschw. galvanisera, V., galvanisieren; nnorw. galvanisere, V., galvanisieren; poln. galwanizować, V., galvanisieren; kymr. galfaneiddio, V., galvanisieren; kymr. galphánaím, V., galvanisieren; lit. galvanizuoti, V., galvanisieren; GB.: seit um 1800 belegte sowie aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und von dem PN Galvani abgeleitete Bezeichnung für von dem Menschen etwa seit 1805 in ersten belegten Anwendungen entwickeltes und verwendetes durch Elektrolyse mit einer Schicht überziehen (Galvanotechnik); BM.: PN; F.: galvanisieren, galvanisiere, galvanisierst, galvanisiert, galvanisierest, galvanisieret, galvanisierte, galvanisiertest, galvanisierten, galvanisiertet, ##galvanisiert, galvanisierte, galvanisiertes, galvanisiertem, galvanisierten, galvanisierter##, galvanisierend, ###galvanisierend, galvanisierende, galvanisierendes, galvanisierendem, galvanisierenden, galvanisierender###, galvanisier (!)+FW+EW; Z.: galvan-is-ier-en
Galvanismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Galvanismus, Lehre von der Umwandlung chemischer Energie in elektrische Energie; ne. galvanism; Vw.: -; Hw.: s. galvanisieren; Q.: um 1800; I.: Lw. it. galvanismo; E.: s. it. galvanismo, M., Galvanismus; benannt zu Ehren von Luigi Galvani (1737-1798); L.: Kluge s. u. galvanisieren, fehlt DW, EWD s. u. Galvanismus, Duden s. u. Galvanisimus; Son.: vgl. nndl. galvanisme, Sb., Galvanismus; frz. galvanisme, F., Galvanismus; nschw. galvanism, Sb., Galvanismus; nnorw. galvanisme, M., Galvanismus; nir. galbhánas, M., Galvanismus; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie von dem PN Galvani abgeleitete und umgebildete Bezeichnung für die Lehre von der Umwandlung chemischer Energie in elektrische Energie (beispielsweise während einer Vivisektion eines Froschschenkels durch Galvani oder der Verarbeitung verschiedener Metalle oder Legierungen in dem Mund des Menschen); BM.: PN; F.: Galvanismus+FW(+EW); Z.: Galvan-ism-us
...gam (1), nhd., M, (8. Jh.?): nhd. ...gam (M.); ne. …groom; Vw.: s. Bräuti-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: vgl. mhd. gome, goume, gume, sw. M., Mann; ahd. gomo (1), sw. M. (n), Mann, Held, Mensch; germ. *gumō-, *gumōn, *guma-, *guman, sw. M. (n), Mensch, Mann; idg. *g̑ʰₑmon-, *g̑ʰₒmon-, M., Mensch, Mann, Irdischer, Pokorny 415; L.: fehlt DW, Falk/Torp 126, EWAhd 4, 527; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Anzeige eines Mannes verwendete Bezeichnung; BM.: Mensch bzw. Mann; F.: …gam, …gams, …game, …gamen+EW; Z.: -gam
...gam (2), nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...gam (Adj.), Ehe betreffend; ne. …gamous, …gamic; Vw.: s. poly-; Hw.: s. a. …gamie; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γαμεῖν (gamein), V., heiraten, eine Frau heiraten; idg. *g̑eme-, *g̑em-, V., Sb., heiraten, Verwandter, Pokorny 369 (545/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. -gam, Kytzler/Redemund/Eberl 1071; Son.: vgl. nndl. …gaam, Suff., …gam; nschw. gam, Suff., …gam; nnorw. gam, Suff., …gam; poln. …gamiczny, Suff., …gam; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie zu der Bildung von Adjektiven in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung für Ehe betreffend; BM.: heiraten; F.: …gam, …game, …games, …gamem, …gamen, …gamer+FW; Z.: -gam
Gamander, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Gamander, Ehrenpreis, eine kleine Pflanze; ne. germander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gamandrē, F., echter Gamander, Gamander, Ehrenpreis; mnd. gamandree, Sb., „Gamander“?, eine Pflanze; ahd. gamandrē, F., Gamander, Ehrenpreis; s. lat. chamaedrȳs, F., eine Eichenart, Gamander; gr. χαμαίδρυς (chamaídrys), F., eine Eichenart, Gamander; vgl. gr. χαμαί (chamai), Adj., niedrig, auf der Erde befindlich; gr. δρῦς (drys), F., Baum, Eiche; vgl. idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gamander, DW 4, 120, EWAhd 4, 39, Duden s. u. Gamander; Son.: vgl. nndl. gamander, Sb., Gamander; frz. germandrée, F., Gamander; GB.: (gamandrē) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine bis 60 Zentimeter hohe Pflanze mit kleinen ovalen und an dem Rande gezackten Blättern und roten oder gelblichen Blüten; BM.: niedrig, Baum; F.: Gamander, Gamanders, Gamandern+FW(+EW); Z.: Gam-and-er
Gamasche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gamasche, ein Kleidungsstück für den Unterschenkel über den Schuhen; ne. gaiter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. gamache; E.: s. frz. gamache, F., Gamasche; span. guademecí, M., eine Art weiches Leder; vom ON Ghadames; arab. ǧild ġadāmisī, Sb., Leder aus Ghadames; lat. Cydamus, M.=ON, Cydamus (Stadt in Libyen); aus dem Berberischen?; L.: Kluge s. u. Gamasche, EWD s. u. Gamasche, Duden s. u. Gamasche; Son.: vgl. nd#n. gamasche, Sb., Gamasche; nnorw. gamasje, M., Gamasche; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Spanischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie von einem ON und vielleicht aus dem Berberischen abgeleitete Bezeichnung für eine (über den Schuhen getragene) Beinbekleidung für Menschen und Pferde; BM.: ON; F.: Gamasche, Gamaschen+FW(+EW); Z.: Gamasch-e
$Gamaschendienst, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Gamaschendienst; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gamasche; E.: s. Gamasch(e), s. en, s. Dienst; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Gamasch(e) und en sowie Dienst gebildete Bezeichnung für einen kleinlichen Dienst ohne erkennbaren Sinn; F.: Gamaschendienst, Gamaschendienstes, Gamaschendiensts, Gamaschendienste, Gamaschendiensten+FW+EW; Z.: Gamasch-en—die-n-st
Gambe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gambe, Kniegeige; ne. knee-viol, gamba, viola da gamba; Vw.: -; Hw.: s. Gambit; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. it. viola da gamba; E.: s. it. viola da gamba, F., Gambe; vgl. it. gamba, F., Bein; lat. gamba, F., Fessel (F.) (2), Bein, Unterschenkel, (360 n. Chr.); gr. καμπή (kampḗ), F., Bug (M.) (1), Gelenk, Biegung; vgl. idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525; idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gambe, s. DW 26, 361 (Violdigamb), EWD s. u. Gambe, Duden s. u. Gambe; Son.: vgl. nndl. viola da gamba, Sb., Gambe; frz. viole de gambe, F., Gambe; nschw. gamba, Sb., Gambe; nnorw. gambe, M., Gambe; poln. viola da gamba, F., Gambe; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Streichinstrument mit fünf bis sieben Saiten; BM.: biegen; F.: Gambe, Gamben+FW(+EW); Z.: Gam-b-e
Gambit, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gambit, Bauernopfer für einen Eröffnungsvorteil in dem Schachspiel; ne. gambit; Vw.: -; Hw.: s. Gambe; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. gambito; E.: s. span. gambito, M., Gambit, Bauernopfer in dem Schachspiel; von it. dare il gambetto, V., ein Bein stellen, einen Hinterhalt legen; vgl. it. gamba, F., Bein; lat. gamba, F., Fessel (F.) (2), Bein, Unterschenkel, (360 n. Chr.); gr. καμπή (kampḗ), F., Bug (M.) (1), Gelenk, Biegung; vgl. idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525; idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gambit, fehlt DW, Duden s. u. Gambit; Son.: vgl. nndl. gambiet, Sb., Gambit; frz. gambit, M., Gambit; nschw. gambit, Sb., Gambit; nnorw. gambit, M., Gambit; poln. gambit, M., Gambit; kymr. gambit, M., Gambit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Bauernopfer in dem Schachspiel um einen Eröffnungsvorteil zu erlangen; BM.: biegen; F.: Gambit, Gambits+FW; Z.: Gam-b-it
...gamie, nhd., F, (15. Jh.?): nhd. ...gamie; ne. …gamy; Vw.: s. Bi-, Mono-; Hw.: ...gam (2); Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γαμεῖν (gamein), V., heiraten, eine Frau heiraten; idg. *g̑eme-, *g̑em-, V., Sb., heiraten, Verwandter, Pokorny 369 (545/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1071; Son.: vgl. nndl. ...gamie, Suff., ...gamie; frz. ...gamie, Suff., ...gamie; nschw. ...gami, Suff., ...gamie; nnorw. ...gami, Suff., ...gamie; kymr. ...gami, Suff., ...gamie; nir. ...gamaíocht, Suff., ...gamie; poln. ...gamia, Suff., ...gamie; lit. ...gamija, Suff., ...gamie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vermutlich spätestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ehe; BM.: heiraten; F.: …gamie, …gamien+FW; Z.: -gam
Gamma, nhd., N., (?): nhd. Gamma, drittes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. gamma; Vw.: -; Hw.: s. G; Q.: ?; I.: Lw. lat. gamma, gr. γάμμα (gámma); E.: s. lat. gamma, F., Gamma, gammaförmige Gestalt, Tonleiter; gr. γάμμα (gámma), N., Gamma (Buchstabenname); aus dem Semitischen, vgl. hebr. gīmel, vgl. auch hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gamma; Son.: vgl. nndl. gamma, Sb., Gamma; frz. gamma, M., Gamma; nschw. gamma, N., Gamma; nnorw. gamma, M., Gamma; kymr. gamma, F., Gamma; nir. gáma, M.?, Gamma; poln. gamma, F., Gamma; lit. gama, Sb., Gama; GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen und Semitischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den dritten Buchstaben des griechischen und den 7. Buchstaben des lat. Alphabets; BM.: aus dem Bild eines Kamels entwickeltes Zeichen; F.: Gamma, Gammas+FW(+EW?); Z.: Gam-m-a
$Gammel, nhd., M., (?): nhd. Gammel, Lust, Übermut, Kitzel; E.: s. Gammler; L.: Kluge s. u. Gammler, DW 4, 1211; F.: Gammel, Gammels+EW; Z.: Ga-m-m-el
$gammelig, gammlig, nhd., Adj., (?): nhd. gammelig, Gammel betreffend; L.: Kluge s. u. Gammler, DW 4, 1212, EWD s. u. gammeln 1; F.: gammelig, gammelige, gammeliges, gammeligem, gammeligen, gammeliger(, gammeligere, gammeligeres, gammeligerem, gammeligeren, gammeligerer, gammeligst, gammeligste, gammeligstes, gammeligstem, gammeligsten, gammeligster, gammlig, gammlige, gammliges, gammligem, gammligen, gammliger, gammligere, gammligeres, gammligerem, gammligeren, gammligerer, gammligst, gammligste, gammligstes, gammligstem, gammligsten, gammligster)+EW; Z.: ga-m-m-el-ig
gammeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. gammeln, faulig werden, schimmelig werden, verderben; ne. spoil, loaf (V.) around; Vw.: -; Hw.: s. vergammelt; Q.: 16. Jh.?; E.: s. mnd. gammelen, sw. V., alt werden; as. *gamalōn?, sw. V. (2), ?; vgl. germ. *gamala, gamalaz, Adj., alt; vgl. idg. *g̑ʰi̯ōm, Sb., Winter, Schnee; idg. *g̑ʰei- (2), *g̑ʰi-, Sb., Winter, Schnee, Pokorny 425 (612/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. gammeln 1, DW 4, 1213, EWD s. u. gammeln 1, Duden s. u. gammeln; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehen von Organismen mögliches nach längerem Liegen faulig werden oder schimmelig werden oder verderben; BM.: Winter; F.: gammeln, gammel (!), gammle, gammelst, gammelt, gammelte, gammeltest, gammelten, gammeltet, gegammelt, ##gegammelt, gegammelte, gegammeltes, gegammeltem, gegammelten, gegammelter##, gammelnd, ###gammelnd, gammelnde, gammelndes, gammelndem, gammelnden, gammelnder###, gammel (!)+EW; Z.: ga-m-m-el-n
Gammler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gammler, Sandler, Gammelnder; ne. deadbeat (M.), loafer (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: letztlich von der Sippe um ahd. gaman*, st. N. (a), Lust, Vergnügen, Freude, Scherz; germ. *gamana-, *gamanam, st. N. (a), Freude, Spiel, Lust; s. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Gammler, fehlt DW, EWD s. u. gammeln 2, Duden s. u. Gammler; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen arbeitsscheuen und der Lust oder Freude zugewandten Menschen; BM.: Lust bzw. denken?; F.: Gammler, Gammlers, Gammlern+EW; Z.: Ga-m-m-l-er
Gams, Gems, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gams, Gämse, Gemse; ne. chamois; Vw.: -; Hw.: s. Gämse; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. gamz, st. F., sw. F., Gams, Gämse, Gemse; s. ahd. gamiza, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gämse, Gemse; lat. camox, Sb., Gemse, (um 448/449 n. Chr.); aus einer idg. Sprache der Alpen, s. Pokorny 556, Walde/Hofmann 1, 148; entweder von idg. *k̑em- (1), *k̑am-, Sb., Stange, Stock, Horn, Pokorny 556? (860/92) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital.?, germ.); oder von idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556? (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gams, DW 4, 1215, EWAhd 4, 43, Duden s. u. Gams, Bluhme s. u. Gams, Schmeller 1, 915, Schöpf 171, Schweiz. Id. 2, 321, Fischer, 3, 347; Son.: vgl. nndl. gems, Sb., Gämse; frz. chamois, M., Gämse; nschw. gems, Sb., Gämse; nnorw. gemse, M., Gämse; kymr. chamois, M., Gämse; nir. seamaí, M., Gämse; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar einer idg. Sprache der Alpen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in dem Hochgebirge lebendes und zu den Paarhufern gehörendes ziegengroßes Säugetier mit gelblich braunem bis rotbraunem Fell und nach hinten gekrümmtem Gehörn; BM.: Horn?, hornlos?; F.: Gams, Gamsen+FW(+EW); Z.: Gam-s
Gämse, Gemse, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gämse, Gemse, Gams; ne. chamois; Vw.: -; Hw.: s. Gams; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. gamz, st. F., sw. F., Gams, Gämse, Gemse; mnd. gemse, F., Gemse, Gämse; ahd. gamiza, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gämse, Gemse; lat. camox, Sb., Gemse, (um 448/449 n. Chr.); aus einer idg. Sprache der Alpen, s. Pokorny 556, Walde/Hofmann 1, 148; entweder von idg. *k̑em- (1), *k̑am-, Sb., Stange, Stock, Horn, Pokorny 556? (860/92) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital.?, germ.); oder von idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556? (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gemse, Kluge s. u. Gämse, EWD s. u. Gemse, DW 5, 3286 (Gemse), EWAhd 4, 42, Duden s. u. Gämse, Bluhme s. u. Gemse; Son.: vgl. nndl. gems, Sb., Gämse; frz. chamois, M., Gämse; nschw. gems, Sb., Gämse; nnorw. gemse, M., Gämse; kymr. chamois, M., Gämse; nir. seamaí, M., Gämse; lit. gemzė, F., Gemse; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Hochgebirge lebendes und zu den Paarhufern gehörendes ziegengroßes Säugetier mit gelblich braunem bis rotbraunem Fell und nach hinten gekrümmtem Gehörn; BM.: Horn?, hornlos?; F.: Gämes, Gämsen, Gemse, Gemsen+FW(+EW); Z.: Gäm-s-e
$Gamsbart, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gamsbart; E.: s. Gams, s. Bart; L.: Kluge s. u. Gams, fehlt DW, EWD s. u. Gemse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gams und Bart gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten Hutschmuck aus Gamshaaren; F.: Gamsbart, Gamsbarts, Gamsbartes, Gamsbärte, Gamsbärten+FW+EW; Z.: Gam-s—bar-t
Ganeff, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Ganeff, Ganove, Schwiegersohn; ne. crook (M.); Vw.: -; Hw.: s. Ganove; Q.: 19. Jh.; E.: rotw. Lw; E.: vgl. rotw. genffen, V., stehlen; wjidd. gannew, M., Dieb; hebr. gannāv, M., Ganove; L.: Kluge s. u. Ganeff, fehlt DW, Duden s. u. Ganeff; Son.: vgl. nndl. gannef, Sb., Ganeff; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ganoven; BM.: Dieb; F.: Ganeff, Ganeffs, Ganeffe, Ganeffen+FW; Z.: Ganeff
Ganerbe, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Ganerbe, Miterbe, Teilhaber einer Erbschaft; ne. co-heir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ganerbe, sw. M., Ganerbe“, Miterbe; mnd. gānerve, M., Ganerbe, Miterbe; ahd. gianerbo*, sw. M. (n), Erbe (M.), Miterbe; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. ana (1), an, Präp., Adv., Präf., in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); ahd. erbi, st. N. (ja), Erbe (N.), Erbgut, Besitz; germ. *arbja-, *arbjam, *arbija-, *arbijam, st. N. (a), Erbe (N.); vgl. idg. *orbʰo-, h₂orbʰo-, Adj., Sb., verwaist, Waise, Pokorny 781 (1346/26) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ganerbe, Kluge s. u. Ganerbe, DW 4, 1215, EWAhd 4, 204, Duden s. u. Ganerbe; GB.: (gianerbo) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Vermögen und Erbrecht möglichen Miterben oder Teilhaber einer Erbschaft; BM.: mit, an, Waise; F.: Ganerbe, Ganerben+EW; Z.: Ga-n-erb-e
gang, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. gang, üblich, gängig; ne. usual?; Vw.: -; Hw.: s. Gang 1, gehen; Q.: 1000 (Notker); E.: s. nhd. genge, Adj., gänge, gängig, üblich, verbreitet; ahd. gengi* (1), Adj., gängig, gebräuchlich, üblich; germ. *gangi-, *gangiz, *gangja-, *gangjaz, Adj., gangbar, begehbar, gehend, gängig; s. idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. gang, DW 4, 1238 (gänge), EWD s. u. Gang, EWAhd 4, 163, Duden s. u. gang; Son.: nur noch in der Redewendung gang und gäbe verwendet; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für üblich oder gängig; BM.: verlassen (V.); F.: gang+EW; Z.: ga-ng
Gang (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gang (M.) (1); ne. course, way, pace (N.); Vw.: s. Kanossa-, -spill; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. ganc, st. M., Gehen, Gang (M.) (1), Zugang, Weg, Gangart, Art des Gehens, Wildpfad, Fährte, Wildwechsel; mnd. ganc (1), gank, M., Gehen, Gehvermögen, Fähigkeit zu gehen, Gang (M.) (1); ahd. gang, st. M. (a?, i?), Gang (M.) (1), Lauf, Weg, Zug, Umzug; as. gang, st. M. (a), Gang (M.) (1), Weg, Verlauf, Ergehen; anfrk. gang*, st. M. (a), Gang (M.) (1), Schritt; germ. *ganga-, *gangaz, st. M. (a), Gang (M.) (1); germ. *ganga-, *gangam, st. N. (a), Gang (M.) (1); idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), g̑ʰēi-, g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gang, Kluge s. u. Gang 1, DW 4, 1219, EWD s. u. Gang 1, EWAhd 4, 44, Falk/Torp 124, Seebold 214, Duden s. u. Gang, Bluhme s. u. Gang; Son.: vgl. afries. gang, gong, gung, st. M. (a), Gang (M.) (1); nnordfries. gong; ae. gang, gong, geong (2), iong, st. M. (a), st. N. (a), Gang (M.) (1), Reise, Spur, Fluss, Weg, Pfad, Lauf, Ereignis, Abtritt, Bühne; an. gangr, st. M. (a), Gang (M.) (1); got. gagg, gaggs, st. N. (a), Gang (M.) (2), Weg, Straße; nndl. gang, Sb., Gang (M.) (1); nschw. gong, Sb., Gang (M.) (1); nnorw. gang, M., Gang (M.) (1); ? ai. jáṅghā, F., Unterschenkel; GB.: seit nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Vorgang des Gehens oder das Gehen oder für einen Weg; BM.: verlassen (V.); F.: Gang, Gangs, Ganges, Gänge, Gängen+EW; Z.: Ga-ng
Gang (2), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gang (F.); ne. gang (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gangster; Q.: 1930-1940; I.: Lw. ne. gang; E.: s. ne. gang, N., Gang (F.), Meute; ae. gang, gong, geong (2), iong, st. M. (a), st. N. (a), Gang (M.) (1), Reise, Spur, Fluss, Weg, Pfad; germ. *ganga-, *gangaz, st. M. (a), Gang (M.) (1); germ. *ganga-, *gangam, st. N. (a), Gang (M.) (1); idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gang 2, EWD s. u. Gang F., Duden s. u. Gang; Son.: vgl. nndl. gang, Sb., Gang (F.); frz. gang, Sb., Gang (F.); nschw. gäng, N., Gang (F.); GB.: seit 1930-1940 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gruppe von Verbrechern oder Gangstern; BM.: verlassen (V.); F.: Gang, Gangs+FW; Z.: Ga-ng
$gangbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gangbar, begehbar, möglich; E.: s. Gang, s. bar; L.: Kluge s. u. Gang 1, DW 4, 1236, EWD s. u. Gang; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gang und bar gebildete Bezeichnung für begehbar oder möglich; F.: gangbar, gangbare, gangbares, gangbarem, gangbaren, gangbarer(, gangbarere, gangbareres, gangbarerem, gangbareren, gangbarerer, gangbarst, gangbarste, gangbarstes, gangbarstem, gangbarsten, gangbarster)+EW; Z.: ga-ng-bar
$Gängelband, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gängelband, Leine, eine Laufhilfe; E.: s. gängel(n), s. Band; L.: Kluge s. u. gängeln, DW4, 1243, EWD s. u. Gang; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gängel(n) und Band gebildete Bezeichnung für eine Leine oder eine Laufhilfe; F.: Gängelband, Gängelbands, Gängelbandes, Gängelbänder, Gängelbändern+EW; Z.: Gä-ng-el—band
gängeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gängeln, an einer Laufhilfe halten, bevormunden, ständig Vorschriften machen; ne. boss (V.) around; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. gengen, sw. V., gehen machen, zum Gehen bringen, antreiben, losgehen; ahd. gangan (1), red. V., gehen, schreiten, laufen, wandeln, sich begeben (V.), steigen, streben, kommen; germ. *gēn, *gǣn, st. V., gehen; s. idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. gängeln, DW 4, 1244, EWD s. u. Gang M., EWAhd 4, 340, Duden s. u. gängeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Gang und gehen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an einer Laufhilfe halten oder bevormunden oder ständig Vorschriften machen; BM.: verlassen (V.); F.: gängeln, gängel (!), gängle, gängelst, gängelt, gängelte, gängeltest, gängelten, gängeltet, gegängelt, ##gängeltet, gegängelte, gegängeltes, gegängeltem, gegängelten, gegängelter##, gängelnd, ###gängelnd, gängelnde, gängelndes, gängelndem, gängelnden, gängelnder###, gängel (!)+EW; Z.: gä-ng-el-n
$Gänger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gänger, Gehender; Vw.: s. Fuß-, Müßig-, Partei-, Vor-; E.: s. ahd. gangarāri* 2, gangāri*; L.: DW 4, 1246; GB.: seit um 800 belegte und mit Gang und gehen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Primaten oder noch früher möglichen Gehenden; F.: Gänger, Gängers, Gängern+EW; Z.: Gä-ng-er
$gängig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gängig, gehend, gehbar; Vw.: s. gelände-, rück-; E.: s. Gang, s. ig; L.: Kluge s. u. gang, Gang 1, DW 4, 1250, EWD s. u. Gang; GB.: (gengic) seit 1205 belegte und aus Gang und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten oder noch früher mögliches gehbar; F.: gängig, gängige, gängiges, gängigem, gängigen, gängiger(, gängigere, gängigeres, gängigerem, gängigeren, gängigerer, gängigst, gängigste, gängigstes, gängigstem, gängigsten, gängigster)+EW; Z.: gä-ng-ig
$Ganglienzelle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ganglienzelle, eine Nervenzelle mit dem Zellkörper in einem Nervenknoten oder Ganglion (außerhalb des zentralen Nervensystems); E.: s. Gangli(on), s. en, s. Zelle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ganglion; F.: Ganglienzelle, Ganglienzellen+FW(+EW); Z.: Gan-g-l-i-en—zel-l-e
Ganglion, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ganglion, einfache Nervenbahn, Überbein, flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung einer Gelenkkapsel, Geschwulst an Gelenken; ne. ganglion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ganglion; E.: s. lat. ganglion, N., Geschwulst, Überbein, (um 400 n. Chr.); gr. γάγγλιον (gánglion), N., Geschwulst; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ganglion, EWD s. u. Ganglion, Duden s. u. Ganglion; Son.: vgl. frz. ganglion, M., Ganglion; nschw. ganglie, Sb., Ganglion; nschw. ganglion, N., Ganglion; nnorw. ganglion, N., Ganglion; nnorw. ganglie, M., Ganglion; poln. ganglion, M., Ganglion; kymr. ganglion, M., Ganglion; nir. gainglín, M., Ganglion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Anhäufung von Nervenzellen in verschiedenen Nervensträngen bzw. für eine Geschwulst an Gelenken; F.: Ganglion, Ganglions, Ganglien+FW; Z.: Gan-g-l-i-on
Gangspill, nhd., F., N., (18. Jh.): nhd. Gangspill, eine Winde; ne. a winch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Gang (1), Spindel; L.: Kluge s. u. Gangspill, DW 4, 1253, Duden s. u. Gangspill; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gang und Spindel gebildete Bezeichnung für eine aufrecht stehende Winde die bedient wird indem man um sie herumgeht und dadurch die Kabeltrommel dreht; BM.: verlassen (V.), spinnen; F.: Gangspill, Gangspilles, Gangspills, Gangspille, Gangspillen+EW; Z.: Ga-ng-spi-l-l
Gangster, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gangster, Verbrecher; ne. gangster; Vw.: -; Hw.: s. Gang (2); Q.: 1930-1940; I.: Lw. ne. gangster; E.: s. ne. gangster, M., Gangster, Verbrecher; vgl. ne. gang, N., Gang (F.), Meute; ae. gang, gong, geong (2), iong, st. M. (a), st. N. (a), Gang (M.) (1), Reise, Spur, Fluss, Weg, Pfad; germ. *ganga-, *gangaz, st. M. (a), Gang (M.) (1); Schritt; germ. *ganga-, *gangam, st. N. (a), Gang (M.) (1); idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gangster, fehlt DW, EWD s. u. Gang F., Duden s. u. Gangster; Son.: vgl. nndl. gangster, Sb., Gangster; frz. gangster, F., Gangster; nschw. gangster, Sb., Gangster; nnorw. gangster, M., Gangster; poln. gangster, M., Gangster; kymr. gangster, M., Gangster; lit. gangsteris, M., Gangster; GB.: seit 1930-1940 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verbrecher; BM.: verlassen (V.); F.: Gangster, Gangsters, Gangstern+FW; Z.: Ga-ng-st-er
Gangway, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gangway, Treppe für einen Einstieg und Ausstieg bei Schiffen oder Flugzeugen, Flugzeugtreppe; ne. gangway; Vw.: -; Hw.: s. Weg; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. gangway; E.: s. ne. gangway, N., Gangway, Landungsbrücke; aus dem Nordischen, s. nschw. gongväg, Sb., Fußweg; vgl. an. gangr, st. M. (a), Gang (M.) (1); germ. *ganga-, *gangaz, st. M. (a), Gang (M.) (1); Schritt; germ. *ganga-, *gangam, st. N. (a), Gang (M.) (1); idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); an. vegr (2), st. M. (a), Weg; germ. *wega-, *wegaz, st. M. (a), Weg; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gangway, fehlt DW, EWD s. u. Gangway, Duden s. u. Gangway; Son.: vgl. nnorw. gangveg, gangvei, M., Gehsteig; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Nordischen aufgenommene Bezeichnung für eine Treppe für einen Einstieg und Ausstieg bei Schiffen und Flugzeugen; BM.: verlassen (V.), bewegen; F.: Gangway, Gangways+FW; Z.: Ga-ng-way
Ganove, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ganove, Gangster, Verbrecher, Straftäter; ne. crook (M.); Vw.: -; Hw.: s. Ganeff; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. gannāvīm; E.: s. rotw. gannāvīm, Sb. Pl., Ganoven; jidd. ganṓvem, ganṓven, hebr. ganōwim, M. Pl., Diebe; L.: Kluge s. u. Ganove, fehlt DW, EWD s. u. Ganove, Duden s. u. Ganove; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Jiddischen und dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Gangster oder Ganoven oder Verbrecher oder Straftäter; BM.: Dieb; F.: Ganove, Ganoven+FW(+EW); Z.: Ganov-e
Gans, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gans, ein Entenvogel; ne. goose; Vw.: -; Hw.: s. Gänserich, s. Gössel; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. gans, st. F., Gans; mnd. gans (3), F., Gans; mnl. gans, Sb., Gans; ahd. gans, st. F. (i, urspr. kons.), Gans, Gänserich; as. *gās?, st. F. (athem.), Gans; as. *gōs?, st. F. (athem.?), Gans; anfrk. -; germ. *gans, F., Gans; idg. *g̑ʰans-, Sb., Gans, Pokorny 412; s. idg. *g̑ʰan-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 411 (595/11) (RB. idg. aus gr., germ.); idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gans, Kluge s. u. Gans, EWD s. u. Gans, DW 4, 1255, EWAhd 4, 66, Falk/Torp 125, Duden s. u. Gans, Bluhme s. u. Gans; Son.: vgl. afries. -; ae. gōs, F. (kons.), Gans; an. gās (1), F. (kons.?), Gans; got. gans?, st. F., Gans; nndl. gans, Sb., Gans; nschw. gos, gås, Sb., Gans; nnorw. gås, M., F., Gans; ai. haṁsá-, M., Gans, Schwan; gr. χήν (chḗn), Gans; lat. ānser, hānser, M., Gans; air. géis, M., Schwan; lit. zasìs, Sb., Gans; poln. gęś, F., Gans; GB.: (gans) vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen (weiblichen) größeren Vogel (Entenvogel) mit langem Hals und gewölbter oberer Schnabelhälfte; GB.: gähnen; F.: Gans, Gänse, Gänsen+FW; Z.: Ga-n-s
$Gänseauge, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gänseauge; E.: s. Gans, s. e, s. Auge; L.: Kluge s. u. Gänsefüßchen, DW 4, 1266; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gans und e und Auge gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschliche und weit verbreitete Gänseblümchen und nach DW (auch) für Anführungszeichen; F.: Gänseauge, Gänseaugen+EW; Z.: Gä-n-s-e—aug-en
$Gänseblümchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gänseblümchen; Hw.: s. Maßliebchen; L.: Kluge s. u. Gänseblümchen, DW 4, 1266, EWD s. u. Gans; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Blümchen vielleicht wegen der farblichen Übereinstimmung zwischen Gans und Gänseblümchen oder wegen des ähnlichen Aufenthaltsorts gebildete Bezeichnung für eine kleine schon vormenschlich mögliche und weit verbreitete Blume; F.: Gänseblümchen, Gänseblümchens+EW; Z.: Gä-n-s-e—blü-m-chen
$Gänseblume, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gänseblume; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. Gans, s. e, s. Blume; L.: DW 4, 1267, EWD s. u. Gans; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Blume gebildete für eine kleine schon vormenschlich mögliche und weit verbreitete Blume oder nach DW für mehrere Wiesenblumen; F.: Gänseblume, Gänseblumen+EW; Z.: Gä-n-s-e-blu-m-e
$Gänsefüßchen, nhd., M. Pl., (18. Jh.): nhd. Gänsefüßchen; E.: s. Gans, s. e, s. Füßchen; L.: Kluge s. u. Gänsefüßchen, fehlt DW (aber Gänsefüszlein für Gänsekeule), EWD s. u. Gans; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Füßchen gebildete Bezeichnung für sachlich bereits in dem Altertum entwickelte und verwendete sowie entfernt vielleicht dem verkleinerten Fuß einer Gans ähnelnde Anführungszeichen und Abführungszeichen für ein Zitat innerhalb eines umschließenden Textes; F.: Gänsefüßchen+EW; Z.: Gä-n-s-e—füß-chen
$Gänsehaut, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gänsehaut; E.: s. Gans, s. e, s. Haut; L.: Kluge s. u. Gänsehaut, DW 4, 1271, EWD s. u. Gans; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Haut gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche durch Kontraktion winziger Muskeln der Körperhaare einer (gerupften) Gans ähnelnde Haut eines Menschen bei Kälte oder Erschrecken; F.: Gänsehaut, Gänsehäute, Gänsehäuten+EW; Z.: Gä-n-s-e—hau-t
$Gänseklein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gänseklein; E.: s. Gans, s. e, s. Klein; L.: Kluge s. u. Gänseklein, DW 4, 1272, EWD s. u. Gans; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Klein gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliche Magen und Herz sowie weitere Innereinen einer Gans; F.: Gänseklein, Gänsekleins+EW; Z.: Gä-n-s-e—klei-n
$Gänsemarsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gänsemarsch; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Gans und e sowie Marsch (M.) gebildete Bezeichnung für eine von Teilnehmern wie von Gänsen hintereinander in einer Reihe ausgeführten Marsch (M.); L.: Kluge s. u. Gänsemarsch, DW 4, 1275, EWD s. u. Gans; F.: Gänsemarsch, Gänsemarschs, Gänsemarsches, Gänsemärsche, Gänsemärschen+EW+FW; Z.: Gä-n-s-e—mar-sch
$Ganser?, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ganser, männliche Gans, Gänserich, Ganter; ne. gander; E.: s. Gans, s. er?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gänserich, DW 4, 1276; GB.: s. ahd. ganazzo, M., Gänserich; F.: Ganser, Gansers, Gansern+EW; Z.: Ga-n-s-er
Gänserich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gänserich, männliche Gans, Ganser, Ganter; ne. gander; Vw.: -; Hw.: s. Gans; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. Gans, gebildet nach dem Vorbild von Enterich; L.: Kluge 1. A. s. u. Gänserich, Kluge s. u. Gänserich, DW 4, 1276, EWD s. u. Gans, Duden s. u. Gänserich; Son.: vgl. nndl. ganzerik, Sb., Gänserich; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus Gans und erich (wie Enterich) gebildete Bezeichnung für eine männliche Gans oder einen Ganser oder Ganter; BM.: gähnen; F.: Gänserich, Gänseriches, Gänserichs, Gänseriche, Gänserichen+EW; Z.: Gä-n-s-er-ich
$Gänsewein, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gänsewein, Wasser; E.: s. Gans, s. e, s. Wein; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; L.: EWD s. u. Gans; GB.: seit 1577 (Fischart) belegte und aus Gans und e sowie Wein gebildete Bezeichnung für Wasser als Getränk (von Gänsen); F.: Gänsewein, Gänseweines, Gänseweins, Gänseweine, Gänseweinen+EW+FW; Z.: Gä-n-s—wei-n
Gant, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Gant, gerichtliche Versteigerung; ne. auction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1399 (Stadtrecht Feldkirch); E.: mhd. gant (2), st. F., „Gant“, Versteigerung, Gerichtsversteigerung; s. mit. incanto, Sb., Versteigerung?; lat. in quantum, vgl. lat. quantus, Adj., von welcher Größe, wie groß, so groß wie, so stark; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gant, Kluge s. u. Gant, DW 4, 1282, Duden s. u. Gant; GB.: seit 1399 (Feldkirch) belegte und aus dem Mittelitalienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine gerichtliche Versteigerung; BM.: so groß wie; F.: Gant, Ganten+EW; Z.: Ga-n-t
$Ganter, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Ganter, Ganser, Gänserich, männliche Gans; E.: s. Gan(s), s. t. s.er (Suff.); L.: Kluge s. u. Ganter, Gans, DW 4, 1285, EWD s. u. Gans; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus Gan(s) und t sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Gänserich oder die männliche Gans; F.: Ganter, Ganters, Gantern+EW; Z.: Ga-n-t-er
ganz, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ganz, gänzlich, vollständig, vollkommen, heil; ne. whole, sane, complete (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ganz (1), Adj., ganz, vollkommen, unverletzt, unversehrt, unverkürzt, vollständig; mnd. ganz (1), gans, gancz, gantz, gantze, gant, Adj., ganz, vollkommen, vollständig, ungeteilt, heil, gesund; ahd. ganz, Adj., ganz, gesund, vollständig, vollkommen; as. -; anfrk. -; Herkunft unklar, vielleicht von germ. *ganta-, *gantaz, Adj., heil, ganz; idg. *gʰond-, *gʰon-, Adj., genug?, fertig?; s. idg. *g̑ʰan-, V., gähnen, klaffen, Falk/Torp 125, Pokorny 411 (595/11) (RB. idg. aus gr., germ.); vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ganz, Kluge s. u. ganz, EWD s. u. ganz, DW 4, 129, EWAhd 4, 71, Falk/Torp 125, Heidermanns 232, Duden s. u. ganz, Bluhme s. u. ganz; Son.: vgl. afries. gans, Adj., ganz; saterl. gans, Adj., ganz; ae. -; an. -; got. -; nndl. gans, Adj., ganz; ai. ghaná-, Adj., kompakt, fest, hart; npers. ā-ganis, Adj., voll; lit. ganà, Adj., genug; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches gänzlich oder vollständig oder vollkommen oder heil; BM.: klaffen?; F.: ganz, ganze, ganzes, ganzem, ganzen, ganzer+EW; Z.: ga-n-z
Gänze, nhd., F., (10./11. Jh.): nhd. Gänze, Ganzheit, Vollständigkeit; ne. entirety, totality; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. genze, st. F., „Gänze“, Vollständigkeit, Ganzheit, Vollkommenheit, Gesundheit, Unversehrtheit; mnd. ganze* (2), ganse, gantze, F., Gänze, Ganzheit; ahd. ganzī, st. F. (ī), „Gänze“, Vollkommenheit, Vollständigkeit; vielleicht von germ. *gantī-, *gantīn, sw. F. (n), Ganzheit, Gesundheit; idg. *gʰond-, *gʰon-, Adj., genug?, fertig?; s. idg. *g̑ʰan-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 411 (595/11) (RB. idg. aus gr., germ.); vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ganz, DW 4, 1308, EWD s. u. ganz, EWAhd 4, 75, EWAhd 4, 166, Heidermanns 232, Duden s. u. Gänze; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Ganzheit oder Vollständigkeit; BM.: klaffen?; F.: Gänze+EW; Z.: Gä-n-z-e
$Ganzheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Ganzheit, Gänze, Vollständigkeit; E.: s. ganz, s. heit; L.: Kluge s. u. ganz, DW 4, 1309, EWD s. u. ganz; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus ganz und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Gänze oder Vollständigkeit; F.: Ganzheit+EW; Z.: Ga-n-z-hei-t
$gänzlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gänzlich, ganz, vollständig, heil; E.: s. ganz, s. lich; L.: Kluge s. u. ganz, DW 4, 1310, EWD s. u. ganz; GB.: (ganzlich) seit 1190-1229 belegte und aus ganz und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ganz oder vollständig oder heil; F.: gänzlich, gänzliche, gänzliches, gänzlichem, gänzlichen, gänzlicher+EW; Z.: gä-n-z-lich
gar, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gar, bereit, fertig, ganz; ne. done, prepared, ready; Vw.: s. -aus; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gar, gare, Adj., bereit gemacht, gerüstet, bereit, vollständig, ganz; mnd. gār (1), gāre, Adj., gar, fertig gemacht, fertig bereitet; ahd. garo (1), Adj., bereit, fertig, bereitstehend, bereitwillig, bereitet, gerüstet; as. garu, Adj., bereit, geschmückt; anfrk. garo, Adj., bereit, fertig; germ. *garwa-, *garwaz, Adj., gegoren, fertig, bereit, gar; s. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455? (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gar, Kluge s. u. gar, DW 4, 1312, EWD s. u. gar, EWAhd 4, 84, Falk/Torp 128, Heidermanns 233, Duden s. u. gar, Bluhme s. u. gar; Son.: vgl. nndl. gaard, Adj., gar; afries. -; ae. gearu (1), gearo (1), Adj., bereit, fertig, ausgerüstet; an. gerr (1), gǫrr (1), Adj., gemacht, fertig; got. -; GB.: (garo) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches bereit oder fertig oder ganz; BM.: ergreifen?; F.: gar, gare, gares, garem, garen, garer+EW; Z.: gar
Garage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Garage, Abstellraum für ein Fahrzeug; ne. garage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. garage; E.: s. frz. garage, M., Garage; vgl. frz. garer, V., in eine sichere Verwahrungsstelle bringen; prov. garar, V., achtgeben, bewahren; vgl. lat. vārus (1), auseinandergebogen, auseinander gespannt, auswärtsgebogen, dachsbeinig, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. Garage, fehlt DW, EWD s. u. Garage, Duden s. u. Garage; Son.: vgl. nndl. garage, Sb., Garage; nschw. garage, Sb., Garage; nnorw. garasje, M., Garage; poln. garaż, M., Garage; kymr. garej, F., Garage; nir. garáiste, M., Garage; lit. garažas, M., Garage; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen überdachten Stellplatz für ein Fahrzeug; BM.: biegen bzw. drehen?; F.: Garage, Garagen+FW(+EW); Z.: Ga-r-ag-e
Garant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Garant, Gewährsmann, Gewährleistender; ne. guarantor; Vw.: -; Hw.: s. Garantie, garantieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. garant; E.: s. frz. garant, M., Bürge; afrz. guarant, warant, M., bei Gericht Gewähr Leistender, Beschützer; awfrk. *werend, Adj., Gewähr leistend; germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen?; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Garantie, fehlt DW, EWD s. u. Garantie, Duden s. u. Garant; Son.: vgl. nndl. garant, Sb., Garant; nschw. garant, Sb., Garant; nnorw. Garant, M., Garant; poln. gwarant, M., Garant; kymr. gwarantwr, M., Garant; lit. garantas, M., Garant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Altwestfränkischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Menschen möglichen eine Gewähr Leistenden oder einen Gewährsmann; BM.: weilen; F.: Garant, Garanten+FW(+EW); Z.: Ga-r-ant
Garantie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Garantie, Gewähr, Zusage; ne. warranty, guarantee (N.); Vw.: -; Hw.: s. Garant, garantieren; Q.: nach 1650; I.: Lw. frz. garantie; E.: s. frz. garantie, F., Garantie; vgl. frz. garant, M., Bürge; afrz. guarant, warant, M., bei Gericht Gewähr Leistender, Beschützer; awfrk. *werend, Adj., Gewähr leistend; germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen?; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Garantie, EWD s. u. Garantie, Duden s. u. Garantie; Son.: vgl. nndl. garantie, Sb., Garantie; nschw. garanti, Sb., Garantie; nnorw. garanti, M., Garantie; poln. gwarancja, F., Garantie; kymr. garantî, M., Garantie; lit. garantija, F., Garantie; GB.: seit nach 1650 belegte und aus dem Französischen und dem erschließbaren Altwestfränkischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Gewähr oder Zusage; BM.: weilen; F.: Garantie, Garantien+FW; Z.: Ga-r-ant-ie
garantieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. garantieren, gewährleisten, Gewährleistung geben, sichern; ne. guarantee (V.), ensure; Vw.: -; Hw.: s. Garant, Garantie; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. garantir; E.: s. frz. garantir, V., garantieren; vgl. afrz. guarant, warant, M., bei Gericht Gewähr Leistender, Beschützer; awfrk. *werend, Adj., Gewähr leistend; germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen?; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Garantie, fehlt DW, EWD s. u. Garantie, Duden s. u. garantieren; Son.: vgl. nndl. garanderen, V., garantieren; nschw. garantera, V., garantieren; nnorw. garantere, V., garantieren; poln. gwarantować, V., garantieren; lit. garantuoti, V., garantieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gewährleisten oder Gewährleistung geben oder sichern; BM.: weilen; F.: garantieren, garantiere, garantierst, garantiert, garantierest, garantieret, garantierte, garantiertest, garantierten, garantiertet, ##garantiert, garantierte, garantiertes, garantiertem, garantierten, garantierter##, garantierend, ###garantierend, garantierende, garantierendes, garantierendem, garantierenden, garantierender###, garantier(!)+FW(+EW); Z.: ga-r-ant-ier-en
Garaus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Garaus, ein völliges Ende, eine Pflanze; ne. kill (N.) off?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: wohl hervorgegangen aus dem Ruf gar aus (s. d.); L.: Kluge s. u. Garaus, DW 4, 1330, EWD s. u. gar, Duden s. u. Garaus; Son.: besonders in der Wendung den Garaus machen verwendet; GB.: seit um 1500 belegte und aus gar und aus gebildete Bezeichnung für ein völliges Ende und eine Pflanze mit eiförmigen und an dem Rande gezähnten Blättern sowie ährenartigen weißen oder bläulichen Blüten; BM.: ergreifen?, hinaus?; F.: Garaus+EW; Z.: gar—aus
Garbe (1), nhd., F., (6. Jh.): nhd. Garbe (F.) (1), Bündel geschnittener Getreidehalme; ne. sheaf (N.); Vw.: s. Schaf-; Hw.: -; Q.: 6. Jh. (Urkunde); E.: mhd. garbe, garwe, st. F., sw. F., Garbe (F.) (1); mnd. garve, gerve, gerbe, F., Garbe, Korngarbe; ahd. garba, st. F. (ō), Garbe (F.) (1), Korngarbe, Bund, Bündel, Reisigbündel; as. garva*, sw. F. (n), Garbe (F.) (1); lat.-as. garba*, sw. F. (n)?, Garbe (F.) (1); anfrk. garva*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Garbe (F.) (1); germ. *garbō, st. F. (ō), Garbe (F.) (1); s. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gaerbe 1, Kluge s. u. Garbe, DW 4, 1335, EWD s. u. Garbe, EWAhd 4, 79, Duden s. u. Garbe, Bluhme s. u. Garbe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *garba?, st. F. (ō), Garbe (F.) (1); nndl. garf, Sb., Garbe; ai. brābhá-, M., Handvoll; ? lat. herba, F., Kraut; lett. grabas, Sb. Pl., Zusammengerafftes; GB.: (garba) seit 6. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen gebündelte und zu einem Aufstellen zusammengebundene Menge geschnittener Getreidehalme; BM.: ergreifen; F.: Garbe, Garben+EW; Z.: Garb-e
Garbe (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Garbe (F.) (2), Schafgarbe; ne. yarrow, milfoil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. garwe, sw. F., Schafgarbe, Garbe (F.) (2); mnd. garwe (1), garewe, Sb., Schafgarbe; ahd. garawa* (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schafgarbe, Tausendblatt, Wiesenkümmel?; as. garwa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schafgarbe; anfrk. -; germ. *garwa, Sb., Garbe (F.) (2), s. idg. *gʰrebʰ- (1), gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: DW 4, 1335, Duden s. u. Garwe, EWAhd 4, 75; Son.: vgl. afries. -; ae. gearwe, sw. F. (n)?, Schafgarbe, Garbe (F.) (2); an. -; got. -; GB.: (garawa) seit 2. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und auch als Heilpflanze verwendete krautige Pflanze; BM.: ergreifen; F.: Garbe, Garben+EW; Z.: Garb-e
Garde, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Garde, Wache; ne. guard (N.), guards; Vw.: s. Avant-; Hw.: s. Garderobe; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. garde, sw. F., Garde, Wacht; mnd. garde (2), gwarde, F., Garde?, größere Schar (F.) (1) von Söldnern, Kriegsknechte, Landsknechte; frz. garde, M., Bewachung, Leibwache, Wache, Vorhut; awfrk. *warda, F., Wache; frk. *wardōn, V., auf der Hut sein (V.); germ. *wardōn, sw. V., warten, beachten; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Garde, DW 4, 1341, EWD s. u. Garde, Duden s. u. Garde; Son.: vgl. nndl. garde, Sb., Garde; nschw. garde, N., Garde; nnorw. garde, M., Garde; poln. gwardia, F., Garde; kymr. gard, M., Garde; nir. garda, M., Garde; lit. gvardija, F., Garde; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem erschließbaren Altwestfränkischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein meist mit besonders farbenprächtigen Uniformen ausgestattetes Regiment für den persönlichen Schutz eines Staatsoberhaupts (Wache); BM.: achtgeben; F.: Garde, Garden+FW+EW; Z.: Gar-d-e
Gardenie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gardenie, ein Rötegewächs; ne. gardenia, Cape jasmin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1792?; E.: benannt zu Ehren des schottischen Botanikers Alexander Garden (1730-1791); L.: fehlt DW, Duden s. u. Gardenie; Son.: vgl. nndl. gardenia, Sb., Gardenie; frz. gardénia, F., Gardenie; nschw. gardenia, Sb., Gardenie; nnorw. gardenia, M., Gardenie; poln. gardenia, Sb., Gardenie; kymr. gardenia, M., F., Gardenie; GB.: vielleicht seit 1792 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie nach dem PN Garden gebildete Bezeichnung für einen immergrünen duftende Blüten aufweisenden tropischen Strauch; BM.: PN (nach dem Botaniker Alexander Garden); F.: Gardenie, Gardenien+FW(+EW); Z.: Garden-i-e
Garderobe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Garderobe, Kleideraufbewahrung, Kleiderablage, Kleidung; ne. wardrobe, cloakroom, garderobe (ält.); Vw.: -; Hw.: s. Garde; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. garde-robe; E.: s. frz. garde-robe, F., Kleiderablage, Verwahrung der Kleider; frz. garde, M., Bewachung, Leibwache, Wache, Vorhut; awfrk. *warda, F., Wache; frk. *wardōn, V., auf der Hut sein (V.); germ. *wardōn, sw. V., warten, beachten; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); frz. robe, F., Kleid, Kleidung; aus dem Fränkischen, letztlich von germ. *rauba-, *raubaz, st. M. (a), Abgerissenes, Raub; s. idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Garderobe, DW 4, 1343, EWD s. u. Garderobe, Duden s. u. Garderobe; Son.: vgl. nndl. garderobe, Sb., Garderobe; nschw. garderob, Sb., Garderobe; nnorw. garderobe, M., Garderobe; poln. garderoba, F., Garderobe; nir. vardrús, M., Garderobe; lit. garderobas, M., Garderobe; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen Ort für die Kleideraufbewahrung oder Kleiderablage und davon abgeleitet für die Gesamtheit der Kleidung eines Menschen; BM.: achtgeben, Raub; F.: Garderobe, Garderoben+FW(+EW); Z.: Gar-d-e-ro-b-e
$Garderobenfrau, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Garderobenfrau, Garderobiere; E.: s. Garderobe, s. n, s. Frau; L.: fehlt DW, EWD s. u. Garderobe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Garderob(e) und en sowie Frau gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit mögliche eine Garderobe (Kleideraufbewahrung) beaufsichtigende Frau; F.: Garderobenfrau, Garderobenfrauen+FW+EW; Z.: Gar-d-e-ro-b-en—fr-au
$Garderobier, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Garderobier; E.: s. Garderob(e), s. i, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Garderobe; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Garderob(e) und i sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit möglichen eine Garderobe beaufsichtigenden Mann; F.: Garderobier, Garderobiers+FW; Z.: Gar-d-e-ro-b-ier
$Garderobiere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Garderobiere, Garderobenfrau; Q.: um 1800; E.: s. Garderob(e), s. i, s. er (Suff.), s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. Garderobe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Garderob(e) und i sowie er (Suff.) und e gebildete Bezeichnung für eine seit um 1800 mögliche eine Garderobe (Kleideraufbewahrung) beaufsichtigende Frau; F.: Garderobiere, Garderobieren+FW(+EW); Z.: Gar-d-e-ro-b-ier-e
Gardine, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gardine, Vorhang; ne. curtain, drape (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; I.: Lw.; E.: s. mnd. gardīne, gardīn, F., N., Gardine, Vorhang (an einem Altar oder um ein Gestell oder ein Bett oder vor einer Öffnung wie etwa einer Türöffnung oder Fensteröffnung); mnl. gardine, Sb., Bettvorhang; frz. courtine, F., Bettvorhang; lat. cortīna, curtīna, F., Vorhang, Gardine, Wandteppich, (um 340-397 n. Chr.); lat. cohors, F., eingezäunter Raum, Gehege, eingeschlossener Haufen, Viehhof, Kohorte, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *g̑ʰr̥tís, Sb., Zusammenfassung; idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Gardine, DW 4, 1344, EWD s. u. Gardine, Duden s. u. Gardine; Son.: vgl. nndl. gordijn, Sb., Gardine; nschw. gardin, Sb., Gardine; nnorw. gardin, gardine, M., F., N., Gardine; kymr. cyrten, M., Gardine; nir. cuirtín, M., Gardine; GB.: seit 1477 belegte und über das Mittelniederdeutsche und Mittelniederländische aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen beweglichen Vorhang; BM.: mit, fassen; F.: Gardine, Gardinen+FW(+EW); Z.: Gar-d-in-e
$Gardinenpredigt, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gardinenpredigt, Strafpredigt, Vorhaltung; E.: s. Gardin(e), s. en, s. Predigt; L.: Kluge s. u. Gardinenpredigt, DW 4, 1343, EWD s. u. Gardine; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gardin(e) und en sowie Predigt gebildete Bezeichnung für eine von einer erzürnten Ehefrau hinter der Gardine des Bettes dem Ehemann gehaltene Strafpredigt oder Vorhaltung; F.: Gardinenpredigt, Gardinenpredigten+FW(+EW); Z.: Gar-d-in-en—pre-di-g-t
$Gardist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gardist; E.: s. Gard(e), s. ist; L.: Kluge s. u. Garde, fehlt DW, EWD s. u. Garde; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gard(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen einer vielleicht seit dem 15. Jh. möglichen Garde; F.: Gardist, Gardisten+FW+EW?; Z.: Gar-d-ist
gären, jären, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. gären, jären, siedend aufwallen, zersetzen; ne. ferment (V.), fester (V.); Vw.: -; Hw.: s. Germ, Gur; E.: mhd. jeren, geren, st. V., gären; mhd. geren* (1), gern, jern, st. V., gären, aufbrausen; mnd. gēren (3), geren, sw. V., gären, gären machen; ahd. jerien*, gerien*, sw. V. (15), gären, in Gärung bringen; germ. *jesan, *jesjan, sw. V., gären; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von idg. *i̯es-, *Hi̯es-, V., wallen (V.) (1), schäumen, gären, Pokorny 506 (754/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., slaw., toch.); oder von einem idg. gʰer- mit der Bedeutung Bodensatz, Hefe; L.: Kluge 1. A. s. u. gären, Kluge s. u. gären, DW 4, 1349, EWD s. u. gären, EWAhd 5, 286, Falk/Torp 329, Seebold 287, Duden s. u. gären, Bluhme s. u. gären; Son.: vgl. nschw. jäsa, V., gären; nnorw. gjære, V., gären; ai. yásyati, V., siedet, wird heiß; gr. ζεῖν (zein), V., sieden, glühen, aufwallen, kochen; kymr. iasu, V., ochen lassen; toch. A yäs-, V., sieden; GB.: (ierien) vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich teilweise unter Bildung von Alkohol oder Milchsäure oder Buttersäure zersetzen (beispielsweise von Kohlenhydraten); BM.: schäumen; F.: gären, gäre, gärst, gärt, gärest, gäret, gärte, gärtest, gärten, gärtet, gegärt, ##gegärt, gegärte, gegärtes, gegärtem, gegärten, gegärter##, gärend, ###gärend, gärende, gärendes, gärendem, gärenden, gärender###, gär (!)+EW; Z.: gär-en
$Gärfutter, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gärfutter; E.: s. gär(en), s. Futter; Q.: um 1900; L.: fehlt DW, EWD s. u. gären; GB.: seit um 1900 belegte und aus gär(en) und Futter gebildete Bezeichnung für ein in einem Silo unter Gärung durch Menschen hergestelltes und verwendetes Futter für Tiere; F.: Gärfutter, Gärfutters, Gärfuttern+EW; Z.: Gär—fut-t-er
$Garkoch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Garkoch; Q.: um 1500; E.: s. gar, s. Koch; L.: DW 4, 1359, EWD s. u. gar; GB.: seit um 1500 belegte und aus gar und Koch gebildete Bezeichnung für einen gekochte Speisen verkaufenden Koch; F.: Garkoch, Garkochs, Garkoches, Garköche, Garköchen+EW+FW; Z.: Gar—koch
$Garküche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Garküche; Q.: um 1500; L.: DW 4, 1359, EWD s. u. gar; GB.: seit um 1500 belegte und aus gar und Küche gebildete Bezeichnung für eine Küche für gekochte Speisen oder für warme Speisen; F.: Garküche, Garküchen+EW+FW; Z.: Gar-küch-e
Garn, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Garn, Netz, Darm; ne. thread (N.), yarn (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. garn (1), st. N., Garn, Faden, Stoff, Fischernetz, Netz; mnd. gārn, gāren, garn, garen, garne, N., Garn, gesponnener Faden aus Lein und Wolle oder Hanf, Masse der Fäden; mnl. gaern, garen, Sb., Garn; ahd. garn, st. N. (a), Faden, Garn; as. *garn?, st. N. (a), Garn; anfrk. -; germ. *garna-, *garnam, st. N. (a), Garn, aus getrockneten Gedärmen gedrehte Schnur; idg. *g̑ʰornā, F., Darm, Pokorny 443; vgl. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Garn, Kluge s. u. Garn, DW 4, 1361, EWD s. u. Garn, EWAhd 4, 82, Falk/Torp 129, Duden s. u. Garn, Bluhme s. u. Garn; Son.: vgl. afries. -; ae. gearn, st. N. (a), Garn; an. garn, st. N. (a), Garn, Faden; got. -; nndl. garen, Sb., Garn; nschw. garn, N., Garn; nnorw. garn, N., Garn; ai. híra-, M., Band (N.); ai. hīrā́, F., Ader; gr. χορδή (chordḗ), F., Darm, Darmseite; lat. hernia, F., Hernie, Eingeweidebruch; lat. hīra, F., Leerdarm; lit. žárna, F., Darm; lett. zarna, Sb., Darm; GB.: (garn) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen aus Fasern (aus einem Darm) bestehenden Faden; BM.: Darm?; F.: Garn, Garnes, Garns, Garne, Garnen+EW; Z.: Gar-n
Garnele, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Garnele, Krabbe, Shrimp; ne. prawn (N.), shrimp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Granne?; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. garneel, garnaal; E.: s. nndl. garneel, garnaal, Sb., Garnele; vielleicht Zusammenhang mit ahd. grana, sw. F. (n), Granne, Barthaar, Schnurrbart; germ. *granō (1), st. F. (ō), Granne, Barthaar; s. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, *gʰreh₁-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Granal, Kluge s. u. Garnele, DW 4, 1370 (Verweis auf Garnat), Duden s. u. Garnele; Son.: an der deutschen Nordseeküste ist auch die Bezeichnung Granat gebräuchlich; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in dem Meer lebenden Krebs mit langen Fühlern sowie schlankem seitlich abgeflachtem meist durchsichtigem Körper und langem und kräftigem Hinterleib; BM.: hervorstechen?; F.: Garnele, Garnelen+FW(+EW); Z.: Gar-n-el-e
$garnen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. garnen, binden, schnüren; Vw.: s. um-; E.: s. Garn, s. en (Suff.); L.: DW 4, 1370; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Garn und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit Garn binden oder schnüren; F.: garnen (!), garne (!), garnst, garnt, garnest, garnet, garnte, garntest, garnten, garntet, gegarnt, ##gegarnt, gegarnte, gegarntes, gegarntem, gegarnten, gegarnter##, garnend, ###garnend, garnende, garnendes, garnendem, garnenden, garnender###, garn (!)+EW; Z.: gar-n-en
garnieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. garnieren, dekorieren, schmücken, mit Beiwerk versehen (V.); ne. garnish (V.), adorn; Vw.: -; Hw.: s. Garnison, Garnitur; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. garnir; E.: vgl. mnd. garnēren, sw. V., einfassen, garnieren, mit Holz den Schiffsraum bekleiden um die Güter vor Nässe zu schützen; vgl. frz. garnir, V., garnieren, ausrüsten; awfrk. *warnjan, V., sich vorsehen; germ. *warnjan, sw. V., sich sorgen, sich hüten, sich vorsehen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. garnieren, fehlt EWD s. u. garnieren, Duden s. u. garnieren; Son.: vgl. nndl. garneren, V., garnieren; nschw. garnera, V., garnieren; nnorw. garnere, V., garnieren; poln. garnirować, V., garnieren; kymr. garnisio, V., garnieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Lebensmittel schmücken oder mit schmückendem Beiwerk versehen (V.); BM.: decken bzw. schützen; F.: garnieren, garniere, garnierst, garniert, garnierest, garnieret, garnierte, garniertest, garnierten, garniertet, ##garniert, garnierte, garniertes, garniertem, garnierten, garnierter##, garnierend, ###garnierend, garnierende, garnierendes, garnierendem, garnierenden, garnierender###, garnier (!)+FW+EW; Z.: gar-n-ier-en
Garnison, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Garnison, (militärische) Besatzung (an einem Ort); ne. garrison; Vw.: -; Hw.: s. garnieren, Garnitur; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. frz. garnison; E.: s. frz. garnison, F., Garnison; vgl. frz. garnir, V., garnieren, ausrüsten; awfrk. *warnjan, V., sich vorsehen; germ. *warnjan, sw. V., sich sorgen, sich hüten, sich vorsehen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. garnieren, fehlt DW, EWD s. u. garnieren, Duden s. u. Garnison; Son.: vgl. nndl. garnizoen, Sb., Garnison; nschw. garnison, Sb., Garnison; nnorw. garnison, M., Garnison; kymr. garsiwn, M., F., Garnison; nir. garastún, M., Garnison; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (militärische) Besatzung an einem Ort; BM.: decken bzw. schützen; F.: Garnison, Garnisonen+FW; Z.: Gar-n-is-on
Garnitur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Garnitur, Verzierung, Einheit von Möbelstücken, Einheit von Kleidungsstücken; ne. set, trimming, garnish; Vw.: -; Hw.: s. garnieren, Garnison; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. garniture; E.: s. frz. garniture, F., Garnitur; vgl. frz. garnir, V., garnieren, ausrüsten; awfrk. *warnjan, V., sich vorsehen; germ. *warnjan, sw. V., sich sorgen, sich hüten, sich vorsehen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. garnieren, fehlt DW, EWD s. u. garnieren, Duden s. u. Garnitur; Son.: vgl. nnorw. garnityr, N., Garnitur; poln. garniture, M., Garnitur; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit verschiedener zusammengehörender und aufeinander abgestimmter Stücke die gemeinsam einem bestimmten Zweck dienen; BM.: decken bzw. schützen; F.: Garnitur, Garnituren+FW(+EW); Z.: Gar-n-it-ur
garren, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. garren; Vw.: s. girren
garstig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. garstig, bockig, boshaft, widerlich; ne. nasty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. garstic, Adj., ranzig; mnd. garst (2), Adj., ranzig (an Geschmack und Geruch), verdorben (von Fisch und Fleisch), stinkend, bitter; vgl. mhd. und mnd. garst, Adj., garstig, bitter, ranzig; as. -; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *garsta-, *garstaz, *garstja-, *garstjaz, Adj., rauh, bitter, garstig; vgl. idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *g̑ʰers-, V., starren, Pokorny 445? (644/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *g̑ʰer- (7), V., starren, Pokorny 443; L.: Kluge 1. A. s. u. garstig, Kluge s. u. garstig, DW 4, 1376, EWD s. u. garstig, Falk/Torp 130, Heidermanns 233, Duden s. u. garstig, Bluhme s. u. garstig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. gerstr, Adj., bitter, unwillig, mürrisch; got. -; ? air. goirt, Adj., bitter, salzig; lit. grasùs, Adj., unausstehlich, widerwärtig; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bockig oder boshaft oder widerlich; BM.: warm?; F.: garstig, garstige, garstiges, garstigem, garstigen, garstiger(, garstigere, garstigeres, garstigerem, garstigeren, garstigerer, garstigst, garstigste, garstigstes, garstigstem, garstigsten, garstigster)+EW; Z.: gar-st-ig
Gart, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Gart, Garten, Grundstück für den Anbau von Pflanzen; ne. garden (N.); Vw.: s. E-; Hw.: s. Garten, Garte; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. garte, sw. M., Garten; mnd. gārde (1), gārten*, M., Garten, eingefriedete Flur (F.); ahd. gart (2), st. M. (a?, i?), Garten, Kreis, Reigen, Rundtanz, Chor (M.) (2); vgl. as. gardo*, sw. M. (n), Garten; anfrk. gardo, sw. M. (n), Garten; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: DW 4, 1381, EWAhd 4, 89; Son.: vgl. afries. garda, sw. M. (n), Familiengut, Hof; nnordfries. gard, gerd, gord; ae. geard (1), st. M. (a), Hof, Einschließung, Hecke, Wohnung, Land; an. garðr, st. M. (a), Zaun, Hof, Garten; got. gards, st. M. (i), Haus, Hauswesen, Familie, Hof, Prätorium; got. garda, sw. M. (n), Hürde, Viehhof; nndl. gaard, Sb., Gart, Garten; frz. jardin, M., Gart, Garten; nschw. gård, Sb., Hof; nnorw. gård, M., Hof; gr. χόρτος (chórtos), M., Einfriedung, Gehege, Futter (N.) (1), Gras; lat. hortus, M., Garten, Gartenanlage, Park; bret. garzh, F., Hecke; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen eingehegtes und begrenztes Stück Land zu einer Anpflanzung von Gemüse und Obst und Blumen; BM.: fassen; F.: Gart, Gartes, Garts, Garten, Gärten+EW; Z.: Gar-t
Garte, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Garte, Garten, Grundstück für den Anbau von Pflanzen; ne. garden (N.); Vw.: -; Hw.: s. Garten, Gart; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. garte, sw. M., Garten; mnd. gārde (1), gārten*, M., Garten, eingefriedete Flur (F.); ahd. gart (2), st. M. (a?, i?), Garten, Kreis, Reigen, Rundtanz, Chor (M.) (2); vgl. as. gardo*, sw. M. (n), Garten; anfrk. gardo, sw. M. (n), Garten; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: DW 4, 1385, EWAhd 4, 89; Son.: vgl. afries. garda, sw. M. (n), Familiengut, Hof; nnordfries. gard, gerd, gord; ae. geard (1), st. M. (a), Hof, Einschließung, Hecke, Wohnung, Land; an. garðr, st. M. (a), Zaun, Hof, Garten; got. gards, st. M. (i), Haus, Hauswesen, Familie, Hof, Prätorium; got. garda, sw. M. (n), Hürde, Viehhof; nndl. gaard, Sb., Garte, Garten; frz. jardin, M., Garte, Garten; nschw. gård, Sb., Hof; nnorw. gård, M., Hof; gr. χόρτος (chórtos), M., Einfriedung, Gehege, Futter (N.) (1), Gras; lat. hortus, M., Garten, Gartenanlage, Park; bret. garzh, F., Hecke; GB.: seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen eingehegtes und begrenztes Stück Land zu einer Anpflanzung von Gemüse und Obst und Blumen; BM.: fassen; F.: Garte, Gartens, Garten, Gärten+EW; Z.: Gar-t-e
Garten, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Garten, Grundstück für den Anbau von Pflanzen; ne. garden (N.); Vw.: s. E-, Schreber-; Hw.: s. Gart, Garte, Bangert, Wingert; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. garte, sw. M., Garten; mnd. gārde (1), gārten*, M., Garten, eingefriedete Flur (F.); ahd. garto, sw. M. (n), Garten, Paradies; ahd. gart (2), st. M. (a?, i?), Garten, Kreis, Reigen, Rundtanz, Chor (M.) (2); as. gardo*, sw. M. (n), Garten; anfrk. gardo, sw. M. (n), Garten; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Garten, Kluge s. u. Garten, DW 4, 1388, EWD s. u. Garten, EWAhd 4, 89, Falk/Torp 129, Duden s. u. Garten, Bluhme s. u. Garten; Son.: vgl. afries. garda, sw. M. (n), Familiengut, Hof; nnordfries. gard, gerd, gord; ae. geard (1), st. M. (a), Hof, Einschließung, Hecke, Wohnung, Land; an. garðr, st. M. (a), Zaun, Hof, Garten; got. gards, st. M. (i), Haus, Hauswesen, Familie, Hof, Prätorium; got. garda, sw. M. (n), Hürde, Viehhof; nndl. gaard, Sb., Garten; frz. jardin, M., Garten; nschw. gård, Sb., Hof; nnorw. gård, M., Hof; gr. χόρτος (chórtos), M., Einfriedung, Gehege, Futter (N.) (1), Gras; lat. hortus, M., Garten, Gartenanlage, Park; bret. garzh, F., Hecke; GB.: seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen eingehegtes und begrenztes Stück Land zu einer Anpflanzung von Gemüse und Obst und Blumen; BM.: fassen; F.: Garten, Gartens, Gärten+EW; Z.: Gar-t-en
$Gartenbau, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gartenbau; E.: s. Garten, s. Bau; L.: DW 4, 1402, EWD s. u. Garten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Garten und Bau gebildete Bezeichnung für eine Anpflanzung von Gemüse und Obst und Blumen in einem Garten in Gegensatz zu dem freien Feld; F.: Gartenbau, Gartenbaus, Gartenbaues+EW; Z.: Gar-t-en—bau
$Gartenlaube, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gartenlaube; E.: s. Garten, s. Laube, L.: Kluge s. u. Laube, DW 4, 1409, EWD s. u. Laube; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Garten und Laube gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Laube für und in einem Garten; F.: Gartenlaube, Gartenlauben+EW; Z.: Gar-t-en—lau-b-e
$Gärtner, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Gärtner; E.: s. Gart(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Garten, DW 4, 1420, EWD s. u. Garten; GB.: (gartenāri*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und wohl nach lat. hortulanus aus Garten und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Betreuer oder Bediensteten in einem Garten; F.: Gärtner, Gärtners, Gärtnern+EW; Z.: Gär-t-n-er
$Gärtnerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gärtnerei; E.: s. Gärtner, s. ei (Suff.); L.: DW 4, 1403, EWD s. u. Garten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gärtner und ei gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit und einen Betrieb eines Gärtners; F.: Gärtnerei, Gärtnereien+EW; Z.: Gär-t-n-er-ei
$gärtnerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gärtnerisch; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Gärtner, s. isch (Suff.); L.: DW 4, 1424, EWD s. u. Garten; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Gärtner und isch gebildete Bezeichnung für Gärtner betreffend; F.: gärtnerisch, gärtnerische, gärtnerisches, gärtnerischem, gärtnerischen, gärtnerischer+EW; Z.: gär-t-n-er-isch
Gas, nhd., N., M., (17. Jh.): nhd. Gas, gasförmiger Zustand, Gaspedal; ne. gas (N.); Vw.: -; Hw.: s. Chaos; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. gas; E.: s. nndl. gas, Sb., Gas; neoklassische Bildung nach dem Vorbild von nndl. blas, Sb., Wasserdampf von gr. χάος (cháos), N., weiter Raum, leerer unermesslicher Weltenraum; vgl. gr. χαίνειν (chaínein), V., klaffen, sich öffnen; vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gas, Kluge s. u. Gas, EWD s. u. Gas, Duden s. u. Gas, Bluhme s. u. Gas; Son.: vgl. frz. gaz, M., Gas; nschw. gas, Sb., Gas; nnorw. gass, M., Gas; poln. gaz, M., Gas; nir. gás, M., Gas; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen luftförmigen Stoff bei dem sich alle Teilchen in großem Abstand voneinander frei bewegen und den verfügbaren Raum stetig ausfüllen wie beispielsweise Sauerstoff oder Stickstoff oder Wasserstoff oder Helium oder Argon oder Krypton oder Kohlendioxid oder Ozon oder Chlor oder Fluor oder Acetylen oder Ammoniak oder Arsenwasserstoff oder Butan oder Kohlenstoffmonooxid oder Lachgas oder Methan oder Phosgen (oder Erdgas oder Flüssiggas); BM.: klaffen?; F.: Gas, Gases, Gase, Gasen+FW(+EW); Z.: Ga-s
$gasen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. gasen; Vw.: s. aus-, ver-; E.: s. Gas, s. en (Suff.); L.: DW 4, 1433; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Gas und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mit Gas versehen (V.); F.: gasen, gase (!), gasst (!), gast (!), gasest, gaset, gaste, gastest, gasten, gastet, gegast, ##gegast, gegaste, gegastes, gegastem, gegasten, gegaster##, gasend, ###gasend, gasende, gasendes, gasendem, gasenden, gasender###, gas (!)+FW+EW; Z.: ga-s-en
$gasförmig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gasförmig, die Form von Gas hbend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Gas, s. förmig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gas; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Gas und förmig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches die Form von Gas habend; F.: gasförmig, gasförmige, gasförmiges, gasförmigem, gasförmigen, gasförmiger+FW(+EW); Z.: ga-s-för-m-ig
$Gasolin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gasolin, Benzin, Leichtbenzin; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Gas, s. olin; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gas; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Gas und olin gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes durch Destillation von Rohöl erzeugtes Leichtbenzin; F.: Ga-s-ol-in+FW
$Gasometer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gasometer, Gasbehälter; E.: s. Gas, s. o, s. meter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gas; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gas und o sowie meter gebildete Bezeichnung für einen Gasbehälter für eine Zwischenspeicherung von Gas; F.: Gasometer, Gasometers, Gasometern+FW; Z.: Ga-s-o—me-t-er
$Gasrohr, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gasrohr; E.: s. Gas, s. Rohr; L.: DW 4, 1434, EWD s. u. Gas; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gas und Rohr gebildete Bezeichnung für ein der gezielten Beförderung von Gas dienendes von Menschen entwickeltes und verwendetes Rohr; F.: Gasrohr, Gasrohres, Gasrohrs, Gasrohre, Gasrohren+FW+EW; Z.: Ga-s—roh-r
Gasse, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Gasse, enge Straße; ne. alley, lane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. gazze, sw. F., Gasse; mnd. gatze, gadtze, gasse, F., Gasse, Straße; ahd. gazza, sw. F. (n), Gasse, Quartier?, Stadtviertel?; as. -; anfrk. -; germ. *gatwōn, sw. F. (n), Gasse; idg. gʰed-, V., Sb., scheißen, Loch, Pokorny 423 (607/23) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gasse, Kluge s. u. Gasse, DW 4, 143, EWD s. u. Gasse, EWAhd 4, 107, Falk/Torp 123, Duden s. u. Gasse, Bluhme s. u. Gasse; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. gata, sw. F., Pfad, Gasse; got. gatwō, sw. F. (n), Gassennorw. gate, M., Gasse, Straße; GB.: (gazza) seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten schmalen Weg zwischen zwei Häuserreihen; BM.: Loch?; F.: Gasse, Gassen+EW; Z.: Gass-e
$Gassenhauer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gassenhauer, sehr bekanntes Lied; E.: s. Gass(e), s. en, s. Hauer; L.: Kluge s. u. Gassenhauer, DW 4, 1449, EWD s. u. Gasse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gass(e) und en sowie Hauer gebildete Bezeichnung für einen nachts eine Gasse betretenden und Lieder singenden Menschen und dessen Lied; F.: Gassenhauer, Gassenhauers, Gassenhauern+EW; Z.: Gass-en—hau-er
Gast, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gast, Fremder; ne. guest (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. gast (1), st. M., Fremder, Fremder zur Bewirtung, Gast, Krieger; mnd. gast, M., Gast, Fremder, Nichtheimischer, Stadtfremder; ahd. gast, st. M. (i), Gast, Gastfreund, Fremder; as. gast* (2), gėst*, st. M. (i), Gast; anfrk. -; germ. *gasti-, *gastiz, st. M. (i), Gast, Fremder; idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); vielleicht zu idg. *g̑ʰesto-, *g̑ʰasto- (2), Sb., Hand, Arm, Pokorny 447 (649/65) (RB. idg. aus ind., iran., ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gast, Kluge s. u. Gast, DW 4, 1454, EWD s. u. Gast, EWAhd 4, 98, Falk/Torp 133, Duden s. u. Gast, Bluhme s. u. Gast; Son.: vgl. afries. jest, st. M. (i), Gast; ae. giest (1), gist, gyst, gæst, gest, st. M. (i), Gast, Fremder, Feind; an. gestr, st. M. (i), Gast; got. gasts, st. M. (i), Fremdling, Fremder, Gast; nndl. gast, Sb., Gast; nschw. gäst, Sb., Gast; nnorw. gjest, M., Gast; lat. hostis, M., Gast, Fremdling, Feind; ? ai. ghásati, Sb., Kostgänger; ? gr. ξένος (xénos), M., Fremder, Gastfreund; ? alb. huaj, Sb., Gast?; ksl. gosti, Sb., Gast; poln. gość, M., Gast; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare und vielleicht sachlich mit Hand oder Arm verbindbare Bezeichnung für einen zu einer Bewirtung oder vorübergehenden Beherbergung eingeladenen oder aufgenommenen fremden Menschen; BM.: Hand?; F.: Gast, Gastes, Gasts, Gäste, Gästen+EW; Z.: Gast
$gastfrei, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gastfrei, gastfreundlich, großzügig; E.: s. Gast, s. frei; L.: DW 4, 1475, EWD s. u. Gast; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gast und frei gebildete Bezeichnung für gastfreundlich oder großzügig; F.: gastfrei, gastfreie, gastfreies, gastfreiem, gastfreien, gastfreier(, gastfreiere, gastfreieres, gastfreierem, gastfreieren, gastfreierer, gastfreiest, gastfreieste, gastfreiestes, gastfreiestem, gastfreiesten, gastfreiester)+EW; Z.: gast—frei
$Gastfreund, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gastfreund; E.: s. Gast, s. Freund; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1476, EWD s. u. Gast; GB.: seit 16. Jh. (Maaler) belegte und aus Gast und Freund gebildete Bezeichnung für einen (von einem Gastgeber) als Gast aufgenommenen Freund; F.: Gastfreund, Gastfreunds, Gastfreundes, Gastfreunde, Gastfreunden+EW; Z.: Gast—freu-nd
$gastfreundlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gastfreundlich, gastfrei, gastlich, offen; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Gastfreund. s. lich; L.: DW 4, 1476, EWD s. u. Gast; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Gastfreund und lich gebildete Bezeichnung für gastfrei oder gastlich oder offen; F.: gastfreundlich, gastfreundliche, gastfreundliches, gastfreundlichem, gastfreundlichen, gastfreundlicher(, gastfreundlichere, gastfreundlicheres, gastfreundlicherem, gastfreundlicheren, gastfreundlicherer, gastfreundlichst, gastfreundlichste, gastfreundlichstes, gastfreundlichstem, gastfreundlichsten, gastfreundlichster)+EW; Z.: gast—freu-nd—lich
$Gastfreundschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gastfreundschaft, Aufnahmebereitschaft, Gastlichkeit; E.: s. Gastfreund, s. schaft; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1477, EWD s. u. Gast; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gastfreund und schaft oder Gast und Freundschaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Aufnahmebereitschaft (als Gastfreund) oder Gastlichkeit; F.: Gastfreundschaft, Gastfreundschaften+EW; Z.: Gast—freu-nd-schaf-t
$Gastgeber, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Gastgeber; E.: s. Gast, s. Geber; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1477, EWD s. u. Gast; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Gast und Geber gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen möglichen einen anderen Menschen als Gast zu Beherbergung oder Bewirtung aufnehmenden Menschen; F.: Gastgeber, Gastgebers, Gastgebern+EW; Z.: Gast—geb-er
$Gasthaus, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gasthaus, Gasthof, Wirtshaus, Gaststätte; E.: s. Gast, s. Haus; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1479, EWD s. u. Gast; GB.: seit 765 belegte und aus Gast und Haus gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Gasthof oder ein Wirtshaus für Gäste; F.: Gasthaus, Gasthauses, Gasthäuser, Gasthäusern+EW; Z.: Gast—hau-s
$Gasthof, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gasthof, Gasthaus, Wirtshaus, Gaststätte; E.: s. Gast, s. Hof; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1481, EWD s. u. Gast; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gast und Hof gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Gasthaus oder Wirtshaus oder eine Gaststätte; F.: Gasthof, Gasthofs, Gasthofes, Gasthöfe, Gasthöfen+EW; Z.: Gast—ho-f
$gastieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. gastieren; E.: s. Gast, s. ieren; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1482, DW 4, 1482, EWD s. u. Gast; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Gast und ieren gebildete Bezeichnung für bewirten oder Gast sein (V.); F.: gastieren, gastiere, gastierst, gastiert, gastierest, gastieret, gastierte, gastiertest, gastierten, gastiertet, ##gastiert, gastierte, gastiertes, gastiertem, gastierten, gastierter##, gastierend, ###gastierend, gastierende, gastierendes, gastierendem, gastierenden, gastierender###, gastier+FW?(+EW); Z.: gast-ier-en
$gastlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gastlich, gastfreundlich, fremd, schmuck; E.: s. Gast, s. lich; L.: DW 4, 1482, EWD s. u. Gast; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Gast und lich gebildete Bezeichnung für fremd oder schmuck oder gastfreundlich; F.: gastlich, gastliche, gastliches, gastlichem, gastlichen, gastlicher(, gastlichere, gastlicheres, gastlicherem, gastlicheren, gastlicherer, gastlichst, gastlichste, gastlichstes, gastlichstem, gastlichsten, gastlichster)+EW; Z.: gast—lich
$Gastmahl, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gastmahl; E.: s. Gast, s. Mahl; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1483, EWD s. u. Gast; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gast und Mahl gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche festliche Mahlzeit mit Gästen und für Gäste; F.: Gastmahl, Gastmahls, Gastmahles, Gastmähler, Gastmählern+EW; Z.: Gast—mahl
$Gastritis, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gastritis, Magenschleimhautentzündung; Q.: um 1800; E.: aus dem Griechischen des Altertums gebildet; L.: EWD s. u. Gastronomie; GB.: seit dem 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine aus unterschiedlichen Gründen mögliche und bei Schonung meist von selbst folgenlos heilende Magenschleimhautentzündung des Menschen; F.: Gastritis+FW; Z.: Gast-r-it-is
$Gastronom, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gastronom, Gastwirt; I.: Lw. frz. gastronome; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gastronomie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Gastwirt; F.: Gastronom, Gastronomen+FW(+EW); Z.: Gast-r-o-nom
Gastronomie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gastronomie, Gaststättengewerbe; ne. gastronomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. gastronomie; E.: s. frz. gastronomie, F., Gastronomie, Lehre vom feinen Essen; gr. γαστρονομία (gastronomía), F., Lehre von der Pflege des Bauches (Buchtitel); vgl. gr. γαστήρ (gastḗr), F., Wölbung, Bauch, Magen; idg. *gras-?, *grō̆s-?, V., fressen, verschlingen, nagen, knabbern, Pokorny 404 (576/60) (RB. idg. aus gr., ital., germ.?); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Gastronomie, fehlt DW, EWD s. u. Gastronomie, Duden s. u. Gastronomie; Son.: vgl. nndl. gastronomie, Sb., Gastronomie; nschw. gastronomi, Sb., Gastronomie; nnorw. gastronomi, M., Gastronomie; poln. gastronomia, F., Gastronomie; kymr. gastronomeg, F., Gastronomie; nir. gastranómachas, M., Gastronomie; lit. gastronomija, F., Gastronomie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich mit dem Essen befassenden Betrieb; BM.: fressen, nehmen; F.: Gastronomie, Gastronomien+FW(+EW); Z.: Gast-r-o-nom-ie
$gastronomisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gastronomisch; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Gastronomi(e), s. (i)sch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gastronomie; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Gastronom(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Gastronomie betreffend; F.: gastronomisch, gastronomische, gastronomisches, gastronomischem, gastronomischen, gastronomischer+FW+EW; Z.: gast-r-o-nom-isch
Gastroskopie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Gastroskopie, Magenspiegelung; ne. gastroscopy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γαστήρ (gastḗr), F., Wölbung, Bauch, Magen; idg. *gras-?, *grō̆s-?, V., fressen, verschlingen, nagen, knabbern, Pokorny 404 (576/60) (RB. idg. aus gr., ital., germ.?); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Gastroskopie; Son.: vgl. nndl. gastroscopie, Sb., Gastroskopie; frz. gastroscopie, F., Gastroskopie; nschw. gastroskopi, Sb., Gastroskopie; nnorw. gastroskopi, M., Gastroskopie; poln. gastroskopia, F., Gastroskopie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete mit einem Instrument durchgeführte Untersuchung des oberen Teiles des Verdauungstrakts bzw. der Speiseröhre und des Magens; BM.: fressen, sehen; F.: Gastroskopie, Gastroskopien+FW(+EW); Z.: Gas-tr-o-skop-ie
$Gastspiel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gastspiel; E.: s. Gast, s. Spiel; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1485, EWD s. u. Gast; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gast und Spiel gebildete Bezeichnung für ein Spiel als Gast in einer fremden Umgebung; F.: Gastspiel, Gastspiels, Gastspieles, Gastspiele, Gastspielen+EW; Z.: Gast—spiel
$Gaststätte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gaststätte, Gasthof, Gasthaus, Gastwirtschaft; E.: s. Gast, s. Stätte; L.: Kluge s. u. Gaststätte, fehlt DW, EWD s. u. Gast; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gast und Stätte gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches Gasthaus oder einen Gasthof oder eine Gastwirtschaft; F.: Gaststätte, Gaststätten+EW; Z.: Gast—stä-t-t-e
$Gastwirt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gastwirt; E.: s. Gast, s. Wirt; L.: Kluge s. u. Gast, DW 4, 1487, EWD s. u. Gast; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gast und Wirt gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Betreiber eines Menschen bewirtenden Gasthauses oder Wirtshauses; F.: Gastwirt, Gastwirts, Gastwirtes, Gastwirte, Gastwirten+EW; Z.: Gast—wir-t
$Gastwirtschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gastwirtschaft, Gasthaus, Gaststätte, Wirtshaus; E.: s. Gast, s. Wirtschaft; L.: Kluge s. u. Gast, Gaststätte, DW 4, 1487, EWD s. u. Gast; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gastwirt und schaft gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Gasthaus oder Wirtshaus F.: Gastwirtschaft, Gastwirtschaften+EW; Z.: Gast—wir-t-schaf-t
Gat, nhd. (ält.), N.: nhd. Gat; Vw.: s. Gatt
gäten, nhd. (dial.), sw. V.: nhd. gäten; Vw.: s. jäten
gätlich, nhd. (ält.), Adj., (14. Jh.): nhd. gätlich, passend, günstig, geeignet; ne. appropriate; Vw.: -; Hw.: s. Gatte, Gattung; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. gādelīk (1), gātlīk, Adj., passend, bequem, bequem gelegen; vgl. ahd. gigat*, Adj., passend, in Beziehung stehend; germ. *gad-, Adj., zugehörig, passend; vgl. idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. gätlich, Kluge s. u. gätlich, DW 4, 1490, EWAhd 4, 265; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für passend oder günstig oder geeignet; BM.: passen; F.: gätlich, gätliche, gätliches, gätlichem, gätlichen, gätlicher(, gätlichere, gätlicheres, gätlicherem, gätlicheren, gätlicherer, gätlichst, gätlichste, gätlichstes, gätlichstem, gätlichsten, gätlichster)+EW; Z.: gät-lich
Gatt, Gat, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Gatt, Gat, Loch, Öse; ne. hole (N.); Vw.: Spei-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. gat, N., Loch, Durchgang, Öffnung, Durchbruch, Durchlass, Grube; mhd. gat (1), st. N., Öffnung, Loch, Lücke, Höhle; as. gat*, st. N. (a), Loch; ahd. -; anfrk. -; germ. *gata-, *gatam, st. N. (a), Loch; vgl. idg. gʰed-, V., Sb., scheißen, Loch, Pokorny 423 (607/23) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Gatt, DW 4, 1488 (Gat), Duden s. u. Gatt; Son.: vgl. afries. jet, gat, st. N. (a), Loch, Öffnung; saterl. gat; ae. geat, gat, st. N. (a), Tor (N.), Tür, Öffnung; an. gat, st. N. (a), Loch; got. gatwō, sw. F. (n), Gasse; ne. gate, N., Gasse; GB.: seit 16. Jh. und in dem Altsächsischen belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Loch oder eine von Menschen entwickelte und verwendete Öse in einem Segel; BM.: ?; F.: Gatt, Gatts, Gattes, Gatten, Gat, Gats, Gates, Gaten+EW; Z.: Gat-t
Gatte, nhd., M., N., (11. Jh.): nhd. Gatte, Ehemann; ne. spouse (M.); Vw.: -; Hw.: s. gätlich, Gattung; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. gate, gat, gade, sw. M., Genosse, Gatte, Partner, Ehepartner, Gefährte; mnd. gāde (2), gade, M., Gatte, Genosse, Ehegatte, Ehegattin; ahd. gigato?, sw. M. (n), Gatte; as. gigado, sw. M. (n), Genosse; germ. *gagadō-, *gagadōn, *gagada-, *gagadan, sw. M. (n), Genosse, Gatte; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gatte, Kluge s. u. Gatte, DW 4, 1495, EWD s. u. Gatte, Falk/Torp 123, Duden s. u. Gatte, Bluhme s. u. Gatte; GB.: (gate) seit 11. Jh. belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Ehe möglichen Ehemann; BM.: passen; F.: Gatte, Gatten+EW; Z.: Ga-t-t-e
$gatten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. gatten, passen, paaren; Vw.: s. be-; E.: s. Gatt(e), s. en (Suff.); L.: DW 4, 1499, EWD s. u. Gatte; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Gatt(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches als Gatten verbinden; F.: gatten, gatte, gattest, gattet, gattete, gattetest, gatteten, gattetet, gegattet, ##gegattet, gegattete, gegattetes, gegattetem, gegatteten, gegatteter##, gattend, ###gattend, gattende, gattendes, gattendem, gattenden, gattender###, gatt (!), gatte (!)+EW; Z.: ga-t-t-en
Gatter, nhd., N., M.?, F.?, (8. Jh.): nhd. Gatter, Gitter, Lattenverschlag, Lattenzaun; ne. fence (N.), railing, gate, iron bars; Vw.: -; Hw.: s. Gitter; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. gater (3), st. M., sw. M., st. N., sw. N., Gatter, Gitter als Tor (N.) oder Zaun, Hintertor; mnd. gādere, gāder, gadder, gaddere, F., Gatter, Gitter; mnl. gader, M.?, Gatter; ahd. gataro*, sw. M. (n), Gatter, Tor (N.), Gitter; as. -; anfrk. -; germ. *gadarō-, *gadarōn, *gadara-, *gadaran, sw. M. (n), Gatter, Gitter; s. idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gatter, Kluge s. u. Gatter, EWD s. u. Gatter, DW 4, 1502, EWAhd 4, 106, Falk/Torp 123, Duden s. u. Gatter, Bluhme s. u. Gatter; Son.: vgl. ostfries. gadder, Sb., Gattter, Gitter; ndän. (ält.) gadder, Sb., Gatter; lat. gatero?, sw. M. (n), Gatter; GB.: (gataro) vielleicht seit vor 790 belegte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten senkrechten Lattenverschlag zwischen zwei Pfosten oder ein Gitter; BM.: zusammenhalten; F.: Gatter, Gatters, Gattern+EW; Z.: Gat-t-er
gattern, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. gattern, einzäunen, mit einem Zaun umgeben (V.); ne. fence (V.); Vw.: s. er-, ver-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. Gatter; L.: DW 4, 1509, Duden s. u. gattern; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Gatter und (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes einzäunen oder mit einem Zaun umgeben (V.); BM.: zusammenhalten; F.: gattern, gattere, gatter (!), gattre, gatterst, gattert, gatterte, gattertest, gatterten, gattertet, gegattert, ##gegattert, gegattertes, gegattertem, gegatterten, gegatterter##, gatternd, ###gatternd, gatternde, gatterndes, gatterndem, gatternden, gatternder###, gatter (!)+EW; Z.: gat-t-er-n
Gattung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gattung, Art (F.) (1), Sorte; ne. genre, type (N.); Vw.: -; Hw.: s. gätlich, Gatte; Q.: vor 1483 (Das Buch der Beispiele der alten Weisen); E.: s. mhd. gatunge, st. F., Art (F.) (1), Gattung; mnd. gādinge, gaenghe, F., Passlichkeit, Bequemlichkeit, Behagen, Wunsch; mnl. gadinge, F., Gattung; vgl. mhd. gateren, gatern, sw. V., vereinigen, kariert machen; vgl. ahd. gigat*, Adj., passend, in Beziehung stehend; germ. *gad-, Adj., zugehörig, passend; vgl. idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Gattung, EWD s. u. Gatte, DW 4, 1511, Duden s. u. Gattung; GB.: (gatunge) seit vor 1483 belegte und aus gatt(en) und ung gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von Arten von Gegebenheiten oder Einzelwesen und Formen die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen; BM.: passen; F.: Gattung, Gattungen+EW; Z.: Gat-t-ung
Gau, Gäu, nhd., M., N., (9. Jh.): nhd. Gau, Gäu, Kanton, Bezirk; ne. district, country; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Lex Salica); E.: mhd. göu, gou, st. N., Gegend, Landschaft, Gau; mnd. gō (2), goe, go, N., F., Landschaft, Gau, Bezirk, Gaugericht; ahd. gewi*, gawi*, gouwi*, st. N. (ja), Gau, Flur (F.), Gefilde, Land, Gegend, flaches Land, Provinz; as. *gô?, *gâ?, *ja?, st. N. (ja), st. M.? (ja)?, Gau; anfrk. -; germ. *gawja-, gawjam, st. N. (a), Landschaft, Gau, Gesamtheit von Dörfern?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gau, Kluge s. u. Gau, DW 4, 1518, EWD s. u. Gau, EWAhd 4, 195, Falk/Torp 119, Duden s. u. Gau, Bluhme s. u. Gau; Son.: vgl. afries. gâ (1), st. M. (a), Gau, Land, Gegend, Ort, Dorf, Kirchspiel; nfries. gea; ae. ge, Sb., Gau; an. -; got. gawi, st. N. (ja), Gau, Land, Bezirk, Umgegend, Gegend; ? gr. οἴη (oíē) (2), F., Dorf; arm. gawar, Sb., Gebiet, Vaterstadt; GB.: (gewi) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine in sich geschlossene Landschaft oder einen größeren landschaftlichen Bezirk; BM.: ?; F.: Gau, Gaus, Gaues, Gaue, Gauen+EW; Z.: Gau
GAU, nhd., M., (20. Jh.): nhd. GAU, Katastrophe; ne. MCA (maximum credible accident); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Akronym aus größter anzunehmender Unfall (s. nhd. groß, an, zu, nehmen, un, fallen); L.: Kluge s. u. GAU, fehlt DW, Duden s. u. GAU; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte Bezeichnung für größter anzunehmender Unfall; BM.: Abkürzung; F.: GAU, GAUs+EW; Z.: G-A-U
Gaube, Gaupe, Gauppe, Gauke, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gaube, Gaupe, Gauppe, Gauke, Dacherker, Giebelvorbau; ne. dormer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. gūpe, sw. F., Giebelvorbau, Erker; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gaube, DW 4, 1586 (Gaupe), Duden s. u. Gaube; GB.: seit 15. Jh. (mhd. gūpe) belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit für mehr Licht in einem Dach entwickelten und verwendeten Giebelvorbau an einem geneigten Dach; BM.: ?; F.: Gaube, Gauben+EW; Z.: Gaub-e
Gauch, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Gauch, Kuckuck, Narr, Tor (N.), törichter Mensch; ne. gowk, gawk, cuckoo, fool (M.); Vw.: s. -heil; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gouch, st. M., Gauch, Kuckuck, Schmarotzer, Dummkopf, Buhler, Tor (M.), Narr; mnd. gōk, gōch, M., Kuckuck, Gauch, dummer Mensch, Narr; mnl. gooc, M., Gauch, Kuckuck; ahd. gouh (1), st. M. (a), Gauch, Kuckuck, Dummkopf; as. gôk, st. M. (a), Gauch, Kuckuck; germ. *gauka-, *gaukaz, st. M. (a), Gauch, Kuckuck; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413? (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gauch, Kluge s. u. Gauch, DW 4, 1524, EWD s. u. Kuckuck, EWAhd 4, 554, Falk/Torp 122, Duden s. u. Gaube, Bluhme s. u. Gaube; Son.: vgl. afries. -; nostfries. gȫk, M., Gauch, Kuckuck; ae. géac, st. M. (a), Gauch, Kuckuck; an. gaukr, st. M. (a), Kuckuck; an. gōkr, st. M. (a), stolze Person, Tropf; got. -; nschw. gök, Sb., Gauch, Kuckuch; nnorw. gauk., M., Gauch, Kuckuch; ? ai. kokilá-, M., Kuckuck; ? ai. koka-, M., Kuckuck; GB.: (gouh) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kuckuck oder für einen Narren oder Toren oder törichten Menschen; BM.: rufen?; F.: Gauch, Gauches, Gauchs, Gauche, Gauchen, Gäuche, Gäuchen+EW; Z.: Gau-ch
Gauchheil, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gauchheil, Anagallis arvensis; ne. pimpernel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. Gauch, heil; L.: Kluge s. u. Gauchheil, DW 4, 1534, Duden s. u. Gauchheil; Son.: vgl. nndl. guichelheil, Sb., Gauchheil; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gauch und Heil gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche zu den Primelgewächsen gehörende und von Menschen als Heilkraut verwendete Pflanze; BM.: ?; F.: Gauchheil, Gauchheiles, Gauchheils, Gauchheile, Gauchheilen+EW; Z.: Gau-ch—hei-l
$Gaudi, nhd., N., F., (19. Jh.): nhd. Gaudi, Freude, Lust, Belustigung; E.: s. lat. gaudi(um); L.: fehlt DW, EWD s. u. Gaudium; GB.: seit 19. Jh. belegte und als umbildende Abkürzung von lat. gaudi(um) aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Freude oder Lust oder Belustigung; F.: Gaudi+FW(+EW); Z.: Gau-d-i
$Gaudieb, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gaudieb, listiger und verschlagener Dieb; E.: s. Gau, s. Dieb; L.: DW 4, 1538, Kluge 1. A. s. u. Gaudieb; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gau und Dieb gebildete Bezeichnung für einen listigen und verschlagenen Dieb; F.: Gaudieb, Gaudiebs, Gaudiebes, Gaudiebe, Gaudieben+EW; Z.: Gau—dieb
Gaudium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gaudium, Belustigung, Freude, Zerstreuung, Gaudi; ne. amusement, gaud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. gaudium; E.: s. lat. gaudium, N., innere Freude, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gāu-, V., sich freuen, sich brüsten, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Gaudium, DW 4, 1538, EWD s. u. Gaudium, Duden s. u. Gaudium; Son.: umgangssprachliche Verkürzung zu Gaudi; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Belustigung oder Freude oder Zerstreuung; BM.: sich freuen; F.: Gaudium, Gaudiums+FW; Z.: Gau-d-i-um
Gaufel, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Gaufel, hohle Hand; ne. hollow hand (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. ahd. goufana*, st. F. (ō), Handvoll, Hand, hohle Hand; germ. *gaupanō, st. F. (ō), hohle Hand; s. idg. *gʰeubʰ-, *gʰeub-, V., biegen, bücken, bewegen, Pokorny 450 (653/69) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gaufel, DW 4, 1546, EWAhd 4, 547; Son.: vgl. me. goupen, Sb., zwei Hände voll; ne. gowpen, N., zwei Hände voll; nschw. göpen, Sb., hohle Hand; nnorw. (dial.) gaukn, Sb., hohle Hand; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwa das Maß zweier zusammengelegter hohler Hände oder einer Schaufel bzw. eines Löffels und einer Gabel Füllendes; BM.: biegen; F.: Gaufel, Gaufeln+EW; Z.: Gauf-el
$Gaukelei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gaukelei, Blendwerk, Zauberei, Zauber; E.: s. gaukel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. gaukeln, DW 4, 1550, EWD s. u. gaukeln; GB.: (goukelīe) seit vor 1312 belegte und aus gaukel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches Blendwerk oder Zauberei oder Zauber; F.: Gaukelei, Gaukeleien+FW; Z.: Gauk-el-ei
gaukeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. gaukeln, tändeln, Narrenpossen treiben; ne. juggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. goukelen*, gougelen*, goukeln, gougeln, sw. V., „gaukeln“, Zauberei treiben, Gaukelpossen treiben, zaubern, hervorzaubern aus; mnd. gȫkelen, gōkelen, gȫchelen, güchelen, sw. V., gaukeln, Gaukelei treiben, Kunststücke machen, Taschenspielerei treiben; mnl. gokelen, sw. V., gaukeln; ahd. gougalōn*, sw. V. (2), gaukeln, zaubern, weissagen; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gougal*, goukal*, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Gaukelei, Zauberei, Blendwerk; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. ioculārī, V., scherzen, schäkern, scherzend vorbringen, foppen, EWAhd 4, 548; lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank; idg. i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gaukler, Kluge s. u. gaukeln, DW 4, 1553, EWD s. u. gaukeln, EWAhd 4, 552, Duden s. u. gaukeln, Bluhme s. u. gaukeln; GB.: (gougalōn) seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus lat. ioculari aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ungewöhnliche und zwecklose Bewegungen machen; BM.: sprechen; F.: gaukeln, gaukel (!), gaukle, gaukelst, gaukelt, gaukelte, gaukeltest, gaukelten, gaukeltet, gegaukelt, ##gegaukelt, gegaukelte, gegaukeltes, gegaukeltem, gegaukelten, gegaukelter##, gaukelnd, ###gaukelnd, gaukelnde, gaukelndes, gaukelndem, gaukelnden, gaukelnder###, gaukel (!)+FW(+EW); Z.: gauk-el-n
$Gaukelspiel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gaukelspiel, Blendwerk, Possenspiel; Q.: 1215/1216 (Der Wälsche Gast des Thomasin von Zirclaria); E.: s. gaukel(n), s. Spiel; L.: DW 4, 1561, EWD s. u. gaukeln; GB.: seit 1215/1216 belegte und aus gaukel(n) und Spiel gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Blendwerk oder Possenspiel; F.: Gaukelspiel, Gaukelspieles, Gaukelspiels, Gaukelspiele, Gaukelspielen+FW+EW; Z.: Gauk-el—spiel
$gauken, nhd. (ält.), sw. V., (?): nhd. gauken, schauen; L.: Kluge s. u. Gaube, DW 4, 1562; F.: gauken, gauke (!), gaukst, gaukt, gaukest, gauket, gaukte, gauktest, gaukten, gauktet, gegaukt, ##gegaukt, gegaukte, gegauktes, gegauktem, gegaukten, gegaukter##, gaukend, ###gaukend, gaukende, gaukendes, gaukendem, gaukenden, gaukender###, gauk (!)+EW; Z.: gauk-en
$Gaukler, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gaukler, Zauberer, Weissager, Betrüger; L.: Kluge s. u. gaukeln, DW 4, 1562, EWD s. u. gaukeln; GB.: (gougalāri*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus gauk(eln) und l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Zauberer oder Weissager oder Betrüger; F.: Gaukler, Gauklers, Gauklern+EW; Z.: Gauk-l-er
Gaul, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Gaul, (schlechtes) Pferd; ne. nag (N.), horse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: s. mhd. gūl, st. M., Eber, Tier, Bestie, Ungeheuer, Gaul; mnd. gūl, gūle, st. M., Pferd, Gaul, Hengst, Streitpferd; mnl. gūle, guul, Sb., schlechtes Pferd; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Gaul, Kluge s. u. Gaul, DW 4, 1566, EWD s. u. Gaul, Duden s. u. Gaul, Bluhme s. u. Gaul; Son.: vgl. nndl. guil, Sb., Gaul; GB.: seit 1060-1080 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein (minderwertiges oder schlechtes) Pferd; BM.: ?; F.: Gaul, Gaules, Gauls, Gäule, Gäulen+EW; Z.: Gaul
Gaum, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Gaum, Gaumen, Palatum; ne. gums; Vw.: -; Hw.: s. Gaumen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. goume, goum, sw. M., st. M., Gaumen; mnd. gume?, M., Gaumen; ahd. goumo (1), sw. M. (n), Gaumen, Kehle (F.) (1), Rachen, Schlund; ahd. guomo, sw. M. (n), Rachen, Gaumen, Schlund; ae. gōma, sw. M. (n), Gaumen, Zahnfleisch, Kiefer (M.); germ. *gaumō-, *gaumōn, *gauma-, *gauman, *gōmō-, *gōmōm, *gōma-, *gōman, sw. M. (n), sw. M. (n), Gaumen; vgl. idg. *g̑ʰēu-, *g̑ʰəu-, *g̑ʰōu-, *g̑ʰō-, *g̑ʰeh₂u-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 449 (652/68) (RB. idg. aus ind.?, arm.?, gr., germ., balt.); L.: DW 4, 1573, EWAhd 4, 562, Falk/Torp 135; Son.: vgl. afries. -; ae. gōma, sw. M. (n), Gaumen, Zahnfleisch, Kiefer (M.); an. gōmr, st. M. (a), Gaumen, Kiefer (M.), Zahnfleisch; got. *gōma, sw. M. (n), Gaumen; got. *gauma (2), sw. M. (n), Kropf; nschw. gom, Sb., Gaum, Gaumen; nnorw. gom, M., Gaum, Gaumen; gr. χάος (cháos), N., weiter Raum, leerer unermesslicher Weltenraum; lat. faucēs, F., oberer Teil des Schlundes, Kehle (F.) (1), Schlund; lit. gomurỹs, Sb., Kehle, Schlund; toch. A, ko, Sb., Mund; toch. B koym, Sb., Mund; toch. B kor, Sb., Kehle; GB.: (goumo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die obere Wölbung der Mundhöhle (des Menschen und höhererWirbeltiere); BM.: aufgerissener Rachen bzw. klaffen; F.: Gaum, Gaumes, Gaums, Gaumen+EW; Z.: Gau-m
gaumen, gäumen, nhd. (ält.-dial.), sw. V., (8. Jh.): nhd. gaumen, versorgen, pflegen, hüten; ne. tend, keep (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. goumen, sw. V., Mahlzeit halten, Aufsicht haben, behüten; mnd. gȫmen, gōmen*, gomen, sw. V., schmausen, feiern, achten auf, trachten nach; ahd. goumen*, sw. V. (1a), essen, speisen, erquicken, ein Festmahl halten, Mahl bereiten, erfrischen, sorgen, achtgeben, sich freuen, sorgen für, hüten; ahd. goumōn*, sw. V. (2), essen, speisen, ein Festmahl halten, erquicken; as. gômian, sw. V. (1a), Acht haben, hüten, bewirten; anfrk. -; germ. *gaumjan, sw. V., beachten, wahrnehmen; s. idg. *gʰou̯ē-, *gʰou̯-, V., wahrnehmen, beachten, sorgen, Pokorny 453 (663/79) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. gaumen, DW 4, 1579, EWAhd 4, 559, EWAhd 4, 564, Falk/Torp 121, Duden s. u. gaumen; Son.: vgl. afries. -; ae. *gumian, sw. V. (1?), beachten, sorgen; ae. gíeman, gīman, gēman, gȳman, sw. V. (1), sich kümmern, beachten, betrachten; an. geyma, sw. V. (1), beachten, sorgen für; got. gaumjan, sw. V. (1), bemerken, erscheinen, seine Aufmerksamkeit auf etwas richten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich mögliches behüten und bewahren; BM.: beachten; F.: gaumen, gaume, gaumst, gaumt, gaumest, gaumet, gaumte, gaumtest, gaumten, gaumtet, gegaumt, ##gegaumt, gegaumte, gegaumtes, gegaumtem, gegaumten, gegaumter##, gaumend, ###gaumend, gaumende, gaumendes, gaumendem, gaumenden, gaumender###, gaum, gäumen, gäume, gäumst, gäumt, gäumest, gäumet, gäumte, gäumtest, gäumten, gäumtet, gegäumt, ##gegäumt, gegäumte, gegäumtes, gegäumtem, gegäumten, gegäumter##, gäumend, ###gäumend, gäumende, gäumendes, gäumendem, gäumenden, gäumender###, gäum+EW; Z.: gaum-en
Gaumen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gaumen, Palatum; ne. gums; Vw.: -; Hw.: s. Gaum; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. goume, goum, sw. M., st. M., Gaumen; mnd. gume?, M., Gaumen; ahd. goumo (1), sw. M. (n), Gaumen, Kehle (F.) (1), Rachen, Schlund; ahd. guomo, sw. M. (n), Rachen, Gaumen, Schlund; ae. gōma, sw. M. (n), Gaumen, Zahnfleisch, Kiefer (M.); germ. *gaumō-, *gaumōn, *gauma-, *gauman, *gōmō-, *gōmōm, *gōma-, *gōman, sw. M. (n), sw. M. (n), Gaumen; vgl. idg. *g̑ʰēu-, *g̑ʰəu-, *g̑ʰōu-, *g̑ʰō-, *g̑ʰeh₂u-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 449 (652/68) (RB. idg. aus ind.?, arm.?, gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gaumen, Kluge s. u. Gaumen, DW 4, 1576, EWD s. u. Gaumen, EWAhd 4, 562, Falk/Torp 135, Duden s. u. Gaumen, Bluhme s. u. Gaumen; Son.: vgl. afries. -; ae. gōma, sw. M. (n), Gaumen, Zahnfleisch, Kiefer (M.); an. gōmr, st. M. (a), Gaumen, Kiefer (M.), Zahnfleisch; got. *gōma, sw. M. (n), Gaumen; got. *gauma (2), sw. M. (n), Kropf; nschw. gom, Sb., Gaumen; nnorw. gom, M., Gaumen; gr. χάος (cháos), N., weiter Raum, leerer unermesslicher Weltenraum; lat. faucēs, F., oberer Teil des Schlundes, Kehle (F.) (1), Schlund; lit. gomurỹs, Sb., Kehle, Schlund; toch. A, ko, Sb., Mund; toch. B koym, Sb., Mund; toch. B kor, Sb., Kehl; Son: das in dem Frühneuhochdeutschen aufkommende auslautende n stammt aus den gebeugten Fällen e; GB.: (goumo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die obere Wölbung der Mundhöhle (des Menschen und höhererWirbeltiere); BM.: aufgerissener Rachen bzw. klaffen; F.: Gaumen, Gaumens+EW; Z.: Gau-m-en
gäumen, nhd. (ält.-dial.), sw. V.: nhd. gäumen; Vw.: s. gaumen
$Gaumenkitzel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gaumenkitzel, Gaumenfreude; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. Gaumen, s. Kitzel; L.: DW 4, 1582, EWD s. u. Gaumen; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Gaumen und Kitzel gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder vielleicht auch schon früher mögliche Gaumenfreude; F.: Gaumenkitzel, Gaumenkitzels+EW; Z.: Gau-m-en—kitz-el
Gauner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gauner, Schwindler, Ganove, Verbrecher; ne. crook (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: von einem älteren Joner, M., Spieler, Falschspieler, aus dem Rotwelschen, vielleicht zu wjidd. jōwōn, ON, Griechenland (Grieche in der Bedeutung als Falschspieler); L.: Kluge 1. A. s. u. Gauner, Kluge s. u. Gauner, DW 4, 1583, EWD s. u. Gauner, Duden s. u. Gauner, Bluhme s. u. Gauner; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen andere zu übervorteilen versuchenden Menschen oder einen Schwindler oder Ganoven oder Verbrecher; BM.: ON?; F.: Gauner, Gauners, Gaunern+FW(+EW); Z.: Gaun-er
$Gaunerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gaunerei, Schwindelei, Übervorteilung, Betrug; Q.: 1808 (Campe); E.: s. Gauner, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Gauner, DW 4, 1583, EWD s. u. Gauner; GB.: seit 1808 belegte und aus Gauner und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Schwindelei oder Übervorteilung oder einen Betrug; F.: Gaunerei, Gaunereien+FW(+EW); Z.: Gaun-er-ei
$gaunerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gaunerisch, Gauner betreffend, betrügerisch; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Gauner, s. isch; L.: DW 4, 1585, EWD s. u. Gauner; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gauner und isch gebildete Bezeichnung für einen Gauner betreffend oder betrügerisch, F.: gaunerisch, gaunerische, gaunerisches, gaunerischem, gaunerischen, gaunerischer(, gaunerischere, gaunerischeres, gaunerischerem, gaunerischeren, gaunerischerer, gaunerischst, gaunerischste, gaunerischstes, gaunerischstem, gaunerischsten, gaunerischster)+FW(+EW); Z.: gaun-er-isch
$gaunern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. gaunern, betrügen, erschwindeln, Gauner sein (V.); Q.: 1808 (Campe); E.: s. Gauner, s. n; L.: DW 4, 1585, EWD s. u. Gauner; GB.: seit 1808 belegte und aus Gauner und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums mögliches betrügen oder erschwindeln oder Gauner sein (V.); F.: gaunern, gaunere, gauner (!), gaunerst, gaunert, gaunerte, gaunertest, gaunerten, gaunertet, gegaunert, ##gegaunert, gegaunerte, gegaunertes, gegaunertem, gegaunerten, gegaunerter##, gaunernd, ###gaunernd, gaunerndes, gaunerndem, gaunernden, gaunernder###, gauner (!)+FW; Z.: gaun-er-n
$Gaunersprache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gaunersprache; E.: s. Gauner, s. Sprache; L.: DW 4, 1586, EWD s. u. Gauner; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gauner und Sprache gebildete Bezeichnung für eine besondere Sprache von Gaunern oder Betrügern wie beispielsweise das Rotwelsche; F.: Gaunersprache, Gaunersprachen+FW+EW; Z.: Gaun-er—s-pra-ch-e
Gaupe, nhd., F.: nhd. Gaupe; Vw.: s. Gaube
Gauppe, nhd., F.: nhd. Gauppe; Vw.: s. Gaube
Gautsche, Gutsche, nhd. (ält.), F., (15. Jh.?): nhd. Gautsche, Schaukel, Bett, Sofa; ne. couch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Couch, gautschen (2); Q.: ?; I.: Lw. afrz. couche?; E.: s. afrz. couche, F., Lager; vgl. afrz. coucher, V., niederlegen; lat. collocāre, V., seinen Platz geben, Platz anweisen, niederstellen, niedersetzen, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. locāre, V., stellen, legen, setzen, errichten, unterbringen; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Couch, DW 4, 1589; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und möglicherweise aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare veraltete Bezeichnung für eine Schaukel oder ein Bett oder ein Sofa oder ein Liegesofa; BM.: niederlegen; F.: Gautsche, Gautschen, Gutsche, Gutschen+FW(+EW?); Z.: Gau-tsch-e
gautschen (1), nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. gautschen (V.) (1), schaukeln, wiegen; ne. swing (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: wohl von einem alten *gūkezzen; L.: Kluge s. u. gautschen 1, DW 4, 1590; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus *gūkezzen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hin wiegen und her wiegen; BM.: ?; F.: gautschen, gautsche, gautschst, gautscht, gautschest, gautschet, gautschte, gautschtest, gautschten, gautschtet, gegautscht, ##gegautscht, gegautschte, gegautschtes, gegautschtem, gegautschten, gegautschter##, gautschend, ###gautschend, gautschende, gautschendes, gautschendem, gautschenden, gautschender###, gautsch (!)+EW; Z.: gau-tsch-en
gautschen (2), nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. gautschen (V.) (2), Papier zu einem Pressen auf ein Brett legen; ne. couch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Couch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. coucher; E.: s. frz. coucher, V., legen, umlegen; lat. collocāre, V., seinen Platz geben, Platz anweisen, niederstellen, niedersetzen, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. locāre, V., stellen, legen, setzen, errichten, unterbringen; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gautschen 2, Duden s. u. gautschen; Son.: vgl. nndl. koetsen, V., gautschen (V.) (2); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Papier durch Menschen mögliches die geschöpften Papierbogen zu dem Pressen auf ein Brett legen; BM.: seinen Platz geben; F.: gautschen, gautsche, gautschst, gautscht, gautschest, gautschet, gautschte, gautschtest, gautschten, gautschtet, gegautscht, ##gegautscht, gegautschte, gegautschtes, gegautschtem, gegautschten, gegautschter##, gautschend, ###gautschend, gautschende, gautschendes, gautschendem, gautschenden, gautschender###, gautsch (!)+FW(+EW); Z.: gau-tsch-en
Gaze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gaze, ein leichtes Gewebe; ne. gauze; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. gaas; E.: s. nndl. gaas, Sb., Gaze; frz. gaze, F., Gaze; span. gasa, F., Gaze; wohl von arab. qazz, Sb., Rohseide; von pers. käz oder arab. keǧ, Sb., Gaze; vom ON Ghasa, Gasa, Gaza; vielleicht aus dem Ägyptischen, s. ägypt. Ghazzat, ON, wertvolle Stadt, geschätzte Stadt; L.: Kluge s. u. Gaze, fehlt DW, EWD s. u. Gaze, Duden s. u. Gaze, Bluhme s. u. Gaze; Son.: vgl. nschw. gas, Sb., Gaze; nnorw. gas, M., Gaze; poln. gaza, F., Gaze; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Französischen sowie dem Spanischen und wohl mittelbar dem Persischen oder Arabischen und vielleicht dem Ägyptischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes lockeres gitterartiges und oft appretiertes Gewebe aus Baumwolle oder Seide das in der Technik als Siebbespannung und in der Medizin als Verbandsmaterial sowie stark appretiert als Stickereigrundlage verwendet wird; BM.: ON?; F.: Gaze, Gazen+FW; Z.: Gaz-e
Gazelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gazelle, eine Antilope; ne. gazelle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. frz. gazelle; E.: s. mnd. gaselle, F., Gazelle; frz. gazelle, F., Gazelle; span. gacela, F., Gazelle; arab. gazāla, F., Gazelle; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gazelle, fehlt DW, EWD s. u. Gazelle, Duden s. u. Gazelle; Son.: vgl. nndl. gazel, Sb., Gazelle; nschw. gasell, Sb., Gazelle; nnorw. gasell, M., Gazelle; poln. gazela, F., Gazelle; kymr. gasél, M., Gazelle; nir. gasail, F., Gazelle; lit. gazelė, F., Gazelle; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Französischen und Spanischen sowie Arabischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine in den Steppen Afrikas lebende rehgroße Antilope mit langen und schlanken Beinen und großen Augen sowie quer geringelten Hörnern; BM.: ?; F.: Gazelle, Gazellen+FW; Z.: Gazel-l-e
Gazette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gazette, Zeitung; ne. gazette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. gazette; E.: s. frz. gazette, F., Gazette, Zeitung; it. gazetta, F., Gazette, Zeitung; von venez. gazeta de la novità; venez. gazeta, F., die kleinste Münze der Republik Venedig; L.: Kluge s. u. Gazette, fehlt DW, EWD s. u. Gazette, Duden s. u. Gazette; Son.: vgl. nndl. gazet, Sb., Gazette; kymr. gazette, F., Gazette; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Venezianischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete gedruckte sowie mit der Münze gazeta zu bezahlende Zeitung; BM.: von den zwei venezianischen Kreuzern (gazetas) die für ein Nachrichtenblatt bezahlt werden mussten; F.: Gazette, Gazetten+FW; Z.: Gazet-t-e
ge..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ge…; ne. …ed? (Adj.); Vw.: s. -äse, -bäck,, -bälk, -bärde, -baren, -bären, -bäude, -bet, -biet, -birge, -bresten, -bück, -bühren, -bumfiedelt, -burt, -dächtnis, -danke, -deihen, -diegen, -döns, -dult, -dungen, -dunsen, -fahr, -fährt, -fährte, -fälle, -fängnis, -fäß, -fieder, -filde, -finkelt, -flissentlich, -halt, -hege, -heim, -heuer, -horchen, -hören, -kröse, -lage, -lände, -länder, -langen, -lass, -legenheit, -leise, -lenk, -lichter, -lingen, -lübde, -mach, -mach, -mächt, -mahl, -mälde, -mäß, -mein, -meinde, -müse, -nau, -nehm, -nehmigen, -nesen, -nick, -nießen, -nosse, -nug, -päck, -rade (1), -rade (2), -rät, -raten, -raum, -räusch (1), -räusch (2), -recht, -richt (1), -richt (2), -ring, -röll, -rücht, -rümpel, -rüst, -samt, -sandter, -säß, -schäft, -schehen, -scheit, -schenk, -schichte, -schick, -schickt, -schieden, -schirr, -schlecht, -schlinge, -schmack, -schmeide, -schmeiß, -schoss, -schütz, -schwader, -schwind, -schwister, -schwulst, -schwür, -seiere, -selle, -setz, -sicht, -sinde, -sindel, -söff, -span, -spann, -spenst, -spons, -stade, -stalt, -statten, -stirn, -stöber, -stör, -sund, -treide, -triebe, -tümmel, -wahr, -währen, -walt, -wand, -wandt, -wanne, -wärtig, -weih, -wende, -werbe, -were, -wese, -wicht (1), -wicht (2), -wieft, -wiegt, -winnen, -wiss, -witter, -wöhnen, -wölle, -zähe; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ge-, Kluge s. u. ge-, EWD s. u. ge-, Falk/Torp 119; Son.: vgl. afries. je-, ie-, ge-, gi-, e-, i-, a-, Präf., ge...; ae. ge-, Präf., ge...; an. -; got. *ga-, untrennbare Partikel, Präf., ge..., mit...; lat. com…, co…, Präf., mit; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungssilbe für eine Anzeige einer Gemeinsamkeit verwendete Partikel; BM.: mit; F.: ge…+EW; Z.: ge-
$Geäse, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Geäse, Äsung, Maul (von Reh und Hirsch); Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. ge, s. äse(n); L.: fehlt DW, EWD s. u. äsen; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ge und äse(n) gebildete Bezeichnung für eine Äsung und das Maul von Reh und Hirsch; F.: Geäse, Geäsen+EW; Z.: Ge—äs-e
$Gebäck, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gebäck, Gebackenes; E.: s. ge, s. back(en); L.: Kluge s. u. backen, DW 4, 1633, EWD s. u. backen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ge und back(en) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit Beherrschung des Feuers entwickeltes Gebackenes wie Kuchen oder Brot oder Plätzchen; F.: Gebäck, Gebäcks, Gebäckes, Gebäcke, Gebäcken+EW; Z.: Ge-bä-ck
$Gebälk, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gebälk, Balkenwerk; E.: s. ge, s. Balk(en); L.: Kluge s. u. Balken, DW 4, 1633, EWD s. u. Balken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ge und Balk(en) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gefüge von Balken beispielsweise für ein Dach; F.: Gebälk, Gebälks, Gebälkes, Gebälke, Gebälken+EW; Z.: Ge-bäl-k
Gebärde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gebärde, Gebaren, Geste, eine Bewegung des Körpers; ne. gesture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gebærede* (1), gebærde, gebārde, st. F., Aussehen, Benehmen, Wesen, Gebärde, Verhalten, Haltung; mnd. gebērede, gebērde, gebērte, F., Aussehen, Auftreten, Wesen, Gebärde, Benehmen, Gebaren; ahd. gibārida*, st. F. (ō), Gebaren, Gebärde, Bewegung, Geste; ahd. gibāridī*, st. F. (ī), Gebaren, Gebärde, Bewegung; as. gibāritha, st. F. (ō), Gebärde; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. barōn, sw. V. (2), offenbaren, entblößen, bloßstellen, darbringen; germ. *bazōn, sw. V., entblößen; s. idg. bʰosos, Adj., nackt, bloß, bar (Adj.), Pokorny 163; vgl. idg. bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebärde, Kluge s. u. Gebärde, DW 4, 1635, EWD s. u. Gebärde, EWAhd 4, 208, Duden s. u. Gebärde, Bluhme s. u. Gebaerde; Son.: vgl. nndl. gebaar, Sb., Gebärde; nnorw. geberde, M., Gebärde; GB.: (gibārida bzw. später gibāridī) seit vor Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gebaren oder eine Bewegung des Körpers; BM.: mit, ausstreuen; F.: Gebärde, Gebärden+EW; Z.: Ge-bär-d-e
$gebärden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gebärden, sich verhalten (V.); E.: s. Gebärd(e), s. en; L.: Kluge s. u. gebaren, DW 4, 1635, EWD s. u. Gebärde; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gebärd(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischer Lebewesen mögliches sich verhalten (V.); F.: gebärden, gebärde, gebärdest, gebärdet, gebärdete, gebärdetest, gebärdeten, gebärdetet, ##gebärdet, gebärdete, gebärdetes, gebärdetem (!), gebärdeten, gebärdeter (!)##, gebärdend, ###gebärdend, gebärdende, gebärdendes, gebärdendem, gebärdenden, gebärdender###, gebärd (!)+EW; Z.: ge-bär-d-en
gebaren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gebaren, sich gebaren, so und so tun, sich betragen, sich verhalten (V.); ne. behave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gebāren (1), gebæren, gebārn, sw. V., sich gebaren, sich gebärden, sich benehmen, verfahren (V.), klagen, handeln nach; mnd. gebāren (2), sw. V., gebaren, sich benehmen; ahd. gibāren*, sw. V. (1a), sich verhalten (V.), sich gebaren, sich benehmen, sich betragen; ahd. gibārōn*, sw. V. (2), sich gebaren, sich betragen; as. gibārian*, sw. V. (1a), sich gebaren, sich benehmen; as. gibārion*?, sw. V. (2), sich benehmen; anfrk. -; germ. *gabarjan, sw. V., gebaren, benehmen; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gebaren, EWD s. u. gebaren, DW 4, 1635, EWAhd 4, 208, Duden s. u. gebaren, Bluhme s. u. Gebaren; Son.: vgl. afries. -; ae. gebǣran, sw. V. (1), sich benehmen, gebärden, jubeln; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischer Lebewesen mögliches sich verhalten (V.); BM.: mit, schneiden; F.: gebaren, gebar, gebare, gebarst, gebart, gebarest, gebaret, gebarte, gebartest, gebarten, gebartet, ##gebart, gebarte, gebartes, gebartem, gebarten, gebarter##, gebarend, ###gebarend, gebarende, gebarendes, gebarendem, gebarenden, gebarender###, gebar (!)+EW; Z.: ge-bar-en
gebären, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gebären, auf die Welt bringen, zu der Welt bringen, austragen; ne. bear (V.); Vw.: -; Hw.: s. entbehren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. geberen* (1), gebern, gibern, giberen, st. V., bringen, hervorbringen, Nachkommenschaft hervorbringen, erzeugen, gebären, entstammen, entstehen, zeugen; mnd. gebēren (1), st. V., tragen, gebären, hervorbringen, erzeugen, entstehen, geboren werden; ahd. giberan*, st. V. (4), gebären, erzeugen, hervorbringen; as. giberan*, st. V. (4), gebären; anfrk. -; germ. *gaberan, st. V., gebären; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. gebären, Kluge s. u. gebären, EWD s. u. gebären, DW 4, 1638, EWAhd 1, 548, Seebold 104, Duden s. u. gebären, Bluhme s. u. gebaeren; Son.: vgl. afries. -; ae. geberan, st. V. (4), tragen, ertragen (V.), bringen, gebären; an. -; got. gabaíran, st. V. (4), (perfektiv), zusammentragen, vergleichen, gebären; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für austragen oder hervorbringen oder auf die Welt bringen; BM.: mit, tragen; F.: gebären, gebäre, gebär (!), gebärst, gebierst, gebärt (!), gebiert, gebärest, gebäret, gebar, gebarst, gebaren, gebart (!), geboren, ##geboren, geborene, geborenes, geborenem, geborenen, geborener##, gebärend, ###gebärend, gebärende, gebärendes, gebärendem, gebärenden, gebärender###, gebär (!)+EW; Z.: ge-bär-en
$Gebärmutter, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gebärmutter; E.: s. gebär(en), s. Mutter; L.: Kluge s. u. Gebärmutter, DW 4, 1651, EWD s. u. gebären; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gebär(en) und Mutter gebildete Bezeichnung für ein dickwandiges muskulöses und bei erwachsenen Frauen rund 50 Gramm schweres und bis 10 Zentimeter langes Hohlorgan, in dem während einer Schwangerschaft ein Kind heranwächst; F.: Gebärmutter, Gebärmuttern+EW; Z.: Ge-bär—mu-tt-er
Gebäude, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gebäude, Bau, Bauwerk, Gebautes; ne. building; Vw.: -; Hw.: s. Baude, bauen, Bude; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. gebūwede, gebūde, st. N., Gebäude, Bauen, Bergbau, Anbau, Wohnsitz; mhd. gebuowede, st. N., Gebäude, Stadt; mnd. gebūwete, gebǖwete, N., Gebäude, Bauen, Bauanlage, Zusammenfassung aller Bauten des Hofes, Bauwerk; ahd. gibūidi*, st. N. (ja), Siedlung, Ansiedlung, Niederlassung, Wohnung; ahd. gibūida*, gibūwida*, st. F. (ō), Wohnung, Niederlassung, Gebäude, Aufenthaltsort, Gerätschaft; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. būan, būwan, būen, būwen, red. V., sw. V. (1a), „bauen“, bebauen, wohnen, bewohnen, leben; germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen; s. germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Gebäude, DW 4, 1655, EWD s. u. Gebäude, EWAhd 2, 426, EWAhd 4, 221, Duden s. u. Gebäude; Son.: vgl. nndl. gebouw, Sb., Gebäude; GB.: (gibūidi) seit Anfang 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit ihrer Sesshaftwerdung mögliches Bauwerk oder etwas Gebautes; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Gebäude, Gebäudes, Gebäuden+FW; Z.: Ge-bäu-d-e
$Gebein, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Gebein, Gesamtheit von Knochen; E.: s. ge, s. Bein; L.: Kluge s. u. Bein, EWD s. u. Bein; GB.: (gibeina) seit Ende 8. Jh. oder etwas später (gibeini) belegte Bezeichnung für eine Gesamtheit von Knochen (eines Lebewesens); F.: Gebein, Gebeins, Gebeines, Gebeine, Gebeinen+EW; Z.: Ge-bei-n
$Gebell, Gebelle, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gebell; E.: s. ge, s. belle(n); L.: EWD s. u. bellen; GB.: (gebille bzw. gebelle) seit 1326 belegte und aus ge und belle(n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Wölfen und Hunden oder Füchsen oder Rehen mögliches Bellen; F.: Gebell, Gebells, Gebelles, Gebelle, Gebellen+EW; Z.: Ge—bel-l
geben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. geben, überreichen, übertragen; ne. give (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gabe; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. geben (1), gēn, gen, geven, keben, st. V., geben, hergeben, schenken, Geschenk machen, übergeben (V.), opfern, verleihen; mnd. gēven (1), st. V., geben, übergeben (V.), schenken, stiften, bezahlen; mnl. geven, st. V., geben; ahd. geban (1), st. V. (5), geben, überlassen (V.), gewähren, schenken; ahd. gebōn*, sw. V. (2), geben, schenken, beschenken, jemanden beschenken, sich anmaßen; as. gevan* (2), st. V. (5), geben; anfrk. gevan*, gevon*, st. V. (5), geben; germ. *geban, st. V., geben; s. idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. geben, Kluge s. u. geben, DW 4, 1665, EWD s. u. geben, EWAhd 4, 112, EWAhd 4, 117, Falk/Torp 125, Seebold 217, Duden s. u. geben, Bluhme s. u. geben; Son.: vgl. afries. jeva (2), jova (2), ieva, jan, jā (2), st. V. (5), geben, zahlen, verleihen, schenken; nnordfries. jewe, jiwe, V., geben; ae. giefan, geofan, gifan, st. V. (5), geben, übergeben (V.), verheiraten; an. gefa, st. V. (5), geben, erlauben, bestimmen; got. giban, st. V. (5), geben; nndl. geven, V., geben; nschw. (ält.) giva, V., geben; nisl. gefa, V., geben; lat. habēre, V., haben bei sich haben, halten, besitzen; air. gaibid, V., nimmt, ergreift; lit. gebù, V., vermögen, fähig sein (V.); lit. gabénti, V., befördern, herbeischaffen; poln. gabac, V., angreifen, ergreifen; GB.: (geban) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für überreichen oder übertragen (V.); F.: geben, gebe, gibst, gibt, gebt, gebest, gebet, gab, gabst, gaben, gabt, gäbe, gäbest, gäben, gäbet, gegeben, ##gegeben, gegebene, gegebenes, gegebenem, gegebenen, gegebener##, gebend, ###gebend, gebende, gebendes, gebendem, gebenden, gebender###, gib (!)+EW; Z.: geb-en
$Geber, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Geber, Gebender; Vw.: s. Gesetz-, Rat-; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. geb(en), s. er (Suff.); L.: DW 4, 1728; GB.: (gebāri*) seit 8. Jh. belegte und aus geb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Gebenden; F.: Geber, Gebers, Gebern+EW; Z.: Geb-er
Gebet, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gebet, an einen Gott gerichtete Bitte, Gespräch mit einem Gott; ne. prayer (N.); Vw.: -; Hw.: s. beten; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gebet, st. N., Gebet; mnd. gebēde, N., Gebet, Segensformel; mnl. gebet, N., Gebet; ahd. gibet, st. N. (a), Gebet, Bitte, Fürbitte, Gebetsspruch, Beten; as. gibed*, st. N. (a), Gebet; anfrk. gibed*, gebet*, st. N. (a), Gebet; as. gibed, st. N. (a), Gebet; westgerm. *gabeda-, gabedam, st. N. (a), Gebet; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488?; idg. *bʰedʰ- (2), V., krümmen, beugen, drücken, plagen, Pokorny 114? (188/21) (RB. idg. aus ind., alb., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebet, Kluge s. u. Gebet, DW 4, 1739, EWD s. u. Gebet, EWAhd 4, 210, Duden s. u. Gebet; Son.: vgl. afries. -; ae. gebed, st. N. (a), Gebet, Bitte, Gottesdienst; an. -; got. -; nndl. gebet, Sb., Gebet; GB.: (gibet) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Sprechen eines betenden Menschen mit (einem) Gott; BM.: bitten; F.: Gebet, Gebetes, Gebets, Gebete, Gebeten+EW; Z.: Ge-bet
Gebiet, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gebiet, Bereich, Gebot; ne. area, territory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1283 (Urkunde); E.: mhd. gebiet, gepiet, st. F., st. N., Befehl, Gebot, Gebiet, Herrschaftsbereich, Herrschaftsgebiet; mhd. gebiete, st. N., st. F., Befehl, Gebiet, Gebot, Gerichtsbarkeit, Botmäßigkeit; mnd. gebēde (2), gebēt, N., Gebiet, Bezirk, Gerichtsbezirk, Gebot; vgl. mhd. gebieten, st. V., gebieten, befehlen, verfügen, anordnen; ahd. gibiotan*, st. V. (2b), gebieten, befehlen, ansagen, auftragen; germ. *gabeudan, st. V., gebieten, befehlen; vgl. ...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebiet, Kluge s. u. Gebiet, DW 4, 1747, EWD s. u. Gebiet, Duden s. u. Gebiet; Son.: vgl. nndl. gebied, Sb., Gebiet; GB.: seit 1283 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unter bestimmten Gesichtspunkten in sich geschlossenen räumlichen Bereich von größerer Ausdehnung; BM.: mit, beobachten; F.: Gebiet, Gebietes, Gebiets, Gebiete, Gebieten+EW; Z.: Ge-biet
$gebieten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gebieten, befehlen; L.: Kluge s. u. bieten, DW 4, 1752, EWD s. u. bieten; GB.: (gibiotan*) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches befehlen; F.: gebieten, gebiete, gebietest, gebietet, gebot (!), gebotest (!), gebotst (!), geboten, gebotet, geböte, gebötest, gebötet, ##geboten, gebotene, gebotenes, gebotenem, gebotenen, gebotener##, gebietend, ###gebietend, gebietende, gebietendes, gebietendem, gebietenden, gebietender###, gebiet (!)+EW; Z.: ge-biet-en
$Gebieter, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Gebieter, Gebietender, Befehlender; E.: s. gebiet(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. bieten, DW 4, 1752, EWD s. u. bieten; GB.: (gebietære) seit um 1173 belegte und aus gebiet(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Gebietenden oder Befehlenden; F.: Gebieter, Gebieters, Gebietern+EW; Z.: Ge-biet-er
$gebieterisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gebieterisch, befehlend; E.: s. Gebieter, s. isch; L.: Kluge s. u. bieten, DW 4, 1752, EWD s. u. bieten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gebieter und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Gebietenden; F.: gebieterisch, gebieterische, gebieterisches, gebieterischem, gebieterischen, gebieterischer(, gebieterischere, gebieterischeres, gebieterischerem, gebieterischeren, gebieterischerer, gebieterischst, gebieterischste, gebieterischstes, gebieterischstem, gebieterischsten, gebieterischster)+EW; Z.: ge-biet-er-isch
$Gebilde, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gebilde, Gebildetes, Werk; E.: s. ge, s. bilde(n); L.: Kluge s. u. Gebilde, DW 4, 1768, EWD s. u. Bild; GB.: (gebilede*) seit 1140-1160 belegte und aus ge und bilde(n) gebildete Bezeichnung für etwas Gebildetes oder Geschaffenes oder Hergestelltes oder ein Werk; F.: Gebilde, Gebildes, Gebilden+EW; Z.: Ge-bild-e
$gebildet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. gebildet, geschaffen, gemacht, geformt, ausgebildet, hergestellt; Vw.: s. ein-; E.: s. gebild(en), s. et: L.: Kluge s. u. bilden; GB.: seit vor 1326 belegte und aus (ge)bild(en) und et gebildete Bezeichnung für geschaffen oder geformt oder ausgebildet; F.: gebildet, gebildete, gebildetes, gebildetem, gebildeten, gebildeter(, gebildetere, gebildeteres, gebildeterem, gebildeteren, gebildeterer, gebildetest, gebildeteste, gebildetestes, gebildetestem, gebildetesten, gebildetester)+EW; Z.: ge-bild-et
Gebirge, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gebirge, Berge, Gesamtheit mehrerer Berge; ne. mountains; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gebirge, geberge, geperc, st. N., Gebirge, Bergland; mnd. geberchte, geberchete*, N., Gebirge; mnl. geberge, Sb., Gebirge; ahd. gibirgi, st. N. (ja), Berg, Gebirge; as. gibirgi*, st. N. (ja), Gebirge; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. berg, st. M. (a), Berg; germ. *berga-, *bergaz, st. M. (a), Berg, Höhe, Schutz; idg. *bʰerg̑ʰos, M., Berg, Pokorny 140; s. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebirge, Kluge s. u. Gebirge, DW 4, 1774, EWD s. u. Gebirge, EWAhd 4, 212, Duden s. u. Gebirge, Bluhme s. u. Gebirge; Son.: vgl. nndl. gebergte, Sb., Gebirge; GB.: (gibirgi) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ge und Berg sowie e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit mehrerer Berge wie etwa die Alpen oder die Rocky Mountains oder die Kordilleren; BM.: mit, tragen; F.: Gebirge, Gebirges, Gebirgen+EW; Z.: Ge-bir-g-e
$Gebiss, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Gebiss, Gesamtheit von Zähnen; E.: s. ge, s. beiß(en); L.: DW 4, 1788 (Gebisz), EWD s. u. beißen; GB.: (gibiz) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ge und beiß(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Zähnen mögliche Gesamtheit von für ein Beißen bestimmten Zähnen; F.: Gebiss, Gebisses, Gebisse, Gebissen+EW; Z.: Ge—bis-s
$geblümt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. geblümt; E.: s. ge, s. Blume, s. (e)t; L.: Kluge s. u. Blume, DW 4, 1791, EWD s. u. Blume; GB.: (geblüemet) seit 1200-1210 belegte und aus ge und Blum(e) oder blüm(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Blumen mögliches mit Blumen versehen (Adj.); F.: geblümt, geblümte, geblümtes, geblümtem, geblümten, geblümter+EW; Z.: ge-blü-m-t
$Geblüt, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Geblüt; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. ge, s. Blut?; L.: Kluge s. u. Geblüt, DW 4, 1793, EWD s. u. Geblüt; GB.: (geblüete) seit 1412 belegte und aus ge und Blut oder Blüte gebildete Bezeichnung für zusammengefasste Menge des Blutes?, Schmuck(?); F.: Geblüt, Geblüts, Geblütes+EW; Z.: Ge-blü-t
$gebongt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.?): nhd. gebongt, einverstanden, angenommen; E.: Part. Prät. von bong(en), s. Bon; L.: Kluge s. u. bongen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und wohl von Bon abgeleitete Bezeichnung für einverstanden oder angenommen; F.: gebongt, gebongte, gebongtes, gebongtem, gebongten, gebongter+FW(+EW); Z.: ge-bong-t
$Gebot, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gebot, Geheiß, Befehl; Vw.: s. An-, Auf-; E.: s. ge, s. biet(en); L.: Kluge s. u. Gebot, DW 4, 1801, EWD s. u. Gebot; GB.: (gibot) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und biet(en) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Geheiß oder Befehl; F.: Gebot, Gebots, Gebotes, Gebote, Geboten+EW; Z.: Ge-bot
$Gebräu, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gebräu; E.: s. ge, s. brau(en); L.: Kluge s. u. brauen, DW 4, 1820, EWD s. u. brauen; GB.: (gebriuwe) seit 1301-1319 belegte und aus ge und brauen gebildete Bezeichnung für eine bestimmte auf einmal gebraute Menge Bier oder auch eine sonstige Herstellung von etwas Flüssigem; F.: Gebräu, Gebräus, Gebräues, Gebräue, Gebräuen+EW; Z.: Ge-bräu
$Gebrauch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Gebrauch, Benutzung, Verwendung; E.: s. ge, s. brauch(en); L.: DW 4, 1820, EWD s. u. brauchen; GB.: (gebrūch) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus ge und brauch(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Benutzung oder Verwendung; F.: Gebrauch, Gebrauchs, Gebrauches, Gebräuche, Gebräuchen (!)+EW; Z.: Ge—brau-ch
$gebrauchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. gebrauchen, nutzen, benutzen, verwenden; L.: Kluge s. u. brauchen, DW 4, 1826, EWD s. u. brauchen; GB.: (gibrūhhen*) seit 810-817 belegte und aus ge und brauchen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nutzen oder benutzen oder verwenden; F.: gebrauchen, gebrauche, gebrauchst, gebraucht, gebrauchest, gebrauchet, gebrauchte, gebrauchtest, gebrauchten, gebrauchtet, ##gebraucht, gebrauchte, gebrauchtes, gebrauchtem, gebrauchten, gebrauchter##, gebrauchend, ###gebrauchend, gebrauchende, gebrauchendes, gebrauchendem, gebrauchenden, gebrauchender###, gebrauch (!)+EW; Z.: ge-brau-ch-en
$gebrechen, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. gebrechen, brechen, fehlen; L.: Kluge s. u. gebrechen, DW 4, 1850, EWD s. u. brechen; E.: s. ge, s. brechen; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus ge und brechen gebildete Bezeichnung für brechen oder fehlen; F.: gebrechen, gebreche, gebrichst, gebricht, gebrecht, gebrechest, gebrechet, gebrach, gebrachst, gebrachen, gebracht, gebräche, gebrächest, gebrächst, gebrächen, gebrächet, gebrächt, gebrochen, ##gebrochen, gebrochene, gebrochenes, gebrochenem, gebrochenen, gebrochener##, gebrechend, ###gebrechend, gebrechende, gebrechendes, gebrechendem, gebrechenden, gebrechender###, gebrich (!)+EW; Z.: ge—bre-ch-en
$Gebrechen, nhd., N, M., (11. Jh.?): nhd. Gebrechen, Mangel (M.), Schaden (M.), Leiden, Fehler; E.: s. gebrechen; L.: Kluge s. u. Gebrechen, DW 4, 1839, EWD s. u. brechen; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus gebrechen gebildete Bezeichnung für einen Mangel (M.) oder einen Schaden (M.) oder ein Leiden oder einen Fehler; F.: Gebrechen, Gebrechens+EW; Z.: Ge—bre-ch-en
$gebrechlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gebrechlich, brechbar, mangelhaft, schwach, krank; L.: DW 4, 1856, EWD s. u. brechen; E.: s. Gebrech(en), s. lich; GB.: seit vor 1298 belegte und aus Gebrech(en) und lich gebildete Bezeichnung für brechbar oder mangelhaft oder schwach oder krank; F.: gebrechlich, gebrechliche, gebrechliches, gebrechlichem, gebrechlichen, gebrechlicher(, gebrechlichere, gebrechlicheres, gebrechlicherem, gebrechlicheren, gebrechlicherer, gebrechlichst, gebrechlichste, gebrechlichstes, gebrechlichstem, gebrechlichsten, gebrechlichster)+EW; Z.: ge—bre-ch—lich
Gebresten, nhd. (ält.), M., N., (11. Jh.): nhd. Gebresten, Krankheit, Mangel (M.), Schwäche; ne. infirmity, desease; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. gebrest, gibrest, gebrist, gibrist, st. M., sw. F., st. F., kleines Gebrechen, Bruchstück, Splitter, Scharte, Schade, Schaden (M.), Nachteil, Verlust, Mangel (M.), Missstand, Fehlbetrag, Fehler; mhd. gebreste, sw. M., Schade, Schaden (M.), Nachteil, Verlust; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. bresten, presten, st. V., brechen, reißen, bersten, fehlen; ahd. brestan, st. V. (3b, 4?), mangeln, bersten, reißen, fehlen; germ. *brestan, st. V., bersten; s. idg. *bʰres-, V., bersten, brechen, krachen, prasseln, Pokorny 169 (281/114) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebresten, Kluge s. u. Gebresten, DW 4, 1860, Duden s. u. Gebresten; GB.: (gebrest) seit 1060-1080 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Krankheit oder einen Mangel (M.) oder eine Schwäche; BM.: mit, bersten; F.: Gebresten+EW; Z.: Ge-bres-t-en
$Gebrüder, nhd., M. Pl., (8. Jh.): nhd. Gebrüder; E.: s. ge, s. Bruder; L.: Kluge s. u. Bruder, EWD s. u. Bruder; GB.: (gibruoder*) seit um 800 belegte und vielleicht nach lat. confratres gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen mögliche leibliche oder geistige Brüder wo deren Zusammengehörigkeit besonders ausgedrückt werden soll; F.: Gebrüder, Gebrüdern+EW; Z.: Ge-brüder
$gebrüht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.?): nhd. gebrüht; Vw.: s. ab-; E.: s. brüh(en), s. t; L.: fehlt DW; GV.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und brühen gebildete Bezeichnung für durch Brühen von Menschen besonders behandelt oder erhitzt; F.: gebrüht, gebrühte, gebrühtes, gebrühtem, gebrühten, gebrühter+EW; Z.: ge—brüh-t
$Gebrüll, Gebrülle, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gebrüll; Brüllen, Schreien; E.: s. ge, s. brüll(en); L.: Kluge s. u. brüllen, DW 4, 1875, EWD s. u. brüllen; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus ge und brüll(en) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches lautes Brüllen oder Schreien oder Geschrei; F.: Gebrüll, Gebrülls, Gebrülles+EW; Z.: Ge-brül-l
$Gebrumm, Gebrumme, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gebrumm, Brummen; E.: s. ge, s. brumm(en); L.: Kluge s. u. brummen, DW 4, 1876 (Gebrumme), EWD s. u. brummen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und brumm(en) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Brummen; F.: Gebrumm, Gebrumme, Gebrumms, Gebrummes+EW; Son.: älter mhd. gebrümme; Z.: Ge-bru-m-m
Gebück, Gebücke, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Gebück, geflochtene Hecke; ne. plaited hedge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. gebucke, Sb., ein zur Bezeichnung von Grenzen ineinander gebogenes oder geflochtenes Gebüsch; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. bücken, bucken, pucken, sw. V., biegen, bücken, sich niederbeugen, niederwerfen; ahd. bukkula, buckula, sw. F. (n), Buckel, Buckelschild, Schildbuckel, Schild; lat. buccula, F., Bäcklein, zarte Backe, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. bucca, F., aufgeblasene Backe; vgl. idg. *beu- (2), *bu-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gebück, DW 4, 1879 (Gebücke), Duden s. u. Gebück; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ge und bück(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelte und verwendete geflochtene Hecke zu einem Schutze von Anlagen oder Siedlungen; BM.: mit, schwellen; F.: Gebück, Gebückes, Gebücks, Gebücke, Gebücken+EW; Z.: Ge-bück
$Gebühr, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Gebühr, Gebührendes, gebührende Gegenleistung; E.: s. gebühr(en)?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gebühr, Kluge s. u. gebühren, DW 4, 1882, EWD s. u. gebühren; GB.: (gebür) um 1340 (?) belegte und mit gebühren sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gebührendes oder eine gebührende Gegenleistung; F.: Gebühr, Gebühren+EW; Z.: Ge-bühr
gebühren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gebühren, zukommen, erheben, einheben, betragen; ne. be (V.) due; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gebüren*, gebürn, geburn, sw. V., heben, sich erheben, geschehen, widerfahren (V.), zuteil werden, zufallen (V.) (2), zukommen; mnd. gebȫren (2), geboren, sw. V., zufallen, gebühren, zukommen, in Gebühr sein (V.), in Brauch sein (V.), sich gebühren, sich ziemen; mnl. geboren, sw. V., gebühren?; ahd. giburien*, giburren, sw. V. (1b), hinzukommen, geschehen, widerfahren (V.); as. giburian*, sw. V. (1b), geschehen, verlaufen (V.); anfrk. giburren*, giburran, sw. V. (1), geschehen; germ. *gaburjan, sw. V., gebühren; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gebühr, Kluge s. u. gebühren, DW 4, 1887, EWD s. u. gebühren, EWAhd 2, 467, Duden s. u. gebühren, Blume s. u. gebuehren; Son.: vgl. afries. -; ae. gebyrian, gebyrgian, sw. V. (1), geschehen, sich ereignen, dazugehören; an. -; got. -; nndl. gebeuren, V., gebühren; GB.: (ahd. giburien) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches als Recht zukommen oder erheben; BM.: mit, bringen; F.: gebühren (!), gebühre, gebührst, gebührt, gebührest, gebühret, gebührte, gebührtest, gebührten, gebührtet, ##gebührt, gebührte, gebührtes, gebührtem, gebührten, gebührter##, gebührend, ###gebührend, gebührende, gebührendes, gebührendem, gebührenden, gebührender###, gebühr (!)+EW; Z.: ge-bühr-en
$gebührlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. gebührlich, gebührend, zufällig; E.: s. Gebühr, s. lich; L.: Kluge s. u. gebühren, DW 4, 1897, EWD s. u. gebühren; GB.: (giburilīh*) seit 10. Jh. belegte und aus Gebühr und lich gebildete Bezeichnung für gebührend oder zufällig (?); F.: gebührlich, gebührliche, gebührliches, gebührlichem, gebührlichen, gebührlicher(, gebührlichere, gebührlicheres, gebührlicherem, gebührlicheren, gebührlicherer, gebührlichst, gebührlichste, gebührlichstes, gebührlichstem, gebührlichsten, gebührlichster)+EW; Z.: ge-bühr-lich
gebumfiedelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. gebumfiedelt, geehrt, geschätzt; ne. honoured; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl eine lautmalende Verstärkung von nhd. Fiedel (s. d.); L.: Kluge s. u. gebumfiedelt, fehlt DW, Duden s. u. gebumfiedelt; Son.: hauptsächlich in der Redewendung sich gebumfiedelt fühlen; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend zu Fiedel gebildete ironische Bezeichnung für geehrt oder geschätzt; BM.: Fiedel; F.: gebumfiedelt, gebumfiedelte, gebumfiedeltes, gebumfiedeltem, gebumfiedelten, gebumfiedelter(, gebumfiedeltere, gebumfiedelteres, gebumfiedelterem, gebumfiedelteren, gebumfiedelterer, gebumfiedeltest, gebumfiedelteste, gebumfiedeltestes, gebumfiedeltestem, gebumfiedeltesten, gebumfiedeltester) (+FW)+EW; Z.: ge-bum-fie-d-el-t
$Gebung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Gebung, Geben; Vw.: s. Ein-, Er-, Hin-, Um-, Ver-; E.: s. geb(en), s. ung; L.: DW 4, 1902; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus geb(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Geben; F.: Gebung, Gebungen+EW; Z.: Geb-ung
Geburt, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Geburt, Gebären, Geborenwerden; ne. birth (N.); Vw.: -; Hw.: s. bären, gebören; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. geburt, gepurt, st. F., Geburt, Entbindung, Geborenes, Nachkommenschaft, Abstammung; mnd. gebōrt, geburt, N., F., Geburt, Nachkommenschaft, Geschlecht, Kind; mnl. geboorte, F., Geburt; ahd. giburt (1), st. F. (i), Geburt, Erzeugung, Schöpfung, Erschaffung; as. giburd, st. F. (i), Geburt, Herkunft; anfrk. -; germ. *gaburdi-, *gaburdiz, st. M. (i), st. F. (i), Tragen, Geburt; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Geburt, Kluge s. u. Geburt, DW 4, 1902, EWD s. u. Geburt, EWAhd 2, 472, EWAhd 4, 225, Seebold 105, Duden s. u. Geburt, Bluhme s. u. Geburt; Son.: vgl. afries. berde, F., Geburt, Frucht; ae. gebyrd (1), st. F. (i), st. N. (a), Geburt; an. -; got. gabaúrþs, st. F. (i), Geburt, Abstammung, Geschlecht, Geburtsland; nndl. geboorte, Sb., Geburt; nschw. börd, Sb., Geburt; air. brith, breth, Sb., Geburt; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung tierischen Lebens möglichen Vorgang des aus vorhandenen und geschlechtsreifen Lebewesen Geborenwerdens eines neuen Lebewesens; BM.: mit, bringen; F.: Geburt, Geburten+EW; Z.: Ge-bur-t
$gebürtig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. gebürtig; E.: s. Geburt, s. ig; L.: Kluge s. u. Geburt, DW 4, 1906, EWD s. u. Geburt; GB.: (giburtīg*) seit 11. Jh. belegte und aus Geburt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischen Lebens mögliches eine Geburt betreffend; F.: gebürtig, gebürtige, gebürtiges, gebürtigem, gebürtigen, gebürtiger+EW; Z.: ge-bür-t-ig
$Geburtshelfer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Geburtshelfer; E.: s. Geburt, s. s, s. Helfer; L.: DW 4, 1809, EWD s. u. Geburt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geburt und s sowie Helfer gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung schon in dem Altertum möglichen praktisch oder wissenschaftlich gebildeten Helfer bei der an sich natürlichen und (für Mutter und Kind) nicht ganz ungefährlichen Geburt eines neuen Lebewesens; F.: Geburtshelfer, Geburtshelfers, Geburtshelfern+EW; Z.: Ge-bur-t-s—hel-f-er
$Geburtstag, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Geburtstag; E.: s. Geburt, s. s, s. Tag; L.: Kluge s. u. Geburtstag, DW 4, 1911, EWD s. u. Geburt; GB.: seit 9. Jh. (ahd. giburtitago*, mhd. geburttac) belegte und aus Geburt (und s) sowie Tag gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit der Erkenntnis des jährlichen Umlaufs der Erde um die Sonne beachtete und außer der Berechnung des Lebensalters nicht wirklich bedeutsame Wiederkehr des Tages der Geburt eines Menschen in einem folgenden Jahr; F.: Geburtstag, Geburtstags, Geburtstages, Geburtstage, Geburtstagen+EW; Z.: Ge-bur-t-s—t-ag
$Gebüsch, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gebüsch; E.: s. ge, s. Busch; L.: Kluge s. u. Busch, DW 4, 1912 (Gebüsche), EWD s. u. Busch; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus ge und Busch gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche mehrere dicht zusammenstehende Büsche; F.: Gebüsch, Gebüschs, Gebüsches, Gebüsche, Gebüschen+EW; Z.: Ge-bü-sch
$geck, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. geck, albern, närrisch; L.: EWD s. u. Geck, DW s. Geck; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches albern oder närrisch; BM.: lautmalend?; F.: geck, gecke, geckes, geckem, gecken, gecker(, geckere, geckeres, geckerem, geckeren, geckerer, geckst, geckste, geckstes, geckstem, gecksten, geckster)+EW; Z.: geck
Geck, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Geck, alberner Mensch, Narr; ne. fop (M.), beau (M.); Vw.: -; Hw.: s. Jeck; Q.: 1215 (Karl und Galie); E.: mhd. gec, st. M., Geck, alberner Mensch, Narr; mhd. gecke (1), sw. M., Geck, alberner Mensch, Narr; mnd. gek (1), geck, jeck, jek, M., Geck, drehbarer Deckel eines Gefäßes, Narr, Tor (M.), Wahnsinniger; mnd. gecke, M., Verrückter, Närrischer, Narr; mnl. gec, M., Geck, Narr; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Geck, Kluge s. u. Geck, EWD s. u. Geck, DW 4, 1914, Duden s. u. Geck, Bluhme s. u. Geck; GB.: seit dem Hochmittelalter (1215) (gec, etwas später auch gecke) belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen albernen Menschen oder Narren; BM.: lautmalend?; F.: Geck, Geckes, Gecks, Gecken+EW; Z.: Geck
$geckenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geckenhaft, albern, närrisch; E.: s. Geck, s. en (Suff.), s. haft; L.: DW 4, 1923, EWD s. u. Geck; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geck und en sowie haft gebildete Bezeichnung für albern (Adj.) oder närrisch; F.: geckenhaft, geckenhafte, geckenhaftes, geckenhaftem, geckenhaften, geckenhafter(, geckenhaftere, geckenhafteres, geckenhafterem, geckenhafteren, geckenhafterer, geckenhaftest, geckenhafteste, geckenhaftestes, geckenhaftestem, geckenhaftesten, geckenhaftester)+EW; Z.: geck-en—haf-t
$Geckenheil, nhd., N., (?): nhd. Geckenheil, Gauchheil); E.: s. Geck, s. en (Suff.), s. Heil; L.: Kluge s. u. Gauchheil, fehlt DW; GB.: wohl nach 15. Jh. belegte und aus Geck und en sowie Heil gebildete Abwandlung von Gauchheil; F.: Geckenheil, Geckenheils, Geckenheiles, Geckenheile, Geckenheilen+EW; Z.: Ge-ck-en—hei-l
$gedacht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. gedacht; Vw.: s. ob-; Q.: 13. Jh. (Glosse); L.: DW 4, 1926; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus denken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in Gedanken (unsichtbar) in dem Gehirn vorhanden; L.: gedacht, gedachte, gedachtes, gedachtem, gedachten, gedachter+EW; Z.: ge—dach-t
Gedächtnis, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gedächtnis, Gedenken; ne. memory, rememberance, retention; Vw.: -; Hw.: s. Gedanke; Q.: 2. (?) Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gedæhtnisse, st. N., gedæhtnis, gedæhtnüs, st. F., Andenken, Erinnerung; mnd. gedechtnisse, gedechtenisse, F., Gedächtnis, Erinnerungsvermögen, Erinnerungsfähigkeit, Erinnerung; ahd. gidehtnissi*?, st. N. (ja)?, Andacht, Frömmigkeit, Denken; s. gideht; ahd. gidehtnissī*?, st. F. (ī)?, Andacht, Frömmigkeit; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. denken, denchen, sw. V. (1a), denken, erwägen, ersinnen; germ. *þankjan, sw. V., denken, meinen; idg. *tong- (1), teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gedächtnis, Kluge s. u. Gedächtnis, EWD s. u. Gedächtnis, DW 4, 1927, EWAhd 4, 230, Duden s. u. Gedächtnis, Bluhme s. u. Gedaechtnis; GB.: (gidehtnissi?) seit 2.?Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für die grundlegende Fähigkeit höherer Lebewesen Sinneswahrnehmungen oder psychische Vorgänge in Nervenzellen ihres Gehirns in vorher nicht bekannter Art zu speichern; BM.: mit, denken; F.: Gedächtnis, Gedächtnisses, Gedächtnisse, Gedächtnissen+EW; Z.: Ge-däch-t-nis
Gedanke, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gedanke, Einfall, Überlegung; ne. thought (N.); Vw.: -; Hw.: s. denken, Gedächtnis; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gedanc, gidanc, gedanke, st. M., Denken, Gedanke, Gedächtnis, Wille, Absicht; mnd. gedanke, M., Gedanke; mnl. gedanc, N., Gedanken, Begriff, Meinung; ahd. gidank*, gidanc*, st. M. (a), Gedanke, Gesinnung, Absicht, Wille; as. githanko*, sw. M. (n), Gedanke; anfrk. githank*, st. M. (a), Gedanke, Denken, Sinn; germ. *gaþanka-, *gaþankaz, st. M. (a), Gedanke; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *tongā, F., Gefühl, Pokorny 1088; idg. *tong- (1), *teng-, V., denken, fühlen, Pokorny 1088 (1882/59) (RB. idg. aus alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gedächtnis, Kluge s. u. Gedanken, EWD s. u. Gedanke, DW 4, 1940, EWAhd 4, 229, EWAhd 2, 525, Duden s. u. Gedanke; Son.: vgl. afries. -; ae. geþanc, st. M. (a), Gedanke, Gefühl, Sinn, Wille; an. -; got. -; nndl. gedachte, Sb., Gedanke; nschw. tanke, Sb., Gedanke; nnorw. tanke, M., Gedanke; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in den Nervenzellen des Gehirns höherer Lebewesen in vorher nicht bekannter Weise gebildete und oft erinnerte und dadurch bewusst gemache Überlegung; BM.: mit, denken; F.: Gedanke, Gedanken+EW; Z.: Ge-dank-e
$Gedankenfreiheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gedankenfreiheit; Q.: 2. Hälfte 18. Jh. (Schiller); E.: s. Gedank(e), s. en, s. Freiheit; L.: DW 4, 1975, EWD s. u. Gedanke; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Gedank(e) und en sowie Freiheit gebildete Bezeichnung für die grundsätzliche Freiheit (des Menschen) Gedanken beliebiger Art zu bilden; F.: Gedankenfreiheit, Gedankenfreiheiten+EW; Z.: Ge—dank-en—frei-hei-t
$gedankenlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gedankenlos, zerstreut, geistesabwesend, ohne ausreichende Gedanken seiend; E.: s. Gedank(e), s. en, s. los; L.: DW 4, 1977, EWD s. u. Gedanke; F.: gedankenlos, gedankenlose, gedankenloses, gedankenlosem, gedankenlosen, gedankenloser(, gedankenlosere, gedankenloseres, gedankenloserem, gedankenloseren, gedankenloserer, gedankenlosest, gedankenloseste, gedankenlosestes, gedankenlosestem, gedankenlosesten, gedankenlosester)+EW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gedank(e) und (e)n sowie los gebildete Bezeichnung für zerstreut oder geistesabwesend oder ohne ausreichende Gedanken seiend; Z.: ge—dank-en—lo-s
$Gedankensplitter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gedankensplitter, Gedankenteil, Teilgedanke; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Gedanke, s. n, s. Splitter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Splitter; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Gedank(e) und en sowie Splitter gebildete Bezeichnung für einen Gedankenteil oder Teilgedanken eines Menschen; F.: Gedankensplitter, Gedankensplitters, Gedankensplittern+EW; Z.: Ge—dank-en—spli-tt-er
$Gedankensprung, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gedankensprung, sprunghafter Gedanke, rascher Gedankenwechsel; E.: s. Gedanke, s. n, s.Sprung; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 4, 1979, EWD s. u. Sprung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gedank(e) und en sowie Sprung gebildete Bezeichnung für eine unerwartete Gedankenführung oder einen sprunghaften Gedanken oder raschen Gedankenwechsel; F.: Ge-dank-en—s-pr-ung
$Gedankenstrich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gedankenstrich, Strich für eine Pause oder einen bewussten Gedankenwechsel; E.: s. Gedanke, s. n, s. Strich; L.: Kluge s. u. Gedanke, DW 4, 1980, EWD s. u. Gedanke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gedank(e) und en und Strich gebildete Bezeichnung für einen waagerechten Strich in einem geschriebenen Text zu einer Kennzeichnung einer bewussten Pause oder einen bewussten Gedankenwechsel; F.: Gedankenstrich, Gedankenstrichs, Gedankenstriches, Gedankenstriche, Gedankenstrichen+EW; Z.: Ge-dank-en—stri-ch
$Gedeck, Gedecke, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gedeck; E.: s. ge, s. deck(en); L.: Kluge s. u. decken, DW 4, 1983, EWD s. u. decken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und deck(en) gebildete Bezeichnung für die in einem Restaurant für einen Gast bereitgelegten Teile eines Bestecks oder einer Reihe von Speisen; F.: Gedeck, Gedecks, Gedeckes, Gedecke, Gedecken+EW; Z.: Ge-deck
$Gedeih, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gedeih, Gedeihen, Wachstum, Erfolg; E.: seit 15. Jh. belegte und aus gedeih(en) gebildete Bezeichnung für Wachstum oder Erfolg eines Lebewesens; L.: Kluge s. u. gedeihen, DW 4, 1984, EWD s. u. gedeihen; F.: Gedeih+EW; Z.: Ge-deih
gedeihen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. gedeihen, wachsen (V.) (1), sich entwickeln, sich entfalten; ne. thrive (V.), prosper; Vw.: -; Hw.: s. gediegen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gedīhen, gedīen, getīhen, st. V., gedeihen, erwachsen (V.), geraten (V.), in eine bestimmte Lage geraten (V.), gelingen, sich entwickeln; mnd. gedīen (1), gedigen, st. V., gedeihen, gelingen, geraten (V.), gut anschlagen, vorwärts kommen, gedeihen lassen; mnl. gedien, st. V., gedeihen; ahd. gidīhan*, st. V. (1b), gedeihen, wachsen (V.) (1), übertreffen, fortschreiten; as. githīhan, st. V. (1b), vollbringen, zum Vorteil oder Nachteil gereichen; anfrk. githīan*, st. V. (1), gedeihen; germ. *gaþenhan, st. V., gedeihen; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *tenk-, V., ziehen, gerinnen, fest werden, Pokorny 1068; vgl. idg. ten- (1), V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gedeihen, Kluge s. u. gedeihen, DW 4, 1985, EWD s. u. gedeihen, EWAhd 2, 638, Seebold 513, Bluhme s. u. gedeihen; Son.: vgl. afries. -; ae. geþíon, geþéon, st. V. (1), erreichen, erlangen, nehmen, essen; an. -; got. gaþeihan, st. V. (1), vorwärtskommen, hervorsprießen, wachsen (V.) (1), zunehmen; nndl. gedijen, V., gedeihen; BM.: sich sehr gut entwickeln; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wachsen (V.) (1) oder sich günstig entwickeln oder sich entfalten; F.: gedeihen, gedeihe, gedeihst, gedeiht, gedeihest, gedeihet, gedieh, gediehst, gediehen, gedieht, gediehest, gediehet, ##gediehen, gediehene, gediehenes, gediehenem, gediehenen, gediehener##, gedeihend, ###gedeihend, gedeihende, gedeihendes, gedeihendem, gedeihenden, gedeihender###, gedeih (!)+EW; Z.: ge-deih-en
$gedeihlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gedeihlich, nützlich, fruchtbar; L.: Kluge s. u. gedeihen, DW 4, 1992, EWD s. u. gedeihen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gedeih(en) und lich gebildete Bezeichnung für nützlich oder fruchtbar; F.: gedeihlich, gedeihliche, gedeihliches, gedeihlichem, gedeihlichen, gedeihlicher(, gedeihlichere, gedeihlicheres, gedeihlicherem, gedeihlicheren, gedeihlicherer, gedeihlichst, gedeihlichste, gedeihlichstes, gedeihlichstem, gedeihlichsten, gedeihlichster)+EW; Z.: ge—deih—lich
$Gedeihlichkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gedeihlichkeit, Nützlichkeit, Fruchtbarkeit; E.: s. gedeihlich, s. heit, s. keit; L.: DW 4, 1993, EWD s. u. gedeihen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gedeihlich und keit gebildete Bezeichnung für Nützlichkeit oder Fruchtbarkeit; F.: Gedeihlichkeit, Gedeihlichkeiten+EW; Z.: Ge—deih—lich—kei-t
$gedenken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gedenken, sich erinnern; E.: s. ge, s. denken; L.: Kluge s. u. denken, EWD s. u. denken; GB.: (gidenken) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und denken gebildete Bezeichnung für denken oder sich erinnern; F.: gedenken, gedenke, gedenkst, gedenkt, gedenkest, gedenket, gedachte, gedachtest, gedachten, gedachtet, gedächte, gedächtest, gedächten, gedächtet, gedacht, ##gedacht, gedachte, gedachtes, gedachtem, gedachten, gedachter##, gedenkend, ###gedenkend, gedenkende, gedenkendes, gedenkendem, gedenkenden, gedenkender###, gedenk (!)+EW; Z.: ge—denk-en
$Gedicht, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gedicht; E.: s. ge, s. dichten (2); L.: Kluge s. u. dichten 2, DW 4, 2013, EWD s. u. dichten 2; GB.: (getihte) seit nach 1150 belegte und aus ge und dicht(en) (2) gebildete Bezeichnung für ein nach Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sprachliches Kunstwerk in Reimen oder einem besonderen Rhythmus; F.: Gedicht, Gedichtes, Gedichts, Gedichte, Gedichten+EW; Z.: Ge—di-ch-t
gediegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (9. Jh.): nhd. gediegen, fest, tüchtig, gut, echt, trocken; ne. sterling, genuine; Vw.: -; Hw.: s. gedeihen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. gedigen, (Part. Prät.=)Adj., ausgewachsen, reif, fest, tüchtig, rein, fest; mnd. gedēgen, Adj., „gediegen“, tüchtig, klug, einsichtig, ausgewachsen, reif, gänzlich gehörig; ahd. gidigan*, (Part. Prät.=)Adj., „gediegen“, streng, ernsthaft, freundlich, vorgerückt, vorangeschritten, vollkommen, vorzüglich, ausgezeichnet, berühmt, rein; as. *githigan?, Adj., gediegen, erwachsen (Adj.); ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. dīhan, st. V. (1b), gedeihen, zunehmen, wachsen (V.) (1), gelingen; germ. *þenhan, st. V., gedeihen; idg. *tenk-, V., ziehen, gerinnen, fest werden, Pokorny 1068; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gedeihen, Kluge s. u. gediegen, DW 4, 2020, EWD s. u. gedeihen, EWAhd 4, 232, Duden s. u. gediegen; Son.: vgl. ae. geþungen, (Part. Prät.=)Adj., gediegen, hervorragend, tüchtig, erwachsen (Adj.); nschw. gedigen, Adj., gediegen; nnorw. gedigen, Adj., gediegen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus gedeihen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches fest oder tüchtig oder gut oder echt; BM.: mit, ziehen; F.: gediegen, gediegene, gediegenes, gediegenem, gediegenen, gediegener(, gediegenere, gediegeneres, gediegenerem, gediegeneren, gediegenerer, gediegenst, gediegenste, gediegenstes, gediegenstem, gediegensten, gediegenster)+EW; Z.: ge-dieg-en
Gedöns, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gedöns, Getöse, Gewese, Plunder; ne. fuss (N.), hoopla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. gedense, gedens, getense, st. N., Hinziehen und Herziehen (N.), Geschlepp, Gereiße, Getümmel, Gezerre, Prasserei; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. dinsen, st. V., gewaltsam ziehen, zerren, reißen, schleppen, tragen; ahd. dinsan, st. V. (3a), ziehen, schleppen, herunterdrücken; germ. *þensan, st. V., ziehen; idg. *tens-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1068 (1857/34) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gedöns, DW 4, 2031, Duden s. u. Gedöns; GB.: (gedense) seit 1190-1200 belegte und aus ge und ahd. dinsan gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches großes Aufheben oder ein Hinziehen und Herziehen oder ein Gezerre; BM.: mit, ziehen; F.: Gedöns, Gedönses+EW; Z.: Ge-dön-s
$gedoppelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gedoppelt, zweifach, überreichlich; L.: Kluge s. u. doppelt, DW 4, 2032; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und doppel(n) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für zweifach oder überreichlich; F.: gedoppelt, gedoppelte, gedoppeltes, gedoppeltem, gedoppelten, gedoppelter+EW; Z.: ge-do-p-p-el-t
$Gedränge, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gedränge, Bedrängung, Beengung; E.: s. ge, s. dränge(n); L.: Kluge s. u. Drang, DW 4, 2035, EWD s. u. Drang; GB.: (gidrengi*) seit 863-871 belegte und aus ge und dränge(n) gebildete Bezeichnung für eine spätestens seit Entstehung des Menschen mögliche Bedrängung oder Beengung; F.: Gedränge, Gedränges, Gedrängen+EW; Z.: Ge-drä-ng-e
gedrungen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12./13. Jh.): nhd. gedrungen, kurz und breit, untersetzt; ne. stout (Adj.), compact; Vw.: -; Hw.: s. dringen; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: mhd. gedrungen, (Part. Prät.=)Adj., gedrungen; mnd. gedrungen*, (Part. Prät.=)Adj., gedrungen (von Gestalt); ahd. dringan*, st. V. (3a), drängen, treiben, drücken, pressen; as. thringan, st. V. (3a), dringen, drängen; germ. *þrenhan, *þreng-?, *þrinh-, *þring-, st. V., drängen; idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gedrungen, DW 4 2040, EWD s. u. dringen, Duden s. u. gedrungen; GB.: seit 1190-1229 belegte und aus ge und dringen gebildete Bezeichnung für kurz und breit oder untersetzt; BM.: drehen?; F.: gedrungen, gedrungene, gedrungenes, gedrungenem, gedrungenen, gedrungener(, gedrungenere, gedrungeneres, gedrungenerem, gedrungeneren, gedrungenerer, gedrungenst, gedrungenste, gedrungenstes, gedrungenstem, gedrungensten, gedrungenster)+EW; Z.: ge-dru-ng-en
Geduld, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Geduld, Waffenruhe, williges ausharrendes Dulden, Ausdauer, Ertragen, Abwarten; ne. patience, forbearance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. gedult, gedolt, gedulde, st. F., Geduld, Ausdauer, Zuversicht; mnd. gedult, F., Geduld, Nachsicht, Gelassenheit, Ergebung; ahd. gidult*, st. F. (i), Geduld, Dulden, Standhaftigkeit, Gleichgültigkeit; as. githuld*, st. F. (i), Geduld; anfrk. githuld*, gethult, st. F. (i), Geduld; germ. *gaþuldi-, *gaþuldiz, st. F. (i), Geduld; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geduld, Kluge s. u. Geduld, DW 4, 2042, EWD s. u. dulden, EWAhd 2, 845, EWAhd 4, 239, Duden s. u. Geduld; Son.: vgl. afries. -; ae. geþyldu, st. F. (i), Geduld; an. -; got. -; nndl. geduld, Sb., Geduld; GB.: (gidult) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus ge und duld(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Ausdauer in einem ruhigen und beherrschten Ertragen oder Abwarten; BM.: mit, ertragen (V.) bzw. tragen; F.: Geduld+EW; Z.: Ge—dul-d
$gedulden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. gedulden, abwarten, ertragen (V.); E.: s. ge, s. dulden; L.: DW 4, 2047, EWD s. u. dulden; GB.: seit um 1185 belegte und aus ge und dulden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches geduldig sein (V.) oder Geduld haben und älter ahd. gidulten* für dulden oder leiden der ertragen (V.); F.: gedulden, gedulde, geduldest, geduldet, geduldete, geduldetest, geduldeten, geduldetet, ##geduldet, geduldete, geduldetes, geduldetem, geduldeten, geduldeter##, geduldend, ###geduldend, geduldende, geduldendes, geduldendem, geduldenden, geduldender, geduld (!)###+EW; Z.: ge—dul-d-en
$geduldig, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. geduldig, ausdauernd, beständig, beharrlich; E.: s. Geduld, s. ig; L.: Kluge s. u. dulden, DW 4, 2049, EWD s. u. dulden; GB.: (gidultīg*) vielleicht seit um 765 belegte und aus Geduld und ig gebildete sowie möglicherweise von lat. patiens geprägte Bezeichnung für ausdauernd oder beständig oder beharrlich; F.: geduldig, geduldige, geduldiges, geduldigem, geduldigen, geduldiger(, geduldigere, geduldigeres, geduldigerem, geduldigeren, geduldigerer, geduldigst, geduldigste, geduldigstes, geduldigstem, geduldigsten, geduldigster)+EW; Z.: ge—dul-d-ig
gedunsen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. gedunsen, geschwollen, aufgetrieben; ne. bloated; Vw.: s. auf-; Hw.: -; Q.: 1737?; E.: s. dehnen; s. mhd. dinsen, st. V., gewaltsam ziehen, zerren, reißen, schleppen; ahd. dinsan*, st. V. (3a), ziehen, schleppen, herunterdrücken; germ. *þensan, st. V., ziehen; idg. *tens-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1068 (1857/34) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt.); s. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gedunsen, Duden s. u. gedunsen, Bluhme s. u. gedunsen; GB.: vielleicht seit 1737 belegte und aus ge und dinsen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geschwollen oder aufgetrieben; BM.: dehnen; F.: gedunsen, gedunsene, gedunsenes, gedunsenem, gedunsenen, gedunsener(, gedunsenere, gedunseneres, gedunsenerem, gedunseneren, gedunsenerer, gedunsenst, gedunsenste, gedunsenstes, gedunsenstem, gedunsensten, gedunsenster)+EW; Z.: ge-dun-s-en
Geest, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Geest, Moräne; ne. geest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. gēst (1), geist, F., Geest, hohes oder höheres sandiges Land, hohes trockenes Land im Gegensatz zu den Marschniederungen; mnl. geest, Sb., Geest; as. *gêst? (2), st. F. (i), hohes trockenes Land, Geest; von einem Adj. mit der Bedeutung trocken; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Geest, DW 4, 2057, EWD s. u. Geest, Duden s. u. Geest; Son.: vgl. nschw. geest, Sb., Geest; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und wohl Altsächsischen kommende sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein höher gelegenes und sandiges sowie weniger fruchtbares Land in Norddeutschland oder eine Moräne; BM.: trocken?; F.: Geest, Geesten+EW; Z.: Geest
$Geestland, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Geestland; E.: s. Geest, s. Land; L.: Kluge s. u. Geest, DW 4, 2057; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Geest und Land gebildete Bezeichnung für ein höher gelegenes und sandiges sowie weniger fruchtbares Land in Norddeutschland; F.: Geestland, Geestlandes, Geestlands+EW; Z.: Geest-lan-d
Gefahr, nhd., F., N., (9. Jh.): nhd. Gefahr, gefährliche Lage, Möglichkeit eines Schadenseintritts; ne. danger (N.), hazard (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. gevære (2), gevāre, st. F., st. N., Betrug, böse Absicht, Hinterlist, Vorbehalt; mnd. gevēr (2), gevēre, F., Gefahr, Hinterlist, Gefährdung; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. være, st. N., st. F., böse Absicht; mhd. vāre, st. F., Nachstellung, Hinterlist, Falschheit; ahd. fāra, st. F. (ō), sw. F. (n), Gefahr, Hinterhalt, Aufruhr; ahd. fārī, st. F. (ī), Versuchung, Lauer (F.); germ. *fēra, *fǣra, Sb., Gefahr; germ. *fērō, *fǣrō, st. F. (ō), Wachstellung, Gefahr; s. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefahr, Kluge s. u. Gefahr, DW 4, 2061, EWD s. u. Gefahr, Duden s. u. Gefahr; Son.: vgl. ae. fǣr, fēr, st. M. (a), plötzliche Gefahr, Unglück, Angriff; an. fār (1), st. N. (a), Feindschaft, Gefahr, Schaden (M.), Falschheit; got. *fēr?, st. N. (a), Nachstellung; nndl. gevaar, Sb., Gefahr; nschw. fara, Sb., Gefahr; nnorw. fare, M., Gefahr; GB.: seit dem 9. Jh. belegte und aus ge und ahd. fāra bzw, fārī gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gefährliche Lage oder die Möglichkeit eines Schadenseintritts; BM.: mit, hinüberführen; F.: Gefahr, Gefahren+EW; Z.: Ge-fahr
$gefährden, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. gefährden, in Gefahr bringen; L.: Kluge s. u. Gefahr, DW 4, 278, EWD s. u. Gefahr; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus mhd. geværed(e)* und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in Gefahr bringen; F.: gefährden, gefährde, gefährdest, gefährdet, gefährdete, gefährdetest, gefährdeten, gefährdetet, ##gefährdet, gefährdete, gefährdetes, gefährdetem, gefährdeten, gefährdeter##, gefährdend, ###gefährdend, gefährdende, gefährdendes, gefährdendem, gefährdenden, gefährdender###, gefährd (!)+EW; Z.: ge-fähr-d-en
$gefährlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gefährlich, eine Gefahr bildend, verfänglich; L.: Kluge s. u. Gefahr, DW 4, 2081EWD s. u. Gefahr; GB.: (geværlich) seit um 1200 belegte und aus Gefahr und lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches eine Gefahr bildend oder verfänglich; F.: gefährlich, gefährliche, gefährliches, gefährlichem, gefährlichen, gefährlicher, gefährlichere, gefährlicheres, gefährlicherem, gefährlicheren, gefährlicherer, gefährlichst, gefährlichste, gefährlichstes, gefährlichstem, gefährlichsten, gefährlichster+EW; Z.: ge-fähr-lich
Gefährt, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gefährt, Fahrzeug; ne. vehicle; Vw.: -; Hw.: s. fahren, Gefährte, fahren; Q.: 9. Jh. (Altsüdmittelfränkische und altostniederfränkische Psalmenauszüge); E.: mhd. geverte (2), gevert, st. N., Gefährt, Weg, Zug, Fahrt, Lauf, Reise, Reihe, Leben, Lebensweise, Vorgehen, Benehmen, Treiben, Art (F.) (1), Reiseziel; mnd. gevērde (2), gevērede*, N., fahrendes Gut, Fahrt, Weg, Reise, Art (F.) (1) und Weise (F.) (2) zu fahren, Spur, Zug, Aufzug; ahd. giferti*, st. N. (ja), Fahrt, Weg, Gang (M.) (1), Verhalten; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. faran (1), st. V. (6), fahren, gehen, vorübergehen, ziehen; germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: DW 4, 2087, EWD s. u. Gefährt, EWAhd 4, 250, Duden s. u. Gefährt; GB.: (giferti) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Fahrzeug; BM.: mit, hinüberführen; F.: Gefährt, Gefährtes, Gefährts, Gefährte (!), Gefährten (!)+EW; Z.: Ge-fähr-t
Gefährte, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gefährte, Begleiter, Fahrtgenosse; ne. companion, fellow (M.); Vw.: -; Hw.: s. Gefährt, fahren; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. geverte (1), gevert, sw. M., sw. F., Fahrtgenosse, Begleiter, Gefährte, Freund, Leiter (M.), Führer, Gefährtin, Begleiterin; mnd. gevērde (3), gevērede*, M., Gefährte, Genosse; mnl. gevaerde, M., Gefährte; ahd. giferto*, sw. M. (n), Gefährte, Begleiter; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. faran (1), st. V. (6), fahren, gehen, vorübergehen, ziehen; germ. *faran, st. V., fahren; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefährte, Kluge s. u. Gefährte, DW 4, 2087, EWD s. u. Gefährte, EWAhd 4, 250, Duden s. u. Gefährte, Bluhme s. u. Gefaehrte; GB.: (giferto) seit 863-871 belegte und aus ge und Fahrt sowie e gebildete Bezeichnung für einen durch Freundschaft oder gleiche Lebensumstände mit jemandem verbundenen Menschen oder einen Begleiter oder Fahrtgenossen; BM.: mit, hinüberführen; F.: Gefährte, Gefährten+EW; Z.: Ge-fähr-t-e
Gefälle, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gefälle, großer Fall, steil abfallender Berg, Zufall; ne. slope, incline (N.); Vw.: -; Hw.: s. fallen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gevelle, gefelle*, st. N., Gefälle, Fall, Schlucht, Sturz, Einsturz, Gemetzel, Abschuss, Angriff, Verderben, Glück; mnd. gevelle, N., Geschick, Schicksal, Los, Erfolg, Glück; ahd. gifelli* (2), st. N. (ja), Tal, Talhang; mnd. gevelle (1), gevel, N., Geschick, Schicksal, Los, Erfolg, Glück, Zufall, Ereignis; ahd. gifelli* (1), st. N. (ja), Eingestürztes, Trümmer; s. gi, fellen; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. fallan, red. V. (1), fallen, stürzen, sinken, herabstürzen; germ. *fallan, st. V., fallen; idg. *pʰō̆l-, spʰaln-, V., fallen, Pokorny 851 (1477) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Gefälle, DW 4, 2096, EWD s. u. fallen, EWAhd 4, 249, Duden s. u. Gefälle; GB.: (gifelli) seit 9. Jh. belegte und aus ge und fallen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Grad einer Neigung von oben nach unten; BM.: mit, fallen; F.: Gefälle, Gefälles, Gefällen+EW; Z.: Ge-fäl-l-e
$gefallen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gefallen, behagen, ansprechen; E.: s. ge, s. fallen; L.: Kluge s. u. gefallen, DW 4, 2102, EWD s. u. gefallen; GB.: (gifallan*) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie aus ge und fallen gebildete Bezeichnung für behagen oder ansprechen; F.: gefallen, gefalle, gefällst, gefällt, gefallt, gefallest, gefallet, gefiel, gefielst, gefielen, gefielt, gefiele, gefielest, gefielet, ##gefallen, gefallene, gefallenes, gefallenem, gefallenen, gefallener##, gefallend, ###gefallend, gefallende, gefallendes, gefallendem, gefallenden, gefallender###, gefall (!)+EW; Z.: ge—fal-l-en
$gefällig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. gefällig, ansprechend, geeignet, günstig; Vw.: s. selbst-; L.: Kluge s. u. gefallen, EWD s. u. gefallen; GB.: (gifellīg*) seit um 1000 belegte und aus ge und fällig gebildete Bezeichnung für geeignet oder günstig; F.: gefällig, gefällige, gefälliges, gefälligem, gefälligen, gefälliger(, gefälligere, gefälligeres, gefälligerem, gefälligeren, gefälligerer, gefälligst, gefälligste, gefälligstes, gefälligstem, gefälligsten, gefälligster)+EW; Z.: ge—fäl-l-ig
$Gefälligkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gefälligkeit, Gelegenheit, Möglichkeit, Freundlichkeit; E.: s. gefällig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. gefallen, DW 4, 2119, EWD s. u. gefallen; GB.: vor 1190 belegte und aus gefällig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gelegenheit oder Möglichkeit oder Freundlichkeit; F.: Gefälligkeit, Gefälligkeiten+EW; Z.: Ge—fäl-l-ig—kei-t
$Gefallsucht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gefallsucht, Eitelkeit; E.: s. gefall(en), s. Sucht; L.: DW 4, 2120, EWD s. u. gefallen; GB.: seit 18. Jh. (Campe) belegte und aus gefall(en) und Sucht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Eitelkeit; F.: Gefallsucht+EW; Z.: Ge—fal-l—such-t
$Gefangene, Gefangener, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gefangene; Vw.: s. Kriegs-; E.: s. ge, s. fangen; L.: fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. (?) belegte und aus ge und fangen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen in Haft befindlichen Menschen oder Gefangenen; F.: Gefangene, Gefangener, Gefangenen+EW; GB.: Z.: Ge—fa-ng-en-e
$Gefangenschaft, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gefangenschaft, Hsft; E.: s. gefangen, s. schaft; L.: DW 4, 2123, EWD s. u. fangen, DW 4, 2123; GB.: seit nach 1330 belegte und aus gefangen und schaft gebildete Bezeichnung für eine wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Haft; F.: Gefangenschaft, Gefangenschaften+EW; Z.: Ge—fa-n-g-en—schaf-t
Gefängnis, nhd., F., N., (12. Jh.): nhd. Gefängnis, Zuchthaus, Haftanstalt, Haft; ne. prison (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1150 (Das Sankt Trudberter Hohe Lied); E.: s. mhd. gevencnüs, gevencnisse, gevenkenisse, st. F., Gefängnis, Gefangenschaft, Gefangennahme, Sündhaftigkeit; mhd. gevancnisse, gevancnus, gevancnusse, gevenkenisse, st. F., st. N., Gefängnis, Gefangenschaft, Gefangennahme, Sündhaftigkeit; mnd. gevangenisse, gevancnisse, gevangennisse*, F., Gefangennahme, Gefangenschaft; mnd. gevencnisse, gevencnis, gevenknisse, F., N., Gefängnis, Haft, Gefangenschaft, Gefangenhaltung; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. vāhen (1), vān, st. V., red. V., fassen, fangen, auffangen, einfangen; ahd. fāhan, red. V., fangen, ergreifen, erfassen, halten; germ. *fanhan, st. V., fassen, fangen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefängnis, Kluge s. u. Gefängnis, DW 4, 2125, EWD s. u. fangen, Duden s. u. Gefängnis; Son.: vgl. nndl. gefangenis, Sb., Gefängnis; nschw. fängelse, Sb., Gefängnis; nnorw. fengsel, N., Gefängnis; GB.: (gevencnüs) seit vor 1150 belegte und aus gefang(en) und nis gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Ort an dem Menschen gefangengesetzt werden oder für eine Haft; BM.: mit, festmachen; F.: Gefängnis, Gefängnisses, Gefängnisse, Gefängnissen+EW; Z.: Ge-fä-n-g-nis
Gefäß, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Gefäß, Behälter; ne. vessel, jar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gevæze, st. N., Gefäß; mnd. geves, N., Gefäß; ahd. gifāzi*, st. N. (ja), Gefäß, Schüssel; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *fata-, *fatam, st. N. (a), Gefäß; idg. *pēdo-, Sb., Gefäß, Einfassung, Pokorny 790; vgl. idg. *pē̆d- (1), pō̆d-, V., fassen, Pokorny 790 (1371/13) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefäß, Kluge s. u. Gefäß, DW 4, 2127 (Gefäsz), EWD s. u. Gefäß, Duden s. u. Gefäß; GB.: (gifāzi) seit dem 11. Jh. belegte und aus ge und Fass gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Aufbewahrungsbehälter oder Behälter; BM.: mit, fassen; F.: Gefäß, Gefäßes, Gefäße, Gefäßen+EW; Z.: Ge-fäß
$gefasst, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gefasst, beherrscht, mit Fassung versehen (Adj.); E.: s. ge, s. fass(en), s. t; L.: Kluge s. u. gefasst, DW 4, 2131 (gefaszt), EWD s. u. fassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und fass(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit Fassung versehen (Adj.); F.: gefasst, gefasste, gefasstes, gefasstem, gefassten, gefasster(, gefasstere, gefassteres, gefassterem, gefassteren, gefassterer, gefasstest, gefassteste, gefasstestes, gefasstestem, gefasstesten, gefasstester)+EW; Z.: ge-fas-s-t
$Gefecht, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gefecht, Kampf, Widerstreit; E.: s. ge, s. fecht(en); L.: Kluge s. u. fechten, DW 4, 2134, EWD s. u. fechten; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und fecht(en) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Kampf oder Widerstreit; F.: Gefecht, Gefechtes, Gefechts, Gefechte, Gefechten+EW; Z.: Ge-fech-t
$gefeit, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. gefeit, geschützt; Hw.: s. feien; E.: s. ge, s. fei(en), s. Fee; L.: Kluge s. u. Fee, DW 4, 2134; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit feien und Fee verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geschützt; F.: gefeit, gefeite, gefeites, gefeitem, gefeiten, gefeiter(, gefeitere, gefeiteres, gefeiterem, gefeiteren, gefeiterer, gefeitest, gefeiteste, gefeitestes, gefeitestem, gefeitesten, gefeitester)+EW; Z.: ge-fei-t
Gefieder, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Gesamtheit der Federn, Gefieder, Federkleid; ne. feathering, plumage; Vw.: -; Hw.: s. Feder; Q.: 9. Jh.?; E.: mhd. gevidere, gevider, st. N., Gefieder, Federbett, Federvieh; ahd. gifedari*, st. N. (ja), Gefieder, Vogel; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *feþrja-, *feþrjam, st. N. (a), Gefieder; s. idg. *petr̥g-, *petr̥-, Sb., Flügel, Pokorny 825; vgl. idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefieder, Kluge s. u. Gefieder, DW 4, 2137, EWD s. u. Gefieder, EWAhd 4, 247, Duden s. u. Gefieder; Son.: vgl. nndl. gevederte, Sb., Gefieder; GB.: (gifedari) vielleicht seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für die Gesamtheit der Federn oder das Federkleid eines Vogels; BM.: mit, fliegen; F.: Gefieder, Gefieders+EW; Z.: Ge-fied-er
$gefiedert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (10. Jh.): nhd. gefiedert, mit Federn oder Gefieder versehen (Adj.); E.: s. Gefieder, s. t; L.: Kluge s. u. Gefieder, EWD s. u. Gefieder; GB.: seit 10. Jh. (?) belegte und wohl nach lat. pennatus aus Gefieder und t gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschliches mit Federn oder Gefieder versehen (Adj.); F.: gefiedert, gefiederte, gefiedertes, gefiedertem, gefiederten, gefiederter+EW; Z.: ge-fied-er-t
Gefilde, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. Gefilde, freies Feld, flaches Land, Landschaft; ne. realm, field, plain (N.); Vw.: -; Hw.: s. Feld; Q.: 10. Jh.?; E.: mhd. gevilde, gevilt, st. N., Feld, Gefilde, Schildfeld, Arbeitsbereich, Bergbau; mnl. gevelde, Sb., Gefilde; ahd. gifildi*, st. N. (ja), Gefilde, Ebene; as. gifildi*, st. N. (ja), Gefilde; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. feld, st. N. (a) (iz) (az), Feld, Ebene, Fläche, Gefilde; germ. *felþa-, *felþam, st. N. (a), Feld; s. idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gefilde, Kluge s. u. Gefilde, DW 4, 2139, EWD s. u. Gefilde, EWAhd 4, 251, Duden s. u. Gefilde; GB.: (gifildi) seit 10. Jh. belegte und aus ge und Feld sowie e gebildete Bezeichnung für eine Landschaft oder ein freies Feld; BM.: Gesamtheit der Felder bzw. mit, breit(en); F.: Gefilde, Gefildes, Gefilden+EW; Z.: Ge-fil-d-e
gefinkelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. gefinkelt, durchtrieben, schlau, spitzfindig; ne. cunning (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Fink; Q.: 20. Jh.; E.: s. nhd. Fink; L.: Kluge s. u. gefinkelt, fehlt DW, Duden s. u. gefinkelt; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus ge und Fink sowie el und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durchtrieben oder schlau oder spitzfindig; BM.: schlauer Mensch bzw. Vogel; F.: gefinkelt, gefinkelte, gefinkeltes, gefinkeltem, gefinkelten, gefinkelter(, gefinkeltere, gefinkelteres, gefinkelterem, gefinkelteren, gefinkelterer, gefinkeltst, gefinkeltste, gefinkeltstes, gefinkeltstem, gefinkeltsten, gefinkeltster)+EW; Z.: ge-fink-el-t
$geflammt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. geflammt; E.: s. ge, s. flamm(en), s. t; L.: DW 4, 2142, EWD s. u. Flamme; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus ge und flamm(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches mit Flammen versehen (Adj.) oder flammig gestaltet oder in Flammenform gewunden; F.: geflammt, geflammte, geflammtes, geflammtem, geflammten, geflammter+FW+EW; Z.: ge—fla-m-m-t
$Geflecht, Geflechte, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Geflecht, Flechtwerk; E.: s. ge, s. flecht(en); L.: Kluge s. u. flechten, DW 4, 2142, EWD s. u. flechten; GB.: (gifleht) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ge und flecht(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen entwickeltes und verwendetes Flechtwerk; F.: Geflecht, Geflechts, Geflechtes, Geflechte, Geflechten+EW; Z.: Ge-fle-ch-t
geflissentlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. geflissentlich, absichtlich, sorgfältig; ne. deliberate, intentional; Vw.: -; Hw.: s. Fleiß, fleißen; Q.: 16. Jh.; E.: Part. Prät. von mhd. vlīzen, st. V., sw. V., streben, sich bemühen, befleißen, sich befleißen; ahd. flīzan*, st. V. (1a), sich befleißigen, sich anstrengen, sich bemühen, streiten; ahd. flīzen*, sw. V. (1a), sich befleißigen, eifrig sein (V.); germ. *fleitan, st. V., wetteifern, befleißigen, streiten, eifern; s. germ. *flītan, sw. V., streiten, eifern; s. nhd. …lich; L.: Kluge s. u. geflissentlich, DW 4, 2145, EWD s. u. Fleiß, Duden s. u. geflissentlich; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und fleißen sowie t und lich gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für (scheinbar absichtslos) in Wahrheit jedoch ganz bewusst oder absichtlich oder sorgfältig geschehend; BM.: mit, befleißigen; F.: geflissentlich, geflissentliche, geflissentliches, geflissentlichem, geflissentlichen, geflissentlicher(, geflissentlichere, geflissentlicheres, geflissentlicherem, geflissentlicheren, geflissentlicherer, geflissentlichst, geflissentlichste, geflissentlichstes, geflissentlichstem, geflissentlichsten, geflissentlichster)+EW; Z.: ge-fliss-ent-lich
$Geflügel, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Geflügel; E.: s. ge, s. Flügel; L.: Kluge 1. A. s. u. Vogel, Kluge s. u. Geflügel, DW 4, 2147, EWD s. u. Geflügel; GB.: (gevlügele) seit um 1460 belegte und aus ge und Flügel gebildete Bezeichnung für Tiere mit Flügeln oder Vögel (vor allem Hühner und Enten und Gänse sowie Puten); F.: Geflügel, Geflügels+EW; Z.: Ge—flü-g-el
$geflügelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. geflügelt, mit Flügeln versehen (Adj.); E.: s. ge, s. Flügel, s. (e)t; L.: EWD s. u. Flügel; Son.: vor allem in der Redewendung geflügelte Worte; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl nach lat. alatus aus ge und Flügel und (e)t gebildete Bezeichnung für mit Flügeln ausgestattet und deswegen leicht beweglich; F.: geflügelt, geflügelte, geflügeltes, geflügeltem, geflügelten, geflügelter+EW; Z.: ge—flü-g-el-t
$Gefolge, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gefolge, Anhängerschaft, Gefolgschaft; E.: s. ge, s. Folge; L.: DW 4, 2150, EWD s. u. folgen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und Folge gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliche Anhängerschaft oder Gefolgschaft; F.: Gefolge, Gefolges, Gefolgen+EW; Z.: Ge—fol-g-e
$Gefolgschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gefolgschaft, Anhängerschaft, Gefolge; E.: s. Gefolg(e), s. schaft; L.: DW 4, 2150, EWD s. u. folgen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gefolg(e) und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Anhängerschaft; F.: Gefolgschaft, Gefolgschaften+EW; Z.: Ge—fol-g—schaf-t
$gefräßig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gefräßig, vielfressend, fressgierig; E.: s. ge und Fraß sowie ig; L.: Kluge s. u. fressen, DW 5, 2155?, EWD s. u. fressen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und Fraß sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches vielfressend oder fressgierig; F.: gefräßig, gefräßige, gefräßiges, gefräßigem, gefräßigen, gefräßiger(, gefräßigere, gefräßigeres, gefräßigerem, gefräßigeren, gefräßigerer, gefräßigst, gefräßigste, gefräßigstes, gefräßigstem, gefräßigsten, gefräßigster)+EW; Z.: ge—fr-äß-ig
$Gefräßigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gefräßigkeit, Fressgier, Fresssucht; E.: s. gefräßig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 2155?, EWD s. u. fressen; F.: Gefräßigkeit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gefräßig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Fressgier oder Fresssucht; F.: Gefräßigkeit+EW; Z.:Ge—fr-äß-ig—kei-t
$Gefreiter, Gefreite, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gefreiter; E.: s. ge, s. frei(en), s. t, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Gefreiter, fehlt DW, EWD s. u. Gefreiter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und frei(en) sowie t und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Bildung von Heeren möglichen Dienstgrad in einem Heer für von dem Wachedienst befreite Soldaten; F.: Gefreite, Gefreiter, Gefreiten+EW; Z.: Ge—frei-t-er
$Gefüge, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gefüge; E.: s. ge, s. füge(n); L.: Kluge s. u. fügen, DW 5, 2164, EWD s. u. fügen; GB.: vielleicht seit nach 765 (gifuogi*) belegte und aus ge und füge(n) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Zusammenfügung; Son.: nach DW mhd. noch nicht vorhanden und auch nhd. erst spät und langsam aufkommend; F.: Gefüge, Gefüges, Gefügen+EW; Z.: Ge—füg-e
$gefügig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gefügig, nachgiebig; E.: s. Gefüg(e), s. ig; L.: DW 5, 2164, EWD s. u. fügen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gefüg(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches nachgiebig; F.: gefügig, gefügige, gefügiges, gefügigem, gefügigen(, gefügiger, gefügigere, gefügigeres, gefügigerem, gefügigeren, gefügigerer, gefügigst, gefügigste, gefügigstes, gefügigstem, gefügigsten, gefügigster)+EW; Z.: ge—füg-ig
$Gefühl, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gefühl, Empfindung; E.: s. ge, s. fühl(en); L.: Kluge s. u. fühlen, DW 5, 2167, EWD s. u. fühlen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und fühl(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliche Empfindung von Lebewesen; F.: Gefühl, Gefühls, Gefühles, Gefühle, Gefühlen+EW; Z.: Ge-fühl
$gefühllos, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. gefühllos, empfindungslos, herzlos; E.: s. Gefühl, s. los; L.: DW 5, 2187, EWD s. u. fühlen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gefühl und los gebildete Bezeichnung für empfindungslos oder herzlos; F.: gefühllos, gefühllose, gefühlloses, gefühllosem, gefühllosen, gefühlloser(, gefühllosere, gefühlloseres, gefühlloserem, gefühlloseren, gefühlloserer, gefühllosest, gefühlloseste, gefühllosestes, gefühllosestem, gefühllosesten, gefühllosester)+EW; Z.: ge—fühl—lo-s
gegen, nhd., Präp., (8. Jh.): nhd. gegen, entgegen, wider; ne. against, opposite (Adj.), towards; Vw.: s. -stand, -wart; Hw.: s. Gegend, Gegner, gen; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. gegen (2), gagen, gein, gēn, kegen, Präp., gegen, in Richtung auf, infolge, hinsichtlich, gemäß, zufolge, ungefähr, bei, entgegen, gegenüber, an, auf, für, in; mnd. gēgen (1), gigen, gēn, gein, jēgen, jēn, Präp., gegen, gegenüber, einen Gegenstand anstrebend, gegen ... hin, in Richtung, zu, gelegen bei; mnl. jegen, gegen, Präp., gegenüber, gegen, entgegen; ahd. gagan, gegin*, Präp., Präf., gegen, entgegen, gegenüber, vor, zu, an, nach, in Verhältnis zu, entsprechend; ahd. gagani*, Adv., Präf.?, entgegen; as. *gėgin?, Präp., gegen; anfrk. gegin-, Präf., gegen; germ. *gagana, gagna, Präp., Präf., gegen, wider; L.: Kluge 1. A. s. u. gegen, Kluge s. u. gegen, DW 5, 2194, EWD s. u. gegen, EWAhd 4, 7, Falk/Torp 119, Duden s. u. gegen, Bluhme s. u. gegen; Son.: vgl. afries. jēn, jēnis, jēns, jēnst, jōn (2), Präp., gegen; nnordfries. jen, jien, Präp., gegen; ae. géagn-, géan-, Präf., gegen, wider; ae. gėgn- (2), gēn-, Präf., gegen, wider; an. gegn, Präp., Adv., entgegen, zuwider; got. -; GB.: (gagan) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung (Präposition bzw. Verhältniswort) für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches wider oder um eine Hinwendung zu etwas anzuzeigen; BM.: ?; F.: gegen+EW; Z.: gegen
Gegend, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gegend, Gebiet; ne. area; Vw.: -; Hw.: s. gegen; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); I.: s. it. contrada, Lw. lat. contrata?; E.: mhd. gegenōte, st. F., Gegend; mnd. gēgenȫde*, gēgenōde, jēgenōde, F., Gegend, Umgegend, Landschaft, Landesteil; ahd. gaganōtī*, geginōtī*, st. F. (ī), Gegend, Umgegend, Gebiet, Gelände, Land, Stadtgebiet; vgl. ahd. gagan, gegin*, Präp., Präf., gegen, entgegen, gegenüber, vor, zu, an, nach, in Verhältnis zu, entsprechend; ahd. gagani*, Adv., Präf.?, entgegen; germ. *gagana, gagna, Präp., Präf., gegen, wider; L.: Kluge 1. A. s. u. Gegend, Kluge s. u. Gegend, DW 5, 2228, EWD s. u. Gegend, EWAhd 4, 120, Duden s. u. Gegend; GB.: (gaganōtī) seit 1150-1170 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gegend oder ein in Hinblick auf eine Beschaffenheit oder einen Bezugspunkt bestimmtes aber nicht näher abgegrenztes Gebiet; BM.: Gegenüberliegendes?; F.: Gegend, Gegenden+EW; Z.: Ge-gen-d
$Gegenfüßler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gegenfüßler; E.: s. gegen, s. Füßler; L.: DW 5, 2238 (Gegenfüszler), EWD s. u. gegen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gegen und Fuß sowie (e)l und er (Suff.) nach lat. antipoda oder antipodes oder griechisch Antipode gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung der Erde allen Teilen der Erde und allen Menschen auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel liegenden Gebiete und die dort lebenden Menschen; F.: Gegenfüßler, Gegenfüßlers, Gegenfüßlern+EW; Z.: Gegen—füß-l-er
$Gegengift, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gegengift; E.: s. gegen, s. Gift; L.: Kluge s. u. Gegengift, EWD s. u. gegen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach lat. antidotum aus gegen und Gift gebildete Bezeichnung für ein von Menschen erkanntes oder entwickeltes und verwendetes die Wirkung eines Giftes abschwächendes Mittel oder Gift (Antitoxin); F.: Gegengift, Gegengifts, Gegengiftes, Gegengifte, Gegengiften+EW; Z.: Gegen—gift
$Gegenpart, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Gegenpart, Gegenspieler, Gegenpartei; E.: s. gegen, s. Part; L.: DW 5, 2248EWD s. u. Part; GB.: (gegenparte) seit um 1400 belegte und aus gegen und Part(e) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Gegenspieler oder eine Gegenpartei oder einen Gegenpart; F.: Gegenpart, Gegenpartes, Gegenparts, Gegenparte, Gegenparten+EW+FW; Z.: Gegen—par-t
$Gegenreformation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gegenreformation; E.: s. gegen, s. Reformation; Q.: 1776 (Pütter); GB.: seit 1776 belegte und aus gegen und Reformation gebildete Bezeichnung für die der protestantischen oder evangelischen Reformation Martin Luthers folgende katholische Gegenbewegung gegen diese Reformation; L.: DW 5, 2252, EWD s. u. reformieren; F.: Gegenreformation, Gegenreformationen+FW+EW; Z.: Gegen—re-for-m-at-io-n
$Gegensatz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gegensatz, Gegenstück, äußerste Verschiedenheit; E.: s. gegen, s. Satz; L.: Kluge s. u. Gegensatz, DW 5, 2253, EWD s. u. gegen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. antidotum aus gegen und Satz gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Gegenstück oder ein Verhältnis äußerster Verschiedenheit; F.: Gegensatz, Gegensatzes, Gegensätze, Gegensätzen+EW; Z.: Gegen—satz
$gegenseitig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gegenseitig, gegenüberliegend, beidseitig; E.: s. Gegenseit(e), s. ig; L.: EWD s. u. gegen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gegenseit(e) und ig gebildete Bezeichnung für gegenüberliegend oder beidseitig; F.: gegenseitig, gegenseitige, gegenseitiges, gegenseitigem, gegenseitigen, gegenseitiger+EW; Z.: gegen-sei-t-ig
Gegenstand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gegenstand, Ding, Sache; ne. thing, object (N.); Vw.: -; Hw.: s. stehen; Q.: 16. Jh.; I.: Lüt. lat. (oculo) obiectum; E.: s. nhd. gegen, Stand; L.: Kluge s. u. Gegenstand, DW 5, 2263, EWD s. u. gegen, Duden s. u. Gegenstand; Son.: vgl. nnorw. gjenstand, M., Gegenstand; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. obiectum aus gegen und Stand gebildete Bezeichnung für einen dem Betrachter gegenüberstehenden festen Körper bzw. für ein nicht näher beschriebenes Ding oder Sache; BM.: gegen, stehen; F.: Gegenstand, Gegenstands, Gegenstandes, Gegenstände, Gegenständen+EW; Z.: Gegen—sta-n-d
$gegenständlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gegenständlich, Gegenstand betreffend; E.: s. Gegenstand, s. lich; Q.: um 1800; L.: EWD s. u. gegen; GB.: seit um 1800 belegte und aus Gegenstand und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches einen Gegenstand betreffend; F.: gegenständlich, gegenständliche, gegenständliches, gegenständlichem, gegenständlichen, gegenständlicher+EW; Z.: gegen—stä-n-d—lich
$Gegenstück, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gegenstück; E.: s. gegen, s. Stück; L.: Kluge s. u. Gegenstück, DW 5, 2270; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht unter gr. Einfluss aus gegen und Stück gebildete Bezeichnung für eine Entsprechung oder ein Seitenstück einer Gegebenheit oder ein einem Stück gegenübergestelltes Stück; F.: Gegenstück, Gegenstücks, Gegenstückes, Gegenstücke, Gegenstücken+EW; Z.: Gegen-stü-ck
$Gegenteil, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gegenteil, Gegenstück, Gegenpartei; E.: s. gegen, s. Teil; L.: DW 5, 2271 (Gegentheil), EWD s. u. Teil; GB.: seit 1330 (gegenteil) belegte und vielleicht nach lat. contrarium aus gegen und Teil gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Gegenstück oder eine Gegenpartei; F.: Gegenteil, Gegenteils, Gegenteiles, Gegenteile, Gegenteilen+EW; Z.: Gegen—tei-l
$gegenteilig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gegenteilig; E.: s. Gegenteil, s. ig; L.: DW 5, 2271 (gegentheilig), EWD s. u. Teil; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. contrārius aus Gegenteil und ig gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Gegenteil oder Gegenstück oder eine Gegenpartei betreffend; F.: gegenteilig, gegenteilige, gegenteiliges, gegenteiligem, gegenteiligen, gegenteiliger+EW; Z.: gegen-tei-l-ig
$gegenüber, nhd., Adv., Präp., (16. Jh.): nhd. gegenüber, entgegengesetzt; E.: s. gegen, s. über; L.: Kluge s. u. gegenüber, DW 2, 2276, EWD s. u. gegen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gegen und über gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches entgegengesetzt; F.: gegenüber+EW; Z.: gegen—üb-er
Gegenwart, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gegenwart, Augenblick, Anwesenheit; ne. presence (N.), present (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gegenwart (1), gegenwerte, gagenwerte, gegenwürt, st. F., Gegenwart, Anwesenheit, Zeitlichkeit; mnd. gēgenwārde (1), jēgenwārde, jēgenwārt, F., Gegenwart; ahd. gaganwerta*?, st. F. (ō), Antlitz, Angesicht, Gegenwart; mnl. gēgenwārde, F., Gegenwart; ahd. gaganwertī*, gaganwartī*, st. F. (ī), Gegenwart, Anblick, Angesicht, Anwesenheit, Gegenüberstellung; ahd. gaganwurtī*, st. F. (ī), Gegenwart, Anblick, Angesicht, Antlitz, Anwesenheit; ahd. geginwert* (2), st. F. (i), Gegenwart; ahd. geginwertī*, st. F. (ī), Gegenwart, Anwesenheit; as. gėginwardi*, st. F. (i), Mitte, Gegenwart; ahd. gagan, gegin*, Präp., Präf., gegen, entgegen, gegenüber, vor, zu, an, nach, in Verhältnis zu, entsprechend; ahd. gagani*, Adv., Präf.?, entgegen; as. *gėgin?, Präp., gegen; germ. *gagana, *gagna, Präp., Präf., gegen, wider; germ. *werdī-, *werdīn, sw. F. (n), Gegenwart; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gegend, Kluge s. u. Gegenwart, DW 5, 2281, EWD s. u. gegen, EWAhd 4, 12, Duden s. u. Gegenwart, Bluhme s. u. Gegenwart; GB.: (gaganwerta) seit Ende 8. Jh. belegte und aus gegen und wart belegte Bezeichnung für die Zeit in der man in Gegensatz zu Vergangenheit und Zukunft gerade lebt und davon abgeleitet für eine Anwesenheit; BM.: gegen, drehen bzw. wenden; F.: Gegenwart+EW; Z.: Gegen—war-t
$gegenwärtig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gegenwärtig, die Gegenwart betreffend; Vw.: s. geistes-; E.: s. Gegenwart, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Gegend, DW 5, 2292, EWD s. u. gegen; GB.: (gegenwertic) seit um 1120 belegte und aus Gegenwart und ig gebildete Bezeichnung für die Gegenwart betreffend in Gegensatz zu Vergangenheit und Zukunft betreffend; F.: gegenwärtig, gegenwärtige, gegenwärtiges, gegenwärtigem, gegenwärtigen, gegenwärtiger+EW; Z.: gegen—wär-t-ig
Gegner, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Gegner, Widersacher, Feind; ne. opponent, adversary; Vw.: -; Hw.: s. gegen; Q.: 14. Jh.; I.: Lüs. lat. adversarius; E.: s. mnd. gēgenære*, gēgenēre, gēgenēr, jēgenēre, M., Gegner, Gegenpart, Feind im Kampf, Widersacher vor Gericht (N.) (1), Ausgleichsmann; vgl. mnd. gēgenen, jēgenen, sw. V., begegnen, entgegenkommen, widerfahren (V.), sich begeben (V.); germ. *gaganjan, sw. V., entgegengehen; germ. *gagana, gagna, Präp., Präf., gegen, wider; L.: Kluge s. u. Gegner, DW 5, 2306, EWD s. u. Gegner, Duden s. u. Gegner; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht mnd. gēgenære aus gegen und er (Suff.) nach lat. adversarius gebildete Bezeichnung für jemand der gegen etwas oder jemanden eingestellt ist oder für einen Widersacher; BM.: gegen; F.: Gegner, Gegners, Gegnern+EW; Z.: Gegn-er
$gegnerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gegnerisch; E.: s. Gegner, s. isch; L.: Kluge s. u. Gegner, DW 5, 2308, EWD s. u. Gegner; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gegner und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen Gegner oder Widersacher oder Feind betreffend; F.: gegnerisch, gegnerische, gegnerisches, gegnerischem, gegnerischen, gegnerischer+EW; Z.: gegn-er-isch
$Gehabe, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gehabe, Verhalten, Benehmen; E.: s. ge, s. Habe; L.: Kluge s. u. gehaben, fehlt DW, EWD s. u. gehaben; GB.: seit um 790 belegte (gihaba) und aus ge und Habe bzw. habe(n) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Verhalten oder Benehmen; F.: Gehabe, Gehabes+EW; Z.: Ge—hab-e
$gehaben, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. gehaben, haben, halten, sich verhalten; E.: s. ge, s. haben; L.: Kluge s. u. gehaben, DW 5, 2309, EWD s. u. gehaben; GB.: vielleicht seit um 800 belegte und aus ge und haben gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches haben oder halten oder sich verhalten (V.); F.: gehaben, gehabe, gehabst, gehabt, gehabest, gehabet, gehabte, gehabtest, gehabten, gehabtet, ##gehabt, gehabte, gehabtes, gehabtem, gehabten, gehabter##, gehabend, ###gehabend, gehabende, gehabendes, gehabendem, gehabenden, gehabender###, gehab+EW; Z.: ge—hab-en
$Gehaben, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gehaben, Verhalten, Benehmen; E.: s. gehaben; L.: DW 5, 2309, EWD s. u. gehaben; GB.: neben älterem Gehabe wohl in dem 19. Jh. neu gebildet; F.: Gehaben, Gehabens+EW; Z.: Ge—hab-en
Gehalt, nhd., M., N., (14. Jh.): nhd. Gehalt, Inhalt, Lohn; ne. content, salary; Vw.: -; Hw.: s. halten; Q.: 1. Viertel 14. Jh. (Rudolf von Biberach); E.: mhd. gehalt, st. M., Gewahrsam, Gefängnis, Gehalt; vgl. mhd. gehalten, st. V., stillhalten, sich halten, festhalten, aufbewahrt bleiben; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. halten (1), halden, st. V., red. V., aufbewahren, beherbergen, aufnehmen, erhalten (V.), haben, innehaben; ahd. haltan (1), red. V., halten, bewachen, hüten; germ. *haldan, st. V., halten, hüten; s. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gehalt, EWD s. u. Gehalt, DW 5, 2316, Duden s. u. Gehalt; GB.: seit 1. Viertel 14. Jh. (gehalt) belegte und aus ge und halt(en) gebildete Bezeichnung für einen ideellen Wert bzw. für den Anteil eines bestimmten Stoffes in einer Mischung oder in einem anderen Stoff sowie später wohl als N. auch für einen Lohn; BM.: mit, hüten; F.: Gehalt, Gehalts, Gehaltes, Gehälter, Gehältern+EW; Z.: Ge-hal-t
$gehandikapt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. gehandikapt, eingeschränkt, behindert; E.: s. ne. handicap; L.: Kluge s. u. Handikap, fehlt DW, EWD s. u. Handikap; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eingeschränkt oder behindert; F.: gehandikapt, gehandikapte, gehandikaptes, gehandikaptem, gehandikapten, gehandikapter+FW; Z.: ge-hand-i-kap-t
$Gehänge, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gehänge, Hängendes; E.: s. ge, s. hänge(n), s. Hang; L.: Kluge s. u. hängen, DW 5, 2322, EWD s. u. hängen; GB.: seit 1190/1195 (gehenge) belegte und aus ge und hänge(n) gebildete Bezeichnung für Hängendes; F.: Gehänge, Gehängen+EW; Z.: Ge—häng-e
$geharnischt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. geharnischt, gerüstet, empört, erbost; E.: s. ge, s. Harnisch, s. t; L.: Kluge s. u. geharnischt, DW 5, 2375, EWD s. u. Harnisch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ge und Harnisch sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Harnisch durch Menschen mögliches gerüstet oder empört oder erbost; F.: geharnischt, geharnischte, geharnischtes, geharnischtem, geharnischten, geharnischter(, geharnischtere, geharnischteres, geharnischterem, geharnischteren, geharnischterer, geharnischtst, geharnischtste, geharnischtstes, geharnischtstem, geharnischtsten, geharnischtster)+FW(+EW); Z.: ge-harnisch-t
$gehässig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gehässig, Hass empfindend, feindselig, böse; E.: s. ge, s. Hass, s. ig; L.: DW 5, 2326, EWD s. u. gehässig; GB.: (gehazzic) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus ge und Hass sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen mögliches Hass empfindend oder feindselig oder böse; F.: gehässig, gehässige, gehässiges, gehässigem, gehässigen, gehässiger(, gehässigere, gehässigeres, gehässigerem, gehässigeren, gehässigerer, gehässigst, gehässigste, gehässigstes, gehässigstem, gehässigsten, gehässigster)+EW; Z.: ge—häss-ig
$Gehässigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gehässigkeit, Hass, Feindseligkeit, Bosheit; E.: s. gehässig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 2327, EWD s. u. gehässig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gehässig und keit gebildete Bezeichnung für Hass oder Feindseligkeit oder Bosheit; F.: Gehässigkeit, Gehässigkeiten+EW; Z.: Ge—häss-ig—kei-t
$Gehäuse, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Gehäuse, Haus, Gefäß; E.: s.ge, s. Haus; L.: Kluge s. u. Gehäuse, DW 5, 2330, EWD s. u. Gehäuse; GB.: (gehiuse) seit 1270-1300 belegte und aus ge und Haus sowie e gebildete Bezeichnung für ein Haus oder ein als Haus verwendetes Gefäß; F.: Gehäuse, Gehäuses, Gehäusen+EW; Z.: Ge-häu-s-e
$gehaut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. gehaut, durchtrieben, schlau, erfahren (Adj.); E.: s. ge, s. hau(en), s. t; L.: Kluge s. u. gehaut, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ge und hau(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durchtrieben oder schlau oder erfahren (Adj.); F.: gehaut, gehaute, gehautes, gehautem, gehauten, gehauter+EW; Z.: ge-hau-t
Gehege, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gehege, hegender Zaun, gehegtes Gebiet; ne. enclosure; Vw.: -; Hw.: s. hegen; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. gehege (1), st. N., „Gehege“, Einfriedung, Hag, Schutzwehr, Zufluchtsort, Gebüsch, Schutz; mnd. gehēge, N., Gehege, Einfriedung, Umhegung, Hecke, umhegtes Gebiet, Forstgehege, Schutz; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. hegen, sw. V., umzäunen, hegen, pflegen, einfrieden, aufbewahren, sich versammeln; mhd. hēgen (1), heien, heyen, sw. V., mit Hecke umzäunen, eine Hecke um etwas pflanzen, umzäunen, hegen; mhd. hac, st. M., st. N., Hag, Hecke, Gehölz, Gestrüpp, Dorngesträuch, Gesträuch; ahd. hag, st. M. (a?), Hag, Umzäunung, Wall, Damm; germ. *haga-, *hagaz, st. M. (a), Umzäunung, Hagen, Gehege, Dornstrauch; germ. *hagō-, *hagōn, *haga-, *hagan, sw. M. (n), Umzäunung, Hagen, Gehege, Dornstrauch; vgl.? idg. *k̑ak-, V., vermögen, helfen, Pokorny 522 (791/23) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gehege, Kluge s. u. Gehege, DW 5, 2336, EWD s. u. Gehege, Duden s. u. Gehege; Son.: s. lang. gahagium, N., Gehege, Forst; vgl. nschw. hägn, N., Gehege; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus ge und hege(n) gebildete Bezeichnung für ein mit einer Hecke oder einem Zaun eingefriedetes oder gehegtes Gebiet; BM.: Gesamtheit der Hecken; F.: Gehege, Geheges, Gehegen+EW; Z.: Ge-heg-e
geheim, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. geheim, heimlich, verborgen; ne. secret (Adj.), clandestine (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. heim, Heim, insgeheim; Q.: 1301 (Kreuzfahrt Landgraf Ludwigs des Frommen); E.: mhd. geheim, Adj., „geheim“, heimlich, vertraut; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. heim, Adv., nach Hause; ahd. heim (1), Adv., heim, nach Hause, her, heimwärts, in die Heimat; germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. geheim, Kluge s. u. geheim, DW 5, 2351, EWD s. u. geheim, Duden s. u. geheim; Son.: vgl. nndl. geheim, Adj., geheim; GB.: seit 1301 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für heimlich oder verborgen oder in dem Verborgenen geschehend; BM.: im gleichen Haus seiend; F.: geheim, geheime, geheimes, geheimem, geheimen, geheimer(, geheimere, geheimeres, geheimerem, geheimeren, geheimerer, geheimste, geheimstes, geheimstem, geheimsten, geheimster)+EW; Z.: ge-hei-m
$Geheimnis, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Geheimnis, nur mehreren eingeweihten Menschen bekannte Tatsache; Vw.: s. Beicht-; E.: s. geheim, s. nis; L.: Kluge s. u. geheim, DW 5, 2360, EWD s. u. geheim; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus geheim und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche der Öffentlichkeit unbekannte und nur mehreren eingeweihten Menschen bekannte Tatsache; F.: Geheimnis, Geheimnisse, Geheimnissen+EW; Z.: Ge-hei-m-nis
$Geheimniskrämer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Geheimniskrämer, bewusst geheimnisvoll handelnder Mensch; E.: s. Geheimnis, s. Krämer; L.: DW 5, 2364, EWD s. u. geheim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geheimnis und Krämer gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen bewusst geheimnisvoll oder mit Geheimnissen handelnden Menschen; F.: Geheimniskrämer, Geheimniskrämers, Geheimniskrämern+EW; Z.: Ge-hei-m-nis—krä-m-er
$geheimnisvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geheimnisvoll, geheimnisumwittert, rätselhaft; E.: s. Geheimnis, s. voll; L.: DW 5, 2365, EWD s. u. geheim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geheimnis und voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geheimnisumwittert oder rätselhaft; F.: geheimnisvoll, geheimnisvolle, geheimnisvolles, geheimnisvollem, geheimnisvollen, geheimnisvoller(, geheimnisvollere, geheimnisvolleres, geheimnisvollerem, geheimnisvolleren, geheimnisvollerer, geheimnisvollst, geheimnisvollste, geheimnisvollstes, geheimnisvollstem, geheimnisvollsten, geheimnisvollster)+EW; Z.: ge-hei-m-nis—vol-l
$Geheiß, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Geheiß, Verheißung, Versprechen, Befehl; E.: s. ge, s. heiß(en); L.: Kluge s. u. heißen, DW 5, 2371, EWD s. u. heißen; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und heiß(en) belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Verheißung oder Versprechen oder Befehl; F.: Geheiß, Geheißes, Geheiße, Geheißen+EW; Z.: Ge-hei-ß
gehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gehen, schreiten, sich Schritten fortbewegen; ne. go (V.); Vw.: s. flöten-, hops-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gān, gēn, V., gehen, sich begeben (V.); ahd. gān, gēn, anom. V., gehen, schreiten, laufen, kommen, führen, wandeln, sich bewegen; mnd. gān (1), gēn, st. V., gehen, schreiten, sich in Bewegung setzen, fortbewegen, segeln, bewegt werden; ahd. gangan (1), red. V., gehen, schreiten, laufen, wandeln, sich begeben (V.), steigen, streben; as. gān, anom. V., gehen; anfrk. gān, anom. V., gehen; germ. *gēn, *gǣn, st. V., gehen; s. idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438 (631/47) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., balt.); vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. gehen, Kluge s. u. gehen, DW 5, 2376, EWD s. u. gehen, EWAhd 4, 45, Falk/Torp 120, 124, Seebold 213, 217, Duden s. u. gehen, Bluhme s. u. gehen; Son.: vgl. anfrk. gān, anom. V., gehen; ae. gān, anom. V., gehen, sich bewegen, fortschreiten, wandern, geschehen, sich ereignen; an. gā (4), anom. V., gehen; krimgot. geen, st. V., gehen; nndl. gaan, V., gehen; nschw. gå, V., gehen; nnorw. gå, V., gehen; ai. jíhīte, V., springt auf, begibt sich zu; gr. κιχάνειν (kichánein), V., erreichen, einholen, antreffen; air. cingid, V., er geht, er schreitet; GB.: (gangan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich höheren und mit Beinen versehenen Tieren mögliches schreiten oder sich mit Schritten fortbewegen; BM.: verlassen (V.)?; F.: gehen, gehe, gehst, geht, gehest, gehet, ging, gingst, gingen, gingt, gingest, ginget, gegangen, ##gegangen, gegangene, gegangenes, gegangenem, gegangenen, gegangener##, gehend, ###gehend, gehende, gehendes, gehendem, gehenden, gehender###, geh (!)+EW; Z.: geh-en
geheuer, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. geheuer, unverdächtig, angenehm, üblich, selbverständlich, gut; ne. safe (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: s. mhd. gehiure (1), gehiuwer, gehūre, gehiwer, Adj., geheuer, lieblich, angenehm, trefflich, schön, gut, edel, tapfer; mnd. gehǖre (2), Adj., geheuer, lieblich, angenehm; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. hiure, Adj., lieblich; ahd. hiuri, geheuer, einfältig; germ. *heurja, *heurjaz, *hiurja, *hiurjaz, *hiura, *hiuraz, Adj., mild, geheuer; idg. *k̑eiu̯o-, *k̑iu̯o-, Adj., vertraut, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. geheuer, Kluge s. u. geheuer, DW 5, 2478, EWD s. u. geheuer, Duden s. u. geheuer, Bluhme s. u. ungeheuer; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus ge und heuer gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen mögliches angenehm oder üblich oder selbverständlich oder gut; BM.: mit, vertraut; F.: geheuer, geheure, geheures, geheurem, geheuren, geheurer(, geheurere, geheureres, geheurerem, geheureren, geheurerer, geheuerst, geheuerste, geheuerstes, geheuerstem, geheuersten, geheuerster)+EW; Z.: ge-heu-er
$Gehilfe, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Gehilfe, Helfer, Helfender; E.: s. ge, s. Hilfe, s. helfe(n); L.: Kluge s. u. Hilfe, DW 5, 2555 (Gehülfe), EWD s. u. Hilfe; GB.: (gihelfo*) seit um 1000 belegte und aus ge und helf(en) vielleicht nach lat. particeps gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Helfer; F.: Gehilfe, Gehilfen+EW; Z.: Ge-hil-f-e
$Gehirn, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gehirn, Hirn; E.: s. ge. s. Hirn; L.: Kluge s. u. Hirn, EWD s. u. Hirn; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus ge und Hirn gebildete Bezeichnung für den in dem Kopf befindlichen aus einer weichen und zu etwa 60 Prozent aus Fett bestehenden an der Oberfläche reliefartige Windungen aufweisenden und in nicht wirklich bekannter Weise wirkenden Gewebemasse mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen und rund einer Billion Stützzellen bestehenden Teil des Zentralnervensystems des Menschen und der Wirbeltiere als Mittelpunkt für Assoziationen und Instinkte sowie Gedächtnis und Lernen sowie Denken und vielleicht auch Sehen und Hören und Sprechen; F.: Gehirn, Gehirns, Gehirnes, Gehirne, Gehirnen+EW; Z.: Ge—hir-n
gehl, gel, nhd. (ält.), Adj.: nhd. gehl; Vw.: s. gelb
$Gehöfte, Gehöft, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gehöfte, Hof, Bauernhof, Anwesen; E.: s. ge, s. Hof, s. t; L.: Kluge s. u. Hof, DW 5, 2492 (Gehöfte), EWD s. u. Hof; GB.: (gehöfte) seit 1309 belegte und aus ge und Hof sowie t(e) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Hof oder Bauernhof oder Anwesen; F.: Gehöft, Gehöftes, Gehöfts, Gehöfte, Gehöften+EW; Z.: Ge-hö-f-t
$Gehör, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gehör, Hören; E.: s. ge, s. hör(en); L.: DW 5, 2495, 2496, EWD s. u. hören; GB.: seit um 1210 belegte und aus ge und hör(en) gebildete Bezeichnung für die sachlich schon seit Entstehung höherer Tiere mögliche Sinneswahrnehmung von Schallwellen; F.: Gehör, Gehörs, Gehöres, Gehöre, Gehören+EW; Z.: Ge—hö-r
gehorchen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. gehorchen, horchen (verstärkt), einen Befehl hören und befolgen; ne. obey, be obedient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); I.: Lüt. lat. oboedire; E.: mhd. gehōrchen, gehorchen, sw. V., zuhören, gehorchen, gehören; mnd. gehorken, sw. V., gehorchen; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. hōrchen, sw. V., hören, hören auf, anhören, horchen; mnd. horken, sw. V., horchen, aushorchen, auskundschaften, gehorchen; vgl. mhd. hœren, hōren, sw. V., hören, anhören, aufhören, gehören zu; ahd. hōren, sw. V. (1a), hören, zuhören, vernehmen, gehorchen, anhören, erhören, folgen, Folge leisten, nachgeben, aufhören; germ. *hauzjan, sw. V., hören; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gehorchen, DW 5, 2501, EWD s. u. gehorsam, horchen, Duden s. u. gehorchen; Son.: vgl. nndl. gehoorsamen, V., gehorchen; GB.: (gehōrchen) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ge und horchen gebildete Bezeichnung für einen Befehl hören und befolgen; BM.: mit, hören bzw. wahrnehmen; F.: gehorchen, gehorche, gehorchst, gehorcht, gehorchest, gehorchet, gehorchte, gehorchtest, gehorchten, gehorchtet, ##gehorcht, gehorchte, gehorchtes, gehorchtem, gehorchten, gehorchter##, gehorchend, ###gehorchend, gehorchende, gehorchendes, gehorchendem, gehorchenden, gehorchender###, gehorch (!)+EW; Z.: ge—ho-r-ch-en
gehören, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gehören, zugehören, angehören, Gehör geben; ne. belong to, appertain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. gehœren (1), gihœren, gehōren, gihōren, sw. V., hören, hören auf, anhören, gehören, gehören zu, zugehören, zuständig sein (V.), passend sein (V.); mnd. gehȫren, sw. V., hören, gehören, gebühren, nötig sein (V.); mnl. gehoren, V., gehören; ahd. gihōren, sw. V. (1a), hören, vernehmen, gehorchen, anhören; as. gihôrian, sw. V. (1a), hören, gehorchen, gehören; anfrk. gihōren*, gehōron*, sw. V. (1), hören; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. hœren, hōren, sw. V., hören, anhören, aufhören, gehören zu; ahd. hōren, sw. V. (1a), hören, zuhören, vernehmen, gehorchen, anhören, erhören, folgen, Folge leisten, nachgeben, aufhören; germ. *hauzjan, sw. V., hören; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gehören, DW 5, 2504, EWD s. u. gehören, EWAhd 4, 1139, Duden s. u. gehören; Son.: vgl. ae. gehíeran, gehīran, gehȳran, sw. V. (1), hören, anhören, lauschen, vernehmen, gehorchen, gewähren; got. gahausjan, sw. V. (1), hören, vernehmen, das Gehör bekommen; nndl. behoeren, V., gehören; nschw. tillhöra, V., gehören; nnorw. tilhøre, V., gehören; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und aus ge und hören gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches gehören oder zugehören oder angehören oder Gehör geben; BM.: mit, hören bzw. wahrnehmen; F.: gehören, gehöre, gehörst, gehört, gehörest, gehöret, gehörte, gehörtest, gehörten, gehörtet, ##gehört, gehörte, gehörtes, gehörtem, gehörten, gehörter##, gehörend, ###gehörend, gehörende, gehörendes, gehörendem, gehörenden, gehörender###, gehör (!)+EW; Z.: ge-hö-r-en
$gehörig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gehörig, hörend, folgsam, gehörend; Vw.: s. an-, zu-; E.: s. Gehör, s. ig; L.: Kluge s. u. gehören, DW 5, 2526, EWD s. u. gehören; GB.: (gehœric) seit um 1230 belegte und aus Gehör oder gehör(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hörend oder folgsam oder gehörend; F.: gehörig, gehörige, gehöriges, gehörigem, gehörigen, gehöriger+EW; Z.: ge-hö-r-ig
$gehorsam, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. gehorsam, hörend, gehörend, unterworfen, unterwürfig, treu; E.: s. gehör(en), s. sam; L.: DW 5, 2531, EWD s. u. gehorsam; GB.: (gihōrsam) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus gehör(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hörend oder gehörend oder unterworfen oder unterwürfig oder treu; F.: gehorsam, gehorsame, gehorsames, gehorsamem, gehorsamen, gehorsamer(, gehorsamere, gehorsameres, gehorsamerem, gehorsameren, gehorsamerer, gehorsamst, gehorsamste, gehorsamstes, gehorsamstem, gehorsamsten, gehorsamster)+EW; Z.: ge—ho-r—sam
$Gehorsam, nhd., M., F., (11. Jh.?): nhd. Gehorsam, Hören oder Befolgen von Befehlen; E.: s. gehorsam; L.: DW 5, 2531; GB.: (gihōrsamī*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus gehorsam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Hören oder Befolgen von Befehlen; F.: Gehorsam, Gehorsams+EW; Z.: Ge—ho-r—sam
$Gehorsamkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gehorsamkeit, Gehorsam, Hören und Befolgen von Befehlen; E.: s. gehorsam, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 2541, EWD s. u. gehorsam; GB.: seit 1237-1252 belegte und aus gehorsam und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Hören und Befolgen von Befehlen oder Gehorsam; F.: Gehorsamkeit, Gehorsamkeiten+EW; Z.: Ge—ho-r—sam—kei-t
Gehre, nhd. (dial.), F., (8. Jh.): nhd. Gehre, Gehren, Speereisen, Zwickel, keilförmiges Stück, Schoß (M.) (1); ne. edge (N.), gore; Vw.: -; Hw.: s. Ger; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. gēre (1), sw. M., Gehre, Wurfspieß, Keil, Ger, Kleidersaum, Landzunge, Tuchzipfel, Rockschoß, Schoß (M.) (1), Unterleib, keilförmiges Stück Land; mnd. gēre (2), ger, M., Gehre, Keil, keilförmiges Stück Zeug, keilförmige Bahn, Schoß, spitz zulaufendes Stück Land; mnl. gere, M., Zwickel, Rand, Mantel; ahd. gēro (1), sw. M. (n), Gehre, Zipfel, Landzunge?; vgl. ahd. gēr, st. M. (a)?, Ger (M.), Speer, Wurfspeer, Dreizack; germ. *gaiza-, *gaizaz, st. M. (a), Spieß, Stab, Speer, Ger; idg. *g̑ʰaiso-, *g̑ʰəiso-, *g̑ʰēiso-, *g̑ʰeh₂iso-, Sb., Stecken (M.), Spieß, Speer, Pokorny 410; s. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gehren, Kluge s. u. Gehre, DW 5, 2542, EWAhd 4, 176, Duden s. u. Gehre; Son.: vgl. afries. gāre, F., Rockschoß; nfries. gear, Sb., schräg zulaufendes Ackerstück; ae. gāra, sw. M. (n), Ecke, Spitze, Vorgebirge, keilförmiges Feld; an. geiri (1), sw. M. (n), keilförmiger Zeugstreifen an der Kleidung; nschw. (dial.) gere, Sb., keilförmiges Stück; nnorw. geire, M., Keil, dreieckiger Streifen (M.); GB.: (gēro) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Kleiderschoß beziehungsweise für einen Zwickel an einem Kleidungsstück; BM.: Spieß bzw. antreiben; F.: Gehre, Gehren+EW; Z.: Geh-r-e
$gehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gehren, begehren, verlangen, wünschen; E.: s. Gehr(e), s. en; L.: Kluge s. u. Gehre, DW 5, 2551; GB.: (gerōn) seit um 765 belegte und aus Gehr(e) und en gebildete und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches begehren oder verlangen oder wünschen; F.: gehren, gehre, gehrst, gehrt, gehrest, gehret, gehrte, gehrtest, gehrten, gehrtet, gegehrt, ##gegehrt, gegehrte, gegehrtes, gegehrtem, gegehrten, gegehrter##, gehrend, ###gehrend, gehrende, gehrendes, gehrendem, gehrenden, gehrender###, gehr (!)+EW; Z.: geh-r-en
$Gehren, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gehren, Begehren, Verlangen, Wünschen (N.); E.: s. Gehre; L.: Kluge s. u. Gehre; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Gehre bzw. gehren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Begehren oder Verlangen oder Wünschen (N.); F.: Gehren, Gehrens+EW; Z.: Geh-r-en
$Gehrock, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gehrock, Leibrock, ein Ausgehkleidungsstück für Männer; E.: s. geh(en), s. Rock; L.: Kluge s. u. Gehrock, DW 5, 2554; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus geh(en) und Rock gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Ausgehkleidungsstück für Männer oder eine doppelreihige Jacke mit knielangem Schoß aus meist dunklem Stoff; F.: Gehrock, Gehrocks, Gehrockes, Gehröcke, Gehröcken+EW; Z.: Geh—rock
$Gehrung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gehrung, Zuschnitt zweier Teile der ihre Verbindung unter einem bestimmten Winkel ermöglicht; E.: s. Gehr(e), s. ung; L.: Kluge s. u. Gehre, DW 5, 2554, EWD s. u. Ger; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gehr(e) und ung gebildete Bezeichnung für eine Eckverbindung zweier sachlich nach Entstehung des Menschen möglicher in einem Winkel zusammenstoßender länglicher Werkteile aus Holz oder Metall oder Plastik; F.: Gehrung, Gehrungen+EW; Z.: Geh-r-ung
Geier, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Geier, ein großer aasfressender Vogel; ne. vulture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gīr, st. M., sw. M., Geier; mnd. gīr (3), st. M., Geier; mnl. gier, gyr, M., Geier; ahd. gīr, st. M. (a?, i?), Geier; ahd. gīro, sw. M. (n), Geier; as. gīr, st. M. (a?, i?), Geier; anfrk. -; germ. *gīra-, *gīraz, *geira-, *geiraz, st. M. (a), Geier; germ. *geirō-, *geirōn, *geira-, *geiran, sw. M. (n), Geier; s. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geier, Kluge s. u. Geier, DW 5, 2559, EWD s. u. Geier, EWAhd 4, 362, Falk/Torp 133, Duden s. u. Geier, Bluhme s. u. Geier; Son.: vgl. nndl. gier, Sb., Geier; GB.: (gīr und etwas später auch gīro) seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und weit verbreiteten aasfressenden großen Greifvogel mit nacktem Kopf und Hals und einem starken nach unten gebogenen Schnabel; BM.: gähnen; F.: Geier, Geiers, Geiern+EW; Z.: Gei-er
Geifer, nhd., st. M., (14. Jh.): nhd. Geifer, Speichel; ne. drivel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1328/1329 (Vocabularius Optimus); E.: s. mhd. geifer, st. M., Geifer, Speichel; weitere Herkunft ungeklärt, wohl zu geifen, sw. V., gähnen, klaffen, verlangend blicken; L.: Kluge 1. A. s. u. Geifer, Kluge s. u. Geifer, DW 5, 2564, EWD s. u. Geifer, Duden s. u. Geifer, Bluhme s. u. geifern; GB.: seit 1328/1329 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl von einem geifen gebildete Bezeichnung für den aus dem Munde fließenden schäumenden Speichel; BM.: gähnen bzw. klaffen?; F.: Geifer, Geifers+EW; Z.: Gei-f-er
$geifern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. geifern, sabbern, speicheln, schäumen; E.: s. Geifer, s. (e)n; L.: DW 5, 2566, EWD s. u. Geifer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Geifer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sabbern oder speicheln oder schäumen; F.: geifern, geifere, geifer (!), geiferst, geifert, geiferte, geifertest, geiferten, geifertet, gegeifert, ##gegeifert, gegeiferte, gegeifertes, gegeifertem, gegeiferten, gegeiferter##, geifernd, ###geifernd, geiferndes, geiferndem, geifernden, geifernder###, geifer (!)+EW; Z.: gei-f-er-n
Geige, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Geige, Violine, Fiedel; ne. violin, fiddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. gīge, sw. F., Geige; mnd. gīge, F., Geige; ahd. gīga, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Geige; s. ahd. *gīgen?, sw. V., schrillen, weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. Geige, Kluge s. u. Geige, DW 5, 2567, EWD s. u. Geige, Duden s. u. Geige, EWAhd 4, 261, Bluhme s. u. Geige; Son.: aschwed. gīgha, Sb., Geige; ndän. gige, F., Geige; GB.: (gīga) seit 12. Jh. belegte und mit ahd. *gīgen? verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein von Menschen aus Fiedel und (arabischem) Rebec entwickeltes und verwendetes Streichinstrument mit vier in Quinten gestimmten Saiten; BM.: schrillen?; F.: Geige, Geigen+EW; Z.: Geig-e
$geigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. geigen, auf der Geige spielen; E.: s. Geig(e), s. en; L.: Kluge s. u. Geige, EWD s. u. Geige; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und mit Geige verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches geigen oder auf der Geie spielen; F.: geigen (!), geige (!), geigst, geigt, geigest, geiget, geigte, geigtest, geigten, geigtet, gegeigt, ##gegeigt, gegeigte, gegeigtes, gegeigtem, gegeigten, gegeigter##, geigend, ###geigend, geigende, geigendes, geigendem, geigenden, geigender###, geig (1) +EW; Z.: geig-en
$Geiger, nhd., M., (12./13. Jh.): nhd. Geiger, Geigender; E.: s. geig(en), s. er (Suff.); GB.: seit 1190-1210 belegte und wohl aus geig(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung einer Geige möglichen Geigenden; L.: DW 5, 2580, EWD s. u. Geige; F.: Geiger, Geigers, Geigern+EW; Z.: Geig-er
geil, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. geil, heiter, ausgelassen, lustig, fröhlich, gierig; ne. wicked, horny, gole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. geil, Adj., mutwillig, üppig, lustig; mnd. gēil, geyl, gēl, Adj., geil, kräftig, munter, übermütig, üppig, fruchtbar; mnl. geil, geel, Adj., fröhlich, lustig, lüstern; ahd. geil*, Adj., übermütig, überheblich, hochmütig, erhaben, frech, unbändig, erhoben; as. gêl*, Adj., fröhlich, übermütig; germ. *gaila-, *gailaz, Adj., üppig, schön, übermütig; s. idg. *gʰoilos-, V., Adj., aufschäumen, heftig, übermütig, ausgelassen, lustig, Pokorny 452 (659/75) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰei-, V., verlangen, begehren, EWAhd 4, 120; L.: Kluge 1. A. s. u. geil, Kluge s. u. geil, DW 5, 2581, EWD s. u. geil, EWAhd 4, 120, Falk/Torp 120, Heidermanns 226, Duden s. u. geil, Bluhme s. u. geil; Son.: vgl. afries. -; ae. gāl (1), Adj., lustig, geil, lüstern, unzüchtig; an. -; got. gails (2), Adj. (a), froh, fröhlich, üppig; nndl. geil, Adj., geil, fröhlich; lett. gails, Adj., wollüstig; lit. gailùs, Adj., beißend, scharf; ? ksl. (d)zělo, Adv.?, sehr; GB.: (geil) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches heiter oder ausgelassen oder lustig oder fröhlich oder gierig; BM.: verlangen; F.: geil, geile, geiles, geilem, geilen, geiler(, geilere, geileres, geilerem, geileren, geilerer, geilst, geilste, geilstes, geilstem, geilsten, geilster)+EW; Z.: gei-l
$geilen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. geilen, geil sein (V.), geil werden, geil machen; Vw.: s. auf-; E.: s. geil, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. geil, DW 5, 2594, EWD s. u. geil; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus geil und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches geil sein (V.) oder geil werden oder geil machen; F.: geilen (!), geile (!), geilst, geilt, geilest, geilet, geilte, geiltest, geilten, geiltet, gegeilt, ##gegeilt, gegeilte, gegeiltes, gegeiltem, gegeilten, gegeilter##, geilend, ###geilend, geilende, geilendes, geilendem, geilenden, geilender###, geil (!)+EW; Z.: gei-l-en
$Geilheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Geilheit, Geilsein, Lust, Fröhlichkeit; E.: s. geil, s. heit; L.: Kluge s. u. geil, DW 5, 2604, EWD s. u. geil; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus geil und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Geilsein oder Lust oder Fröhlichkeit; F.: Geilheit+EW; Z.: Gei-l-hei-t
Geisel, nhd., F., M., (9. Jh.?): nhd. Geisel, Bürge; ne. hostage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. gīsel, st. M., st. N., Kriegsgefangener, Bürge, Geisel; mnd. gīsel (1), gisel, gise, gīsele, M., Geisel, Bürge; mnl. gīsel, M., Geisel; ahd. gisal, gīsal, st. M. (a), Geisel, Bürge, Unterpfand; as. gīsal, st. M. (a), Geisel; anfrk. -; germ. *geisla-, *geislaz, *geisala-, *geisalaz, *gīsla-, *gīslaz, st. M. (a), Geisel, Spross, Schössling; kelt. Lw.?; s. idg. *gʰeidʰ-, V., begehren, begierig sein (V.), Pokorny 426 (613/29) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geisel 1, Kluge s. u. Geisel, EWD s. u. Geisel, DW 5, 2608, EWAhd 4, 382, Falk/Torp 135, Duden s. u. Geisel, Bluhme s. u. Geisel; Son.: vgl. afries. jêsel, st. M. (a), Geisel; ae. gīsl, gīsel, st. M. (a), Geisel; an. gīsl (1), st. M. (a), Geisel; got. *geisls, gisls, st. M. (a), Geisel; nndl. gijzelaar, Sb., Geisel; nschw. gisslan, Sb., Geisel; nnorw. gissel, M., N., Geisel; kymr. gwystl, M., Geisel; air. gíall, M., Geisel; GB.: (gisal) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen als Sicherheit (Bürgen) gegebenen Menschen; BM.: begehren?, Pfand?; F.: Geisel, Geiseln+EW; Z.: Geis-el
Geisha, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Geisha, japanische Unterhalterin; ne. geisha; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. geisha; E.: s. ne. geisha, F., Geisha; jap. geisha, Sb., Geisha; vgl. jap. gei, Sb., Kunst, Künste; jap. sha, Sb., Person, Mensch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Geisha, Duden s. u. Geisha; Son.: vgl. nndl. geisha, Sb., Geisha; frz. geisha, F., Geisha; nschw. geisha, Sb., Geisha; nnorw. geisha, M., Geisha; poln. gejsza, F., Geisha; kymr. geisha, F., Geisha; nir. géise, F., Geisha; lit. geiša, F., Geisha; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für eine nach dem Vorbild von seit dem 13. Jh. an dem Hofe auftretenden Unterhaltern (taikomochi) in Musik und Tanz ausgebildete Gesellschafterin oder Unterhalterin in japanischen Teehäusern; BM.: Kunst, Mensch; F.: Geisha, Geishas+FW; Z.: Gei-sha
Geiß, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Geiß, Ziege, weibliche Ziege; ne. goat; Vw.: s. Haber-; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. geiz, st. F., Ziege; mnd. gēte (1), geite, jēte, jeite, F., Geiß, Geißlein, junge Ziege; mnd. gēite, geyte, F., Geiß, Ziege; mnl. geet, geete, F., Geiß; ahd. geiz (1), st. F. (i), Geiß, Ziege, Hausziege, wilde Ziege; as. gêt (1), st. F. (athem.), Geiß; anfrk. -; germ. *gaiti-, *gaitiz, st. F. (i), Geiß; s. idg. *gʰaidos, *g̑ʰaidos, Sb., Ziegenbock, Ziege, Geiß, Pokorny 409 (589/5) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geisz, Kluge s. u. Geiß, DW 5, 2796, EWD s. u. Geiß, EWAhd 4, 132, Falk/Torp 120, Duden s. u. Geiß; Son.: vgl. afries. -; nfries. geit, F., Geiß, Ziege; ae. gāt, F. (kons.), Geiß; an. geit, st. F. (i), Geiß, Ziege; got. gaits, st. F. (i), Geiß, Ziege; nndl. geit, Sb., Geiß; nschw. geit, Sb., Geiß; nnorw. geit, M., F., Geit; lat. haedus, M., Ziegenbock; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische (*gʰaidos, *g̑ʰaidos, Sb., Ziegenbock, Ziege, Geiß) erschließbare Bezeichnung für eine weibliche Ziege; BM.: Horn?; F.: Geiß, Geißen+EW; Z.: Geiß
Geißel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Geißel, Plage, Dreschflegel, Peitsche; ne. whip (N.), scourge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. geisel, geissel, gasel, st. F., sw. F., Stab, Rute, Geißel, Peitsche, Landplage, Heimsuchung; mnd. gēisele, gēissele, gēisle, F., Geißel, Rute, Peitsche, Landplage, Heimsuchung; mnl. gesele, gēsele, F., Geißel; ahd. geisila, geisla, st. F. (ō), sw. F. (n), Geißel, Peitsche, Stab, Rute, Gerte; as. -; anfrk. -; germ. *gaisala-, *gaisalaz, *gaisila-, *gaisilaz, st. M. (a), Stab, Peitsche, Geißel; s. idg. *g̑ʰaiso-, *g̑ʰəiso-, *g̑ʰēiso-, *g̑ʰeh₂iso-, Sb., Stecken, Spieß, Speer, Pokorny 410 (591/7) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ.); vgl. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geisel 2, Kluge s. u. Geißel, DW 5, 2804 (Geiszel), DW 5, 2615 (Geisel), EWD s. u. Geißel, EWAhd 4, 125, Falk/Torp 121, Duden s. u. Geißel, Bluhme s. u. Geissel; Son.: vgl. afries. *gīsel, Sb., Geißel; ae. -; an. geisl, st. M. (a), Stab; an. geisli, sw. M. (n), Stab, Strahl; got. -; nschw. gissel, Sb., Geißel?; GB.: (geisila) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen zu einer Züchtigung entwickelten und verwendeten sowie mit Riemen oder Schnüren versehenen Stab oder eine Peitsche; BM.: schleudern?; F.: Geißel, Geißeln+EW; Z.: Gei-ß-el
$geißeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. geißeln, schlagen, züchtigen; E.: s. Geißel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Geißel, EWD s. u. Geißel; GB.: seit vor 1190 belegte und aus Geißel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Geißeln durch Menschen mögliches mit einer Geißel oder Peitsche schlagen oder züchtigen; F.: geißeln (!), geißel (!), geißle, geißele, geißelst, geißelt, geißelte, geißeltest, geißelten, geißeltet, gegeißelt, ##gegeißelt, gegeißelte, gegeißeltes, gegeißeltem, gegeißelten, gegeißelter##, geißelnd, ###geißelnd, geißelnde, geißelndes, geißelndem, geißelnden, geißelnder###, geißel (!)+EW; Z.: gei-ß-el-n
$Geißfuß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Geißfuß; E.: s. Geiß, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Geißfuß, DW 5, 2804; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Geiß und Fuß gebildete Bezeichnung für eine in der Form der Blätter einem Fuß einer Geiß ähnelnde Pflanze (Giersch) und ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Werkzeug (Nageleisen, Kuhfuß); F.: Geißfuß, Geißfußes, Geißfüße, Geißfüßen+EW; Z.: Geiß-fuß
Geist, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Geist, Seele, Gespenst (Spukgestalt); ne. ghost, spirit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 766-800 (Wessobrunner Schöpfungsgedicht und Gebet); E.: mhd. geist, st. M., Geist, überirdisches Wesen, Gott, Engel, der heilige Geist; mnd. gēst (2), geist, M., Geist, Inspiration, Lebenskraft, Unirdisches, Gott; mnl. geist, geest, M., Geist; ahd. geist, st. M. (a), Geist, Seele, Herz, Hauch, Atem, Gemüt, Sinn, Leben, Wille, Wesen; as. gêst (1), gast*, st. M. (a), Geist, Seele, Sinn; anfrk. geist*, st. M. (a), Geist; germ. *gaista-, *gaistaz, st. M. (a), Erregtsein, Geist; s. idg. *g̑ʰeisdo-, V., Mund aufsperren machen?, Kluge s. u. Geist; s. idg. *gʰeis-, Adj., aufgebracht, bestürzt, erschreckt, Pokorny 427; vgl. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt); idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geist, Kluge s. u. Geist, DW 5, 2623, EWD s. u. Geist, EWAhd 4, 129, Falk/Torp 135, Duden s. u. Geist, Bluhme s. u. Geist; Son.: vgl. afries. gâst (1), jêst, st. M. (a), Geist; saterl. gast, M., Geist; ae. gǣst, gāst, st. M. (a), Geist, Heiliger Geist, Seele, Atem; an. -; got. -; nndl. geest, Sb., Geist; nschw. gjest, Sb., Geist (dt. Lw.); nnorw. geist, M., Geist (dt. Lw.); GB.: seit 766-800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche denkende und schwerer fassbare Bewusstsein des Menschen in Gegensatz zu Körper und Fleisch und davon abgeleitet für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Spukgestalt (Gespenst); BM.: klaffen, den Mund aufsperren; F.: Geist, Geistes, Geists, Geister, Geistern+EW; Z.: Gei-s-t
$Geisterfahrer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Geisterfahrer; E.: s. Geist, s. er, s. Fahrer; GB.: seit um 1975 belegte und vielleicht nach Geisterschiff aus Geist und er sowie Fahrer gebildete Bezeichnung für einen in falscher Richtung auf einer Autobahn oder Autostraße fahrender und dadurch für andere Kraftfahrzeugführer oder sonstige Verkehrsteilnehmer sehr gefährlicher Kraftfahrzeugführer; L.: Kluge s. u. Geisterfahrer; GB.; F.: Geisterfahrer, Geisterfahrers, Geisterfahrern+EW; Z.: Gei-s-t-er—fahr-er
$geisterhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geisterhaft, eine Vorstellung von Geistern erweckend; E.: s. Geist, s. er, s. haft; L.: DW 5, 2747, EWD s. u. Geist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geist und er sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Vorstellung von Geistern erweckend; F.: geisterhaft, geisterhafte, geisterhaftes, geisterhaftem, geisterhaften, geisterhafter(, geisterhaftere, geisterhafteres, geisterhafterem, geisterhafteren, geisterhafterer, geisterhaftest, geisterhafteste, geisterhaftestes, geisterhaftestem, geisterhaftesten, geisterhaftester)+EW; Z.: gei-s-t-er—haf-t
$geistern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. geistern, wie ein Geist sein (V.) oder tun; Vw.: s. be-, ent-; E.: s. Geist, s. er, s. (e)n); L.: DW 5, 2751; GB: seit 17. Jh. belegte und aus Geist und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Menschen mögliches wie ein Geist sein (V.) oder tun; F.: geistern, geistere, geister (!), geisterst, geistert, geisterte, geistertest, geisterten, geistertet, gegeistert, ##gegeistert, gegeisterte, gegeistertes, gegeistertem, gegeisterten, gegeisterter##, geisternd, ###geisternd, geisterndes, geisterndem, geisternden, geisternder###, geister (!)+EW; Z.: gei-s-t-er-n
$Geisterschiff, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Geisterschiff; E.: s. Geist, s. er, s. Schiff; L.: Kluge s. u. Geisterfahrer, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geist und er sowie Schiff gebildete Bezeichnung für sachlich ein seit Entwicklung und Verwendung von Schiffen durch Menschen mögliches ohne Besatzung auf dem Wasser dahintreibendes Schiff; F.: Geisterschiff, Geisterschiffs, Geisterschiffes, Geisterschiffe, Geisterschiffen+EW; Z.: Gei-s-t-er—schi-f-f
$geistesabwesend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. geistesabwesend, gedankenlos; E.: s. Geist, s. es, s. abwesend; L.: Kluge s. u. Geist, DW 5, 2756, EWD s. u. Geist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geist und es sowie abwesend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen in deren Vorstellung mögliches ohne Geist seiend oder handelnd oder gedankenlos; F.: geistesabwesend, geistesabwesende, geistesabwesendes, geistesabwesendem, geistesabwesenden, geistesabwesender(, geistesabwesendere, geistesabwesenderes, geistesabwesenderem, geistesabwesenderen, geistesabwesenderer, geistesabwesendst, geistesabwesendste, geistesabwesendstes, geistesabwesendstem, geistesabwesendsten, geistesabwesendster)+EW; Z.: gei-s-t-es—ab—we-s-end
$Geistesabwesenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Geistesabwesenheit, Gedankenlosigkeit; E.: s. Geist, s. es, s. Abwesenheit; I.: Lüs. frz. absence d’esprit; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach dem Vorbild des Französischen aus Geist und es sowie Abwesenheit gebildete Bezeichnung für Abwesenheit des Geistes oder Gedankenlosigkeit; L.: EWD s. u. Geist; F.: Geistesabwesenheit, Geistesabwesenheiten+EW; Z.: Gei-s-t-es—ab—we-s-en—hei-t
$Geistesgegenwart, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Geistesgegenwart; E.: s. Geist, s. es, s. Gegenwart; I.: Lüs. frz. préscence d’esprit; L.: DW 5, 2760, EWD s. u. Geist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geist und es sowie Gegenwart nach dem Vorbild des Französischen gebildete Bezeichnung für raschen und erfolgreiches Handeln in einer schwierigen Lage; F.: Geistesgegenwart+EW; Z.: Gei-s-t-es—gegen—war-t
$geistesgegenwärtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. geistesgegenwärtig; E.: s. Geistesgegenwart, s. ig; L.: DW 5, 2760EWD s. u. Geist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geistesgegenwart und ig gebildete und damit französisch geprägte Bezeichnung für rasch und erfolgreich in einer schwierigen Lage handelnd; F.: geistesgegenwärtig, geistesgegenwärtige, geistesgegenwärtiges, geistesgegenwärtigem, geistesgegenwärtigen, geistesgegenwärtiger(, geistesgegenwärtigere, geistesgegenwärtigeres, geistesgegenwärtigerem, geistesgegenwärtigeren, geistesgegenwärtigerer, geistesgegenwärtigst, geistesgegenwärtigste, geistesgegenwärtigstes, geistesgegenwärtigstem, geistesgegenwärtigsten, geistesgegenwärtigster)+EW; Z.: gei-s-t-es—gegen—wär-t-ig
$geisteskrank, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. geisteskrank, in dem Geist(e) krank; E.: s. Geist, s. es, s. krank; L.: Kluge s. u. Geist, DW 5, 2763, EWD s. u. Geist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geist und es sowie krank gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in dem Geist krank; F.: geisteskrank, geisteskranke, geisteskrankes, geisteskrankem, geisteskranken, geisteskranker+EW; Z.: gei-s-t-es—kra-nk
$Geisteswissenschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Geisteswissenschaft; E.: s. Geist, s. es, s. Wissenschaft; L.: DW 5, 2769, EWD s. u. Geist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geist und es sowie Wissenschaft gebildete Bezeichnung für eine etwa seit dieser Zeit den Geist des Menschen in Gegensatz zu der Natur und dem Körper betreffende Wissenschaft wie etwa die Theologie oder die Jurisprudenz oder die Ökonomie oder die Philologie; F.: Geisteswissenschaft, Geisteswissenschaften+EW; Z.: Gei-s-t-es—wi-ss-en—schaf-t
$geistig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. geistig, den Geist betreffend; E.: s. Geist, s. ig; Vw.: s. schön-; L.: Kluge s. u. Geist, DW 5, 2771, EWD s. u. Geist; GB.: vor 1326 belegte und aus Geist und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches den Geist in Gegensatz zu der Natur und dem Körper betreffend; F.: geistig, geistige, geistiges, geistigem, geistigen, geistiger(, geistigere, geistigeres, geistigerem, geistigeren, geistigerer, geistigst, geistigste, geistigstes, geistigstem, geistigsten, geistigster)+EW; Z.: gei-s-t-ig
$geistlich, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. geistlich, kirchlich; E.: s. Geist, s. lich; L.: Kluge s. u. Geist, DW 5, 2777, EWD s. u. Geist; GB.: seit um 765 belegte und wohl nach lat. spiritualis aus Geist (lat. spiritus) und lich (lat. alis) gebildete Bezeichnung für den Geist betreffend oder kirchlich; F.: geistlich, geistliche, geistliches, geistlichem, geistlichen, geistlicher+EW; Z.: gei-s-t—lich
$Geistlicher, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Geistlicher; E.: s. geistlich, s. er; L.: fehlt DW (s. aber geistlich), EWD s. u. Geist; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus geistlich und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen schon seit Entwicklung der christlichen Religion (Christentums) möglichen (wissenschaftlich) ausgebildeten Bediensteten der christlichen Kirche (Kleriker); F.: Geistlicher, Geistlichen, Geistliche+EW; Z.: Gei-s-t—lich-er
$Geistlichkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Geistlichkeit, Gesamtheit der (wissenschaftlich) ausgebildeten Bediensteten der christlichen Kirche; E.: s. geistlich, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 2786, EWD s. u. Geist; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus geistlich und keit gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der schon seit Entwicklung der christlichen Religion möglichen (wissenschaftlich) ausgebildeten Bediensteten der christlichen Kirche; F.: Geistlichkeit, Geistlichkeiten+EW; Z.: Gei-s-t—lich—kei-t
$geistlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geistlos, gedankenleer, dumm; E.: s. Geist, s. los; L.: DW 5, 2788, EWD s. u. Geist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geist und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gedankenleer oder dumm; F.: geistlos, geistlose, geistloses, geistlosem, geistlosen, geistloser(, geistlosere, geistloseres, geistloserem, geistloseren, geistloserer, geistlosest, geistloseste, geistlosestes, geistlosestem, geistlosesten, geistlosester)+EW; Z.: gei-s-t—lo-s
$geistreich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. geistreich, geisterfüllt, gedankenreich, klug, gescheit; E.: s. Geist, s. reich; L.: Kluge s. u. Geist, DW 5, 2789, EWD s. u. Geist; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus Geist und reich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches geisterfüllt oder gedankenreich; F.: geistreich, geistreiche, geistreiches, geistreichem, geistreichen, geistreicher(, geistreichere, geistreicheres, geistreicherem, geistreicheren, geistreicherer, geistreichst, geistreichste, geistreichstes, geistreichstem, geistreichsten, geistreichster)+EW; Z.: gei-s-t—reich
Geiz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Geiz, Gier, Habgier, übertriebene Sparsamkeit; ne. avarice, stinginess; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gīz, st. M., Geiz; mnd. gīts, gītz, Sb., Geiz; s. ahd. gīt*, st. M. (a?, i?), Gier, Essgier, Gefräßigkeit, Fressgier; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Geiz, Kluge s. u. Geiz, DW 5, 2811, EWD s. u. Geiz, EWAhd 4, 423, Duden s. u. Geiz, Bluhme s. u. geizen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: ( gīt*?) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Vermögen mögliche Gier oder übertriebene Sparsamkeit; BM.: Gier?; F.: Geiz, Geizes+EW; Z.: Geiz
Geize, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Geize, Pflugsterz; ne. plough handle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. geize, st. F., sw. F., Geize, Pflugsterz; ahd. geiza, sw. F. (n), Geize, Pflugsterz, Pflug; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht wegen der hörnerförmigen Form Ableitung von germ. *gaiti-, *gaitiz, st. F. (i), Geiß; s. idg. *gʰaidos, *g̑ʰaidos, Sb., Ziegenbock, Ziege, Geiß, Pokorny 409 (589/5) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Geize, DW 5, 2816, EWAhd 4, 135; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (geiza) seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von dem hinteren Teil des Pfluges ausgehenden paarigen Griff zu dem Führen des Pfluges; BM.: Geiß?; F.: Geize, Geizen+EW; Z.: Geiz-e
$geizen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. geizen, geizig sein (V.); E.: s. Geiz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Geiz, EWD s. u. Geiz; GB.: (gītesen) seit 1190-1229 belegte und aus Geiz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen mögliches gierig sein (V.) oder geizig sein (V.); F.: geizen, geize, geizst (!), geizt, geizest, geizet, geizte, geiztest, geizten, geiztet, gegeizt, ##gegeizt, gegeizte, gegeiztes, gegeiztem, gegeizten, gegeizter##, geizend, ###geizend, geizende, geizendes, geizendem, geizenden, geizender###, geiz (!)+EW; Z.: geiz-en
$Geizhals, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Geizhals, Geizkragen, geiziger Mensch; E.: s. Geiz, s. Hals; L.: Kluge s. u. Geizhals, DW 5, 2819, EWD s. u. Geiz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Geiz und Hals gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Besitz und Vermögen von Menschen möglichen Geizkragen oder einen geizigen Menschen; F.: Geizhals, Geizhalses, Geizhälse, Geizhälsen+EW; Z.: Geiz—hal-s
$geizig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. geizig, gierig; Vw.: s. ehr-; E.: s. Geiz, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Geiz, Kluge s. u. Geiz, DW 5, 2819, EWD s. u. Geiz; GB.: (gītec) seit 1190-1195 belegte und aus Geiz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Vermögen mögliches gierig; F.: geizig, geizige, geiziges, geizigem, geizigen, geiziger(, geizigere, geizigeres, geizigerem, geizigeren, geizigerer, geizigst, geizigste, geizigstes, geizigstem, geizigsten, geizigster)+EW; Z.: geiz-ig
$Geizkragen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Geizkragen, Geizhals, geiziger Mensch; L.: Kluge 1. A. s. u. Kragen, Kluge s. u. Geizhals, DW 5, 2822, EWD s. u. Geiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geiz und Kragen gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Besitz und Vermögen von Menschen möglichen Geizhals oder einen geizigen Menschen; F.: Geizkragen, Geizkragens, Geizkrägen+EW; Z.: Geiz—kra-g-en
Gekröse, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gekröse, Gekrös, Eingeweide; ne. tripe, chitterlings; Vw.: -; Hw.: s. kraus; Q.: um 1350 (Buch von guter Speise); E.: mhd. gekrœse, st. N., Gedärm, Gekröse; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. krūs, Adj., kraus, gelockt; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Gekröse, Kluge s. u. Gekröse, DW 5, 2839, EWD s. u. Gekröse, Duden s. u. Gekröse; Son.: vgl. nndl. croos, Sb., Eingeweide; GB.: seit um 1350 belegte und mit ge gebildete sowie in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung von Primaten mögliche wie eine Kreppmanschette gekräuselte und aus Bindegewebe bestehende (Organ) als Aufhängeband des Dünndarms oder eine Bauchfellfalte; BM.: kraus?; F.: Gekröse, Gekröses, Gekrösen+EW; Z.: Ge-krös-e
$gekünstelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?: nhd. gekünstelt, künstlich hergestellt; E.: s. ge, s. künstel(n), s. (e)t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kunst; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ge und künstel(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches künstlich hergestellt in Gegensatz zu natürlich; F.: gekünstelt, gekünstelte, gekünsteltes, gekünsteltem, gekünstelten, gekünstelter(, gekünsteltere, gekünstelteres, gekünstelterem, gekünstelteren, gekünstelterer, gekünsteltest, gekünstelteste, gekünsteltestes, gekünsteltestem, gekünsteltesten, gekünsteltester)+EW; Z.: ge—kün-st-el-t
$Gel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gel, eine Dispersion, ein Kolloid; E.: s. lat. gel(u), N., Eiskälte, s. idg. *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gelatine; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Gelatine sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dem 20. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete Dispersion oder ein Kolloid aus einer festen und einer flüssigen Phase wie beispielsweise Cellulose oder Gelatine oder Pektin; F.: Gel, Gels, Gele, Gelen+FW; Z.: Gel
$Gelächter, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gelächter, Lachen (N.), Spott, Heiterkeit; Vw.: s. Hohn-; E.: s. ge, s. lach(en), s. t. s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. lachen, DW 5, 2842; GB.: (gelehter) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus ge und lechter sowie lach(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Lachen (N.) oder Spott oder Heiterkeit; F.: Gelächter, Gelächters+EW; Z.: Ge-läch-t-er
$gelackmeiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. gelackmeiert, hintergangen, betrogen oder von einem Meier in einer Urkunde festgehalten; E.: s. ge, s. Lack, s. Meier, s. (e)t; L.: Kluge s. u. gelackmeiert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und Lack sowie meier(n) und (e)t gebildete Bezeichnung für hintergangen oder betrogen oder von einem Meier in einer Urkunde festgehalten; F.: gelackmeiert, gelackmeierte, gelackmeiertes, gelackmeiertem, gelackmeierten, gelackmeierter+EW; Z.: ge-lack-mei-er-t
$gelackt, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. gelackt, mit Lack versehen (Adj.); E.: s. ge, s. lack(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. gelackmeiert; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus ge und lack(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für mit Lack versehen (Adj.) und dadurch äußerlich schöner gemacht; F.: gelackt, gelackte, gelacktes, gelacktem, gelackten, gelackter(, gelacktere, gelackteres, gelackterem, gelackteren, gelackterer, gelacktest, gelackteste, gelacktestes, gelacktestem, gelacktesten, gelacktester)+FW+EW; Z.: ge-lack-t
Gelage, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Gelage, Zeche, Schmaus, Essen und Trinken, Gilde; ne. binge (N.), feast; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (?) (Brandan); I.: Lüt. lat. collatio?; E.: mhd. gelāge*, gelæge, st. N., Liegen (N.), Lage, Zustand, Beschaffenheit, Verhältnis, Gelegenheit, Zusammengelegtes; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. lāge, st. F., Legung, Lage, Hinterhalt, Nachstellung; ahd. lāga, st. F. (ō), Legung, „Lage“, Hinterhalt, Nachstellung, List, Heimtücke, Falle, Fallstrick, Fallgrube, Verschanzung; germ. *lēgō, st. F. (ō), Liegen (N.), Lage, Hinterhalt; s. idg. legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gelage, Kluge s. u. Gelage, DW 5, 2845, EWD s. u. Gelage, Duden s. u. Gelage; GB.: (gelāge) seit 14. Jh. belegte und aus ge und Lage belegte Bezeichnung für ein gemeinsames reichliches und oft über das gewöhnliche oder erforderliche Maß hinausgehendes Essen und Trinken; BM.: Zusammengelegtes; F.: Gelage, Gelages, Gelagen+EW; Z.: Ge-lag-e
Gelände, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gelände, Land, Landestelle, Landschaft, Gebiet; ne. compound (N.), terrain; Vw.: -; Hw.: s. Land; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gelende (1), gelent, st. N., „Gelände“, Gefilde, Landstrich, Sprengel, Land, Gebiet; ahd. gilenti*, st. N. (ja), „Gelände“, Land, Ackerland, Feld; as. gilėndi, st. N. (ja), Gelände; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich, Reich; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gelände, EWD s. u. Gelände, DW 5, 2855, EWAhd 4, 297, Duden s. u. Gelände; GB.: (gilenti) seit 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Landschaft oder für ein Gebiet; BM.: mit, weich?; F.: Gelände, Geländes, Geländen+EW; Z.: Ge—län-d-e
$geländegängig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. geländegängig, für Gelände gut geeignet; E.: s. Gelände, s. gängig; L.: fehlt DW; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Gelände und gängig gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes auch für unwegsames Gelände möglichst gut geeignetes Fahrzeug; F.: geländegängig, geländegängige, geländegängiges, geländegängigem, geländegängigen, geländegängiger(, geländegängigere, geländegängigeres, geländegängigerem, geländegängigeren, geländegängigerer, geländegängigst, geländegängigste, geländegängigstes, geländegängigstem, geländegängigsten, geländegängigster)+EW; Z.: ge—län-d-e—gä-ng-ig
Geländer, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Geländer, Stangenzaun, Absperrung; ne. handrail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart); E.: mhd. gelender, st. N., Stangenzaun, Geländer; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. lander, st. N., st. F., Stangenzaun; s. germ. *lanþra, Sb., Stange; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Geländer, Kluge s. u. Geländer, DW 5, 2856, EWD s. u. Geländer, Falk/Torp 361, Duden s. u. Geländer; Son.: vgl. nnorw. gelender, N., Geländer; lit. lentá, F., Brett, Tafel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete an der freien Seite von Treppen oder Balkonen und an Brücken einem Zaun ähnliche und oben mit einem Handlauf als Abschluss versehene Vorrichtung zu einem Schutz vor Absturz und zu einem Festhalten als Sicherung; BM.: Stange?; F.: Geländer, Geländers, Geländern+EW; Z.: Ge-länd-er
gelangen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gelangen, langen (verstärkt), kommen; ne. get to, arrive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. gelangen (1), sw. V., gelangen, erreichen, dünken, verlangen, verlangen nach, Sehnsucht haben, reichen; mnd. gelangen, sw. V., gelangen, langen, reichen; mnl. ghelanghen, V., erreichen, erlangen; ahd. gilangōn, sw. V. (2), erlangen, erreichen, reichen, ausreichen ahd. gilangēn*, sw. V. (3), „verlangen“, verlangen nach; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *langōn, sw. V., lang werden, verlangen; vgl. idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, *h₁lengᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gelangen, DW 5, 2859, EWD s. u. gelangen, EWAhd 5, 1015, Falk/Torp 361, Seebold 331, Duden s. u. gelangen, Bluhme s. u. gelangen; GB.: (gilangōn) seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches an eine bestimmte Stelle kommen; BM.: mit, sich bewegen; F.: gelangen, gelange, gelangst, gelangt, gelangest, gelanget, gelangte, gelangtest, gelangten, gelangtet, ##gelangt, gelangte, gelangtes, gelangtem, gelangten, gelangter##, gelangend, ###gelangend, gelangende, gelangendes, gelangendem, gelangenden, gelangender###, gelang (!)+EW; Z.: ge-la-ng-en
Gelass, nhd., M., N., (11. Jh.?): nhd. Gelass, Raum, Haltung, Nachlass; ne. small chamber; Vw.: -; Hw.: s. lassen; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: s. mhd. gelāz, gelœz, gelōz, st. M., st. N., st. F., Erlassung, Überlassung, Auftrag, Verleihung, Bildung, Gestalt, Benehmen, Verhalten; mnd. gelāt, N., Aussehen, Gesicht, Gebärde, Gebaren, Niederlassung, Wohnsitz; s. ahd. gilāz*, st. M. (a), st. N. (a), Zugeständnis, Erlaubnis; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. lāzan (1), red. V., lassen, zulassen, kommen lassen, aufkommen lassen, heranlassen, hinzulassen, hereinlassen; germ. *lētan, *lǣtan, st. V., lassen; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; s. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gelasse, Kluge s. u. Gelass, DW 5, 2870 (Gelasz), EWD s. u. Gelass, EWAhd 4, 294, Duden s. u. Gelass; GB.: (gelāz) seit 1060-1080 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen und engen sowie einfach eingerichteten Raum oder eine Haltung oder einen Nachlass; BM.: mit, lassen; F.: Gelass, Gelasses, Gelasse, Gelassen+EW; Z.: Ge-lass
$gelassen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (9. Jh.): nhd. gelassen, entspannt; E.: s. ge, s. lassen; L.: Kluge s. u. gelassen, EWD s. u. gelassen; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus ge und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches entspannt; F.: gelassen, gelassene, gelassenes, gelassenem, gelassenen, gelassener(, gelassenere, gelasseneres, gelassenerem, gelasseneren, gelassenerer, gelassenst, gelassenste, gelassenstes, gelassenstem, gelassensten, gelassenster)+EW; Z.: ge-la-ss-en
$Gelassenheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gelassenheit, Selbstbeherrschung, Entspannung, Verlassenheit; E.: s. gelassen, s. heit; L.: Kluge s. u. gelassen, DW 5, 2869, EWD s. u. gelassen; GB.: (gelāzenheit) seit vor 1298 belegte und aus gelassen und heit gebildete Bezeichnung für Selbstbeherrschung oder Entspannung oder Verlassenheit; F.: Gelassenheit+EW; Z.: Ge-la-ss-en-hei-t
$geläufig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. geläufig, üblich, gängig, häufig; E.: s. ge, s. läufig; L.: Kluge s. u. geläufig, DW 5, 2874, EWD s. u. laufen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und läufig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches üblich oder gängig oder häufig; F.: geläufig, geläufige, geläufiges, geläufigem, geläufigen, geläufiger(, geläufigere, geläufigeres, geläufigerem, geläufigeren, geläufigerer, geläufigst, geläufigste, geläufigstes, geläufigstem, geläufigsten, geläufigster)+EW; Z.: ge—läuf-ig
Gelatine, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gelatine, Galentine, eine Leimsubstanz; ne. gelatine, gelatin; Vw.: -; Hw.: s. Gallerte, Gelee, gelieren; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.; E.: mhd. galentine, sw. F., Gelatine, Sülze; mnd. galentīn, galantīn, M., Gallerte von Fleisch und Fisch, Sülze von Fleisch und Fisch; mfrz. galatine, Sb., Gallerte, Fischsulz; mlat. galatina, F., Gelatine; vgl. lat. gelāre, V., gefrieren machen, (4 v.-65 n. Chr.); idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gallert, fehlt DW, EWD s. u. Gelatine, Duden s. u. Gelatine; Son.: vgl. nndl. gelatine, Sb., Gelatine; frz. gélatine, F., Gelatine; nschw. gelatine, Sb., Gelatine; nnorw. gelatin, M., N., Gelatine; kymr. gelatin, M., Gelatine; nir. geilitin, M., Gelatine; lit. želatina, F., Gelatine; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und aus Knochen und Bindegewebe gewonnene sowie zu einem Eindicken von Säften verwendete Leimsubstanz; BM.: kalt; F.: Gelatine+FW(+EW); Z.: Gel-at-in-e
$gelatinieren, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. gelatinieren; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Gelatin(e), s. ieren; L.: fehlt DW; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit Gelatine verbindbare Bezeichnung für Gelatine sein (V.) oder Gelatine werden; F.: gelatinieren, gelatiniere, gelatinierst, gelatiniert, gelatinierest, gelatinieret, gelatinierte, gelatiniertest, gelatinierten, gelatiniertet, ##gelatiniert, gelatinierte, gelatiniertes, gelatiniertem, gelatinierten, gelatinierter##, gelatinierend, ###gelatinierend, gelatinierende, gelatinierendes, gelatinierendem, gelatinierenden, gelatinierender###, gelatinier(!)+FW(+EW); Z.: gel-at-in-ier-en
gelb, gehl, gel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gelb, eigelbfarben, gel; ne. yellow (Adj.); Vw.: s. Rausch-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gel, Adj., gelb; mnd. gēl (1), gēle, gelf, Adj., gelb, blond, goldig, gelblich bleich, gelblodernd; mnl. gelu, Adj., gelb, blond; ahd. gelo, gel*, Adj., gelb, weißlich, hellgelb, reif; as. gelo*, gelu*, Adj., gelb; anfrk. -; germ. *gelwa-, *gelwaz, Adj., gelb; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gelb, Kluge s. u. gelb, DW 5, 2878, EWD s. u. gelb, EWAhd 4, 143, Duden s. u. gelb, Bluhme s. u. gelb; Son.: vgl. afries. -; ae. geolu, geolo, Adj., gelb; an. -; got. -; nndl. geel, Adj., gelb; ai. hair-, Adj., gelblich; gr. χλωρός (chlōrós), Adj., grünlich gelb, fahl, bleich; gall. giluos, Adj., hellbraun; ksl. zelenu, Adj., grün; lit. žel̃vas, Adj., grün; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Farbe der Sonne und auch des Eidotters; BM.: glänzen?; F.: gelb, gelbe, gelbes, gelbem, gelben, gelber(, gelbere, gelberes, gelberem, gelberen, gelberer, gelbst, gelbste, gelbstes, gelbstem, gelbsten, gelbster)+EW; Z.: gel-b
$Gelb, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Gelb; Vw.: s. Ei-; E.: s. gelb; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus gelb gebildete Bezeichnung für subst. gelb; F.: Gelb, Gelbes, Gelbs, Gelbe, Gelben+EW; Z.: Gel-b
$gelblich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gelblich, gelbähnlich, leicht gelb getönt; E.: s. gelb, s. lich; L.: Kluge s. u. gelb, DW 5, 2887, EWD s. u. gelb; E.: seit 17. Jh. belegte und aus gelb und lich gebildete Bezeichnung für gelbähnlich oder leicht gelb getönt; F.: gelblich, gelbliche, gelbliches, gelblichem, gelblichen, gelblicher+EW; Z.: gel-b-lich
$Gelbschnabel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gelbschnabel; E.: s. Gelb, s. Schnabel; L.: Kluge s. u. Gelbschnabel, DW 5, 2888, EWD s. u. gelb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gelb und Schnabel gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Vogel mit gelbem Schnabel und übertragen (Adj.) für einen unerfahrenen Anfänger; F.: Gelbschnabel, Gelbschnabels, Gelbschnabeln, Gelbschnäbel, Gelbschnäbeln+EW; Z.: Gel-b—schna-b-el
$Gelbsucht, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Gelbsucht; E.: s. gelb, s. Sucht; L.: DW 5, 2888, EWD s. u. gelb; GB.: (gelosuht*) seit 10. Jh. belegte und aus gelb und Sucht gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher aus verschiedenen Gründen mögliche durch zu viel nicht rechtzeitig über Leber und Galle ausgeschiedenes Bilirubin verursachte Krankheit mit gelblicher Verfärbung der Haut und des Augenweißes; F.: Gelbsucht+EW; Z.: Gel-b—such-t
$gelbsüchtig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. gelbsüchtig, an Gelbsucht leidend; E.: s. Gelbsucht, s. ig; L.: DW 5, 2889, EWD s. u. gelb; GB.: (gelosuhtīg*) seit 11. Jh. belegte und aus Gelbsucht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches an Gelbsucht oder Aussatz leidend, F.: gelbsüchtig, gelbsüchtige, gelbsüchtiges, gelbsüchtigem, gelbsüchtigen, gelbsüchtiger+EW; Z.: gel-b—süch-t-ig
$Gelbveilchen, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Gelbveilchen; E.: s. gelb, s. Veilchen; L.: Kluge s. u. Goldlack, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus gelb und Veilchen gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschliches erstmals 1872 beschriebenes zweiblütiges gelbes Veilchen; F.: Gelbveilchen, Gelbveilchens+FW+EW; Z.: Gel-b—veil-chen
Geld, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Geld, Moneten, Zahlungsmittel; ne. money; Vw.: s. Fersen-, Wer-; Hw.: s. gelt (2), gelten, Gilde; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gelt, st. N., st. M., st. F., Bezahlung, Vergeltung, Einkommen, Schuldforderung, Geld; mnd. gelt, gēlt, N., Geld, Nutzung eines Eigentums, Abgabe, Zins, Vergeltung, Bezahlung; mnl. gelt, N.?, Geld; ahd. gelt, st. N. (a), Entgelt, Zins, Lohn, Vergeltung, Bezahlung, Opfer; as. geld*, st. N. (a), Bezahlung, Lohn, Opfer; anfrk. -; germ. *gelda-, *geldam, st. N. (a), Entgelt, Lohn, Gabe; s. idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge 1. A. s. u. Geld, Kluge s. u. Geld, EWD s. u. Geld, DW 5, 3053, vgl. DW 5, 2889 (Geld), EWAhd 4, 152, Falk/Torp 132, Seebold 222, Duden s. u. Geld, Bluhme s. u. Geld; Son.: vgl. afries. jeld, geld, st. N. (a), Geld, Kaufpreis, Wergeld; nfries. jild; saterl. jeld; ae. gield, gild, gyld, geld, st. N. (a), Dienst, Opfer, Verehrung, Zahlung; an. gjald, st. N. (a), Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer (F.); got. gild*, st. N. (a), Steuer (F.), Abgabe, Zins; nndl. geld, Sb., Geld; GB.: (gelt) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes (in staatlichem Auftrag) aus Metall geprägtes oder auf (besonderem) Papier gedrucktes oder elektronisch geführtes Zahlungsmittel; BM.: entgelten?; F.: Geld, Geldes, Gelds, Gelder, Geldern+EW; Z.: Geld
$Geldbeutel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Geldbeutel; E.: s. Geld, s. Beutel; L.: DW 5, 2909, EWD s. u. Geld; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geld und Beutel gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Beutel für die Aufbewahrung von Geldstücken oder Geldscheinen; F.: Geldbeutel, Geldbeutels, Geldbeuteln+EW; Z.: Geld—beu-t-el
$Geldbörse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Geldbörse; E.: s. Geld, s. Börse; L.: DW 5, 2909, EWD s. u. Geld; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geld und Börse gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Börse für die Aufbewahrung von Geldstücken oder Geldscheinen; F.: Geldbörse, Geldbörsen+EW+FW; Z.: Geld—bör-s-e
$geldgierig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. geldgierig, nach Geld gierig; E.: s. Geld, s. gierig; L.: DW 5, 2913, EWD s. u. Geld; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach lat. philargyrus aus Geld und gierig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen mögliches Geldgier betreffend; F.: geldgierig, geldgierige, geldgieriges, geldgierigem, geldgierigen, geldgieriger(, geldgierigere, geldgierigeres, geldgierigerem, geldgierigeren, geldgierigerer, geldgierigst, geldgierigste, geldgierigstes, geldgierigstem, geldgierigsten, geldgierigster)+EW; Z.: geld—gier-ig
$geldlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. geldlich, Geld betreffend; E.: s. Geld, s. lich; L.: EWD s. u. Geld; GB.: (geltlich) seit 1482 belegte und nach lat. pecunialis aus Geld und lich gebildete Bezeichnung für Geld betreffend; F.: geldlich, geldliche, geldliches, geldlichem, geldlichen, geldlicher+EW; Z.: geld—lich
$Geldsack, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Geldsack; L.: DW 5, 2919, EWD s. u. Geld; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Geld und Sack gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelter und verwendeter Sack für die Aufbewahrung oder Beförderung von Geldstücken (oder Geldscheinen); F.: Geldsack, Geldsacks, Geldsackes, Geldsäcke, Geldsäcken+EW+FW; Z.: Geld—sack
$Geldsäckel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Geldsäckel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Geld; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Geld und Säckel gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Säckel oder Säcklein für die Aufbewahrung von Geldstücken (oder Geldscheinen); F.: Geldsäckel, Geldsäckels, Geldsäckeln+EW+FW; Z.: Geld—säck-el
$Geldschneider, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Geldschneider; E.: s. Geld, s. Schneider; L.: Kluge s. u. Geldschneider, DW 5, 2920; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geld und Schneider gebildete Bezeichnung für einen durch Beschneiden von Geldstücken aus Metall den Münzwert verringernden Betrüger; F.: Geldschneider, Geldschneiders, Geldschneidern+EW; Z.: Gel-d—schneid-er
$Geldschneiderei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Geldschneiderei, Geldschneiden; E.: s. Geldschneider, s. ei (Suff.; Q.: um 1700; L.: DW 5, 2920, EWD s. u. Geld; GB.: seit um 1700 belegte und aus Geldschneider und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen durch Beschneiden von Geldstücken aus Metall den Münzwert verringernden Betrug und später auch für einen überhöhten Kaufpreis von Waren; F.: Geldschneiderei, Geldschneidereien+EW; Z.: Geld—schneid-er-ei
$Geldschrank, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Geldschrank; E.: s. Geld, s. Schrank; L.: DW 5, 2921, EWD s. u. Geld; E.: seit 17. Jh. belegte und aus Geld und Schrank gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Schrank für die Aufbewahrung von Geldstücken oder Geldscheinen; F.: Geldschrank, Geldschrankes, Geldschranks, Geldschränke, Geldschränken+EW; Z.: Geld—schra-nk
$Geldstrafe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Geldstrafe; E.: s. Geld, s. Strafe; L.: EWD s. u. Geld; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Geld und Strafe gebildete Bezeichnung für eine in Geld zu erbringende und deswegen für den Staat wegen fehlender Gegenleistung gegenüber der Haft kostengünstigere und seit Entwicklung von Geld und Strafe durch den Menschen mögliche Strafe; F.: Geldstrafe, Geldstrafen+EW; Z.: Geld—stra-f-e
$Geldsumme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Geldsumme, Geldmenge; E.: s. Geld, s. Summe; Q.: Anfang 16. Jh.; L.: DW 5, 2924, EWD s. u. Geld; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus Geld und Summe gebildete Bezeichnung für eine Geldmenge oder eine Summe von Geld; F.: Geldsumme, Geldsummen+EW+FW; Z.: Geld—s-um-m-e
Gelee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gelee, eingedickter gezuckerter Fruchtsaft; ne. jelly (N.), aspic; Vw.: -; Hw.: s. gelieren, Gelatine, Gallerte; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. gelée; E.: s. frz. gelée, F., Gelee; lat. gelāta, F., Gefrorenes; vgl. lat. gelāre, V., gefrieren machen; idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gelee, fehlt DW, EWD s. u. Gelee, Duden s. u. Gelee; Son.: vgl. nndl. gelei, Sb., Gelee; nschw. gelé, N., Gelee; nnorw. gelé, M., Gelee; kymr. jeli, M., Gelee; lit. želė, F., Gelee; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen süßen Brotaufstrich aus eingedicktem gezuckertem Fruchtsaft; BM.: kalt; F.: Gelee, Gelees+FW; Z.: Gel-ee
$gelegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (9. Jh.?): nhd. gelegen, liegend, günstig; Vw.: s. ab-, an-; E.: s. ge, s. liegen; L.: Kluge 1. A. s. u. gelegen, DW 5, 2934, EWD s. u. gelegen; GB.: (gilegan*) vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus ge und liegen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches liegend oder günstig; F.: gelegen, gelegene, gelegenes, gelegenem, gelegenen, gelegener(, gelegenere, gelegeneres, gelegenerem, gelegeneren, gelegenerer, gelegenst, gelegenste, gelegenstes, gelegenstem, gelegensten, gelegenster)+EW; Z.: ge-leg-en
Gelegenheit, nhd., st. F., (12. Jh.): nhd. Gelegenheit, Möglichkeit, Chance; ne. opportunity, chance (N.); Vw.: -; Hw.: s. liegen; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. gelegenheit, st. F., Lage, Stand, Beschaffenheit, Angrenzung, Anrainerstaat, Gegend, Zustand, Verhältnis, Umstand, Art (F.) (1), Weise (F.) (2); mnd. gelēgenhēt, gelēgenheit, F., Gelegenheit, Belegenheit, Ortslage, Gegend, Beschaffenheit, Sachlage, Lage, Umstand; vgl. mhd. gelegen (1), sw. V., „legen“, jemanden mit etwas begaben, lagern, ausruhen, sich begeben (V.) in; ahd. gileggen*, sw. V. (1b), legen, hinlegen, zurücklegen, zurücklehnen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. leggen, sw. V. (1b), legen, setzen, stellen, hinlegen; germ. *lagjan, sw. V., legen; idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. heit, st. F., st. M., Person, Stand, Rang, Wesen, Beschaffenheit; ahd. heit, st. M. (a), st. F. (i), Person, Persönlichkeit, Gestalt, Geschlecht, Art (F.) (1), Wesenheit; germ. *haidu-, *haiduz, st. M. (u), Erscheinung, Art (F.) (1); s. idg. *skāid-, *kāid-, *skāit-, *kāit-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916; vgl. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Gelegenheit, DW 5, 2938, EWD s. u. gelegen, Duden s. u. Gelegenheit; Son.: vgl. nndl. gelegenheid, Sb., Gelegenheit; nschw. lägenheit, Sb., Gelegenheit; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus gelegen und heit gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geeignete Umstände oder eine Möglichkeit um etwas Geplantes auszuführen oder eine Chance; BM.: mit, legen, hell; F.: Gelegenheit, Gelegenheiten+EW; Z.: Ge-leg-en-hei-t
$gelegentlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gelegentlich, nahe, günstig, angemessen; Vw.: s. an-; E.: s. gelegen, s. t, s. lich; L.: Kluge 1. A. s. u. gelegen, Kluge s. u. Gelegenheit, DW 5, 2953, EWD s. u. gelegen; GB.: (gelegenlīche) seit 1187/1189 belegte und aus gelegen und (t sowie) lich gebildete Bezeichnung für nahe oder günstig oder angemessen; F.: gelegentlich, gelegentliche, gelegentliches, gelegentlichem, gelegentlichen, gelegentlicher+EW; Z.: ge-leg-en-t-lich
$gelehrig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gelehrig, gelehrsam, lernfähig; E.: s. lehr(en), s. ig; L.: Kluge s. u. lehren, DW 5, 2956, EWD s. u. lehren; GB.: seit 1420 belegte und aus ge und lehr(en) sowie ig wohl nach lat. docibilis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder von Lebewesen mögliches gelehrsam oder lernfähig; BF.: gelehrig, gelehrige, gelehriges, gelehrigem, gelehrigen, gelehriger(, gelehrigere, gelehrigeres, gelehrigerem, gelehrigeren, gelehrigerer, gelehrigst, gelehrigste, gelehrigstes, gelehrigstem, gelehrigsten, gelehrigster)+EW; Z.: ge—lehr-ig
$gelehrsam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gelehrsam, gelehrig, lernfähig; E.: s. ge, s. Lehr(e), s. lehr(en), s. sam; L.: Kluge s. u. lehren, DW 5, 2957, EWD s. u. lehren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und lehr(en) sowie sam vielleicht nach lat. docibilis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gelehrsig oder lernfähig F.: gelehrsam, gelehrsame, gelehrsames, gelehrsamem, gelehrsamen, gelehrsamer(, gelehrsamere, gelehrsameres, gelehrsamerem, gelehrsameren, gelehrsamerer, gelehrsamst, gelehrsamste, gelehrsamstes, gelehrsamstem, gelehrsamsten, gelehrsamster)+EW; Z.: ge—lehr-sam
$Gelehrsamkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gelehrsamkeit; E.: s. gelehrsam, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. lehren, DW 5, 2957, EWD s. u. lehren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gelehrsam und keit gebildete Bezeichnung für Gelehrigkeit oder Lernfähigkeit; F.: Gelehrsamkeit+EW; Z.: Ge—lehr-sam-kei-t
$gelehrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj,, Adv.., (11. Jh.): nhd. gelehrt, unterrichtet, gebildet; E.: s. ge, s. lehr(en), s. t; L.: Kluge 1. A. s. u. lehren, Kluge s. u. lehren, DW 5, 2959, EWD s. u. lehren; GB.: (gilērito*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. docte aus ge und lehr(en) sowie t gebildete Bezeichnung für unterrichtet oder gebildet; F.: gelehrt, gelehrte, gelehrtes, gelehrtem, gelehrten, gelehrter(, gelehrtere, gelehrteres, gelehrterem, gelehrteren, gelehrterer, gelehrtest, gelehrteste, gelehrtestes, gelehrtestem, gelehrtesten, gelehrtester)+EW; Z.: ge—lehr-t
$Gelehrter, Gelehrte, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Gelehrter; E.: s. gelehrt, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. lehren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gelehrt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Gebildeten und deswegen auch einen zu einer Weitergabe des Wissens fähigen Menschen; F.: Gelehrte, Gelehrter, Gelehrten+EW; Z.: Ge—lehr-t-er
$geleiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (?): nhd. geleiert, mittels Leier geschaffen; Vw.: s. ab-, aus-; E.: s. ge, s. leier(n), s. t; L.: fehlt DW; F.: geleiert, geleierte, geleiertes, geleiertem, geleierten, geleierter(, geleiertere, geleierteres, geleierterem, geleierteren, geleierterer, geleiertst, geleiertste, geleiertstes, geleiertstem, geleiertsten, geleiertster)+FW(+EW); Z.: ge-leier-t
Geleis, Geleise, Gleis, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Geleis, Geleise, Gleis, Radspur, Fahrspur; ne. track (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: mhd. geleis, st. F., „Radspur“; mhd. geleise, st. N., Radspur; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. leise, leis, st. F., sw. F., Spur, Geleise; ahd. *leisa?, sw. F. (n), Geleise, Spur; s. germ. *laisō, st. F. (ō), Spur, Leisten (M.); vgl. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gleise, Kluge s. u. Geleis, DW 5, 2981, EWD s. u. Gleis, Gleis, Duden s. u. Geleise, Bluhme s. u. Gleis; Son.: vgl. lat. līra, F., Furche im Ackerbeet; GB.: seit um 1300 belegte und aus ge und leis(e) gebildete sowie teilweise für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine für Räder eines meist mehrräderigen und mehrspurigen Fahrzeugs vorgegebene Radspur oder Fahrspur; BM.: mit, Furche; F.: Geleise, Geleises, Geleisen, Gleis, Gleises, Gleisen+EW; Z.: Ge-leis
$Geleit, Geleite, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Geleit, Begleitung, Schutz; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: s. ge. s. leit(en); GB.: (geleite) seit 1060-1080 belegte und aus ge und leit(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen und des Menschen mögliche Begleitung oder für Schutz; L.: EWD s. u. leiten; F.: Geleit, Geleites, Geleits, Geleite, Geleiten+EW; Z.: Ge-lei-t
$geleiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. geleiten, leiten, führen; E.: s. ge, s. leiten; L.: Kluge s. u. leiten, DW 5, 2997, EWD s. u. leiten; GB.: (gileiten*) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und aus ge und leiten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leiten oder führen; F.: geleiten, geleite, geleitest, geleitet, geleitete, geleitetest, geleiteten, geleitetet, ##geleitet, geleitete, geleitetes, geleitetem, geleiteten, geleiteter##, geleitend, ###geleitend, geleitende, geleitendes, geleitendem, geleitenden, geleitender###, geleit (!)+EW; Z.: ge—lei-t-en
$gelenk, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gelenk, gelenkig, beweglich, gewandt; Vw.: s. un-; E.: s. Gelenk; L.: Kluge 1. A. s. u. Gelenk, Kluge s. u. Gelenk, DW 5, 3007, EWD s. u. Gelenk, Duden s. u. gelenk; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit Gelenk verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches beweglich oder gewandt; F.: gelenk, gelenke, gelenkes, gelenkem, gelenken, gelenker(, gelenkere, gelenkeres, gelenkerem, gelenkeren, gelenkerer, gelenkst, gelenkste, gelenkstes, gelenkstem, gelenksten, gelenkster)+EW; Z.: ge—lenk
Gelenk, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Gelenk, bewegliche Knochenverbindung oder anderer Gegebenheiten; ne. joint, articulation; Vw.: -; Hw.: s. Link; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gelenke (1), st. N., Taille, Verbeugung, Gewandtheit, Lenkung, Kleiderfalte, Leitung, Biegsamkeit; mnd. gelenke (2), N., Gelenk, Gelenkigkeit, Behendigkeit; ahd. gilenki*, st. N. (ja), Unterleib; as. *gilėnki?, st. N.? (ja); ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. *lenki?, st. N. (ja); germ. *hlankja-, *hlankjam, st. N. (a), Weiche, Flanke; s. idg. *kleng-, *klenk-, V., biegen, winden, drehen, Pokorny 603 (934/166) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gelenk, Kluge s. u. Gelenk, EWD s. u. Gelenk, DW 5, 3004, EWAhd 4, 297, Duden s. u. Gelenk; GB.: seit 11. Jh. belegte und teilweise für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Wirbeltieren mögliche bewegliche Verbindung von zwischen zwei Gegebenheiten wie etwa Knochen; BM.: mit, drehen; F.: Gelenk, Gelenks, Gelenkes, Gelenke, Gelenken+EW; Z.: Ge-lenk
$gelenkig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gelenkig, gelenk, beweglich, gewandt; Vw.: s. un-; E.: s. Gelenk, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Gelenk, Kluge s. u. Gelenk, EWD s. u. Gelenk; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gelenk und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Wirbeltieren mögliches beweglich oder gewandt; F.: gelenkig, gelenkige, gelenkiges, gelenkigem, gelenkigen, gelenkiger(, gelenkigere, gelenkigeres, gelenkigerem, gelenkigeren, gelenkigerer, gelenkigst, gelenkigste, gelenkigstes, gelenkigstem, gelenkigsten, gelenkigster)+EW; Z.: ge—lenk-ig
$Gelenkigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gelenkigkeit, Beweglichkeit, Gewandtheit; E.: s. gelenkig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3009, EWD s. u. Gelenk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gelenkig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliche Beweglichkeit oder Gewandtheit; F.: Gelenkigkeit+EW; Z.: Ge—lenk-ig—kei-t
Gelichter, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Gelichter, Sippschaft, Geschlecht, Gesindel; ne. riff-raff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. gelihter, N., Sippe, Art (F.) (1), Geschlecht, Stamm; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied vielleicht von ahd. lehtar, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Nachgeburt, Gebärmutter, Mutterkuchen; germ. *lahtra-, *lahtraz, st. M. (a), Lager, Lagerstätte?; vgl. idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gelichter, Kluge s. u. Gelichter, DW 5, 3015, EWD s. u. Gelichter, Duden s. u. Gelichter, Bluhme s. u. Gelichter; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ge und vielleicht ahd. lehtar gebildete sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bestandteile gebildete Bezeichnung für Geschlecht oder Gesindel; BM.: mit, liegen; F.: Gelichter, Gelichters+EW; Z.: Ge-lich-t-er
gelieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. gelieren, zu Gelee werden; ne. jelly (V.), gel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gelatine, Gelee; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. frz. geler; E.: s. frz. geler, V., gelieren; vgl. lat. gelāre, V., gefrieren machen, (4 v.-65 n. Chr.); idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Gelee, fehlt DW, EWD s. u. Gelee, Duden s. u. gelieren; Son.: vgl. nndl. geleren, V., gelieren; nschw. gelea, V., gelieren; kymr. jelio, V., gelieren; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich zu einer halbfesten süßen Masse (Gelee) werden; BM.: kalt; F.: gelieren, geliere, gelierst, geliert, gelierest, gelieret, gelierte, geliertest, gelierten, geliertet, ##geliert, gelierte, geliertes, geliertem, gelierten, gelierter##, gelierend, ###gelierend, gelierende, gelierendes, gelierendem, gelierenden, gelierender###, gelier (!)+FW+EW; Z.: gel-ier-en
$gelinde, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. gelinde, lind, sanft, weich; E.: s. ge, s. lind, s. e; L.: Kluge s. u. gelinde, DW 5, 3027, EWD s. u. lind(e); GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus ge und lind sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches lind oder sanft oder weich; F.: gelinde, gelindes, gelindem, gelinden, gelinder(, gelindere, gelinderes, gelinderem, gelinderen, gelinderer, gelindest, gelindeste, gelindestes, gelindestem, gelindesten, gelindester)+EW; Z.: ge-lind-e
gelingen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. gelingen, erreichen, glücken, zustande kommen; ne. succeed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. gelingen, st. V., gelingen, Erfolg haben, sich durchsetzen, glücken, Glück haben, Schicksal haben, Ausgang haben; mnd. gelingen, st. V., gelingen, glücken; mnl. gelingen, sw. V., gelingen; ahd. gilingan*, st. V. (3a), gelingen, Erfolg haben; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. lingan, st. V. (3a), gedeihen, gelingen, Glück haben, Erfolg haben; germ. *lengan, st. V., vorwärtskommen, gelingen; idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, *h₁lengᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gelingen, Kluge s. u. gelingen, EWD s. u. gelingen, DW 5, 3031, EWAhd 5, 1315, Duden s. u. gelingen, Bluhme s. u. gelingen; GB.: seit 863-871 belegte und aus ge und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischer Lebewesen mögliches bei einem Unternehmen Erfolg haben oder erreichen oder glücken oder zustande kommen; BM.: mit, sich bewegen bzw. leicht?; F.: gelingen, gelinge, gelingst, gelingt, gelingest, gelinget, gelang, gelangst, gelangen, gelangen, gelänge, gelängest, gelängen, gelänget, gelungen, ##gelungen, gelungene, gelungenes, gelungenem, gelungenen, gelungener##, gelingend, ###gelingend, gelingende, gelingendes, gelingendem, gelingenden, gelingender###, geling (!)+EW; Z.: ge-li-ng-en
gell, nhd., Interj.: nhd. gell; Vw.: s. gelt (2)
gellen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gellen, laut und grell schrillen, schallen, tönen; ne. yell (V.), shrill (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gellen, st. V., laut tönen, schreien; mnd. gellen (1), sw. V., laut schreien, gellen; mnl. gellen, st. V., gellen; ahd. gellan, st. V. (3b), gellen, piepsen, grell tönen, ertönen, mucken, winseln, knurren, schrill klingen; as. gellon*, sw. V. (2), „gellen“, mucken; anfrk. -; germ. *gellan, st. V., gellen, tönen; idg. *gʰel-, V., rufen, schreien, Pokorny 428 (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gellen, Kluge s. u. gellen, DW 5, 3037, EWD s. u. gellen, EWAhd 4, 140, Falk/Torp 130, Seebold 222, Duden s. u. gellen, Bluhme s. u. gellen; Son.: vgl. afries. -; ae. giellan, gillan, gellan, gyllan, st. V. (3b), gellen, schreien, rufen; an. gjalla, st. V. (3b), laut tönen, schreien; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schrillen oder laut und durchdringend schallen oder tönen; BM.: schreien; F.: gellen, gelle (!), gellst, gellt (!), gellest, gellet, gellte, gelltest, gellten, gelltet, gegellt, ##gegellt, gegellte, gegelltes, gegelltem, gegellten, gegellter##, gellend, ###gellend, gellende, gellendes, gellendem, gellenden, gellender###, gell (!)+EW; Z.: gel-l-en
$geloben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. geloben, sagen, loben, billigen, verheißen, versprechen; E.: s. ge, s. loben; L.: Kluge s. u. geloben, EWD s. u. loben; GB.: (gilobōn*) seit 863-871 belegte und aus ge und loben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sagen oder loben oder billigen oder verheißen oder versprechen; F.: geloben, gelobe, gelobst, gelobt, gelobest, gelobet, gelobte, gelobtest, gelobten, gelobtet, ##gelobt, gelobte, gelobtes, gelobtem, gelobten, gelobter##, gelobend, ###gelobend, gelobende, gelobendes, gelobendem, gelobenden, gelobender###, gelob (!)+EW; Z.: ge—lob-en
$Gelöbnis, nhd., N., F., (13. Jh.): nhd. Gelöbnis, Versprechen, Verpflichtung; E.: s. gelob(en), s. nis; L.: EWD s. u. loben; GB.: (gelobnisse) seit 13. Jh. belegte und aus gelob(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Versprechen oder Verpflichtung; F.: Gelöbnis, Gelöbnisses, Gelöbnisse, Gelöbnissen+EW; Z.: Ge—löb-nis
Gelse, Golse, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Gelse, Mücke, Stechmücke, Schnake, kleines stechendes blutsaugendes Insekt; ne. mosquito; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; E.: von bay. gelsen, V., summen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Gelse, DW 5, 3052, Duden s. u. Gelse; GB.: (gelse) vielleicht seit 13. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein kleines stechendes und blutsaugendes Insekt; F.: Gelse, Gelsen+EW; Z.: Gels-e
gelt (1), nhd. (ält.), Adj.: nhd. gelt; Vw.: s. galt
gelt (2), gell, nhd., Interj., (14. Jh.): nhd. gelt, richtig; ne. …right; Vw.: -; Hw.: s. Geld, gelten; Q.: 1323 (Urkunde); E.: s. mhd. gelte, Adj., gültig; vgl. mhd. gelt, st. N., st. M., st. F., Bezahlung, Vergeltung, Einkommen, Schuldforderung, Geld; ahd. gelt, st. N. (a), Entgelt, Zins, Lohn, Vergeltung, Bezahlung, Opfer; germ. *gelda-, *geldam, st. N. (a), Entgelt, Lohn, Gabe; s. idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge 1. A. s. u. gelt 1, Kluge s. u. gelt 2, EWD s. u. gelten, Duden s. u. gelt; GB.: seit 1323 belegte und wohl mit gelten und gültig verbindbare Bezeichnung (Interjektion) um die Richtigkeit einer Aussage zu betonen (es gelte); BM.: es möge gelten; F.: gelt+EW; Z.: gelt
Gelte, nhd. (dial.), F., (9. Jh.): nhd. Gelte, ein Gefäß; ne. vessel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gelte (4), sw. F., Gelte, Gefäß, Behälter für Flüssigkeiten, Holzgefäß, schalenförmiges Gefäß, bauchiges Trinkgeschirr; mnd. gelte (2), F., Gelte, Gefäß für Flüssigkeiten, kleines Holzgefäß, Biermaß; mnl. gelte, gilte, F., Gelte, Gefäß; ahd. gellita, gellida, sw. F. (n), Gelte, Eimer, Kübel, Gefäß; lat. galeta, galleta, F., Schüssel, Gefäß, Kluge s. u. Gelte; nach Lexer von gr. κάλαθος (kálathos), M., geflochtener Handkorb; verwandt mit idg. *kolə-, *klō-, V., spinnen?, Pokorny 611? (954/186) (RB. idg. aus gr., ital.?); Herkunft nach Niermeyer von mlat. galo, Sb., Flüssigkeitsmaß; letztlich keltischer Herkunft, Gamillscheg 1, 465a; L.: Kluge 1. A. s. u. Gelte, Kluge s. u. Gelte, DW 5, 3062, EWAhd 4, 142, Duden s. u. Gelte; Son.: schweiz.; vgl. ae. gėllet, st. M. (a), st. N. (a), Gelte, Schale (F.) (2), Napf; it. (dial.) galeda, F., Kübel; slowen. golida, F.?, Gelte, Melkeimer; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie letztlich dem Keltischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Gefäß für Flüssigkeiten; BM.: spinnen?; F.: Gelte, Gelten+FW; Z.: Gel-t-e
gelten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gelten, wert sein (V.), gültig sein (V.), Gültigkeit haben, entrichten; ne. apply, pertain; Vw.: s. ent-; Hw.: s. Geld, gelt (2), Gilde, Gülte, gültig; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. gelten, gelden, kelten, st. V., gelten, zustehen, Ersatz leisten, Schulden zahlen; mnd. gelden (1), gēlden, geylden, gellen, gilden, st. V., gelten, zahlen, bezahlen, ersetzen, abgelten, entgelten, lohnen, büßen, erstatten, erfüllen, einbringen; mnl. gelden, st. V., gelten; ahd. geltan*, st. V. (3b), entgelten, vergelten, zahlen, büßen; as. geldan, st. V. (3b), zahlen, lohnen, vergelten; anfrk. *geldan?, st. V. (3b), gelten; germ. *geldan, *gelþan, st. V., gelten, entgelten, vergelten, erstatten, entrichten; idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge 1. A. s. u. gelten, Kluge s. u. gelten, EWD s. u. gelten, DW 5, 3066, EWAhd 4, 152, Falk/Torp 131, Seebold 221, Duden s. u. gelten, Bluhme s. u. gelten; Son.: vgl. afries. jelda (2), st. V. (3b), zahlen, bezahlen, vergelten; nfries. jilden, V., zahlen, entgelten; ae. gieldan, gildan, geldan, st. V. (3b), zahlen, bezahlen, belohnen, verehren; an. gjalda, gelda (1), st. V. (3b), bezahlen, vergelten; got. *gildan, st. V. (3,2), gelten; nndl. gelden, V., gelten; nschw. gälla, V., gelten; nnorw. gjelde, V., gelten; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gültig sein (V.) oder Gültigkeit haben; BM.: entgelten?; F.: gelten, gelte, giltst, gilt, geltet, geltest, galt, galtest, galtst, galten, galtet, gälte, gältest, gälten, gältet, gölte, göltest, gölten, göltet, gegolten, ##gegolten, gegoltene, gegoltenes, gegoltenem, gegoltenen, gegoltener##, geltend, ###geltend, geltende, geltendes, geltendem, geltenden, geltender###, gelt (!)+EW; Z.: gelt-en
$Geltung, nhd., F., (12./13. Jh.): nhd. Geltung, Vergeltung, Gültigkeit; Vw.: s. Ver-; E.: s. gelt(en), s. ung; L.: DW 5, 3098; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus gelt(en) und ung gebildete Bezeichnung für Vergeltung und später Gültigkeit; F.: Geltung, Geltungen+EW; Z.: Gelt-ung
Gelübde, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Gelübde, Versprechen, Billigung, Vertrag; ne. vow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. gelübede, gelübde, gelubde, st. F., st. N., Gelübde, Gelöbnis, Zusage, Verpflichtung, Versprechen, Treueversprechen, Verheißung; mnd. gelȫvede, gelȫfte, N., Gelübde, Gelöbnis, Verheißung, Versprechen, Versprechung, Erlaubnis, Urlaub; ahd. gilubida*, st. F. (ō), Übereinstimmung, Übereinkunft, Annahme; vgl. ahd. gilobōn*, sw. V. (2), loben, preisen, verherrlichen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. lobōn, sw. V. (2), loben, preisen, verherrlichen, empfehlen, rühmen, jubeln, anerkennen; germ. *lubōn, sw. V., loben, geloben; idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gelübde, DW 5, 3099, EWD s. u. Gelübde, EWAhd 4, 310, Duden s. u. Gelübde; GB.: seit um 1000 belegte und aus geloben gebildete und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Versprechen oder eine Billigung oder einen Vertrag; BM.: mit, gern haben; F.: Gelübde, Gelübdes, Gelübden+EW; Z.: Gelüb-d-e
$Gelump, nhd., N., (?): nhd. Gelump, Geraffel, Gerümpel, Plunder, Ansammlung nutzloser Gegenstände; E.: s. Klumpatsch, s. Lumpen (?): L.: Kluge s. u. Klumpatsch, fehlt DW; GB.: vielleicht mit Lumpen verbindbare Bezeichnung für Gerumpel oder Plunder oder eine Ansammlung nutzloser Gegenstände; F.: Gelump, Gelumpes, Gelumps+EW; Z.: Ge-lump
$Gelüste, Gelüst, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gelüste, Verlangen, Lust; E.: s. ge, s. Lust, s. e; L.: EWD s. u. Lust, DW 5, 3113; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ge und Lust sowie e gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Verlangen oder eine Lust sowie älter ahd. gilust; F.: Gelüste, Gelüst, Gelüsten+EW; Z.: Ge—lüs-t-e
$gelüsten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. gelüsten, verlangen, begehren, wollen (V.); E.: s. ge, s. Lust, s. en; L.: Kluge s. u. Lust, DW 5, 3114, EWD s. u. Lust; GB.: (gilusten) seit 9. Jh. belegte und aus ge und Lust sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verlangen oder begehren oder wollen (V.); F.: gelüsten, gelüste (!), gelüstest, gelüstet, gelüstete, gelüstetest, gelüsteten, gelüstetet, ##gelüstet, gelüstete, gelüstetes, gelüstetem, gelüsteten, gelüsteter##, gelüstend, ###gelüstend, gelüstende, gelüstendes, gelüstendem, gelüstenden, gelüstender###, gelüst (!)+EW; Z.: ge-lüs-t-en
Gelze, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Gelze, verschnittene Sau; ne. sow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. galze, gelze, sw. V., Gelze, verschnittenes Schwein, verschnittene Sau; mnd. gelte, F., verschnittenes Mutterschwein; mnl. gelte, F., verschnittenes Mutterschwein; ahd. gelza, galza, sw. F. (n), Gelze, Ferkel, Schweinchen; s. germ. *galtō-, *galtōn, *galta-, *galtan, sw. M. (n), Eber; vgl. idg. *g̑ʰel- (2), V., schneiden?, Pokorny 434? (618/34) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *gʰel-, rufen, schreien, Pokorny 428? (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gelze, Kluge s. u. Gelze, DW 5, 3119, EWAhd 4, 156, Falk/Torp 131; Son.: s. awfrk. chrannechaltio, Sb., Gehege-Schwein, Gehege-Sau; ae. gielte, sw. F. (n), junge Sau; an. gylta, sw. F. (n), Sau; an. galti, galtr, M., Eber; GB.: (gelza) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen oder schon vormenschlich mögliche verschnittene Sau oder junge Sau; BM.: schneiden?, rufen?; F.: Gelze, Gelzen, Galze, Galz, Galzen+EW; Z.: Gel-z-e
gemach, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. gemach, gemächlich, bequem, langsam; ne. slowly; Vw.: -; Hw.: s. Gemach; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. gemache, gemach, Adv., bequem, gemächlich, langsam, ruhig, vorsichtig; mnd. gemak (3), Adv., bequem, behaglich; mnl. gemac, Adj., gemach; ahd. gimahho (1), gimacho, Adv., gemach, bequem, leicht, gemeinsam; vgl. ahd. gimah (1), Adj., „gemach“, angemessen, passend, geeignet, vorteilhaft; as. *gimak? (2), Adj., „gemach“, behaglich; germ. *gamaka-, *gamakaz, Adj., gemach, gemächlich; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gemach, DW 5, 3122, EWD s. u. gemach, EWAhd 4, 313, EWAhd 4, 315, Falk/Torp 303, Heidermanns 399, Duden s. u. gemach; Son.: vgl. ae. gemæc, Adj., passend, gleich, ähnlich; GB.: (gimah) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gemächlich oder bequem oder langsam; BM.: mit, machen; F.: gemach+EW; Z.: ge—mach
Gemach, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gemach, bequemer Ort, Gemächlichkeit, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit; ne. chamber, bower; Vw.: -; Hw.: s. gemach; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gemach (3), st. M., st. N., Ruhe, Wohlbehagen, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit, Ungestörtheit; mnd. gemak (1), gemāk, gemāke, N., Ruhe, Behagen, Behaglichkeit, Bequemlichkeit, Gebrauch, Benutzung; mnl. gemac, N., Gemach; ahd. gimah (2), st. N. (a), Vorteil, Annehmlichkeit, Muße, Genuss; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gimah, Adj., „gemach“, angemessen, passend, geeignet, vorteilhaft; germ. *gamaka-, *gamakaz, Adj., gemach, gemächlich; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gemach, Kluge s. u. Gemach, EWD s. u. gemach, DW 5, 3139, DW 5, 3129, EWD s. u. gemach, EWAhd 4, 313, Duden s. u. Gemach; Son.: vgl. nschw. gemak, N., Gemach; nnorw. gemakk, N., Bequemlichkeit; GB.: (gimah) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bequemen Ort oder vornehmen Wohnraum oder für ein langsames Tun; BM.: bequem; F.: Gemach, Gemachs, Gemaches, Gemächer, Gemächern+EW; Z.: Ge-mach
$gemächlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. gemächlich, bequem, genehm; E.: s. gemach, s. lich; L.: Kluge s. u. gemach, DW 5, 3140, EWD s. u. gemach; GB.: (gimahlīh*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus gemach und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches bequem oder genehm; F.: gemächlich, gemächliche, gemächliches, gemächlichem, gemächlichen, gemächlicher(, gemächlichere, gemächlicheres, gemächlicherem, gemächlicheren, gemächlicherer, gemächlichst, gemächlichste, gemächlichstes, gemächlichstem, gemächlichsten, gemächlichster)+EW; Z.: ge-mäch—lich
$Gemächlichkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gemächlichkeit, Bequemheit, Genehmheit; E.: s. gemächlich, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3142, EWD s. u. gemach; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gemächlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Bequemheit oder Genehmheit; F.: Gemächlichkeit, Gemächlichkeiten+EW; Z.: Ge—mäch—lich—kei-t
Gemächt, Gemächte, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gemächt, Gemächte, männlicher Geschlechtsteil, Genitale; ne. male genitals; Vw.: -; Hw.: s. Macht; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gemaht, st. F., Glied, Genitale; mnd. gemechte, N., Gemächte, Zeugungsglied; mnl. gemachte, N., Gemächt; ahd. gimaht, st. F. (i), Geschlechtsglied, Glied, Genitale, Penis, Hode, Hoden, Eingeweide, Vermögen, Kraft; as. gimaht, st.? F. (i), Penis; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. maht, st. F. (i), Macht, Kraft, Stärke (F.) (1), Vermögen, Fähigkeit, Können, Wille; as. maht (1), st. F. (i), Macht, Kraft; germ. *mahti-, *mahtiz, st. F. (i), Macht, Kraft; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gemächt, Kluge s. u. Gemächt, DW 5, 3149, EWAhd 4, 315, Duden s. u. Gemächte; GB.: (gimaht) seit 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlich möglichen männlichen Geschlechtsteil; BM.: mit, können; F.: Gemächt, Gemächts, Gemächtes, Gemächte, Gemächten+EW; Z.: Ge-mäch-t
Gemahl, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Gemahl, Ehemann; ne. consort, spouse, husband; Vw.: -; Hw.: s. Mahl (2), vermählen; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. gemahele (1), sw. M., st. M., Bräutigam, Gemahl, Ehemann, Mann; mnd. gemāl (1), M., Gemahl; ahd. gimahalo*, sw. M. (n), Gemahl, Bräutigam; ahd. gimahalen, sw. V. (1a), sprechen, sprechen mit, verloben, verloben mit; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. mahalen, sw. V. (1a), sprechen, reden, verloben, sich verloben, vermählen; ahd. mahal (1), st. N. (a), Gericht (N.) (1), Gerichtstermin, Gerichtsstätte, Versammlung; germ. *mahla-, *mahlam, st. N. (a), Versammlung, Rede; vgl. idg. *mād-?, *məd-, V., begegnen, kommen, Pokorny 746; L.: Kluge 1. A. s. u. Gemahl, Kluge s. u. Gemahl, DW 5, 3150, EWD s. u. Gemahl, EWAhd 4, 313, Duden s. u. Gemahl, Bluhme s. u. Gemahl; Son.: s. lang. gamahal, M., Eideshelfer; vgl. nndl. gemaal, Sb., Gemahl; nschw. gemål, Sb., Gemahl; nnorw. gemal, M., Gemahl; GB.: (gimahalo) seit um 1000 belegte und in den Bestandteilen mit dem Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder schon früher möglichen Ehemann; BM.: mit, begegnen; F.: Gemahl, Gemahls, Gemahles, Gemahle, Gemahlen+EW; Z.: Ge-mah-l
$gemahlen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. gemahlen, aufgerieben, zerkleinert; E.: s. ge, s. mahlen; L.: Kluge s. u. mahlen, DW s. mahlen; GB.: seit 1261 belegte und aus ge und mahlen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor der Sesshaftwerdung dem Menschen mögliches aufgerieben von Getreidekörnern, zerkleinert; F.: gemahlen, gemahlene, gemahlenes, gemahlenem, gemahlenen, gemahlener+EW; Z.: ge—mahl-en
$Gemahlin, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Gemahlin; E.: s. Gemahl, s. in; L.: Kluge 1. A. s. u. Gemahl, Kluge s. u. Gemahl, DW 5, 3156, EWD s. u. Gemahl l; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus Gemahl und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder schon früher mögliche Ehefrau; F.: Gemahlin, Gemahlinnen+EW; Z.: Ge-mah-l-in
$gemahnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. gemahnen, mahnen, ermahnen, auffordern, erinnern; E.: s. ge, s. mahnen; L.: Kluge s. u. mahnen; GB.: (gimanōn*) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und aus ge und mahnen gebildete sowie sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ermahnen oder auffordern oder erinnern; F.: gemahnen, gemahne, gemahnst, gemahnt, gemahnest, gemahnet, gemahnte, gemahntest, gemahnten, gemahntet, ##gemahnt, gemahnte, gemahntes, gemahntem, gemahnten, gemahnter##, gemahnend, ###gemahnend, gemahnende, gemahnendes, gemahnendem, gemahnenden, gemahnender###, gemahn (!)+EW; Z.: ge—mahn-en
Gemälde, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Gemälde, Bild; ne. painting (N.), picture (N.); Vw.: -; Hw.: s. malen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gemælde, st. N., Bild, Gemälde, Malerei; mnd. gemēlte, gemēlt, gemālte, N., Gemälde, Bild; ahd. gimālidi*, st. N. (ja), Gemälde, Darstellung, Bild, Getäfel, Täfelung, Deckenbemalung, Bemalung, Bemaltes; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. mālēn, sw. V. (3), malen, darstellen, abbilden, bemalen, anstreichen, ausmalen, zeichnen, verzieren; germ. *mēlēn, *mǣlǣn, sw. V., malen; vgl. idg. *mel- (6), melə-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gemälde, EWD s. u. Gemälde, DW 5, 3160, EWAhd 4, 316, Duden s. u. Gemälde; GB.: (gimālidi) seit 11. Jh. belegte und aus ge und mal(en) sowie de (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Steinzeit mögliches von Menschen geritztes oder gezeichnetes oder später mit verbesserten Techniken gemaltes Bild einer Gegebenheit; BM.: mit, dunkel; F.: Gemälde, Gemäldes, Gemälden+EW; Z.: Ge-mäl-d-e
$Gemäldegalerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gemäldegalerie, Gemäldesammlung, Gemäldeausstellung; E.: s. Gemälde, s. Galerie; L.: DW 5, 3163, EWD s. u. Galerie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gemälde und Galerie gebildete Bezeichnung für eine Gemäldesammlung oder Gemäldeausstellung; F.: Gemäldegalerie, Gemäldegalerien+EW+FW; Z.: Ge-mäl-d-e—gal-er-ie
gemäß, nhd., Adj., Präp., (10. Jh.?): nhd. gemäß, mäßig, gemäßigt, angemessen, entsprechend; ne. after, according (Adj.) to; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. gemæze, Adj., mäßig, gemäß, angemessen, passend, würdig, entsprechend, nötig; mnd. gemāte* (1), Adj., mäßig; ahd. gimāzi*, Adj., gemäß, gleich, entsprechend; as. -; anfrk. -; germ. *gamēta-, *gamētaz, *gamǣta-, *gamǣtaz, *gamētja-, *gamētjaz, *gamǣtja-, *gamǣtjaz, Adj., angemessen; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gemäß, Kluge s. u. gemäß, DW 5, 3166 (gemäsz), EWD s. u. gemäß, EWAhd 4, 318, Duden s. u. gemäß; Son.: vgl. afries. -; ae. gemǣte, Adj., passend, gemäß; an. -; got. -; GB.: (gimāzi) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mäßig oder gemäßigt oder angemessen oder entsprechend; BM.: mit, messen; F.: gemäß, gemäße, gemäßes, gemäßem, gemäßen, gemäßer+EW; Z.: ge-mäß
gemein, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gemein, allgemein, öffentlich, (später) roh, niederträchtig, schlecht; ne. common, public (Adj.), communal, mean (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Gemeinde; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. gemeine (1), gimein, gemein, Adj., gehörig zu, gemeinsam, vereinigt, geliebt, zusammengehörig, umgehend, vertraut, zugewandt; mnd. gemēne (1), gemeine, Adj., gemein, allgemein, öffentlich, bekannt, der Gemeinschaft zugehörig, gemeinsam; ahd. gimeini, gimein*, Adj., gemein, gemeinschaftlich, öffentlich; as. gimêni*, Adj., gemein, allgemein, gesamt, gewöhnlich; anfrk. -; germ. *gamaini-, *gamainiz, Adj., gemein; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, täuschen, tauschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gemein, Kluge s. u. gemein, DW 5, 3169, EWD s. u. gemein, EWAhd 4, 318, EWAhd 4, 320, Falk/Torp 120, 319, Falk/Torp 319, Heidermanns 396, Duden s. u. gemein, Bluhme s. u. gemein; Son.: vgl. nndl. gemee, Adj., gemein; nschw. gemein, Adj., niederträchtig, gewöhnlich; nnorw. gemen, Adj., gemein; vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches allgemein oder öffentlich oder einfach und seit der Neuzeit für roh oder niederträchtig oder schlecht; BM.: mit, gemeinsam; F.: gemein, gemeine, gemeines, gemeinem, gemeinen, gemeiner(, gemeinere, gemeineres, gemeinerem, gemeineren, gemeinerer, gemeinst, gemeinste, gemeinstes, gemeinstem, gemeinsten, gemeinster)+EW; Z.: ge—mei-n
Gemeinde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gemeinde, Gemeinschaft; ne. community; Vw.: -; Hw.: s. gemein; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); I.: Einfluss von lat. commūnio; E.: mhd. gemeinde, st. F., Anteil, Gemeinschaft, Gemeinde; mnd. gemēnede*, gemēnde, gemeinde, gemeinete, F., Gemeinde, Gemeindegut, öffentliches Gut, Gesamtheit, Gesamtheit der Bürger, Gemeinheit; gimeinida*, ahd., st. F. (ō), Gemeinde, Gemeinschaft, Teilhabe, Gemeinsamkeit, Gattung, Kirche, Allgemeines; as. gimênitha, st. F. (ō), Gemeinschaft; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *maini-, *mainiz, Adj., gemein; s. idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gemeinde, DW 5, 3220, EWD s. u. gemein, EWAhd 4, 319, Duden s. u. Gemeinde; Son.: vgl. nndl. gemeente, Sb., Gemeinde; GB.: (gimeinida) seit um 790 belegte und aus gemein und de vielleicht unter Einfluss von lat. commūnio gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Menschen mögliche Gesamtheit oder Gemeinschaft aller zu einer bestimmten Gruppe gehörenden Menschen; BM.: mit, gemeinsam; F.: Gemeinde, Gemeinden+EW; Z.: Ge—mei-n-d-e
$Gemeine, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gemeine, Gemeinschaft, Gemeinde; E.: s. gemein, s. e; L.: DW 5, 3220, EWD s. u. gemein; GB.: (gimeinī*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus gemein und e gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gemeinschaft oder Gemeinde oder Anteil; F.: Gemeine, Gemeinen; Z.: Ge—mei-n-e
$Gemeingeist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gemeingeist, Gemeinwohl, Bürgersinn; E.: s. gemein, s. Geist; L.: Kluge s. u. Gemeingeist, DW 5, 3254; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach dem Vorbild von neuenglisch public spirit und französisch esprit public gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gemeinwohl oder Bürgersinn; F.: Gemeingeist, Gemeingeistes, Gemeingeists, Gemeingeister, Gemeingeistern+EW; Z.: Ge-mei-n—gei-s-t
$Gemeinheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gemeinheit, Allgemeinheit, Gesamtheit, Gemeinde, Bürgerschaft, später auch Schlechtigkeit oder Niedertracht; E.: s. gemein, s. heit; L.: Kluge s. u. gemein, DW 5, 3255, EWD s. u. gemein; GB.: seit vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. communio oder in communi aus gemein und heit gebildete Bezeichnung für Allgemeinheit oder Gesamtheit oder Gemeinde oder Bürgerschaft oder Schlechtigkeit oder Niedertracht; F.: Gemeinheit, Gemeinheiten+EW; Z.: Ge—mei-n—hei-t
$gemeinnützig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gemeinnützig; E.: s. gemein, s. nutz(en), s. ig; L.: DW 5, 3261, EWD s. u. gemein; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gemein und nutz(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches dem allgemeinen Nutzen einer Gemeinschaft dienend in Gegensatz zu eigennützig; F.: gemeinnützig, gemeinnützige, gemeinnütziges, gemeinnützigem, gemeinnützigen, gemeinnütziger(, gemeinnützigere, gemeinnützigeres, gemeinnützigerem, gemeinnützigeren, gemeinnützigerer, gemeinnützigst, gemeinnützigste, gemeinnützigstes, gemeinnützigstem, gemeinnützigsten, gemeinnützigster)+EW; Z.: ge—mein—nütz-ig
$Gemeinplatz, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Gemeinplatz, allgemeine Redensart; E.: s. gemein, s. Platz; L.: Kluge s. u. Gemeinplatz, DW 5, 3261, EWD s. u. gemein; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und nach lat. locus communis gebildete Bezeichnung für einen allgemeinen Platz oder auch eine allgemeine Redensart wie beispielsweise wie es kommt so kommt es oder der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach oder ein Unglück kommt selten allein; F.: Gemeinplatz, Gemeinplatzes, Gemeinplätze, Gemeinplätzen+EW+FW; Z.: Ge—mei-n—pla-tz
$gemeinsam, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. gemeinsam, gemeinschaftlich, umfassend; E.: s. gemein, s. sam; L.: Kluge s. u. gemeinsam, DW 5, 3263, EWD s. u. gemein; GB.: (gimeinsam) seit um 800 belegte und wohl nach lat. communis gebildete Bezeichnung für umfassend; F.: gemeinsam, gemeinsame, gemeinsames, gemeinsamem, gemeinsamen, gemeinsamer+EW; Z.: ge—mei-n-sam
$Gemeinsamkeit, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Gemeinsamkeit, Gemeinschaftlichkeit, Gemeinschaft; E.: s. gemeinsam, s. ig, s. heit, s. keit: L.: DW 5, 3264, EWD s. u. gemein; GB.: (gemeinsamicheit) seit vor 1326 belegte und aus gemeinsam (und ig) und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gemeinschaftlichkeit oder Gemeinschaft; F.: Gemeinsamkeit, Gemeinsamkeiten+EW; Z.: Ge—mei-n—sam—kei-t
$Gemeinschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gemeinschaft, Gesamtheit von Menschen; E.: s. gemein, s. schaft; L.: Kluge s. u. gemein, DW 5, 3264, EWD s. u. gemein; GB.: (gimeinskaf*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. communio aus gemein und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gesamtheit von Menschen; F.: Gemeinschaft, Gemeinschaften+EW; Z.: Ge—mein—schaf-t
$gemeinschaftlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gemeinschaftlich; E.: s. Gemeinschaft, s. lich; L.: EWD s. u. gemein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gemeinschaft und lich gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gemeinschaft von Menschen betreffend; F.: gemeinschaftlich, gemeinschaftliche, gemeinschaftliches, gemeinschaftlichem, gemeinschaftlichen, gemeinschaftlicher(, gemeinschaftlichere, gemeinschaftlicheres, gemeinschaftlicherem, gemeinschaftlicheren, gemeinschaftlicherer, gemeinschaftlichst, gemeinschaftlichste, gemeinschaftlichstes, gemeinschaftlichstem, gemeinschaftlichsten, gemeinschaftlichster)+EW; Z.: ge-mein—schaf-t—lich
$Gemeinsinn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gemeinsinn, Gemeinnutz; E.: s. gemein, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Gemeinsinn, DW 5, 3269; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gemein und Sinn gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Einsatzbereitschaft für eine Allgemeinheit oder einen allgemeinen Nutzen; F.: Gemeinsinn, Gemeinsinnes, Gemeinsinns+EW; Z.: Ge—mei-n—sinn
$Gemeinsprache, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gemeinsprache; E.: s. gemein, s. Sprache; Q.: 1807 (Campe); L.: DW 5, 3269, EWD s. u. gemein; GB.: seit 1807 belegte und aus gemein und Sprache gebildete Bezeichnung für die allgemeine Sprache einer Gemeinschaft von Menschen in Gegensatz zu besonderen Mundarten; F.: Gemeinsprache, Gemeinsprachen+EW; Z.: Ge—mei-n—s-pra-ch-e
$Gemeinwohl, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gemeinwohl; E.: s. gemein, s. Wohl; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 5, 3272, EWD s. u. gemein; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus gemein und Wohl vielleicht nach lat. bonum commune gebildete Bezeichnung für das Wohl der Allgemeinheit in Gegensatz zu dem natürlichen Egoismus oder Selbsterhaltungstrieb jedes Einzelnen; F.: Gemeinwohl, Gemeinwohles, Gemeinwohls+EW; Z.: Ge—mei-n—woh-l
$gemeldet, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. gemeldet, mitgeteilt, angezeigt; Vw.: s. ob-; E.: s. ge, s. meld(en), s. et; GB.: vielleicht seit 790 (meldēn) belegte und aus meld(en) und et gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches mitgeteilt oder angezeigt; F.: gemeldet, gemeldete, gemeldetes, gemeldetem, gemeldeten, gemeldeter+EW; Z.: ge—meld-et
$Gemenge, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gemenge, Mischung, Gedränge; E.: s. ge, s. Menge; L.: DW 5, 3275, EWD s. u. mengen; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus ge und Menge gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Mischung oder ein Gedränge; F.: Gemenge+EW; Z.: Ge—meng-e
$gemessen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. gemessen; E.: s. ge, s. messen; L.: DW 5,3282, EWD s. u. messen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und messen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch Maß oder Messen (N.) bestimmt; F.: gemessen, gemessene, gemessenes, gemessenem, gemessenen, gemessener+EW; Z.: ge—me-ss-en
$Gemetzel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gemetzel, Morden (N.), Schlachten (N.); E.: s. ge, s. metzel(n); L.: Kluge s. u. metzeln, DW 5, 3282, EWD s. u. metzeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und metzel(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon früher mögliches grausames Morden (N.) oder Schlachten (N.); F.: Gemetzel, Gemetzels, Gemetzeln+EW(+FW); Z.: Ge-metz-el
Gemme, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gemme, ein Edelstein mit vertieft oder erhaben eingeschnittenen Figuren; ne. gem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gimme, st. F., sw. F., Edelstein, Juwel; mnd. *gemme?, F.?, Gemme; ahd. gimma, st. F. (ō), Gemme, Edelstein, Juwel, Perle, Knospe, junger Trieb, Auge an einem Zweig; as. -; anfrk. -; lat. gemma, F., Auge, Knospe, Edelstein, Siegelring, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *g̑embʰ-, *g̑m̥bʰ-, V., beißen, zerbeißen, Pokorny 369 (544/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gemme, fehlt DW, EWD s. u. Gemme, EWAhd 4, 326, Duden s. u. Gemme; Son.: zweimal aus dem Lateinischen entlehnt, die frühere Entlehnung ins Althochdeutsche ging verloren; vgl. nndl. gemme, Sb., Gemme; frz. gemme, F., Edelstein; nschw. gem, Sb., Gemme; nnorw. gemme, M., Gemme; poln. gemma, F., Gemme; kymr. gem, M., F., Gemme, Edelstein; GB.: (gimma) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Edelstein mit vertieft oder erhaben eingeschnittenen Figuren; BM.: essen?; F.: Gemme, Gemmen+FW; Z.: Gemm-e
Gems, nhd., F.: nhd. Gems; Vw.: s. Gams
Gemse, nhd., F.: nhd. Gemse; Vw.: s. Gämse
Gemüse, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gemüse, Speise, Brei; ne. vegetable; Vw.: -; Hw.: s. Mus; E.: mhd. gemüese, st. N., Gemüse, Mus, Brei; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. muos, st. N., Mus, Essen (N.), Mahlzeit, Speise, breiartige Speise; ahd. muos, st. N. (a), Mus, Brei, Speise, Essen (N.), Mahl, Mahlzeit, Gericht (N.) (2); germ. *mōsa-, *mōsam, st. N. (a), Essen (N.), Speise, Mus; s. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gemüse, Mus, Kluge s. u. Gemüse, DW 5, 3292, EWD s. u. Gemüse, Duden s. u. Gemüse, Bluhme s. u. Gemuese; GB.: (gemüese) seit 1344 belegte und aus ge und Mus sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche Pflanzen deren verschiedene Teile in rohem oder (von Menschen) gekochtem Zustand gegessen werden; BM.: mit, fett?; F.: Gemüse, Gemüsen+EW; Z.: Ge-müs-e
$Gemüt, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gemüt, Verlangen, Empfinden, Erleben, Gesamtheit der geistigen und seelischen Kräfte; E.: s. ge, s. Mut; L.: Kluge s. u. Gemüt, DW 5, 3293, EWD s. u. Gemüt; GB.: (gimuoti*) seit 863-871 belegte und aus ge und Mut und e gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Verlangen oder Empfinden oder Erleben oder die Gesamtheit der geistigen und seelischen Kräfte eines Menschen; F.: Gemüt, Gemütes, Gemüts, Gemüter, Gemütern+EW; Z.: Ge—mü-t
$gemütlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gemütlich, das Gemüt betreffend, angenehm, behaglich; E.: s. Gemüt, s. lich; L.: Kluge s. u. gemütlich, DW 5, 3328, EWD s. u. Gemüt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gemüt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches das Gemüt betreffend oder angenehm; F.: gemütlich, gemütliche, gemütliches, gemütlichem, gemütlichen, gemütlicher(, gemütlichere, gemütlicheres, gemütlicherem, gemütlicheren, gemütlicherer, gemütlichst, gemütlichste, gemütlichstes, gemütlichstem, gemütlichsten, gemütlichster)+EW; Z.: ge—mü-t—lich
$Gemütlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gemütlichkeit, Behaglichkeit, Geselligkeit; E.: s. gemütlich, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3333, EWD s. u. Gemüt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gemütlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Behaglichkeit oder Geselligkeit; F.: Gemütlichkeit+EW; Z.: Ge—mü-t—lich—kei-t
gen, nhd., Präp., (13. Jh.): nhd. gen, gegen, entgegen; ne. towards; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. gein, gegen (2), gēn, Präp., gegen, in Richtung auf, infolge, hinsichtlich, gemäß, zufolge, ungefähr, bei, entgegen, gegenüber, an, auf, für, in; mnd. gēn, gein, jēgen, jēn, Präp., gegen, gegenüber, einen Gegenstand anstrebend, gegen ... hin, in Richtung, zu, gelegen bei; ahd. gagan, gegin*, Präp., Präf., gegen, entgegen, gegenüber, vor, zu, an, nach, in Verhältnis zu, entsprechend; ahd. gagani*, Adv., Präf.?, entgegen; as. *gėgin?, Präp., gegen; anfrk. gegin-, Präf., gegen; germ. *gagana, *gagna, Präp., Präf., gegen, wider; L.: Kluge 1. A. s. u. gen, Kluge s. u. gen, DW 5, 3342, Duden s. u. gen; Son.: später nur noch in gehobener Sprache verwendet; GB.: seit 13. Jh. aus gegen durch Betonung der zweiten Silbe gebildete und später nur noch in gehobener Sprache verwendete (sowie für das Germanische erschließbare) Abkürzung von gegen; BM.: ?; F.: gen+EW; Z.: gen
Gen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gen, Erbfaktor; ne. gene; Vw.: -; Hw.: s. Genom; Q.: 20. Jh.; E.: Kunstbildung den dänischen Vererbungsforschers Wilhelm Johannsen (1857-1927) von gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gen, EWD s. u. Gen, Duden s. u. Gen; Son.: vgl. nndl. gen, Sb., Gen; frz. gène, M., Gen; nschw. gen, Sb., Gen; nnorw. gen, M., N., Gen; poln. gen, M., Gen; kymr. genyn, M., Gen; nir. géin, M., Gen; lit. genas, M., Gen; GB.: seit vor 1927 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Abschnitt der Desoxyribonukleinsäure (DNS oder ne. DNA) als lokalisierter Träger einer Erbanlage oder als Anleitung zu der Herstellung von Proteinen aus den vier Basen Adenin und Cytosin und Guanin und Thymin dienender Gegebenheiten der die Ausbildung eines einzelnen Merkmals (wie beispielsweise Geschlecht oder Hautfarbe oder Augenfarbe eines Lebewesens) bestimmt oder beeinflusst (Menschen haben rund 23000 Gene, Wasserflöhe etwa 23000, Elefanten etwa 22000, Kleiderläuse etwa 10773, Rosen (Old Blush) mehr als 36000, Kartoffeln 38214, Amöben 8000-12500); BM.: erzeugen; F.: Gen, Gens, Gene, Genen+FW; Z.: Gen
...gen, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. …gen, …erzeugend; ne. …genous, …geneous; Vw.: s. auto-, endo-, exo-, foto-, homo-, tele-; Hw.: s. Genese, Genesis; Q.: 18. Jh.?; I.: aus dem Gr.; E.: s. gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. -gen, EWD s. u. -gen, Duden s. u. -gen; Son.: vgl. nndl. …geen, Suff., …gen; frz. …gène, Suff., …gen; nschw. …gen, Suff., …gen; nnorw. …gen, Suff., …gen; poln. …geniczny, Suff., …gen; kymr. …genaidd, Suff., …gen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe für die Anzeige einer Herkunft bzw. eines Erzeugers verwendete Bezeichnung+FW; Z.: -gen
$genannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. genannt, erwähnt, mitgeteilt, bezeichnet; Vw.: s. ob-; E.: s. ge, s. nenn(en), s. t; L.: DW 5, 3345; GB.: seit um 1120/1130 belegte und aus ge und nenn(en) sowie t gebildete Bezeichnung für erwähnt oder mitgeteilt oder bezeichnet; F.: genannt, genannte, genanntes, genanntem, genannten, genannter(, genanntere, genannteres, genannterem, genannteren, genannterer, genanntest, genannteste, genanntestes, genanntestem, genanntesten, genanntester)+EW; Z.: ge—nan-n-t
genant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. genant, beschämend, schamhaft, peinlich, lästig; ne. embarrasing; Vw.: -; Hw.: s. genieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. gênant; E.: s. frz. gênant, Adj., genant, peinlich; vgl. frz. gêner, V., bedrücken, stören, sich genieren; afrz. gehiner, V., foltern; vgl. afrz. gehine, Sb., das durch Folter erpresste Geständnis; afrz. jehir, V., zum Geständnis bringen, gestehen; wohl von awfr. *jahhjan, V., zum Gestehen bringen; awfrk. *jehan, st. V., eingestehen, bekennen; germ. *jehan, st. V., aussprechen, sagen, versichern; idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. genieren, fehlt DW, EWD s. u. genieren, Duden s. u. genant; Son.: vgl. nndl. gênant, Adj., beschämend, genant; nschw. genant, Adj., peinlich; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beschämend oder schamhaft oder peinlich oder lästig oder geniert; BM.: sprechen; F.: genant, genante, genantes, genantem, genanten, genanter(, genantere, genanteres, genanterem, genanteren, genanterer, genantest, genanteste, genantestes, genantestem, genantesten, genantester)+FW; Z.: gen-ant
genau, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. genau, gründlich, gewissenhaft, sorgfältig, zutreffend, bestimmt, übereinstimmend; ne. precise, definite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. genou, genā, Adj., eng, genau, sorgfältig; mhd. genā, genāwe, Adj., eng, genau, sorgfältig, dringend; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. nouwe (1), nāwe, nou, nā, Adj., eng, genau, sorgfältig, knapp, kaum; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. genau, Kluge s. u. genau, DW 5, 3348, EWD s. u. genau, Duden s. u. genau, Bluhme s. u. genau; Son.: vgl. nndl. nau, Adj., genau; nnorw. nøye, Adj., genau; GB.: (genoue Adv.) seit um 1230 belegte und aus ge und nou (sowie e) gebildete und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für gründlich oder gewissenhaft oder bestimmt oder übereinstimmend; BM.: mit, eng; F.: genau, genaue, genaues, genauem, genauen, genauer(, genauere, genaueres, genauerem, genaueren, genauerer, genaust, genauste, genaustes, genaustem, genausten, genauster, genauest, genaueste, genauestes, genauestem, genauesten, genauester)+EW; Z.: ge-nau
$Genauigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Genauigkeit, Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit, Bestimmtheit; E.: s. genau, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. genau, DW 5, 3359, EWD s. u. genau; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus genau und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für Sorgfalt oder Gewissenhaftigkeit oder Bestimmtheit; F.: Genauigkeit, Genauigkeiten+EW; Z.: Ge-nau-ig-kei-t
Gendarm, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Gendarm, Polizist; ne. gendarme, country constable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. gendarme; E.: s. frz. gendarme, M., Gendarm; vgl. frz. gens d’arme, M. Pl., bewaffnete Männer, bewaffnete Leute; frz. gens, M. Pl., Leute; lat. gēns, F., Geschlecht, Stamm, Geschlechtsstamm, Stammeslinie, Familie, Verwandte (Pl.), Sippe, (um 235-200 v. Chr.); idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); frz. arme, F., Waffe; lat. arma, N. Pl., Waffe; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Gendarm, fehlt DW, EWD s. u. Gendarm, Duden s. u. Gendarm; Son.: vgl. nndl. gendarme, Sb., Gendarm; nschw. gendarm, Sb., Gendarm; nnorw. gendarm, M., Gendarm; poln. żandarm, M., Gendarm; kymr. gendarme, M., Gendarm; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in Landgemeinden tätigen Polizisten oder Polizeibeamten; BM.: erzeugen, fügen; F.: Gendarm, Gendarmes, Gendarms, Gendarme, Gendarmen+FW(+EW); Z.: Gen-d-ar-m
Genealogie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Genealogie, Wissen über die Geschlechterfolge, Stammbaum, Geschlechtsregister; ne. genealogy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: lat. geneālogia; E.: spätmhd. genealogye, F., Genealogie; lat. geneālogia, F., Geschlechtsregister, Stammbaum, (um 160-220 n. Chr.); gr. γενεαλογία (genealogía), F., Geschlechtsregister, Stammbaum; vgl. gr. γενεά (geneá), F., Geschlecht, Generation, Zeitalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Genealogie, fehlt DW, EWD s. u. Genealogie, Duden s. u. Genealogie; Son.: vgl. nnndl. genealogie, Sb., Genealogie; frz. généalogie, F., Genealogie; nschw. genealogie, Sb., Genealogie; nnorw. genealogi, M., Genealogie; poln. genealogia, F., Genealogie; lit. genealogija, F., Genealogie; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Lehre über eine Geschlechterfolge oder einen Stammbaum oder ein Geschlechtsregister; BM.: erzeugen, sammeln; F.: Genealogie, Genealogien+FW+EW; Z.: Gen-ea-log-ie
genehm, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. genehm, angenehm, erwünscht, willkommen, gelegen; ne. convenient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1165 (Glosse); E.: s. mhd. genæme (1), genāme, Adj., genehm, annehmbar, annehmlich, wohlgefällig, angenehm, geneigt, gewogen, willkommen; mnd. genēme, geneme, gnēme, Adj., genehm, annehmbar, gangbar, im Umlauf befindlich (Münze); vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. nëmen, st. V., fassen, ergreifen, sich aneignen; ahd. neman, st. V. (4), nehmen, wegnehmen, ergreifen, fassen, gefangen nehmen, wegreißen; germ. *neman, st. V., nehmen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. genehm, Kluge s. u. genehm, DW 5, 3360, EWD s. u. genehm, Duden s. u. genehm; GB.: seit um 1165 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches angenehm oder erwünscht oder willkommen oder gelegen; BM.: mit, nehmen; F.: genehm, genehme, genehmes, genehmem, genehmen, genehmer(, genehmere, genehmeres, genehmerem, genehmeren, genehmerer, genehmst, genehmste, genehmstes, genehmstem, genehmsten, genehmster)+EW; Z.: ge-nehm
$genehmigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. genehmigen, gestatten, billigen, bejahen; E.: s. genehm, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. genehmigen, DW 5, 3363, EWD s. u. genehm, Duden s. u. genehmigen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genehm und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gestatten oder billigen oder bejahen; F.: genehmigen, genehmige, genehmigst, genehmigt, genehmigest, genehmiget, genehmigte, genehmigtest, genehmigten, genehmigtet, ##genehmigt, genehmigte, genehmigtes, genehmigtem, genehmigten, genehmigter##, genehmigend, ###genehmigend, genehmigende, genehmigendes, genehmigendem, genehmigenden, genehmigender###, genehmig (!)+EW; Z.: ge—nehm-ig-en
$Genehmigung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Genehmigung, Gestattung, Billigung, Bejahung; E.: s. genehmig(en), s. ung; L.: DW 5, 3363, EWD s. u. genehm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genehmig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Gestattung oder Billigung oder Bejahung; F.: Genehmigung, Genehmigungen+EW; Z.: Ge—nehm-ig-ung
$geneigt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. geneigt, eine Neigung aufweisend, gesinnt, bereit; Vw.: s. ab-, zu-; E.: s. ge, s. neig(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. neigen, DW 5, 3363, EWD s. u. neigen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ge und neig(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches eine Neigung aufweisend oder gesinnt oder bereit; F.: geneigt, geneigte, geneigtes, geneigtem, geneigten, geneigter(, geneigtere, geneigteres, geneigterem, geneigteren, geneigterer, geneigtest, geneigteste, geneigtestes, geneigtestem, geneigtesten, geneigtester)+EW; Z.: ge-nei-g-t
General, nhd., M., (13. Jh.): nhd. General, Oberbefehlshaber, höchster Rang; ne. general (M.); Vw.: -; Hw.: s. generalisieren, generell; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. general, M., General, Oberhaupt eines Mönchsordens; mlat. generālis, M., „General“, General eines religiösen Ordens, Ordensgeneral; vgl. lat. generālis, zum Geschlecht gehörig, zur Gattung gehörig, Geschlechts..., Gattungs..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. General, DW 5, 3369, EWD s. u. General, Duden s. u. General; Son.: vgl. nndl. generaal, Sb., General; frz. general, M., General; nschw. general, Sb., General; nnorw. general, M., General; poln. generał, M., General; nir. ginearál, M., General; lit. generolas, M., General; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen allgemeinen und damit höchsten Rang in einem Orden oder Heer; BM.: erzeugen bzw. Geschlecht; F.: General, Generals, Generale, Generalen, Generäle, Generälen+FW(+EW); Z.: Gen-er-al
$general…, nhd., Partikel: nhd. general…, allgemein…; E.: s. General; L.: EWD s. u. General; GB.: viellicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar swm Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für allgemein; F.: general…; Z.: gen-er-al-
generalisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. generalisieren, verallgemeinern; ne. generalise, generalize; Vw.: -; Hw.: s. generell, General; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. généraliser; E.: s. frz. généraliser, V., generalisieren; frz. général, M., General; mlat. generālis, M., „General“, General eines religiösen Ordens, Ordensgeneral; vgl. lat. generālis, Adj., zum Geschlecht gehörig, zur Gattung gehörig, Geschlechts..., Gattungs..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. generell, fehlt DW, EWD s. u. General, Duden s. u. generalisieren; Son.: vgl. nndl. generaliseren, V., generalisieren; nschw. generalisera, V., generalisieren; nnorw. generalisere, V., generalisieren; poln. generalizować, V., generalisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommen und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verallgemeinern; BM.: erzeugen; F.: generalisieren, generalisiere, generalisierst, generalisiert, generalisierest, generalisieret, generalisierte, generalisiertest, generalisierten, generalisiertet, ##generalisiert, generalisierte, generalisiertes, generalisiertem, generalisierten, generalisierter##, generalisierend, ###generalisierend, generalisierende, generalisierendes, generalisierendem, generalisierenden, generalisierender###, generalisier (!)+FW(+EW); Z.: gen-er-al-is-ier-en
Generation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Generation, Dauer eines Menschenlebens, gleiche Altersstufe; ne. generation; Vw.: s. De-, Re-; Hw.: s. generativ, Generator, generieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. generātio; E.: s. lat. generātio, F., Zeugung, Zeugungsfähigkeit, Geschlecht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen, hervorbringen; lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Generation, fehlt DW, EWD s. u. Generation, Duden s. u. Generation; Son.: vgl. nndl. generatie, Sb., Generation; frz. génération, F., Generation; nschw. generation, Sb., Generation; nnorw. generasjon, M., Generation; poln. generacja, F., Generation; lit. generacija, F., Generation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die durchschnittliche Dauer eines Menschenlebens oder das einzelne Glied in einer Geschlechterfolge oder die Gesamtheit der Menschen in der ungefähr gleichen Altersstufe; BM.: erzeugen; F.: Generation, Generationen+FW(+EW); Z.: Gen-er-at-io-n
generativ, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. generativ, Zeugung betreffend, geschlechtliche Fortpflanzung betreffend; ne. generativ; Vw.: -; Hw.: s. Generation, Generator, generieren; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. generātīvus; E.: s. lat. generātīvus, Adj., Zeugung betreffend?, Zeugung vollbringend, Fortpflanzung vollbringend, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen, hervorbringen; lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Generation, Duden s. u. generativ; Son.: vgl. nndl. generatief, Adj., generative; nnorw. generative, Adj., generative; poln. generatywny, Adj., generativ; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Zeugung betreffend oder die geschlechtliche Fortpflanzung betreffend; BM.: erzeugen; F.: generativ, generative, generatives, generativem, generativen, generativer+FW(+EW); Z.: gen-er-at-iv
Generator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Generator, Energieerzeuger; ne. generator; Vw.: -; Hw.: s. Generation, generativ, generieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. generātor; E.: s. lat. generātor, M., Erzeuger, Erschaffer, Stammvater, Vater, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen, hervorbringen; lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Generation, fehlt DW, EWD s. u. Generator, Duden s. u. Generator; Son.: vgl. frz. générateur, M., Generator; nschw. generator, Sb., Generator; nnorw. generator, M., Generator; poln. generator, M., Genereator; kymr. generadur, M., Generator; nir. gineadóir, M., Generator; lit. generatorius, M., Generator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Erzeuger oder eine mechanische Energie wie beispielsweise eine Drehbewegung in elektrische Energie wie beispielsweise Strom umwandelnde Maschine (beispielsweise Otto von Guerickes 1663); BM.: erzeugen; F.: Generator, Generators, Generatoren+FW(+EW); Z.: Gen-er-at-or
generell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. generell, allgemein; ne. general (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. General, generalisieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. général; E.: s. frz. général, Adj., generell; lat. generālis, zum Geschlecht gehörig, zur Gattung gehörig, Geschlechts..., Gattungs..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. generell, fehlt DW, EWD s. u. generell, Duden s. u. generell; Son.: vgl. nndl. generaal, Adj., generell; nschw. generell, Adj., generell; nnorw. generell, Adj., generell; poln. generalny, Adj., generell; lit. generalinis, Adj., generell; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches allgemein; BM.: erzeugen; F.: generell, generelle, generelles, generellem, generellen, genereller(, generellere, generelleres, generellerem, generelleren, generellerer, generellst, generellste, generellstes, generellstem, generellsten, generellster)+FW(+EW); Z.: gen-er-ell
generieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. generieren, hervorbringen, erzeugen; ne. generate; Vw.: s. de-, re-; Hw.: s. Generation, generativ, Generator; Q.: 1603?; I.: Lw. lat. generāre; E.: s. lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen, hervorbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Generation, fehlt DW, Duden s. u. generieren; Son.: vgl. nndl. genereren, V., generieren; frz. générer, V., generieren; nschw. generera, V., generieren; nnorw. generere, V., generieren; poln. generować, V., generieren; GB.: vielleicht seit 1603 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches hervorbringen oder erzeugen; BM.: erzeugen; F.: generieren, generiere, generierst, generiert, generierest, generieret, generierte, generiertest, generierten, generiertet, ##generiert, generierte, generiertes, generiertem, generierten, generierter##, generierend, ###generierend, generierende, generierendes, generierendem, generierenden, generierender###, generier (!)+FW; Z.: gen-er-ier-en
generös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. generös, großzügig, freigiebig; ne. generous; Vw.: -; Hw.: s. Generosität; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. généreux; E.: s. frz. généreux, Adj., generös, großzügig; lat. generōsus, Adj., edel, edelmütig, hochherzig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. generös, fehlt DW, EWD s. u. generös, Duden s. u. generös; Son.: vgl. nschw. generös, Adj., generös; nnorw. sjenerøs, generøs, Adj., generös; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Vermögen mögliches großzügig oder freigiebig; BM.: erzeugen; F.: generös, generöse, generöses, generösem, generösen, generöser(, generösere, generöseres, generöserem, generöseren, generöserer, generösest, generöseste, generösestes, generösestem, generösesten, generösester)+FW(+EW); Z.: gen-er-ös
Generosität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Generosität, Großzügigkeit, Freigiebigkeit; ne. generosity; Vw.: -; Hw.: s. generös; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. generōsitās; E.: s. lat. generōsitās, F., edle Art, edle Abkunft, edle Rasse, ererbter Stand, edles Ansehen, hohes Ansehen, hoher Stand, Adel, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. generōsus, Adj., edel, edelmütig, hochherzig; vgl. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Abkunft, Geschlecht; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. generös, fehlt DW, EWD s. u. generös, Duden s. u. Generosität; Son.: vgl. nschw. generositet, Sb., Generosität; nnorw. sjenerøsitet, F., Generosität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Großzügigkeit oder Freigiebigkeit; BM.: erzeugen; F.: Generosität+FW(+EW); Z.: Gen-er-ös-it-ät
Genese, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Genese, Entstehung, Entstehungsgeschichte; ne. genesis, formation; Vw.: -; Hw.: s. Genesis; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. genèse; E.: s. frz. genèse, F., Entstehung; lat. genesis, F., Zeugung, Schöpfung, Erschaffung, Geschlecht, Familie, (vor 66 n. Chr.); gr. γένεσις (génesis), F., Geburt, Ursprung; vgl. gr. γίγνεσθαι (gígnesthai), V., werden, entstehen; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genese, fehlt DW, EWD s. u. Genesis, Duden s. u. Genese; Son.: vgl. nndl. genese, Sb., Genese; nnorw. genese, M., Genese; poln. geneza, F., Genese; lit. genezė, F., Genese; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Entstehung oder Entstehungsgeschichte; BM.: erzeugen; F.: Genese, Genesen+FW(+EW); Z.: Gen-es-e
genesen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. genesen, heil davonkommen, gesund werden, gesunden, heilen; ne. recover (V.); Vw.: -; Hw.: s. nähren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. genesen (1), st. V., gesunden, errettet werden; mnd. genēsen (1), genesen, gnesen, st. V., genesen (V.), gesunden, mit dem Leben davon kommen, unversehrt bleiben; mnl. genesen, V., genesen, am Leben bleiben, gerettet werden; ahd. ginesan, st. V. (5), genesen, erlöst werden, sich retten, gesund werden, geheilt werden, gerettet; as. ginesan*, st. V. (5), genesen, gerettet werden; anfrk. -; germ. *ganesan, st. V., genesen, gerettet werden; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. genesen, Kluge s. u. genesen, DW 5, 3384, EWD s. u. genesen, EWAhd 4, 340, Seebold 359, Duden s. u. genesen, Bluhme s. u. genesen; Son.: vgl. afries. -; ae. genesan, st. V. (5), gerettet werden, überleben, entkommen; an. -; got. ganisan, st. V. (5), genesen, gerettet werden, selig werden; ai. násate, V., tritt heran, sucht auf; gr. νέομαι (néomai), V., ich komme davon, ich gelange glücklich wohin; ? toch. A nas-, sein (V.); ? toch. B sein (V.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches einen schlechten Zustand überstehen und wieder gesund werden oder gesunden oder heilen; BM.: mit, geborgen sein (V.); F.: genesen, genest (!), genesest, geneset, genas, genasest, genast, genasen, genaset, genäse, genäsest, genäsen, genäset, ##genesen, genesene, genesenes, genesenem, genesenen, genesener##, genesend, ###genesend, genesende, genesendes, genesendem, genesenden, genesender###, genes (!)+EW; Z.: ge-nes-en
Genesis, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Genesis, Entstehung, Ursprung; ne. genesis; Vw.: -; Hw.: s. Genese; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); I.: Lw. lat. genesis; E.: s. ahd.? genesis*, Sb., Genesis, Entstehung; lat. genesis, F., Zeugung, Schöpfung, Erschaffung, Geschlecht, Familie, (vor 66 n. Chr.); gr. γένεσις (génesis), F., Geburt, Ursprung; vgl. gr. γίγνεσθαι (gígnesthai), V., werden, entstehen; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genese, fehlt DW, EWD s. u. Genesis, Duden s. u. Genesis; Son.: vgl. nndl. genese, Sb., Genese; nnorw. genese, M., Genese; poln. genezis, F., Genesis, Schöpfungsgeschichte; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Entstehung oder Entstehungsgeschichte; BM.: erzeugen; F.: Genesis+FW; Z.: Gen-es-is
$Genesung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Genesung, Heilung; E.: s. genes(en), s. ung; L.: Kluge s. u. genesen, DW 5, 3390, EWD s. u. genesen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus genes(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Gesundung oder Heilung; F.: Genesung, Genesungen+EW; Z.: Ge—nes-ung
$Genetik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Genetik, Vererbung, Abstammung; E.: s. Gene(se), s. tik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Genesis; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Altgriechischen gebildete (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Vererbung oder Abstammung; F.: Genetik+FW(+EW); Z.: Gen-et-ik
genetisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. genetisch, die Entstehung betreffend, erblich bedingt; ne. genetic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. γενητός (genētós); E.: s. gr. γενητός (genētós), Adj., entstanden, hervorgebracht; vgl. gr. γίγνεσθαι (gígnesthai), V., werden, entstehen; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. genetisch, fehlt DW, EWD s. u. Genesis, Duden s. u. genetisch; Son.: vgl. nndl. genetisch, Adj., genetisch; frz. génétique, Adj., genetisch; nschw. genetisk, Adj., genetisch; nnorw. genetisk, Adj., genetisch; poln. genetyczny, Adj., genetisch; kymr. genetig, Adj., genetisch; lit. genetinis, Adj., genetisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches eine Entstehung betreffend oder erblich bedingt; BM.: erzeugen; F.: genetisch, genetische, genetisches, genetischem, genetischen, genetischer+FW(+EW); Z.: gen-et-isch
Genetiv, Genitiv, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Genetiv, Genitiv, Wesfall; ne. genitive (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. genetīvus; E.: s. lat. genetīvus (2), M., Zeugefall, Genetiv, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. genetīvus (1), Adj., angeboren, zur Geburt gehörig, zur Erzeugung gehörend; lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genetiv, fehlt DW, EWD s. u. Genitiv, Duden s. u. Genitiv; Son.: vgl. nndl. genitief, Sb., Genetiv; nschw. genitiv, Sb., Genitiv; nnorw. genitiv, M., Genetiv; kymr. genidol, M., Genetiv; nir. ginideach, M., Genetiv; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen besitzanzeigenden Fall (Wesfall) in der Grammatik; BM.: erzeugen; F.: Genetiv, Genetivs, Genetives, Genetive, Genetiven, Genitiv, Genitivs, Genitives, Genitive, Genitiven+FW(+EW); Z.: Gen-et-iv
$genial, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. genial, hochbegabt, hervorragend; Vw.: s. kon-; E.: s. Geni(e), s. al(isch); L.: Kluge s. u. genial, Genie, DW 5, 3393, EWD s. u. Genie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genial(isch) abgekürzte sowie aus Geni(e) und al (sowie isch) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hochbegabt oder hervorragend; F.: genial, geniale, geniales, genialem, genialen, genialer(, genialere, genialeres, genialerem, genialeren, genialerer, genialst, genialste, genialstes, genialstem, genialsten, genialster)+FW(+EW); Z.: gen-i-al
$Genialität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Genialität, geniale Art, überragende Fähigkeit; E.: s. genial, s. i, s. tät; L.: DW 5, 3394, EWD s. u. Genie; GB.: seit 1797 belegte und aus genial(isch) und i sowie tät gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche überragende Fähigkeit; F.: Genialität+FW(+EW); Z.: Gen-i-al-it-ät
Genick, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Genick, Nacken; ne. neck (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nacken, nicken, neigen; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: s. mhd. genic, genicke, st. N., Genick; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. nicken, sw. V., beugen, sich neigen; ahd. nikken, nicken, sw. V. (1a), beugen, nicken, unterwerfen, niederbeugen, niederstrecken, zuerkennen, zusagen; ahd. nīgan, st. V. (1a), sich neigen vor, verbeugen, niederbücken, sich niederwerfen; germ. *hneigwan, st. V., sich neigen; idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Genick, Kluge s. u. Genick, DW 5, 3394, EWD s. u. Genick, Duden s. u. Genick, Bluhme s. u. Genick; Son.: vgl. nndl. nek, Sb., Genick; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus ge und nick(en) gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das die Beweglichkeit des Kopfes gegen den Rumpf von Wirbeltieren ermöglichende von den ersten beiden Halswirbeln gebildete Gelenk; BM.: mit, neigen; F.: Genick, Genicks, Genickes, Genicke, Genicken+EW; Z.: Ge—nick
$Genickfänger, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Genickfänger; E.: s. Genick, s. Fänger; L.: DW 5, 3396, EWD s. u. Genick; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Genick und Fänger gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Jagdmesser für den Genickfang (Todesstoß) eines verletzten Tieres durch den Jäger; F.: Genickfänger, Genickfängers, Genickfängern+EW; Z.: Ge—nick—fä-n-g-er
Genie, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Genie, hochbegabter Mensch; ne. genius (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. génie; E.: s. frz. génie, M., Genie, außerwöhnlich begabter Mensch; lat. genius, Genius, M., Schutzgeist, Schöpfergeist, Begabung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genie, DW 5, 3396, EWD s. u. Genie, Duden s. u. Genie; Son.: vgl. nndl. genie, Sb., Genie; nschw. geni, Sb., Genie; nnorw. geni, N., Genie; poln. geniusz, M., Genie; nir. ginias, M., Genie; lit. genijus, M., Genie; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und unter Bedeutungsänderung mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen außergewöhnlich begabten Menschen wie beispielsweise Aristoteles oder Leonardo da Vinci oder Johann Wolfgang von Goethe oder Gottfried Wilhelm Leibniz oder Alexander von Humboldt oder Robert Koch oder Albert Einstein oder William James Sidis (1898-1944) und manche andere; BM.: erzeugen; F.: Genie, Genies+FW; Z.: Gen-ie
genieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. genieren, sich schämen; ne. be embarrased; Vw.: -; Hw.: s. genant; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. gêner; E.: s. frz. gêner, V., bedrücken, stören, sich genieren; afrz. gehiner, V., foltern; vgl. afrz. gehine, Sb., das durch Folger erpresste Geständnis; afrz. jehir, V., zum Geständnis bringen, gestehen; wohl von awfr. *jahhjan, V., zum Gestehen bringen; awfrk. *jehan, st. V., eingestehen, bekennen; germ. *jehan, st. V., aussprechen, sagen, versichern; idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. genieren, fehlt DW, EWD s. u. genieren, Duden s. u. genieren; Son.: vgl. nndl. generen, V., genieren; nschw. genera, V., genieren; nnorw. sjenere, V., genieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Situation als unangenehm und beschämend empfinden oder sich schämen; BM.: sprechen; F.: genieren, geniere, genierst, geniert, genierest, genieret, genierte, geniertest, genierten, geniertet, ##geniert, genierte, geniertes, geniertem, genierten, genierter##, genierend, ###genierend, genierende, genierendes, genierendem, genierenden, genierender###, genier (!)+FW(+EW); Z.: gen-ier-en
$geniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. geniert, beschämt; Vw.: s. un-; E.: s. genier(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. genieren, fehlt DW, EWD s. u. genieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches beschämt; F.: geniert+FW; Z.: gen-ier-t
$genießbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. genießbar, bekömmlich, verträglich; E.: s. genieß(en), s. bar; L.: Kluge s. u. genießen, DW 5, 3453 (genieszbar), EWD s. u. genießen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus genieß(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches für Lebewesen bekömmlich oder verträglich; F.: genießbar, genießbare, genießbares, genießbarem, genießbaren, genießbarer(, genießbarere, genießbareres, genießbarerem, genießbareren, genießbarerer, genießbarst, genießbarste, genießbarstes, genießbarstem, genießbarsten, genießbarster)+EW; Z.: ge-nieß-bar
genießen, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. genießen, freudig auf sich wirken lassen, erleben; ne. enjoy (V.), relish (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. geniezen, st. V., nutzen, innehaben, Nutzen (M.) haben, recht bekommen (V.), straffrei ausgehen; mnd. genēten, geneten, gnēten, st. V., genießen, Vorteil von etwas haben, Förderung von etwas haben, Gewinn von etwas haben; ahd. giniozan*, st. V. (2b), nutzen, genießen, Nutzen (M.) haben von, etwas genießen, haben; vgl. as. giniudon*, sw. V. (2), genießen, sich erfreuen; anfrk. -; germ. *ganeutan, st. V., genießen, ergreifen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); s. idg. neud-?, V., greifen, ergreifen, nutzen, Pokorny 768? (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. genießen, Kluge s. u. genießen, DW 5, 3454 (genieszen), EWD s. u. genießen, EWAhd 4, 345, Seebold 361, Duden s. u. genießen, Bluhme s. u. geniessen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. ganiutan, st. V. (2), ergreifen, erwischen, fangen; nndl. genieten, V., genießen; nschw. njuta, V., genießen; nnorw. nyte, V., genießen; lit. naudá, Sb., Nutzen (M.), Vorteil; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus ge und nießen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches freudig auf sich wirken lassen oder erleben; F.: genießen, genieße, genießt, genießest, genießet, genoss (!), genossest, genosst, genossen, genosset (!), genösse, genössest, genössen, genösset, ##genossen, genossene, genossenes, genossenem, genossenen, genossener##, genießend, ###genießend, genießende, genießendes, genießendem, genießenden, genießender###, genieß (!)+EW; Z.: ge-nieß-en
$Genießer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Genießer, Genießender; E.: seit 14. Jh. belegte und aus genieß(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Leben möglichen Genießenden; L.: Kluge s. u. genießen, DW 5, 3467, EWD s. u. Genießer; F.: Genießer, Genießers, Genießern+EW; Z.: Ge—nieß-er
$genießerisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. genießerisch; Q.: 1930-1940; E.: s. Genießer, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. genießen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Genießer und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches einen Genießenden betreffend; F.: genießerisch, genießerische, genießerisches, genießerischem, genießerischen, genießerischer(, genießerischere, genießerischeres, genießerischerem, genießerischeren, genießerischerer, genießerischst, genießerischste, genießerischstes, genießerischstem, genießerischsten, genießerischster)+EW; Z.: ge—nieß-er-isch
$Genießmittel, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Genießmittel, Genussmittel; E.: s. genieß(en), s. Mittel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Genuß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genieß(en) und Mittel gebildete Bezeichnung für ein aus Sicht des Menschen bestehendes Genussmittel; F.: Genießmittel, Genießmittels, Genießmitteln+EW; Z.: Ge—nieß—mi-tt-el
genital, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. genital, Genital…, die Geschlechtsorgane betreffend; ne. genital (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Genitale; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. genitālis; E.: s. lat. genitālis, Adj., zur Zeugung gehörig, zur Geburt gehörig, zeugend, erzeugend, Zeugungs..., Geschlechts..., (204-169 v. Chr.); vgl. lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genitalien, fehlt DW, EWD s. u. Genitale, Duden s. u. genital; Son.: vgl. nndl. genitaal, Adj., genital; frz. genital, Adj., genital; nschw. genital, Adj., genital; nnorw. genital, Adj., genital; nir. ginitiúil, Adj., genital; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Geschlecht mögliches die Geschlechtsorgane betreffend; BM.: erzeugen; F.: genital, genitale, genitales, genitalem, genitalen, genitaler+FW(+EW); Z.: gen-it-al
Genitale, Genital, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Genitale, Genital, Geschlechtsglied, Geschlechtsorgan, Fortpflanzungsorgan; ne. genital (N.); Vw.: -; Hw.: s. genital; Q.: 18. Jh.; E.: lat. genitāle, N., Geburtsglied, Schamglied, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. genitālis, Adj., zur Zeugung gehörig, zur Geburt gehörig, zeugend, erzeugend, Zeugungs..., Geschlechts...; vgl. lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genitalien, fehlt DW, EWD s. u. Genitale, Duden s. u. Genitale; Son.: vgl. nndl. genitalen, Sb. Pl., Genitalien; nschw. genitalier, Sb. Pl., Genitalien; nnorw. genitalia, Sb. Pl., Genitalien; poln. genitalia, Sb. Pl., Genitalien; kymr. genitalia, Sb. Pl., Genitalien; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Geschlecht mögliches Geschlechtsorgan oder Fortpflanzungsorgan; BM.: erzeugen; F.: Genitale, Genital, Genitals, Genitales, Genitalien+FW; Z.: Gen-it-al-e
...genitur, nhd., F.., (13. Jh.?): nhd. ...genitur, …geburt; ne. ...geniture; Vw.: s. Primo-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?); I.: Lw. lat. genitūra; E.: s. lat. genitūra, F., Zeugung, Gebärung, (23/24-79 n. Chr.); lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: nndl. ...geniturr, Suff., ...genitur; frz. ...géniture, Suff., ...genitur; nschw. ...genitur, Suff., ...genitur; nnorw. ...genitur, Suff., ...genitur; lit. ...genitura, Suff., ...genitur; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung für Entstehung oder Zeugung oder Gebärung oder Geburt; BM.: erzeugen; F.: ...genitur, ...genituren+FW; Z.: -gen-it-ur
$Genius, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Genius, Schutzgeist; E.: s. lat. genius; L.: fehlt DW (s. d. unter Genie), EWD s. u. Genius; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Schutzgeist; F.: Genius, Genien+FW; Z.: Gen-i-us
Genom, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Genom, Erbgut; ne. genome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: Kunstbildung zu Gen und Chromosom (s. d.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Genom; Son.: vgl. nndl. genoom, Sb., Genom; frz. génome, M., Genome; nschw. genom, N., Genom; nnorw. genom, N., Genom; kymr. genom, M., Genom; nir. géanóm, M., Genom; poln. genom, M., Genom; poln. genomas, M., Genom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Gen und (Chromos)om und damit letztlich dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der verschiedenen schon vormenschlich möglichen die Sequenzen der Desoxyribonukleinsäure (DNS oder ne. DNA) eines Organismus oder Zellorgans betreffenden Abschnitte; BM.: erzeugen; F.: Genom, Genoms, Genome, Genomen+FW; Z.: Gen-om
Genosse, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Genosse, Genoss, Begleiter, Kamerad; ne. comrade, companion; Vw.: -; Hw.: s. nießen?; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. genōz, st. M., Genosse, Gefährte, Standesgenosse, Ebenbürtiger; mhd. genōze, sw. M., Genosse, Gefährte, Standesgenosse, Ebenbürtiger, Kampfgenosse, Gesinnungsgenosse; mnd. genōt (1), M., Genosse, Gefährte, Gesellschafter, Standesgenosse, Gatte; mnd. genōte* (1), genōt, M., Genosse, Gefährte, Gesellschafter, Standesgenosse, Gatte; mnl. genoot, genoet, gnoot, M., Genosse; ahd. ginōz, st. M. (a), Genosse, Kamerad, Mitstreiter, Gefährte, Mitbürger, Jünger, Mitbewerber; ahd. ginōzo*, sw. M. (n), Genosse, Gefährte, Jünger, Kamerad; as. ginôt*, st. M. (a), Genosse; anfrk. -; germ. *ganauta-, *ganautaz, st. M. (a), Genosse; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *neud-?, V., greifen, ergreifen, nutzen, Pokorny 768 (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. genießen, Kluge s. u. Genosse, DW 5, 3474, EWD s. u. Genosse, EWAhd 4, 350, EWAhd 4, 351, Duden s. u. Genosse; Son.: vgl. afries. nât (1), st. M. (a), Genosse, Sippengenosse; s. nfries. genoat, M., Genosse; ae. genéat, st. M. (a), Genosse, Anhänger, Pächter, Vasall; an. -; got. -; nndl. genoot, Sb., Genosse; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mitgenießenden oder Begleiter oder Kameraden und davon abgeleitet für einen Anhänger einer gleichen (linksgerichteten) politischen Weltanschauung; BM.: mit, greifen; F.: Genosse, Genossen+EW; Z.: Ge—noss-e
$Genossenschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Genossenschaft, Zusammenschluss zu gemeinsamer Nutzung, Verband zu gemeinsamer Nutzung; Vw.: s. Konsum-; E.: s. Genoss(e), s. en, s. schaft; L.: Kluge s. u. Genosse, DW 5, 3482, EWD s. u. Genosse; GB.: (ginōzskaf*) seit um 765 belegte und aus Genoss(e) und en sowie schaft gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zusammenschluss oder Verband mehrerer Menschen zu einer gemeinsamen Nutzung einer Möglichkeit; F.: Genossenschaft, Genossenschaften+EW; Z.: Ge—noss-en—schaf-t
$genossenschaftlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. genossenschaftlich, Genossenschaft betreffend; E.: s. Genossenschaft, s. lich; L.: DW 5, 3483, EWD s. u. Genosse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Genossenschaft und lich gebildete Bezeichnung für Genossenschaft betreffend; F.: genossenschaftlich, genossenschaftliche, genossenschaftliches, genossenschaftlichem, genossenschaftlichen, genossenschaftlicher+EW; Z.: ge—noss-en—schaf-t—lich
$Genosssame, nhd. (ält.), F., (11. Jh.?): nhd. Genosssame; E.: s. ahd. ginōzsamī; L.: Kluge 1. A. s. u. Genosse, fehlt DW; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Genoss(e) und sam sowie e gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zusammenschluss oder Verband mehrerer Menschen zu einer gemeinsamen Nutzung einer Möglichkeit; F.: Genosssame, Genosssamen+EW; Z.: Ge—noss-sam-e
Genozid, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Genozid, Völkermord; ne. genocide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. genocide, Lüs. poln. ludobójstwo; E.: s. ne. genocide, N., Genozid, Völkermord; lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, Geschlecht, Stand; gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. caedēs, F., Schlagen, Prügeln; lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Genozid; Son.: vgl. nndl. genocide, Sb., Genozid; frz. génocide, M., Genozid; nschw. genocid, Sb., Genozid; nnorw. genocid, N., Genozid; lit. genocidas, M., Genozid; GB.: seit der späten Neuzeit (1944) durch den aus Polen 1939 in die Vereinigten Staaten von Amerika geflohenen und dort an verschiedenen Universitäten lehrenden jüdischen Rechtsanwalt Raphael Lemkin (1900-1959) aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für das gezielte Töten von Mitgliedern eines bestimmten Volkes wie etwa der Herero in Namibia oder der Armenier in dem Osmanischen Reich oder der Juden in Europa oder anderer andernorts; BM.: erzeugen, schlagen; F.: Genozid, Genozids, Genozides, Genozidien+FW(+EW); Z.: Gen-o-zid
Genre, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Genre, Art (F.) (1), Kunstgattung; ne. genre; Vw.: -; Hw.: s. Genus; Q.: 1770-1780; I.: Lw. frz. genre; E.: s. frz. genre, M., Art (F.) (1), Gattung, Geschlecht; lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, (um 235-200 v. Chr.); idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genre, fehlt DW, EWD s. u. Genre, Duden s. u. Genre; Son.: vgl. nndl. genre, Sb., Genre; nschw. genre, Sb., Genre; nnorw. genre, sjanger, M., Genre; poln. genre, M., Genre; kymr. genre, M., F., Genre; lit. žanras, M., Genre; GB.: seit 1770-1780 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Art oder Gattung besonders in der Kunst; BM.: erzeugen; F.: Genre, Genres+FW(+EW); Z.: Gen-re
$Genrebild, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Genrebild, Sittenbild; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Genre, s. Bild; L.: Kluge s. u. Genre, fehlt DW, EWD s. u. Genre; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Genre und Bild gebildete Bezeichnung für eine Darstellung eines Ausschnitts des Alltagslebens oder ein Sittenbild; F.: Genrebild, Genrebildes, Genrebilds, Genrebilder, Genrebildern+FW+EW; Z.: Gen-re—bild
$Genremaler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Genremaler, Maler eines Genrebilds; E.: s. Genre, s. Maler; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Genre; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Genre und Maler gebildete Bezeichnung für den Maler eines Genrebilds; F.: Genremaler, Genremalers, Genremalern+FW+EW; Z.: Gen-re—mal-er
$Genremalerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Genremalerei; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Genre, s. Malerei; L.: fehlt DW, EWD s. u. Genre; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Genremaler und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für das Malen oder die Malerei von Genrebildern; Z.: Genremalerei, Genremalereien+FW+EW; Z.: Gen-re—mal-er-ei
Gentleman, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gentleman, Mann von Lebensart und Charakter; ne. gentleman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. gentleman; E.: s. ne. gentleman, M., Gentleman, Mann von Lebensart und Charakter; vgl. ne. gentle, Adj., nett; frz. gentil, Adj., nett; vgl. lat. gentīlis (1), Adj., aus dem selben Geschlecht, aus demselben Stamm, von guter Abstammung, Geschlechts..., (um 450 v. Chr.); lat. gēns, F., Geschlecht, Stamm, Geschlechtsstamm, Stammeslinie, Familie; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ae. mann, man, monn, mon, M. (kons.), Mensch, Mann, Held, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Gentleman, fehlt DW, EWD s. u. Gentleman, Duden s. u. Gentleman; Son.: vgl. nndl. gentleman, Sb., Gentleman; frz. gentleman, M.., Gentleman; nschw. gentleman, Sb., Gentleman; nnorw. gentleman, M., Gentleman; poln. dżentelmen, M., Gentleman; lit. džentelmenas, M., Gentleman; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus ne. gentle und man gebildete und aufgenommene Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit möglichen Mann von Lebensart und Charakter; BM.: erzeugen, denken; F.: Gentleman, Gentlemans, Gentlemen+FW; Z.: Gen-t-le-man
$gentlemanlike, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. gentlemanlike, einem Gentleman gemäß, aufmerksam, gewandt, hilfsbereit, edel; I.: Lw. ne. gentlemanlike; E.: s. ne. gentleman, s. like (Adj.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Gentleman; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gentleman und like gebildete und aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches einem Gentleman gemäß, aufmerksam oder gewandt oder hilfsbereit oder edel; F.: gentlemanlike; Z.: gen-t-le-man—lik-e
genug, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. genug, genügend, ausreichend; ne. enough; Vw.: -; Hw.: s. genügen, Vergnügen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. genuoc, Adj., genug, hinreichend, sehr viel, viel zu viel; mnd. genōch (1), genūch, Adj., genügend, hinreichend; ahd. ginuog (1), Adj., Adv., genügend, viel, reich, genug, hinreichend, ausreichend, reichlich; ahd. ginuogi (1), Adj., Adv., genügend, viel, reich, genug, hinreichend, ausreichend, reichlich; as. ginōg*, ginōgi*, Adj., genug, viel; anfrk. -; germ. *ganōga-, *ganōgaz, *ganōha-, *ganōhaz, Adj., genug, genügend; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. genug, Kluge s. u. genug, DW 5, 3486, EWD s. u. genug, EWAhd 4, 353, EWAhd 4, 354, Duden s. u. genug, Bluhme s. u. genug; Son.: vgl. afries. enōch, Adv., genug; ae. genōg (1), genōh (1), Adj., genug seiend, reichlich; an. gnōgr, Adj., genug, genügend; got. ganōhs, Adj. (a), genug seiend, viel; nndl. genoeg, Adj., Adv., genug; nschw. nog, Adj., Adv., genug; nnorw. nok, Adj., Adv., genug; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt in bestimmten Hinsichten mögliches genügend oder ausreichend; BM.: mit, reichen; F.: genug+EW; Z.: gen-ug
$Genüge, nhd., F., N., (8. Jh.): nhd. Genüge, Genügen, Ausreichen; Hw.: s. genug; E.: s. genug, s. e; L.: Kluge s. u. genug, DW 5, 3503, EWD s. u. genug; GB.: seit um 765 belegte und aus genug und e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt in bestimmten Hinsichten mögliches Genüge oder Genügen oder Ausreichen; F.: Genüge+EW; Z.: Ge-nüg-e
genügen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. genügen, ausreichen, befriedigen; ne. suffice, last (V.); Vw.: -; Hw.: s. genug, Vergnügen; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. genüegen, genügen, sw. V., befriedigen, zufriedenstellen, erfreuen; mhd. genuogen, sw. V., „genügen“, befriedigen, zufriedenstellen, ausreichen, ersättigen; mnd. genȫgen (1), genogen, genügen, sw. V., genügen, sein Vergnügen woran haben; mnl. ghenoeghen, genoegen, sw. V., genügen; ahd. ginuogen*, sw. V. (1a), genügen, überfließen, befriedigen, reichlich vorhanden sein (V.); germ. *ganōgjan, ganōhjan, sw. V., genügen, hinreichen, dienen; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. genug, DW 5, 3507, EWD s. u. genug, EWAhd 6, 752, EWAhd 6, 1072, Duden s. u. genügen; Son.: vgl. ae. genōgian, sw. V. (2), reichlich vorhanden sein; an. gnœggja, nœggja, sw. V., genug geben, reichlich geben; got. ganōhjan, sw. V. (1), gewähren, befriedigen; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt in bestimmten Hinsichten mögliches ausreichen oder befriedigen; BM.: mit, reichen; F.: genügen, genüge, genügst, genügt, genügest, genüget, genügte, genügtest, genügten, genügtet, ##genügt, genügte, genügtes, genügtem, genügten, genügter##, genügend, ###genügend, genügende, genügendes, genügendem, genügenden, genügender###, genüg (!)+EW; Z.: ge-nüg-en
$genügend, nhd., (Part. Präs.=) Adj., Pron., (18. Jh.): nhd. genügend, ausreichend, befriedigend; E.: s. genügen, s. d; L.: Kluge s. u. genug, fehlt DW, EWD s. u. genug; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus genügen und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt in bestimmten Hinsichten mögliches ausreichend oder befriedigend; F.: genügend+EW; Z.: ge—nüg-end
$genügsam, genugsam, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. genügsam, ausreichend, bescheiden (Adj.); E.: s. Genüg(e), s. sam; L.: Kluge 1. A. s. u. genug, Kluge s. u. genug, DW 5, 3515, EWD s. u. genug; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Genüg(e) und sam gebildete Bezeichnung für ausreichend oder bescheiden (Adj.); F.: genügsam, genügsame, genügsames, genügsamem, genügsamen, genügsamer(, genügsamere, genügsameres, genügsamerem, genügsameren, genügsamerer, genügsamst, genügsamste, genügsamstes, genügsamstem, genügsamsten, genügsamster, genugsam, genugsame, genugsames, genugsamem, genugsamen, genugsamer, genugsamere, genugsameres, genugsamerem, genugsameren, genugsamerer, genugsamst, genugsamste, genugsamstes, genugsamstem, genugsamsten, genugsamster)+EW; Z.: ge—nüg-sam
$Genügsamkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Genügsamkeit, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit; E.: s. genügsam, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3516 (genuocsamheit, genuocsamicheit), EWD s. u. genug; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus genügsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliche Bescheidenheit oder Enthaltsamkeit; F.: Genügsamkeit+EW; Z.: Ge—nüg-sam—kei-t
$genugtun, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. genugtun, befriedigen, stillen, ausgleichen; I.: Lüs. lat. satisfacere; E.: s. genug, s. tun; L.: DW 5, 3516 (genugthun), EWD s. u. genug; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus genug und tun wohl nach lat. satisfacere gebildete Bezeichnung für befriedigen oder stillen oder ausgleichen; F.: genugtun, tue (!) genug, tu (!) genug, tust genug, tut genug, tuest genug, tuet genug, tat genug, tatest genug, tatst genug, taten genug, tatet genug, täte genug, tätest genug, täten genug, tätet genug, genuggetan, ##genuggetan, genuggetane, genuggetanes, genuggetanem, genuggetanen, genuggetaner##, genugtuend, ###genugtuend, genugtuende, genugtuendes, genugtuendem, genugtuenden, genugtuender###, genugzutun, ####genugzutun, genugzutuend, genugzutuende, genugzutuendes, genugzutuendem, genugzutuenden, genugzutuender####, tu (!)+EW; Z.: ge—nug—tu-n
$Genugtuung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Genugtuung, Befriedigung, Ausgleich; I.: Lüs. lat. satisfactio; E.: s. genugt(un), s. ung; L.: Kluge s. u. Genugtuung, DW 5, 3517 (Genugthuung), EWD s. u. genug; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus genugtu(n) und ung nach lat. satisfactio gebildete Bezeichnung für Befriedigung oder Ausgleich; F.: Genugtuung, Genugtuungen+EW; Z.: Ge—nug-tu-ung
genuin, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. genuin, echt, angeboren, natürlich; ne. genuine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. genuīnus; E.: s. lat. genuīnus, Adj., angeboren, angestammt, natürlich, unverfälscht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. genuin, fehlt DW, Duden s. u. genuin; Son.: vgl. nndl. genunen, Adj., genuin; nschw. genuin, Adj., genuin; nnorw. genuin, Adj., genuin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für echt oder angeboren oder natürlich; BM.: erzeugen; F.: genuin, genuine, genuines, genuinem, genuinen, genuiner(, genuinere, genuineres, genuinerem, genuineren, genuinerer, genuinst, genuinste, genuinstes, genuinstem, genuinsten, genuinster)+FW; Z.: Gen-u-in
Genus, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Genus, Geschlecht, Art (F.) (1), Gattung; ne. genus; Vw.: -; Hw.: s. Genre; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. genus; E.: s. lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft, (um 235-200 v. Chr.); idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Genus, fehlt DW, EWD s. u. Genus, EWD s. u. Genus; Son.: vgl. frz. genre, M., Genus, Genre; nschw. genus, N., Genus; gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Geschlecht (wie Maskulinum oder Femininum oder Neutrum) oder eine Gattung; BM.: erzeugen; F.: Genus, Genera+FW; Z.: Gen-us
$Genuss, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Genuss, Nutzen (M.), Vorteil; E.: s. genießen; L.: Kluge s. u. genießen, DW 5, 3518 (Genusz), EWD s. u. Genuß; GB.: seit 1300-1350 (genuz) belegte und mit genießen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Nutzen (M.) oder Vorteil; F.: Genuss, Genusses, Genüsse, Genüssen+EW; Z.: Ge—nuss
$genüsslich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. genüsslich, nützlich, vorteilhaft; E.: s. Genuss, s. lich; L.: DW 5, 3524 (genüszlich), EWD s. u. Genuß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Genuss und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches Genuss bringend oder genüsslich oder nützlich oder vorteilhaft; F.: genüsslich, genüssliche, genüssliches, genüsslichem, genüsslichen, genüsslicher(, genüsslichere, genüsslicheres, genüsslicherem, genüsslicheren, genüsslicherer, genüsslichst, genüsslichste, genüsslichstes, genüsslichstem, genüsslichsten, genüsslichster)+EW; Z.: ge—nüss—lich
$Genussmittel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Genussmittel; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Genuss, s. Mittel; L.: DW 5, 3524, EWD s. u. Genuß; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Genuss und Mittel gebildete Bezeichnung für Mittel für ein Genießen wie beispielsweise Kaffee oder Tee oder Kakao oder Tabak oder Alkohol oder Rauschgift in Gegensatz zu den dem Bedarf dienenden Nahrungsmitteln; F.: Genussmittel, Genussmittels, Genussmitteln+EW; Z.: Ge—nuss—mi-tt-el
$Genusssucht, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Genusssucht; Q.: 1808 (Campe); E.: s. Genuss, s. Sucht; L.: DW 5, 3525 (Genuszsucht), EWD s. u. Genuss; GB.: seit 1808 belegte und aus Genuss und Sucht gebildete Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums wegen des wachsenden Wohlstands zunehmende Sucht nur wegen des Genusses statt wegen eines Bedarfs zu essen und zu trinken; F.: Genusssucht, Genusssüchte, Genusssüchten+EW; Z.: Ge—nuss—such-t
$genusssüchtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. genusssüchtig; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Genusssucht, s. ig; L.: DW 5, 3525 (genuszsüchtig), EWD s. u. Genuß; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Genusssucht und ig gebildete Bezeichnung für nach bloßem Genuss süchtig statt nach Bedarf bedürftig; F.: genusssüchtig, genusssüchtige, genusssüchtiges, genusssüchtigem, genusssüchtigen, genusssüchtiger(, genusssüchtigere, genusssüchtigeres, genusssüchtigerem, genusssüchtigeren, genusssüchtigerer, genusssüchtigst, genusssüchtigste, genusssüchtigstes, genusssüchtigstem, genusssüchtigsten, genusssüchtigster)+EW; Z.: ge—nuss—süch-t-ig
geo…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. geo..., die Erde betreffend; ne. geo…; Vw.: s. -graph, -graphie, -graphisch, -logie, -meter, -metrie, -metrisch; Hw.: -; Q.: ?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; L.: Kluge s. u. geo-, EWD s. u. geo-, Duden s. u. geo-; Son.: vgl. nndl. geo…, Präf., geo…; frz. géo…, Präf., geo…; nschw. geo…, Präf., geo…; nnorw. geo…, Präf., geo…; poln. geo…, Präf., geo…; kymr. geo…, Präf., geo…; nir. geoi…, geo…, Präf., geo…; lit. geo…, Präf., geo…; GB.: vielleicht seit dem 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und aufgenommene sowie als Bestimmungswort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung für die Erde betreffend; BM.: Erde; F.: geo…+FW; Z.: geo-
Geograf, nhd., M.: nhd. Geograf; Vw.: s. Geograph
Geografie, nhd., F.: nhd. Geografie; Vw.: s. Geographie
geografisch, nhd., Adj.: nhd. geografisch; Vw.: s. geographisch
Geograph, Geograf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Geograph, Geograf, Erdkundler; ne. geographer; Vw.: -; Hw.: s. Geographie, geographisch; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. geōgraphus; E.: s. lat. geōgraphus, M., Geograph, Erdbeschreiber, Erdkundler, (um 390 n. Chr.); gr. γεωγράφος (geōgráphos), M., Erdbeschreiber; vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Geographie, fehlt DW, EWD s. u. Geographie, Duden s. u. Geograph; Son.: vgl. nndl. geograaf, Sb., Geograph; frz. géographe, M., Geograph; nschw. geograf, Sb., Geograph; nnorw. geograf, M., Geograph; poln. geograf, M., Geograph; nir. geografaí, M., Geograph; lit. geografas, M., Geograph; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Erdkundler oder einen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erdkunde oder Geographie; BM.: Erde, ritzen; F.: Geograph, Geographen+FW(+EW); Z.: Geo-graph
Geographie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Geographie, Erdkunde; ne. geography; Vw.: -; Hw.: s. Geograph, geographisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. geōgraphia; E.: s. lat. geōgraphia, F., Erdbeschreibung, Geographie, (81-43 v. Chr.); gr. γεωγραφία (geōgraphía), F., Erdbeschreibung; vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Geographie, fehlt DW, EWD s. u. Geographie, Duden s. u. Geografie; Son.: vgl. nndl. geografie, Sb., Geographie; frz. géographie, F., Geographie; nschw. geografi, Sb., Geographie; nnorw. geografi, M., Geographie; poln. geografia, F., Geographie; nir. geografaíocht, F., Geographie; lit. geografija, F., Geographie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Lehre oder Wissenschaft von der Erde oder die Erdkunde; BM.: Erde, ritzen; F.: Geographie, Geographien, Geografie, Geografien+FW(+EW); Z.: Geo-graph-ie
geographisch, geografisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. geographisch, die Erde betreffend, erdkundlich; ne. geographic, geographical; Vw.: -; Hw.: s. Geograph, Geographie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. geōgraphicus; E.: s. lat. geōgraphicus, Adj., geographisch, erdkundlich, (um 390 n. Chr.); gr. γεωγραφικός (geōgraphikós), Adj., erdbeschreibend; vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Geographie, fehlt DW, EWD s. u. Geographie, Duden s. u. geographisch; Son.: vgl. nndl. geografisch, Adj., geographisch; frz. géographique, Adj., geographisch; nschw. geografisk, Adj., geographisch; nnorw. geografisk, Adj., geographisch; poln. geograficzny, Adj., geographisch; nir. geografach, Adj., geographisch; lit. geografinis, Adj., geographisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geograph und Geograph(ie) sowie isch gebildete Bezeichnung für die Erde betreffend oder erdkundlich; BM.: Erde, ritzen; F.: geographisch, geographische, geographisches, geographischem, geographischen, geographischer+FW(+EW); Z.: geo-graph-isch
$Geologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Geologe, Gesteinskundler; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Geolog(ie), s. e; L.: Kluge s. u. Geologie, fehlt DW, EWD s. u. Geologie; GB.: seit Anfang 19. Jh. gebildete und mit Geologie verbindbare Bezeichnung für den Geologie betreibenden Wissenschaftler wie beispielsweise den Schotten James Hutton (1726-1797); F.: Geologe, Geologen+FW+EW; Z.: Geo-log-e
Geologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Geologie, Wissenschaft von der Erdentstehung, Wissenschaft von dem Aufbau der Erde; ne. geology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Geologie, fehlt DW, EWD s. u. Geologie, Duden s. u. Geologie; Son.: vgl. nndl. geologie, Sb., Geologie; frz. géologie, F., Geologie; nschw. geologi, Sb., Geologie; nnorw. geologie, M., Geologie; poln. geologia, F., Geologie; nir. geolaícht, F., Geologie; lit. geologija, F., Geologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die nach Anfängen von 1669 (Nicolaus Steno) in dem 18. Jh. entstehende Wissenschaft von der Entstehung und Entwicklung sowie Veränderung der Erde oder von dem Aufbau und der Zusammensetzung sowie der Struktur der Erdkuste und der sie bewohnenden Lebewesen in erdgeschichtlicher Zeit; F.: Geologie+FW+EW; Z.: Geo-log-ie
$geologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. geologisch, Geologie betreffend; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Geolog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Geologie, EWD s. u. Geologie; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Geolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Geologie betreffend, F.: geologisch, geologische, geologisches, geologischem, geologischen, geologischer+FW(+EW); Z.: geo-log-isch
Geometer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Geometer, Landvermesser; ne. geometrician, surveyor; Vw.: -; Hw.: s. Geometrie, geometrisch; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. geōmetrēs; E.: s. mhd. geometras, geometer, M., Geometer; lat. geōmetrēs, M., Feldmesser (M.), Landmesser, Landvermesser, Geometer, (81-43 v. Chr.); gr. γεωμέτρης (geōmétrēs), M., Landmesser (M.), Feldmesser (M.); vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Geometrie, fehlt DW, EWD s. u. Geometrie, Duden s. u. Geometer; Son.: vgl. frz. géomètre, M., Geometer; nnorw. geometer, M., Geometer; kymr. geometrydd, M., Geometer; nir. geoiméadraí, M., Geometer; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in den Hochkulturen des Altertums schon möglichen das Land Vermessenden oder Landvermesser; BM.: Erde, messen; F.: Geometer, Geometers, Geometern+FW; Z.: Geo-me-t-er
Geometrie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Geometrie, Formenkunde; ne. geometry; Vw.: -; Hw.: s. Geometer, geometrisch; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); I.: Lw. lat. geōmetria; E.: mhd. gēometrīe, st. F., Geometrie; lat. geōmetria, F., Feldmesskunst, Geometrie, Mathematik, (81-43 v. Chr.); gr. γεωμετρία (geōmetría), F., Feldmesskunst; vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Geometrie, fehlt DW, EWD s. u. Geometrie, Duden s. u. Geometrie; Son.: vgl. nndl. geometrie, Sb., Geometrie; frz. géométrie, F., Geometrie; nschw. geometri, Sb., Geometrie; nnorw. geometri, M., Geometrie; poln. geometria, F., Geometrie; kymr. geometreg, F., Geometrie; nir. geoiméadracht, F., Geometrie; lit. geometrija, F., Geometrie; GB.: seit 1187/1189 (gēometrīe) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sich mit ebenen und räumlichen Gebilden befassende Teilgebiet Formenkunde der Mathematik; BM.: Erde, messen; F.: Geometrie, Geometrien+FW(+EW); Z.: Geo-me-t-r-ie
geometrisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. geometrisch, Formenkunde betreffend, Geometrie betreffend; ne. geometric, geometrical; Vw.: -; Hw.: s. Geometer, Geometrie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. geōmetricus; E.: s. lat. geōmetricus, Adj., geometrisch, Geometrie betreffend, der Messkunst zugehörig, der Geometrie kundig, (81-43 v. Chr.); gr. γεωμετρικός (geōmetrikós), Adj., geometrisch, mathematisch; vgl. gr. γῆ (gē), F., Erde, Erdreich, Boden, Land, Landschaft; ohne bekannte Etymologie, s. Frisk 1, 303; gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Geometrie, fehlt DW, EWD s. u. geometrisch; Son.: vgl. nndl. geometrisch, Adj., geometrisch; frz. géométrique, Adj., geometrisch; nschw. geometrisk, Adj., geometrisch; nnorw. geometrisk, Adj., geometrisch; poln. geometryczny, Adj., geometrisch; nir. geoiméadrach, Adj., geometrisch; lit. geometrinis, Adj., geometrisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und (mittels isch) umgebildete Bezeichnung für Geometrie betreffend; BM.: Erde, messen; F.: geometrisch, geometrische, geometrisches, geometrischem, geometrischen, geometrischer+FW(+EW); Z.: geo-me-t-r-isch
Georgine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Georgine, Dahlie; ne. dahlia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1805?; I.: neoklassische Bildung; E.: neoklassische Bildung nach dem PN Johann Gottlieb Georgi (1729-1802); L.: Kluge s. u. Dahlie, fehlt DW, EWD s. u. Dahlie, Duden s. u. Georgine; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Georg(i) und (i)ne (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus Mexiko stammende und zu den Korbblütlern gehörende sowie in dem Spätsommer und Herbst blühende Pflanze mit großen Blüten in verschiedenen Formen und Farben; BM.: PN; F.: Georgine, Georginen+FW(+EW); Z.: Georg-in-e
Gepäck, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gepäck, zusammengepackte Sachen; ne. luggage, baggage; Vw.: -; Hw.: s. Pack; Q.: 1215 (Karl und Galie); E.: mhd. gepac, st. N., Gepäck; mnd. gepak, gepack, N., Gepäck; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied s. mnl. pac, Sb., Pack, Bündel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Gepäck, Pack, DW 5, 3525, EWD s. u. Gepäck, Duden s. u. Gepäck; GB.: seit 1215 (gepac) belegte und in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für die Gesamtheit der für eine Reise oder Wanderung in Behältnissen zusammengepackten Ausrüstungsgegenstände und sonstigen Sachen; BM.: mit, packen; F.: Gepäck, Gepäcks, Gepäckes+EW; Z.: Ge-päck
Gepard, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gepard, kleiner Leopard; ne. cheetah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. guépard; E.: s. frz. guépard, M., Gepard; it. gattopardo, M., Gepard, Pardelkatze; vgl. lat. cattus, M., Kater (M.) (1); weitere Herkunft unklar; gr. πάρδος (párdos), M., Pardel, Panther; Lehnwort aus dem Orient; L.: Kluge s. u. Gepard, fehlt DW, EWD s. u. Gepard, Duden s. u. Gepard; Son.: vgl. nschw. gepard, Sb., Gepard; nnorw. gepard, M., Gepard; poln. gepard, Sb., Gepard; lit. gepardas, M., Gepard; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft teilweise unklare Bezeichnung für ein in der Savanne heimisches schlankes katzenartiges und schwarz geflecktes sowie mittelgroßes Raubtier; BM.: Kater, Panther; F.: Gepard, Gepards, Geparden, Geparde +FW; Z.: Ge-pard
$gepfeffert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. gepfeffert, mit Pfeffer versehen (Adj.); E.: s. Pfeffer, s. (e)n, s. (e)t; L.: EWD s. u. Pfeffer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pfeffer und (e)n sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Nutzung von Pfeffer durch Menschen mögliches mit Pfeffer versehen (Adj.); F.: gepfeffert, gepfefferte, gepfeffertes, gepfeffertem, gepfefferten, gepfefferter(, gepfeffertere, gepfefferteres, gepfefferterem, gepfefferteren, gepfefferterer, gepfeffertst, gepfeffertste, gepfeffertstes, gepfeffertstem, gepfeffertsten, gepfeffertster)+FW+EW; Z.: ge—pfeff-er-t
$Gepflogenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gepflogenheit, Übung, Gewohnheit; E.: s. ge, s. pflegen, s. heit; L.: EWD s. u. pflegen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und pflegen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (und Entwicklung von Sprache) mögliche Übung oder Gewohnheit; F.: Gepflogenheit, Gepflogenheiten+EW; Z.: Ge—pflo-g-en—hei-t
$Geplänkel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Geplänkel, Gefecht, Streitigkeit; E.: s. ge, s. plänkel(n); L.: Kluge s. u. plänkeln, DW 5, 3529, EWD s. u. plänkeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und plänkel(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Gefecht oder eine Streitigkeit; F.: Geplänkel, Geplänkels, Geplänkeln+EW; Z.: Ge-plä-n-k-el
$Gepräge, nhd., N., (9?). Jh.): nhd. Gepräge; E.: s. ge, s. prägen; L.: Kluge s. u. prägen, DW 5, 3534, EWD s. u. prägen; B.: vielleicht seit 9. Jh. (gibrāhhi*) belegte und aus ge und präge(n) gebildete Bezeichnung für etwas von Menschen entwickeltes und verwendetes Gepresstes wie beispielsweise eine Münze; F.: Gepräge, Gepräges, Geprägen+EW; Z.: Ge-präg-e
$Gepränge, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gepränge, feierliche Pracht; E.: s. ge, s. prange(n); L.: Kluge s. u. prangen, DW 5, 3536, EWD s. u. prangen; GB.: seit 15. Jh. belegte (geprenge) und aus ge und prange(n) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete feierliche Pracht; F.: Gepränge, Gepränges, Geprängen+EW; Z.: Ge-präng-e
Ger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ger (M.), Speer, Wurfspieß; ne. spear (N.), javelin; Vw.: -; Hw.: s. Gehre; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. gēr, st. M., sw. M., Wurfspieß; mnd. gēr (2), M., Ger (M.), Spieß, Wurfspieß, keilförmiges Stück Land; mnl. geer, M., Ger, Wurfspieß; ahd. gēr, st. M. (a)?, Ger (M.), Speer, Wurfspeer, Dreizack; as. gêr* (2), st. M. (a?), Ger (M.), Speer; anfrk. -; germ. *gaiza-, *gaizaz, st. M. (a), Spieß, Stab, Speer, Ger; idg. *g̑ʰaiso-, *g̑ʰəiso-, *g̑ʰēiso-, *g̑ʰeh₂iso-, Sb., Stecken, Spieß, Speer, Pokorny 410; s. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ger, Kluge s. u. Ger, DW 5, 3542, EWD s. u. Ger, EWAhd 4, 168, Duden s. u. Ger, Bluhme s. u. Ger; Son.: vgl. afries. gêr, st. M. (a), Ger, Speer; ae. gār, st. M. (a), Ger, Speer; an. geirr, st. M. (a), Ger, Speer; got. *gais, st. M. (a), Ger, Speer; Son.: vgl. ai. héṣas-, N., Waffe, Geschoss; gr. χαῖος (chaios), M., Hirtenstab; lat. gaesum, N., Wurfspieß, Spieß (M.) (1), Speer; air gaë, Sb., Wurfspeer?; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit 60000 Jahren von Menschen entwickelten und verwendeten Speer oder Wurfspieß; BM.: schleudern; F.: Ger, Gers, Geres, Gere, Geren+EW; Z.: Ger
gerade (1), grade, gerad, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. gerade (Adj.) (1), ohne Rest durch zwei teilbar; ne. even (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Rede; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. gerade (1), gerat, Adj., gerade (Adj.) (2), gerade (Adj.) (1), ohne Rest durch zwei teilbar; mnd. gerat*, gerāt, grāt, Adj., gerade (Adj.) (2), schnell, gewandt, bereit; ahd. giradi*, Adj., rasch; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *raþjō, st. F. (ō), Rechenschaft, Rede; germ. *raþjō-, *raþjōn, sw. F. (n), Rechenschaft, Rede; Lw. lat. ratio?; vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., zurechtmachen, bereiten, geraten, überlegen (V.), Pokorny 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. gerad 1, Kluge s. u. gerade 1, DW 5, 3542 (gerad), EWD s. u. gerade 1, Duden s. u. gerade, Bluhme s. u. gerade 1; GB.: seit 11. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und vielleicht teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch zwei ohne Rest teilbare Zahl wie beispielsweise zwei oder vier oder sechs oder acht oder zehn oder zwölf; BM.: mit, passen; F.: gerade, gerad, gerades, geradem, geraden, gerader, grad, grade, grades, gradem, graden, grader+EW; Z.: ge-ra-d-e
gerade (2), grade, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. gerad, gerade (Adj.) (2), in gerader Linie verlaufend, in unveränderter Richtung fortlaufend; ne. straight (Adj.), right (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. gerade (1), gerat, Adj., gerade (Adj.) (2), gleichmäßig, günstig, gefällig, rasch, gewandt; mhd. gerat (1), Adj., schnell, rasch, gewandt, tüchtig, gleich, gleichartig; mnd. gerat*, gerāt, grāt, Adj., gerade (Adj.) (2), schnell, gewandt, bereit; ahd. girad*, Adj., gerade (Adj.) (2); as. -; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *raþa-, *raþaz, Adj., leicht, schnell; germ. *hraþa-, hraþaz, Adj., hurtig, rasch, schnell, geschwind, schleunig; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. gerade 2, Kluge s. u. gerade 2, DW 5, 3542, EWD s. u. gerade 2, EWAhd 4, 365, Falk/Torp 102, 336, Heidermanns 304, Duden s. u. gerade, Bluhme s. u. gerade 2; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für in unveränderter Richtung fortlaufend; GB.: mit, laufen; F.: gerade, gerades, geradem, geraden, gerader+EW, grade, grades, gradem, graden, grader; Z.: ge-rad-e
$Gerade, Grade, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Gerade; E.: s. gerade; L.: Kluge s. u. gerade 2, s. DW 5, 3554, EWD s. u. gerade 2; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für eine gerade und durch zwei Punkte bestimmte Linie (ohne Anfang und Ende); F.: Gerade, Geraden+EW; Z.:; Z.: Ge-rad-e
$geradeaus, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. geradeaus, weiter gerade; E.: s. gerade, s. aus; L.: DW 5, 3556, EWD s. u. gerade 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gerade und aus gebildete Bezeichnung für weiter gerade; F.: gerade-aus+EW; Z.: ge—rad-e—aus
$geradezu, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. geradezu, gewissermaßen, sogar, fast; E.: s. gerade, s. zu; L.: DW 5, 3557, EWD s. u. gerade 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gerade und zu gebildete Bezeichnung für gewissermaßen oder sogar oder fast; F.: geradezu+EW; Z.: ge—rad-e—zu
$geradlinig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geradlinig, in gerader Linie verlaufend, gerade; E.: s. gerad(e), s. Lini(e), s. ig; L.: DW 5, 3559, EWD s. u. Linie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gerad(e) und Lin(ie) sowie ig gebildet Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung von Menschen seit Entstehung der Welt mögliches in gerader Linie verlaufend; F.: geradlinig, geradlinige, geradliniges, geradlinigem, geradlinigen, geradliniger(, geradlinigere, geradlinigeres, geradlinigerem, geradlinigeren, geradlinigerer, geradlinigst, geradlinigste, geradlinigstes, geradlinigstem, geradlinigsten, geradlinigster)+EW(+ FW); Z.: ge-rad—lin-ig
$gerammelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. gerammelt, hineingedrückt, vollständig; E.: s. ge, s. rammel(n), s. (e)t; L.: Kluge s. u. rammeln, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und rammel(n) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für hineingedrückt oder vollständig; F.: gerammelt, gerammelte, gerammeltes, gerammeltem, gerammelten, gerammelter+EW; Z.: ge—ram-m-el-t
$Gerangel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gerangel, Ringen (N.), Rangeln, Balgerei, Rauferei; E.: s. ge, s. rangel(n); L.: fehlt DW, EWD s. u. Range; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ge und rangel(n) gebildete Bezeichnung für Ringen (N.) oder Rangeln oder Balgerei oder Rauferei; F.: Gerangel, Gerangels, Gerangeln+EW; Z.: Ge—ra-ng-el
Geranie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Geranie, Pelargonie, eine Blume; ne. geranium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. geranion, N., Storchenschnabel, (23/24-79 n. Chr.); gr. γεράνιον (geránion), N., Storchenschnabel; vgl. gr. γέρανος (géranos), F., M., Kranich; vgl. idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Geranie, Duden s. u. Geranie; Son.: vgl. nndl. geranium, Sb., Geranie; frz. géranium, M., Geranie; ndän. geranium, Sb., Geranie; nnorw. geranium, M., Geranie; poln. geranium, Sb., Geranie; nir. geiréiniam, M., Geranium; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und in dem 17. Jh. aus Südafrika nach Europa gebrachte aufrecht wachsende oder hängende Pflanze mit runden und gekerbten Blättern und in großen und meist kugeligen Dolden wachsenden Blüten in verschiedenen leuchtenden Farben; BM.: schnabelförmige Form der Früchte bzw. schreien; F.: Geranie, Geranien+FW(+EW); Z.: Ger-an-ie
Gerät, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gerät, Gerätschaft, Hilfsgegenstand; ne. device, gadget; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. geræte, gerāte, st. N., Rat, Beratung, Überlegung, Hilfe, Vorrat, Fülle, Zurüstung, Reichtum; ahd. girāti, st. N. (ja), Rat, Beratung, Geheimnis, Beschluss; as. girādi, st. N. (ja), Vorteil; germ. *garēdan, *garǣdan, st. V., raten, beraten (V.), versorgen; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten (V.), überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; L.: Kluge 1. A. s. u. Gerät, Kluge s. u. Gerät, DW 5, 3564 (Geräte), EWD s. u. Gerät, EWAhd 4, 366, Duden s. u. Gerät; GB.: (girāti) um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Vorrat und davon abgeleitet für den Hausrat und davon schließlich die Kollektivbezeichnung Gerätschaft; BM.: mit, berechnen; F.: Gerät, Geräts, Gerätes, Geräte, Geräten+EW; Z.: Ge-rä-t
geraten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. geraten (V.), kommen, gelangen; ne. get (V.) in, turn (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gerāten, st. V., raten, anraten; mnd. gerāden (1), st. V., Rat haben, zu etwas kommen, anraten, geraten (V.), gedeihen; ahd. girātan, red. V. (1b), raten, beraten (V.), beschließen, betreiben, planen, trachten nach, verschwören, sich wenden, ausführen; as. girādan*, red. V. (2), verschaffen, bewirken; anfrk. -; germ. *garēdan, *garǣdan, st. V., raten, beraten (V.), versorgen; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten, überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; L.: Kluge s. u. geraten, DW 5, 3567, EWD s. u. geraten, EWAhd 4, 366, Seebold 366, Duden s. u. geraten; GB.: seit Ende 8. Jh. (girātan) belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (in eine bestimmte Lage) kommen oder gelangen; BM.: mit, berechnen; F.: geraten, gerate, geratest, geratet, geriet, gerietest, gerieten, gerietet, ##geraten, geratene, geratenes, geratenem, geratenen, geratener##, geratend, ###geratend, geratende, geratendes, geratendem, geratenden, geratender###, gerat+EW; Z.: ge-ra-t-en
$Geratewohl, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Geratewohl, Glückssache, Zufallsangelegenheit; E.: s. gerate(n), s. wohl; L.: Kluge s. u. geraten, fehlt DW, EWD s. u. geraten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gerate(n) und wohl gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliche Glückssache (es gerate wohl) oder Zufallsangelegenheit; F.: Geratewohl, Geratewohls+EW; Z.: Ge-ra-t-e—woh-l
$Gerätschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gerätschaft, Gerät, Ausrüstungsgegenstand, Gesamtheit von Geräten; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Gerät, s. schaft; L.: DW 5, 3578, EWD s. u. Gerät; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Gerät und schaft gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gerät oder einen Ausrüstungsgegenstand oder eine Gesamtheit von Geräten; F.: Gerätschaft, Gerätschaften+EW; Z.: Ge—rä-t—schaf-t
geraum, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. geraum, viel Raum fassend, geräumig, offen, umfangreich, weit und dadurch bequem; ne. considerable; Vw.: -; Hw.: s. Raum; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. gerūme (2), gerūm, Adj., geraum, geräumig, anberaumt, weit; mnd. gerūme, Adj., geräumig, geraum, entlegen, entfernt; ahd. girūmi*, Adj., bequem, gelegen; as. -; anfrk. -; germ. *garūma-, *garūmaz, Adj., geräumig; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. geraum, Kluge s. u. geraum, EWD s. u. Raum, DW 5, 3580, EWAhd 4, 379, Duden s. u. geraum; Son.: vor allem in der Redewendung seit geraumer Zeit; vgl. afries. -; ae. gerūm (2), Adj., ausgebreitet, offen; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und Raum gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geräumig oder offen; BM.: mit, öffnen; F.: geraum, geraume, geraumes, geraumem, geraumen, geraumer+EW; Z.: ge—rau-m
$geräumig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. geräumig, geraum, Raum bietend, groß, weit; E.: s. geraum, s. ig; L.: EWD s. u. Raum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus geraum und ig gebildete Bezeichnung geraum oder Raum bietend oder groß oder weit; F.: geräumig, geräumige, geräumiges, geräumigem, geräumigen, geräumiger(, geräumigere, geräumigeres, geräumigerem, geräumigeren, geräumigerer, geräumigst, geräumigste, geräumigstes, geräumigstem, geräumigsten, geräumigster)+EW; Z.: ge—räu-m-ig
Geräusch (1), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Geräusch (N.) (1), Getöse, Lärm, Schall, Ton (M.) (2); ne. noise, sound (N.); Vw.: -; Hw.: s. rauschen; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: s. mhd. geriusche (1), gerūsche, st. N., Geräusch (N.) (1), Lärm, Rauschen; mnd. gerūsche, gerūsch, N., Rauschen (N.); mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. rūschen (1), ruschen, riuschen, sw. V., Geräusch machen, lärmen, rauschen, heranstürmen, herabbrausen, brausen; mnd. rūschen (1), rūsken, sw. V., rauschen, klirren, lärmen, rascheln, rattern, klappern; lautmalend; L.: Kluge s. u. Geräusch 1, DW 5, 3583, EWD s. u. Geräusch 1, Duden s. u. Geräusch; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus ge und rausch(en) (lautmalend) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Schall oder Ton (M.) (2); BM.: lautmalend; F.: Geräusch, Geräuschs, Geräusches, Geräusche, Geräuschen+EW; Z.: Ge—räusch
Geräusch (2), nhd., N., (15./16. Jh.): nhd. Geräusch (N.) (2), Eingeweide; ne. intestines; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15./16. Jh.; E.: s. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); s. mnd. rǖsch (1), N., Eingeweide, Gekröse; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geräusch, Kluge s. u. Geräusch 2, DW 5, 3585, EWD s. u. Geräusch 1, Duden s. u. Geräusch; Son.: vor allem in der Jägersprache; GB.: seit 15./16. Jh. belegte und wohl jenseits des Mittelniederdeutschen ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche Eingeweide von (erlegten) Tieren; BM.: mit, reißen?; F.: Geräusch, Geräuschs, Geräusches+FW?; Z.: Ge—räusch
$geräuschlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geräuschlos, lautlos, still; E.: s. Geräusch, s. los; L.: DW 5, 3586, EWD s. u. Geräusch 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geräusch und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches und erst seit dem 18. Jh. dem Menschen auffälliges ohne Geräusch seiend oder lautlos oder still; F.: geräuschlos, geräuschlose, geräuschloses, geräuschlosem, geräuschlosen, geräuschloser(, geräuschlosere, geräuschloseres, geräuschloserem, geräuschloseren, geräuschloserer, geräuschlosest, geräuschloseste, geräuschlosestes, geräuschlosestem, geräuschlosesten, geräuschlosester)+EW; Z.: ge—räusch—lo-s
$geräuschvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geräuschvoll, laut; E.: s. Geräusch, s. voll; L.: DW 5, 3586, EWD s. u. Geräusch 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geräusch und voll gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches und wohl erst seit dem 18. Jh. dem Menschen auffälliges mit Geräusch seiend oder laut; F.: geräuschvoll, geräuschvolle, geräuschvolles, geräuschvollem, geräuschvollen, geräuschvoller(, geräuschvollere, geräuschvolleres, geräuschvollerem, geräuschvolleren, geräuschvollerer, geräuschvollst, geräuschvollste, geräuschvollstes, geräuschvollstem, geräuschvollsten, geräuschvollster)+EW; Z.: ge—räusch—vol-l
gerben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gerben, gar machen, Leder zubereiten; ne. tan (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gerwen (1), garwen, gerben, sw. V., gar machen, gerben, sich bereiten, rüsten, sich rüsten, kleiden, ausrüsten, bereitmachen; mnd. gerwen, garwen, gerewen, gēren, sw. V., gar machen, fertig machen, gerben, zurüsten, bekleiden, rüsten; mnl. gerwen, geerwen, sw. V., ankleiden, schmücken, gerben; ahd. garawen*, garawēn*, sw. V. (1a, 3), bereiten (V.) (1), rüsten, herrichten, fertig machen; as. garwian*, gėrwian*, girwan*, giriwian*, sw. V. (1a), bereiten (V.) (1), kleiden; anfrk. gerwen*, gerwon*, sw. V. (1), bereiten, schmücken; germ. *garwjan, sw. V., bereiten, fertigmachen, zubereiten; s. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gerben, Kluge s. u. gerben, DW 5, 3588, EWD s. u. gerben, EWAhd 4, 77, Falk/Torp 128, Heidermanns 234, Kluge s. u. gerben, Bluhme s. u. gerben; Son.: vgl. ae. gearwian, gierian (1), sw. V. (2), ausrüsten, bereiten, fertig machen, errichten, machen, verschaffen; an. gera, gørva, gǫrva, sw. V. (1), machen, tun, bereiten; nschw. garva, V., gerben; nnorw. garve, V., gerben; Son.: vgl. afries. -; ae. gearwian, gierian (1), sw. V. (2), ausrüsten, bereiten, fertig machen, errichten, machen, verschaffen, versehen (V.), kleiden, schmücken; ae. gierwan, gierian (2), girwan, gerwan, gyrwan, sw. V. (1), bereiten, kochen, schmücken, kleiden; an. gera, gørva, gǫrva, sw. V. (1), machen, tun, bereiten; got. *garwōn?, sw. V. (2), bereiten, kleiden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung seiner Kultur und Zivilisation mögliches gar machen oder Leder zubereiten; BM.: zubereiten bzw. ergreifen; F.: gerben, gerbe, gerbst, gerbt, gerbest, gerbet, gerbte, gerbtest, gerbten, gerbtet, gegerbt, ##gegerbt, gegerbte, gegerbtes, gegerbtem, gegerbten, gegerbter##, gerbend, ###gerbend, gerbende, gerbendes, gerbendem, gerbenden, gerbender###, gerb (!)+EW; Z.: gerb-en
$Gerber, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Gerber, Gerbender, Bearbeiter von Leder; Vw.: s. Loh-; E.: s. gerb(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. gerben, EWD s. u. gerben; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus gerb(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und der Arbeitsteilung in den Hochkulturen des Altertums möglichen Bearbeiter von Leder; F.: Gerber, Gerbers, Gerbern+EW; Z.: Gerb-er
Gerbera, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gerbera, ein Korbblütler; ne. gerbera; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1737; E.: gebildet zu dem PN des Botanikers Traugott Gerber (1710-1743); L.: fehlt DW, Duden s. u. Gerbera; Son.: vgl. nndl. gerbera, Sb., Gerbera; frz. gerbera, F., Gerbera; nschw. gerbera, Sb., Gerbera; poln. gerbera, F., Gerbera; kymr. gerbera, M., Gerbera; lit. gerbera, F., Gerbera; GB.: seit um 1737 belegte und aus dem PN Gerber sowie a (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche margeritenähnliche und aus Afrika und Asien stammende Blume aus der Familie der Korbblütler in roten und gelben Farbtönen; BM.: PN (zu Ehren des Botanikers Traugott Gerber); F.: Gerbera, Gerberas+FW?+EW?; Z.: Gerber-a
$Gerberei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gerberei; E.: s. Gerber, s. ei (Suff.); L.: DW 5, 3590, EWD s. u. gerben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gerber und ei gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit und den Betrieb eines Gerbers; F.: Gerberei, Gerbereien+EW; Z.: Gerb-er-ei
gerecht, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. gerecht, recht, entsprechend, richtig; ne. just (Adj.), fair (Adj.), righteous; Vw.: -; Hw.: s. Recht, recht, richtig; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gereht (1), gireht, Adj., gerade (Adj.) (2), rechtmäßig, recht, tauglich, passend, gerecht; mnd. gerecht (1), Adj., gerecht, recht, richtig, gerade (Adj.) (2), passend, geeignet; mnl. gerecht, gherecht, Adj., gerecht; ahd. gireht*, Adj., gerade (Adj.) (2), richtig, gebessert, rein; as. *gireht?, Adj., gerecht?; anfrk. -; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *rehta-, *rehtaz, Adj., recht, gerade (Adj.) (2); to-Partizip zu idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gerecht, Kluge s. u. gerecht, DW 5, 3593, EWD s. u. gerecht, EWAhd 4, 368, Duden s. u. gerecht; Son.: vgl. got. garaíhts, Adj. (a), gerecht; GB.: (gireht) seit Ende 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach dem allgemeinen Empfinden von Menschen von Gerechtigkeit und Wertmaßstäben mögliches entsprechend oder richtig; BM.: mit, gerade (Adj.) (2); F.: gerecht, gerechte, gerechtes, gerechtem, gerechten, gerechter(, gerechtere, gerechteres, gerechterem, gerechteren, gerechterer, gerechtest, gerechteste, gerechtestes, gerechtestem, gerechtesten, gerechtester)+EW; Z.: ge—rech-t
$Gerechtigkeit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Gerechtigkeit, Richtigkeit, Rechtmäßigkeit; E.: s. gerecht, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. gerecht, DW 5, 3606, EWD s. u. gerecht; GB.: seit 1060-1080 belegte und aus gerecht und ig sowie keit wohl nach lat. iustitia gebildete Bezeichnung für Richtigkeit oder Rechtmäßigkeit; F.: Gerechtigkeit+EW; Z.: Ge—rech-t-ig-kei-t
$Gerechtsame, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Gerechtsame, Berechtigung, Recht in einem subjektiven Sinn; E.: s. gerecht, s. sam, s. e (Suff.): L.: DW 5, 3615, EWD s. u. gerecht; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gerecht und sam sowie e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Recht mögliche Berechtigung oder Recht in einem subjektiven Sinn; F.: Gerechtsame, Gerechtsamen+EW; Z.: Ge—rech-t—sam-e
$gereichen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gereichen, erreichen, gelangen, erlangen; E.: s. ge, s. reichen; L.: Kluge s. u. reichen, DW 5, 3615, EWD s. u. reichen; GB.: (gireihhen*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und reichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erreichen oder gelangen oder erlangen; F.: gereichen, gereiche, gereichst, gereicht, gereichest, gereichet, gereichte, gereichtest, gereichten, gereichtet, ##gereicht, gereichte, gereichtes, gereichtem, gereichten, gereichter##, gereichend, ###gereichend, gereichende, gereichendes, gereichendem, gereichenden, gereichender###, gereich (!)+EW; Z.: ge-rei-ch-en
$gereizt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. gereizt, gespannt, angestrengt, entzündet; E.: s. ge, s. reiz(en), s. (e)t; L.: fehlt DW (s. u. reizen), EWD s. u. reizen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und reiz(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches gespannt oder angestrengt oder entzündet; F.: gereizt, gereizte, gereiztes, gereiztem, gereizten, gereizter(, gereiztere, gereizteres, gereizterem, gereizteren, gereizterer, gereiztest, gereizteste, gereiztestes, gereiztestem, gereiztesten, gereiztester)+EW; Z.: ge-rei-z-t
$Gereiztheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gereiztheit, Spannung, Angestrengtheit, Entzündetheit; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. gereizt, s. heit; L.: DW 5, 3629, EWD s. u. reizen; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus gereizt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliche Spannung; F.: Gereiztheit, Gereiztheiten+EW; Z.: Ge—rei-z-t—hei-t
$Gerfalke, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gerfalke, nordischer Jagdfalke; E.: s. Ger, s. Falke; L.: Kluge 1. A. s. u. Gerfalke; s. Kluge s. u. Gerfalke. DW 5 2552 (Gehrfalke); GB.: seit 1235-1240 belegte und aus Ger und Falke gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen nordischen Jagdfalken; F.: Gerfalke, Gerfalken+EW; Z.: Ger—fal-k-e
Geriatrie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Geriatrie, Altersheilkunde; ne. geriatrics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γέρων (gérōn), Adj., alt; idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ιᾶτρός (iātrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Geriatrie; Son.: vgl. nndl. geriatrie, Sb., Geriatrie; frz. gériatrie, F., Geriatrie; nnorw. geriatri, M., Geriatrie; kymr. geriatreg, F., Geriatrie; poln. geriatria, F., Geriatrie; GB.: vielleicht seit um 1940 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sich mit dem hohen Alter des Menschen beschäftigende Heilkunde; BM.: altern, bewegen; F.: Geriatrie+FW(+EW); Z.: Ger-ia-tr-ie
Gericht (1), nhd., N., (10. Jh.): nhd. Gericht (N.) (1), Recht, rechtliche Begleichung, Handlung des Richtens, Gerechtigkeit, Gesetz, Gottes Gebot; ne. court (N.), tribunal; Vw.: s. Send-; Hw.: s. richten; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. gerihte (1), geriht, st. N., Gericht (N.) (1), Gerichtsbezirk, Sprengel, Gerichtshoheit, gerichtliche Zuständigkeit; mnd. gerichte (4), gerechte, N., Recht, Gericht (N.) (1), geistliches und weltliches Gericht (N.) (1), Freigericht, Gebiet; mnl. gerechte, N., Gericht (N.) (1); ahd. girihti*, st. N. (ja), Urteil, Regel, Satzung, Ratschluss; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. rihten, sw. V. (1a), gerade machen, lenken, leiten, ordnen, ausrichten, richten, beraten (V.), Recht verschaffen; germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gericht, Kluge s. u. Gericht 1, DW 5, 3637, EWD s. u. Gericht 1, EWAhd 4, 374, Duden s. u. Gericht; Son.: vgl. nndl. gericht, Sb., Gericht (N.) (1); GB.: (girihti) seit 10. Jh. belegte und mit ge und richt(en) sowie i gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums gebildete und verwendete mit der Rechtsprechung betraute Einrichtung; BM.: mit, gerade machen; F.: Gericht, Gerichtes, Gerichts, Gerichte, Gerichten+EW; Z.: Ge—rich-t
Gericht (2), nhd., N., (12./13. Jh.): nhd. Gericht (N.) (2), auf oder in einer Schüssel angerichtete Speise, Gang von mehreren Speisen; ne. dish (N.); Vw.: -; Hw.: s. richten; Q.: 12./13. Jh. (Glosse); E.: mhd. gerihte (6), geriht, st. N., Gericht (N.) (2), angerichtete Speise; mnd. gerichte (2), N., angerichtete Speise, Gericht (N.) (2), Tracht, Essensgang; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. rihten, sw. V., gerade machen, richten; ahd. rihten, sw. V. (1a), gerade machen, lenken, leiten, ordnen, ausrichten, richten, beraten (V.), Recht verschaffen; germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gericht, Kluge s. u. Gericht 2, DW 5, 3635, EWD s. u. Gericht 2, Duden s. u. Gericht; Son.: vgl. nndl. gerecht, Sb., Gericht (N.) (2); GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus ge und richt(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliche von Menschen entwickelte und zu dem Essen (N.) angerichtete Speise; BM.: mit, herrichten bzw. gerade; F.: Gericht, Gerichtes, Gerichts, Gerichte, Gerichten+EW; Z.: Ge—rich-t
$gerichtlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gerichtlich; E.: s. Gericht, s. lich; L.: DW 5, 3652, EWD s. u. Gericht 1; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Gericht und lich gebildete Bezeichnung für Gericht betreffend; F.: gerichtlich, gerichtliche, gerichtliches, gerichtlichem, gerichtlichen, gerichtlicher+EW; Z.: ge—rich-t—lich
$Gerichtsbarkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gerichtsbarkeit, Rechtsprechung; E.: s. Gericht, s. s, s. bar, s. heit, s. keit; L.: DW 5. 3656, EWD s. u. Gericht 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gerichtsbar und keit gebildete Bezeichnung für die Befugnis zu Rechtsprechung und die Ausübung der Rechtsprechung; F.: Gerichtsbarkeit, Gerichtsbarkeiten+EW; Z.: Ge—rich-t-s—bar—kei-t
$Gerichtshof, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gerichtshof; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lüs. frz. cour de justice; E.: s. Gericht, s. s, s. Hof; L.: DW 5, 3664; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und nach frz. cour de justice aus Gericht und s sowie Hof gebildete Bezeichnung für ein aus mehreren Richtern bestehendes höheres Gericht; F.: Gerichtshof, Gerichtshofs, Gerichtshofes, Gerichtshöfe, Gerichtshöfen+EW; Z.: Ge—rich-t-s—ho-f
$Gerichtsvollzieher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gerichtsvollzieher; Q.: 1877 (§ 674 ZPO des Deutschen Reiches); E.: s. Gericht, s. s, s. Vollzieher; L.: DW 5, 3684, EWD s. u. Gericht 1; GB.: seit 1877 belegte und aus Gericht und s sowie Vollzieher gebildete Bezeichnung für den Vollstreckungsbeamten eines Gerichts; F.: Gerichtsvollzieher, Gerichtsvollziehers, Gerichtsvollziehern+EW; Z.: Ge—rich-t-s—vol-l—zie-h-er
$gerieben, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. gerieben, fein bearbeitet, durchtrieben; E.: s. ge, s. reiben; L.: Kluge s. u. gerieben, DW 5, 3688; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ge und reiben gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen schon früher durch Reiben gebildetes fein bearbeitet oder durchtrieben; F.: gerieben, geriebene, geriebenes, geriebenem, geriebenen, geriebener+EW; Z.: ge-rie-b-en
gerieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. gerieren, sich aufführen, auftreten, tun, handeln, zeigen; ne. behave, act (V.); Vw.: s. sug-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. gerere; E.: s. lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, (um 235-200 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW 5, 3688, Duden s. u. gerieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für tun oder handeln oder sich als etwas oder jemand zeigen; BM.: tragen; F.: gerieren, geriere, gerierst, geriert, gerierest, gerieret, gerierte, geriertest, gerierten, geriertet, geriert, gerierte, geriertes, geriertem, gerierten, gerierter, gerierend, gerierend, gerierende, gerierendes, gerierendem, gerierenden, gerierender, gerier (!)+FW+EW; Z.: ger-ier-en
gering, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. gering, leicht an Gewicht, von leichter Rüstung seiend, leichtbewaffnet, klein, niederig; ne. minor (Adj.), low (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. geringe (1), Adj., leicht und schnell, behende, leichtfertig, klein, gering; mnd. geringe (1), gerinc, Adj., gering, leicht, klein, einfach, wenig, wertlos; mnl. gering, geringe, gheringe, Adj., gering, unbedeutend; ahd. giringi?, Adj., gering; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *ring-, Adj., schnell, leicht, klein; L.: Kluge 1. A. s. u. gering, Kluge s. u. gering, EWD s. u. gering, DW 5, 3689, EWAhd 4, 376, EWAhd 7, 508, Duden s. u. gering, Bluhme s. u. gering; Son.: vgl. nndl. gering, Adj., gering; nschw. ringa, Adj., gering; lit. irangùs, Adj., hurtig, rührig bei der Arbeit; GB.: (giringo Adv.) seit 863-871 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches klein oder leicht oder niederig; BM.: mit, klein; F.: gering, geringe, geringes, geringem, geringen, geringer(, geringere, geringeres, geringerem, geringeren, geringerer, geringst, geringste, geringstes, geringstem, geringsten, geringster)+EW; Z.: ge-ring
$geringfügig, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. geringfügig, wenig; E.: s. gering, s. füg(en), s. ig; L.: Kluge s. u. gering, DW 5, 3703, EWD s. u. gering; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gering und füg(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches wenig; F.: geringfügig, geringfügige, geringfügiges, geringfügigem, geringfügigen, geringfügiger(, geringfügigere, geringfügigeres, geringfügigerem, geringfügigeren, geringfügigerer, geringfügigst, geringfügigste, geringfügigstes, geringfügigstem, geringfügigsten, geringfügigster)+EW; Z.: ge-ring—füg-ig
$Geringfügigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Geringfügigkeit, Geringheit, Wenigkeit, Kleinheit; E.: s. geringfügig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3703, EWD s. u. gering; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus geringfügig und keit gebildete Bezeichnung für Geringheit oder Wenigkeit oder Kleinheit; F.: Geringfügigkeit, Geringfügigkeiten+EW; Z.: Ge-ring—füg-ig—kei-t
$geringschätzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. geringschätzen, wenig schätzen; E.: s. gering, s. schätzen; L.: DW 5, 3706, EWD s. u. gering; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gering und schätzen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wenig schätzen; F.: geringschätzen, schätze gering, schätzet gering, schätzen gering, schätzest gering, schätzte gering, schätztest gering, schätzten gering, schätztet gering, geringgeschätzt, ##geringgeschätzt, geringgeschätzte, geringgeschätztes, geringgeschätztem, geringgeschätzten, geringgeschätzter##, geringschätzend, ###geringschätzend, geringschätzende, geringschätzendes, geringschätzendem, geringschätzenden, geringschätzender##ä, schätz gering, ###geringzuschätzen, geringzuschätzend, geringzuschätzende, geringzuschätzendes, geringzuschätzendem, geringzuschätzenden, geringzuschätzender###, schätze (!) gering+EW; Z.: ge-ring—schätz-en
$geringschätzig, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. geringschätzig, wenig schätzend, wenig geschätzt; E.: s. geringschätz(en), s. ig; L.: Kluge s. u. gering, DW 5, 3706, EWD s. u. gering; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus geringschätz(en) und ig gebildete Bezeichnung für wenig schätzend oder wenig geschätzt; F.: geringschätzig, geringschätzige, geringschätziges, geringschätzigem, geringschätzigen, geringschätziger(, geringschätzigere, geringschätzigeres, geringschätzigerem, geringschätzigeren, geringschätzigerer, geringschätzigst, geringschätzigste, geringschätzigstes, geringschätzigstem, geringschätzigsten, geringschätzigster)+EW; Z.: ge-ring—schätz-ig
$Geringschätzung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Geringschätzung, geringe Achtung, geringe Wertschätzung; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. geringschätz(en), s. ung, L.: DW 5, 3707, EWD s. u. gering; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus geringschätz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche geringe Achtung; F.: Geringschätzung, Geringschätzungen+EW; Z.: Ge-ring—schätz-ung
$gerinnen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gerinnen, fließen, zusammenlaufen, sich verfestigen; E.: s. ge, s. rinnen; L.: Kluge s. u. gerinnen, DW 5, 3707, EWD s. u. gerinnen; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und rinnen belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches fließen oder zusammenlaufen oder sich verfestigen; F.: gerinnen, gerinne, gerinnst, gerinnt, gerinnest, gerinnet, gerann, gerannst, gerannten, gerannt, geränne, gerännest, gerännen, gerännet, gerönne, gerönnest, gerönnen, gerönnet, geronnen, ##geronnen, geronnene, geronnenes, geronnenem, geronnenen, geronnener##, gerinnend, ###gerinnend, gerinnende, gerinnendes, gerinnendem, gerinnenden, gerinnender###, gerinn (!)+EW; Z.: ge—ri-nn-en
$Gerinnsel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gerinnsel, Rinnsal, Geronnenes; Vw.: s. Blut-; E.: s. gerinn(en), s. sel; L.: Kluge s. u. gerinnen, DW 5, 3711, EWD s. u. gerinnen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gerinn(en) und sel gebildete Bezeichnung für wohl seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches Rinnsal oder Geronnenes; F.: Gerinnsel, Gerinnsels, Gerinnseln+EW; Z.: Ge—ri-nn-s-el
$Gerippe, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gerippe, aus Rippen bestehendes Gebilde, Skelett; E.: s. Ge, s. Rippe; L.: Kluge s. u. Gerippe, DW 5, 3712, EWD s. u. Rippe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und Rippe gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Rippen oder Knochen mögliches aus Rippen oder Knochen bestehendes Gebilde oder Skelett; F.: Gerippe, Gerippes, Gerippen+EW; Z.: Ge-ripp-e
$gerissen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. gerissen, auseinandergerissen, erfahren (Adj.), schlau; E.: s. ge, s. reißen; L.: Kluge s. u. gerissen, fehlt DW (s. reiszen), EWD s. u. gerissen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und reißen (rissen) gebildete Bezeichnung für auseinandergerissen oder erfahren (Adj.) oder schlau; F.: gerissen, gerissene, gerissenes, gerissenem, gerissenen, gerissener(, gerissenere, gerisseneres, gerissenerem, gerisseneren, gerissenerer, gerissenst, gerissenste, gerissenstes, gerissenstem, gerissensten, gerissenster)+EW; Z.: ge—ri-ss-en
$Gerissenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gerissenheit, Erfahrenheit, Schlauheit, Schläue; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. gerissen, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. gerissen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gerissen und heit gebildete Bezeichnung für Erfahrenheit oder Schlauheit oder Schläue; F.: Gerissenheit, Gerissenheiten+EW; Z.: Ge—ri-ss-en—hei-t
Germ, nhd., M., F., (13. Jh.): nhd. Germ, Hefe, Gärung; ne. yeast (N.); Vw.: -; Hw.: s. gären; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. gerwen (2), st. F., Hefe, Unreinigkeit, Auswurf; vgl. mhd. gerwen (1), sw. V., gar machen, gerben, sich bereiten, rüsten, sich rüsten, kleiden, ausrüsten, bereitmachen; ahd. garawen*, garawēn*, sw. V. (1a, 3), bereiten (V.) (1), rüsten, herrichten, fertig machen; germ. *garwjan, sw. V., bereiten, fertigmachen, zubereiten; s. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455? (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Germ, DW 5, 3716, Duden s. u. Germ, Bluhme s. u. Germ; GB.: (gerwe bzw. gerwen) seit Anfang 13. Jh. belegte Bezeichnung für eine aus Hefepilzen bestehende Substanz die als Gärungsmittel und Treibmittel bei der Herstellung bestimmter alkoholischer Getränke und zu dem für eine Lockerung durch Treiben von Teig für bestimmte Backwaren verwendet wird; BM.: bereiten?; F.: Germ, Germs, Germes+EW; Z.: Germ
Germanist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Germanist, Deutschkundler; ne. germanist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: frühes 19. Jh.; E.: von lat. Germānia, F., Germanien; vgl. lat. Germānus, M., Germane; weitere Herkunft ungeklärt, wohl eher kelt. als germ.; L.: DW 5, 3178, EWD s. u. Germanist, Duden s. u. Germanist; Son.: vgl. nschw. germanist, Sb., Germanist; nnorw. germanist, M., Germanist; poln. germanista, M., Germanist; GB.: seit frühes 19. Jh. belegte und aus lat. German(us) und ist gebildete Bezeichnung für einen sich mit der deutschen Sprache (oder auch dem deutschen Recht) beschäftigenden Wissenschaftler; BM.: PN; F.: Germanist, Germanisten+FW+EW; Z.: German-ist
$Germanistik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Germanistik; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Germanist, s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Germanist; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Germanist und ik gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Germanisten und ihr Wissenschaftsfach der deutschen Sprache (oder des deutschen Rechtes); F.: Germanistik+FW+EW; Z.: German-ist-ik
$germanistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. germanistisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Germanist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Germanist; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Germanist und isch gebildete Bezeichnung für Germanisten oder Germanistik betreffend; F.: germanistisch, germanistische, germanistisches, germanistischem, germanistischen, germanistischer+FW+EW; Z.: german-ist-isch
Germanium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Germanium, ein Halbmetall; ne. germanium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1885; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. Germānia, F.=ON, Germanien; vgl. lat. Germānus, M., Germane; weitere Herkunft ungeklärt, wohl eher kelt. als germ.; L.: Duden s. u. Germanium; Son.: vgl. nndl. germanium, Sb., Germanium; frz. germanium, M., Germanium; nschw. germanium, N., Germanium; nnorw. germanium, N., Germanium; kymr. germanium, M., Germanium; nir. gearmainium, M., Germanium; poln. german, M., Germanium; lit. germanis, M., Germanium; GB.: seit um 1885 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr sprödes und an der Luft bei Raumtemperatur sehr beständiges grauweiß glänzendes und vor allem in China hergestelltes und in der Elektronik für Transistoren und in der Optik sowie in Glasfaserkabeln und Röntgendetektoren verwendetes Halbmetall (Halbleiter) (chemisches Element Nr. 32, abgekürzt Ge); BM.: ON (nach dem Herkunftsland des Entdeckers Clemens Winkler – Freiberg 26. Dezember 1838-Dresden 8. Oktober 1904); F.: Germanium, Germaniums+EW; Z.: German-i-um
gern, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. gern, gerne, lieb, froh, bereit, erwünscht, gewollt; ne. voluntarily; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. gerne (2), gern, Adv., begierig, freudig, bereitwillig, mit Freuden, freiwillig, aus Gefälligkeit; mnd. gērne, gērn, gēren, gērnen, Adv., gern, bereitwillig, mit Freuden, leicht, oft, gewöhnlich; mnl. gerne, Adv., gern, bereitwillig; ahd. gerno (1), Adv., gern, begierig, bereitwillig, freiwillig; as. gerno, Adv., gern, eifrig, freudig; vgl. ahd. gern, Adj., eifrig, aufmerksam, begehrend, verlangend; as. gern, Adj., verlangend, begehrend; germ. *gerna-, *gernaz, Adj., gern, begierig, eifrig; s. idg. *g̑ʰer- (1), *g̑ʰerh₁-, V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. gern, Kluge s. u. gern, DW 5, 3719, EWD s. u. gern, EWAhd 4, 176, Duden s. u. gern, Bluhme s. u. gern; Son.: vgl. afries. jerne, ierne, Adv., gern, eifrig; nfries. jearn; ae. georne, Adv., eifrig, verlangend, begierig, ernst; an. gjarna, Adv., begierig, interessiert; got. *gaírns?, Adj. (a), begierig, gierig; nndl. gaarne, Adv., gern; nschw. gärna, Adv., gern; nnorw. gjerne, Adv., gern; ai. háryati, V., findet Gefallen, hat gern; gr. χαίρειν (chaírein), V., sich freuen; lat. hortārī, V., antreiben, ermuntern, aufmuntern; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lieb oder froh oder bereit oder erwünscht oder gewollt; BM.: begehren bzw. gern haben; F.: gern+EW; Z.: ger-n
$Gernegroß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gernegroß, Angeber, Hochstapler; E.: s. gern, s. e, s. groß; L.: DW 5, 3728 (Gerngrosz), EWD s. u. gern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gern und e und groß gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen gern groß wärenden Menschen oder Angeber oder Hochstapler; F.: Gernegroß, Gernegroßer, Gernegroße, Gernegroßen+EW; Z.: Ger-n-e—gro-ß
Geröll, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Geröll, lockeres Gestein, leicht rollendes Gestein; ne. cobbles, debris; Vw.: -; Hw.: s. rollen; Q.: 16. Jh.; E.: Hybridbildung; s. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. rollen, sw. V., rollen, hin und her fahren; vgl. mhd. rolle, rulle, sw. F., Rolle, Verzeichnis, Liste, Aufgerolltes, Zusammengerolltes, Glättrolle; s. mlat. rotula, F., Rädchen, Rädlein; vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Geröll, Gerümpel, EWD s. u. Geröll, DW 5, 3732 (Gerölle), Duden s. u. Geröll; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und roll(en) gebildete Bezeichnung für das sich an Halden und in Bachbetten und Flussbetten ablagernde lockere und deswegen leicht rollende Gestein; BM.: mit, rollen; F.: Geröll, Gerölles, Gerölls, Gerölle, Geröllen+EW; Z.: Ge-rö-ll
gerren, nhd., sw. V.: nhd. gerren; Vw.: s. girren
Gerste, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gerste, ein Getreide; ne. barley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. gerste, sw. F., Gerste; mnd. gerste, garste, jerste, gersten, F.?, M., Gerste; mnl. gerste, F., Gerste; ahd. gersta, sw. F. (n), Gerste, Gerstenschrot, Gerstengrütze; as. gersta, sw. F. (n), Gerste; anfrk. -; germ. *gerstō-, *gerstōn, sw. F. (n), Gerste; idg. *g̑ʰerzdʰ-, *g̑ʰerzd-, Sb., Stachel, Granne, Gerste, Pokorny 446 (646/62) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., alb., ital., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gerste, Kluge s. u. Gerste, DW 5, 3734, EWD s. u. Gerste, EWAhd 4, 179, Falk/Torp 130, Duden s. u. Gerste, Bluhme s. u. Gerste; Son.: vgl. afries. -; ae. gerste, Sb., Gerste; an. -; got. -; ? gr. κριθή (krithḗ), F., Gerste, Gerstenkorn; ? alb. drithē, Sb., Gerste?; lat. hordeum, N., Gerste; heth. kar-aš, Sb., Emmer, Weizen?, Einkorn?; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine in dem so genannten fruchtbaren Halbmond des Vorderen Orients vor etwa 15000 Jahren von Menschen gezüchtete Getreideart mit kurzem Halm und langen Grannen sowie kantigen Körnern deren Frucht seit dem Altertum vor allem zu dem Brauen von Bier und als Tierfutter verwendet wird; BM.: Stachel?; F.: Gerste, Gersten+EW; Z.: Gerst-e
$Gerstenkorn, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gerstenkorn; E.: s. Gerst(e), s. en (Suff.), s. Korn; L.: Kluge s. u. Gerstenkorn, EWD s. u. Gerste; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. hordeolus aus Gerst(e) und en sowie Korn gebildete Bezeichnung für ein einzelnes Korn der Getreideart Gerste und einer diesem ähnlich sehenden kleinen grundsätzlich gutartigen Geschwulst in dem Augenlid des Menschen; F.: Gerstenkorn, Gerstenkorns, Gerstenkornes, Gerstenkörner, Gerstenkörnern+EW; Z.: Gerst-en—kor-n
$Gerstensaft, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gerstensaft; E.: s. Gerst(e), s. en (Suff.) s. Saft; L.: DW 5, 3740, EWD s. u. Gerste; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gerst(e) und en sowie Saft gebildete verharmlosende Bezeichnung für das von Menschen aus Gerste und Saft hergestellte alkoholische Getränk Bier; F.: Gerstensaft, Gerstensaftes, Gerstensafts, Gerstensäfte, Gerstensäften+EW; Z.: Gerst-en—saf-t
Gerte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gerte, grüner dünner Zweig, Stange, Stock, Rute; ne. rod, twig, stick (N.); Vw.: -; Hw.: s. Yard; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gerte (1), gerthe, st. F., sw. F., Gerte, Rute, Zweig, Stab, Messrute, Ackermaß; mnd. gērde (1), F., Gerte, Rute, Stab, Landmaß, Unterteil des Ackers; mnl. gaerde, F., Gerte; ahd. gerta, st. F. (jō), sw. F. (n), Gerte, Rute, Zweig, Ast, Schössling, Ranke; as. gėrdia*, sw. F. (n), Gerte, Rute, Stab; anfrk. gerda*, st. F. (jō), Gerte, Rute, Stock; wgerm. *gazdjō, st. F. (ō), Rute, Gerte, Stecken, Stachel; idg. *g̑ʰasto- (1), *g̑ʰazdʰo-, *g̑ʰazdʰeh₂-?, Sb., Rute, Stange, Gerte, Pokorny 412 (597/13) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gerte, Kluge s. u. Gerte, DW 5, 3741, EWD s. u. Gerte, EWAhd 4, 186, Falk/Torp 133, Duden s. u. Gerte, Bluhme s. u. Gerte; Son.: vgl. afries. jerde, st. F. (jō)?, Gerte, Rute als Maß; nnordfries. jord, joard; ae. gierd, geard (2), gird, gyrd, gerd, st. F. (jō), Gerte, Rute, Stab, Zweig; ne. yard, N., Hof, Yard; an. gerð, st. F. (jō), Gerte, Stab (Lw. aus. dem. Mnd.); got. -; air. gat, M., Weidenrute; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Westgermanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen grünen dünnen Zweig oder eine Stange oder einen Stock oder eine Rute; BM.: ?; F.: Gerte, Gerten+EW; Z.: Gert-e
$gertenschlank, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. gertenschlank, sehr schlank; E.: s. Gert(e), s. en, s. schlank; L.: EWD s. u. Gerte; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Gert(e) und en sowie schlank gebildete Bezeichnung für wie eine Gerte schlank oder sehr schlank; F.: gertenschlank, gertenschlanke, gertenschlankes, gertenschlankem, gertenschlanken, gertenschlanker+EW; Z.: gert-en—schla-nk
$Geruch, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Geruch, Riechen; E.: s. ge, s. riech(en); L.: Kluge s. u. Geruch, DW 5, 3747, EWD s. u. Geruch; GB.: (geruch) seit 1275-1276 belegte und aus ge und riech(en) gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung von Tieren schon vormenschlich mögliche Riechen; F.: Geruch, Geruches, Geruchs, Gerüche, Gerüchen+EW; Z.: Ge—ru-ch
$geruchlos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. geruchlos, ohne Geruch seiend; E.: s. Geruch, s. los; L.: DW 5, 3751, EWD s. u. Geruch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geruch und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches ohne Geruch seiend; F.: geruchlos, geruchlose, geruchloses, geruchlosem, geruchlosen, geruchloser(, geruchlosere, geruchloseres, geruchloserem, geruchloseren, geruchloserer, geruchlosest, geruchloseste, geruchlosestes, geruchlosestem, geruchlosesten, geruchlosester)+EW; Z.: ge—ru-ch-lo-s
Gerücht, Gerüchte, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Gerücht, lautes Rufen, Schreien, Lärm, Getöse; ne. romour (N.), hearsay; Vw.: -; Hw.: s. rufen; E.: s. mhd. gerucht, geruht, gerücht, st. N., Geruch, Duft, Ruf, Rufen, Gerücht, Nachrede, Gerüfte, Hilferuf, Klageschrei zur Festnahme des Missetäters; mnd. gerüchte, geröchte, gerüfte, N., Rufen, Lärm, Alarm, Gerücht, Erzählung; mnl. geruchte, N., Gerede?, Gerücht?; vgl. ahd. giruofti*, st. N. (ja), „Gerüfte“, Ruf, Geschrei, Gebrüll; as. gihrōpidi*, st. N. (ja), Ruf, Geschrei; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. ruofen, sw. V. (1a), rufen, ausrufen, anrufen, herbeirufen; germ. *hrōpjan, sw. V., rufen, schreien; s. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Gerücht, DW 5, 3751, EWD s. u. Gerücht, EWAhd 4, 380, Duden s. u. Gerücht, Bluhme s. u. Geruecht; Son.: vgl. nndl. gerucht, Sb., Gerücht; nschw. rykte, N., Gerücht; nnorw. rykte, N., Gerücht; GB.: (giruoft) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und ruf(en) gebildete Bezeichnung für lautes Rufen oder etwas allgemein Weitererzähltes ohne Kenntnis des wirklichen Wahrheitsgehalts des Erzählten; BM.: mit, rufen; F.: Gerücht, Gerüchtes, Gerüchts, Gerüchte, Gerüchten+EW; Z.: Ge-rüch-t
$geruhen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. geruhen, ausruhen, herbeilassen, belieben, bequemen; E.: s. ge, s. ruhen; L.: Kluge s. u. geruhen, DW 5, 3761; GB.: (geruowen) vielleicht seit um 1120/1130 belegte und aus ge und ruhen gebildete Bezeichnung für ausruhen oder herbeilassen oder belieben oder bequemen; F.: geruhen, geruhe, geruhst, geruht, geruhest, geruhet, geruhte, geruhtest, geruhten, geruhtet, ##geruht, geruhte, geruhtes, geruhtem, geruhten, geruhter##, geruhend, ###geruhend, geruhende, geruhendes, geruhendem, geruhenden, geruhender###, geruh (!)+EW; Z.: ge-ruh-en
$gerührt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. gerührt, bewegt, ergriffen, erschüttert; E.: s. ge, s. rühr(en), s. t; L.: DW 5, 3769, EWD s. u. rühren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und rühr(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bewegt oder ergriffen oder erschüttert; F.: gerührt, gerührte, gerührtes, gerührtem, gerührten, gerührter(, gerührtere, gerührteres, gerührterem, gerührteren, gerührterer, gerührtest, gerührteste, gerührtestes, gerührtestem, gerührtesten, gerührtester)+EW; Z.: ge—rühr-t
$geruhsam, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.?): nhd. geruhsam, ruhig, behaglich; E.: s. geruh(en), s. sam; L.: DW 5, 3769, EWD s. u. Ruhe; GB.: vielleicht seit 15. Jh. (geruowesam) belegte und aus geruh(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ruhig oder behaglich; F.: geruhsam, geruhsame, geruhsames, geruhsamem, geruhsamen, geruhsamer(, geruhsamere, geruhsameres, geruhsamerem, geruhsameren, geruhsamerer, geruhsamst, geruhsamste, geruhsamstes, geruhsamstem, geruhsamsten, geruhsamster)+EW; Z.: ge—ruh—sam
$Gerülle, Gerüll?, nhd., N., (?): nhd. Gerülle, Geröll; E.: s. ge, s. Geröll?; L.: Kluge s. u. Gerümpel, DW 5, 3770; F.: Gerüll, Gerülls, Gerülles, Gerülle, Gerüllen+EW; Z.: Ge-rüll
$Gerummel, nhd., N., (?): nhd. Gerummel, Rummel, Getöse; E.: s. ge, s. Rummel; L.: Kluge s. u. Gerümpel, DW 5, 3770; GB.; vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ge und Rummel gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Getöse; F.: Gerummel, Gerummels, Gerummeln+EW; Z.: Ge-rumm-el
Gerümpel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gerümpel, Sperrmüll, Schrott; ne. clutter (N.), rubbish; Vw.: -; Hw.: s. entrümpeln; Q.: um 1250 (Heilige Regel für ein vollkommenes Leben); E.: s. mhd. gerummel, gerumpel, gerümpel, gerumbel, st. N., Gerummel, Lärm, Gepolter, Unruhe, Durcheinander; mhd. gerummel, gerommel, N., Gerummel, Gegrummel, Gemurmel, Gepolter, Lärm; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. rumpelen, rumpeln, rummeln, sw. V., rumpeln, lärmen, poltern, einstürzen, trampeln, trampeln in; mnd. rumpelen, sw. V., rumpeln, lärmen, dumpfe polternde Geräusch machen; Schallnachahmung; L.: Kluge s. u. Gerümpel, DW 5, 3771, EWD s. u. Gerümpel, Duden s. u. Gerümpel; Son.: vgl. nndl. rommel, Sb., Gerümpel; GB.: seit um 1250 belegte und aus ge und rumpel(n) gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit alter und unbrauchbar und wertlos gewordener Gegenstände; BM.: mit, lärmen; F.: Gerümpel, Gerümpels+EW; Z.: Ge-rümp-el
Gerundium, Gerund, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gerundium, Verlaufsform; ne. gerund; Vw.: -; Hw.: s. Gerundivum; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. gerundium; E.: s. lat. gerundium, N., Gerundium, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, sich verhalten (V.), ausführen; weitere Herkunft ungeklärt, Walde/Hofmann 1, 595; L.: Kluge s. u. Gerundium, fehlt DW, Duden s. u. Gerundium; Son.: vgl. nndl. gerundium, Sb., Gerundium; nschw. gerundium, Sb., Gerundium; nnorw. gerundium, N., Gerundium; poln. gerundium, M., Gerundium; kymr. gerwnd, M., Gerundium; nir. geireann, M., Gerundium; lit. gerundijus, M., Gerundium; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verbform mit substantivischen Eigenschaften (Verbalsubstantiv) (Verlaufsform) (deklinierter Infinitiv beispielsweise lat. docendo durch das Lehren); BM.: sich verhalten (V.); F.: Gerundium, Gerundiums+FW(+EW); Z.: Ger-und-i-um
Gerundivum, Gerundiv, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gerundivum, Verbaladjektiv; ne. gerundive; Vw.: -; Hw.: s. Gerundium; Q.: 20. Jh.; I.: lat. (modus) gerundīvus; E.: s. lat. gerundīvus, Adj., tragend?; vgl. lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, sich verhalten (V.), ausführen; weitere Herkunft ungeklärt, Walde/Hofmann 1, 595; L.: Kluge s. u. Gerundivum, Duden s. u. Gerundivum; Son.: vgl. nndl. gerundivum, Sb., Gerundivum; frz. gérondif, M., Gerundivum, Gerundium; nschw. gerundivum, Sb., Gerundivum; nnorw. gerundiv, N., Gerundivum; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine als Adjektiv verwendete Verbform mit passivischer Bedeutung die eine Notwendigkeit ausdrückt (beispielsweise zu lobend); BM.: sich verhalten (V.); F.: Gerundivum, Gerundivums+FW(+EW); Z.: Ger-und-iv-um
Gerüst, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gerüst, Ausrüstung, Gerät, Vorrichtung; ne. framework; Vw.: -; Hw.: s. rüsten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gerüste, geruste, st. N., Gerüst, Waffenrüstung, Vorrichtung, Werkzeug, Ausrüstung, Aufbau, Gebäude, Maschine, Gestell, Kleidung; mnd. gerüste (2), N., Gerüst, Aufbau, Rüstung, Ausrüstung, Kleidung; ahd. girusti, st. N. (ja), Gerüst, Ausrüstung, Hilfsmittel, Rüstung; ahd. girusta*, st. F. (ō), Ausrüstung, Ausstattung, Hilfsmittel; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. rust, st. F. (i), Rüstung, Ausrüstung, Pferdeschmuck, Brustschmuck; germ. *hrusti-, *hrustiz, st. M. (i), Rüstung; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gerüst, Kluge s. u. Gerüst, DW 5, 3775, EWD s. u. Gerüst, EWAhd 4, 381, Duden s. u. Gerüst; Son.: vgl. ae. gehyrst, st. F. (i), Schmuck, Schatz, Ausrüstung, Rüstung, Behänge, Waffen; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und rüst(en) gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische zu erschließende sowie mit dem Indogermanischen zu verbindende Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Ausrüstung und ein Gerät sowie für eine aus Stangen errichtete Vorrichtung vor allem bei Bauarbeiten; BM.: mit, häufen; F.: Gerüst, Gerüstes, Gerüsts, Gerüste, Gerüsten+EW; Z.: Ge-rü-st
gesamt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., Adv. (8. Jh.): nhd. gesamt, zusammengenommen, vollständig; ne. entire, overall; Vw.: -; Hw.: s. samt; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. gesamenet*, gesament, gesamt, (Part. Prät.=)Adj.: nhd. versammelt, vereinigt, gemeinsam, gemeinschaftlich mnd. gesāmet, gesammet, (Part. Prät.=)Adj., gesamt, gemeinsam; vgl. mhd. gesamen, sw. V., einigen, sich einigen, ehelich verbinden, sich ehelich verbinden; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. samenen (1), samnen, samen, sw. V., zusammenbringen, zusammennehmen, zusammensetzen, vereinigen, verbinden, versammeln; ahd. samanōn, sw. V. (2), sammeln, häufen, vereinigen, versammeln; germ. *samnōn, *samanōn, sw. V., sammeln; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gesamt, Kluge s. u. gesamt, DW 5, 3785 (gesammt), EWD s. u. gesamt, Duden s. u. gesamt; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ge und sam(meln) gebildete Bezeichnung für zusammengenommen oder gesamt oder vollständig; BM.: mit, eins; F.: gesamt, gesamte, gesamtes, gesamtem, gesamten, gesamter+EW; Z.: ge-sam-t
$Gesamtheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gesamtheit, Ganzes, Vollständigkeit; E.: (gesametheit) seit 1323 belegte und aus gesamt und heit gebildete Bezeichnung für ein Ganzes oder eine Vollständigkeit; L.: Kluge s. u. gesamt, DW 5, 3789 (Gesammtheit), EWD s. u. gesamt; F.: Gesamtheit, Gesamtheiten+EW; Z.: Ge-sam-t-hei-t
Gesandter, Gesandte (M.), nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Gesandter, Gesandte (M.), Bote, Vertreter; ne. envoy (M.); Vw.: -; Hw.: s. senden; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. gesandter pote, M., gesandter Bote; mnd. gesande, gesante, gesendede*, M., „Gesandte“, Abgesandter, Abgeordneter, bevollmächtigter Vertreter; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. senden, sw. V., schicken, senden; ahd. senten, sw. V. (1a), senden, schicken, bringen, aussenden, geben, werfen, schütten, legen, tun; germ. *sandjan, sw. V., senden; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gesandter, EWD s. u. Gesandter, DW 5, 3792 (Gesandte M.), Duden s. u. Gesandter; Son.: vgl. nndl. gezant, Sb., Gesandter; nnorw. gesandt, M., Gesandter; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen mit einem besonderen Auftrag von einem Auftraggeber an einen anderen Menschen (ab)gesandten Menschen; BM.: mit, gehen; F.: Gesandter, Gesandte, Gesandten+EW; Z.: Ge-sandt-e
$Gesandtschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gesandtschaft; E.: s. gesandt, s. schaft; L.: Kluge s. u. Gesandter, DW 5, 3794, EWD s. u. Gesandter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gesandt und schaft gebildete Bezeichnung für eine Abordnung oder Vertretung und das sie beherbergende Gebäude in einem anderen Staat; F.: Gesandtschaft, Gesandtschaften+EW; Z.: Ge-sandt-schaf-t
$Gesang, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gesang; E.: s. ge, s. sing(en); L.: Kluge s. u. singen, DW 5, 3796, EWD s. u. Gesang; GB.: (gisang) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ge und sing(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Singen von Tönen und Texten oder vielleicht auch schon vormenschlich mögliches Erklingenlassen von Tönen durch Tiere wie Vögel; F.: Gesang, Gesangs, Gesanges, Gesänge, Gesängen+EW; Z.: Ge—sang
$Gesangbuch, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gesangbuch; E.: s. Gesang, s. Buch; L.: DW 5, 3803, EWD s. u. Gesang; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Gesang und Buch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes (gedrucktes) Buch mit den Tönen und Texten von (religiösen) Gesängen; F.: Gesangbuch, Gesangbuchs, Gesangbuches, Gesangbücher, Gesangbüchern+EW; Z.: Ge—sang—buch
Gesäß, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gesäß, Sitz, Wohnhof, Wohngut; ne. buttocks, bottom (N.); Vw.: -; Hw.: s. setzen, sitzen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gesæze, st. N., Sitz, Gesäß, Wohnsitz, Lagerung, Lager, Platz (M.) (1), Belagerung, Gelage, Lage, Anwesen, Besitz; mnd. gesāte, N., Niederlassung, Besitztum; mnl. gesate, N.?, Sitzplatz, Wohnstätte; ahd. gisāzi*, st. N. (ja), Sitz, Ort, Gebiet, Bezirk; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *sētja-, *sētjam, *sǣtja-, *sǣtjam, st. N. (a), Sitz; vgl. idg. sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gesäß, DW 5, 3806 (Gesäsz), EWD s. u. Gesäß, EWAhd 4, 386, Falk/Torp 427, Seebold 397, Duden s. u. Gesäß; GB.: (gisāzi) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ge und Säß gebildete Bezeichnung für den Teil des Körpers auf dem Menschen und andere Säugetiere auf einer Unterlage sitzen oder einen Sitz oder einen Wohnhof oder ein Wohngut; BM.: mit sitzen; F.: Gesäße, Gesäßes, Gesäßen+EW; Z.: Ge-säß
Geschäft, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Geschäft, Anordnung, Befehl, Gebot, Verordnung, Anweisung, Auftrag, Vertrag, Geschäftsort eines Kaufmanns; ne. business, bargain; Vw.: -; Hw.: s. schaffen; E.: s. mhd. geschaft (2), st. N., Geschäft, Abmachung, Auflage, Bedingung, Anordnung, Befehl; mhd. gescheft (1), geschaft, st. N., Geschäft, Tätigkeit, Aufgabe, Amt, Geschäftigkeit, Angelegenheit, Sache, Verhandlung; vgl. mhd. geschaffen (1), st. V., schaffen, erschaffen, hervorbringen, verursachen; ahd. giskaffōn*, giscaffōn*, sw. V. (2), schaffen, bilden, hervorbringen, festsetzen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. skaffōn, scaffōn, sw. V. (2), schaffen, bilden, bewirken, festsetzen; germ. skapōn, sw. V., schaffen, ordnen; idg. skā̆p-, kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Geschäft, Kluge s. u. Geschäft, DW 5, 3814, EWD s. u. Geschäft, EWAhd 4, 395, Duden s. u. Geschäft; Son.: s. ahd. giskaft (2), giscaft, giskaf, giscaf, st. F. (i), Schöpfung, Geschöpf, Erschaffung, Beschaffenheit; ae. gesceaft, st. M. (a), st. F. (i), st. N. (a), Schöpfung, Geschöpf, Beschaffenheit; got. gaskafts, st. F. (i), Erschaffung, Geschöpf; vgl. nschw. geschäft, N., Geschäft; nnorw. geskjeft, M., Geschäft; GB.: (geschaft) seit 13. Jh.) belegte und aus ge und schaf(fen) sowie t gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Geld mögliche auf Gewinn gerichtete Tätigkeit des Menschen und davon abgeleitet für einen besonderen Ort an dem ein Kaufmann seine Tätigkeit abwickelt; BM.: mit, schneiden; F.: Geschäft, Geschäftes, Geschäfts, Geschäfte, Geschäften+EW; Z.: Ge-schäf-t
$geschäftig, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. geschäftig, tätig, betriebsam; E.: s. Geschäft, s. ig; L.: Kluge s. u. Geschäft, DW 5, 3822, EWD s. u. Geschäft; GB.: seit 1315/1323 belegte und aus Geschäft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches tätig oder betriebsam; F.: geschäftig, geschäftige, geschäftiges, geschäftigem, geschäftigen, geschäftiger(, geschäftigere, geschäftigeres, geschäftigerem, geschäftigeren, geschäftigerer, geschäftigst, geschäftigste, geschäftigstes, geschäftigstem, geschäftigsten, geschäftigster)+EW; Z.: ge—schäf-t-ig
$Geschäftigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Geschäftigkeit, Tätigkeit, Betriebsamkeit; E.: s. geschäftig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3823, EWD s. u. Geschäft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus geschäftig und keit gebildete Bezeichnung für Tätigkeit oder Betriebsamkeit; F.: Geschäftigkeit+EW; Z.: Ge—schäf-t-ig—kei-t
$geschäftlich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. geschäftlich, Geschäft betreffend; E.: s. Geschäft, s. lich; L.: Kluge s. u. Geschäft, DW 5, 3824, EWD s. u. Geschäft; GB.: vielleicht vor 1350 (gescheftlichheit*) belegte und aus Geschäft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Geschäft betreffend; F.: geschäftlich, geschäftliche, geschäftliches, geschäftlichem, geschäftlichen, geschäftlicher(, geschäftlichere, geschäftlicheres, geschäftlicherem, geschäftlicheren, geschäftlicherer, geschäftlichst, geschäftlichste, geschäftlichstes, geschäftlichstem, geschäftlichsten, geschäftlichster)+EW; Z.: ge—schäf-t—lich
$Geschäftsmann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Geschäftsmann; E.: s. Geschäft, s. s, s. Mann; L.: Kluge s. u. Geschäftsträger, DW 5, 3828; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschäft und s sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung beruflich Geschäfte ausführenden Mann wie beispielsweise einen Kaufmann; F.: Geschäftsmann, Geschäftsmanns, Geschäftsmannes, Geschäftsmänner, Geschäftsmännern+EW; Z.: Ge—schäf-t-s—man-n
$Geschäftsträger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Geschäftsträger; E.: s. Geschäft, s. s, s. Träger; L.: Kluge s. u. Geschäftsträger, DW 5, 3829, EWD s. u. Geschäft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschäft und s sowie Träger gebildete sowie wohl dem Französischen (chargé d’affaires) nachgebildete Bezeichnung für einen nachrangigen Vertreter eines Staates in dem zwischenstaatlichen Verkehr; F.: Geschäftsträger, Geschäftsträgers, Geschäftsträgern+EW; Z.: Ge—schäf-t-s—träg-er
$gescheckt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. gescheckt, scheckig, gefleckt, bunt; E.: s. ge, s. scheck(ig), s. t; L.: DW 5, 3837, EWD s. u. scheckig; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ge und scheck(ig) und t gebildete Bezeichnung für scheckig oder gefleckt oder bunt; F.: gescheckt, gescheckte, geschecktes, geschecktem, gescheckten, gescheckter(, geschecktere, gescheckteres, gescheckterem, gescheckteren, gescheckterer, geschecktest, gescheckteste, geschecktestes, geschecktestem, geschecktesten, geschecktester)+EW; Z.: ge—scheck-t
geschehen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. geschehen, sich ereignen; ne. occur, happen (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschichte, Geschick; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. geschehen (1), geschēn, geschegen, st. V., sw. V., geschehen, geschehen mit, sich ereignen, stattfinden, vorkommen, widerfahren (V.), getan werden; mnd. geschēn, geschin, st. V., sw. V., sich zutragen, geschehen, sich begeben (V.), sich ereignen; ahd. giskehan*, giscehan*, st. V. (5), geschehen, ergehen, erfolgen; as. -; anfrk. -; germ. *gaskehan, st. V., geschehen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. geschehen, Kluge s. u. geschehen, DW 5, 3838, EWD s. u. geschehen, EWAhd 4, 396, Seebold 409, Duden s. u. geschehen, Bluhme s. u. geschehen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; air. scuchid, scuichid, V., geht weg, hört auf; ksl. skočiti, V., springen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sich ereignen; BM.: mit, springen; F.: geschehen, geschehe, geschiehst, geschieht, gescheht, geschehn (!), geschehest, geschehet, geschah, geschahst (!), geschahen, geschahn (!), geschaht (!), geschähe, geschähest, geschähen, geschähn (!), geschähet (!), ##geschehen, geschehene, geschehenes, geschehenem, geschehenen, geschehener##, geschehend, ###geschehend, geschehende, geschehendes, geschehendem, geschehenden, geschehender###, geschieh (!)+EW; Z.: ge—scheh-en
$Geschehen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Geschehen, Ereignis, Vorfall, Vorgang; E.: s. geschehen; L.: Kluge s. u. geschehen, fehlt DW (s. geschehen), EWD s. u. geschehen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus geschehen gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Ereignis oder einen Vorfall oder einen Vorgang; F.: Geschehen, Geschehens+EW; Z.: Ge—scheh-en
$Geschehnis, nhd., N., F., (19. Jh.): nhd. Geschehnis, Geschehen, Ereignis, Vorfall, Vorgang; E.: s. gescheh(en), s. nis; L.: Kluge s. u. geschehen, EWD s. u. geschehen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gescheh(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Geschehen oder Ereignis oder einen Vorfall oder einen Vorgang; F.: Geschehnis, Geschehnisses, Geschehnisse, Geschehnissen+EW; Z.: Ge—scheh-nis
$Geschein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Geschein; E.: s. ge, s. schein(en); L.: Kluge s. u. Geschein, DW 5, 3852; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus ge und schein(en) gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Weinstocks möglichen (jährlich neu er)scheinenden Blütenstände der Weinrebe; F.: Geschein, Gescheines, Gescheins, Gescheine, Gescheinen+EW; Z.: Ge—schei-n
gescheit, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. gescheit, vernünftig, klug, kundig, verständig; ne. sensible, prudent; Vw.: -; Hw.: s. scheiden; Q.: 1338 (Hiob); E.: s. mhd. geschīde, geschide, Adj., gescheit, schlau, urteilsfähig; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. scheiden (1), red. V., st. V., scheiden, sondern (V.), absondern, trennen, entscheiden, verbindlich entscheiden, schlichten; ahd. skeidan (1), sceidan, red. V., scheiden, trennen, teilen, sich trennen; germ. *skaidan, st. V., scheiden; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; s. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gescheit, Kluge s. u. gescheit, DW 5, 3846, EWD s. u. gescheit, Duden s. u. gescheit; GB.: (geschīde) seit 1338 belegte und in den Bestandteilen mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vernünftig oder klug oder kundig oder verständig; BM.: mit, scheiden; F.: gescheit, gescheite, gescheites, gescheitem, gescheiten, gescheiter(, gescheitere, gescheiteres, gescheiterem, gescheiteren, gescheiterer, gescheitest, gescheiteste, gescheitestes, gescheitestem, gescheitesten, gescheitester)+EW; Z.: ge—schei-t
$Gescheitheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gescheitheit, Klugheit, Verständigkeit, Verstand; E.: s. gescheit, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. gescheit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gescheit und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Klugheit oder Verständigkeit oder Verstand; F.: Gescheitheit+EW; Z.: Ge—schei-t—hei-t
Geschenk, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Geschenk, Gegebenes, Gabe; ne. present (N.), gift (N.); Vw.: s. Danaer-; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben); I.: Lw.-; E.: mhd. geschenke, st. N., Eingeschenktes, Geschenk, Getränk; mnd. geschenke (2), N., Geschenk, Schenkung; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. schenken, sw. V., einschenken, zu trinken geben; mnd. schenken (2), sw. V., schenken, zu trinken geben, geben, bewirten, versorgen, veranstalten; mnd. schenken (1), st. V., schenken, geben, zuwenden, Gaben verteilen, verleihen, gewähren; mnl. scenken, sw. V., schenken; ahd. skenken, scenken, sw. V. (1a), einschenken, einschenken von, zu trinken geben, wässern, darbieten, mischen; as. skėnkian*, sw. V. (1a), einschenken; anfrk. skenken*, sw. V. (1), schenken, einschenken; germ. *skankjan, sw. V., schief halten, einschenken, zu trinken geben; idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930? (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge s. u. schenken, EWD s. u. schenken, DW 5, 3853, EWD s. u. schenken, Duden s. u. Geschenk; Son.: vgl. nndl. geschenk, Sb., Geschenk; nschw. skänk, Sb., Geschenk; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus ge und schenk(en) gebildete Bezeichnung für etwas sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Vermögen mögliches Gegebenes oder eine Gabe; BM.: mit, ein Gefäß schräg halten; F.: Geschenk, Geschenkes, Geschenks, Geschenke, Geschenken+EW; Z.: Ge-schenk
Geschichte, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Geschichte, Erzählung, Geschehenes; ne. history, story; Vw.: -; Hw.: s. geschehen, Geschick; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. geschihte, st. N., Geschehen, Begebenheit, Geschichte, Einteilung, Ordnung; mhd. geschiht (1), st. F., st. N., Geschehen, Geschehenes, Geschehnis, Begebenheit, Ereignis; mnd. geschicht, geschichte, N., Geschehnis, Ereignis, Vorfall, Zwist; mnl. gescichte, N., Geschichte; ahd. giskiht*, gisciht*, st. F. (i), Geschehen, Ereignis, Eintreffen, Geschick, Zufall, Umstände; ahd. giskehan*, giscehan*, st. V. (5), geschehen, ergehen, erfolgen; as. -; anfrk. -; germ. *gaskehan, st. V., geschehen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschichte, Kluge s. u. Geschichte, DW 5, 3857, EWD s. u. Geschichte, EWAhd 4, 397, Duden s. u. Geschichte, Bluhme s. u. Geschichte; Son.: vgl. nndl. geschiedenis, Sb., Geschichte; GB.: seit um 1000 belegte und aus gescheh(en) gebildete Bezeichnung für ein vergangenes Geschehen(es) und eine Erzählung darüber sowie damit für Vergangenheit in Gegensatz zu Gegenwart und Zukunft; BM.: mit, bewegen; F.: Geschichte, Geschichten+EW; Z.: Ge-schich-t-e
$geschichtlich, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. geschichtlich, Geschichte betreffend; E.: s. Geschicht(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Geschichte, DW 5, 3866, EWD s. u. Geschichte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geschicht(e) und lich gebildete Bezeichnung für Geschichte betreffend; F.: geschichtlich, geschichtliche, geschichtliches, geschichtlichem, geschichtlichen, geschichtlicher+EW; Z.: ge-schich-t-lich
$Geschichtsklitterung, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Geschichtsklitterung, absichtlich verfälschende Darstellung oder Deutung von Geschichte; E.: s. Geschicht(e), s. s, s. Klitterung; Q.: 1582; L.: DW 5, 3869, EWD s. u. klittern; GB.: seit 1582 (Fischart, Johann, Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung) belegte und aus Geschicht(e) und (s sowie) Klitterung gebildete Bezeichnung für absichtlich verfälschende Darstellung oder Deutung von Geschichte; F.: Geschichtsklitterung, Geschichtsklitterungen+EW; Z.: Ge-schich-t-s—klitt-er-ung
Geschick, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Geschick, Fähigkeit, Schicksal; ne. skill (N.), artifice; Vw.: -; Hw.: s. schicken, Geschichte, geschickt; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. mhd. geschicke, st. N., Geschick, Begebenheit, Ordnung, Anordnung, Aufstellung, Vermächtnis, Stiftung, Gestalt, Bildung, Benehmen; mnd. geschicke, geschick, N., Ordnung, Anordnung, Vorbereitung, Maßnahme, Verhältnis, Sache, Gruppe, Angelegenheit; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. schicken (1), sw. V., machen dass etwas geschieht, schaffen, tun, bewirken, ausrichten, gestalten, fügen, ordnen; vgl. germ. *skehan, st. V., springen, geschehen; idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschichte, Kluge s. u. Geschick, DW 5, 3870, EWD s. u. Geschick, Duden s. u. Geschick; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus ge und schick(en) gebildete Bezeichnung für Schicksal bzw. für schicksalshafte Lebensumstände und für Fähigkeit; BM.: mit, springen; F.: Geschick, Geschickes, Geschicks, Geschicke, Geschicken+EW; Z.: Ge—schick
$Geschicklichkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Geschicklichkeit. Geschick, Gewandtheit, Fähigkeit; E.: s. Geschick, s. lich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. Geschick, geschickt, DW 5, 3877, EWD s. u. Geschick; GB.: vielleicht seit 1390 (geschicklichheit) belegte und aus Geschick und lich und keit gebildete Bezeichnung für Geschick oder Gewandtheit oder Fähigkeit; F.: Geschicklichkeit+EW; Z.: Ge—schick—lich—kei-t
geschickt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. geschickt, fähig, gekonnt, gewandt, gerüstet, geordnet; ne. skilled, skilful; Vw.: -; Hw.: s. Geschick, geschehen, schicken; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. geschicket, geschickt, geschict, (Part. Prät.=)Adj., gestaltet, geordnet, bereit, fertig, gerüstet, geschickt; mnd. geschicket, (Part. Prät.=)Adj., passend, geeignet, tauglich, geschickt, beschaffen (Adj.); mnl. gheschickt, Adj., geschickt; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. schicken (1), sw. V., machen dass etwas geschieht, schaffen, tun, bewirken, ausrichten, gestalten, fügen, ordnen; vgl. germ. *skehan, st. V., springen, geschehen; idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschichte, Kluge s. u. geschickt, DW 5, 3880, EWD s. u. geschickt, Duden s. u. geschickt; Son.: vgl. nschw. skicklig, Adj., geschickt; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus ge und schick(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für fähig oder gekonnt oder gewandt oder gerüstet oder geordnet; BM.: mit, springen; F.: geschickt, geschickte, geschicktes, geschicktem, geschickten, geschickter(, geschicktere, geschickteres, geschickterem, geschickteren, geschickterer, geschicktest, geschickteste, geschicktestes, geschicktestem, geschicktesten, geschicktester)+EW; Z.: ge-schick-t
$Geschiebe, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Geschiebe, Schieben, Drängen; E.: s. ge, s. schiebe(n); L.: DW 5, 3884, EWD s. u. schieben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und schiebe(n) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Schieben oder Drängen beispielsweise von Gestein(s)(trümmern); F.: Geschiebe, Geschiebes, Geschieben+EW; Z.: Ge—schieb-e
geschieden, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. geschieden, getrennt; ne. separated; Vw.: s. ab-; Hw.: s. scheiden; Q.: um 1200 (Iwein); E.: mhd. *geschieden?, (Part. Prät.=)Adj., geschieden; mhd. gescheiden (2), (Part. Prät.=)Adj., geschieden, entzweit; s. nhd. ge, scheiden; L.: DW 5, 3885, Duden s. u. geschieden; Son.: vgl. nndl. gescheiden, Adj., geschieden; GB.: seit um 1200 belegte und aus ge und scheiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl grundsätzlich schon früher mögliches getrennt (von vorher verbundenen Gegebenheiten oder Zuständen); BM.: mit, schneiden; F.: geschieden, geschiedene, geschiedenes, geschiedenem, geschiedenen, geschiedener+EW; Z.: ge-schi-d-en
Geschirr, Geschirre, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Geschirr, Gerät, Kriegsgerät, Ackergerät, Zeug, Handwerkszeug, Riemenzeug von Zugtieren; ne. dishes, dishware, harness; Vw.: -; Hw.: s. schirren; Q.: Ende 9. Jh. (Christus und die Samariterin); E.: mhd. geschirre, st. N., Geschirr, Gerät, Gerätschaft, Zubehör, Werkzeug, Einrichtung, Ordnung, Gemächt, Gefäß, Zeug; mnd. geschirre, geschir, gescherre, gescher, N., Geschirr, Trinkgefäß; ahd. giskirri*, giscirri, st. N. (ja), „Geschnittenes“, Waffen, Rüstzeug, Gefäß; as. -; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *skeran, st. V., scheren (V.) (1), schneiden; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschirr, Kluge s. u. Geschirr, DW 5, 3887, EWD s. u. Geschirr, EWAhd 4, 398, Duden s. u. Geschirr, Bluhme s. u. Geschirr; GB.: (giskirri) seit Ende 9. Jh. belegte Bezeichnung für eine Gesamtheit aller zu dem Essen und Trinken benutzten Gefäße oder das Riemenzeug von Zugtieren; BM.: mit, schneiden; F.: Geschirr, Geschirres, Geschirrs, Geschirre, Geschirren+EW; Z.: Ge-schir-r
$geschlacht, nhd. (ält.?), Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. geschlacht, gestaltet, geformt, gebildet, ansprechend; Vw.: s. un-; E.: s. ge, s. schlacht; L.: Kluge 1. A. s. u. geschlacht, DW 5, 3896; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus ge und schlacht gebildete Bezeichnung für gestaltet oder geformt oder gebildet oder ansprechend; F.: geschlacht+EW; Z.: ge-schlach-t
Geschlecht, nhd., N., (10./11. Jh.): nhd. Geschlecht, Generation, Art (F.) (1); ne. gender, house (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. geslehte, geslahte, st. N., Geschlecht, Stamm, Familie; mnd. geslechte, geslecht, N., Geschlecht, Sippe, Familie, Adelsgeschlecht, Geschlechtsgenossen, Verwandtschaft, Nachkommenschaft; mnl. geslachte, N., Geschlecht; ahd. gislahti (1), st. N. (ja), Geschlecht, Stamm, Stammbaum; germ. *gaslahta-, *gaslahtaz, Adj., geartet; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *slak-?, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. geschlacht, Kluge s. u. Geschlecht, DW 5, 3903, EWD s. u. Geschlecht, EWAhd 4, 401, Seebold 427, Duden s. u. Geschlecht, Bluhme s. u. Geschlecht; Son.: vgl. nndl. geslacht, Sb., Geschlecht; nschw. släkt, Sb., Geschlecht; nnorw. slekt, M., F., Geschlecht; GB.: (gislahti) seit 10./11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliche Gesamtheit der Merkmale wonach ein Lebewesen in Bezug auf seine Funktion bei der Fortpflanzung meist eindeutig als männlich oder weiblich zu bestimmen ist und davon abgeleitet für eine Großfamilie oder eine Generation oder eine Art (F.) (1); BM.: mit, schlagen; F.: Geschlecht, Geschlechts, Geschlechtes, Geschlechter, Geschlechtern+EW; Z.: Ge—schlech-t
$geschlechtlich, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. geschlechtlich, Geschlecht betreffend; E.: s. Geschlecht, s. lich; L.: Kluge s. u. Geschlecht, DW 5, 3913, EWD s. u. Geschlecht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Geschlecht und lich gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliche Geschlecht betreffend; F.: geschlechtlich, geschlechtliche, geschlechtliches, geschlechtlichem, geschlechtlichen, geschlechtlicher+EW; Z.: ge—schlech-t-lich
$geschlechtslos, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. geschlechtslos, ungeschlechtlich, kein Geschlecht kennend; E.: s. Geschlecht, s. los; L.: DW 5, 3915, EWD s. u. Geschlecht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschlecht und s sowie los gebildete Bezeichnung für ungeschlechtlich oder kein Geschlecht kennend; F.: geschlechtslos, geschlechtslose, geschlechtsloses, geschlechtslosem, geschlechtslosen, geschlechtsloser+EW; Z.: ge—schlech-t-s—lo-s
$Geschlechtsteil, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Geschlechtsteil; E.: s. Geschlecht, s. s, s. Teil; L.: DW 5, 3916 (Geschlechtstheil), EWD s. u. Geschlecht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschlecht und s sowie Teil (N.) gebildete Bezeichnung für das oder den die Geschlechtsmerkmale enthaltenden Körperteil geschlechtlicher Lebewesen; F.: Geschlechtsteil, Geschlechtsteils, Geschlechtsteiles, Geschlechtsteile, Geschlechtsteilen+EW; Z.: Ge—schlech-t-s—tei-l
$Geschlechtstrieb, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Geschlechtstrieb; E.: s. Geschlecht, s. s, s. Trieb; L.: DW 5, 3916, EWD s. u. Geschlecht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschlecht und s sowie Trieb gebildete Bezeichnung für den seit Beginn der Geschlechtlichkeit höheren Lebewesen innewohnenden natürlichen Trieb zu einer Suche nach einem Angehörigen des jeweils anderen Geschlechts und zu der Vereinigung mit ihm zwecks Zeugung und Gebärung von Nachkommen; F.: Geschlechtstrieb, Geschlechtstriebes, Geschlechtstriebs, Geschlechtstriebe, Geschlechtstrieben+EW; Z.: Ge—schlech-t-s—trie-b
$Geschlechtswort, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Geschlechtswort; E.: s. Geschlecht, s. s, s. Wort; L.: DW 5, 3917, EWD s. u. Geschlecht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Geschlecht und s sowie Wort gebildete das Geschlecht anzeigende Wort (Artikel) wie beispielsweise der oder die oder das oder ein oder eine; F.: Geschlechtswort, Geschlechtswortes, Geschlechtsworts, Geschlechtsworte, Geschlechtsworten, Geschlechtswörter, Geschlechtswörtern+EW; Z.: Ge—schlech-t-s—wor-t
Geschlinge, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Geschlinge, Herz, Lunge, Leber, Zunge; ne. entrails; Vw.: -; Hw.: s. Schlinge, Schlund; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: s. mhd. geslinge, st. N., „Geschlinge“; mhd. geslinc, st. N., Geschlinge; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. slinge, sw. F., st. F., Schleuder; ahd. slinga, st. F. (ō), sw. F. (n), Schlinge, Schleuder, Schleuderriemen, Riemen (M.) (1); germ. *slangwjō, st. F. (ō), Schlinge; germ. *slengwō, st. F. (ō), Schlinge; vgl. idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Geschlinge, DW 5, 3921, Duden s. u. Geschlinge, Bluhme s. u. Geschlinge; GB.: seit 1347-1349 belegte und aus ge und schlinge(n) gebildete Bezeichnung für Herz und Lunge und Leber und Zunge bei Schlachttieren; BM.: mit, wenden bzw. kriechen; F.: Geschlinge, Geschlinges, Geschlingen+EW; Z.: Ge-schli-ng-e
Geschmack, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Geschmack, Geruch; ne. taste (N.), flavour (N.); Vw.: -; Hw.: s. gescmacklos, schmecken; Q.: 2. Hälfte 8. Jh.? (Glosse); E.: mhd. gesmac (2), gesmach, st. M., Geruch, Geschmack, Geschmackssinn, Duft, Gestank, Gefühl, Empfindung; mnd. gesmak, M., Geschmack, Geruch; mnl. gesmaec, M., Geschmack; ahd. gismak* (2), gismac*, gismah*, st. M. (a?, i?), Geschmack; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. smak (1), smac, st. M. (a?, i?), Geschmack, Genuss; germ. *smakka-, *smakkaz, st. M. (a), Geschmack; vgl. germ. *smakkōn (1), *smakōn, sw. V., schmecken; idg. *smegʰ-, *smeg-, V., schmecken, Pokorny 967 (1666/138) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. Geschmack, EWD s. u. Geschmack, DW 5, 3924, EWAhd 4, 404, Duden s. u. Geschmack, Bluhme s. u. Geschmack; Son.: vgl. nndl. smaak, Sb., Geschmack; nschw. smak, Sb., Geschmack; nnorw. smak, M., Geschmack; GB.: seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und aus ge und schmeck(en) gebildete Bezeichnung für etwas mit dem von der Natur Tieren und dem Menschen vorgegebenen Geschmackssinn Wahrgenommenes; BM.: mit, schmecken; F.: Geschmack, Geschmackes, Geschmacks, Geschmäcker, Geschmäckern+EW; Z.: Ge—schmack
$geschmacklos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geschmacklos, keinen Geschmack enthaltend, keinen Geschmack habend; E.: s. Geschmack, s. los; L.: Kluge s. u. Geschmack, DW 5, 3933, EWD s. u. Geschmack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschmack und los gebildete Bezeichnung für keinen naturgegebenen Geschmack enthaltend oder keinen (kulturellen) Geschmack habend; F.: geschmacklos, geschmacklose, geschmackloses, geschmacklosem, geschmacklosen, geschmackloser(, geschmacklosere, geschmackloseres, geschmackloserem, geschmackloseren, geschmackloserer, geschmacklosest, geschmackloseste, geschmacklosestes, geschmacklosestem, geschmacklosesten, geschmacklosester)+EW; Z.: ge—schmack—lo-s
$Geschmacklosigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Geschmacklosigkeit, Fehlen kulturellen Geschmacks; E.: s. geschmacklos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 3934, EWD s. u. Geschmack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus geschmacklos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für das Fehlen kulturellen Geschmacks; F.: Geschmacklosigkeit, Geschmacklosigkeiten+EW; Z.: ge—schmack—lo-s-ig—kei-t
$geschmackvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. geschmackvoll, (kulturellen) Geschmack aufweisend; E.: s. Geschmack, s. voll; L.: Kluge s. u. Geschmack, EWD s. u. Geschmack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Geschmack und voll gebildete Bezeichnung für (kulturellen) Geschmack aufweisend; F.: geschmackvoll, geschmackvolle, geschmackvolles, geschmackvollem, geschmackvollen, geschmackvoller(, geschmackvollere, geschmackvolleres, geschmackvollerem, geschmackvolleren, geschmackvollerer, geschmackvollst, geschmackvollste, geschmackvollstes, geschmackvollstem, geschmackvollsten, geschmackvollster)+EW; Z.: ge—schmack—vol-l
Geschmeide, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Geschmiedetes, Geschmeide, Schmuck; ne. jewellery; Vw.: -; Hw.: s. Schmied; Q.: um 1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); E.: mhd. gesmīde, st. N., Metall, Metallarbeit, Metallgeräte, Metallschmuck; mnd. gesmīde, N., Schmiedewerk, Metallarbeit, Geschmeide, Schmuck aus Edelmetall, Kostbarkeit; mnl. gesmide, N.?, Geschmeide; ahd. gismīdi*, st. N. (ja), Metall; as. -; anfrk. gismithi*, st. N. (ja), Geschmeide; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. smīda, st. F. (ō), Geschmeide, Metallmasse die verarbeitet wird, Metall; germ. *smiþō, st. F. (ō), Schmieden (N.), Geschmeide; s. idg. *smēi- (2), *sməi-, *smī̆-, V., schnitzen, hauen, Pokorny 968 (1668/140) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschmeide, Kluge s. u. Geschmeide, DW 5, 3936, EWD s. u. Geschmeide, EWAhd 4, 405, Duden s. u. Geschmeide, Bluhme s. u. Geschmeide; GB.: seit um 1065 belegte und aus ge und schmiede(n) gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Geschmiedetes einschließlich Schmuck; BM.: mit, gut schmiedbar bzw. schnitzen; F.: Geschmeide, Geschmeides, Geschmeiden+EW; Z.: Ge-schmei-d-e
$geschmeidig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. geschmeidig, schmiedbar, bearbeitbar, nachgiebig; E.: s. Geschmeid(e), s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Geschmeide, DW 5, 3939, EWD s. u. Geschmeide, Kluge s. u. Geschmeide; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Geschmeid(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Schmiedens mögliches schmiedbar oder bearbeitbar oder nachgiebig; F.: geschmeidig, geschmeidige, geschmeidiges, geschmeidigem, geschmeidigen, geschmeidiger(, geschmeidigere, geschmeidigeres, geschmeidigerem, geschmeidigeren, geschmeidigerer, geschmeidigst, geschmeidigste, geschmeidigstes, geschmeidigstem, geschmeidigsten, geschmeidigster)+EW; Z.: ge-schmei-d-ig
Geschmeiß, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Geschmeiß, Kot, Mist, Unrat, Gift, Ansteckung, Pest; ne. vermin, droppings; Vw.: -; Hw.: s. schmeißen, Schmiss; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. mhd. gesmeize, gesmeiz, st. N., Geschmeiß, Unrat, Exkremente, Brut, Gelege, Gezücht, Schmetterlingseier; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. smīzen, st. V., streichen, schmieren (V.) (1); ahd. smīzan, st. V. (1a), streichen, schmieren (V.) (1), anstreichen, laden (V.) (1), aufladen, aufstreichen; germ. *smeitan, st. V., schmeißen; idg. *smeid-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschmeiß, Kluge s. u. Geschmeiß, DW 5, 3942, EWD s. u. schmeißen 1, Duden s. u. Geschmeiß; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus ge und schmeiß(en) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ekelerregendes Ungeziefer und dessen Brut (sowie auch über Geschmeide für Schmuck); BM.: mit, schmieren (V.) (1); F.: Geschmeiß, Geschmeißes+EW; Z.: Ge-schmei-ß
$geschniegelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. geschniegelt, sorgfältig hergerichtet; E.: s. ge, s. schniegel(n), s. (e)t; L.: DW 5, 3952, EWD s. u. schniegeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und (omd.) schniegel(n) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sorgfältig hergerichtet; F.: geschniegelt, geschniegelte, geschniegeltes, geschniegeltem, geschniegelten, geschniegelter(, geschniegeltere, geschniegelteres, geschniegelterem, geschniegelteren, geschniegelterer, geschniegeltst, geschniegeltste, geschniegeltstes, geschniegeltstem, geschniegeltsten, geschniegeltster)+EW; Z.: ge—schnieg-el-t
$Geschöpf, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Geschöpf, Geschaffenes; E.: s. ge, s. schöpf(en); L.: Kluge s. u. schaffen, DW 5, 3954, EWD s. u. schaffen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ge und schöpf(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und von Lebewesen mögliches Geschaffenes; F.: Geschöpf, Geschöpfs, Geschöpfes, Geschöpfe, Geschöpfen+EW; Z.: Ge-schöpf
Geschoss, Geschoß, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Geschoss, Wurfgeschoss, Schießwaffe, Stockwerk; ne. missile, floor (N.); Vw.: -; Hw.: s. schießen, Geschütz; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. geschōz, st. N., geschossene Waffe, Stockwerk, Schießzeug, rheumatisches Übel; mnd. geschot (3), geschōt, N., Geschoss, zum Schießen Gehörendes, Geschütz, Schießzeug; mnl. gescot, N., Geschoss; ahd. giskōz* (1), giscōz*, st. N. (a), Geschoss, Wurfspeer, Wurfwaffe; as. -; anfrk. giskot* (1), gescot, st. N. (a), Geschoss; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. skoz (1), skōz, scoz, st. N. (a), Geschoß, Wurfgeschoss, Wurfspeer; germ. *skeuta-, *skeutam, st. N. (a), Geschoß, Wurf; germ. *skuta-, *skutam, st. N. (a), Geschoß, Schuss, Wurf; s. idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; s. idg. sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschmeiß?, Kluge s. u. Geschoss, DW 5, 3958 (Geschosz), EWD s. u. Geschoss, EWAhd 4, 399, Duden s. u. Geschoss, Bluhme s. u. Geschoss; Son.: vgl. ae. gescot, gesceot, st. N. (a), Bezahlung, abgeschlossener Gebäudeteil, Anbau, Wurfgeschoss; GB.: (giskōz) seit 10. Jh. belegte und aus ge und schieß(en) gebildete Bezeichnung für etwas aus einer Waffe Geschossenes und für einen alle auf gleicher Höhe (Stockwerk) liegenden Räume umfassenden Gebäudeteil; BM.: mit, schießen; F.: Geschoss, Geschosses, Geschosse, Geschossen+EW; Z.: Ge-scho-ß
$geschraubt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. geschraubt, gewunden, gewollt, gezwungen, überladen (Adj.), unecht; E.: s. ge, s. schraub(en), s. (e)t; L.: DW 5, 3963, EWD s. u. Schraube; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und schraub(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gewunden oder gewollt oder gezwungen oder überladen (Adj.) oder unecht; F.: geschraubt, geschraubte, geschraubtes, geschraubtem, geschraubten, geschraubter(, geschraubtere, geschraubteres, geschraubterem, geschraubteren, geschraubterer, geschraubtest, geschraubteste, geschraubtestes, geschraubtestem, geschraubtesten, geschraubtester)+EW; Z.: ge—schrau-b-t
$Geschrei, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Geschrei; E.: s. ge, s. schrei(en); L.: DW 5, 3963, EWD s. u. schreien; GB.: (giskrei*) seit 11. Jh. belegte und aus ge und schrei(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Lebewesen mögliche laute Äußerungen; F.: Geschrei, Geschreis, Geschreies+EW; Z.: Ge—schrei
$geschuppt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. geschuppt, mit Schuppen versehen (Adj.), abgeschuppt; E.: s. ge, s. schupp(en), s. (e)t; L.: DW 5, 3974, EWD s. u. Schuppe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und schupp(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit Schuppen versehen (Adj.) oder abgeschuppt; F.: geschuppt, geschuppte, geschupptes, geschupptem, geschuppten, geschuppter(, geschupptere, geschuppteres, geschuppterem, geschuppteren, geschuppterer, geschupptest, geschuppteste, geschupptestes, geschupptestem, geschupptesten, geschupptester)+EW; Z.: ge—schupp-t
Geschütz, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Geschütz, Schießgerät, Schießzeug, Schießwaffe, größere Feuerwaffe; ne. artillery piece; Vw.: -; Hw.: s. Geschoss, schießen; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: mhd. geschütze, geschüz, geschutze, geschuzze, st. N., Schießzeug, Schießgerät, Schusswaffe, Geschoss, Pfeil, Schießen, Schießwaffen, Liebespfeil, Geschütz; mnd. geschütte, geschüt, geschutte, N., Geschütz, Trinkgefäß (Bedeutung jünger); mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. schiezen, st. V., werfen, schießen; ahd. skiozan, sciozan, st. V. (2b), schießen, schleudern, treffen, Pfeile schießen, Pfeile schleudern, dringen, fliegen, kämpfen, schießen auf; germ. *skeutan, st. V., schießen; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschütz, DW 5, 3975, EWD s. u. Geschütz, Duden s. u. Geschütz; Son.: vgl. nndl. geschut, Sb., Geschütz; nnorw. skyts, N., Geschütz; GB.: (geschütze) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus ge und schieß(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Schießgerät oder eine größere Feuerwaffe; BM.: mit, schießen; F.: Geschütze, Geschützes, Geschützen+EW; Z.: Ge-schü-tz
Geschwader, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Geschwader, Verband, Schwadron, Zug, (größerer) Verband von Kriegsschiffen oder Kampfflugzeugen; ne. squadron, fleet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. swader, st. M., Geschwader, Reitergeschwader, Flottengeschwader; it. squadra, F., Viereck, Mannschaft; vgl. it. squadrare, V., viereckig machen, im Viereck aufstellen; vgl. lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Geschwader, DW 5, 3978, EWD s. u. Geschwader, Duden s. u. Geschwader, Bluhme s. u. Geschwader; Son.: vgl. nndl. eskader, Sb., Geschwader; frz. escadre, F., Geschwader; nschw. eskader, Sb., Geschwader; nnorw. skvadron, M., Geschwader; poln. szwadron, M., Geschwader; kymr. sgwadron, M., F., Geschwader; nir. scuadrún, M., Geschwader; GB.: seit 16. Jh. belegte und teilweise aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (größeren) Verband von Kriegsschiffen oder Kampfflugzeugen; BM.: mit, vier; F.: Geschwader, Geschwaders, Geschwadern+EW; Z.: Ge-schwad-er
$Geschwätz, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Geschwätz, Gerede, Gespräch; E.: s. ge, s. schwätzen; L.: Kluge s. u. schwatzen, DW 5, 3983, EWD s. u. schwatzen; GB.: (geswetze) um 1300 belegte und aus ge und schwätz(en) gebildete Bezeichnung für Gerede oder Gespräch; F.: Geschwätz, Geschwätzes+EW; Z.: Ge-schwätz
$geschweige, nhd., Konj., (15. Jh.): nhd. geschweige, ganz zu schweigen von, noch viel weniger; E.: s. geschweigen; L.: Kluge 1. A. s. u. geschweige, Kluge s. u. geschweige, DW s. geschweigen, EWD s. u. schweigen; F.: geschweige+EW; Z.: ge-schwei-g-e
$geschweigen, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. geschweigen, schweigen machen; E.: s. ge, s. schweigen; L.: Kluge 1. A. s. u. geschweige, DW 5, 3987; GB.: (gisweigen*) seit 10. Jh. belegte und aus ge und schweigen gebildete Bezeichnung für schweigen machen; F.: geschweigen, geschweige, geschweigst, geschweigt, geschweigest, geschweiget, geschweigte, geschweigtest, geschweigten, geschweigtet, ##geschweigt, geschweigte, geschweigtes, geschweigtem, geschweigten, geschweigter##, geschweigend, ###geschweigend, geschweigende, geschweigendes, geschweigendem, geschweigenden, geschweigender###, geschweig (!)+EW; Z.: ge-schwei-g-en
$geschwellt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. geschwellt, gebläht, gebauscht; E.: s. ge, s. schwell(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. schwellen 1; F.: geschwellt, geschwellte, geschwelltes, geschwelltem, geschwellten, geschwellter(, geschwelltere, geschwellteres, geschwellterem, geschwellteren, geschwellterer, geschwelltest, geschwellteste, geschwelltestes, geschwelltestem, geschwelltesten, geschwelltester)+EW; Z.: ge—schwel-l-t
geschwind, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. geschwind, schnell, rasch; ne. swift (Adj.), fast (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1240-1265 (Tannhäuser); E.: s. mhd. geswinde (1), Adj., geschwind, schnell, sofortig, gleich, rasch, entschlossen; mnd. geswinde (1), geswint, Adj., geschwind, schnell, stark, gewaltig, heftig, geistig gewandt, klug, listig; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. swinde (1), swint, Adj., gewaltig, stark, kräftig, heftig, leidenschaftlich, ungestüm, rasch, gewandt, schnell; ahd. *swind?, Adj., stark, kräftig, rasch; germ. *swenþa-, *swenþaz, *swenþja-, *swenþjaz, Adj., stark, kräftig; s. idg. *sent-, *sont-, sn̥t-, (V.), Adj., seiend, wahr, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. es-, h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. geschwind, Kluge s. u. geschwind, DW 5, 3994, EWD s. u. geschwind, Duden s. u. geschwind, Bluhme s. u. geschwind; Son.: s. as. swīth, swīthi, Adj., stark, kräftig, heftig, recht; afries. swīthe, Adv., heftig, sehr; ae. swīþ, swȳþ, Adj., stark, mächtig, wirksam, heftig; an. svinnr, sviðr, Adj., rasch, klug, gewandt, verständig, weise, schnell, reißend; got. swinþs, Adj. (a), stark, kräftig, gesund; vgl. nschw. geswvint, Adv., geschwind; nnorw. gesvint, Adj., geschwind; GB.: seit 1240-1265 belegte und aus ge und schwind gebildete sowie teilweise für das Althochdeutsche und das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für schnell oder rasch; BM.: mit, sein (V.); F.: geschwind, geschwinde, geschwindes, geschwindem, geschwinden, geschwinder(, geschwindere, geschwinderes, geschwinderem, geschwinderen, geschwinderer, geschwindest, geschwindeste, geschwindestes, geschwindestem, geschwindesten, geschwindester)+EW; Z.: ge-schw-ind
$Geschwindigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Geschwindigkeit, Schnelligkeit, Ungestümheit; E.: s. geschwind, s. ig. s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. geschwind, DW 5, 4000, EWD s. u. geschwind; GB.: seit vor 1350 belegte und aus geschwind und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für Schnelligkeit oder Ungestümheit; F.: Geschwindigkeit, Geschwindigkeiten+EW; Z.: Ge-schw-ind-ig-kei-t
Geschwister, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Geschwister, Schwestern; ne. siblings; Vw.: -; Hw.: s. Schwester; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. geswester, geswister, st. F., sw. F., Pl., anom. F., Schwester, Ordensschwester, Geschwister, Schwestern; ahd. giswester*, st. F. (er), Schwestern, Geschwister; as. giswestar*, st. F. (er), Geschwister (N.), Schwestern; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. swester, soster, st. F. (er), Schwester; germ. *swester-, *swestera, *swestr-, *swestra, F. (kons.), Schwester; idg. *su̯esor-, F., Schwester, Pokorny 1051 (1820/292) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschwister, Kluge s. u. Geschwister, EWD s. u. Geschwister, DW 5, 4002, EWAhd 4, 422, Duden s. u. Geschwister, Bluhme s. u. Geschwister; Son.: vgl. ae. gesweostor, gesweostra, gesweostru, F. Pl., Schwestern; nschw. syskon, N., Geschwister; nnorw. søsken, Sb. Pl., Geschwister; GB.: seit 863-871 belegte und aus ge und Schwester gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gesamtheit von Schwestern oder auch Brüdern und Schwestern; BM.: mit, Schwester; F.: Geschwister, Geschwistern+EW; Z.: Ge—schwi-s-t-er
$Geschwisterkind, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Geschwisterkind; E.: s. Geschwister, s. Kind; L.: DW 5, 4002, EWD s. u. Geschwister; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Geschwister und Kind (s. a. älter mhd. geswisteredekint) gebildete Bezeichnung für ein Kind eines Geschwisters (Bruders oder Schwester); F.: Geschwisterkind, Geschwisterkindes, Geschwisterkinds, Geschwisterkinder, Geschwisterkindern+EW; Z.: Ge—schwi-s-t-er—kin-d
$geschwisterlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. geschwisterlich, Geschwister betreffend; E.: s. Geschwister, s. lich; L.: DW 5, 4007, EWD s. u. Geschwister; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Geschwister und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Geschwister betreffend; F.: geschwisterlich, geschwisterliche, geschwisterliches, geschwisterlichem, geschwisterlichen, geschwisterlicher+EW; Z.: ge—schwi-s-t-er—lich
$geschwollen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. geschwollen, vergrößert, verdickt, angeschwollen, schwülstig; E.: s. ge, s. schwell(en), s. en; L.: DW 5, 4008 (s. geschwellen), EWD s. u. schwellen 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und schwell(en) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches vergrößert oder verdickt oder angeschwollen oder schwülstig; F.: geschwollen, geschwollene, geschwollenes, geschwollenem, geschwollenen, geschwollener(, geschwollenere, geschwolleneres, geschwollenerem, geschwolleneren, geschwollenerer, geschwollenst, geschwollenste, geschwollenstes, geschwollenstem, geschwollensten, geschwollenster)+EW; Z.: ge—schwol-l-en
$Geschworener, Geschworene, nhd., (Part. Prät.=)M., (13. Jh.?): nhd. Geschworener, durch Schwur Verpflichteter; E.: s. ge, s. schwör(en), s. en; L.: Kluge s. u. Geschworene, fehlt DW, EWD s. u. Geschworener; GB.: (gesworene*) seit 1262 belegte und aus ge und schwör(en) sowie en gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Eiden möglichen durch einen Schwur zu etwas verpflichteten Menschen; F.: Geschworener, Geschworene, Geschworenem, Geschworenen+EW; Z.: Ge-schwor-en-er
Geschwulst, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Geschwulst, Anschwellung, Gewebeschwellung, anschwellendes Gewölk; ne. lump (N.), swelling (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwellen, Schwulst; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. geswulst, st. F., Geschwulst, Schwellung; ahd. giswulst*, st. F. (i), Geschwulst; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. swulst, st. F. (i), Geschwulst; ahd. swellan, st. V. (3b), schwellen, anschwellen, wallen (V.) (1), aufwallen, aufgeschwollen sein (V.), strotzen; germ. *swellan, st. V., schwellen; idg. su̯el-?, V., schwellen; L.: Kluge 1. A. s. u. Geschulst, Kluge s. u. Geschwulst, DW 5, 4012, EWD s. u. Geschwulst, EWAhd 4, 423, Duden s. u. Geschwulst; Son.: vgll. nndl. gezwel, Sb., Geschwulst; GB.: (giswulst) seit 9./10. Jh. belegte und aus ge und schwell(en) sowie st gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliche Geschwulst oder eine krankhafte Gewebeschwellung oder Gewebewucherung oder anschwellendes Gewölk; BM.: mit, schwellen; F.: Geschwulst, Geschwulste, Geschwulsten+EW; Z.: Ge-schwul-st
Geschwür, Geschwüre, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Geschwür, eiternde Entzündung, Schwellung; ne. ulcer, boil (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwären; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. geswer, st. N., sw. M., Schmerz, Geschwür; mnd. geswēr (1), N., Geschwür, Schwäre; mnl. gesweer, Sb., Geschwür; ahd. giswer, st. N. (a), Geschwür, Eitergeschwür, Blase, Schmerz?, Beschwerde; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. sweran, st. V. (4), schmerzen, leiden; germ. *sweran, st. V., schwären, eitern; idg. *su̯er- (4), V., schneiden, stechen, schwären, eitern, Pokorny 1050 (1817/289) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geschwulst, Kluge s. u. Geschwür, DW 5, 4013, EWD s. u. Geschwür, EWAhd 4, 420, Duden s. u. Geschwür, Bluhme s. u. Geschwuer; Son.: vgl. nndl. zweer, Sb., Geschwür; GB.: (giswer?) seit Ende 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit einer Schwellung einhergehende Entzündung der Haut; BM.: mit, eitern; F.: Geschwür, Geschwürs, Geschwüre, Geschwüren+EW; Z.: Ge-schwür
$gesehen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. gesehen, gesichtet, erblickt; Vw.: s. an-; E.: s. ge, s. sehen; L.: fehlt DW, Duden s. u. gesehen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus ge und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches gesichtet oder erblickt; F.: gesehen, gesehene, gesehenes, gesehenem, gesehenen, gesehener+EW; Z.: ge—seh-en
Geseiere, Geseier, Geseire, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Geseiere, Geseier, klagendes Geschwätz; ne. moaning (N.); Vw.: -; Hw.: s. Geseieres; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; s. wjidd. geseire, Sb., böser Zustand, Verhängnis; L.: Kluge s. u. Geseiere, fehlt DW, DW 5, 4023 (Geseier), EWD s. u. Geseiere, Duden s. u. Geseier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Westjiddischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches klagendes Geschwätz; BM.: ?; F.: Geseier, Geseiers, Geseire, Geseires, Geseieres+FW; Z.: Geseiere
Geseieres, Geseires, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Geseieres, Geseier, klagendes Geschwätz; ne. moaning (N.); Vw.: -; Hw.: s. Geseire; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; s. wjidd. geseire, Sb., böser Zustand, Verhängnis; L.: Kluge s. u. Geseiere, EWD s. u. Geseiere, DW 5, 4023 (Geseier), Duden s. u. Geseier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Westjiddischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches klagendes Geschwätz; BM.: ?; F.: Geseires, Geseieres+FW; Z.: Geseiere-s
Geseire, nhd., N.: nhd. Geseire; Vw.: s. Geseiere
Geseires, nhd., N.: nhd. Geseires; Vw.: s. Geseiere
Geselle, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Geselle, Genosse, Gefährte; ne. mate (M.), comrade; Vw.: -; Hw.: s. Saal; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. geselle, st. M., Gefährte, Freund, Geliebter, Kompagnon; mnd. geselle, M., Geselle, Gefährte, Genosse, Kamerad, Teilnehmer; mnl. geselle, M., Geselle; ahd. gisello, sw. M. (n), Geselle, Genosse, Kamerad, Gefährte, Freund, Mitstreiter, Kollege, Mitstreiter; as. *gisėllio?, sw. M. (n); anfrk. -; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. sello, sw. M. (n), Genosse, Geselle; vgl. germ. *sala-, *salam, st. N. (a), *sali-, *saliz-, st. M. (i), Haus, Halle, Saal; vgl. idg. *sel- (1)?, Sb., Wohnung, Saal, Haus, Pokorny 898 (1560/32) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geselle, Kluge s. u. Geselle, DW 5, 4025, EWD s. u. Geselle, EWAhd 4, 389, Duden s. u. Geselle; Son.: vgl. nschw. gesäll, Sb., Geselle; GB.: (gisello) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus ge und Saal sowie e gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung möglichen Saalgenossen oder Gefährten; BM.: mit, Haus; F.: Geselle, Gesellen+EW; Z.: Ge—sel-l-e
$gesellen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. gesellen, vereinigen, verbinden; E.: s. Gesell(e), s. en; L.: Kluge s. u. Geselle, EWD s. u. Geselle; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus Gesell(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen (oder früher) mögliches vereinigen oder verbinden; F.: gesellen (!), geselle (!), gesellst, gesellt, gesellest, gesellet, gesellte, geselltest, gesellten, geselltet, ##gesellt, gesellte, geselltes, geselltem, gesellten, gesellter##, gesellend, ###gesellend, gesellende, gesellendes, gesellendem, gesellenden, gesellender###, gesell (!)+EW; Z.: ge—sel-l-en
$gesellig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gesellig, zugesellt, zugeteilt, zugetan, verbunden; E.: s. Gesell(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Geselle, DW 5, 4045, EWD s. u. Geselle; GB.: (gesellic) seit 1186/1190 belegte und aus Gesell(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen (oder früher) mögliches zugesellt oder zugeteilt oder zugetan oder verbunden; F.: gesellig, gesellige, geselliges, geselligem, geselligen, geselliger(, geselligere, geselligeres, geselligerem, geselligeren, geselligerer, geselligst, geselligste, geselligstes, geselligstem, geselligsten, geselligster)+EW; Z.: ge—sel-l-ig
$Geselligkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Geselligkeit, Zusammensein, Freundschaft, Höflichkeit; Q.: um 1200 (Iwein); E.: s. gesellig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 4047, EWD s. u. Geselle; GB.: seit um 1200 belegte und aus gesellig und keit gebildete Bezeichnung für Zusammensein oder Freundschaft oder Höflichkeit; F.: Geselligkeit+EW; Z.: Ge—sel-l-lig—kei-t
$Gesellschaft, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gesellschaft, Gemeinschaft, Vereinigung, Freundschaft; Vw.: s. Aktien-, Klassen-; E.: s. Gesell(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Geselle, DW 5, 4049, EWD s. u. Geselle; GB.: seit um 830 belegte und aus Gesell(e) und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gemeinschaft oder Vereinigung oder Freundschaft; F.: Gesellschaft, Gesellschaften+EW; Z.: Ge—sel-l-schaf-t
$Gesellschafter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gesellschafter, Mitglied einer Gemeinschaft, Teilhaber einer Gesellschaft; E.: s. Gesellschaft, s. er (Suff.); L.: DW 5, 4061, EWD s. u. Geselle; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gesellschaft und er gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Mitglied einer Gemeinschaft oder einen Teilhaber einer Geschäfte betreibenden Gesellschaft; F.: Gesellschafter, Gesellschafters, Gesellschaftern+EW; Z.: Ge—sel-l-schaf-t-er
$gesellschaftlich, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. gesellschaftlich, Gesellschaft betreffend; E.: s. Gesellschaft, s. lich; L.: DW 5, 4062, EWD s. u. Geselle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gesellschaft und lich gebildete Bezeichnung für Gesellschaft betreffend; F.: gesellschaftlich, gesellschaftliche, gesellschaftliches, gesellschaftlichem, gesellschaftlichen, gesellschaftlicher+EW; Z.: ge—sel-l-schaf-t—lich
$Gesellschaftsordnung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gesellschaftsordnung; E.: s. Gesellschaft, s. s, s. Ordnung, L.: DW 5, 4066, EWD s. u. Geselle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gesellschaft und s sowie Ordnung gebildete Bezeichnung für die Ordnung einer Gesellschaft; F.: Gesellschaftsordnung, Gesellschaftsordnungen+EW(+FW); Z.: Ge—sel-l-schaf-t-s—or-d-n-ung
Gesetz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gesetz, Bestimmung, Erlass, Gebot; ne. law; Vw.: -; Hw.: s. setzen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gesetze, st. F., st. N., Festsetzung, Gesetz, Gebot, Vorschrift, Einsatz, Bürgschaftssumme, Regel, Bestimmung; s. mhd. gesetzede, st. N., st. F., Festsetzung, Gesetz, Regelung, Vorschrift; mnd. gesette (1), N., Festsetzung, Aufstellung, Satz, Bestimmung, Übereinkommen; s. ahd. gisezzida, st. F. (ō), „Setzung“, Einrichtung, Verordnung, Stellung, Ordnung; as. gisėtitha, st. F. (ō), Gesetz, Verordnung; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. sezzen, sezzan, sw. V. (1a), setzen, stellen, legen, anbringen, anlegen, anstellen, ansetzen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gesetz, Kluge s. u. Gesetz, DW 5, 4070, EWD s. u. Gesetz, EWAhd 4, 390, Duden s. u. Gesetz; GB.: seit um 765 belegte und aus ge und setz(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche gesetzte rechtlich verbindende Vorschrift oder eine Bestimmung oder einen Erlass oder ein Gebot; BM.: Gesetztes bzw. mit, setzen bzw. sitzen; F.: Gesetz, Gesetzes, Gesetze, Gesetzen+EW; Z.: Ge-setz
$Gesetzbuch, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gesetzbuch; E.: s. Gesetz, s. Buch; L.: DW 5, 4076, EWD s. u. Gesetz; GB.: (gesatzbuoch) seit 14./15. Jh. belegte und aus ge und setz(en) sowie Buch gebildete Bezeichnung für ein wegen seines Umfangs ein Buch erforderndes Gesetz wie beispielsweise die umfassenden exzerpierenden Sammelwerke (Kompilationen) des oströmischen Kaisers Justinians oder die Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. (1532) oder das Allgemeine Landrecht Preußens (1794) oder den Code civil Frankreichs (1804) oder das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch Österreichs (1811) oder das Bürgerliche Gesetzbuch des Deutschen Reiches (1896, in Kraft 1900); F.: Gesetzbuch, Gesetzbuchs, Gesetzbuches, Gesetzbücher, Gesetzbüchern+EW; Z.: Ge—setz—buch
$Gesetzgeber, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Gesetzgeber; E.: s. Gesetz, s. Geber; L.: EWD s. u. Gesetz; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Gesetz und Geber nach lat. legislator gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verfasser eines Gesetzes; F.: Gesetzgeber, Gesetzgebers, Gesetzgebern+EW; Z.: Ge—setz—geb-er
$gesetzlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gesetzlich, Gesetz betreffend; E.: s. Gesetz, s. lich; L.: Kluge s. u. Gesetz, DW 5, 4081, EWD s. u. Gesetz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gesetz und lich vielleicht nach lat. legalis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gesetz betreffend; F.: gesetzlich, gesetzliche, gesetzliches, gesetzlichem, gesetzlichen, gesetzlicher+EW; Z.: ge—setz-lich
$gesetzt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. gesetzt, festgesetzt, bestimmt; E.: s. ge, s. setz(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. gesetzt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und setz(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches festgesetzt oder bestimmt, F.: gesetzt, gesetzte, gesetztes, gesetztem, gesetzten, gesetzter(, gesetztere, gesetzteres, gesetzterem, gesetzteren, gesetzterer, gesetztest, gesetzteste, gesetztestes, gesetztestem, gesetztesten, gesetztester)+EW; Z.: ge-setz-t
$gesetzwidrig, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. gesetzwidrig, einem Gesetz zuwiderlaufend; E.: s. Gesetz, s. widrig, L.: EWD s. u. Gesetz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gesetz und widrig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Erlass des ersten Gesetzes in den Hochkulturen des Altertums mögliches einem Gesetz zuwiderlaufend; F.: gesetzwidrig, gesetzwidrige, gesetzwidriges, gesetzwidrigem, gesetzwidrigen, gesetzwidriger(, gesetzwidrigere, gesetzwidrigeres, gesetzwidrigerem, gesetzwidrigeren, gesetzwidrigerer, gesetzwidrigst, gesetzwidrigste, gesetzwidrigstes, gesetzwidrigstem, gesetzwidrigsten, gesetzwidrigster)+EW; Z.: ge—setz—wi-dr-ig
Gesicht, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gesicht, Blick, Sehen, inneres Schauen; ne. face (N.), sight; Vw.: -; Hw.: s. sehen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gesiht, st. F., Sehen, Anblick, Vision, Traum, Angesicht, Gesicht als Sinn; mnd. gesichte (1), N., Gesicht, Gesehenes, Sehfeld, Anblick, Blick, Sicht, Aussicht, Warenauslage, Fenster; mnl. gesicht, Sb., Gesicht; ahd. gisiht, st. F. (i), Gesicht, Anblick, Sehen, Schauen, Anschauen, Betrachtung, Blick, Auge, Angesicht, Aussehen, Erscheinung; as. gisiht*, st. F. (i), Ansehen, Anblick; anfrk. gisiften*, gesift*, st. F. (i), Gesicht, Erscheinung, Vision; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. sehan (1), st. V. (5), sehen, blicken, schauen, betrachten; as. sehan, st. V. (5), sehen; anfrk. *sian?, st. V. (5), sehen; germ. *sehwan, st. V., sehen; idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897? (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896? (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gesetz, Kluge s. u. Gesicht, DW 5, 4087, EWD s. u. Gesicht, EWAhd 4, 392, Duden s. u. Gesicht; Son.: vgl. ae. gesihþ, gesyhþ, st. F. (jō), Erscheinung, Anblick; nndl. gezicht, Sb., Gesicht; nschw. ansikte, N., Gesicht; nschw. ansikt, N., Gesicht; GB.: seit um 765 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Vorderseite des menschlichen Kopfes mit Augen und Nase und Mund sowie wohl auch Ohren; F.: Gesicht, Gesichtes, Gesichts, Gesichter, Gesichtern+EW; Z.: Ge—sich-t
$Gesichtskreis, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gesichtskreis; E.: s. Gesicht, s. s, s. Kreis; L.: DW 5, 4102, EWD s. u. Kreis; GB.: seit 17. Jh. belegte und von Philipp von Zesen (Priorau 1619-Hamburg 1689) für Horizont aus Gesicht und s sowie Kreis gebildete Bezeichnung für alles was ein Lebewesen mit seinen Augen von einem Standpunkt aus sehen kann; F.: Gesichtskreis, Gesichtskreises, Gesichtskreise, Gesichtskreisen+EW; Z.: Ge-sich-t-s—kreis
$Gesichtspunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Gesichtspunkt, Standpunkt, Blickpunkt, Blickwinkel, Hinsicht; E.: s. Gesicht, s. s, s. Punkt; L.: Kluge s. u. Gesichtspunkt, DW 5, 4103, EWD s. u. Gesicht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gesicht und s sowie Punkt für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder von Augen mögliche Betrachtungsweise oder einen Standpunkt oder Blickpunkt oder Blickwinkel oder eine Hinsicht; F.: Gesichtspunkt, Gesichtspunktes, Gesichtspunkts, Gesichtspunkte, Gesichtspunkten+EW; Z.: Ge-sich-t-s—pu-n-k-t
$Gesims, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gesims; E.: s. ge, s. Sims; L.: Kluge s. u. Sims, DW 5, 4107, EWD s. u. Sims; GB.: seit Anfang 14. Jh. belegte und aus ge und Sims gebildete Bezeichnung für einen (wohl meist von Menschen aus Stein oder Holz geschaffenen) waagerechten Vorsprung aus einer Mauer oder einer Wand; F.: Gesims, Gesimses, Gesimse, Gesimsen+EW; Z.: Ge-si-m-s
Gesinde, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gesinde, Gefolge, Dienerschaft; ne. company, followers (Pl.), domestics (Pl.); Vw.: -; Hw.: s. Gesindel, senden; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gesinde (2), gesinne, st. N., Gesinde, Gefolge, Angehörige eines Hausverbandes und Hofverbandes, Diener (Pl.), Gefolgschaft, Dienerschaft; mnd. gesinde (1), gesinne, N., Gesinde, fürstliche Begleiterschaft, Gefolge, ritterliche Mannschaft, Dienerschaft; mnld. gesinde, Sb., Gesinde; ahd. gisindi, st. N. (ja), Begleitung, Gefolge, Gesinde, Jüngerschaft; as. gisīthi, st. N. (ja), Gesinde, Schar (F.) (1), Gefolge; germ. *gasenþja-, *gasenþjam, st. N. (a), Begleitung; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gesinde, Kluge s. u. Gesinde, DW 5, 4109, EWD s. u. Gesinde, EWAhd 4, 392, Duden s. u. Gesinde, Bluhme s. u. Gesinde; Son.: vgl. ae. gesīþ, st. M. (a), Genosse, Gefährte, Krieger; mlat. gasindus, M., Gefolgsmann, bewaffneter Gefolgsmann eines Herrn, bewaffneter Begleiter im Herrschergefolge; GB.: (gisindi) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Herrschaft und Arbeitsteilung mögliche Gesamtheit von Knechten und Mägden in einem Haushalt oder ein Gefolge oder eine Dienerschaft; BM.: mit, gehen; F.: Gesinde, Gesindes, Gesinden+EW; Z.: Ge-sind-e
Gesindel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gesindel, Lumpenpack; ne. vermin, riffraff; Vw.: -; Hw.: s. Gesinde, senden; Q.: 16. Jh.; E.: Verkleinerung von Gesind(e) (s. d.) durch el (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gesinde, Kluge s. u. Gesindel, DW 5, 4113, EWD s. u. Gesindel, Duden s. u. Gesindel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gesind(e) und el gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche verachtete Gruppe Menschen (Lumpenpack); BM.: mit, senden; F.: Gesindel, Gesindels+EW; Z.: Ge-sind-el
$gesinnt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gesinnt, eingestellt, ausgerichtet; Hw.: s. sinn(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. gesinnt, DW 5, 4120, EWD s. u. gesinnt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und sinn(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eingestellt oder ausgerichtet; F.: gesinnt, gesinnte, gesinntes, gesinntem, gesinnten, gesinnter+EW; Z.: ge-sinn-t
$Gesinnung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gesinnung, Einstellung, Ausrichtung, Haltung, Art und Weise des Denkens; E.: s. ge, s. sinn(en), s. ung; L.: DW 5, 4121, EWD s. u. Gesinnung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und sinn(en) sowie ung gebildete und vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliche Einstellung oder Ausrichtung oder Haltung oder Art und Weise des Denkens; F.: Gesinnung, Gesinnungen+EW; Z.: Ge—sinn-ung
$gesinnungslos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gesinnungslos, grundsatzlos, gewissenlos, schamlos; E.: s. Gesinnung, s. s, s. los; L.: DW 5, 4122, EWD s. u. Gesinnung; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gesinnung und s sowie los gebildete und eher abwertend verwendete Bezeichnung für grundsatzlos oder gewissenlos oder schamlos; F.: gesinnungslos, gesinnungslose, gesinnungsloses, gesinnungslosem, gesinnungslosen, gesinnungsloser(, gesinnungslosere, gesinnungsloseres, gesinnungsloserem, gesinnungsloseren, gesinnungsloserer, gesinnungslosest, gesinnungsloseste, gesinnungslosestes, gesinnungslosestem, gesinnungslosesten, gesinnungslosester) +EW; Z.: ge—sinn-ung-s—lo-s
$Gesocks, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gesocks; E.: s. ge, s. Socks?; L.: Kluge s. u. Gesocks, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und Socks gebildete sowie in der Herkunft teilweise unbekannte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche verachtete Gruppe Menschen; F.: Gesocks+EW; Z.: Ge-sock-s
Gesöff, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gesöff, Fusel; ne. brew (N.); Vw.: -; Hw.: s. saufen; Q.: 16. Jh.; E.: Kollektivbildung zu Soff, einer Nebenform von Suff; s. nhd. saufen; L.: DW 5, 4127, EWD s. u. Gesöff, Duden s. u. Gesöff; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus ge und Söff gebildete sowie mit saufen verbindbare abschätzige Bezeichnung für ein schlecht schmeckendes und geringwertiges alkoholisches Getränk; GB.: mit, Saft; F.: Gesöff, Gesöffs, Gesöffes, Gesöffe, Gesöffen+EW; Z.: Ge-sö-f-f
Gespan, nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Gespan, Gefährte, Genosse, Kamerad; ne. comrade; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. gespan (1), st. M., st. N., Gefährte, Genosse, Verlockung; mnd. gespan (1), M., Gespan?, Gefährte, Genosse, Verbündeter; mnl. gespan, N., Gespann; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Abkunft des Hinterglieds unklar, vielleicht zu nhd. spannen (s. d.); oder zu mhd. spanen, st. V., locken (V.) (2), reizen, antreiben, bringen?; s. ahd. spanan, st. V. (6), antreiben, eingeben, locken (V.) (2); germ. *spanan, st. V., locken (V.) (2), antreiben; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gesinde, Kluge s. u. Gespan, DW 5, 4128, Duden s. u. Gespan; GB.: vielleicht seit dem 14. Jh. belegte und in der Herkunft teilweise unklare sowie wohl mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gefährten oder Genossen oder Kameraden; BM.: mit, ziehen; F.: Gespan, Gespans, Gespanes, Gespane, Gespanen+EW; Z.: Ge-span
Gespann, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Gespann, Spannen, vorgespannte Tiere, Zusammengespanntes, gegeneinander gespannte Bretter und Balken; ne. team (N.), horse and carriage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh.? (Glosse); E.: mhd. gespan, st. N., Spange, runde kupferne Scheibe; ahd. gispan, st. N. (a), Kette (F.) (1), Band (N.), Spange, Umwurf, Überwurf, Gewand, Halskette, Halsschmuck, Armband; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. spannan, red. V., spannen, fesseln, binden, ausdehnen, strecken; germ. *spannan, st. V., spannen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gespann, DW 5, 4133, EWD s. u. Gespann, EWAhd 4, 406, Duden s. u. Gespann; Son.: vgl. ae. gespann, st. N. (a), Befestigung, Band (N.), Spange, Joch; nschw. spann, N., Gespann; nnorw. spann, N., Gespann; GB.: vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ge sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas Zusammengespanntes; BM.: mit, ziehen; F.: Gespann, Gespannes, Gespanns, Gespanne, Gespannen+EW; Z.: Ge-span-n
$gespannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. gespannt, angespannt, erregt, gereizt; Vw.: s. an-, ab-; E.: s. ge, s. spann(en), s. t; L.: DW 5, 4134, EWD s. u. spannen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ge und spann(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches angespannt oder erregt oder gereizt; F.: gespannt, gespannte, gespanntes, gespanntem, gespannten, gespannter(, gespanntere, gespannteres, gespannterem, gespannteren, gespannterer, gespanntest, gespannteste, gespanntestes, gespanntestem, gespanntesten, gespanntester)+EW; Z.: ge—span-n-t
Gespenst, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Anlockung, Schemen, Spunkgestalt, böser Geist, Gespenst; ne. ghost (N.), specter; Vw.: -; Hw.: s. abspenstig, spannen; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gespenst (1), st. N., Gespenst, Geist, Trugbild, Verlockung; mhd. gespenste, st. N., Lockung, Verlockung, Trugbild, Gespenst; mnd. gespenst, gespens, N., Gespenst, Spuk, Verlockung, teuflisches Trugbild; ahd. gispensti*, st. N. (ja), Anlockung, Verführung, Eingebung; as. gispėnsti*, st. N. (ja), Verlockung; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. spennen (1), sw. V. (1b), locken (V.) (2), reizen, verführen, überreden, anlocken; germ. *spanjan, sw. V., locken (V.) (2); s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gespenst, Kluge s. u. Gespenst, DW 5, 4140, EWD s. u. Gespenst, EWAhd 4, 406, Duden s. u. Gespenst, Bluhme s. u. Gespenst; GB.: (gispensti) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche Spukgestalt oder einen bösen Geist; BM.: mit, spannen; F.: Gespenst, Gespenstes, Gespensts, Gespenster, Gespenstern+EW; Z.: Ge—spen-st
$gespenstern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. gespenstern, sich wie ein Gespenst verhalten (V.); Vw.: s. herum-; E.: s. Gespenst, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Gespenst, DW 5, 4147, EWD s. u. Gespenst; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gespenst und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches sich wie ein Gespenst verhalten (V.); F.: gespenstern (!), gespenstere, gespenster (!), gespensterst, gespenstert, gespensterte, gespenstertest, gespensterten, gespenstertet, ##gespenstert, gespensterte, gespenstertes, gespenstertem, gespensterten, gespensterter##, gespensternd, ###gespensternd, gespensterndes, gespensterndem, gespensternden, gespensternder###, gespenster (!)+EW; Z.: ge—spen-st-er-n
$gespenstig, nhd. (ält.), Adj., Adv., (13. Jh.?): nhd. gespenstig, ein Gespenst betreffend, verlockend; E.: s. Gespenst, s. ig; L.: Kluge s. u. Gespenst, EWD s. u. Gespenst; GB.: (gespenstic) seit 13. Jh. belegte und aus Gespenst und ig gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung des Menschen mögliches ein Gespenst betreffend oder verlockend; F.: gespenstig, gespenstige, gespenstiges, gespenstigem, gespenstigen, gespenstiger(, gespenstigere, gespenstigeres, gespenstigerem, gespenstigeren, gespenstigerer, gespenstigst, gespenstigste, gespenstigstes, gespenstigstem, gespenstigsten, gespenstigster)+EW; Z.: ge—spen-st-ig
$gespenstisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. gespenstisch, Gespenst betreffend, gespensterartig; E.: s. Gespenst, s. isch; L.: Kluge s. u. Gespenst, DW 5, 4148, EWD s. u. Gespenst; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Gespenst und isch gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches ein Gespenst betreffend oder gespensterartig; F.: gespenstisch, gespenstische, gespenstisches, gespenstischem, gespenstischen, gespenstischer(, gespenstischere, gespenstischeres, gespenstischerem, gespenstischeren, gespenstischerer, gespenstischst, gespenstischste, gespenstischstes, gespenstischstem, gespenstischsten, gespenstischster)+EW; Z.: ge—spen-st-isch
$Gespinst, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gespinst; Vw.: s. Hirn-; E.: s. ge, s. spin(nen), s. st: L.: Kluge s. u. Gespinst, DW 5, 4155, EWD s. u. Gespinst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und spin(nen) sowie st gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Spinnen vor 380 bis 350 Millionen Jahren mögliches Gesponnenes; F.: Gespinst, Gespinstes, Gespinsts, Gespinste, Gespinsten+EW; Z.: Ge—spin-st
Gespons, nhd., M., F., (13. Jh.): nhd. Gespons, Ehegatte, Verlobter, Verlobte; ne. spouse; Vw.: -; Hw.: s. Gspusi, Sponsor; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. mhd. gespons, gespunse, M., N., Bräutigam; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. spōnsus (2), Bräutigam, M., (Ende 2./Anfang 1. Jh. v. Chr.); lat. spōnsa, F., Braut (F.) (1), (um 235-200 v. Chr.); lat. spōnsus (1), M., Gelöbnis, Bürgschaft, Verbürgung, Stipulation; vgl. lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Gespons, DW 5, 4157, Duden s. u. Gespons; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus ge und dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ehegatten (oder Verlobten); BM.: mit, geloben; F.: Gespons, Gesponses, Gesponse, Gesponsen+EW+FW; Z.: Ge—spons
$Gespräch, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. Gespräch, Gedankenaustausch; Vw.: s. Fern-; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. ge, s. Sprach(e)?; L.: DW 5, 4164, EWD s. u. Gespräch, EWAhd 4, 408; GB.: vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und Sprache gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Sprache möglichen durch Sprechen und Hören durchgeführten Gedankenaustausch unter Menschen; F.: Gespräch, Gespräches, Gesprächs, Gespräche, Gesprächen+EW; Z.: Ge—s-prä-ch
$gesprächig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gesprächig, viel sprechend, beredt; E.: s. Gespräch, s. ig; L.: DW 5, 4164, EWD s. u. Gespräch; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Gespräch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches viel sprechend oder beredt; F.: gesprächig, gesprächige, gesprächiges, gesprächigem, gesprächigen, gesprächiger(, gesprächigere, gesprächigeres, gesprächigerem, gesprächigeren, gesprächigerer, gesprächigst, gesprächigste, gesprächigstes, gesprächigstem, gesprächigsten, gesprächigster)+EW; Z.: ge—s-prä-ch-ig
$Gesprächigkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gesprächigkeit, vieles Sprechen, Beredsamkeit; E.: s. gesprächig, s. heit, s. keit; L.: DW 5, 4165, EWD s. u. Gespräch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gesprächig und keit gebildete Bezeichnung für vieles Sprechen oder Beredsamkeit; F.: Gesprächigkeit+EW; Z.: Ge—s-prä-ch-ig—kei-t
$Gesprächsstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gesprächsstoff, Inhalt oder Stoff eines Gesprächs; E.: s. Gespräch, s. s, s. Stoff; L.: DW 5, 4166, EWD s. u. Gespräch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gespräch und s sowie Stoff gebildete Bezeichnung für den Inhalt oder Stoffes eines Gesprächs; F.: Gesprächsstoff, Gesprächsstoffes, Gesprächsstoffs, Gesprächsstoffe, Gesprächsstoffen+EW+FW; Z.: Ge-s-prä-ch-s—stoff
$gesprenkelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gesprenkelt, gefleckt; E.: s. ge, s. sprenkel(n), s. (e)t; L.: DW 5, 4169, EWD s. u. Sprenkel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und sprenkel(n) und t gebildete Bezeichnung für gefleckt; F.: gesprenkelt, gesprenkelte, gesprenkeltes, gesprenkeltem, gesprenkelten, gesprenkelter(, gesprenkeltere, gesprenkelteres, gesprenkelterem, gesprenkelteren, gesprenkelterer, gesprenkeltst, gesprenkeltste, gesprenkeltstes, gesprenkeltstem, gesprenkeltsten, gesprenkeltster)+EW; Z.: ge—s-pre-nk-el-t
$Gespür, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gespür, Empfindung, Ahnung, Spürenkönnen; E.: s. ge, s. spür(en); L.: Kluge s. u. spüren, DW 5, 4173 (Gespur); GB.: seit um 1230 belegte und aus ge und spür(en) gebildete sowie mit Spur verbindbare Bezeichnung für eine Empfindung oder eine Ahnung oder ein Spürenkönnen; F.: Gespür, Gespürs+EW; Z.: Ge-s-pür
Gestade, nhd. (ält.), N., (13. Jh.?): nhd. Gestade, Küste, Ufer; ne. shores; Vw.: -; Hw.: s. Staden; E.: mhd. gestade, st. N., Gestade, Strand; mhd. gestat, st. N., Gestade, Ufer, Strand; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. stad, st. M. (a, i), Ufer, Gestade, Küste, Strand; germ. *staþa- (1), staþaz, st. M. (a), Gestade, Ufer; idg. *stā-, *stə-, steh₂-, stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gestade, Kluge s. u. Gestade, DW 5, 4175, EWD s. u. Gestade, Seebold 460, Duden s. u. Gestade, Bluhme s. u. Gestade; Son.: vgl. as. stath, st. M. (a), Gestade; ae. stæþ, st. M. (a), st. N. (a), Gestade, Ufer; got. staþa (1), st. M. (a), Ufer, Gestade; krimgot. statz, M., Ufer, Gestade; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus ge und st(ehen) sowie ahd. stad gebildete und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen an Wasser grenzenden Teil des festen Landes; BM.: mit, stehen bzw. stellen; F.: Gestade, Gestades, Gestaden+EW; Z.: Ge-sta-d-e
Gestalt, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gestalt, Beschaffenheit, Erscheinung; ne. shape (N.), stature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. gestalt (1), st. F., Gestalt, Aussehen, Verfassung, Beschaffenheit, Gegebenheit, Rechtsstellung, Ursache; mnd. gestalt (1), F., Gestalt, Beschaffenheit, Sachlage, Verhältnis, Aussehen; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. stellen, stallen, sw. V., stellen, beibringen, einstellen, entwickeln, sich entwickeln, sich verhalten (V.), sich gebärden; ahd. stellen, sw. V. (1a), stellen, errichten, setzen; germ. *stalljan, sw. V., stellen; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gestalt, Kluge s. u. Gestalt, DW 5, 4178, EWD s. u. Gestalt, Duden s. u. Gestalt, Bluhme s. u. Gestalt; Son.: vgl. nndl. gestalte, Sb., Gestalt; nschw. gestalt, Sb., Gestalt; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus ge und stel(len) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Beschaffenheit oder äußere Erscheinung einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Menschen in Hinblick auf die Art des Wuchses; BM.: mit, stellen; F.: Gestalt, Gestalten+EW; Z.: Ge—stal-t
$gestalten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gestalten, bilden, formen; E.: s. Gestalt, s. en; L.: Kluge s. u. Gestalt, DW 5, 4177, EWD s. u. Gestalt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gestalt und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich seit Entstehung der Welt mögliches bilden oder formen; F.: gestalten (!), gestalte, gestaltest, gestaltet, gestaltete, gestaltetest, gestalteten, gestaltetet, ##gestaltet, gestaltete, gestaltetes, gestaltetem, gestalteten, gestalteter##, gestaltend, ###gestaltend, gestaltende, gestaltendes, gestaltendem, gestaltenden, gestaltender###, gestalt (!)+EW; Z.: ge—stal-t-en
$Gestaltung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gestaltung, Gestaltgebung, Gestalten (N.), Bilden, Formen (N.); E.: s. gestalt(en), s. ung; L.: DW 5, 4195, EWD s. u. Gestalt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gestalt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich seit Entstehung der Welt mögliche Gestaltgebung oder Gestalten (N.) oder Bildung oder Bilden oder Formen (N.) oder Formung einer Gegebenheit; F.: Gestaltung, Gestaltungen+EW; Z.: Ge—stal-t-ung
$gestanden, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. gestanden, durch Stehen entstanden, ; E.: s. ge, s. standen; L.: Kluge s. u. gestanden, DW 5, 4196; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus ge und stehen gebildete und sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Stehen entstanden oder erwachsen (Adj.) oder erfahren (Adj.); F.: gestanden, gestandene, gestandenes, gestandenem, gestandenen, gestandener+EW; Z.: ge-sta-nd-en
$geständig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. geständig; E.: s. gest(ehen), s. ig; L.: Kluge s. u. gestehen, DW 5, 4198, EWDs. u. stehen; GB.: (gestendic) seit nach 1243 belegte und aus gest(ehen) und ig gebildete Bezeichnung für geständig oder beistehend und auch gestehend; F.: geständig, geständige, geständiges, geständigem, geständigen, geständiger(, geständigere, geständigeres, geständigerem, geständigeren, geständigerer, geständigst, geständigste, geständigstes, geständigstem, geständigsten, geständigster)+EW; Z.: ge-stä-nd-ig
$Geständnis, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Geständnis, Zugeständnis, Eingeständnis, Bekenntnis; E.: s. gest(ehen), s. nis; L.: Kluge s. u. gestehen, DW 5, 4200, EWD s. u. stehen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gest(ehen) und nis gebildete Bezeichnung für ein Zugeständnis oder Eingeständnis oder Bekenntnis; F.: Geständnis, Geständnisses, Geständnisse, Geständnissen+EW; Z.: Ge-stä-nd-nis
$Gestank, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Gestank, unangenehmer Geruch; E.: s. ge, s. stink(en); L.: Kluge s. u. stinken, DW 5, 4201, EWD s. u. Gestank, Bluhme s. u. Gestank; GB.: vielleicht schon ahd. oder in der zweiten Hälfte 12. Jh. belegte und aus ge und stink(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen unangenehmen Geruch; F.: Gestank, Gestanks, Gestankes+EW; Z.: Ge-sta-n-k
gestatten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gestatten, gewähren, erlauben, zulassen, genehmigen; ne. grant (V.), allow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gestaten, sw. V., gestatten, standhalten, erlauben, zulassen, beistehen, zugestehen, gewähren; mnd. gestāden, sw. V., gestatten, erlauben, befestigen; ahd. gistatōn, sw. V. (2), stellen, legen, landen, bleiben, sich zur Ruhe legen, ausstatten, zusammenfügen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. stata, st. F. (ō), Zustand, Bestand, Gelegenheit, Beschaffenheit, Lage, Besitz; germ. *stadō, st. F. (ō), Gelegenheit, Stätte, Statt; idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gestatten, Kluge s. u. gestatten, DW 5, 4203, EWD s. u. gestatten, EWAhd 4, 411, Duden s. u. gestatten; GB.: (gistatōn) seit 3. Drittel 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für gewähren oder erlauben oder zulassen oder genehmigen; BM.: mit, stehen bzw. stellen; F.: gestatten, gestatte, gestattest, gestattet, gestattete, gestattetest, gestatteten, gestattetet, ##gestattet, gestattete, gestattetes, gestattetem, gestatteten, gestatteter##, gestattend, ###gestattend, gestattende, gestattendes, gestattendem, gestattenden, gestattender###, gestatt (!)+EW; Z.: ge-sta-t-t-en
Geste, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Geste, Bewegung, Handzeichen; ne. gesture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. gestus; E.: s. lat. gestus, M., Haltung, Stellung, Bewegung, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, sich verhalten (V.), ausführen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Geste, DW 5, 4207, EWD s. u. Geste, Duden s. u. Geste; Son.: vgl. nndl. geste, Sb., Geste; frz. geste, M., Geste; nschw. gest, Sb., Geste; nnorw. gest, M., Geste; poln. gest, M., Geste; lit. gestas, M., Geste; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine als Ausdruck einer Vorstellung oder inneren Haltung verwendete Bewegung des Körpers oder ein Handzeichen; BM.: sich verhalten (V.); F.: Geste, Gesten+FW+EW; Z.: Ge-st-e
$gestehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. gestehen, zugestehen, einräumen; E.: s. ge, s. stehen; L.: Kluge s. u. gestehen, DW 5, 4209, EWD s. u. stehen; GB.: (gistān*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ge und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zugestehen oder einräumen; F.: gestehen, gestehe, gestehst, gesteht, gestehest, gestehet, gestand, gestandst, gestandest, gestanden, gestandet, gestände, geständest, geständen, geständet, gestünde, gestündest, gestünden, gestündet, ##gestanden, gestandene, gestandenes, gestandenem, gestandenen, gestandener##, gestehend, ###gestehend, gestehende, gestehendes, gestehendem, gestehenden, gestehender###, gesteh (!)+EW; Z.: ge—steh-en
$Gestein, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gestein, eine Gesamtheit aus Stein; Vw.: s. Eruptiv-; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. Ge, s. Stein; L.: DW 5, 4219; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ge und Stein gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche festen und harten sowie leblosen Stoff oder Felsen oder eine Gesamtheit aus Stein; F.: Gestein, Gesteines, Gesteins, Gesteine, Gesteinen+EW; Z.: Ge—stei-n
$Gestell, Gestelle, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gestell, eine Vorrichtung für Lagerung; Vw.: s. Bett-; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. ge, s. stell(en); L.: DW 5, 4221, EWAhd 4, 411; GB.: seit 863-871 belegte und aus ge und stell(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung für eine Lagerung; F.: Gestell, Gestells, Gestelle, Gestellen+EW; Z.: Ge—stel-l
gestern, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. gestern, an dem Tag vor heute; ne. yesterday; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gesteren, gestern, gesterren, Adv., gestern; mhd. gester, gestern, Adv., gestern; mnd. gisteren, gistern, gisterne, gestern, Adv., gestern; mnl. gisteren, Adv., gestern; ahd. gestera*, Adv., gestern; ahd. gesterēn, gestarēm, Adv., gestern; germ. *gestra-, *gestraz?, Adj., anderntagig, gestrig; vgl. idg. *g̑ʰđi̯és, *g̑ʰđés, *g̑ʰi̯és, *g̑ʰés, Adv., gestern, Pokorny 416 (601/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. gestern, Kluge s. u. gestern, EWD s. u. gestern, DW 5, 4229, EWAhd 4, 190, Falk/Torp 133, Duden s. u. gestern, Bluhme s. u. gestern; Son.: vgl. ae. geostran, georstan, geostra, geostor, Adv., gestern; got. gistradagis, Adv., morgen; nndl. gisteren, Adv., gestern; gr. ἐχθές (echthés), Adj., gestern; lat. hesternus (1), Adj., gestrig, von gestern seiend, gestern betreffend; lat. herī, Adv., gestern, am Vortag, tags zuvor; GB.: seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Erde und des Menschen möglichen einem Tag unmittelbar vorausgegangenen Tag oder für den Tag vor heute; BM.: ?; F.: gestern+EW; Z.: ges-t-ern
$Gestik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gestik, Gesamtheit von Gesten; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Gest(e), s. ik; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Gest(e) und ik gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gesten L.: fehlt DW, EWD s. u. gestikulieren; F.: Gestik, Gestiken+FW; Z.: Gest-ik
Gestikulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gestikulation, Gestikulieren, Gebärden (N.), Deutung; ne. gesticulation; Vw.: -; Hw.: s. gestikulieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. gesticulātio; E.: s. lat. gesticulātio, F., pantomimische Bewegung, Pantomime (F.), ausdrucksvolle Bewegung, Gebärde, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. gesticulārī, V., Gebärden machen, gestikulieren vgl. lat. gesticulus, M., gestikulierende Bewegung, pantomimische Bewegung; lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, sich verhalten (V.), ausführen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. gestikulieren, fehlt DW, EWD s. u. gestikulieren, Duden s. u. Gestikulation; Son.: vgl. frz. gesticulation, F., Gestikulation; nschw. gestikulation, N., Gestikulation; nnorw. gestikulasjon, M., Gestikulation; poln. gestykulacjy, F., Gestikulation; lit. gestikuliacija, F., Gestikulation; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gestikulieren oder Gebärden (N.); BM.: mit, sich verhalten (V.); F.: Gestikulation, Gestikulationen+FW+EW; Z.: Gest-ik-ul-at-io-n
gestikulieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. gestikulieren, sich gebärden, mit den Händen Gebärden machen, deuten; ne. gesticulate, gesture; Vw.: -; Hw.: s. Gestikulation; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. gesticulārī; E.: s. lat. gesticulārī, V., Gebärden machen, gestikulieren, (vor 66 n. Chr.); vgl. lat. gesticulus, M., gestikulierende Bewegung, pantomimische Bewegung; lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, sich verhalten (V.), ausführen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. gestikulieren, fehlt DW, EWD s. u. gestikulieren, Duden s. u. gestikulieren; Son.: vgl. nndl. gesticuleren, V., gestikulieren; frz. gesticuler, V., gestikulieren; nschw. gestikulera, V., gestikulieren; nnorw. gestikulere, V., gestikulieren; poln. gestykulować, V., gestikulieren; lit. gestikuliuoti, V., gestikulieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit den Händen Gebärden machen oder sich insgesamt verhalten (V.); BM.: mit, sich verhalten (V.); F.: gestikulieren, gestikuliere, gestikulierst, gestikuliert, gestikulierest, gestikulieret, gestikulierte, gestikuliertest, gestikulierten, gestikuliertet, ##gestikuliert, gestikulierte, gestikuliertes, gestikuliertem, gestikulierten, gestikulierter##, gestikulierend, ###gestikulierend, gestikulierende, gestikulierendes, gestikulierendem, gestikulierenden, gestikulierender###, gestikulier(!)+FW+EW; Z.: gest-ik-ul-ier-en
Gestirn, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gestirn, Sternbild,Gesamtheit von Sternen, hellstrahlender großer Stern; ne. star (N.), constellation; Vw.: -; Hw.: s. Stern; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. gestirn, st. N., Gestirn, Sternbild; mhd. gestirne, gesterne, st. N., Gestirn, Sternbild; ahd. gistirni*, gistirri, st. N. (ja), Gestirn, Sternbild, Sterne; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. stern, st. M. (a), Stern (M.) (1), Sternchen; s. germ. *sternō-, *sternōn, *sterna-, *sternan, sw. M. (n), Stern (M.) (1); s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gestirn, Kluge s. u. Gestirn, DW 5, 4236, EWD s. u. Gestirn, EWAhd 4, 413, Duden s. u. Gestirn; GB.: (gistirni) seit 863-871 belegte und aus ge und Stern gebildete Bezeichnung für einen einzelnen Stern bzw. für eine Gesamtheit von Sternen in einem Sternbild; BM.: mit, breiten bzw. streuen; F.: Gestirn, Gestirnes, Gestirns, Gestirne, Gestirnen+EW; Z.: Ge—stir-n
$gestirnt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (10. Jh.): nhd. gestirnt; E.: s. ge, s. Stern, s. Gestirn, s. t; L.: EWD s. u. Gestirn; GB.: seit um 1000 belegte und aus ge und Stern und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches mit Sternen versehen (Adj.); F.: gestirnt, gestirnte, gestirntes, gestirntem, gestirnten, gestirnter+EW; Z.: ge—stir-n-t
Gestöber, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gestöber, Aufruhr, Aufscheuchung, aufwirbelnde Staubmasse; ne. flurry (N.), drift (N.); Vw.: -; Hw.: s. stieben; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); E.: mhd. gestöber, gestobere, st. N., Gestöber, Aufstand, Funkenflug; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. stieben, stiuben, st. V., stieben, Funken sprühen, wie Staub auffliegen, umherfliegen, umherstieben, fliegen über, stauben, stäuben, schnell laufen, rennen, fliegen; ahd. stioban, st. V. (2a), stäuben, stieben; germ. *steuban, st. V., stieben; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stöbern, Kluge s. u. Gestöber, EWD s. u. stöbern, DW 5, 4241, Duden s. u. Gestöber; GB.: (gestöber) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ge und stöber(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches heftiges Durcheinanderwirbeln fallender Flocken; BM.: mit, wehen; F.: Gestöber, Gestöbers, Gestöbern+EW; Z.: Ge—stö-b-er
Gestör, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gestör, Verbindung von Baumstämmen bei einem Flößen; ne. connection of trunks at floating; Vw.: -; Hw.: s. Storren; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. gestore, M., Gestör; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. storre, sw. M., „Storren“, Baumstumpf, Baumstamm, Klotz, Zahnstorren, Zahnstumpf; ahd.? storro, sw. M. (n), Klotz?, Stumpf?; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gestör, DW 5, 424, Duden s. u. Gestör; GB.: (gestore) seit 15. Jh. belegte und aus ge und vielleicht ahd. storr(o) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Verbindung mehrerer Baumstämme bei einem Flößen; BM.: mit, Baumstumpf; F.: Gestör, Gestöres, Gestörs, Gestöre, Gestören+EW; Z.: Ge-stör
$Gesträuch, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gesträuch, Gesamtheit von Sträuchern, Strauchwerk, Gebüsch; E.: s. ge, s. Strauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Strauch, Kluge s. u. Strauch, DW 5, 4248, EWD s. u. Strauch; GB.: (gestriuche) seit 1190-1200 belegte und aus ge und Strauch gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Sträuchern oder ein Strauchwerk oder ein Gebüsch; F.: Gesträuch, Gesträuchs, Gesträuches, Gesträuche, Gesträuchen+EW; Z.: Ge-sträu-ch
$gestreift, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. gestreift; E.: s. ge, s. streif(en), s. (e)t; L.: DW 5, 4262, EWD s. u. Streifen; GB.: (gestrīfet) seit 1340) belegte und vielleicht nach lat. stragulatus aus ge und streif(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit Streifen versehen (Adj.); F.: gestreift, gestreifte, gestreiftes, gestreiftem, gestreiften, gestreifter+EW; Z.: ge—strei-f-t
$gestrig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. gestrig, gestern betreffend; E.: s. gest(e)r(n), s. ig; L.: Kluge s. u. gestern, DW gesterig) EWD s. u. gestern; GB.: (gesterīg*) seit um 1000 belegte und aus gester(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde und des Menschen mögliches den vorhergehenden Tag betreffend; F.: gestrig, gestrige, gestriges, gestrigem, gestrigen, gestriger+EW; Z.: ges-t-r-ig
$Gestrüpp, Gestrüppe. nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gestrüpp, Gesträuch, Gebüsch; E.: s. ge, s. sträub(en)?; L.: Kluge s. u. Gestrüpp, EWD s. u. Gestrüpp; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und etwas älterem mhd. strupp(e) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Pflanzen auf der Erde mögliches dichtes Gesträuch oder Gebüsch; F.: Gestrüpp, Gestrüpps, Gestrüppe, Gestrüppen+EW; Z.: Ge—strü-pp
$Gestüt, Gestüte, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gestüt; E.: s. ge, s. Stut(e); L.: Kluge s. u. Gestüt, DW 5, 4269, EWD s. u. Stute; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und mhd. stuot (Pferdeherde) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für Pferdezucht; F.: Gestüt, Gestüts, Gestüte, Gestüten+EW; Z.: Ge—stü-t
$Gesuch, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gesuch, Suche, Untersuchung, Nachforschung, Antrag; E.: s. ge, s. such(en); L.: Kluge s. u. Gesuch, DW 5, 4272; GB.: (gisuoh) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ge und such(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Suche oder Untersuchung oder Nachforschung oder einen Antrag; F.: Gesuch, Gesuchs, Gesuche, Gesuchen+EW; Z.: Ge-such
$gesucht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.): nhd. gesucht, gewollt, begehrt; Vw.: s. aus-; E.: s. ge, s. such(en), s. (e)t; L.: DW 5, 4285; GB.: (suchen) vielleicht nach 765 belegte und aus ge und such(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gewollt oder begehrt; F.: gesucht, gesuchte, gesuchtes, gesuchtem, gesuchten, gesuchter(, gesuchtere, gesuchteres, gesuchterem, gesuchteren, gesuchterer, gesuchtest, gesuchteste, gesuchtestes, gesuchtestem, gesuchtesten, gesuchtester)+EW; Z.: ge-such-t
$Gesums, Gesumse, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gesums, Geschwätz; E.: s. ge, s. sum(men)?; L.: Kluge s. u. Gesums, DW 5, 4291; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und sum(men) und s gebildete und in der Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Geschwätz; F.: Gesums, Gesumses+EW; Z.: Ge-sum-s
gesund, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. gesund, heil, unversehrt; ne. healthy, sound (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gesunt, Adj., gesund, lebend und unverletzt, geheilt von; mnd. gesunt (1), Adj., gesund, wohlbehalten, heil, selig; mnl. gesonde, Adj., gesund; ahd. gisunt (1), Adj., gesund, glücklich, gut, unversehrt, günstig, heil, wohlbehalten; as. gisund, Adj., gesund, heil, unverletzt; anfrk. gisund*, gesunt*, Adj., gesund, wohlbehalten; germ. *gasunda-, *gasundaz, Adj., gesund; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *su̯ento-?, *sunto-?, Adj., rege, rüstig, gesund, Pokorny 1048 (1811/283) (RB. idg. aus germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. gesund, Kluge s. u. gesund, EWD s. u. gesund, DW 5, 4292, EWAhd 4, 416, Falk/Torp 547, Heidermanns 586, Duden s. u. gesund, Bluhme s. u. gesund; Son.: vgl. afries. -; ae. gesund, Adj., gesund; ae. gesynde, Adj., gesund; an. -; got. -; nndl. gezond, Adj., gesund; nschw. sund, Adj., gesund; nnorw. sunn, Adj., gesund; GB.: (gisunt) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches heil; BM.: mit, rege; F.: gesund, gesunde, gesundes, gesundem, gesunden, gesunder(, gesundere, gesunderes, gesunderem, gesunderen, gesunderer, gesundest, gesundeste, gesundestes, gesundestem, gesundesten, gesundester)+EW; Z.: ge-sund
$Gesundheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gesundheit, Wohlbefinden; Vw.: s. Bären-; E.: s. gesund, s. heit; L.: Kluge s. u. gesund. DW 5, 4321; GB.: (gisuntheit*) seit 1130-1160 belegte und aus gesund und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Wohlbefinden eines Lebewesens; F.: Gesundheit+EW; Z.: Ge-sund-hei-t
$gesundstoßen, nhd., V., (20. Jh.): nhd. gesundstoßen. bereichern; E.: s. gesund, s. stoßen; L.: Kluge s. u. gesundstoßen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus gesund und stoßen gebildetes sich auf Kosten anderer bereichern; F.: gesundstoßen, stoße gesund, stößt gesund, stoßt gesund, stoßen gesund, stoßest gesund, stoßet gesund, stieß gesund, stießest gesund, stießt gesund, stießen gesund, stießet gesund, gesundgestoßen, ##gesundgestoßen, gesundgestoßene, gesundgestoßenes, gesundgestoßenem, gesundgestoßenen, gesundgestoßener##, gesundstoßend, ###gesundstoßend, gesundstoßende, gesundstoßendes, gesundstoßendem, gesundstoßenden, gesundstoßender###, gesundzustoßen, ####gesundzustoßen, gesundzustoßend, gesundzustoßende, gesundzustoßendes, gesundzustoßendem, gesundzustoßenden, gesundzustoßender####, stoß (!) gesund+EW; Z.: ge-sund—sto-ß-en
$getigert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. getigert; E.: s. ge, s. tiger(n), s. (e)t; L.: Kluge s. u. Tiger, DW 5, 4388, EWD s. u. Tiger; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und tiger(n) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Tigern in der Vorstellung von Menschen mögliches wie ein Tiger handeln oder aussehen; F.: getigert, getigerte, getigertes, getigertem, getigerten, getigerter+EW+FW; Z.: ge-tig-er-t
$getönt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. getönt, gefärbt, hörbar; E.: s. ge, s. tön(en), s. t; L.: DW 5, 4400, EWD s. u. Ton 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und tön(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Ton (M.) (2) mögliches gefärbt oder hörbar; F.: getönt, getönte, getöntes, getöntem, getönten, getönter+EW; Z.: ge—tön-t
$Getöse, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Getöse, Lärm, Geräusch; E.: s. ge, s. tos(en), s. e; L.: Kluge s. u. tosen, DW 5, 4400, EWD s. u. Getöse; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus ge und tos(en) sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Schallwellen möglichen Lärm oder Geräusch; F.: Getöse, Getöses, Getösen+EW; Z.: Ge-tö-s-e
Getreide, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Getreide, Korn; ne. crop (N.), cereal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. getregede, getreide, st. N., Kleidung, Gepäck, Ladung (F.) (1), Last, alles was getragen wird, was der Erdboden trägt, Getreide; mnd. getrēde, getreide, getregede*, N., Getreide; ahd. gitregidi*, st. N. (ja), Besitztum, Besitz, Habe, Ertrag, Einkunft, Aufwand, Aufwendung, Vermögen, Ausgabe; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen, zurücktragen, empfangen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Getreide, Kluge s. u. Getreide, DW 6, 4453, EWD s. u. Getreide, EWAhd 4, 428, Duden s. u. Getreide, Bluhme s. u. Getreide; GB.: (gitregidi) seit 11. Jh. belegte und aus ge und trag(en) sowie de gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen angebaute Gruppe von zu den Süßgräsern gehörenden Pflanzen (vor allem Roggen oder Korn und Weizen und Gerste und Hafer und Hirse und Reis sowie Mais) für die Gewinnung von Nahrung aus den in Ähren enthaltenen Körnern; BM.: mit, tragen; F.: Getreide, Getreides, Getreiden+EW; Z.: Ge-treid-e
Getriebe, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Getriebe, Antriebsvorrichtung; ne. gear (N.); Vw.: -; Hw.: s. treiben; Q.: Anfang 15. Jh. (Vokabular); E.: mhd. getribe, st. N., Getriebe; s. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. trīben (1), trīven, trīfen, st. V., wenden, treiben, zubringen, vertreiben, sich beschäftigen mit; ahd. trīban, st. V. (1a), treiben, betreiben, bewirken; germ. *dreiban, st. V., treiben; idg. *dʰreibʰ-, V., treiben, stoßen, Pokorny 274 (409/57) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Getriebe, DW 6, 4529, EWD s. u. Getriebe, Duden s. u. Getriebe; GB.: (getribe) seit Anfang 15. Jh. belegte und aus ge und treib(en) sowie e gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Vorrichtung in Maschinen die Bewegungen überträgt und die Maschine für einen Antrieb funktionstüchtig macht; BM.: mit, treiben; F.: Getriebe, Getriebes, Getrieben+EW; Z.: Ge-trie-b-e
Getto, Ghetto, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Getto, Ghetto, Judenviertel; ne. ghetto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. ghetto; E.: s. it. ghetto, M., Getto, Ghetto, Judenviertel in Venedig; vgl. it. Geto Nuovo, M., neue Gießerei; it. getto, M., Guss; vgl. it. gettare, V., werfen; lat. iactāre, V., werfen, abwerfen, wegwerfen, ablegen, verbreiten, (204-169 v. Chr.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Getto, fehlt DW, EWD s. u. Getto, Duden s. u. Getto; Son.: vgl. nndl. getto, Sb., Getto, Ghetto; frz. ghetto, M., Getto, Ghetto; nschw. getto, ghetto, Sb., Getto, Ghetto; nnorw. getto, ghetto, M., Getto, Ghetto; poln. getto, M., Getto, Ghetto; kymr. geto, M., Getto, Ghetto; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein abgetrenntes Wohnviertel anfangs nur einer Gießerei in Venedig und allmählich für Juden allgemein sowie später für jedes auf bestimmten Menschengruppen beschränkte Wohngebiet; BM.: von dem ursprünglich auf das Gebiet der Gießerei in Venedig beschränkte Wohnviertel der Juden; F.: Getto, Gettos, Ghetto, Ghettos+FW(+EW); Z.: Ge-tt-o
Getümmel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Getümmel, Trubel, Durcheinanderwogen bei einer Menschenansammlung; ne. turmoil; Vw.: -; Hw.: s. tummeln; Q.: um 1150 (Speculum ecclesiae); E.: mhd. getümele, getumele, getumere, st. N., Lärm, Getümmel, Getöse; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. tumelen (1), sw. V., „tummeln“, schreien, lärmen; lat. tumēre, V., geschwollen sein (V.), strotzen, aufbrausen, glühen, wallen (V.) (1), (234-149 v. Chr.); idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Getümmel, EWD s. u. Getümmel, DW 6, 4570, Duden s. u. Getümmel; GB.: (getümele) seit um 1150 belegte Bezeichnung für ein Durcheinanderwogen bei einer Menschenansammlung; BM.: mit, strotzen; F.: Getümmel, Getümmels, Getümmeln+EW; Z.: Ge-tü-m-m-el
$getüpfelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. getüpfelt, mit Tüpfeln versehen (Adj.); E.: s. ge, s. Tüpfel, s. (e)t; L.: Kluge s. u. Tüpfel; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ge und Tüpfel sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen mögliches mit Tüpfeln oder Farbtupfern versehen (Adj.); F.: getüpfelt, getüpfelte, getüpfeltes, getüpfeltem, getüpfelten, getüpfelter+EW; Z.: ge—tüpf-el-t
geuden, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. geuden, verschwenden, leichtsinnig umgehen; ne. waste (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 1215/1216 (Der Wälsche Gast des Thomasin von Zirclaria); I.: Lw.; E.: mhd. giuden (1), göuden, gūden, sw. V., „geuden“, prahlen, großtun, sich wichtig machen, angeben, freuen, sich freuen, überschwänglich sprechen, verschwenden; mnd. *goiden?, V., geuden, vergeuden; vgl. mhd. giude, göude, st. F., st. N., Geude, Freude, ausgelassene Freude, übermütige Heiterkeit, Jubel, Verschwendung, Überfluss; lat. gaudium, N., innere Freude; vgl. idg. *gāu-, V., sich freuen, sich brüsten, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: DW 6, 4620; GB.: seit 1215/1216 belegte und aus lat. gaudi(um) gebildete und durch en umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschwenden oder leichtsinnig und verschwenderisch mit etwas bei dem Verbrauch umgehen; BM.: sich freuen; F.: geuden, geude, geudest, geudet, geudete, geudetest, geudeten, geudetet, ##geudet, geudete, geudetes, geudetem, geudeten, geudeter##, geudend, ##geudend, geudende, geudendes, geudendem, geudenden, geudender###, geud (!)+FW+EW; Z.: geu-d-en
$Gevatter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Gevatter; E.: ahd. gifatero*, s. ge, s. Vater, s. o; L.: Kluge s. u. Gevatter, DW 6, 4640, EWD s. u. Gevatter; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus ge und Vater sowie o nach lat. compater gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung des Christentums möglichen Paten, älter gifatera*, F., Patin; BF.: Gevatter, Gevatters, Gevattern+EW; Z.: Ge—vat-t-er
$Gevatterin, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gevatterin; E.: s. Gevatter, s. in; L.: DW 6, 4667, EWD s. u. Gevatter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gevatter und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung des Christentums mögliche Patin, älter gifatera*, F., Patin; F.: Gevatterin, Gevatterinnen+EW; Z.: Ge-.vat-t-er-in
$Gevatterschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gevatterschaft; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. Gevatter, s. schaft; L.: EWD s. u. Gevatter, DW 6, 4674; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Gevatter und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung des Christentums mögliche Patenschaft; F.: Gevatterschaft, Gevatterschaften+EW; Z.; Ge—vat-t-er—schaf-t
$Geviert, nhd., (Part. Prät.=)N., (10. Jh.?): nhd. Geviert; E.: s. ge, s. vier, s. t; L.: Kluge s. u. Geviert, DW 6, 4682, EWD s. u. Geviert; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. quadratum aus ahd. fior(on*) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl ein seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Zahlen in dessen Vorstellung mögliches Geviert; F.: Geviert, Geviertes, Gevierts, Gevierte, Gevierten+EW; Z.: Ge-vier-t
$Gewächs, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gewächs, Gewachsenes; Vw.: s. Nachtschatten-, Schling-; E.: s. ge, s. wachs(en); L.: Kluge s. u. wachsen, DW 6, 4709, EWD s. u. Gewächs; GB.: (gewahs) seit um 1300 belegte und aus ge und wahs(en) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Lebens mögliches Gewachsenes; F.: Gewächs, Gewächses, Gewächse, Gewächsen+EW; Z.: Ge—wäch-s
$Gewächshaus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gewächshaus; E.: s. Gewächs, s. Haus; L.: DW 6, 4737, EWD s. u. Gewächs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gewächs und Haus gebildete Bezeichnung für ein nach einem Vorläufer von 1682 in Amsterdam für die Ananasgewinnung wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Haus für möglichst rasche und gewinnbringende Pflanzenzucht; F.: Gewächshaus, Gewächshauses, Gewächshäuser, Gewächshäusern+EW; Z.: Ge—wäch-s—hau-s
$Gewächsstube, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gewächsstube; E.: s. Gewächs, s. Stube; L.: EWD s. u. Gewächs; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gewächs und Stube gebildete Bezeichnung für ein nach einem Vorläufer von 1682 in Amsterdam für die Ananasgewinnung wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Stube für möglichst rasche und gewinnbringende Pflanzenzucht; F.: Gewächsstube, Gewächsstuben+EW+FW?; Z.: Ge—wäch-s—s-tu-b-e
gewahr, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. gewahr, wahrnehmbar, aufmerksam; ne. aware (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. gewar, Adj., beachtend, bemerkend, aufmerksam, sorgfältig, vorsichtig; mnd. gewār (2), gewāre, Adj., gewahr; mnl. gewar, Adj., gewahr; ahd. giwar*, Adj., gewahr, achtsam, sorgsam, sorgfältig, geschickt; as. giwar*, Adj., gewahr, vorsichtig; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *wara-, *waraz, Adj., aufmerksam, vorsichtig, genau wahrnehmend; idg. *u̯orós?, Adj., aufmerksam, Pokorny 1164?; vgl. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewahr, Kluge s. u. gewahr, DW 6, 4766, EWD s. u. gewahr, EWAhd 4, 439, Duden s. u. gewahr, Falk/Torp 393, Heidermanns 657; Son.: vgl. afries. -; ae. gewær, Adj., gewahr, aufmerksam, vorsichtig, bereit; an. varr, Adj., aufmerksam, vorsichtig; got. -; GB.: seit 810-817 belegte und aus ge und wahr gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sinnen mögliches wahrnehmbar oder aufmerksam; BM.: mit, aufmerksam; F.: gewahr+EW; Z.: ge—wahr
$Gewähr, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewähr, Sicherheit, Sicherung; E.: s. ge, s. währ(en); L.: DW 6, 4784, EWD s. u. gewähren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und währ(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher von Menschen angestrebte Sicherheit oder Sicherung; F.: Gewähr+EW; Z.: Ge—währ
$gewahren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. gewahren, wahrnehmen; E.: s. gewahr, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. gewahr, Kluge s. u. gewahr, DW 6, 4813, EWD s. u. gewahr; GB.: seit nach 1150 belegte und aus gewahr und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sinnen mögliches wahrnehmen; F.: gewahren, gewahre, gewahrst, gewahrt, gewahrest, gewahret, gewahrte, gewahrtest, gewahrten, gewahrtet, ##gewahrt, gewahrte, gewahrtes, gewahrtem, gewahrten, gewahrter##, gewahrend, ###gewahrend, gewahrende, gewahrendes, gewahrendem, gewahrenden, gewahrender###, gewahr (!)+EW; Z.: ge—wahr-en
gewähren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. gewähren, erfüllen, leisten, erlauben, geben; ne. grant (V.); Vw.: -; Hw.: s. Währung; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. geweren* (3), gewern, sw. V., gewähren, zufrieden stellen, belohnen, erhören, gewährleisten; mnd. gewēren (1), sw. V., versichern, eidlich versichern, beschwören, die Wahrheit sagen?; ahd. giwerōn* (1), sw. V. (2), gewähren, jemandem etwas gewähren; ahd. giwerēn* (1), giwerōn*, sw. V. (3, 2), erfüllen, befolgen, beachten, leisten; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. werēn (1), sw. V. (3), erfüllen, befolgen, beachten, genügen, gewähren, geben; germ. *werēn, *werǣn, sw. V., gewähren; s. idg. u̯er- (11), u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewähren, Kluge s. u. gewähren, EWD s. u. gewähren, DW 6, 4818?, EWAhd 4, 446, Duden s. u. gewähren; GB.: (giwerēn, giwerōn) seit 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erlauben und geben; BM.: mit, Freundlichkeit; F.: gewähren, gewähre, gewährst, gewährt, gewährest, gewähret, gewährte, gewährtest, gewährten, gewährtet, ##gewährt, gewährte, gewährtes, gewährtem, gewährten, gewährter##, gewährend, ###gewährend, gewährende, gewährendes, gewährendem, gewährenden, gewährender###, gewähr (!)+EW; Z.: ge—währ-en
$gewährleisten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gewährleisten, sichern; E.: s. Gewähr, s. leisten; L.: Kluge s. u. gewähren, DW 6, 4865, EWD s. u. gewähren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gewähr und leisten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sichern; F.: gewährleisten, gewährleiste, gewährleistest, gewährleistet, gewährleistete, gewährleistetest, gewährleisteten, gewährleistetet, ##gewährleistet, gewährleistete, gewährleistetes, gewährleistetem, gewährleisteten, gewährleisteter##, gewährleistend, ###gewährleistend, gewährleistende, gewährleistendes, gewährleistendem, gewährleistenden, gewährleistender###, gewährleist (!)+EW; Z.: ge—währ—leis-t-en
$Gewahrsam, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gewahrsam, Obhut, Schutz, Haft; E.: s. gewahr, s. sam; L.: Kluge 1. A. s. u. gewahr, Kluge s. u. gewahr, DW 6, 4874, EWD s. u. gewahr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gewahr und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Obhut oder Schutz oder Haft; F.: Gewahrsam, Gewahrsams+EW; Z.: Ge—wahr—sam
$Gewährsmann, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gewährsmann, Vertrauensmann, Sicherheit bietender Mann; E.: s. Gewähr, s. s, s. Mann; L.: Kluge s. u. gewähren, DW 6, 4895, EWD s. u. gewähren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gewähr und s sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen eine Sicherheit bietenden Mann; F.: Gewährsmann, Gewährsmanns, Gewährsmannes, Gewährsmänner, Gewährsmännern+EW; Z.: Ge—währ-s—man-n
Gewalt, nhd., F., M., (8. Jh.): nhd. Gewalt, Macht, Befugnis, Herrschaft; ne. might, violence; Vw.: -; Hw.: s. walten; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gewalt, st. M., st. F., Gewalt, Macht, Herrschaft, Heeresmacht, Vollmacht, Menge; mnd. gewalt, gewōlt, gewolt, gewelt, F., M., Gewalt, Macht, Machtbefugnis, Gebiet; mnl. gewout, gewalt, F., Gewalt; ahd. giwalt*, st. M. (a), st. F. (i), Gewalt, Macht, Herrschaft, Gewaltherrschaft, Machtstellung; as. giwald*, st. F. (i)?, st. N. (a)?, Gewalt, Macht, Herrschaft, Reich, Besitz; anfrk. giwald*, gewalt*, st. F. (i), Gewalt, Macht; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *waldi-, *waldiz, st. F. (i), Macht, Gewalt; germ. *walda-, *waldam, st. N. (a), Macht, Gewalt; vgl. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; idg. u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gewalt, Kluge s. u. Gewalt, DW 6, 4910, EWD s. u. Gewalt, EWAhd 4, 437, Falk/Torp 404, Seebold 536, Duden s. u. Gewalt; Son.: vgl. afries. wald, st. F. (i), st. N. (a), Gewalt, Kraft, Macht; ae. geweald, st. M. (a), st. F. (i), st. N. (a), Gewalt, Macht, Herrschaft; an. vald, st. N. (a), Macht, Gewalt; got. -; nndl. geweld, Sb., Gewalt; nschw. våld, N., Gewalt; nnorw. vold, M., Gewalt; GB.: (giwalt) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Macht bzw. Befugnis bzw. die Mittel über jemanden oder etwas zu bestimmen; BM.: mit, stark sein (V.); F.: Gewalt, Gewalten+EW; Z.: Ge—wal-t
$Gewaltakt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gewaltakt, unter Gewaltanwendung vorgenommener Akt; E.: s. Gewalt, s. Akt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gewalt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gewalt und Akt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche unter Gewaltanwendung erfolgende Handlung (Akt); F.: Gewaltakt, Gewaltakts, Gewaltaktes, Gewaltakte, Gewaltakten+EW+FW; Z.: Ge—wal-t—ak-t
$Gewalthaber, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Gewalthaber, Gewalt Ausübender, Herrscher; E.: s. Gewalt, s. Haber; L.: Kluge s. u. Gewalt, EWD s. u. Gewalt; GB.: (gewalthabære*) seit 13. Jh. belegte und aus Gewalt und Haber gebildete sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Herrschaft mögliche Gewalt Ausübender oder Herrscher; F.: Gewalthaber, Gewalthabers, Gewalthabern+EW; Z.: Ge—wal-t—hab-er
$Gewaltherrschaft, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gewaltherrschaft, Ausübung von Herrschaft mit Gewalt; E.: s. Gewalt, s. Herrschaft; L.: DW 6, 5111, EWD s. u. Gewalt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gewalt und Herrschaft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Herrschaft mögliche Ausübung von Herrschaft mit Gewalt; F.: Gewaltherrschaft, Gewaltherrschaften+EW; Z.: Ge—wal-t—her-r-schaf-t
$gewaltig, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. gewaltig, mächtig, kräftig, Gewalt betreffend; E.: s. Gewalt, s. ig; L.: Kluge s. u. Gewalt, DW 6, 2112, EWD s. u. Gewalt; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Gewalt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mächtig oder kräftig oder Gewalt betreffend; F.: gewaltig, gewaltige, gewaltiges, gewaltigem, gewaltigen, gewaltiger(, gewaltigere, gewaltigeres, gewaltigerem, gewaltigeren, gewaltigerer, gewaltigst, gewaltigste, gewaltigstes, gewaltigstem, gewaltigsten, gewaltigster)+EW; Z.: ge—wal-t-ig
$gewaltsam, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.?): nhd. gewaltsam, Gewalt betreffend, mit Gewalt erfolgend; E.: s. Gewalt, s. sam; L.: Kluge s. u. Gewalt, DW 6, 5199, EWD s. u. Gewalt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Gewalt und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gewalt betreffend oder mit Gewalt erfolgend; F.: gewaltsam, gewaltsame, gewaltsames, gewaltsamem, gewaltsamen, gewaltsamer(, gewaltsamere, gewaltsameres, gewaltsamerem, gewaltsameren, gewaltsamerer, gewaltsamst, gewaltsamste, gewaltsamstes, gewaltsamstem, gewaltsamsten, gewaltsamster)+EW; Z.: ge—wal-t-sam
$gewalttätig, nhd., Adj,, Adv., (16. Jh.): nhd. gewalttätig, durch Gewalttat erfolgend, unter Gewaltanwendung geschehend; E.: s. Gewalt, s. Tat, s. ig; L.: Kluge s. u. Gewalt, DW 5, 5227 (gewaltthätig), EWD s. u. Gewalt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gewalttat und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Gewalttat erfolgend oder unter Gewaltanwendung geschehend; F.: gewalttätig, gewalttätige, gewalttätiges, gewalttätigem, gewalttätigen, gewalttätiger(, gewalttätigere, gewalttätigeres, gewalttätigerem, gewalttätigeren, gewalttätigerer, gewalttätigst, gewalttätigste, gewalttätigstes, gewalttätigstem, gewalttätigsten, gewalttätigster)+EW; Z.: ge—wal-t—tä-t-ig
Gewand, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. Gewand, Kleidung, Bekleidung; ne. clothing; Vw.: -; Hw.: s. Wat; E.: mhd. gewant (1), st. N., Gewand, Stoff, Kleidung, Kleid, Damenkleid, härenes Gewand, Gewandstoff, Rüstung, Gepäck, Reisegepäck, Habe, Zeug; mhd. gewāt, st. F., Kleidung; mnd. gewant (1), N., Zeug, Stoff, Tuch, Seide, ganzes Stück Tuch, Gewand; mnl. gewāt, Sb., Gewand; ahd. giwant*, st. N. (a), Gewand, Kleid; ahd. giwāti*, st. N. (ja), Kleid, Gewand, Bekleidung, Kleidung, Ausrüstung; as. giwādi*, giwēdi*, st. N. (ja), Gewand, Kleid; anfrk. giwēdi*, gewēde*, st. N. (ja), Kleid, Gewand; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. wāt (1), st. F. (i), Wat, Kleidung, Kleid, Gewand; as. wādi, wēdi*, st. N.? (ja), Wat, Gewand, Kleid; germ. *wēdi-, *wēdiz, *wǣdi-, *wǣdiz, st. F. (i), Kleid, Gewand, Schnur (F.) (1); s. idg. *audʰ-, *au̯ē̆dʰ-, *u̯ē̆dʰ-, *udʰ-, Sb., Band (N.), Gewebe, Pokorny 75; vgl. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gewand, Kluge s. u. Gewand, DW 6, 5236, EWD s. u. Gewand, EWAhd 4, 441, Duden s. u. Gewand; Son.: vgl. afries. -; ae. gewǣde, st. N. (ja), Kleidung; an. -; got. -; GB.: (giwant) seit um 1000 belegte und für das Germanische und Indogermanische in den Bestandteilen erschließbare Bezeichnung für die sachlich nach Entstehung des Menschen mögliche von ihm seit unbekannter Zeit als Schutz gegen Hitze und Kälte sowie Nässe entwickelte und verwendete Kleidung oder Bekleidung; BM.: mit, weben; F.: Gewand, Gewands, Gewandes, Gewänder, Gewändern+EW; Z.: Ge-wa-n-d
$Gewandhaus, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gewandhaus; E.: s. Gewand, s. Haus; L.: Kluge s. u. Gewandhaus, DW 6, 5292, EWD s. u. Gewand; GB.: (gewanthūs) seit 1365 belegte und aus Gewand und Haus gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von der Tuchmacherzunft entwickeltes und verwendetes Messehaus und Lagerhaus; F.: Gewandhaus, Gewandhauses, Gewandhäuser, Gewandhäusern+EW; Z.: Ge-wa-n-d—hau-s
gewandt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gewandt, zugewendet, sicher, geschickt; ne. versatile, able; Vw.: -; Hw.: s. wenden; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. gewant (2), gewendet*, (Part. Prät.=)Adj., zugewandt, zugetan, beteiligt, zugehörig, gehörig zu, hingehörig, bestellt; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. wenden (1), wanden, sw. V., wenden, wenden an, wenden in, wenden nach, wenden zu, kehren (V.) (1), kehren an, kehren in; ahd. wenten, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewandt, Kluge s. u. gewandt, DW 6, 5304, EWD s. u. gewandt, Duden s. u. gewandt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und wend(en) sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches zugewendet oder sicher oder geschickt; BM.: mit, wenden bzw. flechten; F.: gewandt, gewandte, gewandtes, gewandtem, gewandten, gewandter(, gewandtere, gewandteres, gewandterem, gewandteren, gewandterer, gewandtest, gewandteste, gewandtestes, gewandtestem, gewandtesten, gewandtester)+EW; Z.: ge-wa-ndt
$Gewandtheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewandtheit, Geschicktheit; E.: s. gewandt, s. heit; L.: Kluge s. u. gewandt, DW 6, 5312, EWD s. u. gewandt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gewandt und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Geschicktheit; F.: Gewandtheit+EW; Z.: Ge-wa-ndt-hei-t
Gewanne, Gewann, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Gewanne, Gewann, Teil der Gemarkung; ne. open-field system; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1250; E.: s. mhd. gewande, st. F., sw. F., Gewann, Ackerstreifen, Flurstreifen, Unterteilung der Feldflur, Grenze, Umkreis, Acker, Ackerbeet, Ackerlänge; mnd. gewende, Sb., Pflugwende, Gewann, Acker, Ackerbreite; mndl. gewande, Sb., Ackergrenze, Ackerlänge; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. wenden (1), wanden, sw. V., wenden, wenden an, wenden in, wenden nach, wenden zu, kehren (V.) (1), kehren an, kehren in; mnd. wenden (1), sw. V., wenden, umkehren, Ende nehmen, aufhören, Bewenden haben; ahd. wenten, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; as. wėndian, sw. V. (1a), wenden, abwenden, sich wenden; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gewanne, DW 6, 5319, Duden s. u. Gewanne; GB.: (gewande) seit 1250 belegte und aus ge und wende(n) gebildete sowie in den Bestandteilen für das Althochdeutsche belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliche in mehrere Streifen aufgeteilte und eine gemeinsame Grenzlinie habende Ackergelände; BM.: mit, flechten; F.: Gewanne, Gewann, Gewannen+EW; Z.: Ge-wa-nn-e
gewärtig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gewärtig, bewusst; ne. aware (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. warten; Q.: 1279 (Urkunde); E.: mhd. gewertic, gewertec, Adj., gewärtig, gegenwärtig, vorliegend, bereit, achthabend, dienstbereit; mnd. gewērdich (1), Adv., gewärtig, dienstbereit; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. warten, sw. V., spähen, schauen, zuschauen, wahrnehmen; mnd. wārden, warden, sw. V., aufpassen, Acht (F.) (2) haben, warten; ahd. wartēn (1), sw. V. (3), sehen, schauen, betrachten, achten, beobachten; as. wardon*, wardian*, sw. V. (2), sich hüten, sorgen für, schützen; germ. *wardēn, *wardǣn, sw. V., ausschauen, bewachen, beachten; s. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewärtig, Kluge s. u. gewärtig, DW 6, 5348, EWD s. u. gewärtig, Duden s. u. gewärtig; GB.: seit 1279 belegte und aus ge und wart(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches bewusst; BM.: mit, achtgeben; F.: gewärtig, gewärtige, gewärtiges, gewärtigem, gewärtigen, gewärtiger(, gewärtigere, gewärtigeres, gewärtigerem, gewärtigeren, gewärtigerer, gewärtigest, gewärtigste, gewärtigstes, gewärtigstem, gewärtigsten, gewärtigster)+EW; Z.: ge-wär-t-ig
$gewärtigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gewärtigen, erwarten; E.: s. gewärtig, s. en; L.: Kluge s. u. gewärtig, EWD s. u. gewärtig; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gewärtig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erwarten; F.: gewärtigen, gewärtige, gewärtigst, gewärtigt, gewärtigest, gewärtiget, gewärtigte, gewärtigtest, gewärtigten, gewärtigtet, ##gewärtigt, gewärtigte, gewärtigtes, gewärtigtem, gewärtigten, gewärtigter##, gewärtigend, ###gewärtigend, gewärtigende, gewärtigendes, gewärtigendem, gewärtigenden, gewärtigender###, gewärtig (!)+EW; Z.: ge—wär-t-ig-en
$Gewässer, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gewässer, Ansammlung von Wasser; E.: s. ge, s. Wasser; L.: Kluge s. u. Wasser, DW 6, 5368, EWD s. u. Gewässer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und Wasser gebildete sowie sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Ansammlung von Wasser; F.: Gewässer, Gewässers, Gewässern+EW; Z.: Ge—wä-s-s-er
$Gewebe, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Gewebe; Vw.: s. Spinn-; E.: s. ge, s. web(en), s. e; L.: Kluge s. u. Gewebe, DW 6, 5378, EWD s. u. Gewebe; GB.: (giwebbi*) seit 9. Jh. belegte und aus ge und web(en) sowie e gebildete Bezeichnung für ein nach natürlichem Vorbild von Menschen seit Entwicklung von Zivilisation und Kultur entwickeltes und verwendetes Gefüge von Fasern; F.: Gewebe, Gewebes, Geweben+EW; Z.: Ge—we-b-e
$Gewehr, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gewehr; Vw.: s. Maschinen-, Seiten-; E.: s. ge, s. wehr(en); L.: Kluge s. u. Gewehr, DW 6, 5396, EWD s. u. Gewehr; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus ge und wehr(en)? gebildete Bezeichnung für eine für einen Kampf grundsätzlich vorteilhafte Waffe; F.: Gewehr, Gewehres, Gewehrs, Gewehre, Gewehren+EW; Z.: Ge—wehr
Geweih, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Geweih, Stirnschmuck einiger Horntiere; ne. antlers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; E.: s. mhd. gewīge, st. N., Geweih; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied siehe einerseits mnd. twīch, N., Zweig, Geweih, Hirschgeweih; ahd. zwīg, st. M. (a?), st. N. (a), Zweig; s. germ. *twīga, Sb., Zweig; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); bzw. vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Geweih, Kluge s. u. Geweih, DW 6, 5433, EWD s. u. Geweih, Duden s. u. Geweih; Son.: vgl. ? ai. vayā́, F., Zweig, Ast; ? aslaw. věja, Sb., Zweig, Geäst des Hirsches; GB.: (gewīge) vielleicht seit ein13. Jh, belegte und in den Bestandteilen mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die paarig (zwei) ausgebildeten und zackigen sowie verästelten Auswüchse aus Knochen auf dem Kopf von Hirschen oder Rehböcken und ähnlichen Tieren; BM.: mit, Zweig; F.: Geweih, Geweihs, Geweihes, Geweihe, Geweihen+EW; Z.: Ge-weih
Gewende, Gewände, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Gewende, Ackerwende, ein Feldmaß; ne. embrasure; Vw.: -; Hw.: s. wenden; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. gewende (1), st. N., Wand, Gewände, Ackerlänge; mnd. gewende, Sb., Pflugwende, Gewann, Acker, Ackerbreite; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. wenden (1), wanden, sw. V., wenden, wenden an, wenden in, wenden nach, wenden zu, kehren (V.) (1), kehren an, kehren in; ahd. wenten, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gewende, DW 6, 5465, Duden s. u. Gewende; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus ge und wend(en) sowie e gebildete Bezeichnung für ein Stück Ackerland als Feldmaß oder für die Grenze eines Ackers; BM.: mit, wenden; F.: Gewende, Gewendes, Gewenden, Gewände, Gewändes, Gewänden+EW; Z.: Ge-we-nd-e
Gewerbe, nhd., M., N., (12. Jh.): nhd. Gewerbe, Betrieb, Unternehmen; ne. trade (N.), industry; Vw.: -; Hw.: s. werben; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. gewerbe, gewerb, gewerp, st. M., st. N., Gewerbe, Wirbel, Gelenk, Geschäft, Tätigkeit, Unternehmen, Beschäftigung, Handeln, Streben (N.), Bestreben, Absicht, Anliegen, Vorhaben, Anwerbung, Truppenwerbung; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. werben (1), werven, werfen, werpfen, st. V., handeln, handeln gegen, sich bewegen, bewegen; ahd. werban, hwervan, st. V. (3b), sich drehen, wenden, kehren (V.) (1); germ. *hwerban, st. V., sich bewegen, sich wenden, sich drehen; idg. *ku̯erp-, *ku̯erb-, V., sich drehen, kehren (V.) (1), wenden, Pokorny 631 (1016/248) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gewerbe, Kluge s. u. Gewerbe, DW 6, 5478, EWD s. u. Gewerbe, Duden s. u. Gewerbe; GB.: seit um 1190 belegte und aus ge und werb(en) sowie e gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der Arbeitsteilung mögliche dem Erwerb dienende berufliche Tätigkeit; BM.: mit, sich drehen; F.: Gewerbe, Gewerbes, Gewerben+EW; Z.: Ge—werb-e
$Gewerbefreiheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewerbefreiheit; E.: s. Gewerbe, s. Freiheit; I.: Lüs. ne. freedom of trade; L.: DW 6, 5549 (Gewerbfreiheit), EWD s. u. Gewerbe; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach dem Vorbild von ne. freedom of trade (N.) aus Gewerbe und Freiheit gebildete Bezeichnung für die seit der Aufklärung bewusst verlangte Freiheit in der Aufnahme und Ausübung eines Gewerbes; F.: Gewerbefreiheit+EW; Z.: Ge—werb-e—frei—hei-t
$Gewerbetreibender, nhd., (Part. Präs.=M., (19. Jh.): nhd. Gewerbetreibender; E.: s. Gewerbe, s. treiben, s. s, s. er; L.: EWD s. u. Gewerbe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gewerbe und treiben sowie d und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der Arbeitsteilung mögliche ein Gewerbe betreibenden Menschen; F.: Gewerbetreibender, Gewerbetreibende, Gewerbetreibenden+EW; Z.: Ge—werb-e—trei-b-en-d-er
$gewerblich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gewerblich, Gewerbe betreffend; E.: s. Gewerb(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Gewerbe, DW 6, 5601, EWD s. u. Gewerbe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gewerb(e) und lich gebildete Bezeichnung für Gewerbe betreffend; F.: gewerblich, gewerbliche, gewerbliches, gewerblichem, gewerblichen, gewerblicher+EW; Z.: ge—werb-lich
Gewere, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Gewere, Bekleidung, Einsetzung, Innehabung, Berechtigung; ne. seisin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 10. Jh. (Trierer Capitulare); E.: s. mhd. gewer (3), st. F., sw. F., Gewere, förmliche Einkleidung mit einem Gut, Besitz, Besitzrecht, Innehaben von Gütern, Gewahrsam; mnd. gewēre (3), gewere, F., Gewere, Besitzrecht, rechtskräftig gesicherter Besitz, Besitz, Gewahrsam, tatsächliches Innehaben, Nießbrauch; mnl. gewere, F., Gewere; ahd. giwerī* (1), st. F. (ī), Einkleidung, Kleid, Investitur, Gewere, Einsetzung; as. giwėri*, st. F. (i), Investitur, Gewere; anfrk. -; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. werien (1), werren, sw. V. (1b), wehren, verwehren, abwehren, hindern, verteidigen, schützen; germ. *warjan, sw. V., wehren, abhalten, schützen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 6, 5622, EWAhd 4, 447, Duden s. u. Gewere; GB.: seit Mitte 10. Jh. belegte und nach lat. (in)vestitura gebildete Bezeichnung für eine wohl über die christliche Kirche entwickelte sichtbare Bekleidung eines Menschen mit einer Sache als Zeichen der Übertragung des als solchen unsichtbaren Rechtes wie etwa des Eigentums mindestens einer Sache und wohl auch eines Rechtes an anderen Gegebenheiten; BM.: mit, schützen; F.: Gewere+EW; Z.: Ge-wer-e
$Gewerke, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gewerke, Genosse, Teilhaber; E.: s. ge, s. werk, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. Gewerkschaft, DW 6, 5642; GB.: seit 1221-1224 (Ssp) belegte und aus ge und Werk sowie e gebildete für einen sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen und der Arbeitsteilung möglichen Genossen oder Teilhaber; F.: Gewerke, Gewerken+EW; Z.: Ge—werk-e
$Gewerkschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gewerkschaft; E.: s. Gewerk(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Gewerkschaft, DW 6, 5660, EWD s. u. Gewerkschaft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gewerk(e) und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Genossenschaft aus Gewerken; F.: Gewerkschaft, Gewerkschaften+EW; Z.: Ge—werk-schaf-t
$Gewerksgenossenschaft, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Gewerksgenossenschaft; E.: s. Gewerk(e), s. s, s. Genossenschaft; L.: Kluge s. u. Gewerkschaft; GB.: vielleicht seit Ende November 1868 (Aufruf August Bebels zu der Gründung von Gewerksgenossenschaften) belegte und aus Gewerk(e) und s sowie Genossenschaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche Genossenschaft aus Gewerken; F.: Gewerksgenossenschaft, Gewerksgenossenschaften+EW; Z.: Ge—werk-s—ge-noss-en-schaf-t
$Gewerkverein, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Gewerkverein; E.: s. Gewerk(e), s. Verein; L.: Kluge s. u. Gewerkschaft; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Gewerk(e) und Verein gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Verein aus Gewerken; F.: Gewerkverein, Gewerkvereins, Gewerkvereines, Gewerkvereine, Gewerkvereinen+EW; Z.: Ge—werk—ver-ei-n
Gewese, nhd. (ält.), N., (19. Jh.?): nhd. Gewese, Benehmen, Verhalten, Gebaren, Gehabe; ne. fuss (N.); Vw.: -; Hw.: s. Wesen; E.: s. mnd. gewēse, N., Gewese, Getriebe, Treiben; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. wesen (2), st. N., Wesen, Sein, Leben, Zustand, Verweilen, Wohnen, Aufenthalt, Aufenthaltsort, Wohnung; mnd. wēsen (2), wēsent, N., Wesen, Sein (N.), Dasein, Zustand; ahd. wesan (3), st. N. (a), Sein, Existenz, Grundlage, Wesen; vgl. germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170; s. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Gewese, DW 6, 5684, Duden s. u. Gewese; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ge und wese(n) (sein) (V.) gebildete Bezeichnung für ein übertriebenes Verhalten oder Gebaren oder Gehabe von Menschen; BM.: mit, sein (V.); F.: Gewese, Geweses, Gewesen+EW; Z.: Ge-wes-e
$gewichst, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (?): nhd. gewichst, schlau, gerissen, erfahren (Adj.); Hw.: s. Wachs; E.: s. ge, s. wichs(en), s. (e)t; L.: EWD s. u. wichsen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. (aus wichsen) gebildete Bezeichnung für schlau oder gerissen oder erfahren (Adj.); F.: gewichst, gewichste, gewichstes, gewichstem, gewichsten, gewichster(, gewichstere, gewichsteres, gewichsterem, gewichsteren, gewichsterer, gewichstest, gewichsteste, gewichstestes, gewichstestem, gewichstesten, gewichstester)+EW; Z.: ge—wich-s-t
Gewicht (1), nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gewicht (N.) (1), Schwere; ne. weight (N.); Vw.: -; Hw.: s. wiegen, wichtig, Wichte; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gewihte, st. N., Gewicht (N.) (1); mnd. gewichte (1), gewicht, N., Gewicht, Beschwernis, Gewichtstück, Gewichtsstück; mnl. gewichte, gewechte, N., Gewicht; ahd. giwihti*, st. N. (ja), Gewicht (N.) (1); as. giwihti*, st. N. (ja), Gewicht (N.) (1); ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); vgl. idg. u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gewicht, Kluge s. u. Gewicht 1, DW 6, 5711, EWD s. u. Gewicht, EWAhd 4, 449, Falk/Torp 382, Seebold 543, Duden s. u. Gewicht, Bluhme s. u. Gewicht; Son.: vgl. afries. wicht, wichte, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); saterl. wecht; ae. wiht (2), wihte (2), st. N. (a), st. F. (ō), Gewicht (N.) (1); an. vett (1), st. F. (i), Gewicht (N.) (1), Waage; nndl. gewicht, Sb., Gewicht (N.) (1); nschw. vikt, Sb., Gewicht (N.) (1); nnorw. vekt, M., F., Gewicht (N.) (1); GB.: (giwihti) seit Anfang 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Schwere eines Körpers oder einer Gegebenheit; BM.: mit, bewegen; F.: Gewicht, Gewichtes, Gewichts, Gewichte, Gewichten+EW; Z.: Ge-wich-t
Gewicht (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gewicht (N.) (2), Geweih; ne. antler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Herkunft des Hinterglieds ungeklärt; L.: Kluge s. u. Gewicht 2, DW 6, 5709, Duden s. u. Gewicht; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus ge und einem in der Herkunft ungeklärten Hinterglied gebildete Bezeichnung für die paarig (zwei) ausgebildeten und zackigen sowie verästelten Auswüchse aus Knochen auf dem Kopf von Hirschen oder Rehböcken und ähnlichen Tieren; BM.: ?; F.: Gewicht, Gewichtes, Gewichts, Gewichte, Gewichten+EW; Z.: Ge-wicht
$gewichtig, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. gewichtig, Gewicht habend, schwer; E.: s. Gewicht, s. ig; L.: Kluge s. u. Gewicht 1,DW 6, 5765, EWD s. u. Gewicht; GB.: (gewihtic*) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Gewicht und ig gebildete Bezeichnung für Gewicht habend oder schwer; F.: gewichtig, gewichtige, gewichtiges, gewichtigem, gewichtigen, gewichtiger(, gewichtigere, gewichtigeres, gewichtigerem, gewichtigeren, gewichtigerer, gewichtigst, gewichtigste, gewichtigstes, gewichtigstem, gewichtigsten, gewichtigster)+EW; Z.: ge-wich-t-ig
gewieft, nhd., (Part. Prät.?=)Adj., (20. Jh.): nhd. gewieft, gewitzt, gerissen, schlau; ne. cunning (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. vif?; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu frz. vif, Adj., vif, aufgeweckt, lebendig; lat. vīvus (1), Adj., lebendig, lebend, (um 235-200 v. Chr.); lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder zu mhd. wīfen, st. V., winden, schwingen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. gewieft, DW 6, 5790, EWD s. u. gewieft, Duden s. u. gewieft, Bluhme s. u. gewieft; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Art eines Part. Prät. aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete oder zu mhd. wīfen gebildete und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gewitzt oder gerissen oder schlau; s; BM.: leben?, bewegen?; F.: gewieft, gewiefte, gewieftes, gewieftem, gewieften, gewiefter(, gewieftere, gewiefteres, gewiefterem, gewiefteren, gewiefterer, gewieftest, gewiefteste, gewieftestes, gewieftestem, gewieftesten, gewieftester)+EW+FW?; Z.: ge-wie-f-t
gewiegt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gewiegt, geschickt, schlau, gerissen; ne. smart (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied wohl zu nhd. Wiege (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewiegt, Kluge s. u. gewiegt, DW 6, 5790, Duden s. u. gewiegt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und wieg(en) sowie (e)t) gebildete Bezeichnung für geschickt und mit allen Feinheiten vertraut oder schlau oder gerissen oder erfahren (Adj.); BM.: mit, bewegen; F.: gewiegt, gewiegte, gewiegtes, gewiegtem, gewiegten, gewiegter(, gewiegtere, gewiegteres, gewiegterem, gewiegteren, gewiegterer, gewiegtest, gewiegteste, gewiegtestes, gewiegtestem, gewiegtesten, gewiegtester)+EW; Z.: ge-wieg-t
$Gewimmer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gewimmer, Gejammer, weinendes Klagen (N.); E.: s. ge, s. wimmer(n); L.: DW 6, 5844, EWD s. u. wimmern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und wimmer(n) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung höherer Lebewesen mögliches Gejammer oder weinendes Klagen (N.); F.: Gewimmer, Gewimmers, Gewimmern+EW; Z.: Ge—wimm-er
$Gewinde, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gewinde; E.: s. ge, s. wind(en), s. e; L.: Kluge s. u. Gewinde, EWD s. u. Gewinde; GB.: seit um 1325 (?) belegte und aus ge und wind(en) sowie e gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes Werkstück in der Form einer Schraubenlinie; F.: Gewinde, Gewindes, Gewinden+EW; Z.: Ge—wi-nd-e
Gewinn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gewinn, Ertrag, Nutzen (M.) , Vorteil; ne. profit (N.), gain (N.); Vw.: -; Hw.: s. gewinnen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gewin, st. M., Gewinn, Inbesitznahme, Ertrag, Zinsgewinn, Sieg, Erfolg, Glück, Erwerb, Vorteil, Mühe, Zuwachs; mnd. gewin, gewinne, M., N., Erwerb, Verdienst, Gewinn, Nutzen (M.), Vorteil, Nutzung, Nießbrauch; mnl. gewin, N., Gewinn; ahd. giwin* (1), st. M. (a?), Streit, Gewinn, Vorteil, Mühe, Erwerb; as. giwin*, giwinn*, st. N. (a), Streit, Kampf; anfrk. giwin*, st. M. (a), Mühe, Erwerb, Gewinn; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *wenna-, *wennam, st. N. (a), Mühe, Streit; vgl. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, begünstigen, lieben, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. gewinnen, DW 6, 5861, EWD s. u. gewinnen, EWAhd 4, 449, Duden s. u. Gewinn; Son.: vgl. ae. gewinn, st. N. (ja), Arbeit, Anstrengung, Mühe, Leiden, Gewinn; nnorw. gevinst, M., Gewinn; GB.: (giwin) seit um 765 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ertrag oder Nutzen (M.) oder Vorteil; BM.: mit, begünstigen; F.: Gewinn, Gewinns, Gewinnes, Gewinne, Gewinnen+EW; Z.: Ge—win-n
gewinnen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gewinnen, siegen, erlangen, erhalten (V.); ne. win (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gewinn, wohnen; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. gewinnen, st. V., erwerben, gewinnen, anschaffen, überwältigen; mnd. gewinnen, gewunnen, gewünnen, st. V., gewinnen, durch Anstrengung oder Mühe etwas erlangen, durch Arbeit etwas erlangen; ahd. giwinnan*, st. V. (3a), gewinnen, erwerben, verschaffen, bekommen (V.), für sich gewinnen, aneignen; as. giwinnan*, st. V. (3a), gewinnen, erlangen; anfrk. giwinnan* gewinnon*, st. V. (3a), erlangen, erwerben, gewinnen; germ. *gawennan, st. V., erlangen, gewinnen; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewinnen, Kluge s. u. gewinnen, DW 6, 5923, EWD s. u. gewinnen, Falk/Torp 388, Seebold 556, Duden s. u. gewinnen, Bluhme s. u. gewinnen; Son.: vgl. afries. gewinna, st. V. (3a), gewinnen; ae. gewinnan, st. V. (3a), Krieg führen, kämpfen; an. -; got. gawinnan, st. V. (3), erleiden, leiden; nndl. winnen, V., gewinnen; nschw. vinna, V., gewinnen; nnorw. vinne, V., gewinnen; ai. vanóti, V., wünscht, verlangt, gewinnt; ksl. uniti, V., wollen (V.); GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in einem Wettstreit siegen oder erlangen oder erhalten (V.); BM.: mit, begünstigen; F.: gewinnen (!), gewinne (!), gewinnst, gewinnt, gewinnest, gewinnet, gewann, gewannst, gewannen, gewannt, gewönne, gewönnest, gewönnen, gewönnet, gewänne, gewännest, gewännen, gewännet, gewonnen, ##gewonnen, gewonnene, gewonnenes, gewonnenem, gewonnenen, gewonnener##, gewinnend, ###gewinnend, gewinnende, gewinnendes, gewinnendem, gewinnenden, gewinnender###, gewinn (!)+EW; Z.: ge—win-n-en
$Gewinner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Gewinner, Gewinnender; E.: s. gewinn(en), s. er; L.: Kluge s. u. gewinnen, DW 6, 6072, EWD s. u. gewinnen; GB.: seit um 1150 belegte und aus gewinn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Gewinnenden; F.: Gewinner, Gewinners, Gewinnern+EW; Z.: Ge—win-n-er
$Gewinnler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gewinnler, Gewinnender; E.: s. Gewinn, s. (e)l, s. er (Suff.); Vw.: s. Kriegs-; L.: DW 6, 6080, EWD s. u. gewinnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gewinn und (e)l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Gewinnenden; F.: Gewinnler, Gewinnlers, Gewinnlern+EW; Z.: Ge—win-n-l-er
$Gewirr, Gewirre, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gewirr, Durcheinander, Verwirrung; E.: s. ge, s. wirr(en); L.: DW 6, 6123, EWD s. u. verwirren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ge und wirr(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Durcheinander oder Verwirrung beispielsweise von Fäden oder anderen Gegebenheiten; F.: Gewirr, Gewirrs, Gewirres, Gewirre, Gewirren+EW; Z.: Ge—wirr
gewiss, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. gewiss, sicher, zuverlässig, gesehen habend; ne. certain; Vw.: -; Hw.: s. wissen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gewis, Adj., gewiss, sicher, zuverlässig; mhd. gewisse (2), Adj., gewiss, sicher, zuverlässig; mnd. gewis, Adj., gewiss, sicher, bestimmt, fest; mnl. gewis, Adj., gewis; ahd. giwis*, Adj., gewiss, bestimmt, sicher, festgesetzt, wahr, unzweifelhaft, unbezweifelbar, zuverlässig; ahd. giwissi*, Adj., gewiss, sicher, bestimmt, unzweifelhaft, überzeugt; as. giwis*, giwiss*, Adj., gewiss, sicher; anfrk. giwis*?, anfrk.?, Adv.?, gewiss, gleichwohl; germ. *gawissa-, *gawissaz, Adj., gewiss, sicher; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *u̯idusī-, Adj., wissend, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. gewiss, Kluge s. u. gewiss, DW 6, 6140, EWD s. u. gewiss, EWAhd 4, 451, Falk/Torp 410, Seebold 534, Heidermanns 681, Duden s. u. gewiss; Son.: vgl. afries. -; ae. gewiss (1), Adj., gewiss, sicher; an. -; got. -; nndl. gewis, wis, Adj., gewiss; nschw. viss, Adj., gewiss; nnorw. viss, Adj., gewiss; GB.: (giwissi) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sicher oder zuverlässig oder gesehen habend; BM.: mit, wahrnehmen bzw. gesehen haben; F.: gewiss, gewisse, gewisses, gewissem, gewissen, gewisser+EW; Z.: ge-wi-ss
$Gewissen, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Gewissen; E.: s. ge, s. wissen; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus ge und wissen nach lat. conscientia gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche sittlich begründete Bewusstsein des Menschen von gut und böse; F.: Gewissen, Gewissens+EW; Z.: Ge—wi-ss-en
$gewissenhaft, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. gewissenhaft, gründlich, sorgfältig, genau; E.: s. Gewissen, s. haft; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW 6, 6289, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gewissen und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Gewissens mögliches gründlich oder sorgfältig oder genau; F.: gewissenhaft, gewissenhafte, gewissenhaftes, gewissenhaftem, gewissenhaften, gewissenhafter(, gewissenhaftere, gewissenhafteres, gewissenhafterem, gewissenhafteren, gewissenhafterer, gewissenhaftest, gewissenhafteste, gewissenhaftestes, gewissenhaftestem, gewissenhaftesten, gewissenhaftester)+EW; Z.: ge—wi-ss-en—haf-t
$Gewissenhaftigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewissenhaftigkeit, Gründlichkeit, Sorgfalt, Genauigkeit; E.: s. gewissenhaft, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 6, 6296, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gewissenhaft und ig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gründlichkeit oder Sorgfalt oder Genauigkeit; F.: Gewissenhaftigkeit, Gewissenhaftigkeiten+EW; Z.: Ge—wi-ss-en—haf-t-ig—kei-t
$gewissenlos, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. gewissenlos, ohne Gewissen handelnd; E.: s. Gewissen, s. los; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW 6, 6301, EWD s. u. Gewissen; GB.: (gewizzenlōs) seit um 1400 belegte und aus Gewissen und los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Gewissens mögliches ohne Gewissen handelnd; F.: gewissenlos, gewissenlose, gewissenloses, gewissenlosem, gewissenlosen, gewissenloser(, gewissenlosere, gewissenloseres, gewissenloserem, gewissenloseren, gewissenloserer, gewissenlosest, gewissenloseste, gewissenlosestes, gewissenlosestem, gewissenlosesten, gewissenlosester)+EW; Z.: ge-wi-ss-en—lo-s
$Gewissenlosigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewissenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit; E.: s. gewissenlos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 6, 6304, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gewissenlos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Rücksichtslosigkeit oder Verantwortungslosigkeit; F.: Gewissenlosigkeit, Gewissenlosigkeiten+EW; Z.: Ge—wi-ss-en—lo-s-ig—kei-t
$Gewissensbiss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gewissensbiss, Schuldgefühl; E.: s. Gewissen, s. s, s, Biss; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW 6, 6309, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit 17. Jh. belegte und – vielleicht nach lat. compunctio - aus Gewissen und s sowie Biss gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Gewissens mögliches Schuldgefühl des Menschen wegen eines seinem Gewissen widersprechenden Verhaltens; F.: Gewissensbiss, Gewissensbisses, Gewissensbisse, Gewissensbissen+EW; Z.: Ge-wi-ss-en-s—bis-s
$Gewissensehe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gewissensehe; E.: s. Gewissen, s. s, s. Ehe; I.: Lüs. lat. matrimonium conscientiae; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach lat. matrimonium conscientiae aus Gewissen und s sowie Ehe gebildete Ehe (nur) vor dem Gewissen zweier Beteiligter; L.: DW 6, 6312, EWD s. u. Gewissen; F.: Gewissensehe, Gewissensehen+EW; Z.: Ge—wi-ss-en-s—eh-e
$Gewissensfrage, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Gewissensfrage, in dem Gewissen zu entscheidende Frage; E.: s. Gewissen, s. s, s. Frage; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW 6, 6314, EWD s. u. Gewissen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und vielleicht lat. cōnscientiae quaestio aus Gewissen und s sowie Frage gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Gewissens mögliche schwierige und in dem Gewissen zu entscheidende Frage; F.: Gewissensfrage, Gewissensfragen+EW; Z.: Ge-wi-ss-en-s—frag-e
$Gewissensfreiheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gewissensfreiheit, Freiheit der Entscheidung des Gewissens; E.: s. Gewissen, s. s, s. Freiheit; L.: Kluge s. u. Gewissen, DW 6, 6316, EWD s. u. Gewissen; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. aus Gewissen und s sowie Freiheit gebildete Bezeichnung für die seit dieser Zeit anerkannte und 1848 in die Verfassung aufgenommene Freiheit der Entscheidung des Gewissens; F.: Gewissensfreiheit, Gewissensfreiheiten+EW; Z.: Ge-wi-ss-en-s—frei-hei-t
$gewissermaßen, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. gewissermaßen, mehr oder weniger; L.: DW 6, 6340 (gewissermaszen), EWD s. u. Maß; F.: gewissermaßen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gewiss und er sowie maßen gebildete Bezeichnung für mehr oder weniger; F.: ge-wi-ss-er—ma-ß-en
$Gewissheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Gewissheit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Klarheit; E.: s. gewiss, s. heit; L.: Kluge s. u. gewiss, DW 6, 6346, EWD s. u. gewiß; GB.: seit um 1000 belegte und aus gewiss und heit gebildete Bezeichnung für Sicherheit oder Zuverlässigkeit oder Klarheit; F.: Gewissheit, Gewissheiten+EW; Z.: Ge—wi-ss—hei-t
$gewisslich, nhd., Adv., (9. Jh.?): nhd. gewisslich, gewiss, sicher; E.: s. gewiss, s. lich; L.: DW 6, 6365, EWD s. u. gewiß; GB.: (giwislīhho*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus gewiss und lich gebildete Bezeichnung für gewiss oder sicher; F.: gewisslich; F.: ge—wi-ss—lich
Gewitter, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Gewitter, Unwetter, Wetterleuchten; ne. thunderstorm; Vw.: -; Hw.: s. Wetter; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. gewitere, gewiter, st. N., Wetter, Unwetter; mnd. gewēder, gewedder, gewidere, N., „Gewitter“, Ungewitter, Unwetter; mnl. gewedere, N., Gewitter; ahd. giwitiri*, giwitari*, st. N. (ja), Gewitter, Wetter, Unwetter, Sturm, Hagelschauer; as. giwidėri?, st. N. (ja), Gewitter; anfrk. giwideri, gewidere*, st. N. (ja), Gewitter, Unwetter; wgerm. *gawedrja-, *gawedrjam, st. N. (a), Gewitter; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *u̯edʰro-, Sb., Witterung, Wetter, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gewitter, Kluge s. u. Gewitter, DW 6, 6376, EWD s. u. Gewitter, EWAhd 4, 453, Duden s. u. Gewitter; Son.: vgl. afries. -; ae. gewidere, gewidre, st. N. (ja), Wetter; an. -; got. -; GB.: (ahd. giwitiri) seit 9. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches mit Blitz und Donner der Entladung elektrischer Spannung aus der Luftreibung verbundenes Unwetter oder Wetterleuchten; BM.: mit, wehen; F.: Gewitter, Gewitters, Gewittern+EW; Z.: Ge—wi-t-t-er
$gewittern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gewittern, Gewitter entstehen; E.: s. Gewitter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Gewitter, DW 6, 6418, EWD s. u. Gewitter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gewitter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches ein Gewitter mit Blitz und Donner entstehen; F.: gewittern (!), gewittere, gewitter (!), gewitterst, gewittert, gewitterte, gewittertest, gewitterten, gewittertet, ##gewittert, gewitterte, gewittertes, gewittertem, gewitterten, gewitterter##, gewitternd, ###gewitternd, gewitterndes, gewitterndem, gewitternden, gewitternder###, gewitter (!)+EW; Z.: ge—wi-t-t-er-n
$gewittrig, gewitterig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gewittrig, Gewitter betreffend; E.: s. Gewitt(e)r, s. ig; L.: Kluge s. u. Gewitter, DW 6, 6416 (gewitterig), EWD s. u. Gewitter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gewitt(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Gewitter betreffend; F.: gewittrig, gewittrige, gewittriges, gewittrigem, gewittrigen, gewittriger+EW; Z.: ge—wi-t-t-r-ig
$gewogen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. gewogen, geneigt, zugetan; E.: s. wägen; L.: Kluge s. u. gewogen, DW 6, 6445, EWD s. u. gewogen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wägen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geneigt oder zugetan; F.: gewogen, gewogene, gewogenes, gewogenem, gewogenen, gewogener(, gewogenere, gewogeneres, gewogenerem, gewogeneren, gewogenerer, gewogenst, gewogenste, gewogenstes, gewogenstem, gewogensten, gewogenster)+EW; Z.: ge—wog-en
$Gewogenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gewogenheit; E.: s. gewogen, s. heit; L.: DW 6, 6460, EWD s. u. gewogen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gewogen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Geneigtheit oder Zugetanheit; F.: Gewogenheit, Gewogenheiten+EW; Z.: Ge—wog-en—hei-t
gewöhnen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. gewöhnen, sich anpassen, aneignen, sich vertraut machen; ne. accustom; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. gewenen, sw. V., zähmen, beeinflussen, gewöhnen, gewöhnen an, vertraut machen mit; mnd. gewōnen (1), gewonen, gewenen, gewānen, sw. V., gewöhnen, sich gewöhnen; ahd. giwennen* (1), sw. V. (1b), gewöhnen; as. giwėnnian*, sw. V. (1b), gewöhnen, versehen (V.); anfrk. giwennen*?, gewennon*, sw. V. (1), erziehen; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. wennen (1), sw. V. (1b), gewöhnen, gewöhnen an; as. wėnnian, sw. V. (1b), gewöhnen, versehen (V.); anfrk. *wennen?, sw. V. (1), gewöhnen; germ. *wanjan, sw. V., gewöhnen; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146; L.: Kluge 1. A. s. u. gewöhnen, Kluge s. u. gewöhnen, DW 6, 6511, EWD s. u. gewöhnen, Duden s. u. gewöhnen, Bluhme s. u. gewöhnen; Son.: vgl. nndl. gewennen, V., gewöhnen; ne. wean, V., entwöhnen; nschw. vänja, V., gewöhnen; nnorw. venne, V., gewöhnen; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus ge und wöhnen gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich an einen bestehenden Zustand anpassen oder sich vertraut machen; BM.: mit, erreichen; F.: gewöhnen, gewöhne, gewöhnst, gewöhnt, gewöhnest, gewöhnet, gewöhnte, gewöhntest, gewöhnten, gewöhntet, ##gewöhnt, gewöhnte, gewöhntes, gewöhntem, gewöhnten, gewöhnter##, gewöhnend, ###gewöhnend, gewöhnende, gewöhnendes, gewöhnendem, gewöhnenden, gewöhnender###, gewöhn (!)+EW; Z.: ge—wöhn-en
$Gewohnheit, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gewohnheit, Brauch, Übung; E.: s. gewöhn(en), s. heit; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 6, 6530, EWD s. u. Gewohnheit; GB.: (giwonaheiti) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und wohl nach lat. consuetudo aus gewöhn(en) und heit gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Brauch oder eine Übung; F.: Gewohnheit, Gewohnheiten+EW; Z.: Ge-wohn-hei-t
$gewöhnlich, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. gewöhnlich, gewohnt, üblich; Vw.: s. außer-, un-; E.: s. gewöhn(en), s. lich; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 7, 6597, EWD s. u. gewöhnlich; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus gewöhn(en) und lich gebildete Bezeichnung für gewohnt oder üblich, älter ungiwonalīhho*; F.: gewöhnlich, gewöhnliche, gewöhnliches, gewöhnlichem, gewöhnlichen, gewöhnlicher(, gewöhnlichere, gewöhnlicheres, gewöhnlicherem, gewöhnlicheren, gewöhnlicherer, gewöhnlichst, gewöhnlichste, gewöhnlichstes, gewöhnlichstem, gewöhnlichsten, gewöhnlichster)+EW; Z.: ge-wöhn-lich
$gewohnt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.?): nhd. gewohnt, bekannt, gängig, üblich; Vw.: s. un-; E.: s. gewöhn(en), s. t; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 7, 6640, EWD s. u. gewohnt; GB.: (ungiwonēt*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus gewöhn(en) und (e)t vielleicht nach lateinischem Vorbild gebildete Bezeichnung für bekannt oder gängig oder üblich; F.: gewohnt, gewohnte, gewohntes, gewohntem, gewohnten, gewohnter(, gewohntere, gewohnteres, gewohnterem, gewohnteren, gewohnterer, gewohntest, gewohnteste, gewohntestes, gewohntestem, gewohntesten, gewohntester)+EW; Z.: ge—wohn-t
$Gewöhnung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gewöhnung, Gewohnheit, Anpassung, Vertrautwerden; E.: s. gewöhn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 7, 6640, EWD s. u. gewöhnen; GB.: (gewonunge) seit 1295 belegte und aus gewöhn(en) und ung gebildete Bezeichnung für Gewohnheit oder Anpassung oder Vertrautwerden; F.: Gewöhnung, Gewöhnungen+EW; Z.: Ge—wöhn-ung
$Gewölbe, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Gewölbe; E.: s. ge, s. wölb(en), s. e; L.: Kluge s. u. wölben, DW 7, 6644, EWD s. u. Gewölbe, wölben; GB.: (giwelbi*) seit 11. Jh. belegte und aus ge und wölb(en) sowie e gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche gebogene Decke eines Raumes wie beispielsweise der Welt; F.: Gewölbe, Gewölbes, Gewölben+EW; Z.: Ge—wölb-e
Gewölle, Gewöll, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gewölle, unverdaute Nahrung bei Raubvögeln; ne. casting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1440 (Heinrich Mynsinger); E.: s. mhd. gewelle, st. N., Brechmittel, Gebrochenes; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. wüllen (1), sw. V., wüllen, übel werden, ekeln, zum Erbrechen ekeln; ahd. wullōn, sw. V. (2), sich ekeln, erbrechen, Ekel empfinden; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gewölle, DW 7, 6724 (Gewöll), Duden s. u. Gewölle; GB.: seit um 1440 belegte und aus ge und mhd. wüll(en) (sowie e) gebildete Bezeichnung für die besonders von Raubvögeln herausgewürgten schon vormenschlich möglichen Klumpen unverdaulicher Nahrungsreste wie etwa von Federn einer gefressenen Beute; BM.: mit, wälzen; F.: Gewölle, Gewölles, Gewöllen+EW; Z.: Ge-wöll-e
$Gewürm, Gewürme, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gewürm, eine Vielheit von Würmern; E.: s. ge, s. Wurm; L.: Kluge s. u. Wurm, DW 7, 6814 (Gewürm)EWD s. u. Wurm; GB.: (gewürme) seit 1150-1170 belegte und aus ge und Wurm sowie e belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Vielheit von Würmern oder Schlangen oder Drachen oder Ungeziefer; F.: Gewürm, Gewürms, Gewürmes, Gewürme, Gewürmen+EW; Z.: Ge-wür-m
$Gewürz, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Gewürz; E.: s. ge, s. Wurz; L.: Kluge s. u. Gewürz, DW 7, 6829, EWD s. u. Gewürz; GB.: (gewürze) seit 14. Jh. belegte und aus ge und Wurz sowie e gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl schon seit 9000 Jahren verwendete Pflanzenteile mit auffälligem Geschmack oder Geruch wie Kümmel oder Zimt oder Senf oder Muskat oder Paprika oder Kurkuma; F.: Gewürz, Gewürzes, Gewürze, Gewürzen+EW; Z.: Ge—würz
Geysir, Geiser, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Geysir, Geiser, heiße Quelle; ne. geyser; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. nisl. geysir; E.: s. nisl. geysir, M., Geysir; vgl. nisl. geysa, V., hervorsprudeln; an. gjōsa, st. V. (2), hervorströmen, sprudeln; germ. *geusan, st. V., gießen; s. idg. *g̑ʰeus-, V., gießen, sprudeln, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Geysir, fehlt DW, EWD s. u. Geiser, Duden s. u. Geysir; Son.: Geiser ist die aus dem Isländischen entlehnte Form von Geysir; vgl. nndl. geiser, Sb., Geysir; frz. geyser, M., Geysir; nschw. gejser, Sb., Geysir; nnorw. geysir, M., Geysir; poln. gejzer, M., Geysir; kymr. giser, F., Geysir; nir. géasar, M., Geysir; lit. geizeris, M., Geysir; GB.: seit der späteren Neuzeit (Anfang 19. Jh.) belegte und aus dem Neuisländischen aufgenommene sowie mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche in bestimmten Abständen heißes Wasser in Form einer Fontäne ausstoßende Quelle; BM.: gießen; F.: Geysir, Geysirs, Geysire, Geysiren+FW; Z.: Gey-s-ir
Gezähe, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Gezähe, Arbeitsgerät; ne. instrument, tool; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gezouwe, gezöuwe, gezowe, geziuwe, st. N., st. F., Gerät, Werkzeug, Webstuhl, Rüstung; mnd. getouwe, getow, getauwe, N., Geschirr, Werkzeug, Gerät jeder Art, Webstuhl, Gespann; mnl. getouwe, getauwe, F., Geschirr?; ahd. gizouwa*?, st. F. (ō), Gerät, Hausrat, Aufwand, Haushaltsgerät; as. gitou*, gitô*, st. N. (wa), Gerät; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. zouwa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gerät?, Farbe, Färben; germ. *tawa, *tawwa, Sb., Bereitetes, Gerät; vgl. idg. deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gezähe, DW 7, 6876, EWAhd 4, 465, Duden s. u. Gezähe; GB.: (gizouwa) seit Anfang 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät oder Arbeitsgerät; BM.: mit, gewähren; F.: Gezähe, Gezähes, Gezähen+EW; Z.: Ge-zäh-e
$Gezänk, Gezänke, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gezänk, Zank, Streit; E.: s. ge, s. Zank; L.: Kluge s. u. zanken, DW 7, 6901, EWD s. u. zanken; GB.: seit 4. Viertel 13. Jh. belegte und aus ge und Zank gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache oder vielleicht auch schon vormenschlich möglichen Streit; F.: Gezänk, Gezänkes, Gezänks, Gezänke, Gezänken+EW; Z.: Ge—z-ä-n-k
$Gezeit(en), nhd., Sb. (Pl.), (9. Jh.): nhd. Zeit, Gezeit(en) (Ebbe und Flut der Meere); E.: s. ge, s. Zeit, s. en; L.: Kluge s. u. Gezeiten, DW 7, 6932, EWD s. u. Gezeiten; GB.: seit 863-871 belegte und aus ge und Zeit (sowie en) gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung der Welt mögliche Zeit und die seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Ebbe und Flut der Meere; F.: Gezeiten+EW; Z.: Ge—zei-t-en
$Gezeter, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gezeter, Lärmen, Streiten, Jammern; E.: s. ge und zeter(n); L.: Kluge s. u. zetern, DW 7, 6981, EWD s. u. zetern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ge und zeter(n) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Lärmen oder Streiten oder Jammern; F.: Gezeter, Gezeters+EW; Z.: Ge—zet-er
Geziefer, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Geziefer, Ungeziefer; ne. vermin; Vw.: s. Un-; Hw.: -; Q.: 1658?; E.: s. mhd. *gezibere?, st. N., „Geziefer“; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. zebar, st. N. (a), Opfer; germ. *tibra-, *tibram, st. N. (a), Opfertier, Opfer; idg. *dī̆pro-, *dī̆pₑrā, Sb., Opfertier, Vieh, Pokorny 222 (342/47) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge s. u. Geziefer, Ungeziefer, DW 7, 7045, Duden s. u. Geziefer; GB.: seit 1658 belegte und vielleicht für das Mittelhochdeutsche und in den Bestandteilen für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein wertloses Tier; BM.: nicht zu einem Opfer bestimmtes Tier?; F.: Geziefer, Geziefers+EW; Z.: Ge-zief-er
$geziemen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. geziemen, sich gehören, sein (V.) sollen; E.: s. ge, s. ziemen; L.: Kluge s. u. ziemen, DW 7, 7063, EWD s. u. ziemen; GB.: (gizeman*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ge und ziemen gebildete sowie für das Germanische erschließbare und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sich gehören oder sein (V.) sollen; F.: geziemen, gezieme, geziemst, geziemt, geziemest, geziemet, geziemte, geziemtest, geziemten, geziemtet, ##geziemt, geziemte, geziemtes, geziemtem, geziemten, geziemter##, geziemend, ###geziemend, geziemende, geziemendes, geziemendem, geziemenden, geziemender###, geziem (!)+EW; Z.: ge-ziem-en
$geziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. geziert, gekünstelt, gezwungen; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. ge, s. zier(en), s. (e)t; L.: DW 7, 7125, EWD s. u. zieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ge und zier(en), sowie (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gekünstelt oder gezwungen; F.: geziert, gezierte, geziertes, geziertem, gezierten, gezierter(, geziertere, gezierteres, gezierterem, gezierteren, gezierterer, geziertest, gezierteste, geziertestes, geziertestem, geziertesten, geziertester)+EW; Z.: ge—zie-r-t
$Gezücht, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Gezücht, Gezüchtetes, Brut; E.: s. ge. s. zücht(en), s. Zucht; Vw.: s. Nattern-; L.: Kluge s. u. Gezücht, DW 7, 7043 (Gezicht, Gezücht); GB.: (gezühte) seit nach 1230-1250 belegte und aus ge und zücht(en) sowie Zucht oder zeihen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Gezüchtetes oder Aufzuziehendes oder Brut; F.: Gezücht, Gezüchts, Gezüchtes, Gezüchte, Gezüchten+EW; Z.: Ge-zü-ch-t
$Gezwitscher, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gezwitscher, Zwitschern; E.: s. ge, s. zwitscher(n); L.: DW 7, 7259, EWD s. u. zwitschern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ge und zwitscher(n) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entstehung von Vögeln mögliches Zwitschern von Vögeln; F.: Gezwitscher, Gezwitschers, Gezwitschern+EW; Z.: Ge—zwitsch-er
ghosten, nhd., sw. V., (21. Jh.): nhd. ghosten, den Kontakt abbrechen, aus dem Leben verschwinden; ne. ghost (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geist; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. ghost; E.: s. ne. ghost, V., ghosten, den Kontakt abbrechen; vgl. ne. ghost, M., Geist; ae. gǣst, gāst, st. M. (a), Geist, Heiliger Geist, Seele, Atem; germ. *gaista-, *gaistaz, st. M. (a), Erregtsein, Geist; s. idg. *g̑ʰeisdo-, V., Mund aufsperren machen?, Kluge s. u. Geist; s. idg. *gʰeis-, Adj., aufgebracht, bestürzt, erschreckt, Pokorny 427; vgl. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt); idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein abruptes vollständiges Kontaktabbrechen zwischen Menschen; BM.: klaffen; F.: ghosten, ghoste, ghostest, ghostet, ghostete, ghostetest, ghosteten, ghostetet, geghostet, ##geghostet, geghostete, geghostetes, geghostetem, geghosteten, geghosteter##, ghostend, ###ghostend, ghostende, ghostendes, ghostendem, ghostenden, ghostender###, ghost+FW; Z.: gho-s-t-en
Gibbon, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Gibbon, ein Menschenaffe; ne. gibbon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. gibbon; E.: s. frz. gibbon, M., Gibbon; von einem indischen Dialektwort; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gibbon; Son.: vgl. nndl. gibbon, Sb., Gibbon; nschw. gibbon, Sb., Gibbon; nnorw. gibbon, M., Gibbon; poln. gibon, M., Gibon; kymr. gibon, M., Gibon; nir. giobún, M., Gibbon; lit. gibonas, M., Gibbon; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Indischen aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in den Urwäldern Südostasiens heimischen kleinwüchsigen schwanzlosen Affen mit rundlichem Kopf und sehr langen Armen; BM.: ?; F.: Gibbon, Gibbons+FW; Z.: Gibbon
Gicht, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gicht, Zipperlein; ne. gout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. giht (2), st. N., st. F., Krämpfe, Gicht, Schlaganfall, einseitige Körperlähmung; mnd. gicht (4), jicht, F., verschiedene Krankheiten, zuckende zitternde Bewegung, Epilepsie; mnl. giht, gichte, Sb., Gicht; vgl. ahd. gihtigōn*, sw. V. (2), gichtbrüchig werden; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gicht, Kluge s. u. Gicht, DW 7, 7274, EWD s. u. Gicht, Duden s. u. Gicht; Son.: vgl. nndl. jicht, Sb., Gicht; nschw. gikt, Sb., Gicht; nnorw. gikt, M., F., Gicht; GB.: seit um 1150 belegte und jenseits des Althochdeutschen in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine durch eine Störung des Stoffwechsels und ungenügenden Abbau von Harnsäure verursachte und sich besonders in schmerzhaften Entzündungen von Gelenken äußernde Krankheit von Menschen und verschiedener höherer Tiere; BM.: ?; F.: Gicht+EW?; Z.: Gicht
$gichtbrüchig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. gichtbrüchig, an Gicht leidend; E.: s. Gicht, s. brüchig; L.: Kluge s. u. gichtbrüchig, DW 7, 7291, EWD s. u. Gicht; GB.: seit 1315/1323 belegte und aus Gicht und brüchig gebildete Bezeichnung für wohl schon vormenschlich mögliches an Gicht leidend; F.: gichtbrüchig, gichtbrüchige, gichtbrüchiges, gichtbrüchigem, gichtbrüchigen, gichtbrüchiger+EW?; Z.: gicht—brüch-ig
$Gickelhahn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gickelhahn, Haushahn; E.: s. Gickel, s. Hahn; L.: Kluge s. u. Gickelhahn, Gockel, DW 7, 7315, EWD s. u. Gockel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gickel und Hahn belegte Bezeichnung für einen Hahn oder Haushahn; F.: Gickelhahn, Gickelhahns, Gickelhahnes, Gickelhähne, Gickelhähnen+EW; Z.: Gick-el—hahn
gicksen, kieksen, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. gicksen, kieksen, spitz tönen; ne. squeak (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Leyersche Predigten); E.: s. mhd. gigezen*, gigzen, gekzen, sw. V., gicksen; vgl. ahd. irgikkezzen*, ahd., sw. V. (1a), gicksen, schreien, einen leichten Schrei ausstoßen; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. gicksen, Kluge s. u. gicksen, DW 7, 7321, Duden s. u. gicksen; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches einen leichten und hohen Ton (M.) (2) ausstoßen oder mit einem spitzen Gegenstand stechen; BM.: lautmalend?; F.: gicksen, gickse, gicksst (!), gickst, gicksest, gickset, gickste, gickstest, gicksten, gickstet, gegickst, ##gegickst, gegickste, gegickstes, gegickstem, gegicksten, gegickster##, gicksend, ###gicksend, gicksende, gicksendes, gicksendem, gicksenden, gicksender###, gicks (!), kieksen, kiekse, kieksst (!), kiekst, kieksest, kiekset, kiekste, kiekstest, kieksten, kiekstet, gekiekst, ##gekiekst, gekiekste, gekiekstes, gekiekstem, gekieksten, gekiekster##, kieksend, ###kieksend, kieksende, kieksendes, kieksendem, kieksenden, kieksender###, kieks (!)+EW; Z.: gick-s-en
Giebel (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Giebel (M.) (1), Dachgiebel; ne. gable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gëbel, gibel, st. M., Schädel, Kopf, Giebel (M.) (1), Spitze; mnd. gēvel (1), M., Giebel (M.) (1), Giebelwand, Haus mit einem steinernen Giebel (M.) (1); mnl. gevel, M., Giebel (M.) (1); ahd. gibil, st. M. (a)?, Front, Vorderseite, Stirnseite, Giebel (M.) (1), Pol, Schädel, Gipfel, Hirnschale; ahd. gebal, st. M. (a?), Schale (F.) (1), Hirnschale, Schädel, Stirn; as. -; anfrk. -; germ. *gabala-, *gabalaz, st. M., (a) Giebel (M.) (1); germ. *gebala-, *gebalaz, st. M. (a), Schädel; germ. *gebilō-, *gebilōn, *gebila-, *gebilan, sw. M. (n), Giebel (M.) (1); idg. gʰebʰel-, Sb., Giebel (M.) (1), Kopf, Pokorny 423 (606/22) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Giebel, Kluge s. u. Giebel 1, DW 7, 7323, EWD s. u. Giebel, EWAhd 4, 211, Falk/Torp 126, Duden s. u. Giebel, Bluhme s. u. Giebel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. gafl, st. M. (a), Giebelseite; got. gibla, sw. M. (n), Giebel (M.) (1); gr. κεφαλή (kephalḗ), F., Haupt, Kopf; toch. A śpāl, Sb., Kopf; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den meist dreieckigen oberen Teil der Wand an der Schmalseite eines Gebäudes der zu beiden Seiten von dem schräg aufsteigenden Dach begrenzt und als Kopf oder Schädel verstanden wird; BM.: Kopf?; F.: Giebel, Giebels, Giebeln+EW; Z.: Giebel
Giebel (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Giebel (M.) (2), Steinkarausche; ne. Prussian carp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. gibel, M., Steinkarausche, Giebel (M.) (2); lat. gōbius, M., Grundel, Gründling; gr. κωβιός (kōbiós), M., ein Fisch; wohl aus einer Mittelmeersprache stammend; L.: Kluge 1. A. s. u. Giebel, Kluge s. u. Giebel 2, DW 7, 7332, Duden s. u. Giebel; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl über das Lateinische und Griechische aus einer Mittelmeersprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zu den Karauschen gehörenden kleinen schon vormenschlichen Fisch; BM.: ?; F.: Giebel, Giebels, Giebeln+FW; Z.: Gieb-el
$Gienmuschel, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Gienmuschel; E.: s. Gien, s. Muschel; L.: Kluge 1. A. s. u. Gienmuschel, DW 7, 7353; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus gien (gähnen) und Muschel gebildete Bezeichnung für eine auch größer mögliche schon vormenschliche Muschel; F.: Gienmuschel, Gienmuscheln+EW+FW; Z.: Gien—musch-el
$Gieper, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Gieper, Geifer, Speichel, Begierde; E.: s. gieper(n); L.: Kluge s. u. giepern, DW 7, 7353; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und wohl aus giepern rückgebildete Bezeichnung für Geifer oder Speichel oder Begierde; F.: Gieper, Giepers+EW; Z.: Giep-er
giepern, jiepern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. giepern, verlangen, begehren; ne. have (V.) the munchies for; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus den Niederdeutschen, entweder verwandt mit nhd. Geifer (s. d.); oder zu nnd. giepen, V., starren, gaffen; L.: Kluge s. u. giepern, EWD s. u. Geifer, DW 7, 7354, Duden s. u. giepern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende Bezeichnung für gierig nach etwas Essbarem verlangen; BM.: vor Begierde Geifer absondern oder starren?; F.: giepern, giepere, gieper (!), giepre, gieperst, giepert, gieperte, giepertest, gieperten, giepertet, gegiepert, ##gegiepert, gegiepertes, gegiepertem, gegieperten, gegieperter##, giepernd, ###giepernd, giepernde, gieperndes, gieperndem, giepernden, giepernder###, gieper (!), jiepern, jiepere, jieper, jieperst, jiepert, jieperte, jiepertest, jieperten, jiepertet, gejiepert, gejieperte, gejiepertes, gejiepertem, gejieperten, gejieperter, jiepernd, jieperndes, jieperndem, jiepernden, jiepernder, jieper (!)+EW; Z.: giep-er-n
Gier, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gier, Begierde; ne. greed (N.); Vw.: -; Hw.: s. gierig; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gir, st. F., Begehren, heißes Verlangen, Streben (N.); mnd. gīr (1), gir, gīre, M., F., Gier, Begehr, Begierde; ahd. girī*, girīn*, st. F. (ī), Gier, Begierde, Verlangen, Streben (N.), Eifer, Habsucht, Ehrgeiz, Genusssucht; as. *giri?, st. F. (ī), Gier; germ. *gerī-, *gerīn, sw. F. (n), Gier, Begierde; vgl. idg. *g̑ʰer- (1), *g̑ʰerh₁-, V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gier, Kluge s. u. Gier, DW 7, 7356, EWD s. u. Gier, EWAhd 4, 375, Heidermanns 241, Duden s. u. Gier, Bluhme s. u. Gier; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches auf die Befriedigung von Wünschen gerichtetes starkes Verlangen; BM.: begehren; F.: Gier+EW; Z.: Gier
$gieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gieren, verlangen, wollen (V.), begehren, starren; E.: s. Gier, s. en; L.: DW 7, 7370, EWD s. u. Gier; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gier und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verlangen oder wollen (V.) oder begehren oder starren; F.: gieren, giere (!), gierst, giert, gierest, gieret, gierte, giertest, gierten, giertet, gegiert, ##gegiert, gegierte, gegiertes, gegiertem, gegierten, gegierter##, gierend, ###gierend, gierende, gierendes, gierendem, gierenden, gierender###, gier (!)+EW; Z.: gier-en
gierig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. gierig, begehrlich, begehrend, verlangend; ne. greedy; Vw.: -; Hw.: s. Gier; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. giric, girich, girech, Adj., gierig, begierig, begehrend, wünschend, habgierig, erwünscht; mnd. gīrich, Adj., gierig, geizig, habsüchtig; mnd. gerich, Adj., begehrend; mnl. gierich, Adj., gierig; ahd. gerag, Adj., gierig, begierig, begehrlich, habsüchtig; ahd. girīg, Adj., „gierig“, begierig, freudig, begehrlich; as. gerag, Adj., begierig; anfrk. -; germ. *geraga-, *geragaz, *gerīga-, *gerīgaz, Adj., gierig, begierig; vgl. idg. *g̑ʰer- (1), *g̑ʰerh₁-, V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Gier, DW 7, 7376, EWD s. u. gierig, EWAhd 4, 373, Duden s. u. gierig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. gierig, Adj., geizig; nschw. girig, Adj., gierig; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches begehrend oder verlangend; BM.: begehren; F.: gierig, gierige, gieriges, gierigem, gierigen, gieriger(, gierigere, gierigeres, gierigerem, gierigeren, gierigerer, gierigst, gierigste, gierigstes, gierigstem, gierigsten, gierigster)+EW; Z.: gier-ig
Giersch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Giersch, Geißfuß, Osterluzei; ne. ashweed, bishopswort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. gers, gires, gīres, gīrst, st. M., Giersch, Osterluzei, große Petersilie; mnd. gērse, M.?, Giersch, große Petersilie; vgl. idg. *gʰers- (2), Sb., Unkraut?, Pokorny 445 (643/59) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. Giersch, DW 7, 7388, Duden s. u. Giersch, Bluhme s. u. Giersch; Son.: vgl. lit. garsvà, F., Angelika, Engelwurz; GB.: (gers) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Doldenblütlern gehörende schon vormenschliche Pflanze (Geißfuß oder Osterluzei oder große Petersilie oder Meisterwurz); BM.: Unkraut?; F.: Giersch, Giersches, Gierschs+EW; Z.: Giersch
gießen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. gießen, schütten; ne. pour (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gosse, Guss; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. giezen (1), st. V., gießen, in Metall gießen, bilden, fließen, strömen; mnd. gēten, giten, st. V., gießen, ausschütten, eingießen, einträufeln; mnl. gieten, st. V., gießen; ahd. giozan*, st. V. (2b), gießen, schütten, vermischen, schmelzen; as. giotan, st. V. (2b), gießen, vergießen; as. gētan*, st. V. (2b), gießen?; anfrk. *gietan?, st. V. (2), gießen; germ. *geutan, st. V., gießen; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; s. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. gieszen, Kluge s. u. gießen, DW 7, 7394 (gieszen), EWAhd EWD s. u. gießen, 4, 357, Falk/Torp 136, Seebold 228, Duden s. u. gießen, Bluhme s. u. giessen; Son.: vgl. afries. jāta, st. V. (2), gießen; ae. géotan, st. V. (2), gießen, fließen; an. gjōta, st. V. (2), gießen; got. giutan, st. V. (2), gießen; nndl. gieten, V., gießen; frz. fondre, V., schmelzen; nschw. gjuta, V., gießen; nisl. gjóta, V., gießen; ai. juhóti, V., opfert, gießt Butter ins Feuer; gr. κοχυδεῖν (kochydein), V., stark strömen, reichlich strömen; gr. χεῖν (chein), V., gießen, ausgießen; lat. fundere, V., gießen, schütten; toch. AB ku-, V., gießen, spenden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (eine Flüssigkeit) schütten; BM.: ?; F.: gießen, gießst (!), gießt, gießest, gießet, goss, gosst, gossest, gossen, gosset, gösse, gössest, gössen, gösset, gegossen, ##gegossen, gegossene, gegossenes, gegossenem, gegossenen, gegossener##, gießend, ###gießend, gießende, gießendes, gießendem, gießenden, gießender###, gieß (!)+EW; Z.: gie-ß-en
$Gießer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gießer, Gießender; Vw.: s. Kanne-, Schrift-; E.: s. gieß(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Gießen, DW 7, 7413 (Gieszer), EWD s. u. gießen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gieß(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Gießenden; F.: Gießer, Gießers, Gießern+EW; Z.: Gie-ß-er
$Gießerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gießerei; E.: s. Gießer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. gießen, DW 7, 7424 (Gieszerei), EWD s. u. gießen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gießer und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Gießen betreibenden Betrieb eines Gießenden; F.: Gießerei, Gießereien+EW; Z.: Gie-ß-er-ei
$Gießkanne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gießkanne, Kanne für das Gießen mit Flüssigkeiten; E.: s. gieß(en), s. Kanne; L.: DW 7, 7418 (Gieszkanne), EWD s. u. gießen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gieß(en) und Kanne gebildete Bezeichnung für eine nach Vorläufern seit 79 n. Chr. von Menschen wohl seit dem 16. Jh. entwickelte und verwendete sowie in der Mitte 19. Jh. verbesserte Kanne aus Blech oder Keramik oder Kunststoff für das Verteilen von Flüssigkeiten; F.: Gießkanne, Gießkannen+EW+FW; Z.: Gie-ß—kan-n-e
Gift, nhd., N., F., (9. Jh.): nhd. Gift, Gabe, (schädliche) Arzneigabe; ne. poison (N.), gift (N.); Vw.: s. Mit-; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gift, st. F., Gift, Geben, Gabe, Geschenk; mnd. gift (1), st. F., Gabe, Geschenk, Morgengabe, Mitgift, Vermächtnis; mnl. gift, gifte, Sb.; ahd. gift, st. F. (i), Gabe, Opfergabe, Geschenk, Spende, Gegebenes, Gnade, Unterstützung, Huld, Barmherzigkeit, Gift, Gifttrank, Zaubertrank; as. -; anfrk. -; germ. *gefti-, *geftiz, st. F. (i), Gabe; s. idg. *gʰabʰ-, gʰeh₂bʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gift, Kluge s. u. Gift, DW 7, 7423, EWD s. u. Gift, EWAhd 4, 256, Falk/Torp 126, Seebold 218, Duden s. u. Gift, Bluhme s. u. Gift; Son.: vgl. afries. jefte, M., F., Gabe, Verleihung; ae. gift, gyft, st. F. (i), st. N. (i?), Gabe, Belohnung, Geschenk, Brautgabe; an. gipt, gift, st. F. (i), Gabe, Glück; got. fragifts, st. F. (i), Verleihung, Verlobung, Gabe; nndl. gift, Sb., Spende; nschw. gift, N., Gift; nnorw. gift, M., F., Gift; GB.: (gift) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Gabe und davon abgeleitet in der Bedeutung Arzneigabe für ein giftiges und deshalb (zumindest auch) schädliches Mittel; BM.: gegeben; F.: Gift, Giftes, Gifts, Gifte, Giften+EW; Z.: Gif-t
$giften, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. giften; Vw.: s. ver-; E.: s. Gift, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gift, DW 7, 7444, EWD s. u. Gift; GB.: seit nach 1291 belegte und aus Gift und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geben und später auch Gift geben; F.: giften (!), gifte (!), giftest, giftet, giftete, giftetest, gifteten, giftetet, gegiftet, ##gegiftet, gegiftete, gegiftetes, gegiftetem, gegifteten, gegifteter##, giftend, ###giftend, giftende, giftendes, giftendem, giftenden, giftender###, gift (!)+EW; Z.: gif-t-en
$giftig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. giftig, Gift enthaltend, schädlich; E.: s. Gift, s. ig; L.: Kluge s. u. Gift. DW 7, 7450; GB.: (giftic) seit 1190-1229 belegte und aus Gift und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Gift enthaltend oder schädlich; F.: giftig, giftige, giftiges, giftigem, giftigen, giftiger(, giftigere, giftigeres, giftigerem, giftigeren, giftigerer, giftigst, giftigste, giftigstes, giftigstem, giftigsten, giftigster)+EW; Z.: gif-t-ig
$Giftmischer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Giftmischer; E.: s. Gift, s. Mischer; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; L.: DW 7, 7459, EWD s. u. Gift; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Gift und Mischer gebildete Bezeichnung für einen verschiedene Mittel zu einem schädlichen Gemisch verbindenden Menschen; F.: Giftmischer, Giftmischers, Giftmischern+EW+FW; Z.: Gif-t—misch-er
Gig (1), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gig (F.), Ruderboot des Kapitäns; ne. gig (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. gig; E.: s. ne. gig, N., leichtes Boot, leichter Wagen (M.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Gig, DW 7, 7471, EWD s. u. Gig, Duden s. u. Gig, Bluhme s. u. Gig; Son.: vgl. nndl. gig, Sb., Gig (F.); frz. gig, F., Gig (F.); nschw. gigg, Sb., Gig (F.); nnorw. gigg, M., Gig (F.); GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein leichtes und schlankes für den Kapitän oder Kommandanten eines Schiffes bestimmtes Boot; BM.: ?; F.: Gig, Gigs+FW; Z.: Gig
Gig (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gig (M.), Konzert; ne. gig (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. gig; E.: s. ne. gig, N., Gig (M.); Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gig; Son.: vgl. nndl. gig, N., Gig (M.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den Auftritt einer Musikgruppe oder eines Einzelmusikers bei einem Konzert in einem Nachtlokal; BM.: ?; F.: Gig, Gigs+FW; Z.: Gig
giga..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. giga..., riesen…; ne. giga…; Vw.: -; Hw.: s. Gigant; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Γίγας (Gígas), M., Gigant; wahrscheinlich vorgriechisch; L.: fehlt DW, Duden s. u. Giga-; Son.: vgl. frz. giga…, Präf., giga…; nschw. giga…, Präf., giga…; poln. giga…, Präf., giga…; lit. giga…, Präf., giga…; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und wahrscheinlich Vorgriechischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von Substantiven für etwas besonders Großes wie beispielsweise 1000000000; BM.: sehr groß oder riesig oder gigantisch; F.: giga…+FW; Z.: giga-
Gigant, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gigant, Riese (M.); ne. giant; Vw.: -; Hw.: s. giga…, Gigantomanie; Q.: 863-871 (Otfried); E.: mhd. gigant, st. M., Riese (M.); mnd. gīgant*, M., Gigant, Riese; ahd. gigant, st. M. (a?, i?), Riese (M.); as. -; anfrk. -; lat. Gigās, M., Gigant, (81-43 v. Chr.); gr. Γίγας (Gígas), M., Gigant; wahrscheinlich vorgriechisch; L.: Kluge s. u. Gigant, DW 7, 7472, EWD s. u. Gigant, EWAhd 4, 263, Duden s. u. Gigant; Son.: vgl. ae. gīgant, st. M. (a), Riese (M.); nndl. gigant, Sb., Gigant; frz. géant, M., Gigant; nschw. gigant, Sb., Gigant; nnorw. gigang, M., Gigant; poln. gigant, M., Riese (M.); lit. gigántas, Sb., Gigant; lit. gigantas, M., Gigant; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Griechischen und wahrscheinlich dem Vorgriechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Riesen; BM.: von den riesenhaften Söhnen der Göttin Gaia; F.: Gigant, Giganten+FW; Z.: Giga-nt
$gigantisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gigantisch, einen Giganten betreffend, riesengroß; E.: s. Gigant, s. isch; L.: Kluge s. u. Gigant, EWD s. u. Gigant; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gigant und isch gebildete Bezeichnung für einen Giganten oder Riesen betreffend; F.: gigantisch, gigantische, gigantisches, gigantischem, gigantischen, gigantischer(, gigantischere, gigantischeres, gigantischerem, gigantischeren, gigantischerer, gigantischst, gigantischste, gigantischstes, gigantischstem, gigantischsten, gigantischster)+FW(+EW); Z.: giga-nt-isch
Gigantomanie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gigantomanie, Sucht riesenhaft zu gestalten, Größenwahnsinn; ne. gigantomania; Vw.: -; Hw.: s. Gigant; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Γίγας (Gígas), M., Gigant; wahrscheinlich vorgriechisch; gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Gigantomanie; Son.: vgl. nnorw. gigantomani, M., Gigantomanie; kymr. gigantomania, M., Gigantomanie; poln. gigantomania, F., Gigantomanie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen oder Vorgriechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Sucht alles riesenhaft zu gestalten oder den Größenwahnsinn; BM.: Gigant, denken; F.: Gigantomanie, Gigantomanien+FW; Z.: Giga-nt-o-man-ie
Gigerl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gigerl, Geck; ne. dandy; Vw.: -; Hw.: s. Gockel; Q.: 19. Jh.; E.: mundartlich für ein Hähnchen, s. nhd. Gockel; L.: Kluge s. u. Gigerl, DW 7, 7477, Duden s. u. Gigerl; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Gockel verbindbare Bezeichnung für ein Hähnchen oder einen Modegeck; BM.: kleiner Gockel bzw. Hahn; F.: Gigerl, Gigerls, Gigerln+EW; Z.: Gig-er-l
Gigolo, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Gigolo, Eintänzer, käuflicher Liebhaber; ne. gigolo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. gigolo; E.: s. frz. gigolo, M., Gigolo; vgl. frz. (dial.) gigo, M., Schenkel; frz. gigoter, V., die Schenkel bewegen, tanzen; vgl. frz. giguer, V., hüpfen, tanzen; afrz. gigue, F., Geige; frk. *gīga, F., Geige, Gamillscheg, 478b; weitere Herkunft ungeklärt?, s. nhd. Geige; L.: Kluge s. u. Gigolo, fehlt DW, Duden s. u. Gigolo; Son.: vgl. nndl. gigolo, Sb., Gigolo; nschw. gigolo, Sb., Gigolo; nnorw. gigolo, M., Gigolo; poln. żigolo, M., Gigolo; kymr. jigolo, M., Gigolo; lit. žigolo, M., Gigolo; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sich von Frauen aushalten lassenden Mann; BM.: hüpfen; F.: Gigolo, Gigolos+FW?; Z.: Gig-ol-o
$Gilbe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Gilbe, gelbe Farbe, Gelbsucht, Meltau, Blässe; E.: s. gelb; L.: Kluge 1. A. s. u. Gilbe, DW 7, 7478; GB.: (gelawī*) seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gelbe Farbe oder Gelbsucht oder Meltau oder Blässe; F.: Gilbe, Gilben+EW; Z.: Gil-b-e
$gilben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. gilben, gelb machen, gelb werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Gilbe, s. gelb, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gilbe, Kluge s. u. gelb, DW 7, 7480, EWD s. u. gelb; GB.: (gilwen) seit vor 1260 belegte und mit Gilbe und gelb verbindbare Bezeichnung für gelb machen oder gelb werden oder bleich werden; F.: gilben (!), gilbe (!), gilbst, gilbt, gilbest, gilbet, gilbte, gilbtest, gilbten, gilbtet, gegilbt, ##gegilbt, gegilbte, gegilbtes, gegilbtem, gegilbten, gegilbter##, gilbend, ###gilbend, gilbende, gilbendes, gilbendem, gilbenden, gilbender###, gilb (!)+EW; Z.: gil-b-en
Gilde, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Gilde, Zunft; ne. guild (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mnd. gilde, gelde, gille, gülde, F., N., M., Gilde, Gildeschmaus, offizielle Gildekost, Gelage, mhd. gilde, Sb., „Gilde“; ahd. gelda, F., Vereinigung, Gilde, Leistung; vgl. ahd. geltan, st. V., entgelten, vergelten, entrichten; germ. *geldan, *gelþan, st. V., gelten, entgelten, vergelten, erstatten, entrichten; idg. gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436; L.: Kluge 1. A. s. u. Gilde, Kluge s. u. Gilde, DW 7, 7485, EWD s. u. Gilde, Duden s. u. Gilde, Bluhme s. u. Gilde; Son.: vgl. nndl. gilde, Sb., Gilde; frz. guilde, F., Gilde; nschw. gille, Sb., Gilde; nnorw. gilde, N., Gilde; poln. gildia, F., Gilde; kymr. gild, M., Gilde; nir. gild, M., Gilde; GB.: (gelda) vielleicht seit 884 belegte Bezeichnung für eine genossenschaftliche Vereinigung besonders von Kaufleuten und Handwerkern oder einen Zusammenschluss von religiös Gleichgesinnten zu einer Förderung gemeinsamer gewerblicher oder religiöser Interessen und auch zu einem gegenseitigen Schutz der Mitglieder; BM.: entgelten?; F.: Gilde, Gilden+EW; Z.: Gild-e
Gimpel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gimpel, Hüpfer, Springer, Witzbold, närrischer Mensch, Grobian; ne. bullfinch, sucker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. gimpel (1), gempel, st. M., st. N., Hüpfer, Springer, Minnespiel, Tanzweise, Penis; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gimpel, Kluge s. u. Gimpel, EWD s. u. Gimpel, DW 7, 7511, Duden s. u. Gimpel, Bluhme s. u. Gimpel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen zu den Finken gehörenden Vogel mit grauschwarzem Gefieder und roter Brust sowie für einen närrischen Menschen; BM.: ?; F.: Gimpel, Gimpels, Gimpeln+EW; Z.: Gimp-el
Gin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gin, Wacholderschnaps, Wacholderbranntwein; ne. gin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. gin; E.: s. ne. gin, N., Wacholderschnaps, Wacholderbranntwein; ne. geneva, N., Wacholder; nndl. genever, Sb., Wacholder; afrz. geneivre, Sb., Wacholder, Wacholderbranntwein; lat. iūniperus (1), M., Wachholderstrauch, Wacholder, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. iuncus, M., Binse, binsenartiger Zweig; Herkunft des zweiten Wortbestandteils perus bisher ungeklärt, s. Walde/Hofmann 1, 731; L.: Kluge s. u. Gin, fehlt DW, EWD s. u. Gin, Duden s. u. Gin; Son.: vgl. nndl. gin, Sb., Gin; frz. gin, M., Gin; nschw. gin, N., Gin; nnorw. gin, M., Gin; poln. gin, M., Gin; kymr. jin, M., Gin; nir. ghinéive, Sb., Gin; lit. džinas, M., Gin; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für einen klaren englischen Wacholderbranntwein; BM.: Binse?; F.: Gin, Gins+FW; Z.: Gin
Gingerale, Ginger-Ale, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gingerale, Ginger-Ale, Ingwerlimonade; ne. ginger ale; Vw.: -; Hw.: s. Ingwer; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. ginger ale; E.: s. ne. ginger ale, N., Gingerale, Ingwerlimonade, Ingwerbier; gr. ζιγγίβερις (zingíberis); aus dem Mittelindischen siṅgivera-, N., Ingwer; vgl. dravidisch vera-, Sb., Wurzel; ne. ale, N., Ale; ae. ealuþ, ealu, ealo, N. (kons.), Bier; germ. *aluþ, N., Bier; idg. *alud-, *alut-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33; s. idg. *alu-, Adj., Sb., bitter, Bier, Alaun, Pokorny 33 (63/63) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Duden s. u. Gingerale; Son.: vgl. frz. ginger ale, F., Gingerale; nschw. ginger ale, Sb., Gingerale; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar teilweise dem Griechischen und dem Mittelindischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk mit Ingwergeschmack oder Ingwerlimonade; BM.: Ingwer, bitter; F.: Gingerale, Gingerales+FW; Z.: Ging-er—al-e
ginnen, nhd. (ält.), V., (9. Jh.?): nhd. ginnen, beginnen, anfangen; ne. begin (V); Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 9. Jh.?; E.: mhd. ginnen (1), st. V., anfangen, beginnen, beginnen zu, aufschneiden, eröffnen; mnd. ginnen, sw. V., beginnen, anfangen; ahd. ginnan (1) 1, anom. V., beginnen; as. *ginnan?, anom. V.; anfrk. *ginnan?, st. V. (3a); germ. *gennan, st. V., beginnen; s. idg. *ginu̯-?, V., klaffen lassen, spalten, Seebold 225; vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 7, 7518; Son.: vgl. afries. jenna, ienna, st. V. (3a), sw. V. (1), beginnen; ae. *ginnan, st. V. (3a), beginnen; an. -; got. *ginnan, st. V. (3,1), beginnen; GB.: (ginnan) vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beginnen oder anfangen; BM.: ?; F.: ginnen (!), ginne (!), ginnst (!), ginnt (!), ginnest (!), ginnet (!), gann (!), gannst (!), gannen (!), gann (!)t, gänne (!), gönne (!), gännest (!), gännst (!), gönnest (!), gönnst (!), gännen (!), gönnen (!), gännet (!), gännt (!), gönnet (!), gönnt (!), gonnen (!), ##gonnen (!), gonnene (!), gonnenes (!), gonnenem (!), gonnenen (!), gonnener (!)##, ginnend (!), ###ginnend (!), ginnende (!), ginnendes (!), ginnendem (!), ginnenden (!), ginnender (!)###, ginn (!)+EW; Z.: gi-n-n-en
Ginster, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Ginster, ein Strauch; ne. broom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. genster (1), Sb., Ginster; mnl. genst, M., Ginster; ahd. genester, st. M. (a?, i?), Ginster, Besenginster; lat. genista, F., Ginster, (70-19 v. Chr.); vielleicht etruskischer Herkunft, s. Pokorny 381; L.: Kluge 1. A. s. u. Ginst, Kluge s. u. Ginster, EWD s. u. Ginster, DW 7, 7519, EWAhd 4, 162, Duden s. u. Ginster, Bluhme s. u. Ginster; Son.: vgl. mnl. ginster, M., Ginster; frz. genêt, M., Ginster; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Etruskischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in vielen Arten weit verbreitet vorkommenden und besonders auf trockenen Böden wachsenden und grüne dornige Zweige habenden und vorwiegend gelb blühenden sowie schon vormenschlichen kleineren Strauch; BM.: ?; F.: Ginster, Ginsters, Ginstern+FW(+EW); Z.: Ginst-er
Gipfel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gipfel, Bergspitze, Gipfeltreffen; ne. peak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. gipfel, st. M., Spitze; vgl. mhd. gupfe, sw. M., Spitze, Gipfel; mhd. kuppe, sw. F., Kuppe, Spitze, Gipfel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Gipfel, Kluge s. u. Gipfel, DW 7, 7522, EWD s. u. Gipfel, Duden s. u. Gipfel, Bluhme s. u. Gipfel; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen höchsten Punkt eines Berges; BM.: ?; F.: Gipfel, Gipfels, Gipfeln+EW; Z.: Gipf-el
$Gipfelkonferenz, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gipfelkonferenz; E.: s. Gipfel, s. Konferenz; Q.: Mitte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gipfel; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Gipfel und Konferenz gebildete Bezeichnung für eine Konferenz nicht allgemein eindeutig abgrenzbarer führender Politiker; F.: Gipfelkonferenz, Gipfelkonferenzen+EW+FW; Z.: Gipf-el—kon-fer-enz
$gipfeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gipfeln, Gipfel sein, einen Gipfel bilden; E.: s. Gipfel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Gipfel, DW 7, 7532, EWD s. u. Gipfel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gipfel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einen Gipfel bilden; F.: gipfeln, gipfel (!), gipfle, gipfele, gipfelst, gipfelt, gipfelte, gipfeltest, gipfelten, gipfeltet, gegipfelt, ##gegipfelt, gegipfelte, gegipfeltes, gegipfeltem, gegipfelten, gegipfelter##, gipfelnd, ###gipfelnd, gipfelnde, gipfelndes, gipfelndem, gipfelnden, gipfelnder###, gipfel (!)+EW; Z.: gipf-el-n
Gips, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Gips, Kalziumsulfat; ne. plaster (N.), gypsum; Vw.: -; Hw.: s. Marienglas; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gips, st. M., Gips; mnd. gips, M., Gips; mnl. ghips, M., Gips; ahd. gips, st. M. (a?, i?), Gips; lat. gypsum, N., Gips, (234-149 v. Chr.); vgl. gr. γύψος (gýpsos), F., Gips, Zement; aus dem Semitischen vgl. arab. ğibs, Sb., Gips; L.: Kluge 1. A. s. u. Gips, Kluge s. u. Gips, DW 7, 7536, EWD s. u. Gips, EWAhd 4, 361, Duden s. u. Gips, Bluhme s. u. Gips; Son.: vgl. nndl. gips, Sb., Gips; frz. gypse, M., Gips; nschw. gips, Sb., Gips; nnorw. gips, M., Gips; poln. gips, M., Gips; kymr. gypswm, M., Gips; nir. gipseam, M., Gips; lit. gipsas, M., Gips; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Semitischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in farblosen oder weißen Kristallen vorkommendes gesteinsbildendes Mineral und für die daraus gewonnene als Baustoff von Menschen entwickelte und verwendete Substanz (Kalziumsulfat); BM.: ?; F.: Gips, Gipses, Gipse, Gipsen+FW; Z.: Gips
$Gipsarbeiter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gipsarbeiter, Gipser; E.: s. Gips, s. Arbeiter; L.: Kluge s. u. Gips, DW 7, 7539; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gips und Arbeiter gebildete Bezeichnung für einen mit Gips arbeitenden Menschen oder Gipser; F.: Gipsarbeiter, Gipsarbeiters, Gipsarbeitern+FW+EW; Z.: Gips—arb-eit-er
$gipsen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gipsen, mit Gips tätig sein; E.: s. Gips, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gips, DW 7, 7540, EWD s. u. Gips; GB.: seit 1463 belegte und aus Gips und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches mit Gips tätig sein (V.); F.: gipsen, gipse, gipsst (!), gipst, gipsest, gipset, gipste, gipstest, gipsten, gipstet, gegipst, ##gegipst, gegipste, gegipstes, gegipstem, gegipsten, gegipster##, gipsend, ###gipsend, gipsende, gipsendes, gipsendem, gipsenden, gipsender###, gips (!) +FW(+EW); Z.: gips-en
$Gipser, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gipser, Gipsarbeiter, Gipsender; E.: s. gips(en), s. er (Suff.); GB.: seit 1271 belegte und aus gips(en) und er gebildete Bezeichnung für einen mit Gips arbeitenden Menschen oder Gipsarbeiter; L.: Kluge s. u. Gips, DW 7, 7541, EWD s. u. Gips; F.: Gipser, Gipsers, Gipsern+FW+EW; Z.: Gips-er
$Gipsverband, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gipsverband; E.: s. Gips, s. Verband; Q.: 1892; L.: EWD s. u. Gips; GB.: seit 1892 belegte und aus Gips und Verband gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten durch erstarrenden Gips fest und steif gemachten Verband beispielsweise bei einem Knochenbruch; F.: Gipsverband, Gipsverbandes, Gipsverbands, Gipsverbände, Gipsverbänden+FW+EW; Z.: Gips—ver—band
Giraffe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Giraffe, Steppengiraffe; ne. giraffe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. gīraffe, st. F., sw. F., Giraffe; mnd. sīrāpe, zyrape, F., Giraffe; it. giraffa, F., Giraffe; arab. zurāfa, Sb., Giraffe?; vielleicht von ägypt. sor-aphé, Sb., Langhals; oder aus einer äthiopischen Sprache; oder aus Somali geri, Sb., Giraffe; L.: Kluge s. u. Giraffe, EWD s. u. Giraffe, DW 7, 7544, Duden s. u. Giraffe; Son.: vgl. nndl. giraffe, giraf, Sb., Giraffe; frz. giraffe, F., Giraffe; nschw. giraffe, Sb., Giraffe; nnorw. sjiraff, M., Giraffe; poln. żyrafa, F., Giraffe; kymr. jiráff, M., Giraffe; nir. sioráf, M., Giraffe; lit. žirafa, F., Giraffe; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar vielleicht aus dem Arabischen oder einer Sprache in Äthiopien oder dem Somalischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches in den Savannen Afrikas lebendes großes und pflanzenfressendes Säugetier mit sehr langem Hals und stark abfallendem Rücken und kurzhaarigem sowie unregelmäßig braun geflecktem sandfarbenem Fell; BM.: Langhals?; F.: Giraffe, Giraffen+FW(+EW?)+FW; Z.: Gir-aff-e
Girlande, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Girlande, eine Dekoration; ne. garland (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. girlande, sw. F., Blumengewinde, Kranz; mfrz. guirlande, F., Girlande; it. ghirlanda, F., Girlande; von afrz. garlande, Sb., Reif (M.) (1), aus dem Fränk., Gamillscheg 1, 511b; L.: Kluge s. u. Girlande, EWD s. u. Girlande, DW 7, 7546, Duden s. u. Girlande; Son.: vgl. nndl. guirlande, Sb., Girlande; nschw. girland, Sb., Girlande; nnorw. girland, Sb., Girlande; poln. girlanda, F., Girlande; kymr. garlant, M., Girlande; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und Italienischen sowie dem Altfranzösischen und dem Altfränkischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein langes meist in durchhängenden Bögen angeordnetes Gebinde aus Blumen oder Blättern oder Tannengrün oder aus buntem Papier zu einer Dekoration von Straßen oder Gebäuden oder Räumen; BM.: von der Form her?; F.: Girlande, Girlanden+FW+EW?; Z.: Girland-e
Girlitz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Girlitz, ein Finkenvogel; ne. serin finch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: slaw. Lw.; E.: aus dem Slawischen, vgl. slowen. gŕlica, Sb., Turteltaube; L.: Kluge s. u. Girlitz, DW 7, 7548, EWD s. u. Girlitz, Duden s. u. Girlitz, Bluhme s. u. Girlitz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen zu den Finken gehörenden vor allem an Waldrändern lebenden kleineren Singvogel mit gelbgrünem und dunkel gestreiftem Gefieder und kurzem stumpfem Schnabel; BM.: ?; F.: Girlitz, Girlitzes, Girlitze, Girlitzen+FW+EW; Z.: Girlitz
Giro, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Giro, Geldüberweisung; ne. giro; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. giro; E.: it. giro, M., Kreis, Umlauf; lat. M., gȳrus, Kreis, (81-43 v. Chr.); gr. γῦρος (gýros), M., Kreis, Rundung; idg. *geuros, *gouros, Sb., Gekräuseltes, (Haar) (N.), (Welle), Pokorny 397; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Giro, DW 7, 7549, EWD s. u. Giro, Duden s. u. Giro; Son.: vgl. nndl. giro, Sb., Giro; nschw. giro, N., Girokonto; nnorw. giro, M., Giro; poln. żyro, M., Giro; kymr. giro, M., Giro; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich nach der Entwicklung und Verwendung von Geld durch den Menschen in den Hochkulturen des Altertums möglichen späteren Umlauf des Geldes in dem bargeldlosen Zahlungsverkehr (Geldüberweisung); BM.: Gekräuseltes bzw. biegen; F.: Giro, Giros, Giri+FW; Z.: Gi-r-o
$Girokonto, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Girokonto; E.: s. Giro, s. Konto; L.: Kluge s. u. Giro, DW 7, 7539; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Giro und Konto gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Konto für Geldüberweisungen; F.: Girokonto, Girokontos, Girokonten+FW; Z.: Gi-r-o—kon-t-o
$Giroverkehr, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Giroverkehr; L.: DW 7, 7549, EWD s. u. Giroverkehr; GB: seit 19. Jh. belegte (Bankgesetz achtzehnhundertfünfundsiebzig) und aus Giro und Verkehr gebildete Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und verwendeten Zahlungsverkehr durch Geldüberweisungen; F.: Giroverkehr, Giroverkehrs, Giroverkehre, Giroverkehren+FW+EW; Z.: Gi-r-o—ver—keh-r
girren, garren, gerren, kirren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. girren, garren, gerren, kirren, gurren, umgarnen; ne. coo (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. girren, Kluge s. u. girren, EWD s. u. girren, DW 7, 7549, Duden s. u. girren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches girrende Laute machen wie beispielsweise Tauben; BM.: lautmalend; F.: girren, girre, girrst, girrt, girrest, girret, girrte, girrtest, girrten, girrtet, gegirrt, ##gegirrt, gegirrte, gegirrtes, gegirrtem, gegirrten, gegirrter##, girrend, ###girrend, girrende, girrendes, girrendem, girrenden, girrender###, girr (!), garren, garre, garrst, garrt, garrest, garret, garrte, garrtest, garrten, garrtet, gegarrt, ##gegarrt, gegarrte, gegarrtes, gegarrtem, gegarrten, gegarrter##, garrend, ###garrend, garrende, garrendes, garrendem, garrenden, garrender###, garr (!), gerren, gerre, gerrst, gerrt, gerrest, gerret, gerrte, gerrtest, gerrten, gerrtet, gegerrt, ##gegerrt, gegerrte, gegerrtes, gegerrtem, gegerrten, gegerrter##, gerrend, ###gerrend, gerrende, gerrendes, gerrendem, gerrenden, gerrender###, gerr (!), kirren, kirre, kirrst, kirrt, kirrest, kirret, kirrte, kirrtest, kirrten, kirrtet, gekirrt, ##gekirrt, gekirrte, gekirrtes, gekirrtem, gekirrten, gekirrter##, kirrend, ###kirrend, kirrende, kirrendes, kirrendem, kirrenden, kirrender###, kirr (!)+EW; Z.: girr-en
Gischt, nhd., M., F., (12. Jh.): nhd. Gischt, Brandung, Schaum; ne. spray (N.), surf (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit Jesu des Konrad von Fussesbrunnen); E.: s. mhd. jest, st. M., Gischt, Schaum; mnl. ghest, ghist, M., Gischt, Hefe; mhd. jesen (1), gesen, st. V., gären, reifen (V.) (2), schäumen, hervortreiben, durch Gären bereiten; ahd. gesan*, jesan*, st. V. (5), gären; germ. *jesan, *jesjan, sw. V., gären; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von idg. *i̯es-, *Hi̯es-, V., wallen (V.) (1), schäumen, gären, Pokorny 506 (754/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., slaw., toch.); oder von einem idg. *gʰer- mit der Bedeutung Bodensatz, Hefe; L.: Kluge 1. A. s. u. Gischt, Kluge s. u. Gischt, DW 7, 7563, EWD s. u. Gischt, Duden s. u. Gischt; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wild aufsprühendes und spritzendes und schäumendes Wasser wie einer Brandung beziehungsweise für den Schaum heftig bewegter Wellen; BM.: schäumen?, Hefe?; F.: Gischt, Gischten+EW; Z.: Gisch-t
gissen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. gissen, die Lage eines Schiffes schätzen oder ungefähr bestimmen; ne. estimate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.-; E.: aus einer Nordseesprache; letztlich zu germ. *getan, st. V., erreichen, erlangen; idg. *gʰedʰ-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437; L.: Kluge s. u. gissen, DW 7, 7567, Duden s. u. gissen; Son.: vgl. nndl. gissen, V., mutmaßen, vermuten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus einer Nordseesprache aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes die Lage eines Schiffes oder Flugzeugs ungefähr bestimmen; BM.: fassen; F.: gissen, gisse (!), gissst (!), gisst, gissest, gisset, gisste, gisstest, gissten, gisstet, gegisst, ##gegisst, gegisste, gegisstes, gegisstem, gegissten, gegisster##, gissend, ###gissend, gissende, gissendes, gissendem, gissenden, gissender###, giss (!)+EW; Z.: giss-en
Gitarre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gitarre, Klampfe, ein Saiteninstrument; ne. guitar; Vw.: -; Hw.: s. Zither; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. span. guitarra; E.: span. guitarra, F., Gitarre; arab. qītāra, Sb., Zither?; gr. κιθάρα (kithára), F., Zither, Zitherspiel; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Gitarre, DW 7, 7569, EWD s. u. Gitarre, Duden s. u. Gitarre; Son.: vgl. nndl. gitaar, Sb., Gitarre; frz. guitar, F., Gitarre; nschw. gitarr, Sb., Gitarre; nnorw. gitar, M., Gitarre; poln. gitara, F., Gitarre; kymr. gitâr, M., Gitarre; nir. giotár, M., Gitarre; lit. gitara, F., Gitarre; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Arabischen sowie Griechischen aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein von Menschen in Persien um 2500 bis 1500 v. Chr. entwickeltes und verwendetes Zupfinstrument mit einem flachen Körper und meist sechs Saiten; BM.: ?; F.: Gitarre, Gitarren+FW; Z.: Gitar-r-e
$Gitarrist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gitarrist, Gitarrespieler; E.: s. Gitarr(e), s. ist (Suff.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 7, 7570, EWD s. u. Gitarre; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Gitarr(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach der Entwicklung der Gitarre möglichen Spieler einer Gitarre; F.: Gitarrist, Gitarristen+FW(+EW?); Z.: Gitar-r-ist
$gittegitt, nhd., Interj.: nhd. gittegitt; E.: s. igitt; L.: Kluge s. u. igitt, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für Ekel oder Aufregung oder Empörung; F.: gittegitt+EW; Z.: gitt-e-gitt
Gitter, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gitter, Geflecht, eine Absperrung; ne. bars; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1464-1475 (Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg); E.: s. mhd. giter, gitter, st. N., Gitter; wohl Abwandlung von nhd. Gatter (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gitter, Kluge s. u. Gitter, DW 7, 7571, EWD s. u. Gitter, Duden s. u. Gitter, Bluhme s. u. Gitter; GB.: seit 1464-1475 belegte und wohl von Gatter abgeleitete Bezeichnung für eine aus parallel oder gekreuzt angeordneten Metallstäben oder Holzstäben oder aus grobem Drahtgeflecht von Menschen entwickelte und verwendete Absperrung; BM.: zusammenhalten; F.: Gitter, Gitters, Gittern+EW; Z.: Git-t-er
$gittern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gittern; Vw.: s. ver-; E.: s. Gitter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Gitter. DW 8, 7582; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gitter und (e)n gebildete Bezeichnung für mit einem von Menschen entwickelten und verwendeten Gitter versehen (V.); F.: gittern (!), gittere, gitter (!), gitterst (!), gittert (!), gitterte, gittertest, gitterten, gittertet, gegittert, ##gegittert, gegitterte, gegittertes, gegittertem, gegitterten, gegitterter##, gitternd, ###gitternd, gitterndes, gitterndem, gitternden, gitternder###, gitter (!)+EW; Z.: git-t-er-n
Glacéhandschuh, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Glacéhandschuh, Handschuh aus Glacéleder (Ziegenleder); ne. glove made of glacé leather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: z. T. Lw. frz. gants glacés; E.: s. frz. gants glacés, M., Glacehandschuhe, glasierte Handschuhe; vgl. frz. glacer, V., glasieren, mit glasartigem Überzug versehen (V.)?; vgl. frz. glace, F., Eis; lat. glaciēs, F., Eis, Eisstück, Eisscholle, Sprödigkeit, (96-55 v. Chr.); vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); s. nhd. Hand, Schuh; L.: Kluge s. u. Glacéhandschuh, DW 7, 7590, EWD s. u. Glacéhandschuh, Duden s. u. Glacéhandschuh; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und teilweise aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus feinem weißem waschbarem Glacéleder (Ziegenleder) gefertigten Handschuh; BM.: Eis?; F.: Glacéhandschuh, Glacéhandschuhs, Glacéhandschuhe, Glacéhandschuhen+EW+FW; Z.: Gla-c-é—hand—schuh
Gladiator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gladiator, Kämpfer in Zirkusspielen; ne. gladiator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. gladiātor; E.: s. lat. gladiātor, M., Gladiator, Fechter, Schwertkämpfer, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. gladius, M., Schwert, Macht, Schwert der Gerechtigkeit, Messer (N.), Dolch; kelt. *kladi̯os, Sb., Schwert?; vgl. idg. *keləd-, *klād-, V., schlagen, hauen, Pokorny 546; idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gladiator, DW 7, 7590, Duden s. u. Gladiator; Son.: vgl. nndl. gladiator, Sb., Gladiator; frz. gladiateur, M., Gladiator; nschw. gladiator, Sb., Gladiator; nnorw. gladiator, M., Gladiator; poln. gladiator, M., Gladiator; kymr. gladiator, M., Gladiator; nir. gliaire, M., Gladiator; lit. gladiatorius, M., Gladiator; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertms aufgenommene sowie von lat. gladius (Schwert) abgeleitete Bezeichnung für einen in Zirkusspielen auftretenden Kämpfer (Schwertkämpfer) oder Fechter; BM.: schlagen bzw. hauen; F.: Gladiator, Gladiators, Gladiatoren+FW; Z.: Gla-d-i-at-or
Gladiole, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gladiole, Siegwurz; ne. gladiolus, gladiola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. gladiolus; E.: lat. gladiolus, M., Schwertlein, kleines Schwert, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. gladius, M., Schwert, Macht, Schwert der Gerechtigkeit, Messer (N.), Dolch; kelt. *kladi̯os, Sb., Schwert?; vgl. idg. *keləd-, *klād-, V., schlagen, hauen, Pokorny 546; idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gladiole, fehlt DW, EWD s. u. Gladiole, Duden s. u. Gladiole; Son.: vgl. nndl. gladiool, Sb., Gladiole; frz. glaneul, glaïeul, M., Gladiole; nschw. gladiolus, Sb., Gladiole; nnorw. gladiolus, M., Gladiole; poln. gladiola, F., Gladiole; nir. glaidíolas, M., Gladiole; lit. gladiolė, F., Gladiole; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem erschlossenen Keltischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu der Familie der Schwertliliengewächse gehörende schon vormenschliche weit verbreitete und in vielen Farben blühende Pflanze mit schwertähnlichen Blättern; BM.: schlagen bzw. hauen; F.: Gladiole, Gladiolen+FW(+EW); Z.: Gla-d-i-ol-e
Glamour, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Glamour, Glanz, Zauber; ne. glamour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. glamour; E.: s. ne. glamour, N., Glamour, Glanz, Zauber; über Scots Abwandlung von ne. grammar, N., Grammatik, Sprachlehre; afrz. grammaire, Sb., Grammatik; von lat. grammatica, F., Grammatik, (81-43 v. Chr.); gr. γραμματική (grammatikḗ), F., Grammatik; vgl. gr. γάρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Glamour; Son.: vgl. nndl. glamour, Sb., Glamour; nschw. glamour, Sb., Glamour; nnorw. glamour, M., Glamour; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen blendenden und betörenden einen Menschen umgebenden Glanz oder Zauber; BM.: Buchstabe; F.: Glamour, Glamours+FW; Z.: Gla-m-our
Glanz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Glanz, Gleißen, Helle; ne. glance (N.), sheen (N.); Vw.: -; Hw.: s. glänzen, Glast; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. glanz, st. M., Glanz, Schimmer; mnd. glans (1), M., Glanz; mnl. glans, M., Glanz; ahd. glanz* (2), st. M. (a?, i?), Glanz, Schimmer, Leuchten (N.); vgl. ahd. glanz (1), Adj., glänzend, hell, schimmernd; germ. *glanta-, *glantaz, Adj., glänzend; idg. *g̑ʰlendʰ-, *g̑ʰlend-, V., glänzen, schauen, blicken, Pokorny 431; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glanz, Kluge s. u. Glanz, DW 7, 7601, EWD s. u. Glanz, EWAhd 4, 473, Heidermanns 247, Duden s. u. Glanz, Bluhme s. u. Glanz; Son.: vgl. nndl. glans, Sb., Glanz; nschw. glans, Sb., Glanz; nnorw. glans, M., Glanz; GB.: (glanz) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Gleißen oder eine Helle; BM.: gelb?; F.: Glanz, Glanzes+EW; Z.: Gla-nz
glänzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. glänzen, blendend hell sein (V.), gleißen, hell leuchten; ne. shine (V.), gleam (V.); Vw.: -; Hw.: s. Glanz; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. glenzen, sw. V., mit Glanz versehen (V.), erstrahlen, glänzen, leuchten, Glanz machen; mnd. glensen (1), glentzen, sw. V., glänzen, Glanz hervorbringen, ausstrahlen; ahd. glanzen*, sw. V. (1a), glänzen, schimmern, strahlen, erstrahlen; as. -; anfrk. -; germ. *glentan (2), sw. V., blicken, glänzen; germ. *glantjan, sw. V., glänzen; s. idg. *g̑ʰlendʰ-, *g̑ʰlend-, V., glänzen, schauen, blicken, Pokorny 431; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Glanz, DW 7, 7627, EWD s. u. Glanz, EWAhd 4, 488, Falk/Torp 147, Duden s. u. glänzen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. glotta, sw. V. (1a?), hohnlächeln, grinsen; got. -; nndl. glanzen, V., glänzen; nschw. glänsa, V., glänzen; GB.: (glanzen) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches hell sein (V.) oder hell leuchten; BM.: gelb?; F.: glänzen, glänze, glänzst (!), glänzt, glänzest, glänzet, glänzte, glänztest, glänzten, glänztet, geglänzt, ##geglänzt, geglänzte, geglänztes, geglänztem, geglänzten, geglänzter##, glänzend, ###glänzend, glänzende, glänzendes, glänzendem, glänzenden, glänzender###, glänz (!)+EW; Z.: glä-nz-en
Glas (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Glas (N.) (1), Trinkglas, Fensterglas; ne. glass (N.); Vw.: s. Plexi-; Hw.: s. glasieren, Glasur; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. glas, st. N., st. M., Glas (N.) (1), Trinkglas, Brille, Spiegel; mnd. glas, N., Glas, Glas als Symbol des Zerbrechlichen, zu Gefäßen verarbeitetes Glas, Fensterglas; mnl. glas, N., Glas; ahd. glas, st. N. (a), Glas, hellblauer Stein, Bernstein; as. glas, gles, st. N. (a), Glas (N.) (1); anfrk. -; germ. *glasa-, *glasam, st. N. (a), Glas (N.) (1), Harz; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glas, Kluge s. u. Glas 1, DW 7, 7659, EWD s. u. Glas, EWAhd 4, 473, Falk/Torp 147, Heidermanns 247, Duden s. u. Glas, Bluhme s. u. Glas; Son.: vgl. afries. gles, st. N. (a), Glas (N.) (1); ae. glæs, st. N. (a), Glas (N.) (1); ae. glǣr, st. M. (a?), Bernstein, Harz; an. gler, st. N. (a), Glas (N.) (1); got. -; nndl. glas, Sb., Glas (N.) (1); nschw. glas, N., Glas (N.) (1); nnorw. glass, N., Glas (N.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ab 3500 v. Chr. in dem Vorderen Orient von Menschen entwickelten und verwendeten lichtdurchlässigen und meist durchsichtigen und leicht zerbrechlichen Stoff aus geschmolzenem Quarzsand und Kalk und Soda; BM.: glänzen; F.: Glas, Glases, Gläser, Gläsern+EW; Z.: Gla-s
Glas (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Glas (N.) (2), halbe Stunde; ne. half (N.) an hour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: nndl. Lw.?; E.: aus dem Niederländischen?; wohl von nndl. glasen, Sb. Pl., Sanduhr aus Glas; s. nhd. Glas (1); L.: Kluge s. u. Glas 2, Duden s. u. Glas; GB.: seit 16. Jh. belegte und von Glas abgeleitete Bezeichnung für den Zeitraum einer halben Stunde; BM.: glänzen; F.: Glas, Glases, Glasen+EW; Z.: Gla-s
$glasen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. glasen, Glasarbeit verrichten; Vw.: s. ver-; E.: s. Glas, s. en (Suff.): L.: DW 7, 7625, EWD s. u. Glas; F.: glasen, glase (!), glasst (!), glast, glasest, glaset, glaste, glastest, glasten, glastet, geglast, ##geglast, geglaste, geglastes, geglastem, geglasten, geglaster##, glasend, ###glasend, glasende, glasendes, glasendem, glasenden, glasender###, glas (!)+EW; Z.: gla-s-en
$Glaser, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Glaser, Glasender, Glasmacher, Glasbearbeiter; E.: s. Glas, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Glas 1, DW 7, 7675, EWD s. u. Glas; GB.: seit 11. Jh. belegte und nach lat. vitrearius aus Glas und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Glas möglichen Glasender oder Glasmacher oder Glasbearbeiter; F.: Glaser, Glasers, Glasern+EW; Z.: Gla-s-er
$gläsern, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. gläsern, aus Glas bestehend; E.: s. Glas, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Glas 1, DW 7, 7677, EWD s. u. Glas; GB.: (gleserīn) vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Glas und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für aus Glas bestehend; F.: gläsern, gläserne, gläsernes, gläsernem, gläsernen, gläserner+EW; Z.: glä-s-ern
$Glasharmonika, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Glasharmonika; E.: s. Glas, s. Harmonika; L.: Kluge s. u. Harmonika, DW 7, 7684; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Glas und Harmonika gebildete Bezeichnung für ein 1761 von Benjamin Franklin entwickeltes Musikinstrument ähnlich einer Glasharfe bei dem durch Reiben mit den Fingern Töne erzeugt werden; F.: Glasharmonika, Glasharmonikas, Glasharmoniken+EW+FW; Z.: Gla-s—har-mon-ik-a
$Glashütte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Glashütte; E.: s. Glas, s. Hütte; L.: Kluge s. u. Hütte, DW 7, 7685, EWD s. u. Hütte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Glas und Hütte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung von Glas entwickelte Stätte der Glaserzeugung; F.: Glashütte, Glashütten+EW; Z.: Gla-s—hü-tt-e
glasieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. glasieren, mit einer Glasur überziehen; ne. glaze (V.), frost (V.); Vw.: -; Hw.: s. Glasur, Glas (1); Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. glasēren, glasīren, sw. V., glasieren, mit Glasur versehen (V.); wohl Mischung aus frz. glacer, V., glasieren, mit glasartigem Überzug versehen (V.)?; vgl. frz. glace, F., Eis; lat. glaciēs, F., Eis, Eisstück, Eisscholle, Sprödigkeit, (96-55 v. Chr.); vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); und mhd. glas, st. N., st. M., Glas, Trinkglas, Brille, Spiegel; ahd. glas, st. N. (a), Glas, hellblauer Stein, Bernstein; germ. *glasa-, *glasam, st. N. (a), Glas, Harz; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. glasieren, DW 7, 7685, EWD s. u. Glas, Duden s. u. glasieren; Son.: vgl. nndl. glazuren, V., glasieren; nschw. glasera, V., glasieren; nnorw. glasere, V., glasieren; poln. glazurować, V., glasieren; lit. glazūruoti, V., glasieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Glasur und wohl auch Glas verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Glasur oder glänzenden Schicht überziehen; BM.: Eis bzw. glänzen?; F.: glasieren, glasiere, glasierst, glasiert, glasierest, glasieret, glasierte, glasiertest, glasierten, glasiertet, ##glasiert, glasierte, glasiertes, glasiertem, glasierten, glasierter##, glasierend, ###glasierend, glasierende, glasierendes, glasierendem, glasierenden, glasierender###, glasier (!)+FW(+EW); Z.: gla-s-ier-en
$glasig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. glasig, glasartig, Glas betreffend; E.: s. Glas, s. ig; L.: Kluge s. u. Glas 1, DW 7, 7686, EWD s. u. Glas; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Glas und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Glas mögliches glasartig oder Glas betreffend; F.: glasig, glasige, glasiges, glasigem, glasigen, glasiger+EW; Z.: gla-s-ig
Glast, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Glast, Glanz, Schein Schimmer, glänzende Beschaffenheit; ne. sheen (N.), gleam (N.); Vw.: -; Hw.: s. Glanz; Q.: 1150-1190 (Priesterleben des sogenannten Heinrich von Melk); E.: mhd. glast (1), gelast, st. M., st. F., Glanz, Schein, blendender Lichtschein; mnd. glast, M., Glanz; vgl. mhd. glanz, st. M., Glanz, Schimmer; mnd. glans (1), M., Glanz; ahd. glanz* (2), st. M. (a?, i?), Glanz, Schimmer, Leuchten (N.); vgl. ahd. glanz (1), Adj., glänzend, hell, schimmernd; germ. *glanta-, *glantaz, Adj., glänzend; idg. *g̑ʰlendʰ-, *g̑ʰlend-, V., glänzen, schauen, blicken, Pokorny 431; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glast, Kluge s. u. Glast, DW 7, 7696, Duden s. u. Glast; GB.: seit 1150-1190 belegte und mit Glanz verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche glänzende Beschaffenheit; BM.: glänzen; F.: Glast, Glastes, Glasts+EW; Z.: Gla-s-t
Glasur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Glasur, Überzug; ne. glaze (N.), varnish (N.), frosting (N.); Vw.: -; Hw.: s. glasieren, Glas (1); Q.: Anfang 16. Jh.; I.: z. T. frz. Lw.; E.: Hybridbildung, wohl Mischung aus frz. glacure, F., Glasur?; vgl. frz. glacer, V., glasieren, mit glasartigem Überzug versehen (V.)?; vgl. frz. glace, F., Eis; lat. glaciēs, F., Eis, Eisstück, Eisscholle, Sprödigkeit, (96-55 v. Chr.); vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); und mhd. glas, st. N., st. M., Glas, Trinkglas, Brille, Spiegel; ahd. glas, st. N. (a), Glas, hellblauer Stein, Bernstein; germ. *glasa-, *glasam, st. N. (a), Glas, Harz; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Glasur, DW 7, 7702, EWD s. u. Glas, Duden s. u. Glasur; Son.: vgl. nndl. glazuur, Sb., Glasur; nschw. glasyr, F., Glasur; nnorw. glasur, M., Glasur; poln. glazura, F., Glasur; nir. gléas, M., Glasur; lit. glazūra, F., Glasur; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und wohl teilweise aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in dem 4. Jt. v.Chr. von Menschen entwickelte und verwendete dünne und glasartige Schicht auf keramischen Erzeugnissen; BM.: Eis bzw. glänzen?; F.: Glasur, Glasuren+FW+EW; Z.: Gla-s-ur
glatt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. glatt, eben, flach, glänzend; ne. smooth (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Glatze; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. glat, Adj., glatt, glänzend; mnd. glat (1), glad, gladd, Adj., glatt, gut aussehend, hübsch, schlüpferig; mnl. glat, Adj., glänzend, schimmernd, glatt; ahd. glat, Adj., glatt, hell, klar, durchsichtig, glänzend, leuchtend, strahlend, rein; as. *glad?, Adj., froh; anfrk. -; germ. *glada-, *gladaz, Adj., glatt, eben, flach, froh, glänzend; idg. *gʰlādʰ-, *g̑ʰlədʰ-, Adj., glänzend, glatt, Pokorny 431; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, Adj., V., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. glatt, Kluge s. u. glatt, DW 7, 7705, EWD s. u. glatt, EWAhd 4, 478, Falk/Torp 147, Heidermanns 244, Duden s. u. glatt, Bluhme s. u. glatt; Son.: vgl. afries. gled, Adj., glatt; nfries. gled, Adj., glatt; ae. glǣ̆d (1), Adj., glänzend, froh, freundlich; an. glaðr, Adj., froh, fröhlich, glänzend; got. *glad-, Adj. (a), froh, fröhlich; nndl. glad, Adj., glatt; ne. glad, Adj., froh, freudig; nschw. glatt, Adj., glatt, rutschig; nnorw. glatt, Adj., glatt; lat. glaber, Adj., glatt, unbehaart, kahl; lit. glodùs, glodnùs, Adj., glatt; ksl. gladuku, Adj., glatt, eben; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches eben oder flach oder glänzend; BM.: glänzen; F.: glatt, glatte, glattes, glattem, glatten, glatter(, glattere, glatteres, glatterem, glatteren, glatterer, glattest, glatteste, glattestes, glattestem, glattesten, glattester)+EW; Z.: gla-t-t
$Glätte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Glätte, Glattheit, Ebenheit, Flachheit; E.: s. glatt; s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. glatt, DW 7, 7737, EWD s. u. glatt; GB.: (glete) seit Ende 13. Jh. belegte und mit glatt verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Glattheit oder Ebenheit oder Flachheit; F.: Glätte, Glätten+EW; Z.: Glä-t-t-e
$Glatteis, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Glatteis; E.: s. glatt, s. Eis; L.: Kluge s. u. glatt, DW 7, 7743, EWD s. u. glatt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus glatt und Eis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche dünne Schicht von Eis auf Wegen oder Straßen oder ebenes und dadurch die Gefahr des Ausrutschens bergendes Eis; F.: Glatteis, Glatteises+EW; Z.: Gla-t-t-eis
$glätten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. glätten, glatt machen; E.: s. glatt, s. en; L.: Kluge s. u. glatt, DW 7, 7746, EWD s. u. glatt; GB.: (gleten) seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus glatt und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches glatt machen oder glänzend machen; F.: glätten, glätte (!), glättest, glättet, glättete, glättetest, glätteten, glättetet, geglättet, ##geglättet, geglättete, geglättetes, geglättetem, geglätteten, geglätteter##, glättend, ###glättend, glättende, glättendes, glättendem, glättenden, glättender###, glätt (!)+EW; Z.: glä-t-t-en
$glatterdings, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. glatterdings, glatt, einfach, schlicht, glattweg; E.: s. glatt, s. er, s. Ding, s. s; Q.: Mitte 18. Jh.; L.: DW 7, 7751, EWD s. u. glatt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus glatt und er sowie Ding und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches glatt oder einfach oder schlicht oder glattweg; F.: glatterdings+EW; Z.: gla-t-t-er—din-g-s
$glattweg, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. glattweg, glatterdings, glatt, einfach, schlicht; E.: s. glatt, s. weg; Q.: Mitte 16. Jh.; L.: EWD s. u. glatt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus glatt und weg gebildete Bezeichnung für einfach oder kurzweg; F.: glattweg; Z.: gla-t-t—weg
Glatze, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Glatze, kahler Kopf, Kahlkopf; ne. baldness, bald head; Vw.: -; Hw.: s. Glatze; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. glaz, st. M., Kahlkopf, Glatze, Kopfoberfläche; mnd. glate, F., Glatze; mnl. glade, F., Fleck; ahd. glaz, st. M. (a?, i?), Glatze, Kalkopf; vgl. ahd. glat, Adj., glatt, hell, klar, durchsichtig, glänzend, leuchtend, strahlend, rein; germ. *glada-, *gladaz, Adj., glatt, eben, flach, froh, glänzend; idg. *gʰlādʰ-, *g̑ʰlədʰ-, Adj., glänzend, glatt, Pokorny 431; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, Adj., V., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glatze, Kluge s. u. Glatze, DW 7, 7763, EWD s. u. Glatze, EWAhd 4, 480, Duden s. u. Glatze, Bluhme s. u. Glatze; GB.: (glaz) seit dem 11. Jh. belegte und mit glatt verbindbare Bezeichnung für eine sachlich durch Haarausfall entstandene vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche größere kahle Stelle auf dem Kopf oder einen Kahlkopf eines Menschen; BM.: glänzen; F.: Glatze, Glatzen+FW; Z.: Gla-tz-e
$Glatzkopf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Glatzkopf, Kahlkopf; E.: s. Glatz(e), s. Kopf; L.: DW 7. 7770, EWD s. u. Glatze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Glatz(e) und Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich durch Haarausfall entstandenen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Kahlkopf oder eine Glatze eines Menschen; F.: Glatzkopf, Glatzkopfes, Glatzkopfs, Glatzköpfe, Glatzköpfen+EW; Z.: Gla-tz—ko-pf
$glatzköpfig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. glatzköpfig, einen Glatzkopf betreffend; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Glatzkopf, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Glatze; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus Glatzkopf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Kahlkopf oder Glatzkopf oder eine Glatze eines Menschen betreffend; F.: glatzköpfig, glatzköpfige, glatzköpfiges, glatzköpfigem, glatzköpfigen, glatzköpfiger+EW; Z.: gla-tz—kö-pf-ig
Glaube, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Glaube, Glauben, Vertrauen, Überzeugung, Religion; ne. faith, belief; Vw.: -; Hw.: s. Glauben; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. geloube (1), giloube, gelouve, geloufē, gilouve, giloufēst. F., sw. F., st. M., sw. M., Glaube, Zuversicht, Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Dafürhalten, Überzeugung, Glaubensbekenntnis; mnd. gelōve (1), gelȫve, glōve, sw. M., Versprechen, Gelöbnis, Erlaubnis, Zustimmung, Glaube, Vertrauen; mnl. gelove, M., Glaube; ahd. giloubo (1), sw. M. (n), Glaube, Glauben, Glaubensbekenntnis, ahd. gilouba, F. (ō), sw. F. (n), Glaube, Glaubensbekenntnis; as. gilôvo*, sw. M. (n), Glaube, Gesinnung; anfrk. gilouvo*, sw. M. (n), Glaube; ahd. gilouben, sw. V. (1a), glauben, vertrauen, zustimmen, aufgeben, glauben an, für wahr halten, gläubig sein (V.); as. gilôvian*, gilôƀian*, sw. V. (1a), glauben; anfrk. gilouven*, sw. V. (1), glauben, sich entäußern; germ. *galaubjan, V., glauben, vertraut machen?, zu Laub als „Lockmittel für das Vieh“?; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glaube, Kluge s. u. glauben, DW 7, 7777, EWD s. u. glauben, EWAhd 4, 308, Duden s. u. Glaube; Son.: vgl. afries. -; ae. geléafa, sw. M. (n), Glauben, Glaube, Annahme; nndl. geloof, Sb., Glaube; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche gefühlsmäßige und nicht hauptsächlich von Beweisen oder Tatsachen bestimmte unbedingte Überzeugung eines Menschen; BM.: mit, gern haben; F.: Glaube, Glauben, Glaubens+EW; Z.: G-laub-e
glauben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. glauben, vertrauen, meinen; ne. believe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gelouben, glouben, sw. V., glauben, erlauben, verzichten; mnd. gelȫven, sw. V., glauben, für wahr halten, vertrauen, bürgen, erlauben; mnl. geloven, V., glauben; ahd. gilouben, sw. V. (1a), glauben, vertrauen, zustimmen, aufgeben, glauben an, für wahr halten, gläubig sein (V.); as. gilôvian*, gilôƀian*, sw. V. (1a), glauben; anfrk. gilouven*, sw. V. (1), glauben, sich entäußern; germ. *galaubjan, V., glauben, vertraut machen?, zu Laub als „Lockmittel für das Vieh“?; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glaube, Kluge s. u. glauben, DW 7, 7819, EWD s. u. glauben, EWAhd 5, 1458, Duden s. u. glauben, Bluhme s. u. glauben; Son.: vgl. afries. -; ae. gelíefan (1), gelȳfan, sw. V. (1), erlauben, gewähren, glauben, vertrauen; an. -; got. galaubjan, sw. V. (1), glauben, anvertrauen; nndl. geloven, V., glauben; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ohne Beweis für die Richtigkeit von etwas überzeugt sein (V.) oder vertrauen oder meinen; BM.: mit, gern haben; F.: glauben, glaube, glaubst, glaubt, glaubest, glaubet, glaubte, glaubtest, glaubten, glaubtet, geglaubt, ##geglaubt, geglaubte, geglaubtes, geglaubtem, geglaubten, geglaubter##, glaubend, ###glaubend, glaubende, glaubendes, glaubendem, glaubenden, glaubender###, glaub +EW; Z.: g-laub-en
Glauben, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Glauben (M.), Glaube, Vertrauen, Überzeugung, Religion; ne. faith, belief; Vw.: -; Hw.: s. Glaube; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. geloube (1), giloube, gelouve, geloufē, gilouve, giloufēst. F., sw. F., st. M., sw. M., Glaube, Zuversicht, Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Dafürhalten, Überzeugung, Glaubensbekenntnis; mnd. gelōve (1), gelȫve, glōve, sw. M., Versprechen, Gelöbnis, Erlaubnis, Zustimmung, Glaube, Vertrauen; mnl. gelove, M., Glaube; ahd. giloubo (1), sw. M. (n), Glaube, Glauben, Glaubensbekenntnis, ahd. gilouba, F. (ō), sw. F. (n), Glaube, Glaubensbekenntnis; as. gilôvo*, sw. M. (n), Glaube, Gesinnung; anfrk. gilouvo*, sw. M. (n), Glaube; ahd. gilouben, sw. V. (1a), glauben, vertrauen, zustimmen, aufgeben, glauben an, für wahr halten, gläubig sein (V.); as. gilôvian*, gilôƀian*, sw. V. (1a), glauben; anfrk. gilouven*, sw. V. (1), glauben, sich entäußern; germ. *galaubjan, V., glauben, vertraut machen?, zu Laub als „Lockmittel für das Vieh“?; vgl. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glaube, Kluge s. u. glauben, DW 7, 7777, EWD s. u. glauben, EWAhd 4, 308, Duden s. u. Glaube; Son.: vgl. afries. -; ae. geléafa, sw. M. (n), Glauben (M.), Glaube, Annahme; nndl. geloof, Sb., Glauben (M.); GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche gefühlsmäßige und nicht hauptsächlich von Beweisen oder Tatsachen bestimmte unbedingte Überzeugung oder Religion von Menschen; BM.: mit, gern haben; F.: Glauben, Glaubens+EW; Z.: G-laub-en
Glaubersalz, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Glaubersalz, Natriumsulfat als Abführmittel; ne. Glauber salt, sodium sulfate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Drittel 17. Jh.; E.: benannt nach dem Chemiker und Apotheker Johann Rudolph Glauber (1604-1668) der das Salz als Bestandteil von Mineralwasser entdeckte; Hinterglied s. nhd. Salz; L.: Kluge s. u. Glaubersalz, DW 7, 7885, Duden s. u. Glaubersalz; GB.: seit 2. Drittel 17. Jh. belegte und aus dem PN Glauber und Salz gebildete Bezeichnung für wasserhaltiges Natriumsulfat das als Mineral und gelöst als Bestandteil vieler natürlicher Mineralwässer vorkommt und industriell besonders in der Glasfabrikation sowie medizinisch als Abführmittel verwendet wird; BM.: PN; F.: Glaubersalz, Glaubersalzes, Glaubersalze, Glaubersalzen+EW; Z.: Glauber—sa-l-z
$glaubhaft, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. glaubhaft, Glauben verdienend, glaubwürdig; E.: s. glaub(en), s. Glaub(e), s. haft; L.: Kluge s. u. glauben, DW 7, 7885, EWD s. u. glauben; GB.: (geloubehaft) seit 1200-1210 belegte und aus glaub(en) bzw. Glaub(e) und haft gebildete Bezeichnung für Glauben verdienend oder glaubwürdig, älter ahd. giloubhaft, Adj.?, gläubig; F.: glaubhaft, glaubhafte, glaubhaftes, glaubhaftem, glaubhaften, glaubhafter(, glaubhaftere, glaubhafteres, glaubhafterem, glaubhafteren, glaubhafterer, glaubhaftest, glaubhafteste, glaubhaftestes, glaubhaftestem, glaubhaftesten, glaubhaftester)+EW; Z.: g-laub-haf-t
$gläubig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gläubig, glaubend, Glauben habend; Vw.: s. leicht-, recht-; E.: s. Glaub(e), s. ig; L.: Kluge s. u. glauben, DW 7, 7890, EWD s. u. glauben; GB.: (giloubīg) seit um 800 belegte und aus Glaub(e) und ig gebildete Bezeichnung für glaubend oder Glauben habend; F.: gläubig, gläubige, gläubiges, gläubigem, gläubigen, gläubiger(, gläubigere, gläubigeres, gläubigerem, gläubigeren, gläubigerer, gläubigst, gläubigste, gläubigstes, gläubigstem, gläubigsten, gläubigster)+EW; Z.: g-läub-ig
$Gläubiger (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Gläubiger; Hw.: s. Schuldner; E.: s. gläubig, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Gläubiger, DW 7, 7904, EWD s. u. glauben; GB.: (geloubigære*) seit 14. Jh. (Prag) belegte und nach ital. creditore und mittelbar lat. creditor gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Geldes möglichen Geldgeber oder allgemeiner einen seit der Entwicklung von Vermögensbeziehungen unter Menschen zu dem Empfang einer Leistung eines Schuldners Berechtigten; F.: Gläubiger, Gläubigers, Gläubigern+EW; Z.: G-läub-ig-er
$Gläubiger (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gläubiger, Glaubender; E.: s. gläubig, s. er; L.: EWD s. u. glauben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gläubig und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen an etwas Glaubenden oder Gläubigen, älter mhd. geloubige*; F.: Gläubiger, Gläubigers, Gläubigern+EW; Z.: G-läub-ig-er
$gläubisch, nhd. (ält.), Adj., (14. Jh.): nhd. gläubisch, glaubend; Vw.: s. aber-; E.: s. glaub(en) bzw. Glaub(e), s. isch; L.: DW 7, 7904; F.: gläubisch, gläubische, gläubisches, gläubischem, gläubischen, gläubischer(, gläubischere, gläubischeres, gläubischerem, gläubischeren, gläubischerer, gläubischst, gläubischste, gläubischstes, gläubischstem, gläubischsten, gläubischster)+EW; GB.: (gelöubisch) seit 14. Jh. belegte und aus glaub(en) bzw. Glaub(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (an etwas) glaubend; Z.: g-läub-isch
$glaublich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. glaublich, glaubwürdig, glaubhaft, gläubig, wahrscheinlich; E.: s. glaub(en), bzw. Glaub(e), s. lich; L.: Kluge s. u. glauben, DW 7, 7905, EWD s. u. glauben; GB.: (giloublīh*) seit 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. credibilis aus glaub(en) bzw. Glaub(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches glaubwürdig oder glaubhaft oder gläubig oder wahrscheinlich; F.: glaublich, glaubliche, glaubliches, glaublichem, glaublichen, glaublicher(, glaublichere, glaublicheres, glaublicherem, glaublicheren, glaublicherer, glaublichst, glaublichste, glaublichstes, glaublichstem, glaublichsten, glaublichster)+EW; Z.: g-laub-lich
$glaubwürdig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. glaubwürdig, glaubhaft, zuverlässig; E.: s. glaub(en) bzw. Glaub(e), s. würdig; L.: Kluge s. u. glauben, EWD s. u. glauben; GB.: (geloubwirdic) seit 1276 belegte und aus glaub(en) bzw. Glaub(e) und würdig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches glaubhaft oder zuverlässig; F.: glaubwürdig, glaubwürdige, glaubwürdiges, glaubwürdigem, glaubwürdigen, glaubwürdiger(, glaubwürdigere, glaubwürdigeres, glaubwürdigerem, glaubwürdigeren, glaubwürdigerer, glaubwürdigst, glaubwürdigste, glaubwürdigstes, glaubwürdigstem, glaubwürdigsten, glaubwürdigster)+EW; Z.: g-laub—wür-d-ig
Glaukom, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Glaukom, eine Augenkrankheit; ne. glaucoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. glaucōma; E.: s. lat. glaucōma, N., grüner Star, Glaukom, blauer Dunst, (um 400 n. Chr.); gr. γλαύκωμα (glaúkōma), N., grauer Star; vgl. gr. γλαυκός (glaukós), Adj., leuchtend, glänzend, bläulich; weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 310; L.: fehlt DW, Duden s. u. Glaukom; Son.: vgl. nndl. glaucoom, Sb., Glaukom; frz. glaucome, M., Glaukom; nschw. glaukom, Sb., Glaukom; nnorw. glaukom, N., Glaukom; kymr. glawcoma, M., Glaukom; lit. glaukoma, F., Glaukom; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche durch erhöhten Innendruck des Auges verursachte Augenkrankheit die zu einer Erblindung führen kann; BM.: leuchtend; F.: Glaukom, Glaukoms, Glaukome, Glaukomen+FW(+EW); Z.: Glauk-om
glazial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. glazial, eiszeitlich, Gletschereis betreffend; ne. glacial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. glaciālis; E.: s. lat. glaciālis, Adj., eisig, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. glaciēs, F., Eis, Eisstück, Eisscholle, Sprödigkeit; vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: DW 7, 7927, EWD s. u. glazial, Duden s. u. glazial; Son.: vgl. nndg. gladiaal, Adj., glazial; nnorw. glasial, Adj., glasial; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eiszeitlich oder Gletschereis betreffend; BM.: kalt bzw. frieren; F.: glazial, glaziale, glaziales, glazialem, glazialen, glazialer+FW; Z.: gla-z-i-al
$Glazialzeit, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Glazialzeit, Eiszeit; E.: s. glazial, s. Zeit; L.: EWD s. u. glazial; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus glazial (frz. glacial) und Zeit gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon seit 3 Millionen Jahren mögliche unterschiedlich lange Eiszeit oder Kälteperiode; F.: Glazialzeit, Glazialzeiten+FW+EW; Z.: Gla-z-i-al—zei-t
gleich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gleich, dieselben Merkmale habend, übereinstimmend, identisch, sehr ähnlich; ne. equal (Adj.), similar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gelīch, gelich, gelīche, glīch, Adj., gleich, von gleicher Art (F.) (1) seiend, von gleicher Beschaffenheit seiend, recht; mnd. gelīk (1), gelīke?, Adj., gleich, von gleicher Art (F.) (1), von gleicher Beschaffenheit, recht; mnl. gelijc, Adj., gleich; ahd. gilīh, Adj., gleich, ähnlich, jemandem ähnlich, gleichgestaltig, gleichgeartet, ebenbürtig, gleichwertig; as. gilīk, Adj., gleich; anfrk. gilīk*, Adj., gleich, ähnlich; germ. *galeika-, *galeikaz, *galīka-, galīkaz, Adj., gleich; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *lē̆ig- (2)?, *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. gleich, Kluge s. u. gleich, DW 7, 7930, EWD s. u. gleich, EWAhd 4, 299, Falk/Torp 119, Duden s. u. gleich, Bluhme s. u. gleich; Son.: vgl. afries. gelik, Adj., gleich, gleiche Weise betreffend; ae. gelic, Adj., gleich; an. glīkr, Adj., gleich; got. galeiks, Adj. (a), ähnlich, gleich; nndl. gelijk, Adj., Adv., gleich; nschw. lik, Adj., gleich; nnorw. lik, Adj., gleich; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches dieselben Merkmale habend oder übereinstimmend oder identisch oder sehr ähnlich; BM.: ?; F.: gleich, gleiche, gleiches, gleichem, gleichen, gleicher(, gleichere, gleicheres, gleicherem, gleicheren, gleicherer, gleichst, gleichste, gleichstes, gleichstem, gleichsten, gleichster)+EW; Z.: g-leich
$Gleiche, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Gleiche; E.: s. gleich, s. e; L.: DW 7, 8033, EWD s. u. gleich; GB.: (gilīhhī*) seit um 1000 belegte und aus gleich und e gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Gleichheit; F.: Gleiche, Gleichen; Z.: G-leich-e
$gleichen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. gleichen, gleich sein (V.); Vw.: s. be-, ver-; E.: s. gleich, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. gleich, Kluge s. u. gleich, DW 7, 8037, EWD s. u. gleich; GB.: vielleicht seit 1120 belegte und aus gleich und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für gleich sein (V.); F.: gleichen (!), gleiche (!), gleich (!), gleichst, gleicht, gleichest, gleichet, glich, glichst, glichen, glicht, glichest, glichet, geglichen, ##geglichen, geglichene, geglichenes, geglichenem, geglichenen, geglichener##, gleichend, ###gleichend, gleichende, gleichendes, gleichendem, gleichenden, gleichender###, gleich (!)+EW; Z.: g-leich-en
$gleichförmig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. gleichförmig, gleichgeformt; E.: s. gleich, s. förmig; L.: DW 7, 8067, EWD s. u. Form; GB.: seit nach 1323 belegte und wohl nach lat. conformis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches gleichgeformt; F.: gleichförmig, gleichförmige, gleichförmiges, gleichförmigem, gleichförmigen, gleichförmiger(, gleichförmigere, gleichförmigeres, gleichförmigerem, gleichförmigeren, gleichförmigerer, gleichförmigst, gleichförmigste, gleichförmigstes, gleichförmigstem, gleichförmigsten, gleichförmigster)+EW; Z.: g-leich—för-m-ig
$Gleichgewicht, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gleichgewicht, Gleichgewichtigkeit (zweier Gegebenheiten); E.: s. gleich, s. Gewicht; L.: Kluge s. u. Gleichgewicht, DW 7, 8088, EWD s. u. gleich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gleich und Gewicht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Gleichgewichtigkeit in Gegensatz zu Übergewicht; F.: Gleichgewicht, Gleichgewichtes, Gleichgewichts, Gleichgewichte, Gleichgewichten+EW; Z.: G-leich—ge-wich-t
$gleichgültig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gleichgültig, belanglos, gleich geltend; E.: s. gleich, s. gültig; L.: Kluge s. u. gleichgültig, DW 7, 8105, EWD s. u. gleich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gleich und gültig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches belanglos oder gleich geltend; F.: gleichgültig, gleichgültige, gleichgültiges, gleichgültigem, gleichgültigen, gleichgültiger(, gleichgültigere, gleichgültigeres, gleichgültigerem, gleichgültigeren, gleichgültigerer, gleichgültigst, gleichgültigste, gleichgültigstes, gleichgültigstem, gleichgültigsten, gleichgültigster)+EW; Z.: g-leich-gült-ig
$Gleichgültigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit, Gleichwertigkeit, Belanglosigkeit; E.: s. gleichgültig, s. heit, s. keit; L.: DW 7, 8117, EWD s. u. gleich; GB.: seit 1680. belegte und aus gleichgültig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Teilnahmslosigkeit oder Gleichwertigkeit oder Belanglosigkeit; F.: Gleichgültigkeit, Gleichgültigkeiten+EW; Z.: G-leich—gült-ig—kei-t
$Gleichheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gleichheit oder Unterschiedslosigkeit oder Ähnlichkeit; E.: s. gleich, s. heit; L.: Kluge s. u. gleich, DW 7, 8124, EWD s. u. gleich; GB.: (gelīchheit) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus gleich und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Unterschiedslosigkeit oder Ähnlichkeit die seit der Aufklärung zu einem Grundrecht des Menschen erklärt wurde; F.: Gleichheit, Gleichheiten+EW; Z.: G-leich-hei-t
$Gleichmaß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gleichmaß, gleiches Maß, gleiche Größe; E.: s. gleich, s. Maß; L.: Kluge s. u. gleichmäßig, DW 7, 8160 (Gleichmasz), EWD s. u. gleich; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus gleich und Maß gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Maßen durch Menschen mögliche gleiche Maß oder die gleiche Größe; F.: Gleichmaß, Gleichmaßes, Gleichmaße, Gleichmaßen+EW; Z.: G-leich—ma-ß
$gleichmäßig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gleichmäßig, gleiches Maß habend; E.: s. Gleichmaß, s. ig: L.: Kluge s. u. gleichmäßig, DW 7, 8163, EWD s. u. gleich; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gleichmaß und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Maßen mögliches gleiches Maß habend; F.: gleichmäßig, gleichmäßige, gleichmäßiges, gleichmäßigem, gleichmäßigen, gleichmäßiger(, gleichmäßigere, gleichmäßigeres, gleichmäßigerem, gleichmäßigeren, gleichmäßigerer, gleichmäßigst, gleichmäßigste, gleichmäßigstes, gleichmäßigstem, gleichmäßigsten, gleichmäßigster)+EW; Z.: g-leich—mä-ß-ig
$Gleichmut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gleichmut, Ausgeglichenheit, Gelassenheit; E.: s. gleich, s. Mut; L.: DW 2, 8173, EWD s. u. gleich; F.: Gleichmut, Gleichmutes, Gleichmuts+EW; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat aequianimitas aus gleich und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ausgeglichenheit oder Gelassenheit; Z.: G-leich—mu-t
$Gleichnis, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gleichnis, Bildnis, Abbild, Vergleich; E.: s. gleich, s. nis; L.: Kluge s. u. Gleichnis, DW 7, 8184, EWD s. u. gleich; GB.: seit um 765 belegte und aus gleich und nis wohl nach dem Lateinischen und Griechischen des Altertums (īcōn) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Bildnis oder Abbild oder Vergleich; F.: Gleichnis, Gleichnisses, Gleichnisse, Gleichnissen+EW; Z.: G-leich-nis
$gleichsam, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. gleichsam, sozusagen, gewissermaßen; E.: s. gleich, s. sam; L.: DW 7, 8211, EWD s. u. gleich; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gleich und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches sozusagen oder gewissermaßen; F.: gleichsam, gleichsame, gleichsamem, gleichsamen, gleichsamer, gleichsames, Z.: g-leich—sam
$Gleichung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gleichung, Gleichsetzung, Gleichwertigkeit, Ausgewogenheit, Vergleich; Vw.: s. Ver-; E.: s. gleich(en) s. ung; L.: Kluge s. u. Gleichung, DW 7, 8250, EWD s. u. gleich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus gleich(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Gleichsetzung oder Gleichwertigkeit oder Ausgewogenheit oder einen Vergleich; F.: Gleichung, Gleichungen+EW; Z.: G-leich-ung
$gleichwertig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gleichwertig, gleichen Wert habend; E.: s. gleich, s. wertig; L.: DW 7, 8262, EWD s. u. wert; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gleich und Wert sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gleichen Wert habend; F.: gleichwertig, gleichwertige, gleichwertiges, gleichwertigem, gleichwertigen, gleichwertiger(, gleichwertigere, gleichwertigeres, gleichwertigerem, gleichwertigeren, gleichwertigerer, gleichwertigst, gleichwertigste, gleichwertigstes, gleichwertigstem, gleichwertigsten, gleichwertigster)+EW; Z.: g-leich—wer-t-ig
$gleichwohl, nhd., (Adj.,) Adv., (15. Jh.): nhd. gleichwohl, gleich wohl, dennoch; E.: s. gleich, s. wohl; L.: Kluge s. u. gleichwohl, DW 7, 8269, EWD s. u. gleich; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gleich und wohl gebildete Bezeichnung für gleich wohl oder obwohl oder dennoch; F.: gleichwohl(, gleichwohle, gleichwohles, gleichwohlem, gleichwohlen, gleichwohler, gleichwohlere, gleichwohleres, gleichwohlerem, gleichwohleren, gleichwohlerer, gleichwohlst, gleichwohlste, gleichwohlstes, gleichwohlstem, gleichwohlsten, gleichwohlster)+EW; Z.: g-leich-woh-l
$gleichzeitig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. gleichzeitig; L.: DW 7, 8277, EWD s. u. gleich; F.: gleichzeitig, gleichzeitige, gleichzeitiges, gleichzeitigem, gleichzeitigen, gleichzeitiger+EW; Z.: g-leich—zei-t-ig
Gleis, nhd., N.: nhd. Gleis; Vw.: s. Geleis
Gleisner, nhd. (ält.), M.: nhd. Gleisner; Vw.: s. Gleißner
$Gleiß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gleiß, Glanz; L.: Kluge s. u. Gleiße, DW 7, 8294; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit gleißen verbindbare Bezeichnung für Glanz; F.: Gleiß, Gleißes, Gleiße, Gleißen+EW; Z.: G-leiß
Gleiße, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Gleiße, Hundspetersilie; ne. fool’s cicely, fool’s parsley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. fnhd. gleisz, Sb., Gleiße; spätmhd. glise, F.?, Gleiße; vielleicht zu mhd. gelīchsenen, sw. V., „gleißen“, heucheln, erheucheln, vorgeben; vgl. mhd. gelīch, gelich, gelīche, glīch, Adj., gleich, von gleicher Art (F.) (1) seiend, von gleicher Beschaffenheit seiend, recht; ahd. gilīh, Adj., gleich, ähnlich, jemandem ähnlich, gleichgestaltig, gleichgeartet, ebenbürtig, gleichwertig; germ. *galeika-, *galeikaz, *galīka-, galīkaz, Adj., gleich; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *lē̆ig- (2)?, *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gleisz, Kluge s. u. Gleiße, DW 7, 8295 (Gleisze), Duden s. u. Gleiße; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit gleißen verbindbare Bezeichnung für ein weiß blühendes giftiges einjähriges Doldengewächs mit knoblauchähnlichem Geruch; BM.: gleichtun bzw. sich verstellen?; F.: Gleiße, Gleißen+EW; Z.: G-leiß-e
gleißen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. gleißen, glänzen, leuchten; ne. glisten (V.), glitte (V.), gleam (V.); Vw.: -; Hw.: Gleiße; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. glīzen, st. V., gleißen, glänzen, schimmern, leuchten; mnd. glīten, V., gut scheinen, gleißen, glänzen, scheinen; mnd. glīssen? (1), glīsen, sw. V., gleißen, glänzen, scheinen, falschen Glanz tragen; ahd. glīzan*, st. V. (1a), „gleißen“, glänzen, glitzern, funkeln; as. glītan*, st. V. (1a), gleißen; anfrk. -; germ. *gleitan, st. V., glänzen; idg. *g̑ʰleid-, V., glänzen, Pokorny 433; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gleiszen, Kluge s. u. gleißen, DW 7, 8296 (gleiszen), EWD s. u. gleißen, EWAhd 4, 491, Falk/Torp 148, Seebold 231, Bluhme s. u. gleissen, Duden s. u. gleißen; Son.: vgl. afries. -; ae. glitenian, sw. V. (2), glänzen; an. glita, sw. V., glitzern, schimmern; got. glitmunjan, sw. V. (1), glänzen; GB.: (glīzan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches glänzen oder leuchten; BM.: glänzen; F.: gleißen, gleiße (!), gleißst (!), gleißt, gleißest, gleißet, gleißte, gleißtest, gleißten, gleißtet, gegleißt, ##gegleißt##, gleißend, ###gleißend, gleißende, gleißendes, gleißendem, gleißenden, gleißender###, gleiß (!)+EW; Z.: glei-ß-en
Gleißner, Gleisner, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Gleißner, Heuchler, Schleicher, Betrüger; ne. hypocrite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 12. Jh. (Die Dichtungen der Frau Ava); E.: mhd. gelīchsenære, glīsenære, st. M., Gleißner; mnd. gelīsenære*, gelīsenēr, glīsenēre, glīsener, M., Gleißner, Heuchler, Pharisäer; ahd. gilīhhisināri, st. M. (ja), „Gleißner“, Heuchler, Schmeichler; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. gilīh, Adj., gleich, ähnlich, jemandem ähnlich, gleichgestaltig, gleichgeartet, ebenbürtig, gleichwertig; germ. *galeika-, *galeikaz, *galīka-, galīkaz, Adj., gleich; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *lē̆ig- (2)?, līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gleiszner, Kluge s. u. Gleisner, DW 7, 8309 (Gleiszner), EWD s. u. Gleisner, EWAhd 4, 300, EWAhd 4, 301; GB.: (gelīchsenære) seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus gleiß(en) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen nicht seine wirklichen Gedanken Äußernden oder Heuchler oder Schleicher oder Betrüger, älter ahd. gilīhhisāri; BM.: gleich tun; F.: Gleißner, Gleißners, Gleißnern, Gleisner, Gleisners, Gleisnern+EW; Z.: G-leiß-n-er
$gleißnerisch, gleisnerisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gleißnerisch, heuchlerisch, betrügerisch; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Gleißner, s. isch; L.: DW 7, 8318, EWD s. u. Gleisner; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus Gleißner und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches heuchlerisch oder betrügerisch; F.: gleißnerisch, gleißnerische, gleißnerisches, gleißnerischem, gleißnerischen, gleißnerischer, gleisnerisch, gleisnerische, gleisnerisches, gleisnerischem, gleisnerischen, gleisnerischer(, gleisnerischere, gleisnerischeres, gleisnerischerem, gleisnerischeren, gleisnerischerer, gleisnerischst, gleisnerischste, gleisnerischstes, gleisnerischstem, gleisnerischsten, gleisnerischster)+EW; Z.: g-leis-n-er-isch
gleiten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. gleiten, rutschen, schweben, schwebend fliegen; ne. glide (V.); Vw.: -; Hw.: s. glitschen; Q.: 9. Jh. (Altmittelfränkische und altniederfränkische Psalmen); E.: mhd. glīten, st. V., gleiten, abgleiten von, straucheln, sinken in; mnd. glīden, gliden, st. V., gleiten, entgleiten, ausgleiten, fallen; ahd. glītan?, st. V. (1a?), st. V., gleiten; as. glīdan, st. V. (1a?), gleiten; anfrk. glīdan, glīdon*, st. V. (1), gleiten; wgerm. *gleidan, *glīdan, st. V., gleiten; idg. *g̑ʰleidʰ-, V., gleiten, Pokorny 433; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gleiten, Kluge s. u. gleiten, DW 7, 8321, EWD s. u. gleiten, Falk/Torp 148, Seebold 230, Duden s. u. gleiten, Bluhme s. u. gleiten; Son.: vgl. afries. glīda, st. V. (1), gleiten; saterl. glida, V., gleiten; ae. glīdan, st. V. (1), gleiten; nndl. glijden, V., gleiten; nschw. glida, V., gleiten; nnorw. gli, V., gleiten; lit. grìdyti, V., gehen, wandeln; ? lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten, beschreiten, einherschreiten; ? ksl. gresti, V., kommen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches rutschen oder schweben oder schwebend fliegen bzw. sich fast schwebend über eine Fläche hinbewegen; BM.: glänzen; F.: gleiten, gleite, gleitest, gleitet, glitt, glittest, glittst (!), glitten, glittet, geglitten, ##geglitten, geglittene, geglittenes, geglittenem, geglittenen, geglittener##, gleitend, ###gleitend, gleitende, gleitendes, gleitendem, gleitenden, gleitender###, gleit (!)+EW; Z.: glei-t-en
$Gleitflug, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gleitflug, gleitender Flug; Q.: um 1900; E.: s. gleit(en), s. Flug; L.: DW 7, 8330, EWD s. u. gleiten; GB.: seit um 1900 belegte und aus gleit(en) und Flug gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich und Menschen seit dieser Zeit mit von ihnen nach natürlichem Vorbild entwickelten Fluggeräten möglichen gleitenden Flug; F.: Gleitflug, Gleitfluges, Gleitflugs, Gleitflüge, Gleitflügen+EW; Z.: Glei-t—flu-g
Gletscher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gletscher, aus Firneis gebildete Eismasse, großes Eisfeld; ne. glacier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: schweizerische Mundartwörter; (spät)lat. glaciārium, N., Gletscher?; lat. glaciēs, F., Eis, Eisstück, Eisscholle, Sprödigkeit; vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gletscher, Kluge s. u. Gletscher, DW 7, 8336, EWD s. u. Gletscher, Duden s. u. Gletscher, Bluhme s. u. Gletscher; Son.: vgl. nndl. gletsjer, Sb., Gletscher; frz. glacier, M., Gletscher; nschw. glaciär, Sb., Gletscher; nnorw. gletsjer, M., Gletscher; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spätlateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine aus Firneis gebildete sich in einem Strom (aus Firneis) über Gestein langsam zu Tal bewegende Eismasse; BM.: Eis; F.: Gletscher, Gletschers, Gletschern+FW(+EW); Z.: Gle-tsch-er
Glibber, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Glibber, glitschige oder schlüpferige Masse; ne. slime (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Rückbildung aus dem Niederdeutschen; vgl. fnhd. geliefern, s. mhd. geliberet*, gelibert, (Part. Prät.=)Adj., geronnen; ahd. giliberot, Adj., geronnen, gefroren; weitere Herkunft unklar; vielleicht von idg. *lou-, *lou̯ə-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Glibber, DW 8, 1, Duden s. u. Glibber; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen rückgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche glitschige oder schlüpferige Masse; BM.: gerinnen bzw. feucht sein (V.)?; F.: Glibber, Glibbers+EW; Z.: Glibb-er
Glied, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Glied, Stück, Körperglied; ne. joint (N.), limb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. gelit, gilit, glit, st. N., Glied, Gelenk, Mitglied, Schachfigur, inneres Organ, Verwandtschaftsgrad, Arm, Körperteil, Abschnitt; mhd. gelide, st. N., Glied, Gebein; mnd. gelit, gelēt, gelyde, N., Glied, Geschlecht; ahd. gilid*, st. M. (i)?, st. N. (a), Glied, Körperglied, Gelenk, Gefüge der Glieder; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *liþu-, *liþuz, st. M. (u), Glied; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, leiH-, liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glied, Kluge s. u. Glied, DW 8, 2, EWD s. u. Glied, EWAhd 4, 298, Falk/Torp 365, Duden s. u. Glied; Son.: s. ahd. lid (1), st. M. (i), st. F. (i), st. N. (iz/az), Glied, Gelenk, Körperteil; as. lith, st. M. (u, a), Glied; vgl. afries. lith (1), leth, N., Glied; nnordfries. leth, lath, lass; ae. liþ (1), st. M. (u), st. N. (a), Glied, Gelenk; an. liðr (1), st. M. (u), Glied, Gelenk; got. liþus, st. M. (u), Glied; nndl. lid, Sb., Glied; GB.: (gilid) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eines der vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen ineinandergreifenden Teilstücke einer Reihe oder Kette oder eines Körpers oder eines Ganzen; BM.: mit, biegen; F.: Glied, Glieds, Gliedes, Glieder, Gliedern+EW; Z.: G-lie-d
$gliedern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. gliedern, in Glieder teilen; E.: s. Glied, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Glied, DW 8, 53, EWD s. u. Glied; GB.: (abegelideren*) seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus Glied und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches in Glieder oder Stücke teilen, F.: gliedern (!), gliedere, glieder (!), gliederst, gliedert, gliederte, gliedertest, gliederten, gliedertet, gegliedert, ##gegliedert, gegliederte, gegliedertes, gegliedertem, gegliederten, gegliederter##, gliedernd, ###gliedernd, gliederndes, gliederndem, gliedernden, gliedernder###, glieder (!)+EW; Z.: g-lie-d-er-n
$Gliederung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gliederung, Teilung in Glieder oder Teile oder Stücke; E.: s. glieder(n), s. ung: L.: Kluge s. u. Glied, DW 8, 60, EWD s. u. Glied; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus glieder(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Einteilung in Glieder oder Teile oder Stücke; F.: Gliederung, Gliederungen+EW; Z.: G-lie-d-er-ung
$Gliedmaßen, nhd., N. Pl., F.Pl., (14. Jh.): nhd. Gliedmaßen; E.: s. Glied, s. Maß; L.: Kluge 1. A. s. u. Glied, Kluge s. u. Gliedmaßen, DW 8, 69 (Gliedmasz, N., F.), EWD s. u. Glied; GB.: seit 1300-1329 belegte und aus Glied und Maß(e) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Körperteil des Menschen und höherer Wirbeltiere wie Arme und Beine; F.: Gliedmaßen+EW; Z.: G-lie-d—ma-ß-en
glimmen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. glimmen, schwach leuchten, schwach brennen; ne. gleam (V.), smoulder (V.); Vw.: -; Hw.: s. Glimmer; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. glimmen, st. V., glimmen, glühen; mnd. glimmen, st. V., glimmen, glühen; mnl. glimmen, V., glimmen; s. germ. *glemman?, st. V., glimmen; s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. glimmen, Kluge s. u. glimmen, DW 8, 86, EWD s. u. glimmen, Seebold 232, Duden s. u. glimmen, Bluhme s. u. glimmen; Son.: vgl. nndl. glimmen, V., glimmen; nschw. glimma, V., glimmen; gr. χλιαίνειν (chliaínein), V., erwärmen; GB.: seit um 1210 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schwach leuchten oder schwach brennen; BM.: glänzen; F.: glimmen, glimme, glimmst, glimmt, glimmest, glimmet, glomm (!), glommst, glommen, glommt, glömme, glömmest, glömmen, glömmet, geglommen, ##geglommen, geglommene, geglommenes, geglommenem, geglommenen, geglommener##, glimmend, ###glimmend, glimmende, glimmendes, glimmendem, glimmenden, glimmender###, glimm (!)+EW; Z.: gli-mm-en
Glimmer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Glimmer, Stein mit glänzenden Teilen; ne. mica, glimmer; Vw.: -; Hw.: s. glimmen; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu nhd. glimmen (s. d.); L.: Kluge s. u. Glimmer, DW 8, 94, EWD s. u. glimmen, Duden s. u. Glimmer; Son.: vgl. nndl. glimmer, Sb., Glimmer; nschw. glimmer, N., Sb., Glimmer; nnorw. glimmer, M., Glimmer; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit glimmen verbindbare Bezeichnung für ein in vielen Gesteinen in blätterig tafelartiger Form vorkommendes glänzendes Mineral (Schichtsilikat); BM.: glänzen; F.: Glimmer, Glimmers+EW; Z.: Gli-mm-er
$glimmern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. glimmern, schimmern, schwach glänzen, schwach leuchten, schwach brennen; Q.: um 1400 (Marienlieder aus dem 14. Jh. des Bruder Hans); E.: s. glimmen; L.: EWD s. u. glimmen, DW 8, 98; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit glimmen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schimmern oder schwach glänzen oder schwach leuchten oder schwach brennen; F.: glimmern, glimmere, glimmer (!), glimmerst, glimmert, glimmerte, glimmertest, glimmerten, glimmertet, geglimmert, ##geglimmert, geglimmerte, geglimmertes, geglimmertem, geglimmerten, geglimmerter##, glimmernd, ###glimmernd, glimmerndes, glimmerndem, glimmernden, glimmernder###, glimmer (!)+EW; Z.: gli-mm-er-n
$Glimmstängel, Glimmstengel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Glimmstängel, Zigarre, Zigarette; E.: s. glimm(en), s. Stängel; L.: Kluge s. u. glimmen, DW 8, 101 (Glimmstengel), EWD s. u. glimmen; GB.: seit um 1820 belegte und aus glimm(en) und Stängel (Stengel) gebildete umgangssprachliche Bezeichnung für Zigarre oder Zigarette; F.: Glimmstängel, Glimmstängels, Glimmstängeln, Glimmstengel, Glimmstengels, Glimmstengeln+EW; Z.: Gli-mm-stäng-el
Glimpf, Gelimpf (!), nhd. (ält.), st. M., (9. Jh.): nhd. Glimpf, Gelimpf, Angemessenes, Angemessenheit, Benehmen, Ehre; ne. suiting (N.); Vw.: -; Hw.: s. glimpflich; Q.: um 900/Anfang 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. gelimpf (2), glimpf, gelinpf, st. M., Glimpf, Unbefangenheit, Benehmen, Verhalten, Befugnis, Recht, Anstand, Takt, guter Leumund, Gebaren; mnd. gelimp, gelimpe, glimp, N., M., „Glimpf“, angemessenes Wesen, maßvolles Benehmen, Fug, Angemessenheit, angemessenes maßvolles Wesen; ahd. gilimpf*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Übereinstimmung, Passen, Zusammenpassen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *lempa-, *lempam, st. N. (a), Ereignis, Angemessenheit; vgl. idg. *slembʰ-, *lembʰ-, *slemb-, *lemb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655?(1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glimpf, DW 5, 3027 (Gelimpf), vgl. DW 8, 103 (Glimpf), EWAhd 4, 302, Duden s. u. Glimpf; Son.: vgl. afries. -; ae. gelimp, st. N. (a), Zufall, Unglück; an. -; got. -; GB.: seit um 900 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für Angemessenes oder Ehre; BM.: mit, Ereignis bzw. schlaff hängen; F.: Glimpf, Glimpfes, Glimpfs, Gelimpf (!), Gelimpfes (!), Gelimpfs (!)+EW; Z.: G-li-m-pf
$glimpfen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. glimpfen, angemessen sein (V.) ; Vw.: s. verun-; E.: s. Glimpf, s. en (Suff.); L.: DW 8, 109; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Glimpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für angemessen sein (V.); F.: glimpfen, glimpfe, glimpfst, glimpft, glimpfest, glimpfet, glimpfte, glimpftest, glimpften, glimpftet, geglimpft, ##geglimpft, geglimpfte, geglimpftes, geglimpftem, geglimpften, geglimpfter##, glimpfend, ###glimpfend, glimpfende, glimpfendes, glimpfendem, glimpfenden, glimpfender###, glimpf (!)+EW; Z.: g-li-m-pf-en
glimpflich, nhd., Adj., Adv.), (8. Jh.): nhd. glimpflich, angemessen, schicklich, rechtlich; ne. lenient, gentle; Vw.: -; Hw.: s. Glimpf; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. gelimpflich, Adj., recht, angemessen; mnd. gelimplīk (1), glimplīk, Adj., glimpflich, angemessen, gebührend, maßvoll; ahd. gilimpflīh*, Adj., angemessen, passend, leicht, entsprechend, gebührend, zutreffend, übereinstimmend, maßvoll; vgl. ahd. gilimpf*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Übereinstimmung, Passen, Zusammenpassen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *lempa-, *lempam, st. N. (a), Ereignis, Angemessenheit; vgl. idg. *slembʰ-, *lembʰ-, *slemb-, *lemb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655?(1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glimpf, Kluge s. u. glimpflich, DW 8, 116, EWD s. u. glimpflich, EWAhd 4, 303, EWAhd 4, 311, Duden s. u. glimpflich, Bluhme s. u. glimpflich; Son.: vgl. ae. gelimplic, Adj., glimpflich, passend, angemessen, geeignet; GB.: seit um 790 belegte und aus Glimpf und lich gebildete Bezeichnung für angemessen oder schicklich oder rechtlich; BM.: mit, schlaff hängen, gleich; F.: glimpflich, glimpfliche, glimpfliches, glimpflichem, glimpflichen, glimpflicher(, glimpflichere, glimpflicheres, glimpflicherem, glimpflicheren, glimpflicherer, glimpflichst, glimpflichste, glimpflichstes, glimpflichstem, glimpflichsten, glimpflichster)+EW; Z.: g-li-m-pf-lich
glitschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. glitschen, gleiten, gleiten lassen; ne. slither; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. glitschen, sw. V., glitschen, ausgleiten; vgl. mnd. glīden, gliden, st. V., gleiten, entgleiten, ausgleiten, fallen; as. glīdan, st. V. (1a?), gleiten; wgerm. *gleidan, *glīdan, st. V., gleiten; idg. *g̑ʰleidʰ-, V., gleiten, Pokorny 433; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. glitschen, DW 8, 128, EWD s. u. glitschen, Duden s. u. glitschen; GB.: (glitesen) seit 15. Jh. belegte und mit gleiten verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gleiten oder gleiten lassen; BM.: glänzen; F.: glitschen, glitsche, glitschst, glitscht, glitschest, glitschet, glitschte, glitschtest, glitschten, glitschtet, geglitscht, ##geglitscht, geglitschte, geglitschtes, geglitschtem, geglitschten, geglitschter##, glitschend, ###glitschend, glitschende, glitschendes, glitschendem, glitschenden, glitschender###, glitsch (!)+EW; Z.: gli-tsch-en
$glitscherig, glitschrig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. glitscherig, glitschig; E.: s. glitsch(en), s. er, is. ig; L.: EWD s. u. glitschen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus glitsch(en) und er sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches glitschig; F.: glitscherig, glitscherige, glitscheriges, glitscherigem, glitscherigen, glitscheriger(, glitscherigere, glitscherigeres, glitscherigerem, glitscherigeren, glitscherigerer, glitscherigst, glitscherigste, glitscherigstes, glitscherigstem, glitscherigsten, glitscherigster), glitschrig, glitschrige, glitschriges, glitschrigem, glitschrigen, glitschriger(, glitschrigere, glitschrigeres, glitschrigerem, glitschrigeren, glitschrigerer, glitschrigst, glitschrigste, glitschrigstes, glitschrigstem, glitschrigsten, glitschrigster)+EW; Z.: gli-tsch-er-ig
$glitschig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. glitschig, glatt, gleitbar; E.: s. glitsch(en), s. ig; L.: Kluge s. u. glitschen, DW 8, 132, EWD s. u. glitschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus glitsch(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches glatt oder gleitbar; F.: glitschig, glitschige, glitschiges, glitschigem, glitschigen, glitschiger(, glitschigere, glitschigeres, glitschigerem, glitschigeren, glitschigerer, glitschigst, glitschigste, glitschigstes, glitschigstem, glitschigsten, glitschigster)+EW; Z.: gli-tsch-ig
$glitzerig, glitzrig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. glitzerig, glitzernd, funkelnd, glänzend; E.: s. glitz(e)r(n), s. ig; L.: DW 8, 136, EWD s. u. glitzern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus glitzer(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches glitzernd oder funkelnd oder glänzend; F.: glitzerig, glitzerige, glitzeriges, glitzerigem, glitzerigen, glitzeriger(, glitzerigere, glitzerigeres, glitzerigerem, glitzerigeren, glitzerigerer, glitzerigst, glitzerigste, glitzerigstes, glitzerigstem, glitzerigsten, glitzerigster, glitzrig, glitzrige, glitzriges, glitzrigem, glitzrigen, glitzriger, glitzrigere, glitzrigeres, glitzrigerem, glitzrigeren, glitzrigerer, glitzrigst, glitzrigste, glitzrigstes, glitzrigstem, glitzrigsten, glitzrigster)+EW; Z.: gli-tz-er-ig
glitzern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. glitzern, funkeln, glänzen; ne. sparkle (V.), glint (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. mhd. glitzeren, sw. V., glitzern, glänzen; erweitert aus mhd. glitzen, sw. V., „glitzen“, glänzen; vgl. mhd. gliz, st. M., „Glitz“ (?), Glanz; ahd. gliz 7, st. M. (a?, i?), Glanz, Gleiß, Schimmer, Verstellung?; germ. *gliti-, *glitiz, st. M. (i), Glanz, Glitzern; s. germ. *glitja, M., Glanz; vgl. idg. *g̑ʰleid-, V., glänzen, Pokorny 433; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. glitzern, Kluge s. u. glitzern, DW 8, 137, EWD s. u. glitzern, Duden s. u. glitzern, Bluhme s. u. glitzern; Son.: vgl. an. glitra, sw. V. (2), glitzern; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus glitzen erweiterte sowie mit mhd. und ahd. gliz sowie dem für das Germanische erschließbaren *gliti- und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für funkeln oder glänzen; BM.: glänzen bzw. gelb; F.: glitzern, glitzere, glitzer (!), glitzerst, glitzert, glitzerte, glitzertest, glitzerten, glitzertet, geglitzert, ##geglitzert, geglitzertes, geglitzertem, geglitzerten, geglitzerter##, glitzernd, ###glitzernd, glitzernde, glitzerndes, glitzerndem, glitzernden, glitzernder###, glitzer (!)+EW; Z.: gli-tz-er-n
$global, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. global, Globus (Erdkugel) betreffend, weltweit; E.: s. lat. glob(us), s. al (Suff.); L.: Kluge s. u. Globus, fehlt DW, EWD s. u. Globus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Glob(us) und al (Suff.) belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches die Erdkugel (Globus) als Gesamtheit betreffend oder weltweit; F.: global, globale, globales, globalem, globalen, globaler(, globalere, globaleres, globalerem, globaleren, globalerer, globalst, globalste, globalstes, globalstem, globalsten, globalster)+FW; Z.: glo-b-al
Globetrotter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Globetrotter, Weltenbummler, Weltreisender; ne. globetrotter; Vw.: -; Hw.: s. Globus; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. globetrotter; E.: s. ne. globetrotter, M., Globetrotter, Weltenbummler; vgl. ne. globe, N., Globus, Welt; lat. globus, M., Kugel, Haufe, Haufen, Klumpen (M.), Kloß, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. trotter, M., viel Laufender, sich ständig Bewegender; vgl. ne. trot, N., Trott, Trab; it. trotto, M., Trab; frührom. *tolutare, V., im Passschritt gehen; weitere Herkunft unklar (s. auch Trott)?; L.: Kluge s. u. Globetrotter, fehlt DW, EWD s. u. Globus, Duden s. u. Globetrotter; Son.: vgl. nndl. globetrotter, Sb., Globetrotter; frz. globe-trotter, M., Globetrotter; nschw. globetrotter, Sb., Globetrotter; nnorw. globetrotter, M., Globetrotter; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise aus dem Frühromanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für einen Weltenbummler oder Weltreisenden; BM.: Ball (M.) (1), sich bewegen; F.: Globetrotter, Globetrotters, Globetrottern+FW; Z.: Glo-b-e-trott-er
Globulin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Globulin, ein Eiweißkörper, ein Speicherprotein; ne. globulin; Vw.: -; Hw.: s. Globulus; Q.: um 1850?; I.: neoklassische Bildung; E.: wegen der kugelförmigen Form von lat. globulus, M., Kügelchen, Kügellein, Kugel, Klumpen (M.), Klümpchen, Kloß, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. globus, M., Kugel, Haufe, Haufen, Klumpen (M.), Kloß, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Globulin; Son.: vgl. frz. globuline, F., Globulin; nschw. globulin, Sb., Globulin; nnorw. globulin, N., Globulin; poln. globulina, F., Globulin; kymr. globwlin, M., Globulin; nir. glóbailin, F., Globulin; lit. globulinai, Pl., Globuline; GB.: vielleicht seit um 1850 belegte und aus lat. globul(us) und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wichtigen beispielsweise in der Leber von Tieren hergestellten Eiweißkörper (Speicherprotein) des menschlichen und tierischen sowie pflanzlichen Organismus; BM.: Ball (M.) (1); F.: Globulin, Globulins, Globuline, Globulinen+FW; Z.: Glo-b-ul-in
Globulus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Globulus, Kügelchen, Streukügelchen, homöopathisches Arzneikügelchen; ne. globules; Vw.: -; Hw.: s. Globus, Globulin; Q.: 1676?; I.: Lw. lat. globulus; E.: s. lat. globulus, M., Kügelchen, Kügellein, Kugel, Klumpen (M.), Klümpchen, Kloß, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. globus, M., Kugel, Haufe, Haufen, Klumpen (M.), Kloß, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Globulus; Son.: meist nur in dem Plural verwendet; GB.: vielleicht seit 1676 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und danach meist in der Homöopathie eingesetzte kleinkugelige Arzneiform (homöopathisches Arzneikügelchen); BM.: Ball (M.) (1); F.: Globulus, Globuli+FW; Z.: Glo-b-ul-us
Globus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Globus, Erdkugel; ne. globe (N.); Vw.: -; Hw.: s. Globetrotter, Globulus, Globulin; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. globus; E.: s. lat. globus, M., Kugel, Haufe, Haufen, Klumpen (M.), Kloß, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Globus, EWD s. u. Globus, DW 8, 140, Duden s. u. Globus; Son.: vgl. nndl. globe, Sb., Globus; frz. globe, M., Globus; nschw. glob, Sb., Globus; nnorw. globus, M., Globus; poln. globus, M., Globus; kymr. glôb, M., Globus; lit. gaublys, M., Globus; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Kugel mit einer Abbildung oder Darstellung der Erde (Erdkugel) und vor allem ihrer Oberfläche; BM.: Ball (M.) (1); F.: Globus, Globen, Globusse, Globussen+FW; Z.: Glo-b-us
$Glöckchen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Glöckchen; Vw.: s. Mai-, Schnee-; E.: s. Glock(e), s. chen; L.: DW 8, 141; GB.: (glockichīn) seit 1343-1349 belegte und aus Glock(e) und chen (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine kleine von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickelte und verwendete Glocke; F.: Glöckchen, Glöckchens+FW+EW; Z.: Glöck—chen
Glocke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Glocke, Kirchenglocke; ne. bell (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Urkunde); E.: mhd. glocke, glogge, sw. F., st. F., Glocke, glockenförmiges Kleid; mnd. klocke, glocke*, F., Glocke, Turmglocke, Kirchenglocke, Rufglocke, Sturmglocke; ahd. glokka, glocka*, clocca, sw. F. (n), Glocke, Kirchenglocke, Schelle; as. glogga, F., Glocke; air. clocc, M., Glocke; s. idg. *klēg-, *klōg-, *kləg-, *kleg-, V., schreien, klingen, Pokorny 599 (930/162) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glocke, Kluge s. u. Glocke, DW 8, 142, EWD s. u. Glocke, EWAhd 4, 493, Duden s. u. Glocke, Bluhme s. u. Glocke; Son.: vgl. nndl. klok, Sb., Glocke; ne. clock, N., Uhr; frz. cloche, F., Glocke; nschw. klocka, Sb., Glocke; nnorw. klokke, M., Glocke, Uhr; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Altirischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickelten und grundsätzlich aus Metall hergestellten in der Form einem umgedrehten Kelch ähnelnden nach unten offenen hohlen Gegenstand der durch einen in dem Inneren befestigten Klöppel zu einem Klingen und dadurch zu einer Mitteilung eines Tones an Menschen gebracht wird; BM.: klingen; F.: Glocke, Glocken+FW(+EW); Z.: Glock-e
$Glockenblume, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Glockenblume; E.: s. Glock(e), s. en, s. Blume; L.: Kluge s. u. Glocke, EWD s. u. Glocke; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus Glock(e) und (e)n sowie Blume gebildete Bezeichnung für eine kleinere Pflanze (Blume) mit Blüten in der Form einer Glocke; F.: Glockenblume, Glockenblumen+FW+EW; Z.: Glock-en—blu-m-e
Glockenspeise, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Glockenspeise, Gussmetall für die Glocke; ne. bell metall; Vw.: -; Hw.: s. Glocke; Q.: 1230/1240 (Kudrun); E.: s. mhd. glockenspīse, glocspīse, gloggenspīse, st. F., Glockenmetall, Glockenbronze; mhd. glockespīse, st. F., „Glockenspeise“, Glockenmetall; mnd. klockenspīse, glockenspīse, F., Glockenspeise, Glockenmetall, Gussmetall, Bronze; mhd. glocke, glogge, sw. F., st. F., Glocke, glockenförmiges Kleid; mnd. klocke, glocke*, F., Glocke, Turmglocke, Kirchenglocke, Rufglocke, Sturmglocke; ahd. glokka, glocka*, clocca, sw. F. (n), Glocke, Kirchenglocke, Schelle; as. glogga, F., Glocke; air. clocc, M., Glocke; s. idg. *klēg-, *klōg-, *kləg-, *kleg-, V., schreien, klingen, Pokorny 599 (930/162) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. expēnsa, F., Ausgabe, Aufwand; lat. expendere, V., gegen einander aufwägen, abwägen; lat. ex, Präp., aus; lat. pendere, V., wägen, schätzen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Glockenspeise, DW 8, 180, Duden s. u. Glockenspeise; GB.: seit 1230/1240 belegte und aus Glock(e) und en sowie Speise gebildete Bezeichnung für die für den Guss einer Glocke (Glockenguss) von Menschen entwickelte und verwendete Metalllegierung; BM.: klingen, abwägen; F.: Glockenspeise, Glockenspeisen+FW(+EW); Z.: Glock-en—spei-s-e
$Glockenstuhl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Glockenstuhl; E.: seit 16. Jh. belegte und aus Glock(e) und en sowie Stuhl gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Aufhängevorrichtung (Tragwerk) für eine oder mehrere Glocken in einem Kirchturm oder einer ähnlichen Anlage; L.: Kluge s. u. Glockenstuhl, DW 8, 184, EWD s. u. Glocke; F.: Glockenstuhl, Glockenstuhls, Glockenstuhles, Glockenstühle, Glockenstühlen+FW+EW; Z.: Glock-en—stuh-l
$glockig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. glockig, glockenartig, Glocke betreffend; E.: s. Glock(e), s. ig; Q.: um 1800; L.: DW 8, 188, EWD s. u. Glocke; GB.: seit um 1800 belegte und aus Glock(e) und ig gebildete Bezeichnung für glockenartig oder Glocke betreffend; F.: glockig, glockige, glockiges, glockigem, glockigen, glockiger(, glockigere, glockigeres, glockigerem, glockigeren, glockigerer, glockigst, glockigste, glockigstes, glockigstem, glockigsten, glockigster)+FW+EW; Z.: Glock-ig
$Glöckner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Glöckner; E.: s. Glock(e), s. n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Glocke, EWD s. u. Glocke; GB.: (glockenære) seit 1273/1287 belegte und aus Glock(e) und (e)n sowie er gebildete Bezeichnung für den die Glocke(n) betreuenden Kirchendiener oder Mesner; F.: Glöckner, Glöckners, Glöcknern+FW(+EW); Z.: Glöck-n-er
$Gloria, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gloria, Ruhm, Ehre; E.: s. lat. gloria; L.: DW 8, 192, EWD s. u. Glorie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ruhm oder Ehre; F.: Gloria, Glorias+FW; Z.: Glor-i-a
Glorie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Glorie, Ruhm, Ehre, Lob; ne. praise (N.), glory (N.); Vw.: -; Hw.: s. glorifizieren, Gloriole, glorios; Q.: 1250-1272 (Die sieben Staffeln des Gebetes des David von Augsburg); E.: mhd. glōrie, glōrje, st. F., sw. F., Glorie, Herrlichkeit, Ruhm, Verherrlichung; mnd. glōrie, glōrye, F., Glorie, Ruhm, Ehre, Herrlichkeit, Pracht; lat. glōria, F., Ruhm, Ehre, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Glorie, DW 8, 193, EWD s. u. Glorie,Duden s. u. Glorie; Son.: vgl. nndl. glorie, Sb., Glorie; frz. gloire, F., Glorie; nschw. Gloria, Sb., Glorie; nnorw. glorie, M., Glorie; nir. glóire, F., Glorie, Gloria; GB.: seit 1250-1272 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ruhm oder Ehre; BM.: Ruhm; F.: Glorie, Glorien+FW(+EW); Z.: Glor-ie
glorifizieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. glorifizieren, rühmen, verherrlichen; ne. glorify; Vw.: s. Glorie, Gloriole, glorios; Hw.: -; Q.: 1323 (Summa Theologiae des Thomas von Aquin); E.: mhd. glorificieren, sw. V., glorifizieren, rühmen; mnd. glōrificēren, sw. V., glorifizieren, rühmen, verherrlichen; lat. glōrificāre, V., verherrlichen, rühmen, preisen, loben, zu Ehren bringen, ehren, auszeichnen, hochhalten, fördern, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. glōria, F., Ruhm, Ehre, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Glorie, EWD s. u. Glorie, Duden s. u. glorifizieren; Son.: vgl. frz. glorifier, V., glorifizieren; nschw. glorifiera, V., glorifzieren; nnorw. glorifisere, V., glorifizieren; poln. gloryfikować, V., glorifizieren; GB.: seit 1323 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches rühmen oder verherrlichen; BM.: Ruhm, setzen; F.: glorifizieren, glorifiziere, glorifizierst, glorifiziert, glorifizierest, glorifizieret, glorifizierte, glorifiziertest, glorifizierten, glorifiziertet, ##glorifiziert, glorifizierte, glorifiziertes, glorifiziertem, glorifizierten, glorifizierter##, glorifizierend, ###glorifizierend, glorifizierende, glorifizierendes, glorifizierendem, glorifizierenden, glorifizierender###, glorifizier (!)+FW(+EW); Z.: glor-i-fi-z-ier-en
Gloriole, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gloriole, Heiligenschein, Ruhmeszeichen; ne. gloriole; Vw.: -; Hw.: s. Glorie, glorifizieren, glorios; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. glōriola; E.: s. lat. glōriola, F., Rühmlein, Bisschen Ruhm, Ansehen, Ehre, Herrlichkeit, ruhmvolle Handlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. glōria, F., Ruhm, Ehre, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Glorie, DW 8, 202, EWD s. u. Glorie, Duden s. u. Gloriole; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Heiligenschein oder ein Ruhmeszeichen; BM.: Ruhm; F.: Gloriole, Gloriolen+FW(+EW); Z.: Glor-i-ol-e
glorios, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. glorios, glorreich, ruhmreich, ehrenhaft, beeindruckend; ne. glorious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. glōriōs, Adj., ruhmvoll, glorreich; mnd. glōriōs, Adj., ehrenreich ruhmreich; lat. glōriōsus, Adj., ruhmvoll, rühmlich, glorreich, ehrgeizig, prahlerisch, prahlend, verehrungswürdig, herrlich, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. glōria, F., Ruhm, Ehre, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Glorie, EWD s. u. Glorie, Duden s. u. glorios; Son.: vgl. nndl. glorieus, Adj., glorios; frz. glorieux, Adj., glorios, ruhmreich; nnorw. gloriøs, Adj., glorios; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches glorreich oder ruhmreich oder ehrenhaft oder beeindruckend; BM.: Ruhm; F.: glorios, gloriose, glorioses, gloriosem, gloriosen, glorioser(, gloriosere, glorioseres, glorioserem, glorioseren, glorioserer, gloriosest, glorioseste, gloriosestes, gloriosestem, gloriosesten, gloriosester)+FW(+EW); Z.: glor-i-os
$glorreich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. glorreich, glorios, ruhmreich, ehrenhaft, beeindruckend; E.: s. Glor(ie), s. reich; L.: Kluge s. u. Glorie, EWD s. u. Glorie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Glor(ie) und reich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ruhmreich oder ehrenhaft oder beeindruckend; F.: glorreich, glorreiche, glorreiches, glorreichem, glorreichen, glorreicher(, glorreichere, glorreicheres, glorreicherem, glorreicheren, glorreicherer, glorreichst, glorreichste, glorreichstes, glorreichstem, glorreichsten, glorreichster)+EW; Z.: glor—rei-ch
glosen, glosten, nhd. (ält.?), sw. V., (10. Jh.): nhd. schwach brennen, glühen, glänzen, glimmen, schwelen; ne. shine (V.), gleam (V.), smoulder (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. glosen, sw. V., glühen, glänzen; mhd. glosten, sw. V., glühen, glänzen; mnd. glȫsen, sw. V., glimmen, glühen; ahd. glosten*, sw. V. (1a)?, glühen, glänzen, leuchten; as. -; anfrk. -; von einer germ. Wurzel *glus-, EWAhd 4, 498; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. glosten, Kluge s. u. glosen, DW 8, 208 (glosen), DW 8, 217 (glosten), EWAhd 4, 498, Duden s. u. glosen; GB.: sehr leicht brennen; BM.: glänzen; GB.: (glosten) seit 10. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare sowie landschaftlich verbreitete Bezeichnung für schwach brennen oder glühen oder glänzen oder glimmen oder schwelen; F.: glosen, glose, glosst (!), glost, glosest, gloset, gloste, glostest, glosten, glostet, geglost, ##geglost, gegloste, geglostes, geglostem, geglosten, gegloster##, glosend, ###glosend, glosende, glosendes, glosendem, glosenden, glosender###, glos (!)+EW; Z.: glo-s-en
Glossar, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Glossar, Glossarium, Wörterverzeichnis, Wortverzeichnis; ne. glossary; Vw.: -; Hw.: s. Glosse; E.: mhd. glōsar, st. N., Glossar; lat. glōssarium, N., Glossar, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. glōssa, F., Glosse; gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge; idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. Glossar, DW 8, 209, EWD s. u. Glosse, Duden s. u. Glossar, EWAhd 4, 497; Son.: vgl. nndl. glossarium, N., Glossar; frz. glossaire, M., Glossar; nschw. glossar, Sb., Glossar; nnorw. glossar, N., Glossar; poln. glosariusz, M., Glossar; GB.: (glōsar) seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine Sammlung von Glossen und davon abgeleitet Bezeichnung für ein zu einem Text gehörendes Wörterverzeichnis oder Wortverzeichnis; BM.: Zunge bzw. Stachel; F.: Glossar, Glossars, Glossare, Glossaren+FW(+EW); Z.: Gloss-ar
Glosse, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Glosse, Bemerkung, Erklärung; ne. gloss (N.); Vw.: -; Hw.: s. Glossarium, Gossem, polyglott, Diglossie; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. glōse, F., Glosse; mnd. glōse, glosse, glosze, gloze, F., Auslegung, erklärende Anmerkung, Sinn, Meinung, Bedeutung, Glosse; lat. glōssa, F., Glosse, Zunge, Sprache, (116-27 v. Chr.); gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge; idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. Glosse, DW 8, 210, EWD s. u. Glosse, Duden s. u. Glosse, Bluhme s. u. Glosse; Son.: vgl. nndl. glosse, Sb., Glosse; frz. glose, F., Glosse; nschw. speglosa, Sb., Glosse; nnorw. glose, M., Glosse; poln. glosa, F., Glosse; lit. glosa, F., Glosse; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine (schriftliche) erklärende Bemerkung oder eine Erklärung zu einem möglicherweise schwer verständlichen Wort; BM.: Zunge bzw. Stachel; F.: Glosse, Glossen+FW(+EW); Z.: Gloss-e
Glossem, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Glossem, Morphem, Glosse; ne. glosseme; Vw.: -; Hw.: s. Glosse; Q.: 1790?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. glōssa, F., Glosse, Zunge, Sprache, (116-27 v. Chr.); gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge; idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: DW 8, 214, Duden s. u. Glossem; Son.: vgl. frz. glossème, M., Glossem; nschw. glossem, Sb., Glossem; kymr. glosem, M., Glossem; GB.: vielleicht seit 1790 belegte und aus Gloss(e) und em (Suffix) gebildete Bezeichnung für die kleinste nicht weiter analysierbare Struktureinheit in einer Sprache oder einem Sprachsystem; BM.: Zunge bzw. Spitze; F.: Glossem, Glossems, Glosseme, Glossemen+FW; Z.: Gloss-em
$glossieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. glossieren, mit einer Erklärung oder Glosse versehen (V.); Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. Gloss(e), s. ieren; L.: DW 8, 215, EWD s. u. Glosse; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Gloss(e) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes eine vielleicht schwer verständliche Stelle eines Textes mit einer Erklärung oder Glosse versehen (V.); F.: glossieren, glossiere, glossierst, glossiert, glossierest, glossieret, glossierte, glossiertest, glossierten, glossiertet, ##glossiert, glossierte, glossiertes, glossiertem, glossierten, glossierter##, glossierend, ###glossierend, glossierende, glossierendes, glossierendem, glossierenden, glossierender###, glossier+FW; Z.: gloss-ier-en
glosten, nhd., sw. V.: nhd. glosten; Vw.: s. glosen
...glott, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. ...glott, sprachlich; ne. ...glot; Vw.: s. poly-; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. γλῶσσα (glōssa); E.: s. gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge, Sprache; vgl. idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1072; Son.: vgl. nndl. ...glot, Suff., ...glott; frz. ...glotte, Suff., ...glott; nschw. ...glott, Suff., ...glott; nnorw. ...glott, Suff., ...glott; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und als Nachsilbe zu der Bildung von die Sprache betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: Zunge; F.: ...glott, ...glotte, ...glottes, ...glottem, ...glotten, ...glotter+FW; Z.: -glott
$Glotzauge, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Glotzauge; E.: s. glotz(en), s. Auge; L.: DW 8, 219, EWD s. u. glotzen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus glotz(en) und Auge gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht schon früher mögliche deutliche Hervortreten des Augapfels aus der Augenhöhle; F.: Glotzauge, Glotzauges, Glotzaugen+EW; Z.: Glotz—aug-e
glotzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. glotzen, starren, stieren; ne. stare (V.), peer (V.); Vw.: -; Hw.: s. Glotzauge; Q.: 13. Jh. (Renner); E.: s. mhd. glotzen, sw. V., glotzen, stieren; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. glotzen, Kluge s. u. glotzen, DW 8, 221, EWD s. u. glotzen, Falk/Torp 150, Duden s. u. glotzen, Bluhme s. u. glotzen; Son.: vgl. me. glouten, V., starren; ne. gloat, V., sich brüsten; ? an. glotta, V., grinsen; GB.: seit 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches starren oder stieren; BM.: ?; F.: glotzen, glotze, glotzst (!), glotzt, glotzest, glotzet, glotzte, glotztest, glotzten, glotztet, geglotzt, ##geglotzt, geglotzte, geglotztes, geglotztem, geglotzten, geglotzter##, glotzend, ###glotzend, glotzende, glotzendes, glotzendem, glotzenden, glotzender###, glotz (!)+EW; Z.: glotz-en
Glück, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Glück, Zusammentreffen besonders günstiger Umstände, günstige Fügung des Schicksals, sich vorteilhaft auswirkender Zufall, Fortuna; ne. fortune; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. gelücke (1), gelück, geluck, glück, st. N., Glück, Seligkeit, Geschick, Zufall, Chance, Beruf, Lebensunterhalt, Heil, Segen, Erfolg; mnd. gelücke*, gelükke, gelük, glük, N., Glück, Schicksal, günstiger Zufall, glückliches Geschick, Vorteil; mnl. gelucke, geluc, Sb., Glück; mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.., je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. lücke (4), st. N., F., Glück, Geschick, Zufall, Beruf, Lebensunterhalt; mnd. lücke, N., Los, Geschick, Schicksal, Glück; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Glück, Kluge s. u. Glück, DW 8, 226, EWD s. u. Glück, Duden s. u. Glück, Bluhme s. u. Glueck; Son.: vgl. nndl. geluk, Sb., Glück; nschw. lycka, Sb., Glück; nnorw. lykke, M., F., Glück; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus ge und mhd. lücke gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für das Zusammentreffen besonders günstiger Umstände beziehungsweise für eine günstige Fügung des Schicksals; BM.: mit, ?; F.: Glück, Glücks, Glückes, Glücke, Glücken+EW; Z.: G-lück
$Glück auf, nhd., Interj., N., Partikelgruppe, (17. Jh.): nhd. Glück auf; L.: Kluge s. u. Glück auf, DW 8, 276 (Glückauf); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Glück und auf gebildete Redewendung von Bergleuten mit dem Inhalt es mögen sich mit Glück reiche Berggänge auftun; F.: Glück auf+EW; Z.: G-lück auf
Glucke, Klucke, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Glucke, Klucke, Bruthenne, überfürsorgliche Mutter; ne. clucking hen, mother hen; Vw.: -; Hw.: s. glucken; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. klucke, sw. F., Glucke, Klucke, Bruthenne; mnd. klucke, F., Glucke; vgl. mhd. klucken, glucken, sw. V., glucken; mnd. klucken, sw. V., glucken, klucken (lautnachahmend); L.: Kluge 1. A. s. u. Glucke, Klucke, Kluge s. u. Glucke, DW 8, 278, EWD s. u. glucken, DW 11, 1258, Duden s. u. Glucke, Bluhme s. u. Glucke; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine brütende Henne (Bruthenne) und davon abgeleitet für eine überfürsorgliche Mutter; BM.: lautnachahmend; F.: Glucke, Glucken, Klucke, Klucken+EW; Z.: Gluck-e
glucken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. glucken, klucken, wie eine Glucke oder Bruthenne locken oder rufen; ne. cluck (V.), brood (V.); Vw.: -; Hw.: s. Glucke, gluckern, glucksen; Q.: 1290-1300 (Renner); E.: mhd. klucken, glucken, sw. V., glucken; mnd. klucken, sw. V., glucken, klucken, lautnachahmend; mnl. clocken, sw. V., glucken, lautnachahmend; L.: Kluge s. u. glucken, DW 8, 280, EWD s. u. glucken, Duden s. u. glucken; Son.: vgl. nndl. klokken, sw. V., glucken; nschw. skrocka, V., glucken?; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus Gluck(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie eine Glucke oder Bruthenne locken oder rufen; BM.: lautnachahmend; F.: glucken, glucke (!), gluckst, gluckt, gluckest, glucket, gluckte, glucktest, gluckten, glucktet, gegluckt, ##gegluckt, gegluckte, geglucktes, geglucktem, gegluckten, gegluckter##, gluckend, ###gluckend, gluckende, gluckendes, gluckendem, gluckenden, gluckender###, gluck (!)+EW; Z.: gluck-en
$glücken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. glücken, gelingen; Vw.: s. verun-; E.: s. Glück, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Glück, DW 8, 284, EWD s. u. Glück; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Glück und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich mögliches gelingen; F.: glücken, glücke, glückst, glückt, glückest, glücket, glückte, glücktest, glückten, glücktet, geglückt, ##geglückt, geglückte, geglücktes, geglücktem, geglückten, geglückter##, glückend, ###glückend, glückende, glückendes, glückendem, glückenden, glückender###, glück (!)+EW; Z.: g-lück-en
gluckern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gluckern, glucksen, gurgeln; ne. glug (V.), chortle (V.); Vw.: -; Hw.: s. glucken, glucksen; Q.: 16. Jh.; E.: lautnachahmend; L.: Kluge s. u. gluckern, DW 8, 296, EWD s. u. glucken, Duden s. u. gluckern; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches klingen wie wenn eine Flüssigkeit von einem Ort oder Gefäß in einen anderen Ort oder ein anderes Gefäß fällt oder tropft; Son.: vgl. nschw. klucka, V., gluckern; BM.: lautnachahmend; F.: gluckern, gluckere, glucker (!), gluckre, gluckerst, gluckert, gluckerte, gluckertest, gluckerten, gluckertet, gegluckert, ##gegluckert, gegluckertes, gegluckertem, gegluckerten, gegluckerter##, gluckernd, ###gluckernd, gluckernde, gluckerndes, gluckerndem, gluckernden, gluckernder###, glucker (!)+EW; Z.: gluck-er-n
$glücklich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. glücklich, glückbringend, günstig, erfreut, froh, zufrieden; E.: s. Glück, s. lich; L.: Kluge s. u. glücklich, DW 8, 307, EWD s. u. Glück; GB.: seit 1. Viertel 14. Jh. belegte und aus Glück und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches glückbringend oder günstig oder erfreut oder froh oder zufrieden; F.: glücklich, glückliche, glückliches, glücklichem, glücklichen, glücklicher(, glücklichere, glücklicheres, glücklicherem, glücklicheren, glücklicherer, glücklichst, glücklichste, glücklichstes, glücklichstem, glücklichsten, glücklichster)+EW; Z.: g-lück-lich
$glückselig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. glückselig, vor Glück selig, glückbringend, günstig, erfreut, froh, zufrieden; E.: s. Glück, s. selig; L.: Kluge s. u. Glück, DW 8, 333, EWD s. u. Glück, -selig; GB.: vielleicht seit 1249 belegte und aus Glück und selig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vor Glück selig oder glückbringend oder günstig oder erfreut oder froh oder zufrieden F.: glückselig, glückselige, glückseliges, glückseligem, glückseligen, glückseliger(, glückseligere, glückseligeres, glückseligerem, glückseligeren, glückseligerer, glückseligst, glückseligste, glückseligstes, glückseligstem, glückseligsten, glückseligster)+EW; Z.: g-lück—sel-ig
$Glückseligkeit, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Glückseligkeit, Seligkeit vor Glück; E.: s. glückselig, s. heit, s. keit; L.: DW 8, 342, EWD s. u. Glück; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus glückselig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Seligkeit vor Glück; F.: Glückseligkeit+EW; Z.: G-lück—sel-ig—kei-t
glucksen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. glucksen, glucken, blubbern, brodeln, dunkel klingende und unterdrückte Laute von sich geben; ne. chortle (V.), chuckle (V.); Vw.: -; Hw.: s. glucken, gluckern; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. glucksen, klucksen, sw. V., glucksen; lautnachahmend; L.: Kluge s. u. glucksen, DW 8, 353, EWD s. u. glucken, Duden s. u. glucksen; Son.: vgl. nndl. klokken, sw. V., glucksen; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für dunkel klingende und unterdrückte Laute von sich geben; BM.: lautnachahmend; F.: glucksen, gluckse, glucksst (!), gluckst, glucksest, gluckset, gluckste, gluckstest, glucksten, gluckstet, gegluckst, ##gegluckst, gegluckste, gegluckstes, gegluckstem, geglucksten, gegluckster##, glucksend, ###glucksend, glucksende, glucksendes, glucksendem, glucksenden, glucksender###, glucks (!)+EW; Z.: gluck-s-en
$Glückshafen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Glückshafen, Lostrommel, Losbude; E.: s. Glück, s. s, s. Hafen; L.: Kluge s. u. Hafen 1, DW 8, 371; GB.: seit 1691 (Stieler) belegte und aus Glück und s sowie Hafen gebildete Bezeichnung für eine Lostrommel oder eine Losbude; F.: Glückshafen, Glückshafens+EW; Z.: G-lück-s—haf-en
$Glückshaube, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Glückshaube, Fruchtblase, Eihaut; E.: s. Glück, s. s, s. Haube; L.: Kluge s. u. Glückshaube, DW 8, 374; GB.: vielleicht seit 1808 belegte und aus Glück und s sowie Haube gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche(n) (Reste der) Fruchtblase oder Eihaut über dem Gesicht oder dem Kopf eines neugeborenen Kindes; F.: Glückshaube, Glückshauben+EW; Z.: G-lück-s-haub-e
$Glückskind, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Glückskind, Glückspilz, Sonntagskind; E.: s. Glück, s. s, s. Kind; L.: Kluge s. u. Glückskind, DW 8, 377, EWD s. u. Glück; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Glück und s sowie Kind belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen überdurchschnittlich oft Glück habenden Menschen, Glückspilz; F.: Glückskind, Glückskinds, Glückskindes, Glückskinder, Glückskindern+EW; Z.: G-lück-s—kin-d
$Glückspilz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Glückspilz, Glückskind, Sonntagskind; L.: Kluge s. u. Glückspilz, EWD s. u. Glück; seit 16. Jh. belegte und aus Glück und s sowie Pilz belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen überdurchschnittlich oft Glück habenden Menschen oder ein Glückskind oder ein Sonntagskind; F.: Glückspilz, Glückspilzes, Glückspilze, Glückspilzen+EW+FW; Z.: G-lück-s—pilz
$Glücksrad, Glückrad, nhd. N., (14. Jh.): nhd. Glücksrad; E.: s. Glück, s. s, s. Rad; L.: DW 8, 386, EWD s. u. Glück; GB.: seit 14. Jh. (glükrad) belegte und aus Glück und (s sowie) Rad gebildete Bezeichnung für ein von Menschen schon in dem Altertum als Bild für die Veränderlichkeit des Glückes verstandene Rad und später als Mittel des gewollten Zufalls bei Ausspielungen oder Verlosungen entwickeltes und verwendetes Rad; F.: Glücksrad, Glücksrads, Glücksrades, Glücksräder, Glücksrädern+EW; Z.: G-lück-s—rad
$Glücksritter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Glücksritter, Abenteuerer; E.: s. Glück, s. s, s. Ritter; L.: Kluge s. u. Glücksritter, DW 8, 391, EWD s. u. Glück; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Glück und s sowie Ritter belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich ganz auf sein Glück verlassenden Menschen oder Abenteuerer; F.: Glücksritter, Glücksritters, Glücksrittern+EW; Z.: G-lück-s—ri-tt-er
Glufe, Gufe, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Glufe, Spange, Fibel, Nadel, Stecknadel, Schmucknadel, Haarnadel; ne. pin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. glufe, F., Stecknadel; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus dem Italienischen?, s. oberitalienisch glove, Sb., Astgabel; vgl. ahd. klobo, sw. M. (n), „Kloben“, Falle, Vogelfalle, Fessel (F.) (1), Schlinge; germ. *klubō-, *klubōn, *kluba-, *kluban, sw. M. (n), Kloben; s. idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Glufe, Kluge s. u. Glufe, DW 8, 430; GB.: seit 1482 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht aus dem Italienischen aufgenommene oder mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu einer Verzierung oder zu einem Feststecken verwendete Spange oder Fibel oder Nadel; BM.: schneiden?; F.: Glufe, Glufen, Gufe, Gufen+EW; Z.: Gluf-e
$Glühbirne, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Glühbirne; E.: s. glüh(en), s. Birne; L.: Kluge s. u. Glühbirne, EWD s. u. glühen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus glüh(en) und Birne gebildete Bezeichnung für eine durch den elektrischen Strom zu dem Glühen und Leuchten gebrachten Metallfaden (Heinrich Göbel 1854 New York) in einem birnenförmigen kleinen Glasgehäuse (Ende zugunsten umweltfreundlicherer Beleuchtungskörper in der Europäischen Union an dem 18. März 2009 beschlossen); F.: Glühbirne, Glühbirnen+FW+EW; Z.: Glüh—bir-n-e
glühen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. glühen, leicht brennen, rot vor Hitze leuchten; ne. glow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. glüejen, glüen, sw. V., zu dem Glühen bringen; mnd. glöien*, glöyen, glöjen, glōen, glogen, glowen, sw. V., glühen, ausglühen, glühend machen, glühend sein (V.); mnl. gloeyen, V., glühen; ahd. gluoen*, sw. V. (1a), glühen, brennen, glühend machen; as. glōian, sw. V., glühen; anfrk. -; germ. *glōan, st. V., glühen, glänzen; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. glühen, Kluge s. u. glühen, DW 8, 441, EWD s. u. glühen, EWAhd 4, 503, Falk/Torp 149, Seebold 233, Duden s. u. glühen, Bluhme s. u. gluehen; Son.: vgl. afries. glīa, sw. V. (1), glühen; saterl. glojen, V., glühen; ae. glōwan, st. V. (7)=red. V. (2), glühen; an. glōa, sw. V., leuchten, glänzen; got. -; nndl. gloeien, V., glühen; nschw. glöda, V., glühen; nnorw. gløde, V., glühen; kymr. gloew, Adj., hell; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches rot vor Hitze leuchten; BM.: glänzen; F.: glühen, glühe, glühst, glüht, glühest, glühet, glühte, glühtest, glühten, glühtet, geglüht, ##geglüht, geglühte, geglühtes, geglühtem, geglühten, geglühter##, glühend, ###glühend, glühende, glühendes, glühendem, glühenden, glühender###, glüh (!)+EW; Z.: glüh-en
$Glühwein, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Glühwein; E.: s. glüh(en), s. Wein; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Glühwein, EWD s. u. glühen; GB.: seit 1808 (Campe) belegte und aus glüh(en) und Wein gebildete Bezeichnung für ein schon seit dem Altertum und seit 12. Jh. von geschäftstüchtigen Händlern entwickeltes und verwendetes aus erhitztem Wein und Gewürzen hergestelltes alkoholisches Getränk; F.: Glühwein, Glühweins, Glühweines, Glühweine, Glühweinen+EW+FW; Z.: Glüh—wei-n
Glukose, Glucose, Glykose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Glukose, Glucose, Traubenzucker, Dextrose; ne. glucose; Vw.: -; Hw.: s. Glykol; Q.: um 1838; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γλυκύς (glykýs), Adj., süß; idg. *dl̥kú-?, Adj., süß, Pokorny 222 (343/48) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Duden s. u. Glukose; Son.: vgl. nndl. glucose, Sb., Glukose; frz. glucose, M., Glukose; nschw. glukos, Sb., Glukose; nnorw. glukose, M., Glukose; poln. glukoza, F., Glukose; kymr. glwcos, M., Glukose; nir. glúcós, M., Glukose; lit. gliukozė, F., Glukose; GB.: seit (um 1838) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den besonders in Pflanzen wie beispielsweise Trauben und ihren Säften vorkommenden und zu den Kohlenhydraten zählenden natürlichen Zucker (Traubenzucker) oder Dextrose; BM.: süß; F.: Glukose, Glucose, Glykose+FW; Z.: Gluk-os-e
Glumse, Gloms, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Glumse, Gloms, Quark, Topfen; ne. curd; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. poln. glomza, glomzda; E.: s. poln. glomza, glomzda, Sb., Quark, Topfen; L.: Kluge s. u. Glumse, DW 8, 472 (Glums), Duden s. u. Glumse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das aus sauerer Milch entstehende und von Menschen entdeckte und hergestellte weiße breiige Nahrungsmittel Quark oder Topfen; BM.: ?; F.: Glumse, Glumsen+FW(+EW); Z.: Glums-e
glupen, glupschen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. glupen, glupschen, schräg ansehen, mit großen Augen ansehen; ne. gape (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. glūpen, glupen, sw. V., heimlich nach etwas sehen, einen heimlichen Blick mit halb geöffneten Augen tun; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. glupen, DW 8, 477 (glupen), Duden s. u. glupen; Son.: vgl. afries. glūpa, sw. V., schleichen; fndl. glopen, sw. V., glupen; nndl. gluopen, V., glupen, glupschen; ? aruss. glipati, V., sehen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit großen Augen ansehen; BM.: ?; F.: glupen, glupe (!), glupst, glupt, glupest, glupet, glupte, gluptest, glupten, gluptet, geglupt, ##geglupt, geglupte, gegluptes, gegluptem, geglupten, geglupter##, glupend, ###glupend, glupende, glupendes, glupendem, glupenden, glupender###, glup, glupschen, glupsche, glupschst, glupscht, glupschest, glupschet, glupschte, glupschtest, glupschten, glupschtet, geglupscht, ##geglupscht, geglupschte, geglupschtes, geglupschtem, geglupschten, geglupschter##, glupschend, ###glupschend, glupschende, glupschendes, glupschendem, glupschenden, glupschender###, glupsch (!)+EW; Z.: glup-en
$glupsch, nhd., Adj.: nhd. glupsch, finster, heimtückisch; Hw.: s. glupen; L.: Kluge s. u. glupen, fehlt DW; F.: glupsch+EW; Z.: glup-sch
glupschen, nhd., sw. V.: nhd. glupschen; Vw.: s. glupen
Glut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Glut, glühendes Material; ne. embers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gluot, st. F., Glut, Feuer, glühende Kohle; mnd. glōt, F., Glut, glühende Kohle, Herdglut; mnl. gloet, F., Glut; ahd. gluot, st. F. (i), Glut, brennende Kohle, glühende Kohle; as. *glōd?, st. F. (i), Glut; anfrk. -; germ. *glōdi-, *glōdiz, st. F. (i), Glut; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Glut, DW 8, 482, EWD s. u. Glut, EWAhd 4, 505, Falk/Torp 149, Seebold 233, Duden s. u. Glut, Bluhme s. u. Glut; Son.: vgl. afries. glēde, st. F. (i), Glut, Brand; saterl. glode; ae. glœ̄d, glēd, st. F. (i), Glut, glühende Kohle, Feuer, Flamme; an. gloð, st. F. (i), glühende Kohle, Glut; got. -; nndl. gloed, Sb., Glut; nschw. glöd, Sb., Glut; nnorw. glød, M., Glut; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche glühende Masse wie beispielsweise heiße Kohle oder heißes Holz oder flüssige Lava; BM.: glänzen; F.: Glut, Gluten+EW; Z.: Glu-t
Glutamat, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Glutamat, ein möglicherweise zu vermeidender appetitsteigernder Geschmacksverstärker; ne. glutamate; Vw.: -; Hw.: s. Gluten; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu Glutamin, einer Aminosäure; dies zu Gluten und Amin; s. lat. glūten, N., Leim, klebrige Masse, Kitt, Bindemittel, Band (N.), (96-55 v. Chr.); idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Amin leitet sich von Ammoniak ab, s. lat. Ammōniacus (sāl), M., ammonisches Salz, (23/24-79 n. Chr.); lat. Ammōniacus, Adj., zu Ammon, gehörig, Ammons...; vgl. lat. Ammōn, Hammōn, M.=PN, Ammon; gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Glutamat; Son.: vgl. nndl. glutamat, Sb., Glutamat; frz. glutamate, M., Glutamat; nschw. glutamat, N., Glutamat; poln. glutaminian, M., Glutamat; kymr. glwtamad, M., Glutamat; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums (gluten und Ammon) und teilweise dem Indogermanischen sowie dem Griechischen und dem Ägyptischen verbindbare Bezeichnung für eine Substanz von würzigem fleischbrühartigem Geschmack die Suppen oder Konserven zu einer Verfeinerung des Geschmacks und damit zu einer Anregung des Appetits zugegeben wird und (deshalb) vermutlich die Gesundheit des Menschen durch Zerstörung von Gehirnzellen gefährden kann; BM.: kleben, Ammoniak; F.: Glutamat, Glutamats, Glutamates, Glutamate, Glutamaten+FW; Z.: Glu-t-am-at
$gluten, glüten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. gluten; E.: s. Glut, s. en (Suff.); L.: DW 8, 493, EWD s. u. Glut; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Glut und en gebildete Bezeichnung für Glut sein (V.) oder Glut werden; F.: gluten, glute (!), glutest, glutet, glutete, glutetest, gluteten, glutetet, geglutet, ##geglutet, geglutete, geglutetes, geglutetem, gegluteten, gegluteter##, glutend, ###glutend, glutende, glutendes, glutendem, glutenden, glutender###, glut (!)+EW; Z.: glu-t-en
Gluten, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Gluten, Klebereiweiß; ne. gluten; Vw.: -; Hw.: s. Glutamat; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. glūten; E.: s. lat. glūten, N., Leim, klebrige Masse, Kitt, Bindemittel, Band (N.), (96-55 v. Chr.); idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 8, 493, Duden s. u. Gluten; Son.: vgl. nndl. gluten, Sb., Gluten; frz. gluten, M., Gluten; nschw. gluten, N., Gluten; nnorw. gluten, N., Gluten; poln. gluten, M., Gluten; kymr. glwten, M., Gluten; nir. glútan, M., Gluten; lit. glitimas, M., Gluten; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche die Backfähigkeit des Mehles bedingende kleberige zähe Eiweißmasse in dem Korn vieler Getreidearten wie Weizen oder Roggen oder Gerste; BM.: kleben; F.: Gluten, Glutens+FW; Z.: Glu-t-en
Glykol, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Glykol, ein giftiger Alkohol; ne. glycol; Vw.: -; Hw.: s. Glukose; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γλυκύς (glykýs), Adj., süß; idg. *dl̥kú-?, Adj., süß, Pokorny 222 (343/48) (RB. idg. aus gr., ital.); arab. al-kuḥūl, Sb., Antimon; akkad. guḫlu, Sb., ein Pulver zum Färben der Augenlider; L.: fehlt DW, Duden s. u. Glykol; Son.: vgl. frz. glycol, M., Glykol; nschw. glykol, Sb., Glykol; nnorw. glykol, M., Glykol; kymr. glycol, M., Glykol; nir. gliocól, M., Glykol; poln. glikol, M., Glykol; lit. glilolis, M., Glykol; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders als Frostschutzmittel und Desinfizierungsmittel verwendeten zweiwertigen giftigen Alkohol; BM.: süß, Antimon; F.: Glykol, Glykols, Glykole, Glykolen; Z.: Glyk-ol
Glycerin, nhd., N.: nhd. Glycerin; Vw.: s. Glyzerin
Glykose, nhd., F.: nhd. Glykose; Vw.: s. Glukose
Glypte, nhd. (ält.), F., (19. Jh.?): nhd. Glypte, Skulptur; ne. cut (Adj.) stone; Vw.: -; Hw.: s. Glyptothek, Hieroglyphe; Q.: ?; I.: Lw. gr. γλυπτός (glyptós); E.: s. gr. γλυπτός (glyptós), Adj., gravierbar, graviert; vgl. gr. γλύφειν (glýphein), V., einschneiden, aushöhlen, ausmeißeln; idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Glyptothek, fehlt DW, Duden s. u. Glypte; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen geschnittenen Stein oder eine Skulptur; BM.: schneiden; F.: Glypte, Glypten+FW; Z.: Glyp-t-e
Glyptothek, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Glyptothek, Skulpturensammlung; ne. glyptotheque; Vw.: -; Hw.: s. Glypte, Hieroglyphe; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γλυπτός (glyptós), Adj., gravierbar, graviert; vgl. gr. γλύφειν (glýphein), V., einschneiden, aushöhlen, ausmeißeln; idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Glyptothek, fehlt DW, Duden s. u. Glyptothek; Son.: vgl. nndl. glyptotheek, Sb., Glyptothek; frz. glyptothèque, F., Glyptothek; nschw. glyptotek, N., Glyptothek; nnorw. glyptotek, N., Glyptothek; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Sammlung von Skulpturen (Skulpturensammlung); BM.: schneiden, setzen; F.: Glyptothek, Glyptotheken+FW; Z.: Glyp-t-o-the-k
Glyzerin, Glycerin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Glyzerin, ein Alkohol; ne. glycerin, glycerine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. glycérine; E.: s. frz. glycérine, F., Glyzerin; gr. γλυκερός (glykerós), Adj., süß, lieb; vgl. gr. γλυκύς (glykýs), Adj., süß; idg. *dl̥kú-?, Adj., süß, Pokorny 222 (343/48) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Glyzerin, fehlt DW, EWD s. u. Glyzerin, Duden s. u. Glyzerin; Son.: vgl. nndl. glycerine, Sb., Glyzerin; frz. glycérine, F., Glyzerin; nschw. glycerin, Sb., Glyzerin; nnorw. glyserin, M., Glyzerin; poln. gliceryna, F., Glyzerin; nir. glicrín, M., Glyzerin; lit. glicerinas, M., Glyzerin; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen von dem schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) ermittelten dreiwertigen und farblosen und sirupartigen sowie nur in geringen Mengen unschädlichen in allen natürlichen Fetten enthaltenen und deswegen schon vormenschlichen Alkohol; BM.: süß; F.: Glyzerin, Glyzerins, Glyzerine, Glyzerinen+FW; Z.: Glyz-er-in
Gnade, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Gnade, Güte, Vergebung, Barmherzigkeit, Gunst, Dankbarkeit; ne. grace (N.), mercy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. genāde, gnāde, st. F., Gnade, Huld, Gunst, Unterstützung, Ruhe; mnd. genāde, genade, gnāde, gnade, F., Gnade, Gottes Gnade, Gnade Christi, Gunst, Vergünstigung; mnl. genade, F., Gnade, Ruhe, wohlwollende Gesinnung, Beistand; ahd. ginādī*, st. F. (ī), Gnade, Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Freundschaft, Güte; ahd. gināda, st. F. (ō), Gnade, Barmherzigkeit, Versöhnung, Erbarmung, Güte, Milde; as. ginātha, st. F. (ō), sw. F. (n), Gnade; anfrk. ginātha, gināthi*, st. F. (ō), Gnade, Barmherzigkeit; anfrk. gināthī*, st. F. (ī), Gnade, Barmherzigkeit; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; anfrk. gi- (2), Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *nāþ-, Sb., Gnade, Gunst; vgl. idg. *nā- (1), *neh₂-, V., helfen, nützen, nutzen, begünstigen, Pokorny 754 (1274/1) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gnade, Kluge s. u. Gnade, DW 8, 505, EWD s. u. Gnade, EWAhd 4, 331, EWAhd 4, 334, Duden s. u. Gnade, Bluhme s. u. Gnade; Son.: vgl. afries. nēthe, nāthe, sw. F. (n), Gnade, Nutzen (M.), Privileg, Ruhe; nschw. nåd, Sb., Gnade; nnorw. nåde, M., Gnade; ai. nathate, V., sucht Hilfe, fleht; GB.: (gināda) seit um 765 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung einer sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen verzeihenden Güte oder Vergebung oder Barmherzigkeit oder Gunst oder Dankbarkeit; BM.: mit, helfen; F.: Gnade, Gnaden+EW; Z.: G-na-d-e
$Gnadenbrot, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gnadenbrot; E.: s. Gnad(e), s. en. s. Brot; L.: Kluge s. u. Gnade, DW 8, 569, EWD s. u. Gnade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gnad(e) und en sowie Brot gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ernährung (beispielsweise von Arbeitstieren) aus Dankbarkeit für frühere Leistung in hohem Alter trotz eingetretener Arbeitsunfähigkeit; F.: Gnadenbrot, Gnadenbrotes, Gnadenbrots+EW; Z.: G-na-d-en—bro-t
$Gnadenfrist, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gnadenfrist, aus Gnade gewährte Frist; E.: s. Gnad(e), s. en, s. Frist; L.: Kluge s. u. Gnade, DW 8, 571, EWD s. u. Gnade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gnad(e) und en sowie Frist gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche aus Gnade gewährte Frist; F.: Gnadenfrist, Gnadenfristen+EW; Z.: G-na-d-en—fri-s-t
$gnadenreich, nhd., Adj., Adj., (12. Jh.): nhd. gnadenreich, gnadenvoll; E.: s. Gnad(e), s. en, s. reich; L.: DW 8, 582, EWD s. u. Gnade; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Gnad(e) und en sowie reich gebildete Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gnadenvoll; F.: gnadenreich, gnadenreiche, gnadenreiches, gnadenreichem, gnadenreichen, gnadenreicher(, gnadenreichere, gnadenreicheres, gnadenreicherem, gnadenreicheren, gnadenreicherer, gnadenreichst, gnadenreichste, gnadenreichstes, gnadenreichstem, gnadenreichsten, gnadenreichster)+EW; Z.: g-na-d-en—reich
$Gnadenstoß, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gnadenstoß; E.: s. Gnad(e), s. en, s. Stoß; L.: Kluge s. u. Gnadenstoß, DW 8. 587 (Gnadenstosz), EWD s. u. Gnade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gnad(e) und en sowie Stoß gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Waffen möglichen einem verletzten Opfer aus Gnade zugefügten Todesstoß; F.: Gnadenstoß, Gnadenstoßes, Gnadenstöße, Gnadenstößen+EW; Z.: G-na-d-en—sto-ß
$gnadenvoll, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. gnadenvoll, gnadenreich; E.: s. Gnad(e), s. en, s. voll; L.: Kluge s. u. Gnade; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Gnad(e) und en sowie voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gnadenreich; F.: gnadenvoll, gnadenvolle, gnadenvolles, gnadenvollem, gnadenvollen, gnadenvoller(, gnadenvollere, gnadenvolleres, gnadenvollerem, gnadenvolleren, gnadenvollerer, gnadenvollst, gnadenvollste, gnadenvollstes, gnadenvollstem, gnadenvollsten, gnadenvollster)+EW; Z.: g-na-d-en—vol-l
$gnädig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gnädig, Gnade betreffend, gnadenreich, gnadenvoll; E.: s. Gnade, s. ig; L.: Kluge s. u. Gnade, DW 8, 597, EWD s. u. Gnade; GB.: seit um 765 belegte und aus Gnad(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gnade betreffend oder gnadenreich oder gnadenvoll; F.: gnädig, gnädige, gnädiges, gnädigem, gnädigen, gnädiger(, gnädigere, gnädigeres, gnädigerem, gnädigeren, gnädigerer, gnädigst, gnädigste, gnädigstes, gnädigstem, gnädigsten, gnädigster)+EW; Z.: g-nä-d-ig
Gnagi, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gnagi, Gepökeltes; ne. corned meat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von einem Genage; s. ge…, nagen; L.: Kluge s. u. Gnagi, fehlt DW, Duden s. u. Gnagi; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ge und nag(en) gebildete Bezeichnung für die von Menschen gepökelten Teile von Kopf und Schwanz und Füßen des Schweines; GB.: mit, nagen; F.: Gnagi, Gnagis+EW; Z.: G-nag-i
Gneis, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gneis, ein aus Quarz und Feldspat und Glimmer bestehendes Gestein; ne. gneiss; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von mhd. ganeist, st. F., Funke; mhd. geneiste, gneiste, ganeist, sw. M., st. F., Funke; ahd. gnaneista*, ganeista*, gneista, st. F. (ō), Funke; ahd. gnanisto*, gneisto, sw. M. (n), Funke; germ. *gahnaista, *gahnaistan, sw. M. (n), Funke; vgl. germ. *hnaist, *hnaistan, sw. M. (n), Funke; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gneis, DW 8, 632, EWD s. u. Gneis, EWAhd 4, 509, Duden s. u. Gneis; Son.: vgl. nndl. gneis, Sb., Gneis; frz. gneiss, M., Gneis; nschw. gnejs, Sb., Gneis; nnorw. gneis, M., Gneis; poln. gnejs, M., Gneis; kymr. gneis, M., Gneis; nir. naghas, M., Gneis; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wesentlich aus Quarz und Feldspat und Glimmer bestehendes schon vormenschliches Gestein; BM.: Funke?; F.: Gneis, Gneises, Gneise, Gneisen+EW; Z.: G-neist
Gnitze, Gnitte, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Gnitze, Kriebelmücke, eine kleine Mücke; ne. midge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. gnitte, F., Mückenart, Art (F.) (1) kleiner Mücken, Gnitze, Kriebelmücke; Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Gnitze, DW 8, 650, EWD s. u. Gnitte, Duden s. u. Gnitze; Son.: vgl. ae. gnæt, M., Mücke; lit. gniežė́ti, V., jucken; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare sowie in der Herkunft unklare Bezeichnung einer sachlich schon vormenschlichen Stechmücke; F.: Gnitze, Gnitzen, Gnitte, Gnitten+EW?; Z.: Gnitz-e
Gnocchi, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.?): nhd. Gnocchi, Kartoffelklößchen, Kartoffelnockerln; ne. gnocchi; Vw.: -; Hw.: s. Nock; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. gnocchi; E.: s. it. gnocchi, M. Pl., Gnocchi, Kartoffelnockerln; it. gnocco, M., Mehlklößchen; aus dem Venezianischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gnocchi; Son.: vgl. nndl. gnocchi, Sb. Pl., Gnocchi; frz. gnocchi, Sb. Pl., Gnocchi; nschw. gnocchi, Sb. Pl., Gnocchi; nnorw. gnocchi, Sb. Pl., Gnocchi; poln. gnocchi, Sb. Pl., Gnocchi; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen (Venezianischen) aufgenommene sowie wohl mit Nock (s. d.) verbindbare Bezeichnung für ein kleines italienisches Kartoffelklößchen; BM.: Klößchen; F.: Gnocchi+FW(+EW?); Z.: Gnocch-i
Gnom, Gnome, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gnom, Kobold, Zwerg, kleiner schrecklicher Geist; ne. gnome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Gnom, DW 8, 651, EWD s. u. Gnom, Duden s. u. Gnom; Son.: vgl. nndl. gnoom, Sb., Gnom; frz. gnome, M., Gnom; nschw. gnom, Sb., Gnom; nnorw. gnom, M., Gnom; poln. gnom, M., Gnom; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen in der menschlichen Vorstellung möglichen Kobold oder Zwerg oder kleinen schrecklichen Geist; BM.: ?; F.: Gnom, Gnomen, Gnoms, Gnome+EW; Z.: Gnom
$gnomenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gnomenhaft, gnomenartig; E.: s. Gnom, s. en (Suff.), s. haft; L.: DW 8, 650, EWD s. u. Gnom; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gnom und en sowie haft gebildete Bezeichnung für einen in der menschlichen Vorstellung möglichen kleinen schrecklichen Geist betreffend oder gnomenartig; F.: gnomenhaft, gnomenhafte, gnomenhaftes, gnomenhaftem, gnomenhaften, gnomenhafter(, gnomenhaftere, gnomenhafteres, gnomenhafterem, gnomenhafteren, gnomenhafterer, gnomenhaftest, gnomenhafteste, gnomenhaftestes, gnomenhaftestem, gnomenhaftesten, gnomenhaftester)+EW; Z.: gnom-en—haf-t
...gnomie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...gnomie; ne. ...gnomy; Vw.: s. Physio-; Hw.: s. …gnomisch; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γνώμη (gnṓmē), F., Einsicht, Erkenntnis, Verstand, Ansicht; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1072; Son.: vgl. nndl. ...nomie, Suff., ...gnomie; frz. ...nomie Suff., ...nomie; nschw. ...nomi, Suff., ...gnomie; nnorw. ...gnomie, Suff., ...gnomie; poln. ...nomia, Suff., ...gnomie; kymr. ...gnomi, Suff., ...gnomie; lit. ...nomija, Suff., ...gnomie; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und Grundwort zu einer Bildung von die Erkenntnis betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: erkennen; F.: ...gnomie, ...gnomien+FW; Z.: -gno-m-ie
...gnomisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...gnomisch; ne. ...gnomic; Vw.: s. physio-; Hw.: s. …gnomie; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γνώμη (gnṓmē), F., Einsicht, Erkenntnis, Verstand, Ansicht; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW?, Kytzler/Redemund/Eberl 1072; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und als Grundwort zu einer Bildung von die Erkenntnis betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: erkennen; F.: ...gnomisch, ...gnomische, ...gnomisches, ...gnomischem, ...gnomischen, ...gnomischer+FW(+EW); Z.: -gno-m-isch
...gnose, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...gnose; ne. …gnosis; Vw.: s. Dia-, Pro-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γνῶσις (gnōsis), F., Erkenntnis, Einsicht, Urteil; idg. *g̑nōti-, Sb., Erkenntnis, Pokorny 377; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1072; Son.: vgl. nndl. ...gnose, Suff., ...gnose; nschw. ...gnos, Suff., ...gnose; nnorw. ...gnose, Suff., ...gnose; poln. ...gnoza, Suff., ...gnose; kymr. ...gnosis, Suff., ...gnose; nir. ...gnóis, Suff., ...gnose; lit. ...gnozė, Suff., ...gnose; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und als Grundwort zu einer Bildung von die Erkenntnis betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: erkennen; F.: ...gnose, ...gnosen+FW(+EW); Z.: -gno-s-e
Gnostiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gnostiker, Vertreter der Gnosis; ne. Gnostic (M.); Vw.: s. A-; Hw.: -; Q.: 1745?; I.: Lw. lat. gnōsticus; E.: s. lat. gnōsticus (2), M., Gnostiker, (354-430 n. Chr.); s. gr. γνωστικός (gnōstikós), M., Gnostiker; vgl. gr. γνῶσις (gnōsis), F., Erkenntnis, Einsicht, Urteil; idg. *g̑nōti-, Sb., Erkenntnis, Pokorny 377; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Gnostiker; GB.: vielleicht seit 1745 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Vertreter oder Anhänger der Gnosis; BM.: erkennen; F.: Gnostiker, Gnostikers, Gnostikern+FW(+EW); Z.: Gno-st-ik-er
Gnu, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gnu, ein mittelgroßes Huftier in Afrika; ne. gnu, wildebeest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778; I.: Lw. afrikaans ghnoe; E.: s. afrikaans ghnoe, Sb., Gnu, Steinbock; aus dem hottentottischen gnu; L.: Kluge s. u. Gnu, DW 8, 657, EWD s. u. Gnu, Duden s. u. Gnu; Son.: vgl. nndl. gnoe, Sb., Gnu; frz. gnou, M., Gnu; nschw. gnu, Sb., Gnu; nnorw. gnu, M., Gnu; poln. gnu, F., Gnu; kymr. knŵ, M., Gnu; nir. gnú, M., Gnu; lit. gun, Sb. (indekl.), Gnu; GB.: seit 1778 belegte und aus dem Afrikaans sowie mittelbar dem Hottentottischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche in Steppen Afrikas heimische Antilope mit großem und gebogene Hörner tragendem Kopf und kurzem und glattem Fell und einer Mähne an Stirn und Nacken und Hals und Brust; BM.: ?; F.: Gnu, Gnus+FW(+EW?); Z.: Gnu
Gobelin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gobelin, Wandteppich; ne. tapestry, gobelin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. gobelin; E.: s. frz. gobelin, M., Gobelin; von dem Namen les Gobelins einer Teppichfabrik in Paris, von dem PN des Färbers Gilles Gobelin; L.: Kluge s. u. Gobelin, DW 8, 659, EWD s. u. Gobelin, Duden s. u. Gobelin; Son.: vgl. nndl. gobelin, Sb., Gobelin; nschw. gobeläng, Sb., Gobelin; nnorw. gobeling, N., Gobelin; poln. gobelin, M., Gobelin; lit. gobelenas, M., Gobelin; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und nach einem PN eines Pariser Färbers gebildete Bezeichnung für einen Wandteppich mit eingewirkten Bildern; BM.: PN; F.: Gobelin, Gobelins+FW; Z.: Gobelin
Gockel, Güggel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gockel, Gockelhahn, Hahn; ne. cock (N.), rooster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Abkürzung von Gockelhahn; Gockel ist eine Nachahmung des Sammelrufs eines Hahnes; L.: Kluge s. u. Gockel, DW 8, 660, EWD s. u. Gockel, Duden s. u. Gockel, Bluhme s. u. Gockel; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen weltweit verbreiteten Hahn; BM.: schallnachahmend; F.: Gockel, Gockels, Gockeln+EW; Z.: Gock-el
$Gockelhahn, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gockelhahn; E.: s. Gockel, s. Hahn; L.: Kluge s. u. Gockel, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen weltweit verbreiteten Hahn; F.: Gockelhahn, Gockelhahns, Gockelhahnes, Gockelhähne, Gockelhähnen+EW; Z.: Gock-el—hahn
Gocks, nhd. (ält.), M.: nhd. Gocks; Vw.: s. Koks (3)
Goder, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Goder, Doppelkinn, Wamme, Kehlkopf, Gurgel, Schlund; ne. double (Adj.) chin; Vw.: -; Hw.: s. Koder; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. goder, st. M., Gurgel, Schlund; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit lat. guttur, N., Gurgel, Kehle (F.) (1), (um 235-200 v. Chr.); idg. *geut-, *gū̆t-, Sb., Sack, Tasche, Wanne, Pokorny 394; s. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Goder, DW 8, 668, Duden s. u. Goder; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit lat. guttur und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Doppelkinn oder Wamme oder Kehlkopf oder Gurgel oder Schlund; BM.: biegen?; F.: Goder, Goders, Godern+EW; Z.: Go-d-er
Gof, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Gof, ungezogenes Kind; ne. brat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit it. goffo, M., Tölpel, plumper Mensch; L.: Kluge s. u. Gof, DW 8, 669, Duden s. u. Gof; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung sowie vielleicht mit dem Italienischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ungezogenes Kind; BM.: ?; F.: Gof, Gofs, Gofen+EW; Z.: Gof
Goi, Goj, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Goi, Goj, Nichtjude; ne. goy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: jidd. Lw.; E.: aus dem Jiddischen, vgl. hebr. gōj, Sb., Nichtjude, Heide (M.); L.: Kluge s. u. Goi, fehlt DW, Duden s. u. Goi; Son.: vgl. nndl. goj, Sb., Goi, Goj; frz. goy, goï, M., Goi, Goj; nschw. goj, Sb., Goi, Goj; nnorw. goy, M., Goi, Goj; poln. goj, M., Goi, Goj; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Jiddischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung der Juden für einen Nichtjuden; BM.: ?; F.: Goi, Gois, Goj, Gojs, Gojim+FW; Z.: Goi
Go-in, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Go-in, Eindringen; ne. walk in; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: ne. Lw.; E.: im Deutschen analog gebildet zu „Sit-in“; vgl. ne. go, V., gehen; ae. gān, anom. V., gehen, sich bewegen, fortschreiten, wandern; germ. *gēn, *gǣn, st. V., gehen; s. idg. *g̑ʰengʰ-, V., Sb., schreiten, Schritt, Pokorny 438; vgl. idg. *g̑ʰē- (1), *g̑ʰēi-, *g̑ʰeh₁-, V., leer sein (V.), fehlen, verlassen (V.), gehen, Pokorny 418 (604/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); ne. in, Adv., ein, hinein; ae. inn (2), Adv., innen, einwärts, innerhalb, hinein; germ. *enn, Adv., hinein; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Go-in, fehlt DW, Duden s. u. Go-in; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach ne. Vorbild aus ne. go und in gebildete Bezeichnung für das unbefugte Eindringen Demonstrierender in fremde Einrichtungen; BM.: geh hinein; F.: Go-in, Go-ins+FW+EW; Z.: Go-in
$Goje, nhd., F.: nhd. Goje; L.: Kluge s. u. Goi; F.: Goje, Gojen+FW; Z.: Goj-e
gokeln, kokeln, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. gokeln, kokeln, mit dem Feuer spielen; ne. play (V.) with fire; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: ?; E.: wohl Zusammenhang mit nhd. gaukeln; L.: Kluge s. u. gokeln, DW 8, 677, Duden s. u. gokeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht mit gaukeln verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches mit dem Feuer spielen; BM.: ?; F.: gokeln, gokel (!), gokle, gokelst, gokelt, gokelte, gokeltest, gokelten, gokeltet, gegokelt, ##gegokelt, gegokelte, gegokeltes, gegokeltem, gegokelten, gegokelter##, gokelnd, ###gokelnd, gokelnde, gokelndes, gokelndem, gokelnden, gokelnder###, gokel (!), kokeln, kokel (!), kokle, kokele, kokelst, kokelt, kokelte, kokeltest, kokelten, kokeltet, gekokelt, ##gekokelt, gekokelte, gekokeltes, gekokeltem, gekokelten, gekokelter##, kokelnd, ###kokelnd, kokelnde, kokelndes, kokelndem, kokelnden, kokelnder###, kokel (!)+FW+EW; Z.: gok-el-n
Gold, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gold, ein Edelmetall; ne. gold (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gulden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. golt, st. N., Gold, Schmuckwerk aus Gold, goldener Ring; mnd. golt (1), gōlt, N., Gold, Geld; mnl. gout, N., Gold; ahd. gold, st. N. (a), Gold; as. gold*, st. N. (a), Gold; anfrk. gold*, golt*, st. N. (a), Gold; germ. *gulþa-, *gulþam, st. N. (a), Gold; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gold, Kluge s. u. Gold, EWD s. u. Gold, DW 8, 679, EWAhd 5, 521, Falk/Torp 131, Duden s. u. Gold, Bluhme s. u. Gold; Son.: vgl. afries. gold, st. N. (a), Gold, Goldschmuck; saterl. gold; ae. gold, st. N. (a), Gold; an. goll, st. N. (a), Gold; an. gull, st. N. (a), Gold; got. gulþ, st. N. (a), Gold; krimgot. goltz, N., Gold; nndl. goud, Sb., Gold; nschw. guld, Sb., Gold; nnorw. gull, N., Gold; ai. híranya-, Sb., Gold; lett. zelts, Sb., Gold; ksl. zlato, Sb., Gold; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein rötlich gelb glänzendes und weiches sowie schweres Edelmetall (chemisches Element Nr. 79, abgekürzt Au aus lat. aurum) das auf der Erde angeblich in einem Würfel von rund 30 Metern Kantenlänge vorhanden ist; BM.: schimmern bzw. gelb; F.: Gold, Golde, Goldes+EW; Z.: Gol-d
$Goldammer, nhd., M., F., (13. Jh.): nhd. Goldammer; E.: s. Gold, s. Ammer; L.: Kluge s. u. Goldammer, Ammer, DW 8, 711; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Gold und Ammer gebildete Bezeichnung für einen noch häufigen kleinen Singvogel (Sperlingsvogel) mit gelber Brust; F.: Goldammer, Goldammern+EW; Z.: Gol-d—am-m-er
$golden (1), nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. golden; E.: s. Gold, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gold, DW 8, 727, EWD s. u. Gold; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. aureus aus Gold und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches aus Gold bestehend oder goldfarbig; F.: goldene, goldenes, goldenem, goldenen, goldener+EW; Z.: gol-d-en
$golden (2), nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. golden; Vw.: s. ver-; Q.: um 1270 (Arabel des Ulrich von Türlin); E.: seit um 1270 belegte und aus Gold und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches wie Gold machen oder wie Gold färben; F.: golden, golde (!), goldest, goldet, goldete, goldetest, goldeten, goldetet, gegoldet, ##gegoldet, gegoldete, gegoldetes, gegoldetem, gegoldeten, gegoldeter##, goldend, ###goldend, goldende, goldendes, goldendem, goldenden, goldender###, gold (!)+EW; Z.: gol-d-en
$Goldfinger, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Goldfinger; E.: s. Gold, s. Finger; L.:DW 8, 771, EWD s. u. Finger; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Gold und Finger gebildete Bezeichnung für einen Ringfinger (meist) zwischen Mittelfinger und kleinem Finger oder einen aus Gold gebildeten Finger oder übertragen (Adj.) einen bei allen Unternehmungen erfolgreichen Menschen; F.: Goldfinger, Goldfingers, Goldfingern+EW; Z.: Gol-d—fing-er
$Goldfisch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Goldfisch, eine Karausche; E.: s. Gold, s. Fisch; L.: DW 8, 772, EWD s. u. Gold; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gold und Fisch gebildete Bezeichnung für einen seit 2500 Jahren in China gezüchteten golden oder rötlich schimmernden und bitter schmeckenden Karpfenfisch; F.: Goldfisch, Goldfisches, Goldfischs, Goldfische, Goldfischen+EW; Z.: Gol-d—fisch
$goldig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. goldig, anmutig, drollig, entzückend; E.: s. Gold, s. ig; L.: Kluge s. u. Gold, DW 8, 796; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gold und ig gebildete Bezeichnung für anmutig oder drollig oder entzückend; F.: goldig, goldige, goldiges, goldigem, goldigen, goldiger(, goldigere, goldigeres, goldigerem, goldigeren, goldigerer, goldigst, goldigste, goldigstes, goldigstem, goldigsten, goldigster)+EW; Z.: gol-d-ig
$Goldkäfer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Goldkäfer, Rosenkäfer; E.: s. Gold, s. Käfer; L.: DW 8, 798, EWD s. u. Gold; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Gold und Käfer gebildete Bezeichnung für den grüngolden glänzenden wohl schon vormenschlichen großen Rosenkäfer; F.: Goldkäfer, Goldkäfers, Goldkäfern+EW; Z.: Gol-d—käf-er
$Goldlack, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Goldlack, goldfarbener Lack, eine Blume; E.: s. Gold, s. Lack; L.: Kluge s. u. Goldlack, DW 8, 808, EWD s. u. Gold; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gold und Lack gebildete Bezeichnung für einen goldfarbenen Lack und eine goldfarbig blühende und nach Veilchen duftende Blume; F.: Goldlack, Goldlackes, Goldlacks, Goldlacke, Goldlacken+EW; Z.: Gol-d—lack
$Goldwaage, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Goldwaage, Karatwaage; E.: s. Gold, s. Waage; L.: DW 8, 863, EWD s. u. Gold; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Gold und Waage gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie wegen des hohen Wertes von Gold besonders fein wiegende Waage oder Karatwaage; F.: Goldwaage, Goldwaagen+EW; Z.: Gol-d—waag-e
Golf (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Golf (M.), größere Meeresbucht; ne. gulf; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. it. golfo; E.: s. mhd. golfe (2), sw. M., Golf (M.); it. golfo, M., Golf (M.), größere Meeresbucht; lat. colpus, F., Busen, Meerbusen, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. κόλπος (kólpos), M., Wölbung, Meerbusen, Busen; vgl. idg. *ku̯elp- (2), V., wölben, Pokorny 630? (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Golf, Kluge s. u. Golf 1, DW 8, 870, EWD s. u. Golf M., Duden s. u. Gold, Bluhme s. u. Gold; Son.: vgl. nndl. golf, Sb., Golf (M.); frz. golfe, M., Golf (M.); nschw. golf, Sb., Golf (M.); nnorw. golf, M., Golf (M.); poln. golf, M., Golf (M.); kymr. gwlff, M., Golf (M.); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen von einem Küstenbogen teilweise umschlossenen Abschnitt des Meeres oder eine größere Meeresbucht; BM.: wölben?; F.: Golf, Golfs, Golfe, Golfen+FW(+EW); Z.: Golf
Golf (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Golf (N.), Golfspiel; ne. golf (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kolben; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. golf; E.: s. ne. golf, N., Golf (N.); von nndl. kolfen, zu nndl. kolf, Sb., Schläger, Kolben; germ. *kulbō-, *kulbōn, *kulba-, *kulban, sw. M. (n), Kolben; s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Golf 2, DW 8, 873, EWD s. u. Golf N., Duden s. u. Golf; Son.: vgl. nndl. golf, Sb., Golf (N.); frz. golf, M., Golf (N.); nschw. golf, Sb., Golf (N.); nnorw. golf, M., Golf (N.); poln. golf, M., Golf (N.); kymr. golf, M., Golf (N.); nir. galf, M., Golf (N.); GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Neuniederländischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 16. Jh. (1552 Saint Andrews) entwickeltes und verwendetes Rasenspiel mit einem Hartgummiball und Schlägern bei dem der Spieler den Ball mit möglichst wenig Schlägen in die einzelnen Löcher des gepflegten Spielfelds (Golfplatzes) spielen muss; BM.: ballen; F.: Golf, Golfs+FW; Z.: Gol-f
$Golfplatz, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Golfplatz; E.: s. Golf, s. Platz; L.: DW 8, 874, EWD s. u. Golf N.; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Golf und Platz gebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht seit dem 16. Jh. entwickelten und verwendeten Platz für das Golfspiel; F.: Golfplatz, Golfplatzes, Golfplätze, Golfplätzen+FW(+EW?); Z.: Gol-f—pla-tz
$Golfspiel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Golfspiel; Q.: um 1800; E.: s. Golf, s. Spiel; L.: DW 8, 874, EWD s. u. Golf N.; GB.: seit um 1800 belegte und aus Golf und Spiel gebildete Bezeichnung für das sachlich seit dem 16. Jh. (1552 Saint Andrews) von Menschen entwickelte und verwendete Spiel; F.: Golfspiel, Golfspieles, Golfspiels, Golfspiele, Golfspielen+FW+EW; Z.: Gol-f—spiel
$Golfstrom, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Golfstrom; Q.: um 1800; I.: Lüs. ne. gulfstream; E.: s. Golf, s. Strom; L.: EWD s. u. Golf; GB.: seit um 1800 belegte und dem Neuenglischen gulfstream nachgebildete Bezeichnung für eine schnell fließende warme und bis zu 200 Kilometer breite von Winden angetriebene Meeresströmung in dem Nordatlantik von der Ostküste Mittelamerikas (Floridastraße) nach Europa als deren Folge die Temperatur in Europa um bis zu zehn Grad erhöht wird; F.: Golfstrom, Golfstroms+FW+EW; Z.: Golf—s-t-ro-m
...gon, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. ...gon, ...eck; ne. ...gon; Vw.: s. (Penta-,)Poly-; Hw.: s. ...gonal; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...goon, Suff., ...gon; frz. ...gone, Suff., ...gon; nschw. ...gon, Suff., ...gon; nnorw. ...gon, Suff., ...gon; kymr. ...gon, Suff., ...gon; nir. ...gán, Suff., ...gon; poln. ...gon, Suff., ...gon; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen zu einer Bildung von Substantiven für geometrische Körper mit Ecken wie beispielsweise Pentagon oder Polygon verwendete Bezeichnung; BM.: Knie; F.: ...gon, ...gons, ...gone, ...gonen+FW(+EW); Z.: -gon
...gonal, nhd., Adj.., (18. Jh.?): nhd. ...gonal; ne. ...gonal; Vw.: s. dia-; Hw.: s. ...gon; Q.: 18. Jh.?; I.: gr.-lat. Lw.; E.: s. lat. ..gōnālis, Adj., ...gonal; vgl. gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...gonaal, Suff., ...gonal; frz. ...gonal, ...gonal; nschw. ...gonal, ...gonal; nnorw. ...gonal, ...gonal; poln. ...gonalny, ...gonal; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen für geometrische Körper mit Ecken wie beispielsweise Pentagon oder Polygon betreffend verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven; BM.: Knie; F.: ...gonal, ...gonale, ...gonales, ...gonalem, ...gonalen, ...gonaler+FW(+EW); Z.: -gon-al
Gondel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gondel, venezianisches Boot, Ballon-Korb; ne. gondola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. gondola; E.: s. it. (venez.) gondola, F., Gondel, venezianisches Boot; mgr. κόντουρος (kónturos), Adj., stummelschwänzig; gr. κοντός (kontós), M., Stange, Ruderstange, Speerschaft; s. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); gr. ὄρρος (órros), M., Hintere; vgl. idg. *ers-, *orsos, Sb., Hinterer, Schwanz, Pokorny 340 (497/78) (RB. idg. aus arm., gr., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Gondel, DW 8, 883, EWD s. u. Gondel, Duden s. u. Gondel, Bluhme s. u. gondeln; Son.: vgl. nndl. gondel, Sb., Gondel; frz. gondole, F., Gondel; nschw. gondola, Sb., Gondel; nnorw. gondol, M., Gondel; poln. gondola, F., Gondel; kymr. gondola, F., Gondel; nir. gondala, M., Gondel; lit. gondola, F., Gondel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen (Venezianischen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein langes und schmales venezianisches sachlich in Venedig seit 11. Jh. bezeugtes Boot mit steilem Vordersteven und Achtersteven das von einem Gondoliere stehend auf einer Seite gerudert wird; BM.: stechen, Hinterer; F.: Gondel, Gondeln+FW(+EW); Z.: Gond-el
$gondeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. gondeln; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Gondel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Gondel, DW 8, 885, EWD s. u. Gondel; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Gondel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich langsam wie in einer Gondel bewegen; F.: gondeln (!), gondel (!), gondle, gondele, gondelst, gondelt, gondelte, gondeltest, gondelten, gondeltet, gegondelt, ##gegondelt, gegondelte, gegondeltes, gegondeltem, gegondelten, gegondelter##, gondelnd, ###gondelnd, gondelnde, gondelndes, gondelndem, gondelnden, gondelnder###, gondel (!)+FW(+EW); Z.: gond-el-n
$Gondoliere, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gondoliere, Gondelführer; E.: s. it. gondoliere, M., Gondelführer, s. Gondel; L.: DW 8, 886, EWD s. u. Gondel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für einen Gondelführer; F.: Gondoliere, Gondolieres, Gondolieren+FW; Z.: Gond-ol-ier-e
Gong, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gong, eine infolge Schlagens mit einem Schläger klingende Metallscheibe; ne. gong (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. gong; E.: s. ne. gong, N., Gong; aus dem angloindischen Raum, von malai. gung, egung, Sb., Gong; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Gong, EWD s. u. Gong, DW 8, 886, Duden s. u. Gong; Son.: vgl. nndl. gong, Sb., Gong; frz. gong, M., Gong; nschw. gong, gongong, Sb., Gong; nnorw. gong, M., Gong; poln. gong, M., Gong; kymr. gong, F., Gong; nir. gang, M., Gong; lit. gongas, M., Gong; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Malaiischen aufgenommene und lautmalend gebildete Bezeichnung für ein als Instrument oder Mittel zu einer Erzeugung von Tönen oder Klängen verwendetes Metallbecken oder eine Metallscheibe; BM.: lautmalend; F.: Gong, Gongs, Gonges, Gonge, Gongen+EW; Z.: Gong
gönnen, nhd., V., (9. Jh.): nhd. gönnen, vergönnen, angedeihen lassen; ne. deign, grant (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gunnen, günnen, anom. V., gern sehen, gönnen, vergönnen, wünschen, erlauben; mnd. günnen, gönnen, sw. V., gönnen, vergönnen; mnl. gunnen, sw. V., gönnen; ahd. giunnan*, Prät.-Präs., gönnen, gestatten, gewähren, verleihen, jemandem etwas gönnen, jemandem etwas gewähren as. giunnan*, Prät.-Präs., gönnen; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. unnan, Prät.-Präs., gönnen, gestatten, gewähren, jemandem etwas; germ. *unnan, Prät.-Präs., gönnen, gewogen sein (V.); idg. *nā- (1), V., helfen, nützen, begünstigen, Pokorny 754 (1274/1) (RB. idg. aus ind., gr.), Seebold 80?; idg. *ans-, V., wohlgeneigt sein (V.), günstig sein (V.), Pokorny 47? (83/83) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. gönnen, Kluge s. u. gönnen, DW 8, 888, EWD s. u. gönnen, Duden s. u. gönnen, Bluhme s. u. goennen; Son.: vgl. afries. -; ae. unnan, Prät. Präs., gönnen, gewähren, erlauben, geben, wünschen; an. unna, sw. V., lieben, gönnen; got. -; nndl. giunnen, gunnen, V., gönnen; nschw. unna, V., gönnen; nnorw. unne, V., gönnen; gr. ὀνινάναι (oninánai), V., nützen, fördern, erfreuen; GB.: seit 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Glück und Erfolg eines anderen Menschen ohne Neid sehen; BM.: mit, helfen, wohlgeneigt sein (V.); F.: gönnen, gönne, gönnst, gönnt, gönnest, gönnet, gönnte, gönntest, gönnten, gönntet, gegönnt, ##gegönnt, gegönnte, gegönntes, gegönntem, gegönnten, gegönnter##, gönnend, ###gönnend, gönnende, gönnendes, gönnendem, gönnenden, gönnender###, gönn (!)+EW; Z.: g-ön-n-en
$Gönner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gönner, Gönnender; E.: s. gönn(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. gönnen, DW 8, 938, EWD s. u. gönnen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus gönn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen einem anderen Menschen etwas Gönnenden; F.: Gönner, Gönners, Gönnern+EW; Z.: G-ön-n-er
$gönnerhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gönnerhaft, gönnend, gönnerartig, großzügig, herablassend; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Gönner, s. haft; L.: DW 8, 888, EWD s. u. gönnen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gönner und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gönnend oder gönnerartig oder großzügig oder herablassend; F.: gönnerhaft, gönnerhafte, gönnerhaftes, gönnerhaftem, gönnerhaften, gönnerhafter(, gönnerhaftere, gönnerhafteres, gönnerhafterem, gönnerhafteren, gönnerhafterer, gönnerhaftest, gönnerhafteste, gönnerhaftestes, gönnerhaftestem, gönnerhaftesten, gönnerhaftester)+EW; Z.: g-ön-n-er-haf-t
$Gönnermiene, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gönnermiene, Ausdruck einer Großzügigkeit, Ausdruck einer Herablassung; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Gönner, s. Miene; L.: DW 8, 954, EWD s. u. gönnen; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Gönner und Miene gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Ausdruck einer Großzügigkeit oder Herablassung; F.: Gönnermiene, Gönnermienen+EW; Z.: G-ön-n-er—mien-e
Gonorrhoe, Gonorrhö, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gonorrhoe, Gonorrhö, Tripper; ne. gonorrhea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. γονόῤῥοια (gonórrhoia); E.: gr. γονόῤῥοια (gonórrhoia), F., Samenfluss; vgl. γόνος (gónos), M., Abkunft, Geburt; idg. *g̑onos, Sb., Geschlecht, Geburt, Volk; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ῥεῖν (rhein), V., fließen; idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gonorrhö, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. gonorroe, Sb., Gonorrhoe, Gonorrhö; frz. gonorrhée, F., Gonorrhoe, Gonorrhö; nschw. gonorré, Sb., Gonorrhoe, Gonorrhö; nnorw. gonoré, M., Gonorrhoe, Gonorrhö; nir. gonairith, Sb., Gonorrhoe, Gonorrhö; lit. gonorėja, F., Gonorrhoe; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie verwendete Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche und sich in der Entzündung der Schleimhäute der Harnröhre und Geschlechtsorgane äußernde Geschlechtskrankheit (Tripper DW 22, 650); BM.: erzeugen, fließen; F.: Gonorrhö, Gonorrhöen, Gonorrhoe, Gonorrhoen+FW; Z.: Gon-o-r-rho-e
Goodwill, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Goodwill, Wohlwollen, Gefälligkeit, Firmenwert, Geschäftswert; ne. goodwill; Vw.: -; Hw.: s. gut, Wille; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. goodwill; E.: s. ne. goodwill, N., Wohlwollen, Gefälligkeit, Firmenwert; vgl. ne. good, Adj., gut; ae. gōd (2), Adj., gut, tüchtig, fähig, beträchtlich, groß, heilsam; germ. *gōda-, *gōdaz, Adj., gut, passend; vgl. idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); ne. will, N., Wille, Wollen; ae. willa, sw. M. (n), Wille, Absicht, Wunsch; germ. *weljō-, *weljōn, *welja-, *weljan, *wiljō-, *wiljōn, *wilja-, *wiljan, sw. M. (n), Wille; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Duden s. u. Goodwill; Son.: vgl. nndl. goodwill, Sb., Goodwill; frz. goodwill, M., Goodwill; nschw. goodwill, Sb., Goodwill; nnorw. goodwill, M., Goodwill; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit der Entwicklung von Handel und Geschäften möglichen guten Ruf einer Einrichtung beziehungsweise für eine freundliche Gesinnung; BM.: vereinigen, gern haben; F.: Goodwill, Goodwills+FW; Z.: Good—wil-l
googeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. googeln, in dem Internet suchen; ne. google (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. google; E.: s. ne. google, V., googlen; vgl. ne. google, N., Google, ein Firmenname; von ne. googol, N., Googol, eine sehr große Zahl (10 hoch 100 oder 10100 oder 1 mit 100 Nullen), deren Bezeichnung neu erfunden wurde; L.: Duden s. u. google; Son.: vgl. nndl. googelen, V., googeln; nschw. googla, V., googeln; nnorw. google, V., googeln; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich etwa seit Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitung mögliches mit einer ab 1990 von Menschen entwickelten und verwendeten elektronischen Suchmaschine eines Unternehmens der Vereinigten Staaten von Amerika oder in dem Internet suchen oder recherchieren; poln. guglać, V., googeln; lit. googlinti, V., googeln; BM.: eine sehr große Zahl; F.: googeln, googel (!), google, googele, googelst, googelt, googelte, googeltest, googelten, googeltet, gegoogelt, ##gegoogelt, gegoogelte, gegoogeltes, gegoogeltem, gegoogelten, gegoogelter##, googelnd, ###googelnd, googelnde, googelndes, googelndem, googelnden, googelnder###, googel (!)+FW; Z.: goog-el-n
Göpel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Göpel, mit Zugtieren wie beispielsweise Pferden betriebene Fördermaschine oder Kraftmaschine oder Bewegungsmaschine oder Arbeitsmaschine; ne. whim, horse capstan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Entlehnung, wohl von einem obersorbischen *hibadlo, Sb., Bewegungsmaschine; L.: Kluge s. u. Göpel, DW 8, 957, EWD s. u. Göpel, Duden s. u. Göpel; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus dem Obersorbischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine durch in dem Kreis herumgehende Menschen oder Tiere bewegte große Drehvorrichtung zu dem Antrieb von Arbeitsmaschinen; BM.: bewegen?; F.: Göpel, Göpels, Göpeln+FW; Z.: Göp-el
$Göpelwerk, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Göpelwerk; E.: s. Göpel, s. Werk; L.: DW 8, 959, EWD s. u. Göpel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Göpel und Werk gebildete Bezeichnung für einen Göpel; F.: Göpelwerk, Göpelwerkes, Göpelwerks, Göpelwerke, Göpelwerken+FW+EW; Z.: Göp-el—werk
Gör, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gör, ungezogenes Kind; ne. brat, kid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. gȫre (2), gȫr, F., Mädchen, Kind; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht Zusammenhang mit ne. girl, F., Mädchen; dessen Herkunft ist ebenfalls unklar; L.: Kluge s. u. Gör, DW 8, 960, EWD s. u. Gör, Duden s. u. Gör, Bluhme s. u. Goere; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit ne. girl verbindbare Bezeichnung für ein ungewaschenes und dementsprechend ungezogenes Kind; BM.: ?; F.: Gör, Göres, Görs, Gören+EW; Z.: Gör
gordisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gordisch, Gordion betreffend; ne. Gordian (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Γόρδιον (Górdion), N.=ON, Gordion (Hauptstadt des Phrygerreiches); weitere Herkunft unklar?; R.: gordischer Knoten, M.: nhd. gordischer Knoten, schwieriges Problem; L.: DW 8, 861, Duden s. u. gordisch; Son.: vor allem in der Redewendung gordischer Knoten bekannt; nndl. gordiaan?, Adj., gordisch; frz. gordien, Adj., gordisch; nschw. gordisk, Adj., gordisch; nnorw. gordisk, Adj., gordisch; kymr. gordiaidd, Adj., gordisch; nir. goirdiach, Adj., gordisch; poln. gordyjski, Adj., gordisch; lit. gordijaus, Adj., gordisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und von dem ON Gordion der Phryger abgeleitete und mit isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Stadt Gordion betreffend (und wie beispielsweise der dortige Knoten unlösbar); BM.: ON; F.: gordisch, gordische, gordisches, gordischem, gordischen, gordischer+FW+EW; Z.: gord-isch
$Göre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Göre, ungezogenes Kind; L.: Kluge s. u. Gör, DW 8, 962; F.: Göre, Gören+EW; Z.: Gör-e
Gorgonenhaupt, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Gorgonenhaupt, ein Schreckensgesicht; ne. Gorgon’s head; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. Γοργώ (Gorgṓ), F.=PN, Gorgo, Schreckgespenst; vgl. idg. *garəg̑-, Adj., Sb., grauenvoll, Grauen, Pokorny 353 (525/9) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Haupt; L.: DW 8, 965, Duden s. u. Gorgonenhaupt; GB.: vielleicht seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Gorgo und n sowie en und Haupt gebildete und teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliches Schreckensgesicht der Gorgo der Mythologie der Griechen; BM.: PN, fassen bzw. Schale (F.) (1); F.: Gorgonenhaupt, Gorgonenhaupts, Gorgonenhauptes, Gorgonenhäupter, Gorgonenhäuptern+FW+EW; Z.: Gorg-o-n-en—haupt
Gorgonzola, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Gorgonzola, ein Blauschimmelkäse; ne. gorgonzola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1834?; I.: Lw. it. gorgonzola; E.: s. it. gorgonzola, M., Gorgonzola; von dem ON Gorgonzola, einem Ort in der Lombardei; von einem Gorgontiola, letztlich zusammengezogen von einem Curte Argentia; lat. curtis, F., M., Zaun eines Gartens, Zaun eines Hofes, eingefriedeter Bereich, Hof, Hofstelle, umfriedeter Hofraum; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gorgonzola; Son.: vgl. nndl. gorgonzola, Sb., Gorgonzola; frz. gorgonzola, M., Gorgonzola; nschw. gorgonzola, Sb., Gorgonzola; nnorw. gorgonzola, M., Gorgonzola; poln. gorgonzola, F., Gorgonzola; GB.: vielleicht seit 1834 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie nach einem ON in der Lombardei und mittelbar lat. curte Argentia gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen seit dem 11. Jh. hergestellten mit Schimmelpilzen durchsetzten Weichkäse; BM.: ON (nach dem vermeintlichen Herstellungsort); F.: Gorgonzola, Gorgonzolas+FW; Z.: Go-rgonz-ol-a
Gorilla, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gorilla, ein Menschenaffe; ne. gorilla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. gorilla; E.: s. ne. gorilla, N., Gorilla; von einer Bezeichnung des Karthagers Hanno (5. Jh. v. Chr.) für von ihm in Afrika angetroffene schwarzhaarige Wilde; s. gr. Γόριλλαι (Górillai), F. Pl., Gorillen (Stamm von haarigen Frauen); wobei wohl eine falsche Lesung des Wortes Gorgadas vorliegend könnte, dies als Ableitung zu γοργός (gorgós), Adj., furchtbar, Schrecken erregend, grausig, wild; idg. *garəg̑-, Adj., Sb., grauenvoll, Grauen, Pokorny 353 (525/9) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gorilla, DW 8, 966, EWD s. u. Gorilla, Duden s. u. Gorilla; Son.: vgl. nndl. gorilla, Sb., Gorilla; frz. gorille, M., Gorilla; nschw. gorilla, Sb., Gorilla; nnorw. gorilla, M., Gorilla; poln. gorilla, M., Gorilla; kymr. gorila, M., Gorilla; nir. goraille, M., Gorilla; lit. gorila, F., Gorilla; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in den Wäldern Äquatorialafrikas lebenden schon vormenschlichen großen Menschenaffen mit stark vorspringender Schnauze und kleinen Augen und langen Armen und dichtem braunschwarzem oder schwarzem Fell; BM.: grauenvoll?; F.: Gorilla, Gorillas+FW; Z.: Gor-ill-a
Gösch, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gösch, eine kleine viereckige Flagge; ne. jack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. geus, geusje; E.: s. nndl. geus, geusje, M., Bettlerchen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gösch, DW 8, 971, Duden s. u. Gösch; Son.: vgl. frz. gueux, M., Bettler, Geuse, niederländischer aufständischer Adeliger; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche kleine rechteckige und an Feiertagen in dem Hafen gesetzte Landesflagge; BM.: ?; F.: Gösch, Göschen+FW; Z.: Gösch
Gosche, Gusche, nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Gosche, Gusche, Mund (M.); ne. mouth (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vgl. lat. geusiae, F. Pl., Schlund, Zahnfleisch; wohl gall. Herkunft, s. Walde/Hofmann 1, 596; L.: Kluge s. u. Gosche, DW 8, 971, Duden s. u. Gosche; Son.: süddeutsch, österr., schweiz.; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Gallischen aufgenommene (abwertende) Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Mund (M.); BM.: ?; F.: Gosche, Goschen+FW; Z.: Gosch-e
Gose, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Gose, ein obergäriges Bier; ne. gose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. gōse (2), F., goslarisches Bier; von dem Flussnamen Gose; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gose, DW 8. 976, Duden s. u. Gose, Bluhme s. u. Gose; Son.: vgl. nndl. gose, Sb., Gose; frz. gose, F., Gose; nschw. gose, Sb., Gose; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Flussnamen Gose bei Goslar gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein obergäriges Bier; BM.: FlN; F.: Gose, Gosen+EW; Z.: Gos-e
Gospel, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Gospel, Gospellied, rhythmisches religiöses Lied; ne. gospel; Vw.: -; Hw.: s. Gott; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. gospel; E.: s. ne. (amerik.) gospel, gospelsong, N., Gospel; ne. gospel, N., Evangelium; ae. gōdspell, st. N. (ja), frohe Botschaft, Evangelium; ae. god, st. M. (a), Gott; germ. *guda-, *gudaz, st. M. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; germ. *guda-, *gudam, st. N. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; s. idg. *g̑ʰū̆to-, Adj., angerufen, Pokorny 413; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413 (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); ae. spellian, sw. V. (2), sprechen, erzählen, verkünden; germ. *spellōn, sw. V., verkünden, erzählen; idg. *spel- (1), *pel- (8), V., sprechen, Pokorny 985 (1703/175) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Gospel, fehlt DW, Duden s. u. Gospel; Son.: vgl. nnhd. gospelsong, gospelmuziek, Sb., Gospel; frz. gospel, M., Gospel; nschw. gospel, Sb., Gospel; nnorw. gospel, M., Gospel; poln. gospel, M., Gospel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein rhythmisches religiöses Lied oder eine christliche afroamerikanische Musikrichtung mit charakteristischen solistischen oder chorischen einfach komponierten Liedern mit ekstatischem Ausdruck; BM.: Gott, verkünden; F.: Gospel, Gospels+FW(+EW); Z.: Go-spel
Gosse, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gosse, Rinnstein, Bordstein, Randstein; ne. gutter (N.); Vw.: -; Hw.: s. gießen, Guss; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. gōte (2), gȫte, gāte, F., Gosse, Traufrinne (aus Holz oder Stein), Dachtraufe, Dachrinne, Abflussrinne; mnl. gōte, F., Gosse; as. gota*, sw. F. (n), Gosse; germ. *gutō-, *gutōn, *guta-, *gutan, sw. M. (n), Rinne, Gosse; s. idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gosse, Kluge s. u. Gosse, DW 8, 981, EWD s. u. Gosse, Duden s. u. Gosse, Bluhme s. u. Gosse; Son.: vgl. nndl. goot, Sb., Dachrinne; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Straßen und Pflastern mögliche an der Bordkante entlanglaufende Rinne in der Straße (Rinnstein oder Bordstein oder Randstein) durch die Regenwasser und Straßenschmutz leichter abfließen; BM.: gießen; F.: Gosse, Gossen+EW; Z.: Go-ss-e
Gössel, nhd. (dial.), F., (18. Jh.): nhd. Gössel, junge Gans, Gänslein; ne. gosling; Vw.: -; Hw.: s. Gans; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. gössel, gossel*, N.?, junge Gans, Gänschen; vgl. mnd. gōs, F., Gans; as. *gōs?, st. F. (athem.?), Gans; anfrk. -; germ. *gans, F., Gans; idg. *g̑ʰans-, Sb., Gans, Pokorny 412; s. idg. *g̑ʰan-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 411 (595/11) (RB. idg. aus gr., germ.); idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gössel, DW 8, 982, Duden s. u. Gössel; Son.: norddeutsch; vgl. nschw. gässling, Sb., Gössel; GB.: seit 18. Jh. (mittelniederdeutsch) belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches und seit der Zähmung der Gans durch den Menschen für ihn bedeutsames Gänslein; BM.: gähnen; F.: Gössel, Gössels, Gösseln+EW; Z.: Gö-ss-el
Gote (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gote (F.), Patin, weiblicher Täufling; ne. godmother; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. gote, gotte, sw. F., Patenkind, Pate, Patin; ahd. gota, sw. F. (n), Patin, Taufpatin, Gote (F.); letztlich von germ. *guda-, *gudaz, st. M. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; germ. *guda-, *gudam, st. N. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; s. idg. *g̑ʰū̆to-, Adj., angerufen, Pokorny 413; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413 (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gote, Kluge s. u. Gote, DW 8, 990, EWAhd 4, 537, Falk/Torp 136, Duden s. u. Gote; GB.: seit 12. Jh. belegte und letztlich mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliche Patin und einen weiblichen Täufling; BM.: rufen; F.: Gote, Goten+EW; Z.: Go-t-e
Gote (2), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Gote (M.); ne. Goth; Vw.: -; Hw.: s. gotisch; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. gote, M., Gote; ahd. Got*, st. M. (i), Gote (M.); as. *Gōt?, st. M. (i), Gote (M.); vgl. germ. *geutan, st. V., gießen, ablehnend Feist 227; vgl. idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. gotisch, DW 8, 985, Duden s. u. Gote; Son.: vgl. nnorw. gote, Sb., Gote (M.); frz. goth, M., Gote (M.); nschw. got, Sb., Gote (M.); nnorw. got?, M., Gote (M.); poln. got, M., Gote (M.); kymr. goth, M., Gote (M.); nir. gotach, M., Gote (M.); GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen eines germanischen Stammes oder Volkes (Goten); BM.: gießen?; F.: Gote, Goten+EW; Z.: Go-t-e
$Gotik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gotik; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Got(e), s. ik; L.: DW 8, 997, EWD s. u. gotisch; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus got(isch) und ik gebildete Bezeichnung für einen ab dem 12. Jh. bis zu dem 16. Jh. von Menschen in Europa entwickelten und verwendeten sowie die Romanik ablösendenden Baustil vor allem für öffentliche Gebäude; F.: Gotik+EW; Z.: Go-t-ik
gotisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gotisch, Goten betreffend, dem Stil der Gotik entsprechend; ne. Gothic; Vw.: -; Hw.: s. Gote; Q.: 16. Jh.; E.: vom PN Gote, s. Gote (2); L.: Kluge s. u. gotisch, DW 8, 1000, EWD s. u. gotisch, Duden s. u. gotisch; Son.: vgl. nndl. gotisch, Adj., gotisch; frz. gotique, Adj., gotisch; nschw. gotisk, Adj., gotisch; nnorw. gotisk, Adj., gotisch; poln. gotycki, Adj., gotisch; kymr. gothig, Adj., gotisch; nir. gotach, Adj., gotisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Got(e) und isch gebildete ursprünglich ablehnend gemeinte Bezeichnung für altertümlich; BM.: gießen?; F.: gotisch, gotische, gotisches, gotischem, gotischen, gotischer+EW?; Z.: go-t-isch
Gott, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gott, Herrgott, Gottheit; ne. god; Vw.: -; Hw.: s. Götze, Gospel; Q.: um 765 (Gott); E.: mhd. got, st. M., Gott, Abgott, Götze, Christus; mnd. got, gōd, godd, gāt, M., Gott, Gottvater, Christus, Götze, Götzenbild; mnl. god, M., Gott; ahd. got, st. M. (a), Gott; as. god, st. M. (a), Gott; anfrk. god*, got, st. M. (a), Gott; germ. *guda-, *gudaz, st. M. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; germ. *guda-, *gudam, st. N. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; s. idg. *g̑ʰū̆to-, Adj., angerufen, Pokorny 413; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413 (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gott, Kluge s. u. Gott, DW 8, 1017, EWD s. u. Gott, EWAhd 4, 534, Falk/Torp 136, Duden s. u. Gott, Bluhme s. u. Gott; Son.: vgl. afries. god, st. M. (a), Gott; nfries. goad, M., Gott; ae. god, st. M. (a), Gott; an. goð, st. M. (a), st. N. (a), Gott; an. guð, st. N. (a), Gott; got. guþ, st. M. (a), „Angerufener“, Gott, Götze; nndl. god, Sb., Gott; nschw. gud, Sb., Gott; nnorw. gud, M., Gott; ai. -hut, Sb., Opferung; av. zaotar-, M., Priester, Oberpriester; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche übermenschliche bis übernatürliche Gestalt oder Persönlichkeit; BM.: anrufen?, gießen?; F.: Gott, Gotte, Gottes, Götter, Göttern+EW; Z.: Go-t-t
$Götterdämmerung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Götterdämmerung; E.: s. Gott, s. er, s. Dämmerung; L.: Kluge s. u. Götterdämmerung, DW 8, 1156, EWD s. u. Dämmerung; GB.: seit 1772 belegte und aus Gott und er (Suff.) sowie Dämmerung gebildete und aus dem an. ragnarök aufgenommene Bezeichnung für das sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliche Ende der Götter oder der Welt das von Richard Wagner in dem 19. Jh. aufgegriffen wurde (1876 Ring der Nibelungen); F.: Götterdämmerung, Götterdämmerungen+EW; Z.: Gö-t-t-er—däm-m-er-ung
$Götterei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Götterei, Götterwelt, Göttertum; Vw.: s. Ab-; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. Gott, s. er, s. ei; L.: DW 8, 1158; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Gott und er sowie ei (Suff.) gebildete und sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliche Bezeichnung für Götterwelt oder Göttertum; F.: Götterei, Göttereien+EW; Z.: Gö-t-t-er-ei
$göttern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. göttern; Vw.: s. ver-; E.: s. Gott, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: DW 8, 1181; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gott und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches zu einem Gott machen oder wie einen Gott behandeln; F.: göttern, göttere, götter (!), götterst, göttert, götterte, göttertest, götterten, göttertet, gegöttert, ##gegöttert, gegötterte, gegöttertes, gegöttertem, gegötterten, gegötterter##, götternd, ###götternd, götterndes, götterndem, götternden, götternder###, götter (!)+EW; Z.: gö-t-t-er-n
$Gottesacker, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Gottesacker, Friedhof; E.: s. Gott, s. es, s. Acker; L.: Kluge s. u. Gottesacker, DW 8, 1201, EWD s. u. Acker; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Gott und es sowie Acker gebildete Bezeichnung für den Friedhof oder den Begräbnisort von Christen in dem diese nach ihrer Vorstellung wie die Saat in einem Acker auf ein neues der Auferstehung folgendes Leben warten; F.: Gottesacker, Gottesackers, Gottesäcker, Gottesäckern+EW; Z.: Go-t-t-es—ack-er
$Gottesdienst, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Gottesdienst; E.: s. Gott, s. es, s. Dienst; L.: DW 8, 1213, EWD s. u. Gott; GB.: wohl seit 13. Jh. aus der Zusammenrückung älterer genetivischer Wendungen gebildete Bezeichnung für nach der Vorstellung von Menschen möglichen Dienst an dem Gott der Christen; F.: Gottesdienst, Gottesdienstes, Gottesdienste, Gottesdiensten+EW; Z.: Go-t-t-es—die-n-st
$Gottesfurcht, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gottesfurcht, Furcht vor Gott; E.: s. Gott, s. es, s. Furcht; L.: Kluge s. u. Gottesfurcht, DW 8, 1232, EWD s. u. Gott; GB.: seit spätem 15. belegte aus der Zusammenrückung der nach lat. timor dei gebildeten Gottes Furcht entstandene Bezeichnung für die in der Vorstellung des Menschen mögliche Furcht vor Gott als Grundhaltung der Frömmigkeit von Christen; F.: Gottesfurcht+EW; Z.: Go-t-t-es—furch-t
$gottesfürchtig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. gottesfürchtig, Gott fürchtend; E.: s. Gott, s. es, s. Furcht, s. ig; L.: DW 8, 1232, EWD s. u. Gott; GB.: vielleicht seit 15. Jh. gegenüber älteren ähnlichen Bildungen vordringende aus Gott und es sowie Furcht und ig gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Christen mögliches Gott fürchtend; F.: gottesfürchtig, gottesfürchtige, gottesfürchtiges, gottesfürchtigem, gottesfürchtigen, gottesfürchtiger(, gottesfürchtigere, gottesfürchtigeres, gottesfürchtigerem, gottesfürchtigeren, gottesfürchtigerer, gottesfürchtigst, gottesfürchtigste, gottesfürchtigstes, gottesfürchtigstem, gottesfürchtigsten, gottesfürchtigster)+EW; Z.: go-t-t-es—fürch-t-ig
$Gotteshaus, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gotteshaus; E.: s. Gott, s. es, s. Haus; L.: DW 8, 1253, EWD s. u. Gott; GB.: seit 12. Jh. durch Zusammenrückung des älteren nach lat. domus dei gebildeten Gottes Haus entstandene Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliches Gebäude der Christen als Haus Gottes; F.: Gotteshaus, Gotteshauses, Gotteshäuser, Gotteshäusern+EW; Z.: Go-t-t-es—hau-s
$Gottheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Gottheit; E.: s. Gott, s. heit; L.: Kluge s. u. Gott, DW 8, 1336, EWD s. u. Gott; GB.: (gotaheit*) seit um 1000 belegte und aus Gott (sowie Fugenvokal) und heit gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen Gott insbesondere der Christen; F.: Gottheit, Gottheiten+EW; Z.: Go-t-t-hei-t
$Götti, nhd., M.: nhd. Götti, Pate, Patenkind; E.: s. Got(e), s. ti; L.: Kluge s. u. Gote, DW 8, 1348; F.: Götti, Göttis+EW; Z.: Gö-t-i
$Göttikind, nhd., N.: nhd. Göttikind, Patenkind; E.: s. Götti, s. Kind; L.: Kluge s. u. Gote, fehlt DW; GB.: aus Götti und Kind gebildete Bezeichnung für Patenkind; F.: Göttikind, Göttikinds, Göttikindes, Göttikinder, Göttikindern+EW; Z.: Gö-t-t-i—kin-d
$Göttin, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Göttin; E.: s. Gott, s. in; L.: Kluge s. u. Gott, DW 8, 1348, EWD s. u. Gott; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Gott und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen neben einem männlichen Gott mögliche weibliche Göttin; F.: Göttin, Göttinnen+EW; Z.: Gö-t-t-in
$göttisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. göttisch; Vw.: s. ab-; E.: s. Gott, s. isch; L.: DW 8, 1354; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gott und isch gebildete Bezeichnung für Gott betreffend; F.: göttisch, göttische, göttisches, göttischem, göttischen, göttischer(, göttischere, göttischeres, göttischerem, göttischeren, göttischerer, göttischst, göttischste, göttischstes, göttischstem, göttischsten, göttischster)+EW; Z.: gö-t-t-isch
$göttlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. göttlich; E.: s. Gott, s. lich; L.: Kluge s. u. Gott, DW 8, 1356, EWD s. u. Gott; GB.: (gotalīh*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Gott (und a) und lich wohl nach lat. divinus gebildete Bezeichnung für Gott betreffend; F.: göttlich, göttliche, göttliches, göttlichem, göttlichen, göttlicher(, göttlichere, göttlicheres, göttlicherem, göttlicheren, göttlicherer, göttlichst, göttlichste, göttlichstes, göttlichstem, göttlichsten, göttlichster)+EW; Z.: gö-t-t-lich
$gottlob, nhd., Interj., (10. Jh.): nhd. gottlob, Gott sei Lob, dem Himmel sei Dank; E.: s. Gott, s. Lob, s. lob(en); Q.: um 1000; L.: DW 8, 1384, EWD s. u. Gott; GB.: seit um 1000 belegte und aus Gott und Lob bzw. lob(en) gebildete Bezeichnung für dem Himmel sei Dank; F.: gottlob+EW; F.: go-t-t—lob
$gottlos, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. gottlos, ohne Gott seiend, schlecht, verwerflich; E.: s. Gott, s. los; L.: DW 8, 1386, EWD s. u. Gott; GB.: vielleicht seit um 1520 belegte und aus Gott und los gebildete Bezeichnung für sachlich ohne (Glauben an einen) Gott seiend oder schlecht oder verwerflich; F.: gottlos, gottlose, gottloses, gottlosem, gottlosen, gottloser(, gottlosere, gottloseres, gottloserem, gottloseren, gottloserer, gottlosest, gottloseste, gottlosestes, gottlosestem, gottlosesten, gottlosester)+EW; Z.: go-t-t—lo-s
$Gottlosigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gottlosigkeit; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. gottlos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 8, 1396, EWD s. u. Gott; GB.: vielleicht seit um 1520 belegte und aus gottlos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und verstärkt seit Entwicklung des Christentums mögliches Fehlen eines Glaubens an einen Gott; F.: Gottlosigkeit+EW; Z.: Go-t-t—lo-s-ig—kei-t
$Gottseibeiuns, nhd., M., 19. Jh.?): nhd. Gottseibeiuns; E.: s. Gott sei bei uns; L.: Kluge s. u. Gottseibeiuns, DW 8, 1401; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus der Zusammenrückung der Wendung Gott sei bei uns gebildete das Wort Teufel vermeidende Bezeichnung für den in der Vorstellung von Christen möglichen Teufel; F.: Gottseibeiuns+EW; Z.: Go-t-t—sei—bei—un-s
$gottselig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gottselig, fromm, in Gott selig; E.: s. Gott, s. selig; L.: DW 8, 1402, EWD s. u. selig; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gott und selig gebildete Bezeichnung für fromm oder in Gott selig; F.: gottselig, gottselige, gottseliges, gottseligem, gottseligen, gottseliger, gottseligere, gottseligeres, gottseligerem, gottseligeren, gottseligerer, gottseligst, gottseligste, gottseligstes, gottseligstem, gottseligsten, gottseligster+EW; Z.: go-t-t—sel-ig
Götze, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Götze, Abgott, Dummkopf, ein Bildwerk; ne. idol (N.), false god; Vw.: -; Hw.: s. Gott; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. götze, sw. M., Götze, gottesdienstliche Bildsäule, Heiligenbild; mnd. götze, M., Götze, Abgott, heidnischer Gott, Götzenbild, Heiligenbild, Dummkopf; mhd. got, st. M., Gott, Abgott, Götze, Christus; ahd. got, st. M. (a), Gott; germ. *guda-, *gudaz, st. M. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; germ. *guda-, *gudam, st. N. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; s. idg. *g̑ʰū̆to-, Adj., angerufen, Pokorny 413; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413 (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Götze, Kluge s. u. Götze, DW 8, 1430, EWD s. u. Götze, Duden s. u. Götze, Bluhme s. u. Götze; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit Gott verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen als Gott verehrten Gegenstand wie beispielsweise ein Bildwerk; BM.: Gott; F.: Götze, Götzen+EW; Z.: Gö-tz-e
*götzen?, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. götzen, erreichen, erlangen; ne. get, enjoy; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: ?; E.: s. ahd. gezzan, st. V. (5), erreichen, erlangen; germ. *getan, st. V., erreichen, erlangen; idg. *gʰedʰ-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches erreichen oder erlangen; BM.: erlangen; F.: götzen (!), götze (!), götzst, götzt, götzest, götzet, götzte, götztest, götzten, götztet, gegötzt, ##gegötzt, gegötzte, gegötztes, gegötztem, gegötzten, gegötzter##, götzend, ###götzend, götzende, götzendes, götzendem, götzenden, götzender###, götz (!)+EW; Z.: götz-en
$Götzenbild, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Götzenbild, Bild eines Götzen; E.: s. Götz(e), s. en, s. Bild; L.: DW 8, 1451, EWD s. u. Götze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Götz(e) und en sowie Bild gebildete Bezeichnung für das Bild eines Götzen; F.: Götzenbild, Götzenbildes, Götzenbilds, Götzenbilder, Götzenbildern+EW; Z.: Götz-en—bild
$Götzendiener, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Götzendiener, Diener eines Götzen; E.: s. Götz(e), s. en, s. Diener; L.: EWD s. u. Götze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Götz(e) und en sowie Diener gebildete Bezeichnung für einen Anhänger oder Diener eines Götzen; F.: Götzendiener, Götzendieners, Götzendienern+EW; Z.: Götz-en-die-n-er
$Götzendienst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Götzendienst, Dienst für einen Götzen; L.: DW 8, 1455, EWD s. u. Götze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Götz(e) und en (Suff.) sowie Dienst gebildete Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen Dienst für einen Götzen; F.: Götzendienst, Götzendienstes, Götzendienste, Götzendiensten+EW; Z.: Götz-en—die-n-st
Gourmand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gourmand, Feinschmecker, Genießer, Vielfraß; ne. gourmand; Vw.: -; Hw.: s. Gourmet; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. gourmand; E.: s. frz. gourmand, M., Gourmand; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht gebildet in Zusammenhang mit Gourmet (s. d.); L.: Kluge s. u. Gourmand, DW 8, 1471, EWD s. u. Gourmand, Duden s. u. Gourmand; Son.: vgl. nschw. gourmand, Sb., Gourmand; nnorw. gourmand, M., Gourmand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht in Zusammenhang mit Gourmet gebildete Bezeichnung für einen gern und viel Essenden; BM.: ?; F.: Gourmand, Gourmands+FW; Z.: Gourm-and
Gourmet, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gourmet, Feinschmecker, Weinkenner, Genießer; ne. gourmet; Vw.: -; Hw.: s. Gourmand; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. gourmet; E.: s. frz. gourmet, M., Feinschmecker; afrz. gormet, gromet, M., Gehilfe des Weinhändlers, Weinkenner; weitere Herkunft ungeklärt, Gamillscheg 490a; L.: Kluge s. u. Gourmet, fehlt DW, EWD s. u. Gourmand, Duden s. u. Gourmet; Son.: vgl. nschw. gourmé, Sb., Gourmet; nnorw. gourmet, M., Gourmet; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für jemanden der aufgrund seiner diesbezüglichen Kenntnisse in der Lage ist über Speisen und Getränke ein fachmännisches Urteil abzugeben und der gern ausgesuchte Delikatessen verzehrt; BM.: ?; F.: Gourmet, Gourmets+FW; Z.: Gourm-et
goutieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. goutieren, zu schätzen wissen, gutheißen; ne. appreciate; Vw.: s. de-; Hw.: s. Gusto; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. goûter; E.: s. frz. goûter, V., kosten (V.) (2), schmecken, billigen; lat. gūstāre, V., kosten (V.) (2), schmecken, zu sich nehmen, speisen, essen, zu Abend essen, genießen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. goutieren, DW 8, 1472, EWD s. u. goutieren, Duden s. u. goutieren; Son.: vgl. nschw. guterad, V., goutieren; nnorw. gutere, V., goutieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches etwas zu schätzen wissen und gutheißen; BM.: kosten (V.) (2); F.: goutieren, goutiere, goutierst, goutiert, goutierest, goutieret, goutierte, goutiertest, goutierten, goutiertet, ##goutiert, goutierte, goutiertes, goutiertem, goutierten, goutierter##, goutierend, ###goutierend, goutierende, goutierendes, goutierendem, goutierenden, goutierender###, goutier (!)+FW; Z.: gout-ier-en
Gouvernante, nhd., (Part. Präs.=)F., (18. Jh.): nhd. Gouvernante, Erzieherin; ne. governess; Vw.: -; Hw.: s. Gouverneur; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. gouvernante; E.: s. frz. gouvernante, F., Gouvernante, Erzieherin; vgl. frz. gouverner, V., lenken; lat. gubernāre, V., Steuerruder führen, steuern, lenken, (204-169 v. Chr.); wohl eine Rückbildung nach lat. rēgnum, s. Walde/Hofmann 1, 625; vgl. lat. gubernum (!), N., Steuerruder, Obhut; gr. κύβερνιον (kýbernion), N., Steuerruder; vgl. gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft unbekannt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; L.: Kluge s. u. Gouvernante, DW 8, 1472, EWD s. u. Gouvernante, Duden s. u. Gouvernante; Son.: vgl. nndl. gouvernante, Sb., Gouvernante; nschw. guvernant, Sb., Gouvernante; nnorw. guvernante, F., Gouvernante; poln. guwernantka, F., Gouvernante; lit. guvernantė, F., Gouvernante; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine in dem Haus des Zöglings tätige Erzieherin; BM.: lenken; F.: Gouvernante, Gouvernanten+FW; Z.: Gouvern-ant-e
$Gouvernement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gouvernement; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Gouverneur; I.: Lw. frz. gouvernement; L.: DW 8, 1471, EWD s. u. Gouverneur; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und mit Gouvernante und Gouverneur verbindbare Bezeichnung für einen Befehlshaber oder seinen Verwaltungsbezirk (Regierungsbezirk); F.: Gouvernement, Gouvernements+FW; Z.: Gouvern-e-m-ent
Gouverneur, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gouverneur, Statthalter, Befehlshaber; ne. governor; Vw.: -; Hw.: s. Gouvernante; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. gouverneur; E.: s. frz. gouverneur, M., Gouverneur, Statthalter; frz. gouverner, V., lenken; gubernāre, V., Steuerruder führen, steuern, lenken, (204-169 v. Chr.); wohl eine Rückbildung nach lat. rēgnum, s. Walde/Hofmann 1, 625; vgl. lat. gubernum, N., Steuerruder, Obhut; gr. κύβερνιον (kýbernion), N., Steuerruder; vgl. gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft unbekannt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; L.: Kluge s. u. Gouverneur, DW 8, 1474, EWD s. u. Gouverneur, Duden s. u. Gouverneur; Son.: vgl. nndl. gouverneur, Sb., Gouverneur; nschw. guvernör, Sb., Gouverneur; nnorw. guvernor, M., Gouverneur; poln. gubernator, M., Gouverneur; nir. gobharnóir, M., Gouverneur; lit. gubernatorius, M., Gouverneur; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den höchsten Amtsträger eines größeren Verwaltungsbezirks; BM.: lenken; F.: Gouverneur, Gouverneurs, Gouverneure, Gouverneuren+FW; Z.: Gouvern-eur
Grab, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Grab, Grube, Begräbnisstätte; ne. grave (N.), tomb; Vw.: -; Hw.: s. graben; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. grap, graf, st. N., Grab, Begräbnisstätte, Katafalk; mhd. grabe, sw. M., Grab; mnd. graf, N., Grab; mnl. graf, N., Grab; ahd. grab, st. N. (a), Grab, Gruft, Grabstätte, Grabmal; as. graf, st. N. (a), Grab; anfrk. graf*, st. N. (a), Grab; germ. *graba-, *grabam, st. N. (a), Grab; s. idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grab, Kluge s. u. graben, DW 8, 1476, EWD s. u. Grab, EWAhd 4, 567, Duden s. u. Grab; Son.: vgl. afries. gref, st. N. (a), Grab; nfries. graef; ae. græf (1), st. N. (a), Grab, Graben (M.), Höhle; an. -; got. -; nndl. graf, Sb., Grab; nschw. grav, Sb., Grab; nnorw. grav, M., F., Grab; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit der Steinzeit für die Beerdigung eines Toten ausgehobene Grube oder Begräbnisstätte; BM.: graben; F.: Grab, Grabe, Grabes, Grabs, Gräber, Gräbern+EW; Z.: Grab
grabbeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. grabbeln, greifen, packen, fassen; ne. grope about, grope around; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. grabbelen, sw. V., greifen, raffen, kriechen, zappeln; vgl. mnd. grabben, V., greifen, schnell fassen, raffen; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit nhd. greifen (s. d.); L.: Kluge s. u. grabbeln, DW 8, 1539, EWD s. u. grabbeln, Seebold 235, Duden s. u. grabbeln; Son.: vgl. ne. grab, V., packen; ne. grabble, V., tasten; GB.: seit 17. Jh. mittelniederdeutsch belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit greifen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches packen oder fassen; BM.: greifen?; F.: grabbeln, grabbel (!), grabble, grabbelst, grabbelt, grabbelte, grabbeltest, grabbelten, grabbeltet, gegrabbelt, ##gegrabbelt, gegrabbelte, gegrabbeltes, gegrabbeltem, gegrabbelten, gegrabbelter##, grabbelnd, ###grabbelnd, grabbelnde, grabbelndes, grabbelndem, grabbelnden, grabbelnder###, grabbel (!)+EW; Z.: grab-b-el-n
graben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. graben, buddeln, schaufeln; ne. dig (V.), grave (V.); Vw.: -; Hw.: s. Grab, Graben, Gracht, Graveur, gravieren (1); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. graben, st. V., graben, eingraben, gravieren, einprägen, begraben, grübeln; mnd. grāven (1), st. V., graben, ausgraben, grabend machen, begraben (V.), eingraben; mnl. graven, V., graben, eingraben; ahd. graban (1), st. V. (6), graben, schnitzen, meißeln, einmeißeln, einritzen, gravieren; as. gravan*, st. V. (6), graben; anfrk. gravan*, gravon*, st. V. (6), graben; germ. *graban, st. V., graben; idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grab, Kluge s. u. graben, DW 8, 1546, EWD s. u. graben, EWAhd 4, 568, Falk/Torp 140, Seebold 235, Duden s. u. graben, Bluhme s. u. graben; Son.: vgl. afries. grēva (2), griova, st. V. (6), graben, eingraben, einschneiden; nnordfries. grewe, V., graben; ae. grafan, st. V. (6), graben, aufgraben, eingraben, schnitzen; an. grafa, st. V. (6), graben; got. graban, st. V. (6), graben; nndl. graven, V., graben; nschw. gräva, V., graben; nnorw. grave, V., graben; lett. grebt, V., ausschaben, aushöhlen; ksl. grebǫ, V., rudern, graben; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge mögliches Erde ausheben; BM.: ?; F.: graben, grab (!), gräbst, gräbt, grabt, grabest, grabet, grub, grubst, gruben (!), grubt, grübe, grübest, grüben, grübet, gegraben, ##gegraben, gegrabene, gegrabenes, gegrabenem, gegrabenen, gegrabener##, grabend, ###grabend, grabende, grabendes, grabendem, grabenden, grabender###, grab (!)+EW; Z.: grab-en
Graben, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Graben (M.), ausgehobene Rinne; ne. ditch (N.), trench (N.); Vw.: -; Hw.: s. graben, Grab, Gracht; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. grabe (1), sw. M., st. M., Graben (M.), Stadtgraben, Burggraben, Spazierweg um den Stadtgraben; mnd. grāve, M., Graben (M.), Kanal, Flussbett; mnl. grāve, M., Graben (M.); ahd. grabo (2), sw. M. (n), Graben (M.), Furche, Damm; as. gravo*, sw. M. (n), Graben (M.); anfrk. -; germ. *grabō-, *grabōn, *graba-, *graban, sw. M. (n), Graben (M.), Gruft; germ. *graba-, *grabam, st. N. (a), Grab; s. idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grab, Kluge s. u. graben, DW 8, 1574, EWD s. u. Graben, EWAhd 4, 572, Duden s. u. Graben; Son.: vgl. nndl. gracht, Sb., Graben (M.); nschw. grav., Sb., Graben (M.); nnorw. grøft, M., F., Graben (M.); GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete längere und schmale sowie nicht übermäßig tiefe Vertiefung in der Erde; BM.: kratzen?; F.: Graben, Grabens, Gräben+EW; Z.: Grab-en
$Gräber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gräber, Grabender; E.: s. grab(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Toten-; L.: DW 8, 1594, EWD s. u. graben; GB.: seit um 1272 belegte und aus grab(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge möglichen in der Erdoberfläche grabenden Menschen; F.: Gräber (!), Gräbers, Gräbern+EW; Z.: Gräb-er
$Grabmal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Grabmal; E.: s. Grab, s. Mal; L.: DW 8, 1622; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Grab und Mal gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes stattliches Grab wie etwa des Königs Mausolos der Perser (Mausoleum) oder der Pyramiden der Pharaonen in Ägypten oder des ersten Qinkaisers Chinas oder des Kaisers Nintoku Japans oder Kaiser Maximilians I. in Innsbruck; F.: Grabmal, Grabmals, Grabmales, Grabmale, Grabmalen, Grabmäler, Grabmälern+EW; Z.: Grab—mal
$Gräbnis, nhd. (ält.), F., (15. Jh.?): nhd. Gräbnis, Grab, Beerdigung; Vw.: s. Be-; E.: s. grab(en), s. nis; L.: DW 8, 1628; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus grab(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Grab oder eine Beerdigung; F.: Gräbnis, Gräbnisses, Gräbnisse, Gräbnissen+EW; Z.: Gräb-nis
$Grabscheit, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Grabscheit; E.: s. grab(en), s. Scheit; L.: DW 8, 1633, EWD s. u. graben; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus grab(en) und Scheit gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen für das Graben in der Erde entwickelte und verwendete Scheit oder Werkzeug wie beispielsweise einen Spaten; F.: Grabscheit, Grabscheites, Grabscheits, Grabscheite, Grabscheiten+EW; Z.: Grab—schei-t
grabschen, nhd., sw. V.: nhd. grabschen; Vw.: s. grapschen
$Grabstichel, Grabstickel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Grabstichel; E.: s. grab(en), s. Stichel, s. Stickel; L.: DW 8, 1649, EWD s. u. Stichel; GB.: seit 1237-1252 belegte und aus grab(en) und Stichel bzw. Stickel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Werkzeug für Gravurarbeiten; F.: Grabstichel, Grabstichels, Grabsticheln+EW; Z.: Grab—sti-ch-el
$Grabung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Grabung; Vw.: s. Aus-; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. grab(en), s. ung; L.: DW 8, 1655, EWAhd 4, 573; GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. sculptura oder fossatura gebildete Bezeichnung für eine Eingrabung oder Ausgrabung; F.: Grabung, Grabungen+EW; Z.: Grab-ung
Gracht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gracht, Kanalstraße; ne. canal; Vw.: -; Hw.: s. graben, Graben; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. gracht; E.: s. nndl. gracht, Sb., Gracht, Graben (M.); mnl. graven, V., graben; anfrk. gravan*, gravon*, st. V. (6), graben; germ. *graban, st. V., graben; idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gracht, DW 8, 1658, EWD s. u. Gracht, Duden s. u. Gracht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und von grab(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für einen schiffbaren Kanal (Kanalstraße) in niederländischen Städten; BM.: graben; F.: Gracht, Grachten+FW; Z.: Grach-t
Grad, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Grad, Stufe, Rang, Abstufung; ne. grade (N.), degree; Vw.: -; Hw.: s. gradieren, graduell, graduieren; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. grāt, st. M., Stufe, Grad; mnd. grāt (1), M., N., Grad, Stufe, Treppenstufe, Treppe, Vortreppe, Abstufung; mnl. graet, M., Grad, Stufe, Schritt; ahd. grād*, st. M. (i)?, Grad, Stufe, Rang, Rangstufe, Treppenstufe; lat. gradus, M., Schritt, Stellung, Stufe, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grad, Kluge s. u. Grad, EWD s. u. Grad, DW 8, 1660, EWAhd 4, 573, Duden s. u. Grad, Bluhme s. u. Grad; Son.: vgl. nndl. graad, Sb., Grad; frz. grade, F., M., akademischer Grad; nschw. grad, Sb., Grad; nnorw. grad, M., Grad; kymr. gradd, F., Grad, Rang; nir. grád, M., Grad, Rang; GB.: seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Stufe oder Abstufung; BM.: schreiten; F.: Grad, Grads, Grades, Grade, Graden+FW+EW; Z.: Grad
grade (1), nhd., Adj.: nhd. grade; Vw.: s. gerade (1)
grade (2), nhd., Adj.: nhd. grade; Vw.: s. gerade (2)
gradieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gradieren, verstärken, auf einen höheren Grad bringen; ne. refine; Vw.: s. de-; Hw.: s. Grad, graduell, graduieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. gradāre; E.: s. mlat. gradāre, V., einteilen, benoten; vgl. lat. gradus, M., „Grad“, Schritt, Stellung, Stufe; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grad, DW 8, 1687, EWD s. u. Grad, Duden s. u. gradieren; Son.: vgl. nnorw. gradere, V., gradieren, in Grade einteilen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes auf einen höheren Rang bringen; BM.: schreiten; F.: gradieren, gradiere, gradierst, gradiert, gradierest, gradieret, gradierte, gradiertest, gradierten, gradiertet, ##gradiert, gradierte, gradiertes, gradiertem, gradierten, gradierter##, gradierend, ###gradierend, gradierende, gradierendes, gradierendem, gradierenden, gradierender###, gradier (!)+FW+EW; Z.: grad-ier-en
$Gradierwerk, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gradierwerk; E.: s. gradier(en), s. Werk; L.: DW 8, 1691, EWD s. u. Grad; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus gradier(en) und Werk gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Holzgerüst für die Zerstäubung von Sole oder Salzwasser; F.: Gradierwerk, Gradierwerkes, Gradierwerks, Gradierwerke, Gradierwerken+FW+EW; Z.: Grad-ier—werk
$gradig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. gradig, Grade enthaltend; L.: DW 8, 1691, EWD s. u. Grad; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grad und ig gebildete Bezeichnung für Grade enthaltend; F.: gradig, gradige, gradiges, gradigem, gradigen, gradiger+FW+EW; Z.: grad-ig
$Gradmesser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Gradmesser; Q.: um 1800; E.: s. Grad, s. Messer (M.); L.: DW 8, 1691, EWD s. u. Grad; GB.: um 1800 belegte und aus Grad und Messer (M.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verfeinertes sowie verwendetes Gerät für eine Messung nach Graden (Winkelmesser); F.: Gradmesser, Gradmessers, Gradmessern+FW+EW; Z.: Grad—mes-ser
graduell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. graduell, stufenweise, gradweise, schrittweise; ne. gradual; Vw.: -; Hw.: s. Grad, gradieren, graduieren; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. graduel; E.: s. frz. graduel, Adj., graduell; mlat. graduālis, Adj., schrittweise, stufenweise, allmählich, mit Stufen versehen (Adj.); vgl. lat. gradus, M., Schritt, Stellung, Stufe, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grad, DW 8, 1694, EWD s. u. Grad, Duden s. u. graduell; Son.: vgl. nnorw. graduell, Adj., graduell; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stufenweise oder gradweise oder schrittweise; BM.: schreiten; F.: graduell, graduelle, graduelles, graduellem, graduellen, gradueller(, graduellere, graduelleres, graduellerem, graduelleren, graduellerer, graduellst, graduellste, graduellstes, graduellstem, graduellsten, graduellster)+FW(+EW); Z.: grad-u-ell
graduieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. graduieren, Titel erwerben, Titel verleihen; ne. graduate; Hw.: s. Grad, gradieren, graduell; Q.: Ende 14. Jh.; I.: Lw. lat. graduāre, graduārī; E.: s. mlat. graduāre, graduārī, V., graduieren, akademischen Abschluss machen; vgl. lat. gradus, M., Schritt, Stellung, Stufe, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grad, DW 8, 1695, EWD s. u. Grad, Duden s. u. graduieren; Son.: vgl. nnorw. graduere, V., graduieren; GB.: seit Ende 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches in Zusammenhang mit einem Studium an einer Universität einen akademischen Grad erwerben oder verleihen; BM.: schreiten; F.: graduieren, graduiere, graduierst, graduiert, graduierest, graduieret, graduierte, graduiertest, graduierten, graduiertet, ##graduiert, graduierte, graduiertes, graduiertem, graduierten, graduierter##, graduierend, ###graduierend, graduierende, graduierendes, graduierendem, graduierenden, graduierender###, graduier (!)+FW+EW; Z.: grad-u-ier-en
$graduiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. graduiert; E.: s. graduier(en), s. (e)t; L.: Kluge s. u. Grad, fehlt DW (s. graduieren); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus graduier(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich seit 11, Jh. mögliches mit einem akademischen Grad einer Universität versehen (Adj.); F.: graduiert, graduierte, graduiertes, graduiertem, graduierten, graduierter+FW(+EW); Z.: grad-u-ier-t
Graf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Graf, ein Adeliger; ne. count (M.), earl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. grāve, sw. M., Graf, königlicher Gerichtsvorsteher; mnd. grēve (2), grāve, M., Graf, Vorsteher, Verweser, Richter, genossenschaftlicher Anführer, verantwortlicher Leiter (M.); mnl. grāve, M., Graf; ahd. grāfo, grāvo*, sw. M. (n), Graf, Vorsteher, Statthalter, Verwalter; as. grāvio*, greve*, sw. M. (n), Graf; anfrk. -; germ. *grefō-, *grefōn, *grefa-, *grefan, *grefjō-, *grefjōn?, *grefja-, *grefjan?, sw. M. (n), Verwalter, Führer; weitere Herkunft unklar?; vielleicht zurückgehend auf ein Verb *grēfan, V., bestimmen; oder von gr. γραφεύς (grapheús), M., Schreiber, Maler, byzantinischer Hoftitel, Kytzler/Redemund/Eberl 346; vgl. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Graf, Kluge s. u. Graf, DW 8, 1698, EWD s. u. Graf, EWAhd 4, 577, Duden s. u. Graf, Bluhme s. u. Graf; Son.: vgl. afries. grēva (1), sw. M. (n), Graf; ae. gerœ̄fa, gerēfa, sw. M. (n), Amtsträger, Beamter, Verwalter, Statthalter, Graf; an. greifi, sw. M. (n), Graf; nndl. graaf, Sb., Graf; nschw. greve, grev, Sb., Graf; nnorw. greve, M., Graf; lit. grafas, M., Graf; GB.: (grāfo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare und vielleicht mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem Frühmittelalter möglichen Amtsträger der in seinem Amtsbezirk weitgehende administrative und richterliche Befugnisse sowie grundherrliche Rechte hatte und davon abgeleitet ein Adelstitel; BM.: bestimmen?; F.: Graf, Grafen+EW; Z.: Graf
Graffiti, nhd., N.?, (20. Jh.): nhd. Graffiti, mit Farbe auf eine Wand gesprühte Texte und Bilder; ne. graffiti; Vw.: -; Hw.: s. Graphik, …graph, …graphie; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. graffiti; E.: s. ne. graffiti, N., Graffiti, Graffitis; it. graffito, M., Eingeritztes; vgl. it. graffiare, V., kratzen; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Graffiti, fehlt DW, Duden s. u. Graffiti; Son.: vgl. nndl. graffiti, Sb., Graffiti; frz. graffiti, M., Graffiti; nschw. graffiti, Sb., Graffiti; nnorw. graffiti, M., Graffiti (20. Jh.); poln. graffiti, M., Graffiti; lit. graffiti, Sb. (indekl.), Grafitti; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Farbe auf eine Wand oder eine andere Fläche gesprühte Texte und Bilder; BM.: ritzen; F.: Graffiti, Graffitis+FW; Z.: Graff-it-i
…grafie, nhd., F.: nhd. …grafie; s. ...graphie
Grafik, nhd., F.: nhd. Grafik; Vw.: s. Graphik
$Grafiker, nhd., M.: nhd. Grafiker; Vw.: s. Graphiker
grafisch, nhd., Adj.: nhd. grafisch; Vw.: s. graphisch
...grafisch, nhd., Suff.: nhd. ...grafisch; Vw.: s. ...graphisch
Grafit, nhd., M.: nhd. Grafit; Vw.: s. Graphit
$gräflich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. gräflich; E.: s. Graf, s. lich; L.: Kluge s. u. Graf, DW 8, 1722, EWD s. u. Graf; GB.: (grævelich) seit 1370 belegte und aus Graf und lich gebildete Bezeichnung für einen Grafen oder eine Grafschaft betreffend; F.: gräflich, gräfliche, gräfliches, gräflichem, gräflichen, gräflicher +EW; Z.: gräf-lich
Grafologie, nhd., F.: nhd. Grafologie; Vw.: s. Graphologie
$grafologisch, nhd., Adj.: nhd. grafologisch; Vw.: s. graphologisch
$Grafschaft, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Grafschaft; E.: s. Graf, s. schaft; L.: Kluge s. u. Graf, DW 8, 1722, EWD s. u. Graf; GB.: seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus Graf und schaft gebildete Bezeichnung für den sachlich seit dem Frühmittelalter möglichen Stand und das Gebiet eines Grafen; F.: Grafschaft, Grafschaften+EW; Z.: Graf—schaf-t
Graft, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Graft, Ergebnis einer Grabarbeit, Wassergraben, Grabstätte, Graben (M.); ne. carving (N.), chiselling (N.), ditch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. graft, graht, st. F., Graben (N.), Grenzgraben, Schanzarbeit, Begräbnis, in künstlerischer Arbeit Herausgemeißeltes; mnd. graft, gracht, F., Grube, Graben (M.), Wassergraben (M.), Kanal, Grenzgraben, Stadtgraben, Wallgraben, Teil der Wehranlagen, kleinere Salzquelle, Bretterverschlag am Siedehaus zur Aufbewahrung von Brennholz; mnl. graft, gracht, F., Wassergraben, Gracht; ahd. graft, grefti*?, st. F. (i), Schnitzen, Graben (N.), Meißeln; as. *graft?, st. F. (i); anfrk. -; germ. *grafti-, *graftiz, st. F. (i), Graben (N.), Gruft, Schnitzerei; vgl. idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: DW 8, 1731, EWAhd 4, 580, EWAhd 4, 604, Duden s. u. Graft; Son.: vgl. W.: afries. greft, st. F. (i), Gracht, Graben (M.); nfries. greft; ae. grǣft, st. M. (a?, i?), st. F. (i), N., Schnitzerei, Bildwerk, Götzenbild; an. grǫptr, grǫftr, st. M. (u?), Grab, Begräbnis, Gravieren; got. -; nndl. gracht, Sb., Gracht; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen künstlich angelegten Wassergraben; BM.: graben; F.: Graft, Graften+EW; Z.: Graf-t
Gral, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gral, etwas überaus Kostbares, eine Schale; ne. grail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. grāl, st. M., Gral, heiliger Gral, Teuerster, Liebstes, Ritterspiel; mnd. grāl, gral, M., ritterliches Spiel, Fest, Festaufbau mit dem Schildbaum, Festplatz, Herrlichkeit, irdisches Paradies, himmlische Herrlichkeit; afrz. graal, M., Gral, Schüssel; mlat. gradalis, M., Schüssel; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Gral, DW 8, 1737, EWD s. u. Gral, Duden s. u. Gral; Son.: vgl. nndl. graal, Sb., Gral; frz. graal, M., Gral; nschw. graal, Sb., Gral; nnorw. gral, M., Gral; poln. graal, M., Gral; kymr. greal, M., Gral; lit. gralis, Sb., Gral; GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer in der Vorstellung von Menschen Wunder wirkenden Schale in der das Blut Christi aufgefangen worden sein soll; BM.: ?; F.: Gral, Grals+FW+EW; Z.: Gral
gram, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. gram, grimmig, zornig, verhasst, traurig; ne. grim (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. gram, Adj., zornig, unmutig, erzürnt, feindselig erzürnt, aufgebracht über; mnd. gram (2), Adj., gram, feindselig erzürnt, grimmig, unmutig, erbittert; mnl. gram, Adj., zornig, erzürnt; ahd. gram, Adj., gram, zornig, zornig auf, erzürnt, ergrimmt; as. gram, Adj., „gram“, feindselig, feindlich; anfrk. -; germ. *grama-, *gramaz, Adj., zornig, grimmig, gram; s. idg. *gʰrem- (2), V., tönen, donnern, grollen, Pokorny 458 (673/89) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gram, Kluge s. u. gram, DW 8, 1752, EWD s. u. gram, EWAhd 4, 581, Falk/Torp 142, Heidermanns 253, Duden s. u. gram, Bluhme s. u. Gram; Son.: fast nur noch in der Redewendung gram sein; vgl. afries. -; ae. gram, grom, Adj., gram, zornig, wild, feindlich; an. gramr (1), Adj., zornig, feindlich; got. *grams, Adj. (a), zornig; nndl. gram, Adj., gram; nnorw. gram., Adj., gram; gr. χρόμος (chrómos), M., Knirschen, Gewieher, Geräusch (N.) (1); ksl. gromъ, Sb., Donner; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches grimmig oder zornig oder verhasst oder traurig; BM.: murren?; F.: gram+EW; Z.: gram
$Gram, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gram, Zorn, Grimm, Trauer; E.: s. gram; L.: Kluge s. u. gram, DW 8, 1761, EWD s. u. gram, Duden s. u. Gram; GB.: seit um 1300 belegte und mit gram verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Zorn oder Grimm oder Trauer; F.: Gram, Grames, Grams+EW; Z.: Gram
$grämen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. grämen, erzürnen, reizen, kränken; E.: s. ahd. gremen*; L.: Kluge s. u. gram, EWD s. u. gram; GB.: (gremen*) seit um 790 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches erzürnen oder reizen oder kränken; F.: grämen, gräme, grämst, grämt, grämest, grämet, grämte, grämtest, grämten, grämtet, gegrämt, ##gegrämt, gegrämte, gegrämtes, gegrämtem, gegrämten, gegrämter##, grämend, ###grämend, grämende, grämendes, grämendem, grämenden, grämender###, gräm (!)+EW; Z.: gräm-en
$grämlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. grämlich, verdrießlich; E.: s. gram, s. lich; L.: DW 9, 105, EWD s. u. gram, DW 8, 1790; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Gram und lich gebildete Bezeichnung für verdrießlich; F.: grämlich, grämliche, grämliches, grämlichem, grämlichen, grämlicher(, grämlichere, grämlicheres, grämlicherem, grämlicheren, grämlicherer, grämlichst, grämlichste, grämlichstes, grämlichstem, grämlichsten, grämlichster)+EW; Z.: gräm—lich
Gramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gramm, ein Tausendstel eines Kilogramms; ne. gramme, gram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. gramme, lat. gramma; E.: s. frz. gramme, M., Gramm; lat. gramma, Schriftzeichen, Buchstabe, Skrupel, (Ende 4. Jh. n. Chr.); gr. γράρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Gewicht von 1/24 Unze; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gramm, DW 8, 1797, EWD s. u. Gramm, Duden s. u. Gramm; Son.: vgl. nndl. gram, Sb., Gram; frz. gramme, M., Gramm; nschw. gram, N., Gramm; nnorw. gram, N., Gramm; kymr. gram, M., Gramm; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die in Frankreich seit 1779 verwendete und 1868 in dem Deutschen Bund aufgenommene sowie 1889 festgelegte und bis 2019 gültige Grundeinheit (Gramm) des metrischen Gewichtssystems; BM.: ritzen; F.: Gramm, Gramms, Gramme, Grammen+FW; Z.: Gram-m
...gramm, nhd., N.., (16. Jh.?): nhd. ...gramm, Schrift, Geschriebenes; ne. …gram; Vw.: s. Ana-, Auto-, Dia-, Epi-, Holo-, Ideo-, Mono-, Pikto-, Pro-, Steno-, Szinti-, Tele-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Schrift; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. -gramm, EWD s. u. -gramm, Duden s. u. -gramm; Son.: vgl. nndl. …gram, Suff., …gramm; nschw. …gram, Suff., …gramm; nnorw. …gram, Suff., …gramm; poln. …gram, Suff., …gramm; kymr. …gram, Suff., …gramm; nir. …gram, Suff., …gramm; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung von Schrift oder Geschriebenem; BM.: ritzen; F.: ...gramm, ...gramms, ...grammes, ...gramme, ...grammen+FW(+EW); Z.: -gram-m
Grammatik, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Grammatik, Sprachlehre; ne. grammar; Vw.: -; Hw.: s. Grammatiker; Q.: 1000 (Notker); E.: s. mhd. gramatica, st. F., Grammatik; mnd. grāmatike, F., Grammatik; ahd. grammatih*, gramatih*, st. N. (a), Grammatik; as. -; anfrk. -; lat. grammatica, F., Grammatik, (81-43 v. Chr.); gr. γραμματική (grammatikḗ), F., Grammatik; vgl. gr. γάρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grammatik, DW 8, 1799, EWD s. u. Grammatik, EWAhd 4, 582, Duden s. u. Grammatik; Son.: vgl. nndl. grammatica, Sb., Grammatik; frz. grammaire, F., Grammatik; nschw. grammatik, Sb., Grammatik; nnorw. gramatikk, M., Grammatik; poln. gramatyka, F., Grammatik; kymr. gramadeg, M., F., Grammatik; nir. gramadach, F., Grammatik; lit. gramatika, F., Grammatik; GB.: seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich mit den sprachlichen Formen und deren Funktion in dem Satz beschäftigenden Teil der Sprachwissenschaft; BM.: ritzen; F.: Grammatik, Grammatiken+FW(+EW); Z.: Gram-m-at-ik
$grammatikalisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. grammatikalisch; Grammatik betreffend; E.: s. Grammatik, s. al, s. isch; L.: Kluge s. u. Grammatik, DW 8, 1804, EWD s. u. Grammatik; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach frz. grammatical und mittelbar lat. grammaticalis aus Grammatik und al sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Grammatik betreffend; F.: grammatikalisch, grammatikalische, grammatikalisches, grammatikalischem, grammatikalischen, grammatikalischer+FW+EW; Z.: gram-m-at-ik-al-isch
Grammatiker, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Grammatiker, Grammatikus, Sachkundiger auf dem Gebiet der Grammatik; ne. grammarian; Vw.: -; Hw.: s. Grammatik; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. gramaticus, st. M., Grammatiker, sich auf Lesen und Schreiben und auf die lateinische Sprache Verstehender; s. ahd. grammatihhāri*, grammatichāri*, st. M. (ja), Grammatiker; s. lat. grammaticus, Adj., Grammatiker; vgl. gr. γραμματικός (grammatikós), Adj., grammatisch; vgl. gr. γράρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grammatik, EWD s. u. Grammatik, DW 8, 1805, EWAhd 4, 584, Duden s. u. Grammatiker; Son.: vgl. frz. grammairien, M., Grammatiker; nschw. grammatiker, Sb., Grammatiker; nnorw. grammatiker, M., Grammatiker; poln. gramatyk, M., Grammatiker; kymr. gramadegydd, M., Grammatiker; nir. gramadóir, M., Grammatiker; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. grammaticus aus Grammatik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Sachkundigen auf dem Gebiet der Grammatik; BM.: ritzen; F.: Grammatiker, Grammatikers, Grammatikern+FW; Z.: Gram-m-at-ik-er
$grammatisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. grammatisch, die Grammatik betreffend; E.: s. Grammat(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Grammatik, DW 8, 1807, EWD s. u. Grammatik; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. grammatice aus Grammat(ik) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Grammatik betreffend; F.: grammatisch, grammatische, grammatisches, grammatischem, grammatischen, grammatischer+FW(+EW); Z.: gram-m-at-isch
Grammel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Grammel, Griebe; ne. greaves; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Grammel, DW 8, 1810, Duden s. u. Grammel; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein festes Überbleibsel von durch Menschen vielleicht seit Beherrschung des Feuers entwickelten und verwendeten ausgelassenen Fettstücken; BM.: ?; F.: Grammel, Grammeln+EW?; Z.: Gramm-el
Grammophon, Grammofon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Grammophon, Grammofon, Plattenspieler; ne. grammophone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1887; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γάρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Grammophon, DW 8, 1812, EWD s. u. Grammophon, Duden s. u. Grammophon; Son.: vgl. nndl. grammofoon, Sb., Grammophon; frz. gramophone, M., Grammophon; nschw. grammofon, Sb., Grammophon; nnorw. grammofon, M., Grammophon; poln. gramofon, M., Grammophon; lit. gramofonas, M., Grammophon; GB.: seit 1887 belegte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und aus dem Griechischen des Altertums gebildete mit einer Kurbel aufzuziehendes Gerät mit einem Schalltrichter zu dem Abspielen von Schallplatten (Plattenspieler); BM.: ritzen, sprechen; F.: Grammophon, Grammophons, Grammophones, Grammophone, Grammophonen, Grammofon, Grammofons, Grammofones, Grammofone, Grammofonen+FW(+EW); Z.: Gram-m-o-pho-n
Gran, nhd. (ält.), M., N., (15. Jh.): nhd. Gran, ein kleines Gewicht; ne. grain (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. gran, N., M., Gran, kleines Gewichtsmaß; mnd. grān, N., Gran; ahd. grano (2), sw. M. (n), Korn, Körnchen; vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gran, Kluge s. u. Gran, DW 8, 1825, EWD s. u. Gran, Duden s. u. Gran; Son.: vgl. nndl. grein, Sb., Gran; frz. graine, M., Gran; nschw. gran, Sb., Gran; GB.: seit 15. Jh. belegte und über das Althochdeutsche mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie umgebildete Bezeichnung für ein sehr kleines und von Apothekern entwickeltes und verwendetes kleines Gewicht von meist etwa 65 Milligramm; BM.: reiben; F.: Gran, Granes, Grans, Grane, Granen+FW(+EW); Z.: Gra-n
Granat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Granat, ein Stein, eine Frucht; ne. garnet; Vw.: -; Hw.: s. Granate; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. grānāt, st. M., Granat, Granatstein, Granatapfel; mnd. granāt (1), Sb., Granat; s. lat. grānātus, Adj., mit Körnern versehen (Adj.), (um 47 n. Chr.); vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern; vgl. idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Granat, DW 8, 1828, EWD s. u. Granat, Duden s. u. Granat; Son.: vgl. nndl. granaat, Sb., Granat, Granate; frz. grenat, M., Granat; nschw. granat, Sb., Granat; nnorw. granat, M., Granat; poln. granat, M., Granat; kymr. garned, M., Granat; nir. gairnéad, M., Granat; lit. granatas, M., Granat; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches braunrotes Mineral und eine Frucht (Granatapfel); BM.: reiben; F.: Granat, Granats, Granates, Granate, Granaten+FW+EW; Z.: Gra-n-at
$Granatapfel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Granatapfel, Paradiesapfel; E.: s. Granat, s. Apfel; L.: DW 8, 1834, EWD s. u. Granatapfel; GB.: seit 1277/1287 belegte und aus Granat und Apfel gebildete sowie teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und aus Asien kommende sowie apfelartig aussehende Frucht (mit Körnern) die in Persien seit mehr als 3000 Jahren von Menschen angebaut wird; F.: Granatapfel, Granatapfels, Granatäpfel, Granatäpfeln+FW+EW; Z.: Gra-n-at—apfel
Granate, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Granate, Sprengkugel, eine Explosionswaffe; ne. grenade, shell (N.); Vw.: -; Hw.: s. Granat, Grenadier; Q.: um 1600; I.: Lw. it. granata; E.: s. it. granata, F., Granate, Granatapfel; vgl. lat. (mālum) grānatum, N., Granatapfel; vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Granate, DW 8, 1840, EWD s. u. Granate, Duden s. u. Granate; Son.: vgl. nndl. granaat, Sb., Granate; frz. grenade, F., Granate; nschw. granat, Sb., Granate; nnorw. granat, M., Granate; poln. Granat, M., Granate; kymr. grenâd, M., F., Granate; nir. gránáid, F., Granate; lit. granata, F., Granate; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes mit Sprengstoff gefülltes einem Granatapfel ähnlich sehendes explosives Wurfgeschoss (Explosionswaffe); BM.: reiben; F.: Granate, Granaten+FW+EW; Z.: Gra-n-at-e
Grand (1), nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Grand (M.) (1), grober Sand, Kies; ne. sand (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. grant (1), grand, M., Kies; vgl. mnd. grinden, sw. V., „grinden?“, reiben?, sich scheuern?, räudig werden?; germ. *grendan, st. V., zerreiben; idg. *gʰrendʰ-, V., zerreiben, streifen, Pokorny 459; s. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grand, Kluge s. u. Grand 1, DW 8, 1849, EWD s. u. Grind, Duden s. u. Grand; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen groben Sand oder Kies; BM.: reiben; F.: Grand, Grandes, Grands+EW; Z.: Gra-nd
Grand (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Grand (M.) (2), höchstes Spiel in dem von Menschen entwickelten und verwendeten Kartenspiel Skat; ne. grand (N.); Vw.: -; Hw.: s. Grandezza, grandios; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. grand jeu; E.: s. frz. grand jeu M., großes Spiel; vgl. lat. grandis, Adj., groß, herangewachsen, bedeutend, stark, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯rendʰ-, V., Sb., schwellen, Schwellung, Erhöhung, Brust, Pokorny 485 (716/38) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Grand 2, EWD s. u. Grand, Duden s. u. Grand; Son.: vgl. nnorw. grand, M., Grand (M.) (2); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das höchste Spiel in dem von Menschen entwickelten und verwendeten Kartenspiel Skat bei dem nur die Buben Trumpf sind; BM.: schwellen; F.: Grand, Grands+FW; Z.: Grand
Grandezza, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Grandezza, großartiges Auftreten, großartiges Benehmen; ne. grandeur; Vw.: -; Hw.: s. Grand (2), grandios; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. grandezza; E.: s. it. grandezza, F., Größe; span. grandeza, F., Größe; vgl. lat. grandis, Adj., groß, herangewachsen, bedeutend, stark, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯rendʰ-, V., Sb., schwellen, Schwellung, Erhöhung, Brust, Pokorny 485 (716/38) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Grandezza, DW 8, 1854, EWD s. u. Grandezza, Duden s. u. Grandezza; Son.: vgl. nndl. grandezza, Sb., Grandezza; nschw. grandezza, Sb., Grandezza; nnorw. grandezza, M., Grandezza; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Spanischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes großartiges Auftreten oder großartiges Benehmen; BM.: schwellen; F.: Grandezza+FW; Z.: Grand-ez-z-a
grandios, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. grandios, großartig; ne. grandiose; Vw.: -; Hw.: s. Grand (2), Grandezza; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. grandioso; E.: s. it. grandioso, Adj., grandios; vgl. it. grande, Adj., groß; dies unter Einfluss von span. grandioso, Adj., grandios; span. grande, Adj., groß; span. und it. von lat. grandis, Adj., groß, herangewachsen, bedeutend, stark, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯rendʰ-, V., Sb., schwellen, Schwellung, Erhöhung, Brust, Pokorny 485 (716/38) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. grandios, DW 8, 1856, EWD s. u. grandios, Duden s. u. grandios; Son.: vgl. nndl. grandioos, Adj., grandios; frz. grandiose, Adj., grandios; nschw. grandios, Adj., grandios; nnorw. grandios, Adj., grandios; lit. grandiozinis, Adj., grandios; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches großartig; BM.: schwellen; F.: grandios, grandiose, grandioses, grandiosem, grandiosen, grandioser(, grandiosere, grandioseres, grandioserem, grandioseren, grandioserer, grandiosest, grandioseste, grandiosestes, grandiosestem, grandiosesten, grandiosester)+FW(+EW); Z.: grand-i-os
Granit, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Granit, ein hartes Gestein; ne. granite (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. it. granito, frz. granit; E.: s. it. granito, M., Granit; frz. granit, M., Granit; vgl. it. granire, V., körnen; it. grano, M., Korn; lat. grānum, N., Korn, Kern, Körnchen, Getreide, Weizen; idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Granit, DW 8, 1862, EWD s. u. Granit, Duden s. u. Granit; Son.: vgl. nndl. graniet, Sb., Granit; nschw. granit, Sb., Granit; nnorw. granitt, M., Granit; poln. granit, M., Granit; lit. granitas, M., Granit; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Französischen aufgenommene und teilweise umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon seit rund 400 Millionen Jahren mögliches sehr hartes vulkanisches Gestein aus körnigen Teilen von Feldspat und Quarz sowie Glimmer; BM.: reiben; F.: Granit, Granits, Granite, Graniten+FW(+EW); Z.: Gra-n-it
$graniten, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. graniten, Granit betreffend, aus Granit bestehend; E.: s. Granit, s. en (Suff.): L.: DW 8, 1865, EWD s. u. Granit; GB.: seit etwa 1800 belegte und aus Granit und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Granit betreffend oder aus Granit bestehend; F.: graniten, granitene, granitenes, granitenem, granitenen, granitener+FW(+EW); Z.: gra-n-it-en
Granne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Granne, stacheliges steifes Haar, Barthaar; ne. awn; Vw.: -; Hw.: s. Garnele?; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gran, grane, st. F., sw. F., Haarspitze, Barthaar, Grann, Gräte, Wimper; mnd. grāne, F., „Granne“, Haarspitze, Barthaar (des Fuchses); mnl. grane, Sb., Schnurrbart; ahd. grana, st. F. (ō), sw. F. (n), „Granne“, Barthaar, Schnurrbart; as. grana, st. F. (ō), Granne, Barthaar; anfrk. -; germ. *granō (1), st. F. (ō), Granne, Barthaar; s. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, *gʰreh₁-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Granne, Kluge s. u. Granne, DW 8, 1869, EWD s. u. Granne, EWAhd 4, 584, Falk/Torp 138, Duden s. u. Granne; Son.: vgl. lat.-afries.? grano, Sb., Bart; ae. granu, st. F. (jō), Schnurrbart; an. grǫn (1), st. F. (ō), Barthaar, Schnurrbart, Lippe; got. *grana, st. F. (ō), Bart?, Barthaar?, Zopf?; lat. granus, M., Zopf, Schnurrbart, Oberlippenbart (aus dem Gotischen); gall. grannos, M., Schnurbart?; mir. grend, Sb., Bart; bret. grann, Sb., Augenbraue; aruss. granъ, Sb., Grenze, Grenzlinie; poln. grań, F., Grat; GB.: (grana) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche borstenartige Spitze an den Spelzen von Gräsern und Getreide; BM.: hervorstechen; F.: Granne, Grannen+EW; Z.: Gra-n-n-e
$grannig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. grannig, Granne betreffend; E.: s. Grann(e), s. ig; L.: DW 8, 1877, EWD s. u. Granne; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Grann(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Granne betreffend; F.: grannig, grannige, granniges, grannigem, grannigen, granniger(, grannigere, grannigeres, grannigerem, grannigeren, grannigerer, grannigst, grannigste, grannigstes, grannigstem, grannigsten, grannigster)+EW; Z.: gra-n-n-ig
Grans, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Grans, Spitze, hervorstehender Teil, Schnabel; ne. peak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. grans, st. M., Grans, Schiffsschnabel, Schnabel der Vögel, Maul, Rüssel, Vulva, hervorstehender Körperteil, Spitze; ahd. grans, st. M. (a?, i?), Schnabel, Schnauze, Rüssel, Schiffsschnabel; vielleicht verwandt mit ahd. grana, st. F. (ō), sw. F. (n), Granne, Barthaar, Schnurrbart; germ. *granō (1), st. F. (ō), Granne, Barthaar; s. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, *gʰreh₁-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grans, Kluge s. u. Grans, DW 8, 1878, EWAhd 4, 588; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Vorderteil oder Hinterteil eines Schiffes oder eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Spitze oder hervorstehenden Teil oder einrn Schnabel; BM.: hervorstechen?; F.: Grans, Granse, Gransen+FW; Z.: Gra-n-s
grantig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. grantig, übelgelaunt, mürrisch; ne. grumpy (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mhd. grannen, grennen, greunen, sw. V., weinen, flennen, bejammern; vgl. ahd. granōn*, sw. V. (2), grunzen; germ. *granōn, sw. V., grunzen, weinen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. grantig, DW 8, 1884, Duden s. u. grantig; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für übelgelaunt oder mürrisch; BM.: weinen?; F.: grantig, grantige, grantiges, grantigem, grantigen, grantiger(, grantigere, grantigeres, grantigerem, grantigeren, grantigerer, grantigst, grantigste, grantigstes, grantigstem, grantigsten, grantigster)+EW; Z.: gran-t-ig
Granulat, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Granulat, gekörnter Feststoff; ne. granule; Vw.: -; Hw.: s. granulieren; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. grānulum, N., Körnlein, Körnchen; vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern, Körnchen, Getreide, Weizen; idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. granulieren, fehlt DW, Duden s. u. Granulat; Son: vgl. frz. granulés, M., Granulat; nnorw. granulat, N., Granulat; poln. granulat, M., Granulat; kymr. gronynnell, M., Granulat; lit. granulė, F., Körnchen; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen von Menschen nach natürlichem Vorbild gebildeten und verwendeten durch Granulieren in Körner zerkleinerten Feststoff wie beispielsweise Sand; BM.: reiben; F.: Granulat, Granulates, Granulats, Granulate, Granulaten+FW; Z.: Gra-n-ul-at
granulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. granulieren, körnig machen; ne. granulate; Vw.: -; Hw.: s. Granulat; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. grānulum, N., Körnlein, Körnchen; vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern, Körnchen, Getreide, Weizen; idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. granulieren, DW 8, 1886, EWD s. u. granulieren, Duden s. u. granulieren; Son.: vgl. nndl. granuleren, V., granulieren; frz. granuler, V., granulieren; nschw. granulera, V., granulieren; nnorw. granulere, V., granulieren; poln. granulować, V., granulieren; kymr. gronynnu, V., granulieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. aus lat. granul(um) durch ieren gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches körnig machen oder durch Reiben (N.) körnig werden; BM.: reiben; F.: granulieren, granuliere, granulierst, granuliert, granulierest, granulieret, granulierte, granuliertest, granulierten, granuliertet, ##granuliert, granulierte, granuliertes, granuliertem, granulierten, granulierter##, granulierend, ###granulierend, granulierende, granulierendes, granulierendem, granulierenden, granulierender###, granulier (!)+FW(+EW); Z.: gra-n-ul-ier-en
Grapefruit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Grapefruit, Pampelmuse; ne. grapefruit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. grapefruit; E.: s. ne. grapefruit, N., Grapefruit, Pampelmuse; vgl. ne. grape, N., Traube; afrz. grape, grappe, Sb., Traube; von afrz. graper, V., weinlesen, packen; vgl. afrz. grappe, Sb., Haken; aus dem Germanischen, vgl. got. *krappa, st. F. (ō), Haken; ne. fruit, N., Frucht; lat. frūctus, M., Nutzung, Genuss, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *bʰrūg-, Sb., V., Frucht, genießen, gebrauchen, Pokorny 173 (292/125) (RB. idg. aus ital., germ.); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grapefruit, fehlt DW, EWD s. u. Grapefruit, Duden s. u. Grapefruit; Son.: vgl. nndl. grapefruit, Sb., Grapefruit, Pampelmuse; frz. grape-fruit, M., Grapefruit, Pampelmuse; nschw. grapefrukt, Sb., Grapefruit, Pampelmuse; nnorw. grapefrukt, M., F., Grapefruit, Pampelmuse; poln. grapefruit, grejpfrut, M., Grapefruit, Pampelmuse; lit. greipfrutas, M., Grapefruit; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf Barbados vor rund 300 Jahren durch eine Zufallskreuzung aus Orange und Pampelmuse entstandene große und runde gelbe Zitrusfrucht mit leicht bitterem Geschmack; BM.: packen, schneiden; F.: Grapefruit, Grapefruits+FW; Z.: Grap-e-frui-t
…graph, …graf, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. …graph, …graf; ne. …graph, …grapher; Vw.: s. Geo-, Tele-; Hw.: s. Graffiti, …graphie; Q.: 12. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. -graph, fehlt DW, EWD s. u. -graph, Duden s. u. -graf; Son.: vgl. frz. …graphe, Suff., …graph, …graf; nnorw. …graf, …graf, Suff., …graph, …graf; poln. ...graf, Suff., graph..., graf...; lit. ...grafas, Suff., graph..., graf...; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie als Grundwort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Geräte für Aufzeichnen oder Schreiben; BM.: ritzen; F.: ...graph, ...graphen, …graf, …grafen+FW(+EW); Z.: -graph
...graphie, …grafie, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. …graphie, …grafie; ne. …graphy; Vw.: s. Biblio-, Bio-, Choreo-, Demo-, Geo-, Hagio-, Helio-, Ikono-, Kalli-, Litho-, Mammo-, Mono-, Ortho-, Photo-, Porno-, Steno-, Szinti-, Topo-; Hw.: s. …graph, ...graphisch, Graffiti; Q.: 16. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. -graphie, fehlt DW, EWD s. u. -graph; Son.: vgl. nndl. …grafie, Suff., …graphie, …grafie; frz. …graphie, Suff., …graphie, …grafie; nschw. …grafi, Suff., …graphie, …grafie; nnorw. …grafi, Suff., …graphie, …grafie; poln. …grafia, Suff., …graphie, …grafie; lit. ...grafija, Suff., …graphie, …grafie; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie als Grundwort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Aufzeichnen oder Schreiben; BM.: ritzen; F.: ...graphie, ...graphien, grafie…, grafien+FW; Z.: -graph-ie
Graphik, Grafik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Graphik, Schaubild, Zeichenkunst, künstlerische und besonders zeichnerische Gestaltung von Flächen durch Zeichen; ne. graphics; Vw.: -; Hw.: s. Graffiti; Q.: Ende 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung zu γραφική (τέχνη) (graphikḗ téchnē); E.: s. gr. γραφικός (graphikós), Adj., im Malen geschickt, malerisch; vgl. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Graphik, DW 8, 1888, EWD s. u. Graphik, Duden s. u. Graphik; Son.: vgl. nndl. grafiek, Sb., Graphik; frz. graphique, M., Graphik; nschw. grafik, Sb., Graphik; nnorw. grafikk, M., Graphik; poln. grafika, F., Graphik; kymr. graffeg, F., Graphik; lit. grafika, F., Graphik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung und Verwendung von Kunst durch den Menschen mögliche künstlerische und besonders zeichnerische Gestaltung von Flächen durch Zeichen; BM.: ritzen; F.: Graphik, Graphiken+FW; Z.: Graph-ik
$Graphiker, Grafiker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Graphiker; E.: s. Graphik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Graphik, DW 8, 1889, EWD s. u. Graphik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Graphik und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen berufsmäßig Graphik verwendenden Künstler oder Handwerker; F.: Graphiker, Graphikers, Graphikern, Grafiker, Grafikers, Grafikern+FW(+EW); Z.: Graph-ik-er
graphisch, grafisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. graphisch, Graphik betreffend, durch Graphik dargestellt; ne. graphic; Vw.: s. geo-; Hw.: s. …graphisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. graphicus; E.: s. lat. graphicus, Adj., zum Zeichnen gehörig, malerisch (um 250-184 v. Chr.); gr. γραφικός (graphikós), Adj., im Malen geschickt, malerisch; vgl. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. *gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Graphik, DW 8, 1889, EWD s. u. Graphik, Duden s. u. graphisch; Son.: vgl. nndl. grafisch, Adj., graphisch, grafisch; frz. graphique, Adj., graphisch, grafisch; nschw. grafisk, Adj., graphisch, grafisch; nnorw. grafisk, Adj., graphisch, grafisch; poln. grafizny, Adj., graphisch, grafisch; lit. grafinis, Adj., graphisch, grafisch; GB.: seit etwa 1800 nach frz graphique (siebzehnhundertzweiundsechzig) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung und Verwendung von Kunst durch den Menschen mögliches durch Graphik dargestellt oder Graphik betreffend; BM.: ritzen; F.: graphisch, graphische, graphisches, graphischem, graphischen, graphischer, grafisch, grafische, grafisches, grafischem, grafischen, grafischer+FW(+EW); Z.: graph-isch
...graphisch, ...grafisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. ...graphisch, ...grafisch; ne. …graphic; Vw.: s. geo-; Hw.: s. ...graphie, Graphik, graphisch; Q.: 17. Jh?.; I.: Lw. lat. graphicus, gr. γραφικός (graphikós); E.: lat. graphicus, Adj., zum Zeichnen gehörig, malerisch; s. gr. γραφικός (graphikós), Adj., im Malen geschickt, malerisch; vgl. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. *gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: s. DW 8, 1889, Kytzler/Redemund/Eberl 1072; Son.: vgl. nndl. ...grafisch, Suff., ...graphisch; frz. ...graphique, Suff., ...graphisch; nschw. ...grafisk, Suff., ...graphisch; nnorw. ...grafisk, Suff., ...graphisch; poln. ...graficzny, Suff., ...graphisch; nir. ...grafach, Suff., ...graphisch; lit. ...grafinis, Suff., ...graphisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von eine Darstellung betreffenden Adjektiven; BM.: ritzen; F.: ...graphisch, ...graphische, ...graphisches, ...graphischem, ...graphischen, ...graphischer, ...grafisch, ...grafische, ...grafisches, ...grafischem, ...grafischen, ...grafischer+FW; Z.: -graph-isch
Graphit, Grafit, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Graphit, Grafit, ein Mineral; ne. graphite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1789; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Graphit, DW 8, 1890, EWD s. u. Graphit, Duden s. u. Graphit; Son.: vgl. nndl. grafiet, Sb., Graphit; frz. graphite, M., Graphit; nschw. grafit, Sb., Graphit; nnorw. grafitt, M., Graphit; poln. grafit, M., Graphit; kymr. graffit, M., Graphit; nir. graifít, F., Graphit; lit. grafitas, M., Graphit; GB.: seit 1789 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus reinem Kohlenstoff bestehendes schwarzgraues und beispielsweise in China und Indien und Brasilien und Mexiko sowie in der Ukraine überirdisch und unterirdisch abgebautes natürliches und außerdem auch von Menschen künstlich herstellbares Mineral; BM.: ritzen; F.: Graphit, Graphits, Graphite, Graphiten, Grafit, Grafits, Grafite, Grafiten+FW(+EW); Z.: Graph-it
$Graphologe, Grafologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Graphologe, Handschriftdeuter; E.: s. Grapholog(ie), s. e; L.: DW 8, 1891, EWD s. u. Graphologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Graphologie oder Grafologie und graphologisch oder grafologisch verbindbare Bezeichnung für einen möglichen Sachkundigen auf dem Gebiet der Deutung der Schrift oder Handschrift einzelner Menschen; F.: Graphologe, Graphologen+FW; Z.: Graph-o-log-e
Graphologie, Grafologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Graphologie, Grafologie, Schriftkunde, Handschriftdeutung; ne. graphology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Graphologie, DW 8, 1891, EWD s. u. Graphologie, Duden s. u. Graphologie; Son.: vgl. nndl. grafologie, Sb., Graphologie; frz. graphologie, F., Graphologie; nschw. grafologie, Sb., Graphologie; nnorw. grafologi, M., Graphologie; poln. grafologia, F., Graphologie; kymr. graffoleg, F., Graphologie; lit. grafologija, F., Graphologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach frz. graphologie (seit achtzehnhundertachtundsechzig) aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Sachkunde von der Deutung der Schrift oder Handschrift einzelner Menschen (Handschriftdeutung); BM.: ritzen, sammeln; F.: Graphologie, Grafologie+FW; Z.: Graph-o-log-ie
$graphologisch, grafologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. graphologisch; E.: s. Grapholog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Graphologie, DW 8, 1891, EWD s. u. Graphologie; GB.: seit 1896 belegte und aus Grapholog(ie) oder Grafolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für die Sachkunde von der Deutung der Schrift oder Handschrift einzelner Menschen betreffend; F.: graphologisch, graphologische, graphologisches, graphologischem, graphologischen, graphologischer, grafologisch, grafologische, grafologisches, grafologischem, grafologischen, grafologischer+FW+EW; Z.: graph-o-log-isch
grappen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. grappen, ergreifen, erhaschen, an sich raffen; ne. grope; Vw.: -; Hw.: s. grapschen; Q.: 18. Jh.; E.: mhd. grappen, sw. V., tasten, greifen, ergreifen, an sich nehmen; s. mhd. grāpen, sw. V., tasten, greifen; s. germ. *grab-, V., zusammenscharren; vgl. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grapsen, Kluge s. u. grapsen, EWD s. u. grabbeln, DW 8, 1893 (grapen), DW 8, 1896 (grappen), Duden s. u. grapschen, Bluhme s. u. grapschen; GB.: seit dem 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Mittelhochdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Primaten mögliches ergreifen oder erhaschen oder an sich raffen; BM.: ergreifen; F.: grappen, grappe, grappst, grappt, grappest, grappet, grappte, grapptest, grappten, grapptet, gegrappt, ##gegrappt, gegrappte, gegrapptes, gegrapptem, gegrappten, gegrappter##, grappend, ###grappend, grappende, grappendes, grappendem, grappenden, grappender###, grapp (!)+EW; Z.: grap-p-en
grapschen, grapsen, grabschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. grapschen, grapsen, grapschen, ergreifen, erhaschen; ne. grope; Vw.: -; Hw.: s. grappen; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. grappen, sw. V., tasten, greifen, ergreifen, an sich nehmen; s. mhd. grāpen, sw. V., tasten, greifen; s. germ. *grab-, V., zusammenscharren; vgl. idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grapsen, Kluge s. u. grapsen, DW 8, 1896, EWD s. u. grabbeln, Duden s. u. grapschen, Bluhme s. u. grapschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Primaten mögliches ergreifen oder erhaschen oder an sich raffen; BM.: ergreifen; F.: grapschen, grapsche, grapschst, grapscht, grapschest, grapschet, grapschte, grapschtest, grapschten, grapschtet, gegrapscht, ###gegrapscht, gegrapschte, gegrapschtes, gegrapschtem, gegrapschten, gegrapschter###, grapschend, ###grapschend, grapschende, grapschendes, grapschendem, grapschenden, grapschender###, grapsch, grapsen, grapse, grapsst, grapst, grapsest, grapset, grapste, grapstest, grapsten, grapstet, gegrapst, ##gegrapst, gegrapste, gegrapstes, gegrapstem, gegrapsten, gegrapster##, grapsend, ###grapsend, grapsende, grapsendes, grapsendem, grapsenden, grapsender###, graps, grabschen, grabsche, grabschst, grabscht, grabschest, grabschet, grabschte, grabschtest, grabschten, grabschtet, gegrabscht, ##gegrabscht, gegrabschte, gegrabschtes, gegrabschtem, gegrabschten, gegrabschter##, grabschend, ###grabschend, grabschende, grabschendes, grabschendem, grabschenden, grabschender###, grabsch (!)+EW; Z.: grap-sch-en
grapsen, nhd., sw. V.: nhd. grapsen; Vw.: s. grapschen
Gras, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gras, Grashalm, Rasen (M.); ne. grass (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. gras, st. N., Gras, Wiese, grasbewachsener Ort; mnd. gras, grās, gres, N., Gras, Grasland, Weide (F.) (2), bestimmtes Ackermaß; mnl. gras, N., Gras; ahd. gras, st. N. (a), Gras, Wiese, Rasen (M.), Grasfläche, niedriges Gewächs; as. gras*, st. N. (a), Gras; anfrk. -; germ. *grasa-, *grasam, st. N. (a), Gras; idg. *gʰrōs-, *gʰrəs-, Sb., Gras, Trieb, Pokorny 454; idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gras, Kluge s. u. Gras, DW 8, 1898, EWD s. u. Gras, EWAhd 4, 594, Falk/Torp 143, Seebold 243, Duden s. u. Gras, Bluhme s. u. Gras; Son.: vgl. afries. gers, gars, gres, jers, st. N. (a), Gras, Boden, Gräsung, Weide (F.) (2); nnordfries. gärs; ae. græs, gærs, st. N. (a), Gras; an. gras, st. N. (a), Gras, Unkraut; got. gras, st. N. (a), Gras, Kraut; nndl. gras, Sb., Gras; nschw. gräs, N., Gras; nnorw. gress, N., Gras; gr. γράστις (grástis), F., Grünfutter; lat. grāmen, N., Stängel, Stengel, Grasstengel, Grasstängel, Pflanze; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche wohl seit Entwicklung von Pflanzen nach Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Pflanze mit einem durch Knoten gegliederten Halm und langen, schmalen Blättern sowie besonders als Ähren oder Rispen ausgebildeten Blütenständen mit unscheinbaren Blüten; BM.: grünen; F.: Gras, Grases, Gräser, Gräsern+EW; Z.: Gra-s
$Grasaffe, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Grasaffe; E.: s. Gras, s. Affe; L.: Kluge s. u. Gras, DW 8, 1942; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Gras und Affe gebildete Bezeichnung für einen unreifen und eitelen Menschen; F.: Grasaffe, Grasaffen+EW; Z.: Gra-s—aff-e
$grasen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. grasen, Gras fressen; Vw.: s. ab-; E.: s. Gras, s. en; L.: Kluge s. u. Gras, DW 8, 1952, EWD s. u. Gras; GB.: (grasōn*) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Gras und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Gras fressen; F.: grasen, grase, grasst (!), grast, grasest, graset, graste, grastest, grasten, grastet, gegrast, ##gegrast, gegraste, gegrastes, gegrastem, gegrasten, gegraster##, grasend, ###grasend, grasende, grasendes, grasendem, grasenden, grasender###, gras (!)+EW; Z.: gra-s-en
$Graser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Graser, Grasender; E.: s. Gras bzw. gras(en), s. er (Suff.); L.: DW 8, 1959, EWD s. u. Gras; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gras bzw. gras(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Grasenden; F.: Graser, Grasers, Grasern+EW; Z.: Gra-s-er
$grasig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. grasig, Gras betreffend; E.: s. Gras, s. ig; L.: EWD s. u. Gras; GB.: (grasag*) seit um 1000 belegte und aus Gras und ig bzw. ag gebildete Bezeichnung für Gras betreffend; F.: grasig, grasige, grasiges, grasigem, grasigen, grasiger(, grasigere, grasigeres, grasigerem, grasigeren, grasigerer, grasigst, grasigste, grasigstes, grasigstem, grasigsten, grasigster)+EW; Z.: gra-s-ig
$Grasmücke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Grasmücke; E.: s. gra(u), s. smucke; L.: Kluge s. u. Grasmücke, DW 8, 1889, EWD s. u. Gras; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus gra(u) und smucke oder ahd. smokko* (Unterkleid) (bzw. Gras und Mücke) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen kleinen in Wäldern und Gebüschen lebenden graubraunen Singvogel; F.: Grasmücke, Grasmücken+EW; Z.: Gra-s—mü-ck-e
grassieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. grassieren, schreiten, sich ausbreiten, um sich greifen, wüten; ne. spread (V.), be rampant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1258 (Durnier von Nantes des Konrad von Würzburg); I.: Lw. lat. grassārī; E.: mhd. grazieren, grāzieren, sw. V., schreien, aufschreien, wüten, sich übermütig gebärden, jagen; mnd. grassēren, sw. V., grassieren, sich verbreiten; lat. grassārī, schreiten, losschreiten, verfahren (V.), hart verfahren (V.), wüten; vgl. lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. grassieren, DW 8, 2001, EWD s. u. grassieren, Duden s. u. grassieren; Son.: vgl. nschw. grassera, V., grassieren; nnorw. grassere, V., grassieren; GB.: seit um 1258 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für schreiten oder sich ausbreiten oder um sich greifen oder wüten; BM.: schreiten; F.: grassieren, grassiere, grassierst, grassiert, grassierest, grassieret, grassierte, grassiertest, grassierten, grassiertet, ##grassiert, grassierte, grassiertes, grassiertem, grassierten, grassierter##, grassierend, ###grassierend, grassierende, grassierendes, grassierendem, grassierenden, grassierender###, grassier (!)+ FW(+EW); Z.: gras-s-ier-en
grässlich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. grässlich, Grauen hervorrufend, schauererregend, schrecklich; ne. dreadful; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. grasselich, gresselich, Adj., übermütig, anmaßend; mhd. græzlich, Adj., grässlich, zornig; mnd. grēselīk (1), greselik, Adj., gräßlich, grausig, Schauder erregend, Grausen erregend, grauenvoll, schrecklich; vgl. mhd. graz, Adj., wütend, zornig; ahd. grazzo, Adv., ernsthaft, eindeutig; s. germ. *grata-, *grataz, Adj., grimmig; vgl. idg. *gʰrēd-, V., weinen, Pokorny 439; idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gräszlich, Kluge s. u. grässlich, DW 8, 2021 (gräszlich), EWD s. u. grässlich, Duden s. u. grässlich, Bluhme s. u. graesslich; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Grauen hervorrufend oder schauererregend oder schrecklich; BM.: rasseln bzw. lärmen?; F.: grässlich, grässliche, grässliches, grässlichem, grässlichen, grässlicher(, grässlichere, grässlicheres, grässlicherem, grässlicheren, grässlicherer, grässlichst, grässlichste, grässlichstes, grässlichstem, grässlichsten, grässlichster)+EW; Z.: gräss-lich
Grat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Grat, Fischgräte, Stachel, Rückgrat; ne. ridge, fin; Vw.: -; Hw.: s. Gräte; Q.: 1160-1180 (Linzer Antichrist); E.: mhd. grāt, st. M., Gräte, Rückgrat; mnd. grāt (2), M., Grat, Halswirbel, Wirbel des Kranichhalses, Gräte; mnl. graet, M., Grat; ahd. grāt (1), st. M. (a)?, „Grat“, Rückgrat; germ. *grēdi-, *grēdiz, st. M. (i), Gräte, Grat; s. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, *gʰreh₁-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Graut, Kluge s. u. Grat, DW 8, 2029, EWD s. u. Grat, EWAhd 4, 598, Falk/Torp 138, Duden s. u. Grat, Bluhme s. u. Grat; Son.: vgl. nndl. graat, Sb., Gräte; russ. grot, Sb., Wurfspeer; GB.: seit 1160-1180 belegte und mit dem Althochdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens oder eine scharfe Kammlinie oder einen Stachel; BM.: hervorstechen; F.: Grat, Grates, Grats, Grate, Graten+EW; Z.: Gra-t
Gräte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gräte, Fischgräte, Knochen der Fische; ne. fishbone; Vw.: -; Hw.: s. Grat; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. grāde (1), grade, F., Gräte, Fischgräte, Knochen; ahd.? grāt (1), st. M. (a?), Grat, Rückgrat; germ. *grēdi-, *grēdiz, st. M. (i), Gräte, Grat; s. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, *gʰreh₁-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Gräte, DW 8, 2043, EWD s. u. Gräte, Duden s. u. Gräte, Bluhme s. u. Graete; Son.: vgl. nndl. graat, Sb., Gräte; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gräte oder Knochen der Fische; BM.: hervorstechen; F.: Gräte, Gräten+EW; Z.: Grä-t-e
$gräten, nhd., sw. V., (16. Jh.)?: nhd. gräten; Vw.: s. aus-, ent-; E.: s. Grät(e), s. en (Suff.); L.: DW s. u. 8, 2050; GB.: (entgräten) seit 1537 belegte und aus Grät(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Fischen mögliches Gräte haben oder Gräte sein (V.); F.: gräten (!), gräte (!), grätest, grätet, grätete, grätetest, gräteten, grätetet, gegrätet, ##gegrätet, gegrätete, gegrätetes, gegrätetem, gegräteten, gegräteter##, grätend, ###grätend, grätende, grätendes, grätendem, grätenden, grätender###, grät (!)+EW; Z.: grä-t-en
Gratifikation, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Gratifikation, Belohnung, Sonderzuweisung, zusätzliches Arbeitsentgelt; ne. gratification; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. grātificātio; E.: s. lat. grātificātio, F., Willfährigkeit, Gefälligkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. grātificārī, V., willfahren, sich willfährig zeigen, sich gefällig zeigen; lat. grātus, Adj., lieblich, anmutig, artig, einnehmend, hold, reizend; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Gratifikation, DW 8, 2054, EWD s. u. Gratifikation, Duden s. u. Gratifikation; Son.: vgl. nndl. gratificatie, Sb., Gratifikation; frz. gratification, F., Gratifikation; nschw. gratifkation, Sb., Gratifikation; nnorw. gratifikasjon, M., Gratifikation; poln. gratyfikacja, F., Gratifikation; GB.: (gratification) seit 16. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums (Willfährigkeit) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Arbeitsteilung zu besonderen Anlässen als Zeichen von Dank für Leistungen und Anerkennung von Treue gegebenes zusätzliches Arbeitsentgelt; BM.: loben, machen; F.: Gratifikation, Gratifikationen+FW(+EW); Z.: Gra-t-i-fi-k-at-io-n
gratis, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. gratis, umsonst, kostenlos, ohne Gegenleistung; ne. gratis, gratuitous, free (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. grātīs; E.: s. lat. grātīs, Adv., umsonst, vergebens, unentgeltlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. grātia (1), F., Annehmlichkeit, Wohlgefälligkeit, Gefälligkeit, Gunst, Gnade; lat. grātus, Adj., lieblich, anmutig, artig, einnehmend, hold, reizend; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gratis, EWD s. u. gratis, DW 8, 2057, Duden s. u. gratis; Son.: vgl. nndl. gratis, Adj., gratis; frz. gratis, Adj., gratis; nschw. gratis, Adj., gratis; nnorw. gratis, Adj., gratis; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung von sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches umsonst oder kostenlos oder ohne Gegenleistung; BM.: loben; F.: gratis+FW; Z.: gra-t-is
Grätsche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Grätsche, seitwärts gespreizte Beine; ne. straddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1816 (Turnvater Jahn); E.: gebildet zu dem Verb grätschen, mit gespreizten Beinen gehen; zu gräten, V., mit gespreizten Beinen gehen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Grätsche, EWD s. u. grätschen, DW 8, 2060, Duden s. u. Grätsche; GB.: seit 1816 belegte und mit grätschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen (sichereren) Sprung mit seitwärts gespreizten Beinen; BM.: ?; F.: Grätsche, Grätschen+EW; Z.: Grät-sch-e
$grätschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. grätschen, mit gespreizten Beinen (sicherer) springen; E.: s. Grätsch(e), s. en; L.: Kluge s. u. Grätsche, DW 8, 2061; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Grätsch(e) und (en) gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit gespreizten Beinen (sicherer) springen; F.: grätschen (!), grätsche (!), grätschst, grätscht, grätschest, grätschet, grätschte, grätschtest, grätschten, grätschtet, gegrätscht, ##gegrätscht, gegrätschte, gegrätschtes, gegrätschtem, gegrätschten, gegrätschter##, grätschend, ###grätschend, grätschende, grätschendes, grätschendem, grätschenden, grätschender###, grätsch(!)+EW; Z.: grät-sch-en
Gratulant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Gratulant, Gratulierender, Glückwünscher, Beglückwünscher, Beglückwünschender; ne. congratulant, congratulator, well-wisher; Vw.: -; Hw.: s. Gratulation, gratulieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. grātulāns; E.: s. lat. grātulāns, Adj., Glück wünschend, dankend, freudig, froh, (um 431-486 n. Chr.); lat. grātulārī, sw. V., Glück wünschen, danken; lat. grātēs, F., Dank, Lohn, Vergeltung; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. tollere, V., aufrichten, emporrichten, emporheben, aufheben, erheben; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gratulieren, DW 2, 2065, EWD s. u. gratulieren, Duden s. u. Gratulant; Son.: vgl. nnorw. gratulant, M., Gratulant; poln. gratulant, M., Gratulant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Beglückwünscher oder Beglückwünschenden; BM.: loben, heben; F.: Gratulant, Gratulanten+FW(+EW); Z.: Gra-t-ul-ant
Gratulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gratulation, Beglückwünschung, Glückwunsch; ne. congratulation; Vw.: -; Hw.: s. Gratulant, gratulieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. grātulātio; E.: s. lat. grātulātio, F., Freudenbezeigung, Freudenbekundung, Freude, Beglückwünschung, Glückwunsch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. grātulārī, sw. V., Glück wünschen, danken; lat. grātēs, F., Dank, Lohn, Vergeltung; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. tollere, V., aufrichten, emporrichten, emporheben, aufheben, erheben; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gratulieren, DW 8, 2066, EWD s. u. gratulieren, Duden s. u. Gratulation; Son.: vgl. nschw. gratulation, Sb., Gratulation; nnorw. gratulasjon, M., Gratulation; poln. gratulacje, F. Pl., Gratulation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Glückwunsch zu einem besonderen Anlass; BM.: loben, heben; F.: Gratulation, Gratulationen+FW(+EW); Z.: Gra-t-ul-at-io-n
gratulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gratulieren, Glück wünschen, beglückwünschen; ne. congratulate; Vw.: -; Hw.: s. Gratulant, Gratulation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. grātulārī; E.: s. lat. grātulārī, sw. V., Glück wünschen, danken, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. grātēs, F., Dank, Lohn, Vergeltung; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. tollere, V., aufrichten, emporrichten, emporheben, aufheben, erheben; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gratulieren, EWD s. u. gratulieren, DW 8, 2067, Duden s. u. gratulieren; Son.: vgl. nschw. gratulera, V., gratulieren; nnorw. gratulere, V., gratulieren; poln. gratulować, V., gratulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches zu einem besonderen Anlass Glück wünschen oder beglückwünschen; BM.: loben, heben; F.: gratulieren, gratuliere, gratulierst, gratuliert, gratulierest, gratulieret, gratulierte, gratuliertest, gratulierten, gratuliertet, ##gratuliert, gratulierte, gratuliertes, gratuliertem, gratulierten, gratulierter##, gratulierend, ###gratulierend, gratulierende, gratulierendes, gratulierendem, gratulierenden, gratulierender###, gratulier (!)+FW(+EW); Z.: gra-t-ul-ier-en
Grätzel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Grätzel, Häuserblock, Wohnviertel; ne. neighbourhood; Vw.: -; Hw.: s. reißen; Q.: 20. Jh.; E.: wohl zu mhd. gereiz, M., Umkreis, Umhüllendes?; vgl. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. rīzen, st. V. (1), reißen, einritzen, schreiben; ahd. rīzan, st. V. (1a), ritzen, reißen, schreiben, einritzen, aufzeichnen; germ. *wreitan, st. V., ritzen, schreiben; s. idg. *u̯rei-, *u̯rī-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. *u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grätzel, fehlt DW, Duden s. u. Grätzel; GB.: seit 20. Jh. belegte und über das Mittelhochdeutsche und Althochdeutsche teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen modernen Häuserblock oder ein Wohnviertel; BM.: ritzen; F.: Grätzel, Grätzels, Grätzeln+EW; Z.: G-rä-tz-el
grau, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. grau, mausfarben; ne. grey (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: s. mhd. grā, Adj., grau, altersgrau; mnd. grā, gra, graw, grāwe, grawe, grauw, grau, grauwe, Adj., grau; mnl. gra, grau, Adj., grau, graugefleckt; ahd. grāo*, grā*, Adj., grau, weißlich, weißgrau, aschgrau, blaugrau, gelbgrau, silbrig, ergraut, grauhaarig, trüb; as. grē?, Adj., grau; anfrk. grāo, Adj., grau; germ. *grēwa-, *grēwaz, *grǣwa-, *grǣwaz, Adj., grau; s. idg. *g̑ʰer- (3), *g̑ʰerə-, *g̑ʰrē-, V., strahlen, glänzen, schimmern, Pokorny 441 (637/53) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grau, Kluge s. u. grau, DW 8, 2071, EWD s. u. grau, EWAhd 4, 591, Falk/Torp 142, Heidermanns 259, Duden s. u. grau, Bluhme s. u. grau; Son.: vgl. afries. grē, Adj., grau; nnordfries. grä, Adj., grau; ae. grǣw, Adj., grau; an. grār, Adj., grau, boshaft, feindlich; got. *grēws, Adj. (a), grau; nndl. grauw, Adj., grau; nschw. grå, Adj., grau; nnorw. grå, Adj., grau; ksl. zaŕa, Sb., Glanz, Röte; GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung für den sachlich seit der Entstehung von Augen möglichen Farbton zwischen Schwarz und Weiß und aus diesen beiden Farben; BM.: glänzen; F.: grau, graue, graues, grauem, grauen, grauer(, grauere, graueres, grauerem, graueren, grauerer, grauest, graueste, grauestes, grauestem, grauesten, grauester)+EW; Z.: grau
Gräuel, Greuel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Gräuel, Greuel, Grauen, Abscheulichkeit; ne. abomination, atrocity; Vw.: -; Hw.: s. grauen, graulen, grausam; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: s. mhd. griuwel, grūwel, griule, st. M., Gräuel, Greuel, Grauen (N.), Schrecken (M.); mhd. griuwele*, griule, sw. M., Schrecken, Grauen, Greuel; mnd. grūwel, grǖwel, grǖel, M., Grauen, Furcht, Abscheu, Gräuel, Greuel; mnl. gruwel, Sb., Gräuel, Greuel; vgl. mhd. grūwen, grūen, sw. V., „grauen“, Grausen empfinden, sich vor Grauen aufrichten; ahd. grūēn*, sw. V. (3), grauen, grausen, sich vor Grauen aufrichten; germ. *gru-, V., schaudern; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gräuel, Kluge s. u. Greuel, EWD s. u. Greuel, DW 9, 204 (Greuel), DW 8, 2114 (Gräuel), Duden s. u. Gräuel, Bluhme s. u. Greuel; Son.: vgl. nndl. gruwel, Sb., Gräuel, Greuel; GB.: seit 1190-1195 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem teilweise erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Gegenstand und die Empfindung des Grauens oder der Abscheulichkeit; BM.: reiben; F.: Gräuel, Gräuels, Gräueln, Greuel, Greuels, Greueln+FW; Z.: Gräu-el
$Gräueltat, Greueltat, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Gräueltat; E.: s. Gräuel, s. Tat; L.: DW 9, 229 (Greuelthat), EWD s. u. Greuel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gräuel und Tat gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Untat oder abscheuliche Tat wie Mord oder Totschlag; F.: Gräueltat, Gräueltaten, Greueltat, Greueltaten+EW; Z.: Gräu-el—ta-t
grauen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. grauen, Grauen empfinden, schaudern; ne. be terrified; Vw.: -; Hw.: s. Gräuel, graulen, grausen, grausam; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. grūwen, grūen, sw. V., „grauen“, Grausen empfinden, sich vor Grauen aufrichten; mnd. grūwen (1), grǖwen, grouwen, growen, sw. V., grauen; mnl. gruen, gruwen, sw. V., grauen; ahd. grūēn*, sw. V. (3), grauen, grausen, sich vor Grauen aufrichten; as. -; anfrk. -; germ. *gru-, V., schaudern; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. grauen, DW 8, 2116, EWD s. u. grauen 2, EWAhd 4, 654, Falk/Torp 145, Duden s. u. grauen; Son.: vgl. ne. (dial.) grue, V., grauen, grausen; nschw. gruva, V., grauen; ai. hárṣate, V., starrt, ist erregt; lat. horrēre, V., rauh sein (V.), starr sein (V.), starren, kalt sein (V.); ksl. fu-grustiti sja, V., sich grämen; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Grauen empfinden oder schaudern; BM.: reiben; F.: grauen (!), graue (!), graust, graut, grauest, grauet, graute, grautest, grauten, grautet, gegraut, ##gegraut##, grauend, ###grauend, grauende, grauendes, grauendem, grauenden, grauender###, grau (!)+EW; Z.: grau-en
$grauen (2), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. grauen, grau werden; Vw.: s. er-; E.: s. grau, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. grau, DW 8, 2116, EWD s. u. grau; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus grau und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches grau werden; F.: grauen, graue (!), graust, graut, grauest, grauet, graute, grautest, grauten, grautet, gegraut, ##gegraut, gegraute, gegrautes, gegrautem, gegrauten, gegrauter##, grauend, ###grauend, grauende, grauendes, grauendem, grauenden, grauender###, grau (!)+EW; Z.: grau-en
$Grauen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Grauen, Entsetzen, Furcht; E.: s. grauen; L.: Kluge s. u. grauen (1), DW 8, 2133, EWD s. u. grauen 2; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus grauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Entsetzen oder Furcht; F.: Grauen, Grauens+EW; Z.: Grau-en
$grauenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. grauenhaft, mit Grauen behaftet, grauenvoll, entsetzlich, schrecklich; E.: s. Grauen, s. haft; L.: Kluge s. u. grauen (1), DW 8, 2148, EWD s. u. grauen 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grauen und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit Grauen behaftet oder grauenvoll oder entsetzlich oder schrecklich; F.: grauenhaft, grauenhafte, grauenhaftes, grauenhaftem, grauenhaften, grauenhafter(, grauenhaftere, grauenhafteres, grauenhafterem, grauenhafteren, grauenhafterer, grauenhaftest, grauenhafteste, grauenhaftestes, grauenhaftestem, grauenhaftesten, grauenhaftester)+EW; Z.: grau-en-haf-t
$grauenvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. grauenvoll, grauenhaft; L.: Kluge s. u. grauen (1), DW 8, 2151; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grauen und voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches voll von Grauen oder mit Grauen behaftet oder grauenhaft oder entsetzlich oder schrecklich; F.: grauenvoll, grauenvolle, grauenvolles, grauenvollem, grauenvollen, grauenvoller(, grauenvollere, grauenvolleres, grauenvollerem, grauenvolleren, grauenvollerer, grauenvollst, grauenvollste, grauenvollstes, grauenvollstem, grauenvollsten, grauenvollster)+EW; Z.: grau-en—vol-l
graulen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. graulen, grauen, Grauen empfinden, schaudern, sich fürchten; ne. be terrified; Vw.: -; Hw.: s. grauen, Gräuel; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. griuwelen*, griuweln, grūweln, griulen, sw. V., st. N., grauen; mnd. grūwelen, grūlen, grǖwelen, gruweln, sw. V., grauen, Grauen empfinden; vgl. mhd. grūwen, grūen, sw. V., grauen, Grauen empfinden, sich vor Grauen aufrichten; mnd. grūwen (1), grǖwen, grouwen, growen, sw. V., grauen; ahd. grūēn*, sw. V. (3), grauen, grausen, sich vor Grauen aufrichten; as. -; anfrk. -; germ. *gru-, V., schaudern; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. graulen, DW 8, 2160, EWD s. u. graulen, Duden s. u. graulen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus grauen gebildete sowie teilweise für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Grauen empfinden oder schaudern; BM.: reiben; F.: graulen, graule, graulst, grault, graulest, graulet, graulte, graultest, graulten, graultet, gegrault, ##gegrault, gegraulte, gegraultes, gegraultem, gegraulten, gegraulter##, graulend, ###graulend, graulende, graulendes, graulendem, graulenden, graulender###, graul (!)+EW; Z.: grau-l-en
$graulich, gräulich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. graulich, ein wenig grau; E.: s. grau, s. lich; L.: DW 8, 2160, EWD s. u. grau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus grau und lich gebildete Bezeichnung für ein wenig grau; Son.: etwas älter graulicht; F.: graulich, grauliche, grauliches, graulichem, graulichen, graulicher(, graulichere, graulicheres, graulicherem, graulicheren, graulicherer, graulichst, graulichste, graulichstes, graulichstem, graulichsten, graulichster)+EW; Z.: grau—lich
$gräulich (1), nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. gräulich, graulich, ein wenig grau; E.: s. grau, s. lich; L.: Kluge s. u. grau, s. DW 8, 2160 (graulich), EWD s. u. grau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus grau und lich gebildete Bezeichnung für ein wenig grau; F.: gräulich, gräuliche, gräuliches, gräulichem, gräulichen, gräulicher+EW; Z.: gräu—lich
$gräulich (2), greulich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. gräulich, schrecklich; E.: s. Gräu(el), s. lich; L.: Kluge s. u. Greuel, DW 9, 232 (greulich), EWD s. u. Greuel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Gräu(el) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schrecklich; F.: gräulich, gräuliche, gräuliches, gräulichem, gräulichen, gräulicher(, gräulichere, gräulicheres, gräulicherem, gräulicheren, gräulicherer, gräulichst, gräulichste, gräulichstes, gräulichstem, gräulichsten, gräulichster), greulich, greuliche, greuliches, greulichem, greulichen, greulicher(, greulichere, greulicheres, greulicherem, greulicheren, greulicherer, greulichst, greulichste, greulichstes, greulichstem, greulichsten, greulichster)+EW; Z.: gräu—lich
$graumeliert, nhd., (Part: Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. graumeliert, mit grauen Strähnen durchmischt; E.: s. grau, s. meliert; L.: DW 8, 2097, EWD s. u. meliert; GB.: seit 1702 belegte und aus grau und meliert gebildete sowie teilweise aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mit grauen Strähnen durchmischt; F.: graumeliert, graumelierte, graumeliertes, graumeliertem, graumelierten, graumelierter+EW+FW; Z.: grau-mel-ier-t
Graupe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Graupe, geschältes oder enthülstes Gerstenkorn, geschältes oder enthülstes Weizenkorn; ne. grain of pearl barley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: slaw. Lw.; E.: aus einer slawischen Sprache, vgl. obsorb. krupa, Sb., Getreidegraupe, Hagelschloße; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Graupe, Kluge s. u. Graupe, DW 8, 2168, EWD s. u. Graupe, Duden s. u. Graupe, Bluhme s. u. Graupe; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus einer slawischen Sprache aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein geschältes oder enthülstes und gerundetes Gerstenkorn oder Weizenkorn; BM.: ?; F.: Graupe, Graupen+FW; Z.: Graup-e
$Graupel, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Graupel; E.: Graup(e), s. el; L.: DW 8, 2171 (Graupelkorn), EWD s. u. Graupe; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Graup(e) und el gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches kleines und weiches Hagelkorn oder eine weiche Schneeflocke; F.: Graupel, Graupeln+FW+EW; Z.: Graup-el
$graupeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. graupeln, hageln, schneien; E.: s. Graupel, s. (e)n; L.: DW 8, 2172, EWD s. u. Graupe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Graupel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches als Graupel durch die Luft wirbeln und dann niederfallen; F.: graupeln (!), graupel (!), grauple, graupele, graupelst, graupelt, graupelte, graupeltest, graupelten, graupeltet, gegraupelt, ##gegraupelt, gegraupelte, gegraupeltes, gegraupeltem, gegraupelten, gegraupelter##, graupelnd, ###graupelnd, graupelnde, graupelndes, graupelndem, graupelnden, graupelnder###+FW+EW; Z.: graup-el-n
$Graupelwetter, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Graupelwetter; E.: s. Graupel, s. Wetter; L.: Kluge s. u. Graupe, DW 8, 2172; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Graupel und Wetter gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Wetter mit Graupeln; F.: Graupelwetter, Graupelwetters, Graupelwettern+FW+EW; Z.: Graup-el—we-t-t-er
$graupen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. graupen; E.: s. Graup(e), s. en; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); L.: DW 8, 2171, EWD s. u. Graupe; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Graup(e) und en belegte Bezeichnung für als Graupe niederschlagen oder (später) graupeln; F.: graupen, graupe, graupst, graupt, graupest, graupet, graupte, grauptest, graupten, grauptet, gegraupt, ##gegraupt, gegraupte, gegrauptes, gegrauptem, gegraupten, gegraupter##, graupend, ###graupend, graupende, graupendes, graupendem, graupenden, graupender###, graup (!)+EW; Z.: graup-en
$graus, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. graus, wild, schrecklich, entsetzlich; E.: s. grausam, s. Grausen; L.: DW 8, 2175, EWD s. u. grausen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit grausen verbindbare Bezeichnung für wild oder schrecklich oder entsetzlich; F.: graus+EW; Z.: grau-s
$Graus, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Graus, Grauen, Grausen; E.: s. graus(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Graus, Kluge s. u. grausen, DW ?, EWD s. u. grausen; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit grausen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Grauen oder Grausen; F.: Graus, Grauses+EW; Z.: Grau-s
grausam, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. grausam, erbarmungslos, gnadenlos, brutal, roh, schrecklich, wild; ne. cruel; Vw.: -; Hw.: s. grauen, grausen; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: s. mhd. grūwesam, grūsam, Adj., „grausam“, grauenerregend, schrecklich; mnd. grūwsam (1), grūwesam*, Adj., Grauen erregend, grausam; mnd. grūsam, grusam, gruesam, grūwsam, Adj., grausam, Grauen erregend, grauenvoll, gräulich (Adj.) (2), greulich, fürchterlich, heftig, schrecklich; mhd. grūwen, grūen, sw. V., „grauen“, Grausen empfinden, sich vor Grauen aufrichten; ahd. grūēn*, sw. V. (3), grauen, grausen, sich vor Grauen aufrichten; germ. *gru-, V., schaudern; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); mhd. sam (1), Adj., derselbe, nämlich, gleiche; s. germ. *samō-, *samōn, *sama-, *saman, Adj., derselbe, gleich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Graus, Kluge s. u. grausam, DW 8, 2187, EWD s. u. grausam, Duden s. u. grausam; Son.: vgl. nnorw. grusom, Adj., grausam; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus grau(s) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches roh oder schrecklich oder wild; BM.: reiben, gleich; F.: grausam, grausame, grausames, grausamem, grausamen, grausamer(, grausamere, grausameres, grausamerem, grausameren, grausamerer, grausamst, grausamste, grausamstes, grausamstem, grausamsten, grausamster)+EW; Z.: grau-sam
$Grausamkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Grausamkeit, Rohheit, Wildheit, Schrecklichkeit; E.: s. grausam, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. grausam, EWD s. u. grausam; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus grausam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Rohheit oder Wildheit oder Schrecklichkeit; F.: Grausamkeit, Grausamkeiten+EW; Z.: Grau-sam-kei-t
grausen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. grausen, Schrecken (M.) empfinden, sich ekeln, Furcht einflößen; ne. fill (V.) with horror; Vw.: -; Hw.: s. grauen, grausam, gruseln; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. grūsen (1), sw. V., grausen, grausen vor; mnd. grēsen (1), gresen, sw. V., grausen, schaudern; vgl. ahd. irgrūwisōn*, irgrūsōn*, irgrūisōn*, sw. V. (2), grausen, das Grausen bekommen (V.), schaudern, zurückschrecken, Abscheu bekommen (V.), verabscheuen; germ. *grūwisōn, sw. V., schaudern, grausen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. grausen, EWD s. u. grausen, DW 8, 2210, EWAhd 4, 655, Duden s. u. grausen, Bluhme s. u. grausen; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Schrecken (M.) vor etwas empfinden oder sich ekeln; BM.: reiben; F.: grausen, grause, grausst (!), graust, grausest, grauset, grauste, graustest, grausten, graustet, gegraust, ##gegraust, gegrauste, gegraustes, gegraustem, gegrausten, gegrauster##, grausend, ###grausend, grausende, grausendes, grausendem, grausenden, grausender###, graus (!)+EW; Z.: grau-s-en
$Grausen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Grausen, Schaudern, Furcht, Ekel; E.: s. grausen; L.: Kluge s. u. grausen, DW 8, 2216, EWD s. u. grausen; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit grausen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Schaudern oder Furcht oder Ekel; F.: Grausen, Grausens+EW; Z.: Grau-s-en
$grausig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. grausig, Grausen betreffend, entsetzlich, furchtbar; E.: s. graus(en), s. ig; L.: Kluge s. u. grausen, EWD s. u. grausen; Q.: 1000 (Notker); GB.: seit um 1000 belegte und aus graus(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Grausen oder Schaudern oder Furcht oder Ekel betreffend oder entsetzlich oder furchtbar; F.: grausig, grausige, grausiges, grausigem, grausigen, grausiger(, grausigere, grausigeres, grausigerem, grausigeren, grausigerer, grausigst, grausigste, grausigstes, grausigstem, grausigsten, grausigster) +EW; Z.: grau-s-ig
$grauslich, gräuslich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. grauslich, entsetzlich, furchtbar; E.: s. graus(en), s. lich; L.: DW 8, 2223, EWD s. u. grausen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus graus(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Schaudern oder Furcht oder Ekel betreffend oder entsetzlich oder furchtbar; F.: grauslich, grausliche, grausliches, grauslichem, grauslichen, grauslicher(, grauslichere, grauslicheres, grauslicherem, grauslicheren, grauslicherer, grauslichst, grauslichste, grauslichstes, grauslichstem, grauslichsten, grauslichster)+EW; Z.: grau-s—lich
Graveur, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Graveur, Einritzender, Einritzer; ne. engraver; Vw.: -; Hw.: s. gravieren (1), Gravur, graben; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. mfrz. graveur; E.: s. mfrz. graveur, M., Graveur; mfrz. graver, V., ritzen, einritzen; mnl. graven, V., graben, eingraben; anfrk. gravan*, gravon*, st. V. (6), graben; germ. *graban, st. V., graben; idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gravieren, DW 8, 2235, EWD s. u. gravieren 2, Duden s. u. Graveur; Son.: vgl. nndl. graveur, Sb., Graveur; nschw. gravör, Sb., Graveur; nnorw. gravør, M., Graveur; poln. grawer, M., Graveur; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Altniederfränkischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Ritzungen sowie den Hochkulturen des Altertums möglichen Einritzenden; BM.: graben; F.: Graveur, Graveurs, Graveure, Graveuren+FW(+EW); Z.: Grav-eur
gravieren (1), graviren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. gravieren (V.) (1), ritzen, einritzen; ne. engrave; Hw.: s. Graveur, Gravur, graben; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. graver; E.: s. frz. graver, V., gravieren; mnl. graven, V., graben, eingraben; anfrk. gravan*, gravon*, st. V. (6), graben; germ. *graban, st. V., graben; idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gravieren, DW 8, 2236, EWD s. u. gravieren 1, Duden s. u. gravieren; Son.: vgl. nndl. graveren, V., gravieren (V.) (1); nschw. gravera, V., gravieren (V.) (1); nnorw. gravere, V., gravieren (V.) (1); poln. grawerować, V., gravieren (V.) (1); kymr. engrafu, V., gravieren (V.) (1); lit. graviruoti, V., gravieren (V.) (1); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altniederfränkischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Ritzungen sowie den Hochkulturen des Altertums mögliches ein Muster ritzen oder einritzen; BM.: graben; F.: gravieren, graviere, gravierst, graviert, gravierest, gravieret, gravierte, graviertest, gravierten, graviertet, ##graviert, graviertes, graviertem, gravierten, gravierter##, gravierend, ###gravierend, gravierende, gravierendes, gravierendem, gravierenden, gravierender###, gravier (!)+FW(+EW); Z.: grav-ier-en
gravieren (2), nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. gravieren (V.) (2), beschweren, belasten; ne. burden (V.); Vw.: -; Hw.: s. gravierend; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. graver; E.: s. frz. graver, V., gravieren; lat. gravāre, V., schwer machen, beschweren, belasten, beladen (V.), Druck ausüben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett, dick, gewichtig, schwerwiegend; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 8, 2235, EWD s. u. gravieren 2, Duden s. u. gravieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit Gewicht beschweren oder belasten; BM.: schwer; F.: gravieren, graviere, gravierst, graviert, gravierest, gravieret, gravierte, graviertest, gravierten, graviertet, ##graviert, gravierte, graviertes, graviertem, gravierten, gravierter##, gravierend, ###gravierend, gravierende, gravierendes, gravierendem, gravierenden, gravierender###, gravier (!)+FW(+EW); Z.: gra-v-ier-en
gravierend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. gravierend, erschwerend, beschwerend, belastend; ne. aggravating, grave (Adj.), serious (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. gravieren (2); Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. gravāre, V., schwer machen, beschweren, belasten, beladen (V.), Druck ausüben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett, dick, gewichtig, schwerwiegend; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gravierend, DW 8, 2235 (gravieren), EWD s. u. gravieren 2, Duden s. u. gravierend; Son.: vgl. frz. grave, Adj., schwer; nschw. graverand, Adj., gravierend; nnorw. graverende, Adj., gravierend; GB.: seit der mittleren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung von in das Gewicht fallend oder erschwerend oder erschwerend oder belastend oder einschneidend oder erheblich; BM.: schwer; F.: gravierend, gravierende, gravierendes, gravierendem, gravierenden, gravierender(, gravierendere, gravierenderes, gravierenderem, gravierenderen, gravierenderer, gravierendst, gravierendste, gravierendstes, gravierendstem, gravierendsten, gravierendster)+FW+EW; Z.: gra-v-ier-end
Gravis, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gravis, ein Akzent, fallender Ton (M.) (2); ne. grave (N.), grave accent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. (accentus) gravis; E.: s. lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett, dick, gewichtig, schwerwiegend, (204-169 v. Chr.); idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Gravis, fehlt DW, EWD s. u. gravieren 2, Duden s. u. Gravis; Son.: vgl. nnorw. gravis, M., Gravis; poln. gravis, M., Gravis; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das einen fallenden Ton (M.) (2) anzeigende Akzentzeichen; BM.: schwer; F.: Gravis+FW; Z.: Gra-v-is
Gravitation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gravitation, Schwerkraft; ne. gravitation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. ne. gravitation, F., Gravitation; s. lat. gravitās, F., Schwere, Wucht, Last, Gewichtigkeit, Last, Einfluss, (um 180-102 v. Chr.); lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett, dick, gewichtig, schwerwiegend; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Gravitation, DW 8, 2240, EWD s. u. gravieren 2, Duden s. u. Gravitation; Son.: vgl. nndl. gravitatie, Sb., Gravitation; frz. gravitation, F., Gravitation; nschw. gravitation, Sb., Gravitation; nnorw. gravitasjon, M., Gravitation; poln. grawitacja, F., Gravitation; lit. gravitacija, F., Gravitation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die natürliche seit Entstehung der Welt vorhandene Anziehungskraft zwischen zwei Massen wie etwa die Erdanziehung oder Schwerkraft der Erde; BM.: schwer; F.: Gravitation+FW+EW; Z.: Gra-v-it-at-io-n
gravitätisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gravitätisch, würdevoll, ernst, gemessen, feierlich, bedächtig; ne. grave (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. gravitās, F., Schwere, Wucht, Last, Gewichtigkeit, Last, Einfluss, (um 180-102 v. Chr.); lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett, dick, gewichtig, schwerwiegend; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. gravitätisch, DW 8, 2241, 3 gravitätisch, EWD s. u. gravieren 2; Son.: vgl. nschw. gravitetisk, Adj., gravitätisch; nnorw. gravitetisk, Adj., gravitätisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und isch gebildete Bezeichnung für ernst oder gemessen oder feierlich oder bedächtig; BM.: schwer; F.: gravitätisch, gravitätische, gravitätisches, gravitätischem, gravitätischen, gravitätischer(, gravitätischere, gravitätischeres, gravitätischerem, gravitätischeren, gravitätischerer, gravitätischst, gravitätischste, gravitätischstes, gravitätischstem, gravitätischsten, gravitätischster)+EW+EW; Z.: gra-v-it-ät-isch
Gravur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Gravur, Einritzung, Eingeritztes, eingeritzte Verzierung; ne. gravure; Vw.: -; Hw.: s. Graveur, gravieren (1); Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. gravure; E.: s. frz. gravure, F., Gravur; vgl. frz. graver, V., gravieren; mnl. graven, V., graben, eingraben; anfrk. gravan*, gravon*, st. V. (6), graben; germ. *graban, st. V., graben; idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gravieren, fehlt DW, EWD s. u. gravieren 1, Duden s. u. Gravur; Son.: vgl. nndl. engraving, Sb., Gravur; nschw. gravyr, Sb., Gravur; nnorw. gravering, M., F., Gravur; poln. grawerunek, M., Gravur; kymr. grafur, M., Gravur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altniederfränkischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Kunst mögliche eingeritzte Verzierung eines Gegenstands; BM.: graben; F.: Gravur, Gravuren+FW+EW; Z.: Grav-ur
Grazie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Grazie, Liebreiz, Anmut; ne. grace (N.), gracefulness; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; E.: mhd. gracie, F., Immunität; mnd. grācie, grātie, grātz, F., Gnade, göttliche Gnade, Gnadenbezeugung, Gunstbezeugung; lat. grātia, F., Annehmlichkeit, Gunst, Gnade, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. grātus, Adj., lieblich, anmutig, artig; vgl. idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grazie, DW 8, 2245, EWD s. u. Grazie, Duden s. u. Grazie; Son.: vgl. nndl. gratie, Sb., Gratie; nschw. grace, Sb., Grazie; nnorw. gratie, M., Gratie; poln. gracja, F., Grazie; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Liebreiz oder eine Anmut; BM.: loben; F.: Grazie, Grazien+FW+EW; Z.: Gra-z-ie
grazil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. grazil, schlank, fein, anmutig, zierlich, zart, feingliederig; ne. delicate (Adj.), gracile (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. gracile; E.: frz. gracile, Adj., grazil, schlank; lat. gracilis, Adj., schlank, schmal, hager, mager, dürftig, ärmlich, schlicht, (um 160-220 n. Chr.); vgl. idg. (*kerk̑-), *kork̑-, *kr̥k̑-, V., schrumpfen, magern, Pokorny 581 (896/128) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. grazil, DW 8, 2252, EWD s. u. grazil, Duden s. u. grazil; Son.: vgl. ai. krsá-, Adj., mager, schlank; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schlank oder fein oder anmutig oder zierlich oder zart oder feingliederig; BM.: mager; F.: grazil, grazile, graziles, grazilem, grazilen, graziler(, grazilere, grazileres, grazilerem, grazileren, grazilerer, grazilst, grazilste, grazilstes, grazilstem, grazilsten, grazilster)+FW+EW; Z.: graz-il
graziös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. graziös, liebreizend, schlank, fein, anmutig, feingliederig; ne. graceful (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Grazie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. gracieux; E.: s. frz. gracieux, Adj., anmutig; lat. grātiōsus, Adj., wohlgefällig, lieblich, gefällig, hübsch, Dank erweisend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. grātia, F., Annehmlichkeit, Gunst, Gnade; vgl. lat. grātus, Adj., lieblich, anmutig, artig; vgl. idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grazie, DW 8, 2252, EWD s. u. Grazie, Duden s. u. graziös; Son.: vgl. nndl. gracieus, Adj., graziös; nschw. grasiös, Adj., graziös; nnorw. grasiøs, Adj., graziös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für liebreizend oder schlank oder fein oder anmutig oder feingliederig; BM.: preisen bzw. loben; F.: graziös, graziöse, graziöses, graziösem, graziösen, graziöser(, graziösere, graziöseres, graziöserem, graziöseren, graziöserer, graziösest, graziöseste, graziösestes, graziösestem, graziösesten, graziösester)+FW; Z.: graz-i-ös
Greif, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Greif, Vogel Greif; ne. griffin, griffon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. grīfe, grīf, sw. M., st. M., Vogel, Greif; mnd. grīp, grīpe, M., Greif, ein Fabeltier, ein Wappentier (auch auf Münzen); mnd. grīfe, M., Greif, Vogel Greif; mnl. grijp, M., Greif; ahd. grīfo, sw. M. (n), Greif; ahd. grīf, st. M. (a?, i?), Greif, Geier; as. grīpi, st. M. (a?, i?), Greif; anfrk. -; lat. grȳps, Greif; s. gr. γρύψ (grýps), M., Greif; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus dem Akkadischen, oder vielleicht von idg. *gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *gʰreib-, V., greifen, ergreifen, Pokorny 457? (671/87) (RB. idg. aus germ., balt.); idg. *gʰrebʰ- (1), V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455? (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Greif, Kluge s. u. Greif, DW 9, 5, EWD s. u. Greif, EWAhd 4, 610, EWAhd 4, 615, Duden s. u. Greif, Bluhme s. u. Greif; Son.: vgl. ae. grīpe, st. M, Greif, Geier; an. grīpr, st. M. (a), Greif; nndl. grijp, Sb., Greif; frz. griffon, M., Greif; nschw. grip, Sb., Greif; nnorw. griff, M., Greif; kymr. griffwn, M., Greif; nir. gríobh, F., Greif; lit. grifas, M., Geier; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung des Menschen mögliches geflügeltes Fabeltier mit dem Kopf und Krallen eines Adlers sowie dem Körper eines Löwen; BM.: drehen? bzw. ergreifen?; F.: Greif, Greifs, Greife, Greifen+FW+EW; Z.: Greif
$greifbar, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. greifbar, erreichbar, fassbar, fasslich; E.: s. greif(en), s. bar; L.: Kluge s. u. greifen, DW 9, 13, EWD s. u. greifen; GB.: seit 1700 belegt und aus greif(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches erreichbar oder fassbar oder fasslich; F.: greifbar, greifbare, greifbares, greifbarem, greifbaren, greifbarer(, greifbarere, greifbareres, greifbarerem, greifbareren, greifbarerer, greifbarst, greifbarste, greifbarstes, greifbarstem, greifbarsten, greifbarster)+EW; Z.: greif-bar
greifen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. greifen, ergreifen, fassen, umfassen, tasten; ne. grasp (V.), grab (V.), grip (V.), gripe; Vw.: -; Hw.: s. Griffel, Griff, Grips; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. grīfen (1), st. V., tasten, fühlen, fühlen an, fühlen auf, fühlen unter, fühlen hinter, fühlen nach, fühlen vor; mnd. grīpen (1), st. V., greifen, angreifen, ergreifen, zugreifen, erfassen, umfassen; mnl. gripen, st. V., greifen; ahd. grīfan*, st. V. (1a), greifen, tasten, anfassen, berühren; as. grīpan, st. V. (1a), greifen, berühren; anfrk. -; germ. *greipan, st. V., greifen; idg. *gʰreib-, V., greifen, ergreifen, Pokorny 457 (671/87) (RB. idg. aus germ., balt.); idg. *gʰrebʰ- (1), V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. greifen, Kluge s. u. greifen, DW 9, 14, EWD s. u. greifen, EWAhd 4, 611, Torp 144, Seebold 237, Duden s. u. greifen, Bluhme s. u. greifen; Son.: s. lang. grīfan?, st. V. (1a), greifen, anfassen; vgl. afries. grīpa, st. V. (1), greifen, ergreifen, anfassen; saterl. gripe, V., greifen; ae. grīpan, st. V. (1), greifen, ergreifen, begreifen; an. grīpa, st. V. (1), greifen; got. greipan, st. V. (1), greifen, ergreifen; nndl. grijpen, V., greifen; nschw. gripa, V., greifen; nnorw. gripe, V., greifen; lit. griẽbti, V., ergreifen, haschen; lett. greĩbt, V., greifen, fassen; ? heth. karp-, V., aufheben; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare mit der Hand fest ergreifen oder fassen oder umfassen oder tasten; BM.: fassen?; F.: greifen (!), greife (!), greifst, greift, greifest, greifet, griff (!), griffst, griffen (!), grifft, griffest, griffet, gegriffen, ##gegriffen, gegriffene, gegriffenes, gegriffenem, gegriffenen, gegriffener##, greifend, ###greifend, greifende, greifendes, greifendem, greifenden, greifender###, greif (!)+ EW; Z.: greif-en
$Greifer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Greifer, Greifender; Vw.: s. An-; E.: s. greif(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. greifen, DW 9, 48, EWD s. u. greifen; GB.: (grīfære) seit 12. Jh. belegte und aus greif(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder von Primaten möglichen Greifenden; F.: Greifer, Greifers, Greifern+EW; Z.: Greif-er
greinen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. greinen, knurren, zanken, weinen, lachen; ne. whine (V.); Vw.: -; Hw.: s. grinsen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. grīnen, grīen, st. V., greinen, brüllen, Mund verziehen, lachen, knurren; mhd. greinen (1), sw. V., greinen, weinen machen, Kummer zufügen, Schaden zufügen; mnd. grīnen (1), V., greinen, weinen, heulen; mnl. grinen, st. V., greinen; ahd. grīnan*, st. V. (1a), „greinen“, bellen, heulen, knurren, kläffen; as. -; anfrk. -; germ. greinan, st. V., greinen, winseln, heulen; L.: Kluge 1. A. s. u. greinen, Kluge s. u. greinen, DW 9, 53, EWD s. u. grinsen, EWAhd 4, 623, Falk/Torp 143, Seebold 236, Duden s. u. greinen; Son.: s. as. gornon, grornon*, gnornon*; sw. V. (2), trauern; vgl. afries. -; ae. -; an. grīna, st. V. (1), grinsen; got. -; nnorw. grina, V., hämisch lächeln; nschw. grina, V., den Mund verziehen, winseln; GB.: (grīnan*) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches leise und kläglich vor sich hin weinen; BM.: ?; F.: greinen, greine, greinst, greint, greinest, greinet, greinte, greintest, greinten, greintet, gegreint, ##gegreint, gegreinte, gegreintes, gegreintem, gegreinten, gegreinter##, greinend, ###greinend, greinende, greinendes, greinendem, greinenden, greinender###, grein (!)+EW; Z.: grein-en
$greis, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. greis, alt, grau; E.: ahd.? grīs, Adj., grau, greis, grauhaarig; as. grīs*, Adj., greis, grau, altersgrau; germ. *greisa- (1), *greisaz, *grīsa-, *grīsaz, *grīsja-, *grīsjaz, Adj., grau, greis; vgl. idg. *g̑ʰer- (3), *g̑ʰerə-, *g̑ʰrē-, V., strahlen, glänzen, schimmern, Pokorny 441 (637/53) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. greis, Kluge s. u. Greis, DW 9, 64, EWD s. u. greis, EWAhd 4, 639, Seebold 239, Heidermanns 257, Duden s. u. Greis, Bluhme s. u. Greis; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für greis oder alt oder grau; F.: greis, greise, greises, greisem, greisen, greiser(, greisere, greiseres, greiserem, greiseren, greiserer, greisest, greiseste, greisestes, greisestem, greisesten, greisester)+EW; Z.: grei-s
Greis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Greis, alter Mann; ne. old man; Vw.: -; Hw.: s. Gries; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: mhd. grīse (1), sw. M., Greis, Wolf (M.) (1); mnd. grīse (1), grīs, M., Grauhaariger, Alter (M.), Greis; vgl. mhd. grīs, Adj., grau, grauhaarig, alt, greis; mnd. grīs (2), Adj., grau, weißgrau, greis, alt, schaudernd, ängstlich; ahd.? grīs, Adj., grau, greis, grauhaarig; as. grīs*, Adj., greis, grau, altersgrau; germ. *greisa- (1), *greisaz, *grīsa-, *grīsaz, *grīsja-, *grīsjaz, Adj., grau, greis; vgl. idg. *g̑ʰer- (3), *g̑ʰerə-, *g̑ʰrē-, V., strahlen, glänzen, schimmern, Pokorny 441 (637/53) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. greis, Kluge s. u. Greis, DW 9, 64, EWD s. u. greis, EWAhd 4, 639, Seebold 239, Heidermanns 257, Duden s. u. Greis, Bluhme s. u. Greis; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen alten Mann; BM.: grau bzw. schimmern; Son.: daneben Greisin, F., alte Frau; F.: Greis, Greises, Greise, Greisen+EW; Z.: Grei-s
$greisenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. greisenhaft, einem Greise eigen, einem Greis entsprechend; E.: s. greis, s. Greis, s. en (Suff.), s. haft; L.: DW 9, 88, EWD s. u. greis; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Greis und en sowie haft belegte Bezeichnung für einem Greise eigen; F.: greisenhaft, greisenhafte, greisenhaftes, greisenhaftem, greisenhaften, greisenhafter(, greisenhaftere, greisenhafteres, greisenhafterem, greisenhafteren, greisenhafterer, greisenhaftest, greisenhafteste, greisenhaftestes, greisenhaftestem, greisenhaftesten, greisenhaftester)+EW; Z.: grei-s-en—haf-t
grell, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. grell, auffallend, wild, ungestüm, leidenschaftlich, hitzig, hell, schreiend; ne. loud, flamboyant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. grel (1), Adj., rauh, grell, zornig; mnd. grel, Adj., zornig, böse, verärgert; mnl. grel, Adj., grell; germ. *grella-, *grellaz, Adj., zornig; s. idg. *gʰel-, V., rufen, schreien, Pokorny 428 (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grell, Kluge s. u. grell, DW 9, 95, EWD s. u. grell, Heidermanns 257, Duden s. u. grell, Bluhme s. u. grell; Son.: vgl. ae. griellan, sw. V. (1), erzürnen, beleidigen, Zähne fletschen; GB.: seit 1270-1300 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in unangenehmer Weise auffallend oder wild oder ungestüm oder leidenschaftlich oder hitzig oder hell oder schreiend; BM.: schreien; F.: grell, grelle, grelles, grellem, grellen, greller(, grellere, grelleres, grellerem, grelleren, grellerer, grellst, grellste, grellstes, grellstem, grellsten, grellster)+EW; Z.: g-r-el-l
$grellen, nhd., sw. V.: nhd. grellen; Vw.: s. grillen (1)
Gremium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gremium, Ausschuss, Körperschaft, Gruppe von Sachkennern; ne. council; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. gremium; E.: s. lat. gremium, N., Schoß (M.) (1), Innerstes, Armvoll, Bündel, Garbe (F.) (1), (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufe, Haufen, Dorf, Pokorny 383; idg. *ger- (1), *gere-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gremium, fehlt DW, EWD s. u. Gremium, Duden s. u. Gremium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche zu der Erfüllung einer bestimmten Aufgabe gebildete Gruppe von Sachkennern; BM.: sammeln; F.: Gremium, Gremiums, Gremien+FW; Z.: Gre-m-i-um
Grenadier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Grenadier, Fußsoldat, Infanterist; ne. grenadier; Vw.: -; Hw.: s. Granate; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. grenadier; E.: s. frz. grenadier, M., Grenadier, Fußsoldat; vgl. frz. grenade, F., Granate; it. granata, F., Granate, Granatapfel; vgl. lat. (mālum) grānatum, N., Granatapfel; vgl. lat. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grenadier, EWD s. u. Grenadier, DW 9, 112, Duden s. u. Grenadier; Son.: vgl. nndl. grenadier, Sb., Grenadier; nschw. grenadjär, Sb., Grenadier; nnorw. grenader, M., Grenadier; poln. grenadier, M., Grenadier; kymr. grenadwr, M., Grenadier; nir. gránádóir, M., Grenadier; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu Fuß kämpfenden Soldaten (Fußsoldaten oder Infanteristen); BM.: reiben; F.: Grenadier, Grenadiers, Grenadiere, Grenadieren+FW(+EW?); Z.: Gre-n-ad-ier
$Grensing, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Grensing; E.: s. Gans?; L.: Kluge 1. A. s. u. Grensing, DW 9, 116; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine kleine sachlich wohl schon vormenschliche Pflanze; F.: Grensing, Grensings, Grensinge, Grensingen+EW; Z.: Grens-ing
Grenze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Grenze, Trennlinie; ne. border (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1262 (Urkunde); E.: mhd. grenize, greniz, st. F., Grenze; slaw. graniza, Sb., Grenze, Grenzmarke; vgl. russ.-kirchenslaw. grani, Sb., Ecke, Kluge s. u. Grenze; vgl. idg. *gʰer- (3), *gʰrē-, V., hervorstechen, Pokorny 440 (634/50) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grenze, Kluge s. u. Grenze, DW 9, 124, EWD s. u. Grenze, Duden s. u. Grenze, Bluhme s. u. Grenze; Son.: vgl. nndl. grens, Sb., Grenze; nschw. gräns, Sb., Grenze; nnorw. grense, M., F., Grenze; poln. granica, F., Grenze; GB.: seit 1262 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich seit Entstehung der Welt mögliches zwei Gegebenheiten wie beispielsweise Orte oder Länder oder Grundstücke oder Völker oder Inhalte oder sonstige Gegebenheiten voneinander Trennendes oder eine Trennlinie; BM.: hervorstechen; F.: Grenze, Grenzen+FW+EW; Z.: Gre-n-z-e
$grenzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. grenzen, messen, trennen; E.: s. Grenz(e), s. en (Suff.); L.: DW 9, 148, EWD s. u. Grenze; GB.: seit 1420 belegte und aus Grenz(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches messen oder trennen; F.: grenzen (!), grenze (!), grenzst, grenzt, grenzest, grenzet, grenzte, grenztest, grenzten, grenztet, gegrenzt, ##gegrenzt, gegrenzte, gegrenztes, gegrenztem, gegrenzten, gegrenzter##, grenzend, ###grenzend, grenzende, grenzendes, grenzendem, grenzenden, grenzender###, grenz (!)+FW+EW; Z.: gre-n-z-en
$Grenzer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Grenzer, Grenzbewohner, Grenzpolizist, Grenzschützer; E.: s. Grenz(e), s. grenz(en), s.er (Suff.); L.: DW 9, 158, EWD s. u. Grenze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Grenz(e) und grenz(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Grenzbewohner und einen Grenzpolizisten oder Grenzschützer; F.: Grenzer, Grenzers, Grenzern+FW+EW; Z.: Gre-n-z-er
Gretchenfrage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gretchenfrage, Gewissensfrage; ne. big question; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: nach der Frage Gretchens an Faust Nun sag‘, wie hast du‘s mit der Religion? (Goethe, Faust I, 3415); von dem PN Margarethe; von lat. margarīta, F., Perle; gr. μαργαρίτης (margarítēs), M., Perle; orientalisches Lehnwort, Frisk 2, 174; Hinterglied s. nhd. Frage; L.: Kluge s. u. Gretchenfrage, fehlt DW, Duden s. u. Gretchenfrage; GB.: seit 1808 (Goethe, Faust) belegte Bezeichnung für eine unangenehme und oft peinliche und zugleich für eine bestimmte Entscheidung wesentliche Frage oder Gewissensfrage; BM.: ein Zitat, Frage betreffend Gretchen; F.: Gretchenfrage, Gretchenfragen(+FW)+EW; Z.: Gret-chen—frag-e
Greuel, nhd., N.: nhd. Greuel; Vw.: s. Gräuel
$Greueltat, nhd., F.: nhd. Greueltat; Vw.: s. Gräueltat
$greulich, nhd., Adj.: nhd. greulich; Vw.: s. gräulich (2)
Griebe, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Griebe, Grammel, festes Überbleibsel ausgelassener Fettstücke, fester Überrest eines ausgelassene Fettwürfels; ne. greaves; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. griebe, sw. M., Ausgelassenes, Zusammengetrocknetes; mnd. grēve (1), greve, grive, M., Griebe, ausgedörrte Rückstände, Dürres, Trockenes; ahd. griobo*, sw. M. (n), „Griebe“, Brennholz, Reisig, dürres Brennholz, ausgelassener Fettwürfel?; as. -; anfrk. -; germ. *greubō-, *greubōn, *grauba-, *greuban, sw. M. (n), Griebe; s. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Griebe, Kluge s. u. Griebe, DW 9, 250, EWD s. u. Griebe, EWAhd 4, 632, Duden s. u. Griebe; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches festes Überbleibsel oder einen Überrest ausgelassener Fettstücke; BM.: reiben bzw. streichen; F.: Griebe, Grieben+EW; Z.: Grie-b-e
Griebs, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Griebs, Kernhaus; ne. core; Vw.: -; Hw.: s. Butzen; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. grubz, grübz, M., Griebs; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Griebs, Kluge s. u. Griebs, DW 9, 254, EWD s. u. Griebs, Duden s. u. Griebs; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für das sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Kerngehäuse eines Apfel oder einer Birne mit einem Kranz von bei Äpfeln fünf und bei Birnen vier Balgfrüchten; BM.: ?; F.: Griebs, Griebses, Griebse, Griebsen+EW; Z.: Griebs
grieflachen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. grieflachen, heimlich lachen; ne. laugh (V.) in secret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Vorderglied vielleicht zu greinen und grinsen; Hinterglied s. nhd. lachen; L.: Kluge s. u. grieflachen, DW 9, 261; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus greinen und grinsen sowie lachen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches heimlich lachen; BM.: ?, lachen; F.: grieflachen, lache grief (!), lachst grief, lacht grief, lachest grief, lachet grief, lachte grief, lachtest grief, lachten grief, lachtet grief, griefgelacht, ##griefgelacht##, lachend grief, ###lachend grief, lachende grief, lachendes grief, lachendem grief, lachenden grief, lachender grief###, lach (!)+EW; Z.: grief—lach-en
griemeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. griemeln, schadenfroh lachen, schadenfroh in sich hineinlachen; ne. laugh (V.) gloatingly; Vw.: -; Hw.: s. grienen; Q.: 18. Jh.; E.: vielleicht zu grienen?; L.: Kluge s. u. griemeln, DW 9, 262, Duden s. u. griemeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit grienen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schadenfroh in sich hineinlachen; BM.: ?; F.: griemeln, griemel (!), griemle, griemelst, griemelt, griemelte, griemeltest, griemelten, griemeltet, gegriemelt, ##gegriemelt, gegriemelte, gegriemeltes, gegriemeltem, gegriemelten, gegriemelter##, griemelnd, ###griemelnd, griemelnde, griemelndes, griemelndem, griemelnden, griemelnder###, griemel (!)+EW; Z.: griem-el-n
Grien, nhd. (ält.), M., N., (9. Jh.): nhd. Grien, Sand, Kies; ne. sand (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. grien, st. M., st. N., Kies, Sand, Kiessand, sandiges Ufer, sandiger Platz; mnd. grēn (1), grein, M., Korn, Samenkorn, Sandkorn, bestimmtes Gewürz; mnl. grient, griend, greent, M., sandiger Streifen, kieselhaltige Erde; ahd. grient, griont*, st. M. (a?, i?), Sand, Kies, Kiessand; as. -; anfrk. -; germ. *grindō, st. F. (ō), Kieselsand, Sand; vgl. idg. *gʰrendʰ-, V., zerreiben, streifen, Pokorny 459; idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grien, DW 9, 262, EWAhd 4, 633, Duden s. u. Grien, Rhein. Wb. 2, 1399; Son.: s. rhein. Griend, M., Sand, Kies; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Sand oder Kies; BM.: reiben; F.: Grien, Griens+EW; Z.: Grie-n
grienen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. grienen, grinsen, schadenfroh lachen; ne. laugh (V.) gloatingly; Vw.: -; Hw.: s. griemeln; Q.: 19. Jh.; E.: s. greinen; L.: Kluge s. u. grienen, DW 9, 264, EWD s. u. grinsen, Duden s. u. grienen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit greinen verbindbare Bezeichnung für schadenfroh lachen; BM.: ?; F.: grienen, griene, grienst, grient, grienest, grienet, griente, grientest, grienten, grientet, gegrient, ##gegrient, gegriente, gegrientes, gegrientem, gegrienten, gegrienter##, grienend, ###grienend, grienende, grienendes, grienendem, grienenden, grienender###, grien (!)+EW; Z.: grien-en
gries, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gries, grau; ne. grey (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Greis; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. gris; E.: s. frz. gris, Adj., grau; frk. *grīs, Adj., grau; germ. *greisa- (1), *greisaz, *grīsa-, *grīsaz, *grīsja-, *grīsjaz, Adj., grau, greis; vgl. idg. *g̑ʰer- (3), *g̑ʰerə-, g̑ʰrē-, V., strahlen, glänzen, schimmern, Pokorny 441 (637/53) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. gries, fehlt DW, Duden s. u. gries; Son.: s. mhd. grīs, Adj., grau, greis; ahd.? grīs 3, Adj., grau, greis, grauhaarig; mnd. grīs, Adj., grau; as. grīs, Adj., greis, grau, altersgrau; mnl. grijs, Adj., grau; afries. grīs, Adj., grau; nfries. gryz, Adj., grau; got. *greiseis?, Adj. (ja), greis, grau; vgl. nndl. grijs, Adj., grau; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem erschließbaren Fränkischen sowie dem Germanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (Grau als) Farbton zwischen Schwarz und Weiß; BM.: schimmern; F.: gries, griese, grieses, griesem, griesen, grieser(, griesere, grieseres, grieserem, grieseren, grieserer, griesest, grieseste, griesestes, griesestem, griesesten, griesester)+EW; Z.: grie-s
$Grieselfieber, nhd., N., (?): nhd. Grieselfieber, Schüttelfrost; E.: s. griesel(n), s. Fieber; L.: Kluge s. u. grieseln, fehlt DW; GB.: vielleicht nach 16. Jh. belegte und aus griesel(n) und Fieber gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Schüttelfrost; F.: Grieselfieber, Grieselfiebers, Grieselfiebern+EW+FW; Z.: Grie-s-el—fieb-er
grieseln, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. grieseln, vor Kälte oder Furcht erschauern; ne. shiver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mnl. grisen; E.: s. mnl. grisen, V., grausen; ae. *grīsan, st. V. (1), schaudern, fürchten; germ. *greisan, *grīsan, st. V., grausen, schaudern; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. grieseln, DW 9, 265, Duden s. u. grieseln; Son.: norddeutsch; vgl. nndl. afgrijzen, V., grieseln; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederländischen und dem erschließbaren Altenglischen sowie Germanischen verbindbare und sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vor Kälte oder Furcht erschauern; BM.: reiben; F.: grieseln, griesel (!), griesle, grieselst, grieselt, grieselte, grieseltest, grieselten, grieseltet, gegrieselt, ##gegrieselt, gegrieselte, gegrieseltes, gegrieseltem, gegrieselten, gegrieselter##, grieselnd, ###grieselnd, grieselnde, grieselndes, grieselndem, grieselnden, grieselnder###, griesel (!)+FW+EW; Z.: grie-s-el-n
Griesgram, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Griesgram, grantiger Mensch, Nörgler; ne. grouch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. grisgram, st. M., Zähnknirschen (N.); vgl. mhd. grisgramen (1), grisgrimmen, griskrimmen, sw. V., brummen, knurren, mit den Zähnen knirschen, knirschen, murren gegen; ahd. grisgramōn*, sw. V. (2), murren, knirschen, klappern; ahd. grisgrammen*, sw. V. (1), murren, knirschen, klappern; s. gram; vgl. germ. *greisan, *grīsan, st. V., schaudern, grausen; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Griesgram, Kluge s. u. Griesgram, DW 9, 266, EWD s. u. Griesgram, EWAhd 4, 642, Falk/Torp 144, Seebold 239, Duden s. u. Griesgram; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen grantigen Menschen oder Nörgler; BM.: reiben; F.: Griesgram, Griesgrams, Griesgrames, Griesgrame, Griesgramen+EW; Z.: Grie-s—gra-m
$griesgrämig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. griesgrämig, grantig; E.: s. Griesgram, s. ig; L.: Kluge s. u. Griesgram,DW 9, 272, EWD s. u. Griesgram; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Griesgram und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches grantig; F.: griesgrämig, griesgrämige, griesgrämiges, griesgrämigem, griesgrämigen, griesgrämiger(, griesgrämigere, griesgrämigeres, griesgrämigerem, griesgrämigeren, griesgrämigerer, griesgrämigst, griesgrämigste, griesgrämigstes, griesgrämigstem, griesgrämigsten, griesgrämigster)+EW; Z.: grie-s—grä-m-ig
$griesgrämlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. griesgrämlich, grantig; E.: s. griesgräm(ig), s. lich; L.: DW 9, 272, EWD s. u. Griesgram; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Griesgram und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches grantig F.: griesgrämlich, griesgrämliche, griesgrämliches, griesgrämlichem, griesgrämlichen, griesgrämlicher(, griesgrämlichere, griesgrämlicheres, griesgrämlicherem, griesgrämlicheren, griesgrämlicherer, griesgrämlichst, griesgrämlichste, griesgrämlichstes, griesgrämlichstem, griesgrämlichsten, griesgrämlichster)+EW; Z.: grie-s—grä-m—lich
Grieß, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Grieß, grobkörniger Sand, Kies, gemahlenes Getreide; ne. semolina, gravel (N.), sand (N.), groats (Pl.); Vw.: -; Hw.: s. Grütze; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. griez, st. M., st. N., Sandkorn, Sand, Kiessand, Grießmehl; mnd. grēt, N.?, Grieß, Korn, Sandkorn, sandbedeckter Platz, Kampfplatz, Meeressand (?); mnl. griet, M., Sand, Kies; ahd. grioz, st. M. (a?, i?), „Grieß“, Kies, Sand, Sandkorn, Töpfererde; as. griot, st. N. (a), st. M.? (a?, i?), Grieß, Sand, Ufer, Boden; anfrk. -; germ. *greuta-, *greutaz, st. M. (a), Sand, Kies, Grieß; s. idg. *gʰreud-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 461; vgl. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grieß, Kluge s. u. Grieß, DW 9, 273 (Griesz), EWD s. u. Grieß, EWAhd 4, 635, Falk/Torp 145, Seebold 242, Duden s. u. Grieß, Bluhme s. u. Griess; Son.: vgl. afries. grēd, Sb., Wiese, Weide (F.) (2), Weideland, angeschwemmtes Land; nfries. greyde; ae. gréot, st. N. (a), Grieß, Sand, Erde; an. grjōt, st. N. (a), Grieß, Stein; got. *greut-, st. M. (a)?, Grieß, Sand; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sand oder Kies oder von Menschen seit der Sesshaftwerdung nach deren natürlichem Vorbild geschältes und körnig gemahlenes Getreide wie Roggen oder Weizen oder Gerste; BM.: reiben; F.: Grieß, Grießes, Grieße, Grießen+EW; Z.: Grie-ß
$grießeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. grießeln, Körnig werden wie Grieß, rieseln wie Grieß; E.: s. Grieß, s. el, s. (e)n; L.: DW 9, 281 (grieszeln), EWD s. u. Grieß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Grieß und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für körnig werden wie Grieß oder rieseln wie Grieß; F.: grießeln, grießel (!), grießle, grießele, grießelst, grießelt, grießelte, grießeltest, grießelten, grießeltet, gegrießelt, ##gegrießelt, gegrießelte, gegrießeltes, gegrießeltem, gegrießelten, gegrießelter##, grießelnd, ###grießelnd, grießelnde, grießelndes, grießelndem, grießelnden, grießelnder###, grießel (!)+EW; Z.: grie-ß-el-n
$grießig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. grießig, grießartig; E.: s. Grieß, s. ig; L.: DW 9, 282 (grieszig), EWD s. u. Grieß; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Grieß und ig gebildete Bezeichnung für nach dem Vorbild von Grieß grießartig; F.: grießig, grießige, grießiges, grießigem, grießigen, grießiger(, grießigere, grießigeres, grießigerem, grießigeren, grießigerer, grießigst, grießigste, grießigstes, grießigstem, grießigsten, grießigster)+EW; Z.: grie-ß-ig
Griff, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Griff, Greifen (N.), Henkel, Knauf; ne. grip (N.); Vw.: s. Hilperts-; Hw.: s. greifen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. grif, st. M., Griff, Greifen, Berührung, Umfassung, Umklammerung, Zugriff, Angriff, Tasten (N.), Betasten; ahd. grif?, st. M. (a?, i?), Griff; ahd. hantgrif, st. M. (i), Handgriff, Handvoll; as. -; anfrk. -; germ. *gripi-, *gripiz, st. M. (i), Griff; idg. *gʰreib-, V., greifen, ergreifen, Pokorny 457; vgl. idg. *gʰrebʰ- (1), V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Griff, EWD s. u. Griff, Falk/Torp 144, Seebold 238, Duden s. u. Griff; Son.: s. lang. *grif, M., Griff, Kralle; vgl. afries. *grip, st. M. (i), Griff; saterl. grep; ae. gripe (1), st. M. (i), Griff, Angriff; an. gripr, st. M. (i), Eigentum, Kleinod; got. -; nndl. greep, Sb., Griff; nschw. grepp, N., Griff; nnorw. grep, N., Griff; GB.: (grif) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Zugreifen beziehungsweise für einen Gegenstand der ein Zugreifen ermöglicht; BM.: ergreifen; F.: Griff, Griffs, Griffes, Griffe, Griffen+EW; Z.: Griff
Griffel, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Griffel, ein Schreibgerät, ein Schreibstift für eine Schiefertafel; ne. stylus; Vw.: -; Hw.: s. greifen, Griff; E.: mhd. griffel, st. M., Griffel, Schreibgriffel; mnd. griffel, M., Griffel, Schreibstift; mnl. griffel, M., Griffel; ahd. griffil, grifil, st. M. (a), Griffel; formal eine Bildung zu nhd. greifen (s. d.); letztlich aber über afrz. grafe, Sb., Schreibgerät; von lat. graphium, Griffel, Schreibwerkzeug; Pinsel, Griffel; vgl. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Griffel, Kluge s. u. Griffel, DW 9, 304, EWD s. u. Griffel, EWAhd 4, 613, Duden s. u. Griffel, Bluhme s. u. Griffel; Son.: vgl. nschw. griffel, Sb., Griffel; nnorw. griffel, M., Griffel; GB.: seit 9. Jh. belegte und über greifen und afrz. grafe sowie mittelbar lat. graphium und gr. γραφεῖον (grapheīon), N. gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schreibstift für eine Schiefertafel; BM.: ritzen; F.: Griffel, Griffels, Griffeln+FW+EW; Z.: Griff-el
$griffig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. griffig, greifbar, einen Griff habend; E.: s. Griff, s. ig; L.: Kluge s. u. Griff, DW 9, 311, EWD s. u. Griff; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Griff und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches greifbar oder einen Griff habend; F.: griffig, griffige, griffiges, griffigem, griffigen, griffiger(, griffigere, griffigeres, griffigerem, griffigeren, griffigerer, griffigst, griffigste, griffigstes, griffigstem, griffigsten, griffigster)+EW; Z.: griff-ig
Grill, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Grill; ne. grill (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. grill; E.: s. ne. grill, N., Rost (M.) (1), Grill; frz. grille, F., Rost (M.) (1); afrz. grīelle, graīlle, F., kleiner Rost; lat. crāticula, F., Flechtlein, kleine Flechte, kleiner Rost (M.) (1), (234-149 v. Chr.); vgl. lat. crātis, F., Flechtwerk, Geflecht, Weidengeflecht, Rost (M.) (1), Gitter; idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, *kerHt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584 (904/136) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; L.: Kluge s. u. Grill, DW 9, 314, EWD s. u. Grill, Duden s. u. Grill; Son.: vgl. nndl. grill, Sb., Grill; nschw. grill, Sb., Grill; nnorw. grill, M., Grill; poln. grill, M., Grill; kymr. gril, M., Grill; lit. grilis, M., Grill; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Rösten von Lebensmitteln mittels des Feuers oder später des elektrischen Stromes; BM.: drehen bzw. springen?; F.: Grill, Grilles, Grills, Grille (!), Grillen (!)+FW(+EW); Z.: Gri-l-l
Grille, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Grille, Heimchen, Laune; ne. cricket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. grille, sw. M., sw. F., Grille; mnd. grille (1), F., Grille, wunderlicher Einfall, Laune; ahd. grillo, sw. M. (n), Grille, Heimchen, Zikade; lat. grillus, gryllus, M., Grille, Grashüpfer, Heimchen, (1. Hälfte 1. Jh. n. Chr.); gr. γρύλλος (grýllos), M., Grille, Grashüpfer, Heimchen; L.: Kluge 1. A. s. u. Grille, Kluge s. u. Grille, DW 9, 315, EWD s. u. Grille, EWAhd 4, 615, Duden s. u. Grille, Duden s. u. Grille; Son.: vgl. nndl. gril, Sb., Laune; nschw. grill, Sb., sonderbarer Gedanke; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein den Heuschrecken ähnliches besonders in der Nacht aktives Insekt bei dem die männlichen Tiere einen zirpenden Laut hervorbringen oder später auch für einen sonderbaren Einfall oder eine Laune; BM.: ?; F.: Grille, Grillen+FW(+EW); Z.: Grill-e
$grillen (1), grellen, grollen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. grillen, schreien; E.: s. grell, s. en; L.: Kluge s. u. grell, DW 9, 315; GB.: seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches schreien; F.: grillen, grille, grillst, grillt, grillest, grillet, grillte, grilltest, grillten, grilltet, gegrillt, ##gegrillt, gegrillte, gegrilltes, gegrilltem, gegrillten, gegrillter##, grillend, ###grillend, grillende, grillendes, grillendem, grillenden, grillender###, grill, grellen, grelle, grellst, grellt, grellest, grellet, grellte, grelltest, grellten, grelltet, gegrellt, ##gegrellt, gegrellte, gegrelltes, gegrelltem, gegrellten, gegrellter##, grellend, ###grellend, grellende, grellendes, grellendem, grellenden, grellender###, grell, grollen, grolle, grollst, grollt, grollest, grollet, grollte, grolltest, grollten, grolltet, gegrollt, ##gegrollt, gegrollte, gegrolltes, gegrolltem, gegrollten, gegrollter##, grollend, ###grollend, grollende, grollendes, grollendem, grollenden, grollender###, groll+EW; Z.: g-r-il-l-en
$grillen (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. grillen; E.: s. ne. grill; L.: Kluge s. u. Grill, EWD s. u. Grill; seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches Garen von Lebensmitteln auf offenem Feuer (oder auch mittels elektrischen Stromes) das seit 20. Jh. zumindest in der Freizeit wieder an Bedeutung gewonnen hat; F.: grillen (!), grille (!), grillst, grillt, grillest, grillet, grillte, grilltest, grillten, grilltet, gegrillt, ##gegrillt, gegrillte, gegrilltes, gegrilltem, gegrillten, gegrillter##, grillend, ###grillend, grillende, grillendes, grillendem, grillenden, grillender###, grill (!)+FW+EW; Z.: gri-l-l-en
$Grillenfänger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Grillenfänger, trübsinniger Mensch mit wunderlichen Gedanken; E.: s. Grill(e), s. en (Suff.), s. Fänger; L.: Kluge s. u. Grille, DW 9, 315, EWD s. u. Grille; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Grill(e) und en (Suff.) sowie Fänger gebildete Bezeichnung für einen trübsinnigen Menschen mit wunderlichen Gedanken; F.: Grillenfänger, Grillenfängers, Grillenfängern+FW+EW; Z.: Grill-en—fä-n-g-er
$grillisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. grillisieren, grübeln; E.: s. Grill(e), s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Grille, DW 9, 335; GB.: vielleicht seit 17. Jh. oder schon frühe bei Fischart belegte und aus Grill(e) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für grübeln; F.: grillisieren, grillisiere, grillisierst, grillisiert, grillisierest, grillisieret, grillisierte, grillisiertest, grillisierten, grillisiertet, ##grillisiert, grillisierte, grillisiertes, grillisiertem, grillisierten, grillisierter##, grillisierend, ###grillisierend, grillisierende, grillisierendes, grillisierendem, grillisierenden, grillisierender###, grillisier (!)+FW+EW; Z.: grill-is-ier-en
Grimasse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Grimasse, Fratze; ne. grimace (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. grimace; E.: s. frz. grimace, F., Grimasse, Fratze; von iberoromanisch trima, F., Schrecken, Schauder, Gamillscheg 500a; vgl. got. *grimms?, Adj. (a), grimmig, zornig, schrecklich; germ. *grimma-, *grimmaz, Adj., grimmig; vgl. idg. *gʰrem- (2), V., tönen, donnern, grollen, Pokorny 458 (673/89) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Grimasse, DW 9, 336, EWD s. u. Grimasse, Duden s. u. Grimasse; Son.: vgl. nndl. grimas, Sb., Grimasse; nschw. grimas, Sb., Grimasse; nnorw. grimase, M., Grimasse; poln. grymas, M., Grimasse; lit. grimasa, F., Grimasse; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Iberoromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Gotischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verzerrtes Gesicht oder eine Fratze; BM.: ?; F.: Grimasse, Grimassen+FW(+EW); Z.: Grim-m-ass-e
$Grimassenschneider, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grimassenschneider, gerne Grimassen schneidender Mensch; Q.: um 1800; E.: s. Grimass(e), s. en (Suff.), s. Schneider; L.: DW 9, 336, EWD s. u. Grimasse; GB.: seit um 1800 belegte und aus Grimass(e) und en sowie Schneider gebildete Bezeichnung für einen gerne Grimassen schneidenden Menschen; F.: Grimassenschneider, Grimassenschneiders, Grimassenschneidern+FW+EW; Z.: Grim-m-ass-en—schneid-er
grimm, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. grimm, grimmig, wütend, in Wut geratend; ne. grim, wild (Adj.), cruel (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Grimmen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. grim, grimme, Adj., grimm, unfreundlich, schrecklich, wild, schmerzlich; mnd. grim (1), grimme, Adj., grimmig, zähneknirschend, zornig, wütend; mnl. grim?, Adj., grimmig, böse; ahd. grim (1), Adj., grimm, grimmig, von wildem Grimm erfüllt, wild, zügellos; ahd. grimmi*, Adj., grimm, grimmig, von wildem Grimm erfüllt, grausam, unbarmherzig, wild; as. grim, grimm, Adj., grimmig, feindlich, böse, widerwärtig, grausam; anfrk. -; germ. *gremma-, *gremmaz, *gremmja-, *gremmjaz, Adj., grimmig, zornig; s. idg. gʰrem- (2), V., tönen, donnern, grollen, Pokorny 458 (673/89) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); idg. gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grimm, Kluge s. u. grimm, DW 9, 340, EWD s. u. Grimm, EWAhd 4, 617, Falk/Torp 142, Heidermanns 258, Duden s. u. grimm, Bluhme s. u. grimm; Son.: vgl. afries. grimm, grim, Adj., grimm, grimmig, schlimm; nfries. grimm, Adj., grimm, grimmig; ae. grimm, grim, Adj., grimmig, wild, schrecklich, grausam; an. grimmr, Adj., zornig, grimmig, grausam; got. *grimms?, Adj. (a), grimmig, zornig, schrecklich; got. *grimjis, Adj. (ja); nschw. grym, Adj., grimm; nnorw. grim, Adj., grimm; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für grimmig oder wütend; BM.: lärmen; F.: grimm, grimme, grimmes, grimmem, grimmen, grimmer, grimmere(, grimmeres, grimmerem, grimmeren, grimmerer, grimmst, grimmste, grimmstes, grimmstem, grimmsten, grimmster)+EW; Z.: gri-m-m
$Grimm, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Grimm, Zorn, Wut, Ingrimm, Wildheit; Vw.: s. In-; E.: s. grimm; L.: Kluge s. u. grimm, DW 9, 346, EWD s. u. Grimm, Duden s. u. Grimm; GB.: seit 1060-1065 belegte und mit grimm verbindbare sowie sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für Zorn oder Wut oder Ingrimm oder Wildheit; F.: Grimm, Grimms, Grimmes+EW; Z.: Gri-m-m
$grimmen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. grimmen, grimm sein (V.), grimm werden; Vw.: s. er-; E.: s. grimm, s. Grimm, s. en; L.: DW 9, 355; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus grimm und en gebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches grimm sein (V.) oder werden; F.: grimmen, grimme, grimmst, grimmt, grimmest, grimmet, grimmte, grimmtest, grimmten, grimmtet, gegrimmt, ##gegrimmt, gegrimmte, gegrimmtes, gegrimmtem, gegrimmten, gegrimmter##, grimmend, ###grimmend, grimmende, grimmendes, grimmendem, grimmenden, grimmender###, grimm (!)+EW; Z.: gri-m-m-en
Grimmen, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Grimmen, Kratzen, Scharren, kolikartige Schmerzen; ne. colic; Vw.: -; Hw.: s. grimm; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. grimmen (3), st. N., Grimmen; mnd. grimmen* (4), grimment, krimment, N., Grimmen; vgl. mhd. grimmen (1), st. V., lärmen, brüllen, zürnen, ergrimmen, wüten; ahd. grimman*, st. V. (3a), rasen, wüten, toben; germ. *gremman, st.? V., grimmig sein (V.), toben, wüten, zürnen; germ. *gremmjan, sw. V., rasen, wüten, toben; s. idg. *gʰrem- (2), V., tönen, donnern, grollen, Pokorny 458 (673/89) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grimmen, Kluge s. u. Grimmen, DW 9, 357, EWD s. u. Grimmen, Heidermanns 258, Duden s. u. Grimmen; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus grimmen gebildete Bezeichnung für Kratzen oder Scharren oder kolikartige Schmerzen; BM.: lärmen?; F.: Grimmen, Grimmens+EW; Z.: Gri-m-m-en
$grimmig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. grimmig, grausam, wild, schroff; Vw.: s. in-; E.: s. Grimm, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. grimm, Kluge s. u. grimm, DW 9, 358, EWD s. u. Grimm; GB.: (grimmīg*) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Grimm und ig gebildete Bezeichnung für grausam oder wild oder schroff; F.: grimmig, grimmige, grimmiges, grimmigem, grimmigen, grimmiger(, grimmigere, grimmigeres, grimmigerem, grimmigeren, grimmigerer, grimmigst, grimmigste, grimmigstes, grimmigstem, grimmigsten, grimmigster)+EW; Z.: gri-m-m-ig
Grind, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Grind, Sand, Schorf, Wundschorf, Kruste, Kopf; ne. scab (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. grint, st. M., Grind, Grindkopf, Kopf; mnd. grint (2), M., Sand, Meersand, Schädel, Kopf, Grind, Schorf, Ausschlag; mnl. grinde, Sb., grober Sand, Grind; ahd. grint (1), st. M. (a?, i?), Grind, Schuppen (F. Pl.), Ausschlag, Kopfausschlag, Glatze, kahler Kopf; as. -; anfrk. -; germ. *grenda-, *grendam, st. N. (a), Zerriebenes; vgl. germ. *grendan, st. V., zerreiben; idg. *gʰrendʰ-, V., zerreiben, streifen, Pokorny 459; idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grind, Kluge s. u. Grind, DW 9, 368, EWD s. u. Grind, EWAhd 4, 625, Falk/Torp 140, Seebold 240, Duden s. u. Grind, Bluhme s. u. Grind; Son.: vgl. afries. -; ae. grinde (3), sw. F. (n), Geröll; an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich vielleicht schon vormenschlich an einer Hautwunde aus Wundsekret natürlich bildenden Wundschorf oder auch sich zu einer Kruste verhärtenden Hautausschlag; BM.: reiben; F.: Grind, Grindes, Grinds, Grinde, Grinden+EW; Z.: Gri-nd
$grindig?, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. grindig, schorfig; E.: s. Grind, s. ig; L.: DW 9, 374, EWD s. u. Grind; GB.: nur ahd. grinti* und grintoht* belegt; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Grind und ig gebildete Bezeichnung für schorfig; F.: grindig, grindige, grindiges, grindigem, grindigen, grindiger(, grindigere, grindigeres, grindigerem, grindigeren, grindigerer, grindigst, grindigste, grindigstes, grindigstem, grindigsten, grindigster)+EW; Z.: gri-nd-ig
Grinsel, Gerünsel?, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Grinsel, Kimme an dem Gewehrlauf; ne. notch (N.); Vw.: -; Hw.: s. rinnen; Q.: 20. Jh.; E.: eigentlich Gerünsel; s. mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. runst, st. F., st. M., „Runst“, Fluss, Kanal, Rinnsal, Rinnen (N.); vgl. mhd. runs, st. F., st. M., „Runse“, Quell, Strom, Fluss, Kanal, Rinnsal; ahd. runs, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Flut, Wasser, Lauf; s. germ. *runsi-, *runsiz, st. F. (i), Lauf, Fluss; s. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Grinsel, fehlt DW, Duden s. u. Grinsel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ge und . germ. *runsi- sowie el erklärbare Bezeichnung für die Kimme (eigentlich Gerünsel) an einem Gewehrlauf; BM.: sich bewegen; F.: Grinsel, Grinsels, Grinseln+EW; Z.: G-ri-ns-el
grinsen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. grinsen, den Mund zu einem Lächeln gestalten; ne. grin (V.); Vw.: -; Hw.: s. greinen; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. grinzen, sw. V., grinsen; mnd. grinsen (1), sw. V., grunzen, grinsen, Mund verziehen; mhd. grinnen, st. V., zürnen, wüten, toben, lärmen, brüllen; mhd. grīnen, grīen, st. V., „greinen“, brüllen, Mund verziehen, lachen, knurren; ahd. grīnan*, st. V. (1a), greinen, bellen, heulen, knurren, kläffen; germ. *greinan, st. V., greinen, winseln, heulen; L.: Kluge 1. A. s. u. grinsen, Kluge s. u. grinsen, DW 9, 379, EWD s. u. grinsen, Duden s. u. grinsen, Bluhme s. u. grinsen; Son.: vgl. nndl. grijnzen, sw. V., grinsen; nschw. grina, V., grinsen; GB.: seit 15. Jh. (fnhd.) belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches den Mund zu einem Lächeln gestalten; BM.: greinen; F.: grinsen (!), grinse, grinsst (!), grinst, grinsest, grinset, grinste, grinstest, grinsten, grinstet, gegrinst, ##gegrinst, gegrinste, gegrinstes, gegrinstem, gegrinsten, gegrinster##, grinsend, ###grinsend, grinsende, grinsendes, grinsendem, grinsenden, grinsender###, grins (!)+EW; Z.: grin-s-en
Grippe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Grippe, Influenza; ne. grippe (ält.), influenza; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. grippe; E.: s. frz. grippe, F., Grippe; vielleicht zu frz. gripper, V., ergreifen, fassen; letztlich wohl von got. greipan, st. V. (1), greifen, ergreifen; germ. *greipan, st. V., greifen; idg. *gʰreib-, V., greifen, ergreifen, Pokorny 457 (671/87) (RB. idg. aus germ., balt.); idg. *gʰrebʰ- (1), V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grippe, Kluge s. u. Grippe, DW 9, 382, EWD s. u. Grippe, Duden s. u. Grippe, Bluhme s. u. Grippe; Son.: vgl. nndl. griep, Sb., Grippe; tschech. chripka, Sb., Grippe; lit. gripas, M., Grippe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie über das Gotische und das erschließbare Germanische und teilweise das Indogermanische mit greifen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früh mögliche und jedenfalls für das 12. Jh. n. Chr. belegte mit Kopfschmerzen und Fieber verbundene Krankheit des Menschen ähnlich einer Erkältung; BM.: ?; F.: Grippe, Grippen+FW(+EW); Z.: Grip-p-e
Grips, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Grips, Verstand, rasche Auffassungsgabe; ne. brains; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: zu einem regionalen gripen, gripsen; wohl zu nhd. greifen (s. d.); L.: Kluge s. u. Grips, DW 9, 384, EWD s. u. Grips, Duden s. u. Grips; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit greifen verbindbare Bezeichnung für eine rasche Auffassungsgabe bzw. für Verstand des Menschen; BM.: greifen; F.: Grips, Gripses+EW; Z.: Grip-s
grob, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. grob, rau, dick, uneben; ne. crude, rude, thick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. grop, grob, Adj., dick und stark, ungebildet, nicht wohl angemessen; mnd. grof (1), grōve, grāve, Adj., grob, massig, groß, rau, uneben; mnl. grof, groef, grouf, Adj., grob, dick, schwer; ahd. girob* grob*, Adj., grob, dick, grobschlächtig, körperlich kompakt, dumpf, dumpftönend; as. -; anfrk. -; germ. *gruba-, *grubaz?, Adj., grob; germ. *grobi-, *grobiz, Adj., grob; germ. *gahruba-, *gahrubaz, Adj., mit Kruste?, mit Schorf?; s. idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grob, Kluge s. u. grob, DW 9, 387, EWD s. u. grob, EWAhd 4, 645, Falk/Torp 146, Seebold 236, Heidermanns 260, Duden s. u. grob, Bluhme s. u. grob; Son.: vgl. nndl. grof, Adj., grob; nschw. grov, Adj., grob; nnorw. grob, Adj., grob; lit. kraupùs, Adj., rauh; kymr. crawen, F., Kruste; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rau oder dick oder uneben; BM.: reiben; F.: grob, grobe, grobes, grobem, groben, grober, gröber(, gröbere, gröberes, gröberem, gröberen, gröberer, gröbst, gröbste, gröbstes, gröbstem, gröbsten, gröbster)+EW; Z.: gro-b
$Grobian, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Grobian; E.: s. grob, s. ian; L.: Kluge s. u. Grobian, DW 9, 417, EWD s. u. grob; GB.: in dem Vocabularius teutonicus von 1482 belegte und aus grob und ian gebildete Bezeichnung für lat. rusticus (Bauer, Landwirt); F.: Grobian, Grobians, Grobiane, Grobianen+EW; Z.: Gro-b-i-an
$Grobheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Grobheit, Dicke, Schwere, Rauheit; E.: s. grob, s. heit; L.: DW 9, 413, EWD s. u. grob; GB.: (gropheit) seit 1240-1250 belegte und aus grob und heit gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliche Dicke oder Schwere oder Rauheit oder Ungebührlichkeit; F.: Grobheit, Grobheiten+EW; Z.: Gro-b—hei-t
$gröblich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gröblich, groß, stark, heftig; E.: s. grob, s. lich; L.: Kluge s. u. grob, DW 9, 420, EWD s. u. grob; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus grob und lich gebildete Bezeichnung für groß oder stark oder heftig; F.: gröblich, gröbliche, gröbliches, gröblichem, gröblichen, gröblicher(, gröblichere, gröblicheres, gröblicherem, gröblicheren, gröblicherer, gröblichst, gröblichste, gröblichstes, gröblichstem, gröblichsten, gröblichster)+EW; Z.: grö-b-lich; Son.: etwas früher belegt Adverb grobelīche
$grobschlächtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. grobschlächtig; E.: s. grob, s. schlächtig; L.: Kluge s. u. grob, DW 4, 924, EWD s. u. grob; GB.: seit 1871 belegte und aus grob und schlächtig gebildete Bezeichnung für von grober Art seiend; F.: grobschlächtig, grobschlächtige, grobschlächtiges, grobschlächtigem, grobschlächtigen, grobschlächtiger(, grobschlächtigere, grobschlächtigeres, grobschlächtigerem, grobschlächtigeren, grobschlächtigerer, grobschlächtigst (!), grobschlächtigste, grobschlächtigstes, grobschlächtigstem, grobschlächtigsten, grobschlächtigster)+EW; Z.: gro-b—schläch-t-ig
$Grobschmied, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Grobschmied; E.: s. grob, s. Schmied; L.: DW 9, 424, EWD s. u. grob; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus grob und Schmied gebildete Bezeichnung für einen größere Gegenstände aus Metall fertigenden oder bearbeitenden Schmied in Gegensatz zu einem Feinschmied wie beispielsweise dem Goldschmied oder Silberschmied; F.: Grobschmied, Grobschmiedes, Grobschmieds, Grobschmiede, Grobschmieden+EW; Z.: Gro-b—schmie-d
Groden, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Groden, Vorland von Deichen; ne. foreland at a dyke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. grōde, grude, M., F., Graswuchs, Grasland, Wachstum, angewachsenes Land; vgl. as. grōian*, sw. V. (1a), grünen; s. germ. *grōan, st. V., grünen, wachsen (V.) (1), gedeihen; germ. *grōjan, sw. V., grünen; vgl. idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); L.: Kluge s. u. Groden, DW 9, 427, Duden s. u. Groden; GB.: seit 17. Jh. in dem Mittelniederdeutschen belegte und mit dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das angeschwemmte und grün bewachsene Vorland von Deichen; BM.: wachsen (V.) (1) bzw. grünen; F.: Groden+EW; Z.: Gro-d-en
Grog, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grog, ein alkoholisches Heißgetränk; ne. grog; Vw.: -; Hw.: s. groggy; Q.: 1784; I.: Lw. ne. grog; E.: s. ne. grog, N., Grog; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von dem Spitznamen Old Grog des Admirals Vernon (1684-1745) der als erster mit Wasser verdünnten Rum an seine Seeleute ausschenken ließ; dieses wiederum von ne. grogram, N., Überrock aus Kamelhaar; frz. gros grain, M., grobes Korn; vgl. frz. gros, Adj., dick, beträchtlich; vgl. lat. grossus (1), Adj., dick, groß, (1. Jh. n. Chr.); idg. *gᵘ̯retso-?, Adj., dick?, groß?, Pokorny 485 (717/39) (RB. idg. aus ital., kelt.); frz. grain, M., Korn; lat. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grog, DW 9, 427, EWD s. u. Grog, Duden s. u. Grog, Bluhme s. u. Grog; Son.: vgl. nndl. grog, Sb., Grog; nschw. grogg, Sb., Grog; nnorw. grogg, M., Grog; poln. grog, M., Grog; kymr. grog, M., Grog; nir. grag, M., Grog; lit. grogas, M., Grog; GB.: seit 1784 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit einem neuenglischen Spitznamen des Admirals Vernon und dem Französischen und Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus Rum sowie Zucker und Wasser hergestelltes heißes und vor allem an Seeleute bei Sturm und Kälte ausgeschenktes Getränk; BM.: grobes Korn; F.: Grog, Grogs+FW; Z.: Gro-g
groggy, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. groggy, angeschlagen; ne. groggy; Vw.: -; Hw.: s. Grog; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. groggy; E.: s. ne. groggy, Adj., groggy; vgl. ne. grog, N., Grog; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht vom Spitznamen Old Grog des Admirals Vernon (1684-1745) der als erster mit Wasser verdünnten Rum an seine Seeleute ausschenken ließ; dieses wiederum von ne. grogram, N., Überrock aus Kamelhaar; frz. gros grain, M., grobes Korn; vgl. frz. gros, Adj., dick, beträchtlich; vgl. lat. grossus (1), Adj., dick, groß, (1. Jh. n. Chr.); idg. *gᵘ̯retso-?, Adj., dick?, groß?, Pokorny 485 (717/39) (RB. idg. aus ital., kelt.); frz. grain, M., Korn; lat. grānum, N., Korn, Kern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. groggy, fehlt DW, EWD s. u. Grog, Duden s. u. groggy; Son.: vgl. nndl. groggy, Sb., groggy; nschw. groggy, Adj., groggy; nnorw. groggy, Adj., groggy; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Grog und g sowie y gebildete Bezeichnung für infolge des Genusses von zu viel Grog schwer angeschlagen; BM.: von zu viel Grog beeinträchtigt bzw. grobes Korn; F.: groggy+FW; Z.: gro-gg-y
grölen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. grölen, brüllend singen; ne. roar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. grälen, gralen, sw. V., grölen; mnd. grȫlen, sw. V., grölen, lärmen, schreien; vielleicht zu mnd. grāl, M., ritterliches Spiel, Fest, Festplatz, Herrlichkeit, irdisches Paradies, himmlische Herrlichkeit; afrz. graal, M., Gral, Schüssel; mlat. gradalis, M., Schüssel; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. grölen, DW 9, 428, EWD s. u. grölen, Duden s. u. grölen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches laut und misstönend brüllend singen oder schreien; BM.: ?; F.: grölen, gröle, grölst, grölt, grölest, grölet, grölte, gröltest, grölten, gröltet, gegrölt, ##gegrölt, gegrölte, gegröltes, gegröltem, gegrölten, gegrölter##, grölend, ###grölend, grölende, grölendes, grölendem, grölenden, grölender###, gröl (!)+EW; Z.: gröl-en
Groll, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Groll, heimliche Feindschaft, aufgestauter Unwille, Zorn, Wut, Hass; ne. grudge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. grolle, sw. M., Groll; mnd. grul, grull, M., Groll; vgl. ae. griellan, sw. V., erzürnen, beleidigen; germ. *grellan, sw. V., schreien; s. idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grollen, Kluge s. u. Groll, DW 9, 429, EWD s. u. Groll, Duden s. u. Groll, Bluhme s. u. Groll; Son.: vgl. nschw. groll, N., Grolle; GB.: seit vor 1350 belegte und mit dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche heimliche Feindschaft oder einen aufgestauten Unwillen oder Zorn oder Wut oder Hass; BM.: lärmen (bzw. murren); F.: Groll, Grolls, Grolles+FW; Z.: Gro-ll
$grollen (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. grollen, Groll hegen, heimliche Feindschaft oder aufgestauten Unwillen empfinden; E.: s. Groll, s. en; L.: Kluge s. u. Groll, DW 9, 436, EWD s. u. Groll; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Groll und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches heimliche Feindschaft oder aufgestauten Unwillen empfinden; F.: grollen, grolle, grollst, grollt, grollest, grollet, grollte, grolltest, grollten, grolltet, gegrollt, ##gegrollt, gegrollte, gegrolltes, gegrolltem, gegrollten, gegrollter##, grollend, ###grollend, grollende, grollendes, grollendem, grollenden, grollender###, groll (!)+EW; Z.: gro-ll-en
$grollen (2), nhd., sw. V.: nhd. grollen; Vw.: s. grillen (1)
$Groppe, Gropp, nhd., F., M., (17. Jh.): nhd. Groppe; E.: s. mlat. carabus?; L.: Kluge 1. A. s. u. Groppe, DW 9, 445; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus lat. carabus (?) gebildete Bezeichnung für einen kleinen nachtaktiven Grundfisch des Süßwassers; F.: Groppe, Groppen+Fw?+EW?; Z.: Gropp-e
Gros (1), nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gros (N.) (1), Hauptmasse; ne. majority; Vw.: -; Hw.: s. Groschen, Gros (2); Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. gros; E.: s. frz. gros, M., Dicker; vgl. frz. gros, Adj., dick, beträchtlich; vgl. lat. grossus (1), Adj., dick, groß, (1. Jh. n. Chr.); idg. *gᵘ̯retso-?, Adj., dick?, groß?, Pokorny 485 (717/39) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Gros, DW 9, 447, EWD s. u. Gros 1, Duden s. u. Gros; Son.: vgl. nndl. gros, Sb., Gros (N.) (1); nschw. gross, Sb., Gros (N.) (1); nnorw. gross, N., Gros (N.) (2); poln. gros, M., Großteil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den überwiegenden Teil einer Gruppe oder eine Anzahl oder eine Hauptmasse; BM.: dick; F.: Gros+FW; Z.: Gros
Gros (2), nhd., N., (17. Jh.): nhd. Gros (N.) (2), zwölf Dutzend, Großdutzend; ne. gross (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gros (1); Q.: um 1700; I.: Lw. frz. gros; E.: s. frz. gros, M., Gros (N.) (2), zwölf Dutzend; verkürzt aus grosse douzaine, F., Großdutzend; vgl. frz. gros, Adj., dick; vgl. lat. grossus (1), Adj., dick, groß, (1. Jh. n. Chr.); idg. *gᵘ̯retso-?, Adj., dick?, groß?, Pokorny 485 (717/39) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gros, DW 9, 447, EWD s. u. Gros 2, Duden s. u. Gros; Son.: vgl. nndl. gros, Sb., Gros (N.) (2); nnorw. gross, N., Gros (N.) (2); GB.: seit um 1700 belegte und verkürzt aus frz. grosse douzaine aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Maß von zwölf Dutzend oder einem Großdutzend; BM.: dick; F.: Gros, Groses, Grose, Grosen+FW; Z.: Gros
Groschen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Groschen, eine Münze; ne. groat, penny; Vw.: -; Hw.: s. Gros; Q.: 1299 (Urkunde); E.: mhd. grosche, sw. M., Groschen; mhd. grosse, sw. M., Groschen, Feige; mhd. gros, st. M., Groschen; mnd. grosse, grosche, krosse, krosche, groschen, M., Groschen; s. mlat. grossus, M., Groschen, Dickpfennig; mlat. grossus, M., Groschen, Dickpfennig; vgl. lat. grossus (1), Adj., dick, groß, (1. Jh. n. Chr.); idg. *gᵘ̯retso-?, Adj., dick?, groß?, Pokorny 485 (717/39) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Groschen, Kluge s. u. Groschen, DW 9, 447, EWD s. u. Groschen, Duden s. u. Groschen, Bluhme s. u. Groschen; Son.: vgl. nndl. groschen, Sb., Groschen; GB.: seit 1299 belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine größere (Untereinheit einer) Währungseinheit oder eine Münze die wegen des allgemeinen Währungsverfalls seit Entstehung des Geldes ihre früher größere Bedeutung verloren hat; BM.: dick; F.: Groschen, Groschens+FW; Z.: Grosch-en
$Groschenheft, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Groschenheft; E.: s. Groschen, s. Heft; L.: Kluge s. u. Gazette, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Groschen und Heft gebildete Bezeichnung für ein zu einem Preis von (einem oder wenigen) Groschen verkauftes und dementsprechend gering geschätztes Druckerzeugnis; F.: Groschenheft, Groschenhefts, Groschenheftes, Groschenhefte, Groschenheften+FW+EW; Z.: Grosch-en-hef-t
groß, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. groß, sehr in die Höhe reichend, dick, umfangreich; ne. great (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Größe; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. grōz, Adj., groß, dick, ungeschickt, auffallend, bedeutsam; mnd. *grōs? (1), Adj., groß; mnl. groot, Adj., groß; ahd. grōz, Adj., groß, stark, lang, dick, schwellend, breit, grob; as. grōt, Adj., groß; anfrk. -; wgerm. *grauta-, *grautaz, Adj., dickkörnig, grob, groß, stark, dick; s. idg. *gʰreud-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 461; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. grosz, Kluge s. u. groß, DW 9, 457 (grosz), EWD s. u. groß EWAhd 4, 650, Falk/Torp 145, Seebold 242, Heidermanns 256, Duden s. u. groß, Bluhme s. u. gross; Son.: vgl. afries. grât, Adj., groß; nnordfries. grott, Adj., groß; ae. gréat, Adj., groß, weit, dick, grob, stark; an. -; got. -; nndl. groot, Adj., groß; lit. graudùs, Adj., spröde, bröckelig; GB.: seit 863-871 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches in der Ausdehnung sehr in die Höhe reichend oder dick oder umfangreich; BM.: reiben?; F.: groß, große, großes, großem, großen, großer, größer(, größere, größeres, größerem, größeren, größerer, größst, größste, größstes, größstem, größsten, größster)+EW; Z.: gro-ß
$großartig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. großartig, vorzüglich, hervorragend; E.: s. groß, s. artig; L.: Kluge s. u. groß, DW 9, 515 (groszartig), EWD s. u. groß; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus groß und artig gebildete Bezeichnung von großer Art seiend und deswegen vorzüglich oder hervorragend; F.: großartig, großartige, großartiges, großartigem, großartigen, großartiger(, großartigere, großartigeres, großartigerem, großartigeren, großartigerer, großartigst, großartigste, großartigstes, großartigstem, großartigsten, großartigster)+EW; Z.: gro-ß—ar-t-ig
$Großbürger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Großbürger, großzügig lebender Bürger des oberen Mittelstands; E.: s. groß, s. Bürger; L.: DW 9, 521 (Groszbürger), EWD s. u. Bürger; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus groß und Bürger gebildete Bezeichnung für einen großzügig lebenden Bürger des oberen Mittelstands; F.: Großbürger, Großbürgers, Großbürgern+EW; Z.: Gro-ß—bür-g-er
Größe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Größe, Höhe, Dicke; ne. size (N.), greatness; Vw.: -; Hw.: s. groß; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. grœze, grōze, st. F., sw. F., Größe, Höhe, Ausmaß, Dicke, Schwere; mnd. grȫte (2), grote, F., Größe, Menge, Verhältnis; mnl. grote, groote, F., Größe; ahd. grōzī, st. F. (ī), Größe, Dicke; as. -; anfrk. -; germ. *grautī-, *grautīn, sw. F. (n), Größe; s. idg. *gʰreud-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 461; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. groß, EWD s. u. groß, DW 9, 533 (Grösze), EWAhd 4, 652, Heidermanns 256, Duden s. u. Größe; Son.: vgl. afries. grête 2, F., Größe; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ausdehnung in die Höhe oder Dicke oder den Umfang; BM.: reiben?; F.: Größe, Größen+EW; Z.: Grö-ß-e
$Größenwahn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Größenwahn, Größenwahnsinn; Hw.: s. Größenwahnsinn; E.: s. Größ(e), s. en, s. Wahn; L.: Kluge s. u. Größenwahn, DW 9, 535 (Gröszenwahn), EWD s. u. groß; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Größ(e) und en sowie Wahn gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches übertriebenes oder krankhaftes Streben nach Größe oder Bedeutung; F.: Größenwahn, Größenwahns, Größenwahnes+EW; Z.: Grö-ß-en—wahn
$Größenwahnsinn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Größenwahnsinn, Größenwahn; Hw.: s. Größenwahn; E.: s. Größ(e), s. en, s. Wahnsinn; L.: Kluge s. u. Größenwahn, DW 9, 535 (Gröszenwahnsinn); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Größ(e) und en sowie Wahnsinn gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches krankhaftes Streben nach Größe oder Bedeutung; F.: Größenwahnsinn, Größenwahnsinns+EW; Z.: Grö-ß-en—wahn—sinn
$größenwahnsinnig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. größenwahnsinnig, Größenwahnsinn betreffend; Hw.: s. Größenwahn, Größenwahnsinn; L.: Kluge s. u. Größenwahn, DW 9, 535 (gröszenwahnsinnig), EWD s. u. groß; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Größenwahnsinn und ig gebildete Bezeichnung für Größenwahnsinn betreffend; F.: größenwahnsinnig, größenwahnsinnige, größenwahnsinniges, größenwahnsinnigem, größenwahnsinnigen, größenwahnsinniger(, größenwahnsinnigere, größenwahnsinnigeres, größenwahnsinnigerem, größenwahnsinnigeren, größenwahnsinnigerer, größenwahnsinnigst, größenwahnsinnigste, größenwahnsinnigstes, größenwahnsinnigstem, größenwahnsinnigsten, größenwahnsinnigster)+EW; Z.: grö-ß-en—wahn—sinn-ig
$*größern?, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. *größern?, größer machen, größer werden; Vw.: s. ver-; E.: s. groß, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. groß, DW 9, 535 (gröszern); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus groß und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches größer machen oder größer werden; F.: größern (!), größere (!), größer (!), größerst, größert, größerte, größertest, größerten, größertet(, gegrößert, ##gegrößert, gegrößerte, gegrößertes, gegrößertem, gegrößerten, gegrößerter##, größernd, ###größernd, größerndes, größerndem, größernden, größernder###), größer (!)+EW; Z.: grö-ß-er-n
$Großhundert, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Großhundert, einhundertundzwanzig; E.: s. groß, s. Hundert; L.: Kluge s. u. Großhundert, DW 9, 509 (Groszhundert); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus groß und hundert oder Hundert gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches 120 (einhundertundzwanzig); F.: Großhundert, Großhunderts, Großhunderte, Großhunderten+EW; Z.: Gro-ß—hund-ert
$Grossist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grossist, Großhändler; E.: s. Gross, s. ist; L.: Kluge s. u. Gros, fehlt DW, EWD s. u. Gros 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Gross und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Zunahme des Handels möglichen Großhändler in Gegensatz zu dem Einzelhändler oder Kleinhändler; F.: Grossist, Grossisten+FW+EW; Z.: Gros-s-ist
$großkotzig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. großkotzig, aufschneidend, anmaßend, großspurig, eingebildet; E.: s. groß, s. kotz(en)?, s. ig; L.: Kluge s. u. großkotzig, DW 9, 552 (groszkotzig), EWD s. u. groß; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus groß und kotz(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit bemerkenswertes aufschneidend oder anmaßend oder großspurig oder eingebildet; F.: großkotzig, großkotzige, großkotziges, großkotzigem, großkotzigen, großkotziger(, großkotzigere, großkotzigeres, großkotzigerem, großkotzigeren, großkotzigerer, großkotzigst, großkotzigste, großkotzigstes, großkotzigstem, großkotzigsten, großkotzigster)+EW; Z.: gro-ß—kotz-ig
$Großmacht, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Großmacht; E.: s. groß, s. Macht; L.: DW 9, 556 (Groszmacht), EWD s. u. groß; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus groß und Macht gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und in der Neuzeit möglichen Staat mit großer Macht wie beispielsweise das Reich der Römer oder die Vereinigten Staaten von Amerika oder die Sowjetunion oder Großbritannien oder Frankreich oder China; F.: Großmacht, Großmächte, Großmächten+EW; Z.: Gro-ß—mach-t
$großmächtig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. großmächtig, große Macht habend, eine Großmacht betreffend; E.: s. Großmacht, s. ig; L.: DW 9, 502 (groszmächtig), EWD s. u. groß; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Großmacht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches große Macht habend oder eine Großmacht betreffend; F.: großmächtig, großmächtige, großmächtiges, großmächtigem, großmächtigen, großmächtiger(, großmächtigere, großmächtigeres, großmächtigerem, großmächtigeren, großmächtigerer, großmächtigst, großmächtigste, großmächtigstes, großmächtigstem, großmächtigsten, großmächtigster)+EW; Z.: gro-ß—mäch-t-ig
$Großmut, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Großmut, Großzügigkeit, Freizügigkeit, Milde, Güte; E.: s. groß, s. Mut; L.: DW 9, 564 (Groszmuth), EWD s. u. groß; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. magnanimitas und gr. megalopsychía gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums und der Aufklärung mögliche Großzügigkeit oder Freizügigkeit oder Milde oder Güte; F.: Großmut+EW; Z.: Gro-ß—mu-t
$großmütig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. großmütig, großzügig, freizügig, milde, gut; E.: s. Großmut, s. ig; L.: Kluge s. u. großmütig, DW 9, 567 (groszmüthig), EWD s. u. groß; GB.: seit 14. Jh. belegte und lat. magnanimis und magnanimus nachgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums und der Aufklärung mögliches großzügig oder freizügig oder milde oder gut; F.: großmütig, großmütige, großmütiges, großmütigem, großmütigen, großmütiger(, großmütigere, großmütigeres, großmütigerem, großmütigeren, großmütigerer, großmütigst, großmütigste, großmütigstes, großmütigstem, großmütigsten, großmütigster)+EW; Z.: gro-ß-mü-t-ig
$Großmutter, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Großmutter; E.: s. groß, s. Mutter; L.: Kluge s. u. Großmutter, DW 9, 571 (Groszmutter), EWD s. u. groß; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus groß und Mutter gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Mutter einer Mutter oder eines Vaters eines Menschen; F.: Großmutter, Großmütter, Großmüttern+EW; Z.: Gro-ß—mu-tt-er
$großsprecherisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. großsprecherisch, prahlerisch, erhaben; E.: s. groß, s. Sprecher, s. isch; L.: DW 9, 580 (groszsprecherisch), EWD s. u. groß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus groß und Sprecher sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches und lat. magniloquus und dem Griechischen des Altertums nachgebildete Bezeichnung für prahlerisch oder erhaben; F.: großsprecherisch, großsprecherische, großsprecherisches, großsprecherischem, großsprecherischen, großsprecherischer(, großsprecherischere, großsprecherischeres, großsprecherischerem, großsprecherischeren, großsprecherischerer, großsprecherischst, großsprecherischste, großsprecherischstes, großsprecherischstem, großsprecherischsten, großsprecherischster)+EW; Z.: gro-ß—s-pre-ch-er-isch
$großspurig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. großspurig, eine große Spur habend, anmaßend, überheblich; E.: s. groß, s. Spur, s. ig; L.: DW 9, 580 (groszspurig), EWD s. u. Spur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus groß und Spur sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Spuren mögliches eine große Spur habend oder seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anmaßend oder überheblich; F.: großspurig, großspurige, großspuriges, großspurigem, großspurigen, großspuriger(, großspurigere, großspurigeres, großspurigerem, großspurigeren, großspurigerer, großspurigst, großspurigste, großspurigstes, großspurigstem, großspurigsten, großspurigster)+EW; Z.: gro-ß—s-pur-ig
$Großstadt, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Großstadt; E.: s. groß, s. Stadt; L.: DW 9, 581 (Groszstadt), EWD s. u. groß; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus groß und Stadt gebildete Bezeichnung für eine schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche große Stadt und nach einer Festlegung der Internationalen Statistikkonferenz des Jahres 1887 amtlich eine Stadt mit mehr als 100000 Einwohnern (um 2025 weltweit – vielleicht - rund 4000); F.: Großstadt, Großstädte, Großstädten+EW; Z.: Gro-ß—sta-dt
$Großstädter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Großstädter; E.: s. Großstadt, s. er; L.: DW 9, 581 (Groszstädter), EWD s. u. groß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Großstadt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Bewohner einer großen Stadt oder einer (amtlichen) Großstadt; F.: Großstädter, Großstädters, Großstädtern+EW; Z.: Gro-ß—stä-dt-er
$großstädtisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. großstädtisch; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Großstadt, s. isch; L.: DW 9, 581 (groszstädtisch), EWD s. u. groß; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Großstadt und isch gebildete Bezeichnung für eine große Stadt betreffend oder eine (amtliche) Großstadt betreffend; F.: großstädtisch, großstädtische, großstädtisches, großstädtischem, großstädtischen, großstädtischer(, großstädtischere, großstädtischeres, großstädtischerem, großstädtischeren, großstädtischerer, großstädtischst, großstädtischste, großstädtischstes, großstädtischstem, großstädtischsten, großstädtischster)+EW; Z.: gro-ß—stä-dt-isch
$Großtat, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Großtat; E.: s. groß, s. Tat; L.: Kluge s. u. Großtat, DW 9, 582 (Groszthat); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus groß und Tat gebildete Bezeichnung für eine auffällig große oder bedeutende Tat wie beispielsweise die Entdeckung Amerikas oder die Erfindung des Penicillins oder die Landung von Menschen auf dem Mond; F.: Großtat, Großtaten+EW; Z.: Gro-ß—ta-t
$Großvater, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Großvater; E.: s. groß, s. Vater; L.: Kluge s. u. Großmutter, DW 9, 587 (Groszvater), EWD s. u. groß; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus groß und Vater gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Vater des Vaters oder der Mutter eines Menschen; F.: Großvater, Großvaters, Großväter, Großvätern+EW; Z.: Gro-ß—vat-er
$großzügig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. großzügig, großmütig, freizügig, entgegenkommend; E.: s. groß, s. zügig; L.: Kluge s. u. großzügig, DW 9, 591 (groszzügig), EWD s. u. groß; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus groß und zügig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches großmütig oder freizügig oder entgegenkommend; F.: großzügig, großzügige, großzügiges, großzügigem, großzügigen, großzügiger(, großzügigere, großzügigeres, großzügigerem, großzügigeren, großzügigerer, großzügigst, großzügigste, großzügigstes, großzügigstem, großzügigsten, großzügigster)+EW; Z.: gro-ß-zü-g-ig
$Großzügigkeit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Großzügigkeit, Großmütigkeit, Freizügigkeit, Entgegenkommen; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. großzügig, s. heit, s. keit; L.: DW 9, 591 (Groszzügigkeit), EWD s. u. groß; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus großzügig und keit belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Großmütigkeit oder Freizügigkeit; F.: Großzügigkeit, Großzügigkeiten+EW; Z.: Gro-ß—zü-g-ig—kei-t
$grotesk, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. grotesk, eigentümlich, merkwürdig, absonderlich, verzerrt; E.: s. Groteske; L.: Kluge s. u. Groteske, DW 9, 591, EWD s. u. Groteske; GB.: seit 18. Jh. belegte und von Groteske und damit aus dem Französischen abgeleitete Bezeichnung für eigentümlich oder merkwürdig oder absonderlich oder verzerrt; F.: grotesk, groteske, groteskes, groteskem, grotesken, grotesker(, groteskere, groteskeres, groteskerem, groteskeren, groteskerer, groteskest, groteskeste, groteskestes, groteskestem, groteskesten, groteskester)+EW; Z.: gro-t-esk
Groteske, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Groteske, verzerrte Wirklichkeit, Absurdität; ne. grotesque (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. grotesque; E.: s. frz. grotesque, M., Groteske, unnatürliche Kombination von Tierteilen und Menschenteilen und Pflanzenteilen; it. grottesco, M., Groteske, zur Höhe Gehöriges; vgl. it. grotta, F., Grotte, Höhle; lat. crypta, crupta, F., Krypta, Kreuzgang, Korridor, Gruft, (116-27 v. Chr.); s. gr. κρύπτη (krýptē), F., Kreuzgang, Gewölbe, Krypta; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen ,zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Groteske, EWD s. u. Groteske, DW 9, 593, Duden s. u. Groteske; Son.: vgl. nndl. grotesken, N., Groteske; nschw. grotesk, Sb., Groteske; nnorw. grotesk, M., Groteske; poln. grotska, F., Groteske; kymr. grotésg, M., Groteske; lit. groteskas, M., Grotesek; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Darstellung einer verzerrten Wirklichkeit; BM.: zudecken bzw. verbergen; F.: Groteske, Grotesken+FW(+EW); Z.: Gro-t-esk-e
Grotte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Grotte, Höhle; ne. grotto; Vw.: -; Hw.: s. Groteske, Gruft, Krypta; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. grotta; E.: s. it. grotta, F., Grotte, Höhle; lat. crypta, crupta, F., Krypta, Kreuzgang, Korridor, Gruft, (116-27 v. Chr.); s. gr. κρύπτη (krýptē), F., Kreuzgang, Gewölbe, Krypta; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grotte, Kluge s. u. Grotte, EWD s. u. Grotte, DW 9, 594, Duden s. u. Grotte; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Höhle oder Felsenhöhle von geringer Tiefe; BM.: zudecken bzw. verbergen; F.: Grotte, Grotten+FW; Z.: Gro-tt-e
Grubber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Grubber, Gerät zu dem Auflockern des Ackerbodens; ne. grubber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. grubber; E.: s. ne. grubber, N., Grubber; vgl. ne. grub, V., graben, wühlen, ausroden; vgl. idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.)?; L.: Kluge s. u. Grubber, fehlt DW, EWD s. grubbern, Duden s. u. Grubber; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes landwirtschaftliches Gerät mit in zwei oder mehr Reihen versetzt angeordneten starken Metallzinken zu einer Bearbeitung und besonders zu einer Lockerung des Ackerbodens; BM.: graben; F.: Grubber, Grubbers, Grubbern+FW(+EW); Z.: Grub-b-er
$grubbern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. grubbern, lockern; E.: s. Grubber, s. (e)n; L.: fehlt DW, EWD s. u. Grubber; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Grubber und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Grubbern mögliches einen Ackerboden mit dem Grubber bearbeiten und lockern; F.: grubbern, grubbere, grubber (!), grubberst, grubbert, grubberte, grubbertest, grubberten, grubbertet, gegrubbert, ##gegrubbert, gegrubberte, gegrubbertes, gegrubbertem, gegrubberten, gegrubberter##, grubbernd, ###grubbernd, grubberndes, grubberndem, grubbernden, grubbernder###, grubber (!)(+FW)+EW; Z.: gru-b-b-er-n
$Grübchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Grübchen; E.: s. Grub(e), s. chen; L.: Kluge s. u. Grube, DW 9, 599, EWD s. u. Grube; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Grub(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine kleine Grube insbesondere in dem Kinn oder der Wange eines Menschen; F.: Grübchen, Grübchens+EW; Z.: Grüb-chen
Grube, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Grube; ne. pit (N.), pothole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gruobe, st. F., sw. F., Grube, Steinbruch, Loch, Höhlung, Graben (M.), Grab; mnd. grōve (1), grove, F., Grube, Grab, Brunnengrube, Lehmgrube; mnd. grūve, F., Grube, kleine mit Gesträuch bestandene Schlucht; mnd. grōpe (2), grope, grůpe, F., Grube, Rinne, Pfütze; mnl. groeve, F., Grube; ahd. gruoba, st. F. (ō), Grube, Graben (M.), Mulde, Vertiefung, Abgrund, Höhle, Gruft, Grab, Delle; as. grōva*, sw. F. (n), Grube; anfrk. gruova*, st. F. (ō), Grube; germ. *grōbō, st. F. (ō), Grube, Graben (M.), Grab; s. idg. gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grube, Kluge s. u. Grube, EWD s. u. Grube, DW 9, 600, EWAhd 4, 662, Falk/Torp 141, Seebold 236, Duden s. u. Grube, Bluhme s. u. Grube; Son.: vgl. afries. grōpe, st. F. (ō), Grube, Mistgrube, Jaucherinne; nnordfries. groop; ae. grœ̄p, grœ̄pe, st. F. (ō), sw. F. (n), Graben (M.), Furche, Kanal; an. grǫf, st. F. (ō), Höhle, Grube, Grab; got. grōba, st. F. (ō), Grube, Höhle; nndl. groeve, Sb., Grube; nschw. gruva, F., Grube; nnorw. gruve, M., F., Grube, Bergwerksgrube; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche und wohl meist von Menschen nach Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge geschaffene Vertiefung in der Erde; BM.: graben; F.: Grube, Gruben+EW; Z.: Grub-e
$Grübelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Grübelei, Grübeln (N.); E.: s. grübel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 9, 611, EWD s. u. grübeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus grübel(n) und ei gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Nachdenken; F.: Grübelei, Grübeleien+EW; Z.: Grüb-el-ei
grübeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. grübeln, bohrend graben, sticheln, krabbelnd wühlen, nachdenken, seinen Gedanken nachgehen; ne. ponder, brood (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. grübelen, sw. V., aufgraben, grabend durchsuchen, durchforschen; ahd. grubilōn*, sw. V. (2), grübeln, graben, aufgraben, aufharken, wühlen, durchsuchen, durchforschen, durchwühlen, eindringen; as. -; anfrk. -; germ. *grubilōn?, sw. V., graben, grübeln; s. idg. *gʰrebʰ- (2), V., graben, scharren, kratzen, Pokorny 455 (668/84) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grube, Kluge s. u. grübeln, DW 9, 612, EWD s. u. grübeln, EWAhd 4, 653, Falk/Torp 141, Seebold 236, Duden s. u. grübeln; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. grūfla, sw. V. (2), sich vornüberbeugen, kriechen, krabbeln; got. -; nschw. grubbla, V., grübeln; nnorw. gruble, V., grübeln; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches seinen Gedanken nachgehen; BM.: graben; F.: grübeln, grübel (!), grüble, grübelst, grübelt, grübelte, grübeltest, grübelten, grübeltet, gegrübelt, ##gegrübelt, gegrübelte, gegrübeltes, gegrübeltem, gegrübelten, gegrübelter##, grübelnd, ###grübelnd, grübelnde, grübelndes, grübelndem, grübelnden, grübelnder###, grübel (!)+EW; Z.: grüb-el-n
$Grübler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Grübler, Grübelnder; E.: s. grübel(n), s. er; L.: Kluge s. u. grübeln, DW 9, 624, EWD s. u. grübeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus grüb(e)l(n) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Grübeln oder Nachdenken; F.: Grübler, Grüblers, Grüblern+EW; Z.: Grüb-l-er
$grüblerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. grüblerisch, nachdenkend; E.: s. Grübler, s. isch; L.: Kluge s. u. grübeln, DW 9, 625, EWD s. u. grübeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grübler und isch gebildete Bezeichnung für wie ein Grübler handelnd; F.: grüblerisch, grüblerische, grüblerisches, grüblerischem, grüblerischen, grüblerischer(, grüblerischere, grüblerischeres, grüblerischerem, grüblerischeren, grüblerischerer, grüblerischst, grüblerischste, grüblerischstes, grüblerischstem, grüblerischsten, grüblerischster)+EW; Z.: grüb-l-er-isch
$grüdeln, nhd. (ält.), sw. V., (v. 16. Jh.): nhd. grüdeln, stoßen, stochernd wühlen; Hw.: s. gründeln; L.: Kluge s. u. gründeln, DW 9, 627; GB.: vor 16. Jh. belegte und mit gründeln verbindbare Bezeichnung für stoßen oder stochernd wühlen oder scharren; F.: grüdeln (!), grüdel (!), grüdle, grüdele, grüdelst, grüdelt, grüdelte, grüdeltest, grüdelten, grüdeltet, gegrüdelt, ##gegrüdelt, gegrüdelte, gegrüdeltes, gegrüdeltem, gegrüdelten, gegrüdelter##, grüdelnd, ###grüdelnd, grüdelnde, grüdelndes, grüdelndem, grüdelnden, grüdelnder###, grüdel (!)+EW; Z.: grü-d-el-n
Grüezi, nhd., Interj., (20. Jh.): nhd. Grüezi, Grüß Gott; ne. hello; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: gekürzt aus (Gott) grüße Sie, s. grüßen; L.: Kluge s. u. Grüezi, fehlt DW, Duden s. u. Grüezi; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus grüße Sie gebildete Grußformel in der Schweiz; BM.: lärmen?; F.: Grüezi+EW; Z.: Grü-ez-i
Gruft, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gruft, Grube, Höhle, unterirdisches Gewölbe; ne. vault (N.), crypt; Vw.: -; Hw.: s. Grotte, Krypta, Groteske; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gruft, kruft, st. F., Gruft, Höhle, Höhlung; mnd. gruft, F., „Gruft“, Grube, Grab, Höhlung, Höhle; mnd. groft, F., Gruft, Reliquiengruft im Altar; mnl. crochte, crocht, croft, crofte, Sb., Gruft; ahd. gruft, st. F. (i)?, sw. F. (n)?, Gruft, Höhle, Schlupfwinkel, Krypta; ahd. kruft*, st. F. (i), Gruft, unterirdisches Gewölbe, Höhle, Grotte, Krypta; as. -; anfrk. -; germ. *kruft, *krufta, M., Gruft, Grotte, Höhle; lat. crypta, F., Kreuzgang, Korridor, Gruft, (116-27 v. Chr.); gr. κρύπτη (krýptē), F., Kreuzgang, Gewölbe, Krypta; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grube, Kluge s. u. Gruft, DW 9, 628, EWD s. u. Gruft, EWAhd 5, 822, Duden s. u. Gruft, Bluhme s. u. Gruft; Son.: vgl. afries. -; ae. crufte, cruft, sw. F. (n), Gruft; an. krǫptr (2), st. M. (a), Krypta (aus dem Mittelniederdeutschen); nndl. groeve, Sb., Gruft; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Grube oder Höhle oder ein von Menschen entwickeltes und verwendetes unterirdisches Gewölbe; BM.: zudecken bzw. verbergen; F.: Gruft, Grüfte, Grüften+FW; Z.: Gru-ft
grummeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. grummeln, murren; ne. grumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. grummelen (1), sw. V., grummeln, murmeln, murren; lautmalend; L.: Kluge s. u. grummeln, DW 9, 635, Duden s. u. grummeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches murren oder ein polterndes Geräusch von sich geben; BM.: lautmalend; F.: grummeln, grummel (!), grummle, grummele, grummelst, grummelt, grummelte, grummeltest, grummelten, grummeltet, gegrummelt, ##gegrummelt, gegrummelte, gegrummeltes, gegrummeltem, gegrummelten, gegrummelter##, grummelnd, ###grummelnd, grummelnde, grummelndes, grummelndem, grummelnden, grummelnder###, grummel (!)+EW; Z.: grumm-el-n
Grummet, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Grummet, zweite Heuernte; ne. aftergrass, aftermath; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1258 (Weistum); E.: s. mhd. grumat, st. N., Grummet, zweiter Schnitt des Heus; mhd. grüenmāt, st. N., „Grünmahd“, Grummet, Gras; vgl. mhd. grüene, Adj., grün, frisch, roh, unreif; ahd. gruoni, Adj., grün, grünlich, grünbewachsen, frisch, neu, erst jüngst erhalten (Adj.), roh, dunkel; germ. *grōni-, *grōniz, *grōnja-, *grōnjaz, Adj., grün; vgl. idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); mhd. māt, st. N., st. F., Mahd, Mähen, Heuernte, Heu; vgl. mhd. mæjen, mæn, mæden, sw. V., mähen; ahd. māen, sw. V. (1a), mähen, schneiden; germ. *mējan, *mǣjan, sw. V., mähen; idg. *mē- (2), V., mähen, Pokorny 703 (1165/30) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grummet, Kluge s. u. Grummet, DW 9, 637, EWD s. u. Grummet, Duden s. u. Grummet; GB.: seit 1258 belegte und aus grün und Mahd gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das durch den zweiten oder dritten Schnitt des Grases innerhalb eines Jahres geerntete und an Nährstoffen oft etwas schwächere Heu; BM.: grün, mähen; F.: Grummet, Grummets+EW; Z.: Gru-mm-et
grün, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. grün, frisch; ne. green (Adj.); Vw.: s. Sin-, -donnerstag; Hw.: s. Grummet; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. grüene, Adj., grün, frisch, roh, unreif; mnd. grȫne (1), grȫn, Adj., grün, frisch, nicht zubereitet, nicht trocken, unreif; mnl. groene, Adj., grün, frisch; ahd. gruoni, Adj., grün, grünlich, grünbewachsen, frisch, neu; as. grōni, Adj., grün; anfrk. -; germ. *grōni-, *grōniz, *grōnja-, *grōnjaz, Adj., grün; vgl. idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. grün, Kluge s. u. grün, DW 9, 640, EWD s. u. grün, EWAhd 4, 667, Falk/Torp 144, Seebold 242, Heidermanns 260, Duden s. u. grün, Bluhme s. u. gruen; Son.: vgl. afries. grēne, Adj., grün, frisch; nnordfries. green, Adj., grün; ae. grœ̄ne, grēne, Adj., grün, jung, unreif, wachsend, lebend; an. grœnn, Adj., grün; got. -; nndl. groen, Adj., grün; nschw. grön, Adj., grün; nnorw. grønn, Adj., grün; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der seit Entwicklung von Augen mit Augen sichtbaren Farbe des Grases und vieler anderer Pflanzen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: grün, grüne, grünes, grünem, grünen, grüner(, grünere, grüneres, grünerem, grüneren, grünerer, grünst, grünste, grünstes, grünstem, grünsten, grünster)+EW; Z.: grü-n
$Grün, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Grün; E.: s. grün; L.: fehlt DW (s. grün), EWD s. u. grün; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus grün gebildete Bezeichnung für die seit Entwicklung von Augen mit Augen sichtbare Farbe des Grases und vieler anderer Pflanzen (Blattgrün); F.: Grün, Grünes, Grüne, Grünen+EW; Z.: Grü-n
Grund, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Grund, Tiefe, Boden; ne. ground (N.); Vw.: s. -riss; Hw.: s. Grundel, gründeln, grundieren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. grunt, st. M., Tiefe, Abgrund, Innerstes, Fundament, Ebene, Erde; mnd. grunt (1), F., M., Grund, Unterlage, Tiefe, Boden, Erde, Erdboden; mnl. gront, grunt, M., Grund; ahd. grunt, st. M. (a), Grund, Boden, Wurzel, Vertiefung, Abgrund, Untergrund; as. grund*, st. M. (a), Grund; anfrk. *grundi?, st. N. (ja); germ. *grundu-, *grunduz, st. M. (u), Grund; germ. *grunþa-, *grunþaz, st. M. (a), Grund; s. idg. *gʰren-, V., streifen, zerreiben, Pokorny 459 (674/90) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grund, Kluge s. u. Grund, EWD s. u. Grund, DW 9, 668, EWAhd 4, 657, Seebold 240, Falk/Torp 146, Heidermanns 261, Duden s. u. Grund, Bluhme s. u. Grund; Son.: vgl. afries. grund, st. M. (a), Grund, Boden; nfries. gruwne; ae. grund, st. M. (a), Grund, Boden, Abgrund, Erde, Ebene, Tiefe, Meer; an. grunnr (1), st. M. (u), Grund, Boden; an. grunn, st. N. (a), seichte Stelle, Grundlage; got. *grundus, st. M. (u) (?), Grund?; nndl. grond, Sb., Grund; nschw. grund, Sb., Grund; nnorw. grunn, M., Grund; lit. pãgrindas, Sb., Grundlage, Fundament; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Erdboden als häufigsten Ort des Lebens insbesondere auch von Menschen und auch einen Grund für ein Geschehen; BM.: reiben; F.: Grund, Grunds, Grundes, Gründe, Gründen+EW; Z.: Gru-n-d
$Grundbesitz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grundbesitz; E.: s. Grund, s. Besitz; L.: Kluge s. u. Grund, DW 9, 750, EWD s. u. Grund; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Grund und Besitz gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Besitz von Menschen an Grund oder Grundstücken; F.: Grundbesitz, Grundbesitzes, Grundbesitze, Grundbesitzen+EW; Z.: Gru-n-d—be—sitz
$Grundbesitzer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grundbesitzer; E.: s. Grund, s. Besitzer; L.: DW 9, 759, EWD s. u. Grund; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grund und Besitzer gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Menschen als Besitzer an Grund oder Grundstücken; F.: Grundbesitzer, Grundbesitzers, Grundbesitzern+EW; Z.: Gru-n-d—be—sitz-er
Grundel, Gründel, nhd., M., F., (11. Jh.): nhd. Grundel, Gründel, Gründling, ein Fisch; ne. groundling, goby; Vw.: -; Hw.: s. Grund, Gründling; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. grundel, st. M., Grundel; mnd. grundel, grundele, gründel, gründele, M., Grundel, Gründling, Schmerle, Kreßling; mnl. grondel, grondele, F., Gründel, Gründling; ahd. gruntila*, grundila, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gründling, Gründel, Schmerle, Lamprete, Steinbeißer; ahd. grunt, st. M. (a), Grund, Boden, Wurzel, Vertiefung, Abgrund, Untergrund; germ. *grundu-, *grunduz, st. M. (u), Grund; germ. *grunþa-, *grunþaz, st. M. (a), Grund; s. idg. *gʰren-, V., streifen, zerreiben, Pokorny 459 (674/90) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grundel, DW 9, 771, EWAhd 4, 659, Duden s. u. Grundel; Son.: vgl. ae. gryndle, sw. F. (n), Hering; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Grund und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich in vielen Arten vorkommenden und meist kleinen und schlanken sowie gewöhnlich an dem Grund eines Gewässers lebenden Fisch mit oft bunt gezeichnetem Körper; BM.: Grund des Wassers bzw. reiben; F.: Grundel, Grundels, Grundeln+EW; Z.: Gru-n-d-el
gründeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gründeln, von dem Grund holen, in seichtem Wasser tauchen; ne. feed from the bottom; Vw.: -; Hw.: s. Grund; Q.: 16. Jh.; E.: Ableitung von Grund (s. d.); L.: Kluge s. u. gründeln, DW 9, 774, Duden s. u. gründeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Grund und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für (mit dem Oberkörper) abweichend von dem sonstigen Leben an Land oder in Luft in das Wasser tauchen um unterhalb der Oberfläche bis zu dem Grund Nahrung zu suchen; BM.: von dem Grund holen bzw. reiben; F.: gründeln, gründel (!), gründle, gründelst, gründelt, gründelte, gründeltest, gründelten, gründeltet, gegründelt, ##gegründelt, gegründelte, gegründeltes, gegründeltem, gegründelten, gegründelter##, gründelnd, ###gründelnd, gründelnde, gründelndes, gründelndem, gründelnden, gründelnder###, gründel (!)+EW; Z.: grü-n-d-el-n
$gründen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. gründen, Grund legen; E.: s. Grund, s. en; L.: Kluge s. u. Grund, DW 9, 774, EWD s. u. Grund; GB.: seit um 1000 belegte und aus Grund und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gründen oder Grund legen; F.: gründen (!), gründe (!), gründest, gründet, gründete, gründetest, gründeten, gründetet, gegründet, ##gegründet, gegründete, gegründetes, gegründetem, gegründeten, gegründeter##, gründend, ###gründend, gründende, gründendes, gründendem, gründenden, gründender###, gründ (!)+EW; Z.: grü-n-d-en
$Gründer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gründer, Gründender; Vw.: s. Be-; E.: s. Grund, s. gründ(en), s. er; L.: Kluge s. u. Grund, DW 9, 795, EWD s. u. Grund; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Grund oder gründen und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen einen Grund legenden für etwas Menschen; F.: Gründer, Gründers, Gründern+EW; Z.: Grü-n-d-er
$Gründerjahr, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gründerjahr; E.: s. Gründer, s. Jahr; L.: DW 9, 796, EWD s. u. Grund; Son.: meist in dem Pl.; GB.: seit 1871 belegte und aus Gründer und Jahr gebildete Bezeichnung für die Jahre von 1871 bis 1873 in denen in dem Deutschen Reich nach dem Sieg über Frankreich verhältnismäßig viele Männer Unternehmen gründeten; F.: Gründerjahr, Gründerjahrs, Gründerjahres, Gründerjahre, Gründerjahren+EW; Z.: Grü-n-d-er—jah-r
$Gründerzeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gründerzeit; E.: s. Gründer, s. Zeit; L.: DW 9, 796, EWD s. u. Grund; GB.: seit 1871 belegte und aus Gründer und Zeit gebildete Bezeichnung für die Zeit von 1871 bis 1873 in der in dem Deutschen Reich nach dem Sieg über Frankreich verhältnismäßig viele Männer Unternehmen gründeten F.: Gründerzeit, Gründerzeiten+EW; Z.: Grü-n-d-er—zei-t
grundieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. grundieren, mit einem Untergrund versehen (V.), den Grund herstellen; ne. ground (V.), undercoat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Grund; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: Ableitung von Grund (s. d.), s. Grund, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. grundieren, DW 9, 831, EWD s. u. Grund, Duden s. u. grundieren; Son.: vgl. nndl. gronden, V., grundieren; nnorw. grundere, V., grundieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Grund und ier sowie en gebildete Bezeichnung für den von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten ersten Anstrich als Untergrund auftragen oder den Grund herstellen; BM.: Grund bzw. reiben; F.: grundieren, grundiere, grundierst, grundiert, grundierest, grundieret, grundierte, grundiertest, grundierten, grundiertet, ##grundiert, grundierte, grundiertes, grundiertem, grundierten, grundierter##, grundierend, ###grundierend, grundierende, grundierendes, grundierendem, grundierenden, grundierender###, grundier(+FW)+EW; Z.: gru-n-d-ier-en
$gründig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gründig; Vw.: s. ab-; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); E.: s. Grund, s. ig; L.: DW 9, 832; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Grund und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Grund betreffend; F.: gründig, gründige, gründiges, gründigem, gründigen, gründiger(, gründigere, gründigeres, gründigerem, gründigeren, gründigerer, gründigst, gründigste, gründigstes, gründigstem, gründigsten, gründigster)+EW; Z.: grü-n-d-ig
$Grundlage, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Grundlage, Grundstock, Ausgangspunkt; E.: s. Grund, s. Lage; L.: Kluge s. u. Grund, EWD s. u. Grund; GB.: möglicherweise seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. principium aus Grund und Lage gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon seit Entstehung der Welt möglichen Grundstock oder Ausgangspunkt; F.: Grundlage, Grundlagen+EW; Z.: Gru-n-d—lag-e
$gründlich, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. gründlich, sorgfältig, ausführlich; E.: s. Grund, s. lich; L.: Kluge s. u. Grund, DW 9, 844, EWD s. u. Grund; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Grund und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sorgfältig oder ausführlich; F.: gründlich, gründliche, gründliches, gründlichem, gründlichen, gründlicher(, gründlichere, gründlicheres, gründlicherem, gründlicheren, gründlicherer, gründlichst, gründlichste, gründlichstes, gründlichstem, gründlichsten, gründlichster)+EW; Z.: grü-n-d—lich
$Gründlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Gründlichkeit, Sorgfalt; E.: s. gründlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. Grund; GB.: seit 14. Jh. (durchgründelichheit*) belegte und vielleicht unter Einfluss von lat. profunditas aus gründlich und keit gebildete Bezeichnung für Sorgfalt oder Ausführlichkeit; F.: Gründlichkeit, Gründlichkeiten+EW; Z.: Grü-n-d—lich—kei-t
$Gründling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Gründling; Hw.: s. Grundel; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. Grund, s. ling; L.: DW 9, 862, EWD s. u. Grund; GB.: (grundelinc) seit Anfang 15. Jh. belegte und aus Grund und ling gebildete Bezeichnung für einen kleinen karpfenartigen sich überwiegend tierisch ernährenden Fisch; F.: Gründling, Gründlings, Gründlinge, Gründlingen+EW; Z.: Grü-n-d—ling
$grundlos, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. grundlos, bodenlos, haltlos, ohne Grund erfolgend; E.: s. Grund, s. los; L.: Kluge s. u. Grund, EWD s. u. Grund; GB.: (grundelōs) seit um 1173 belegte und aus Grund und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches bodenlos oder haltlos oder ohne Grund erfolgend; F.: grundlos, grundlose, grundloses, grundlosem, grundlosen, grundloser(, grundlosere, grundloseres, grundloserem, grundloseren, grundloserer, grundlosest, grundloseste, grundlosestes, grundlosestem, grundlosesten, grundlosester)+EW; Z.: gru-n-d-lo-s
Gründonnerstag, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Gründonnerstag, Donnerstag vor Karfreitag; ne. Holy Thursday; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lüs. lat. diēs viridium; E.: s. mhd. grüene donerstac, M., Gründonnerstag; s. grün, Donnerstag; L.: Kluge s. u. Gründonnerstag, EWD s. u. Donnerstag, DW 9, 877, Duden s. u. Gründonnerstag; GB.: (grüendonerestac*) seit 1287 belegte und durch Zusammenrückung aus grüner Donnerstag oder aus grein(en) und Donnerstag gebildete Bezeichnung für den Donnerstag vor Karfreitag oder Ostern; BM.: wachsen (V.) (1), von dem germanischen Gott Donar als Äquivalent des lat. Donnergotts Jupiter als Namensgeber des vierten Wochentags; F.: Gründonnerstag, Gründonnerstags, Gründonnerstages, Gründonnerstage, Gründonnerstagen+EW; Z.: Grü-n—don-n-er-s—t-ag
Grundriss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Grundriss, eine Bauzeichnung, Planzeichnung; ne. groundplan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Grund, reißen, Riss; L.: Kluge s. u. Grundriss, Grund, DW 9, 885 (Grundrisz), EWD s. u. Grund, Duden s. u. Grundriss; Son.: vgl. nnorw. grunnriss, N., Grundriss; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Grund und Riss gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Darstellung (Aufsicht) des waagerechten Schnittes (Risses) eines Bauwerks; BM.: Grund, reißen; F.: Grundriss, Grundrisses, Grundrisse, Grundrissen+EW; Z.: Gru-n-d—ri-ss
$Grundsatz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Grundsatz; E.: s. Grund, s. Satz; L.: Kluge s. u. Grund, DW 9, 890, EWD s. u. Grund; GB.: seit 1641 (Schottelius) als Nachbildung von lat. lex vel regula fundamentalis belegte und aus Grund und Satz gebildete Bezeichnung für einen grundlegenden Satz; F.: Grundsatz, Grundsatzes, Grundsätze, Grundsätzen+EW; Z.: Gru-n-d—satz
$grundsätzlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. grundsätzlich, allgemein, grundlegend, maßgebend; E.: s. Grundsatz, s. lich; L.: DW 9, 985, EWD s. u. Grund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Grundsatz und lich gebildete Bezeichnung für allgemein oder grundlegend oder maßgebend; F.: grundsätzlich, grundsätzliche, grundsätzliches, grundsätzlichem, grundsätzlichen, grundsätzlicher(, grundsätzlichere, grundsätzlicheres, grundsätzlicherem, grundsätzlicheren, grundsätzlicherer, grundsätzlichst, grundsätzlichste, grundsätzlichstes, grundsätzlichstem, grundsätzlichsten, grundsätzlichster)+EW; Z.: gru-n-d—sätz—lich
$Grundstock, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Grundstock, Ausgangspunkt, Grundlage; E.: s. Grund, s. Stock; L.: DW 9, 907, EWD s. u. Stock; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Grund und Stock gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Ausgangspunkt oder eine Grundlage; F.: Grundstock, Grundstockes, Grundstocks, Grundstöcke, Grundstöcken+EW; Z.: Gru-nd—sto-ck
$Grundstück, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Grundstück; E.: s. Grund, s. Stück; L.: Kluge s. u. Grund, EWD s. u. Grund; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Grund und Stück gebildete Bezeichnung für ein Stück (oder einen Teil) des Grundes (oder der nach Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Erde); F.: Grundstück, Grundstücks, Grundstücke, Grundstücken+EW; Z.: Gru-nd—stü-ck
$grünen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. grünen, grün sein (V.), grün werden; E.: s. grün, s. en; L.: Kluge s. u. grün, DW 9, 939, EWD s. u. grün; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens und der Augen mögliches grünen oder grün sein (V.) oder grün werden; F.: grünen (!), grüne (!), grünst (!), grünt, grünest, grünet, grünte, grüntest, grünten, grüntet, gegrünt, ##gegrünt, gegrünte, gegrüntes, gegrüntem, gegrünten, gegrünter##, grünend, ###grünend, grünende, grünendes, grünendem, grünenden, grünender###, grün (!)+EW; Z.: grü-n-en
$Grünkohl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Grünkohl, grüner Kohl, grünes Kohlgemüse; E.: s. grün, s. Kohl; L.: DW 9, 954, EWD s. u. grün; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus grün und Kohl gebildete Bezeichnung für ein grünes Kohlgemüse; F.: Grünkohl, Grünkohles, Grünkohls, Grünkohle, Grünkohlen+EW; Z.: Grü-n—kohl
$grünlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. grünlich; E.: s. grün, s. lich; L.: Kluge s. u. grün; GB.: (grüenlich) seit vor 1312 belegte und vielleicht nach lat. subviridis aus grün und lich gebildete Bezeichnung für grünfarben oder grünfarbig oder grünartig oder leicht grün; F.: grünlich, grünliche, grünliches, grünlichem, grünlichen, grünlicher(, grünlichere, grünlicheres, grünlicherem, grünlicheren, grünlicherer, grünlichst, grünlichste, grünlichstes, grünlichstem, grünlichsten, grünlichster)+EW; Z.: grü-n-lich
$Grünschnabel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Grünschnabel, junger und unerfahrener Mensch; E.: s. grün, s. Schnabel; L.: Kluge s. u. Grünschnabel, DW 9, 665, EWD s. u. grün; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus grün und Schnabel gebildete Bezeichnung für übertragen (Adj.) einen jungen und unerfahrenen Menschen; F.: Grünschnabel, Grünschnabels, Grünschnäbel, Grünschnäbels+EW; Z.: Grü-n—schna-b-el
$Grünspan, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Grünspan, Kupferazetat; E.: s. grün, s. Spanicus; L.: Kluge s. u. Grünspan, DW 9, 960, EWD s. u. grün; GB.: (grüenespān) seit um 1240 belegte und nach lat. viride Hispan(icum) gebildete Bezeichnung für das grün leuchtende Kupfersalz der Essigsäure (Kupferazetat) an der frischen (feuchten) Luft; F.: Grünspan, Grünspans, Grünspanes+EW+FW; Z.: Grü-n—spa-n
grunzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. grunzen, murren, wie ein Schwein tönen; ne. grunt (V.), oink (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. grunzen, sw. V., murren, murmeln, grollen; mnd. grunsen, grünsen, sw. V., grunzen, schlecht singen, schreien, murren; ahd. grunzen*, grunnezzen*, sw. V. (1a), murren, grollen, verdrießlich knurren; as. -; anfrk. -; germ. *grunnatjan, sw. V., grunzen; s. idg. *gru-, V., grunzen, Pokorny 406 (584/68) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. grunzen, Kluge s. u. grunzen, DW 9, 964, EWD s. u. grunzen, EWAhd 4, 661, Duden s. u. grunzen, Bluhme s. u. grunzen; Son.: vgl. afries. -; ae. *gryntan, sw. V. (1), lächeln; ae. grunian, grunnian, sw. V. (1), grunzen; an. -; got. -; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches raue Töne nach Art der Schweine von sich geben oder wie ein Schwein tönen; BM.: lautmalend?; F.: grunzen, grunze, grunzst, grunzt, grunzest, grunzet, grunzte, grunztest, grunzten, grunztet, gegrunzt, ##gegrunzt, gegrunzte, gegrunztes, gegrunztem, gegrunzten, gegrunzter##, grunzend, ###grunzend, grunzende, grunzendes, grunzendem, grunzenden, grunzender###, grunz (!)+EW; Z.: grü-nz-en
Gruppe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gruppe, Sammlung einiger Menschen oder Dinge; ne. group (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. groupe; E.: s. frz. groupe, M., Gruppe, Vereinigung; it. gruppo, M., Gruppe; galloroman. *croppare, V., verbinden, Gamillscheg 503b; vgl. lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); frk. *rēp, Sb., Seil, Strick (M.) (1); germ. *raipa-, *raipaz, st. M. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); germ. *raipa-, *raipam, st. N. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gruppe, DW 9, 969, EWD s. u. Gruppe, Duden s. u. Gruppe, Bluhme s. u. Gruppe; Son.: vgl. nndl. groep, Sb., Gruppe; nschw. grupp, Sb., Gruppe; nnorw. gruppe, M., F., Gruppe; poln. grupa, F., Gruppe; lit. grupė, F., Gruppe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Zahl aufgrund bestimmter Gemeinsamkeiten zusammengehörender Menschen bzw. für eine nach gemeinsamen Merkmalen vorgenommene Unterteilung einer Menge; BM.: mit?, reißen?; F.: Gruppe, Gruppen+FW(+EW); Z.: G-ru-p-p-e
$gruppieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. gruppieren, in Gruppen teilen, in Gruppen aufstellen; E.: s. Grupp(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Gruppe, DW 9, 976, EWD s. u. Gruppe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Grupp(e) und ieren gebildete Bezeichnung für in Gruppen teilen oder in Gruppen aufstellen; F.: gruppieren, gruppiere, gruppierst, gruppiert, gruppierest, gruppieret, gruppierte, gruppiertest, gruppierten, gruppiertet, ##gruppiert, gruppierte, gruppiertes, gruppiertem, gruppierten, gruppierter##, gruppierend, ###gruppierend, gruppierende, gruppierendes, gruppierendem, gruppierenden, gruppierender###, gruppier (!)+FW+EW; Z.: g-ru-p-p-ier-en
Grus, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Grus, Schutt, Zerbröckeltes; ne. grus, slack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. grūs, grōs, N., Schutt, zerkleinerter Rückstand, zerstoßener Stein; mhd. grūz, st. M., st. F., Sandkorn, Krümel, Getreidekorn; vgl. mnd. grǖsen, sw. V., zerstoßen (V.), zu Brocken machen, zu Trümmern machen, zu Stücken machen; vgl. germ. *greutan (2), st. V., zerreiben; idg. *gʰreud-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 461; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Grus, DW 9, 979, EWD s. u. Grus, Duden s. u. Grus; Son.: vgl. nschw. grus, N., Kies, Schotter, Schutt; nnorw. grus, M., N., Kies, Schotter; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches durch Verwitterung zerbröckeltes Gestein oder Schutt; BM.: reiben; F.: Grus, Gruses, Gruse, Grusen+EW; Z.: Gru-s
$Gruselgeschichte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gruselgeschichte, Schauergeschichte; E.: s. grusel(n), s. Geschichte; L.: DW 9, 985, EWD s. u. gruseln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus grusel(n) und Geschichte gebildete Bezeichnung für eine Schauergeschichte; F.: Gruselgeschichte, Gruselgeschichten+EW; Z.: Gru-s-el—ge—schich-t-e
$gruselig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. gruselig, grausig, schaurig, schauerlich, schauderhaft, schrecklich, Grauen erregend; E.: s. grusel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. gruseln, DW 9, 985, EWD s. u. gruseln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus grusel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schauerlich oder schauderhaft oder schrecklich oder Grauen erregend; F.: gruselig, gruselige, gruseliges, gruseligem, gruseligen, gruseliger(, gruseligere, gruseligeres, gruseligerem, gruseligeren, gruseligerer, gruseligst, gruseligste, gruseligstes, gruseligstem, gruseligsten, gruseligster)+EW; Z.: gru-s-el-ig
gruseln, nhd., V., (17. Jh.): nhd. gruseln, sich schrecken, erschauern, sich fürchten, sich grausen; ne. get the creeps; Vw.: -; Hw.: s. grausen; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mhd. griuselen*, griuseln, sw. V., „gruseln“, Grausen empfinden, grausen; vgl. mhd. grūsen (1), sw. V., grausen, grausen vor; mnd. grēsen (1), gresen, sw. V., grausen, schaudern; vgl. ahd. irgrūwisōn*, irgrūsōn*, irgrūisōn*, sw. V. (2), grausen, das Grausen bekommen (V.), schaudern, zurückschrecken, Abscheu bekommen (V.), verabscheuen; germ. *grūwisōn, sw. V., schaudern, grausen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. gruseln, Kluge s. u. gruseln, DW 9, 986, EWD s. u. gruseln, Duden s. u. gruseln, Bluhme s. u. gruseln; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich vor etwas schrecken oder fürchten oder grausen; BM.: reiben; F.: gruseln, grusel (!), grusle, gruselst, gruselt, gruselte, gruseltest, gruselten, gruseltet, gegruselt, ##gegruselt, gegruselte, gegruseltes, gegruseltem, gegruselten, gegruselter##, gruselnd, ###gruselnd, gruselnde, gruselndes, gruselndem, gruselnden, gruselnder###, grusel (!)+EW; Z.: gru-s-el-n
$Gruß, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Gruß, Ansprechen, Anreden; E.: s. grüß(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Gruß, Kluge s. u. grüßen, DW 9, 989 (Grusz), EWD s. u. grüßen; GB.: (gruoz) seit 1060-1080 belegte Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Ansprechen oder Anreden; F.: Gruß, Grußes, Grüße, Grüßen+EW; Z.: Gru-ß
grüßen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. grüßen, Gruß entbieten, Ehrerbietung zukommen lassen, salutieren; ne. greet (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. grüezen, sw. V., anreden, angreifen, züchtigen, strafen, begrüßen; mnd. grȫten (1), groten, grüten, gruten, sw. V., grüßen, begrüßen, ansprechen zur Bewillkommnung; mnl. groeten, sw. V., grüßen, angreifen; ahd. gruozen*, sw. V. (1a), reizen, anstacheln, erregen, auffordern, verursachen, aufmuntern, grüßen; as. grōtian, sw. V. (1a), grüßen, anreden, fragen; anfrk. -; germ. *grōtjan, sw. V., weinen machen, reden machen, anschreien, grüßen; idg. *gʰrēd-, V., weinen, Pokorny 439; s. idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grusz, Kluge s. u. grüßen, DW 9, 1001, EWD s. u. grüßen, EWAhd 4, 669, Falk/Torp 139, Seebold 241, Duden s. u. grüßen, Blume s. u. Gruss; Son.: vgl. afries. grēta, sw. V. (1), grüßen, klagen, anklagen; nfries. groetjen, V., grüßen; ae. grœ̄tan, grētan, sw. V. (1), grüßen, anreden, herausfordern, aufsuchen; an. grœta, sw. V. (1), zum Weinen bringen; got. -; nndl. groeten, sw. V., grüßen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches jemanden ansprechen oder jemandem seine Ehrerbietung zukommen lassen; BM.: lärmen; F.: grüßen (!), grüße (!), grüßst (!), grüßt, grüßest, grüßet, grüßte, grüßtest, grüßten, grüßtet, gegrüßt, ##gegrüßt, gegrüßte, gegrüßtes, gegrüßtem, gegrüßten, gegrüßter##, grüßend, ###grüßend, grüßende, grüßendes, grüßendem, grüßenden, grüßender###, grüß (!)+EW; Z.: grü-ß-en
Grütze (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Grütze (F.) (1), geschrotetes Getreide; ne. grits; Vw.: -; Hw.: s. Grieß; Q.: Mitte 9. Jh.; E.: mhd. grütze, N., F., geschrotetes Korn, Grützmehl; mhd. griuze, st. N., Grütze (F.) (1), enthülste Körner; mnd. grütte, grutte, F., Grütze, Grützbrei; mnl. gorte, F., Grütze; ahd. gruzzi, st. N. (ja), Grütze (F.) (1), Grieß, Kleie, geschrotetes Korn, Grützmehl, Kram, Gerümpel; ahd. griuzi*, st. N. (ja), Grieß, Hirse; germ. *gruta-, *grutam?, st. N. (a), Zerriebenes, Mehl, Korn; idg. *gruti-, *grutiz, Sb., Zerriebenes, Mehl, Korn; idg. *gʰreud-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 461; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Grütze, Kluge s. u. Grütze 1, DW 9, 1019, EWD s. u. Grütze 1, EWAhd 4, 676, Falk/Torp 145, Seebold 242, Duden s. u. Grütze, Bluhme s. u. Grutze; Son.: s. lang. *gruzzi, Zerriebenes, Haufe, Haufen; vgl. nndl. gort, Sb., Graupen; nschw. gröt, Sb., Grütze; nnorw. grøt, M., Grütze, Brei; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Sesshaftwerdung mögliches aus geschrotetem Getreide zubereitetes Mus; BM.: reiben; F.: Grütze, Grützen+EW; Z.: Grü-tz-e
Grütze (2?), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Grütze (F.) (2), Verstand; ne. gray matter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl zu fnhd. kritz in der Nase haben, V., naseweise sein (V.) sich klug dünken; vielleicht zu kritz, Sb., Kitzel; L.: Kluge s. u. Grütze 2, DW 9, 1019, EWD s. u. Grütze 2, Duden s. u. Grütze; GB.: seit 17. Jh. belegte und bisher nicht weiter geklärte Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen menschlichen Verstand; BM.: kitzeln?; F.: Grütze+EW?; Z.: Grütz-e
Gspusi, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Gspusi, Liebschaft; ne. sweethart, love affair; Vw.: -; Hw.: s. Gespons; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. Lw. it. sposa; E.: Vorderglied s. ge…; Hinterglied s. it. sposa, F., Braut; it. sposo, M., Bräutigam; vgl. lat. spōnsus, M., Bräutigam, Verlobter, Freier (M.) (2), Ehemann, Geliebter, (Ende 2./Anfang 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen, sich verbürgen, versprechen, in Aussicht stellen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Gspusi, fehlt DW, Duden s. u. Gspusi; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ge und dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine Liebschaft; BM.: mit, geloben; F.: Gspusi, Gspusis+FW; Z.: G-spus-i
Guano, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Guano, Dünger; ne. guano; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. guano; E.: s. span. guano, M., Guano; aus Ketschua huanu, wanu, Sb., Möwe; L.: Kluge s. u. Guano, fehlt DW, Duden s. u. Guano; Son.: vgl. nndl. guano, Sb., Guano; frz. guano, M., Guano; nschw. guano, Sb., Guano; nnorw. guano, M., Guano; poln. guano, M., Guano; kymr. gwano, M., Guano; nir. guanó, M., Guano; lit. guanas, M., Guano; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Ketschua aufgenommene Bezeichnung für einen aus Kot von Seevögeln des Pazifiks bestehenden organischen Dünger; F.: Guano, Guanos+FW; Z.: Guano
gucken, kucken, nhd., V., (13. Jh.): nhd. gucken, kucken, sehen, schauen; ne. peek (V.), peep (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburg); E.: s. mhd. gücken (1), guggen, sw. V., neugierig schauen, schauen, schauen durch, schauen in, schauen über, umherschauen, gucken; weitere Herkunft unklar; vielleicht von germ. *gugg-, V., gucken, spähen; idg. *gʰeug̑ʰ-, *gʰū̆g̑ʰ-, V., hehlen, verbergen, verstecken, Pokorny 450 (654/70) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. gucken, Kluge s. u. gucken, DW 9, 1032, EWD s. u. gucken, Duden s. u. gucken, Bluhme s. u. gucken; Son.: vgl. ? ai. gū́hati, V., verbirgt, verhüllt; ? lit. guzti, V., zudecken; GB.: seit um 1275 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches seine Blicke auf ein bestimmtes Ziel richten oder schauen oder blicken oder sehen; BM.: verbergen?; F.: gucken, gucke, guckst, guckt, guckest, gucket, guckte, gucktest, guckten, gucktet, geguckt, ##geguckt, geguckte, gegucktes, gegucktem, geguckten, geguckter##, guckend, ###guckend, guckende, guckendes, guckendem, guckenden, guckender###, guck (!), kucken, kucke, kuckst, kuckt, kuckest, kucket, kuckte, kucktest, kuckten, kucktet, gekuckt, ##gekuckt, gekuckte (!), gekucktes (!), gekucktem (!), gekuckten (!), gekuckter (!)##, kuckend, ###kuckend, kuckende (!), kuckendes (!), kuckendem (!), kuckenden (!), kuckender (!)###, kuck (!)+EW; Z.: guck-en
$Guckfenster, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Guckfenster, Fenster zu dem Gucken oder Schauen; E.: s. guck(en), s. Fenster; L.: DW 9, 1040, EWD s. u. gucken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus guck(en) und Fenster gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Fenster zu dem Gucken oder Schauen; F.: Guckfenster, Guckfensters, Guckfenstern+EW+FW; Z.: Guck—fenst-er
$Guckindiewelt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Guckindiewelt, aufgewecktes Kind; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. guck(en), s. in, s. die, s. Welt; L.: fehlt DW, EWD s. u. gucken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus guck(en) und in sowie die und Welt gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufgewecktes Kind; F.: Guckindiewelt+EW; Z.: Guck—in—die—w-el-t
$Guckkasten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Guckkasten; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. guck(en) s. Kasten; L.: DW 9, 1043, EWD s. u. gucken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus guck(en) und Kasten gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für das Betrachten von Gegenständen in scheinbar natürlicher Entfernung; F.: Guckkasten, Guckkastens, Guckkästen+EW; Z.: Guck—kas-t-en
Guerilla, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Guerilla, Krieglein, Kleinkrieg; ne. guerilla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. span. guerilla; E.: s. span. guerilla, F., Guerilla; vgl. span. guerra, F., Krieg; mlat. werra, guerra, F., gewalttätiger Streit, Streit, gewalttätige Auseinandersetzung; germ. *werza-, *werzaz, *werra-, *werraz, st. M. (a), Krieg, Unruhe, Wirrung, Übles, Verwirrung; idg. *u̯ers-?, V., schleifen, Pokorny 1169? (2010/86) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Guerilla, fehlt DW, EWD s. u. Guerillakrieg, Duden s. u. Guerilla; Son.: vgl. nndl. guerrilla, Sb., Guerilla; frz. guérilla, F., Guerilla; nschw. gerilla, Sb., Guerilla; nnorw. gerilja, M., Guerilla; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar aus dem Mittellateinischen und erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen aufgenommene Bezeichnung für einen von kleinen Gruppen in kleinen Gefechten gekämpften Kleinkrieg; BM.: schleifen; F.: Guerilla, Guerillas+FW(+EW); Z.: Guer-ill-a
$Guerillakrieg, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Guerillakrieg, Kleinkrieg; Q.: 1820-1830; E.: s. Guerilla, s. Krieg; L.: fehlt DW, EWD s. u. Guerillakrieg; GB.: seit 1820-1830 belegte und aus Guerilla und Krieg gebildete Bezeichnung für einen von kleinen Gruppen in kleinen Gefechten gekämpften Kleinkrieg; F.: Guerillakrieg, Guerillakrieges, Guerillakriegs, Guerillakriege, Guerillakriegen+FW+EW; Z.: Guer-ill-a—krie-g
Gugelhupf, Gugelhopf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gugelhupf, Kugelhupf, ein Napfkuchen; ne. gugelhupf; Vw.: -; Hw.: s. Hefe; Q.: 17. Jh.; I.: z. T. Lw.; E.: mhd. gugel, gugele, F., Kapuze; ahd. kugula*, kugila*, sw. F. (n), Kapuze, Kutte, Kopfhülle; lat. cuculla, F., Kapuze, Wintermantel, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. cucullus (1), M., Hülle, Mantel, Kapuze, Kappe; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951? (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied aus einer Nebenform von Hefe (s. d.); L.: Kluge s. u. Gugelhopf, DW 9, 1050, Duden s. u. Gugelhupf; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon in dem römischen Altertum beispielsweise in Carnuntum hergestellten aus Hefeteig bestehenden Napfkuchen in einer besonderen runden Form; BM.: bedecken, fassen; F.: Gugelhupf, Gugelhupfes, Gugelhupfs, Gugelhupfe, Gugelhupfen, Gugelhopf, Gugelhopfes, Gugelhopfs, Gugelhopfe, Gugelhopfen+FW(+EW); Z.: Gu-gel—hupf
Güggel, nhd., M.: nhd. Güggel; Vw.: s. Gockel
Guhr, nhd. (ält.), N.: nhd. Guhr; Vw.: s. Gur
Guillotine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Guillotine, Fallbeil, eine Fallschwertmaschine; ne. guillotine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1792 (Lichtenberg); I.: Lw. frz. guillotine; E.: s. frz. guillotine, F., Guillotine; von dem PN Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814), einem Befürworter dieser Hinrichtungsart; L.: Kluge s. u. Guillotine, fehlt DW, EWD s. u. Guillotine, Duden s. u. Guillotine; Son.: vgl. nndl. guillotine, Sb., Guillotine; nschw. giljotin, Sb., Guillotine; nnorw. giljotin, M., Guillotine; poln. gilotyna, F., Guillotine; kymr. gilotîn, M., F., Guillotine; nir. gilitín, F., Guillotine; lit. giljotina, F., Guillotine; GB.: seit 1792 belegte und aus dem PN Guillotin und e gebildete Bezeichnung für eine von Menschen zu dieser Zeit für Hinrichtungen entwickelte und verwendete Fallschwertmaschine; BM.: PN; F.: Guillotine, Guillotinen+FW+EW; Z.: Guilottin-e
Gulasch, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Gulasch, ein Eintopf, ein scharfer ungarischer Fleischeintopf; ne. goulash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ungar. gulyás (hús); E.: s. ungar. gulyás (hús), Sb., Fleisch der Rinderhirten, Pfefferfleischgericht; vgl. ungar. gulyás, M., Rinderhirt; ungar. gulya, Sb., Rinderherde; L.: Kluge s. u. Gulasch, fehlt DW, EWD s. u. Gulasch, Duden s. u. Gulasch; Son.: vgl. nndl. goelasj, Sb., Gulasch; frz. goulache, M., F., Gulasch; nschw. gulasch, Sb., Gulasch; nnorw. gulasj, M., Gulasch; poln. gulasz, M., Gulasch; kymr. gwlash, M., Gulasch; lit. guliašas, M., Gulasch; GB.: seit Mitte des 19. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen ursprünglich aus Ungarn stammenden scharfen Fleischeintopf; BM.: Rinderherde; F.: Gulasch, Gulaschs, Gulasches, Gulasche, Gulaschen+FW(+EW); Z.: Gula-sch
Gulden, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gulden, eine Goldmünze; ne. guilder; Vw.: s. Gold; Hw.: -; Q.: 1283 (Lohengrin); E.: mhd. gulden (1), st. M., Goldmünze, Gulden; mhd. guldīn (2), st. M., Gulden; mnd. gülden (1), gülde, M., Gulden, Goldmünze; mnd. gulden, M., Gulden (Zahlmünze); vgl. mhd. guldīn, Adj., golden, aus Gold bestehend, von Gold hergestellt; mnd. gülden (3), güldīn, guldin*, Adj., vergoldet, gülden, golden; ahd. guldīn, Adj., golden, von Gold hergestellt, goldfarbig; as. guldīn*, Adj., golden; germ. *gulþīna-, *gulþīnaz, Adj., golden; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑ʰelh₃-, *g̑ʰolh₃o-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gulden, Kluge s. u. Gulden, DW 9, 1054, EWD s. u. Gulden, Duden s. u. Gulden, Bluhme s. u. Gulden; Son.: vgl. nndl. gulden, Sb., Gulden; nschw. gulden, Sb., Gulden; nnorw. gulden, M., Gulden; poln. gulden, M., Gulden; GB.: seit 1283 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Goldmünze und eine seit 1601 auch in Silber geprägte Münze; BM.: glänzen; F.: Gulden, Guldens+EW; Z.: Gul-d-en
$gülden, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gülden, golden (Adj.), aus Gold bestehend; E.: s. ahd. guldīn, s. Gold. s. en (Suff.); L.: DW 8, 727 (golden), EWD s. u. Gold; GB.: (guldīn) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches aus Gold bestehend; F.: gülden, güldene, güldenes, güldenem, güldenen, güldener+EW; Z.: gül-d-en
Gülle, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Gülle, Jauche, Flüssigmist, flüssiger Stalldünger; ne. slurry, liquid manure; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. gülle, F., Lache, Pfütze, Pfuhl; vgl. mnd. gȫle (1), goel, F., Sumpf, feuchte Niederung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Gülle, DW 9, 1072, EWD s. u. Gülle, Duden s. u. Gülle, Bluhme s. u. Gülle; Son.: vgl. nschw. göl, Sb., Pfütze, Tümpel; nnorw. (dial.) gyl, Sb., Kluft, Felskluft; GB.: seit nach 1193 belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich nach der Sesshaftwerdung möglichen flüssigen Stalldünger; BM.: feuchte Niederung?; F.: Gülle, Güllen+EW; Z.: Güll-e
Gully, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gully, Abfluss; ne. drain (N.), gully; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. gully; E.: s. ne. gully, N., Gully, Rinne, Abzugskanal; wohl zu ne. gullet, N., Schlund; afrz. goulet, M., Schlund; vgl. afrz. gole, gouzle, F., Kehle; lat. gula, F., Schlund, Speiseröhre, Kehle (F.) (1), Gaumen, Rachen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *gel- (2), *gᵘ̯ʰel-?, V., Sb., verschlingen, Kehle (F.) (1), Pokorny 365 (537/21) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge s. u. Gully, fehlt DW, EWD s. u. Gully, Duden s. u. Gully; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und in die Straßendecke eingelassenen Abfluss durch den Straßenabwässer in die Kanalisation abgeführt werden; BM.: verschlingen; F.: Gully, Gullys+FW; Z.: Gul-l-y
$Gült, nhd., F.?: nhd. Gült; L.: fehlt DW, EWD s. u. gelten; F.: Gült, Gülten+EW; Z.: Gült
Gülte, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Gülte, Entgelt, Zahlung, Schuld, Abgabe, Wert; ne. debt; Vw.: -; Hw.: s. gelten, Gülte; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: mhd. gülte (1), gulde, st. F., Gülte, Schuld, Geldschuld, Zahlung, Bezahlung, regelmäßige Einkunft oder regelmäßige Abgabe, Einkommen; mnd. gülde (1), F., Gülte, Zahlung, Genugtuung, Ersatz, Rente; vgl. mhd. gült (2), st. N., Gut, Gülte, Abgabe; mhd. gelten, gelden, kelten, st. V., gelten, zustehen, Ersatz leisten, Schulden zahlen; mnd. gelden (1), gēlden, geylden, gellen, gilden, st. V., gelten, zahlen, bezahlen, ersetzen, abgelten, entgelten, lohnen, büßen, erstatten, erfüllen, einbringen; ahd. geltan*, st. V. (3b), entgelten, vergelten, zahlen, büßen; as. geldan, st. V. (3b), zahlen, lohnen, vergelten; germ. *geldan, *gelþan, st. V., gelten, entgelten, vergelten, erstatten, entrichten; idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge 1. A. s. u. Gülte, Kluge s. u. Gülte, DW 9, 1074, EWD s. u. gelten, Duden s. u. Gülte; GB.: seit 1190-1200 belegte und mit gelten verbindbare Bezeichnung für ein Entgelt für die Nutzung von Grundstücken in Geld oder Naturalien; BM.: gelten; F.: Gülte, Gülten+EW; Z.: Gült-e
gültig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. gültig, geltend, anerkannt; ne. valid; Vw.: -; Hw.: s. Gülte, gelten; Q.: 1290 (Urkunde); E.: s. mhd. gültic, Adj., „gültig“, wert, Ertrag bringend, im Preis stehend, teuer, zahlungsverpflichtet; mhd. gülte (1), gulde, st. F., Gülte, Schuld, Geldschuld, Zahlung; vgl. mhd. gült (2), st. N., Gut, Gülte, Abgabe; mhd. gelten, gelden, kelten, st. V., gelten, zustehen, Ersatz leisten, Schulden zahlen; ahd. geltan*, st. V. (3b), entgelten, vergelten, zahlen, büßen; as. geldan, st. V. (3b), zahlen, lohnen, vergelten; germ. *geldan, *gelþan, st. V., gelten, entgelten, vergelten, erstatten, entrichten; idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436 (*geltō); L.: Kluge s. u. gültig, DW 9, 1084, EWD s. u. gelten, Duden s. u. gültig, Bluhme s. u. gueltig; Son.: vgl. nndl. geldig, Adj., gültig; nschw. giltig, Adj., gültig; nnorw. gyldig, Adj., gültig; GB.: seit 1290 belegte und aus Gült(e) und ig gebildete sowie mit gelten und dadurch mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geltend oder anerkannt; BM.: gelten; F.: gültig, gültige, gültiges, gültigem, gültigen, gültiger(, gültigere, gültigeres, gültigerem, gültigeren, gültigerer, gültigst, gültigste, gültigstes, gültigstem, gültigsten, gültigster)+EW; Z.: gült-ig
$Gültigkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gültigkeit, Geltung, Anerkennung, Bestand; Vw.: s. Gleich-; E.: s. gültig, s. heit, s. keit; L.: GB 9, 1091, EWD s. u. gelten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gültig und keit gebildete Bezeichnung für Geltung oder Anerkennung oder Bestand; F.: Gültigkeit, Gültigkeiten+EW; Z.: Gült-ig—kei-t
Gummi, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Gummi, Kautschuk; ne. gum (N.), rubber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. gumi, gumin, gummi, gumme, st. N., Harz, Räucherharz, Gummi; mnd. gummi, gumme, M., Gummi, schleimiger oder klebriger Saft aus Gewächsen (besonders Bäumen), Harz; mnl. gomme, M., Gummi; lat. cummi, N., Gummi, Pflanzensaft, (234-149 v. Chr.); gr. κόμμι (kómmi), N., Gummi; aus dem Ägyptischen kemai, kema, Walde/Hofmann 1, 306; L.: Kluge s. u. Gummi, EWD s. u. Gummi, DW 9, 1093, Duden s. u. Gummi; Son.: vgl. nndl. gummi, Sb., Gummi; frz. gomme, F., Gummi; nschw. gummi, Sb., Gummi; nnorw. gummi, M., Gummi; poln. guma, F., Gummi; kymr. gwm, N., Gummi; nir. guma, M., Gummi; lit. guma, F., Gummi; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein durch Vulkanisation aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk hergestelltes Erzeugnis; BM.: ?; F.: Gummi, Gummis+FW(+EW); Z.: Gummi
$Gummibaum, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gummibaum; E.: s. Gummi, s. Baum; L.: DW 9, 1096, EWD s. u. Gummi; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gummi und Baum gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche einen für den Menschen nützlichen Saft (Gummi) absondernde Pflanze; F.: Gummibaum, Gummibaumes, Gummibaums, Gummibäume, Gummibäumen+FW+EW; Z.: Gummi-bau-m
$gummieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. gummieren; E.: s. Gumm(i), s. ieren; L.: Kluge s. u. Gummi, DW 9, 1097, EWD s. u. Gummi; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Gumm(i) und ieren gebildete Bezeichnung für mit einer von Menschen entwickelten und verwendeten gummiartigen Schicht versehen (V.) und dadurch gegen Feuchtigkeit schützen; F.: gummieren, gummiere, gummierst, gummiert, gummierest, gummieret, gummierte, gummiertest, gummierten, gummiertet, ##gummiert, gummierte, gummiertes, gummiertem, gummierten, gummierter##, gummierend, ###gummierend, gummierende, gummierendes, gummierendem, gummierenden, gummierender###, gummier (!)+FW+EW; Z.: gumm-ier-en
Gumpe, nhd. (dial.), M., (14. Jh.): nhd. Gumpe, Teich, Tümpel, Vertiefung in fließendem Gewässer; ne. puddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1347; E.: mhd. gumpe, sw. M., Pfuhl, Wasserwirbel, Untiefe; mnd. gumme (1), gumma, gumpe, Sb., Gumpe?, Gumme?, Kumme (Schüssel)?, Tümpel, Wassergraben; s. ahd. gumpito*, sw. M. (n), Pfuhl, Teich; vulgärlat. *gumpeta, mlat.-gall. cumba, M., Tal, Gefäß vgl. kymr. cwm, M., Tal; kelt. *kumbo-, Sb., Tal; idg. *kumb-, *kumbʰ-, Sb., Biegung, Gefäß, Pokorny 592; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gumpe, DW 9, 1097, EWAhd 4, 682, Duden s. u. Gumpe, Bluhme s. u. Gumpe; Son.: süddeutsch; GB.: seit 1347 belegte und aus dem Vulgärlateinischen und dem Gallischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche tiefe Stelle in einem Gewässer; BM.: biegen; F.: Gumpe, Gumpen+FW+EW; Z.: Gu-mp-e
Gundelrebe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gundelrebe, Gundermann; ne. ground ivy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gunderebe, sw. F., st. F.?, Gundermann; mnd. gundelrēve, gundelrāve, grundelrēve, F., Gundelrebe, Gundermann; mnl. gonderave, gondrave, F., Gundelrebe; ahd. guntreba*, gruntreba*, gundareba*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gundermann, Gundelrebe; as. gundrāva*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gundelrebe; anfrk. -; vgl. ahd. gunt, st. M. (a), Eiter, eiterndes Geschwür, Wundjauche; as. gund*, Geschwür, Vereiterung; germ. *gunda-, *gundaz, st. M. (a), Geschwür; idg. *gʰendʰ-, (*gʰₒndʰ-), Sb., Geschwür, Pokorny 438 (630/46) (RB. idg. aus gr., germ.); ahd. reba (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Rebe, Weinrebe, Rebstock, Weinstock; germ. *rebō-, *rebōn, *reba-, *reban, Sb., Rebe; s. idg. rēp- (1), V., kriechen, schleichen, Pokorny 865 (1512/35) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Gundelrebe, Kluge s. u. Gundelrebe, DW 9, 1102, EWAhd 4, 686, Duden s. u. Gundelrebe; GB.: (guntreba) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ahd. gunt (Geschwür, Eiter) und (el sowie) Rebe gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleine wohl schon vormenschliche Pflanze mit Ausläufer bildendem Wurzelstock und runden bis nierenförmigen Blättern sowie meist blauen oder hellvioletten Blüten; BM.: Geschwür, kriechen; F.: Gundelrebe, Gundelreben+EW; Z.: Gund-el—reb-e
$Gundermann, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Gundermann; E.: s. Gund(elrebe), s. er, s. Mann; L.: Kluge s. u. Gundelrebe, DW 9, 1103; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Gund und er sowie Mann gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Gundelrebe; F.: Gundermann, Gundermanns, Gundermannes+EW; Z.: Gund-er—man-n
Günsel, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Günsel, ein Heilkraut; ne. ground pine, bugle; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw.; E.: s. mhd. kunsele, F., Kriechender Günsel, Günsel; lat. cōnsolida, F., Schwarzwurz, Rittersporn, Wintergrün, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cōnsolidāre, V., fest machen, sichern, feststellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. solidāre, V., dicht machen, derb machen, festmachen, befestigen; lat. solidus, Adj., gediegen, echt, als Vasall handelnd; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Günsel, Kluge s. u. Günsel, DW 9, 1103, Duden s. u. Günsel; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche zu den Lippenblütlern gehörende krautige Pflanze mit rötlichen oder blauen oder gelben und in den Blattachseln sitzenden Blüten; BM.: mit, ganz; F.: Günsel, Günsels, Günseln+FW(+EW); Z.: Gün-sel
Gunst, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Gunst, Wohlwollen, Gewogenheit, Entgegenkommen; ne. favour (N.), benevolence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm); E.: mhd. gunst (2), guns, st. F., st. M., Gunst, Gewogenheit, Zuneigung, Liebe (F.) (1), Wohlwollen, Gnade, Wirkung, Einfluss; mhd. guns, st. F., Gunst, Gewogenheit, Wohlwollen, Verleihen, Einwilligung, Erlaubnis; mnd. gunst, M., F., Gunst, Erlaubnis, freundliche Gesinnung, Begünstigung, Parteilichkei; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. unst, st. M. (i)?, st. F. (i), Gunst, Gnade, Gelegenheit; germ. *unsti-, *unstiz, st. F. (i), Gunst, Gewogenheit; vgl. idg. *ans-, V., wohlgeneigt sein (V.), günstig sein (V.), Pokorny 47? (83/83) (RB. idg. aus gr., germ.); idg. *nā- (1), *onā-, *onə-, V., helfen, nützen, begünstigen, Pokorny 754 (1274/1) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gunst, Kluge s. u. Gunst, DW 9, 1104, EWD s. u. Gunst, Duden s. u. Gunst, Bluhme s. u. Gunst; Son.: vgl. nndl. gunst, Sb., Gunst; nschw. gunst, Sb., Gunst; nnorw. gunst, M., Gunst; GB.: seit um 1210 belegte und aus ge und ahd. unst gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Wohlwollen oder Gewogenheit oder Entgegenkommen; BM.: mit, wohlgeneigt sein (V.); F.: Gunst, Gunsten+EW; Z.: G-un-s-t
$günstig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. günstig, wohlwollend, gewogen, förderlich; Vw.: s. un-; E.: s. Gunst, s. ig; L.: Kluge s. u. Gunst, DW 9, 1127, EWD s. u. Gunst; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus Gunst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches wohlwollend oder gewogen oder förderlich oder entgegenkommend; F.: günstig, günstige, günstiges, günstigem, günstigen, günstiger(, günstigere, günstigeres, günstigerem, günstigeren, günstigerer, günstigst, günstigste, günstigstes, günstigstem, günstigsten, günstigster)+EW; Z.: g-ün-s-t-ig
$Günstling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Günstling, Liebling, Schützling; E.: s. Gunst, s. ling; L.: Kluge s. u. Gunst, DW 9, 1127, EWD s. u. Gunst; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Gunst und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Liebling oder Schützling (eines Menschen); F.: Günstling, Günstlings, Günstlinges, Günstlinge, Günstlingen+EW; Z.: G-ün-s-t-ling
Gur, Guhr, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Gur, Guhr, Kot, Mist, Dung; ne. dung (N.); Vw.: s. Kiesel-; Hw.: s. gären; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gor, st. N., „Gor“, Kot, Mist, Dung, Dünger; mnd. gȫre (4), gȫr, gore, M., Geruch, Gärung und der sich dabei entwickelnde starke Geruch, Mistpfütze; mnl. gore, F., Mist, Dreck; ahd. gor, gōr, st. N. (a), Mist, Dung, Kot, Schmutz; germ. *gura-, *guram, st. N. (a), Halbverdautes, Kot, Mist; s. idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gur, Kieselgur, DW 9, 1053 (Guhr), EWD s. u. gären, EWAhd 4, 530, Duden s. u. Gur, Stalder 1, 498; Son.: schweiz.-ält.; GB.: (gor) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine breiige und erdige und aus Gestein hervortretende sowie stark riechende Flüssigkeit oder Kot oder Mist oder Dung; BM.: warm; F.: Gur+EW; Z.: Gur
Gurgel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Gurgel, Kehle (F.) (1), Luftröhre, Speiseröhre; ne. throat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gurgele, gurgel, sw. F., Gurgel; mnd. görgel, gördel, F., Gurgel, Hals; mnl. gorgel, F., Gurgel, Kehle (F.) (1); ahd. gurgula, sw. F. (n), Gurgel, Luftröhre, Speiseröhre, Kehle (F.) (1), Schlund, knirschendes Geräusch, gurgelndes Geräusch, Röcheln?; lat. gurgulio, M., Gurgel, Luftröhre, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *gᵘ̯er- (1), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474 (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gurgel, Kluge s. u. Gurgel, DW 9, 1143, EWD s. u. Gurgel, EWAhd 4, 701, Duden s. u. Gurgel, Bluhme s. u. Gurgel; Son.: vgl. nndl. gorgel, Sb., Gurgel; frz. gorge, F., Gurgel; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen vorderen Teil des Halses höher entwickelter Tiere und des Menschen; BM.: verschlingen; F.: Gurgel, Gurgeln+FW(+EW); Z.: Gur-g-el
gurgeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. gurgeln, den Rachen spülen; ne. gurgle, gargle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. gurgeln, gorgeln, sw. V., gurgeln, einen gurgelnden Ton (M.) (2) hervorbringen; mnd. görgelen, gorgelen, sw. V., gurgeln; mnl. gorgelen, sw. V., gurgeln; ahd. gurgulōn*, sw. V. (2), gurgeln, knurren, brüllen; vgl. lat. gurgulio (1), Gurgel, Luftröhre, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gᵘ̯er- (1), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474 (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Gurgel, DW 9, 1152, EWD s. u. Gurgel, EWAhd 4, 701, Duden s. u. gurgeln; Son.: vgl. nndl. gorgelen, V., gurgeln; frz. gargouiller, V., gurgeln; nschw. gurgla, V., gurgeln; nnorw. gurgle, V., gurgeln; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Gurgel und (e)n (Suff.) gebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums entwickelte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches den Rachen spülen und dabei gluckernde Geräusche von sich geben; BM.: verschlingen; F.: gurgeln (!), gurgel (!), gurgle, gurgele, gurgelst, gurgelt, gurgelte, gurgeltest, gurgelten, gurgeltet, gegurgelt, ##gegurgelt, gegurgelte, gegurgeltes, gegurgeltem, gegurgelten, gegurgelter##, gurgelnd, ###gurgelnd, gurgelnde, gurgelndes, gurgelndem, gurgelnden, gurgelnder###, gurgel (!)+FW+EW; Z.: gur-g-el-n
Gurke, Gurk, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Gurke, Kukumer; ne. cucumber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. poln. ogurek; E.: s. poln. ogurek, ogórek, M., Gurke, vgl. mgr. ágovros, Adj., unreif; vgl. gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ὡραῖος (hōraios), Adj., der Jahreszeit angemessen; vgl. gr. ὥρα (hṓra), F., Frühling, Jugendzeit, Jahreszeit, Zeitabschnitt; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯oro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gurke, Kluge s. u. Gurke, DW 9, 1158, EWD s. u. Gurke, Duden s. u. Gurke, Bluhme s. u. Gurke; Son.: vgl. nndl. augurk, Sb., Gewürzgurke; nschw. gurka, Sb., Gurke; nnorw. agurk, M., Gurke; lit. agurkas, M., Gurke; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Polnischen und mittelbar dem Mittelgriechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches und von Menschen zuerst in Indien um 1500 v. Chr. als Gemüsepflanze oder Saftpflanze angebautes meist dicht an dem Boden entlang wachsendes Gewächs; BM.: unreif; F.: Gurke, Gurken+FW+EW; Z.: Gurk-e
Gurre, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Gurre, Pferd, Stute (abschätzig); ne. mare; Vw.: s. Biss-; Hw.: -; Q.: um 1200 (Iwein); E.: mhd. gurre, gorre, sw. F., schlechte Stute, schlechtes Pferd, Mähre, Klepper; mnd. gorre (1), gurre, F., Mähre, schlechtes Pferd, Stute; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Gurre, DW 9, 1161; GB.: seit um 1200 belegte und in der weiteren Herkunft unklare (abschätzige) Bezeichnung für ein weibliches Pferd; BM.: ?; F.: Gurre, Gurren, Gurrn+EW?; Z.: Gurr-e
gurren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. gurren, knurren; ne. coo (V.), curr; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1215-1230 (Freidanks Bescheidenheit); E.: mhd. gurren, sw. V., gurren; mnd. gerren, sw. V., gurren, knurren, grunzen; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. gürren, Kluge s. u. gurren, DW 9, 1165, EWD s. u. gurren, Duden s. u. gurren, Bluhme s. u. gurren; GB.: seit 1215-1230 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Geräusche wie eine Taube machen; BM.: lautmalend; F.: gurren, gurre, gurrst, gurrt, gurrest, gurret, gurrte, gurrtest, gurrten, gurrtet, gegurrt, ##gegurrt, gegurrte, gegurrtes, gegurrtem, gegurrten, gegurrter##, gurrend, ###gurrend, gurrende, gurrendes, gurrendem, gurrenden, gurrender###, gurr (!)+EW; Z.: gurr-en
Gurt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Gurt, Gürtel, Sattelgurt, Band (N.); ne. girth, girdle (N.); Vw.: -; Hw.: s. gürten; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. gurt, st. M., Gürtel; mnd. gorde, görde, gȫrde, gōrde, M., Gurt, Gürtel, Gurtriemen am Sattel; ahd. gurt*, st. M. (a), Gürtel; as. -; anfrk. -; germ. *gurda-, *gurdaz, st. M. (a), Gurt, Gürtel; s. idg. *gʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umzäunen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); s. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. gürten, DW 9, 1167, EWD s. u. gürten, EWAhd 4, 703, Falk/Torp 129, Duden s. u. Gurt; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und um den Körper eines höheren Tieres oder Menschen geschnalltes breites Band (N.) zu einem Halten und Tragen; BM: greifen bzw. umfassen; F.: Gurt, Gurtes, Gurts, Gurte, Gurten+EW; Z.: Gur-t
$Gürtel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gürtel; E.: s. Gurt, s. el; L.: DW 9, 1173, EWD s. u. gürten; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Gurt und el gebildete belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und um den Körper eines höheren Tieres oder Menschen geschnalltes breites Band zu einem Halten und Tragen; F.: Gürtel, Gürtels, Gürteln+EW; Z.: Gür-t-el
$Gürtelrose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Gürtelrose; E.: s. Gürtel, s. Rose; L.: DW 9, 1186, EWD s. u. gürten; GB.: seit 1861 beschriebene und aus Gürtel und Rose gebildete Bezeichnung für eine durch ein in dem Körper von einmal an Windpocken erkrankten Menschen schlummerndes Varizella-Zoster-Virus ausgelöste oft schmerzhafte und meist von selbst heilende Hauterkrankung die in ihrem Erscheinungsbild an dem Rumpf an einen Gürtel erinnert und eine Wundrose oder Phlegmone bewirkt; F.: Gürtelrose, Gürtelrosen+EW+FW; Z.: Gür-t-el—ros-e
gurten, nhd., sw. V.: nhd. gurten; Vw.: s. gürten
gürten, gurten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. gürten, begürten, umbinden, mit dem Gurt schlagen; ne. gird; Vw.: -; Hw.: s. Gurt; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. gürten, gurten, sw. V., gürten, umgürten; mnd. görden, gorden, sw. V., gürten, Gürtel um etwas ziehen, Kreis um etwas ziehen, schürzen, festbinden, Gürtel umlegen; mnl. gorden, V., gürten; ahd. gurten*, sw. V. (1a), gürten, rüsten, bekleiden, sich gürten, den Gurt anlegen, umgürten, mit Gurten stabilisieren; as. -; anfrk. gurden*, gurdon*, sw. V. (1), gürten; germ. *gurdjan, sw. V., gürten; idg. *gʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umzäunen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); s. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Falk/Torp 129, Seebold 225, Kluge 1. A. s. u. Gurt, Kluge s. u. gürten, DW 9, 1188, EWAhd 4, 703, Duden s. u. gürten, Bluhme s. u. Gurt; Son.: vgl. afries. *gerda, sw. V. (1), gürten; ae. gyrdan, sw. V. (1), gürten, umgeben (V.), versehen (V.); an. gyrða, sw. V. (1), gürten, klemmen, peitschen, prügeln; got. -; nndl. gorden, V., gürten; nschw. gjorda, V., gürten; nnorw. gjorde, V., gürten; GB.: seit um 830 belegte und aus Gurt und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung und Verwendung von Gurten mögliches mit einem Gurt oder einem festen Band (N.) umgeben (V.); BM.: greifen; F.: gürten, gürte, gürtest, gürtet, gürtete, gürtetest, gürteten, gürtetet, gegürtet, ##gegürtet, gegürtete, gegürtetes, gegürtetem, gegürteten, gegürteter##, gürtend, ###gürtend, gürtende, gürtendes, gürtendem, gürtenden, gürtender###, gürt (!), gurten, gurte, gurtest, gurtet, gurtete, gurtetest, gurteten, gurtetet, gegurtet, ##gegurtet, gegurtete, gegurtetes, gegurtetem, gegurteten, gegurteter##, gurtend, ###gurtend, gurtende, gurtendes, gurtendem, gurtenden, gurtender###, gurt (!)+EW; Z.: gür-t-en
$Gürtler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Gürtler, Gürtelmacher; Q.: 1298 (Urkunde); E.: s. Gürt(e)l, s. er; L.: DW 9, 1194, EWD s. u. gürten; GB.: seit 1298 belegte und aus Gürtel und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen durch Arbeitsteilung möglichen berufsmäßigen Hersteller von Gürteln; F.: Gürtler, Gürtlers, Gürtlern+EW; Z.: Gür-t-l-er
Guru, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Guru, religiöser Lehrer; ne. guru; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. hindi gurū; E.: s. hindi gurū, M., religiöser Lehrer; vgl. ai. gurú-, Adj., schwer, gewichtig; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Guru, fehlt DW, Duden s. u. Guru; Son.: vgl. nndl. goeroe, Sb., Guru; frz. gourou, M., Guru; nschw. guru, Sb., Guru; nnorw. guru, M., Guru; poln. guru, M., Guru; kymr. gwrw, M., Guru; nir. gurú, M., Guru; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Hindi aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen als Verkörperung eines göttlichen Wesens verehrten religiösen Lehrer eines Menschen in dem in dem zweiten Jahrtausend v. Chr. in Indien entstandenen Hinduismus; BM.: schwer; F.: Guru, Gurus+FW; Z.: Gur-u
Guss, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Guss, Gegossenes, Erguss; ne. casting (N.), founding (N.); Vw.: -; Hw.: s. gießen, Gosse; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. guz, st. M., Guss, Erguss, Triebkraft; mnd. gȫte (1), gāte, M., Guss, was gegossen wird, was ausgegossen wird, Gießen, Ausgussflüssigkeit; mnl. gote, F., Guss; ahd. guz, st. M. (i), Guss, Wasserschwall, Wasserguss, Metallguss; as. -; anfrk. -; germ. *guti-, *gutiz, st. M. (i), Guss; vgl. idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Gusz, Kluge s. u. Guss, EWD s. u. Guss, DW 9, 1209 (Gusz), EWAhd 4, 708, Seebold 229, Duden s. u. Guss; Son.: vgl. afries. gete, st. M. (i), Guss; ae. gyte, st. M. (i), Guss, Flut, Vergießung; an. -; got. -; GB.: (guz) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gegossenes oder Erguss; BM.: gießen; F.: Guss, Gusses, Güsse, Güssen+EW; Z.: Gu-ss
$Gusseisen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Gusseisen; E.: s. Guss, s. Eisen; L.: DW 9, 1220 (Guszeisen), EWD s. u. Guss; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Guss und Eisen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten gut gießbaren und spröden Eisenwerkstoff mit mehr als zwei Prozent Kohlenstoff; F.: Gusseisen, Gusseisens+EW+EW?; Z.: Gu-ss—eis-en
Gusto, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Gusto, Appetit, Verlangen, Geschmack, Neigung, Lust; ne. gusto; Vw.: -; Hw.: s. goutieren; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. it. gusto; E.: s. it. gusto, M., Geschmack, Gusto; vgl. lat. gūstāre, V., kosten (V.) (2), schmecken, zu sich nehmen; idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Gusto, DW 9, 1208, EWD s. u. goutieren, Duden s. u. Gusto; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Appetit oder Verlangen oder Geschmack; BM.: genießen bzw. schmecken?; F.: Gusto, Gustos+FW; Z.: Gus-t-o
gut, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gut, tauglich, nützlich, wertvoll; ne. good (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Goodwill; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. guot (1), Adj., tüchtig, brav, gut, vornehm, passlich, tauglich, wertvoll; mnd. gōt (1), gūt, Adj., gut; mnl. goet, Adj., gut; ahd. guot (1), Adj., gut, trefflich, brauchbar, verwendbar, nützlich, dienlich, geeignet; as. gōd (2), Adj., gut, freundlich, herrlich, nützlich; anfrk. guod (2), guot, Adj., gut, gütig, fromm; germ. *gōda-, *gōdaz, Adj., gut, passend; vgl. idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. gut, Kluge s. u. gut, DW 9, 1225, EWD s. u. gut, EWAhd 4, 694, Falk/Torp 124, Heidermanns 250, Duden s. u. gut, Bluhme s. u. gut; Son.: vgl. afries. gōd (2), Adj., gut, zuverlässig, frei, wertvoll; nfries. goe, Adj., gut; ae. gōd (2), Adj., gut, tüchtig, fähig, beträchtlich, groß, heilsam; an. gōðr, Adj., gut; got. gōþs, Adj. (a), gut, schön, tüchtig; nndl. goed, Adj., gut; nschw. god, Adj., gut; nnorw. god, Adj., gut; lit. guõdas, Sb., Ehre, Verehrung, Bewirtung; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für tauglich oder nützlich oder wertvoll; BM.: passen?; F.: gut, gute, gutes, gutem, guten, guter, besser, bessere(, besseres, besserem, besseren, besserer, beste, bestes, bestem, besten, bester)+EW; Son.: unregelmäßige Steigerung; Z.: gut
$Gut, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Gut; Vw.: s. Ritter-, Stein-, Strand-, Stück-, Transit-; E.: s. gut; L.: Kluge s. u. gut, DW 9, 1353, EWD s. u. gut; GB.: seit um 765 belegte und von gut gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Wert oder ein Vermögensstück; F.: Gut, Gutes, Guts, Güter, Gütern+EW; Z.: Gut
$…gut, nhd., N..: nhd. …gut; E.: s. gut; L.: Kluge s. u. gut; GB.: seit 8. Jh. belegte und von gut gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort gebrauchte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Wert oder ein Vermögensstück; F.: …gut, …guts, …gutes, …güter, …gütern+EW; Z.: -gut
$Gutachten, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Gutachten; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. gut, s. achten; L.: DW 9, 1370, EWD s. u. gut; GB.: seit Anfang 16. Jh. durch Zusammenrückung aus gut und achten gebildete Bezeichnung für eine Meinung oder eine Beurteilung durch ein anderen Menschen und möglichst einen Sachkenner; F.: Gutachten, Gutachtens+EW; Z.: Gut—ach-t-en
$Gutdünken, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Gutdünken; E.: s. gut, s. dünken; L.: DW 9, 1386, EWD s. u. gut; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. durch Zusammenrückung aus gut und dünken gebildete Bezeichnung für eine Meinung oder eine Beurteilung durch einen Menschen; F.: Gutdünken, Gutdünkens+EW; Z.: Gut—dünk-en
$Güte, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Güte, Wert; E.: s. gut, s. e; L.: DW 9, 1391, EWD s. u. gut; GB.: (guotī) seit 9. Jh. belegte und aus gut und e gebildete Bezeichnung für sachlich einen aus der Sicht des Menschen möglichen Wert; F.: Güte, Güten+EW; Z.: Güt-e
$Guthaben, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Guthaben; Q.: um 1800; E.: s. gut, s. haben; L.: DW 9, 1429, EWD s. u. gut; GB.: seit um 1800 belegte und aus gut und haben gebildete Bezeichnung für einen dem Berechtigten verfügbaren Wert auf einem Bankkonto; F.: Guthaben, Guthabens+EW; Z.: Gut—hab-en
$gutheißen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. gutheißen, befürworten, begrüßen; E.: s. gut, s. heißen; L.: DW 9, 1430, EWD s. u. gut; GB.: nach 1330 belegte und aus gut und heißen vielleicht nach lat. benedicere gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches befürworten oder begrüßen; F.: gutheißen, heiße gut, heißt gut, heißest gut, heißet gut, hieß gut, hießest gut, hießt gut, hießen gut, hießet gut, gutgeheißen, ##gutgeheißen, gutgeheißene, gutgeheißenes, gutgeheißenem, gutgeheißenen, gutgeheißener##, gutheißend, ###gutheißend, gutheißende, gutheißendes, gutheißendem, gutheißenden, gutheißender###, gutzuheißen, ####gutzuheißen, gutzuheißend, gutzuheißende, gutzuheißendes, gutzuheißendem, gutzuheißenden, gutzuheißender####, heiß (!) gut+EW; Z.: gut—hei-ß-en
$gütig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.?): nhd. gütig, freundlich, wohlwollend, sanft, mild; E.: s. gut, s. Güt(e), s. ig; L.: DW 9, 1439, EWD s. u. gut; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus gut oder Güt(e) und ig gebildete Bezeichnung für freundlich oder wohlwollend oder sanft oder mild; F.: gütig, gütige, gütiges, gütigem, gütigen, gütiger(, gütigere, gütigeres, gütigerem, gütigeren, gütigerer, gütigst, gütigste, gütigstes, gütigstem, gütigsten, gütigster)+EW; Z.: güt-ig
$gütigen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. gütigen, gütig machen, besänftigen, lindern; Vw.: s. be-; E.: s. gütig, s. en; L.: DW 9, 1447; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus gütig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gütig machen oder besänftigen oder lindern; F.: gütigen (!), gütige (!), gütigst, gütigt (!), gütigest (!), gütiget (!) gütigte, gütigtest, gütigten, gütigtet, gegütigt, ##gegütigt, gegütigte, gegütigtes, gegütigtem, gegütigten, gegütigter##, gütigend, ###gütigend, gütigende, gütigendes, gütigendem, gütigenden, gütigender###, gütig (!)+EW; Z.: güt-ig-en
$gütlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. gütlich, gut, herrlich, friedlich, ehrenvoll; E.: s. gut, s. Güt(e), s. lich; L.: Kluge s. u. gut, DW 9, 1457, EWD s. u. gut; GB.: (guotlīh*) seit nach 765 belegte und aus gut oder Güt(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gut oder herrlich oder friedlich oder ehrenvoll; F.: gütlich, gütliche, gütliches, gütlichem, gütlichen, gütlicher(, gütlichere, gütlicheres, gütlicherem, gütlicheren, gütlicherer, gütlichst, gütlichste, gütlichstes, gütlichstem, gütlichsten, gütlichster)+EW; Z.: güt-lich
$gutmütig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. gutmütig, guten Mutes seiend, freundlich, wohlwollend; E.: s. gut, s. Mut, s. ig; L.: DW 9, 1471, EWD s. u. gut; GB.: seit um 1300 belegte und aus gut und mütig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches guten Mutes seiend oder freundlich oder wohlwollend; F.: gutmütig, gutmütige, gutmütiges, gutmütigem, gutmütigen, gutmütiger(, gutmütigere, gutmütigeres, gutmütigerem, gutmütigeren, gutmütigerer, gutmütigst, gutmütigste, gutmütigstes, gutmütigstem, gutmütigsten, gutmütigster)+EW; Z.: gut—mü-t-ig
$Gutschein, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gutschein; E.: s. gut, s. Schein; L.: DW 9, 1473, EWD s. u. gut; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach frz. bon (und mittelbar lat. bonum?) aus gut und Schein gebildete Bezeichnung für eine schriftliche Bestätigung einer Leistung für eine noch offene Gegenleistung; F.: Gutschein, Gutscheins, Gutscheines, Gutscheine, Gutscheinen+EW; Z.: Gut—schei-n
$gutsituiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. gutsituiert, begütert, vermögend, wohlhabend; E.: s. gut, s. situiert; L.: Kluge s. u. Situation, fehlt DW); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gut und situiert gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Vermögen mögliches begütert oder vermögend oder wohlhabend; F.: gutsituiert, gutsituierte, gutsituiertes, gutsituiertem, gutsituierten, gutsituierter+EW+FW; Z.: gut—si-t-u-ier-t
guttural, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. guttural, die Kehle betreffend, kehlig; ne. guttural (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: vgl. lat. guttur, N., Gurgel, Kehle (F.) (1), (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *geut-, *gū̆t-, Sb., Sack, Tasche, Wanne, Pokorny 394; idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. guttural, EWD s. u. guttural, DW 9, 1484, Duden s. u. guttural; Son.: vgl. nndl. gutturaal, Adj., guttural; frz. guttural, Adj., guttural; nschw. guttural, Adj., guttural; nnorw. guttural, Adj., guttural; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus lat. guttur und al (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Kehlen mögliches die Kehle betreffend oder kehlig; BM.: biegen; F.: guttural, gutturale, gutturales, gutturalem, gutturalen, gutturaler(, gutturalere, gutturaleres, gutturalerem, gutturaleren, gutturalerer, gutturalst, gutturalste, gutturalstes, gutturalstem, gutturalsten, gutturalster)+EW; Z.: gu-t-t-ur-al
$gutwillig, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. gutwillig, wohlwollend, gewogen; E.: s. gut, s. willig; L.: DW 9, 1485, EWD s. u. gut; GB.: seit um 1000 belegte und wohl nach lat. benevolens gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches wohlwollend oder gewogen; F.: gutwillig, gutwillige, gutwilliges, gutwilligem, gutwilligen, gutwilliger(, gutwilligere, gutwilligeres, gutwilligerem, gutwilligeren, gutwilligerer, gutwilligst, gutwilligste, gutwilligstes, gutwilligstem, gutwilligsten, gutwilligster)+EW; Z.: gut—wil-l-ig
$gymnasial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gymnasial, Gymnasium betreffend; E.: s. Gymnasi(um), s. al (Suff.); L.: Kluge s. u. Gymnasium, DW 9, 1495, EWD s. u. Gymnasium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gymnasi(um) und al gebildete Bezeichnung für (ein) Gymnasium betreffend; F.: gymnasial, gymnasiale, gymnasiales, gymnasialem, gymnasialen, gymnasialer+FW+EW; Z.: gymn-as-i-al
Gymnasiast, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Gymnasiast, Oberschüler; ne. grammar-school pupil; Vw.: -; Hw.: s. Gymnasium, Gymnastik, gymnastisch; Q.: um 1700; I.: Lw. nlat. gymnasiasta; E.: s. nlat. gymnasiasta, M., Gymnasiast; vgl. gr. γυμνάσιον (gymnásion), N., Übung, Übungsplatz für Leibesübungen; vgl. gr. γυμνάζειν (gymnázein), V., nackt üben, kräftigen; gr. γυμνός (gymnós), Adj., nackt, unbekleidet, bloß, leicht bekleidet, unbewaffnet; idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, *nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Gymnasium, DW 9, 1496, EWD s. u. Gymnasium, Duden s. u. Gymnasiast; GB.: seit um 1700 belegte und aus Gymnasi(um) und a sowie st gebildete Bezeichnung für einen Schüler in einem Gymnasium oder in einer höheren Lehranstalt oder Schule; BM.: nackt; F.: Gymnasiast, Gymnasiasten+FW(+EW); Z.: Gymn-as-i-ast
Gymnasium, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Gymnasium, Oberschule; ne. gymnasium; Vw.: -; Hw.: s. Gymnasium, Gymnastik, gymnastisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. gr. γυμνάσιον (gymnásion); E.: s. gr. γυμνάσιον (gymnásion), N., Übung, Übungsplatz für Leibesübungen; vgl. gr. γυμνάζειν (gymnázein), V., nackt üben, kräftigen; gr. γυμνός (gymnós), Adj., nackt, unbekleidet, bloß, leicht bekleidet, unbewaffnet; idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, *nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Gymnasium, DW 9, 1496, EWD s. u. Gymnasium, Duden s. u. Gymnasium; Son.: vgl. nndl. gymansium, Sb., Gymnasium; frz. gymnase, M., Gymnasium; nschw. gymnasium, N., Gymnasium; nnorw. gymnas, N., Gymnasium; kymr. gymnasiwm, M., Gymnasium; nir. giomnáisiam, M., Gymnasium; lit. gimnazija, F., Gymnasium; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine höhere Lehranstalt oder Oberschule; BM.: nackt; F.: Gymnasium, Gymnasiums, Gymnasien+FW(+EW); Z.: Gymn-as-i-um
Gymnastik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gymnastik, Leibesübung; ne. gymnastics; Vw.: -; Hw.: s. Gymnasium, Gymnasiast, gymnastisch; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. gymnastica ars; E.: s. lat. gymnastica ars, F., Gymnastik; gr. γυμναστική τέχνη (gymnastikḗ téchnē), F., Gymnastik; vgl. gr. γυμναστικός (gymnastikós), Adj., zu Leibesübungen geneigt, der Leibesübungen kundig; vgl. gr. γυμνάζειν (gymnázein), V., nackt üben, kräftigen; gr. γυμνός (gymnós), Adj., nackt, unbekleidet, bloß, leicht bekleidet, unbewaffnet; idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, *nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Gymnastik, DW 9, 1496, EWD s. u. Gymnastik, Duden s. u. Gymnastik; Son.: vgl. nndl. gymnastiek, Sb., Gymnastik; frz. gymnastique, F., Gymnastik; nschw. gymnastik, Sb., Gymnastik; nnorw. gymnastikk, M., Gymnastik; poln. gymnastyka, F., Gymnastik; kymr. gymnasteg, F., Gymnastik; lit. gimnastika, F., Gymnastik; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Bewegungsübungen zu sportlichen Zwecken oder zu einer Heilung bestimmter Körperschäden (Leibesübung); BM.: nackt; F.: Gymnastik, Gymnastiken+FW(+EW); Z.: Gymn-ast-ik
gymnastisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. gymnastisch, Gymnastik betreffend, den menschlichen Körper übend; ne. gymnastic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Gymnastium, Gymnast, Gymnastik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. gymnasticus; E.: s. lat. gymnasticus, Adj., gymnastisch, zum Sport gehörig, Sport..., (um 250-184 v. Chr.); gr. γυμναστικός (gymnastikós), Adj., zu Leibesübungen geneigt, der Leibesübungen kundig; vgl. gr. γυμνός (gymnós), Adj., nackt, unbekleidet, bloß; vgl. idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, *nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Gymnastik, DW 9, 1496, EWD s. u. Gymnastik, Duden s. u. gymanstisch; Son.: vgl. nndl. gymanstiek, Adj., gymnastisch; frz. gymnastique, Adj., gymnastisch; nschw. gymnastisk, Adj., gymnastisch; nnorw. gymnastisk, Adj., gymnastisch; poln. gimnastyczny, Adj., gymnastisch; nir. gymnastaidd, Adj., gymnastisch; lit. gimnastikos, Adj., gymnastisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den menschlichen Körper übend; BM.: nackt; F.: gymnastisch, gymnastische, gymnastisches, gymnastischem, gymnastischen, gymnastischer+FW(+EW); Z.: gymn-ast-isch
...gyn, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...gyn; ne. ...gynous; Vw.: s. andro-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γυνή (gynḗ), F., Frau; idg. *gᵘ̯ē̆nā, *gᵘ̯enī-, F., Weib, Frau, Pokorny 473 (693/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, alb., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1073; Son.: vgl. nndl. ...gyn, Suff., ...gyn; nschw. ...gyn, Suff., ...gyn; nnorw. ...gyn, Suff., ...gyn; kymr. ...gynaidd, Suff., ...gyn; poln. ...giniczny, Suff., ...gyn; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe zu einer Bildung von Frauen betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: Frau; F.: ...gyn, ...gyne, ...gynes, ...gynem, ...gynen, ...gyner(, ...gynere, ...gyneres, ...gynerem, ...gyneren, ...gynerer)+FW(+EW); Z.: -gyn
gynäko..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. gynäko..., Frauen betreffend; ne. gynaeco...; Vw.: s. -logie; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γυνή (gynḗ), F., Frau; idg. *gᵘ̯ē̆nā, *gᵘ̯enī-, F., Weib, Frau, Pokorny 473 (693/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, alb., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1073; Son.: vgl. nndl. gynaeco…, Präf., gynäko…; frz. gynéco…, Präf., gynäko…; nschw. gyneko…, Präf., gynäko…; nnorw. gyneko…, Präf., gynäko…; poln. gineko…, Präf., gynäko…; kymr. …coleg, Präf., gynäko…; lit. gineko…, Präf., gynäko…; GB.: vielleicht 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort oder Vorsilbe verwendete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Frauen mögliches Frauen betreffend; BM.: gynäko…+FW; Z.: gyn-äk-o-
$Gynäkologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Gynäkologe, Frauenarzt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gynäkologie; F.: Gynäkologe, Gynäkologen+FW+EW; Z.: Gyn-äk-o-log-e
Gynäkologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Gynäkologie, Frauenheilkunde; ne. gynaecology; Vw.: -; Hw.: s. androgyn; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. γυνή (gynḗ), F., Frau; idg. *gᵘ̯ē̆nā, *gᵘ̯enī-, F., Weib, Frau, Pokorny 473 (693/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, alb., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Gynäkologie, fehlt DW, EWD s. u. Gynäkologie, Duden s. u. Gynäkologie; Son.: vgl. nndl. gynaecologie, Sb., Gynäkologie; frz. gynécologie, F., Gynäkologie; nschw. gynekologi, Sb., Gynäkologie; nnorw. gynekologie, M., Gynäkologie; poln. ginekologia, F., Gynäkologie; kymr. gynecoleg, F., Gynäkologie; lit. ginekologija, F., Gynäkologie; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die schon in dem Altertum bekannte medizinische Fachrichtung für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe oder Frauenheilkunde und davon abgeleitet für eine Frauenheilstation in einem Krankenhaus; BM.: Frau, sammeln; F.: Gynäkologie, Gynäkologien+FW(+EW); Z.: Gyn-äk-o-log-ie
$gynäkologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. gynäkologisch, frauenheilkundlich; E.: s. Gynäkolog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gynäkologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Gynäkolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Gynäkologie betreffend oder frauenheilkundlich; F.: gynäkologisch, gynäkologische, gynäkologisches, gynäkologischem, gynäkologischen, gynäkologischer+FW(+EW); Z.: gyn-äk-o-log-isch
Gyros, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Gyros, ein Fleischgericht; ne. gyros; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. γυρός (gyrós); E.: s. gr. γυρός (gyrós), Adj., rund, ausgebogen, krumm; idg. *geuros, *gouros, Sb., Gekräuseltes, (Haar) (N.), (Welle), Pokorny 397; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); W.: s. nhd. Gyros, N., Gyros, ein Fleichgericht; L.: fehlt DW, Duden s. u. Gyros; Son.: vgl. nndl. gyros, Sb., Gyros; frz. gyros, M., Gyros; nschw. gyros, Sb., Gyros; nnorw. gyros, M., Gyros; poln. gyros, M., Gyros; lit. gyros, M., Gyros; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgedeutete Bezeichnung für ein meist an senkrechten rotierenden Spießen geröstetes griechisches Fleischgericht (aus Schweinefleisch) und seine Zubereitungsart; BM.: rund; F.: Gyros+FW(+EW); Z.: Gy-r-os
h, H, nhd., N.: nhd. h, H; ne. h (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. h; E.: s. lat. h, H, Buchstabe, h; aus dem Semitischen, vgl. den phönizischen Buchstaben chet, ḥet, dessen Zeichen einen Zaun darstellen soll; abgeleitet von einer Hieroglyphe mit der Bedeutung Hofraum; L.: DW 10, 1, Duden s. u. H; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den achten Buchstaben (h) des lateinischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Zaunes entwickeltes Zeichen; F.: H, Hs+FW(+EW); Z.: H
Haar (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Haar (N.), Kopfhaar; ne. hair (N.); Vw.: s. Kroll-; Hw.: s. hären; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hār, st. N., Haar (N.); mnd. hār (1), N., Haar, Haare, Menschenhaar, Tierhaar, Haarwuchs, Wollfaden; mnl. haer, N., Haar; ahd. hār (1), st. N. (a) (iz) (az), Haar (N.), Haupthaar, Körperhaar, Borste, Mähne, Fell, Pelz; as. hār, st. N. (a?), Haar (N.); germ. *hēra-, *hēram, *hǣra-, *hǣram, st. N. (a), Haar (N.); s. idg. k̑ers- (1), k̑er-, Sb., V., Borste, starren, rauh sein (V.), Pokorny 583 (902/134) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haar 2, Kluge s. u. Haar 1, DW 10, 7, EWD s. u. Haar, Pokorny 583?, EWAhd 4, 826, Falk/Torp 75, Duden s. u. Haar, Bluhme s. u. Haar2; Son.: s. anfrk. hēra, hāra, sw. F. (n), härenes Gewand; vgl. afries. hēr (1), st. N. (a), Haar (N.); nnordfries. her; ae. hǣr, hār (2), hēr (2), st. N. (a), Haar (N.); an. hār (2), st. N. (a), Haar (N.); nndl. haar, Sb., Haar; nschw. hår, N., Haar (N.); nnorw. hår, N., Haar (N.); lit. šerỹs, M., Borste, Haar (N.), Tierhaar; lit. širỹs, Sb., Haar (N.); russ. шерсть (serst), F., Wolle; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein bei vielen Tieren und dem Menschen aus der Haut wachsendes feines fadenförmiges Gebilde aus Horn(substanz) (mit bei Menschen auf dem Schädel etwa 100000 und insgesamt rund 5 Millionen und bei einigen Schmetterlingen angeblich fast 10 Milliarden Haaren); BM.: Borste bzw. starren; F.: Haar, Haars, Haares, Haare, Haaren+EW; Z.: Haar
Haar (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Haar (M.), Flachs; ne. flax (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. har (1), st. M., Flachs, Flachsfeld; ahd. har, st. M. (a)?, Flachs, Leinen; ahd. haro (1), st. M. (wa), Flachs, Flachsfaden, Leinen (N.); s. germ. *hazwa, *hazwaz, Sb., Abgekämmtes, Flachs; vgl. idg. *kes-, V., kratzen, kämmen, Pokorny 585 (905/137) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. 1, Kluge s. u. Haar 2, DW 10, 6, EWAhd 4, 841, Duden s. u. Haar; Son.: vgl. afries. her, Sb., Flachs; ae. -; an. hǫrr, st. M. (wa), Flachs; got. -; nschw. hör, Sb., Flachs, Bogenstrang, Linnen; nnorw. (ält.) horr, M., Flachs; nisl. hör, M., Flachs; heth. kisai-, V., kämmen; lit. kasà, F., Haarflechte; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine einjährige blau oder weiß blühende Pflanze mit bastreichen Stängeln und ölhaltigen Samen beziehungsweise für die aus dieser Pflanze gewonnene Faser; BM.: kratzen bzw. kämmen; F.: Haar, Haars, Haares, Haare, Haaren+EW; Z.: Haar
$haaren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. haaren; E.: s. Haar, s. en; L.: Kluge s. u. Haar, DW 10, 26, EWD s. u. Haar; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Haar und en gebildete Bezeichnung für Haare abschaben oder Haare verlieren; F.: haaren (!), haare (!), haarst, haart, haarest, haaret, haarte, haartest, haarten, haartet, gehaart, ##gehaart, gehaarte, gehaartes, gehaartem, gehaarten, gehaarter##, haarend, ###haarend, haarende, haarendes, haarendem, haarenden, haarender###, haar (!)+EW; Z.: haar-en
$haarig, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.?): nhd. haarig, Haare betreffend; E.: s. Haar, s. ig; L.: Kluge s. u. Haar, DW 10, 30, EWD s. u. Haar; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Haar und ig gebildete Bezeichnung für Haar betreffend; F.: haarig, haarige, haariges, haarigem, haarigen, haariger(, haarigere, haarigeres, haarigerem, haarigeren, haarigerer, haarigst, haarigste, haarigstes, haarigstem, haarigsten, haarigster)+EW; Z.: haar-ig
$Haarkotelette, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Haarkotelette, Behaarung von Männern unmittelbar vor den Ohren; E.: s. Haar, s. Kotelette; L.: Kluge s. u. Kotelett, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Haar und Kotelette gebildete Bezeichnung für eine Kotelette des Kopfhaars des Menschen; F.: Haarkotelette, Haarkoteletten+FW+EW; Z.: Haar—kot-el-ett-e
$haarscharf, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. haarscharf, sehr scharf, sehr dicht, sehr genau; E.: s. Haar, s. scharf; L.: Kluge s. u. haarscharf, DW 10, 36, EWD s. u. Haar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Haar und scharf gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit beachtetes sehr scharf oder sehr dicht oder sehr genau; F.: haarscharf, haarscharfe, haarscharfes, haarscharfem, haarscharfen, haarscharfer+EW; Z.: haar—schar-f
$Haarspalterei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Haarspalterei, übertriebene Wortklauberei, Spitzfindigkeit nach der Art der Spaltung eines Haares; E.: s. Haar, s. Spalterei; L.: DW 10, 38, EWD s. u. Haar; GB.: seit 1868 belegte und aus Haar und Spalterei gebildete Bezeichnung für eine übertriebene Wortklauberei nach dem Vorbild der wegen Trockenheit schwierigen natürlichen Spaltung eines zwischen 0,05 und 0,12 Millimeter dicken Haares von Menschen; F.: Haarspalterei, Haarspaltereien+EW; Z.: Haar-s—pal-t-er-ei
$haarsträubend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. haarsträubend, entsetzlich, schrecklich, grauenhaft; E.: s. Haar, s. sträubend; L.: DW 10, 39, EWD s. u. sträuben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Haar und sträubend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Haaren mögliches entsetzlich oder schrecklich oder grauenhaft; F.: haarsträubend, haarsträubende, haarsträubendes, haarsträubendem, haarsträubenden, haarsträubender(, haarsträubendere, haarsträubenderes, haarsträubenderem, haarsträubenderen, haarsträubenderer, haarsträubendst, haarsträubendste, haarsträubendstes, haarsträubendstem, haarsträubendsten, haarsträubendster)+EW; Z.: haar—sträu-b-en-d
Habe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Habe, Haben (N.), Halt, Anhalt, Festigkeit, Griff, Gut, Vermögen, Besitz; ne. possession, good (N.); Vw.: -; Hw.: s. haben; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. habe (2), have, hafe*, st. F., Habe, Besitz, Bestätigung, Gut, Eigentum, Lohn, Vermögen, Geld, Gewinn, Geschenk; mhd. hebe (2), st. F., Habe, Vermögen, Befinden; mnd. hāve (1), F., Habe, Fahrhabe, Eigentum, Gut, Besitz; mnd. habbe, F., Habe, Geld; mnl. have, F., Habe; ahd. haba (1), st. F. (ō), Haben, Habe, Eigenschaft, Zustand; as. *hava?, st. F. (ō), Habe, Henkel; anfrk. -; germ. *habēni-, *habēniz, st. F. (i), Habe, Besitz; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Habe, Kluge s. u. haben, DW 10, 42, EWD s. u. haben, EWAhd 4, 709, Duden s. u. Habel/Gröbel; Son.: vgl. afries. have, heve, st. F. (i), Habe, Vermögen; nfries. have; ae. hæfen (1), st. F. (ō), Habe, Eigentum, Gut; an. hǫfn (2), st. F. (i), durch Verjährung erworbenes Recht ein Feld als Weide zu benutzen, Gut; got. -; ai. kapā́la-, N., Hirnschale, Schädel; gr. κάπη (kápē), F., Krippe, Happen, Bissen; lat. capis, F., Henkelschale; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Besitz oder ein Haben (N.); BM.: fassen; F.: Habe, Haben+EW; Z.: Hab-e
haben, nhd., V., (8. Jh.): nhd. haben, besitzen, halten, fassen; ne. have; Vw.: -; Hw.: s. Habseligkeit; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. haben, hān, sw. V., halten, festhalten, behaupten, betragen, haben; mnd. hāven (1), sw. V., haben, halten, beginnen; mnd. habben, haben, sw. V., halten, haben, besitzen, innehaben, behalten (V.), erhalten (V.), bekommen, handhaben; mnd. hebben, sw. V., haben, halten; mnl. hebben, sw. V., haben; ahd. haben*, sw. V. (1b), haben, halten, hüten, ergreifen, besitzen, innehalten, enthalten (V.); ahd. habōn*, sw. V. (2), haben, innehaben; ahd. habēn, sw. V. (3), haben, halten, halten für, hüten, beschützen, ergreifen, besitzen; as. hėbbian (2), sw. V. (3), haben, halten; anfrk. heben*, hebon, sw. V. (1), haben, halten; germ. *habēn, *habǣn, sw. V., haben, halten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. haben, Kluge s. u. haben, DW 10, 45, EWD s. u. haben, EWAhd 4, 713, Duden s. u. haben, Bluhme s. u. haben; Son.: unreg. V.; vgl. afries. habba, hebba (1), sw. V. (1), haben; saterl. hebba, hebben, V., haben; ae. habban, sw. V. (3), haben, halten, unterhalten (V.), schützen, erachten; an. hafa, sw. V. (3), haben, anwenden, ergreifen, treffen; got. haban, sw. V. (3), haben, besitzen, inne haben, meinen, halten, werden, sich befinden, können; nndl. hebben, V., haben; nschw. hava, V., haben; nnorw. ha, V., haben; lat. habēre, V., haben; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches besitzen oder halten oder fassen; BM.: fassen bzw. halten; F.: haben, habe (!), hast (!), hat, habt, habest, habet, hatte, hattest, hatten, hattet, hätte, hättest, hätten, hättet, gehabt, ##gehabt, gehabte, gehabtes, gehabtem, gehabten, gehabter##, habend, ###habend, habende, habendes, habendem, habenden, habender###, hab (!)+EW; Z.: hab-en
$Haben, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Haben, Besitzen, Halten, Fassen; Vw.: s. Gut-; E.: s. haben; L.: Kluge s. u. haben, DW 10, 77; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus haben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches Besitzen oder Halten oder Fassen; F.: Haben, Habens+EW; Z.: Hab-en
Haber (1), nhd., M.: nhd. Haber; Vw.: s. Hafer; L.: Kluge s. u. Gerstenkorn; F.: Haber, Habers, Habern+EW; Z.: Haber
$Haber (2), nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Haber, Habender; Vw.: s. Lieb-, Macht-, Teil-; E.: s. hab(en), s. er (Suff.); L.: DW 10, 77; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus hab(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich einen seit Entstehung des Menschen möglichen Habenden oder Besitzenden oder Haltenden oder Fassenden; F.: Haber, Habers, Habern+EW; Z.: Hab-er
Haberfeldtreiben, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Haberfeldtreiben, ein Rügegericht; ne. a special simple rural court (N.); Vw.: -; Hw.: s. Habergeiß; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft nicht geklärt, wohl von Haber-Fell, N., Bocksfell; Einzelheiten ungeklärt, vgl. ae. hæfer, st. M. (a?), Ziegenbock; an. hafr, st. M. (a), Bock; germ. *habrō-, *habrōn, *habra-, *habran, sw. M. (n), Hafer; s. idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. ind., gr., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. u. nhd. Feld, treiben; L.: Kluge s. u. Haberfeldtreiben, DW 10, 81, Duden s. u. Haberfeldtreiben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Haberfeld und treiben gebildete sowie in der Herkunft nicht geklärte Bezeichnung für ein besonders bei sexuellen Ausschreitungen abgehaltenes volkstümliches und nächtliches Rügegericht in Bayern und Tirol seit dieser Zeit; BM.: Bock?; F.: Haberfeldtreiben, Haberfeldtreibens+EW; Z.: Haber—fel-d—trei-b-en
Habergeiß, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Habergeiß, Sumpfschnecke, Heerschnepfe, Nachteule; ne. common snipe; Vw.: -; Hw.: s. Haberfeldtreiben, Hippe (2); Q.: 15. Jh.; E.: wohl von einem alten Wort für Ziegenbock; vgl. ae. hæfer, st. M. (a?), Ziegenbock; an. hafr, st. M. (a), Bock; germ. *habrō-, *habrōn, *habra-, *habran, sw. M. (n), Hafer; s. idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. ind., gr., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. nhd. Geiß; L.: Kluge 1. A. s. u. Habergeiß, Kluge s. u. Habergeiß, DW 10, 82 (Habergeisz), Duden s. u. Habergeiß; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Haber (Ziegenbock?) und Geiß gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche Brauchtumsgestalt; BM.: Bock?; F.: Habergeiß, Habergeißen+EW; Z.: Haber—geiß
$Habgier, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Habgier, Gier nach Habe, Habsucht; E.: s. hab(en), s. Gier; L.: Kluge s. u. Gier, DW 10, 89, EWD s. u. Gier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hab(en) und Gier gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches gieriges Habenwollen oder eine Gier nach Habe; F.: Habgier+EW; Z.: Hab—gier
$habgierig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. habgierig, gierig habenwollend; E.: s. Habgier, s. ig; L.: Kluge s. u. Gier, DW 10, 89, EWD s. u. Gier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Habgier und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches gierig habenwollend; F.: habgierig, habgierige, habgieriges, habgierigem, habgierigen, habgieriger(, habgierigere, habgierigeres, habgierigerem, habgierigeren, habgierigerer, habgierigst, habgierigste, habgierigstes, habgierigstem, habgierigsten, habgierigster)+EW; Z.: hab—gier-ig
$habhaft, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. habhaft, fassbar, greifbar, gefasst, ergriffen; E.: s. hab(en), s. haft; L.: Kluge s. u. habhaft, DW 10, 89, EWD s. u. haben; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus hab(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fassbar oder greifbar oder gefasst oder ergriffen; F.: habhaft+EW; Z.: hab—haf-t
Habicht, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Habicht, ein Raubvogel; ne. hawk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh.; E.: mhd. habech, habeh, habich, st. M., Habicht; mhd. habeche, sw. M., Habicht; mnd. hāvek, hāvik, M., Habicht; mnl. hauk, M., Habicht; ahd. habuh, st. M. (a), Habicht; as. havuk*, st. M. (a), Habicht; anfrk. havik*, st. M. (a), Habicht; germ. *habuka-, *habukaz, st. M. (a), Habicht; vgl. idg. *kap-, kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Habicht, Kluge s. u. Habicht, DW 10, 91, EWD s. u. Habicht, EWAhd 4, 722, Falk/Torp 73, Duden s. u. Habicht, Bluhme s. u. Habicht; Son.: vgl. afries. havek, hauk, st. M. (a), Habicht; nnordfries. hafk, häfk, M., Habicht; ae. hafoc, heafoc, st. M. (a), Habicht; an. haukr, st. M. (a), Habicht; got. -; nndl. havik, Sb., Habicht; nschw. hök, Sb., Habicht; nnorw. hauk, M., Habicht; poln. kobiec, Sb., Bienenfalke; russ. kóbec, Sb., Bienenfalke, Wespenfalke; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. (mit in der Neuzeit angefügtem t) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren Greifvogel mit braunem Gefieder und langen und kräftigen Krallen sowie mit kurzen und meist runden Flügeln; F.: Habicht, Habichts, Habichte, Habichten+EW; Z.: Hab-ich-t
Habilitation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Habilitation, höchstrangige Hochschulprüfung, Erwerb der Lehrbefähigung an Universitäten; ne. habilitation; Vw.: -; Hw.: s. habilitieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. habilitātio; E.: s. mlat. habilitātio, F., Fähigkeit, Sich-wieder-als-fähig-Erweisen, Sich-wieder-als-würdig-Erweisen, Rehabilitation; vgl. mlat. habilitāre, V., fähig machen, geeignet machen, vorbereiten, (1. Hälfte 13. Jh.); vgl. lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, leicht zu handhabend, leicht zu führend; lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. habilitieren, fehlt DW, EWD s. u. habilitieren, Duden s. u. habilitieren; Son.: vgl. nndl. habilitatie, Sb., Habilitation; frz. habilitation, F., Habilitation; nschw. habilitering, Sb., Habilitation; nnorw. habilitasjon, M., Habilitation; poln. habilitacja, F., Habilitation; lit. habilitacija, F., Habilitation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für das Verfahren zu einem Erwerb der Lehrbefugnis an Hochschulen und Universitäten durch Anfertigung einer größeren schriftlichen Arbeit oder mehrerer kleiner Schriften; BM.: fassen; F.: Habilitation, Habilitationen+FW(+EW); Z.: Hab-il-it-at-io-n
habilitieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. habilitieren, Lehrberechtigung erwerben; ne. habilitate; Vw.: -; Hw.: s. Habilitation; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. mlat. habilitāre; E.: s. mnd. habilitēren, sw. V., habilitieren, fähig machen, befähigen; mlat. habilitāre, V., fähig machen, geeignet machen, vorbereiten, (1. Hälfte 13. Jh.); vgl. lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, leicht zu handhabend, leicht zu führend, (204-169 v. Chr.); lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. habilitieren, fehlt DW, EWD s. u. habilitieren, Duden s. u. habilitieren; Son.: vgl. nndl. habiliteren, V., habilitieren; frz. habiliter, V., habilitieren; nschw. habil, V., habilitieren; nnorw. habilitere, V., habilitieren; poln. habilitować, V., habilitieren; lit. habilituoti, V., habilitieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine Lehrberechtigung an einer Hochschule oder einer Universität erwerben; BM.: fassen; F.: habilitieren, habilitiere, habilitierst, habilitiert, habilitierest, habilitieret, habilitierte, habilitiertest, habilitierten, habilitiertet, ##habilitiert, habilitierte, habilitiertes, habilitiertem, habilitierten, habilitierter##, habilitierend, ###habilitierend, habilitierende, habilitierendes, habilitierendem, habilitierenden, habilitierender###, habilitier (!)+FW(+EW); Z.: hab-il-it-ier-en
Habit, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Habit, Kleidung, Anzug; ne. habit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Habitus; Q.: um 1250 (Die neuentdeckte Regel des Heilig-Geist-Spitals zu Eichstätt); E.: mhd. habīt, habīte, habit, habet, hawit, st. N., Habit, Kleid, Ordensgewand, Gewohnheit, Besitz; mhd. abīt, st. M., Habit, Ordenskleid, Geisteshaltung; mnd. habīt, habyed, M., N., Habit, Tracht, Kleidung, Ordenskleidung, Mönchskleidung, Nonnenkleidung; lat. habitus, M., Erscheinung, Aussehen, Kleidung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. habēre, V., haben, halten, besitzen, festhalten, tragen, heben; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Habit, DW 10, 94, EWD s. u. Habitus, Duden s. u. Habit; Son.: vgl. nndl. habijt, Sb., Habit; nnorw. habitt, M., Habit; lit. abitas, M., Habit; GB.: seit um 1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Amtstracht oder Ordenskleidung; BM.: fassen; F.: Habit, Habits, Habite, Habiten+FW; Z.: Hab-it
Habitus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Habitus, Verhalten, Erscheinungsbild; ne. habit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Habit; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. habitus; E.: s. mhd. habīt, st. N., Habit, Kleid; mhd. abīt, st. M., Habit, Ordenskleid, Geisteshaltung; lat. habitus, M., Erscheinung, Aussehen, Kleidung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. habēre, V., haben, halten, besitzen, festhalten, tragen, heben; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Habitus, fehlt DW, EWD s. u. Habitus, Duden s. u. Habitus; Son.: vgl. nndl. habitus, Sb., Habitus; frz. habitude, F., Gewohnheit; nschw. habitus, Sb., Habitus; nnorw. habitus, M., Habitus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Verhalten und das gesamte Erscheinungsbild (eines Menschen); BM.: fassen; F.: Habitus+FW; Z.: Hab-it-us
$habselig, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.?): nhd. habselig, mit Habe gesegnet, an Habe reich; E.: s. Hab(e), s. selig; L.: Kluge s. u. Habseligkeiten, DW 10, 96 (Frisch); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Hab(e) und selig gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit Habe gesegnet; F.: habselig, habselige, habseliges, habseligem, habseligen, habseliger+EW; Z.: hab—sel-ig
Habseligkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Habseligkeit, Habe, Vermögensteil, Gut; ne. possession, belonging (N.); Vw.: -; Hw.: s. haben; Q.: 17. Jh.; E.: s. haben, …sal; L.: Kluge s. u. Habseligkeiten, EWD s. u. haben, DW 10, 96, Duden s. u. Habseligkeit; Son.: meist in dem Plural verwendet; GB.: seit 17. Jh. belegte leicht abwertende Bezeichnung für Habe oder ein persönliches Vermögensteil oder Gut; BM.: fassen; F.: Habseligkeit, Habseligkeiten+EW; Z.: Hab—sel-ig-kei-t
$Habsucht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Habsucht, Habgier; E.: s. hab(en), s. Sucht; L.: Kluge s. u. haben, DW 10, 96, EWD s. u. haben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hab(en) und Sucht gebildete Bezeichnung für ein krankhaftes Verlangen (Sucht oder Gier) nach haben; F.: Habsucht+EW; Z.: Hab—such-t
$Hach, Hache, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Hach, Bursche, Kerl; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Hach, DW 10, 96; GB.: seit 1462-1465 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Burschen oder Kerl; F.: Hach, Hachs, Haches, Hache, Hachen+EW; Z.: Hach
Háček, nhd., N.: nhd. Háček; Vw.: s. Hatschek
Haché, nhd., N.: nhd. Haché; Vw.: s. Haschee
Hachel, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Hachel, Granne, Bart der Ähre; ne. awn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. hachel, hechel, hachele, hechele, st. F., Hechel, Flachshechel; mnd. hēkel, hēckel, hēkele, F., Hechel, Flachshechel; vgl. mhd. hachelen*, hacheln, sw. V., hecheln, beischlafen; vgl. mhd. hache, sw. M., Bursche, Kerl; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Hachel, DW 10, 98, Duden s. u. Hachel; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und mit Hach und Hache verbindbare sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die borstenartige Spitze oder Granne an den Spelzen von Gräsern und Getreide; BM.: ?; F.: Hachel, Hacheln+EW; Z.: Hach-el
Hachse, Haxe, Hechse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hachse, Haxe, Hechse, Bein (Unterschenkel und Fuß); ne. hock (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hacke (1); Q.: 3. Viertel 9. Jh.; E.: s. mhd. hahse, hehse, hasse, sw. F., Hachse, Kniebug des Hinterbeines, Hinterhand; mnd. hesse (1), heysse, F.?, Hesse (F.), Hachse, Unterschenkel, Kniebug an den Hinterfüßen von Menschen und Tieren, Ferse?; mnl. haessene, Sb., Hachse; ahd. hāhsina*, hāhsna*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Hechse, Hachse, Hängesehne, Fußsehne; s. as. -; anfrk. -; germ. *hahsō, st. F. (ō), Hechse, Ferse; idg. *kok̑sā, F., Hachse, Hechse, Hüfte, Achsel, Pokorny 611? (953/185) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hechse, Kluge s. u. Hachse, DW 10, 738 (Hechse), EWD s. u. Hachse, EWAhd 4, 749, Falk/Torp 67, Duden s. u. Hachse, Bluhme s. u. Haxe; Son.: vgl. afries. hōxene, hōxne, st. F. (ō), Kniekehle; nnordfries. hagsen, hogsen; ae. hōhsinu, F., Fersensehne; an. hāsin, F., Hechse, Hachse, Kniekehle; got. -; nschw. has, Sb., Kniekehle; nnorw. (dial.) hase, Sb., Hachse, Kniekehle?; ai. kákṣa-, M., Achselhöhle; av. kaša-, M., Achsel; mpers. keš, Sb., Achselhöhle; lat. coxa, F., Hüfte; akelt. PN -koξos, Sb., Fuß (Argentokoxos, PN, „Weißfuß“); gall. PN -coxsi, Sb., Hüfte; air. coss, F., Fuß; lit. kenkle, Sb., Kniekehle; lit. kìnka, Sb., Kniekehle, Hachse; toch. B kakse-, Sb., ein Körperteil; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Unterschenkel und Fuß des Menschen und verschiedener Tiere; BM.: ?; F.: Hachse, Hachsen, Haxe, Haxen, Hechse, Hechsen+EW; Z.: Hachs-e
$Hackbrett, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Hackbrett; E.: s. hack(en), s. Brett; L.: Kluge s. u. Hackbrett, DW 10, 99 (Hackbret), EWD s. u. hacken; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte Bezeichnung für ein vielleicht in Arabien seit dem 3. Jt. v. Chr. und wohl in Persien seit dem frühen Mittelalter als Santur bekanntes seit etwa 1430 abgebildetes Musikinstrument und auch schon etwas früher mhd. für ein Brett zu dem Hacken; F.: Hackbrett, Hackbretts, Hackbrettes, Hackbretter, Hackbrettern+EW; Z.: Hack—bre-t-t
Hacke (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hacke (F.) (1), Ferse, Absatz; ne. heel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hachse; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hacke, sw. M., Hacke (F.) (1), Ferse; mnd. hacke* (2), hakke, M., Hacken (M.), Ferse des Fußes; mnl. hacke, M., Hacke (F.) (1), Ferse; vgl. germ. *hahsō, st. F. (ō), Hechse, Ferse; idg. *kok̑sā, F., Hachse, Hechse, Hüfte, Achsel, Pokorny 611? (953/185) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hacke, Kluge s. u. Hacke 1, DW 10, 99, EWD s. u. Hacke 1, EWAhd 4, 753, Duden s. u. Hacke, Bluhme s. u. Hacke; Son.: vgl. nndl. hak, Sb., Ferse; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteren und gewölbten Teil des Fußes; BM.: ?; F.: Hacke, Hacken+EW; Z.: Hack-e
Hacke (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hacke (F.) (2), ein Hackgerät; ne. hoe (N.); Vw.: -; Hw.: s. hacken; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hacke (1), sw. F., Axt, Hacke (F.) (2); mnd. hacke* (1), hakke, F., Hacke (F.) (2); ahd. hakka*, hacka*, sw. F. (n), Hacke (F.) (2), Haken (M.); as. -; anfrk. -; germ. *hakkōn, sw. V., hacken; vgl. idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge s. u. Hacke 2, DW 10, 99, EWD s. u. hacken, EWAhd 4, 753, Falk/Torp 67; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Hacken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; BM.: Pflock bzw. spitz?; F.: Hacke, Hacken+EW; Z.: Hack-e
hacken, nhd., V., (13. Jh.?): nhd. hacken, erschlagen (V.), schlachten, schlagen, stoßen, treffen, auseinandertrennen; ne. hack (V.), hoe (V.), chop (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hickhack; E.: mhd. hacken (1), sw. V., hacken, hauen, behacken, jäten; mnd. hacken (1), hakken, sw. V., hacken, hauen, schlagen, zerkleinern, Hände zusammenschlagen; mnl. hacken, sw. V., hacken; germ. *hakkōn, sw. V., hacken; vgl. idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge 1. A. s. u. hacken, Kluge s. u. hacken, EWD s. u. hacken, DW 10, 103, Duden s. u. hacken, Bluhme s. u. hacken; Son.: vgl. afries. hakkia, sw. V. (2), hacken, zerhacken; ae. hæccan, sw. V. (2?), hacken; ae. haccian, sw. V. (2), hacken; an. -; got. -; nndl. hakken, V., hacken; nschw. hacka, V., hacken; nnorw. hakke, hacke, V., hacken; GB.: vielleicht seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von dem Menschen entwickeltes und verwendetes etwas mit einem dafür geeignetem Gerät auseinandertrennen; BM.: Pflock?; F.: hacken (!), hacke (!), hackst, hackt, hackest, hacket, hackte, hacktest, hackten, hacktet, gehackt, ##gehackt, gehackte, gehacktes, gehacktem, gehackten, gehackter##, hackend, ###hackend, hackende, hackendes, hackendem, hackenden, hackender###, hack (!)+EW; Z.: hack-en
$Hackepeter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hackepeter; E.: s. hacke(n), s. Peter(silie)?; L.: Kluge s. u. Hackepeter, fehlt DW; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus hacke(n) und Peter(silie) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Hackfleisch mit Petersilie; F.: Hackepeter, Hackepeters, Hackepetern+EW(+FW); Z.: Hack-e—pet-er
$Häcksel, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Häcksel, klein gehacktes Stroh; E.: s. hack(en), s. s, s. el; L.: Kluge s. u. Häcksel, DW 10, 108; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hack(en) und s sowie el gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes klein gehacktes Stroh; F.: Häcksel, Häcksels, Häckseln+EW; Z.: Häck-s-el
Hader (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Hader (M.) (1), Streit, Zwist; ne. discord; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. hader (1), st. M., Hader (M.) (1), Streit, Liebesspiel; mnd. hāder, hadder, M., Hader, Zank, Streit, Streitsache, Fehde; vgl. germ. *haþu-, *haþuz, *hadu-, *haduz, st. M. (u), Kampf; idg. *k̑at-, V., kämpfen, Pokorny 534 (818/50) (RB. idg. aus ind., arm.?, phryg./dak.?, kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hader 1, Kluge s. u. Hader 1, DW 10, 109, EWD s. u. Hader, EWD s. u., Falk/Torp 69, Duden s. u. Hader, Bluhme s. u. Hader 1; Son.: vgl. ? ai. satru-, M., Feind; ? gr. κότος (kótos), M., Groll, Hass; gall. catu-, Sb., Kampf; kymr. cad, F., Kampf; mir. cath, Sb., Kampf; ksl. kotora, F., Streit, Zwist; GB.: seit 14. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Streit oder Zank oder Zwist; BM.: kämpfen; F.: Hader, Haders+EW; Z.: Had-er
Hader (2), nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Hader (M.) (2), Stofffetzen; ne. rags (Pl.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. hader, st. M., sw. M., Lumpen, Lappen, Streit, Zank; ahd. hadara, sw. F. (n), Hader (M.) (2), Lumpen, Lappen, Tuch, grobes Wolltuch, Fetzen (M.), Zeug aus Tierhaar; as. -; anfrk. -; germ. *haþrō, st. F. (ō), Lumpen, Hadern; L.: Kluge 1. A. s. u. Hader 2, Kluge s. u. Hader 2, DW 10, 109, EWD s. u. Hader 2, EWAhd 4, 725, Duden s. u. Hader, Bluhme s. u. Hader 2; Son.: s. as. hathilīn, st. N. (a), Hadern (M.), Lumpen (M.); ai. kanthā, F., Lumpen, geflicktes Gewand; lat. cento, M., Flickwerk, Lumpen (M.), Lumpenwerk, Lumpenrock; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher von Menschen entwickelten und als Lumpen verwendeten Stofffetzen; BM.: ?; F.: Hader, Haders, Hadern+FW; Z.: Hader
$Haderlump, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Haderlump; E.: s. Hader, s. Lump; L.: Kluge s. u. Haderlump; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Hader und Lump gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher von Menschen entwickelten Fetzen oder Lumpen aus Hadern und einen damit bekleideten Menschen (oder Lumpen); F.: Haderlump, Haderlumps, Haderlumpen+EW; Z.: Hader—lum-p
$hadern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. hadern, streiten, zanken; E.: s. Hader, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hader 1, DW 10, 117, EWD s. u. Hader; GB.: seit 1350 bis 1365 belegte und aus Hader und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches streiten oder zanken; F.: hadern (!), hadere, hader (!), haderst, hadert, haderte, hadertest, haderten, hadertet, gehadert, ##gehadert, gehaderte, gehadertes, gehadertem, gehaderten, gehaderter##, hadernd, ###hadernd, haderndes, haderndem, hadernden, hadernder###, hader (!)+EW; Z.: had-er-n
Hades, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hades, Unterwelt, Totenreich; ne. Hades; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. Ἀΐδης (Haídēs); E.: s. gr. Ἀΐδης (Haídēs), Αίδης (Aídēs), M.=PN, M., Hades, Unterwelt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hades, fehlt DW (aber Hadesbürger DW 10, 120), Duden s. u. Hades; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Mythologie des Altertums nach der Vorstellung von Menschen mögliche Unterwelt oder das Totenreich; BM.: PN bzw. sehen; F.: Hades+FW; Z.: Ha-d-es
Hafen (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hafen (M.) (1), ein Gefäß, Geschirr, Topf; ne. pot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hafner; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. haven, st. M., Hafen (M.) (2), Topf; ahd. hafan, havan*, st. M. (a?, i?), Hafen (M.) (2), Gefäß, Topf, Kessel, Kochtopf; as. havan*, st. M. (a?, i?), Hafen (M.) (2), Topf; anfrk. -; germ. *habanō, st. F. (ō), Hafen (M.) (2)?; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hafen 1, Kluge s. u. Hafen 1, DW 10, 120, EWD s. u. Hafen, EWAhd 4, 726, Falk/Torp 72, Duden s. u. Hafen, Bluhme s. u. Hafen; Son.: vgl. afries. -; ae. hæfen (2), st. F. (ō), Hafen (M.) (2); an. hǫfn (1), st. F. (ō), Hafen (M.) (2); got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Gefäß oder Geschirr aus Ton (M.); BM.: fassen; F.: Hafen, Hafens, Häfen+EW; Z.: Haf-en
Hafen (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hafen (M.) (2), Schiffshafen, sicherer Schiffsanlegeplatz; ne. harbour (N.), haven; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1276 (Das hohe Lied des Brun von Schönbeck); E.: s. mhd. habene, haben, haven, st. F., Hafen (M.) (2); mnd. hāvene, F., M., Hafen (M.) (1), Hansehafen (M.) (1); mnl. haven, M., Hafen (M.) (2); an. hǫfn, st. F. (ō), Hafen (M.) (2); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit nhd. Haft; L.: Kluge 1. A. s. u. Hafen 2, Kluge s. u. Hafen 2, DW 10, 120, EWD s. u. Hafen, EWAhd 4, 726, Duden s. u. Hafen, Bluhme s. u. Hafen; Son.: vgl. nndl. haven, Sb., Hafen (M.) (2); nschw. hamn, Sb., Hafen (M.) (2); nnorw. havn, M., F., Hafen (M.) (2); air. cúan, Sb., Seehafen; GB.: seit 1275-1276 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Haft verbindbare Bezeichnung für einen Schiffshafen oder sicheren Schiffsanlegeplatz; BM.: ?; F.: Hafen, Hafens, Häfen+EW; Z.: Haf-en
Hafer, Haber, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hafer, ein Getreide; ne. oat, haver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. habere, haber, sw. M., st. M., Hafer; mnd. hāver, hāvere, M., Hafer, Hafer als Getreidepflanze; mnl. haver, M., Hafer; ahd. habaro, sw. M. (n), Hafer, Traube, Trespe; as. havoro*, sw. M. (n), Hafer; anfrk. -; germ. *habrō-, *habrōn, *habra-, *habran, sw. M. (n), Hafer; s. idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haber, Kluge s. u. Hafer, DW 10, 78, DW 10, 126, EWD s. u. Hafer, EWAhd 4, 710, Falk/Torp 73, Duden s. u. Hafer, Bluhme s. u. Hafer; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hafri, sw. M. (n), Hafer; got. -; nndl. haver, Sb., Hafer; nschw. havre, Sb., Hafer; nnorw. havre, M., Hafer; air. corca, Sb., Hafer; kymr. ceirch, F., Hafer; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische und mit anderer Bedeutung für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich nördlich des Schwarzen Meeres vielleicht seit um 5000 v.Chr. von Menschen angebaute und verwendete Getreideart mit locker ausgebreiteten oder nach der Seite ausgerichteten Rispen; BM.: Bock?; F.: Hafer, Hafers+EW; Z.: Hafer
Haff, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Haff, Küstenbucht hinter der Nehrung; ne. lagoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. haf (1), haff, hav, N., Haff, Meer, See (F.), Bucht, Strand, Wattenmeer, Watt (N.) (1); an. haf, st. N. (a), Wattenmeer, Meer; germ. *haba- (1), *habam, st. N. (a), Meer; s. idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haff, Kluge s. u. Haff, DW 10, 126, EWD s. u. Haff, Duden s. u. Haff; Son.: vgl. afries. hef, st. N. (a), Haff, Meer; nnord. haf, haft, heef; ae. hæf (1), st. N. (a), Haff, Meer; nndl. haf, Sb., Haff; GB.: seit 13. Jh. (mnd. haf) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch eine Nehrung oder durch Inseln von dem offenen Meer abgetrenntes Gewässer an einer Flachküste; BM.: fassen; F.: Haff, Haffes, Haffs, Haffe, Haffen+EW; Z.: Haff
Haflinger, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Haflinger, ein etwas kleineres Lastenpferd; ne. Haflinger; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: von dem ON Hafling; wohl von ahd. hof, st. M. (a), Hof, Vorhof, Vorplatz, Besitz, ländliches Anwesen, Bauernhof; germ. *hufa-, *hufaz, st. M. (a), Höhe, Gehöft, Hof; germ. *hufa-, *hufam, st. N. (a), Höhe, Gehöft, Hof; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mit bajuwarischer -ing-Endung; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hafling; Son.: vgl. nndl. haflinger, M., Haflinger; frz. haflinger, M., Haflinger; nschw. haflinger, Sb., Haflinger; nnorw. haflinger, M., Haflinger; poln. haflinger, M., Haflinger; lit. haflingo poniai, M. Pl., Haflinger (Pl.); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem ON Hafling und er (Suff.) gebildete sowie mit Hof und Hufe verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon etwas früher gezüchtetes kleineres gedrungenes besonders als Zugtier und Tragtier eingesetztes Pferd mit meist rötlich dunkelbraunem Fell und heller Mähne sowie hellem Schweif; BM.: ON (nach der Herkunft der Pferde); F.: Haflinger, Haflingers, Haflingern+EW; Z.: Hafling-er
Hafner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hafner, Töpfer; ne. potter; Vw.: -; Hw.: s. Hafen (1); Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. havenære, st. M., Töpfer; ahd. hafanāri*, havanāri*, st. M. (ja), Hafner, Töpfer; vgl. ahd. hafan, havan*, st. M. (a?, i?), Hafen (M.) (2), Gefäß, Topf, Kessel, Kochtopf; as. havan*, st. M. (a?, i?), Hafen (M.) (2), Topf; anfrk. -; germ. *habanō, st. F. (ō), Hafen (M.) (2)?; vgl. idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Hafner, DW 10, 127, EWAhd 4, 728, Duden s. u. Hafner, Bluhme s. u. Hafen; GB.: (hafanāri) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht in Mesopotamien seit etwa 3000 v. Chr. nach Arbeitsteilung nachweisbaren Töpfer oder Hersteller von Töpfen; BM.: fassen; F.: Hafner, Hafners, Hafnern+EW; Z.: Haf-n-er
Haft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Haft (F.), Gefangenenhaltung, Klammer; ne. detention, confinement; Vw.: -; Hw.: s. haften, Haftel, …haft, heften; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. hafte, st. F., Verknüpfung, Haft, Verwahrung, Hindernis; mnd. hafte, sw. F., Gefängnis, Haft; mnl. hachte, F., Haft (F.); ahd. hafta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Bindung, Verbindung, Verknüpfung, Gefangenschaft, Fessel (F.) (1), Handgriff; ahd. haft* (3), st. M. (a?), st. N. (a), Haft, Band (N.), Fessel (F.) (1), as. -; anfrk. hafta*, st. F. (ō), Haft; germ. *hafti-, *haftiz, st. F. (i), Haft; vgl. idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haft 1, Haft 2, Kluge s. u. Haft, DW 10, 131, EWD s. u. Haft, EWAhd 4, 730, Falk/Torp 72, Seebold 245, Duden s. u. Haft, Bluhme s. u. Haft; Son.: vgl. afries. heft, hefte, st. F. (i?), Haft; ae. hæft (5), st. F. (i), Haft; an. hapt, st. N. (a), Fessel (F.) (1); got. -; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gefangenenhaltung oder einen Zustand des Festgehaltenwerdens oder der Freiheitsentziehung; BM.: fassen; F.: Haft+EW; Z.: Haf-t
...haft, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.?): nhd. ...haft, verbunden, innewohnend; ne. …ant, …dy; Vw.: s. brest-; Hw.: s. haften, Haft, Haftel; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. haft (2), Adj., gefangen, gefesselt; vgl. ahd. haft (2), Adj., gehalten, gebunden, gefesselt, gefangen, befangen (Adj.), schwanger; ahd. haft (1), Adj., gehalten, gebunden, gefangen; as. haft, haht*, Adj., gefangen, gebunden, gefesselt, schwanger; anfrk. *haft?, Adj.; germ. *hafta-, *haftaz, Adj., gefesselt, gefangen, behaftet; s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. haft, Kluge s. u. -haft, DW 10, 132, EWD s. u. -haft, EWAhd 4, 728, Falk/Torp 72, Seebold 245, Heidermanns 263, Duden s. u. -haft; Son.: s. glaubhaft, lachhaft; vgl. afries. -haft, Suff., ...haft; ae. hæft (3), Adj., gefangen; an. -; got. hafts (1), erstarrtes Part. Prät. = Adj. (a), behaftet; lat. captus, (Part. Prät.=)Adj., gefasst, ergriffen; bret. kaez, Adj., arm, unglücklich; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Grundwort verwendete Bezeichnung für verbunden oder innewohnend; BM.: fassen; F.: ...haft, ...hafte, ...haftes, ...haftem, ...haften, ...hafter(, ...haftere, ...hafteres, ...hafterem, ...hafteren, ...hafterer, ...haftest, ...hafteste, ...haftestes, ...haftestem, ...haftesten, ...haftester)+EW; Z.: -haf-t
$Haftbefehl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Haftbefehl, Befehl zu einem Vollzug von Haft; E.: s. Haft, s. Befehl; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 10, 132, EWD s. u. Haft; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Haft und Befehl gebildete Bezeichnung für eine meist schriftliche Anordnung eines Staates zu einem Freiheitsentzug eines Menschen; F.: Haftbefehl, Haftbefehls, Haftbefehles, Haftbefehle, Haftbefehlen+EW; Z.: Haf-t—be-fehl
Haftel, Heftel, Häftel, nhd. (dial.), M., F., N., (12. Jh.?): nhd. Haftel, Heftel, Häftel, Häkchen (und Öse) an einem Kleidungsstück, Fibel; ne. hook (N.) and eye; Vw.: -; Hw.: s. haften, Haft, …haft; E.: s. mhd. heftel, hatel, st. N., Heftel“, Spange, Agraffe, Schlossdrücke; ?ahd. heftili*, st. N. (ja), „Heftel“, Verschluss für ein Kleidungsstück, Haken, Öse; vgl. mhd. haften, sw. V., befestigt sein (V.) (intr.), festhangen, ankleben, zugehören; ahd. haftēn 62, sw. V. (3), haften, haften an, anhaften, hängen, kleben, stecken, festsitzen; germ. *haftēn, *haftǣn, sw. V., haften; s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Haftel, DW 10, 132, EWAhd 4, 883, Duden s. u. Haftel; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: (heftel) seit um 1185 belegte Bezeichnung für einen von Menschen seit Nutzung von Metall entwickelten und verwendeten aus einem kleinen Haken und einer Öse bestehenden Verschluss an Kleidungsstücken; BM.: fassen; F.: Haftel, Haftels, Hafteln, Heftel, Heftels, Hefteln, Häftel, Häftels, Häfteln+EW; Z.: Haf-t-el
haften, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. haften, hängen, festhalten; ne. cling (V.), stick (V.), adhere; Vw.: -; Hw.: s. Haft, Haftel, …haft; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. haften, sw. V., befestigt sein (V.) festhangen, ankleben, zugehören; mnd. haften (1), sw. V., haften, anhaften, in Geltung bleiben, gebunden sein (V.), befestigt sein (V.), haften für; mnl. hachten, sw .V., haften, hängen; ahd. haftēn, sw. V. (3), haften, haften an, anhaften, hängen, kleben, stecken, festsitzen; as. hafton, sw. V. (2), haften; anfrk. -; germ. *haftēn, *haftǣn, sw. V., haften; s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. haften, EWD s. u. Haft, DW 10, 123, EWAhd 4, 730, Heidermanns 264, Duden s. u. haften; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. häfta, V., haften, kleben; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hängen oder festhalten oder kleben oder (später) dem Zugriff in der Zwangsvollstreckung unterworfen sein (V.); BM.: fassen; F.: haften, hafte, haftest, haftet, haftete, haftetest, hafteten, haftetet, gehaftet, ##gehaftet, gehaftete, gehaftetes, gehaftetem, gehafteten, gehafteter##, haftend, ###haftend, haftende, haftendes, haftendem, haftenden, haftender###, haft (!)+EW; Z.: haf-t-en
$...haftig, nhd., Adj.: nhd. ...haftig; Vw.: s. leib-; E.: s. haft(en), s. ig; L.: (DW 10, 133 Verweis auf heftig,) EWD s. u. -haft; F.: ...haftig, ...haftige, ...haftiges, ...haftigem, ...haftigen, ...haftiger(, ...haftigere, ...haftigeres, ...haftigerem, ...haftigeren, ...haftigerer, ...haftigst, ...haftigste, ...haftigstes, ...haftigstem, ...haftigsten, ...haftigster)+EW; Z.: -haf-t-ig
$Haftung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Haftung, Festhalten, Gefangenschaft, Verantwortung, Unterworfensein unter den Zugriff in der Zwangsvollstreckung; Vw.: s. Ver-; E.: s. haft(en), s. ung; L.: Kluge s. u. haften, DW 10, 136, EWD s. u. Haft; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus haft(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein Festhalten oder eine Gefangenschaft oder eine Verantwortung; F.: Haftung, Haftungen+EW; Z.: Haf-t-ung
Hag, nhd. (ält.), M., N., (8. Jh.): nhd. Hag, eingehegter Bereich, Gehege, Grundstück; ne. haw, hedge (N.), grove; Vw.: -; Hw.: s. Hain, hegen, Gehege, Hexe, Kai; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hac, st. M., st. N., Hag, Hecke, Gehölz, Gestrüpp, Dorngesträuch, Gesträuch; mnd. hāch, hach, M., Hag, Hecke, Einfriedung, umhegter Ort, eingefriedeter Platz, eingehegte Weide (F.) (2), Gehölz; mnl. hage, M., F., Hag; ahd. hag*, st. M. (a?), Hag, Umzäunung, Wall, Damm; as. -; anfrk. -; germ. *haga-, *hagaz, st. M. (a), Umzäunung, Hagen, Gehege, Dornstrauch; germ. *hagō-, *hagōn, *haga-, *hagan, sw. M. (n), Umzäunung, Hagen, Gehege, Dornstrauch; vgl. idg. *kagʰ-, kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hag, Kluge s. u. Hag, DW 10, 137, EWD s. u. Hag, EWAhd 4, 732, Falk/Torp 68, Duden s. u. Hag, Bluhme s. u. Hag; Son.: vgl. afries. -; ae. haga (1), sw. M. (n), Hecke, Einfriedung, Hof, Garten; ae. hæcc (1), hėcc, st. M. (a), st. F. (ō), Heck, Gatter, Halbtür; an. hagi, sw. M. (n), Weideplatz, eingehegtes Landstück; got. -; nndl. haag, Sb., Haag; nschw. hage, Sb., Hag?; nschw. häck, M., Hag; nnorw. hage, M., Garten; lat. cohum, N., Hohles, Himmelswölbung; kymr. cae, M., Feld, Gehege; GB.: (hag) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen eingehegten Bereich oder ein Gehege oder ein Grundstück; BM.: fassen; F.: Hag, Hages, Hags, Hage, Hagen, Häge, Hägen+EW; Z.: Hag
Hagebuche, Hagenbuche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hagebuche, Hainbuche, Weißbuche; ne. white-beech, hornbeam; Vw.: -; Hw.: s. hanebüchen; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hagenbuoche, sw. F., Hagebuche, Hainbuche, Weißbuche; mnd. hāgebȫke, hageboke, F., Hagebuche, Hainbuche, Weißbuche; ahd. haganbuohha*, haganbuocha*, sw. F. (n), st. F. (ō)?, Hagebuche, Hainbuche; as. haganbôka*, haganbuha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Hagebuche, Hainbuche; ahd. hagan, st. M. (a), Dornstrauch, Dornenstrauch, Weißdorn, Hainbuche, Brombeerstrauch; germ. *hagō-, *hagōn, *haga-, *hagan, sw. M. (n), „Hagen“, Gehege, Dornstrauch; s. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); Hinterglied s. nhd. Buche; L.: Kluge s. u. Hagebuche, DW 10, 140, EWAhd 4, 737, Duden s. u. Hagebuche; Son.: vgl. nndl. haagbeuck, Sb., Hagebuche; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Birkengewächsen gehörenden Baum; BM.: fassen; F.: Hagebuche, Hagebuchen+EW; Z.: Hag-e—buch-e
Hagebutte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hagebutte, Hagerose, Frucht der Hagerose; ne. rosehip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. hagebutte, sw. F., Hagebutte; mnd. hāgebutte, F., Hagebutte, wilder Rosenstrauch, Dornstrauch; ahd. haganbutta*, sw. F. (n), Hagebutte, Dornstrauch, Weißdorn?; vgl. ahd. hagan, st. M. (a), Dornstrauch, Dornenstrauch, Weißdorn, Hainbuche, Brombeerstrauch; germ. *hagō-, *hagōn, *haga-, *hagan, sw. M. (n), „Hagen“, Gehege, Dornstrauch; s. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); Herkunft des Hinterglieds unklar, wohl aus einem butte, vielleicht verwandt mit nhd. Butzen; L.: Kluge s. u. Hagebutte, EWD s. u. Hag, DW 10, 140, EWAhd 4, 737, Duden s. u. Hagebutte; GB.: seit 12. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare sowie teilweise unklare Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche (Heckenrose oder Hagerose und) die kleine und orangefarbene bis rote Frucht der Heckenrose oder Hagerose); BM.: fassen; F.: Hagebutte, Hagebutten+EW; Z.: Hag-e—butt-e
Hagedorn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hagedorn, Weißdorn, Hundsrose, Heckbaum; ne. hawthorn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. hagedorn, hagdorn, st. M., Hagedorn, Weißdorn, schwarzer Andorn; mhd. hagendorn, hagedorn, st. M., Weißdorn, Hagedorn, Heckbaum, Teufelsname; mnd. hāgedōrn, hāgedorne, M., Hagedorn, Weißdorn, wilder Rosenstrauch, Hagedornbusch; mnl. hagedoorn, M., Hagedorn, Weißdorn; ahd. hagandorn, hagaldorn*, st. M. (a), „Hagedorn“, Weißdorn, Dornstrauch, Dornenhecke; ahd. hagudorn*, hagedorn, st. M. (a), Hagedorn, Hagdorn, Dorngesträuch, Dornstrauch, Umzäunung, Weißdorn; ahd. hagandorn, hagaldorn*, st. M. (a), Hagedorn, Weißdorn; as. haguthorn, haginthorn*, st. M. (a), Hagedorn; anfrk. haginthorn*, st. M. (a), Hagedorn; germ. *hagaþurna-, *hagaþurnaz, st. M. (a), Hagedorn; idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hag, Kluge s. u. Hagedorn, DW 10, 141, EWD s. u. Hag, EWAhd 4, 737, EWAhd 4, 738, EWAhd 4, 741, Duden s. u. Hagedorn; Son.: vgl. afries. -; ae. haguþorn, st. M. (a), Hagedorn; an. hagþorn, hagþyrnir, st. M. (a), Hagedorn; got. -; nndl. hagedoorn, Sb., Hagedorn; nschw. hagtorn, Sb., Hagetorn; nnorw. hagtorn, M., Hagedorn; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Weißdorn oder die Hundsrose oder den Heckbaum; BM.: fassen, bohren; F.: Hagedorn, Hagedorns, Hagedorne, Hagedornen+EW; Z.: Hag-e—dor-n
Hagel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hagel, Schlossen; ne. hail (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hagel, st. M., Hagel, Hagelschlag, Unglück, Verderben; mnd. hāgel (1), M., Hagel, Fluch, Drohung, klein gehacktes Blei, Eisen zum Geschoss, Schrot zu einem Geschoss; mnl. hagel, M., Hagel; ahd. hagal, st. M. (a), Hagel, Unwetter, Hagelschauer; as. hagal, st. M. (a), Hagel; anfrk. -; germ. *hagla-, *haglaz, *hagala-, *hagalaz, st. M. (a), Hagel, h-Rune; germ. *hagla-, *haglam, *hagala-, *hagalam, st. N. (a), Hagel, h-Rune; idg. kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518 (778/10) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hagel, Kluge s. u. Hagel, 10, 141, EWD s. u. Hagel, DW EWAhd 4, 734, Falk/Torp 68, Duden s. u. Hagel, Bluhme s. u. Hagel; Son.: vgl. afries. heil, st. M. (a), Hagel; ae. hagol, hægel, hægl, st. M. (a), at. N. (a), Hagel; an. hagall (1), st. M. (a), Hagel, H-Rune; got. hagl, st. N. (a), Hagel, H-Rune; nndl. hagel, Sb., Hagel; nschw. hagel, Sb., Hagel; nnorw. hagl, N., Hagel; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen Niederschlag von gefrorenem Wasser in Form körniger Eisstückchen (Schlossen); BM.: Kiesel; F.: Hagel, Hagels+EW; Z.: Hagel
$hageln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. hageln, als Hagel (Schlossen) niedergehen; Vw.: s. ver-; E.: s. Hagel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hagel, DW 10, 146, EWD s. u. Hagel; GB.: seit um 1293 belegte und aus Hagel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches als Hagel (gefrorenes Wasser) auf die Erdoberfläche niedergehen; F.: hageln, hagel (!), hagle, hagele, hagelst, hagelt, hagelte, hageltest, hagelten, hageltet, gehagelt, ##gehagelt, gehagelte, gehageltes, gehageltem, gehagelten, gehagelter##, hagelnd, ###hagelnd, hagelnde, hagelndes, hagelndem, hagelnden, hagelnder###, hagel (!)+EW; Z.: hagel-n
hagen, nhd. (ält.), V., (12. Jh.): nhd. hagen, gefallen (V.), zufrieden sein (V.), sich wohl fühlen; ne. please (V.), suit (V.); Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. hagen (4), sw. V., gefallen (V.), behagen; mnd. hāgen (1), sw. V., behagen, gefallen (V.), zufrieden sein (V.); ahd. hagan* (2) 1, st. V. (5?), hegen, pflegen, nähren; as. hagan* (2), st. V. (5.?), passen, nützen; anfrk. -; germ. *hagan?, st. V.?, hegen?, behagen; germ. *hagōn, sw. V., behagen; s. idg. k̑ak-, V., vermögen, helfen, Pokorny 522; L.: DW 10, 151, Falk/Torp 67, Seebold 245; Son.: vgl. afries. hēia (1) 15, sw. V. (1), hegen, Gericht hegen, Gericht halten; ae. -; an. -; got. -; GB.: (hagan) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zufrieden sein (V.) oder sich wohl fühlen; BM.: vermögen?; F.: ...hagen, ...hage, ...hagst, ...hagt, ...hagest, ...haget, ...hagte, ...hagtest, ...hagten, ...hagtet, ...hagt, ...hagte, ...hagtes, ...hagtem, ...hagten, ...hagter, ...hagend, ...hagend, ...hagende, ...hagendes, ...hagendem, ...hagenden, ...hagender, ...hag (!)+EW; Z.: hag-en
Hagen, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Hagen, Stier; ne. bull; Vw.: -; Hw.: s. hecken; E.: s. mhd. hagen (2), st. M., Zuchtstier; zu einem Stamm *hag-, V., sich fortpflanzen; L.: Kluge s. u. hecken, DW 10, 151; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Stier; BM.: sich fortpflanzen; F.: Hagen, Hagens+EW; Z.: Hag-en
hager, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. hager, dürr, mager, dünn, knochig, abgezehrt; ne. lean (Adj.), haggard (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. hager, Adj., hager; mnd. hāger (1), Adj., hager; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. hager, Kluge s. u. hager, DW 10, 153, EWD s. u. hager, Duden s. u. hager, Bluhme s. u. hager; GB.: seit 1285-1290 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches dürr oder mager oder dünn oder knochig oder abgezehrt; BM.: ?; F.: hager, hagere, hageres, hagerem, hageren, hagerer(, hagerere, hagereres, hagererem, hagereren, hagererer, hagerst, hagerste, hagerstes, hagerstem, hagersten, hagerster)+EW; Z.: hag-er
Hagestolz, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Hagestolz, Junggeselle; ne. bachelor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hagestalt, hagestolz, st. M., Hagestolz, Unverheirateter der noch keinen eigenen Hausstand gegründet hat; mnd. hāgestolt, M., Eigenmann, Lehnsmann der nur ein Teilstück innehat, unverheirateter älterer Mann; mnd. hāgestolte, M., Eigenmann, Lehnsmann der nur ein Teilstück innehat, unverheirateter älterer Mann; ahd. hagustalt (2), st. M. (i?), Haghaber, Junggeselle, Einsiedler; as. hagustald*, st. M. (i?), Haghaber, Jüngling, Diener; anfrk. -; germ. *hagustalda, *hagustaldaz, st. M. (a), Haghaber, Hagestolz, jüngerer Sohn; idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); s. idg. *steld-, V., Sb., stellen, Stengel, Stängel, Pokorny 1020; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hagestolz, Kluge s. u. Hagestolz, DW 10, 154, EWD s. u. Hag, EWAhd 4, 742, Duden s. u. Hagestolz; Son.: vgl. afries. -; ae. hagusteald (1), hægsteald (1), hagosteald (1), st. M. (a), Jüngling, Krieger, Gefolgsmann, Höfling; an. -; got. -; nschw. hogstall, M., Witwer; nnorw. haugstall, M:, Hagestolz, Witwer; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (älteren und eingefleischten und etwas kauzigen) Junggesellen; BM.: fassen, stellen; F.: Hagestolz, Hagestolzes, Hagestolze, Hagestolzen+EW; Z.: Hag-e—stol-z
Hagiographie, Hagiografie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Hagiographie, Heiligenvita; ne. hagiography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.); I.: Lw. mlat. hagiographia; E.: s. mlat. hagiographia, agiographia, hagiographia, F., N. Pl., Hagiographie, mystische Literatur, Heilige Schrift, (um 768); vgl. gr. ἅγιος (hágios), Adj., heilig, ehrwürdig; idg. *i̯ag-, V., verehren, Pokorny 501 (742/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., toch.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; idg. *gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hagiografie; Son.: vgl. nndl. hagiografie, Sb., Hagiographie; frz. hagiographie, F., Hagiographie; nschw. hagiografie, Sb., Hagiographie; nnorw. hagiografie, M., Hagiographie; kymr. hagiograffeg, F., Hagiographie; poln. hagiografia, F., Hagiographie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lebensgeschichte oder Vita eines Heiligen; BM.: verehren, schreiben; F.: Hagiographie, Hagiographien, Hagiografie, Hagiografien+FW(+EW); Z.: Hag-i-o-graph-ie
Häher, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Häher, eine Vogelart; ne. jay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. heher, st. M., st. F., Häher; mhd. heger (1), st. M., Häher; mnd. hēger (1), heiger, hegger, M., Häher; ahd. hehar, st. M. (a?, i?), st. F. (i)?, Eichelhäher, Häher, Specht, Elster, Saatkrähe, eine Ohreulenart; ahd. hehara, hēra, st. F. (ō), Eichelhäher, Häher, Specht, Elster, Saatkrähe, eine Ohreulenart; as. higara, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Häher; anfrk. -; germ. *higurō-, *higuran, *higura-, *higuran, sw. M. (n), Häher; idg. *kik-, Sb., Häher, Pokorny 598 (920/152) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Häher, Kluge s. u. Häher, DW 10, 158, EWD s. u. Häher, EWAhd 4, 885, Falk/Torp 89, Duden s. u. Häher; Son.: vgl. afries. -; ae. higere, sw. F. (n)?, Häher, Elster, Dohle, Specht; ae. higera, sw. M. (n), Häher, Elster, Dohle, Specht; an. -; got. -; GB.: (hehar) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen etwas größeren in Wäldern lebenden und helle Warnrufe ausstoßenden Vogel mit buntem Gefieder (Eichelhäher); BM.: ?; F.: Häher, Hähers, Hähern+EW; Z.: Häh-er
Hahn, nhd., M., (6. Jh.): nhd. Hahn, Gockel; ne. cock (N.), rooster; Vw.: s. Auer-, Trut-, -rei; Hw.: -; Q.: 507-511 (Pactus Legis Salicae); E.: mhd. hane, han, sw. M., Hahn, Drehhahn an einer Wasserleitung; mnd. hāne, M., Hahn, Brauthahn, Wetterhahn, Turmhahn, Hahn am Fasse; mnl. hāne, M., Hahn; ahd. hano, sw. M. (n), Hahn; as. *hano?, sw. M. (n), Hahn; anfrk. -; germ. *hanō-, *hanōn, *hana-, *hanan, sw. M. (n), Hahn; s. idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hahn, Kluge s. u. Hahn, DW 10, 159, EWD s. u. Hahn, EWAhd 4, 810, Falk/Torp 69, Duden s. u. Hahn, Bluhme s. u. Hahn; Son.: vgl. afries. hana, hona, sw. M. (n), Hahn; nnordfries. hon, M., Hahn; ae. hana, sw. M. (n), Hahn; an. hani, sw. M. (n), Hahn; got. hana, sw. M. (n), Hahn; nndl. haan, Sb., Hahn; nschw. hane, Sb., Hahn; nnorw. hane, M., Hahn; gr. ἠικανός (ēikanós), M., Hahn; air. cailech, M., Hahn; lit. gaidỹs, M., Hahn; GB.: seit 507-511 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den männlichen Hühnervogel oder Gockel; BM.: singen; F.: Hahn, Hahnes, Hähne, Hähnen+EW; Z.: Hahn
$Hahnenfuß, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hahnenfuß; E.: s. Hahn, s. en, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Hahnenfuß, DW 10, 167, EWD s. u. Hahn; GB.: (hanafuoz) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. pes galli aus Hahn und en sowie Fuß gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche kleinere giftige gelb blühende Pflanze (Butterblume, Ranunkel); F.: Hahnenfuß, Hahnenfußes, Hahnenfüße, Hahnenfüßen+EW; Z.: Hahn-en—fuß
$Hahnenkamm, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hahnenkamm; E.: s. Hahn, s. en, s. Kamm; L.: Kluge s. u. Hahnenkamm, EWD s. u. Hahn; GB.: (hanakamb*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. crista galli oder centrum galli aus Hahn und en sowie Kamm gebildete Bezeichnung für den Kamm eines Hahnes und eine wohl schon vormenschlich mögliche ihm in der Gestalt ähnliche kleinere Pflanze (Klappertopf oder Muskatsalbei) sowie ein Gebirge in Mittelfranken und Tirol; F.: Hahnenkamm, Hahnenkamms, Hahnenkammes, Hahnenkämme, Hahnenkämmen+EW; Z.: Hahn-en—kam-m
$Hahnentritt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hahnentritt; E.: s. Hahn, s. en, s. Tritt; L.: Kluge s. u. Hahnentritt, DW 10, 169; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hahn und en sowie Tritt gebildete Bezeichnung für den Keimfleck eines schon vormenschlich möglichen befruchteten Vogeleis und den Gang eines Hahnes und eine Pflanze; F.: Hahnentritt, Hahnentritts, Hahnentrittes, Hahnentritte, Hahnentritten+EW; Z.: Hahn-en—tri-t-t
Hahnrei, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Hahnrei, betrogener Ehemann; ne. cuckold; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1279 (Rigisches Recht für Hapsal); E.: s. mhd. hanereie, hanerei, sw. M., Hahnrei, Ehebrecher, Ehemann dem seine Frau untreu wird; mnd. hanerei, M., Ehebrecher, Ehemann dem seine Frau untreu wird; Vorderglied s. nhd. Hahn; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit ahd. reinisk*, wreinisk*, Adj., zur Zucht bestimmt, brünstig, geil; germ. *wrainiska-, *wrainiskaz, Adj., brünstig, geil; oder zu mnd. rūne, rune, M., verschnittener Hengst, Wallach; beide von idg. *u̯rizd-, V., drehen, lachen, schämen, Pokorny 1158?; vgl. idg. *u̯rei-, V., drehen, wenden, Pokorny 1158?; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152? (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hahnrei, Kluge s. u. Hahnrei, DW 10, 170, EWD s. u. Hahn, Duden s. u. Hahnrei; GB.: seit 1279 belegte und aus Hahn und vielleicht ahd. rein(isk) gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Ehe möglichen betrogenen Ehemann; BM.: singen, drehen?; F.: Hahnrei, Hahnreis Hahnreies, Hahnreie, Hahnreien+EW; Z.: Hahn—rei
Hai, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hai, ein großer Meeresraubfisch; ne. shark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. haai; E.: s. nndl. haai, Sb., Hai; nisl. hai, M., Hai; an. hār, st. M. (a), Ruderklamp, Dollen, Hai, Pfahl; germ. *hanha-, *hanhaz, st. M. (a), Pfahl, Hai, Ast, Ruderdolle; s. idg. *k̑ank-, Sb., Ast, Zweig, Pflock, Pokorny 523; vgl. idg. *k̑ā̆k- (2), Sb., Ast, Zweig, Pflock, Pokorny 523 (793/25) (RB. idg. aus ind., arm., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hai, Kluge s. u. Hai, EWD s. u. Hai, DW 10, 172, Duden s. u. Hai, Bluhme s. u. Hai; Son.: vgl. ae. hā, hān (2), st. M. (a), Ruderdolle; nschw. haj, Sb., Hai; nnorw. hai, M., Hai; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen großen Meeresraubfisch mit weit zurückliegendem Maul und mehreren Reihen spitzer Zähne (sowie einen Ast); BM.: hakenförmige Rückenflosse?; F.: Hai, Hais, Haies, Haie, Haien+FW?; Z.: Hai
$Haifisch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Haifisch; E.: s. Hai, s. Fisch; L.: DW 10, 172, EWD s. u. Hai; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hai und Fisch gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen großen Meeresraubfisch mit weit zurückliegendem Maul und mehreren Reihen spitzer Zähne; F.: Haifisch, Haifisches, Haifischs, Haifische, Haifischen+FW+EW; Z.: Hai—fisch
Hain, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hain, kleiner Wald, Wäldchen; ne. grove; Vw.: -; Hw.: s. Hag; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: kontrahierte Form von mhd. hagen (1), hain, st. M., Hagen, Dornbusch, Dornenstrauch, Dornenhecke, Dornenrute, Dorn, Verhau, Einfriedung, eingefriedeter Ort, Hag, dichtes Gehölz zu der Befestigung, Hain, kleiner Wald, umfriedeter Ort; ahd. hagan (1), st. M. (a), Hagen, Dornstrauch, Weißdorn; as. hagan, st. M. (a), Dornstrauch, Dornhecke; germ. *hagō-, *hagōn, *haga-, *hagan, sw. M. (n), „Hagen“, Gehege, Dornstrauch; s. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hain, Kluge s. u. Hain, DW 10, 172, EWD s. u. Hain, Duden s. u. Hain; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und aus hagan durch Erweichung des g gebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Wald oder ein Wäldchen; BM.: fassen; F.: Hain, Hains, Haines, Haine, Hainen+EW; Z.: Hain
$Hainbuche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hainbuche; E.: s. Hain bzw. Hagen, s. Buche; L.: Kluge s. u. Hagebuche, Hain, DW 10, 174, EWD s. u. Hain; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Hain bzw. Hagen und Buche gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen Baum (Hagenbuche); F.: Hainbuche, Hainbuchen+EW; Z.: Hain—buch-e
Hake, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hake (M.), Haken (M.), Aufhängevorrichtung; ne. hook (N.); Vw.: s. Kant-; Hw.: s. Haken, häkeln; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hāken, st. M., Haken (M.), Pflug; mhd. hāke, hāken, sw. M., st. M., Haken (M.), jedes an der Spitze krumm gebogene Ding woran sich etwas hängen kann; mnd. hāke (1), M., Haken (M.), eiserner Haken (M.) zu verschiedenen Zwecken, Türhaken; mnl. hāke, haec, M., Haken (M.); ahd. hāgo, hāko, hākko, hāco, hāggo, sw. M. (n), Haken (M.), Widerhaken, gebogene zweizinkige Gabel; as. hako*, sw. M. (n), Haken (M.); anfrk. -; germ. *hakō-, *hakōn, *haka-, *hakan, sw. M. (n), Haken; s. idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken, Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken, Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge 1. A. s. u. Hake, Kluge s. u. Haken, DW 10, 177, EWD s. u. Haken, EWAhd 4, 739, Falk/Torp 66, Duden s. u. Haken, Bluhme s. u. Haken; Son.: vgl. afries. *haka, sw. M. (n), Haken (M.); ae. haca, sw. M. (n), Riegel; ae. hæcce, sw. F. (n), Krummstab; an. haka, sw. F. (n), Kinn; got. -; russ. коготь (kógot), M., Klaue; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein winkelig oder rund gebogenes Stück Metall oder Holz oder Kunststoff zu einem Anhaken bzw. Festmachen oder eine Aufhängevorrichtung; BM.: spitz sein (V.); F.: Hake, Hakens, Haken+EW; Z.: Hak-e
$Häkelei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Häkelei; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. häkel(n), s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. häkeln; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus häkel(n) und ei gebildete Bezeichnung für die vielleicht seit dem 19. Jh. oder etwas früher von Menschen entwickelte Tätigkeit des Häkelns und ihr Ergebnis; F.: Häkelei, Häkeleien+EW; Z.: Häk-el-ei
$hakeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hakeln, einen Haken bilden, haken; E.: s. hak(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. hakeln, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hak(en) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches mit einem Finger einen Haken bilden oder haken; F.: hakeln, hakel (!), hakle, hakelst, hakelt, hakelte, hakeltest, hakelten, hakeltet, gehakelt, ##gehakelt, gehakelte, gehakeltes, gehakeltem, gehakelten, gehakelter##, hakelnd, ###hakelnd, hakelnde, hakelndes, hakelndem, hakelnden, hakelnder###, hakel (!)+EW; Z.: hak-el-n
häkeln, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. häkeln, eine Häkelarbeit (Häkelei) herstellen; ne. crochet (V.); Vw.: -; Hw.: s. Haken; E.: s. Hak(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. häkeln, DW 10, 180, EWD s. u. häkeln, Duden s. u. häkeln, Bluhme s. u. haeklen; Son.: vgl. nndl. haken, V., häkeln; nnorw. hekle, V., häkeln; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine Handarbeit mit einer von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Nadel mit einem Haken (M.) herstellen; BM.: (kleiner) Haken; F.: häkeln, häkel (!), häkle, häkelst, häkelt, häkelte, häkeltest, häkelten, häkeltet, gehäkelt, ##gehäkelt, gehäkelte, gehäkeltes, gehäkeltem, gehäkelten, gehäkelter##, häkelnd, ###häkelnd, häkelnde, häkelndes, häkelndem, häkelnden, häkelnder###, häkel (!)+EW; Z.: häk-el-n
$haken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. haken; Vw.: s. aus-, ein-; E.: s. Haken; L.: Kluge s. u. Haken, DW 10, 181, EWD s. u. Haken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Haken abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Haken befestigen oder hängen; F.: haken, hake (!), hakst, hakt, hakest, haket, hakte, haktest, hakten, haktet, gehakt, ##gehakt, gehakte, gehaktes, gehaktem, gehakten, gehakter##, hakend, ###hakend, hakende, hakendes, hakendem, hakenden, hakender###, hak (!)+EW; Z.: hak-en
Haken, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Haken (M.), Aufhängevorrichtung; ne. hook (N.); Vw.: s. Kant-; Hw.: s. Hake, häkeln; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hāken, st. M., Haken (M.), Pflug; mhd. hāke, hāken, sw. M., st. M., Haken (M.), jedes an der Spitze krumm gebogene Ding woran sich etwas hängen kann; mnd. hāke (1), M., Haken (M.), eiserner Haken (M.) zu verschiedenen Zwecken, Türhaken; mnl. hāke, haec, M., Haken (M.); ahd. hāgo, hāko, hākko, hāco, hāggo, sw. M. (n), Haken (M.), Widerhaken, gebogene zweizinkige Gabel; as. hako*, sw. M. (n), Haken (M.); anfrk. -; germ. *hakō-, *hakōn, *haka-, *hakan, sw. M. (n), Haken; s. idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken, Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken, Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge 1. A. s. u. Hake, Kluge s. u. Haken, DW 10, 177, EWD s. u. Haken,EWAhd 4, 739, Falk/Torp 66, Duden s. u. Haken, Bluhme s. u. Haken; Son.: vgl. afries. *haka, sw. M. (n), Haken (M.); ae. haca, sw. M. (n), Riegel; ae. hæcce, sw. F. (n), Krummstab; an. haka, sw. F. (n), Kinn; got. -; nndl. haak, Sb., Haken (M.); russ. коготь (kógot), M., Klaue; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes winkelig oder rund gebogenes Stück Metall oder Holz oder Kunststoff zu einem Anhaken oder Festmachen oder eine Aufhängevorrichtung; BM.: spitz sein (V.); F.: Haken, Hake, Hakens+EW; Z.: Hak-en
Halali, nhd., Interj., N., (18. Jh.): nhd. Halali, ein Jagdruf; ne. death-haloo, mort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. hallali; E.: s. frz. hallali, M., Halali; wohl lautmalend; vielleicht von gr. ἀλαλά (alalá), ἀλαλαί (alalaí), F., Interj., Kriegsgeschrei, hallo!, hurra!, Kytzler/Redemund/Eberl 358; vgl. idg. *alā, Interj., hallo, Pokorny 29 (54/54) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Halali, EWD s. u. Halali, DW 10, 184, Duden s. u. Halali; Son.: vgl. nndl. hallali, Sb., Halali; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar vielleicht aus dem Griechischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Jagdruf; BM.: lautmalend; F.: Halali, Halalis+FW; Z.: Halali
halb, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. halb, Hälfte betreffend; ne. half (Adj.); Vw.: s. -part; Hw.: s. halb…, …halb, Hälfte; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. halp, Adj., halb; mnd. half (1), hallef, halft, Adj., halb, Hälfte seiend, halber Teil seiend, nicht ganz, nicht völlig; mnl. half, Adj., halb; ahd. halb (2), Adj., halb, einhalb, fast ganz, teilweise; as. half (2), Adj., halb; anfrk. -; germ. *halba-, *halbaz, Adj., gespalten, halb; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. halb, Kluge s. u. halb, EWD s. u. halb, DW 10, 184, EWAhd 4, 754, Falk/Torp 85, Heidermanns 272, Duden s. u. halb, Bluhme s. u. halb; Son.: vgl. afries. half, Adj., halb; saterl. hale, Adj., halb; ae. healf (1), half (1), Adj., halb; an. halfr, Adj., halb, unvollkommen; got. halbs, Adj. (a), halb; nndl. half, Sb., halb; nschw. halv, Adj., halb; nnorw. halv, Adj., halb; ? ai. kalpáyati, V., teilt zu; ? lit. salìs, Sb., Seite, Gegend; ? lett. sala, Sb., Hälfte des geschlachteten Schweines; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für halb oder Hälfte betreffend; BM.: schneiden?; F.: halb, halbe, halbes, halbem, halben, halber+EW; Z.: hal-b
halb…, nhd., Partikel., (8. Jh.?): nhd. halb…, Hälfte betreffend; ne. half…; Vw.: s. -part; Hw.: s. halb, …halb; Q.: 8. Jh.?; E.: s. halb; L.: Duden s. u. halb-, s. DW 10, 184, EWD s. u. halb; Son.: s. Halbaffe, Halbfisch, halbgar, Halbinsel, halbseiden, Halbstarker; vgl. nschw. halv…, Präf., halb…; nnorw. halv…, Präf., halb…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus halb gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bezeichnung bzw. Beschreibung von etwas Geringerwertigem verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden?; F.: halb…+EW; Z.: hal-b-
…halb, …halben, …halber, nhd., Partikel., (10. Jh.): nhd. …halb, …halben, …halber, wegen, zugehörig; ne. because of; Vw.: s. allent-; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. halb; L.: Kluge 1. A. s. u. halb, s. DW 10, 184, Duden s. u. -halb, EWD s. u. halb; Son.: s. außerhalb, innerhalb, meinethalben; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus halb gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung von zugehörig; BM.: schneiden?; F.: …halb, …halben, …halber+EW; Z.: -hal-b
$...halben, nhd., Partikel: nhd. ...halben; Vw.: s. …halb; L.: DW 10, 197, EWD s. u. halb; GB.: s. …halb; F.: ...halben; F.: -hal-b-en
$halber, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. halber, wegen; Q.: Ende 15. Jh.; Vw.: s. …halb; L.: DW 10, 197, EWD s. u. halb; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus halb und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für wegen; F.: halber+EW; Z.: hal-b-er
$Halbfisch, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Halbfisch, Plattfisch, noch nicht völlig ausgewachsener Fisch; E.: s. halb, s. Fisch; L.: Kluge s. u. halb-, DW 10, 200; GB.: (ahd. halbfisk) seit 11. Jh. belegte und aus halb und Fisch gebildete sowie vielleicht lat. beeinflusste Bezeichnung für einen Plattfisch oder auch einen noch nicht völlig ausgewachsenen Fisch; F.: Halbfisch, Halbfisches, Halbfischs, Halbfische, Halbfischen+EW; Z.: Hal-b—fisch
$halbieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. halbieren; E.: s. halb, s. ieren; L.: Kluge s. u. halbieren, DW 10, 205, EWD s. u. halb; GB.: um 1230 belegte und vielleicht nach lat. dimidiare oder frz. mi-partir aus halb und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in zwei Hälften teilen; F.: halbieren, halbiere, halbierst, halbiert, halbierest, halbieret, halbierte, halbiertest, halbierten, halbiertet, ##halbiert, halbierte, halbiertes, halbiertem, halbierten, halbierter##, halbierend, ###halbierend, halbierende, halbierendes, halbierendem, halbierenden, halbierender###, halbier (!)+EW; Z.: hal-b-ier-en
$Halbinsel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Halbinsel, eine (nur) auf drei von vier Seiten von Wasser umschlossene Landfläche; E.: s. halb, s. Insel; L.: Kluge s. u. halb-, DW 10, 205, EWD s. u. halb; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach lat. paeninsula aus halb und Insel gebildete Bezeichnung für eine (nur) auf drei von vier Seiten von Wasser umschlossene Landfläche; F.: Halbinsel, Halbinseln+EW+FW; Z.: Hal-b—in-s-el
halbpart, nhd., Adv., M, (18. Jh.): nhd. halbpart, hälftig; ne. halves; Vw.: -; Hw.: s. halb; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. Lw. lat. pars; E.: s. halb; Hinterglied s. lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. halbpart, DW 10, 211, EWD s. u. Part, Duden s. u. halbpart; Son.: vgl. nschw. halvpart, Sb., Halbteil; nnorw. halvpart, M., Hälfte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus halb und lat. par(s) und t gebildete Bezeichnung für hälftig uns Halbpart; BM.: schneiden?; F.: halbpart+EW+FW; Z.: hal-b—par-t
$halbseiden, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. halbseiden, zwielichtig, anrüchig, merkwürdig; E.: s. halb, s. seiden; L.: Kluge s. u. halb-, DW 10, 213, EWD s. u. halb; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. subsericus aus halb und seiden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit in der Vorstellung von Menschen mögliches zwielichtig oder anrüchig oder merkwürdig; F.: halbseiden, halbseidene, halbseidenes, halbseidenem, halbseidenen, halbseidener+EW; Z.: hal-b—sei-d-en
$Halbstarker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Halbstarker, Heranwachsender, Jugendlicher; E.: s. halb, s. stark, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. halb-, fehlt DW, EWD s. u. halb; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus halb und stark sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seine Kräfte noch nicht gut kennenden Heranwachsenden oder Jugendlichen; F.: Halbstarker, Halbstarkeren+EW; Z.: Hal—b-star-k-er
$Halbwelt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Halbwelt; E.: s. halb, s. Welt; Q.: 1860-1870; L.: Kluge s. u. Halbwelt, EWD s. u. halb; GB.: seit 1860-1870 belegte und nach frz. demi-monde aus halb und Welt gebildete Bezeichnung für eine vornehm auftretende und sachlich zweifelhafte Gesellschaftsschicht oberhalb der gesellschaftlichen Unterwelt; F.: Halbwelt, Halbwelten+EW; Z.: Hal-b—w-el-t
$halbwüchsig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. halbwüchsig, halb erwachsen (Adj.)(; E.: s. halb, s. wüchsig; L.: DW 10, 220, EWD s. u. Wuchs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus halb und wüchsig gebildete Bezeichnung für halb erwachsen (Adj.); F.: halbwüchsig, halbwüchsige, halbwüchsiges, halbwüchsigem, halbwüchsigen, halbwüchsiger+EW; Z.: hal-b—wüch-s-ig
$Halbzeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Halbzeit; Q.: um 1900; I.: Lüs. lat. half-time; E.: seit um 1900 belegte und aus ne. half-time gebildete Bezeichnung für eine Spielzeit eines aus zwei grundsätzlich gleich langen Halbzeiten bestehenden Spieles; L.: EWD s. u. halb, DW 10, 220; F.: Halbzeit, Halbzeiten+EW; Z.: Hal-b—zei-t
Halde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Halde, Bergabhang, Gesteinshügel; ne. slope (N.), hill-side; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. halde, sw. F., st. F., Halde, Abhang, Bergabhang; mnd. halde, F., Halde, abfallendes Land, aufgeschüttetes Gestein; mnd. helde (3), helle, F., Halde, abgefallenes Land, aufgeschüttetes Gestein, Abschüssigkeit; ahd. halda, sw. F. (n), Halde, Hang, Abhang, abschüssige Gegend, Anhöhe, Abgrund; ahd. helda, st. F. (ō), sw. F. (n), Halde, Hang, Abhang, Anhöhe; as. -; anfrk. -; germ. *halþō-, *halþōn, sw. F. (n), Neigung, Abhang; germ.? *halþjō, st. F. (ō), Neigung, Abhang; s. idg. *k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552? (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Halde, Kluge s. u. Halde, DW 10, 221, EWD s. u. Halde, EWAhd 4, 763, Heidermanns 276, 277, Duden s. u. Halde, Bluhme s. u. Halde; Son.: vgl. afries. helde, F., Neigung, Böschung, Deichböschung; ae. -; an. hallr, st. M. (a), Halde; got. -; GB.: (halda) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Schrägabfallen oder einen Hang in einer natürlichen Landschaft oder später auch einen von Menschen künstlich beispielsweise aus Abraum gebildeten Hang oder eine Aufschüttung beispielsweise auch von Müll oder Schutt auf natürlichem Gelände; BM.: Neigung; F.: Halde, Halden+EW; Z.: Hal-d-e
Hälfte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Hälfte, halber Teil; ne. half (N.); Vw.: -; Hw.: s. halb; Q.: 1295 (Urkunde); E.: mhd. helfte, st. F., Hälfte; mnd. helfte, helft, F., N., Seite, Hälfte, halbes Teil eines Raumes oder Gegenstands, Hälfte einer Anzahl, Hälfte eines Vermögenswerts, halber Anteil; mnl. halfte, helfte, M., Hälfte; germ. *halbiþō, *halbeþō, st. F. (ō), Hälfte, Halbteil; idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hälfte, Kluge s. u. Hälfte, DW 10, 223, EWD s. u. Hälfte, Falk/Torp 85, Heidermanns 273, Duden s. u. Hälfte, Bluhme s. u. halb; Son.: vgl. afries. halfte, helfte, M., Hälfte; ae. -; an. helfð, helft, st. F. (ō), Hälfte; got. -; nndl. helft, Sb., Hälfte; nschw. hälft, Sb., Hälfte; GB.: seit 1295 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den halben Teil (von etwas); BM.: schneiden; F.: Hälfte, Hälften+EW; Z.: Häl-f-t-e
Halfter (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Halfter (M./N./F.), ein Teil des Pferdegeschirrs oder Rindergeschirrs oder Kamelgeschirrs; ne. halter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. halfter, sw. F., st. F., Halfter (M./N./F.); mnd. halfter (1), F., M., Halfter; mnl. halfter, F., Halfter (M./N./F.); ahd. halftra, st. F. (ō), sw. F. (n), Halfter (M./N./F.), Gurt, Ledergurt, Gürtel; as. halftra*, halfdra*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Halfter (M./N./F.); anfrk. heliftra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Halfter (M./N./F.); germ. *halftrō, *halftrjō, st. F. (ō), Halfter (M./N./F.); vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Holster, Kluge 1. A. s. u. Halfter, Kluge s. u. Halfter 1, EWD s. u. Halfter, DW 10, 226, EWAhd 4, 764, Falk/Torp 85, Duden s. u. Halfter, Bluhme s. u. Halfter 1; Son.: vgl. afries. -; ae. hælftre, M., st. F. (ō), N., Halfter (M./N./F.); ae. hælfter, healfter, M., st. F. (ō), Halfter (M./N./F.); an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und verwendeten Zaum ohne Gebiss und die Trense für Pferde und Rinder sowie Kamele mit Riemen zu einem Führen oder Anbinden des Tieres; BM.: schneiden; F.: Halfter, Halfters, Halftern+EW; Z.: Hal-ft-er
Halfter (2), Hulfter, Holfter, nhd., N., F., (13. Jh.): nhd. Halfter, Hulfter, Köcher, Pistolenscheide; ne. holster; Vw.: -; Hw.: s. hüllen, Holster; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. hulfter, st. F., Futteral, Satteldecke; mnd. hulfter, F., Behälter für eine Waffe, Sattelhalfter, Tasche für Bogen und Pfeile; ahd. hulft, hulst*, st. F. (i), Decke, Satteldecke; vgl. ahd. hulst*, st. F. (i), Decke, Satteldecke; ahd. hullen*, sw. V. (1a), „hüllen“, bedecken, verhüllen; germ. *huljan, sw. V., hüllen, verhüllen; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Halfter 2, DW 10, 1895, DW 10, 226, Duden s. u. Halfter; Son.: vgl. ae. heolstor, st. M. (a), Dunkel, Versteck; got. hulistr, st. N. (a), Hülle, Decke; nndl. halster, Sb., Halfter (N.); GB.: seit 13. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Köcher oder eine Pistolenscheide für eine Schusswaffe; BM.: hüllen; F.: Halfter, Halfters, Halftern+EW; Z.: Hal-ft-er
$halftern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. halftern, Halfter anlegen; Vw.: s. ab-; L.: Kluge s. u. Halfter 1, DW 10, 227, EWD s. u. Halfter; E.: s. Halfter, s. (e)n; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Halfter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für das von nach Zähmung von Pferd und Rind sowie Kamel von Menschen entwickelte und verwendete Halfter benutzen; F.: halftern, halftere, halfter (!), halfterst, halftert, halfterte, halftertest, halfterten, halftertet, gehalftert, ##gehalftert, gehalfterte, gehalftertes, gehalftertem, gehalfterten, gehalfterter##, halfternd, ###halfternd, halfterndes, halfterndem, halfternden, halfternder###, halfter (!)+EW; Z.: hal-ft-er-n
$Hall, nhd., M., (12./13. Jh.): nhd. Hall, Klang, Ton (M.); E.: s. hall(en); L.: DW 10, 227, EWD s. u. Hall; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und mit hallen verbindbare Bezeichnung für Klang oder Ton (M.) (2); F.: Hall, Halles, Halls, Halle, Hallen+EW; Z.: Hal-l
Halle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Halle, überdeckter großer Raum; ne. hall; Vw.: -; Hw.: s. Walhalla; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. halle (1), st. F., Halle; mnd. halle (1), F., Halle, Kaufhaus, Kaufhalle, Amtshaus der Handwerkergilde, Gerichtshalle; mnl. halle, F., Halle; ahd. halla*, st. F. (ō), Halle, Saal, Tempel; as. halla*, st. F. (ō), Halle, Saal; anfrk. -; germ. *hallō, st. F. (ō), Halle, Saal; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Halle, Kluge s. u. Halle, EWD s. u. Halle, DW 10, 229, EWAhd 4, 769, Falk/Torp 80, Duden s. u. Halle, Bluhme s. u. Halle; Son.: vgl. afries. -; ae. heall (1), heal, hall, hal, st. F. (ō), Halle, Wohnung, Haus; an. hǫll, st. F. (ō), Halle; got. -; nndl. hal, Sb., Halle; nschw. hall, Sb., Halle; nnorw. hall, M., Halle; poln. hala, F., Halle; nir. halla, M., Halle; lat. cella, F., Kammer, Stube, Kabinett, Hohlraum; GB.: (halla) seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus einem einzigen hohen und überdeckten großen Raum bestehendes Gebäude; BM.: verhüllen; F.: Halle, Hallen+EW; Z.: Hal-l-e
$Halle (2), nhd., F.: nhd. Siedehaus der Salzwerke; Hw,: s. Halle; L.: Kluge 1. A. s. u. Halle; F.: Halle, Hallen+EW; Z.: Hal-l-e
hallelujah, allelujah, nhd., Interj., (14. Jh.): nhd. hallelujah, allelujah, (lobet den Herrn!, preiset den Herrn); ne. hallelujah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. hallelūiā; E.: s. lat. hallelūiā, lobet den Herrn!, gelobt sei Gott!, (um 383-419/420 n. Chr.); aus dem hebr. halalūjāh, Interj., preiset den Herrn; L.: Kluge s. u. hallelujah, DW 10, 232 (hallelujah), EWD s. u. halleluja, Duden s. u. hallelujah; Son.: vgl. nndl. halleluja, Interj., hallelujah; frz. alléluia, Interj., hallelujah; nschw. halleluja, Interj., hallelujah; nnorw. halleluja, Interj., hallelujah; poln. alleluja, Interj., hallelujah; kymr. haleliwia, Interj., hallelujah; nir. ailliliú, Interj., hallelujah; lit. aleliuja Interj., hallelujah; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Hebräischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen aus den jüdischen Psalmen übernommenen gottesdienstlichen Freudenruf; BM.: preiset den Herrn; F.: hallelujah, allelujah+FW; Z.: hallelujah
hallen, nhd., V., (15. Jh.): nhd. hallen, schallen, hellen, tönen, klingen; ne. resound (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. hallen, sw. V., hallen; vgl. ahd. hellan, st. V. (3b), klingen, tönen, erschallen, erklingen, ertönen; germ. *hellan, st. V., ertönen, schallen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hell, Kluge s. u. hallen, EWD s. u. Hall, DW 10, 232, Duden s. u. hallen, Bluhme s. u. hallen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in einem bestimmten Bereich weithin schallen oder hellen oder tönen; BM.: rufen; F.: hallen (!), halle (!), hallst, hallt, hallest, hallet, hallte, halltest, hallten, halltet, gehallt, ##gehallt, gehallte, gehalltes, gehalltem, gehallten, gehallter##, hallend, ###hallend, hallende, hallendes, hallendem, hallenden, hallender###, hall (!)+EW; Z.: hal-l-en
Hallig, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Hallig, kleine Insel in dem Wattenmeer; ne. small island off the coast of Schleswig-Holstein; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. hallich, halg, halch, M., F., Hallig, uneingedeichtes Vorland, Außendeichsland, flache uneingedeichte dem Festland vorgelagerte Insel an der Westküste Schleswigs; mnd. hallige, M., F., Hallig, uneingedeichtes Vorland, Außendeichsland, flache uneingedeichte dem Festland vorgelagerte Insel an der Westküste Schleswigs; nordfries. hallig, M., nicht eingedeichtes niederes Land das von der Flut überspült werden kann; vgl. ae. healh, Sb., erhöhte von Marsch (F.) umgebene Fläche, Kuhle, Erhöhung, Winkel, Versteck; s. idg. *kᵘ̯el- (1), V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hallig, fehlt DW, EWD s. u. Hallig, Duden s. u. Hallig; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleinere bei Sturmflut überflutete Insel in dem Wattenmeer an der Westküste Schleswig-Holsteins; BM.: ragen bzw. hoch; F.: Hallig, Hallige, Halligen+EW; Z.: Hal-l-ig
Hallimasch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hallimasch, ein Pilz; ne. honey agaric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Lateinischen; L.: Kluge s. u. Hallimasch, fehlt DW, EWD s. u. Hallimasch, Duden s. u. Hallimasch; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Lateinischen aufgenommene Bezeichnung für einen meist in Büscheln an Baumstümpfen wachsenden braunen und roh giftigen Pilz mit weißen Lamellen und bräunlichen Schuppen auf dem Hut (M.); BM.: ?; F.: Hallimasch, Hallimasches, Hallimaschs, Hallimasche, Hallimaschen+FW?; Z.: Hallimasch
hallo, halloh, nhd., Interj., (15. Jh.): nhd. hallo!, hei!; ne. hello!; Vw.: -; Hw.: s. holen, s. holla; Q.: 15. Jh.; E.: Imperativ zu ahd. halōn, holōn, sw. V. (2), holen, rufen, nehmen, herbeiholen, herbeirufen; germ. *halōn, *hulōn, sw. V., rufen, holen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. hallo, DW 10, 235, EWD s. u. hallo, Duden s. u. hallo, Bluhme s. u. hallo; Son.: vgl. nndl. hallo!, Interj., hallo!; frz. allô, Interj., hallo!; nschw. hallå, Interj., hallo!; nnorw. hallo, Interj., hallo!; poln. halo, Interj., hallo!; kymr. helô, Interj., hallo!; lit. alio, Interj., hallo; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach der Entwicklung von Sprache entwickelten und verwendeten Ausruf der Begrüßung; BM.: rufen bzw. holen durch Rufen; F.: hallo+EW; Z.: hal-l-o
Hallodri, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hallodri, Luftikus; ne. rogue (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl Umformung von nhd. Allotria (s. d.); L.: Kluge s. u. Hallodri, fehlt DW, Duden s. u. Hallodri; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus Allotria umgebildete Bezeichnung für einen meist jüngeren und unbeschwerten und oft leichtfertigen und etwas unzuverlässigen Mann; BM.: anderes?; F.: Hallodri, Hallodris+FW(+EW?); Z.: Hallodri
Hallore, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Hallore, Salzwerkarbeiter; ne. worker in a saline; Vw.: -; Hw.: s. Heller; Q.: 17. Jh.; E.: umgebildet aus hallōrum, M. Pl. (Gen.), den Einwohnern von Halle; von dem ON Halle an der Saale; von einem germ. oder kelt. *hal, *halla, Sb., Salz; L.: Kluge s. u. Hallore, DW 10, 236 (Hallor), Duden s. u. Hallor; GB.: seit 17. Jh. belegte und latinisierend umgebildete Bezeichnung für einen Salzwerkarbeiter vor allem in Halle an der Saale; BM.: ON, Salz; F.: Hallore, Halloren+EW(+FW); Z.: Hal-l-or-e
Halluzination, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Halluzination, eine nur eingebildete Wahrnehmung; ne. hallucination; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. alūcinātio; E.: s. lat. alūcinātio, F., gedankenloses Reden, Faselei, Träumerei, (um 55 v.-40 n. Chr.); vgl. lat. alūcinārī, V., gedankenlos reden, gedankenlos handeln; gr. ἀλύειν (alýein), V., sich in unbehaglicher Stimmung befinden, betrübt sein (V.), verlegen sein (V.); idg. *alu-, *aleu, V., umherschweifen, Pokorny 27; idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irr sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Duden s. u. Halluzination, fehlt DW, EWD s. u. Halluzination, Duden s. u. Halluzination; Son.: vgl. nndl. halucinatie, Sb., Halluzination; frz. hallucination, F., Halluzination; nschw. hallucination, Sb., Halluzination; nnorw. hallusinasjon, M., Halluzination; poln. halucynacja, F., Halluzination; lit. haliucinacija, F., Halluzination; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nur in der Vorstellung von Menschen bestehende eingebildete Wahrnehmung; BM.: irren; F.: Halluzination, Halluzinationen+FW+EW; Z.: Hal-l-u-z-in-at-io-n
$halluzinieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. halluzinieren, eingebildet wahrnehmen; E.: s. Halluzination; L.: fehlt DW, EWD s. u. Halluzination; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nur in der Vorstellung von Menschen mögliches eingebildet wahrnehmen; F.: halluzinieren, halluziniere, halluzinierst, halluziniert, halluzinierest, halluzinieret, halluzinierte, halluziniertest, halluzinierten, halluziniertet, ##halluziniert, halluzinierte, halluziniertes, halluziniertem, halluzinierten, halluzinierter##, halluzinierend, ###halluzinierend, halluzinierende, halluzinierendes, halluzinierendem, halluzinierenden, halluzinierender###, halluzinier (!)+FW+EW; Z.: hal-l-u-z-in-ier-en
Halm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Halm, Grashalm, Stängel (von Gräsern); ne. haulm; Vw.: s. Schachtel-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. halm (1), st. M., Halm, Grashalm, Getreidehalm, Schreibrohr; mnd. halm, N., M., Halm, Röhre des Leuchters; mnl. halm, M., Halm; ahd. halm (1), st. M. (a), Halm, Strohhalm, Kornhalm, Getreidehalm, Hälmchen; as. halm, st. M. (a), Halm; anfrk. -; germ. *halma-, *halmaz, st. M. (a), Halm, Stengel, Stiel; s. idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, *k̑olh₂mo-, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); idg. *kel- (2), V., stechen, Pokorny 545? (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Halm, Kluge s. u. Halm, DW 10, 237, EWD s. u. Halm, EWAhd 4, 770, Falk/Torp 85, Duden s. u. Halm, Bluhme s. u. Halm; Son.: vgl. afries. -; ae. healm (1), st. M. (a), Halm, Stengel; an. halmr, st. M. (a), Halm, Strohhalm; got. -; nndl. halm, Sb., Halm; nschw. halm, Sb., Stroh; nnorw. halm, M., Stroh; gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr, Halm, Schilf; lat. culmus, M., Halm, Getreidehalm, Ähre, Stroh; akymr. calamennou, Sb., Halm?; kymr. calaf, F., Halm; apreuß. salme, Sb., Stroh; russ. солома (solóma), F., Stroh; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schlanken und durch knotenartige Verdickungen gegliederten und geschützten biegsamen Stängel (von Gräsern); BM.: stechen?; F.: Halm, Halmes, Halms, Halme, Halmen+EW; Z.: Hal-m
Halma, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Halma, ein Brettspiel; ne. halma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. halma; E.: s. ne. halma, N., Halma; gr. ἅλμα (hálma), N., Sprung; s. idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Halma, fehlt DW, EWD s. u. Halma, Duden s. u. Halma; Son.: vgl. nndl. halma, Sb., Halma; frz. halma, Sb., Halma; nschw. halma, Sb., Halma; nnorw. halma, M., Halma; poln. halma, Sb., Halma; kymr. halma, M., Halma; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Brettspiel mit zwischen zwei bis sechs Beteiligten bei dem jeder Spieler seine Steine nach festen Regeln möglichst schnell auf die ihm gegenüberliegende Seite des Spielfelds zu bringen versucht; BM.: springen; F.: Halma, Halmas+FW; Z.: Hal-m-a
Halogen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Halogen (Salzbildner), ein chemischer Grundstoff; ne. halogen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἅλς (háls), F., M., Meer, Salz; E.: s. idg. *sal- (1), *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Halogen; Son.: nndl. halogeen, Sb., Halogen; frz. halogène, M., Halogen; nschw. halogen, Sb., Halogen; nnorw. halogen, N., Halogen; kymr. halogen, M., Halogen; nir. halaigin, F., Halogen; poln. halogen, Sb., Halogen; lit. halogenas, M., Halogen; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen grundsätzlich schon vormenschlichen chemischen Grundstoff (Fluor und Chlor und Brom und Jod und das sehr seltene radioaktive Astat sowie das 2010 erstmals künstlich erzeugte instabile Tenness) der mit Metallen und ohne Beteiligung von Sauerstoff Salze wie etwa HCl oder NaCl bildet; BM.: Salz, erzeugen; F.: Halogen, Halogens, Halogene, Halogenen+FW; Z.: Ha-l-o-gen
Hals, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hals, Verbindung von Kopf und Rumpf des Menschen und höherer Tiere; ne. neck (N.), throat; Vw.: s. Keller-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hals, st. M., Hals, Koller (N.), Gang (M.) (2), Öffnung, Röhre; mnd. hals, M., Hals, Tod, Leben, Mensch; mnl. hals, M., Hals; ahd. hals (1), st. M. (a), Hals, Nacken; as. *hals?, st. M. (a), Hals; anfrk. *hals?, st. M. (a), Hals, Nacken; germ. *halsa-, *halsaz, st. M. (a), Hals; idg. *kᵘ̯olso-, Sb., Hals, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, kelH-, V., Adj., ragen, aufragen, hochragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hals, Kluge s. u. Hals, DW 10, 242, EWD s. u. Hals, EWAhd 4, 777, Falk/Torp 82, Duden s. u. Hals, Bluhme s. u. Hals; Son.: vgl. afries. hals, st. M. (a), Hals, Halsbuße, Leben, Mensch; saterl. hals; ae. heals, st. M. (a), Hals, Schiffsbug; an. hals, st. M. (a), Hals, Vorderteil des Schiffes; got. hals, st. M. (a), Hals; nndl. hals, Sb., Hals; nschw. hals, Sb., Hals; nnorw. hals, M., Hals; lat. collum, N., Hals, Kragen (M.); lat. collus, M., Hals, Nacken, Genick; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für den den Kopf und den Rumpf verbindenden Körperteil höherer tierischer Lebewesen; BM.: ragen?; F.: Hals, Halses, Hälse, Hälsen+EW; Z.: Hal-s
$Halsabschneider, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Halsabschneider, den Hals Abscheidender, Wucherer; E.: s. Hals, s. Abschneider; L.: EWD s. u. Hals; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht unter Einfluss von lat. decollator aus Hals und Abschneider gebildete Bezeichnung für einen einem Menschen den Hals Abschneidenden oder übertragen (Adj.) einen Wucherer; F.: Halsabschneider, Halsabschneiders, Halsabschneidern+EW; Z.: Hal-s—ab—schneid-er
$halsen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. halsen, an dem Hals fassen; Vw.: s. um-; E.: s. Hals, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hals, DW 10, 260, EWD s. u. Hals; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Hals und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für dem Menschen und anderen Primaten mögliches an den Hals fassen oder um den Hals fassen; F. : halsen, halse (!), halsst (!), halst, halsest, halset, halste, halstest, halsten, halstet, gehalst, ##gehalst, gehalste, gehalstes, gehalstem, gehalsten, gehalster##, halsend, ###halsend, halsende, halsendes, halsendem, halsenden, halsender###, hals (!)+EW; Z.: hal-s-en
$halsen (2), nhd., sw. V., (?): nhd. das Segel bei dem Wenden an die andere Bootsseite bringen, die Richtung eines Segelschiffs ändern indem man es mit dem Heck durch die Richtung dreht aus welcher der Wind weht; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hals; F.: halsen, halse, halsst (!), halst, halsest, halset, halste, halstest, halsten, halstet, gehalst, ##gehalst, gehalste, gehalstes, gehalstem, gehalsten, gehalster##, halsend, ###halsend, halsende, halsendes, halsendem, halsenden, halsender###, hals (!)+EW; Z.: hal-s-en
$Halsgericht, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Halsgericht; E.: s. Hals, s. Gericht; L.: Kluge s. u. Halsgericht, DW 10, 262, EWD s. u. Hals; GB.: (halsgerihte) seit 1274 (nach DRW seit 1296) belegte und aus Hals und Gericht gebildete Bezeichnung für ein Gericht über Leben und Tod; F.: Halsgericht, Halsgerichtes, Halsgerichts, Halsgerichte, Halsgerichten+EW; Z.: Hal-s—ge-rich-t
$halsstarrig, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. halsstarrig, eigensinnig, starrköpfig, trotzig; E.: Hals, s. starr, s. ig; L.: EWD s. u. Hals; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hals und starr sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eigensinnig oder starrköpfig oder trotzig; F.: halsstarrig, halsstarrige, halsstarriges, halsstarrigem, halsstarrigen, halsstarriger(, halsstarrigere, halsstarrigeres, halsstarrigerem, halsstarrigeren, halsstarrigerer, halsstarrigst, halsstarrigste, halsstarrigstes, halsstarrigstem, halsstarrigsten, halsstarrigster)+EW; Z.: hal-s—star-r-ig
halt, nhd., Partikel, Adv., (8. Jh.): nhd. halt, eben, freilich, mehr, wohl; ne. just (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. halt, Adv., mehr, vielmehr, eben, freilich, ja, allerdings, etwa, wohl; ahd. halt, Adv., lieber, mehr, eher, ja, trotzdem, vielmehr; ahd. halto (1), Adv., bald, rasch, sehr, schnell, sofort, alsbald; as. hald, Adv., mehr; anfrk. -; germ. *haldi-, *haldiz, Adj., geneigt, sehr, eben, haltend, zu halten; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548?; idg. *kᵘ̯el- (1), V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. halt, Kluge s. u. halt, DW 10, 272, EWD s. u. halt, EWAhd 4, 783, EWAhd 4, 791, Falk/Torp 85, Heidermanns 274, Duden s. u. halt; Son.: vgl. afries. -; ae. *hielde (2), Adj., geneigt; an. heldr, Adv. Komp., vielmehr, eher; got. haldis, Adv. Komp., mehr, lieber; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eben oder freilich oder mehr?; BM.: ragen?; F.: halt+EW; Z.: hal-t
Halt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Halt, Zusammenhalt, Festigkeit, Haltenbleiben (N.), Verharren auf einem Platze, feste Umfassung; ne. footing (N.); Vw.: s. Ge-, In- -; Hw.: s. halten; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. halt (4), st. M., Halt, Stütze, Bestand, Ort, Aufenthalt, Hinterhalt; mnd. hōlt (1), holt, hōld, hālt, halt, M., N., Halt, Aufenthalt, Rast, Hinterhalt, Versteck, Sicherung, Straßenwache, Halten, Abhalten; s. nhd. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 10, 270, EWD s. u. halten, Duden s. u. Halt; Son.: vgl. nschw. anhalt, Sb., Halt; GB.: seit 1276-1318 belegte und mit halten verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche feste Umfassung; BM.: treiben?; F.: Halt, Haltes, Halts, Halte, Halten+EW; Z.: Hal-t
halten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. halten, beaufsichtigen, bewachen, hüten, aufhalten, behalten (V.), bleiben, fest umfassen; ne. hold (V.); Vw.: -; Hw.: s. Halt, Gehalt, …haltig, Inhalt, Kalter; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. halten (1), halden, st. V., red. V., aufbewahren, beherbergen, aufnehmen, erhalten (V.), haben, innehaben; mnd. hōlden (1), hoolden, hoylden, st. V., halten, festhalten, behalten (V.), nicht aus der Hand geben, hüten, bewachen; mnl. houden, holden, halden, st. V., halten; ahd. haltan (1), red. V., halten, bewachen, hüten; as. haldan, red. V. (1), halten, hüten, feiern; anfrk. haltan*, st. V. (7)=red. V., halten; germ. *haldan, st. V., halten, hüten; s. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. halten, Kluge s. u. halten, EWD s. u. halten, DW 10, 275, EWAhd 4, 785, Falk/Torp 84, Seebold 248, Duden s. u. halten, Bluhme s. u. halten; Son.: vgl. afries. halda (1), st. V. (7)=red. V., halten, beobachten, handhaben, einhalten, Gericht halten, behaupten; saterl. halda, V., halten; ae. healdan, haldan, heldan, st. V. (7)=red. V. (2), halten, enthalten, fassen, besitzen, bewohnen, zügeln, zurückhalten; an. halda, red. V., halten, hüten, sich beschäftigen; got. haldan, red. V. (3), hüten, weiden, halten; vgl. nndl. houden, V., halten; nschw. hålla, V., halten; nnorw. holde, V., halten; ai. kaláyati, V., treibt, hält, trägt; gr. πέλεσθαι (pélesthai), V., sich drehen, sich bewegen, sich regen; gr. κέλλειν (kéllein), V., vorschnellen, vorwärts treiben, landen; lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; toch. B. kalṣtär, V., treibt Vieh; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Primaten mögliches (mit der Hand) fest umfassen; BM.: treiben?; F.: halten, halte, hältst, hält, haltet, haltest, hielt, hieltest, hieltst, hielten, hieltet, gehalten, ##gehalten, gehaltene, gehaltenes, gehaltenem, gehaltenen, gehaltener##, haltend, ###haltend, haltende, haltendes, haltendem, haltenden, haltender###, halt (!)+EW; Z.: hal-t-en
$Halter, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Halter, Haltender, Hütender, Rettender; Vw.: s. An-, Buch-, (Büsten-,) Stamm-; E.: s. halt(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. halten, DW 10, 300, EWD s. u. halten; GB.: (haltāri) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. salvator aus halt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Haltenden oder Hütenden oder Rettenden; F.: Halter, Halters, Haltern+EW; Z.: Hal-t-er
…haltig, …hältig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. …haltig, …hältig, haltend, enthaltend, Halt habend; ne. holding (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. halten; Q.: 12. Jh.?; E.: mhd. haltic*, haltec, Adj., haltend, festhaltend; mnd. hēldich, Adj., hältig, haltend, aufhaltend; vgl. ahd. haltan (1), red. V., halten, bewachen, hüten; as. haldan, red. V. (1), halten, hüten, feiern; anfrk. haltan*, st. V. (7)=red. V., halten; germ. *haldan, st. V., halten, hüten; s. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. -haltig, DW 10, 301 (haltig), Duden s. u. -haltig; Son.: s. erzhaltig, reichhaltig; vgl. nschw. …haltig, Suff., …haltig, …hältig; nnorw. …holdig, Suff., …haltig, …hältig; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus halt(en) und ig gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort für enthaltend verwendete Bezeichnung; BM.: treiben?; F.: ...haltig, ...haltige, ...haltiges, ...haltigem, ...haltigen, ...haltiger(, ...haltigere, ...haltigeres, ...haltigerem, ...haltigeren, ...haltigerer, ...haltigst, ...haltigste, ...haltigstes, ...haltigstem, ...haltigsten, ...haltigster), ...hältig, ...hältige, ...hältiges, ...hältigem, ...hältigen, ...hältiger(, ...hältigere, ...hältigeres, ...hältigerem, ...hältigeren, ...hältigerer, ...hältigst, ...hältigste, ...hältigstes, ...hältigstem, ...hältigsten, ...hältigster)+EW; Z.: -hal-t-ig
$Haltung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Haltung, Verhalten, Stellung; Vw.: s. Buch-, Unter-; E.: s. halt(en), s. ung; L.: Kluge s. u. halten, DW 10, 303, EWD s. u. halten; GB.: (haltunge) seit vor 1350 belegte und aus halt(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen mögliches Verhalten oder eine Stellung; F.: Haltung, Haltungen+EW; Z.: Hal-t-ung
Halunke, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Halunke, schlechter Mensch, Betrüger, Schurke, Gauner; ne. scoundrel, rascal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: s. mnd. holunke, hollunke, halunke, hallunke, M., Halunke (Bedeutung örtlich beschränkt), armseliger nichtswürdiger Mensch, Landstreicher; s. tschech. holomek, M., Bettler, Gauner, Diener, Knecht; vielleicht zu atschech. holӯ, Adj., nackt, bloß; ksl. kolъ, Adj., nackt; idg. *gal- (1), Adj., kahl, nackt, Pokorny 349 (519/3) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Halunke, DW 10, 305, EWD s. u. Halunke, Duden s. u. Halunke; Son.: vgl. ndän. halunk, M., Halunke; nnorw. halunk, M., Halunke; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und wohl über das Mittelniederdeutsche aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schlechten Menschen oder Betrüger oder Schurken oder Gauner; BM.: nackt?; F.: Halunke, Halunken+FW(+EW); Z.: Hal-unk-e
Hämatom, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hämatom, Bluterguss, Blutbeule; ne. hematoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; weitere Herkunft unklar, manchmal wird das Wort mit ahd. seim verglichen, s. Frisk 1, 39; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hämatom; Son.: vgl. nndl. hematoom, Sb., Hämatom; frz. hématome, M., Halogen; lit. hematoma, F., Hämatom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Blut mögliche Ansammlung von Blut außerhalb der Blutbahn oder der Adern des Blutkreislaufs (Bluterguss); BM.: Blut; F.: Hämatom, Hämatoms, Hämatomes, Hämatome, Hämatomen+FW; Z.: Häm-a-tom
Hamburger, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hamburger, Hamburgerbrötchen; ne. hamburger; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hamburger; E.: s. ne. hamburger, N., Hamburger, Hamburger Steak; von dem ON Hamburg, s. mnd. Hamborch, ON, Hamburg; vgl. mnd. hamme (1), F., abgeteiltes und umgrenztes Stück Weideland oder Wiesenland, Koog, Marschland, Wiesenland; mnd. ham (2), N., M., abgeteiltes und durch Gräben eingefriedigtes Stück Weideland oder Wiesenland, Marschland; as. *ham?, *hamm?; st. M. (a?, i?), Winkel, Bucht, Wiese; germ. *hamma-, *hammja, Sb., Einhegung, Eingehegtes; idg. *komo-, Sb., Eingeengtes Pokorny 555; s. idg. *kem- (1), V., drücken, pressen, hindern, hemmen, Pokorny 555 (858/90) (RB. idg. aus. arm., gr.?, germ., balt., slaw.); mnd. borch, F., Burg; as. burg, st. F. (i, athem.), Burg, Ort, Stadt; germ. *burg, F. (kons.), Burg; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Hamburger, fehlt DW, Duden s. u. Hamburger; Son.: vgl. nndl. hamburger, Sb., Hamburger; frz. hamburger, M., Hamburger; nschw. hamburgare Sb., Hamburger; nnorw. hamburger, M., Hamburger; poln. hamburger, M., Hamburger; kymr. hambwrgiad, M., F., Hamburger; lit. hamburgietis, M., Hamburger; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem ON Hamburg und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu einer raschen Stillung von Hunger wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Brötchen mit einer Hackfleischeinlage; BM.: ON; F.: Hamburger, Hamburgers, Hamburgern+FW(+EW); Z.: Ham-bur-g-er
Hame, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hame, Hamen (M.) (1), hölzerne gebogene Fessel (F.) (1), Angelrute, Angelhaken; ne. fishhook, hamjulus; Vw.: -; Hw.: s. Hamen (1); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ham, hame (2), sw. M., Angelrute, Angelhaken; mnd. hāme, M., Hamen, Decke, Behälter; mnl. hame, M., Angel (F.), Ecke; ahd. hamo* (2), sw. M. (n), Angelrute; lat. hāmus, M., Haken (M.), Angelhaken, Angel (F.), (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unklar, s. Pokorny 634, Walde/Hofmann 1, 633; L.: Kluge s. u. Hamen 1, DW 10, 307, EWD s. u. Hamen 1, EWAhd 4, 803, Duden s. u. Hamen; Son.: vgl. frz. hameçon, M., Angelhaken; GB.: (hamo*) seit 10. Jh. belegte und in der Etymologie unklare Bezeichnung für einen Angelhaken; BM.: ?; F.: Hame, Hamens, Hamen+FW; Z.: Ham-e
$Häme, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Häme, Hülle, Spott; E.: s. hämisch; L.: Kluge s. u. Häme, hämisch, fehlt DW, EWD s. u. hämisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit hämisch verbindbare Bezeichnung für Hülle oder Spott; F.: Häme+EW; Z.: Häm-e
Hamen (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hamen (M.) (1), Hame, hölzerne gebogene Fessel (F.) (1), Angelrute, Angelhaken; ne. fishhook, hamjulus; Vw.: -; Hw.: s. Hame; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ham, hame (2), sw. M., Angelrute, Angelhaken; mnd. hāme, M., Hamen, Decke, Behälter; mnl. hame, M., Angel (F.), Ecke; ahd. hamo* (2), sw. M. (n), Angelrute; lat. hāmus, M., Haken (M.), Angelhaken, Angel (F.), (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unklar, s. Pokorny 634, Walde/Hofmann 1, 633; L.: Kluge s. u. Hamen 1, DW 10, 307, EWD s. u. Hamen 1, EWAhd 4, 803, Duden s. u. Hamen; Son.: vgl. frz. hameçon, M., Angelhaken; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der Etymologie unklare Bezeichnung für einen Angelhaken; BM.: ?; F.: Hamen, Hamens+FW; Z.: Ham-en
Hamen (2), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Hamen (M.) (2), Netz, Fangnetz, Fanggarn; ne. toils, net (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. ham, hame (1), sw. M., Haut, Hülle, Kleid, sackförmiges Fangnetz; mnd. hāme (1), M., Hamen, Decke, Hülse (Bedeutung jünger), Gefäß, Behälter, beutelförmiges Stellnetz, Fangsack; mnl. hame, M., Angel (F.), Ecke; ahd. hamo (1), sw. M. (n), Hamen (M.) (2), Fangnetz, sackförmiges Fangnetz für den Fischfang, Gewand; as. *hamo?, sw. M. (n), Kleid; anfrk. -; germ. *hama-, *hamaz, st. M. (a), Hülle, Haut; germ. *hamō-, *hamōn, *hama-, *haman, sw. M. (n), Hülle, Haut; s. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hamen, Kluge 1. A. s. u. Hamen, Kluge s. u. Hamen 2, Hamen 1, DW 10, 306, EWAhd 4, 800, Falk/Torp 74, Duden s. u. Hamen; Son.: vgl. afries. *hama, *homa, sw. M. (n), Gewand; ae. hama, homa, sw. M. (n), Gewand, Kleidung, Haut, Leib, Kindbett; an. hamr, st. M. (a), Hülle, Gestalt; got. *hams?, st. M. (a), Hülle; ? nndl. haam, Sb. ,Netz, hölzernes Band um den Hals eines Pferdes; gr. κημός (kēmós), M., Maulkorb, Korb zum Einsammeln der Stimmsteinchen; GB.: (hamo) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sackförmiges Fangnetz für den Fischfang; BM.: verhüllen; F.: Hamen, Hamens+EW; Z.: Ham-en
hämisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. hämisch, listig, boshaft, heimtückisch, schadenfroh; ne. gleeful, sardonic; Vw.: -; Hw.: s. Heimtücke?; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. hemisch, hemsch, Adj., hämisch, boshaft, hinterlistig, heimtückisch; vgl. mhd. hem, Adj., aufsässig, heimtückisch; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. hämische, Kluge s. u. hämisch, DW 10, 308, EWD s. u. hämisch, Duden s. u. hämisch, Bluhme s. u. haemisch; GB.: seit 1285-1290 belegte und aus hem und isch gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches listig oder boshaft oder heimtückisch oder schadenfroh; BM.: ?; F.: hämisch, hämische, hämisches, hämischem, hämischen, hämischer(, hämischere, hämischeres, hämischerem, hämischeren, hämischerer, hämischst, hämischste, hämischstes, hämischstem, hämischsten, hämischster)+EW; Z.: häm-isch
Hammel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hammel, verschnittener Schafbock; ne. mutton, castrated ram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. hamel, Adj., verstümmelt; mnd. hāmel (2), M., verschnittener Schafbock, Hammel; mnl. hamel, M., Hammel, verschnittener Schafbock; ahd. hamal, Adj., st. M. (a), verstümmelt, verschnitten, Hammel (= hamal subst.); germ. *hamala-, *hamalaz, Adj., verstümmelt; as. -; anfrk. -; s. idg. *sk̑em-, *k̑em-, *sk̑emH-, *k̑emH-, Adj., verstümmelt, hornlos, Pokorny 929; vgl. idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556 (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hammel, Kluge s. u. Hammel, DW 10, 310, EWD s. u. Hammel, EWAhd 4, 794, Falk/Torp 37, Heidermanns 277, Duden s. u. Hammel, Bluhme s. u. Hammel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. Hamall, st. M. (a), PN, Hammel, verstümmeltes Tier; got. -; nndl. hamel, Sb., Hammel; GB.: (hamal) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und der erforderlichen Werkzeuge möglichen verschnittenen Schafbock; BM.: verstümmelt; F.: Hammel, Hammels, Hammeln+EW; Z.: Ham-m-el
$Hammelsprung, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hammelsprung; E.: s. Hammel, s. Sprung; L.: Kluge s. u. Hammelsprung, fehlt DW; GB.: seit 1879 belegte und aus Hammel und Sprung gebildete Bezeichnung für ein an dem 9. April 1874 in die Geschäftsordnung des Reichstags des zweiten Deutschen Reiches und in dem November 1874 in die Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses Preußens sowie auch in Geschäftsordnungen anderer Parlamente eingeführtes Abstimmungsverfahren bei dem bei Unklarheiten über Abstimmungen alle Abgeordneten des jeweiligen Parlaments den Plenarsaal verlassen und durch eine von drei verschiedenen Türen für Zustimmung oder Ablehnung oder Enthaltung wieder betreten und dabei gezählt werden; F.: Hammelsprung, Hammelsprungs, Hammelsprünge, Hammelsprüngen+EW; Z.: Ham-m-el-s-pr-ung
Hammer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hammer, Klöppel ein Werkzeug zu einem Schlagen oder Klopfen; ne. hammer (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. hamer, st. M., Hammer, Hammerwerk; mnd. hāmer (1), M., Hammer, Schmiedewerkzeug, Eisenwerk, Eisenhammer, Münzhammer; mnl. hāmer, M., Hammer; ahd. hamar, st. M. (a)?, Hammer, Schläger; as. hamar, hamur, st. M. (a), Hammer; anfrk. -; germ. *hamara-, *hamaraz, st. M. (a), Stein, Fels, Hammer; idg. *komor-, Sb., Steinhammer, Hammer, Pokorny 22; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hammer, Kluge s. u. Hammer, DW 10, 313, EWD s. u. Hammer, EWAhd 4, 794, Falk/Torp 74, Duden s. u. Hammer, Bluhme s. u. Hammer; Son.: vgl. afries. hamer, homer, st. M. (a), Hammer; ae. hamor, st. M. (a), Hammer; an. hamarr, st. M. (a), Stein, Fels, Hammer, Haiart; got. -; nndl. hamer, Sb., Hammer; nschw. hammare, Sb., Hammer; nnorw. hammer, M., Hammer; ? ksl. kamy, Sb., Stein; GB.: (hamar) vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen zunächst aus Stein und später aus Metall und einem Holzstiel entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu einem Schlagen oder Klopfen; BM.: Stein?; F.: Hammer, Hammers, Hämmer, Hämmern+EW; Z.: Ha-m-m-er
$hämmern, hammern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. hämmern, schlagen, klopfen; E.: s. Hammer, s. (e)nL.: Kluge s. u. Hammer, DW 10, 319 (hammern), EWD s. u. Hammer; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Hammer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit Erfindung des Hammers in der Steinzeit entwickeltes und verwendetes mit dem Hammer schlagen oder klopfen; F.: hämmern, hämmere, hämmer (!), hämmerst, hämmert, hämmerte, hämmertest, hämmerten, hämmertet, gehämmert, ##gehämmert, gehämmerte, gehämmertes, gehämmertem, gehämmerten, gehämmerter##, hämmernd, ###hämmernd, hämmerndes, hämmerndem, hämmernden, hämmernder###, hämmer (!)+EW; Z.: hä-m-m-er-n
$Hammerschlag, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hammerschlag, Schlag mit dem Hammer, Metallabfall bei dem Hämmern; E.: s. Hammer, s. Schlag; L.: DW 10, 320, EWD s. u. Schlacke; GB.: seit um 1000 (Notker) belegte und aus Hammer und Schlag gebildete Bezeichnung für einen Schlag mit einem Hammer und einen dabei möglicherweise entstehenden Abfall aus Metall; F.: Hammerschlag, Hammerschlages, Hammerschlags, Hammerschläge, Hammerschlägen+EW; Z.: Ha-m-m-er—schlag
Hämoglobin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hämoglobin, Blutfarbstoff; ne. haemoglobin, hemoglobin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; Herkunft unklar; lat. globus, M., Kugel, Haufe, Haufen, Klumpen (M.), Kloß, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hämoglobin, fehlt DW, Duden s. u. Hämoglobin; Son.: vgl. nndl. hemoglobine, Sb., Hämoglobin; frz. hémoglobine, F., Hämoglobin; nschw. hemoglobin, Sb., Hämoglobin; nnorw. hemoglobin, N., Hämoglobin; poln. hemoglobina, F., Hämoglobin; nir. haemaglóibin, Sb., Hämoglobin; lit. hemoglobinas, M., Hämoglobin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen und dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise in der Herkunft unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Farbstoff der roten Blutkörperchen (Blutfarbstoff); BM.: Blut, Kugel bzw. ballen; F.: Hämoglobin, Hämoglobins+FW; Z.: Häm-o-glo-b-in
Hämorrhoide, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hämorrhoide, Erweiterung der Mastdarmvene; ne. haemorrhoid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. haemorrhoides; E.: s. mhd. emorroide, F., Hämorrhoide; mlat. haemorrhoides, Sb., Hämorrhoiden, (vor 1250); vgl. lat. haemorrhoida, F., Hämorrhoidader, goldene Ader, (23/24-79 n. Chr.); gr. αἱμοῤῥοΐς (haimorrhoís), F., Hämorrohidader?; vgl. gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; Herkunft unklar; gr. ῥεῖν (rhein), V., fließen, idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hämorrhoiden, fehlt DW, Duden s. u. Hämorrhoiden; Son.: meist in dem Plural verwendet; vgl. nschw. hemorrojder, Sb. Pl., Hämorrhoiden; nnorw. hemoroide, M., Hämorrhoide; poln. hemoroidy, Pl., Hämorrhoiden; lit. hemorojus, M., Hämorrhoide; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Griechischen aufgenommene und teilweise in der Herkunft unklare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche knotenförmige Erweiterungen der Mastdarmvene mit gelegentlichem Blutfluss; BM.: Blut, strömen; F.: Hämorrhoide, Hämorrhoiden+FW; Z.: Häm-o-rrhoi-d-e
Hampelmann, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hampelmann, Einfaltspinsel; ne. jumping jack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von niederdeutsch hampeln, sw. V., hampeln, sich hinbewegen und herbewegen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht Lautgebärde; L.: Kluge s. u. Hampelmann, DW 10, 321, EWD s. u. hampeln, Duden s. u. Hampelmann; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus niederdeutsch hampel(n) und Mann gebildete und in der weiteren Herkunft teilweise wohl ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Puppe bei der man durch Ziehen eines dafür verwendbaren Fadens die Glieder zappeln machen kann; BM.: Ähnlichkeit mit einem Mann?; F.: Hampelmann, Hampelmannes, Hampelmanns, Hampelmänner, Hampelmännern+EW; Z.: Hamp-el—man-n
$hampeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hampeln; E.: von niederdeutsch hampeln, sw. V., hampeln, sich hinbewegen und herbewegen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht Lautgebärde L.: DW 10, 322, EWD s. u. hampeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung; F.: hampeln, hampel (!), hample, hampele, hampelst, hampelt, hampelte, hampeltest, hampelten, hampeltet, gehampelt, ##gehampelt, gehampelte, gehampeltes, gehampeltem, gehampelten, gehampelter##, hampelnd, ###hampelnd, hampelnde, hampelndes, hampelndem, hampelnden, hampelnder###, hampel (!)+FW; Z.: hamp-el-n
Hamster, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hamster, ein Nagetier; ne. hamster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. hamster, sw. M., Hamster; mnd. hāmester, hamster, M., Hamster?; ahd. hamustro, sw. M. (n), Kornwurm, Hamster?; unklar, wohl aus einer slawischen Sprache, s. slowen. chomestor, M., Hamster; ksl. choměstorŭ, M., Hamster; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Hamster, Kluge s. u. Hamster, EWD s. u. Hamster, DW 10, 32, EWAhd 4, 804, Duden s. u. Hamster, Bluhme s. u. Hamster; Son.: vgl. nndl. hamster, Sb., Hamster; frz. hamster, M., Hamster; nschw. hamster, Sb., Hamster; nnorw. hamster, M., Hamster; poln. chomik, M., Hamster; lit. stãras, Sb., Hamster; GB.: seit 11. Jh. belegte und wohl aus einer slawischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (den Kornwurm und später) ein kleines schon vormenschlich mögliches Nagetier mit gedrungenem Körper und meist stummelartigem Schwanz sowie großen Backentaschen mit deren Hilfe es Nahrungsvorräte für den Winterschlaf in einem unterirdischen Bau sammelnd zusammenträgt; BM.: ?; F.: Hamster, Hamsters, Hamstern+FW; Z.: Hamst-er
$Hamsterer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hamsterer, Hamsternder, Sammelnder; E.: s. hamster(n), s. er; L.: Kluge s. u. Hamster, EWD s. u. Hamster; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus hamster(n) und er gebildete Bezeichnung für einen (wie ein Hamster) Hamsternden oder Sammelnden; F.: Hamsterer, Hamsterers, Hamsterern+FW+EW; Z.: Hamst-er-er
$hamstern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hamstern, sammeln, aufhäufen; E.: s. Hamster, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hamster, fehlt DW, EWD s. u. Hamster; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hamster und (e)n gebildete Bezeichnung für (wie ein Hamster) sammelnd (vor einer möglichen Notlage) aufhäufen; F.: hamstern, hamstere, hamster (!), hamsterst, hamstert, hamsterte, hamstertest, hamsterten, hamstertet, gehamstert, ##gehamstert, gehamsterte, gehamstertes, gehamstertem, gehamsterten, gehamsterter##, hamsternd, ###hamsternd, hamsterndes, hamsterndem, hamsternden, hamsternder###, hamster (!)+FW+EW; Z.: hamst-er-n
Hand, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hand, ein Körperteil von Primaten, Handschrift; ne. hand (N.); Vw.: -; Hw.: s. Handel, Händel, handeln; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hant, st. F., Hand; mnd. hant (1), F., Hand, Glied; mnl. hant, M., Hand; ahd. hant, st. F. (i, u), Hand, Arm, Macht, Gewalt, Herrschaft, Schutz, Seite, Gebiet; as. hand, st. F. (u), Hand, Seite; anfrk. hand, st. F. (u), Hand; germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hand, Kluge s. u. Hand, DW 10, 324, EWD s. u. Hand, EWAhd 4, 814, Falk/Torp 71, Seebold 255, Duden s. u. Hand, Bluhme s. u. Hand; Son.: vgl. afries. hand, hond, st. F. (u), Hand, Schutz, Obhut, Gewalt, Macht; nnordfries. hond; ae. hand (1), st. F. (u), Hand, Seite, Macht, Besitz, Besitzer; an. hǫnd, st. F. (u?), Hand; got. handus, st. F. (u), Hand; got. handa, st. F., Hand; nndl. hand, Sb., Hand; nschw. hand, Sb., Hand; nnorw. hand, hånd, M., F., Hand; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von den von der Handwurzel und der Mittelhand und einschließlich des Daumens fünf Fingern gebildeten untersten Teil des Armes bei Menschen und Affen für ein Halten und Greifen; BM.: stechen?; F.: Hand, Hände, Händen+EW; Z.: Hand
$Handbuch, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Handbuch, handliches Buch, Buch in handlicher Gestalt; E.: s. Hand, s. Buch; Q.: 1300-1329 (Paradisus animae intellegentis); GB.: seit 1300-1329 belegte und nach lat. manuale aus Hand und Buch gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schrift und Buch mögliches Buch in handlicher Größe über ein Sachgebiet; L.: Kluge s. u. Handbuch, DW 10, 366, EWD s. u. Hand; F.: Handbuch, Handbuchs, Handbuches, Handbücher, Handbüchern+EW; Z.: Hand—buch
Handel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Handel, Angelegenheit, Rechtssache, Tätigkeit; ne. trade (N.), dealing (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hand, Händel, handeln; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. handel, st. M., Handel, Handeln, Handlungsweise, Gerichtsverhandlung, Streitsache, Handlungsobjekt, Ware, Handelsgeschäft, Vorgang, Begebenheit; mnd. handel, hendel, hendele, M., Handel, was man unter Händen hat, was man betreibt, was man behandelt, Treiben, Tun, Tätigkeit; vgl. mhd. handelen*, handeln, handlen, sw. V., mit den Händen fassen, berühren, betasten, bearbeiten; mnd. handelen, sw. V., „handeln“, mit der Hand betasten, in die Hand nehmen, mit der Hand berühren; ahd. hantalōn, sw. V. (2), behandeln, berühren, betasten; as. handlon, sw. V. (2), behandeln, befühlen; germ. *handlōn, V., greifen, ergreifen, befühlen; vgl. germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Handel, DW 10, 368, EWD s. u. handeln, Duden s. u. Handel; Son.: vgl. nndl. handel, Sb., Handel; nschw. handel, Sb., Handel; nnorw. handel, M., Handel; GB.: seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und mit handel(n) und Hand verbindbare Bezeichnung für den sich dem Kauf und Verkauf von Waren oder Wirtschaftsgütern widmenden Teilbereich der Wirtschaft; BM.: stechen?; F.: Handel, Handels, Händel, Händeln+EW; Z.: Hand-el
Händel, nhd., M.Pl., (16. Jh.): nhd. Händel, Streit, Zwist; ne. brawl, quarrels; Vw.: -; Hw.: s. Hand, Handel, handeln; Q.: 16. Jh.; E.: von einem mhd hendel, das letztlich eine Form von handeln ist, vgl. mhd. handelen*, handeln, handlen, sw. V., mit den Händen fassen, berühren, betasten, bearbeiten; ahd. hantalōn, sw. V. (2), behandeln, berühren, betasten; germ. *handlōn, V., greifen, ergreifen, befühlen; vgl. germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Händel, DW s. Handel, EWD s. u. handeln, Duden s. u. Händel; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit handeln und Hand verbindbare Bezeichnung für eine Streitigkeit oder einen Streit oder einen Zwist; BM.: stechen?; F.: Händel, Händels, Händeln+EW; Z.: Händ-el
handeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. handeln, machen, tun; ne. handle (V.), act (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hand, Handel, Händel; Q.: 1. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. handeln, sw. V., berühren, betasten, bearbeiten); mnd. handelen, sw. V., handeln, mit der Hand betasten, in die Hand nehmen, mit der Hand berühren; mnl. handelen, V., handeln; ahd. hantalōn, sw. V. (2), behandeln, berühren, betasten; as. handlon, sw. V. (2), behandeln, befühlen; anfrk. -; germ. *handlōn, V., greifen, ergreifen, befühlen; vgl. germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. handeln, Kluge s. u. handeln, DW 10, 373, EWD s. u. handeln, EWAhd 4, 820, Duden s. u. handeln; Son.: vgl. afries. handelia, hondelia, sw. V. (2), behandeln; nfries. hanneljen, hanljen, V., behandeln; ae. handlian, sw. V. (2), fühlen, behandeln, besprechen; an. hǫndla, sw. V. (2), mit der Hand berühren; got. -; nndl. handelen, V., handeln; nschw. handla, V., handeln; nnorw. handle, V., handeln; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit Hand und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für machen oder tun; BM.: stechen?; F.: handeln, handel (!), handle, handelst, handelt, handelte, handeltest, handelten, handeltet, gehandelt, ##gehandelt, gehandelte, gehandeltes, gehandeltem, gehandelten, gehandelter##, handelnd, ###handelnd, handelnde, handelndes, handelndem, handelnden, handelnder###, handel (!)+EW; Z.: hand-el-n
$handelseinig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. handelseinig, über einen Handel einig; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Handel, s. s, s. einig; L.: DW 10, 380, EWD s. u. einig; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Handel und s sowie einig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache und Geld mögliches über einen Handel einig; F.: handelseinig, handelseinige, handelseiniges, handelseinigem, handelseinigen, handelseiniger+EW; Z.: hand-el-s-ei-n-ig
$handfest, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. handfest, fest in der Hand; E.: s. Hand, s. fest; L.: Kluge s. u. handfest, DW 10, 386, EWD s. u. Hand; GB.: seit 3. Viertel 12. Jh. (hantveste) belegte und aus Hand und fest gebildete Bezeichnung für in feste Hand genommen oder rechtsgültig; F.: handfest, handfeste, handfestes, handfestem, handfesten, handfester(, handfestere, handfesteres, handfesterem, handfesteren, handfesterer, handfestest, handfesteste, handfestestes, handfestestem, handfestesten, handfestester)+EW; Z.: hand—fest
$Handfeste, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Handfeste, Handgriff, Handhabe, Schriftstück, Urkunde; E.: s. Hand, s. Feste; L.: Kluge s. u. Handfeste, DW 10, 386; GB.: seit um 1150 belegte und vielleicht nach lat.-gr. chirographum gebildete Bezeichnung für Handgriff oder Handhabe oder Schriftstück oder Urkunde; F.: Handfeste, Handfesten+EW; Z.: Hand—fest-e
$Handgeld, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Handgeld; E.: s. Hand, s. Geld; L.: Kluge s. u. Handgeld, DW 10, 389, EWD s. u. Hand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hand und Geld gebildete Bezeichnung für bei Abschluss eines Vertrags einem Teil bereits in die Hand gegebenes Geld; F.: Handgeld, Handgelds, Handgeldes, Handgelder, Handgeldern+EW; Z.: Hand—geld
$handgemein, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. handgemein, handgreiflich, tätlich; E.: s. Hand, s. gemein; L.: Kluge s. u. handgemein, DW 10, 389, EWD s. u. Hand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hand und gemein gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches handgreiflich oder tätlich; F.: handgemein, handgemeine, handgemeines, handgemeinem, handgemeinen(, handgemeiner, handgemeinere, handgemeineres, handgemeinerem, handgemeineren, handgemeinerer, handgemeinst, handgemeinste, handgemeinstes, handgemeinstem, handgemeinsten, handgemeinster)+EW; Z.: hand—ge—mei-n
$Handgemenge, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Handgemenge, mit den Händen ausgetragene Streitigkeit; E.: s. Hand, s. Gemenge; L.: DW 10, 390, EWD s. u. Hand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hand und Gemenge gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche mit den Händen ausgetragene Streitigkeit mehrerer Menschen; F.: Handgemenge, Handgemenges, Handgemengen+EW; Z.: Hand—ge—meng-e
$Handgranate, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Handgranate; E.: s. Hand, s. Granate; L.: Kluge s. u. Granate, DW 10, 391, EWD s. u. Granate; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hand und Granate gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Granaten mögliche von Menschen entwickelte und verwendete kleinere mit der Hand geworfene Granate; F.: Handgranate, Handgranaten+EW+FW; Z.: Hand—gra-n-at-e
$Handgriff, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Handgriff, Angreifen mit der Hand, Griff für die Hand, Griff mit der Hand; E.: s. Hand, s. Griff; L.: Kluge s. u. Griff, DW 10, 392, EWD s. u. Griff; GB.: (hantgrift) seit 1276-1318 belegte und aus Hand und Griff gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Angreifen mit der Hand oder einen Griff für die Hand oder mit der Hand; F.: Handgriff, Handgriffs, Handgriffes, Handgriffe, Handgriffen+EW; Z.: Hand—griff
$Handhabe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Handhabe, Handgriff, Griff, Handhabung; E.: s. Hand, s. Habe; L.: Kluge s. u. Handhabe, DW 10, 392, EWD s. u. Hand; GB.: (hanthaba) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Hand und Habe gebildete Bezeichnung für einen Handgriff oder einen Griff oder eine Handhabung; F.: Handhabe, Handhaben+EW; Z.: Hand—hab-e
$handhaben, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. handhaben, in der Hand haben, tun; L.: Kluge s. u. Handhabe, DW 10, 393, EWD s. u. Hand; GB.: (hanthaben) seit 1349 belegte und aus Handhab(e) und en (Hand und haben) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in der Hand haben oder tun; F.: handhaben, handhabe (!), handhabst (!), handhabt, handhabest, handhabet, handhabte, handhabtest, handhabten, handhabtet, gehandhabt, ##gehandhabt, gehandhabte, gehandhabtes, gehandhabtem, gehandhabten, gehandhabter##, handhabend, ###handhabend, handhabende, handhabendes, handhabendem, handhabenden, handhabender###, handhab (!)+EW; Z.: hand—hab-en
Handikap, Handicap, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Handikap, Handicap, Behinderung, Nachteil, Vorgabe für einen leistungsschwächeren Gegner; ne. handicap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. handicap; E.: s. ne. handicap, N., Handikap, Behinderung, Nachteil; vielleicht Zusammenziehung von „hand in the cap“; ne. hand, N., Hand; ae. hand (1), st. F. (u), Hand, Seite, Macht, Besitz, Besitzer; germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); ne. cap, N., Kappe; germ. *kappa?, F., Kappe, Hut (M.); lat. cappa, F., Kopfbedeckung, Kappe, Haube, Kapuze, (538/539-594 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Handikap, fehlt DW, EWD s. u. Handikap, Duden s. u. Handikap; Son.: vgl. nndl. handicap, Sb., Behinderung; frz. handicap, M., Handikap; nschw. handikapp, N., Handikap; nnorw. handikapp, N., Handikap; poln. handicap, M., Handikap; kymr. handicap, M., Handikap; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Behinderung oder einen Nachteil oder eine Vorgabe für einen leistungsschwächeren Gegner; BM.: Hand, Mütze; F.: Handikap, Handikaps, Handicap, Handicaps+FW(+EW?); Z.: Hand-i-kap
$handikapen, handicapen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. handikapen; Hw.: s. gehandikapt; I.: Lw. ne. handicap; E.: s. Handikap; L.: fehlt DW, EWD s. u. Handikap; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für mit einem Handikap sein (V.) oder mit einem Handikap versehen (V.); F.: handikapen, handikape (!), handikapst, handikapt, handikapest, handikapet, handikapte, handikaptest, handikapten, handikaptet, gehandikapt, ##gehandikapt, gehandikapte, gehandikaptes, gehandikaptem, gehandikapten, gehandikapter##, handikapend, ###handikapend, handikapende, handikapendes, handikapendem, handikapenden, handikapender###, handikap (!)+FW+EW; Z.: hand-i-kap-en
$Handkuss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Handkuss; E.: s. Hand, s. Kuss; L.: DW 10, 400, EWD s. u. küssen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hand und Kuss gebildete Bezeichnung für einen Kuss auf die Hand oder auf einen an der Hand getragenen Siegelring; F.: Handkuss, Handkusses, Handküsse, Handküssen+EW; Z.: Hand—kuss
$handlangen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. handlangen, zu der Hand gehen, Hand reichen; E.: s. Hand, s. langen; L.: Kluge s. u. Handlanger, DW 10, 400; GB.: (hantlangen) seit um 1387 belegte und aus Hand und langen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu der Hand gehen oder Hand reichen; F.: handlangen, handlange, handlangst, handlangt, handlangest, handlanget, handlangte, handlangtest, handlangten, handlangtet, gehandlangt, ##gehandlangt, gehandlangte, gehandlangtes, gehandlangtem, gehandlangten, gehandlangter##, handlangend, ###handlangend, handlangende, handlangendes, handlangendem, handlangenden, handlangender###, handlang (!)+EW; Z.: hand—la-ng-en
$Handlanger, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Handlanger, Helfer, Gehilfe; E.: s. handlang(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Handlanger, DW 10, 400, EWD s. u. Hand; GB.: seit 1420 belegte und aus handlang(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Helfer oder Gehilfen; F.: Handlanger, Handlangers, Handlangern+EW; Z.: Hand—la-ng-er
$Händler, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Händler, Handeltreibender; E.: s. hand(e)l(en), s. er; L.: Kluge s. u. handeln, DW 10, 402, EWD s. u. handeln; GB.: seit 13./15. Jh. belegte und aus hand(e)l(en), s. er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen berufsmäßig Handel Treibenden oder Händler; F.: Händler, Händlers, Händlern+EW; Z.: Händ-l-er
$handlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. handlich, Hand betreffend, mit der Hand geschehend, handhabbar; E.: s. Hand, s. lich; L.: EWD s. u. Hand; GB.: (hantlich) seit Ende 13. Jh. belegte und nach lat. manualis aus Hand und lich gebildete Bezeichnung für die Hand betreffend oder mit der Hand geschehend; F.: handlich, handliche, handliches, handlichem, handlichen, handlicher(, handlichere, handlicheres, handlicherem, handlicheren, handlicherer, handlichst, handlichste, handlichstes, handlichstem, handlichsten, handlichster)+EW; Z.: hand—lich
$Handlung, nhd., F., (9./10. Jh.?): nhd. Handlung, Tun; Vw.: s. Ab-, Affekt-, Be-, Kurzschluss-, Ver-; E.: s. hand(e)l(n), s. ung; L.: Kluge s. u. handeln, DW 10, 404, EWD s. u. handeln; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. tractatio oder tractatus aus hand(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für Behandlung oder Tun; F.: Handlung, Handlungen+EW; Z.: Hand-l-ung
$handsam, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. handsam, handlich; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. Hand, s. sam; L.: Kluge s. u. handsam; GB.: um 1000 belegte und vielleicht nach lat. pugillaris aus Hand und sam gebildete Bezeichnung für handlich; F.: handsam, handsame, handsames, handsamem, handsamen, handsamer(, handsamere, handsameres, handsamerem, handsameren, handsamerer, handsamst, handsamste, handsamstes, handsamstem, handsamsten, handsamster)+EW; Z.: hand-sam
$Handschelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Handschelle, abschließbare Handfessel; E.: s. Hand, s. Schelle; L.: Kluge s. u. Handschellen, Schelle, DW 10, 413; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hand und Schelle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dem Mittelalter entwickelte und verwendete abschließbare Handfessel aus Metall; F.: Handschelle, Handschellen+EW; Z.: Ha-nd—schell-e
$Handschrift, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Handschrift; E.: s. Hand, s. Schrift; L.: DW 10, 415, EWD s. u. Hand; GB.: (hantschrift) seit 1464-1475 belegte und vielleicht nach lat. chirographum aus Hand und Schrift gebildete Bezeichnung für eine mit der Hand geschriebene Schrift in Gegensatz zu einem Druck oder einer Maschinenschrift; F.: Handschrift, Handschriften+EW; Z.: Hand—schri-f-t
Handschuh, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Handschuh, Kleidungsstück für die Hand des Menschen; ne. glove (N.); Vw.: s. Glacé-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. hantschuoch, hentschuoch, hantsche, hentsche, st. M., Handschuh; mnd. hantschō*, hansche, hansge, hanske, hantsche, hantskō, hantze, hentsche, M., Handschuh, Eisenhandschuh; mnl. hantscoe, M., Handschuh; ahd. hantskuoh*, hantscuoh*, st. M. (a), Handschuh, Fäustling; as. handskōh*, st. M. (a), Handschuh; s. nhd. Hand, Schuh; L.: Kluge s. u. Handschuh, EWD s. u. Hand, DW 10, 416, EWAhd 4, 824, Duden s. u. Handschuh; Son.: vgl. afries. handschoch, M., Handschuh; an. hanzki, sw. M. (n), Handschuh; nndl. handschoen, Sb., Handschuh; nschw. handske, Sb., Handschuh; nnorw. handske, M., Handschuh; GB.: (hantskuoh*) seit 9. Jh. belegte und aus Hand und Schuh gebildete Bezeichnung für ein schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes zu einem Schutz über die menschliche Hand gezogenes und beispielsweise für Tutanchamun in Ägypten zwischen 1343 und 1323 v. Chr, angefertigtes Kleidungsstück; BM.: stechen?, ?; F.: Handschuh, Handschuhs, Handschuhe, Handschuhen+EW; Z.: Hand—schuh
$Handstreich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Handstreich, Handschlag, Überraschungsangriff; E.: s. Hand, s. Streich; L.: Kluge s. u. Handstreich, DW 10, 419, EWD s. u. Hand; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hand und Streich gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Handschlag oder einen Überraschungsangriff; F.: Handstreich, Handstreichs, Handstreiches, Handstreiche, Handstreichen+EW; Z.: Hand—strei-ch
$Handtuch, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Handtuch; E.: s. Hand, s. Tuch; L.: DW 10, 421, EWD s. u. Hand; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Hand und Tuch vielleicht nach lat. mantēlium oder manutergium gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Tuch zu dem Trocknen der gereinigten Hand; F.: Handtuch, Handtuches, Handtuchs, Handtücher, Handtüchern+EW; Z.: Hand—tuch
$Handwerk, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Handwerk, Handarbeit, Werk der Hände; E.: s. Hand, s. Werk; L.: Kluge s. u. Handwerk, DW 10, 423, EWD s. u. Handwerk; GB.: seit Ende 10. Jh. belegte und nach lat. opus manuum (oder opificium) aus Hand und Werk gebildete Bezeichnung für Handarbeit oder Werk der Hand (Hände); F.: Handwerk, Handwerks, Handwerkes, Handwerke, Handwerken+EW; Z.: Hand—werk
$Handwerker, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Handwerker; E.: s. Handwerk, s. er; L.: Kluge s. u. Handwerk, EWD s. u. Handwerk; GB.: seit 1287 (hantwerkære) belegte und aus Handwerk und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen ein Handwerk wie beispielsweise Bäcker, Metzger, Schreiner, Schlosser, Glaser oder Zimmermann hauptsächlich mit der Hand betreibenden Menschen; F.: Handwerker, Handwerkers, Handwerkern+EW; Z.: Hand—werk-er
hanebüchen, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. hanebüchen, empörend, unglaublich; ne. incredible (Adj.), outrageous (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; E.: von mhd. hagenbüechīn, Adj., hagenbuchen, Hainbuche betreffend, aus Hainbuche hergestellt, aus Weißbuche hergestellt, aus Hainbuchenholz bestehend; s. nhd. Hagebuche; L.: Kluge s. u. hanebüchen, EWD s. u. hanebüchen, DW 10, 166 (hahnebüchen!), Duden s. u. hanebüchen; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für empörend oder unglaublich; BM.: derb; F.: hanebüchen, hanebüchene, hanebüchenes, hanebüchenem, hanebüchenen, hanebüchener(, hanebüchenere, hanebücheneres, hanebüchenerem, hanebücheneren, hanebüchenerer, hanebüchenst, hanebüchenste, hanebüchenstes, hanebüchenstem, hanebüchensten, hanebüchenster)+EW; Z.: han-e-büch-en
Hanf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hanf, Hanfpflanze, Cannabis; ne. hemp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hanef, hanif, hanf, st. M., Hanf; mnd. hanep, hanp, M., Hanf; mnl. hannep, hennep, M., Hanf; ahd. hanaf, hanif, st. M. (a)?, Hanf, Hanfpflanze, Hanffaser, Hanfschnur, Hanfstrick, Gespinst aus Hanf; as. hanup, st. M. (a), Hanf; anfrk. -; germ. *hanapa-, *hanapaz, st. M. (a), Hanf; s. sumer. kunibu, Sb., Hanf; L.: Kluge 1. A. s. u. Hanf, Kluge s. u. Hanf, DW 10, 431, EWD s. u. Hanf, EWAhd 4, 805, Falk/Torp 70, Duden s. u. Hanf, Bluhme s. u. Hanf; Son.: vgl. afries. -; ae. hænep, hėnep, st. M. (a), Hanf; an. hampr, st. M. (a), Hanf; got. -; nndl. hennep, Sb., Hanf; nschw. hampa, Sb., Hanf; nnorw. hamp, M., Hanf; ai. śaṇá-, M., eine Hanfart; npers. šan, Sb., Hanf; gr. κάνναβις (kánnabis), F., Hanf; lit. kanapè, F., Hanf; GB.: (hanaf) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich hochwachsende krautige Pflanze mit Fasern und verschiedene Wirkstoffe enthaltenden Stängeln; BM.: ?; F.: Hanf, Hanfs, Hanfes+EW; Z.: Hanf
$Hänfling, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Hänfling; E.: s. Hanf, s. ling; L.: Kluge s. u. Hänfling, DW 10, 435, EWD s. u. Hanf; GB.: (henfelinc) seit Anfang 14. Jh. belegte und aus Hanf und ling gebildete Bezeichnung für einen kleinen Singvogel und danach einen schwächlichen Mann; F.: Hänfling, Hänflings, Hänflinges, Hänflinge, Hänflingen+EW; Z.: Hänf-ling
Hang, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Hang, Hangen, Hängen (N.), Neigung; ne. slope (N.), hanging (N.); Vw.: -; Hw.: s. hängen, hangeln; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. hanc, st. M., Hang, Hangen; mnd. *hanc?, M., Hang, Anhang; vgl. mhd. hangen (1), hāhen, sw. V., hängen, angefügt sein (V.), anhängen, anfügen, aufhängen, hangen, herabhängen; ahd. hangēn, sw. V. (3), hängen; germ. *hangēn, *hangǣn, sw. V., hangen; idg. *k̑enk-, *k̑onk-, V., schwanken, hängen, schweben, Pokorny 566 (876/108), ind., ital., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hang, Kluge s. u. Hang, DW 10, 436, EWD s. u. hängen, Duden s. u. Hang, Bluhme s. u. Hang; Son.: vgl. nnorw. hang, M., Hang; GB.: (hanc) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche schräg abfallende Seite eines Berges oder Hügels oder eine Neigung; BM.: hängen; F.: Hang, Hanges, Hangs, Hänge, Hängen+EW; Z.: Hang
Hangar, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hangar, Flugzeughalle; ne. hangar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. hangar; E.: s. frz. hangar, M., Hangar; awfrk. *haimgard, Sb., Schuppen; vgl. awfrk. *haim, Sb., Gehöft; germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); awfrk. *gard, Sb., Gehege, Garten; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Hangar, fehlt DW, Duden s. u. Hangar; Son.: vgl. nndl. hangar, Sb., Hanger; nschw. hangar, Sb., Hangar; nnorw. hangar, M., Hangar; poln. hangar, M., Hangar; nir. haingear, M., Hangar; lit. angaras, M., Hangar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Altwestfränkischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete große Halle zu der Unterbringung und Wartung sowie Reparatur von Flugzeugen (und Luftschiffen); BM.: Heim, Garten; F.: Hangar, Hangars+FW(+EW); Z.: Han-gar
hangeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hangeln, schwingen; ne. climb (V.) up hand over hand; Vw.: -; Hw.: s. hängen, Hang; Q.: 19. Jh.; E.: von immer wieder hängen; s. nhd. hängen; L.: Kluge s. u. hangeln, fehlt DW, EWD s. u. hängen, Duden s. u. hangeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hängen und eingefügtem el gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich hängend mit abwechselnd greifenden Händen weiterbewegen; BM.: hängen; F.: hangeln, hangel (!), hangle, hangelst, hangelt, hangelte, hangeltest, hangelten, hangeltet, gehangelt, ##gehangelt, gehangelte, gehangeltes, gehangeltem, gehangelten, gehangelter##, hangelnd, ###hangelnd, hangelnde, hangelndes, hangelndem, hangelnden, hangelnder###, hangel (!)+EW; Z.: hang-el-n
$Hängematte, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Hängematte; E.: aus Südamerika?; L.: Kluge s. u. Hängematte, DW 10, 440; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und über das Neuniederländische aus Südamerika aufgenommene und mit hänge(n) und Matte gebildete Bezeichnung für ein vor rund 1000 Jahren bei den Mayas entwickeltes und seitdem verwendetes hängendes und dabei auf Schiffen Schwankungen ausgleichendes Lager von Menschen; F.: Hängematte, Hängematten+FW(+EW); Z.: Häng-e—matt-e
hängen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. hängen, hängen lassen, herunterhängen; ne. hang (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hang, hangeln, henken; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: aus einem st. V. und einem sw. V. „hängen“ zusammengeführt; s. mhd. hāhen, red. V., hängen, anhängen, angefügt sein (V.), anfügen, festmachen, ansteuern; mhd. hangen (1), hāhen, hān, sw. V., hängen, angefügt sein (V.), anhängen, anfügen; mhd. hengen (1), sw. V., hängen, freien Lauf lassen, geschehen lassen, nachjagen, nachhängen; mnd. hahen?, V., hängen; mnd. hengen (1), sw. V., hängen, aufhängen, hinhängen, umhängen; mnl. hengen, V., hängen; ahd. hāhan, red. V., hängen, kreuzigen, aufhängen; ahd. hengen (1), henken*, sw. V. (1a), gehorchen, erlauben, gestatten, zulassen; as. hāhan*, red. V. (1), hängen; as. hangon, sw. V. (2), hangen; anfrk. -; germ. *hanhan, red. V., hängen; germ. *hangēn, *hangǣn, sw. V., hangen; idg. *k̑enk-, k̑onk-, V., schwanken, hängen, schweben, Pokorny 566 (876/108), ind., ital., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hangen, Kluge s. u. hängen, DW 10, 449, EWD s. u. hängen, EWAhd 4, 952, hängen, EWAhd 4, 952, EWAhd 4, 744, Falk/Torp 70, Seebold 250, Duden s. u. hängen, Bluhme s. u. haengen; Son.: vgl. afries. huā, st. V. (7)=red. V., hangen; ae. hōn, st. V. (7)=red. V. (1), hängen, anziehen, kreuzigen; an. hanga, red. V., hängen; got. hāhan (1), red. V. (3), hängen, schweben lassen; nndl. hangen, V., hängen; nschw. hänga, V., hängen; nnorw. henge, V., hängen; heth. gank-, V., hängen, wägen; ai. śáṅkate, V., zweiflet, befürchtet; lat. cūnctārī, V., zögern, schwanken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches hängen oder an etwas oben befestigt sein (V.) und ansonsten der Anziehungskraft der Erde unterfallen; BM.: mit einem Ende an etwas befestigt sein (V.); BM.: schweben?; F.: hängen (!), hänge (!), hängst, hängt, hängest, hänget, hing, hingst, hingen, hingt, hingest, hinget, gehangen, ##gehangen, gehangene, gehangenes, gehangenem, gehangenen, gehangener##, hängend, ###hängend, hängende, hängendes, hängendem, hängenden, hängender###, häng (!)+EW; Z.: häng-en
$Hangendes, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Hangendes; E.: s. hängen, s. nd, s. es; L.: fehlt DW, EWD s. u. hängen; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus hängen oder hangen sowie d (Suff.) und es (Suff.) gebildete Bezeichnung für das eine bestimmte Schicht oder ein Flöz überlagernde Gestein; F.: Hangendes+EW; Z.: Hang-en-d-es
$Hänger, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Hänger; Vw.: s. An-; E.: s. häng(en), s. er; L.: Kluge s. u. hängen, DW 453; GB.: vielleicht seit 15. Jh. (?) belegte und aus häng(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für Hängendes oder wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Hängendes; F.: Hänger, Hängers, Hängern+EW; Z.: Häng-er
$hängig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. hängig, hängend, einen Hang betreffend; Vw.: s. ab-, an-; E.: s. häng(en), s. ig; L.: Kluge s. u. hängen, DW 10, 454; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus häng(en) und ig gebildete Bezeichnung für hängend oder einen Hang betreffend; F.: hängig, hängige, hängiges, hängigem, hängigen, hängiger+EW; Z.: häng-ig
Hannoveraner, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Hannoveraner, ein Dressurpferd, ein Springpferd; ne. Hannoverian; Q.: 18. Jh.?; E.: von dem ON Hannover; dessen Herkunft ist ungeklärt; vielleicht war die ursprüngliche Bedeutung hohes Ufer; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hannoveraner; Son.: vgl. nndl. hannoveraan, Sb., Hannoveraner; frz. hanovrien, M., Hannoveraner; nschw. hannoveranare, Sb., Hannoveraner; nnorw. hannoveraner, M., Hannoveraner; poln. koń hanowerski, M., Hannoveraner; lit. hanoverio arkliai, M. Pl., Hannoveraner (Pl.); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem ON Hannover (hohes Ufer?) und an und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein großes starkes meist braunes und von Menschen besonders für den Reitsport entwickeltes und verwendetes Warmblutpferd; BM.: ON (nach den Herkunftsort der Pferderasse); F.: Hannoveraner, Hannoveraners, Hannoveranern+EW; Z.: Hannover-an-er
Hans, nhd., M., M.=PN, (13. Jh.): nhd. Hans, …hans; ne. Jack, John; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: PN, verkürzt aus Johannes; s. lat. Iōannēs, Iōannis, Jōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, „Gott ist gnädig“; L.: Kluge s. u. Hans, EWD s. u. Hans, DW 10, 455, Duden s. u. Hans; Son.: als Grundwort in Zusammensetzungen s. Prahlhans und als Bestimmungswort in Zusammensetzungen s. Hans-guck-in-die-Luft oder auch Hans im Glück; vgl. nndl. Hans, M.=PN, Hans; frz. Jean, M.=PN, Hans; GB.: seit 13. Jh. ein für eine Verallgemeinerung gebrauchter und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Hebräischen des Altertums aufgenommener und umgebildeter männlicher Vorname; BM.: Gott ist gnädig; F.: Hans, Hanses, Hänse, Hänsen+FW(+EW); Z.: Hans
Hanse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hanse, Kaufmannsgesellschaft, Vereinigung, Handelsabgabe; ne. Hansa, Hanseatic League; Vw.: -; Hw.: s. hanseatisch, hänseln; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. hanse, st. F., Kaufmannsgilde, Handelsabgabe, Handelsrecht; mnd. hanse, anse*, ansee, F., Hanse, Handelsgenossenschaft, Kaufmannsgilde, Handelsabgabe, Handelsrecht; mnl. hanse, M., Hanse; ahd. hansa*, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Trupp, Trupp von Soldaten; as. -; anfrk. -; germ. *hansō, st. F. (ō), Zusammenfassen, Schar (F.) (1); s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.), Falk/Torp?; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); idg. *skend-?, *kend-, *kend-?, *sken-?, V., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929 (1617/89) (RB. idg. aus kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hanse, Kluge s. u. Hanse, EWD s. u. Hanse, DW 10, 462, EWAhd 4, 812, Falk/Torp 71, Duden s. u. Hanse; Son.: vgl. afries. -; ae. hōs, st. F. (ō), Gefolge, Schar (F.) (1); an. -; got. hansa, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Manipel, Kohorte, Menge; nndl. hanze, Sb., Hanse; frz. Hanse, F., Hanse; nschw. Hansan, Sb., F., Hanse; nnorw. hansa, M., Hanse; poln. hanza, F., Hanse; ai. śāṃsa-, M., Preis, Lob, Meinung; kymr. cant, Sb., Schar; mir. céte?, Sb., Versammlung?; lit. hanza, hansa, F., Hanse; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines zu der Vertretung gemeinsamer vor allem wirtschaftlicher Interessen gebildeten und zeitweise fast 200 Mitglieder umfassenden Zusammenschlusses vor allem deutscher Handelsstädte; BM.: mit bzw. abspalten?; F.: Hanse+EW; Z.: Han-s-e
$Hanseat, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Hanseat; E.: s. Hanse, s. at (Suff.); L.: Kluge s. u. Hanse, DW 10, 463; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und über das Mittellateinische aus Hanse und at gebildete Bezeichnung für ein Mitglied der Hanse oder einen Angehörigen einer zu dem spätmittelalterlichen Städtebund Hanse gehörigen Hansestadt; F.: Hanseat, Hanseaten+EW; Z.: Han-s-e-at
hanseatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hanseatisch, die Hanse betreffend; ne. Hanseatic; Vw.: -; Hw.: s. Hanse, hänseln; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. hanseāticus; E.: s. mlat. hanseāticus, Adj., hanseatisch; vgl. mlat. hansa, F., Hanse, Gemeinschaft von Kaufleuten, Handelsgilde, Mitgliedschaft in der Hanse; mhd. hanse, hans, st. F., Hanse, Handelsgenossenschaft, Kaufmannsgilde, Handelsabgabe, Handelsrecht; ahd. hansa*, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Trupp; germ. *hansō, st. F. (ō), Zusammenfassen, Schar (F.) (1); s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.), Falk/Torp?; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); idg. *skend-?, *kend-, *kend-?, *sken-?, V., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929 (1617/89) (RB. idg. aus kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. Hanse, EWD s. u. Hanse, DW 10, 463, Duden s. u. hanseatisch; Son.: vgl. frz. hanséatique, Adj., hanseatisch; nschw. hanseatisk, Adj., hanseatisch; nnorw. hanseatisk, Adj., hanseatisch; poln. hanzeaticki, Adj., hanseatisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hanse und isch gebildete sowie latinisierend umgebildete Bezeichnung für die Hanse betreffend; BM.: mit bzw. abspalten; F.: hanseatisch, hanseatische, hanseatisches, hanseatischem, hanseatischen, hanseatischer+FW+EW; Z.: han-s-e-at-isch
hänseln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. hänseln, ärgern; ne. tease (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hanse, hanseatisch; Q.: 17. Jh.; E.: vielleicht mit der alten Bedeutung in eine Gesellschaft (Hanse) aufnehmen von mhd. hanse, hans, st. F., Hanse, Handelsgenossenschaft, Kaufmannsgilde, Handelsabgabe, Handelsrecht; ahd. hansa*, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Trupp; germ. *hansō, st. F. (ō), Zusammenfassen, Schar (F.) (1); s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.), Falk/Torp?; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); idg. *skend-?, *kend-, *kend-?, *sken-?, V., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929 (1617/89) (RB. idg. aus kelt., germ.?); vielleicht auch eine Ableitung von nhd. Hand (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. hänseln, Kluge s. u. hänseln, DW 10, 464, EWD s. u. hänseln, Duden s. u. hänseln; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus Hans(e) und (el) sowie (e)n belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches necken oder ärgern; BM.: in eine Gesellschaft aufnehmen; F.: hänseln, hänsel (!), hänsle, hänselst, hänselt, hänselte, hänseltest, hänselten, hänseltet, gehänselt, ##gehänselt, gehänselte, gehänseltes, gehänseltem, gehänselten, gehänselter##, hänselnd, ###hänselnd, hänselnde, hänselndes, hänselndem, hänselnden, hänselnder###, hänsel (!)+EW; Z.: hän-s-el-n
$hansen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. hansen, in eine Gesellschaft (Hanse) aufnehmen; Hw.: s. hänseln, s. Hanse; L.: DW 10, 465; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit hänseln und Hanse verbindbare Bezeichnung für in eine Gesellschaft aufnehmen; F.: hansen, hanse (!), hanst, hansest, hanset, hanste, hanstest, hansten, hanstet, gehanst, ##gehanst, gehanste, gehanstes, gehanstem, gehansten, gehanster##, hansend, ###hansend, hansende, hansendes, hansendem, hansenden, hansender###, hans (!)+EW; Z.: han-s-en
$Hansestadt, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hansestadt, eine der Hanse angehörige Stadt; E.: s. Hanse, s. Stadt; L.: DW 10, 465, EWD s. u. Hanse; GB.: seit 1330 (Krämerordnung Anklams) belegte und aus Hanse und Stadt gebildete Bezeichnung für eine dem Städtebund der Hanse angehörige Stadt; F.: Hansestadt, Hansestädte, Hansestädten+EW; Z.: Han-s-e—sta-dt
$hansisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. hansisch, Hanse betreffend; E.: s. Hans(e), s. isch; L.: EWD s. u. Hanse; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hans(e) und isch gebildete Bezeichnung für Hanse betreffend; F.: hansisch, hansische, hansisches, hansischem, hansischen, hansischer+EW; Z.: han-s-isch
$Hanswurst, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hanswurst; E.: s. Hans, s. Wurst; L.: Kluge s. u. Hanswurst, DW 10, 465; GB.: seit 1519 (Sebastian Brants Narrenschiff, mnd.) belegte und aus Hans und Wurst gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen dummen Menschen; F.: Hanswurst, Hanswurstes, Hanswursts, Hanswürste, Hanswürsten+EW; Z.: Hans—wurs-t
Hantel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hantel, Griff; ne. barbell, dumbell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: über das Niederdeutsche von mnd. hant (1), F., Hand, Glied; mhd. hant, st. F., Hand; ahd. hant, st. F. (i, u), Hand, Arm, Macht, Gewalt, Herrschaft, Schutz, Seite, Gebiet; as. hand, st. F. (u), Hand, Seite; germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Hantel, DW 10, 466, EWD s. u. Hantel, Duden s. u. Hantel; Son.: vgl. nschw. hantel, Sb., Hantel; lit. hantelis, M., Hantel; GB.: seit 19. Jh. belegte und über das mittelniederdeutsche hant und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Handhabe oder einen Griff zu einem Anfassen einer Sache oder eine Eisenstange als Sportgerät; BM.: stechen?; F.: Hantel, Hanteln+EW; Z.: Hant-el
hantieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. hantieren, tätig sein (V.), handeln, bearbeiten, behandeln, handhaben, geschäftig mit den Händen arbeiten oder tätig sein (V.); ne. handle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331 (Von siben Ingesigeln des Tilo von Kulm); E.: s. mhd. hantieren, sw. V., hantieren, Kaufhandel treiben, handeln, verkaufen, verrichten, tun, Handel treiben, Geschäft treiben; mnd. hantēren, sw. V., hantieren, Kaufhandel treiben, als Kaufmann durchziehen, Handel treiben; mnl. hanteren, sw. V. hantieren; teilweise von frz. hanter, V., hinziehen und herziehen, oft besuchen; auch von mhd. hant, st. F., Hand; mnd. hant (1), F., Hand, Glied; ahd. hant, st. F. (i, u), Hand, Arm, Macht, Gewalt, Herrschaft, Schutz, Seite, Gebiet; as. hand, st. F. (u), Hand, Seite; germ. *handu-, *handuz, st. F. (u), Greifende?, Fangende?, Hand; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. hantieren, Kluge s. u. hantieren, DW 10, 466, EWD s. u. hantieren, Duden s. u. hantieren; Son.: vgl. nndl. hanteren, sw. V., hantieren; nschw. hantera, sw. V., hantieren; nnorw. håndtere, sw. V., hantieren; GB.: seit 1331 belegte und mit dem Französischen sowie mit Hand und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geschäftig mit den Händen arbeiten; BM.: stechen?; F.: hantieren, hantiere, hantierst, hantiert, hantierest, hantieret, hantierte, hantiertest, hantierten, hantiertet, ##hantiert, hantierte, hantiertes, hantiertem, hantierten, hantierter##, hantierend, ###hantierend, hantierende, hantierendes, hantierendem, hantierenden, hantierender###, hantier (!)+FW+EW; Z.: hant-ier-en
$Hantierung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hantierung; E.: s. hantier(en), s. ung; L.: DW 10, 466, EWD s. u. hantieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus hantier(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Kauf und später für eine Verrichtung mit der Hand; F.: Hantierung, Hantierungen+FW+EW; Z.: Hant-ier-ung
hantig, nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. hantig, bitter, scharf; ne. bitter (Adj.), tactless; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. handic, handec, hantic, hantich, Adj., „hantig“, schneidend, stechend, scharf, bitter; ahd. hantag*, hantīg*, Adj., schwer, bitter, scharf, herb, rau, rauh, wild; germ. *handuga-, *handugaz, Adj., erfahren (Adj.), geschickt, spitz; vgl. idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567? (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. hantig, DW 10, 470, EWAhd 4, 817, Duden s. u. hantig; Son.: vgl. got. handugs, Adj. (a); weise, klug, geschickt; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bitter oder scharf; BM. stechen?; F.: hantig, hantige, hantiges, hantigem, hantigen, hantiger(, hantigere, hantigeres, hantigerem, hantigeren, hantigerer, hantigst, hantigste, hantigstes, hantigstem, hantigsten, hantigster)+EW; Z.: hant-ig
hapern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. hapern, fehlen, schlecht bestellt sein (!); ne. lack (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mnl. haperen; E.: s. mnl. haperen, hapern, sw. V., stottern, stocken; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einer Lautgebärde für schnappen; L.: Kluge 1. A. s. u. hapern, Kluge s. u. hapern, DW 10, 471, EWD s. u. hapern, Duden s. u. hapern, Bluhme s. u. hapern; Son.: vgl. nndl. haperen, V., hapern, stocken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für um etwas schlecht bestellt sein (V.); BM.: Lautgebärde?; F.: hapern, hapere, haper (!), haperst, hapert, haperte, hapertest, haperten, hapertet, gehapert, ##gehapert, gehapertes, gehapertem, gehaperten, gehaperter##, hapernd, ###hapernd, hapernde, haperndes, haperndem, hapernden, hapernder###, haper (!)+FW+EW(+?); Z.: hap-er-n
Happe, nhd. (ält.), F.: nhd. Happe; Vw.: s. Hippe (2)
Happen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Happen, kleiner Bissen; ne. morsel, nibble (N.); Vw.: -; Hw.: s. happig; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, von einer Interjektion happ; vielleicht von frz. happer, V., wegschnappen; L.: Kluge s. u. Happen, DW 10, 472, EWD s. u. Happen, Duden s. u. Happen, Bluhme s. u. Happen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen kleinen Bissen; BM.: schnappen?; F.: Happen, Happens+FW?(+EW?); Z.: Happ-en
Happening, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Happening, eine Kunstveranstaltung; ne. happening; Vw.: -; Hw.: s. Happy End; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. happening; E.: s. ne. happening, N., Happening; vgl. ne. happen, V., geschehen; me. hap, Sb., Zufall, Glück; an. happ, st. N. (a), Glück, Erfolg; L.: Kluge s. u. Happening, fehlt DW, Duden s. u. Happening; Son.: vgl. nndl. happening, Sb., Happening; frz. happening, M., Happening; nschw. happening, Sb., Happening; nnorw. happening, M., Happening; poln. happening, M., Happening; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altnordischen verbindbare Bezeichnung für eine Veranstaltung von Künstlern die unter Einbeziehung des Publikums ein künstlerisches Erlebnis vermitteln will; BM.: geschehen bzw. glücken; F.: Happening, Happenings+FW?; Z.: Happ-en-ing
happig, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. happig, gierig, schwer; ne. hefty; Vw.: -; Hw.: s. Happen; Q.: 18. Jh.; E.: von nnd. happen, V., schnappen; von einer Interjektion happ; vielleicht von frz. happer, V., wegschnappen; L.: Kluge s. u. happig, DW 10, 473, EWD s. u. Happen, Duden s. u. happig; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gierig oder schwer oder unzumutbar; BM.: schnappen?; F.: happig, happige, happiges, happigem, happigen, happiger(, happigere, happigeres, happigerem, happigeren, happigerer, happigst, happigste, happigstes, happigstem, happigsten, happigster)+FW?+EW?; Z.: happ-ig
Happy-End, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Happy-End, glückliches Ende; ne. happy ending; Vw.: -; Hw.: s. Happening; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. happy ending; E.: s. ne. happy ending, N., glückliches Ende; vgl. ne. happy, Adj., glücklich; me. hap, Sb., Zufall, Glück; an. happ, st. N. (a), Glück, Erfolg; ne. end, N., Ende; ae. ėnde (1), st. M. (ja), Ende, Schluss, Grenze, Hintern; germ. *andja-, *andjaz, *andija-, *andijaz, st. M. (a), Ende; vgl. idg. *anti̯os, Adj., gegenüber, vor einem liegend, Pokorny 50; idg. *ants, *h₂ent-, *h₂ant-, Sb., Vorderseite, Stirn, Pokorny 48 (86/86) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Happy-End, fehlt DW, EWD s. u. Happy-End, Duden s. u. Happy-End; Son.: vgl. nndl. happy end, Sb., Happy-End; frz. happy end, M., Happy-End; nschw. happy end, Sb., Happy-End; nnorw. happe end, Sb., Happy-End; poln. happy end, M., Happy-End; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein glückliches Ende (eines Geschehens); BM.: geschehen bzw. glücken, Ende; F.: Happy-End, Happy-Ends+FW; Z.: Happ-y—end
Harakiri, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Harakiri, Selbstmord, gefährliches Unternehmen; ne. hara-kiri; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. jap. harakiri; E.: s. jap. harakiri, Sb., Harakiri; vgl. jap. hara, Sb., Bauch; jap. kiru, V., schneiden; L.: Kluge s. u. Harakiri, fehlt DW, EWD s. u. Harakiri, Duden s. u. Harakiri; Son.: vgl. nndll. harakiri, Sb., Harakiri; frz. hara-kiri, M., Harakiri; nschw. harakiri, Sb., Harakiri; nnorw. harakiri, M., Harakiri; poln. harakiri, M., Harakiri; kymr. hara-ciri, M., Harakiri; lit. harakiri, Sb., Harakiri; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für den rituellen japanischen Selbstmord durch Bauchaufschlitzen und davon abgeleitet für ein gefährliches Unternehmen; BM.: Bauch, schneiden; F.: Harakiri, Harakiris+FW; Z.: Hara-kiri
Harde, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Harde, ein Verwaltungsbezirk; ne. district, prefecture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. harde (1), N., Harde, schleswigischer Gerichtsbezirk und Verwaltungsbezirk; mnd. herde (2), herede, F., Harde, Gerichtsbezirk, Verwaltungsbezirk, Unterabteilung eines Kreises oder Amtes; an. herađ, N., Bezirk; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Harde, DW 10, 473, Duden s. u. Harde; GB.: seit 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Verwaltungsbezirk von mehreren Dörfern oder Höfen in Schleswig-Holstein; BM.: ?; F.: Harde, Harden(+FW)+EW; H.: Hard-e
Hardware, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hardware, Computeranlage; ne. hardware; Vw.: -; Hw.: s. hart, Ware; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hardware; E.: s. ne. hardware, N., Hardware, Computerteile; vgl. ne. hard, Adj., hart, fest; ae. heard, Adj., hart, streng, grausam, stark, kräftig, heftig, kühn; germ. *hardu-, *harduz, Adj., hart, stark, tapfer, rau, rauh; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); ne. ware, N., Ware, Erzeugnis, Werkzeug; ae. waru (1), F., Ware; germ. *wazō, st. F. (ō), Ware, Kluge s. u. Ware; vgl. idg. *u̯es- (8), V., kaufen?, verkaufen?, Pokorny 1173 (2018/94) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Hardware, fehlt DW, Duden s. u. Hardware; Son.: vgl. nndl. hardware, Sb., Hardware; frz. hardware, M., Hardware; nschw. hardware, Sb., Hardware; nnorw. hardware, M., Hardware; poln. hardware, M., Hardware; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der technisch-physikalischen oder körperlich-gegenständlichen Teile einer Datenverarbeitungsanlage; BM.: hart, Ware; F.: Hardware, Hardwares+FW; Z.: Har-d-war-e
Harem, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Harem, Frauengemächer, mehrere Frauen eines Mannes; ne. harem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. türk. harem; E.: s. türk. harem, Sb., Frauemräume, Privaträume; arab. ḥarīm, Sb., heiliger unverletzlicher Ort; arab. ḥaram, Adj., verboten, heilig, verflucht; L.: Kluge s. u. Harem, fehlt DW, EWD s. u. Harem, Duden s. u. Harem; Son.: vgl. nndl. harem, Sb., Harem; frz. harem, M., Harem; nschw. harem, Sb., harem; nnorw. harem, N., Harem; poln. harem, M., Harem; kymr. harîm, M., Harem; nir. háram, M., Harem; lit. haremas, M., Harem; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Türkischen sowie Arabischen aufgenommene Bezeichnung einer abgetrennten Frauenabteilung in Wohnhäusern oder Wohnungen in dem Vorderen Orient zu der kein fremder Mann Zutritt hat; BM.: verboten; F.: Harem, Harems+FW; Z.: Harem
hären, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. hären, aus Ziegenhaar gefertigt; ne. made (Adj.) of hair, made (Adj.) of sack-cloth; Vw.: -; Hw.: s. Haar; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hærīn, Adj., von Haaren; mnd. hāren (1), Adj., haarig, aus Haaren seiend, hären; mnl. harijn, Adj., hären; ahd. hārīn*, Adj., hären, sackleinen, aus Tierhaar bestehend; vgl. ahd. hār (1), st. N. (a) (iz) (az), Haar (N.), Haupthaar, Körperhaar, Borste, Mähne, Fell, Pelz; as. hār, st. N. (a?), Haar (N.); germ. *hēra-, *hēram, *hǣra-, *hǣram, st. N. (a), Haar (N.); s. idg. *k̑ers- (1), k̑er-, Sb., V., Borste, starren, rauh sein (V.), Pokorny 583 (902/134) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hären, DW 10, 474, EWAhd 4, 830, Duden s. u. hären; Son.: vgl. ae. hǣren, Adj., hären, aus Haaren gemacht; GB.: (hārīn) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh Menschen mögliches aus Ziegenhaar gefertigt; BM.: starren; F.: hären, härene, härenes, härenem, härenen, härener+EW; Z.: här-en
Häresie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Häresie, Ketzerei; ne. heresy; Vw.: -; Hw.: s. Häretiker, häretisch; Q.: nach 1243 (Rennewart des Ulrich von Türheim); E.: mhd. ēresīe, hēresīe, st. F., Häresie, Ketzerei; lat. haeresis, F., Lehrart, Dogma, Schule, Sekte, (81-43 v. Chr.); gr. αἵρεσις (haíresis), F., Einnahme, Eroberung, Erwähltes; vgl. gr. αἱρεῖν (haireīn), V., an sich nehmen; vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Häresie, fehlt DWDuden s. u. Häresie; Son.: vgl. nndl. heresie, Sb., Häresie; frz. hérésie, F., Häresie; nschw. heresi, Sb., Häresie; nnorw. heresi, M., Häresie; poln. herezja, F., Häresie; kymr. heresi, F., Häresie; lit. erezija, F., Häresie; GB.: seit nach 1243 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit den Anfängen mögliche von der amtlichen Kirchenmeinung des Christentums abweichende Lehre; BM.: sich bewegen?; F.: Häresie, Häresien+FW+EW; Z.: Här-es-ie
Häretiker, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Häretiker, Ketzer; ne. heretic (M.); Vw.: -; Hw.: s. Häresie, häretisch; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. haereticus; E.: s. lat. haereticus (2), M., Ketzer, Häretiker, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. haereticus, Adj., ketzerisch, vom rechten Glauben abweichend, Kirche schädigend, häretisch; gr. αἱρετικός (hairetikós), Adj., auswählend, ketzerisch; vgl. gr. αἱρεῖν (haireīn), V., an sich nehmen; vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Häresie, fehlt DW, Duden s. u. Häresie; Son.: vgl. frz. hérétique, M., Häretiker; nschw. heretiker, Sb., Häretiker; nnorw. heretiker, M., Häretiker; poln. heretyk, M., Häretiker; kymr. heretic, M., Häretiker; lit. eretikas, M., Häretiker; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen etwas von der amtlichen Lehrmeinung der Kirche des Christentums Abweichendes Glaubenden; BM.: sich bewegen?; F.: Häretiker, Häretikern+FW+EW; Z.: Här-et-ik-er
häretisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. häretisch, ketzerisch; ne. heretic (Adj.), heretical; Vw.: -; Hw.: s. Häretiker, Häresie; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. haereticus; E.: s. lat. haereticus, Adj., ketzerisch, vom rechten Glauben abweichend, Kirche schädigend, häretisch, (um 160-220 n. Chr.); gr. αἱρετικός (hairetikós), Adj., auswählend, ketzerisch; vgl. gr. αἱρεῖν (haireīn), V., an sich nehmen; vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Häresie, fehlt DW, Duden s. u. häretisch; Son.: vgl. frz. hérétique, Adj., häretisch; nschw. heretisk, Adj., häretisch; nnorw. heretisk, Adj., häretisch; poln. heretycki, Adj., häretisch; kymr. hereticaidd, Adj., häretisch; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von der amtlichen Lehrmeinung des Christentums abweichend; BM.: sich bewegen?; F.: häretisch, häretische, häretisches, häretischem, häretischen, häretischer(, häretischere, häretischeres, häretischerem, häretischeren, häretischerer, häretischst, häretischste, häretischstes, häretischstem, häretischsten, häretischster)+FW+EW; Z.: här-et-isch
Harfe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Harfe, ein Saiteninstrument; ne. harp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. harpfe, herpfe, sw. F., st. F., Harfe; mnd. harpe, herpe, F., Harfe; mnl. harpe, F., Harfe; ahd. harpfa, harpha, harfa, st. F. (ō), sw. F. (n), Harfe, Leier (F.) (1), Laute, Saiteninstrument; as. harpa*, harpfa*, sw. F. (n), Harfe, Rost (M.) (1); anfrk. -; germ. *harpō, *harppō, st. F. (ō), Harfe; germ. *harpō-, *harpōn, *harppō-, *harppōn, sw. F. (n), Harfe; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Harfe, Kluge s. u. Harfe, DW 10, 474, EWD s. u. Harfe, EWAhd 4, 844, Falk/Torp 78, Duden s. u. Harfe, Bluhme s. u. Harfe; Son.: vgl. afries. -; ae. hearpe, sw. F. (n), Harfe; an. harpa (1), sw. F. (n), Harfe, großes Kornsieb, Muschelart; got. *harpa?, st. F. (ō), Harfe; nndl. harp, Sb., Harfe; nschw. harpa, Sb., Harfe; nnorw. harpe, M., F., Harfe; poln. harfa, F., Harfe; lit. arfa, F., Harfe; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht vor 5000 Jahren von Menschen in Mesopotamien und Ägypten entwickeltes und verwendetes dreieckiges und mit beiden Händen zu zupfendes Saiteninstrument; BM.: drehen?; F.: Harfe, Harfen+EW; Z.: Har-f-e
$harfen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. harfen, Harfe spielen; E.: s. Harf(e), s. en; L.: DW 10, 476, EWD s. u. Harfe; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Harf(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht vor 5000 Jahren entwickeltes und verwendetes Harfe spielen; F.: harfen, harfe, harfst, harft, harfest, harfet, harfte, harftest, harften, harftet, geharft, ##geharft, geharfte, geharftes, geharftem, geharften, geharfter##, harfend, ###harfend, harfende, harfendes, harfendem, harfenden, harfender###, harf+EW; Z.: har-f-en
$Harfenist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Harfenist, Harfner, Harfenspieler; E.: s. harfen, s. ist; L.: DW 10, 477, EWD s. u. Harfe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus harfen und ist gebildete Bezeichnung für einen Harfner oder Harfenspieler; F.: Harfenist, Harfenisten+EW; Z.: Har-f-en-ist
$Harfner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Harfner, Harfner, Harfenspieler; E.: s. harf(e)n, s. er (Suff.); L.: DW 10, 478, EWD s. u. Harfe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus harf(e)n und er gebildete Bezeichnung für einen Harfenisten oder Harfenspieler F.: Harfner, Harfners, Harfnern+EW; Z.: Har-f-n-er
Harke, nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Harke, Rechen (M.); ne. rake (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. harke, F., Harke; mnl. harke, F., Harke; mhd. harke, F., Harke, Rechen (M.); weitere Herkunft unbekannt; vielleicht lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. Harke, Kluge s. u. Harke, EWD s. u. Harke, DW 10, 478, Duden s. u. Harke, Bluhme s. u. Harke; Son.: vgl. nndl. hark, Sb., Harke; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in Norddeutschland nach der Sesshaftwerdung für die Gartenarbeit und Feldarbeit entwickeltes und verwendetes Gerät mit langem Stiel und quer angeordneten Zinken; BM.: lautmalend?; F.: Harke, Harken+EW; Z.: Hark-e
$harken, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. harken, mit einer Harke bearbeiten; Vw.: s. be-; E.: s. Hark(e), s. en; L.: DW 10,478, EWD s. u. Harke; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hark(e) und en gebildete Bezeichnung für von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes ein Feld oder einen Garten mit einer Harke bearbeiten; F.: harken (!), harke (!), harkst, harkt, harkest, harket, harkte, harktest, harkten, harktet, geharkt, ##geharkt, geharkte, geharktes, geharktem, geharkten, geharkter##, harkend, ###harkend, harkende, harkendes, harkendem, harkenden, harkender###, hark+EW; Z.: hark-en
Harlekin, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Harlekin, Spaßmacher; ne. harlequin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. arlequin; E.: s. frz. arlequin, M., Harlekin; it. arlecchino, M., Harlekin; wohl von afrz. mesnie Hellequin, Sb., lustige Teufelsschar, Hexenjagd; vielleicht von einem bretonischen König Herla; L.: Kluge 1. A. s. u. Harlekin, Kluge s. u. Harlekin, DW 10, 480, EWD s. u. Harlekin, Duden s. u. Harlekin; Son.: vgl. nndl. harlekijn, Sb., Harlekin; nschw. harlekin, Sb., Harlekin; nnorw. harlekin, M., Harlekin; poln. arlekin, M., Harlekin; kymr. harlecwin, M., Harlekin; nir. airleacán, M., Harlekin; GB.: seit 17. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und vielleicht von einem PN abgeleitete Bezeichnung für die Figur des Spaßmachers in der Comedia dell’arte; BM.: Hölle?, PN Herla; F.: Harlekin, Harlekins, Harlekine, Harlekinen+FW(+EW); Z.: Harl-ek-in
$Harlekinade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Harlekinade, Harlekinskomödie; E.: s. Harlekin, s. ade; L.: Kluge s. u. Harlekin, DW 10, 480, EWD s. u. Harlekin; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Harlekin und ade gebildete Bezeichnung für eine Harlekinskomödie oder einem Theaterstück mit einem Harlekin oder Spaßmacher oder Possenreißer; F.: Harlekinade, Harlekinaden+FW+EW?; Z.: Harl-ek-in-ad-e
Harm, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Harm, Leid, Kummer; ne. harm (N.), pain (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. harm (1), st. M., Leid, Schmerz; mnd. harm (1), herm, M., „Harm“, Leid, Schmerz; mnl. harm, M., Harm; ahd. harm (1), st. M. (a), Leid, Schmerz, Kummer, Unglück, Beleidigung, Harm, Schmach; as. harm (1), st. M. (a), st. N. (a), Harm, Kummer; anfrk. harm*, st. M. (a), Schmerz, Leid, Beleidigung; germ. *harma-, *harmaz, st. M. (a), Harm, Schande?, Schmach?, Schmerz?; idg. *k̑ormo-, Sb., Qual, Schmerz, Schmach, Pokorny 615 (965/197) (RB. idg. aus iran., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Harm, Kluge s. u. Harm, DW 10, 480, EWD s. u. Harm, EWAhd 4, 835, Falk/Torp 79, Duden s. u. Harm, Bluhme s. u. Harm; Son.: vgl. afries. herm, st. M. (a), Harm, Schmerz; ae. hearm (1), st. M. (a), Harm, Leid, Kummer, Schaden (M.), Beleidigung, Verleumdung; an. harmr (1), st. M. (a), Betrübnis, Kummer; got. -; nschw. harm, Sb., Harm; nnorw. harm, M., Harm; ? av. fsarema-, M., Scham, Schamgefühl; mpers. šarm, Sb., Scham, Schamgefühl; ksl. sramu, Sb., Schande; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Leid oder einen innerlichen Schmerz oder Kummer; BM.: Schmerz; F.: Harm, Harms, Harmes+EW; Z.: Harm
$härmen, harmen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. härmen, sorgen, kümmern; Vw.: s. ab-; E.: s. Harm, s. en; L.: Kluge s. u. Harm, DW 10, 482, EWD s. u. Harm; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Harm und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sorgen oder kümmern; F.: härmen, härme, härmst, härmt, härmest, härmet, härmte, härmtest, härmten, härmtet, gehärmt, ##gehärmt, gehärmte, gehärmtes, gehärmtem, gehärmten, gehärmter##, härmend, ###härmend, härmende, härmendes, härmendem, härmenden, härmender###, härm (!)+EW; Z.: härm-en
$harmlos, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. harmlos. gefahrlos. arglos; E.: s. Harm, s. los; L.: Kluge s. u. Harm, DW 10, 483, EWD s. u. Harm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Harm und los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Welt mögliches gefahrlos oder arglos; F.: harmlos, harmlose, harmloses, harmlosem, harmlosen, harmloser(, harmlosere, harmloseres, harmloserem, harmloseren, harmloserer, harmlosest, harmloseste, harmlosestes, harmlosestem, harmlosesten, harmlosester)+EW; Z.: harm-lo-s
Harmonie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Harmonie, Übereinstimmung; ne. harmony; Vw.: -; Hw.: s. Harmonika, harmonisch, harmonisieren, Harmonium; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. armoniē, st. F., Harmonie; lat. harmonia, F., Harmonie, Übereinstimmung, Einklang, (81-43 v. Chr.); gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Harmonie, DW 10, 484, EWD s. u. Harmonie, Duden s. u. Harmonie; Son.: vgl. nndl. harmonie, Sb., Harmonie; frz. harmonie, F., Harmonie; nschw. harmoni, Sb., Harmonie; nnorw. harmoni, M., Harmonie; poln. harmonia, F., Harmonie; kymr. harmoni, M., Harmonie; nir. armóin, F., Harmonie; lit. armonija, F., Harmonie; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches ausgewogenes und ausgeglichenes Verhältnis oder eine Übereinstimmung; BM.: passen; F.: Harmonie, Harmonien+FW+EW; Z.: Har-m-on-ie
$harmonieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. harmonieren, zusammenstimmen, übereinstimmen; E.: s. Harmonie, s. r, s. en; L.: Kluge s. u. Harmonie, DW 10, 486, EWD s. u. Harmonie; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Harmonie und r sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für zusammenstimmen oder übereinstimmen; F.: harmonieren, harmoniere, harmonierst, harmoniert, harmonierest, harmonieret, harmonierte, harmoniertest, harmonierten, harmoniertet, ##harmoniert, harmonierte, harmoniertes, harmoniertem, harmonierten, harmonierter##, harmonierend, ###harmonierend, harmonierende, harmonierendes, harmonierendem, harmonierenden, harmonierender###, harmonier (!)+FW+EW; Z.: har-m-on-ier-en
Harmonika, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Harmonika, Ziehharmonika; ne. harmonica; Vw.: -; Hw.: s. Harmonie, harmonisch, harmonisieren, Harmonium; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἁρμονικός (harmonikós), Adj., harmonisch, der Harmonie kundig, musikverständig; vgl. gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Harmonika, EWD s. u. Harmonika, DW 10, 486, Duden s. u. Harmonika; Son.: vgl. nndl. harmonika, Sb., Harmonika; frz. harmonica, F., Harmonika; nschw. harmonika, Sb., Harmonika; nnorw. harmonika, M., Harmonika; poln. harmonika, F., Harmonika; kymr. harmonica, F., Harmonika; lit. armonika, F., Harmonika; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Harmoni(e) und ka gebildete Bezeichnung für ein von Benjamin Franklin (1706-1790) entwickeltes und seitdem verwendetes Musikinstrument bei dem kleine Zungen durch Luftzufuhr in Schwingung versetzt werden; BM.: passen; F.: Harmonika, Harmonikas, Harmoniken+FW(+EW); Z.: Har-mon-ik-a
harmonisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. harmonisch, übereinstimmend, abgestimmt. ausgewogen, abgestimmt; ne. harmonic, harmonious; Vw.: s. phil-; Hw.: s. Harmonie, harmonisieren, Harmonika, Harmonium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. harmonicus; E.: s. lat. harmonicus, Adj., richtiges Verhältnis darstellend, harmonisch, wohlgeordnet, übereinstimmend, (116-27 v. Chr.); gr. ἁρμονικός (harmonikós), Adj., harmonisch; vgl. gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Harmonie, DW 10, 486, EWD s. u. Harmonie, Duden s. u. harmonisch; Son.: vgl. nndl. harmonisch, Adj., harmonisch; frz. harmonieux, Adj., harmonisch; nschw. harmonisk, Adj., harmonisch; nnorw. harmonisk, Adj., harmonisch; poln. harmoniczny, Adj., harmonisch; kymr. harmonig, Adj., harmonisch; nir. armónach, Adj., harmonisch; lit. harmoningas, Adj., harmonisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für übereinstimmend oder abgestimmt oder ausgewogen; BM.: passen; F.: harmonisch, harmonische, harmonisches, harmonischem, harmonischen, harmonischer(, harmonischere, harmonischeres, harmonischerem, harmonischeren, harmonischerer, harmonischst, harmonischste, harmonischstes, harmonischstem, harmonischsten, harmonischster)+FW+EW; Z.: har-mon-isch
harmonisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. harmonisieren, in Übereinstimmung bringen, übereinstimmen; ne. harmonize; Vw.: -; Hw.: s. Harmonie, harmonisch, Harmonika, Harmonium; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. harmoniser; E.: s. frz. harmoniser, V., harmonisieren; mlat. harmonizāre, V., in Einklang bringen; vgl. lat. harmonia, F., Harmonie, Übereinstimmung, Einklang, (81-43 v. Chr.); gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Harmonie, fehlt DW, EWD s. u. Harmonie, Duden s. u. harmonisieren; Son.: vgl. nndl. harmoniëren, V., harmonisieren; nschw. harmonisiera, V., harmonisieren; nnorw. harmonisere, V., harmonisieren; poln. harmoniziwać, V., harmonisieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in Übereinstimmung bringen oder übereinstimmen; BM.: passen; F.: harmonisieren, harmonisiere, harmonisierst, harmonisiert, harmonisierest, harmonisieret, harmonisierte, harmonisiertest, harmonisierten, harmonisiertet, ##harmonisiert, harmonisierte, harmonisiertes, harmonisiertem, harmonisierten, harmonisierter##, harmonisierend, ###harmonisierend, harmonisierende, harmonisierendes, harmonisierendem, harmonisierenden, harmonisierender###, harmonisier (!)+FW+EW; Z.: har-m-on-is-ier-en
Harmonium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Harmonium, ein Tasteninstrument; ne. harmonium; Vw.: -; Hw.: s. Harmonie, harmonisch, harmonisieren, Harmonika; Q.: 1842?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. harmonia, F., Harmonie, Übereinstimmung, Einklang, (81-43 v. Chr.); gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Harmonium, fehlt DW, EWD s. u. Harmonium, Duden s. u. Harmonium; Son.: vgl. nndl. harmonium, Sb., Harmonium; frz. harmonium, M., Harmonium; nschw. harmonium, Sb., Harmonium; nnorw. harmonium, N., Harmonium; kymr. harmoniwm, M., Harmonium; nir. armóin, F., Harmonium; lit. fisharmonija, F., Harmonium; GB.: vielleicht seit 1842 von seinem Konstrukteur Alexandre-François Debain (1809-1877) gebildete und mit Harmon(ie) verbindbare Bezeichnung für ein der Orgel ähnliches für Menschen entwickeltes Tasteninstrument; BM.: passen; F.: Harmonium, Harmoniums+FW; Z.: Har-m-on-i-um
Harn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Harn, Urin; ne. urine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. harn, st. M., Harn; mnd. harn (1), hern, N., Harn; mnl. harn, M., Harn, Urin; ahd. harn, st. M. (a), Harn, Urin; as. -; anfrk. -; germ. *harna-, *harnam, st. N. (a), Harn; idg. *k̑ormno-?, Sb., Flüssigkeit, Lauge, Harn, Pokorny 615 (964/196) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Harn, Kluge s. u. Harn, DW 10, 487, EWD s. u. Harn, EWAhd 4, 838, Falk/Torp 78, Duden s. u. Harn, Bluhme s. u. Harn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lit. šārmas, Sb., Aschenlauge; lett. sãrms, Sb., Lauge; apreuß. sirme, Sb., Lauge; GB.: (harn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die in den Nieren höherer Tiere und des Menschen gebildete klare gelbliche Flüssigkeit (Urin) mit der ein Teil der Stoffwechselschlacken aus dem Körper ausgeschieden wird; BM.: Flüssigkeit; F.: Harn, Harns, Harnes, Harne, Harnen+EW; Z.: Harn
$harnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. harnen, Harn aus dem Körper ausfließen lassen, urinieren; E.: s. Harn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Harn; GB.: seit um 1150 belegte und aus Harn und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches und nötiges Harn aus dem Körper ausfließen lassen oder urinieren; F.: harnen, harne, harnst, harnt, harnest, harnet, harnte, harntest, harnten, harntet, geharnt, ##geharnt, geharnte, geharntes, geharntem, geharnten, geharnter##, harnend, ###harnend, harnende, harnendes, harnendem, harnenden, harnender###, harn (!)+EW; Z.: harn-en
Harnisch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Harnisch, Rüstung, Ritterrüstung; ne. harness; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. harnasch, harnas, harnesch, hernesch, st. N., st. M., Rüstungsraum, Rüstkammer, Harnisch, Kriegsausrüstung, Panzer; mnd. harnesch, harnisch, harnasch, harnis, hernesch, N., Harnisch (Rüstungsstück), Rüstung, Kriegsausrüstung, Gruppe Gerüstete; afrz. hernais, M., Harnisch, weitere Herkunft ungeklärt, Kluge s. u. Harnisch; nach Gamillscheg 1, 519b aus dem An., von an. herr, st. M. (a), Heer, Menge, Volk; germ. *harja-, *harjaz, st. M. (a), Heer; s. idg. *koros, *kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); und an. nest (2), st. N. (a), Reisekost; germ. *nesta- (2), *nestam, st. N. (a), Zehrung, Vorrat, Kost, Nahrung; s. idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Harnisch, Kluge s. u. Harnisch, DW 10, 488, EWD s. u. Harnisch, Duden s. u. Harnisch; Son.: vgl. nndl. harnas, Sb., Harnisch; frz. harnais, harnois, M., Harnisch; nschw. harnesk, Sb., Harnisch; nnorw. harnisk, N., Harnisch; kymr. harnais, M., Harnisch; GB.: (harnasch) seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Rüstung oder Ritterrüstung; BM.: Heer, geborgen sein (V.); F.: Harnisch, Harnisches, Harnischs, Harnische, Harnischen+FW; Z.: Harn-isch
Harpune, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Harpune, eiserner Wurfspeer mit Widerhaken; ne. harpoon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. harpoen; E.: s. nndl. harpoen, Sb., Harpune; frz. harpon, M., Harpune, Eisenklammer; entweder zu afrz. harpe, Sb., Kralle; oder zu afrz. harper, V., ankrallen, Gamillscheg 519b; vielleicht von awfrk. *harpōn, sw. V., zupfen; L.: Kluge s. u. Harpune, DW 10, 492, EWD s. u. Harpune, Duden s. u. Harpune; Son.: vgl. nschw. harpun, Sb., Harpune; nnorw. harpun, M., Harpune; poln. harpun, M., Harpune; lit. harpūnas, F., Harpune; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar aus dem Französischen gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit zu dem Fang und der Erlegung von Wassertieren entwickelten und verwendeten Wurfspeer oder ein pfeilartiges Geschoss aus Eisen mit Widerhaken und Halteleine; BM.: krallen; F.: Harpune, Harpunen+FW+EW; Z.: Harp-un-e
$harpunieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. harpunieren, mit der Harpune jagen; E.: s. Harpun(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Harpune, DW 10, 492, EWD s. u. Harpune; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Harpun(e) und ieren gebildete und verwendete Bezeichnung für mit der Harpune jagen; F.: harpunieren, harpuniere, harpunierst, harpuniert, harpunierest, harpunieret, harpunierte, harpuniertest, harpunierten, harpuniertet, ##harpuniert, harpunierte, harpuniertes, harpuniertem, harpunierten, harpunierter##, harpunierend, ###harpunierend, harpunierende, harpunierendes, harpunierendem, harpunierenden, harpunierender###, harpunier (!)+FW+EW; Z.: harp-un-ier-en
Harpyie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Harpyie, ein Greifvogel, ein Sturmdämon; ne. harpy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1703?; E.: mhd. arp, sw. M., Harpye; gr. ἅρπυια (harpyia), F., Harpyie; s. idg. *rep-, *Hrep-, V., reißen, raffen, Pokorny 865 (1511/34) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Duden s. u. Harpyie; Son.: vgl. nndl. harpij, Sb., Harpyie; frz. harpies, F., Harpyie; nschw. harpyjor, Sb., Harpyie; nnorw. harpy, M., Harpyie; poln. harpia, F., Harpyie; nir. airp, F., Harpyie; lit. harpija, F., Harpyie; GB.: vielleicht seit 1703 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus der griechischen Mythologie stammendes und in der Vorstellung des Menschen mögliches Mischwesen in der Gestalt eines Vogels mit Frauenkopf, ein Sturmdämon; BM.: reißen; F.: Harpyie, Harpyien+FW(+EW); Z.: Harp-yie
harren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. harren, warten, ausdauern, verbleiben; ne. abide, await; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. harren, sw. V., harren, ausharren, warten auf, warten, sich aufhalten; mnd. harren, sw. V., harren, warten; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. harren, Kluge s. u. harren, DW 10, 494, EWD s. u. harren, Falk/Torp 80, Duden s. u. harren, Bluhme s. u. harren; GB.: um 1210 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches warten oder ausdauern oder verbleiben; BM.: ?; F.: harren, harre, harrst, harrt, harrest, harret, harrte, harrtest, harrten, harrtet, geharrt, ##geharrt, geharrte, geharrtes, geharrtem, geharrten, geharrter##, harrend, ###harrend, harrende, harrendes, harrendem, harrenden, harrender###, harr (!)+EW; Z.: harr-en
harsch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. harsch, eisig, barsch; ne. harsh; Vw.: -; Hw.: s. Harsch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. harsch, Adj., harsch, hart, rau, rauh; Herkunft ungeklärt?; zu russ. korósta, Sb., Krätze, Grind; von einem idg. *kers-, V., kratzen?; L.: DW 10, 497, EWD s. u. harsch, Duden s. u. harsch; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie mit dem Russischen und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eisig oder barsch; BM.: kratzen?; F.: harsch, harsche, harsches, harschem, harschen, harscher(, harschere, harscheres, harscherem, harscheren, harscherer, harschest, harscheste, harschestes, harschestem, harschesten, harschester)+EW?; Z.: harsch
Harsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Harsch, hart gefrorener und eisverkrusteter Schnee, Schneekruste; ne. crusted snow (N.); Vw.: -; Hw.: s. harsch; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. harsch, Adj., harsch, hart; weitere Herkunft ungeklärt?; zu russ. korósta, Sb., Krätze, Grind; von einem idg. *kers-, V., kratzen?; L.: Kluge 1. A. s. u. harsch, Kluge s. u. Harsch, DW 10, 497, EWD s. u. harsch, Duden s. u. Harsch, Bluhme s. u. harsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie mit dem Russischen und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hart gefrorenen und eisverkrusteten Schnee; BM.: kratzen?; F.: Harsch, Harsches, Harschs+EW; Z.: Harsch
$harschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. harschen, harsch werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Harsch, s. en; L.: DW 10, 497, EWD s. u. harsch; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie mit dem Russischen und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches harsch sein (V.) oder harsch werden; F.: harschen (!), harsche (!), harschst, harscht, harschest, harschet, harschte, harschtest, harschten, harschtet, geharscht, ##geharscht, geharschte, geharschtes, geharschtem, geharschten, geharschter##, harschend, ###harschend, harschende, harschendes, harschendem, harschenden, harschender###, harsch (!)+EW; Z.: harsch-en
Harst, nhd. (dial.), M., F., (14. Jh.): nhd. Harst, Heer, Haufe, Haufen, Menge; ne. heap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. harst (1), st. M., Haufe, Haufen, Schar (F.) (1), Kriegshaufe, Kriegshaufen; mnd. harst (2), M., Haufe Buschwerks, Haufen Buschwerks, Reisig; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Harst, DW 10, 498, EWAhd 4, 987, Duden s. u. Harst; Son.: schweiz.; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Heer oder einen Haufen oder eine Menge; BM.: ?; F.: Harst, Harstes, Harsts, Harste, Harsten+EW; Z.: Harst
hart, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. hart, fest, schwer formbar, schwierig; ne. hard (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Hardware, Härte, härten, Bleichert; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hart, hert, herte, Adj., hart, fest, grob, rau, rauh, gedrängt, dicht; mnd. hart (1), hārde, harde, Adj., hart, fest, kräftig, lästig, beschwerlich, knauserig, rau, rauh; mnl. hart, Adj., hart; ahd. hart (1), Adj., hart, streng, fest, rau, rauh, starr, stark, heftig, scharf, bitter, drückend; as. hard (2), Adj., hart, schwer, scharf, böse, kühn, tapfer; anfrk. hard*, Adj., hart; germ. *hardu-, *harduz, Adj., hart, stark, tapfer, rau, rauh; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hart 1, Kluge s. u. hart, DW 10, 498, EWD s. u. hart, EWAhd 4, 848, Falk/Torp 78, Heidermanns 280, Duden s. u. hart, Bluhme s. u. hart; Son.: vgl. afries. herd, Adj., hart; saterl. hart, Adj., hart; ae. heard, Adj., hart, streng, grausam, stark, kräftig, heftig, kühn; an. harðr, Adj., hart, stark; got. hardus, Adj. (u), hart, streng; nndl. hard, Adj., hart; nschw. hord, Adj., hart; nnorw. hard, Adj., hart; ai. kaṭhiná-, Adj., hart, fest, steif; ai. karkara-, Adj., hart; ai. katú-, Adj., scharf, beißend; gr. κάρτα (kárta), Adv., sehr, stark; gr. κάρκαροι (kárkaroi), Adj., hart?; lit. kartùs, Adj., bitter; ksl. kratuku, Adj., kurz; GB.: seit dem Frühmittelalter (um 765) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nicht nachgebend oder fest oder schwer formbar oder schwierig; BM.: ?; F.: hart, harte, hartes, hartem, harten, harter(, härter, härtere, härteres, härterem, härteren, härterer, härtest, härteste, härtestes, härtestem, härtesten, härtester)+EW; Z.: har-t
$Hart, Hard, nhd. (ält.), F., M., (10. Jh.): nhd. Hart, Wald; E.: s. germ. *hard-, *harda-, *hardaz, st. M. (a), Wald, Erhöhung, Anhöhe; s. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574?; L.: Kluge 1. A. s. u. Hart 2, DW 10, 509; GB.: (hard) seit 995 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wald; F.: Hart, Hartes, Harts, Harte, Harten, Hard, Hardes, Hards, Harde, Harden+EW; Z.: Hart
Härte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Härte, Stärke, Festigkeit, Heftigkeit; ne. hardness, hardship; Vw.: -; Hw.: s. hart, härten; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. herte (2), st. F., Härte, Kampf, Bedrängnis, Verhärtung, Festigkeit, Gestein; mnd. herde (1), haͤrde, hērde, heerde, F., Härte, Hartheit, fester Boden (Bedeutung örtlich beschränkt), festes Land; ahd. hertī, st. F. (ī), Härte, Strenge, Stärke (F.) (1), Verstocktheit; ahd. hartī (1), st. F. (ī), Härte, Strenge, Steifheit; ahd. harta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Härte, Strenge, Verstocktheit; as. -; anfrk. -; germ. *hardī-, *hardīn, sw. F. (n), Härte, Strenge; germ. *hardjō, st. F. (ō), Schulterblatt; germ. *hardō, st. F. (ō), Härte, Strenge; germ. *hardō-, *hardōn, sw. F. (n), Härte, Strenge; s. idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. hart, DW 10, 509, EWD s. u. Härte, EWAhd 4, 852, Heidermanns 281, Kluge s. u. Härte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. herða (1), sw. F. (n), Härte, harte Behandlung; got. -; GB.: (hartī) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Stärke oder Festigkeit oder Heftigkeit; BM.: ?; F.: Härte, Härten+EW; Z.: Här-t-e
härten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. härten, hart machen, abhärten, hart werden; ne. harden; Vw.: -; Hw.: s. hart, Härte; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. herten (1), sw. V., härten, hart machen, fest machen, stark machen, ausdauern, beharren, hart werden, festigen; mhd. harten, sw. V., hart werden, stark werden, erstarken, verhärten, sich verhärten gegen; mnd. hārden, sw. V., härten, hart machen, hart sein (V.), hart werden, antreiben, anreizen; mnd. hērden (2), herden, sw. V., härten, hart machen, fest machen, erhärten, beweisen, dartun, stärken, ermuntern; mnl. hareden, V., härten; ahd. herten*, sw. V. (1a), härten, verhärten, festigen, stärken; ahd. hartēn*, sw. V. (3), härten, sich verhärten, hart werden, harren; as. hėrdian*, sw. V. (1a), stärken, widerstandsfähig machen; as. *hardon?, sw. V. (2), härten; anfrk. *harden?, sw. V. (1); germ. *hardjan, sw. V., härten, hart machen; germ. *hardēn, *hardǣn, sw. V., hart werden; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. hart härten, DW 10, 510, EWD s. u. härten, EWAhd 4, 853, EWAhd 4, 990, Heidermanns 281, Kluge s. u. härten; Son.: vgl. afries. herda, harda, sw. V. (1), erhärten, stärken, bekräftigen, beweisen; saterl. herjda, V., härten, erhärten; ae. heardian, sw. V. (1), hart sein (V.), hart werden, verhärten; ae. hierdan, hirdan, hyrdan, herdan, sw. V. (1), härten, stärken, bestärken, ermutigen; an. herða (2), sw. V. (1), härten, drücken, spannen; got. *hardjan, sw. V. (1); nschw. härda, V., härten; nnorw. herde, V., härten; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Festigung der Erdoberfläche und Entstehung des Menschen mögliches hart machen oder hart werden; BM.: ?; F.: härten, härte (!), härtest, härtet, härtete, härtetest, härteten, härtetet, gehärtet, ##gehärtet, gehärtete, gehärtetes, gehärtetem, gehärteten, gehärteter##, härtend, ###härtend, härtende, härtendes, härtendem, härtenden, härtender###, härt (!)+EW; Z.: här-t-en
$hartgesotten, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hartgesotten, hart gekocht, fest; E.: s. hart, s. sieden (gesotten); L.: DW 10, 512, EWD s. u. sieden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hart und sieden (gesotten) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches hart gekocht oder fest; F.: hartgesotten, hartgesottene, hartgesottenes, hartgesottenem, hartgesottenen, hartgesottener(, hartgesottenere, hartgesotteneres, hartgesottenerem, hartgesotteneren, hartgesottenerer, hartgesottenst, hartgesottenste, hartgesottenstes, hartgesottenstem, hartgesottensten, hartgesottenster)+EW; Z.: har-t—ge-so-t-t-en
$hartherzig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. hartherzig, teilnahmslos, kühl; E.: s. hart, s. herzig; L.: DW 10, 512, EWD s. u. hart; GB.: seit 1347-1359 belegte und aus hart und Herz sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches teilnahmslos oder kühl; F.: hartherzig, hartherzige, hartherziges, hartherzigem, hartherzigen, hartherziger(, hartherzigere, hartherzigeres, hartherzigerem, hartherzigeren, hartherzigerer, hartherzigst, hartherzigste, hartherzigstes, hartherzigstem, hartherzigsten, hartherzigster)+EW; Z.: har-t—herz-ig
$hartleibig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hartleibig, verstopft, hartnäckig; E.: s. hart, s. Leib, s. ig; L.: Kluge s. u. hartleibig, DW 10, 515; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hart und Leib und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verstopft oder hartnäckig; F.: hartleibig, hartleibige, hartleibiges, hartleibigem, hartleibigen, hartleibiger(, hartleibigere, hartleibigeres, hartleibigerem, hartleibigeren, hartleibigerer, hartleibigst, hartleibigste, hartleibigstes, hartleibigstem, hartleibigsten, hartleibigster)+EW; Z.: har-t—lei-b-ig
$Hartmonat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Hartmonat; E.: s. hart, s. Monat; L.: Kluge s. u. Hartmond, DW 10, 517; GB.: (hartimānōd*) seit 12. Jh. belegte und aus hart und Monat gebildete Bezeichnung für den kalten Monat (November oder Dezember oder Januar oder Februar); F.: Hartmonat, Hartmonats, Hartmonates, Hartmonate, Hartmonaten+EW; Z.: Har-t—mo-nat
$Hartmond?, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Hartmond; Hw.. s. Hartmonat; L.: Kluge s. u. Hartmond, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus hart und Mond gebildete Bezeichnung für den kalten Monat (November oder Dezember oder Januar oder Februar); F.: Hartmond, Hartmondes, Hartmonds, Hartmonde, Hartmondes+EW; Z.: Har-t—mo-n-d
$hartnäckig, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. hartnäckig, ausdauernd, fest, starr; E.: s. hart, s. Nack(en), s. ig; L.: Kluge s. u. hartnäckig, EWD s. u. Nacken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus hart und Nack(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für ausdauernd oder fest oder starr; F.: hartnäckig, hartnäckige, hartnäckiges, hartnäckigem, hartnäckigen, hartnäckiger(, hartnäckigere, hartnäckigeres, hartnäckigerem, hartnäckigeren, hartnäckigerer, hartnäckigst, hartnäckigste, hartnäckigstes, hartnäckigstem, hartnäckigsten, hartnäckigster)+EW; Z.: har-t—näck-ig
$Hartriegel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hartriegel, Kornelkirsche; E.: s. hart, s. trugil; L.: Kluge s. u. Hartriegel, DW 10, 518; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus hart und trugil gebildete Bezeichnung für den wohl schon vormenschlich möglichen Hartriegel oder die Kornelkirsche, älter harttrugila; F.: Hartriegel, Hartriegels, Hartriegeln+EW; Z.: Har-t—rieg-el
$Hartung, nhd., M.: nhd. Hartung; Hw.: s. Hartmond; E.: s. hart, s. ung; L.: Kluge s. u. Hartmond, fehlt DW (aber Hartungsapfel DW 10, 520); GB.: aus hart und ung gebildete Bezeichnung für den als hart angesehenen Wintermonat November und Dezember und Januar und Februar; F.: Hartung, Hartungs, Hartunge, Hartunges+EW; Z.: Har-t-ung
$Härtung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Härtung, Hartwerdung, Hartmachung; Vw.: s. Ab-; Q.: 1382; E.: s. härt(en), s. ung; L.: DW 10, 520; GB.: seit 1382 belegte und aus härten und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Hartwerdung oder Hartmachung; F.: Härtung, Härtungen+EW; Z.: Här-t-ung
Harz, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Harz, Baumharz, eine zähflüssige Substanz vor allem von Nadelbäumen zu ihrem Schutz; ne. resin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. harz, st. N., st. M., Harz; mnd. hart (3), hartz, hert, N., Harz, Baumharz, Harz das aus den Bäumen quillt; mnl. hars, herse, N., Harz; ahd. harz, st. N. (a), Harz, Pech, Erdpech, Asphalt, klebriger zähflüssiger Saft; as. hart*, st. N. (a), Harz; anfrk. -; germ. *harta-, *hartam, st. N. (a), Harz; L.: Kluge 1. A. s. u. Harz, Kluge s. u. Harz, EWD s. u. Harz, DW 10, 520, EWAhd 4, 858, Falk/Torp 77, Duden s. u. Harz, Bluhme s. u. Harz; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; ? ai. kunda-, M., Harz des Weihrauchbaums; GB.: seit dem Frühmittelalter (Anfang 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche vor allem bei Verletzung der Rinde besonders aus dem Holz von Nadelbäumen austretende zähflüssig-kleberige Absonderung von starkem Duft und weißlicher bis gelbbrauner Färbung; BM.: ?; F.: Harz, Harzes, Harze, Harzen+EW; Z.: Harz
$harzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. harzen, Harz bilden, Harz sammeln, mit Harz versehen (V.); E.: s. Harz, s. en; L.: EWD s. u. Harz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Harz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Harz bilden und mit Harz versehen sowie späteres Harz sammeln; F.: harzen (!), harze (!), harzst (!), harzt, harzest, harzet, harzte, harztest, harzten, harztet, geharzt, ##geharzt, geharzte, geharztes, geharztem, geharzten, geharzter##, harzend, ###harzend, harzende, harzendes, harzendem, harzenden, harzender###, harz (!)+EW; Z.: harz-en
$harzig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. harzig, Harz betreffend; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. Harz, s. ig; L.: EWD s. u. Harz. DW 10, 522 (harzicht); GB.: seit um 1000 belegte und aus Harz und ig gebildete Bezeichnung für Harz betreffend; F.: harzig, harzige, harziges, harzigem, harzigen, harziger(, harzigere, harzigeres, harzigerem, harzigeren, harzigerer, harzigst, harzigste, harzigstes, harzigstem, harzigsten, harzigster)+EW; Z.: harz-ig
Hasard, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hasard, Glücksspiel, Wagnis; ne. hazard (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hasardeur; Q.: um 1293 (Martina); E.: s. mhd. hasart, haschart, hasehart, hasart, st. M., Hasard, Glücksspiel, Würfelspiel; mnd. hasert, hasart, Sb., Hasard, höchster Wurf bei dem Würfeln, Glückswurf, Hundswurf; afrz. hasard, Sb., Art Würfelspiel, glücklicher Wurf; aus arab. az-zahr, Sb., Würfel zum Spielen; vgl. arab. zahr, Sb. Pl., Blumen, Blüten; L.: Kluge s. u. Hasard, DW 10, 523, EWD s. u. Hasard, Duden s. u. Hasard; Son.: das mittelhochdeutsche Wort ging verloren und wurde neu entlehnt; vgl. nndl. hazardspel, Sb., Hazard; nschw. hasard, Sb., Hasard; nnorw. hasard, M., Hasard; poln. hazard, M., Hasard; kymr. hasart, M., Hasard; lit. azartas, M., Hasard; GB.: seit um 1293 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung und Verwendung des Würfels durch den Menschen mögliches mit Würfeln gespieltes Glücksspiel oder ein Wagnis; BM.: Blüte; F.: Hasard, Hasards+FW(+EW?); Z.: Has-ar-d
Hasardeur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hasardeur, Glücksspieler; ne. gambler; Vw.: -; Hw.: s. Hasard; Q.: um 1925; I.: Lw. frz. hasardeur; E.: s. frz. hasardeur, M., Hasardeur; vgl. frz. hasarder, V., ein Wagnis eingehen, wagen, auf den Zufall setzen; afrz. hasard, Sb., Art Würfelspiel, glücklicher Wurf; aus arab. az-zahr, Sb., Würfel zum Spielen; vgl. arab. zahr, Sb. Pl., Blumen, Blüten; L.: Kluge s. u. Hasard, fehlt DW, EWD s. u. Hasard, Duden s. u. Hasardeur; Son.: vgl. nschw. hasardör, Sb., Hasardeur; poln. hazardzista, M., Hasardeur; GB.: seit um 1925 aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für einen unverantwortlich Handelnden oder einen Glücksspieler; BM.: Blüte; F.: Hasardeur, Hasardeures, Hasardeurs, Hasardeure, Hasardeuren+FW; Z.: Has-ard-eur
$hasardieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. hasardieren, Hasard spielen, wagen; E.: s. frz. hasard, s. Hasard, s. ieren; L.: DW 10, 523, EWD s. u. Hasard; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus frz. hasarder und Hasard und ieren gebildete und umgebildete Bezeichnung für Hasard spielen oder wagen; F.: hasardieren, hasardiere, hasardierst, hasardiert, hasardierest, hasardieret, hasardierte, hasardiertest, hasardierten, hasardiertet, ##hasardiert, hasardierte, hasardiertes, hasardiertem, hasardierten, hasardierter##, hasardierend, ###hasardierend, hasardierende, hasardierendes, hasardierendem, hasardierenden, hasardierender###, hasardier+FW(+EW); Z.: has-ard-ier-en
$Hasardspiel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Hasardspiel, Hasard; E.: s. Hasard, s. Spiel; L.: Kluge s. u. Hasard, DW 10, 523, EWD s. u. Hasard; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hasard und Spiel gebildete Bezeichnung für Hasard oder Glücksspiel oder Wagnis; F.: Hasardspiel, Hasardspiels, Hasardspieles, Hasardspiele, Hasardspielen+FW+EW; Z.: Had-ard—spiel
$Hasch, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hasch; E.: s. Haschisch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Haschisch; GB.: s. Haschisch; F.: Hasch, Hasches, Haschs+FW; Z.: Hasch
Haschee, Haché, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Haschee, Fleischragout, gehacktes Fleisch; ne. hash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. (viande) hachée; E.: s. frz. (viande) hachée, F., gehacktes Fleisch; vgl. frz. hacher, V., hacken; afrz. dehachier, V., aufschneiden; vgl. mlat. hapia, F., Messer (N.), Hippe (F.) (1); vgl. idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Haschee, fehlt DW, EWD s. u. Haschee, Duden s. u. Haschee; Son.: vgl. nndl. hachee, Sb., Haschee; frz. hachis, M., Haschee; ndän. hachis, Sb., Haschee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Beherrschung des Feuers mögliches Gericht aus Hackfleisch oder ein Fleischragout; BM.: schneiden; F.: Haschee, Haschees, Haché, Hachés+FW(+EW); Z.: Hasch-ee
haschen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. haschen, mit den Händen ergreifen, fangen; ne. catch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. *haschen, V., haschen; mnd. *haschen?, sw. V., haschen, reichen; vielleicht von einem *hab-, V., fangen, packen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. haschen, Kluge s. u. haschen 1, DW 10, 524, EWD s. u. haschen 1, Duden s. u. haschen, Bluhme s. u. haschen; GB.: seit 14. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches schnell mit den Händen ergreifen oder fangen; BM.: fassen?; F.: haschen, hasche, haschst, hascht, haschest, haschet, haschte, haschtest, haschten, haschtet, gehascht, ##gehascht, gehaschte, gehaschtes, gehaschtem, gehaschten, gehaschter##, haschend, ###haschend, haschende, haschendes, haschendem, haschenden, haschender###, hasch (!)+EW; Z.: hasch-en
$haschen (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. haschen, Haschisch verwenden; E: s. Hasch(isch), s. en; L.: Kluge s. u. Haschisch, fehlt DW, EWD s. u. Haschisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hasch(isch) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Haschisch verwenden; F.: haschen, hasche, haschst, hascht, haschest, haschet, haschte, haschtest, haschten, haschtet, gehascht, ##gehascht, gehaschte, gehaschtes, gehaschtem, gehaschten, gehaschter##, haschend, ###haschend, haschende, haschendes, haschendem, haschenden, haschender###, hasch (!)+EW; Z.: hasch-en
Hascher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hascher, bedauernswerter Mensch, Haschender; ne. pitiful human; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Hascher, DW 10, 523, Duden s. u. Hascher; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen bedauernswerten Menschen und einen Haschenden; BM.: ?; F.: Hascher, Haschers, Haschern+EW?; Z.: Hasch-er
$Häscher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Häscher, Haschender, Fangender; E.: s. hasch(en), s. er; L.: Kluge s. u. haschen 1, DW 10, 523, EWD s. u. haschen 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hasch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Haschenden oder Fangenden; F.: Häscher, Häschers, Häschern+EW; Z.: Häsch-er
Haschisch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Haschisch, ein Rauschgift (Marihuana); ne. hashish, dope (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1860; I.: Lw. arab. ḥašīš, Sb., Kraut, Gras; L.: Kluge s. u. Haschisch, fehlt DW, EWD s. u. Haschisch, Duden s. u. Haschisch; Son.: oft mit der Kurzform Hasch bezeichnet; vgl. nndl. hasjisch, Sb., Haschisch; frz. haschisch, M., Haschisch; nschw. haschisch, Sb., Haschisch; nnorw. hasjisj, M., Haschisch; poln. haszysz, M., Haschisch; kymr. hashish, M., Haschisch; nir. haisís, F., Haschisch; lit. hašišas, M., Haschisch; GB.: seit 1860 belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit vor 2700 Jahren entdecktes und verwendetes Rauschgift (Marihuana); BM.: Gras; F.: Haschisch, Haschischs+FW(+EW); Z.: Haschisch
Hase, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hase(, Kaninchen); ne. hare (N.); Vw.: s. Bön-, König-; Hw.: s. Hasenpanier; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hase, has, sw. M., Hase; mnd. hāse (1), hase, M., Hase, Hasenbraten; mnl. hase, M., Hase; ahd. haso, sw. M. (n), Hase; as. haso, sw. M. (n), Hase; anfrk. -; germ. *hasō-, *hasōn, *hasa-, *hasan, sw. M. (n), Hase; s. idg. *k̑as-, *k̑asno-, Adj., grau, Pokorny 533 (814/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hase, Kluge s. u. Hase, DW 10, 526, EWD s. u. Hase, EWAhd 4, 867, Falk/Torp 86, Duden s. u. Hase, Bluhme s. u. Hase; Son.: vgl. afries. *hasa, sw. M. (n), Hase; saterl. hase, M., Hase; ae. hara (1), sw. M. (n), Hase; an. heri, sw. M. (n), Hase; got. -; nndl. haas, Sb., Hase; nschw. hare, Sb., Hase; nnorw. hare, M., Hase; ai. sasá-, Sb., Hase; kymr. ceinach, F., Hase; apreuß. sasins, Sb., Hase; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleineres vierfüßiges wild lebendes Säugetier mit langen Ohren und dichtem weichem und bräunlichem Fell sowie längeren Hinterbeinen als Vorderbeinen; BM.: grau; F.: Hase, Hasen+EW; Z.: Has-e
Hasel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hasel (F.) (1), Haselstaude, Haselgerte; ne. hazel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hasel, st. F., sw. F., Hasel (F.) (1), Haselwurz; mnd. hāsel, hassel, hasel, M., Hasel (F.) (1), Haselstrauch, Haselstaude, Gerichtsstätte (Bedeutung örtlich beschränkt), Eidesstätte (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. hasel, Sb., Hasel (F.) (1); ahd. hasala (1), st. F. (ō), Hasel (F.) (1), Haselstrauch, Haselnuss, Mandelbaum?; ahd. hasal, st. M. (a), Hasel (F.) (1), Haselstrauch, Haselnuss, Haselgebüsch; as. *hasal?, st. M. (a)?, Hasel (F.) (1); anfrk. -; germ. *hasalō, st. F. (ō), Hasel (F.) (1); idg. *koselo-, *koslo-, Sb., Hasel (F.) (1), Pokorny 616 (967/199) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hasel, Kluge s. u. Hasel, DW 10, 530, EWD s. u. Hase, EWAhd 4, 860, EWAhd 4, 862, Falk/Torp 86, Duden s. u. Hasel, Bluhme s. u. Hasel; Son.: vgl. afries. -; ae. hæsel, st. M. (a), Hasel (F.) (1); an. hasl, st. M. (a), Hasel (F.) (1); got. -; nndl. hazelaar, Sb., Hasel (F.) (1); nschw. hassel, Sb., Hasel (F.) (1); nnorw. hassel, M., Hasel (F.) (1); lat. corylus, corulus, F., Hasel (F.) (1), Haselstaude; kymr. collen, F., Hasel (F.) (1.); air. coll, Sb., Hasel (F.) (1); lit. kasulas, Sb., Jägerspieß; GB.: (hasal) seit Mitte 9. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich als Strauch wachsende Pflanze mit vor der Belaubung erscheinenden Kätzchen als Blüten und Nüssen als Früchten; BM.: ?; F.: Hasel, Haseln+EW; Z.: Hasel
$Haselbaum, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Haselbaum, Hasel, Haselstaude; E.: s. Hasel, s. Baum; L.: DW 10, 531, EWD s. u. Hasel; GB.: (hasalboum) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Hasel und Baum gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich als Strauch oder Baum mögliche Haselstaude oder Hasel; F.: Haselbaum, Haselbaums, Haselbaumes, Haselbäume, Haselbäumen+EW; Z.: Hasel—bau-m
$Haselbusch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Haselbusch, Haselstaude; Q.: 1343; E.: s. Hasel, s. Busch; L.: DW 10, 531, EWD s. u. Hasel; GB.: seit 1343 belegte und aus Hasel und Busch gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich als Strauch oder Busch oder Baum mögliche Haselstaude F.: Haselbusch, Haselbusches, Haselbüsche, Haselbüschen+EW; Z.: Hasel—bu-sch
$Haselhuhn, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Haselhuhn; E.: s. Hasel, s. Huhn; L.: Kluge s. u. Haselhuhn, DW 10, 531, EWD s. u. Hasel; GB.: (hasalhuon*) seit 11. Jh. belegte und aus Hasel und Huhn gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen kleinen scheuen Waldvogel; F.: Haselhuhn, Haselhuhns, Haselhuhnes, Haselhühner, Haselhühnern+EW; Z.: Hasel—huhn
$Haselnuss, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Haselnuss, Frucht der Hasel oder Haselstaude; E.: s. Hasel, s. Nuss; L.: Kluge s. u. Haselnuss, DW 10, 533, EWD s. u. Hasel; GB.: (hasalnuz*) seit 11. Jh. belegte und aus Hasel und Nuss gebildete Bezeichnung für die auch von Menschen genutzte schon vormenschlich mögliche Frucht der Hasel oder Haselstaude; F.: Haselnuss, Haselnüsse, Haselnüssen+EW; Z.: Hasel—nuss
$Haselnussbaum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Haselnussbaum; E.: s. Haselnuss, s. Baum; seit 16. Jh. belegte und aus Haselnuss und Baum gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Hasel oder den Haselbaum; L.: fehlt DW (entgegen Haselnuszstaude und Haselnuszstrauch), EWD s. u. Hasel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Haselnuss und Baum gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich als Strauch oder Baum mögliche Haselstaude oder Hasel; F.: Haselnussbaum, Haselnussbaumes, Haselnussbaums, Haselnussbäume, Haselnussbäumen+EW; Z.: Hasel—nuss—bau-m
$Haselnussstrauch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Haselnussstrauch, Hasel, Haselstrauch; E.: s. Haselnuss, s. Strauch; L.: DW 10, 533 (Haselnuszstrauch), EWD s. u. Hasel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Haselnuss und Strauch gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Hasel oder den Haselstrauch; F.: Haselnussstrauch, Haselnussstrauches, Haselnussstrauchs, Haselnusssträucher, Haselnusssträuchern+EW; Z.: Hasel—nuss—strau-ch
$Haselstrauch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Haselstrauch, Hasel, Haselbaum, Haselnussstrauch; E.: s. Hasel, s. Strauch; L.: DW 10, 534, EWD s. u. Hasel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hasel und Strauch gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche Hasel oder den Haselbaum oder den Haselnussstrauch F.: Haselstrauch, Haselstrauches, Haselstrauchs, Haselsträucher, Haselsträuchern+EW; Z.: Hasel—strau-ch
$Hasenfuß, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Hasenfuß; E.: s. Has(e), s. en, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Hasenfuß, DW 10, 536; GB.: seit 11. Jh. (hasenfuoz*) belegte und vielleicht nach lat. pes leporis aus Has(e) und en sowie Fuß gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche kleine Pflanze (Hasenklee oder Nelkenwurz oder Benediktenkraut) und auch einen Angsthasen; F.: Hasenfuß, Hasenfußes, Hasenfüße, Hasenfüßen+EW; Z.: Has-en—fuß
$Hasenherz, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Hasenherz; E.: s. Has(e), s. en, s. Herz; L.: Kluge s. u. Hasenfuß, DW 10, 537; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Has(e) und en sowie Herz gebildete Bezeichnung für das Herz eines Hasen oder eines ängstlichen Menschen; F.: Hasenherz, Hasenherzes, Hasenherze, Hasenherzen+EW; Z.: Has-en—herz
$Hasenohr, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hasenohr; E.: s. Has(e), s. en, s. Ohr; L.: Kluge s. u. Gänsefüßchen, DW 10, 539; GB.: (hasenōra*) seit 11. Jh. belegte und aus Has(e) und en sowie Ohr gebildete Bezeichnung für eine kleine Pflanze und übertragen (Adj.) für das Satzzeichen Gänsefüßchen; F.: Hasenohr, Hasenohrs, Hasenohres, Hasenohren+EW; Z.: Has-en—ohr
$Hasenöhrchen, nhd., N., (?): nhd. Hasenöhrchen; E.: s. Has(e), s. en, s. Öhrchen; L.: Kluge s. u. Gänsefüßchen, fehlt DW; GB.: aus Has(e) und en sowie Öhrchen gebildete Bezeichnung für eine kleine Pflanze und übertragen (Adj.) für das Satzzeichen Gänsefüßchen; F.: Hasenöhrchen, Hasenöhrchens+EW; Z.: Has-en—öhr-chen
Hasenpanier, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Hasenpanier; ne. hare’s tail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. Hase, Banner; L.: Kluge s. u. Hasenpanier, DW 10, 539, EWD s. u. Hase, Duden s. u. Hasenpanier; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus Has(e) und en sowie Panier oder Banner gebildete Bezeichnung für ursprünglich den Schwanz eines Hasen oder Eichhörnchens und danach übertragen (Adj.) für Flucht; BM.: Zeigen des Schwanzes eines Hasen oder Eichhörnchens bei der Flucht; F.: Hasenpanier, Hasenpaniers, Hasenpaniere, Hasenpanieren+EW+FW; Z.: Has-en-pa-n-ier
$hasenrein, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hasenrein; E.: s. Hase, s. n, s. rein; L.: Kluge s. u. hasenrein, DW 10, 540; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Has(e) und en sowie rein gebildete Bezeichnung für bezüglich der Jagd auf Hasen von dem Jäger erfolgreich (rein) erzogen; F.: hasenrein, hasenreine, hasenreines, hasenreinem, hasenreinen, hasenreiner+EW; Z.: has-en—rei-n
$Hasenscharte, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hasenscharte; E.: s. Hase, s. n, s. Scharte; L.: Kluge s. u. Hasenscharte, DW 10, 541, EWD s. u. Hase; GB.: (hasinscharte) seit 1323 belegte und aus Has(e) und en sowie Scharte gebildete sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche als Fehlbildung angeborene Spalte in der Oberlippe von Menschen ähnlich wie bei einem Hasen; F.: Hasenscharte, Hasenscharten+EW; Z.: Has-en—schar-t-e
Haspe, nhd. (ält.), F., (12. Jh.?): nhd. Haspe, Türband, Haspel; ne. hasp; Vw.: -; Hw.: s. Haspel; E.: mhd. haspe, hespe, sw. F., Haspe, Türhaken, Türangel, Garnwinde; mnd. haspe (1), F., vom Kokon abgewundener langer Seidenfaden; mnl. haspe, Sb., Haspe, Winde; as. -; anfrk. -; germ. *haspjō, *haspō, st. F. (ō), Türhaken, Garnwinde, Strang, Garn, Haspel; idg. *skamb-, *kamb-, V., krümmen, biegen, Pokorny 918? (1604/76) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Haspe, Kluge s. u. Haspe, DW 10, 554, EWD s. u. Haspe, Duden s. u. Haspe; Son.: vgl. afries. -; ae. hæsp, hæpse, st. F. (ō), sw. F. (n), Haspe; an. hespa (1), sw. F. (n), Haspe einer Tür, Krampe; got. -; nschw. hasp, Sb., Haspel; nnorw. hespe, haspe, M., Haspe; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Haken und Bänder an einer Türe; BM.: krümmen; F.: Haspe, Haspen+EW; Z.: Hasp-e
Haspel, nhd., F., M., (11. Jh.): nhd. Haspel, Haspe; ne. reel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Haspe; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. haspel, st. M., Haspel, Förderschaft, Fördermaschine; mnd. haspel, M., Haspel, Winde (F.), Winde (F.) von bestimmtem Maße, Hebehaspel, Hebewerkzeug zu dem Aufwinden von Lasten, Garnwinde (F.) zu dem Abhaspeln des Garnes von der Spule; mnl. haspel, M., Haspel, Garnwinde; ahd. haspil, st. M. (a), Haspel, Garnwinde, Weife, Gerät mit gebogener Metallspitze, Hakenstange?; as.? *haspul?, st. M. (a?), Haspel; anfrk. -; vgl. germ. *haspjō, *haspō, st. F. (ō), Türhaken, Garnwinde, Strang, Garn, Haspel; idg. *skamb-, *kamb-, V., krümmen, biegen, Pokorny 918? (1604/76) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Haspel, Kluge s. u. Haspel, DW 10, 544, EWD s. u. Haspe, EWAhd 4, 869, Haspel, Falk/Torp 86, Duden s. u. Haspel, Bluhme s. u. Haspel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; vgl. nndl. haspel, Sb., Haspel; GB.: (haspil) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete zylinderförmige Vorrichtung zu einem Aufwickeln oder Abwickeln von Fäden oder Drähten oder Bändern; BM.: krümmen; F.: Haspel, Haspeln+EW; Z.: Hasp-el
$haspeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. haspeln, spulen, wickeln; Vw.: s. ab-, ver-; E.: s. Haspel, s. (e)n; L.: DW 10, 545, EWD s. u. Haspe; GB.: (haspelen*) seit 15. Jh. belegte und aus Haspel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mittels einer von Menschen entwickelten und verwendeten Haspel spulen oder wickeln; F.: haspeln, haspel (!)), hasple, haspele, haspelst, haspelt, haspelte, haspeltest, haspelten, haspeltet, gehaspelt, ##gehaspelt, gehaspelte, gehaspeltes, gehaspeltem, gehaspelten, gehaspelter##, haspelnd, ###haspelnd, haspelnde, haspelndes, haspelndem, haspelnden, haspelnder###, haspel (!)+EW; Z.: hasp-el-n
Hass, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hass, Abneigung, Feindschaft; ne. hate (N.); Vw.: -; Hw.: s. hassen, hässlich, hetzen, Hatz; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. haz, st. M., Hass, feindselige Gesinnung oder Handlung, Tadel; mnd. hāt (1), M., Hass, Gehässigkeit, Feindschaft, Missgunst, Neid, Groll, Zorn; mnl. hat, M., Hass, Zorn; ahd. haz, st. M. (i)?, Hass, Feindschaft, Feindseligkeit, Verachtung, starke Abneigung; as. hėti*, st. M. (i), Hass, Feindschaft, Verfolgung, anfrk. -; germ. *hati-, *hatiz, st. N. (i), Hass; idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, *k̑əds-, k̑h₂des-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hasz, Kluge s. u. Hass, DW 10, 552, EWD s. u. Hass, EWAhd 4, 871, Falk/Torp 68, Duden s. u. Hass, Bluhme s. u. Hass; Son.: vgl. afries. hat (2), M., Hass; nfries. haet; ae. hėte, st. M. (i), Hass, Feindschaft, Bosheit, Verfolgung; an. hatr, st. N. (i), Hass; got. hatis, st. N. (a), Hass, Zorn; nndl. haat, Sb., Hass; nschw. hat, N., Hass; nnorw. hat, N., Hass; ai. sādra-, N., Leid, Unheil; gr. κῆδος (kēdos), κᾶδος (kados), N., Leid, Qual, Sorge; osk. cadeis, Sb., Feindschaft; kymr. cawdd, M., Zorn, Ärger; air. cais, Sb., Hass, Liebe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches besonders großes und tiefes Gefühl der Abneigung oder Feindschaft; BM.: sich stürzen auf?; F.: Hass, Hasses+EW; Z.: Hass
hassen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hassen, nicht ausstehen können, feind oder feindlich gesinnt sein (V.); ne. hate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hass, hässlich; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. hazzen (1), sw. V., hassen, ungerne sehen, verabscheuen, verfolgen, anfeinden, neidisch sein (V.) auf, vorwerfen; mnd. hāten, sw. V., hassen, missgönnen, ungern sehen; mnl. haten, V., hassen; ahd. hazzēn, sw. V. (3), hassen, verabscheuen, neidisch sein (V.); ahd. hazzōn, sw. V. (2), hassen, neidisch sein (V.); as. hatōn, sw. V. (2), hassen, verfolgen; anfrk. haton*, sw. V. (2), hassen; germ. *hatēn, *hatǣn, sw. V., hassen, verfolgen; germ. *hatōn, sw. V., hassen; s. idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, k̑əds-, k̑h₂des-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Hass, EWD s. u. Hass, DW 10, 546, EWAhd 4, 874, Falk/Torp 68, Duden s. u. hassen; Son.: vgl. afries. hatia, sw. V. (2), hassen, schädigen; nfries. haetjen, V., hassen; ae. hatian, sw. V. (2), hassen, feindlich behandeln; an. hata, sw. V. (2), hassen; got. hatan, sw. V. (3), hassen; gr. κήδειν (kḗdein), V., besorgt machen, betrüben, kränken, sorgen für; GB.: (hazzēn) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Hass und en (Suff) gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches feind oder feindlich gesinnt sein (V.); BM.: sich stürzen auf?; F.: hassen, hasse, hassst (!), hasst, hassest, hasset, hasste, hasstest, hassten, hasstet, gehasst, ##gehasst, gehasste, gehasstes, gehasstem, gehassten, gehasster##, hassend, ###hassend, hassende, hassendes, hassendem, hassenden, hassender###, hass (!)+EW; Z.: hass-en
Hassium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hassium, ein Metall; ne. hassium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1997; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Hessen, mlat. Hassia, F.=ON, Hessen; Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. Chattus, M., Chatte; aus dem Germ.?, genaue Herkunft unklar, vielleicht s. germ. *hatǣn, sw. V., hassen, verfolgen; idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, *k̑əds-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); oder von germ. *hōda-, *hōdaz, st. M. (a), Obhut, Schutz; idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hassium; Son.: vgl. nndl. hassium, Sb., Hassium; frz. hassium, M., Hassium; nschw. hassium, N., Hassium; nnorw. hassium, N., Hassium; kymr. hasiwm, M., Hassium; nir. haisiam, M., Hassium; poln. has, M., Hassium; lit. hasis, M., Hassium; GB.: seit 1997 belegte und von mlat. Hassia gebildete sowie in der genauen Herkunft unklare und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1984 entdecktes künstlich in wenigen Atomen erzeugtes sehr radioaktives und sehr kurzlebiges nur für wissenschaftliche Zwecke verwendbares metallisches Übergangsmetall (chemisches Element Nr. 108, abgekürzt Hs, Transactinoid); BM.: ON; F.: Hassium, Hassiums+FW(+EW); Z.: Has-s-i-um
hässlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. hässlich, feindselig, feindlich, hassvoll, gehässig; ne. ugly (Adj.), beastly; Vw.: -; Hw.: s. Hass, hassen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. hazlich, hazzelich, hezzelich, Adj., hassvoll, gehässig, tückisch, feindselig, hassenswert, verhasst; mnd. hātlīk, Adj., verhasst, voll Hass seiend, hassenswert, feindselig; mnd. heslīk, Adj., hässlich; mnl. hatelijc, Adj., hässlich?; ahd. -; as. hėtilīk*, Adj., feindselig; germ. *hatalīka-, *hatalīkaz, Adj., Hass erregend, gehässig; vgl. idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, *k̑əds-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hasz, Kluge s. u. hässlich, DW 10, 556 (häszlich), EWD s. u. Hass, Duden s. u. hässlich; Son.: vgl. afries. -; ae. hėtelic, Adj., voll Hass, verbittert, gewalttätig; an. hatrligr, Adj., verbittert?; got. -; GB.: (hazlich) seit 12. Jh. belegte und aus Hass und lich gebildete Bezeichnung für sachlich aus der Sicht des Menschen vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hassvoll oder gehässig oder feindselig oder unansehnlich oder unschön oder ekelhaft; BM.: sich stürzen auf?; F.: hässlich, hässliche, hässliches, hässlichem, hässlichen, hässlicher(, hässlichere, hässlicheres, hässlicherem, hässlicheren, hässlicherer, hässlichst, hässlichste, hässlichstes, hässlichstem, hässlichsten, hässlichster)+EW; Z.: häss-lich
$Hässlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hässlichkeit, abstoßendes Aussehen; E.: s. hässlich, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 557, EWD s. u. Hass; GB.: seit 1347-1359 belegte und aus hässlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abstoßendes Aussehen; F.: Hässlichkeit+EW; F.: Häss-lich—kei-t
Hast, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Hast, Ungestüm, Eile; ne. haste (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14./15. Jh. (Chronik deutscher Städte); E.: mhd. hast (1), st. F., Hast, Übereilung; mnd. hāst (1), hast, M., F., Hast, Eile, Eifer, Aufregung, Zorn; aus afrz. haste, F., Eile; aus frk. *haist, Sb., Heftigkeit, Kluge s. u. Hast; germ. *haifsti-, *haifstiz, *haifti-, *haiftiz, Sb., Streit, Zank; vgl. idg. *k̑ēibʰ-, Adj., schnell, heftig, Pokorny 542 (831/63) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hast, Kluge s. u. Hast, DW 10, 550, EWD s. u. Hast, Duden s. u. Hast, Bluhme s. u. Hast; Son.: vgl. nndl. haast, Sb., Hast; frz. hâte, F., Hast; nschw. hast, Sb., Hast; nnorw. hast, M., Hast; GB.: (hast) seit um 1270 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliche Eile; BM.: schnell; F.: Hast+EW; Z.: Hast
$hasten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. hasten, eilen; E.: s. Hast, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hast, DW 10, 551, EWD s. u. Hast; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus Hast und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches eilen; F.: hasten, haste, hastest, hastet, hastete, hastetest, hasteten, hastetet, gehastet, ##gehastet, gehastete, gehastetes, gehastetem, gehasteten, gehasteter##, hastend, ###hastend, hastende, hastendes, hastendem, hastenden, hastender###, hast (!)+EW; Z.: hast-en
$hastig, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.?): nhd. hastig, eilig; E.: s. Hast, s. ig; L.: Kluge s. u. Hast, DW 10, 552, EWD s. u. Hast; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Hast und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches eilig; F.: hastig, hastige, hastiges, hastigem, hastigen, hastiger(, hastigere, hastigeres, hastigerem, hastigeren, hastigerer, hastigst, hastigste, hastigstes, hastigstem, hastigsten, hastigster)+EW; Z.: hast-ig
Hatschek, Háček, nhd., N.: nhd. Hatschek, Háček, Häkchen, Caron; ne. háček, wedge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. tschech. háček; E.: s. tschech. háček, M., Häkchen, Haken; vgl. tschech. hák, M., Haken; L.: fehlt DW, Duden s. u. Háček; Son.: vgl. poln. haczek, M., Hatschek; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das diakritische Zeichen eines Häkchens (- vor allem - auf dem c) das besonders in slawischen Sprachen einen Zischlaut oder einen stimmhaften Reibelaut angibt; BM.: Haken; F.: Hatschek, Hatscheks, Háček, Háčeks+FW(+EW?); Z.: Hatsch-ek
hätscheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. hätscheln, umsorgen, liebkosen, verwöhnen, hegen; ne. fondle (V.), cuddle (V.); Vw.: -; Hw.: s. hatschen; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt (zu hatschen?); L.: Kluge 1. A. s. u. hätscheln, Kluge s. u. hätscheln, DW 10, 558, EWD s. u. hätscheln, Duden s. u. hätscheln, Bluhme s. u. haetscheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches umsorgen oder liebkosen oder verwöhnen oder hegen; BM.: ?; F.: hätscheln, hätschel (!), hätschle, hätschelst, hätschelt, hätschelte, hätscheltest, hätschelten, hätscheltet, gehätschelt, ##gehätschelt, gehätschelte, gehätscheltes, gehätscheltem, gehätschelten, gehätschelter##, hätschelnd, ###hätschelnd, hätschelnde, hätschelndes, hätschelndem, hätschelnden, hätschelnder###, hätschel (!)+EW; Z.: hätsch-el-n
hatschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hatschen, latschen, hinken; ne. hobble (V.); Vw.: -; Hw.: s. hätscheln; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. hatschen, DW 10, 559, Duden s. u. hatschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches latschen oder hinken oder langsam oder schwerfällig oder hinkend gehen; BM.: ?; F.: hatschen, hatsche, hatschst, hatscht, hatschest, hatschet, hatschte, hatschtest, hatschten, hatschtet, gehatscht, ##gehatscht, gehatschte, gehatschtes, gehatschtem, gehatschten, gehatschter##, hatschend, ###hatschend, hatschende, hatschendes, hatschendem, hatschenden, hatschender###, hatsch (!)+EW; Z.: hatsch-en
$Hatschier, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Hatschier, Bogenschütze; E.: s. it. arciere, M., Bogenschütze, s. frz. archer, M., Bogenschütze; L.: Kluge 1. A. s. u. Hatschier, DW 10, 559; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung des Bogens durch Menschen möglichen Bogenschützen; F.: Hatschier, Hatschiers, Hatschieres, Hatschiere, Hatschieren+FW; Z.: Hatsch-ier
Hattrick, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hattrick, dreimaliger Erfolg; ne. hat-trick; Vw.: -; Hw.: s. Trick; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hat-trick; E.: s. ne. hat-trick, N., Hattrick; vgl. ne. hat, N., Hut; ae. hætt, st. M. (a?, u?), Hut (M.); germ. *hattu-, *hattuz, st. M. (u), Hut (M.); vgl. idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); ne. trick, N., Dreh, Kunststück; frz. trique, M., Trick; afrz. trichier, V., betrügen; vulgärlat. *triccare, V., betrügen; lat. trīcārī, V., Schwierigkeiten machen, Ausflüchte suchen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trīca, F., Verdrießlichkeit, Widerwärtigkeit, Rank, Ränke; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Hattrick, fehlt DW, Duden s. u. Hattrick; Son.: vgl. nndl. hattrick, Sb., Hattrick; nschw. hat trick, Sb., Hattrick; nnorw. hattrick, Sb., Hattrick; poln. hattrick, M., Hattrick; lit. hattrick, Sb., Hattrick; GB.: seit 1858 in England für das Cricketspiel aus hat und trick gebildete und vielleicht seit 20. Jh. aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen dreimaligen vor allem sportlichen Erfolg beziehungsweise in dem Fußball für drei durch denselben Spieler erzielte Tore (in der gleichen Halbzeit); BM.: bedecken, drehen; F.: Hattrick, Hattricks+FW; Z.: Hat-tri-ck
Hatz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hatz, Hetze, Hetzjagd; ne. hounding (N.); Vw.: -; Hw.: s. hetzen, Hass; Q.: 14. Jh. (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: s. mhd. haz (3), st. F., Hatz, Jagd; vgl. mhd. hetzen, sw. V., hetzen, jagen, antreiben, eine Hetzjagd veranstalten, eine Hetzjagd beginnen; s. germ. *hatjan, sw. V., verfolgen machen, hetzen; vgl. idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, *k̑əds-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hatz, Kluge s. u. Hatz, hetzen, DW 10, 560, EWD s. u. hetzen, Duden s. u. Hatz, Bluhme s. u. Hatz; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit hetzen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit Hunden durchgeführte Hetzjagd; BM.: Hass; F.: Hatz, Hatzen+EW; Z.: Hatz
Haube, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Haube, Kappe, Mütze; ne. hood (N.), bonnet; Vw.: s. Pickel-, Riegel-; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hūbe, hoube, sw. F., Haube, Helm (M.) (1); mnd. hūve, huwe, hufe, F., Haube, Kopfbinde, Sturmhaube; mnl. huve, F., Haube, Kopfbedeckung; ahd. hūba, sw. F. (n), „Haube“, Hut (M.), Mütze, Kopfbedeckung, Turban, Mitra; as. hūva*, sw. F. (n), Haube; anfrk. -; germ. *hūbō-, *hūbōn, sw. F. (n), Haube; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haube, Kluge s. u. Haube, DW 10, 562, EWD s. u. Haube, EWAhd 4, 1185, Falk/Torp 94, Duden s. u. Haube, Bluhme s. u. Haube; Son.: vgl. afries. hūve, houwe, sw. F. (n), Haube; nnordfries. huw, höw; ae. hūfe, sw. F. (n), Haube; an. hūfa, sw. F. (n), Kappe, Mütze, Gewölbe; got. -; nschw. huva, huv, Sb., Haube; ai. kakúbh-, Sb., Spitze, Gipfel; lit. kuprà, Sb., Buckel, Höcker; GB.: (hūba) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche aus weichem oder gestärktem und oft gefälteltem Stoff gefertigte und dem Kopf angepasste Kopfbedeckung (Kappe oder Mütze) vor allem für Frauen; BM.: biegen; F.: Haube, Hauben+EW; Z.: Hau-b-e
$Haubenlerche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Haubenlerche; E.: s. Haube, s. n, s. Lerche; L.: DW 10, 567, EWD s. u. Haube; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Haub(e) und en sowie Lerche gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen und in dem 14. Jh. aus den östlichen Steppen nach Europa gelangenden in der Gegenwart bedrohten kleinen meist bräunlichen Singvogel mit einer kleinen Federhaube auf dem Kopf; F.: Haubenlerche, Haubenlerchen+EW; Z.: Hau-b-en—lerch-e
Haubitze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Haubitze, ein Geschütz; ne. howitzer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mhd. haufnitz, haufenitz, st. F., Haubitze; tschech. houfnice, F., Schleuder; vgl. tschech. houf, Sb., Schlachthaufen für das Ziel; L.: Kluge 1. A. s. u. Haubitze, Kluge s. u. Haubitze, DW 10, 567, EWD s. u. Haubitze, Duden s. u. Haubitze; Son.: vgl. nndl. houwitzer, Sb., Haubitze; frz. obusier, F., Haubitze; nschw. haubits, Sb., Haubitze; nnorw. haubits, M., Haubitze; poln. haubica, F., Haubitze; kymr. howitser, M., Haubitze; nir. habhatsar, M., Haubitze; lit. haubica, F., Haubitze; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Geschütz mittleren oder schweren Kalibers mit kurzem Rohr; BM.: Schleuder; F.: Haubitze, Haubitzen+FW(+EW); Z.: Haub-itz-e
$Hauch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hauch; E.: s. hauch(en) und weitere Herkunft wohl unklar; L.: Kluge s. u. hauchen, DW 10, 568, EWD s. u. hauchen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit hauchen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Luft möglichen Luftzug und seit Entwicklung höherer Tiere und des Menschen möglichen Atemzug oder Luftstoß; F.: Hauch, Hauches, Hauchs, Hauche, Hauchen+EW; Z.: Hauch
hauchen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. hauchen, sanft flüstern, leicht anatmen; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Kleinere Dichtungen des Strickers); E.: mhd. hūchen (1), sw. V., hauchen, schnauben; mnd. hūchen, huchen, sw. V., hauchen; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. hauchen, Kluge s. u. hauchen, EWD s. u. hauchen, DW 10, 570, Duden s. u. hauchen, Bluhme s. u. Hauch; GB.: seit 1233-1267 belegte und in der weiteren Herkunft wohl unklare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung höherer Tiere und des Menschen mögliches leicht anatmen; BM.: ?; F.: hauchen, hauche, hauchst, haucht, hauchest, hauchet, hauchte, hauchtest, hauchten, hauchtet, gehaucht, ##gehaucht, gehauchte, gehauchtes, gehauchtem, gehauchten, gehauchter##, hauchend, ###hauchend, hauchende, hauchendes, hauchendem, hauchenden, hauchender###, hauch (!)+EW; Z.: hauch-en
$Haudegen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Haudegen, ein Degen, ein Kämpfer; E.: s. hau(en), s. Degen; L.: Kluge s. u. Haudegen, DW 10, 572, EWD s. u. Degen 2; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hau(en) und Degen gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Degen mit zwei Schneiden zu einem Hauen und übertragen (Adj.) für einen diesen benutzenden und erfahrenen Kämpfer; F.: Haudegen, Haudegens+EW; Z.: Hau—deg-en
$haudern, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.?): nhd. mit einem Mietwagen fahren, schütteln; E.: s. Heuer, d eingeschoben?; L.: Kluge 1. A. s. u. haudern, DW 10, 572; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und möglicherweise mit Heuer verbindbare Bezeichnung für mit einem Mietwagen fahren oder schütteln; F.: haudern, haudere, hauder (!), hauderst, haudert, hauderte, haudertest, hauderten, haudertet, gehaudert, ##gehaudert, gehauderte, gehaudertes, gehaudertem, gehauderten, gehauderter##, haudernd, ###haudernd, hauderndes, hauderndem, haudernden, haudernder###, hauder (!)+EW; Z.: haud-er-n
Haue, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Haue, Werkzeug zum Hauen, Hau, Hieb, Schlag; ne. hoe (N.); Vw.: -; Hw.: s. hauen; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. houwe (1), howe, hawe, sw. F., Haue, Hacke (F.) (2); mnd. houwe (1), howe, houw*, F., Haue, Hacke, Spitzhacke, Vorderarme des Wagengestells in welche die Deichsel eingeschoben wird, Werkzeug zum Hauen; mnl. houwe, F., Haue; ahd. houwa, sw. F. (n), Haue, Harke, Hacke (F.) (2); as. hauwa*, sw. F. (n?), Haue, Hacke (F.) (1); anfrk. -; germ. *hawwa-, *hawwam, st. N. (a), Hau, Hieb; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, *kéh₂u-, *kuh₂-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. hauen, Kluge s. u. hauen, DW 10, 573, EWD s. u. hauen, EWAhd 4, 1179, Duden s. u. Haue; Son.: vgl. afries. -; ae. *héaw (1), Sb., Hau; an. hǫgg, st. M. (wa), Hieb, Stoß, Schlag; got. -; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Werkzeug zu einem Hauen oder einen Hau oder Hieb oder Schlag; BM.: schlagen?; F.: Haue, Hauen+EW; Z.: Hau-e
hauen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. hauen, schlagen; ne. hew, chop (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hieb; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. houwen (1), red. V., hauen, stechen, abhauen, ernten; mnd. houwen (1), howen, houen, hoggen, st. V., sw. V., hauen, schlagen, klopfen, an etwas schlagen, Zweikampf ausführen, durch Schlagen zerstören; mnl. howen, V., hauen; ahd. houwan*, red. V., hauen, schlagen, hacken, fällen, niederstrecken; ahd. houwōn*, sw. V. (2), hauen, hacken, auflockern, aufhacken; as. hauwan*, red. V. (1), hauen; anfrk. houwan*, houwon*, st. V. (7)=red. V., hauen; germ. *hawwan, st. V., hauen, schlagen; s. idg. *kāu-, *kəu-, *kéh₂u-, kuh₂-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. hauen, Kluge s. u. hauen, DW 10, 574, EWD s. u. hauen, EWAhd 4, 1179, EWAhd 4, 1184, Falk/Torp 65, Seebold 251, Duden s. u. hauen, Bluhme s. u. hauen; Son.: unreg. V.; vgl. afries. hâwa, houwa, st. V. (7)=red V., hauen, zerhauen (V.), verwunden; nnordfries. hauen, houwen, V., hauen; ae. héawan, st. V. (7)=red. V. (2), hauen, hacken, schlagen; an. hǫggva, red. V., hauen; got. -; nndl. houwen, V., hauen; nschw. hugga, V., hauen; nnorw. hogge, V., hauen; lat. cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln; lit. káuti, V., schlagen, hauen, umbringen; ksl. kovati, V., schmieden; toch. B kau-, V., töten; GB.: (houwan) vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher nach Entwicklung entsprechender Geräte durch den Menschen mögliches meist mit einem Gerät schlagen; BM.: schlagen?; F.: hauen (!), haue (!) haust, haut (!), hauest, hauet, haute, hautest, hauten, hautet, gehaut, ##gehaut, gehaute, gehautes, gehautem, gehauten, gehauter##, hauend, ###hauend, hauende, hauendes, hauendem, hauenden, hauender###, hau (!)+EW; Z.: hau-en
$Hauer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hauer, Hauender; E.: s. hau(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Bild-; GB.: (houwære) seit 1295 belegte und aus hau(en) und er gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge möglichen Hauenden; L.: Kluge s. u. hauen, EWD s. u. hauen; F.: Hauer, Hauers, Hauern+EW; Z.: Hau-er
Haufe, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Haufe, Haufen, Stapel, Menge übereinanderliegender Sachen, kleiner Berg; ne. heap (N.); Vw.: -; Hw.: s. Haufen, häufig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hūfe, houfe, sw. M., Haufe, Haufen, Scheiterhaufen; mnd. hōp, hope, hōpe, hoppe, hupe, hoip, hoep, M., Haufe, Haufen, Büschel, Gruppe von Menschen; mnd. hūpe, hūp, hūpen, hupe, hope, M., Haufe, Haufen, Packen (M.), Menschenhaufe, Gesellschaft, ahd. hūfo, sw. M. (n), Haufe, Haufen, Menge, Anhäufung, Gesamtheit, Zusammenballung, Auftürmung, Fülle; ahd. houf*, st. M. (a), Haufe, Haufen, Aufeinanderschichten, Aufhäufung; as. hôp, hap*, st. M. (a), Haufe, Haufen, Schar (F.) (1); germ. *hūpō-, *hūpōn, *hūpa-, *hūpan, sw. M. (n), Haufen, Haufe; germ. *haupa-, *haupaz, st. M. (a), Haufe, Haufen; idg. *koupos, Sb., Berg, Haufe, Haufen, Pokorny 588; idg. *koupos, Sb., Berg, Haufe, Haufen, Pokorny 588; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haufe, Kluge s. u. Haufen, DW 10, 582, EWD s. u. Haufen, EWAhd 4, 1190, Falk/Torp 94, Duden s. u. Haufen, Bluhme s. u. Haufen; Son.: vgl. afries. hâp, st. M. (a), Haufe, Haufen; nnordfries. hup; ae. héap, st. M. (a), st. F. (ō), Haufe, Haufen, Schar (F.) (1), Menge, Gesellschaft, Trupp, Bande (F.); an. -; got. -; nndl. hoop, Sb., Haufe, Haufen; nschw. hop, Sb., Haufe, Haufen, Gruppe; nnorw. hop, M., Haufe, Haufen; lit. káupas, Sb., Haufe, Haufen; ksl. kupu, Sb., Haufe, Haufen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche Menge übereinanderliegender Sachen oder einen kleinen Berg; BM.: biegen?; F.: Haufe, Haufens, Häufen+FW; Z.: Hau-f-e
$häufeln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. häufeln, Haufen bilden; E.: s. Hauf(e); s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Haufen, DW 10, 591, EWD s. u. Haufen; GB.: seit 1279 belegte und aus Hauf(e) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich mögliches (einen kleinen) Haufen bilden; F.: häufeln, häufel (!), häufle, häufele, häufelst, häufelt, häufelte, häufeltest, häufelten, häufeltet, gehäufelt, ##gehäufelt, gehäufelte, gehäufeltes, gehäufeltem, gehäufelten, gehäufelter##, häufelnd, ###häufelnd, häufelnde, häufelndes, häufelndem, häufelnden, häufelnder###, häufel (!)+FW; Z.: häu-f-el-n
Haufen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Haufen, Haufe, Stapel; ne. heap (N.); Vw.: -; Hw.: s. Haufe, häufig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hūfe, houfe, sw. M., Haufe, Haufen, Scheiterhaufen; mnd. hōp, hope, hōpe, hoppe, hupe, hoip, hoep, M., Haufe, Haufen, Büschel, Gruppe von Menschen; mnd. hūpe, hūp, hūpen, hupe, hope, M., Haufe, Haufen, Packen (M.), Menschenhaufe, Gesellschaft, ahd. hūfo, sw. M. (n), Haufe, Haufen, Menge, Anhäufung, Gesamtheit, Zusammenballung, Auftürmung, Fülle; ahd. houf*, st. M. (a), Haufe, Haufen, Aufeinanderschichten, Aufhäufung; as. hôp, hap*, st. M. (a), Haufe, Haufen, Schar (F.) (1); germ. *hūpō-, *hūpōn, *hūpa-, *hūpan, sw. M. (n), Haufen, Haufe; germ. *haupa-, *haupaz, st. M. (a), Haufe, Haufen; idg. *koupos, Sb., Berg, Haufe, Haufen, Pokorny 588; idg. *koupos, Sb., Berg, Haufe, Haufen, Pokorny 588; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haufe, Kluge s. u. Haufen, DW 10, 582, EWD s. u. Haufen, EWAhd 4, 1190, Falk/Torp 94, Duden s. u. Haufen, Bluhme s. u. Haufen; Son.: vgl. afries. hâp, st. M. (a), Haufe, Haufen; nnordfries. hup; ae. héap, st. M. (a), st. F. (ō), Haufe, Haufen, Schar (F.) (1), Menge, Gesellschaft, Trupp, Bande (F.); an. -; got. -; nndl. hoop, Sb., Haufen; nschw. hop, Sb., Haufen, Gruppe; nnorw. hop, M., Haufen; lit. káupas, Sb., Haufen; ksl. kupu, Sb., Haufen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Menge übereinanderliegender Sachen oder einen kleinen Berg von Gegenständen; BM.: biegen?; F.: Haufen, Haufens, Häufen+FW; Z.: Hau-f-en
$häufen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. häufen; Vw.: s. auf-; E.: s. Hauf(e), s. en; L.: Kluge s. u. Haufen, DW 10, 591 (haufen), EWD s. u. Haufen; GB.: (hūfōn) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Hauf(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches eine Menge übereinanderliegender Dinge oder einen kleinen Berg von Gegenständen bilden; F.: häufen, häufe, häufst, häuft, häufest, häufet, häufte, häuftest, häuften, häuftet, gehäuft, ##gehäuft, gehäufte, gehäuftes, gehäuftem, gehäuften, gehäufter##, häufend, ###häufend, häufende, häufendes, häufendem, häufenden, häufender###, häuf (!)+EW; Z.: häu-f-en
häufig, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. häufig, oft; ne. often; Vw.: -; Hw.: s. Haufen; Q.: 16. Jh.; E.: letztlich über die Bedeutung haufenweise von nhd. Haufen (s. d.), s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. häufig, Kluge s. u. häufig, DW 10, 593, EWD s. u. Haufen, Duden s. u. häufig; Son.: vgl. nnorw. hyppig, Adj., häufig; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung und aus Hauf(e) und ig gebildete Bezeichnung für oft; BM.: biegen?; F.: häufig, häufige, häufiges, häufigem, häufigen, häufiger(, häufigere, häufigeres, häufigerem, häufigeren, häufigerer, häufigst, häufigste, häufigstes, häufigstem, häufigsten, häufigster)+EW; Z.: häu-f-ig
Hauhechel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hauhechel, Stachelkraut; ne. restharrow; Vw.: -; Hw.: s. Heu; Q.: 16. Jh.; E.: s. Heu, Hechel; L.: Kluge s. u. Hauhechel, DW 10, 596, Duden s. u. Hauhechel; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Schmetterlingsblütlern gehörende oft dornige Pflanze (Stachelkraut) mit behaarten Blättern und rosa oder gelben oder weißlichen Blüten; BM.: Hechel an der Heu hängen bleibt; F.: Hauhechel, Hauhecheln+EW; Z.: Hau—hech-el
Haupt, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Haupt, Kopf; ne. head (N.); Vw.: s. Gorgonen-; Hw.: s. Höft, überhaupt; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. houbet, houbt, houpt, st. N., Haupt, Spitze, Anfang, Beginn; mnd. hȫvet, hōvet, hōft, hoevet, hoyvet N., Haupt, Kopf, Meinung, Spitze; mnl. hovet, N., Haupt; ahd. houbit (1), st. N. (a), Haupt, Kopf, Spitze, Anfang, Oberhaupt, Anführer, oberster Teil; as. hôvid*, st. N. (a), Haupt, Spitze; anfrk. hovid*, houvot*, hovit*, st. N. (a), Haupt, Kopf; germ. *haubida-, *haubidam, st. N. (a), Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haupt, Kluge s. u. Haupt, DW 10, 596, EWD s. u. Haupt, EWAhd 4, 1168, Falk/Torp 74, Duden s. u. Haupt, Bluhme s. u. Haupt; Son.: vgl. afries. hâved, hâud, hâd, hâfd, st. N. (a), Haupt; nnordfries. haud, hod; ae. héafod, st. N. (a), Haupt, Spitze, Quelle, Anfang; an. hǫfuð, st. N. (a), Haupt, Anführer, Mann; an. haufuð, st. N. (a), Haupt; got. haubiþ, st. N. (a), Haupt, Kopf; krimgot. hoeft, st. N. (a), Haupt, Kopf; nndl. hoofd, Sb., Haupt; nschw. huvud, Sb., Haupt; nisl. höfuð, M., Haupt, Kopf; ai. kapala-, Sb., Hirnschale, Schädel; lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den Kopf oder für eine Scheibe oder einen Anführer; BM.: fassen bzw. Schale (F.) (1); F.: Haupt, Hauptes, Haupts, Häupter, Häuptern+EW; Z.: Haupt
$Haupt…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. Haupt…, hauptsächlich, wichtig; E.: s. Haupt; L.: Kluge s. u. Haupt...; GB.: in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für hauptsächlich oder wichtig; F.: Haupt…+EW; Z.: Haupt-
$Häuptling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Häuptling, Anführer einer Zahl von Menschen; E.: s. Haupt, s. ling; L.: Kluge s. u. Häuptling, DW 10, 620, EWD s. u. Haupt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Haupt und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Anführer einer Zahl von Menschen; F.: Häuptling, Häuptlings, Häuptlinges, Häuptlinge, Häuptlingen+EW; Z.: Häupt-ling
$Hauptmann, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hauptmann, Anführer einer Zahl von Menschen; E.: s. Haupt, s. Mann; L.: Kluge s. u. Hauptmann, DW 10, 621, EWD s. u. Haupt; GB.: (houbitman*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. capitaneus aus Haupt und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Anführer einer Zahl von Menschen; F.: Hauptmann, Hauptmanns, Hauptmannes, Hauptmänner, Hauptmännern+EW; Z.: Haupt—man-n
$Hauptsache, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Hauptsache; E.: s. Haupt, s. Sache; L.: Kluge s. u. Haupt-, DW 10, 626, EWD s. u. Haupt; GB.: seit um 1330 belegte und möglicherweise nach lat.-gr. cephalaeum aus Haupt und Sache gebildete Bezeichnung für einen wichtigen Gegenstand oder auch eine wichtige Sache (auch in einem Rechtsstreit); F.: Hauptsache, Hauptsachen+EW; Z.: Haupt—sach-e
$hauptsächlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. hauptsächlich, die Hauptsache betreffend, wesentlich, wichtig, besondere; E.: s. Hauptsach(e), s. lich; L.: DW 10, 626, EWD s. u. Haupt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hauptsach(e) und lich gebildete Bezeichnung für die Hauptsache betreffend oder wesentlich oder wichtig oder besondere; F.: hauptsächlich, hauptsächliche, hauptsächliches, hauptsächlichem, hauptsächlichen, hauptsächlicher+EW; Z.: haupt—säch—lich
$Hauptstadt, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Hauptstadt; E.: s. Haupt, s. Stadt; L.: DW 10, 631, EWD s. u. Haupt; GB.: (houbitstat*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat.-gr. mētropolis gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Hauptstelle oder Hauptort und später Hauptstadt; F.: Hauptstadt, Hauptstädte, Hauptstädten (+FW?)+EW; Z.: Haupt—sta-dt
$Hauptwort, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Hauptwort, Nennwort, Dingwort, Substantiv; E.: s. Haupt, s. Wort, L.: Kluge s. u. Haupt-, DW 10, 638, EWD s. u. Haupt; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Haupt und Wort gebildete Bezeichnung für ein wichtiges Wort und später (Gottsched) für Nennwort oder Dingwort oder Substantiv; F.: Hauptwort, Hauptwortes, Hauptworts, Hauptwörter, Hauptwörtern+EW; Z.: Haupt—wor-t
Haus, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Haus, Gebäude; ne. house (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hūs, hous, st. N., Haus, Wohnung, Haushaltung, Rathaus, Schloss, Hütte; mnd. hūs, hues, huis, huys, hys, N., Haus, festes Haus, Wohnhaus, Rathaus, Schloss, Tempel; mnl. huus, N., Haus; ahd. hūs (1), st. N. (a), Haus, Gebäude, Wohnung, Behausung, Unterkunft, Heim; as. hūs, st. N. (a), Haus; anfrk. hūs*, st. N. (a), Haus; germ. *hūs-, *hūsa-, *hūsam, *hūza-, *hūzam, st. N. (a), Haus; s. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haus, Kluge s. u. Haus, DW 10, 640, EWD s. u. Haus, EWAhd 4, 1288, Falk/Torp 92, Duden s. u. Haus, Bluhme s. u. Haus; Son.: vgl. afries. hūs, st. N. (a), Haus, Familie; nnordfries. hüss; ae. hūs, st. N. (a), Haus, Wohnplatz, Haushalt, Familie; an. hūs, st. N. (a), Haus; an. hūs, st. N. (a), Haus; got. …hūs, N., Haus (in gudhūs, st. N. (a), Goggeshaus, Tempel); nndl. huis, Sb., Haus; nschw. hus, Sb., Haus; nnorw. hus, N., Haus; ? gr. κευθμός (keuthmós), M., bergende Höhle, Schlupfwinkel, Gruft, Höhlung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für den Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes zu einem längeren Bleiben und Wohnen errichtetes Gebäude; BM.: bedecken bzw. Bauwerk; F.: Haus, Hauses, Häuser, Häusern+EW; Z.: Hau-s
$hausbacken, nhd., V., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. hausbacken, für den Hausgebrauch gebacken, einfach; E.: s. Haus, s. backen; L.: Kluge s. u. hausbacken, DW 10, 652, EWD s. u. backen; GB.: seit 1513 (Leipzig) belegte und aus Haus und backen gebildete Bezeichnung für für den Hausbedarf backen und für den Hausbedarf gebacken oder einfach; F.: (des Adj.) hausbacken, hausbackene, hausbackenes, hausbackenem, hausbackenen, hausbackener u. a. (des V.)+EW; Z.: hau-s—ba-ck-en
$Häuschen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Häuschen, Häuslein, kleines Haus; E.: s. Haus, s. chen; L.: Kluge s. u. Haus, DW 10, 655, EWD s. u. Haus; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Haus und chen gebildete Bezeichnung für ein für den Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes zu einem längeren Bleiben und Wohnen errichtetes kleines Haus oder ein Häuslein; F.: Häuschen, Häuschens+EW; Z.: Hau-s—chen
Hause, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Hause, Hausen (M.), ein Fisch; ne. sturgeon; Vw.: -; Hw.: s. Hausen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hūse, sw. M., Hause, Hausen (M.), der große Stör; mnd. hūse, huze, huyse, husen, M., Hause, Hausen (M.); mnl. huus, M., Hause, Hausen (M.); ahd. hūso (1), sw. M. (n), Hause, Hausen (M.), Stör, Lachs, Salm, Essbarer Seeigel (?); aus dem Germ.?; vielleicht zu einem Wort für Fischblase; L.: Kluge s. u. Hausen, DW 10, 658, EWAhd 4, 1293, Duden s. u. Hausen; GB.: (hūso) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen zu der Familie der Störe gehörenden Fisch mit kurzer Schnauze und großer halbmondförmiger Mundöffnung sowie abgeplatteten Barteln; BM.: Fischblase?; F.: Hause, Hausens, Hausen+EW; Z.: Haus-e
$Hausehre, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Hausehre; L.: Kluge s. u. Hausehre, DW 10, 656; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Haus und Ehre gebildete Bezeichnung für die Ehre eines Hauses und seines Inhabers; F.: Hausehre+EW; Z.: Hau-s-
$hausen, nhd., sw. V., (10. Jh..): nhd. hausen, Haus haben, wohnen, leben; Vw.: s. be-; L.: Kluge s. u. hausen, DW 10, 557, EWD s. u. Haus; GB.: seit um 1000 belegte und aus Haus und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Haus haben; F.: hausen, hause (!), haust (!), hausest, hauset, hauste, haustest, hausten, haustet, gehaust, ##gehaust, gehauste, gehaustes, gehaustem, gehausten, gehauster##, hausend, ###hausend, hausende, hausendes, hausendem, hausenden, hausender###, haus (!)+EW; Z.: hau-s-en
Hausen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hausen (M.), Hause, ein Fisch; ne. sturgeon; Vw.: -; Hw.: s. Hause; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hūse, sw. M., Hausen (M.), der große Stör; mnd. hūse, huze, huyse, husen, M., Hausen (M.); mnl. huus, M., Hausen (M.); ahd. hūso (1), sw. M. (n), Hausen (M.), Stör, Lachs, Salm, Essbarer Seeigel (?); aus dem Germ.?; vielleicht zu einem Wort für Fischblase; L.: Kluge s. u. Hausen, DW 10, 658, EWAhd 4, 1293, Duden s. u. Hausen; GB.: (hūso) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen zu der Familie der Störe gehörenden Fisch mit kurzer Schnauze und großer halbmondförmiger Mundöffnung sowie abgeplatteten Barteln; BM.: Fischblase?; F.: Hausen, Hausens+EW; Z.: Haus-en
$Hausenblase, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Hausenblase; E.: s. Hause(n), s. n, s. Blase; L.: Kluge s. u. Hausen, DW 10, 660; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Hause(n) und en sowie Blase gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Blase des Hausen; F.: Hausenblase, Hausenblasen+EW; Z.: Haus-en—bla-s-e
$Hauser, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Hauser; E.: s. haus(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Hauser, DW 10, 661; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus haus(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Hauses möglichen Hausbewohner oder Haushälter oder Beherberger, älter ahd. hūsari*; F.: Hauser, Hausers, Hausern+EW; Z.: Hau-s-er
$Hauserin, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hauserin; E.: s. Hauser, s. in; L.: Kluge s. u. Hauser, DW 10, 661; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Hauser und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Hauses mögliche Haushälterin oder Hausbewohnerin; F.: Hauserin, Hauserinnen+EW; Z.: Hau-s-er-in
$Hausfrau, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hausfrau, Ehefrau, Frau, Hausherrin; E.: s. Haus, s. Frau; L.: DW 10, 662, EWD s. u. Frau; GB.: (hūsvrouwe) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus Haus und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Ehen und Häusern mögliche Hausherrin oder Ehefrau; F.: Hausfrau, Hausfrauen+EW; Z.: Hau-s—fr-au
$Haushalt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Haushalt, Wirtschaftsführung; E.: s. Haus, s. halt(en); L.: Kluge s. u. Haushalt, DW 10, 670, EWD s. u. Haus; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Haus und halt(en) gebildete Bezeichnung für eine Wirtschaftsführung einer oder mehrerer Menschen (oder Personen); F.: Haushalt, Haushalts, Haushaltes, Haushalte, Haushalten+EW; Z.: Hau-s—hal-t
$haushalten, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. haushalten; E.: s. Haushalt, s. en; L.: Kluge s. u. Haushalt, DW 10, 670, EWD s. u. Haus; GB.: (hūshalten) seit Mitte 14. Jh. belegte und aus Haus und halten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Häusern mögliches einen Haushalt führen; F.: haushalten (!), haushalte (!), haushaltest, haushaltet, haushaltete, haushaltetest, haushalteten, haushaltetet, gehaushaltet, ##gehaushaltet, gehaushaltete, gehaushaltetes, gehaushaltetem, gehaushalteten, gehaushalteter##, haushaltend, ###haushaltend, haushaltende, haushaltendes, haushaltendem, haushaltenden, haushaltender###, haushalt (!)+EW; Z.: hau-s-hal-t-en
$Haushälter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Haushälter; E.: s. haushalt(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Haus; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus haushalt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen einen Haushalt eines anderen Menschen führenden Menschen; F.: Haushälter, Haushälters, Haushältern+EW; Z.: Hau-s-häl-t-er
$Haushälterin, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Haushälterin; E.: s. Haushälter, s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Haus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Haushälter und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Arbeitsteilung mögliche einen Haushalt eines anderen Menschen führende Frau; F.: Haushälterin, Haushälterinnen+EW; Z.: Hau-s—häl-t-er-in
$haushälterisch, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. haushälterisch, einen Haushälter oder eine Haushälterin betreffend; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Haushälter, s. isch; L.: DW 10, 672, EWD s. u. Haus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Haushälter und isch belegte Bezeichnung für einen Haushälter oder eine Haushälterin betreffend; F.: haushälterisch, haushälterische, haushälterisches, haushälterischem, haushälterischen, haushälterischer(, haushälterischere, haushälterischeres, haushälterischerem, haushälterischeren, haushälterischerer, haushälterischst, haushälterischste, haushälterischstes, haushälterischstem, haushälterischsten, haushälterischster)+EW; Z.: hau-s-häl-t-er-isch
$Hausherr, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Hausherr, Hausvater, Herr eines Hauses; E.: s. Haus, s. Herr; L.: DW 10, 673, EWD s. u. Haus; GB.: (hūshēriro*) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und wohl nach lat. senior domus) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Häusern und Familien möglichen Hausvater oder Herrn eines Hauses; F.: Hausherr, Hausherren+EW; Z.: Hau-s—her-r
$hausieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. hausieren; E.: s. Haus, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. hausieren, DW 10, 674, EWD s. u. Haus; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Haus und ier sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches von Haus zu Haus gehen und Waren gegen Entgelt zu einem Kauf anbieten und vielleicht auch erwerben; F.: hausieren, hausiere, hausierst, hausiert, hausierest, hausieret, hausierte, hausiertest, hausierten, hausiertet, ##hausiert, hausierte, hausiertes, hausiertem, hausierten, hausierter##, hausierend, ###hausierend, hausierende, hausierendes, hausierendem, hausierenden, hausierender###, hausier (!)+FW+EW; Z.: hau-s-ier-en
$Hausierer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hausierer; E.: s. hausier(en), s. er (Suff.); L.: DW 10, 675, EWD s. u. Haus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hausier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen als Händler von Haus zu Haus gehenden und Waren anbietenden Menschen; F.: Hausierer, Hausierers, Hausierern+FW+EW; Z.: Hau-s-ier-er
$Häusler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Häusler; Q.: 1285 (Urkunde); E.: s. Haus, s. (e)l, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Häusler, DW 10, 679, EWD s. u. Haus; GB.: (hiuselære*) seit 1285 belegte und aus Haus und (e)l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen ein kleines Haus ohne Feld habenden Menschen; F.: Häusler, Häuslers, Häuslern+EW; Z.: Häu-s-l-er
$häuslich, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.?): nhd. häuslich, Haus betreffend; E.: s. Haus, s. lich; L.: Kluge s. u. Haus, DW 10, 679, EWD s. u. Haus; GB.: vielleicht seit 15. Jh. oder schon etwas früher (hiusliche) belegte und aus Haus und lich gebildete Bezeichnung für ein Haus betreffend, F.: häuslich, häusliche, häusliches, häuslichem, häuslichen, häuslicher(, häuslichere, häuslicheres, häuslicherem, häuslicheren, häuslicherer, häuslichst, häuslichste, häuslichstes, häuslichstem, häuslichsten, häuslichster)+EW; Z.: häu-s-lich
$Häuslichkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Häuslichkeit, hauswirtschaftliche Tüchtigkeit; E.: s. häuslich, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 681, EWD s. u. Haus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus häuslich und keit gebildete Bezeichnung vielleicht für hauswirtschaftliche Tüchtigkeit oder Interesse an dem eigenen Hause; F.: Häuslichkeit; F.: Häu-s—lich—kei-t
$Hausmann, nhd., M., (11/12. Jh.?): nhd. Hausmann; E.: s. Haus, s. Mann; L.: DW 10, 682, EWD s. u. Haus; GB.: vielleicht seit 11./12. Jh. belegte und aus Haus und Mann gebildete Bezeichnung für einen Hintersassen oder Hausknecht oder Bewohner eines einzelnen Hauses und später einen bei Berufstätigkeit der Ehefrau den Haushalt besorgenden Ehemann; F.: Hausmann, Hausmannes, Hausmanns, Hausmänner, Hausmännern+EW; Z.: Hau-s—man-n
$Hausmannskost, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Hausmannskost; E.: s. Hausmann, s. s, s. Kost; L.: Kluge s. u. Hausmannskost, DW 10, 683, EWD s. u. Haus; GB.: seit 15. Jh. (?) belegte und aus Hausmann und s sowie Kost gebildete Bezeichnung für eine durchschnittliche einfache Kost eines Hausherrn; F.: Hausmannskost+EW+FW?; Z.: Hau-s—man-n-s—ko-st
$Hausrat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Hausrat; E.: s. Haus, s. Rat; L.: Kluge s. u. Hausrat, DW 10, 686 (zwei Ansätze), EWD s. u. Haus; GB.: seit um 1200 (hūsrāt) belegte und aus Haus und Rat gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der in einem Haushalt benötigten Gegenstände oder einen Vorrat oder eine Fülle oder einen Reichtum oder auch einen Ratschlag für ein Hauswesen; F.: Hausrat, Hausrates, Hausrats+EW; Z.: Hau-s—ra-t
Hausse, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hausse, Ansteigen eines Börsenkurses; ne. boom (N.), rise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. hausse; E.: s. frz. hausse, F., Anstieg, Steigerung; vgl. frz. hausser, V., erhöhen; über ein *altiāre, V., erhöhen zu lat. altus, Adj., hoch, (204-169 v. Chr.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Hausse, Duden s. u. Hausse; Son.: vgl. nndl. hausse, Sb., Hausse; nschw. hausse, Sb., Hausse; nnorw. hausse, M., Hausse; poln. hossa, F., Hausse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das seit dieser Zeit wirtschaftlich für Menschen wichtige Ansteigen eines Börsenkurses; BM.: hoch bzw. wachsen (V.) (1); F.: Hausse, Haussen+FW; Z.: Haus-s-e
$Haussuchung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Haussuchung; E.: s. Haus, s. Suchung; L.: Kluge s. u. Haussuchung, DW 10, 691, EWD s. u. Haus; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus Haus und Suchung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Häusern beispielsweise schon in den Hochkulturen des Altertums (lat. lance et licio) mögliche Durchsuchung eines Hauses auf ein vermisstes Gut eines anderen Menschen; F.: Haussuchung, Haussuchungen+EW; Z.: Hau-s—such-ung
$Hauste, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Hauste; E.: s. mhd. (hūste); L.: Kluge 1. A. s. u. Hauste, DW 10, 691; GB.: seit 1472 belegte und in der Herkunft nicht geklärte und vielleicht mit Haufe verbindbare Bezeichnung für einen auf dem Felde zusammengestellten Haufen Getreide oder Heu; F.: Hauste, Hausten+EW; Z.: Haust-e
$Haustier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Haustier; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Haus, s. Tier; L.: DW 10, 692 (Hausthier), EWD s. u. Haus; E.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Haus und Tier gebildete Bezeichnung für ein von Menschen gezähmtes und bei der Sesshaftwerdung in ihr Haus aufgenommenes Tier wie Hund oder Katze oder Huhn oder Ente oder Gans oder Schaf oder Ziege oder Schwein oder Rind oder Pferd oder Kamel; F.: Haustier, Haustieres, Haustiers, Haustiere, Haustieren+EW; Z.: Hau-s—tie-r
$Hausung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Hausung, Behausung, Wohnung, Haus; Vw.: s. Be-; Q.: 1287 (Urkunde); E.: s. haus(en), s. ung; L.: DW 10, 694; GB.: seit 1287 belegte und aus haus(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Behausung oder Wohnung oder das Haus eines oder mehrerer Menschen; F.: Hausung, Hausungen+EW; Z.: Hau-s-ung
$Hauswart, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hauswart, Hauswärter; E.: s. Haus, s. Wart; L.: DW 10, 696, EWD s. u. Wart; GB.: seit 1870 belegte und aus Haus und Wart gebildete Bezeichnung für den Betreuer eines Hauses eines anderen Menschen oder einen Hauswärter; F.: Hauswart, Hauswarts, Hauswartes, Hauswarte, Hauswarten+EW; Z.: Hau-s—war-t
$Hauswesen, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Hauswesen; E.: s. Haus, s. Wesen; L.: DW 10, 697, EWD s. u. Haus; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Haus und Wesen gebildete Bezeichnung für ein Haus und sein gesamtes Umfeld samt Menschen und Arbeiten sowie Aufgaben; F.: Hauswesen, Hauswesens+EW; Z.: Hau-s—wes-en
Haut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Haut, Fell, Leder; ne. skin (N.), hide (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hūt, hout, st. F., Haut, Fell; mnd. hūt, huet, huyt, F., Haut, Hautoberfläche; mnl. huut, F., Haut, ahd. hūt, st. F. (i), Haut, Fell, verarbeitetes Fell, Schale (F.) (1), Schale (F.) (1) des Gerstenkorns, Riemenpeitsche, Peitsche; as. hūd*, st. F. (i), Haut; anfrk. hūd*, st. F. (i), Haut, Fell; germ. *hūdi-, *hūdiz, st. F. (i), Haut; s. idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Haut, Kluge s. u. Haut, DW 10, 701, EWD s. u. Haut, EWAhd 4, 1296, Falk/Torp 92, Duden s. u. Haut, Bluhme s. u. Haut; Son.: vgl. afries. hēd, hēde, hūd, st. F. (i), Haut; nnord. heed; ae. hȳd, st. F. (i), Haut, Fell; an. hūð, st. F. (i), Haut des Großviehs; nndl. huid, Sb., Haut; nschw. hud, Sb., Haut; nnorw. hud, M., F., Haut; gr. σκῦτος (skytos), N., Haut, Leder; lat. cutis, F., Haut, Leder; lit. kiáutas, Sb., Schale (F.) (1), Hülse; GB.: (hūt) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus mehreren Schichten bestehendes und den gesamten Körper von Menschen und Tieren gleichmäßig umgebendes dünnes äußeres Gewebe zu einem Schutz der darunterliegenden Gewebe und Organe; BM.: umhüllen; F.: Haut, Häute, Häuten+EW; Z.: Hau-t
$häuten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. häuten; E.: s. Haut, s. en; L.: Kluge s. u. Haut, DW 10, 711, EWD s. u. Haut; GB.: (hiuten) seit vor 1150 belegte und aus Haut und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Haut mögliches schälen oder mit Haut überziehen oder Haut ablegen; F.: häuten (!), häute (!), häutest, häutet, häutete, häutetest, häuteten, häutetet, gehäutet, ##gehäutet, gehäutete, gehäutetes, gehäutetem, gehäuteten, gehäuteter##, häutend, ###häutend, häutende, häutendes, häutendem, häutenden, häutender###, häut (!)+EW; Z.: häu-t-en
Hautevolee, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hautevolee, vornehme Gesellschaft; ne. glitterati, haut monde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. (des gens de) haute volée; E.: s. frz. (des gens de) haute volée, M., (Leute) von hohem Flug; vgl. frz. haut, Adj., hoch; lat. altus, Adj., hoch, (204-169 v. Chr.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); frz. voler, V., fliegen; lat. volāre, V., fliegen, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Hautvolee, fehlt DW, Duden s. u. Hautevolee; Son.: vgl. nndl. haute volée, Sb., Hautevolee; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die bessere Gesellschaft oder die vornehme Gesellschaft oder die vornehme Gesellschaftsschicht; BM.: hoch, fliegen; F.: Hautvolee+FW; Z.: Haut-e-vol-ee
Hautgout, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hautgout, Wildgeschmack nach dem Abhängen; ne. haut gout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. haut goût; E.: s. frz. haut goût, M., starker Geschmack; vgl. frz. haut, Adj., hoch; lat. altus, Adj., hoch, (204-169 v. Chr.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); frz. goût, M., Geschmack; lat. gūstus, M., Kosten (N.), Genießen, Genuss, Geschmack, (um 250-184 v. Chr.); idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Hautgout, fehlt DW, Duden s. u. Hautgout; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den eigentümlichen scharfen und würzigen Geschmack und Geruch von Wildfleisch (Wildgeschmack) nach dem Abhängen; BM.: hoch, schmecken; F.: Hautgout, Hautgouts+FW; Z.: Haut-gout
Havarie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Havarie, Unfall, Schiffbruch; ne. average, sea damage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. havereye, F., Havarie; nndl. aferij, Sb., Havarie; mnd. haverīe, F., Havarie; frz. avarie, F., Havarie; it. avaria, F., Havarie; von arab. awārīya, Sb., durch Meerwasser beschädigte Ware; arab. awār, Sb., Schaden, Fehlerhaftigkeit; L.: Kluge s. u. Havarie, DW 10, 713, EWD s. u. Havarie, Duden s. u. Havarie; Son.: vgl. frz. avarie, F., Havarie; nschw. haveri, N., Havarie; nnorw. havari, N., Havarie; lit. avarija, F., Havarie; GB.: seit 17. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Neuniederländische aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen mit Schäden verbundenen Unfall von Schiffen (oder Flugzeugen); BM.: (durch Meerwasser) beschädigte Ware; F.: Havarie, Havarien+FW(+EW); Z.: Havar-ie
$havarieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. havarieren, Havarie erleiden; E.: s. Havarie, s. r, s. en, L.: fehlt DW, EWD s. u. Havarie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Havarie und r sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Havarie bewirken oder erleiden; F.: havarieren, havariere, havarierst, havariert, havarierest, havarieret, havarierte, havariertest, havarierten, havariertet, ##havariert, havarierte, havariertes, havariertem, havarierten, havarierter##, havarierend, ###havarierend, havarierende, havarierendes, havarierendem, havarierenden, havarierender###, havarier(!) +FW(+EW); Z.: havar-ier-en
Hearing, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hearing, Anhörung; ne. hearing (N.); Vw.: -; Hw.: s. hören, horchen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hearing; E.: s. ne. hearing, N., Hearing, Hören; vgl. ne. hear, V., hören; ae. híeran, hīran, hȳran, sw. V. (1), hören, lauschen, gehorchen, gewähren; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hearing, fehlt DW, Duden s. u. Hearing; Son.: vgl. nndl. hearing, Sb., Hearing; nschw. hearing, Sb., Hearing; nnorw. høring, M., Hearing; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus hear und ing gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Anhörung eines Menschen durch ein Gremium; BM.: wahrnehmen; F.: Hearing, Hearings+FW; Z.: Hea-r-ing
Hebamme, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hebamme, Geburtshelferin; ne. midwife; Vw.: -; Hw.: s. heben; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hebeamme, hefamme, sw. F., Hebamme; mnd. hēveamme, F., Hebamme; ahd. hefiana*, hevamma*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Hebamme; vgl. ahd. heffen, heven*, hefen*, st. V. (6), heben, aufheben, hochheben, nehmen, setzen, erheben, höherstellen; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt, die nhd. Endung amme beruht auf einer Vermischung mit dem Wort Amme; L.: Kluge 1. A. s. u. Hebamme, Kluge s. u. Hebamme, DW 10, 715, EWD s. u. Hebamme, EWAhd 4, 880, Duden s. u. Hebamme; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus heb(en) und einem mit Amme vermischten Grundwort (ana) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Geburtshelferin; BM.: heben; F.: Hebamme, Hebammen+EW; Z.: Heb—amm-e
Hebel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hebel, Heber, Instrument zu dem Heben; ne. lever (N.); Vw.: -; Hw.: s. heben, Hefe; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburg); E.: mhd. hebel (1), hevel, hefel*, st. M., Hebestange, Hebel; vgl. mhd. heven, heben, st. V., heben, erheben, anfangen, sich erheben; ahd. heffen, heven*, hefen*, st. V. (6), heben, aufheben, hochheben, nehmen, setzen, erheben, höherstellen; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hebel, Kluge s. u. Hebel, DW 10, 719, EWD s. u. Hebel, Duden s. u. Hebel; Son.: s. ahd. hefilo, hevilo, sw. M. (n), Sauerteig, Hefe; GB.: (hebel) seit um 1275 belegte und aus heb(en) und el gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Hebegerät (Heber); BM.: fassen; F.: Hebel, Hebels, Hebeln+EW; Z.: Heb-el
$Hebemahl, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Hebemahl, Hebeschmaus, Richtfest; E.: s. hebe(n), s. Mahl; L.: Kluge s. u. Hebeschmaus, DW 10, 720; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hebe(n) und Mahl gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher von Menschen bei Fertigstellung eines Werkes veranstalteten Hebeschmaus oder ein Richtfest; F.: Hebemahl, Hebemahls, Hebemahles, Hebemähler, Hebemählern+EW; H.: Heb-e—mahl
heben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. heben, zugreifend nehmen, fassen, packen, aufheben, nach oben in die Höhe bewegen; ne. raise (V.), heave (V.); Vw.: -; Hw.: s. heben, Hebamme, Hebel, Hefe, Heft (2), Hub; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. heven, heben, st. V., heben, erheben, anfangen, sich erheben; mnd. hēven (1), heven, heffen, st. V., sw. V., heben, emporheben, aufheben, anheben, anfangen; mnl. heffen, V., heben; ahd. heffen, heven*, hefen*, st. V. (6), heben, aufheben, hochheben, nehmen, setzen, erheben, höherstellen; as. hėbbian* (1), hėffian*, st. V. (6), heben; anfrk. hevon*, st. V. (6), heben, aufheben; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heben, Kluge s. u. heben, DW 10, 721, EWD s. u. heben, EWAhd 4, 877, Falk/Torp 71, Seebold 244, Duden s. u. heben, Bluhme s. u. heben; Son.: vgl. afries. hebba (2), heva, heffa?, st. V. (6), heben; ae. hėbban, st. V. (6), heben, erheben; an. -; got. hafjan, unr. st. V. (6), heben, aufheben; nndl. heffen, V., heben; nschw. häva, V., heben; nnorw. heve, V., heben; gr. κάπτειν (káptein), V., schnappen, schlucken; lat. capere, V., nehmen, ergreifen; lett. kàmpt, V., greifen, fassen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zugreifend nehmen oder fassen oder packen oder aufheben oder in die Höhe bewegen; BM.: fassen bzw. greifen; F.: heben, hebe, hebst, hebt, hebest, hebet, hob, hobst, hoben, hobt, hub (!), hubst, huben, hubt, höbe, höbest, höben, höbet, hübe (!), hübest (!), hüben (!), hübet (!), gehoben, ##gehoben, gehobene, gehobenes, gehobenem, gehobenen, gehobener##, hebend, ###hebend, hebende, hebendes, hebendem, hebenden, hebender###, heb (!)+EW; Z.: heb-en
$Hebeschmaus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hebeschmaus, Hebemahl, Richtfest; E.: s. heben, s. Schmaus; L.: Kluge s. u. Hebeschmaus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hebe(n) und Schmaus gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher von Menschen bei Fertigstellung eines Werkes veranstaltetes Hebemahl oder Richtfest; F.: Hebeschmaus, Hebeschmauses, Hebeschmäuse, Hebeschmäusen+EW; Z.: Heb-e—schmau-s
Hechel, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hechel, Flachshechel, ein kammartiges Gerät; ne. heckle (N.); Vw.: s. Hau-; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hachel, hechel, F., Hechel; mnd. hēkel, hēckel, hēkele, hekele, F., Hechel, Flachshechel; mnl. hekel, F., Hechel; s. germ. *hakilō, st. F. (ō), Hechel; idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kek-, *kenk-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537; L.: Kluge 1. A. s. u. Hechel, Kluge s. u. Hechel, DW 10, 735, EWD s. u. Hechel, Falk/Torp 66, Duden s. u. Hechel, Bluhme s. u. hecheln; GB.: (hachel) seit Ende 12. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon früher entwickeltes und verwendetes kammartiges Gerät an dessen spitzen Metallstiften Flachsfasern und Hanffasern gereinigt und geglättet sowie voneinander getrennt werden; BM.: spitz sein (V.); F.: Hechel, Hecheln+EW; Z.: Hech-el
$hecheln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. hecheln; E.: s. Hechel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hechel, DW 10, 737, EWD s. u. Hechel; GB.: (hachelen) seit um 1200 belegte und aus Hechel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches (Flachs) reinigen oder auch beischlafen oder schnell atmen; F.: hecheln, hechel (!), hechle, hechele, hechelst, hechelt, hechelte, hecheltest, hechelten, hecheltet, gehechelt, ##gehechelt, gehechelte, gehecheltes, gehecheltem, gehechelten, gehechelter##, hechelnd, ###hechelnd, hechelnde, hechelndes, hechelndem, hechelnden, hechelnder###, hechel (!)+FW; Z.: hech-el-n
Hecht, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Hecht, ein Fisch; ne. pike (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hechet, hecht, st. M., sw. M., Hecht; mnd. hēket, hēked, M., Hecht; mnl. heket, M., Hecht; ahd. hehhit*, hechit, st. M. (a)?, Hecht; as. hakth*, st. M. (a?), Hecht; anfrk. -; germ. *hakuda-, *hakudaz, st. M. (a), Hecht; s. idg. *keg-, keng-, Sb., V., Pflock, Haken, Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hecht, Kluge s. u. Hecht, DW 10, 739, EWD s. u. Hecht, EWAhd 4, 887, Falk/Torp 66, Duden s. u. Hecht, Bluhme s. u. Hecht; Son.: vgl. afries. -; ae. hacod, hæced, hėced, st. M. (a), Hecht; an. -; got. -; GB.: (hehhit) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen räuberisch lebenden Fisch mit lang gestrecktem auf dem Rücken dunkel olivgrün bis graugrün und auf der Bauchseite weißlich gefärbtem Körper; BM.: spitz sein (V.); F.: Hecht, Hechts, Hechtes, Hechte, Hechten+EW; Z.: Hech-t
Heck, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Heck, Oberteil des Hinterschiffs; ne. rear (N.), back (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hecke; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. mnd. hecke, heck, N., F., Hecke, Umzäunung, Einfassung, Tor (N.), Wallhecke, Dornhecke, Gittertor, Hecktor, aus großen Latten zusammengesetztes Gittertor zum Verschließen eines Ortseingangs oder Grundstücks, Gitterwerk des Windmühlenflügels; mhd. hecke, st. F., st. N., Hecke, Einzäunung; ahd. hegga*, st. F. (jō)?, Hecke, Wall, Schanze; germ. *hagjō, st. F. (ō), Hecke; germ. *hagjō-, *hagjōn, sw. F. (n), Hecke; s. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Heck, DW 10, 741, EWD s. u. Heck, Duden s. u. Heck; Son.: vgl. nndl. hek, Sb., Heck; nnorw. hekk, M., Heck; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteres oder hintersten Teil eines von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Schiffes in Gegensatz zu dem Steven; BM.: fassen; F.: Heck, Heckes, Hecks, Hecke, Hecken+EW; Z.: Heck
Hecke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hecke, Hag; ne. hedge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Heck; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. hegge, hecke, st. F., sw. F., Hecke, Einzäunung des Wildes; mhd. hecke (2), hegge, hege, st. F., sw. F., st. N., Hecke, Einzäunung; mnd. hēge (1), hegge, hoge, F., N., Hecke, Knick, Umzäunung von stachligem Gebüsch, Gehölz; mnl. hegge, F., Hecke; ahd. hegga*, st. F. (jō)?, Hecke, Wall, Schanze; as. -; anfrk. -; germ. *hagjō, st. F. (ō), Hecke; germ. *hagjō-, *hagjōn, sw. F. (n), Hecke; s. idg. kagʰ-, kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hecke 1, Kluge s. u. Hecke, DW 10, 742, EWD s. u. Hecke, EWAhd 4, 884, Duden s. u. Hecke, Bluhme s. u. Hecke; Son.: vgl. afries. -; ae. hėcg, st. F. (ō), Hecke; ae. hėge, st. M. (i), Hecke, Hag; an. -; got. -; nndl. heg, Sb., Hecke; nschw. häck, Sb., Hecke; nnorw. hekk, M., Hecke; GB.: (hecke, hegge) seit 12. Jh. und dem Althochdeutschen (hegga) belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit von Menschen gepflanzter und verwendeter Anzahl dicht beieinanderstehender und viele Zweige habender und dadurch eine Abgrenzung bildender Sträucher und Büsche; BM.: fassen; F.: Hecke, Hecken+EW; Z.: Heck-e
$Hecke (2), nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Hecke; E.: s. hecken; L.: Kluge 1. A. s. u. Hecke 2, DW 10, 742 ff., EWD s. u. hecken; GB.: vielleicht seit 16. Jh.? belegte und mit hecken und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Fortpflanzen durch Junge oder Brüten; F.: Hecke, Hecken+EW; Z.: Heck-e
hecken, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. hecken, aushecken, hervorbringen; ne. conspire (V.), hatch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1252-1255 (Heinrich von Krolewitz ðuz Missen Vater Unser); E.: mhd. hecken, hechen, sw. V., sich fortpflanzen, ausbrüten; zu einem Stamm *hag-, V., sich fortpflanzen; vgl. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hecke 2, Kluge s. u. hecken, DW 10, 745, EWD s. u. hecken, EWAhd 4, 626, Duden s. u. hecken, Bluhme s. u. aushecken; GB.: seit 1252-1255 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher hervorbringen oder ausbrüten; BM.: fassen; F.: hecken, hecke (!), heckst, heckt, heckest, hecket, heckte, hecktest, heckten, hecktet, geheckt, ##geheckt, geheckte, gehecktes, gehecktem, geheckten, geheckter##, heckend, ###heckend, heckende, heckendes, heckendem, heckenden, heckender###, heck (!)+EW; Z.: heck-en
$Heckenreiter, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Heckenreiter, Strauchdieb; E.: s. Heck(e), s. en, s. Reiter; L.: Kluge s. u. Heckenschütze, DW 10, 748; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Heck(e) und en sowie Reiter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Strauchdieb; F.: Heckenreiter, Heckenreiters, Heckenreitern+EW; Z.: Heck-en—reit-er
$Heckenrose, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Heckenrose; E.: s. Heck(e), s. en, s. Rose; L.: DW 10, 748, EWD s. u. Hecke; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Heck(e) und en sowie Rose gebildete Bezeichnung für eine von dem Menschen in Hecken verwendete Art der schon vor rund 25 Millionen Jahren belegten wilden Rose; F.: Heckenrose, Heckenrosen+EW+FW; Z.: Heck-en—ros-e
$Heckenschütze, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Heckenschütze, Freischütze, Freischärler; E.: s. Hecke, s. n, s. Schütze; L.: Kluge s. u. Heckenschütze, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. nach frz. franc-tireur gebildete Bezeichnung für einen aus dem Verborgenen schießenden Freischützen oder Freischärler; F.: Heckenschütze, Heckenschützen+EW; Z.: Heck-en—schü-tz-e
Heckmeck, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Heckmeck, dummes Zeug, unnötiges Getue, nichtssagendes Gerede; ne. nonsense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: wohl von einem Hackemack, Hack und Mack; s. nhd. hacken, mengen?, meckern; L.: Kluge s. u. Heckmeck, fehlt DW, Duden s. u. Heckmeck; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Hackemack (hacken, mengen?, meckern) gebildete Bezeichnung für unnötiges Getue und nichtssagendes Gerede; BM.: Gehacktes und Durcheinandergemengtes; F.: Heckmeck, Heckmecks+EW; Z.: Heck-meck
$Heckpfennig, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Heckpfennig; E.: s. heck(en), s. Pfennig; L.: Kluge s. u. Heckpfennig, DW 10, 749, EWD s. u. hecken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heck(en) und Pfennig belegte Bezeichnung für einen in dem Geldbeutel wegen seiner angeblichen Kraft zu einer Bildung weiteren Vermögens zu behaltenden Pfennig oder einen Pfennig von falschem Gepräge; F.: Heckpfennig, Heckpfennigs, Heckpfennige, Heckpfennigen+EW+FW?; Z.: Heck—pfen-n-ig
*heddern?, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. heddern, wickeln, hängen; ne. tangle (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: ?; E.: s. Hed(e), s. er, s. (e)n; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Hed(e) und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches wickeln oder hängen; F.: heddern, heddere, hedder (!), hedderst, heddert, hedderte, heddertest, hedderten, heddertet, geheddert, ##geheddert, gehedderte, geheddertes, geheddertem, gehedderten, gehedderter##, heddernd, ###heddernd, hedderndes, hedderndem, heddernden, heddernder###, hedder (!)+EW; Z.: had-d-er-n
Hede, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hede, Werg; ne. tow (N.), hards; Vw.: -; Hw.: s. verheddern; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. heide (2), F., Hede; mnd. hēde (1), heide, heyde, heye, F., Hede, Werg, kurze Fasern von Hanf und Flachs die bei dem Hecheln bleiben; mnl. hēde, F., Hede; ahd. -; as. -; anfrk. -; wgerm. *hezdō-, *hezdōn, *hizdō-, *hizdōn, sw. F. (n), Flachfaser, Hede, Werg; idg. *kes-, V., kratzen, kämmen, Pokorny 585 (905/137) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hede, Kluge s. u. Hede, DW 10, 750, Falk/Torp 65, Duden s. u. Hede, Bluhme s. u. verheddern; Son.: vgl. afries. -; ae. heorde (1), sw. F. (n), Faser, Bündel; an. haddr, M., weibliches Haupthaar; got. -; nndl. hede, Sb., Hede; gr. κεσκέον (keskéon), N., Werg; russ. čëska, Sb., Werg; GB.: seit 15. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliche kurze Fasern von Hanf und Flachs die bei dem Hecheln oder Auskämmen bleiben, Werg; BM.: kämmen; F.: Hede, Heden+EW; Z.: Hed-e
Hederich, nhd., M., N., (11. Jh.): nhd. Hederich, wilder Senf; ne. hedge mustard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hederich, st. M., Hederich; mnd. hēderik, hederik, hedderik, M., Hederich; mnl. haderic, hederic, M., Hederich; ahd. hederīh, st. M. (a?, i?), Hederich, Ackersenf, Weißer Senf; lat. hederāceus, ederāceus, Adj., aus Efeu seiend, Efeugrün, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. hedera, edera, F., Efeu, Wintergrün; vgl. idg. *gʰend-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437? (629/45) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hederich, Kluge s. u. Hederich, DW 10, 751, EWD s. u. Hederich, EWAhd 4, 875, Duden s. u. Hederich; Son.: vgl. nndl. hederik, Sb., Hederich, Ackersenf; GB.: (hederīh) seit 11. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit weißen oder gelben hellviolett geäderten Blüten mit vier Blütenblättern und Schotenfrüchten (Ackersenf); BM.: fassen?; F.: Hederich, Hederichs, Hederiche, Hederichen+FW(+EW); Z.: Hed-er-ich
Hedonist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hedonist, Genusssüchtiger; ne. hedonist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἡδονή (hēdonḗ), F., Vergnügen, Lust, Reiz; vgl. idg. *su̯ād-, Adj., V., süß, sich freuen, gefallen (V.), Pokorny 1039 (1790/262) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hedonist; Son.: vgl. nndl. hedonist, Sb., Hedonist; frz. hédoniste, M., Hedonist; nschw. hedonist, Sb., Hedonist; nnorw. hedonist, M., Hedonist; kymr. hedonydd, M., Hedonist; nir. héadónai, M., Hedonist; poln. hedonista, M., Hedonist; lit. hedonistas, M., Hedonist; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen und ist gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums (Aristippos 435-etwa 355 v. Chr.) möglichen Menschen dessen Verhalten vorwiegend von der Suche nach Lustgewinn und Genuss bestimmt ist; BM.: süß bzw. gefallen (V.); F.: Hedonist, Hedonisten+FW+EW?; Z.: Hed-on-ist
Heer, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Heer, Armee; ne. army; Vw.: -; Hw.: s. Herberge; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. her, here, st. N., Heer, Kriegsheer, Menge, Schar (F.) (1), Volk; mnd. hēr (1), hēre, heer, N., Heer, Kriegsheer, Kriegsschar; mnl. hēre, N., Heer; ahd. heri, st. M. (ja), st. N. (ja), Heer, Menge, Schar (F.) (1), bewaffnete Schar (F.) (1), Heerschar, Heerfahrt, Streitmacht, Heeresabteilung; as. hėri, st. M. (ja), Heer, Menge, Volk; anfrk. *heri?, st. M. (ja)?, st. N. (ja?), Heer, Menge, Schar (F.) (1); germ. *harja-, *harjaz, st. M. (a), Heer; s. idg. *koros, *kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heer, Kluge 1. A. s. u. Heer, Kluge s. u. Heer, DW 10, 751, EWD s. u. Heer, EWAhd 4, 971, Falk/Torp 76, Duden s. u. Heer, Bluhme s. u. Heer; Son.: s. lang. hari-, heri-, Sb., Präf., Heer...; vgl. afries. here, hire (2), st. M. (a), st. N. (a), Heer, Heerhaufe, Heerhaufen; saterl. her; ae. hėre (1), st. M. (ja), Heer, Truppe, Schar (F.) (1), Menge, Schlacht, Krieg, Verwüstung; an. herr, st. M. (a), Heer, Menge, Volk; got. harjis, st. M. (ja), Heer, Menge; nndl. heer, Sb., Heer; nschw. här, Sb., Heer; nnorw. hær, M., Heer; apers. kāra-, V., Kriegsvolk, Heer; gr. κοίρανος (koíranos), M., Herr, Herrscher, Befehlshaber; mir. cuire, Sb., Schar (F.) (1), Menge; lit. kãrias, Sb., Heer; apreuß. kargis, Sb., Heer; GB.: (heri) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von Streitkräften eines Volkes oder Stammes oder auch schon Staates der Hochkulturen des Altertums; BM.: ?; F.: Heer, Heers, Heeres, Heere, Heeren+EW; Z.: Heer
$Heerbann, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Heerbann, Heerfolge, Aufgebot; E.: s. Heer, s. Bann; L.: Kluge s. u. Heerbann, DW 10, 754, EWD s. u. Heer; GB.: (heriban*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Heer und Bann gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht schon früher möglichen Ruf zu einer Heerfolge oder ein Aufgebot; F.: Heerbann, Heerbanns, Heerbannes, Heerbänne, Heerbännen+EW; Z.: Heer-ba-nn
$heeren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heeren; Vw.: s. ver-; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. Heer, s. en; L.: DW 10, 754; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus Heer und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Heer sein (!) oder als Heer wirken; F.: heeren (!), heere (!), heerst, heert, heerest, heeret, heerte, heertest, heerten, heertet, geheert, ##geheert, geheerte, geheertes, geheertem, geheerten, geheerter##, heerend, ###heerend, heerende, heerendes, heerendem, heerenden, heerender###, heer (!)+EW; Z.: heer-en
$Heerschau, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Heerschau, Musterung; E.: s. Heer, s. Schau; L.: DW 10, 760, EWD s. u. Heer; GB.: (hereschouwe*) um 1272 belegte und aus Heer und Schau gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schau von Kämpfern eines Volkes oder Staates oder eine Musterung; F.: Heerschau, Heerschauen+EW; Z.: Heer—schau
$Heerstraße, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Heerstraße; E.: s. Heer, s. Straße; L.: DW 10, 761 (Heerstrasze), EWD s. u. Heer; GB.: (heristrāza) seit 9. Jh. belegte und aus Heer und Straße gebildete Bezeichnung für eine wichtige Straße (lat. via publica); F.: Heerstraße, Heerstraßen+EW+FW; Z.: Heer—stra-ß-e
Hefe, nhd., F., (M.), (11. Jh.?): nhd. Hefe, Germ; ne. yeast (N.); Vw.: -; Hw.: s. heben, Hebel; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. hebe, hefe, heve, M., F., Hefe; mhd. heve, hefe, M., F., Hefe; mhd. hepfe, F., Hefe; mnd. hēve, heffe, hēffe, heeffe, F., Hefe, Übertragen; mnl. heffe, F., Hefe, Bodensatz; ahd. hefa*, heva*, sw. F. (n), Hefe, Bodensatz; ahd. hepfa*, hepha*, sw. F. (n), Bodensatz, Hefe, Sauerteig; as. -; anfrk. -; germ. *hafjō, st. F. (ō), Hefe, Heber; germ. *hafjō-, *hafjōn, *hafja-, *hafjan, sw. M. (n), Heber, Hefe; vgl. idg. *kap-, kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hefe, Kluge s. u. Hefe, DW 10, 763, EWD s. u. Hefe, EWAhd 4, 877, Duden s. u. Hefe, Bluhme s. u. Hefe; Son.: vgl. ae. hæf, st. M. (a?), Hefe; GB.: (hefa, hepfa) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus Hefepilzen bestehenden Stoff der als Gärungsmittel und Treibmittel bei der Herstellung bestimmter alkoholischer Getränke und zu dem Treiben oder Aufgehen und Lockerwerden von Teig für bestimmte Backwaren verwendet wird; BM.: heben bzw. fassen; F.: Hefe, Hefen+EW; Z.: Hef-e
Heft (1), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Heft (N.) (1), Schreibheft; ne. notebook; Vw.: -; Hw.: s. heften; Q.: 16. Jh.; E.: s. nhd. heften; L.: Kluge s. u. Heft 1, DW 10, 766, EWD s. u. heften, Duden s. u. Heft; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit heften verbindbare Bezeichnung für eine durch einen Einband zusammengehaltene bestimmte Anzahl von Blättern; BM.: Geheftetes; F.: Heft, Heftes, Hefts, Hefte, Heften+EW; Z.: Hef-t
Heft (2), nhd., N., (11. Jh.): nhd. Heft (N.) (2), Handhabe, Griff; ne. grip (N.), handle (N.), haft; Vw.: -; Hw.: s. heben; Q.: 1070 (Glosse); E.: mhd. hefte, st. N., Steuerruder, Heft (N.) (2), Griff (am Messer oder Schwert); mnd. hefte (1), hechte, hecht, N., Heft (N.) (2), Handgriff, Stiel, Heftung der Wunden, Messerheft; mnl. hechte, hecht, N., Heft (N.) (2); ahd. hefti* (1), st. N. (ja), „Heft“ (N.) (2), Griff, Stiel, Handgriff, Handhabe; as. -; anfrk. -; germ. *haftja-, *haftjam, st. N. (a), Haft; s. idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heft, Kluge s. u. Heft 2, DW 10, 766, EWD s. u. Heft 1, EWAhd 4, 883, Falk/Torp 72, Duden s. u. Heft, Bluhme s. u. Heft; Son.: vgl. afries. -; ae. hæft, hæfte, st. N. (a), Heft (N.) (2), Henkel, Griff, Handhabe; an. -; got. -; nndl. hecht, Sb., Heft (N.) (2); GB.: (hefti) seit um 1070 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Griff einer Waffe oder eines Werkzeugs; BM.: fassen; F.: Heft, Heftes, Hefts, Hefte, Heften+EW; Z.: Hef-t
heften, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heften, binden, zusammenbinden, festmachen; ne. fasten, tack (V.); Vw.: -; Hw.: s. Heft (1), Haft; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. heften, sw. V., befestigen, fesseln, binden; mnd. heften, hechten, sw. V., heften, haften bleiben, haftend machen; mnl. hechten, sw. V., heften; ahd. heften, sw. V. (1a), heften, binden, sich beschäftigen, fesseln, verbinden, durchbohren, beziehen; as. hėftian*, sw. V. (1a), heften, fesseln; anfrk. heften*?, hefton*, sw. V. (1), verfolgen; germ. *haftjan, sw. V., heften; s. idg. *kap-, kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heften, Kluge s. u. heften, DW 10, 767, EWD s. u. heften, EWAhd 4, 881, Falk/Torp 72, Heidermanns 264, Duden s. u. heften; Son.: vgl. afries. hefta, sw. V. (1), heften, binden, fesseln; nnordfries. hechte, V., heften; ae. hæftan, sw. V. (1), heften, binden, fesseln, verhaften, festhalten, verurteilen; an. hepta, hefta, sw. V. (1), befestigen, festbinden, hindern, anhalten, verzögern, beenden; got. haftjan (sik), sw. V. (1), (sich) heften, anhängen, anheften; nschw. häfta, V., heften; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches binden oder zusammenbinden oder festmachen; BM.: fassen; F.: heften, hefte, heftest, heftet, heftete, heftetest, hefteten, heftetet, geheftet, ##geheftet, geheftete, geheftetes, geheftetem, gehefteten, gehefteter##, heftend, ###heftend, heftende, heftendes, heftendem, heftenden, heftender###, heft (!)+EW; Z.: hef-t-en
heftig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. heftig, stark, fest, kräftig; ne. fierce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. heftic, heftec, Adj., „heftig“, festbleibend, dauernd, beständig, beharrlich, mit Beschlag belegt, ernst, wichtig; mnd. heftich (2), Adv., heftig, dringlich; wohl von germ. *haifsti-, *haifstiz, *haifti-, *haiftiz, Sb., Streit, Zank; vgl. idg. *k̑ēibʰ-, Adj., schnell, heftig, Pokorny 542 (831/63) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. heftig, Kluge s. u. heftig, DW 10, 771, EWD s. u. heftig, Duden s. u. heftig, Bluhme s. u. heftig; Son.: vgl. nndl. heftig, Adj., heftig; nschw. häftig, Adj., heftig; nnorw. heftig, Adj., heftig; GB.: seit um 1230 belegte und wohl mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stark oder fest oder kräftig; BM.: schnell; F.: heftig, heftige, heftiges, heftigem, heftigen, heftiger(, heftigere, heftigeres, heftigerem, heftigeren, heftigerer, heftigst, heftigste, heftigstes, heftigstem, heftigsten, heftigster)+EW; Z.: hef-t-ig
$Hege, nhd., F., (?): nhd. Hege; E.: s. hegen; L.: Kluge s. u. hegen, DW 10, 775, EWD s. u. hegen; F.: Hege+EW; Z.: Heg-e
Hegemonie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hegemonie, Vorherrschaft, Vormachtstellung; ne. hegemony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. gr. ἡγεμονία (hēgemonía); E.: s. gr. ἡγεμονία (hēgemonía), F., Führerschaft, Hegemonie; vgl. gr. ἡγήμων (hēgḗmōn), M., Führer; gr. ἡγεῖσθαι (hēgeisthai), V., vorangehen, führen, anführen, glauben; idg. *sāg-, *seh₂g-, V., suchen, nachspüren, Pokorny 876 (1530/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Hegemonie, EWD s. u. Hegemonie, Duden s. u. Hegemonie; Son.: vgl. nndl. hegemonie, Sb., Hegemonie; frz. hégémonie, F., Hegemonie; nschw. hegemoni, Sb., Hegemonie; nnorw. hegemoni, N., Hegemonie; poln. hegemonia, F., Hegemonie; kymr. hegemoni, M., Hegemonie; lit. hegemonija, F., Hegemonie; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorherrschaft oder Vormachtstellung; BM.: vorangehen; F.: Hegemonie, Hegemonien+FW(+EW); Z.: Heg-e-mon-ie
hegen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hegen, pflegen, schützen; ne. nurture (V.), harbour (V.), tend; Vw.: -; Hw.: s. Gehege, Hag; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. hegen, sw. V., umzäunen, hegen, pflegen, einfrieden, aufbewahren, sich versammeln, entstehen, in den Genuss kommen von, bewahren; mnd. hēgen (1), heien, heyen, sw. V., mit Hecke umzäunen, eine Hecke um etwas pflanzen, umzäunen, hegen; mnl. hegen, sw. V., hegen; ahd. heggen?, sw. V. (1b), hegen; vgl. ahd. umbibiheggen, sw. V. (1b), umzäunen, umfassen; ahd. hegga, st. F. (jō)?, Hecke, Wall, Schanze (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *hagjō, st. F. (ō), Hecke; germ. *hagjō-, *hagjōn, sw. F. (n), Hecke; s. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. hegen, Kluge s. u. hegen, DW 10, 777, EWD s. u. hegen, EWAhd 4, 884, Duden s. u. hegen, Bluhme s. u. hegen; Son.: vgl. afries. hēia, sw. V. (1), hegen, Gericht hegen, Gericht halten; ae. hėgian, sw. V., einhegen; an. hegna, sw. V. (2), einhegen, strafen, züchtigen; got. -; GB.: um 790 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (Lebewesen) pflegen und schützen; BM.: fassen; F.: hegen, hege, hegst, hegt, hegest, heget, hegte, hegtest, hegten, hegtet, gehegt, ##gehegt, gehegte, gehegtes, gehegtem, gehegten, gehegter##, hegend, ###hegend, hegende, hegendes, hegendem, hegenden, hegender###, heg (!)+EW; Z.: heg-en
$Hehl, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Hehl, Verheimlichung, Geheimnis; E.: s. hehlen; L.: Kluge 1. A. s. u. Hehl, Kluge s. u. hehlen, DW 10, 785, EWD s. u. hehlen; GB.: nach DW 10, 785 ein früheres zu einem maskulinen und neutralen Substantiv gewordenen Adjektiv dem ein feminines Substantiv gegenübersteht; F.: Hehl, Hehls, Hehles, Hehle, Hehlen+EW; Z.: Hehl
hehlen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. hehlen, verhehlen, verbergen, verheimlichen; ne. conceal, hide (V.); Vw.: -; Hw.: s. hüllen, Hülle; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. helen* (1), heln, st. V., „hehlen“, geheimhalten, verstecken, verbergen, sich zurückhalten, Vorsicht üben, verheimlichen; mnd. hēlen (3), helen, heelen, hellen, st. V., sw. V., hehlen, verschweigen, zurückhalten, nicht aussprechen, geheim halten, nicht wissen lassen; mnl. hēlen, st. V., sw. V., hehlen; ahd. helan*, st. V. (4), verhehlen, verheimlichen, verbergen; as. hēlan, st. V. (6), verhehlen, verbergen; anfrk. *helan?, st. V. (4), „hehlen“, verbergen; germ. *helan, st. V., hehlen, verbergen, verstecken; idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. hehlen, Kluge s. u. hehlen, DW 10, 786, EWD s. u. hehlen, EWAhd 4, 927, Falk/Torp 80, Seebold 252, Duden s. u. hehlen, Bluhme s. u. hehlen; Son.: vgl. afries. hela, st. V. (4), „hehlen“, verhehlen; saterl. hela, V., hehlen, verhehlen; ae. helan, st. V. (4, 5), verhehlen, decken, verbergen; an. -; got. -; nndl. hehlen, V., hehlen; ? ai. saraná-, Adj., schützend, verteidigend; gr. καλύπτειν (kalýptein), verhüllen, bedecken; lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen, geheimhalten; lat. occulere, V., verdecken, verbergen, verheimlichen; ai. cailid, V., verbirgt; GB.: seit um765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches verbergen oder verheimlichen; F.: hehlen, hehle, hehlst, hehlt, hehlest, hehlet, hehlte, hehltest, hehlten, hehltet, gehehlt, ##gehehlt, gehehlte, gehehltes, gehehltem, gehehlten, gehehlter##, hehlend, ###hehlend, hehlende, hehlendes, hehlendem, hehlenden, hehlender###, hehl (!)+EW; Z.: hehl-en
$Hehler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hehler, Hehlender, Verheimlichender, Verbergender; E.: s. hehl(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. hehlen, EWD s. u. hehlen; GB.: (helære) seit um 1210 belegte und aus hehl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Hehlenden oder Verheimlichenden und Verbergenden; F.: Hehler, Hehlers, Hehlern+EW; Z.: Hehl-er
$Hehlerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hehlerei; E.: s. Hehler, s. ei; L.: EWD s. u. hehlen; GB.: seit 1836 belegte und aus Hehler und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Vermögen mögliche rechtswidrige Unterstützung einer rechtswidrig geschaffenen Vermögenslage wie beispielsweise einen Verkauf einer gestohlenen Sache in Kenntnis des Diebstahls; F.: Hehlerei, Hehlereien+EW; Z.: Hehl-er-ei
hehr, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. hehr, alt, ehrwürdig, herausragend, groß, erhaben; ne. old (Adj.), sublime (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Herr, herrschen, Herrschaft, herrlich; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. hēr, hēre, Adj., hoch, vornehm, erhaben; mnd. hēr (2), hēre, her, Adj., hehr, erhaben, heilig; mnl. her, Adj., erhaben; ahd. hēr, Adj., „hehr“, alt, ehrwürdig, von hohem Rang, vorrangig, groß, bedeutend, herrlich, gewaltig, ergraut; as. hêr (2), Adj., „hehr“, hoch, vornehm; anfrk. *hēr?, Adj., hehr, alt, ehrwürdig; germ. *haira-, *hairaz, Adj., grau, grauhaarig, alt, hehr?; s. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hehr, Kluge s. u. hehr, EWD s. u. hehr, DW 10, 789, EWAhd 4, 959, Falk/Torp 88, Heidermanns 269, Duden s. u. hehr, Bluhme s. u. hehr; Son.: gehobene Sprache; vgl. afries. hâr, Adj., hoch, erhaben; ae. hār (1), Adj., grau, alt; an. hārr (1), Adj., grau; got. -; mir. cáir, Adj., dunkel; ksl. sěrŭ, Adj., grau; ksl. sini, Adj., schwarzblau, schwärzlich; GB.: (hēr) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches alt oder ehrwürdig oder herausragend oder groß oder erhaben; BM.: grau; F.: hehr, hehre, hehres, hehrem, hehren, hehrer(, hehrere, hehreres, hehrerem, hehreren, hehrerer, hehrest, hehreste, hehrestes, hehrestem, hehresten, hehrester)+EW; Z.: heh-r
Heia, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Heia, Bett, Schlaf; ne. bed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. wohl lautmalend; vielleicht auch ein Anschluss an die Wurzel idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Heia, DW 10, 794, Duden s. u. Heia; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend oder auf Grund des Indogermanischen gebildete kindersprachliche Bezeichnung für Bett oder Schlaf; BM.: ?; F.: Heia+EW; Z.: Hei-a
Heide (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Heide (M.), Nichtchrist; ne. heathen (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. heiden (2), st. M., sw. M., Heide (M.), Sarazene; mnd. hēide* (3), M., Heide (M.) (Ungläubiger), Mohammedaner, Sarazene; mnl. heidijn, M., Heide (M.); ahd. heidan* (2), heidin*, st. M. (a?, i?), Heide (M.), Ungläubiger, Nichtchrist, Barbar; as. hêthan?, st. M. (a?) (i?), Heide (M.); anfrk. -; vgl. ahd. heidan (1), heidin*, Adj., heidnisch, ungläubig, barbarisch; germ. *haiþna-, *haiþnaz, *haiþina-, *haiþinaz, Adj., heidnisch; s. idg. kaito-, Sb., Wald, Wildnis, Pokorny 521 (786/18) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heide (M.), Kluge s. u. Heide 1, DW 10, 803, EWD s. u. Heide (M.), EWAhd 4, 891, Duden s. u. Heide; Son.: vgl. afries. -; ae. hǣþen, st. M. (a), Heide (M.); an. -; got. haiþnō, sw. F. (n), Heidin; nndl. heiden, Sb., Heide (M.); nnorw. hedning, Sb., Heide (M.); nnorw. hedning, M., Heide (M.); GB.: (heidan) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nichtchristen; BM.: Wald?; F.: Heide, Heiden+EW; Z.: Heid-e
Heide (2), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Heide (F.) (1), Acker, Feld; ne. heath; Vw.: -; Hw.: s. Heide (3), Heidelbeere, Heidschnucke; Q.: 1. Hälfte 10. Jh.? (Wiener Hundesegen); E.: mhd. heide (1), st. F., Heide (F.) (2), ebenes unbebautes wildbewachsenes Land; mnd. hēide (1), hēde, heygde, F., Heide (F.) (2), unbebautes wildbewachsenes Land, Boden; mnl. heide, hēde, F., Heide (F.) (2); ahd. heida* (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Heide (F.) (1), Gelände, Ödland; as. hêtha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Heide (F.) (1); anfrk. -; germ. *haiþō, *haiþjō, st. F. (ō), Heide (F.) (2), Feld; idg. kaito-, Sb., Wald, Wildnis, Pokorny 521 (786/18) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heide (F.), Kluge s. u. Heide 2, DW 10, 795, EWD s. u. Heide (F.), EWAhd 4, 889, Duden s. u. Heide, Bluhme s. u. Heide; Son.: vgl. afries. -; ae. hǣþ (1), st. M. (i), st. N. (i), Heide (F.) (2), Heidekraut; an. heiðr (2), st. F. (ō), Hochebene, Heide (F.) (1), Feld; got. -; nndl. heide, Sb., Heide (F.); nschw. hed, Sb., Heide (F.); nisl. heiði, F., Heide (F.) (1); lat. caedēs, F., Schlagen, Prügeln, Fällen, Abhauen; gall. caito-, ceto-, Präf. (in ON), Wald...?; kymr. coed, F., Wald; GB.: (heida) vielleicht seit 1. Hälfte 10. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche weite und meist sandige sowie überwiegend baumlose Ebene die besonders mit Heidekraut und Wacholder bewachsen ist; BM.: Wald; F.: Heide, Heiden+EW; Z.: Heid-e
Heide (3), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Heide (F.) (1), Erika, Heidekraut; ne. heather; Vw.: -; Hw.: s. Heide (2); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. heide (2), st. F., sw. F., Heidekraut; mnd. hēide (2), F., Heidekraut, Heideplagge; ahd. heida (2), st. F. (ō), sw. F. (n), Heidekraut, Quendel; as. -; anfrk. -; germ. *haiþō, *haiþjō, st. F. (ō), Heide (F.) (2), Feld; idg. *kaito-, Sb., Wald, Wildnis, Pokorny 521 (786/18) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heide (F.), Kluge s. u. Heide 3, Heide (F.), DW 10, 799, EWAhd 4, 889, Duden s. u. Heide; Son.: vgl. afries. -; ae. hǣþ (1), st. M. (i), st. N. (i), Heide (F.) (2), Heidekraut; an. -; got. -; GB.: (heida) seit 1. Hälfte 10. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschlich in Zwergsträuchern wachsende Pflanze (Heidekraut oder Erika) mit kleinen nadelähnlichen Blättern und sehr kleinen meist lilaroten Blüten die in Trauben an dem oberen Teil der Stängel sitzen; BM.: Wald; F.: Heide, Heiden+EW; Z.: Heid-e
Heidelbeere, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Heidelbeere, Blaubeere, Schwarzbeere; ne. blueberry, huckleberry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. heidelbere*, heidelber, st. N., st. F., Heidelbeere; s. ahd. heidiberi*, heidberi*, st. N. (ja), Heidelbeere; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. heida* (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Heide (F.) (1), Gelände, Ödlant; germ. *haiþō, *haiþjō, st. F. (ō), Heide (F.) (2), Feld; idg. *kaito-, Sb., Wald, Wildnis, Pokorny 521 (786/18) (RB. idg. aus ital.?, kelt., germ.); ahd. beri (2), st. N. (ja), Beere, Traube; germ. *basja-, *basjam, *bazja-, *bazjam, st. N. (a), Beere; s. idg. *bʰōs-, Sb., Licht, Glanz, Pokorny 105?; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- bʰoh₂-, bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104? (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heidelbeere, Kluge s. u. Heidelbeere, EWD s. u. Heidelbeere, DW 10, 803, EWAhd 4, 893, Duden s. u. Heidelbeere; Son.: vgl. ae. hǣdbėrie, sw. F. (n), Heidelbeere; an. heiðabær, Sb., Heidelbeere; GB.: (heidiberi!) seit 10. Jh. und erst mhd. heidelbere belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Zwergstrauch mit kleinen eiförmigen und fein gesägten Blättern und kleinen blauschwarzen Beeren; BM.: Wald, glänzen; F.: Heidelbeere, Heidelbeeren+EW; Z.: Heid-el—bee-r-e
$Heiden..., nhd., Partikel, (9. Jh.?): nhd. Heiden...; E.: s. Heid(e), s. en; L.: Kluge s. u. Heide 1, DW s. beispielsweise Heidenangst; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus Heid(e) und en gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für viel oder sehr verwendete Bezeichnung für Heiden betreffend; F.: Heiden…+EW; Z.: Heid-en-
$Heidenangst, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Heidenangst, viel Angst, große Angst; E.: s. Heid(e), s. en, s. Angst; L.: Kluge s. u. Heide 1, DW 10, 804, EWD s. u. Heide M.; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Heid(e) und en sowie Angst gebildete Bezeichnung für viel Angst oder große Angst; F.: Heidenangst+EW; Z.: Heid-en—ang-st
$Heidengeld, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Heidengeld, Triftgeld, viel Geld; L.: Kluge s. u. Heide 1, DW 10, 804, EWD s. u. Heide M.; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Heid(e) und en sowie Geld gebildete Bezeichnung für Triftgeld oder auch viel Geld; F.: Heidengeld, Heidengelds, Heidengeldes+EW; Z.: Heid-en—geld
$Heidenkorn, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Heidenkorn, Korn der Heide?, Korn der Heiden?, Buchweizen; E.: s. Heide, s. n, s. Korn; L.: Kluge s. u. Heidenkorn, Buchweizen, DW 10, 805; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Heid(e) und en sowie Korn gebildete Bezeichnung vielleicht für Korn der Heide oder Korn der Heiden oder Buchweizen; F.: Heidenkorn, Heidenkorns, Heidenkornes+EW; Z.: Heid-en—kor-n
$Heidenlärm, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heidenlärm, viel Lärm, großer Lärm; E.: s. Heide, s. n, s. Lärm; L.: Kluge s. u. Heidenlärm, DW 10, 806, EWD s. u. Heide M.; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Heid(e) und n sowie Lärm gebildete Bezeichnung für viel Lärm oder großen Lärm; F.: Heidenlärm, Heidenlärms+EW; Z.: Heid-en—l-är-m
$Heidentum, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Heidentum; E.: s. Heid(e), s. en. s. tum; L.: Kluge s. u. Heide 1, DW 10, 807 (Heidenthum), EWD s. u. Heide M.; GB.: (heidantuom*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. paganismus aus Heid(e) und en sowie tum gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen (und des Christentums) mögliche Fehlen von Vorstellungen des Christentums; F.: Heidentum, Heidentums+EW; Z.: Heid-en—tum
$heidnisch, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. heidnisch, Heiden betreffend, Heidentum betreffend; E.: s. Heid(e), s. (e)n, s. isch; L.: Kluge s. u. Heide 1, DW 10, 810, EWD s. u. Heide M.; GB.: (heidanisk*) seit um 765 belegte und aus Heid(e) und (e)n sowie isch gebildete Bezeichnung für Heiden betreffend oder Heidentum betreffend; F.: heidnisch, heidnische, heidnisches, heidnischem, heidnischen, heidnischer(, heidnischere, heidnischeres, heidnischerem, heidnischeren, heidnischerer, heidnischst (!), heidnischste, heidnischstes, heidnischstem, heidnischsten, heidnischster)+EW; Z.: heid-n-isch
Heidschnucke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Heidschnucke, eine in der Lüneburger Heide gezüchtete Schafrasse; ne. German heath; Vw.: -; Hw.: s. Heide (2); Q.: 17. Jh.; E.: s. Heide (2), Schnucke; L.: Kluge s. u. Heidschnucke, DW 10, 812, EWD s. u. Schnucke, Duden s. u. Heidschnucke, Bluhme s. u. Heidschnucke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Heid(e) und Schnucke wohl teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für ein in der Lüneburger Heide gezüchtetes Schaf; BM.: Wald, wohl lautmalend; F.: Heidschnucke, Heidschnucken+EW; Z.: Heid—schnuck-e
Heiduck, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Heiduck, Räuber, Hirte, Bedienter, Söldner; ne. hajduk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. ungar. hajdúk; E.: s. ungar. hajdúk, Sb. Pl., Viehhirten, Räuber; ungar. ´hajdú, M., Viehhirt, Räuber, Fußsoldat; vgl. ungar. hajtani, V., treiben; L.: DW 10, 812, EWD s. u. Heiduck, Duden s. u. Heiduck; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Räuber oder Hirten oder Bedienten oder Söldner (Angehöriger einer ungarischen Söldnertruppe); BM.: treiben; F.: Heiduck, Heiducken+FW; Z.: Heid-uck
Heie, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Heie, Schlägel, hölzerner Hammer, ein Gerät; ne. battering ram (N.); Vw.: s. Beut-; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. heie (3), sw. F., Keule, Kolben; s. mhd. heien (3), hei, sw. F., st. F., Ramme, Hammer, Klotz, Keule; mnl. heie, F., Schlagholz; ahd. heia (2), st. F. (ō), Belagerungsmaschine; aus dem Germanischen; L.: Kluge s. u. Beutheie, DW 10, 812, EWAhd 4, 888; Son.: vgl. nndl. heien, V., stampfen, feststoßen; GB.: (heia) seit 11. Jh. belegte und mit dem Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon etwas früher als Schlägel oder Rammbock entwickeltes und verwendetes Gerät; BM.: ?; F.: Heie, Heien+EW?; Z.: Hei-e
Heiermann, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Heiermark, Fünfmarkstück; ne. five-mark-coin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: vielleicht von nhd. Heuer?; oder von hebräisch hei, das in der Händlersprache für fünf steht und Mann für Mark (F.); L.: Kluge s. u. Heiermann, fehlt DW, Duden s. u. Heiermark; GB.: seit (20. Jh.) belegte und vielleicht aus Heuer oder hebräisch hei (fünf) und Mann für Mark gebildete Bezeichnung für ein Fünfmarkstück; BM.: Heuer?; F.: Heiermann, Heiermanns, Heiermannes, Heiermänner, Heiermännern+EW; Z.: Hei-er-mann
heikel, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. heikel, schwierig, gefährlich, wählerisch; ne. delicate, fussy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem *haikula-; dieses vielleicht von idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, *kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. heikel, Kluge s. u. heikel, DW 10, 815, EWD s. u. heikel, Duden s. u. heikel, Bluhme s. u. heikel; Son.: vgl. ? ai. kévala-, Adj., eigen, allein; ? lat. caelebs, Adj., ehelos; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen oder dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schwierig oder gefährlich oder wählerisch; BM.: allein?; F.: heikel, heikle, heikles, heiklem, heiklen, heikler(, heiklere, heikleres, heiklerem, heikleren, heiklerer, heikelst, heikelste, heikelstes, heikelstem, heikelsten, heikelster)+EW?; Z.: hei-k-el
heil, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. heil, gesund, ganz, vollständig, unverletzt, geheilt; ne. sane, healthy, whole (Adj.), hale; Vw.: -; Hw.: s. Heil, heilen (1), heilig; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. heil, Adj., gesund, heil; mnd. hēl (1), heil, heel, heyl, hiel, Adj., heil, unversehrt, gesund, geheilt, ganz, gänzlich; mnl. heel, Adj., ganz, unversehrt; ahd. heil (1), Adj., heil, gesund, ganz, vollkommen, unversehrt, errettet, erlöst, gesegnet, gegrüßt; as. hêl (2), Adj., heil, ganz, unverletzt, gesund; anfrk. -; germ. *haila-, *hailaz, Adj., heil, gesund; idg. *kailo-, *kailu-, Adj., heil, unversehrt, Pokorny 520 (784/16) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, *kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. heil, Kluge s. u. heil, DW 10, 815, EWD s. u. heil, EWAhd 4, 895, Falk/Torp 65, Heidermanns 267, Duden s. u. heil, Bluhme s. u. heil; Son.: vielleicht keine ursprüngliche Verwandtschaft mit „Heil“, Kluge s. u. heil; vgl. afries. hêl, hil, Adj., heil, unverletzt, unversehrt, ganz; nnordfries. hiel, Adj., heil, unverletzt; ae. hāl, hǣl (2), Adj., heil, ganz, gesund, unverletzt, sicher, echt; ae. hǣle (2), Adj., heil, gesund; an. heill (2), Adj., heilvoll, unverletzt, vollständig; got. hails (1), Adj. (a), heil, gesund, wohl; krimgot. iel, Adj., heil, gesund; nndl. heel, Adj., heil; nschw. hel, Adj., heil; nnorw. hel, Adj., heil; apreuß, kalūstiskun, Sb. (Akk.), Gesundheit; ksl. cělŭ, Adj., gesund, ganz, unversehrt; GB.: (heil) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches gesund oder ganz oder vollständig oder unverletzt oder geheilt; BM.: allein?; F.: heil, heile, heiles, heilem, heilen, heiler+EW; Z.: hei-l
Heil, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Heil, Gesundheit, Glück, ersehntes Gutes; ne. health, salvation, well-being (N.); Vw.: -; Hw.: s. heil, heilen (1), heilig; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. heil (2), st. N., Gesundheit, Glück, Geratewohl, glücklicher Zufall, Heilung (F.) (1), Rettung, Hilfe, Beistand, Heil; mnd. hēl* (3), hēil, heyl, M., N., Heil, Glück, Segen, Rettung, Wohlergehen, Nutzen (M.), Vorteil, Heilung; mnl. heil, heel, N., Glück, Heil, Segen; ahd. heil (2), st. N. (a), Heil, Glück, Gesundheit; as. hêl* (1), st. N. (a), Vorzeichen; anfrk. -; germ. *haila-, *hailam, st. N. (a), Heil, Glück, Vorzeichen; s. idg. *kailo-, *kailu-, Adj., heil, unversehrt, Pokorny 520 (784/16) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, *kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Heil, Kluge s. u. Heil, DW 10, 817, EWD s. u. Heil, EWAhd 4, 898, Duden s. u. Heil; Son.: vielleicht keine ursprüngliche Verwandtschaft mit heil, Kluge s. u. heil; vgl. afries. -; ae. hǣl (1), st. N. (i), günstiges Vorzeichen, Omen, Sicherheit, Glück; ae. hǣle (1), st. N. (a?), Heil, Gesundheit; an. heill (1), st. N. (a), Heil; krimgot. iel, Sb., Heil, Gesundheit; nndl. heil, Sb., Heil; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Gesundheit oder Glück oder ersehntes Gutes; BM.: allein?; F.: Heil, Heils, Heiles+EW; Z.: Hei-l
$Heiland, nhd., (Part. Präs.=)M., (8. Jh.): nhd. Heiland, Erlöser, Retter; E.: s. heil(en), s. end; L.: Kluge 1. A. s. u. heilen, Kluge s. u. Heiland, DW 10, 820, EWD s. u. heilen; GB.: (heilant) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ahd, heilan und t wohl nach lat. salvator und lat.-gr. soter gebildete Bezeichnung für Jesus Christus als Messias oder Erlöser oder Retter in der (jüdisch-)christlichen Religion; F.: Heiland, Heilands, Heilande, Heilanden+EW; Z.: Hei-l-and
$Heilanstalt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Heilanstalt; E.: s. heil(en), s. Anstalt; L.: DW 10, 822, EWD s. u. heilen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus heil(en) und Anstalt gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Anstalt zu einem Heilen von Krankheiten; F.: Heilanstalt, Heilanstalten+EW; Z.: Hei-l—an—stal-t
$Heilbutt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Heilbutt; Q.: Ende 18. Jh.; E.:s. heil(ig), s. Butt; L.: DW 10, 823, EWD s. u. Butt; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus heil(ig) und Butt gebildete Bezeichnung für einen großen von Menschen züchtbaren und an Festen von Heiligen gegessenen Plattfisch (Butt) und Weißfisch; F.: Heilbutt, Heilbutts, Heilbuttes, Heilbutte, Heilbutten+EW; Z.: Hei-l—bu-tt
heilen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heilen (V.) (1), heil machen, heil werden; ne. heal (V.), cure (V.); Vw.: -; Hw.: s. heil, Heil, heilig; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. heilen (1), sw. V., heilen (V.) (1), erretten, gesund machen), gesund werden; mnd. hēlen (1), hēilen, heilen, heylen, hylen, sw. V., heilen (V.) (1), gesund machen, erlösen, heil werden, zuheilen; mnl. heelen, sw. V., heilen (V.) (1), heil machen; ahd. heilen, sw. V. (1a), heilen (V.) (1), gesund machen, erlösen, retten, erretten, trösten, heiligen, wiederherstellen, lindern?; ahd. heilēn*, sw. V. (3), heilen (V.) (1), heil werden, gesund werden; as. hêlian*, sw. V. (1a), heilen (V.) (1), sühnen; anfrk. heilen*, sw. V. (1), heilen (V.) (1); germ. *hailjan, sw. V., heilen (V.) (1), retten; germ. *hailēn, *hailǣn, sw. V., heilen (V.) (1); s. idg. kailo-, *kailu-, Adj., heil, unversehrt, Pokorny 520 (784/16) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. heilen, Kluge s. u. heilen 1, DW 10, 823, EWD s. u. heilen, EWAhd 4, 901, Heidermanns 268, Duden s. u. heilen; Son.: vgl. afries. hêlia, sw. V. (2), heilen (V.) (1), für unverletzt erklären; afries. hêla (1), sw. V. (1), heilen (V.) (1), vergüten, für heil erklären; saterl. heila, V., heilen (V.) (1); ae. hǣlan, sw. V. (1), heilen (V.) (1), retten, grüßen; got. hailjan, sw. V. (1), heilen (V.) (1); nndl. helen, V., heilen (V.) (1); nnorw. helbrede, V., heilen (V.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches heil oder gesund machen und heil oder gesund werden; F.: heilen, heile, heilst, heilt, heilest, heilet, heilte, heiltest, heilten, heiltet, geheilt, ##geheilt, geheilte, geheiltes, geheiltem, geheilten, geheilter##, heilend, ###heilend, heilende, heilendes, heilendem, heilenden, heilender###, heil (!)+EW; Z.: hei-l-en
heilen (2), nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. heilen (V.) (2), kastrieren, verschneiden; ne. castrate (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lbd. lat. sanare; E.: wohl von mhd. heilen (2), sw. V., kastrieren, heilen (V.) (2); vgl. mhd. heilen (1), sw. V., heilen (V.) (1), erretten, gesund machen.), gesund werden; ahd. heilen, sw. V. (1a), heilen (V.) (1), gesund machen, erlösen, retten, erretten, trösten, heiligen, wiederherstellen, lindern?; ahd. heilēn*, sw. V. (3), heilen (V.) (1), heil werden, gesund werden; germ. *hailjan, sw. V., heilen (V.) (1), retten; germ. *hailēn, *hailǣn, sw. V., heilen (V.) (1); s. idg. kailo-, *kailu-, Adj., heil, unversehrt, Pokorny 520 (784/16) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, *kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. heilen 2, DW 10, 825, Duden s. u. heilen; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus älterem heilen verselbständigte Bezeichnung für einem männlichen Tier durch Kastrieren oder Verschneiden oder Wegschneiden der Hoden die Wildheit nehmen; BM.: allein?; F.: heilen, heile, heilst, heilt, heilest, heilet, heilte, heiltest, heilten, heiltet, geheilt, ##geheilt, geheilte, geheiltes, geheiltem, geheilten, geheilter##, heilend, ###heilend, heilende, heilendes, heilendem, heilenden, heilender###, heil (!)+EW; Z.: hei-l-en
$heilfroh, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. heilfroh, sehr froh; E.: s. heil, s. froh; L.: Kluge s. u. heilfroh, DW 10, 827, EWD s. u. heil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heil und froh gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sehr froh; F.: heilfroh, heilfrohe, heilfrohes, heilfrohem, heilfrohen, heilfroher(, heilfrohere, heilfroheres, heilfroherem, heilfroheren, heilfroherer, heilfrohest, heilfroheste, heilfrohestes, heilfrohestem, heilfrohesten, heilfrohester)+EW; Z.: hei-l—froh
heilig, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. heilig, göttlich, verehrungswürdig, heilbringend; ne. holy (Adj.), sacred; Vw.: -; Hw.: s. heil, heilen (1), Heil, Helgen; Q.: 766-800 (Wessobrunner Schöpfungsgedicht und Gebet); E.: mhd. heilec, heilic, hēlic, Adj., heilig, Heil bringend; mnd. hillich? (1), hilig, hilch, hīlich, hellich, Adj., heilig, geheiligt, erhaben, geweiht, gottgeweiht, gottergeben, vollendet fromm; mnl. heilich, Adj., heilig; ahd. heilag, Adj., heilig, geweiht, fromm, heilbringend, zum Heil bestimmt; ahd. heilīg, Adj., heilig, geweiht, heilbringend; as. hêlag, helig*, halog*, halag, Adj., heilig; anfrk. heilig, Adj., heilig; germ. *hailaga-, *hailagaz, Adj., heilig; s. idg. *kailo-, *kailu-, Adj., heil, unversehrt, Pokorny 520; vgl. idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. heilig, DW 10, 827, EWD s. u. heilig, EWAhd, 4, 899, Falk/Torp 65, Heidermanns 268, Duden s. u. heilig; Son.: afries. helich, Adj., heilig; ae. hālig, Adj., heilig, geweiht, verehrt, göttlich; ae. hǣlig (2), Adj., heilig; an. heilagr, Adj., heilig; got. hailags, Adj. (a), heilig, geweiht; nndl. heilig, Adj., heilig; nschw. helig, Adj., heilig; nnorw. hellig, Adj., heilig; Son.: vgl. afries. hêlich, hilich, Adj., heilig; nnordfries. hallig, hellig, hillig, Adj., heilig; GB.: (heilag) seit 766-800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für göttlich oder verehrungswürdig oder heilbringend; BM.: allein?; F.: heilig, heilige, heiliges, heiligem, heiligen, heiliger(, heiligere, heiligeres, heiligerem, heiligeren, heiligerer, heiligst, heiligste, heiligstes, heiligstem, heiligsten, heiligster)+EW; Z.: hei-l-ig
$heiligen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heiligen, weihen, heilig machen; E.: s. heilig, s. en; L.: Kluge s. u. heilig, DW 10, 837, EWD s. u. heilig; GB.: (heilagōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus heilig und en gebildete Bezeichnung für weihen oder heilig machen; F.: heiligen, heilige (!), heiligst, heiligt, heiligest, heiliget, heiligte, heiligtest, heiligten, heiligtet, geheiligt, ##geheiligt, geheiligte, geheiligtes, geheiligtem, geheiligten, geheiligter##, heiligend, ###heiligend, heiligende, heiligendes, heiligendem, heiligenden, heiligender###, heilig (!)+EW; Z.: hei-l-ig-en
$Heiligkeit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Heiligkeit, heiliges Wesen, Sakrament der Christenheit; E.: s. heilig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. heilig, DW 10, 842, EWD s. u. heilig; GB.: seit um 1000 belegte und aus heilig und keit wohl nach lat. sanctitudo gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Religion in der Vorstellung des Menschen mögliches heiliges Wesen oder Sakrament des Christentums; F.: Heiligkeit, Heiligkeiten+EW; Z.: Hei-l-ig-kei-t
$Heiligtum, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Heiligtum, heiliges Wesen, Sakrament der Christenheit; E.: s. heilig, s. tum; L.: Kluge s. u. heilig, DW 10, 844 (Heiligthum), EWD s. u. heilig; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus heilig und tum wohl nach lat. sacramentum gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Religion in der Vorstellung des Menschen mögliches heiliges Wesen oder Sakrament des Christentums; F.: Heiligtum, Heiligtums, Heiligtumes, Heiligtümer, Heiligtümern+EW; Z.: Hei-l-ig-tu-m
$Heilkunde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Heilkunde, Heilkunst, Medizin; E.: s. heil(en), s. Kunde (F.); L.: DW 10, 847, EWD s. u. heilen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heil(en) und Kunde (F.) vielleicht nach lat. ars medendi oder medicina gebildete Bezeichnung für Heilkunde oder Heilkunst oder Medizin; F.: Heilkunde, Heilkunden+EW; Z.: Hei-l—kun-d-e
$Heilkunst, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Heilkunst, Heilkunde, Medizin; E.: s. heil(en), s. Kunst; L.: DW 10, 847, EWD s. u. Kunst; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus heil(en) und Kunst wohl nach lat. ars medendi oder medicina gebildete Bezeichnung für Heilkunst oder Heilkunde oder Medizin; F.: Heilkunst, Heilkünste, Heilkünsten+EW; Z.: Hei-l—kun-st
$heillos, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. heillos, ohne Heil seiend; E.: s. Heil, s. los; L.: Kluge s. u. heillos, DW 10, 847, EWD s. u. Heil; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Heil und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ohne Heil seiend; F.: heillos, heillose, heilloses, heillosem, heillosen, heilloser(, heillosere, heilloseres, heilloserem, heilloseren, heilloserer, heillosest, heilloseste, heillosestes, heillosestem, heillosesten, heillosester)+EW; Z.: hei-l—lo-s
$Heilquelle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Heilquelle, Quelle von Heil; GB.: seit 19. Jh. (Heine) belegte und aus Heil und Quelle belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche das Heil oder die Gesundheit von Lebewesen fördernde in der Natur vorhandene Wasserquelle und übertragen (Adj.) für jede Quelle von Heil; L.: DW 10, 849, EWD s. u. heilen; F.: Heilquelle, Heilquellen+EW; Z.: Hei-l—quel-l-e
$heilsam, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.?): nhd. heilsam, gesund, Heil bringend; E.: s. Heil, s. sam; L.: DW 10, 849, EWD s. u. Heil; GB.: (heilisam*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und wohl nach lat. saluber aus Heil und sam gebildete Bezeichnung für gesund oder Heil bringend; F.: heilsam, heilsame, heilsames, heilsamem, heilsamen, heilsamer(, heilsamere, heilsameres, heilsamerem, heilsameren, heilsamerer, heilsamst, heilsamste, heilsamstes, heilsamstem, heilsamsten, heilsamster)+EW; Z.: hei-l—sam
heim, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. heim, daheim, nach Hause; ne. home (Adv.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. Heim, Heimat, einheimsen, geheim, insgeheim; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. heim (2), Adv., nach Hause; mnd. hēm (2), heim, Adv., heim, zu Hause, daheim, nach Hause, heimwärts; ahd. heim (1), (Akk.=)Adv., heim, nach Hause, her, heimwärts, in die Heimat; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heim, Kluge s. u. heim, DW 10, 856, EWD s. u. Heim, EWAhd 4, 905, Falk/Torp 87, Duden s. u. heim; Son.: s. Heim, vgl. nschw. hem, Adv., heim; nnorw. hjem, Adv., heim; GB.: seit um 830 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches daheim oder nach Hause; BM.: liegen; F.: heim+EW; Z.: hei-m
Heim, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Heim, Zuhause, Haus in das man gehört oder das einem gehört; ne. home (N.); Vw.: -; Hw.: s. heim, Heimat, einheimsen, geheim, insgeheim; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. heim (3), hein, st. N., Heim, Haus, Heimat; mnd. hēm (1), heim, N., Heim, Wohnstätte, Hausgrundstück, Haus, Heimat, Heimatland; mnl. heem, N., Wohnort, Heimat, Haus; ahd. *heim?, st. N. (a), Heim; ahd. heima, st. F. (ō), Heim, Heimat, Wohnsitz; as. hêm, st. N. (a), Heim, Heimat; anfrk. -; germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heim, Kluge s. u. Heim, DW 10, 855, EWD s. u. Heim, EWAhd 4, 905, Duden s. u. Heim, Bluhme s. u. Heim; Son.: vgl. afries. hâm, hêm, hîm, st. M. (a), st. N. (a), Heim, Dorf; nnordfries. hamm; ae. hām (1), st. M. (a), Heim, Haus, Wohnung, Landgut, Dorf; an. heimr, st. M. (a), Heimat, Welt; got. haims (1), st. F. (i/ō), Dorf, Land; got. *haima?, st. F. (ō), Land; nndl. heem, Sb., Heim; nschw. hem, Sb., Heim; nnorw. heim, M., Heim; ? ai. bhū́ma, N?, Erde, Welt, Wesen; ai. bhū́mi, F., Erde, Boden; ai. kṣéma, N., Sicherheit, Ruhe, Wohnsitz?; gr. κώμη (kṓmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; lit. kiẽmas, Sb., Bauernhof, Dorf; lett. sàime, Sb., Hausgesinde, Familie; GB.: (heima und *heim) um 1000 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliches Haus in das man gehört oder das einem gehört; BM.: liegen; F.: Heim, Heimes, Heims, Heime, Heimen+EW; Z.: Hei-m
Heimat, nhd., F., (um 1000): nhd. Heimat, Heim; ne. homeland, home (N.); Vw.: -; Hw.: s. heim, Heim; Q.: Ende 10./Anfang 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. heimōte, heimōde, st. F., st. N., Heimat; mnd. hēmōde, hēmöde, hēmoude, hēmǖde, hēmōt, heimōde, F., N., Heimat, Heimatland, Heimatstadt, Herkunftsort; ahd. heimōti*, heimōdi*, st. N. (ja), Heimat, Heimatland, Vaterland; as. -; anfrk. -; ahd. heim (1), (Akk.=)Adv., heim, nach Hause, her, heimwärts, in die Heimat; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heimat, Kluge s. u. Heimat, DW 10, 864, EWD s. u. Heimat, EWAhd 4, 910, Duden s. u. Heimat; Son.: vgl. nschw. hemland, Sb., Heimat; nnorw. hjemstad, N., Heimat; GB.: (heimōte) seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliche Land oder den Ort in dem man geboren wurde und aufgewachsen ist; BM.: liegen; F.: Heimat, Heimaten+EW; Z.: Hei-m-at
$heimatlich, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. heimatlich, Heimat betreffend; E.: s. Heimat, s. lich; L.: Kluge s. u. Heimat, DW 10, 866, EWD s. u. Heimat; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Heimat und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Heimat betreffend; F.: heimatlich, heimatliche, heimatliches, heimatlichem, heimatlichen, heimatlicher(, heimatlichere, heimatlicheres, heimatlicherem, heimatlicheren, heimatlicherer, heimatlichst, heimatlichste, heimatlichstes, heimatlichstem, heimatlichsten, heimatlichster)+EW; Z.: hei-m-at-lich
$Heimbürge, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Heimbürge; E.: s. Heim, s. Bürge; L.: DW 10, 867, EWD s. u. Heim; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Heim und Bürge gebildete und vielleicht lat. beeinflusste Bezeichnung für einen wohl seit dieser Zeit möglichen Bauermeister oder Gemeindevorsteher oder Aufseher; F.: Heimbürge, Heimbürgen+EW; Z.: Hei-m—bür-g-e
Heimchen, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Heimchen, Hausgrille; ne. cricket; Vw.: -; Hw.: s. heim, Heim; E.: mnd. hēmeke, heimeke, hemeke, N., Heimchen; s. mhd. heime, sw. M., Heimchen; mnd. heime, N., Heimchen; ahd. heimo, sw. M. (n), Heimchen, Grille, Zikade; as. *hêmo?, sw. M. (n); anfrk. -; germ. *haimō-, *haimōn, *haima-, *haiman, sw. M. (n), Grille; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heimchen, Kluge s. u. Heimchen, DW 10, 868, EWD s. u. Heimchen, EWAhd 4, 910, Duden s. u. Heimchen; Son.: vgl. afries. -; ae. hāma, sw. M. (n), Heimchen; an. -; got. -; GB.: (heimo) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und später aus Heim und chen gebildete sowie in der ursprünglichen Gestalt nicht mehr sicher erkennbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche gelblich braune Grille von der nur das Männchen zirpt und übertragen (Adj.) für eine auf das Heim ausgerichtete Frau; BM.: liegen; F.: Heimchen, Heimchens+EW; Z.: Hei-m-chen
$Heimgang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heimgang, Tod; E.: s. heim, s. Gang; L.: DW 10, 871, EWD s. u. Heim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus heim und Gang gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Tod; F.: Heimgang, Heimganges, Heimgangs, Heimgänge, Heimgängen+EW; Z.: Hei-m—ga-ng
$Heimgarten, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Heimgarten; E.: s. Heim, s. Garten; L.: DW 10, 871, EWD s. u. Heim; GB.: (heimgart* bzw. später heimgarto*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte (und vielleicht lateinisch beeinflusste) Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen Versammlungsort; F.: Heimgarten, Heimgartens, Heimgärten+EW; Z.: Hei-m—gar-t-en
$heimgehen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. heimgehen; E.: s. heim, s. gehen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Heim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heim und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches heim gehen sowie übertragen (Adj.) für sterben; F.: heimgehen, gehe heim, gehst heim, geht heim, gehen heim, gehest heim, gehet heim, ging heim, gingst heim, gingen heim, gingt heim, gingest heim, ginget heim, heimgegangen, ##heimgegangen, heimgegangene, heimgegangenes, heimgegangenem, heimgegangenen, heimgegangener##, heimgehend, ###heimgehend, heimgehende, heimgehendes, heimgehendem, heimgehenden, heimgehender###, heimzugehen, ####heimzugehen, heimzugehend, heimzugehende, heimzugehendes, heimzugehendem, heimzugehenden, heimzugehender####, geh (!) heim+EW; Z.: hei-m—geh-en
$heimisch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. heimisch; E.: s. Heim, s. isch; L.: DW 10, 872, EWD s. u. Heim; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus Heim und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches ein Heim betreffend und übertragen (Adj.) einfach oder ungebildet; F.: heimisch, heimische, heimisches, heimischem, heimischen, heimischer(, heimischere, heimischeres, heimischerem, heimischeren, heimischerer, heimischst, heimischste, heimischstes, heimischstem, heimischsten, heimischster)+EW; Z.: hei-m-isch
$Heimkehr, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Heimkehr, Rückkehr in ein Heim; E.: s. heim, s. Kehr; L.: DW 10, 873, EWD s. u. Heim; GB.: vielleicht seit 18. Jh. nach heimkehren aus heim und Kehr gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliche Rückkehr in ein Heim einschließlich des Todes; F.: Heimkehr, Heimkehren+EW; Z.: Hei-m—keh-r
$heimkehren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. heimkehren, rückkehren in ein Heim; E.: s. heim, s. kehren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Heim; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus heim und kehren gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches rückkehren in ein Heim einschließlich des Todes; F.: heimkehren, kehre heim, kehrst heim, kehrt heim, kehren heim, kehrest heim, kehret heim, kehrte heim, kehrtest heim, kehrten heim, kehrtet heim, heimgekehrt, ##heimgekehrt, heimgekehrte, heimgekehrtes, heimgekehrtem, heimgekehrten, heimgekehrter##, heimkehrend, ###heimkehrend, heimkehrende, heimkehrendes, heimkehrendem, heimkehrenden, heimkehrender###, heimzukehren, ####heimzukehren, heimzukehrend, heimzukehrende, heimzukehrendes, heimzukehrendem, heimzukehrenden, heimzukehrender####, kehr (!) heim+EW; Z.: hei-m—keh-r-en
$heimleuchten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. heimleuchten, tadelnd zurückweisen; E.: s. heim, s. leuchten; L.: Kluge s. u. heimleuchten, fehlt DW, EWD s. u. Heim; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus heim und leuchten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches heimwärts leuchten und übertragen (Adj.) tadelnd zurückweisen; F.: heimleuchten, leuchte heim, leuchtest heim, leuchtet heim, leuchten heim, leuchtete heim, leuchtetest heim, leuchteten heim, leuchtetet heim, heimgeleuchtet, ##heimgeleuchtet, heimgeleuchtete, heimgeleuchtetes, heimgeleuchtetem, heimgeleuchteten, heimgeleuchteter##, heimleuchtend, ###heimleuchtend, heimleuchtende, heimleuchtendes, heimleuchtendem, heimleuchtenden, heimleuchtender###, heimzuleuchten, ####heimzuleuchten, heimzuleuchtend, heimzuleuchtende, heimzuleuchtendes, heimzuleuchtendem, heimzuleuchtenden, heimzuleuchtender####, leucht (!) heim (!)+EW; Z.: hei-m—leuch-t-en
heimlich, nhd., Adj., Adv. (11. Jh.): nhd. heimlich, geheim, verborgen; ne. secret (Adj.), hidden, clandestine; Vw.: s. klamm-; Hw.: s. heim, Heim; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: s. mhd. heimlich, Adj., heimlich; mnd. hēmelīk (1), hemelik, heimelīk, hēmlīk, heimlīk, Adj., heimlich, verborgen, unbekannt, nicht öffentlich, verschämt, zurückhaltend; mnl. heimelijc, Adj., heimlich; ahd. heimlīh*, Adj., einheimisch, heimatlich, vertraut; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. heim (1), (Akk.=)Adv., heim, nach Hause, her, heimwärts, in die Heimat; germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heimlich, Kluge s. u. heimlich, EWD s. u. heimlich, DW 10, 873, Duden s. u. heimlich; Son.: vgl. afries. hāmelik, Adj., heimlich; nndl. heimelojk, Adj., heimlich; nschw. hemlig, Adj., heimlich; nnorw. hemmelig, Adj., heimlich; GB.: (heimlich) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Heim und lich gebildete Bezeichnung für geheim oder verborgen; BM.: liegen, gleich; F.: heimlich, heimliche, heimliches, heimlichem, heimlichen, heimlicher(, heimlichere, heimlicheres, heimlicherem, heimlicheren, heimlicherer, heimlichst, heimlichste, heimlichstes, heimlichstem, heimlichsten, heimlichster)+EW; Z.: hei-m-lich
$Heimlichkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Heimlichkeit, Annehmlichkeit, Vertraulichkeit, geheimnis; E.: s. heimlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. heimlich, DW 10, 879, EWD s. u. heimlich; GB.: (heimelīchheit*) seit 1170-1190 belegte und aus heimlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Annehmlichkeit oder Vertraulichkeit oder Geheimnis; F.: Heimlichkeit, Heimlichkeiten+EW; Z.: Hei-m-lich-kei-t
$heimsuchen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. heimsuchen, aufsuchen, in dem Heim überfallen; E.: s. Heim, s. suchen; L.: EWD s. u. Heim, DW 10, 883, s. DW 10, 857? verb. s. unter heim sp. 857; GB.: seit um 1120/1130 belegte und aus Heim und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches in dem Heim überfallen (V.); F.: heimsuchen, suche heim, suchst heim, sucht heim, suchen heim, suchest heim, suchet heim, suchte heim, suchtest heim, suchten heim, suchtet heim, heimgesucht, ##heimgesucht, heimgesuchte, heimgesuchtes, heimgesuchtem, heimgesuchten, heimgesuchter##, heimsuchend, ###heimsuchend, heimsuchende, heimsuchendes, heimsuchendem, heimsuchenden, heimsuchender###, heimzusuchen, ####heimzusuchen, heimzusuchend, heimzusuchende, heimzusuchendes, heimzusuchendem, heimzusuchenden, heimzusuchender####, such heim (!)+EW; Z.: hei-m—such-en
$Heimsuchung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Heimsuchung, Hausfriedensbruch; E.: s. heimsuch(en) und ung; L.: Kluge s. u. Heimsuchung, DW 10, 883, EWD s. u. Heim; GB.: seit 1172 belegte und aus heimsuch(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung möglichen Hausfriedensbruch; F.: Heimsuchung, Heimsuchungen+EW; Z.: Hei-m-such-ung
Heimtücke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Heimtücke, heimliche Tücke, hämische Tücke, hinterlistige Bösartigkeit; ne. treachery, malice; Vw.: -; Hw.: s. hämisch?; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu nhd. hämisch (s. d.); vielleicht unter Einfluss von heimlich; L.: Kluge s. u. Heimtücke, DW 10, 883, EWD s. u. Tücke, Duden s. u. Heimtücke; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und vielleicht aus hämisch und heimlich sowie Tücke gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche hinterlistige Bösartigkeit; BM.: hämisch?; F.: Heimtücke+EW; Z.: Hei-m—tück-e
$heimtückisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. heimtückisch; E.: s. Heimtück(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Heimtücke, DW 10, 883, EWD s. u. Tücke; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Heimtück(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinterlistig oder bösartig; F.: heimtückisch, heimtückische, heimtückisches, heimtückischem, heimtückischen, heimtückischer(, heimtückischere, heimtückischeres, heimtückischerem, heimtückischeren, heimtückischerer, heimtückischst, heimtückischste, heimtückischstes, heimtückischstem, heimtückischsten, heimtückischster)+EW; Z.: hei-m-tück-isch
$heimwärts, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. heimwärts, nachhause, zurück; E.: s. heim, s. Ort, s. (e)s; L.: DW 10, 883, EWD s. u. Heim; GB.: (heimortes) seit um 830 belegte und aus heim und Ort sowie (e)s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung mögliches heimwärts oder nachhause oder zurück; F.: heimwärts+EW; Z.: hei-m—wär-t-s
$Heimweg, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Heimweg, Nachhauseweg, Rückweg; E.: s. heim, s. Weg; L.: EWD s. u. Heim, DW 10, 884; GB.: (heimwec) seit Ende 13. Jh. belegte und aus heim und Weg gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung möglichen Weg heim oder einen Nachhauseweg oder einen Rückweg; F.: Heimweg, Heimweges, Heimwegs, Heimwege, Heimwegen+EW; Z.: Hei-m—weg
$Heimweh, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Heimweh; Q.: Ende 16. Jh.?; E.: s. heim, s. Weh; L.: Kluge s. u. Heimweh, DW 10, 984, EWD s. u. Heim; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. (?) (oder nach DW) später belegte und aus heim und Weh gebildete Bezeichnung für (eine Krankheit der) Sehnsucht nach der Heimat (oder dem Heim?); F.: Heimweh, Heimwehs+EW; Z.: Hei-m-weh
$heimzahlen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. heimzahlen, zurückzahlen, wiedergutmachen, vergelten; E.: s. heim, s. zahlen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Heim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heim und zahlen gebildete Bezeichnung für zurückzahlen oder früher auch vergelten; F.: heimzahlen, zahle heim, zahlst heim, zahlt heim, zahlest heim, zahlet heim, zahlte heim, zahltest heim, zahlten heim, zahltet heim, heimgezahlt, ##heimgezahlt, heimgezahlte, heimgezahltes, heimgezahltem, heimgezahlten, heimgezahlter##, heimzahlend, ###heimzahlend, heimzahlende, heimzahlendes, heimzahlendem, heimzahlenden, heimzahlender###, zahl (!) heim+EW; Z.: hei-m—zah-l-en
$Heimzahlung, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Heimzahlung, Vergeltung, Wiedergutmachung; E.: s. heimzahl(en), s. ung; L.: 10, 884, EWD s. u. Heim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus heimzahl(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Vergeltung oder auch eine Wiedergutmachung; F.: Heimzahlung, Heimzahlungen+EW; Z.: Hei-m—zah-l-ung
Hein, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Hein, Tod; ne. death; Vw.: -; Hw.: s. Heinzelmännchen, Hinz und Kunz; E.: von dem PN Heinrich; L.: Kluge s. u. Hein, DW 10, 885, Duden s. u. Hein; Son.: vor allem in der Wendung Freund Hein; vgl. nndl. vriend Hein, Sb., Tod; GB.: seit 17. Jh. belegte und von dem PN Heinrich gebildete Bezeichnung für einen (möglichen) Freund (des Menschen); BM.: PN; F.: Hein, Heins+EW; Z.: Hei-n
heint, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. heint, letzte Nacht; ne. last night; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. hīnaht, hienaht, hīneht, hīnat, Adv., heute oder gestern zu Nacht oder Abend, gesternnacht, gesternabend, heute; ahd. hīnaht, Adv., heute Nacht; germ. *hi, *hia, Pron., dieser; ahd. naht, st. F. (athem.), Nacht, Abend; germ. *naht-, *nahti-, *nahtiz, st. F. (i), Nacht; vgl. idg. *nekᵘ̯t-, *nekᵘ̯-, *nokᵘ̯ts, *nokᵘ̯t-, F., Nacht, Abend, Dämmerung, Pokorny 762 (1298/25) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. heint, DW 10, 887, EWAhd 4, 1028; GB.: seit 863-871 belegte und aus heu(te) und N(ach)t gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für heute Nacht oder letzte Nacht oder heut (Abend); BM.: dieser, Nacht; F.: heint+EW; Z.: hei-nt
Heinzelmännchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Heinzelmännchen, ein Kobold; ne. leprechaun; Vw.: -; Hw.: s. Hein; Q.: 1540; E.: von dem PN Heinrich; wohl letztlich von germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Hinterglied s. nhd. Mann; L.: DW 10, 890 (Heinzelmann), EWD s. u. Heinzelmännchen, Duden s. u. Heinzelmännchen; GB.: seit 1540 belegte und aus der Kurzform Heinz des PN Heinrich und el (Suff.) sowie Männchen gebildete Bezeichnung für einen hilfreichen kleinen Geist der in der Vorstellung des Menschen in Abwesenheit der Menschen in wundersamer unbekannter Weise deren Arbeit verrichtet; BM.: PN, denken; F.: Heinzelmännchen, Heinzelmännchens+EW; Z.: Hei-n-z-el—män-n-chen
Heirat, nhd., M., F., (11. Jh.): nhd. Heirat, Ehe, Eheschließung, Vermählung; ne. marriage, wedding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hīrāt, st. M., st. F., Vermählung; mnd. hīrāt, M., Heirat, Heiratsgut, eingebrachtes Gut; ahd. hīrāt, st. M. (a)?, Heirat, Hochzeit, Ehe, Vermählung; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. hīwen, sw. V. (1a), heiraten, sich vermählen; germ. *hīwa-, *hīwaz, st. M. (a), Angehöriger, Hausgenosse, Familie; germ. *hīwō-, *hīwōn, *hīwa-, *hīwan, sw. M. (n), Angehöriger, Hausgenosse, Familie; germ. *hīwa-, *hīwaz, Adj., traut, vertraut; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. rāt, st. M. (a), Rat, Ratschluss, Ratschlag; germ. *rada-, *radaz, st. M. (a), Rat, Mittel, Vorrat, PN? (5. Jh.); s. germ. *rēdi-, *rēdiz, *rǣdi-, *rǣdiz, st. M. (i), Rat, Hilfe; vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten (V.), überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Heirat, Kluge s. u. Heirat, DW 10, 891 (Heirath), EWD s. u. Heirat, EWAhd 4, 1055, Falk/Torp 88, Duden s. u. Heirat; Son.: vgl. afries. -; ae. hīred, héored, híered, st. M. (a), Haushalt, Familie, Hof; an. -; got. -; GB.: (hīrāt) seit 11. Jh. belegte und in den Bestandteilen hei und Rat mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher nach Entstehung des Menschen und Entwicklung des Rechtes mögliche Eingehung oder Schließung einer Ehe; BM.: liegen, bereiten; F.: Heirat, Heiraten+EW; Z.: Hei-ra-t
$heiraten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. heiraten, Ehe eingehen; Vw.: s. ver-; E.: s. Heirat, s. en; L.: Kluge s. u. Heirat, DW 10, 893( heirathen), EWD s. u. Heirat; GB.: seit 1287 belegte und aus Heirat und en gebildete für das sachlich schon früher nach Entstehung des Menschen und Entwicklung des Rechtes mögliche eine Ehe eingehen; F.: heiraten, heirate, heiratest, heiratet, heiratete, heiratetest, heirateten, heiratetet, geheiratet, ##geheiratet, geheiratete, geheiratetes, geheiratetem, geheirateten, geheirateter##, heiratend, ###heiratend, heiratende, heiratendes, heiratendem, heiratenden, heiratender###, heirat (!)+EW; Z.: hei-ra-t-en
$Heiratskandidat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heiratskandidat; E.: s. Heirat, s. s, s. Kandidat; L.: fehlt DW (Heirathskandidat), EWD s. u. Kandidat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Heirat und s sowie Kandidat gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Entstehung des Menschen und Entwicklung des Rechtes möglichen Interessenten für eine Heirat oder Eheschließung; F.: Heiratskandidat, Heiratskandidaten+EW+FW; Z.: Hei-r-a-t-s—kand-id-at
heischen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heischen, begehren, bitten, fordern; ne. demand (V.), ask (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. heischen, sw. V., red. V., forschen, fragen, fordern; mnd. hēschen (2), heischen, hesken, sw. V., heischen, fordern, vorfordern, einfordern, berufen (V.); s. ahd. eiskōn*, eiscōn*, sw. V. (2), verlangen, fordern, fragen, heischen; as. êskon*, êskian*; sw. V. (2), heischen, fordern, fragen; germ. *aiskōn, sw. V., fordern, fragen, suchen; idg. *aissko-, V., wünschen, begeben (V.); s. idg. *ais- (1), V., wünschen, begehren, aufsuchen, Pokorny 16 (38/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. heischen, Kluge s. u. heischen, EWD s. u. heischen, DW 10, 897, EWAhd 2, 1022, Duden s. u. heischen, Bluhme s. u. heischen; Son.: vgl. afries. âskia, sw. V. (2), heischen, fordern, verlangen; nnordfries. eske, äske; ae. āscian, ācsian, ǣscian, ǣxian, sw. V. (2), fragen, heischen, fordern; an. æskja, sw. V. (2), bitten; got. aiskōn?, sw. V. (2), fragen, fordern; ai. icháti, Sb., sucht, wünscht; lat. aeruscāre, V., betteln, betteln gehen, bitten; lit. ieskóti, Sb., bitten; ksl. iskati, V., bitten; GB.: (eiskōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches mit Nachdruck begehren oder bitten oder fordern; BM.: wünschen; F.: heischen, heische, heischst, heischt, heischest, heischet, heischte, heischtest, heischten, heischtet, geheischt, ##geheischt, geheischte, geheischtes, geheischtem, geheischten, geheischter##, heischend, ###heischend, heischende, heischendes, heischendem, heischenden, heischender###, heisch (!)+EW; Z.: heisch-en
heiser, nhd., Adj., Adv. (11. Jh.?): nhd. heiser, rau, rauh, eine raue Stimme habend, unrein, nicht hell; ne. hoarse (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. heiser, Adj., heiser; mnd. hēsisch*?, hēsch, heisch, heysch, Adj., heiser, belegt; ahd. heisar*, Adj., heiser, rauh, dumpf, dumpftönend; as. -; anfrk. -; germ. *hairsa-, *hairsaz, *haisra-, *haisraz, Adj., heiser; s. idg. *kā̆i- (3), *kī̆-, Sb., Hitze, Pokorny 519 (781/13) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heiser, Kluge s. u. heiser, DW 10, 902, EWD s. u. heiser, EWAhd 4, 911, Falk/Torp 65, Heidermanns 270, Duden s. u. heiser, Bluhme s. u. heiser; Son.: vgl. afries. -; ae. hās, Adj., heiser; an. hāss, Adj., heiser; got. -; nndl. hees, Adj., heiser; nschw. hes, Adj., heiser; nnorw. hes, Adj., heiser; GB.: (heisar) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eine raue Stimme habend (älter ahd. heis); BM.: Hitze?; F.: heiser, heisere, heiseres, heiserem, heiseren, heiserer(, heiserere, heisereres, heisererem, heisereren, heisererer, heiserst, heiserste, heiserstes, heiserstem, heisersten, heiserster)+EW; Z.: hei-s-er
$Heiserkeit, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Heiserkeit, Rauheit; E.: s. heiser, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. heiser, DW 10, 902, EWD s. u. heiser; GB.: seit 1731 belegte und aus heiser und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Rauheit der Stimme (älter Heiserheit); F.: Heiserkeit, Heiserkeiten+EW; Z.: Hei-s-er-kei-t
heiß, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. siedend, heiß, sehr warm; ne. hot (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. heizen; Q.: 9. Jh. (Muspili); E.: mhd. heize, heiz, Adj., heiß, hitzig, heftig, inbrünstig; mnd. hēt (2), heit, heyt, hōt, hoit, Adj., heiß, erhitzt, glühend gemacht, hitzig brennend, entzündet, erregt, zornig; mnl. heet, Adj., heiß; ahd. heiz (1), Adj., heiß, brennend, glühend, ätzend, dringend, erhitzt; as. hêt (2), Adj., heiß, brennend; anfrk. -; germ. *haita- (1), *haitaz, Adj., heiß; idg. *kā̆it-, Sb., Adj., Hitze, heiß, Pokorny 519; s. idg. *kā̆i- (3), *kī̆-, Sb., Hitze, Pokorny 519 (781/13) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heisz, Kluge s. u. heiß, DW 10, 903, EWD s. u. heiß, EWAhd 4, 915, Falk/Torp 89, Heidermanns 271, Duden s. u. heiß, Bluhme s. u. heiss; Son.: vgl. afries. hêt, Adj., heiß; nfries. hiet, Adj., heiß; ae. hāt (3), Adj., heiß, brennend, glühend, erregt, heftig; an. heitr, Adj., heiß; got. -; nndl. heet, Adj., heiß; nschw. het, Adj., heiß; nnorw. het, Adj., heiß; lit. kaisti, V., heiß werden; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches sehr warm; BM.: Hitze; F.: heiß, heiße (!), heißes, heißem, heißen (!), heißer(, heißere, heißeres, heißerem, heißeren, heißerer, heißest, heißeste, heißestes, heißestem, heißesten, heißester)+EW; Z.: hei-ß
*Heiß?, nhd. (ält.), M.: nhd. Heiß, Heißer, Anweisender, Gebietender, Gebieter; ne. ruler (M.); Vw.: s. Schult-; Hw.: s. heißen; Q.: ?; E.: mhd. *heize? (4), sw. M., Heiß; ahd. *heizo (2), sw. M. (n); as. *hêtio?, sw. M. (n), Heißer; germ. *haitō-, *haitōn, *haita-, *haitan, *haitjō-, *haitjōn, *haitja-, *haitjan, sw. M. (n), Gebieter, Heißer; germ. *haitan, st. V., heißen, rufen; idg. *kēid-?, V., bewegen, befehlen, heißen, Pokorny 538; vgl. idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *keih₂-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); Son.: vgl. afries. -; ae. *hǣta, sw. M. (n), Heißer; an. -; got. *haitja?, sw. M. (n), Heißer; L.: fehlt DW; GB.: seit dem Frühmittelalter in (Schult)heiß belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anweisenden oder Gebietenden oder Gebieter; BM.: bewegen; F.: Heiß, Heißes, Heiße, Heißen+EW; Z.: Hei-ß
heißen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. heißen, benennen, befehlen, grbieten, rufen; ne. call (V.), name (V.); Vw.: -; Hw.: s. Heiß?; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. heizen (1), red. V., heißen, befehlen, sagen, nennen, verheißen (V.), geloben; mnd. hēten (2), heiten, heyten, hieten, hiten, st. V., sw. V., heißen, nennen, Namen geben, benennen, bezeichnen als, schimpfen, halten für; mnl. heeten, st. V., heißen; ahd. heizan, red. V., nennen, rufen, heißen, genannt werden, benennen, bezeichnen; as. hêtan, red. V. (2b), heißen, befehlen; anfrk. hētan, st. V. (7)=red. V., heißen, rufen; germ. *haitan, st. V., heißen, rufen; idg. *kēid-?, V., bewegen, befehlen, heißen, Pokorny 538; vgl. idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *keih₂-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. heiszen, Kluge s. u. heißen, EWD s. u. heißen, DW 10, 908, EWAhd 4, 916, Falk/Torp 64, Seebold 246, Duden s. u. heißen, Bluhme s. u. heissen; Son.: vgl. afries. hêta (2), st. V. (7)=red. V., heißen, nennen, befehlen; nnordfries. hiete, V., heißen; ae. hātan, st. V. (7)=red V. (1), heißen, befehlen, verheißen (V.), versprechen; an. heita (1), red. V., nennen, rufen, heißen; got. haitan, red. V. (1), heißen, nennen, heißen; nndl. heten, V., heißen; nschw. heta, V., heißen; nnorw. hete, V., heißen; ai. cyávate, V., bewegt sich, entfernt sich; gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; lat. ciēre, cīre, V., rege machen, wecken, erwecken, anregen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches benennen oder befehlen oder gebieten oder rufen; BM.: bewegen; F.: heißen, heiße, heißt, heißest, heißet, hieß, hießest, hießt, hießen, hießet, geheißen, ##geheißen, geheißene, geheißenes, geheißenem, geheißenen, geheißener##, heißend, ###heißend, heißende, heißendes, heißendem, heißenden, heißender###, heiß (!)+EW; Z.: hei-ß-en
$Heißhunger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Heißhunger, plötzlicher starker Hunger; E.: s. heiß, s. Hunger; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; L.: DW 10, 918 (Heiszhunger), EWD s. u. heiß; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus heiß und Hunger gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen plötzlichen starken Hunger; F.: Heißhunger, Heißhungers+EW; Z.: Hei-ß—hunger
$heißhungrig, heißhungerig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. heißhungrig, plötzlich sehr hungrig; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; L.: DW 10, 919 (heiszhungrig), EWD s. u. heiß; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Heißhunger und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches plötzlich sehr hungrig; F.: heißhungrig, heißhungrige, heißhungriges, heißhungrigem, heißhungrigen, heißhungriger(, heißhungrigere, heißhungrigeres, heißhungrigerem, heißhungrigeren, heißhungrigerer, heißhungrigst, heißhungrigste, heißhungrigstes, heißhungrigstem, heißhungrigsten, heißhungrigster)+EW; Z.: hei-ß-hung-r-ig
$Heißsporn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heißsporn, sachlich seit Entwicklung von Spornen durch Menschen möglicher den Sporn sehr oft gebrauchender Mensch; E.: s. heiß, s. Sporn; L.: Kluge s. u. Heißsporn, DW 10, 919 (heiszsporn), EWD s. u. heiß; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach ne. hotspur aus heiß und Sporn gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Spornen durch Menschen möglichen den Sporn sehr oft gebrauchenden Menschen; F.: Heißsporn, Heißsporns, Heißspornes, Heißsporne, Heißspornen+EW; Z.: Hei-ß—s-por-n
$Heißung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Heißung, Mitteilung; Vw.: s. Ver-; Q.: 1292 (Urkunde); E.: s. heiß(en), s. ung; L.: DW 10, 919 (Heiszung); GB.: seit 1292 belegte und aus heiß(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Mitteilung F.: Heißung, Heißungen+EW; Z.: Hei-ß-ung
Heister, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Heister, junger Waldbaum (Laubbaum); ne. young tree; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Reineke Fuchs); E.: mhd. heister (1), st. M., junger Buchenstamm, Buchenknüttel; mnd. hēster (1), heister, heyster, M., Hester, junger Baum, nicht ausgewachsener Baum; mnl. heister, M., Heister, junge Buche; von einem *haistru-, Sb., Niederwaldbaum; letztlich von idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Heister, DW 10, 903, Duden s. u. Heister; Son.: vgl. frz. hêtre, M., Buche; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen jungen Waldbaum (Laubbaum); BM.: schlagen; F.: Heister, Heisters, Heistern+EW; Z.: Hei-st-er
...heit, ...keit, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. ...heit, Zustand, Beschaffenheit, Eigenschaft; ne. …hood, …ty; Vw.: s. Bos-, Gelegen-, Ho-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. heit, st. F., st. M., Person, Stand, Rang, Wesen, Beschaffenheit; mnd. *hēt? (1), *heit?, *heide?, hed?, Suff., …heit; mnl. ...heit, Suff., ...heit; ahd. heit, st. M. (a), st. F. (i), Person, Persönlichkeit, Gestalt, Geschlecht, Art (F.) (1), Wesenheit; as. hêd, st. M. (u), Suff., Stand, …heit; anfrk. *heid?, st. F. (i), Suff., ...heit; germ. *haidu-, *haiduz, st. M. (u), Erscheinung, Art (F.) (1); s. idg. *skāid-, *kāid-, *skāit-, *kāit-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916; vgl. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. -heit, Kluge s. u. -heit, DW 10, 919, EWD s. u. -heit, EWAhd 4, 912, Falk/Torp 64, Duden s. u. -heit; Son.: vgl. afries. *hêd, hêde, F., Suff., …heit; ae. hād (1), hǣd, st. M. (a?, u?), Person, Rang, Stand, Rang, Würde, Amt, Zustand; an. -; got. haidus, st. M. (u), Art (F.) (1), Weise (F.) (2); Son.: vgl. nschw. het, Sb., …heit; nnorw. het, Suff. (M., F.), …heit; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und als Grundwort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung eines Zustandes oder einer Beschaffenheit oder einer Eigenschaft; BM.: leuchten; F.: ...heit, ...heiten, ...keit, ...keiten+EW; Z.: -hei-t
heiter, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. heiter, strahlend, hell, sonnig; ne. serene, cheerful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. heiter, Adj., klar, hell; ahd. heitar, Adj., heiter, hell, klar, strahlend, licht, funkelnd, freundlich, fröhlich; as. hêdar*, Adj., heiter, klar, hell; anfrk. *hēdar?, Adj., heiter, klar; germ. *haidra-, *haidraz, Adj., glänzend, heiter; s. idg. *skāid-, *kāid-, *skāit-, *kāit-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916; vgl. idg. *skāi-, *kāi-, Adj., hell, leuchtend, Pokorny 916 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heiter, Kluge s. u. heiter, DW 10, 921, EWD s. u. heiter, EWAhd 4, 914, Falk/Torp 64, Heidermanns 265, Duden s. u. heiter, Bluhme s. u. heiter; Son.: vgl. afries. -; ae. hādor (1), hǣdor (1), Adj., heiter, klar, frisch, deutlich; an. heiðr (3), Adj., heiter, klar; got. -; ai. citrá-, Adj., hervorragend, hell; lit. skáidrus, Adj., hell, klar; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches strahlend oder hell oder sonnig; BM.: hell; F.: heiter, heitere, heiteres, heiterem, heiteren, heiterer(, heiterere, heitereres, heitererem, heitereren, heitererer, heiterst, heiterste, heiterstes, heiterstem, heitersten, heiterster)+EW; Z.: hei-t-er
$Heiterkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Heiterkeit, Helligkeit, Klarheit; E.: s. heiter, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. heiter, DW 10, 927, EWD s. u. heiter; GB.: (heitericheit*) seit 1275-1300 belegte und aus heiter und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Helligkeit oder Klarheit; F.: Heiterkeit+EW; Z.: Hei-t-er-kei-t
$heitern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. heitern, heiter sein (V.), heiter werden, heiter machen; Vw.: s. auf-, er-; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. heiter, s. (e)n; L.: DW 10, 928; GB.: seit um 765 belegte und aus heiter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches heiter sein (V.) oder heiter werden oder heiter machen; F.: heitern (!), heitere (!), heiter (!), heiterst, heitert, heiterte, heitertest, heiterten, heitertet, geheitert, ##geheitert, geheiterte, geheitertes, geheitertem, geheiterten, geheiterter##, heiternd, ###heiternd, heiterndes, heiterndem, heiternden, heiternder###, heiter (!)+EW; Z.: hei-t-er-n
heizen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. heizen, heiß machen, Wärme erzeugen, anwärmen; ne. heat (V.); Vw.: -; Hw.: s. heiß; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. heizen (2), sw. V., erhitzen, heizen, heiß machen, heiß sein oder werden; mnd. hēten, sw. V., machen, erhitzen, anheizen, heizen; mnl. heeten, sw. V., heizen; ahd. heizen* (1), sw. V. (1a), anzünden, heizen, entzünden; ahd. heizēn*, sw. V. (3), heiß sein (V.), heiß werden, glühen, lodern, erglühen; as. hêtian* (1), sw. V. (1a), heizen; anfrk. -; germ. *haitjan, sw. V., heiß machen; germ. *haitēn, *haitǣn, sw. V., heiß werden; idg. *kā̆it-, Sb., Adj., Hitze, heiß, Pokorny 519; vgl. idg. *kā̆i- (3), kī̆-, Sb., Hitze, Pokorny 519 (781/13) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. heizen, Kluge s. u. heißen, DW 10, 929, EWD s. u. heizen, EWAhd 4, 624, Falk/Torp 89, Duden s. u. heizen, Bluhme s. u. heizen; Son.: vgl. afries. -; ae. hǣtan, sw. V. (1), heizen, heiß machen, heiß werden; ae. hātian, sw. V. (2?), heiß sein (V.), heiß werden; an. heita (2), sw. V. (1), heiß machen, brauen; got. -; GB.: (heizēn) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches heiß machen oder Wärme erzeugen oder anwärmen; BM.: Hitze; F.: heizen, heize, heizst (!), heizt, heizest, heizet, heizte, heiztest, heizten, heiztet, geheizt, ##geheizt, geheizte, geheiztes, geheiztem, geheizten, geheizter##, heizend, ###heizend, heizende, heizendes, heizendem, heizenden, heizender###, heiz (!)+EW; Z.: hei-z-en
$Heizer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Heizer, Heizender, Erwärmender; E.: s. heiz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. heizen, DW 10, 929, EWD s. u. heizen; GB.: (heizære*) seit 1290-1300 belegte und vielleicht durch lat. calefactor beeinflusste sowie aus heiz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich infolge Arbeitsteilung wohl schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen für andere Heizenden oder Erwärmenden; F.: Heizer, Heizers, Heizern+EW; Z.: Hei-z-er
$Heizung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Heizung, (Einrichtung für) Erwärmung; E.: s. heiz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. heizen, EWD s. u. heizen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus heiz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für eine Erwärmung; F.: Heizung, Heizungen+EW; Z.: Hei-z-ung
hekt…, nhd., Partikel: nhd. hekt…; Vw.: s. hekto…
Hektar, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hektar, ein Flächenmaß; ne. hectare; Vw.: -; Hw.: s. hekto…; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. hectare; E.: s. frz. hectare, M., Hektar; Bildung aus gr. ἑκατόν (hekatón), Num. Kard., hundert; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); frz. are, F., Ar (Feldmaß); lat. ārea, F., freier Platz (M.) (1), freie Stelle, unbebauter Platz, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. ārēre, V., trocken sein (V.), dürr sein (V.), ausgetrocknet sein (V.); idg. *ā̆s-, *h₂es-, V., brennen, glühen, Pokorny 68 (113/113) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hektar, fehlt DW, EWD s. u. Hektar, Duden s. u. Hektar; Son.: vgl. nndl. hektare, Sb., Hektar; nschw. hektar, Sb., Hektar; nnorw. hektar, M., N., Hektar; poln. hektar, M., Hektar; kymr. hectar, M., Hektar; nir. heictéar, M., Hektar; lit. hektaras, M., Hektar; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar aus dem Lateinischen (area) und Griechischen (hekatón) des Altertums gebildete Bezeichnung für ein Flächenmaß in der Größe von hundert (10 mal 10) Ar - oder 10000 (100 mal 100) Quadratmetern -; BM.: hundert, freier Platz; F.: Hektar, Hektars, Hektare, Hektaren+FW; Z.: Hekt-ar
$Hektik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hektik, Aufgeregtheit; E.: s. hekt(isch), s. ik; L.: Kluge s. u. hektisch, fehlt DW, EWD s. u. hektisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus hekt(isch) und ik aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliche Aufgeregtheit von Lebewesen; F.: Hektik+FW; Z.: Hek-t-ik
hektisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hektisch, nervös, aufgeregt; ne. hectic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. gr. ἐκτικός (hektikós); E.: gr. ἐκτικός (hektikós), Adj., gewohnt, gewohnheitsmäßig, anhaltend, leidend; vgl. gr. ἕκτος (héktos) (2), Adj., anhaltend; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. hektisch, fehlt DW, EWD s. u. hektisch, Duden s. u. hektisch; Son.: vgl. nndl. hectisch, Adj., hektisch; frz. hektique, Adj., hektisch; nschw. hektisk, Adj., hektisch; nnorw. hektisk, Adj., hektisch; GB.: seit 1716 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gewohnt oder gewohnheitsmäßig oder anhaltend oder leidend oder aufgeregt; BM.: überwältigen; F.: hektisch, hektische, hektisches, hektischem, hektischen, hektischer(, hektischere, hektischeres, hektischerem, hektischeren, hektischerer, hektischst, hektischste, hektischstes, hektischstem, hektischsten, hektischster)+EW; Z.: hek-t-isch
hekto…, hekt…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. hekto…, hekt..., vielfach, hundertfach, hundert; ne. hecto…; Vw.: -; Hw.: s. Hektar; Q.: 19. Jh.?; I.: frz. und gr. Lw.; E.: über franz. Entlehnungen in das Deutsche aufgenommen; gr. ἑκατόν (hekatón), Num. Kard., hundert; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. hekto-, EWD s. u. hekto-, Duden s. u. hekto-; Son.: s. Hektogramm, Hektoliter; vgl. nndl. hekto…, Präf., hekto…; frz. hecto…, Präf., hekto…; nschw. hekto…, Präf., hekto…; nnorw. hekto…, Präf., hekto…; poln. hekto…, Präf., hekto…; kymr. hecto…, Präf., hekto…; nir. heictea…, Präf., hekto…; lit. hekto…, Präf., hekto…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und über das Französische aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für vielfach oder hundert verwendete Bezeichnung; BM.: hundert; F.: hekto…, hekt…+FW; Z.: hek-t-o-
$hektographieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hektographieren, verhundertfachen, vervielfältigen; E.: s. hekto, s. graphieren; L.: Kluge s. u. hektographieren, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und über das Französische mittelbar aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes (hundertfach) vervielfältigen; F.: hektographieren, hektographiere, hektographierst, hektographiert, hektographierest, hektographieret, hektographierte, hektographiertest, hektographierten, hektographiertet, ##hektographiert, hektographierte, hektographiertes, hektographiertem, hektographierten, hektographierter##, hektographierend, ###hektographierend, hektographierende, hektographierendes, hektographierendem, hektographierenden, hektographierender###, hektographier (!)+FW+EW; Z.: hek-t-o-graph-ier-en
Hel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hel, Unterwelt, Totenreich, Totengöttin; ne. Hel; Vw.: -; Hw.: s. Hölle; Q.: 18. Jh.; E.: letztlich s. germ. *haljō, st. F. (ō), Hölle?; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Hel, fehlt DW, Duden s. u. Hel; Son.: vgl. nschw. Hel, F.=PN, Hel, Totengöttin; lit. helė, F., Hel; GB.: seit 18. Jh. belegte und letztlich mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in der Vorstellung von Menschen mögliche germanische Totenreich in Gegensatz zu der christlichen Hölle; BM.: bergen; F.: Hel+EW?; Z.: Hel
Held, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Held, besonders tapferer Mann, Sieger; ne. hero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. helt, M., Held; mnd. helt, M., Held, heldenhafter Mann, tapferer Krieger, hervorragender Mann; mnl. helet, M., Held, tapferer Kämpfer, tapferer Mann; ahd. helid* (1), st. M. (a), Held, Mann, Krieger, Kämpfer; as. hėlith, st. M. (a), Held, Mann; anfrk. -; germ. *halēþa-, *halēþaz, *haliþa-, *haliþaz, *haluþa-, *haluþaz, st. M. (a), Mann, Held; s. idg. *kal- (2), *kali-, *kalu-, Adj., schön, gesund, Pokorny 524? (795/27) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548?; vgl. idg. kal- (1), Adj., hart, Pokorny 548? (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Held, Kluge s. u. Held, DW 10, 930, EWD s. u. Held, EWAhd 4, 937, Falk/Torp 84, Duden s. u. Held, Falk/Torp 84, Bluhme s. u. Held; Son.: vgl. afries. -; ae. hæle, hæleþ, M. (kons.), Mann; an. hǫlðr, st. M. (a), Erbbauer, Mann; an. halr, M., Mann; got. -; nndl. held, Sb., Held; nschw. hjälte, Sb., Held; nnorw. helt, M., Held; gall.-lat. Calētus, M., Kalete (Angehöriger einer gallischen Völkerschaft); air. calath, calad; kymr. caled, Adj., hart; GB.: (helid) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders tapferen Mann oder Sieger; BM.: treiben?; F.: Held, Helden+EW; Z.: Hel-d
$heldenhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. heldenhaft, heldenartig, heldenmütig, tapfer; E.: s. Held, s. en, s. haft; L.: Kluge s. u. Held, DW 10, 939, EWD s. u. Held; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Held und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heldenartig oder tapfer; F.: heldenhaft, heldenhafte, heldenhaftes, heldenhaftem, heldenhaften, heldenhafter(, heldenhaftere, heldenhafteres, heldenhafterem, heldenhafteren, heldenhafterer, heldenhaftest, heldenhafteste, heldenhaftestes, heldenhaftestem, heldenhaftesten, heldenhaftester)+EW; Z.: hel-d-en—haf-t
$Heldenmut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Heldenmut; E.: s. Held, s. en, s. Mut; L.: DW 10, 842 (Heldenmuth), EWD s. u. Held; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Held und en (Suff.) sowie Mut gebildete für sachlich seit Entstehung von Menschen und Helden möglichen besonderen Mut von Helden; F.: Heldenmut, Heldenmutes, Heldenmuts; Z.: Hel-d-en—mu-t
$heldenmütig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. heldenmütig, heldenhaft, heldisch; E.: s. Heldenmut, s. ig; L.: DW 10, 942 (heldenmüthig), EWD s. u. Held; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Heldenmut und ig gebildete Bezeichnung für heldenhaft oder heldisch; F.: heldenmütig, heldenmütige, heldenmütiges, heldenmütigem, heldenmütigen, heldenmütiger(, heldenmütigere, heldenmütigeres, heldenmütigerem, heldenmütigeren, heldenmütigerer, heldenmütigst, heldenmütigste, heldenmütigstes, heldenmütigstem, heldenmütigsten, heldenmütigster)+EW; Z.: hel-d-en—mü-t-ig
$Heldentat, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Heldentat; E.: s. Held, s. en, s. Tat; L.: DW 10, 946 (Heldenthat), EWD s. u. Held; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Held und en sowie Tat gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche besonderen Mut erfordernde Tat eines Menschen; F.: Heldentat, Heldentaten+EW; Z.: Hel-d-en—ta-t
$Heldentum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Heldentum, heldenhaftes Wesen, heldenhaftes Verhalten; E.: s. Held, s. en, s. tum; L.: DW 10, 946 (Heldenthum), EWD s. u. Held; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Held und en (Suff.) sowie tum gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heldenhaftes Wesen oder heldenhaftes Verhalten; F.: Heldentum, Heldentums+EW; Z.: Hel-d-en—tum
$heldisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. heldisch, heldenhaft, heldenmütig, einen Helden betreffend; E.: s. Held, s. isch; L.: Kluge s. u. Held, DW 10, 949; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Held und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heldenhaft oder heldenmütig oder einen Helden betreffend; F.: heldisch, heldische, heldisches, heldischem, heldischen, heldischer(, heldischere, heldischeres, heldischerem, heldischeren, heldischerer, heldischst, heldischste, heldischstes, heldischstem, heldischsten, heldischster)+EW; Z.: hel-d-isch
helfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. helfen, unterstützen, beistehen; ne. help (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hilfe; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. helfen, st. V., helfen, nützen, fördern); mnd. helpen (1), st. V., helfen, behilflich sein (V.), Beistand leisten, unterstützen, zu Hilfe kommen, retten; mnl. helpen, st. V., helfen; ahd. helfan, st. V. (3b), helfen, beistehen, unterstützen, fördern, begünstigen, nützen, verhelfen, sich beeilen; as. helpan, st. V. (3b), helfen; anfrk. helpan*, helpon*, st. V. (3b), helfen; germ. *helpan, st. V., helfen; idg. *k̑elb-, *kelp-, V., helfen?, Pokorny 554? (853/85) (RB. idg. aus germ., balt.?); idg. *k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. helfen, Kluge s. u. helfen, DW 10, 949, EWD s. u. helfen, EWAhd 4, 931, Falk/Torp 85, Seebold 254, Duden s. u. helfen, Bluhme s. u. helfen; Son.: vgl. afries. helpa, st. V. (3b), helfen, verhelfen zu; saterl. helpa, V., helfen; ae. helpan, st. V. (3b), helfen, unterstützen, Gutes tun, heilen (V.) (1), bessern; an. hjalpa, st. V. (3b), helfen; got. hilpan, st. V. (3,2), helfen; nndl. heplen, V., helfen; nschw. hjälpa, V., helfen; nnorw. hjelpe, V., helfen; ? alit. šelbtis, V., auszukommen suchen, sich zu helfen suchen; ? lit. šel̃pti, V., unterstützen, fördern, helfen; ? lit. gélbėti, V., helfen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanische verbindbare Bezeichnung für unterstützen oder beistehen oder zu der Seite stehen; BM.: neigen; F.: helfen, helfe, hilfst, hilft, helft, helfest (!), helfet, half, halfst, halfen, halft, hülfe, hülfest, hülfen, hülfet, hälfe (!), hälfest, hälfen, hälfet, geholfen, ##geholfen, geholfene, geholfenes, geholfenem, geholfenen, geholfener##, helfend, ###helfend, helfende, helfendes, helfendem, helfenden, helfender###, hilf (!)+EW; Z.: hel-f-en
$Helfer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Helfer, Helfender, Unterstützer, Gehilfe; Vw.: s. Geburts-, Helfers-; E.: s. helf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. helfen, DW 10, 558, EWD s. u. helfen; GB.: (helfāri) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus helf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen unterstützenden Menschen; F.: Helfer, Helfers, Helfern+EW; Z.: Hel-f-er
$Helfershelfer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Helfershelfer, Helfer eines Helfers; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. Helfer, s. s, s. Helfer; L.: DW 10, 960, EWD s. u. Helfer; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus Helfer und s sowie Helfer gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Helfer eines Helfers; F.: Helfershelfer, Helfershelfers, Helfershelfern+EW; Z.: Hel-f-er-s—hel-f-er
Helgen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Heiliger, Helgen, kleines Bild; ne. small picture (N.); Vw.: -; Hw.: s. heilig; Q.: 16. Jh.; E.: s. heilig; Son.: die eigentliche Bedeutung ist Heiliger, da es sich ursprünglich um Heiligenbildchen handelte; L.: Kluge s. u. Helgen, DW 10, 961 (Helge); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus he(i)l(i)g und en gebildete Bezeichnung für ein kleines Bild (eines Heiligen); BM.: heilig; F.: Helgen, Helgens+FW; Z.: He-l-g-en
Helikopter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Helikopter, Hubschrauber, ein Drehflügelflugzeug; ne. helicopter; Vw.: -; Hw.: s. Hubschrauber, Helix; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. helicopter; E.: s. ne. helicopter, N., Helikopter, Hubschrauber; frz. hélicoptère, M., Helikopter; von gr. ἕλιξ (hélix) (2), F., Windung, Armband; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πτερόν (pterón), N., Feder, Flügel; vgl. idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Helikopter, fehlt DW, EWD s. u. Hub, Duden s. u. Helikopter; Son.: vgl. nndl. helikopter, Sb., Helikopter; nschw. helikopter, Sb., Helikopter; nnorw. helikopter, N., Helikopter; poln. helikopter, M., Helikopter; nir. héileacaptar, M., Helikopter; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen (Enrico Forlani seit 1877, Henrich Focke in Bremen seit 1936) entwickeltes und seit 1936 verwendetes senkrecht startendes Drehflügelflugzeug; BM.: drehen, fliegen; F.: Helikopter, Helikopters, Helikoptern+FW; Z.: Hel-i-kopt-er
$Heliograf, nhd., M.: nhd. Heliograf; Vw.: s. Heliograph
Heliografie, nhd., M.: nhd. Heliografie; Vw.: s. Heliographie
$Heliograph, Heliograf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heliograph; E.: s. gr. helio(s), s. gr. graph(ein); L.: Kluge s. u. Fotographie, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelte und verwendete Geräte für die Messung der Sonnenscheindauer oder der Windrichtung oder der Windgeschwindigkeit oder die Herstellung eines Druckes; F.: Heliograph, Heliographen, Heliograf, Heliografen+FW; Z.: Hel-io—graph
Heliographie, Heliografie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Heliographie, ein Druckverfahren; ne. heliography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. héliographie; E.: s. frz. héliographie, F., Lichtpause; vgl. gr. ἥλιος (hḗlios), ἠέλιος (ēélios), ἀέλιος (aélios), M., M.=PN, Sonne, Sonnengott, Sonnenhitze, Lichtseite, Osten; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Fotographie, Duden s. u. Heliografie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Joseph Nièpce 1826 erfundenes Verfahren zu der Herstellung dauerhafter durch elektromagnetische Strahlen oder Licht erzeugter Bilder bzw. in dem Altertum Bezeichnung für das Übermitteln von Nachrichten mit Hilfe des Sonnenlichts; BM.: Sonne, ritzen; F.: Heliographie, Heliographien, Heliografie, Heliografien+FW; Z.: Hel-io-graph-ie
Helium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Helium, ein Edelgas; ne. helium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἥλιος (hḗlios), ἠέλιος (ēélios), ἀέλιος (aélios), M., M.=PN, Sonne, Sonnengott, Sonnenhitze, Lichtseite, Osten; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Helium, fehlt DW, EWD s. u. Helium, Duden s. u. Helium; Son.: vgl. nndl. helium, Sb., Helium; frz. hélium, M., Helium; nschw. helium, Sb., Helium; nnorw. helium, N., Helium; poln. hel, M., Helium; kymr. heliwm, M., Helium; nir. héiliam, M., Helium; lit. helis, M., Helium; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit dem Urknall vorhandenes leichtes farbloses Edelgas mit großer Wärmeleitfähigkeit (chemisches Element Nr. 2, abgekürzt He) das auf der Erde nur in Spuren und in dem Weltall (nach Wasserstoff) häufig vorkommt (zehn Prozent)und sich chemisch nicht aus anderen Stoffen herstellen lässt und als Füllgas und Kühlmittel sowie bei Atemwegserkrankungen verwendet wird; BM.: Sonne; F.: Helium, Heliums+FW; Z.: Hel-i-um
Helix, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Helix, Windung, wendelförmige Anordnung der Bausteine von Makromolekülen; ne. helix; Vw.: -; Hw.: s. Helikopter; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. s. gr. ἕλιξ (hélix); E.: gr. ἕλιξ (hélix) (2), F., Windung, Armband; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Helix; Son.: vgl. nndl. helix, Sb., Helix; frz. hélice, F., Helix; nschw. helix, Sb., Helix; nnorw. heliks, M., Helix; poln. helisa, F., Helix; kymr. helics, M., Helix; nir. héilics, M., Helix; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die wendelförmige Anordnung der Bausteine von Makromolekülen; BM.: winden; F.: Helix, Helices+FW; Z.: Hel-ix
hell, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. hell, hallend, laut, licht, stark glänzend; ne. bright (Adj.), fair (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. hel (2), Adj., tönend, laut, glänzend, licht, hoch, hell, strahlend; mnd. hel (1), helle, Adj., hell, helltönend, laut, hellscheinend, licht, klar, durchsichtig; mnl. hel, Adj., hell; vgl. ahd. gihel, Adj., klingend, tönend, übereinstimmend, harmonisch; vgl. ahd. hellan, st. V., klingen, tönen, erschallen, erklingen; germ. *hellan, st. V., ertönen, schallen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hell, Kluge s. u. hell, DW 10, 961, EWD s. u. hell, EWAhd 4, 273, Falk/Torp 83, Seebold 253, Duden s. u. hell, Bluhme s. u. hell; Son.: vgl. lat. clārus, Adj., laut, klar, hell, glänzend, leuchtend; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hallend oder laut und später für licht oder mit Licht erfüllt oder stark glänzend; BM.: klingen; F.: hell, helle, helles, hellem, hellen, heller(, hellere, helleres, hellerem, helleren, hellerer, hellst, hellste, hellstes, hellstem, hellsten, hellster)+EW; Z.: hel-l
$hellauf, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. hellauf, sehr, ganz; E.: s. hell, s. auf; L.: Kluge s. u. hellauf, DW 10, 967, Duden s. u. hellauf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hell und auf gebildete Bezeichnung für sehr oder ganz; F.: hellauf+EW; Z.: hel-l—auf
$Hellbank, nhd., F. (15. Jh.): nhd. Hellbank, Ofenbank; E.: s. (ver)hül(len), s. Bank; L.: Kluge 1. A. s. u. Hellbank, DW 10, 967 (Hw. auf Höllbank); GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus (ver)hül(len) und Bank gebildete Bezeichnung für eine Bank in dem engen Raum oder Winkel hinter dem Ofen zwischen Ofen und Wand; F.: Hellbank, Hellbänke+EW; Z.: Hel-l—bank
$helldunkel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. helldunkel; Q.: 1762; E.: s. hell, s. dunkel; L.: DW 10, 968, EWD s. u. hell; GB.: seit 1762 belegte und aus hell und dunkel gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Gegensatz von hell und dunkel; F.: helldunkel, helldunkle, helldunkles, helldunklem, helldunklen, helldunkler+EW; Z.: hel-l-dun-k-el
$Helldunkel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Helldunkel; Q.: 1762; L.: DW 10, 968, EWD s. u. hell; GB.: seit 1762 belegte und nach frz. clair-obscur aus Hell und Dunkel gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Gegensatz von Hell und Dunkel F.: Helldunkel, Helldunkels, Helldunkeln+EW; Z.: Hel-l—dun-k-el
$Helle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Helle, Helligkeit, Klarheit; E.: s. hell, s. e; L.: Kluge s. u. hell, DW 10, 968, EWD s. u. hell; GB.: vor 1350 belegte und aus hell und e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Helligkeit oder Klarheit; F.: Helle, Hellen+EW; Z.: Hel-l-e
Hellebarde, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Hellebarde, eine Waffe; ne. halberd, halbert; Vw.: -; Hw.: s. Barte (1); Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. helmbarte, helmparte, hellenbarte, helnbarte, hellebarte, sw. F., Beil an einem Stiel, Streitaxt, zweischneidige Streitaxt mit langem Schaft, Hellebarde; mnd. hellebārde, hellebairde, hellebare, helbārde, helbairde, helbare, F., Hellebarde, Beilspieß; mnl. helmbaerde, F., Hellebarde; vgl. mhd. hëlm, sw. M., Helm (M.) (1), behelmter Krieger; ahd. helm, st. M. (a), Helm (M.) (1), Sturmhaube; germ. *helma-, *helmaz, st. M. (a), Helm (M.) (1); s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); mhd. bart, part, st. M., Bart, Schamhaar, Visier, Parder; ahd. bart (1), st. M. (a, i?), Bart; germ. *barda-, *bardaz, st. M. (a), Rand, Bart; idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hellebarte, Kluge s. u. Hellebarde, DW 10, 969 (Hellebarte), EWD s. u. Hellebarde, Duden s. u. Hellebarde; Son.: vgl. nndl. hellebaard, Sb., Hellebarde; frz. hallebarde, F., Hellebarde; nschw. hillebard, Sb., Hellebarde; nnorw. hellebard, M., Hellebarde; poln. halabarda, F., Hellebarde; kymr. halberd, F., Hellebarde; nir. halbard, M., Hellebarde; lit. alebarda, F., Hellebarde; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Hel(m) und l sowie e und Barde gebildete Bezeichnung für eine nach älteren Vorläufern in China in der Schweiz oder dem Elsass um 1250 von Menschen entwickelte und danach verwendete aus einem langen Stiel mit axtförmiger Klinge und scharfer Spitze bestehende Stoßwaffe und Hiebwaffe; BM.: bergen, Borste; F.: Hellebarde, Hellebarden+EW; Z.: Hel-l-e-bar-d-e
$Hellegat, Hellegatt, nhd., N.: nhd. Hellegat; E.: s. Helle oder Hölle und Gat(t); L.: Kluge s. u. Hölle, fehlt DW; GB.: aus Hölle und Gatt (Loch) gebildete Bezeichnung für einen kleinen von Menschen entwickelten und verwendeten Aufbewahrungsraum (Höllenloch) auf einem Schiff; F.: Hellegat, Hellegats, Hellegaten, Hellegatt, Hellegatts, Hellegatten+EW; Z.: Hel-l-e-gat
$hellen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. hellen, hell werden; Vw.: s. auf-, er-; E.: s. hell, s. en; L.: DW 10, 970, EWD s. u. hell; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus hell und en gebildete Bezeichnung für laut oder deutlich oder hell werden; F.: hellen, helle (!), hellst (!), hellt, hellest, hellet, hellte, helltest, hellten, helltet, gehellt, ##gehellt, gehellte, gehelltes, gehelltem, gehellten, gehellter##, hellend, ###hellend, hellende, hellendes, hellendem, hellenden, hellender###, hell (!)+EW; Z.: hel-l-en
Hellenismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hellenismus, Griechentum; ne. Hellenism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ἑλληνισμός; E.: gr. ἑλληνισμός (hellēnismós), M., griechische Ausdrucksweise; vgl. gr. ἑλλενίζειν (hellenízein), V., griechisch sprechen; gr. Ἑλλάς (Hellás), F.=ON, Mittel-Griechenland, Hellas (eine Landschaft in Thessalien), Etymologie ungeklärt; L.: Duden s. u. Hellenismus; Son.: vgl. nndl. hellenisme, Sb., Hellenismus; nschw. hellenism, Sb., Hellenismus; nnorw. hellenisme, M., Hellenismus; poln. helleniszm, M., Hellenismus; nir. heilléineachas, M., Hellenismus; lit. helenizmas, M., Hellenismus; GB.: seit um die Mitte des 19. Jh. von Johann Gustav Droysen (1808-1884) geprägte und aus Hellen(e) und hellen(izein) und ismus gebildete Bezeichnung für die von Alexander dem Großen bis zu der römischen Kaiserzeit dauernde und durch die wechselseitige Durchdringung griechischer und orientalischer Kulturelemente gekennzeichnete Kulturepoche; BM.: ON; F.: Hellenismus+FW; Z.: Hell-en-ism-us
Heller, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Heller, eine Münze; ne. heller; Vw.: -; Hw.: s. Hallore; Q.: 1297 (Urkunde); E.: s. mhd. haller (2), heller, st. M., Heller (Münze); mnd. hellære*, heller, M., Heller, halber Pfennig, eine Kleinstmünze; vom ON Schwäbisch Hall; ursprünglich denārius Hallensis; von einem germ. oder kelt. *hal, *halla, Sb., Salz; L.: Kluge 1. A. s. u. Heller, Kluge s. u. Heller, EWD s. u. Heller, DW 10, 971, Duden s. u. Heller; Son.: vgl. frz. haller, heller, M., Heller; nschw. heller, Sb., Heller; nnorw. haller, M.?, Heller; lit. heleris, M., Heller; GB.: seit 1297 belegte und aus Hall sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine ursprünglich seit 1208 in (Schwäbisch) Hall geprägte Münze in dem Wert eines halben Pfennigs; BM.: ON (mit dem Bedeutungskern Salz); F.: Heller, Hellers, Hellern+EW; Z.: Hel-l-er
$hellhörig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hellhörig; E.: s. hell, s. hörig; L.: fehlt DW, EWD s. u. hell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hell und hörig gebildete Bezeichnung für gut hörend oder Schall leicht durchlassend; F.: hellhörig, hellhörige, hellhöriges, hellhörigem, hellhörigen, hellhöriger(, hellhörigere, hellhörigeres, hellhörigerem, hellhörigeren, hellhörigerer, hellhörigst, hellhörigste, hellhörigstes, hellhörigstem, hellhörigsten, hellhörigster)+EW; Z.: hel-l—hö-r-ig
$hellig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. hellig, tönend; Vw.: s. miss-; E.: s. hell(en), s. ig; L.: DW 10, 973, Kluge s. u. behelligen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus hell(en) und ig belegte Bezeichnung für tönend; F.: hellig, hellige, helliges, helligem, helligen, helliger(, helligere, helligeres, helligerem, helligeren, helligerer, helligst, helligste, helligstes, helligstem, helligsten, helligster)+EW; Z.: hell-ig
helligen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. helligen, behelligen, plagen, peinigen; ne. bother (V.); Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 1325-1330 (Schachgedicht Heinrich von Beringen); E.: s. mhd. hellegen, helligen, sw. V., behelligen, erschöpfen, ermüden, plagen; mnd. helligen (1), helgen, sw. V., helligen, ermüden, quälen, anstrengen, martern, belästigen, beschweren, belangen; von einem spätmhd. hahl, hähl, Adj., trocken, mager, dürr; s. germ. *halla-, *hallaz, Adj., vertrocknet, Heidermanns 275; L.: Kluge 1. A. s. u. helligen, DW 10, 974; GB.: seit 1325-1330 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen *halla- (trocken) verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches belasten oder plagen oder peinigen; BM.: müde machen; F.: helligen, hellige, helligst, helligt, helligest, helliget, helligte, helligtest, helligten, helligtet, gehelligt, ##gehelligt, gehelligte, gehelligtes, gehelligtem, gehelligten, gehelligter##, helligend, ###helligend, helligende, helligendes, helligendem, helligenden, helligender###, hellig (!)+EW; Z.: hell-ig-en
$Helligkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Helligkeit, Helle, Licht, Lichtheit; E.: s. hell, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. hell, DW 10, 974, EWD s. u. hell; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hell sowie ig und keit belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Licht oder Lichtheit; F.: Helligkeit, Helligkeiten+EW; Z.: Hell-ig-kei-t
Hellinge, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Hellinge, geneigte Holzbahn bei einem Schiffsbau; ne. slipway, launch slip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: mnd. hellinc (2), hellink, hellinge, helge, F., Helling, Schiffswerft; vgl. mnd. heldinge, F., Neigung, Niedergang; mnd. helden, sw. V., abschüssig sein (V.), geneigt sein (V.); as. *hėldian?, sw. V. (1a), leeren; germ. *halþjan, sw. V., ausgießen, leeren, neigen; s. idg. *k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Helling, DW 10, 975, EWD s. u. Helling, Duden s. u. Helling; Son.: vgl. nndl. helling, Sb., Gefälle, Abhang; nnorw. helling, M., Gefälle, Neigung; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine geneigte Holzbahn bei dem Schiffsbau; BM.: neigen; F.: Helling, Hellingen+EW; Z.: Hel-l-ing-e
$hellsehen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. hellsehen, vorhersehen; E.: s. hell, s. sehen; L.: DW 10, 975 (Hellsehen), EWD s. u. hell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hell und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen schon früher mögliches eine unbekannte Zukunft vorhersehen; F.: hellsehen, sehe hell, siehst hell, sieht hell, seht hell, sehest hell, sehet hell, sah hell, sahst hell, sahen hell, saht hell, sähe hell, sähest hell, sähst hell, sähen hell, sähet hell, säht hell, hellgesehen, ##hellgesehen, hellgesehene, hellgesehenes, hellgesehenem, hellgesehenen, hellgesehener##, hellsehend, ###hellsehend, hellsehende, hellsehendes, hellsehendem, hellsehenden, hellsehender###, hellzusehen, ####hellzusehen, hellzusehend, hellzusehende, hellzusehendes, hellzusehendem, hellzusehenden, hellzusehender####, sieh (!) hell, siehe hell+EW; Z.: hel-l—seh-en
$Hellseher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hellseher, Vorhersehender; E.: s. hellseh(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Hellseher, DW 10, 975, EWD s. u. hell; GB.: seit 1710 belegte und dem Französischen nachgebildete Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung des Menschen schon früher möglichen eine unbekannte Zukunft vorhersehen könnenden Menschen; F.: Hellseher, Hellsehers, Hellsehern+EW; Z.: Hel-l—seh-er
Helm (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Helm (M.) (1), Kopfschutz; ne. helmet; Vw.: -; Hw.: s. Hellebarde; Q.: 763/764? (Lex Ripuaria); E.: mhd. helm, sw. M., Helm (M.) (1), behelmter Krieger; mnd. helm (1), M., Helm, helmartiges Gefäß; mnl. helm, M., Helm (M.) (1); ahd. helm, st. M. (a), Helm (M.) (1), Sturmhaube; as. helm, st. M. (a), Helm (M.) (1); anfrk. -; germ. *helma-, *helmaz, st. M. (a), Helm (M.) (1); s. idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Helm 1, Kluge s. u. Helm 1, DW 10, 976, EWD s. u. Helm 1, EWAhd 4, 945, Falk/Torp 80, Seebold 252, Duden s. u. Helm, Bluhme s. u. Helm 1; Son.: vgl. afries. helm, st. M. (a), Helm (M.) (1); ae. helm, healm (2), st. M. (a), Helm (M.) (1), Schutz, Verteidigung, Bedeckung, Krone; an. -; got. hilms, st. M. (a), Helm (M.) (1); nndl. helm, Sb., Helm (M.) (1); nschw. hjälm, Sb., Helm (M.) (1); nnorw. hjelm, M., Helm (M.) (1); poln. hełm, M., Helm (M.) (1); kymr. helm, F., Helm (M.) (1); kymr. helmed, F., Helm (M.) (1); ai. śarman-, N., Schutz; GB.: vielleicht seit um 763/764 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von dem Menschen seit Nutzung des Metalls entwickelte und verwendete schützende Kopfbedeckung oder einen Kopfschutz; BM.: bergen; F.: Helm, Helmes, Helms, Helme, Helmen+EW; Z.: Hel-m
Helm (2), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Helm (M.) (2), Stiel an einem Werkzeug, Handhabe; ne. handle (N.), helm (N.); Vw.: -; Hw.: s. Holm (2); Q.: 1338-1345 (Historien der Alden E); E.: s. mhd. halme, halm, helm, sw. M., st. M., Handhabe, Stiel; ahd.? halm* (2), st. M. (a), Griff, Stiel, Handhabe; s. germ. *halma-, *halmaz, st. M. (a), Halm, Stengel, Stiel; idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612; vgl. idg. *k̑el- (3), Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552; idg. kel- (2), V., stechen, Pokorny 545 (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Helm 2, Kluge s. u. Helm 2, DW 10, 977, EWD s. u. Helm 2, Bluhme s. u. Helm 2; Son.: vgl. an. hjalmr (1), st. M. (a), Helm (M.) (2), Gestell zu einem Aufbewahren des Heues; ahd. halb (1), helb, st. M. (i?), Heft (N.) (2), Stiel, Handgriff; as. helvi, st. N. (ja), Griff, Stiel; mnd. helve, helf, N., Stiel; ae. hielfe, hylfe, helfe, st. N. (ja), Handhabe, Stiel; GB.: seit 1338-1345 belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Stiel an einem Werkzeug; BM.: stechen; F.: Helm, Helmes, Helms, Helme, Helmen+EW; Z.: Hel-m
Hemd, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Hemd, Übertunika; ne. shirt; Vw.: s. Wester-; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. hemde, hemede, st. N., Hemd, Untergewand; mnd. hēmede, hemmede, hemde, hembde, hemmete, N., Hemd, Unterkleid; mnl. hemde, N., Hemd; ahd. hemidi, st. N. (ja), Hemd, Gewand, Überwurf, Untergewand, Rundkleid; as. hėmithi, st. N. (ja), Hemd; anfrk. -; germ. *hamiþja-, *hamiþjam, st. N. (a), Hemd; vgl. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hemd, Kluge s. u. Hemd, DW 10, 980, EWD s. u. Hemd, EWAhd 4, 951, Falk/Torp 74, Duden s. u. Hemd, Bluhme s. u. Hemd; Son.: vgl. afries. hamethe, hemethe, st. N. (a), Hemd; saterl. hamend; ae. hėmeþe, st. N. (a), Hemd; an. -; got. -; nndl. hemd, Sb., Hemd; ? ai. śāmulyà-, Sb. Akk., Gewand der Braut; gr. καμάσιον (kamásion), N., Hemd; lat. camīsia, F., Hemd, Unterkleid, Untergewand; frz. chemise, F., Hemd; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht vor 3000 Jahren entwickeltes und seitdem vor allem von Männern als Oberbekleidung getragenes und den Oberkörper bedeckendes Kleidungsstück aus leichtem Stoff mit Ärmeln und Kragen; BM.: bedecken; F.: Hemd, Hemds, Hemdes, Hemde, Hemden+EW; Z.: Hem-d
Hemisphäre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hemisphäre, Erdhälfte, Halbkugel; ne. hemisphere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hēmisphaerium; E.: s. lat. hēmisphaerium, N., Halbkugel, Hemisphäre, (um 235-200 v. Chr.); gr. ἡμισφαίριον (hēmisphaírion), N., Halbkugel; vgl. gr. ἡμι-, Suff., halb...; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); gr. σφαῖρα (sphaira), F., Ball (M.) (1), Kugel; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Hemisphäre, fehlt DW, EWD s. u. Hemisphäre, Duden s. u. Hemisphäre; Son.: vgl. nndl. hemisfeer, Sb., Hemisphäre; frz. hémisphère, M., Hemisphäre; nschw. hemisfär, Sb., Hemisphäre; nnorw. hemisfære, M., Hemisphäre; poln. hemisfera, F., Hemisphäre; kymr. hemisffer, M., Hemisphäre; lit. hemisfera, F., Hemisphäre; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete (Vorstellung einer) Halbkugel oder Erdhälfte; BM.: halb, sprühen; F.: Hemisphäre, Hemisphären+FW; Z.: Hemi-sphär-e
hemmen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. hemmen, einschränken, hindern; ne. hamper (V.), hem (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: s. mhd. hamen, sw. V., aufhalten, hindern, hemmen; mnd. hemmen, sw. V., „hemmen“, aufhalten, zurückhalten, hindern; mnl. hemmen, sw. V., hemmen; germ. *hamjan, sw. V., drücken, hemmen; s. idg. *kem- (1), V., drücken, pressen, hindern, hemmen, Pokorny 555 (858/90) (RB. idg. aus. arm., gr.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hemmen, Kluge s. u. hemmen, DW 10, 983, EWD s. u. hemmen, Falk/Torp 74, Duden s. u. hemmen, Bluhme s. u. hemmen; Son.: vgl. ae. hėmman, sw. V. (1), hemmen, verstopfen, schließen; an. hemja, sw. V. (1), hemmen, zügeln; nschw. hämma, V., hemmen; nnorw. hemme, V., hemmen; GB.: seit 1331-1341 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einschränken oder hindern; BM.: drücken?; F.: hemmen, hemme, hemmst, hemmt, hemmest, hemmet, hemmte, hemmtest, hemmten, hemmtet, gehemmt, ##gehemmt, gehemmte, gehemmtes, gehemmtem, gehemmten, gehemmter##, hemmend, ###hemmend, hemmende, hemmendes, hemmendem, hemmenden, hemmender###, hemm (!)+EW; Z.: hem-m-en
$Hemmnis, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hemmnis, Hindernis; E.: s. hemm(en), s. nis; L.: Kluge s. u. hemmen, DW 10, 984, EWD s. u. hemmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hemm(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Hindernis; F.: Hemmnis, Hemmnisses, Hemmnisse, Hemmnissen+EW; Z.: Hem-m-nis
$Hemmschuh, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hemmschuh, Bremsschuh. Hindernis; E.: s. hemm(en), s. Schuh; L.: DW 10, 985, EWD s. u. hemmen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hemm(en) und Schuh gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Bremsschuh oder für ein Hindernis für die Fortbewegung eines Rades oder Fahrzeugs; F.: Hemmschuh, Hemmschuhs, Hemmschuhes, Hemmschuhe, Hemmschuhen+EW; Z.: Hem-m—schuh
$Hemmung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hemmung, Hinderung, Erschwerung; E.: s. hemm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. hemmen, DW 10, 985, EWD s. u. hemmen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hemm(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Hinderung oder Erschwerung eines Ablaufs durch unterschiedliche Gegebenheiten; F.: Hemmung, Hemmungen+EW; Z.: Hem-m-ung
$hemmungslos, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hemmungslos, bedenkenlos, schamlos; E.: s. Hemmung, s. s, s. los; L.: fehlt DW, EWD s. u. hemmen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hemmung und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches bedenkenlos oder schamlos; F.: hemmungslos, hemmungslose, hemmungsloses, hemmungslosem, hemmungslosen, hemmungsloser(, hemmungslosere, hemmungsloseres, hemmungsloserem, hemmungsloseren, hemmungsloserer, hemmungslosest, hemmungsloseste, hemmungslosestes, hemmungslosestem, hemmungslosesten, hemmungslosester)+EW; Z.: hem-m-ung-s—lo-s
Hendiadyoin, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Hendiadyoin, eine Stilfigur; ne. hendiadys, two for one; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.); I.: Lw. mlat. hendiadyoin; E.: mlat. hendiadyoin, hendiadys, Sb., Hendiadyoin; s. gr. ὲν διὰ δυοῖν (hèn dià dyoin), „eins durch zwei“; gr. εἷς (eis), ἕν (hén), Num. Kard., Adj., eins, ein; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; gr. δύο (dýo), Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hendiadyoin, Kytzler/Redemund/Eberl 377; Son.: vgl. nndl. hendiadys, Sb., Hendiadyoin; frz. hendiadys, M., Hendiadyoin; nnorw. hendiadyoin, Sb., Hendiadyoin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Stilfigur bei der zwei Synonyme als Verstärkung eines Gemeinten miteinander verbunden werden wie beispielsweise Ort und Stelle oder Reih‘ und Glied oder Art und Weise; BM.: eins durch zwei; F.: Hendiadyoin+FW; Z.: Hen-di-a-dy-oin
Hengst, nhd., M., (6. Jh.): nhd. Hengst, männliches unverschnittenes Pferd; ne. stallion; Vw.: s. Schäl-; Hw.: -; Q.: 507-511? (Pactus Legis Salicae); E.: mhd. hengest, hengst, st. M., Wallach, Pferd, Bewaffnung, Teil der Rüstung; mnd. hingest, hingst, hinxt, hinxst, hinxckt, M., Hengst, männliches unverschnittenes Pferd, Reitpferd, Streitross; mnl. henxt, hinxt, hengst, M., Hengst; ahd. hengist, st. M. (a), Wallach, Pferd, verschnittenes Pferd, Eunuch, Entmannter; as. *hėngist?, st. M. (a), Hengst; anfrk. changisto, M., männliches Pferd; germ. *hangista-, *hangistaz, st. M. (a), Pferd, Hengst; s. idg. *k̑āk- (1), *k̑ək-, *k̑āik-, *k̑īk-, *keh₂k-, V., springen, sprudeln, sich tummeln, Pokorny 522 (792/24) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hengst, Kluge s. u. Hengst, DW 10, 985, EWD s. u. Hengst,EWAhd 4, 954, Falk/Torp 70, Duden s. u. Hengst, Bluhme s. u. Hengst; Son.: vgl. afries. hengst, hangst, hanxt, st. M. (a), Pferd; nnordfries. hingst, M., Hengst; ae. hėngest, hėngst, st. M. (a), Hengst, Wallach; an. hestr, st. M. (a), Hengst, Pferd; got. -; nndl. hengst, Sb., Hengst; nschw. häst, Sb., Pferd; nnorw. hest, M., Pferd; kymr. caseg, F., Stute; lit. sankùs, Adj., beweglich, schnell; lit. sankìnti, V., springen lassen; GB.: seit 507-511?) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Pferdes mögliches erwachsenes männliches Pferd; BM.: springen; F.: Hengst, Hengstes, Hengsts, Hengste, Hengsten+EW; Z.: He-n-g-st
Henkel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Henkel, Griff zu einem Aufhängen; ne. handle (N.); Vw.: -; Hw.: s. henken; Q.: 15. Jh.; E.: s. henken; L.: Kluge 1. A. s. u. Henkel, Kluge s. u. Henkel, DW 10, 987, EWD s. u. Henkel, Duden s. u. Henkel; Son.: vgl. nndl. hengsel, Sb., Henkel; nnorw. hank, M., F., Henkel; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung an einer Sache zu einem Aufhängen (Griff); BM.: hängen; F.: Henkel, Henkels, Henkeln+EW; Z.: Henk-el
henken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. henken, hängen, an den Galgen aufknüpfen, durch Aufhängen hinrichten oder töten; ne. hang (V.), execute; Vw.: -; Hw.: s. hängen, Henkel; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. henken, sw. V., hängen, henken; mnd. henken, sw. V., henken, aufhängen, einhängen, umhängen; ahd. henken* (1) sw. V. (1a), hängen, henken, kreuzigen, aufhängen; as. -; anfrk. -; germ. *hangjan, sw. V., hängen; idg. *k̑enk-, *k̑onk-, V., schwanken, hängen, schweben, Pokorny 566 (876/108) (RB. idg. aus ind., ital., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. henken, Kluge s. u. henken, DW 10, 988, EWD s. u. henken, EWAhd 4, 957, Duden s. u. henken, Bluhme s. u. Henker; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches jemanden durch Aufhängen hinrichten oder töten; BM.: hängen; F.: henken, henke, henkst, henkt, henkest, henket, henkte, henktest, henkten, henktet, gehenkt, ##gehenkt, gehenkte, gehenktes, gehenktem, gehenkten, gehenkter##, henkend, ###henkend, henkende, henkendes, henkendem, henkenden, henkender###, henk (!)+EW; Z.: henk-en
$Henker, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Henker, Henkender; E.: s. henk(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Henker, DW 10, 990, EWD s. u. henken; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus henk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich als Folge von Arbeitsteilung vielleicht seit Durchsetzung der Todesstrafe nach den Hochkulturen des Altertums (Sachsenspiegel um 1221-1224 den Dieb soll man hängen) möglichen berufsmäßig bestimmte Straftäter Henkenden; F.: Henker, Henkers, Henkern+EW; Z.: Henk-er
$Henkersmahlzeit, Henkermahlzeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Henkersmahlzeit; E.: s. Henker, s. s, s. Mahlzeit; L.: Kluge s. u. Henkersmahlzeit, DW 10, 995, EWD s. u. henken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Henker (und s) sowie Mahlzeit gebildete Bezeichnung für die letzte Mahlzeit eines zu dem Tode verurteilten Straftäters vor seiner Hinrichtung; F.: Henkersmahlzeit, Henkersmahlzeiten+EW; Z.: Henk-er-s—mahl—zei-t
Henne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Henne, Huhn, ein mittelgroßer weiblicher Vogel; ne. hen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. henne, st. F., sw. F., Henne, Huhn; mnd. henne (1), hinne, hēne, heene, F., Henne, Huhn, Glucke; mnl. henne, F., Henne; ahd. henna, st. F. (jō)?, sw. F. (n), Henne; ahd. henin, st. F. (jō), Henne; as. -; anfrk. *henna?, st. F. (jō?), sw. F. (n), Henne; germ. *hanjō, st. F. (ō), Henne; germ. *hannjō, st. F. (ō), Henne; germ. *hannjō-, *hannjōn, sw. F. (n), Henne; germ. *haneni-, *haneniz?, st. F. (i), Henne; vgl. idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Henne, Kluge s. u. Henne, DW 10, 996, EWD s. u. Henne, EWAhd 4, 957, Falk/Torp 69, Duden s. u. Henne, Bluhme s. u. Henne; Son.: vgl. afries. hanne, henne, F., Henne; ae. hėnn, st. F. (jō), Henne, Huhn; an. -; got. hanō?, sw. F. (n), Huhn, Henne; krimgot. hano, sw. F. (n), Huhn, Henne; nndl. hen; nschw. höna, Sb., Henne; GB.: (henin, etwas jünger henna) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das vielleicht schon vormenschliche und vor fast 8000 Jahren in Südostasien von Menschen für die Gewinnung von Eiern und Fleisch gezähmte neben dem (männlichen) Hahn stehende (weibliche) Huhn; BM.: singen; F.: Henne, Hennen+EW; Z.: Hen-n-e
Hepatitis, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Hepatitis, Gelbsucht; ne. hepatitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1690?; I.: Lw. gr. ἡπατῖτις (hēpatitis); E.: s. gr. ἡπατῖτις (hēpatitis), Adj., zur Leber gehörig, lebergefärbt; s. gr. ἧπαρ (hēpar), N., Leber; idg. *i̯ekᵘ̯r̥t, *i̯ekᵘ̯r̥-, Sb., Leber, Pokorny 504 (750/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt.?, balt., slaw.?); L.: Duden s. u. Hepatitis; Son.: vgl. nndl. hepatitis, Sb., Hepatitis; frz. hépatite, F., Hepatitis; nschw. hepatit, Sb., Hepatitis; nnorw. hepatitt, M., Hepatitis; kymr. hepatitis, M., Hepatitis; lit. hepatitas, M., Hepatitis; GB.: vielleicht seit 1690 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch ein Virus verursachte Leberentzündung (Gelbsucht); BM.: Leber, Entzündung; F.: Hepatitis, Hepatitiden+FW; Z.: Hep-at-it-is
Heppe, nhd. (ält.), F.: nhd. Heppe; Vw.: s. Hippe (2)
her, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. her, hierher, herbei; ne. fro (ält.); Vw.: -; Hw.: s. hier; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. her, here, har, Adv., her, hierher, bisher; mnd. hēr (3), hēre, heer, hehr, Adv., her, hier, heran; mnl. hēre, Adv., her; ahd. hera (1), her*, hara, Adv., Präf., her, hierher, hierhin, an diesen Ort, an diese Stelle, bis hierher; as. -; anfrk. -; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. her, Kluge s. u. her, EWD s. u. her, DW 10, 1000, EWAhd 4, 961, Duden s. u. her, Bluhme s. u. her; Son.: vgl. nndl. her, Adv., her; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich in die Richtung des Sprechers bewegend (hierher, herbei); BM.: ?; F.: her+EW; Z.: her
$herab, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. herab, herunter, hernieder; E.: s. her, s. ab; L.: DW 10m 1005, EWD s. u. her; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus her und ab gebildete sowie in der Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für herab oder herunter oder hernieder; F.: herab+EW; Z.: her—ab
Heraldik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Heraldik, Wappenkunde; ne. heraldry; Vw.: -; Hw.: s. Herold; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. (science) héraldique; E.: s. frz. (science) héraldique, F., Heroldskunst; vgl. afrz. héraut, haraut, M., Herold; aus dem Germ., Kluge s. u. Herold; geht wohl zurück auf ein *hariwaldo, M., Heerwalter; germ. *harja-, *harjaz, st. M. (a), Heer; idg. *koros, *kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); germ. *waldan, st. V., walten, herrschen; s. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; vgl. idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Heraldik, fehlt DW, EWD s. u. Heraldik, Duden s. u. Heraldik; Son.: vgl. nndl. heraldiek, Sb., Heraldik; frz. héraldique, F., Heraldik; nschw. heraldik, Sb., Heraldik; nnorw. heraldikk, M., Heraldik; poln. heraldyka, F., Heraldik; lit. heraldika, F., Heraldik; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre oder Kunde (F.) und Wissenschaft von den seit dem 12. Jh. von Menschen zu der Kennzeichnung der durch Rüstungen nicht nur geschützten sondern auch verkleideten Ritter entwickelten und verwendeten Wappen; BM.: der Herold prüfte bei dem Turnier die Wappen der antretenden gerüsteten Ritter; F.: Heraldik+FW(+EW); Z.: Her-al-d-ik
$Heraldiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Heraldiker, Sachkenner der Heraldik; E.: s. Heraldik, s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. Heraldik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Heraldik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Sachkenner der Heraldik; F.: Heraldiker, Heraldikers, Heraldikern+FW(+EW); Z.: Her-al-d-ik-er
$heraldisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. heraldisch, Heraldik betreffend; E.: s. Herald(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Heraldik, fehlt DW, EWD s. u. Heraldik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Herald(ik) und isch gebildete Bezeichnung für Heraldik betreffend; F.: heraldisch, heraldische, heraldisches, heraldischem, heraldischen, heraldischer+FW(+EW); Z.: her-al-d-isch
$herauf, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. herauf, von dort unten nach hier oben; E.: s. her, s. auf; L.: EWD s. u. her; GB.: (heraūf*) seit um 1000 belegte und aus her und auf gebildete Bezeichnung für von dort unten nach hier oben; F.: herauf+EW; Z.: her—auf
$heraus, nhd., Adv., (?): nhd. heraus, von dort drinnen nach hier draußen; E.: s. her, s. aus; L.: EWD s. u. her; GB.: aus her und aus wohl schon früh gebildete Bezeichnung für von dort drinnen nach hier draußen; F.: heraus+EW; Z.: her—aus
$herausbekommen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. herausbekommen, entfernen, ermitteln, erfahren (V.); Q.: 18. Jh.; E.: s. heraus, s. be, s. kommen; L.: fehlt DW, EWD s. u. bekommen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heraus und bekommen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches von dort drinnen nach hier draußen bekommen oder entfernen oder ermitteln oder erfahren (V.); F.: herausbekommen, bekomme heraus, bekommst heraus, bekommt heraus, bekommest heraus, bekommet heraus, bekam heraus, bekamst heraus, bekamen heraus, bekamt heraus, bekäme heraus, bekämest heraus, bekämen heraus, bekämet heraus, herausbekommen, ##herausbekommen, herausbekommene, herausbekommenes, herausbekommenem, herausbekommenen, herausbekommener##, herausbekommend, ###herausbekommend, herausbekommende, herausbekommendes, herausbekommendem, herausbekommenden, herausbekommender###, herauszubekommen, ####herauszubekommen, herauszubekommend, herauszubekommende, herauszubekommendes, herauszubekommendem, herauszubekommenden, herauszubekommender####, bekomm (!) heraus+EW; Z.: her—aus—be—kom-m-en
$herausfordern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. herausfordern, auffordern, reizen, veranlassen; E.: s. heraus, s. fordern; L.: fehlt DW, EWD s. u. fordern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus heraus und fordern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches auffordern oder reizen oder veranlassen; F.: herausfordernd, fordere heraus, forder (!) heraus, fordre heraus, forderst heraus, fordert heraus, forderte heraus, fordertest heraus, forderten heraus, fordertet heraus, herausgefordert, ##herausgefordert, herausgeforderte, herausgefordertes, herausgefordertem, herausgeforderten, herausgeforderter##, herausfordernd, ###herausfordernd, herausfordernde, herausforderndes, herausforderndem, herausfordernden, herausfordernder###, herauszufordern, ####herauszufordern, herauszufordernd, herauszufordernde, herauszuforderndes, herauszuforderndem, herauszufordernden, herauszufordernder####, forder (!) heraus+EW; Z.: her—aus—for-d-er-n
$Herausforderung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Herausforderung, Aufforderung, Aufgabe, Schwierigkeit; E.: s. herausforder(n), s. ung; L.: DW 10, 1053, EWD s. u. fordern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus herausforder(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Aufforderung oder Aufgabe oder Schwierigkeit; F.: Herausforderung, Herausforderungen+EW; Z.: Her—aus—for-d-er-ung
$herauskristallisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. herauskristallisieren, Kristalle bilden, Gestalt annehmen; E.: s. heraus, s. kristallisieren; L.: Kluge s. u. herauskristallisieren, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heraus und kristallisieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Kristalle bilden oder Gestalt annehmen; F.: herauskristallisieren, kristallisiere heraus, kristallisierst heraus, kristallisiert heraus, kristallisieren heraus, kristallisierest heraus, kristallisieret heraus, kristallisierte heraus, kristallisiertest heraus, kristallisierten heraus, kristallisiertet heraus, herauskristallisiert, ##herauskristallisiert, herauskristallisierte, herauskristallisiertem, herauskristallisierten, herauskristallisierter##, herauskristallisierend, ###herauskristallisierend, herauskristallisierende, herauskristallisierendes, herauskristallisierendem, herauskristallisierenden, herauskristallisierender###, herauszukristallisieren, ####herauszukristallisieren, herauszukristallisierend, herauszukristallisierende, herauszukristallisierendes, herauszukristallisierendem, herauszukristallisierenden, herauszukristallisierender###, kristallisier (!) heraus+EW+FW; Z.: her-aus—kri-st-all-is-ier-en
$herausplatzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. herausplatzen; E.: s. heraus, s. platzen; L.: fehlt DW, EWD s. u. platzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus heraus und platzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches plötzlich von drinnen nach draußen dringen und sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches äußern; F.: herausplatzen, platze heraus, platzst (!) heraus, platzt heraus, platzest heraus, platzet heraus, platzte heraus, platztest heraus, platzten heraus, platztet heraus, herausgeplatzt, ##herausgeplatzt, herausgeplatzte, herausgeplatztes, herausgeplatztem, herausgeplatzten, herausgeplatzter##, herausplatzend, ###herausplatzend, herausplatzende, herausplatzendes, herausplatzendem, herausplatzenden, herausplatzender###, herauszuplatzen, ####herauszuplatzen, herauszuplatzend, herauszuplatzende, herauszuplatzendes, herauszuplatzendem, herauszuplatzenden, herauszuplatzender####, platz (!)+FW(+EW); Z.: her-aus—platz-en
$herausstreichen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. herausstreichen, wegstreichen, entfernen, unterstreichen, betonen; E.: s. heraus, s. streichen; L.: Kluge s. u. herausstreichen, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus heraus und streichen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wegstreichen oder entfernen oder unterstreichen oderbetonen; F.: herausstreichen, streiche heraus, streichst heraus, streicht heraus, streichen heraus, streichest heraus, streichet heraus, strich heraus, strichst heraus, strichen heraus, stricht heraus, strichest heraus, strichet heraus, herausgestrichen, ##herausgestrichen, herausgestrichene, herausgestrichenes, herausgestrichenem, herausgestrichenen, herausgestrichener##, herausstreichend, ###herausstreichend, herausstreichende, herausstreichendes, herausstreichendem, herausstreichenden, herausstreichender###, herauszustreichen, ####herauszustreichen, herauszustreichend, herauszustreichende, herauszustreichendes, herauszustreichendem, herauszustreichenden, herauszustreichender####, streich (!) heraus+EW; Z.: her-aus—strei-ch-en
herb, nhd., Adj., Adv., (11. Jh.?): nhd. herb, scharf, bitter, streng; ne. harsh (Adj.), bitter (Adj.), austere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. hare, here, har, her, Adj., herb, bitter; weitere Herkunft ungeklärt?; entweder von afrz. amer; oder von germ. *harwa-, *harwaz, Adj., herb, bitter; vgl. idg. *kar- (1), V., schmähen, strafen, Pokorny 530?; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938?; L.: Kluge 1. A. s. u. herb, Kluge s. u. herb, DW 10, 1054, EWD s. u. herb, Falk/Torp 79, Heidermanns 283, Duden s. u. herb, Bluhme s. u. herb(e); GB.: (hare) seit 1060-1080 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene oder mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für scharf oder bitter oder streng; BM.: schneiden?; F.: herb, herbe, herbes, herbem, herben, herber(, herbere, herberes, herberem, herberen, herberer, herbst, herbste, herbstes, herbstem, herbsten, herbster)+EW?; Z.: her-b
$herbei, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. herbei, von dort nach hier; E.: s. her, s. bei; L.: EWD s. u. her; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus her und bei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches von dort nach hier; F.: herbei+EW; Z.: her—bei
Herbarium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Herbarium, Pflanzensammlung; ne. herbarium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. herbārium; E.: s. lat. herbārium, N., Pflanzenbuch, Kräuterbuch, Herbarium, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. herba, F., Pflanze, Gewächs, Halm, Kraut, giftiges Kraut; idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); L.: Kluge s. u. Herbarium, fehlt DW, EWD s. u. Herbarium, Duden s. u. Herbarium; Son.: vgl. nndl. herbarium, Sb., Herbarium; frz. herbier, M., Herbarium; nschw. herbarium, Sb., Herbarium; nnorw. herbarium, N., Herbarium; poln. herbarium, N., Herbarium; kymr. herbariwm, M., Herbarium; lit. herbariumas, M., Herbarium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete systematisch angelegte Sammlung gepresster und getrockneter Pflanzen und Pflanzenteile (Pflanzensammlung); BM.: wachsen (V.) (1) bzw. grünen; F.: Herbarium, Herbariums, Herbarien+FW; Z.: Her-b-ar-i-um
Herberge, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Herberge, Unterkunft; ne. hostel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. herberge, st. F., sw. F., Heerlager, Feldlager, Beherbergung; mnd. herberge, hēreberge, F., Herberge, Ort oder Haus zum Übernachten, Wohnung, Beherbergung mnl. herberge, F., Herberge; ahd. heriberga, st. F. (ō), Herberge, Feldlager, Lager, Wohnung, Wohnstätte, Heimstatt, Standort; as. hėriberga*, st. F. (ō), Herberge; anfrk. heriberga, st. F. (ō), Lager, Herberge; vgl. ahd. heri, st. M. (ja), st. N. (ja), Heer, Menge, Schar (F.) (1), bewaffnete Schar (F.) (1), Heerschar, Heerfahrt, Streitmacht, Heeresabteilung; as. hėri, st. M. (ja), Heer, Menge, Volk; anfrk. *heri?, st. M. (ja)?, st. N. (ja?), Heer, Menge, Schar (F.) (1); germ. *harja-, harjaz, st. M. (a), Heer; s. idg. koros, kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); ahd. bergan, st. V. (3b), bergen, verbergen, verstecken, schützen; as. bergan?, st. V. (3b); as. gibergan, st. V. (3b), bergen, bewahren; anfrk. bergan, bergon, st. V. (3b), „bergen“, verbergen; germ. *bergan, st. V., bergen, schützen; idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Herberge, Kluge s. u. Herberge, DW 10, 1059, EWD s. u. Herberge, EWAhd 4, 975, Duden s. u. Herberge, Seebold 107; Son.: vgl. ae. hėrebeorg, hėrebeorh, st. F. (ō), Herberge, Quartier, Unterkunft; nndl. herberg, Sb., Herberge; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Heer und Berge (F.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl nach Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Lager und später ein einfaches Gasthaus mit einer Unterkunftsmöglichkeit für die Nacht; BM.: Heer, bergen; F.: Herberge, Herbergen+EW; Z.: Her-ber-g-e
$herbergen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. herbergen, lagern, sich aufhalten; Vw.: s. be-; E.: s. Herberg(e), s. en; L.: DW 10, 1063, EWD s. u. Herberge; GB.: (heribergōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Herberg(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches lagern oder sich aufhalten; F.: herbergen, herberge (!), herbergst, herbergt, herbergest, herberget, herbergte, herbergtest, herbergten, herbergtet, geherbergt, ##geherbergt, geherbergte, geherbergtes, geherbergtem, geherbergten, geherbergter##, herbergend, ###herbergend, herbergende, herbergendes, herbergendem, herbergenden, herbergender###, herberg (!)+EW; Z.: her-ber-g-en
Herbizid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Herbizid, chemisches Unkrautvertilgungsmittel; ne. herbicide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. herba, F., Pflanze, Gewächs, Halm, Kraut, giftiges Kraut, (um 250-184 v. Chr.); idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen, (um 450 v. Chr.); idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Herbizid, fehlt DW, Duden s. u. Herbizid; Son.: vgl. nndl. herbicide, Sb., Herbizid; frz. herbicide, M., Herbizid; nschw. herbicid, Sb., Herbizid; nnorw. herbicid, N., Herbizid; poln. herbicyd, M., Herbizid; lit. herbicidas, M., Herbizid; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen gebildete Bezeichnung für ein chemisches Unkrautvertilgungsmittel; BM.: wachsen (V.) (1), schlagen; F.: Herbizid, Herbizides, Herbizids, Herbizide, Herbiziden+FW; Z.: Her-b-i-zi-d
Herbst, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Herbst, Zeit der Ernte; ne. autumn, fall (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. herbest, herbst, st. M., Herbst, Ernte, Weinernte, September, Oktober; mnd. hervest, herevest, herwest, herfest, M., Herbst; mnl. herfst, hervest, M., Herbst; ahd. herbist, st. M. (a?, i?), Herbst, Erntezeit; as. *hėrvist?, st. M. (a), Herbst; anfrk. *hervist?, st. M. (a?, i?), Herbst, Erntezeit; germ. *harbista-, *harbistaz, st. M. (a), Herbst; s. idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herbst, Kluge s. u. Herbst, DW 10, 1066, EWAhd EWD s. u. Herbst, 4, 964, Falk/Torp 79, Duden s. u. Herbst, Bluhme s. u. Herbst; Son.: vgl. afries. herfst, st. M. (a), Herbst; nnordfries. harvst; ae. hærfest, st. M. (a), Herbst, Erntezeit; an. haust, st. N. (a), Herbst; nndl. herfst, Sb., Herbst; ne. harvest, N., Ernte; nschw. höst, Sb., Herbst; nnorw. høst, Sb., Herbst; gr. καρπός (karpós), M., Frucht, Nutzen (M.), Ertrag; lat. carpere, V., rupfen, abrupfen, abpflücken; mir. corrán, Sb., Sichel; lit. kirpti, V., schneiden; russ. серп (cerp), M., Sichel; GB.: (herbist) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter als Zeit der Ernte von seit dem Frühjahr gewachsenen Früchten und der bunten Färbung der bald danach abfallenden Blätter von Laubbäumen; BM.: schneiden; F.: Herbst, Herbsts, Herbstes, Herbste, Herbsten+EW; Z.: Her-b-st
$herbstlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. herbstlich, Herbst betreffend; Q.: 1. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: s. Herbst, s. lich; L.: Kluge s. u. Herbst, DW 10, 1070, EWD s. u. Herbst; GB.: seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und aus Herbst und lich gebildete Bezeichnung für Herbst betreffend; F.: herbstlich, herbstliche, herbstliches, herbstlichem, herbstlichen, herbstlicher(, herbstlichere, herbstlicheres, herbstlicherem, herbstlicheren, herbstlicherer, herbstlichst, herbstlichste, herbstlichstes, herbstlichstem, herbstlichsten, herbstlichster)+EW; Z.: her-b-st-lich
$Herbstzeitlose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Herbstzeitlose; Q.: um 1700; E.: s. Herbst, s. Zeitlose; L.: DW 10, 1073, EWD s. u. Zeit; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Herbst und Zeitlose gebildete Bezeichnung für eine althochdeutsch und mittelhochdeutsch noch Zeitlose oder anders benannte sowie vor allem in dem Herbst außerhalb der eigentlichen Blütezeit der Pflanzen (zeitlos) rosa bis violett blühende giftige kleinere Blume; F.: Herbstzeitlose, Herbstzeitlosen+EW; Z.: Her-b-st—zei-t-los-e
Herd (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Herd (M.) (1), Feuerstelle (Kochstelle); ne. hearth; Vw.: -; Hw.: s. Herd (2); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hert (1), st. M., Erdreich, Boden, Herd, Haus, Wohnung; mnd. hērt, hērd, M., Herd, Küchenherd, Feuerherd, häuslicher Herd, Feuerstätte, Feuerstelle; mnl. hert, M., Herd; ahd. herd*, st. M. (a), Herd, Ofen, Feuerstätte, Boden, fester Boden, Erdboden, bebautes Erdeich; ahd. herda*, st. F. (ō), Herd, Feuerherd, Feuerstätte, Schmelzofen; as. herth*, herd, st. M. (a), Herd; anfrk. -; germ. *herþa-, *herþaz, st. M. (a), Herd, Feuerstätte; s. idg. *kerə-, ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571? (881/113) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Herd, Kluge s. u. Herd 1, DW 10, 1074, EWD s. u. Herd, EWAhd 4, 966, EWAhd 4, 968, Falk/Torp 75, Duden s. u. Herd, Bluhme s. u. Herd; Son.: vgl. afries. herth, st. M. (a), Herd; s. saterl. herde, heet; ae. heorþ (1), st. M. (a), Herd, Heim, Haus; an. -; got. -; nndl. haard, Sb., Herd; nschw. härd, Sb., Herd; GB.: (herd) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung zu dem Kochen entwickelte und verwendete Feuerstelle (Kochstelle); BM.: brennen; F.: Herd, Herds, Herdes, Herde, Herden+FW; Z.: Her-d
Herd (2), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Herd (M.) (2), Erde, Ackerland; ne. earth (N.); Vw.: s. Vogel-; Hw.: s. Herd (1); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hert (1), st. M., Erdreich, Boden, Herd, Haus, Wohnung; ahd. herd*, st. M. (a), Herd, Ofen, Feuerstätte, Boden, fester Boden, Erdboden, bebautes Erdeich; s. ahd. herda*, st. F. (ō), Herd, Feuerherd, Feuerstätte, Schmelzofen; germ. *herþa-, *herþaz, st. M. (a), Herd, Feuerstätte; s. idg. *kerə-, ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571? (881/113) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Herd 2; GB.: (herd) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare oder ohne sichere Anschlussmöglichkeiten bestehende Bezeichnung für ein schon vormenschliches aus verwittertem Gestein und organischen Stoffen bestehendes feinkörniges einen Teil der Erdoberfläche und die Grundlage des Pflanzenwachstums bildendes Gemisch; BM.: brennen?; F.: Herd, Herds, Herdes, Herde, Herden+FW; Z.: Her-d
Herde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Herde, eine Tiergruppe; ne. flock (N.), herd (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hert, st. F., Herde; mnd. hērde (2), hirde, F., Herde; ahd. herta* (2), st. F. (ō), Herde, Schar (F.) (1); as. -; anfrk. *herda?, st. F. (ō), Herde; germ. *herdō, st. F. (ō), Herde; idg. *k̑erdʰo-, Sb., *k̑erdʰā, F., Reihe, Herde, Pokorny 579 (892/124) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herde, Kluge s. u. Herde, DW 10, 1077, EWD s. u. Herde, EWAhd 4, 987, Falk/Torp 78, Duden s. u. Herde, Bluhme s. u. Herde; Son.: vgl. afries. -; ae. heord (1), st. F. (ō), Herde, Hut (F.), Bewachung; an. hjǫrð, st. F. (ō), Herde, Vieh; got. haírda, st. F. (ō), Herde; nschw. hjord, Sb., Herde; nisl. hjörð, F., Herde; gr. κόρθυς (kórthys), F., Erhöhung, Haufe, Haufen; kymr. cordd, Sb., Gruppe, Stamm; lit. ker̃džius, M., erwachsener Oberhirt; ksl. črěda, Sb., Reihe, Herde; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche größere Gruppe zusammengehöriger Tiere wie Rinder; BM.: Reihe?; F.: Herde, Herden+EW; Z.: Herd-e
$herein, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. herein, von draußen nach drinnen; E.: s. her, s. ein; L.: DW 10, 1083, EWD s. u. her; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus her und ein gebildete Bezeichnung für von draußen nach drinnen; F.: herein+EW; Z.: her—ei-n
$herfür, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. herfür, hervor; E.: s. her, s. für; L.: DW 10, 1092, EWD s. u. her; GB.: (herafuri) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus her und für gebildete Bezeichnung für hervor; F.: herfür+EW; Z.: her—für
Hering, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Hering, ein Fisch; ne. herring; Vw.: s. Matjes-, Pickel-; Hw.: -; E.: mhd. hærinc, st. M., Hering; mnd. hērinc, herink, hārinc, harink, haren, harenc, arinc, arink, M., Hering, Heringsschwarm; mnl. harinc, Sb., Hering; ahd. hering, st. M. (a), Hering, Salzfisch; ahd. hāring*, st. M. (a), Hering, Salzfisch; as. hėring, st. M. (a), Hering; anfrk. -; germ. *haringa-, *haringaz, *harenga-, *harengaz, st. M. (a), Hering; germ. *hēringa-, *hēringaz, *hǣringa-, *hǣringaz, *hērenga-, *hērengaz, *hǣrenga-, *hǣrengaz, st. M. (a), Hering; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Häring, Kluge s. u. Hering, DW 10, 1104, EWD s. u. Hering, EWAhd 4, 831, Duden s. u. Hering, Bluhme s. u. Hering; Son.: vgl. afries. hereng, st. M. (a), Hering; ae. hǣring, st. M. (a), Hering; an. -; got. *hariggs?, st. M. (a), Hering; nndl. haring, Sb., Hering; frz. hareng, M., Hering; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen in großen Schwärmen vor allem in dem Nordatlantik auftretenden kleineren Speisefisch mit grünlich blauem Rücken und silberglänzenden leicht gewölbten Körperseiten; BM.: ?; F.: Hering, Herings, Heringe, Heringen+EW; Z.: Her-ing
$herkommen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. herkommen, von anderswo kommen; E.: s. her, s. kommen; L.: EWD s. u. kommen; GB.: (herakweman*) um 830 belegte und aus her und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches von anderswo kommen; F.: herkommen, komme her, kommst her, kommt her, kommest her, kommet her, kam her, kamst her, kamen her, kamt her, käme her, kämest her, kämen her, kämet her, hergekommen, ##hergekommen, hergekommene, hergekommenes, hergekommenem, hergekommenen, hergekommener##, herkommend, ###herkommend, herkommende, herkommendes, herkommendem, herkommenden, herkommender###, komm (!) her+EW; Z.: her—kom-m-en
$Herkommen, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Herkommen, Übung, Gewohnheit, Brauch, Abstammung; E.: s. herkommen; L.: DW 10, 1109, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus herkommen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Übung oder Gewohnheit oder einen Brauch oder eine Abstammung; F.: Herkommen, Herkommens+EW; Z.: Her—kom-m-en
$herkömmlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. herkömmlich, hergebracht, dem Herkommen entsprechend; E.: s. herkomm(en), s. lich; L.: DW 10, 1110, EWD s. u. kommen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Herkomm(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hergebracht oder dem Herkommen entsprechend; F.: herkömmlich, herkömmliche, herkömmliches, herkömmlichem, herkömmlichen, herkömmlicher(, herkömmlichere, herkömmlicheres, herkömmlicherem, herkömmlicheren, herkömmlicherer, herkömmlichst, herkömmlichste, herkömmlichstes, herkömmlichstem, herkömmlichsten, herkömmlichster)+EW; Z.: her—köm-m—lich
Herkules, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Herkules, sehr starker Mann; ne. Hercules, strong man; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. Herculēs; E.: s. lat. Herculēs, Herkules; gr. Ἡρακλῆς (Hēraklēs), M.=PN, Herakles; vgl. gr. ἥρως (hḗrōs), M., Tapferer, Held, Heros; idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910; gr. κλέος (kléos), N., Gerücht, Kunde (F.), Ruhm; idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge s. u. Herkules, fehlt DW, Duden s. u. Herkules; Son.: s. mhd. Ercules, M.=PN, Herkules; vgl. nndl. Hercules, M., PN, Herkules; frz. Hercule, M., PN, Herkules; nschw. Herkules, M., PN, Herkules; nnorw. Herkules, M., PN, Herkules; poln. Herkules, M., Herkules; kymr. Ercwlff, M., Herkules; nir. Ercail, Heirciléas, M., Herkules; lit. Heraklis, M., Herkules; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sagenhaften besonders starken und deswegen berühmten einzelnen Mann der als Sohn des Zeus in das 13. Jh. v. Chr. gesetzt wird; BM.: PN; F.: Herkules+FW; Z.: Her-kul-es
$Herkulesarbeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Herkulesarbeit; E.: s. Herkules, s. Arbeit; L.: Kluge s. u. Herkules, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Herkules und Arbeit belegte Bezeichnung für eine nur von einem sehr starken Mann (Herkules) zu bewältigende Arbeit oder Aufgabe; F.: Herkulesarbeit, Herkulesarbeiten+FW+EW; Z.: Her-kul-es—arb-eit
$Herkunft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Herkunft, Herkommen, Abkunft; E.: s. her, s. Kunft; L.: Kluge s. u. Herkunft, DW 10, 1110, EWD s. u. kommen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus her und Kunft beziehungsweise kommen gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Herkommen oder die Abkunft; F.: Herkunft, Herkünfte, Herkünften+EW; Z.: Her-kun-ft
$herleiern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. herleiern, hersagen, herunterleiern; Hw.: s. herunterleiern; E.: s. her, s. Leier, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Leier, DW 10, 1111; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus her und Leier sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches leiernd hersagen oder singen oder herunterleiern; F.: herleiern, leiere her, leier (!) her, leierst her, leiert her, leiern her, leierte her, leiertest her, leierten her, leiertet her, hergeleiert, ##hergeleiert, hergeleierte, hergeleiertes, hergeleiertem, hergeleierten, hergeleierter##, herleiernd, ###herleiernd, herleierndes, herleierndem, herleiernden, herleiernder##, herzuleiern, ###herzuleiern, herzuleiernd, herzuleiernde, herzuleierndes, herzuleierndem, herzuleiernden, herzuleiernder###, leier (!) her+FW+EW; Z.: her-lei-er-n
Herling, nhd. (dial.), M., (11. Jh.): nhd. Herling, unreife und harte Traube, unreife Weintraube; ne. unripe grape; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. herlinc, st. M., Kreuzkraut; ahd. herling, st. M. (a), unreife Traube, wilde Weinrebe; vgl. germ. *harwa-, *harwaz, Adj., herb, bitter; s. idg. *kar- (1), V., schmähen, strafen, Pokorny 530? (809/41) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938? (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herling, Kluge s. u. Herling, DW 10, 1112, EWAhd 4, 983, Duden s. u. Herling; GB.: (herling) seit 11. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine unreife und harte Traube; BM.: herb bzw. schmähen?, strafen?; F.: Herling, Herlings, Herlinge, Herlingen+EW; Z.: Her-ling
Hermaphrodit, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hermaphrodit, Zwitter; ne. hermaphrodite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. hermaphrodītus; E.: s. lat. hermaphrodītus, M., Hermaphrodit, Zwitter, (um 165 n. Chr.); gr. ἑρμαφρόδιτος (hermaphróditos), M., Hermaphrodit, Zwitter, Hermaphroditos (Sohn des Hermes und der Aphrodite); vgl. gr. Ἑρμῆς (Hermēs), M.=PN, Hermes, Etymologie s. Frisk 1, 563f.; gr. Ἀφροδίτη (Aphrodíte), F.=PN, Aphrodite; Etymologie unbekannt, s. Frisk 1, 196; L.: Kluge s. u. Hermaphrodit, fehlt DW, Duden s. u. Hermaphrodit; Son.: vgl. nndl. hermafrodiet, M., Hermaphrodit; frz. hermaphrodite, M., Hermaphrodit; nschw. hermafrodit, Sb., Hermaphrodit; nnorw. harmafroditt, M., Hermaphrodit; poln. hermafrodyta, M., Hermaphrodit; lit. hermafroditas, M., Hermaphrodit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und aus dem PN von Hermes gebildete und umgebildete Bezeichnung für ein Geschlechtsmerkmale der beiden Geschlechter des Götterboten Hermes und seiner Mutter Aphrodit(e) aufweisendes Lebewesen; BM.: PN; F.: Hermaphrodit, Hermaphroditen+FW(+EW); Z.: Herm-aphrodit
Hermelin, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hermelin, Wiesel; ne. ermine, weasel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hermelīn (1), st. N., Hermelin, Hermelinpelz; mhd. hermel, N., Hermelin“; mnd. hermelīn (1), hermelen, N., Hermelin, großes Wiesel, Hermelinfell, Pelzwerk aus Hermelin; mnd. hermel, N., Hermelin, Wiesel; ahd. harmilīn (1), harmil, st. N. (a), Hermelin, Wiesel, Haselmaus; vgl. ahd. harm (2), st. M. (a)?, Wiesel, Hermelin, Haselmaus; ahd. harmo, sw. M. (n), Wiesel, Hermelin, Haselmaus; as. harmo (1), sw. M. (n), Hermelin; germ. *harmō-, *harmōn, *harma-, *harman, sw. M. (n), Hermelin; idg. *k̑ormen-, Sb., Hermelin, Wiesel, Pokorny 573; s. idg. *ker- (6), k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573 (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hermelin, Kluge s. u. Hermelin, DW 10, 1113, EWD s. u. Hermelin, EWAhd 4, 833, Duden s. u. Hermelin; Son.: s. ae. hearma, sw. M. (n), Spitzmaus, Wiesel?; vgl. nndl. hermelijn, Sb., Hermelin; nschw. hermelin, Sb., Hermelin; nnorw. hermelin, M., Hermelin; lit. šermuõ, šarmuõ, M., Hermelin; lit. šermuonėlis, M., Hermelin; GB.: (harmilīn) seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein großes Wiesel mit in dem Winter weißem und in dem Sommer braunem Fell und weißer bis gelblicher Bauchseite; BM.: grau?; F.: Hermelin, Hermelines, Hermelins, Hermeline, Hermelinen+EW; Z.: Her-mel-in
Hermeneutik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hermeneutik, Verfahren zum Verstehen eines Textes, Lehre von der Auslegung eines Textes; ne. hermeneutics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. ἑρμηνευτική (τέχνη) (hermēneutikḗ [téchnē]); E.: s. gr. ἑρμηνευτική (τέχνη) (hermēneutikḗ [téchnē]), F., Auslegekunst; vgl. ἑρμηνευτικός (hermēneutikós), Adj., zum Auslegen gehörig; gr. ἑρμηνεύειν (hermēneúein), gr., V.: nhd. erklären, auslegen; technischer Ausdruck ohne bekannte Etymologie, wahrscheinlich aus Kleinasien stammend, s. Frisk 1, 563; L.: Kluge s. u. Hermeneutik, fehlt DW, Duden s. u. Hermeneutik; Son.: vgl. nndl. hermeneutiek, Sb., Hermeneutik; frz. herméneutique, F., Hermeneutik; nschw. hermeneutik, Sb., Hermeneutik; nnorw. hermeneutikk, M., Hermeneutik; poln. hermeneutyka, F., Hermeneutik; kymr. hermeniuwteg, F., Hermeneutik; lit. hermeneutika, F., Hermeneutik; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie ohne bekannte Etymologie wahrscheinlich aus Kleinasien kommende Bezeichnung für die Lehre von der Auslegung und Erklärung eines Textes oder eines Kunstwerks oder Musikwerks; BM.: erklären; F.: Hermeneutik+FW(+EW); Z.: Hermeneu-t-ik
hermetisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. hermetisch, (luft)dicht verschlossen; ne. hermetic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: vgl. gr. Ἑρμῆς (Hermēs), M.=PN, Hermes; Etymologie s. Frisk 1, 563f.; L.: Kluge s. u. hermetisch, DW 10, 1115, EWD s. u. hermetisch, Duden s. u. hermetisch; Son.: vgl. nndl. hermetisch, Adj., hermetisch; frz. hermétique, Adj., hermetisch; nschw. hermetisk, Adj., hermetisch; nnorw. hermetisk, Adj., hermetisch; lit. hermetiškas, Adj., hermetisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und von dem PN Hermes (Trismegistos) und isch gebildete Bezeichnung für (luft)dicht verschlossen; BM.: PN, mit geheimnisvollem Siegel versehen (Adj.), nach dem sagenhaften altägyptischen Weisen Hermes Trismegistos, der die Kunst erfunden haben soll, eine Glasröhre mit einem geheimnisvollen Siegel luftdicht zu verschließen; F.: hermetisch, hermetische, hermetisches, hermetischem, hermetischen, hermetischer+FW+EW; Z.: herme-t-isch
$hernach, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. hernach, hiernach, hierauf; E.: s. her, s. nach; L.: DW 10, 1115, EWD s. u. her; GB.: (heranāh) seit um 1000 belegte und aus her und nach gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches hiernach oder hierauf; F.: hernach+EW; Z.: her—nach
Hernie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hernie, Bruch (M.) (1); ne. hernia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1737?; I.: Lw. lat. hernia; E.: s. lat. hernia, F., Bruch (M.) (1), Hernie; s. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hernie; Son.: vgl. nndl. hernia, Sb., Hernie; frz. hernie, F., Hernie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entstehung von Lebewesen mit Eingeweiden möglichen Bauchwandbruch oder Eingeweidebruch bei dem Bauchfell oder Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand hervortreten; BM.: Darm; F.: Hernie, Hernien+FW(+EW); Z.: Her-n-ie
$hernieder, nhd., Adv.: nhd. hernieder, herab, herunter; E: s. her, s. nieder; L.: DW 10, 1119, EWD s. u. her; GB.: (heranidar*) seit um 830 belegte und aus her und nieder gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches herab oder herunter; F.: hernieder+EW; Z.: her—nie-d-er
$Heroe, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Heroe, Held; Hw.: s. heroisch, Heros; E.: s. heroisch; L.: Kluge s. u. heroisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Helden; F.: Heroe, Heroen+FW(+EW); Z.: Her-o-e
Heroin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Heroin (N.), ein Rauschgift; ne. heroin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1898; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἡρωικός (hērōikōs), Adj., heroisch, zu den Heroen gehörig; vgl. idg. ἥρως (hḗrōs), M., Tapferer, Held, Heros; vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Heroin, fehlt DW, EWD s. u. Heroin, Duden s. u. Heroin; Son.: vgl. nndl. heroïne, Sb., Heroin (N.); frz. héroïne, F., Heroin (N.); nschw. heroin, N., Heroin (N.); nnorw. heroin, M., N., Heroin (N.); poln. heroina, F., Heroin (N.); kymr. heroin, M., Heroin; nir. hearóin, F., Heroin (N.); lit. heroinas, M., Heroin (N.); GB.: seit 1898 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus einem weißen pulverförmigen Morphinderivat bestehendes und sehr starkes und süchtig machendes Rauschgift; BM.: sorgen?; F.: Heroin, Heroins+FW; Z.: Her-o-in
heroisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. heroisch, heldenhaft; ne. heroic; Vw.: -; Hw.: s. Heros; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. hērōicus; E.: s. lat. hērōicus (1), zu den Heroen gehörig, heroisch, (81-43 v. Chr.); gr. ἡρωικός (hērōikōs), Adj., heroisch, zu den Heroen gehörig; vgl. gr. ἥρως (hḗrōs), M., Tapferer, Held, Heros; vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. heroisch, DW 10, 1121, EWD s. u. Heros, Duden s. u. heroisch; Son.: vgl. nndl. heroïsch, Adj., heroisch; frz. héroïque, Adj., heroisch; nschw. heroisk, Adj., heroisch; nnorw. heroisk, Adj., heroisch; poln. heroiczny, Adj., heroisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heldenhaft; BM.: sorgen?; F.: heroisch, heroische, heroisches, heroischem, heroischen, heroischer(, heroischere, heroischeres, heroischerem, heroischeren, heroischerer, heroischst, heroischste, heroischstes, heroischstem, heroischsten, heroischster)+FW(+EW); Z.: her-o-isch
$heroisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. heroisieren, heldenhaft machen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Heros; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertumsgebildete Bezeichnung für heldenhaft machen; F.: heroisieren, heroisiere, heroisierst, heroisiert, heroisierest, heroisieret, heroisierte, heroisiertest, heroisierten, heroisiertet, ##heroisiert, heroisierte, heroisiertes, heroisiertem, heroisierten, heroisierter##, heroisierend, ###heroisierend, heroisierende, heroisierendes, heroisierendem, heroisierenden, heroisierender###, heroisier (!)+FW; Z.: her-o-is-ier-en
$Heroismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Heroismus, Heldentum; E.: s. Hero(s), s. ismus; L.: Kluge s. u. heroisch, fehlt DW, EWD s. u. Heros; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hero(isch) und ismus gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Heldentum; F.: Heroismus+FW; Z.: Her-o-ism-us
Herold, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Herold, Ausrufer, Bote; ne. herald; Vw.: -; Hw.: s. Heraldik; Q.: Ende 13. Jh. (Die Heidin); E.: mhd. heralt, st. M., Herold; mhd. heralde, sw. M., Herold; mhd. erhalt, ernhalt, M., Herold; mnd. hērolt, hērholt, herholt, herenolt, hēralt, hērhalt, hērold, M., Herold, fürstlicher Abgesandter, herrschaftlicher Bote; afrz. héraut, haraut, M., Herold; aus dem Germ.; geht wohl zurück auf ein *hariwaldo, M., Heerwalter; germ. *harja-, *harjaz, st. M. (a), Heer; idg. *koros, *kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); germ. *waldan, st. V., walten, herrschen; s. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; vgl. idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von idg. *kar- (2), *karə-, V., preisen, rühmen, Pokorny 530 (810/42) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herold, Kluge s. u. Herold, DW 10, 1122, EWD s. u. Herold, Duden s. u. Herold; Son.: vgl. nndl. heraut, Sb., Herold; nschw. härold, Sb., Herold; nnorw. herold, M., Herold; poln. herold, M., Herold; kymr. herodr, M., Herold; nir. aralt, M., Herold; gr. κήρυξ (kḗryx), κάρυξ (káryx), M., Herold, Bote; lit. heroldas, M., Herold; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar aus dem erschließbaren Germanischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Ausrufer und Boten eines Fürsten beziehungsweise für einen Wappenkundigen an einem Hof; BM.: verkünden; F.: Herold, Herolds, Heroldes, Herolde, Herolden+FW(+EW); Z.: Her-ol-d
Heros, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Heros, Held; ne. hero; Vw.: -; Hw.: s. heroisch; Q.: 18. Jh.; E.: gr. ἥρως (hḗrōs), M., Tapferer, Held, Heros, Halbgott; s. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Heros, heroisch, fehlt DW, EWD s. u. Heros, Duden s. u. Heros; Son.: vgl. nndl. heros, Sb., Heros; frz. héros, M., Heros; nschw. hero, heros, Sb., Heros; nnorw. hero, heros, M., Heros; poln. heros, M., Heros; nir. héarós, M., Held, Heros; lit. herojus, M., Held; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene Bezeichnung für einen zwischen Göttern und Menschen stehenden Helden; BM.: sorgen?; F.: Heros, Heroen+FW; Z.: Her-os
Herpes, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Herpes, Lippenbläschen; ne. herpes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1692?; I.: Lw. lat. herpēs; E.: s. lat. herpēs, M., Herpes, kriechendes Geschwür, (23/24-79 n. Chr.); gr. ἕρπης (hérpēs), M., kriechendes Geschwür; vgl. gr. ἕρπειν (hérpein), V., kriechen, schleichen; vgl. idg. *serp-, V., kriechen, Pokorny 912 (1590/62) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Herpes; Son.: vgl. nndl. herpes, Sb., Herpes; frz. herpès, M., Herpes; nschw. herpes, Sb., Herpes; nnorw. herpes, M., Herpes; nir. heirpéas, M., Herpes; lit. herpesas, M., Herpes; GB.: vielleicht seit 1692 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine grundsätzlich nicht gefährliche Hauterkrankung und Schleimhauterkrankung mit Ausbildung zahlreicher mit Serum gefüllter Bläschen an den Übergängen zwischen Haut und Schleimhaut; BM.: kriechen; F.: Herpes+FW; Z.: Herp-es
Herr, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Herr, Herrscher, Gebieter; ne. mister, sir; Vw.: s. -schaft; Hw.: s. Herrche, herrschen, herrlich, Junker, Schipper; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. hērre, herre, herr, hēr, her, heire, er, sw. M., Herr, Inhaber von Gewalt und Herrschaft, Gebieter, Patron, Geistlicher; mnd. hēre, M., Herr, Richter, Geistlicher; mnl. here, M., Herr, Herrscher; ahd. hēriro*, herōro*, hērro, sw. M. (n), „Hehrerer“, Älterer, Herr, Prior, Senator; as. hêrro, sw. M. (n), Herr; anfrk. herro, sw. M. (n), Herr; vgl. ahd. hēr, Adj., „hehr“, alt, ehrwürdig, von hohem Rang, vorrangig, groß; as. hêr (2), Adj., „hehr“, hoch, vornehm; anfrk. *hēr?, Adj., „hehr“, alt, ehrwürdig; germ. *haira-, *hairaz, Adj., grau, grauhaarig, alt, hehr?; s. idg. k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Herr, DW 10, 1124, EWD s. u. Herr, EWAhd 4, 979, EWAhd 4, 986, Duden s. u. Herr, Bluhme s. u. Herr; Son.: vgl. afries. hêra, sw. M. (n), Herr; ae. hearra, sw. M. (n), Herr; an. harri, sw. M. (n), Herr; nndl. heer, Sb., Herr; nschw. herre, Sb., Herr; nnorw. herre, herr, M., Herr; GB.: (hēriro) seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Herrscher oder Gebieter oder einen erwachsenen Mann; BM.: ehrwürdig; F.: Herr, Herren, Herrn+EW; Z.: Her-r
Herrche, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Herrche, Großvater; ne. grandfather; Vw.: -; Hw.: s. Herr; Q.: 17. Jh.; E.: abgekürzt aus Ahnherr und einem Suffix der Koseform; s. nhd. Herr; L.: Kluge s. u. Herrche, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Herr und che(n) gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Vater eines Elters (Großvater); BM.: ehrwürdig; F.: Herrche, Herrchen+EW; Z.: Her-r-che
$Herrgott, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Herrgott; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. Herr, s. Gott; L.: DW 10, 1143, EWD s. u. Herr; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und durch Zusammenrückung gebildete Bezeichnung für den als Herrn verstandenen Gott der Christen; F.: Herrgott, Herrgotts, Herrgottes+EW; Z.: Her-r—go-t-t
$Herrin, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Herrin; E.: s. Herr, s. in (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herr, Kluge s. u. Herr, DW 10, 1145, EWD s. u. Herr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Herr und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Herrscherin oder die Frau eines Herrschers; F.: Herrin, Herrinnen+EW; Z.: Her-r-in
$herrisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. herrisch; E.: s. Herr, s. isch; L.: Kluge s. u. Herr, DW 10, 1145, EWD s. u. Herr; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus Herr und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Herren betreffend; F.: herrisch, herrische, herrisches, herrischem, herrischen, herrischer(, herrischere, herrischeres, herrischerem, herrischeren, herrischerer, herrischst, herrischste, herrischstes, herrischstem, herrischsten, herrischster)+EW; Z.: her-r-isch
herrlich, nhd., Adj., Adj., (10./11. Jh.): nhd. herrlich, angesehen, schön, gut, hervorragend, rühmlich, hervorleuchtend; ne. superb, marvelous (Adj.), gorgeous (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. herrelich, Adj., vornehm, ausgezeichnet, prächtig, herrlich, stolz, erhaben, hochgemut; mnd. hērlīk, Adj., herrlich, wie ein Herr handelnd, als Herr handelnd; mnl. heerlijc, Adj., herrlich; ahd. hērlīh*, Adj., erhaben, stolz, ehrenhaft; as. hêrlīk*, hêrilīk*, Adj., „herrlich“, vornehm; anfrk. -; germ. *hairalīka-, *hairalīkaz, Adj., vornehm, erhaben, herrlich; idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *lē̆ig- (2), līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. herrlich, Kluge s. u. herrlich, EWD s. u. herrlich, DW 10, 1147, EWAhd 4, 983, Heidermanns 269, Duden s. u. herrlich; Son.: vgl. nndl. heerlijk, Adj., herrlich; nschw. härlig, Adj., herrlich; nnorw. herlig, Adj., herrlich; GB.: (hērlīh) seit 10./11. Jh. belegte und aus ahd. hēr und līh gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schön und gut oder hervorragend oder hervorleuchtend; BM.: grau, gleich; F.: herrlich, herrliche, herrliches, herrlichem, herrlichen, herrlicher(, herrlichere, herrlicheres, herrlicherem, herrlicheren, herrlicherer, herrlichst, herrlichste, herrlichstes, herrlichstem, herrlichsten, herrlichster)+EW; Z.: her-r-lich
$Herrlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Herrlichkeit, Pracht; E.: s. herrlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. herrlich, DW 10, 1150, EWD s. u. herrlich; GB.: (hērlīchheit*) seit 1390 (?) belegte und aus herrlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Pracht; F.: Herrlichkeit, Herrlichkeiten+EW; Z.: Her-r-lich-kei-t
Herrschaft, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Herrschaft, Würde, vornehme Stellung, Macht; ne. sovereignty, rule (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hērschaft, hērschapft, hērschaf, st. F., Herrschaft, Macht, obrigkeitliche Gewalt, obrigkeitliches Amt, obrigkeitliches Gebiet, Obrigkeit, Herrschaftsbereich; mnd. hērschop (1), herschop, herschap, herschup, herschopt, F., N., Herrschaft, Herrscheramt, Herrscherwürde, Königtum, Herrenrang, Herrenstand; mnl. heerscap, F., Herrschaft; ahd. hērskaf*, hērskaft*, st. F. (i), Würde, Gewalt, Amt, Herrschaft; as. hêrskėpi*, st. M. (i)?, st. N. (i)?, „Heerschaft“, Herrschaft; anfrk. -; germ. *hairaskapi-, *hairaskapiz, st. M. (i), Würde, Ehrenstellung, Herrschaft; s. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. skā̆p-, kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930; L.: Kluge 1. A. s. u. Herrschaft, Kluge s. u. Herrschaft, DW 10, 1152, EWD s. u. Herrschaft, EWAhd 4, 987, Duden s. u. Herrschaft; Son.: vgl. afries. hêrskipi, N., Gerichtsbarkeit, Amt, Herrschaft, Herr; ae. -; an. -; got. -; nndl. heerschappij, Sb., Herrschaft; nschw. herrskap, N., Herrschaft; GB.: (hērskaf) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ahd. hēr und skaf gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Recht und die Macht über jemanden oder etwas zu herrschen; BM.: grau, schneiden; F.: Herrschaft, Herrschaften+EW; Z.: Her-r-schaf-t
$herrschaftlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. herrschaftlich, Herrschaft betreffend; E.: s. Herrschaft, s. lich; L.: Kluge s. u. Herrschaft, DW 10, 1154, EWD s. u. Herrschaft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Herrschaft und lich gebildete Bezeichnung für die Herrschaft betreffend; F.: herrschaftlich, herrschaftliche, herrschaftliches, herrschaftlichem, herrschaftlichen, herrschaftlicher(, herrschaftlichere, herrschaftlicheres, herrschaftlicherem, herrschaftlicheren, herrschaftlicherer, herrschaftlichst, herrschaftlichste, herrschaftlichstes, herrschaftlichstem, herrschaftlichsten, herrschaftlichster)+EW; Z.: her-r-schaf-t-lich
herrschen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. herrschen, Macht ausüben; ne. rule (V.); Vw.: -; Hw.: s. Herr, hehr, herrlich, Herrschaft; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hērschen, sw. V., herrschen, beherrschen, bewältigen; mnd. hērschen (1), herschen, herrschen, sw. V., herrschen, Herr sein (V.), die Herrschaft führen; mnl. heerscen, sw. V., herrschen; ahd. heriskōn*, heriscōn*, sw. V. (2), herrschen, beherrschend sein (V.); ahd. hērisōn, hērrisōn*, sw. V. (2), herrschen, regieren, Gewalt haben, voranstehen, beherrschend sein (V.), Herr sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *hairisōn, sw. V., Macht haben, vermögen?; vgl. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. herrschen, Kluge s. u. herrschen, DW 10, 1155, EWD s. u. herrschen, EWAhd 4, 979, EWAhd 4, 980, EWAhd 4, 986, Heidermanns 269, Duden s. u. herrschen, Bluhme s. u. herrschen; Son.: vgl. afries. hersia, sw. V. (2), herrschen; ae. -; an. -; got. -; GB.: (hērisōn, etwas jünger heriskōn) seit 10. Jh. belegte und aus Herr und schen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Herr sein (V.) oder Macht ausüben; BM.: grau?; F.: herrschen, herrsche, herrschst, herrscht, herrschest, herrschet, herrschte, herrschtest, herrschten, herrschtet, geherrscht, ##geherrscht, geherrschte, geherrschtes, geherrschtem, geherrschten, geherrschter##, herrschend, ###herrschend, herrschende, herrschendes, herrschendem, herrschenden, herrschender###, herrsch (!) +EW; Z.: her-r-sch-en
$Herrscher, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Herrscher, Herrschender, Gebieter; Vw.: s. Allein-; E.: s. herrsch(en), s. er (Suff.); L.: DW 10, 1158, EWD s. u. herrschen; GB.: seit 11. Jh. (hērisāri) belegte und aus herrsch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Herrschenden; F.: Herrscher, Herrschers, Herrschern+EW; Z.: Her-r-sch-er
$Herrschung, nhd. (ält.), F., (12. Jh.?): nhd. Herrschung, Herrschen, Herrschaft; Vw.: s. Be-; E.: s. herrsch(en), s. ung; L.: DW 10, 1160; GB.: seit 4. Viertel 12. Jh. (hērschunge) belegte und aus herrsch(en) und unge gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Herrschen oder Herrschaft; F.: Herrschung, Herrschunge+EW; Z.: Her-r-sch-ung
$herstellen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. herstellen; Vw.: s. wieder-; E.: s. her, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 10, 1166, EWD s. u. stellen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus her und stellen gebildete Bezeichnung für an einen Ort nach einem Sprechenden stellen F.: herstellen, stelle her, stellst her, stellt her, stellen her, stellest her, stellet her, stellte her, stelltest her, stellten her, stelltet her, hergestellt, ##hergestellt, hergestellte, hergestelltes, hergestelltem, hergestellten, hergestellter##, herstellend, ###herstellend, herstellende, herstellendes, herstellendem, herstellenden, herstellender###, herzustellen, ####herzustellen, herzustellend, herzustellende, herzustellendes, herzustellendem, herzustellenden, herzustellender####, stell (!) her+EW; Z.: her—stel-l-en
$Hersteller, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hersteller, Herstellender; E.: s. herstell(en), s. er; L.: DW 10, 1167, EWD s. u. stellen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus herstell(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Herstellenden; F.: Hersteller, Herstellers, Herstellern+EW; Z.: Her—stel-l-ung
$Herstellung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Herstellung; E.: s. herstell(en), s. ung; L.: EWD s. u. stellen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus herstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Welt möglichen Herstellenden; F.: Herstellung, Herstellungen+EW; Z.: Her—stel-l-ung
Hertz, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hertz, Maßeinheit der Frequenz; ne. hertz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1930; E.: benannt nach dem deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz (1857-1894); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hertz; Son.: vgl. nndl. hertz, Sb., Hertz; frz. hertz, M., Hertz; nschw. hertz, Sb., Hertz; nnorw. hertz, M., Hertz; kymr. hertz, M., Hertz; nir. heirts, M., Hertz; poln. herc, M., Hertz; lit. hercas, M., Hertz; GB.: seit um 1930 belegte und nach dem PN Hertz vergebene Bezeichnung für die Maßeinheit der Frequenz (Schwingungszahl elektromagnetischer Wellen des elektrischen Stromes in der Sekunde), abgekürzt mit dem Einheitenzeichen Hz; BM.: PN; F.: Hertz+EW; Z.: Hertz
$herüber, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. herüber; E.: s. her, s. über; L.: EWD s. u. her; GB.: (heraubari*) seit um 1000 belegte und aus her und über belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches von drüben nach hier; F.: herüber+EW; Z.: her—üb-er
$herum, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. herum; E.: s. her, s. um; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus her und um gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche Bewegung um einen Mittelpunkt; L.: DW 10, 1171, EWD s. u. her; F.: herum+EW; Z.: her—um
$herumalbern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. herumalbern, Spaß machen, blödeln; E.: s. herum, s. albern (V.); L.: Kluge s. u. albern, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus herum und albern (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Spaß machen oder blödeln; F.: herumalbern, albere herum, alber (!) herum, alberst herum, albert (!) herum, albern herum, alberte herum, albertest herum, alberten herum, albertet herum, herumgealbert, ##herumgealbert, herumgealberte, herumgealbertes, herumgealbertem, herumgealberten, herumgealberter##, herumalbernd, ###herumalbernd, herumalberndes, herumalberndem, herumalbernden, herumalbernder###, herumzualbern, ####herumzualbern, herumzualbernd, herumzualbernde, herumzualberndes, herumzualberndem, herumzualbernden, herumzualbernder####, alber (!) herum+EW; Z.: her-um—al-ber-n
$herumfuchteln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. herumfuchteln; herumbewegen, umherbewegen; E.: s. herum, s. fuchteln; L.: Kluge s. u. Fuchtel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem 19. Jh. belegte und aus herum und fuchteln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (die Hände oder einen Gegenstand) herumbewegen oder umherbewegen; F.: herumfuchteln, herumfuchtel (!), herumfuchtle, herumfuchtele, herumfuchtelst, herumfuchtelt, herumfuchtelte, herumfuchteltest, herumfuchtelten, herumgefuchtelt, ##herumgefuchtelt, herumgefuchtelte, herumgefuchteltes, herumgefuchteltem, herumgefuchtelten, herumgefuchtelter##, herumfuchtelnd, ###herumfuchtelnd, herumfuchtelnde, herumfuchtelndes, herumfuchtelndem, herumfuchtelnden, herumfuchtelnder###, herumzufuchteln, ##herumzufuchteln, herumzufuchtelnd, herumzufuchtelnde, herumzufuchtelndes, herumzufuchtelndem, herumzufuchtelnden, herumzufuchtelnder####, fuchtel (!) herum+FW; Z.: her-um—fuch-t-el-n
$herumgespenstern, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. herumgespenstern; E.: s. herum, s. gespenstern; L.: Kluge s. u. Gespenst, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus herum und gespenstern oder Gespenst gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sich wie ein Gespenst verhalten (V.); F.: herumgespenstern, gespenstere herum, gespenster (!) herum, gespensterst herum, gespenstert herum, gespenstern herum, gespensterte herum, gespenstertest herum, gespensterten herum, gespenstertet herum, herumgespenstert, ##herumgespenstert, herumgespensterte, herumgespenstertes, herumgespenstertem, herumgespensterten, herumgespensterter##, herumgespensternd, ###herumgespensternd, herumgespensterndes, herumgespensterndem, herumgespensternden, herumgespensternder###, herumzugespenstern, ####herumzugespenstern, herumzugespensternd, herumzugespensternde, herumzugespensterndes, herumzugespensterndem, herumzugespensternden, herumzugespensternder####, gespenster (!) herum+EW; Z.: her-um—ge-spen-st-er-n
$herumkaspern, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. herumkaspern, sich lustig aufführen; E.: s. herum, s. kaspern; L.: Kluge s. u. Kasper, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus herum und kaspern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sich lustig aufführen; F.: herumkaspern, kaspere herum, kasper (!) herum, kasperst herum, kaspert herum, kaspern herum, kasperte herum, kaspertest herum, kasperten herum, kaspertet herum, herumgekaspert, ##herumgekaspert, herumgekasperte, herumgekaspertes, herumgekaspertem, herumgekasperten, herumgekasperter##, herumkaspernd, ###herumkaspernd, herumkasperndes, herumkasperndem, herumkaspernden, herumkaspernder###, herumzukaspern, ####herumzukaspern, herumzukaspernd, herumzukaspernde, herumzukasperndes, herumzukasperndem, herumzukaspernden, herumzukaspernder####, kasper (!) herum+EW+FW; Z.: her-um—kasper-n
$herumkritteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. herumkritteln, tadeln, nörgeln; Q.: um 1900; E.: s. herum, s. kritteln; L.: fehlt DW, EWD s. u. kritteln; GB.: seit um 1900 belegte und aus herum und kritteln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder nörgeln; F.: herumkritteln, krittel (!) herum, krittle herum, krittelst herum, krittelt herum, krittelte herum, kritteltest herum, krittelten herum, kritteltet herum, herumgekrittelt, ##herumgekrittelt, herumgekrittelte, herumgekritteltes, herumgekritteltem, herumgekrittelten, herumgekrittelter##, herumkrittelnd, ###herumkrittelnd, herumkrittelnde, herumkrittelndes, herumkrittelndem, herumkrittelnden, herumkrittelnder###, herumzukritteln, ####herumzukritteln, herumzukrittelnd, herumzukrittelnde, herumzukrittelndes, herumzukrittelndem, herumzukrittelnden, herumzukrittelnder####, krittel (!) herum+EW; Z.: her—um—kri-t-t-el-n
$herumlümmeln, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. herumlümmeln, herumflegeln, herumlungern; E.: s. herum, s. lümmeln; L.: Kluge s. u. Lümmel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus herum und lümmeln gebildete Bezeichnung für herumflegeln oder herumlungern oder sich auffällig niederlassen; F.: herumlümmeln, lümmel (!) herum, lümmle herum, lümmele herum, lümmelst herum, lümmelt herum, lümmeln herum, lümmelte herum, lümmeltest herum, lümmelten herum, lümmeltet herum, herumgelümmelt, ##herumgelümmelt, herumgelümmelte, herumgelümmeltes, herumgelümmeltem, herumgelümmelten, herumgelümmelter##, herumlümmelnd, ###herumlümmelnd, herumlümmelnde, herumlümmelndes, herumlümmelndem, herumlümmelnden, herumlümmelnder###, herumzulümmeln, ####herumzulümmeln, herumzulümmelnd, herumzulümmelnde, herumzulümmelndes, herumzulümmelndem, herumzulümmelnden, herumzulümmelnder###, lümmel (!) herum+EW; Z.: her-um—lüm-m-el-n
$herumlungern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. herumlungern, herumlümmeln, herumflegeln; E.: s. herum, s. lungern; L.: EWD s. u. lungern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus herum und lungern gebildete Bezeichnung für herumflegeln oder herumlümmeln oder sich auffällig niederlassen; F.: herumlungernd, lungere herum, lunger (!) herum, lungre herum, lungerst herum, lungert herum, lungerte herum, lungertest herum, lungerten herum, lungertet herum, herumgelungert, ##herumgelungert, herumgelungerte, herumgelungertes, herumgelungertem, herumgelungerten, herumgelungerter##, herumlungernd, ###herumlungernd, herumlungernde, herumlungerndes, herumlungerndem, herumlungernden, herumlungernder###, herumzulungern, ####herumzulungern, herumzulungernd, herumzulungernde, herumzulungerndes, herumzulungerndem, herumzulungernden, herumzulungernder####, lunger (!) herum+EW; Z.: her-um—lu-n-g-er-n
$herunter, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. herunter, darunter, dazwischen; E.: s. her, s. unter; L.: DW 10, 1186, EWD s. u. her; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus her und unter gebildete Bezeichnung für nach unten oder darunter oder dazwischen; F.: herunter+EW; Z.: her—unter
$herunterleiern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. herunterleiern, herleiern, leiernd hersagen; Hw.: s. herleiern; E.: s. herunter, s. leiern; L.: Kluge s. u. Leier, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus herunter und Leier sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches leiernd hersagen oder singen oder herleiern; F.: herunterleiern, leiere herunter, leier (!) herunter, leierst herunter, leiert herunter, leiern herunter, leierte herunter, leiertest herunter, leierten herunter, leiertet herunter, heruntergeleiert, ##heruntergeleiert, heruntergeleierte, heruntergeleiertes, heruntergeleiertem, heruntergeleierten, heruntergeleierter##, herunterleiernd, ###herunterleiernd, herunterleierndes, herunterleierndem, herunterleiernden, herunterleiernder###, herunterzuleiern, ####herunterzuleiern, herunterzuleiernd, herunterzuleiernde, herunterzuleierndes, herunterzuleierndem, herunterzuleiernden, herunterzuleiernder####, leier (!) herunter+EW+FW; Z.: her-unter—leier-n
$hervor, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. hervor; E.: s. her, s. vor; L.: DW 10, 1194, EWD s. u. her; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus her und vor gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches nach vorn in Richtung auf einen Sprechenden; F.: hervor+EW; Z.: her—vor
$herwärts, nhd., Adv. (?): nhd. herwärts, hierher; E.: s. her, s. wärts; L.: DW 10, 1204, EWD s. u. her; GB.: aus her und wärts gebildete Bezeichnung für eine auf einen Sprechenden zulaufende Richtung, hierher; F.: herwärts+EW; Z.: her—wär-t-s
Herz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Herz, Zentralorgan des Blutkreislaufs; ne. heart (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. herze, hërz, sw. N., Herz, Sitz der Seele, Sitz des Gemüts; mnd. herte (1), harte, hert, N., F., Herz, Sitz des Lebens, Lebensquell; mnl. herte, N., Herz; ahd. herza, st. N. (a)?, sw. N. (n), Herz, Gemüt, Sinn; as. herta, sw. N. (n), Herz, Gemüt; anfrk. herta, st. N. (a?), sw. N. (n), Herz; germ. *herta-, *hertam, st. N. (a), Herz; germ. *hertō-, *hertōn, *herta-, *hertan, sw. N. (a), Herz; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herz, Kluge s. u. Herz, DW 10, 1207, EWD s. u. Herz, EWAhd 4, 994, Falk/Torp 77, Duden s. u. Herz, Bluhme s. u. Herz; Son.: vgl. afries. herte, hirte, F., Herz; nfries. herte; ae. heorte, sw. F. (n), Herz, Sinn, Geist, Wille, Mut, Verstand; an. hjarta, st. N. (n), Herz; got. haírtō, sw. N. (n), Herz; got. *haírtei, sw. F. (n); nndl. hart, Sb., Herz; nschw. hjärta, Sb., Herz; nnorw. hjerte, N., Herz; ai. hṛ́d-, hṛ́daya-, Sb., Herz; arm. sirt-, Sb., Herz; gr. καρδία (kardía), κραδία (kradía), F., Herz, Gemüt, Verstand, Magen; lat. cor, N., Herz, Seele, Gemüt; kymr. craidd, M., Mitte, Zentrum; air. cride, N., Herz; lit. širdìs, F., Herz; ksl. sridice, Sb., Herz; heth. kard-, Sb., Herz; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das den schon vormenschlichen Blutkreislauf durch regelmäßige Zusammenziehung und Dehnung des Muskels antreibende und in Gang haltende Organ höherer Tiere und des Menschen; BM.: ?; F.: Herz, Herzens, Herzen+EW; Z.: Herz
$Herzblatt, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Herzblatt; E.: s. Herz, s. Blatt; L.: DW 10, 1226, EWD s. u. Herz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Herz und Blatt gebildete Bezeichnung für ein Blatt in der Gestalt eines Herzens oder in dem Inneren oder auch das sachlich schon vormenschlich mögliche Zwerchfell; F.: Herzblatt, Herzblatts, Herzblattes, Herzblätter, Herzblättern+EW; Z.: Herz—bla-t-t
$herzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. herzen, mit einem Herzen versehen (V.), ein feines Gefühl geben, gern haben; E.: s. Herz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Herz, DW 10, 1230; GB.: um 1210 belegte und aus Herz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Herzen versehen (V.) oder ein feines Gefühl geben oder gern haben; F.: herzen, herze, herzst (!), herzt, herzest, herzet, herzte, herztest, herzten, herztet, geherzt, ##geherzt, geherzte, geherztes, geherztem, geherzten, geherzter##, herzend, ###herzend, herzende, herzendes, herzendem, herzenden, herzender###, herz (!)+EW; Z.: herz-en
$herzhaft, nhd., Adj.,Adv., (13. Jh.): nhd. herzhaft, beherzt, fest, kräftig; E.: s. Herz, s. haft; L.: Kluge s. u. Herz, DW 10, 1247, EWD s. u. Herz; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Herz und haft gebildete Bezeichnung für beherzt oder fest oder kräftig; F.: herzhaft, herzhafte, herzhaftes, herzhaftem, herzhaften, herzhafter(, herzhaftere, herzhafteres, herzhafterem, herzhafteren, herzhafterer, herzhaftest, herzhafteste, herzhaftestes, herzhaftestem, herzhaftesten, herzhaftester)+EW; Z.: herz—haf-t
$herzig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. herzig, ein Herz habend, Herz betreffend; Vw.: s. barm-, hart-, hoch-, offen-; E.: s. Herz, s. ig; L.: Kluge s. u. Herz, DW 10, 1249, EWD s. u. Herz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Herz und ig gebildete Bezeichnung für ein Herz habend oder Herz betreffend; F.: herzig, herzige, herziges, herzigem, herzigen, herziger(, herzigere, herzigeres, herzigerem, herzigeren, herzigerer, herzigst, herzigste, herzigstes, herzigstem, herzigsten, herzigster)+EW; Z.: herz-ig
$Herzinfarkt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Herzinfarkt; E.: s. Herz, s. Infarkt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Infarkt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Herz und Infarkt gebildete Bezeichnung für ein (oft tödliches) Absterben (eines Teiles) des Herzmuskels wegen mangelhafter Durchblutung infolge eines plötzlichen Verschlusses eines Herzkranzgefäßes; F.: Herzinfarkt, Herzinfarktes, Herzinfarkts, Herzinfarkte, Herzinfarkten+EW+FW; Z.: Herz—in-fark-t
$herzlich, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. herzlich, Herz betreffend, beherzt, herzergreifend, geliebt; E.: s. Herz, s. lich; L.: Kluge s. u. Herz, EWD s. u. Herz; GB.: seit 1150-1170 (herzelich) belegte und aus Herz und e sowie lich gebildete Bezeichnung für Herz betreffend oder beherzt oder herzergreifend oder geliebt; F.: herzlich, herzliche, herzliches, herzlichem, herzlichen, herzlicher(, herzlichere, herzlicheres, herzlicherem, herzlicheren, herzlicherer, herzlichst, herzlichste, herzlichstes, herzlichstem, herzlichsten, herzlichster)+EW; Z.: herz-lich
Herzog, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Herzog, Heerführer, Führer eines Heeres; ne. duke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); I.: Lüs. gr. στρατηλάτης (stratēlátēs)?; E.: mhd. herzoge, M., Herzog; mnd. hērtōge, hertoge, hertege, hertige, hartige, hē̆rtoch, M., Herzog, Herrscher eines Territorialherzogtums, hoher Fürst; mnl. hertoge, M., Herzog; ahd. herizogo, sw. M. (n), Heerführer, Anführer, Herzog, Herrscher, Fürst, Statthalter, Befehlshaber; as. hėritogo, sw. M. (n), Herzog, Anführer; anfrk. -; germ. *harjatugō-, *harjatugōn, *harjatuga-, *harjatugan, sw. M. (n), Herzog, Heerführer; s. idg. *koros, *kori̯os, M., Heer, Krieg, Pokorny 615 (966/198) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt.); idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Herzog, Kluge s. u. Herzog, DW 10, 1256, EWD s. u. Herzog, EWAhd 4, 981, Duden s. u. Herzog, Bluhme s. u. Herzog; Son.: vgl. afries. hertoga, sw. M. (n), Heerführer, Herzog; ae. hėretoga, sw. M. (n), Heerführer; an. hertogi, hertugi, sw. M. (n), Herzog, Heerführer; got. *harjatuga, M., Heerführer; nndl. hertog, Sb., Herzog; nschw. hertig, Sb., Herzog; nnorw. hertug, M., Herzog; lit. hercogas, M., Herzog; GB.: (herizogo) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht dem στρατηλάτης (stratēlátēs) des Griechischen des Altertums nachgebildete Bezeichnung für einen für die Dauer eines Kriegszugs gewählten oder durch Los bestimmten Heerführer; BM.: Heer, ziehen; F.: Herzog, Herzogs, Herzöge, Herzögen+EW; Z.: Her-zo-g
$herzoglich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. herzoglich, Herzog betreffend; E.: s. Herzog, s. lich; L.: Kluge s. u. Herzog, DW 10, 1258, EWD s. u. Herzog; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Herzog und lich gebildete Bezeichnung für Herzog betreffend; F.: herzoglich, herzogliche, herzogliches, herzoglichem, herzoglichen, herzoglicher(, herzoglichere, herzoglicheres, herzoglicherem, herzoglicheren, herzoglicherer, herzoglichst, herzoglichste, herzoglichstes, herzoglichstem, herzoglichsten, herzoglichster)+EW; Z.: her-zo-g-lich
$Herzogtum, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Herzogtum; E.: s. Herzog, s. tum; L.: Kluge s. u. Herzog, DW 10, 1258 (Herzogthum), EWD s. u. Herzog; GB.: (herzogentuom) seit 11. Jh. belegte und aus Herzog und en sowie tum gebildete Bezeichnung für die seit dem Frühmittelalter von Menschen entwickelte Herrschaft und das Amt eines Herzogs in einem Königreich oder Kaiserreich; F.: Herzogtum, Herzogtums, Herzogtumes, Herzogtümer, Herzogtümern+EW; Z.: Her-zo-g-tum
$Herzschlag, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Herzschlag; E.: s. Herz, s. Schlag; L.: DW 10, 1260, EWD s. u. Herz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Herz und Schlag gebildete Bezeichnung für die einem Schlag ähnliche Bewegung (lat. pulsus) des Herzmuskels einschließlich des besonderen und manchmal tödlichen Herzinfarkts; F.: Herzschlag, Herzschlags, Herzschlages, Herzschläge, Herzschlägen+EW; Z.: Herz—schlag
$herzu, nhd., Adv. (9. Jh.): nhd. herzu, hierher; E.: s. her, zu; L.: DW 10, 1262, EWD s. u. her; GB.: seit 863-871 belegte und aus her und zu gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hierher; F.: herzu+EW; Z.: her—zu
Hetäre, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hetäre, gebildete und einflussreiche Geliebte; ne. hetaera; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ἑταίρα (hetaíra); E.: s. gr. ἑταίρα (hetaíra), F., Gefährtin, Freundin, Geliebte; s. idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hetäre, fehlt DW, Duden s. u. Hetäre; Son.: vgl. nndl. hetaere, Sb., Hetäre; frz. hetaïre, F., Hetäre; nschw. hetär, Sb., Hetäre; nnorw. hetäre, F., Hetäre; poln. hetera, F., Hetäre; lit. hetera, F., Hetäre; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gebildete und meist politisch und gesellschaftlich einflussreiche Freundin oder Geliebte; BM.: getrennt?; F.: Hetäre, Hetären+FW(+EW); Z.: Het-är-e
Hetero, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hetero, heterosexueller Mensch; ne. hetero; Vw.: -; Hw.: s. hetero...; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἕτερος (héteros), ἅτερος (háteros), Adj., andere, zweite; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hetero; Son.: vgl. nndl. hetero, Sb., Hetero; frz. hétéro, M., Hetero; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete umgangssprachliche Bezeichnung für einen heterosexuellen Menschen in Gegensatz zu einem homosexuellen Menschen; BM.: andere; F.: Hetero, Heteros+FW; Z.: Het-er-o-
hetero…, nhd., Partikel., (18. Jh.?): nhd. hetero..., verschieden (Adj.) (2), anders; ne. hetero…; Vw.: s. -gen; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: gr. ἕτερος (héteros), ἅτερος (háteros), Adj., andere, zweite; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: s. Heteronym, heterosexuell; vgl. nndl. hetero…, Präf., hetero…; frz. hétéro…, Präf., hetero…; nschw. hetero…, Präf., hetero…; nnorw. hetero…, Präf., hetero…; poln. hetero…, Präf., hetero…; kymr. hetero…, Präf., hetero…; lit. hetero..., Präf., hetero...; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für verschieden oder anders verwendete Bezeichnung; BM.: andere; F.: hetero…+FW; Z.: het-er-o
heterogen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. heterogen, gemischt, verschieden (Adj.) (2), verschiedenartig; ne. heterogenous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. heterogeneus; E.: mlat. heterogeneus, Adj., heterogen, verschieden (Adj.) (2); gr. ἑτερογένης (heterogénēs), Adj., anderen Ursprungs seiend; vgl. gr. ἕτερος (héteros), ἅτερος (háteros), Adj., andere, zweite; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. heterogen, fehlt DW, EWD s. u. heterogen, Duden s. u. heterogen; Son.: vgl. nndl. heterogeen, Adj., heterogen; frz. hétérogène, Adj., heterogen; nschw. heterogen, Adj., heterogen; nnorw. hegerogen, Adj., heterogen; poln. heterogeniczny, Adj., heterogen; kymr. heterogenaidd, Adj., hegerogen; lit. heterogeninis, Adj., heterogen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gemischt oder verschieden oder aus Verschiedenartigem zusammengesetzt; BM.: andere, erzeugen; F.: heterogen, heterogene, heterogenes, heterogenem, heterogenen, heterogener+FW(+EW?); Z.: het-er-o-gen
$Hetze, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hetze, Jagd, Verfolgung; E.: s. hetzen; L.: Kluge s. u. hetzen, DW 10, 1270, EWD s. u. hetzen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus hetze(n) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung beweglicher Lebewesen mögliche Jagd oder Verfolgung; F.: Hetze, Hetzen+EW; Z.: Hetz-e
hetzen, nhd., V., (12. Jh.): nhd. hetzen, jagen, verfolgen, vor sich hertreiben; ne. chase (V.), hustle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hatz, Hass; Q.: 12. Jh. (Rolandslied); E.: mhd. hetzen, sw. V., hetzen, jagen, antreiben, eine Hetzjagd veranstalten, eine Hetzjagd beginnen; mnd. hissen (1), hitzen, hiscen, hizcen, sw. V., hetzen, jagen, Hetzjagd halten, aufhetzen; germ. *hatjan, sw. V., verfolgen machen, hetzen; vgl. idg. *k̑ād-, *k̑ədes-, k̑əds-, Sb., Kummer, Hass, Pokorny 517 (775/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. hetzen, Kluge s. u. hetzen, DW 10, 1272, EWD s. u. hetzen, Falk/Torp 68, Duden s. u. hetzen, Bluhme s. u. hetzen; Son.: vgl. ae. hettan, hættan, sw. V. (1), verfolgen; got. hatjan, sw. V. (1), hassen; nschw. hetsa, V., hetzen; nnorw. hisse, V., hetzen; GB.: seit um 1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches jagen oder verfolgen oder vor sich hertreiben; BM.: Hass; F.: hetzen, hetze (!), hetzt, hetzest, hetzet, hetzte, hetztest, hetzten, hetztet, gehetzt, ##gehetzt, gehetzte, gehetztes, gehetztem, gehetzten, gehetzter##, hetzend, ###hetzend, hetzende, hetzendes, hetzendem, hetzenden, hetzender###, hetz (!)+EW; Z.: hetz-en
$Hetzer, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Hetzer, Hetzender; E.: s. hetz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. hetzen, DW 10, 1274, EWD s. u. hetzen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus hetz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Hetzenden; F.: Hetzer, Hetzers, Hetzern+EW; Z.: Hetz-er
Heu, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. Heu, abgeschnittenes und getrocknetes Gras; ne. hay (N.); Vw.: s. -schrecke; Hw.: s. Hauhechel; E.: mhd. höuwe, houwe, hou, st. N., Heu, Gras; ahd. hewi*, st. N. (ja), Heu, Gras; mnd. höü, houw, how, höw, hog, hůg, hoi, hoy, hoye, N., Heu, Viehfutter, Lagerstätte, Versteck; mnl. hooi, hooy, hoey, N., Heu; ahd. houwi*, hou, st. N. (ja), Heu, Gras; as. hôi*, st. N. (ja), Heu; as. hôgi?, st. N. (ja), Heu; anfrk. houwi, houwe*, st. N. (ja), Heu; germ. *hawja-, *hawjam, *hawwja-, *hawwjam, st. N. (a), Heu; vgl. idg. kāu-, kəu-, kéh₂u-, kuh₂-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heu, Kluge s. u. Heu, DW 10, 1275, EWD s. u. Heu, EWAhd 4, 1007, Falk/Torp 66, Duden s. u. Heu, Bluhme s. u. Heu; Son.: vgl. afries. hâ, hê, st. N. (a), Heu; nnordfries. hau; ae. híeg, hīg, hȳg, hēg, st. N. (a), Heu; an. hey, st. N. (a), Heu; got. hawi, st. N. (ja), Heu; nndl. hooi, Sb., Heu; nschw. hö, N., Heu; nnorw. høy, N., Heu; ? ai. śāka-, Sb., essbares Kraut, Gemüse; lit. šė́kas, M., frisch gehauenes Grünfutter; GB.: (hewi, houwi) vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit dieser Zeit abgeschnittenes (abgehauenes) und getrocknetes sowie als Viehfutter in dem Stall verwendetes Gras; BM.: hauen; F.: Heu, Heus, Heues, Heue, Heuen+EW; Z.: Heu
$Heuchelei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Heuchelei, Verstellung, Vortäuschung; E.: s. heuchel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. heucheln, DW 10, 1278, EWD s. u. heucheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus heuchel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Verstellung oder Vortäuschung; F.: Heuchelei, Heucheleien+EW; Z.: Heu-ch-el-ei
heucheln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. heucheln, lügen, vorgeben, sich verstellen, vortäuschen, seine wirklichen Gedanken nicht äußern; ne. feign; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. mnd. hǖchelen (1), huchelen, hughelen, sw. V., heucheln; vgl. nndl. huichelen, ae. hīwian, V., machen, erschaffen (V.), formen, vorgeben, vgl. ae. híew, héow, st. N. (ja), Erscheinung, Form, Aussehen, Art (F.) (1), Farbe; germ. *hiwja-, *hiwjam, st. N. (a), Farbe, Schimmel (M.) (1); vgl. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. heucheln, Kluge s. u. heucheln, DW 10, 1279, EWD s. u. heucheln, Duden s. u. heucheln, Bluhme s. u. heucheln; Son.: vgl. nschw. hyckla, V., heucheln; nnorw. hykle, V., heucheln; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und Neuniederländischen sowie Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lügen oder vorgeben oder sich verstellen oder vortäuschen, seine wirklichen Gedanken nicht äußern; BM.: dunkel; F.: heucheln, heuchel (!), heuchle, heuchelst, heuchelt, heuchelte, heucheltest, heuchelten, heucheltet, geheuchelt, ##geheuchelt, geheuchelte, geheucheltes, geheucheltem, geheuchelten, geheuchelter##, heuchelnd, ###heuchelnd, heuchelnde, heuchelndes, heuchelndem, heuchelnden, heuchelnder###, heuchel (!)+EW; Z.: heu-ch-el-n
$Heuchler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Heuchler, Heuchelnder; E.: s. heuch(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. heucheln, DW 10, 1282, EWD s. u. heucheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus heuch(e)l(n) und er (er) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen einen Heuchelnden; F.: Heuchler, Heuchlers, Heuchlern+EW; Z.: Heu-ch-l-er
$heuchlerisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. heuchlerisch, heuchelnd; E.: s. Heuchler, s. isch; L.: EWD s. u. heucheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Heuchler und isch gebildete Bezeichnung für heuchelnd; F.: heuchlerisch, heuchlerische, heuchlerisches, heuchlerischem, heuchlerischen, heuchlerischer(, heuchlerischere, heuchlerischeres, heuchlerischerem, heuchlerischeren, heuchlerischerer, heuchlerischst, heuchlerischste, heuchlerischstes, heuchlerischstem, heuchlerischsten, heuchlerischster)+EW; Z.: heu-ch-l-er-isch
heuer, nhd., Adv., (10?. Jh.): nhd. heuer, dieses Jahr, in diesem Jahre; ne. this year; Vw.: -; Hw.: s. heurig, heute, hier, Jahr; E.: mhd. hiure, Adv., heuer, in diesem Jahre; mnd. hǖre (2), hure, Adv., heuer, in diesem Jahre, in diesem Leben; ahd. hiuru*, hiuro, Adv., heuer, in diesem Jahr; as. -; anfrk. -; germ. *hi, *hia, Pron., dieser; germ. *jēra-, *jēram, *jǣra-, *jǣram, st. N. (a), Jahr; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯ōro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; weitere Herkunft unklar, s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. heuer 2, Kluge s. u. heuer, DW 10, 1284, EWD s. u. heuer, EWAhd 4, 1075, Falk/Torp 87, Duden s. u. heuer, Bluhme s. u. heuer; GB.: (hiuru) seit 10. Jh. belegte und aus dies und Jahr gebildete Bezeichnung des laufenden Jahres; BM.: dieses Jahr; F.: heuer+EW; Z.: heu-er
Heuer, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Heuer (F.), Lohn (eines Seemanns); ne. pay (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. hǖre (1), huere, hyre, hura, hǖer, hǖr, huyr, hure, huhr*, F., Pachtvertrag, Mietvertrag, Zinszahlung, Lohn, Sold, Heuer, Miete, Pachtgeld; as. hūra*, st. F. (ō), Heuer, Miete (F.) (1); as. hūria*, st. F. (ō), Heuer, Miete (F.) (1); ahd. *hūra?, st. F. (ō); anfrk. -; germ. *hūrjō, st. F. (ō), Heuer; L.: Kluge 1. A. s. u. Heuer 1, Kluge s. u. Heuer, DW 10, 1284, EWD s. u. heuern, Duden s. u. Heuer, Bluhme s. u. heuern; Son.: vgl. afries. hēre, st. F. (jō?), Steuer (F.), Pacht, Pachtgeld; saterl. hire; afries. hūre, st. F. (jō), Heuer, Pacht; ae. hȳr, st. F. (jō)?, Heuer, Lohn, Steuer (F.), Zinsen, Wucher; an. -; got. -; ? gr. κῦρος (kyros), N., Gewalt, Kraft, Macht, Einfluss; ? heth. kussan-, N., Lohn, Sold, Preis; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich seit der Entlohnung der Seefahrt möglichen Lohn eines Seemanns; F.: Heuer, Heuern+EW; Z.: Heuer
$heuern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. heuern, gegen Lohn zu der See fahren; Vw.: s. ab-, an-; E.: s. Heuer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Heuer, DW 10, 1286, EWD s. u. heuern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Heuer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dem Mittelalter mögliches gegen Lohn (auf einem Schiff) zu der See fahren; F.: heuern, heuere, heuer (!), heuerst, heuert, heuerte, heuertest, heuerten, heuertet, geheuert, ##geheuert, geheuerte, geheuertes, geheuertem, geheuerten, geheuerter##, heuernd, ###heuernd, heuerndes, heuerndem, heuernden, heuernder###, heuer (!)+EW; Z.: heuer-n
$Heugucken, nhd., Sb.: nhd. Heugucken, Herbstzeitlose; E.: s. Heu, s. Gucke (halbe Eierschale), s. frz. coque, Sb., Schale; L.: Kluge s. u. Küchenschelle, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Heu und Gucke gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschliche Herbstzeitlose; F.: Heugucken?+EW+FW; Z.: Heu—guck-en
heulen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. heulen, jammern, weinen, klagen; ne. howl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hiulen, hiuwelen, sw. V., heulen, schreien; mhd. hūwelen, hūwlen, sw. V., heulen; mnd. hūlen (1), hǖlen, hulen, sw. V., heulen, schreien, laut klagen, in langen Tönen weinen, klagend aufschreien; mnl. hulen, sw. V., heulen; ahd. hūwilōn*, hūlōn, sw. V. (2), heulen; germ. *hūwilōn, sw. V., heulen, jubeln; s. idg. *kā̆u-, *kē̆u-, kū-, V., heulen, schreien, Pokorny 535 (821/53) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. heulen, Kluge s. u. heulen, DW 10, 128, EWD s. u. heulen, EWAhd 4, 1302, Falk/Torp 90, Duden s. u. heulen, Bluhme s. u. heulen; Son.: vgl. nndl. huilen, sw. V., heulen; frz. hululer, V., heulen; nschw. yla, V., heulen; nnorw. hyle, V., heulen; GB.: (hūwilōn) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl von vormenschlich seit rund 50 Millionen Jahren mögliches klagende und lang gezogene Laute ausstoßen; BM.: schreien wie eine Eule; F.: heulen, heule, heulst, heult, heulest, heulet, heulte, heultest, heulten, heultet, geheult, ##geheult, geheulte, geheultes, geheultem, geheulten, geheulter##, heulend, ###heulend, heulende, heulendes, heulendem, heulenden, heulender###, heul (!)+EW; Z.: heu-l-en
heureka, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. heureka, ich habe es gefunden!; ne. eureka; Vw.: -; Hw.: s. Heuristik; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. εὕρηκα (eúrēka); E.: s. gr. εὕρηκα (eúrēka), V. (1. Pers. Sg. Ind. Perf.), ich habe es gefunden; vgl. gr. εὑρίσκειν (heurískein), V., finden, antreffen, erlangen, erfinden; idg. *u̯er- (4), V., finden, nehmen, Pokorny 1160 (1995/71) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. heureka, fehlt DW, Duden s. u. heureka; Son.: vgl. nndl. eureka, Interj., heuraka; frz. eurêka, Interj., heuraka; nschw. heureka, Interj., heuraka; nnorw. eureka, Interj., heuraka; poln. heureka, Interj., heuraka; GB.: seit 18. Jh. belegter und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommener und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbarer Ausruf um anzuzeigen dass man eine Lösung (für eine Frage) gefunden hat; BM.: von Plutarch und Vitruv überlieferte Anekdote dass Archimedes von Syrakus nach der Entdeckung des Auftriebs in Flüssigkeiten heureka (ich habe es gefunden) rufend nackt durch die Stadt gelaufen sein soll; F.: heureka+FW; Z.: heur-ek-a
heurig, heuerig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. heurig, diesjährig, dieses Jahr betreffend, die Jetztzeit angehend; ne. this year‘s; Vw.: -; Hw.: s. heuer, heute, Jahr; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hiurec, Adj., heurig; ahd. hiurīg*, Adj., heurig, diesjährig; s. ahd. hiuru*, hiuro, Adv., heuer, in diesem Jahr; as. -; anfrk. -; germ. *hi, *hia, Pron., dieser; germ. *jēra-, *jēram, *jǣra-, *jǣram, st. N. (a), Jahr; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯ōro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; weitere Herkunft unklar, s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. heurig, DW 10, 1292, EWD s. u. heuer, EWAhd 4, 1075, Duden s. u. heurig; GB.: (hiurīg) seit 11. Jh. belegte und aus heuer und ig gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in diesem Jahr (heuer) geschehend oder geschehen; BM.: dieses Jahr; F.: heurig, heurige, heuriges, heurigem, heurigen, heuriger+EW; Z.: heu-r-ig
Heuristik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Heuristik, Lösungsverfahren; ne. heuristic, heuristics; Vw.: -; Hw.: s. heureka; Q.: 1724; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. εὑρίσκειν (heurískein), V., finden, antreffen, erlangen, erfinden; idg. *u̯er- (4), V., finden, nehmen, Pokorny 1160 (1995/71) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Heuristik, fehlt DW, EWD s. u. Heuristik, Duden s. u. Heuristik; Son.: vgl. nndl. heuristiek, Sb., Heuristik; frz. heuristique, V., Heuristik; nschw. heuristik, Sb., Heuristik; nnorw. heuristikk, M., Heuristik; poln. heurystyka, F., Heuristik; nir. heorastaic, Sb., Heuristik; lit. euristika, F., Heuristik; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für die Wissenschaft von den Verfahren der Problemlösung (Lösungsverfahren); BM.: finden; F.: Heuristik+FW(+EW); Z.: Heur-ist-ik
$heuristisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. heuristisch, wahrscheinlich, vermutlich; E.: s. Heurist(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Heuristik, fehlt DW, EWD s. u. Heuristik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für die Wissenschaft von den Verfahren der Problemlösung betreffend oder wahrscheinlich oder vermutlich; F.: heuristisch, heuristische, heuristisches, heuristischem, heuristischen, heuristischer(, heuristischere, heuristischeres, heuristischerem, heuristischeren, heuristischerer, heuristischst, heuristischste, heuristischstes, heuristischstem, heuristischsten, heuristischster)+FW(+EW); Z.: heur-ist-isch
Heuschreck, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Heuschreck, Heuschrecke, Heuspringer, Grashüpfer; ne. locust, grasshopper; Vw.: -; Hw.: s. Heuschrecke; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. höuschrecke, höuschricke, houschricke, höuweschricke, hæschricke, sw. M., Heuschrecke; ahd. hewiskrekko*, hewiscrecko*, sw. M. (n), Heuschreck, Heuschrecke; mnd. höüschrecke, howschrecke, hewschrecke, hauschrecke, M., Heuschrecke; mnl. howschrecke, M., Heuschrecke; ahd. houwiskrekko*, houwiscrecko*, sw. M. (n), Heuschrecke; vgl. ahd. houwi*, hou, st. N. (ja), Heu, Gras; germ. *hawja-, *hawjam, *hawwja-, *hawwjam, st. N. (a), Heu; vgl. idg. kāu-, kəu-, kéh₂u-, kuh₂-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); ahd. skrekkōn, screckōn, sw. V. (2), springen, hüpfen, hervorspringen; ahd. skrikken, scricken, sw. V. (1a), springen, aufspringen, sich bewegen, hüpfen; germ. *skrekk-, V., aufspringen, schrecken; germ. *skrakkjan, sw. V., schrecken; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Heu, Duden s. u. Heuschreck; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seit rund 320 Millionen Jahren nachweisbares Insekt mit häutigen Flügeln und meist als kräftigen Sprungbeine ausgebildeten Hinterbeinen; BM.: Heu, springen; F.: Heuschreck, Heuschreckes, Heuschrecks, Heuschrecken+EW; Z.: Heu—schre-ck
Heuschrecke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Heuschrecke, Heuspringer, Grashüpfer; ne. locust, grasshopper; Vw.: -; Hw.: s. Heuschreck; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. höuschrecke, höuschricke, houschricke, höuweschricke, hæschricke, sw. M., Heuschrecke; ahd. hewiskrekko*, hewiscrecko*, sw. M. (n), Heuschreck, Heuschrecke; mnd. höüschrecke, howschrecke, hewschrecke, hauschrecke, M., Heuschrecke; mnl. howschrecke, M., Heuschrecke; ahd. houwiskrekko*, houwiscrecko*, sw. M. (n), Heuschrecke; vgl. ahd. houwi*, hou, st. N. (ja), Heu, Gras; germ. *hawja-, *hawjam, *hawwja-, *hawwjam, st. N. (a), Heu; vgl. idg. kāu-, kəu-, kéh₂u-, kuh₂-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); ahd. skrekkōn, screckōn, sw. V. (2), springen, hüpfen, hervorspringen; ahd. skrikken, scricken, sw. V. (1a), springen, aufspringen, sich bewegen, hüpfen; germ. *skrekk-, V., aufspringen, schrecken; germ. *skrakkjan, sw. V., schrecken; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Heuschrecke, Kluge s. u. Heuschrecke, EWD s. u. Heu, DW 10, 1293, EWAhd 4, 1007, Duden s. u. Heuschrecke; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seit rund 320 Millionen Jahren nachweisbares Insekt mit häutigen Flügeln und meist als kräftige Sprungbeine ausgebildeten Hinterbeinen; BM.: Heu, springen; F.: Heuschrecke, Heuschrecken+EW; Z.: Heu-schre-ck-e
heute, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. heute, an diesem Tage; ne. today; Vw.: -; Hw.: s. heuer, heurig; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. hiute, hiuten, hie, Adv., heute; mnd. hǖde (2), hude, hǖt, hǖte, Adv., heute, an diesem Tage, am heutigen Tage, heutzutage, in dieser Zeit, in der Gegenwart; mnl. hude, huden, Adv., heute; ahd. hiutu, hiuto, Adv., heute, jetzt, gegenwärtig; as. hiudu, hiudagu*, Adv., heute; anfrk. *hiudo, Adv., heute; germ. *hi, *hia, Pron., dieser; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. heute, Kluge s. u. heute, DW 10, 1294, EWD s. u. heute, EWAhd 4, 1076, Duden s. u. heute, Bluhme s. u. heute; Son.: vgl. afries. hiūdega, hiōda, Adv., heute; nfries. hjoed, Adv., heute; ae. híodæg, Adv., heute; GB.: seit 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an diesem Tage; BM.: dieser Tag; F.: heute+EW; Z.: heu-t-e
$heutig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. heutig, heute betreffend, den gegenwärtigen Tag betreffend; E.: s. heut(e), s. ig; L.: Kluge s. u. heute, DW 10, 1297, EWD s. u. heute; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus heut(e) und ig gebildete Bezeichnung für heute oder den gegenwärtigen Tag betreffend; F.: heutig, heutige, heutiges, heutigem, heutigen, heutiger+EW; Z.: heu-t-ig
hexa..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. hexa..., sechs...; ne. hexa...; Vw.: s. -meter; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. ἕξ (héx); E.: s. gr. ἕξ (héx), Num. Kard., sechs; idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1074; Son.: vgl. nndl. hexa..., Präf., hexa...; frz. hexa..., Präf., hexa...; nschw. hexa...; Präf., hexa...; nnorw. heksa..., Präf., hexa...; poln. heksa..., Präf., hexa...; nir. heicsi..., Präf., hexa...; lit. hegza..., Präf., hexa...; GB.: vielleicht 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und als Bestimmungswort zu einer Bildung von in Zusammenhang mit der Zahl sechs stehenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: sechs; F.: hexa...+FW; F.: hex-a-
Hexameter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hexameter, sechsfüßiger Vers; ne. hexameter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. (versus) hexameter; E.: s. lat. (versus) hexameter, M., Hexameter; lat. hexameter (1), Adj., sechsfüßig, (um 180-102 v. Chr.); gr. ἑξάμετρος (hexámetros), Adj., aus sechs Versfüßen bestehend; vgl. gr. ἕξ (héx), Num. Kard., sechs; idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Hexameter, fehlt DW, EWD s. u. Hexameter, Duden s. u. Hexameter; Son.: vgl. nndl. hexameter, Sb., Hexameter; frz. hexamètre, M., Hexameter; nschw. hexameter, Sb., Hexameter; nnorw. heksameter, N., Hexameter; poln. heksametr, M., Hexameter; nir. heicsiméadar, M., Hexameter; lit. hegzametras, M., Hexameter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen aus sechs Versfüßen bestehenden epischen Vers wie beispielsweise sing‘, Göttin, den Zorn von Achilles, Sohn; BM.: sechs, Maß bzw. messen; F.: Hexameter, Hexameters, Hexametern+FW; Z.: Hex-a-me-t-er
Hexe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Hexe, Zauberin, böse Frau; ne. witch; Vw.: -; Hw.: s. Hag; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hecse, F., Hexe; mnd. hexe, F., Hexe, Zauberin, Zaubererin; mnl. hagetisse, F., Hexe?; ahd. hāzus, hāzissa*, hagzussa*, hāzussa, hagazussa, st. F. (i?), Unholdin, Furie, Rachegöttin, Hexe, Nachtgespenst, Hure; as. -; anfrk. -; germ. *hagatusjō, st. F. (ō), Hexe; germ. *hagatusī?, *hagahatusī?, sw. F. (n), Hexe; vgl. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); Hinterglied vielleicht von einem Wort für Geist; L.: Kluge 1. A. s. u. Hexe, Kluge s. u. Hexe, DW 10, 1299, EWD s. u. Hexe, EWAhd 4, 738, EWAhd 4, 874, Falk/Torp 68, Duden s. u. Hexe, Bluhme s. u. Hexe; Son.: vgl. afries. -; ae. hægtesse, hægtes, sw. F. (n), Hexe; an. -; got. -; nndl. heks, Sb., Hexe; nschw. häxa, Sb., Hexe; nnorw. heks, M., F., Hexe; GB.: (hāzus) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen (angeblich) mit Zauberkräften ausgestattete (böse) Frau; BM.: fassen?; F.: Hexe, Hexen+EW; Z.: Hex-e
$hexen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hexen, wie eine Hexe wirken, zaubern; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Hex(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hexe, DW 10, 1300, EWD s. u. Hexe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hex(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie eine Hexe wirken oder zaubern; F.: hexen (!), hexe (!), hexst (!), hext, hexest, hexet, hexte, hextest, hexten, hextet, gehext, ##gehext, gehexte, gehextes, gehextem, gehexten, gehexter##, hexend, ###hexend, hexende, hexendes, hexendem, hexenden, hexender###, hex (!)+EW; Z.: hex-en
$Hexenkessel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hexenkessel, sachlich wohl seit Nutzung von Metall durch den Menschen möglicher Kessel in dem eine Hexe einen Zaubertrank herstellt und eine brodelnde gefährliche Brühe; E.: s. Hex(e), s. en, s. Kessel; L.: Kluge s. u. Hexenkessel, DW 10, 1302, EWD s. u. Hexe; F.: Hexenkessel, Hexenkessels, Hexenkesseln+EW+FW; Z.: Hex-en—kess-el
$Hexenprozess, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hexenprozess; E.: s. Hex(e), s. en, s. Prozess; L.: DW 10, 1303, EWD s. u. Hexe, DRW fünf Belege ab sechzehnhunderteinundvierzig; GB.: nach DRW seit 1641 belegte und aus Hex(e) und en sowie Prozess gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Ermittlung von Hexen durch Menschen möglichen Prozess gegen eine Hexe; F.: Hexenprozess, Hexenprozesses, Hexenprozesse, Hexenprozessen+EW+FW; Z.: Hex-en—pro-zess
$Hexensabbat, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Hexensabbat; E.: s. Hex(e), s. en, s. Sabbat; L.: Kluge s. u. Sabbat, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Hex(e) und en sowie Sabbat gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche ausschweifende Zusammenkunft von Hexen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit oder ein sonstiges wüstes Treiben; F.: Hexensabbat, Hexensabbats, Hexensabbate, Hexensabbaten+EW+FW; Z.: Hex-en—sabbat
$Hexenschuss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hexenschuss; E.: s. Hex(e), s. en, s. Schuss; L.: Kluge s. u. Hexenschuss, DW 10, 1303 (Hexenschusz), EWD s. u. Hexe; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hex(e) und en sowie Schuss gebildete Bezeichnung für einen auf einen angeblichen Schuss einer Hexe zurückgeführten plötzlichen starken Schmerz in dem Rücken (M.) meist auf Grund eines Reizes des Ischiasnervs infolge Überanstrengung; F.: Hexenschuss, Hexenschusses, Hexenschüsse, Hexenschüssen+EW; Z.: Hex-en—schu-s-s
$Hexer, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Hexer, Hexender; E.: s. hex(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Hexe, DW 10, 1304; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus hex(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen angeblich Hexenden; F.: Hexer, Hexers, Hexern+EW; Z.: Hex-er
$Hexerei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hexerei; E.: s. Hexer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Hexe, DW 10, 1304, EWD s. u. Hexe; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Hexer und ei gebildete Bezeichnung für eine Hexen oder Hexern nach der Vorstellung von Menschen angeblich mögliche Kunst des Hexens oder eher ziemlich unwahrscheinliche Veränderung der Wirklichkeit; F.: Hexerei, Hexereien+EW; Z.: Hex-er-ei
Hibiskus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hibiskus, Eibisch; ne. hibiscus; Vw.: -; Hw.: s. Eibisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. hibīscum; E.: s. lat. hibīscum, ībiscum, N., Eibisch, (70-19 v. Chr.); kelt. Lw., weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Hibiskus, fehlt DW, Duden s. u. Hibiskus; Son.: vgl. nndl. hibiskus, Sb., Hibiskus; frz. hibiscus, M., Hibiskus; nschw. hibiskus, Sb., Hibiskus; nnorw. hibiskus, M., Hibiskus; poln. hibiskus, M., Hibiskus; kymr. hibisgws, M., Hibiskus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus dem Keltischen kommende und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine zu den Malvengewächsen gehörende hochwachsende und als Heilpflanze verwendete Pflanze mit graugrünen und filzigen Blättern und weißen oder rosaroten Blüten; BM.: ?; F.: Hibiskus, Hibisken+FW; Z.: Hibisk-us
hickeln, nhd. (ält.), V., (13. Jh.): nhd. hickeln, etwas hinken, leicht humpeln oder hüpfen; ne. limp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. hickelen*, hickeln, sw. V., hickeln, springen, hüpfen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. hickeln, DW 10, 1305, Duden s. u. hickeln; GB.: seit um 1300 belegte und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches etwas hinken oder leicht humpeln oder hüpfen; BM.: ?; F.: hickeln, hickel (!), hickle, hickelst, hickelt, hickelte, hickeltest, hickelten, hickeltet, gehickelt, ##gehickelt, gehickelte, gehickeltes, gehickeltem, gehickelten, gehickelter##, hickelnd, ###hickelnd, hickelnde, hickelndes, hickelndem, hickelnden, hickelnder###, hickel (!)+EW; Z.: hick-el-n
Hicker, Hecker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hicker, Hecker, Schluckauf; ne. hiccup (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend gebildet; L.: Kluge s. u. Hicker, fehlt DW, Duden s. u. Hicker, Bluhme s. u. hicken?; Son.: vgl. nndl. hik, Sb., Schluckauf; nschw. hicka, Sb., Schluckauf; nnorw. hikke, M., Schluckauf; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen wohl sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen unwillkürlichen Schluckauf durch Bewegungen des Zwerchfells unter schnellem lautem Schließen der Stimmritze; BM.: lautmalend; F.: Hicker, Hickers, Hickern+EW; Z.: Hick-er
Hickhack, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hickhack, Streiterei; ne. bickering (N.); Vw.: -; Hw.: s. hacken; Q.: 20. Jh.; E.: Reduplizierung von hacken; L.: Kluge s. u. Hickhack, fehlt DW, Duden s. u. Hickhack; GB.: seit 20. Jh. belegte und durch wiederholendes Verdoppeln von hack(en) gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche (sinnlose kleinliche) Streiterei; BM.: hinhacken und herhacken; F.: Hickhack, Hickhacks+EW; Z.: Hich-hack
$hicksen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. hicksen, Schluckauf haben, aufstoßen; E.: s. Hick(er), s. s, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hicker, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schluckauf haben oder aufstoßen; F.: hicksen, hickse, hicksst (!), hickst, hicksest, hickset, hickste, hickstest, hicksten, hickstet, gehickst, ##gehickst, gehickste, gehickstes, gehickstem, gehicksten, gehickster##, hicksend, ###hicksend, hicksende, hicksendes, hicksendem, hicksenden, hicksender###, hicks (!)+EW; Z.: hick-s-en
$hie, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. hie; E.: s. hier; L.: Kluge s. u. hier, DW 10, 1305; GB.: vielleicht seit 12. Jh. oder etwas früher gebildete Kürzung aus hier; F.: hie+EW; Z.: hie
Hieb, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Hieb, Schlag; ne. blow (N.), stroke (N.); Vw.: -; Hw.: s. hauen; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet aus dem Präteritum von hauen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hieb, Kluge s. u. Hieb, DW 10, 1306, EWD s. u. Hieb, Duden s. u. Hieb, Bluhme s. u. Hieb; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus der Vergangenheitsform von hauen gebildete Bezeichnung für einen heftigen Schlag; BM.: hauen; F.: Hieb, Hiebs, Hiebes, Hiebe, Hieben+EW; Z.: Hie-b
Hiefe, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Hiefe, Hagebutte, Hagebuttenstrauch, Heckenrose; ne. rosehip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hiefe, sw. F., st. F., Hagebutte, Hagebuttenstrauch; ahd. hiofa*, hiufa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Hiefe, Heckenrose, Dornstrauch, Dornengestrüpp, Brombeerstrauch; ahd. hiofo*, sw. M. (n), Heckenrose, Hagedorn, Hundsrose; ahd. hiufo*, sw. M. (n), Heckenrose, Hagedorn; as. hiopo*, sw. M. (n), Hiefe; anfrk. -; germ. *heupō-, *heupōn, *heupa-, heupan, sw. M. (n), Dornstrauch, Hagebutte; idg. k̑eub-, Sb., Dorn?, Dornstrauch?, Pokorny 595 (914/146) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. Hiefe, DW 10, 1309, EWAhd 4, 1051, Falk/Torp 95; Son.: vgl. afries. -; ae. héope, sw. F. (n), Hiefe, Hagebutte, Dornstrauch; ae. héopa, sw. M. (n), Hiefe, Hagebutte, Dornstrauch; an. -; got. -; vgl. nndl. joop, hiep, Sb., Hagedorn; ne. (rose) hip, N., Hagebutte; GB.: (hiofa und hiofo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschlich mögliche kleine und orangefarbene bis rote Frucht der Heckenrose (Hagebutte); BM.: Dornstrauch?; F.: Hiefe, Hiefen+EW; Z.: Hief-e
$hienieden, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. hienieden, hier unten; E.: s. hie, s. nieden; L.: Kluge 1. A. s. u. nieden, Kluge s. u. hienieden, DW 10, 1312; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus hie und nieden gebildete Bezeichnung für hier unten; F.: hienieden+EW; Z.: hie—nie-d-en
hier, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. hier, da, hüben, an dieser Stelle befindlich; ne. here; Vw.: -; Hw.: s. her, heuer; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. hier, hir, Adv., hier, an dieser Stelle, da, nun, von hier, hierher, jetzt; mnd. hīr, hīre, hī, Adv., hier, an der Stelle, jetzt, heute; mnl. hier, Adv., hier; ahd. hier, hie, Adv., hier, auf dieser Stelle; as. hēr (1), hīr, hier, Adv., hier; anfrk. hiera, Adv., hier, hierher; germ. *hēr, Adv., hier; s. idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hier, Kluge s. u. hier, DW 10, 1313, 10, 1305, EWD s. u. hier, EWAhd 4, 1009, Falk/Torp 63, Duden s. u. hier, Bluhme s. u. hier; Son.: vgl. afries. hīr, Adv., hier; saterl. hir, Adv., hier; ae. hēr (1), Adv., hier, nun, hierher; an. hēr, Adv., hier; got. hēr, Adv., hier, her; nndl. hier, Adv., hier; nschw. här, Adv., hier; nnorw. her, Adv., hier; GB.: (hier) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an dieser Stelle befindlich; BM.: dieser; F.: hier+EW; Z.: hie-r
Hierarchie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Hierarchie, Rangordnung; ne. hierarchy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 13. Jh. (Legende vom heiligen Kreuz des Heinrich von Freiberg); E.: s. mhd. jerarchīe, sw. F., Hierarchie, himmlische Rangordnung; mnd. īerarchīe, F., Ordnung, himmlische Rangordnung der Engel; gr. ἱεραρχία (hierarchía), F., Amt des Priesters, Priesteramt; vgl. gr. ἱερεύς (hiereús), M., Priester, Opferpriester; gr. ἱερός (hierós), Adj., kräftig, rüstig, frisch, heilig, geweiht, göttlich; idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123? (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Hierarchie, fehlt DW, EWD s. u. Hierarchie, Duden s. u. Hierarchie; Son.: vgl. nndl. hierarchie, Sb., Hierarchie; frz. hiéarchie, F., Hierarchie; nschw. hierarki, Sb., Hierarchie; nnorw. hierarki, N., Hierarchie; poln. hierarchia, F., Hierarchie; kymr. hierarchaeth, F., Hierarchie; lit. hierarchija, F., Hierarchie; GB.: (jerarchīe) seit 4. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche meist pyramidenförmige Rangfolge in einer Gesellschaft; BM.: heilig, vorangehen; F.: Hierarchie, Hierarchien+FW+EW; Z.: Hie-r-arch-ie
$hierarchisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hierarchisch, Hierarchie betreffend; E.: s. Hierarch(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Hierarchie, fehlt DW, EWD s. u. Hierarchie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hierarch(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Hierarchie betreffend; F.: hierarchisch, hierarchische, hierarchisches, hierarchischem, hierarchischen, hierarchischer(, hierarchischere, hierarchischeres, hierarchischerem, hierarchischeren, hierarchischerer, hierarchischst, hierarchischste, hierarchischstes, hierarchischstem, hierarchischsten, hierarchischster)+FW(+EW); Z.: hie-r-arch-isch
$hieroglyph, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. hieroglyph, Hieroglyphe betreffend; E.: s. Hieroglyph(e); L.: Kluge s. u. Hieroglyphe, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit Hieroglyphe verbindbare sowie aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Hieroglyphe betreffend; F.: hieroglyph, hieroglyphe, hieroglyphes, hieroglyphem, hieroglyphen, hieroglypher+FW(+EW?); Z.: hie-r-o-glyph
Hieroglyphe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hieroglyphe, bilderschriftliches Zeichen, Schriftzeichen einer Bilderschrift; ne. hieroglyph, glyph; Vw.: -; Hw.: s. Glypte, Glyptothek; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ἱερογλυφικός (hieroglyphikós); E.: s. gr. ἱερογλυφικός (hieroglyphikós), Adj., hieroglyphisch, heilige Schriftzeichen (= ἱερογλυφικὰ γράμματα [hieroglyphikós grámmata]); gr. ἱερός (hierós), Adj., kräftig, rüstig, frisch, heilig, geweiht, göttlich; idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123? (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. γλύφειν (glýphein), V., einschneiden, aushöhlen, ausmeißeln; idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Hieroglyphe, fehlt DW, EWD s. u. Hieroglyphe, Duden s. u. Hieroglyphe; Son.: vgl. nndl. hieroglyph, Sb., Hieroglyphe; frz. hiéroglyphe, M., Hieroglyphe; nschw. hieroglyf, Sb., Hieroglyphe; nnorw. hieroglyf, M., Hieroglyphe; poln. hieroglif, M., Hieroglyphe; kymr. hieroglyff, M., Hieroglyphe; nir. iaraiglif, F., Hieroglyphe; lit. hieroglifas, M., Hieroglyphe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Schriftzeichen einer Bilderschrift; BM.: heilig, schneiden; F.: Hieroglyphe, Hieroglyphen+FW(+EW); Z.: Hie-r-o-glyph-e
hiesig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. hiesig, von hier seiend, hier befindlich; ne. local (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. vielleicht von einem *hie-wesig, Adj., hiesig; germ. *hēr, Adv., hier; s. idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. hiesig, DW 10, 1320, EWD s. u. hiesig, Duden s. u. hiesig, Bluhme s. u. hiesig; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus hie und (we)s sowie ig gebildete und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hier seiend oder hier befindlich; BM.: hier, schlafen; F.: hiesig, hiesige, hiesiges, hiesigem, hiesigen, hiesiger+EW; Z.: hie-s-ig
hieven, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. hieven, heben, hochheben, heraufziehen; ne. heave (V.); Vw.: -; Hw.: s. heben; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. heave; E.: s. ne. heave, V., heben, hieven; ae. hėbban, st. V. (6), heben, erheben; germ. *hafjan, st. V., heben; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. hieven, fehlt DW, EWD s. u. hieven, Duden s. u. hieven, Bluhme s. u. hieven; Son.: vgl. nndl. hieven, V., heben, hieven; nschw. hiva, V., hieven; nnorw. hive, V., hieven; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (eine Last) hochheben bzw. heraufziehen; BM.: fassen; F.: hieven, hieve (!), hievst, hievt, hievest, hievet, hievte, hievtest, hievten, hievtet, gehievt, ##gehievt, gehievte, gehievtes, gehievtem, gehievten, gehievter##, hievend, ###hievend, hievende, hievendes, hievendem, hievenden, hievender###, hiev (!) +EW; Z.: hiev-en
Hi-Fi, nhd., Partikel, (20. Jh.): nhd. Hi-Fi, hohe Wiedergabequalität; ne. hi-fi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hi-fi; E.: s. ne. hi-fi, Partikel, Hi-Fi; von ne. high fidelity, N., hochgradige Klangtreue; vgl. ne. high, Adj., hoch; ae. héah (1), hēh, Adj., hoch, groß, tief, erhaben; germ. *hauha-, *hauhaz, Adj., hoch; idg. *k̑ouko-, Adj., groß, stark; s. idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. fidelity, N., Treue; lat. fidēlitās, F., Treue, Ergebenheit, Loyalität, Gewissenhaftigkeit, (um 250-184 v. Chr.); lat. fidēs, fedēs, fedīs, F., Vertrauen, Zutrauen, Zuversicht, Glaube; vgl. idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Hi-Fi, fehlt DW, Duden s. u. Hi-Fi; Son.: vgl. nndl. hifi, Partikel, Hi-Fi; frz. Hi-fi, hifi, Partikel, Hi-Fi; nschw. Hi-fi, Partikel, Hi-Fi; nnorw. Hi-fi, Partikel, Hi-Fi; poln. Hi-fi, Partikel, Hi-Fi; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. hi(gh) fi(delity) abgekürzt gebildete Bezeichnung für eine besonders hohe Wiedergabequalität von vor allem Musik; BM.: Abkürzung; F.: Hi-Fi, Hi-Fis+FW(+EW); Z.: Hi-fi
Hifthorn, nhd. (ält.), N., (17. Jh.): nhd. Hifthorn, ein Jagdhorn; ne. bugle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Vorderglied von Hift, Hieft, M., F., Stoß ins Horn; verwandt mit germ. *heufan, st. V., wehklagen, klagen, jammern; idg. *kā̆u-, *kē̆u-, *kū-, V., heulen, schreien, Pokorny 535 (821/53) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Horn; L.: Kluge 1. A. s. u. Hifthorn, Kluge s. u. Hifthorn, DW 10, 1321, Duden s. u. Hifthorn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hift und Horn gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich nach Entstehung des Menschen mögliches einfaches aus einem ausgehöhlten Stierhorn angefertigtes Jagdhorn; BM.: schreien; F.: Hifthorn, Hifthorns, Hifthornes, Hifthörner, Hifthörnern+EW; Z.: Hi-f-t—hor-n
$Hildebrandsgriff, nhd. (ält.), M., (16. Jh.?): nhd. Hildebrandsgriff, ein Rosstäuscherkniff oder Kunstkniff; Hw.: s. Hilpertsgriff; E.: s. Hildebrand, s. s, s. Griff; L.: Kluge s. u. Hilpertsgriff, DW 10, 1322; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hildebrand und s sowie Griff gebildete Bezeichnung für einen Rosstäuscherkniff oder Kunstkniff; BM.: wohl nach dem Hildebrandslied in dem (Vater) Hildebrand seinen Sohn (Hadubrand) mit einem unlauteren Griff besiegt; F.: Hildebrandsgriff, Hildebrandsgriffs, Hildebrandsgriffes, Hildebrandsgriffe, Hildebrandsgriffen+EW; Z.: Hild-e-bran-d-s—griff
Hilfe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hilfe, Unterstützung; ne. help (V.); Vw.: -; Hw.: s. helfen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hilfe, st. F., Hilfe; mhd. helfe, helpfe, st. F., Hilfe, Beistand, Unterstützung; mnd. hülpe (1), hulpe, F., Hilfe, Unterstützung, Förderung, Beistand, Rettung; mnl. helpe, F., Hilfe; ahd. helfa, hilfa, st. F. (ō), Hilfe, Beistand, Unterstützung, Schutz; as. helpa, st. F. (ō), Hilfe, Rettung; anfrk. hulpa*, st. F. (ō), Hilfe; germ. *helpō, st. F. (ō), Hilfe; s. idg. *k̑elb-, *kelp-, V., helfen?, Pokorny 554 (853/85) (RB. idg. aus germ., balt.?); idg. k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hilfe, Kluge s. u. Hilfe, DW 10, 1323, EWD s. u. Hilfe, EWAhd 4, 930, Duden s. u. Hilfe, Bluhme s. u. Hilfe; Son.: vgl. afries. helpe, st. F. (ō), Hilfe; nfries. holpe; ae. help, st. F. (ō), M., Hilfe; ae. helpe, st. F. (ō), Hilfe; an. hjǫlp, st. F. (ō), Hilfe, Befreiung; got. -; nndl. hulp, Sb., Hilfe; nschw. hjälp, Sb., Hilfe; nnorw. hjelp, M., F., Hilfe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Unterstützung; BM.: neigen; F.: Hilfe, Hilfen+EW; Z.: Hil-f-e
$Hilfeleistung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hilfeleistung, Leistung von Hilfe oder Unterstützung; E.: s. Hilfe, s. Leistung; L.: fehlt DW (aber s. d. Hilfleistung), EWD s. u. Hilfe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hilfe und Leistung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Leistung von Hilfe oder Unterstützung; F.: Hilfeleistung, Hilfeleistungen+EW; Z.: Hil-f-e—lei-s-t-ung
$hilflos, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. hilflos, ohne Hilfe seiend; E.: s. Hilf(e), s. los; L.: DW 10, 1328, EWD s. u. Hilfe; GB.: seit um 1000 belegte und aus Hilf(e) und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vielfach seit Entstehung des Lebens mögliches ohne Hilfe seiend; F.: hilflos, hilflose, hilfloses, hilflosem, hilflosen, hilfloser(, hilflosere, hilfloseres, hilfloserem, hilfloseren, hilfloserer, hilflosest, hilfloseste, hilflosestes, hilflosestem, hilflosesten, hilflosester)+EW; Z.: hil-f—lo-s
$Hilflosigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hilflosigkeit, Unbeholfenheit, Unterstützungsbedürftigkeit; E.: s. hilflos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 1328, EWD s. u. Hilfe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hilflos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vielfach seit Entstehung des Lebens mögliche Unbeholfenheit oder Unterstützungsbedürftigkeit; F.: Hilflosigkeit+EW; Z.: Hil-f—lo-s-ig—kei-t
$hilfreich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. hilfreich, hilfsbereit, unterstützend; E.: s. Hilf(e), s. reich; Q.: 1200-1210 (Parzifal); L.: DW 10, 1328, EWD s. u. Hilfe; GB.: (helferīche) seit 1200-1210 belegte und aus Hilf(e) und reich gebildete Bezeichnung für hilfsbereit oder unterstützend; F.: hilfreich, hilfreiche, hilfreiches, hilfreichem, hilfreichen, hilfreicher(, hilfreichere, hilfreicheres, hilfreicherem, hilfreicheren, hilfreicherer, hilfreichst, hilfreichste, hilfreichstes, hilfreichstem, hilfreichsten, hilfreichster)+EW; Z.: hil-f—reich
Hilpertsgriff, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Hilpertsgriff, Rosstäuscherkniff; ne. trick (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hildebrandsgriff, Kunstgriff; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von Hildebrandsgriff, s. PN Hildebrand; ahd. Hiltibrant, PN, Hildebrand; vgl. ahd. hiltia*, hilta*, st. F. (jō), Kampf, Kampfesmut; germ. *hildjō, st. F. (ō), Streit, Kampf; s. idg. *keləd-, *klād-, V., schlagen, hauen, Pokorny 546; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. brant, st. M. (a?, i), Brand, Brandscheit, Brenneisen, Holzscheit; germ. *branda-, *brandaz, st. M. (a), Brand, Schwert; vgl. idg. *bʰrenu-, V., Sb., brennen, Brand; idg. *gᵘ̯ʰr̥nu̯-?, V., brennen?; Hinterglied s. nhd. Griff; L.: Kluge s. u. Hilpertsgriffe, DW 10, 1332; Son.: meist in dem Plural verwendet; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hilpert (Hildebrand) und s sowie Griff gebildete Bezeichnung für einen Rosstäuscherkniff oder Kunstkniff; BM.: wohl nach dem Hildebrandslied in dem (Vater) Hildebrand seinen Sohn (Hadubrand) mit einem unlauteren Griff besiegt; F.: Hilpertsgriff, Hilpertsgriffs, Hilpertsgriffes, Hilpertsgriffe, Hilpertsgriffen+EW; Z.: Hil-p-ert-s—griff
Himbeere, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Himbeere, eine Beere; ne. rapberry, hindberry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hintber, st. N., Himbeere, Wacholder; mnd. hintbēre, hynbēre, F., Himbeere; ahd. hintberi*, st. N. (ja), Himbeere; as. hindbėri*, st. N. (ja), Himbeere; anfrk. -; germ. *hindabasja-, *hindabasjam, st. N. (a), Himbeere; Herkunft des Vorderglieds unklar; Hinterglied s. germ. *basja-, *basjam, *bazja-, *bazjam, st. N. (a), Beere; s. idg. *bʰōs-, Sb., Licht, Glanz, Pokorny 105?; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104? (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Himbeere, Kluge s. u. Himbeere, DW 10, 1332, EWD s. u. Himbeere, EWAhd 4, 1049, Duden s. u. Himbeere, Bluhme s. u. Himbeere; Son.: vgl. afries. -; ae. hindbėrie, sw. F. (n), Himbeere; an. -; got. -; GB.: (hintberi) seit 10. Jh. belegte und in der Herkunft des Bestimmungsworts unklare sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschlich als stacheliger Strauch wachsende Pflanze mit hellgrünen gefiederten Blättern und kleinen weißen Blüten sowie roten aus vielen kleinen Früchten zusammengesetzten essbaren Beeren; BM.: glänzen?; F.: Himbeere, Himbeeren+EW; Z.: Him—bee-r-e
Himmel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Himmel, Himmelsgewölbe, Kosmos; ne. heaven, sky; Vw.: -; Hw.: s. himmeln; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. himel, st. M., Himmel, Baldachin, Traghimmel, Thronhimmel; mnd. hemmel, hēmel, hemel, himmel, M., Himmel, Himmelsgewölbe, Firmament, Atmosphäre, Aufenthalt Gottes; mnl. hemmel, hemel, M., Himmel; ahd. himil, st. M. (a), Himmel, Himmelsgewölbe, Firmament, Himmelsfeste, Reich Gottes, Gewölbe, Decke; as. himil, st. M. (a), Himmel; anfrk. himel*, st. M. (a), Himmel; germ. *hemila-, *hemilaz, st. M. (a), Decke?, Himmel; idg. *k̑emel-, Sb., Stein, Himmel, Pokorny 22; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Himmel, Kluge s. u. Himmel, DW 10, 1332, EWD s. u. Himmel, EWAhd 4, 1013, Falk/Torp 73, Duden s. u. Himmel, Bluhme s. u. Himmel; Son.: vgl. afries. himel, himul, st. M. (a), Himmel; nnordfries. hemmel; ae. -; an. -; got. -; nndl. hemel, Sb., Himmel; nschw. himmel, Sb., Himmel; nnorw. himmel, M., Himmel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das aus Sicht des Menschen scheinbar über dem Horizont liegende halbkugelähnliche Gewölbe des Weltraums (über) der Erde; BM.: spitz?; F.: Himmel, Himmels, Himmeln+EW; Z.: Hi-m-m-el
$Himmelbett, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Himmelbett; E.: s. Himmel, s. Bett; L.: DW 10, 1342, EWD s. u. Himmel; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Himmel und Bett gebildete Bezeichnung für ein durch eine von Menschen entwickelte Überdachung überwölbtes Bett; F.: Himmelbett, Himmelbettes, Himmelbetts, Himmelbetten+EW; Z.: Hi-m-m-el—bett
$Himmelfahrt, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Himmelfahrt; E.: s. Himmel, s. Fahrt; L.: DW 10, 1344, EWD s. u. Himmel; GB.: (himilfart*)seit um 1000 belegte und wohl nach lat. meatus caeli aus Himmel und Fahrt gebildete Bezeichnung für die in dem Christentum angenommene Fahrt vor allem des Messias Jesus Christus in den Himmel; F.: Himmelfahrt, Himmelfahrten+EW; Z.: Hi-m-m-el—fahr-t
himmeln, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. himmeln, zu dem Himmel streben, in den Himmel kommen, zu dem Himmel blicken; ne. look (V.) in the sky; Q.: 1283 (Urkunde); E.: s. mhd. himelen, sw. V., in den Himmel aufnehmen; mnd. hemmelen, himmelen, sw. V., in den Himmel kommen, sterben; s. nhd. Himmel; L.: Kluge s. u. anhimmeln, DW 10, 1347, Duden s. u. himmeln; GB.: (himelen) seit 1283 belegte und aus Himmel und (e)n gebildete Bezeichnung für nach Ansicht des Christentums mögliches in den Himmel kommen oder in den Himmel aufnehmen oder verzückt zu dem Himmel blicken; BM.: spitz?; F.: himmeln, himmel (!), himmle, himmelst, himmelt, himmelte, himmeltest, himmelten, himmeltet, gehimmelt, ##gehimmelt, gehimmelte, gehimmeltes, gehimmeltem, gehimmelten, gehimmelter##, himmelnd, ###himmelnd, himmelnde, himmelndes, himmelndem, himmelnden, himmelnder###, himmel (!)+EW; Z.: hi-m-m-el-n
$Himmelschlüssel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Himmelschlüssel; E.: s. Himmel, s. Schlüssel; L.: EWD s. u. Himmel; GB.: (himelslüzzel) seit um 1150 belegte und aus Himmel und Schlüssel gebildete Bezeichnung für einen nach dem Christentum möglichen Schlüssel zu dem Himmel und eine kleine gelbe sowie vielleicht in der Gestalt einem Schlüssel ähnelnde Blume; F.: Himmelschlüssel, Himmelschlüssels, Himmelschlüsseln+EW; Z.: Hi-m-m-el—schlü-ss-el
$himmelschreiend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. himmelschreiend, empörend. auffallend; E.: s. Himmel, s. schreiend; L.: Kluge s. u. himmelschreiend; GB.: seit 17. belegte und wohl nach lat. in caelum clamitans aus Himmel und schreiend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches empörend oder auffallend; F.: himmelschreiend, himmelschreiende, himmelschreiendes, himmelschreiendem, himmelschreienden, himmelschreiender(, himmelschreiendere, himmelschreienderes, himmelschreienderem, himmelschreienderen, himmelschreienderer, himmelschreiendst, himmelschreiendste, himmelschreiendstes, himmelschreiendstem, himmelschreiendsten, himmelschreiendster)+EW; Z.: hi-m-m-el—schrei-end
$Himmelsdom, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Himmelsdom; E.: s. Himmel, s. s, s. Dom; L.: Kluge s. u. Dom 2, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Himmel und s sowie Dom gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung der Erde in der Vorstellung des Menschen mögliche Weltall als Dom über der Erde; F.: Himmelsdom, Himmelsdoms, Himmelsdomes+EW+FW; Z.: Hi-m-m-el-s—dom
$himmlisch, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. himmlisch, Himmel betreffend; E.: s. Himm(e)l, s. isch; L.: Kluge s. u. Himmel, DW 10, 1369, EWD s. u. Himmel; GB.: (himilisk*) seit um 765 belegte und aus Himm(e)l und isch gebildete Bezeichnung für Himmel betreffend; F.: himmlisch, himmlische, himmlisches, himmlischem, himmlischen, himmlischer(, himmlischere, himmlischeres, himmlischerem, himmlischeren, himmlischerer, himmlischst, himmlischste, himmlischstes, himmlischstem, himmlischsten, himmlischster+)EW; Z.: hi-m-m-l-isch
Himten, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Himten, ein Getreidemaß; ne. a corn-measure; Vw.: -; Hw.: s. Metze (1); Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hēmete, hemete, M., Himtenmaß, Himten; s. md. hemmete, mlat. hemeto, M., Himten, ein Getreidemaß; wohl Kreuzung aus einerseits lat. hēmina, F., Flüssigkeitsmaß, Viertelchen, (234-149 v. Chr.); gr. ἡμίνα (hēmína), F., Hälfte (als Maß); vgl. gr. ἡμι-, Suff., halb...; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); und Kreuzung aus andererseits mnd. mette, F., Metze, Maß; germ. *metjō-, *metjōn, *metja-, *metjan, sw. M. (n), Maß, Metze (F.) (1); s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Himten, DW 10, 1371; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen gebildete Bezeichnung für ein größeres Hohlraummaß für Getreide an einzelnen Orten Norddeutschlands; BM.: halb, messen?; F.: Himten, Himtens+FW?+EW?; Z.: Hi-mt-en
hin, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. hin, dahin, auf ... zu, weg, verloren, kaputt; ne. to, towards; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hin, hine, Adv., fort, hin, von hinnen; mnd. hēne (2), Adv., hin, sofort, hinweg, entlang, mnd. hen, hēn, heen, heyn, hēne, hin, Adv., hin, hinweg, entlang, aus, dahin, fort, sofort; mnl. hēne, Adv., hin; ahd. hina, hinna, hin, Adv., Präf., hin, hinweg, hernach, weg, dorthin, dahin; as. hinan, Adv., von hinnen, von nun an, ferner; anfrk. *hinan?, Adv., von hier, hin, von hier weg; germ. *hina, Adv., von hier; vgl. idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hin, Kluge s. u. hin, DW 10, 1371, EWD s. u. hin, EWAhd 4, 1023, Falk/Torp 87, Duden s. u. hin, Bluhme s. u. Hin; Son.: vgl. afries. hent, hentō, Präp., bis; ae. hin.., Präf., von hinnen; an. -; got. -; nndl. heen, Adv., hin; nschw. hän, Adv., hin; nnorw. hen, Adv., hin; lat. cis, Adv., diesseits; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sich auf etwas zubewegend; BM.: dieser; F.: hin+EW; Z.: hi-n
Hinde, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Hinde, Hirschkuh; ne. hind (N.), doe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hinte, hinde, sw. F., Hirschkuh; mnd. hinde, F., N., Hinde, Hirschkuh; mnl. hinde, F., Hinde; ahd. hinta, hinna, sw. F. (n), Hinde, Hirschkuh; as. *hind?, st. F. (i?), Hinde germ. *hendi-, *hendiz, st. F. (i), Reh, Hinde; anfrk. *hind?, st. F. (i)?, Hinde, Hirschkuh; germ. *hindō, st. F. (ō), Reh, Hinde; vgl. idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556 (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hinde, Kluge s. u. Hinde, DW 10, 1407, EWD s. u. Hinde, EWAhd 4, 1036, Falk/Torp 71, Duden s. u. Hinde; Son.: vgl. afries. -; ae. hind, st. F. (jō), Hinde; an. hind, st. F. (i), Hinde; got. -; nndl. hinde, Sb., Hinde; nschw. hind, Sb., Hinde; nnorw. hind, M., F., Hinde; gr. κεμάς (kemás), κεμμάς (kemmás), F., Hirsch, Hirschkalb, Reh; lit. šmùlis, M., Rind, Kuh, Ochse ohne Hörner; lit. šmùle, F., Rind, Kuh; GB.: (hinta) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich seit rund 20 Millionen Jahren mögliche Hirschkuh; BM.: hornlos; F.: Hinde, Hinden+EW; Z.: Hind-e
$hinderlich, nhd., Adj., Adv. (14. Jh.): nhd. hinderlich, hindernd, beschwerlich; E.: s. hinder(n), s. lich; L.: Kluge s. u. hindern, DW 10, 1408; GB.: seit vor 1332 belegte und aus hinder(n) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches hindernd oder beschwerlich; F.: hinderlich, hinderliche, hinderliches, hinderlichem, hinderlichen, hinderlicher(, hinderlichere, hinderlicheres, hinderlicherem, hinderlicheren, hinderlicherer, hinderlichst, hinderlichste, hinderlichstes, hinderlichstem, hinderlichsten, hinderlichster)+EW; Z.: hi-n-d-er-lich
hindern, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. hindern, hemmen, abhalten; ne. hinder (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. hindern, sw. V., zurücktreiben, hindern, zögern, sich aufhalten; mnd. hinderen, hindern, hynnern, sw. V., hindern, hinderlich sein (V.), behindern, im Weg sein (V.), stören, abhalten; mnl. hinderen, hinneren, sw. V., hindern; ahd. hintaren*, sw. V. (1a), „hindern“, herabsetzen, erniedrigen, hemmen, unterschlagen, vorenthalten (V.); as. -; anfrk. -; germ. *hindarōn, sw. V., hindern, hemmen; s. idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563; vgl. idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, k̑ii̯o-, k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hindern, Kluge s. u. hindern, DW 10, 1408, EWD s. u. hindern, EWAhd 4, 1049, Falk/Torp 87, Duden s. u. hindern, Bluhme s. u. hindern; Son.: vgl. afries. hinderia, sw. V. (2), hindern, zurückhalten; nfries. hinderia, V., hindern; ae. hindrian, sw. V. (2), hindern; an. hindra, sw. V. (2), hindern, zögern; got. -; nndl. hinderen, V., hindern; nschw. hindra, V., hindern; nnorw. hindre, V., hindern; GB.: (hintaren) vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hemmen oder abhalten; BM.: anfangen? bzw. entspringen?; F.: hindern, hindere, hinder (!), hindre, hinderst, hindert, hinderte, hindertest, hinderten, hindertet, gehindert, ##gehindert, gehindertes, gehindertem, gehinderten, gehinderter##, hindernd, ###hindernd, hindernde, hinderndes, hinderndem, hindernden, hindernder###, hinder (!), hindre (!)+EW; Z.: hi-n-d-er-n
$Hindernis, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Hindernis, Behinderung, Hemmung, Störung; E.: s. hinder(n), s. nis; L.: Kluge s. u. hindern, DW 10, 1410, EWD s. u. hindern; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus hinder(n) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Behinderung oder Hemmung oder Störung; F.: Hindernis, Hindernisses, Hindernisse, Hindernissen+EW; Z.: Hi-n-d-er-nis
$Hindernisrennen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hindernisrennen; E.: s. Hindernis, s. Rennen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. hindern; Q.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Hindernis und Rennen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht zuerst in England entwickeltes und verwendetes Rennen mit notwendiger Bewältigung eingerichteter Hindernisse; F.: Hindernisrennen, Hindernisrennens+EW; Z.: Hi-n-d-er-nis—re-nn-en
$Hindin, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hindin, Hinde, Hirschkuh; E.: s. Hinde, s. in; L.: EWD s. u. Hinde; GB.: seit 1731 belegte und aus Hind(e) und in gebildete Bezeichnung für die sachlich seit rund 20 Millionen Jahre mögliche Hinde oder Hirschkuh; F.: Hindin, Hindinnen; Z.: Hind-in
Hinduismus, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Hinduismus, indische Volksreligion; ne. hinduism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: abgeleitet vom PN Hindu (Mensch), Einwohner von Indien; aus dem Persischen, vom FlN Indus; s. ai. sindhu, Sb., Fluss; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hinduismus; Son.: vgl. nndl. hindoeïsme, Sb., Hinduismus; frz. hinduisme, M., Hinduismus; nschw. hinduism, Sb., Hinduismus; nnorw. hinduisme, M., Hinduismus; poln. hinduizm, M., Hinduismus; kymr. hindŵath, F., Hinduismus; nir. hiondúchas, M., Hinduismus; lit. hinduizmas, M., Hinduismus; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem PN Hindu (Mensch) und dem FlN Indus in Indien aus dem Persischen und mittelbar dem Indischen aufgenommene und mit ismus gebildete Bezeichnung für die in Indien seit den Hochkulturen des Altertums verbreitete Volksreligion nach der jeder Mensch einer bestimmten Kaste (Schicht) mit unterschiedlicher Wertigkeit angehört und einen ihm zugedachten Platz in einer Gesellschaftsschicht hat und die Seelen aller Lebewesen nach ihrem Tode wieder geboren werden (Seelenwanderung) wobei es von dem Verhalten in dem jeweiligen Leben abhängt ob eine Seele als Gott oder Mensch oder Tier oder Pflanze auf die Welt zurückkommt; BM.: FlN Indus; F.: Hinduismus+FW(+EW); Z.: Hind-u-ism-us
$hinfällig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. hinfällig, hinfallend, schwächlich; E.: s. hinfall(en), s. ig; L.: EWD s. u. hin; GB.: (hinvellic*) seit 1290-1300 belegte und wohl nach lat. recidivus aus hinfall(en) und ig gebildete Bezeichnung für hinfallend oder schwächlich; F.: hinfällig, hinfällige, hinfälliges, hinfälligem, hinfälligen, hinfälliger(, hinfälligere, hinfälligeres, hinfälligerem, hinfälligeren, hinfälligerer, hinfälligst, hinfälligste, hinfälligstes, hinfälligstem, hinfälligsten, hinfälligster)+EW; Z.: hin—fäl-l-ig
$hinfläzen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. hinfläzen, sich flegelhaft oder zwanglos hinlegen, hinlümmeln; E.: s. hin, s. fläzen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Fläz; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus hin und fläzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich flegelhaft oder zwanglos hinlegen oder hinlümmeln; F.: hinfläzen, fläze hin, fläzst (!) hin, fläzt hin, fläzen hin, fläzest hin, fläzet hin, fläzte hin, fläztest hin, fläzten hin, fläztet hin, hingefläzt, ##hingefläzt, hingefläzte, hingefläztes, hingefläztem, hingefläzten, hingefläzter##, hinfläzend, ###hinfläzend, hinfläzende, hinfläzendes, hinfläzendem, hinfläzenden, hinfläzender###, hinzufläzen, ####hinzufläzen, hinzufläzend, hinzufläzende, hinzufläzendes, hinzufläzendem, hinzufläzenden, hinzufläzender####, fläz (!) hin+EW; Z.: hin—fläz-en
$Hingabe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hingabe; E.: s. hin, s. Gabe; L.: DW 10, 1435, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus hin und Gabe gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hingebung oder Gabe und (älter) für eine Verlobung einer Braut F.: Hingabe, Hingaben+EW; Z.: Hin—gab-e
$hingeben, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. hingeben, geben; E.: s. hin, s. geben; L.: DW 10, 1435, EWD s. u. geben; GB.: (hinageban*) seit um 1000 belegte und aus hin und geben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geben; F.: hingeben, gebe hin, gibst hin, gibt hin, gebt hin, gebest hin, gebet hin, gab hin, gabst hin, gaben hin, gabt hin, gäbe hin, gäbest hin, gäben hin, gäbet hin, hingegeben, ##hingegeben, hingegebene, hingegebenes, hingegebenem, hingegebenen, hingegebener##, hingebend, ###hingebend, hingebende, hingebendes, hingebendem, hingebenden, hingebender###, hinzugeben, ###hinzugeben, hinzugebend, hinzugebende, hinzugebendes, hinzugebendem, hinzugebenden, hinzugebender####, gib (!) hin+EW; Z.: hin—geb-en
$Hingebung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hingebung, Hingabe, Gabe; E.: s. hingeb(en), s. ung; L.: DW 10, 1437, EWD s. u. geben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hingeb(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Hingabe oder Gabe; F.: Hingebung, Hingebungen+EW; Z.: Hin—geb-ung
$hingebungsvoll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hingebungsvoll, aufopferungsvoll, ergeben (Adj.), hingebend; E.: s. Hingebung, s. s, s. voll; L.: DW 10, 1437, EWD s. u. geben; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Hingebung und s sowie voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aufopferungsvoll oder ergeben (Adj.); F.: hingebungsvoll, hingebungsvolle, hingebungsvolles, hingebungsvollem, hingebungsvollen, hingebungsvoller(, hingebungsvollere, hingebungsvolleres, hingebungsvollerem, hingebungsvolleren, hingebungsvollerer, hingebungsvollst, hingebungsvollste, hingebungsvollstes, hingebungsvollstem, hingebungsvollsten, hingebungsvollster)+EW; Z.: hin—geb-ung-s—vol-l
$hingegen, nhd., Konj., (16. Jh.): nhd. hingegen, dagegen; E.: s. hin, s. gegen; Q.: Ende 16. Jh.; L.: DW 10, 1437, EWD s. u. hin; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. belegte und aus hin und gegen gebildete Bezeichnung für dagegen; F.: hingegen+EW; Z.: hin—gegen
Hinkel, Hünkel, nhd. (dial.), N., (8. Jh.?): nhd. Hinkel, Hünkel, Hühnchen; ne. chicken; Vw.: -; Hw.: s. Huhn; E.: s. mhd. huoniclīn, hüeniclīn, huoninclīn, huoninclī, honinchīl, st. N., Hühnlein, Hühnchen, Küken, Vogeljunges; ahd. huoniklīn*, huoniclīn*, huoninklīn*, st. N. (a), Hühnlein, Hühnchen, Küken, Vogeljunges; vgl. ahd. huon, st. N. (iz/az), Huhn, Hühnchen; germ. *hōna-, *hōnam, st. N. (a), Huhn; s. idg. kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Hinkel, DW 10, 1444, EWAhd 4, 1262, Duden s. u. Hinkel; GB.: (huoniklīn?) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und über Huhn mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches junges Huhn oder Hühnlein; BM.: singen; F.: Hinkel, Hinkels, Hinkeln, Hünkel, Hünkels, Hünkeln+EW; Z.: Hin-k-el
hinken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hinken, humpeln, schief gehenAdv.; ne. limp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hinken, st. V., hinken, lahm sein (V.); mnd. hinken, sw. V., hinken, lahm gehen, unsicher gehen, lahm sein (V.); mnl. hinken, V., hinken; ahd. hinkan*, hincan*, st. V. (3a), hinken, schwanken, fehlgehen; as. -; anfrk. -; germ. *henkan, st. V., krumm sein (V.), hinken; s. idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930 (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. hinken, Kluge s. u. hinken, DW 10, 1444, EWD s. u. hinken, EWAhd 4, 1032, Seebold 255, Duden s. u. hinken, Bluhme s. u. hinken; Son.: vgl. afries. -; ae. hincian, sw. V. (1), hinken; an. hinka, sw. V., hinken; got. -; nndl. hinken, V., hinken; nnorw. hinke, V., hinken; ai. kháñjati, V., hinkt; gr. σκάζειν (skázein), V., hinken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches infolge eines Gebrechens humpeln oder schief gehen; BM.: schief; F.: hinken, hinke, hinkst, hinkt, hinkest, hinket, hinkte, hinktest, hinkten, hinktet, gehinkt, ##gehinkt##, hinkend, ###hinkend, hinkende, hinkendes, hinkendem, hinkenden, hinkender###, hink (!)+EW; Z.: hink-en
$hinlänglich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hinlänglich, zulänglich, ausreichend, hinreichend; E.: s. hin, s. länglich; L.: EWD s. u. hin; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hin und länglich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Raum und Zeit mögliches zulänglich oder ausreichend oder hinreichend; F.: hinlänglich, hinlängliche, hinlängliches, hinlänglichem, hinlänglichen, hinlänglicher(, hinlänglichere, hinlänglicheres, hinlänglicherem, hinlänglicheren, hinlänglicherer, hinlänglichst, hinlänglichste, hinlänglichstes, hinlänglichstem, hinlänglichsten, hinlänglichster)+EW; Z.: hin—lä-ng—lich
hinnen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. hinnen, von hier weg; ne. away; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. hinnen (1), hinn, Adv., von hier fort, von hinnen, von jetzt, weg, darin, von dannen, hinweg, vorbei, jetzt, von jetzt an; mnd. henne (3), hinne*, Adv., hin, vom Standort weg, hinweg, entlang, aus, dahin, fort; mnl. hēnen, Adv., hinnen; ahd. hinān, hinan, hinnān, Adv., von hier, hin, von hier weg; ahd. hināna, Adv., von hier weg; as. hinan, Adv., von hinnen, von nun an, ferner; germ. *hina, *hinanō, Adv., von hier; vgl. idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. hinnen, Kluge s. u. hinnen, DW 10, 1458, EWD s. u. hin, EWAhd 4, 1028, Duden s. u. hinnen; Son.: gehobene Sprache; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von hier weg; BM.: dieser; F.: hinnen+EW; Z.: hi-n-n-en
$hinreißen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. hinreißen, an eine bestimmte Stelle reißen, begeistern; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. hin, s. reißen; L.: DW 10, 1664 (hinreiszen), EWD s. u. hin; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus hin und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches an eine bestimmte Stelle reißen oder begeistern; F.: hinreißen, reiße hin, reißt hin, reißen hin, reißest hin, reißet hin, riss hin, rissest hin, rissen hin, risst hin, risset hin, hingerissen, ##hingerissen, hingerissene, hingerissenes, hingerissenem, hingerissenen, hingerissener##, hinreißend, ###hinreißend, hinreißende, hinreißendes, hinreißendem, hinreißenden, hinreißender###, hinzureißen, ####hinzureißen, hinzureißend, hinzureißende, hinzureißendes, hinzureißendem, hinzureißenden, hinzureißender####, reiß (!) (1) hin+EW; Z.: hin—rei-ß-en
$hinrichten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. hinrichten, hinstrecken, ausrichten, (in Vollstreckung einer Strafe) töten; E.: s. hin, s. richten; L.: Kluge s. u. hinrichten, DW 10, 1465, EWD s. u. hin; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus hin und richten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hinstrecken oder ausrichten oder töten; F.: hinrichten, richte hin, richtest hin, richtet hin, richten hin, richtete hin, richtetest hin, richteten hin, richtetet hin, hingerichtet, ##hingerichtet, hingerichtete, hingerichtetes, hingerichtetem, hingerichteten, hingerichteter##, hinrichtend, ###hinrichtend, hinrichtende, hinrichtendes, hinrichtendem, hinrichtenden, hinrichtender###, hinzurichten, ####hinzurichten, hinzurichtend, hinzurichtende, hinzurichtendes, hinzurichtendem, hinzurichtenden, hinzurichtender####, richt (!) hin+EW; Z.: hin—rich-t-en
$Hinrichtung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hinrichtung; E.: s. hinricht(en), s. ung; L.: EWD s. u. hin; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus hinricht(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Ausrichtung oder für Tötung (als Vollstreckung eines Todesurteils); F.: Hinrichtung, Hinrichtungen+EW; Z.: Hin—rich-t-ung
$Hinsicht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hinsicht, Hinsehen, Gesichtspunkt, Blickwinkel; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. hin, s. Sichr; L.: Kluge s. u. Hinsicht, DW 10, 1476, EWD s. u. hin; GB.: seit 2. H. 18. Jh. belegte und aus hin und Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches Hinsehen oder einen Gesichtspunkt oder Blickwinkel; F.: Hinsicht, Hinsichten+EW; Z.: Hin—sich-t
$hinsichtlich, nhd., Präp., Adv. (18. Jh.): nhd. hinsichtlich, in Hinsicht, bezüglich; Q.: um 1800; E.: s. Hinsicht, s. lich; L.: Kluge s. u. hinsichtlich, DW 10, 1476, EWD s. u. hin; GB.: seit um 1800 belegte und aus Hinsicht und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in Hinsicht oder bezüglich; F.: hinsichtlich+EW; Z.: hin—sich-t-lich
hinten, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. hinten, hinter etwas befindlich; ne. behind (Adv.), back (Adv.); Vw.: -; Hw.: s. hinter; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hinden, Adv., hinten, dahinter; mnd. hinden (1), hindene, Adv., hinten, an der Rückseite, am Hinterfuß, von hinten herein, durch die Hintertür, nach hinten; ahd. hintana, Adv., hinten, jenseits; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *hindar, *hindara, Adv., Präp., hinter, hintere, Akk. N. eines alten Komparativs auf idg. *-tero, zu einem Pronomen aus den Stämmen *k-, *-en-?; L.: Kluge 1. A. s. u. hinten, Kluge s. u. hinten, EWD s. u. hinten, DW 10, 1483, EWAhd 4, 1038, Duden s. u. hinten; Son.: vgl. ae. hindan, Adv., Präp. (mit Dat.), hinten, von hinten; got. hindana, Adv., hinter, jenseits; GB.: (hintana) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches hinter etwas befindlich; BM.: ?; F.: hinten+EW; Z.: hin-t-en
hinter, nhd., Präp., (8. Jh.): nhd. hinter, dahinter, auf der Rückseite von etwas befindlich; ne. behind (Präp.), behind (Adv.), after (Präp.); Vw.: s. -fotzig; Hw.: s. hinten; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. hinder, Präp., hinter; mnd. hinder (1), Präp., hinter, nach, von ab; ahd. hintar, Präp., Präf., hinter, bei, zurück..., um..., nach hinten; as. hindiro, Adj. (Komp.), hintere; germ. *hindar, *hindara, Adv., Präp., hinter, hintere, Akk. N. eines alten Komparativs auf idg. *-tero, zu einem Pronomen aus den Stämmen *k-, *-en-?; L.: Kluge 1. A. s. u. hinter, Kluge s. u. hinter, DW 10, 1486, EWD s. u. hinter, EWAhd 4, 1041, EWAhd 4, 1045, Falk/Torp 87, Duden s. u. hinter, Bluhme s. u. hinter; Son.: vgl. afries. hindera, Adv., dahinter, hinter; ae. hinder, Adv., hinter, hinten, nach, zurück; an. -; got. hindar, Präp., hinter, jenseits, über; GB.: seit 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Zeit und Raum mögliches hinter oder dahinter oder auf der Rückseite von etwas befindlich; BM.: ?; F.: hinter, hinterm, hinters+EW; Z.: hin-t-er
$Hinterbliebene, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hinterbliebene; E.: s. hinterblieben, s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. bleiben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hinterbleiben bzw. hinterblieben und e gebildete Bezeichnung für eine (nach dem Tode eines anderen Menschen) zurückgebliebene Frau; F.: Hinterbliebene, Hinterbliebenen+EW; Z.: Hin-t-er-b-lie-b-en-e
$Hinterbliebener, Hinterbliebene, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hinterbliebener; L.: Kluge s. u. bleiben, EWD s. u. bleiben; GB. seit 18. Jh. belegte und aus hinterbleiben bzw. hinterblieben und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen (nach dem Tode eines anderen Menschen) zurückgebliebene Menschen (oder Mann); F.: Hinterbliebener, Hinterbliebenen, Hinterbliebene+EW; Z.: Hin-t-er-b-lie-b-en-er
$Hintere, nhd., M.: nhd. Hintere, hinterer Teil eines Leibes, Gesäß; Hw.: s. Hintern; E.: s. hinter, s. e; L.: Kluge s. u. hinter, DW 10, 1500; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus hinter und e gebildete Bezeichnung für den hinteren Teil des Leibes eines höheren Lebewesens oder das Gesäß; F.: Hintere, Hinterer, Hinteren+EW; Z.: Hin-t-er-e
hinterfotzig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hinterfotzig, hinterhältig, hinterlistig; ne. underhand; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft nicht sicher geklärt; Vorderglied s. hinter; Hinterglied vielleicht von einem fotzeln, sw. V., frotzeln; vgl. nhd. (bair.) Fotz, Sb., Mund; L.: Kluge s. u. hinterfotzig, fehlt DW, Duden s. u. hinterfotzig; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft nicht sicher geklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches hinterhältig oder hinterlistig; BM.: Mund?; F.: hinterfotzig, hinterfotzige, hinterfotziges, hinterfotzigem, hinterfotzigen, hinterfotziger(, hinterfotzigere, hinterfotzigeres, hinterfotzigerem, hinterfotzigeren, hinterfotzigerer, hinterfotzigst, hinterfotzigste, hinterfotzigstes, hinterfotzigstem, hinterfotzigsten, hinterfotzigster)+EW; Z.: hin-t-re-fotz-ig
$Hinterfotze, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Hinterfotze, hinterhältige Frau; E.: s. hinterfotz(ig), s. e; L.: Kluge s. u. hinterfotzig, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus hinterfotz(ig) und e gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche hinterhältige oder hinterlistige Frau; F.: Hinterfotze, Hinterfotzen+EW; Z.: Hin-t-er-fotz-e
$hintergehen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. hintergehen, von hinten angehen, überrumpeln, betrügen; E.: s. hinter, s. gehen; L.: Kluge s. u. hintergehen, DW 10, 1502, EWD s. u. gehen; GB.: (hindergān) seit um 1230 belegte und aus hinter und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches von hinten und damit heimlich angehen, überrumpeln, betrügen; F.: hintergehen, hintergehe, hintergehst, hintergeht, hintergehest, hintergehet, hinterging, hintergingst, hintergingen, hintergingt, hintergingest, hinterginget, hintergangen, ##hintergangen, hintergangene, hintergangenes, hintergangenem, hintergangenen, hintergangener, hintergehend, ###hintergehend, hintergehende, hintergehendes, hintergehendem, hintergehenden, hintergehender###, hintergeh (!)+EW; Z.: hin-t-er—geh-en
$Hintergrund, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hintergrund; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. hinter(e), s. Grund; L.: DW 10, 1503, EWD s. u. hinter; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus hinter(e) und Grund gebildete Bezeichnung für den hinteren Teil des Grundes in Gegensatz zu dem Vordergrund; F.: Hintergrund, Hintergrundes, Hintergrunds, Hintergründe, Hintergründen+EW; Z.: Hin-t-er-gru-n-d
$hintergründig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hintergründig, den Hintergrund betreffend; Q.: um 1920; E.: s. Hintergrund, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. hinter; GB.: seit um 1920 belegte und aus Hintergrund und ig gebildete Bezeichnung für den Hintergrund betreffend; F.: hintergründig, hintergründige, hintergründiges, hintergründigem, hintergründigen, hintergründiger(, hintergründigere, hintergründigeres, hintergründigerem, hintergründigeren, hintergründigerer, hintergründigst, hintergründigste, hintergründigstes, hintergründigstem, hintergründigsten, hintergründigster)+EW; Z.: hin-t-er-grü-n-d-ig
$Hinterhalt, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Hinterhalt, Rückhalt, Zurückhaltung, Versteck, Überraschungsangriff; E.: s. hinter, s. Halt; L.: Kluge s. u. Hinterhalt, DW 10, 1504, EWD s. u. hinter; GB.: vielleicht seit 1480 belegte und aus hinter und Halt gebildete Bezeichnung für einen Rückhalt oder eine Zurückhaltung oder ein Versteck oder einen Überraschungsangriff; F.: Hinterhalt, Hinterhalts, Hinterhaltes, Hinterhalte, Hinterhalten+EW; Z.: Hin-t-er—hal-t
$hinterhältig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hinterhältig, einen Hinterhalt betreffend; E.: s. Hinterhalt, s. ig; L.: DW 10, 1506 (hinterhaltig), EWD s. u. hinter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hinterhalt und ig gebildete Bezeichnung für einen Hinterhalt betreffend; F.: hinterhältig, hinterhältige, hinterhältiges, hinterhältigem, hinterhältigen, hinterhältiger(, hinterhältigere, hinterhältigeres, hinterhältigerem, hinterhältigeren, hinterhältigerer, hinterhältigst, hinterhältigste, hinterhältigstes, hinterhältigstem, hinterhältigsten, hinterhältigster)+EW; Z.: hin-ter—häl-t-ig
$hinterher, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. hinterher, nachher, danach; E.: s. hinter, s. her; L.: DW 10, 1507, EWD s. u. hinter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hinter und her gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nachher oder danach; F.: hinterher+EW; Z.: hin-ter—her
$Hinterland, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Hinterland, Umland; E.: s. hinter, s. Land; L.: DW 10, 1509, EWD s. u. hinter; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus hinter und Land gebildete Bezeichnung für hinter etwas wie beispielsweise einer Stadt liegendes Land oder Umland; F.: Hinterland, Hinterlandes, Hinterlands+EW; Z.: Hin-ter—lan-d
$hinterlassen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. hinterlassen, zurücklassen, verlassen (V.); E.: s. hinter, s. lassen; L.: Kluge s. u. hinterlassen, DW 10, 1509, EWD s. u. lassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hinter und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zurücklassen oder verlassen (V.); F.: hinterlassen, hinterlasse, hinterlässt, hinterlasst, hinterlassest, hinterlasset, hinterließ, hinterließest, hinterließt, hinterließen, hinterließet, ##hinterlassen, hinterlassene, hinterlassenes, hinterlassenem, hinterlassenen, hinterlassener##, hinterlassend, ###hinterlassend, hinterlassende, hinterlassendes, hinterlassendem, hinterlassenden, hinterlassender###, hinterlass (!)+EW; Z.: hin-t-er—la-ss-en
$Hinterlassenschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hinterlassenschaft, Zurückgelassenes, Nachlass, Erbe (N.); E.: s. hinterlassen, s. schaft; L.: DW 10, 1510, EWD s. u. lassen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hinterlassen und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Zurückgelassenes oder Nachlass oder Erbe (N.); F.: Hinterlassenschaft, Hinterlassenschaften; Z.: Hin-ter—la-ss-en—schaf-t
$Hinterlist, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Hinterlist, Arglist, Hinterhalt; E.: s. hinter, s. List; L.: DW 10, 1511, EWD s. u. hinter, List; GB.: (hinderlist) seit um 1173 belegte und aus hinter und List gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Arglist oder Hinterhalt; F.: Hinterlist, Hinterlisten+EW; Z.: Hin-ter—lis-t
$hinterlistig, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. hinterlistig, arglistig, hinterhältig; E.: s. Hinterlist, s. ig; L.: DW 10, 1511, EWD s. u. hinter; GB.: (hinderlistic) seit vor 1150 belegte und aus Hinterlist und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches arglistig oder hinterhältig; F.: hinterlistig, hinterlistige, hinterlistiges, hinterlistigem, hinterlistigen, hinterlistiger(, hinterlistigere, hinterlistigeres, hinterlistigerem, hinterlistigeren, hinterlistigerer, hinterlistigst, hinterlistigste, hinterlistigstes, hinterlistigstem, hinterlistigsten, hinterlistigster)+EW; Z.: hin-ter—lis-t-ig
$Hintern, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hintern, Hintere; Hw.: s. Hintere; E.: s. hinter(e), s. n; L.: Kluge s. u. hinter, DW fehlt, EWD s. u. hinter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hinter(e) und n gebildete Bezeichnung für den hinteren Teil des Leibes eines höheren Lebewesens oder das Gesäß; F.: Hintern, Hinterns+EW; Z.: Hin-t-er-n
$hinterrücks, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. hinterrücks, hinter dem Rücken, heimlich; E.: s. hinter, s. Rück(en), s. s; L.: Kluge s. u. hinterrücks, DW 10, 1514, EWD s. u. hinter; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus hinter und Rück(en) (M.) sowie s gebildete Bezeichnung für hinter dem Rücken und deshalb heimlich; F.: hinterrücks+EW; Z.: hin-t-er—rück-s
$Hintersass, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Hintersass; Hw.: s. Hintersasse; E.: s. hinter, s. Sass; L.: Kluge s. u. Hintersass, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus hinter und Sass gebildete Bezeichnung für einen abhängigen Bauern; F.: Hintersass, Hintersassen+EW; Z.: Hin-t-er—sass
$Hintersasse, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hintersasse; Hw.: s. Hintersass; L.: Kluge s. u. Hintersaß, DW 10, 1514, DW 10EWD s. u. hinter; GB.: (hindersæze) vielleicht seit 1293 belegte und aus hinter und Sasse gebildete Bezeichnung für einen abhängigen Bauern; F.: Hintersasse, Hintersassen+EW; Z.: Hin-t-er—sass-e
$Hintertreffen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Hintertreffen, hintere Schlachtlinie, Rückstand; E.: s. hinter, s. Treffen; L.: Kluge s. u. Hintertreffen, DW 10, 1522 (hintere Abtheilung eines Heeres in der Schlacht), EWD s. u. hinter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hinter und Treffen gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche hintere Schlachtlinie oder einen Rückstand; F.: Hintertreffen, Hintertreffens+EW; Z.: Hin-t-er—treff-en
$Hinterwäldler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hinterwäldler; E.: s. hinter, s. Wald, s. (e)l, s. er (Suff.): L.: Kluge s. u. Hinterwäldler, DW 10, 1523, EWD s. u. hinter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hinter und Wald sowie (e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen und hinter dem Wald wohnenden und deswegen rückständigen Menschen; F.: Hinterwäldler, Hinterwäldlers, Hinterwäldlern+EW; Z.: Hin-t-er—wäl-d-l-er
$hinweg, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. hinweg, weg, fort, vorbei; E.: s. hin, s. weg; L.: DW 10, 1535, EWD s. u. hin; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus hin und weg gebildete Bezeichnung für weg oder fort oder vorbei; F.: hinweg+EW; Z.: hin-weg
Hinz und Kunz, nhd., Redewendung, (15. Jh.): nhd. Hinz und Kunz, jeder beliebige Mensch, jedermann; ne. every Tom Dick and Harry; Vw.: -; Hw.: s. Hein, s. Kunz; Q.: 15. Jh.; E.: von den PN Heinz (Heinrich)und Konrad; s. nhd. Heinz, M.=PN, Heinz; Kurzform von Heinrich; wohl letztlich von germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *rīkja-, rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); nhd. Konrad, M.=PN, Konrad; mhd. Kuonrāt, M.=PN, Konrad; germ. *kōni-, *kōniz, *kōnni-, *kōnniz, Adj., erfahren (Adj.), klug, kühn; germ. *kōnja-, *kōnjaz, Adj., erfahren (Adj.), kühn, klug; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); germ. *rada-, *radaz, st. M. (a), Rat, Mittel, Vorrat, PN? (5. Jh.); s. germ. *rēdi-, *rēdiz, *rǣdi-, *rǣdiz, st. M. (i), Rat, Hilfe; vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten (V.), überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Hinz und Kunz, Duden s. u. Hinz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Hinz und Kunz gebildete Bezeichnung für jeden beliebigen Menschen oder jedermann; BM.: PN; F.: Hinz und Kunz+EW; Z.: Hin-z und Kun-z
Hiob, nhd., M.: Hw. : s. Hiobsbotschaft, Hiobspost
Hiobsbotschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hiobsbotschaft, Hiobspost, Schreckensbotschaft, schlechte Botschaft, schlechte Nachricht; ne. Job‘s post, jeremiad, bad news; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Hiob, M.=PN, Hiob; hebr. אִיּוֹב (Ijōḅ/Ijov), PN, Hiob; Hinterglied Botschaft s. nhd. Bote; L.: Kluge s. u. Hiobspost, fehlt DB, EWD s. u. Hiobspost, Duden s. u. Hiobsbotschaft; Son.: vgl. nndl. jobstijding, Sb., Hiobsbotschaft; nschw. jobspost, Sb., Hiobsbotschaft; nnorw. jobspost, M., Hiobsbotschaft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hiob und s sowie Botschaft gebildete Bezeichnung für eine Schreckensbotschaft oder eine schlechte Botschaft oder schlechte Nachricht; BM.: PN nach der Gestalt des Hiob der in dem Alten Testament Schweres zu erdulden hatte; F.: Hiobsbotschaft, Hiobsbotschaften+FW+EW; Z.: Hiob-s—bot-schaf-t
$Hiobspost, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hiobspost, Hiobsbotschaft; E.: s. Hiob, s. s, s. Post; L.: Kluge s. u. Hiobspost, DW 10, 1552, EWD s. u. Hiobspost; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hiob und s sowie Post gebildete Bezeichnung für eine schlechte Post oder Botschaft oder schlechte Nachricht; F.: Hiobspost, Hiobsposten+FW(+EW?); Z.: Hiob-s—po-s-t
hip, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hip, modern, angesagt; ne. hip (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Hipster; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hip; E.: s. ne. hip, Adj., hip, modern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. hip; GB.: seit (20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für modern oder angesagt; BM.: modern?; F.: hip, hipe, hipes, hipem, hipen, hiper(, hipere, hiperes, hiperem, hiperen, hiperer, hipst, hipste, hipstes, hipstem, hipsten, hipster)+FW; Z.: hip
Hippe (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hippe (F.) (1), Sichelmesser; ne. bill-hook, scythe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh.; E.: s. mhd. hipe, hippe, F., Hippe (F.) (1), Waffel; mnd. hēpe, hepe, heppe, heipe, F., Hippe, krummes Messer (N.) zu dem Beschneiden der Bäume; mnl. hepe, F., Hippe (F.) (1); ahd. habba*, heppa, hābba*, happa*, sw. F. (n), Rebmesser, Gartenmesser, Sense, Hippe (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *habbō, *hebbō, *heppō, *habjō, *hebjō, *hepjō, st. F. (ō), Messer (N.), Hippe (F.) (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Hippe 1, Kluge s. u. Hippe 1, DW 10, 1552, EWD s. u. Hippe, EWAhd 4, 958, Duden s. u. Hippe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein sichelartiges Messer (Sichelmesser) für Gärtner und Winzer; BM.: ?; F.: Hippe, Hippen+EW; Z.: Hipp-e
Hippe (2), Heppe, Happe, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Hippe (F.) (2), Ziege; ne. goat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl von Habergeiß (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hippe 2, Kluge s. u. Hippe 2, DW 10, 1552, Duden s. u. Hippe; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht von Habergeiß abgeleitete Bezeichnung für eine Ziege beziehungsweise eine hässliche und streitsüchtige Frau; BM.: Bock?; F.: Hippe, Hippen, Heppe, Heppen, Happe, Happen+EW; Z.: Hipp-e
Hippie, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hippie, Blumenkind; ne. hippie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1960-1970; I.: Lw. ne. hippie; E.: s. ne. hippie, hippy, M., Hippie; vgl. ne. hip, Adj., hip, modern, informiert; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Hippie, fehlt DW, Duden s. u. Hippie; Son.: vgl. nndl. hippie, Sb., Hippie; frz. hippie, M., Hippie; nschw. hippie, Sb., Hippie; nnorw. hippie, M., Hippie; poln. hipis, M., Hippie; kymr. hipi, M., Hippie; lit. hipis, M., Hippie; GB.: seit 1960-1970 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit hip verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen das natürliche und friedfertige Zusammenleben in der Art der Jugendbewegung der 1960er/1970er Jahre weltweit propagierenden zumeist jungen Menschen; BM.: modern; F.: Hippie, Hippies+FW; Z.: Hip-p-ie
Hippotherapie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hippotherapie, Therapie mit Pferden; ne. hippotherapy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἵππος (híppos), M., Pferd; idg. *ek̑u̯os, M., Pferd, Pokorny 301 (444/25) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.?); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Therapie; L.: Kluge s. u. Hippotherapie, fehlt DW; Son.: vgl. poln. hipoterapia, F., Hippotherapie; lit. hipoterapija, F., Hippotherapie; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte Bezeichnung für eine Therapie mit Pferden bei der bestimmte körperliche Schäden und Behinderungen durch therapeutisches Reiten behandelt werden; BM.: Pferd, Pfleger; F.: Hippotherapie, Hippotherapien+FW(+EW?); Z.: Hip-p-o—therap-ie
Hipster, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hipster, Jazzfan; ne. hipster; Vw.: -; Hw.: s. hip; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hipster; E.: s. ne. hipster, N., Hipster; vgl. ne. hip, Adj., hip, modern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hipster; Son.: vgl. nndl. hipster, M., Hipster; frz. hipster, M., Hipster; nschw. hipster, Sb., Hipster; nnorw. hipster, M., Hipster; poln. hipster, M., Hipster; kymr. hipster, M., Hipster; nir. hiopstar, M., Hipster; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie jenseits von hip wohl ungeklärte Bezeichnung für einen zu einer urbanen Subkultur gehörenden jungen Menschen mit ausgefallener Kleidungsweise und einem individualistischen Lebensstil; BM.: modern; F.: Hipster, Hipsters, Hipstern+FW; Z.: Hip-st-er
Hirn, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Hirn, Gehirn; ne. brain (N.); Vw.: -; Hw.: Ge-; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hirne, hirn, hieren, st. N., Hirn, Kopf, Schädel, Stirn, Gehirn, Verstand, Gemüt; mnd. hērne, harne, N., F., Hirn, Gehirn; mnl. hērne, N., F., Hirn; ahd. hirn, st. N. (a), Hirn, Gehirn; ahd. hirni, st. N. (ja), Hirn, Gehirn; as. -; anfrk. -; germ. *hernja, *herzni, *herzniz, *hersni, *hersniz, *hirsni, *hirsniz, *hirzni, *hirzniz, Sb., Hirn, Gehirn, zu germ. *hersō-, *hersōn, *hersa-, *hersan, sw. M. (n), Schädel; idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hirn, Kluge s. u. Hirn, EWD s. u. Hirn, DW 10, 1555, EWAhd 4, 1058, Falk/Torp 76, Duden s. u. Hirn, Bluhme s. u. Hirn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; ? an. hjarni, sw. M. (n), Gehirn; an. hjarsi, sw. M. (n), Scheitel; got. -; nndl. hersenen, Sb., Hirn; nschw. hjärna, Sb., Hirn; nnorw. hjerne, M., Hirn; gr. κρανίον (kraníon), N., Schädel; lat. cerebrum, N., Hirn, Gehirn; GB.: (hirn) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in dem Kopf höherer Tiere und des Menschen befindlichen aus einer weichen und zu etwa 60 Prozent aus Fett bestehenden und an der Oberfläche reliefartige Windungen aufweisenden und in nicht wirklich bekannter Weise wirkenden Gewebemasse mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen und rund einer Billion Stützzellen bestehenden Teil des Zentralnervensystems des Menschen und der Wirbeltiere als Mittelpunkt für Assoziationen und Instinkte sowie Gedächtnis und Lernen sowie Denken und vielleicht auch Sehen und Hören sowie Sprechen; BM.: Kopf?; F.: Hirn, Hirns, Hirnes, Hirne, Hirnen+EW; Z.: Hir-n
$Hirngespinst, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Hirngespinst, ein Gedankengebilde, eine Einbildung; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Hirn, s. Gespinst; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hirn; Son.: aus der Redensart das Hirn erspinnt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hirn und Gespinst gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches in dem Gehirn entstehendes der Wirklichkeit eher zuwiderlaufendes Gedankengebilde oder eine Einbildung; F.: Hirngespinst, Hirngespinstes, Hirngespinsts, Hirngespinste, Hirngespinsten+EW; Z.: Hir-n—ge—spin-st
$hirnverbrannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. hirnverbrannt, unsinnig, verrückt; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Hirn, s. verbrannt; L.: DW 10, 1562, EWD s. u. Hirn; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und nach frz. cerveau brûlé aus Hirn und verbrannt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unsinnig oder verrückt; F.: hirnverbrannt, hirnverbrannte, hirnverbranntes, hirnverbranntem, hirnverbrannten, hirnverbrannter(, hirnverbranntere, hirnverbrannteres, hirnverbrannterem, hirnverbrannteren, hirnverbrannterer, hirnverbranntest, hirnverbrannteste, hirnverbranntestes, hirnverbranntestem, hirnverbranntesten, hirnverbranntester)+EW; Z.: hir-n—ver—bran-n-t
Hirsch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hirsch, Rothirsch; ne. stag, hart; Vw.: s. Dam-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hirz, st. M., Hirsch; mnd. herte (2), harte, hert, herd, N., M., Hirsch, Hirsch als Wildbret, Hirschbraten; mnl. hert, M., Hirsch; ahd. hiruz, hirz, st. M. (a?, i?), Hirsch, Hirschbock; as. *hirut?, st. M. (a?, i?), Hirsch; anfrk. hirot 1, st. M. (a), Hirsch; germ. *heruta-, *herutaz, st. M. (a), Hirsch; s. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hirsch, Kluge 1. A. s. u. Hirsch, Kluge s. u. Hirsch, DW 10, 1563, EWD s. u. Hirsch, EWAhd 4, 1067, Falk/Torp 76, Duden s. u. Hirsch, Bluhme s. u. Hirsch; Son.: vgl. afries. hert, st. M. (a), Hirsch; ae. heorot, heorut, heort (2), st. M. (a), Hirsch; an. hjǫrtr, st. M. (a), Hirsch, PN; got. -; nndl. hert, Sb., Hirsch; nschw. hjort, Sb., Hirsch; nnorw. hjort, M., Hirsch; av. srū, sruuā-, Sb., Horn; lat. cervus, M., Hirsch; kymr. carw, M., Hirsch; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich seit rund 20 Millionen Jahren mögliches mittelgroßes wiederkäuendes Säugetier mit glattem und braunem Fell und kurzem Schwanz dessen männliche Tiere ein Geweih tragen; BM.: Horn; F.: Hirsch, Hirschs, Hirsches, Hirsche, Hirschen+EW; Z.: Hir-sch
$Hirschfänger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hirschfänger; E.: s. Hirsch, s. Fänger; L.: Kluge s. u. Hirschfänger, DW 10, 1566, EWD s. u. Hirsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hirsch und Fänger gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Seitengewehr von Jägern für (das Fangen oder) Töten von Hirschen; F.: Hirschfänger, Hirschfängers, Hirschfängern+EW; Z.: Hir-sch—fä-n-g-er
$Hirschhorn, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Hirschhorn; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. Hirsch, s. Horn; L.: DW 10, 1567, EWD s. u. Hirsch; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus Hirsch und Horn gebildete Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich vor rund 20 Millionen Jahren mögliche Horn oder Geweih des Hirsches und daraus von Menschen entwickelte und verwendete Mittel wie Hirschhornsalz; F.: Hirschhorn, Hirschhornes, Hirschhorns, Hirschhörner, Hirschhörnern+EW; Z.: Hir-sch-hor-n
$Hirschhornsalz, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hirschhornsalz; E.: s. Hirschhorn, s. Salz; L.: Kluge s. u. Hirschhornsalz, DW 10, 1567; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hirschhorn und Salz gebildete Bezeichnung für ein von Menschen (ursprünglich) aus Hirschhorn (Hirschgeweih und Knochen sowie Hufen) hergestelltes und als Backtriebsmittel verwendetes Salz (Ammoniumhydrogenkarbonat NH4HCO3); F.: Hirschhornsalz+EW; Z.: Hir-sch—hor-n—sa-l-z
$Hirschkäfer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hirschkäfer; E.: s. Hirsch, s. Käfer; L.: Kluge s. u. Hirschkäfer, DW 10, 1568, EWD s. u. Hirsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hirsch und Käfer gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen entfernt einem Hirsch ähnelnden mittelgroßen Käfer; F.: Hirschkäfer, Hirschkäfers, Hirschkäfern+EW; Z.: Hir-sch—käf-er
Hirse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hirse, ein Getreide; ne. millet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hirse (2), st. F., sw. F., Hirse; mnd. herse, F., Hirse; mnl. herse, heerse, F., Hirse; ahd. hirsi, st. M. (ja), Hirse, Echte Hirse; ahd.? hirsa*, F. (?), Hirse; ahd. hirso, sw. M. (n), Hirse; as. -; anfrk. -; germ. *hersja-, *hersjaz, st. M. (a), Hirse; s. idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hirse, Kluge s. u. Hirse, DW 10, 1571, EWD s. u. Hirse, EWAhd 4, 1062, Falk/Torp 80, Duden s. u. Hirse, Bluhme s. u. Hirse; Son.: vgl. an. hirsi, N., Hirse; nndl. gierst, F., Hirse; nschw. hirs, Sb., Hirse; nnorw. hirse, M., Hirse; arm. ser, Sb., Abkunft, Geschlecht; gr. κόρος (kóros), M., Sättigung, Sattsein; lat. Cerēs, F.=PN, Ceres, Göttin der fruchttragenden Erde, Korn, Getreide; lit. sérti, V., füttern; GB.: seit dem 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche nahrhafte Getreideart mit ährenähnlicher Rispe und kleinen runden Körnern; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Hirse, Hirsen+EW; Z.: Hir-s-e
$Hirsebrei, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Hirsebrei; E.: s. Hirse, s. Brei; L.: EWD s. u. Hirse; GB.: seit um 1272 (hirsebrīn?, hirsebrīe?) belegte und aus Hirse und Brei gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit 5000 Jahren entwickelten und verwendeten Brei aus Hirse; F.: Hirsebrei, Hirsebreis, Hirsebreies, Hirsebreie, Hirsebreien+EW; Z.: Hir-s-e—brei
Hirte, Hirt, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hirte, Hirt, Tierhüter; ne. shepherd, herder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hirte, hirt, herte, st. M., sw. M., Hirte; mhd. hirt, st. M., Hirt, Hirte; mnd. hirde (1), M., Hirt, Hirte, Hüter, Viehhüter, Beschützer; mnl. herde, M., Hirte; ahd. hirti, hirt, st. M. (ja), Hirt, Hirte, Hüter, Wächter, Schafhirte, Schäfer, Schutzherr, Seelsorger, Herrscher; as. hirdi, st. M. (ja), Hirt, Hirte, Hüter, Viehhüter, Herr; anfrk. hirdi*, st. M. (ja), Hirt, Hirte; germ. *herdja-, *herdjaz, st. M. (a), Hirte; s. idg. *k̑erdʰo-, Sb., *k̑erdʰā, F., Reihe, Herde, Pokorny 579 (892/124) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hirte, Kluge s. u. Hirt, DW 10, 1572, EWD s. u. Hirt, DW 10, 1714, EWAhd 4, 1065, Duden s. u. Hirt, Bluhme s. u. Hirte; Son.: vgl. afries. herdere, st. M. (ja), Hirt, Hirte; nfries. herder, M., Hirt, Hirte; ae. hierde, hirde, hyrde, hiorde, heorde, st. M. (ja), Hirt, Hirte, Wächter; an. hirðir (1), st. M. (ja), Hirt, Hirte; got. haírdeis, st. M. (ja), Hirt, Hirte; nndl. herder, Sb., Hirte; nschw. herde, Sb., Hirte; nnorw. hyrde, M., Hirte; ? lit. kerdzius, M., Oberhirte; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit 10000 Jahren infolge Arbeitsteilung möglichen eine Herde Tiere hütenden Menschen; BM.: Herde; F.: Hirt, Hirte, Hirten+EW; Z.: Hirt-e
$Hirtentäschel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hirtentäschel; E.: s. Hirte, s. n, s. Täschel; L.: Kluge s. u. Hirtentäschel; GB.: seit 19. Jh. belegte und (vielleicht nach lat. capsella bursa pastoris) aus Hirt(e) und (e)n sowie Täschel gebildete Bezeichnung für eine kleine Pflanze mit taschenähnlichen oder täschelähnlichen winzigen Früchten oder Samen; F.: Hirtentäschel, Hirtentäschels, Hirtentäscheln+EW; Z.: Hirt-en—tä-sch-el
hissen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hissen, hochziehen; ne. hoist (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hissen, sw. V., mit einer Leine hochziehen, aufziehen; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. hissen, Kluge s. u. hissen, DW 10, 1579, EWD s. u. hissen, Duden s. u. hissen, Bluhme s. u. hissen; Son.: vgl. nndl. hijsen, V., hissen; nschw. hissa, V., hissen; nnorw. heise, V., hissen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend mittelniederdeutsch gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes (ein Segel oder eine Fahne mit einer Leine) hochziehen; BM.: lautmalend?; F.: hissen, hisse, hissst (!), hisst, hissest, hisset, hisste, hisstest, hissten, hisstet, gehisst, ##gehisst, gehisste, gehisstes, gehisstem, gehissten, gehisster##, hissend, ###hissend, hissende, hissendes, hissendem, hissenden, hissender###, hiss (!)+EW; Z.: hiss-en
Histamin, nhd. N., (20. Jh.): nhd. Histamin, ein Gewebshormon; ne. histamine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἱστίον (histíon), N., Segel, Gewebe; vgl. gr. ἱστός (histós), M., Ständer, Mast (M.), Mastbaum, Webstuhl; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀμμωνιακός (ammōniakós), M., ein pflanzliches Gummiharz aus Libyen; vgl. gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: Kluge s. u. Histamin, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. histamine, Sb., Histamin; frz. histamine, M., Histamin; nschw. histamin, N., Histamin; nnorw. histamin, N., Histamin; kymr. histamin, M., Histamin; nir. histeaimín, M., Histamin; poln. histamina, F., Histamin; lit. histaminas, M., Histamin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Körper aus Histidin gebildetes als Botenstoff für Blutdruck oder Magensaft oder Darmtätigkeit oder Zellwachstum oder Schlaf-Wach-Rhythmus oder Gedächtnisfähigkeit wichtiges Hormon; BM.: stehen, Ammon; F.: Histamin, Histamins, Histamines, Histamine, Histaminen+FW; Z.: hist-am-in
histo..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. histo..., Gewebe betreffend; ne. histo...; Vw.: s. -logie-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἱστός (histós), gr., M., „Ständer“, Mast (M.), Mastbaum, Webstuhl; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1074; Son.: vgl. nndl. histo..., Präf., histo...; frz. histo..., Präf., histo...; nschw. histo..., Präf., histo...; nnorw. histo..., Präf., histo...; poln. histo..., Präf., histo...; kymr. histo..., Präf., histo...; nir. histeo..., Präf., histo...; lit. histo..., Präf., histo...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und als Bestimmungswort in Gewebe betreffenden Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung; F.: histo...+FW; Z.: hist-o-
Histologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Histologie, Wissenschaft von den Geweben; ne. histology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἱστός (histós), gr., M., Ständer, Mast (M.), Mastbaum, Webstuhl; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Histologie, Duden s. u. Histologie; Son.: vgl. nndl. histologie, Sb., Histologie; frz. histologie, F., Histologie; nschw. histologi, Sb., Histologie; nnorw. histologi, Sb., Histologie; poln. histologia, F., Histologie; kymr. histoleg, F., Histologie; nir. histeolaíocht, F., Histologie; lit. histologija, F., Histologie; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus histo und logie aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von dem Bau der Gewebe in Lebewesen; BM.: stehen, sammeln; F.: Histologie+FW(+EW); Z.: Hist-o-log-ie
$Histörchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Histörchen, Anekdote; E.: s. Histor(ie), s. chen; L.: DW 10, 1580, EWD s. u. Historie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Histor(ie) und chen gebildete Bezeichnung für eine kleine von Menschen geschaffene und verwendete Geschichte oder Anekdote; F.: Histörchen, Histörchens+FW+EW; Z.: Hi-stör—chen
Historie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Historie, Geschichte; ne. history; Vw.: -; Hw.: s. Historiker, historisch, Story; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. histōrje, F., Historie, Geschichte; mhd. istörje, istōrie, istōrje, F., „Historie“, Geschichte, Erzählung, Legende; mnd. histōrie, F., Historie, Geschichte, Vorgeschichte, Geschichtsdarstellung, Weltgeschichte; lat. historia, Kunde (F.), Kenntnis, Erzählung, Geschichte, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἱστορία (historía), F., Geschichte; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Historie, DW 10, 1580, EWD s. u. Historie, Duden s. u. Historie; Son.: vgl. nndl. historie, Sb., Historie; frz. histoire, F., Historie; nschw. historia, Sb., Historie; nnorw. historie, M., F., Geschichte; poln. historia, F., Geschichte; nir. stair, F., Historie; lit. istorija, F., Historie, Geschichte; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für die (Weltgeschichte oder) Geschichte; BM.: sinnlich wahrnehmen; F.: Historie, Historien+FW(+EW); Z.: Hi-stor-ie
Historiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Historiker, Geschichtswissenschaftler, Geschichtsforscher, Geschichtsschreiber; ne. historian; Vw.: -; Hw.: s. Historie, historisch, Story; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. historicus; E.: s. lat. historicus (2), M., Geschichtsforscher, Geschichtskundiger, Geschichtsschreiber, (81-43 v. Chr.); gr. ἱστορικός (historikós), M., Geschichtsschreiber; vgl. gr. ἱστορία (historía), F., Geschichte; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Historie, EWD s. u. Historiker, Duden s. u. Historiker; Son.: vgl. nndl. historicus, Sb., Historiker; frz. historien, M., Historiker; nschw. historiker, Sb., Historiker; nnorw. historiker, M., Historiker; poln. historyk, M., Historiker; lit. istorikas, M., Historiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich mit der Geschichte (oder der Vergangenheit) beschäftigenden Sachkenner oder Wissenschaftler (Geschichtsforscher, Geschichtsschreiber); BM.: sinnlich wahrnehmen; F.: Historiker, Historikers, Historikern+FW(+EW); Z.: Hi-stor-ik-er
historisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. historisch, vergangen, geschehen (Adj.), geschichtlich; ne. historic, ancient; Vw.: -; Hw.: s. Historie, Historiker, Story; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. historicus; E.: s. lat. historicus (1), Adj., historisch, geschichtlich, Geschichte betreffend, auf Tatsachen beruhend, historisch bezeugt, (81-43 v. Chr.); ἱστορικός (historikós), Adj., geschichtlich, historisch, geschichtskundig; vgl. gr. ἱστορία (historía), F., Geschichte; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Historie, DW 10, 1580, EWD s. u. Historie, Duden s. u. historisch; Son.: vgl. nndl. historisch, Adj., historisch; frz. historique, Adj., historisch; nschw. historisk, Adj., historisch; nnorw. historisk, Adj., historisch; poln. historyczny, Adj., historisch; nir. staire, Adj., historisch; lit. istoriškas, Adj., historisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vergangen oder geschehen (Adj.) oder geschichtlich; BM.: sinnlich wahrnehmen; F.: historisch, historische, historisches, historischem, historischen, historischer(, historischere, historischeres, historischerem, historischeren, historischerer, historischst, historischste, historischstes, historischstem, historischsten, historischster)+FW+EW; H.: hi-stor-isch
Hit, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hit, Erfolgreiches, Erfolg; ne. hit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. hit; E.: s. ne. hit, N., Hit, Stoß, Treffer; vgl. ne. hit, V., schlagen, treffen; ae. hittan, sw. V. (1), treffen; germ. *hitt-, sw. V., auf etwas treffen; idg. *keid-?, V., fallen, Pokorny 542 (832/64) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Hit, fehlt DW, EWD s. u. Hit, Duden s. u. Hit; Son.: vgl. nndl. hit, Sb., Hit; frz. hit, M., Hit; nschw. hit, Sb., Hit; nnorw. hit, M., Hit; poln. hit, M., Hit; lit. hitas, M., Hit; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (besonders) erfolgreiches Erzeugnis oder einen Erfolg; BM.: fallen?; F.: Hit, Hits+FW; Z.: Hit
$Hitparade, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hitparade; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Hit, s. Parade; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hit; GB.: seit Mitte 20. Jh. (1969-2000) belegte und aus Hit und Parade gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besondere Musiksendung von Musikerfolgen; F.: Hitparade, Hitparaden+FW; Z.: Hit—par-ad-e
Hitze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hitze, Glut, Wärme; ne. heat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. hitze, st. F., sw. F., Hitze, heiße Behandlung des Erzes, Ausrösten, Fieber, Flamme; mnd. hitte, F., Hitze, heiße Luft, Hitzigkeit, Eifer, Glut, Liebesglut; mnd. hütte (2), F., Hitze, heiße Luft, Hitzigkeit, Eifer, Glut, Liebesglut; mnl. hitte, F., Hitze; ahd. hizza, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n), Hitze, Glut, Brand, Heftigkeit, Eifer; ahd. hizzī*, st. F. (ī), Hitze, Glut; as. -; anfrk. hitti*, hitte*, st. F. (ī), Hitze; germ. *hitō-, *hitōn, sw. F. (n), Hitze; germ. *hitjō, st. F. (ō), Hitze; idg. *kā̆it-, Sb., Adj., Hitze, heiß, Pokorny 519; s. idg. *kā̆i- (3), *kī̆-, Sb., Hitze, Pokorny 519 (781/13) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hitze, Kluge s. u. Hitze, DW 10, 1581, EWD s. u. Hitze, EWAhd 4, 1082, Falk/Torp 89, Duden s. u. Hitze, Bluhme s. u. Hitze; Son.: vgl. afries. hête, F., Hitze; ae. hitt, st. F. (ō), Hitze; an. hiti, sw. M. (n), Hitze; got. -; nndl. hitte, Sb., Hitze; nschw. hetta, Sb., Hitze; nnorw. hete, M., Hitze; GB.: (hizza) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschlossene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche sehr starke und von Lebewesen oft als unangenehm empfundene Wärme; BM.: heiß; F.: Hitze, Hitzen+EW; Z.: Hi-tz-e
$hitzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hitzen; Vw.: s. er-; E.: s. Hitz(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hitze, DW 10, 1583; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Hitz(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sehr warm oder heiß machen; F.: hitzen, hitze (!), hitzst, hitzt, hitzest, hitzet, hitzte, hitztest, hitzten, hitztet, gehitzt, ##gehitzt, gehitzte, gehitztes, gehitztem, gehitzten, gehitzter##, hitzend, ###hitzend, hitzende, hitzendes, hitzendem, hitzenden, hitzender###, hitz (!)+EW; Z.: hi-tz-en
$hitzig, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.?): nhd. hitzig, heiß, erregbar, leidenschaftlich; E.: s. Hitz(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Hitze, DW 10, 1584, EWD s. u. Hitze; GB.: (hitzic) seit 1190-1195 belegte und aus Hitz(e) und ig gebildete Bezeichnung für eiferig oder brennend oder heiß oder erregbar oder leidenschaftlich; F.: hitzig, hitzige, hitziges, hitzigem, hitzigen, hitziger(, hitzigere, hitzigeres, hitzigerem, hitzigeren, hitzigerer, hitzigst, hitzigste, hitzigstes, hitzigstem, hitzigsten, hitzigster)+EW; Z.: hi-tz-ig
$Hitzkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hitzkopf, leicht erregbarer Mensch; E.: s. Hitz(e), s. Kopf; L.: DW 10, 1585, EWD s. u. Hitze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hitz(e) und Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen leicht erregbaren Menschen; F.: Hitzkopf, Hitzkopfes, Hitzkopfs, Hitzköpfe, Hitzköpfen+EW; Z.: Hi-tz—ko-pf
$Hitzschlag, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hitzschlag; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Hitz(e), s. Schlag; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hitzschlag; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hitz(e) und Schlag gebildete Bezeichnung für einen durch Hitze ausgelösten sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen lebensgefährlichen Zusammenbruch des Körpers; F.: Hitzschlag, Hitzschlages, Hitzschlags, Hitzschläge, Hitzschlägen+EW; Z.: Hi-tz—schlag
hm, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. hm, ähm; ne. um, hem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl lautmalend als Nachahmung eines Räusperlauts; Son.: vgl. frz. hem, hom, Interj., hm; nschw. hm, Interj., hm; nnorw. hm, Interj., hm; poln. hm, Interj., hm; L.: Kluge s. u. hm, DW 10, 1586, Duden s. u. hm; GB.: seit (19. Jh.) belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung des Nachdenkens und Zweifelns; BM.: lautmalend?; F.: hm+EW; Z.: hm
Hobby, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hobby, Freizeitbeschäftigung; ne. hobby; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hobby; E.: s. ne. hobby, N., Hobby; ursprünglich hobby horse, N., Steckenpferd; me. hobyn, hoby, von dem PN Robin?; L.: Kluge s. u. Hobby, fehlt DW, EWD s. u. Hobby, Duden s. u. Hobby; Son.: vgl. nndl. hobby, Sb., Hobby; frz. hobby, M., Hobby; nschw. hobby, Sb., Hobby; nnorw. hobby, M., Hobby; poln. hobby, M., Hobby; kymr. hobi, M., Hobby; lit. hobis, M., Hobby; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und vielleicht aus einem PN gebildete Bezeichnung für eine als Ausgleich zu alltäglicher Berufstätigkeit gewählte Beschäftigung mit der jemand seine Freizeit ausfüllt und die er mit einem gewissen Eifer betreibt (Freizeitbeschäftigung); BM.: Pferdchen?; F.: Hobby, Hobbys+FW; Z.: Hobb-y
Hobel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hobel, ein Tischlerwerkzeug; ne. plane-iron; Vw.: -; Hw.: s. hobeln; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hovel, hobel, st. M., Hobel; mnd. hōvel, hoffel, M., Hobel, Zimmermannshobel, Tischlerhobel, Gerät zum Reinigen; ahd. hobil*, st. M. (a)?, Hobel; as. hovil?, st. M. (a?), Hobel; anfrk. huvel, st. M. (a), Hügel; germ. *hubila-, *hubilaz, st. M. (a), Hügel, Hübel; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hobeln, DW 10, 1587, EWD s. u. Hobel, EWAhd 4, 1083, Duden s. u. Hobel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; mnl. hovel, huevel, M., Hügel, Haufe, Haufen, Höcker; nschw. hyvel, Sb., Hobel; nnorw. høvel, M., Hobel; ? lit. oblius, M., Hobel; GB.: (hobil) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht um 1200 v. Chr. entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu dem Glätten von Holzoberflächen; BM.: biegen; F.: Hobel, Hobels, Hobeln+EW; Z.: Ho-b-el
hobeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. hobeln, Holz glätten; ne. slice (V.), plane (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hobel, Hübel; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: s. mhd. hovelen* (1), hoveln, hobeln, sw. V., hobeln; mnd. hȫvelen, hovelen, hoffeln, hoselen, sw. V., hobeln, glatt machen, abhobeln, mit dem Hobel bearbeiten, tadeln, strafen; mhd. hovel, hobel, st. M., Hobel; mnd. hōvel, hoffel, M., Hobel, Zimmermannshobel, Tischlerhobel, Gerät zum Reinigen; ahd. hobil*, st. M. (a)?, Hobel; as. *hovil?, as.?, st. M. (a?), Hobel; germ. *hubila-, *hubilaz, st. M. (a), Hügel, Hübel; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hobel, Kluge s. u. hobeln, DW 10, 1589, EWD s. u. Hobel, EWAhd 4, 1083, Duden s. u. hobeln, Bluhme s. u. Hobel; Son.: vgl. nschw. hyvla, V., hobeln; nnorw. høvle, V., hobeln; GB.: (hovelen) seit 1347-1359 belegte und aus Hobel und (e)n gebildete Bezeichnung für seit Erfindung des Hobels vielleicht um 1200 v. Chr. mögliches eine raue Holzoberfläche glätten; BM.: biegen; F.: hobeln (!), hobel (!), hoble, hobelst, hobelt, hobelte, hobeltest, hobelten, hobeltet, gehobelt, ##gehobelt, gehobelte, gehobeltes, gehobeltem, gehobelten, gehobelter##, hobelnd, ###hobelnd, hobelnde, hobelndes, hobelndem, hobelnden, hobelnder###, hobel (!)+EW; Z.: ho-b-el-n
hoch, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. hoch, nach oben ausgedehnt, ragend, übergeordnet; ne. high (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Höhe, Hoheit; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hōch, hō, Adj., hoch, groß, stark, laut, vornehm, stolz; mnd. hōch (1), hoech, hoich, houch, hō, hoe, hoy, hōge, Adj., hoch, hochgebaut, hochragend, hoch im Preis, teuer; mnl. hooch, hoo, Adj., hoch, groß, laut; ahd. hōh (1), Adj., hoch, aufragend, erhaben, bedeutend, ehrwürdig, groß, überragend; as. hôh, Adj., hoch, hochragend, in der Höhe befindlich, vornehm, erhaben; anfrk. hō*, Adj., hoch; germ. *hauha-, *hauhaz, Adj., hoch; idg. *k̑ouko-, Adj., groß, stark; s. idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hoch, Kluge s. u. hoch, DW 10, 1590, EWD s. u. hoch, EWAhd 4, 1092, Falk/Torp 91, Heidermanns 285, Duden s. u. hoch, Bluhme s. u. hoch; Son.: vgl. afries. hâch (1), hâg, Adj., hoch, groß; saterl. hag, Adj., hoch; ae. héah (1), hēh, Adj., hoch, groß, tief, erhaben; an. hār (3), hōr (3), an, Adj., hoch; got. hauhs, Adj. (a), hoch; nndl. hoog, Adj., hoch; nschw. hög, Adj., hoch; nnorw. høy, Adj., hoch; toch. A koc, Adj., hoch; toch. B kauc, Adj., hoch; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für nach oben ausgedehnt oder aufragend oder übergeordnet; BM.: biegen?; F.: hoch, hohe, hohes, hohem, hohen, hoher(, höher, höhere, höheres, höherem, höheren, höherer, höchst, höchste, höchstes, höchstem, höchsten, höchster)+EW; Z.: ho-ch
$Hoch, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Hoch; E.: s. hoch; L.: Kluge s. u. hoch, fehlt in dieser Bedeutung in DW 10, 1605, EWD s. u. Hoch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus hoch gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Erde mögliches durch Absinken von Luft infolge Kälte entstehendes Gebiet hohen Luftdrucks auf der Erdoberfläche in Gegensatz zu einem Tief; F.: Hoch, Hochs+EW; Z.: Ho-ch
$Hochachtung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hochachtung, hohe Achtung, Wertschätzung; E.: s. hoch, s. Achtung; L.: DW 10, 1605, EWD s. u. hoch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hoch und Achtung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche hohe Achtung oder Wertschätzung eines Menschen für einen anderen Menschen; F.: Hochachtung, Hochachtungen+EW; Z.: Ho-ch-ach-t-ung
$hochachtungsvoll, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. hochachtungsvoll; E.: s. Hochachtung, s. s, s. voll; L.: EWD s. u. hoch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hochachtung und s sowie voll gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Hochachtung für andere Menschen habend; F.: hochachtungsvoll, hochachtungsvolle, hochachtungsvolles, hochachtungsvollem, hochachtungsvollen, hochachtungsvoller(, hochachtungsvollere, hochachtungsvolleres, hochachtungsvollerem, hochachtungsvolleren, hochachtungsvollerer, hochachtungsvollst, hochachtungsvollste, hochachtungsvollstes, hochachtungsvollstem, hochachtungsvollsten, hochachtungsvollster)+EW; Z.: ho-ch—ach-t-ung-s—vol-l
$hochbegabt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. hochbegabt, sehr gute Begabung habend; E.: s. hoch, s. begabt; L.: DW 10, 1606, EWD s. u. Gabe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hoch und begabt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sehr gute Begabung habend; F.: hochbegabt, hochbegabte, hochbegabtes, hochbegabtem, hochbegabten, hochbegabter(, hochbegabtere, hochbegabteres, hochbegabterem, hochbegabteren, hochbegabterer, hochbegabtest, hochbegabteste, hochbegabtestes, hochbegabtestem, hochbegabtesten, hochbegabtester)+EW; Z.: ho-ch—be—gab-t
$hochdeutsch, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. hochdeutsch, vorbildlich ausgeprägt deutsch; E.: s. hoch, s. deutsch; L.: Kluge s. u. hochdeutsch, DW 10, 1609, EWD s. u. hoch; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus hoch und deutsch gebildete Bezeichnung für deutsch in hochgelegenen Gebieten und später für vorbildlich ausgeprägt deutsch; F.: hochdeutsch, hochdeutsche, hochdeutsches, hochdeutschem, hochdeutschen, hochdeutscher+EW; Z.: ho-ch—deu-t-sch
$hochgehen, nhd., st. V., (20. Jh.?): nhd. hochgehen, sich nach oben bewegen, auffliegen; E.: s. hoch, s. gehen: L.: Kluge s. u. hoppnehmen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus hoch und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches nach oben gehen oder sich nach oben bewegen oder auffliegen; F.: hochgehen, gehe hoch, gehst hoch, geht hoch, gehen hoch, gehest hoch, gehet hoch, ging hoch, gingst hoch, gingen hoch, gingt hoch, gingest hoch, ginget hoch, hochgegangen, ##hochgegangen, hochgegangene, hochgegangenes, hochgegangenem, hochgegangenen, hochgegangener##, hochgehend, ###hochgehend, hochgehende, hochgehendes, hochgehendem, hochgehenden, hochgehender###, hochzugehen, ####hochzugehen, hochzugehend, hochzugehende, hochzugehendes, hochzugehendem, hochzugehenden, hochzugehender###, geh (!) hoch+EW; Z.: ho-ch—geh-en
$hochherzig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hochherzig, großmütig, edel; E.: s. hoch, s. herzig; L.: DW 10, 1623, EWD s. u. hoch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hoch und herzig gebildete Bezeichnung für großmütig oder edel; F.: hochherzig, hochherzige, hochherziges, hochherzigem, hochherzigen, hochherziger(, hochherzigere, hochherzigeres, hochherzigerem, hochherzigeren, hochherzigerer, hochherzigst, hochherzigste, hochherzigstes, hochherzigstem, hochherzigsten, hochherzigster)+EW; Z.: ho-ch—herz-ig
$Hochmeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hochmeister; Q.: 1287 (Urkunde); E.: s. hoch, s. Meister; L.: EWD s. u. hoch, DW 10, 1626; GB.: seit 1287 belegte und aus hoch und Meister gebildete Bezeichnung für allgemein einen hohen Meister einer Wissenschaft und besonders den Träger des höchsten Amtes des Deutschen Ordens und des Sankt-Georgs-Ordens; F.: Hochmeister, Hochmeisters, Hochmeistern+EW+FW; Z.: Ho-ch—mei-st-er
$hochmodern, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hochmodern, sehr modern (Adj.); E.: s. hoch, s. modern; L.: fehlt DW, EWD s. u. modern; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus hoch und modern belegte Bezeichnung für sehr modern; F.: hochmodern, hochmoderne, hochmodernes, hochmodernem, hochmodernen, hochmoderner+EW+FW; Z.: ho-ch—mo-d-er-n
$Hochmut, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hochmut, Überheblichkeit, Selbstüberschätzung; E.: s. hoch, s. Mut; L.: Kluge s. u. Hochmut, DW 10, 1626 (Hochmuth), EWD s. u. hoch; GB.: (hōhmuot) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus hoch und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Überheblichkeit oder Selbstüberschätzung; F.: Hochmut+EW; Z.: Ho-ch—mu-t
$hochmütig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. hochmütig, hochnäsig, überheblich, selbstüberschätzend; E.: s. Hochmut, s. ig; L.: EWD s. u. hoch; GB.: seit um 1000 (hōhmuotīg) belegte und aus Hochmut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hochnäsig oder überheblich oder selbstüberschätzend; F.: hochmütig, hochmütige, hochmütiges, hochmütigem, hochmütigen, hochmütiger(, hochmütigere, hochmütigeres, hochmütigerem, hochmütigeren, hochmütigerer, hochmütigst, hochmütigste, hochmütigstes, hochmütigstem, hochmütigsten, hochmütigster)+EW; Z.: ho-ch—mü-t-ig
$hochnäsig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hochnäsig, hochmütig, überheblich, selbstüberschätzend; E.: s. hoch, s. näsig; L.: Kluge s. u. hochnäsig, fehlt DW, EWD s. u. hoch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus hoch und näsig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hochmütig oder überheblich oder selbstüberschätzend; F.: hochnäsig, hochnäsige, hochnäsiges, hochnäsigem, hochnäsigen, hochnäsiger(, hochnäsigere, hochnäsigeres, hochnäsigerem, hochnäsigeren, hochnäsigerer, hochnäsigst, hochnäsigste, hochnäsigstes, hochnäsigstem, hochnäsigsten, hochnäsigster)+EW; Z.: ho-ch—nä-s-ig
$Hochofen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hochofen, Schachtofenanlage; E.: s. hoch, s. Ofen; L.: DW 10, 1629, EWD s. u. hoch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hoch und Ofen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten für die Herstellung von Stahl mit Koks beheizten hoch aufgebauten Ofen (Schachtofenanlage); F.: Hochofen, Hochofens, Hochöfen+EW; Z.: Ho-ch—of-en
$Hochrippe, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Hochrippe; E.: s. hoch, s. Rippe; L.: Kluge s. u. Hochrippe, fehlt DW; GB.: (hōchrippe) seit 11. Jh. belegte und aus hoch und Rippe gebildete Bezeichnung für Rippenfett und das Rückenstück des Rindes zwischen der achten und zwölften Rippe; F.: Hochrippe, Hochrippen+EW; Z.: Ho-ch—ripp-e
$Hochschule, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hochschule, hohe Schule, Universität; E.: s. hoch, s. Schule; L.: DW 10, 1631, EWD s. u. hoch; GB.: (hōchschuole) seit 15. Jh. belegte und aus hoch und Schule gebildete Bezeichnung für eine hohe Schule oder Universität; F.: Hochschule, Hochschulen+EW+FW; Z.: Ho-ch—schu-l-e
$Hochsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hochsinn, hoher Rang, hohe Bedeutung; E.: s. hoch, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 10, 1632; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hoch und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Streben des Menschen nach hohem Rang oder hoher Bedeutung; F.: Hochsinn, Hochsinns, Hochsinnes+EW; Z.: Ho-ch—sinn
$Hochstapler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hochstapler, vornehmer Bettler, Betrüger; E.: s. hoch, s. Stapler; L.: Kluge s. u. Hochstapler, DW 10, 1633, EWD s. u. hoch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hoch und Stapler gebildete Bezeichnung für einen vornehmen Bettler oder Betrüger; F.: Hochstapler, Hochstaplers, Hochstaplern+EW; Z.: Ho-ch-stap-l-er
$höchstens, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. höchstens, in höchstem Grade, für einen äußersten Grad; E.: s. höchste, s. ns; L.: Kluge s. u. höchstens, DW 10, 1633, EWD s. u. hoch; GB.: seit 16. Jh. belegte und des höchsten ersetzende genitivische Fügung für in höchstem Grade oder für einen äußersten Grad; F.: höchstens+EW; Z.: hö-ch-st-ens
$hochtrabend, nhd., (Part. Präs.=Adj., (13. Jh.?): nhd. hochtrabend, einen hohen Trab einschlagend, geziert; E.: s. hoch, s. traben, s. d; L.: Kluge s. u. hochtrabend, DW 10, 1635, EWD s. u. hoch; GB.: (hōchtrabende) seit Ende 13. Jh. belegte und aus hoch und trabend gebildete Bezeichnung für einen hohen Trab einschlagend oder geziert; F.: hochtrabend, hochtrabende, hochtrabendes, hochtrabendem, hochtrabenden, hochtrabender(, hochtrabendere, hochtrabenderes, hochtrabenderem, hochtrabenderen, hochtrabenderer, hochtrabendst, hochtrabendste, hochtrabendstes, hochtrabendstem, hochtrabendsten, hochtrabendster)+EW; Z.: ho-ch—trab-end
$Hochtraber, nhd. (ält.?), M., (18. Jh.?): nhd. Hochtraber; E.: s. hoch, s. Traber; L.: Kluge s. u. hochtrabend, DW 10, 1636; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus hoch und Traber gebildete Bezeichnung für ein einen hohen Trab gehendes Pferd; F.: Hochtraber, Hochtrabers, Hochtrabern+EW; Z.: Ho-ch—trab-er
$Hochverrat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hochverrat; Q.: um 1700; I.: Lüs. ne. high treason; E.: s. hoch, s. Verrat; L.: DW 10, 1637 (Hochverrath), EWD s. u. verraten; GB.: seit um 1700 belegte und wohl nach ne. high treason aus hoch und Verrat gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Staates mögliche Gefährdung des Staates durch gewaltsamen Umsturz in dem Inneren in Gegensatz zu dem Landesverrat nach außen; F.: Hochverrat, Hochverrates, Hochverrats+EW; Z.: Ho-ch—ver—ra-t
$Hochwasser, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hochwasser; E.: s. hoch, s. Wasser; L.: DW 10, 1639, EWD s. u. hoch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hoch und Wasser gebildete Bezeichnung für ein außerhalb der Gewässer hoch stehendes und das Land zeitweise überschwemmendes Wasser; F.: Hochwasser, Hochwassers, Hochwassern, Hochwässer, Hochwässern+EW; Z.: Ho-ch—wa-s-s-er
$Hochwild, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Hochwild; E.: s. hoch, s. Wild; L.: Kluge s. u. Hochwild, DW 10, 1639, EWD s. u. hoch; GB.: (hochwilt) seit um 1340 belegte und aus hoch und Wild gebildete Zusammensetzung für das früher jagdlich dem hohen Adel vorhehaltene Wild wie beispielsweise das Schalenwild (ohne das Reh) und Bär und Wolf und Luchs und Adler sowie Auerhuhn; F.: Hochwild, Hochwilds, Hochwildes+EW; Z.: Ho-ch—wil-d
$Hochzeit, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Hochzeit; Vw.: s. Silber-; E.: s. hoch, s. Zeit; L.: Kluge s. u. Hochzeit, DW 10, 1640, EWD s. u. Hochzeit; GB.: (hōhzīt*) seit 13. Jh. belegte und aus hoch und Zeit gebildete für eine hohe Zeit allgemein Weihnachten und Ostern und Pfingsten und Allerheiligen sowie für einzelne Menschen wie die Feier der Eheschließung oder Vermählung; F.: Hochzeit, Hochzeiten+EW; Z.: Ho-ch—zei-t
Hocke (1), nhd. (dial.), F., (13. Jh.): nhd. Hocke (F.) (1), Getreidehaufe, Getreidehaufen, Heuhaufe, Heuhaufen; ne. shock (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1278 (Urkunde); E.: mhd. Hocke, sw. M., sw. F., „Hocke”, Getreidehaufe, Getreidehaufen, Zusammenstellung mehrerer Garben; mnd. hocke, F., M., Hake (F.), Hocke mit vier Garben, kleiner Heuhaufe, kleiner Heuhaufen, Garbenstand des Getreides von vier Garben; weitere Herkunft unklar; wohl von idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hocke 1, Kluge s. u. Hocke 1, DW 10, 1648, EWD s. u. Hocke 1, Duden s. u. Hocke; Son.: norddeutsch; vgl. lit. kiúgis, Sb., großer Heuhaufen von mehreren Fudern; russ. kúča, Sb., Haufen, Heuschober; GB.: seit 1278 belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen zu dem Trocknen auf dem Feld aufgestellten Haufen von Getreidegarben; BM.: biegen?; F.: Hocke, Hocken+EW; Z.: Ho-ck-e
Hocke (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hocke (F.) (2), eine Turnübung, eine hockende Stellung, eine Körperhaltung in der Kniebeuge; ne. crouch (N.); Vw.: -; Hw.: s. hocken; Q.: 1816 (Jahn); E.: rückgebildet aus hocken; L.: Kluge 1. A. s. u. Hocke 2, Kluge s. u. Hocke 2, DW 10, 1648, EWD s. u. hocken, Duden s. u. Hocke; Son.: vgl. nnorw. huk, Sb., Hocke (nur in Redewendungen); GB.: seit 1816 belegte und aus hocken gebildete Bezeichnung für eine sachlich Primaten wohl schon vormenschlich mögliche Körperhaltung in der Kniebeuge; BM.: ?; F.: Hocke, Hocken+EW; Z.: Ho-ck-e
hocken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hocken, kauern, sitzen; ne. crouch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hocke; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hūken, huken, sw. V., hocken, niederhocken, in die Knie gehen, sich mit gebogenen Knien niederlassen, sich ducken, Notdurft verrichten; vgl. mhd. hūchen, V., kauern, an. húka, V., kauern, an. heykjask, V., sich niederhocken; letztlich wohl von idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hocken, Kluge s. u. hocken, DW 10, 1649, EWD s. u. hocken, Duden s. u. hocken, Bluhme s. u. hocken; Son.: vgl. nndl. hukken, sw. V., hocken; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und vielleicht dem Mittelhochdeutschen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches gebückt sitzen oder gebückt kauern; BM.: biegen?; F.: hocken (!), hocke (!), hockst, hockt, hockest, hocket, hockte, hocktest, hockten, hocktet, gehockt, ##gehockt, gehockte, gehocktes, gehocktem, gehockten, gehockter##, hockend, ###hockend, hockende, hockendes, hockendem, hockenden, hockender###, hock (!)+EW; Z.: ho-ck-en
$Hocker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hocker, Hockender; Vw.: s. Nest-; E.: s. hock(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. hocken, DW 10, 1651, EWD s. u. hocken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hock(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Hockenden und ein Sitzmöbel ohne Lehne sowie einen Kleinverkäufer; F.: Hocker, Hockers, Hockern+EW; Z.: Ho-ck-er
Höcker, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Höcker, Auswuchs des Rückens, Buckel; ne. hump (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. hocker (1), hoger, st. M., Höcker, Buckel, Buckliger; mnd. hȫker? (1), M.?, Höcker; vgl. ahd. hofar, hovar*, st. M. (a), Höcker, Buckel; as. hovar*, st. M. (a), Höcker; germ. *hufra-, *hufraz, st. M. (a), Höcker; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Höcker, Kluge s. u. Höcker, DW 10, 1651, EWD s. u. Höcker, EWAhd 4, 1087, Duden s. u. Höcker, Bluhme s. u. Hoecker; Son.: vgl. ae. hofer, st. M. (a), Höcker, Schwellung, Buckel; an. hyfri, N., Rückenteil des Pferdegeschirrs; gr. κῦφος (kyphos), M., Buckel; lit. kuprà, F., Buckel; GB.: seit dem Hochmittelalter (12. Jh.?) (hocker?) belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche (kleine) Wölbung (Auswuchs) auf dem Rücken (M.); BM.: biegen; F.: Höcker, Höckers, Höckern+EW; Z.: Hö-ck-er
$höckerig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. höckerig; E.: s. Höcker, s. ig; L.: Kluge s. u. Höcker, fehlt DW, EWD s. u. Höcker; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Höcker und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mit einem Höcker versehen (Adj.); F.: höckerig, höckerige, höckeriges, höckerigem, höckerigen, höckeriger+EW; Z.: hö-ck-er-ig
Hockey, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hockey, ein Mannschaftsfeldspiel; ne. hockey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. hockey; E.: s. ne. hockey, N., Hockey, weitere Herkunft unklar?, vielleicht Zusammenhang mit ne. hook, N., Haken (M.); L.: Kluge s. u. Hockey, fehlt DW, EWD s. u. Hockey, Duden s. u. Hockey; Son.: vgl. nndl. hockey, Sb., Hockey; frz. hockey, M., Hockey; nschw. hockey, Sb., Hockey; nnorw. hockey, M., Hockey; poln. hokej, M., Hockey; kymr. hoci, M., Hockey; nir. haca, M., Hockey; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare und vielleicht mit ne. hook (N.) verbindbare Bezeichnung für ein zwischen zwei Mannschaften auf einem Spielfeld ausgetragenes Ballspiel bei dem ein kleiner Ball nach bestimmten Regeln mit unten gekrümmten Schlägern in das gegnerische Tor zu spielen ist; BM.: ?; F.: Hockey, Hockeys+FW; Z.: Hock-ey
Hode, nhd., M., F., (9. Jh.): nhd. Hode, Hoden, Testikel; ne. testicle; Vw.: -; Hw.: s. Hoden; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hōde, sw. M., Hode, Hoden; mnd. hōde, M., Hode, Hoden; mnl. hode, M., Hode, Hoden; ahd. hōdo*, hodo*, sw. M. (n), Hode, Hoden; as. -; anfrk. -; germ. *huþō-, *huþōn, *huþa-, *huþan, sw. M. (n), Hode, Hoden; s. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hode, Kluge s. u. Hode, DW 10, 1653, EWD s. u. Hode, EWAhd 4, 1084, Falk/Torp 92, Duden s. u. Hode, Bluhme s. u. Hode; Son.: vgl. afries. hotha, Sb., Hode, Hoden; ae. -; an. -; got. -; gr. κύτος (kýtos), N., Höhlung, Wölbung, Gefäß; lat. cutis, F., Haut, Leder, gegerbte Haut, geschmeidige Haut, Fell; kymr. cwd, M., Beutel, Hodensack; alit. kutỹs, M., Beutel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine der beiden meist rundlichen und sachlich schon vormenschlich möglichen Drüsen (Keimdrüsen) in denen der männliche Same gebildet wird; BM.: umhüllen; F.: Hode, Hodens, Hoden+EW; Z.: Ho-d-e
Hoden, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hoden, Hode, Testikel; ne. testicle; Vw.: -; Hw.: s. Hode; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hōde, sw. M., Hode, Hoden; mnd. hōde, M., Hode, Hoden; mnl. hode, M., Hode, Hoden; ahd. hōdo*, hodo*, sw. M. (n), Hode, Hoden; as. -; anfrk. -; germ. *huþō-, *huþōn, *huþa-, *huþan, sw. M. (n), Hode, Hoden; s. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hode, Kluge s. u. Hode, DW 10, 1653, EWD s. u. Hode, EWAhd 4, 1084, Falk/Torp 92, Duden s. u. Hode, Bluhme s. u. Hode; Son.: vgl. afries. hotha, Sb., Hode, Hoden; ae. -; an. -; got. -; gr. κύτος (kýtos), N., Höhlung, Wölbung, Gefäß; lat. cutis, F., Haut, Leder, gegerbte Haut, geschmeidige Haut, Fell; kymr. cwd, M., Beutel, Hodensack; alit. kutỹs, M., Beutel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine der beiden meist rundlichen und sachlich schon vormenschlich möglichen Drüsen (Keimdrüsen) in denen der männliche Same gebildet wird; BM.: umhüllen; F.: Hoden, Hodens +EW; Z.: Ho-d-en
Hof, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hof, Garten, Bauernhof; ne. yard, court (N.); Vw.: -; Hw.: s. hübsch; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hof, st. M., Hof, Arena, Ökonomiehof, Inbegriff des Gutes an Grundstücken und Gebäuden; mnd. hof, hōf, hoef, höf, haf, M., N., Hof, Hof einer Kirche, Wohnsitz (des Königs), Versammlung der Großen um den König, Gerichtshof, Bauernhof, eingefriedigter Raum, Haushof, Hofraum; mnl. hof, M., N., Hof; ahd. hof, st. M. (a), Hof, Vorhof, Vorplatz, Besitz, ländliches Anwesen, Bauernhof; as. hof*, st. M. (a), Hof, Haus; anfrk. *hof?, st. M. (a), Hof; germ. *hufa-, *hufaz, st. M. (a), Höhe, Gehöft, Hof; germ. *hufa-, *hufam, st. N. (a), Höhe, Gehöft, Hof; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hof, Kluge s. u. Hof, DW 10, 1654, EWD s. u. Hof, EWAhd 4, 1085, Falk/Torp 94, Duden s. u. Hof, Bluhme s. u. Hof; Son.: vgl. afries. hof, st. N. (a), Hof, Kirchhof, Dingstätte, Fürstenhof; nnordfries. hof, höf, haaf; ae. hof, st. N. (a), Hof, Wohnung, Haus, Landgut; an. hof, st. N. (a), Tempel; got. -; nndl. hof, Sb., Hof; nschw. hov, N., Hof, Königshof; nnorw. hoff, N., Hof, Königshof; gr. κῦπαι (kypai), Pl., Behausungen aus Holz und Umfriedung; lat. cavum aedium, N., Hof; lit. kuprà, Sb., Hocker, Buckel; GB.: (hof) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung möglichen zu einer Gebäudeansammlung von einer Umfriedung umschlossenen Platz; BM.: biegen bzw. Anhöhe; F.: Hof, Hofe, Hofes, Hofs, Höfe, Höfen+EW; Z.: Ho-f
$Hoffart, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hoffart, Art vornehm zu leben, Pracht, Übermut; E.: s. hoch, s. Fahrt; L.: Kluge s. u. Hoffart, DW 10, 1666, EWD s. u. Hoffart; GB.: (hōchvart) seit 1. Drittel 12. Jh. belegte und aus hoch und Fahrt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Art vornehm zu leben oder Pracht oder Übermut; F.: Hoffart+EW; Z.: Ho-f—far-t
$hoffärtig, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. hoffärtig, vornehm. prächtig, übermütig, hochmütig; E.: s. Hoffart, s. ig; L.: Kluge s. u. Hoffart, EWD s. u. Hoffart; GB.: (hōhfertīg) seit um 1000 belegte und aus Hoffart und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vornehm oder prächtig oder übermütig oder hochmütig; F.: hoffärtig, hoffärtige, hoffärtiges, hoffärtigem, hoffärtigen, hoffärtiger(, hoffärtigere, hoffärtigeres, hoffärtigerem, hoffärtigeren, hoffärtigerer, hoffärtigst, hoffärtigste, hoffärtigstes, hoffärtigstem, hoffärtigsten, hoffärtigster)+EW; Z.: ho-f—fär-t-ig
hoffen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. hoffen, zuversichtlich erwarten, sich zuversichtlich wünschen; ne. hope (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. hoffen, sw. V., hoffen, vertrauen; mnd. hȫpen (2), hopen, hoppen, hapen, sw. V., hoffen, Hoffnung haben, erhoffen, hoffnungsvoll erwarten; mnl. hopen, V., hoffen; ahd. -; as. hopōn*, sw. V. (2), hoffen; anfrk. -; germ. *hupōn, sw. V., hoffen; idg. (*keu̯əp-), *ku̯ēp-, *ku̯əp-, *kū̆p-, V., rauchen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 596 (916/148 (RB. idg. aus ind., arm., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hoffen, Kluge s. u. hoffen, DW 10, 1668, EWD s. u. hoffen, Falk/Torp 93, Duden s. u. hoffen, Bluhme s. u. hoffen; Son.: vgl. afries. hopia, sw. V. (2), hoffen; ae. hopian, sw. V. (2), hoffen, erwarten, vertrauen; an. -; got. -; nndl. hopen, V., hoffen; nschw. hoppas, V., hoffen; nnorw. håpe, V., hoffen; ? gr. κύπτειν (kýptein), V., sich beugen, sich bücken; GB.: seit 1150-1170 und altsächsisch belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zuversichtlich erwarten oder sich zuversichtlich wünschen; BM.: rauchen?; F.: hoffen, hoffe, hoffst, hofft, hoffest, hoffet, hoffte, hofftest, hofften, hofftet, gehofft, ##gehofft, gehoffte, gehofftes, gehofftem, gehofften, gehoffter##, hoffend, ###hoffend, hoffende, hoffendes, hoffendem, hoffenden, hoffender###, hoff (!)+EW; Z.: ho-ff-en
$hoffentlich, nhd., Adv., Adv., (13. Jh.)?: nhd. hoffentlich, zu erhoffend, hoffend; E.: s. hoffen, s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. hoffen, DW 10, 1672, EWD s. u. hoffen; GB.: (hoffenlich) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus hoffen (und t) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zu erhoffend oder hoffend; F.: hoffentlich+EW; Z.: ho-ff-ent-lich
$Hoffnung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hoffnung, Zuversicht, Aussicht, Wunsch; E.: s. hoff(e)n und ung; L.: Kluge s. u. hoffen, DW 10, 1672, EWD s. u. hoffen; GB.: (hoffenunge, daneben hoffunge) seit 1140-1160 belegte und aus hoff(e)n und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Zuversicht oder Aussicht oder Wunsch; F.: Hoffnung, Hoffnungen+EW; Z.: Ho-ff-n-ung
$hofieren, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. hofieren, aufwarten. dienen, den Hof machen; E.: s. Hof, s. ieren; L.: Kluge s. u. hofieren, EWD s. u. Hof; GB.: (hovieren) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Hof und ieren gebildete Bezeichnung für aufwarten oder dienen oder den Hof machen; F.: hofieren, hofiere, hofierst, hofiert, hofierest, hofieret, hofierte, hofiertest, hofierten, hofiertet, ##hofiert, hofierte, hofiertes, hofiertem, hofierten, hofierter##, hofierend, ###hofierend, hofierende, hofierendes, hofierendem, hofierenden, hofierender###, hofier (!) +EW; Z.: ho-f-ier-en
$höfisch, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. höfisch, den Hof betreffend, schön; E.: s. Hof, s. isch; L.: Kluge 1. A. s. u. höfisch, DW 10, 1685, EWD s. u. Hof; GB.: (hövesch) um 1150 belegte und aus Hof und isch gebildete Bezeichnung für den Hof betreffend oder schön; F.: höfisch, höfische, höfisches, höfischem, höfischen, höfischer(, höfischere, höfischeres, höfischerem, höfischeren, höfischerer, höfischst, höfischste, höfischstes, höfischstem, höfischsten, höfischster)+EW; Z.: hö-f-isch
$höflich, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. höflich, dem Hof angemessen, geschickt; E.: s. Hof, s. lich; L.: Kluge s. u. höflich, DW 10, 1688, EWD s. u. Hof; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus Hof und lich gebildete Bezeichnung für dem Hof angemessen oder geschickt; F.: höflich, höfliche, höfliches, höflichem, höflichen, höflicher(, höflichere, höflicheres, höflicherem, höflicheren, höflicherer, höflichst, höflichste, höflichstes, höflichstem, höflichsten, höflichster)+EW; Z.: hö-f-lich
$Höflichkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Höflichkeit; E.: s. höflich, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 1690, EWD s. u. Hof; GB.: (hovelichheit*) seit 1282 belegte und aus höflich und keit gebildete Bezeichnung für höfisches Verhalten; F.: Höflichkeit, Höflichkeiten+EW; Z.: Hö-f-lich—kei-t
$Höfling, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Höfling, Diener an einem Hofe, Angehöriger einer Hofhaltung; E.: s. Hof, s. ling; L.: Kluge s. u. Höfling, DW 10, 1691, EWD s. u. Hof; GB.: (hovelinc) seit 12. Jh. belegte und aus Hof (und e) sowie ling vielleicht nach lat. aulicus oder curialis gebildete Bezeichnung für einen Diener an einem Hofe oder einen Angehörigen einer Hofhaltung; F.: Höfling, Höflings, Höflinges, Höflinge, Höflingen+EW; Z.: Hö-f-ling
$Hofmeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hofmeister, Leiter (M.) einer Hofverwaltung; Q.: 1280 (Urkunde); E.: s. Hof, s. Meister; L.: DW 10, 1683, EWD s. u. Hof; GB.: (hovemeister) seit um 1215 belegte und aus Hof (und e) sowie Meister gebildete Bezeichnung für einen Leiter (M.) einer Hofverwaltung; F.: Hofmeister, Hofmeisters, Hofmeistern+EW+FW; Z.: Ho-f—mei-st-er
$Hofnarr, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hofnarr; E.: s. Hof, s. Narr; L.: DW 10, 1695, EWD s. u. Hof; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hof und Narr gebildete Bezeichnung für einen an einem Hof eines Fürsten als Mahner gehaltenen Narren; F.: Hofnarr, Hofnarren+EW; Z.: Ho-f—narr
$Hofschranze, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Hofschranze, schmeichlerischer Höfling; E.: s. Hof, s. Schranze; L.: Kluge s. u. Hofschranze, fehlt DW? (aber Hofschanzenblut DW 10, 1699); GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hof und Schranze (mhd. schranz, M., Riss) gebildete Bezeichnung für einen schmeichlerischen Höfling; F.: Hofschranze, Hofschranzen+EW; Z.: Ho-f—schra-n-z-e
$Hofstaat, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Hofstaat; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Hof, s. Staat; L.: DW 10, 1700, EWD s. u. Staat; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus Hof und Staat gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Bediensteten und Ämter eines Fürsten an seinem Hofe; F.: Hofstaat, Hofstaates, Hofstaaten, Hofstasts+EW+FW; Z.: Ho-f—staa-t
Höft, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Höft, Ufervorsprung; ne. edge (N.) of an embankment; Vw.: -; Hw.: s. Haupt; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hȫvet, hōvet, hōft, hoevet, hoyvet, hoeft, N., Haupt, Kopf, Meinung, Spitze, vorderer Teil, Spitze eines Deiches, Ecke eines Deiches; s. as. hôvid*, st. N. (a), Haupt, Spitze; germ. *haubida-, *haubidam, st. N. (a), Haupt, Kopf; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Höft, fehlt DW, Duden s. u. Höft; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit Haupt und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen natürlichen Ufervorsprung oder die vorspringende Ecke an einer Kaimauer; BM.: Haupt bzw. von vorne; F.: Höft, Höftes, Höfts, Höfte, Höften+EW; Z.: Höf-t
högen, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. högen, sich freuen; ne. delight (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. hȫgen (2), hogen, sw. V., denken, vorstellen, erinnern, seinen Sinn richten an, erfreuen, Freude machen, trösten; mhd. hügen, hugen, hogen, sw. V., denken, sinnen, verlangen; as. huggian*, sw. V. (1b), gedenken, hoffen; ahd. huggen, sw. V. (1b), gedenken, sich erinnern, denken, hoffen, beherzigen; anfrk. huggen?, sw. V. (3?), gedenken; germ. hugjan, sw. V., denken; L.: Kluge s. u. högen, fehlt DW, Duden s. u. högen; Son.: vgl. afries. hugia, sw. V. (2), gedenken, in Erinnerung sein (V.); ae. hogian, hugian, sw. V. (2), sorgen, denken, sich beschäftigen, streben, wünschen; an. hyggja (2), sw. V. (1), denken, meinen, beobachten; got. hugjan, sw. V. (1), denken, meinen, glauben; GB.: seit 20. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche und Altsächsische mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sich (voll Genugtuung über etwas) freuen; BM.: Sinn; F.: högen, höge, högst, högt, högest, höget, högte, högtest, högten, högtet, gehögt, ##gehögt, gehögte, gehögtes, gehögtem, gehögten, gehögter##, högend, ###högend, högende, högendes, högendem, högenden, högender###, hög (!)+EW; Z.: hög-en
Höhe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Höhe, Anhöhe, Größe; ne. height; Vw.: -; Hw.: s. hoch; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hœhe, hōhe, hō, st. F., Höhe, Anhöhe, Erhöhung, Tiefe, Erhabenheit, Größe, Macht, Erhebung, Entfernung; mnd. hȫge (1), hoege, hȫe, hügel, F., Höhe, Ausdehnung, Abstand nach oben, höchster Punkt, Spitze, Gipfel; mnl. hoge, F., Höhe; ahd. hōhī, st. F. (ī), Höhe, Größe, Erhabenheit, Hoheit; as. hôhi* (1), st. F. (ī), Höhe; anfrk. hōi*, st. F. (ī), Höhe, Größe; germ. *hauhī-, *hauhīn, sw. F. (n), Höhe; idg. *k̑ouko-, Adj., groß, stark; s. idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Höhe, Kluge s. u. hoch, DW 10, 1705, EWD s. u. hoch, EWAhd 4, 1099, Heidermanns 286, Duden s. u. Höhe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. hauhei, sw. F. (n), Höhe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches Maß der (großen) Ausdehnung in senkrechter Richtung; BM.: biegen; F.: Höhe, Höhen+EW; Z.: Hö-h-e
$höhen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. höhen, hoch sein (V.), hoch machen; Vw.: s. er-; E.: s. Höh(e), s. en; L.: Kluge s. u. hoch, DW 10, 1710; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Höh(e) und en gebildete Bezeichnung für hoch sein (V.) oder hoch machen; F.: höhen (!), höhe (!) , höhst, höht, höhest, höhet, höhte, höhtest, höhten, höhtet, gehöht, ##gehöht, gehöhte, gehöhtes, gehöhtem, gehöhten, gehöhter##, höhend, ###höhend, höhende, höhendes, höhendem, höhenden, höhender###, höh (!)+EW; Z.: hö-h-en
Hoheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Hoheit, Durchlaucht, Mensch aus hohem Adel; ne. highness; Vw.: -; Hw.: s. hoch; E.: mhd. hōchheit, hōheit, hōcheit, st. F., Hoheit, Erhabenheit; mnd. hōchhēt*, hōchēt, hōchēit, hōcheit, hoecheit, hoicheit, F., Höhe, Maß nach der Höhe, Bergeshöhe, Gipfel, Hoheit, hohe Stellung, hohes Ansehen, Erhabenheit, Würde, Stolz; s. nhd. hoch, …heit; L.: Kluge s. u. Hoheit, DW 10, 1708, EWD s. u. hoch, Duden s. u. Hoheit; Son.: vgl. nndl. hoogheid, Sb., Hoheit; nnorw. høyhet, M., Hoheit; GB.: (hōchheit) seit 13. Jh.) belegte und aus hoch und heit gebildete Bezeichnung (Anrede) für einen Menschen aus hohem Adel; BM.: hoch; F.: Hoheit, Hoheiten+EW; Z.: Ho-h-eit
hohl, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. hohl, ausgehöhlt, ohne Inhalt seiend, inhaltslos umgreifend, dumpf klingend; ne. hollow (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Höhle; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hol (1), Adj., ausgehöhlt, hohl, klanglos; mnd. hol (1), Adj., hohl, innen ausgehöhlt, nicht massiv, nur aus Wänden bestehend, leicht; mnl. hol, Adj., hohl, gewölbt; ahd. hol* (1), Adj., hohl, gewölbt, leer, ausgehöhlt, befreit; as. hol*, Adj., hohl; as. *hâl?, Adj., hohl; anfrk. -; germ. *hula-, *hulaz, Adj., hohl; idg. *kaul-, kul-, Adj., Sb., hohl, Stengel, Knochen, Pokorny 537 (823/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. hohl, Kluge s. u. hohl, DW 10, 1712, EWD s. u. hohl, EWAhd 4, 1102, Falk/Torp 81, Heidermanns 310, Duden s. u. hohl, Bluhme s. u. hohl; Son.: vgl. afries. hol (1), Adj., hohl; nfries. hol, Adj., hohl; ae. hol (2), Adj., hohl, niedergeschlagen; ae. *hūl, Adj., hohl?; an. holr, Adj., hohl; got. *huls, Adj. (a), hohl; nndl. hol, Adj., hohl; vgl. ne. hole, N., Loch; nnorw. hul, Adj., hohl; ai. śūnyá-, Adj., leer, öde; gr. κοῖλος (koilos), Adj., hohl, ausgehöhlt; lat. cavus, Adj., hohl, gehöhlt; mir. cúa, Adj., hohl; alb. thelë, Adj., tief; alb. soyl, Sb., Höhle; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches inhaltslos umgreifend (wie beispielsweise eine Höhle); BM.: Stengel?; F.: hohl, hohle, hohles, hohlem, hohlen, hohler, hohlere, hohleres, hohlerem, hohleren, hohlerer+EW; Z.: hohl
$hohläugig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. hohläugig, eingefallene Augen habend; E.: s. hohl, s. äugig; L.: DW 10, 1715, EWD s. u. hohl; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hohl und äugig gebildete Bezeichnung für eingefallene Augen habend; F.: hohläugig, hohläugige, hohläugiges, hohläugigem, hohläugigen, hohläugiger(, hohläugigere, hohläugigeres, hohläugigerem, hohläugigeren, hohläugigerer, hohläugigst, hohläugigste, hohläugigstes, hohläugigstem, hohläugigsten, hohläugigster)+EW; Z.: hohl—äug-ig
Höhle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Höhle, Grotte; ne. cave, hollow (N.); Vw.: -; Hw.: s. hohl; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. höl, höle, st. F., Höhle; mnd. hȫle, hoyle, F., „Höhle“?, Wasserrinne, Wasserabfluss?; mnl. hole, F., Höhle; ahd. holī, st. F. (ī), Höhle, Höhlung, Aushöhlung, Loch, Versteck; as. holi*, st. F. (ī), Höhlung; anfrk. -; germ. *hulī-, *hulīn, sw. F. (n), Höhlung; s. idg. *kaul-, *kul-, Adj., Sb., hohl, Stengel, Knochen, Pokorny 537 (823/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Höhle, Kluge s. u. Höhle, DW 10, 1715, EWD s. u. hohl, EWAhd 4, 1112, Heidermanns 310, Duden s. u. Höhle, Bluhme s. u. Hoehle; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hola, F., Höhle; got. -; nndl. hol, Sb., Höhle; nschw. håla, Sb., Höhle; nnorw. hule, M., F., Höhle; GB.: (holī) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich in der Natur möglichen größeren hohlen Raum; BM.: hohl; F.: Höhle, Höhlen+EW; Z.: Höhl-e
$höhlen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. höhlen, hohl machen, Höhle bilden; Vw.: s. aus-; E.: s. Höhl(e), s. en; L.: Kluge s. u. hohl, fehlt DW, EWD s. u. hohl; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Höhl(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches eine Höhle bilden; F.: höhlen (!), höhle (!), höhlst, höhlt, höhlest, höhlet, höhlte, höhltest, höhlten, höhltet, gehöhlt, ##gehöhlt, gehöhlte, gehöhltes, gehöhltem, gehöhlten, gehöhlter##, höhlend, ###höhlend, höhlende, höhlendes, höhlendem, höhlenden, höhlender###, höhl (!)+EW; Z.: höhl-en
$Hohlkehle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hohlkehle, aushöhlende Ausrundung einer Kante; E.: s. hohl, s. Kehle; L.: Kluge s. u. Kehle 2, DW 10, 1719, EWD s. u. Kehle; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus hohl und Kehle gebildete von Menschen entwickelte und verwendete aushöhlende Ausrundung einer Kante; F.: Hohlkehle, Hohlkehlen+EW; Z.: Hohl—kehl-e
$Hohlspiegel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hohlspiegel, Konkavspiegel; E.: s. hohl, s. Spiegel; L.: DW 10, 1721, EWD s. u. hohl; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hohl und Spiegel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten nach innen gewölbten und dadurch vergrößernd wirkenden Spiegel in Gegensatz zu dem Konvexspiegel; F.: Hohlspiegel, Hohlspiegels, Hohlspiegeln+EW+FW; Z.: Hohl-spieg-el
$Höhlung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Höhlung, Vertiefung, Einbuchtung; E.: s. höhl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. hohl, DW 10, 1721; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus höhl(en) und ung gebildete Bezeichnung (holung) für eine Vertiefung oder Einbuchtung; EWD s. u. hohl; F.: Höhlung, Höhlungen+EW; Z.: Hohl-ung
$Hohlweg, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hohlweg; E.: s. hohl, s. Weg; L.: DW 10, 1722, EWD s. u. hohl; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus hohl und Weg gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen zwischen zwei höheren Rändern (bis zu zehn Meter tiefer liegenden und insofern hohlen) Weg; F.: Hohlweg, Hohlweges, Hohlwegs, Hohlwege, Hohlwegen+EW; Z.: Hohl—weg
Hohn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Hohn, Schande, Spott, Verachtung; ne. scorn (N.); Vw.: -; Hw.: s. höhnen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. hōn (1), st. M., Hohn, Schmach; mhd. hœne, st. F., Schmach, Schande, Übermut; mnd. hōn (2), hoen, hoin, M., N., Hohn, Niedrigkeit, Erniedrigung, Schmach, Schimpf; mnl. hoon, M., Hohn; ahd. hōna*, st. F. (ō), Hohn, Spott; vgl. germ. *hauna-, *haunaz, *hauni-, *hauniz, Adj., niedrig, schimpflich; vgl. idg. *kau-, V., erniedrigen, demütigen, Pokorny 535 (819/51) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hohn, Kluge s. u. Hohn, DW 10, 1722, EWD s. u. Hohn, EWAhd 4, 1125, Falk/Torp 66, Heidermanns 286, Duden s. u. Hohn, Bluhme s. u. Hohn; Son.: vgl. nndl. hoon, Sb., Hohn; nschw. hån, N., Hohn; nnorw. hån, M., Hohn; lett. kàuns, Sb., Scham, Schande, Schmach; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit verletzendem beißendem Spott verbundene unverhohlene Verachtung vor allem von Menschen; BM.: erniedrigen bzw. niedrig?; F.: Hohn, Hohnes, Hohns+EW; Z.: Hoh-n
höhnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. höhnen, gering machen, kränken, in Schaden bringen, verletzend verspotten; ne. sneer (V.); Vw.: (s. ver-); Hw.: s. Hohn; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. hœnen (1), hōnen, sw. V., höhnen, verhöhnen, Unehre bringen, entehren, herabsetzen, entwürdigen, schmähen, schänden, spotten; mnd. hȫnen, honen, hoenen, hoinen, sw. V., höhnen, erniedrigen, schmähen, verspotten, beschimpfen, beleidigen; mnl. honen, sw. V., höhnen; ahd. hōnen*, sw. V. (1a), verhöhnen, verschmähen, entehren; as. *hônian?, sw. V. (1a), höhnen; anfrk. -; germ. *haunjan, sw. V., erniedrigen, demütigen; idg. kau-, V., erniedrigen, demütigen, Pokorny 535 (819/51) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. höhnen, Kluge s. u. Hohn, DW 10, 1725, EWD s. u. Hohn,EWAhd 4, 1129, Duden s. u. höhnen; Son.: vgl. afries. hêna, sw. V. (1), verwunden, verletzen, misshandeln; nfries. huynjen; ae. híenan, hīnan, hȳnan, hēnan, sw. V. (1), erniedrigen, beleidigen, anklagen, verurteilen, niederstrecken, schwächen; an. -; got. haunjan 2, sw. V. (1), erniedrigen, niedrig machen; nndl. honen, V., höhnen; nnorw. håne, V., höhnen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für (mindestens einen Menschen) verletzend verspotten oder kränken; BM.: erniedrigen bzw. niedrig?; F.: höhnen, höhne, höhnst, höhnt, höhnest, höhnet, höhnte, höhntest, höhnten, höhntet, gehöhnt, ##gehöhnt, gehöhnte, gehöhntes, gehöhntem, gehöhnten, gehöhnter##, höhnend, ###höhnend, höhnende, höhnendes, höhnendem, höhnenden, höhnender###, höhn (!)+EW; Z.: höh-n-en
$Hohngelächter, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Hohngelächter; E.: s. Hohn, s. Gelächter; L.: DW 10, 1727, EWD s. u. Hohn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hohn und Gelächter gebildete Bezeichnung für ein seit Entwicklung des Menschen mögliches Hohn ausdrückendes Gelächter; F.: Hohngelächter, Hohngelächters+EW; Z.: Hoh-n—ge-läch-t-er
$höhnisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. höhnisch, Hohn enthaltend, höhnend; E.: s. Hohn, s. isch; L.: Kluge s. u. Hohn, DW 10, 1728, EWD s. u. Hohn; GB.: seit 4. Viertel 13. Jh. belegte und aus Hohn und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Hohn enthaltend oder höhnend; F.: höhnisch, höhnische, höhnisches, höhnischem, höhnischen, höhnischer(, höhnischere, höhnischeres, höhnischerem, höhnischeren, höhnischerer, höhnischst, höhnischste, höhnischstes, höhnischstem, höhnischsten, höhnischster)+EW; Z.: höh-n-isch
$hohnlachen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. hohnlachen; E.: s. Hohn, s. lachen; L.: DW 10, 1729, EWD s. u. hohn; GB.: seit um 1280 belegte und durch Zusammenrückung aus Hohn und lachen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Hohn enthaltend lachen; F.: hohnlachen, lache (!) Hohn, lachst Hohn, lacht Hohn, lachest Hohn, lachet Hohn, lachte Hohn, lachtest Hohn, lachten Hohn, lachtet Hohn, hohngelacht, ##hohngelacht, hohngelachte, hohngelachtes, hohngelachtem, hohngelachten, hohngelachter##, hohnlachend, ###hohnlachend, hohnlachende, hohnlachendes, hohnlachendem, hohnlachenden, hohnlachender###, hohnzulachen, ####hohnzulachen, hohnzulachend, hohnzulachende, hohnzulachendes, hohnzulachendem, hohnzulachenden, hohnzulachender####, lache (!) Hohn+EW; Z.: hoh-n—lach-en
$hohnsprechen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. hohnsprechen; L.: DW 10, 1730, EWD s. u. Hohn; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Hohn und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Hohn enthaltend sprechen; F.: hohnsprechen, spreche Hohn, sprichst Hohn, spricht Hohn, sprechen Hohn, sprecht Hohn, sprechest Hohn, sprechet Hohn, sprach Hohn, sprachst Hohn, sprachen Hohn, spracht Hohn, spräche Hohn, sprächest Hohn, sprächen Hohn, sprächet Hohn, hohngesprochen, ##hohngesprochen, hohngesprochene, hohngesprochenes, hohngesprochenem, hohngesprochenen, hohngesprochener##, hohnsprechend, ###hohnsprechend, hohnsprechende, hohnsprechendes, hohnsprechendem, hohnsprechenden, hohnsprechender###, hohnzusprechen, ####hohnzusprechen, hohnzusprechend, hohnzusprechende, hohnzusprechendes, hohnzusprechendem, hohnzusprechenden, hohnzusprechender####, sprich (!) Hohn+EW; Z.: hoh-n—s-pre-ch-en
Höker, nhd. (ält.), M., (14./15. Jh.): nhd. Höker, Hoker, Kleinverkäufer; ne. huckster; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. huckære*, hucker, hocker, st. M., Höker; mnd. hȫkære*, hȫker, hōker, hōkere, M., Verkäufer, Höker, Hocke (M.) (3), Kleinkrämer; vgl. mhd. hucke (1), st. F., Hucke, Verkaufsladen, Händlerplatz; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Höker, Kluge s. u. Höker, DW 10, 1651, EWD s. u. Höker, Duden s. u. Höker, Bluhme s. u. hoekern; GB.: (huckære*) seit 1276 belegte und jenseits von hucke in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Kleinhändler; BM.: ?; F.: Höker, Hökers, Hökern+EW; Z.: Hök-er
$Hökerin, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hökerin; E.: s. Höker, s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Höker; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Höker und in gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit dieser Zeit mögliche Kleinhändlerin; F.: Hökerin, Hökerinnen+EW; Z.: Hök-er-in
$hökern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hökern; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Höker, fehlt DW, EWD s. u. Höker; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Höker verbindbare Bezeichnung für handeln oder kaufen; F.: hökern (!), hökere, höker (!), hökerst, hökert, hökerte, hökertest, hökerten, hökertet, gehökert, ##gehökert, gehökerte, gehökertes, gehökertem, gehökerten, gehökerter##, hökernd, ###hökernd, hökerndes, hökerndem, hökernden, hökernder###, höker (!)+EW; Z.: hök-er-n
Hokuspokus, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Hokuspokus, Gaukelei, Zauberkram, Blödsinn; ne. hocus-pocus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1667; I.: Lw. ne. hocus-pocus; E.: s. ne. hocus-pocus, N., Hokuspokus; vgl. ne. hocospocos, M., Taschenspieler; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus einer Entstellung der Messformel hoc est enim corpus meus; L.: Kluge 1. A. s. u. Hokuspokus, Kluge s. u. Hokuspokus, EWD s. u. Hokuspokus, DW 10, 1731, Duden s. u. Hokuspokus; Son.: vgl. nndl. hocus-pocus, Sb., Hokuspokus; nschw. hokuspokus, Sb., Hokuspokus; nnorw. hokuspokus, N., Hokuspokus; poln. hokus-pokus, Sb., Hokuspokus; kymr. hocws-pocws, M., Hokuspokus; lett. hokuspokus, M., Hokuspokus; GB.: seit 1667 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht ungeklärte oder vielleicht aus hoc est enim corpus meus entstellte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Gaukelei oder Zauberkram oder Blödsinn; BM.: von einer Formel?; F.: Hokuspokus+FW; Z.: Hok-us-pok-us
hold, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. hold, wohlwollend, gewogen, dankbar, anerkannt, geneigt, freundlich; ne. lovely; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. holt, Adj., gewogen, günstig, freundlich, liebend, dienstbar, treu; mnd. holt, hůlt, hoild, Adj., hold, zugeneigt, gewogen, günstig gesinnt; mnl. hout, Adj., wohlgesonnen; ahd. hold, Adj., hold, treu, geneigt, ergeben (Adj.), anhänglich, zugetan, gnädig, getreu; as. hold, Adj., „hold“, ergeben (Adj.), gnädig, mild, lieb, zugetan, freundlich; anfrk. hold, Adj., treu, zugeneigt; germ. *hulþa-, *hulþaz, Adj., geneigt, gnädig, treu, hold, zugetan; s. idg. *k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. hold, Kluge s. u. hold, DW 10, 1733, EWD s. u. hold, EWAhd 4, 1108, Falk/Torp 83, Heidermanns 311, Duden s. u. hold, Bluhme s. u. hold; Son.: vgl. afries. hold, Adj., hold, treu, pflichtbewusst; ae. hold (2), Adj., hold, gnädig, freundlich, günstig; an. hollr, Adj., hold, treu; got. hulþs, Adj. (a), hold, gnädig, günstig; nschw. huld, Adj., hold?; nisl. hollur, Adj., hold?; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohlwollend oder gewogen oder dankbar oder anerkannt oder geneigt oder freundlich; BM.: neigen; F.: hold, holde, holdes, holdem, holden, holder(, holdere, holderes, holderem, holderen, holderer, holdest, holdeste, holdestes, holdestem, holdesten, holdester)+EW; Z.: hol-d
Holding, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Holding, Holdinggesellschaft, Beteiligungsgesellschaft; ne. holding company; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. holding (company); E.: s. ne. holding (company), N., Holding, Holdinggesellschaft; vgl. ne. hold, V., halten; ae. healdan, haldan, heldan, st. V. (7)=red. V. (2), halten, enthalten, fassen, besitzen, bewohnen, zügeln, zurückhalten; germ. *haldan, st. V., halten, hüten; s. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Holding; Son.: vgl. nndl. holding, Sb., Holding; frz. holding, M., F., Holding; nschw. holdingbolag, Sb., Holdinggesellschaft; nnorw. holdingselskap, N., Holdinggesellschaft; poln. holding, M., Holding; lit. holdingas, M., Holding; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen nach der Standard Oil Company of New Jersey von 1889 aufgenommene Bezeichnung für eine nicht selbst erzeugende aber Aktien anderer Gesellschaften haltende und diese dadurch beeinflussende Gesellschaft, (Beteiligungsgesellschaft); BM.: halten; F.: Holding, Holdings+FW; Z.: Hol-d-ing
$holdselig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. holdselig, reizend, lieblich, anmutig; E.: s. hold, s. selig; L.: Kluge s. u. holdselig, DW 10, 1739, EWD s. u. hold; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus hold und selig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches reizend oder lieblich oder anmutig; F.: holdselig, holdselige, holdseliges, holdseligem, holdseligen, holdseliger(, holdseligere, holdseligeres, holdseligerem, holdseligeren, holdseligerer, holdseligst, holdseligste, holdseligstes, holdseligstem, holdseligsten, holdseligster)+EW; Z.: hol-d—sel-ig
$Holdseligkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Holdseligkeit, Liebreiz, Lieblichkeit, Anmut; E.: s. holdselig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. holdselig, DW 10, 1739, EWD s. u. hold; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus holdselig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Liebreiz oder Lieblichkeit oder Anmut; F.: Holdseligkeit+EW; Z.: Hol-d—sel-ig-kei-t
holen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. holen, herbeischaffen, herbeibringen, herführen, berufen (V.); ne. fetch (V.), call (V.), take (V.); Vw.: -; Hw.: s. holla, hallo; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. holn, holen, haln, sw. V., berufen (V.), herbeibringen, holen; mnd. hālen, sw. V., ziehen, holen, abholen, erreichen, ausrichten, einen Ort durch Segeln heranholen; ahd. halōn, holōn, sw. V. (2), holen, rufen, nehmen, herbeiholen, herbeirufen, sich jemandes annehmen, auffordern; ahd. halēn*, sw. V. (3), holen, schöpfen (V.) (1), herbeiholen, herbeibringen; as. halōn (1), haloian, sw. V. (2), holen, ziehen, bringen; anfrk. -; germ. *halōn, *hulōn, sw. V., rufen, holen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. holen, Kluge s. u. holen, DW 10, 1741, EWD s. u. holen, EWAhd 4, 774, Falk/Torp 83, Seebold 253, Duden s. u. holen, Bluhme s. u. holen; Son.: vgl. afries. halia, sw. V. (2), holen, heimführen, heiraten, nehmen, Buße erlangen, einfordern, herbeiführen; saterl. halia, V., holen; ae. *holian (2), sw. V. (2), erhalten (V.); an. -; got. -; nndl. halen, V., holen; gr. καλεῖν (kalein), V., rufen, nennen, herbeirufen; lat. calāre, V., ausrufen, zusammenrufen, rufen; heth. kalles-, V., rufen?; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches von einem Ort herbeischaffen oder herbeibringen oder herbeirufen oder herführen oder berufen (V.); BM.: rufen; F.: holen, hole, holst, holt, holest, holet, holte, holtest, holten, holtet, geholt, ##geholt, geholte, geholtes, geholtem, geholten, geholter##, holend, ###holend, holende, holendes, holendem, holenden, holender###, hol (!)+EW; Z.: hol-en
Holfter, nhd. (ält.), F.: nhd. Holfter; Vw.: s. Halfter (2)
holistisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. holistisch, ganzheitlich, ein Ganzes betreffend, ganzheitlich; ne. holistic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. holistisch; Son.: vgl. nndl. holistisch, Adj., holistisch; frz. holistique, Adj., holistisch; nschw. holistisk, Adj., holistisch; nnorw. holistisk, Adj., holistisch; poln. holistyczny, Adj., holistisch; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und ist und isch gebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein Ganzes betreffend oder ganzheitlich; BM.: ganz; F.: holistisch, holistische, holistisches, holistischem, holistischen, holistischer+FW(+EW); Z.: hol-ist-isch
holla, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. holla!, oha!; ne. well!; Vw.: -; Hw.: s. hallo; Q.: 16. Jh.; E.: Imperativ zu ahd. halōn, holōn, sw. V. (2), holen, rufen, nehmen, herbeiholen, herbeirufen; germ. *halōn, *hulōn, sw. V., rufen, holen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. holla, DW 10, 1743, Duden s. u. holla; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Ausruf der Begrüßung; BM.: rufen; F.: holla+EW; Z.: hol-l-a
Hölle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hölle, Ort ewiger Verdammnis, Unterwelt, Inferno; ne. hell; Vw.: -; Hw.: s. Hel; Q.: um 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. helle, st. F., sw. F., Hölle, verbergende und verborgene Unterwelt; mnd. helle (1), F., Hölle, dunkle Welt; mnl. helle, F., Hölle; ahd. hella, st. F. (jō), Hölle, Unterwelt, Abgrund; as. hėl*, hėll*, st. F., st. M. (jō?, i?), Hölle; as. hėllia, st. F. (jō) (i), sw. F. (n), Hölle; anfrk. hella*, st. F. (jō), Hölle; germ. *haljō, st. F. (ō), Hölle?; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hölle, Kluge s. u. Hölle, EWD s. u. Hölle, DW 10, 1744, EWAhd 4, 940, Falk/Torp 80, Duden s. u. Hölle, Bluhme s. u. Hoelle; Son.: vgl. afries. helle, hille, st. F. (ō), Hölle; nnordfries. hille, helle, hel; ae. hėll, st. F. (jō), Hölle; an. hel, st. F. (ō), Totenreich, Todesgöttin; got. halja, st. F. (ō), Hölle; nndl. hel, Sb., Hölle; nschw. helvete, Sb., Hölle; nnorw. helvete, N., Hölle; GB.: vielleicht seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen Ort einer ewigen Verdammnis oder eine Unterwelt; BM.: bergen; F.: Hölle, Höllen+EW; Z.: Höl-l-e
$Höllenmaschine, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Höllenmaschine; E.: s. Höll(e), s. en, s. Maschine; L.: Kluge s. u. Höllenmaschine, DW 10, 1753, EWD s. u. Hölle; GB.: seit 19. Jh. belegte und wie frz. machine infernale und ne. infernal machine aus Höll(e) und en (Suff.) sowie Maschine gebildete Bezeichnung vor allem für einen durch eine von Menschen zu entwickelnde Maschine zu einer Entladung gebrachte Ladung von Sprengstoff; F.: Höllenmaschine, Höllenmaschinen+EW+FW; Z.: Höl-l-en—masch-in-e
$Höllenstein, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Höllenstein; E.: s. Hölle, s. n, s. Stein; L.: Kluge s. u. Höllenstein, DW 10, 1755, EWD s. u. Hölle; GB.: seit 1722 belegte und aus Höll(e) und en sowie Stein gebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus salpetersauerem Silber entwickeltes und verwendetes Ätzmittel für organisches Gewebe das wegen der bei der Benutzung eintretenden Verfärbung der Haut mit der Hölle in Beziehung gebracht wurde; F.: Höllenstein, Höllensteins, Höllensteines, Höllensteine, Höllensteinen+EW; Z.: Höl-l-en—stei-n
$höllisch, nhd., Adj., Adj., (12. Jh.): nhd. höllisch; E.: s. Höll(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Hölle, EWD s. u. Hölle; GB.: (hellisch) seit 1150-1170 belegte und aus Höll(e) und isch gebildete Bezeichnung für die in der Vorstellung des Menschen mögliche Hölle betreffend; F.: höllisch, höllische, höllisches, höllischem, höllischen, höllischer(, höllischere, höllischeres, höllischerem, höllischeren, höllischerer, höllischst, höllischste, höllischstes, höllischstem, höllischsten, höllischster)+EW; Z.: höl-l-isch
Holm (1), nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Holm (M.) (1), Hügel, Insel, Platz wo Schiffe gebaut werden; ne. islet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. holm (1), M., herausragendes Landstück, Insel; as. holm*, st. M. (a?), Holm (M.) (1), Hügel; ahd. holmo, sw. M. (n), Sandufer; anfrk. -; germ. *hulmō-, *hulmōn, *hulma-, *hulman, sw. M. (n), Holm (M.) (1), Hügel, Insel; s. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Holm, Kluge s. u. Holm, DW 10, 1760, EWD s. u. Holm 2, Falk/Torp 82, Duden s. u. Holm, Bluhme s. u. Holm 2; Son.: vgl. afries. -; ae. holm, st. M. (a), Woge, See (F.), Meer, Wasser, Insel; an. holmi, sw. M. (n), Insel; got. *hulms?, st. M., Insel; nschw. holme, Sb., Holm (1); nnorw. holm, M., kleine Felseninsel; nnorw. holme, M., Holm (1); gr. κολωνός (kolōnós), M., Hügel, Grabhügel; lat. columen, culumen, N., Höhe, Gipfel, Giebel, Haupt, Spitze; lat. kalvà, F., Hügel?; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Hügel oder eine kleine Insel; BM.: ragen; F.: Holm, Holms, Holmes, Holme, Holmen+EW; Z.: Hol-m
Holm (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Holm (M) (2), Stange, Griff, Balken; ne. stringer, rail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Helm (2); Q.: 1816 (Jahn); E.: wohl verwandt mit Helm (2) (Stiel); L.: Kluge s. u. Holm 2, DW 10, 1760, EWD s. u. Holm 1, Duden s. u. Holm, Bluhme s. u. Holm 1; GB.: seit 1816 belegte Bezeichnung für eine waagerechte Stange oder einen Balken; BM.: stechen?; F.: Holm, Holms, Holmes, Holme, Holmen+EW; Z.: Hol-m
Holmium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Holmium, ein Metall; ne. holmium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1911; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem ON Holmia, einem latinisierten Namen der Stadt Stockholm oder dem PN Holmberg; vgl. aschwed. stokker, M., Baumstamm; an. stokkr, st. M. (a), Stock, Balken; germ. *stukka-, *stukkaz, st. M. (a), Stock, Stumpf; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); an. holmi, sw. M. (n), Insel; germ. *hulmō-, *hulmōn, *hulma-, *hulman, sw. M. (n), Holm (M.) (1), Hügel, Insel; s. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Holmium; Son.: vgl. nndl. holmium, Sb., Holmium; frz. holmium, M., Holmium; nschw. holmium, N., Holmium; nnorw. holmium, N., Holmium; kymr. holmiwm, M., Holmium; nir. hoilmiam, M., Holmium; poln. holm, M., Holmium; lit. holmis, M., Holmium; GB.: seit um 1911 belegte und nach dem ON (Stock)holm oder Holmia oder dem PN Holmberg gebildete Bezeichnung für ein 1878 entdecktes und 1939 isoliertes und in der Natur nicht rein vorkommendes sondern als geringer Bestandteil nur in Mineralien wie Gadolinit und Monazit oder Bastnäsit vor allem in China und den Vereinigten Staaten von Amerika und Brasilien und Indien und Sri Lanka sowie Australien enthaltenes zu den Seltenen Erden zählendes graues und weiches Metall (Lanthanoid) (chemisches Element Nr. 67, abgekürzt Ho) mit guten magnetischen Eigenschaften und wenigen Verwendungen; BM.: ON; F.: Holmium, Holmiums+FW; Z.: Hol-m-i-um
Holocaust, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Holocaust, Völkermord; ne. holocaust; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. lat. holocaustum; E.: s. lat. holocaustum, N., Brandopfer, (nach 220 n. Chr.); gr. ὁλοκαύτωμα (holokaútōma), N., Brandopfer; vgl. gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. Holocaust, fehlt DW, Duden s. u. Holocaust; Son.: vgl. nndl. holocaust, Sb., Holocaust; frz. holocauste, M., Holocaust; nnorw. holocaust, M., Holocaust; poln. holocaust, M., Holocaust; kymr. holocywst, M., Holocaust; lit. holokaustas, M., Holocaust; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zwischen 1933 und 1945 verübten Massenmord (Völkermord) an Juden durch Nationalsozialisten mit insgesamt etwa sechs Millionen toten Juden; BM.: Brandopfer; F.: Holocaust, Holocausts+FW; Z.: Holo-cau-st
Hologramm, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hologramm, dreidimensionales Bild; ne. hologram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Schrift; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hologramm; Son.: vgl. nndl. hologram, Sb., Hologramm; frz. hologramme, M., Hologramm; nschw. hologram, N., Hologramm; nnorw. hologram, N., Hologramm; kymr. hologram, M., Hologram; poln. hologram, M., Hologramm; lit. holograma, F., Hologramm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch Interferenz und Diffusion von Licht mittels Laserstrahlen hergestellte dreidimensionale Aufnahme (Bild) eines Gegenstands mit körperlicher Gegenwart in einem Raum mit einem von Menschen entwickelten und verwendeten Gerät; BM.: ganz, ritzen; F.: Hologramm, Hologramme, Hologrammen, Hologrammes, Hologramms+FW; Z.: Hol-o—gram-m
Holozän, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Holozän, ein Erdzeitalter; ne. Holocene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. holocène; E.: s. frz. holocène, M., Holozän; vgl. gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Holozän; Son.: vgl. nndl. holoceen, Sb., Holozän; nschw. holocen, Sb., Holozän; nnorw. holocen, M.?, Holozän; poln. holocen, M., Holozän; lit. holocenas, M., Holozän; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die geologische Gegenwart (ganz neue Zeit) nach dem Abklingen der letzten Eiszeit; BM.: ganz, anfangen; F.: Holozän, Holozäns+FW; Z.: Hol-o—zän
$holpeln, hilpeln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. holpeln; Hw.: s. holpern; E.: s. holpern; L.: Kluge s. u. holpern, fehlt DW; F.: holpeln, holpel (!), holple, holpele, holpelst, holpelt, holpelte, holpeltest, holpelten, holpeltet, geholpelt, ##geholpelt, geholpelte, geholpeltes, geholpeltem, geholpelten, geholpelter##, holpelnd, ###holpelnd, holpelnde, holpelndes, holpelndem, holpelnden, holpelnder###, hilpeln, hilpel, hilple, hilpele, hilpelst, hilpelt, hilpelte, hilpeltest, hilpelten, hilpeltet, gehilpelt, ##gehilpelt, gehilpelte, gehilpeltes, gehilpeltem, gehilpelten, gehilpelter##, hilpelnd, ###hilpelnd, hilpelnde, hilpelndes, hilpelndem, hilpelnden, hilpelnder###, hilpel (!)+EW; Z.: holp-el-n
holpern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. holpern, rattern, rütteln, tuckern; ne. jolt (V.); Vw.: -; Hw.: s. holpeln; Q.: 16. Jh.; E.: wohl eine Lautgebärde; L.: Kluge 1. A. s. u. holpern, Kluge s. u. holpern, DW 10, 1760, EWD s. u. holpern, Duden s. u. holpern, Bluhme s. u. holpern; Son.: vgl. lit. klùpti, V., stolpern; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliches mit rüttelnden Bewegungen fahren; BM.: lautmalend?; F.: holpern, holpere, holper (!), holpre, holperst, holpert, holperte, holpertest, holperten, holpertet, geholpert, ##geholpert, geholpertes, geholpertem, geholperten, geholperter##, holpernd, ###holpernd, holpernde, holperndes, holperndem, holpernden, holpernder###, holper (!)+EW; Z.: holp-er-n
$holprig, holperig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. holprig; L.: Kluge s. u. holpern, fehlt DW; F.: holprig, holprige, holpriges, holprigem, holprigen, holpriger(, holprigere, holprigeres, holprigerem, holprigeren, holprigerer, holprigst, holprigste, holprigstes, holprigstem, holprigsten, holprigster,) holperig, holperige, holperiges, holperigem, holperigen, holperiger(, holperigere, holperigeres, holperigerem, holperigeren, holperigerer, holperigst, holperigste, holperigstes, holperigstem, holperigsten, holperigster)+EW; Z.: holp-r-ig
Holster, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Holster, Ledertasche für eine Handfeuerwaffe; ne. holster; Vw.: -; Hw.: s. Halfter (2), hüllen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. holster; E.: s. ne. holster, N., Holster; nndl. holster, Sb., Holster; letztlich wohl von germ. *hulistra-, *hulistram?, st. N. (a), Hülle; vgl. idg. k̑el- (4), V., verhüllen, bergen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Holster, fehlt DW, Falk/Torp 81, Seebold 252, Duden s. u. Holster; Son.: vgl. lat.-ahd.? hulcitra, F. (?), Satteldecke; ae. heolstor, st. M. (a), Dunkel, Versteck; got. hulistr, st. N. (a), Hülle, Decke; nschw. hölster, N., Halfter (N.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ledertasche für eine Handfeuerwaffe; BM.: verhüllen; F.: Holster, Holsters, Holstern+EW; Z.: Hol-st-er
Holunder, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Holunder, ein Strauch; ne. elder-bush; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. holunter, holder, holer, holre, holr, st. M., Holunder; mhd. holder, holære, st. M., Holler, Holder, Holunder, Holunderstrauch; mnd. holunder, holder, holler, holdern, holderen, M., Holunder, Flieder, Fliederbeerenstrauch, eine Arzneipflanze; mnl. holendere, M., Flieder; ahd. holuntra*, holara, holre, sw. F. (n), Holunder; ahd. holuntar, st. M. (a), Holunder; as. holondar*, st. M. (a), Holunder; anfrk. -; germ. *hulandra-, *hulandraz, st. M. (a), Holunder; vgl. idg. *kel- (4), Adj., fleckig, Pokorny 547 (844/76) (, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Holunder, Kluge s. u. Holunder, DW 10, 1737 (Holder), DW 10, 1762 (Holunder), EWD s. u. Holunder, DW 10, 1762, EWAhd 4, 1116, EWAhd 4, 1119, Falk/Torp 95, Duden s. u. Holunder; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. (dial.) hyll, hill, Sb., Holunder; nnorw. hyll, M., Holunder; russ. kalína, F., Maßholder; GB.: (holuntar) seit dem 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Strauch mit dunkelgrünen gefiederten Blättern und gelblich weißen in großen Dolden wachsenden Blüten sowie schwach giftig essbaren glänzenden schwarzen Früchten; BM.: fleckig?, Baum?; F.: Holunder, Holunders, Holundern+EW; Z.: Hol-und-er
$*Holung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. *Holung, Holen; Vw.: s. Er-; E.: s. hol(en), s. ung; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus hol(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen mögliches Holen; F.: Holung, Holungen+EW; Z.: Hol-ung
Holz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Holz, Gehölz; ne. wood (N.); Vw.: s. Eben-, Sandel-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. holz, st. N., Wald, Gehölze, Holz als Stoff, Stück Holz; mnd. holt (1), N., Holz, Gehölz, aus Holz gemachte Wurfscheibe oder Kegelkugel, Baum; mnl. hout, N., Holz; ahd. holz, st. N. (a), Holz, Wald, Hain, Gehölz, Baum, Reis (N.); as. holt*, st. N. (a), Holz, Gehölz; anfrk. holt*, st. N. (a), Holz, Wald; germ. *hulta-, *hultam, st. N. (a), Holz; s. idg. *keləd-, *klād-, V., schlagen, hauen, Pokorny 546; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Holz, Kluge s. u. Holz, DW 10, 1763, EWD s. u. Holz, EWAhd 4, 1120, Falk/Torp 84, Duden s. u. Holz, Bluhme s. u. Holz; Son.: vgl. afries. holt, st. N. (a), Holz, Stock; nnordfries. holt; ae. holt, st. M. (a), st. N. (a), Holz, Gehölz, Wald, Hain; an. holt, st. N. (a), kleiner Wald; got. -; nndl. hout, Sb., Holz; ne. holt, N., Bau; nschw. hult, Sb., Holz?; nnorw. holt, M., N., Hain, Wäldchen; gr. κλάδος (kládos), M., Schössling, Zweig; kymr. celli, F., Hain; mir. caill, F., Wald, Hain; ksl. klada, Sb., Balken, Holz; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung größerer Pflanzen auf der Erde schon vormenschlich mögliche feste und harte Substanz des Stammes bzw. der Äste und Zweige von Bäumen und größeren Sträuchern; BM.: schlagen; F.: Holz, Holze, Holzes, Hölzer, Hölzern+EW; Z.: Hol-z
$Holzapfel, nhd., M., (11./12. Jh.?): nhd. Holzapfel; E.: s. Holz, s. Apfel; L.: Kluge s. u. Holzapfel, DW 10, 1766, EWD s. u. Holz; GB.: seit 11./12. Jh. belegte und aus Holz und Apfel gebildete Bezeichnung für einen den von Menschen seit rund 12000 Jahren gezüchteten Äpfeln vorangehenden Wildapfel geringer Größe und säuerlichen Geschmacks; F.: Holzapfel, Holzapfels, Holzäpfel, Holzäpfeln+EW; Z.: Hol-z—apfel
$holzen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. holzen; E.: s. Holz, s. en; L.: Kluge s. u. holzen, EWD s. u. Holz; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Holz und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge mögliches Holz machen oder Holz schlagen oder Baum fällen oder übertragen (Adj.) auch grob Fußball spielen; F.: holzen, holze (!), holzst (!), holzt, holzest, holzet, holzte, holztest, holzten, holztet, geholzt, ##geholzt, geholzte, geholztes, geholztem, geholzten, geholzter##, holzend, ###holzend, holzende, holzendes, holzendem, holzenden, holzender###, holz (!)+EW; Z.: hol-z-en
$Holzer, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Holzer, Holzfäller, Holzhauer, Holzmacher; E.: s. holz(en), s. ære* bzw. (Suff.); L.: DW 10, 1771, EWD s. u. Holz; GB.: seit 1325 belegte und aus holz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung erforderlicher Werkzeuge möglichen Holzfäller oder Holzhauer oder Holzmacher oder Holzenden; F.: Holzer, Holzers, Holzern+EW; Z.: Hol-z-er
$hölzern, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. hölzern, aus Holz bestehend, holzartig; E.: s. Holz, s. ern (Suff.); L.: Kluge s. u. Holz, DW 10, 1769, EWD s. u. Holz; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Holz und – nach Eintritt des pluralen r der substantivischen Mutterform – ern (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Holz bestehend oder holzartig, F.: hölzern, hölzerne, hölzernes, hölzernem, hölzernen, hölzerner+EW; Z.: höl-z-ern
$holzig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. holzig; E.: s. Holz, s. ig; L.: Kluge s. u. Holz, DW 10, 1774, EWD s. u. Holz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Holz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Holz mögliches holzartig oder von Holzfasern durchsetzt; F.: holzig, holzige, holziges, holzigem, holzigen, holziger(, holzigere, holzigeres, holzigerem, holzigeren, holzigerer, holzigst, holzigste, holzigstes, holzigstem, holzigsten, holzigster) +EW; Z.: hol-z-ig
$Holzschnitt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Holzschnitt; E.: s. Holz, s. Schnitt; L.: DW 10, 1780, EWD s. u. Holz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Holz und Schnitt gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit um 1400 in Süddeutschland unter Ausschneiden aus Holz und Druck mittels Farbe von Menschen entwickelte Abbildung einer Gegebenheit; F.: Holzschnitt, Holzschnittes, Holzschnitts, Holzschnitte, Holzschnitten+EW; Z.: Hol-z—schnit-t
$Holzweg, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Holzweg, Waldweg, Irrweg; E.: s. Holz, s. Weg; L.: Kluge s. u. Holzweg, EWD s. u. Holz; GB.: (holzwec) seit vor 1243 belegte und aus Holz und Weg gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen bedeutungsarmen Waldweg und später auch einen Irrweg; F.: Holzweg, Holzweges, Holzwegs, Holzwege, Holzwegen+EW; Z.: Hol-z—weg
hom..., nhd., Partikel.: nhd. hom...; Vw.: s. homo...
Homespun, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Homespun, ein Gewebe; ne. homespun; Vw.: -; Hw.: s. heim, Heim, spinnen; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. homespun; E.: s. ne. homespun, N., ein Gewebe; vgl. ne. homespun, Adj., selbst gesponnen; ne. home, N., Heim; ae. hām (1), st. M. (a), Heim, Haus, Wohnung, Landgut, Dorf; germ. *haima-, *haimaz, st. M. (a), Heim, Dorf; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ne. spin, V., spinnen; ae. spinnan, st. V. (3a), spinnen, drehen; germ. *spennan, st. V., spinnen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; s. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Homespun, Duden s. u. Homespun; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ursprünglich in Schottland hergestelltes rauhaariges und kräftiges Streichgarngewebe mit Noppen und Knötchen; BM.: heim, spinnen; F.: Homespun, Homespuns+FW; Z.: Ho-m-e-spun
Homilie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Homilie, erbauliche Predigt; ne. homily; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Sankt Georgener Prediger); E.: s. mhd. omēlie, sw. F., Homilie (?), Homelie, Predigt; vgl. lat. homīlia, F., Rede vor dem Volke; gr. ὁμιλία (homilía), Zusammensein, Umgang, Verkehr; wohl nicht von idg. *sem- (2), Pokorny 904, Frisk 2, 386; L.: fehlt DW, Duden s. u. Homilie; Son.: vgl. nndl. homilia, Sb., Homilie; frz. homélie, F., Homilie; nschw. homilia, Sb., Homilie; nnorw. homilie, M., Homilie; poln. homilia, F., Homilie; kymr. homili, F., Homilie; GB.: (omēlie) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine erbauliche Predigt in der Form der Auslegung eines Bibeltexts mit praktischer Anwendung auf das Leben des Christen; BM.: ?; F.: Homilie, Homilien+FW(+EW); Z.: Homil-i-e
Hominide, Hominid, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hominide, Hominid, Menschenartiger; ne. hominid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Hominide; Son.: vgl. nndl. hominide Sb., Hominide; frz. hominidé, M., Hominide; nschw. hominid, Sb., Hominide; nnorw. hominide, M., Hominide; kymr. hominidae, M. Pl., Hominidae; kymr. homainid, M., Hominide; lit. hominidas?, M., Hominide; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lat. hom(o) und in sowie id (Suff.) und e gebildete Bezeichnung für einen Vertreter der vielleicht vor vier Millionen Jahre entstandenen aus Menschenaffen und Menschen bestehenden biologischen Gruppe höherer Säugetiere; BM.: Mensch; F.: Hominide, Hominid, Hominiden, Hominidae+FW; Z.: Hom-in-id-e
homo..., hom..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. homo..., gleich, gleichartig; ne. homo…; Vw.: s. -gen, -nym, -phon, -sexualität; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. ὁμός (homós); E.: s. gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. homo-, EWD s. u. homo-; Son.: vgl. nndl. homo…, Präf., homo…; frz. homo…, Präf., homo…; nschw. homo…, Präf., homo…; nnorw. homo…, Präf., homo…; poln. homo…, Präf., homo…; kymr. homo…, Präf., homo…; nir. homai…?, Präf., homo…; lit. homo…, Präf., homo…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gleich oder gleichartig; BM.: eins; F.: homo…, hom…+FW; Z.: hom-o-
homofon, nhd., Adj.: nhd. homofon; Vw.: s. homophon
homogen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. homogen, gleich, gleichmäßig, gleichartig; ne. homogenous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. homogeneus; E.: s. mlat. homogeneus, Adj., homogen, gleich, gleichartig, gleichmäßig aufgebaut; vgl. gr. ὁμογενής (homogenḗs), Adj., gleichen Geschlechtes seiend, blutsverwandt; gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. homogen, fehlt DW, EWD s. u. homo-; Son.: vgl. nndl. homogeen, Adj., homogen; frz. homogène, Adj., homogen; nschw. homogen, Adj., homogen; nnorw. homogen, Adj., homogen; poln. homogeniczny, Adj., homogen; kymr. homogenaidd, Adj., homogen; lit. homogeninis, Adj., homogen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches gleichmäßig und gleichartig (aufgebaut); BM: eins, erzeugen; F.: homogen, homogene, homogenes, homogenem, homogenen, homogener+FW; Z.: hom-o-gen
homonym, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. homonym, gleichlautend; ne. homonymous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. homōnymus; E.: s. lat. homōnymus, Adj., gleichnamig, den gleichen Namen habend, gleichlautend, mehrdeutig, (6. Jh. n. Chr.); gr. ὁμώνυμος (homṓnymos), Adj., gleichnamig; vgl. ὁμός (homós), Adj., gleich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. homonym, fehlt DW, EWD s. u. Hononym, Duden s. u. homonym; Son.: vgl. frz. homonym, Adj., homonym; nschw. homonym, Adj., homonym; nnorw. homonym, Adj., homonym; poln. homonimiczny, Adj., homonym; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gleichlautend (trotz unterschiedlicher Bedeutung) wie beispielsweise sein (V.) und ein (Pron.) oder modern (V. und Adj.) oder Leiter (M. und F.) sowie weitere Beispiele in diesem Text; BM.: eins, Name; F.: homonym, homonyme, homonymes, homonymem, homonymen, homonymer+FW(+EW); Z.: hom-o-nym
$Homonym, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Homonym; E.: s. homonym; L.: fehlt DW, EWD s. u. Homonym; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gleichlautendes Wort (trotz unterschiedlicher Bedeutung) wie beispielsweise sein (V. und Pron.) oder modern (V. und Adj.) oder Leiter (M. und F.); BM.; F.: Homonym Homonymes, Homonyms, Homonyme, Homonymen+FW; Z.: Hom-o-nym
homöo..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. homöo..., homoio..., gleich; ne. homeo...; Vw.: s. -path, -pathie, -pathisch; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; gr. ὁμοῖος (homoios), Adj., gleich, gleichartig, ähnlich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1074; Son.: vgl. nndl. homeo..., Präf., homöo...; frz. homéo..., Präf., homöo...; nschw. homöo..., Präf., homöo...; nnorw. homeo..., Präf., homöo...; poln. homeo..., Präf., homöo...; kymr. hoemo..., Präf., homöo...; nir. hoiméa..., Präf., homöo...; lit. homeo..., Präf., homöo...; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und als Bestimmungswort zu einer Bildung von eine Gesamtheit von etwas umfassenden Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung; BM.: ein; F.: homöo...+FW; Z.: hom-ö-o-
$Homöopath, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Homöopath, Alternativmediziner; E.: s. Homöopathie; L.: Kluge s. u. Homöopathie, fehlt DW, EWD s. u. Homöopathie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen der Alternativmedizin Homöopathie; F.: Homöopath, Homöopathen+FW(+EW); Z.: Hom-ö-o-path
Homöopathie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Homöopathie, eine Alternativmedizin; ne. homeopathy, homoeopathy; Vw.: -; Hw.: s. Pathos; Q.: 1796; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὁμοῖος (homoios), Adj., gleich, gleichartig, ähnlich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Homöopathie, EWD s. u. Homöopathie, Duden s. u. Homöopathie; Son.: vgl. nndl. homeopathie, Sb., Homöopathie; frz. homéopathie, F., Homöopathie; nschw. homöopati, Sb., Homöopathie; nnorw. homeopati, homøopati, M., Homöopathie; poln. homeopatia, F., Homöopathie; kymr. hoemopathi, M., Homöopathie; nir. hoiméapeite, F., Homöopathie; lit. homeopatija, F., Homöopathie; GB.: seit 1796 belegte Bezeichnung für ein von Samuel Hahnemann (1755-1843) entwickeltes Heilverfahren bei dem die Kranken mit solchen Mitteln in hoher Verdünnung behandelt werden die in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen; BM.: eins, Leiden; F.: Homöopathie+FW(+EW); Z.: Hom-ö-o-path-ie
$homöopathisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. homöopathisch, Homöopathie betreffend; Q.: um 1800; E.: s. Homöopath(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Homöopathie, fehlt DW, EWD s. u. Homöopathie; GB.: um 1800 belegte und aus Homöopath(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Homöopathie betreffend; F.: homöopathisch, homöopathische, homöopathisches, homöopathischem, homöopathischen, homöopathischer+FW(+EW); Z.: hom-ö-o-path-isch
Homophobie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Homophobie, Ablehnung von Gleichgeschlechtlichkeit; ne. homophobia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Homophobie; Son.: vgl. nndl. homofobie, Sb., Homophobie; frz. homophobie, F., Homophobie; nschw. homofobi, Sb., Homophobie; nnorw. homofobi, M., Homophobie; poln. homofobia, F., Homophobie; kymr. homoffobia, M., Homophobie; nir. homafóibe, F., Homophobie; lit. homofobija, F., Homophobie; Son.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die wohl abweichend von den Hochkulturen des Altertums von dem Christentum geförderte Ablehnung von Menschen die gleichgeschlechtliche Liebe leben; BM.: gleich, davonlaufen; F.: Homophobie+FW(+EW); Z.: Hom-o-phob-ie
homophon, homofon, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. homophon, gleichlautend; ne. homophone (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. homophon, fehlt DW, Duden s. u. homophon; Son.: vgl. nndl. homofoon, Adj., homophon; frz. homophone, Adj., homophon; nschw. homofon, Adj., homophon; nnorw. homofon, Adj., homophon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschieden geschrieben aber (ungefähr) gleich gesprochen wie beispielsweise heute und Häute oder her und hehr sowie Heer oder Hemd und hemmt; BM.: eins, Laut; F.: homophon, homophone, homophones, homophonem, homophonen, homophoner, homofon, homofone, homofones, homofonem, homofonen, homofoner+FW; Z.: hom-o-pho-n
Homosexualität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Homosexualität, gleichgeschlechtliche Liebe; ne. homosexuality; Vw.: -; Hw.: s. Sex; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὁμός (homós), Adj., gleich; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. secāre, schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Homosexualität, fehlt DW, EWD s. u. Homosexualität, Duden s. u. Homosexualität; Son.: vgl. nndl. homoseksualiteit, Sb., Homosexualität; frz. homosexualité, F., Homosexualität; nschw. homosexualitet, Sb., Homosexualität; nnorw. homoseksualitet, M., Homosexualität; poln. homoseksualizm, M., Homosexualität; lit. homoseksualumas, M., Homosexualität; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche gleichgeschlechtliche Liebe (mehrerer Männer oder mehrerer Frauen); BM.: eins, schneiden; F.: Homosexualität, Homosexualitäten+FW(+EW); Z.: Hom-o-sex-u-al-it-ät
$homosexuell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. homosexuell, gleichgeschlechtlich; E.: s. homo, s. sexuell, s. Homosexu(alität); L.: Kluge s. u. Homosexualität; F.: homosexuell, homosexuelle, homosexuelles, homosexuellem, homosexuellen, homosexueller+FW(+EW); Z.: hom-o-sex-u-ell
Homunkulus, Homunculus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Homunkulus, künstlich geschaffener Mensch; ne. homunculus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh. (Goethe); I.: Lw. lat. homunculus; E.: s. lat. homunculus, M., Menschlein, armer schwacher Mensch, schwaches Erdenkind, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Homunkulus, fehlt DW, EWD s. u. Homunkulus, Duden s. u. Homunkulus; Son.: vgl. nndl. homunculus, Sb., Homunkulus; frz. homuncule, M., Homunkulus; nschw. homunculus, Sb., Homunkulus; poln. homunkulus, M., Homunkulus; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit in der Vorstellung des Menschen möglichen künstlich geschaffenen Menschen; BM.: Menschlein bzw. kleiner Mensch; F.: Homunkulus, Homunkulusse, Homunkulussen, Homunkuli, Homunculus, Homunculusse, Homunculussen, Homunculi+FW(+EW); Z.: Hom-unk-ul-us
honett, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. honett, redlich, anständig; ne. honest; Vw.: -; Hw.: s. Honneur; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. honnête; E.: s. frz. honnête, Adj., ehrlich, redlich; lat. honestus (1), Adj., ehrenhaft, ansehnlich, anständig, schicklich, ehrenvoll, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. honōs, honor, M., Ehre, Würde, Ansehen, Ehrbezeichnung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. honett, DW 10, 1785, Duden s. u. honett; Son.: vgl. nschw. honnett, Adj., honett; nnorw. honnett, Adj., honnett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen redlich oder anständig; BM.: Ehre; F.: honett, honette, honettes, honettem, honetten, honetter(, honettere, honetteres, honetterem, honetteren, honetterer, honettest, honetteste, honettestes, honettestem, honettesten, honettester)+FW(+EW); Z.: hon-ett
Honig, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Honig, Bienenhonig; ne. honey (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. honec, honic, st. N., Honig; mnd. hōnich, hȫnich, hoenich, hōneg, hōnoch, N., M., Honig, Bienenhonig, Süßes, Angenehmes; mnl. hōnich, M., Honig; ahd. honag, honig, st. N. (a), Honig; as. huneg*, hanig*, honeg*, st. M. (a), Honig; anfrk. honog*, st. N. (a), Honig; germ. *hunaga-, *hunagam, *hunanga-, hunangam, st. N. (a), Gelbes, Honig; s. idg. kₑnəkó-, Adj., gelb, Pokorny 564 (872/104) (RB. idg aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Honig, Kluge s. u. Honig, DW 10, 1786, EWD s. u. Honig, EWAhd 4, 1125, Falk/Torp 93, Duden s. u. Honig, Bluhme s. u. Honig; Son.: vgl. afries. hunig, hunich, st. M. (a), Honig; nnordfries. hönning, honning; ae. huneg, hunig, st. M. (a), Honig; an. hunang, st. N. (a), Honig; got. -; nndl. honing, Sb., Honig; nschw. honung, Sb., Honig; nnorw. honning, M., Honig; ai. kāñcaná, N., Gold; gr. κνῆκος (knēkos), M., Saflor; lat. canicae, F. Pl., eine mindere Art Kleie; apreuß. cucan, Adj., braun; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschlich seit vielleicht 90 Millionen Jahren mögliche von Menschen als Nahrungsmittel und Heilmittel verwendete dickflüssige bis feste hellgelbe bis grünschwarze sehr süße Masse die von Bienen aus Blütensäften und anderen süßen Pflanzensäften oder Sekreten bestimmter Insekten gewonnen und verarbeitet und in Waben eigentlich als eigener Wintervorrat gespeichert und ihnen von Menschen zwecks eigennütziger Verwendung in Austausch gegen billigen Zucker entzogen wird; BM.: gelb; F.: Honig, Honigs, Honige, Honigen+EW; Z.: Honig
$Honigmonat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Honigmonat; E.: s. Honig, s. Monat; L.: EWD s. u. Honig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Honig und Monat gebildete Bezeichnung für angeblich den Monat in dem Bienen (eigentlich von dem Frühling bis zu dem Herbst) Honig sammeln sowie übertragen (Adj.) für den Monat nach einer Eheschließung; F.: Honigmonat, Honigmonats, Honigmonate, Honigmonaten+EW; Z.: Honig—mo-nat
$Honigmond, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Honigmond; E.: s. Honig, s. Mond; L.: EWD s. u. Honig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Honig und Mond (Monat) gebildete Bezeichnung für angeblich den Mond (Monat) in dem Bienen (von dem Frühling bis zu dem Herbst) Honig sammeln sowie übertragen (Adj.) für den ähnlich verlockenden Mond (Monat) nach einer Eheschließung oder für den besonders gelb scheinenden Vollmond oder den Vollmond in dem Monat Juni; F.: Honigmond, Honigmondes, Honigmonds, Honigmonde, Honigmonden+EW; Z.: Honig—mo-n-d
$Honigseim, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Honigseim; E.: s. Honig, s. Seim; L.: DW 10, 1792, EWD s. u. sämig; GB.: seit um 1120 belegte und aus Honig und Seim gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen dickflüssigen ungeläuterten Honig; F.: Honigseim, Honigseimes, Honigseims, Honigseime, Honigseimen+EW; Z.: Honig—sei-m
Honneur, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Honneur, Ehrbezeugung; ne. honours; Vw.: -; Hw.: s. honett; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. honneur; E.: s. frz. honneur, M., Ehre, Ehrbezeugung; lat. honōs, M., Ehre, Ehrbezeichnung, Ehrung, Anerkennung, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Honneurs, fehlt DW, EWD s. u. Honneur, Duden s. u. Honneur; Son.: vgl. nndl. honneurs, Sb., Honneurs; nschw. honnör, Sb., Honneurs; nnorw. honnor, Sb., Honneurs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Ehrbezeugung; BM.: Ehre; F.: Honneur, Honneurs+FW; Z.: Hon-n-eur-s
Honorar, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Honorar, Entgelt, Vergütung; ne. honorarium, remuneration; Vw.: -; Hw.: s. Honoratior, honorieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. honōrārium; E.: s. lat. honōrārium, N., Ehrengeschenk, Honorar, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. honōs, honor, M., Ehre, Würde, Ansehen, Ehrbezeichnung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Honorar, DW 10, 1794, EWD s. u. Honorar, Duden s. u. Honorar; Son.: vgl. nndl. honorarium, Sb., Honorar; frz. honoraires, M. Pl., Honorar; nschw. honorar, N., Honorar; nnorw. honorar, N., Honorar; poln. honorarium, Sb., Honorar; kymr. honorariwm, M., Honorar; lit. honoraras, M., Honorar; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft jenseits lat. honos wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Bezahlung (Entgelt) für eine erbrachte geistige Leistung oder Dienstleistung beispielsweise eines Arztes oder Rechtsanwalts oder Steuerberaters oder Architekten oder Künstlers; BM.: Ehre; F.: Honorar, Honorares, Honorars, Honorare, Honoraren+FW(+EW); Z.: Honor-ar
Honoratior, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Honoratior, angesehener Bürger; ne. notable (M.); Vw.: -; Hw.: s. Honorar, honorieren; Q.: Ende 17. Jh.; I.: vielleicht Lw. mlat. honōrātōris; E.: s. mlat. honōrātōris, M., Angesehener; vgl. lat. honōrāre, V., auszeichnen, ehren, verehren, Ehre erweisen, respektieren, (81-43 v. Chr.); lat. honōs, honor, M., Ehre, Würde, Ansehen, Ehrbezeichnung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Honoratioren, DW 10, 1794, EWD s. u. Honorar, Duden s. u. Honoratioren; Son.: in dem Plural verwendet; vgl. nndl. honoratior, Sb., Honoratior; nnorw. honoratior, M., Honoratior; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittellateinischen oder dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen durch seine gesellschaftliche (Leistung und) Stellung ausgezeichneten und deshalb angesehenen Bürger; BM.: Ehre; F.: Honoratior, Honoratiors, Honoratioren+FW; Z.: Honor-at-i-or
honorieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. honorieren, anerkennen, Anerkennung geben, ehren, entgelten; ne. honour (V.), pay (V.), appreciate; Vw.: -; Hw.: s. Honorar, Honoratioren; Q.: 16. Jh.; E.: lat. honōrāre, V., auszeichnen, ehren, verehren, Ehre erweisen, respektieren, wertschätzen, schätzen, beehren, belohnen, entlohnen, Honorar für erhaltene Dienste zahlen, Lohn für erhaltene Dienste zahlen; vgl. lat. honōs, honor, M., Ehre, Würde, Ansehen, Ehrbezeichnung, Ehrerbietung, Ehrung, Ehrengeschenk, Anerkennung, Wertschätzung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Honorar, DW 10, 1794, EWD s. u. Honorar, Duden s. u. honorieren; Son.: vgl. nndl. honoreren, V., honorieren; frz. honorer, V., honorieren; nnorw. honoere, V., honorieren; poln. honorować, V., honorieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie jenseits von lat. honos wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Gesellschaft mögliches für eine Leistung anerkennen oder Anerkennung geben oder ehren oder entgelten; BM.: Ehre; F.: honorieren, honoriere, honorierst, honoriert, honorierest, honorieret, honorierte, honoriertest, honorierten, honoriertet, ##honoriert, honorierte, honoriertes, honoriertem, honorierten, honorierter##, honorierend, ###honorierend, honorierende, honorierendes, honorierendem, honorierenden, honorierender###, honorier (!)+FW; Z.: honor-ier-en
$honorig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. honorig, ehrenhaft, freigebig; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. lat. honos, M., Ehre, s .ig; L.: EWD s. u. Honorar; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus lat. honos und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ehrenhaft oder freigebig; F.: honorig, honorige, honoriges, honorigem, honorigen, honoriger(, honorigere, honorigeres, honorigerem, honorigeren, honorigerer, honorigst, honorigste, honorigstes, honorigstem, honorigsten, honorigster)+EW; Z.: honor-ig
Hooligan, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hooligan, Randalierer; ne. hooligan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hooligan; E.: s. ne. hooligan, M., Randalierer; Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem PN; L.: Kluge s. u. Hooligan, fehlt DW, Duden s. u. Hooligan; Son.: vgl. nndl. hooligan, Sb., Hooligan; frz. hooligan, M., Hooligan; nschw. huligan, Sb., Hooligan; nnorw. hooligan, M., Hooligan; poln. chuligan, M., Hooligan; kymr. hwligan, M., Hooligan; lit. chuliganas, M., Hooligan; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit einem PN verbindbare Bezeichnung für einen vor allem auf Fußballplätzen auftretenden Randalierer; BM.: PN?; F.: Hooligan, Hooligans+FW; Z.: Hooligan
Hopfe, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Hopfen, Hopfe, eine Staude; ne. hop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hopfen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hopfe, sw. M., Hopfen; mnd. hoppe (1), hoppen, M., Hopfen, Fruchtblättchen; mnl. hoppe, Sb., Hopfen; ahd. hopfo (1), hopho, sw. M. (n), Hopfen; as. *hoppo?, sw. M. (n), Hopfen; anfrk. -; Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Hopfen, Kluge s. u. Hopfen, DW 10, 1795, EWD s. u. Hopfen, EWAhd 4, 1133, Duden s. u. Hopfen, Bluhme s. u. Hopfen; GB.: (hopfo) seit 11. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung einer vielleicht schon vormenschlichen und wahrscheinlich aus Vorderasien kommenden von Menschen später für die Bierherstellung verwendeten rankenden Pflanze mit gebuchteten Blättern und zapfenartigen Fruchtständen; BM.: ?; F.: Hopfe, Hopfens, Hopfen+EW; Z.: Hopf-e
Hopfen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Hopfen, Hopfe, eine Staude; ne. hop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hopfe; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hopfe, sw. M., Hopfen; mnd. hoppe (1), hoppen, M., Hopfen, Fruchtblättchen; mnl. hoppe, M., Hopfen; ahd. hopfo (1), hopho, sw. M. (n), Hopfen; as. *hoppo?, sw. M. (n), Hopfen; anfrk. -; Herkunft ungeklärt; vielleicht von einem germ. *huppō-, *huppōn, *huppa-, *huppan, EWAhd 4, 1134; L.: Kluge 1. A. s. u. Hopfen, Kluge s. u. Hopfen, EWD s. u. Hopfen, DW 10, 1795, EWAhd 4, 1133, Duden s. u. Hopfen, Bluhme s. u. Hopfen; GB.: (hopfo) seit 11. Jh.) belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung einer vielleicht schon vormenschlichen und wahrscheinlich aus Vorderasien kommenden von Menschen später für die Bierherstellung verwendeten rankenden Pflanze mit gebuchteten Blättern und zapfenartigen Fruchtständen; BM.: ?; F.: Hopfen, Hopfens+EW; Z.: Hopf-en
$hopfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hopfen; E.: s. Hopfe, s. Hopfen; L.: DW 10, 1795, EWD s. u. Hopfen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Hopfe und Hopfen (und en) gebildete Bezeichnung für Bier bei der Herstellung mit Hopfen versehen (V.); F.: hopfen (!), hopfe, hopfst, hopft, hopfest, hopfet, hopfte, hopftest, hopften, hopftet, gehopft, ##gehopft, gehopfte, gehopftes, gehopftem, gehopften, gehopfter##, hopfend, ###hopfend, hopfende, hopfendes, hopfendem, hopfenden, hopfender###, hopf (!)+EW; Z.: hopf-en
hoppeln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. hoppeln, leicht springen, hüpfen, hopsen; ne. scamper (V.); Vw.: -; Hw.: s. hopsen, hüpfen; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. hoppelen*, hoppeln, sw. V., hüpfend springen, humpeln, hüpfen; s. hüpfen; von niederdeutsch hoppen, V., hüpfen; germ. *huppōn, sw. V., hüpfen; vgl. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hoppeln, DW 10, 1799, EWD s. u. hoppeln, Duden s. u. hoppeln, Bluhme s. u. hoppeln; GB.: (hoppelen) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit niederdeutsch hoppen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich in unregelmäßigen kleinen Sätzen leicht springend fortbewegen oder hüpfen; BM.: biegen; F.: hoppeln, hoppel (!), hopple, hoppelst, hoppelt, hoppelte, hoppeltest, hoppelten, hoppeltet, gehoppelt, ##gehoppelt, gehoppelte, gehoppeltes, gehoppeltem, gehoppelten, gehoppelter##, hoppelnd, ###hoppelnd, hoppelnde, hoppelndes, hoppelndem, hoppelnden, hoppelnder###, hoppel(!)+EW; Z.: ho-p-p-el-n
hoppnehmen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. hoppnehmen, verhaften, gefangen nehmen; ne. nab (V.); Vw.: -; Hw.: s. ho; Q.: 19. Jh.; E.: von einem Ausruf hopp; zusammen mit einer Entstellung von hochnehmen; germ. *huppōn, sw. V., hüpfen; vgl. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hoppnehmen, fehlt DW, Duden s. u. hoppnehmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus hoch und dem erschließbaren germanischen *huppōn gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich nach Entstehung des Menschen mögliches gefangen nehmen; BM.: hopp bzw. hoch, nehmen; F.: hoppnehmen, nehme hopp, nimmst hopp, nimmt hopp, nehmt hopp, nehmest hopp, nehmet hopp, nahm hopp, nahmst hopp, nahmen hopp, nahmt hopp, nähme hopp, nähmst hopp, nähmest hopp, nähmen hopp, nähmt hopp, nähmet hopp, hoppgenommen, ##hoppgenommen, hoppgenommene, hoppgenommenes, hoppgenommenem, hoppgenommenen, hoppgenommener##, hoppnehmend, ###hoppnehmend, hoppnehmende, hoppnehmendes, hoppnehmendem, hoppnehmenden, hoppnehmender##, hoppzunehmen, ####hoppzunehmen, hoppzunehmend, hoppzunehmende, hoppzunehmendes, hoppzunehmendem, hoppzunehmenden, hoppzunehmender####, nimm hopp (!)+EW; Z.: ho-p-p—nehm-en
$hops, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. hops; L.: Kluge s. u. hopsen, DW 10, 1800, EWD s. u. hoppeln; F.: hops+EW; Z.: ho-p-s
hopsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hopsen, hüpfen, kleine unregelmäßige Sprünge machen, hoppeln; ne. hop (V.), jump (V.); Vw.: -; Hw.: s. hoppeln, hüpfen; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, letztlich von germ. *huppōn, sw. V., hüpfen; vgl. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hopsen, DW 10, 1800, EWD s. u. hoppeln, Duden s. u. hopsen, Bluhme s. u. hopsen; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hüpfen oder kleine unregelmäßige Sprünge machen; BM.: biegen; F.: hopsen, hopse, hopsst (!), hopst, hopsest, hopset, hopste, hopstest, hopsten, hopstet, gehopst, ##gehopst, gehopste, gehopstes, gehopstem, gehopsten, gehopster##, hopsend, ###hopsend, hopsende, hopsendes, hopsendem, hopsenden, hopsender###, hops (!)+EW; Z.: ho-p-s-en
hopsgehen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hopsgehen, abkratzen, sterben; ne. croak (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. hopsen, gehen; L.: Kluge s. u. hopsgehen, fehlt DW, Duden s. u. hopsgehen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hops und gehen gebildete Bezeichnung umgangssprachlich für sterben; BM.: einen Sprung bekommen?; F.: hopsgehen, gehe hops (!), gehst hops, geht hops, gehen hops, gehest hops, gehet hops, ging hops, gingst hops, gingen hops, gingt hops, gingest hops, ginget hops, hopsgegangen, ##hopsgegangen, hopsgegangene, hopsgegangenes, hopsgegangenem, hopsgegangenen, hopsgegangener##, hopsgehend, ###hopsgehend, hopsgehende, hopsgehendes, hopsgehendem, hopsgehenden, hopsgehender###, hopszugehen, ####hopszugehen, hopszugehend, hopszugehende, hopszugehendes, hopszugehendem, hopszugehenden, hopszugehender####, geh hops (!)+EW; Z.: ho-p-s—geh-en
horchen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. horchen, zuhören, genau hinhören, hören; ne. listen, hark (ält.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. hören; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. hōrchen, horchen, sw. V., hören, hören auf, anhören, horchen, gehören, zuhören; mnd. horken, sw. V., horchen, aushorchen, auskundschaften, gehorchen, gehorsam sein (V.), hören auf; mnl. horken, sw. V., horchen, hören; vgl. ahd. hōren, sw. V. (1a), hören, zuhören, vernehmen, gehorchen, anhören, erhören, folgen, Folge leisten, nachgeben, aufhören; germ. *hauzjan, sw. V., hören; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. horchen, Kluge s. u. horchen, EWD s. u. horchen, DW 10, 1802, EWAhd 4, 1135, Duden s. u. horchen, Bluhme s. u. horchen; Son.: vgl. afries. harkia, herkia, sw. V. (2), hören, zuhören, horchen; nnordfries. harke, V., hören; ae. heorcnian, hyrcnian, sw. V. (2), horchen, lauschen; GB.: seit 1060-1065 belegte und mit hören verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches genau hinhören; BM.: hören; F.: horchen, horche, horchst, horcht, horchest, horchet, horchte, horchtest, horchten, horchtet, gehorcht, ##gehorcht, gehorchte, gehorchtes, gehorchtem, gehorchten, gehorchter##, horchend, ###horchend, horchende, horchendes, horchendem, horchenden, horchender###, horch (!)+EW; Z.: ho-r-ch-en
Horde (1), nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Horde (F.) (1), Trupp, ungeordnete wilde Menge; ne. horde, crowd (N.), mob (N.); Vw.: -; Hw.: s. Jurte; I.: Lw. poln. horda; E.: s. mhd. horde, st. F., Horde (F.) (1), Schar (F.) (1), Menge; poln. horda, F., Horde (F.) (1); türk. ordu, Sb., Heerlager, Heer, Tross; tatar. urdu, Sb., Lager; vgl. tatar. urmak, V., schlagen; L.: Kluge 1. A. s. u. Horde 1, Kluge s. u. Horde, DW 10, 1804, EWD s. u. Horde 1, Duden s. u. Horde, Bluhme s. u. Horde; Son.: vgl. nndl. horde, Sb., Horde (F.) (1); frz. horde, F., Horde (F.) (1); nschw. hord, Sb., Horde (F.) (1); nnorw. horde, M., Horde (F.) (1); aruss. ordá, Hauptquartier des Khans; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Polnischen und mittelbar dem Türkischen und Tatarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche ungeordnete wilde Menge; BM.: schlagen; F.: Horde, Horden+FW; Z.: Hord-e
Horde (2), nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Horde (F.) (2), Flechtwerk von Reisig oder Stäben; ne. wattle (N.), wickerwork; Vw.: -; Hw.: s. Hürde; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. horde, st. F., Flechtwerk, Umhegung, Bezirk; mnd. hōrde, hȫrde, F., eingefriedigtes Landstück; vgl. mhd. hurt (1), st. F., Hürde, Flechtwerk von Reisern; ahd. hurt 33, hurd, st. F. (i), Hürde, Rost (M.) (1), Gitter, Geflecht, Flechtwerk, geflochtenes Gitter, Gestell, Flechtmatte, Egge; germ. *hurdi-, *hurdiz, st. F. (i), Geflecht, Hürde; s. idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, *kerHt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584 (904/136) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; L.: Kluge 1. A. s. u. Horde 2, DW 10, 1804, EWD s. u. Horde 2, Duden s. u. Horde; GB.: seit 1276-1318 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete mit anderen übereinanderzustellende flache oben offene Kiste aus Latten mit luftdurchlässigen Zwischenräumen für die Lagerung von Obst und Gemüse; BM.: springen; F.: Horde, Horden+EW; Z.: Hor-d-e
hören, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hören, zuhören, vernehmen, lauschen; ne. hear; Vw.: s. ge-; Hw.: s. horchen, Hearing, hörig; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. hœren, hōren, sw. V., hören, anhören, aufhören, gehören zu; mnd. hȫren (1), hoeren, hoiren, hāren, sw. V., hören, anhören, abhören, durch das Ohr wahrnehmen, zuhören, hinhören, horchen, lauschen; mnl. hōren, sw. V., hören; ahd. hōren, sw. V. (1a), hören, zuhören, vernehmen, gehorchen, anhören, erhören, folgen, Folge leisten, nachgeben, aufhören; as. hôrian, sw. V. (1a), hören, gehorchen, gehören; anfrk. *hōren?, sw. V. (1), hören; germ. *hauzjan, sw. V., hören; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hören, Kluge s. u. hören, DW 10, 1806, EWD s. u. hören, EWAhd 4, 1135, Falk/Torp 66, Duden s. u. hören, Bluhme s. u. hoeren; Son.: vgl. afries. hêra (2), sw. V. (1), hören, gehören; saterl. hera, V., hören; ae. híeran, hīran, hȳran, sw. V. (1), hören, lauschen, gehorchen, gewähren; an. heyra, sw. V. (1b), hören; got. hausjōn, sw. V. (2), hören; got. hausjan, sw. V. (1), hören, anhören, zuhören; nndl. horen, V., hören; nschw. höra, V., hören; nnorw. høre, V., hören; ai. ā-kúvate, V., beabsichtigt; gr. ἀκούειν (akúein), V., mit den Ohren vernehmen, hören, erfahren (V.); lat. cavēre, V., sich in Acht nehmen; air. auchaidir, V., hört; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche seit vielleicht vor etwa 380 Millionen Jahren mehrfach entwickelte Fähigkeit tierischer Lebewesen für mit dem besonderen Gehörsinn Schallwellen wahrnehmen und auswerten oder verstehen; BM.: wahrnehmen; F.: hören, höre, hörst, hört, hörest, höret, hörte, hörtest, hörten, hörtet, gehört, ##gehört, gehörte, gehörtes, gehörtem, gehörten, gehörter##, hörend, ###hörend, hörende, hörendes, hörendem, hörenden, hörender###, hör (!)+EW; Z.: hö-r-en
$Hörensagen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Hörensagen; E.: s. hören, s. sagen; L.: DW 10, 1812, EWD s. u. hören; GB.: nach 1323 belegte und aus hören und sagen gebildete Bezeichnung für mittelbares Wissen aus Berichten anderer; F.: Hörensagen, Hörensagens+EW; Z.: Hö-r-en—sag-en
$Hörer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Hörer, Zuhörer, Hörender; E.: s. hör(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. hören, DW 10, 1813, EWD s. u. hören; GB.: (hōrære) nach 1160 belegte und aus hör(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Zuhörer oder einen mit einer Anhörung Beauftragten; F.: Hörer, Hörers, Hörern+EW; Z.: Hö-r-er
hörig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. hörig, gehörend, untertänig, abhängig, eigen; ne. being a slave, being in thrall to; Vw.: -; Hw.: s. hören; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); I.: Lüt. lat. cliens, cluens?; E.: mhd. hœric*, hœrec, Adj., hörend, folgsam gehörend, hörig; mnd. hȫrich, horrich, hoerich, hörich, horich, Adj., „hörig“, gehorsam, folgsam, ergeben (Adj.), nachgiebig, zugehörig, gehörend; vgl. mhd. hœren, hōren, sw. V., hören, anhören, aufhören, gehören zu; mnd. hȫren (1), hoeren, hoiren, hāren, sw. V., hören, anhören, abhören, durch das Ohr wahrnehmen, zuhören, hinhören, horchen, lauschen; ahd. hōren, sw. V. (1a), hören, zuhören, vernehmen, gehorchen, anhören, erhören, folgen, Folge leisten, nachgeben, aufhören; as. hôrian, sw. V. (1a), hören, gehorchen, gehören; anfrk. *hōren?, sw. V. (1), hören; germ. *hauzjan, sw. V., hören; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., wahrnehmen, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hörig, DW 10, 1814, EWD s. u. hörig, Duden s. u. hörig; Son.: s. as. *hôrig?, Adj., hörig; GB.: (hœric) seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus hör(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hören müssend oder gehörend oder untertänig oder abhängig oder eigen; BM.: wahrnehmen; F.: hörig, hörige, höriges, hörigem, hörigen, höriger(, hörigere, hörigeres, hörigerem, hörigeren, hörigerer, hörigst, hörigste, hörigstes, hörigstem, hörigsten, hörigster)+EW; Z.: hö-r-ig
$Hörigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hörigkeit, Abhängigkeit, Untertänigkeit; E.: s. hörig, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. hören; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hörig und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Abhängigkeit und später eine besondere Art der Untertänigkeit; F.: Hörigkeit, Hörigkeiten+EW; Z.: Hö-r-ig—kei-t
Horizont, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Horizont, Gesichtskreis; ne. horizon; Vw.: -; Hw.: s. horizontal; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); I.: Lw. lat. horizōn; E.: s. mhd. orizon, M., Horizont; mnd. orizont, orizonte, M.?, F.?, N.?, Horizont; lat. horizōn, M., Horizont, Gesichtskreis, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὁρίζων (hórízōn), N., Grenzlinie; vgl. gr. ὁρίζειν (hórízein), V., Grenze bestimmen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; vgl. gr. ὅρος (hóros), M., Grenze, Grenzzeichen; weitere Etymologie ungeklärt, s. Frisk 2, 425f.; L.: Kluge s. u. Horizont, DW 10, 1814, EWD s. u. Horizont, Duden s. u. Horizont; Son.: vgl. nndl. horizon, Sb., Horizont; frz. horizon, M., Horizont; nschw. horisont, Sb., Horizont; nnorw. horisont, M., Horizont; poln. horyzont, M., Horizont; lit. horizontas, M., Horizont; GB.: (orizon) seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Linie in der Ferne an der sich aus der Sicht des Menschen (und vielleicht auch anderer Lebewesen mit Augen) Himmel und Erde bzw. Meer scheinbar berühren und den damit beschriebenen Gesichtskreis; BM.: Grenze; F.: Horizont, Horizonts, Horizontes, Horizonte, Horizonten+FW(+EW); Z.: Hor-iz-ont
horizontal, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. horizontal, den Horizont betreffend, waagerecht; ne. horizontal; Vw.: -; Hw.: s. Horizont; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. horizōntālis; E.: s. mlat. horizōntālis, Adj., zum Horizont gehörig, Horizont...; vgl. lat. horizōn, M., Horizont, Gesichtskreis, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὁρίζων (hórízōn), N., Grenzlinie; vgl. gr. ὁρίζειν (hórízein), V., Grenze bestimmen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; vgl. gr. ὅρος (hóros), M., Grenze, Grenzzeichen; weitere Etymologie ungeklärt, s. Frisk 2, 425f.; L.: Kluge s. u. Horizont, DW 10, 1815, EWD s. u. Horizont, Duden s. u. horizontal; Son.: vgl. nndl. horizontaal, Adj., horizontal; frz. horizontal, Adj., horizontal; nschw. horisontal, Adj., horizontal; nnorw. horisontal, Adj., horizontal; poln. horyzontalny, Adj., horizontal; lit. horizontalus, Adj., horizontal; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum (und Zeit) mögliches den Horizont betreffend oder waagerecht; BM.: Grenze; F.: horizontal, horizontale, horizontales, horizontalem, horizontalen, horizontaler+FW(+EW); Z.: hor-iz-ont-al
Hormon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Hormon, ein Botenstoff; ne. hormone; Vw.: -; Hw.: s. Pheromon; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὁρμᾶν (horman), V., in Bewegung setzen, Angriff erregen, antreiben, aufbrechen; vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hormon, fehlt DW, EWD s. u. Hormon, Duden s. u. Hormon; Son.: vgl. nndl. hormoon, Sb., Hormon; frz. hormone, F., Hormon; nschw. hormon, N., Hormon; nnorw. hormon, N., Hormon; poln. hormon, M., Hormon; kymr. hormon, M., Hormon; nir. hormón, M., Hormon; lit. hormonas, M., Hormon; GB.: seit Anfang 20. Jh. (1905, Ernest Henry Starling London 1866-Kingston/Jamaika 1927, William Maddock Bayliss 1860-1924) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen körpereigenen von Drüsen (wie beispielsweise Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse oder Nebenniere oder Hoden oder Eierstock oder Teile des Gehirns) mit innerer Sekretion gebildeten und in das Blut abgegebenen Wirkstoff (Botenstoff) von Lebewesen der biochemisch-physiologische Abläufe steuert und koordiniert; BM.: strömen; F.: Hormon, Hormons, Hormone, Hormonen+FW(+EW); Z.: Hor-m-on
$hormonal, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hormonal, Hormon betreffend; E.: s. Hormon, s. al; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hormon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hormon und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für Hormon betreffend; F.: hormonal, hormonale, hormonales, hormonalem, hormonalen, hormonaler+FW(+EW); Z.: hor-m-on-al
Horn, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Horn, Tierhorn, Blashorn; ne. horn (N.); Vw.: s. Hift-; Hw.: s. Hornung; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. horn (2), st. N., Horn, Horn, Horn zum Blasen; mnd. hōrn, horne, hoern, hurn, F., N., „Horn“, Ecke, Winkel, Geweihstange; mnl. horn, M., Horn; ahd. horn, st. N. (a), Horn, Trompete, Füllhorn, Ende, Spitze, Vorgebirge, Macht; as. horn, st. N. (a), Horn; anfrk. horn*, st. N. (a), Horn; germ. *hurna-, *hurnam, st. N. (a), Horn; s. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Horn, Kluge s. u. Horn, DW 10, 1815, EWD s. u. Horn, EWAhd 4, 1139, Falk/Torp 75, Duden s. u. Horn, Bluhme s. u. Horn; Son.: vgl. afries. horn (1), st. N. (a), Horn; nnordfries. horn; ae. horn, st. M. (a), Horn, Zinne, Macht, Altarecke, Strahl; an. horn, st. N. (a), Horn, Winkel, Ecke; got. haúrn, st. N. (a) Horn, Frucht des Johannisbrotbaums, Bockshorn; nndl. hoorn, Sb., Horn; nschw. horn, Sb., Horn; nnorw. horn, N., Horn, Hupe; ai. śṛṅga-, N., Horn; lat. cornū, N., Horn, Gehörn, Geweih, Blashorn, Laterne; kelt. kárnon, Sb., Horn, Trompete; ksl. srъna, Sb., Reh, Gazelle; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den meist gebogenen und spitz zulaufenden sowie harten und von der Haut aus mit Keratin angefüllten abgestorbenen Zellen gebildeten Auswuchs an dem Kopf bestimmter schon weit vor dem Menschen entstandener höherer Tiere; BM.: ?; F.: Horn, Hornes, Horns, Hörner, Hörnern+EW; Z.: Hor-n
Hörnchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hörnchen, ein Nagetier, ein kleines Horn, ein Gebäck; ne. squirrel; Vw.: s. Eich-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Rückbildung aus Eichhörnchen, s. d.; L.: Kluge s. u. Hörnchen 2, DW 10, 1822, Duden s. u. Hörnchen; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein pflanzenfressendes Nagetier (und außerdem als Verkleinerung von Horn auch für ein kleines Horn und ein ihm ähnliches Gebäck); BM.: sich schnell bewegendes Tier?; F.: Hörnchen, Hörnchens+EW; Z.: Hör-n-chen
$hörnern, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hörnern, aus Horn bestehend, Horn betreffend; E.: s. Horn, s. ern; L.: DW 10, 1823, EWD s. u. Horn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Horn und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für aus Horn bestehend oder Horn betreffend; F.: hörnern, hörnerne, hörnernes, hörnernem, hörnernen, hörnerner+EW; Z.: hör-n-er-n
$Hornhaut, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hornhaut, hornartig harte Haut; E.: s. Horn, s. Haut; L.: EWD s. u. Horn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Horn und Haut gebildete Bezeichnung für die äußere glasklare und sehr dünne zweischichtige sowie ähnlich wie Horn harte und sich in den Zellen wöchentlich erneuernde Begrenzung des Auges und daneben auch eine hornartige Hautstelle an den Füßen oder Händen; F.: Hornhaut, Hornhäute, Hornhäuten+EW; Z.: Hor-n—hau-t
$hornig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. hornig, Horn betreffend; E.: s. Horn, s. ig; L.: Kluge s. u. Horn, DW 10, 1826, EWD s. u. Horn; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Horn und ig gebildete Bezeichnung für Horn betreffend; F.: hornig, hornige, horniges, hornigem, hornigen, horniger(, hornigere, hornigeres, hornigerem, hornigeren, hornigerer, hornigst, hornigste, hornigstes, hornigstem, hornigsten, hornigster)+EW; Z.: hor-n-ig
Hornisse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hornisse, Großwespe; ne. hornet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hornuz, horniz, harniz, harliz, st. M., Hornisse; mnd. hornete*, hornte, hornente, hornetse, F., Hornisse; mnl. hornete, F., Hornisse; ahd. hornuz, hurniz, st. M. (a?), Hornisse; ahd. hornezza*, hornizza, st. F. (ō), sw. F. (n), Hornisse; ahd. horneiza, st. F. (ō), sw. F. (n), Hornisse; as. hornut, st. M. (a)?, Hornisse; as. horneta*, st. F. (ō), Hornisse; anfrk. -; germ. *hurnata, Sb., Hornisse; vgl. idg. *k̑r̥̄sen-, *k̑r̥̄sn-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 576; idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hornisse, Kluge s. u. Hornisse, DW 10, 1827, EWD s. u. Hornisse, EWAhd 1, 1145, Falk/Torp 76, Duden s. u. Hornisse; Son.: vgl. afries. -; ae. hyrnet, hyrnete, hyrnetu, st. F. (jō), Hornisse; an. -; got. -; nndl. hoornaar, Sb., Hornisse; lat. crābro, M., Hornisse; lit. šìršė, Sb., Wespe; apreuß sirsilis, M., Hornisse; ksl. strŭšenĭ, srŭšenĭ, Sb., Hornisse; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein etwas größeres schon vormenschlich mögliches Insekt (Faltenwespe) mit schwarzem Vorderkörper und gelb geringeltem Hinterleib; BM.: Horn?; F.: Hornisse, Hornissen+EW; Z.: Hor-n-iss-e
$Hornist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hornist, Hornbläser; E.: s. Horn, s. ist (Suff.); L.: DW 10, 1829, EWD s. u. Horn; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Horn und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Hornbläser; F.: Hornist, Hornisten+EW; Z.: Hor-n-ist
Hornung, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Hornung, Februar; ne. February; Vw.: -; Hw.: s. Horn; Q.: 830-840 (Einhardi Vita Karoli); E.: mhd. hornung, st. M., Februar; mnd. hōrninc (1), hornink, M., Februar; mnl. horninc, M., Hornung; ahd. hornung, st. M. (a), „Hornung“, Februar; vgl. as. *hornungmānuth?, st. M. (a?); vgl. ahd. horn, st. N. (a), Horn, Trompete, Füllhorn, Ende, Spitze, Vorgebirge, Macht; as. horn, st. N. (a), Horn; germ. *hurna-, *hurnam, st. N. (a), Horn; s. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hornung, Kluge s. u. Hornung, DW 10, 1832, EWD s. u. Hornung, EWAhd 4, 1146, Duden s. u. Hornung; Son.: s. mnl. horninc, M., außereheliches Kind; vgl. afries. horning, M., Bastard; ae. hornung, st. M. (a), Bastard; an. hornungr, st. M. (a), Kebssohn, der im Winkel Gezeugte; got. -; GB.: seit 830-840 belegte und aus Horn und ung gebildete inzwischen veraltete Bezeichnung für den zweiten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Januar und März; BM.: Abwerfen der Hörner?; F.: Hornung, Hornungs, Hornunge, Hornungen+EW; Z.: Hor-n-ung
Horoskop, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Horoskop, Zukunftsvorhersage mithilfe von Sternenkonstellationen; ne. horoscope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hōroscopīum; E.: lat. hōroscopīum, N., Horoskop, (um 431-486 n. Chr.); gr. ὡροσκοπεῖον (hōroskopeion), N., Horoskop, Instrument zum Erkennen und Deuten der Geburtsstunde; vgl. gr. ὥρα (hōra), F., Frühling, Jugendzeit, Jahreszeit, Zeitabschnitt; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯oro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Horoskop, fehlt DW, EWD s. u. Horoskop, Duden s. u. Horoskop; Son.: vgl. nndl. horoscoop, Sb., Horoskop; frz. horoscope, M., Horoskop; nschw. horoskop, N., Horoskop; nnorw. horoskop, N., Horoskop; poln. horoskop, M., Horoskop; kymr. horosgop, M., Horoskop; lit. horoskopas, M., Horoskop; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schematische Darstellung der Planetenkonstellation zu den Tierkreiszeichen zu einem bestimmten Zeitpunkt wie etwa der Geburt eines Menschen als Grundlage einer angeblich möglichen Schicksalsdeutung oder Zukunftsvorhersage; BM.: rechte Zeit, betrachten; F.: Horoskop, Horoskopes, Horoskops, Horoskope, Horoskopen+FW(+EW); Z.: Ho-r-o-skop
horrend, nhd., (Gerund=)Adj., (18. Jh.): nhd. horrend, Entsetzen erregend; ne. horrendous; Vw.: -; Hw.: s. Horror; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. horrendus; E.: s. lat. horrendus, Adj., haarsträubend, schaudervoll, entsetzlich, Entsetzen erregend, schrecklich, furchterregend, grauenvoll, erstarren lassend, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. horrēre, V., rauh sein (V.), starr sein (V.), starren, kalt sein (V.); idg. *g̑ʰers-, V., starren, Pokorny 445 (644/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); s. idg. *g̑ʰer- (7), V., starren, Pokorny 443; L.: Kluge s. u. Horror, fehlt DW, EWD s. u. horrend, Duden s. u. horrend; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Entsetzen erregend; BM.: starren; F.: horrend, horrende, horrendes, horrendem, horrenden, horrender(, horrendere, horrenderes, horrenderem, horrenderen, horrenderer, horrendest, horrendeste, horrendestes, horrendestem, horrendesten, horrendester)+FW(+EW); Z.: hor-r-end
Horror, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Horror, Schrecken (M.); ne. horror (N.); Vw.: -; Hw.: s. horrend; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. horreur; E.: frz. horreur, F., Horror, Schrecken (M.); lat. horror, M., Starren, Aufstarren, Rauheit, Sich-Aufsträuben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. horrēre, V., rauh sein (V.), starr sein (V.), starren, kalt sein (V.); idg. *g̑ʰers-, V., starren, Pokorny 445 (644/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); s. idg. *g̑ʰer- (7), V., starren, Pokorny 443; L.: Kluge s. u. Horror, fehlt DW, EWD s. u. horrend, Duden s. u. Horror; Son.: vgl. poln. horror, M., Horror; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem (Französischen und mittelbar dem) Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen grauenerregenden Schrecken (M.); BM.: starren; F.: Horror, Horrors+FW; Z.: Hor-r-or
Hors d’œuvre, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hors d’œuvre, Vorspeise; ne. hors d‘ouvres; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. hors d‘œuvre; E.: s. frz. hors d‘œuvre, Sb., Adv., Nebensache, außerhalb des Werkes; vgl. frz. hors, Präp., außerhalb; frz. œuvre, F., Werk; vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf. (um 250-184 v. Chr.); idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Hors d’oeuvre, Duden s. u. Hors d’oeuvre; Son.: vgl. nndl. hors d‘oeuvre, Sb., Hors d’œuvre; nnorw. hors doeuvre, Sb., Hors d’œuvre; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine Vorspeise; BM.: außerhalb, Werk; F.: Hors d’oeuvre, Hors d’oeuvres+FW; Z.: Hors d œuv-r-e
Horst, nhd., M., F., (10. Jh.): nhd. Horst, Nest, Strauchwerk, Wäldchen; ne. aerie, eyrie, hurst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hurst, st. F., Gesträuch, Hecke, Dickicht; mnd. horst, hurst, host, F., Horst, Gestrüpp, niedriges Gestrüpp, Buschwerk, stehengebliebenes Unterholz; mnl. horst, hurst, F., Horst, Gestrüpp; ahd. hurst, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Gebüsch, Gestrüpp; as. hurst, horst*, st. F. (i), Horst, Gestrüpp; anfrk. -; germ. *hrusti-, *hrustiz, *hursti-, *hurstiz, st. M. (i), Horst, Gestrüpp; s. idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, *kerHt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584 (904/136) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; idg. *kures-, Sb., Gehölz?, Baum?, Pokorny 633?; L.: Kluge 1. A. s. u. Horst, Kluge s. u. Horst, DW 10, 1969, EWD s. u. Horst, EWAhd 4, 1281, Falk/Torp 78, Duden s. u. Horst, Bluhme s. u. Horst; Son.: vgl. afries. -; ae. hyrst (3), st. M. (i), Hügel, Gebüsch, Gehölz; an. -; got. -; nndl. horst, Sb., Horst; kymr. prys, M., Reisig, Gebüsch; lett. cers, Sb., Strauch; sloven kŕš, Sb., Strauch; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Höhe gebautes Nest großer Vögel oder für ein Strauchwerk oder Wäldchen; BM.: drehen bzw. flechten?; F.: Horst, Horstes, Horsts, Horste, Horsten+EW; Z.: Hor-s-t
Hort, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hort, Schatz, Schutzort; ne. hoard (N.), treasure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. hort, st. M., Schatz, Hort; mnd. hort (2), hoert, M., Hort, Schutz, sicherer Grund; mnl. hort, M., Hort, Schatz; ahd. hort*, st. N. (a), Hort, Schatz; as. hord, st. N. (a), Hort, Schatz, Gedanke; anfrk. -; germ. *huzda-, *huzdam, st. N. (a), Hort, Schatz; vgl. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hort, Kluge s. u. Hort, DW 10, 1835, EWD s. u. Hort, EWAhd 4, 1159, Duden s. u. Hort, Bluhme s. u. Hort; Son.: vgl. afries. -; ae. hord, st. M. (a), st. N. (a), Hort, Schatz; an. hodd, st. F. (ō), Schatz, Gold; got. huzd, st. N. (a), Hort, Schatz; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schatz oder einen Schutzort; BM.: bedecken; F.: Hort, Horts, Hortes, Horte, Horten+EW; Z.: Ho-r-t
$horten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. horten, sammeln, bewahren; E.: s. Hort, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hort, fehlt DW, EWD s. u. Hort; GB.: (horden) seit um 1150 belegte und aus Hort und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sammeln oder bewahren; F.: horten, horte, hortest, hortet, hortete, hortetest, horteten, hortetet, gehortet, ##gehortet, gehortete, gehortetes, gehortetem, gehorteten, gehorteter##, hortend, ###hortend, hortende, hortendes, hortendem, hortenden, hortender###, hort (!)+EW; Z.: hor-t-en
Hortensie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hortensie, eine Pflanze; ne. hydrangea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: entweder von einem französischen Botaniker zu dem PN Hortense gebildet; letztlich von dem lat. Familiennamen Hortensius, dessen Herkunft ungeklärt ist; oder von lat. hortensius, Adj., zum Garten gehörig, im Garten wachsend, Garten..., (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. hortus, M., Garten, Gartenanlage, Park; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Hortensie, fehlt DW, EWD s. u. Hortensie, Duden s. u. Hortensie; Son.: vgl. nndl. hortensia, Sb., Hortensie; frz. hortensia, F., Hortensie; nschw. hortensia, Sb., Hortensia; nnorw. hortensia, M., Hortensie; poln. hortensja, F., Hortensie; lit. hortenzija, F., Hortensie; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht über einen PN mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare und aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine aus Ostasien kommende Pflanze mit kleinen weißen oder grünlichen oder roten oder blauen Blüten in Rispen oder kugeligen und doldenähnlichen Blütenständen; BM.: PN?, Garten?; F.: Hortensie, Hortensien+FW(+EW); Z.: Hort-ens-ie
$Hortnerin, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hortnerin, Betreuerin, Erzieherin; E.: s. Hort, s. n, s. er, s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hort; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hort und n sowie er und in gebildete Betreuerin oder Erzieherin in einem Hort; F.: Hortnerin, Hortnerinnen+EW; Z.: Hor-t-n-er-in
hosanna, nhd., Interj.: nhd. hosanna; Vw.: s. hosianna
Hose, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hose, Hosen, Beinkleid; ne. trousers, hose (N.); Vw.: s. Pluder-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hose, sw. F., Hose, Bekleidung der Beine; mnd. hōse, hose, hāse, hase, F., Hose, Bekleidung der Beine und der Füße, Beinbekleidung des Mannes, Beinling, Strumpf; mnl. hōse, F., Beinbekleidung, lange Strümpfe, Stiefel; ahd. hosa, sw. F. (n), „Hose“, Beinkleid, Strumpf, Schuh, weicher Schuh, Gamasche; as. hosa*, sw. F. (n), „Hose“, Strumpf, Stiefel; germ. *husō-, *husōn, sw. F. (n), Hose, Hülle, Beinkleid; L.: Kluge 1. A. s. u. Hose, Kluge s. u. Hose, DW 10, 1837, EWD s. u. Hose, EWAhd 4, 1162, Falk/Torp 96, Duden s. u. Hose, Bluhme s. u. Hose; Son.: vgl. afries. -; ae. hosa, sw. M. (n), Strumpf, Hülse, Fruchtschale; an. hosa, sw. F. (n), Hose, Langstrumpf; got. *husa, st. F. (ō), Beinschiene, Hose, Beinkleid; nndl. hoos, Sb., Hose; nschw. hosa, Sb., Hose?; nisl. hosa, F.?, Hose?; ? gr. κύστις (kýstis), F., Harnblase, Schlauch; GB.: (hosa) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit 10000 Jahren entwickeltes und verwendetes den Körper von der Taille an abwärts und jedes der Beine ganz oder teilweise bedeckendes Kleidungsstück ursprünglich wohl überwiegend für Männer; BM.: ?; F.: Hose, Hosen+EW; Z.: Hos-e
$Hosenmatz, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Hosenmatz; E.: s. Hos(e), s. en, s. Matz; L.: Kluge s. u. Matz 2; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Hos(e) und en sowie Matz gebildete Bezeichnung für ein mit einer Hose bekleidetes Kleinkind; F.: Hosenmatz, Hosenmatzes, Hosenmatze, Hosenmatzen+EW; Z.: Hos-en—matz
$Hosenrolle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hosenrolle; E.: s. Hos(e), s. en, s. Rolle; L.: Kluge s. u. Hosenrolle, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hos(e) und en (Suff.) sowie Rolle gebildete Bezeichnung für eine von einer Frau gespielte Männerrolle oder eine weibliche Rolle in Männerkleidung; F.: Hosenrolle, Hosenrollen+EW; Z.: Hos-en—ro-l-l-e
hosianna, hosanna, nhd., Interj., (16. Jh.?): nhd. hosianna, hosanna, hilf doch; ne. hosanna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1522?; I.: Lw. hebr.-lat. hosianna; E.: s. hebr.-lat. hosianna, Interj., Hosianna, Heil!; aram.-hebr. הוֹשִׁיעָה נָּא, hōsa‘nā‘, Interj., hilf doch; L.: fehlt DW, EWD s. u. hosianna, Duden s. u. hosianna; Son.: vgl. nndl. hosanna, Interj., hosianna!; frz. hosanna, Interj., hosianna!; nschw. hosianna!, Interj., hosianna!; nnorw. hosianna, Interj., hosianna!; poln. hosanna, Interj., hosianna!; kymr. hosanna, Interj., hosianna!; lit. osana Interj., hosianna!; GB.: seit der frühen Neuzeit (1522?) belegter aus dem Lateinischen und mittelbar dem Aramäischen (Psalm 118,25) aufgenommener Jubelruf (Heil, hilf doch); BM.: hilf doch; F.: hosianna+FW; Z.: hos-i-a-n-n-a
Hospital, Spital, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Hospital, Spital, Krankenhaus; ne. hospital; Vw.: -; Hw.: s. Hospiz, Hotel; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. hospitāl, st. N., Spital, Pflegehaus, Krankenhaus, Johanniterorden; mhd. spitāl, spitel, spittel, spetel, st. M., st. N., Hospital, Spital, Pflegehaus, Krankenhaus, Siechenhaus, Armenhaus; mnd. hospitāl, hospitael, N., M., „Hospital“, geistliche Stiftung zur Unterbringung von Kranken oder Armen oder mittellosen Pilgern; mnd. spētāl, spettāl, spittāl, spital, spitael, N., M., „Spital“, Hospital, Pflegehaus, Armenhaus, Siechenhaus, Leprosenhaus, Aussatz, Lepra, Abscheu; vgl. ahd. hospitalhūs*, st. N. (a), Armenhaus, Spital, Hospital; lat. hospitāle, N., Gastzimmer, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; von lat. *hosti-potis, M., Gastherr; vgl. idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; L.: Kluge 1. A. s. u. Spital, Kluge s. u. Hospital, DW 10, 1843, DW 16, 2556 (Spital), EWD s. u. Hospital, EWAhd 4, 1167, Duden s. u. Hospital; Son.: vgl. nndl. hospitaal, Sb., Hospital; frz. hôpital, M., Hospital; nschw. hospital, Sb., Hospital; nnorw. hospital, N., Hospital; nir. ospidéal, M., Hospital; GB.: (hospitalhūs) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein Haus zu dem Schutz Schwacher und später der Pflege Kranker (Krankenhaus); BM.: Gast; F.: Hospital, Hospitals, Hospitäler, Hospitälern, Spital, Spitals, Spitäler, Spitälern+FW(+EW); Z.: Hos-pit-al
hospitieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. hospitieren, als Gast an einer Veranstaltung teilnehmen; ne. sit (V.) in on; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. hospitārī; E.: s. lat. hospitārī, V., als Gast einkehren, verweilen, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. hospitieren, fehlt DW, EWD s. u. Hospital, Duden s. u. hospitieren; Son.: vgl. nnorw. hospitere, V., hospitieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sich als Gast an einer wissenschaftlichen oder pädagogischen oder kulturellen oder politischen Einrichtung aufhalten um die innere Struktur derselben und ihre Arbeitsabläufe und fachlichen Probleme kennenzulernen und berufspraktische Erfahrung zu gewinnen; BM.: Gast; F.: hospitieren, hospitiere, hospitierst, hospitiert, hospitierest, hospitieret, hospitierte, hospitiertest, hospitierten, hospitiertet, ##hospitiert, hospitierte, hospitiertes, hospitiertem, hospitierten, hospitierter##, hospitierend, ###hospitierend, hospitierende, hospitierendes, hospitierendem, hospitierenden, hospitierender###, hospitier (!)+FW(+EW); Z.: hos-pit-ier-en
Hospiz, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Hospiz, Pflegeheim; ne. hospice; Vw.: -; Hw.: s. Hospital; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. hospitium; E.: lat. hospitium, N., Gastfreundschaft, gastliche Aufnahme, Gastrecht, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Hospital, fehlt DW, EWD s. u. Hospital, Duden s. u. Hospiz; Son.: vgl. nndl. hospice, Sb., Hospiz; nschw. hospice, N., Hospiz; nnorw. hospice, N., Hospiz; poln. hospicjum, N., Hospiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein bei einem Kloster befindliches Haus in dem besonders Pilger übernachten können oder ein Pflegeheim; BM.: Gast; F.: Hospiz, Hospizes, Hospize, Hospizen+FW(+EW); Z.: Hos-piz
Hostess, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hostess, Betreuerin; ne. hostess; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hostess; E.: s. ne. hostess, F., Hostess, Betreuerin; afrz. hostesse, F., Gastgeberin; vgl. afrz. hoste, M., Gastgeber, Gast; lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund, (204-169 v. Chr.); von lat. *hosti-potis, M., Gastherr; vgl. idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; L.: Kluge s. u. Hostess,fehlt DW, EWD s. u. Hostess, Duden s. u. Hostess; Son.: vgl. nndl. hostess, Sb., Hostess; ndän. hostess, F., Hostess; nnorw. hostess, M., Hostess; poln. hostessa, F., Hostess; lit. hostesė, F., Hostess; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen jungen weiblichen Menschen der auf Messen oder in anderen Betrieben zu der Betreuung oder Begleitung oder Beratung von Gästen (als Betreuerin) angestellt ist; BM.: Gast; F.: Hostess, Hostessen+FW; Z.: Hos-t-ess
Hostie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Hostie, Opfergebäck, Leib Christi; ne. host (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1300-1329 (Paradisus anime intellegentis); E.: mhd. hostie, F., Hostie; mnd. hostie, ostie, ostike, ostke, F., Hostie, Oblate; lat. hostia, F., Schlachtopfer, Opfertier, Sühneopfer, (204-169 v. Chr.); Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Hostie, DW 10, 1844, Duden s. u. Hostie; Son.: vgl. nndl. hostie, Sb., Hostie; frz. hostie, F., Hostie; nschw. hostia, Sb., Hostie; nnorw. hostie, M., Hostie; poln. hostia, F., Hostie; kymr. hostïen, F., Hostie; lit. ostija, F., Hostie; GB.: seit 1300-1329 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die als Eucharistie dienende geweihte Oblate des Christentums; BM.: Opfer; F.: Hostie, Hostien+FW(+EW); Z.: Host-ie
Hot dog, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Hot dog, ein Imbiss; ne. hot dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. hot dog; E.: s. ne. hot dog, N., Hot dog, heißer Hund; vgl. ne. hot, Adj., heiß; ae. hāt (3), Adj., heiß, brennend, glühend, erregt, heftig; germ. *haita- (1), *haitaz, Adj., heiß; idg. *kā̆it-, Sb., Adj., Hitze, heiß, Pokorny 519; s. idg. *kā̆i- (3), *kī̆-, Sb., Hitze, Pokorny 519 (781/13) (RB. idg. aus germ., balt.); ne. dog, N., Hund; me. dogge, Sb., Hund; ae. docga, sw. M. (n), Hund; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von ae. dugan, Prät.-Präs., taugen, nützen, fähig sein (V.), gedeihen; germ. *dugan, Prät.-Präs., taugen; s. idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hot dog, fehlt DW, Duden s. u. Hot dog; Son.: vgl. nndl. hotdog, Sb., Hot dog; frz. hot dog, M., Hot dog; nnorw. hot dog, Sb., Hot dog; poln. hot dog, M., Hot dog; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein seit 1867 in den Vereinigten Staaten von Amerika (von Charles Feltmann) entwickeltes und seitdem weltweit verwendetes heißes Würstchen in einem Brötchen; BM.: heiß, Hund; F.: Hot dog, Hot dogs+FW; Z.: Ho-t dog
Hotel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Hotel, Wirtshaus mit Gastzimmern; ne. hotel; Vw.: -; Hw.: s. Hospital; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. hôtel; E.: s. frz. hôtel, M., Hotel; s. hospitāle, N., Gastzimmer, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; von lat. *hosti-potis, M., Gastherr; vgl. idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; L.: Kluge s. u. Hotel, fehlt DW, EWD s. u. Hotel, Duden s. u. Hotel; Son.: vgl. nndl. hotel, Sb., Hotel; nschw. hotell, Sb., Hotel; nnorw. hotell, N., Hotel; poln. hotel, M., Hotel; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Gewerbebetrieb geführtes Haus in dem Gäste übernachten können und verpflegt werden; BM.: Gast; F.: Hotel, Hoteles, Hotels+FW; Z.: Ho-t-el
$Hotelier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hotelier, Betreiber eines Hotels; I.: Lw. frz. hôtelier; E.: frz. hôtelier, s. Hotel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hotel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit Hotel verbindbare Bezeichnung für den Betreiber eines Hotels; F.: Hotelier, Hoteliers+FW(+EW?); Z.: Ho-t-el-i-er
hott, nhd., Interj., (15. Jh.): nhd. hott!, vorwärts!, rechts!; ne. gee!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. hott, DW 10, 1844, Duden s. u. hott; GB.: seit 15. Jh. belegter und in der Herkunft wohl ungeklärter Zuruf an ein Zugpferd zu einem Rechtsgehen (rechts) oder Schnellergehen (vorwärts); BM.: ?; F.: hott+EW; Z.: hott
$Hottehüh, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Hottehüh, Pferd; E.: s. hott, s. e, s. hüh; L.: Kluge s. u. hott, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus hott und e sowie hüh gebildete Bezeichnung der Kindersprache für Pferd; F.: Hottehüh, Hottehühs+EW; Z.: Hott-e—hüh
$Hottepferd, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Hottepferd, Pferd; E.: s. hott, s. e, s. Pferd; L.: Kluge s. u. hott, fehlt DW (dort aber Hottepferdlein DW 10, 1846); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus hott und e sowie Pferd gebildete Bezeichnung der Kindersprache für Pferd; F.: Hottepferd, Hottepferdes, Hottepferde, Hottepferden+EW; Z.: Hott-e—p-fe-rd
Hub, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Hub, Heben; ne. hoisting (N.); Vw.: s. -schrauber; Hw.: s. heben; Q.: Ende 17. Jh.; E.: zu heben mit untypischem Vokal u; L.: Kluge 1. A. s. u. Hub, Kluge s. u. Hub, DW 10, 1849, EWD s. u. Hub, Duden s. u. Hub; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und mit heben verbindbare Bezeichnung für das Heben (von unten nach oben); BM.: heben bzw. fassen; F.: Hub, Hubes, Hubs, Hübe, Hüben+EW; Z.: Hub
Hube, nhd., F.: nhd. Hube; Vw.: s. Hufe
Hubel, nhd. (ält.), M.: nhd. Hubel; Vw.: s. Hübel
Hübel, Hubel, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Hübel, Hubel, Hügel; ne. hill; Vw.: -; Hw.: s. hobeln, Hobel; Q.: 1060-1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); E.: mhd. hübel, hubel, hufel, st. M., Hügel; mnd. hȫvel, hoeffel, M., Höbel, kleinere Bodenerhebung, Hügel, Höcker, Erdhöcker, Haufe, Haufen; mnl. hovel, huevel, M., Hügel, Haufen, Höcker; ahd. *hubil?, st. M. (a), Hügel; as.? *hovil?, st. M. (a?), Hobel; as. huvil?, st. M. (a), Hübel, Hügel; anfrk. huvel, st. M. (a), Hügel; germ. *hubila, *hubilaz, st. M. (a), Hügel; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hübel, Kluge s. u. Hübel, DW 10, 1849, EWD s. u. Hobel, Höcker, Falk/Torp 94, Duden s. u. Hubbel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. heuvel, Sb., Hügel; av. kaofa-, Sb., Bergrücken; lit. kuprà, F., Höcker, Buckel; russ. kuper, Sb., Bürzel; GB.: (hübel) seit 1060-1065 belegte und für das Althochdeutsche und Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Hügel; BM.: biegen; F.: Hübel, Hübels, Hübeln, Hubel, Hubels, Hubeln+EW; Z.: Hü-b-el
hüben, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. hüben, hier, hier üben; ne. on either side; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. hüben, DW 10, 1850, EWD s. u. hüben, Duden s. u. hüben, Bluhme s. u. hueben; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung von aus der Sicht des Betrachters auf dieser seiner Seite befindlich (hier in Gegensatz zu dort oder drüben); BM.: ?; F.: hüben+EW; Z.: hüb-en
hübsch, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. hübsch, ebenmäßig, anmutig, liebenswert, nett; ne. pretty (Adj.), handsome (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Hof; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); I.: Lüs. frz. courtois; E.: s. mhd. hövesch, hovesch, hövisch, hüvesch, Adj., hofgemäß, höfisch, zum Hof gehörig, den Hof betreffend, ritterlich, liebenswürdig, gut, schön; mnd. hȫvisch (1), hȫvesch, hoevesch, hoivesch, hȫves, hȫfsch, Adj., höfisch, für das Hofleben geeignet, vornehm, ritterlich, gesittet, fein, gebildet, von stattlichem Aussehen seiend, hübsch, schön; mnl. hovesc, Adj., höfisch, den Hof betreffend; vgl. mhd. hof, st. M., Hof, Arena, Ökonomiehof, Inbegriff des Besitzes an Grundstücken und Gebäuden; mnd. hof, hōf, hoef, höf, haf, M., N., Hof, Hof einer Kirche, Wohnsitz (des Königs), Versammlung der Großen um den König, Gerichtshof, Bauernhof, eingefriedigter Raum, Haushof, Hofraum; ahd. hof, st. M. (a), Hof, Vorhof, Vorplatz, Besitz, ländliches Anwesen, Bauernhof; as. hof*, st. M. (a), Hof, Haus; germ. *hufa-, *hufaz, st. M. (a), Höhe, Gehöft, Hof; germ. *hufa-, *hufam, st. N. (a), Höhe, Gehöft, Hof; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hübsch, Kluge s. u. hübsch, DW 10, 1851, EWD s. u. hübsch, Duden s. u. hübsch, Bluhme s. u. huebsch; Son.: vgl. afries. hovisk, Adj., höfisch; GB.: (hövesch) seit 1150-1170 belegte und aus Hof und isch gebildete Bezeichnung für einen Adelshof betreffend oder ebenmäßig oder anmutig oder liebenswert; BM.: Hof bzw. biegen; F.: hübsch, hübsche, hübsches, hübschem, hübschen, hübscher(, hübschere, hübscheres, hübscherem, hübscheren, hübscherer, hübschest, hübscheste, hübschestes, hübschestem, hübschesten, hübschester)+EW; Z.: hü-b-sch
Hubschrauber, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hubschrauber, Helikopter, ein Drehflügelflugzeug; ne. helicopter; Vw.: -; Hw.: s. Helikopter; Q.: 20. Jh.; E.: s. Hub, s. Schrauber, s. heben, s. Schraube; L.: Kluge s. u. Hubschrauber, fehlt DW, EWD s. u. Hub, Duden s. u. Hubschrauber; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit 1877 (Enrico Forlanini, 1936 Henrich Focke in Bremen) von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes senkrecht startendes Drehflügelflugzeug; BM.: heben, drehen; F.: Hubschrauber, Hubschraubers, Hubschraubern+EW; Z.: Hub—schrau-b-er
Huchen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Huchen, Donaulachs; ne. huchen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. spätmhd. huchen, M., Huchen; vgl. ahd. *huoh (2), st. M. (a)?; germ. *hōka-, *hōkaz, st. M. (a), Haken (M.); idg. *keg-, *keng-, Sb., V., Pflock, Haken (M.), Henkel, spitz sein (V.), Pokorny 537 (826/58) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Huchen, DW 10, 1858, Duden s. u. Huchen; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen und hauptsächlich in der Donau vorkommenden Raubfisch (Donaulachs); BM.: Haken (wegen der in dem Alter stark gekrümmten Hakenzähne)?; F.: Huchen, Huchens+EW; Z.: Huch-en
Hucke, nhd., F., (14./15. Jh.?): nhd. Hucke, Bündel, Last; ne. bunch (N.); Vw.: -; Hw.: s. huckepack; E.: mhd. hucke, st. F., Hucke, Verkaufsladen, Händlerplatz; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu einem Wort für Mantel; vgl. ahd. hahhul*, hachul, st. M. (a?, i?), Kapuze, Mönchskutte, Kutte, Messgewand; germ. *hakula-, *hakulaz, st. M. (a), Bocksfell, Mantel; s. idg. *kag̑o-?, Sb., Ziege, Pokorny 517 (776/8) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Hucke, DW 10, 1858, EWD s. u. Hucke, Duden s. u. Hucke; GB.: (hucke) vielleicht seit 14./15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche auf dem Rücken getragene Last; BM.: Mantel?; F.: Hucke, Hucken+EW; Z.: Huck-e
$hucken, nhd. (dial.), sw. V., (?): nhd. hucken, auf dem Rücken tragen; E.: s. Huck(e), s. en (Suff.); L.: EWD s. u. hocken; GB.: vielleicht seit der Neuzeit belegte und aus Huck(e) und en gebildete Bezeichnung für als Last (auf dem Rücken) (M.) tragen; F.: hucken, hucke (!), huckst, huckt, huckest, hucket, huckte, hucktest, huckten, hucktet, gehuckt, ##gehuckt, gehuckte, gehucktes, gehucktem, gehuckten, gehuckter##, huckend, ###huckend, huckende, huckendes, huckendem, huckenden, huckender###, huck (!)+EW; Z.: hu-ck-en
huckepack, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. huckepack, auf dem Rücken (getragen); ne. piggyback (Adv.); Vw.: -; Hw.: s. Hucke; Q.: 18. Jh.; E.: über ein Verb hucken, V., als Last tragen s. nhd. Hucke; vgl. mnd. bak (1), bāke, bach, M., Rücken (M.), Hinterbacke, Hintere, Schulter; as. bak*, st. N. (a)?, Rücken (M.); germ. *baka-, *bakn-, Sb., Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben, EWAhd 1, 417, Falk/Torp 259; L.: Kluge s. u. huckepackDW 10, 1860, EWD s. u. huckepack, Duden s. u. huckepack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Hucke und mnd. bak gebildete und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf dem Rücken (getragen); BM.: Rücken; F.: huckepack+EW; Z.: huck-e-pack
Hude (1), nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Hude (F.) (1), Anlegestelle für Flussschiffe; ne. landing (N.) for river boats, hithe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mnd. hūde, F., Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasserverbindung, Lagerrecht beiderseits des Wassers mit Überfahrtsrecht, Fährrecht; as. *hūthia?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Stapelplatz, Hafen (M.) (1); ? germ. *hunþi, st. F. (i), Beute (F.) (1), Fang; L.: Kluge s. u. Hude 1, fehlt DW; Son.: vgl. ae. hȳþ (1), st. F. (jō), Landungsplatz, Hafen (M.) (1), Bucht; GB.: seit 12. Jh. mnd. belegte und für das Altsächsische und vielleicht das Germanische erschließbare Bezeichnung für Anlegestelle für Flussschiffe; BM.: ?; F.: Hude, Huden+EW; Z.: Hud-e
Hude (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Hude (F.) (2), Viehweide; ne. pasture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hȫde (1), hode, hoede, hoide, hoyde, F., Hut (F.), Bewachung, Aufsicht, Hütung, Ort wo man etwas hütet; vgl. mnd. hȫden, hoeden, hoiden, hoyden, houden, sw. V., verstecken, verbergen, Acht haben auf etwas, hüten, behüten, schützen, Vieh hüten, sich hüten, wachen; as. hōdian*, sw. V. (1a), hüten, beobachten; s. germ. *hōd-, V., hüten, bedecken; vgl. idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Hude 2, fehlt DW, Duden s. u. Hude; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Ort an dem Menschen Vieh hüten; BM.: hüten; F.: Hude, Huden+EW; Z.: Hud-e
Hudel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Hudel, Lumpen (M.); ne. rag (N.); Vw.: -; Hw.: s. hudeln; E.: s. mhd. hudel, st. M., sw. M., Hudel, zerrissenes Zeug, Lumpen (M.), Lappen (M.), Streit, Zank; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Hudel, DW 10, 1860, Duden s. u. Hudel; GB.: seit 1250-1300 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches zerrissenes Zeug oder Gewebe oder Lumpen (M.) oder Stofffetzen oder auch Streit; BM.: ?; F.: Hudel, Hudels, Hudeln+EW?; Z.: Hudel
$Hudelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hudelei; Vw.: s. Lob-; E.: s. hudel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 10, 1859, EWD s. u. hudeln; GB.: seit 1675 (Sandrart) belegte und aus hudel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für lumpiges Wesen oder Schererei; F.: Hudelei, Hudeleien+EW; Z.: Hudel-ei
hudeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hudeln, nachlässig arbeiten; ne. huddle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hudel; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hudelen, hudeln, sw. V., hudeln, achtlos behandeln, zu Lumpen (M.) machen, lumpig machen; vgl. mhd. hudel, st. M., sw. M., Hudel, zerrissenes Zeug, Lumpen (M.), Lappen (M.), Streit, Zank; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Duden s. u. Hudel, DW 10, 1862, EWD s. u. hudeln, Duden s. u. hudeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hudel und (e)n (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu schnell und dadurch nachlässig arbeiten; BM.: Lumpen (M.); F.: hudeln, hudel (!), hudle, hudelst, hudelt, hudelte, hudeltest, hudelten, hudeltet, gehudelt, ##gehudelt, gehudelte, gehudeltes, gehudeltem, gehudelten, gehudelter##, hudelnd, ###hudelnd, hudelnde, hudelndes, hudelndem, hudelnden, hudelnder###, hudel (!)+EW; Z.: hudel-n
hudern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. hudern, unter die Fittiche nehmen, in dem Sand baden; ne. gather under the wings; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, letztlich wohl von idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589?; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hudern, DW 10, 1864, Duden s. u. hudern; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und letztlich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (Küken) unter die Fittiche nehmen; BM.: biegen?; F.: hudern, hudere, huder (!), huderst, hudert, huderte, hudertest, huderten, hudertet, gehudert, ##gehudert, gehudertes, gehudertem, gehuderten, gehuderter##, hudernd, ###hudernd, hudernde, huderndes, huderndem, hudernden, hudernder###, huder (!)+EW; Z.: hu-d-er-n
Huf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Huf, mit einer dicken Hornschicht geschützter Fuß verschiedener Tiere; ne. hoof (N.); Vw.: -; Hw.: s. Behuf; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. huof, st. M., Huf; mnd. hōf (1), hoef, houf, houw, hūf, M., Huf, Pferdehuf; mnl. hoef, M., Huf; ahd. huof (1), st. M. (a)?, Huf, Ferse; as. hōf*, st. M. (a?), Huf; anfrk. -; germ. *hōfa-, *hōfaz, st. M. (a), Huf; idg. *kā̆po-?, *kā̆pʰo-?, *k̑ō̆po-, *k̑ō̆pʰo-?, *k̑óh₃po-?, Sb., Huf, Pokorny 530 (808/40) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Huf, Kluge s. u. Huf, DW 10, 1866, EWD s. u. Huf, EWAhd 4, 1252, Falk/Torp 90, Duden s. u. Huf, Bluhme s. u. Huf; Son.: vgl. afries. hōf (1), st. M. (a), Huf; saterl. hof; ae. hōf (1), st. M. (a), Huf; an. hōfr, st. M. (a), Huf; got. -; nndl. hoef, Sb., Huf; nschw. hov, Sb., Huf; nnorw. hov, M., Huf; ai. saphá-, M., Huf, Klaue; russ. копыто (kopyto), N., Huf; GB.: (huof) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die dicke Hornschicht an den Zehenenden einiger Tierarten wie z. B. Pferde oder Flusspferde oder Schweine oder Kamele oder Ziegen oder Nashörner oder Giraffen; BM.: scharren?; F.: Huf, Hufs, Hufes, Hufe (!), Hufen (!)+EW; Z.: Huf
Hufe, Hube, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hufe, ein Landmaß; ne. hide (N.), farm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Urkunde); E.: mhd. huobe, hūbe, st. F., sw. F., Hufe, Stück Land von einem gewissen Maß, Acker, Landbesitz, Grundstück, Landmaß; mnd. hōve (1), hove, hoeve, hoyve, houve, houfe, F., Hufe, Bauernstelle von bestimmter Größe, Hofstelle von bestimmter Größe, freie Pachtstelle, freie Lehensstelle, vollbäuerliches Landstück; mnl. hoeve, hoef, F., Hufe; ahd. huoba, st. F. (ō), sw. F. (n), Hufe, Gut, Zinsgut, Bauernhof, zinspflichtiger Bauernhof; as. hōva*, st. F. (ō), Hufe; as. hof*, st. M. (a), Hof, Haus; anfrk. *hof?, st. M. (a), Hof; ? germ. *hufa-, *hufaz, st. M. (a), Höhe, Hof?; germ. *hufa-, *hufam, st. N. (a), Höhe, Hof?; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hufe, Kluge s. u. Hufe, DW 10, 1849, EWD s. u. Hufe, EWAhd 4, 1248, Falk/Torp 94, Duden s. u. Hufe, Bluhme s. u. Hufe; Son.: vgl. afries. hof, st. N. (a), Hof, Kirchhof, Dingstätte, Fürstenhof; nnordfries. hof, höf, haaf; ae. hof, st. N. (a), Hof, Wohnung, Haus, Landgut; an. hof, st. N. (a), Tempel; got. -; gr. κῆπος (kēpos), κᾶπος (kapos), M., Garten, eingehegtes bepflanztes Land; alb. kopshtë. Sb-. Garten; ? lit. kõpti, V., scharren, scharrend häufen; ? lit. kuõpti, V., reinigen, säubern, ernten; GB.: (huoba) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Größe an den Bedürfnissen einer durchschnittlichen bäuerlichen Familie gemessene Menge Land; BM.: zubereitetes Land bzw. biegen?; F.: Hufe, Hufen+EW; Z.: Hu-f-e
$Hufeisen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Hufeisen; E.: s. Huf, s. Eisen; L.: DW 10, 1868, EWD s. u. Huf; GB.: seit 12. Jh. (?) belegte und aus Huf und Eisen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums (294 n. Chr.?) zu dem Schutz der aus Horn bestehenden Hufe von Lasttieren vor Abnutzung und Verletzung entwickelten und seitdem verwendeten und übertragen (Adj.) als Glückssymbole angesehenen Eisenstücke; F.: Hufeisen, Hufeisens+EW; Z.: Huf—eis-en
hufen, hūpen, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. hufen, rückwärts weichen (V.) (1), zurückgehen lassen; ne. abate (V.)?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hufen, DW 10, 1868, Duden s. u. hufen; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit der allgemeinen Motorisierung des Verkehrs selten werdendes ein Fuhrwerk mittels Gespanns zurückgehen lassen; BM.: biegen (weil die Tiere bei dem Zurückweichen einen Buckel machen müssen); F.: hufen (!), hufe (!), hufst, huft, hufest, hufet, hufte, huftest, huften, huftet, gehuft, ##gehuft, gehufte, gehuftes, gehuftem, gehuften, gehufter##, hufend, ###hufend, hufende, hufendes, hufendem, hufenden, hufender###, huf (!)+EW; Z.: hu-f-en
$Huflattich, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Huflattich; E.: s. Huf, s. Lattich; L.: Kluge s. u. Huflattich, DW 10, 1870, EWD s. u. Lattich; GB.: seit 12. Jh. belegte und wohl wegen der Ähnlichkeit der Form der Blätter aus Huf und Lattich gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche kleine gelb blühende schwach giftige Pflanze mit hufförmigen Blättern aus der Familie der Korbblütler; F.: Huflattich, Huflattichs, Huflattiche, Huflattichen+EW; Z.: Huf—lat-t-ich
Hüfte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hüfte, die Körperpartie unterhalb der Taille; ne. hip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. huf, sw. F., st. F., Hüfte; mnd. hüf, huf, hüff, hüft, hüfte, hufte, F., Hüfte, Hüfte des Menschen; ahd. huf, st. F. (i), Hüfte, Hüftgelenk; s. germ. *hupi, *hupiz, st. M. (i), Hüfte; idg. *k̑up-, Sb., Schulter, Pokorny 627; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hüfte, Kluge s. u. Hüfte, DW 10, 1871, EWD s. u. Hüfte, Falk/Torp 93, Duden s. u. Hüfte, Bluhme s. u. Huefte; Son.: vgl. nndl. heup, Sb., Hüfte; nschw. höft, Sb., Hüfte; nnorw. hofte, M., F., Hüfte; nnorw. hoft, M., F., Hüfte; gr. κύβος (kýbos), M., Wirbelknochen, Würfel; lat. cubitum, N., Ellbogen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen (huf) und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seitliche Körperpartie unterhalb der Taille bei Menschen und einigen Säugetieren; BM.: biegen; F.: Hüfte, Hüften+EW; Z.: Hü-f-t-e
Hügel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Hügel, Anhöhe, Erdhaufen; ne. hill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1350 (Mahrenberger Psalter); E.: mhd. hügel, st. M., Hügel; vgl. mhd. houc, st. N., Hügel; ahd. houg*, st. N. (a), Hügel; as. -; anfrk. -; germ. *hauga-, *haugaz, st. M. (a), Hügel; s. idg. *keuk-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hügel, Kluge s. u. Hügel, DW 10, 1873, EWD s. u. Hügel, Duden s. u. Hügel, Bluhme s. u. Huegel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. haugr, sw. M. (n), Hügel, Grabhügel; got. -; ai. kuca-, M., weibliche Brust; lit. kauka, Sb., Beule; lit. kaukaras, Sb., Hügel; GB.: (hügel) seit um1350 belegte und aus ahd. houg und el gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Erhebung; BM.: biegen; F.: Hügel, Hügels, Hügeln+EW; Z.: Hü-g-el
Huhn, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Huhn, Henne, ein mittelgroßer weiblicher Vogel; ne. chicken (N.); Vw.: s. Reb-, Trut-; Hw.: s. Hinkel; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. huon, st. N., Huhn; mnd. hōn (1), hoen, hoyn, hūn, N., Huhn, Haushuhn, Henne; mnl. hoen, N., Huhn; ahd. huon, st. N. (iz/az), Huhn, Hühnchen; as. hōn, st. N. (a), Huhn; anfrk. *huon?, st. N. (a), Huhn; germ. *hōna-, *hōnam, st. N. (a), Huhn; s. idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Huhn, Kluge s. u. Huhn, EWD s. u. Huhn, DW 10, 1875, EWAhd 4, 1260, Falk/Torp 69, Duden s. u. Huhn, Bluhme s. u. Huhn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hœns, hœnsn, hœnsi, st. N. (a) Pl., Hühner; got. -; nndl. hoen, Sb., Huhn; nschw. höna, Sb., Huhn; nnorw. høne, M., F., Huhn; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht schon vormenschliche und vor fast 8000 Jahren in Südostasien von Menschen für die Gewinnung von Eiern und Fleisch gezähmte neben dem (männlichen) Hahn stehende (weibliche) Henne; BM.: singen; F.: Huhn, Huhnes, Huhns, Hühner, Hühnern+EW; Z.: Huhn
$Hühnerauge, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Hühnerauge, Leichdorn; E.: s. Hühner, s. Auge; Hw.: s. Leichdorn; L.: Kluge s. u. Hühnerauge, DW 1878, EWD s. u. Huhn; GB.: seit 1501 belegte und aus Hühner oder Huhn und er sowie Auge gebildete Bezeichnung für eine äußerlich einem Auge von Hühnern ähnelnde durch dauernden Druck oder Reibung auf knochennahe Haut in Schuhen bedingte schmerzhafte und anfangs bei Entlastung wieder rückbildbare Hornschwiele mit einem in die Tiefe gerichteten Sporn an einer Zehe oder der Sohle des Fußes des Menschen; F.: Hühnerauge, Hühnerauges, Hühneraugen+EW; Z.: Hühn-er—aug-e
$Hühnerhaut, nhd., F., (?): nhd. Hühnerhaut, Gänsehaut; E.: s. Hühner, s. Haut; L.: Kluge s. u. Gänsehaut, fehlt DW; GB.: vielleicht nach 16. Jh. belegte und aus Hühner oder Huhn und er sowie Haut gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gänsehaut; F.: Hühnerhaut, Hühnerhäute, Hühnerhäuten+EW; Z.: Hühn-er—hau-t
$Hulbe, Hulben, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Hulbe; E.: wohl verwandt mit Helm (2) (Stiel); L.: Kluge s. u. Holm 2, DW 10, 1886; GB.: seit 1816 belegte Bezeichnung für eine wohl von Menschen entwickelte und verwendete waagerechte Stange oder einen Balken; F.: Hulbe, Hulben+EW; Z.: Hul-b-e
Huld, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Huld, Dank, Gnade, Wohlwollen; ne. favour (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. hulde, st. F., Geneigtheit, Freundlichkeit, Wohlwollen, Huld, Erlaubnis; mnd. hülde, hulde, holde, F., Zuneigung, Geneigtheit, Wohlwollen, Gruß des Höhergestellten; mnl. hulde, houde, F., Huld; ahd. hulda, holda, st. F. (ō), Huld, Gunst, Gnade, Wohlwollen; ahd. huldī, huldīn*, st. F. (ī), Huld, Gunst, Gnade, Freundschaft; as. huldi*, st.? F. (ī), Huld, Ergebenheit, Gefallen; germ. *hulþō, st. F. (ō), Gunst, Zuneigung; germ. *hulþī-, *hulþīn, sw. F. (n), Huld, Wohlwollen, Gnade; s. idg. k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Huld, Kluge s. u. Huld, DW 10, 1887, 1888, EWD s. u. Huld, EWAhd 4, 1202, Falk/Torp 83, Heidermanns 311, Duden s. u. Huld, Bluhme s. u. Huld; Son.: vgl. afries. helde (1), F., Huld; nfries. hilde; ae. hyldu, hyldo, st. F. (ō), Huld, Gunst, Gnade, Freundlichkeit; an. hylli, sw. F. (īn), Huld, Zuneigung; GB.: (huldīn) vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Wohlwollen einem anderen Menschen gegenüber; BM.: neigen; F.: Huld+EW; Z.: Hul-d
$huldigen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. huldigen, gewogen machen; E.: s. Huld und ig (Suff.) sowie en (Suff.); L.: Kluge s. u. Huld, DW 10, 1891, EWD s. u. Huld; GB.: seit 1060 bis 1080 belegte und aus Huld und ig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gewogen machen; F.: huldigen, huldige, huldigst, huldigt, huldigest, huldiget, huldigte, huldigtest, huldigten, huldigtet, gehuldigt, ##gehuldigt, gehuldigte, gehuldigtes, gehuldigtem, gehuldigten, gehuldigter##, huldigend, ###huldigend, huldigende, huldigendes, huldigendem, huldigenden, huldigender###, huldig (!)+EW; Z.: hul-d-ig-en
$Huldigung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Huldigung, Gewogenmachen; E.: s. huldig(en), s. ung; L.: DW 10, 1892, EWD s. u. Huld; GB.: (huldigunge) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus huldig(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gewogenmachen; F.: Huldigung, Huldigungen+EW; Z.: Hul-d-ig-ung
Hulfter, nhd. (ält.), F.: nhd. Hulfter; Vw.: s. Halfter (2)
Hulk, Holk, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Hulk, Holk, Lastschiff mit flachem Boden; ne. hulk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. holche, hölge, sw. M., Holk (Lastschiff), Lastschiff; mnd. holke, hulke, F., Hulk, Lastschiff; mnl. hulk, holk, F., Frachtschiff, großes Handelsschiff; ahd. holko*, holco*, sw. M. (n), Lastschiff, Frachtschiff; s. mlat. holcas, M., Lastschiff?; gr. ὁλκάς (holkás), F., Zugschiff, Lastschiff; vgl. gr. ἕλκειν (hélkein), V., ziehen, schleppen; idg. *selk-, V., ziehen, Pokorny 901 (1567/39) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Holk, Kluge s. u. Hulk, DW 10, 1743, DW 10, 1895, EWAhd 4, 1112, Falk/Torp 81, Duden s. u. Hulk; Son.: vgl. ae. hulc, st. M. (a), Schiff, Hütte; nndl. hulk, Sb., Hulk; gr. ὁλκάς (holkás), F., Zugschiff, Lastschiff; mlat. holcas, Sb., Lastschiff, ein Trinkgefäß; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus der allgemeinen üblichen Nutzung ausgesondertes Lastschiff mit flachem Boden; BM.: ziehen; F.: Hulk, Hulkes, Hulks, Hulke, Hulken+FW+EW; Z.: Hulk
Hülle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hülle, Decke, Umhüllung; ne. sleeve, hull (N.); Vw.: -; Hw.: s. hüllen, Hülse, hehlen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. hülle, hulle, sw. F., st. F., Mantel, Kopftuch, Umhüllung; mnd. hülle, hulle, F., Hülle, Kopfbedeckung, Kopfüberwurf, Kopftuch, Haube, Mütze; mnl. hulle, F., Hülle; ahd. hulla sw. F. (n), „Hülle“, Überwurf, Schleier, Kopfverhüllung, Gewand, Obergewand; ahd. hullī*, st. F. (ī), Hülle, Bedeckung, Kopfbedeckung, Deckung; as. -; anfrk. -; vgl. ahd. hullen*, sw. V. (1a), „hüllen“, bedecken, verhüllen, innerlich gefangennehmen; germ. *huljan, sw. V., hüllen, verhüllen; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hülle, Kluge s. u. Hülle, DW 10, 1896, EWD s. u. hüllen, EWAhd 4, 1209, EWAhd 4, 1211, Duden s. u. Hülle, Bluhme s. u. Huelle; Son.: vgl. nschw. hölje, N., Hülle; GB.: (hulla) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine etwas zu dem Schutz umgebende Decke oder Umhüllung; BM.: ?; F.: Hülle, Hüllen+EW; Z.: Hül-l-e
hüllen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. hüllen, hehlen, einwickeln, bergen,verbergen; ne. wrap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hülle, hehlen, Halfter (2), Holster, Hülse; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hüllen, hullen, sw. V., hüllen, bedecken, verhüllen; mnd. hüllen, sw. V., hüllen, einhüllen, verhehlen, verschweigen; mnl. hullen, sw. V., hüllen; ahd. hullen*, sw. V. (1a), „hüllen“, bedecken, verhüllen; as. *hullian?, sw. V. (1a); anfrk. -; germ. *huljan, sw. V., hüllen, verhüllen; s. idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Hülle, DW 10, 1898, EWD s. u. hüllen, EWAhd 4, 1209, Duden s. u. Hülle; Son.: vgl. afries. hella, sw. V. (1), hüllen; ae. hyllan, sw. V. (1), einhüllen, bedecken; an. hylja (1), sw. V., verhüllen, bekleiden; got. huljan, sw. V. (1), hüllen, verhüllen; nndl. hullen, sw. V., hüllen; nnorw. hylja, V., hüllen; GB.: seit 9. Jh. (hullen) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu dem Schutz einwickeln oder bergen; BM.: ?; F.: hüllen, hülle, hüllst, hüllt, hüllest, hüllet, hüllte, hülltest, hüllten, hülltet, gehüllt, ##gehüllt, gehüllte, gehülltes, gehülltem, gehüllten, gehüllter##, hüllend, ###hüllend, hüllende, hüllendes, hüllendem, hüllenden, hüllender###, hüll (!)+EW; Z.: hül-l-en
$Hüllung, nhd. (ält.), F., (17. Jh.?): nhd. Hüllung, Einwickeln; Vw.: s. Ver-; E.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus hüll(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Hüllen (N.) oder Bergen (N.) oder Einwickeln; L.: DW 10, 1899; F.: Hüllung, Hüllungen+EW; Z.: Hül-l-ung
Hülse, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Hülse, Umhüllung, Schale (F.) (1), Hülle; ne. husk; Vw.: -; Hw.: s. Hülle, hüllen; Q.: Anfang 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. hülse, hulse, hulsche, sw. F., Decke, Schleier, Hülse, Schale (F.) (1); mnd. hülse, hulse*, F., Hülse, Fruchthülse, Metallhülse, Behälter; mnl. hulse, huls, F., Hülse; ahd. hulisa*, hulska*, hulsca*, st. F. (ō), sw. F. (n), Hülse; as. -; anfrk. -; germ. *hulisa- (1), *hulisaz, st. M. (a), Hülle, Hülse; s. idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Hülse, Kluge s. u. Hülse, DW 10, 1900, EWD s. u. Hülse, EWAhd 4, 1208, Duden s. u. Hülle, Bluhme s. u. Huelse; Son.: vgl. nschw. hylsa, Sb., Hülse; nnorw. hylse, M., F., Hülse; GB.: (hulisa) seit Anfang 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche röhrenförmige und längliche feste Hülle in die man etwas hineinstecken oder in der etwas wachsen (V.) (1) kann; BM.: bergen; F.: Hülse, Hülsen+EW; Z.: Hül-s-e
$Hülsenfrucht, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hülsenfrucht; E.: s. Hüls(e), s. en, s. Frucht; L.: DW 10, 1902, EWD s. u. Hülse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hüls(e) und en sowie Frucht gebildete und von Menschen wohl seit ihrer Entstehung verwendete in einer Hülse wachsende Frucht (Same) wie Bohne oder Erbse oder Linse oder Wicke; F.: Hülsenfrucht, Hülsenfrüchte, Hülsenfrüchten+EW+FW; Z.: Hül-s-en—fru-ch-t
Hulst, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Hulst, Stechpalme; ne. holly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. hulst, st. F., Decke, Hülle, Satteldecke; vgl. mnd. hüls, huls, M., Eibe, Stechpalme, immergrüner Baum; ahd. hulis (1), huls*, st. M. (a?, i?), „Hulst“, Stechpalme, Mäusedorn (?), Mistel; as. hulis*, st. M. (a?, i?), Hulst, Mistel; germ. *hulisa-, *hulisaz, st. M. (a), Mäusedorn, Walddistel; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hulst, Kluge s. u. Hulst, DW 10, 1902, EWAhd 4, 1206; Son.: vgl. nndl. hulst, Sb., Stechpalme; GB.: (hulis) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Stechpalme; BM.: Schaft; F.: Hulst, Hulstes, Hulsts, Hulste, Hulsten+EW; Z.: Hul-s-t
human, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. human, menschlich, menschenwürdig, den Menschen betreffend; ne. human (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Humanität, Humanist, humanitär; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. hūmānus; E.: s. lat. hūmānus (1), Adj., menschlich, menschenfreundlich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. human, fehlt DW, EWD s. u. human, Duden s. u. human; Son.: vgl. nndl. humaan, Adj., human; frz. humain, Adj., menschlich; nschw. human, Adj., human; nnorw. human, Adj., human; poln. humanitarny, Adj., human; lit. humaniškas, Adj., human; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für menschlich oder den Menschen betreffend; BM.: Erde; F.: human, humane, humanes, humanem, humanen, humaner(, humanere, humaneres, humanerem, humaneren, humanerer, humanst, humanste, humanstes, humanstem, humansten, humanster)+FW(+EW); Z.: hum-an
$Humanismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Humanismus, Menschlichkeit; E.: s. human, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. human; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus human und ismus gebildete Bezeichnung für eine die Würde des Menschen betonende Geisteshaltung; F.: Humanismus+FW; Z.: Hum-an-ism-us
Humanist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Humanist, Anhänger des Humanismus, Gebildeter; ne. humanist; Vw.: -; Hw.: s. human, Humanität, humanitär; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. it. umanista, mfrz. humaniste; E.: s. it. umanista, M., Humanist, höhere Bildung Besitzender; mfrz. humaniste, M., Humanist, höhere Bildung Besitzender; vgl. it. umano, Adj., menschlich; frz. humain, Adj., menschlich; lat. hūmānus (1), Adj., menschlich, menschenfreundlich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. human, fehlt DW, EWD s. u. human, Duden s. u. Humanist; Son.: vgl. nndl. humanist, Sb., Humanist; frz. humaniste, M., Humanist; nschw. humanist, Sb., Humanist; nnorw. humanist, M., Humanist; poln. humanista, M., Humanist; lit. humanistas, M., Humanist; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus human und ist gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen die Ideale des Humanismus oder der Menschlichkeit vertretenden Menschen; BM.: Erde; F.: Humanist, Humanisten+FW(+EW); Z.: Hum-an-ist
$humanistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. humanistisch; E.: s. human, s. istisch; L.: Kluge s. u. human, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus human und istisch gebildete Bezeichnung für Humanismus betreffend; F.: humanistisch, humanistische, humanistisches, humanistischem, humanistischen, humanistischer(, humanistischere, humanistischeres, humanistischerem, humanistischeren, humanistischerer, humanistischst, humanistischste, humanistischstes, humanistischstem, humanistischsten, humanistischster)+FW(+EW); Z.: hum-an-ist-isch
humanitär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. humanitär, menschenfreundlich, mildtätig, auf eine Milderung menschlicher Not bedacht; ne. humanitarian; Vw.: -; Hw.: s. human, Humanist, Humanität; Q.: 1853?; I.: Lw. frz. humanitaire; E.: s. frz. humanitaire, Adj., humanitär; vgl. frz. humanité, F., Menschlichkeit, Menschheit; lat. hūmānitās, F., Menschennatur, Menschlichkeit, Menschenart, menschliche Würde, menschliches Geschlecht, (86/82 v. Chr.); vgl. hūmānus (1), Adj., menschlich, menschenfreundlich; lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. human, fehlt DW, Duden s. u. humanitär; Son.: vgl. nndl. humanitair, Adj., humanitär; nschw. humanitär, Adj., humanitär; nnorw. humanitær, Adj., humanitär; poln. humanitarny, Adj., humanitär; lit. humanitarinis, Adj., humanitär; GB.: vielleicht seit 1853 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für menschenfreundlich oder mildtätig oder auf eine Linderung menschlicher Not bedacht; BM.: Erde; F.: humanitär, humanitäre, humanitäres, humanitärem, humanitären, humanitärer(, humanitärere, humanitäreres, humanitärerem, humanitäreren, humanitärerer, humanitärst, humanitärste, humanitärstes, humanitärstem, humanitärsten, humanitärster)+FW(+EW); Z.: hum-an-it-är
Humanität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Humanität, Menschlichkeit; ne. humanity; Vw.: -; Hw.: s. human, Humanist, humanitär; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. hūmānitās; E.: s. lat. hūmānitās, F., Menschennatur, Menschlichkeit, Menschenart, menschliche Würde, menschliches Geschlecht, (86/82 v. Chr.); vgl. hūmānus (1), Adj., menschlich, menschenfreundlich; lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. human, fehlt DW, EWD s. u. human, Duden s. u. Humanität; Son.: vgl. nndl. humaniteit, Sb., Humanität; frz. humanité, F., Humanität; nschw. humanity, Sb., Humanität; nnorw. humanitet, M., Humanität; lit. humaniškumas, M., Humanität; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche von (dem Geist der) Menschlichkeit geprägte oder durchdrungene Gesinnung; BM.: Erde; F.: Humanität+FW+EW; Z.: Hum-an-it-ät
Humbug, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Humbug, dummes Zeug, Schwindel, Schein; ne. humbug (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. humbug; E.: s. ne. humbug, N., Humbug, Betrug; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Humbug, fehlt DB, EWD s. u. Humbug, Duden s. u. Humbug; Son.: vgl. nndl. humbug, Sb., Humbug; nschw. humbug, Sb., Humbug; nnorw. humbug, M., Humbug, Schwindel; poln. humbug, M., Humbug; kymr. hymbyg, M., Humbug; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für dummes Zeug oder Schwindel oder Schein; BM.: ?; F.: Humbug, Humbugs+FW; Z.: Hum-bug
Hummel, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Hummel (F.), (Bombus,) eine Biene; t; ne. bumblebee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. humbel, hummel, st. M., Hummel (F.); mnd. hummele, hummel, hōmel, hōmele, homele, Sb., Hummel, wildes Insekt; mnl. hommel, homel, F., Hummel; ahd. humbal*, hummel, st. M. (a), Hummel (F.), Drohne, große Biene; ahd. humbala, sw. F. (n), Hummel (F.); as. humbal*, st. M. (a), Hummel (F.); anfrk. -; germ. *humala-, *humalaz, st. M. (a), Hummel (F.); s. idg. kem- (2), V., summen, Pokorny 556 (859/91) (RB. idg. aus ind., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hummel, Kluge s. u. Hummel, DW 10, 1903, EWD s. u. Hummel, EWAhd 4, 1212, EWAhd 4, 1215, Falk/Torp 95, Duden s. u. Hummel, Bluhme s. u. Hummel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; me. humbil, Sb., Hummel; an. -; got. -; nndl. hommel, Sb., Hummel; nschw. humla, Sb., Hummel; nnorw. humle, M., F., Hummel; apreuß, camus, Sb., Hummel; lit. kamãnė, Sb., Erdbiene; russ. шмель (šmelĭ), M., Hummel; GB.: (humbal) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein bienenähnliches geringfügig größeres Insekt mit rundlichem plumpem und dicht und häufig bunt behaartem Körper; BM.: summen; F.: Hummel, Hummeln+EW; Z.: Hum-m-el
Hummer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hummer, ein langschwänziger Krebs; ne. lobster, homarine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. über nd. hummer, M., Hummer; an. humarr, st. M. (a), Hummer, germ. *humara-, *humaraz, st. M. (a), Hummer; idg. *kₑmer-, Sb., Krebs, Schildkröte, Pokorny 558 (866/ DW 10, 1905, 98) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hummer, Kluge s. u. Hummer, fehlt DW, EWD s. u. Hummer, Falk/Torp 95, Duden s. u. Hummer, Bluhme s. u. Hummer; Son.: vgl. nndl. homard, Sb., Hummer; nschw. hummer, Sb., Hummer; nnorw. hummer, M., Hummer; poln. homar, M., Hummer; gr. κάμμαρος (kámmaros), M., Meereskrebs, Meerkrebs, Hummer; ? lit. omras, M., Hummer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen stammende sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sehr großer Zehnfußkrebs von brauner bis dunkelblauer Färbung dessen Fleisch Menschen als Delikatesse gilt; BM.: ?; F.: Hummer, Hummers, Hummern+FW?; Z.: Hum-m-er
Hummus, nhd., M., N., (20. Jh.?): nhd. Hummus, ein Kichererbsenpüree; ne. hummus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. arab. ḥummuṣ; E.: s. arab. ḥummuṣ, Sb., Hummus; L.: fehlt DW, Duden s. u. Hummus; Son.: vgl. nndl. hummus, Sb., Hummus; frz. houmous, M., Hummus; nschw. hummus, Sb., Hummus; nnorw. hummus, M.?, Hummus; poln. hummus, Sb., Hummus; lit. humusas, M., Hummus; BM.: ?; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein aus dem Nahen Osten stammendes und mit Sesamsoße und Knoblauch und Zitronensaft sowie Salz zubereitetes Kichererbsenpüree; F.: Hummus+FW; Z.: Hummus
Humor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Humor, Witz, Heiterkeit, Lustigkeit, Freude, Gelassenheit, Entspannung; ne. humour (N.); Vw.: -; Hw.: s. Humorist; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. ūmor; E.: s. lat. ūmor, hūmor, M., Flüssigkeit, Feuchtigkeit, Nass, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. idg. *u̯egᵘ̯-, *ū̆gᵘ̯-, Adj., V., feucht, netzen, Pokorny 1118 (1950/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Humor, DW 10, 1905, EWD s. u. Humor, Duden s. u. Humor; Son.: vgl. nndl. humor, Sb., Humor; frz. humour, M., Humor; nschw. humor, Sb., Humor; nnorw. humor, M., Humor; poln. humor, M., Laune; lit. humoras, M., Humor; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Fähigkeit von Menschen auf einzelne Gegebenheiten heiter oder lustig oder freudig oder gelassen oder entspannt zu reagieren; BM.: netzen; F.: Humor, Humors, Humore, Humoren+FW; Z.: Hum-or
$Humoreske, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Humoreske, humorvolle Erzählung; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Humor, s. eske; L.: fehlt DW, EWD s. u. Humor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Humor und eske gebildete Bezeichnung für eine humorvolle Erzählung oder ein humorvolles Musikstück; F.: Humoreske, Humoresken+FW; Z.: Hum-or-esk-e
$humorig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. humorig, Humor betreffend, humorvoll; E.: s. Humor, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Humor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Humor und ig gebildete Bezeichnung für Humor betreffend oder humorvoll; F.: humorig, humorige, humoriges, humorigem, humorigen, humoriger(, humorigere, humorigeres, humorigerem, humorigeren, humorigerer, humorigst, humorigste, humorigstes, humorigstem, humorigsten, humorigster)+FW(+EW); Z.: hum-or-ig
Humorist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Humorist, Komiker, Spaßmacher; ne. humorist; Vw.: -; Hw.: s. Humor; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. humorist; E.: s. ne. humorist, M., Humorist; ne. humour, N., Humor; lat. ūmor, hūmor, M., Flüssigkeit, Feuchtigkeit, Nass, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. idg. *u̯egᵘ̯-, *ū̆gᵘ̯-, Adj., V., feucht, netzen, Pokorny 1118 (1950/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Humor, DW 10, 1907, EWD s. u. Humor, Duden s. u. Humorist; Son.: vgl. nndl. humorist, Sb., Humorist; frz. humoriste, M., Humorist; nschw. humorist, Sb., Humorist; nnorw. humorist, M., Humorist; poln. humorysta, M., Humorist; lit. humoristas, M., Humorist; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Humor und ist gebildete Bezeichnung für einen Künstler dessen Werke durch eine humoristische Behandlungsweise des Stoffes gekennzeichnet sind; BM.: feucht; F.: Humorist, Humoristen+FW(+EW); Z.: Hum-or-ist
$humoristisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. humoristisch, humorvoll; E.: s. Humorist, s. isch; L.: Kluge s. u. Humor, DW 10, 1907, EWD s. u. Humor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Humorist und isch gebildete Bezeichnung für einen Humoristen oder Humor betreffend; F.: humoristisch, humoristische, humoristisches, humoristischem, humoristischen, humoristischer(, humoristischere, humoristischeres, humoristischerem, humoristischeren, humoristischerer, humoristischst, humoristischste, humoristischstes, humoristischstem, humoristischsten, humoristischster)+FW+EW; Z.: hum-or-ist-isch
$Humpe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Humpe; Vw.: s. Bier-; E.: s. Humpen; L.: Kluge s. u. Humpen, DW 10, 1907, EWD s. u. Humpen; GB.: s. Humpen; F.: Humpe, Humpen+EW; Z.: Hu-m-p-e
Hümpel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hümpel, Haufe, Haufen; ne. heap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. hümpel, humpel, M., Häuflein, kleine Menge, Haufe, Haufen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht nasalierte Form zu Haufe; L.: Kluge s. u. Hümpel, fehlt DW (dort aber Hümpelarzt u. a.), Duden s. u. Hümpel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Haufe verbindbare Bezeichnung für einen Haufen; BM.: ?; F.: Hümpel, Hümpels, Hümpeln+EW; Z.: Hümp-el
humpeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. humpeln, hinken, schief gehen; ne. limp (V.), hobble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. humpelen, hümpelen, sw. V., humpeln, lahm gehen, hinken; wohl von einer idg. Grundlage *keu-; L.: Kluge 1. A. s. u. humpeln, Kluge s. u. humpeln, DW 10, 1908, EWD s. u. humpeln, Duden s. u. humpeln, Bluhme s. u. humpeln; Son.: vgl. mnl. humpelaer, M., hinkender, Mensch; nndl. hompelen, V., humpeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches infolge eines Gebrechens humpeln oder hinken oder schief gehen; BM.: ?; F.: humpeln, humpel (!), humple, humpelst, humpelt, humpelte, humpeltest, humpelten, humpeltet, gehumpelt, ##gehumpelt##, humpelnd, ###humpelnd, humpelnde, humpelndes, humpelndem, humpelnden, humpelnder###, humpel (!)+EW; Z.: hu-mp-el-n
Humpen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Humpen, ein Trinkgefäß; ne. beaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: ursprünglich aus dem Ostmitteldeutschen; wohl vergleichbar mit gr. κύμβη (kýmbē), F., Kahn, Becken, Schale (F.) (2); oder ai. kumbhá-, M., Topf; also letztlich vielleicht von idg. *kumb-, *kumbʰ-, Sb., Biegung, Gefäß, Pokorny 592; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Humpe, Kluge s. u. Humpen, DW 10, 1909, EWD s. u. Humpen, Duden s. u. Humpen, Bluhme s. u. Humpen; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Ostmitteldeutschen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein größeres zylindrisches oder leicht bauchiges und meist mit aufklappbarem Deckel versehenes Trinkgefäß mit Henkel; BM.: biegen?; F.: Humpen, Humpens+EW; Z.: Hu-m-p-en
humpsen, humsen, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. stehlen, wegnehmen, ne. steal; Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw.-; E.: zu einem ostmitteldeutschen humpsen, humsen, sw. V., stehlen; vielleicht von humpeln?; L.: Kluge s. u. behumpsen, DW 10, 1910; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Ostmitteldeutschen kommende Bezeichnung für etwas jemand anderem Gehörendes unerlaubt wegnehmen und behalten; BM.: ?; F.: humpsen, humpse, humpst, humpsest, humpset, humpste, humpstest, humpsten, humpstet, gehumpst, gehumpst, ##gehumpste, gehumpstes, gehumpstem, gehumpsten, gehumpster##, humpsend, ###humpsend, humpsende, humpsendes, humpsendem, humpsenden, humpsender###, humps (!), humsen, humse, humst, humsest, humset, humste, humstest, humsten, humstet, gehumst, ##gehumst, gehumste, gehumstes, gehumstem, gehumsten, gehumster##, humsend, ###humsend, humsende, humsendes, humsendem, humsenden, humsender###, hums (!)+EW; Z.: hump-s-en
humsen, nhd., sw. V.: nhd. humsen; Vw.: s. humpsen
Humus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Humus, eine sehr fruchtbare Erde; ne. humus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. humus; E.: s. lat. humus, M., Erde, Erdboden, Erdreich, (204-169 v. Chr.); idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Humus, fehlt DW, EWD s. u. Humus, Duden s. u. Humus; Son.: vgl. nndl. humus, Sb., Humus; frz. humus, M., Humus; nschw. humus, Sb., Humus; nnorw. humus, M., Humus; poln. humus, M., Humus; kymr. hwmws, M., Humus; nir. húmas, M., Humus; lit. humusas, M., Humus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den aus durch biochemische Zersetzung abgestorbener Organismen entstandenen dunkelbraunen und sehr fruchtbaren Bestandteil des obersten Schicht weiter Teile der nicht von Wasser eingenommenen Erdoberfläche; BM.: Erde; F.: Humus+FW; Z.: Hum-us
Hund, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hund, ein von dem gezähmten Wolf abstammendes Haustier; ne. dog (N.), hound (N.); Vw.: s. See-; Hw.: s. Hundsfott, hunzen, zynisch; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hunt (2), st. M., Hund, Jagdhund, Bösewicht, Hundsstern; mnd. hunt (1), hont, M., Hund, Wachhund, Hetzhund, Jagdhund; mnl. hont, hond, M., Hund; ahd. hunt, st. M. (a), Hund, Jagdhund, Hetzhund; as. hund*, st. M. (a), Hund; anfrk. hund*, hunt*, st. M. (a), Hund; germ. *hunda-, *hundaz, st. M. (a), Hund; s. idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632 (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hund, Kluge s. u. Hund, DW 10, 1910, EWD s. u. Hund, EWAhd 4, 1232, Falk/Torp 93, Duden s. u. Hund, Bluhme s. u. Hund; Son.: vgl. afries. hund (1), st. M. (a), Hund, Werkzeug?; nnordfries. hün, M., Hund; ae. hund (1), st. M. (a), Hund; an. hundr, st. M. (a), Hund; got. hunds*, st. M. (a), Hund; nndl. hond, Sb., Hund; nschw. hund, Sb., Hund; nnorw. hund, M., Hund; ai. sva, Sb., Hund; arm. šun, Sb., Hund; gr. κύων (kýōn), M., F., Hund; lat. canis, M., F., Hund, Hündin, Schakal; air. cú, M., N., Hund; kymr. ci, M., Hund; lit. šuõ, M., Hund; toch. ku; hieroglyphenluwisch suwani-, Sb., Hund; heth. kuwaš, Sb., Hund; GB.: (hunt) seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein kleines bis mittelgroßes von dem Wolf abstammendes und von Menschen vielleicht seit 20000 Jahren gezähmtes Säugetier mit inzwischen vielen gezüchteten einzelnen Rassen das besonders wegen seiner Wachsamkeit und Anhänglichkeit von Menschen als Haustier gehalten wird; BM.: ?; F.: Hund, Hundes, Hunds, Hunde, Hunden+EW; Z.: Hun-d
hundert, nhd., Num. Kard., (11. Jh.?): nhd. hundert, zehn mal zehn; ne. hundred (Num. Kard.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. hundert (1), hunderet, hundrit, hunert, Num. Kard., hundert; mnd. hundert, hunderd, Num. Kard., N., hundert, Hundertzahl; vgl. mhd. hunt (1), st. N., hundert; ahd. *hunt? (2), Num. Kard., hundert; as. hunderod, Num. Kard., hundert; germ. *hundarada-, *hundaradam, st. N. (a), Hundertschaft, Hundert; germ. *hunda-, *hundam, st. N. (a), hundert; s. idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hundert, Kluge s. u. hundert, DW 10, 1923, EWD s. u. hundert, EWAhd 4, 1237, Falk/Torp 93, Duden s. u. hundert, Bluhme s. u. hundert; Son.: vgl. afries. hundred, hunderd, st. N. (a), Num. Kard., hundert, hundertzwanzig; saterl. hundred, Num. Kard., hundert; ae. hundred, st. N. (a), Hundert, Hundertschaft; an. hundrað, st. N. (a), Hundert; nndl. honderd, Num. Kard., hundert; nschw. hundra, Num. Kard., hundert; nnorw. hundre, Num. Kard., hundert; ai. śatám, Num. Kard., hundert; gr. ἑκατόν (hekatón), Num. Kard., hundert; lat. centum Num. Kard., hundert; air. cét, Num. Kard., hundert; lit. šim̃tas, Num. Kard., hundert; ksl. sŭto, Num. Kard., hundert; toch. A känt, Num. Kard., hundert; toch. B kante, Num. Kard., hundert; GB.: seit 1077-1081 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung einer größeren Zahl (hundert) und vor allem der Zahl (hundert) zwischen neunundneunzig und einhundertundeins; BM.: zehn; F.: hundert, hunderte, hunderten+EW; Z.: hund-er-t
$Hündin, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hündin, weiblicher Hund; E.: s. Hund, s. in; L.: Kluge s. u. Hund, EWD s. u. Hund; GB.: (hundinne) seit Ende 12. Jh. belegte und aus Hund und in gebildete Bezeichnung für den vielleicht seit 20000 Jahren von Menschen durch Zähmung des Wolfes gebildeten und verwendeten (weiblichen) Hund; F.: Hündin, Hündinnen+EW; Z.: Hün-d-in
$hündisch, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.?): nhd. hündisch, einen Hund betreffend; E.: s. Hund, s. isch; L.: Kluge s. u. Hund, DW 10, 1931, EWD s. u. Hund; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Hund und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Zähmung des Wolfes vor 20000 Jahren mögliches einen Hund betreffend oder in der Art eines Hundes seiend, F.: hündisch, hündische, hündisches, hündischem, hündischen, hündischer(, hündischere, hündischeres, hündischerem, hündischeren, hündischerer, hündischst, hündischste, hündischstes, hündischstem, hündischsten, hündischster)+EW; Z.: hün-d-isch
Hundsfott, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Hundsfott, feiger Schurke, erbärmlicher Mensch; ne. scoundrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. hundesvut*, hundesvot, hundesfoͤth, M., Hundsfott; eigentlich Fotze der Hündin, s. nhd. Hund, Fotze; L.: Kluge 1. A. s. u. Hundsfott, Kluge s. u. Hundsfott, EWD s. u. Fotze, DW 10, 1934, Duden s. u. Hundsfott; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mnd. hund und es sowie vut gebildete und als Schimpfwort verwendete Bezeichnung eines feigen Schurken oder erbärmlichen Menschen; BM.: Hund, Fotze; F.: Hundsfott, Hundsfotts, Hundsfotte, Hundsfotten+EW; Z.: Hun-d-s—fo-tt
$hundsföttisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. hundsföttisch, Hundsfott betreffend; E.: s. Hundsfott, s. isch; L.: DW 10, 1935, EWD s. u. Fotze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Hundsfott und isch gebildete Bezeichnung für Hundsfott betreffend; F.: hundsföttisch, hundsföttische, hundsföttisches, hundsföttischem, hundsföttischen, hundsföttischer(, hundsföttischere, hundsföttischeres, hundsföttischerem, hundsföttischeren, hundsföttischerer, hundsföttischst, hundsföttischste, hundsföttischstes, hundsföttischstem, hundsföttischsten, hundsföttischster)+EW; Z.: hun-d-s—fö-tt-isch
$Hundstage, nhd., M. Pl., (14. Jh.): nhd. Hundstage; E.: s. Hund, s. s, s. Tag, s. e; L.: Kluge s. u. Hundstage, DW 10, 1941, EWD s. u. Hund; GB.: seit 1347-1350 belegte und aus Hund und s sowie Tag und e gebildete Bezeichnung für die meist besonders heißen Tage unter dem Hundsstern zwischen dem 24. Juli und dem 23. August jeden Jahres; F.: Hundstage, Hundstagen+EW; Z.: Hun-d-s—t-ag-e
Hüne, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Hüne, Riese (M.); ne. giant, hulk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 12. Jh. (Kaiserchronik aus dem Stift Vorau); E.: mhd. hiune, hūne, sw. M., Hunne, Ungar, Hüne, Riese (M.); mnd. hǖne, hune, M., Hüne, Riese; ahd. Hūn, Hun, st. M. (i)=PN, Hunne, Hunnen (= Hūni), Bulgare; as. Hūn*, M., Hüne, Riese (M.) die Volksbezeichnung soll sich von einer Bezeichnung für Mensch, Volk ableiten; L.: Kluge 1. A. s. u. Hüne, Kluge s. u. Hüne, DW 10, 1942, EWD s. u. Hüne, Duden s. u. Hüne, Bluhme s. u. Huene; GB.: (Hiune) seit 4. Viertel 12. Jh.) belegte und mit ahd. Hūn verbindbare Bezeichnung für einen Riesen oder sehr großen und breitschulterigen Mann; BM.: ?; F.: Hüne, Hünen+EW?; Z.: Hün-e
$Hünengrab, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Hünengrab; E.: s. Hün(e), s. en, s. Grab; L.: DW 10, 1943, EWD s. u. Hüne; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Hün(e) und en sowie Grab belegte Bezeichnung für ein großes frühgeschichtliches an einem Hügel oder offenen großen Steinen erkennbares sachlich etwa ab 3500 v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes (großes) Grab; F.: Hünengrab, Hünengrabes, Hünengrabs, Hünengräber, Hünengräbern+EW; Z.: Hün-en—grab
$hünenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hünenhaft, riesenhaft, riesig; E.: s. Hün(e), s. en, s. haft; L.: Kluge s. u. Hüne, DW 10, 1943, EWD s. u. Hüne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hün(e) und en sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches riesenhaft oder riesig; F.: hünenhaft, hünenhafte, hünenhaftes, hünenhaftem, hünenhaften, hünenhafter(, hünenhaftere, hünenhafteres, hünenhafterem, hünenhafteren, hünenhafterer, hünenhaftest, hünenhafteste, hünenhaftestes, hünenhaftestem, hünenhaftesten, hünenhaftester)+EW; Z.: hün-en—haf-t
Hunger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hunger, (tierische Lebewesen erfassendes) Verlangen nach Essen oder Nahrung; ne. hunger (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. hunger, st. M., Hunger; mnd. hunger, hungere, M., Hunger, Hungergefühl, Hungersnot, Hungern, Enthaltsamkeit im Essen; mnl. honger, hunger, M., Hunger; ahd. hungar, st. M. (a) (u), Hunger, Fasten (N.), Gier, Begierde, Hungersnot; as. hungar, st. M., Hunger; anfrk. hunger*, st. M. (u), Hunger; germ. *hungru-, *hungruz, *hungaru-, hungaruz, st. M. (u), Hunger; s. idg. kenk- (2), V., brennen, schmerzen, hungern, dürsten, Pokorny 565 (874/106) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hunger, Kluge s. u. Hunger, DW 10, 1943, EWD s. u. Hunger, EWAhd 4, 1223, Falk/Torp 70, Duden s. u. Hunger, Bluhme s. u. Hunger; Son.: vgl. afries. hunger, st. M. (a?, u?), Hunger; nfries. honger; ae. hungor, hunger, hungur, st. M. (a), Hunger; an. hungr, st. M. (a, u), st. N. (a), Hunger; got. hūhrus, hunhrus, huggrus, st. M. (u), Hunger, Hungersnot; nndl. honger, Sb., Hunger; nschw. hunger, Sb., Hunger; nisl. hungur, M., Hunger; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des sachlich schon vormenschlich möglichen unangenehmen Gefühls in der Magengegend das als Auswirkung eines niederen Blutzuckerspiegels das Verlangen oder Bedürfnis des Körpers nach Nahrung anzeigt oder empfinden lässt; BM.: brennen?; F.: Hunger, Hungers+EW; Z.: Hung-er
$Hungerkur, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Hungerkur, Fastenkur; E.: s. Hunger, s. Kur; L.: DW 10, 1946, EWD s. u. Kur; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Hunger und Kur gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Fastenkur zwecks Steigerung des Wohlbefindens durch Gewichtsabnahme; F.: Hungerkur, Hungerkuren+EW+FW; Z.: Hung-er—kur
$hungern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. hungern, Hunger haben, Hunger leiden; Vw.: s. aus-, ver-; E.: s. Hunger, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hunger, DW 10, 1947, EWD s. u. Hunger; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Hunger und (e)n gebildete für sachlich schon vormenschlich mögliches Hunger haben oder Hunger leiden; F.: hungern, hungere, hunger (!), hungerst, hungert, hungerte, hungertest, hungerten, hungertet, gehungert, ##gehungert, gehungerte, gehungertes, gehungertem, gehungerten, gehungerter##, hungernd, ###hungernd, hungerndes, hungerndem, hungernden, hungernder###, hunger (!)+EW; Z.: hung-er-n
$Hungersnot, Hungernot, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Hungersnot; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: s. Hunger, (s. s,) s. Not; L.: DW 10, 1949 (Hungersnoth), EWD s. u. Hunger; GB.: vielleicht um 1120 belegte und aus Hunger und (s sowie) Not gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche in Hunger bestehende Not; F.: Hungersnot, Hungersnöte, Hungersnöten+EW; Z.: Hung-er-s—no-t
$Hungertuch, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Hungertuch, Fastentuch; E.: s. Hunger, s. Tuch; L.: Kluge s. u. Hungertuch, DW 10, 1950, EWD s. u. Hunger; GB.: (hungertuoch) vielleicht seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus Hunger und Tuch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in dem Christentum vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Tuch zu der Bedeckung des Altars in der Fastenzeit; F.: Hungertuch, Hungertuchs, Hungertuches+EW; Z.: Hung-er—tuch
$hungrig, hungerig, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. hungrig, Hunger habend, Hunger leidend; Vw.: s. heiß-; E.: s. Hung(e)r, s. ig; L.: Kluge s. u. Hunger, DW 10, 1951EWD s. u. Hunger; GB.: (hungarag*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Hung(e)r und ig bzw. ag gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Hunger habend oder an Hunger leidend; F.: hungrig, hungrige, hungriges, hungrigem, hungrigen, hungriger(, hungrigere, hungrigeres, hungrigerem, hungrigeren, hungrigerer, hungrigst, hungrigste, hungrigstes, hungrigstem, hungrigsten, hungrigster, hungerig, hungerige, hungeriges, hungerigem, hungerigen, hungeriger, hungerigere, hungerigeres, hungerigerem, hungerigeren, hungerigerer, hungerigst, hungerigste, hungerigstes, hungerigstem, hungerigsten, hungerigster)+EW; Z.: hung-r-ig
hunzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. hunzen, verächtlich behandeln, schinden, plagen; ne. ruin (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1562; E.: zu Hund gebildet (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. huntzen, Kluge s. u. hunzen, DW 10, 1953, EWD s. u. hunzen, Duden s. u. hunzen, Bluhme s. u. verhunzen; GB.: seit 1562 belegte und mit Hund verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schinden oder plagen oder durch unsachgemäßen Verbrauch verderben; BM.: behandeln wie einen Hund; F.: hunzen, hunze, hunzst (!), hunzt, hunzest, hunzet, hunzte, hunztest, hunzten, hunztet, gehunzt, ##gehunzt, gehunzte, gehunztes, gehunztem, gehunzten, gehunzter##, hunzend, ###hunzend, hunzende, hunzendes, hunzendem, hunzenden, hunzender###, hunz (!)+EW; Z.: hun-z-en
Hupe, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Hupe, Signalhorn; ne. horn (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Hupe, DW 10, 1953, EWD s. u. Hupe, Duden s. u. Hupe, Bluhme s. u. Hupe; GB.: vielleicht seit 1872 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein akustisches Signalhorn und später auch für ein Lichtzeichen (Lichthupe) für Kraftfahrzeuge; BM.: lautmalend?; F.: Hupe, Hupen+EW; Z.: Hup-e
$hupen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. hupen, mit einer Hupe ein Signal geben; E.: s. Hup(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hupe, fehlt DW, EWD s. u. Hupe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Hup(e) und en gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Hupe ein Signal ertönen oder optisch erscheinen lassen oder geben; F.: hupen (!), hupe (!), hupst, hupt, hupest, hupet, hupte, huptest, hupten, huptet, gehupt, ##gehupt, gehupte, gehuptes, gehuptem, gehupten, gehupter##, hupend, ###hupend, hupende, hupendes, hupendem, hupenden, hupender###, hup (!)+EW; Z.: hup-en
hūpen, nhd. (dial.), sw. V.: nhd. hūpen; Vw.: s. hufen; Son.: niederdeutsch
hüpfen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. hüpfen, springen; ne. hop (V.); Vw.: -; Hw.: s. hoppeln, hopsen; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. hupfen, hopfen, hoppen, hüpfen, sw. V., hüpfen, springen; mnd. hüppen (1), huppen, sw. V., hüpfen, in kurzen Sprüngen springen, hüpfend tanzen (als Zeichen des Übermuts und Leichtsinns); mnl. huppen, sw. V., hüpfen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *huppōn, sw. V., hüpfen; vgl. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. hüpfen, Kluge s. u. hüpfen, DW 10, 1954, EWD s. u. hüpfen, EWAhd 4, 1134, Duden s. u. hüpfen, Bluhme s. u. huepfen; Son.: vgl. afries. -; ae. hoppian, sw. V., hüpfen, springen, tanzen, hinken; an. hoppa, sw. V. (2), hüpfen, tanzen; got. -; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches springen; BM.: biegen?; F.: hüpfen, hüpfe, hüpfst, hüpft, hüpfest, hüpfet, hüpfte, hüpftest, hüpften, hüpftet, gehüpft, ##gehüpft, gehüpfte, gehüpftes, gehüpftem, gehüpften, gehüpfter##, hüpfend, ###hüpfend, hüpfende, hüpfendes, hüpfendem, hüpfenden, hüpfender###, hüpf (!)+EW; Z.: hü-pf-en
Hürde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hürde, Flechtwerk von Reisig oder Stäben; ne. hurdle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Horde (2); Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hürde, sw. F., Scheiterhaufen; s. mhd. hurt (1), st. F., Hürde, Flechtwerk von Reisern; mnd. hōrt, hurt, hōrd, hȫrde, N., Hürde, Reisiggeflecht, Flechtwerk von Reisern, Darre; mnl. horde, hurde, F., geflochtene Matte, Hürde; ahd. hurt, hurd, st. F. (i), Hürde, Rost (M.) (1), Gitter, Geflecht, Flechtwerk, geflochtenes Gitter, Gestell, Flechtmatte, Egge; as. hurth*, st. F. (i), Hürde, Geflecht, Flechtwerk, Gitter; anfrk. -; germ. *hurdi-, *hurdiz, st. F. (i), Geflecht, Hürde; s. idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, *kerHt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584 (904/136) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; L.: Kluge 1. A. s. u. Hürde, Kluge s. u. Hürde, DW 10, 1956, EWD s. u. Hürde, EWAhd 4, 1284, Falk/Torp 77, Duden s. u. Hürde, Bluhme s. u. Huerde; Son.: vgl. afries. -; ae. hyrd, st. F. (i), Tür; an. hurð, st. F. (i), Hürde, Türflügel; got. haúrds, st. F. (i), Tür, geflochtene Tür; nndl. horde, Sb., Hürde; lat. crātis, F., Flechtwerk, Geflecht, Weidengeflecht, Rost (M.) (1), Gitter; mir. ceirtle, Sb., Knäuel; GB.: (hurt) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein Hindernis in einer bestimmten Höhe das überspringbar ist oder ein Flechtwerk von Reisig oder Stäben; BM.: flechten bzw. springen; F.: Hürde, Hürden+EW; Z.: Hür-d-e
Hure, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Hure, Dirne, Prostituierte; ne. whore (F.); Vw.: -; Hw.: s. huren; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. huore (2), sw. F., Hure; mnd. hōre (1), houre, hōrre, hōr, hůre, F., Hure, Dirne, Prostituierte, Landstreicherin, zuchtlose Frau; mnl. hoere, F., Hure; ahd. huora* (1), huorra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Hure, Dirne, Ehebrecherin; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *hōrō-, *hōrōn, sw. F. (n), Hure; idg. *kāro-, Adj., begehrlich, lieb, Pokorny 515; vgl. idg. *kā-, *keh₂-, V., gern haben, begehren, Pokorny 515 (769/1) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hure, Kluge s. u. Hure, DW 10, 1958, EWD s. u. Hure, EWAhd 4, 1265, Falk/Torp 90, Duden s. u. Hure, Bluhme s. u. Hure; Son.: vgl. afries. -; ae. hōre, sw. F. (n), Hure; an. hōra (1), sw. F. (n), Hure; got. -; nndl. hoer, Sb., hoer, Sb., Hure; nschw. hora, Sb., Hure; nnorw. hore, M., F., Hure; vgl. as. *hōr? (1), st. N. (a), st. M. (a?), „Hurerei“, Unzucht, Ehebruch; got. hōrs, st. M. (a), Hurer, Ehebrecher; ai. kā́yamāna-, Adj., begehrend, liebend; ai. kā́ma-, M., Wunsch, Begehren, Liebe; lat. cārus, Adj., lieb, begehrt; air. cara, M., Freund, air. caraid, V., liebt; lett. kãrs, Adj., lüstern; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Frau die nach Änderung der rein tierischen Verhaltensweisen des Menschen vielfach gegen Entgelt mit zahlreichen unterschiedlichen Männern Geschlechtsverkehr hat; BM.: begehren; F.: Hure, Huren+FW; Z.: Hu-r-e
huren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. huren, herumschlafen, mit verschedenen Männern Geschlechtsverkehr haben, sich liederlich aufführen; ne. whore (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hure; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. horen, sw. V., Ehebruch treiben, ehebrechen, huren, beischlafen; mhd. huoren, sw. V., Ehebruch treiben, ehebrechen, huren, beischlafen; mnd. hōren (1), horren, V., huren; mnl. hoeren, sw. V., huren; ahd. huoren*, sw. V. (1a), huren; ahd. huorōn*, sw. V. (2), huren, buhlen, Unzucht treiben mit, Ehebruch treiben mit; as. -; anfrk. huoren*?, huoron*, sw. V. (1?, 2?), huren; germ. *hōrōn, sw. V., huren; s. idg. *kāro-, Adj., begehrlich, lieb, Pokorny 515; vgl. idg. *kā-, *keh₂-, V., gern haben, begehren, Pokorny 515 (769/1) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Hure, DW 10, 1960, EWD s. u. Hure, EWAhd 4, 1270, Duden s. u. huren; Son.: vgl. afries. hōria 1, sw. V. (2), huren, Unzucht treiben; ae. -; an. hōra (2), sw. V. (2), huren; got. hōrinōn, sw. V. (2), huren, Ehe brechen, Ehebruch treiben; nndl. horen, V., huren; nschw. hora, V., huren; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit verschiedenen Männern Geschlechtsverkehr haben oder Unzucht treiben; BM.: begehren; F.: huren (!), hure (!), hurst, hurt, hurest, huret, hurte, hurtest, hurten, hurtet, gehurt, ##gehurt, gehurte, gehurtes, gehurtem, gehurten, gehurter##, hurend, ###hurend, hurende, hurendes, hurendem, hurenden, hurender###, hur (!)+EW; Z.: hu-r-en
$Hurenhaus, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Hurenhaus; E.: s. Hure, s. n, s. Haus; L.: DW 10, 1962, EWD s. u. Hure; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Hur(e) und en (Suff.) sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon dem Altertum bekanntes Haus von Huren (Bordell, älter mhd. huorhūs, huorehūs); F.: Hurenhaus, Hurenhauses, Hurenhäuser, Hurenhäusern+EW; Z.: Hu-r-en—hau-s
$Hurerei, nhd., F., (14./15. Jh.): nhd. Hurerei; E.: s. Hurer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Hure, EWD s. u. Hure; GB.: (huorerīe) seit 14./15. Jh. belegte und aus Hurer und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen nach Änderung der rein tierischen Verhaltensweisen entwickelten und verwendeten außerehelichen Geschlechtsverkehr oder das Verhalten als Hure und Hurer; F.: Hurerei, Hurereien+EW; Z.: Hu-r-er-ei
$hürnen, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. hürnen, Horn betreffend; E.: s. Horn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Horn, hürnen, DW 4, 1968 (s. hornen); GB.: (hürnīn) seit 1150-1170 belegte und aus Horn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Horn betreffend; F.: hürnen, hürnene, hürnenes, hürnenem, hürnenen, hürnener+EW; Z.: hür-n-en
hurra, nhd., Interj., (14. Jh.?): nhd. hurra, juchu; ne. hooray!, hurrah!; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. hurrā, Interj., beweg dich schnell, hurra; mhd. urrā, burrā, Interj., hurra; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu hurren, sw. V., sich schnell bewegen, eilen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. hurra, Kluge s. u. hurra, DW 10, 1968, EWD s. u. hurra, Duden s. u. hurra; Son.: vgl. hoera, Interj., hurra; nschw. hurra, Interj., hurra; nnorw. hurra, Interj., hurra; poln. hurra, Interj., hurra; kymr. hwrê, Interj., hurra; nir. hurá, Interj., hurra; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf; BM.: ?; F.: hurra+EW; Z.: hurr-a
Hurrikan, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hurrikan, Orkan, Wirbelsturm; ne. hurricane; Vw.: -; Hw.: s. Orkan; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. hurricane; E.: s. ne. hurricane, N., Orkan, Hurrikan; span. huracán, M., Wirbelsturm; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von dem Mayawort hunraken, Sb., Einbein (Sternbild des großen Wagens) unter dem die Herbststürme auftreten; oder von Taino hurakán, PN, Sturmgott; L.: Kluge s. u. Hurrikan, fehlt DW, EWD s. u. Orkan, Duden s. u. Hurrikan; lit. uraganas, M., Hurrikan; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit der Sprache der Maya oder Taino verbindbare Bezeichnung für einen sehr starken tropischen Wirbelsturm in der Karibik; BM.: ?; F.: Hurrikan, Hurrikans+FW(+EW); Z.: Hurrikan
hurtig, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. hurtig, flink, schnell; ne. swift (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. hurtic*, hurtec, Adj., schnell, hurtig; mnd. hurtich, Adv., hurtig, flink, behende, tüchtig; vgl. mhd. hurt, st. F., st. M., Stoß, Anprall, stoßendes Losrennen, Zusammenstoß, Aufprall, Ansturm; mnd. hurt, M., F., Stoß, Anrennen, Zusammenprall bei einem Kampf zu Pferde; s. mfrz. heurt, Sb., Stoß; vgl. afrz. hurter, V., stoßen; von einem frk. *hūrt; von einem gallo-rom. *hūrtare, V., stoßen wie ein Widder; L.: Kluge 1. A. s. u. hurtig, Kluge s. u. hurtig, DW 10, 1970, EWD s. u. hurtig, Duden s. u. hurtig, Bluhme s. u. hurtig; Son.: vgl. nschw. hurtig, Adj., hurtig; nnorw. hurtig, Adj., hurtig; GB.: (hurtic) seit 1378/1379 belegte und aus mhd. hurt und ig gebildete sowie mit dem Altfränkischen und dem Gallo-romanischen verbindbare Bezeichnung für flink oder schnell; BM.: stoßen; F.: hurtig, hurtige, hurtiges, hurtigem, hurtigen, hurtiger(, hurtigere, hurtigeres, hurtigerem, hurtigeren, hurtigerer, hurtigst, hurtigste, hurtigstes, hurtigstem, hurtigsten, hurtigster)+EW; Z.: hurt-ig
Husar, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Husar, berittener Soldat; ne. hussar; Vw.: -; Hw.: s. Korsar?; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. ungar. huszár; E.: s. ungar. huszár, M., Lanzenreiter; dieses vielleicht von serbokroatisch husar, M., Räuber; dieses von it. corsaro, M., Korsar, Seeräuber; über mlat. von lat. cursus, M., Lauf, Fahrt, Ritt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Husar, Kluge s. u. Husar, DW 10, 1972, EWD s. u. Husar, Duden s. u. Husar; Son.: vgl. nndl. huzaar, Sb., Husar; frz. hussard, M., Husar; nschw. husar, Sb., Husar; nnorw. husar, M., Husar; poln. huzar, M., Husar; kymr. hwsâr, M., Husar; nir. husár, M., Hussar; lit. husaras, M., Husar; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Ungarischen und vielleicht dem Serbokroatischen und Mittellateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Angehörigen der leichten Reiterei in ungarischer Nationaltracht; BM.: Lanzenreiter bzw. laufen?; F.: Husar, Husaren+FW; Z.: Hus-ar
$Husche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Husche, Eile; E.: s. husch(en), s. e; L.: DW 10, 1974, EWD s. u. huschen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht mit husch(en) verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für Eile; F.: Husche, Huschen; Z.: Husch-e
$Huschel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Huschel, unordentliche Frau; E.: s. husch(en), s. el; L.: Kluge s. u. huschelig, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus husch(en) und el gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche unordentliche Frau; F.: Huschel, Huscheln+EW; Z.: Husch-el
huschelig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. huschelig, schnell und nur oberflächlich gemacht, unordentlich; ne. untidy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl zu huschen (s. d.); L.: Kluge s. u. huschelig, fehlt DW, Duden s. u. huschelig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Huschel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schnell und nur oberflächlich gemacht; BM.: schnell machen; F.: huschelig, huschelige, huscheliges, huscheligem, huscheligen, huscheliger(, huscheligere, huscheligeres, huscheligerem, huscheligeren, huscheligerer, huscheligst, huscheligste, huscheligstes, huscheligstem, huscheligsten, huscheligster)+EW; Z.: husch-el-ig
$huscheln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. huscheln, unordentlich tun; E.: s. Huschel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. huschelig, DW 10, 1974; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Huschel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches unordentlich tun; F.: huscheln, huschel (!), huschle, huschele, huschelst, huschelt, huschelte, huscheltest, huschelten, huscheltet, gehuschelt, ##gehuschelt, gehuschelte, gehuscheltes, gehuscheltem, gehuschelten, gehuschelter##, huschelnd, ###huschelnd, huschelnde, huschelndes, huschelndem, huschelnden, huschelnder###, huschel (!)+EW; Z.: husch-el-n
huschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. huschen, eilen, sich leise und schnell bewegen; ne. whoosh (V.), flit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vielleicht lautmalend mit Zusammenhang zu husch!, sch!?; L.: Kluge 1. A. s. u. husch, Kluge s. u. huschen, DW 10, 1974, EWD s. u. huschen, Duden s. u. huschen, Bluhme s. u. huschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eilen oder sich leise und schnell bewegen; BM.: sich lautlos bewegen?; F.: huschen, husche (!), huschst, huscht, huschest, huschet, huschte, huschtest, huschten, huschtet, gehuscht, ##gehuscht, gehuschte, gehuschtes, gehuschtem, gehuschten, gehuschter##, huschend, ###huschend, huschende, huschendes, huschendem, huschenden, huschender###, husch (!)+EW; Z.: husch-en
Husky, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Husky, Polarhund, Eskimohund; ne. husky (N.); Vw.: -; Hw.: s. Eskimo; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. husky; E.: s. ne. husky, N., Husky; von einer entstellten Form Huskimo, M., Eskimo; das Wort stammt wohl aus einer Fremdbezeichnung für diese Völkergruppe aus einer Algonkin-Sprache; vielleicht von dem Cree-Wort aayaskimeew, Sb., Schneeschuhflechter; L.: fehlt DW, Duden s. u. Husky; Son.: vgl. frz. husky, M., Husky; nschw. husky, M., Husky; nnorw. husky, M., Husky; poln. husky, M., Husky; kymr. hysgi, M., Husky; nir. huscaí, M., Husky; lit. huskis, M., Husky; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar einer Algonkin-Sprache aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen in der Arktis zu dem Schlittenziehen verwendeten Hund (Schlittenhund); BM.: entstellter PN; F.: Husky, Huskys+FW(+EW); Z.: Husky
$hüsteln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. hüsteln; E.: s. hust(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Husten, DW 10, 1976 (husteln). EWD s. u. Husten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus hust(en) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leicht und öfter ein wenig husten; F.: hüsteln, hüstel (!), hüstle, hüstele, hüstelst, hüstelt, hüstelte, hüsteltest, hüstelten, hüsteltet, gehüstelt, ##gehüstelt, gehüstelte, gehüsteltes, gehüsteltem, gehüstelten, gehüstelter##, hüstelnd, ###hüstelnd, hüstelnde, hüstelndes, hüstelndem, hüstelnden, hüstelnder###, hüstel (!)+EW; Z.: hüs-t-el-n
husten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. husten, ablehnen; ne. cough (V.); E.: mhd. huosten (1), hüesten, sw. V., husten; mnd. hōsten, housten, hůsten, sw. V., husten; mnl. hoesten, sw. V., husten; ahd. huostōn*, sw. V. (2), husten; as. -; anfrk. -; germ. *hwōstōn, sw. V., husten; s. idg. *kᵘ̯ās-, *kᵘ̯əs-, *kᵘ̯ah₂s-, V., husten, Pokorny 649 (1024/2) (RB. idg. aus ind., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Husten, DW 10, 1977, EWD s. u. Husten, EWAhd 4, 1274, Duden s. u. husten; Son.: vgl. afries. -; ae. hwōsan, st. V.?, husten; an. -; got. -; nndl. hoesten, V., husten; nschw. hosta, V., husten; nnorw. hoste, V., husten; ai. kaste, V., husten; lit. kósėti, V., husten; ksl. kašĭlĭno̧ti, V., husten; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Luft gewöhnlich infolge einer Reizung der Atemwege stoßweise und heftig sowie mehr oder weniger laut aus der Lunge durch den Mund herauspressen; BM.: ?; F.: husten (!), huste, hustest, hustet, hustete, hustetest, husteten, hustetet, gehustet, ##gehustet, gehustete, gehustetes, gehustetem, gehusteten, gehusteter##, hustend, ###hustend, hustende, hustendes, hustendem, hustenden, hustender###, hust (!)+EW; Z.: hus-t-en
Husten, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Husten (M.), Hustenanfall; ne. cough (N.); Vw.: -; Hw.: s. husten; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. huoste (1), sw. M., Husten (M.); mnd. hōste, hōst, hoest, hoeste, houste, hoyste, hůst, M., Husten (M.), Hustenreiz; mnl. hoesten, Sb., Husten (M.); ahd. huosto, sw. M. (n), Husten (M.), Röcheln, Keuchen; as. hōsto, as, sw. M. (n), Husten (M.); anfrk. -; germ. *hwōstō-, *hwōstōn, *hwōsta-, *hwōstan, sw. M. (n), Husten (M.); s. idg. *kᵘ̯ās-, *kᵘ̯əs-, *kᵘ̯ah₂s-, V., husten, Pokorny 649 (1024/2) (RB. idg. aus ind., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Husten, Kluge s. u. Husten, EWD s. u. Husten, DW 10, 1976, EWAhd 4, 1271, Duden s. u. Husten, Bluhme s. u. husten; Son.: vgl. afries. -; ae. hwōsta, sw. M. (n), Husten (M.); an. hōsti, sw. M. (n), Husten (M.); got. -; nndl. hoest, Sb., Husten (M.); nschw. hosta, Sb., Husten (M.); nnorw. hoste, M., Husten; mir. cosachtach, F., Hustenanfall; kymr. peswch, M., Husten (M.); ? lit. kosulys, M., Husten; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Erkältungskrankheit bei welcher der Mensch aufgrund einer Reizung der Atemwege zwecks Ablösung des Schleimes in den Atemwegen husten muss; BM.: ?; F.: Husten, Hustens+EW; Z.: Hus-t-en
Hut (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Hut (M.), eine Kopfbedeckung; ne. hood (N.), hat; Vw.: -; Hw.: s. Hut (2); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. huot, st. M., Hut (M.), Mütze, Helm (M.) (1); mnd. hōt (1), hoedt*, M., Hut (M.), Kopfbedeckung, Wetterschutz, Eisenhut; mnl. hoet, hut, M., Hut (M.), Kranz; ahd. huot, st. M. (a?, i?), Haube, Hut (M.), Mütze, Kappe, Kopfbedeckung, Bischofsmütze, Mitra; as. hōd*, st. M. (a?, i?), Hut (M.); anfrk. -; germ. *hōda-, *hōdaz, st. M. (a), Obhut, Schutz; s. idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hut (M.), Kluge s. u. Hut 1, DW 10, 1978, EWD s. u. Hut (M.), EWAhd 4, 1274, Falk/Torp 69, Duden s. u. Hut, Bluhme s. u. Hut; Son.: vgl. afries. hōd (1), st. M. (a), Hut (M.); nnordfries. hod, hat, hatt; ae. hōd, st. M. (a), Kapuzenmantel; an. hǫttr, st. M. (a), Hut (M.), Kapuze; got. -; nndl. hoed, Sb., Hut (M.); nschw. hatt, Sb., Hut (M.); nnorw. hatt, M., Hut (M.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von den Menschen wohl seit mehr als 5000 Jahren als Schutz entwickelte und verwendete meist mit einer Krempe versehene Kopfbedeckung; BM.: bedecken; F.: Hut, Hutes, Huts, Hüte, Hüten+EW; Z.: Hut
Hut (2), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Hut (F.), Obhut, Aufsicht; ne. keep (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hude (2), hüten, Hut (1); Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. huote, huot, st. F., Bewachung, Behütung, Fürsorge, Wache; mnd. hȫde (1), hode, hoede, hoide, hoyde, houde, hout, hůt, hude, hote, F., Hut (F.), Bewachung, Aufsicht, Hütung; mnl. hoede, huede, F., Hut (F.); ahd. huota*, st. F. (ō), Hut (F.), Wache, Wächter; as. -; anfrk. -; von einem Verb. *hōdjan, sw. V., hüten; germ. *hōd-, V., hüten, bedecken; idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hut (F.), Kluge s. u. Hut 2, DW 10, 1983, EWD s. u. Hut (F.), EWAhd 4, 1277, Duden s. u. Hut; Son.: vgl. afries. hōde, st. F. (ō), Hut (F.), Obhut; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche schützende Aufsicht; BM.: bedecken?; F.: Hut+EW; Z.: Hut
hüten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. hüten, behüten, achten, aufpassen; ne. tend, keep (V.); Vw.: -; Hw.: s. Hut (2); Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. hüeten, huoten, hūten, hōden, sw. V., achthaben, achtgeben, schauen, wachen, Wache halten, bewachen, aufpassen, warten auf, hüten, behüten; mnd. hȫden, hoeden, hoiden, hoyden, houden, heiden, höden, hōden, sw. V., verstecken, verbergen, Acht haben auf etwas, hüten, behüten, schützen, Vieh hüten, sich hüten; mnd. hǖden (1), huden, sw. V., verstecken, verbergen, geheim halten, verhehlen, hehlen, aufbewahren; mnl. hoeden, hueden, sw. V., hüten; ahd. huoten, sw. V. (1a), hüten, bewahren, beachten, beobachten; as. hōdian*, sw. V. (1a), hüten, beobachten; anfrk. huoden*, huodon*, sw. V. (1), hüten, achten auf, bewachen; germ. *hōd-, V., hüten, bedecken; vgl. idg. *kadʰ-, V., hüten, bedecken, Pokorny 516 (772/4) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. hüten, Kluge s. u. Hut 2, DW 10, 1986, EWAhd 4, 1277, Duden s. u. hüten; Son.: vgl. afries. hōda, sw. V. (1), hüten, wahren; afries. hūda, sw. V. (1), hüten, wahrnehmen, besorgen; nfries. hoedjen, V., hüten; afries. *hōdia, sw. V. (2), hüten; ae. hœ̄dan, sw. V., hüten, beobachten, sorgen für, beschützen, erhalten (V.); an. -; got. -; nndl. hoeden, sw. V., hüten; GB.: (huoten) seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für auf etwas besonders achten oder aufpassen; BM.: bedecken?; F.: hüten (!), hüte (!), hütest, hütet, hütete, hütetest, hüteten, hütetet, gehütet, ##gehütet, gehütete, gehütetes, gehütetem, gehüteten, gehüteter##, hütend, ###hütend, hütende, hütendes, hütendem, hütenden, hütender###, hüt (!)+EW; Z.: hüt-en
Hutsche, nhd. (dial.), F., (17. Jh.): nhd. Hutsche, Fußbank, Fußschemel; ne. footstool; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von hutschen, sw. V., rutschen, schieben; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Hutsche, DW 10, 1993, Duden s. u. Hutsche; Son.: österr.; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit hutschen, V., rutschen, schieben verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Fußschemel; BM.: ?; F.: Hutsche, Hutschen+EW; Z.: Hutsch-e
$Hutschnur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hutschnur; E.: s. Hut (M.), s. Schnur (F.) (1); L.: Kluge s. u. Hutschnur, DW 10, 1994; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hut (M.) und Schnur (F.) (1) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und zwecks Festigung und Verschönerung um den Hut gebundene Schnur; F.: Hutschnur, Hutschnüre, Hutschnüren+EW; Z.: Hut—schnu-r
Hütte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Hütte, Häuschen, Werk; ne. cottage, hut; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. hütte, sw. F., st. F., Hütte, Zelt, Verkaufsladen; mnd. hütte (1), huth, mutte, F., Hütte, kleines Haus, Bude, Schuppen (M.), kleine Ladenstelle; mnl. hutte, F., Hütte; ahd. hutta, st. F. (jō), sw. F. (n), Hütte, Häuschen, Schuppen (M.), Laube, Verkaufsbude; as. -; anfrk. -; germ. *hudjō, st. F. (ō), *hudjō-, *hudjōn, sw. F. (n), Hütte; s. idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hütte, Kluge s. u. Hütte, DW 10, 1994, EWD s. u. Hütte, EWAhd 4, 1299, Falk/Torp 92, Duden s. u. Hütte, Bluhme s. u. Huette; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. hydda, Sb., Hütte; nnorw. hytte, M., F., Hütte; GB.: (hutta) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes kleines einfaches und oft nur aus einem Raum bestehendes Haus oder ein umfangreiches Werk (Hüttenwerk); BM.: bedecken?; F.: Hütte, Hütten+EW; Z.: Hü-tt-e
$Hüttenwerk, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Hüttenwerk; E.: s. Hütt(e), s. en, s. Werk; L.: Kluge s. u. Hütte, DW 10, 1999, EWD s. u. Hütte; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Hütt(e) und en sowie Werk gebildete Bezeichnung für die Erzeugung von Eisen oder Stahl aus Erz; F.: Hüttenwerk, Hüttenwerks, Hüttenwerkes, Hüttenwerke, Hüttenwerken+EW; Z.: Hü-tt-en—werk
Hutzel, Hützel, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Hutzel, gedörrte Frucht, etwas Eingedorrtes oder Geschrumpftes (zumeist Apfel oder Birne), alte runzelige Frau; ne. dried fruit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 14. Jh. (Gedichte des Königs von Odenwald); E.: mhd. hützel (1), hutzel, st. F., Hutzel, getrocknete Birne; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht letztlich von idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Hutzel, Kluge s. u. Hutzel, DW 10, 2000, Duden s. u. Hutzel; GB.: (hützel) seit Mitte 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gedörrte Frucht oder eine alte runzelige Frau; BM.: biegen?; F.: Hutzel, Hutzeln+EW; Z.: Hu-tz-el
$hutzeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hutzeln, dörren, schrumpfen; Vw.: s. ver-; E.: s. Hutzel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Hutzel, DW 10, 2001; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Hutzel und (e)n gebildete Bezeichnung für dörren oder schrumpfen oder dürr werden oder dürr machen oder hutzelig werden oder hutzelig machen; F.: hutzeln, hutzel (!), hutzle, hutzele, hutzelst, hutzelt, hutzelte, hutzeltest, hutzelten, hutzeltet, gehutzelt, ##gehutzelt, gehutzelte, gehutzeltes, gehutzeltem, gehutzelten, gehutzelter##, hutzelnd, ###hutzelnd, hutzelnde, hutzelndes, hutzelndem, hutzelnden, hutzelnder###, hutzel (!)+EW; Z.: hu-tz-el-n
Hyäne, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Hyäne, ein mittelgroßes aasfressendes Raubtier in Teilen Asiens und Afrikas; ne. hyena; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. hiēnā, st. F., Hyäne; ahd. hiena, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Hyäne; lat. hyaena, Hyäne; s. gr. ὕαινα (hýaina), F., Hyäne; vgl. gr. ὗς (hys), M., F., Schwein, Sau; idg. *sū̆s, *suu̯ós, Sb., Schwein, Sau, Pokorny 1038 (1786/258) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *seu- (2), *seu̯ə-, *sū̆-, V., gebären, Pokorny 913 (1592/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Hyäne, DW 10, 2002, EWD s. u. Hyäne, EWAhd 4, 1008, Duden s. u. Hyäne; Son.: vgl. nndl. hyena, Sb., Hyäne; frz. hyène, F., Hyäne; nschw. hyena, Sb., Hyäne; nnorw. hyene, M., Hyäne; poln. hiena, F., Hyäne; kymr. hiena, M., Hyäne; nir. hiéana, M., Hyäene; lit. hiena, F., Hyäne; GB.: (hiena) seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches hundeähnliches vorwiegend aasfressendes Raubtier mit borstiger Rückenmähne und buschigem Schwanz; BM.: gebären; F.: Hyäne, Hyänen+FW(+EW?); Z.: Hy-än-e
Hyazinthe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hyazinthe, eine Blume; ne. hyacinth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. hyacinthus; E.: s. lat. hyacinthus (1), M., Hyazinthe, hyazinthenfarbige Seide, (70-19 v. Chr.); s. gr. ὑάκινθος (hyákinthos), M., F., Hyazinthe, blauer Stoff; Fremdwort aus unbekannter Quelle; L.: Kluge s. u. Hyazinthe, fehlt DW, EWD s. u. Hyazinthe, Duden s. u. Hyazinthe; Son.: vgl. nndl. hyacint, Sb., Hyazinthe; frz. jacinthe, F., Hyazinthe; nschwe. hyacint, Sb., Hyazinthe; nnorw. hyasint, M., Hyazinthe; poln. hiacynt, M., Hyazinthe; kymr. hiasinth, M., Hyazinthe; nir. iasaint, F., Hyazinthe; lit. hiacintas, M., Hyazinthe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus dem Osten kommende Pflanze mit riemenförmigen Blättern und einer großen aufrecht stehenden und aus vielen duftenden Einzelblüten bestehenden Blütentraube; BM.: blau; F.: Hyazinthe, Hyazinthen+FW(+EW?); Z.: Hyazinth-e
$hybrid (1), nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. hybrid, gemischt; E.: s. Hybride; L.: Kluge s. u. Hybride, fehlt DW, EWD s. u. Hybride; GB.: vielleicht seit dem 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gemischt; F.: hybrid, hybride, hybrides, hybridem, hybriden, hybrider+FW(+EW); Z.: hybrid
$hybrid (2), nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. hybrid, hochmütig, überheblich, vermessen (Adj.); E.: s. Hybris; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hybris; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Hybris verbindbare Bezeichnung für hochmütig oder überheblich oder vermessen (Adj.); F.: hybrid, hybride, hybrides, hybridem, hybriden, hybrider+FW(+EW); Z.: hybrid
Hybride, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hybride, Mischwesen; ne. hybrid (N.), crossbreed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. hybrida; E.: s. lat. hybrida, M., F., Mischling, Bastard, (65-8 v. Chr.); Herkunft aus einem gr. *ὑβρίς (hybrís) (nicht „Nachtvogel“), s. Walde/Hofmann 1, 666; L.: Kluge s. u. Hybride, fehlt DW, EWD s. u. Hybride, Duden s. u. Hybride; Son.: vgl. nndl. hybride, Sb., Hybride; frz. hybride, M.?, Hybride; nschw. hybrid, Sb., Hybride; nnorw. hybrid, M., Hybride; poln. hybrida, F., Hybride; nir. hibrid, F., Hybride; lit. hibridas, M., Hybride; GB.: seit 19. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches durch Kreuzung entstandenes Lebewesen oder ein Mischwesen; BM.: Mischling; F.: Hybride, Hybriden+FW(+EW); Z.: Hybrid-e
$hybridisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hybridisch; E.: s. hybrid(e), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hybride; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus hybrid(e) und isch gebildete Bezeichnung für gemischt; F.: hybridisch, hybridische, hybridisches, hybridischem, hybridischen, hybridischer+FW+EW; Z.: hybrid-isch
Hybris, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hybris, Hochmut, Überheblichkeit, Vermessenheit; ne. hubris, hybris; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ὕβρις (hýbris); E.: s. gr. ὕβρις (hýbris), F., Übermut, Frevel, Hochmut, Gewalttätigkeit; s. ὓ- (hy); s. idg. *gᵘ̯erī̆-?, Adj., schwer, Pokorny 477; vgl. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Hybris, fehlt DW, EWD s. u. Hybris, Duden s. u. Hybris; Son.: vgl. nndl. hybris, Sb., Hybris; nschw. hybris, Sb., Hybris; nnorw. hybris, M., Hybris; kymr. hwbris, M., Hybris; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Hochmut oder Überheblichkeit oder Vermessenheit; BM.: schwer?; F.: Hybris+FW; Z.: Hybr-is
Hydra, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Hydra, ein Ungeheuer; ne. hydra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1614?; I.: Lw. gr. ὕδρα (hýdra); E.: s. gr. ὕδρα (hýdra), F., Wasserschlange, Hydra; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hydra; Son.: vgl. nndl. hydra, Sb., Hydra; frz. hydra, F., Hydra; nschw. hydra, Sb., Hydra; nnorw. hydra, M., Hydra; poln. hydra, F., Hydra; kymr. hydra, F., Hydra; nir. hiodra, M., Hydra; lit. hidra, F., Hydra; GB.: vielleicht seit 1614 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein einer Schlange ähnliches neunköpfiges und nur in der Vorstellung des Menschen vorhandenes Ungeheuer; BM.: benetzen; F.: Hydra+FW; Z.: Hy-dr-a
Hydrant, nhd., (Part. Präs.=?)M., (19. Jh.): nhd. Hydrant, Wasserzapfstelle; ne. hydrant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. hydrant; E.: s. ne. hydrant, N., Hydrant; vgl. gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hydrant, fehlt DW, EWD s. u. Hydrant, Duden s. u. Hydrant; Son.: vgl. frz. (schweiz./belg.) hydrant, M., Hydrant; nnorw. hydrant, M., Hydrant; poln. hydrant, M., Hydrant; kymr. hydrant, M., Hydrant; nir. hiodrant, M., Hydrant; lit. hidrantas, M., Hydrant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen in dieser Zeit entwickelte und verwendete künstliche meist an einer Straße befindliche Zapfstelle zu einer Entnahme von Wasser aus einem öffentlichen Wassernetz; BM.: benetzen; F.: Hydrant, Hydranten+FW; Z.: Hy-dr-ant
$Hydrat, nhd., (Part. Prät.=?)N., (19. Jh.): nhd. Hydrat; Vw.: s. Kohlen-; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Hydrat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser und at (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach Entstehung der Welt möglichen und häufigen Wasser in gebundener Form in Wasserstoffatomen und Sauerstoffatomen enthaltenden Stoff; F.: Hydrat, Hydrates, Hydrats, Hydrate, Hydraten+FW(+EW); Z.: Hy-dr-at
$Hydraulik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hydraulik; E.: s. hydraul(isch), s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. hydraulisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lat. hydraulic(us) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die wohl schon vor dieser Zeit von Menschen zumindest ansatzweise entwickelte und verwendete Lehre von den Strömungen von Flüssigkeiten und die Gesamtheit der Vorrichtungen von Geräten für die Erzeugung und Übertragung von Kräften mittels Druckes einer Flüssigkeit; F.: Hydraulik+FW(+EW); Z.: Hy-dr-aul-ik
hydraulisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hydraulisch, mit Wasserkraft oder mit Druck von Flüssigkeiten betrieben; ne. hydraulic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hydraulicus; E.: s. lat. hydraulicus, Adj., hydraulisch, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὑδραυλικός (hydraulikós), Adj., hydraulisch, zur Wasserorgel gehörig; vgl. gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. αὐλός (aulós), M., Röhre, Blasinstrument, Flöte; idg. *aulos, *ēulos, Sb., Röhre, längliche Höhlung, Pokorny 88 (137/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. hydraulisch, fehlt DW, EWD s. u. hydraulisch, Duden s. u. hydraulisch; Son.: vgl. nndl. hydraulisch, Adj., hydraulisch; frz. hydraulique, Adj., hydraulisch; nschw. hydraulisk, Adj., hydraulisch; nnorw. hydraulisk, Adj., hydraulisch; poln. hydrauliczny, Adj., hydraulisch; kymr. hydrolig, Adj., hydraulisch; nir. hiodrálach, Adj., hydraulisch; lit. hidraulinis, Adj., hydraulisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit dem Druck von Wasser oder anderen Flüssigkeiten arbeitend; BM.: benetzen, Röhre; F.: hydraulisch, hydraulische, hydraulisches, hydraulischem, hydraulischen, hydraulischer+FW+EW; Z.: hy-dr-aul-isch
hydro…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. hydro…, Feuchtigkeit betreffend, Wasser betreffend; ne. hydro…; Vw.: -; Hw.: s. hydraulisch, Hydrant; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. hydro-, EWD s. u. hydro-, Duden s. u. hydro-; Son.: s. Hydrokultur, Hydrologie, Hydrolyse; vgl. frz. hydro…, Präf., hydro…; nschw. hydro…, Präf., hydro…; nnorw. hydro…, Präf., hydro…; poln. hydro…, Präf., hydro…; kymr. hydro…, Präf., hydro…; nir. hidrea…, Präf., hydro…; lit. hidro…, Präf., hydro…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Wasser betreffend; BM.: benetzen; F.: hydro…+FW; Z.: hy-dr-o-
Hygiene, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hygiene, Körperpflege, Reinlichkeit; ne. hygiene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ὑγιεινά (hygieiná); E.: s. gr. ὑγιεινά (hygieiná), F., Gesundheit; vgl. gr. ὑγιεινός (hygieinós), Adj., gesund, heilsam, der Gesundheit zuträglich; gr. ὑγιής (hygiḗs), Adj., gesund, munter; von idg. *su-gᵘ̯ii̯ēs, Adj., wohllebend, Pokorny 468; vgl. idg. *su-, *sū-, Adj., wohl, gut, tüchtig, Pokorny 1037 (1785/257) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Hygiene, fehlt DW, EWD s. u. Hygiene, Duden s. u. Hygiene; Son.: vgl. nndl. hygiene, Sb., Hygiene; frz. hygiène, F., Hygiene; nschw. hygien, Sb., Hygiene; nnorw. hygiene, M., Hygiene; poln. higiena, F., Hygiene; lit. higiena, F., Hygiene; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung des sich mit der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und ihren natürlichen und sozialen Vorbedingungen befassenden Bereiches der Medizin bzw. der Gesamtheit der Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen zu der Erhaltung und Hebung des Gesundheitsstands und zu der Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten; BM.: wohllebend; F.: Hygiene+FW(+EW); Z.: Hyg-i-en-e
hygro…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. hygro..., Feuchtigkeit; ne. hygro…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὑγρός (hygrós), Adj., nass, feucht, flüssig; idg. *u̯egᵘ̯-, *ū̆gᵘ̯-, Adj., V., feucht, netzen, Pokorny 1118 (1950/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. hygro-, EWD s. u. Hygrometer, Duden s. u. hygro-; Son.: vgl. nndl. hygro…, Präf., hygro…; frz. hygro…, Präf., hygro…; nschw. hygro…, Präf., hygro…; nnorw. hygro…, Präf., hygro…; poln. higro…, Präf., hygro…; kymr. hygro…, Präf., hygro…; lit. higro…, Präf., hygro…; Son.: s. Hygrometer; GB.: vielleicht seit der 19. Jh. aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Feuchtigkeit betreffend; BM.: feucht; F.: hygro…+FW; Z.: hyg-r-o-
Hymen, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Hymen, Jungfernhäutchen; ne. hymen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?); I.: Lw. ὑμήν (hymḗn); E.: s. gr. ὑμήν (hymḗn) (1), M., Häutchen, dünnes Häutchen, Sehne, Band (N.); s. idg. *si̯ū-, *sīu̯-, *sū-, *si̯eu̯H-, V., nähen, Pokorny 915 (1599/71) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Hymen; Son.: vgl. frz. hymen, M., Hymen; nschw. hymen, Sb., Hymen; nnorw. Sb., Hymen; kymr. hymen, M., Hymen; poln. hymen, M., Hymen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche den Vaginalring umrahmende Hautfalte; BM.: nähen; F.: Hymen, Hymens+FW; Z.: Hy-m-en
Hymne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Hymne, Lobgesang; ne. hymn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. imne*, ymne, sw. M., Hymne; mnd. imnus, ympnus, M., Hymne, Kirchenhymne; mnl. hymne, ymne, ymme, M., F., Hymne; ahd. imno, sw. M. (n), Hymne, Hymnus, kirchlicher Lobgesang; ahd. immin*, st. M. (a)?, Hymnus, Hymne, Lobgesang; as. -; anfrk. -; lat. hymnus, M., Hymne, Lobgesang, (348/49-um 413 n. Chr.); gr. ὕμνος (hýmnos), M., Lied, Lobgesang, Hymne; keine sichere Etymologie, vielleicht zu gr. ὑμήν (hymḗn) (2), M., Hochzeitsruf; vielleicht zu gr. ὑμήν (hymḗn) (1), M., Häutchen, dünnes Häutchen, Sehne, Band (N.); idg. *si̯ū-, *sīu̯-, *sū-, *si̯eu̯H-, V., nähen, Pokorny 915 (1599/71) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Hymne, DW 10, 2002, EWD s. u. Hymne, EWAhd 5, 61, Duden s. u. Hymne; Son.: vgl. ae. ymen, st. M. (a), Hymne; an. ymni, sw. M. (n), Hymne; nndl. hymne, Sb., Hymne; frz. hymne, M., Hymne; nschw. hymn, Sb., Hymne; nnorw. hymne, M., Hymne; poln. hymn, M., Hymne; kymr. hymn, M., F., Hymne; nir. iomann, M., Hymne; lit. himnas, M., Hymne; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Lobgesang oder ein feierliches Preislied; BM.: nähen?; F.: Hymne, Hymnen+FW(+EW); Z.: Hy-mn-e
$hymnisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hymnisch, hymenenartig, Hymne betreffend; E.: s. Hymn(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Hymne, fehlt DW, EWD s. u. Hymne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hymn(e) und isch gebildete Bezeichnung für hymnenartig oder eine Hymne betreffend; F.: hymnisch, hymnische, hymnisches, hymnischem, hymnischen, hymnischer(, hymnischere, hymnischeres, hymnischerem, hymnischeren, hymnischerer, hymnischst, hymnischste, hymnischstes, hymnischstem, hymnischsten, hymnischster)+FW+EW; Z.: hy-mn-isch
hyp…, nhd., Partikel: nhd. hyp…; Vw.: s. hypo…
Hype, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hype, große Begeisterung, Rummel, Reklame; ne. hype (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. hype; E.: s. ne. hype, N., Hype, Rummel, Betrug; Abkürzung von ne. hyperbole, N., Übertreibung; lat. hyperbolē, F., Hyperbel, Übertreibung, (4 v.-65 n. Chr.); gr. ὑπερβολή (hyperbolḗ), F., Darüberhinauswerfen; vgl. gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Duden s. u. Hype; Son.: vgl. nndl. hype, Sb., Hype; nschw. hype, Sb., Hype; nschw. hajp, Sb., Hype; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche menschliche meist oberflächliche große Begeisterung; BM.: über, werfen; F.: Hype, Hypes+FW; Z.: Hyp-e
hyper…, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. hyper..., über, hinaus; ne. hyper…; Vw.: s. -bel, -bolisch, -trophie, -ventilieren; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. s. gr. ὑπέρ (hypér); E.: s. gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. hyper-, EWD s. u. hyper-, Duden s. u. hyper-; Son.: vgl. nndl. hyper…, Präf., hyper…; frz. hyper…, Präf., hyper…; nschw. hyper…, Präf., hyper…; nnorw. hyper…, Präf., hyper…; poln. hiper…, Präf., hyper…; lit. hiper…, Präf., hyper…; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, obendrauf, darauf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für über (das normale Maß hinausreichend); BM.: über; F.: hyper…+FW; Z.: hyp-er-
Hyperbel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hyperbel, mathematischer Kegelschnitt; ne. hyperbole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. hyperbolē; E.: s. lat. hyperbolē, F., Hyperbel, Übertreibung, (4 v.-65 n. Chr.); gr. ὑπερβολή (hyperbolḗ), F., Darüberhinauswerfen; vgl. gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Hyperbel, fehlt DW, EWD s. u. Hyperbel, Duden s. u. Hyperbel; Son.: vgl. nndl. hyperbool, Sb., Hyperbel; frz. hyperbole, F., Hyperbel; nschw. hyperbel, Sb., Hyperbel; nnorw. hyperbel, M., Hyperbel; poln. hiperbola, F., Hyperbel; lit. hiperbolė, F., Hyperbel; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen mögliche unendlich ebene Kurve aus zwei getrennten Ästen die zueinander symmetrisch sind und die der geometrische Ort aller Punkte sind die von zwei festen Punkten eine gleichbleibende Differenz der Abstände haben beziehungsweise eine in einer Übertreibung bestehende rhetorische Figur; BM.: über, werfen; F.: Hyperbel, Hyperbeln+FW(+EW); Z.: Hyp-er-bel
$hyperbolisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hyperbolisch, übertreibend; I.: Lw. lat. hyperbolicus; E.: s. Hyperbel, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hyperbel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hyperbel und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Hyperbel betreffend oder übertreibend; F.: hyperbolisch, hyperbolische, hyperbolisches, hyperbolischem, hyperbolischen, hyperbolischer+FW(+EW); Z.: hyp-er-bol-isch
Hypertrophie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hypertrophie, übermäßige Vergrößerung, übermäßiges Wachstum; ne. hypertrophy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: als Gegenwort zu Atrophie gebildet; vgl. gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. τρόφις (tróphis), Adj., wohlgenährt, dick, umfangreich, stark; vgl. idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Hypertrophie, Duden s. u. Hypertrophie; Son.: vgl. nndl. hypertrofie, Sb., Hypertrophie; frz. hypertrophie, F., Hypertrophie; nschw. hypertrofi, Sb., Hypertrophie; nnorw. hypertrofi, M., Hypertrophie; poln. hypertrofia, F., Hypertrophie; kymr. hypertroffedd, M., Hypertrophie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche übermäßige Vergrößerung von Geweben und Organen durch Wachstum von Zellen; BM: über, dick; F.: Hypertrophie, Hypertrophien+FW(+EW); Z.: Hyp-er-troph-ie
hyperventilieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. hyperventilieren, übermäßig schnell atmen; ne. hyperventilate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ventilāre, V.: nhd. in die Luft schwenken, schwingen, lüften, umstechen, worfeln, Kühlung zufächeln, (116-27 v. Chr.); lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff, leichter Stoff, Gunst; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. hyperventilieren; Son.: vgl. nschw. hyperventilera, V., hyperventilieren; nnorw. hyperventilere, V., hyperventilieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Atmung mögliches übermäßig schnell atmen; BM.: über, blasen; F.: hyperventilieren, hyperventiliere, hyperventilierst, hyperventiliert, hyperventilierest, hyperventilieret, hyperventilierte, hyperventiliertest, hyperventilierten, hyperventiliertet, ##hyperventiliert, hyperventilierte, hyperventiliertes, hyperventiliertem, hyperventilierten, hyperventilierter##, hyperventilierend, ###hyperventilierend, hyperventilierende, hyperventilierendes, hyperventilierendem, hyperventilierenden, hyperventilierender###, hyperventilier (!)+FW+EW; Z.: hyp-er—ve-nt-il-ier-en
hyph…, nhd., Partikel: nhd. hyph…; Vw.: s. hypo…
$Hypnose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hypnose; E.: s. hypnotisch; L.: Kluge s. u. hypnotisch, fehlt DW, EWD s. u. hypnotisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Griechisch-Lateinischen (hypnos, gr.-lat., M.: nhd. Schlaf) und dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen dem Schlaf oder Halbschlaf ähnlichen durch geistige Beeinflussung (Suggestion) seitens eines anderen Menschen hervorgerufenen Zustand eines Menschen; F.: Hypnose, Hypnosen+FW(+EW); Z.: Hyp-n-os-e
hypnotisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hypnotisch, Hypnose betreffend, einschläfernd; ne. hypnotic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hypnōticus; E.: s. lat. hypnōticus, Adj., einschläfernd, (um 400 n. Chr.); gr. ὑπνωτικός (hypnōtikós), Adj., einschläfernd; vgl. gr. ὕπνος (hýpnos), F., Schlaf, Schlummer; vgl. idg. *su̯ep- (1), *sup-, V., schlafen, Pokorny 1048 (1812/284) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. hypnotisch, fehlt DW, EWD s. u. hypnotisch, Duden s. u. hypnotisch; Son.: vgl. nndl. hypnotisch, Adj., hypnotisch; frz. hypnotique, Adj., hypnotisch; nschw. hypnotisk, Adj., hypnotisch; nnorw. hypnotisk, Adj., hypnotisch; poln. hipnotyczny, Adj., hypnotisch; kymr. hypnotig, Adj., hypnotisch; nir. hiopnóiseach, Adj., hypnotisch; lit. hipnozės, Adj., hypnotisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Hypnose betreffend oder einschläfernd; BM.: schlafen; F.: hypnotisch, hypnotische, hypnotisches, hypnotischem, hypnotischen, hypnotischer(, hypnotischere, hypnotischeres, hypnotischerem, hypnotischeren, hypnotischerer, hypnotischst, hypnotischste, hypnotischstes, hypnotischstem, hypnotischsten, hypnotischster)+FW+EW; Z.: hyp-n-ot-isch
$Hypnotiseur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Hypnotiseur, Hypnotisierender; E.: s. hypnot(isch), s. i, s. s, s. eur; L.: fehlt DW, EWD s. u. hypnotisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Hypnose und hypnotisieren verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Hypnotisierenden; F.: Hypnotiseur, Hypnotiseurs, Hypnotiseure, Hypnotiseuren+FW; Z.: Hyp-n-ot-is-eur
$hypnotisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. hypnotisieren, in Hypnose versetzen, für sich einnehmen; E.: s. Hypno(se), s. Hynoti(seur), s. hypnot(isch); L.: Kluge s. u. hypnotisch, fehlt DW, EWD s. u. hypnotisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Hypno(se) und Hynoti(seur) sowie ieren gebildete Bezeichnung für in Hypnose versetzen oder für sich einnehmen; F.: hypnotisieren, hypnotisiere, hypnotisierst, hypnotisiert, hypnotisierest, hypnotisieret, hypnotisierte, hypnotisiertest, hypnotisierten, hypnotisiertet, ##hypnotisiert, hypnotisierte, hypnotisiertes, hypnotisiertem, hypnotisierten, hypnotisierter##, hypnotisierend, ###hypnotisierend, hypnotisierende, hypnotisierendes, hypnotisierendem, hypnotisierenden, hypnotisierender###, hypnotisier (!)+FW(+EW?); Z.: hyp-n-ot-is-ier-en
hypo…, hyp…, hyph…, nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. hypo..., darunterliegend, unter; ne. hypo…; Vw.: s. -chonder, -physe, -taktisch, -tenuse, -thalamus, -thek, -thekarisch, -these, -thetisch; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. gr. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. hypo-, DW s. Hypochonder u. a., EWD s. u. hypo-, Duden s. u. hypo-; Son.: vgl. nndl. hypo…, Präf., hypo…; frz. hypo…, Präf., hypo…; nschw. hypo…, Präf., hypo…; nnorw. hypo…, Präf., hypo…; poln. hipo…, Präf., hypo…; kymr. hypo…, Präf., hypo…; nir. hipi…, Präf., hypo…; lit. poln. hipo…, Präf., hypo…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für darunterliegend oder unter; BM.: unten; F.: hypo…, hyp…, hyph…+FW; Z.: hyp-o-
Hypochonder, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Hypochonder, Milzsüchtiger, eingebildeter Kranker; ne. hypochondriac (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: Rückbildung von hypochondrisch; s. gr. ὑποχόνδριος (hypochóndrios), Adj., unterhalb des Brustknorpels liegend, schwermütig; s. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. χόνδρος (chóndros), M., Korn, Graupe, Knorpel, Brustknorpel; idg. *gʰrend-, V., zerreiben, streifen, Pokorny 459; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hypochonder, DW 10, 2002, EWD s. u. hypochondrisch, Duden s. u. Hypochonder; Son.: vgl. nndl. hypochonder, Sb., Hypochonder; frz. hypocondriaque, M., Hypochonder; nschw. hypokonder, Sb., Hypochonder; nnorw. hypokonder, M., Hypochonder; poln. hipochondryk, M., Hypochonder; lit. hipochondrikas, M., Hypochonder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums rückgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen mit unbegründeten Krankheitsvorstellungen oder einen eingebildeten Kranken; BM.: unten, reiben; F.: Hypochonder, Hypochonders, Hypochondern+FW(+EW); Z.: Hyp-o-cho-nd-er
$hypochondrisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hypochondrisch, eingebildet krank; E.: s. Hypochond(e)r, s. isch; L.: DW 10, 2002, EWD s. u. hypochondrisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Hypochond(e)r und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eingebildet krank; F.: hypochondrisch, hypochondrische, hypochondrisches, hypochondrischem, hypochondrischen, hypochondrischer(, hypochondrischere, hypochondrischeres, hypochondrischerem, hypochondrischeren, hypochondrischerer, hypochondrischst, hypochondrischste, hypochondrischstes, hypochondrischstem, hypochondrischsten, hypochondrischster)+FW(+EW); Z.: hyp-o-cho-nd-r-isch
Hypokrit, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Hypokrit, Heuchler; ne. hypocrite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Rumelant von Sachsen); I.: Lw. lat. hypocrita; E.: s. mhd. ipocrite, sw. M., Hippokrit, Gleißner, Heuchler; mnd. ipocrīte (1), ipokrīte*, M., Heuchler; lat. hypocrita, M., Mime der den Vortrag eines Schauspielers mit Gebärdenspiel begleitete, Heuchler, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. ὑποκρίτης (hypokrites), M., Heuchler, Schauspieler; vgl. gr. ὑπό (hypó), Präp., unter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, unterscheiden, trennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hypokrit; Son.: vgl. nndl. hypocriet, Sb., Hypokrit; frz. hypocrite, F., Hypokrit; nschw. hypokrit, Sb., Hypokrit; nnorw. hypokritt, M., Hypokrit; poln. hipokryta, M., Hypokrit; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich verstellenden Menschen oder Heuchler; BM.: schneiden; F.: Hypokrit, Hypokriten+FW(+EW); Z.: Hyp-o—kri-t
Hypophyse, nhd., F. (20. Jh.): nhd. Hypophyse, Hirnanhangdrüse, Keimanschluss; ne. hypophysis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ὑπόφυσις (hypóphysis); E.: s. gr. ὑπόφυσις (hypóphysis), F., darunter angebrachter Anhang, Nachwuchs, Sprössling; vgl. gr. ὑποφύεσθαι (hypophýesthai), V., unter etwas wachsen (V.) (1); gr. ὑπό (hypó), Präp., unter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen, hervorbringen, erzeugen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?; L.: Kluge s. u. Hypophyse, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. hypofyse, Sb., Hypophyse; frz. hypophyse, F., Hypophyse; nschw. hypofys, Sb., Hypophyse; nnorw. hypofyse, M., Hypophyse; nir. hipifis, F., Hypophyse; lit. hipofizė, F., Hypophyse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die bei Wirbeltieren in dem Bereich des Zwischenhirns gelegene und ein Hormon bildende innersekretorische Drüse (Hirnanhangdrüse) die besonders die Funktion der übrigen Hormondrüsen des Körpers steuert; BM.: unten, erzeugen; F.: Hyp-o—phy-s-e+FW(+EW)
hypotaktisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. hypotaktisch, nachgestellt, untergeordnet; ne. hypotaktic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ὑποτακτικός (hypotaktikós); E.: s. gr. ὑποτακτικός (hypotaktikós), Adj., nachgestellt, untergeordnet; vgl. gr. ὑποτάσσειν (hypotássein), V., darunterstellen, unterordnen, unterwerfen; gr. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. τάσσειν (tássein), τάττειν (táttein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. hypotaktisch, fehlt DW, EWD s. u. hypotaktisch, Duden s. u. hypotaktisch; Son.: vgl. nnorw. hypotaktisk, Adj., hypotaktisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nachgestellt oder untergeordnet; BM.: unten, stellen bzw. ordnen; F.: hypotaktisch, hypotaktische, hypotaktisches, hypotaktischem, hypotaktischen, hypotaktischer+FW+EW; Z.: hyp-o-tak-t-isch
Hypotenuse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Hypotenuse, die in einem rechtwinkeligen Dreieck dem rechten Winkel gegenüberliegende längste Seite des Dreiecks; ne. hypotenuse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. hypotēnūsa; E.: s. lat. hypotēnūsa, F., Hypotenuse, (98-117 n. Chr.); gr. ὑποτείνουσα (hypoteínusa), F., Hypotenuse, darunter ausgestreckte Seite; vgl. gr. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. τείνειν (teínein), V., spannen, strecken; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hypotenuse, fehlt DW, EWD s. u. Hypotenuse, Duden s. u. Hypotenuse; Son.: vgl. nndl. hypotenusa, Sb., Hypotenuse; frz. hypotenuse, F., Hypotenuse; nschw. hypotenusa, Sb., Hypotenuse; nnorw. hypotenus, M., Hypotenuse; kymr. hypotenws, M., Hypotenuse; nir. hipiteanús, M., Hypotenuse; lett. hipotenūza, F., Hypotenuse; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die in einem rechtwinkeligen Dreieck dem rechten Winkel gegenüberliegende längste Seite (der insgesamt drei Seiten); BM.: unten, spannen; F.: Hypotenuse, Hypotenusen+FW(+EW); Z.: Hyp-o-ten-us-e
Hypothalamus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns; ne. hypothalamus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὑπό (hypó), Präp., unter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. θάλαμος (thálamos), M., Lager, Zimmer, Schlafzimmer; vgl. idg. *dʰel- (1), *dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Hypothalamus; Son.: vgl. nndl. hypothalamus, Sb., Hypothalamus; frz. hypothalamus, M., Hypothalamus; nschw. hypothalamus, hypotalamus, Sb., Hypothalamus; nnorw. hypothalamus, M., Hypothalamus; kymr. hypothalamws, M., Hypothalamus; nir. hipeatalamas, M., Hypothalamus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den unter dem Thalamus des Gehirns von Säugetieren liegenden Teil des Zwischenhirns; BM.: unten, Höhlung; F.: Hypothalamus, Hypothalami+FW; Z.: Hyp-o—thal-am-us
Hypothek, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Hypothek, eingetragenes Pfandrecht an einer Liegenschaft zwecks Sicherung einer Geldforderung; ne. hypothec, mortgage; Vw.: -; Hw.: s. hypothekarisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. hypothēca; E.: s. lat. hypothēca, F., Pfand, Unterpfand, Hypothek, (81-43 v. Chr.); gr. ὑποθήκη (hypothḗkē), F., Unterlage, Untergestell; vgl. gr. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hypothek, fehlt DW, Duden s. u. Hypothek; Son.: vgl. nndl. hypotheek, Sb., Hypothek; frz. hypothèque, F., Hypothek; nschw. hypotek, Sb., Hypothek; nnorw. hypotek, N., Hypothek; poln. hipoteka, F., Hypothek; kymr. hypothec, M., Hypothek; lit. hipoteka, F., Hypothek; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in dem Grundbuch eingetragenes Recht an einem Grundstück oder einem Wohnungseigentum als Grundlage der Sicherung einer Geldforderung; BM.: unten, stellen; F.: Hypothek, Hypotheken+FW(+EW); Z.: Hyp-o-the-k
hypothekarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hypothekarisch, eine Hypothek betreffend, durch eine Hypothek gesichert; ne. hypothecary; Vw.: -; Hw.: s. Hypothek; Q.: 1756?; I.: Lw. lat. hypothēcārius; E.: s. lat. hypothēcārius, Adj., hypothekarisch; vgl. lat. hypothēca, Pfand, Unterpfand, Hypothek; gr. ὑποθήκη (hypothḗkē), F., Unterlage, Untergestell; vgl. gr. ὑπό (hypó); E.: gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); nndl. hypothek…, Präf., Adj., hypothekarisch; frz. hypothécaire, Adj., hypothekarisch; poln. hipoteczny, Adj., hypothekarisch; lit. hipotekinis, Adj., hypothekarisch; L.: Kluge s. u. Hypothek, fehlt DW, Duden s. u. hypothekarisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und um isch ergänzte Bezeichnung für eine Hypothek betreffend oder durch eine Hypothek gesichert; BM.: unten, stellen; F.: hypothekarisch, hypothekarische, hypothekarisches, hypothekarischem, hypothekarischen, hypothekarischer+FW(+EW); Z.: hyp-o-the-k-ar-isch
Hypothese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Hypothese, vorläufige und zunächst unbewiesene Aussage oder Annahme; ne. hypothesis; Vw.: -; Hw.: s. hypothetisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hypothesis; E.: s. lat. hypothesis, F-. Grundlage, Hypothese, (81-43 v. Chr.); gr. ὑπόθεσις (hypóthesis), F., Unterlage, Grundlage, Hauptfrage; vgl. gr. ὑποτιθέναι (hypotithénai), V., unterstellen; gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hypothese, fehlt DW, EWD s. u. hypothetisch, Duden s. u. Hypothese; Son.: vgl. nndl. hypothese, Sb., Hypothese; frz. hypothèse, F., Hypothese; nschw. hypotes, Sb., Hypothese; nnorw. hypotese, M., Hypothese; poln. hipiteza, F., Hypothese; kymr. hypothesis, M., Hypothese; nir. hipitéis, F., Hypothese; lit. hipotezė, F., Hypothese; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vorläufige und zunächst unbewiesene Aussage oder Annahme; BM.: unter, stellen; F.: Hypothese, Hypothesen+FW+EW; Z.: Hyp-o-the-s-e
hypothetisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. hypothetisch, eine Hypothese betreffend, auf einer Hypothese beruhend, fraglich, nur gedanklich angenommen; ne. hypothetic, hypothetical; Vw.: -; Hw.: s. Hypothese; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. hypotheticus; E.: s. lat. hypotheticus (1), Adj., hypothetisch, angenommen, auf einen bestimmten Fall bezogen, auf einen bestimmten Streitpunkt bezogen, argumentativ, (65-8 v. Chr.); gr. ὑποθετικός (hypothetikós), Adj., hypothetisch; vgl. gr. ὑποτιθέναι (hypotithénai), V., unterstellen; gr. ὑπό (hypó), Präp., unter, unter ... hinunter; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Hypothese, fehlt DW, EWD s. u. hypothetisch, Duden s. u. hypothetisch; Son.: vgl. nndl. hypothetisch, Adj., hypothetisch; frz. hypothétique, Adj., hypothetisch; nschw. hypotetisk, Adj., hypothetisch; nnorw. hypotetisk, Adj., hypothetisch; poln. hipotetyczny, Adj., hypothetisch; nir. hipitéiseach, Adj., hypothetisch; lit. hipotetinis, Adj., hypothetisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für eine Hypothek betreffend oder auf einer Hypothese beruhend oder fraglich und nur gedanklich angenommen; BM.: unter, stellen; F.: hypothetisch, hypothetische, hypothetisches, hypothetischem, hypothetischen, hypothetischer(, hypothetischere, hypothetischeres, hypothetischerem, hypothetischeren, hypothetischerer, hypothetischst, hypothetischste, hypothetischstes, hypothetischstem, hypothetischsten, hypothetischster)+FW+EW; Z.: hyp-o-the-t-isch
Hysterektomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Hysterektomie, Gebärmutterentfernung; ne. hysterectomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὑστέρα (hystéra), F., Gebärmutter, Mutterleib; idg. *udero-, *u̯ēdero-, Sb., Bauch, Gebärmutter, Pokorny 1104 (1921/4) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); gr. ἐκτομή (ektomḗ), F., Abschneiden, Ausschneiden, Entmannung; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Hysterektomie, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. hysterectomie, Sb., Hysterektomie; frz. hytérectomie, F., Hysterektomie; nschw. hysterektomi, Sb., Hysterektomie; poln. histerektomia, F., Hysterektomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche operative Entfernung der Gebärmutter einer Frau; BM.: Gebärmutter, aus, schneiden; F.: Hysterektomie, Hysterektomien+FW; Z.: Hyster—ek-tom-ie
$Hysterie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Hysterie, übertriebene Erregung, Überspannung; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. hyster(isch), s. ie (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. hysterisch; F.: Hysterie, Hysterien+FW(+EW?); Z.: Hyster-ie
hysterisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. hysterisch, übertrieben erregt, überspannt; ne. hysteric (Adj.), hysterical; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. hystericus; E.: s. lat. hystericus, Adj., hysterisch, (40-102/103 n. Chr.); gr. ὑστερικός (hysterikós), Adj., die Gebärmutter betreffend; vgl. gr. ὑστέρα (hystéra), F., Gebärmutter, Mutterleib; idg. *udero-, *u̯ēdero-, Sb., Bauch, Gebärmutter, Pokorny 1104 (1921/4) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. hysterisch, EWD s. u. hysterisch, Duden s. u. hysterisch; Son.: vgl. nndl. hysterisch, Adj., hysterisch; frz. hystérique, Adj., hysterisch; nschw. hysterisk, Adj., hysterisch; nnorw. hysterisk, Adj., hysterisch; poln. histeryczny, Adj., hysterisch; kymr. hysterig, Adj., hysterisch; nir. histéireach, Adj., hysterisch; lit. isteriškas, Adj., hysterisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für Hysterie betreffend oder übertrieben erregt oder überspannt; BM.: Gebärmutter; F.: hysterisch, hysterische, hysterisches, hysterischem, hysterischen, hysterischer(, hysterischere, hysterischeres, hysterischerem, hysterischeren, hysterischerer, hysterischst, hysterischste, hysterischstes, hysterischstem, hysterischsten, hysterischster)+FW+EW; Z.: hyster-isch
i, I, nhd., N., (9. Jh.): nhd. I, i; ne. i; Vw.: -; Hw.: s. J, Jota; Q.: um 830 (Tatian); I.: Lw. lat. i; E.: s. lat. i, Buchstabe, I, i; gr. ἰῶτα (iōta), N. (indekl.), Jota; aus dem Semitischen, in dem phönizischen Alphabet hat der Buchstabe den Namen yodh, Sb., Hand, Arm; L.: DW 10, 2003, Duden s. u. I; GB.: seit um 830 belegte und seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den neunten Buchstaben (i) des lateinischen Alphabets vor Konsonanten oder Mitlauten; BM.: Arm; F.: I, Is+FW(+EW); Z.: I
...i, nhd., Partikel, (?): nhd., …i; ne. …i, …y; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: nicht etymologisierbar; L.: Kluge s. u. -i, Duden s. u. -i; Son.: s. Krimi, Heidi, Ami; GB.: schon früher belegte und an ein Wort oder eine Silbe gefügte Bezeichnung um Substantive abzukürzen oder eine Koseform zu bilden; BM.: Vereinfachung bzw. Liebkosung; F.: …i, …is+EW; Z.: -i
...iade, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. ...iade; ne. …iad; Vw.: s. Jeremi-, Köpenick-, Myr-, Olymp-, Tr-; Hw.: s. …ade; Q.: 17. Jh.?; E.: s. lat. ...ātus, Suff., ...ade; von einem -to-Suffix; L.: Kluge s. u. -iade, fehlt DW, Duden s. u. -iade; Son.: s. Köpenickiade; vgl. nndl. …iade, Suff., …iade; frz. …iade, Suff., …iade; nschw. …iad, Suff., …iade; nnorw. …iade, Suff., …iade; poln. …iada, Suff., …iade; kymr. …iad, Suff., …iade; nir. …iad, Suff., …iade; lit. …iada, Suff., …iade; GB.: vielleicht seit 17. Jh. verwendete und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung um in Bildungen mit Namen eine Handlung oder eine Tätigkeit anzuzeigen; BM.: ?; F.: …iade, …iaden+FW(+EW); Z.: -iad-e
...ianer, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. …ianer; ne. …ian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. …iānus, …ānus; E.: s. lat. …iānus, …ānus, Suff., …ianer; L.: Kluge s. u. -ianer, fehlt DW; Son.: M.; s. Marsianer, Wagnerianer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung um in Zusammensetzungen (in dem Grundwort) eine Zugehörigkeit anzuzeigen; BM.: ?; F.: …ianer, …ianers, …ianern+FW(+EW); Z.: -i-an-er
...iater, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...iater, ...arzt; ne. ...iatrist; Vw.: s. Psych-; Hw.: s. ...iatrie; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ιατρός (iatrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...iater, Suff., ...iater; frz. ...iatre, Suff., ...iater; nschw. ...iater, Suff., ...iater; nnorw. ...iater, Suff., ...iater; poln. ...iatra, Suff., ...iater; kymr. ...iatrydd, Suff., ...iater; nir. ...iatraí, Suff., ...iater; lit. ...iatras, Suff., ...iater; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für Arztberufe verwendete Bezeichnung; BM.: bewegen; F.: ...iater, ...iaters, ...iatern+FW(+EW); Z.: -iat-er
...iatrie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. ...iatrie, Heilkunde; ne. ...iatrics; Vw.: s. Geri-, Pädi-(, Psych-); Hw.: s....iater; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἰατρεία (iatreía), ἰητρεία (iētreía), F., Heilung, medizinische Behandlung; gr. ιατρός (iatrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1075; Son.: vgl. nndl. ...iatrie, Suff., ...iatrie; frz. ...iatrie, Suff., ...iatrie; nschw. ...iatrik, Suff., ...iatrie; nnorw. ...iatria, Suff., ...iatrie; kymr. ...iatreg, Suff., ...iatrie; nir. ...iatraic, Suff., ...iatrie; poln. ...iatria, Suff., ...iatrie; lit. ...iatrija, Suff., ...iatrie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung zur Bildung von die Gesundheit betreffenden Berufsbezeichnungen; BM.: bewegen; F.: ...iatrie, ...iatrien+FW(+EW); Z.: -iat-r-ie
Ibis, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Ibis, ein Vogel; ne. ibis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1614?; E.: s. mhd. īb, st. M., Ibis; lat. ībis, F., Ibis, (81-43 v. Chr.); gr. ἴβις (íbis), F., Ibis; ägypt. hīb, Sb., Ibis; L.: DW 10, 2017, Duden s. u. Ibis; Son.: vgl. nndl. ibis, Sb., Ibis; frz. ibis, M., Ibis; nnorw. ibis, M., Ibis; poln. ibis, M., Ibis; kymr. ibis, M., Ibis; nir. íbis, F., Ibis; lit. ibisas, M., Ibis; GB.: vielleicht seit 1589 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen in wärmeren sumpfigen Gebieten der Erde verbreiteten dem Storch ähnlichen Vogel mit langen Beinen und langem Hals sowie sichelartig oder löffelartig geformtem Schnabel; BM.: ?; F.: Ibis, Ibisses, Ibisse, Ibissen+FW; Z.: Ibis
ich, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. ich; ne. I; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. ich, Pron., ich; mnd. ik (1), ich, ig, ek, Pers.-Pron., ich; mnl. ik, ic, yc, hic, Pron., ich; ahd. ih, Pers.-Pron., ich; as. ik, Pers.-Pron., ich; anfrk. ik, ih, Pers.-Pron., ich; germ. *ek-, *ik-, Pron., ich; idg. *eg̑-, *h₁eg̑-, Pron., ich, Pokorny 291 (429/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ich, Kluge s. u. ich, DW 10, 2017, EWD s. u. ich, EWAhd 5, 29, Falk/Torp 23, Duden s. u. ich, Bluhme s. u. ich; Son.: vgl. afries. ik, Pers.-Pron., ich; nnordfries. ick, Pers.-Pron., ich; ae. ic, ih, Pers.-Pron., ich; an. ek, Pers.-Pron., ich; got. ik, krimgot. ich, Pers.-Pron., ich; nndl. ik, Pers.-Pron., ich; nschw. jag, Pers.-Pron., ich; nnorw. jeg, Pers.-Pron., ich; gr. ἐγώ (egṓ), Pers.-Pron., ich; lat. egō, Pers.-Pron., ich; lit. es, as, Pers.-Pron., ich; aruss. ja, Pers.-Pron., ich; heth. uk, Pers.-Pron., ich; R.: mir, Pers.-Pron. (1. Pers. Sg. Dat.): nhd. mir; ne. me; R.: mich, Pers.-Pron. (1. Pers. Sg. Akk): nhd. mich; ne. me, myself; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Pronomen 1. P. Sg. Nom.) um anzuzeigen dass der Sprecher von sich selbst spricht; BM.: ?; F.: ich, meiner, mir, mich+EW; Z.: ich
$Ichsucht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ichsucht, Egoismus; E.: s. ich, s. Sucht; L.: DW 10, 2033, EWD s. u. ich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ich und Sucht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens einschließlich des Menschen von der Natur vorgegebene Selbstsucht oder Egoismus; F.: Ichsucht, Ichsüchte, Ichsüchten+EW; Z.: Ich—such-t
$ichsüchtig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ichsüchtig, egoistisch; E.: s. Ichsucht, s. ig; L.: DW 10, 2033, EWD s. u. ich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ichsucht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens einschließlich des Menschen von der Natur vorgegebenes selbstsüchtig oder egoistisch; F.: ichsüchtig, ichsüchtige, ichsüchtiges, ichsüchtigem, ichsüchtigen, ichsüchtiger(, ichsüchtigere, ichsüchtigeres, ichsüchtigerem, ichsüchtigeren, ichsüchtigerer, ichsüchtigst, ichsüchtigste, ichsüchtigstes, ichsüchtigstem, ichsüchtigsten, ichsüchtigster)+EW; Z.: ich—süch-t-ig
…icht (1), nhd. (ält.), Sb., (8. Jh.?): nhd. …icht, irgendein Ding, irgendetwas?; ne. ?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. iht, Indef.-Pron., irgendein Ding, etwas, irgendetwas, irgendeine Sache; mnd. icht (1), echt, echte, gicht, jicht, iedt, īt, iet, N., Pron., irgendein Ding, irgend etwas, irgendwie, etwa; L.: Kluge s. u. -icht 1, DW 10, 2033; Son.: s. Kehricht, Röhricht; GB.: (iowiht*) vielleicht seit 8. Jh. belegte Bezeichnung um in Zusammensetzungen als Grundwort ein Kollektiv anzuzeigen; BM.: Kollektiv?; F.: …icht, …ichts, …ichte, …ichten+EW; Z.: -icht
…icht (2), nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.?): nhd. …icht, …ig, irgendein Ding, irgendetwas; ne. ?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. iht, Indef.-Pron., irgendein Ding, etwas, irgendetwas, irgendeine Sache; mnd. icht (1), echt, echte, gicht, jicht, iedt, īt, iet, N., Pron., irgendein Ding, irgend etwas, irgendwie, etwa; s. io, wicht (1); L.: Kluge s. u. -icht 2, DW 10, 2033; Son.: s. schwefelicht, durch …ig abgelöst; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte Bezeichnung um in Zusammensetzungen als Endsilbe eine Adjektivbildung anzuzeigen; BM.: ?; F.: ...icht, ...ichte, ...ichtes, ...ichtem, ...ichten, ...ichter( ...ichtere, ...ichteres, ...ichterem, ...ichteren, ...ichterer, ...ichtst, ...ichtste, ...ichtstes, ...ichtstem, ...ichtsten, ...ichtste)+EW; Z.: -icht
...ide, …id, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. ...ide; ne. …id; Vw.: s. Äg-, Andro-, frig-, Hybr-, inval-, liqu-, morb-, perf-, Pyram-, rap-, rig-, sol-, stup-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. …idus; E.: s. lat. …idus, Suff., …ide; Son.: vgl. frz. …ide, Suff., …ide; nschw. …ide, Suff., …ide; nnorw. …id, Suff., …ide; poln. idny, Suff., …ide; kymr. …yd, Suff., …ide; lit. …idas, Suff., …ide; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung um Zusammensetzungen zu bilden; BM.: Kennzeichnung von Zugehörigkeit?; F.: ...ide, ...ides, ...idem, ...iden, ...ider(, ...idere, ...ideres, ...iderem, ...ideren, ...iderer, ...idest, ...ideste, ...idestes, ...idestem, ...idesten, ...idester)+FW(+EW); Z.: -id-e
ideal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ideal, günstig, vollkommen; ne. ideal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Ideal, Idee; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ideālis; E.: s. lat. ideālis, Adj., in der Idee stehend, ideal, (5. Jh. n. Chr.); vgl. idea, F., Urbild, Begriff, Idee, Ideal; s. gr. ἰδέα (idéa), F., Vorstellung, Meinung, Aussehen; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. ideal, Duden s. u. ideal; Son.: vgl. nndl. ideaal, Adj., ideal; frz. idéal, Adj., ideal; nschw. ideal, Adj., ideal; nnorw. ideal, Adj., ideal; poln. idealny, Adj., ideal; nir. idéalach, Adj., ideal; lit. idealus, Adj., ideal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches höchsten Vorstellungen entsprechend oder einer Idee entsprechend oder günstig oder vollkommen; BM.: sehen bzw. auffassen; F.: ideal, ideale, ideales, idealem, idealen, idealer(, idealere, idealeres, idealerem, idealeren, idealerer, idealst, idealste, idealstes, idealstem, idealsten, idealster)+FW(+EW); Z.: id-e-al
Ideal, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ideal, Inbegriff der Vollkommenheit, Vorbild; ne. ideal (N.); Vw.: -; Hw.: s. ideal, Idee; Q.: vor 1775; I.: Lw. lat. ideālis; E.: s. lat. ideālis, Adj., in der Idee stehend, ideal, (5. Jh. n. Chr.); vgl. idea, F., Urbild, Begriff, Idee, Ideal; s. gr. ἰδέα (idéa), F., Vorstellung, Meinung, Aussehen; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: DW 10, 2038, EWD s. u. ideal, Duden s. u. Ideal; Son.: vgl. nschw. ideaal, Sb., Ideal; frz. idéal, M., Ideal; nschw. ideal, N., Ideal; nnorw. ideal, N., Ideal; poln. ideał, M., Ideal; kymr. ideal, M., Ideal; nir. idéal, M., Ideal; lit. idealas, M., Ideal; GB.: seit vor 1775 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Inbegriff der Vollkommenheit oder ein Vorbild; BM.: auffassen; F.: Ideal, Ideales, Ideals, Ideale, Idealen+FW; Z.: Id-e-al
$idealisch, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. idealisch, gedacht, vorbildlich, mustergültig; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. ideal, s. isch; L.: DW 10, 2039, EWD s. u. ideal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ideal und isch gebildete Bezeichnung für gedacht oder vorbildlich oder mustergültig; F.: idealisch, idealische, idealisches, idealischem, idealischen, idealischer(, idealischere, idealischeres, idealischerem, idealischeren, idealischerer, idealischst, idealischste, idealischstes, idealischstem, idealischsten, idealischster)+FW(+EW); Z.: id-e-al-isch
$idealisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. idealisieren, als ideal darstellen; E.: s. ideal, s. is, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. ideal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ideal und is sowie ier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches als ideal darstellen; F.: idealisieren, idealisiere, idealisierst, idealisiert, idealisierest, idealisieret, idealisierte, idealisiertest, idealisierten, idealisiertet, ##idealisiert, idealisierte, idealisiertes, idealisiertem, idealisierten, idealisierter##, idealisierend, ###idealisierend, idealisierende, idealisierendes, idealisierendem, idealisierenden, idealisierender###, idealisier (!)+FW(+EW); Z.: id-e-al-is-ier-en
$Idealismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Idealismus, Vorstellung der Bestimmung der Wirklichkeit von Idealen; E.: s. ideal, s. ismus; L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. ideal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ideal und ismus gebildete Bezeichnung für die wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorstellung dass die Wirklichkeit von Idealen bestimmt ist; F.: Idealismus+FW; Z.: Id-e-al-ism-us
$Idealist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Idealist; E.: s. Ideal, s. ist; L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. ideal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ideal und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anhänger von Idealen; F.: Idealist, Idealisten+FW(+EW); Z.: Id-e-al-ist
$idealistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. idealistisch, (Idealismus oder) einen Idealisten betreffend; E.: s. ideal, s. Idealist, s. isch; L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. ideal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Idealist und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Idealisten betreffend; F.: idealistisch, idealistische, idealistisches, idealistischem, idealistischen, idealistischer(, idealistischere, idealistischeres, idealistischerem, idealistischeren, idealistischerer, idealistischst, idealistischste, idealistischstes, idealistischstem, idealistischsten, idealistischster)+FW(+EW); Z.: id-e-al-ist-isch
Idee, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Idee, Einfall, Begriff, Vorstellung, Gedanke; ne. idea; Vw.: -; Hw.: s. ideal, Ideal; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. idea; E.: s. lat. idea, F., Urbild, Begriff, Idee, Ideal, (81-43 v. Chr.); gr. ἰδέα (idéa), F., Vorstellung, Meinung, Aussehen; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Idee, DW 10, 2039, EWD s. u. Idee, Duden s. u. Idee; Son.: vgl. nndl. idee, Sb., Idee; frz. idée, F., Idee; nschw. idé, Sb., Idee; nnorw. idé, M., Idee; poln. idea, F., Idee (philosophisch); lit. idėja, F., Idee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den den Erscheinungen der Wirklichkeit zugrunde liegenden reinen Begriff der Dinge beziehungsweise einen schöpferischen Gedanken; BM.: sehen bzw. erkennen bzw. auffassen; F.: Idee, Ideen+FW(+EW); Z.: Id-ee
$ideell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ideell, Idee betreffend, gedanklich, geistig; E.: s. Ide(e), s. ell; L.: Kluge s. u. Idee, fehlt DW, EWD s. u. Idee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ide(e) und ell gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Idee betreffend oder gedanklich oder geistig; F.: ideell, ideelle, ideelles, ideellem, ideellen, ideeller(, ideellere, ideelleres, ideellerem, ideelleren, ideellerer, ideellst, ideellste, ideellstes, ideellstem, ideellsten, ideellster)+FW+EW; Z.: id-e-ell
Iden, nhd., Sb. Pl., (19. Jh.?): nhd. Iden, Monatsmitte des römischen Monats; ne. ides; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. lat. īdūs, F., Iden, Monatsmitte; Herkunft unbekannt, wohl Fremdwort, vielleicht etrusk., s. Walde/Hofmann 1, 672; L.: fehlt DW, Duden s. u. Iden; Son.: Pluralwort; vgl. nndl. iden, Sb. Pl., Iden; frz. ides, Sb. Pl., Iden; nschw. idus, Sb. Pl., Iden; kymr. idiau, Sb. Pl., Iden; nir. íodh, M., Pl., Iden; poln. idy, Sb. Pl., Iden; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unbekannte und möglicherweise etruskische Bezeichnung für die an dem 13. oder 15. eines Monats eintretende Monatsmitte des altrömischen Kalenders; BM.: ?; F.: Iden; Z.: Id-en
Identität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Identität, Wesenseinheit, Echtheit; ne. identity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. identitās; E.: s. lat. identitās, F., Wesenseinheit, Identität; vgl. lat. īdem, Adv., Pron., derselbe, der nämliche, genannt, dieser, auch; lat. is, Pron., der, der, derjeinge, solch; idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Identität, fehlt DW, EWD s. u. Identität, Duden s. u. Identität; Son.: vgl. nndl. identiteit, Sb., Identität; frz. identité, F., Identität; nschw. identitet, Sb., Identität; nnorw. identitet, M., Identität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Wesenseinheit oder Echtheit eines Menschen in völliger Übereinstimmung mit dem als was er bezeichnet wird; BM.: der, hier; F.: Identität, Identitäten+FW(+EW); Z.: I-den-tit-ät
$identifizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. identifizieren, Identität feststellen, Identität erkennen; E.: s. identi(sch), s. fizieren; L.: Kluge s. u. Identität, fehlt DW, EWD s. u. Identität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus identi(sch) und fizieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eine Identität feststellen oder erkennen; F.: identifizieren, identifiziere, identifizierst, identifiziert, identifizierest, identifizieret, identifizierte, identifiziertest, identifizierten, identifiziertet, ##identifizier, identifizierte, identifiziertes, identifiziertem, identifizierten, identifizierter##, identifizierend, ###identifizierend, identifizierende, identifizierendes, identifizierendem, identifizierenden, identifizierender###, identifizier (!)+FW+EW; Z.: I-den-ti-fi-z-ier-en
$Identifizierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Identifizierung; E.: s. identifizier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Identität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus identifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Feststellung einer Identität eines Menschen; F.: Identifizierung, Identifizierungen+FW; Z.: I-den-ti-fi-z-ier-ung
$identisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. identisch, echt; E.: s. Ident(ität), s. isch; L.: Kluge s. u. Identität, fehlt DW, EWD s. u. Identität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ident(ität) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches echt; F.: identisch, identische, identisches, identischem, identischen, identischer+FW(+EW); Z.: i-den-t-isch
Ideogramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ideogramm, Begriffszeichen; ne. ideogram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Schrift; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ideogramm, fehlt DW, Duden s. u. Ideogramm; Son.: vgl. nndl. ideogram, Sb., Ideogramm; frz. idéogramme, M., Ideogramm; nnorw. ideogram, N., Ideogramm; poln. ideogram, M., Ideogramm; kymr. ideogram, M., Ideogramm; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nicht eine bestimmte Lautung sondern einen ganzen Begriff vertretendes Schriftzeichen (Begriffszeichen) wie beispielsweise 1 oder 2 oder % oder § oder @ oder €; BM.: für sich, ritzen; F.: Ideogramm, Ideogramms, Ideogramme, Ideogrammen+FW; Z.: I-d-eo-gram-m
Ideologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ideologe, einer bestimmten Weltanschauung Anhängender; ne. ideologue; Vw.: -; Hw.: s. Ideologie; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. idéologue; E.: s. frz. idéologue, M., Ideologe; vgl. frz. idée, F., Idee; lat. idea, F., Urbild, Begriff, Idee, Ideal, (81-43 v. Chr.); gr. ἰδέα (idéa), F., Vorstellung, Meinung, Aussehen; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Ideologie, fehlt DW, EWD s. u. Ideologie, Duden s. u. Ideologe; Son.: vgl. nschw. ideolog, Sb., Ideologe; nnorw. ideolog, M., Ideologe; poln. ideolog, M., Ideologe; kymr. ideolegwr, M., Ideologe; nir. idéeolaí, M., Ideologe; lit. ideologas, M., Ideologe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Anhänger einer Ideologie; BM.: sehen, sammeln; F.: Ideologe, Ideologen+FW(+EW); Z.: I-d-eo-log-e
Ideologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ideologie, Weltanschauung, Gedankenprogramm; ne. ideology; Vw.: -; Hw.: s. Ideologe; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. idéologie; E.: s. frz. idéologie, F., Ideologie; gr. ἰδέα (idéa), F., Vorstellung, Meinung, Aussehen; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Ideologie, fehlt DW, EWD s. u. Ideologie, Duden s. u. Ideologie; Son.: vgl. nndl. ideologie, Sb., Ideologie; nschw. ideologi, Sb., Ideologie; nnorw. ideologi, M., Ideologie; poln. ideologia, F., Ideologie; kymr. ideoleg, F., Ideologie; nir. idéeolaíocht, F., Ideologie; lit. ideologija, F., Ideologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein an eine Gruppe von Menschen gebundenes System von Weltanschauungen und politischen Wertungen; BM.: sehen, sammeln; F.: Ideologie, Ideologien+FW(+EW); Z.: I-d-eo-log-ie
$ideologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ideologisch, Ideologie betreffend; E.: s. Ideolog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Ideologie, fehlt DW, EWD s. u. Ideologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ideolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Ideologie betreffend; F.: ideologisch, ideologische, ideologisches, ideologischem, ideologischen, ideologischer(, ideologischere, ideologischeres, ideologischerem, ideologischeren, ideologischerer, ideologischst, ideologischste, ideologischstes, ideologischstem, ideologischsten, ideologischster)+FW(+EW); Z.: i-d-eo-log-isch
idio…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. idio..., selbst, eigentümlich, eigen; ne. idio…; Vw.: s. -lekt, -synkrasie, -tikon, -tisch, -tismus; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.; E.: gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. idio-, fehlt DW, Duden s. u. idio-, Kytzler/Redemund/Eberl 1075; Son.: vgl. nndl. idio…, Präf., idio…; frz. idio…, Präf., idio…; nschw. idio…, Präf., idio…; nnorw. idio…, Präf., idio…; poln. idio…, Präf., idio…; kymr. idio…, Präf., idio…; lit. idio…, Präf., idio…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches eigentümlich oder eigen; BM.: für sich; F.: idio…+FW; Z.: id-io-
Idiolekt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Idiolekt, Sprache eines Menschen; ne. idiolect; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. idiolect; E.: s. ne. idiolect, N., Idiolekt; neoklassische Bildung; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Ideolekt, fehlt DW, Duden s. u. Idiolekt; Son.: vgl. nndl. idiolect, Sb., Idiolekt; frz. idiolecte, M., Idiolekt; nschw. idiolekt, Sb., Idiolekt; nnorw. idiolekt, M., Idiolekt; kymr. idiolect, M., Idiolekt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den Sprachbesitz und das Sprachverhalten sowie den Wortschatz und die Ausdrucksweise (Sprache) eines Menschen; BM.: für sich, sammeln; F.: Ideolekt, Ideolektes, Ideolekts, Ideolekte, Ideolekten+FW+EW; Z.: I-d-eo-lek-t
Idiom, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Idiom, Spracheigentümlichkeit; ne. idiom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. idiōma; E.: lat. idiōma, N., Eigentümlichkeit, Charakteristisches, (um 362 n. Chr.); gr. ἰδίωμα (idíōma), N., Eigentümlichkeit, sprachliche Eigentümlichkeit; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Idiom, fehlt DW, EWD s. u. Idiom, Duden s. u. Idiom; Son.: vgl. nndl. idioom, Sb., Idiom; frz. idiome, M., Idiom; nschw. idiom, N., Idiom; nnorw. idiom, N., Idiom; poln. idiom, M., Idiom; kymr. idiom, M., F., Idiom; lit. idioma, F., Idiom; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Spracheigentümlichkeit oder eigentümliche Sprache oder Wortprägung wie beispielsweise Angsthase; BM.: für sich; F.: Idiom, Idioms, Idiome, Idiomen+FW; Z.: I-d-i-om
$Idiomatik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Idiomatik, Lehre von den Eigentümlichkeiten einer Sprache; E.: s. Idiom, s. atik; L.: Kluge s. u. Idiom, fehlt DW, EWD s. u. Idiom; GB.: seit um 1900 belegte und aus Idiom und atik gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Lehre von den Eigentümlichkeiten einer Sprache; F.: Idiomatik+FW(+EW); Z.: I-d-i-om-at-ik
$idiomatisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. idiomatisch, Idiomatik betreffend, eigentümlich; E.: s. Idiom, s. at, s. isch; L.: Kluge s. u. Idiom, fehlt DW, EWD s. u. Idiom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Idiom und at sowie isch belegte Bezeichnung für Idiomatik betreffend oder eigentümlich; F.: idiomatisch, idiomatische, idiomatisches, idiomatischem, idiomatischen, idiomatischer(, idiomatischere, idiomatischeres, idiomatischerem, idiomatischeren, idiomatischerer, idiomatischst, idiomatischste, idiomatischstes, idiomatischstem, idiomatischsten, idiomatischster) +FW(+EW); Z.: i-d-i-om-at-isch
Idiosynkrasie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Idiosynkrasie, Eigenart, Überempfindlichkeit; ne. idiosyncracy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ἰδιοσυγκρασία (idiosynkrasía); E.: s. gr. ἰδιοσυγκρασία (idiosynkrasía), F., Eigenart, Eigentümlichkeit, besondere Mischung der Körpersäfte; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. κεραννύναι (kerannýnai), V., mischen, vermischen, zusammengießen; idg. *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erh₂-, V., mischen, rühren, kochen, Pokorny 582 (897/129) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Idiosynkrasie, fehlt DW, Duden s. u. Idiosynkrasie; Son.: vgl. nndl. idiosyncrasie, Sb., Idiosynkrasie; frz. idosynkrasie, F., Idiosynkrasie; nschw. idiosynkrasi, Sb., Idiosynkrasie; nnorw. idiosynkrasi, M., Idiosynkrasie; poln. idiosynkrazja, F., Idiosynkrasie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Eigenart oder eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe bzw. für eine besonders starke Abneigung oder für Widerwillen gegenüber bestimmten Menschen; BM.: für sich, mischen; F.: Idiosynkrasie, Idiosynkrasien+FW(+EW); Z.: I-d-io-syn-kras-ie
Idiot, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Idiot, Dummkopf, schwachsinniger Mensch; ne. idiot; Vw.: -; Hw.: s. Idiotikon, idiotisch, Idiotismus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. idiōta; E.: s. mnd. īdiōt, īdeōt, M., Idiot, Laie, Ungebildeter, Analphabet; lat. idiōta, M., Unwissender, Stümper, Ungebildeter, (um 180-102 v. Chr.); gr. ἰδιώτης (idiōtēs), M., Ungebildeter, Unwissender; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Idiot, fehlt DW, EWD s. u. Idiot, Duden s. u. Idiot; Son.: vgl. nndl. idioot, Sb., Idiot; frz. idiot, M., Idiot; nschw. idiot, Sb., Idiot; nnorw. idiot, M., Idiot; poln. idiota, M., Idiot; kymr. idiot, M., Idiot; lit. idiotas, M., Idiot; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Dummkopf oder schwachsinnigen Menschen; BM.: für sich; F.: Idiot, Idioten+FW(+EW); Z.: Id-i-ot
$Idiotie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Idiotie, Dummheit, Schwachsinn; E.: s. Idiot, s. ie (Suff.); L.: Kluge s. u. Idiot, fehlt DW, EWD s. u. Idiot; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Idiot und ie gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Dummheit oder Schwachsinn; F.: Idiotie, Idiotien+FW; Z.: Id-i-ot-ie
Idiotikon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Idiotikon, Wörterbuch der Volkssprache; ne. dialect dictionary; Vw.: -; Hw.: s. Idiot, idiotisch, Idiotismus; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. ἰδιωτικός (idiōtikós), Adj., einen Einzelnen betreffend, einzeln lebend, unwissend; vgl. gr. ἰδιώτης (idiōtēs), M., Ungebildeter, Unwissender; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Idiot,fehlt DW, EWD s. u. Idiot, Duden s. u. Idiotikon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Wörterbuch des einem Volk eigentümlichen Wortschatzes (beispielsweise Schweizer Idiotikon des Pfarrers Franz Joseph Stalder von 1806); BM.: für sich; F.: Idiotikon, Idiotikons, Idiotiken, Idiotika+FW(+EW); Z.: I-d-i-ot-ik-on
idiotisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. idiotisch, dumm, schwachsinnig; ne. idiotic; Vw.: -; Hw.: s. Idiot, Idiotikon, Idiotismus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. idiōticus; E.: s. lat. idiōticus, Adj., unwissend, ungebildet; ἰδιωτικός (idiōtikós), Adj., einen einzelnen betreffend, einzeln lebend, unwissend; vgl. gr. ἰδιώτης (idiōtēs), M., Ungebildeter, Unwissender; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Idiot, fehlt DW, EWD s. u. Idiot, Duden s. u. idiotisch; Son.: vgl. nndl. idioot, Adj., idiotisch; frz. idiot, Adj., idiotisch; nschw. idiotisk, Adj., idiotisch; nnorw. idiotisk, Adj., idiotisch; poln. idiotyczny, Adj., idiotisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dumm oder schwachsinnig; BM.: für sich; F.: idiotisch, idiotische, idiotisches, idiotischem, idiotischen, idiotischer(, idiotischere, idiotischeres, idiotischerem, idiotischeren, idiotischerer, idiotischst, idiotischste, idiotischstes, idiotischstem, idiotischsten, idiotischster)+FW(+EW); Z.: i-d-i-ot-isch
Idiotismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Idiotismus, Idiotie, Schwachsinn, Dummheit, Blödheit; ne. idiocy; Vw.: -; Hw.: s. Idiot, idiotisch, Idiotikon; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. gr. ἰδιωτισμός (idiōtismós); E.: einerseits Neubildung zu nhd. Idiot (s. d.), aber schon früher Entlehnung aus gr. ἰδιωτισμός (idiōtismós), M., Unbildung; vgl. gr. ἴδιος (ídios), Adj., eigen, persönlich, eigentümlich; idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Pron.), eigen, Pokorny 882; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Idiot, EWD s. u. Idiot, Duden s. u. Idiotismus; Son.: vgl. nnorw. idiotisme, M., Idiotismus; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Idiotie oder Schwachsinn oder Dummheit oder Blödheit; BM.: für sich; F.: Idiotismus, Idiotismen+FW; Z.: I-d-i-ot-ism-us
Idol, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Idol, vergöttertes Vorbild; ne. idol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īdōlum; E.: s. lat. īdōlum, N., Bild, Abbild, (348/49-um 413 n. Chr.); s. gr. εἴδωλον (eídōlon), N., Gestalt, Bild, Nachbildung, Götzenbild; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Idol, fehlt DW, Duden s. u. Idol; Son.: vgl. nndl. idool, Sb., Idol; frz. idole, M., Idol; nschw. idol, Sb., Idol; nnorw. idol, N., Idol; poln. idol, M., Idol; nir. íol, M., Idol; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vergöttertes Vorbild; BM.: auffassen; F.: Idol, Idols, Idole, Idolen+FW+EW; Z.: I-d-ol
Idyll, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Idyll, Idylle, paradiesische Landschaft; ne. idyll; Vw.: -; Hw.: s. Idylle; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īdyllium; E.: s. lat. īdyllium, N., Idyll, Hirtengedicht, (23/24-79 n. Chr.); gr. εἰδύλλιον (eidýllion), N., Bildchen, Bildlein, Bildchen mit Darstellung von Szenen aus der Hirtenwelt, Hirtengedicht; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Idylle, fehlt DW, EWD s. u. Idyll, Duden s. u. Idyll; Son.: vgl. nndl. idylle, Sb., Idyll; nschw. idyll, Sb., Idyll; nnorw. idyll, M., Idyll; poln. idylla, F., Idyll; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches besonders friedlich meist in ländlicher Abgeschiedenheit stattfindendes Leben oder eine paradiesische Landschaft; BM.: auffassen; F.: Idyll, Idylls, Idylle, Idyllen+FW(+EW); Z.: I-d-yll
Idylle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Idylle, Idyll, paradiesische Landschaft, friedliche Abgeschiedenheit; ne. idyll; Vw.: -; Hw.: s. Idyll; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īdyllium; E.: s. lat. īdyllium, N., Idyll, Hirtengedicht, (23/24-79 n. Chr.); gr. εἰδύλλιον (eidýllion), N., Bildchen, Bildlein, Bildchen mit Darstellung von Szenen aus der Hirtenwelt, Hirtengedicht; vgl. gr. ἰδεῖν (idein), V., erblicken, erkennen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Idylle, EWD s. u. Idyll, Duden s. u. Idylle; Son.: vgl. nndl. idylle, Sb., Idylle; frz. idylle, F., Idylle; nschw. idyll, Sb., Idylle; nnorw. idyll, M., Idylle; poln. idylla, F., Idylle; lit. idilė, F., Idylle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer paradiesischen Landschaft; BM.: auffassen; F.: Idylle, Idyllen+FW; Z.: I-d-yll-e
$idyllisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. idyllisch, Idyll betreffend, Idylle betreffend; E.: s. Idyll, s. isch; L.: Kluge s. u. Idyll, fehlt DW, EWD s. u. Idyll; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Idyll beziehungsweise Idyll(e) und isch gebildete, sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen mögliches Idyll oder Idylle betreffend; F.: idyllisch, idyllische, idyllisches, idyllischem, idyllischen, idyllischer(, idyllischere, idyllischeres, idyllischerem, idyllischeren, idyllischerer, idyllischst, idyllischste, idyllischstes, idyllischstem, idyllischsten, idyllischster)+FW+EW; Z.: i-d-yll-isch
...ie, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …ie; ne. …y; Vw.: s. Agon-, Akadem-, Akrib-, Alchim-, Allegor-, Allerg-, Allopath-, Amnest-, Analog-, Anäm-, Anarch-, Anästhes-, Anatom-, Anomal-, Antholog-, Antipath-, Apath-, Aphas-, Apolog-, Apoplex-, Apor-, Archäolog-, Aristokrat-, Artillerie-, Astrolog-, Astronom-, Atroph-, Autark-, Autonom-, Autops-, Batter-, Bibliograph-, Bigam-, Bigotter-, Bijouter-, Biograph-, Biolog-, Blasphem-, Bourgeois-, Bürokrat-, Chem-, Chirurg-, Choreograf-, Demagog-, Demograph-, Demokrat-, Demoskop-, Dermatolog-, (Devotional-,) Dichotom-, Digloss-, Dioptr-, Diphther-, Diplomat-, Draper-, Droger-, Dynast-, Eleg-, Embol-, Empir-, Energ-, Enzyklopäd-, Epidem-, Epileps-, Ergonom-, Eschatolog-, Etymolog-, Eucharist-, Euphor-, Euthanas-, Fantas-, Felon-, (Formal-,) Fotograf-, Galanter-, Galax-, Galer-, Garant-, Gastronom-, Genealog-, Geograph-, Geolog-, Geometr-, Grapholog-, Gynäkolog-, Häres-, Harmon-, Havar-, Hegemon-, Hierarch-, Histolog-, (Homil-,) Homöopath-, Hypertroph-, Ideolog-, Idiosynkras-, Industr-, Infam-, Infanter-, (Injur-,) Iron-, Kalor-, Karosser-, Kategor-, Kavaller-, Kleptoman-, Koketter-, Kolon-, Kompagn-, Kompan-, Konfiser-, Kop-, Letharg-, Leukäm-, Lithograph-, Liturg-, Lotter-, Man-, (Mater-), Melanchol-, Melod-, Menager-, Meteorolog-, Metonym-, Monarch-, Monogam-, Monoton-, Morpholog-, Mykolog-, Nigromant-, Ökolog-, Ökonom-, Oligarch-, Ornitholog-, Orthograph-, Päderast-, Paradox-, Parod-, Patholog-, Pedanter-, Peripher-, Pharmaz-, Philolog-, Philosoph-, Phob-, Phonolog-, Phraseolog-, Physiognom-, Physiolog-, Pirater-, Poes-, Pornograph-, Prosod-, Prüder-, Raffiner-, (Repressal-,) Rhapsod-, Semiolog-, Simon-, Sinfon-, Sodom-, Soziolog-, Stenograph-, Strateg-, (Subsid-,) Symmetr-, Sympath-, Synästhes-, Synchron-, Tautolog-, Teichoskop-, Terminolog-, Theolog-, Theor-, Therap-, Topograph-, Travest-, Typolog-, Utop-, (Versal-,) Xenophob-, Zeremon-, (Zibor-,) (Zichor-,) Zoolog-; Hw.: s. ….ie; Q.: 8. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. …ia, F., …ie, …ei; gr. ία (ía), F., …ie; L.: Kluge s. u. -ie, fehlt DW, Duden s. u. -ie; Son.: vgl. nndl. ...ie, Suff., ...ie; frz. ...ie, Suff., ...ie; nschw. ...ie, Suff., ...ie; nnorw. ...ie, Suff., ...ie; poln. ...ia, Suff., ...ie; lit. ...ija, Suff., ...ie; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in Zusammensetzungen als Endung weiblicher und selten auch sächlicher Substantive die ein Gebiet bezeichnen oder einzelne Vorgänge zu einem Gesamtbegriff zusammenfassen oder ein bestimmtes Geartetsein ausdrücken verwendete Bezeichnung (Suff.); BM.: Angehörigkeit?; F.: ...ie, ...ien+FW(+EW); Z.: -ie
...ier, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. …ier; ne. …er, …ier; Vw.: s. Arkebus, Barb-, Conférenc-, Croup-, Fur-, Füsil-, Grenad-, Kanon-, Kass-, Kürass-, Kur-, (Mag-,) Offiz-, Parlamentar-, Passag-, (Patriz-,) Pion-, Pol-, Port-, (Romanc-,) (Terr-); Hw.: s. …ar, …iere; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. frz. ...ier, Suff., ...ier; E.: s. frz. …ier, Suff., …ier; lat. ...ārius, Suff. (M.), ...ar, ...är, …ier; L.: Kluge s. u. -ier, fehlt DW,)Duden s. u. -ier; Son.: s. Bankier; vgl. nndl. …ier, Suff., …ier; nschw. …ir, Suff., …ier; nnorw. …ier, Suff., …ier; poln. …ier, Suff., …ier; kymr. …er, …iwr, …wr, Suff., …ier; air. …éir, Suff., …ier; lit. …eris, Suff., …ier; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie als Endsilbe (Suff.) vor allem zu einer Bildung von Berufsbezeichnungen verwendete Bezeichnung; BM.: Zugehörigkeit; F.: …ier, …iers., …iere, …ieren+FW(+EW); Z.: -ier
...iere, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. …iere; ne. …iere; Vw.: s. Barr-, Sauc-, Tabat-; Hw.: s. …ar, …ier; Q.: 12. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: s. frz. …ier, Suff., …ier; lat. ...ārius, …āria, …ārium, Suff., ...ar, ...är, …ier, …iere; L.: Kluge s. u. -iere; Son.: s. Bonbonniere, Garderobiere, Gondoliere; vgl. nndl. …ier, Suff., …iere; nnorw. …ier, Suff., …iere; poln. …ier, Suff., …iere; lit. …eras, Suff., …iere; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Endsilbe (Suff.) zu einer Bildung von Zugehörigkeiten verwendete Bezeichnung; BM.: Zugehörigkeit; F.: …iere, …ieren+FW(+EW); Z.: -ier-e
...ieren, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …ieren; ne. ?; Vw.: s. abonn-, absent-, absolv-, absorb-, abstrah-, adapt-, add-, adopt-, adress-, affiz-, ag-, agit-, akklimatis-, akkredit-, akkumul-, aktiv-, akzentu-, akzept-, altern-, amortis-, amput-, amüs-, anim-, annekt-, annonc-, annull-, apostroph-, appell-, applaud-, apport-, appret-, approb-, archiv-, argument-, arm-, arrang-, arret-, arriv-, artikul-, aspir-, assimil-, assist-, assozi-, attest-, attrah-, attribu-, ausstaff-, automatis-, autoris-, avanc-, balanc-, balb-, blam-, blason-, bless-, block-, blond-, bombard-, bord-, brill-, brosch-, brüsk-, bugs-, chang-, charakteris-, chiffr-, debatt-, debüt-, dechiffr-, dediz-, deduz-, defil-, defin-, deflor-, deform-, degener-, degout-, degrad-, degust-, dekant-, deklam-, deklar-, deklass-, deklin-, dekor-, deleg-, delog-, dement-, demol-, demonstr-, denunz-, depesch-, depon-, deport-, deprim-, deput-, deriv-, desavou-, desert-, design-, desillusion-, desinfiz-, deskrib-, destill-, determin-, deton-, devast-, dezim-, diffam-, differ-, dikt-, dilett-, din-, dirig-, diskrimin-, diskut-, dispens-, dispon-, disput-, distanz-, disziplin-, diverg-, diversifiz-, divid-, doktor-, domestiz-, domin-, dot-, doz-, drangsal-, drän-, drap-, dress-, duell-, düp-, dupliz-, echauff-, ed-, einquart-, elektris-, elimin-, emaill-, emanzip-, emend-, emerit-, emigr-, enerv-, engag-, eru-, eskort-, etabl-, evaku-, evalu-, evoz-, examin-, exekut-, exemplifiz-, exerz-, exhum-, exist-, exkommuniz-, exmatrikul-, expand-, expatri-, exped-, experiment-, expliz-, explod-, export-, extempor-, extrah-, exzerp-, fabriz-, fabul-, fantas-, faszin-, favoris-, ferment-, filtr-, fing-, flamb-, flan-, flatt-, flekt-, flor-, fluktu-, forc-, formalis-, form-, formul-, frank-, frapp-, fraternis-, frequent-, fris-, frit-, frott-, frustr-, fung-, furn-, füsil-, galopp-, galvanis-, garant-, garn-, gel-, generalis-, gener-, gen-, gestikul-, glas-, glorifiz-, gout-, grad-, gradu-, granul-, grass-, gratul-, grund-, habilit-, hant-, harmonis-, honor-, hospit-, ignor-, illustr-, imit-, immatrikul-, immigr-, implant-, impliz-, impon-, import-, imprägn-, improvis-, induz-, infiltr-, infiz-, inform-, inhal-, injiz-, inkorpor-, inokul-, inser-, inspir-, inspiz-, install-, instru-, insult-, integr-, intern-, interpol-, interpret-, interven-, inton-, intrig-, invert-, invest-, involv-, irrit-, kalkul-, kand-, kandid-, kap-, kapitalis-, kapitul-, karik-, kasch-, kasern-, kastr-, kauteris-, klimatis-, kokett-, kollab-, kollabor-, kollid-, kolor-, kolport-, kombin-, kommand-, komment-, kommuniz-, kompens-, kompil-, komplett-, kompliz-, kompon-, komprim-, kompromitt-, kondens-, kondition-, kondizion-, kondol-, konfer-, konfirm-, konfisz-, konfront-, kongru-, konjiz-, konjug-, konkurr-, konserv-, konsolid-, konspir-, konstern-, konstitu-, konstru-, konsult-, konsum-, kontamin-, kontingent-, kontinu-, kontrah-, kontroll-, konven-, konverg-, konvert-, konzip-, koordin-, kop-, korrespond-, korrig-, korrod-, korrump-, kostüm-, kre-, krep-, kristallis-, kujon-, kulmin-, kultiv-, kumul-, kup-, kur-, kurs-, labor-, lack-, läd-, lament-, lav-, legalis-, legitim-, liberalis-, limit-, lin-, liquid-, log-, lokalis-, manifest-, manipul-, manövr-, marin-, marsch-, mask-, matt-, mechanis-, medit-, menstru-, min-, ministr-, mobilis-, möbl-, modell-, moder-, modernis-, modifiz-, modul-, mok-, mon-, monopolis-, mont-, moralis-, motiv-, multipliz-, musiz-, mut-, mystifiz-, navig-, neg-, neutralis-, nivell-, nomin-, norm-, not-, novell-, nuanc-, numer-, observ-, obstru-, offer-, okkup-, oktroy-, okul-, ondul-, oper-, oppon-, opt-, ordin-, organis-, oszill-, oxid-, oxyd-, pagin-, pardon-, parfüm-, par-, parl-, parod-, partizip-, pass-, patrouill-, penetr-, perfor-, perpetu-, persifl-, persist-, personifiz-, pervert-, philosoph-, pläd-, plan-, plant-, pliss-, polemis-, pol-, *pon-, pos-, post-, postul-, präfig-, praktiz-, präm-, präpar-, präsent-, präsid-, präzis-, privileg-, prob-, produz-, profan-, profit-, prognostiz-, proklam-, prolong-, promen-, promov-, propag-, prosper-, prostitu-, proteg-, protest-, protokoll-, provoz-, prozed-, psalm-, publiz-, puls-, pulveris-, punkt-, quadr-, qualifiz-, quantifiz-, quinkel-, quitt-, rad-, rapport-, ras-, räson-, ratifiz-, realis-, rebell-, recherch-, redig-, reduz-, refer-, reflekt-, reform-, regener-, reg-, registr-, regul-, rehabilit-, rekapitul-, reklam-, rekognosz-, rekurr-, renov-, rent-, repar-, repet-, repräsent-, reproduz-, requir-, reserv-, resid-, resign-, resorb-, respekt-, restaur-, restitu-, restring-, result-, resüm-, retard-, revanch-, revid-, revolt-, rezens-, rezip-, rezit-, rivalis-, rot-, ruin-, säkularis-, sald-, salut-, satur-, schikan-, schimpf-, schock-, sekund-, sequestr-, sez-, sign-, simplifiz-, simul-, sist-, situ-, skand-, solidaris-, sond-, sort-, souffl-, soup-, sozialis-, spaz-, sped-, spekul-, spezialis-, spezifiz-, spion-, stagn-, statu-, sterilis-, stigmatis-, stimul-, strangul-, strapaz-, stud-, sublim-, subordin-, subskrib-, substitu-, subsum-, subtrah-, sugger-, summ-, suspend-, symbolis-, sympathis-, tapez-, tar-, tax-, temper-, tend-, termin-, terroris-, test-, titul-, toler-, trad-, train-, trakt-, tranch-, transform-, transkrib-, transpir-, transplant-, transpon-, transport-, travest-, triumph-, tyrannis-, usurp-, vagabund-, vaporis-, vari-, veget-, ventil-, verifiz-, vex-, vibr-, vindiz-, visit-, zed-, zelebr-, zens-, zirkul-, zisel-, zit-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: frz. und lat. Lw.; E.: s. frz. …ier, Suff., …ieren; lat. …āre, Suff., …ieren; L.: Kluge s. u. -ieren, fehlt DW, Duden s. u. -ieren; Son.: vgl. nndl. …ieren, sw. V., …ieren; nschw. iera, sw. V., …ieren; nnorw. …iere, sw. V., …ieren; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen oder Ableitungen als Endung (Suff.) verwendete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verbal eine Tätigkeit oder Entwicklung anzeigen; BM.: ?; F.: ...ieren, ...iere, ...ierst, ...iert, ...ierest, ...ieret, ...ierte, ...iertest, ...ierten, ...iertet, ##...iert, ...ierte, ...iertes, ...iertem, ...ierten, ...ierter##, ...ierend, ###...ierend, ...ierende, ...ierendes, ...ierendem, ...ierenden, ...ierender###, ...ier(!) +FW(+EW); Z.: -ier-en
...ig, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ...ig; ne. …ous; Vw.: s. abfäll-, äb-, abspenst-, abtrünn-, (amb-,) art-, aufmüpf-, behäb-, bill-, blutrünst-, brenzl-, das-, deft-, degenmäß-, dies-, dös-, (dro--,) durchlaucht-, dürft-, eil-, einfält-, einhell-, ein-, einz-, ems-, ew-, fäh-, fahr-, fäll-, feindsel-, fert-, finzel-, frucht-, garst-, gewärt-, gier-, grant-, gült-, hant-, happ-, häuf-, heft-, heil-, heur-, hies-, hinterfotz-, hör-, hurt-, huschel-, inn-, inständ-, klater-, kniffl-, kodder-, langwier-, led-, leutsel-, mäß-, münd-, patz-, pomad-, ranz-, richt-, rünst-, schäb-, schleun-, schmächt-, sel-, strubbel-, süff-, trächt-, trift-, tücht-, übr-, üpp-, wend-, wen-, wicht-, widerspenst-, winz-, zücht-, zwanz-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. *ic, Suff., ...ig; mnd. *ich? (2), Suff., …ig; mnl. ...ig, Suff., ...ig; ahd. …īg., Suff., …ig; as. …ig, Suff., …ig; germ. *-īga-, *-īgaz, Adj., Suff., ...ig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. -ig, DW, EWAhd 5, 16; Son.: vgl. afries. *...ich, Adj., Suff., ...ig; ae. ig, Suff., …ig; an. …igr, …ugr, Suff., …ig; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen als Endung (Suff.) verwendete Bezeichnung um ein Adjektiv zu bilden; BM.: ?; F.: ...ig, ...ige, ...iges, ...igem, ...igen, ...iger(, ...igere, ...igeres, ...igerem, ...igeren, ...igerer, ...igst, ...igste, ...igstes, ...igstem, ...igsten, ...igster)+EW; Z.: -ig
Igel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Igel, kleineres Stacheln tragendes Säugetier; ne. hedgehog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. igel, st. M., Igel, eine Art Belagerungsmaschine; mnd. īgel, M., Igel; mnd. ēgel (1), ēgele, eggel, M., Igel; mnl. egel, eghel, M., Igel; ahd. igil, st. M. (a), Igel, Seeigel; as. igil, st. M. (a), Igel; anfrk. -; germ. *egula-, *egulaz, *egila-, *egilaz, *igila-, *igilaz, st. M. (a), Igel; s. idg. *eg̑ʰi-, *h₁eg̯ʰi-, Sb., Igel, Pokorny 292 (431/12) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., germ., balt., slaw.); idg. *eg̑ʰinos, Sb., Adj., zur Schlange gehörig, Schlangenfresser, Pokorny 292; vgl. idg. *ang̑ᵘ̯ʰi-, *angᵘ̯i-, *eg̑ʰi-, *ogᵘ̯ʰi-, Sb., Schlange, Wurm, Pokorny 43 (79/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Igel, Kluge s. u. Igel, EWD s. u. Igel, DW 10, 2044, EWAhd 5, 22, Falk/Torp 23, Duden s. u. Igel, Bluhme s. u. Igel; Son.: vgl. afries. -; ae. ī̆gel, st. M. (a), Igel; an. īgull, st. M. (a), Igel; got. *igils, st. M. (a), Igel; nndl. egel, Sb., Igel; arm. ozni, Sb., Igel; gr. ἐχῖνος (echinos), M., Igel, Seeigel, Meerigel; lit. ežỹs, M., Igel; lett. ezis, Sb., Igel; ksl. ježĭ, Sb., Igel; GB.: seit 2.Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleineres graubraunes bis zu 8000 aus umgebildeten hohlen Haaren entstehende Stacheln zwecks Abwehr an Rücken und Flanken tragendes kurzbeiniges sich bei Gefahr zu einer stacheligen Kugel zusammenrollendes und vielleicht vor 20 bis 60 Millionen Jahren entwickeltes Säugetier; BM.: Schlange bzw. Wurm; F.: Igel, Igels, Igeln+EW; Z.: Ig-el
$Igelfisch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Igelfisch, ein wohl schon vormenschlicher Stacheln aufweisender und bis zu rund 50 Zentimeter großer Fisch; L.: Kluge s. u. Igel, DW 10, 2046; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Igel und Fisch gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen an den Flossen rund 50 Stacheln aufweisenden Fisch; F.: Igelfisch, Igelfisches, Igelfischs, Igelfische, Igelfischen+EW; Z.: Ig-el—fisch
$Igel-Schnitt, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Igel-Schnitt; E.: s. Igel, s. Schnitt; L.: Kluge s. u. Igel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Igel und Schnitt gebildete Bezeichnung für einen wohl zu dieser Zeit von Menschen entwickelten modischen Kurzhaarschnitt von gleich langer Haarlänge; F.: Igel-Schnitt, Igel-Schnitts, Igel-Schnittes, Igel-Schnitte, Igel-Schnitten+EW; Z.: Ig-el—Schnit-t
$Igel-Stellung, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Igel-Stellung; E.: s. Igel, s. Stellung; L.: Kluge s. u. Igel; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Igel und Stellung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Igels und danach seit Entstehung des Menschen mögliche Verteidigungsstellung in möglichst viele Richtungen; F.: Igel-Stellung, Igel-Stellungen+EW; Z.: Ig-el—Stel-l-ung
...igen, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …igen; ne. ?; Vw.: s. bänd-, beeinträcht-, behell-, beschwicht-, bestät-, erled-, hell-, künd-, (pred-,) schwichtig-, zücht-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: Herkunft ungeklärt?, aus dem Germanischen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus ig und en gebildete und zu einer Bildung von von Adjektiven abgeleiteten Verben verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...igen, ...ige, ...igst, ...igt, ...igest, ...iget, ...igte, ...igtest, ...igten, ...igtet, ##...igt, ...igte, …igtes, ...igtem, ...igten, ...igter##, ...igend, ###...igend, ...igende, ...igendes, ...igendem, ...igenden, ...igender###, ...ig (!)+EW; Z.: -ig-en
...igend, nhd., (Part. Präs.=) Adj., (8. Jh.?): nhd. ...igend; ne. ?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. ...igen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus igen und (en)d gebildete Bezeichnung (Suff.) zu einer Bildung des Partizip Präsens von Verben auf ...igen; BM.: ?; F.: ...igend, ...igende, ...igendes, ...igendem, ...igenden, ...igender+EW; Z.: -ig-end
igitt, nhd., Interj., (20. Jh.): nhd. igitt, wäh; ne. yuk!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl aus Ausdruckslaut für Ekel gebildet; L.: Kluge s. u. igitt, Duden s. u. igitt; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für Ekel; BM.: ?; F.: igitt, igitts+EW; Z.: igitt
$igittigitt, nhd., Interj., (20. Jh.): nhd. igittigitt; E.: s. igitt, s. gitt; L.: Kluge s. u. igitt; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für Ekel; F.: igittigitt+EW; Z.: igitt-igitt
...igkeit, nhd., F, (8. Jh.?): nhd. …igkeit; ne. …ness; Vw.: s. Fertig-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: aus dem Germanischen; s. mhd. …icheit, Suff., …igheit; mnd. …ichēt, Suff., …igheit; L.: Kluge s. u. -igkeit; Son.: s. Tüchtigkeit, Wichtigkeit, Zähigkeit; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus ig und heit bzw. keit gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven aus auf ig endenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...igkeit, ...igkeiten+EW; Z.: -ig-kei-t
Iglu, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Iglu, Schneehütte; ne. igloo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. inuit iglu; E.: s. inuit iglu, Sb., Haus; L.: Kluge s. u. Iglu, fehlt DW, EWD s. u. Iglu, Duden s. u. Iglu; Son.: vgl. nndl. iglo, Sb., Iglo; frz. igloo, M., Iglu; nschw. iglo, Sb., Iglu; nnorw. iglo, M., Iglu; poln. igloo, M.?, Iglu; kymr. iglw, M., Iglu; nir. ioglú, M., Iglu; lit. iglu, Sb., Iglu; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Inuit aufgenommene Bezeichnung für eine aus Schneeblöcken gebaute und innen hauptsächlich durch die Körperwärme der Bewohner über dem Gefrierpunkt gehaltene Behausung (Schneehütte) der gegenwärtig noch rund 160000 Eskimos; BM.: ?; F.: Iglu, Iglus+FW; Z.: Iglu
ignorant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. ignorant, unwissend, ahnungslos; ne. ignorant; Vw.: -; Hw.: s. Ignorant, Ignoranz, ignorieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. lat. īgnōrāns (1), (Part. Präs.=)Adj., nicht kennend, unwissend; vgl. lat. īgnōrāre, V., nicht kennen, nicht kennen wollen (V.), keine Kenntnis haben, keine Kenntnis nehmen, nichts wissen, (um 250-184 v. Chr.); lat. īgnārus, Adj., unerfahren, unwissend, nicht wissend, nicht kennend; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. gnārus, nārus, Adj., kundig, Kenntnis habend, wissend; idg. *g̑nōro-, *g̑n̥ró-, Adj., bekannt, angesehen, Pokorny 378; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. ignorant; Son.: vgl. nndl. ignorant, Adj., ignorant; frz. ignorant, Adj., ignorant; nschw. ignorant, Adj., ignorant; poln. ignorancki, Adj., ignorant; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches tadelnswert unwissend oder ahnungslos; BM.: nicht kennen; F.: ignorant, ignorante, ignorantes, ignorantem, ignoranten, ignoranter(, ignorantere, ignoranteres, ignoranterem, ignoranteren, ignoranterer, ignorantest, ignoranteste, ignorantestes, ignorantestem, ignorantesten, ignorantester)+FW(+EW); Z.: i-gn-or-ant
Ignorant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Ignorant, (tadelswert) unwissender Mensch, Banause; ne. ignoramus; Vw.: -; Hw.: s. ignorant, Ignoranz, ignorieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. īgnōrāns; E.: s. mlat. īgnōrāns (2), (Part. Präs.=)M., Unwissender, Unkundiger; vgl. lat. īgnōrāre, V., nicht kennen, nicht kennen wollen (V.), keine Kenntnis haben, keine Kenntnis nehmen, nichts wissen, (um 250-184 v. Chr.); lat. īgnārus, Adj., unerfahren, unwissend, nicht wissend, nicht kennend; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. gnārus, nārus, Adj., kundig, Kenntnis habend, wissend; idg. *g̑nōro-, *g̑n̥ró-, Adj., bekannt, angesehen, Pokorny 378; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ignoranz, EWD s. u. Ignorant, Duden s. u. Ignorant; Son.: vgl. nndl. ignorant, Sb., Ignorant; nschw. ignorant, Sb., Ignorant; nnorw. ignorant, M., Ignorant; poln. ignorant, M., Ignorant; lit. ignorantas, M., Ignorant; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen tadelnswert unwissenden Menschen oder Banausen; BM.: nicht kennen; F.: Ignorant, Ignoranten+FW(+EW); Z.: I-gn-or-ant
Ignoranz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ignoranz, Borniertheit, Nichtwissen, tadelnswerte Unwissenheit, tadelnswerte Kenntnislosigkeit; ne. ignorance; Vw.: -; Hw.: s. ignorant, Ignorant, ignorieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īgnōrantia; E.: s. lat. īgnōrantia, F., Unkenntnis, Unerfahrenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īgnōrāre, V., nicht kennen, nicht kennen wollen (V.), keine Kenntnis haben; lat. īgnārus, Adj., unerfahren, unwissend, nicht wissend, nicht kennend; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. gnārus, nārus, Adj., kundig, Kenntnis habend, wissend; idg. *g̑nōro-, *g̑n̥ró-, Adj., bekannt, angesehen, Pokorny 378; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ignoranz, EWD s. u. Ignorant, Duden s. u. Ignoranz; Son.: vgl. frz. ignorance, F., Ignoranz; nschw. ignorans, Sb., Ignoranz; nnorw. ignoranse, M., Ignoranz; poln. ignorancja, F., Ignoranz; lit. ignoravimas, M., Ignoranz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche tadelnswerte Unwissenheit oder Kenntnislosigkeit; BM.: nicht kennen; F.: Ignoranz+FW(+EW); Z.: I-gn-or-anz
ignorieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ignorieren, nicht beachten, nicht zu einer Kenntnis nehmen; ne. ignore; Vw.: -; Hw.: s. ignorant, Ignorant, Ignoranz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īgnōrāre; E.: s. lat. īgnōrāre, V., nicht kennen, nicht kennen wollen (V.), keine Kenntnis haben, keine Kenntnis nehmen, nichts wissen, (um 250-184 v. Chr.); lat. īgnārus, Adj., unerfahren, unwissend, nicht wissend, nicht kennend; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. gnārus, nārus, Adj., kundig, Kenntnis habend, wissend; idg. *g̑nōro-, *g̑n̥ró-, Adj., bekannt, angesehen, Pokorny 378; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ignoranz, EWD s. u. ignorieren, Duden s. u. ignorieren; Son.: vgl. frz. ignorer, V., ignorieren; nschw. ignorera, V., ignorieren; nnorw. ignorere, V., ignorieren; poln. ignorować, V., ignorieren; lit. ignoruoti, V., ignorieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nicht beachten oder nicht zu einer Kenntnis nehmen; BM.: nicht kennen; F.: ignorieren, ignoriere, ignorierst, ignoriert, ignorierest, ignorieret, ignorierte, ignoriertest, ignorierten, ignoriertet, ##ignoriert, ignorierte, ignoriertes, ignoriertem, ignorierten, ignorierter##, ignorierend, ###ignorierend, ignorierende, ignorierendes, ignorierendem, ignorierenden, ignorierender###, ignorier (!)+FW(+EW); Z.: i-gn-or-ier-en
...igt, nhd., (Part. Prät.=) Adj., (8. Jh.?): nhd. ...igt; ne. …ed, …n; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. ...igen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus ig(en) und t gebildete Bezeichnung (Suff.) zu einer Bildung des Partizip Perfekts von Verben auf ...igen; BM.: ?; F.: ...igt, ...igte, ...igtes, ...igtem, ...igten, ...igter+EW; Z.: -ig-t
Ihle, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ihle, Hering der schon gelaicht hat; ne. a herring; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: nndl. Lw.?; E.: vielleicht zu nndl. (dial.) iel, Adj., schwach, dünn; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Ihle, fehlt DW, Duden s. u. Ihle; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen schon gelaicht habenden Hering der deshalb mager und minderwertig ist; BM.: schwach bzw. dünn?; F.: Ihle, Ihlen+FW?; Z.: Ihl-e
ihm, nhd., Pron.: nhd. ihm; Hw.: s. er
ihn, nhd., Pron.: nhd. ihn; Hw.: s. er
ihr (1), nhd., Pron.: nhd. ihr; Hw.: s. er
ihr (2), nhd., Pron., (8. Jh.?): nhd. ihr (Poss.-Pron.); ne. her; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. ir (2), Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.), ihrig; ahd. ira, Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.); as. iro, Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.); as. ira Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.); idg. *is-, *esjai, *esjas, Poss.-Pron., ihr; L.: Kluge s. u. ihr 2, DW 10, 2052, EWD s. u. ihr, Duden s. u. ihr, Bluhme s. u. ihr; Son.: Poss.-Pron.; vgl. got. ize, Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.); got. izos, Poss.-Pron., ihr (Poss.-Pron.); GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte Bezeichnung (Fürwort) für etwas einer Frau bzw. mehreren nicht angesprochenen Menschen zugehörig; BM.: ?; F.: ihr, ihre, ihres, ihrem, ihren, ihrer+EW; Z.: ihr
$ihro, nhd., Pron., (17. Jh.): nhd. ihro; E.: s. ihr, s. o; L.: Kluge s. u. ihro, DW 10, 2058; Son.: Pers.-Pron.; F.: ihro+EW; Z.: ihr-o
$ihrzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ihrzen; E.: s. ihr, s. z, s. en (Suff.); L.: DW 10, 2059, EWD s. u. ihr; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus ihr und z sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Menschen statt mit du (duzen) mit ihr anreden; F.: ihrzen, ihrze (!), ihrzst (!), ihrzt, ihrzest, ihrzet, ihrzte, ihrztest, ihrzten, ihrztet, geihrzt, ##geihrzt, geihrzte, geihrztes, geihrztem, geihrzten, geihrzter##, ihrzend, ###ihrzend, ihrzende, ihrzendes, ihrzendem, ihrzenden, ihrzender###, ihrz (!)+EW; Z.: ihr-z-en
...ik, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …ik; ne. …ics; Vw.: s. Akust-, Analyt-, Architekton-, Arithmet-, Ästhet-, Athlet-, Botan-, Dialekt-, Didakt-, Diplomat-, Dynam-, Eth-, Grammat-, Graph-, Gymanist-, Herald-, Hermeneut-, Heurist-, Informat-, Kasuist-, Kinet-, Kosmet-, Krit-, Kybernet-, Linguist-, Log-, Lyr-, Mathemat-, Mechan-, Metaphys-, Method-, Metr-, Mim-, Mus-, Myst-, Naut-, Numismat-, Opt-, Pädagog-, Pan-, Phonet-, Phys-, Plast, Polem-, Polit-, Pragmat-, Prakt-, Rhetor-, Semant-, Semiot-, Stat-, Statist-, Takt-, Techn-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw.; E.: ursprünglich von gr. …ικη (ikē); L.: Kluge s. u. -ik, fehlt DW; Son.: s. Esoterik, Theatralik; vgl. nndl. …ica, Suff., …ik; frz. …ique, Suff., …ik; nschw. …ik, Suff., …ik; nnorw. …ikk, Suff., …ik; poln. …yka, Suff., …ik; kymr. …eg, Suff., …ik; lit. …ika, Suff., …ik; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Endsilbe für die Bildung von Substantiven der Zugehörigkeit verwendete Bezeichnung; BM.: Anzeige der Zugehörigkeit?; F.: …ik+FW; Z.: ik-
Ikebana, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Ikebana, Blumensteckkunst; ne. ikebana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. jap. ikebana; E.: s. jap. ikebana, Sb., Ikebana, lebendige Blumen; vgl. jap. ikeru, V., an dem Leben erhalten (V.); jap. hana, Sb., Blume; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ikebana; Son.: vgl. nndl. ikebana, Sb., Ikebana; frz. ikebana, M., Ikebana; nschw. ikebana, Sb., Ikebana; poln. ikebana, F., Ikebana; kymr. icebana, M., Ikebana; lit. ikebana, F., Ikebana; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für die japanische Kunst des Blumensteckens (Blumensteckkunst); BM.: lebendige Blumen; F.: Ikebana, Ikebanas+FW; Z.: Ikeb-ana
Ikone, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ikone, Kultbild; ne. icon; Vw.: -; Hw.: s. Emoticon, Ikonographie; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. russ. ikóna; E.: s. russ. ikóna, F., Ikone, Kultbild; byz. eikóna, F., Ikone; gr. εἰκών (eikōn), F., Bild, Bildnis, Ebenbild, Abbild, Vergleichung, Gleichnis; s. idg. *u̯eik- (3), V., zutreffen?, gleichkommen?, Pokorny 1129 (1961/37) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. Ikone, fehlt DW, EWD s. u. Ikone, Duden s. u. Ikone; Son.: vgl. nndl. icon, icoon, Sb., Ikone; frz. icône, F., Ikone; nschw. ikon, Sb., Ikone; nnorw. ikon, N., M., Ikone; poln. ikona, F., Ikone; kymr. eicon, M., Ikone; lit. ikona, F., Ikone; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Kultbild der orthodoxen Kirche mit der Darstellung heiliger Personen oder ihrer Geschichte und davon abgeleitet Bezeichnung für einen Menschen oder eine Sache als Verkörperung eines bestimmten Wertes; BM.: gleichkommen?; F.: Ikone, Ikonen+FW(+EW); Z.: Ik-on-e
$ikonisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ikonisch; E.: s. Ikon(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Ikone, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ikon(e) und isch gebildete Bezeichnung für eine Ikone betreffend; F.: ikonisch, ikonische, ikonisches, ikonischem, ikonischen, ikonischer+FW(+EW); Z.: ik-on-isch
Ikonographie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ikonographie, Darstellung in einem Gemälde; ne. iconography; Vw.: -; Hw.: s. Ikone; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īconographia; E.: s. lat. īconographia, F., Darstellung in einem Gemälde, (500-9. Jh.); gr. εἰκονογραφία (eikonographía), F., Darstellung in einem Gemälde; vgl. gr. εἰκών (eikōn), F., Bild, Bildnis, Ebenbild, Abbild, Vergleichung, Gleichnis; s. idg. *u̯eik- (3), V., zutreffen?, gleichkommen?, Pokorny 1129 (1961/37) (RB. idg. aus gr., balt.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ikonographie; Son.: vgl. frz. iconograpie, F., Ikonographie; nschw. ikonografi, Sb., Ikonographie; nnorw. ikonografi, M., Ikonographie; kymr. eiconograffi, M., Ikonographie; poln. ikonografia, F., Ikonographie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Beschreibung und Deutung von Bildwerken sowie eine Darstellung in einem Gemälde; BM.: gleichkommen?, ritzen; F.: Ikonographie, Ikonographien+FW(+EW); Z.: Ik-on-o—graph-ie
$Ikonoklast, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ikonoklast, Bilderstürmer; E.: s. Ikon(e), s. o, s. klast; L.: Kluge s. u. Ikone, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ikon(e) und o sowie klast bzw.. klasma aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bilderstürmer; BM.: Bild, zerbrochen; F.: Ikonoklast, Ikonoklasten+FW; Z.: Ik-on-o-klast
Iler, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Iler, ein Schabeisen; ne. fleshing knife; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von einem dt. Verb ilen, sw. V., Horn an der Innenseite abschaben; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Iler, DW 10, 2060; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus il(en) und er (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für das Schabeisen des Kammmachers; BM.: ?; F.: Iler, Ilers, Ilern+EW; Z.: Il-er
ilgern, nhd. (ält.), V., (15. Jh.): nhd. ilgern, stumpf werden; ne. become blunt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. ilgeren*, ilgern, sw. V., stumpf werden; vgl. mhd. īlic*, īlec, ilg, Adj., eilig, stumpf, stumpf von Zähnen; ahd. īlīg, Adj., eilig, schnell, eifrig, hastig; ahd. īlen, sw. V. (1a), eilen, streben, streben nach, sich bemühen; germ. *īljan, sw. V., eilen, schnell gehen; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. ilgern, DW 10, 2060; Son.: obdt.; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches stumpf werden der Zähne; BM.: gehen?; F.: ilgern, ilgere, ilger (!), ilgre, ilgerst, ilgert, ilgerte, ilgertest, ilgerten, ilgertet, geilgert, ##geilgert, geilgerte, geilgertes, geilgertem, geilgerten, geilgerter##, ilgernd, ###ilgernd, ilgernde, ilgerndes, ilgerndem, ilgernden, ilgernder###, ilger (!)+EW; Z.: i-l-g-er-n
illegal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. illegal, ungesetzlich, gesetzwidrig; ne. illegal (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1712?; I.: Lw. lat. illēgālis; E.: s. lat. illēgālis, Adj., ungesetzlich, gesetzwidrig; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. lēgālis, Adj., Gesetze betreffend, gesetzlich, den Gesetzen gemäß; vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legal, fehlt DW, EWD s. u. legal; Duden s. u. illegal; Son.: vgl. nndl. illegaal, Adj., illegal; frz. illégal, Adj., illegal; nschw. illegal, Adj., illegal; nnorw. illegal, Adj., illegal; GB.: vielleicht seit 1712 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Gesetzen durch Menschen mögliches ungesetzlich oder gesetzwidrig; BM.: nicht, Gesetz; F.: illegal, illegale, illegales, illegalem, illegalen, illegaler+FW(+EW); Z.: il—leg-al
$Illegalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Illegalität, Gesetzwidrigkeit, Ungesetzlichkeit; E.: s. illegal, s. i, s. tät; L.: fehlt DW, EWD s. u. legal; F.: Illegalität, Illegalitäten+FW(+EW); Z.: Il—leg-al-it-ät
illegitim, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. illegitim, ungesetzlich, unrechtmäßig, rechtswidrig; ne. illegitimate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1700?; I.: Lw. lat. illēgitimus; E.: s. lat. illēgitimus, Adj., ungesetzlich, gesetzwidrig, (1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Duden s. u. illegitim, EWD s. u. legitim; Son.: vgl. nschw. illegitim, Adj., illegitim; nnorw. illegitim, Adj., illegitim; lit. neligitimus, Adj., illegitim; GB.: vielleicht seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Recht durch Menschen mögliches ungesetzlich oder unrechtmäßig oder rechtswidrig; BM.: nicht, Gesetz; F.: illegitim, illegitime, illegitimes, illegitimem, illegitimen, illegitimer+FW(+EW); Z.: il-leg-it-im
Illumination, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Illumination, Erleuchtung, Beleuchtung; ne. illumination; Vw.: -; Hw.: s. illuminieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. illumination; E.: s. mnd. illūminātie, F., „Illumination“, Kolorierung einer Handschrift, Rubrizierung einer Handschrift; frz. illumination, F., Illumination, Erleuchtung; lat. illūminātio, F., Erleuchtung, Erhellung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. illūmināre, V., erleuchten, hell machen, licht machen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūmen, N., leuchtendes Licht, Lichtkörper, Tageslicht, Tag; vgl. lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Illumination, fehlt DW, EWD s. u. illuminieren, Duden s. u. Illumination; Son.: vgl. nndl. illuminatie, Sb., Illumination; nschw. illumination, Sb., Illumination; nnorw. illuminasjon, M., Illumination; poln. iluminacja, F., Illumination; GB.: seit 18. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Erleuchtung und später auch eine Beleuchtung; BM.: hell machen; F.: Illumination, Illuminationen+FW(+EW); Z.: Il-lum-in-at-io-n
illuminieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. illuminieren, erleuchten, beleuchten, klar machen, die Initialen einer Handschrift ausmalen; ne. illuminate; Vw.: -; Hw.: s. Illumination; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); I.: Lw.; E.: mhd. illuminieren, sw. V., schmücken; s. lat. illūmināre, V., erleuchten, hell machen; vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. lūmen, N., leuchtendes Licht, Lichtkörper, Tageslicht, Tag; lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687; L.: DW 10, 2060, EWD s. u. illuminieren, Duden s. u. illuminieren; Son.: vgl. nndl. illumineren, V., illuminieren; frz. illuminer, V., illuminieren; nschw. illuminere, V., illuminieren; nnorw. illuminere, V., illuminieren; poln. iluminować, V., illuminieren; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas erleuchten oder beleuchten oder klar machen, ausmalen; BM.: hell machen; F.: illuminieren, illuminiere, illuminierst, illuminiert, illuminierest, illuminieret, illuminierte, illuminiertest, illuminierten, illuminiertet, ##illuminiert, illuminierte, illuminiertes, illuminiertem, illuminierten, illuminierter##, illuminierend, ###illuminierend, illuminierende, illuminierendes, illuminierendem, illuminierenden, illuminierender###, illuminier(!)+FW(+EW); Z.: il-lum-in-ier-en
Illusion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Illusion, Täuschung; ne. illusion; Vw.: -; Hw.: s. illusionieren, desillusionieren, illusorisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. illusion; E.: s. frz. illusion, F., Illusion, Täuschung; lat. illūsio, F., Verspottung, Ironie, Täuschung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. illūdere, V., hinspielen, spielend hinwerfen, bespielen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūdere, V., spielen, zum Besten halten, schäkern; idg. *leid-?, V., spielen, scherzen, necken, Pokorny 666 (1077/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?); L.: Kluge s. u. Illusion, fehlt DW, EWD s. u. Illusion, Duden s. u. Illusion; Son.: vgl. nndl. illusie, Sb., Illusion; nschw. illusion, Sb., Illusion; nnorw. illusjon, M., Illusion; poln. iluzja, F., Illusion; lit. iluzija, F., Illusion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Täuschung oder eine beschönigende und dem Wunschdenken entsprechende Selbsttäuschung über einen in Wirklichkeit weniger guten Sachverhalt; BM.: hinspielen bzw. einspielen; F.: Illusion, Illusionen+FW; Z.: Il-lus-io-n
illusionieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. illusionieren, vortäuschen, täuschen; ne. deceive; Vw.: s. des-; Hw.: s. Illusion, illusorisch; Q.: ?; I.: Lw.; E.: s. Illusion, s. ieren; L.: fehlt DW, Duden s. u. illusionieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Illusion und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches absichtlich einen falschen Eindruck erwecken; BM.: hinspielen bzw. einspielen; F.: illusionieren, illusioniere, illusionierst, illusioniert, illusionierest, illusionieret, illusionierte, illusioniertest, illusionierten, illusioniertet, ##illusioniert, illusionierte, illusioniertes, illusioniertem, illusionierten, illusionierter##, illusionierend, ###illusionierend, illusionierende, illusionierendes, illusionierendem, illusionierenden, illusionierender###, illusionier(!)+FW(+EW); Z.: il-lus-io-n-ier-en
illusorisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. illusorisch, nur in der Illusion bestehend, in Selbsttäuschung bestehend, trügerisch; ne. illusory, illusive; Vw.: -; Hw.: s. Illusion, illusionieren, desillusionieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. illusoire; E.: s. frz. illusoire, Adj., illusorisch; lat. illūsōrius, Adj., zum Verspotten geeignet, verspottend, lächerlich, betrügerisch, trügerisch, vortäuschend, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. illūdere, V., hinspielen, spielend hinwerfen, bespielen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūdere, V., spielen, zum Besten halten, schäkern; idg. *leid-?, V., spielen, scherzen, necken, Pokorny 666 (1077/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?); L.: Kluge s. u. Illusion, fehlt DW, EWD s. u. Illusion, Duden s. u. illusorisch; Son.: vgl. nndl. illusoir, Adj., illusorisch; nschw. illusorisk, Adj., illusorisch; nnorw. illusorisk, Adj., illusorisch; poln. iluzoryczny, Adj., illusorisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Selbsttäuschung bestehend oder trügerisch; BM.: hinspielen bzw. einspielen; F.: illusorisch, illusorische, illusorisches, illusorischem, illusorischen, illusorischer(, illusorischere, illusorischeres, illusorischerem, illusorischeren, illusorischerer, illusorischst, illusorischste, illusorischstes, illusorischstem, illusorischsten, illusorischster)+FW(+EW); Z.: il-lus-or-isch
illuster, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. illuster, berühmt, glanzvoll; ne. illustrious; Vw.: -; Hw.: s. illustrieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. illustre; E.: s. frz. illustre, Adj., illuster, berühmt; lat. illūster, illūstris, Adj., im Licht stehend, im Glanz stehend, erleuchtet, hell, licht, lichtvoll, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. illūstrāre, V., erleuchten, ans Licht bringen, beleuchten, erläutern, Glanz verleihen, verschönern; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūstrāre, V., machen, beleuchten, betrachten, bedenken; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. illustrieren, fehlt DW, EWD s. u. illuster, Duden s. u. illuster; Son.: vgl. nschw. illuster, Adj., illuster; nnorw. illustre, Adj., illuster; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für berühmt oder glanzvoll; BM.: erleuchten bzw. in das Licht setzen; F.: illuster, illustre, illustres, illustrem, illustren, illustrer(, illustrere, illustreres, illustrerem, illustreren, illustrerer, illustrest, illustreste, illustrestes, illustrestem, illustresten, illustrester)+FW(+EW); Z.: il-lus-t-er
Illustration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Illustration, Darstellung, Bebilderung, Bildbeigabe; ne. illustration; Vw.: -; Hw.: s. illuster, illustrieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. illūstrātio; E.: s. lat. illūstrātio, F., Anschaulichkeit, anschauliche Darstellung, Veranschaulichung, Verdeutlichung, Erklärung, Erscheinung, Ruhm, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. illūstrāre, V., erleuchten, ans Licht bringen, beleuchten, erläutern, Glanz verleihen, verschönern; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūstrāre, V., machen, beleuchten, betrachten, bedenken; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. illustrieren, fehlt DW, EWD s. u. illuster, Duden s. u. Illustration; Son.: vgl. nndl. illustratie, Sb., Illustration; frz. illustration, F., Illustration; nschw. illustration, Sb., Illustration; nnorw. illustrasjon, M., Illustration; poln. ilustracja, F., Illustration; lit. iliustracija, F., Illustration; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Darstellung oder Bebilderung oder veranschaulichende Bildbeigabe zu einem Text; BM.: erleuchten bzw. in das Licht setzen; F.: Illustration, Illustrationen+FW(+EW); Z.: Il-lus-t-r-at-io-n
illustrieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. illustrieren, veranschaulichen, bebildern; ne. illustrate; Vw.: -; Hw.: s. illuster, Illustration; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. illūstrāre; E.: s. mnd. illustrēren, sw. V., bildlich darstellen, abbilden; lat. illūstrāre, V., erleuchten, ans Licht bringen, beleuchten, erläutern, Glanz verleihen, verschönern, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. lūstrāre, V., machen, beleuchten, betrachten, bedenken; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. illustrieren, fehlt DW, EWD s. u. illuster, Duden s. u. illustrieren; Son.: vgl. nndl. illustreren, sw. V., illustrieren; frz. illustrer, V., illustrieren; nschw. illustrera, V., illustrieren; nnorw. illustrere, V., illustrieren; poln. ilustrować, V., illustrieren; lit. iliustruoti, V., illustrieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Bild mögliches veranschaulichen oder bebildern; BM.: erleuchten bzw. in das Licht setzen; F.: illustrieren, illustriere, illustrierst, illustriert, illustrierest, illustrieret, illustrierte, illustriertest, illustrierten, illustriertet, ###illustriert, illustrierte, illustriertes, illustriertem, illustrierten, illustrierter##, illustrierend, ###illustrierend, illustrierende, illustrierendes, illustrierendem, illustrierenden, illustrierender###, illustrier(!)+FW(+EW); Z.: il-lus-t-r-ier-en
$Illustrierte, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Illustrierte; E.: s. illustrier(en), s. t, s. e; L.: Kluge s. u. illustrieren, fehlt DW; GB.: vielleicht nach dem Vorbild der Illustrated London News und der französischen L’Illustration seit 1. Juli 1843 belegte Illustrierte (Zeitung) als Bezeichnung für eine mit Bildern versehene Zeitschrift; F.: Illustrierte, Illustrierten+FW(+EW); Z.: Il-lus-t-r-at-io-n
Iltis, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Iltis, Stinkmarder; ne. polecat, fitch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. eltes, iltis, st. M., st. N., Iltis; ahd. illintis, st. M. (a?, i?), Iltis; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Iltis, Kluge s. u. Iltis, DW 10, 2061, EWD s. u. Iltis, EWAhd 5, 53, Duden s. u. Iltis, Bluhme s. u. Iltis; Son.: s. mnd. ilke, illek, M., Iltis, Iltisfell; mnl. ulc, ullic, Sb., Iltis, Iltisfell; GB.: (illintis) seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschliches zu den Mardern gehörendes schwarzbraunes und einen gedrungenen Körper habendes kleines Raubtier; BM.: ?; F.: Iltis, Iltisses, Iltisse, Iltissen+EW; Z.: Ilt-is
Image, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Image, Bild in der Öffentlichkeit; ne. image; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. image; E.: s. ne. image, N., Bild, Bildnis; frz. image, F., Bild; afrz. imagene, Sb., Bild; lat. imāgo, F., Bild, Bildnis, Abbild, Nachbildung, Brustbild, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Image, fehlt DW, EWD s. u. Image, Duden s. u. Image; Son.: vgl. nndl. imago, Sb., Image; nnorw. image, M., N., Image; poln. image, M., Image; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das der Öffentlichkeit präsentierte Bild eines Menschen oder einer sonstigen Gegebenheit; BM.: geben; F.: Image, Images+FW(+EW); Z.: I-m-ag-e
imaginär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. imaginär, eingebildet, vorgestellt, erdacht, nicht wirklich; ne. imaginary; Vw.: -; Hw.: s. imaginieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. imaginaire; E.: s. frz. imaginaire, Adj., nicht wirklich; lat. imāginārius (1), Adj., zum Bild gehörig, Bild..., nur den Schein habend, Schein..., (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. imāgo, F., Bild, Bildnis, Abbild, Nachbildung, Brustbild; vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. imaginär, fehlt DW, EWD s. u. imaginär, Duden s. u. imaginär; Son.: vgl. nndl. imaginair, Adj., imaginär; nschw. imaginär, Adj., imaginär; nnorw. imaginær, Adj., imaginär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eingebildet oder vorgestellt oder erdacht oder nicht wirklich; BM.: geben; F.: imaginär, imaginäre, imaginäres, imaginärem, imaginären, imaginärer+FW(+EW); Z.: i-m-ag-in-är
$Imagination, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Imagination, Einbildung, Vorstellung; I.: Lw. frz. imagination; E.: s. frz. imagination; L.: EWD s. u. imaginär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Einbildung oder Vorstellung; F.: Imagination, Imaginationen+FW+EW; Z.: I-m-ag-in-at-io-n
imaginieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. imaginieren, denken, sich in Gedanken vorstellen, einbilden; ne. imagine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. imaginieren, sw. V., nachdenken; lat. imāgināre, V., als Bild wiedergeben, abbilden, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. imāgo, F., Bild, Bildnis, Abbild, Nachbildung, Brustbild; vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. imaginieren; Son.: vgl. frz. imaginer, V., imaginieren; nnorw. imaginere, V., imaginieren; poln. imaginować, V., imaginieren; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches denken oder einbilden oder sich in Gedanken vorstellen; BM.: geben; F.: imaginieren, imaginiere, imaginierst, imaginiert, imaginierest, imaginieret, imaginierte, imaginiertest, imaginierten, imaginiertet, ##imaginiert, imaginierte, imaginiertes, imaginiertem, imaginierten, imaginierter##, imaginierend, ###imaginierend, imaginierende, imaginierendes, imaginierendem, imaginierenden, imaginierender###, imaginier (!)+FW+EW; Z.: i-m-ag-in-ier-en
Imam, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Imam, muslimischer Vorbeter in einer Moschee; ne. imam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1647?; I.: Lw. arab. imām; E.: s. arab. imām, M., Imam, Vorbeter, Vorsteher, Vorbild, Führer; vgl. arab. amma, V., den Weg zeigen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Imam; Son.: vgl. nndl. imam, Sb., Imam; frz. imam, M., Imam; nschw. imam, Sb., Imam; nnorw. imam, M., Imam; poln. imam, M., Imam; kymr. imam, M., Imam; nir. iomám, M., Imam; lit. imam, M., Imam; GB.: vielleicht seit 1647 belegte und aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen muslimischen Vorbeter in einer Moschee; BM.: Vorsteher bzw. zeigen; F.: Imam, Imams, Imame, Imamen+FW; Z.: Imam
imbezil, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. imbezil, schwachsinnig, dumm; ne. imbecile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. imbécile; E.: s. frz. imbécile, Adj., imbezil, schwachsinnig; lat. imbēcillis, inbēcillis, Adj., schwach, gebrechlich, kraftlos, kränklich, hinfällig, (81-43 v. Chr.); lat. in- (2), Präf., Verneinungsartikel, un…; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. baculum, N., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze; vgl. idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. imbezil; Son.: vgl. nndl. imbeciel, Adj., imbezil; nschw. imbecill, Adj., imbezil; nnorw. imbesil, Adj., imbezil; poln. imbecylny, Adj., imbezil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vor allem in der Medizin verwendete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schwachsinnig oder dumm oder an einem Mangel (M.) der Intelligenz leidend; BM.: nicht, Stab bzw. stechen; F.: imbezil, imbezile, imbeziles, imbezilem, imbezilen, imbeziler(, imbezilere, imbezileres, imbezilerem, imbezileren, imbezilerer, imbezilst, imbezilste, imbezilstes, imbezilstem, imbezilsten, imbezilster)+FW(+EW); Z.: im-bez-il
Imbiss, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Imbiss, Essen (N.), kleine Mahlzeit, kleine Zwischenmahlzeit; ne. meal, snack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. imbīz, inbīz, imbiz*, st. M., st. N., Imbiss, Essen (N.), Mahl, Mahlzeit, Speise, Frühstück; mhd. inbīz, immiz, immez, st. M., st. N., Essen (N.), Imbiss, Mahlzeit; mhd. enbīz, st. M., st. N., Imbiss, Essen (N.), Mahlzeit; mnd. inbit, N., Imbiss, leichte Mahlzeit, Frühstück; mnd. immet, ymbet, impt, N., Imbiss, leichte Mahlzeit, Frühstück; mnl. inbijt, N., Frühstück; ahd. inbiz*, imbiz, st. M. (i?), st. N. (a), „Imbiss“, Essen (N.), Mahlzeit, Speise; as. -; anfrk. -; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. biz, bīz?, st. M. (i), Biss, Bissen, Gebiss; germ. *biti-, *bitiz, st. M. (i), Biss, Stich; idg. *bʰeid-, V., spalten, trennen, Pokorny 116 (193/26) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Imbisz, Kluge s. u. Imbiss, DW 10, 2064 (Imbisz), EWD s. u. Imbiß, EWAhd 5, 73, Duden s. u. Imbiss; Son.: vgl. nndl. onbijt, Sb., Imbiss; GB.: seit um 800 belegte und aus in und Biss gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit einer Nahrungsaufnahme mögliche kleine Zwischenmahlzeit; BM.: in, spalten bzw. trennen; F.: Imbiss, Imbisses, Imbisse, Imbissen+EW; Z.: Im—bi-ss
Imitation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Imitation, Nachahmung, Nachbildung; ne. imitation; Vw.: -; Hw.: s. Imitator, imitieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. imitātio; E.: s. lat. imitātio, F., Nachahmung, Nacheifern, Nachäffung, Kopie, Abbild, Bild, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. imitārī, emitārī, V., nachahmen, nachmachen, nachtun; vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. imitieren, fehlt DW, EWD s. u. imitieren, Duden s. u. Imitation; Son.: vgl. nndl. imitatie, Sb., Imitation; frz. imitation, F., Imitation; nschw. imitation, Sb., Imitation; nnorw. imitasjon, M., Imitation; poln. imitacja, F., Imitation; lit. imitacija, F., Imitation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliche Nachahmung oder Nachbildung; BM.: geben; F.: Imitation, Imitationen+FW+EW; Z.: I-mit-at-io-n
Imitator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Imitator, Nachahmer; ne. imitator, impersonator; Vw.: -; Hw.: s. Imitation, imitieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. imitātor; E.: s. lat. imitātor, M., Nachahmer, Nachäffer, Verfälscher, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. imitārī, emitārī, V., nachahmen, nachmachen, nachtun; vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. imitieren, fehlt DW, EWD s. u. imitieren, Duden s. u. Imitator; Son.: vgl. frz. imitateur, M., Imitator; nschw. imitatör, M., Imitator; nnorw. imitator, M., Imitator; poln. imitator, M., Imitator; lit. imitatorius, M., Imitator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen oder des Lebens möglichen Nachahmer; BM.: geben; F.: Imitator, Imitatoren+FW; Z.: I-mit-at-or
imitieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. imitieren, nachmachen, nachahmen; ne. imitate; Vw.: -; Hw.: s. Imitation, Imitator; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. imitārī; E.: s. lat. imitārī, emitārī, V., nachahmen, nachmachen, nachtun, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *ai- (3), V., geben, zuteilen, nehmen, Pokorny 10 (23/23) (RB. idg. aus iran., gr., ill., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. imitieren, fehlt DW, EWD s. u. imitieren, Duden s. u. imitieren; Son.: vgl. nndl. imiteren, V., imitieren; frz. imiter, V., imitieren; nschw. imitera, V., imitieren; nnorw. imitere, V., imitieren; poln. imitować, V., imitieren; lit. imituoti, V., imitieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliches nachmachen oder nachahmen; BM.: geben; F.: imitieren, imitiere, imitierst, imitiert, imitierest, imitieret, imitierte, imitiertest, imitierten, imitiertet, ###imitiert, imitierte, imitiertes, imitiertem, imitierten, imitierter##, imitierend, ###imitierend, imitierende, imitierendes, imitierendem, imitierenden, imitierender###, imitier+FW(+EW); Z.: i-mit-ier-en
Imker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Imker, Bienenzüchter, Bienenhalter; ne. beekeeper; Vw.: -; Hw.: s. Imme; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. imker; E.: s. nndl. imker, Sb., Imker; mnd. immeker, M., Imker, Bienenzüchter; vgl. mnd. imme, ime, immen, ymen, N., „Imme“, Biene, Bienenschwarm, Bienenstock, Bienenstand; mhd. imbe, impe, imme, st. M., sw. M., Biene, Bienenschwarm, Bienenstand; ahd. imbi, st. M. (ja)?, Bienen, Immen, Bienenschwarm, Schwarm; germ. *embja-, *embjaz, st. M. (a), Bienenschwarm, Immenschwarm; germ. *embja-, *embjam, st. N. (a), Bienenschwarm, Immenschwarm; idg. *embʰi-, Sb., Stechmücke?, Biene?, Pokorny 311 (457/ 38) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Imker, EWD s. u. Imker, DW 10, 2065, Duden s. u. Imker, Bluhme s. u. Imker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelhochdeutschen sowie dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bienenzüchter oder Bienenhalter; BM.: Imme bzw. Biene; F.: Imker, Imkers, Imkern+EW; Z.: Im-k-er
immanent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. immanent, innewohnend, in der Sache liegend; ne. immanent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. immanēns; E.: s. lat. immanēns, (Part. Präs.=)Adj., darin bleibend, anhaftend; vgl. lat. immanēre, inmanēre, V., bleiben, anhaften, zurückbleiben, verbleiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. manēre, V., bleiben, übernachten, wohnen, leben, sich aufhalten; idg. *men- (5), bleiben, stehen, Pokorny 729 (1215/80) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. immanent, fehlt DW, EWD s. u. immanent, Duden s. u. immanent; Son.: vgl. nndl. immanent, Adj., immanent; frz. immanent, Adj., immanent; nschw. immanent, Adj., immanent; nnorw. immanent, Adj., immanent; poln. immanentny, Adj., immanent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches innewohnend oder in der Sache liegend; BM.: in, bleiben; F.: immanent, immanente, immanentes, immanentem, immanenten, immanenter+FW(+EW); Z.: im-man-ent
$Immanenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Immanenz, Innewohnen, Enthaltensein; E.: s. immanen(t), s. z; L.: fehlt DW, EWD s. u. immanent; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus immanen(t) und z gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Innewohnen oder Enthaltensein; F.: Immanenz, Immanenzen+FW(+EW); Z.: Im-man-enz
$Immatrikulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Immatrikulation, Einschreibung; E.: s. immatrikul(ieren), s. ation; L.: fehlt DW, EWD s. u. Matrikel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus immatrikul(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für die seit Führung einer Matrikel durch Menschen mögliche Einschreibung in ein Verzeichnis der Hochschulangehörigen; F.: Immatrikulation, Immatrikulationen+FW+EW; Z.: Im-ma-t-r-ik-ul-at-io-n
immatrikulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. immatrikulieren, einschreiben; ne. matriculate, enroll; Vw.: -; Hw.: s. exmatrikulieren, Matrikel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. immātrīculāre; E.: s. mlat. immātrīculāre, V., eingliedern; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. mātrīcula, F., öffentliches Verzeichnis, Matrikel, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. immatrikulieren?, matrikulieren?, fehlt DW, EWD s. u. Matrikel, Duden s. u. immatrikulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für seit Führung einer Matrikel durch Menschen mögliches in ein Verzeichnis von Hochschulangehörigen einschreiben; BM.: in, Mutter; F.: immatrikulieren, immatrikuliere, immatrikulierst, immatrikuliert, immatrikulierest, immatrikulieret, immatrikulierte, immatrikuliertest, immatrikulierten, immatrikuliertet, ##immatrikuliert, immatrikulierte, immatrikuliertes, immatrikuliertem, immatrikulierten, immatrikulierter##, immatrikulierend, ###immatrikulierend, immatrikulierende, immatrikulierendes, immatrikulierendem, immatrikulierenden, immatrikulierender###, immatrikulier (!)+FW(+EW); Z.: im-ma-t-r-ik-ul-ier-en
Imme, nhd., F., M., (9. Jh.): nhd. Imme?, Biene?, Bienenschwarm; ne. bee; Vw.: -; Hw.: s. Biene, s. Imker; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. imbe, impe, imme, st. M., sw. M., Biene, Bienenschwarm, Bienenstand; mnd. imme, ime, immen, ymen, N., „Imme“, Biene, Bienenschwarm, Bienenstock, Bienenstand; mnl. imme, F., Biene; ahd. imbi, st. M. (ja)?, Bienen, Immen, Bienenschwarm, Schwarm; as. -; anfrk. -; germ. *embja-, *embjaz, st. M. (a), Bienenschwarm, Immenschwarm; germ. *embja-, *embjam, st. N. (a), Bienenschwarm, Immenschwarm; idg. *embʰi-, Sb., Stechmücke?, Biene?, Pokorny 311 (457/ 38) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Imme, Kluge s. u. Imme, EWD s. u. Imme, DW 10, 2065, EWAhd 5, 59, Falk/Torp 25, Duden s. u. Imme, Bluhme s. u. Imme; Son.: vgl. afries. emka, Sb., Imme, Biene; ae. imbe, ymbe, st. N. (ja), Bienenschwarm, Immenschwarm; an. -; got. -; ? air. imbed, imbad, M., N., große Menge, Überfluss; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und mindestens seit 50 Millionen Jahren in Bernstein eingeschlossen nachweisbares meist gemeinschaftsbildendes und vielleicht seit 7000 Jahren zu der planmäßigen Honiggewinnung von Menschen genutztes und in Stöcken oder Körben oder Häuschen gehaltenes kleines Insekt und einen Bienenschwarm; BM.: Biene; F.: Imme, Immen+EW; Z.: Im-m-e
immens, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. immens, unermesslich; ne. immense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. immēnsus; E.: s. lat. immēnsus, Adj., unermesslich, ungemäß, groß, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. mētīrī, V., messen, abmessen, zumessen, ausmessen; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. immens, fehlt DW, EWD s. u. immens, Duden s. u. immens; Son.: vgl. nndl. immens, Adj., immens; frz. immense, Adj., immens; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich nach Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches unermesslich; BM.: nicht, messen; F.: immens, immense, immenses, immensem, immensen, immenser+FW(+EW); Z.: im-me-ns
immer, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. immer, stets, die ganze Zeit dauernd; ne. always; Vw.: s. n-; Hw.: s. mehr; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. iemer, immer, imer, ummer, Adv., jederzeit, immer; mnd. iemer, iemmer, imer, immer, imber, ymber, iummer, Adv., jederzeit, stets, immer, jedes Mal, seitdem, jederzeit, je, irgendeinmal; mnl. emmer, immer, ommer, ummer, Adv., immer; ahd. iomēr, Adv., immer, ewig, allezeit, immerfort, immerdar, stets, für immer, für alle Zeit, weiterhin, in alle Ewigkeit, je, jemals; as. eomêr*, iomêr*, Adv., immer; anfrk. iemer, Adv., immer; vgl. ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter; as. eo, Adv., je, immer; germ. *aiw-, Adv., je; idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); ahd. mēr, N. (indekl.), Adj., mehr, größere, bessere, weitere, stärkere, schnellere, zahlreichere, fernere, liebere; as. mêr, Adj., Adv., mehr, ferner; germ. *maizōn, *maizan, Adj., mehr, größer; germ. *mais, *maizō, Adv., mehr; idg. *mēi̯es, *məi̯es, *məis, Adj., größer, mehr, Pokorny 704; idg. *mē- (4), *mō-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. immer, Kluge s. u. immer, DW 10, 2068, EWD s. u. immer, EWAhd 5, 144, Duden s. u. immer, Bluhme s. u. immer; Son.: vgl. afries. ammer, emmer, Adv., immer; nndl. immer, Adv., immer; GB.: (iomēr) seit um 790 belegte Bezeichnung für stets oder die ganze Zeit dauernd; BM.: Lebenskraft, mehr; F.: immer+EW; Z.: i-m-m-er
Immi, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Immi, ein Hohlmaß; ne. a measure (N.) of capacity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1286 (Urkunde); E.: mhd. imīn, imī, st. N., Getreidemaß, Imme, Immi, Hohlmaß, Hohlmaß besonders für Getreide; mlat. hēmina, Flüssigkeitsmaß, Viertelchen; s. gr. ἡμίνα (hēmína), F., Hälfte (als Maß); vgl. gr. ἡμι-, Suff., halb...; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Immi, DW 10, 2079, Duden s. u. Immi; GB.: seit 1286 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein besonders für Getreide verwendetes Hohlmaß; BM.: Hälfte bzw. halb; F.: Immi, Immis+FW(+EW); Z.: Im-m-i
immigrieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. immigrieren, einwandern; ne. immigrate; Vw.: -; Hw.: s. emigrieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. immigrāre; E.: s. lat. immigrāre, V., hineinziehen, einziehen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. immigrieren, fehlt DW, Duden s. u. immigrieren; Son.: vgl. nndl. immigereren, V., immigrieren; frz. immigrer, V., immigrieren; nschw. immigrera, V., immigrieren; nnorw. immigrere, V., immigrieren; poln. imigrować, V., immigrieren; lit. imigruoti, V., immigrieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches in ein Gebiet anderer einwandern; BM.: in, wandern; F.: immigrieren, immigriere, immigrierst, immigriert, immigrierest, immigrieret, immigrierte, immigriertest, immigrierten, immigriertet, ##immigriert, immigrierte, immigriertes, immigriertem, immigrierten, immigrierter##, immigrierend, ###immigrierend, immigrierende, immigrierendes, immigrierendem, immigrierenden, immigrierender###, immigrier (!)+FW; Z.: im-mi-g-r-ier-en
Immission, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Immission, Einsetzen in ein öffentliches Amt, Luftverunreinigung; ne. immission, nuisance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1571; I.: Lw. lat. immissio; E.: s. lat. immissio, F., Hineinlassen, Anstiften, Emporschießenlassen, Handeln-Lassen, Hereinlassen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. immittere, V., hineinschicken, hineingehen lassen, eingehen lassen, losschicken, schicken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Duden s. u. Immission; Son.: vgl. nschw. immission, Sb., Immission; poln. imisja, F., Immission; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Einsetzen in ein öffentliches Amt und seit 20. Jh. für die sachlich wohl vor allem seit der starken Zunahme der Zahl der Menschen bemerkbare Einwirkung des Menschen in die Umwelt durch Luftverunreinigung; BM.: in, werfen; F.: Immission, Immissionen+FW+EW; Z.: Im-miss-io-n
Immobilie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Immobilie, unbewegliche Sache, Grundstück; ne. immobile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. immōbilia; E.: s. mlat. immōbilia, F., Immobilie, unveränderliche Sache; vgl. lat. immōbilis, Adj., unbeweglich, unveränderlich, unabänderlich; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen; lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Immobilie, fehlt DW, Duden s. u. Immobilie; Son.: vgl. frz. immeuble, M., Immobilie; nnorw. immobilia, M., Immobilie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche und Entwicklung von Recht mögliche unbewegliche Sache oder ein Grundstück; BM: nicht, bewegen; F.: Immobilie, Immobilien+FW; Z.: Im-mo-b-il-ie
immun, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. immun, unempfindlich, widerstandsfähig, unantastbar, unangreifbar; ne. immune; Vw.: -; Hw.: s. Immunität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. immūnis; E.: s. lat. immūnis, Adj., frei von Leistungen, ledig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. immun, EWD s. u. immun, Duden s. u. immun; Son.: vgl. nndl. immuun, Adj., immun; frz. immunisé, Adj., immun; nschw. immun, Adj., immun; nnorw. immun, Adj., immun; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches unempfindlich oder widerstandsfähig sowie seit Entstehung von Recht mögliches unantastbar oder unangreifbar; BM.: nicht, wechseln; F.: immun, immune, immunes, immunem, immunen, immuner+FW(+EW); Z.: im-mu-n
$immunisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. immunisieren; E.: s. immun, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. immun, fehlt DW, EWD s. u. immun; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus immun und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches unempfindlich oder widerstandsfähig sowie seit Entstehung von Recht mögliches unantastbar oder unangreifbar machen oder werden; F.: immunisieren, immunisiere, immunisierst, immunisiert, immunisierest, immunisieret, immunisierte, immunisiertest, immunisierten, immunisiertet, ##immunisiert, immunisierte, immunisiertes, immunisiertem, immunisierten, immunisierter##, immunisierend, ###immunisierend, immunisierende, immunisierendes, immunisierendem, immunisierenden, immunisierender###, immunisier (!)+FW(+EW); Z.: im-mu-n-is-ier-en
Immunität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Immunität, Widerstandsfähigkeit, Befreiung, Unantastbarkeit, Schutz vor einer Verfolgung; ne. immunity; Vw.: -; Hw.: s. immun; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. immūnitās; E.: s. lat. immūnitās, F., Befreiung, Befreiung von Leistungen, Befreiung von Abgaben, Befreiung von Ansprüchen, Freisein, Vergünstigung, Asyl; vgl. lat. immūnis, Adj., frei von Leistungen, ledig; vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. immun, fehlt DW, EWD s. u. immun, Duden s. u. Immunität; Son.: vgl. nndl. immuniteit, Sb., Immunität; frz. immunité, F., Immunität; nschw. immunitet, Sb., Immunität; nnorw. immunitet, M., Immunität; poln. immunitet, M., Immunität; lit. imunitetas, M., Immunität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Unempfänglichkeit für Krankheitserreger oder Widerstandsfähigkeit beziehungsweise seit Entwicklung von Recht für Unantastbarkeit oder einen sicheren Schutz vor einer Verfolgung; BM.: in, wechseln; F.: Immunität, Immunitäten+FW; Z.: Im-mu-n-it-ät
Imperativ, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Imperativ, Befehlsform, Modus des Befehlens; ne. imperative (N.); Vw.: -; Hw.: s. Imperator, Imperium, Imperialismus; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. (modus) imperātīvus; E.: s. lat. modus imperātīvus, M., Imperativ; lat. imperātīvus, Adj., befehlend, anbefohlen, (um 310-380 n. Chr.); vgl. lat. imperāre, V., anbefehlen, befehlen, gebieten, herrschen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Imperativ, fehlt DW, EWD s. u. Imperativ, Duden s. u. Imperativ; Son.: vgl. nndl. imperatief, Sb., Imperativ; frz. impératif, M., Imperativ; nschw. imperativ, Sb., Imperativ; nnorw. imperativ, M., Imperativ; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Befehlsform eines Tunsworts oder Verbes; BM.: in, bereiten bzw. gebären; F.: Imperativ, Imperativs, Imperative, Imperativen+FW(+EW); Z.: Im-per-at-iv
Imperator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Imperator, Oberfeldherr, Herrscher, Gebieter; ne. imperator; Vw.: -; Hw.: s. Imperativ, Imperialismus, Imperium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. imperātor; E.: s. lat. imperātor, M., Befehlshaber, Vorgesetzter, Gebieter, Herrscher, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. imperāre, V., anbefehlen, befehlen, gebieten, herrschen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Imperium, EWD s. u. Imperator, Duden s. u. Imperator; Son.: vgl. frz. imperator, M., Imperator; nschw. imperator, Sb., Imperator; nnorw. imperator, M., Imperator; poln. imperator, M., Imperator; lit. imperatorius, M., Imperator; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Oberfeldherrn oder Herrscher oder Gebieter; BM.: in, bereiten; F.: Imperator, Imperators, Imperatoren+FW; Z.: Im-per-at-or
$imperatorisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. imperatorisch, gebieterisch; E.: s. Imperator; L.: fehlt DW, EWD s. u. Imperator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Imperator und isch gebildete Bezeichnung für einen Imperator betreffend oder gebieterisch; F.: imperatorisch, imperatorische, imperatorisches, imperatorischem, imperatorischen, imperatorischer(, imperatorischere, imperatorischeres, imperatorischerem, imperatorischeren, imperatorischerer, imperatorischst, imperatorischste, imperatorischstes, imperatorischstem, imperatorischsten, imperatorischster)+FW(+EW); Z.: im-per-at-or-isch
Imperfekt, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Imperfekt, Mitvergangenheit, Präteritum; ne. imperfect (N.); Vw.: -; Hw.: s. perfekt, Imperfekt; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. imperfectus; E.: s. lat. imperfectus, Adj., unvollendet, unvollständig, unvollkommen, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); perfectus (1), Adj., vollkommen, vollendet, tüchtig; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Imperfekt, fehlt DW, EWD s. u. perfekt, Duden s. u. Imperfekt; Son.: vgl. frz. imparfait, M., Imperfekt; nschw. imperfekt, N., Imperfekt; nnorw. imperfektum, N., Imperfekt; GB.: seit 17. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Zeitform der unvollendeten Vergangenheit (z. B. war, hatte, tat) in Gegensatz zu dem Perfekt und dem Plusquamperfekt; BM.: nicht, durch, machen; F.: Imperfekt, Imperfekts+FW(+EW); Z.: Im-per-fe-kt
imperial, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. imperial, kaiserlich, Kaiserreich betreffend; ne. imperial; Vw.: -; Hw.: s. Imperialismus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. imperiālis; E.: s. lat. imperiālis, Adj., kaiserlich, Kaiser..., königlich, zum König gehörig, zum Herrscher gehörig, herrlich, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. imperium, N., Befehl, Machtspruch, Gebot, Auftrag, Anordnung, Gewalt, Reich, (204-169 v. Chr.); lat. imperāre, V., anbefehlen, befehlen, gebieten, herrschen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: fehlt DW, Duden s. u. imperial; Son.: vgl. nndl. imperiaal, Adj., imperial; frz. impérial, Adj., imperial; nschw. imperial, Adj., imperial; nnorw. imperial, Adj., imperial; poln. imperialny, Adj., imperial; nir. impiriúil, Adj., imperial; GB.: vielleicht seit 18. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches kaiserlich oder Kaiserreich betreffend; BM.: in, bereiten bzw. gebären; F.: imperial, imperiale, imperiales, imperialem, imperialen, imperialer(, imperialere, imperialeres, imperialerem, imperialeren, imperialerer, imperialst, imperialste, imperialstes, imperialstem, imperialsten, imperialster)+FW(+EW); Z.: im-per-i-al
Imperialismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Imperialismus, Versuch die Herrschaft oder Kontrolle über andere Staaten oder Länder zu erringen; ne. imperialism; Vw.: -; Hw.: s. Imperativ, Imperator, Imperium, imperial; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. impérialisme; E.: s. frz. impérialisme, M., Imperialismus; vgl. lat. imperium, N., Befehl, Machtspruch, Gebot, Auftrag, Anordnung, Gewalt, Reich, (204-169 v. Chr.); lat. imperāre, V., anbefehlen, befehlen, gebieten, herrschen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Imperium, fehlt DW, EWD s. u. Imperialismus; Son.: vgl. nndl. imperialisme, Sb., Imperialismus; nschw. imperialism, Sb., Imperialismus; nnorw. imperialisme, M., Imperialismus; poln. imperializm, M., Imperialismus; kymr. imperialaeth, F., Imperialismus; nir. impiriúlachas, M., Imperialismus; lit. imperializmas, M., Imperialismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bestreben einer Großmacht oder eines Herrschers ihren politischen und militärischen und wirtschaftlichen Machtbereich und Einflussbereich (auf andere Staaten) auszudehnen; BM.: in, bereiten bzw. gebären; F.: Imperialismus, Imperialismen+FW(+EW); Z.: Im-per-i-al-ism-us
$imperialistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. imperialistisch, Imperialismus betreffend; E.: s. Imperialis(mus), s. t, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Imperialismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Imperialis(mus) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Imperialismus betreffend; F.: imperialistisch, imperialistische, imperialistisches, imperialistischem, imperialistischen, imperialistischer(, imperialistischere, imperialistischeres, imperialistischerem, imperialistischeren, imperialistischerer, imperialistischst, imperialistischste, imperialistischstes, imperialistischstem, imperialistischsten, imperialistischster)+FW(+EW); Z.: im-per-i-al-ist-isch
Imperium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Imperium, Reich, Großreich; ne. empire; Vw.: -; Hw.: s. Imperativ, Imperator, Imperialismus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. imperium; E.: s. lat. imperium, N., Befehl, Machtspruch, Gebot, Auftrag, Anordnung, Gewalt, Reich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. imperāre, V., anbefehlen, befehlen, gebieten, herrschen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Imperium, fehlt DW, EWD s. u. Imperialismus, Duden s. u. Imperium; Son.: vgl. nndl. imperium, Sb., Imperium; frz. empire, M., Imperium; nschw. imperium, N., Imperium; nnorw. imperium, N., Imperium; poln. imperium, Sb., Imperium; nir. impireacht, F., Imperium; lit. imperija, F., Imperium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Großreich wie beispielsweise das Römische Reich; BM.: in, bereiten bzw. gebären?; F.: Imperium, Imperiums, Imperien+FW; Z.: Im-per-i-um
impertinent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. impertinent, unverschämt, ungehörig; ne. impertinent; Vw.: -; Hw.: s. Impertinenz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. impertinent; E.: s. frz. impertinent, Adj., impertinent, unverschämt; lat. impertinēns, Adj., nicht dazu gehörig, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pertinēre, V., sich hin erstrecken, sich erstrecken, sich hinziehen, sich verbreiten, dienen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. impertinent, fehlt DW, EWD s. u. impertinent, Duden s. u. impertinent; Son.: vgl. nndl. impertinent, Adj., impertinent; frz. impertinent, Adj., impertinent; nschw. impertinent, Adj., impertinent; nnorw. impertinent, Adj., impertinent; poln. impertynencki, Adj., impertinent; GB.: seit 17. Jh. aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unverschämt oder ungehörig; BM.: nicht, sich erstrecken; F.: impertinent, impertinente, impertinentes, impertinentem, impertinenten, impertinenter(, impertinentere, impertinenteres, impertinenterem, impertinenteren, impertinenterer, impertinentest, impertinenteste, impertinentestes, impertinentestem, impertinentesten, impertinentester)+FW; Z.: im-per-tin-ent
Impertinenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Impertinenz, Unverschämtheit, Ungehörigkeit; ne. impertinence; Vw.: -; Hw.: s. impertinent; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. impertinentia; E.: mlat. impertinentia, F., Unerheblichkeit; vgl. lat. impertinēns, Adj., nicht dazu gehörig, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pertinēre, V., sich hin erstrecken, sich erstrecken, sich hinziehen, sich verbreiten, dienen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. impertinent, fehlt DW, EWD s. u. impertinent, Duden s. u. Impertinenz; Son.: vgl. frz. impertinence, F., Impertinenz; nschw. impertinens, Sb., Impertinenz; nnorw. impertinens, M., Impertinenz; poln. impertynencja, F., Impertinenz; GB.: seit 18. Jh. aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Unverschämtheit oder Ungehörigkeit; BM.: nicht, sich erstrecken; F.: Impertinenz, Impertinenzen+FW+EW; Z.: Im-per-tin-enz
Impetus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Impetus, Anstoß, Antrieb; ne. impetus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. impetus; E.: lat. impetus, inpetus, M., Vorwärtsdrängen, vorwärts drängende Bewegung, schießende Bewegung, Umschwung, Druck, Ansetzen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. impetere, V., auf jemanden losgehen, anfallen, angreifen, attackieren, beschuldigen, zur Rechenschaft ziehen, anklagen, anschuldigen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. petere, V., langen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Impetus, Duden s. u. Impetus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anstoß oder Antrieb für ein Verhalten; BM.: in, stürzen; F.: Impetus+FW; Z.: Im-pet-us
impfen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. impfen, ein fremdes Reis (N.) in einen Baumstamm einfügen; ne. imp (V.), inoculate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. impfen, sw. V., impfen, pfropfen; mhd. impfeten, inpfeten, impfen, sw. V., impfen, pfropfen; ahd. impfōn*, imphōn*, sw. V. (2), pflanzen, einpfropfen, pfropfen; ahd. impitōn*, sw. V. (2), „impfen“, pfropfen, einpfropfen, pflanzen, bepflanzen; as. -; anfrk. -; germ. *impitōn, sw. V., pfropfen, veredeln; s. lat. imputāre, V., anrechnen, in Rechung bringen, zurechnen, zuschreiben, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran, drauf, hinein; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden, rechnen, berechnen; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. impfen, Kluge s. u. impfen, DW 10, 2079, EWD s. u. impfen, EWAhd 5, 63, Duden s. u. impfen, Bluhme s. u. impfen; Son.: vgl. afries. -; ae. impian, sw. V. (2), impfen, pfropfen, sich beschäftigen; an. -; got. -; nndl. inenten, enten, V., impfen; nschw. ympa, V., impfen; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Impfstoff verabreichen oder einfügen; BM.: in, hauen; F.: impfen, impfe (!), impfst, impft, impfest, impfet, impfte, impftest, impften, impftet, geimpft, ##geimpft, geimpfte, geimpftes, geimpftem, geimpften, geimpfter##, impfend, ###impfend, impfende, impfendes, impfendem, impfenden, impfender###, impf (!)+FW; Z.: im-pf-en
$Impfling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Impfling; E.: s. impf(en), s. ling; L.: EWD s. u. impfen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus impf(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen zu impfenden oder geimpften Menschen; F.: Impfling, Impflings, Impflinge, Impflingen+FW+EW; Z.: Im-pf-ling
$Impfung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Impfung, Pfropfung; E.: s. impf(en), s. ung; L.: Kluge s. u. impfen, DW 10, 2081, EWD s. u. impfen; GB.: (impitunga*) seit 12. Jh. belegte und aus impf(en) und ung gebildete Bezeichnung für Pfropfung und später auch Impfung (Einfügung eines Impfstoffs); F.: Impfung, Impfungen+FW; Z.: Im-pf-ung
Implantat, nhd., (Part. Prät.=)N., (20. Jh.): nhd. Implantat, Eingepflanztes; ne. implant (N.); Vw.: s. Chochlea-; Hw.: s. implantieren; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. implantāre, V., einsetzen, einpflanzen, pflanzen, (um 325-um 403 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: L.: fehlt DW, EWD s. u. implantieren, Duden s. u. Implantat; Son.: vgl. nndl. implantaat, Sb., Implantat; frz. implant, M., Implantat; nschw. implantat, N., Implantat; nnorw. implantat, N., Implantat; poln. implant, M., Implantat; lit. implantas, M., Implantat; GB.: seit 20. Jh. belegte aus dem lateinischen implantare des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und eingepflanzten Körperteil wie beispielsweise Hüftgelenk oder Backenzahn oder Herz; F.: Implantat, Implantates, Implantats, Implantate, Implantaten+FW; Z.: Im-pla-n-t-at
$Implantation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Implantation, Einpflanzung, Einsetzung; Q.: Mitte 19. Jh.: E.: s. Implantat; L.: fehlt DW, EWD s. u. implantieren; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus lat. implanta(re), V., einsetzen, einpflanzen, pflanzen, (um 325-um 403 n. Chr.) und tio gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Einpflanzung oder Einsetzung später auch eines Körperteils; F.: Implantation, Implantationen+FW(+EW); Z.: Im-pla-n-t-at-io-n
implantieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. implantieren, einpflanzen, einfügen, einsetzen; ne. implant (V.); Vw.: -; Hw.: s. Implantat, transplantieren, Plantage, Pflanze; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. implantāre; E.: s. lat. implantāre, V., einsetzen, einpflanzen, pflanzen, (um 325-um 403 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. implantieren, Duden s. u. implantieren; Son.: vgl. nndl. implanteren, sw. V., implantieren; frz. implanter, V., implantieren; nschw. implantera, V., implantieren; nnorw. implantere, V., implantieren; poln. implantować, V., implantieren; lit. implantuoti, V., implantieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einpflanzen oder einfügen oder einsetzen; BM.: in, breit; F.: implantieren, implantiere, implantierst, implantiert, implantierest, implantieret, implantierte, implantiertest, implantierten, implantiertet, ##implantiert, implantierte, implantiertes, implantiertem, implantierten, implantierter##, implantierend, ###implantierend, implantierende, implantierendes, implantierendem, implantierenden, implantierender###, implantier(!) +FW(+EW); Z.: im-pla-n-t-ier-en
Implikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Implikation, Einbeziehung einer Gegebenheit; ne. implication; Vw.: -; Hw.: s. implizieren, implizit; Q.: 1592?; I.: Lw. lat. implicātio; E.: s. lat. implicātio, F., Verflechtung, Verwirrung, Verwicklung, Eindrücken, eingedrückter Zustand, Beschränkung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. implicāre, V., hineinfalten, hineinwickeln, hineinschmieren, tief einsenken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. implizieren, fehlt DW, Duden s. u. Implikation; Son.: vgl. nndl. implicatie, Sb., Implikation; nir. impleacht, F., Implikation; nschw. implikation, Sb., Implikation; nnorw. implikasjon, M., Implikation; poln. implikacja, F., Implikation; GB.: vielleicht seit 1592 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Einbeziehung einer Gegebenheit; BM.: in, flechten; F.: Implikation, Implikationen+FW(+EW); Z.: Im-pli-k-at-io-n
implizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. implizieren, mitbedeuten, einschließen; ne. implicate, imply; Vw.: -; Hw.: s. Implikation, implizit; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. implicāre; E.: s. lat. implicāre, V., hineinfalten, hineinwickeln, hineinschmieren, tief einsenken, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. implizieren, EWD s. u. implizieren, Duden s. u. implizieren; Son.: vgl. nndl. impliceren, V., implizieren; frz. impliquer, V., implizieren; nschw. implicera, V., implizieren; nnorw. implisere, V., implizieren; poln. implikować, V., implizieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in eine Bedeutung einschließen; BM.: in, flechten; F.: implizieren, impliziere, implizierst, impliziert, implizierest, implizierte, impliziertest, implizierten, impliziertet, ##impliziert, implizierte, impliziertes, impliziertem, implizierten, implizierter##, implizierend, ###implizierend, implizierende, implizierendes, implizierendem, implizierenden, implizierender###, implizier (!)+FW(+EW); Z.: im-pli-z-ier-en
implizit, nhd., (Part. Prät.?=)Adj., (18. Jh.): nhd. implizit, eingeschlossen, nicht ausdrücklich; ne. implicit; Vw.: -; Hw.: s. Implikation, implizieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. implicitus; E.: s. lat. implicitus, (Part. Prät.=)Adj., verwickelt, verworren, schwierig, kompliziert, unausgedrückt, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. implicāre, V., hineinfalten, hineinwickeln, hineinschmieren, tief einsenken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, zusammenwickeln; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. implizieren, EWD s. u. implizieren, Duden s. u. implizit; Son.: vgl. nndl. impliciet, Adj., implizit; frz. implicite, Adj., implizit; nschw. implicit, Adj., implizit; nnorw. implisitt, Adj., implizit; poln. implicytny, Adj., implizit; lit. implicitinis, Adj., implizit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eingeschlossen; BM.: mit, flechten; F.: implizit, implizite, implizites, implizitem, impliziten, impliziter(, implizitere, impliziteres, impliziterem, impliziteren, impliziterer, implizitest, impliziteste, implizitestes, implizitestem, implizitesten, implizitester)+FW(+EW?); Z.: im-pli-z-it
$implodieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. implodieren, in sich zusammenfallen; E.: s. lat. implod(ere), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. explodieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in sich zusammenfallen; F.: implodieren, implodiere, implodierst, implodiert, implodierest, implodieret, implodierte, implodiertest, implodierten, implodiertet, ##implodiert, implodierte, implodiertes, implodiertem, implodierten, implodierter##, implodierend, ###implodierend, implodierende, implodierendes, implodierendem, implodierenden, implodierender###, implodier (!)+FW(+EW); Z.: im-plo-d-ier-en
$Implosion, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Implosion, Zusammenbruch; E.: s. implo(dieren), s. sion; L.: fehlt DW, EWD s. u. explodieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus implo(dieren) und sion gebildete Bezeichnung für einen plötzlichen Zusammenbruch einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Sternes unter seiner eigenen Gravitation oder eines Unterseeboots infolge höheren Außendrucks des Wassers; F.: Implosion, Implosionen+FW(+EW); Z.: Im-plo-s-io-n
Imponderabilie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Imponderabilie, Unwägbarkeit, Kleinigkeit, unberechenbarer Einfluss; ne. imponderables; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. ne. inponderable, Adj., unberechenbar; vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. ponderābilis, Adj., wägbar, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Imponderabilien, fehlt DW, EWD s. u. Imponderabilien, Duden s. u. Imponderabilie; Son.: vgl. nndl. imponderabilia, Pl., Imponderabilien; frz. imponderábles, Sb., Imponderabilien; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine Unwägbarkeit oder Kleinigkeit; BM.: nicht, wägen, können; F.: Imponderabilie, Imponderabilien+FW(+EW); Z.: Im-pon-d-er-ab-il-ie
imponieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. imponieren, beeindrucken; ne. impress; Vw.: -; Hw.: s. imposant; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. impōnere; E.: s. lat. impōnere, V., hineinlegen, hineinsetzen, hineinstellen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. imponieren, fehlt DW, EWD s. u. imponieren, Duden s. u. imponieren; Son.: vgl. nndl. imponeren, V., imponieren; nschw. imponera, V., imponieren; nnorw. imponere, V., imponieren; poln. imponować, V., imponieren; lit. imponuoti, V., imponieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für hineinlegen oder großen Eindruck machen oder beeindrucken; BM.: in, setzen; F.: imponieren, imponiere, imponierst, imponiert, imponierest, imponieret, imponierte, imponiertest, imponierten, imponiertet, ##imponiert, imponierte, imponiertes, imponiertem, imponierten, imponierter##, imponierend, ###imponierend, imponierende, imponierendes, imponierendem, imponierenden, imponierender###, imponier (!)+FW+EW; Z.: im-po-n-ier-en
Import, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Import, Einfuhr, Eingeführtes; ne. import (N.); Vw.: -; Hw.: s. Importeur, importieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. import; E.: s. ne. import, N., Import; vgl. ne. import, V., einführen; lat. importāre, V., hineintragen, hineinführen, hineinbringen, einführen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Import, fehlt DW, EWD s. u. importieren, Duden s. u. Import; Son.: vgl. nndl. import, Sb., Import; frz. importation, F., Import; nschw. import, Sb., Import; nnorw. import, M., Import; poln. import, M., Import; lit. importas, M., Import; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Einfuhr einer Gegebenheit von außen bzw. Eingeführtes; BM.: in, befördern bzw. führen; F.: Import, Imports, Importes, Importe, Importen+FW; Z.: Im-por-t
Importeur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Importeur, Einführender; ne. importer; Vw.: -; Hw.: s. Import, importieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. importeur; E.: s. frz. importeur, M., Importeur; vgl. frz. importer, V., importieren, Waren einführen; lat. importāre, V., hineintragen, hineinführen, hineinbringen, einführen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Import, fehlt DW, EWD s. u. importieren, Duden s. u. Importeur; Son.: vgl. nndl. importeur, Sb., Importeur; nschw. importör, Sb., Importeur; nnorw. importør, M., Importeur; poln. importer, M., Importeur; nir. impórtálai, M., Importeur; lit. importuotojas, M., Importeur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen Unternehmer der Gegebenheiten von außen in ein Land einführt; BM.: in, befördern bzw. führen; F.: Importeur, Importeurs, Importeure, Importeuren+FW; Z.: Im-por-t-eur
importieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. importieren, einführen; ne. import (V.); Vw.: -; Hw.: s. Import, Importeur; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. import; E.: s. ne. import, V., importieren, einführen; lat. importāre, V., hineintragen, hineinführen, hineinbringen, einführen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Import, fehlt DW, EWD s. u. importieren, Duden s. u. importieren; Son.: vgl. nndl. importeren, V., importieren; frz. importer, V., importieren; nschw. importera, V., importieren; nnorw. importere, V., importieren; poln. impöortować, V., importieren; nir. impórtálaim, V., importieren; lit. importuoti, V., importieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gegebenheit von außen in ein Land einführen; BM.: in, befördern bzw. führen; F.: importieren, importiere, importierst, importiert, importierest, importieret, importierte, importiertest, importierten, importiertet, ##importiert, importierte, importiertes, importiertem, importierten, importierter##, importierend, ###importierend, importierende, importierendes, importierendem, importierenden, importierender###, importier(!)+FW(+EW); Z.: im-por-t-ier-en
imposant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. imposant, eindrucksvoll, beeindruckend; ne. impressive; Vw.: -; Hw.: s. imponieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. imposant; E.: s. frz. imposant, Adj., imposant; vgl. frz. imposer, V., durchsetzen; lat. impōnere, V., hineinlegen, hineinsetzen, hineinstellen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. imponieren, EWD s. u. imposant, Duden s. u. imposant; Son.: vgl. nndl. imposant, Adj., imposant; nschw. imposant, Adj., imposant; nnorw. imposant, Adj., imposant; BM.: in, setzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eindrucksvoll oder beeindruckend; F.: imposant, imposante, imposantes, imposantem, imposanten, imposanter(, imposantere, imposanteres, imposanterem, imposanteren, imposanterer, imposantest, imposanteste, imposantestes, imposantestem, imposantesten, imposantester)+FW; Z.: im-po-s-ant
impotent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. impotent, zeugungsunfähig, unfähig; ne. impotent (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Impotenz; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. impotēns; E.: s. lat. impotēns, Adj., nicht mächtig, ohnmächtig, schwach, übermütig, zügellos, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. potēns, (Part. Präs.=)Adj., mächtig, gewaltig, kräftig, vermögend, könnend; lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. impotent, fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. impotent; Son.: vgl. nndl. impotent, Adj., impotent; frz. impotent, Adj., impotent; nschw. impotent, Adj., impotent; nnorw. impotent, Adj., impotent; lit. impotentiškas, Adj., impotent; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (als Mann) nicht zu dem Geschlechtsverkehr fähig oder auch allgemeiner nicht fähig; BM.: nicht, können; F.: impotent, impotente, impotentes, impotentem, impotenten, impotenter+FW(+EW); Z.: im-pot-ent
Impotenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Impotenz, Zeugungsunfähigkeit, Erektionsschwäche, Unfähigkeit; ne. impotence; Vw.: -; Hw.: s. impotent; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. impotentia; E.: s. lat. impotentia, F., Unvermögen, Ohnmacht, Unbändigkeit, Zügellosigkeit, (81-43 v. Chr.); lat. impotēns, Adj., nicht mächtig, ohnmächtig, schwach, übermütig, zügellos; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. potēns, (Part. Präs.=)Adj., mächtig, gewaltig, kräftig, vermögend, könnend; lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. Impotenz; Son.: vgl. nndl. impotentie, Sb., Impotenz; frz. impuissance, F., Impotenz; nschw. impotens, Sb., Impotenz; nnorw. impotens, M., Impotenz; poln. impotencija, F., Impotenz; lit. impotencija, F., Impotenz; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung vor allem für die Unfähigkeit des Mannes zu einem Geschlechtsverkehr; BM.: nicht können; F.: Impotenz, Impotenzen+FW(+EW); Z.: Im-pot-enz
imprägnieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. imprägnieren, wasserdicht machen; ne. impregnate (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. impraegnāre; E.: s. mnd. inpregnēren, sw. V., befruchten, schwängern; lat. impraegnāre, V., schwängern, befruchten, beschweren, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. praegnāre, V., schwängern; lat. prae, Präp, voran, voraus; idg. *prai, *perai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. lat. nāscī, V., gezeugt werden, geboren werden; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. imprägnieren, DW 3, 243?, EWD s. u. imprägnieren, Duden s. u. imprägnieren; Son.: vgl. nndl. impregneren, sw. V., imprägnieren; frz. imprégner, V., imprägnieren; nschw. impregnera, V., imprägnieren; nnorw. impregnere, V., imprägnieren; poln. impregnować, V., imprägnieren; lit. impregnuoti, V., imprägnieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mit einem bestimmten Mittel behandeln und wasserdicht machen; BM.: in, schwängern; F.: imprägnieren, imprägniere, imprägnierst, imprägniert, imprägnierest, imprägnieret, imprägnierte, imprägniertest, imprägnierten, imprägniertet, ##imprägniert, imprägnierte, imprägniertes, imprägniertem, imprägnierten, imprägnierter##, imprägnierend, ###imprägnierend, imprägnierende, imprägnierendes, imprägnierendem, imprägnierenden, imprägnierender###, imprägnier(!)+FW(+EW); Z.: im-prä-gn-ier-en
Impresario, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Impresario, Künstleragent; ne. impresario; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. impresario; E.: s. it. impresario, M., Impresario, Manager; vgl. lat. impresa, F., Unternehmen; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. praehendere, prehendere, V., fassen, anfassen, angreifen, ergreifen, nehmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. *handere, V., fassen; gr. χανδάνειν (chandánein), V., fassen; idg. *gʰend-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437 (629/45) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Impresario, fehlt DW, Duden s. u. Impresario; Son.: vgl. nndl. impresario, Sb., Impresario; frz. imprésario, M., Impresario; nschw. impressario, Sb., Impresario; nnorw. impresario, M., Impresario; poln. impresario, M., Impresario; kymr. impresario, M., Impresario; nir. impreasóir, M., Impresario; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den für Künstler Verträge abschließenden Menschen (Künstleragent); BM.: in, fassen; F.: Impresario, Impresarios, Impresari, Impresarien+FW; Z.: Im-pre-s-ar-io
Impression, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Impression, Eindruck; ne. impression; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. impression; E.: s. frz. impression, M., Impression, Eindruck; lat. impressio, F., Eindrücken, Abdrücken, Abdruck, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. imprimere, V., hineindrücken, eindrücken, andrücken, aufdrücken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Impression, fehlt DW, EWD s. u. Impression, Duden s. u. Impression; Son.: vgl. nndl. impressie, Sb., Impression; ndän. impression, Sb., Impression; nnorw. impresjon, M., Impression; poln. impresja, F., Impression; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mit Sinnen und vor allem Menschen möglichen Sinneseindruck; BM.: in, drücken; F.: Impression, Impressionen+FW(+EW); Z.: Im-pre-ss-io-n
Impressionismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Impressionismus, eine Kunstrichtung; ne. impressionism; Vw.: -; Hw.: s. Impression, Impressionist; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. impressionisme; E.: frz. impressionisme, M., Impressionismus; vgl. frz. impression, M., Impression, Eindruck; lat. impressio, F., Eindrücken, Abdrücken, Abdruck, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. imprimere, V., hineindrücken, eindrücken, andrücken, aufdrücken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Impression, fehlt DW, EWD s. u. Impression, Duden s. u. Impressionismus; Son.: vgl. nndl. impressionisme, Sb., Impressionismus; nschw. impressionism, Sb., Impressionismus; nnorw. impresjonisme, M., Impressionismus; poln. impresjonizm, M., Impressionismus; nir. impriseanachas, F., Impressionismus; lit. impresionizmas, M., Impressionismus; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Stilrichtung der bildenden Kunst oder der Literatur und der Musik deren Vertreter persönliche Umwelteindrücke und Stimmungen besonders in kleineren künstlerischen Formen wiedergeben; BM.: in, drücken; F.: Impressionismus+FW(+EW?); Z.: Im-pre-ss-io-n-ism-us
Impressionist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Impressionist, Künstler des Impressionismus; ne. impressionist (M.); Vw.: -; Hw.: s. Impression, Impressionismus; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. impressioniste; E.: s. frz. impressioniste, M., Impressionist; vgl. frz. impression, M., Impression, Eindruck; lat. impressio, F., Eindrücken, Abdrücken, Abdruck, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. imprimere, V., hineindrücken, eindrücken, andrücken, aufdrücken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Impression, fehlt DW, EWD s. u. Impression, Duden s. u. Impressionist; Son.: vgl. nndl. impressionist, Sb., Impressionist; nnorw. impresjonist, M., Impressionist; poln. impresjonista, M., Impressionist; nir. impriseanaí, M., Impressionist; lit. impresionistas, M., Impresionist; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen der Kunstrichtung des Impressionismus anhängenden Künstler; BM.: in, drücken; F.: Impressionist, Impressionisten+FW(+EW); Z.: Im-pre-ss-io-n-ist
Impressum, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Impressum, Druckvermerk; ne. imprint; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1874; I.: Lw. lat. impressum; E.: s. lat. impressum, Gedrucktes; vgl. lat. imprimere, V., hineindrücken, eindrücken, andrücken, aufdrücken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Impressum, EWD s. u. Impressum, Duden s. u. Impressum; Son.: vgl. nndl. impressum, Sb., Impressum; poln. impressum, Sb., Impressum; GB.: seit 1874 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in einer Zeitschrift oder einem Buch befindlichen Vermerk über einen (verantwortlichen) Verleger und Drucker; BM.: in, drücken; F.: Impressum, Impressums, Impressen+FW; Z.: Im-pre-ss-um
Imprimatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Imprimatur, Druckerlaubnis; ne. imprimatur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. imprimātur; E.: s. lat. imprimātur, V., es werde gedruckt; vgl. lat. imprimere, V., hineindrücken, eindrücken, andrücken, aufdrücken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Imprimatur, fehlt DW, EWD s. u. Imprimatur, Duden s. u. Imprimatur; Son.: vgl. nndl. imprimatur, Sb., Imprimatur; frz. imprimatur, F., Imprimatur; nschw. imprimatur, Sb., Imprimatur; nnorw. imprimatur, N., Imprimatur; poln. imprimatur, F., Imprimatur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich nach Entwicklung des Buchdrucks durch den Menschen mögliche Freigabe zu dem Druck (Druckerlaubnis); BM.: in, drücken; F.: Imprimatur, Imprimaturen+FW; Z.: Im-pri-m-at-ur
Improvisation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Improvisation, spontan vorgeführte Künstlerdarbietung, ohne besondere Vorbereitung Dargebotenes ; ne. improvisation; Vw.: -; Hw.: s. improvisieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. improvvisazione, frz. improvisation; E.: s. frz. improvisation, F., Improvisation; it. improvvisazione, F., Improvisation; it. improvvisare, V., improvisieren; vgl. it. improvviso, Adj., unvermutet; lat. imprōvīsus (1), Adj., nicht vorausgesehen, unvermutet, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. prōvidēre, V., vor sich sehen, in der Ferne sehen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. vidēre, V., sehen, erkennen können; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. improvisieren, fehlt DW, EWD s. u. improvisieren, Duden s. u. Improvisation; Son.: vgl. nndl. improvisatie, Sb., Improvisation; improvisation, Sb., Improvisation; nnorw. improvisasjon, M., Improvisation; poln. improwizacja, F., Improvisation; lit. improvizacija, F., Improvisation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen (und Französischen) aufgenommene und umgeänderte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas ursprünglich selbverständliches und mit Entwicklung von Kunst seltener werdendes ohne besondere Vorbereitung Dargebotenes; BM.: in, vor, sehen; F.: Improvisation, Improvisationen+FW(+EW); Z.: Im-pro-vi-s-at-io-n
$Improvisator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Improvisator; I.: Lw. it. improvvisatore; E.: s. it. improvvisatore, s. Improvisation; L.: EWD s. u. improvisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen ursprünglich selbverständlichen und mit Entwicklung von Kunst seltener werdenden ohne besondere Vorbereitung Darbietenden; F.: Improvisator, Improvisatoren+FW(+EW); Z.: Im-pro-vi-s-at-or
improvisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. improvisieren, aus dem Stegreif tun, ohne besondere Vorbereitung darbieten; ne. improvise; Vw.: -; Hw.: s. Improvisation; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. improvvisare; E.: s. it. improvvisare, V., improvisieren; vgl. it. improvviso, Adj., unvermutet; lat. imprōvīsus (1), Adj., nicht vorausgesehen, unvermutet, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. prōvidēre, V., vor sich sehen, in der Ferne sehen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. vidēre, V., sehen, erkennen können; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. improvisieren, EWD s. u. improvisieren, Duden s. u. improvisieren; Son.: vgl. nndl. improviseren, V., improvisieren; frz. improviser, V., improvisieren; nschw. improvisera, V., improvisieren; nnorw. improvisere, V., improvisieren; poln. improwizować, V., improvisieren; lit. improvizuoti, V., improvisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ursprünglich selbverständliches und mit Entwicklung von Kunst seltener werdendes ohne besondere Vorbereitung darbieten; BM.: in, vor, sehen; F.: improvisieren, improvisiere, improvisierst, improvisiert, improvisierest, improvisieret, improvisierte, improvisiertest, improvisierten, improvisiertet, ##improvisiert, improvisierte, improvisiertes, improvisiertem, improvisierten, improvisierter##, improvisierend, ###improvisierend, improvisierende, improvisierendes, improvisierendem, improvisierenden, improvisierender###, improvisier (!)+FW(+EW); Z.: im-pro-vi-s-ier-en
Impuls, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Impuls, Anstoß, Anregung; ne. impulse; Vw.: -; Hw.: s. impulsiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. impulsus; E.: s. lat. impulsus, M., Anstoß, In-Bewegung-Setzen, Fortbewegung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. impulsāre, V., schlecht behandeln, aufrütteln, erregen; lat. impellere, V., anschlagen, anstoßen, antreiben, treiben, forttreiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Impuls, fehlt DW, EWD s. u. Impuls, Duden s. u. Impuls; Son.: vgl. nndl. Impuls, Sb., Impuls; frz. impulsion, F., Impuls; nschw. impuls, Sb., Impuls; nnorw. impuls, M., Impuls; nnorw. impuls, M., Impuls; lit. impulsas, M., Impuls; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anstoß oder eine Anregung; BM.: in, stoßen; F.: Impuls, Impulses, Impulse, Impulsen+FW+EW; Z.: Im-pul-s
impulsiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. impulsiv, launisch, unüberlegt, plötzlich; ne. impulsive; Vw.: -; Hw.: s. Impuls; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. impulsīvus; E.: s. lat. impulsīvus, Adj., antreibend, anstoßend, impulsiv, (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. impellere, V., anschlagen, anstoßen, antreiben, treiben, forttreiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Impuls, fehlt DW, EWD s. u. impulsiv, Duden s. u. impulsiv; Son.: vgl. nndl. impulsief, Adj., impulsiv; frz. impulsif, Adj., impulsiv; nschw. impulsiv, Adj., impulsiv; nnorw. impulsiv, Adj., impulsiv; poln. impulsywny, Adj., impulsiv; lit. impulsyvus, Adj., impulsiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus einem plötzlichen inneren Anstoß geschehend oder launisch oder unüberlegt; BM.: in, stoßen; F.: impulsiv, impulsive, impulsives, impulsivem, impulsiven, impulsiver(, impulsivere, impulsiveres, impulsiverem, impulsiveren, impulsiverer, impulsivst, impulsivste, impulsivstes, impulsivstem, impulsivsten, impulsivster)+EW; Z.: im-pul-s-iv
in, nhd., Präp., (8. Jh.): nhd. in, innerhalb, innen befindlich; ne. in (Präp.); Vw.: s. -brunst, -halt, -ständig; Hw.: s. in- (2), innig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. in, en, Präp., in, an, auf, bei; mnd. in (2), un, Präp., in, drinnen, innen, hinein, nach Hause, auf, an, unter, zwischen, zu, hin, nach, innerhalb; mnl. in, Präp., in; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; as. in, Adv., Präp., Präf., in, hinein, ein; anfrk. in (2), Präp., in, an; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. in, Kluge s. u. in, DW 10, 2081, EWD s. u. in, EWAhd 5, 65, Falk/Torp 25, Duden s. u. in, Bluhme s. u. in; Son.: vgl. afries. in, en (2), Präp., Adv., in, hinein; saterl. in, Präp., Adv., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); an. ī (1), Präp., in, zwischen, bei; got. in, Präp., Präf., in, an, auf, unter, zu, während (Konj.), bei, über; nndl. in, Präp., in; frz. en, Präp., in; nschw. i, Präp., in; nnorw. i, inni, Präp., in; gr. ἐν (en), ἔνι (éni), ἰν (in), Präp., in; lat. in, Präp., in, innerhalb; air. in, Präp., in; akymr. en, in, Präp., in; apreuß. en, Präp., in; lit. i, Präp., in; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung (Fürwort oder Präposition) für innerhalb oder innen befindlich; BM.: örtlicher Bezug auf etwas Inneres; F.: in, im, ins+EW; Z.: in
in… (1), nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. in…, un…; ne. in…, un…; Vw.: s. -different, -dignation, -digniert, -diskret, -diskretion, -disponiert, -disposition, dividualismus, -dividualist, -dividualität, -dividuell, -dividuum, -dolent, -fantil, -finitiv, -jurie, -kognito, -kommensurabel, -kontinent, -solent, -solvent, -solvenz, -suffizient, -takt, -valid, -valide, -validität; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. in-; E.: s. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. in- 1, EWD s. u. in- 2; Son.: vgl. nndl. in…, Präf., in… (1), un…; frz. in…, Präf., in… (1), un…; nschw. in…, Präf., in… (1), un…; nnorw. in…, Präf., in… (1), un…; lit. ne…, Präf., in… (1); GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort für eine Verneinung verwendete Bezeichnung; BM.: nicht; F.: in…+FW; Z.: in-
in… (2), nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. in…; ne. in…; Vw.: s. -dex, -dikation, -dikativ, - -diz, -duktion, -duktiv, -dustrie-, -dustriell, -duzieren, -fam, -famie, -fanterie, -farkt, -fektion, -filtrieren, -fizieren, -flation, -fluenza, -formatik, -formation, -formativ, -formator, -formieren, -fusion, -genieur, -gredienz, -halation, -halieren, -härent, -härenz, -itial, -itiative, -jektion, -jizieren, -karnation, -klusion, -klusiv, -korporieren, kubationszeit, -kubus, -kunabel, -novation, -okulieren, -quisition, -quisitor, -sekt, -serieren, -signien, -sinuieren, -skription, -spektion, -spektor, -spiration, -spirieren, -spizieren, -stallateur, -stallation, -stallieren, -stant, -stanz, -stinkt, -stinktiv, -stitut, -stitution, -struieren, -strukteur, -struktion, -struktiv, -strument, -strumental, -strumentarium, -sultieren, surgent, -tarsie, -teger, -tegration, -tegrieren, -tendant, -tensität, -tensiv, -tention, -tonieren, -trigant, -trige, -trigieren, -tuition, -tuitiv, -vasion, -ventar, -ventur, -vertieren, -vestieren, -vestition, -vestitur, -volvieren, -zest; Hw.: s. in; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. in; E.: s. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. in- 2, EWD s. u. in- 1; Son.: vgl. nndl. in…, Präf., in… (2); frz. in…, Präf., in… (2); nschw. in…, Präf., in… (2); nnorw. in…, Präf., in… (2); poln. in…, Präf., in… (2); lit. in…, Präf., in… (2); GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für in oder innen oder innerhalb; BM.: in; F.: in…+FW; Z.: in-
…in (1), nhd., Partikel (F.) (8. Jh.?): nhd. …in (F.); ne. …er (F.); Vw.: s. Stenotypist-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. …inne, Suff., …in (F.); mnd. …inne, Suff., …in (F.); ahd. …in, …inna, Suff., …in (F.); zugrunde liegen schon im Germanischen Suffixe auf …ī oder …jō, die zusammengefasst und an verschiedene Ablautstufen von n… angefügt werden; L.: Kluge s. u. -in 1; Son.: s. Bäckerin, Königin, Lehrerin; vgl. nnorw. …inne, Suff., in (F.); GB.: seit 8. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Endung für eine Frau verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …in, …innen+EW; Z.: -in
…in (2), nhd., Partikel (N.), (18. Jh.?): nhd. …in (N.) (1); ne. …in (N.); Vw.: s. Adrenal-, (Am-,) Anil-, Benz-, Chit-, Glyzer-, Hämoglob-, Hero-, Insul-, Koff-, Nikot-, Paraff-, Penizill-, Prote-, Sachar-, Stear-, Terpent-, Vitam-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: wird an neoklassische Bildungen angehängt; L.: Kluge s. u. -in 2; Son.: vgl. nndl. …ïne, Suff., …in (N.) (1); frz. …ïne, Suff., …in (N.) (1); nschw. …in, Suff., …in (N.) (1); nnorw. …in, Suff., …in (N.) (1); poln. …ina, Suff. (F.) (1), …in (N.) (1); kymr. …in, Suff., …in (N.) (1); nir. …in, Suff. (F.), …in (N.) (1); lit. …inas, Suff., …in (N.) (1); GB.: seit 18. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Grundsilbe vor allem zu einer Benennung chemischer Stoffe verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …in, …inen, …ine+FW; Z.: -in
…in (3), nhd., Partikel (N.), (20. Jh.?): nhd. …in (N.) (2); ne. …in (N.); Vw.: (s. Go-,) s. Sit-; Hw.: s. Go-in; Q.: 20. Jh.?; I.: aus dem Englischen; E.: wird an englisierende und amerikanisierende Bildungen angehängt; s. ne. in, Präp., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. -in 3; Son.: vgl. nndl. …in, Suff., …in (N.) (2); frz. …in, Suff., …in (N.) (2); nschw. …in, Suff., …in (N.) (2); nnorw. …in, Suff., …in (N.) (2); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe oder Endung verwendete Bezeichnung für ein Tun; BM.: in; F.: …in, …ins+FW; Z.: -in
$Inauguraldissertation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inauguraldissertation, Doktorarbeit; E.: s. Inaugura(tion), s. l, s. Dissertation; L.: Kluge s. u. Inauguration, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Inaugura(tion) und l sowie Dissertation gebildete Bezeichnung für eine (eine akademische Laufbahn eröffnen könnende oder sollende) Dissertation als Erstlingsarbeit; F.: Inauguraldissertation, Inauguraldissertationen+FW; Z.: In-aug-ur-al—di-s-ser-t-at-io-n
Inauguration, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Inauguration, feierliche Einsetzung; ne. inauguration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. inaugurātio; E.: s. lat. inaugurātio, F., Anfang, (um 160-220 n. Chr.); vgl. inaugurāre, V., Augurien anstellen, Weissagevögel befragen, einweihen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. augur, M., Weissager, Vogeldeuter, Augur, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ein römischer etymologischer Erklärungsversuch war eine Herleitung aus lat. avis, F., Vogel und lat. gerere, V., tragen, sich betragen; L.: Kluge s. u. Inauguration, Duden s. u. Inauguration; Son.: vgl. nndl. inauguratie, Sb., Inauguration; frz. inauguration, F., Inauguration; nnorw. inaugurasjon, M., Inauguration; lit. inauguracija, F., Inauguration; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine feierliche Einsetzung (in ein Amt); BM.: in, Weissager; F.: Inauguration, Inaugurationen+FW+EW; Z.: In-aug-ur-at-io-n
Inbrunst, nhd., F., (M.,) (15. Jh.?): nhd. Inbrunst, Glut körperlicher Schmerzen, heftiges Verlangen, starkes Gefühl, inneres Feuer; ne. fervour; Vw.: -; Hw.: s. Brunst; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. inbrunst, st. F., Inbrunst; mhd. in, en, Präp., in, an, auf, bei; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. brunst, st. F., Brennen, Brand, Glut, Hitze, Verwüstung durch Feuer; ahd. brunst, st. F. (i), Brunst, Brennen, Brand, Glut, Hitze, Entzündung, Verbrennen, Hautentzündung; germ. *brunsti-, *brunstiz, st. F. (i), Brand, Brennen; s. idg. *gᵘ̯ʰrenu-, Sb., V., Hervorsprudelndes, Brand, brennen; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Inbrunst, DW 10, 2105, EWD s. u. Brunst, Duden s. u. Inbrunst; GB.: (inbrunst) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches inneres Feuer oder ein starkes Gefühl; BM.: in, brennen; F.: Inbrunst+EW; Z.: In-bru-st
$inbrünstig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. inbrünstig, leidenschaftlich, brennend; E.: s. Inbrunst, s. ig; L.: DW 10, 2106, EWD s. u. Brunst; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus Inbrunst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leidenschaftlich oder brennend; F.: inbrünstig, inbrünstige, inbrünstiges, inbrünstigem, inbrünstigen, inbrünstiger(, inbrünstigere, inbrünstigeres, inbrünstigerem, inbrünstigeren, inbrünstigerer, inbrünstigst, inbrünstigste, inbrünstigstes, inbrünstigstem, inbrünstigsten, inbrünstigster)+EW; Z.: in—brü-n-st-ig
$indem, nhd., Konj., (15. Jh.): nhd. indem, während, dadurch dass; E.: s. in, s. dem bzw. der; L.: Kluge s. u. indem, EWD s. u. in; GB.: seit 15. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus in und dem bzw. der gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches während oder dadurch dass; F.: indem+EW; Z.: in—de-m
$indessen, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. indessen, inzwischen, jedoch; E.: s. in, s. dessen bzw. der; L.: Kluge s. u. indessen, DW 10, 2109 (indes), EWD s. u. in; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus in und dessen bzw. der gebildete Bezeichnung für inzwischen oder jedoch; F.: indessen+EW; Z.: in—de-ss-en
Index, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Index, Register, Stichwortverzeichnis, Liste von Gegebenheiten; ne. index; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. index; E.: s. lat. index, M., Anzeiger, Entdecker, Angeber, Verräter, Zeigefinger, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. indicāre, V., anzeigen, angeben, entdecken, offenbaren; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Index, fehlt DW, EWD s. u. Index, Duden s. u. Index; Son.: vgl. nndl. index, Sb., Index; frz. index, M., Index; nschw. index, Sb., Index; nnorw. indeks, M., Index; poln. indeks, M., Index; lit. indeksas, M., Index; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schrift und Druck mögliches Register oder Stichwortverzeichnis oder eine Liste von Gegebenheiten; BM.: in, zeigen; F.: Index, Indexes, Indexe, Indexen, Indizes, Indices+FW; Z.: In-de-x
indifferent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. indifferent, nicht unterscheidend, unbestimmt, gleichgültig; ne. indifferent; Vw.: -; Hw.: s. differieren, Differenz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. indifferēns; E.: lat. indifferēns, Adj., keinen Unterschied habend, sich nicht unterscheidend, (um 35-95/96 n. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. differe, V., auseinander tragen, nach verschiedenen Seiten tragen, ausbreiten, verbreiten; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. indifferent, fehlt DW, EWD s. u. indifferent, Duden s. u. indifferent; Son.: vgl. nndl. indifferent, Adj., indifferent; frz. indifférent, Adj., indifferent; nnorw. indifferent, Adj., indifferent; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nicht unterscheidend oder unbestimmt oder gleichgültig; BM.: nicht, auseinander, tragen; F.: indifferent, indifferente, indifferentes, indifferentem, indifferenten, indifferenter(, indifferentere, indifferenteres, indifferenterem, indifferenteren, indifferenterer, indifferentest, indifferenteste, indifferentestes, indifferentestem, indifferentesten, indifferentester)+FW+(EW); Z.: in-dif-fer-ent
$Indifferenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Indifferenz; E.: s. lat. indifferentia, F. Nicht-Verschiedensein; L.: fehlt DW, EWD s. u. indifferent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lat. indifferentia aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Indifferenz oder Unbestimmtheit oder Gleichgültigkeit; F.: Indifferenz, Indifferenzen+FW(+EW); Z.: In-dif-f-er-enz
Indignation, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Indignation, Entrüstung, Geringschätzung, Unmut, Unwille, Unwillen; ne. indignation; Vw.: -; Hw.: s. indigniert; Q.: 1696? (Thomasius); I.: Lw. lat. indignātio; E.: s. lat. indignātio, F., Unwille, Unmut, Entrüstung, Geringschätzung, Verachtung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. indignārī, V., für unwürdig halten, für empörend halten, für unanständig halten, entrüstet sein (V.), lat. indignus (1), Adj., unwürdig, unwert, unberechtigt, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dignus, Adj., würdig, wert, zu etwas befähigt, berechtigt, entsprechend; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. indigniert, fehlt DW, Duden s. u. Indignation; Son.: vgl. frz. indignation, F., Indignation; nnorw. indignasjon, M., Indignation; GB.: seit der früheren Neuzeit (1696?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Entrüstung oder Geringschätzung oder einen Unmut oder einen Unwillen; BM.: nicht, würdig; F.: Indignation, Indignationen+FW(+EW); Z.: In-dig-n-at-io-n
indigniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. indigniert, entrüstet, geringschätzig; ne. indignant; Vw.: -; Hw.: s. Indignation; Q.: 19. Jh.; E.: frz. indigne, Adj., unwürdig; s. frz. indigner, V., empören; vgl. frz. indigné, Adj., entrüstet; lat. indignus (1), Adj., unwürdig, unwert, unberechtigt, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dignus, Adj., würdig, wert, zu etwas befähigt, berechtigt, entsprechend; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. indigniert, fehlt DW, Duden s. u. indigniert; Son.: vgl. nschw. indignerad, Adj., indigniert; nnorw. indignert, Adj., indigniert; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für entrüstet oder geringschätzig; BM.: nicht, würdig; F.: indigniert, indignierte, indigniertes, indigniertem, indignierten, indignierter(, indigniertere, indignierteres, indignierterem, indignierteren, indignierterer, indigniertest, indignierteste, indigniertestes, indigniertestem, indigniertesten, indigniertester)+FW(+EW); Z.: in-dig-n-ier-t
Indigo, nhd., M., N., (14. Jh.): nhd. Indigo, Indigoblau; ne. indigo (N.); Vw.: -; Hw.: s. Indium; Q.: 14. Jh. (Bairisches Färbebüchlein); I.: Lw. lat. indicum; E.: s. lat. indicum, M., Indigo, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. Ἰνδικόν (Indikón), N., Indisches, indischer Farbstoff; vgl. gr. Ἰνδός (Indós), M., Inder, Indus (FlN); ai. sindhu, Sb., Fluss; L.: Kluge s. u. Indigo, DW 10, 2111 (Indig), EWD s. u. Indigo, Duden s. u. Indigo; Son.: s. ahd. indih, st. M. (a?, i?), Indigo; mnd. indich, st. Sb., Indigo; mnl. inden, M., Indigo; vgl. nndl. indigo, Sb., Indigo; frz. indigo, M., Indigo; nschw. indigo, Sb., Indigo; nnorw. indigo, M., Indigo; poln. indygo, M., Indigo; kymr. indigo, M., Indigo; nir. indeagó, M., Indigo; lit. indigas, M., Indigo; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen dunkelblauen aus der indischen Indigopflanze (oder dem europäischen Färberwaid) gewinnbaren wohl schon vormenschlich möglichen Farbstoff; BM.: flN (Indus); F.: Indigo, Indigos+FW+EW; Z.: Ind-ig-o
Indikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Indikation, Heilanzeige; ne. indication; Vw.: -; Hw.: s. Indikativ, Indikator; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. indicātio; E.: s. lat. indicātio, F., Anzeige, Ansatz, Taxe, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. indicāre, V., anzeigen, angeben, entdecken, offenbaren; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Indikation, fehlt DW, EWD s. u. Indikation, Duden s. u. Indikation; Son.: vgl. nndl. indicatie, Sb., Indikation; frz. indication, F., Indikation; nschw. indikation, Sb., Indikation; nnorw. indikasjon, M., Indikation; lit. indikacija, F., Indikation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Feststellung von Anzeichen oder Angezeigtsein für bestimmte medizinische Reaktionen wie beispielsweise einen Schwangerschaftsabbruch; BM.: in, verkünden; F.: Indikation, Indikationen+FW(+EW); Z.: In-di-k-at-io-n
Indikativ, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Indikativ, Modus der Aussage; ne. indicative (N.); Vw.: -; Hw.: s. Indikation, Indikator; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. indicātīvus; E.: s. lat. indicātīvus, Adj., zum Aussagen geeignet, zum Anzeigen geeignet, (370-380 n. Chr.); vgl. indicāre, V., anzeigen, angeben, entdecken, offenbaren; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Indikativ, fehlt DW, EWD s. u. Indikativ, Duden s. u. Indikativ; Son.: vgl. nndl. indicatief, Sb., Indikativ; frz. indicatif, M., Indikativ; nschw. indikativ, Sb., Indikativ; nnorw. idikativ, M., Indikativ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zu einer Anzeige geeigneten Modus eines Verbes oder Zeitworts wie beispielsweise er liest oder sie schrieb oder es hat geregnet in Gegensatz zu dem Konjunktiv oder Optativ oder Imperativ; BM.: in, verkünden; F.: Indikativ, Indikativs, Indikatives, Indikative, Indikativen+FW(+EW); Z.: In-di-k-at-iv
Indikator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Indikator, Hinweiser, Anzeiger; ne. indicator, indicant; Vw.: -; Hw.: s. Indikation, Indikativ; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. indicātor; E.: s. lat. indicātor, M., Aussager, Hinweiser, Anzeiger, Bekanntmacher, (um 510-570 n. Chr.); vgl. indicāre, V., anzeigen, angeben, entdecken, offenbaren; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Indikativ, Duden s. u. Indikator; Son.: vgl. nndl. indicator, Sb., Indikator; frz. indicteur, M., Indikator; nschw. indikator, Sb., Indikator; nnorw. indikator, M., Indikator; poln. indykator, M., Indikator; lit. indikatorius, M., Anzeiger; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Anzeichen oder einen Hinweiser oder Anzeiger für eine bestimmte Entwicklung oder einen eingetretenen Zustand wie beispielsweise Blaukrautsaft oder Schwarztee oder Lackmus oder Phenolphthalein oder Methylorange oder Lebenserwartung oder Bildung oder Einkommen; BM.: in, verkünden; F.: Indikator, Indikatoren+FW(+EW); Z.: In-di-k-at-or
$indirekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. indirekt, mittelbar; I.: Lw. lat. indīrēctus; E.: s. lat. indīrēctus; L.: fehlt DW, EWD s. u. direkt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mittelbar oder nicht gerade; F.: indirekt, indirekte, indirektes, indirektem, indirekten, indirekter+FW(+EW); Z.: in—di-rek-t
indiskret, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. indiskret, nicht verschwiegen, mitteilsam; ne. indiscret; Vw.: -; Hw.: s. Indiskretion; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. indiscrētus; E.: s. lat. indiscrētus, Adj., ungetrennt, unzertrennlich, ununterschieden, ohne Unterschied seiend, (um 383-419/420 n. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. discernere, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diskret, EWD s. u. diskret, Duden s. u. indiskret; Son.: vgl. nndl. indiscreet, Adj., indiskret; frz. indiscret, Adj., indiskret; nschw. indiskret, Adj., indiskret; nnorw. indiskré, Adj., indiskret; lit. nediskretiškas, Adj., indiskret; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches nicht die gebotene Zurückhaltung oder Verschwiegenheit aufweisend oder mitteilsam; BM.: nicht, schneiden; F.: diskret, diskrete, diskretes, diskretem, diskreten, diskreter(, diskretere, diskreteres, diskreterem, diskreteren, diskreterer, diskretest, diskreteste, diskretestes, diskretestem, diskretesten, diskretester)+FW(+EW); Z.: in-di-s-kre-t
Indiskretion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Indiskretion, Mangel an Zurückhaltung oder Verschwiegenheit, Mitteilsamkeit; ne. indiscretion; Vw.: -; Hw.: s. indiskret; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. indiscrētio; E.: s. lat. indiscrētio, F., Unbilligkeit, Rücksichtslosigkeit, Ausgelassenheit, Unbesonnenheit, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. discernere, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. diskret, fehlt DW, EWD s. u. diskret, Duden s. u. Indiskretion; Son.: vgl. frz. indiscrétion, F., Indiskretion; nschw. indiskretion, Sb., Indiskretion; nnorw. indiskresjon, M., Indiskretion; poln. niedyskrecja, F., Indiskretion; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung eines nicht den gebotenen Takt oder die gebotene Zurückhaltung aufweisenden Verhaltens oder einen Mangel an Verschwiegenheit oder eine Mitteilsamkeit oder Taktlosigkeit; BM.: nicht, schneiden; F.: Indiskretion, Indiskretionen+FW(+EW); Z.: In-di-s-kre-t-io-n
$indiskutabel, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. indiskutabel; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. in, s. diskutabel, s. frz. indiscutable; L.: Kluge s. u. diskutieren, fehlt DW, EWD s. u. diskutieren; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und unter dem Einfluss von frz. indiscutable aus in und diskutabel gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nicht infrage kommend oder ausgeschlossen oder abzulehnend; F.: indiskutabel, indiskutable, indiskutables, indiskutablem, indiskutablen, indiskutabler(, indiskutablere, indiskutableres, indiskutablerem, indiskutableren, indiskutablerer, indiskutabelst, indiskutabelste, indiskutabelstes, indiskutabelstem, indiskutabelsten, indiskutabelster) +FW(+EW); Z.: in-di-s-kut-ab-el
$indisponibel, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. indisponibel, unverfügbar, festgelegt; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. indisponible; Hw.: s. indisponiert; E.: s. frz. indisponible, s. in, s. dispon(ieren), s. ibel: L.: fehlt DW, EWD s. u. disponieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für unverfügbar oder festgelegt; F.: indisponibel, indisponible, indisponibles, indisponiblem, indisponiblen, indisponibler+FW(+EW); Z.: in—di-s-po-n-ib-el
indisponiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. indisponiert, unpässlich, in schlechtem Zustand befindlich; ne. indisposed; Vw.: -; Hw.: s. disponieren, Indisposition; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. indisposé; E.: s. frz. indisposé, Adj., indisponiert; vgl. lat. indispositus, Adj., unordentlich, ungeordnet, nicht eingerichtet, nicht gut eingerichtet, unvorbereitet, untauglich, nicht ausgestattet, (98-115 n. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. indisponiert, fehlt DW, EWD s. u. disponieren, Duden s. u. indisponiert; Son.: vgl. nndl. niet gedisponeerd, Adj., indisponiert; nschw. indisponerad, Adj., indisponiert; nnorw. indisponert, Adj., indisponiert; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unpässlich oder in schlechtem Zustand befindlich; BM.: nicht, zwei, setzen; F.: indisponiert, indisponierte, indisponiertes, indisponiertem, indisponierten, indisponierter(, indisponiertere, indisponierteres, indisponierterem, indisponierteren, indisponierterer, indisponiertest, indisponierteste, indisponiertestes, indisponiertestem, indisponiertesten, indisponiertester)+FW+EW; Z.: in-di-s-po-n-ier-t
$Indisponiertheit, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Indisponiertheit, Unpässlichkeit, schlechter Zustand, Indisposition; E.: s. indisponiert, s. heit; L.: Kluge s. u. indisponiert, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus indisponiert und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unpässlichkeit oder einen schlechten Zustand; F.: Indisponiertheit, Indisponiertheiten+FW+EW; Z.: In-di-s-po-n-ier-t-hei-t
Indisposition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Indisposition, Verstimmung, Unpässlichkeit, Indisponiertheit, schlechte körperliche Verfassung; ne. indisposition; Hw.: s. disponieren, Indisposition; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. mlat. indispositio; E.: s. mlat. indispositio, F., Untauglichkeit, Unbrauchbarkeit; vgl. mlat. indispōnere, V., untauglich machen; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. indisponiert, fehlt DW, EWD s. u. disponieren, Duden s. u. Indisposition; Son.: vgl. nnorw. indisposisjon, M., Indisposition; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche schlechte körperliche Verfassung oder eine Unpässlichkeit; BM.: nicht, zwei, setzen; F.: Indisposition, Indispositionen+FW+EW; Z.: In-di-s-po-s-it-io-n
Indium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Indium, ein Metall; ne. indium; Vw.: -; Hw.: s. Indigo; Q.: um 1863; I.: neoklassische Bildung; E.: lat. indicum, M., Indigo, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. Ἰνδικόν (Indikón), N., Indisches, indischer Farbstoff; vgl. gr. Ἰνδός (Indós), M., Inder, Indus (FlN); L.: Duden s. u. Indium; Son.: vgl. nndl. indium, Sb., Indium; frz. indium, M., Indium; nschw. indium, N., Indium; nnorw. indium, N., Indium; kymr. indiwm, M., Indium; nir. indiam, M., Indium; poln. ind, M., Indium; lit. indis, M., Indium; GB.: seit 1863 belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Indischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein seltenes schon vormenschliches und 1863 an der Bergakademie Freiberg in Sachsen in örtlichen Erzen entdecktes und nach seiner indigoblauen Spektrallinie benanntes silberweiß stark glänzendes und verhältnismäßig weiches seltenes elementar kaum vorkommendes und für moderne Elektronikgeräte wichtiges Metall (chemisches Element Nr. 49, abgekürzt In); BM.: Indigo (nach den indigoblauen Linien in dem Spektrum); F.: Indium, Indiums+EW; Z.: Ind-i-um
Individualismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Individualismus, die besonderen Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums besonders hervorhebende Haltung; ne. individualism; Vw.: -; Hw.: s. Individualist, Individualistät, Individuum, individuell; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. individualisme; E.: s. frz. individualisme, M., Individualismus; vgl. mlat. indīviduālis, Adj., persönlich; vgl. lat. indīviduus, Adj., ungeteilt, unzertrennt, unteilbar, untrennbar; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Individuum, fehlt DW, EWD s. u. Individuum, Duden s. u. Individualismus; Son.: vgl. nndl. individualisme, Sb., Individualismus; frz. individualisme, M., Individualismus; nschw. individualism, Sb., Individualismus; nnorw. individualisme, M., Individualismus; poln. indywidualizm, M., Individualismus; lit. individualizmas, M., Individualismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl erst seit dieser Zeit bedeutsame Anschauung die dem Individuum und seinen Bedürfnissen sowie Wünschen den Vorrang vor der Gemeinschaft einräumt; BM.: nicht, geteilt; F.: Individualismus+FW(+EW); Z.: In-di-v-i-du-al-ism-us
Individualist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Individualist, eigenständig Denkender, Einzelgänger; ne. individualist; Vw.: -; Hw.: s. Individualismus, Individualität, individuell, Individuum; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. individualiste; E.: s. frz. individualiste, M., Individualist; vgl. mlat. indīviduālis, Adj., persönlich; vgl. lat. indīviduus, Adj., ungeteilt, unzertrennt, unteilbar, untrennbar; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Individuum, fehlt DW, EWD s. u. Individuum, Duden s. u. Individualist; Son.: vgl. frz. individualiste, M., Individualist; nschw. individualist, Sb., Individualist; nnorw. individualist, M., Individualist; poln. indywidualista, M., Individualist; lit. individualistas, M., Individualist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den wohl erst seit dieser Zeit bedeutsamen einen persönlichen Lebensstil entwickelt habenden und sich dadurch von anderen abhebenden Menschen; BM.: nicht, geteilt; F.: Individualist, Individualisten+FW(+EW); Z.: In-di-v-i-du-al-ism-ist
$individualistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. individualistisch, einen Individualisten betreffend; E.: s. Individualist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Individuum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Individualist und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl erst seit dieser Zeit bedeutsamen Individualisten betreffend; F.: individualistisch, individualistische, individualistisches, individualistischem, individualistischen, individualistischer(, individualistischere, individualistischeres, individualistischerem, individualistischeren, individualistischerer, individualistischst, individualistischste, individualistischstes, individualistischstem, individualistischsten, individualistischster)+FW(+EW); Z.: in-di-v-i-du-al-ist-isch
Individualität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Individualität, Einzigartigkeit; ne. individuality; Vw.: -; Hw.: s. Individualismus, Individualist, Individuum, individuell; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. individualité, mlat. indīviduālitās; E.: s. frz. individualité, F., Individualität, Einzigartigkeit; mlat. indīviduālitās, F., Individualität, Einzigartigkeit; vgl. mlat. indīviduālis, Adj., persönlich; vgl. lat. indīviduus, Adj., ungeteilt, unzertrennt, unteilbar, untrennbar, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Individuum, EWD s. u. Individuum, Duden s. u. Individualität; Son.: vgl. nschw. individualitet, Sb., Individualität; nnorw. individualitet, M., Individualität; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl erst seit dieser Zeit besonders beachtete Gesamtheit der Eigenschaften und Merkmale welche die Besonderheit oder Einzigartigkeit (grundsätzlich) eines (jeden) Menschen ausmachen; BM.: nicht, geteilt; F.: Individualität, Individualitäten+FW(+EW); Z.: In-di-v-i-du-al-it-ät
individuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. individuell, einzigartig; ne. individual (Adj.), distint (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Individualismus, Individualist, Individualität, Individuum; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. individuel; E.: s. frz. individuel, Adj., individuell, einzigartig; vgl. mlat. indīviduālis, Adj., persönlich; vgl. lat. indīviduus, Adj., ungeteilt, unzertrennt, unteilbar, untrennbar, (81-43 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Individuum, fehlt DW, EWD s. u. Individuum, Duden s. u. individuell; Son.: vgl. nndl. individueel, Adj., individuell; nschw. individuell, Adj., individuell; nnorw. individuell, Adj., individuell; poln. indywidualny, Adj., individuell; nir. indibhidiúil, Adj., individuell (in der Philosophie); lit. individualus, Adj., individuell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung von wohl erst seit dieser Zeit besonders beachtetem auf einzelne Menschen Zugeschnittenem oder Geprägtem; BM.: nicht, geteilt; F.: individuell, individuelle, individuelles, individuellem, individuellen, individueller(, individuellere, individuelleres, individuellerem, individuelleren, individuellerer, individuellst, individuellste, individuellstes, individuellstem, individuellsten, individuellster)+FW+EW; Z.: in-di-v-i-du-ell
Individuum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Individuum, besonderes Einzelwesen; ne. individual (N.); Vw.: -; Hw.: s. Individualismus, Individualist, Individualität, individuell; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. indīviduum; E.: s. lat. indīviduum, N., Unteilbares, Atom, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. indīviduus, Adj., ungeteilt, unzertrennt, unteilbar, untrennbar; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīviduus, Adj., geteilt, getrennt, aufgeteilt, zerstreut, trennbar; lat. dīvidere, V., zerlegen (V.), trennen, teilen, spalten, auseinanderbringen, (204-169 v. Chr.); idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Individuum, fehlt DW, EWD s. u. Individuum, Duden s. u. Individuum; Son.: vgl. nndl. individu, Sb., Individuum; frz. individu, M., Individuum; nschw. individ, Sb., Individuum; nnorw. individ, N., Individuum; poln. indywiduum, Sb., Individuum; nir. indibhid, F., Individuum; lit. individas, M., Individuum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen aber erst spät besonders beachteten Menschen als besonderes Einzelwesen; BM.: nicht, geteilt; F.: Individuum, Individuums, Individuen+FW; Z.: In-div-i-du-um
Indiz, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Indiz, Hinweis; ne. evidence, clue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. indicium; E.: s. lat. indicium, N., Angabe, Aussage, Anzeige, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. indicere, V., ansagen, ankündigen, bestimmen, anordnen, vorschreiben lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Indiz, fehlt DW, EWD s. u. Indiz, Duden s. u. Indiz; Son.: vgl. nndl. indicium, Sb., Indiz; frz. indice, M., Indiz; nschw. indicium, Sb., Indiz; nnorw. indisium, N., Indiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Hinweis; BM.: in, sagen; F.: Indiz, Indizes, Indizien+FW+EW; Z.: In-di-z
$Indizienbeweis, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Indizienbeweis; E.: s. Indiz, s. ien, s. Beweis; L.: fehlt DW, EWD s. u. Indiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Indiz und ien sowie Beweis gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht sowie Verfahren möglichen nur auf Indizien gestützten Beweis(versuch) für eine Gegebenheit; F.: Indizienbeweis, Indizienbeweises, Indizienbeweise, Indizienbeweisen+FW+EW; Z.: In-d-iz-i-en—be—wei-s
indogermanisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. indogermanisch, indoeuropäisch; ne. Indo-Germanic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: letztlich von gr. Ἰνδός (Indós), M., Inder, Indus (FlN); lat. Germānus, M., Germane; weitere Herkunft ungeklärt, wohl eher kelt. als germ.; L.: Kluge s. u. indogermanisch, fehlt DW, Duden s. u. indogermanisch; Son.: eine neuere Bezeichnung ist indoeuropäisch; vgl. nndl. Indogermaans, Adj., indogermanisch; frz. indo-germanique, Adj., indogermanisch; nschw. indogermanisk, Adj., indogermanisch; nnorw. indogermanisk, Adj., indogermanisch; poln. indogermański, Adj., indogermanisch; GB.: seit 1810 belegte und von dem Dänen Conrad Malte-Brun (1775-1826) gebildete Bezeichnung für die auf der Erde verbreitetste Sprachfamilie; BM.: damals bekannte östlichste Sprache Indisch und damals bekannte westlichste Sprache Germanisch der Sprachfamilie; F.: indogermanisch, indogermanische, indogermanisches, indogermanischem, indogermanischen, indogermanischer(+FW)+EW; Z.: ind-o-german-isch
indolent, nhd. (ält.),(Part. Präs.=) Adj., (18. Jh.): nhd. indolent, geistig träge, gleichgültig, gegen Schmerz unempfindlich; ne. indolent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. indolēns; E.: s. lat. indolēns, Adj., gegen Schmerz unempfindlich, (um 383-419/420 n. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dolēre, V., Schmerzen haben, schmerzen, weh tun, Schmerz empfinden; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. indolent, Duden s. u. indolent; Son.: vgl. frz. indolet, Adj., träge, faul; nnorw. indolent, Adj., indolent; poln. indolentny, Adj., indolent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für geistig träge oder gleichgültig oder gegen Schmerz unempfindlich; BM.: nicht, spalten; F.: indolent, indolente, indolentes, indolentem, indolenten, indolenter(, indolentere, indolenteres, indolenterem, indolenteren, indolenterer, indolentest, indolenteste, indolentestes, indolentestem, indolentesten, indolentester)+FW(+EW); Z.: in-dol-ent
$Indolenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Indolenz, geistige Trägheit, Unempfindlichkeit gegen Schmerz, Gleichgültigkeit; I.: Lw. frz. indolence; E.: s. frz. indolence, s. lat. indolentia; L.: EWD s. u. indolent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für geistige Trägheit oder Unempfindlichkeit gegen Schmerz oder Gleichgültigkeit; F.: Indolenz, Indolenzen+FW(+EW); Z.: In-dol-enz
Induktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Induktion, Hineinführen, Schluss von dem besonderen Einzelfall auf alle Einzelfälle oder das Allgemeine oder das Gesetzmäßige; ne. induction; Vw.: -; Hw.: s. induktiv, induzieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. inductio; E.: s. lat. inductio, F., Hineinführen, Einführen, Auftretenlassen, Hineinleiten, Irreführen, Irreführung, Induktion, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. indūcere, V., überziehen, über etwas ziehen, anziehen, ausfüllen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. induktiv, fehlt DW, EWD s. u. Induktion, Duden s. u. Induktion; Son.: vgl. nndl. inductie, Sb., Induktion; frz. induction, F., Induktion; nschw. induktion, Sb., Induktion; nnorw. induskjon, M., Induktion; poln. indukcja, F., Induktion; nir. ionduchtú, M., Induktion; lit. indukcija, F., Induktion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein Hineinführen und die wissenschaftliche Methode von dem besonderen Einzelfall auf alle Einzelfälle oder das Allgemeine und Gesetzmäßige zu schließen; BM.: in, ziehen; F.: Induktion, Induktionen+FW(+EW); Z.: In-du-k-t-io-n
induktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. induktiv, hineinführend, von dem Einzelnen zu dem Allgemeinen gehend; ne. inductive; Vw.: -; Hw.: s. Induktion, induzieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. inductīvus; E.: s. lat. inductīvus, Adj., zur Annahme geeignet, 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. indūcere, V., überziehen, über etwas ziehen, anziehen, ausfüllen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. induktiv, fehlt DW, EWD s. u. Induktion, Duden s. u. induktiv; Son.: vgl. nndl. inductief, Adj., induktiv; frz. inductif, Adj., induktiv; nschw. induktiv, Adj., induktiv; nnorw. induktiv, Adj., induktiv; poln. indukcyjny, Adj., induktiv; nir. ionduchtach, Adj., induktiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für hineinführend oder von dem Einzelnen zu dem Allgemeinen gehend; BM.: in, ziehen; F.: induktiv, induktive, induktives, induktivem, induktiven, induktiver+FW(+EW); Z.: in-du-k-t-iv
$industrialisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. industrialisieren, mit Industrie versehen (V.), industrielle Herstellungsweisen einführen oder verwenden; I.: Lw. frz. industrialiser; E.: s. Industrie, s. frz. industrialisier; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Industrie versehen (V.) oder industrielle Herstellungsweisen einführen oder verwenden; F.: industrialisieren, industrialisiere, industrialisierst, industrialisiert, industrialisierest, industrialisieret, industrialisierte, industrialisiertest, industrialisierten, industrialisiertet, ##industrialisiert, industrialisierte, industrialisiertes, industrialisiertem, industrialisierten, industrialisierter##, industrialisierend, ###industrialisierend, industrialisierende, industrialisierendes, industrialisierendem, industrialisierenden, industrialisierender###, industrialisier (!)+FW(+EW); Z.: in-du-str-i-al-is-ier-en
Industrie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Industrie, maschinelle und automatisierte Warenerzeugung; ne. industry; Vw.: -; Hw.: s. industriell; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. industria; E.: s. lat. industria, F., beharrliche Tätigkeit, Rührigkeit, Betriebsamkeit, Energie, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. industrius, Adj., beharrlich, tätig, regsam, betriebsam; lat. indu, endo, Präp., in; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181; 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten, aufbauen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Industrie, DW 10, 2112, EWD s. u. Industrie, Duden s. u. Industrie; Son.: vgl. nndl. industrie, Sb., Industrie; frz. industrie, F., Industrie; nschw. industri, Sb., Industrie; nnorw. industri, M., Industrie; russ. индустрия (industrija), F., Industrie; lit. industrija, F., Industrie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit aller mit der Massenherstellung von Waren befassten Unternehmen eines Gebiets; BM.: in, aneinanderfügen; F.: Industrie, Industrien+FW(+EW); Z.: In-du-str-ie
industriell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. industriell, Industrie betreffend, in Massenfertigung hergestellt; ne. industrial; Vw.: -; Hw.: s. Industrie; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. industriel; E.: s. frz. industriel, Adj., industriell; lat. industrius, Adj., beharrlich, tätig, regsam, betriebsam, emsig, eifrig, fleißig, (um 250-184 v. Chr.); lat. indu, endo, Präp., in; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181; 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten, aufbauen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Industrie, fehlt DW, EWD s. u. Industrie, Duden s. u. industriell; Son.: vgl. nndl. industrieel, Adj., industriell; nschw. industriell, Adj., industriell; nnorw. industriell, Adj., industriell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Industrie betreffend oder in Massenfertigung hergestellt; BM.: in, aneinanderfügen; F.: industriell, industrielle, industrielles, industriellem, industriellen, industrieller+FW(+EW); Z.: in-du-str-i-ell
induzieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. induzieren, hineinführen, schließen; ne. induce; Vw.: -; Hw.: s. Induktion, induktiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. indūcere; E.: s. lat. indūcere, V., überziehen, über etwas ziehen, anziehen, ausfüllen, antun, verursachen, sich überzeugen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. induktiv, fehlt DW, EWD s. u. Induktion, Duden s. u. induzieren; Son.: vgl. nnorw. indusere, V., induzieren; nnorw. indusere, V., induzieren; poln. indukować, V., induzieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von dem besonderen Einzelfall auf das Allgemeine oder Gesetzmäßige schließen; BM.: in, ziehen; F.: induzieren, induziere, induzierst, induziert, induzierest, induzieret, induzierte, induziertest, induzierten, induziertet, induziertes, ##induziert, induzierte, induziertes, induziertem, induzierten, induzierter##, induzierend, ###induzierend, induzierende, induzierendes, induzierendem, induzierenden, induzierender###, induzier(!)+FW(+EW); Z.: in-du-z-ier-en
...ine, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. ...ine; ne. ...ine; Vw.: s. (Apfels-,) Auberg-, Beg-, Berl-, Blond-, Brigant-, Brillant-, Drais-, Fasch-, Gard-, Gelat-, Georg-, Guillot-, Kab-, Kant-, Konkub-, Krinol-, Kus-, Latr-, Limous-, Lup-, Mandar-, Mandol-, Margar-, Mar-, Masch-, Nektar-, Peler-, Popel-, Pral-, Ros-, Rout-, Sal-, Sard-, Serpent-, Sultan-, Terr-, Trich-, Turb-, Vasel-, Viol-, Vitr-; Hw.: -; Q.: 11. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. über romanische Sprachen von lat. ...īna, Suff., ...ine; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. ...ien, Suff., ...ine; frz. ...ine, Suff., ...ine; nschw. ...in, Suff., ...ine; nnorw. ...in, Suff., ...ine; poln. ...yna, Suff., ...ine; lit. ...inas, Suff., ...ine; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und über romanische Sprachen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe zu einer Bildung weiblicher Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...ine, ...inen+FW; Z.: -in-e
infam, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. infam, niederträchtig, abscheulich, bösartig, durchtrieben, schändlich; ne. infamous; Vw.: -; Hw.: s. Infamie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. īnfāmis; E.: s. lat. īnfāmis, Adj., berüchtigt, verrufen (Adj.), verschrieen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fāma, F., Gerede, Gerücht, Rede, Ruf, Sage, öffentliches Reden (N.); idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. infam, DW 10, 2112, EWD s. u. infam, Duden s. u. infam; Son.: vgl. nndl. infaam, Adj., infam; frz. infâme, Adj., infam; nschw. infam, Adj., infam; nnorw. infam, Adj., infam; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches niederträchtig oder abscheulich oder bösartig oder durchtrieben oder schändlich; BM.: in, Gerede bzw. Gerücht bzw. reden; F.: infam, infame, infames, infamem, infamen, infamer(, infamere, infameres, infamerem, infameren, infamerer, infamst, infamste, infamstes, infamstem, infamsten, infamster)+FW(+EW); Z.: in-fa-m
Infamie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Infamie, Niedertracht, Bösartigkeit, niederträchtiges oder bösartiges oder durchtriebenes oder schändliches Verhalten; ne. infamy; Vw.: -; Hw.: s. infam; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. infamie; E.: s. frz. infamie, F., Infamie; lat. īnfāmia, F., übler Ruf, übles Gerücht, Verleumdung, Beschimpfung, Vorwurf, Schande, Schimpf, Schmach, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. īnfāmis, Adj., berüchtigt, verrufen (Adj.), verschrieen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fāma, F., Gerede, Gerücht, Rede, Ruf, Sage, öffentliches Reden (N.); idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. infam, fehlt DW, EWD s. u. infam, Duden s. u. Infamie; Son.: vgl. nnorw. infami, M., Infamie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches auf besondere Weise niederträchtiges oder bösartiges oder durchtriebenes oder schändlichen Verhalten; BM.: in, Gerede bzw. Gerücht bzw. reden; F.: Infamie+FW(+EW); Z.: In-fa-m-ie
Infanterie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Infanterie, Fußtruppe; ne. infantry; Vw.: -; Hw.: s. infantil; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. infanteria, span. infantería; E.: s. it. infanteria, F., Infanterie; span. infantería, F., Infanterie; vgl. it. infante, M., Fußsoldat, Edelknabe, Kind; lat. īnfāns, M., F., kleines Kind; vgl. lat. īnfāns, Adj., stumm, sehr jung; lat. in- (2), Präf., Verneinungsartikel, un…; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. fārī, V., künden, kundtun; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Infanterie, DW 12, 2112, EWD s. u. Infanterie, Duden s. u. Infanterie; Son.: vgl. nndl. infanterie, Sb., Infanterie; frz. infanterie, F., Infanterie; nschw. infanteri, Sb., Infanterie; nnorw. infanteri, N., Infanterie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der sachlich seit Entstehung des Menschen und wohl der Bildung von Staaten und Heeren möglichen auf den Nahkampf spezialisierten Kampftruppen eines Heeres eines Staates; BM.: Kind bzw. sprechen; F.: Infanterie, Infanterien+FW(+EW); Z.: In-fa-nt-er-ie
$Infanterist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Infanterist; E.: s. Infanter(ie), s. ist; L.: Kluge s. u. Infanterie, fehlt DW, EWD s. u. Infanterie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Infanter(ie) und ist gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen der Infanterie; F.: Infanterist, Infanteristen+FW(+EW); Z.: In-fa-nt-er-ist
infantil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. infantil, ein Kind betreffend, kindisch; ne. infantile (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Infanterie; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. īnfantilis; E.: s. lat. īnfantilis, Adj., Kindern gehörig, Kinder..., kindlich, kindisch, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. īnfāns, M., F., kleines Kind; vgl. lat. īnfāns, Adj., stumm, sehr jung; lat. in- (2), Präf., Verneinungsartikel, un…; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. fārī, V., künden, kundtun; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. infantil, fehlt DW, EWD s. u. infantil, Duden s. u. infantil; Son.: vgl. nndl. infantiel, Adj., infantil; frz. infantile, Adj., infantil; nschw. infantil, Adj., infantil; nnorw. infantil, Adj., infantil; poln. infantylny, Adj., infantil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Menschen mögliches ein Kind betreffend oder kindisch; BM.: Kind bzw. sprechen; F.: infantil, infantile, infantiles, infantilem, infantilen, infantiler(, infantilere, infantileres, infantilerem, infantileren, infantilerer, infantilst, infantilste, infantilstes, infantilstem, infantilsten, infantilster)+FW(+EW); Z.: in-fa-nt-il
$Infantilismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Infantilismus; E.: s. infantil, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. infantil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus infantil und ismus gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Stehenbleiben auf einer Entwicklungsstufe eines Kindes; F.: Infantilismus, Infantilismen+FW; Z.: In-fa-nt-il-ism-us
Infarkt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Infarkt, durch Unterbrechung der Blutzufuhr verursachtes Absterben eines Organs; ne. infarct; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. īnfarcīre, V., hineinstopfen, vollfüllen, vollstopfen, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. farcīre, V., stopfen, vollstopfen; idg. *bʰarekᵘ̯-, V., vollstopfen, zusammendrängen, Pokorny 110 (178/11) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Infarkt, fehlt DW, EWD s. u. Infarkt, Duden s. u. Infarkt; Son.: vgl. nndl. infarct, Sb., Infarkt; frz. infarctus, M., Infarkt; nschw. infarkt, Sb., Infarkt; nnorw. infarkt, N., Infarkt; lit. infarktas, M., Infarkt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung des Lebens und des Blutes mögliche Absterben eines Gewebestücks oder Organteils durch Unterbrechung der Blutzufuhr mit möglicher Todesfolge; BM.: in, stopfen; F.: Infarkt, Infarkts, Infarktes, Infarkte, Infarkten+FW; Z.: In-fark-t
$Infekt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Infekt, Ansteckung; E.: s. Infektion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Infektion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Infektion gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Ansteckung; F.: Infekt, Infektes, Infekts, Infekte, Infekten+FW; Z.: In-fe-k-t
Infektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Infektion, Ansteckung; ne. infection; Vw.: -; Hw.: s. infizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnfectio; E.: s. lat. īnfectio, F., Färben, Färbung, Schändung, Beeinflussung, Ansteckung, Vergiftung, Einfluss, (um 340-397 n. Chr.); lat. īnficere, V., anmachen, tränken, färben, benetzen, durchnässen; lat. in, en, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Infektion, EWD s. u. Infektion, Duden s. u. Infektion; Son.: vgl. nndl. infectie, Sb., Infektion; frz. infection, F., Infektion; nschw. infektion, Sb., Infektion; nnorw. infeksjon, M., Infektion; poln. infekcja, F., Infektion; nir. ionfhabhtaíocht, F., Infektion; lit. infekcija, F., Infektion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Ansteckung von Lebewesen durch eingedrungene Krankheitserreger mit lokaler oder allgemeiner Störung des Organismus; BM.: in, machen; F.: Infektion, Infektionen+FW; Z.: In-fe-k-t-io-n
$infektiös, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. infektiös, mit Erregern behaftet und deshalb ansteckend; I.: Lw. frz. infectieux; E.: s. frz. infectieux, s. Infektion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Infektion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches mit Erregern behaftet und deshalb ansteckend; F.: infektiös, infektiöse, infektiöses, infektiösem, infektiösen, infektiöser(, infektiösere, infektiöseres, infektiöserem, infektiöseren, infektiöserer, infektiösest, infektiöseste, infektiösestes, infektiösestem, infektiösesten, infektiösester)+FW+EW; Z.: in-fe-k-t-i-ös
$Infel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Infel, Mütze eines Bischofs oder Abtes; E.: s. lat infula, F., an der Stirne befestigte Wollbinde des Priesters; L.: Kluge 1. A. s. u. Infel, DW 10, 2112; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Kopfbedeckung eines führenden Geistlichen; F.: Infel, Infele, Infelen+EW(+EW); Z.: Infel
inferior, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. inferior, untere, unterlegen (Adj.), schlechtere, minderwertig; ne. inferior; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnferior; E.: s. lat. īnferior, Adj. (Komp.), untere, niederere, niedrigere, schwächere, geringere, (81-43 v. Chr.); vgl. īnfer, Adj.: nhd. untere, niedere, unterirdisch; idg. *n̥dʰero-, Adj., untere, Pokorny 771; L.: fehlt DW, Duden s. u. inferior; Son.: vgl. nndl. inferieur, Adj., inferior; frz. inférieur, Adj., inferior; nschw. inferior, Adj., inferior; nnorw. inferiør, Adj., inferior; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches untere oder schlechtere oder minderwertig; BM.: untere; F.: inferior, inferiore, inferiores, inferiorem, inferioren, inferiorer(, inferiorere, inferioreres, inferiorerem, inferioreren, inferiorerer, inferiorest, inferioreste, inferiorestes, inferiorestem, inferioresten, inferiorester)+FW; Z.: in-fer-i-or
infernalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. infernalisch, unterirdisch, teuflisch, höllisch, unerträglich, scheußlich; ne. infernal; Vw.: -; Hw.: s. Inferno; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnfernālis; E.: s. lat. īnfernālis, Adj., unterirdisch, teuflisch, höllisch; vgl. lat. īnfernus (1), Adj., unten befindlich, untere, unterirdisch, (220-130 v. Chr.); idg. *n̥dʰero-, Adj., untere, Pokorny 771; L.: Kluge s. u. infernalisch, fehlt DW, EWD s. u. infernalisch, Duden s. u. infernalisch; Son.: vgl. nndl. infernaal, Adj., infernalisch; frz. infernal, Adj., infernalisch; nschw. infernalisk, Adj., infernalisch; nnorw. infernalsk, Adj., infernalisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen sowie Entwicklung von Sprache mögliches unterirdisch oder teuflisch oder höllisch oder scheußlich oder unerträglich; BM.: untere; F.: infernalisch, infernalische, infernalisches, infernalischem, infernalischen, infernalischer(, infernalischere, infernalischeres, infernalischerem, infernalischeren, infernalischerer, infernalischst, infernalischste, infernalischstes, infernalischstem, infernalischsten, infernalischster)+FW(+EW); Z.: in-fer-n-al-isch
Inferno, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Inferno, Hölle, unterirdischen Ort eines unheilvollen und entsetzlichen Geschehens; ne. inferno; Vw.: -; Hw.: s. infernalisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. inferno; E.: s. it. inferno, M., Inferno, Unterwelt; lat. īnfernum, N., Hölle, Unterwelt, (4 v.-65 n. Chr.); lat. īnfernus (1), Adj., unten befindlich, untere, unterirdisch; idg. *n̥dʰero-, Adj., untere, Pokorny 771; L.: fehlt DW, EWD s. u. infernalisch, Duden s. u. Inferno; Son.: vgl. nndl. inferno, Sb., Inferno; frz. enfer, M., Hölle; nschw. inferno, N., Inferno; nnorw. inferno, N., Inferno; kymr. uffern, F., Inferno; nir. ifreann, M., Inferno; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen als Hölle möglichen unterirdischen Ort eines unheilvollen und entsetzlichen Geschehens; BM.: untere; F.: Inferno, Infernos+FW; Z.: Infer-n-o
$Infiltration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Infiltration; E.: s. infiltr(ieren), s. ation; L.: Kluge s. u. infiltrieren, fehlt DW, EWD s. u. Filter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus infiltr(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für das Eindringen oder Einführen einer Einheit in eine andere Einheit; F.: Infiltration, Infiltrationen+FW+EW; Z.: In-fil-t-r-at-io-n
infiltrieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. infiltrieren, eindringen, einführen, einflößen; ne. infiltrate; Vw.: -; Hw.: s. Filter; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. infiltrer; E.: s. frz. infiltrer, V., eindringen; mlat. infiltrārī, V., eindringen, sich einnisten; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); frz. filtre, M., Filter; lat. filtrum, N., Lumpen (M.), Seihgerät aus Filz; vgl. germ. *felta-, *feltaz, *filta-, *filtaz, st. M. (a), Gestampftes; vgl. idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. infiltrieren, fehlt DW, Duden s. u. infiltrieren; Son.: vgl. nndl. filtreren, V., infiltrieren; nschw. infiltrera, V., infiltrieren; nnorw. infiltrere, V., infiltrieren; poln. infiltrować, V., infiltrieren; lit. infiltruoti, V., infiltrieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches eindringen oder von Menschen entwickeltes einführen oder einflößen; BM.: in, Filter; F.: infiltrieren, infiltriere, infiltrierst, infiltriert, infiltrierest, infiltrieret, infiltrierte, infiltriertest, infiltrierten, infiltriertet, ##infiltriert, infiltrierte, infiltriertes, infiltriertem, infiltrierten, infiltrierter##, infiltrierend, ###infiltrierend, infiltrierende, infiltrierendes, infiltrierendem, infiltrierenden, infiltrierender###, infiltrier (!)+FW(+EW); Z.: in-fil-t-r-ier-en
Infinitiv, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Infinitiv, Nennform; ne. infinitive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. (modus) īnfīnītīvus; E.: s. lat. (modus) īnfīnītīvus, M., Infinitiv; lat. īnfīnītīvus, Adj., unbestimmt, unbegrenzt viel, zahllos; vgl. lat. īnfīnītus, Adj., nicht durch Grenzen bestimmt, unbegrenzt; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. fīnīre, V., begrenzen, einschränken, festsetzen, bestimmen; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend, Land, Bezirk; lat. fīgere, V., stecken, heften; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Infinitiv, fehlt DW, EWD s. u. Infinitiv, Duden s. u. Infinitiv; Son.: vgl. nndl. infinitief, Sb., Infinitiv; frz. infinitif, M., Infinitiv; nschw. infinitiv, Sb., Infinitiv; nnorw. infinitiv, M., Infinitiv; nir. infinid, F., Infinitiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die nicht näher bestimmte Grundform oder Nennform eines Zeitworts oder Verbes wie beispielsweise tun oder sein (V.) oder haben oder schreiben oder lesen oder auseinandersetzen oder beschwichtigen oder komprimieren; BM.: nicht, Grenze; F.: Infinitiv, Infinitivs, Infinitive, Infinitiven+FW(+EW); Z.: In-fin-it-iv
infizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. infizieren, anstecken, einen Krankheitserreger übertragen (V.); ne. infect (V.); Vw.: s. des-; Hw.: s. Infektion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnficere; E.: s. lat. īnficere, V., anmachen, tränken, färben, benetzen, durchnässen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, en, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. infzieren, fehlt DW, EWD s. u. Infektion, Duden s. u. infizieren; Son.: vgl. nndl. infecteren, sw. V., infizieren; frz. infecter, V., infizieren; nschw. infiktera, V., infizieren; nnorw. infisere, V., infizieren; poln. infekować, V., infizieren; nir. ionfhabhtaím, V., infizieren; lit. infekuoti, V., infizieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches anstecken oder einen Krankheitserreger übertragen (V.); BM.: in, machen; F.: infizieren, infiziere, infizierst, infiziert, infizierest, infizieret, infizierte, infiziertest, infizierten, infiziertet, ##infiziert, infizierte, infiziertes, infiziertem, infizierten, infizierter##, infizierend, ###infizierend, infizierende, infizierendes, infizierendem, infizierenden, infizierender###, infizier (!)+FW(+EW); Z.: in-fi-z-ier-en
in flagranti, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. in flagranti, auf frischer Tat (betroffen); ne. flagrant, in flagrante delicto; Vw.: -; Hw.: s. flagrant; Q.: 1654; I.: Lw. lat. in flagranti (crīmine); E.: s. lat. in flagranti (crīmine), Adv., in flagranti, auf frischer Tat; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. flagrāre, V., flackern, flammen, lodern, brennen, entbrennen; idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. in flagranti, DW2 9, 571 (flagrant), Duden s. u. in flagranti; Son.: vgl. nndl. in flagranti, Adv., in flagranti; frz. en flagrant délit, Adv., in flagranti; nschw. flagrant, Adv., in flagranti; nnorw. flagrant, Adv., in flagranti; poln. in flagranti, Adv., in flagranti; GB.: seit 1654 belegte Bezeichnung für auf frischer Tat (oder in dem Brennen betroffen); BM.: in, flackern; F.: in flagranti+FW; Z.: in fla-gr-ant-i
Inflation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inflation, Aufblähen, Wertverfall; ne. inflation; Vw.: -; Hw.: s. Deflation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. īnflātio; E.: lat. īnflātio, F., Aufbrausen, Aufschwellen, Wind, Blähung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnflāre, V., hineinblasen, einblasen, ausposaunen, aufblasen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Inflation, fehlt DW, EWD s. u. Inflation, Duden s. u. Inflation; Son.: vgl. nndl. inflatie, Sb., Inflation; frz. inflation, F., Inflation; nschw. inflation, Sb., Inflation; nnorw. inflasjon, M., Inflation; poln. inflacja, F., Inflation; lit. infliacija, F., Inflation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Aufblähen oder Auftreten einer Gegebenheit wie beispielsweise von Geld in allzu großer Menge, oder Wertverfall; BM.: in, blasen; F.: Inflation, Inflationen+FW+EW; Z.: In-fla-t-io-n
$inflationär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. inflationär, Inflation betreffend, inflatorisch, aufblähend; Hw.: s. inflatorisch; E.: s. Inflation, s. är; L.: Kluge s. u. Inflation; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Inflation und är gebildete Bezeichnung für Inflation betreffend; F.: inflationär, inflationäre, inflationäres, inflationärem, inflationären, inflationärer(, inflationärere, inflationäreres, inflationärerem, inflationäreren, inflationärerer, inflationärst, inflationärste, inflationärstes, inflationärstem, inflationärsten, inflationärster)+FW(+EW); Z.: in-fla-t-io-n-är
$inflatorisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. inflatorisch, Inflation betreffend, inflationär, eine Inflation darstellend, eine Inflation betreffend; Hw.: s. inflationär, E.: s. Inflat(ion), s. or, s. isch; L.: Kluge s. u. Inflation, EWD s. u. Inflation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Inflat(ion) und or sowie isch gebildete Bezeichnung für eine Inflation betreffend oder Inflation darstellend oder bedeutend; F.: inflatorisch, inflatorische, inflatorisches, inflatorischem, inflatorischen, inflatorischer(, inflatorischere, inflatorischeres, inflatorischerem, inflatorischeren, inflatorischerer, inflatorischst, inflatorischste, inflatorischstes, inflatorischstem, inflatorischsten, inflatorischster)+FW(+EW); Z.: in-fla-t-or-isch
Influencer, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Influencer, Beeinflusser; ne. influencer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. influencer; E.: s. ne. influencer, M., Influencer, Beeinflusser; vgl. ne. influence, V., beeinflussen; über Mittelenglisch und vielleicht auch Altfranzösisch von mlat. īnfluentia, F., Einfluss, (um 1270); vgl. lat. īnfluere, V., hineinfließen, hineinströmen, sich einschleichen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; s. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); Son.: das Wort wurde zum Anglizismus des Jahres 2017 gekürt; L.: fehlt DW; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Mittelenglischen und Altfranzösischen und Mittellateinischen sowie Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen Menschen der aufgrund seines häufigen Auftretens und seines Ansehens sowie seines Bekanntheitsgrads in sozialen Netzwerken als Werbeträger Erfolg versprechend gegen entsprechendes Entgelt und vielfach zu einem Schaden der Verbraucher einsetzbar ist; BM.: in, fließen; F.: Influencer, Influencers, Influencern+FW; Z.: In-flu-enc-er
Influenza, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Influenza, Grippe; ne. influenza, flu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1780-1790; I.: Lw. it. influenza; E.: s. it. influenza, F., Einfluss, Grippe; mlat. īnfluentia, F., Einfluss, (um 1270); vgl. lat. īnfluere, V., hineinfließen, hineinströmen, sich einschleichen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; s. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Influenza, fehlt DW, EWD s. u. Influenza, Duden s. u. Influenza; Son.: vgl. nndl. influenza, Sb., Influenza; frz. influenza, F., Influenza; nschw. influensa, Sb., Influenza; nnorw. influensa, M., Influenza; kymr. ffliw, F., Influenza; nir. fliú, M., Influenza; GB.: seit 1780-1790 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare wissenschaftliche Bezeichnung für Grippe oder Erkältung; BM.: in, fließen; F.: Influenza+FW+EW; Z.: In-flu-enz-a
$Informant, nhd., (Part. Präs.=)M., (20. Jh.): nhd. Informant; E.: s. lat. informa(re), s. nt, s. informieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. informieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lat informa(re) und nt gebildete Bezeichnung für sachlich einen seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen einen anderen Menschen von einer Gegebenheit unterrichtenden Menschen; F.: Informant, Informanten+FW(+EW); Z.: In-for-m-ant
Informatik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Informatik, Computertechnologie; ne. information technology; Vw.: -; Hw.: s. informieren, Information, Informator, informativ; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. informatique; E.: s. frz. informatique, F., Informatik; vgl. frz. informer, V., informieren, unterrichten; lat. īnfōrmāre, V., gestalten, formen, bilden, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Informatik, Duden s. u. Informatik; Son.: vgl. nndl. informatica, Sb., Informatik; nschw. informatik, Sb., Informatik; nnorw. informatikk, M., Informatik; poln. informatyka, F., Informatik; lit. informatika, F., Informatik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen vor allem in Industrieländern entwickelte und zunehmend verwendete Wissenschaft von den elektronischen Datenverarbeitungsanlagen und den Grundlagen ihrer Anwendung; BM.: in, ritzen bzw. schneiden; F.: Informatik+FW(+EW); Z.: In-for-m-at-ik
Information, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Information, Nachricht; ne. information; Vw.: -; Hw.: s. informieren, informativ, Informator, Informatik; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. īnfōrmātio; E.: s. lat. īnfōrmātio, F., Bildung, Unterricht, Unterweisung, Belehrung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnfōrmāre, V., gestalten, formen, bilden; vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. informieren, fehlt DW, EWD s. u. informieren, Duden s. u. Information; Son.: vgl. nndl. informatie, Sb., Information; frz. information, Sb., Information; nschw. information, Sb., Information; nnorw. informasjon, M., Information; poln. informacja, F., Information; lit. informacija, F., Information; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche zur Kenntnisbringen einer bestimmten Gegebenheit oder Nachricht; BM.: in, ritzen bzw. schneiden; F.: Information, Informationen+FW+EW; Z.: In-for-m-at-io-n
informativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. informativ, Auskunft gebend, erhellend, Kenntnis bringend, Wissen vermittelnd; ne. informative; Vw.: -; Hw.: s. informieren, Information, Informator, Informatik; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. īnfōrmātīvus; E.: s. mlat. īnfōrmātīvus, Adj., gestaltend, informativ; īnfōrmāre, V., gestalten, formen, bilden; vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. informieren, fehlt DW, EWD s. u. informieren, Duden s. u. informativ; Son.: vgl. nndl. informatief, Adj., informativ; frz. informatif, Adj., informativ; nschw. informativ, Adj., informativ; nnorw. informativ, Adj., informativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Kenntnis bringend oder Wissen vermittelnd; BM.: in, ritzen bzw. schneiden; F.: informativ, informative, informatives, informativem, informativen, informativer(, informativere, informativeres, informativerem, informativeren, informativerer, informativst, informativste, informativstes, informativstem, informativsten, informativster)+FW(+EW); Z.: in-for-m-at-iv
Informator, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Informator, Informant, Kenntnis Gebender, Mitteilender, Mitteiler, Unterrichtender; ne. informant; Vw.: -; Hw.: s. informieren, Information, informativ, Informatik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnfōrmātor; E.: s. lat. īnfōrmātor, M., Bildner, Bildender, Bilder (M.), Lehrer, (um 160-220 n. Chr.); īnfōrmāre, V., gestalten, formen, bilden; vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. informieren, fehlt DW, EWD s. u. informieren, Duden s. u. Informator; Son.: vgl. nschw. informator, Sb., Informator; frz. informateur, M., Informant; nnorw. informator, M., Informator; lit. informatorius, M., Informant; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vor allem seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Kenntnis Gebenden oder Mitteilenden oder Unterrichtenden; BM.: in, ritzen bzw. schneiden; F.: Informator, Informators, Informatoren+FW; Z.: In-for-m-at-or
$informatorisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. informatorisch, Informator betreffend, Information betreffend; E.: s. Informator, s. isch; L.: EWD s. u. informieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Informator und isch gebildete Bezeichnung für einen Informator betreffend oder eine Information betreffend; F.: informatorisch, informatorische, informatorisches, informatorischem, informatorischen, informatorischer(, informatorischere, informatorischeres, informatorischerem, informatorischeren, informatorischerer, informatorischst, informatorischste, informatorischstes, informatorischstem, informatorischsten, informatorischster)+FW(+EW); Z.: in-for-m-at-or-isch
informieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. informieren, mitteilen, zu einer Kenntnis bringen; ne. inform; Vw.: -; Hw.: s. Informatik, informativ, Informator, Informatik; Q.: nach 1323 (Summa Theologiae des Thomas von Aquin); E.: s. mhd. informieren, sw. V., „informieren“, vertraut machen mit, unterrichten; mnd. informēren, sw. V., unterrichten, informieren; lat. īnfōrmāre, V., gestalten, formen, bilden; vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. informieren, fehlt DW, EWD s. u. informieren, Duden s. u. informieren; Son.: vgl. nndl. informeren, V., informieren; frz. informer, V., informieren; nschw. informera, V., informieren; nnorw. informere, V., informieren; poln. informować, V., informieren; lit. informuoti, V., informieren; GB.: seit nach 1323 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vor allem wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches etwas mitteilen oder zu einer Kenntnis bringen; BM.: in, ritzen bzw. schneiden; F.: informieren, informiere, informierst, informiert, informierest, informieret, informierte, informiertest, informierten, informiertet, ##informiert, informierte, informiertes, informiertem, informierten, informierter##, informierend, ###informierend, informierende, informierendes, informierendem, informierenden, informierender###, informier (!)+FW+EW; Z.: in-for-m-ier-en
infra…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. infra..., unter, unterhalb; ne. infra…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. infrā; E.: lat. īnfrā, Adv., Präp., unten, unterhalb, darunter, nach unten, (190-159 v. Chr.); s. idg. *n̥dʰero-, Adj., untere, Pokorny 771; L.: Kluge s. u. infra-, fehlt DW, EWD s. u. infra-, Duden s. u. infra-; Son.: s. Infrarot, Infrastruktur; vgl. nndl. infra…, Präf., infra…; frz. infra…, Präf., infra…; nschw. infra…, Präf., infra…; nnorw. infra…, Präf., infra…; poln. infra…, Präf., infra…; nir. infri…, Präf., infra…; lit. infra…, Präf., infra…; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Vorsilbe verwendete Bezeichnung für unter oder unterhalb oder unter etwas liegend; BM.: unter; F.: infra…+FW+EW; Z.: infr-a-
$infrarot, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. infrarot; E.: s. infra, s. rot; L.: fehlt DW, EWD s. u. infra-; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus infra und rot gebildete Bezeichnung für den an das für den Menschen sichtbare Licht in Richtung größerer Wellenlängen von 780 Nanometer bis einen Millimeter anschließenden für den Menschen nicht sichtbaren aber spürbaren und möglicherweise schädlichen Teil der optischen Strahlung oder des elektromagnetischen Spektrums; F.: infrarot, infrarote, infrarotes, infrarotem, infraroten, infraroter+FW+EW; Z.: infr-a—rot
$Infraschall, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Infraschall; E.: s. infra, s. Schall; L.: fehlt DW, EWD s. u. infra-; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus infra und Schall gebildete Bezeichnung für den unterhalb der Hörfläche des Menschen von 16 Hertz liegenden und überall in natürlicher Umgebung vorkommender und damit schon vormenschlich möglicher aber auch in dem Verkehrswesen und durch technische Geräte erzeugter von dem Menschen nicht hörbarer und für ihn gesundheitlich unbedenklicher Schall; F.: Infraschall, Infraschalles, Infraschalls+FW+EW; Z.: Infr-a—schal-l
$Infrastruktur, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Infrastruktur; E.: s. infra, s. Struktur; L.: fehlt DW, EWD s. u. infra-; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus infra und Struktur gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen mögliche und in der Gegenwart besonders für die Schweiz und Japan gerühmte technische und soziale Grundstruktur oder Grundausstattung des Zusammenlebens von Menschen wie beispielsweise Verkehrswege oder Versorgung mit Wasser oder Elektrizität oder Wärme oder Entsorgung von Abfall oder Krankenhäuser oder Bildungseinrichtungen oder Freizeiteinrichtungen oder Kommunikationseinrichtungen; F.: Infrastruktur, Infrastrukturen+FW+EW? Z.: Infr-a—stru-k-t-ur
Infusion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Eingießung, Infusion, Einträufelung von Flüssigkeiten; ne. infusion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īnfūsio; E.: s. lat. īnfūsio, F., Hineingießen, Einspritzen, Begießen, Benetzen, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. īnfundere, V., hineingießen, eingießen, hineinschütten, einschütten; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten, (204-169 v. Chr.); idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Infusion, fehlt DW, EWD s. u. Infusorien, Duden s. u. Infusion; Son.: vgl. nndl. infusie, Sb., Infusion; frz. infusion, F., Infusion; nschw. infusion, Sb., Infusion; nnorw. infusjon, M., Infusion; poln. infuzja, F., Infusion; lit. infuzija, F., Infusion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das seit 1664 erörterte und seit etwa 1830 als Therapie verwendete Einführen größerer Flüssigkeitsmengen in den Körper eines Lebewesens (jenseits des einfachen Trinkens und Essens); BM.: in, gießen; F.: Infusion, Infusionen+FW+EW; Z.: In-fu-s-io-n
...ing, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. …ing, …ling; ne. …ling; Vw.: s. Blendl-, Bückl-, Engerl-, Frühl-, Schierl-, Schill-, Speierl-, Sperl-, Sterl-; Hw.: s. …ling, …lings; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …inc, Suff., …ing, …ling; ahd. …ing, Suff., …ing, …ling; as. …ing, Suff., …ing, …ling; von einem idg. *-ko-, Suff., …ing; L.: Kluge s. u. -ing, fehlt DW?, EWAhd 5, 81, EWAhd 5, 85; Son.: s. Däumling; vgl. ae. …ing, Suff., …ing, …ling; an. …ingr, Suff., …ing, …ling; nschw. …ling, Suff., …ing, …ling; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für die Zugehörigkeit zu oder die Verbindung mit einer Gegebenheit; BM.: zugehörig?; F.: ...ing, ...ings, ...inges, ...inge, ...ingen+EW; Z.: -ing
Ingenieur, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ingenieur, Techniker; ne. engineer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. ingenieur, it. ingegnere; E.: s. frz. ingenieur, M., Ingenieur; it. ingegnere, M., Kriegsbaumeister; vgl. lat. ingenium, N., angeborene Art, natürliche Art, Natur, Naturanlage, (um 235-200 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ingenieur, DW 10, 2115, EWD s. u. Ingenieur, Duden s. u. Ingenieur; Son.: das Wort wurde schon im 16. Jh. ins Deutsche entlehnt aber um 1600 durch die frz. Form Ingenieur ersetzt; vgl. nndl. ingenieur, Sb., Ingenieur; nschw. ingenjör, Sb., Ingenieur; nnorw. ingeniør, M., Ingenieur; poln. inżynier, M., Ingenieur; lit. inžinierius, M., Ingenieur; GB.: seit um1600 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit auf einer Hochschule oder Fachschule ausgebildeten Techniker; BM.: in, erzeugen bzw. zeugen; F.: Ingenieur, Ingenieurs, Ingenieure, Ingenieuren+FW; Z.: In-gen-i-eur
Ingredienz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ingredienz, Bestandteil, Zutat; ne. ingredient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. ingredientia; E.: s. mlat. ingredientia, F., Hinzukommendes; vgl. lat. ingredī, V., hineinschreiten, hineingehen, eintreten, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten, beschreiten, einherschreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ingredienzien, EWD s. u. Ingredienzien, Duden s. u. Ingredienz; Son.: meist im Plural verwendet; vgl. nndl. ingredienen, Sb. Pl., Ingredienzien; frz. ingrédients, Sb. Pl., Ingredienzien; nschw. ingrediensen, Sb. Pl., Ingredienzien; nnorw. ingrediens, M., Ingredienz; poln. ingrediencja, F., Ingredienz; lit. ingredientas, M., Ingredienz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bestandteil beispielsweise einer Arznei oder eine Zutat; BM.: in, schreiten; F.: Ingredienz, Ingredienzien+FW+EW; Z.: In-gred-i-enz
$Ingrimm, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ingrimm, unterdrückter Zorn, Erbitterung; E.: s. in, s. Grimm; L.: Kluge s. u. Ingrimm, DW 10, 2116, EWD s. u. Grimm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus in und Grimm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglicher mühsam unterdrückter Zorn oder Erbitterung; F.: Ingrimm, Ingrimms, Ingrimmes+EW; Z.: In—gri-m-m
$ingrimmig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ingrimmig, zornig, erbittert; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Ingrimm, s. ig; L.: DW 10, 2117, EWD s. u. Grimm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ingrimm und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zornig oder erbittert; F.: ingrimmig, ingrimmige, ingrimmiges, ingrimmigem, ingrimmigen, ingrimmiger(, ingrimmigere, ingrimmigeres, ingrimmigerem, ingrimmigeren, ingrimmigerer, ingrimmigst, ingrimmigste, ingrimmigstes, ingrimmigstem, ingrimmigsten, ingrimmigster)+EW; Z.: in—gri-m-m-ig
Ingwer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ingwer, Ingwerpflanze, Ingwerwurzel; ne. ginger (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gingerale; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. ingewer, st. M., Ingwer; mnd. engever, engewer, engevar, engeber, M., Ingwer; mnd. ingever, inghever, ingeber, incheber, M., Ingwer; ahd. gingiber, ingiber, st. M. (a?, i?), Ingwer; afrz. gimgibre, Sb., Ingwer; lat. zingiber, gingiber, N., Ingwer; gr. ζιγγίβερις (zingíberis); aus dem Mittelindischen siṅgivera-, N., Ingver; vgl. dravidisch vera-, Sb., Wurzel; L.: Kluge 1. A. s. u. Ingwer, Kluge s. u. Ingwer, DW 10, 2117, EWD s. u. Ingwer, EWAhd 4, 342, Duden s. u. Ingwer; Son.: vgl. ae. gingiber, gingifer, gingifere, F., Ingwer; nndl. gember, Sb., Ingwer; frz. gingembre, M., Ingwer; nschw. ingefära, Sb., Ingwer; nnorw. ingefær, M., Ingwer; poln. imbir, M., Ingwer; kymr. sinsir, M., Ingwer; nir. sinséar, M., Ingwer; lit. imbieras, M., Ingwer; GB.: (gingiber) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Indischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche zuerst in China erwähnte schilfartige Pflanze deren Wurzelstock ätherische Öle enthält und ein scharf schmeckendes grundsätzlich unschädliches Gewürz liefert; BM.: Wurzel?; F.: Ingwer, Ingwers, Ingwern+FW; Z.: Ingwer
$Inhaber, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Inhaber, Habender, Betreibender; E.: s. in, s. hab(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Inhaber, DW 10, 2118, EWD s. u. Inhaber; GB.: (inhabære*) seit 1340 belegte und aus in, s. hab(en), s. er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Habenden oder Betreibenden; F.: Inhaber, Inhabers, Inhabern+EW; Z.: In—hab-er
$inhaftieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. inhaftieren, in Haft nehmen, verhaften; E.: s. in, s. Haft, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. inhaftieren, fehlt DW, EWD s. u. Haft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus in und Haft sowie ier und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (einen Menschen) in Haft nehmen oder verhaften; F.: inhaftieren, inhaftiere, inhaftierst, inhaftiert, inhaftierest, inhaftieret, inhaftierte, inhaftiertest, inhaftierten, inhaftiertet, ##inhaftiert, inhaftierte, inhaftiertes, inhaftiertem, inhaftierten, inhaftierter##, inhaftierend, ###inhaftierend, inhaftierende, inhaftierendes, inhaftierendem, inhaftierenden, inhaftierender###, inhaftier (!)+EW(+FW); Z.: in—haf-t-ier-en
Inhalation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inhalation, Einatmen, Einatmung; ne. inhalation; Vw.: -; Hw.: s. inhalieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. inhālātio; E.: s. lat. inhālātio, F., Anhauchen, Hauch, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. inhālāre, V., anhauchen, zuhauchen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. hālāre, V., hauchen, duften, aushauchen, ausduften, ausdünsten; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. inhalieren, fehlt DW, EWD s. u. inhalieren, Duden s. u. Inhalation; Son.: vgl. nschw. inhalation, Sb., Inhalation; nnorw. inhalasjon, M., Inhalation; poln. inhalacja, F., Inhalation; lit. inhaliacija, F., Inhalieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Einatmen (Einatmung) von Heilmitteln über Dämpfe; BM.: in, hauchen; F.: Inhalation, Inhalationen+FW(+EW); Z.: In-ha-l-at-io-n
inhalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. inhalieren, einatmen; ne. inhale; Vw.: -; Hw.: s. Inhalation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. inhālāre; E.: s. lat. inhālāre, V., anhauchen, zuhauchen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. hālāre, V., hauchen, duften, aushauchen, ausduften, ausdünsten; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. inhalieren, fehlt DW, EWD s. u. inhalieren, Duden s. u. inhalieren; Son.: vgl. frz. inhaler, V., inhalieren; nschw. inhalera, V., inhalieren; nnorw. inhalere, V., inhalieren; poln. inhalować, V., inhalieren; lit. inhaliuoti, V., inhalieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Heilmittel über Dämpfe einatmen; BM.: in, hauchen; F.: inhalieren, inhaliere, inhalierst, inhaliert, inhalierest, inhalieret, inhalierte, inhaliertest, inhalierten, inhaliertet, ##inhaliert, inhalierte, inhaliertes, inhaliertem, inhaliertem, inhalierter##, inhalierend, ###inhalierend, inhalierende, inhalierendes, inhalierendem, inhalierenden, inhalierender###, inhalier (!)+FW(+EW); Z.: in-ha-l-ier-en
Inhalt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Inhalt, Enthaltenes, Gehalt, Sinn; ne. content (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1440 (Urkunde); E.: s. mhd. innehalt, st. M., Inhalt; vgl. mhd. in, en, Präp., in, an, auf, bei; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Hinterglied s. nhd. halten; L.: Kluge s. u. Inhalt, DW 10, 2118, EWD s. u. Inhalt, Duden s. u. Inhalt; Son.: vgl. nschw. innehåll, N., Inhalt; nnorw. innhold, N., Inhalt; GB.: seit 1440 belegte und aus in und halt(en) gebildete Bezeichnung für etwas in einem Behältnis Enthaltenes oder Befindliches oder einen Gehalt oder Sinn; BM.: in, halten; F.: Inhalt, Inhalts, Inhaltes, Inhalte, Inhalten+EW; Z.: In—hal-t
$inhaltlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. inhaltlich, einen Inhalt betreffend; E.: s. Inhalt, s. lich; L.: Kluge s. u. Inhalt, DW 10, 2119, EWD s. u. Inhalt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Inhalt und lich gebildete Bezeichnung für einen Inhalt betreffend; F.: inhaltlich, inhaltliche, inhaltliches, inhaltlichem, inhaltlichen, inhaltlicher+EW; Z.: in—hal-t-lich
inhärent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. inhärent, innewohnend, anhaftend; ne. inherent; Vw.: -; Hw.: s. Inhärenz, kohärent; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. inhaerēns; E.: lat. inhaerēns, Adj., anhaftend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. inhaerēre, V., etwas hängen, enthalten sein (V.), stecken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. haerēre, V.: nhd. hangen, hängen, festhängen, stecken, kleben, festsitzen, verweilen; idg. *gʰais-?, V., haften, stecken, säumen (V.) (2), Pokorny 410 (590/6) (RB. idg. aus ital., balt.); L.: Kluge s. u. inhärent, fehlt DW, EWD s. u. inhärent, Duden s. u. inhärent; Son.: vgl. nndl. inherent, Adj., inhärent; frz. inhérent, Adj., inhärent; nschw. inherent, Adj., inhärent; nnorw. inherent, Adj., inhärent; poln. inherentny, Adj., inhärent; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleichtseit Entstehung der Welt mögliches innewohnend oder anhaftend; BM.: in, hängen; F.: inhärent, inhärente, inhärentes, inhärentem, inhärenten, inhärenter+FW+EW; Z.: in-här-ent
Inhärenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Inhärenz, Innewohnen; ne. inherence, inherency; Vw.: -; Hw.: s. inhärent; Q.: 1777?; I.: Lw. mlat. inhaerentia; E.: s. mlat. inhaerentia, F., Anhaften, Innewohnen; vgl. lat. inhaerēns, Adj., anhaftend; lat. inhaerēre, V., etwas hängen, enthalten sein (V.), stecken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. haerēre, V.: nhd. hangen, hängen, festhängen, stecken, kleben, festsitzen, verweilen; idg. *gʰais-?, V., haften, stecken, säumen (V.) (2), Pokorny 410 (590/6) (RB. idg. aus ital., balt.); L.: Kluge s. u. inhärent, fehlt DW, Duden s. u. Inhärenz; Son.: vgl. frz. inhérence, F., Inhärenz; nnorw. inherens, M., Inhärenz; poln. inherencja, F., Inhärenz; GB.: vielleicht seit 1777 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Innewohnen; BM.: in, hängen; F.: Inhärenz+FW(+EW); Z.: In-här-enz
Initial, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Initial, Initiale, Anfangsbuchstabe; ne. initial (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. initiālis; E.: s. lat. initiālis (1), Adj., am Anfang stehend, anfänglich, ursprünglich, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. initium, N., Eingang, Anfang, Anfangsgrund; vgl. lat. inīre, V., hineingehen, hingehen, eingehen, einhergehen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Initialen, fehlt DW, EWD s. u. Initiale, Duden s. u. Initial; Son.: meist im Plural verwendet; vgl. nndl. initiaal, Sb., Initial; frz. initiale, Sb., Initial; nschw. initial, Sb., Initial; nnorw. initial, M., Initial; poln. inicjał, M., Initial, Initiale; lit. inicialai, M. Pl., Initialen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Schrift möglichen vergrößerten und meist verzierten Anfangsbuchstaben in Handschriften bzw. einen Anfangsbuchstaben eines Namens; BM.: in, gehen bzw. hineingehen; F.: Initial, Initials, Initiale, Initialen+FW(+EW); Z.: In-i-t-i-al
Initiative, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Initiative, Anstoß; ne. initiative; Vw.: -; Hw.: s. Initiator; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. initiative; E.: s. frz. initiative, F., Vorschlagrecht; frz. initier, V., einführen, den Anfang machen, einweihen; vgl. lat. initiāre, V., anfangen, beginnen, einführen, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. inīre, V., hineingehen, hingehen, eingehen, einhergehen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Initiative, fehlt DW, EWD s. u. Initiative, Duden s. u. Initiative; Son.: vgl. nndl. initiatief, Sb., Initiative; nschw. initiativ, Sb., Initiative; nnorw. initiativ, N., Initiative; poln. inicjatywa, F., Initiative; lit. iniciatyva, F., Initiative; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Anstoß; BM.: hineingehen; F.: Initiative, Initiativen+FW; Z.: In-i-t-i-at-iv-e
Initiator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Initiator, Veranlasser, Urheber; ne. initiator; Vw.: -; Hw.: s. Initiative; Q.: um 1900; I.: Lw. lat. initiātor; E.: s. lat. initiātor, M., Beginner, Einweiher, Urheber, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. initiāre, V., anfangen, beginnen, einführen, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. inīre, V., hineingehen, hingehen, eingehen, einhergehen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Initiative, Duden s. u. Initiator; Son.: vgl. frz. initiateur, M., Initiator; poln. inicjator, M., Initiator; lit. iniciatorius, M., Initiator; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Veranlasser oder Urheber; BM.: hineingehen; F.: Initiator, Initiatoren+FW; Z.: In-it-i-at-or
Injektion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Injektion, Einspritzen von Flüssigkeiten; ne. injection; Vw.: -; Hw.: s. injizieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. iniectio; E.: lat. iniectio, F., Hineinwerfen, Hineinfügen, Einspritzung, Einflößung, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. inicere, V., hineinwerfen, hineinstürzen, hineinlegen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Injektion, fehlt DW, EWD s. u. Injektion, Duden s. u. Injektion; Son.: vgl. nndl. injectie, Sb., Injektion; frz. injection, F., Injektion; nschw. injektion, Sb., Injektion; nnorw. injeksjon, M., Injektion; lit. injekcija, F., Injektion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Einspritzen von Flüssigkeiten; BM.: in, werfen; F.: Injektion, Injektionen+FW(+EW); Z.: In-je-k-t-io-n
injizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. injizieren, einspritzen; ne. inject; Vw.: -; Hw.: s. Injektion; Q.: 1774?; I.: Lw. lat. inicere; E.: s. lat. inicere, V., hineinwerfen, hineinstürzen, hineinlegen, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Injektion, fehlt DW, EWD s. u. Injektion, Duden s. u. Injektion; Son.: vgl. nndl. injecteren, V., injizieren; frz. injecter, V., injizieren; nschw. injicera, V., injizieren; nnorw. injisere, V., injizieren; GB.: vielleicht seit 1774 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Flüssigkeit mit einer Spritze zuführen oder einspritzen; BM.: in, werfen; F.: injizieren, injiziere, injizierst, injiziert, injizierest, injizieret, injizierte, injiziertest, injizierten, injiziertet, ##injiziert, injizierte, injiziertes, injiziertem, injizierten, injizierter##, injizierend, ###injizierend, injizierende, injizierendes, injizierendem, injizierenden, injizierender###, injizier (!)+FW(+EW); Z.: in-ji-z-ier-en
Injurie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Injurie, Beleidigung, Unrecht; ne. injury, insult (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. iniūria; E.: s. lat. iniūria, F., Unrecht, Rechtsverletzung, Ungerechtigkeit, Gewalttätigkeit, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. iniūrius, Adj., ungerecht; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. iūs, N., Satzung, Verordnung, Recht, Rechtsformel; idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Injurie, DW 10, 2119, EWD s. u. Injurie, Duden s. u. Injurie; Son.: vgl. frz. injure, F., Injurie; nschw. injurie, Sb., Injurie; nnorw. injurie, M., Injurie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Beleidigung oder ein Unrecht; BM.: nicht, Recht; F.: Injurie, Injurien+FW+EW; Z.: In-ju-r-i-e
Inkarnation, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Inkarnation, Verkörperung, Fleischwerdung, Menschwerdung; ne. incarnation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1248 (Urkunde); I.: Lw. lat. incarnātio; E.: mhd. incarnation, st. F., Inkarnation, Fleischwerdung, Menschwerdung Gottes; s. lat. incarnātio, F., Fleischwerdung, Menschwerdung; vgl. lat. incarnāre, V., zu Fleisch machen, zu Fleisch werden; lat. in (1), en (ält.), Präp., Präf., in, an, drin, dran, drauf, hinein; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. carnis, F., Fleisch, Fleischstück; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Inkarnation, fehlt DW, EWD s. u. Inkarnation, Duden s. u. Inkarnation; Son.: vgl. nndl. incarnatie, Sb., Inkarnation; frz. incarnation, F., Inkarnation; nschw. inkarnation, Sb., Inkarnation; nnorw. inkarnasjon, M., Inkarnation; poln. inkarnacja, F., Inkarnation; GB.: seit 1248 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliche Fleischwerdung eines göttlichen Wesens; BM.: in, Fleisch; F.: Inkarnation, Inkarnationen+FW(+EW); Z.: In-kar-n-at-io-n
Inklination, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Inklination, Neigung, Hang; ne. inclination; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1622; I.: Lw. lat. inclīnātio; E.: s. lat. inclīnātio, F., Sich-Neigen, Neigen, Beugen, Neigung, Hinneigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. inclīnāre, V., hinneigen, hinbeugen, umbeugen, umlegen; lat. in (1), en (ält.), Präp., Präf., in, an, drin, dran, drauf, hinein; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Inklination; Son.: vgl. frz. inclinaison, F., Inklination; nnorw. inklination, Sb., Inklination; nnorw. inklinasjon, M., Inklination; poln. inclinacja, F., Inklination; GB.: seit 1622 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Neigung; BM.: in, neigen; F.: Inklination, Inklinationen+FW+EW; Z.: In-kli-n-at-io-n
inkludieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. inkludieren, einschließen, enthalten (V.),beinhalten; ne. include; Vw.: -; Hw.: s. Inklusion, inklusiv; Q.: 1574; I.: Lw. lat. inclūdere; E.: s. lat. inclūdere, V., einschließen, einsperren, einschränken, einfügen, einfassen, fassen, befestigen; vgl. lat. in (1), en (ält.), Präp., Präf., in, an, drin, dran, drauf, hinein; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. inkludieren; Son.: vgl. frz. inclure, V., inkludieren; nschw. inkludera, V., inkludieren; nnorw. inkludere, V., inkludieren; GB.: seit 1574 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einschließen oder enthalten (V.) oder beinhalten; BM.: in, schließen; F.: inkludieren, inkludiere, inkludierst, inkludiert, inkludierest, inkludieret, inkludierte, inkludiertest, inkludierten, inkludiertet, ##inkludiert, inkludierte, inkludiertes, inkludiertem, inkludierten, inkludierter##, inkludierend, ###inkludierend, inkludierende, inkludierendes, inkludierendem, inkludierenden, inkludierender###, inkludier (1)+FW(+EW); Z.: in-klu-d-ier-en
Inklusion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inklusion, Enthaltensein, Miteinbezogensein, Einschließung, Einschluss; ne. inclusion; Vw.: -; Hw.: s. inklusiv, inkludieren; Q.: 1584?; I.: Lw. lat. inclūsio; E.: s. lat. inclūsio, F., Einschließung, Einsperrung, Belagerung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. inclūdere, V., einschließen, einsperren, einschränken, einfügen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. inklusiv, fehlt DW, Duden s. u. Inklusion; Son.: vgl. nschw. inklusion, Sb., Inklusion; nnorw. inklusjon, M., Inklusion; poln. inklusja, F., Inklusion; GB.: vielleicht seit 1584 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Enthaltenseins oder Miteinbezogensein oder eine Einschließung oder einen Einschluss; BM.: in, schließen; F.: Inklusion, Inklusionen+FW(+EW); Z.: In-klu-s-io-n
inklusiv, nhd., Präp., Adj., (16. Jh.): nhd. inklusiv, einschließend, einschließlich; ne. inclusive; Vw.: -; Hw.: s. Inklusion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. inclusivus; E.: s. mlat. inclusivus, Adj., inklusiv, einschließlich, einschließend; vgl. lat. inclūdere, V., einschließen, einsperren, einschränken, einfügen, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. inklusiv, fehlt DW, EWD s. u. inklusive, Duden s. u. inklusiv; Son.: vgl. nndl. inclusief, Adj., inklusiv; frz. inclusivement, Adv., inklusiv; nschw. insklusive, Adj., inklusiv; nnorw. inklusiv, inklusive, Adj., inklusiv; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einschließend oder einschließlich; BM.: in, schließen; F.: inklusiv, inklusive, inklusives, inklusivem, inklusiven, inklusiver+FW(+EW); Z.: in-klu-s-iv
$inklusive, nhd., Adv., Präp., (16. Jh.): nhd. inklusive; E.: s. inklusiv; L.: EWD s. u. inklusive; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit inklusiv verbindbare Bezeichnung für einschließlich; F.: inklusive+FW+EW; Z.: in-klu-s-iv-e
inkognito, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. inkognito, unerkannt, unter einem anderen Namen erfolgend; ne. incognito; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: it. incognito, Adj., inkognito, unerkannt; lat. incōgnitus, Adj., unbekannt, ununtersucht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. cōgnōscere, V., kennen lernen, erkennen, wahrnehmen, erfahren (V.), (204-169 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. inkognito, fehlt DW, EWD s. u. inkognito, Duden s. u. inkognito; Son.: vgl. nndl. incognito, Adv., inkognito; frz. incognito, Adv., inkognito; nschw. inkognito, Adv., inkognito; nnorw. inkognito, Adv., inkognito; poln. incognito, Adv., inkognito; lit. inkognito, Adv., inkognito; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches unerkannt oder unter einem anderen Namen erfolgend; BM.: nicht, kennen; F.: inkognito+FW(+EW); Z.: in-ko-gn-it-o
inkommensurabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. inkommensurabel, nicht messbar, unvergleichlich; ne. incommensurable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. incommēnsūrābilis; E.: s. lat. incommēnsūrābilis, Adj., inkommensurabel, unmessbar, nicht mit demselben Maß messbar, nicht übereinstimmend, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. commētīrī, V., ausmessen, mit etwas messen, vergleichen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mētīrī, V., messen, abmessen, zumessen, ausmessen; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. inkommensurabel; Son.: vgl. frz. imcommensurable, Adj., inkommensurabel; nnorw. inkommensurabel, Adj., inkommensurabel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches nicht messbar oder unvergleichlich; BM.: nicht, messen; F.: inkommensurabel, inkommensurable, inkommensurables, inkommensurablem, inkommensurablen, inkommensurabler+FW(+EW); Z.: im-kom-me-n-s-ur-ab-el
$inkommodieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. inkommodieren, stören, belästigen, beschwerlich sein (V.); L.: Lw. frz. incommoder; L.: fehlt DW, EWD s. u. kommod; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches stören oder belästigen oder beschwerlich sein (V.); F.: inkommodieren, inkommodiere, inkommodierst, inkommodiert, inkommodierest, inkommodieret, inkommodierte, inkommodiertest, inkommodierten, inkommodiertet, ##inkommodiert, inkommodierte, inkommodiertes, inkommodiertem, inkommodierten, inkommodierter##, inkommodierend, ###inkommodierend, inkommodierende, inkommodierendes, inkommodierendem, inkommodierenden, inkommodierender###, inkommodier (!)+FW(+EW); Z.: in-kom-mo-d-ier-en
$inkongruent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. inkongruent, nicht übereinstimmend; E.: s. lat. incongruens, s. in, s. kongruent; L.: fehlt DW, EWD s. u. kongruieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nicht übereinstimmend; F.: inkongruent, inkongruente, inkongruentes, inkongruentem, inkongruenten, inkongruenter(, inkongruentere, inkongruenteres, inkongruenterem, inkongruenteren, inkongruenterer, inkongruentest, inkongruenteste, inkongruentestes, inkongruentestem, inkongruentesten, inkongruentester)+FW(+EW); Z.: in—kon-gru-ent
$Inkongruenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Inkongruenz, fehlende Übereinstimmung, Unangemessenheit; E.: s. lat. incongruentia, s. inkongruent; L.: fehlt DW, EWD s. u. kongruieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für fehlende Übereinstimmung oder Unangemessenheit; F.: Inkongruenz, Inkongruenzen+FW(+EW); Z.: In—kon-gru-enz
$inkonsequent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. inkonsequent; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konsequenz; GB.: seit 18. Jh. belegte mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches nicht folgerichtig; F.: inkonsequent, inkonsequente, inkonsequentes, inkonsequentem, inkonsequenten, inkonsequenter(, inkonsequentere, inkonsequenteres, inkonsequenterem, inkonsequenteren, inkonsequenterer, inkonsequentest, inkonsequenteste, inkonsequentestes, inkonsequentestem, inkonsequentesten, inkonsequentester)+FW(+EW); Z.: in—kon-sequ-ent
$Inkonsequenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Inkonsequenz, Folgewidrigkeit; E.: s. lat. inconsequentia; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konsequenz; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Folgewidrigkeit; F.: Inkonsequenz, Inkonsequenzen+FW; Z.: In—kon-sequ-enz
inkontinent, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. inkontinent, an Inkontinenz leidend, seinen Harn nicht bei sich behaltend; ne. incontinent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. incontinēns; E.: s. lat. incontinēns, Adj., nicht bei sich behaltend, unenthaltsam, ungenügsam, unmäßig, (um 250-184 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben, besitzen, vorstellen, begreifen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. inkontinent; Son.: vgl. nndl. incontient, Adj., inkontinent; frz. incontient, Adj., inkontinent; nschw. inkontinent, Adj., inkontinent; nnorw. inkontinent, Adj., inkontinent; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für seinen Harndrang nicht unter Kontrolle habend oder seinen Harn nicht bei sich behaltend; BM.: nicht, festhalten; F.: inkontinent, inkontinente, inkontinentes, inkontinentem, inkontinenten, inkontinenter+FW(+EW); Z.: in-kon-tin-ent
inkorporieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. inkorporieren, einverleiben, eingliedern; ne. incorporate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1569? (Kirchenordnung); E.: s. mhd. incorporieren, sw. V., inkorporieren; mnd. incorporēren, sw. V., einverleiben, eingliedern; lat. incorporāre, V., verkörpern, einverleiben, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., in, an, drin, dran; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. inkorporieren; Son.: vgl. frz. incorporer, V., inkorporieren; nschw. inkorporera, V., inkorporieren; nnorw. inkorporere, V., inkorporieren; poln. inkorporować, V., inkorporieren; lit. inkorporuoti, V., inkorporieren; GB.: vielleicht seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches einverleiben oder eingliedern oder in den Körper eindringen lassen; BM.: in, Körper; F.: inkorporieren, inkorporiere, inkorporierst, inkorporiert, inkorporierest, inkorporieret, inkorporierte, inkorporiertest, inkorporierten, inkorporiertet, ##inkorporiert, inkorporierte, inkorporiertes, inkorporiertem, inkorporierten, inkorporierter##, inkorporierend, ###inkorporierend, inkorporierende, inkorporierendes, inkorporierendem, inkorporierenden, inkorporierender###, inkorporier(!)+FW(+EW); Z.: in-korp-or-ier-en
$Inkubation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inkubation, Liegen (N.); E.: s. lat. incubatio; L.: fehlt DW, EWD s. u. Inkubation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Liegen (N.); F.: Inkubation, Inkubationen+FW(+EW); Z.: In-ku-b-at-io-n
Inkubationszeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inkubationszeit, Ansteckungszeitraum; ne. incubation period; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. Lw. lat. incubātio; E.: s. lat. incubātio, F., Liegen (N.), Brüten, unrechtmäßiger Besitz, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. incubāre, V., auf etwas liegen, in etwas liegen, sich niederlegen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cubāre, V., ruhen, schlafen, liegen, ruhen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. nhd. Zeit; L.: Kluge s. u. Inkubationszeit, fehlt DW, EWD s. u. Inkubation, Duden s. u. Inkubationszeit; Son.: vgl. nndl. incubatietijd, Sb., Inkubationszeit; frz. période d’incubation, F., Inkubationszeit; nschw. inkubationstid, Sb., Inkubationszeit; nnorw. inkubasjonstid, M., Inkubationszeit; poln. okres inkubacji, M., Inkubationszeit; lit. inkubacinis, periodas, M., Inkubationszeit; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Inkubation und s sowie Zeit gebildete Bezeichnung des Zeitraums zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Infektionskrankheit; BM.: sich niederlegen bzw. bebrüten, teilen bzw. in, biegen; F.: Inkubationszeit, Inkubationszeiten+FW+EW; Z.: In-ku-b-at-io-n-s—zei-t
Inkubator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Inkubator, Brutkasten; ne. incubator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. incubātor; E.: s. lat. incubātor, M., Lieger, Liegender, Brüter, unrechtmäßiger Besitzer, Usurpator, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. incubāre, V., auf etwas liegen, in etwas liegen, sich niederlegen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cubāre, V., ruhen, schlafen, liegen, ruhen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. frz. incubateur, M., Inkubator; nschw. inkubator, Sb., Inkubator; nnorw. inkubator, M., Inkubator; poln. inkubator, M., Inkubator; lit. inkubatorius, M., Inkubator; L.: fehlt DW, Duden s. u. Inkubator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Bedeutung veränderte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten zu dem Ausbrüten bzw. zu einem weiteren Reifen (N.) verwendeten Gegenstand; BM.: sich niederlegen bzw. bebrüten; F.: Inkubator, Inkubators, Inkubatoren+FW(+EW); Z.: In-ku-b-at-or
Inkubus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Inkubus, nächtlicher Dämon; ne. incubus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1656?; I.: Lw. lat. incubus; E.: s. lat. incubus, M., Alpdrücken, Alpdruck, Alptraum, nächtlicher Dämon, Nachtmahr, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. incubāre, V., auf etwas liegen, in etwas liegen, sich niederlegen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cubāre, V., ruhen, schlafen, liegen, ruhend; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Inkubus; Son.: vgl. nndl. incubus, Sb., Inkubus; kymr. incubus, M., Inkubus; lit. inkubas, M., Inkubus; GB.: vielleicht seit 1656 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen nächtlichen Dämon; BM.: in, liegen bzw. in, biegen; F.: Inkubus, Inkuben+FW; Z.: In-ku-b-us
Inkunabel, nhd., Sb., (18. Jh.): nhd. Inkunabel, Erstlingsdruck, Wiegendruck; ne. incunabulum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. incunābulum; E.: s. lat. incunābulum, N., Windel, Wickelband, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. *cūnāre, V., wiegen (V.) (1), mit der Wiege bewegen; lat. cūnae, F. Pl., Wiege, Nest, Lagerstätte, Kindertrage, Krankentrage, Kindheit; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Inkunabeln, EWD s. u. Inkunabel, Duden s. u. Inkunabel; Son.: meist im Plural verwendet; Son.: vgl. nndl. incunabel, Sb., Inkunabel; frz. incunable, M., Inkunabel; nschw. inkunabel, Sb., Inkunabel; nnorw. inkunabel, M., Inkunabel; poln. inkunabuł, M., Inkunabel; kymr. incwnabwlwm, M., Inkunabel; nir. ioncúnabail, M. Pl., Inkunabeln; lit. inkunabulas, M., Inkunabel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Druckerzeugnis aus der Frühzeit des Buchdrucks (Erstlingsdruck) bzw. für einen Wiegendruck; BM.: in, Wiege bzw. Wiegelein; F.: Inkunabel, Inkunabeln+FW(+EW); Z.: In-ku-n-ab-el
$Inland, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Inland; E.: s. in, s. Land; L.: DW 10, 2121, EWD s. u. Land; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus in und Land gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung von Staaten in den Hochkulturen des Altertums mögliche eigene Hoheitsgebiet eines Staates in Gegensatz zu dem Ausland; F.: Inland, Inlandes, Inlands+EW; Z.: In—lan-d
$Inländer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Inländer; E.: s. Inland, s. er (Suff.); L.: DW 10, 2121, EWD s. u. Land; GB.: seit 1438 belegte und vielleicht nach lat. intraneus gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Staaten in den Hochkulturen des Altertums möglichen Staatsangehörigen des eigenen Staates in Gegensatz zu dem Ausländer; F.: Inländer, Inländers, Inländern+EW; Z.: In—län-d-er
$inländisch, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. inländisch, das Inland betreffend; E.: s. Inland, s. isch; L.: EWD s. u. Land; GB.: (inlendisch) seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus Inland und isch gebildete Bezeichnung für das Inland betreffend in Gegensatz zu ausländisch; F.: inländisch, inländische, inländisches, inländischem, inländischen, inländischer+EW; Z.: in-län-d-isch
Inlay, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Inlay, eine Zahnfüllung, Plombe; ne. inlay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. inlay; E.: s. ne. inlay, N., Inlay, eine Zahnfüllung; vgl. ne. in, Präp., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. lay, V., liegen; ae. lėcgan, sw. V. (1), legen, setzen, stellen, beauftragen, begraben (V.), unterwerfen, niederwerfen; germ. *lagjan, sw. V., legen; idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Inlay, EWD s. u. Inlay, Duden s. u. Inlay; Son.: vgl. frz. inlay, M., Inlay; nir. inleagadh, M., Inlay; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine aus Metall oder Porzellan in einem zahntechnischen Labor gegossene und von einem Zahnarzt in einen Zahn eingepasste Zahnfüllung; BM.: in, legen; F.: Inlay, Inlays+FW; Z.: In-lay
Inlett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Inlett, ein Baumwollstoff für Hüllen von Federbetten; ne. chintz for beds; Vw.: -; Hw.: s. lassen; Q.: 16. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; s. mnd. inlāt, M., Einlass, Recht des Eintriebs, Eintrieb von Schweinen in die Mast (F.), Einlass der Mastschweine in eine Waldung; as. *inlāt?, st. M. (a), Einlass; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); germ. *lētan, *lǣtan, st. V., lassen; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; s. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Inlett, EWD s. u. Inlett, DW 10, 2122 (Inlet), Duden s. u. Inlett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende Bezeichnung für eine aus festem Baumwollgewebe bestehende Hülle für Federbetten; BM.: in, lassen; F.: Inlett, Inletts, Inlettes, Inlette, Inletten+EW; Z.: In-le-t-t
$inmitten, nhd., Adv., Präp., (12. Jh.?): nhd. inmitten, in der Mitte, inzwischen, unterdessen; E.: s. in, s. Mitte, s. n; L.: DW 10, 2123, Kluge s. u. inmitten, EWD s. u. in; GB.: (enmitten) seit um 1170 belegte und aus in und Mitte sowie n belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches in der Mitte oder inzwischen oder unterdessen; F.: inmitten+EW; Z.: in—mi-tt-en
$inne, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. inne, innen; E.: s. germ. *enn; L.: DW 10, 2123, Kluge s. u. inne, EWD s. u. in; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches innen; F.: inne+EW; Z.: in-n-e
$innehaben, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. innehaben, haben; E.: s. inne, s. haben; L.: EWD s. u. in, DW 10, 2124?; GB.: (innehabēn*) seit um 1000 belegte und aus inne und haben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches haben; F.: innehaben, hast inne, hat inne, haben inne, habt inne, habest inne, habet inne, hatte inne, hattest inne, hatten inne, hattet inne, hätte inne, hättest inne, hätten inne, hättet inne, innegehabt, ##innegehabt, innegehabte, innegehabtes, innegehabtem, innegehabten, innegehabter##, innehabend, ###innehabend, innehabende, innehabendes, innehabendem, innehabenden, innehabender###, innezuhaben, ####innezuhaben, innezuhabend, innezuhabende, innezuhabendes, innezuhabendem, innezuhabenden, innezuhabender####, hab (!) inne+EW; Z.: in-n-e—hab-en
$innehalten, nhd., st. V., (10. Jh.?): nhd. innehalten, einhalten, halten; L.: DW 10, 2124, EWD s. u. in; GB.: (innehaltan*) seit um 1000 belegte und aus inne und halten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einhalten oder halten; F.: innehalten, halte inne, hältst inne, hält inne, halten inne, haltet inne, haltest inne, hielt inne, hieltest inne, hieltst inne, hielten inne, hieltet inne, innegehalten, ##innegehalten, innegehaltene, innegehaltenes, innegehaltenem, innegehaltenen, innegehaltener##, innehaltend, ###innehaltend, innehaltende, innehaltendes, innehaltendem, innehaltenden, innehaltender###, innezuhalten, ####innezuhalten, innezuhaltend, innezuhaltende, innezuhaltendes, innezuhaltendem, innezuhaltenden, innezuhaltender####, halt (!) inne+EW; Z.: in-n-e—hal-t-en
$innen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. innen; L.: DW 10, 2123, Kluge s. u. innen, EWD s. u. in; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit in verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche sinnen befindlich in Gegensatz zu außen; F.: innen+EW; Z.: in-n-en
$innere, nhd., Adj. (Komp.), (8. Jh.): nhd. innere; E.: s. in; L.: DW 10, 2129, Kluge s. u. inner, EWD s. u. in; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit in verbindbare Bezeichnung für eher innen befindlich in Gegensatz zu äußere; F.: inner, innere, inneres, innerem, inneren, innerer+EW; Z.: in-n-er-e
$Innerei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Innerei, Eingeweide; E.: s. in, s. ei (Suff.); L.: fehlt DW?, EWD s. u. in; GB.: seit 20. Jh. gebildete und aus in und ner(e) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche essbare innere bei Wirbeltieren und Menschen in den Körperhöhlen von Brust und Bauch liegende Organe oder Eingeweide; F.: Innerei, Innereien+EW; Z.: In-n-er-ei
$innerhalb, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. innerhalb, innen; E.: s. inna, s. halb; L.: DW 10, 2132, Kluge s. u. innerhalb, EWD s. u. in; GB.: (innarūnhalb*) seit um 1000 belegte und aus inna und rūn sowie halb gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches innen; F.: innerhalb+EW; Z.: in-n-er—hal-b
$innerlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. innerlich, innen befindlich; E.: s. in, s. inner(e), s. lich; L.: DW 10, 2133, EWD s. u. in; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus inner(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches innen befindlich in Gegensatz zu äußerlich; F.: innerlich, innerliche, innerliches, innerlichem, innerlichen, innerlicher+EW; Z.: in-n-er—lich
innern, nhd. (ält.), V.: nhd. innern, erinnern; ne. remember, remind; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: 1221-1224 (Sachsenspiegel); E.: mhd. inneren*, innern, inren, sw. V., innewerden lassen, erinnern, kennenlernen, in Kenntnis setzen, belehren, überzeugen, sich erinnern an, abhängen von, erfahren (V.) lassen, mahnen; mnd. inneren, sw. V., vor Gericht (N.) (1) überzeugen, anmahnen, überzeugend dartun, nachweisen, erinnern, machen dass einer eines Dinges inne wird; mhd. in (1), en, Präp., in, innerhalb, mit, bei, hinsichtlich; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 10, 2134; GB.: seit 1221-1224 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in dem Gedächtnis bewahrt haben und sich dessen wieder bewusst werden; BM.: in; F.: innern (!), inner (!) innerst (!), innert (!), innerest (!), innerte (!), innertest (!), innerten (!), innertet (!), ##innert (!), innerte (!), innertes (!), innertem (!), innerten (!), innerter (!)##, innernd, ###innernd, innernde, innerndes, innerndem, innernden, innernder###, inner(!)+EW; Z.: in-n-er-n
$innewerden, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. innewerden, gewahr werden, erkennen, feststellen; E.: s. mhd. innewerden, innanwerden, inne werden, st. V., innewerden, gewahr werden, erkennen, feststellen; L.: fehlt DW?, EWD s. u. in; GB.: (innewerden) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus inne und werden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gewahr werden oder erkennen oder feststellen; F.: innewerden, werde inne, wirst inne, wird inne, werdet inne, werdest inne, wurde inne, wurdest inne, wurden inne, wurdet inne, ward inne, wardest (!) inne, warden (!) inne, wardet (!) inne, würde inne, würdest inne, würden inne, würdet inne, innegeworden, ##innegeworden, innegewordene, innegewordenes, innegewordenem, innegewordenen, innegewordener##, innewerdend, ###innewerdend, innewerdende, innewerdendes, innewerdendem, innewerdenden, innewerdender###, innezuwerden, ####innezuwerden, innezuwerdend, innezuwerdende, innezuwerdendes, innezuwerdendem, innezuwerdenden, innezuwerdender####, wird inne, werde inne+EW; Z.: in-n-e—wer-d-en
$innewohnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. innewohnen, ruhen, sein (V.); L.: EWD s. u. in, DW 10, 2126; GB.: (innewonen) seit 1250-1272 belegte und vielleicht nach lat. inhabitare gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ruhen oder sein (V.); F.: innewohnen, wohne inne, wohnst inne, wohnt inne, wohnest inne, wohnet inne, wohnte inne, wohntest inne, wohnten inne, wohntet inne, innegewohnt, ##innegewohnt, innegewohnte, innegewohntes, innegewohntem, innegewohnten, innegewohnter##, innewohnend, ###innewohnend, innewohnende, innewohnendes, innewohnendem, innewohnenden, innewohnender###, innezuwohnen, ####innezuwohnen, innezuwohnend, innezuwohnende, innezuwohnendes, innezuwohnendem, innezuwohnenden, innezuwohnender####, wohn inne, wohne inne (!)+EW; Z.: in-n-e—wohn-en
innig, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. innig, innerlich, fest verbunden; ne. sincere, intimate; Vw.: -; Hw.: s. in; Q.: Ende 12. Jh. (Leyersche Predigten); E.: s. mhd. innic, innec, Adj., innig, innere, innerlich, tief, inbrünstig, vertraut, verwandt; mnd. innich (1), Adj., innig, fromm, gläubig, gottesfürchtig, stärker empfindsam, gottliebend, andächtig, auf Gott; mnl. innich, Adj., innig; vgl. mhd. inne, Adv., inne, inwendig, innen, drinnen, im Inneren, in sich; ahd. inne, inni, Adv., Präp., Präf., innen, innerhalb, darinnen, darin; germ. *enn, Adv., hinein; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. *ic, Suff., ...ig; mnd. *ich? (2), Suff., …ig; ahd. …īg., Suff., …ig; as. …ig, Suff., …ig; germ. *-īga-, *-īgaz, Adj., Suff., ...ig; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. innig, Kluge s. u. innig, DW 10, 2134, EWD s. u. innig, Duden s. u. innig; GB.: (innic) seit Ende 12. Jh. belegte und aus inn(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches innerlich oder fest verbunden; BM.: in; F.: innig, innige, inniges, innigem, innigen, inniger(, innigere, innigeres, innigerem, innigeren, innigerer, innigst, innigste, innigstes, innigstem, innigsten, innigster)+EW; Z.: in-n-ig
$Innigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Innigkeit, Innerlichkeit, Verbundenheit, Hingabe; E.: s. innig, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 2135, Kluge s. u. innig, EWD s. u. innig; GB.: seit 1. Hälfte 12. Jh. belegte und aus innig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Innerlichkeit oder Verbundenheit oder Hingabe; BF.: Innigkeit, Innigkeiten+EW; Z.: In-n-ig-kei-t
$inniglich, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. inniglich, innig, wesenhaft; E.: s. innig, s. lich; L.: DW 10, 2136, EWD s. u. innig; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. insitus aus innig und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches innig oder wesenhaft; F.: inniglich, innigliche, innigliches, inniglichem, inniglichen, inniglicher(, inniglichere, inniglicheres, inniglicherem, inniglicheren, inniglicherer, inniglichst, inniglichste, inniglichstes, inniglichstem, inniglichsten, inniglichster)+EW; Z.: in-n-ig—lich
Innovation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Innovation, Neuheit, Neuerung; ne. innovation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. innovātio; E.: s. lat. innovātio, F., Erneuerung, Veränderung, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. innovāre, V., erneuern, verändern, auffrischen, Neuerungen einführen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kluge s. u. Innovation, Duden s. u. Innovation; Son.: vgl. nndl. innovatie, Sb., Innovation; frz. innovation, F., Innovation; nschw. innovation, Sb., Innovation; nnorw. innovasjon, M., Innovation; poln. innowacja, F., Innovation; lit. inovacija, F., Innovation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche geplante und kontrollierte Veränderung und Neuerung oder Neuheit in einem System; BM.: in, neu; F.: Innovation, Innovationen+FW(+EW); Z.: In-no-v-at-io-n
Innung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Innung, Verbindung, Zunft; ne. guild (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1265 (Urkunde); E.: mhd. innunge, st. F., Innung, Aufnahme, Verbindung, Verbindung zu einer Körperschaft, Zunft, Hausinneres, Gemeinschaft; mnd. inninge, innige, innie, enninge, indinge, F., Innung, Aufnahme in eine Innung, Einweisung in einen Besitz, Einwerung; vgl. mhd. innen, Adv., innen, im Innern, von innen; ahd. innan, inin, Adv., Präp., innen, in, auf, innerhalb, im Innern, innerlich, unter; germ. *innanē, Adv., innen; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Innung, Kluge s. u. Innung, DW 10, 2136, EWD s. u. Innung, Duden s. u. Innung; GB.: (innunge) seit 1265 belegte und aus inn(en) und unge gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen durch freiwilligen Zusammenschluss selbstständiger Handwerker des gleichen Handwerks in einem bestimmten Gebiet oder Bezirk entstandenen Verband; BM.: in; F.: Innung, Innungen+EW; Z.: In-n-ung
inokulieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. inokulieren, einimpfen, Krankheitserreger einbringen; ne. inoculate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1741?; I.: Lw. lat. inoculāre; E.: s. inoculāre, V., okulieren, einpflanzen, schmücken, (1. Jh. n. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. oculus, M., Auge, Blick; s. idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. impfen, fehlt DW, Duden s. u. inokulieren; GB.: vielleicht seit 1241 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einimpfen oder einbringen; BM.: in, Auge bzw. sehen; F.: inokulieren, inokuliere, inokulierst, inokuliert, inokulierest, inokulieret, inokulierte, inokuliertest, inokulierten, inokuliertet, ##inokuliert, inokulierte, inokuliertes, inokuliertem, inokulierten, inokulierter##, inokulierend, ###inokulierend, inokulierende, inokulierendes, inokulierendem, inokulierenden, inokulierender###, inokulier (!)+FW+EW; Z.: in-ok-ul-ier-en
$inoperabel, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. inoperabel, unoperierbar; E.: s. in, s. operabel; L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus in und operabel gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen erkanntes unoperierbar; F.: inoperabel, inoperable, inoperables, inoperablem, inoperablen, inoperabler+FW+EW; Z.: in-op-er-ab-el
in petto, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. in petto, bereit, in Bereitschaft; ne. in petto, up his sleeve; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. (avere) a petto; E.: s. it. avere a petto, V., in der Brust haben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); vgl. it. petto, M., Brust; lat. pectus, N., Brust, Brustknochen, Brustbein, Herz, Gefühl, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. (*peg-), *pog-, *pōg-, *pō̆ks-, Sb., Achsel, Hüfte, Lende, Seite, Pokorny 792 (1373/15) (RB. idg. aus ind., ital., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. in petto, fehlt DW, EWD s. u. in petto, Duden s. u. in petto; Son.: vgl. nndl. in petto, Adv., in petto; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bereit; BM.: in Brust; F.: in petto+FW; Z.: in pet-t-o
Input, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Input, Eingabe; ne. input (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. input; E.: s. input, N., Eingabe; vgl. ne. in, Präp., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. put, V., setzen, stellen, legen; von einem altenglischen *put-; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Input, fehlt DW, Duden s. u. Input; Son.: vgl. nndl. input, Sb., Input; frz. input, M., Input; nschw. input, Sb., Input; nnorw. input, inputt, M., N., Input; poln. input, M., Input; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Gesamtheit der in einem Produktionsbetrieb eingesetzten aus anderen Teilbereichen der Wirtschaft bezogenen Produktionsmittel oder Rohstoffe oder Produkte oder eine Eingabe; BM.: in, setzen; F.: Input, Inputs+FW; Z.: In-put
Inquisition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inquisition, gerichtliche Untersuchung; ne. inquisition; Vw.: s. Inquisitor; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. inquīsītio; E.: s. lat. inquīsītio, F., Suchen, Aufsuchen, Zusammensuchen, (um 250-184 v. Chr.); lat. inquīrere, V., nach etwas suchen, aufsuchen, prüfen, untersuchen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Inquisition, fehlt DW, EWD s. u. Inquisition, Duden s. u. Inquisition; Son.: vgl. nndl. inquisitie, Sb., Inquisition; frz. Inquisition, F., Inquisition; nschw. inkvisition, Sb., Inquisition; nnorw. inkvisisjon, M., Inquisition; poln. inkwicycja, F., Inquisition; lit. inkvizicija, F., Inquisition; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Bedeutung geänderte Bezeichnung für eine seit dem Hochmittelalter vor allem gegen Ketzer eingerichtete Untersuchungskommission der katholischen Kirche; BM.: in, suchen; F.: Inquisition, Inquisitionen+FW(+EW); Z.: In-quis-it-io-n
Inquisitor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Inquisitor, Untersuchungsrichter; ne. inqusitor; Vw.: -; Hw.: s. Inquisition; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. inquīsītor; E.: lat. inquīsītor, M., Aufsucher, Häscher, Spion, Untersucher, Erforscher, Forscher, (81-43 v. Chr.); lat. inquīrere, V., nach etwas suchen, aufsuchen, prüfen, untersuchen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Inquisition, fehlt DW, EWD s. u. Inquisition, Duden s. u. Inquisitor; Son.: vgl. frz. inquisiteur, M., Inquisitor; nschw. inkvisitor, Sb., Inquisitor; nnorw. inkvisitor, M., Inquisitor; poln. inkwizytor, M., Inquisitor; lit. inkvizitorius, M., Inquisitor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der Bedeutung veränderte Bezeichnung für einen Untersuchungsrichter der von der katholischen Kirche seit dem Hochmittelalter gegen Ketzer eingerichteten Inquisition; BM.: in, suchen; F.: Inquisitor, Inquisitors, Inquisitoren+FW; Z.: In-quis-it-or
Insasse, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Insasse, Einsitzender; ne. inmate; Vw.: -; Hw.: s. Beisasse, sitzen, Insasse; Q.: 1338 (Hiob); E.: mhd. īnsæze, insæze, sw. M., Eingesessener, Einwohner, Mieter; vgl. mhd. in, en, Präp., in, an, auf, bei; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. sitzen, st. V., sitzen, sich setzen, leben, sein (V.), Sitz innehaben; ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: Kluge s. u. Insasse, DW 10, 2138, EWD s. u. Insasse, Duden s. u. Insasse, Bluhme s. u. Insasse; GB.: seit dem Spätmittelalter Bezeichnung für einen Einsitzenden oder jemanden der sich in einem Fahrzeug oder einem geschlossenen Gebäude befindet; BM.: in, sitzen; F.: Insasse, Insassen+EW; Z.: In-sass-e
Insekt, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.?): nhd. Insekt, Kerbtier; ne. insect; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnsectum; E.: s. lat. īnsectum, N., Eingeschnittenes?, Insekt?; vgl. lat. īnsecāre (1), V., einschneiden, zerschneiden; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren, operieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Insekt, DW 10, 2139, EWD s. u. Insekt, Duden s. u. Insekt; Son.: vgl. nndl. insekt, Sb., Insekt; frz. insecte, M., Insekt; nschw. insekt, Sb., Insekt; nnorw. insekt, N., Insekt; poln. insekt, M., Insekt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein zu den Gliederfüßern gehörendes vor rund 480 Millionen Jahren aus Meereslebewesen entstandenes (schon vormenschlich) sehr häufiges Tier mit einem den Körper umschließenden starren Skelett das in drei meist deutlich voneinander abgesetzte Körperabschnitte geteilt ist an deren mittlerem drei Beinpaare und meist zwei Flügelpaare sitzen; BM.: in, schneiden; F.: Insekt, Insekts, Insekten+FW+EW; Z.: In-sek-t
Insel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Insel, Eiland; ne. island, isle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. īsele, sw. F., Insel; mnd. insel, insele, insule, F., Insel, Marschland; ahd. īsila, st. F. (ō), Insel; s. lat. īnsula, F., Insel, Eiland, (um 235-200 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. ἠ ἐν ἁλί οὖσα (hē en halí ousa), (Part. Präs. subst.=)F., die im Salz Seiende; L.: Kluge 1. A. s. u. Insel, Kluge s. u. Insel, DW 10, 2139, EWD s. u. Insel, EWAhd 5, 211, Duden s. u. Insel, Bluhme s. u. Insel; Son.: vgl. nfries. insel, Sb., Insel; ae. *īsel, st. F. (ō), Insel; frz. île, F., Insel; dän. (ält.) insel, insul, Sb., Insel; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Griechischen des Altertums kommende Bezeichnung für eine ganz von Wasser umschlossene nicht bereits einen Kontinent bildende Landmasse wie beispielsweise Grönland oder Madagaskar oder Sizilien oder Helgoland oder Herrenchiemsee; BM.: im Salz seiend?; F.: Insel, Inseln+FW+EW Z.: In-s-el
$Inserat, nhd., (Part. Prät.=) N., (17. Jh.): nhd. Inserat, Anzeige; E.: s. inserieren; L.: Kluge s. u. inserieren, fehlt DW, EWD s. u. inserieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit inserieren (lat. inserere) verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Anzeige beispielsweise in einer Zeitung; F.: Inserat, Inserats, Inserates, Inserate, Inseraten+FW+EW; Z.: In-ser-at
$Inserent, nhd., (Part. Präs,=)M., (19. Jh.): nhd. Inserent, Inserierender, Anzeigender; E.: s. inserieren: L.: Kluge s. u. inserieren, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lat. insere(re) gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen eine Anzeige beispielsweise in einer Zeitung vornehmenden Menschen; F.: Inserent, Inserenten+FW+EW; Z.: In-ser-ent
inserieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. inserieren, annoncieren; ne. insert (V.), advertise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnserere; E.: s. lat. īnserere (1), V., hineinfügen, hineinstecken, einfügen, hineinbringen, einschalten, einmischen, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. inserieren, fehlt DW, EWD s. u. inserieren, Duden s. u. inserieren; Son.: vgl. frz. insérer, V., inserieren; nschw. inserera, V., inserieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Anzeige beispielsweise in eine Zeitung setzen oder annoncieren; BM.: in, reihen; F.: inserieren, inseriere, inserierst, inseriert, inserierest, inserieret, inserierte, inseriertest, inserierten, inseriertet, ##inseriert, inserierte, inseriertes, inseriertem, inserierten, inserierter##, inserierend, ###inserierend, inserierende, inserierendes, inserierendem, inserierenden, inserierender###, inserier(!)+FW(+EW?); Z.: in-ser-ier-en
$insgeheim, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. insgeheim, heimlich; E.: s. in, s. s, s. geheim; L.: Kluge s. u. geheim, DW 10, 2142, EWD s. u. geheim; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach frz. en secret aus in und s sowie geheim gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches heimlich; F.: insgeheim+EW; Z.: in-s—ge-hei-m
Insider, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Insider, Eingeweihter; ne. insider; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. insider; E.: s. ne. insider, M., Insider, Eingeweihter; vgl. ne. in, Präp., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. side, N., Seite; ae. sīde, sw. F. (n), Seite, Flanke; germ. *seidō-, *seidōn, *sīdō-, *sīdōn, sw. F. (n), Seite, Flanke, Rand, Strand; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Insider, Duden s. u. Insider; Son.: vgl. nndl. insider, Sb., Insider; nnorw. insider, M., Insider; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bestimmte Dinge bzw. Verhältnisse als Eingeweihter genau Kennenden; BM.: in, Seite; F.: Insider, Insiders, Insidern+FW; Z.: In-si-d-er
$Insiegel, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Insiegel; E.: s. in, s. Siegel; L.: Kluge s. u. Insiegel, DW 10, 2142, EWD s. u. Siegel; GB.: (insigili) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus in und Siegel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Stempel zu einem Eindrücken eines Zeichens in eine weiche Masse; F.: Insiegel, Insiegels, Insiegeln+FW+EW; Z.: In—sieg-el
Insignie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Insignie, Kennzeichen von Macht und Würde; ne. insignia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnsīgnia; E.: s. lat. īnsīgnia, F., Abzeichen; vgl. lat. īnsīgnis, Adj., kenntlich, erkennbar, unterscheidbar, ausgezeichnet, auffallend; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sīgnum, M., Zeichen, Kennzeichen; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Insignien, fehlt DW, EWD s. u. Insignien, Duden s. u. Insignien; Son.: vgl. nndl. rejksinsignien, Sb., Insignien; frz. insigne, M., Insigne; nschw. insignie, Sb. Pl., Inisgnien; nnorw. insignium, N., Insignie; poln. isygnia, Sb. Pl., Insignien; lit. insignijos, F. Pl., Insignien; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Kennzeichen staatlicher oder ständischer Macht und Würde; BM.: in, Zeichen bzw. schneiden; F.: Insignie, Insignien+FW(+EW); Z.: In-sig-n-i-e
insistieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. insistieren, (auf etwas) bestehen; ne. insist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. īnsistere; E.: s. lat. īnsistere, V., sich auf etwas stellen, sich hinstellen, über etwas stehen, hintreten, eintreten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. insistieren; Son.: vgl. frz. insister, V., insistieren; nschw. insistera, V., insistieren; nnorw. insistere, V., insistieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (auf etwas) bestehen; BM.: in, stehen; F.: sistieren, sistiere, sistierst, sistiert, sistierest, sistieret, sistierte, sistiertest, sistierten, sistiertet, ##sistiert, sistierte, sistiertes, sistiertem, sistierten, sistierter##, sistierend, ###sistierend, sistierende, sistierendes, sistierendem, sistierenden, sistierender###, sistier(!)+FW(+EW); Z.: in-si-st-ier-en
Inskription, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inskription, Einschreibung; ne. enrolment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1586?; I.: Lw. lat. īnscrīptio; E.: s. lat. īnscrīptio, F., Daraufschreiben, Anklage, Überschrift, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnscrībere, V., in etwas schreiben, auf etwas schreiben, aufprägen, einprägen, zuschreiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Inskription; Son.: vgl. nndl. inscriptie, Sb., Inskription; nschw. inskription, Sb., Inskription; nnorw. inskripsjon, M., Inkription; GB.: vielleicht seit 1586 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Schrift und Universitäten mögliche Anmeldung (Einschreibung) zu einer Teilnahme an einer Vorlesung; BM.: in, schreiben; F.: Inskription, Inskriptionen+FW(+EW); Z.: In-skri-p-t-io-n
insolent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. insolent, unverschämt, anmaßend; ne. insolent; Vw.: -; Hw.: s. Insolenz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. īnsolēns; E.: s. lat. īnsolēns, Adj., ungewöhnlich, ungewohnt, auffallend, überheblich, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. solēre, V., pflegen, gewohnt sein (V.); idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882; L.: Kluge s. u. insolent, fehlt DW, EWD s. u. insolent, Duden s. u. insolent; Son.: vgl. nndl. insolent, Adj., insolent; frz. insolent, Adj., insolent; ndän. insolent, Adj., insolent; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unverschämt oder anmaßend; BM.: in, für sich; F.: insolent, insolente, insolentes, insolentem, insolenten, insolenter(, insolentere, insolenteres, insolenterem, insolenteren, insolenterer, insolentest, insolenteste, insolentestes, insolentestem, insolentesten, insolentester)+FW(+EW); Z.: in-so-l-ent
Insolenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Insolenz, Unverschämtheit, Anmaßung; ne. insolence; Vw.: -; Hw.: s. insolent; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. īnsolentia; E.: s. lat. īnsolentia, F., Ungewohntes, Ungewöhnliches, Auffallendes, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. īnsolēns, Adj., ungewöhnlich, ungewohnt, auffallend, überheblich, (190-159 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. solēre, V., pflegen, gewohnt sein (V.); idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. insolent, fehlt DW, EWD s. u. Insolenz, Duden s. u. Insolenz; Son.: vgl. frz. insolence, F., Insolenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Unverschämtheit oder Anmaßung; BM.: in, für sich; F.: Insolenz, Insolenzen+FW(+EW); Z.: In-so-l-enz
insolvent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. insolvent, zahlungsunfähig; ne. insolvent, bankrupt; Vw.: -; Hw.: s. Insolvenz; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, auflösen, losbinden, (um 450 v. Chr.); lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen, abbüßen, einlösen, lösen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. insolvent, Duden s. u. insolvent; Son.: vgl. nndl. insolvent, Adj., insolvent; nschw. insolvent, Adj., insolvent; nnorw. insolvent, Adj., insolvent; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Zahlungsmitteln durch den Menschen mögliches zahlungsunfähig; BM.: nicht, lösen; F.: insolvent, insolvente, insolventes, insolventem, insolventen, insolventer(, insolventere, insolventeres, insolventerem, insolventeren, insolventerer, insolventest, insolventeste, insolventestes, insolventestem, insolventesten, insolventester)+FW(+EW); Z.: in-so-lv-ent
Insolvenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Insolvenz, Zahlungsunfähigkeit; ne. insolvency, bankruptcy; Vw.: -; Hw.: s. insolvent; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. mlat. īnsolventia; E.: s. mlat. īnsolventia, F., Unfähigkeit zu zahlen; vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, auflösen, losbinden, (um 450 v. Chr.); lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen, abbüßen, einlösen, lösen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. insolvent, Duden s. u. Insolvenz; Son.: vgl. nndl. insolventie, Sb., Insolvenz; frz. insolvabilité, F., Insolvenz; nschw. insolvens, Sb., Insolvenz; nnorw. insolvens, M., Insolvenz; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Zahlungsmitteln durch den Menschen mögliche Zahlungsunfähigkeit; BM.: nicht, lösen; F.: Insolvenz, Insolvenzen+FW(+EW); Z.: In-so-lv-enz
Inspektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inspektion, Kontrolle, prüfende Besichtigung; ne. inspection; Vw.: -; Hw.: s. inspizieren, Inspektor; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnspectio; E.: s. lat. īnspectio, F., Hineinsehen, Hinsehen, Ansehen, Anschauen, Betrachtung, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. īnspicere, V., hineinblicken, hinsehen, durchblicken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Inspektion, fehlt DW, EWD s. u. Inspektion, Duden s. u. Inspektion; Son.: vgl. nndl. inspectie, F., Inspektion; frz. inspection, F., Inspektion; nschw. inspektion, Sb., Inspektion; nnorw. inspeksjon, M., Inspektion; poln. inspekcja, F., Inspektion; lit. inspekcija, F., Inspektion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Kontrolle oder prüfende Besichtigung; BM.: in, spähen bzw. sehen; F.: Inspektion, Inspektionen+FW+EW; Z.: In-spek-t-io-n
Inspektor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Inspektor, amtlicher Kontrolleur, Betrachtender, Überprüfender, ein Amtstitel; ne. inspector; Vw.: -; Hw.: s. Inspektion, inspizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnspector; E.: s. lat. īnspector, M., Betrachter, Beschauer, Besichtiger, Beobachter, Zuschauer, Untersucher, (um 55 v.-40 n. Chr.); vgl. lat. īnspicere, V., hineinblicken, hinsehen, durchblicken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. inspizieren, fehlt DW, EWD s. u. Inspektion, Duden s. u. Inspektor; Son.: vgl. nndl. inspecteur, Sb., Inspektor; frz. inspecteur, M., Inspektor; nschw. inspektör, Sb., Inspektor; nnorw. inspektør, M., Inspektor; poln. inspektor, M., Inspektor; kymr. insbector, M., Inspektor; lit. inspektorius, M., Inspektor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und wohl in der Bedeutung veränderte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Betrachtenden oder Überprüfenden; BM.: in, spähen; F.: Inspektor, Inspektors, Inspektoren+FW(+EW); Z.: In-spek-t-or
Inspiration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inspiration, schöpferischer Einfall; ne. inspiration; Vw.: -; Hw.: s. inspirieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnspīrātio; E.: s. lat. īnspīrātio, F., Einhauchen, Einatmen, Eingebung, Lebenshauch, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. īnspīrāre, V., etwas wehen, auf etwas blasen, hineinblasen, hineinhauchen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Inspiration, fehlt DW, EWD s. u. Inspiration, Duden s. u. Inspiration; Son.: vgl. nndl. inspiratie, Sb., Inspiration; frz. inspiration, F., Inspiration; nschw. inspiration, Sb., Inspiration; nnorw. inspirasjon, M., Inspiration; poln. inspiracja, F., Inspiration; nir. ionspráid, Sb., Inspiration; lit. inspiracija, F., Inspiration; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen schöpferischen Einfall; BM.: in, blasen bzw. hauchen; F.: Inspiration, Inspirationen+FW(+EW); Z.: In-spir-at-io-n
inspirieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. inspirieren, hineinhauchen, geistig anregen; ne. inspire; Vw.: -; Hw.: s. Inspiration; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. īnspīrāre; E.: s. mnd. inspirēren, sw. V., beseelen, mit göttlichem Odem erfüllen; lat. īnspīrāre, V., auf etwas wehen, auf etwas blasen, hineinblasen, hineinhauchen, hinhauchen, anhauchen, einhauchen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Inspiration, fehlt DW, EWD s. u. Inspiration, Duden s. u. inspirieren; Son.: vgl. nndl. inspireren, V., inspirieren; frz. inspirer, V., inspirieren; nschw. inspirera, V., inspirieren; nnorw. inspirere, V., inspirieren; poln. inspirować, V., inspirieren; lit. inspiruoti, V., inspirieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Bedeutung veränderte und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hineinhauchen oder geistig anregen; BM.: in, blasen bzw. hauchen; F.: inspirieren, inspiriere, inspirierst, inspiriert, inspirierest, inspirieret, inspirierte, inspiriertest, inspirierten, inspiriertet, ##inspiriert, inspirierte, inspiriertes, inspiriertem, inspirierten, inspirierter##, inspirierend, ###inspirierend, inspirierende, inspirierendes, inspirierendem, inspirierenden, inspirierender###, inspirier (!)+FW(+EW); Z.: in-spir-ier-en
$Inspizient, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Inspizient; E.: s. inspizieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. inspizieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus inspizie(ren) und nt gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten Betrachter oder technischen Organisator einer Bühnenaufführung F.: Inspizient, Inspizienten+FW(+EW); Z.: In-spiz-i-ent
inspizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. inspizieren, betrachten, untersuchen; ne. inspect; Vw.: -; Hw.: s. Inspektion, Inspektor; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. īnspicere; E.: s. lat. īnspicere, V., hineinblicken, hinsehen, durchblicken, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. inspizieren, fehlt DW, EWD s. u. inspizieren, Duden s. u. inspizieren; Son.: vgl. nndl. inspecteren, V., inspizieren; frz. inspecter, V., inspizieren; nschw. inspektera, V., inspizieren; nnorw. inspisere, V., inspizieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches betrachten oder untersuchen; BM.: in, spähen; F.: inspizieren, inspiziere, inspizierst, inspiziert, inspizierest, inspizieret, inspizierte, inspiziertest, inspizierten, inspiziertet, ##inspiziert, inspizierte, inspiziertes, inspiziertem, inspizierten, inspizierter##, inspizierend, ###inspizierend, inspizierende, inspizierendes, inspizierendem, inspizierenden, inspizierender###, inspizier (!)+FW(+EW); Z.: in-spiz-ier-en
Installateur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Installateur, Klempner; ne. plumber, installer; Vw.: -; Hw.: s. installieren, Installation; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. installateur; E.: s. frz. installateur, M., Installateur, Klempner; frz. installer, V., aufstellen, installieren; mlat. īnstallāre, īnstaulāre, V., bestellen, in ein Amt einsetzen; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mlat. stallus, estallus, M., Marktstand, Standgeld, Stuhl, Chorgestühl, Amtssitz, Wohnort; lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Stall; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. installieren, fehlt DW, EWD s. u. installieren, Duden s. u. Installateur; Son.: vgl. nschw. installatör, Sb., Installateur; nnorw. installatør, M., Installateur; poln. instalator, M., Installateur; GB.: seit 20. Jh. aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten Monteur technischer Anlagen oder Anlagenmechaniker oder Klempner; BM.: in, stellen; F.: Installateur, Installateurs, Installateures, Installateure, Installateuren+FW; Z.: In-sta-l-at-eur
Installation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Installation, Einsetzen, Aufstellen; ne. installation; Vw.: -; Hw.: s. installieren, Installateur; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. installation; E.: s. frz. installation, F., Aufstellen, Installation; vgl. frz. installer, V., aufstellen, installieren; mlat. īnstallāre, īnstaulāre, V., bestellen, in ein Amt einsetzen; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mlat. stallus, estallus, M., Marktstand, Standgeld, Stuhl, Chorgestühl, Amtssitz, Wohnort; lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Stall; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. installieren, fehlt DW, EWD s. u. installieren, Duden s. u. Installation; Son.: vgl. nndl. installatie, Sb., Installation; nschw. installation, Sb., Installation; nnorw. installasjon, M., Installation; poln. instalacja, F., Installation; lit. instaliacija, F., Installation; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Montage technischer Anlagen; BM.: in, stellen; F.: Installation, Installationen+FW; Z.: In-sta-ll-at-io-n
installieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. installieren, einsetzen, aufstellen; ne. instal, install; Vw.: -; Hw.: s. Installateur, Installation; Q.: um 1500; I.: Lw. mlat. īnstallāre; E.: s. mlat. īnstallāre, īnstaulāre, V., bestellen, in ein Amt einsetzen; vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mlat. stallus, estallus, M., Marktstand, Standgeld, Stuhl, Chorgestühl, Amtssitz, Wohnort; lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Stall; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. installieren, fehlt DW, EWD s. u. installieren, Duden s. u. installieren; Son.: vgl. nndl. installeren, sw. V., installieren; frz. installer, V., aufstellen, installieren; nschw. installera, V., installieren; nnorw. installere, V., installieren; poln. instalować, V., installieren; lit. instaliuoti, V., installieren; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Arbeitsteilung entwickeltes und verwendetes einsetzen oder aufstellen; BM.: in, stellen; F.: installieren, installiere, installierst, installiert, installierest, installieret, installierte, installiertest, installierten, installiertet, ##installiert, installierte, installiertes, installiertem, installierten, installierter##, installierend, ###installierend, installierende, installierendes, installierendem, installierenden, installierender###, installier(!)+FW(+EW); Z.: in-sta-ll-ier-en
inständig, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. inständig, eindringlich, nachdrücklich; ne. strong, ardent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: s. ahd. instentīgo, Adv., beständig; s. nhd. in, Stand; L.: Kluge 1. A. s. u. inständig, Kluge s. u. inständig, EWD s. u. in, DW 10, 2144, Duden s. u. inständig; GB.: seit dem Frühmittelalter (um 1000) belegte und aus in und Stand sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eindringlich oder nachdrücklich; BM.: in, stehen; F.: inständig, inständige, inständiges, inständigem, inständigen, inständiger(, inständigere, inständigeres, inständigerem, inständigeren, inständigerer, inständigst, inständigste, inständigstes, inständigstem, inständigsten, inständigster)+EW; Z.: in—stä-n-d-ig
Instant…, nhd., (Part. Präs.=)Partikel, (20. Jh.?): nhd. Instant..., sofortig, sofort verwendbar, sofort gebrauchsfähig; ne. instant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. istant; E.: s. ne. instant, Adj., sofort, augenblicklich; mfrz. instant, Adj., drängend; lat. īnstāns (1), (Part. Präs.=)Adj., gegenwärtig, drängend, drohend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. instāre, V., auf etwas stehen, dicht hinterher sein (V.), hart hinterher sein (V.), herandringen, vordringen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Instant-, fehlt DW, EWD s. u. instant-; Son.: s. Instantkaffee, Instantsoße; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Mittelfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sofortig oder sofort verwendbar oder sofort gebrauchsfähig; BM.: in, stehen; F.: instant…+FW; Z.: In-sta-nt...
Instanz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Instanz, Verwaltungsebene; ne. instance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. īnstantia; E.: s. lat. īnstantia, F., Gegenwart, unmittelbare Nähe, Emsigkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstāre, V., auf etwas stehen, dicht hinterher sein (V.), hart hinterher sein (V.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Instanz, fehlt DW, EWD s. u. Instanz, Duden s. u. Instanz; Son.: vgl. nndl. instantie, Sb., Instanz; frz. instance, F., Instanz; nschw. instans, Sb., Instanz; nnorw. instans, M., Instanz; poln. instancja, F., Instanz; lit. instancija, F., Instanz; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete für eine Entscheidung zuständige Stelle oder Stufe oder Ebene oder Einrichtung; BM.: in, stehen; F.: Instanz, Instanzen+FW+EW; Z.: In-sta-nz
Instinkt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Instinkt, Naturtrieb, angeborene Verhaltensweise; ne. instinct; Vw.: -; Hw.: s. instinktiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īnstīnctus; E.: s. lat. īnstīnctus (2), M., Anreizung, Eingebung, Antrieb, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstinguere, V., anstacheln, antreiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere (1), V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Instinkt, EWD s. u. Instinkt, DW 10, 2146, Duden s. u. Instinkt; Son.: vgl. nndl. instinct, Sb., Instinkt; frz. instinct, M., Instinkt; nschw. instinkt, Sb., Instinkt; nnorw. instinkt, N., Instinkt; poln. instynkt, M., Instinkt; lit. instinktas, M., Instinkt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen möglichen unbewusst gesteuerten natürlichen Antrieb zu bestimmten angeborenen lebenserhaltenden oder arterhaltenden Verhaltensweisen; BM.: in, stechen; F.: Instinkt, Instinktes, Instinkts, Instinkte, Instinkten+FW(+EW); Z.: In-sti-nk-t
instinktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. instinktiv, triebhaft; ne. instinctive; Vw.: -; Hw.: s. Instinkt; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. instinctif; E.: s. frz. instinctif, Adj., instinktiv; vgl. frz. instinct, M., Instinkt; lat. īnstīnctus (2), M., Anreizung, Eingebung, Antrieb, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstinguere, V., anstacheln, antreiben; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. stinguere (1), V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Instinkt, EWD s. u. Instinkt, Duden s. u. instinktiv; Son.: vgl. nschw. instinktiv, Adj., instinktiv; nnorw. instinktiv, Adj., instinktiv; poln. instynktowny, Adj., instinktiv; nir. instinneach, Adj., instinktiv; lit. instinktyvus, Adj., instinktiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen möglichen durch den (angeborenen) Instinkt bestimmten lebenserhaltenden oder arterhaltenden Verhaltens; BM.: in, stechen; F.: instinktiv, instinktive, instinktives, instinktivem, instinktiven, instinktiver(, instinktivere, instinktiveres, instinktiverem, instinktiveren, instinktiverer, instinktivst, instinktivste, instinktivstes, instinktivstem, instinktivsten, instinktivster)+FW(+EW); Z.: in-sti-nk-t-iv
Institut, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.?): nhd. Institut, Einrichtung; ne. institute (N.); Vw.: -; Hw.: s. Institution; I.: Lw. lat. īnstitūtum; E.: s. lat. īnstitūtum, N., Erschaffenes, Schöpfung, Einrichtung, Anordnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstituere, V., hineinstellen, hineinsetzen, hinstellen, hinsetzen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Institut, fehlt DW, EWD s. u. Institut, Duden s. u. Institut; Son.: vgl. nndl. instituut, Sb., Institut; frz. institut, M., Institut; nschw. institut, Sb., Institut; nnorw. institutt, N., Institut; poln. instytut, M., Institut; kymr. institiwt, M., F., Institut; nir. institiúid, F., Institut; lit. institutas, M., Institut; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete die bewusste Sammlung vorteilhafter Erkenntnisse betreibende Einrichtung; BM.: in, stellen; F.: Institut, Instituts, Institutes, Institute, Instituten+FW(+EW); Z.: In-sti-t-ut
Institution, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Institution, Einrichtung; ne. institution; Vw.: -; Hw.: s. Institut; I.: Lw. lat. īnstitūtio; E.: s. lat. īnstitūtio, F., Einrichtung, Anweisung, Unterricht, Satzung, Schöpfung, Bauwerk, Gründung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstituere, V., hineinstellen, hineinsetzen, hinstellen, hinsetzen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Institut, fehlt DW, EWD s. u. Institution, Duden s. u. Institution; Son.: vgl. frz. institution, F., Institution; nschw. institution, Sb., Institution; nnorw. institusjon, M., Institution; poln. instytucja, F., Institution; lit. institutcija, F., Institution; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete die bewusste Sammlung vorteilhafter Erkenntnisse betreibende einem bestimmten Bereich zugeordnete und dem Wohl oder Nutzen (M.) des Einzelnen oder der Allgemeinheit dienende gesellschaftliche oder staatliche oder kirchliche Einrichtung; BM.: in, stellen; F.: Institution, Institutionen+FW(+EW); Z.: In-sti-t-ut-io-n
instruieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. instruieren, unterrichten, anleiten, ausbilden, anweisen; ne. instruct; Vw.: -; Hw.: s. Instrukteur, Instruktion, instruktiv; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnstruere; E.: s. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten, (234-149 v. Chr.); lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. instruieren, fehlt DW, EWD s. u. instruieren, Duden s. u. instruieren; Son.: vgl. nndl. instrueren, V., instruieren; frz. instruiere, V., instruieren; nschw. instruera, V., instruieren; nnorw. instruere, V., instruieren; poln. instruować, V., instruieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unterrichten oder anleiten oder ausbilden oder geben; BM.: in, streuen; F.: instruieren, instruiere, instruierst, instruiert, instruierest, instruieret, instruierte, instruiertest, instruierten, instruiertet, ##instruiert, instruierte, instruiertes, instruiertem, instruierten, instruierter##, instruierend, ###instruierend, instruierende, instruierendes, instruierendem, instruierenden, instruierender###, instruier(!)+FW(+EW); Z.: in-stru-ier-en
Instrukteur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Instrukteur, Anleitender, Ausbilder; ne. instructor; Vw.: -; Hw.: s. instruieren, Instruktion, instruktiv; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. instructeur; E.: frz. instructeur, M., Instrukteur, Zubereiter; lat. īnstrūctor, M., Einrichter, Zubereiter, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten; lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. instruieren, fehlt DW, EWD s. u. instruieren, Duden s. u. Instrukteur; Son.: vgl. nndl. instructeur, Sb., Instrukteur; nnorw. instruktør, M., Instrukteur; poln. instruktor, M., Instrukteur; lit. instruktorius, M., Ausbilder; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen anleitenden oder ausbildenden Menschen; BM.: in, streuen; F.: Instrukteur, Instrukteurs, Instrukteure, Instrukteuren+FW+EW; Z.: In-stru-kt-eur
Instruktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Instruktion, Anleitung, Anweisung; ne. instruction; Vw.: -; Hw.: s. instruieren, Instrukteur, instruktiv; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnstrūctio; E.: s. mnd. instruction*, instrucsiōn, instruckszion, F., Anweisung, Instruktion; lat. īnstrūctio, F., Hineinfügen, Einfügen, Einlassen, Herrichten, Errichtung, Herstellung, Erbauung, Aufführung, Ordnen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten; lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. instruieren, fehlt DW, EWD s. u. instruieren, Duden s. u. Instruktion; Son.: vgl. nndl. instructie, Sb., Instruktion; frz. instruction, F., Instruktion; nschw. instruktion, Sb., Instruktion; nnorw. instruksjon, M., Instruktion; poln. instrukcja, F., Instruktion; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte erläuternde und unterweisende Anleitung oder Anweisung für einen Gebrauch oder eine Auslegung einer Ausführung; BM.: in, streuen; F.: Instruktion, Instruktionen+FW+EW; Z.: In-stru-kt-io-n
instruktiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. instruktiv, aufschlussreich, lehrreich; ne. instructive; Vw.: -; Hw.: s. instruieren, Instrukteur, Instruktion; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. instructif; E.: s. frz. instructif, Adj., instruktiv, lehrreich; mlat. īnstrūctīvus, Adj., leitend; lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten, (234-149 v. Chr.); lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. instruieren, fehlt DW, EWD s. u. instruieren, Duden s. u. instruieren; Son.: vgl. frz. instructif, Adj., instruktiv; nnorw. instruktiv, Adj., instruktiv; poln. instruktywny, Adj., instruktiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufschlussreiche oder lehrreiche Gegebenheiten vermittelnd; BM.: in, streuen; F.: instruktiv, instruktive, instruktives, instruktivem, instruktiven, instruktiver(, instruktivere, instruktiveres, instruktiverem, instruktiveren, instruktiverer, instruktivst, instruktivste, instruktivstes, instruktivstem, instruktivsten, instruktivster)+FW(+EW); Z.: in-stru-kt-iv
Instrument, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Instrument, Urkunde, Werkzeug, Gerät, Mittel zu einem bestimmten Zweck; ne. instrument (N.); Vw.: -; Hw.: s. instrumental, Instrumentarium; Q.: 1284 (Urkunde); E.: mhd. instrument, st. N., „Instrument“, Urkunde, Notariatsurkunde, Beweisschrift, Werkzeug; mnd. instrument, insterment, N., Werkzeug, Arbeitsgerät, Arbeitsmaterial; lat. īnstrūmentum, N., Gerätschaft, Werkzeug, Rüstzeug, Geschirr, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten; lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Instrument, DW 10, 2146, EWD s. u. Instrument, Duden s. u. Instrument; Son.: vgl. nndl. instrument, Sb., Instrument; frz. instrument, M., Instrument; nschw. instrument, Sb., Instrument; nnorw. instrument, N., Instrument; poln. instrument, M., Instrument; nir. ionstraim, F., Instrument; lit. instrumentas, M., Instrument; GB.: seit 1284 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes zu einer Ausführung eines Gedankens dienendes Werkzeug oder Gerät; BM.: in, streuen; F.: Instrument, Instrumentes, Instruments, Instrumente, Instrumenten+FW+EW; Z.: In-stru-m-ent
instrumental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. instrumental, Instrument betreffend, mit Instrumenten ausgeführt; ne. instrumental; Vw.: -; Hw.: s. Instrument, Instrumentarium; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. īnstrūmentālis; E.: s. mlat. īnstrūmentālis, Adj., eilig, gut gelingend, wirkend; vgl. lat. īnstrūmentum, N., Gerätschaft, Werkzeug, Rüstzeug, Geschirr, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten; lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Instrument, fehlt DW, EWD s. u. Instrument, Duden s. u. instrumental; Son.: vgl. frz. instrumental, Adj., instrumental; nschw. instrumental, Adj., instrumental; nnorw. instrumental, Adj., instrumental; poln. instrumentalny, Adj., instrumental; nir. ionstraimeach, Adj., instrumental; lit. instrumentinis, Adj., instrumental; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Musikinstrumenten und ohne Singstimmen ausgeführt; BM.: in, streuen; F.: instrumental, instrumentale, instrumentales, instrumentalem, instrumentalen, instrumentaler+FW(+EW); Z.: in-stru-m-ent-al
Instrumentarium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Instrumentarium, Gesamtheit von Instrumenten, Gesamtheit von Mitteln; ne. instrumentarium; Vw.: -; Hw.: s. Instrument, instrumental; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. īnstrūmentārium; E.: s. mlat. īnstrūmentārium, N., Kartularium, Urkundensammlung; vgl. lat. īnstrūmentum, N., Gerätschaft, Werkzeug, Rüstzeug, Geschirr, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. īnstruere, V., hineinfügen, einfügen, herrichten, errichten; lat. in, Präp., in, an, drin, dran; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Instrument, fehlt DW, EWD s. u. Instrument, Duden s. u. Instrumentarium; Son.: vgl. nndl. instrumentarium, Sb., Instrumentarium; poln. instrumentarium, Sb., Instrumentarium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit einer von Menschen entwickelten und verwendeten Ausrüstung für die Verwirklichung einer Vorstellung; BM.: in, streuen; F.: Instrumentarium, Instrumentariums, Instrumentarien+FW; Z.: In-stru-m-ent-ar-i-um
$instrumentieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. instrumentieren, als Instrument nutzen; E.: s. Instrument, s. ieren; L.: EWD s. u. Instrument; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Instrument und ieren gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Instrumenten durch den Menschen mögliches als Instrument nutzen; F.: instrumentieren, instrumentiere, instrumentierst, instrumentiert, instrumentierest, instrumentieret, instrumentierte, instrumentiertest, instrumentierten, instrumentiertet, ##instrumentiert, instrumentierte, instrumentiertes, instrumentiertem, instrumentierten, instrumentierter##, instrumentierend, ###instrumentierend, instrumentierende, instrumentierendes, instrumentierendem, instrumentierenden, instrumentierender###, instrumentier(!)+FW(+EW); Z.: in-stru-m-ent-ier-en
Insuffizienz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Insuffizienz, Unzulänglichkeit; ne. insufficiency; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1657?; E.: s. lat. īnsufficientia, F., Unzulänglichkeit, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. insufficiēns, Adj., unzureichend, unzulänglich, ungenügend; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. sufficere, V., untermachen, unterbauen, Grund legen, nachfügen, nachwachsen lassen, ergänzen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Insuffizienz; Son.: vgl. frz. insuffisance, F., Insuffizienz; nschw. insufficiens, Sb., Insuffizienz; nnorw. insuffisiens, M., Insuffizienz; GB.: vielleicht seit 1657 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Unzulänglichkeit; BM.: nicht, unter, machen; F.: Insuffizienz, Insuffizienzen+FW+EW; Z.: In-suf-fi-z-i-enz
$Insulaner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Insulaner, Inselbewohner; E.: s. lat insul(a), s. an, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Insel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lat. insul(a) und an sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Inselbewohner; F.: Insulaner, Insulaners, Insulanern+FW+EW; Z.: In-s-ul-an-er
insular, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. insular, Insel betreffend; ne. insular; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īnsulāris; E.: s. lat. īnsulāris (1), Adj., zu den Inseln gehörig, Insel..., (um 390 n. Chr.); vgl. lat. īnsula, Insel, Eiland, Tempel; Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. ἠ ἐν ἁλί οὖσα (hē en halí ousa), (Part. Präs. subst.=)F., die im Salz Seiende; L.: fehlt DW, EWD s. u. Insel, Duden s. u. insular; Son.: vgl. frz. insulaire, Adj., insular; nschw. insulär, Adj., insular; nnorw. insulær, Adj., insular; GB.: seit der 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches eine Insel betreffend; BM.: Insel; F.: insular, insulare, insulares, insularem, insularen, insularer+FW+EW; Z.: in-s-ul-ar
Insulin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Insulin, ein Hormon; ne. insulin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1909; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: zu lat. īnsula, Insel, Eiland, Tempel; Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. ἠ ἐν ἁλί οὖσα (hē en halí ousa), (Part. Präs. subst.=)F., die im Salz Seiende; L.: fehlt DW, Duden s. u. Insulin; Son.: vgl. nndl. insuline, Sb., Insulin; frz. insuline, F., Insulin; nschw. insulin, N., Insulin; nnorw. insulin, N., Insulin; poln. insulina, F., Insulin; kymr. inswlin, M., Insulin; nir. inslin, F., Insulin; lit. insulinas, M., Insulin; GB.: seit 1909 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für das den sachlich seit Entstehung von Tieren möglichen Blutzuckerspiegel bei Menschen und allen Tieren regulierende Hormon der Bauchspeicheldrüse; BM.: von den Inseln kommend, zu den in der Bauchspeicheldrüse den Blutzucker kontrollierenden und produzierenden Langerhans-Inseln; F.: Insulin, Insulins+FW; Z.: In-s-ul-in
insultieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. insultieren, beleidigen, verhöhnen; ne. insult (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īnsultāre; E.: s. lat. īnsultāre, V., anspringen, ausspringen, an etwas springen, in etwas springen, auf etwas springen, (190-159 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899 (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. insultieren, Duden s. u. insultieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beleidigen oder verhöhnen; BM.: in, nehmen; F.: insultieren, insultiere, insultierst, insultiert, insultierest, insultieret, insultierte, insultiertest, insultierten, insultiertet, ##insultiert, insultierte, insultiertes, insultiertem, insultierten, insultierter##, insultierend, ###insultierend, insultierende, insultierendes, insultierendem, insultierenden, insultierender###, insultier(!)+FW(+EW); Z.: in-sul-t-ier-en
Insurgent, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Insurgent, Aufständischer, Aufrührer; ne. insurgent (M.); Vw.: -; Hw.: s. Insurrektion; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īnsurgēns; E.: s. lat. īnsurgēns, (Part. Präs.=)M., Sich-Aufrichtender; vgl. lat. īnsurgere, V., sich aufrichten, sich erheben, aufstehen, aufsteigen, sich gegenstellen gegen, auflehnen, plötzlich auftauchen, (70-19 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. surgere, V., in die Höhe richten, erheben, emporrichten, emporstehen, emporheben; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Insurgent, Duden s. u. Insurgent; Son.: vgl. frz. insurgent, M., Insurgent; nnorw. insurgent, M., Insurgent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung eines sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Aufständischen oder Aufrührers; BM.: in, unter, richten; F.: Insurgent, Insurgenten+FW+EW; Z.: In-su-rg-ent
Insurrektion, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Insurrektion, Empörung, Aufstand, Aufruhr; ne. insurrection; Vw.: -; Hw.: s. Insurgent; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. insurrection; E.: s. frz. insurrection, F., Insurrektion, Empörung; lat. īnsurrēctio, F., Erhebung, Aufstand, Empörung, (5./6. Jh. n. Chr.); lat. īnsurgere, V., sich aufrichten, sich erheben, aufstehen, aufsteigen, sich gegenstellen gegen, auflehnen, plötzlich auftauchen, (70-19 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. surgere, V., in die Höhe richten, erheben, emporrichten, emporstehen, emporheben; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Insurgent, Duden s. u. Insurrektion; Son.: vgl. nschw. insurrektion, Sb., Insurrektion; poln. insurekcja, F., Insurrektion; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Waffen und Sprache mögliche Empörung oder möglichen bewaffneten Aufstand oder Aufruhr; BM.: in, unter, richten; F.: Insurrektion, Insurrektionen+FW+EW; Z.: In-su-rek-t-io-n
inszenieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. inszenieren, (ein Werk) in Szene setzen; ne. stage (V.); Vw.: -; Hw.: s. Szene; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw.; E.: s. in, Szene; L.: fehlt DW, EWD s. u. inszenieren, Duden s. u. inszenieren; Son.: vgl. nndl. ensceneren, V., inszenieren; nschw. iscensätte, V., inszenieren; poln. inscenizować, V., inszenieren; lit. inscenizuoti, V., inszenieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus in und Szen(e) sowie ier und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Aufführung eines Bühnenwerks technisch und künstlerisch vorbereiten und abwickeln; BM.: schimmern bzw. Schatten; F.: inszenieren, inszeniere, inszenierst, inszeniert, inszenierest, inszenieret, inszenierte, inszeniertest, inszenierten, inszeniertet, ##inszeniert, inszenierte, inszeniertes, inszeniertem, inszenierten, inszenierter##, inszenierend, ###inszenierend, inszenierende, inszenierendes, inszenierendem, inszenierenden, inszenierender###, inszenier (!)+FW(+EW); Z.: in—sze-n-ier-en
intakt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. intakt, unversehrt, unverletzt, ungestört, unberührt; ne. intact; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. intact; E.: s. frz. intact, Adj., intakt, unversehrt, unverletzt; lat. īntāctus (1), Adj., unberührt, unverletzt, unversehrt, (96-55 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. intakt, fehlt DW, EWD s. u. intakt, Duden s. u. intakt; Son.: vgl. nndl. intact, Adj., intakt; nschw. intakt, Adj., intakt; nnorw. intakt, Adj., intakt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich (seit Anfang an) unversehrt oder unverletzt oder ungestört oder unberührt; BM.: nicht, berühren; F.: intakt, intakte, intaktes, intaktem, intakten, intakter(, intaktere, intakteres, intakterem, intakteren, intakterer, intaktest, intakteste, intaktestes, intaktestem, intaktesten, intaktester)+FW+EW; Z.: in-tak-t
Intarsie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Intarsie, Einlegearbeit (in Holz); ne. intarsia, inlay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. intarsio; E.: s. it. intarsio, F., Intarsie; arab. tarṣīʿ, Sb., Einfügen von Pretiosen; L.: Kluge s. u. Intarsie, EWD s. u. Intarsie, Duden s. u. Intarsie; Son.: vgl. nndl. intarsia, Sb., Intarsie; frz. intarsia, F., Intarsie; nschw. intarsia, Sb., Intarsie; nnorw. intarsia, M., Intarsie; poln. intarsja, F., Intarsie; kymr. intarsia, M., Intarsie; lit. intarsija, F., Intarsie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Einlegearbeit (in Holz); BM.: einfügen; F.: Intarsie, Intarsien+FW(+EW); Z.: In-tars-ie
integer, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. integer, unbescholten, unbedenklich; ne. integer, upright; Vw.: -; Hw.: s. integrieren, Integration; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. integer; E.: s. lat. integer, Adj., unangetastet, unversehrt, unberührt, gesund, blühend, unverkürzt, ganz, unvermindert, voll, (um 235-200 v. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. integer, fehlt DW, EWD s. u. integrieren, Duden s. u. integer; Son.: vgl. nndl. integer, Adj., integer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unbescholten oder unberührt oder unbedenklich; BM.: nicht, berühren; F.: integer, integre, integres, integrem, integren, integrer(, integrere, integreres, integrerem, integreren, integrerer, integerst, integerste, integerstes, integerstem, integersten, integerster)+FW; Z.: in-teg-er
$integral, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. integral, zu einem Ganzen gehörend, für sich bestehend, vollständig,wesentlich; E.: s. lat. integ(er), s. al(is): L.: fehlt DW, EWD s. u. integrieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung; F.: integral, integrale, integrales, integralem, integralen, integraler+FW+EW; Z.: in-teg-r-al
$Integral, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Integral, zu einem Ganzen Gehörendes; Q.: um 1800; E.: s. integral; L.: fehlt DW, EWD s. u. integrieren; GB.: seit um 1800 belegte mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eu einem Ganzen Gehörendes F.: Integral, Integrals, Integrales, Integrale, Integralen+FW+EW; Z.: In-teg-r-al
$Integralrechnung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Integralrechnung; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Integral, s. Rechnung; L.: fehlt DW, für EWD s. u. integrieren; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Integral und Rechnung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete sowie zu der Analysis gehörende Art der Rechnung für Flächeninhalte und Rauminhalte; F.: Integralrechnung, Integralrechnungen+FW+EW; Z.: In-teg-r-al—rech-n-ung
Integration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Integration, Eingliederung; ne. integration; Vw.: -; Hw.: s. integer, integrieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. integrātio; E.: s. lat. integrātio, F., Wiederherstellung, Erneuerung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. integrāre, V., wiederherstellen, einrenken, ergänzen, erneuern; lat. integer, Adj., unangetastet, unversehrt, unberührt, gesund, blühend, unverkürzt, ganz, unvermindert, voll; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. integrieren, fehlt DW, EWD s. u. integrieren, Duden s. u. Integration; Son.: vgl. nndl. integratie, Sb., Integration; frz. intégration, F., Integration; nschw. integration, Sb., Integration; nnorw. integrasjon, M., Integration; poln. integracja, F., Integration; kymr. integriad, M., Integration; lit. integracija, F., Integration; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Eingliederung oder das Herstellen einer Einheit aus Differenziertem; BM.: nicht, berühren; F.: Integration, Integrationen+FW(+EW); Z.: In-teg-r-at-io-n
integrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. integrieren, eingliedern, einbeziehen; ne. integrate; Vw.: -; Hw.: s. integer, Integration; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. integrāre; E.: s. lat. integrāre, V., wiederherstellen, einrenken, ergänzen, erneuern, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. integer, Adj., unangetastet, unversehrt, unberührt, gesund, blühend, unverkürzt, ganz, unvermindert, voll; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. integrieren, fehlt DW, EWD s. u. integrieren, Duden s. u. integrieren; Son.: vgl. nndl. integreren, V., integrieren; frz. intégrer, V., integrieren; nschw. integrera, V., integrieren; nnorw. integrere, V., integrieren; poln. integrować, V., integrieren; lit. integruoti, V., integrieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eingliedern oder einbeziehen; BM.: nicht, berühren; F.: integrieren, integriere, integrierst, integriert, integrierest, integrieret, integrierte, integriertest, integrierten, integriertet, ##integriert, integrierte, integriertes, integriertem, integrierten, integrierter##, integrierend, ###integrierend, integrierende, integrierendes, integrierendem, integrierenden, integrierender###, integrier (!)+FW(+EW); Z.: in-teg-r-ier-en
$integrierend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. integrierend, integrativ, eingliedernd, einschließend; E.: s. integrieren, s. d; L.: fehlt DW, EWD s. u. integrieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus integrier(en) und end gebildete Bezeichnung für eingliedernd oder einschließend; F.: integrierend, integrierende, integrierendes, integrierendem, integrierenden, integrierender(, integrierendere, integrierenderes, integrierenderem, integrierenderen, integrierenderer, integrierendst, integrierendste, integrierendstes, integrierendstem, integrierendsten, integrierendster)+FW(+EW); Z.: in-teg-r-ier-en-d
Integrität, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Integrität, Makellosigkeit, Fehlerfreiheit, Unbescholtenheit; ne. integrity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. integritās; E.: s. lat. integritās, F., Unversehrtheit, unverletzter Zustand, Erhaltung, Jungfernschaft, Lauterkeit, Reinheit, Unbescholtenheit, Unschuld, Rechtschaffenheit, Redlichkeit; vgl. lat. integer, Adj., unangetastet, unversehrt, unberührt, gesund, blühend, unverkürzt, ganz, unvermindert, voll; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Integrität; Son: vgl. nnd. integrietit, Sb., Integrität; frz. intégrité, F., Integrität; nschw. integritet, Sb., Integrität; nnorw. integritet, M., Integrität; poln. integralność, F., Integrität; lit. integralumas, M., Integrität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Makellosigkeit oder Fehlerfreiheit oder Unbescholtenheit oder ein mögliches unbescholtenes menschliches Verhalten; BM.: nicht, berühren; F.: Integrität+FW+EW; Z.: In-teg-r-it-ät
Intellekt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Intellekt, Denkvermögen und Erkenntnisvermögen, Verstand; ne. intellect; Vw.: -; Hw.: s. intellektuell; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.; E.: lat. intellēctus (1), M., Innewerden, Wahrnehmen, Merken, Erkennen, Empfinden, Verstehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. intellegere, V., innewerden, verstehen; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Intellekt, fehlt DW, EWD s. u. Intellekt, Duden s. u. Intellekt; Son.: vgl. nndl. intellect, Sb., Intellekt; frz. intellect, M., Intellekt; nschw. intellekt, Sb., Intellekt; nnorw. intellekt, N., Intellekt; poln. intelekt, M., Intellekt; nir. intleacht, F., Intellekt; lit. intelektas, M., Intellekt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das (menschliche) Denkvermögen und Erkenntnisvermögen; BM.: in, sammeln; F.: Intellekt, Intellektes, Intellekts, Intellekte, Intellekten+FW+EW; Z.: In-te-lek-t
$Intellektualismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Intellektualismus, übermäßige Betonung des Verstands gegenüber Willen und Gefühl; E.: s. Intellekt, s. ual, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Intellekt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Intellekt und ual sowie ismus gebildete Bezeichnung für eine dem Menschen seit dieser Zeit mögliche übermäßige Betonung des Verstands gegenüber Willen und Gefühl; F.: Intellektualismus, Intellektualismen+FW; Z.: In-te-lek-t-u-al-ism-us
intellektuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. intellektuell, verstandesmäßig, den Verstand betreffend, geistig, gebildet; ne. intellectual (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Intellekt; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intellectuel; E.: s. frz. intellectuel, Adj., intellectuel; lat. intellēctuālis, Adj., geistig, gedacht, verstandesbegabt, des Verstandes seiend, geistlich, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. intellēctus, M., Innewerden, Wahrnehmen, Merken, Erkennen; lat. intellegere, V., innewerden, verstehen; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Intellekt, fehlt DW, EWD s. u. Intellekt, Duden s. u. intellektuell; Son.: vgl. nndl. intellectueel, Adj., intellektuell; nschw. intellektuell, Adj., intellektuell; nnorw. intellektuell, Adj., intellektuell; poln. intelektualny, Adj., intellektuell; nir. intleachtúil, Adj., intellektuell; lit. intelektualus, Adj., intellektuell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches den Verstand betreffend oder geistig oder gebildet; BM.: in, sammeln; F.: intellektuell, intellektuelle, intellektuelles, intellektuellem, intellektuellen, intellektueller(, intellektuellere, intellektuelleres, intellektuellerem, intellektuelleren, intellektuellerer, intellektuellst, intellektuellste, intellektuellstes, intellektuellstem, intellektuellsten, intellektuellster)+FW(+EW); Z.: in-tel-lek-t-u-ell
$Intellektuelle, Intellektueller, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Intellektuelle, geistig tätiger Mensch; Q.: um 1900; L.: fehlt DW, EWD s. u. Intellekt; GB.: seit um1900 belegte und aus intellektuell und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht auch schon früher möglichen geistig tätigen Menschen; F.: Intellektuelle, Intellektueller, Intellektuellen+FW(+EW); Z.: In-tel-lek-t-u-ell-e
intelligent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. intelligent, gescheit, klug, einsichtig, verständig; ne. intelligent (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Intelligenz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. intellegēns; E.: s. lat. intellegēns (1), Einsicht habend, sich auf etwas verstehend, einsichtig, verständig, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. intellegere, V., innewerden, verstehen; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. intelligent, fehlt DW, EWD s. u. intelligent, Duden s. u. intelligent; Son.: vgl. nndl. intelligent, Adj., intelligent; frz. intelligent, Adj., intelligent; nschw. intelligent, Adj., intelligent; nnorw. intelligent, Adj., intelligent; poln. inteligentny, Adj., intelligent; nir. intleachtach, Adj., intelligent; lit. inteligentiškas, Adj., intelligent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gescheit oder klug oder einsichtig oder verständig; BM.: in, sammeln; F.: intelligent, intelligente, intelligentes, intelligentem, intelligenten, intelligenter(, intelligentere, intelligenteres, intelligenterem, intelligenteren, intelligenterer, intelligentest, intelligenteste, intelligentestes, intelligentestem, intelligentesten, intelligentester)+FW(+EW); Z.: in-tel-lig-ent
Intelligenz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Intelligenz, Klugheit, Weisheit, Fähigkeit abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten; ne. intelligence; Vw.: -; Hw.: s. intelligent; Q.: vor 1326 (Meister Eckhardt); I.: Lw. lat. intelligentia; E.: s. mhd. intelligentia, Sb., „Intelligenz“; mnd. intelligencie, F., Gott als oberste Vernunft; lat. intelligentia, F., Vorstellung, Begriff, Idee, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. intellegere, V., innewerden, verstehen; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. intelligent, EWD s. u. intelligent, Duden s. u. Intelligenz; Son.: vgl. nndl. intelligentie, Sb., Intelligenz; frz. intelligence, F., Intelligenz; nschw. intelligens, Sb., Intelligenz; nnorw. intelligens, M., Intelligenz; poln. inteligencja, F., Intelligenz; nir. intleacht, F., Intelligenz; lit. inteligencija, F., Intelligenz; GB.: seit vor 1326 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Fähigkeit abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten; BM.: in, sammeln; F.: Intelligenz, Intelligenzen+FW+EW; Z.: In-tel-lig-enz
Intendant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Intendant, Leiter (M.); ne. intendant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intendant; E.: s. frz. intendant, M., Verwaltungsleiter; vgl. lat. intendere, V., hinstrecken, entgegenstrecken, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Intendant, EWD s. u. Intendant, Duden s. u. Intendant; Son.: vgl. nndl. intendant, Sb., Intendant; nschw. intendant, Sb., Intendant; nnorw. intendant, M., Intendant; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit dieser Zeit möglichen künstlerischen und geschäftlichen Leiter eines Theaters oder einer Medieneinrichtung; BM.: in, spannen; F.: Intendant, Intendanten+FW; Z.: In-den-d-ant
$Intendanz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Intendanz; I.: Lw. frz. intendance; Q.: 18. Jh.; E.: s. Intendant; L.: fehlt DW, EWD s. u. Intendant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit mögliche künstlerische und geschäftliche Leitung eines Theaters oder einer Medieneinrichtung; F.: Intendanz, Intendanzen+FW+EW; Z.: In-den-d-anz
Intensität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Intensität, besondere Wirksamkeit oder Stärke von Handlungen oder Abläufen; ne. intensity, intenseness; Vw.: -; Hw.: s. intensiv; Q.: 1730; I.: Lw. mlat. intensitās; E.: s. mlat. intensitās, F., Druck, Verdichtung; vgl. lat. intendere, V., hinstrecken, entgegenstrecken, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. intensiv, fehlt DW, EWD s. u. Intensität, Duden s. u. Intensität; Son.: vgl. nndl. intensiteit, Sb., Intensität; frz. intensité, F., Intensität; nschw. intensitet, Sb., Intensität; nnorw. intensitet, M., Intensität; poln. intenywność, F., Intensität; lit. intensyvumas, M., Intensität; GB.: seit 1730 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besondere Wirksamkeit oder Stärke von Handlungen und Abläufen; BM.: in, spannen; F.: Intensität, Intensitäten+FW+EW; Z.: In-ten-s-it-ät
intensiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. intensiv, heftig, gründlich, konzentriert; ne. intensive, intense; Vw.: -; Hw.: s. extensiv, Intensität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intensiv, mlat. intensīvus; E.: s. frz. intensiv, Adj., intensiv; mlat. intensīvus, Adj., spannend, gespannt, stark; vgl. lat. intendere, V., hinstrecken, entgegenstrecken, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. intensiv, fehlt DW, EWD s. u. Intensität, Duden s. u. intensiv; Son.: vgl. nndl. intensief, Adj., intensiv; nschw. intensiv, Adj., intensiv; nnorw. intensiv, Adj., intensiv; poln. intensywny, Adj., intensiv; lit. intensyvus, Adj., intensiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für heftig oder gründlich oder konzentriert; BM.: in, spannen; F.: intensiv, intensive, intensives, intensivem, intensiven, intensiver, intensivere(, intensiveres, intensiverem, intensiveren, intensiverer, intensivst, intensivste, intensivstes, intensivstem, intensivsten, intensivster)+FW(+EW); Z.: in-ten-s-iv
$intensivieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. intensivieren, verstärken; E.: s. intensiv, s. ieren; L.: Kluge s. u. intensiv, fehlt DW, EWD s. u. Intensität; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus intensiv und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verstärken; F.: intensivieren, intensiviere, intensivierst, intensiviert, intensivierest, intensivieret, intensivierte, intensiviertest, intensivierten, intensiviertet, ##intensiviert, intensivierte, intensiviertes, intensiviertem, intensivierten, intensivierter##, intensivierend, ###intensivierend, intensivierende, intensivierendes, intensivierendem, intensivierenden, intensivierender###, intensivier (!)+FW(+EW); Z.: in-ten-s-iv-ier-en
$Intensivum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Intensivum, Verstärkung, verstärkende Gestaltung; E.: s. intensiv, s. um; L.: fehlt DW, EWD s. u. Intensität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine verstärkende Gestaltung oder Form eines Verbes wie beispielsweise biegen und bücken oder fliehen und flüchten oder gleiten und glitschen oder heben und hüpfen oder hören und horchen oder neigen und nicken; F.: Intensivum, Intensivums, Intensiva+FW; Z.: In-ten-s-iv-un
Intention, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Intention, Bestreben, Absicht; ne. intention; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. intentio; E.: s. lat. intentio, F., Hingerichtetsein, Spannung, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. intendere, V., hinstrecken, entgegenstrecken, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Intention, fehlt DW, Duden s. u. Intention; Son.: vgl. nndl. intentie, Sb., Intention; frz. intention, F., Intention; nschw. intention, Sb., Intention; nnorw. intensjon, M., Intention; poln. intencja, F., Intention; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Bestreben oder eine Absicht; BM.: in, spannen; F.: Intention, Intentionen+FW+EW; Z.: In-ten-t-io-n
inter... (1), nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. inter... (1), zwischen, in der Mitte befindlich; ne. inter…; Vw.: s. -dikt, -essant, -esse, -im, -jektion, -mezzo, -nat, -national, -nieren, -pellation, -polieren, -pretieren, -punktion, -regnum, -rogativ, -vall, -venieren, -vention, -view, -viewen; Hw.: s. intra…, intro…, intus; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. inter; E.: s. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. inter-, fehlt DW, EWD s. u. inter- 1; Son.: vgl. nndl. inter…, Präf., inter…; frz. inter…, Präf., inter…; nschw. inter…, Präf., inter…; nnorw. inter…, Präf., inter…; poln. inter…, Präf., inter…; nir. idir…, Präf., inter…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für zwischen oder in der Mitte befindlich; BM.: in; F.: inter…+FW; Z.: in-ter-
inter... (2), nhd., Partikel, (20. Jh.): nhd. inter... (2), international; ne. inter...; Vw.: -; Hw.: s. international; Q.: 20. Jh.; E.: Abkürzung von international; L.: fehlt DW, EWD s. u. inter- 2; Son.: vgl. nndl. inter…, Präf., inter…; frz. inter…, Präf., inter…; nschw. inter…, Präf., inter…; nnorw. inter…, Präf., inter…; poln. inter…, Präf., inter…; nir. idir…, Präf., inter…; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus international gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für international; BM.: Abkürzung; F.: inter…+FW; Z.: in-ter-
Interdikt, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.?): nhd. Interdikt, Verbot kirchliche Handlungen durchzuführen; ne. interdict (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1521?; I.: Lw. lat. interdictum; E.: s. mnd. interdict, interdicht, N., „Interdikt”, Bann, Verbot gottesdienstlicher Handlungen; lat. interdictum, N., Verbot, Interdikt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. interdīcere, V., untersagen, verbieten; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. dīcere, V., sagen, verlautbaren, aussprechen, sprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. Interdikt; Son.: vgl. frz. interdit, M., Interdikt; nnorw. interdikt, N., Interdikt; poln. interdykt, M., Interdikt; GB.: vielleicht seit 1521 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für das Verbot kirchlicher Amtshandlungen als Strafe für einen bestimmten Menschen oder ein bestimmtes Gebiet; BM.: in, sagen; F.: Interdikt, Interdiktes, Interdikts, Interdikte, Interdikten+FW(+EW); Z.: In-ter-di-k-t
interessant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. interessant, geistig anziehend, reizvoll, ansprechend, Aufmerksamkeit erregend; ne. interesting; Vw.: -; Hw.: s. Interesse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intéressant; E.: s. frz. intéressant, Adj., interessant; vgl. frz. intérêt, M., Interesse; mlat. interesse, (Inf.=)Sb., Ersatzpflicht begründender Schaden; lat. interesse, V., dazwischensein (V.), (um 250-184 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Interesse, DW 10, 2148, EWD s. u. Interesse, Duden s. u. interessant; Son.: vgl. nndl. interessant, Adj., interessant; nschw. intressant, Adj., interessant; nnorw. interessant, Adj., interessant; poln. interesujący, Adj., interessant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geistig anziehend oder reizvoll oder ansprechend oder Aufmerksamkeit erregend; BM.: zwischen bzw. in, sein (V.); F.: interessant, interessante, interessantes, interessantem, interessanten, interessanter(, interessantere, interessanteres, interessanterem, interessanteren, interessanterer, interessantest, interessanteste, interessantestes, interessantestem, interessantesten, interessantester)+FW; Z.: in-ter-es-s-ant
Interesse, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Interesse, geistige Anteilnahme, Aufmerksamkeit, Lust; ne. interest (N.); Vw.: -; Hw.: s. interessant; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. interesse, st. N., Interesse, entgangener Nutzen, erwachsener Schade, erwachsener Schaden; mlat. interesse, (Inf.=)Sb., Ersatzpflicht begründender Schaden; lat. interesse, V., dazwischensein (V.), (um 250-184 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Interesse, DW 10, 2147, EWD s. u. Interesse, Duden s. u. Interesse; Son.: vgl. nndl. interesse, Sb., Interesse; frz. intérêt, M., Interesse; nschw. intresse, Sb., Interesse; nnorw. interesse, M., Interesse; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine geistige Anteilnahme oder eine Aufmerksamkeit oder Lust; BM.: zwischen bzw. in, sein (V.); F.: Interesse, Interesses, Interessen+FW; Z.: In-ter-es-s-e
$Interessent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Interessent, interessierter Mensch; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Interesse; L.: DW 10, 2148, EWD s. u. Interesse; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus Interesse und nt gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen interessierten Menschen; F.: Interessent, Interessenten+FW(+EW); Z.: In-ter-es-s-ent
$interessieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. interessieren, Interesse haben, Aufmerksamkeit erwecken; E.: s. Interess(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Interesse, DW 10, 2147, EWD s. u. Interesse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Interess(e) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Interesse haben oder Aufmerksamkeit erwecken; F.: interessieren, interessiere, interessierst, interessiert, interessierest, interessieret, interessierte, interessiertest, interessierten, interessiertet, ##interessiert, interessierte, interessiertes, interessiertem, interessierten, interessierter##, interessierend, ###interessierend, interessierende, interessierendes, interessierendem, interessierenden, interessierender###, interessier (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-es-s-ier-en
$interessiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. interessiert, aufmerksam, aufgeschlossen, empfänglich; E.: s. interessier(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Interesse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus interessier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufmerksam oder aufgeschlossen oder empfänglich; F.: interessiert, interessierte, interessiertes, interessiertem, interessierten, interessierter(, interessiertere, interessierteres, interessierterem, interessierteren, interessierterer, interessiertest, interessierteste, interessiertestes, interessiertestem, interessiertesten, interessiertester)+FW(+EW); Z.: in-ter-es-s-ier-t
Interieur, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Interieur, Innenausstattung, Inneres; ne. interior (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. intérieur; E.: s. frz. intérieur, M., Inneres; vgl. lat. interior, Adj. (Komp.), innere, inwendig, entferntere, binnenländisch, tiefere, kleinere, kürzere, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Interieur, fehlt DW, EWD s. u. Interieur, Duden s. u. Interieur; Son.: vgl. nndl. interieur, Sb., Interieur; nschw. interiör, Sb., Interieur; nnorw. interiør, N., Interieur; lit. interjeras, M., Interieur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Innenausstattung oder das Innere eines Gebäudes oder einer Wohnung; BM.: innere bzw. in; F.: Interieur, Interieurs, Interieure, Interieuren+FW; Z.: In-ter-i-eur
Interim, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Interim, Zwischenzeit, Übergangslösung; ne. interim (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. interim; E.: s. lat. interim, Adv., unterdessen, mittlerweile, vorerst, einstweilen, mitunter, zuweilen, (um 250-184 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Interim, fehlt DW, EWD s. u. Interim, Duden s. u. Interim; Son.: vgl. nndl. interim, Sb., Interim; frz. intérim, M., Vertretung, Interim; nnorw. interim, N., Interim; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Zwischenzeit oder eine Übergangslösung; BM.: zwischen bzw. in; F.: Interim, Interims+FW; Z.: In-ter-im
$interimistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. interimistisch, zwischenzeitlich; E.: s. Interim, s. ist, s. isch; L.: Kluge s. u. Interim, fehlt DW, EWD s. u. Interim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Interim und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zwischenzeitlich; F.: interimistisch, interimistische, interimistisches, interimistischem, interimistischen, interimistischer+FW+EW; Z.: in-ter-im-ist-isch
Interjektion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Interjektion, Ausruf, Wort zu einem Ausdrücken von Gefühlen; ne. interjection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. interiectio; E.: s. lat. interiectio, F., Dazwischenwerfen, Einscheiben, Einschaltung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. intericere, V., hineinwerfen, hineinstürzen, hineinlegen, dazwischen einfügen; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Interjektion, EWD s. u. Interjektion, Duden s. u. Interjektion; Son.: vgl. interjectie, Sb., Interjektion; frz. interjection, F., Interjektion; nschw. interjektion, Sb., Interjektion; nnorw. interjeksjon, M., Interjektion; GB.: seit der mittleren Neuzeit (Anfang 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine syntaktisch oft isolierte wortähnliche Lautäußerung oder einen Ausruf wie beispielsweise ach Gottchen oder aha oder ahh oder ähm oder cool oder gut oder hallo oder heda oder hm oder huhu oder meine Güte oder naja oder nein oder nun oder okay oder richtig oder tja oder tschüss; BM.: zwischen bzw. in, werfen; F.: Interjektion, Interjektionen+FW+EW; Z.: In-ter-je-k-t-io-n
Intermezzo, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Intermezzo, Zwischenspiel; ne. intermezzo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. it. intermezzo, M., Intermezzo, Zwischenspiel; vgl. lat. intermedius, Adj., zwischen etwas befindlich, in der Mitte befindlich, (um 353-431 n. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Intermezzo, fehlt DW, EWD s. u. Intermezzo, Duden s. u. Intermezzo; Son.: vgl. nndl. intermezzo, Sb., Intermezzo; frz. intermezzo, M., Intermezzo; nschw. intermezzo, Sb., Intermezzo; nnorw. intermesso, N., Intermezzo; poln. intermezzo, M., Intermezzo; kymr. intermezzo, M., Intermezzo; lit. intermezzo, Sb. (indekl.), Intermezzo (Musik); GB.: vielleicht seit 18. Jh.) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Zwischenspiel; BM.: zwischen bzw. in, mitten; F.: Intermezzo, Intermezzos, Intermezzi+FW; Z.: In-ter-mez-z-o
intern, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. intern, in dem Inneren befindlich, innere; ne. internal; Vw.: -; Hw.: s. Internat, internieren; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. internus; E.: s. lat. internus, Adj., in dem Inneren befindlich, innere, inwendig, einheimisch, (86-34 v. Chr.); vgl. idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intern, fehlt DW, EWD s. u. intern, Duden s. u. intern; Son.: vgl. nndl. intern, Adj., intern; frz. interne, Adj., intern; nschw. intern, Adj., intern; nnorw. intern, Adj., intern; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches in dem Inneren befindlich; BM.: innere bzw. in; F.: intern, interne, internes, internem, internen, interner+FW+EW; Z.: in-ter-n
$internalisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. internalisieren, verinnerlichen; E.: s. intern, s. alisieren; L.: Kluge s. u. intern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verinnerlichen; F.: internalisieren, internalisiere, internalisierst, internalisiert, internalisierest, internalisieret, internalisierte, internalisiertest, internalisierten, internalisiertet, ##internalisiert, internalisierte, internalisiertes, internalisiertem, internalisierten, internalisierter##, internalisierend, ###internalisierend, internalisierende, internalisierendes, internalisierendem, internalisierenden, internalisierender###, internalisier (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-n-al-is-ier-en
Internat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Internat, Schülerheim; ne. boarding school; Vw.: -; Hw.: s. intern, internieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. internus, Adj., im Inneren befindlich, innere, inwendig, einheimisch, (86-34 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Internat, EWD s. u. intern, Duden s. u. Internat; Son.: vgl. frz. internat, M., Internat; nschw. internatskola, Sb., Internat; nnorw. internat, N., Internat; poln. internat, M., Internat; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus lat. internus bzw. interna(re) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an eine Schule angeschlossenes Wohnheim für Schüler und Schülerinnen oder ein Schülerheim; BM.: zwischen bzw. in; F.: Internat, Internates, Internats, Internate, Internaten+FW; Z.: In-ter-n-at
international, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. international, nationenübergreifend; ne. international (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. inter... (2); Q.: 19. Jh.; I.: ne. international; E.: s. ne. international, Adj., international, zwischenstaatlich; neoklassische Bildung; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. nātio, F., Geborenwerden, Geburt, Geschlecht, Art (F.) (1), Rasse, Nation, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. international, Duden s. u. international; Son.: vgl. nndl. internationaal, Adj., international; frz. international, Adj., international; nschw. international, internationell, Adj., international; nnorw. internasjonal, Adj., international; nir. idirnáisiúnta, Adj., international; GB.: seit 19. Jh. nach dem Neuenglischen aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Verhältnis zwischen Völkern betreffend; BM.: zwischen bzw. in, erzeugen, von Jeremy Bentham 1789 in Bezug auf Völkerrecht geprägt; F.: international, internationale, internationales, internationalem, internationalen, internationaler(, internationalere, internationaleres, internationalerem, internationaleren, internationalerer, internationalst, internationalste, internationalstes, internationalstem, internationalsten, internationalster)+FW; Z.: in-ter-na-t-io-n-al
$Internationale, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Internationale; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. international, s. e (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. international; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus international und e gebildete Bezeichnung für die internationale Arbeiterassoziation von 1864 und ihr Kampflied mit dem Ziel Proletarier aller Länder vereinigt euch; F.: Internationale+FW+EW; Z.: In-ter-na-t-io-n-al-e
$Internationalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Internationalismus; E.: s. international, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. international; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus international sowie ismus gebildete Bezeichnung für das Streben nach zwischenstaatlichem Zusammenschluss; F.: Internationalismus+FW; Z.: In-ter-na-t-io-n-al-ism-us
Internet, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Internet, miteinander verbundene Netzwerke; ne. internet; Vw.: -; Hw.: s. Netz; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. internet; E.: s. ne. internet, N., Internet; dies verkürzt aus internetwork, N., miteinander verbundene Netzwerke; ne. inter..., Präf., inter..., verbunden; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. network, N., Netzwerk; vgl. ne. net, N., Netz; ae. nėtt, st. N. (ja), Netz; germ. *natja-, *natjam, st. N. (a), Netz; s. idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Internet; Son.: vgl. nndl. internet, Sb., Internet; frz. internet, M., Internet; nschw. internet, N., Internet; poln. internett, N., Internet; poln. internet, M., Internet; lit. internetas, M., Internet; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein um 1989 von Tim Berners-Lee und Radia Perlman an dem CERN bei Genf entwickeltes öffentliches Computernetzwerk des weltweit allgemein grundsätzlich jedermann kostenfrei zugänglichen riesigen Wissens (World Wide Web als Teil des Internets) auf das seit 1994 (MAZ Hamburg) weltweit zugegriffen werden kann wobei das Internet aus allen Netzwerken und allen Computern und allen Daten besteht während das World Wide Web das Internet nur gängig macht; BM.: zwischen, knoten; F.: Internet, Internets+FW; Z.: In-ter-net
internieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. internieren, gefangen setzen, einsperren; ne. intern (V.); Vw.: -; Hw.: s. intern, Internat; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. interner; E.: s. frz. interner, V., in das Landesinnere verweisen; vgl. frz. interne, Adj., innerlich; lat. internus, Adj., im Inneren befindlich, (86-34 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intern, fehlt DW, EWD s. u. internieren, Duden s. u. internieren; Son.: vgl. nschw. internera, V., internieren; nnorw. internere, V., internieren; poln. internować, V., internieren; lit. internuoti, V., internieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gefangen setzen oder einsperren; BM.: zwischen bzw. in; F.: internieren, interniere, internierst, interniert, internierest, internieret, internierte, interniertest, internierten, interniertet, ##interniert, internierte, interniertes, interniertem, internierten, internierter##, internierend, ###internierend, internierende, internierendes, internierendem, internierenden, internierender###, internier(!) +FW(+EW); Z.: in-ter-n-ier-en
$Internierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Internierung, Gefangensetzung; E.: s. internier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. internieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus internier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Gefangensetzung; F.: Internierung, Internierungen+FW(+EW); Z.: In-ter-n-ier-ung
$Internist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Internist, Arzt der inneren Medizin; E.: s. intern, s. ist; L.: Kluge s. u. intern, fehlt DW, EWD s. u. intern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus intern und ist gebildete Bezeichnung für einen Arzt der inneren Medizin; F.: Internist, Internisten+FW(+EW); Z.: In-ter-n-ist
Interpellation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Interpellation, Anfrage, Zwischenruf; ne. interpellation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. interpellātio; E.: s. lat. interpellātio, F., Unterbrechung, In-die-Rede-Fallen, Störung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. interpellāre, V., in die Rede fallen, unterbrechen, mit Worten an jemanden wenden, Einspruch erheben; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Interpellation, fehlt DW, Duden s. u. Interpellation; Son.: vgl. nndl. interpellatie, Sb., Interpellation; frz. interpellation, F., Interpellation; nschw. interpellation, Sb., Interpellation; nnorw. interpellasjon, M., Interpellation; poln. interpelacja, F., Interpellation; lit. interpeliacija, F., Interpellation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von einem oder mehreren Parlamentariern an die Regierung gerichtetes Verlangen um Auskunft in einer bestimmten Angelegenheit; BM.: zwischen bzw. in, stoßen; F.: Interpellation, Interpellationen+FW(+EW); Z.: In-ter-pel-l-at-io-n
interpolieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. interpolieren, eine Interpolation vornehmen, zurichten; ne. interpolate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1597?; I.: Lw. lat. interpolāre; E.: s. lat. interpolāre, V., aufstutzen, zustutzen, aufputzen, zurichten, entstellen, verfälschen, fälschen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. polīre, V., feilen, glätten, polieren, reinigen, abweißen; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. interpolieren; Son.: vgl. nndl. interpoleren, V., interpolieren; nschw. interpolera, V., interpolieren; nnorw. interpolere, V., interpolieren; poln. interpolować, V., interpolieren; GB.: vielleicht seit 1597 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zurichten oder eine Interpolation vornehmen oder zusätzliche Werte zwischen bekannten Werten einer Funktion errechnen; BM.: zwischen bzw. in, schmieren; F.: interpolieren, interpoliere, interpolierst, interpoliert, interpolierest, interpolieret, interpolierte, interpoliertest, interpolierten, interpoliertet, ##interpoliert, interpolierte, interpoliertes, interpoliertem, interpolierten, interpolierter##, interpolierend, ###interpolierend, interpolierende, interpolierendes, interpolierendem, interpolierenden, interpolierender###, interpolier (!)+FW+EW; Z.: in-ter-po-l-ier-en
$Interpret, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Interpret, Auslegender, Erklärender; Q.: um 1800; E.: s. interpretieren: I.: Lw. lat. interpres; L.: fehlt DW, EWD s. u. Interpret; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ausleger oder Erklärenden; F.: Interpret, Interpreten+FW(+EW); Z.: In-ter-pret
$Interpretation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Interpretation, Erklärung, Auslegung, Deutung; E.: s. lat. interpretatio; L.: fehlt DW, EWD s. u. Interpret; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Erklärung oder Auslegung oder Deutung; F.: Interpretation, Interpretationen+FW(+EW); Z.: In-ter-pret-at-io-n
interpretieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. interpretieren, auslegen, erklären, deuten; ne. interpret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. interpretieren, sw. V., auslegen, interpretieren, deuten, erklären, darstellen, darstellen als; mnd. interpretēren, sw. V., erklären, übersetzen; lat. interpretārī, V., Mittler machen, auslegen, erklären, deuten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. interpres, M., Mittelsperson, Vermittler, Unterhändler; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); die Etymologie des zweiten Wortbestandteils ist unerklärt, s. Walde/Hofmann 1, 710; L.: Kluge s. u. interpretieren, fehlt DW, EWD s. u. Interpret, Duden s. u. interpretieren; Son.: vgl. nndl. interpreteren, V., interpretieren; frz. interpreter, V., interpretieren; nnorw. interpretere, V., interpretieren; poln. interpretować, V., interpretieren; lit. interpretuoti, V., interpretieren; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eine Aussage erklären oder auslegen oder deuten; BM.: zwischen bzw. in, ?; F.: interpretieren, interpretiere, interpretierst, interpretiert, interpretierest, interpretieret, interpretierte, interpretiertest, interpretierten, interpretiertet, ##interpretiert, interpretierte, interpretiertes, interpretiertem, interpretierten, interpretierter##, interpretierend, ###interpretierend, interpretierende, interpretierendes, interpretierendem, interpretierenden, interpretierender###, interpretier (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-pret-ier-en
$interpunktieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. interpunktieren, mit Satzzeichen versehen (V.), durch Satzzeichen zu besserem Verständnis einteilen; E.: s. inter, s. punktieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Interpunktion; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Interpunkt(ion) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Punkte zwecks besseren Verständnisses abtrennen; F.: interpunktieren, interpunktiere, interpunktierst, interpunktiert, interpunktierest, interpunktieret, interpunktierte, interpunktiertest, interpunktierten, interpunktiertet, ##interpunktiert, interpunktierte, interpunktiertes, interpunktiertem, interpunktierten, interpunktierter##, interpunktierend, ###interpunktierend, interpunktierende, interpunktierendes, interpunktierendem, interpunktierenden, interpunktierender###, interpunktier (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-pu-n-k-t-ier-en
Interpunktion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Interpunktion, Satzzeichensetzung; ne. punctuation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. interpūnctio; E.: s. lat. interpūnctio, F., Scheidung, Trennung der Wörter durch Punkte, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. interpungere, V., durch Punkte unterscheiden, durch Punkte abtrennen; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. pungere, V., stechen; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Interpunktion, fehlt DW, EWD s. u. Interpunktion, Duden s. u. Interpunktion; Son.: vgl. nndl. interpunctie, Sb., Interpunktion; nschw. interpuntion, Sb., Interpunktion; nnorw. interpunksjon, M., Interpunktion; poln. interpunkcja, F., Interpunktion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums zwecks besseren Verständnisses mögliche Zeichensetzung bei Geschriebenem; BM.: zwischen bzw. in, stechen; F.: Interpunktion, Interpunktionen+FW(+EW); Z.: In-ter-pu-n-k-t-io-n
Interregnum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Interregnum, Zwischenregierung; ne. interregnum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lat. interrēgnum, N., Zwischenregierung, Interregnum, (81-43 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. rēgnum, N., Königsgewalt, Königsherrschaft, Regierung, unumschränkte Macht; lat. rēx, M., Leiter (M.), Regierer, König, Fürst; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Interregnum, fehlt DW, EWD s. u. Interregnum, Duden s. u. Interregnum; Son.: vgl. nndl. interregnum, Sb., Interregnum; frz. interrègne, M., Interregnum; nschw. interregnum, Sb., Interregnum; nnorw. interregnum, N., Interregnum; poln. interregnum, Sb., Interregnum; nir. idir-ríocht, F., Interregnum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine vorläufige Regierung oder eine Zwischenregierung oder einen Zeitraum ohne eine anerkannte Regierung; BM.: zwischen bzw. in, gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: Interregnum, Interregnums, Interregnen, Interregna+FW; Z.: In-ter-reg-n-um
interrogativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. interrogativ, fragend; ne. interrogative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. interrogātīvus; E.: s. lat. interrogātīvus, Adj., zur Frage gehörig, fragend, Frage..., (370-380 n. Chr.); vgl. lat. interrogāre, V., fragen, befragen, ins Verhör ziehen, verhören, Zeugen befragen; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. rogāre, V., holen, fragen, befragen, vorschlagen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. interrogativ, EWD s. u. interogativ, Duden s. u. interrogativ; Son.: vgl. frz. interrogatif, Adj., interrogativ; nschw. interrogativ, Adj., interrogativ; nnorw. interrogativ, Adj., interrogativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches fragend; BM.: zwischen bzw. in, richten; F.: interrogativ, interrogative, interrogatives, interrogativem, interrogativen, interrogativer(, interrogativere, interrogativeres, interrogativerem, interrogativeren, interrogativerer, interrogativst, interrogativste, interrogativstes, interrogativstem, interrogativsten, interrogativster)+FW(+EW); Z.: in-ter-rog-at-iv
$Interrogativpronomen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Interrogativpronomen, Fragefürwort; E.: s. interrogativ, s. Pronomen; L.: fehlt DW, EWD s. u. interrogativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus interrogativ und Pronomen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Fragefürwort wie wer oder was oder wann oder wie oder warum; F.: Interrogativpronomen, Interrogativpronomens+FW+EW?; Z.: In-ter-rog-at-iv—pro-nomen
Intervall, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Intervall, Zwischenraum; ne. interval; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. intervāllum; E.: s. lat. intervāllum, N., Zwischenraum, Raum, Entfernung, Abstand, Pause (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vāllum, N., Wall, Schutzwehr, Verschanzung, Bollwerk, Damm; vgl. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Intervall, fehlt DW, EWD s. u. Intervall, Duden s. u. Intervall; Son.: vgl. nndl. interval, Sb., Intervall; frz. intervalle, M., Intervall; nschw. intervall, Sb., Intervall; nnorw. intervall, N., Intervall; poln. interwał, M., Intervall; lit. intervalas, M., Intervall; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zwischen zwei Punkten liegenden Raum oder Zwischenraum; BM.: zwischen bzw. in, drehen; F.: Intervall, Intervalles, Intervalls, Intervalle, Intervallen+FW(+EW); Z.: In-ter-val-l
intervenieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. intervenieren, eingreifen; ne. intervene; Vw.: -; Hw.: s. Intervention; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. intervenīre; E.: s. lat. intervenīre, V., dazwischenkommen, dazukommen, dazutreten, dazwischentreten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. intervenieren, fehlt DW, EWD s. u. intervenieren, Duden s. u. intervenieren; Son.: vgl. nndl. intervenieren, V., intervenieren; frz. intervenir, V., intervenieren; nschw. intervenera, V., intervenieren; nnorw. intervenere, V., intervenieren; poln. interweniować, V., intervenieren; lit. intervenuoti, V., intervenieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dazwischenkommen oder vermittelnd in ein Geschehen eingreifen; BM.: zwischen bzw. in, kommen; F.: intervenieren, interveniere, intervenierst, interveniert, intervenierest, intervenieret, intervenierte, interveniertest, intervenierten, interveniertet, ##interveniert, intervenierte, interveniertes, interveniertem, intervenierten, intervenierter##, intervenierend, ##intervenierend, intervenierende, intervenierendes, intervenierendem, intervenierenden, intervenierender###, intervenier (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-ven-ier-en
$Intervent, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Intervent, Vermittler; E.: s. intervenieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. intervenieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Vermittler, F.: Intervent, Interventen+FW(+EW); Z.: In-ter-ven-t
Intervention, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Intervention, Dazwischenkunft, Vermittlung, Eingreifen, Eingriff; ne. intervention; Vw.: -; Hw.: s. intervenieren; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. interventio; E.: s. lat. interventio, F., Dazwischenkunft, Vermittlung, Fürsprache, Beistand, Anwesenheit, Einmischung, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. intervenīre, V., dazwischenkommen, dazukommen, dazutreten, dazwischentreten, (um 250-184 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. intervenieren, fehlt DW, EWD s. u. intervenieren, Duden s. u. Intervention; Son.: vgl. nndl. interventie, Sb., Intervention; frz. intervention, F., Intervention; nschw. intervention, Sb., Intervention; nnorw. intervensjon, M., Intervention; poln. interwencja, F., Intervention; lit. intervencija, F., Intervention; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Dazwischenkunft oder ein Eingreifen in ein Geschehen; BM.: zwischen bzw. in, kommen; F.: Intervention, Interventionen+FW(+EW); Z.: In-ter-ven-t-io-n
Interview, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Interview, Befragung; ne. interview; Vw.: -; Hw.: s. interviewen; Q.: um 1870; I.: Lw. ne. interview; E.: s. ne. interview, N., Interview, Unterredung; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. view, N., Aussicht, Sicht; afrz. vieue, F., Sehen; vgl. frz. veoir, V., sehen; lat. vidēre (1), V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können, schauen, erblicken, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Interview, fehlt DW, EWD s. u. Interview, Duden s. u. Interview; Son.: vgl. nndl. interview, Sb., Interview; frz. interview, F., Interview; nschw. intervju, Sb., Interview; nnorw. intervju, N., Interview; lit. interviu, M., Interviuw; GB.: seit um 1870 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Indogermanischen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches von einem Berichterstatter von Presse oder Rundfunk oder Fernsehen mit einer meist bekannten Persönlichkeit geführtes Gespräch (Befragung) in dem diese sich zu gezielten Fragen äußert; BM.: zwischen bzw. in, sehen; F.: Interview, Interviews+FW; Z.: In-ter-view
interviewen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. interviewen, befragen; ne. interview (V.); Vw.: -; Hw.: s. Interview; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. interview; E.: s. ne. interview, V., interviewen, befragen; vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. view, V., sehen; frz. veoir, V., sehen; lat. vidēre (1), V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können, schauen, erblicken, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Interview, fehlt DW, EWD s. u. Interview, Duden s. u. interviewen; Son.: vgl. nndl. interviewen, V., interviewen; frz. interviewer, V., interviewen; nschw. intervjua, V., interviewen; nnorw. intervjuer, V., interviewen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Indogermanischen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches befragen; BM.: zwischen bzw. in, sehen; F.: interviewen, interviewe, interviewst, interviewt, interviewest, interviewet, interviewte, interviewtest, interviewten, interviewtet, ##interviewt, interviewte, interviewtes, interviewtem, interviewten, interviewter##, interviewend, ###interviewend, interviewende, interviewendes, interviewendem, interviewenden, interviewender###, interview (!)+FW(+EW); Z.: in-ter-view-en
$Interviewer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Interviewer, Befragender; E.: s. Interview, s. interview(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Interview; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Interview oder interview(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Befragenden; F.: Interviewer, Interviewers, Interviewern+FW+EW?; Z.: In-ter-view-er
inthronisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. inthronisieren, auf den Thron erheben, in ein Herrscheramt einsetzen; ne. enthrone; Vw.: -; Hw.: s. Inthronisation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. inthronizāre; E.: s. lat. inthronizāre, V., inthronisieren, feierlich einsetzen, auf den Thron setzen, bestallen, (um 485-um 580 n. Chr.); gr. ἐνθρονίζειν (enthronízein), V., inthronisieren; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θρόνος (thrónos), M., Sitz, Sessel, Thron; vgl. ai. dadhā́ra, V. (Perf.), hält, stützt, trägt; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Thron, Duden s. u. inthronisieren; Son.: vgl. frz. introniser, V., inthronisieren; nschw. intronisera, V., inthronisieren; poln. introniziwać, V., inthronisieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches feierlich unter Verwendung eines Thrones vorgenommenes in ein Herrscheramt einsetzen; BM.: in, stützen; F.: inthronisieren, inthronisiere, inthronisierst, inthronisiert, inthronisierest, inthronisieret, inthronisierte, inthronisiertest, inthronisierten, inthronisiertet, ##inthronisiert, inthronisierte, inthronisiertes, inthronisiertem, inthronisierten, inthronisierter##, inthronisierend, ###inthronisierend, inthronisierende, inthronisierendes, inthronisierendem, inthronisierenden, inthronisierender###, inthronisier (!)+FW(+EW?); Z.: in-thro-n-is-ier-en
Inthronisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Inthronisation, Inthronisierung, Thronerhebung; ne. enthronement; Vw.: -; Hw.: s. inthronisieren; Q.: 1727 (Lexikon); I.: Lw. lat. inthronizātio; E.: s. lat. inthronizātio, F., Inthronisierung, Inthronisation, feierliche Einsetzung; vgl. lat. inthronizāre, V., inthronisieren, feierlich einsetzen, auf den Thron setzen, bestallen, (um 485-um 580 n. Chr.); gr. ἐνθρονίζειν (enthronízein), V., inthronisieren; vgl. gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. θρόνος (thrónos), M., Sitz, Sessel, Thron; vgl. ai. dadhā́ra, V. (Perf.), hält, stützt, trägt; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Inthronisation; Son.: vgl. poln. intronizacja, F., Inthronisierung; GB.: seit 1727 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums unter Verwendung eines Thrones erfolgende feierliche Einsetzung eines Monarchen in sein Amt; BM.: in, stützen; F.: Inthronisation, Inthronisationen+FW(+EW); Z.: In-thro-n-is-at-io-n
intim, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. intim, innerste, sehr nah, vertraut; ne. intimate; Vw.: -; Hw.: s. Intimität, Intimus; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. intimus; E.: s. lat. intimus, Adj. (Superl.), innerste, tiefste, entfernteste, kleinste, kürzeste, engste, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intim, fehlt DW, EWD s. u. intim, Duden s. u. intim; Son.: vgl. nndl. intiem, Adj., intim; frz. intime, Adj., intim; nschw. intim, Adj., intim; nnorw. intim, Adj., intim; lit. intymus, Adj., intim; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für innerste oder sehr nah und vertraut; BM.: innerste bzw. in; F.: intim, intime, intimes, intimem, intimen, intimer(, intimere, intimeres, intimerem, intimeren, intimerer, intimst, intimste, intimstes, intimstem, intimsten, intimster)+FW(+EW); Z.: in-t-im
Intimität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Intimität, Vertraulichkeit, sehr nahes und vertrautes Verhältnis (mit Berührung); ne. intimacy; Vw.: -; Hw.: s. intim, Intimus; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. intimitās; E.: s. mlat. intimitās, F., Intimität; vgl. lat. intimus, Adj. (Superl.), innerste, tiefste, entfernteste, kleinste, kürzeste, engste, (81-43 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intim, fehlt DW, EWD s. u. intim, Duden s. u. Intimität; Son.: vgl. nndl. intimiteit, Sb., Intimität; frz. intimité, F., Intimität; nschw. intimitet, Sb., Intimität; nnorw. intimitet, M., Intimität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Vertraulichkeit oder ein sehr nahes und vertrautes Verhältnis (mit Berührung); BM.: innerste bzw. in; F.: Intimität, Intimitäten+FW(+EW); Z.: In-t-im-it-ät
Intimus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Intimus, enger Vertrauter, (enger) Freund; ne. intimate friend; Vw.: -; Hw.: s. intim, Intimität; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. intimus; E.: s. lat. intimus (2), M., ganz vertrauter Freund, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. intimus, Adj. (Superl.), innerste, tiefste, entfernteste, kleinste, kürzeste, engste; lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intim, fehlt DW, EWD s. u. intim, Duden s. u. Intimus; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen engen Vertrauten oder (engen) Freund; BM.: innerste bzw. in; F.: Intimus, Intimi+FW; Z.: In-ti-m-us
$intolerant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. intolerant, nicht leicht ertragend, unduldsam; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. lat. intoleran(s), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. tolerieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Hochkulturen mögliches nicht leicht ertragend oder unduldsam; F.: intolerant, intolerante, intolerantes, intolerantem, intoleranten, intoleranter(, intolerantere, intoleranteres, intoleranterem, intoleranteren, intoleranterer, intolerantest, intoleranteste, intolerantestes, intolerantestem, intolerantesten, intolerantester)+FW(+EW); Z.: in—tol-er-ant
$Intoleranz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Intoleranz. Unduldsamkeit; E.: s. intoleran(t), s. z; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: EWD s. u. tolerieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Hochkulturen mögliche Unduldsamkeit; F.: Intoleranz+FW(+EW); Z.: In—tol-er-anz
$Intonation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Intonation, Einleitung, Tonfall; E.: s. inton(ieren), s. ation; L.: fehlt DW, EWD s. u. intonieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus inton(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Einleitung oder einen Tonfall; F.: Intonation, Intonationen+FW(+EW); Z.: In-ton-at-io-n
intonieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. intonieren, anstimmen; ne. intonate, intone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. intonēren, sw. V., intonieren, Liturgie singen; lat. intonāre, V., donnern, losdonnern, anstimmen, seine Stimme erheben, laut ausrufen, erdröhnen, prasseln, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tonāre, V., ertönen, erschallen, donnern, herdonnern; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. intonieren, Duden s. u. intonieren; Son.: vgl. nndl. intonere, V., intonieren; frz. entonner, V., intonieren; nschw. intonera, V., intonieren; nnorw. intonere, V., intonieren; poln. intonować, V., intonieren; nir. iontonaím, V., intonieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anstimmen oder die Stimme auf eine bestimmte Höhe einstellen; BM.: zwischen bzw. in, dehnen bzw. ziehen; F.: intonieren, intoniere, intonierst, intoniert, intonierest, intonieret, intonierte, intoniertest, intonierten, intoniertet, ##intoniert, intonierte, intoniertes, intoniertem, intonierten, intonierter##, intonierend, ###intonierend, intonierende, intonierendes, intonierendem, intonierenden, intonierender###, intonier (!)+FW(+EW); Z.: in-ton-ier-en
intra..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. intra..., inner..., einwärts, in etwas liegend; ne. intra…; Vw.: -; Hw.: s. inter, intro…, intus; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. intrā; E.: lat. intrā, Adv., innerhalb, inwendig, innerlich, (204-169 v. Chr.); s. idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intra-, fehlt DW, EWD s. u. intra-, Duden s. u. intra-; Son.: s. intrazellular; vgl. nndl. intra…, Präf., intra…; frz. intra…, Präf., intra…; nschw. intra…, Präf., intra…; nnorw. intra…, Präf., intra…; lit. intra…, Präf., intra…; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für in etwas liegend; BM.: innerhalb bzw. in; F.: intra-+FW; Z.: in-tra-
intrigant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. intrigant, Ränke schmiedend, hinterlistig; ne. scheming (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Intrige, intrigieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intrigant; E.: s. frz. intrigant, Adj., intrigant; vgl. frz. intriguer, V., Ränke schmieden, in Verlegenheit bringen; it. intrigare, V., verwirren, verwickeln; lat. intrīcāre, V., verwickeln, verwirren, in Verlegenheit bringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. trīca, F., Verdrießlichkeit, Widerwärtigkeit, Rank, Ränke; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Intrige, fehlt DW, EWD s. u. Intrige, Duden s. u. intrigant; Son.: vgl. nschw. intrigant, Adj., intrigant; nnorw. intrigant, Adj., intrigant; poln. intrygancki, Adj., intrigant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Ränke schmiedend oder hinterlistig; BM.: in, reiben bzw. bohren; F.: intrigant, intrigante, intrigantes, intrigantem, intriganten, intriganter(, intrigantere, intriganteres, intriganterem, intriganteren, intriganterer, intrigantest, intriganteste, intrigantestes, intrigantestem, intrigantesten, intrigantester)+FW; Z.: in-tri-g-ant
$Intrigant, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Intrigant, Ränkeschmied; E.: s. intrigant; L.: Kluge s. u. Intrige, fehlt DW, EWD s. u. Intrige; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus intrigant gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ränkeschmied; F.: Intrigant, Intriganten+FW; Z.: In-tri-g-ant
Intrige, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Intrige, hinterhältige und heimliche Machenschaft; ne. intrigue (N.); Vw.: -; Hw.: s. intrigant, intrigieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. intrigue; E.: s. frz. intrigue, F., Intrige; vgl. frz. intriguer, V., Ränke schmieden, in Verlegenheit bringen; it. intrigare, V., verwirren, verwickeln; lat. intrīcāre, V., verwickeln, verwirren, in Verlegenheit bringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. trīca, F., Verdrießlichkeit, Widerwärtigkeit, Rank, Ränke; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Intrige, fehlt DW, EWD s. u. Intrige, Duden s. u. Intrige; Son.: vgl. nndl. intrige, Sb., Intrige; nschw. intrig, Sb., Intrige; nnorw. intrige, M., Intrige; poln. intryga, F., Intrige; lit. intriga, F., Intrige; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche hinterhältige und heimliche Machenschaft; BM.: in, reiben bzw. bohren; F.: Intrige, Intrigen+FW+EW?; Z.: In-tri-g-e
intrigieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. intrigieren, Ränke schmieden; ne. intrigue (V.), scheme (V.); Vw.: -; Hw.: s. Intrige, intrigant; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. intriguer; E.: s. frz. intriguer, V., Ränke schmieden, in Verlegenheit bringen; it. intrigare, V., verwirren, verwickeln; lat. intrīcāre, V., verwickeln, verwirren, in Verlegenheit bringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. trīca, F., Verdrießlichkeit, Widerwärtigkeit, Rank, Ränke; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Intrige, fehlt DW, EWD s. u. Intrige, Duden s. u. intrigieren; Son.: vgl. nndl. intrigeren, V., intrigieren; nschw. intrigera, V., intrigieren; nnorw. intrigere, V., intrigieren; poln. intrygować, V., intrigieren; lit. intriguoti, V., intrigieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Ränke schmieden; BM.: in, reiben bzw. bohren; F.: intrigieren, intrigiere, intrigierst, intrigiert, intrigierest, intrigieret, intrigierte, intrigiertest, intrigierten, intrigiertet, ##intrigiert, intrigierte, intrigiertes, intrigiertem, intrigierten, intrigierter##, intrigierend, ###intrigierend, intrigierende, intrigierendes, intrigierendem, intrigierenden, intrigierender###, intrigier(!)+FW(+EW); Z.: in-tri-g-ier-en
intrinsisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. intrinsisch, innewohnend, aus eigenem Antrieb geschehend, von innen her erfolgend; ne. intrinsic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. intrinsic; E.: s. ne. intrinsic, Adj., innere, wahr, eigentlich; frz. intrinsèque, Adj., wahr, wirklich, eigentlich; lat. intrīnsecus (1), Adj., inwendig, innerlich, einwärts, (234-149 v. Chr.); lat. inter, Präp., zwischen, dazwischen, unter, umgeben; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. secus, Adv., Präp., anders, nicht so, schlecht, übel, nicht recht, nicht gut, nicht wohl; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. intrinsisch, Duden s. u. intrinsisch; Son.: vgl. nndl. intrinsiek, Adj., intrinisch; frz. intrinsèque, Adj., intrinisch; nschw. intrinsiesk, Adj., intrinisch; nnorw. intrinsisk, Adj., intrinisch; nir. intreach, Adj., intrinisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Französischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus eigenem Antrieb geschehend; BM.: in, folgen; F.: intrinsisch, intrinsische, intrinsisches, intrinsischem, intrinsischen, intrinsischer+FW(+EW); Z.: in-tr-in-s-isch
intro..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. intro..., hinein, nach innen, innerlich, hineinreichend; ne. intro…; Vw.: s. -vertiert; Hw.: s. inter, intra…, intus; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. intrō; E.: s. lat. intrō, Adv., Präf., hinein, innerlich, (234-149 v. Chr.); idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intro-, fehlt DW, Duden s. u. intro-; Son.: s. Introduktion; vgl. nndl. intro…, Präf., intro…; frz. intro…, Präf., intro…; nschw. intro…, Präf., intro…; nnorw. intro…, Präf., intro…; poln. intro…, Präf., intro…; lit. intra…, Präf., intro…; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für hineinreichend; BM.: hinein bzw. in; F.: intro-+FW; Z.: in-tr-o-
introvertiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. introvertiert, nach innen gekehrt, schüchtern; ne. introverted, introvert (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1926; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. intrō, Adv., Präf., hinein, innerlich; idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; vgl. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren, umwenden, umdrehen; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. introvertiert, fehlt DW, EWD s. u. introvertiert, Duden s. u. introvertiert; Son.: vgl. nndl. introvert, Adj., introvertiert; frz. introverti, Adj., introvertiert; nschw. introvert, Adj., introvertiert; nnorw. introvert, introvertert, Adj., introvertiert; poln. introwertyczny, Adj., introvertiert; lit. intravertiškas, Adj., introvertiert; GB.: seit 1926 von Carl Gustav Jung (1875-1961) aus introvertieren gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nach innen gekehrt oder schüchtern; BM.: in, drehen; F.: introvertiert, introvertierte, introvertiertes, introvertiertem, introvertierten, introvertierter(, introvertiertere, introvertierteres, introvertierterem, introvertierteren, introvertierterer, introvertiertest, introvertierteste, introvertiertestes, introvertiertestem, introvertiertesten, introvertiertester)+FW+EW; Z.: in-tr-o-ver-t-ier-t
Intuition, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Intuition, Gespür; ne. intuition; Vw.: -; Hw.: s. intuitiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. intuitio; E.: s. lat. intuitio, F., Erscheinen des Bildes auf der Oberfläche des Spiegels, unmittelbare Anschauung, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. intuērī, V., aufsehen, hinsehen, hinschauen, hinblicken; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tuērī, V., erblicken, ins Auge fassen, ansehen, anschauen, schauen, sehen, betrachten, sorgen, annehmen, bewahren, schützen, verteidigen; idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Intuition, fehlt DW, EWD s. u. Intuition, Duden s. u. Intuition; Son.: vgl. nndl. intuition, Sb., Intuition; frz. intuition, F., Intuition; nschw. intuition, Sb., Intuition; nnorw. intuisjon, M., Intuition; poln. intuicja, F., Intuition; lit. intuicija, F., Intuition; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche unmittelbare und nicht auf Überlegung beruhende Erkennen eines Sachverhalts oder ein Gespür; BM.: in, beachten; F.: Intuition, Intuitionen+FW+EW; Z.: In-tu-it-io-n
intuitiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. intuitiv, instinktiv, auf innerer Eingebung beruhend, unwillkürlich; ne. intuitive; Vw.: -; Hw.: s. Intuition; Q.: 1799 (Kant); I.: Lw. frz. intuitif; E.: s. frz. intuitif, Adj., intuitiv; vgl. lat. intuērī, V., aufsehen, hinsehen, hinschauen, hinblicken, anschauen, betrachten, hineinschauen, hinzielen, (um 250-184 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. tuērī, V., erblicken, ins Auge fassen, ansehen, anschauen, schauen, sehen, betrachten, sorgen, annehmen, bewahren, schützen, verteidigen; idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Intuition, fehlt DW, EWD s. u. Intuition, Duden s. u. intuitiv; Son.: vgl. nndl. intuïtief, Adj., intuitiv; nschw. intuitiv, Adj., intuitiv; nnorw. intuitiv, Adj., intuitiv; poln. intuicyjny, Adj., intuitiv; lit. intuityvus, Adj., intuitiv; GB.: seit 1799 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches auf einer inneren Eingebung und nicht auf Überlegung beruhend; BM.: in, beachten; F.: intuitiv, intuitive, intuitives, intuitivem, intuitiven, intuitiver(, intuitivere, intuitiveres, intuitiverem, intuitiveren, intuitiverer, intuitivst, intuitivste, intuitivstes, intuitivstem, intuitivsten, intuitivster)+FW(+EW); Z.: in-tu-it-iv
intus, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. intus, innen, einverleibt; ne. being (Adj.) inside; Vw.: -; Hw.: s. inter, intra…, intro…; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. intus; E.: s. lat. intus, Adv., von drinnen, von innen, drinnen, innen; idg. *entós, Adv., innen, Pokorny 314; s. idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. intus, fehlt DW, EWD s. u. intus, Duden s. u. intus; GB.: seit 17. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für innen oder einverleibt; BM.: innen bzw. in; F.: intus+FW; Z.: in-t-us
invalid, nhd., Adj.: nhd. invalid; Vw.: s. invalide
invalide, invalid, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. invalide, invalid, behindert, beeinträchtigt, ungültig; ne. invalid (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Invalide, Invalidität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. invalide; E.: s. frz. invalide, Adj., invalide, kraftlos; lat. invalidus, Adj., schwach, kraftlos, hinfällig, unpässlich, krank, unwirksam, ungültig, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. validus, Adj., kräftig, stark, fest, kernig, nahrhaft, wirksam, fett, schwer, heftig; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Invalide, fehlt DW, EWD s. u. Invalide, Duden s. u. invalide; Son.: vgl. nndl. invalide, Adj., invalid; nschw. invalid, Adj., invalid; nnorw. invalid, Adj., invalid; poln. inwalidzky, Adj., invalid; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches behindert oder beeinträchtigt oder ungültig; BM.: nicht, stark sein (V.); F.: invalide, invalid, invalides, invalidem, invaliden, invalider+FW(+EW?); Z.: in-val-id-e
Invalide, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Invalide, Behinderter, in seinen Handlungsfähigkeiten eingeschränkter Mensch; ne. invalid (M.); Vw.: -; Hw.: s. invalide, Invalidität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. invalide; E.: s. frz. invalide, M., Invalide; vgl. frz. invalide, Adj., invalide, kraftlos; lat. invalidus, Adj., schwach, kraftlos, hinfällig, unpässlich, krank, unwirksam, ungültig, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. validus, Adj., kräftig, stark, fest, kernig, nahrhaft, wirksam, fett, schwer, heftig; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Invalide, EWD s. u. Invalide, Duden s. u. Invalide; Son.: vgl. nschw. invalid, Sb., Invalide; nnorw. invalid, M., Invalide; poln. inwalida, M., Invalide; lit. invalidas, M., Invalide; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Behinderten oder in seinen Handlungsfähigkeiten eingeschränkten Menschen; BM.: nicht, stark sein (V.); F.: Invalide, Invaliden+FW; Z.: In-val-id-e
Invalidität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Invalidität, Behinderung, erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit; ne. invalidity, disability; Vw.: -; Hw.: s. invalide, Invalide; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. invalidité; E.: s. frz. invalidité, F., Invalidität; mlat. invaliditās, F., Ungültigkeit, Ungültigmachen; vgl. lat. invalidus, Adj., schwach, kraftlos, hinfällig, unpässlich, krank, unwirksam, ungültig, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. validus, Adj., kräftig, stark, fest, kernig, nahrhaft, wirksam, fett, schwer, heftig; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Invalide, fehlt DW, EWD s. u. Invalide, Duden s. u. Invalidität; Son.: vgl. nschw. invaliditet, Sb., Invalidität; nnorw. invaliditet, M., Invalidität; poln. inwalidztwo, Sb., Invalidität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit; BM.: nicht, stark sein (V.); F.: Invalidität, Invaliditäten+FW+EW; Z.: In-val-id-it-ät
Invasion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Invasion, gewaltsames Eindringen, Einmarsch; ne. invasion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. invasion; E.: s. frz. invasion, F., Invasion, Eindringen; lat. invāsio, F., Angriff, Anfall, Vergewaltigung, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. invādere, V., auf etwas hingehen, losgehen, betreten (V.), unternehmen; lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vādere, V., wandern, schreiten, gehen, losgehen; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, V., gehen, schreiten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Invasion, fehlt DW, EWD s. u. Invasion, Duden s. u. Invasion; Son.: vgl. nndl. invasie, Sb., Invasion; nschw. invasion, Sb., Invasion; nnorw. invasjon, M., Invasion; poln. inwazja, F., Invasion; lit. invazija, F., Invasion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gewaltsames Eindringen oder einen Einmarsch; BM.: in, gehen; F.: Invasion, Invasionen+FW+EW; Z.: In-vas-io-n
$Invasor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Invasor, Eindringling; I.: Lw. lat. invāsor; E.: lat. invāsor L.: fehlt DW, EWD s. u. Invasion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Eindringling; F.: Invasor, Invasoren+FW; Z.: In-vas-or
Inventar, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Inventar, Bestand; ne. inventory; Vw.: -; Hw.: s. Inventur; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. inventārium; E.: s. lat. inventārium, N., Inventar, Verzeichnis, Vermögensverzeichnis, Nachlassverzeichnis, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. invenīre, V., auf etwas kommen, stoßen, finden, auffinden, antreffen, befinden, für gut erachten, entdecken, gelangen, (um 235-200 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Inventar, fehlt DW, EWD s. u. Inventar, Duden s. u. Inventar; Son.: vgl. nndl. inventaris, Sb., Inventar; frz. inventaire, M., Inventar; nschw. inventarium, Sb., Inventar; nnorw. inventar, N., Inventar; poln. inwentarz, M., Inventar; lit. inventorius, M., Inventar; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der zu einem Betrieb oder einem Haus gehörenden Gegenstände und Vermögenswerte; BM.: in, kommen bzw. gehen; F.: Inventar, Inventars, Inventare, Inventaren+FW+EW; Z.: In-ven-t-ar
$Inventarisation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Inventarisation, Erstellung eines Inventars; E.: s. Inventar, s. inventarisieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Inventar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus inventarisieren gebildete Bezeichnung für die Erstellung eines Inventars für die Gesamtheit der zu einem Betrieb oder einem Haus gehörenden Gegenstände und Vermögenswerte F.: Inventarisation, Inventarisationen+FW+EW?; Z.: In-ven-t-ar-is-at-io-n
$inventarisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. inventarisieren, ein Inventar verfassen; E.: s. Inventar, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Inventar, fehlt DW, EWD s. u. Inventar; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Inventar und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches ein Verzeichnis eines Bestands verfassen; F.: inventarisieren, inventarisiere, inventarisierst, inventarisiert, inventarisierest, inventarisieret, inventarisierte, inventarisiertest, inventarisierten, inventarisiertet, ##inventarisiert, inventarisierte, inventarisiertes, inventarisiertem, inventarisierten, inventarisierter##, inventarisierend, ###inventarisierend, inventarisierende, inventarisierendes, inventarisierendem, inventarisierenden, inventarisierender###, inventarisier (!)+FW(+EW); Z.: in-ven-t-ar-is-ier-en
Inventur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Inventur, Bestandsaufnahme; ne. inventory; Vw.: -; Hw.: s. Inventar; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. inventūra; E.: mlat. inventūra, F., Inventar, Verzeichnis, (um 1344); vgl. lat. invenīre, V., auf etwas kommen, stoßen, finden, auffinden, antreffen, befinden, für gut erachten, entdecken, (um 235-200 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Inventar, fehlt DW, Duden s. u. Inventar, Duden s. u. Inventur; Son.: vgl. nndl. inventarisatie, Sb., Inventur; frz. inventaire, M., Inventur; nschw. inventering, Sb., Inventur; nnorw. inventering, M., F., Inventur; poln. inwentaryzacja, F., Inventur; lit. inventorizacija, F., Inventur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Aufnahme und dabei erfolgende Überprüfung eines Bestands; BM.: in, kommen bzw. gehen; F.: Inventur, Inventuren+FW+EW; Z.: In-ven-t-ur
invertieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. invertieren, umkehren, umdrehen; ne. invert (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1583?; I.: Lw. lat. invertere; E.: s. lat. invertere, V., umwenden, umkehren, umdrehen, verändern, aufwühlen, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren, umwenden, umdrehen; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. invertieren, Duden s. u. invertieren; Son.: vgl. nndl. inverteren, V., invertieren; frz. inverser, V., invertieren; nschw. invertera, V., invertertieren; nnorw. invertere, V., invertieren; poln. inwertować, V., invertieren; GB.: vielleicht seit 1583 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wohl sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches umkehren oder umdrehen (Inversion); BM.: in, drehen; F.: invertieren, invertiere, invertierst, invertiert, invertierest, invertieret, invertierte, invertiertest, invertierten, invertiertet, ##invertiert, invertierte, invertiertes, invertiertem, invertierten, invertierter##, invertierend, ###invertierend, invertierende, invertierendes, invertierendem, invertierenden, invertierender###, invertier(!)+FW(+EW); Z.: in-ver-t-ier-en
investieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. investieren, einkleiden, anlegen, einsetzen; ne. invest; Vw.: -; Hw.: s. Investition, Investitur; Q.: 14. Jh.; E.: s. spätmhd. investieren, sw. V., investieren, bekleiden, in ein Amt einsetzen; lat. investīre, V., bekleiden, einkleiden, bedecken, belehnen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Investition, fehlt DW, EWD s. u. investieren, Duden s. u. investieren; Son.: vgl. nndl. investeren, V., investieren; frz. investir, V., investieren; nschw. investera, V., investieren; nnorw. investere, V., investieren; poln. inwestować, V., investieren; lit. investuoti, V., investieren; GB.: (investieren) seit 1363 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einkleiden oder anlegen oder Mittel in etwas einsetzen; BM.: in, kleiden; F.: investieren, investiere, investierst, investiert, investierest, investieret, investierte, investiertest, investierten, investiertet, ##investiert, investierte, investiertes, investiertem, investierten, investierter##, investierend, ###investierend, investierende, investierendes, investierendem, investierenden, investierender###, investier (!)+FW(+EW); Z.: in-ves-t-ier-en
Investition, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Investition, Kapitalanlage; ne. investment; Vw.: -; Hw.: s. investieren, Investitur; Q.: 19. Jh.; I.: aus dem Italienischen; E.: s. it. investire, V., bekleiden; lat. investīre, bekleiden, einkleiden, bedecken, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Investition, fehlt DW, EWD s. u. investieren, Duden s. u. Investition; Son.: vgl. nndl. investering, Sb., Investition; frz. invetissement, M., Investition; nschw. investering, Sb., Investition; nnorw. investering, M., F., Investition; poln. inwestycja, F., Investition; lit. investicija, F., Investition; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine dem Menschen schon vor den Hochkulturen des Altertums mögliche Einkleidung oder übertragen (Adj.) das Anlegen von Kapital (Kapitalanlage); BM.: in, kleiden; F.: Investition, Investitionen+FW+EW; Z.: In-ves-t-it-io-n
Investitur, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Investitur, Bekleidung (mit einem Amt), Einsetzen in ein Amt oder eine Funktion oder eine Aufgabe; ne. investiture; Vw.: -; Hw.: s. investieren, Investition; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. mlat. investītūra; E.: s. mlat. investītūra, F., Einkleidung, Investitur, Besitzeinweisung; vgl. lat. investīre, bekleiden, einkleiden, bedecken, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Investition, EWD s. u. investieren, Duden s. u. Investitur; Son.: vgl. frz. investiture, F., Investitur; nschw. investiture, Sb., Investitur; nnorw. investitur, M., Investitur; poln. inwestytura, F., Investitur; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das wohl in der Kirche des Christentums entwickelte durch Bekleidung des Trägers sichtbar gemachte Einsetzen in ein Amt oder eine Funktion oder eine Aufgabe; BM.: in, kleiden; F.: Investitur, Investituren+FW(+EW); Z.: In-ves-t-it-ur
$Investor, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Investor, Investierender, Anleger; E.: s. invest(ieren), s. or; L.: Kluge s. u. Investition, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus invest(ieren) und or gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld möglichen Investierenden oder Anleger oder Kapitalanleger; F.: Investor, Investoren+FW+EW?; Z.: In-ves-t-or
involvieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. involvieren, einschließen, einwickeln, verwickeln; ne. involve; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1700?; I.: Lw. lat. involvere; E.: s. lat. involvere, V., hineinwälzen, hineinrollen, hineinstürzen, darauf wälzen, herumwälzen, einwickeln, umwickeln, einhüllen, (81-43 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. involvieren; Son.: vgl. nschw. involvera, V., involvieren; nnorw. involvere, V., involvieren; GB.: vielleicht seit 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einschließen oder einwickeln oder verwickeln; BM.: in, drehen; F.: involvieren, involviere, involvierst, involviert, involvierest, involvieret, involvierte, involviertest, involvierten, involviertet, ##involviert, involvierte, involviertes, involviertem, involvierten, involvierter##, involvierend, ###involvierend, involvierende, involvierendes, involvierendem, involvierenden, involvierender###, involvier (!)+FW+EW; Z.: in-vol-v-ier-en
$inwendig, nhd., Präp., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. inwendig, innerlich, in; E.: s. in, s. wendig; L.: DW 10, 2149, EWD s. u. wenden; GB.: (inwendic Präp.) seit 1255 und etwas später als Adv. und Adj. belegte sowie aus in und wendig gebildete Bezeichnung für inwendig oder innerlich oder in; F.: inwendig, inwendige, inwendiges, inwendigem, inwendigen, inwendiger+EW; Z.: in—we-nd-ig
Inzest, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Inzest, Blutschande; ne. incest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. incestum; E.: s. lat. incestum, N., Unzucht, Blutschande, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. incestus (1), Adj., unsittlich, sündhaft, gottlos, frevelhaft, unrein, befleckt; lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. castus (1), frei, rein, enthaltsam, keusch, lauter, frei von Fehlern, abgeschnitten; s. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Inzest, fehlt DW, EWD s. u. Inzest, Duden s. u. Inzest; Son.: vgl. nndl. incest, Sb., Inzest; frz. inceste, M., Inzest; nschw. incest, Sb., Inzest; nnorw. incest, M., Inzest; lit. incestas, M., Inzest; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche aber später innerlich meist abgelehnte sexuelle Beziehungen zwischen engsten Blutsverwandten wie Mutter und Sohn oder Vater und Tochter oder Bruder und Schwester; BM.: nicht, rein; F.: Inzest, Inzests, Inzestes, Inzeste, Inzesten+FW(+E; Z.: In-zes-t
$Inzicht, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Inzicht, Anschuldigung, Beschuldigung, Bezichtigung, Anklage; E.: s. in, s. z(eihen); L.: Kluge 1. A. s. u. Inzicht, DW 10, 2152; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und aus in und ziht gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht mögliche Anschuldigung oder Beschuldigung oder Bezichtigung oder Anklage; F.: Inzicht, Inzichte+EW; Z.: In-zich-t
$inzwischen, nhd., Konj., (11. Jh.?): nhd. inzwischen, dazwischen; E.: s. in, s. zwischen; L.: Kluge s. u. inzwischen, DW 10, 2152; GB.: (enzwischen) 1077-1081 belegte und aus in bzw. en sowie zwiskêm oder zwiskôn durch Zusammenfügung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches dazwischen; F.: inzwischen+EW; Z.: in—zwi-sch-en
Ion, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ion, ein elektrisch geladenes Teilchen; ne. ion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1834; I.: Lw. gr. ἰόν (ión); E.: s. gr. ἰόν (ión), Adj., gehend, wandernd; vgl. gr. ἰέναι (iénai), V., gehen, fahren, kommen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ion, fehlt DW, EWD s. u. Ion, Duden s. u. Ion; Son.: vgl. nndl. ion, Sb., Ion; frz. ion, M., Ion; nschw. jon, Sb., Ion; nnorw. ion, N., Ion; poln. jon, M., Ion; kymr. ion, M., Ion; nir. ian, M., Ion; lit. jonas, M., Ion; GB.: seit nach 1834 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches aus einem neutralen Atom oder Molekül durch Anlagerung (Aufnahme) von Elektronen (negativ geladenes Anion mit positiver Wirkung auf die Luft und die menschliche Gesundheit) oder Abgabe von Elektronen (positiv geladenes Kation) auf den äußeren Schalen entstehendes elektrisch geladenes Teilchen (bei dem die Zahl der Protonen und Elektronen ungleich ist); BM.: gehen; F.: Ion, Ions, Ionen+FW; Z.: Io-n
...ion, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. ...ion; ne. ...ion; Vw.: s. Absolut-, Absorpt-, Abstrakt-, Adapt-, Addit-, Administrat-, Adopt-, Agress-, Agitat-, Akklamat-, Akkumulat-, Akquisit-, Akt-, Alliterat-, Ambit-, Animat-, Annex-, Appellat-, Applikat-, Apposit-, Approbat-, Argumentat-, Artikulat-, Aspirat-, Assimilat-, Assoziat-, Attrakt-, Aukt-, Avers-, Bast-, Bill-, Dedikat-, Dedukt-, Definit-, Deflat-, Deformat-, Degustat-, Deklamat-, Deklarat-, Deklinat-, Dekorat-, Delegat-, Demarkat-, Demiss-, Demonstrat-, Deportat-, Depress-, Deputat-, Derivat-, Designat-, Deskript-, Destillat-, Destinat-, Destrukt-, Determinat-, Detonat-, Devot-, Dikt-, Dimens-, Direkt-, Diskret-, Diskuss-, Disposit-, Disputat-, Dissertat-, Distinkt-, Distribut-, Diversifikat-, Divis-, Dokumentat-, Domestikat-, Edit-, Ejakulat-, Emanzipat-, Emigrat-, Emiss-, Emot-, Emuls-, Erekt-, Eros-, Erupt-, Eskalat-, Evaluat-, Evokat-, Evolut-, Exekut-, Exhibit-, Exklamat-, Exkommunikat-, Exkurs-, Expans-, Expedit-, Explikat-, Explos-, Exposit-, Extens-, Extrakt-, Faszinat-, Fermentat-, Fikt-, Flex-, Format-, Frakt-, Frikt-, Funkt-, Fus-, Generat-, Gestikulat-, Gratifikat-, Gratulat-, Gravitat-, Habilitat-, Halluzinat-, Illuminat-, Illus-, Illustrat-, Imitat-, Implikat-, Impress-, Improvisat-, Inaugurat-, Indignat-, Indikat-, Indiskret-, Indisposit-, Indukt-, Infekt-, Inflat-, Informat-, Infus-, Inhalat-, Injekt-, Inkarnat-, Inklus-, Innovat-, Inquisit-, Inskript-, Inspekt-, Inspirat-, Installat-, Institut-, Instrukt-, Integrat-, Intent-, Interjekt-, Interpellat-, Interpunkt-, Intervent-, Intuit-, Invas-, Investit-, Jurisdikt-, Kalkulat-, Kapitulat-, Kastrat-, Kaut-, Koalit-, Kognit-, Kollaborat-, Kollat-, Kollekt-, Kollis-, Kombinat-, Kommunikat-, Kommun-, Kompensat-, Kompilat-, Komplex-, Komplikat-, Komposit-, Kompress-, Kondensat-, Kondit-, Konfekt-, Konfess-, Konfigurat-, Konfirmat-, Konföderat-, Konfrontat-, Konfus-, Kongregat-, Konjugat-, Konjunkt-, Konnex-, Konnotat-, Konsekrat-, Konsolidat-, Konspirat-, Konstellat-, Konsternat-, Konstitut-, Konstrukt-, Konsultat-, Kontaminat-, Kontemplat-, Kontrakt-, Kontribut-, Konvent-, Konversat-, Konvers-, Konvuls-, Konzentrat-, Konzept-, Konzess-, Kooperat-, Koordinat-, Kopulat-, Korporat-, Korrelat-, Korros-, Korrupt-, Kreat-, Kumulat-, Läs-, Leg-, Legitimat-, Lekt-, Liquidat-, Lot-, Luxat-, Machinat-, Manipulat-, Manzipat-, Masturbat-, Mediat-, Meditat-, Meliorat-, Menstruat-, Migrat-, Mill-, Miss-, Modifikat-, Modulat-, Multiplikat-, Munit-, Mutat-, Nat-, Navigat-, Negat-, Obdukt-, Obligat-, Obsess-, Obstrukt-, Operat-, Opposit-, Opt-, Organisat-, Ostentat-, Ovat-, Ovulat-, Pass-, Pens-, Perfekt-, Perforat-, Pervers-, Petit-, Port-, Posit-, Prädestinat-, Präparat-, Präposit-, Prävent-, Präzis-, Produkt-, Profess-, Progress-, Prohibit-, Proklamat-, Promot-, Proport-, Prostitut-, Protekt-, Provis-, Provokat-, Prozess-, Publikat-, Ratifik-, Rat-, Rebell-, Redakt-, Redukt-, Reduplikat-, Reflex-, Reformat-, Reg-, Regress-, Rehabilitat-, Rekaptitulat-, Reklamat-, Rekreat-, Rekt-, Relat-, Relegat-, Relig-, Renovat-, Reparat-, Repetit-, Repräsentat-, Repress-, Reputat-, Reservat-, Resignat-, Resolut-, Restaurat-, Restitut-, Restrikt-, Revis-, Revolut-, Rezens-, Rezept-, Rezess-, Rotat-, Säkularisat-, Sankt-, Satisfakt-, (Sciencefict-,) Segregat-, Sekt-, Selekt-, Sensat-, Separat-, Sess-, Simulat-, Situat-, Spekulat-, Spezifikat-, Stagnat-, Stat-, Stimulat-, Stipulat-, Strangulat-, Subordinat-, Subskript-, Substitut-, Subvent-, Subvers-, Sukzess-, Televis-, Tradit-, Transakt-, Transformat-, Transplantat-, Transposit-, Transfus-, Un-, Variat-, Vegetat-, Ventilat-, Verifikat-, Vibrat-, Vis-, Visitat-, Zelebrat-, Zess-, Zirkulat-; Hw.: s. …tion; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. …io; E.: s. lat. …io, Suff., …ion; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. ion, fehlt DW, Duden s. u. -ion; Son.: vgl. nndl. …ie, Suff., …ion; frz. …ion, Suff., …ion; nschw. …ion, Suff., …ion; nnorw. …jon, Suff., …ion; poln. …ja, Suff., …ion; lit. …ija, Suff., …ion; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Verben abgeleiteter weiblicher Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ion, …ionen+FW; Z.: -io-n
$ionisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ionisieren; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Ion, s. isieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ion; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Ion und isieren gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit dieser Zeit mögliches ein Elektron oder mehrere Elektronen aus der Atomhülle eines elektrisch neutralen Atoms oder Moleküls entfernen; F.: ionisieren, ionisiere, ionisierst, ionisiert, ionisierest, ionisieret, ionisierte, ionisiertest, ionisierten, ionisiertet, ##ionisiert, ionisierte, ionisiertes, ionisiertem, ionisierten, ionisierter##, ionisierend, ###ionisierend, ionisierende, ionisierendes, ionisierendem, ionisierenden, ionisierender###, ionisier (!)+FW; Z.: io-n-is-ier-en
Ionium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Ionium, ein radioaktives Zerfallsprodukt; ne. ionium; Vw.: -; Hw.: - Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἰόν (ión), Adj., gehend, wandernd; vgl. gr. ἰέναι (iénai), V., gehen, fahren, kommen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ionium; Son.: vgl. nnorw. ionium, N., Ionium; kymr. ioniwm, M., Ionium; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein radioaktives Zerfallsprodukt des Urans und Isotop des Thoriums (chemisches Element Nr. 90, abgekürzt Io) das nur wissenschaftlich verwendet wird; BM.: gehen; F.: Ionium, Ioniums+FW; Z.: Io-n-i-um
$Ionosphäre, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Ionosphäre; E.: s. Ion, s. o, s. Sphäre; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ion; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Ion und o sowie Sphäre gebildete Bezeichnung für eine Luftschicht mit einem großen Anteil an ionisierten Teilchen die bei der Erde von etwa 60 Kilometern Höhe bis etwa 2000 Kilometern Höhe reicht; F.: Ionosphäre, Ionosphären+FW; Z.: Io-n-o—sphär-e
Irch, nhd. (ält.), N., (11. Jh.): nhd. Irch, feines weißgegerbtes Leder; ne. tawed leather, goatskin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. irch (1), irh, st. M., st. N., Bock, weißgegerbtes Bocksleder; mhd. irch (2), irh, erch, st. N., Bocksleder; mnd. erch (1), erech, erich, errich, N., Irch, weiß gegerbtes Leder, weißgares Leder; ahd. irah, irh, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Weißleder, Bocksleder, Ziegenleder, feines weißgegerbtes Leder; s. germ. *erki-?, *erkiz?, st. M. (i), Bock; L.: DW 10, 2154, EWAhd 5, 152; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes feines weißgegerbtes Leder; BM.: Bock; F.: Irch, Irches, Irchs+EW; Z.: Irch
irden, nhd. (ält.), Adj., (11. Jh.): nhd. irden, aus Erde gemacht, irdisch; ne. earthen; Vw.: -; Hw.: s. Erde, irdisch; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notker-Glossator); E.: mhd. irdīn, erdin, Adj., irden, aus Erde bestehend; mhd. erdīn, Adj., irden; mnd. ēreden, Adj., irden; ahd. erdīn, Adj., irdisch, die Erde bewohnend, irden, aus Ton; ahd. erda, st. F. (ō), sw. F. (n), Erde, Boden, Land, Welt; germ. *erþō, st. F. (ō), Erde; idg. *ert-, Sb., Erde, Pokorny 332; s. idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. irden, Kluge s. u. irden, DW 10, 2154, EWD s. u. irden, Duden s. u. irden; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und mit Erde verbindbare sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches aus Erde oder Ton (M.) (1) bestehend; BM.: Erde; F.: irden, irdene, irdenes, irdenem, irdenen, irdener+EW; Z.: ird-en
irdisch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. irdisch, der Erde oder dem festen Land angehörig; ne. earthly; Vw.: -; Hw.: s. Erde, irden; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. irdisch, erdisch, Adj., irden, irdisch, vergänglich, sterblich, erdig, unterirdisch; mnd. ērdisch (1), ērdesch, ērdes, hērdisch, Adj., „erdisch“, irdisch, Erde...; mnl. erdesc, ardersc, Adj., irdisch; ahd. irdisk*, irdisc, Adj., irdisch, weltlich, zur Erde gehörig, aus der Erde geboren, der Erde verhaftet; vgl. ahd. erda, st. F. (ō), sw. F. (n), Erde, Boden, Land, Welt; germ. *erþō, st. F. (ō), Erde; idg. *ert-, Sb., Erde, Pokorny 332; s. idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. irdisch, EWD s. u. irden, DW 10, 2156, EWAhd 5, 159, Duden s. u. irdisch; Son.: vgl. nschw. jordisk, Adj., irdisch; nnorw. jordisk, Adj., irdisch; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit Erde verbindbare sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für der Erde oder dem festen Land angehörig oder auf der Erde befindlich und zu dem Dasein in der Welt gehörend; BM.: Erde; F.: irdisch, irdische, irdisches, irdischem, irdischen, irdischer+EW; Z.: ird-isch
irgend, nhd., Partikel, Adv., (11. Jh.): nhd. irgend, irgendwo; ne. some (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); E.: s. mhd. iergen, irgen, irgent, Adv., irgendwo, irgend, irgendwie, nur; mnd. iergen, iergene, ierigen, yergen, jergen, iergenen, ierne, Adv., irgend; vgl. mhd. ie (1), ī, je, io, jo, Adv., immer, stets, von jeher, zu aller Zeit, immerfort, gegebenenfalls, je, jedesmal, jemals, irgendwann, irgendwann einmal, jeweils; ahd. io, eo, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal; germ. *aiw-, Adv., je; idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. irgend, Kluge s. u. irgend, EWD s. u. irgend, DW 10, 2156, Duden s. u. irgend, Bluhme s. u. irgend; GB.: seit 1060-1065 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Verstärkung der Unbestimmtheit; BM.: Lebenskraft; F.: irgend+EW; Z.: i-rg-end
Iridium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Iridium, ein Metall; ne. iridium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. iridium; E.: s. ne. iridium, N., Iridium; lat. īris, F., Iris, Iriswurzel, Regenbogenstein, (234-149 v. Chr.); gr. ἶρις (īris), F., Regenbogen; idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120, Seebold 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Iridium; Son.: vgl. nndl. iridium, Sb., Iridium; frz. iridium, M., Iridium; nschw. iridium, N., Iridium; nnorw. iridium, N., Iridium; kymr. iridiwm, M., Iridium; nir. iridiam, M., Iridium; poln. iryd, M., Iridium; lit. iridis, M., Iridium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen 1803 entdecktes sehr seltenes (jährlich mit einem Umfang von 4 Tonnen etwa in Südafrika und Nordamerika und Südamerika sowie in Tasmanien und Borneo und Japan und in dem Ural in Russland abgebautes) schon vormenschliches silberglänzendes sehr schweres und sehr hartes sowie korrosionsbeständiges Edelmetall (chemisches Element Nr. 77, abgekürzt Ir) das in Hochtemperaturanwendungen und elektrischen Kontakten und Zündkerzen und spezialisierten Legierungen und als Katalysator für die Herstellung grünen Wasserstoffs sowie in Stents und Schmuck und Schreibfedern verwendet wird; BM.: Regenbogen; F.: Iridium, Iridiums+FW; Z.: I-r-id-i-um
Iris, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Iris, Iriswurzel, Regenbogenhaut des Auges; ne. iris; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. īris; E.: s. lat. īris, F., Iris, Iriswurzel, Regenbogenstein, (234-149 v. Chr.); gr. ἶρις (īris), F., Regenbogen; idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120, Seebold 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Iris, Duden s. u. Iris; Son.: vgl. nndl. iris, Sb., Iris; frz. iris, M., F., Iris; nschw. iris, Sb., Iris; nnorw. iris, M., Iris; kymr. iris, M., Iris; nir. íris, F., Iris; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Pflanze Schwertlilie und für die Regenbogenhaut des Auges; BM.: flechten; F.: Iris, Iriden+FW; Z.: I-r-is
Ironie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ironie, feiner und versteckter Spott; ne. irony; Vw.: -; Hw.: s. ironisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. īrōnīa; E.: s. lat. īrōnīa, F., feiner Spott, Ironie, (81-43 v. Chr.); gr. εἰρωνεία (eirōneía), F., Verstellung, Schalkheit; vgl. gr. εἴρων (eírōn), M., sich unwissend Stellender; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Ironie, fehlt DW, EWD s. u. Ironie, Duden s. u. Ironie; Son.: vgl. nndl. ironie, Sb., Ironie; frz. ironie, F., Ironie; nschw. ironi, Sb., Ironie; nnorw. ironi, M., Ironie; poln. ironia, F., Ironie; kymr. eironi, M., Ironie; nir. íoróin, F., Ironie; lit. ironija, F., Ironie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für feinen und versteckten Spott; BM.: Verstellung; F.: Ironie, Ironien+FW(+EW); Z.: Iron-ie
ironisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ironisch, spöttisch; ne. ironic, ironical; Vw.: -; Hw.: s. Ironie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. īrōnicus; E.: s. lat. īrōnicus, Adj., ironisch, spöttisch, (um 500 n. Chr.); gr. εἰρωνικός (eirōnikós), Adj., verstellt, ironisch; vgl. gr. εἴρων (eírōn), M., sich unwissend Stellender; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Ironie, fehlt DW, EWD s. u. Ironie, Duden s. u. ironisch; Son.: vgl. nndl. ironisch, Adj., ironisch; frz. ironique, Adj., ironisch; nschw. ironisk, Adj., ironisch; nnorw. ironisk, Adj., ironisch; poln. ironiczny, Adj., ironisch; nir. íorónta, Adj., ironisch; lit. ironiškas, Adj., ironisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für feinen und versteckten Spott betreffend oder spöttisch; BM.: Verstellung; F.: ironisch, ironische, ironisches, ironischem, ironischen, ironischer(, ironischere, ironischeres, ironischerem, ironischeren, ironischerer, ironischst, ironischste, ironischstes, ironischstem, ironischsten, ironischster)+FW(+EW); Z.: iron-isch
$ironisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ironisieren, einer ironischen Betrachtung unterziehen; E.: s. Ironi(e), s. sieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ironie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Iron(ie) und isieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einer ironischen Betrachtung unterziehen; F.: ironisieren, ironisiere, ironisierst, ironisiert, ironisierest, ironisieret, ironisierte, ironisiertest, ironisierten, ironisiertet, ##ironisiert, ironisierte, ironisiertes, ironisiertem, ironisierten, ironisierter##, ironisierend, ###ironisierend, ironisierende, ironisierendes, ironisierendem, ironisierenden, ironisierender###, ironisier (!)+FW(+EW?); Z.: iron-is-ier-en
irre, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. irre, irrend, geistig gestört, in einem Wahn befindlich; ne. mad (Adj.), crazy (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. irren; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. irre (1), ërre, Adj., „irre“, verirrt, frei, untreu, uneinig, ketzerisch; mnd. erre (1), Adj., zornig, irre, verwirrt; mnl. erre, Adj., verwirrt, verärgert; ahd. irri (1), Adj., umherschweifend, wandernd, ruhelos, unstet, irrend, abirrend, unwissend, verirrt; as. irri, Adj., zornig; anfrk. irri, Adj., verwirrt; germ. *erzja-, *erzjaz, Adj., verwirrt, irre, irrend, irrig, zornig?; s. idg. *ers-, *r̥s-, *r̥sen, Hr̥Hs-, V., Adj., fließen, einsetzen, männlich, Pokorny 336; L.: Kluge 1. A. s. u. irre, Kluge s. u. irre, DW 10, 2159, EWD s. u. irr, EWAhd 5, 183, Falk/Torp 26, Heidermanns 177, Duden s. u. irre, Bluhme s. u. irre; Son.: vgl. afries. īre, Adj., zornig; ae. ierre (2), yrre, Adj. (ja), irrend, verwirrt, verkehrt, verderbt; an. -; got. aírzeis, Adj. (ja), irre geführt, irre, verführt; ai. irasyáti, V., zürnt; lit. arsùs, Adj., heftig; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches geistig gestört oder in einem Wahn befindlich (vor allem des Menschen); BM.: fließen; F.: irre, irres, irrem, irren, irrer, irrere, irreres, irrerem, irreren, irrerer, irrste, irrstes, irrstem, irrsten, irrster+EW; Z.: irr-e
$Irre, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Irre, Verirrung, Störung, Beeinträchtigung; E.: s. irre; L.: Kluge 1. A. s. u. irre, Kluge s. u. irre, DW 10, 2162, EWD s. u. irr; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus irre gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Verirrung oder Störung oder Beeinträchtigung; F.: Irre, Irren+EW; Z.: Irr-e
$irreal, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. irreal, unwirklich; E.: s. in, s. real; L.: fehlt DW, EWD s. u. real; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus in und lat. real(is) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unwirklich; F.: irreal, irreale, irreales, irrealem, irrealen, irrealer(, irrealere, irrealeres, irrealerem, irrealeren, irrealerer, irrealst, irrealste, irrealstes, irrealstem, irrealsten, irrealster)+FW(+EW); Z.: ir—re-al
irren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. irren, herumirren, falsch liegen, stören; ne. err (V.); Vw.: -; Hw.: s. irre; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. irren (1), ierren, sw. V., irre machen, stören, behindern, hindern, beeinträchtigen, anfechten, streitig machen, sich entfernen, irren; mnd. erren, arren, irren, sw. V., irren, umherirren, sich irren, irre gehen, irre werden, irre machen, hindern; mnl. erren, V., irren; ahd. irren, sw. V. (1a), irren, verwirren, stören, verführen; ahd. irrōn, sw. V. (2), irren, sich verwirren, sich irren, verwirrt sein (V.); as. irrian*, sw. V. (1a), zerstören; as. irron, sw. V. (2), umherirren; anfrk. irren*, irron*, sw. V. (2), irren, herumirren; germ. *erzjan, sw. V., irren; germ. *erzjōn, sw. V., irren; vgl. idg. *ers-, Hr̥Hs-, V., Adj., fließen, männlich, Pokorny 336; L.: Kluge 1. A. s. u. irre, Kluge s. u. irren, DW 10, 2163, EWD s. u. irre, Falk/Torp 26, Heidermanns 177, EWAhd 5, 186, Duden s. u. irren; Son.: vgl. ae. irsian, sw. V. (2), ärgerlich sein (V.); got. aírzjan, sw. V. (1), irreführen, irre machen, verführen; nschw. irra, V., irren; ai. irasyáti, V., zürnt; BM.: nicht richtig denken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herumirren oder falsch liegen oder stören; BM.: fließen; F.: irren, irre (!), irrst, irrt, irrest, irret, irrte, irrtest, irrten, irrtet, geirrt, ##geirrt, geirrte, geirrtes, geirrtem, geirrten, geirrter##, irrend, ###irrend, irrende, irrendes, irrendem, irrenden, irrender###, irr (!)+EW; Z.: irr-en
$Irrenanstalt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Irrenanstalt, Irrenhaus; E.: s. irr(e), s. en (Suff.), s. Anstalt; L.: DW 10, 2167, EWD s. u. irr; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus irr(e) und en sowie Anstalt gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit gebildete Anstalt zu einer Heilung oder Aufbewahrung für geistesgestörte (irre) Menschen oder Irrsinnige; F.: Irrenanstalt, Irrenanstalten+EW; Z.: Irr-en—an—stal-t
$Irrenhaus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Irrenhaus, Irrenanstalt; E.: s. irr(e), s. en, s. Haus; L.: EWD s. u. irr; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus irr(e) und en sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit bestimmtes Haus für Heilung oder Aufbewahrung geistesgestörter (irrer) Menschen oder Irrsinniger; F.: Irrenhaus, Irrenhauses, Irrenhäuser, Irrenhäusern+EW; Z.: Irr-en-hau-s
irreparabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. irreparabel, nicht reparierbar, nicht wieder herstellbar; ne. irreparable; Vw.: -; Hw.: s. reparieren, Reparation, Reparatur; Q.: 1714?; I.: Lw. lat. irreparābilis; E.: s. lat. irreparābilis, Adj., nicht wieder herzustellen seiend, unersetzlich, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. in-, Präf., un...; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756, 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. reparāre, V., wieder erwerben, wieder anschaffen, wiederherstellen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. reparieren, fehlt DW, Duden s. u. irreparabel; Son.: vgl. frz. irréparable, Adj., irreparabel; nschw. irreparabel, Adj., irreparabel; nnorw. irreparabel, Adj., irreparabel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches nicht wieder herstellbar; BM.: nicht, wieder, bereiten; F.: irreparabel, irreparable, irreparables, irreparablem, irreparablen, irreparabler+FW(+EW); Z.: ir-re-par-ab-el
$Irrer, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Irrer, Irrsinniger, geistesgestörter Mensch; E.: s. irre; L.: Kluge s. u. irre, DW 10, 2167, EWD s. u. irr; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen Irrsinnigen oder geistesgestörten Menschen; F.: Irrer, Irren+EW; Z.: Irr-er
$Irrfahrt, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Irrfahrt, Fahrt in der Irre; Q.: um 1200 (Iwein); E.: s. irre, s. Fahrt; L.: DW 10, 2167, EWD s. u. irr; GB.: seit um 1200 belegte und aus irr(e) und Fahrt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Fahrt auf unbekannten Wegen oder durch unbekanntes Gelände oder eine Fahrt in der Irre wie beispielsweise des Odysseus in dem Altertum; F.: Irrfahrt, Irrfahrten+EW; Z.: Irr—fahr-t
$Irrgarten, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Irrgarten, Garten mit vielen Möglichkeiten der Verirrung, Labyrinth; E.: s. irr(e), s. Garten; L.: DW 10, 2168, EWD s. u. irr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus irr(e) und Garten gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und schon dem Altertum als Labyrinth bekannten Garten mit vielen Möglichkeiten der Verirrung; F.: Irrgarten, Irrgartens, Irrgärten+EW; Z.: Irr—gar-t-en
$irrig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. irrig, verirrt, falsch; E.: s. irr(e), s. ig; L.: DW 10, 2170, EWD s. u. irr; GB.: seit 1250-1300 belegte und aus irr(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verirrt oder falsch; F.: irrig, irrige, irriges, irrigem, irrigen, irriger(, irrigere, irrigeres, irrigerem, irrigeren, irrigerer, irrigst, irrigste, irrigstes, irrigstem, irrigsten, irrigster)+EW; Z.: irr-ig
irritieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. irritieren, unsicher machen, stören, provozieren; ne. irritate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. irrītāre; E.: s. lat. irrītāre, V., reizen, erregen, anreizen, (204-169 v. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. irritieren, fehlt DW, EWD s. u. irritieren, Duden s. u. irritieren; Son.: vgl. nndl. irriteren, V., irritieren; frz. irriter, V., irritieren; nschw. irritera, V., irritieren; nnorw. irritere, V., irritieren; poln. irytować, V., irritieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen anderen in seinem Verhalten unsicher machen oder stören; BM.: in, erregen; F.: irritieren, irritiere, irritierst, irritiert, irritierest, irritieret, irritierte, irritiertest, irritierten, irritiertet, ##irritiert, irritierte, irritiertes, irritiertem, irritierten, irritierter##, irritierend, ###irritierend, irritierende, irritierendes, irritierendem, irritierenden, irritierender###, irritier (!)+FW(+EW); Z.: ir-ri-t-ier-en
$Irrlehre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Irrlehre; E.: s. irr(e), s. Lehre; L.: DW 10, 2172, EWD s. u. irr; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus irr(e) und Lehre wohl nach lat. Vorbild gebildete Bezeichnung für eine von Menschen (nach Ansicht anderer Menschen) entwickelte falsche Lehre; F.: Irrlehre, Irrlehren+EW; Z.: Irr—lehr-e
$Irrlicht, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Irrlicht; E.: s. irr(e), s. Licht; L.: Kluge s. u. Irrlicht, DW 10, 2172, EWD s. u. irr; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. ignis fatuus aus irr(e) und Licht gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für möglich gehaltenes in die Irre führendes oder herumführendes Licht oder für ein in Mooren wohl durch Selbstentzündung von Sumpfgas entstehendes Licht; F.: Irrlicht, Irrlichts, Irrlichtes, Irrlichter, Irrlichtern+EW; Z.: Irr—lich-t
$Irrsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Irrsinn, gestörter Sinn, verwirrter Sinn; E.: s. irr(e), s. Sinn; L.: DW 10, 2175, EWD s. u. irr; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus irr(e) und Sinn gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche Geistesstörung (milderer Ausdruck für Wahnsinn); F.: Irrsinn, Irrsinns, Irrsinne, Irrsinnen+EW; Z.: Irr—sinn
$irrsinnig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. irrsinnig; E.: s. Irrsinn, s. ig; L.: DW 10, 2175, EWD s. u. irr; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Irrsinn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wahnsinnig oder geistesgestört oder verwirrt oder Irrsinn betreffend; F.: irrsinnig, irrsinnige, irrsinniges, irrsinnigem, irrsinnigen, irrsinniger(, irrsinnigere, irrsinnigeres, irrsinnigerem, irrsinnigeren, irrsinnigerer, irrsinnigst, irrsinnigste, irrsinnigstes, irrsinnigstem, irrsinnigsten, irrsinnigster)+EW; Z.: irr—sinn-ig
$Irrtum, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Irrtum, Fehler, falsche Vorstellung; Vw.: s. Justiz-; E.: s. irr(e), s. tum; L.: Kluge s. u. irre, DW 10, 2176, EWD s. u. irr; GB.: (irrituom) seit 810-817 belegte und nach lat. error aus irr(e) und tum gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Fehler oder eine falsche Vorstellung; F.: Irrtum, Irrtums, Irrtümer, Irrtümern+EW; Z.: Irr-tum
$irrtümlich, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. irrtümlich, einen Irrtum betreffend; E.: s. Irrtum, s. lich; L.: DW 10, 2177 (irrthümlich), EWD s. u. irr; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Irrtum und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen Irrtum oder Fehler oder eine falsche Vorstellung betreffend; F.: irrtümlich, irrtümliche, irrtümliches, irrtümlichem, irrtümlichen, irrtümlicher(, irrtümlichere, irrtümlicheres, irrtümlicherem, irrtümlicheren, irrtümlicherer, irrtümlichst, irrtümlichste, irrtümlichstes, irrtümlichstem, irrtümlichsten, irrtümlichster)+EW; Z.: irr-tüm—lich
$Irrwisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Irrwisch, Irrlicht, unruhiger Mensch; E.: s. irr(e), s. Wisch; L.: Kluge s. u. Irrwisch, DW 10, 2180, EWD s. u. irr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus irr(e) und Wisch gebildete Bezeichnung für ein Irrlicht oder für einen unruhigen nicht fassbaren Menschen; F.: Irrwisch, Irrwischs, Irrwisches, Irrwische, Irrwischen+EW; Z.: Irr—wi-sch
...isch, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ...isch; Vw.: s. akadem-, akrib-, akust-, analyt-, animal-, antiquar-, apodikt-, apologet-, apostol-, archa-, archäolog-, architekton-, aristokrat-, arithmet-, arkt-, asket-, ästhet-, asthmat-, astrolog-, astronom-, atavist-, äther-, athlet-, authent-, autist-, automat-, bibl-, bolschewist-, botan-, bukol-, charakterist-, chirurg-, choler-, chromat-, chron-, dam-, deklamator-, demagog-, (deutsch,) diabol-, diachron-, diakrit-, didakt-, diktator-, dilator-, diplomat-, dogmat-, drakon-, dramat-, drast-, dynam-, dynast-, eklekt-, ekstat-, elast-, eleg-, elektr-, emphat-, empir-, endem-, entr-, enzyklopäd-, epidem-, epilept-, ep-, erot-, errat-, esoter-, eth-, ethn-, evangel-, exemplar-, exot-, exzentr-, fakt-, fanat-, fantast-, fiskal-, forens-, frenet-, genet-, geograph-, geometr-, (german-,)got-, gravität-, gymnast-, häm-, hanseat-, häret-, harmon-, hekt-, hermet-, hero-, histor-, hydraul-, hypnot-, hypotakt-, hypothekar-, hypothet-, hyster-, idiot-, illusor-, indogerman-, infernal-, intrins-, ird-, iron-, kanon-, kategor-, kathol-, kaust-, kom-, konzentr-, kosmet-, kosm-, krit-, krypt-, kub-, kulinar-, kursor-, lakon-, läpp-, lesb-, letharg-, literar-, log-, lukull-, lyr-, mag-, magnet-, man-, martial-, mechan-, melanchol-, messing-, metall-, metaphor-, metaphys-, method-, militär-, mim-, moral-, (motor-,)musikal-, mus-, myst-, myth-, narkot-, naut-, neck-, notor-, numer-, obligator-, opt-, organ-, oriental-, ozean-, pädagog-, pan-, parabol-, paradigmat-, pathet-, patholog-, patriarchal-, patriot-, peremptor-, period-, phantast-, pharmazeut-, philosoph-, phlegmat-, physikal-, physiognom-, physiolog-, phys-, plast-, platon-, plebej-, poet-, polem-, polit-, pragmat-, prakt-, problemat-, prosa-, provisor-, psych-, pykn-, rebell-, rhetor-, rheumat-, rhythm-, roman-, romant-, sanguin-, sarkast-, satir-, schemat-, skept-, solidar-, sozialist-, spast-, spezif-, sphär-, sporad-, strateg-, summar-, symbol-, sympath-, symptomat-, synchron-, synthet-, tabellar-, täpp-, teufl-, theatral-, themat-, theolog-, theoret-, tox-, trag-, traumat-, typ-, zykl-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: z. T. Lw. lat. …icus; E.: s. mhd. …isch, Adj., …isch; mnd. …isch, Suff.; ahd. …isk, Suff., …isk; as. …isk, Suff., ...isch; teils von germ. *-iskaz, Suff., …isch; idg. -isko-, Suff., ...isch; oder von lat. …icus, Suff., …isch; L.: Kluge s. u. -isch, DW, EWAhd 5, 213; Son.: vgl. afries. *-isk, Suff., ...isch; ae. …isc, Suff., …isch; an. …sk, Suff., …isch; got. *-isks?, Suff., ...isch; nndl. ...isch, Suff., ...isch; nschw. ...isk, Suff., ...isch; nnorw. ...isk, Suff., ...isch; lit. iškas, Suff., ...isch; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Endsilbe (Suff.) zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...isch, ...ische, ...isches, ...ischem, ...ischen, ...ischer(, ...ischere, ...ischeres, ...ischerem, ...ischeren, ...ischerer, ...ischst, ...ischste, ...ischstes, ...ischstem, ...ischsten, ...ischster) (+FW)+EW; Z.: -isch
Ische, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ische, Mädchen; ne. girl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. wjidd. ische; E.: s. wjidd. ische, F., Mädchen; hebr. ʾiššā(h), F., Weib, Gattin; L.: Kluge s. u. Ische, fehlt DW, Duden s. u. Ische; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein Mädchen oder eine junge Frau aus der Sicht eines Jungen oder eines Mannes; BM.: Weib; F.: Isch, Ischen+FW; Z.: Isch-e
Ischias, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ischias, Ischiasnerv; ne. sciatica; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. ischias; E.: s. lat. ischias, F., Hüftweh, Hüftschmerz, (23/24-79 n. Chr.); gr. ἰσχιάς (ischiás), F., Hüftschmerz?; vgl. gr. ἰσχίον (ischíon), N., Hüftbein; weitere Etymologie unbekannt, Frisk 1, 741; L.: Kluge s. u. Ischias, fehlt DW, EWD s. u. Ischias, Duden s. u. Ischias; Son.: vgl. nndl. ischias, Sb., Ischias; frz. sciatique, F., Ischias; nschw. ischias, Sb., Ischias; poln. ischias, M., Ischias; nir. sciataca, F., Ischias; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für aus einer Entzündung entstehende in Anfällen auftretende oder längere Zeit bestehende Schmerzen in dem Bereich des Ischiasnervs beiderseits der Lendenwirbelsäule zwischen Hüfte und den beiden Kniekehlen der zwei Beine des Menschen und höherer Wirbeltiere beziehungsweise Kurzform für Ischiasnerv; BM.: Hüftbein; F.: Ischias+FW; Z.: Ischias
Isegrimm, Isegrim, Isengrimm, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Isegrimm, Isegrim, Wolf; ne. isengrim, wolf (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mnd. īsegrim, M., Isegrim (Name des Wolfes in der Tiersage), mürrischer Mensch, Griesgram; vgl. mnd. īsern, īseren, N., Eisen; as. īsarn, st. N. (a), Eisen; germ. *īsarna-, *īsarnam, st. N. (a), Eisen; von gall. *īsarnon, Sb., Eisen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von idg. *īsana?, vgl. Pokorny 300; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299 (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht im Keltischen und Germanischen von einer dritten Sprache entlehnt; Hinterglied von. ae. grīma, sw. M., Maske, Helm (M.) (1); an. grīma, F., Maske, Helm; germ. *grīmō-, *grīmōn, *grīma-, *grīman, sw. M. (n), Maske; vgl. idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457; idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Isegrimm, DW 10, 2181, Duden s. u. Isegrim; Son.: vgl. nndl. Iezegrim, Sb., Isegrimm; frz. Isengrin, M., Isengrimm; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Eisen und dem für das Germanische erschließbaren *grīmō- gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Fabelbezeichnung für den Wolf vor allem als Gestalt in der Tiersage; BM.: Eisen, Maske, Eisenmensch?; F.: Isegrimm, Isegrimms, Isegrimme, Isegrimmen, Isegrim, Isegrims, Isegrime, Isegrimen+EW; Z.: Is-e-gri-m-m
...ismus, nhd., Partikel, M., (16. Jh.?): nhd. …ismus; ne. …ism.; Vw.: s. Altru-, Anachron-, Antagon-, Aphor-, Athe-, Behavior-, Chauvin-, Dada-, Darwin-, De-, Defät-, Dual-, Ego-, Egot-, Eklektizis-, Euphem-, Exhibition-, Exorz-, Expression-, Extrem-, Fasch-, Femin-, Föderal-, Formal-, Galvan-, Hellen-, Idiot-, Imperial-, Impression-, Individual-, Katech-, Kommun-, Manichä-, Material-, Mechan-, Militar-, National-, Nepot-, Nihil-, Nud-, Pazif-, Pessim-, Real-, Rheumat-, Sad-, Salaf-, Sex-, Snob-, Sozial-, Spirit-, Syllog-, Terror-, The-, Vandal-, Voyeur-, Wahhab-, Zyn-; Hw.: s. …mus; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. …ismus; E.: s. lat. …ismus, Suff., …ismus; gr. …ισμός (ismós), Suff., …ismus; L.: Kluge s. u. -ismus, fehlt DW, Duden s. u. -ismus; Son.: vgl. nndl. …isme, Suff., …ismus; frz. …isme, Suff., …ismus; nschw. …ism, Suff., …ismus; nnorw. …isme, Suff., …ismus; poln. …izm, Suff., …ismus; lit. …izmas, Suff., …ismus; GB.: seit der frühen Neuzeit belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort (Suff.) zu einer Bildung vielfach von Verben abgeleiteter Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ismus, …ismen+FW; Z.: …ism-us
iso…, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. iso..., gleich; ne. iso…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. ἴσος; E.: s. gr. ἴσος (ísos), Adj., gleich; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. -iso, fehlt DW, EWD s. u. iso-, Duden s. u. iso-; Son.: s. isotonisch, Isotop; vgl. nndl. iso…, Präf., iso…; frz. iso…, Präf., iso…; nschw. iso…, Präf., iso…; nnorw. iso…, Präf., iso…; poln. izo…, Präf., iso…; kymr. iso…, Präf., iso…; nir. isi…, Präf., iso…; lit. izo…, Präf., iso…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen vor allem in der Wissenschaftssprache als Vorsilbe oder Bestimmungswort für gleich verwendete Bezeichnung; BM.: zwei; F.: iso…+FW; Z.: is-o-
$Isolation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Isolation, Vereinzelung, Absonderung; E.: s. isol(ieren), s. ation; L.: Kluge s. u. isolieren, fehlt DW, EWD s. u. isolieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus isol(ieren) und ation gebildete und mit der lat. Nebenform isola zu insula (Insel) verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Griechischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Vereinzelung oder Absonderung von Individuen oder anderen Gegebenheiten wie beispielsweise Leitungen etwa von Strom; F.: Isolation, Isolationen+FW(+EW); Z.: Is-ol-at-io-n
isolieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. isolieren, vereinzeln, absondern, abtrennen, trennen; ne. isolate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. isoler; E.: s. frz. isoler, V., isolieren; it. isolare, V., isolieren; vgl. lat. isola, F., Insel; lat. īnsula, F., Insel, Eiland, (um 235-200 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. ἠ ἐν ἁλί οὖσα (hē en halí ousa), (Part. Präs. subst.=)F., die im Salz seiende; L.: Kluge s. u. isolieren, fehlt DW, EWD s. u. isolieren, Duden s. u. isolieren; Son.: vgl. nndl. isoleren, V., isolieren; nschw. isolera, V., isolieren; nnorw. isolere, V., isolieren; poln. izolować, V., isolieren; lit. izoliuoti, V., isolieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit der lateinischen Nebenform isola zu insula (Insel) verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Griechischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vereinzeln oder absondern oder abtrennen oder trennen; BM.: Insel; F.: isolieren, isoliere, isolierst, isoliert, isolierest, isolieret, isolierte, isoliertest, isolierten, isoliertet, ##isoliert, isolierte, isoliertes, isoliertem, isolierten, isolierter##, isolierend, ###isolierend, isolierende, isolierendes, isolierendem, isolierenden, isolierender###, isolier+FW(+EW); Z.: is-ol-ier-en
$Isolierung, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Isolierung, Vereinzelung, Absonderung, Trennung; E.: s. isolier(en) und ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. isolieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus isolier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Vereinzelung oder Absonderung oder Trennung; F.: Isolierung, Isolierungen+FW; Z.: Is-ol-ier-ung
isotonisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. isotonisch, die gleiche Spannung beibehaltend, dieselbe Konzentration an Elektrolyten enthaltend wie Blut, in dem osmotischen Druck gleich; ne. isotonic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἴσος (ísos), Adj., gleich; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. isotonisch, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. isotoon, Adj., isotonisch; frz. isotonique, Adj., isotonisch; nschw. isotonisk, Adj., isotonisch; nnorw. isotonisk, Adj., isotonisch; kymr. isotonig, Adj., isotonisch; poln. izotoniczny, Adj., isotonisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus iso und tonisch gebildete Bezeichnung für die gleiche Spannung beibehaltend oder in dem osmotischen Druck gleich; BM.: zwei bzw. dehnen; F.: isotonisch, istonische, istonisches, istonischem, istonischen, istonischer+FW(+EW); Z.: is-o—ton-isch
Isotop, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Isotop, eine Atomvariante, eine verschiedene Atomart desselben chemischen Elements; ne. isotope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1913; I.: Lw. ne. isotope; E.: s. ne. isotope, N., Isotop; vgl. gr. ἴσος (ísos), Adj., gleich; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: EWD s. u. iso-, Duden s. u. Isotop; Son.: vgl. nndl. isotoop, Sb., Isotop; frz. isotope, M., Isotop; nschw. isotop, Sb., Isotop; nnorw. isotop, M., Isotop; kymr. isotop, M., Isotop; nir. iseatóp, M., Isotop; poln. izotop, M., Isotop; poln. izotopas, M., Isotop; GB.: seit um 1913 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Variante eines Atoms mit gleicher Protonenzahl aber verschiedener Neutronenzahl in dem Atomkern wie beispielsweise Wasserstoff mit den Isotopen Protium und Deuterium sowie Tritium und rund 3300 weitere Isotope aller Elemente ausgenommen Oganesson; BM.: zwei, Ort; F.: Isotop, Isotopen+FW(+EW); Z.: Is-o-top
$ist, nhd., V., (8. Jh.): nhd. ist; Hw.: s. sein (V.); L.: Kluge s. u. ist, DW 10, 2182, Duden s. u. ist; Son.: unreg. V. (3. Pers. Sg. Präs. Akt. Ind.); F.: ist+EW; Z.: is-t
...ist, nhd., M., (12. Jh.): nhd. …ist; ne. …ist, …ian; Vw.: s. Anarch-, Antagon-, Art-, Athe-, Bapt-, Belletr-, Chron-, Defät-, De-, Dent-, Drog-, (Ego-,) Egot-, Essay-, Evangel-, Exorz-, German-, Human-, Humor-, Impression-, Individual-, Journal-, Jur-, Karikatur-, Kolon-, Kop-, Lingu-, Maschin-, Material-, Moral-, Optim-, Organ-, Pazif-, (Pessim-), Pian-, Propagand-, Prokur-, Protagon-, Psalm-, (Roman-,) Separat-, Slaw-, Sol-, Soph-, Sozial-, Spezial-, Stat-, Terror-, Tour-, Zivil-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. …ista, gr. …ιστής (istḗs); E.: mhd. *iste, Suff., …ist; lat. …ista, Suff., …ist; gr. …ιστής (istḗs), Suff., …ist; L.: Kluge s. u. -ist, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …ist, Suff., …ist; frz. …iste, Suff., …ist; nschw. …ist, Suff., …ist; nnorw. …ist, Suff., …ist; poln. …ysta, Suff., …ist; lit. …istas, Suff., …ist; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven abgeleiteter Personenbenennungen verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ist, …isten+FW(+EW); Z.: -ist
Isthmus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Isthmus, Landenge; ne. isthmus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1614?; I.: Lw. gr. ἰσθμός (isthmós); E.: gr. ἰσθμός (isthmós), M., Hals, Kehle (F.) (1), Landenge; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Isthmus; GB.: seit 1614 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Landenge wie beispielsweise der Isthmus von Korinth; BM.: gehen?; F.: Isthmus, Isthmen+FW(+EW); Z.: I-sthm-us
…istik, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. …istik; ne. …istic, …istics; Vw.: s. (Angl-, Finnougrist-, German-, Gräz-,) Heur-, Kasu-, Lingu-, (Roman-,) (Slaw-, .)Stat-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: lat.-gr. Lw.; E.: aus dem Lateinischen und Griechischen; L.: Kluge s. u.-istik, fehlt DW; Son.: s. Anglistik, Germanistik, Romanistik; vgl. nndl. …istiek, Suff., …istik; frz. …istique, Suff., …istik; nschw. …istik, Suff., …istik; nnorw. …istikk, Suff., …istik; poln. …ystyka, Suff., …istik; nir. …istic, Suff., …istik; lit. …istika, Suff., …istik; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen aufgenommene sowie umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von vor allem Benennungen von Wissenschaftszweigen verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …istik, …istiken+FW; Z.: -ist-ik
...it (1), nhd., (M., N.), (13. Jh.?): nhd. ...it; ne. ...ite; Vw.: s. Anthraz-, Appet-, Bakel-, Band-, Baux-, Defiz-, Dynam-, Erem-, Espr-, Favor-, Faz-, Gran-, Graph-, Hab-, Hermaphrod-, Hypokr-, Kolor-, Konvert-, Kosmopol-, Lev-, Lim-, Malach-, Meteor-, Orb-, Paras-, Plebisz-, Prof-, Satell-, Stalagm-, Stalakt-, Trans-, Transvest-, Zen-; Hw.: -; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: über romanische Sprachen oder direkt von lat. ...itus; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...iet, Suff., ...it; frz. ...ite, Suff., ...it; nschw. ...it, Suff., ...it; nnorw. ...itt, Suff., ...it; poln. ...yt, Suff., ...it; kymr. ...it, Suff., ...it; nir. ...ít, Suff., ...it; lit. ...itas, Suff., ...it; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Endsilbe oder Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...it, ites, ...its, ...ite, ...iten+FW(+EW); Z.: -it
...it (2), nhd., (Part. Prät.=Adj.), (17. Jh.?): nhd. ...it; ne. ...it; Vw.: s. expliz-, exquis-, fin-, impliz-; Hw.: -; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: über romanische Sprachen oder unmittelbar aus lat. ...itus; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. ...iet, Suff., ...it; frz. ...ite, Suff., ...it; nschw. ...it, Suff., ...it; nnorw. ...itt, Suff., ...it; poln. ...ite, Suff., ...it; lit. ...inis, Suff., ...it; L.: fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und entweder über romanische Sprachen oder unmittelbar aus lat. itus aufgenommene und umgebildete sowie als Endsilbe zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung für geschehen oder bewirkt; BM.: ?; F.: ...it, ...ite, ...ites, ...item, ...iten, ...iter(, ...itere, ...iteres, ...iterem, ...iteren, ...iterer, ...itest, ...iteste, ...itestes, ...itestem, ...itesten, ...itester)+FW(+EW); Z.: -it
$iterativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. iterativ, wiederholend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. lat. iterativus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Iterativum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches wiederholend; F.: iterativ, iterative, iteratives, iterativem, iterativen, iterativer+FW(+EW); Z.: i-t-er-at-iv
Iterativum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Iterativum, Wiederholungsform, Verb mit wiederholender Aktionsart; ne. iterative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. mlat. (verbum) iterātīvum; E.: s. mlat. (verbum) iterātīvum, N., Iterativum; vgl. lat. iterātīvus, Adj., zu einer Wiederholung dienend, wiederholend, (um 362 n. Chr.); vgl. lat. iterāre, V., noch einmal vornehmen, wiederholen, erneuern, fortsetzen; lat. iter, M., Weg, Gang (M.) (1), Marsch (M.), Reise, Fahrt; lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Iterativum, fehlt DW, EWD s. u. Iterativum, Duden s. u. Iterativum; Son.: vgl. nndl. iteratief, Sb., Iterativum; frz. verbe itératif, N., Iterativum; nschw. iterativ, Sb., Iterativum; nnorw. iterativ, N., Iterativum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Verb mit wiederholender Aktionsart wie beispielsweise flattern oder klappern oder sticheln; BM.: gehen; F.: Iterativum, Iterativums, Iterativa+FW; Z.: I-t-er-at-iv-um
Itinerar, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Itinerar, Wegbeschreibung, Straßenverzeichnis und Stationenverzeichnis; ne. itinerary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1642?; E.: lat. itinerārium, N., Wegbeschreibung, Reisebeschreibung, Reiseplan, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. itinerārius, Adj., zur Reise gehörig, zum Marsch gehörig, Reise..., Marsch...; lat. iter, M., Weg, Gang (M.) (1), Marsch (M.), Reise, Fahrt; lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Itinerar; Son.: vgl. nschw. itinerarium, Sb., Itinerar; poln. itinerarium, Sb., Itinerar; GB.: vielleicht seit 1642 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Straßenverzeichnis und Stationenverzeichnis mit Angaben über Wegstrecken beziehungsweise ein Verzeichnis der Stationen bei Reisen; BM.: gehen; F.: Itinerar, Itinerars, Itinerare, Itineraren+FW(+EW); Z.: I-t-in-er-ar
...itis, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. …itis; ne. …itis; Vw.: s. Arthr-, Hepat-, Mening-, Neuroderm-, Rach-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. …ītis; E.: s. lat. …ītis, Suff., …itis; L.: Kluge s. u.-itis, Duden s. u. -itis, Kytzler/Redemund/Eberl 1062; Son.: s. Bronchitis; vgl. nndl. …itis, Suff., …itis; frz. …ite, Suff., …itis; nschw. …it, Suff., …itis; nnorw. …itt, Suff., …itis; lit. …itas, Suff., …itis; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundsilbe meist für Krankheitsbezeichnungen (Entzündungen) von Körperteilen verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …itis+FW; Z.: -it-is
...itur, nhd., F., N., (13. Jh.?): nhd. ...itur; ne. ...iture; Vw.: s. Abi-, Garni-, Invest-, Partit-, Pol-, Posi-, Primogen-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: über romanische Sprachen oder unmittelbar aus lat. ...itūrus, ...itūra, Suff., ...itur aufgenommen und umgebildet sowie in der weiteren Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. ...itur, Suff., ...itur; frz. ...iture, Suff., ...itur; nschw. ...iture, Suff., ...itur; nnorw. ...itur, Suff., ...itur; poln. ...ytura, Suff., ...itur; ...itūra, Suff., ...itur; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und über romanische Sprachen oder unmittelbar aus lat. ...itūrus, ...itūra, Suff., ...itur aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...itur, ...iturs, ...ituren+FW(+EW); Z.: -it-ur
...itus, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. ...itus; ne. ...itus; Vw.: s. Emer-, Ex-, Hab-, Ko-, R-, Spir-, Tinn-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...itus, Suff., ...itus; Son.: vgl. nndl. ...itus, Suff., ...itus; nschw. ...itus, Suff., ...itus; nnorw. ...itus, Suff., ...itus; poln. ...ytus, Suff., ...itus; lit. ...itas, Suff., ...itus; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...itus, ...iti+FW; Z.: -it-us
...iv, nhd., Partikel, (8. Jh.): nhd. ...iv; ne. …ive; Vw.: s. Ablat-, Addit-, Adjekt-, administrat-, Akkusat-, akt-, alternat-, assoziat-, attrakt-, autoritat-, Dat-, defekt-, defens-, definit-, dekorat-, demonstrat-, depress-, derivat-, deskript-, destrukt-, determinat-, Diminut-, diskurs-, distinkt-, durat-, effekt-, Elat-, erupt-, evokat-, exekut-, exklus-, expans-, explos-, express-, extens-, exzess-, faktit-, fakultat-, fikt-, generat-, Genet-, Imperat-, impuls-, Indikat-, indukt-, Infinit-, informat-, inklus-, instinkt-, instrukt-, intens-, interrogat-, intuit-, karitat-, Kausat-, kognit-, kollekt-, Kollekt-, kommunikat-, komparat-, Komparat-, Konjunkt-, konsekut-, konservat-, konspirat-, konstitut-, konstrukt-, kontemplat-, konzess-, kreat-, kursiv-, lasz-, legislat-, lukrat-, meditat-, Mot-, na-, narrat-, negat-, Nominat-, (objekt-,) offens-, operat-, Optat-, ostentat-, Pass-, pejorat-, posit-, possess-, prädikat-, Präservat-, prävent-, primit-, produkt-, progress-, prohibit-, prospekt-, provokat-, qualitat-, quantitat-, reflex-, relat-, repräsentat-, restrikt-, sedat-, sensit-, spedit-, spekulat-, Stat-, subjekt-, Substant-, subvers-, suggest-, sukzess-, Superlat-, tentat-, transit-, vegetat-, Vokat-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. …īvus; E.: s. lat. …īvus, Suff., …iv; L.: Kluge s. u. -iv; Son.: vgl. nndl. …ief, Suff., …iv; frz. …if, Suff., …iv; nschw. …iv, Suff., …iv; nnorw. …iv, Suff., …iv; lit. ...yvus, Suff., ...iv; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adjektiven und Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...iv, ...ive, ...ives, ...ivem, ...iven, ...iver(, ...ivere, ...iveres, ...iverem, ...iveren, ...iverer, ...ivst, ...ivste, ...ivstes, ...ivstem, ...ivsten, ...ivster)+FW(+EW); Z.: -iv
j, J, nhd., N., (9. Jh.): nhd. J, j; ne. j (letter); Vw.: -; Hw.: s. I, Jota; Q.: um 830 (Tatian); I.: Lw. lat. i; E.: s. lat. i, Buchstabe, I, i; gr. ἰῶτα (iōta), N. (indekl.), Jota; aus dem Semitischen, in dem phönizischen Alphabet hat der Buchstabe den Namen yodh, Sb., Hand, Arm; L.: DW 10, 2185, Duden s. u. J; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben i vor Vokalen des (lateinischen) Alphabets; BM.: Arm; F.: J, Js+FW; Z.: J
ja, nhd., Adv., Partikel, (8. Jh.): nhd. ja; ne. yea, yes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. jā (1), ja, jō, Interj., ja, fürwahr; mnd. jā, Adv., Interj., ja, ja auch, ja selbst, ja sogar, vielmehr, besser, doch, doch noch; mnl. ja, Interj., ja; ahd. jā*, Interj., Adv., Konj., Partikel, ja, fürwahr, wahrlich, doch; ahd. jah*, Adv., Interj., ja, oh; as. jā*, giā*, Interj., ja; anfrk. joh*, Konj., und, auch; germ. *ja, Adv., Konj., ja, und; L.: Kluge 1. A. s. u. ja, Kluge s. u. ja, DW 10, 2187, EWD s. u. ja, EWAhd 5, 257, EWAhd 5, 249, Falk/Torp 327, 328, Duden s. u. ja, Bluhme s. u. ja; Son.: vgl. afries. *jā (3), jē (2), jō, Konj., je, immer; afries. jē (1), gē, Adv., ja; saterl. ja, Adv., ja; ae. géa, iā, Adv., ja; an. jā (1), Adv., ja; got. ja, Partikel, ja; Son.: vgl. nndl. ja, Partikel, ja; nschw. ja, Partikel, ja; nnorw. ja, Partikel, ja; lat. iam, Adv., schon; kymr. ie, Partikel, ja?; bret, ya, Partikel, ja?; lit. jo, Partikel, ja; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Partikel (Adv.) der Zustimmung; BM.: ?; F.: ja+EW; Z.: ja
Jacht, Yacht, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Jacht, ein schnelles Schiff; ne. yacht; Vw.: -; Hw.: s. jagen; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. jacht (2), jachte, F., Jacht, schnell segelndes Schiff; vgl. mnd. jāgen (1), sw. V., jagen, Verfolgung aufnehmen, Jagd machen, Waidwerk ausüben, auf der Jagd sein (V.), Wild jagen, eilen, hasten; ahd. jagōn*, sw. V., jagen, treiben, verfolgen, hetzen, vorwärtstreiben, nachstellen, fangen; germ. *jagōn, sw. V., jagen?; s. idg. *i̯agʰ-, V., jagen?, begehren?, Pokorny 502 (743/3) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jacht, Kluge s. u. Jacht, EWD s. u. Jacht, DW 10, 2199, Duden s. u. Jacht; Son.: vgl. nndl. jacht, Sb., Jacht; frz. yacht, M., Jacht; nschw. jakt, Sb., Jacht; nnorw. yacht, M., Jacht; poln. jacht, M., Jacht; lit. jachta, F., Jacht; GB.: seit 16. Jh. mittelniederdeutsch belegte und mit jagen bis zu dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schnelles Schiff für Sport und Erholung; BM.: jagen; F.: Jacht, Jachten, Yacht, Yachten+EW; Z.: Jach-t
Jacke, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Jacke, Janker, Joppe; ne. jacket; Vw.: -; Hw.: s. Jackett; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. jacke, F., Jacke, kurzer Oberrock, militärisches Kleidungsstück, Teil der Rüstung, gesteppte wattierte Jacke die über den Panzer getragen wird; mfrz. jaque, F., kurzer enger Männerrock; span. jaco, Sb., Brünne; arab. šakk, Sb., Brünne?; L.: Kluge 1. A. s. u. Jacke, Kluge s. u. Jacke, DW 10, 2200, EWD s. u. Jacke, Duden s. u. Jacke, Bluhme s. u. Jacke; Son.: vgl. nschw. jacka, Sb., Jacke; nnorw. jakke, M., F., Jacke; GB.: seit 14. Jh. mittelniederdeutsch belegte und aus dem Mittelfranzösischen und dem Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine den Oberkörper bedeckende Oberbekleidung des sich seit der Entwicklung von Schutz gegen Kälte und Hitze sowie Nässe und Verletzungen zu schützen versuchenden Menschen; BM.: Brünne?; F.: Jacke, Jacken+FW; Z.: Jack-e
$Jacketkrone, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Jacketkrone; Hw.: s. Jackett, s. Krone; E.: s. ne. jacket crown; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jacke; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit bei bestimmten Zahnschäden entwickelte und verwendete sowie durchschnittlich 16 Jahre haltende Zahnkrone aus Vollkeramik; F.: Jacketkrone, Jacketkronen+FW(+EW); Z.: Jack-et—kro-n-e
Jackett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Jackett, kurze enge Männerjacke; ne. jacket; Vw.: -; Hw.: s. Jacke; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. jaquette; E.: s. frz. jaquette, F., Jackett, Jacke; vgl. mfrz. jaque, F., kurzer enger Männerrock; span. jaco, Sb., Brünne; arab. šakk, Sb., Brünne?; L.: Kluge s. u. Jacke, fehlt DW, EWD s. u. Jacke, Duden s. u. Jackett; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Mittelfranzösischen und Spanischen sowie vielleicht dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine mantelähnliche den Oberkörper bedeckende Oberbekleidung des sich seit der Entwicklung von Schutz gegen Kälte und Hitze sowie Nässe und Verletzungen zu schützen versuchenden Menschen; BM.: Brünne?; F.: Jackett, Jacketts+FW(+EW); Z.: Jack-ett
Jackpot, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jackpot, Hauptgewinn; ne. jackpot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. jackpot; E.: s. ne. jackpot, N., Jackpot; vgl. ne. jack, M., Bube im Kartenspiel; ne. Jack, M.=PN, Jack, John; lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; ne. pot, N., Topf, Einsatz; ae. pott, st. M. (a), Topf; germ. *putta, Sb., Topf; lat. *pottus, mlat.-kelt. pottus, potus, M., Topf; vgl. idg. *pōi- (1), *pō-, *pī-, (*pəi-?), V., hüten, schützen, bedecken, Pokorny 839? (1450/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Jackpot, fehlt DW, Duden s. u. Jackpot; Son.: vgl. nndl. jackpot, Sb., Jackpot; frz. jackpot, M., Jackpot; nschw. jackpott, Sb., Jackpot; nnorw. jackpot, jekkpott, M., Jackpot; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen bei einem Pokerspiel in eine gemeinsame Kasse kommenden Einsatz oder für eine Gewinnquote eines Spieles bei dem es vorher keinen Gewinner gab; BM.: PN, Topf; F.: Jackpot, Jackpots+FW; Z.: Jack-po-t
Jade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Jade, ein grünliches Mineral; ne. jade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. jade; E.: s. frz. jade, F., blassgrüner Stein; afrz. ejade, F., blassgrüner Stein; span. ijada (piedra de la ijada), F., Lendenstein; vgl. lat. īle, N., Unterleib, Weiche (F.) (1), (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *īli-, Sb., Weichen?, Eingeweide?, Unterleib?, Pokorny 499 (740/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Jade, fehlt DW, EWD s. u. Jade, Duden s. u. Jade, Bluhme s. u. Jade; Son.: vgl. nndl. jade, Sb., Jade; nschw. jade, Sb., Jade; nnorw. jade, M., Jade; poln. jade, F., Jade; kymr. jâd, M., Jade; nir. séad, M., Jade; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und Spanischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen weltweit verbreiteten blassgrünen und durchscheinenden Schmuckstein; BM.: Eingeweide (Jadesteine wurden als Heilmittel gegen Nierenkoliken angesehen); F.: Jade, Jades, Jaden+FW; Z.: Jad-e
$Jagd, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Jagd; E.: s. jagen; L.: Kluge 1. A. s. u. Jagd, Kluge s. u. jagen, DW ^0, 2204, EWD s. u. jagen; GB.: (jagōd*) seit Ende 10. Jh. belegte und vielleicht als Lehnübersetzung nach lat. venatus aus jagōn* gebildete Bezeichnung für das von dem Menschen seit seiner Entstehung betriebene Verfolgen und Fangen von (jagdbaren) Tieren; F.: Jagd, Jagden+EW; Z.: Jag-d
$jagdbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. jagdbar, für eine Jagd geeignet; E.: s. Jagd, s. bar; L.: DW 10, 2206, EWD s. u. jagen; GB.: seit 17. Jh. für älteres jagbar belegte und aus Jagd und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches für eine Jagd geeignet; F.: jagdbar, jagdbare, jagdbares, jagdbarem, jagdbaren, jagdbarer(, jagdbarere, jagdbareres, jagdbarerem, jagdbareren, jagdbarerer, jagdbarst, jagdbarste, jagdbarstes, jagdbarstem, jagdbarsten, jagdbarster)+EW; Z.: jag-d—bar
$Jagdhund (?), nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Jagdhund; E.: s. Jagd, s. Hund; L.: DW 10, 2209, EWD s. u. jagen; GB.: (nach älterem jagahunt*, 10. Jh.) mhd. (jagethunt) belegte und vielleicht nach lat. venator canis aus jag(en) und d sowie Hund gebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach Zähmung des Wolfes für die Jagd auf Tiere genutzten und seit 8000 bis 9000 Jahren in Abbildungen (Ritzungen) dargestellten Hund; F.: Jagdhund, Jagdhunds, Jagdhundes, Jagdhunde, Jagdhunden+EW; Z.: Jag-d—hun-d
jagen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. jagen, (Wild) verfolgen; ne. hunt (V.), chase (V.); Vw.: -; Hw.: s. Jacht; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. jagen, sw. V., verfolgen, jagen, treiben; mnd. jāgen (1), sw. V., jagen, Verfolgung aufnehmen, Jagd machen, Waidwerk ausüben, auf der Jagd sein (V.), Wild jagen, eilen, hasten; mnl. jagen, jaghen, sw. V., jagen, verfolgen, treiben; ahd. jagēn*, sw. V. (3), verjagen, verfolgen; ahd. jagōn*, sw. V. (2), jagen, treiben, antreiben, verfolgen, hetzen, vorwärtstreiben, nachstellen, fangen, in die Flucht schlagen; as. -; anfrk. -; germ. *jagōn, sw. V., jagen?; idg. i̯agʰ-, V., jagen?, begehren?, Pokorny 502 (743/3) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jagd, Kluge s. u. jagen, DW 10, 2213, EWD s. u. jagen, EWAhd 5, 252, Falk/Torp 329, Duden s. u. jagen, Bluhme s. u. jagen; Son.: vgl. afries. jagia, sw. V. (2), jagen; nnordfries. jage; ae. -; an. jaga, sw. V. (2), jagen, treiben; got. -; nndl. jagen, V., jagen; nschw. jaga, V., jagen; nnorw. jage, V., jagen; ? lit. jóti, V., reiten, austreiben; GB.: (jagōn) seit nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (Wild) verfolgen um es zu töten oder zu fangen; BM.: begehren?; F.: jagen, jage, jagst, jagt, jagest, jaget, jagte, jagtest, jagten, jagtet, gejagt, ##gejagt, gejagte, gejagtes, gejagtem, gejagten, gejagter##, jagend, ###jagend, jagende, jagendes, jagendem, jagenden, jagender###, jag (!)+EW; Z.: jag-en
$Jagen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Jagen, Jagd, Verfolgung; Vw.: s. Kessel-; E.: s. jagen; L.: DW 10, 2217, EWD s. u. jagen; GB.: seit um 1160 belegte und aus jagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Jagd oder Verfolgung von Wild; F.: Jagen, Jagens+EW; Z.: Jag-en
$Jäger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Jäger, Jagender; Vw.: s. Land-; E.: s. jag(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. jagen, DW 10, 2218, EWD s. u. jagen; GB.: (jagāri*) seit um 790 belegte und aus jag(en) und er (Suff.) wohl nach lat. venator gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Jagenden; F.: Jäger, Jägers, Jägern+EW; Z.: Jäg-er
$Jägerei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Jägerei; Q.: um 1210 (Tristan); L.: DW 10, 2220, EWD s. u. jagen; GB.: (jegerīe) seit um 1210 belegte und aus Jäger und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Tätigkeit des Jagens als Jäger; F.: Jägerei, Jägereien+EW; Z.: Jäg-er-ei
$Jägerlatein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Jägerlatein; E.: s. Jäger, s. Latein; L.: Kluge s. u. Jägerlatein, DW 10, 2221, EWD s. u. jagen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Jäger und Latein gebildete Bezeichnung für die (oft übertreibende) Sprache von Jägern in ihren Berichten über Jagderfolge; F.: Jägerlatein, Jägerlateins+EW+FW; Z.: Jäg-er—lat-ein
Jaguar, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jaguar, Panther; ne. jaguar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. port. jaguar; E.: s. port. jaguar, M., Jaguar; aus einer südamerikanischen Indianersprache Tupí jagwár, Sb., fleischfressendes Tier; L.: Kluge s. u. Jaguar, fehlt DW, EWD s. u. Jaguar, Duden s. u. Jaguar; Son.: vgl. nndl. jaguar, Sb., Jaguar; frz. jaguar, M., Jaguar; nschw. jaguar, Sb., Jaguar; nnorw. jaguar, M., Jaguar; poln. jaguar, M., Jaguar; kymr. jagwar, M., Jaguar; nir. iaguar, M., Jaguar; lit. jaguaras, M., Jaguar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar einer südamerikanischen Indianersprache Tupí aufgenommene Bezeichnung für ein in Südamerika heimisches dem Leoparden sehr ähnliches fleischfressendes Raubtier mit meist rötlich gelbem Fell mit schwarzen Ringelflecken und langem Schwanz; BM.: fleischfressendes Tier; F.: Jaguar, Jaguars, Jaguare, Jaguaren+FW; Z.: Jaguar
jäh, jähe, gäh, gähe, gach, gäch, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. jäh, jähe, gäh, gach, kopfüber erfolgend, plötzlich, heftig; ne. sudden; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. gæhe (2), gāhe, Adj., gach, schnell, plötzlich, jähe, jähzornig, zornig, ungestüm, rasch, eilig, voreilig, ungeduldig; mhd. gāch (1), gæch, gā, Adj., „gach“, schnell, plötzlich, jähe, jähzornig, zornig, ungestüm, rasch, eilig, voreilig, ungeduldig; mnd. gā (1), Adj., „gach“, jäh, plötzlich, rasch, schnell, ungestüm, heftig; ahd. gāhi (1), Adj., jäh, schnell, rasch, hastig, eilig; as. gāhun 2, Adv., jäh, schnell, plötzlich; anfrk. -; germ. *ganhu-, *ganhuz, *ganha-, *ganhaz, *ganhwa-, *ganhwaz?, Adj., heftig, jäh ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. jäh, Kluge s. u. jäh, DW 4, 1144, 10, 2226, EWD s. u. jäh, EWAhd 4, 14, Heidermanns 231, Duden s. u. jäh, Bluhme s. u. jaeh; Son.: vgl. afries. *gâ (2), Adj., rasch, plötzlich, jäh; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für plötzlich und heftig; F.: jäh, jähe, jähes, jähem, jähen, jäher(, jähere, jäheres, jäherem, jäheren, jäherer, jähste, jähstes, jähstem, jähsten, jähster, jähest, jäheste, jähestes, jähestem, jähesten, jähester, gäh, gähe, gähes, gähem, gähen, gäher, gähere, gäheres, gäherem, gäheren, gäherer, gähest, gäheste, gähestes, gähestem, gähesten, gähester)+EW; Z.: jäh
jähe, nhd., Adj.: nhd. jähe; Vw.: s. jäh
$jähling, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. jähling, plötzlich, unerwartet; E.: s. jäh, s. ling; L.: Kluge s. u. jäh, DW 10, 2228; GB.: vor 1350 (jæhelinge) belegte und aus jäh und ling (sowie e) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches plötzlich oder unerwartet; F.: jähling+EW; Z.: jäh-ling
$jählings, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jählings, plötzlich, unerwartet; E.: s. jähling, s. s; L.: DW 10, 2228, EWD s. u. jäh; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus jähling und s gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches plötzlich oder unerwartet; F.: jählings+EW; Z.: jäh-ling-s
Jahn, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Jahn, Grasschwade, gewisser Bezirk, vorgesteckter Raum; ne. piece of land; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. jān, jæn, st. M., Jahn, bestimmte Grundfläche bzw. der Ertrag davon, Gewinn, fortlaufende Reihe, Reihe gemähten Grases, Reihe geschnittenen Getreides, Erscheinung, Weise (F.) (2); germ.? *jēna-, *jēnaz, st. M. (a), Gang, Reihe; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jahn, Kluge s. u. Jahn, DW 10, 2229, Duden s. u. Jahn; Son.: vgl. ai. yama-, Sb., Gang, Lauf, Bahn; lit. jóti, V., reiten; toch. A yā-, V., gehen, fahren; GB.: seit um 1250 (älter lat.-lang. janus) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte Grundfläche beziehungsweise den Ertrag davon; BM.: gehen; F.: Jahn, Jahns, Jahne, Jahnen+EW; Z.: Jah-n
Jahr, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Jahr, Kalenderjahr; ne. year; Vw.: -; Hw.: s. heuer, heurig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. jār, st. N., Jahr; mnd. jār, jaer, jair, aar, iar, N., Jahr, Rechnungsjahr, Zeit; mnl. jaer, N., Jahr; ahd. jār*, st. N. (a), Jahr, Kalenderjahr, Lebensjahr; as. gēr (1), jār*, st. N. (a), Jahr; anfrk. jār*, st. N. (a), Jahr; germ. *jēra-, *jēram, *jǣra-, *jǣram, st. N. (a), Jahr; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯ōro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; weitere Herkunft unklar, s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jahr, Kluge s. u. Jahr, DW 10, 2230, EWD s. u. Jahr, EWAhd 5, 268, Falk/Torp 329, Duden s. u. Jahr, Bluhme s. u. Jahr; Son.: vgl. afries. jēr, jār, iēr, st. N. (a), Jahr; nnordfries. jer; ae. géar, st. N. (a), Jahr; an. ār (2), st. N. (a), Jahr, gutes Jahr, Fruchtbarkeit, Frühling; got. gaar, st. N. (a), Jahr, j-Rune?; got. jēr, st. N. (a), Jahr, Zeit, j-Rune; nndl. jaar, Sb., Jahr; nschw. år, N., Jahr; nnorw. år, N., Jahr; av. yār-, Sb., Jahr; gr. ὥρα (hṓra), F., Frühling, Jugendzeit, Jahreszeit, Zeitabschnitt; lat. hōrnus, Adj., heurig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die Dauer des Umlaufs der Erde um die Sonne oder eine Abfolge einer danach von Menschen bestimmten Anzahl von (12 Monden oder Monaten und (ungefähr 365) Tagen (Erdumdrehungen um die eigene Achse; BM.: gehen; F.: Jahr, Jahrs, Jahres, Jahre, Jahren+EW; Z.: Jah-r
$jähren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. jähren; Vw.: s. ver-; E.: s. Jahr, s. en; L.: Kluge s. u. Jahr, DW 10, 2239 (jahren), EWD s. u. Jahr; GB.: um 1210 belegte und aus Jahr und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Jahr sein (V.) alt werden oder alt machen oder mündig werden oder erhalten (V.); F.: jähren, jähre, jährst, jährt, jährest, jähret, jährte, jährtest, jährten, jährtet, gejährt, ##gejährt, gejährte, gejährtes, gejährtem, gejährten, gejährter##, jährend, ###jährend, jährende, jährendes, jährendem, jährenden, jährender###, jähr (!)+EW; Z.: jäh-r-en
$Jahreszeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Jahreszeit; E.: s. Jahr, s. es, s. Zeit; L.: DW 10, 2241, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Jahr und es sowie Zeit gebildete Bezeichnung für die Zeit eines Jahres und eine Zeit des Jahres wie Frühling und Sommer sowie Herbst und Winter; F.: Jahreszeit, Jahreszeiten+EW; Z.: Jah-r-es—zei-t
$Jahrgang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Jahrgang; E.: s. Jahr, s. Gang; L.: DW 10, 2242, EWD s. u. Jahr; GB.: (jārganc) seit um 1293 belegte und aus Jahr und Gang gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Erde möglichen Zeitlauf eines Jahres oder das Ergebnis eines Jahres auf der Erde beispielsweise an Wein; F.: Jahrgang, Jahrganges, Jahrgangs, Jahrgänge, Jahrgängen+EW; Z.: Jah-r—ga-ng
$Jahrhundert, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Jahrhundert; E.: s. Jahr, s. Hundert; L.: DW 10, 2243, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. saeculum aus Jahr und Hundert gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit der Entwicklung von Sprache allmählich gedanklich erfasste und danach auch durchnummerierte Gesamtheit von hundert Jahren wie beispielsweise 20. Jahrhundert von 1901 bis 2000 n. Chr.; F.: Jahrhundert, Jahrhunderts, Jahrhunderte, Jahrhunderten+EW; Z.: Jah-r—hund-er-t
$jährig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. jährig, ein Jahr alt; Vw.: s. ein-, minder-, voll-; E.: s. Jahr, s. ig; L.: DW 10, 2243, EWD s. u. Jahr; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Jahr und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches ein Jahr alt oder Jahr betreffend; F.: jährig, jährige, jähriges, jährigem, jährigen, jähriger+EW; Z.: jäh-r-ig
$jährlich, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. jährlich, Jahr betreffend, jedes Jahr geschehend; E.: s. Jahr, s. lich; L.: Kluge s. u. Jahr, DW 10, 2244, EWD s. u. Jahr; GB.: (jārlīh*) seit um 1000 belegte und aus Jahr und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches ein Jahr betreffend oder jedes Jahr geschehend; F.: jährlich, jährliche, jährliches, jährlichem, jährlichen, jährlicher+EW; Z.: jäh-r—lich
$Jahrmarkt, nhd., M., (9./10. Jh.): nhd. Jahrmarkt; E.: s. Jahr, s. Markt; L.: DW 10, 2245, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild gebildete Bezeichnung für einen an einem Ort jährlich nur einmal stattfindenden Markt; F.: Jahrmarkt, Jahrmarktes, Jahrmarkts, Jahrmärkte, Jahrmärkten+EW+FW; Z.: Jah-r—mark-t
$Jähzorn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jähzorn, jäher Zorn, plötzlicher Zorn; E.: s. jäh, s. Zorn; L.: DW 10, 2250, EWD s. u. jäh; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus jäh und Zorn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen jähen Zorn oder plötzlichen Zorn; F.: Jähzorn, Jähzorns, Jähzornes+EW; Z.: Jäh—zor-n
$jähzornig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. jähzornig, jäh zornig; E.: s. jäh, s. zornig; L.: DW 10, 2250, EWD s. u. jäh; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus jäh und zornig gebildete Bezeichnung für jäh zornig oder plötzlich zornig oder Jähzorn betreffend; F.: jähzornig, jähzornige, jähzorniges, jähzornigem, jähzornigen, jähzorniger(, jähzornigere, jähzornigeres, jähzornigerem, jähzornigeren, jähzornigerer, jähzornigst, jähzornigste, jähzornigstes, jähzornigstem, jähzornigsten, jähzornigster)+EW; Z.: jäh-zor-n-ig
Jalousie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Jalousie, Sichtschutz; ne. jalousie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. jalousie; E.: s. frz. jalousie, F., Eifersucht, Neid, Jalousie; vgl. frz. jaloux, Adj., eifersüchtig; lat. zēlus, M., Eifersucht, Nacheiferung, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ζῆλος (zēlos), M., Eifer, Wetteifer; nach Frisk 1, 613 wahrscheinlich zu gr. ζητείν (zēteín), V., aufsuchen, forschen, streben; idg. *dei̯ə- (2), *di̯ā-, *di̯ə-, *dī-, V., sich schwingen, herumwirbeln, Pokorny 187? (306/11) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Jalousie, fehlt DW, EWD s. u. Jalousie, Duden s. u. Jalousie; Son.: vgl. nndl. jaloezie, Sb., Jalousie; nschw. jalusi, Sb., Jalousie; nnorw. sjalusi, M., Jalousie; poln. żaluzja, F., Jalousie; lit. žaliuzė, F., Jalousie; GB.: seit 18. Jh belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie zu dem Schutz gegen Sonne und in dem Orient vor Wettbewerb um Frauen in einem Harem sowie zu einer Verdunkelung dienende Vorrichtung an einem Fenster eines Gebäudes; BM.: Eifer bzw. sich schwingen?; F.: Jalousie, Jalousien+FW; Z.: Ja-lou-s-ie
$jambisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. jambisch; E.: s. Jamb(us), s. isch; L.: Kluge s. u. Jambus, DW 10, 2250, EWD s. u. Jambus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Jamb(us) und isch gebildete Bezeichnung für den Versfuß Jambus des Altertums betreffend; F.: jambisch, jambische, jambisches, jambischem, jambischen, jambischer+FW+EW; Z.: jamb-isch
Jambus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jambus, ein Versfuß; ne. iamb, iambus, iambic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. iambus; E.: lat. iambus, M., Jambus, jambisches Versglied, (81-43 v. Chr.); gr. ἴαμβος (íambos), M., Jambus; Etymologie ungeklärt, nicht indogermanisch?, s. Frisk 1, 704; L.: Kluge s. u. Jambus, fehlt DW, EWD s. u. Jambus, Duden s. u. Jambus; Son.: vgl. nndl. jambe, Sb., Jambus; frz. iambe, M., Jambus; nschw. jamb, Sb., Jambus; nnorw. jambe, M., Jambus; poln. jamb, M., Jambus; kymr. iambig, M., F., Jambus; nir. iamb, M., Jambus; lit. jambas, M., Jambus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Etymologie ungeklärte vielleicht nichtindogermanische Bezeichnung für einen aus einer kurzen unbetonten und einer langen betonten Silbe bestehenden griechischen Versfuß wie beispielsweise (vierhebig) es schlug mein Herz geschwind zu Pferde; BM.: ?; F.: Jambus, Jamben+FW; Z.: Jamb-us
Jammer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Jammer, Elend, beklagenswerter Zustand, Bemitleiden; ne. misery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. jāmer, āmer, st. M., st. N., Herzeleid, schmerzliches Verlangen; mnd. jāmer, jamer, jammer, M., N., bedrängter Zustand, notvoller Zustand, Not, Bedrängnis; mnl. jammer, jamer, jamber, M., N., Jammer; ahd. jāmar* (2), st. M. (a), st. N. (a), Jammer, Betrübnis, Unglück, Sehnsucht; as. -; anfrk. -; germ. *jēmara-, *jēmaraz, *jǣmara-, *jǣmaraz, st. M. (a), Jammer; germ. *jēmara-, *jēmaram, *jǣmara-, *jǣmaram, st. N. (a), Jammer; vgl. idg. *i̯em-, *i̯eh₁m-, V., halten, paaren, bezwingen, Pokorny 505 (752/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Jammer, Kluge s. u. Jammer, EWD s. u. Jammer, DW 10, 2250, EWAhd 5, 267, Heidermanns 324, Duden s. u. Jammer, Bluhme s. u. Jammer; Son.: vgl. afries. iamer, N., Jammer; ae. -; an. -; got. -; nndl. jammer, Sb., Jammer; nschw. jämmer, N., Jammer; nnorw. jammer, M., Jammer; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Elend und einen beklagenswerten Zustand oder eine bemitleidenswerte Lage; BM.: bezwingen; F.: Jammer, Jammers+EW; Z.: Jam-m-er
$Jammerlappen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jammerlappen, Schwächling, Feigling; E.: s. Jammer, s. Lappen; L.: Kluge s. u. läppisch, fehlt DW, EWD s. u. Jammer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Jammer und Lappen gebildete Bezeichnung für einen häufig jammernden Schwächling oder einen ängstlichen Feigling; F.: Jammerlappen, Jammerlappens+EW; Z.: Jam-m-er—lap-p-en
$jämmerlich, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. jämmerlich, jammervoll, schmerzlich, traurig, kläglich; E.: s. Jammer, s. lich; L.: Kluge s. u. Jammer, DW 10, 2555, EWD s. u. Jammer; GB.: (jāmarlīh*) seit 863-871 belegte und aus Jammer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jammervoll oder schmerzlich oder traurig oder kläglich; F.: jämmerlich, jämmerliche, jämmerliches, jämmerlichem, jämmerlichen, jämmerlicher(, jämmerlichere, jämmerlicheres, jämmerlicherem, jämmerlicheren, jämmerlicherer, jämmerlichst, jämmerlichste, jämmerlichstes, jämmerlichstem, jämmerlichsten, jämmerlichster)+EW; Z.: jäm-m-er—lich
$Jämmerlichkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Jämmerlichkeit, Schmerz, Trauer, Elend; E.: s. jämmerlich, s. heit, s. keit; L.: DW 10, 2257, EWD s. u. Jammer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus jämmerlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Schmerz oder Trauer oder Elend; F.: Jämmerlichkeit, Jämmerlichkeiten+EW; Z.: Jäm-m-er—lich—kei-t
$jammern, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. jammern, klagen, stöhnen, seufzen; E.: s. Jammer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Jammer, DW 10, 2257, EWD s. u. Jammer; GB.: (jāmarōn*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus Jammer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches klagen oder stöhnen oder seufzen; F.: jammern, jammere, jammer (!), jammerst, jammert, jammerte, jammertest, jammerten, jammertet, gejammert, ##gejammert, gejammerte, gejammertes, gejammertem, gejammerten, gejammerter##, jammernd, ###jammernd, jammerndes, jammerndem, jammernden, jammernder###, jammer (!)+EW; Z.: jam-m-er-n
$jammerschade, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. jammerschade, sehr schade; E.: s. Jammer, s. schade; L.: Kluge s. u. jammerschade, DW 10, 2259, EWD s. u. Jammer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Jammer und schade zusammenrückend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches sehr schade; F.: jammerschade+EW; Z.: jam-m-er—schad-e
$Jammertal, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Jammertal, Unglück, Erde; E.: s. Jammer, s. Tal; L.: Kluge s. u. Jammertal, DW 10, 2260 (Jammerthal), EWD s. u. Jammer; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus Jammer und Tal nach lat. vallis lacrimarum (Tränental) gebildete Bezeichnung für Unglück oder Erde; F.: Jammertal, Jammertals, Jammertales, Jammertäler, Jammertälern+EW; Z.: Jam-m-er—tal
Janhagel, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Janhagel, Pöbel, hergelaufenes Volk; ne. rabble, riffraff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. Jan Hagel; E.: von einem erfundenen PN Jahn Hagel; von nndl. de hagel sla hem; L.: Kluge s. u. Janhagel, DW 10, 2263, Duden s. u. Janhagel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aus einem erfundenen Personennamen gebildete und aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für Pöbel oder hergelaufenes Volk; BM.: PN; F.: Janhagel, Janhagels+FW(+EW?); Z.: Jan—hag-el
janken, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. janken, winseln, quietschen; ne. whine (V.), wimper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. janken, sw. V., seufzen, stöhnen; mnl. janken, V., janken, winseln; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. janken, DW 10, 2263, Duden s. u. janken; Son.: vgl. nndl. janken, V., winseln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für winseln oder quietschen; BM.: lautmalend?; F.: janken, janke (!), jankst, jankt, jankest, janket, jankte, janktest, jankten, janktet, gejankt, ##gejankt, gejankte, gejanktes, gejanktem, gejankten, gejankter##, jankend, ###jankend, jankende, jankendes, jankendem, jankenden, jankender###, jank (!)+EW; Z.: jank-en
Janker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Janker, Jacke; ne. jacket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. ?; E.: Herkunft unklar, vielleicht Zusammenhang mit nhd. Jacke; L.: Kluge s. u. Janker, DW 10, 2263, Duden s. u. Janker; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit Jacke verbindbare Bezeichnung für ein kurzes seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Obergewand; BM.: Brünner?; F.: Janker, Jankers, Jankern+EW?; Z.: Jank-er
Januar, Jänner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Jänner, Januar; ne. January; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. jener (2), jenner, st. M., Jänner, Januar; mnl. januar, M., Jänner, Januar; s. lat. Iānuārius, M., Januar, Jänner, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. Iānus, M.=PN, Janus, Gott der Türen und Tore; idg. *i̯ā-, *i̯ē-, *i̯ō-, *i̯ə-, V., gehen, Pokorny 296; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jänner, Kluge s. u. Januar, DW 10, 2263 (Jänner), DW 10, 2264 (Januar), EWD s. u. Januar, EWAhd 7, 284, Duden s. u. Januar; Son.: vgl. nndl. januari, Sb., Januar, Jänner; frz. janvier, M., Januar, Jänner; nschw. januari, Sb., Januar, Jänner; nnorw. januar, Sb., Januar, Jänner; kymr. Ionawr, M., Januar, Jänner; nir. Eanáir, M., Januar, Jänner; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den ersten Monat jeden Jahres in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Dezember und Februar; BM.: gehen; F.: Januar, Januars, Januare, Januaren, Jänner, Jänners, Jännern+FW(+EW); Z.: Ja-n-u-ar
jappen, nhd. (dial.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. jappen, japsen, nach Luft schnappen; ne. pant (V.); Vw.: -; Hw.: s. japsen; Q.: 18. Jh.?; E.: mnd. jāpen, jappen, sw. V., „jappen“, Mund aufreißen, schwer atmen, nach Luft schnappen, gähnen; vgl. germ. *gap-, sw. V., gaffen; vgl. idg. *g̑ʰē- (2), *g̑ʰə-, *g̑ʰeh₂-, *g̑ʰh₂-, *g̑ʰēi-, *g̑ʰī-, *g̑ʰeh₁i-, V., gähnen, klaffen, Pokorny 419 (605/21) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. jappen, Kluge s. u. jappen, DW 10, 2264, EWD s. u. jappen, Duden s. u. jappen, Bluhme s. u. jappen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie teilweise für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches nach Luft schnappen; BM.: gähnen; F.: jappen, jappe, jappst, jappt, jappest, jappet, jappte, japptest, jappten, japptet, gejappt, ##gejappt, gejappte, gejapptes, gejapptem, gejappten, gejappter##, jappend, ###jappend, jappende, jappendes, jappendem, jappenden, jappender###, japp (!)+EW; Z.: ja-p-p-en
japsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. japsen, jappen; ne. pant (V.); Vw.: -; Hw.: s. jappen; Q.: 19. Jh.; E.: s. jappen; L.: Kluge s. u. jappen, fehlt DW, EWD s. u. japsen, Duden s. u. japsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit jappen verbindbare sowie damit teilweise für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches nach Luft schnappen; BM.: gähnen; F.: japsen, japse, japsst (!), japst, japsest, japset, japste, japstest, japsten, japstet, gejapst, ##gejapst, gejapste, gejapstes, gejapstem, gejapsten, gejapster##, japsend, ###japsend, japsende, japsendes, japsendem, japsenden, japsender###, japs (!)+EW; Z.: ja-p-s-en
Jargon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jargon, Slang, Gruppensprache; ne. jargon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. jargon; E.: s. frz. jargon, M., Jargon, unverständliches Gerede, Kauderwelsch; aus vorromanisch *gargone, Sb., Gezwitscher, Geschwätz; von einem Stamm *garg-; L.: Kluge s. u. Jargon, fehlt DW, EWD s. u. Jargon, Duden s. u. Jargon; Son.: vgl. nndl.jargon, Sb., Jargon; nschw. jargong, Sb., Jargon; nnorw. sjargong, M., Jargon; poln. żargon, M., Jargon; kymr. jargon, M., F., Jargon; lit. žargonas, M., Jargon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Vorromanischen aufgenommene sowie mit einem Stamm *garg verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche in einem Beruf oder einer Gruppe oder einem Milieu gebrauchte Sondersprache; BM.: schwatzen?; F.: Jargon, Jargons+FW; Z.: Jarg-on
Jarmulke, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Jarmulke, Kippa, jüdische Samtkappe; ne. yarmulka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. jidd. yarmelke, yarmolke; E.: s. jidd. yarmelke, yarmolke, Sb., Yarmulke; von poln. jarmułka, F., Yarmulke?, Käppchen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Jarmulke; Son.: vgl. nndl. jarmoelke, Sb., Jarmulke; frz. yrmoulke, F.?, Jarmulke; nschw. yarmulke, Sb., Jarmulke; nnorw. yarmulke, yarmulka, yarmelke, M., Jarmulke; lit. jarmulka, F., Jarmulke; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Jiddischen sowie mittelbar dem Polnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von männlichen Juden aus Ehrfurcht vor Gott (teilweise immer) getragene kleine kreisförmige Samtkappe oder Kippa; BM.: Käppchen; F.: Jarmulke, Jarmulkes, Jarmulka+FW; Z.: Jarmulk-e
Jasmin, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Jasmin, eine Zierpflanze; ne. jasmine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. jazmín; E.: s. span. jazmín, M., Jasmin, arab. yāsamīn, Sb., Jasmin; pers. yāsaman, Sb., Jasmin; L.: Kluge s. u. Jasmin, DW 10, 2265, EWD s. u. Jasmin, Duden s. u. Jasmin; Son.: vgl. nndl. jasmijn, Sb., Jasmin; frz. jasmin, M., Jasmin; nschw. jasmin, Sb., Jasmin; nnorw. jasmin, M., Jasmin; poln. jaśmin, M., Jasmin; kymr. jasmin, M., Jasmin; nir. seasmain, F., Jasmin; lit. jazminas, M., Jasmin; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen zu den Ölbaumgewächsen gehörenden und aus dem Himalaja kommenden wohl schon vormenschlichen weiß blühenden und stark duftenden Zierstrauch; BM.: ?; F.: Jasmin, Jasmins, Jasmine, Jasminen+FW(+EW); Z.: Jasmin
Jaspis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Jaspis, ein Halbedelstein; ne. jasper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. jaspis, jaspes, jaspin, st. M., „Jaspis“, Edelstein; mnd. jaspis (1), M., Jaspis (ein Edelstein); lat. iaspis, F., Jaspis, (39-65 n. Chr.); gr. ἴασπις (íaspis), F., Jaspis; Herkunft aus dem Orient?; L.: DW 10, 2266, EWD s. u. Jaspis, Duden s. u. Jaspis; Son.: vgl. nndl. jaspis, Sb., Jaspis; frz. jaspe, M., Jaspis; nschw. jaspis, Sb., Jaspis; nnorw. jaspis, M., Jaspis; poln. jaspis, M., Jaspis; nir. seaspar, M., Jaspis; lit. jaspis, M., Jaspis; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und mittelbar wohl aus dem Orient aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches undurchsichtiges und intensiv in verschiedenen Farben gefärbtes und zu einem Teil gebändertes und als Schmuckstein verwendetes sowie mit Quarz und Chalcedon verwandtes Mineral (Halbedelstein); BM.: ?; F.: Jaspis, Jaspisses, Jaspisse, Jaspissen+FW; Z.: Jaspis
Jass, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Jass, ein Kartenspiel; ne. a card game; Vw.: -; Hw.: s. Nell; Q.: 19. Jh.; I.: nndl. Lw.?; E.: vielleicht aus dem Niederländischen eingeführt, wo es die Spielkarte jas, Sb., Trumpfbauer gibt; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Jass, DW 10, 2266, Duden s. u. Jass; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuniederländischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein besonders in der Schweiz und Vorarlberg beliebtes Kartenspiel; BM.: ?; F.: Jass, Jasses+EW?; Z.: Jass
jäten, gäten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. jäten, auszupfen, ausgrasen, entfernen; ne. weed (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. jeten, st. V., jäten; mnd. jēden, sw. V., jäten; mnl. gheden, geden, V., jäten; ahd. jetan*, getan*, st. V. (5), jäten, ausreißen, ausreißen von Unkraut, hacken, Unkraut entfernen; as. gedan*, st. V. (5), jäten; anfrk. gedan*, st. V. (5), jäten; germ. jedan, st. V., jäten; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. gäten, Kluge s. u. jäten, DW 10, 2267, EWD s. u. jäten, EWAhd 5, 289, Falk/Torp 329, Seebold 286, Duden s. u. jäten, Bluhme s. u. jaeten; GB.: (jetan) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Ackerbau mögliches Unkraut auszupfen oder ausgrasen oder entfernen; BM.: ?; F.: jäten, jäte, jätest, jätet, jätete, jätetest, jäteten, jätetet, gejätet, gejätete, ##gejätete, gejätetes, gejätetem, gejäteten, gejäteter##, jätend, ###jätend, jätende, jätendes, jätendem, jätenden, jätender###, jät (!), gäten, gäte, gätest, gätet, gätete, gätetest, gäteten, gätetet, gegätet, ##gegätet, gegätete, gegätetes, gegätetem, gegäteten, gegäteter##, gätend, ###gätend, gätende, gätendes, gätendem, gätenden, gätender###, gät (!)+EW; Z.: jät-en
Jauche, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Jauche, stinkende trübe Flüssigkeit, flüssiger Dünger; ne. sewage, muck (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: mhd. jūche, F., Jauche; mnd. jǖche, F., Jauche (Bedeutung jünger), auf Fleisch gekochte Brühe, Sauce, Suppe, slaw. jucha, Sb., Jauche?; Kluge s. u. Jauche; L.: Kluge 1. A. s. u. Jauche, Kluge s. u. Jauche, DW 10, 2268, EWD s. u. Jauche, Duden s. u. Jauche, Bluhme s. u. Jauche; GB.: seit 1347-1359 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den übel riechenden flüssigen Dünger aus tierischen Fäkalien; BM.: ?; F.: Jauche, Jauchen+FW+EW; Z.: Jauch-e
$jauchen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. jauchen, mit Jauche versehen (V.); Vw.: s. ver-; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Jauch(e), s. (e)n; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jauche; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Jauch(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches mit Jauche versehen (V.); F.: jauchen (!), jauche (!), jauchst, jaucht, jauchest, jauchet, jauchte, jauchtest, jauchten, jauchtet, gejaucht, ##gejaucht, gejauchte, gejauchtes, gejauchtem, gejauchten, gejauchter##, jauchend, ###jauchend, jauchende, jauchendes, jauchendem, jauchenden, jauchender###, jauch (!)+FW+EW; Z.: jauch-en
jauchzen, juchzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. jauchzen, ausgelassen schreien, lärmen, laut erfreut rufen; ne. shout (V.) with glee; Vw.: -; Hw.: s. juchhe; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. jūchezen, sw. V., schreien, jubeln, jauchzen; mnd. jūchen (1), juchen, sw. V., juchen, jauchzen, jubilieren, schreien; ahd. *juhhazzen?, sw. V. (1a), jauchzen, juchzen; vgl. idg. *i̯ū- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. jauchzen, Kluge s. u. jauchzen, DW 10, 2346, EWD s. u. jauchzen, Duden s. u. jauchzen, Bluhme s. u. jauchzen; Son.: vgl. nndl. juichen, V., juchzen; GB.: (jūchezen) seit 1462-1465 belegte und für das Althochdeutsche erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches laut erfreut rufen; BM.: juhu, lautmalend?; F.: jauchzen, jauchze, jauchzst, jauchzt, jauchzest, jauchzet, jauchzte, jauchztest, jauchzten, jauchztet, gejauchzt, ##gejauchzt, gejauchzte, gejauchztes, gejauchztem, gejauchzten, gejauchzter##, jauchzend, ###jauchzend, jauchzende, jauchzendes, jauchzendem, jauchzenden, jauchzender###, jauchz (!), juchzen, juchze, juchzst (!), juchzt, juchzest, juchzet, juchzte, juchztest, juchzten, juchztet, gejuchzt, ##gejuchzt, gejuchzte, gejuchztes, gejuchztem, gejuchzten, gejuchzter##, juchzend, ###juchzend, juchzende, juchzendes, juchzendem, juchzenden, juchzender###, juchz (!)+EW; Z.: jau-ch-z-en
$Jauchzer, Juchzer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Jauchzer, ein Jubelruf; E.: s. jauchz(en), s. er (Suff.); L.: DW 10, 2271, EWD s. u. jauchzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus jauchz(en) und er gebildete Bezeichnung für einen Menschen seit Entwicklung von Sprache möglichen Jubelruf; F.: Jauchzer, Jauchzers, Jauchzern, Juchzer, Juchzers, Juchzern+EW; Z.: Jau-ch-z-er
jaulen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. jaulen, winseln, heulen; ne. yelp (V.), yowl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; E.: aus dem Niederdeutschen; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. jaulen, DW 10, 2271, EWD s. u. jaulen, Duden s. u. jaulen, Bluhme s. u. jaulen; Son.: vgl. nschw. yla, V., jaulen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches laut und misstönend winseln oder heulen; BM.: lautmalend; F.: jaulen, jaule, jaulst, jault, jaulest, jaulet, jaulte, jaultest, jaulten, jaultet, gejault, ##gejault, gejaulte, gejaultes, gejaultem, gejaulten, gejaulter##, jaulend, ###jaulend, jaulende, jaulendes, jaulendem, jaulenden, jaulender###, jaul (!)+EW; Z.: jaul-en
Jause, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Jause, Mahlzeit, kleine Zwischenmahlzeit; ne. snack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh., (Glosse); E.: mhd. jūse, sw. F., Jause, Imbiss; mhd. jūs, st. M., Jause, Zwischenmahlzeit, Imbiss, Schwelgen, Schwelgerei; vgl. sloven. júzina, Sb., Mittagessen; zu sloven. júg, Sb., Süden, Mittag; L.: Kluge s. u. Jause, DW 10, 2272, EWD s. u. Jause, EWAhd 7, 327, Duden s. u. Jause, Bluhme s. u. Jause; GB.: (jūse) seit 12. Jh. belegte und aus dem Slowenischen aufgenommene und umgebildete sowie nach dem Mittag oder Süden benannte Bezeichnung für eine kleine Zwischenmahlzeit; BM.: Mittag; F.: Jause, Jausen+FW+EW; Z.: Jaus-e
$jausen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. jausen; E.: s. Jaus(e), s. en; L.: DW 10, 2272, EWD s. u. Jause; GB.: seit 1408/1410 belegte und aus Jaus(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und seit Einführung fester Mahlzeiten entwickeltes eine kleine Zwischenmahlzeit einnehmen; F.: jausen, jause, jausst (!), jaust, jausest, jauset, jauste, jaustest, jausten, jaustet, gejaust, ##gejaust, gejauste, gejaustes, gejaustem, gejausten, gejauster##, jausend, ###jausend, jausende, jausendes, jausendem, jausenden, jausender###, jaus (!)+FW+EW; Z.: jaus-en
$jawohl, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jawohl; E.: s. ja, s. wohl; L.: fehlt DW, EWD s. u. ja; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ja und wohl gebildete verstärkende Bezeichnung für ja; F.: jawohl+EW; Z.: ja—woh-l
$Jawort, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Jawort, Zusage, Einwilligung; E.: s. ja, s. Wort; L.: Kluge s. u. Jawort, DW 10, 2273, EWD s. u. ja; GB.: seit 16. Jh. (älter mnd.) belegte und aus ja und Wort gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche sowie durch ja ausgedrückte feste Zusage oder Einwilligung; F.: Jawort, Jaworts, Jawortes, Jaworte, Jaworten+EW; Z.: Ja—wor-t
Jazz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jazz, eine Musikrichtung; ne. jazz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. jazz; E.: s. ne. jazz, N., Jazz; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Jazz, fehlt DW, EWD s. u. Jazz, Duden s. u. Jazz; Son.: vgl. nndl. jazz, Sb., Jazz; frz. jazz, M., Jazz; nschw. jazz, Sb., Jazz; nnorw. jazz, M., Jazz; poln. jazz, M., Jazz; kymr. jazz, jas, M., Jazz; lit. džiazas, M., Jazz; GB.: seit ab 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine aus der Volksmusik von Afroamerikanern in Nordamerika entwickelte Musikrichtung; BM.: ?; F.: Jazz+FW; Z.: Jazz
$jazzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. jazzen, Jazz spielen; E.: s. Jazz, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jazz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Jazz und en (Suff.) unter Aufnahme von ne. jazz gebildete Bezeichnung für sachlich ab etwa 1900 mögliches Jazz spielen; F.: jazzen, jazze, jazzst, jazzt, jazzest, jazzet, jazzte, jazztest, jazzten, jazztet, gejazzt, ##gejazzt, gejazzte, gejazztes, gejazztem, gejazzten, gejazzter##, jazzend, ###jazzend, jazzende, jazzendes, jazzendem, jazzenden, jazzender###, jazz (+) FW(+EW); Z.: jazz-en
$Jazzer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jazzer; E.: s. Jazz, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jazz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Jazz sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Jazz spielenden Musiker; F.: Jazzer, Jazzers, Jazzern+FW(+EW); Z.: Jazz-er
je, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. je, immer, irgend einmal; ne. ever, always; Vw.: s. -der, -dweder, -glich, -mals, -mand, -ner; Hw.: s. jetzt; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ie, Adv., immer, je; mnd. ie (1), ī, jē, jī, Adv., zu irgendeiner Zeit, jemals, je, zu aller Zeit, immer; mnl. ie, je, Adv., je; ahd. io, eo, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer; as. eo, io, ia*, gio, Adv., je, immer; anfrk. io, ie, Adv., immer; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. je, Kluge s. u. je, DW 10, 2274, EWD s. u. je, EWAhd 5, 139, Duden s. u. je, Falk/Torp 2, Bluhme s. u. je; Son.: vgl. afries. -; ae. ǣ (3), Adv., je; ae. ā (2), ō (1), Adv., je, immer, beständig, ewig; ae. āwa, Adv., immer; an. ei (1), Adv., immer; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Adverb) für von einer bestimmten Bedingung abhängig, immer, irgend einmal; BM.: Lebenskraft?; F.: je+EW; Z.: je
Jeans, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.): nhd. Jeans, Jeanshose, eine Vielzweckhose; ne. jeans; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. (blue) jeans); E.: s. ne. (blue) jeans, N. Pl., Jeans; vgl. me. gēne, jene, Sb., ein Baumwollstoff; wohl letztlich von Genua, ON, Genua; dessen Herkunft ungeklärt, kelt.?, ligur.?, vielleicht auch von lat. genu, N., Knie; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jeans, fehlt DW, EWD s. u. Jeans, DW2 5, 480 (Blue Jeans), Duden s. u. Jeans; Son.: vgl. nndl. jeans, Sb. Pl., Jeans; frz. jean, M., Jeans; nschw. jeans, Sb. Pl., Jeans; nnorw. jeans, Sb. Pl., Jeans; poln. dżinsy, Sb. Pl., Jeans; lit. džinsai, M. Pl., Jeans; GB.: seit 20. Jh. belegte und letztlich mit dem wohl ungeklärten ON Genua verbindbare Bezeichnung für eine aus einem besonders dicken meist blau gefärbten Baumwollstoff gefertigte Vielzweckhose; BM.: aus Genua stammender Stoff?; F.: Jeans+FW; Z.: Jean-s
Jeck, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Jeck, Karnevalsnarr; ne. reveler; Vw.: -; Hw.: s. Geck; Q.: 17. Jh.; E.: Lautvariante zu Geck, letztlich lautmalend; L.: Kluge s. u. Jeck, DW 10, 2284, Duden s. u. Jeck; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl letztlich lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Karnevalsnarren; BM.: lautmalend; F.: Jeck, Jecken+EW; Z.: Jeck
$jedenfalls, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jedenfalls, in jedem Falle; Q.: um 1700; E.: s. jeder, s. Fall, s. d; L.: DW 10, 2284, EWD s. u. jeder; GB.: um 1700 belegte und aus jeder und (e)n sowie Fall und s gebildete Bezeichnung für in jedem Falle; F.: jedenfalls+EW; Z.: je-d-en—fal-l-s
jeder, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. jeder, alle; ne. each (Pron.); Vw.: -; Hw.: s. jedweder; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. ieder (1), Indef.-Pron., jeder, jede, jedes; mhd. iewëder, ieder, Pron., Adj., jeder; mnd. īder, īeder, ieder, jēder, idder, īdel, iddel, Pron., jeder; ahd. iowedar*, Indef.-Pron., jeder, jedweder, jeder von beiden, ein jeder; as. eohwethar*, Indef.-Pron., jeder von zweien; anfrk. -; von wgerm. *aiwin-gi-hweþera; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. jeder, Kluge s. u. jeder, DW 10, 2285, EWD s. u. jeder, EWAhd 5, 147, Duden s. u. jeder, Bluhme s. u. jeder; Son.: Indef.-Pron.; vgl. afries. -; ae. ǣghwæþer, ǣgþer, Pron., Adv., jeder von beiden, beide; an. -; got. -; GB.: (iowedar) seit 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jeden oder alle Einzelnen einer Gesamtheit ohne Ausnahme; BM.: Lebenskraft?; F.: jeder, jede, jedes, jedem, jeden+EW; Z.: je-d-er
$jedermann, nhd., Pron., (13. Jh.?): nhd. jedermann, jeder; E.: s. jeder, s. Mann; L.: EWD s. u. jeder; Son.: Indef.-Pron.; GB.: (iederman) seit 1285-1290 belegte und aus jeder und Mann gebildete Bezeichnung für alle Einzelnen einer Gesamtheit ohne Ausnahme; F.: jedermann+EW; Z.: je-d-er—man-n
$jedesmal, jedes Mal, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jedes Mal, jedesmal, stets, immer; E.: s. jede®, s. s, s. Mal; L.: DW 10, 2293, EWD s. u. jeder; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus jede® und s sowie Mal gebildete Bezeichnung für stets oder immer; F.: jedesmal+EW; Z.: je-d-es—ma-l
jedweder, nhd. (ält.), Pron., (11. Jh.): nhd. jedweder, jeder, alle; ne. each; Vw.: -; Hw.: s. jeder; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. ietweder, ieweder, Indef.-Pron., jeder von beiden, jeder von zweien, beide, jedweder; s. nhd. je, weder; L.: Kluge 1. A. s. u. jeder, Kluge s. u. jedweder, DW 10, 2295, Duden s. u. jedweder; Son.: Indef.-Pron.; GB.: seit 1060-1080 belegte und aus je und d sowie weder gebildete Bezeichnung für alle Einzelnen einer Gesamtheit ohne Ausnahme; BM.: Lebenskraft; F.: jedweder, jedwede, jedwedes, jedwedem, jedweden+EW; Z.: je-d-we-d-er
Jeep, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jeep, Geländefahrzeug; ne. jeep; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1945; I.: Lw. ne. jeep; E.: ne. jeep, N., Jeep; gebildet aus den Initialen GP, general purpose; unter Einfluss von Eugene the Jeep, einer Comicfigur; L.: Kluge s. u. Jeep, fehlt DW, EWD s. u. Jeep, Duden s. u. Jeep; Son.: vgl. nndl. jeep, Sb., Jeep; frz. jeep, M., Jeep; nschw. jeep, Sb., Jeep; nnorw. jeep, M., Jeep; poln. jeep, M., Jeep; kymr. jîp, M., Jeep; nir. síp, F., Jeep; lit. džipas, M., Jeep; GB.: seit nach 1945 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus den Buchstaben g (für general) und p (für purpose) gebildete Bezeichnung für ein besonders in dem Heer der Vereinigten Staaten von Amerika verwendetes geländegängiges Personenkraftfahrzeug; BM.: Abkürzung und Comicfigur; F.: Jeep, Jeeps+FW; Z.: Jee-p
jeglich, nhd., Pron., Adj., (8. Jh.): nhd. jeglich, jeglicher, jeder, alle; ne. every, any, each; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. iegelich, ieclich, iclich, Pron., Adj., jeglicher, jeder; mnd. iegelīk, īgelīk, igelik, īklīk, jēgelīk, jechlīk, jēclīk, Pron., jeglicher, jeder, jeglich; mnd. iuwelīk, iuwelk, yuwelīk, yuwelk, yuewelīk, yuewelk, jūwelīk, juwelk, ǖwelīk, Pron.-Adj., subst. Pron., jeder, jeglich; mnl. iegelijc, Adj., jeglich; ahd. iogilīh, Indef.-Pron., Adj., jeglicher, jeder, ein jeglicher, ein jeder, jeder einzelne, ganz, all; vgl. ahd. io, eo, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); ahd. gilīh, Adj., gleich, ähnlich, jemandem ähnlich, gleichgestaltig, gleichgeartet, ebenbürtig, gleichwertig; germ. *galeika-, *galeikaz, *galīka-, galīkaz, Adj., gleich; s. idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *lē̆ig- (2)?, *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. jeder, Kluge s. u. jeglich, DW 10, 2296, EWD s. u. jeglich, EWAhd 5, 142, Duden s. u. jeglich, Bluhme s. u. jeglich; GB.: (iogilīh) seit 8. Jh. belegte und aus je und gleich gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für alle Einzelnen einer Gesamtheit ohne Ausnahme; BM.: Lebenskraft, gleich; F.: jeglich, jegliche, jegliches, jeglichem, jeglichen, jeglicher+EW; Z.: je-g-lich
$jein, nhd., Adv., Partikel, (20. Jh.): nhd. jein; E.: s. j(a), s. (n)ein; L.: Kluge s. u. jein, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus j(a) und (n)ein gebildete Bezeichnung für eine vielfach scherzhaft verwendete Wortkreuzung aus j(a) und (n)ein; F.: jein+EW; Z.: j—ei-n
...jekt, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. ...jekt; ne. ...ject; Vw.: s. Ob-, Pro-, Sub-; Hw.: s. ...jektion, ...jektiv (1), ...jektiv (2), ...jektor; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...iectum, Suff., ...jekt, lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ject, Suff., ...jekt; frz. ...jet, Suff., ...jekt; nschw. ...jekt, Suff., ...jekt; nnorw. ...jekt, Suff., ...jekt; poln. ...jekt, Suff., ...jekt; lit. ...jektas, Suff., ...jekt; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...jekt, ...jekts, ...jektes, ...jekte, ...jekten+FW(+EW); Z.: -je-k-t
...jektion, nhd., F.., (17. Jh.?): nhd. ...jektion; ne. ...jection; Vw.: s. In-, Inter-, Pro-; Hw.: s. ...jekt, ...jektiv (1), ...jektiv (2), ...jektor; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mlat. iectio, F., Geldstrafe für Verfahrensfehler, Feststellung des Nicht-Einhaltens eines Termins, (864); vgl. lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...jectie, Suff., ...jektion; frz. ...jection, Suff., ...jektion; nschw. ...jektion, Suff., ...jektion; nnorw. ...jeksjon, Suff., ...jektion; lit. ...jekcija, Suff., ...jektion; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...jektion, ...jektionen+FW(+EW); Z.: -je-k-t-io-n
...jektiv (1), nhd., N., 17. Jh.?: nhd. ...jektiv; ne. ...jective; Vw.: s. Ad-, Ob-; Hw.: s. ...jekt, ...jektion, ...jektiv (2), ...jektor; Q.: 17. Jh?; I.: lat. Lw.; E.: s. ...iectīvum, Suff., ...jektiv; vgl. lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...jektief, Suff., ...jektiv; frz. ...jectif, Suff., ...jektiv; nschw. ...jektiv, vnnorw. ...jektiv, Suff., ...jektiv; poln. ...iektyw, Suff., ...jektiv; lit. ...jektyvas, Suff., ...jektiv; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung neutraler Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...jektiv, ...jektivs, ...jektives, ...jektive, ...jektiven+FW(+EW); Z.: -je-k-t-iv
...jektiv (2), nhd., Adj., 18. Jh.?: nhd. ...jektiv; ne. ...jective; Vw.: (s. ob-,) s. sub-; Hw.: s. ...jekt, ...jektion, ...jektiv (1), ...jektor; Q.: 18. Jh.?‘; I.: lat. Lw.; E.: s. ...iectīvus, Suff., ...jektiv; vgl. lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...jectief, Suff., ...jektiv; frz. ...jectif, Suff., ...jektiv; nschw. ...jektiv, Suff., ...jektiv; nnorw. ...jektiv, Suff., ...jektiv; poln. ...iektywny, Suff., ...jektiv; lit. ...jektyvus, Suff., ...jektiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; .: ...jektiv, ...jektive, ...jektives, ...jektivem, ...jektiven, ...jektiver(, ...jektivere, ...jektiveres, ...jektiverem, ...jektiveren, ...jektiverer, ...jektivst, ...jektivste, ...jektivstes, ...jektivstem, ...jektivsten, ...jektivster)+FW(+EW); Z.: -je-k-t-iv
...jektor, nhd., M, (19. Jh.?): nhd. ...jektor; ne. ...jector; Vw.: s. Pro-; Hw.: s. ...jekt, ...jektion, ...jektiv (1), ...jektiv (2); Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mlat. ...jector, Suff., ...jektor; vgl. lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...jector, Suff., ...jektor; frz. ...jecteur, Suff., ...jektor; nschw. ...jektor, Suff., ...jektor; nnorw. ...jektor, Suff., ...jektor; poln. ...ektor, Suff., ...jektor; lit. ...jektorius, Suff., ...jektor; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: werfen; F.: ...jektor, ...jektors, ...jektoren+FW; Z.: -je-k-t-or
$Jelängerjelieber, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Jelängerjelieber; E.: s. je, s. lang. s. er (Suff.), s. je, s. lieb, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Jelängerjelieber, DW 10, 1199; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus je und länger sowie je und lieber gebildete Bezeichnung für eine kleine vielleicht schon vormenschliche schwach giftige Pflanze (Geißblatt) oder den roten Nachtschatten; F.: Jelängerjelieber, Jelängerjeliebers, Jelängerjeliebern+EW; Z.: Je—lä-ng-er—je—lieb-er
jemals, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. jemals, irgendwann; ne. ever (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. je, Mal (1); L.: Kluge s. u. jemals, DW 10, 2300, EWD s. u. jemals, Duden s. u. jemals; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus je und Mal (1) sowie s gebildete Bezeichnung irgendeines in der Vergangenheit oder Zukunft liegenden Zeitpunkts (irgendwann); BM.: Lebenskraft, dunkel?; F.: jemals+EW; Z.: je—ma-l-s
jemand, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. jemand, irgendwer, irgendein bestimmter Mensch; ne. someone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. jeman, jemen, Indef.-Pron., jemand; mhd. ieman, iemen, Pron., Subst., jemand; mhd. ieman, Indef.-Pron., jemand; mnd. ēmant, ēment, ēman, Pron., jemand; mnd. iemant, iement, iemment, Pron., jemand, jeder, jedermann; mnd. ieman, iman, iemen, īman, gēmen, jümman, jüman, Pron., jemand, jeder, jedermann; mnl. ieman, iemant, iemen, iemoont, Indef.-Pron., jemand; ahd. ioman, Indef.-Pron., jemand, irgendjemand, irgendeiner; as. eoman*, eomann*, ioman*, iomann*, Indef.-Pron., jemand, jeder; anfrk. ieman, Indef.-Pron, jemand; ahd. io, eo, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); ahd. man (1), st. M. (athem.), Mann, Mensch, Krieger, Soldat, Gefolgsmann, Knecht, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. jeder, Mann, Kluge s. u. jemand, DW 10, 2301, EWD s. u. jemand, EWAhd 5, 144, Duden s. u. jemand; Son.: Indef.-Pron.; GB.: vielleicht seit um 790 belegte und aus je und Man(n) und d gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für irgendeinen bestimmten Menschen; BM.: Lebendkraft, denken; F.: jemand, jemands, jemandes, jemandem, jemanden+EW; Z.: je—man-d
jemine, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. jemine, oje; ne. my goodness!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: zusammengezogen aus Jesu domine, Redewendung, Herr Jesus; lat. Iēsūs, M.=PN, Jesus, Josua; gr. Ἰησοῦς (Iēsūs), M.=PN, Jesus; aram. Jeschua, Yeshua, M.=PN, Jesus; Vorderglied von der Gottesbezeichnung Jahwe; Hinterglied entweder von hebr. schua, V., edel sein (V.), um Hilfe rufen; oder hebr. yascha, V., retten, helfen; lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. jemine, DW 10, 2304, Duden s. u. jemine; Son.: vgl. nndl. jeminee, Interj., jemine; ndän. jemini, Interj., jemine; nnorw. jemini, Interj., jemine; Son.: zusammengezogen um die Nennung des heiligen Namens (Jesu domine) abzuschwächen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Hebräischen und Lateinischen des Altertums zusammengezogene und aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung des Erstaunens oder Erschreckens (oje); BM.: Redewendung; F.: jemine+FW(+EW?); Z.: je-m-in-e
jener, nhd., Pron., Pron.-Adj., (9. Jh.): nhd. jener, der dort drüben; ne. that one; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Pariser Gespräche); E.: mhd. jener (1), ener, Dem.-Pron., jener; mhd. jenere, Pron.-Adj., jener, jenseitig, jenseits gelegen; mnd. jēne, jenne, jönne, jonne, gēme, Pron., jener, derjenige; mnl. gene, gone, geune, Dem.-Pron., jener; ahd. jenēr*, enēr, Dem.-Pron., Pron.-Adj., jener; germ. *jaina-, *jainaz, Dem.-Pron., der, jener; idg. *oni̯o-, Pron., jener, Pokorny 320; s. idg. *eno-, *ono-, no-, ne- (2), h₂no-, h₁no-, Pron., jener, Pokorny 319 (467/48) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ital., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. jener, Kluge s. u. jener, DW 10, 2304, EWD s. u. jener, EWAhd 5, 282, Falk/Torp 328, Duden s. u. jener; Son.: Dem.-Pron. s. as. gendro, Adv., diesseits; mnd. ginder, gender, Adv., dort; as. genower, ginuwar, Adv., dort; vgl. afries. jena, jene, iene, jen, Dem.-Pron., jener, derjenige; nfries. jinge; ae. geon, Pron., jener; an. inn (1), best. Art., der; got. jains, Adj. Pron. (a), jener; ai. ana-, Pron.; lit. ans, Pron.; ksl. onu, Pron.; heth. anni, Pron.; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Pronomen) für eine von dem sprechenden Menschen räumlich entferntere Person oder Sache (der dort drüben); BM.: ?; F.: jener, jene, jenes, jenem, jenen+EW; Z.: jen-er
jenisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. jenisch, in der Sprache der Fahrenden seiend, Landfahrer betreffend; ne. Yeniche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Selbstbezeichnung abgeleitet von romani dsan-, V., wissen; L.: Kluge s. u. jenisch, DW 10, 2310, Duden s. u. jenisch; Son.: vgl. frz. yéniche, Adj., jenisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus romani dsan- und isch gebildete Bezeichnung für Landfahrer betreffend; BM.: wissen?; F.: jenisch, jenische, jenisches, jenischem, jenischen, jenischer+FW(+EW); Z.: jen-isch
$jenseits, nhd., Präp., (16. Jh.): nhd. jenseits, auf der anderen Seite; E.: s. jen(er), s. Seit(e), s. s; L.: Kluge 1. A. s. u. jener, DW 10, 2311, EWD s. u. jener, Seite; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus jen(er) und Seit(e) sowie s gebildete Bezeichnung für eine entfernte Seite betreffend oder auf der anderen Seite; F.: jenseits+EW; Z.: jen—sei-t-s
$Jenseits, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Jenseits, (nach dem Tode) jenseitige Welt; E.: s. jenseits; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. jener; GB.: seit um 1800 belegte und aus jenseits gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht von Menschen mögliche Vorstellung einer nach dem Tode jenseits des Lebens denkbaren (anderen) Welt; F.: Jenseits+EW; Z.: Jen—sei-t-s
Jeremiade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Jeremiade, wehleidige Klage; ne. jeremiad, lament (N.); Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw.; E.: von dem PN Jeremias (Verfasser von Klageliedern) nach dem Vorbild Ilias - Iliade; s. lat. Ieremiās, Hieremīās, M.=PN, Jeremias, Jeremiah; aus dem Hebr., den Gott erhöht; L.: DW 10, 2312, EWD s. u. Jeremiade, Duden s. u. Jeremiade; Son.: vgl. nndl. jeremiade, Sb., Jeremiade; nschw. jeremiad, Sb., Jeremiade; nnorw. jeremiade, M., Jeremiade; poln. jeremiada, F., Jeremiade; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem biblisch-hebräischen PN Jeremi(as) und dem Suffix de gebildete Bezeichnung für eine wortreiche und wehleidige Klage; BM.: PN; F.: Jeremiade, Jeremiaden+FW(+EW); Z.: Jeremia-d-e
Jersey, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jersey, gewirkter Maschenstoff, ein Hemd, ein eng anliegendes Sportleibchen; ne. jersey; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. jersey; E.: s. ne. jersey, N., Jerseystoff, Trikot; vgl. Jersey, ON, Jersey; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus dem Altnordischen; die Endung …ey s. an. ey, st. F. (jō), Insel; germ. *awjō, st. F. (ō), Au, Wasserland, Wasser, Insel; s. idg. *akᵘ̯ā, *əkᵘ̯ā, *ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯-, *h₂akᵘ̯-, *h₂ēkᵘ̯-, *h₂ekᵘ̯eh₂-, Sb., Wasser, Fluss, Pokorny 23 (48/48) (RB. idg. aus ind.?, ill., ital., kelt.?, germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jersey, Duden s. u. Jersey; Son.: vgl. nndl. jersey, Sb., Jersey; frz. jersey, M., Jersey; nschw. jerseytrja, Sb., Jersey; nnorw. jersey, M., Jersey; poln. dżersej, M., Jersey; kymr. jersi, F., Jersey; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und nach einem ON gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus dem Altnordischen kommende sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen feinmaschig gewebten Kleiderstoff beziehungsweise für ein eng anliegendes Sportleibchen; BM.: ON; F.: Jersey, Jerseys+FW; Z.: Jers-ey
Jet, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jet, Düsenflugzeug; ne. jet (N.); Vw.: s. -set; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. jet; E.: s. ne. jet, M., Jet, Düse, Strahl; vgl. frz. jeter, V., werfen, schnellen; lat. iactāre, V., werfen, abwerfen, (204-169 v. Chr.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jet, fehlt DW, EWD s. u. Jet, Duden s. u. Jet; Son.: vgl. nndl. jet, Sb., Jet; frz. jet, M., Jet, Wurf; nschw. jet, Sb., Jet; nnorw. jet. M., Jet; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein über Düsen angetriebenes Flugzeug (Düsenflugzeug); BM.: werfen; F.: Jet, Jets+FW; Z.: Je-t
Jeton, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Jeton, Spielmarke, Rechenpfennig; ne. jetton, chip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. jeton; E.: s. frz. jeton, M., Jeton; vgl. frz. jeter, V., werfen, schnellen; lat. iactāre, V., werfen, abwerfen, (204-169 v. Chr.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jeton, fehlt DW, Duden s. u. Jeton; Son.: vgl. nndl. jetong, Sb., Jeton; ndän. jeton, Sb., Jeton; nnorw. sjetong, M., Jeton; poln. żeton, M., Jeton; lit. žetonas, M., Jeton; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete einer Münze ähnliche Marke zu einer Bedienung von Automaten beziehungsweise als Einsatz bei einem Glücksspiel; BM.: werfen; F.: Jeton, Jetons+FW; Z.: Je-t-on
Jetset, Jet Set, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jetset, Jet Set, vermögende Gesellschaftsschicht; ne. jet set; Vw.: -; Hw.: s. Jet; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. jet set; E.: s. ne. jet-set, N., Jet set; vgl. ne. jet, M., Jet, Düse, Strahl; vgl. frz. jeter, V., werfen, schnellen; lat. iactāre, V., werfen, abwerfen, (204-169 v. Chr.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); ne. set, N., Reihe, Set, Spiel; afrz. sette, F., Sekte?; lat. secta, F., Sekte, Grundsatz, Denkweise, Handlungsweise; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Jet, fehlt DW, Duden s. u. Jetset; Son.: vgl. nndl. jetset, Sb., Jetset; frz. jet set, M., Jetset; nnorw. jetset, Sb., Jetset; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Schicht der internationalen Gesellschaft die über genügend Geld verfügt um sich unter Benutzung private Düsenflugzeuge (Jets) häufig an exklusiven Urlaubsorten oder anderen Treffpunkten zu vergnügen; BM.: Düse, folgen; F.: Jetset, Jetsets, Jet Set, Jet Sets+FW; Z.: Je-t—set
$jetten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. jetten, mit einem Düsenflugzeug (Jet) fliegen; E.: s. Jet, s. t, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Jet, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Jet und t sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Jet (Düsenflugzeug) fliegen; F.: jetten, jette, jettest, jettet, jettete, jettetest, jetteten, jettetet, gejettet, ##gejettet, gejettete, gejettetes, gejettetem, gejetteten, gejetteter##, jettend, ###jettend, jettende, jettendes, jettendem, jettenden, jettender###, jett(!)+FW+EW; Z.: jet-t-en
$jetzig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. jetzig, gegenwärtig, derzeitig; Q.: 1297 (Urkunde); E.: s. mhd. ieze, s. ig; L.: DW 10, 2314, EWD s. u. jetzt; GB.: seit 1297 belegte und aus mhd, iez(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gegenwärtig oder derzeitig; F.: jetzig, jetzige, jetziges, jetzigem, jetzigen, jetziger+EW; Z.: je-tz-ig
$jetzo, itzo, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. jetzo, gegenwärtig, in der Gegenwartderzeitig; E.: s. ahd. io, s. ahd. zuo; L.: Kluge s. u. jetzt, DW 10, 2315; GB.: seit um 1000 belegte und aus ahd. io und zuo gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gegenwärtig oder in der Gegenwart oder derzeit oder derzeitig; F.: jetzo, itzo+EW; Z.: je-tz-o
jetzt, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. jetzt, gerade (Adv.) (2), nun, in diesem Moment, zu dieser Zeit; ne. now, at the moment; Vw.: -; Hw.: s. je; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. iezen, Adv., gerade jetzt, nun, gerade (Adv.) (2), jetzt gleich, eben (Adv.) (2), schon, bald, gleich darauf; mhd. ieze, Adv., gerade (Adv.) (2), jetzt, eben (Adv.) (2), jetzt gleich, gleich darauf, wiederholt, bald ... bald; vgl. ahd. io, eo, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. jetzt, Kluge s. u. jetzt, DW 10, 2317, EWD s. u. jetzt, Duden s. u. jetzt; GB.: seit 12. Jh.) belegte und aus io und zuo sowie nhd. t gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gegenwärtig oder in der Gegenwart oder derzeitig oder derzeit; BM.: Lebenskraft; F.: jetzt+EW; Z.: je-tz-t
$Jetztzeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Jetztzeit, Gegenwart; E.: s. jetzt, s. Zeit; L.: DW 10, 2322, EWD s. u. jetzt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus jetzt und Zeit gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit stets mögliche Gegenwart; F.: Jetztzeit, Jetztzeiten+EW; Z.: Je-tz-t—zei-t
$jetzund, nhd. (ält.), Adv.: nhd. jetzund, jetzt; E.: s. jetz(t), s. verschiedene Zwischenformen; L.: Kluge s. u. jetzt, DW 10, 2322; F.: jetztund+EW; Z.: je-tz—und
$jetzunder, nhd., Adv.: nhd. jetzunder; E.: s. jetzund, s. her?; L.: Kluge s. u. jetzt, DW 10, 2325; F.: jetztunder+EW; Z.: je-tz—und-er
$jeweilen, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jeweilen, zu irgendeiner Zeit; E.: s. je, s. Weil(e), s. en; L.: Kluge s. u. jeweils, DW 10, 2326; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus je und Weil(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches zu irgendeiner Zeit; F.: jeweilen+EW; Z.: je—wei-l-en
$jeweils, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. jeweils; E.: s. je, s. Weil(e), s. s; L.: Kluge s. u. jeweils, DW 10, 2326; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus je und Weil(e) sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches zu irgendeiner Zeit; F.: jeweils+EW; Z.: je—wei-l-s
jiepern, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. jiepern; Vw.: s. giepern
Jiu-Jitsu, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Jiu-Jitsu, Jiu Jitsu, eine japanische Ringsportart; ne. jiu-jitsu, ju-jitsu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. jap. jūjutsu; E.: s. jap. jūjutsu; jap. jō, Adj., sanft; juts, Sb., Kunst, Technik, Kunstgriff; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jiu-Jitsu, Duden s. u. Jiu-Jitsu; Son.: vgl. nndl. Jiujitsu, Sb., Jiu-Jitsu; frz. Ju-jitsu, M., Jiu-Jitsu; nschw. jujutsu, Sb., Jiu-Jitsu; nnorw. jujutsu, M.?, Jiu-Jitsu; poln. jujutsu, Sb., Jiu-Jitsu; kymr. jw-jitsw, M., Jiu-Jitsu; lit. džiudžitsu, Sb., Jiu-Jitsu; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine japanische Ringsportart (sanfte Kunst); BM.: sanft, Kunst; F.: Jiu-Jitsu, Jiu-Jitsus+FW(+EW?); Z.: Jiu—Jits-u
Job, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Job, Beschäftigung, Arbeit, Anstellung; ne. job (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. job; E.: s. job, N., Arbeit, Stück, Klumpen (M.); vgl. frz. gobet, M., Bissen; frz. gober, V., verschlingen; wohl von gall. *gobb-, Sb., Mund, Schnabel; idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Job, fehlt DW, EWD s. u. Job, Duden s. u. Job; Son.: vgl. nndl. job, Sb., Job; frz. job, M., Job; nschw. jobb, Sb., Job; nnorw. jobb, M., Job; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine oft nur vorübergehende Beschäftigung oder Arbeit oder Anstellung; BM.: fressen; F.: Job, Jobs+FW; Z.: Job
$Jobber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jobber, Händler an der Börse; E.: s. Job, s. b, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Job; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Job verbindbare Bezeichnung für einen Händler an der Börse; F.: Jobber, Jobbers, Jobbern+FW; Z.: Job-b-er
Joch, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Joch, ein Teil des Geschirrs von Zugtieren, Bergsattel, Last; ne. yoke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. joch (4), st. N., Joch, Brückenjoch, Bergjoch; mnd. jok, jock, yok, juk, juck, iuck, iuk, jök, joͤck, yoͤck, N., M., Joch, Gespann, ein Ackermaß (so viel ein Joch Ochsen in einem Tage umpflügen kann), Gerüst; mnl. joc, juc, ioch, N., Joch; ahd. joh* (1), st. N. (a), Joch, Herrschaft, Knechtschaft, Gebirgsrücken; as. juk*, st. N. (a), Joch; anfrk. -; germ. *juka-, *jukam, st. N. (a), Joch; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Joch, Kluge s. u. Joch, DW 10, 2328, EWD s. u. Joch, EWAhd 5, 297, EWAhd 5, 309, Falk/Torp 330, Duden s. u. Joch, Bluhme s. u. Joch; Son.: vgl. afries. -; ae. geoc, ioc, st. N. (a), Joch, Landmaß, Genosse; ae. geoht, iuht, st. N. (a), Joch; an. ok (1), st. N. (a), Joch; got. juk, st. N. (a), Gespann, Joch, Paar; nndl. juk, Sb., Joch; frz. joug, M., Joch; nschw. ok, Sb., Joch; nisl. ok, N., Joch; ai. yugá-, Sb., Joch; gr. ζυγόν (zygon), N., Joch, Ruderbank; lat. iugum, N., Joch; lit. jùngas, Sb., Joch; lett. jūgs, Sb., Joch; ksl. igo, Sb., Joch; ? heth. iuga-, Sb., Joch; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung des auf der Stirn oder dem Nacken von Zugtieren aufliegenden Arbeitsgeschirrs und davon abgeleitet Bezeichnung für einen Bergsattel oder für eine Last der man unterworfen ist; F.: Joch, Jochs, Joches, Joche, Jochen+EW; Z.: Jo-ch
$Jochbein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Jochbein, Wangenbein; E.: s. Joch, s. Bein; L.: DW 10, 2331, EWD s. u. Joch; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl nach lat. os jugale aus Joch und Bein gebildete Bezeichnung des sachlich seit Entstehung des Menschen und schon vormenschlich an dem seitlichen Rand der Augenhöhlen des Schädels befindlichen Wangenbeins oder Knochens; F.: Jochbein, Jochbeines, Jochbeins, Jochbeine, Jochbeinen+EW; Z.: Jo-ch—bei-n
$jochen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. jochen, Joch machen; Vw.: s. unter-; E.: s. Joch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Joch, DW 10, 2331; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Joch und en gebildete Bezeichnung für Joch machen; F.: jochen (!), joche (!), jochst, jocht, jochest, jochet, jochte, jochtest, jochten, jochtet, gejocht, ##gejocht, gejochte, gejochtes, gejochtem, gejochten, gejochter##, jochend, ###jochend, jochende, jochendes, jochendem, jochenden, jochender###, joch (!)+EW; Z.: jo-ch-en
$Jock, nhd., M, (?).: nhd. Jock; E.: s. Jux; L.: Kluge s. u. Jux, fehlt DW; F.: Jock, Jocks, Jockes, Jocke?, Jocken?+EW; Z.: Jock
Jockey, Jockei, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jockey, Jockei, berufsmäßiger Rennreiter; ne. jockey; Vw.: s. Disk-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. jockey; E.: s. ne. jockey, M., Jockey; vgl. ne. Jock, M., PN, Jack, Hilfsarbeiten Erledigender; von zwei Vornamen abstammend; s. lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; und von lat. Iācōb, M.=PN, Jakob; hebr. ya‘aqōb, PN, Jakob, Fersenhalter; L.: Kluge s. u. Jockey, fehlt DW, EWD s. u. Jockei, Duden s. u. Jockey; Son.: vgl. nndl. jockey, Sb., Jockey; frz. jockey, M., Jockey; nschw. jockej, Sb., Jockey; nnorw. jockey, M., Jockey; poln. dżokey, M., Jockey; kymr. joci, M., Jockey; lit. žokėjus, M., Jockey; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus den lateinischen und hebräischen PN Johannes und Jacob genbildete Bezeichnung für einen berufsmäßigen Rennreiter; BM.: PN; F.: Jockey, Jockeys, Jockei, Jockeis+FW; Z.: Jock-ey
Jod, Iod, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Jod, Iod, ein chemisches Element und ein Wunddesinfektionsmittel; ne. iodine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. ἰοειδής (ioeidḗs), Adj., veilchenfarbig, dunkelblau; vgl. ἴον (íon), M., Veilchen; Entlehnung aus einer Mittelmeersprache; gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jod, fehlt DW, EWD s. u. Jod, Duden s. u. Jod, Bluhme s. u. Jod; Son.: vgl. nndl. jodium, Sb., Jod; frz. iode, M., Jod; nschw. jod, N., Jod; nnorw. jod, M., N., Jod; poln. jod, M., Jod; kymr. iodin, M., Jod; nir. iadaín, M., Jod; lit. jodas, M., Jod; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und mittelbar einer Mittelmeersprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer seit den Hochkulturen des Altertums bekannten schwarzbraunen bis veilchenblauen und glänzenden kristallinen und von Menschen zu der Desinfektion verwendeten sowie nach der (veilchenblauen) Farbe benannten Substanz die 1811 erstmals künstlich hergestellt wurde und sich vor allem in Fisch und Algen und Milch und Eiern findet und für die Schilddrüsenhormone für Wachstum und Stoffwechsel sowie Nervensystem und Gehirn wichtig ist (chemisches Element Nr. 53, abgekürzt I oder früher J); BM.: veilchenfarbig; F.: Jod, Jodes, Jods, Iod, Iodes, Iods+FW; Z.: Jo-d
jodeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. jodeln, zwischen Bruststimme und Kopfstimme wechselnd singen; ne. yodel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl abgeleitet von einem Jodelruf „jo“; L.: Kluge s. u. jodeln, DW 10, 2333, EWD s. u. jodeln, Duden s. u. jodeln, Bluhme s. u. jodeln; Son.: vgl. nndl. jodelen, V., jodeln; frz. jodler, V., jodeln; nschw. joddla, V., jodeln; nnorw. jodle, V., jodeln; poln. jodłować, V., jodeln; kymr. iodlo, iodlan, V., jodeln; nir. geoidlím, V., jodeln; lit. jodliuti, V., jodeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches in einigen Gegenden des deutschen Sprachraums ausgeführtes auf bloße Lautsilben schnell zwischen Bruststimme und Kopfstimme wechselnd singen; BM.: lautmalend?; F.: jodeln, jodel (!), jodle, jodelst, jodelt, jodelte, jodeltest, jodelten, jodeltet, gejodelt, ##gejodelt, gejodelte, gejodeltes, gejodeltem, gejodelten, gejodelter##, jodelnd, ###jodelnd, jodelnde, jodelndes, jodelndem, jodelnden, jodelnder###, jodel (!)+EW; Z.: jo-d-el-n
$Jodler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Jodler; E.: s. jod(e)l(en), s. er (Suff.): L.: DW 10, 2333, EWD s. u. jodeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus jod(e)l(n) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen jodelnden Menschen und seinen jodelnden Ruf; F.: Jodler, Jodlers, Jodlern+EW; Z.: Jo-d-l-er
Jogging, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Jogging, Dauerlauf; ne. jogging (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. jogging; E.: s. ne. jogging, N., Jogging, Laufen; vgl. ne. jog, V., laufen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Variante von jag, V., auszacken; L.: Kluge s. u. Jogging, fehlt DW, Duden s. u. Jogging; Son.: vgl. frz. jogging, M., Jogging; nschw. joggning, Sb., Jogging; nnorw. jogging, M., F., Jogging; poln. jogging, M., Jogging; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit ne. jag verbindbare Bezeichnung für entspanntes und in mäßiger Geschwindigkeit zu Fitnesszwecken erfolgendes Laufen (Dauerlauf) von Menschen; BM.: ?; F.: Jogging, Joggings+FW; Z.: Jog-g-ing
Joghurt, Jogurt, Yoghurt, nhd., M., N., F., (20. Jh.): nhd. Joghurt, Jogurt, Yoghurt, Sauermilch, Dickmilch, ein Milchprodukt; ne. yoghurt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. türk. yoğurt; E.: s. türk. yoğurt, Sb., Dickmilch; L.: Kluge s. u. Joghurt, EWD s. u. Joghurt, Duden s. u. Joghurt; Son.: vgl. nndl. yoghurt, Sb., Joghurt; frz. yaourt, yahourt, M., Joghurt; nschw. yoghurt, Sb., Joghurt; nnorw. jogurt, M., Joghurt; kymr. iogwrt, iogyrt, M., Joghurt; nir. eogart, M., Joghurt; lit. jogurtas, M., Joghurt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Türkischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen in Persien und Indien seit mindestens 2500 Jahren durch Zusetzen bestimmter Milchsäurebakterien zu Milch gewonnene Art Sauermilch oder Dickmilch; BM.: Dickmilch; F.: Joghurt, Joghurts, Jogurt, Jogurts, Yoghurt, Yoghurts+FW; Z.: Joghurt
Johannis, nhd., M., 14. Jh.?: nhd. Johannis; Hw.: s. Johannisbeere, Johannisbrot, s. Johanniswürmchen; E.: s. den biblischen PN Johannes, lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig
$Johannisbeere, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Johannisbeere; E.: s. Johannis, s. Beere; L.: Kluge s. u. Johannisbeere, DW 10, 2334, EWD s. u. Johannisbeere; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Johannis bzw. Johannes sowie Beere gebildete Bezeichnung für eine kleine weiße oder gelbe oder rote oder schwarze Beere die ungefähr an dem Namenstag Johannes des Täufers (24. Juni jedes Jahres) reif ist und viele gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen hat; F.: Johannisbeere, Johannisbeeren+FW+EW; Z.: Johann-is—bee-r-e
$Johannisbrot, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Johannisbrot; E.: s. Johannis, s. Brot; L.: Kluge s. u. Johannisbrot, DW 10, 2334; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Johannis und Brot gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche aus Arabien kommende und vor allem in dem Mittelmeerraum verwendete nährstoffreiche und entweder nach Johannes dem Täufer oder dem nach ihm gebildeten Orden benannte Hülsenfrucht für Menschen und Tiere; F.: Johannisbrot, Johannisbrotes, Johannisbrots, Johannisbrote, Johannisbroten+FW+EW; Z.: Johann-is—bro-t
$Johanniswürmchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Johanniswürmchen, Glühwürmchen, Leuchtkäfer; E.: s. Johannis, s. Würmchen, L.: Kluge s. u. Johanniswürmchen, DW 10, 2335; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Johannis und Würmchen gebildete Bezeichnung für einen weltweit verbreiteten schon vormenschlichen kleinen Käfer dessen Weibchen nach dreijährigem Leben an dem Boden durch eine biochemische Einwirkung des Enzyms Luciferase auf die kompliziert gebaute Carbonsäure Luziferin zwischen Juni und August und damit um den Namenstag Johannes des Täufers zwecks Partnersuche kurz vor dem Tode fliegend in seinem Hinterteil Lichtenergie entwickeln und dadurch ein schwaches grünliches oder gelbes Leuchten aussenden kann und deshalb auch Glühwürmchen oder Leuchtkäfer heißt; F.: Johanniswürmchen, Johanniswürmchens+FW+EW; Z.: Johann-is—wür-m-chen
johlen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. johlen, schreien, lärmen, jauchzen; ne. yell (V.), jeer (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1258/1269 (Die rheinfränkische Marien Himmelfahrt); E.: mhd. jōlen, sw. V., „johlen“, laut singen; mnd. jȫlen (1), iolen, sw. V., johlen, jubeln, fröhlich sein (V.), vor Freude lärmen; Herkunft unklar, teils lautmalend?; L.: Kluge s. u. johlen, DW 10, 2335 (jolen), EWD s. u. johlen, Duden s. u. johlen, Bluhme s. u. johlen; GB.: seit 1258/1259 belegte und in der Herkunft unklare sowie wohl teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches schreien oder lärmen oder jauchzen oder ein anhaltendes wildes misstönendes Freudengeschrei ausstoßen; BM.: lautmalend?; F.: johlen, johle, johlst, johlt, johlest, johlet, johlte, johltest, johlten, johltet, gejohlt, ##gejohlt, gejohlte, gejohltes, gejohltem, gejohlten, gejohlter##, johlend, ###johlend, johlende, johlendes, johlendem, johlenden, johlender###, johl (!)+EW; Z.: johl-en
Joint, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Joint, Haschischzigarette; ne. joint (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. joint; E.: s. ne. joint, N., Joint; vgl. ne. joint, N., Verbindung, Gemeinschaft; über Mittelenglisch von afrz. joindre, V., verbinden; lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Joint; Son.: vgl. nndl. joint, Sb., Joint; nschw. joint, Sb., Joint; nnorw. joint, M., Joint; poln. joint, M., Joint; lit. džointas, M., Joint; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit Haschisch oder Marihuana gefüllte selbst gedrehte Zigarette; BM.: verbinden; F.: Joint, Joints+FW; Z.: Joi-n-t
Joker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Joker, eine Spielkarte, Spaßmacher, Option bei Spielen für eine Hilfe; ne. joker; Vw.: -; Hw.: s. Jokus, Jux; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. joker; E.: s. ne. joker, M., Joker, Spaßmacher; vgl. ne. joke, N., Spaß; lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank, (204-169 v. Chr.); idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Joker, EWD s. u. Joker, Duden s. u. Joker; Son.: vgl. nndl. joker, Sb., Joker; frz. joker, M., Joker; nschw. joker, Sb., Joker; nnorw. joker, M., Joker; poln. joker, dżoker, M., Joker; kymr. jocer, M., Joker; lit. jokeris, M., Joker; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer bei Kartenspielen für jede andere Karte einsetzbare und mit dem Bild eines Narren versehene Spielkarte und davon abgeleitet für eine Option bei Spielen für eine Hilfe; BM.: Abbildung eines Spaßmachers bzw. sprechen; F.: Joker, Jokers, Jokern+FW; Z.: Jok-er
Jokus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jokus, Spaß; ne. joke (N.); Vw.: -; Hw.: s. Joker, Jux; I.: Lw. lat. iocus; E.: s. lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank, (204-169 v. Chr.); idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jokus, Duden s. u. Jokus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Spaß; BM.: sprechen; F.: Jokus, Jokusse (!)+FW+EW; Z.: Jok-us
Jolle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Jolle, einmastiges Wasserfahrzeug, kleines offenes Segelboot; ne. yawl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. jölle, F., Jolle, einmastiges Fahrzeug, kleines Boot, Beiboot; weitere Herkunft unklar; vielleicht von afrz. galie, M., Ruderschiff; gr. γαλέη (galéē), F., Wiesel, Marder; idg. *gₑli-, *glī-, Sb., Maus, Wiesel, Pokorny 367 (541/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Jolle, DW 10, 2336, EWD s. u. Jolle, Duden s. u. Jolle, Bluhme s. u. Jolle; Son.: vgl. nndl. jol, Sb., Jolle; nschw. jolle, Sb., Jolle; poln. jola, jolka, F., Jolle; kymr. iôl, M., F., Jolle; GB.: seit 16. Jh. belegte und jenseits des Mittelniederdeutschen in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Altfranzösischen und dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines und flaches offenes Segelboot; BM.: ?; F.: Jolle, Jollen+EW?; Z.: Jol-l-e
Jongleur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jongleur, Ballkünstler; ne. juggler; Vw.: -; Hw.: s. jonglieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. jongleur; E.: s. frz. jongleur, M., Jongleur; lat. ioculātor, M., Spaßmacher, Schäkerer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank; idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Jongleur, fehlt DW, EWD s. u. Jongleur, Duden s. u. Jongleur; Son.: vgl. nndl. jongleur, Sb., Jongleur; nschw. jonglör, Sb., Jongleur; nnorw. sjonglør, M., Jongleur; poln. żongler, M., Jongleur; kymr. jyglwr, M., Jongleur; lit. žonglierius, M., Jongleur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen gleichzeitig nachei ander mehrere Gegenstände durch die Luft werfenden und rechtzeitig vor dem Fall auf die Erde wieder auffangenden Artisten (Ballkünstler); BM.: sprechen; F.: Jongleur, Jongleurs, Jongleure, Jongleuren+FW; Z.: Jong-l-eur
jonglieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. jonglieren, gleichzeitig mehrere Sachen geplant durch die Luft fliegen lassen; ne. juggle; Vw.: -; Hw.: s. Jongleur; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. jongler; E.: s. frz. jongler, V., jonglieren; lat. ioculārī, V., scherzen, schäkern, scherzend vorbringen, foppen, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank; idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Jongleur, fehlt DW, EWD s. u. jonglieren, Duden s. u. jonglieren; Son.: vgl. nndl. jongleren, V., jonglieren; nschw. jonglera, V., jonglieren; nnorw. sjonglere, V., jonglieren; poln. żonglować, V., jonglieren; kymr. jyglo, V., jonglieren; lit. žongliruoti, V., jonglieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mehrere Gegenstände gleichzeitig nacheinander in die Luft werfen und rechtzeitig vor dem Fall auf die Erde jeweils wieder auffangen; BM.: sprechen; F.: jonglieren, jongliere, jonglierst, jongliert, jonglierest, jonglieret, jonglierte, jongliertest, jonglierten, jongliertet, ##jongliert, jonglierte, jongliertes, jongliertem, jonglierten, jonglierter##, jonglierend, ###jonglierend, jonglierende, jonglierendes, jonglierendem, jonglierenden, jonglierender###, jonglier (!)+FW+EW; Z.: jong-l-ier-en
Joppe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Joppe, Jacke, Janker; ne. heavy jacket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. jope, joppe, juppe, tjoppe, sw. F., Joppe, Wams, Jacke, ein Teil der Rüstung; mhd. schope, schop, schoppe, schōpe, sw. F., sw. M., Joppe, Jacke; mnd. jōpe, F., Joppe, Wams, ein Teil der Rüstung, bäuerliches Kleidungsstück, zur Frauentracht gehörige kurze Jacke; it. giubba, guppa, F., Jacke, Wams; aus arab. ğubba, Sb., Obergewand mit langen Ärmeln; L.: Kluge 1. A. s. u. Joppe, Kluge s. u. Joppe, DW 10, 2336, EWD s. u. Joppe, Duden s. u. Joppe, Bluhme s. u. Joppe; Son.: vgl. nnndl. jopper, Sb., Joppe; GB.: seit nach 1193 belegte Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte anstelle eines Mantels getragene einfache Jacke; BM.: ?; F.: Joppe, Joppen+FW; Z.: Jopp-e
Jota, Jot, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Jota, Jot, ein griechischer Buchstabe; ne. jot, iota; Vw.: -; Hw.: s. I, J; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. ἰῶτα (íōta); E.: s. gr. ἰῶτα (íōta), N. (indekl.), Jota; aus dem Semitischen, in dem phönizischen Alphabet hat der Buchstabe den Namen yodh, Sb., Hand, Arm; L.: DW 10, 2337, EWD s. u. Jot, Duden s. u. Jot; Son.: vgl. nndl. iota, Sb., Jota; frz. iota, M., Jota; nschw. iota, jota, N., Jota; nnorw. iota, M., Jota; poln. jota, F., Jota; kymr. iota, F., Jota; nir. ióta, M., Iota; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den zehnten Buchstaben des griechischen und mittelbar phönizischen Alphabets (j); BM.: Arm; F.: Jot, Jota, Jotas+FW; Z.: Jot-a
Joule, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Joule, eine Energieeinheit; ne. joule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1889; E.: nach dem PN James Prescott Joule (Salford bei Manchester/Großbritannien 1818-Sale/Großbritannien 1889); Son.: vgl. nndl. jule, Sb., Joule; frz. joule, M., Joule; nschw. joule, Sb., Joule; nnorw. joule, M., Joule; kymr. joule, M., F., Joule; nir. giúl, Sb., Joule; poln. joule, M., Joule; lit. džiaulis, M., Joule; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kalorie, Duden s. u. Joule; GB.: um 1889 belegte und aus einem PN gebildete Bezeichnung für eine Maßeinheit für den Energiegehalt von Lebensmitteln (die Menge von Energie die für die Bewegung einer Kraft von einem Newton über eine Entfernung von einem Meter erforderlich ist); BM.: PN; F.: Joule, Joules+FW; Z.: Joule
$Journaille, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Journaille; E.: s. Journal; L.: Kluge s. u. Journal, fehlt DW, EWD s. u. Journal; GB.: seit Anfang 20. Jh. nach frz. Kanaille gebildete und mit Journal verbindbare abwertende Bezeichnung für einzelne Journalisten oder alle Journalisten in ihrer Gesamtheit; F.: Journaille+FW; Z.: Jou-r-n-ail-l-e
Journal, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Journal, Zeitschrift, Tagebuch; ne. journal; Vw.: -; Hw.: s. Journalismus, Journalist; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. journal; E.: s. frz. journal, M., Tageszeitung; vgl. frz. journal, Adj., jeden Tag betreffend; s. frz. jour, M., Tag; lat. diurnum, N., Tag, Ration, Tagebuch, nach 220 n. Chr.); vgl. lat. diurnus, Adj., täglich, Tages..., Tage..., zum Tag gehörig, Tag betreffend; lat. diēs, M., Tag, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, Tageslicht; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Journal, DW 10, 2338, EWD s. u. Journal, Duden s. u. Journal; Son.: vgl. nndl. journaal, Sb., Journal; nschw. journal, Sb., Journal; nnorw. journal, M., Journal; poln. żurnal, M., Journal; nir. siurnal, M., Journal; lit. žurnalas, M., Journal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine unterhaltende Zeitschrift oder für ein Tagebuch; BM.: Tag; F.: Journal, Journals, Journale, Journalen+FW; Z.: Jou-r-n-al
Journalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Journalismus, Berichterstattung, Zeitungswesen, Pressewesen; ne. journalism; Vw.: -; Hw.: s. Journal, Journalist; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. journalisme; E.: s. frz. journalisme, M., Journalismus; frz. journal, M., Tageszeitung; vgl. frz. journal, Adj., jeden Tag betreffend; s. frz. jour, M., Tag; lat. diurnum, N., Tag, Ration, Tagebuch, nach 220 n. Chr.); vgl. lat. diurnus, Adj., täglich, Tages..., Tage..., zum Tag gehörig, Tag betreffend; lat. diēs, M., Tag, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, Tageslicht; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Journal, DW s. u. Journal, fehlt DW, EWD s. u. Journal, Duden s. u. Journalismus; Son.: vgl. nndl. journalistiek, Sb., Journalismus; nschw. journalistik, Sb., Journalismus; nnorw. journalistikk, M., Journalismus; lit. žurnalistika, F., Journalismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich etwas früher (17. Jh.) von Menschen entwickelte und seitdem verwendete Zeitungswesen und Pressewesen und für die Tätigkeit von Journalisten und Journalistinnen; BM.: Tag; F.: Journalismus+FW+EW?; Z.: Jou-r-n-al-ism-us
Journalist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Journalist, Berichterstatter; ne. journalist; Vw.: -; Hw.: s. Journal, Journalismus; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. journaliste; E.: s. frz. journaliste, M., Journalist; lat. diurnārius, M., Schreiber, Tagesschreiber, Journalführer, (438 n. Chr.); vgl. lat. diurnus, Adj., täglich, Tages..., Tage..., zum Tag gehörig, Tag betreffend; lat. diēs, M., Tag, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, Tageslicht; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Journal, fehlt DW, EWD s. u. Journal, Duden s. u. Journalist; Son.: vgl. nndl. journalist, Sb., Journalist; frz. journaliste, M., Journalist; nschw. journalist, Sb., Journalist; nnorw. journalist, M., Journalist; lit. žurnalistas, M., Journalist; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dem 17. Jh. möglichen in dem Zeitungswesen und Pressewesen tätigen Menschen; BM.: Tag; F.: Journalist, Journalisten+FW+EW; Z.: Jou-r-n-al-ist
$Journalistik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Journalistik, Journalismus; E.: s. Journalist, s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Journal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Journalist und ik gebildete Bezeichnung für Journalismus als Studienfach; F.: Journalistik+FW+EW; Z.: Jou-r-n-al-ist-ik
$journalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. journalistisch, Journalisten betreffend, Journalistik betreffend; E.: s. Journalist, s. isch; L.: Kluge s. u. Journal, fehlt DW, EWD s. u. Journal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Journalist und isch gebildete Bezeichnung für (Journal und) Journalist sowie Journalistik betreffend; F.: journalistisch, journalistische, journalistisches, journalistischem, journalistischen, journalistischer+FW+EW; Z.: jou-r-n-al-ist-isch
jovial, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. jovial, leutselig, umgänglich; ne. jovial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. jovial; E.: s. frz. jovial, Adj., jovial, heiter; it. gioviale, Adj., jovial; lat. Ioviālis, Adj., zu Jupiter gehörig, von heiterer Gemütsart seiend, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. Iovis, M., PN, Jupiter; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. jovial, fehlt DW, EWD s. u. jovial, Duden s. u. jovial; Son.: vgl. nndl. joviaal, Adj., jovial; nschw. jovialisk, Adj., jovial; nnorw. jovial, Adj., jovial; poln. jowialny, Adj., jovial; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in dem Umgang mit anderen (Menschen) betont leutselig oder umgänglich oder wohlwollend; BM.: heitere Gemütsart des Jupiter oder glänzen; F.: jovial, joviale, joviales, jovialem, jovialen, jovialer(, jovialere, jovialeres, jovialerem, jovialeren, jovialerer, jovialst, jovialste, jovialstes, jovialstem, jovialsten, jovialster)+FW; Z.: jo-v-i-al
$Jovialität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Jovialität; I.: Lw. frz. jovialité; E.: s. frz. jovialité, F., Frohsinn, Heiterkeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. jovial; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Leutseligkeit oder Umgänglichkeit; F.: Jovialität+FW+EW; Z.: jo-v-i-al-it-ät
Jubel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Jubel, Freudenbekundung, Frohlocken; ne. cheers, jubilation; Vw.: -; Hw.: s. Jubilar, Jubiläum, jubilieren; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: mhd. jūbel, M., Jubel; mnd. *jubel?, M., Jubel, Freudenausbruch; mlat. iubilus, M., Jubel; lat. iūbilum, N., freudiger Aufschrei, Jauchzen, wildes Kriegsgeschrei, (2. Drittel 1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. iūbilāre, V., ein wildes Geschrei erheben, laut und wild lärmen, kreischen; vgl. idg. *i̯ū̆- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); auch zu jebr. jōbēl, Sb., Widderhorn, Klang des Widderhorns; L.: Kluge 1. A. s. u. jubeln, Kluge s. u. Jubel, DW 10, 2339, EWD s. u. jubilieren, Duden s. u. Jubel, Bluhme s. u. Jubel; Son.: vgl. nndl. gejubel, Sb., Jubel; frz. jubilation, F., Jubel; nschw. jubel, Sb., Jubel; nnorw. jubel, M., Jubel; poln. jubel, M., Party; GB.: seit nach 1298 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche laute Bekundung großer Freude durch Rufen und Jauchzen und Schreien; BM.: lärmen bzw. kreischen; F.: Jubel, Jubels+FW+EW; Z.: Jubel
$Jubeljahr, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Jubeljahr; E.: s. Jubel, s. Jahr; L.: Kluge s. u. Jubel; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. Vorbild aus Jubel und Jahr gebildete Bezeichnung für ein für Jubel oder Freude oder Gnade besonders geeignetes Jahr; F.: Jubeljahr, Jubeljahrs, Jubeljahres, Jubeljahre, Jubeljahren+FW+EW; Z.: Jubel—jah-r
$jubeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. jubeln; Vw.: s. ver-; E.: s. Jubel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Jubel, EWD s. u. jubilieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Jubel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches seiner Freude laut und froh Ausdruck geben; F.: jubeln, jubel (!), juble, jubele, jubelst, jubelt, jubelte, jubeltest, jubelten, jubeltet, gejubelt, ##gejubelt, gejubelte, gejubeltes, gejubeltem, gejubelten, gejubelter##, jubelnd, ###jubelnd, jubelnde, jubelndes, jubelndem, jubelnden, jubelnder###, jubel (!)+FW(+EW); Z.: jubel-n
Jubilar, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jubilar, ein Jubiläum Begehender; ne. jubilarian; Vw.: -; Hw.: s. Jubel, Jubiläum, jubilieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. iūbilārius*; E.: s. mlat. iūbilārius*, jūbilārius, M., fünfzig Jahre lang ein Amt Innehabender; vgl. lat. iūbilāre, V., ein wildes Geschrei erheben, laut und wild lärmen, kreischen, schreien, jauchzen, Freudengesänge singen, (116-27 v. Chr.); idg. *i̯ū̆- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); auch zu hebr. jōbēl, Sb., Widderhorn, Klang des Widderhorns; L.: Kluge s. u. Jubel, EWD s. u. jubilieren, DW 10, 2343, Duden s. u. Jubilar; Son.: vgl. nschw. jubilar, Sb., Jubilar; nnorw. jubilant, M., Jubilar; poln. jubilat, M., Jubilar; kymr. iubilariad, M., Jubilar; lit. jubiliatas, M., Jubilar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ein Jubiläum Begehenden oder Feiernden; BM.: lärmen bzw. kreischen; F.: Jubilar, Jubilars, Jubilares, Jubilare, Jubilaren+FW+EW; Z.: Ju-b-il-ar
Jubiläum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Jubiläum, Gedenkfeier; ne. jubilee; Vw.: -; Hw.: s. Jubel, Jubilar, jubilieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. iūbilaeum; E.: s. lat. iūbilaeum, N., Jubelzeit, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. iūbilaeus (1), Adj., jubelnd?, Jubel...; idg. *i̯ū̆- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); auch zu jebr. jōbēl, Sb., Widderhorn, Klang des Widderhorns; L.: Kluge s. u. Jubel, DW 10, 2343, EWD s. u. jubilieren, Duden s. u. Jubiläum; Son.: vgl. nndl. jubileum, Sb., Jubiläum; nschw. jubileum, N., Jubiläum; nnorw. jubileum, N., Jubiläum; poln. jubileusz, M., Jubiläum; lit. jubiliejus, M., Jubiläum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen festlich begangenen Jahrestag eines bestimmten Ereignisses; BM.: lärmen bzw. kreischen; F.: Jubiläum, Jubiläums, Jubiläen+FW(+EW?); Z.: Ju-b-il-ä-um
jubilieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. jubilieren, frohlocken, jubeln; ne. jubilate; Vw.: -; Hw.: s. Jubel, Jubilar, Jubiläum; Q.: 1233-1276 (Kleinere Dichtungen des Strickers); E.: mhd. jūbiliren, sw. V., jubilieren; mnd. jubilēren (1), iubilēren, yubilēren, jubilīren, jubilieren, jubilyeren, sw. V., jubilieren, jubeln, jauchzen, frohlocken, sich amüsieren, spielen; afrz. jubiler, V., jauchzen; lat. iūbilāre, V., ein wildes Geschrei erheben, laut und wild lärmen, kreischen, schreien, jauchzen, Freudengesänge singen, (116-27 v. Chr.); s. idg. *i̯ū̆- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); auch zu hebr. jōbēl, Sb., Widderhorn, Klang des Widderhorns; L.: Kluge s. u. Jubel, DW 10, 2343, EWD s. u. jubilieren, Duden s. u. jubilieren; Son.: vgl. nndl. jubelen, V., jubilieren; frz. jubiler, V., jubilieren; nschw. jubla, V., jubilieren; nnorw. jubilere, V., jubilieren; GB.: seit 1233-1276 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches seiner lebhaften Freude weniger laut als klingend oder frohlockend Ausdruck verleihen; BM.: lärmen bzw. kreischen; F.: jubilieren, jubiliere, jubilierst, jubiliert, jubilierest, jubilieret, jubilierte, jubiliertest, jubilierten, jubiliertet, ##jubiliert, jubilierte, jubiliertes, jubiliertem, jubilierten, jubilierter##, jubilierend, ###jubilierend, jubilierende, jubilierendes, jubilierendem, jubilierenden, jubilierender###, jubilier (!)+FW(+EW); Z.: ju-b-il-ier-en
Juchart, Juchert, nhd. (dial.), M., (11. Jh.): nhd. Juchart, Juchert, Morgen Landes; ne. acre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. jiuchart, jiucharte, jūchart, jiuchert, jūchert, jochart, giuchart, st. N., F., Juchert, Jauchart, Joch Landes; ahd. jūhhart*, jūchart*, st. N. (a), Morgen (Landmaß), Juchart; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. iūgerum, N., Morgen Landes, Juchert, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. iugum, N., Joch, Kummet, Gespann; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jauchert, Kluge s. u. Juchart, DW 10, 2345, EWAhd 5, 311, Duden s. u. Juchart; Son.: schweiz.; vgl. ae. gȳcer, Sb., Juchart, Morgen (Landmaß); GB.: (jūhhart) seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung entwickeltes und zeitweise verwendetes 36 Ar großes Flächenmaß; BM.: Joch?; F.: Juchart, Jucharten, Juchert, Jucherten+FW?+EW?; Z.: Ju-ch-art
juchhe, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. juchhe, hurra; ne. hurrah!; Vw.: -; Hw.: s. jauchzen; Q.: 17. Jh.; E.: wohl von mnd. jūchen (1), juchen, sw. V., juchen, jauchzen, jubilieren, schreien; ahd. *juhhazzen?, sw. V. (1a), jauchzen, juchzen; vgl. idg. *i̯ū- (2), Interj., juhu, Pokorny 514 (768/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); und der dem Ausruf hei; L.: EWD s. u. juchhe, Duden s. u. juchhe; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Althochdeutschen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf ausgelassener Freude; BM.: lautmalend?; F.: juchhe+EW; Z.: ju-ch-he
$juchten, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. juchten, aus Juchten gebildet; E.: s. Juchten; L.: DW 10, 2346, EWD s. u. Juchten; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Juchten gebildete Bezeichnung für aus Juchten gebildet; F.: juchten, juchtene, juchtenes, juchtenem, juchtenen, juchtener+FW(+EW); Z.: jucht-en
Juchten, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Juchten, Juchtenleder; ne. Russian leather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. russ. juft; E.: russ. юфть (juft), F., Juchtenleder; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht letztlich aus npers. juft, Sb., Paar; L.: Kluge s. u. Juchten, DW 10, 2346, EWD s. u. Juchten, Duden s. u. Juchten, Bluhme s. u. Juchten; Son.: vgl. nndl. juchtleer, Sb., Juchten; nschw. juftläder, Sb., Juchten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Russischen und mittelbar dem Neupersischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein auf bestimmte Weise gegerbtes Oberleder (aus Juchtenleder); BM.: Paar?; F.: Juchten, Juchtens+FW(+EW); Z.: Jucht-en
$Juchtenleder, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Juchtenleder; E.: s. Juchten, s. Leder; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 10, 2346, EWD s. u. Juchten; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Juchten und Leder gebildete Bezeichnung für ein in bestimmter Weise gegerbtes Oberleder; F.: Juchtenleder, Juchtenleders, Juchtenledern+FW+EW; Z.: Jucht-en—led-er
juchzen, nhd., sw. V.: nhd. juchzen; Vw.: s. jauchzen
juckeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. juckeln, hinrutschen und herrutschen, wackelig fahren; ne. fidget around; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. jucken; L.: Kluge 1. A. s. u. jucken, Kluge s. u. juckeln, DW 10, 2347, Duden s. u. juckeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit jucken verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unruhig hinrutschen und herrutschen; BM.: jucken bzw. hüpfen; F.: juckeln, juckel (!), juckle, juckelst, juckelt, juckelte, juckeltest, juckelten, juckeltet, gejuckelt, ##gejuckelt, gejuckelte, gejuckeltes, gejuckeltem, gejuckelten, gejuckelter##, juckelnd, ###juckelnd, juckelnde, juckelndes, juckelndem, juckelnden, juckelnder###, juckel (!)+EW; Z.: juck-el-n
jucken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. jucken, Juckreiz spüren; ne. itch (V.); Vw.: -; Hw.: s. juckeln; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. jucken, sw. V., jucken, kitzeln, streicheln, kratzen, reiben; mnd. jȫken (1), yoken, jucken, iucken, joken, sw. V., jucken, Juckreiz ausüben, Anreiz ausüben, Verlangen wecken, kratzen, reiben, sich kratzen; mnl. joken, sw. V., jucken; ahd. jukken*, jucken*, sw. V. (1a), jucken, kitzeln, kratzen, reiben, schmeicheln; as. jukkian*, sw. V. (1a), jucken; anfrk. -; germ. *jukjan?, *jukkjan?, sw. V., jucken; idg. *i̯eug̑-, V., Adj., aufregen, unruhig, Pokorny 512? (760/20) (RB. idg. aus iran., germ., toch.); L.: Kluge s. u. jucken, DW 10, 2347, EWD s. u. jucken, EWAhd 5, 312, Falk/Torp 330?, Duden s. u. jucken, Bluhme s. u. jucken; Son.: vgl. afries. -; ae. gyccan (2), sw. V. (1), jucken; an. -; got. -; nndl. jeucken, V., jucken; apers. yaud-, V., sich unruhig bewegen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches und selten eindeutig erklärliches Juckreiz spüren; BM.: aufregen bzw. unruhig; F.: jucken, jucke, juckst, juckt, juckest, jucket, juckte, jucktest, juckten, jucktet, gejuckt, juckend, ###juckend, juckende, juckendes, juckendem, juckenden, juckender###, juck (!)+EW; Z.: juck-en
Jude, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Jude, Angehöriger des jüdischen Volkes; ne. Jew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. jude, sw. M., Jude; mnd. jȫde, jode, jodde, jödde, jǖde, iude, judhe, M., Jude, Judenzins, Judensteuer; mnl. jode, M., Jude; ahd. Judeo*, Judo*, sw. M. (n)=PN, Jude; as. Judeo*, sw. M. (n), Jude; lat. Iūdaeus, M., Jude; vgl. lat. Iūdaea, F.=ON, Judäa; gr. Ἰουδαία (Iudaía), F.=ON, Judäa; aus dem Semitischen; hebr. y’hūdāh, M.=PN, Juda, Preis, Lob; Son.: vgl. afries. jode, M., Jude; an. jūdi, M., Jude; got. iūdaíus, M., Jude; nndl. jood, Sb., Jude; frz. Juif, M., Jude; nschw. jude, Sb., Jude; nnorw. jøde, M., Jude; poln. żyd, M., Jude; kymr. Iddew, M., Jude; nir. Giúdach, M., Jude; lit. žydas, M., Jude; L.: DW 10, 2352, Duden s. u. Jude, Bluhme s. u. Jude; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein vor vielleicht 3000 Jahren wohl in dem Vorderen Orient entstandenes (kleineres) semitisches Volk mit monotheistischem Glauben und in der Gegenwart mehr als 14 Millionen Angehörigen und wohl trotz seiner eher beschränkten Zahl erheblichem weltpolitischem Gewicht oder Einfluss; BM.: PN; F.: Jude, Juden+FW; Z.: Jud-e
judizieren, nhd., sw. V.: nhd. judizieren, Recht sprechen, gerichtlich urteilen; ne. judge (V.); Vw.: s. prä-; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); I.: Lw. lat. iūdicāre; E.: mhd. judicieren, sw. V., zusprechen; mnd. judicēren, sw. V., urteilen über, für richtig befinden, für geeignet halten; lat. iūdicāre, V., Recht sprechen, gerichtlich untersuchen, (um 450 v. Chr.); vgl. iūs, N., Recht; idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīcere, V., sagen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. judizieren; GB.: seit 1314 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Recht durch den Menschen mögliches gerichtlich urteilen; BM.: bewegen, glänzen; F.: judizieren, judiziere, judizierst, judiziert, judizierest, judizieret, judizierte, judiziertest, judizierten, judiziertet, ##judiziert, judizierte, judiziertes, judiziertem, judizierten, judizierter##, judizierend, ###judizierend, judizierende, judizierendes, judizierendem, judizierenden, judizierender###, judizier(!)+FW(+EW); Z.: ju-di-z-ier-en
Judo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Judo, ein Kampfsport; ne. judo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. jap. jōdō; E.: s. jap. jōdō, Sb., Selbstverteidigungskunst; vgl. jap. jō, Adj., sanft; jap. dō, Sb., Weg; L.: fehlt DW, EWD s. u. Judo, Duden s. u. Judo; Son.: vgl. nndl. judo, Sb., Judo; frz. judo, M., Judo; nschw. judo, Sb., Judo; nnorw. judo, M., Judo; poln. judo, Sb., Judo; kymr. kwdo, M., Judo; nir. júdó, M., Judo; lit. dziudo, M., Judo; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und nach 1882 durch den Pädagogen Jigoro Kano für sanfter Weg erfolgter Prägung aus dem Japanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus dem Jiu-Jitsu entwickelte sportliche Disziplin bei der es in einem Zweikampf ohne Waffen unter Ausschaltung aller gefährlichen Schläge gilt den Gegner besonders durch überraschende und geschickt angewandte Griffe zu überwinden; BM.: sanfter Weg; F.: Judo, Judos+FW; Z.: Ju-do
Jugend, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Jugend, Jugendalter, Gesamtheit der Jungen; ne. youth (N.); Vw.: -; Hw.: s. jung, jungen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. jugent, st. F., Jugend, Knaben, junge Leute; mnd. jȫget, jȫghet, yoghed, jöget, juget, iuget, jȫgent, F., Jugend, Zeit und Zustand des Jungseins, Jugendlicher; mnl. jōghet, juecht, jocht, jōgede, F., Jugend; ahd. jugund*, st. F. (i), Jugend, Mannbarkeit, Jünglingsalter, Jugendalter, Jugendzeit, Jungfräulichkeit; as. juguth*, st. F. (i), Jugend; anfrk. jugind*, st. F. (i), Jugend; germ. *jugunþi-, *jugunþiz, Sb., Jugend; idg. *i̯uu̯ent-, *i̯uu̯n̥t-, *h₂i̯uh₃n̥t-, Adj., Sb., jung, Jugend, Pokorny 511; idg. *i̯uu̯en-, *i̯ūn-, *h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jugend, Kluge s. u. Jugend, DW 10, 2360, EWD s. u. Jugend, EWAhd 5, 306, Falk/Torp 331, Duden s. u. Jugend, Bluhme s. u. Jugend; Son.: vgl. afries. jogethe, F., Jugend; ae. geogoþ, geoguþ, iuguþ, st. F. (ō), Jugend, Junges; an. -; got. -; nndl. jeugd, Sb., Jugend; ai. yúvant-, Adj., F., Jung, Jungfrau; lat. iuventus, F., Jugendzeit, Jugend; air. ōetiu, Sb., Jugend; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare für die Zeit zwischen Kindheit (bis etwa 14 Jahren) und Erwachsensein (ab etwa 18 Jahren); BM.: jung; F.: Jugend+EW; Z.: Ju-g-end
$Jugendherberge, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Jugendherberge, Unterkunft vor allem für Jugend; E.: s. Jugend, s. Herberge; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jugend; GB.: vielleicht seit 1909 (Lehrer Richard Schirrmann in Altena) belegte und aus Jugend und Herberge gebildete Bezeichnung für eine einfache und dementsprechend billige Unterkunft vor allem für die Jugend; F.: Jugendherberge, Jugendherbergen+EW; Z.: Ju-g-end—her-ber-g-e
$jugendlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. jugendlich, Jugend betreffend; E.: s. Jugend, s. lich; L.: Kluge s. u. Jugend, DW 10, 2365, EWD s. u. Jugend; GB.: (jugundlīh*) seit Anfang 9. Jh. belegte und wohl nach lat. iuvenilis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches die Jugend betreffend; F.: jugendlich, jugendliche, jugendliches, jugendlichem, jugendlichen, jugendlicher(, jugendlichere, jugendlicheres, jugendlicherem, jugendlicheren, jugendlicherer, jugendlichst, jugendlichste, jugendlichstes, jugendlichstem, jugendlichsten, jugendlichster)+EW; Z.: ju-g-end-lich
$Jugendlicher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Jugendlicher, Mensch von 14-18; E.: s. jugendlich, s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jugend; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus jugendlich und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen jugendlichen Menschen; F.: Jugendlicher, Jugendliche, Jugendlichen+EW; Z.: Ju-g-end-lich-er
$Jugendstil, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Jugendstil; Q.: um 1900; E.: s. Jugend, s. Stil; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jugend; GB.: seit um 1900 belegte und aus Jugend und Stil gebildete Bezeichnung für eine zwischen 1890 und 1910 als jung und vorbildlich geltende Kunstrichtung; F.: Jugendstil, Jugendstils, Jugendstiles+EW+FW; Z.: Ju-g-end—sti-l
$Jugendweihe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Jugendweihe; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Jugend, s. Weihe; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jugend; GB.: seit 1852 (Theologe Eduard Baltzer) belegte und vor allem nach 1949 (bis 1990) in der Deutschen Demokratischen Republik aufgenommene sowie aus Jugend und Weihe gebildete Bezeichnung für eine förmliche Gestaltung des Übergangs von einem Jugendlichen zu einem Erwachsenen in dem Leben eines Menschen; F.: Jugendweihe Jugendweihen+EW; Z.: Ju-g-end-weih-e
Juice, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Juice, Fruchtsaft, Gemüsesaft; ne. juice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. juice; E.: s. juice, N., Saft; frz. jus, M., Saft, Brühe; lat. iūs, N., Brühe, Suppe; (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507 (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Juice, Duden s. u. Juice; Son.: vgl. nndl. jus, Sb., Juice; nschw. juice, Sb., Juice; nnorw. juice, M., Juice; nir. sú, M., Juice; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit aus meist exotischen Früchten hergestellten Saft; BM.: bewegen bzw. mischen; F.: Juice, Juices+FW; Z.: Jui-c-e
Jul, nhd., N., M., (14. Jh.): nhd. Jul, Weihnachtsfest, Mittwinterfest; ne. Yuletide; Vw.: s. -klapp; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mnd. jūl, jul, M., Weihnachtsfest, Sankt Johannisfest, Fest der Wintersonnenwende, Fest der Sommersonnenwende; vgl. dän., schwed. jul; germ. *jegwla-, *jegwlam, *jehwla-, *jehwlam, *jehwula-, *jehwulam, *jewla-, *jewlam, *jewula-, *jewulam, st. N. (a), Julfest; vgl. idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Julklapp, DW 10, 2369, EWD s. u. Jul, Falk/Torp 328, Duden s. u. Jul; Son.: vgl. ae. geohhol, geola, giuli, st. N. (a), Weihnachten, Dezember und Januar; an. jōl, st. N. (a) Pl., Julfest; got. jiuleis, st. M. (ja), Julmonat, Dezember; got. *Jiula?, st. N. (a), Pl., Julfest; vgl. nschw. jul, Sb., Weihnachten; nnorw. jul, M., F., Weihnachten; GB.: seit 14. Jh. mittelniederdeutsch belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für das Fest der seit Entwicklung des Kreislaufs der Erde um die Sonne jährlich erfolgenden und von Menschen nach ihrer Entstehung besonders beachteten Wintersommerwende (Mittwinderfest); BM.: sprechen; F.: Jul, Juls+FW; Z.: Jul
$Julfest, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Julfest; E.: s. Jul, s. Fest; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jul; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Jul und Fest gebildete Bezeichnung für das Fest der seit Entwicklung des Kreislaufs der Erde um die Sonne jährlich erfolgenden und von Menschen nach ihrer Entstehung besonders beachteten Wintersommerwende (Mittwinterfest); F.: Julfest, Julfestes, Julfests, Julfeste, Julfesten+FW; Z.: Jul—fes-t
Juli, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Juli, sieb(en)ter Monat; ne. july; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. (mēnsis) Iūlius; E.: s. lat. mēnsis Iūlius, M., Juli; vgl. lat. iūlius (1), M., Juli; vgl. lat. Iovis, M., PN, Jupiter; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb., Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Juli, DW 10, 2369, EWD s. u. Juli, Duden s. u. Juli; Son.: vgl. nndl. juli, Sb., Juli; frz. juillet, M., Juli; nschw. juli, Sb., Juli; nnorw. juli, M., Juli; nir. iúil, M., Juli; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aus dem PN Iulius aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Kalenders in den Hochkulturen des Altertums möglichen siebenten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Juni und August; BM.: von dem PN Gaius Iulius Caesar (100-44 v. Chr.) als Kalenderreformer; F.: Juli, Julis+FW; Z.: Ju-l-i
Julklapp, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Julklapp, Weihnachtsgeschenk; ne. christmas present; Vw.: -; Hw.: s. Jul; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nschw. julklapp; E.: s. nschw. julklapp, Sb., Weihnachtsgeschenk; vgl. nschw. jul, Sb., Weihnachten; an. jōl, st. N. (a) Pl., Julfest; germ. *jegwla-, *jegwlam, *jehwla-, *jehwlam, *jehwula-, *jehwulam, *jewla-, *jewlam, *jewula-, *jewulam, st. N. (a), Julfest; vgl. idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); nschw. klapp, Interj., klapp, Laut des an die Türeklopfens; L.: Kluge s. u. Julklapp, fehlt DW, EWD s. u. Jul, Duden s. u. Julklapp; Son.: vgl. nnorw. (ält.) juleklapp, Sb., Weihnachtsgeschenk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuschwedischen aufgenommene und aus Jul und klapp (lautmalend) gebildete Bezeichnung für ein kleines oft mehrfach verpacktes und durch ein Klopfgeräusch (klapp) gekennzeichnetes Weihnachtsgeschenk; BM.: sprechen, lautmalend; F.: Julklapp, Julklapps+FW; Z.: Jul—klapp
jung, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. jung, jugendlich, neu; ne. young (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. jungen, Jungfer, Junker, Jugend; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. junc, Adj., jung, vergnügt; mnd. junc, Adj., junge, neugeboren, jugendlich, jugendfrisch; mnl. jong, Adj., jung; ahd. jung*, Adj., jung, jugendlich, neu, erneuert, jungfräulich; as. jung*, Adj., jung; anfrk. -; germ. *junga-, *jungaz, Adj., jung; s. idg. *i̯uu̯en-, *i̯ūn-, *h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jugend, Kluge s. u. jung, DW 10, 2370, EWD s. u. jung, EWAhd 5, 315, Falk/Torp 331, Heidermanns 325, Duden s. u. jung, Bluhme s. u. jung; Son.: vgl. afries. jung, iung, Adj., jung; nfries. jong, Adj., jung; ae. geong (1), iung, Adj., jung, neu, frisch, letzte; an. ungr, Adj., jung; got. juggs, Adj. (a), jung, jugendlich; ai. yuvasá-, Adj., jugendlich, jung; lat. iuvencus, Adj., jung; kymr. ieuanc, ifanc, Adj., jung; air. óc, ác, Adj., jung; ksl. junъ, Adj., jung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens oder der Welt mögliches jugendlich in Gegensatz zu alt; BM.: ?; F.: jung, junge, junges, jungem, jungen, junger, jünger(, jüngere, jüngeres, jüngerem, jüngeren, jüngerer, jüngst, jüngste, jüngstes, jüngstem, jüngsten, jüngster)+EW; Z.: ju-n-g
$Jungbrunnen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Jungbrunnen, angeblich verjüngender Brnnen; E.: s. jung, s. Brunnen; L.: DW 10, 2375, EWD s. u. jung; GB.: (juncbrunne) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus jung und Brunnen gebildete Bezeichnung für einen verjüngenden oder jung erhaltenden Brunnen; F.: Jungbrunnen, Jungbrunnens+EW; Z.: Ju-n-g—bru-nn-en
$Junge, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Junge, Knabe, Bub; Vw.: s. Lause-; E.: s. jung, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. Junge, DW 10, 2375, EWD s. u. jung; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus jung und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein männliches Kind; F.: Junge, Jungen+EW; Z.: Ju-n-g-e
jungen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. jungen, verjüngen, jung machen, Junge werfen; ne. have young; Vw.: -; Hw.: s. jung, Jugend; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. jungen (1), jüngen, sw. V., jungen, jung werden, vergnügt werden, gebären, verjüngen; mnd. jüngen, sw. V., jung werden, verjüngen, Junge werfen, jungen; mnl. jongen, sw. V., jungen; ahd. jungēn*, sw. V. (3), sich verjüngen; ahd. jungen*, sw. V. (1a), verjüngen, erneuern; as. -; anfrk. -; germ. *jungēn, *jungǣn, sw. V., sich verjüngen, jung werden; germ. *jungjan, sw. V., jungen, verjüngen, jung machen; s. idg. *i̯uu̯en-, i̯ūn-, h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. jung, DW 10, 2378, EWD s. u. jung, EWAhd 5, 319, Heidermanns 326, Duden s. u. jungen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 1000 belegte (jungen und wohl etwas später jungēn) und aus jung und en gebildete Bezeichnung für verjüngen oder jung machen bzw. Junge erzeugen; BM.: jung; F.: jungen, junge (!), jungst, jungt, jungest, junget, jungte, jungtest, jungten, jungtet, gejungt, ##gejungt, gejungte, gejungtes, gejungtem, gejungten, gejungter##, jungend, ###jungend, jungende, jungendes, jungendem, jungenden, jungender###, jung (!)+EW; Z.: ju-n-g-en
$Jünger, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Jünger, Schüler, Anhänger; E.: s. jung, s. iro; L.: Kluge 1. A. s. u. jung, Kluge s. u. Jünger, DW 10, 2379; GB.: seit um 790 belegte und aus jung und ahd. iro gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Jüngeren oder einen Jünger oder einen Schüler oder einen Anhänger; F.: Jünger, Jüngers, Jüngern+EW; Z.: Jü-n-g-er
Jungfer, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Jungfer, Jungfrau; ne. damsel, maiden; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. juncvrouwe, juncvrowe, juncvrou, juncfrouwe*, juncfrowe*, juncfrou*, sw. F., Jungfrau, Mädchen, unverheiratete Frau, unverheiratete junge Frau, Dienerin, adliges Mädchen, Edelfräulein; mnd. juncvrouwe, junkvrouwe, junkvrowe, juncvrūwe, juncvrūw, F., Jungfrau, junge Frau, Edelfräulein, junge Adlige, Frau eines Edelmanns, Edelfrau; mnl. joncvrouwe, joncfrouwe, joncfrauwe, F., Jungfrau; ahd. jungfrouwa*, sw. F. (n), Jungfrau; vgl. ahd. jung*, Adj., jung, jugendlich, neu, erneuert, jungfräulich; germ. *junga-, *jungaz, Adj., jung; s. idg. *i̯uu̯en-, *i̯ūn-, *h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); ahd. frouwa, st. F. (ō), sw. F. (n), Herrin, vornehme Frau, hohe Frau; germ. *frōwō-, *frōwōn, sw. F. (n), Herrin, Frau; idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; vgl. idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jugend, Kluge s. u. Jungfer, DW 10, 2381, EWD s. u. Jungfer, EWAhd 5, 319, Duden s. u. Jungfer; Son.: vgl. nndl. juffertje, Sb., Jungfer; nschw. jungfru, Sb., Jungfer; GB.: (jungfrouwa) seit (um 1000) belegte und aus jung und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche junge und noch nicht verheiratete Frau; BM.; F.: Jungfer, Jungfern+EW; Z.: Ju-n-g-fer
$Jungfernfahrt, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Jungfernfahrt; E.: s. Jungfer, s. n, s. Fahrt; L.: Kluge s. u. Jungfer, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Jungfer und n sowie Fahrt gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Fahrzeugen durch den Menschen mögliche erste Fahrt eines Landfahrzeugs oder Wasserfahrzeugs unter wirklichkeitsnahen Bedingen während der erste Flug eines Luftfahrzeugs als Jungfernflug bezeichnet wird; F.: Jungfernfahrt, Jungfernfahrten+EW; Z.: Ju-n-g-fer-n—fahr-t
$Jungfernrede, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Jungfernrede; I.: Lüs. ne. maiden-speech; E.: s. Jungfer, s. n, s. Rede; L.: Kluge s. u. Jungfer, DW 10, 2386 Jungfernrede, EWD s. u. Jungfer; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach ne. maiden-speech aus Jungfer und n sowie Rede gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche erste Rede (Jungfernrede) eines Abgeordneten in oder vor dem Parlament oder allgemeiner die erste Rede eines Menschen; F.: Jungfernrede, Jungfernreden+EW; Z.: Ju-n-g-fer-n—re-d-e
$Jungfernschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Jungfernschaft, Jungfräulichkeit; E.: s. Jungfer, s. n, s. schaft; L.: DW 10, 2387 (Jungferschaft), EWD s. u. Jungfer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Jungfer (und n) sowie schaft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche oder vorhandene Jungfräulichkeit; F.: Jungfernschaft, Jungfernschaften+EW; Z.: Ju-n-g-fer-n—schaf-t
$Jungfrau, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Jungfrau, jungfräuliche Frau; E.: s. jung, s. Frau; L.: Kluge s. u. Jungfrau, DW 10, 2388, EWD s. u. jung; GB.: vielleicht seit um 1000 belegte und aus jung und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche jungfräuliche Frau; F.: Jungfrau, Jungfrauen+EW; Z.: Ju-n-g—fr-au
$jungfräulich, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. jungfräulich, unberührt; E.: s. Jungfrau, s. lich; L.: DW 10, 2392, EWD s. u. jung; GB.: seit um 1300 belegte und aus Jungfrau und lich gebildete Bezeichnung für seit Entstehung des Menschen mögliches die Jungfräulichkeit bewahrend oder unberührt; F.: jungfräulich, jungfräuliche, jungfräuliches, jungfräulichem, jungfräulichen, jungfräulicher+EW; Z.: ju-n-g—fr-äu—lich
$Junggeselle, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Junggeselle, unverheirateter Mann; E.: s. jung, s. Geselle; L.: Kluge s. u. Junggeselle, DW 10, 2394 (Junggesell), EWD s. u. jung; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus jung und Geselle gebildete Bezeichnung für den jüngsten Gesellen eines Handwerksbetriebs in Gegensatz zu dem Altgesellen und einen unverheirateten Mann; F.: Junggeselle, Junggesellen+EW; Z.: Ju-n-g—ge-sel-l-e
Jungherr, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Jungherr, Junker, junger Edelmann; ne. squire, junker; Vw.: -; Hw.: s. jung, Herr, Junker; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: mhd. junchērre, juncherre, junchēre, sw. M., Junker, Knappe, Edelknabe, junger Ritter, Edelmann, junger Herr, Jungherr; mnd. junchēre, juncherre, junker, juncher, yuncker, juncgher, jonker, M., Junker, junger Herr, Sohn aus adligem Geschlecht, unmündiger Lehnsherr, Edelmann, adliger Gutsherr; vgl. ahd. jung*, Adj., jung, jugendlich, neu, erneuert, jungfräulich; germ. *junga-, *jungaz, Adj., jung; s. idg. *i̯uu̯en-, *i̯ūn-, *h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510; vgl. idg. i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); ahd. hēriro, herōro, hērro, sw. M. (n), „Hehrerer“, Älterer, Herr, Prior, Senator; vgl. ahd. hēr, Adj., „hehr“, alt, ehrwürdig, von hohem Rang, vorrangig, groß; as. hêr (2), Adj., „hehr“, hoch, vornehm; anfrk. *hēr?, Adj., „hehr“, alt, ehrwürdig; germ. *haira-, *hairaz, Adj., grau, grauhaarig, alt, hehr?; s. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Jugend, Kluge s. u. Junker, DW 10, 2399, EWD s. u. Junker, Duden s. u. Junker, Bluhme s. u. Junker; Son.: vgl. nndl. jonker, Jonkheer, Sb., Junker; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und aus jung und Herr gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Adels möglichen jungen Edelmann oder einen jungen adeligen Berechtigten eines Gutes; BM.: junger Herr; F.: Junker, Junkers, Junkern+EW; Z.: Ju-n-g-he-r-r
$Jüngling, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Jüngling, junger Mann; E.: s. jung, s. ling; L.: Kluge 1. A. s. u. jung, Kluge s. u. Jüngling, DW 10, 2395, EWD s. u. Jüngling; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen jungen Mann; F.: Jüngling, Jünglings, Jünglinge, Jünglingen+EW; Z.: Jü-n-g-ling
$jüngst, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. jüngst, kürzlich; E.: s. jung, s. st; L.: Kluge s. u. jüngst, EWD s. u. jüngst; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus jung und st (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches kürzlich oder neulich; F.: jüngst+EW; Z.: jü-n-g-st
Juni, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Juni, sechster Monat; ne. June; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. (mēnsis) Iūnius; E.: s. lat mēnsis Iūnius, M., Juni; lat. Iūnius (2), Adj., junisch, Juni betreffend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. Iūno, F.=PN, Juno; lat. iuvenis, Adj., jung, jugendlich, heftig, stark; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Juni, DW 10, 2399, EWD s. u. Juni, Duden s. u. Juni; Son.: vgl. nndl. juni, Sb., Juni; frz. juin, M., Juni; nschw. juni, Sb., Juni; nnorw. juni, M., Juni; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. iuvenis und Iūno verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Kalenders in den Hochkulturen des Altertums möglichen sechsten Monat zwischen Mai und Juli jeden Jahres in dem julianischen und gregorianischen Kalender; BM.: Juno bzw. jung; F.: Juni, Junis+FW; Z.: Ju-n-i
Junior, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Junior, Jüngerer, Sohn; ne. junior; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. iūnior; E.: s. lat. iūnior, M., Jüngerer, Jüngling, Untergebener, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. iuvenis, Adj., jung, jugendlich, heftig, stark; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Junior, fehlt DW, EWD s. u. Junior, Duden s. u. Junior; Son.: vgl. nndl. junior, Sb., Junior; frz. junior, M., Junior; nschw. junior, Sb., Junior; nnorw. junior, M., Junior; poln. junior, M., Junior; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen jüngeren Teilhaber oder für einen Sohn oder einen Jüngeren; BM.: jung; F.: Junior, Juniors, Junioren+FW; Z.: Ju-n-i-or
Junker, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Junker, Jungherr, junger Herr; ne. squire; Vw.: -; Hw.: s. Jungherr; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: s. mhd. junchērre, juncherre, junchēre, sw. M., Junker, Knappe, Edelknabe, junger Ritter, Edelmann, junger Herr, Jungherr; mnd. junchēre, juncherre, junker, juncher, yuncker, juncgher, jonker, M., Junker, junger Herr, Sohn aus adeligem Geschlecht, unmündiger Lehnsherr, Edelmann, adeliger Gutsherr, von Lübeck verschifftes Tuch von blauer Farbe; vgl. nhd. jung, Herr; L.: DW 10, 2399, EWD s. u. Junker, Duden s. u. Junker; GB.: seit um 1120 belegte und aus jung und Herr gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Adels möglichen jungen Edelmann oder einen jungen adeligen Berechtigten eines Gutes oder einen jungen Herrn; BM.: jung, ehrwürdig; F.: Junker, Junkers, Junkern+EW; F.: Ju-n-k-er
$Junkertum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Junkertum; E.: s. Junker, s. tum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Junker; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Junker und tum gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Adels mögliches Wesen eines Junkers und die Gesamtheit der Junker; F.: Junkertum, Junkertums+EW; Z.: Ju-n-k-er—tum
Junkfood, Junk-Food, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Junkfood, ungesundes Essen; ne. junk food; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. junk food; E.: s. ne. junk food, N., Junkfood, Fastfood; vgl. ne. junk, N., Schrott, Gerümpel; ne. junk, V., wegwerfen; weitere Herkunft ungeklärt; ne. food, N., Essen (N.), Lebensmittel; ae. fōda, sw. M. (n), Nahrung, Unterhalt, Feuerung; vgl. germ. *fōdjan, sw. V., füttern, nähren, aufziehen; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden (V.), Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Junkfood; Son.: vgl. nndl. junkfood, Sb., Junkfood; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und aus junk und food gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für minderwertiges und ungesundes Essen (vor allem zu süß und zu salzig und zu fett und zu vitaminarm); BM.: wegwerfen, füttern; F.: Junkfood, Junkfoods+FW; Z.: Junk-food
Junktim, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Junktim, (vertragsmäßige) Verknüpfung; ne. iunctim, package deal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. Lw. lat. iūnctim; E.: s. lat. iūnctim, Adv., vereinigt, beisammen, gleich hintereinander, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Junktim, fehlt DW, EWD s. u. Junktim, Duden s. u. Junktim; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wegen innerer Zusammengehörigkeit notwendige Verknüpfung zweier oder mehrerer vertraglicher Abmachungen oder Verbindungen; BM.: verbinden; F.: Junktim, Junktims+FW+EW; Z.: Ju-n-k-t-im
Junta, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Junta, Regierungsbehörde, Militärregime; ne. junta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. span. junta; E.: s. span. junta, F., Vereinigung, Rat; vgl. span. junto, Adj., vereinigt; lat. iūnctus (1), Adj., zusammengefügt, vereinigt; vgl. lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Junta, fehlt DW, EWD s. u. Junta, Duden s. u. Junta; Son.: vgl. nndl. junta, Sb., Junta; frz. junte, F., Junta; nschw. junta, Sb., Junta; nnorw. junta, M., Junta; poln. junta, F., Junta; kymr. jwnta, F., Junta; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Staatsorgan in iberischen und lateinamerikanischen Ländern oder ein Militärregime; BM.: verbinden; F.: Junta, Juntas, Junten+FW; Z.: Ju-n-t-a
Jura (1), nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Jura (Sb. Pl.), Rechtswissenschaft; ne. law; Vw.: -; Hw.: s. Jurist, Jury; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. iūs; E.: s. lat. iūs (2), N., Satzung, Verordnung, Recht, (um 450 v. Chr.); idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jura, fehlt DW, EWD s. u. Jura, Duden s. u. Jura; Son.: vgl. nschw. jura, Sb., Rechtswissenschaft; nnorw. jura, M., Rechtswissenschaft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Rechtswissenschaft ([Wissenschaft der] Rechte) als Studienfach; BM.: bewegen; F.: Jura+FW; Z.: Ju-r-a
Jura (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Jura (N.), Jurazeitalter; ne. Jurrasic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1795 (Alexander von Humboldt); E.: von dem ON Jura (M.), lat. Iūra, M.=ON, Jura (Bergkette an der Rhône), Juragebirge; aus dem Kelt.?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Jura; Son.: vgl. nndl. jura, Sb., Jura (N.); frz. jurassique, M., Jura (N.); nschw. jura, Sb., Jura (N.); nnorw. jura, Sb., Jura (N.); poln. jura, F., Jura; kymr. jwrasig, M., Jura (N.); nir. iúrasach, Sb., Jura (N.); lit. jura, F., Jura (N.); GB.: seit 1795 belegte Bezeichnung für eine vielleicht mit einem keltisch begründeten ON verbindbare erdgeschichtliche Formation des Mesozoikums in der Zeit vor ca. 201,3 bis vor 145 Millionen Jahren; BM.: ON nach Gesteinsschichten in dem Juragebirge; F.: Jura, Juras+FW; Z.: Jur-a
Jurisdiktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Jurisdiktion, Rechtsprechung, Vollmacht zur Rechtsprechung; ne. jurisdiction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. jurisdictie, jurisdiccie, F., Gerichtsbarkeit, Rechtsprechung; s. lat. iūrisdictio, F., Handhabung des Rechts, Zivilgerichtsbarkeit; vgl. lat. iūs, N., Satzung, Recht, Verordnung; idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīcere, V., sagen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jurist, Duden s. u. Jurisdiktion; Son.: vgl. frz. jurisdiction, F., Jurisdiktion; nschw. jurisdiktion, Sb., Jurisdiktion; nnorw. jurisdiksjon, M., Jurisdiktion; poln. jurysdykcja, F., Jurisdiktion; lit. jurisdikcija, F., Jurisdiktion; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen sachlich seit Entwicklung von Recht ausgeübte Rechtsprechung oder Gerichtshoheit; BM.: bewegen, sagen; F.: Jurisdiktion, Jurisdiktionen+FW(+EW); Z.: Ju-r-is-di-k-t-io-n
$Jurisprudenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Jurisprudenz; E.: s. lat. iurisprudentia, F., Rechtsgelehrsamkeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jurist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Rechtsgelehrsamkeit oder Rechtsklugheit oder Rechtswissenschaft; F.: Jurisprudenz, Jurisprudenzen+FW(+EW); Z.: Ju-r-is-pru-d-enz
Jurist, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Jurist, Rechtsgelehrter; ne. jurist; Vw.: -; Hw.: s. Jura (1), Jury; Q.: 1290-1330 (Der Renner); E.: s. mhd. juriste, sw. M., Jurist, Rechtsgelehrter; mnd. juriste, M., Jurist, Rechtsgelehrter; mlat. iurista, M., Jurist; vgl. lat. iūs, N., Satzung, Verordnung, Recht, (um 450 v. Chr.); idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jura, DW 10, 2403, EWD s. u. Jurist, Duden s. u. Jurist; Son.: vgl. nndl. jurist, Sb., Jurist; frz. juriste, M., Jurist; nschw. jurist, Sb., Jurist; nnorw. jurist, M., Jurist; GB.: seit 1290-1330 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen der an einer Universität seit dem 12. Jh. Jura (die Rechte oder Rechtswissenschaft) studiert oder studiert hat; BM.: bewegen; F.: Jurist, Juristen+FW+EW; Z.: Ju-r-ist
$Juristerei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Juristerei; E.: s. Jurist, s. er, s. ei (Suff.); L.: DW 10, 2403, EWD s. u. Jurist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Jurist und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Jurisprudenz oder Rechtswissenschaft; F.: Juristerei, Juristereien+FW(+EW); Z.: Ju-r-ist-er-ei
$juristisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. juristisch, Rechtswissenschaft betreffend; E.: s. Jurist, s. isch; L.: Kluge s. u. Jura, DW 10, 2404, EWD s. u. Jurist; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Jurist und isch gebildete Bezeichnung für Jura oder Rechtswissenschaft betreffend; F.: juristisch, juristische, juristisches, juristischem, juristischen, juristischer+FW+EW; Z.: ju-r-ist-isch
$Juror, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Juror, Mitglied einer Jury; E.: s. ne. juror; I.: Lw. ne. juror; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jury; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein Mitglied einer Jury; F.: Juror, Juroren+FW; Z.: Ju-r-or
Jurte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Jurte, Nomadenzelt; ne. yurt, yurta; Vw.: -; Hw.: s. Horde; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. russ. юрта (jurta); E.: s. russ. юрта (jurta), F., Jurte; vgl. russ. юрт? (jurt), M., Haus, Hof; aus dem Turko-Tatarischen; vgl. türk. yurt, Sb., Heim, Haus, Wohnung, Grundstück; L.: Kluge s. u. Jurte, fehlt DW, EWD s. u. Jurte, Duden s. u. Jurte; Son.: vgl. nndl. joert, Sb., Jurte; frz. yourte, iourte, F., Jurte; nschw. jurta, Sb., Jurte; nnorw. jurt, jurte, Sb., Jurte; poln. jurta, F., Jurte; lit. jurta, F., Jurte; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Russischen sowie mittelbar dem Turko-Tatarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen sachlich vielleicht seit der Bronzezeit entwickelte und verwendete traditionelle Zelt der Nomaden (Nomadenzelt) in Westasien und Zentralasien; BM.: Heim; F.: Jurte, Jurten+FW(+EW); Z.: Jurt-e
Jury, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Jury, Versammlung der Geschworenen, eine Gesamtheit von Geschworenen; ne. jury; Vw.: -; Hw.: s. Jura (1), Jurist; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. jury; E.: s. ne. jury, N., Jury, Versammlung der Geschworenen; afrz. juré, Sb., Versammlung der Geschworenen; vgl. afrz. jurer, V., schwören; s. lat. iūrāre, V., schwören, einen Schwur ablegen, 204-169 v. Chr.); lat. iūs (2), N., Satzung, Verordnung, Recht; idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Jury, fehlt DW, EWD s. u. Jury, Duden s. u. Jury; Son.: vgl. nndl. jury, Sb., Jury; frz. jury, F., Jury; nschw. jury, Sb., Jury; nnorw. jury, M., Jury; poln. jury, Sb., Jury; lit. žiuri, F., Jury; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von Menschen als Geschworene oder Preisrichter oder Entscheidungsträger; BM.: bewegen; F.: Jury, Jurys+FW; Z.: Ju-r-y
just, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. just, genau, gerade (Adv.), eben; ne. just; Vw.: -; Hw.: s. justieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. iūstē; E.: s. lat. iūstē, Adv., gerecht, mit Recht, billig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. iūstus, Adj., gerecht, recht, rechtschaffen, redlich; lat. iūs, N., Satzung, Verordnung, Recht, Rechtsformel; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth); L.: Kluge s. u. just, DW 10, 2404, EWD s. u. just, Duden s. u. just, Bluhme s. u. just; Son.: vgl. nndl. juist, Adv., just; frz. juste, Adv., just; nschw. just, Adv., just, genau; nnorw. just, Adv., just, genau; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für genau oder gerade (Adv.) oder eben (Adv.) in diesem Augenblick geschehend; BM.: bewegen; F.: just+FW(+EW); Z.: ju-st
justieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. justieren, richten, vor Gebrauch einstellen; ne. adjust; Vw.: -; Hw.: s. just; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. mlat. iūstāre; E.: s. mlat. iūstāre, V., berichtigen; vgl. lat. iūstus, Adj., gerecht, recht, rechtschaffen, redlich, (um 450 v. Chr.); lat. iūs, N., Satzung, Verordnung, Recht, Rechtsformel; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth); L.: Kluge s. u. justieren, DW 10, 2306, EWD s. u. just, Duden s. u. justieren; Son.: vgl. nndl. justeren, V., justieren; frz. ajuster, V., justieren; nschw. justera, V., justieren; nnorw. justere, V., justieren; poln. justować, V., justieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches richten oder einstellen und berichtigen; BM.: bewegen; F.: justieren, justiere, justierst, justiert, justierest, justieret, justierte, justiertest, justierten, justiertet, ##justiert, justierte, justiertes, justiertem, justierten, justierter##, justierend, ###justierend, justierende, justierendes, justierendem, justierenden, justierender###, justier (!)+FW+EW; Z.: ju-st-ier-en
$Justitiar, Justiziar, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Justitiar, Berater in Rechtsangelegenheiten; E.: s. Justiz, s. iar; L.: EWD s. u. Justiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Justiz und iar gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Recht möglichen Rechtsberater Berater in Rechtsangelegenheiten; F.: Justitiar, Justitiars, Justitiares, Justitiare, Justitiaren+FW; Z.: Ju-st-it-i-ar
Justiz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Justiz, Gerichtsbarkeit, Gesamtheit des Rechtswesens; ne. justice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. iūstitia; E.: s. mhd.? justicie, F., Rechtsprechung; lat. iūstitia, F., Gerechtigkeit, Billigkeit, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. iūstus, Adj., gerecht, recht, rechtschaffen, redlich; lat. iūs, N., Satzung, Verordnung, Recht, Rechtsformel; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth); L.: Kluge s. u. Justiz, DW 10, 2407, EWD s. u. Justiz, Duden s. u. Justiz; Son.: vgl. nndl. justitie, Sb., Justiz; frz. justice, F., Justiz; nschw. justis, Sb., Justiz; nnorw. justis, M., Justiz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für die Gerichtsbarkeit oder die Gesamtheit des Rechtswesens; BM.: bewegen; F.: Justiz+FW; Z.: Ju-st-iz
$Justizirrtum, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Justizirrtum; E.: s. Justiz, s. Irrtum; L.: Kluge s. u. Justizmord, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Justiz und Irrtum gebildete Bezeichnung für einen ungewollten Fehler in der Justiz oder Rechtsprechung oder in dem Recht überhaupt der vielleicht schon so lange denkbar ist wie es die Justiz gibt; F.: Justizirrtum, Justizirrtums, Justizirrtümer, Justizirrtümern+FW+EW; Z.: Ju-st-iz—irr-tum
$Justizmord, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Justizmord; E.: s. Justiz, s. Mord; L.: Kluge s. u. Justizmord, DW 10, 2407, EWD s. u. Justiz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Justiz und Mord gebildete Bezeichnung für eine rechtswidrige Tötung eines Menschen durch die Gerichtsbarkeit wie beispielsweise eine sachlich seit Entwicklung des Rechtes mögliche Hinrichtung eines unschuldigen Menschen; F.: Justizmord, Justizmordes, Justizmords, Justizmorde, Justizmorden+FW+EW; Z.: Ju-st-iz—mor-d
Jute, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Jute, Jutestoff; ne. jute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. jute; E.: s. ne. jute, N., Jute; von Hindi jūt, Sb., eine Faser; vielleicht von ai. jūṭāḥ, Sb., Haarflechte; L.: Kluge s. u. Jute, fehlt DW, EWD s. u. Jute, Duden s. u. Jute, Bluhme s. u. Jute; Son.: vgl. nndl. jute, Sb., Jute; frz. jute, M., Jute; nschw. jute, Sb., Jute; nnorw. jute, M., Jute; poln. juta, F., Juta; kymr. jiwt, M., Jute; nir. siúit, F., Jute; lit. džiutas, M., Jute; GB.: seit dem 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Hindi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in tropischen Gebieten wohl schon vormenschlich heimische hochwachsende Pflanze mit gesägten Blättern und kleinen gelben Blüten deren Stängel Bast enthält oder aus diesem Bast hergestelltes Gewebe; BM.: eine Faser; F.: Jute+FW; Z.: Jut-e
$jutzen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. jutzen; E.: s. jodeln; L.: Kluge s. u. jodeln, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon nach Entstehung des Menschen uns Entwicklung von Sprache auch schon etwas früher mögliches jodeln; F.: jutzen, jutze, jutzst, jutzt, jutzest, jutzet, jutzte, jutztest, jutzten, jutztet, gejutzt, ##gejutzt, gejutzte, gejutztes, gejutztem, gejutzten, gejutzter##, jutzend, ###jutzend, jutzende, jutzendes, jutzendem, jutzenden, jutzender###, jutz (!)+EW; Z.: jutz-en
Juwel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Juwel, Edelstein, Schmuckstein, Kostbarkeit; ne. jewel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnl. juweel, Sb., Juwel; mnd. juwēl, guewel, juweel, N., Juwel, Edelstein, Kleinod; andl. juweel, Sb., Juwel; afrz. joël, Sb., Schmuck, Gamillscheg 550b; vgl. lat. iōcālis, Adj., scherzhaft, (6. Jh. n. Chr.); lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank; idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Juwel, DW 10, 2407, EWD s. u. Juwel, Duden s. u. Juwel; Son.: vgl. nndl. juweel, SB., Juwel; frz. joyau, M., Juwel; nschw. juvel, Sb., Juwel; nnorw. juvel, M., Juwel; GB.: seit 15. Jh. belegte und über das Mittelniederländische und Mittelniederdeutsche aus dem Altfranzösischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit mehr als 100000 Jahren verwendeten in der Natur allgemein schon vormenschlich vorhandenen Edelstein oder Schmuckstein oder eine Kostbarkeit; BM.: Scherz bzw. sprechen?; F.: Juwel, Juwels, Juwelen+FW+EW; Z.: Juw-el
$Juwelier, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Juwelier, mit Juwelen handelnder Mensch; E.: s. Juwel, s. ier; L.: Kluge s. u. Juwel, DW 10, 2408, EWD s. u. Juwel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Juwel und ier gebildete bzw. aus dem altfranzösischen jouaillier und mittelbar einem lateinischen iocalarius aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen mit Juwelen handelnden Menschen; F.: Juwelier, Juweliers, Juwelieres, Juweliere, Juwelieren+FW+EW; Z.: Juw-el-ier
Jux, Gucks, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Jux, Scherz, Spaß; ne. joke (N.); Vw.: -; Hw.: s. Joker, Jokus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. iocus; E.: s. lat. iocus, M., Scherz, Spaß, Kurzweil, Schäkerei, Schwank, (204-169 v. Chr.); idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Juks, Kluge s. u. Jux, DW 10, 2350, EWD s. u. Jux, Duden s. u. Jux, Bluhme s. u. Jux; Son.: vgl. nschw. jox, Sb., Jux; nnorw. juks, N., Jux; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Scherz oder Spaß; BM.: sprechen; F.: Jux, Juxes, Juxe, Juxen+FW(+EW); Z.: Jux
$juxen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. juxen, Scherz machen, Spaß machen; Vw.: s. ver-; E.: s. Jux, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Jux; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Jux und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen Scherz oder Spaß machen; F.: juxen (!), juxe (!), juxst, juxt, juxest, juxet, juxte, juxtest, juxten, juxtet, gejuxt, ##gejuxt, gejuxte, gejuxtes, gejuxtem, gejuxten, gejuxter##, juxend, ###juxend, juxende, juxendes, juxendem, juxenden, juxender###, jux (!)+FW; Z.: jux-en
k, K, nhd., N.: nhd. k, K; ne. k (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. c; E.: s. lat. c, Buchstabe, C, c; gr. κάππα (káppa), N. (indekl.), Kappa; aus dem Hebr. kaph, Sb., Handfläche; L.: DW 11, 1, Duden s. u. K; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den – in Gegensatz zu c und griechisch káppa selten verwendeten - Buchstaben k des lateinischen Alphabets; BM.: Handfläche; F.: K, k+FW; Z.: K
Kabale, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kabale, Intrige; ne. cabal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cabale; E.: s. frz. cabale, F., Intrige; mlat. cabbala, F., Kabbala; von hebr. qabbālā, qabbālāh, Sb., Überlieferung, Geheimlehre; L.: Kluge s. u. Kabale, EWD s. u. Kabale, DW 11, 6, Duden s. u. Kabale; Son.: vgl. nschw. kabal, Sb., Kabale; nnorw. kabale, Sb., Kabale; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen und dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Intrige; BM.: Überlieferung; F.: Kabale, Kabalen+FW(+EW); Z.: Kabal-e
Kabarett, Cabaret, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kabarett, Cabaret, Kleinkunst; ne. cabaret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cabaret; E.: s. frz. cabaret, M., Kabarett, Cabaret, Schenke; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht letztlich zu frz. chambre, F., Zimmer; lat. camera, F., gewölbte Decke, (81-43 v. Chr.); idg. *kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Kabarett, EWD s. u. Kabarett, Duden s. u. Kabarett; Son.: vgl. nndl. cabaret, Sb., Kabarett; nschw. kabaré, Sb., Kabarett; nnorw. kabaret, M., Kabarett; poln. kabaret, M., Kabarett; kymr. cabare, cabaret, M., Kabarett; lit. kabaretas, M., Kabarett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht letztlich mit frz. chambre und lat. camera sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte aus Sketchen und Chansons bestehende und humoristisch aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse kritisierende Gattung der Kleinkunst; BM.: kleines Zimmer?; F.: Kabarett, Kabaretts, Kabarette, Cabaret, Cabarets+FW(+EW); Z.: Kabar-ett
$Kabarettist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kabarettist, Mitglied eines Kabaretts; E.: s. Kabarett, s. ist; L.: Kluge s. u. Kabarett, fehlt DW, EWD s. u. Kabarett; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kabarett und ist gebildete Bezeichnung für ein Mitglied eines Kabaretts; F.: Kabarettist, Kabarettisten+FW+EW?; Z.: Kabar-ett-ist
Kabäuschen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kabäuschen, kleiner Raum; ne. cubbyhole; Vw.: -; Hw.: s. Kombüse; Q.: 20. Jh.; E.: von mnd. kabūse, kabuse, kabbūse, kabūs, kahuse, F., N., Bretterverschlag, durch hölzerne Wände abgeteilter kleiner Raum, kleine Hütte, abgeteilter Kirchenstuhl, enges Gemach, Zelle; weitere Herkunft unklar, Kluge s. u. Kombüse; L.: Kluge s. u. Kabäuschen, fehlt DW, Duden s. u. Kabäuschen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich wohl auch schon früher möglichen sehr kleinen Raum; BM.: kleine Kombüse?; F.: Kabäuschen, Kabäuschens+EW; Z.: Kabäus—chen
kabbeln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. kabbeln, hadern, zanken, streiten; ne. squabble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: s. mnd. kabbelen, sw. V., kabbeln, zanken, streiten, sich mit Worten auflehnen, dagegen reden; weitere Herkunft unklar; vielleicht verwandt mit mhd. kīben, kīven, sw. V., scheltend zanken, keifen; germ. *kīban, sw. V., zanken, streiten; s. idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kabbeln, DW 11, 7, EWD s. u. kabbeln, Duden s. u. kabbeln; Son.: vgl. nndl. kibbelen, sw. V., kabbeln; nnorw. kefte, V., lärmen, schwelten; ksl. ozobati, V., fressen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und jenseits des Mittelniederdeutschen in der Herkunft unklare sowie möglicherweise mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich ein wenig streiten oder zanken; BM.: Mund (M.)?; F.: kabbeln, kabbel (!), kabble, kabbelst, kabbelt, kabbelte, kabbeltest, kabbelten, kabbeltet, gekabbelt, ##gekabbelt, gekabbelte, gekabbeltes, gekabbeltem, gekabbelten, gekabbelter##, kabbelnd, ###kabbelnd, kabbelnde, kabbelndes, kabbelndem, kabbelnden, kabbelnder###, kabbel (!)+EW; Z.: kab-b-eln
Kabel (1), nhd., N., (13. Jh.): nhd. Kabel (N.) (1), Tau (N.), Seil; ne. cable (N.); Vw.: -; Hw.: s. kabeln; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. kabel, st. F., st. N., st. M., Ankertau, Kabel (N.) (1); mnd. kābel, kābele, cabelle, M., F., Kabel (N.) (1), Tau (N.), Ankertau, Seil, Brunnenseil; mnl. cabel, Sb., Kabel (N.) (1); mfrz. câble, F., Fangseil, Lasso, Kabel (N.) (1); weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von mlat. capulum, N., Sarg, Handhabe, Griff; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kabel 1, Kluge s. u. Kabel 1, DW 11, 7, EWD s. u. Kabel, Duden s. u. Kabel, Bluhme s. u. Kabel; Son.: vgl. nndl. kabel, Sb., Kabel (N.) (1); frz. câble, M., Kabel (N.) (1); nschw. kabel, Sb., Kabel (N.) (1); nnorw. kabel, M., Kabel (N.) (1); poln. kabel, M., Kabel (N.) (1); kymr. cebl, M., Kabel (N.) (1); nir. cábla, M., Kabel (N.) (1); lit. kabelis, M., Kabel (N.) (1); GB.: (kabel) seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine biegsame und isolierte Leitung oder ein Seil; BM.: fassen?; F.: Kabel, Kabels, Kabeln+FW(+EW?); Z.: Kab-el
Kabel (2), nhd. (ält.), F., M., (16. Jh.): nhd. Kabel (F.), Los, Losteil; ne. lot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kāvel (2), kāvele, F., Loszeichen aus Holz, Los, Losteil, Anteil am gemeinsamen Gut, Parzelle, Ackerstück, Waldanteil, zugeteilte Deichstrecke, Verkaufsstand, Anteil am gemeinsamen Gut, durch Los bestimmter Anteil an der Allmende; weitere Herkunft ungeklärt?; wohl von einem germ. *kabala-, *kabalaz, st. M. (a), rundes Holzstück; idg. *g̑ebʰ-?, Sb., Ast, Holzstück, Pokorny 353 (527/11) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kabel 2, Kluge s. u. Kabel 2, DW 11, 7; Son.: vgl. an. kefli, N., Stab, Pflock; nndl. kavel, Sb., Anteil; GB.: seit 16. Jh. belegte und jenseits des Mittelniederdeutschen in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anteil; BM.: Ast?; F.: Kabel, Kabeln+EW; Z.: Kab-el
Kabeljau, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kabeljau, Dorsch; ne. cod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. kobelauwe, M., Kabeljau, ausgewachsener Nordseedorsch; s. andl. kabeljauw, bakeljauw, M., Kabeljau; wohl von span. bacalao, M., Kabeljau; vielleicht von lat. baculus (1), baclus, M., Krummstab, Stab, Stock, Stütze, Szepter, Riegel, (um 310-394 n. Chr.); lat. baculum, N., Krummstab, Stab Holz, Stab, Stock, Stütze; vgl. idg. *bak-, Sb., V., Stab, stechen?, stoßen?, schlagen?, Pokorny 93 (144/5) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kabeliau, Kluge s. u. Kabeljau, DW 11, 8, EWD s. u. Kabeljau, Duden s. u. Kabeljau; Son.: vgl. nndl. kabeljauw, Sb., Kabeljau; frz. cabillaud, M., Kabeljau; nschw. kabeljo, Sb., Kabeljau; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Altniederländischen sowie wohl dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders in dem Nordatlantik heimischen großen olivgrünen gefleckten Raubfisch; BM.: Stab?; F.: Kabeljau, Kabeljaus, Kabeljaue, Kabeljauen+FW(+EW); Z.: Kab-el-jau
kabeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kabeln, nach Übersee telegraphieren; ne. cable (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kabel (1); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. cable (V.); E.: s. ne. cable, V., kabeln, nach Übersee telegraphieren; L.: Kluge s. u. Kabel, fehlt DW, EWD s. u. Kabel, Duden s. u. kabeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit infolge technischer Entwicklung seitens des Menschen mögliches ein Telegramm (mittels Kabel über eine weite Entfernung) senden; BM.: fassen?; F.: kabeln, kabel (!), kable, kabele, kabelst, kabelt, kabelte, kabeltest, kabelten, kabeltet, gekabelt, ##gekabelt, gekabelte, gekabeltes, gekabeltem, gekabelten, gekabelter##, kabelnd, ###kabelnd, kabelnde, kabelndes, kabelndem, kabelnden, kabelnder###, kabel (!)+FW(+EW); Z.: kab-eln
$Kabeltelegramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kabeltelegramm; E.: s. Kabel, s. Telegramm; L.: Kluge s. u. Kabel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kabel und Telegramm gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit infolge technischer Entwicklung seitens des Menschen mögliches (mittels Kabels über eine weite Entfernung gesendetes) Telegramm; F.: Kabeltelegramm, Kabeltelegramms, Kabeltelegramme, Kabeltelegrammen+EW?+FW; Z.: Kab-el—tele-gramm
Kabine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kabine, kleiner Raum in einem Fahrzeug; ne. cabin, cubicle; Vw.: -; Hw.: s. Kabinett?; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. ne. cabin; E.: s. ne. cabin, N., Kabine, Hütte; me. caban, cabane, F., Hütte; afrz. cabane, F., Hütte; lat. cabanna, capanna, F., Hütte der Weinbergshüter, Häuschen, Strohhütte, (um 560-636 n. Chr.); weitere Etymologie unklar, wohl keltischen Ursprungs, s. Walde/Hofmann 1, 156; L.: Kluge s. u. Kabine, fehlt DW, EWD s. u. Kabine, Duden s. u. Kabine; Son.: vgl. nndl. cabine, Sb., Kabine; ndän. kabine, F., Kabine; nnorw. kabin, M., Kabine; poln. kabina, F., Kabine; kymr. caban, M., Kabine; nir. cábán, M., Kabine; lit. kabina, F., Kabine; GB.: seit der früheren Neuzeit (Anfang 17. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare und wohl aus dem Keltischen kommende Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kleinen Wohnraum und Schlafraum; BM.: Hütte; F.: Kabine, Kabinen+FW(+EW); Z.: Kab-in-e
Kabinett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kabinett, kleines Zimmer, engster Beraterkreis; ne. cabinet; Vw.: -; Hw.: s. Kabine?; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mfrz. cabinet, frz. cabinet; E.: das Wort wird zweifach entlehnt; das erste Mal von mfrz. cabinet, M., kleines Zimmer, Kammer; vgl. frz. cabine, M., kleiner Raum; apikard. cabine, Sb., Kneipe für Glücksspiele; lat. cabanna, capanna, F., Hütte der Weinbergshüter, Häuschen, Strohhütte, (um 560-636 n. Chr.); weitere Etymologie unklar, wohl keltischen Ursprungs, s. Walde/Hofmann 1, 156; L.: Kluge s. u. Kabine, DW 11, 9 (Kabinet), EWD s. u. Kabinett, Duden s. u. Kabinett; Son.: vgl. nndl. kabinet, Sb., Kabinett; nschw. kabinett, N., Kabinett; nnorw. kabinett, N., Kabinett; poln. gabinet, M., Kabinett; kymr. cabinet, M., Kabinett; nir. caibinéad, M., Kabinett; lit. kabinetas, M., Kabinett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare und wohl aus dem Keltischen kommende Bezeichnung für einen abgeschlossenen Beratungsraum und Arbeitsraum besonders an Fürstenhöfen; BM.: Hütte; F.: Kabinett, Kabinetts, Kabinettes, Kabinette, Kabinetten+FW; Z.: Kab-in-ett
$Kabinettstück, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kabinettstück; E.: s. Kabinett, s. Stück; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kabinett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kabinett und Stück gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit sachlich mögliches Prunkstück oder besonders erfolgreiches Handeln; F.: Kabinettstück, Kabinettstückes, Kabinettstücks, Kabinettstücke, Kabinettstücken+FW+EW; Z.: Kab-in-ett—stü-ck
Kabriolett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kabriolett, Kabrio, offener Wagen; ne. cabriolet; Vw.: -; Hw.: s. Kapriole; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cabriolet; E.: s. frz. cabriolet, M., Kabriolett, leichter einspänniger Wagen; vgl. frz. cabrioler, V., Luftsprünge machen; vgl. lat. caper, M., Ziegenbock, Bock, Ziege, Steinbock; idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kabriolett, fehlt DW, EWD s. u. Kapriole, Duden s. u. Kabriolett; Son.: vgl. nndl. cabriolet, Sb., Kabriolett; nschw. kabriolett, Sb., Kabriolett; nnorw. kabriolet, M., Kabriolett; poln. kabrilet, M., Kabriolett; kymr. cabriolet, M., Kabriolett; lit. kabrioletas, M., Kabriolett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen offenen Wagen; BM.: Bock; F.: Kabriolett, Kabrioletts+FW(+EW?); Z.: Kabr-io-lett
Kabuff, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kabuff, kleiner Nebenraum; ne. coop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; E.: von mnd. kuffe, küffe, F., kleines Haus, schlechtes Haus, verrufenes Wirtshaus, üble Bude; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kabuff, fehlt DW, EWD s. u. Kombüse, Duden s. u. Kabuff; GB.: seit um 1800 mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und meist als Abstellraum benutzten kleinen fensterlosen Nebenraum; BM.: kleines Haus?; F.: Kabuff, Kabuffs+EW?; Z.: Kab-uff
$Kabüse, Kabuse, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kabüse; E.: s. Kombüse; L.: Kluge s. u. Kombüse, Kabuse DW 11, 10, EWD s. u. Kombüse; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit Kombüse verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Raum; F.: Kabüse, Kabüsen+EW; Z.: Kab-üs-e
Kachel, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Kachel, irdenes Gefäß, Geschirr; ne. tile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kachele, kachel, st. F., sw. F., Geschirr, Ofenkachel, Hafendeckel; mnd. kachel, kachele, kachchel, F., Kachel, irdenes Gefäß, gebranntes Tongefäß, Ofenkachel; mnl. cakel, F., Kachel; ahd. kahhala*, kachala*, st. F. (ō), Kessel, Topf, irdener Topf, irdenes Gefäß, Tontopf, Kochtopf; lat. cacculus, M., Kessel, Topf; vgl. lat. caccabus, cacabus, M., Tiegel, Pfanne; gr. κάκκαβος (kákkabos), F., Tiegel; weitere Herkunft unbekannt, wahrscheinlich semitisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Kachel, Kluge s. u. Kachel, DW 11, 11, EWD s. u. Kachel, EWAhd 5, 337, Duden s. u. Kachel, Bluhme s. u. Kachel; Son.: vgl. nndl. kachel, Sb., Kachel; ne. cockle, N., Kachelofen; nschw. kakel, N., Kachel, Kachelofen; nnorw. kakkel, M., Kachel; lit. koklis, M., Kachel; GB.: (kahhala*) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung der von Menschen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums für Kachelöfen und Wandverkleidungen entwickelten und verwendeten meist viereckigen und glasierten Platten aus gebranntem Ton (M.) (1); BM.: Tiegel; F.: Kachel, Kacheln+FW(+EW?); Z.: Kach-el
$kacheln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kacheln, mit Kacheln versehen (V.); E.: s. Kachel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 11, 13, EWD s. u. Kachel; F.: kacheln, kachel (!), kachle, kachele, kachelst, kachelt, kachelte, kacheltest, kachelten, kacheltet, gekachelt, ##gekachelt, gekachelte, gekacheltes, gekacheltem, gekachelten, gekachelter##, kachelnd, ###kachelnd, kachelnde, kachelndes, kachelndem, kachelnden, kachelnder###, kachel (!)+FW(+EW); Z.: kach-el-n
$Kachelofen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kachelofen; E.: s. Kachel, s. Ofen; L.: DW 11, 13, EWD s. u. Kachel; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Kachel und Ofen gebildete Bezeichnung für den wohl schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Wärme speichernden mit Kacheln versehenen Ofen; F.: Kachelofen, Kachelofens, Kachelöfen+FW+EW; Z.: Kach-el—of-en
$Kacke, nhd., F., F., (17. Jh.): nhd. Kacke; E.: s. kacken; L.: Kluge s. u. kacken, DW 11, 14, EWD s. u. kacken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kacke(n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und schon vormenschlich mögliche Scheiße; F.: Kacke, Kacken+FW+EW; Z.: Kack-e
kacken, nhd., V., (15. Jh.): nhd. kacken, scheißen, Stuhlgang haben; ne. shit (V.), poop (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.; E.: fnhd. kacken, V., kacken, scheißen; mnd. kacken, kāken, sw. V., kacken, scheißen, Mist geben; lat. cacāre, V., kacken, bekacken, scheißen, hofieren, (um 90 n. Chr.); idg. *kakka-, Sb., V., Mist, scheißen, Pokorny 521 (788/20) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kacken, Kluge s. u. kacken, DW 11, 14, EWD s. u. kacken, Duden s. u. kacken, Bluhme s. u. kacken; Son.: vgl. nir. caccaid, V., kacken; russ. какать (kákati), V., kacken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches scheißen oder Stuhlgang haben; BM.: lautmalend?; F.: kacken (!), kacke (!), kackst, kackt, kackest, kacket, kackte, kacktest, kackten, kacktet, gekackt, ##gekackt, gekackte, gekacktes, gekacktem, gekackten, gekackter##, kackend, ###kackend, kackende, kackendes, kackendem, kackenden, kackender###, kack (!)+FE+EW; Z.: kack-en
Kadaver, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kadaver, toter Körper, Leichnam, Leiche; ne. cadaver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cadāver; E.: s. lat. cadāver, M., Leichnam, Leiche, Kadaver, (nach 315/314 v. Chr.); vgl. idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kadaver, fehlt DW, EWD s. u. Kadaver, Duden s. u. Kadaver; Son.: vgl. nndl. kadaver, Sb., Kadaver; frz. cadavre, M., Kadaver; nschw. kadaver, Sb., Kadaver; nnorw. kadaver, N., Kadaver; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen toten Körper oder Leichnam oder Leiche; BM.: fallen; F.: Kadaver, Kadavers, Kadavern+FW(+EW); Z.: Kad-av-er
$Kadavergehorsam, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kadavergehorsam, unbedingter Gehorsam; Q.: vor 1880; E.: s. Kadaver, s. Gehorsam; L.: Kluge s. u. Kadavergehorsam, EWD s. u. Kadaver; GB.: vor 1880 belegte und aus Kadaver und Gehorsam gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen unbedingten Gehorsam; F.: Kadavergehorsam, Kadavergehorsams+FW+EW; Z.: Kad-av-er—ge-hor-sam
Kadenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kadenz, Schlussakkordfolge; ne. cadence; Vw.: s. De-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. cadenza; E.: s. it. cadenza, F., Kadenz; mlat. cadentia, F., Fall, Beugung; vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kadenz, fehlt DW, EWD s. u. Kadenz, Duden s. u. Kadenz; Son.: vgl. nndl. cadens, Sb., Kadenz; frz. cadence, F., Kadenz; nschw. kadens, Sb., Kadenz; nnorw. kadens, M., Kadenz; poln. kadencja, F., Kadenz; kymr. cadens, M., Kadenz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu dem Schluss oder Ende überleitende Akkordfolge in der Musik; BM.: fallen; F.: Kadenz, Kadenzen+FW(+EW?); Z.: Kad-enz
Kader, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Kader, Stammbelegschaft, Kerntruppe; ne. cadre; Vw.: -; Hw.: s. Kern-; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cadre; E.: s. frz. cadre, M., Kader, Einfassung, Rahmen; it. quadro, M., Viereck, Gemälde im Rahmen; lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck (= quadrus subst.), (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kader, EWD s. u. Kader, Duden s. u. Kader; Son.: vgl. nndl. kader, Sb., Kader; nschw. kader, Sb., Kader; nnorw. kader, M., Kader; poln. kadra, F., Kader; kymr. cadre, M., Kader; nir. caidre, M., Kader; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Stammbelegschaft oder Kerntruppe einer Mannschaft in einem Heer oder in dem Sport; BM.: vier; F.: Kader, Kaders, Kadern+FW(+EW); Z.: Kad-er
Kadett, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kadett, Offiziersanwärter, Zögling, Bursche; ne. cadet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cadet; E.: s. frz. cadet, M., Kadett, nachgeborener Sohn; Vermischung zweier Homonyme, prov. cadel, M., Chef; lat. capitellum, N., Kopf, Köpfchen, Säulenkapitell, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. caput, Sb., Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); und lat. catellus, M., Hündchen, junges Hündchen, junger Hund, Hündlein, Welpe, um (250-184 v. Chr.); lat. catulus, M., Junge, junger Hund, Hündchen, Hund, Welpe; idg. *kat- (2), Sb., V., Junges, Junge werfen, Pokorny 534 (817/49) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kadett, fehlt DW, EWD s. u. Kadett, Duden s. u. Kadett; Son.: vgl. nndl. cadet, Sb., Kadett; nschw. kadett, Sb., Kadett; nnorw. kadett, M., Kadett; poln. kadet, M., Kadett; kymr. cadét, M., Kadett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Provenzalischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Zögling einer Kadettenanstalt bzw. für einen Burschen; BM.: Kopf bzw. Junges; F.: Kadett, Kadetten+FW(+EW); Z.: Kad-ett
Kadi, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kadi, Richter; ne. qadi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. arab. qāḍī; E.: s. arab. qāḍī, M., Richter; vgl. arab. qaḍā, V., urteilen; L.: Kluge s. u. Kadi, EWD s. u. Kadi, Duden s. u. Kadi; Son.: vgl. nndl. kadi, Sb., Kadi; frz. cadi, M., Kadi; nnorw. kadi, M., Kadi; poln. kadi, M., Kadi; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen islamischen Richter; BM.: urteilen; F.: Kadi, Kadis+FW(+EW); Z.: Kad-i
Kadmium, Cadmium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kadmium, Cadmium, ein Metall; ne. cadmium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cadmēa, cadmīa, F., Galmei, grauer Hüttenrauch, Zinkerz, Zinkoxyd, Ofenbruch; gr. καδμεία (kadmeía), καδμία (kadmía), F., Galmei?; weitere Herkunft unklar?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kadmium; Son.: vgl. nndl. cadmium, Sb., Kadmium; frz. cadmium, M., Kadmium; nschw. kadmium, N., Kadmium; nnorw. kadmium, N., Kadmium; kymr. cadmiwm, M., Kadmium; nir. caidmiam, M., Kadmium; poln. kadm, M., Kadmium; lit. kadmis, M., Kadmium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein schon vormenschliches silberweiß glänzendes und leicht schneidbares sowie sehr giftiges in geringen Mengen in der Erdkruste vorhandenes und bei der Gewinnung von Blei oder Kupfer oder Zink anfallendes sowie für die Herstellung von Batterien und als Korrosionsschutz in der metallverarbeitenden Industrie und in einigen Pigmentfarben und Kunststoffen und in der Kerntechnik sowie für Halbleiter verwendetes Metall (Übergangsmetall oder Erdalkalimetall, chemisches Element Nr. 48, abgekürzt Cd); BM.: Galmei; F.: Kadmium, Kadmiums, Cadmium, Cadmiums+FW; F.: Kadm-i-um
Käfer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Käfer, ein Insekt; ne. beetle, bug, chafer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. këvere, këver, sw. M., st. M., Käfer; mnd. kēver, kevere*, M., Käfer; mnl. kever, M., Käfer; ahd. kefur*, kefar*, kevur*, kevar*, st. M. (a?, i?), Käfer, Heuschrecke, Grille, Insekt, schädliches Insekt, Nager; as. kevera*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Käfer; anfrk. kevera*, kever*, st. M.? (a?), Käfer; germ. *kefra-, *kefraz, *kafra-, *kafraz, st. M. (a), Käfer, Nager; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von idg. *g̑ep-, g̑ebʰ-, V., Sb., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Käfer, Kluge s. u. Käfer, DW 11, 18, EWD s. u. Käfer, EWAhd 5, 443, Falk/Torp 34, Duden s. u. Käfer, Bluhme s. u. Kaefer; Son.: vgl. afries. -; ae. ceafor, cafor, st. M. (a), Käfer; an. -; got. -; nndl. kever, Sb., Käfer; GB.: (kefur) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein über die ganze Erde verbreitetes und zu den Insekten gehörendes kleines schon vormenschliches Tier von dem es weltweit mehr als 400000 bekannte Arten gibt; BM.: fressen; F.: Käfer, Käfers, Käfern+EW; Z.: Käf-er
Kaff (1), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kaff (N.) (1), elendes Nest; ne. dump (N.), hicksville; Vw.: -; Hw.: s. Kaffer; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von romani gāw, Sb., Dorf; verbunden mit rotw. kefar, Sb., Dorf; wjidd. keffar, Sb., Dorf; hebr. *kāfār, Sb., Dorf; L.: Kluge s. u. Kaff 1, EWD s. u. Kaff, Duden s. u. Kaff; GB.: seit 19. Jh. belegte abwertende und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen trostlosen kleinen langweiligen Ort; BM.: Dorf; F.: Kaff, Kaffs, Käffer, Käffern, Kaffe, Kaffen+FW(+EW); Z.: Kaff
Kaff (2), nhd. (ält.), N., (11. Jh.): nhd. Kaff (N.) (2), Spreu, Fruchthülse, Hülse des ausgedroschenen Getreides; ne. chaff (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kaf, st. N., Getreidehülse, Spreu; mnd. kaf (1), kav, kāve, kave, N., Kaff (N.) (2), Hülse des Getreides, Hülse des Fruchtkorns, ausgedroschenes Stroh, Spreu; mnl. caf, kaf, N.?, Kaff (N.) (2), Spreu; ahd. kaf*, st. N. (a), Kaff (N.) (2), Spreu; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *kefō, st. F. (ō), Schote (F.) (1), Hülse; idg. *g̑ep-, g̑ebʰ-, V., Sb., essen, fressen, Kiefer (N.), Mund (M.), Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaff 2, DW 11, 20, EWAhd 5, 335, Duden s. u. Kaff; Son.: vgl. ae. ceaf, st. N. (a), Spreu; nndl. kaf?, Sb., Spreu; GB.: (kaf) seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Fruchthülse des Getreides oder seiner Vorgänger; BM.: fressen?; F.: Kaff, Kaffes, Kaffs+EW; Z.: Kaff
Kaffee, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kaffee, Kaffeebohne, ein Heißgetränk; ne. coffee; Vw.: -; Hw.: s. Koffein, Café, Cafeteria; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. café; E.: s. frz. café, M., Kaffee; it. caffé, M., Kaffee; türk. kahve, Sb., Kaffee; arab. qahwa, Sb., Kaffee, Wein; L.: Kluge s. u. Kaffee, EWD s. u. Kaffee, DW 11, 21, Duden s. u. Kaffee, Bluhme s. u. Kaffee; Son.: vgl. nndl. koffie, Sb., Kaffee; nschw. kaffe, Sb., Kaffee; nnorw. kaffe, M., Kaffee; poln. kawa, F., Kaffee; kymr. coffi, M., Kaffee; nir. caife, M., Kaffee; lit. kava, F., Kaffee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Türkischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die vielleicht schon vormenschlichen bohnenförmigen Samen des Kaffeestrauchs und für das von Menschen aus diesen Bohnen hergestellte Getränk; BM.: ?; F.: Kaffee, Kaffees+FW(+EW); Z.: Kaff-ee
$Kaffeebohne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kaffeebohne; E.: s. Kaffee, s. Bohne; L.: Kluge s. u. Kaffeebohne, DW 11, 22, EWD s. u. Kaffee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kaffee und Bohne gebildete Bezeichnung für den vielleicht schon vormenschlichen bohnenförmigen Samen des Kaffeestrauchs; F.: Kaffeebohne, Kaffeebohnen+FW+EW; Z.: Kaff-ee—boh-ne
$Kaffeeklatsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kaffeeklatsch, Kaffeekränzchen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Kaffee, s. Klatsch; L.: DW 11, 23, EWD s. u. klatschen; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Kaffee und Klatsch gebildete Bezeichnung für ein gemütliches Beisammensein (von Frauen) bei Kaffee und Geplauder über Ereignisse oder Gerüchte oder Menschen; F.: Kaffeeklatsch, Kaffeeklatsches, Kaffeeklatsche, Kaffeeklatschen+FW+EW; Z.: Kaff-ee—klatsch
$Kaffeekränzchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kaffeekränzchen, Kaffeeklatsch; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Kaffee, s. Kränzchen; L.: EWD s. u. Kranz; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Kaffee und Kränzchen gebildete Bezeichnung für ein gemütliches Beisammensein (von Frauen) bei Kaffee und Geplauder über Ereignisse oder Gerüchte oder Menschen; F.: Kaffeekränzchen, Kaffeekränzchens+FW+EW; Z.: Kaff-ee—krä-nz—chen
Kaffer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kaffer, dummer Mensch, dummer Kerl; ne. kaffir, twerp; Vw.: -; Hw.: s. Kaff (1); Q.: 18. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw., span. Lw.; E.: zusammengesetzt aus zwei verschiedenen Wörtern; einerseits aus dem Rotwelschen; von wjidd. kaffer, kafer, M., Bauer, Dörfler; hebr. kafrī, Adj., dörflich; vgl. hebr. *kāfār, Sb., Dorf; die ursprüngliche afrikanische Stammesbezeichnung s. span. cafre, M., Barbar; port. cafre, M., Barbar; arab. kāfir, M., Ungläubiger; vgl. arab. kafara, V., nicht glauben; L.: Kluge s. u. Kaffer, DW 11, 25?, EWD s. u. Kaffer, Duden s. u. Kaffer, Bluhme s. u. Kaffer; Son.: vgl. nndl. kaffer, Sb., Kaffer; nschw. kaffer, Sb., Kaffer; nnorw. kaffer, M., Kaffer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und Westjiddischen und Hebräischen sowie Spanischen und Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen dummen Menschen; BM.: Dorf bzw. Ungläubiger; F.: Kaffer, Kaffers, Kaffern+FW; Z.: Kaff-er
Käfig, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Käfig, Gehege, Zwinger; ne. cage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Koje; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kevje, st. F., st. M., st. N., Vogelhaus, Käfig, Gefängnis; mnl. kevie, Sb., Tierfalle; ahd. kefia*, kefa*, keba*, kevia*, keva*, sw. F. (n), Käfig; as. kėvia*, sw. F. (n), Höhlung; anfrk. -; germ. *kafa, *kafja, F., Höhle, Käfig; lat. cavea, F., Höhlung, Vergitterung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cavus, Adj., hohl, gehöhlt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Käfig, Kluge s. u. Käfig, DW 11, 25 (Käfich), EWD s. u. Käfig, EWAhd 5, 440, Duden s. u. Käfig, Bluhme s. u. Kaefig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; mmnl. nndl. kooi, kevie, Sb., Koje, Käfig; frz. cage, F., Käfig; nschw. koj, Sb., Koje; nnorw. køye, M., F., Koje; GB.: (kefia) seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten häuschenartigen Behälter mit Gitterstäben rundherum zu einer Haltung von Tieren; BM.: hohl; F.: Käfig, Käfigs, Käfige, Käfigen+EW+FW; Z.: Käf-ig
Kaftan, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kaftan, langes und weites Obergewand; ne. caftan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. türk. kaftan; E.: s. türk. kaftan, Sb., Kaftan; arab. qufṭān, Sb., Kaftan; pers. ẖaftān, Sb., Kaftan, militärisches Obergewand; L.: Kluge s. u. Kaftan, EWD s. u. Kaftan, DW 11, 26, Duden s. u. Kaftan; Son.: vgl. nndl. kaftan, Sb., Kaftan; frz. caftan, cafetan, M., Kaftan; nschw. kaftan, Sb., Kaftan; nnorw. kaftan, M., Kaftan; poln. kaftan, M., Kaftan; kymr. cafftan, M., Kaftan; nir. caftán, M., Kaftan; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Türkischen und mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes langes und weites Obergewand (für Männer); BM.: Obergewand?; F.: Kaftan, Kaftans, Kaftane, Kaftanen+FW; Z.: Kaftan
$Käfter, nhd., N.: nhd. Käfter; Hw.: s. Käfterchen; E.: s. Käfterchen; L.: Kluge s. u. Käfterchen; F.: Käfter, Käfters, Käftern+FW; Z.: Käf-ter
Käfterchen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Käfterchen, kleiner Abstellraum, Kämmerchen; ne. small storeroom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: ahd. kafteri*, st. M. (ja), Bienenkorb; vgl. lat. scaphistērium, Wurfschaufel, Mulde, Behälter, (1. Jh. n. Chr.); gr. σκαφιστήριον (skaphistḗrion), N., Wurfschaufel; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Käfter, Kluge s. u. Käfterchen, DW 11, 26, Duden s. u. Käfterchen; GB.: seit um 765 belegte und wohl aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Kämmerchen; BM.: fassen; F.: Käfterchen, Käfterchens +FW+EW; Z.: Käf-ter—chen
kahl, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kahl, nackt, bloß, haarlos; ne. bald (Adj.), callow (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kal, Adj., kahlköpfig; mnd. kāl (1), kal, kael, Adj., kahl, haarlos, ohne Haare seiend, federlos, ohne Federn seiend, gerupft, kahlköpfig; mnl. kalu, Adj., kahl, ärmlich; ahd. kalo*, Adj., kahl, kahlköpfig, unbehaart, entblößt; as. kalu, Adj., kahl, nackt; anfrk. -; germ. *kalwa-, *kalwaz, Adj., kahl; s. idg. *gal- (1), Adj., kahl, nackt, Pokorny 349 (519/3) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kahl, Kluge s. u. kahl, DW 11, 27, EWD s. u. kahl, EWAhd 5, 351, Falk/Torp 42, Heidermanns 329, Duden s. u. kahl, Bluhme s. u. kahl; Son.: vgl. afries. -; ae. calu, Adj., kahl; an. -; got. -; nndl. kaal, Adj., kahl; nschw. kal, Adj., kahl; lett. gàla, Adj., eisglatt; ksl. golъ, Adj., nackt; atschech. holӯ, Adj., nackt, bloß; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches nackt oder bloß oder haarlos; BM.: nackt; F.: kahl, kahle, kahles, kahlem, kahlen, kahler(, kahlere, kahleres, kahlerem, kahleren, kahlerer, kahlst, kahlste, kahlstes, kahlstem, kahlsten, kahlster)+EW; Z.: kahl
$Kahlheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kahlheit, Nacktheit, Bloßheit, Kahlheit; E.: s. kahl, s. heit; L.: EWD s. u. kahl; GB.: seit 1470 belegte und vielleicht nach lat. calvities aus kahl und heit gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entstehung der Welt mögliche Nacktheit oder Bloßheit oder Haarlosigkeit; F.: Kahlheit, Kahlheiten+EW; Z.: Kahl—hei-t
$Kahlkopf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kahlkopf, haarloser Kopf; E.: s. kahl, s. Kopf; L.: DW 31, 11, EWD s. u. kahl; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kahl und Kopf gebildete Bezeichnung für einen unter natürlichen Bedingungen früher seltenen haarlosen Kopf eines Menschen; F.: Kahlkopf, Kahlkopfes, Kahlkopfs, Kahlköpfe, Kahlköpfen+EW; Z.: Kahl—ko-pf
Kahm, Kahn, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kahm, Kahn, Schimmel auf gegorenen Flüssigkeiten; ne. fleur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: s. fnhd. kōn, M., Kahm, Schimmel auf gegorenen Flüssigkeiten; mhd. kām, kān, M., Kahm, Schimmel auf gegorenen Flüssigkeiten; mnd. kām, M., Kahm, Schimmel auf Flüssigkeiten; frühroman. *cāna, F., Schmutzschicht auf Wein; vgl. lat. cānus, Adj., grau, aschgrau, weißgrau, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑as-, *k̑asno-, Adj., grau, Pokorny 533? (814/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kahm, Kluge s. u. Kahm, DW 11, 31, Duden s. u. Kahm, Bluhme s. u. Kahm; Son.: vgl. nndl. kaam, Sb., Kahm; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Schimmel auf gegorenen Flüssigkeiten; BM.: grau; F.: Kahm, Kahmes, Kahms+FW+EW; Z.: Kahm
Kahn (1), nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kahn (M.) (1), Boot; ne. boat (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. kane, sw. M., Kahn; mnd. kāne, kane, kān, M., Kahn, Boot, kleines Boot, Ruderboot, kleines Fischerfahrzeug, schräggeneigter Holzrost zum Ablaufen der Lauge über der Salzpfanne; an. kani, sw. M. (n), Schüssel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kahn, Kluge s. u. Kahn, DW 11, 33, EWD s. u. Kahn, Duden s. u. Kahn, Bluhme s. u. Kahn; GB.: (kane) seit 1331-1341 belegte Bezeichnung für ein kleines offenes sowie flaches Boot; BM.: Gefäß?; F.: Kahn, Kahns, Kähne, Kähnen+EW?; Z.: Kahn
Kai, Quai, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kai, Quai, Uferdamm; ne. quay, wharf; Vw.: -; Hw.: s. Hag; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. kaai; E.: s. nndl. kaai, Sb., Kai; mnd. kāje, kaje, kaye, F., Kai, Ufereinfassung, befestigtes Flussufer, befestigtes Grabenufer, Ufermauer; frz. quai, M., Kai; aus dem Keltischen, vgl. kymr. cae, M., Feld, Gehege; vgl. idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kai, DW 11, 35, EWD s. u. Kai, Duden s. u. Kai, Bluhme s. u. Kai; Son.: vgl. nschw. kaj, Sb., Kai; nnorw. kai, M., F., Kai; poln. keja, F., Kai; kymr. cei, M., Kai; nir. cé, F., Kai; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Französischen sowie dem Keltischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das durch Mauern befestigte Ufer in dem Bereich eines Hafens an dem Schiffe anlegen und beladen werden sowie entladen werden; BM.: fassen bzw. Flechtwerk; F.: Kai, Kais, Quai, Quais+FW(+EW); Z.: Kai
Kainszeichen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kainszeichen, Kainsmal; ne. mark (N.) of Cain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: onomastische Bildung; Vorderglied von dem PN Kain, s. lat. Cain, M.=PN, Kain; aus dem Hebr., Erwerb; Hinterglied s. nhd. Zeichen; L.: Kluge s. u. Kainszeichen, fehlt DW, Duden s. u. Kainszeichen; Son.: vgl. nndl. Kannsteken, Sb., Kainszeichen; frz. signe de Cann, M., Kainszeichen; nschw. kainsmärke, Sb., Kainszeichen; nnorw. kainsmerke, N., Kainszeichen; poln. kainowe piętno, M., Kainszeichen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem biblischen PN Kain und s sowie Zeichen gebildete Bezeichnung für ein Zeichen oder Mal der Schuld das jemand sichtbar trägt BM.: Zeichen des Brudermörders; F.: Kainszeichen, Kainszeichens+FW+EW; Z.: Kain-s—zeich-en
Kaiser, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kaiser, Imperator; ne. emperor; Vw.: s. -schnitt; Hw.: s. Zar; Q.: 2. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. keiser, st. M., Kaiser, Bienenkönigin; mnd. keiser, keyser, keser, keyzer, kayser, M., Kaiser, König, Heerführer, Gott; mnl. keiser, M., Kaiser; ahd. keisur*, keisar, st. M. (a)?, Kaiser, Herrscher, Befehlshaber, Gebieter; as. kêsur, st. M. (a), Kaiser; anfrk. kēser, M., Kaiser; germ. kaisar, st. M. (a), Kaiser, Herrscher; s. lat. Caesar, M., PN, Herrscher; weitere Etymologie unklar, vielleicht von lat. caesariēs, F., Haupthaar; vgl. idg. kais-, Sb., Haar (N.), Pokorny 520 (785/17) (RB. idg. aus ind., ital., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Kaiser, Kluge s. u. Kaiser, DW 11, 36, EWD s. u. Kaiser, EWAhd 5, 449, Duden s. u. Kaiser; Son.: vgl. afries. keiser, kaiser, st. M. (a?), Kaiser; ae. cāsere, st. M. (ja), Kaiser; an. keisari, st. M. (a), Kaiser; got. kaisar, st. M. (a), Kaiser; nndl. keizer, Sb., Kaiser; nschw. kejsare, Sb., Kaiser; nnorw. keiser, M., Kaiser; poln. cesarz, M., Kaiser; aruss. cēsari, M., Kaiser; russ. царь (Car), M., Zar, Kaiser; GB.: (keisur) seit 2. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Etymologie unklare sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Titel des höchsten weltlichen Herrschers in verschiedenen Monarchien wie beispielsweise dem Römischen Reich des Altertums (mit insgesamt 171 Kaisern); BM.: PN Cäsar; F.: Kaiser, Kaisers, Kaisern+FW(+EW?); Z.: Kais-er
$Kaiserbirne, nhd., F., (?): nhd. Kaiserbirne; E.: s. Kaiser, s. Birne; L.: Kluge s. u. Kaiser, fehlt DW; GB.: wohl spät belegte und aus Kaiser und Birne gebildete Bezeichnung für eine als vorzüglich angesehene Sorte der Birne; F.: Kaiserbirne, Kaiserbirnen+FW+EW; Z.: Kais-er—birn-e
$Kaiserfleisch, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kaiserfleisch; E.: s. Kaiser, s. Fleisch; L.: Kluge s. u. Kaiser, DW 11, 40; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kaiser und Fleisch gebildete Bezeichnung für ein als vorzüglich angesehenes Fleisch; F.: Kaiserfleisch, Kaiserfleisches, Kaiserfleischs, Kaiserfleische, Kaiserfleischen+FW+EW; Z.: Kais-er—fleisch
$kaiserlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kaiserlich, den Kaiser betreffend; E.: s. Kaiser, s. lich; L.: Kluge s. u. Kaiser, DW 11, 43, EWD s. u. Kaiser; GB.: seit um 765 belegte und nach lat. Caesareus aus Kaiser und lich gebildete Bezeichnung für den Kaiser betreffend; F.: kaiserlich, kaiserliche, kaiserliches, kaiserlichem, kaiserlichen, kaiserlicher(, kaiserlichere, kaiserlicheres, kaiserlicherem, kaiserlicheren, kaiserlicherer, kaiserlichst, kaiserlichste, kaiserlichstes, kaiserlichstem, kaiserlichsten, kaiserlichster)+FW+EW; Z.: kais-er—lich
$Kaiserling, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kaiserling, Kaiserpilz, orangegelber Wulstling; E.: s. Kaiser, s. ling; L.: Kluge s. u. Kaiserling, DW 11, 43; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kaiser und ling gebildete Bezeichnung für einen schon in den Hochkulturen des Altertums als vorzüglich angesehenen Pilz (Kaiserpilz); F.: Kaiserling, Kaiserlings, Kaiserlinge, Kaiserlingen+FW+EW; Z.: Kais-er—ling
$Kaiserschmarren, Kaiserschmarrn, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Kaiserschmarren, eine Mehlspeise; E.: s. Kaiser, s. Schmarren; L.: Kluge s. u. Kaiser, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kaiser und Schmarren gebildete Bezeichnung für ein möglicherweise 1854 für Kaiserin Elisabeth von Österreich aus Omelette (Pfannkuchen) erstmals zubereitetes süßes Gericht; F.: Kaiserschmarrn+FW+EW; Z.: Kais-er—schmarr-en, Kais-er-scharr-n
Kaiserschnitt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kaiserschnitt, Sectio; ne. Caesarean (N.), Caesarean section; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lüs. lat. sectio caesarea; E.: onomastische Bildung; lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); Hinterglied s. nhd. Schnitt; L.: Kluge s. u. Kaiserschnitt, DW 11, 45, EWD s. u. Kaiserschnitt, Duden s. u. Kaiserschnitt; Son.: vgl. nndl. keizersnede, Sb., Kaiserschnitt; nschw. kejsarsnitt, Sb., Kaiserschnitt; nnorw. keisersnitt, N., Kaiserschnitt; poln. cesarskie cięcie, Sb., Kaiserschnitt; kymr. toriad Cesaraidd, M., Kaiserschnitt; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. sectio caesarea aus Kaiser und Schnitt gebildete Bezeichnung für einen Schnitt durch den der Bauch (Bauchdecke) und die Gebärmutter einer schwangeren Frau von außen aus geöffnet wird um eine ärztliche Entbindung der Leibesfrucht zu ermöglichen; BM.: schneiden bzw. Erklärung des Plinius des Älteren dass der Name Caesar sich davon ableitet dass der erste Träger dieses Namens seiner Mutter aus dem Leib geschnitten wurde; F.: Kaiserschnitt, Kaiserschnittes, Kaiserschnitts, Kaiserschnitte, Kaiserschnitten+FW+EW; Z.: Kais-er—schnitt
$Kaisersemmel, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Kaisersemmel; E.: s. Kaiser, s. Semmel; L.: Kluge s. u. Kaiser; GB.: vielleicht seit 1789 belegte und aus Kaiser und Semmel gebildete Bezeichnung für eine 1789 von Kaiser Joseph II. von der Preisfestsetzung ausgenommene und wohl seit dieser Zeit als vorzüglich angesehene fünfteilig sternartig eingeschnittene Semmel; F.: Kaisersemmel, Kaisersemmeln+FW(+EW); Z.: Kais-er—sem-m-el
Kajak, nhd., N., M., (17. Jh.): nhd. Kajak, Paddelboot; ne. kayak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. aus dem Grönländischen (Inuit); E.: s. grönländisch qayaq, Sb., Kajak; L.: Kluge s. u. Kajak, fehlt DW, EWD s. u. Kajak, Duden s. u. Kajak; Son.: vgl. nndl. kajak, Sb., Kajak; frz. kayak, M., Kajak; nschw. kajak, Sb., Kajak; nnorw. kajakk, M., Kajak; poln. kajak, M., Kajak; kymr. caiac, M., Kajak; lit. kajakas, M., Kajak; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus der Sprache der Inuit Grönlands aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schmales und einsitziges und ursprünglich von den Inuit benutztes Paddelboot; BM.: ?; F.: Kajak, Kajaks+FW(+EW); Z.: Kajak
Kajüte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kajüte, kleiner Raum auf einem Schiff; ne. cabin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mnd. kajüte, kajute, kayute, kagute, kojüte, F., Kajüte, Schiffskajüte, Wohnraum für den Schiffsführer; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kajüte, Kluge s. u. Kajüte, DW 11, 47, EWD s. u. Kajüte, Duden s. u. Kajüte; Son.: vgl. nndl. kajute, Sb., Kajüte; nschw. kajuta, Sb., Kajüte; nnorw. kahytt, M., F., Kajüte; lit. kajutė, F., Kajüte; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und verwendeten Wohnraum und Schlafraum auf Booten und Schiffen; BM.: ?; F.: Kajüte, Kajüten+EW?; Z.: Kajüt-e
Kakadu, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kakadu, ein Papagei; ne. cockatoo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. kaketoe; E.: s. nndl. kaketoe, kakketoe, Sb., Kakadu; von einem malayischen Wort stammend, wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Kakadu, fehlt DW, EWD s. u. Kakadu, Duden s. u. Kakadu; Son.: vgl. nndl. kaketoe, Sb., Kakatu; frz. cacatoès, M., Kakadu; nschw. kakadu, kakadua, Sb., Kakadu; nnorw. kakadu, M., F., Kakadu; poln. kakadu, F., Kakadu; kymr. cocatŵ, M., Kakadu; nir. cocatú, M., Kakadu; lit. kakadu, Sb. (indekl.), Kakadu; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl über das Neuniederländische aus dem Malaiischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen großen Papagei mit weißem und schwarzem oder rosenrotem Gefieder sowie einem kräftigen Schnabel und einem Schopf aus Federn auf dem Kopf; BM.: lautmalend?; F.: Kakadu, Kakadus+FW(+EW); Z.: Kakadu
Kakao, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kakao, Kakaopflanze, ein Heißgetränk; ne. cocoa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. cacao; E.: s. span. cacao, M., Kakao; aus Nahuatl cacahuatl, Sb., Kakaobohne; L.: Kluge s. u. Kakao, fehlt DW, EWD s. u. Kakao, Duden s. u. Kakao; Son.: vgl. nndl. cacao, Sb., Kakao; frz. cacao, M., Kakao; nschw. kakao, Sb., Kakao; nnorw. kakao, M., Kakao; poln. kakao, N., Kakao; kymr. coco, M., Kakao; nir. cócó, M., Kakao; lit. kakava, F., Kakaio; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Nahuatl aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Samen des seit Millionen von Jahren zuerst in dem heutigen Lateinamerika wachsenden Kakaobaums beziehungsweise für das aus gemahlenen Kakaobohnen von dem Menschen vielleicht seit 5500 Jahren hergestellte und für Getränke und Speisen verwendete Pulver; BM.: ?; F.: Kakao, Kakaos+FW(+EW); Z.: Kakao
$Kakaobohne, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Kakaobohne; E.: s. Kakao, s. Bohne; L.: Kluge s. u. Kaffeebohne, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Kakao und Bohne gebildete Bezeichnung für den von Menschen später genutzten bohnenartigen Samen des seit Millionen von Jahren zuerst in dem heutigen Lateinamerika wachsenden Kakaobaums; F.: Kakaobohne, Kakaobohnen+FW+EW; Z.: Kakao—boh-ne
kakeln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. kakeln, gackern, schwatzen; ne. cackle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kākelen, kakelen, kāklen, sw. V., gackern; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. kakeln, DW 11, 48, Duden s. u. kakeln; Son.: vgl. nndl. kakelen, V., kakeln; nschw. kackla, V., kakeln; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches über etwas Belangloses schwatzen; BM.: lautmalend; F.: kakeln, kakel (!), kakle, kakelst, kakelt, kakelte, kakeltest, kakelten, kakeltet, gekakelt, ##gekakelt, gekakelte, gekakeltes, gekakeltem, gekakelten, gekakelter##, kakelnd, ###kakelnd, kakelnde, kakelndes, kakelndem, kakelnden, kakelnder###, kakel (!)+EW; Z.: kak-eln
Kakerlak, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kakerlak, Kakerlake, Schabe; ne. cockroach; Vw.: -; Hw.: s. Kakerlake; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. kakerlak, M., Kakerlak, Ungeziefer; weitere Herkunft unklar; vielleicht von span. cucaracha, F., Schabe; vgl. span. cuca, F., Raupe; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Kakerlak, DW 11, 49, EWD s. u. Kakerlak, Duden s. u. Kakerlak; Son.: vgl. nndl. kakkerlak, Sb., Kakerlak; frz. canrelat, M., Kakerlak; nschw. kackerlacka, Sb., Kakerlak; nnorw. kakerlakk, M., Kakerlak; poln. karaluch, M., Kakerlak; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Spanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht schon vor mehr als 300 Millionen Jahren entwickelte Schabe; BM.: ?; F.: Kakerlak, Kakerlaks, Kakerlaken+FW(+EW); Z.: Kaker-lak
Kakerlake, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Kakerlake, Schabe; ne. cockroach; Vw.: -; Hw.: s. Kakerlak; Q.: 18. Jh.?; E.: s. mnd. kakerlak, M., Kakerlak, Ungeziefer; weitere Herkunft unklar; vielleicht von span. cucaracha, F., Schabe; vgl. span. cuca, F., Raupe; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Kakerlak, fehlt DW, EWD s. u. Kakerlak, Duden s. u. Kakerlake; Son.: vgl. nndl. kakkerlak, Sb., Kakerlake; frz. canrelat, M., Kakerlake; nschw. kackerlacka, Sb., Kakerlake; nnorw. kakerlakk, M., Kakerlake; poln. karaluch, M., Kakerlake; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Spanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht schon vor mehr als 300 Millionen Jahren entwickelte Schabe; BM.: ?; F.: Kakerlake, Kakerlaken+FW(+EW); Z.: Kaker-lak-e
kaki, nhd., Adj.: nhd. kaki; Vw.: s. khaki
Kakophonie, Kakofonie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kakophonie, Missklang, Dissonanz, eine schlecht klingende Folge von Lauten; ne. cacophony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. κακοφωνία (kakophōnía); E.: s. gr. κακοφωνία (kakophōnía), F., üble Stimme, Missklang; vgl. gr. κακός (kakós), Adj., schlecht, verderblich, schädlich, übel; weitere Etymologie unklar, kommt wohl aus der Umgangssprache, vielleicht von idg. *kakka-, Sb., V., Mist, scheißen, Pokorny 521 (788/20) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., slaw.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kakofonie, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. kakofonie, Sb., Kakophonie; frz. cacophonie, F., Kakophonie; nschw. kakofonie, Sb., Kakophonie; nnorw. kakofoni, M., Kakophonie; kymr. cacoffoni, M., Kakophonie; poln. kakofonia, F., Kakophonie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schlecht klingende Folge von Lauten; BM.: schlecht, sprechen; F.: Kakophonie, Kakophonien, Kakofonie, Kakofonien+FW(+EW?); Z.: Kak-o—pho-n-ie
$Kaktee, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kaktee; E.: s. Kaktus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kaktus; GB.: seit 19. Jh. belegte und über das Französische aus lat. cactus gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine in Trockengebieten seit etwa 30 bis 35 Millionen Jahren vorkommende Wasser über lange Trockenzeiten speichernde dornige Pflanze; BM.: dornige Pflanze; F.: Kaktee, Kakteen+FW(+EW); Z.: Kakt-ee,
Kaktus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kaktus, eine dornige Pflanze; ne. cactus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cactus; E.: s. lat. cactus, M., Kardenartischocke, spanische Artischocke, (23/24-79 n. Chr.); gr. κάκτος (káktos), M., dornige Pflanze, Dorn; Fremdwort unbekannter Herkunft, Frisk 1, 759; L.: Kluge s. u. Kaktus, fehlt DW, EWD s. u. Kaktus, Duden s. u. Kaktus; Son.: vgl. nndl. cactus, Sb., Kaktus; frz. cactus, M., Kaktus; nschw. kaktus, Sb., Kaktus; nnorw. kaktus, M., Kaktus; poln. kaktus, M., Kaktus; kymr. cactws, M., Kaktus; nir. cactas, M., Kaktus; lit. kaktusas, M., Kaktus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in Trockengebieten seit etwa 30 bis 35 Millionen Jahren vorkommende wasserspeichernde dornige Pflanze; BM.: dornige Pflanze; F.: Kaktus, Kaktusses, Kaktusse, Kaktussen+FW(+EW?); Z.: Kakt-us
Kalamität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kalamität, schlechte Lage; ne. calamity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. calamitās; E.: s. lat. calamitās, F., Schade, Schaden, Unheil, Hagelschlag, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kalamität, EWD s. u. Kalamität, Duden s. u. Kalamität; Son.: vgl. nndl. calamiteit, Sb., Kalamität; frz. calamité, F., Kalamität; nschw. kalamitet, Sb., Kalamität; nnorw. kalamitet, M., Kalamität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schlechte Lage; BM.: schlagen; F.: Kalamität, Kalamitäten+FW(+EW); Z.: Kal-am-i-tät
$Kalander, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kalander, Kornwurm; E.: nach Kluge 1. A. aus dem gleichbedeutenden ndd. ndl. kalander, s. frz. calandre: GB.:vielleicht seit 17. Jh. ndd. und ndl. belegte und mit dem Französischen verbindbare Bezeichnung für den von einer Nachtmotte verursachten Kornwurm; L.: Kluge 1. A. s. u. Kalander, fehlt DW; F.: Kalander, Kalanders, Kalandern+FWß+EW?
Kalauer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kalauer, schlechter Wortwitz; ne. corny joke (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1858; E.: onomastische Bildung; volksetymologische Umdeutung von frz. calembour, M., Wortspiel; von dem ON Calau (Niederlausitz); L.: Kluge s. u. Kalauer, fehlt DW, EWD s. u. Kalauer, Duden s. u. Kalauer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen (calembour, M., Wortspiel) aufgenommene und mittels des ON Calau (Niederlausitz) umgebildete Bezeichnung für einen schlechten Wortwitz; BM.: ON?; F.: Kalauer, Kalauers, Kalauern+FW(+EW); Z.: Kalau-er
$kaulauern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kaulauern; E.: s. Kalauer, s. (e)n (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kalauer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kalauer und (e)n gebildete Bezeichnung für einen schlechten Wortwitz machen; F.: kalauern, kalauere, kalauer (!), kalauerst, kalauert, kalauerte, kalauertest, kalauerten, kalauertet, gekalauert, ##gekalauert, gekalauerte, gekalauertes, gekalauertem, gekalauerten, gekalauerter##, kalauernd, ###kalauernd, kalauerndes, kalauerndem, kalauernden, kalauernder###, kalauer (!)+FW+EW; Z.: kalau-er-n
Kalb, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Kalb, Junges mancher größeren Herdentiere oder Meeressäuger; ne. calf; Vw.: -; Hw.: s. Boxkalf; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. kalp, st. N., Kalb; mnd. kalf, N., Kalb; mnl. calf, N., Kalb; ahd. kalb, st. N. (iz/az), Kalb, junges Rind, Kalb als Götzenbild, Meerkalb, Seerobbe; as. kalf*, st. N. (athem.), Kalb; anfrk. kalf*, calf*, st. N. (az/iz), Kalb; germ. *kalba-, *kalbaz, *kalbi-, *kalbiz, st. N. (az/iz), Kalb; idg. *gᵘ̯elbʰ-, Sb., Gebärmutter, Junges, Pokorny 473? (693/15) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359?; vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kalb, Kluge s. u. Kalb, DW 11, 50, EWD s. u. Kalb, EWAhd 5, 342, Falk/Torp 42, Duden s. u. Kalb, Bluhme s. u. Kalb; Son.: vgl. afries. kalf, kāl, N., Kalb; ae. cealf, cielf, M., st. N. (iz/az), Kalb; an. kalfr, st. M. (a?, i?), Kalb; got. kalbō, sw. F. (n), junge Kuh, weibliches Kalb, Kalbe; got. *kalb?, st. N. (a), Kalb; nndl. kalf, Sb., Kalb; nschw. kalv, Sb., Kalb; nnorw. kalv, M., Kalb; ai. gárbham, Sb., Mutterleib, Leibesfrucht; av. gere-bus-, N., Tierjunges; gr. δελφύς (delphýs), F., Gebärmutter, Leibesfrucht; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Junges mancher größeren Herdentiere oder Meeressäuger; BM.: ballen bzw. Ball; F.: Kalb, Kalbe, Kalbes, Kälber, Kälbern (Pl.)+EW; Z.: Kal-b
$kalben, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kalben; E.: s. Kalb, s. en (Suff.); Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); L.: DW 11, 54, EWD s. u. Kalb, DW; GB.: seit um 1340 belegte und aus Kalb und en gebildete Bezeichnung für ein Kalb gebären oder einen sonstigen Abkömmling wie beispielsweise eine Eisscholle hervorbringen oder abbrechen lassen; F.: kalben, kalbe, kalbst, kalbt, kalbest, kalbet, kalbte, kalbtest, kalbten, kalbtet, gekalbt, ##gekalbt, gekalbte, gekalbtes, gekalbtem, gekalbten, gekalbter##, kalbend, ###kalbend, kalbende, kalbendes, kalbendem, kalbenden, kalbender###, kalb (!)+EW; Z.: kal-b-en
$kälbern, kalbern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kälbern; E.: s. Kalb, s. er, s. (e)n; L.: EWD s. u. Kalb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kalb und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ein Kalb gebären oder sich albern wie ein Kalb gebärden; F.: kälbern (!), kälbere, kälber (!), kälberst, kälbert, kälberte, kälbertest, kälberten, kälbertet, gekälbert, ##gekälbert, gekälberte, gekälbertes, gekälbertem, gekälberten, gekälberter##, kälbernd, ###kälbernd, kälberndes, kälberndem, kälbernden, kälbernder###, kälber (!), kalbern, kalbere, kalber (!), kalberst, kalbert, kalberte, kalbertest, kalberten, kalbertet, gekalbert, ##gekalbert, gekalberte, gekalbertes, gekalbertem, gekalberten, gekalberter##, kalbernd, ###kalbernd, kalberndes, kalberndem, kalbernden, kalbernder###, kalber (!)+EW; Z.: käl-b-er-n
$Kalbfell, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kalbfell; E.: s. Kalb, s. Fell; L.: Kluge s. u. Kalbfell, DW 11, 58, EWD s. u. Kalb; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kalb und Fell gebildete Bezeichnung für ein schon seit der vormenschlich möglichen Entstehung von Kälbern mögliches Fell des Kalbes; F.: Kalbfell, Kalbfells, Kalbfelle, Kalbfellen+EW; Z.: Kal-b—fel-l
$Kalbsmilch, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kalbsmilch; E.: s. Kalb, s. s, s. Milch; L.: Kluge s. u. Kalbsmilch, DW 11, 60; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kalb und s sowie Milch gebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich seit Entstehung des Rindes mögliche Brustdrüse des Kalbes; F.: Kalbsmilch+EW; Z.: Kal-b-s—milch
Kaldaune, nhd. (ält.), F., (15. Jh.?): nhd. Kaldaune, Innereien, Eingeweide; ne. giblet; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. kaldūne, sw. F., Kaldaune, Tiereingeweide; mnd. kaldūne, kallūne, Sb., Kaldaune, Eingeweide; mnd. koldūne, kolūne, koltdune, F., Kaldaune, Kuttel; vgl. lat. calidus, Adj., warm, heiß, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kaldaunen, Kluge s. u. Kaldaune, DW 11, 61, EWD s. u. Kaldaune, Duden s. u. Kaldaune; Son.: vgl. nschw. (dial.) kallun, Sb., Kaldaune; nnorw. kalun, N., Kaldaune; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen essbaren Innereien oder Eingeweide von Tieren; BM.: warm; F.: Kaldaune, Kaldaunen+FW(+EW?); Z.: Kal-d-aun-e
Kalebasse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kalebasse, ein Gefäß; ne. calabash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. calebasse; E.: s. frz. calebasse, F., Kalebasse, Kalebassenkürbis; span. calabaza, F., Kürbis, Kürbispflanze; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von pers. ḵarbuz, Sb., Melone; L.: Kluge s. u. Kalebasse, fehlt DW, Duden s. u. Kalebasse; Son.: vgl. nndl. kalebas, Sb., Kalebasse; nschw. kalebass, Sb., Kalebasse; nnorw. kalebass, M., Kalebasse; poln. kalebasa, F., Kalebasse; nir. calbás, M., Kalebasse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Persischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlich möglichen Flaschenkürbis und ein von Menschen seit mehr als 7000 Jahren daraus gewonnenes bauchiges Gefäß mit langem Hals; BM.: Form der Melone?; F.: Kalebasse, Kalebassen+FW(+EW); Z.: Kal-e-bas-s-e
Kaleidoskop, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kaleidoskop, ein optisches Spielzeug; ne. kaleidoscope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1825; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. καλός (kalós), Adj., schön, edel, gut; idg. *kal- (2), *kali-, *kalu-, Adj., schön, gesund, Pokorny 524 (795/27) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, sehen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kaleidoskop, fehlt DW, EWD s. u. Kaleidoskop, Duden s. u. Kaleidoskop; Son.: vgl. nndl. caleidoscoop, Sb., Kaleidoskop; frz. kaléidoscope, M., Kaleidoskop; nschw. kalejdoskop, Sb., Kaleidoskop; nnorw. kaleidoskop, N., Kaleidoskop; poln. kalejdoskop, M., Kaleidoskop; kymr. caleidosgop, M., Kaleidoskop; nir. cailéideascóp, M., Kaleidoskop; lit. kaleidoskopas, M., Kaleidoskop; GB.: seit um 1825 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes optisches in seiner Form an ein Fernrohr erinnerndes sowie bereits den Griechen des Altertums bekanntes und 1816 von dem Physiker David Brewster erneut gebildetes Spielzeug bei dem durch mehrfache Spiegelung von bunten und sich bei Drehen jeweils anders zusammenfügenden Glassteinchen in dem Inneren wechselnde geometrische Bilder und Muster erscheinen; BM.: schön, schauen; F.: Kaleidoskop, Kaleidoskops, Kaleidoskope, Kaleidoskopen+FW(+EW); Z.: Kal-ei-do-skop
$Kalendarium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kalendarium; Q.: um 1600; E.: s. lat. calendārium, N. Schuldbuch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kalender; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Verzeichnis der Tage eines Jahres; F.: Kalendarium, Kalendariums, Kalendaria+FW(+EW); Z.: Kal-end-ar-i-um
Kalender, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kalender, Darstellung des Jahres; ne. calendar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1390? (Berleburger Versübersetzung der Pilgerfahrt des träumenden Mönches); E.: mhd. kalendære, kalender, st. M., Kalender; mnd. kalender, kalander, N., M., Kalender, Festkalender, Heiligenkalender, Memorienkalender, gedruckter Festkalender; mnd. kalendarium, N., Kalendarium, Kalender, Wandkalender, Buchkalender; lat. calendārium, N., Schuldregister, Schuldbuch, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. calendae, F. Pl., Kalenden, Monatsanfang; vgl. lat. calāre, V., ausrufen, zusammenrufen; vgl. gr. καλεῖν (kalein), V., rufen, nennen, herbeirufen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kalender, Kluge s. u. Kalender, DW 11, 62, EWD s. u. Kalender, Duden s. u. Kalender; Son.: vgl. nndl. calendar, Sb., Kalender; frz. calendrier, M., Kalender; nschw. kalender, Sb., Kalender; nnorw. kalender, M., Kalender; poln. kalendarz, M., Kalender; kymr. calendr, M., Kalender; nir. caileandar, M., Kalender; lit. kalendorius, M., Kalender; GB.: vielleicht seit um 1390 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Darstellung der Tage und Wochen sowie Monate eines Jahres(umlaufs der Erde um die Sonne) oder die Zeitrechnung mithilfe astronomischer Zeiteinheiten oder für ein Verzeichnis astronomischer Einheiten; BM.: rufen; F.: Kalender, Kalenders, Kalendern+FW(+EW); Z.: Kal-end-er
Kalesche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kalesche, eine Kutsche; ne. calash, calèche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. koletsche, F., Kalesche, leichter offener Wagen (M.); poln. kolaska, Sb., Kalesche; vgl. poln. kolo, N., Rad; vgl. idg. *kᵘ̯el- (1), V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kalesche, DW 2, 602 (Calesse), EWD s. u. Kalesche, Duden s. u. Kalesche; Son.: vgl. nndl. calèche, Sb., Kalesche; frz. calèche, F., Kalesche; nschw. kalesch, Sb., Kalesche; nnorw. kalesje, M., Kalesche; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine leicht gebaute Kutsche mit zusammenklappbarem Verdeck; BM.: drehen; F.: Kalesche, Kaleschen+FW(+EW); Z.: Kal-esch-e
Kalfakter, Kalfaktor, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Kalfakter, Kalfaktor, Hilfsdienste Leistender; ne. servant, chauffeur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. calefactor; E.: mlat. calefactor, M., Heizer; vgl. lat. calefacere, V., warm machen, erwärmen, erhitzen, heizen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. calēre, V., warm sein (V.), heiß sein (V.), glühen, warm werden, beunruhigt werden, brennen, idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kalfakter, DW 11, 64 (Kalfakter), EWD s. u. Kalfaktor, Duden s. u. Kalfakter; Son.: vgl. frz. chauffeur; M., Chauffeur, Heizer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Hilfsdienste Leistenden; BM.: warm, machen; F.: Kalfakter, Kalfakters, Kalfaktern, Kalfaktor, Kalfaktors, Kalfaktorn+FW(+EW); Z.: Kal-fa-c-t-er
kalfatern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kalfatern, Fugen an einem Schiff abdichten; ne. caulk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: vgl. mnd. kalvāten, sw. V., kalfatern, Schiffplanken abdichten; vgl. nndl. kalfateren, V., Wände von Schiffen abdichten, vgl. frz. calfater, V., kalfatern; it. calafatare, V., kalfatern; span. calafatear, V., kalfatern; arab. qalfata, V., abdichten; s. mgr.-byz. καλαφάτης (kalafátēs), M., Kalfaterer, Kluge s. u. kalfatern; L.: Kluge 1. A. s. u. kalfatern, Kluge s. u. kalfatern, DW 11, 64, Duden EWD s. u. kalfatern, s. u. kalfatern; Son.: vgl. nndl. kalefateren, V., kalfatern; nschw. kalfatra, V., kalfatern; nnorw. kalfatre, V., kalfatern; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Mittelniederländische aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und Arabischen sowie Mittelgriechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Fugen oder Wände von Schiffen mit Teer und Ähnlichem abdichten; BM.: abdichten; F.: kalfatern, kalfatere, kalfater (!), kalfatre, kalfaterst, kalfatert, kalfaterte, kalfatertest, kalfaterten, kalfatertet, gekalfatert, ##gekalfatert, gekalfatertes, gekalfatertem, gekalfaterten, gekalfaterter##, kalfaternd, ###kalfaternd, kalfaternde, kalfaterndes, kalfaterndem, kalfaternden, kalfaternder###, kalfater (!) FW+(+EW); Z.: Kal-fa-t-ern
Kali, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kali, Pottasche; ne. potash; Vw.: -; Hw.: s. Alkali, Kalium; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: abgekürzt aus Alkali; mlat. alkali, Sb., Alkali; arab. al-qāly, al-qualya, Sb., Pottasche, Aschensalz; vgl. arab. qalā, V., im Topf kochen, rösten; L.: Kluge s. u. Kali, fehlt DW, EWD s. u. Kalium, Duden s. u. Kali; Son.: vgl. nndl. kali, Sb., Kali; frz. kali, M.?, Kali; nschw. kali, Sb., Kali; nnorw. kali, M., N., Kali; GB.: seit 18. Jh.) von dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743-1817) durch Abkürzung aus Alkali und damit als dem Mittellateinischen und mittelbar dem Arabischen gebildete Sammelbezeichnung für besonders als Düngemittel verwendete Kaliumsalze; BM.: gekürzt aus Alkali; F.: Kali, Kalis+FW(+EW); Z.: Kal-i
Kaliber, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kaliber, Größe, Art; ne. calibre; Vw.: -; Hw.: s. kalibrieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. calibre; E.: s. frz. calibre, M., Kaliber, Größe, Art; it. calibro, M., Kaliber, Größe, Art; arab. qālib, Sb., Form, Modell; gr. καλοπόδιον (kalopódion), M., Holzfuß; vgl. gr. κᾶλον (kalon), N., Holz, Brennholz, Bauholz; gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kaliber, EWD s. u. Kaliber, Duden s. u. Kaliber; Son.: vgl. nndl. kaliber, Sb., Kaliber; nschw. kaliber, Sb., Kaliber; nnorw. kaliber, M., N., Kaliber; poln. kaliber, M., Kaliber; kymr. calibr, M., Kaliber; nir. cailibre, M., Kaliber; lit. kalibras, M., Kaliber; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen und wohl dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und verwendeten inneren Durchmesser von Rohren; BM.: anzünden, Fuß bzw. gehen; F.: Kaliber, Kalibers, Kalibern+FW(+EW); Z.: Ka-l-ib-er
kalibrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kalibrieren, Kaliber messen, auf ein bestimmtes Maß eichen (V.); ne. calibrate, gauge (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kaliber; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. calibrer; E.: s. frz. calibrer, V., kalibrieren; vgl. frz. calibre, M., Kaliber, Größe, Art; it. calibro, M., Kaliber, Größe, Art; arab. qālib, Sb., Form, Modell; gr. καλοπόδιον (kalopódion), M., Holzfuß; vgl. gr. κᾶλον (kalon), N., Holz, Brennholz, Bauholz; gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. kalibrieren; Son.: vgl. nndl. calibreren, V., kalibrieren; nschw. kalibrera, V., kalibrieren; nnorw. kalibrere, V., kalibrieren; kymr. calibro, V., kalibrieren; nir. calabraím, V., kalibrieren; poln. kalibrować, V., kalibrieren; lit. kalibruoti, V., kalibrieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Kaliber und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes auf ein bestimmtes Maß eichen (V.) oder auf ein genaues Maß bringen; BM.: anzünden; F.: kalibrieren, kalibriere, kalibrierst, kalibriert, kalibrierest, kalibrieret, kalibrierte, kalibriertest, kalibrierten, kalibriertet, ##kalibriert, kalibrierte, kalibriertes, kalibriertem, kalibrierten, kalibrierter##, kalibrierend, ###kalibrierend, kalibrierende, kalibrierendes, kalibrierendem, kalibrierenden, kalibrierender###, kalibrier (!)+FW(+EW)
Kalif, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kalif, ein islamischer Würdenträger oder muslimischer Herrscher; ne. caliph; Vw.: -; Hw.: Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: mhd. kalīf, M., Kalif; s. arab. ḵalīfa, M., Stellvertreter, Nachfolger; arab. ḵalafa, V., erfolgreich sein (V.); L.: Kluge s. u. Kalif, Duden s. u. Kalif; Son.: vgl. nndl, kalief, Sb., Kalif; frz. calife, F., Kalif; nschw. kalif, Sb., Kalif; nnorw. kalif, M., Kalif; poln. kalif, M., Kalif; kymr. califf, M., Kalif; nir. cailif, M., Kalif; lit. kalifas, M., Kalif; GB.: seit 1314 belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen hohen islamischen Würdenträger oder muslimischen Herrscher; BM.: Nachfolger des Propheten; F.: Kalif, Kalifen+FW(+EW?); Z.: Kal-if
Kalium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kalium, ein Alkalimetall; ne. potassium; Vw.: -; Hw.: s. Kali, Alkali, Zyankali; Q.: 1796; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. alkali, Sb., Alkali; arab. al-qāly, al-qualya, Sb., Pottasche, Aschensalz; vgl. arab. qalā, V., im Topf kochen, rösten; L.: Kluge s. u. Kalium, fehlt Kalium DW,EWD s. u. Kalium, Duden s. u. Kalium; Son.: vgl. nndl. kalium, Sb., Kalium; nschw. kalium, Sb., Kalium; nnorw. kalium, N., Kalium; poln. kalium, Sb., Kalium; lit. kalis, M., Kalium; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Mittellateinischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sehr weiches und silbrig glänzendes sowie in der Erdkruste häufiges und an der Luft sehr schnell reagierendes Alkalimetall (chemisches Element Nr. 19, abgekürzt K) das der Mensch für Nerven und Muskeln und die Regulierung des Blutdrucks sowie die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts in dem Körper benötigt und das für die Weiterleitung von Nervenimpulsen und für die Herzfunktion unerlässlich ist sowie bei der Bildung von Proteinen und Glykogen für das Wachstum Bedeutung hat; BM.: rösten; F.: Kalium, Kaliums+FW(+EW); Z.: Kal-i-um
Kalk, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kalk, in Knochen enthaltenes Kalzium; ne. chalk, lime (N.) (1); Vw.: s. Spar-; Hw.: s. Kalzium; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. kalc, st. M., Kalk, Tünche, Gift, Schminke; mnd. kalk, kallik, M., N., Kalk; mnl. calc, M., N., F., Kalk; ahd. kalk*, kalc*, st. M. (a?, i?), Kalk, Mörtel, Kalkstein, Ätzkalk, Schlussstrich, Ende; as. kalk*, st. M. (a?, i?), Kalk; lat. calx (F.) (2), F., Kalkstein, (um 250-184 v. Chr.); vgl. gr. χάλιξ (chalix), M., Kiesel, Kalkstein; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; idg. *kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518 (778/10) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kalk, Kluge s. u. Kalk, DW 11, 64, EWD s. u. Kalk, EWAhd 5, 346, Duden s. u. Kalk, Bluhme s. u. Kalk; Son.: vgl. ae. cealc, M., Kalk, Kalkstein, Kiesel, Tünche; nndl. kalk, Sb., Kalk; frz. chaux, F., Kalk; nschw. kalk, Sb., Kalk; nnorw. kalk, M., Kalk; kymr. sialc, M., Kalk; nir. cailc, F., Kalk; lit. kalkės, F. Pl., Kalk; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das in der Natur vor allem als Kalkstein vorkommende Kalziumkarbonat; BM.: Stein; F.: Kalk, Kalkes, Kalke, Kalken+FW(+EW); Z.: Kal-k
$kalken, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. kalken; E.: s. Kalk, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kalk, DW 11, 65, EWD s. u. Kalk; GB.: (kalken*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus Kalk und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Kalk behandeln oder versehen oder tünchen oder weißen; F.: kalken, kalke (!), kalkst, kalkt, kalkest, kalket, kalkte, kalktest, kalkten, kalktet, gekalkt, ##gekalkt, gekalkte, gekalktes, gekalktem, gekalkten, gekalkter##, kalkend, ###kalkend, kalkende, kalkendes, kalkendem, kalkenden, kalkender###, kalk (!)+FW; Z.: kal-k-en
$kalkig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kalkig; E.: s. Kalk, s. ig; L.: Kluge s. u. Kalk, DW 11, 66, EWD s. u. Kalk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kalk und ig gebildete Bezeichnung für Kalk betreffend oder mit Kalk versehen (Adj.); F.: kalkig, kalkige, kalkiges, kalkigem, kalkigen, kalkiger(, kalkigere, kalkigeres, kalkigerem, kalkigeren, kalkigerer, kalkigst, kalkigste, kalkigstes, kalkigstem, kalkigsten, kalkigster)+FW(+EW); Z.: kal-k-ig
$Kalkstein, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kalkstein; E.: s. Kalk, s. Stein; L.: DW 11, 68, EWD s. u. Kalk; GB.: seit 1464-1475 belegte und aus Kalk und Stein gebildete Bezeichnung für ein häufiges und meist aus Meerwasser als Sediment abgesetztes sowie vor allem aus Kalkspat oder Kalziumkarbonat bestehendes und von den Menschen in dem Laufe der Zeit vielfach vor allem in Bauwerken verwendetes Gestein; F.: Kalkstein, Kalksteines, Kalksteins, Kalksteine, Kalksteinen+FW+EW; Z.: Kal-k—stei-n
Kalkül, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kalkül, Berechnung; ne. calculation; Vw.: s. kalkulieren, Kalkulation; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. calcul; E.: s. frz. calcul, M., Kalkül, Berechnung; vgl. lat. calculus, M., kleiner Stein, Steinchen, Rechenstein, Berechnung, Zahlenrechnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. calx (F.) (2), F., Kalkstein; vgl. gr. χάλιξ (chalix), M., Kiesel, Kalkstein; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; idg. *kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518); L.: Kluge s. u. kalkulieren, fehlt DW, EWD s. u. Kalkül, Duden s. u. Kalkül; Son.: vgl. nschw. kalkyl, Sb., Kalkül; nnorw. kalkyle, M., Kalkyl; poln. kallkulacja, F., Kalkül; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vorweg einen voraussichtlichen Ablauf abschätzende Überlegung; BM.: Rechenstein; F.: Kalkül, Kalküls, Kalküle, Kalkülen+FW(+EW); Z.: Kal-k-ül
Kalkulation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Kalkulation, Berechnung entstehender Kosten; ne. calculation; Vw.: -; Hw.: s. kalkulieren, Kalkül; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. calculātio; E.: s. lat. calculātio (1), F., Berechnung, Rechnen, Rechnung, Zählen, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. calculāre, V., berechnen, zusammenrechnen, ausrechnen, errechnen; lat. calx (F.) (2), F., Kalkstein; vgl. gr. χάλιξ (chalix), M., Kiesel, Kalkstein; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; idg. *kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518); L.: Kluge s. u. kalkulieren, fehlt DW, EWD s. u. kalkulieren, Duden s. u. Kalkulation; Son.: vgl. nndl. calculatie, Sb., Kalkulation; nnorw. kalkulasjon, M., Kalkulation; poln. kalkulacja, F., Kalkulation; lit. kalkuliacija, F., Kalkulation; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit Entwicklung von Geld durchgeführte Vorausberechnung möglicher entstehender Kosten; BM.: Kalkstein bzw. Rechenstein; F.: Kalkulation, Kalkulationen+FW(+EW); Z.: Kal-k-ul-a-t-io-n
$Kalkulator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kalkulator, Kalkulierender, mögliche Kosten Berechnender; I.: Lw. lat. calculātor; E.: s. lat. calculātor;L.: fehlt DW, EWD s. u. kalkulieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Kalkulierenden oder Kosten Berechnenden; F.: Kalkulator, Kalkulators, Kalkulatoren+FW(+EW); Z.: Kal-k-ul-a-t-or
kalkulieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. kalkulieren, berechnen, Kosten vorausberechnen; ne. calculate; Vw.: -; Hw.: s. Kalkül, Kalkulation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. calculāre; E.: s. mnd. kalkulēren, sw. V., kalkulieren, berechnen, ausrechnen; lat. calculāre, V., berechnen, zusammenrechnen, (348/49-um 413 n. Chr.); vgl. lat. calx (F.) (2), F., Kalkstein; vgl. gr. χάλιξ (chalix), M., Kiesel, Kalkstein; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; idg. *kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518); L.: Kluge s. u. kalkulieren, fehlt DW, EWD s. u. kalkulieren, Duden s. u. kalkulieren; Son.: vgl. nndl. calculeren, V., kalkulieren; frz. calculer, V., kalkulieren; nschw. kalkylera, V., kalkulieren; nnorw. kalkulere, V., kalkulieren; poln. kalkulować, V., kalkulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für berechnen oder Kosten vorausberechnen; BM.: Kalkstein bzw. Rechenstein; F.: kalkulieren, kalkuliere, kalkulierst, kalkuliert, kalkulierest, kalkulieret, kalkulierte, kalkuliertest, kalkulierten, kalkuliertet, ##kalkuliert, kalkulierte, kalkuliertes, kalkuliertem, kalkulierten, kalkulierter##, kalkulierend, ###kalkulierend, kalkulierende, kalkulierendes, kalkulierendem, kalkulierenden, kalkulierender###, kalkulier(!)+FW; Z.: kal-k-ul-ier-en
Kalle, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Kalle, Braut (F.) (1), Prostituierte; ne. bride, prostitute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. wjidd. kalle; E.: s. wjidd. kalle, F., Braut (F.) (1); hebr. kallā, kallāh, F., Braut (F.) (1); L.: Kluge s. u. Kalle, fehlt DW, Duden s. u. Kalle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für eine Geliebte oder Braut oder Prostituierte; BM.: Braut (F.) (1)?; F.: Kalle, Kallen+FW; Z.: Kall-e
Kalligraphie, Kalligrafie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Kalligraphie, Kalligrafie, Schönschreiben, Schönschreibkunst; ne. calligraphy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. καλλιγραφία (kalligraphía); E.: s. gr. καλλιγραφία (kalligraphía), F., Schönschreiben; vgl. gr. κάλλος (kállos), M., Schönheit; vgl. idg. *kal- (2), *kali-, *kalu-, Adj., schön, gesund, Pokorny 524 (795/27) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kalligraphie; Son.: vgl. nndl. kalligrafie, Sb., Kalligraphie; frz. calligraphie, F., Kalligraphie; nschw. kalligrafi, Sb., Kalligraphie; nnorw. kalligrafi, M., Kalligraphie; poln. kaligrafia, F., Kalligraphie; kymr. caligraffeg, F., Kalligraphie; lit. kaligrafija, F., Kalligraphie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches Schönschreiben oder Schönschreibkunst; BM.: schön, ritzen; F.: Kalligraphie, Kalligrafie+FW(+EW); Z.: Kal-l-i-graph-ie
$Kalmank, nhd., M., (18. Jh.): nhd. ein gemusterter Wollstoff; E.: s. ne. calamanco, frz. calmande; L.: Kluge 1. A. s. u. Kalmank; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen sowie mittelbar dem mittellateinischen calamancus und dem Orient aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten gemusterten Wollstoff; F.: Kalmank, Kalmanks+FW(+EW); Z.: Kal-mank
Kalmar, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Kalmar, ein Tintenfisch; ne. calmary, squid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. calmar; E.: s. frz. calmar, M., Kalmar, Tintenfisch mlat. calamāris, M., Tintenfass, Tintenfisch; vgl. gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr; idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); idg. *kel- (2), V., stechen, Pokorny 545? (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: (DW 11, 70 ein Schreibzeug,) Duden s. u. Kalmar; Son.: vgl. frz. calmar, M., Kalmar; poln. kałamarnica F., Kalmar; lit. kalmaras, M., Kalmar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zehnarmigen Tintenfisch; BM.: stechen; F.: Kalmar, Kalmars, Kalmare, Kalmaren+FW(+EW); Z.: Kal-m-ar
$Kalmäuser, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kalmäuser, Kopfhänger, Heuchler; E.: s. (Duck)mäuser, s. klamüsern; L.: Kluge 1. A. s. u. Kalmäuser, Kluge s. u. klamüsern, DW 11, 70; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kal und mäuser gebildete Bezeichnung ungewisser Herkunft für einen Kopfhänger oder Heuchler; F.: Kalmäuser, Kalmäusers, Kalmäusern+EW; Z.: Kal-mäus-er
Kalme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kalme, Windstille; ne. calm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: romanisches Lw.; E.: aus einem romanischen Wort; vgl. frz. calme, M., Ruhe; letztlich von s. gr. καῦμα (kauma), N., Hitze, Glut, Brand; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kalm, Kluge s. u. Kalmen, fehlt DW, Duden s. u. Kalme; Son.: meist in dem Plural verwendet; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus einem romanischen Wort und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Windstille; BM.: anzünden; F.: Kalme, Kalmen+FW(+EW); Z.: Kal-m-e
kalmieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kalmieren, beruhigen, besänftigen; ne. calm (V.), appease; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. calmer; E.: s. frz. calmer, V., beruhigen; it. calmare, V., beruhigen; lat. cauma, N., F., Hitze, Glut, Brand, Verbrennung, Wärme; gr. καῦμα (kauma), N., Hitze, Glut, Brand; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: DW 11, 73, Duden s. u. kalmieren; Son.: vgl. nndl. kalmeren, V., kalmieren; nschw. kalmera, V., kalmieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches beruhigen oder besänftigen; BM.: anzünden; F.: kalmieren, kalmiere, kalmierst, kalmiert, kalmierest, kalmieret, kalmierte, kalmiertest, kalmierten, kalmiertet, ##kalmiert, kalmierte, kalmiertes, kalmiertem, kalmierten, kalmierter##, kalmierend, ###kalmierend, kalmierende, kalmierendes, kalmierendem, kalmierenden, kalmierender###, kalmier(!)+FW(+EW); Z.: ka-l-mier-en
Kalorie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kalorie, eine Energiemaßeinheit; ne. calorie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. calor (1), M., Wärme, Hitze, Glut, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kalorie, fehlt DW, EWD s. u. Kalorie, Duden s. u. Kalorie; Son.: vgl. nndl. calorie, Sb., Kalorie; frz. calorie, F., Kalorie; nschw. kalori, Sb., Kalorie; nnorw. kalori, M., Kalori; poln. kaloria, F., Kalorie; kymr. calori, M., Kalorie; nir. calra, M., Kalorie; lit. kalorija, F., Kalorie; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen in dieser Zeit (Hugo Junkers 1892) entwickelte Maßeinheit für den sachlich seit Entstehung des Lebens vorhandenen Energiegehalt von Lebensmitteln (= Menge an Energie die erforderlich ist um einen Kubikzentimeter Wasser von 14,5 Grad Celsius auf 15,5 Grad Celsius zu erwärmen = 4,186 Joule) wobei beispielsweise 1 Gramm Butter 7,17 Kalorien und 1 Gramm Zucker 4,05 Kalorien hat; BM.: warm; F.: Kalorie, Kalorien+FW(+EW); Z.: Kal-or-ie
kalt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kalt, kühl, frostig, abweisend; ne. cold (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. kalt (1), Adj., kalt; mnd. kōlt, kalt, koelt, Adj., kalt, wärmelos, kühl, erfrischend, ohne Feuer befindlich; mnl. cout, Adj., kalt, ruhig; ahd. kalt, Adj., kalt, von niedriger Temperatur seiend; as. kald, Adj., kalt; anfrk. kalt, Adj., kalt (in dem ON Kaldenesse); germ. *kalda-, *kaldaz, Adj., kalt; idg. gelə-, gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. kalt, Kluge s. u. kalt, DW 11, 74, EWD s. u. kalt, EWAhd 5, 353, Falk/Torp 40, Seebold 288, Heidermanns 328, Duden s. u. kalt, Bluhme s. u. kalt; Son.: vgl. afries. kald, Adj., kalt; nnordfries. kuld, Adj., kalt; ae. ceald (1), Adj., kalt, kühl; an. kaldr, Adj., kalt; got. kalds, Adj. (a), kalt; nndl. koud, Adj., kalt; nschw. kall, Adj., kalt; nnorw. kald, Adj., kalt; lat. gelū, N., Eiskälte, Kälte, Frost; lit. gélmenis, gelumà, Sb., heftige Kälte, Frost; russ. gólot, Sb., Glatteis; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches kühl oder wenig Wärme enthaltend oder keine Wärme enthaltend; BM.: frieren; F.: kalt, kalte, kaltes, kaltem, kalten, kalter(, kälter, kältere, kälteres, kälterem, kälteren, kälterer, kältest, kälteste, kältestes, kältestem, kältesten, kältester)+EW; Z.: kal-t
$kaltblütig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kaltblütig, kühl, beherrscht, überlegt; E.: s. kalt, s. Blut, s. ig; L.: DW 11, 86, EWD s. u. kalt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kalt und Blut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kühl oder beherrscht oder überlegt, unter den Tieren sind Kaltblüter Fische und Reptilien (Kriechtiere wie beispielsweise Würmer) und Amphibien sowie Insekten während Vögel und Säugetiere wechselwarme Lebewesen sind und in anderer Bedeutung einige Pferderassen (mit schwerem Körperbau und ruhigem Wesen) wie Belgier ebenfalls Kaltblüter genannt werden; F.: kaltblütig, kaltblütige, kaltblütiges, kaltblütigem, kaltblütigen, kaltblütiger(, kaltblütigere, kaltblütigeres, kaltblütigerem, kaltblütigeren, kaltblütigerer, kaltblütigst, kaltblütigste, kaltblütigstes, kaltblütigstem, kaltblütigsten, kaltblütigster)+EW; Z.: kal-t-blü-t-ig
$Kälte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kälte, Kühle, niedere Temperatur; Vw.: s. Bären-, Schaf-, (Schafs-); L.: Kluge s. u. kalt, DW 11, 87, EWD s. u. kalt; F.: Kälte, Kälten+EW; Z.: Käl-t-e
Kalter, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Kalter, tragbarer Fischbehälter; ne. fish tank; Vw.: -; Hw.: -; Q E.: mhd. kalter (1), st. M., Schrank, Behälter; vgl. mhd. halten (1), halden, st. V., red. V., aufbewahren, beherbergen, aufnehmen, erhalten (V.), haben, innehaben; ahd. haltan (1), red. V., halten, bewachen, hüten; germ. *haldan, st. V., halten, hüten; s. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kalter, DW 11, 89, Duden s. u. Kalter; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus halt(en) und er (Suff.) gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen tragbaren Behälter für Fische; BM.: halten bzw. aufbewahren; F.: Kalter, Kalters, Kaltern+EW; Z.: Kal-t-er
$Kaltschale, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kaltschale; E.: s. kalt, s. Schale; L.: fehlt DW, EWD s. u. kalt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kalt und Schale (F.) (2) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte flüssige sämige Kaltspeise (oft mit Beeren); F.: Kaltschale, Kaltschalen+EW; Z.: Kal-t—schal-e
$Kaltschmied, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Kaltschmied; E.: s. kalt, s. Schmied; L.: fehlt DW, EWD s. u. kalt; GB.: seit 1060-1080 belegte und aus kalt und Schmied gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Verwendung von Metallen durch den Menschen ohne Feuer arbeitenden Schmied wie beispielsweise einen Kesselschmied oder Kupferschmied oder Messingschmied und wohl auch einen Goldschmied oder Silberschmied; F.: Kaltschmied, Kaltschmieds, Kaltschmiedes, Kaltschmiede, Kaltschmieden+EW; Z.: Kal-t—schmie-d
$Kaltsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kaltsinn, Gleichgültigkeit; E.: s. kalt, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 11, 93; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kalt und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gleichgültigkeit; F.: Kaltsinn, Kaltsinns, Kaltsinnes, Kaltsinne, Kaltsinnen+EW; Z.: Kal-t—sinn
Kalumet, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kalumet, Friedenspfeife; ne. calumet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. (dial.) calumet; E.: s. nordfrz. calumet, M., Röhrchen, Friedenspfeife; lat. calamellus, M., Röhrchen, (423-nach 455 n. Chr.); vgl. lat. calamus, F., Rohr, Halm, Schilf, Röhricht; gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr; idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); idg. *kel- (2), V., stechen, Pokorny 545? (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kalumet, fehlt DW, Duden s. u. Kalumet; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Nordfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Friedenspfeife nordamerikanischer Indianer; BM.: Rohr; F.: Kalumet, Kalumets+FW(+EW); Z.: Kal-um-et
Kalvarienberg, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kalvarienberg, Kreuzberg; ne. Calvary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1787?; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. calvāria, F., Hirnschale, Schädel, Schädelstätte, Richtplatz, Kalvarienberg, (116-27 v. Chr.); lat. calva, F., Hirnschale, Schädel; lat. calvus, Adj., kahl, haarlos, glatzköpfig, unbewachsen, leer; idg. *kₑləu̯o-, *kₑleu̯o-, Adj., kahl, Pokorny 554 (855/87) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, ital., germ.?); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Berg; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kalvarienberg; Son.: vgl. nndl. calvarienberg, Sb., Kalvarienberg; nschw. kalvarienberg, Sb., Kalvarienberg; poln. kalwaria, F., Kalvarienberg; kymr. calfaria, F., Kalvarienberg; nir. calvaire, M., Kalvarienberg; GB.: vielleicht seit 1787 belegte und aus lat. calvari(a) und en (Suff.) sowie Berg gebildete und teilweise umgebildete Bezeichnung für eine hügelartige Erhöhung mit plastischer Darstellung einer Kreuzigungsgruppe zu der verschiedene Kreuzwegstationen hinaufführen; BM.: Schädel, hervorstehen; F.: Kalvarienberg, Kalvarienbergs, Kalvarienberges, Kalvarienberge, Kalvarienbergen+FW+EW; Z.: Kalv-ar-i-en—ber-g
Kalzium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kalzium, ein Erdalkalimetall; ne. calcium; Vw.: -; Hw.: s. Kalk; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. calx; E.: s. lat. calx (2), Kalkstein, Kalk, Stein, Spielstein; s. gr. χάλιξ (chálix), M., Kiesel, Kalkstein; gr. κάχληξ (káchlēx), M., Uferkies, Kiesel; idg. *kagʰlo-?, Sb., Stein, Kiesel, Pokorny 518 (778/10) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: EWD s. u. Kalk, Duden s. u. Kalzium; Son.: vgl. nndl. calcium, Sb., Kalzium; frz. calcium, M., Kalzium; nschw. kalcium, N., Kalzium; nnorw. kalsium, N., Kalzium; kymr. calswiwm, M., Kalzium; nir. cailciam, M., Kalzium; lit. kalcis, M., Kalzium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (calx) (und zium) gebildete Bezeichnung für ein in der Natur vielfach (Calcit oder Aragonit oder Gips oder Fluorit oder Feldspat oder Dolomit oder Kalkstein oder Knochen oder Zähne oder Eierschalen oder Gehäuse) gebunden enthaltenes und 1808 erstmals von Humphry Davy (Penzance/Cornwall 1778-Genf 1829) durch Abdampfen des Quecksilbers aus elektrolytisch gewonnenem Kalziumamalgam hergestelltes glänzendes und silberweißes Erdalkalimetall (chemisches Element Nr. 20, abgekürzt Ca) das der Mensch vor allem (zu 99 Prozent) für Knochen und Zähne benötigt und das für Muskeln und Nerven wichtig ist und die Blutgerinnung steuert und die Zellmembranen stabilisiert sowie an der Aktivierung von Enzymen und Hormonen beteiligt ist; BM.: Stein; F.: Kalzium, Kalziums+FW(+EW); Z.: Kal-z-i-um
Kamel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Kamel; ne. camel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: mhd. kembel, kemmel, kamel, M., Kamel; mnd. kamēl, N., M., Kamel; lat. camēlus, M., Kamel; gr. κάμηλος (kámēlos), M., Kamel; aus dem Semit.; vgl. hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; L.: Kluge 1. A. s. u. Kamel, Kluge s. u. Kamel, EWD s. u. Kamel, DW 11, 95, EWAhd 7, 363, Duden s. u. Kamel, Bluhme s. u. Kamel; Son.: vgl. ae. camel, camell, st. M. (a), Kamel; an. kamell, M., Kamel (Lw. aus. dem mnd.); nndl. kameel, Sb., Kamel; frz. chameau, M., Kamel; nschw. kamel, Sb., Kamel; nnorw. kamel, M., Kamel; kymr. camel, M., Kamel; nir. camall, M., Kamel; GB.: (kembel) seit 1220-1250 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Semitischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein vor 40 bis 50 Millionen Jahren in dem späteren Nordamerika etwa hasengroß entstandenes und später in Wüstengebieten und Steppengebieten beheimatetes sowie von Menschen als Lasttier und Reittier verwendetes braunes größeres Säugetier mit zottigem Haar; BM.: ?; F.: Kamel, Kamels, Kamele, Kamelen+FW(+EW); Z.: Kam-el
$Kämelgarn, Kamelgarn, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kämelgarn, vielleicht 18. Jh. belegte und aus Kämel und Garn gebildete Bezeichnung für Garn aus dem Haar der Kamelziege; E.: s. Kamel, s. Garn; L.: Kluge s. u. Kämelgarn, DW 11, 96 (Kamelgarn); F.: Kämelgarn, Kämelgarns, Kämelgarnes, Kämelgarne, Kämelgarnen+FW+EW; Z.: Käm-el—gar-n
Kamelie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kamelie, ein Teestrauchgewächs; ne. camelia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Bildung zu dem PN Georg Joseph Kamel (Brünn 1661-Manila 1706); L.: Kluge s. u. Kamelie, fehlt DW, EWD s. u. Kamelie, Duden s. u. Kamelie; Son.: vgl. nndl. camelia, Sb., Kamelie; frz. camélia, F., Kamelie; nschw. kamelia, Sb., Kamelie; nnorw. kamelia, M., Kamelie; poln. kamelia, F., Kamelie; lit. kamelija, F., Kamelie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Kamel und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine zu den Teestrauchgewächsen gehörende schon vormenschliche Pflanze; BM.: PN (nach dem Verfasser einer Beschreibung ostasiatischer Pflanzen); F.: Kamelie, Kamelien+FW(?); Z.: Kamel-ie
Kamelle (1), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kamelle, Karamelbonbon; ne. caramel; Vw.: -; Hw.: s. Karamel; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.; E.: mundartliche Variante von nhd. Karamel, dieses von frz. caramel, M., Karamel; span. caramelo, M., Karamel, gebrannter Zucker, Zuckerrohr; wohl eine Verkleinerungsform zu lat. calamus, F., Rohr, Halm, Schilf, Röhricht, (um 250-184 v. Chr.); gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr; idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); idg. *kel- (2), V., stechen, Pokorny 545? (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kamelle, fehlt DW, Duden s. u. Kamelle; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Karamelbonbon; BM.: Rohr bzw. stechen; F.: Kamelle, Kamellen+FW(+EW); Z.: Kamel-l-e
Kamelle (2), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kamelle, Altbekanntes; ne. stale news; Vw.: -; Hw.: s. Kamille; Q.: 20. Jh.; E.: mundartliche Variante zu Kamille (s. d.); L.: Kluge s. u. Kamellen, fehlt DW, Duden s. u. Kamellen; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für etwas schon Altbekanntes; BM.: von (alter und deshalb ihre Wirkungskraft verlierender) Kamille; F.: Kamelle, Kamellen+FW; Z.: Kam-el-l-e-n
Kamera, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kamera, Fotoapparat, Filmapparat; ne. camera; Vw.: -; Hw.: s. Kammer, Kamerad; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von neoklassisch camera obscura, F., dunkle Kammer; vgl. lat. camera, F., gewölbte Decke, (81-43 v. Chr.); idg. *kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Kamera, fehlt DW, EWD s. u. Kamera, Duden s. u. Kamera; Son.: vgl. nndl. camera, Sb., Kamera; frz. caméra, F., Kamera; nschw. kamera, Sb., Kamera; nnorw. kamera, N., Kamera; poln. kamera, F., Kamera; kymr. camera, M., Kamera; nir. ceamara, M., Kamera; lit. kamera, F., Kamera; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit etwa dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu der Aufnahme von Bildern auf lichtempfindlicher Grundlage; BM.: Kammer bzw. wölben; F.: Kamera, Kameras+FW(+EW); Z.: Kamer-a
Kamerad, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kamerad, Gefährte, Genosse. Begleiter; ne. comrade; Vw.: -; Hw.: s. Kamera, Kammer; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kamerāt*, camerāt, M., Genosse, Kamerad; s. lat. camera, F., gewölbte Decke, (81-43 v. Chr.); idg. *kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kamerad, Kluge s. u. Kamerad, DW 11, 97, EWD s. u. Kamerad, Duden s. u. Kamerad; Son.: vgl. nndl. kameraad, Sb., Kamerad; frz. camarade, M., Kamerad; nschw. kamrat, Sb., Kamerad; nnorw. kamerat, M., Kamerad; nir. comrádaí, M., Kamerad; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Gefährten oder Genossen oder Begleiter; BM.: in der gleichen Kammer Lebender bzw. wölben; F.: Kamerad, Kameraden+FW(+EW); Z.: Kamer-ad
$Kameradschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kameradschaft; E.: s. Kamerad, s. schaft; L.: Kluge s. u. Kamerad, DW 11, 98; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kamerad und schaft gebildete Bezeichnung für eine Gruppe von Kameraden und das zwischen ihnen bestehende Vertrauensverhältnis; F.: Kameradschaft, Kameradschaften+FW+EW; Z.: Kamer-ad—schaf-t
$kameradschaftlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kameradschaftlich, freundschaftlich, vertraut, ehrlich; E.: s. Kameradschaft, s. lich; L.: DW 11, 98, EWD s. u. Kamerad; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kameradschaft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches freundschaftlich oder vertraut oder ehrlich; F.: kameradschaftlich, kameradschaftliche, kameradschaftliches, kameradschaftlichem, kameradschaftlichen, kameradschaftlicher(, kameradschaftlichere, kameradschaftlicheres, kameradschaftlicherem, kameradschaftlicheren, kameradschaftlicherer, kameradschaftlichst, kameradschaftlichste, kameradschaftlichstes, kameradschaftlichstem, kameradschaftlichsten, kameradschaftlichster)+FW+EW; Z.: kamer-ad—schaf-t—lich
$Kameramann, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kameramann; E.: s. Kamera, s. Mann; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kamera; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kamera und Mann gebildete Bezeichnung für einen bei der Herstellung eines Filmes für die Führung der Kamera verantwortlichen Menschen; F.: Kameramann, Kameramanns, Kameramannes, Kameramänner, Kameramännern+FW+EW; Z.: Kamer-a—man-n
Kamikaze, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kamikaze, Selbstmordflieger; ne. kamikaze; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. jap. kami-kaze; E.: s. jap. kami-kaze, Sb., Gotteswind, Kamikaze; vgl. jap. kami, Sb., Gott; jap. kaze, Sb., Wind; L.: Kluge s. u. Kamikaze, Duden s. u. Kamikaze; Son.: vgl. nndl. kamikaze, Sb., Kamikaze; frz. kamikaze, M., Kamikaze; nschw. kamikaze, Sb., Kamikaze; nnorw. kamikaze, Sb., Kamikaze; poln. kamikadze, M., Kamikaze; kymr. camicasi, M., Kamikaze; GB.: vielleicht seit 15. Oktober 1944 (Admiral Arima) Bezeichnung für einen japanischen sich in dem Zweiten Weltkrieg mit einem sprengstoffbeladenen Flugzeug auf ein Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten von Amerika stürzenden und dabei bewusst selbst den Tod findenden Piloten; BM.: Gott, Wind; F.: Kamikaze+FW; Z.: Kami-kaze
Kamille, Gamille, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kamille, eine Blume mit heilender Wirkung; ne. camomile; Vw.: -; Hw.: s. Kamellen; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. gamille, camille, F., Kamille; mnd. kamille, F., Kamille; mnl. camomille, F., Kamille; lat. chamaemēlon, N., Kamille, (23/24-79 n. Chr.); gr. χαμαίμηλον (chamaímēlon), N., Kamille; vgl. gr. χαμαί (chamai), Adj., niedrig, auf der Erde befindlich; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μῆλον (mēlon), N., Apfel, Kernobst; weitere Herkunft unklar, wohl aus dem Mittelmeerraum, s. Walde/Hofmann 2, 18; L.: Kluge 1. A. s. u. Kamille, Kluge s. u. Kamille, DW 11, 99, EWD s. u. Kamille, EWAhd 5, 367, Duden s. u. Kamille; Son.: vgl. nndl. kamille, Sb., Kamille; frz. camomille, F., Kamille; nschw. kamomill, Sb., Kamille; nnorw. kamille, M., Kamille; kymr. camil, F., Kamille; kymr. camamil, M., Kamille; nir. camán meall, M., Kamille; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und wohl aus dem Mittelmeerraum stammende Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende schon vormenschliche Pflanze mit gefiederten Blättern und kleinen Blüten mit gelbem Körbchen (Äpfeln?) und schmalen weißen Blütenblättern mit heilender Wirkung; BM.: niedrig, Apfel; F.: Kamille, Kamillen, Gamille, Gamillen+FW; Z.: Kam-il-l-e
Kamin, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kamin, Rauchfang, Rauchabzug; ne. chimney, fireplace; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: mhd. kāmīn, kamīn, kémīn, st. M., st. N., Kamin, Schornstein, Feuerstätte, Feuerherd; mnd. *kamīn? (1), M., Kamin, Schornstein, Feuerstätte, Feuerherd; lat. camīnus, M., Feuerstätte, Kamin, (234-149 v. Chr.); gr. κάμινος (kaminos), M., Ofen; idg. *kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kamin, Kluge s. u. Kamin, DW 11, 100, EWD s. u. Kamin, EWAhd 4, 366, Duden s. u. Kamin, Bluhme s. u. Kamin; Son.: vgl. nschw. kamin, Sb., Heizofen; nnorw. kamin, M., Kamin; poln. komin, M., Kamin; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete in eine Wand eines Wohnraums eingebaute offene Feuerstelle mit Rauchabzug; BM.: wölben; F.: Kamin, Kamins, Kamine, Kaminen+FW; Z.: Kam-in
$Kaminfeger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kaminfeger, Kaminkehrer, Schlotfeger, Schornsteinfeger; E.: s. Kamin, s. Feger; L.: DW 11, 101, EWD s. u. Kamin; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kamin und Feger gebildete Bezeichnung für einen wohl in den Städten der Frühneuzeit durch Arbeitsteilung entstehenden und zwecks Brandverhütung mit Überwachungsrechten ausgestatteten Kaminkehrer oder Schlotfeger oder Schornsteinfeger; F.: Kaminfeger, Kaminfegers, Kaminfegern+FW+EW; Z.: Kam-in—feg-er
Kamisol, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kamisol, Unterjacke, unter einem Gewand getragene Jacke, Mieder; ne. camisole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. camisole; E.: s. frz. camisole, M., Kamisol, Mieder; it. camiciola, F., Hemdchen; vgl. it. camicia, F., Hemd; lat. camīsia, F., Hemd, Unterkleid, Untergewand, (um 383-419/420 n. Chr.); aus dem Gallischen entlehnt; vgl. germ. *hamiþja-, *hamiþjam, st. N. (a), Hemd; vgl. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kamisol, Kluge s. u. Kamisol, fehlt DW, Duden s. u. Kamisol; Son.: vgl. kymr. camisol, M., Kamisol; nir. camasól, M., Kamisol; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine unter einem Gewand getragene Jacke oder ein Mieder; BM.: bedecken; F.: Kamisol, Kamisols, Kamisole, Kamisolen+FW(+EW); Z.: Kam-is-ol
Kamm, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kamm, Haarkamm, Mähne, Reihe von Berggipfeln; ne. comb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kamp, st. M., Haarkamm, Wollkamm, Weberkamm, Fessel (F.) (1); mhd. kambe, sw. F., sw. M., Kamm, Haarkamm, Wollkamm, Weberkamm; mnd. kam, kamm, M., Kamm, Gerät zur Haarpflege, Gerät zum Aufstecken des Haares, Hahnenkamm; mnl. cam, camp, M., Kamm; ahd. kamb, st. M. (a), Kamm, Haarkamm, Helmbusch, Kopfkamm, Helmkamm, Krone; ahd. kambo, sw. M. (n), Kamm, Borstenkamm, Helmbusch, Helmkamm; as. kamb*, st. M. (a), Kamm; anfrk. kamba, Sb., Kamm; germ. *kamba-, *kambaz, st. M. (a), Kamm; s. idg. *g̑embʰ-, *g̑m̥bʰ-, V., beißen, zerbeißen, Pokorny 369 (544/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kamm, Kluge s. u. Kamm, DW 11, 101, EWD s. u. Kamm, EWAhd 5, 360, Falk/Torp 37, Duden s. u. Kamm, Bluhme s. u. Kamm; Son.: vgl. afries. kabu, Sb., Kamm (Runeninschrift); ae. camb (1), camp (4)?, st. M. (a), Kamm; an. kambr, st. M. (a), Kamm, Karde, gezackter Bergrücken, Hahn; got. -; nndl. kam, Sb., Kamm; nschw. kam, Sb., Kamm; nnorw. kam, M., Kamm; ai. jámbha-, M., Zahnreichen; alb. dhëmb, Sb., Zahn; gr. γομφίος (gomphíos), M., Backenzahn, Schlüsselbart; ksl. zo̧bŭ, Sb., Zahn; lett. zùobs, Sb., Zahn, Zacke an der Säge; toch. A kam, Sb., Zahn; toch. B keme, Sb., Zahn; GB.: (kamb) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit entwickeltes und verwendetes mit Zinken versehenes handliches Gerät (ältester bisher bekannter Kamm aus einer Höhle in dem Wadi Murabba’at in dem Westjordanland aus neun Splittern aus Myrtenholz - mit Asphalt verklebt und dann mit Zwirn verbunden, auf etwa 10220 ± 45 unkal. datiert) zu einem Glätten und Ordnen sowie auch zu einem Feststecken des Haupthaars von Menschen; BM.: Kiefer (M.)?; F.: Kamm, Kamms, Kammes, Kämme, Kämmen (!)+EW; Z.: Kam-m
$kämmen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. kämmen; E.: s. Kamm, s. en; L.: DW 11, 108, EWD s. u. Kamm; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Kamm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Kammes durch den Menschen vor mehr als 10000 Jahren mögliches das Haupthaar mit einem Kamm glätten und ordnen; F.: kämmen (!), kämme (!), kämmst, kämmt, kämmest, kämmet, kämmte, kämmtest, kämmten, kämmtet, gekämmt, ##gekämmt, gekämmte, gekämmtes, gekämmtem, gekämmten, gekämmter##, kämmend, ###kämmend, kämmende, kämmendes, kämmendem, kämmenden, kämmender###, kämm (!)+EW; Z.: käm-m-en
Kammer, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kammer, Zimmer; ne. chamber; Vw.: -; Hw.: s. Kamera, Kamerad; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. kamere, st. F., sw. F., Kammer; mhd. kamer, sw. F., Kammer, Gemach, Schlafgemach, Vorratskammer, öffentliche Kasse; mnd. kāmer, kāmere, kammer, F., Kammer, besonders geschützter Raum im Haus, Privatzimmer; mnl. camere, F., Kammer; ahd. kamara*, st. F. (ō), sw. F. (n), Kammer, Zimmer, Gemach, Schlafraum, Zelle, Hof, Innenhof, Halle, Vorratskammer, Speicher; as. kamara, kamera*, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Kammer; anfrk. *kamera?, st. F. (ō), Kammer; lat. camera, F., gewölbte Decke, (81-43 v. Chr.); idg. kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kammer, Kluge s. u. Kammer, DW 11, 109, EWD s. u. Kammer, EWAhd 5, 357, Duden s. u. Kammer, Bluhme s. u. Kammer; Son.: vgl. afries. kamer, komer, st. F. (ō), Kammer, Nebengebäude; an. kamarr, st. M. (a), Abtritt, Kammer; nndl. kamer, Sb., Kammer; frz. chambre, F., Kammer; nschw. kammare, Sb., Kammer; nnorw. kammer, N., Kammer; kymr. siambr, F., Zimmer; nir. seomra, M., Zimmer; lit. kamarà, kamera, F., Kammer (entlehnt aus einer slawischen Sprache); gr. καμάρα (kamára), F., gewölbter Raum, Schlafzimmer, Himmelbett; ksl. komora, F., Kammer; estn. kamber, kammer, Sb., Kammer, Zimmer (dt. Lw.); GB.: (kamara) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Raum mit einer gewölbten Decke oder kleineren Schlafraum; BM.: wölben; F.: Kammer, Kammern+FW(+EW); Z.: Kam-m-er
$Kammerdiener, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kammerdiener; E.: s. Kammer, s. Diener; L.: DW 11, 117, EWD s. u. Kammer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kammer und Diener gebildete Bezeichnung für einen Diener für die persönlichen Dienste eines Fürsten; F.: Kammerdiener, Kammerdieners, Kammerdienern+FW+EW; Z.: Kam-m-er—die-n-er
$Kämmerer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kämmerer; E.: s. Kammer, s. er (Suff.); L.: DW 11, 117, EWD s. u. Kammer; GB.: (kamarāri*) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete bzw. aus Kammer und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schatzmeister oder Kammerdiener; F.: Kämmerer, Kämmerers, Kämmerern+FW(+EW); Z.: Käm-m-er-er
$Kammerfenster, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kammerfenster; E.: s. Kammer, s. Fenster; L.: Kluge s. u. fensterln, DW 11, 117; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kammer und Fenster gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes Fenster einer Kammer; F.: Kammerfenster, Kammerfensters, Kammerfenstern+FW(+EW); Z.: Kam-m-er—fenst-er
$Kammerfrau, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kammerfrau; E.: s. Kammer, s. Frau; L.: DW 11, 119, EWD s. u. Kammer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kammer und Frau gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums als unmittelbare Bedienung einer Fürstin tätige Frau; F.: Kammerfrau, Kammerfrauen+FW+EW; Z.: Kam-m-er—fr-au
$Kammergericht, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Kammergericht; E.: s. Kammer, s. Gericht; L.: DW 11, 119, EWD s. u. Kammer; GB.: seit 1468 belegte und aus Kammer und Gericht gebildete Bezeichnung für das in der Kammer des Kurfürsten von Brandenburg tätige Gericht; F.: Kammergericht, Kammergerichts, Kammergerichtes, Kammergerichte, Kammergerichten+FW+EW; Z.: Kam-m-er—ge—rich-t
$Kammerjäger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kammerjäger; E.: s. Kammer, s. Jäger; L.: Kluge s. u. Kammerjäger, DW 11, 122, EWD s. u. Kammer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kammer und Jäger gebildete Bezeichnung für einen zu der Kammer des Fürsten zählenden Jäger oder Leibjäger, seit 18. Jh. auch für einen Jäger verwilderter Katzen und Ratten und Mäuse sowie sonstigen Ungeziefers; F.: Kammerjäger, Kammerjägers, Kammerjägern+FW+EW; Z.: Kam-m-er—jäg-er
$Kammerjungfer, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kammerjungfer; E.: s. Kammer, s. Jungfer; L.: DW 11, 122, EWD s. u. Jungfer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kammer und Jungfer gebildete Bezeichnung für eine in dem unmittelbaren Dienst einer Fürstin stehende Frau (Jungfer); F.: Kammerjungfer, Kammerjungfers, Kammerjungfern+FW+EW; Z.: Kam-m-er—ju-n-g-fer
$Kammermusik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kammermusik; E.: s. Kammer, s. Musik; L.: DW 11, 127, EWD s. u. Kammer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kammer und Musik gebildete und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Musik für die Kammer eines Fürsten sowie später für eine reine und klein besetzte Instrumentalmusik; F.: Kammermusik+FW(+EW); Z.: Kam-m-er—mu-s-ik
$Kammerrat, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Kammerrat; E.: s. Kammer, s. Rat; L.: DW 11, 128 (Kammerrath), EWD s. u. Kammer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kammer und Rat gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Rat einer Kammer eines Fürsten; F.: Kammerrat, Kammerrates, Kammerrats, Kammerräte, Kammerräten+FW+EW; Z.: Kam-m-er—ra-t
$Kammerton, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kammerton; E.: s. Kammer, s. Ton (M.) (2); L.: Kluge s. u. Kammerton, DW 11. 130; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kammer und Ton gebildete Bezeichnung für einen von Menschen bestimmten und seit 1711 mit der von dem englischen Militärtrompeter John Shore entwickelten und verwendeten Stimmgabel angegebenen Stimmton oder Normalton; F.: Kammerton, Kammertons, Kammertones, Kammertöne, Kammertönen+FW(+EW); Z.: Kam-m-er—ton
$Kammertuch, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Kammertuch; E.: s. Kammer, s. Tuch; L.: Kluge s. u. Kammertuch, DW 11, 130; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kammer und Tuch gebildete ältere Bezeichnung für einen von Menschen aus sonnengebleichter Baumwolle hergestellten weißen Kattunstoff; F.: Kammertuch, Kammertuchs, Kammertuches, Kammertücher, Kammertüchern+FW+EW; Z.: Kam-m-er—tuch
$Kammgarn, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kammgarn; E.: s. Kamm, s. Garn; L.: Kluge s. u. Kammgarn, DW 11, 132, EWD s. u. Kamm; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kamm und Garn gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit durch Kämmen geglättetes Garn oder aus Kammwolle gesponnenes Garn; F.: Kammgarn, Kammgarns, Kammgarnes, Kammgarne, Kammgarnen+EW; Z.: Kam-m—garn
$Kammhaken, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Kammhaken; E.: s. Kamm, s. Haken; L.: Kluge s. u. Kanthaken, DW 11, 133; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Kamm und Haken gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Haken oder das Genick; F.: Kammhaken, Kammhakens+EW; Z.: Kam-m—hak-en
Kamp, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Kamp, Grasplatz, eingehegtes Stück Feld, kleine Baumschule; ne. camp (N.); Vw.: -; Hw.: s. kampieren, Campus, Camping, campen; Q.: 12. Jh. (Urkunde); E.: s. mnd. kamp, M., N., Kamp, Landstück, eingefriedigtes Stück Landes, eingezäuntes Feld als Ackerland dienend, Ackerland; as. kamp*, st. M. (a?), Kampf, Kamp, Feld; germ. *kampa, Sb., Feld, Kamp, Kampf; lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge 1. A. s. u. Kamp, Kluge s. u. Kamp, DW 11, 134, EWD s. u. Kamp, Duden s. u. Kamp; Son.: vgl. nndl. kamp, Sb., Kamp; frz. camp, M., Lager; GB.: seit dem Hochmittelalter (12. Jh.) (as.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein eingezäuntes Stück Land; BM.: biegen; F.: Kamp, Kamps, Kämpe, Kämpen+FW(+EW); Z.: Kam-p
Kampagne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kampagne, Feldzug; ne. campaign; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. campagne; E.: s. frz. campagne, F., Kampagne, Landschaft; it. campagna, F., Ebene, Feld; lat. campānia, F., flaches Land, Feld, plattes Land, Flur (F.), (538/539-594 n. Chr.); vgl. lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Kampagne, fehlt DW, EWD s. u. Kampagne, Duden s. u. Kampagne; Son.: vgl. nndl. campagne, Sb., Kampagne; nschw. kampanj, Sb., Kampagne; nnorw. kampanje, M., Kampagne; poln. kampania, F., Kampagne; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine gemeinschaftliche Aktion für oder gegen jemanden; BM.: biegen; F.: Kampagne, Kampagnen+FW(+EW); Z.: Kam-p-agn-e
Kämpe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kämpe, Kämpfer, Krieger; ne. warrior; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: niederdeutsche Ableitung von Kämpfer; s. nhd. Kampf; L.: Kluge 1. A. s. u. Kämpe, Kluge s. u. Kämpe, DW 11, 136, EWD s. u. Kampf, Duden s. u. Kämpe; Son.: vgl. nschw. kämpe, M., Kämpe, Kämpfer; nnorw. kjemper, M., Kämpfer; GB.: seit 18. Jh. ndd. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums möglichen Kämpfer oder Krieger; BM.: Feld; F.: Kämpe, Kämpen+EW; Z.: Käm-p-e
Kampf, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Kampf, Wettstreit; ne. fight (N.); Vw.: -; Hw.: s. Champion; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kampf, st. M., st. N., Einzelkampf, Zweikampf, Kampf, Turnier, Kampfspiel; mnd. kamp, M., N., Landstück, eingefriedigtes Stück Landes, Kamp, Krieg; mnl. camp, M., Kampf, Gefecht; ahd. kampf, kamph*, st. M. (a)?, Kampf, Einzelkampf, Zweikampf; as. kamp*, st. M. (a?), Kampf, Kamp, Feld; anfrk. kamp..., Präf., Kampf... (in Ortsnamen), Feld... (in Ortsnamen); germ. *kampa, Sb., Feld, Kamp, Kampf; lat. campus, M., Feld, bestellbarer Acker, bebauter Acker, unbewirtschaftete Fläche; idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); vgl. idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge 1. A. s. u. Kampf, Kluge s. u. Kampf, DW 11, 138, EWD s. u. Kampf, EWAhd 5, 368, Duden s. u. Kampf, Bluhme s. u. Kampf; Son.: vgl. afries. kamp, komp, st. M. (a), Feld, Kampf, gerichtlicher Zweikampf; ae. camp (1), st. M. (a), st. N. (a), Kampf, Streit; an. kapp, st. N. (a), Eifer, Streit, Wettkampf; got. -; nndl. kamp, Sb., Kampf; ne. camp, N., Lager, Feldlager; frz. camp, M., Lager; nschw. kamp, Sb., Kampf; nnorw. kamp, M., Kampf; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die handgreifliche und oft auch mit Waffen geführte heftige Auseinandersetzung zwischen mehreren Gegnern; BM.: Feld; F.: Kampf, Kampfes, Kampfs, Kämpfe, Kämpfen+FW(+EW); Z.: Kam-p-f
$kämpfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kämpfen, kämpferisch dienen, streiten; E.: s. Kampf, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kampf, DW 11, 145, EWD s. u. Kampf; GB.: seit um 800 belegte und aus Kampf und en (Suff.) gebildete sowie vielleicht von lat. militare beeinflusste Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches kämpferisch dienen oder streiten; F.: kämpfen, kämpfe, kämpfst, kämpft, kämpfest, kämpfet, kämpfte, kämpftest, kämpften, kämpftet, gekämpft, ##gekämpft, gekämpfte, gekämpftes, gekämpftem, gekämpften, gekämpfter##, kämpfend, ###kämpfend, kämpfende, kämpfendes, kämpfendem, kämpfenden, kämpfender###, kämpf (!)+FW(+EW); Z.: käm-p-f-en
Kampfer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kampfer, Kampferbaum, Kampferöl; ne. camphor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. kampfer, campfer, kampher, kaffer, st. M., Kampfer; mnd. kamfer, kamfere, kamfre, campher, M., Saft vom Kampferlorbeerbaum, destilliertes Harz des Kampferlorbeerbaums; mnl. camfer, M., Kampfer; Entlehnung aus dem Austronesischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Kampfer, Kluge s. u. Kampfer, DW 11, 149, EWD s. u. Kampfer, EWAhd 5, 370, Duden s. u. Kampfer; Son.: vgl. nndl. kamfer, Sb., Kampfer; frz. camphre, M., Kampfer; nschw. kamfer, Sb., Kampfer; nnorw. kamfer, M., N., Kampfer; poln. kamfora, F., Kampfer; kymr. camffor, M., Kampfer; nir. campfar, M., Kampfer; lit. kamparas, M., Kampfer; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen (camphora, cafura) und Griechischen (kaphurá) und mittelbar dem Indischen sowie einer austronesischen Sprache Sumatras aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche und durch Wasserdampfdestillation aus dem Holz von Kampferbäumen gewonnene weiße und durchscheinende sowie harzartige besonders in der Medizin und der chemischen Industrie verwendete Masse mit durchdringendem Geruch und entzündungshemmender Wirkung; F.: Kampfer, Kampfers+FW(+EW); Z.: Kampf-er
$Kämpfer (2), nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Kämpfer, Kämpfender, Streitender; E.: s. Kampf, s. kämpf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kämpfer, DW 11, 150, EWD s. u. Kampf; GB.: seit 1230/1240 (kempfære) belegte und aus kämpf(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Kämpfenden oder Streitenden; F.: Kämpfer, Kämpfers, Kämpfern FW(+EW); Z.: Käm-p-f-er
$kämpferisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kämpferisch; E.: s. Kämpfer, s. isch; L.: DW 11, 151, EWD s. u. Kampf; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kämpfer und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Kämpfer betreffend; F.: kämpferisch, kämpferische, kämpferisches, kämpferischem, kämpferischen, kämpferischer(, kämpferischere, kämpferischeres, kämpferischerem, kämpferischeren, kämpferischerer, kämpferischst, kämpferischste, kämpferischstes, kämpferischstem, kämpferischsten, kämpferischster)+FW+EW; Z.: käm-p-f-er-isch
kampieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kampieren, lagern, in dem Freien übernachten; ne. camp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Camping, Kamp, Campus, campen; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: s. Kamp; L.: Kluge s. u. kampieren, fehlt DW, EWD s. u. kampieren, Duden s. u. kampieren; Son.: vgl. nndl. kamperen, V., kampieren; frz. camper, V., kampieren; nschw. kampera, V., kampieren; nnorw. kampere, V., kampieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen selbverständliches und mit der Sesshaftwerdung ungewöhnlicher werdendes in dem Freien übernachten; BM.: biegen; F.: kampieren, kampiere, kampierst, kampiert, kampierest, kampieret, kampierte, kampiertest, kampierten, kampiertet, ##kampiert, kampierte, kampiertes, kampiertem, kampierten, kampierter##, kampierend, ###kampierend, kampierende, kampierendes, kampierendem, kampierenden, kampierender###, kampier(!)+FW(+EW); Z.: kam-p-ier-en
Kanaille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kanaille, Gesindel, als schurkisch angesehener Mensch, Schurke; ne. canaille, scoundrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. canaille; E.: s. frz. canaille, F., Gesindel; it. canaglia, F., Hundepack; vgl. it. cane, M., Hund; lat. canis, M., F., Hund, Hündin, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632? (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Kanaille, EWD s. u. Kanaille, Duden s. u. Kanaille; Son.: vgl. nschw. kanalje, Sb., Kanaille; nnorw. kanalje, M., Kanaille; poln. kanalia, F., Kanaille; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines als schurkisch angesehenen Menschen; BM.: Hund; F.: Kanaille, Kanaillen+FW; Z.: Kan-ai-l-l-e
Kanake, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kanake, Ausländer; ne. dago, wog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. polyn. kanaka; E.: s. polyn. kanaka, Sb., Mensch; L.: Kluge s. u. Kanake, fehlt DW, Duden s. u. Kanake; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Polynesischen aufgenommene und umgebildete abwertende Bezeichnung für einen Ausländer; BM.: Mensch; F.: Kanake, Kanaken+FW; Z.: Kanak-e
Kanal, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kanal, künstlicher Wasserlauf; ne. channel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kännel-; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kanel, kenel, st. M., Kanal, Röhre, Rinne; mnd. kanāl, N., Kanal, Wassergraben; mnl. canael, M., Kanal; ahd. kanal*, st. M. (a)?, st. N. (a), Kanal, Rinne, Gosse, Traufrinne, Wasserrinne, Bewässerungsgraben, Röhre, Flussbett; germ. *kanal-, Sb., Rinne, Röhre; s. lat. canālis, M., F., Röhre, Rinne, Kanal, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. canna, F., Rohr, Kanne; vgl. idg. *gandʰ-?, *gan-?, Sb., Gefäß, Pokorny 351 (522/6) (RB. idg. aus kelt., germ.); bzw. später (15. Jh.) neu entlehnt aus it. canale, M., Röhre, Rinne; L.: Kluge s. u. Kanal, DW 11, 157, EWD s. u. Kanal, EWAhd 5, 372, Duden s. u. Kanal; Son.: vgl. nndl. kanaal, Sb., Kanal; frz. canal, M., Kanal; nschw. kanal, Sb., Kanal; nnorw. kanal, M., Kanal; poln. kanał, M., Kanal; kymr. sianel, F., Kanal; lit. kanalas, M., Kanal; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten künstlichen schiffbaren Wasserlauf als Verbindung zwischen Gewässern; BM.: Gefäß; F.: Kanal, Kanals, Kanäle, Kanälen+FW(+EW); Z.: Kan-al
$Kanalisation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kanalisation; E.: s. kanalis(ieren), s. ation; L.: Kluge s. u. Kanal, fehlt DW, EWD s. u. Kanal l; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kanalis(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vor rund 4600 Jahren von dem Volk der Indus-Zivilisation in dem späteren Pakistan entwickelte und verwendete Abwasserentsorgung durch von Menschen geschaffene Kanäle; F.: Kanalisation, Kanalisationen+FW; Z.: Kan-al-is-at-io-n
$kanalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kanalisieren, einen Kanal bilden; E.: s. Kanal, s. is, s. ier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kanal, fehlt DW, EWD s. u. Kanal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kanal und is sowie ier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 4600 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Kanal bilden; F.: kanalisieren, kanalisiere, kanalisierst, kanalisiert, kanalisierest, kanalisieret, kanalisierte, kanalisiertest, kanalisierten, kanalisiertet, ##kanalisiert, kanalisierte, kanalisiertes, kanalisiertem, kanalisierten, kanalisierter##, kanalisierend, ###kanalisierend, kanalisierende, kanalisierendes, kanalisierendem, kanalisierenden, kanalisierender###, kanalisier(!)+FW(+EW); Z.: kan-al-is-ier-en
Kanapee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kanapee, Sofa, ein Häppchen; ne. canapé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. canapé; E.: s. frz. canapé, M., Himmelbett; lat. cōnōpēum, N., feinmaschiges Mückennetz, mit einem Mückennetz geschützte Lagerstätte (um 67-um 127 n. Chr.); gr. κωνωπειον (kōnōpeion), N., feinmaschiges Mückennetz; vgl. gr. κώνωψ (kōnōps), M., Mücke, Stechmücke; gr. κῶνος (kōnos), M., Fichtenzapfen, Kegel; vgl. *k̑ēi-, *k̑ē-, *k̑ōi-, *k̑ō-, *k̑əi-, *k̑ə-, V., schärfen, wetzen, Pokorny 541 (830/62) (RB. idg. ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄψ (óps), F., Auge, Gesicht; gr. ὄπωπα (ópōpa), V. (1. Pers. Perf.), ich beobachte, ich erblicke; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kanapee, DW 11, 157, EWD s. u. Kanapee, Duden s. u. Kanapee; Son.: vgl. nndl. canapé, Sb., Kanapee; nschw. kanapé, Sb., Kanapee; nnorw. kanapé, M., Kanapee; poln. kanapa, F., Kanapee; kymr. canape, M., Kanapee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (durch ein Mückennetz geschütztes) Sofa und davon abgeleitet für ein Häppchen oder Weißbrotschnittchen; BM.: schärfen und sehen; F.: Kanapee, Kanapees+FW(+EW); Z.: Ka-n-ap-ee
Kanarienvogel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kanarienvogel, ein Singvogel; ne. canary bird; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. canari; E.: s. frz. canari, M., Kanarienvogel; von den Kanarischen Inseln; vgl. lat. canārius, Adj., zum Hund gehörig, Hunde..., (23/24-79 n. Chr.); lat. canis, M., F., Hund, Hündin; idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632? (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Kanarienvogel, DW 11, 157, EWD s. u. Kanarienvogel, Duden s. u. Kanarienvogel; Son.: vgl. nndl. kanarievogel, Sb., Kanarienvogel; nschw. kanarienfogel, Sb., Kanarienvogel; nnorw. kanarifugl, M., Kanarienvogel; poln. kanarek, M., Kanarienvogel; lit. kanarėlė, F., Kanarienvogel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kanarien und Vogel gebildete Bezeichnung für einen kleinen und gelben oder orangefarbenen sowie ursprünglich von den Kanarischen Inseln (Kanarien) kommenden und von Menschen als Haustier gehaltenen Vogel mit schönem Gesang; BM.: ON bzw. Hund; F.: Kanarienvogel, Kanarienvogels, Kanarienvögel, Kanarienvögeln+FW+EW; Z.: Kan-ar-ien—vo-g-el
Kandare, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kandare, Gebissstange; ne. bridlebit, curb bit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. ungar. kantár; E.: s. ungar. kantár, Sb., Kandare; mongol. qantagira, V., die Zügel am Sattelgurt befestigen; L.: Kluge s. u. Kandare, fehlt DW, EWD s. u. Kandare, Duden s. u. Kandare; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Ungarischen und Mongolischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gebissstange in dem Zaumzeug von Pferden; BM.: ?; F.: Kandare, Kandaren+FW(+EW); Z.: Kandar-e
Kandel, nhd. (ält.), M., F., (11. Jh.): nhd. Kandel, Dachrinne; ne. gutter; Vw.: -; Hw.: s. Kanüle; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kannel, kandel, st. F., sw. F., Kannel, Kanne; ahd. kannella*, kannala*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kanne, Trinkgefäß, Gefäß für Flüssigkeiten; s. mlat. canella, F., Rohr, Stock, Rohrflöte, Zimt; vgl. lat. canna, F., Rohr, Schilf, Rohrpfeife, Schreibrohr, Schreibfeder, Röhricht, (2. Drittel 1. Jh. v. Chr.); gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kandel, DW 11, 158, EWAhd 5, 372, Duden s. u. Kandel; GB.: (kannella*) seit 11. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine Dachrinne oder für ein Gefäß für Flüssigkeiten; BM.: Rohr; F.: Kandel, Kandels, Kandeln+FW; Z.: Kan-d-el
Kandelaber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kandelaber, Leuchter; ne. candelabrum, candelabra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. candélabre; E.: s. frz. candélabre, M., N., Kandelaber, Leuchter; lat. candēlābrum, N., Leuchter, Kandelaber, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. candēla, F., Wachskerze, Kerze, Wachslicht, Wachsschnur, Licht; vgl. lat. candēre, V., glänzend sein (V.), schimmernd sein (V.), weiß sein (V.), hell sein (V.); idg. *kand-, *skand-, *kend-, *skend-, V., Adj., leuchten, glühen, hell, Pokorny 526 (801/33) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kandelaber, fehlt DW, EWD s. u. Kandelaber, Duden s. u. Kandelaber; Son.: vgl. nndl. kandelaber, Sb., Kandelaber; nschw. kandelaber, Sb., Kandelaber; nnorw. kandelaber, M., Kandelaber; kymr. candelabrwm, M., Kandelaber; nir. coinnealra, M., Kandelaber; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten mehrarmigen säulenarmigen Ständer für Kerzen; BM.: leuchten; F.: Kandelaber, Kandelabers, Kandelabern+FW(+EW); Z.: Kand-el-ab-er
$Kandelzucker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kandelzucker; E.: s. Kandel, s. Kandis, s. Zucker; L.: Kluge s. u. Kandis, DW 11, 160; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kandel bzw. Kandis und Zucker gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Zuckerart; F.: Kandelzucker, Kandelzuckers, Kandelzuckern+FW; Z.: Kan-d-el—zuck-er
Kandidat, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Kandidat, Bewerber; ne. candidate; Vw.: -; Hw.: s. Kandidatur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. candidātus; E.: s. lat. candidātus (2), M., Kandidat, Bewerber um ein Amt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. candēre, V., glänzend sein (V.), schimmernd sein (V.), weiß sein (V.), hell sein (V.); idg. *kand-, *skand-, *kend-, *skend-, V., Adj., leuchten, glühen, hell, Pokorny 526 (801/33) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kandidat, fehlt DW, EWD s. u. Kandidat, Duden s. u. Kandidat; Son.: vgl. nndl. kandidaat, Sb., Kandidat; frz. candidat, M., Kandidat; nschw. kandidat, Sb., Kandidat; nnorw. kandidat, M., Kandidat; poln. kandydat, M., Kandidat; lit. kandidatas, M., Kandidat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit der Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums möglichen sich einer Wahl stellenden und nach der (leuchtenden) Farbe seiner Kleidung benannten Bewerber; BM.: leuchten; F.: Kandidat, Kandidaten+FW(+EW); Z.: Kand-id-at
Kandidatur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kandidatur, Bewerbung, Anwartschaft; ne. candidature, candidacy; Vw.: -; Hw.: s. Kandidat; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. candidature; E.: s. frz. candidature, F., Kandidatur; vgl. frz. candidat, M., Kandidat; lat. candidātus (2), M., Kandidat, Bewerber um ein Amt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. candēre, V., glänzend sein (V.), schimmernd sein (V.), weiß sein (V.), hell sein (V.); idg. *kand-, *skand-, *kend-, *skend-, V., Adj., leuchten, glühen, hell, Pokorny 526 (801/33) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kandidat, fehlt DW, EWD s. u. Kandidat, Duden s. u. Kandidatur; Son.: vgl. nndl. kandidatuur, Sb., Kandidatur; nschw. kandidatur, Sb., Kandidatur; nnorw. kandidatur, M., N., Kandidatur; poln. kandydatura, F., Kandidatur; lit. kandidatūra, F., Kandidatur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Bewerbung oder Aufstellung als Kandidat für ein Amt; BM.: leuchten; F.: Kandidatur, Kandidaturen+FW(+EW); Z.: Kand-it-at-ur
$kandidieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kandidieren, sich um ein Amt bewerben; E.: s. lat. candidāre, V. weiß machen, weiß kleiden; L.: Kluge s. u. Kandidat, fehlt DW, EWD s. u. Kandidat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches sich um ein Amt bewerben; F.: kandidieren, kandidiere, kandidierst, kandidiert, kandidierest, kandidieret, kandidierte, kandidiertest, kandidierten, kandidiertet, ##kandidiert, kandidierte, kandidiertes, kandidiertem, kandidierten, kandidierter##, kandidierend, ###kandidierend, kandidierende, kandidierendes, kandidierendem, kandidierenden, kandidierender###, kandidier (!)+FW(+EW); Z.: kand-id-ier-en
kandieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kandieren, mit Zucker oder Zuckerlösung überziehen; ne. candy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kandis, Zuckerkandel; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. candir, it. candire; E.: s. frz. candir, V., kandieren; it. candire, V., kandieren; vgl. it. candi, zucchero candito, M., Kandiszucker; arab. qandī, Adj., vom Zuckerrohr stammend, Zuckerrohr betreffend; vgl. arab. qand, Sb., Zuckerrohr, Rohrzucker; ai. khaṇḍaka-, Sb., Kristallzucker; L.: Kluge s. u. Kandis, DW 11, 160, EWD s. u. Kandiszucker, Duden s. u. kandieren; Son.: vgl. nschw. kandera, V., kandieren; poln. kandyzować, V., kandieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Arabischen und Indischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Zucker oder Zuckerlösung überziehen; BM.: Zucker; F.: kandieren, kandiere, kandierst, kandiert, kandierest, kandieret, kandierte, kandiertest, kandierten, kandiertet, ##kandiert, kandierte, kandiertes, kandiertem, kandierten, kandierter##, kandierend, ###kandierend, kandierende, kandierendes, kandierendem, kandierenden, kandierender###, kandier (!)+FW(+EW); Z.: kand-ier-en
Kandis, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kandis, Kandiszucker; ne. candy (N.); Vw.: -; Hw.: vgl. kandieren, Zuckerkandel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. candi; E.: s. mnd. kandis, candiss, M., Kandis, Kandelzucker, Kristallzucker; it. candi, zucchero candito, M., Kandiszucker; arab. qandī, Adj., vom Zuckerrohr stammend, Zuckerrohr betreffend; vgl. arab. qand, Sb., Zuckerrohr, Rohrzucker; ai. khaṇḍaka-, Sb., Kristallzucker; L.: Kluge s. u. Kandis, fehlt DW, EWD s. u. Kandiszucker, Duden s. u. Kandis; Son.: vgl. nndl. kandij, Sb., Kandis; frz. sucre candi, M., Kandis; nschw. kandisocker, Sb., Kandis; nnorw. kandis, M., Kandis; poln. kandyz, M., Kandis; kymr. candy, M., Kandis; nir. candaí, M., Kandis; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht in dem 4. Jh. n. Chr. in Indien entwickelte und seitdem verwendete Zuckerart; BM.: Zucker; F.: Kandis+FW(+EW); Z.: Kand-is
$Kandiszucker, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kandiszucker; E.: s. Kandis, s. Zucker; L.: Kluge s. u. Kandis, fehlt DW, EWD s. u. Kandiszucker; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Kandis und Zucker gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht in dem 4. Jh. n. Chr. in Indien entwickelte und seitdem verwendete Zuckerart; F.: Kandiszucker, Kandiszuckers+FW(+EW); Z.: Kand-is—zuck-er
$Kanel, Kaneel nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kanel, Kaneel, Zimt; E.: s. frz. canelle, F., Röhrchen, Röllchen; it. canella, F., Röhrchen, Röllchen; gr. κανέλλα (kanélla), F., Röhrchen; vgl. gr. κάννα (kánna), F., Rohr; L.: Kluge 1. A. s. u. Kanel, DW 11, 160; GB.: (kanēl) seit 1339 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den von Menschen wohl schon früher aus der Rinde des schon vormenschlichen und in Ceylon (Sri Lanka) verbreiteten Zimtbaums gewonnenen Zimt; L.: Kluge s. u. Kanel, Kanels+FW(+EW); Z.: Kan-el
Känguruh, Känguru, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Känguruh, ein Beuteltier; ne. kangaroo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. ne. kangaroo; E.: s. ne. kangaroo, N., Känguruh; aus einer Eingeborenensprache Australiens; L.: Kluge s. u. Känguruh, fehlt DW, EWD s. u. Känguruh, Duden s. u. Känguruh; Son.: vgl. nndl. kangoeroe, Sb., Känguruh; frz. kangourou, M., Känguruh; nschw. känguru, Sb., Känguruh; nnorw. kenguru, M., Känguruh; poln. kangur, M., Känguruh; kymr. cangarŵ, M., Känguruh; nir. cangarú, M., Känguruh; lit. kengūra, F., Känguruh; GB.: seit 4. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer Eingeborenensprache Australiens aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in dem vor etwa 60 Millionen Jahren verselbständigten Australien beheimatetes schon vormenschliches Beuteltier und Säugetier; BM.: ?; F.: Känguruh, Känguruhs+FW(+EW); Z.: Känguruh
Kaninchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kaninchen(, Hase); ne. rabbit, bunny; Vw.: -; Hw.: s. Karnikel; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kanīneken, kanīnken, N., Kaninchen; mnd. konineken, N., Kaninchen, Kaninchenfell; vgl. mnd. kanīn, N., Kaninchen; lat. cunīculus, M., Kaninchen, (81-43 v. Chr.); aus dem Iberischen; vielleicht auch von lat. cunnus, M., weibliche Scham; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kaninchen, Kluge s. u. Kaninchen, DW 11, 161, EWD s. u. Kaninchen, Duden s. u. Kaninchen; Son.: vgl. nndl. konijn, Sb., Kaninchen; nschw. kanin, Sb., Kaninchen; nnorw. kanin, M., Kaninchen; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) mnd. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Iberischen aufgenommene und umgebildete sowie möglicherweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Hasen ähnliches kleineres Säugetier mit graubraunem oder grauem oder weißem oder schwarzem Fell; BM.: Röhrenbewohner?; F.: Kaninchen, Kaninchens+FW(+EW); Z.: Ka-n-in-chen
Kanister, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kanister, Behälter; ne. canister; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. canister; E.: s. ne. canister, N., Behälter; lat. canistrum, N., Brotkorb, Fruchtkorb, Blumenkorb, (81-43 v. Chr.); gr. κάνυστρον (kánystron), N., Körbchen; vgl. gr. κάνεον (káneon), N., Korb, Schüssel; gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanister, DW 11, 162, EWD s. u. Kanister, Duden s. u. Kanister; Son.: vgl. nschw. kanister, Sb., Kanister; nir. ceaineastar, M., Kanister; lit. kanistras, M., Kanister; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelten und seitdem verwendeten tragbaren viereckigen Behälter aus Geflecht oder Blech oder Kunststoff; BM.: Korb bzw. Rohr; F.: Kanister, Kanisters, Kanistern+FW(+EW); Z.: Kan-ist-er
Kanker (1), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Kanker (M.) (1), Spinne; ne. spider, harvestman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Deutsche Mystiker); E.: s. mhd. kanker, sw. M., eine Art Spinne; mnd. kanker*, canker, cancer, cancher, canser, M., Krebs, Krebskrankheit, Sternzeichen des Krebses (Bedeutung örtlich beschränkt); vielleicht von einem Wort für weben?; vgl. ae. gangelwǣfre, gangewǣfre, gangewifre, sw. F. (n), Spinne; an. kǫngulvāfa, kǫngurvāfa, sw. F. (n), Spinne; L.: Kluge 1. A. s. u. Kanker 1, Kluge s. u. Kanker 1, DW 11, 162, EWD s. u. Kanker, EWAhd 5, 374, Duden s. u. Kanker; GB.: seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl ältere Art Spinne oder einen Krebs; BM.: weben?; F.: Kanker, Kankers, Kankern+FW; Z.: Kank-er
Kanker (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Kanker (M.) (2), Krebs an Bäumen; ne. cancer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Baierische Rezepte); E.: s. mnd. kanker*, canker, cancer, cancher, canser, M., Krebs, Krebskrankheit, Sternzeichen des Krebses (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. canker, cankere, M., Kanker (M.) (2); ahd. kankur*, kancur*, kankar*, kanker*, st. M. (a)?, Krebs (Tier bzw. Krankheit), Krebsgeschwür, Karzinom; lat. cancer, M., Gitter, Flusskrebs, Geschwür, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kanker 2, Kluge s. u. Kanker 2, DW 11, 162ff., EWAhd 5, 374; Son.: vgl. ae. cancer, st. M. (a), Krebs; nndl. kanker, Sb., Krebs; GB.: (kankur) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Krebs vor allem an Bäumen; BM.: hart; F.: Kanker, Kankers, Kankern+FW; Z.: Kank-er
Kanne, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Kanne, Geschirr für Wein, Maßeinheit, für Flüssigkeiten bestimmtes Gefäß, Trinkgefäß; ne. can (N.), jug, pitcher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kanne, st. F., sw. F., Kanne; mnd. kanne, kann, F., M., Kanne, größeres Gefäß zum Einschenken, Schankgefäß, geeichte Kanne als Schankmaß; mnl. canne, F., Kanne; ahd. kanna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kanne, Trinkgefäß, Krug (M.) (1), Gefäß für Flüssigkeiten; as. kanna, st. F. (ō)?, Kanne; anfrk. -; germ. *kannō-, *kannōn, sw. F. (n), Kanne?; s. lat. canna, F., Rohr, Kanne; idg. *gandʰ-?, *gan-?, Sb., Gefäß, Pokorny 351 (522/6) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kanne, Kluge s. u. Kanne, DW 11, 164, EWD s. u. Kanne, EWAhd 5, 376, Falk/Torp 35, Duden s. u. Kanne, Bluhme s. u. Kanne; Son.: vgl. afries. *kanne, *konne, F., Kanne; ae. canne, sw. F. (n), Kanne; an. kanna (1), sw. F. (n), Kanne; got. -; nndl. kan, Sb., Kanne; frz. canne, F., Kanne?; nschw. kanna, Sb., Kanne; nnorw. kanne, M., F., Kanne; tschech. konev, konvice, F., Kanne (Lehnwort aus dem Althochdeutschen); GB.: (kanna) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und seitdem verwendetes für Flüssigkeiten bestimmtes Gefäß mit Henkel und Schnabel und meist auch Deckel; BM.: Rohr; F.: Kanne, Kannen+FW(+EW); Z.: Kan-n-e
$Kannengießer, Kannegießer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Kannengießer, Zinngießer; E.: s. Kanne, (s. n,) s. Gießer; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kanne; GB.: seit 1277 (kannengiezære*) belegte und aus Kanne und n sowie Gießer gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Zinngießer oder Hersteller von Kannen; F.: Kannengießer, Kannengießers, Kannengießern+FW+EW; Z.: Kan-n-e—gie-ß-er
$kannengießern, kannegießern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kannengießern, kannegießern, schwätzen; E.: s. Kannegießer, s. (e)n; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Kannengießer verbindbare Bezeichnung für schwätzen; F.: kannegießern, kannegießere, kannegießer (!), kannegießerst, kannegießert, kannegießerte, kannegießertest, kannegießerten, kannegießertet, gekannegießert, ##gekannegießert, gekannegießerte, gekannegießertes, gekannegießertem, gekannegießerten, gekannegießerter##, kannegießernd, ###kannegießernd, kannegießerndes, kannegießerndem, kannegießernden, kannegießernder###, kannegießer (!) +EW; Z.: kan-n-e—gie-ß-er-n
Kännel, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Kännel, Dachrinne; ne. channel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kanal; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kanel, kenel, st. M., Kanal, Wasserlauf, Röhre, Rinne; mnl. canele, M., Rinne; ahd. kanali*, st. M. (ja), „Kanal“, Rinne, Gosse; lat. canālis, M., F., Röhre, Rinne, Kanal, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. canna, F., Rohr, Kanne; vgl. idg. *gandʰ-?, gan-?, Sb., Gefäß, Pokorny 351 (522/6) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kännel, DW 11, 166, EWAhd 5, 373, Duden s. u. Kännel; GB.: (kanali) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Dachrinne; BM.: Rohr; F.: Kännel, Kännels, Känneln+FW; Z.: Kän-n-el
Kannibale, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kannibale, Menschenfresser; ne. cannibal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. caníbal; E.: s. span. caníbal, M., Kannibale; von dem menschenfressenden Stamm der Kariben (Karibalen); L.: Kluge s. u. Kannibale, DW 11, 168 (Kannibal), EWD s. u. Kannibale, Duden s. u. Kannibale; Son.: vgl. nndl. kannibaal, Sb., Kannibale; frz. cannibale, M., Kannibale; nschw. kannibal, Sb., Kannibale; nnorw. kannibal, M., Kannibale; poln. kanibal, M., Kannibale; kymr. canibal, M., Kannibale; nir. canablach, M., Kannibale; lit. kanibalas, M., Kannibale; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie von dem menschenfressenden Stamm der Kariben (Karibalen) abgeleitete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen andere Menschen Essenden (Menschenfresser); BM.: Stammesname; F.: Kannibale, Kannibalen+FW(+EW?); Z.: Kan-n-i-bal-e
$kannibalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kannibalisch, menschenfressend; E.: s. Kannibal(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Kannibale, DW 11, 168, EWD s. u. Kannibale; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kannibal(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Kannibalen oder Kannibalismus betreffend oder menschenfressend; F.: kannibalisch, kannibalische, kannibalisches, kannibalischem, kannibalischen, kannibalischer(, kannibalischere, kannibalischeres, kannibalischerem, kannibalischeren, kannibalischerer, kannibalischst, kannibalischste, kannibalischstes, kannibalischstem, kannibalischsten, kannibalischster)+FW(+EW); Z.: kan-n-i-bal-isch
$Kannibalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kannibalismus, Menschenfressertum; E.: s. Kannibal(e), s. ismus; L.: Kluge s. u. Kannibale, fehlt DW, EWD s. u. Kannibale; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kannibal(e) und ismus gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Menschenfressertum; F.: Kannibalismus+FW; Z.: Kan-n-i-bal-is-m-us
Kanon, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kanon, Richtschnur, Regel, verbindliches Verzeichnis; ne. canon; Vw.: -; Hw.: s. kanonisch; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mnl. kanon, M., Kanon; ahd. kanon*, st. M. (a?), Kanon, Regel, Rechtsvorschrift, kirchliche Rechtsvorschrift; lat. canōn, M., Regel, Norm, Richtschnur, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κανών (kanōn), N., Stange, Rohrstab; zu gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanon, EWD s. u. Kanon, DW 11, 169, EWAhd 5, 379, Duden s. u. Kanon; Son.: vgl. ae. canon, st. M. (a), Kanon, Regel; nndl. canon, Sb., Kanon; frz. canon, M., Kanon; nschw. kanon, Sb., Kanon; nnorw. kanon, M., Kanon; poln. kanon, M., Kanon; kymr. canon, M., Kanon; nir. canóin, F., Kanon; lit. kanonas, M., Kanon; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Recht und den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete vorgegebene Richtschnur oder Regel; BM.: Rohr; F.: Kanon, Kanons+FW; Z.: Kan-on
Kanonade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kanonade, schweres Geschützfeuer; ne. cannonade (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kanone, Kanonier; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. canonnade; E.: s. frz. canonnade, F., Kanonade; it. cannonata, F., Kanonade; it. cannone, M., Kanone; vgl. it. canna, M., Rohr; lat. canna, F., Rohr, Schilf, (2. Drittel 1. Jh. v. Chr.); κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanone, DW 11, 169, EWD s. u. Kanone, Duden s. u. Kanonade; Son.: vgl. nndl. kannade, F., Kanonade; frz. cannonade, F., Kanonade; nschw. kanonad, Sb., Kanonade; nnorw. kanonade, M., Kanonade; poln. kanonada, F., Kanonade; lit. kanonada, F., Kanonade; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein Menschen sachlich seit Entwicklung schwerer Feuerwaffen mögliches heftiges Beschießen mit schweren Geschützen (schweres Geschützfeuer); BM.: Rohr; F.: Kanonade, Kanonaden+FW; Z.: Kan-on-ad-e
Kanone, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kanone, Geschütz, schweres Geschütz mit langem Rohr; ne. cannon; Vw.: -; Hw.: s. Kanonade, Kanonier; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. cannone; E.: s. it. cannone, M., Kanone; vgl. it. canna, M., Rohr; lat. canna, F., Rohr, Schilf, (2. Drittel 1. Jh. v. Chr.); κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanone, DW 11, 169, EWD s. u. Kanone, Duden s. u. Kanone; Son.: vgl. nndl. kanon, Sb., Kanone; frz. canon, M., Kanone; nschw. kanon, Sb., Kanone; nnorw. kanon, M., Kanone; kymr. canon, M., Kanone; nir. canóin, F., Kanone; lit. kanonas, M., Kanone; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes schweres Geschütz mit langem Rohr; BM.: Rohr; F.: Kanone, Kanonen+FW(+EW?); Z.: Kan-on-e
$Kanonenfieber, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Kanonenfieber, eine fieberartige Erregung eines Menschen; Hw.: s. Lampenfieber; E.: s. Kanone, s. n, s. Fieber; L.: Kluge s. u. Kanonenfieber, DW 11, 170; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Kanon(e) und en sowie Fieber gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche unter Anspannung beispielsweise in dem Bereich von Waffenkugeln entstehende fieberartige Erregung eines Menschen; F.: Kanonenfieber, Kanonenfiebers+FW(+EW); Z.: Kan-on-en—fieb-er
$Kanonenfutter, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kanonenfutter; E.: s. Kanon(e), s. en, s. Futter; L.: DW 11, 170, EWD s. u. Kanone; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kanon(e) und en sowie Futter eher übertragen (Adj.) gebildete für schlecht ausgebildete und deshalb wie bei Heinrich IV. Falstaffs Leute durch Kanonen leicht und zahlreich getötete Soldaten; F.: Kanonenfutter, Kanonenfutters+FW+EW; Z.: Kan-on-en—fut-t-er
Kanonier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kanonier, Artillerist, Büchsenmeister, ein eine Kanone bedienender Soldat; ne. cannoneer; Vw.: -; Hw.: s. Kanone, Kanoade; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. canonnier; E.: s. frz. canonnier, M., Kanonier; vgl. frz. canon, M., Kanone; it. cannone, M., Kanone; vgl. it. canna, M., Rohr; lat. canna, F., Rohr, Schilf, (2. Drittel 1. Jh. v. Chr.); κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanone, EWD s. u. Kanone, DW 11, 171, Duden s. u. Kanonier; Son.: vgl. nschw. kanoniär, kanonjär, M., Kanonier; nnorw. kanonér, M., Kanonier; poln. kanonier, M., Kanonier; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geschützen durch Menschen möglichen eine Kanone bedienenden Soldaten; BM.: Rohr; F.: Kanonier, Kanoniers, Kanonieres, Kanoniere, Kanonieren+FW(+EW); Z.: Kan-on-ier
kanonisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kanonisch, gesetzmäßig; ne. canonic, canonical; Vw.: -; Hw.: s. Kanon-; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. canonicus; E.: s. lat. canonicus (1), Adj., kanonisch, regelmäßig, regelrecht, festgesetzt, feststehend, gesetzmäßig, korrekt, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κανονικός (kanonikós), Adj., regelmäßig; vgl. gr. κανών (kanṓn), N., Stange, Rohstab; zu gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanon, fehlt DW, EWD s. u. Kanon, Duden s. u. kanonisch; Son.: vgl. nndl. canoniek, Adj., kanonisch; frz. canonique, Adj., kanonisch; nschw. kanonisk, Adj., kanonisch; nnorw. kanonisk, Adj., kanonisch; poln. kanoniczny, Adj., kanonisch; nir. canónta, Adj., kanonisch; lit. kanoninis, Adj., kanonisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für eine Richtschnur betreffend, gesetzmäßig; BM.: Rohr; F.: kanonisch, kanonische, kanonisches, kanonischem, kanonischen, kanonischer(, kanonischere, kanonischeres, kanonischerem, kanonischeren, kanonischerer, kanonischst, kanonischste, kanonischstes, kanonischstem, kanonischsten, kanonischster)+FW(+EW); Z.: kan-on-isch
$kanonisieren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. kanonisieren, zu einer Regel erheben, heiligsprechen; E.: s. Kanon, s. is. s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kanon; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Kanon und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zu einer Regel erheben oder heiligsprechen; F.: kanonisieren, kanonisiere, kanonisierst, kanonisiert, kanonisierest, kanonisieret, kanonisierte, kanonisiertest, kanonisierten, kanonisiertet, ##kanonisiert, kanonisierte, kanonisiertes, kanonisiertem, kanonisierten, kanonisierter##, kanonisierend, ###kanonisierend, kanonisierende, kanonisierendes, kanonisierendem, kanonisierenden, kanonisierender###, kanonisier(!)+FW(+EW); Z.: kan-on-is-ier-en
Kanossa-Gang, Canossa-Gang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kanossa-Gang, Gang nach Canossa (Selbsterniedrigung, oder Demütigung); ne. road to Canossa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Vorderglied (Bestimmungswort) von dem ON Canossa; weitere Herkunft unklar; Hinterglied (Grundwort) s. nhd. Gang (1); L.: Kluge s. u. Kanossa-Gang, fehlt DW, Duden s. u. Canossagang; Son.: vgl. nnorw. Kanossagang, M., Kanossa-Gang; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine lagebedingt erforderliche Selbsterniedrigung oder Demütigung; BM.: nach dem von dem deutschen König Heinrich IV. (1084 Kaiser) von dem 25. bis zu dem 28. Januar 1077 geleisteten Bußgang zu Papst Gregor VII. der zu diesem Zeitpunkt auf der Burg Canossa in Oberitalien war; F.: Kanossa-Gang, Kanossa-Gangs, Kanossa-Ganges, Kanossa-Gänge, Kanossa-Gängen, Kanossagang, Kanossagangs, Kanossagänge, Kanossagängen, Canossagang, Canossagangs, Canossaganges, Canossagänge, Canossagängen+FW+EW; Z.: Kanoss-a—ga-ng
Känozoikum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Känozoikum, ein Erdzeitalter; ne. Cenozoic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. καινός (kainóss), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); gr. ζῳικός (zōiikós), Adj., tierisch, Lebewesen betreffend; gr. ζωός (zōós), ζῳός (zōios), Adj., lebendig; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Känozoikum; Son.: vgl. nndl. cenozoïkum, Sb., Känozoikum; frz. cenozoïque, M., Känozoikum; nschw. kenozoikum, Sb., Känozoikum; nnorw. kenozoikum, Sb., Känozoikum; kymr. cainosoig, M., Känozoikum; nir. caenasóch, M., Känozoikum; poln. kenozoik, M., Känozoikum; lit. kainozojus, M., Känozoikum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das vor 60 Millionen Jahren beginnende jüngste Zeitalter der Erdgeschichte; BM.: anfangen, leben; F.: Känozoikum, Känozoikums+FW; Z.: Kän-o—zo-ik-um
Kantate, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kantate, ein Gesangsstück; ne. Cantata; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. it. cantata; E.: s. mnd. cantāte, kantāte*, N., Jubelgesang; it. cantata, F., Kantate; vgl. it. cantare, V., singen; lat. cantāre, V., singen, hell tönen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Kantate, DW 2, 604 (Cantate), EWD s. u. Kantate, Duden s. u. Kantate; Son.: s. mnd. cantāte, kantāte, N., Jubelgesang; vgl. nndl. cantate, Sb., Kantate; frz. cantate, F., Kantate; nschw. kantat, Sb., Kantate; nnorw. kantate, M., Kantate; poln. kantata, F., Kantate; kymr. cantata, F., Kantate; nir. cantáid, F., Kantate; lit. kantata, F., Kantate; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gesangsstück für Einzelstimmen und Chor das von einem Orchester begleitet wird; BM.: singen; F.: Kantate, Kantaten+FW(+EW); Z.: Kan-t-at-e
Kante, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kante, Ecke, Spitze, Rand; ne. edge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kantel, Kanten, Kanton, kentern, Waterkant; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. kant (1), M., N., Kante, Ecke, Winkel, Seite, Rand, Grenze, Küste; mndl. cant, cante, M., F., Kante, Ecke; afrz. cant, M., Ecke; lat. canthus, cantus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, (34-62 n. Chr.); vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen, Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge 1. A. s. u. Kante, Kluge s. u. Kante, DW 11, 17, EWD s. u. Kante, EWAhd 5, 381, Duden s. u. Kante, Bluhme s. u. Kante; Son.: s. ahd. kant (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a)?, Kante, Rand?, Blattrand?, Stück?; nndl. kat, Sb., Ecke, Kante, Rand; nschw. kant, Sb., Kante; nnorw. kant, M., Kante; lit. kantas, M., Bügelfalte; gr. κανθός (kanthós), M., Augenwinkel, Auge, eiserner Radreifen, Radfelge; GB.: vielleicht seit der 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen und dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch zwei aneinanderstoßende Ebenen oder Flächen gebildete Linie oder Ecke oder Spitze oder einen Rand; BM.: biegen; F.: Kante, Kanten+FW+EW; Z.: Kan-t-e
Kantel, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Kantel, Lineal oder Holzstück von quadratischem oder rechteckigem Querschnitt; ne. wooden block with square (Adj-) or rectangula cross section; Vw.: -; Hw.: s. Kante, Kanten; Q.: 1833; E.: s. Kante; L.: Kluge s. u. Kantel, DW 11, 174, Duden s. u. Kantel; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Kante und Kanten verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes hochwertiges Holzstück mit quadratischem oder rechteckigem Querschnitt; BM.: biegen; F.: Kantel, Kanteln(+FW)+EW; Z.: Kan-t-el
$kanten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kanten, auf die Kante setzen oder stellen; Q.: um 1700; E.: s. Kant(e), s. en (Suff.); L.: DW 11, 1175?, EWD s. u. Kante; GB.: seit um 1700 belegte und aus Kant(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes auf die Kante stellen oder setzen; F.: kanten (!), kante (!), kantest, kantet, kantete, kantetest, kanteten, kantetet, gekantet, ##gekantet, gekantete, gekantetes, gekantetem, gekanteten, gekanteter##, kantend, ###kantend, kantende, kantendes, kantendem, kantenden, kantender###, kant (!)+EW; Z.: kan-t-en
Kanten, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Kanten (!), Brotendstück; ne. crust (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kante, Kantel; Q.: 12. Jh.; E.: Verselbständigung von nhd. Kante (s. d.); L.: Kluge s. u. Kant(en), fehlt DW?, EWD s. u. Kanten, Duden s. u. Kanten; Son.: vgl. nndl. kant, Sb., Kanten; GB.: seit 12. Jh. belegte und von Kante verselbständigte Bezeichnung für den Anschnitt oder das Endstück eines Brotlaibs; BM.: biegen; F.: Kanten, Kantens+EW; Z.: Kan-t-en
Kanter (1), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Kanter (M.) (1), Kellerlager; ne. storeroom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. chantier; E.: s. frz. chantier, M., Stapellager, Kellerlager; wohl von lat. canthērius, M., Wallach, Hengst, Pferd, Klepper, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kanter, DW 11, 175, Duden s. u. Kanter; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte und inzwischen veraltete Bezeichnung für ein Kellerlager; BM.: Pferd?; F.: Kanter, Kanters, Kantern+FW(+EW); Z.: Kanter
Kanter (2), nhd., M., (?): nhd. Kanter (M.) (2), kurzer und leichter Galopp; ne. canter; Vw.: s. -sieg; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. ne. canter; E.: s. ne. canter, N., kurzer leichter Galopp; gekürzt aus Canterbury gallop; von dem ON Canterbury; s. mlat. Cantuāria, F.=ON, Canterbury; vgl. lat. Cantia, F.=ON, Kent; wohl kelt. Herkunft, vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen (M.), Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Kantersieg, fehlt DW, Duden s. u. Kanter; GB.: seit (?) belegte und aus dem Neuenglischen und dem Mittellateinischen sowie Keltischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kurzen und leichten Galopp; BM.: ON Canterbury; F.: Kanter, Kanters, Kantern+FW(+EW); Z.: Kan-t-er
Kantersieg, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kantersieg, müheloser und hoher Sieg; ne. blowout, runaway victory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. Kanter (2), Sieg; L.: Kluge s. u. Kantersieg, fehlt DW, Duden s. u. Kantersieg; Son.: vgl. frz. canter, M., Kantersieg; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kanter und Sieg gebildete Bezeichnung für einen mühelosen und hohen Sieg; BM.: ON Canterbury; F.: Kantersieg, Kantersieges, Kantersiegs, Kantersiege, Kantersiegen+FW+EW; Z.: Kan-t-er—sieg
Kanthaken, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Kanthaken, Holzstange mit einem Haken; ne. cant hook (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Kante, Haken; L.: Kluge s. u. Kanthaken, DW 11, 175, EWD s. u. Kante, Duden s. u. Kanthaken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kant(e) und Haken gebildete Bezeichnung für eine Holzstange mit einem eisernen Haken zu dem Kanten und Fortbewegen von Lasten; BM.: biegen, spitz sein (V.); F.: Kanthaken, Kanthakens+EW; Z.: Kan-t—hak-en
$kantig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kantig, mit Kanten (und Ecken) versehen (Adj.), Kante habend; E.: s. Kant(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kante, DW 11, 176, EWD s. u. Kante; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kant(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Kante habend; F.: kantig, kantige, kantiges, kantigem, kantigen, kantiger+EW; Z.: kan-t-ig
Kantine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kantine, Mensa, Betriebsrestaurant; ne. canteen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cantine; E.: s. frz. cantine, F., Kantine; it. cantina, F., Flaschenkeller; weitere Herkunft nicht geklärt; L.: Kluge s. u. Kantine, DW 11, 176, EWD s. u. Kantine, Duden s. u. Kantine; Son.: vgl. nndl. kantine, Sb., Kantine; nschw. kantin, Sb., Kantine; nnorw. kantine, M., F., Kantine; poln. kantyna, F., Kantine; kymr. cantîn, M., Kantine; nir. ceantín, M., Kantine; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft nicht geklärte Bezeichnung für eine restaurantähnliche Einrichtung in Betrieben zu der Verpflegung von Bediensteten (Betriebsrestaurant) ; DW 11, 176, ; BM.: Flaschenkeller; F.: Kantine, Kantinen+FW; Z.: Kantin-e
Kanton, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kanton, Bundesland, Aushebungsgebiet; ne. canton; Vw.: -; Hw.: s. kantonal; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. canton; E.: s. frz. canton, F., Ecke, Landstrich, Bezirk; it. cantone, M., Bezirk; vgl. it. canto, M., Ecke; lat. canthus, cantus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, (34-62 n. Chr.); vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen, Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Kanton, fehlt DW, EWD s. u. Kanton, Duden s. u. Kanton; Son.: vgl. nndl. kanton, Sb., Kanton; nschw. kanton, Sb., Kanton; nnorw. kanton, M., Kanton; poln. kanton, M., Kanton; kymr. canton, M., Kanton; nir. cantún, M., Kanton; lit. kantonas, M., Kanton; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren Verwaltungsbezirk in der Schweiz (Bundesland) und in Frankreich (Wahlkreis); BM.: Ecke?; F.: Kanton, Kantons, Kantones, Kantone, Kantonen+FW(+EW); Z.: Kan-t-on
kantonal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kantonal, einen Kanton betreffend, zu einem Kanton gehörig; ne. cantonal; Vw.: -; Hw.: s. Kanton; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cantonal; E.: s. frz. cantonal, Adj., kantonal, den Kanton betreffend, zum Kanton gehörig; frz. canton, F., Ecke, Landstrich, Bezirk; it. cantone, M., Bezirk; vgl. it. canto, M., Ecke; lat. canthus, cantus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, (34-62 n. Chr.); vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen, Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Kanton, EWD s. u. Kanton, Duden s. u. kantonal; Son.: vgl. kymr. cantonol, Adj., kantonal; nir. cantúnach, Adj., kantonal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Kanton und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Kanton betreffend; BM.: Ecke?; F.: kantonal, kantonale, kantonales, kantonalem, kantonalen, kantonaler+FW(+EW); Z.: kan-t-on-al
$Kantonist, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Kantonist; E.: s. Kanton, s. ist; L.: Kluge s. u. Kanton, fehlt DW, EWD s. u. Kanton; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kanton und ist gebildete Bezeichnung für einen Angehörigen eines Aushebungsbezirks oder einen Kandidaten; F.: Kantonist, Kantonisten+FW; Z.: Kan-t-on-ist
Kantor, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kantor, Kirchenmusiker; ne. cantor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. canter, kanter*, M., Kantor, Organist, Vorsänger; lat. cantor, M., Tonkünstler, Sänger, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Kantor, DW 2, 604 (Cantor), (aber Kantorbass DW 11, 176), EWD s. u. Kantor, Duden s. u. Kantor; Son.: vgl. nndl. cantor, Sb., Kantor; frz. chantre, M., Kantor; nschw. kantor, Sb., Kantor; nnorw. kantor, M., Kantor; GB.: seit 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Organisten und Leiter (M.) eines Kirchenchors; BM.: singen; F.: Kantor, Kantors, Kantoren+FW; Z.: Kan-t-or
$Kantschu, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kantschu, Riemenpeitsche; E.: s. böhm. kančuch, poln. kanczug; L.: Kluge 1. A. s. u. Kantschu, DW 11, 176; GB.: aus dem Slawischen (böhm. kančuch, poln. kanczug) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus Leder geflochtene Riemenpeitsche; F.: Kantschu, Kantschus+FW(+EW); Z.: Kantschu
Kanu, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kanu, Paddelboot; ne. canoe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. canoe; E.: s. ne. canoe, N., Kanu; span. canoa, F., Einbaum; aus einem Dialekt der Karibik; L.: Kluge s. u. Kanu, fehlt DW, EWD s. u. Kanu, Duden s. u. Kanu; Son.: vgl. nndl. kano, Sb., Kanu; frz. canoë, M., Kanu; nschw. kanot, Sb., Kanu; nnorw. kano, M., Kanu; poln. kanu, M., Kanu; kymr. canŵ, M., Kanu; lit. kanoja, F., Kanu; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Spanischen sowie mittelbar einem Dialekt der Karibik aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Booten durch Menschen mögliches leichtes Boot von Indianern mit gerundeten und hochgezogenen Steven das mit einem Stechpaddel vorwärtsbewegt wird; BM.: Einbaum?; F.: Kanu, Kanus+FW(+EW); Z.: Kanu
Kanüle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kanüle, Hohlnadel; ne. cannula; Vw.: -; Hw.: s. Kandel; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. canule; E.: s. frz. canule, F., kleines Rohr; lat. cannula (1), F., Schilflein, kleines niedriges Schilf, kleines Rohr, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. canna, F., Rohr, Schilf, Rohrpfeife, Schreibrohr, Schreibfeder, Röhricht, (2. Drittel 1. Jh. v. Chr.); gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge s. u. Kanüle, fehlt DW, EWD s. u. Kanüle, Duden s. u. Kanüle; Son.: vgl. nndl. canule, Sb., Kanüle; nschw. kanyl, Sb., Kanüle; nnorw. kanyle, M., Kanüle; kymr. canwla, M., Kanüle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen verbindbare Bezeichnung für eine 1853 von dem Schotten Alexander Wood entwickelte kleine Hohlnadel aus Metall an einer Injektionsspritze; BM.: Rohr; F.: Kanüle, Kanülen+FW(+EW); Z.: Kan-ül-e
$Kanute, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kanute, Kanufahrer, Kanusportler; E.: s. Kanu, s. te; L.: Kluge s. u. Kanu, fehlt DW, EWD s. u. Kanu; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kanu und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Kanusportler oder Kanufahrer; F.: Kanute, Kanuten+FW(+EW); Z.: Kanu-te
Kanzel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kanzel, Predigtstuhl; ne. cancel (N.), pulpit; Vw.: -; Hw.: s. Kanzlei, Kanzler; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kanzel, st. F., st. M., Kanzel; mnd. kansel, cantzel, cancel, st. F., Kanzel, Predigtstand, Predigtstuhl; ahd. kanzella*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gitter, Brüstung, Geländer, Kanzel; lat. cancellī, M. Pl., Gitter, Einzäunung, Schranken, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cancer, M., Gitter, Flusskrebs, Geschwür; vgl. idg. kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kanzel, Kluge s. u. Kanzel, DW 11, 177, EWD s. u. Kanzel, EWAhd 5, 385, Duden s. u. Kanzel, Bluhme s. u. Kanzel; Son.: vgl. nndl. kansel, Sb., Kanzel; ndän. kancelli, Sb., Kanzel; kymr. cangell, F., Altarraum, hoher Chor; GB.: (kanzella) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf einer Säule ruhende oder erhöht an einem Pfeiler angebrachte und von einer Brüstung umgebene kleine Plattform in dem vorderen Teil einer Kirche von der aus der Geistliche predigt (Predigtstuhl); BM.: Gitter; F.: Kanzel, Kanzeln+FW(+EW); Z.: Kan-z-el
$kanzeln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. kanzeln; Vw.: s. ab-; E.: s. Kanzel, s. (e)n; L.: DW 11, 178; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus Kanzel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Kanzeln durch Menschen mögliches die Kanzel oder Kanzlei nutzen oder auf der Kanzel sprechen oder schreiben; F.: kanzeln, kanzel (!), kanzle, kanzele, kanzelst, kanzelt, kanzelte, kanzeltest, kanzelten, kanzeltet, gekanzelt, ##gekanzelt, gekanzelte, gekanzeltes, gekanzeltem, gekanzelten, gekanzelter##, kanzelnd, ###kanzelnd, kanzelnde, kanzelndes, kanzelndem, kanzelnden, kanzelnder###+FW(+EW); Z.: kan-z-el-n
Kanzlei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kanzlei, Schreibstube, Büro eines Notars, Büro einer Behörde; ne. chancery, chambers; Vw.: -; Hw.: s. Kanzel, Kanzler; Q.: 14. Jh. (Hadamars von Laber Jagd und andere Schriftsteller seiner Zeit); E.: mhd. kanzelīe, F., Kanzlei; mnd. kanselīe, cantzelīe, cansellie, F., Kanzlei, Schreibstube; vgl. lat. cancellus, M., Gitter, Einzäunung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cancer, M., Gitter, Flusskrebs, Geschwür; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kanzlei, EWD s. u. Kanzel, DW 11, 178, Duden s. u. Kanzlei; Son.: vgl. nndl. kanselarij, Sb., Kanzlei; frz. chancellerie, F., Kanzlei; nschw. kansli, Sb., Kanzlei; nisl. kansellí, F.?, Kanzlei; poln. kancelaria, F., Kanzlei; kymr. siawnsri, M., Kanzlei; GB.: (kanzelīe) seit 1322 belegte und aus Kanz(e)l und ei gebildete Bezeichnung für eine Schreibstube oder Behörde eines Regenten oder einer Stadt für die Ausfertigung von Urkunden und die Durchführung des Schriftverkehrs und davon abgeleitet Bezeichnung für das Büro eines Anwalts oder Notars oder Gerichts oder einer Behörde; BM.: Gitter; F.: Kanzlei, Kanzleien+FW(+EW); Z.: Kan-z-l-ei
$Kanzleisprache, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Kanzleisprache; E.: s. Kanzlei, s. Sprache; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kanzlei und Sprache gebildete Bezeichnung für die oder eine in der oder einer Kanzlei seit der 1. Hälfte 13. Jh. verwendete besondere Sprache in Gegensatz zu einer Allgemeinsprache; L.: DW 11, 181, EWD s. u. Kanzel; F.: Kanzleisprache, Kanzleisprachen+FW+EW; Z.: Kan-z-l-ei—s-pra-ch-e
$Kanzleistil, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kanzleistil; E.: s. Kanzlei, s. Stil; L.: DW 11, 181, EWD s. u. Kanzel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kanzlei und Stil gebildete Bezeichnung für den oder einen in der oder einer Kanzlei (seit dieser Zeit) verwendeten besonderen Sprachstil; F.: Kanzleistil, Kanzleistils, Kanzleistiles, Kanzleistile, Kanzleistilen+FW(+EW); Z.: Kan-z-l-ei—sti-l
Kanzler, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Kanzler, Bundeskanzler, Reichskanzler; ne. chancellor; Vw.: -; Hw.: s. Kanzel, Kanzlei; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kanzelære, kenzelære, kanzeler, kenzeler, st. M., Kanzler, Vorsteher einer Kanzlei, Inhaber des Kanzleramts, Kanzleichef, Gerichtsschreiber; mnd. kanselære*, kanselēre, kanselēr, kanzlēr, kantzlēre, kansellēre, M., Kanzler, Leiter (M.) der fürstlichen Kanzlei, Leiter (M.) der Reichskanzlei; mnl. cancellier, cancelier, cancelaer, M., Kanzler; ahd. kanzellāri*, kanzilāri*, st. M. (ja)?, „Kanzler“, Notar, Schreiber; lat. cancellārius (1), M., Türsteher, Vorsteher einer Behörde, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cancellus, M., Gitter, Einzäunung; vgl. lat. cancer, M., Gitter, Flusskrebs, Geschwür; vgl. idg. kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kanzler, DW 11, 181, EWD s. u. Kanzler, EWAhd 5, 385, Duden s. u. Kanzler; Son.: vgl. ae. canceler, st. M. (ja), Kanzler; an. kanceler, M., Kanzler nndl. kanselier, Sb., Kanzler; frz. chancelier, M., Kanzler; nschw. kansler, M., Kanzler; nnorw. kansler, M., Kanzler; kymr. canghellor, M., Kanzler; nir. seanseailéir, M., Kanzler; lit. kancleris, M., Kanzler; GB.: kanzellāri seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen leitenden Amtsträger einer schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Schreibstube oder einer Verwaltung; BM.: Gitter; F.: Kanzler, Kanzlers, Kanzlern+FW; Z.: Kan-z-l-er
Kap, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Kap, Vorgebirge; ne. cape; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mnl. kaap; E.: s. mnd. kap (2), kaap, N., Kap, Landspitze; mnl. kaap, Sb., Kap; frz. cap, M., Kap; vgl. lat. caput, Sb., Haupt, Kopf, (um 450 v. Chr.); idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kap, DW 11, 182, EWD s. u. Kap, Duden s. u. Kap, Bluhme s. u. Kap; Son.: vgl. nndl. kaap, Sb., Kap; nschw. kap, Sb., Kap; nnorw. kapp, N., Kap (z. B. in Kap Verde); GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen und dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen vorspringenden Teil einer Felsküste; BM.: Kopf; F.: Kap, Kaps+FW; Z.: Kap
Kapaun, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kapaun, kastrierter Hahn; ne. capon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kappūn, st. M., Kapaun; mhd. kappe (1), sw. M., Kapaun; mnd. kappūn, kapūn, kappōn, kopūn, M., Kapaun, verschnittener Hahn; mnl. capoen, capun, capoen, capoen, M., Kapaun; ahd. kappūn, st. M. (a)?, sw. M. (n)?, Kapaun; ahd. kappo, sw. M. (n), Kapaun; anfrk. PN Albertus Capun; germ. *kappo, M., Kapaun; lat. cāpo, M., Kapaun, Kapphahn, (vor 66 n. Chr.); vgl. idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kapaun, Kluge s. u. Kapaun, DW 11, 182, EWD s. u. Kapaun, EWAhd 5, 396, 397, Duden s. u. Kapaun; Son.: vgl. nndl. kapoen, Sb., Kapaun; frz. chapon, M., Kapaun; nschw. kapun, Sb., Kapaun; nnorw. kapun, M.., Kapaun; poln. kapłon, M., Kapaun; kymr. kapwn, M., Kapaun; nir. cábún, M., Kapaun; GB.: (kappūn) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten gemästeten und kastrierten Hahn (Kapphahn); BM.: schneiden?; F.: Kapaun, Kapauns, Kapaunes, Kapaune, Kapaunen+FW(+EW); Z.: Kap-aun
Kapazität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kapazität, Fassungsfähigkeit, Fassungsvermögen; ne. capacity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. capācitās; E.: s. lat. capācitās, F., Fassungsfähigkeit, Geräumigkeit, Raum, Umfang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen; s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kapazität, EWD s. u. Kapazität, Duden s. u. Kapazität; Son.: vgl. nndl. capacity, Sb., Kapazität; frz. capacité, F., Kapazität; nschw. kapacitet, Sb., Kapazität; nnorw. kapasitet, M., Kapazität; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Fassungsvermögen; BM.: fassen; F.: Kapazität, Kapazitäten+FW(+EW); Z.: Kap-az-it-ät
$Kapee, nhd., Sb., (17. Jh.?): nhd. Kapee, Begreifen, Verstehen; E.: s. lat. cape(re), s. e; L.: Kluge s. u. kapieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. aus lat. cape(re) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Begreifen oder Verstehen; F.: Kapee+FW(+EW); Z.: Kap-ee
Kapelle (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kapelle (F.) (1), kleines Gotteshaus; ne. chapel; Vw.: -; Hw.: s. Kapelle (2), Kaplan; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kappelle, kappel, kapelle, sw. F., st. F., Kapelle (F.) (1), Reliquienschrein; mnd. kappelle (1), kapelle, F., Kapelle (F.) (1), Seitenkapelle einer Kirche, kleines Gotteshaus ohne Pfarrrechte, Kapelle eines Spitals, Torkapelle, Burgkapelle, Hofkapelle; mnl. cappelle, capelle, F., Kapelle; ahd. kapella, kappella, st. F. (ō), sw. F. (n), Kapelle, Gotteshaus, kleines Gotteshaus, einem Märtyrer geweihtes Gotteshaus, Grabkapelle; as. *kapella?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kapelle (F.) (1); anfrk. ...capella, Suff. in Ortsnamen; lat. capella, F., Heiligtum, kleines Gotteshaus, kleiner Mantel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cappa, F., Kopfbedeckung; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kapelle 1, Kluge s. u. Kapelle, DW 2, 605, DW 11, 183, EWD s. u. Kapelle 1, EWAhd 5, 393, Duden s. u. Kapelle; Son.: vgl. afries. kapelle, F., Kapelle (F.) (1); an. kapella, F., Kapelle (mnd. Lw.); nndl. kapel, Sb., Kapelle (F.) (1); frz. chapelle, F., Kapelle (F.) (1); nschw. kapell, Sb., Kapelle (F.) (1); nnorw. kapell, N., Kapelle (F.) (1); poln. kaplica, F., Kapelle (F.) (1); kymr. capel, M., Kapelle (F.) (1); nir. séipéal, M., Kapelle (F.) (1); lit. koplyčia, F., Kapelle (F.) (1); GB.: (kapella) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. cappa verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein kleineres einfaches und meist nur für eine Andacht und nicht für regelmäßige Gottesdienste einer Gemeinde bestimmtes Gotteshaus; BM.: Kopfbedeckung?; F.: Kapelle, Kapellen+FW(+EW); Z.: Kap-el-l-e
Kapelle (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kapelle (F.) (2), Orchester; ne. chapel; Vw.: -; Hw.: s. Kapelle (1); Q.: 16. Jh.; E.: von Kapelle (1), vom Musikerchor einer Schlosskapelle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kapelle 2, Duden s. u. Kapelle; Son.: vgl. nndl. kapel, Sb., Kapelle (F.) (2); frz. chapelle, F., Kapelle (F.) (2); nschw. kapell, Sb., Kapelle (F.) (2); nnorw. kapell, N., Kapelle (F.) (2); poln. kapela, F., Kapelle (F.) (2); kymr. capel, M., Kapelle (F.) (2); nir. séipéal, M., Kapelle (F.) (2); GB.: seit 16. Jh. belegte und von Kapelle (Gotteshaus) abgeleitete Bezeichnung für ein kleineres Orchester das besonders Unterhaltungsmusik spielt; BM.: Kopfbedeckung?; F.: Kapelle, Kapellen+FW(+EW); Z.: Kap-el-l-e
$Kapelle (3), nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Schmelzschale; E.: aus mlat. capella, frz. chapelle, F., Deckel der Destillierblase und mlat. cupella, frz. coupelle, F., Probiertiegel gebildete und umgebildete Bezeichnung für Schmelzschale; L.: Kluge 1. A. s. u. Kapelle 2, fehlt DW; F.: Kapelle, Kapellen+EW; Z.: Kap-el-l-e
$Kapellmeister, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kapellmeister; Q.: 1523 (Luther); E.: s. Kapell(e), s. Meister; L.: DW 11, 183, EWD s. u. Kapelle 2; GB.: seit 1523 belegte und aus Kapell(e) und Meister gebildete Bezeichnung für den Leiter einer Musikkapelle; F.: Kapellmeister, Kapellmeisters, Kapellmeistern+FW(+EW); Z.: Kap-el-l—mei-st-er
Kaper, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Kaper, Kapernstaude; ne. caper; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. capparis; E.: s. fnhd. gappern, Sb., Kapern; mnd. kapper* (1), F., Kaper, Blütenknospe der capparis spinosa, Früchte der capparis spinosa, eine Gewürzpflanze; lat. capparis, F., Kapernstaude, Kaper, (Ende 4. Jh. n. Chr.); gr. κάππαρις (kápparis), F., Kapernstaude, Kaper; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk, 1, 782; L.: Kluge 1. A. s. u. Kaper, Kluge s. u. Kaper, DW 11, 183, EWD s. u. Kaper, Duden s. u. Kaper, Bluhme s. u. Kaper; Son.: vgl. nndl. kapper, Sb., Kaper; frz. câpre, M., Kaper; nschw. kapris, Sb., Kaper; nnorw. kapers, M., Kaper; poln. kapar, M., Kaper; kymr. capryn, M., Kaper; nir. capras, M., Kaper; lit. kapariai, M. Pl., Kapern; GB.: vielleicht seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für die Blütenknospe des Kapernstrauchs oder die Kapernstaude oder die Kaper; BM.: ?; F.: Kaper, Kapern+FW(+EW); Z.: Kap-er
$Kaper (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kaper, Freibeuterschiff; E.: s. kaper(n); L.: DW 11, 184, EWD s. u. kapern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kaper(n) gebildete und jenseits des Niederländischen in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für Freibeuterschiff; F.: Kaper, Kapers, Kapern+EW; Z.: Kaper
kapern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kapern, sich eines Schiffes bemächtigen; ne. seize (V.), capture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. nhd. Kaper, M., Freibeuterschiff; aus dem Niederländischen; Herkunft ungeklärt, s. (e)n; L.: Kluge s. u. kapern, DW 11, 184, EWD s. u. kapern, Duden s. u. kapern, Bluhme s. u. kapern; Son.: vgl. nndl. kapen, V., kapern; nschw. kapa, V., kapern; nnorw. kapre, V., kapern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kaper und (e)n gebildete sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Schiff gewaltsam in Besitz nehmen; BM.: Zusammenhang mit kaufen?; F.: kapern, kapere, kaper (!), kaperst, kapert, kaperte, kapertest, kaperten, kapertet, gekapert, ##gekapert, gekapertes, gekapertem, gekaperten, gekaperter##, kapernd, ###kapernd, kapernde, kaperndes, kaperndem, kapernden, kapernder###, kaper (!) (1)+EW?; Z.: kaper-n
$Kaperschiff, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kaperschiff, Freibeuterschiff; E.: s. kaper(n), s. Schiff; L.: DW 1, 185, EWD s. u. kapern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kaper(n) und Schiff gebildete Bezeichnung für ein Freibeuterschiff; F.: Kaperschiff, Kaperschiffes, Kaperschiffs, Kaperschiffe, Kaperschiffen+EW; Z.: Kaper—schi-f-f
Käpfer, Kämpfer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Käpfer, Kämpfer, Balkenkopf; ne. beam end (N.); Vw.: -; Hw.: s. Köper; E.: fnhd. kepfer, M., Strebebalken; mnd. kepere, Sb., Strebebalken; mnl. keber, M., Strebebalken; vgl. frz. chevron, M., Stützbalken; lat. caper (1), M., Ziegenbock, Bock, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Käpfer, DW 11, 186, Duden s. u. Kämpfer; Son.: vgl. nndl. kamper, Sb., Käpfer; GB.: (kepfære) seit 1291 belegte und vielleicht aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Balkenkopf bzw. die oberste meist vorspringende Platte einer Säule bzw. in einen Fensterrahmen fest eingebautes waagerechtes Verbindungsstück das die oberen und die unteren Flügel des Fensters voneinander trennt; BM.: Bock; F.: Käpfer, Käpfers, Käpfern, Kämpfer, Kämpfers, Kämpfern+FW; Z.: Käpf-er
kapieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. kapieren, verstehen, begreifen, erfassen; ne. understand, figure (V.); Vw.: -; Hw.: s. capito; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. capere; E.: s. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen, (um 450 v. Chr.); s. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kapieren, fehlt DW, EWD s. u. kapieren, Duden s. u. kapieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verstehen oder begreifen oder erfassen; BM.: fassen; F.: kapieren, kapiere, kapierst, kapiert, kapierest, kapieret, kapierte, kapiertest, kapierten, kapiertet, ##kapiert, kapierte, kapiertes, kapiertem, kapierten, kapierter##, kapierend, ###kapierend, kapierende, kapierendes, kapierendem, kapierenden, kapierender###, kapier (!)+FW(+EW); Z.: kap-ier-en
Kapillare, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kapillare, Haargefäß; ne. capillary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. lat. capillāris, Adj., zum Haar (N.) gehörig, Haar..., (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. capillus, M., Haupthaar, Barthaar, Tierhaar, Körperhaar, Haar; weitere Herkunft unklar, s. Walde/Hofmann 1, 158; L.: fehlt DW, EWD s. u. kapillar, Duden s. u. Kapillare; Son.: vgl. nndl. capillair, Sb., Kapillare; frz. capillaires, M. Pl., Kapillare; nschw. kapillär, Sb., Kapillare; nnorw. kapillar, N., Kapillare; poln. kapilara, Sb., Kapilare; kymr. capilari, M., Kapillare; lit. kapiliaras, M., Kapillare; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und in der Medizin verwendete Bezeichnung für die feinsten Verzweigungen der Blutgefäße und Lymphgefäße oder Haargefäße; BM.: Haar; F.: Kapillare, Kapillaren+FW; Z.: Kapill-ar-e
kapital, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kapital, außerordentlich groß, ungewöhnlich, wesentlich; ne. capital (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kapital, kapitalisieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. capitālis; E.: s. lat. capitālis (1), Adj., Haupt betreffend, Kopf betreffend, Kopf..., Leben betreffend, tödlich, todbringend, Tod..., Todes..., verderblich, Leib..., hauptsächlich, wesentlich, Haupt..., (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. caput, Sb., Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapital, fehlt DW, EWD s. u. Kapital, Duden s. u. kapital; Son.: vgl. nir. caipitiúil, Adj., kapital; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für außerordentlich groß oder ungewöhnlich oder wesentlich; BM.: Kopf; F.: kapital, kapitale, kapitales, kapitalem, kapitalen, kapitaler(, kapitalere, kapitaleres, kapitalerem, kapitaleren, kapitalerer, kapitalst, kapitalste, kapitalstes, kapitalstem, kapitalsten, kapitalster)+FW(+EW); Z.: kapit-al
Kapital, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kapital, Vermögen, Geldsumme; ne. capital (N.); Vw.: -; Hw.: s. kapital, kapitalisieren; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. kapitāl, N.?, Kapital, Vermögen; s. it. capitale, M., Kapital; lat. capitālis, Adj., Haupt..., Kopf bzw. Leben betreffend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. caput, Sb., Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapital, EWD s. u. Kapital, Duden s. u. Kapital; Son.: vgl. nndl. kapitaal, Sb., Kapital; frz. capital, M., Kapital; nschw. kapital, Sb., Kapital; nnorw. kapital, M., Kapital; poln. kapitał, M., Kapital; kymr. cabidwl, M., Kapital; nir. caipiteal, M., Kapital; lit. kapitalas, M., Kapital; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für alle von Menschen zu einer Gütererzeugung verwendeten Geldwerte und Sachwerte oder für ein Vermögen eines Unternehmers; BM.: Kopf; F.: Kapital, Kapitals, Kapitale, Kapitalien+FW; Z.: Kapit-al
kapitalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kapitalisieren, zu Geld machen; ne. capitalize; Vw.: -; Hw.: s. Kapital, kapital; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. capitaliser; E.: s. frz. capitaliser, V., kapialisieren; vgl. frz. capital, M., Kapital; vgl. lat. capitālis, Adj., Haupt..., Kopf bzw. Leben betreffend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. caput, Sb., Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapital, fehlt DW, EWD s. u. Kapital, Duden s. u. kapitalisieren; Son.: vgl. nndl. kapitaliseren, V., kapitalisieren; nschw. kapitalisera, V., kapitalisieren; nnorw. kapitalisere, V., kapitalisieren; poln. kapitalizować, V., kapitalisieren; nir. caipitlím, V., kapitalisieren; lit. kapitalizuoti, V., kapitalisieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Geldes durch den Menschen mögliches in eine Geldsumme umwandeln oder zu Geld machen; BM.: Kopf; F.: kapitalisieren, kapitalisiere, kapitalisierst, kapitalisiert, kapitalisierest, kapitalisieret, kapitalisierte, kapitalisiertest, kapitalisierten, kapitalisiertet, ##kapitalisiert, kapitalisierte, kapitalisiertes, kapitalisiertem, kapitalisierten, kapitalisierter##, kapitalisierend, ###kapitalisierend, kapitalisierende, kapitalisierendes, kapitalisierendem, kapitalisierenden, kapitalisierender###, kapitalisier (!)+FW(+EW); Z.: kapit-al-is-ier-en
$Kapitalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kapitalismus; E.: s. Kapital, s. ismus; L.: Kluge s. u. Kapital, fehlt DW, EWD s. u. Kapital; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kapital und ismus gebildete Bezeichnung für eine Form von Wirtschaft und Gesellschaft auf der Grundlage von Freiheit und Kapitalerwerbsstreben aller; F.: Kapitalismus+FW; Z.: Kapit-al-ism-us
$Kapitalist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kapitalist; E.: s. Kapital, s. ist; L.: Kluge s. u. Kapital, fehlt DW, EWD s. u. Kapital; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kapital und ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Kapitalismus und einen Interessenten für Kapital; F.: Kapitalist, Kapitalisten+FW(+EW); Z.: Kapit-al-ist
$kapitalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kapitalistisch; E.: s. Kapitalist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kapital; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kapitalist und isch gebildete Bezeichnung für einen Kapitalisten oder den Kapitalismus betreffend; F.: kapitalistisch, kapitalistische, kapitalistisches, kapitalistischem, kapitalistischen, kapitalistischer(, kapitalistischere, kapitalistischeres, kapitalistischerem, kapitalistischeren, kapitalistischerer, kapitalistischst, kapitalistischste, kapitalistischstes, kapitalistischstem, kapitalistischsten, kapitalistischster)+FW(+EW); Z.: kapit-al-ist-isch
Kapitän, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kapitän, Anführer; ne. captain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); I.: Lw.; E.: mhd. kapitān, st. M., „Kapitän“, Anführer, Hauptmann; mnd. kapitein*, kapiteyn, kapiteyne, kapitēyne, capetein, M., Kapitän, Anführer, Rädelsführer, Hauptmann, Seeräuberhauptmann, Befehlshaber, Schiffsführer; mhd. kapitān, st. M., Kapitän, Anführer, Hauptmann; mlat. capitaneus, M., Kapitän; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapitän, EWD s. u. Kapitän, Duden s. u. Kapitän; Son.: vgl. nndl. kapitein, Sb., Kapitän; frz. capitain, M., Kapitän; nschw. kapten, Sb., Kapitän; nnorw. kaptein, M., Kapitän; poln. kapitan, M., Kapitän; kymr. capten, M., Kapitän; nir. captaen, M., Kapitän; lit. kapitonas, M., Kapitän; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung größerer Schiffe durch Menschen möglichen und nötigen Kommandanten eines Schiffes bzw. für einen Anführer; BM.: Kopf; F.: Kapitän, Kapitäns, Kapitänes, Kapitäne, Kapitänen+FW; Z.: Kapit-än
Kapitel, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kapitel, Inschrift, Überschrift, Abschnitt; ne. capital; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kapitel, st. N., Kapitel, Konvent, feierliche Versammlung; mnd. kapitel, kapittel, kappitel, kappittel, capitul, N., Domkapitel, Kapitel, Versammlung des Kapitels, Versammlung der vollberechtigten Angehörigen eines Domstifts oder Klosters; mnl. apiteel, capitel capittel, N., Kapitel; ahd. kapitul*, kapital*, kapitan*, st. N. (a), „Kapitel“, Titel, Überschrift, Kapitelangabe, Inschrift, Abschnitt, Vers; lat. capitulum, N., Köpfchen, Abschnitt, Kapitel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kapitel, Kluge s. u. Kapitel, fehlt DW, EWD s. u. Kapitel, EWAhd 5, 389, Duden s. u. Kapitel; Son.: vgl. ae. capitol, capitul, capitel, st. M. (a), Kapitel; an. kapituli, sw. M. (n), Kapitel; nndl. kapittel, Sb., Kapitel; frz. chapitre, M., Kapitel; nschw. kapitel, Sb., Kapitel; nnorw. kapittel, N., Kapitel; GB.: (kapitul) seit 9./10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. caput und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Abschnitt eines Textes; BM.: Kopf; F.: Kapitel, Kapitels, Kapiteln+FW(+EW); Z.: Kapit-el
Kapitell, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Kapitell, Säulenkopf; ne. capital (N.), chapiter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kapitel (2), st. N., Kapitell; mnd. kapitēl, kaptēl, N., Kapitell, Säulenkopf; mnl. capiteel, N., Kapitell; lat. capitellum, N., Kopf, Köpfchen, Säulenkapitell, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapitell, EWD s. u. Kapitell, DW 11, 187, EWAhd 7, 388, Duden s. u. Kapitell; Son.: vgl. nndl. kapiteel, Sb., Kapitell; frz. chapiteau, M., Kapitell; nschw. kapitäl, N., Kapitell; nnorw. kapitel, N., Kapitell; poln. kapitel, M., Kapitell; GB.: (kapitel 2) seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (capitellum) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen oberen Abschluss einer Säule; BM.: Kopf; F.: Kapitell, Kapitells, Kapitelles, Kapitelle, Kapitellen+FW(+EW); Z.: Kapit-el-l
Kapitulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kapitulation, Aufgeben; ne. capitulation; Vw.: -; Hw.: s. kapitulieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. capitulation; E.: s. frz. capitulation, F., Vertragsartikel, Vergleichsvertrag; vgl. frz. capituler, V., über einen Vertrag verhandeln; mlat. capitulāre, V., über einen Vertrag verhandeln; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapitulation, fehlt DW, EWD s. u. Kapitulation, Duden s. u. Kapitulation; Son.: vgl. nndl. capitulatie, Sb., Kapitulation; frz. capitulation, F., Kapitulation; nschw. kapitulation, Sb., Kapitulation; nnorw. kapitulasjon, M., Kapitulation; poln. kapitulacja, F., Kapitulation; lit. kapituliacija, F., Kapitulation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Aufgeben; BM.: Kopf; F.: Kapitulation, Kapitulationen+FW(+EW); Z.: Kapit-ul-at-io-n
kapitulieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kapitulieren, aufgeben, sich ergeben; ne. capitulate, surrende (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kapitulation; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. capituler; E.: s. frz. capituler, V., über einen Vertrag verhandeln; mlat. capitulāre, V., über einen Vertrag verhandeln; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapitulation, DW 2, 606 (capitulieren), EWD s. u. Kapitulation, Duden s. u. kapitulieren; Son.: vgl. nndl. capituleren, V., kapitulieren; frz. capituler, V., kapitulieren; nschw. kapitulera, V., kapitulieren; nnorw. kapitulere, V., kapitulieren; poln. kapitulować, V., kapitulieren; lit. kapituliuoti, V., kapitulieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem Kampf aufgeben oder sich ergeben (V.); BM.: Kopf; F.: kapitulieren, kapituliere, kapitulierst, kapituliert, kapitulierest, kapitulieret, kapitulierte, kapituliertest, kapitulierten, kapituliertet, ##kapituliert, kapitulierte, kapituliertes, kapituliertem, kapitulierten, kapitulierter##, kapitulierend, ###kapitulierend, kapitulierende, kapitulierendes, kapitulierendem, kapitulierenden, kapitulierender###, kapitulier (!)+FW+EW; Z.: kapit-ul-ier-en
Kaplan, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kaplan, Hilfsgeistlicher; ne. chaplain; Vw.: -; Hw.: s. Kapelle (1); Q.: 1190-1200 (Trierer Silvester); I.: Lw.; E.: mhd. kappellān, kapellān, kaplān, M., Kaplan; mnd. kappellān, kappelān, kapelān, kapellān, M., Kaplan, Verwalter einer Kapelle, Gehilfe des Pfarrers, angestellter Priester der keine Pfarre innehat, Hofkaplan, Ratskaplan; mnl. capellaen, M., Kaplan; mlat. capellānus, M., Kaplan, Priester einer Kapelle; lat. capella, F., Heiligtum, kleines Gotteshaus, kleiner Mantel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cappa, F., Kopfbedeckung, Kappe, Mantel, Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kapelle 1, Kluge s. u. Kaplan, DW 11, 187, EWD s. u. Kaplan, vgl. DW 2, 605 (capellan), EWAhd 5, 394, Duden s. u. Kaplan; Son.: vgl. afries. kapellan, M., Kaplan; ae. capellān, st. M. (a), Kaplan; an. kapellānn, M., Kaplan; nndl. kapelaan, Sb., Kaplan; frz. chapelain, M., Kaplan; nschw. kaplan, Sb., Kaplan; nnorw. kapellan, M., Kaplan; poln. kapelan, M., Kaplan; kymr. caplan, M., Kaplan; nir. séiplíneach, M., chaplain; lit. kapelionas, M., Kaplan; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der Herkunft unklare Bezeichnung für einen zunächst einem Pfarrer untergeordneten Hilfsgeistlichen; BM.: Kopfbedeckung; F.: Kaplan, Kaplans, Kapläne, Kaplänen+FW; Z.: Kap-l-an
Kapo, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kapo, Chef, Anführer, Aufseher, Vorarbeiter; ne. kapo, foreman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. capo; E.: s. it. capo, M., Kapo; wohl gekürzt von it. caporale, M., Unteroffizier; it. capo, M., Anführer; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze, (um 450 v. Chr.); idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kapo, EWD s. u. Korporal, Duden s. u. Kapo; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen wohl gekürzt aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen Anführer bzw. einen Aufseher über Häftlinge oder einen Vorarbeiter; BM.: Kopf; F.: Kapo, Kapos+FW(+EW); Z.: Kap-o
kapores, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. kapores, kaputt, tot; ne. dead, busted; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; wjidd. kapōres schlagen, V., Hühner schlachten als Versöhnungsopfer; vgl. hebr. kappārā, kappārāh, Sb., Versöhnungsopfer; vielleicht Beeinflussung von nhd. kaputt; L.: Kluge 1. A. s. u. kapores, Kluge s. u. kapores, DW 11, 187, Duden s. u. kapores; Son.: vgl. nndl. kapoeres, Adj., kapores; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene und vielleicht von nhd. kaputt beeinflusste Bezeichnung für kaputt oder tot; BM.: Versöhnungsopfer?; F.: kapores+FW(+EW); Z.: kapor-es
Kappa, nhd., N.. (?): nhd. Kappa, zehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. kappa; Vw.: -; Hw.: s. K; Q.: ?; I.: Lw. lat. cappa, gr. κάππα (káppa); E.: s. lat. cappa, N. (indekl.), Kappa; gr. κάππα (káppa), N. (indekl.), Kappa (griechischer Buchstabe); aus dem Hebr. kaph; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kappa; Son.: nndl. kappa, Sb., Kappa; frz. kappa, M., Kappa; nschw. kappa, N., Kappa; nnorw. kappa, M., Kappa; kymr. kappa, F., Kappa; nir. capa, M.?, Kappa; poln. kappa, F., Kappa; lit. Kapa, Sb., Kappa; GB.: seit dem Mittelalter über das Lateinische und Griechische des Altertums aus dem Hebräischen bzw. Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den zehnten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Kappa, Kappas+FW; Z.: Kap-p-a
Kappe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kappe, kuttenartiges Oberkleid ohne Kapuze; ne. cap (N.); Vw.: -; Hw.: s. Cape; Q.: 4. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. kappe (2), sw. F., st. F., Mütze, Kappe, Kopf; mnd. kappe, kap, F., Mantel, Kapuze, großer Mantel mit Kapuze, Umhängemantel, Fuhrmannsmantel, Reisemantel; mnl. cappe, F., Mantel, Kapuzenmantel, Umhang; ahd. kapfa*, kapha*, kappa, gapfa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kappe, Hut (M.), Mütze, Kopfbedeckung, Kapuze, Umhang, Kapuzenmantel, Mantel, Turban, Kopfband, Kopfbinde; as. kappa*, sw.? F. (n), Mantel; anfrk. -; germ. kappa?, F., Kappe, Hut (M.); lat. cappa, F., Kopfbedeckung, Kappe, Haube, Kapuze, (538/539-594 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Kappe, Kluge s. u. Kappe, DW 11, 188, EWD s. u. Kappe, EWAhd 5, 392, Duden s. u. Kappe, Bluhme s. u. Kappe; Son.: vgl. afries. kappe, F., Kappe, Mantel; nnordfries. kaap; ae. cæppe, sw. F. (n), Chormantel; ae. cappa, sw. M. (n), Chormantel; an. kāpa, F., Mantel mit Kapuze; got. -; nndl. kap, Sb., Kappe; nschw. kappa, Sb., Kappe; nnorw. kappe, M., F., Kappe; lit. kepurė, F., Kappe; GB.: (kapfa) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete eng an dem Kopf anliegende Kopfbedeckung (Kappe); BM.: ?; F.: Kappe, Kappen+FW(+EW); Z.: Kapp-e
kappen, nhd., V., (17. Jh.): nhd. kappen, durchschneiden, vorn abschneiden, abhauen; ne. cut (V.) back, clip (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: mhd. kappen (1), sw. V., kappen, verschneiden; mnd. kappen (2), sw. V., kappen, abhauen; mnl. cappen, V., abhauen; mlat. cappāre, V., kappen; vgl. lat. cāpo, cappo, M., Kapaun, Kapphahn, Falke; idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kappen, Kluge s. u. kappen, DW 11, 196, Duden s. u. kappen; Son.: vgl. nndl. kappen, V., kappen; nschw. kapa, V., kappen; nnorw. kappe, V., kappen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der dafür erforderlichen Werkzeuge des Menschen mögliches durchschneiden oder abschneiden oder abhauen; BM.: schneiden; F.: kappen (!), kappe (!), kappst, kappt, kappest, kappet, kappte, kapptest, kappten, kapptet, gekappt, ##gekappt, gekappte, gekapptes, gekapptem, gekappten, gekappter##, kappend, ###kappend, kappende, kappendes, kappendem, kappenden, kappender###, kapp (!)+FW(+EW); Z.: kap-p-en
Kappes, Kabiß, Kabis, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Kappes, weißer Kopfkohl, Weißkohl; ne. cabbager; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kabez, st. M., weißer Kopfkohl; mnd. kabūs (1), kabbes, M., weißer Kopfkohl; mnl. cabuus, M., weißer Kopfkohl; ahd. kabuz, st. M. (a?, i?), Kopfkohl; as. -; anfrk. -; lat. caputium, N., Kopfkohl?; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kappes, Kluge s. u. Kappes, EWD s. u. Kappes, DW 11, 9 (Kabeiß), DW 11, 200 (Kappes), EWAhd 5, 334, Duden s. u. Kabis, Kappes; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. caput und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Kopfkohl oder weißen Kopfkohl oder Weißkohl; BM.: Kopf; F.: Kappes+FW; Z.: Kap-p-es
$Kapphahn, nhd., M.: nhd. Kapphahn; Hw.: s. Kapaun; L.: Kluge s. u. Kapphahn, Kapaun. DW 11, 200; GB.: s. Kapaun; F.: Kapphahn, Kapphahns, Kapphahnes, Kapphähne, Kapphähnen+FW+EW; Z.: Kapp—hahn
$Käppi, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Käppi, leichte Soldatenmütze; E.: s. Kapp(e), s. i; L.: Kluge s. u. Käppi, DW 11, 200, EWD s. u. Kappe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kapp(e) und i gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit entwickelte und verwendete leichte Soldatenmütze; F.: Käppi, Käppis+EW; Z.: Käpp-i
Kappzaum, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kappzaum, ein Zaum; ne. caveson; Vw.: -; Hw.: s. Kapuze; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. cavezzone; E.: s. it. cavezzone, M., Kappzaum; vgl. it. cavezza, F., Halfter (M./N./F.); mlat. caputium, N., Öffnung in einem Mantel, Kopföffnung eines Kleidungsstücks, Koller, Kragen (M.), Kapuze; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze, (um 450 v. Chr.); idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kappzaum, Kluge s. u. Kappzaum, DW 11, 201, Duden s. u. Kappzaum; Son.: vgl. nndl. kaptoom, Sb., Kappzaum; frz. cavecon, M., Kappzaum; nschw. kapson, Sb., Kappzaum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit der Bronzezeit zwecks Bändigung junger Pferde entwickelten und verwendeten Zaum mit Nasenband; BM.: Kopf; F.: Kappzaum, Kappzaums, Kappzaumes, Kappzäume, Kappzäumen+FW(+EW); Z.: Kap-p—zaum
Kaprice, Caprice, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kaprice, Caprice, eigenartiger Einfall, Laune, Eigensinn; ne. caprice; Hw.: s. Capriccio, Kapriole; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. caprice; E.: s. frz. caprice, F., Laune; it. capriccio, M., Laune, weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht letztlich von it. capro, M., Bock; vgl. lat. caper, M., Ziegenbock, Bock, Ziege, Steinbock; idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kaprice, fehlt DW?, EWD s. u. Kaprice, Duden s. u. Caprice; Son.: vgl. nndl. caprice, Sb., Kaprice; nschw. kapris, Sb., Kaprice; nnorw. kaprise, M., Kaprice; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen eigenartigen Einfall oder eine Laune oder einen Eigensinn; BM.: Bock?; F.: Kaprice, Kapricen, Caprice, Capricen+FW(+EW); Z.: Kapr-ic-e
Kapriole, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kapriole, Luftsprung, Streich; ne. capriole; Vw.: -; Hw.: s. Capriccio, Kaprice, Kabriolett; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. capriola; E.: s. it. capriola, F., kunstvoller Sprung, Bocksprung; vgl. it. capro, M., Bock; lat. caper, M., Ziegenbock, Bock, Ziege, Steinbock, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kapriole, DW 11, 201, EWD s. u. Kapriole, Duden s. u. Kapriole; Son.: vgl. nndl. capriool, Sb., Kapriole; frz. cabriole, F., Kapriole; nschw. kapriol, Sb., Kapriole; nnorw. kapriol, M., Kapriole; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Luftsprung oder übermütigen Streich; BM.: Bock; F.: Kapriole, Kapriolen+FW+EW; Z.: Kapr-iol-e
$kaprizieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kaprizieren, eigensinnig auf etwas bestehen oder festlegen; E.: s. Kapric(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Kaprice, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kapric(e) und ieren gebildete für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes eigensinnig auf etwas bestehen oder festlegen; F.: kaprizieren, kapriziere, kaprizierst, kapriziert, kaprizierest, kaprizieret, kaprizierte, kapriziertest, kaprizierten, kapriziertet, ##kapriziert, kaprizierte, kapriziertes, kapriziertem, kaprizierten, kaprizierter##, kaprizierend, ###kaprizierend, kaprizierende, kaprizierendes, kaprizierendem, kaprizierenden, kaprizierender###, kaprizier (!)+FW(+EW); Z.: kapr-iz-ier-en
kapriziös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kapriziös, eigensinnig, eigenwillig, launenhaft; ne. capricious; Vw.: -; Hw.: s. Kaprice; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. capricieux; E.: s. frz. capricieux, Adj., kapriziös; vgl. frz. caprice, F., Laune; it. capriccio, M., Laune, weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht letztlich von it. capro, M., Bock; vgl. lat. caper, M., Ziegenbock, Bock, Ziege, Steinbock; idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kaprice, EWD s. u. Kaprice, Duden s. u. kapriziös; Son.: vgl. nschw. kapriciös, Adj., kapriziös; nnorw. kaprisiøs, Adj., kapriziös; poln. kapryśny, Adj., kapriziös; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eigensinnig oder eigenwillig oder launenhaft; BM.: Bock; F.: kapriziös, kapriziöse, kapriziöses, kapriziösem, kapriziösen, kapriziöser(, kapriziösere, kapriziöseres, kapriziöserem, kapriziöseren, kapriziöserer, kapriziösest, kapriziöseste, kapriziösestes, kapriziösestem, kapriziösesten, kapriziösester)+FW(+EW); Z.: kapr-iz-i-ös
Kapsel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kapsel, kleines rundes oder ovales Behältnis; ne. capsule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. kapsel, F., Kapsel; lat. capsula, capsella, F.,„Kapsellein“, kleine Kaspel, kleines Kästchen (vor 66 n. Chr.), lat. capsa, F.; Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kapsel, DW 11, 201, EWD s. u. Kapsel, Duden s. u. Kapsel, Bluhme s. u. Kapsel; Son.: vgl. nndl. kapsel, Sb., Kapsel; frz. capsule, F., Kapsel; nschw. kapsel, Sb., Kapsel; nnorw. kapsel, M., Kapsel; poln. kapsel, M., Kronkorken, Zündkapsel; kymr. capsiwl, M., Raumkapsel; nir. capsúl, M., Kapsel; lit. kapsulė, F., Kapsel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (capsula) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines rundes oder ovales Behältnis; BM.: fassen; F.: Kapsel, Kapseln+FW(+EW); Z.: Kap-s-el
$kapseln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. kapseln, in eine Kapsel schließen; Vw.: s. ab-, ver-; E.: s. Kapsel, s. n; L.: Kluge s. u. Kapsel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kapsel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für in eine Kapsel schließen; F.: kapseln, kapsel (!), kapsle, kapsele, kapselst, kapselt, kapselte, kapseltest, kapselten, kapseltet, gekapselt, ##gekapselt, gekapselte, gekapseltes, gekapseltem, gekapselten, gekapselter##, kapselnd, ###kapselnd, kapselnde, kapselndes, kapselndem, kapselnden, kapselnder###, kapsel (!)+FW(+EW); Z.: kap-s-el-n
kaputt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kaputt, zerstört, fehlerhaft, ruiniert, defekt; ne. broken, kaput; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 17. Jh.; E.: von caput machen, V., ohne Stich sein (V.), zerstören, erschlagen; Lbd. zu frz. faire capot, V., umschlagen, kentern; vielleicht von frz. chapoter, V., kastrieren; dieses letztlich von lat. cappa, F., Kopfbedeckung; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. kaput, Kluge s. u. kaputt, caput DW 2, 606, EWD s. u. kaputt, Duden s. u. kaputt; Son.: vgl. nndl. kapot, Adj., kaputt; frz. kapout, Adj., kaputt; nschw. kaputt, Adj., kaputt; nnorw. kaputt, Adj., kaputt; GB.: (capot) seit 2. Viertel 17. Jh. aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für nicht mehr funktionierend oder zerstört oder fehlerhaft oder ruiniert oder defekt; BM.: kastrieren?; F.: kaputt, kaputte, kaputtes, kaputtem, kaputten, kaputter(, kaputtere, kaputteres, kaputterem, kaputteren, kaputterer, kaputtest, kaputteste, kaputtestes, kaputtestem, kaputtesten, kaputtester)+FW(+EW); Z.: kap-utt
Kapuze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kapuze, umhüllende Kopfbedeckung; ne. hood (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kappzaum, Kapuziner; Q.: vor 1243 (Tristan des Ulrich von Türheim); E.: s. mhd. kabütze, st. N., Kapuze; s. mlat. caputium, N., Öffnung in einem Mantel, Kopföffnung eines Kleidungsstücks, Koller, Kragen (M.), Kapuze; lat. capitium, N., Kopföffnung in der Tunika, Kopfbedeckung, Kapuze, Mieder, (106-43 v. Chr.); vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kapuze, Kluge s. u. Kapuze, DW 11, 202, EWD s. u. Kapuze, Duden s. u. Kapuze; Son.: vgl. nndl. capuchon, Sb., Kapuze; frz. capuche, F., Kapuze; nschw. kapuschong, Sb., Kapuze; lit. kapišonas, M., Kapuze; GB.: (kabütze) seit vor 1243 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. caput und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit der Bronzezeit entwickelte und verwendete an einem Mantel oder an einer Jacke angebrachte umhüllende Kopfbedeckung; BM.: Kopf; F.: Kapuze, Kapuzen+FW(+EW); Z.: Kap-uz-e
Kapuziner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kapuziner, Kapuzinermönch; ne. Capuchin; Vw.: -; Hw.: s. Kapuze, Cappucino; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. cappuccino; E.: s. it. cappuccino, M., Kapuziner; it. cappuccio, M., Kapuze; mlat. caputium, N., Öffnung in einem Mantel, Kopföffnung eines Kleidungsstücks, Koller, Kragen (M.), Kapuze; lat. capitium, N., Kopföffnung in der Tunika, Kopfbedeckung, Kapuze, Mieder, (106-43 v. Chr.); vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kapuze, DW 11, 202, EWD s. u. Kapuze, Duden s. u. Kapuziner; Son.: vgl. nndl. kapucijner, Sb., Kapuziner; frz. capucin, M., Kapuziner; nschw. kapucin, Sb., Kapuziner; nnorw. kapusiner, M., Kapuziner; poln. kapucyn, M., Kapuziner; kymr. capwsin, M., Kapuziner; nir. caipisíneach, M., Kapuziner; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen des durch seine Bekleidung mit Kapuzen gekennzeichneten Kapuzinerordens (Kapuzinermönch); BM.: Kopf; F.: Kapuziner, Kapuziners, Kapuzinern+FW(+EW); Z.: Kap-uz-in-er
Kar, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kar, Gefäß, Geschirr, Gebirgskessel; ne. vessel, coomb; Vw.: -; Hw.: s. Kasten; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. kar (1), st. N., Geschirr, Schüssel, Bienenkorb, Getreidemaß, Stockwerk; mnd. kār (2), kair, kare, N., Gefäß, Geschirr, Gefäßteil eines Kelches, Korb; mnl. caer, N., Korb; ahd. kar*, st. N. (a), Gefäß, Wanne, Trog, Schale (F.) (2), Trinkgefäß, Behälter, Behältnis, Kübel, Sarg; as. *kar?, st. N. (a), Gefäß; anfrk. -; germ. *kar, Sb., Gefäß; s. germ. *kasa-, kasam, st. N. (a), Gefäß; vielleicht ein Wanderwort; vgl. assyr. kâsu, Sb., Schale (F.) (2); hebr. kōs, Sb., Becher; L.: Kluge s. u. Kar, DW 11, 202, EWAhd 5, 399, Falk/Torp 42, Duden s. u. Kar; Son.: vgl. afries. kar, Sb., Gefäß, Korb; ae. -; an. ker, st. N. (a), Gefäß; got. kas, st. N. (a), Gefäß; lit. kara, F., Kar (geol.); GB.: (kar) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und möglicherweise wandernde Bezeichnung für einen Gebirgskessel dessen früher vergletscherter Boden mit Geröll bedeckt ist und ein diesem ähnliches Gefäß (sowie in einem anderen Zusammenhang auch für Trauer); BM.: ?; F.: Kar, Kares, Kars, Kare, Karen+EW; Z.: Kar
Karabiner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Karabiner, Karabinerhaken, ein leichtes Gewehr mit einem kurzen Lauf; ne. carbine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. carabine; E.: s. frz. carabine, F., Karabiner, Reiterflinte, kleine Armbrust; vgl. frz. carabin, M., leichter Reiter; weitere Herkunft unklar, vielleicht von einem escarrabin, M., Leichenträger während der Pest; dieses vielleicht von lat. scarabaeus, ascarabeus, scarrabaeus, M., Holzkäfer, Gamillscheg 188b; gr. σκάραβος (skárabos), M., Holzkäfer?; vgl. gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meerkrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karabiner, EWD s. u. Karabiner, DW 11, 205, Duden s. u. Karabiner; Son.: vgl. nndl. karabijn, Sb., Karabiner; nschw. karbin, Sb., Karabiner; nnorw. karabin, M., Karabiner; poln. karabin, M., Karabiner; kymr. carbin, M., Karabiner; nir. cairbín, M., Karabiner; lit. karabinas, M., Karabiner; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gewehr mit einem kurzen Lauf; BM.: leichter Reiter; F.: Karabiner, Karabiners, Karabinern+FW(+EW); Z.: Kar-ab-in-er
Karacho, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Karacho, Rasanz, große Geschwindigkeit, Heftigkeit; ne. high speed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. span. carajo; E.: s. span. carajo, M., Penis, ein Fluch; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht noch ein Einfluss von nhd. Krach; L.: Kluge s. u. Karacho, fehlt DW, EWD s. u. Karacho, Duden s. u. Karacho; GB.: seit 1. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht von Krach beeinflusste Bezeichnung für eine große Geschwindigkeit oder eine Heftigkeit; BM.: ein Fluch?; F.: Karacho, Karachos+FW; Z.: Kar-ach-o
Karaffe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Karaffe, Krug (M.) (1); ne. jug carafe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. carafa; E.: s. frz. carafa, F., Karaffe; it. caraffa, F., Karaffe; span. garrafa, F., Karaffe; arab. ġarrāfa, Sb., Wasserheberad mit Schaufeln; vgl. arab. ġarafa, V., schöpfen (V.) (1); L.: Kluge s. u. Karaffe, DW 11, 205, EWD s. u. Karaffe, Duden s. u. Karaffe; Son.: vgl. nndl. karaf, Sb., Karaffe; nschw. karaff, Sb., Karaffe; nnorw. karaffel, M., Karaffe; poln. karafka, F., Karaffe; kymr. caráff, M., Karaffe; nir. caraf, M., Karaffe; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein bauchiges Gefäß aus Ton (M.) (1) oder Glas; BM.: schöpfen (V.) (1); F.: Karaffe, Karaffen+FW; Z.: Karaff-e
Karambolage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Karambolage, Zusammenstoß; ne. collision; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. carambolage; E.: s. frz. carambolage, M., Karambolage; frz. caramboler, V., zusammenstoßen; vgl. frz. carambole, M., roter Ball beim Billardspiel; wohl von frz. carambole, F., Karambole, Sternfrucht; dieses aus dem Malaiischen, Gamillscheg 189b; L.: Kluge s. u. Karambolage, fehlt DW, EWD s. u. Karambolage, Duden s. u. Karambolage; Son.: vgl. nndl. carambole, Sb., Karambolage; nschw. karambolage, Sb., Karambolage; nnorw. karabolasje, M.?, Karambolage; poln. karambol, M., Karambolage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich wohl aus dem Malaiischen kommende Bezeichnung für einen Zusammenstoß (von Fahrzeugen); BM.: Sternfrucht?; F.: Karambolage, Karambolagen+FW(+EW); Z.: Karambol-ag-e
$karambolieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. karambolieren, zusammenstoßen; I.: Lw. frz. caramboler; E.: s. frz. carambol(er), s. ieren; L.: DW 11, 205, EWD s. u. Karambolage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich aus dem Malaiischen kommende Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches zusammenstoßen; F.: karambolieren, karamboliere, karambolierst, karamboliert, karambolierest, karambolieret, karambolierte, karamboliertest, karambolierten, karamboliertet, ##karamboliert, karambolierte, karamboliertes, karamboliertem, karambolierten, karambolierter##, karambolierend, ###karambolierend, karambolierende, karambolierendes, karambolierendem, karambolierenden, karambolierender###, karambolier (!)+FW+EW; Z.: karambol-ier-en
Karamel, Karamell, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Karamel, Karamell; ne. caramel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kamelle; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. caramel; E.: s. frz. caramel, M., Karamel; span. caramelo, M., Karamel, gebrannter Zucker, Zuckerrohr; wohl eine Verkleinerungsform zu lat. calamus, F., Rohr, Halm, Schilf, Röhricht, (um 250-184 v. Chr.); gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr; idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), *k̑elh₂-, Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552 (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); idg. *kel- (2), V., stechen, Pokorny 545? (842/74) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Karamel, fehlt DW, EWD s. u. Karamel, Duden s. u. Karamell; Son.: vgl. nndl. karamel, Sb., Karamel; nschw. karamell, Sb., Karamel; nnorw. karamell, M., Karamel; poln. karmel, M., Karamel; kymr. caramel, M., Karamel; nir. caramal, M., Karamel; lit. karamelė, F., Karamel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu einer dickflüssigen Masse zergangenem Zucker von charakteristischem Geschmack; BM.: Rohr; F.: Karamel, Karamels, Karamell, Karamells+FW(+EW); Z.: Kar-am-el
$Karamelle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Karamelle; Q.: 1920-1930; E.: s. Karamel; L.: s. Karamel, EWD s. u. Karamell; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und umgebildete sowie aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu einer dickflüssigen Masse zergangenem Zucker von charakteristischem Geschmack; BM.: Rohr; F.: Karamelle, Karamellen+FW(+EW); Z.: Kar-am-el-l-e
Karat, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Karat, Edelsteingewicht; ne. carat, karat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. garāt, st. F., Goldgewicht, Perlengewicht, Edelsteingewicht, Karat; mnd. karāt, krāt, kraet, Sb., Karat, kleines Goldgewicht, Gewicht für Gold; frz. carat, M., Karat; it. carato, M., Karat; arab. qīrāt, Sb., Hörnchen?, Karat; s. gr. κεράτιον (kerátion), N., Hörnchen, Schote des Johannisbrotbaums; s. gr. κέρας (kéras), Brotteig?; idg. *k̑erəs-, *k̑rās-, Sb., Kopf, Horn, Pokorny 574; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karat, Kluge s. u. Karat, DW 11, 205, EWD s. u. Karat, Duden s. u. Karat; Son.: vgl. nndl. karaat, Sb., Karat; frz. carat, M., Karat; nschw. karat, Sb., Karat; nnorw. karat, M., Karat; kymr. carat, M., Karat; nir. carat, M., Karat; lit. karatas, M., Karat; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Einheit für eine Gewichtsbestimmung von Edelsteinen oder einen Goldgehalt; BM.: Horn; F.: Karat, Karates, Karats, Karaten+FW(+EW); Z.: Kar-at
Karate, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Karate, eine Kampfsportart; ne. karate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. jap. karate; E.: s. jap. karate, Sb. Karate; jap. kara Adj., leer; jap. te, Sb., Hand; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karate, Duden s. u. Karate; Son.: vgl. nndl. karate, Sb., Karate; frz. karaté, M., Karate; nschw. karate, Sb., Karate; nnorw. karate, M., Karate; poln. karate, M.?, Karate; kymr. carate, M., Karate; lit. karatė, F., Karate; GB.: seit 3. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für eine in China von Mönchen seit etwa 500 n. Chr. entwickelte und verwendete sportliche Disziplin und Methode der waffenlosen Selbstverteidigung die in erster Linie auf Techniken des Schlagens und Stoßens beruht; BM.: leere Hand; F.: Karate, Karates+FW; Z.: Kara-te
Karausche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Karausche, ein schmackhafter Süßwasserfisch; ne. crucian carp; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. karūsse, karūtse, karūsche karutze, karuske, F., Karausche (eine Karpfenart); aus dem polabopomoranischen *karuś, *karus, Sb., Karausche; L.: EWD s. u. Karausche, DW 11, 206, Duden s. u. Karausche; Son.: vgl. poln. karaś, M., Karausche; lit. karosas, M., Karausche; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Polabopomoranischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen zu den Karpfen gehörenden schmackhaften Süßwasserfisch; BM.: ?; F.: Karausche, Karauschen+FW; Z.: Karausch-e
Karavelle, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Karavelle, ein mehrmastiges Segelschiff; ne. caravel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. caravelle; E.: s. mnd. kravēl, krawel, krafel, karavēl, karavēle, kravēle, karvēl, kervēl, kerfiel, N., Karavelle, langgestrecktes dreimastiges Handelsschiff mit nebeneinanderliegenden Seitenplanken; frz. caravelle, F., Karavelle; port. caravela, F., Karavelle; vgl. lat. carabus (1), M., Meereskrebs, Meerkrebs, kleiner Kahn aus Flechtwerk und mit Leder überzogen, (23/24-79 n. Chr.); gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meereskrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karavelle, fehlt DW, Duden s. u. Karavelle; Son.: vgl. nndl. karveel, Sb., Karavelle; nnorw. karavell, M., Karavelle; nschw. caravell, Sb., Karavelle; poln. karawela, F., Karavelle; kymr. carafel, Sb., Karavelle; nir. carbhal, M., Karavelle; GB.: vielleicht seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und dem Portugiesischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und in dem Mittelalter und in der Zeit der Entdeckungsfahrten verwendetes leichtes Segelschiff mit geringem Tiefgang und hohen Aufbauten an dem Heck; BM.: Horn; F.: Karavelle, Karavellen+FW+EW; Z.: Kar-av-ell-e
Karawane, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Karawane, reisende Gesellschaft; ne. caravan; Vw.: -; Hw.: s. Karawanserei; Q.: Ende 13. Jh. (Die Statuten des Deutschen Ordens); I.: Lw.; E.: s. mhd. karvane, karfane*, karwan, carben, karwen, sw. M., Kriegsgepäck, Gepäckshaus, Gepäck; it. carovana, F., Karawane, Kluge s. u. Karawane; pers. kārwān, Sb., Geschäftsschutz?, Heeresgepäck, Ort für die Aufbewahrung des Heeresgepäcks; vielleicht von ai. karabháh, Sb., junges Kamel, junger Elefant; L.: Kluge s. u. Karawane, DW 11, 206, EWD s. u. Karawane, Duden s. u. Karawane; Son.: vgl. nndl. karavaan, Sb., Karawane; frz. caravane, F., Karawane; nschw. karavan, Sb., Karawane; nnorw. karavane, M., Karawane; poln. karawana, F., Karawane; kymr. carafán, F., Karawane; nir. carbhán, M., Karawane; lit. karavanas, M., Karawane; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Persischen sowie vielleicht dem Altindischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine größere Anzahl oder Gruppe von Menschen oder Fahrzeugen die sich in einem langen Zug hintereinander fortbewegen; BM.: Kamel; F.: Karawane, Karawanen+FW(+EW); Z.: Karawan-e
Karawanserei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Karawanserei, Herberge, Unterkunft für eine Karawane an einer Karawanenstraße; ne. caravansry; Vw.: -; Hw.: s. Karawane; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. pers. kārwān-sarāj; E.: s. pers. kārwān-sarāj, Sb., Karawanserei; vgl. pers. kārwān, Sb., Geschäftsschutz?, Heeresgepäck, Ort für die Aufbewahrung des Heeresgepäcks; vielleicht von ai. karabháh, Sb., junges Kamel, junger Elefant; pers. sarāj, Sb., Palast (s. Serail); L.: Kluge s. u. Karawane, fehlt DW, EWD s. u. Karawane, Duden s. u. Karawanserei; Son.: vgl. frz. caravansérail, M., Karawanserei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Persischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Herberge oder Übernachtungsmöglichkeit an einer Karawanenstraße; BM.: Kamel; F.: Karawanserei, Karawansereien+FW+EW; Z.: Karawan-ser-ei
$Karbatsche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Karbatsche, eine Hetzpeitsche; E.: s. poln. karbacz, s. böhm. karabáč; L.: Kluge 1. A. s. u. Karbatsche; GB.: in dem 17. Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Hetzpeitsche; F.: Karbatsche, Karbatschen+FW+EW; Z.: Karbatsch-e
Karbe, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Karbe, Feldkümmel; ne. caraway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. karwe, F., Kümmel; mnd. karve, karwe, karowe, Sb., Karbe, Karbei, Mattkümmel, Pfefferkümmel, Feldkümmel; mnl. carvi, Sb., Feldkümmel; lat. careum, N., Wiesenkümmel, Feldkümmel, Kümmel, Karotte, (23/24-79 n. Chr.); arab. karāwijā, Sb., Kümmel; L.: Kluge 1. A. s. u. Karbe, Kluge s. u. Karbe, DW 11, 207; Son.: vgl. nndl. karwij, Sb., Karwe; frz. carvi, M., Kümmel; GB.: seit 12. Jh. belegte und über das Mittelniederländische aus dem Lateinischen des Altertums und dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Doldengewächsen gehörende schon vormenschliche Pflanze (Kümmel); BM.: ?; F.: Karbe, Karben+FW+EW; Z.: Karb-e
Karbid, Carbid, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Karbid, Carbid, Verbindung zwischen Kohlenstoff und Metall oder Halbmetall; ne. carbide; Vw.: -; Hw.: s. Karbol, Karbon, Karbonade, Karbunkel; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. carbo, Kohle, böses Geschwür, (234-149 v. Chr.); idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karbid, fehlt DW, EWD s. u. Karbid, Duden s. u. Karbid; Son.: vgl. nndl. carbid, Sb., Karbid; nschw. karbid, Sb., Karbid; nnorw. karbid, M., N., Karbid; poln. karbid, M., Karbid; kymr. carbid, M., Karbid; nir. cairbíd, F., Karbid; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine giftige und industriell herstellbare Verbindung (meist Calciumcarbid) aus Kohlenstoff und einem Metall oder Halbmetall; BM.: dunkel; F.: Karbid, Karbides, Karbids, Karbide, Karbiden, Carbid, Carbides, Carbids, Carbide, Carbiden+FW(+EW); Z.: Kar-b-id
$Karbidlampe, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Karbidlampe; E.: s. Karbid, s. Lampe; L.: Kluge s. u. Karbid, fehlt DW, EWD s. u. Karbid; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Karbid und Lampe gebildete Bezeichnung für eine 1894 entwickelte und 1900 patentierte mit Karbid betriebene Lampe (Gaslampe); F.: Karbidlampe, Karbidlampen+FW+EW; Z.: Kar-b-id—la-m-p-e 1894 erfunden
Karbol, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Karbol, einfacher Alkohol; ne. carbolic acid; Vw.: -; Hw.: s. Karbid, Karbon, Karbonade, Karbunkel; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. carbo, Kohle, böses Geschwür, (234-149 v. Chr.); idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karbol, fehlt DW, EWD s. u. karbo-, Duden s. u. Karbol; Son.: vgl. nndl. karbol, Sb., Karbol; nschw. karbol, Sb., Karbol; nnorw. karbol, M., Karbol; poln. karbol, M., Karbol; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit lat. carbo und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Natur seltenen und früher von Menschen als Desinfektionsmittel gebrauchten giftigen einfachen aromatischen Alkohol mit durchdringendem Geruch; BM.: dunkel; F.: Karbol, Karbols+FW; Z.: Kar-b-ol
$Karbolsäure, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Karbolsäure; E.: s. Karbol, s. Säure; L.: fehlt DW, EWD s. u. karbo-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Karbol und Säure gebildete Bezeichnung für in der Natur rein seltenes und giftiges Phenol oder Hydroxybenzol; F.: Karbolsäure, Karbolsäuren+FW+EW; Z.: Kar-b-ol—säu-r-e
Karbon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Karbon, ein Erdzeitalter; ne. carbon; Vw.: -; Hw.: s. Karbid, Karbol, Karbonade, Karbunkel; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. carbo, Kohle, böses Geschwür, (234-149 v. Chr.); idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karbon, fehlt DW, EWD s. u. karbo-, Duden s. u. Karbon; Son.: vgl. nndl. Carboon, Sb., Karbon; frz. carbonifère, M., Karbon; nschw. karbon, Sb., Karbon; nnorw. karbon, M., Karbon; poln. karbon, M., Karbon; kymr. carbon, M., Karbon; nir. carbón, M., Karbon; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit lat. carbo und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (carboniferous series von William Daniel Conybeare und William Phillips in England) für das vor 359-399 Millionen Jahre liegende und nach den aus dieser Zeit stammenden weltweit umfangreich verbreiteten Kohleflözen benannte Erdzeitalter; BM.: dunkel; F.: Karbon, Karbons+FW+EW?; Z.: Kar-b-on
Karbonade, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Karbonade, Rippenstück, Kotelett, Frikadelle (in Österreich); ne. carbonado, carbonnade; Vw.: -; Hw.: s. Karbid, Karbol, Karbonade, Karbunkel; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nndl. karbonade; E.: s. nndl. karbonade, Sb., Karbonade; frz. carbonnade, F., Karbonade; it. carbonada, F., Karbonade; vgl. it. carbone, M., Kohle; lat. carbo, Kohle, böses Geschwür, (234-149 v. Chr.); idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karbonade, fehlt DW, EWD s. u. Karbonade, Duden s. u. Karbonade; Son.: vgl. nschw. karbonad, Sb., Karbonade; nnorw. karbonade, M., Karbonade; kymr. carbonado, M., Karbonade; lit. karbonadas, M., Karbonade; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Französischen sowie dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung vor allem für ein gebratenes Rippenstück und in Österreich auch für eine Frikadelle; BM.: dunkel; F.: Karbonade, Karbonaden+FW(+EW); Z.: Kar-b-on-ad-e
Karbunkel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Karbunkel, Furunkel; ne. carbuncle; Vw.: -; Hw.: s. Karbid, Karbol, Karbonade, Karfunkel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. carbunculus; E.: s. lat. carbunculus, M., Köhllein, kleine Kohle, Köhlchen, Karbunkel, Karfunkel, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. carbo, Kohle, böses Geschwür; idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karbunkel, DW 11, 207?, Duden s. u. Karbunkel; Son.: vgl. nndl. karbonkel, Sb., Karbunkel; nschw. karbunkel, Sb., Karbunkel; kymr. carbwncl, M., Karbunkel; nir. carrmhogal, M., Karbunkel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ansammlung mehrerer ineinander übergehender und tiefer reichender Furunkel vor allem an dem Hals des Menschen; BM.: dunkel; F.: Karbunkel, Karbunkels, Karbunkeln+FW; Z.: Kar-b-unk-el
$Karch, nhd. (ält.), M., (9. Jh.?): nhd. Karch, Karre, Wagen (M.); E.: s. lat. carruca; L.: Kluge 1. A. s. u. Karch, DW 11, 207; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus lat. carruca aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Karre oder einen Wagen (M.); F.: Karch, Karchs, Karches+FW+EW?; Z.: Karch
Kardamom, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kardamom, Kardamompflanze; ne. cardamom, cardamum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. (Glosse); E.: mhd. kardamōm, kardemūm, sw. M., st. M., Kardamome, Kardamom, Gewürz; mhd. kardamuome, kardemōme, sw. F., Kardamome, Kardamom, Gewürz; mnd. kardemōm, kardamōm, kardamum, kardemōn, kerdemōn, Sb., Kardamom, Kardamomsame, Kardamomsamen; mnl. cardamome, M., Kardamom; lat. cardamum, N., eine Kresseart, Brunnenkresse, Gartenrauke, (Ende 4. Jh. n. Chr.); gr. κάρδαμον (kárdamon), N., orientalische Kresse; wohl ein Fremdwort, vielleicht vergleichbar mit ai. kardamah, Sb., eine unbekannte Pflanze, s. Frisk 1, 786; L.: Kluge s. u. Kardamom, DW 11, 209 (Kardamomen), EWAhd 5, 404, Duden s. u. Kardamom; Son.: vgl. nndl. kardemom, Sb., Kardamom; frz. cardamome, F., Kardamom; nschw. kardemumma, Sb., Kardamom; nnorw. kardemomme, M., Kardamom; poln. kardamon, M., Kardamom; kymr. cardamom, M., Kardamom; nir. cardamam, M., Kardamom; lit. kardamonas, M., Kardamon; GB.: (kardamōm) seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Ingwergewächsen gehörende gelbweiße Blüten an langen Sprossen und braune Kapselfrüchte habende Pflanze; BM.: ?; F.: Kardamom, Kardamoms, Kardamome, Kardamomen+FW; Z.: Kardamon
$Kardangelenk, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kardangelenk, Kreuzgelenk; E.: s. Kardan, s. Gelenk; L.: fehlt DW, EWD s. u. kardanisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kardan und Gelenk gebildete Bezeichnung für eine nach dem Erfinder Gerolamo Cardano (1501-1576) benanntes winkelbewegliche Kupplung zwischen zwei Wellen zu einer sogenannten Kardanwelle; F.: Kardangelenk, Kardangelenkes, Kardangelenks, Kardangelenke, Kardangelenken+FW+EW; Z.: Kardan—ge—lenk
$kardanisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kardanisch, in mehrere Richtungen beweglich; E.: s. Kardan(gelenk), s. Kardan(welle), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. kardanisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Cardan(o) und isch gebildete Bezeichnung für in mehrere Richtungen beweglich; F.: kardanisch, kardanische, kardanisches, kardanischem, kardanischen, kardanischer+FW+EW; Z.: kardan-isch
Kardanwelle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kardanwelle, Längswelle; ne. cardanshaft; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: onomastische Bildung zu dem Namen des Erfinders Gerolamo Cardano (1501-1576); s. nhd. Welle; L.: Kluge s. u. Kardanwelle, fehlt DW, EWD s. u. kardanisch, Duden s. u. Kardanwelle; Son.: vgl. nndl. cardanas, Sb., Kardanwelle; frz. cardan, M., Kardanwelle; nschw. kardanaxel, Sb., Kardanwelle; nnorw. kardanaksel, M., Kardanwelle; poln. wał kardanowy, M., Kardanwelle; lit. kardaninis, velenas, M., Kardanwelle; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN Cardan(o) gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete aus Teilstücken zusammengesetzte Welle die eine Übertragung eines Drehmoments unter wechselnden Winkeln zulässt; BM.: PN Cardano; F.: Kardanwelle, Kardanwellen+FW+EW; Z.: Kardan—wel-l-e
Kardätsche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kardätsche, Wollkamm, Pferdebürste; ne. horse brush (N.), card (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karde; Q.: 17. Jh.; E.: von einem kardätschen, V., Wolle kämmen; it. cardeggiare, V., Wolle kämmen; vgl. lat. carduus, M., Distel, Kardendistel, Karde, Artischocke, (70-19 v. Chr.); idg. *kars-, V., kratzen, striegeln, krämpeln, Pokorny 532 (813/45) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kardätsche, fehlt DW, EWD s. u. Kartätsche; Duden s. u. Kardätsche; Son.: vgl. nndl. kaarde, Sb., Karde, Wollkamm; frz. carde, F., Karde; nschw. karda, Sb., Karde; nnorw. karde, M., F., Karde; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete ovale Pferdebürste mit kurzen und dichten Borsten; BM.: kratzen; F.: Kardätsche, Kardätschen+FW(+EW); Z.: Kard-ätsch-e
$kardätschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kardätschen, Wolle kämmen; E.: s. it. cardeggiare, V., Wolle kämmen; L.: Kluge s. u. Kardätsche, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Wolle kämmen wolliger Tiere; F.: kardätschen, kardätsche, kardätschst, kardätscht, kardätschest, kardätschet, kardätschte, kardätschtest, kardätschten, kardätschtet, ##kardätscht, kardätschte, kardätschtes, kardätschtem, kardätschten, kardätschter##, kardätschend, ###kardätschend, kardätschende, kardätschendes, kardätschendem, kardätschenden, kardätschender###, kardätsch(!)+FW(+EW); Z.: kard-ätsch-en
Karde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Karde, Distel, Kopf der Kardendistel; ne. teasel; Vw.: -; Hw.: s. Kardätsche; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. karte (1), sw. F., Karde; mnd. kārde (1), karde, kārte, F., Karde, Kardendistel, Weberkarde; mnl. caerde, F., Karde; ahd. karta (1), sw. F. (n), Karde, Schuttkarde, Weberkarde; as. karda, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Karde; anfrk. -; germ. *karta, Sb., Karde, Weberdistel; lat. carduus, Distel; s. idg. *kars-, V., kratzen, striegeln, krämpeln, Pokorny 532 (813/45) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karde, Kluge s. u. Karde, DW 11, 209, EWAhd 5, 421, Duden s. u. Karde, Bluhme s. u. Karde; Son.: vgl. afries. karde, F., Karde, Wollkratze; ae. -; an. karði, M., BN, Karde; got. -; nndl. kaarde, Sb., Karde, Wollkamm; frz. carde, F., Karde; nschw. karda, Sb., Karde; nnorw. karde, M., F., Karde; GB.: (karta) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine hochwachsende und distelartige schon vormenschliche Pflanze mit spitzen und stechenden Blättern und stacheligen violetten oder gelblich weißen Blütenköpfen; BM.: kratzen; F.: Karde, Karden+FW(+EW); Z.: Kard-e
kardial, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kardial, das Herz betreffend; ne. cardial; Vw.: -; Hw.: s. kardio…; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. mlat. cardiālis; E.: s. mlat. cardiālis, Adj., vom Herz ausgehend, Herz...; vgl. mlat. cardia, F., Herzkrankheit, Herz, Sodbrennen, heftiges Fieber; gr. καρδία (kardía), F., Herz, Gemüt, Verstand, Magen; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW. EWD s. u. kardial, Duden s. u. kardial; Son.: vgl. nndl. cardiaal, Adj., kardial; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Herz betreffend; BM.: Herz; F.: kardial, kardiale, kardiales, kardialem, kardialen, kardialer+FW; Z.: kard-i-al
Kardinal, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kardinal, ein hoher katholischer Titel; ne. cardinal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Trierer Silvester); E.: mhd. kardenāl (1), kardināl, cardināl, st. M., Kardinal; mnd. kardināl, kardenāl, M., Kardinal; mnl. cardinael, M., Kardinal; lat. cardinālis, M., Kardinal; vgl. lat. cardo, M., Türangel; idg. *skred-, *kred-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 934?; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kardinal, DW 11, 211, EWD s. u. Kardinal, EWAhd 5, 405, Duden s. u. Kardinal; Son.: vgl. afries. cardināl, M., Kardinal; ae. cardinal, M:, Kardinal; an. kardināli, M., Kardinal; nndl. kardinaal, Sb., Kardinal; frz. cardinal, M., Kardinal; nschw. kardinal, Sb., Kardinal; nnorw. kardinal, M., Kardinal; poln. kardynał, M., Kardinal; kymr. cardinal, M., Kardinal; nir. cairdinéal, M., Kardinal; lit. kardinolas, M., Kardinal; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den höchsten katholischen Würdenträger nach dem Papst; BM.: Türangel; F.: Kardinal, Kardinals, Kardinäle, Kardinälen+FW(+EW); Z.: Kar-d-in-al
$kardinal…, nhd., Partikel., (19. Jh.): nhd. kardinal…; E.: s. Kardinal; L.: fehlt DW (s. dort aber Zusammensetzungen), EWD s. u. Kardinal; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kardinal gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Grund verwendete Bezeichnung; F.: kardinal…+FW(EW+); F.: kar-d-in-al…
$Kardinalfrage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kardinalfrage; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. kardinal…, s. Frage; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kardinal; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus kardinal… und Frage gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Grundfrage oder grundlegende Frage wie beispielsweise was wird produziert und wo wird produziert sowie wann wird produziert; F.: Kardinalfrage, Kardinalfragen+FW+EW; Z.: Kar-d-in-al—frag-e
$Kardinaltugend, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kardinaltugend; E.: s. kardinal…, s. Tugend; L.: Kluge s. u. Kardinal, DW 11, 211; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kardinal… und Tugend gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche grundlegende Tugend wie Weisheit und Gerechtigkeit sowie Tapferkeit und Mäßigung und die drei theologischen Tugenden Glaube und Hoffnung sowie Liebe; F.: Kardinaltugend, Kardinaltugenden+FW+EW; Z.: Kar-d-in-al—tug-end
$Kardinalzahl, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kardinalzahl, Grundzahl; E.: s. kardinal…, s. Zahl; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 11, 211, EWD s. u. Kardinal; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und nach lat. numerus cardinalis aus kardinal und Zahl gebildete Bezeichnung für die seit etwa 5000 Jahren von Menschen entwickelte und verwendete Grundzahl von null oder eins oder zwei oder drei oder vier bis (unendlich?) in Gegensatz zu der Ordnungszahl wie beispielsweise erste oder zweite oder dritte oder vierte oder fünfte; F.: Kardinalzahl, Kardinalzahlen+FW+EW; Z.: Kar-d-in-al—zah-l
kardio…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. kardio…, Herz...; ne. cardio…; Vw.: -; Hw.: s. kardial; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: vgl. mlat. cardia, F., Herzkrankheit, Herz, Sodbrennen, heftiges Fieber; gr. καρδία (kardía), F., Herz, Gemüt, Verstand, Magen; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kardio-, fehlt DW, Duden s. u. kardo-; Son.: vgl. nndl. cardio…, Präf., kardio…; frz. cardio…, Präf., kardio…; nschw. kardio…, Präf., kardio…; nnorw. kardio…, Präf., kardio…; poln. kardio…, Präf., kardio…; kymr. cardio…, Präf., kardio…; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für das Herz betreffend; BM.: Herz; F.: kardio…+FW(+EW); Z.: kard-io-
$Kardiogramm, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kardiogramm; Vw.: s. Elektro-; E.: s. Kardio, s. Gramm; L.: fehlt DW, EWD s. u. kardial; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kardio… und Gramm gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete (elektrische) Aufzeichnung der Herztätigkeit eines Menschen; F.: Kardiogramm, Kardiogrammes, Kardiogramms, Kardiogramme, Kardiogrammen+FW; Z.: Kard-io—gramm
$Kardiograph, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Kardiograph; L.: fehlt DW, EWD s. u. kardial; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus kardio… und Graph gebildete Bezeichnung für ein 1903 von Willem Einthoven in den Niederlanden entwickeltes und verwendetes Gerät für die (elektrische) Aufzeichnung der Herztätigkeit eines Menschen; F.: Kardiograph, Kardiographen+FW; Z.: Kard-io—graph
Karenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Karenz, Karenzzeit, Enthaltsamkeit; ne. abstention; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. carentia; E.: s. lat. carentia, F., Nichthaben, Freisein, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. carēre, V., leer sein (V.), entblößt sein (V.), frei sein (V.), entbehren, nicht haben; idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Karenz, fehlt DW, EWD s. u. Karenz, Duden s. u. Karenz; Son.: vgl. frz. carence, F., Karenz; nschw. karenstid, Sb., Karenz; nnorw. karens, M., Karenz; poln. karencja, F., Karenz; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Frist für einen Verzicht oder für Enthaltsamkeit; BM.: schneiden; F.: Karenz, Karenzen+FW(+EW); Z.: Kar-enz
$Karenzzeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Karenzzeit, Wartezeit; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Karenz, s. Zeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karenz; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Karenz und Zeit gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Zeit der Enthaltsamkeit oder eine Wartezeit oder eine Sperrfrist; F.: Karenzzeit, Karenzzeiten+FW+EW; Z.: Kar-enz—zei-t
Karfiol, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Karfiol, Blumenkohl; ne. cauliflower; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. it. cavolfiore; E.: s. it. cavolfiore, M., Karfiol, Kohlblume; vgl. it. cavolo, M., Kohl; lat. caulis, M., Stengel, Stängel; idg. *kaul-, *kul-, Adj., Sb., hohl, Stengel, Stängel, Knochen, Pokorny 537 (823/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); it. fiore, M., Blume; lat. flōs, M., Blume, Blüte, blühender Zustand, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. flōrēre, V., blühen, in Blüte stehen; vgl. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Karfiol, DW 11, 211, EWD s. u. Blume, Duden s. u. Karfiol; Son.: vgl. nfrz. chou-fleur, M., Karfiol; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in Italien seit dem 15. Jh. von Menschen gezüchteten Blumenkohl; BM.: Stängel, blühen; F.: Karfiol, Karfiols+FW; Z.: Kar-fiol
Karfreitag, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Karfreitag, Freitag vor Ostern; ne. Good Friday; Vw.: -; Hw.: s. karg; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. karvrītac, karfrītac*, st. M., Karfreitag, Trauertag; vgl. mhd. kar, st. F., Trauer, Wehklage, Heulen; ahd. kara*, st. F. (ō), Sorge, Leid, Trauer, Heulen; germ. karō (2), st. F. (ō), Sorge; s. idg. gā̆r-, V., rufen, schreien, Pokorny 352? (524/8) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383? (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mhd. vrītac, frītac, st. M., Freitag; ahd. frīatag, frijatag, st. M. (a), Freitag, Rüsttag; Vorderglied von dem PN Freya, Frigg; Herkunft entweder von germ. *fraujō-, *fraujōn, *frauja-, *fraujan, sw. F. (n), Herrin; idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); oder von germ. *frīja-, *frījaz, Adj., lieb, frei, eigen; idg. *prāi-, *prəi-, *prī̆-, V., Adj., gern haben, schonen, lieben, friedlich, froh, Pokorny 844 (1460/102) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *peri-, Adv., nahe, bei; Hinterglied s. germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karfreitag, Kluge s. u. Karfreitag, DW 11, 212, EWD s. u. Karfreitag, Duden s. u. Karfreitag; GB.: (karvrītac) 1200-1210 belegte und wohl nach lat. dies passionis) aus Kar und Freitag gebildete Bezeichnung für den Freitag vor Ostern an dem von den Christen der Kreuzigung Christi gedacht wird; BM.: schreien bzw. frei bzw. Tag; F.: Karfreitag, Karfreitags, Karfreitage, Karfreitagen+EW; Z.: Kar—frei—t-ag
Karfunkel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Karfunkel, Karbunkel, ein feuerroter Edelstein; ne. carbuncle; Vw.: -; Hw.: s. Karbunkel; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. karfunkel, karvunkel, M., Karbunkel; mhd. klārifunkel, st. M., Karfunkel, Karbunkel; mnd. karbunkel, M., Karfunkel, Edelstein, feuerfarbener Rubin, hochroter Edelstein der auch in der Nacht leuchtet; lat. carbunculus, M., Köhllein, kleine Kohle, Köhlchen, rötlicher Tofstein, Karbunkel, Karfunkel, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. carbo, Kohle, böses Geschwür; idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karfunkel, Kluge s. u. Karfunkel, DW 11, 212, EWD s. u. Karfunkel, Duden s. u. Karfunkel; Son.: vgl. nndl. karbonkel, Sb., Karfunkel; frz. escarboucle, M., Karfunkel; nschw. karbunkel, Sb., Karfunkel; nnorw. karfunkel, M., Karfunkel; poln. karbunkuł, M., Karfunkel; kymr. carbwncl, M., Karbunkel; nir. carrmhogal, M., Karbunkel; GB.: (karfunkel) seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen feuerroten Edelstein; BM.: dunkel; F.: Karfunkel, Karfunkels, Karfunkeln+FW(+EW); Z.: Kar-f-unk-el
karg, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. karg, betrübt, vorsichtig, spärlich, dürftig; ne. sparse (Adj.), chary; Vw.: -; Hw.: s. Karfreitag; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. karc (1), Adj., „karg“, sparsam, listig, streng, geizig, verständig, vorsichtig, klug, schlau, hinterlistig; mnd. karech, karich, karch, kerch, kerich, karg, karrig, Adj., karg, listig, sparsam, geizig, hartherzig; mnl. carich, Adj., betrübt, traurig; ahd. karag, Adj., betrübt, bekümmert, besorgt, vorsichtig; s. as. *karag?, Adj., kummervoll; germ. *karaga-, *karagaz, Adj., besorgt, traurig; s. idg. *gā̆r-, V., rufen, schreien, Pokorny 352? (524/8) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383? (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. karg, Kluge s. u. karg, DW 11, 213, EWD s. u. karg, EWAhd 5, 403, EWAhd 5, 407, Duden s. u. karg, Bluhme s. u. karg; Son.: vgl. afries. -; ae. cearig, Adj., traurig; an. -; got. -; nndl. karig, Adj., karg; nschw. karg, Adj., karg; nnorw. karrig, Adj., karg; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches betrübt oder vorsichtig oder spärlich oder dürftig; BM.: schreien; F.: karg, karge, karges, kargem, kargen, karger(, kargere, kargeres, kargerem, kargeren, kargerer, kargst, kargste, kargstes, kargstem, kargsten, kargster)+EW; Z.: kar-g
$kargen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. kargen, karg sein (V.), karg tun, knausern; E.: s. karg, s. en; L.: Kluge s. u. karg, DW 11, 216, EWD s. u. karg; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus karg und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches karg sein (V.) oder karg tun oder knausern; F.: kargen (!), karge (!), kargst, kargt, kargest, karget, kargte, kargtest, kargten, kargtet, gekargt, ##gekargt, gekargte, gekargtes, gekargtem, gekargten, gekargter##, kargend, ###kargend, kargende, kargendes, kargendem, kargenden, kargender###, karg (!)+EW; Z.: kar-g-en
$Kargheit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kargheit, Spärlichkeit, Dürftigkeit; E.: s. karg, s. heit; L.: Kluge s. u. karg, DW 11, 216, EWD s. u. karg; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus karg und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Spärlichkeit oder Dürftigkeit; F.: Kargheit+EW; Z.: Kar-g-hei-t
$kärglich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. kärglich, listig, karg, geizig; E.: s. karg, s. lich; L.: Kluge s. u. karg, DW 11, 217, EWD s. u. karg; GB.: (kerclich) seit um 1120/1130 belegte und aus karg und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches listig oder karg oder geizig; F.: kärglich, kärgliche, kärgliches, kärglichem, kärglichen, kärglicher(, kärglichere, kärglicheres, kärglicherem, kärglicheren, kärglicherer, kärglichst, kärglichste, kärglichstes, kärglichstem, kärglichsten, kärglichster)+EW; Z.: kär-g-lich
Karibu, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Karibu, Rentier; ne. caribou; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. caribou; E.: s. ne. caribou, N., Karibu; aus einer nordamerikanischen Indianersprache; L.: fehlt DW, Duden s. u. Karibu; Son.: vgl. nndl. kariboe, Sb., Karibu; frz. caribou, M., Karibu; nschw. karibu, Sb., Karibu; nnorw. karibu, M., Karibu; poln. karibu, M., Karibu; kymr. caribŵ, M., Karibu; nir. carabú, M., Karibu; lit. karibu, M., Karibu; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar einer Indianersprache Kanadas aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in den Polargebieten Kanadas lebendes und zu den Hirschen gehörendes schon vormenschliches Säugetier mit dichtem dunkelbraunem bis graubraunem und in dem Winter hellerem Fell und starkem unregelmäßig verzweigtem und an den Enden oft schaufelförmigem Geweih; BM.: ?; F.: Karibu, Karibus+FW; Z.: Karibu
$kariert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. kariert, in Karos gemustert; E.: s. Kar(o), s. ier, s. t; L.: Kluge s. u. kariert, Karo, fehlt DW; F.: kariert, karierte, kariertes, kariertem, karierten, karierter+FW(+EW); Z.: kar-iert
Karies, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Karies, Zahnfäule; ne. caries; Vw.: -; Hw.: s. kariös; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cariēs; E.: s. lat. cariēs, F., Morschsein, Faulsein, Morschheit, Fäulnis, (2. Jh. v. Chr.); s. idg. *k̑er- (4), *k̑erə-, *k̑rē-, V., versehren, zerfallen (V.), Pokorny 578 (888/120) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Karies, fehlt DW, EWD s. u. Karies, Duden s. u. Karies; Son.: vgl. nndl. cariës, Sb., Karies; frz. carie, F., Karies; nschw. karies, Sb., Karies; nnorw. karies, M., Karies; nir. cáiréas, M., Karies; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den durch einen Verdauungsvorgang von sich aus zuckerhaltigen Lebensmitteln ernährenden Keimen des Zahnbelags verursachten akuten oder chronischen Zerfall der harten Substanz (des Zahnschmelzes) der Zähne schon bei frühen Primaten seit vor 50 Millionen Jahren; BM.: zerfallen (V.); F.: Karies+FW(+EW); Z.: Kar-ies
Karikatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Karikatur, komische Darstellung; ne. caricature (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karikaturist, karikieren; Q.: um 1760; I.: Lw. it. caricatura; E.: s. it. caricatura, F., Überladung; vgl. it. caricare, V., beladen (V.), komisch darstellen; lat. carricāre, V., beladen (V.), verladen, auf einen Wagen laden, (um 475 n. Chr.); vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karikatur, fehlt DW, EWD s. u. Karikatur, Duden s. u. Karikatur; Son.: vgl. nndl. karikatuur, Sb., Karikatur; frz. caricature, F., Karikatur; nschw. karikatyr, Sb., Karikatur; nnorw. karikatur, M., Karikatur; poln. karykatura, F., Karikatur; kymr. caricatur, M., Karikatur; lit. karikatūra, F., Karikatur; GB.: seit um1760 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit mögliche Zeichnung die durch satirische Hervorhebung bestimmter charakteristischer Züge eines Menschen oder einer Sache oder eines Geschehens die Gegebenheit lächerlich oder komisch zu machen versucht; BM.: laufen; F.: Karikatur, Karikaturen+FW(+EW); Z.: Kar-ik-at-ur
Karikaturist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Karikaturist, Karikaturenzeichner; ne. caricaturist; Vw.: -; Hw.: s. Karikatur, karikieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. caricaturista; E.: s. it. caricaturista, M., Karikaturist; it. caricatura, F., Überladung; vgl. it. caricare, V., beladen (V.), komisch darstellen; lat. carricāre, V., beladen (V.), verladen, auf einen Wagen (M.) laden, (um 475 n. Chr.); vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierräderiger Transportwagen; gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karikatur, fehlt DW, EWD s. u. Karikatur, Duden s. u. Karikaturist; Son.: vgl. nndl. karukaturist, Sb., Karikaturist; frz. caricaturiste, M., Karikaturist; l.it. karikatūristas, M., Karikaturist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Zeichner spöttischer oder komischer Zeichnungen; BM.: laufen; F.: Karikaturist, Karikaturisten+FW(+EW); Z.: Kar-ik-at-ur-ist
karikieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. karikieren, komisch darstellen, eine spöttische Zeichnung anfertigen; ne. caricature (V.); Vw.: -; Hw.: s. Karikatur, Karikaturist; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. caricare; E.: s. it. caricare, V., beladen (V.), komisch darstellen; lat. carricāre, V., beladen (V.), verladen, auf einen Wagen laden, (um 475 n. Chr.); vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karikatur, fehlt DW, EWD s. u. Karikatur, Duden s. u. Karikatur; Son.: vgl. nndl. karikaturiseren, V., karikieren; frz. caricaturer, V., karikieren; nnorw. karikere, V., karikieren; poln. karykaturować, V., karikieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine spöttische Zeichnung anfertigen; BM.: laufen; F.: karikieren, karikiere, karikierst, karikiert, karikierest, karikieret, karikierte, karikiertest, karikierten, karikiertet, ##karikiert, karikierte, karikiertes, karikiertem, karikierten, karikierter##, karikierend, ###karikierend, karikierende, karikierendes, karikierendem, karikierenden, karikierender###, karikier(!)+FW(+EW); Z.: kar-ik-ier-en
kariös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kariös, von Karies befallen (Adj.), von Zahnfäule befallen (Adj.), angefault; ne. carious; Vw.: -; Hw.: s. Karies; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cariōsus; E.: s. lat. cariōsus, Adj., morsch, faul, mürbe, zerfressen (Adj.), vergänglich, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cariēs, F., Morschsein, Faulsein, Morschheit, Fäulnis; s. idg. *k̑er- (4), *k̑erə-, *k̑rē-, V., versehren, zerfallen (V.), Pokorny 578 (888/120) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Karies, fehlt DW, EWD s. u. Karies, Duden s. u. kariös; Son.: vgl. frz. carié, Adj., kariös; nnorw. kariøs, Adj., kariös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Karies befallen (Adj.) oder angefallen; BM.: zerfallen (V.); F.: kariös, kariöse, kariöses, kariösem, kariösen, kariöser(, kariösere, kariöseres, kariöserem, kariöseren, kariöserer, kariösest, kariöseste, kariösestes, kariösestem, kariösesten, kariösester)+FW(+EW); Z.: kar-i-ös
Karitas, Caritas, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Karitas, Caritas, Wohltätigkeit, christliche Nächstenliebe; ne. charity; Vw.: -; Hw.: s. karitativ; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cāritās; E.: s. lat. cāritās, F., Preis, Wert, Hochschätzung, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cārus (1), Adj., teuer, geschätzt, lieb, geliebt, beliebt; idg. *kāro-, Adj., begehrlich, lieb, Pokorny 515; s. idg. *kā-, *keh₂-, V., gern haben, begehren, Pokorny 515 (769/1) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Karitas, fehlt DW, EWD s. u. Karitas, Duden s. u. Karitas; Son.: vgl. frz. charité, F., Karitas; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für Wohltätigkeit oder christliche Nächstenliebe; BM.: gern haben; F.: Karitas, Caritas+FW(+EW); Z.: Kar-it-as
karitativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. karitativ, wohltätig; ne. caritative, charitable; Vw.: -; Hw.: s. Karitas; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. cāritātīvus; E.: s. lat. cāritātīvus, Adj., „karitativ“, lieb, freundlich, liebevoll, gütig, barmherzig, unentgeltlich, zum Liebesmahl gehörig, Liebes...; lat. cāritās, F., Preis, Wert, Hochschätzung; vgl. lat. cārus (1), Adj., teuer, geschätzt, lieb, geliebt, beliebt; idg. *kāro-, Adj., begehrlich, lieb, Pokorny 515; s. idg. *kā-, *keh₂-, V., gern haben, begehren, Pokorny 515 (769/1) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Karitas, fehlt DW, EWD s. u. karitativ, Duden s. u. karitativ; Son.: vgl. nndl. charitatief, Adj., karitativ; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches wohltätig; BM.: gern haben; F.: karitativ, karitative, karitatives, karitativem, karitativen, karitativer(, karitativere, karitativeres, karitativerem, karitativeren, karitativerer, karitativst, karitativste, karitativstes, karitativstem, karitativsten, karitativster)+LW(+EW); Z.: kar-it-at-iv
Karkasse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Karkasse, Gerippe; ne. carcass, carcase; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. carcasse; E.: s. frz. carcasse, F., Karkasse; vgl. nordfrz. carquier, V., tragen; lat. carricāre, V., beladen (V.), verladen, auf einen Wagen laden, (um 475 n. Chr.); vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karkasse, fehlt DW, Duden s. u. Karkasse; Son.: vgl. nndl. karkas, Sb., Karkasse; poln. karkas opony, M., Karkasse; kymr. carcas, M., Karkasse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach dem Loslösen des Fleisches verbliebenes Gerippe von Geflügel oder Wild oder Fisch oder später für einen nach Abrieb des Belages aus Gummi durch den Betrieb auf der Straße verbliebenen Unterbau eines Gummireifens (eines Kraftfahrzeugs); BM.: tragen; F.: Karkasse, Karkassen+FW(+EW); Z.: Kar-kass-e
Karmesin, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Karmesin, Karmesinrot, Scharlachrot, ein kräftiges Rot; ne. carmine (N.), crimson (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kermes, Karmin; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. karmesīn, charmessin, Sb., Karmesin, scharlachroter Seidenstoff; it. carmessino, M., Karmesin, kräftiges Rot; s. arab. qirmizī, Sb., kräftiges Rot; ai. krmi-jā, Adj., von der Schildlaus kommend, Schildlaus betreffend; L.: Kluge s. u. Karmesin, DW 11, 218, EWD s. u. Karmesin, Duden s. u. Karmesin; Son.: vgl. nndl. karmozijn, Sb., Karmesin; frz. carmin, M., Karmesin, Karmin; nschw. karmonsin, Sb., Karmesin; nnorw. karmosin, M., Karmesin; poln. karmazyn, M., Karmesin; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches kräftiges Rot; BM.: Schildlaus; F.: Karmesin, Karmesins+FW(+EW); Z.: Karm-es-in
$karmesinrot, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. karmesinrot, kräftg rot; E.: s. karmesin, s. rot; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karmesin; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Karmesin und rot gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches kräftig rot; F.: karmesinrot, karmesinrote, karmesinrotes, karmesinrotem, karmesinroten, karmesinroter+FW+EW; Z.: karm-es-in—rot
Karmin, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Karmin, roter Farbstoff; ne. carmine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karmesin, Kermes; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. carmin; E.: s. frz. carmin, M., Karmin; Kontamination von arab. qirmizī, Sb., kräftiges Rot; ai. krmi-jā, Adj., von der Schildlaus kommend, Schildlaus betreffend; L.: Kluge s. u. Karmesin, DW 11, 218, EWD s. u. Karmesin, Duden s. u. Karmin; Son.: vgl. frz. carmin, M., Karmesin, Karmin; nnorw. karmin, M., Karmin; nir. cairmín, M., Karmin; lit. karminas, M., Karmesin; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Arabischen und Altindischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl (schon) früher möglichen roten Farbstoff; BM.: Schildlaus; F.: Karmin, Karmins+FW; Z.: Karm-in
$karminrot, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. karminrot; E.: s. Karmin, s. rot; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karmesin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Karmin und rot gebildete Bezeichnung für (ein) rot; F.: karminrot, karminrote, karminrotes, karminrotem, karminroten, karminroter+FW+EW; Z.: karm-in—rot
Karn, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Karn, Kirne, Butterfass; ne. churn, kirn; Vw.: -; Hw.: s. kirnen; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. kerne, F., Karn, Butterfass; vgl. mhd. kern (2), st. F., Butterfass, Kirne; mnd. kerne, keerne, karne, kirne, F., Butterfass, Kirne, Gefäß in dem gebuttert wird; germ. *kernō-, *kernōn, *kernjō-, *kernjōn, sw. F. (n), Kirne, Butterfass, Kirne; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Karn, DW?, Duden s. u. Karn; Son.: vgl. ae. ciren, st. F. (ō), Kirne, Butterfass; ae. ciern, st. F. (ō), Kerne (F.), Butterkerne (F.); ae. cyrn, cyren, st. F. (ō), Kirne; an. kirna, sw. F. (n), Kirne; GB.: seit 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes Butterfass; BM.: ?; F.: Karn, Karnen+FW; Z.: Karn
Karner, Kerner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Karner, Beinhaus, Fleischkammer; ne. charnel-house, ossuary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1158 (Glosse); E.: mhd. karnære, M., Karner, Beinhaus; mhd. gernære* (1), gerner, kerner, karner, st. M., Beinhaus, Karner; lat. carnārium, N., Fleischkammer, Rauchkammer, Fleischhaken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. caro, F., Fleisch, Fleischstück; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Karner, DW 5, 3727 (Gerner), DW 11, 219, EWAhd 5, 414, Duden s. u. Karner; GB.: (karnære) seit um 1158 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und mit lat. caro und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Beinhaus beziehungsweise für eine Fleischkammer; BM.: Fleisch bzw. schneiden; F.: Karner, Karners, Karnern, Kerner, Kerners, Kernern+FW(+EW); Z.: Kar-n-er
Karneval, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Karneval, Fasching; ne. carnival; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. carnevale; E.: s. it. carnevale, M., Karneval; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu it. carne, V., Fleisch; vgl. lat. caro, F., Fleisch, Fleischstück; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); it. levare, V., wegnehmen; lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben, Anker lichten, (204-169 v. Chr.); lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig, sanft; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karneval, DW 11, 219, EWD s. u. Karneval, Duden s. u. Karneval; Son.: vgl. nndl. carnaval, Sb., Karneval; frz. carnaval, M., Karneval; nschw. karneval, Sb., Karneval; nnorw. karneval, N., Karneval; poln. karnawał, M., Karneval; kymr. carnifal, M., Karneval; nir. carnabhal, M., Karneval; lit. karnavalas, M., Karneval; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit lat. caro sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Zeit des jährlichen Narrentreibens beispielsweise zwischen dem 11. November und der Fastenzeit ab Aschermittwoch des Folgejahrs; BM.: schneiden, leicht; F.: Karneval, Karnevals, Karnevale, Karnevalen+FW; Z.: Kar-n-e-val
$Karnevalist, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Karnevalist, aktiver Karnevalsteilnehmer; E.: s. Karneval, s. ist; L.: Kluge s. u. Karneval, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Karneval und ist gebildete Bezeichnung für einen seit der früheren Neuzeit möglichen an dem Karneval teilnehmenden Menschen; F.: Karnevalist, Karnevalisten+FW; Z.: Kar-n-e-val-ist
Karnickel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Karnickel, Kaninchen; ne. rabbit, bunny; Vw.: -; Hw.: s. Kaninchen; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cunīculus; E.: s. lat. cunīculus, M., Kaninchen, unterirdischer Gang, verdeckter Wassergraben (M.), Grube, Stollen, (81-43 v. Chr.); aus dem Iberischen, oder von lat. cunnus, M., weibliche Scham; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karnickel, DW 11, 219, EWD s. u. Kaninchen, Duden s. u. Karnickel; Son.: vgl. nndl. konijntje, Sb., Karnickel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschliches und dem Hasen ähnliches Tier mit graubraunem oder grauem oder weißem oder schwarzem Fell; BM.: Röhrenbewohner?; F.: Karnickel, Karnickels, Karnickeln+FW(+EW); Z.: Ka-r-nick-el
Karo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Karo, Viereck; ne. check (N.), square (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. carreau; E.: s. frz. carreau, M., Karo, Fliese; von vorroman. *quadrellum, N., Viereck; lat. quadrum, N., Viereck, Quadrat, Quaderstein, (81-43 v. Chr.); lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck (= quadrus subst.), (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Karo, fehlt DW, EWD s. u. Karo, Duden s. u. Karo; Son.: vgl. nndl. carré, Sb., Karo; nschw. karré, Sb., Karo; nnorw. karré, M., Karo; poln. karo, Sb., Karo; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar den Vorromanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein auf einer seiner vier Spitzen stehendes Viereck und davon abgeleitet für eine Spielkarte und die zu dieser Spielfarbe gehörenden Einzelkarten; BM.: vier; F.: Karo, Karos+FW(+EW); Z.: Kar-o
Karosse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Karosse, Prunkfahrzeug; ne. state coach (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kartätsche, Karosserie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. carosse; E.: s. mhd. karrāsch, karrāsche, karrosche, kerrosche, st. M., st. F., sw. M., sw. F., Kriegswagen, Trosswagen, Fahnenwagen, Karosse, Wagen (M.); mhd. karratsch, karrutsch, karrutsche, karrotsche, st. M., st. F., Karosse, Wagen (M.); mnd. karrosse, karroze, M., Karosse, Streitwagen mit dem Feldzeichen; mfrz. carrosse, M., Karosse, Prunkfahrzeug; it. carrozza, F., Karrosse, Prunkfahrzeug; lat. carrūca, F., vierrädriger Karren (M.), Reisewagen; vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen, (120-67 v. Chr.); gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karosse, DW 11, 222, EWD s. u. Karosse, Duden s. u. Karosse; Son.: vgl. nndl. karos, Sb., Karosse; nschw. kaross, Sb., Karosse; nnorw. karosse, M., Karosse; poln. karoca, F., Karosse; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete prunkvoll ausgestattete Kutsche oder ein Prunkfahrzeug; BM.: laufen; F.: Karosse, Karossen+FW; Z.: Kar-oss-e
Karosserie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Karosserie, Aufbau eines Fahrzeugs; ne. coachwork; Vw.: -; Hw.: s. Karosse; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. carosserie; E.: s. frz. carosserie, F., Karosserie; vgl. frz. carosse, F., Karosse; mfrz. carrosse, M., Karosse, Prunkfahrzeug; it. carrozza, F., Karrosse, Prunkfahrzeug; lat. carrūca, F., vierrädriger Karren (M.), Reisewagen; vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen, (120-67 v. Chr.); gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karosserie, fehlt DW, EWD s. u. Karosse, Duden s. u. Karosserie; Son.: vgl. nndl. carrosserie, Sb., Karrosserie; nschw. karosseri, Sb., Karosserie; nnorw. karosseri, N., Karosserie; poln. karoseria, F., Karosserie; GB.: wohl nach 1920 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Karosse verbindbare Bezeichnung für den Aufbau von Kraftfahrzeugen oberhalb des Fahrgestells; BM.: laufen; F.: Karosserie, Karosserien+FW(+EW); Z.: Kar-oss-er-ie
Karotte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Karotte, Möhre, gelbe Rübe; ne. carrot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. carotte; E.: s. frz. carotte, F., Karotte; lat. carōta, F., Karotte, Möhre, (4. Jh. n. Chr.); gr. καρωτόν (karōtón), N., Karotte; weitere Herkunft unklar, vielleicht von gr. καρώ (karō), F., Kümmel; vielleicht zu gr. κάρᾶ (kára), F., Kopf, Haupt; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karotte, DW 11, 222, EWD s. u. Karotte, Duden s. u. Karotte; Son.: vgl. frz. carotte, F., Karotte; ndän. karotte, F., Karotte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche Pflanze mit mehrfach gefiederten Blättern und orangefarbener und spindelförmiger sowie kräftiger Wurzel die seit möglicherweise 5000 Jahren von Menschen besonders als Gemüse gegessen wird; BM.: Horn?; F.: Karotte, Karotten+FW; Z.: Kar-ott-e
Karpfe, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Karpfe, Karpfen, Flussgründling; ne. carp; Vw.: -; Hw.: s. Karpfen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. karpfe, karpe, sw. M., Karpfen; mnd. karpe (1), kerpe, M., F., Karpfen; mnl. carpe, M., Karpfen; ahd. karpfo*, karpho, sw. M. (n), Karpfen, Meernase, Flussbarsch, Buntbarsch, Döbel?; aus einer alpinen Sprache?; L.: DW 11, 222; Son.: vgl. nndl. carper, M., Karpfe, Karpfen; frz. carpe, F., Karpfe, Karpfen; nschw. karp, Sb., Karpfe, Karpfen; nnorw. karpe, M., Karpfe, Karpfen; poln. karp, M., Karpfe, Karpfen; kymr. carp, M., Karpfe, Karpfen; kymr. cerpyn, M., Karpfe, Karpfen; nir. carbán, M., Karpfe, Karpfen; lat. carpa, F., Karpfe, Karpfen (aus einer germ. Sprache); lit. karpis, M., Karpfe, Karpfen; GB.: (karpfo*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht aus einer alpinen Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen größeren Süßwasserfisch mit hohem blauem bis blaugrünem Rücken und helleren oft goldgelb glänzenden Seiten sowie einem vorgestülpten Maul mit vier Barteln; BM.: ?; F.: Karpfe, Karpfens, Karpfen+FW+EW; Z.: Karpf-e
Karpfen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Karpfen, Flussgründling; ne. carp; Vw.: -; Hw.: s. Karpfe; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. karpfe, karpe, sw. M., Karpfen; mnd. karpe (1), kerpe, M., F., Karpfen; mnl. carpe, M., Karpfen; ahd. karpfo*, karpho, sw. M. (n), Karpfen, Meernase, Flussbarsch, Buntbarsch, Döbel?; aus einer alpinen Sprache?; L.: Kluge 1. A. s. u. Karpfen, Kluge s. u. Karpfen, DW 11, 222, EWD s. u. Karpfen, EWAhd 5, 415, Duden s. u. Karpfen, Bluhme s. u. Karpfen; Son.: vgl. nndl. carper, M., Karpfen; frz. carpe, F., Karpfen; nschw. karp, Sb., Karpfen; nnorw. karpe, M., Karpfen; poln. karp, M., Karpfen; kymr. carp, M., Karpfen; kymr. cerpyn, M., Karpfen; nir. carbán, M., Karpfen; lat. carpa, F., Karpfen (aus einer germ. Sprache); lit. karpis, M., Karpfen; GB.: (karpfo*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht aus einer alpinen Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen größeren Süßwasserfisch mit hohem blauem bis blaugrünem Rücken und helleren oft goldgelb glänzenden Seiten sowie einem vorgestülpten Maul mit vier Barteln; BM.: ?; F.: Karpfen, Karpfens+FW+EW; Z.: Karpf-en
Karre, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Karre, Karren (M.); ne. cart (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karren, Karriole, karriere; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. karre, garre, sw. M., sw. F., Karre, Karren (M.); mnd. kāre, kare, kahre, kār, kaer, kārde, karde, karre, kārn, kārne, karne, F., N., Karre, Karren (M.), zweirädriger Wagen, kleines Gefährt mit einem oder zwei Rädern, Schiebkarre, Zugkarre; mnl. carre, F., Karre; ahd. karro*, sw. M. (n), Karre, Wagen (M.), Reisewagen, Lastkarren, Leichenkarren; ahd. karra*, garra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Karre, Kutsche, Wagen (M.), Lastwagen, Reisewagen; as. karra?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?; anfrk. karra, st. F. (ō), sw. F. (n), Totenbahre, Karre; germ. *karr, *karru, *karruz, st. M. (u), Karren (M.); lat. carrus, Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; s. gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karre, Kluge s. u. Karren, DW 11, 224, EWD s. u. Karre, EWAhd 5, 417, Duden s. u. Karren, Bluhme s. u. Karre; Son.: vgl. afries. -; ae. cearrige, cearruce, sw. F. (n), Karre; an. kerra, F., Karre; got. -; nndl. kar, Sb., Karre; frz. char, M., Streitwagen; nschw. kärra, Sb., Karre; nnorw. kjerre, M., F., Karre; arm. karkc, Sb., Wagen (wohl aus dem Galatischen); gr. κάρρον (kárron), N., vierräderiger Wagen (M.), Karren (M.); alb. karrë, Sb., Wagen (M.); GB.: (karra) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleineren Wagen zu dem Schieben oder Ziehen; BM.: laufen; F.: Karre, Karren+FW; Z.: Karr-e
Karree, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Karree, Viereck; ne. rectangle; Vw.: -; Hw.: s. Karo; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. carré; E.: s. frz. carré, (Part. Prät.=)Sb., Karree, Viereck; vgl. frz. carrer, V., quadratisch machen; frz. carreau, M., Karo, Fliese; von vorroman. *quadrellum, N., Viereck; lat. quadrum, N., Viereck, Quadrat, Quaderstein, (81-43 v. Chr.); lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck (= quadrus subst.), (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Karree, Karo, fehlt DW, EWD s. u. Karo, Duden s. u. Karree; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Vorromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen nach dessen Vorstellung mögliches Viereck; BM.: vier; F.: Karree, Karrees+FW(+EW); Z.: Karr-ee
$karren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. karren; E.: s. Karren; L.: Kluge s. u. Karren, EWD s. u. Karre; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und von Karren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Karre und Karren einem Menschen mögliches mit einer Karre oder einem Karren befördern; F.: karren, karre (!), karrst, karrt, karrest, karret, karrte, karrtest, karrten, karrtet, gekarrt, ##gekarrt, gekarrte, gekarrtes, gekarrtem, gekarrten, gekarrter##, karrend, ###karrend, karrende, karrendes, karrendem, karrenden, karrender###, karr (!)+FW(+EW); Z.: karr-en
Karren, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Karre, Karren (M.), kleiner Wagen (M.); ne. cart (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karre, Karriole, Karriere; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. karre, garre, sw. M., sw. F., Karre, Karren (M.); mnd. kāre, kare, kahre, kār, kaer, kārde, karde, karre, kārn, kārne, karne, F., N., Karre, Karren (M.), zweirädriger Wagen, kleines Gefährt mit einem oder zwei Rädern, Schiebkarre, Zugkarre; mnl. carre, F., Karre; ahd. karro*, sw. M. (n), Karre, Wagen (M.), Reisewagen, Lastkarren, Leichenkarren; ahd. karra*, garra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Karre, Kutsche, Wagen (M.), Lastwagen, Reisewagen; as. karra?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?; anfrk. karra, st. F. (ō), sw. F. (n), Totenbahre, Karre; germ. *karr, *karru, *karruz, st. M. (u), Karren (M.); lat. carrus, Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; s. gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karre, Kluge s. u. Karren, DW 11, 224, EWD s. u. Karre, EWAhd 5, 417, Duden s. u. Karren, Bluhme s. u. Karre; Son.: vgl. afries. -; ae. cearrige, cearruce, sw. F. (n), Karre; an. kerra, F., Karre; got. -; nndl. kar, Sb., Karre; frz. char, M., Streitwagen; nschw. kärra, Sb., Karre; nnorw. kjerre, M., F., Karre; arm. karkc, Sb., Wagen (wohl aus dem Galatischen); gr. κάρρον (kárron), N., vierräderiger Wagen (M.), Karren (M.); alb. karrë, Sb., Wagen (M.); GB.: (karra) seit 10.Jh.belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Wagen zu dem Schieben oder Ziehen; BM.: laufen; F.: Karren, Karrens+FW(+EW); Z.: Karr-en
Karriere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Karriere, Werdegang; ne. career (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. carrière; E.: s. frz. carrière, F., Karriere, Rennbahn; it. carriera, F., Fahrstraße; mlat. (via) carrāria, F., Fahrstraße; lat. carrus, Karren (M.), vierrädriger Transportwagen; s. gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Karriere, fehlt DW, EWD s. u. Karriere, Duden s. u. Karierre; Son.: vgl. nndl. carrière, Sb., Karriere; nschw. karriär, Sb., Karriere; nnorw. karriere, M., Karriere; poln. kariera, F., Karriere; lit. karjera, F., Karriere; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Arbeitsteilung immer wichtigere erfolgreiche Berufslaufbahn (Werdegang); BM.: laufen; F.: Karierre, Karierren+FW; Z.: Karr-ier-e
$Karrieremacher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Karrieremacher; E.: s. Karriere, s. Macher; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karriere; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Karriere und Macher gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen eine Karriere durchlaufenden Menschen; F.: Karrieremacher, Karrieremachers, Karrieremachern+FW+EW; Z.: Karr-ier-e—mach-er
$Karrierist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Karrierist; E.: s. Karriere, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karriere; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Karrier(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit möglichen seinen persönlichen Berufsaufstieg um jeden Preis in den Mittelpunkt stellenden Menschen; F.: Karrierist, Karrieristen+FW(+EW); Z.: Karr-ier-ist
Karriole, Kariole, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Karriole, Kariole, eine Kutsche; ne. cariole; Vw.: -; Hw.: s. Karre, Karren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. carriole, it. carriuola; E.: s. frz. carriole, F., Karriole, Karriol; it. carriuola, F., Karriole, Karriol; vgl. lat. carrus, M., Karren (M.), vierrädriger Transportwagen, (120-67 v. Chr.); gall. carros, M., Karren (M.); vgl. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Karre, DW 11, 217 (Kariole), Duden s. u. Karriole; Son.: vgl. nschw. karriol, Sb., Karriolle; nnorw. karjol, M., Kariolle; poln. kariolka, Sb., Karriole; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Gallischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes leichtes und einachsiges Fuhrwerk auf dem neben dem Kutscher noch ein bis zwei Menschen Platz haben; BM.: laufen; F.: Karriole, Karriolen, Kariole, Kariolen+FW(+EW); Z.: Karr-iol-e
$karriolen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. karriolen, mit einer Karriole fahren; E.: s. Karriol(e), s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Karre; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Karriol(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (mit einer Karriole) fahren; F.: karriolen (!), karriole (!), karriolst, karriolt, karriolest, karriolet, karriolte, karrioltest, karriolten, karrioltet, gekarriolt, ##gekarriolt, gekarriolte, gekarrioltes, gekarrioltem, gekarriolten, gekarriolter##, karriolend, ###karriolend, karriolende, karriolendes, karriolendem, karriolenden, karriolender###, karriol (!)+FW(+EW); Z.: karr-iol-en
$Kärrner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kärrner, Karrenzieher, schwer arbeitender Mensch; Q.: um 1500; E.: s. Karr(e), s. n, s. er (Suff.); GB.: seit um 1500 belegte und aus Karr(e) oder Karr(en) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für anfangs einen Karrenzieher und danach für einen allgemein schwer arbeitenden Menschen; L.: Kluge 1. A. s. u. Karre, DW 11, 230, EWD s. u. Karre; F.: Kärrner, Kärrners, Kärrnern+FW+EW; Z.: Kärr-n-er
Karst (1), nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Karst (M.) (1), Hacke (F.) (2); ne. hack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. karst, M., Hacke (F.) (2); mnd. karst, M.?, Karst (M.) (1), Hacke (F.) (2), Haken (M.); ahd. karst, st. M. (a?, i?), Karst (M.) (1), Hacke (F.) (2), Pflugschar; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem urgerm. *kar-, kehren, sammeln, EWAhd 5, 420; L.: Kluge 1. A. s. u. Karst, Kluge s. u. Karst 1, DW 11, 231, EWAhd 5, 420, Duden s. u. Karst; GB.: (karst) seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelte und verwendete zweizinkige Hacke zu einem Aufbrechen des Bodens; BM.: sammeln?; F.: Karst, Karsts, Karstes, Karste, Karsten+EW?; Z.: Kar-st
Karst (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Karst (M) (2), ausgelaugte Gebirgslandschaft; ne. karst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw.; E.: nach dem Namen eines Gebirges in Kroatien; wohl von einem idg. *kar-, Sb., Stein, Fels; L.: Kluge s. u. Karst 2, fehlt DW, EWD s. u. Karst, Duden s. u. Karst, Bluhme s. u. Karst; Son.: vgl. nndl. karst, Sb., Karst; frz. karst, M., Karst (M) (2); nschw. karst, Sb., Karst (M) (2); poln. kras, M., Karst (M) (2); kymr. carst, M., Karst (M) (2); lit. karstas, M., Karst (M) (2); GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und wohl aus dem Kroatischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch Wasser ausgelaugte und an der Oberfläche meist kahle Gebirgslandschaft aus Kalkstein beispielsweise in Kroatien; BM.: Stein?; F.: Karst, Karsts, Karstes, Karste, Karsten+FW(+EW?); Z.: Kar-st
$Kartanne, Kartane, nhd., F., (?): nhd. Kartanne, Viertelsbüchse; E.: s. it. quartana, s. neulat. quartana; L.: Kluge 1. A. s. u. Kartaune?; GB.: seit (?) belegte und aus dem Italienischen und dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete kleine dicke Kanone oder Viertelsbüchse; F.: Kartanne, Kartannen+FW(+EW); Z.: Kartann-e
Kartätsche, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Kartätsche, ein Artilleriegeschoss, ein schmales Brett mit einem Handgriff zu einem Verreiben von Putz; ne. grapeshot; Vw.: -; Hw.: s. Karrosse; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. cartoccio; E.: s. it. cartoccio, M., Tüte, Zylinder, Kartusche; vgl. it. cartaccia, F., grobes Papier; it. carta, F., Papier; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Kartätsche, DW 11, 233, EWD s. u. Kartätsche, Duden s. u. Kartätsche; Son.: vgl. nndl. kartets, Sb., Kartätsche; nschw. kartesch, Sb., Kartätsche; nnorw. kardesk, M., Kartätsche; poln. kartacz, M., Kartätsche; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen oder Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Bleikugeln (Schrot) gefülltes Artilleriegeschoss oder ein schmales Brett mit einem Handgriff zu einem Verreiben von Putz; BM.: Papier; F.: Kartätsche, Kartätschen+FW(+EW); Z.: Kart-ätsch-e
$kartätschen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. kartätschen, Kartätsche schießen, verreiben; Q.: um 1800; E.: s. Kartätsch(e), s. en (Suff.); L.: DW 11, 233; GB.: seit um 1800 belegte und aus Kartätsch(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Kartätsche schießen oder Putz mit einer Kartätsche verreiben; F.: kartätschen (!), kartätsche (!), kartätschst, kartätscht, kartätschest, kartätschet, kartätschte, kartätschtest, kartätschten, kartätschtet, gekartätscht, ##gekartätscht, gekartätschte, gekartätschtes, gekartätschtem, gekartätschten, gekartätschter##, kartätschend, ###kartätschend, kartätschende, kartätschendes, kartätschendem, kartätschenden, kartätschender###, kartätsch (!)+FW; Z.: kart-ätsch-en
Kartause, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Kartause, Kartäuserkloster; ne. chartreuse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. karthūse, F., Kartause; mlat. Cartusia, F., Kartause; vom ON Chartreuse, aus Calma Trossa, F., gepflügte Wiese; vgl. mlat. calma, F., hochliegende Brachfläche, unbewachsenes Hochplateau, Heide (F.), kleine unbebaute Länderei, Haus an dem Land, Stoppelfeld, Wiese; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Karthause, Kluge s. u. Kartause, DW 11, 234 (Kartause), DW 11, 243 (Karthause), Duden s. u. Kartause; Son.: vgl. nndl. kartuizerklooster, Sb., Kartäuserkloster; frz. charteuse, F., Kartause; poln. kartuzja, F., Kartause; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein aus Einzelhäusern bestehendes Kloster der nach dem ON Chartreuse (lat. Calma Trossa) in Frankreich benannten Kartäusermönche; BM.: ON Chartreuse; F.: Kartause, Kartausen+FW(+EW); Z.: Ka-rtaus-e
Karte, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Karte, Schein, Landkarte; ne. card; Vw.: -; Hw.: s. karto…, Karton; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. karte (2), sw. F., Blankett, Bild, Spielkarte, Stück Papier oder Pergament; mnd. kārte (1), karte, kārde, karde, F., Karte, Urkunde, Pergamenturkunde, Papierblatt (Bedeutung jünger), Manuskript, Spielkarte; ahd. karta* (2), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Papier, beschreibbares Papier; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge 1. A. s. u. Karte, Kluge s. u. Karte, DW 11, 234, EWD s. u. Karte, Duden s. u. Karte, Bluhme s. u. Karte; Son.: vgl. nndl. kaart, Sb., Karte; frz. carte, F., Karte, steifes Blatt; nschw. kort, Sb., Karte; nnorw. kort, N., Karte; poln. karta, F., Karte; kymr. cerdyn, M., Spielkarte; nir. cárta, M., Karte; lit. korta, F., Spielkarte; GB.: (karta*) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung von Schrift entwickeltes und verwendetes rechteckiges Blatt aus dünnem Karton oder sonstigem Schreibmaterial; BM.: Papier; F.: Karte, Karten+FW; Z.: Kart-e
$Kartei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kartei; E.: s. Kart(e), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Karte, fehlt DW, EWD s. u. Karte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kart(e) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von austauschbaren Karten (Karteikarten) mit von Menschen (schriftlich) angebrachten als hilfreich angesehenen Angaben; F.: Kartei, Karteien+FW(+EW); Z.: Kart-ei
Kartell, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kartell, Syndikat; ne. cartel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cartel; E.: s. frz. cartel, M., Kartell, Schriftstück, schriftliche Vereinbarung; it. cartello, M., Vereinigung, Verband; vgl. it. carta, F., Papier; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Kartell, DW 11, 239 (Kartel), EWD s. u. Kartell, Duden s. u. Kartell; Son.: vgl. nndl. kartel, Sb., Kartell; nschw. kartell, Sb., Kartell; nnorw. kartell, N., Kartell; poln. kartel, M., Kartell; kymr. cartél, M., Kartell; nir. cairtéil, F., Kartell; lit. kartelis, M., Kartell; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für einen Zusammenschluss von rechtlich und wirtschaftlich weitgehend selbständig bleibenden aber durch Preisabsprachen den Wettbewerb ausschaltenden oder einschränkenden Unternehmen; BM.: Papier; F.: Kartell, Kartells, Kartelle, Kartellen+FW(+EW); Z.: Kart-ell
$karten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. karten; Vw.: s. ab-; E.: s. Kart(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. abkarten, DW 11, 239, EWD s. u. Karte; GB.: (karten) seit 15. Jh. belegte und aus Kart(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und genutztes Karten (für unterschiedliche Zwecke) verwenden; F.: karten, karte (!), kartest, kartet, kartete, kartetest, karteten, kartetet, gekartet, ##gekartet, gekartete, gekartetes, gekartetem, gekarteten, gekarteter##, kartend, ###kartend, kartende, kartendes, kartendem, kartenden, kartender###, kart (!)+FW(+EW); Z.: kart-en
karto…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. karto…, Karto…, Landkarten betreffend; ne. carto…; Vw.: -; Hw.: s. Karte; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: von lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. karto-, Duden s. u. karto-; Son.: vgl. nndl. carto…, Präf., karto…; frz. carto…, Präf., karto…; nschw. karto…, Präf., karto…; nnorw. karto…, Präf., karto…; poln. karto…, Präf., karto…; kymr. carto…, Präf., karto…; nir. cairt…, Präf., karto…; lit. karto..., Präf., karto…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Altindischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Landkarten betreffend; BM.: Papier; F.: karto…+FW; Z.: kart-o-
Kartoffel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kartoffel, Erdapfel; ne. potato; Vw.: Pell-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. tartuficolo; E.: s. it. tartuficolo, M., Erdknolle, vgl. it. tartufolo, tartufo, M., Trüffel, Kartoffel; früh-rom. *terri-tuberum, N., Erdknolle; vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); lat. tuber, eine Fruchtart, Nusspfirsich?; wohl Fremdwort; L.: Kluge 1. A. s. u. Kartoffel, Kluge s. u. Kartoffel, DW 11, 239, EWD s. u. Kartoffel, Duden s. u. Kartoffel; Son.: vgl. ndän. kartoffel, F., Kartoffel; nnorw.? kartoffel, Sb., Kartoffel; nisl. kartafla, F., Kartoffel; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete und mittelbar aus dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine krautige Pflanze mit gefiederten Blättern und weißen oder rosa oder violetten Blüten die wegen der gekocht essbaren an unterirdischen Sprossen wachsenden Knollen von Menschen seit vielleicht 7000 v. Chr. in den Anden Südamerikas und nach der Entdeckung Amerikas auch in Europa angebaut wird; BM.: Erdfrucht; F.: Kartoffel, Kartoffeln+FW(+EW); Z.: Kar-toff-el
$Kartoffelpuffer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kartoffelpuffer, Reibekuchen, Kartoffelpfannkuchen; E.: s. Kartoffel, s. Puffer; L.: fehlt DW, EWD s. u. Puff; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kartoffel und Puffer gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus Kartoffeln als gebackenen Kartoffelfladen hergestellte Speise (Reibekuchen oder Kartoffelpfannkuchen); F.: Kartoffelpuffer, Kartoffelpuffers, Kartoffelpuffern+FW+EW; Z.: Kar-toff-el—pu-ff-er
$Kartographie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kartographie; E.: s. karto, s. Graphie; L.: fehlt DW, EWD s. u. karto-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus karto und Graphie gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Wissenschaft und Technik zu einer Darstellung von Himmelskörpern wie beispielsweise der Erde in Karten; F.: Kartographie+FW(+EW); Z.: Kart-o—graph-ie
Karton, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Karton, dickes Papier, Kartonbehälter; ne. carton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. carton; E.: s. frz. carton, M., Karton; it. cartone, M., Karton; vgl. it. carta, F., Papier; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Karton, fehlt DW, EWD s. u. Karton, Duden s. u. Karton; Son.: vgl. nndl. karton, Sb., Karton; nschw. kartong, Sb., Karton; nnorw. kartong, M., Karton; poln. karton, M., Karton; kymr. carton, M., Karton; nir. cartán, M., Karton; lit. kartonas, M., Karton; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein dickeres steifes Papier oder ein Behältnis aus diesem Stoff; BM.: Papier; F.: Karton, Kartons, Kartone, Kartonen+FW; Z.: Kart-on
$Kartonage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kartonage, Verpackung aus Karton; I.: Lw. frz. cartonnage; E.: s. frz. cartonnage; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karton; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Karton und age gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Verpackung aus Karton; F.: Kartonage, Kartonagen+FW(+EW); Z.: Kart-on-ag-e
$kartonieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kartonieren; I.: Lw. frz. cartonner; E.: s. frz. cartonner; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karton; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mit einem Karton oder Einband aus Pappe versehen (V.); F.: kartonieren, kartoniere, kartonierst, kartoniert, kartonierest, kartonieret, kartonierte, kartoniertest, kartonierten, kartoniertet, ##kartoniert, kartonierte, kartoniertes, kartoniertem, kartonierten, kartonierter##, kartonierend, ###kartonierend, kartonierende, kartonierendes, kartonierendem, kartonierenden, kartonierender###, kartonier (!)+FW(+EW); Z.: kart-on-ier-en
Kartusche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kartusche, ein Behälter, eine Hülse aus Metall oder eine Hülse aus Plastik; ne. cartouche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cartouche; E.: s. frz. cartouche, F., Kartusche; it. cartuccia, F., Kartusche; vgl. it. carta, F., Karte; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Kartusche, Kartätsche, fehlt DW, EWD s. u. Kartätsche, Duden s. u. Kartusche; Son.: vgl. ndän. kartouche, F.?, Kartusche; poln. kartusz, M., Kartusche; kymr. cartouche, M., Kartusche; nir. cartús, M., Kartusche; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine Metallhülse oder eine Plastikhülle; BM.: Papier; F.: Kartusche, Kartuschen+FW(+EW); Z.: Kart-usch-e
Karussell, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Karussell, Ringelspiel; ne. carousel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. carrousel; E.: s. frz. carrousel, M., Karussell, Ringelstechen; it. carosello, M., Ringelstechen, Fest, Schauspiel; Vorderglied letztlich wohl von gr. κάρα (kára), N., Kopf, Haupt; idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Karussell, fehlt DW, EWD s. u. Karussell, Duden s. u. Karussell; Son.: vgl. nndl. carrousel, Sb., Karussell; nschw. karusell, Sb., Karussell; nnorw. karusell, M., Karussell; poln. karuzela, F., Karussell; kymr. carwsél, M., Karussell; lit. karuselė, F., Karussell; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete sich in einem Kreis drehende große Scheibe mit verschiedenartigen Aufbauten oder mit aufgehängten Sitzen für Fahrgäste; BM.: Ringelspiel bzw. Kopf; F.: Karussell, Karussells, Karusselle, Karussellen+FW+EW?; Z.: Kar-uss-ell
$Karwoche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Karwoche; Q.: 1297 (Urkunde); E.: s. Kar (Trauer), s. Woche; L.: fehlt DW, EWD s. u. Karfreitag; GB.: (karwoche) seit 1297 belegte und aus Kar und Woche gebildete Bezeichnung für die von der Christenheit in Erinnerung an Jesus Christus jährlich (an datumsmäßig unterschiedlich berechneten Tagen) gefeierte Woche zwischen Palmsonntag (und Gründonnerstag und Karfreitag) und Ostersonntag; F.: Karwoche, Karwochen+EW; Z.: Kar—woch-e
Karzer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Karzer, Kerker, Gefängnis; ne. detention room (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw.; E.: mnd. carcer, karker, karcer*, M., Gefängnis, Kerker; lat. carcer, M., Umfriedung, Umzäunung, Kerker, Gefängnis, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft unklar, das Wort geht wohl von einer Grundbedeutung Umschließung, Umplankung aus, s. Walde/Hofmann 1, 166; L.: Kluge s. u. Karzer, fehlt DW, EWD s. u. Kerker, Duden s. u. Karzer; Son.: vgl. ne. incarcerate, V., einsperren; frz. carcéral, Adj., Gefängnis…; GB.: seit 14. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Arrestraum für Studenten und Schüler an Universitäten und Gymnasien; BM.: Kerker bzw. Umschließung; F.: Karzer, Karzers, Karzern+FW(+EW); Z.: Karz-er
Karzinom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Karzinom, bösartige Geschwulst, Tumor; ne. carcinoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. carcinōma; E.: s. lat. carcinōma, N., Krebsgeschwür, Krebs, (234-149 v. Chr.); gr. καρχίνωμα (karkínōma), N., Krebsgeschwür; vgl. gr. καρκίνος (karkínos), M., Krebs, Krabbe, Geschwür; idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Karzinom, fehlt DW, EWD s. u. Karzinom, Duden s. u. Karzinom; Son.: vgl. nndl. carcinoom, Sb., Karzinom; frz. carcinome, M., Karzinom; nschw. carcinom, Sb., Karzinom; nnorw. karsinom, Sb., Karzinom; kymr. carsinoma, M., Karzinom; lit. karcinoma, F., Karzinom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche bösartige Geschwulst oder einen Tumor; BM.: hart; F.: Karzinom, Karzinoms, Karzinome, Karzinomen+FW(+EW); Z.: Kar-z-in-om
Kasack, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Kasack, eine Bluse; ne. casaque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. casaque; E.: s. frz. casaque, M., Kasack; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von dem Namen Kosake; L.: Kluge s. u. Kasack, DW 11, 247 (Kasacke [F.]), EWD s. u. Kasack, Duden s. u. Kasack; Son.: vgl. nndl. kazak, Sb., Kasack; nnorw. kasakk, M., Kasack; poln. kasak, Sb., Kasack; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie möglicherweise von dem Namen Kosake abgeleitete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete dreiviertellange Damenbluse; BM.: PN?; F.: Kasack, Kasacks+FW+EW?; Z.: Kasack
kascheln, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. kascheln, schlittern; ne. slither (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kascheln, DW 11, 247, Duden s. u. kascheln; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für von Menschen seit unbekannter Zeit entwickeltes und verwendetes auf Eis schlittern; BM.: ?; F.: kascheln, kaschel (!), kaschle, kaschelst, kaschelt, kaschelte, kascheltest, kaschelten, kascheltet, gekaschelt, ##gekaschelt, gekaschelte, gekascheltes, gekascheltem, gekaschelten, gekaschelter##, kaschelnd, ###kaschelnd, kaschelnde, kaschelndes, kaschelndem, kaschelnden, kaschelnder###, kaschel (?)+EW?; Z.: kasch-el-n
Kaschemme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kaschemme, schlecht beleumundetes Wirtshaus, heruntergekommenes Wirtshaus; ne. low pub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. romani katsima; E.: s. romani katsima, F., Wirtshaus; aus einer slawischen Sprache, vgl. serb. curtschema, Sb., Wirtshaus, tschech. krčma, Sb., Schenke; L.: Kluge s. u. Kaschemme, fehlt DW, EWD s. u. Kaschemme, Duden s. u. Kaschemme; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Romani und mittelbar einer slawischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schlecht beleumundetes oder heruntergekommenes Wirtshaus; BM.: ?; F.: Kaschemme, Kaschemmen+FW(+EW); Z.: Kasch-em-m-e
kaschieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kaschieren, verändern, verbergen, verstecken; ne. mask (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cacher; E.: s. frz. cacher, V., verstecken, zusammendrücken, quetschen; vorrom. *coactiacare, V., zusammendrücken; lat. coāctāre, V., mit aller Gewalt zwingen, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cōgere, V., zusammentreiben, zusammenbringen, vereinigen, versammeln, sammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kaschieren, fehlt DW, EWD s. u. kaschieren, Duden s. u. kaschieren; Son.: vgl. nschw. kaschera, V., kaschieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Vorromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verändern oder verbergen oder verstecken um dadurch eine günstigere Wirkung erzielen zu können; BM.: verstecken; F.: kaschieren, kaschiere, kaschierst, kaschiert, kaschierest, kaschieret, kaschierte, kaschiertest, kaschierten, kaschiertet, ##kaschiert, kaschierte, kaschiertes, kaschiertem, kaschierten, kaschierter##, kaschierend, ###kaschierend, kaschierende, kaschierendes, kaschierendem, kaschierenden, kaschierender###, kaschier (!)+FW(+EW); Z.: k-asch-ier-en
Käse, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Käse, ein Milcherzeugnis; ne. cheese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kæse, st. M., Käse; mnd. kēse, keyse, M., Käse, Käsestück, Handkäse; mnd. kēse, M., Käse; mnl. case, M., Käse; ahd. kāsi*, st. M. (ja), Käse, geformter Käse; as. kēsi*, kāsi*, st. M. (ja), Käse; anfrk. -; germ. *kasjus, M., Käse; lat. cāseus, Käse; s. idg. *ku̯at-, *ku̯atʰ-, V., gären, faulen, Pokorny 627 (1005/237) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); idg. *i̯u-, *i̯ū-, V., mengen, mischen, rühren, Pokorny 507; vgl. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507 (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Käse, Kluge s. u. Käse, DW 11, 248, EWD s. u. Käse, EWAhd 5, 424, Duden s. u. Käse, Bluhme s. u. Kaese; Son.: vgl. afries. zīse, kīse, st. N. (a), Käse; saterl. tsis; ae. cíese, sw. F. (n), Käse; an. -; got. -; nndl. kaas, Sb., Käse; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen mit der Labkäsebereitung (neben der Weichkäsezubereitung) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein seit 5000 v. Chr. von Menschen aus Milch hergestelltes und verwendetes Nahrungsmittel; BM.: gären bzw. mischen; F.: Käse, Käses, Käsen+FW+EW; Z.: Kä-s-e
Kasel, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Kasel, Mönchskutte, Messgewand; ne. chasuble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kāsel, st. F., Hülle, Kleid; mhd. kāsele, sw. F., Hülle, Kleid, Kasel, Messgewand; mnd. kāsele, kāsel, kasel, cascele, F., M., Messgewand, seidenes Überkleid des Messpriesters mit reicher Goldverzierung; mnl. casele, F., Kasel, Priestergewand, Messgewand; ahd. kasul*, kassul*, kāsul*, st. M. (a?, i?), Messgewand, Kasel; mlat. casula, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, Mantel, Kleid; vgl. lat. casa, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kasel, DW 11, 254, Duden s. u. Kasel; Son.: vgl. afries. kasel, st. F. (ō), oberes Messgewand; ae. casul, st. M. (a), Kasel, oberstes Messgewand; GB.: (kasul) seit 11. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seidenes über anderen Gewändern getragenes Messgewand des Priesters; BM.: Hütte bzw. Kleid; F.: Kasel, Kaseln+FW(+EW); Z.: Kas-el
Kasematte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kasematte, geschützter Festungsraum; ne. casemate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. casemate; E.: s. frz. casemate, F., Kasematte; it. casamatta, F., Wallgewölbe; vgl. lat. casa, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); Hinterglied vielleicht s. Matte (1); L.: Kluge s. u. Kasematte, DW 11, 254, EWD s. u. Kasematte, Duden s. u. Kasematte; Son.: vgl. nndl. kazemat, Sb., Kasematte; nschw. kasematt, Sb., Kasematte; nnorw. kasematt, M., Kasematte; poln. kazamata, F., Kasematte; lit. kazematai, M. Pl., Kasematten; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch starkes Mauerwerk (und Erdaufschüttung) gegen Beschuss geschützten Festungsraum; BM.: Hütte bzw. flechten; F.: Kasematte, Kasematten+FW+EW; Z.: Kase-matt-e
$käsen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. käsen, Käse herstellen; E.: s. Käs(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Käse, EWD s. u. Käse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Käs(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Käse herstellen; F.: käsen, käse (!), kässt (!), käst, käsest, käset, käste, kästest, kästen, kästet, gekäst, ##gekäst, gekäste, gekästes, gekästem, gekästen, gekäster##, käsend, ###käsend, käsende, käsendes, käsendem, käsenden, käsender###, käs (!)+FW(+EW); Z.: kä-s-en
Kaserne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kaserne, Militärgebäude, Soldatenunterkunft; ne. barrack (N.), casern; Vw.: -; Hw.: s. kasernieren; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. caserne; E.: s. frz. caserne, F., Kaserne; vgl. lat. casa, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaserne, DW 11, 257, EWD s. u. Kaserne, Duden s. u. Kaserne; Son.: vgl. nndl. kazerne, Sb., Kaserne; nschw. kasern, Sb., Kaserne; nnorw. kaserne, M., Kaserne; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Militärgebäude für die dauernde Unterkunft einer Truppe und anfangs auch ihrer Familien; BM.: Hütte; F.: Kaserne, Kasernen+FW(+EW); Z.: Kas-ern-e
kasernieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kasernieren, in einer Kaserne unterbringen, einsperren; ne. barrack (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kaserne; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. caserner; E.: s. frz. caserner, V., kasernieren; vgl. frz. caserne, F., Kaserne; vgl. lat. casa, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaserne, fehlt DW, EWD s. u. kasserne, Duden s. u. kasernieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einer Kaserne unterbringen; BM.: Hütte; F.: kasernieren, kaserniere, kasernierst, kaserniert, kasernierest, kasernieret, kasernierte, kaserniertest, kasernierten, kaserniertet, ##kaserniert, kasernierte, kaserniertes, kaserniertem, kasernierten, kasernierter##, kasernierend, ###kasernierend, kasernierende, kasernierendes, kasernierendem, kasernierenden, kasernierender###, kasernier(!)+FW; Z.: kas-ern-ier-en
$käsig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. käsig, Käse betreffend, käseähnlich, blass; E.: s. Käs(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Käse, DW 11, 258, EWD s. u. Käse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Käs(e) und ig gebildete Bezeichnung für Käse betreffend oder käseähnlich oder blass; F.: käsig, käsige, käsiges, käsigem, käsigen, käsiger(, käsigere, käsigeres, käsigerem, käsigeren, käsigerer, käsigst, käsigste, käsigstes, käsigstem, käsigsten, käsigster)+FW+EW; Z.: kä-s-ig
Kasino, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kasino, Speiseraum für Offiziere, Gebäude für gesellige Zusammenkünfte; ne. casino; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. it. casino; E.: s. it. casino, M., Gesellschaftshaus; vgl. it. casa, F., Haus; lat. casa, F., Häuslein, Häuschen, Hütte, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kasino, fehlt DW, EWD s. u. Kasino, Duden s. u. Kasino; Son.: vgl. nndl. casino, Sb., Kasino; frz. casino, M., Kasino; nschw. kasino, Sb., Kasino; nnorw. kasino, N., Kasino; poln. kasyno, N., Kasino; kymr. casino, M., Kasino; nir. casaíne, M., Kasino; lit. kazino, Sb. (indekl.), Kasino; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gebäude für gesellige Zusammenkünfte; BM.: Hütte bzw. flechten; F.: Kasino, Kasinos+FW; Z.: Kas-in-o
Kaskade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kaskade, künstlich angelegter stufenförmiger Wasserfall; ne. cascade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cascade; E.: s. frz. cascade, F., Wasserfall; it. cascata, F., Wasserfall; vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken, sich senken, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kaskade, fehlt DW, EWD s. u. Kaskade, Duden s. u. Kaskade; Son.: vgl. nndl. cascade, Sb., Kaskade; nschw. kaskad, Sb., Kaskade; nnorw. kaskade, M., Kaskade; poln. kaskada, F., Kaskade; lit. kaskada, F., Kaskade; GB.: seit 17. Jh. aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen künstlich angelegten stufenförmigen Wasserfall; BM.: fallen; F.: Kaskade, Kaskaden+FW(+EW); Z.: Kas-kad-e
$Kaskadeur, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Kaskadeur, Artist, Stuntman; I.: Lw. frz. cascadeur; E.: s. frz. cascadeur; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kaskade; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen artistische Sprünge (grundsätzlich) unverletzt ausführenden Artisten (oder Stuntman); F.: Kaskadeur, Kaskadeurs, Kaskadeure, Kaskadeuren+FW(+EW); Z.: Kas-kad-eur
Kasko, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kasko, Schiffsrumpf, Fahrzeug ohne Ladung; ne. cask (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. span. casco; E.: s. span. casco, M., Schiff, Schiffsrumpf; vgl. span. cascar, V., zerbrechen; lat. quassus (1), Adj., zerbrochen, gebrochen, schwach, zugrunde gerichtet, zerrüttet; lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kasko, fehlt DW, EWD s. u. Kasko, Duden s. u. Kasko; Son.: vgl. nndl. casco, Sb., Kasko; frz. casque, M., Kasko, Schutzhelm; nschw. kasko, Sb., Kasko; nnorw. kasko, M., Kasko; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Fahrzeug (ohne Ladung) in dem Unterschied zu der Ladung; BM.: schütteln; F.: Kasko, Kaskos+FW; Z.: Kas-k-o
$Kaskoversicherung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kaskoversicherung; ne. comprehensive insurance: E.: s. Kasko, s. Versicherung; L.: Kluge s. u. Kasko, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kasko und Versicherung gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen teilweise schon früher entwickelte und verwendete freiwillige Versicherung eines Schiffes oder Kraftfahrzeugs oder Flugzeugs gegen Schäden oder Verlust; F.: Kaskoversicherung, Kaskoversicherungen+FW+EW; Z.: Kas-k-o—ver—si-ch-er-ung
Kasper, Kaspar, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Kasper, Clown; ne. clown, Punch; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw.; E.: nach dem PN Kaspar eines der heiligen drei Könige; mhd. Caspar, M.=PN, Kaspar, Kasper; mlat. Casparus, M.=PN, Kasper; aus dem Pers., s. Chaldäisc gizbar, M., Schatzmeister; vgl. pers. ghaz, Sb., Schatz; pers. bar, V., leiten, verwalten; L.: Kluge s. u. Kasper, DW 11, 258, EWD s. u. Kasper, Duden s. u. Kasper; Son.: vgl. nschw. kasper, Sb., Kasper; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Persischen aufgenommene und umgebildete sowie in der Bedeutung veränderte Bezeichnung für eine lustige und mit Mutterwitz ausgestattete sowie grundsätzlich eine Zipfelmütze tragende Figur des Puppenspiels (Clown); BM.: PN; F.: Kasper, Kaspers, Kaspern+FW(+EW); Z.: Kasper
$Kasperle, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kasperle; E.: s. Kasper, s. le(in); L.: Kluge s. u. Kasper, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kasper sowie der Verkleinerungssilbe le(in) gebildete Bezeichnung für eine lustige und mit Mutterwitz ausgestattete sowie grundsätzlich eine Zipfelmütze tragende Figur des Puppenspiels; F.: Kasperle, Kasperles, Kasperlen+FW+EW; Z.: Kasper-l-e
$Kasperletheater, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kasperletheater; E.: s. Kasperle, s. Theater; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kasper; F.: Kasperletheater, Kasperletheaters, Kasperletheatern+FW+EW; Z.: Kas-per-l-e—thea-t-er
$kaspern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kaspern, albern (V.); Vw.: s. herum-; E.: s. Kasper, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Kasper, fehlt DW, EWD s. u. Kasper; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kasper und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich wie ein Kasper benehmen oder (herum)albern; F.: kaspern, kaspere, kasper (!), kasperst, kaspert, kasperte, kaspertest, kasperten, kaspertet, gekaspert, ##gekaspert, gekasperte, gekaspertes, gekaspertem, gekasperten, gekasperter##, kaspernd, ###kaspernd, kasperndes, kasperndem, kaspernden, kaspernder###, kasper (!)+FW+EW; Z.: kasper-n
$Kassation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Kassation, Aufhebung, Vernichtung; E.: s. kassieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. kassieren 2; GB.: vielleicht in dem 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Aufhebung oder Vernichtung; F.: Kassation, Kassationen+FW(+EW); Z.: Kass-at-io-n
Kasse, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Kasse, Kasse, Behälter zu einem Geldaufbewahren; ne. till (N.), register (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kassette, Kassier, kassieren (1); I.: Lw.; E.: mhd. casse (1), sw. F., Behälter; lat. capsa, F., Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kasse, DW 11, 259, EWD s. u. Kasse, Duden s. u. Kasse, Bluhme s. u. Kasse; Son.: vgl. nndl. kas, Sb., Kasse; frz. caisse, F., Kasse; nschw. kassa, Sb., Kasse; nnorw. kassa, M., F., Kasse; poln. kasa, F., Kasse; lit. kasa, F., Kasse; GB.: (casse) seit 1495 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kastenförmigen verschließbaren Behälter zu dem Aufbewahren von Geld; BM.: fassen; F.: Kasse, Kassen+FW(+EW); Z.: Kas-s-e
Kasserole, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kasserole, Schmortopf; ne. casserole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. casserole; E.: s. frz. casserole, F., Kasserole, Topf zu dem Schmoren; vgl. frz. (dial.) cassot, M., Nussschale; vgl. lat. cassus, Adj., leer, taub, hohl, nichtig, ermangelnd, (um 250-184 v. Chr.); lat. carēre, V., leer sein (V.), entblößt sein (V.), frei sein (V.), entbehren, sich enthalten (V.), vermissen; s. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kasserole, DW 11, 260 (Kasserol), EWD s. u. Kasserole, Duden s. u. Kasserole; Son.: vgl. nndl. kasserol, Sb., Kasserole; nschw. kastrull, Sb., Kasserole; nnorw. kasserolle, M., Kasserole; kymr. caserol, M., Kasserole; nir. casaról, M., Kasserole; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Topf zu dem Schmoren mit großem Boden und niedrigem Rand; BM.: schneiden; F.: Kasserole, Kasserolen+FW; Z.: Kas-s-er-ol-e
Kassette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kassette, Kästchen; ne. cassette; Vw.: -; Hw.: s. Kasse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cassette; E.: s. frz. cassette, F., Kassette; it. cassetta, F., Kassette; vgl. it. cassa, F., Kasse; lat. capsa, F., Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kassette, fehlt DW, EWD s. u. Kasse, Duden s. u. Kassette; Son.: vgl. nndl. cassette, Sb., Kassette; nschw. kassett, Sb., Kassette; nnorw. kassett, M., Kassette; poln. kaseta, F., Kassette; kymr. casét, M., Kassette; lit. kasetė, F., Magnetband; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Kästchen für Wertsachen und seit etwa 1960 auch für Musiknutzung; BM.: fassen; F.: Kassette, Kassetten+FW(+EW); Z.: Kas-s-ett-e
Kassiber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kassiber, aus einem Gefängnis geschmuggelte schriftliche Mitteilung; ne. secret message; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; von rotw. kaseremen, V., schreiben; wohl von hebr. keṯīvā(h), Sb., Schreiben; L.: Kluge s. u. Kassiber, fehlt DW, EWD s. u. Kassiber, Duden s. u. Kassiber; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine unerlaubte und aus einem Gefängnis geschmuggelte schriftliche Mitteilung eines Häftlings; BM.: Schreiben; F.: Kassiber, Kassibers, Kassibern+FW(+EW); Z.: Kass-ib-er
Kassier, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kassier, Kassenführer, Kassenmeister; ne. cashier (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kasse, kassieren (1); Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. it. cassiere; E.: s. it. cassiere, M., Kassier; vgl. it. cassa, F., Kasse; lat. capsa, F., Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kasse, DW 11, 260, EWD s. u. Kasse, Duden s. u. Kassier; Son.: vgl. nndl. kassier, Sb., Kassier; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich von Menschen vielleicht seit der Entwicklung von Geld entwickelten und verwendeten Führer einer Kasse; BM.: fassen; F.: Kassier, Kassiers, Kassiere, Kassieren+FW; Z.: Kass-ier
kassieren (1), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kassieren (V.) (1), einen fälligen Betrag abverlangen oder annehmen oder einziehen; ne. cashier (V.), collect; Vw.: -; Hw.: s. Kasse, Kassier; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. incassare; E.: Rückbildung aus einkassieren, von it. incassare, V., einkassieren; vgl. it. cassa, F., Kasse; lat. capsa, F., Kapsel, Behältnis, Kasten, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kassieren 1, fehlt DW, EWD s. u. Kasse, Duden s. u. kassieren; GB.: seit 17. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld Menschen mögliches einen fälligen Betrag abverlangen oder annehmen; BM.: fassen; F.: kassieren, kassiere, kassierst, kassiert, kassierest, kassieret, kassierte, kassiertest, kassierten, kassiertet, ##kassiert, kassierte, kassiertes, kassiertem, kassierten, kassierter##, kassierend, ###kassierend, kassierende, kassierendes, kassierendem, kassierenden, kassierender###, kassier (!)+FW(+EW); Son:. s. lit. inkasuoti, V., kassieren (V.) (1), einkassieren; Z.: kas-s-ier-en
kassieren (2), cassieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kassieren (V.) (2), aufheben, für ungültig erklären; ne. quash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. cassieren, sw. V., kassieren, für ungültig erklären; mnd. kassēren, kassīren, sw. V., kassieren, für ungültig erklären, ungültig machen; afrz. casser, V., für ungültig erklären; lat. cassāre, V., zunichtemachen, für ungültig erklären, kassieren, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. cassus, Adj., leer, taub, hohl, nichtig, ermangelnd; lat. carēre, V., leer sein (V.), entblößt sein (V.), frei sein (V.), entbehren, sich enthalten (V.), vermissen; s. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); oder zu lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kassieren 2, fehlt DW, EWD s. u. kassieren 2, DW 2, 608, Duden s. u. kassieren; Son.: vgl. nndl. casseren, V., kassieren (V.) (2); frz. casser, V., kassieren (V.) (2); nschw. kassera, V., kassieren (V.) (2); nnorw. kassere, V., kassieren (V.) (2); lit. inkasuoti, V., kassieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes aufheben oder für ungültig erklären; BM.: schneiden?; F.: kassieren, kassiere, kassierst, kassiert, kassierest, kassieret, kassierte, kassiertest, kassierten, kassiertet, ##kassiert, kassierte, kassiertes, kassiertem, kassierten, kassierter##, kassierend, ###kassierend, kassierende, kassierendes, kassierendem, kassierenden, kassierender###, kassier (!)+FW(+EW); Z.: kass-ier-en
$Kassierer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kassierer, Kassier, Führer einer Kasse; L.: Kluge s. u. Kasse, fehlt DW, EWD s. u. Kasse; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kassier und er (Suff.) gebildete bzw. aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich von Menschen vielleicht seit der Entwicklung von Geld entwickelten und verwendeten Führer einer Kasse; F.: Kassierer, Kassierers, Kassierern+FW; Z.: Kas-s-ier-er
Kastagnette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kastagnette, ein kleines Musikinstrument; ne. castanet; Vw.: -; Hw.: s. Kastanie; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. span. castaneta; E.: s. span. castaneta, F., Kastagnette; vgl. span. castana, F., Kastanie; lat. castanea, F., Kastanie, Kastanienbaum, (70-19 v. Chr.); gr. κάστανον (kástanon), N., Kastanie; wohl aus einer kleinasiatischen Sprache entlehnt; L.: Kluge s. u. Kastagnette, fehlt DW, EWD s. u. Kastagnette, Duden s. u. Kastagnette; Son.: vgl. nndl. casagnette, Sb., Kastagnette; frz. castagnette, F., Kastagnette; nschw. kastanjett, Sb., Kastagnette; nnorw. kastanjett, M., Kastagnette; kymr. castanét, M., Kastagnette; nir. castainéad, M., Kastagnette; lit. kastanjetės, F. Pl., Kastagnetten; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und wohl einer Sprache in Kleinasien verbindbare Bezeichnung für ein kleines Musikinstrument aus zwei ausgehöhlten Schälchen aus hartem Holz die durch ein über den Daumen oder die Mittelhand gestreiftes Band gehalten und mit den Fingern gegeneinandergeschlagen werden sodass ein rhythmisches Klappern entsteht; BM.: Kastanie; F.: Kastagnette, Kastagnetten+FW(+EW); Z.: Kastagn-ett-e
Kastanie, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Kastanie, Kastanienbaum, Maroni; ne. chestnut; Vw.: -; Hw.: s. Rosskastanie, s. Kastagnette; E.: s. mhd. kastānie, kastāne, castānie, st. F., Kastanie, Kastanienbaum; mhd. kestene, kesten, kastāne, st. F., Kastanie, Kastanienbaum; mnd. kastā̆nie, kastannie, castanee, kastandie, F., Kastanie, Esskastanie, Marone, Frucht der Kastanie; mnl. castaenge, F., Kastanie; ahd. kastānia*?, sw. F. (n), Kastanie, echte Kastanie; ahd. kestina, kestinna, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Kastanie, Echte Kastanie, Kastanienbaum; as. kestina, F., Kastanie; lat. castanea, F., Kastanie, Kastanienbaum, (70-19 v. Chr.); gr. κάστανον (kástanon), N., Kastanie; wohl aus einer kleinasiatischen Sprache entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Kastanie, Kluge s. u. Kastanie, EWD s. u. Kastanie, DW 11, 261, EWAhd 5, 427, Duden s. u. Kastanie; Son.: vgl. nndl. kastanje, Sb., Kastanie; frz. châtaigne, F., Kastanie; nschw. kastanj, Sb., Kastanie; nnorw. kastanje, M., Kastanie; poln. kasztan, M., Kastanie; kymr. castan, F., Kastanie; nir. castán, M., Kastanie; lit. kaštonas, M., Kastanie; GB.: (kastānia*?) vielleicht seit 11. Jh. belegte sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und wohl einer Sprache in Kleinasien aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Frucht der Edelkastanie und für einen zu der Familie der Buchengewächse gehörenden schon vormenschlichen Baum; BM.: ?; F.: Kastanie, Kastanien+FW(+EW?); Z.: Kastan-ie
$kastanienbraun, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kastanienbraun; E.: s. Kastanie, s. n, s. braun; L.: DW 11, 261, EWD s. u. Kastanie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kastani(e) und en (Suff.) sowie braun gebildete Bezeichnung für wie eine Kastanie(nfrucht) braun; F.: kastanienbraun, kastanienbraune, kastanienbraunes, kastanienbraunem, kastanienbraunen, kastanienbrauner+FW+EW; Z.: kastan-ein—brau-n
Kaste, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kaste, abgeschlossener gesellschaftlicher Stand; ne. caste; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. caste; E.: s. frz. caste, F., Kaste, abgeschlossener Stand; port. casta, F., Rasse, Abkunft; vgl. lat. castus (1), Adj., frei, rein, enthaltsam, keusch, lauter, frei von Fehlern, abgeschnitten, (1. Jh. n. Chr.); idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaste, DW 11, 262, EWD s. u. Kaste, Duden s. u. Kaste; Son.: vgl. nndl. kaste, Sb., Kaste; nschw. kast, Sb., Kaste; nnorw. kaste, M., Kaste; poln. kasta, F., Kaste; kymr. cast, M., Kaste; nir. ceast, M., Kaste; lit. kasta, F., Kaste; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Portugiesischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vor allem in der hinduistischen Gesellschaftsordnung sich streng abschließende Schicht mit besonderen Sitten und Heiratsverbot außerhalb ihrer selbst; BM.: schneiden; F.: Kaste, Kasten+FW(+EW); Z.: Kas-t-e
kasteien, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kasteien, sich in Verzicht üben; ne. castigate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. késtigen, sw. V., kasteien, züchtigen, quälen, strafen; mnd. kastīgen (1), kastīen, kasten, sw. V., kasteien, züchtigen, geißeln, durch Schläge strafen; mnl. castien, castiēn, castigen, V., unterrichten, lehren, rügen, strafen; ahd. kestigōn*, kastigōn*, sw. V. (2), kasteien, züchtigen, strafen; anfrk. gestegoda, V., er strafte; lat. castīgāre, V., zurechtweisen, rügen, züchtigen, strafen bestrafen, tadeln, schelten, mahnen, säubern, kasteien, (1. Hälfte 3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. castus (1), Adj., frei, rein, enthaltsam, keusch, lauter, frei von Fehlern, abgeschnitten; idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kasteien, Kluge s. u. kasteien, DW 11, 262, EWD s. u. kasteien, EWAhd 5, 495, Duden s. u. kasteien; Son.: vgl. afries. kestigia, sw. V. (2), wählen machen?, zur Eidesleistung auffordern; nndl. kastijden, V., kasteien; kymr. cystwyo, V., kasteien; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und von einzelnen Menschen verwendetes sich als Bußübung Schmerzen und Entbehrungen auferlegen; BM.: schneiden; F.: kasteien, kasteie, kasteist, kasteit, kasteiest, kasteiet, kasteite, kasteitest, kasteiten, kasteitet, ##kasteit, kasteite, kasteites, kasteitem, kasteiten, kasteiter##, kasteiend, ###kasteiend, kasteiende, kasteiendes, kasteiendem, kasteienden, kasteiender###, kastei (!), kestigen, kestige, kestigst, kestigt, kestigest, kestiget, kestigte, kestigtest, kestigten, kestigtet, gekestigt, ##gekestigt, gekestigte, gekestigtes, gekestigtem, gekestigten, gekestigter##, kestigend, ###kestigend, kestigende, kestigendes, kestigendem, kestigenden, kestigender###, kestig (!)+FW(+EW); Z.: kas-t-ei-en
Kastell, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kastell, Burg, Schloss, kleines befestigtes Truppenlager; ne. castel; Vw.: -; Hw.: s. Kastellan; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kástël, kástēl, kastél, st. N., Burg, Schloss, Kastel, Schiffskajüte; mnd. kastēl, casteel, casteyl, kastel, kastell, kastelle, N., Kastell, kleine Burg, kleiner befestigter Ort, Schlösschen, festes Haus, Fort; mnl. casteel, N., Kastell, Burg; ahd. kastel, st. N. (a), Burg, Kastell, Festung, Stadt, kleine Stadt, Ortschaft, befestigte Ortschaft; as. kastel*, st. N. (a), Kastell, Burg; anfrk. -; germ. *kastel, N., Lager; lat. castellum, N., Lager, Kastell, Fort, Zitadelle, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. castrum, N., Kastell, Fort, Festung; vgl. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kastell, fehlt DW, EWD s. u. Kastell, EWAhd 5, 427, Duden s. u. Kastell; Son.: vgl. afries. ae. castel, cæstel, st. M. (a), st. N. (a), Dorf; ae. ceastel (2), st. M. (a), st. N. (a), Schloss; an. kastali, sw. M. (n), Kastell, Burg; nndl. kasteel, Sb., Kastell; frz. castel, M., Kastell; nschw. kastell, Sb., Kastell; nnorw. kastell, N., Kastell; kymr. castell, M., Burg, Kastell; nir. caisleán, M., Kastell, Burg; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Burg oder ein kleines befestigtes Truppenlager; BM.: schneiden; F.: Kastell, Kastells, Kastelle, Kastellen+FW(+EW); Z.: Kas-t-ell
Kastellan, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kastellan, Herr einer Burg, Schlossverwalter; ne. castellan; Vw.: -; Hw.: s. Kastell; Q.: nach 1270 (Arabel des Ulrich von Türlin); E.: s. mhd. kastelān (1), st. M., Kastellan, Burgvogt; mhd. schahtelān, schatelān, schahtelacunt, st. M., Kastellan, Burgvogt; mnd. kastellān, kastellēn, kastelleyn, M., Kastellan, Schlossverwalter; mfrz. chastelain, M., Kastelan, Burgvogt; vgl. mfrz. château, M., Burg, Schloss; lat. castellānus, M., Besatzung eines Kastells, Angehöriger eines Kastells, (86-34 v. Chr.); lat. castellum, N., Lager, Kastell, Fort, Zitadelle; vgl. lat. castrum, N., Kastell, Fort, Festung; vgl. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kastell, EWD s. u. Kastell, Duden s. u. Kastellan; Son.: vgl. frz. châtelain, M., Kastellan; nschw. kastellan, Sb., Kastellan; poln. kasztelan, M., Kastellan; kymr. castellydd, M., Kastellan; lit. kaštelionas, M., Kastellan; GB.: seit nach 1270 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Herrn einer Burg oder eines Schlosses oder einen Schlossverwalter; BM.: schneiden; F.: Kastellan, Kastellans, Kastellanes, Kastellane, Kastellanen+FW(+EW); Z.: Kas-t-ell-an
Kasten, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kasten, Schrank, Truhe; ne. case (N.), chest; Vw.: -; Hw.: s. Kar; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kaste, sw. M., Kasten, Behälter, Kornspeicher, Einfassung eines Edelsteins; mnd. kaste, kast, kasse, kass, kase, M., F., Kasten (M.), Aufbewahrungsort, Aufbewahrungskammer, Behälter, größerer Behälter, Truhe; mnd. kasten (1), M., Kasten (M.), Aufbewahrungsort, Aufbewahrungskammer, Behälter, größerer Behälter, Truhe; mnl. caste, M., Kasten; ahd. kasto*, sw. M. (n), Kasten, Behälter, Speicher, Kornspeicher, Vorratsbehälter für Getreide, Tenne, Vertiefung zur Einfassung von Edelsteinen, Edelsteinfassung; von einem germ. kastan-, EWAhd 5, 430; vgl. ahd. kar, st. N. (a), Gefäß, Wanne, Trog; germ. *kar, Sb., Gefäß; germ. *kasa-, kasam, st. N. (a), Gefäß; vielleicht ein Wanderwort; vgl. assyr. kâsu, Sb., Schale (F.) (2); hebr. kōs, Sb., Becher; L.: Kluge 1. A. s. u. Kasten, Kluge s. u. Kasten, DW 11, 268, EWD s. u. Kasten, EWAhd 5, 429, Duden s. u. Kasten, Bluhme s. u. Kasten; Son.: vgl. afries. kast, M., F.?, Kasten; nnorw. kasse, M., F., Kasten; GB.: (kasto) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und vielleicht einem Wanderwort entstammende Bezeichnung für einen rechteckigen aus Holz oder einem anderen festen Stoff hergestellten verschließbaren Behälter (Kasten oder Schrnk oder Truhe) zu einem Aufnehmen oder Aufbewahren von etwas; BM.: Gefäß?; F.: Kasten, Kastens, Kästen+EW; Z.: Kas-t-en
$Kastengeist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kastengeist, Standesdünkel; Q.: 1797 (Seume); E.: s. Kast(e), s. en, s. Geist; I.: Lüs. frz. esprit de caste?; L.: DW 11, 270, EWD s. u. Kaste; GB.: 1797 belegte und vielleicht nach dem Französischen gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Haltung einer sich nach außen abschließenden Gesellschaftsschicht oder auch einen Standesdünkel; F.: Kastengeist, Kastengeistes, Kastengeists, Kastengeister, Kastengeistern+FW+EW; Z.: Kas-t-en—gei-s-t
$Kastrat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kastrat; I.: Lw. frz. castrato; E.: s. frz. castrato, s. Kastration; L.: fehlt DW, EWD s. u. kastrieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums möglichen kastrierten Menschen; F.: Kastrat, Kastraten+FW(+EW); Z.: Kas-t-r-at
Kastration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kastration, Entmannen; ne. castration; Vw.: -; Hw.: s. kastrieren; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. castrātio; E.: s. lat. castrātio, F., Verschneiden, Verschneidung, Kastrieren, Kastration, Entmannung, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. castrāre, V., entgeilen, der Zeugungskraft berauben, entmannen, verschneiden, abschneiden, kastrieren; s. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kastrieren, fehlt DW, EWD s. u. kastrieren, Duden s. u. Kastration; Son.: vgl. nndl. castratie, Sb., Kastration; frz. castration, F., Kastration; nschw. kastrering, Sb., Kastration; nnorw. kastrasjon, M., Kastration; poln. kastracja, F., Kastration; lit. kastracija, F., Kastration; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Entmannen oder Berauben der Zeugungskraft männlicher Lebewesen; BM.: schneiden; F.: Kastration, Kastrationen+FW+EW; Z.: Kas-t-r-at-io-n
kastrieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. kastrieren, entmannen; ne. castrate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kastration; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. castrāre; E.: s. lat. castrāre, V., entgeilen, der Zeugungskraft berauben, entmannen, verschneiden, abschneiden, kastrieren, (234-149 v. Chr.); s. idg. *k̑es-, V., schneiden, Pokorny 586 (906/138) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kastrieren, fehlt DW, EWD s. u. kastrieren, Duden s. u. kastrieren; Son.: vgl. nndl. castreren, V., kastrieren; frz. castrer, V., kastrieren; nschw. kastrera, V., kastrieren; nnorw. kastrere, V., kastrieren; poln. kastrować, V., kastrieren; lit. iškastruoti, V., kastrieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches einem zeugungsfähigen männlichen Lebewesen durch Wegschneiden der Hoden die Zeugungsfähigkeit (und mögliche Wildheit) nehmen; BM.: schneiden; F.: kastrieren, kastriere, kastrierst, kastriert, kastrierest, kastrieret, kastrierte, kastriertest, kastrierten, kastriertet, ##kastriert, kastrierte, kastriertes, kastriertem, kastrierten, kastrierter##, kastrierend, ###kastrierend, kastrierende, kastrierendes, kastrierendem, kastrierenden, kastrierender###, kastrier (!)+FW+EW; Z.: kas-t-r-ier-en
Kasus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kasus, grammatischer Fall; ne. case (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cāsus; E.: s. lat. cāsus, M., Fallen, Fall, Herabfallen, Einfallen, Sturz, Kasus, (um 475 n. Chr.); vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Kasus, fehlt DW, EWD s. u. Kasus, Duden s. u. Kasus; Son.: vgl. nndl. casus, Sb., Kasus; frz. cas, M., Kasus; nschw. kasus, Sb., Kasus; nnorw. kasus, M., Kasus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Vorkommnis oder Ereignis oder Geschehen beziehungsweise für einen Fall in der Grammatik wie Nominativ oder Genetiv oder Dativ oder Akkusativ oder Ablativ oder Vokativ; BM.: fallen; F.: Kasus+FW+EW; Z.: Kas-us
kat..., nhd., Partikel.: nhd. kat...; Vw.: s. kata...
kata..., kat..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. kata..., von oben her; ne. cata…; Vw.: s. -falk, -kombe, -log, -lysator, -pult, -rakt, -strophe; Hw.: s. Katarrh; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. κατά (katá); E.: s. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kata-; Son.: s. katapultieren, Kategorie; vgl. nndl. cata…, Präf., kata…; frz. cata…, Präf., kata…; nschw. kata…, Präf., kata…; nnorw. kata…, Präf., kata…; poln. kata…, Präf., kata…; kymr. cata…, Präf., kata…; nir. cata…, Präf., kata…; lit. kata…, Präf., kata…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für von oben her; BM.: neben; F.: kata…, kat…+FW; Z.: kata-
Katafalk, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Katafalk, Sarggerüst; ne. catafalque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. catafalque; E.: s. frz. catafalque, M., Katafalk; it. catafalco, M., Katafalk; mlat. catafalcium, N., Schafott, Thron, Katafalk; letztlich wohl von gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); und lat. fala F., hohes Gerüst, hölzerner Turm; vielleicht aus dem Vorgr.-etruskischen, s. Walde/Hofmann 1, 446; L.: Kluge s. u. Katafalk, DW 11, 273, EWD s. u. Katafalk, Duden s. u. Katafalk; Son.: vgl. nndl. katafalk, Sb., Katafalk; nschw. katafalk, Sb., Katafalk; nnorw. katafalk, M., Katafalk; poln. katafalk, M., Katafalk; kymr. cataffalc, M., Katafalk; nir. catafalc, M., Katafalk; lit. katafalkas, M., Katafalk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich aus dem Griechischen und Lateinischen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen und Etruskischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes schwarz verhängtes Gerüst für einen Sarg während einer Trauerfeier; BM.: neben, hohes Gerüst; F.: Katafalk, Katafalks, Katafalke, Katafalken+FW(+EW); Z.: Kata—fal-k
Katakombe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Katakombe, unterirdische Bestattungsanlage; ne. catacomb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. catacombe; E.: s. it. catacombe, F., Katakombe; lat. catacumba, catacomba, F., Katakombe, Gewölbe, Grabgewölbe, (540-604 n. Chr.); wohl dissimiliert aus cata cumbās, bei den Gräbern; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied entweder von lat. tumba, tomba, F., Grab, Grabmal; gr. τύμβα (týmba), F., Grab; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von einem ital. cumba, F., Bett?; lit. katakombos, F. Pl., Katakomben; L.: Kluge s. u. Katakomben, fehlt DW, EWD s. u. Katakomben, Duden s. u. Katakomben; Son.: vgl. nndl. catacombe, Sb., Katakombe; frz. catacombe, M., Katakombe; nschw. katakomb, Katakombe; nnorw. katakombe, M., Katakombe; kymr. catacwm, M., Katakombe; nir. catacómaí, M. Pl., Katakomben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete unterirdische Bestattungsanlage zu einer Beisetzung von Toten; BM.: bei, Grab bzw. Hinbettung?; F.: Katakombe, Katakomben+FW; Z.: Kata—ko-mb-e
Katalog, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Katalog, Verzeichnis; ne. catalogue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. catalogus; E.: s. lat. catalogus, M., Aufzählung, Namensverzeichnis, Katalog, (um 310-394 n. Chr.); gr. κατάλογος (katálogos), M., Verzeichnis, Liste; vgl. gr. καταλέγειν (katalégein), V., aufzählen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Katalog, fehlt DW, EWD s. u. Katalog, Duden s. u. Katalog; Son.: vgl. nndl. catalogus, Sb., Katalog; frz. catalogue, M., Katalog; nschw. katalog, Sb., Katalog; nnorw. katalog, M., Katalog; poln. katalog, M., Katalog; kymr. catalog, M., Katalog; nir. catalóg, F., Katalog; lit. katalogas, M., Katalog; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Entwicklung von Sprache und Schrift entwickeltes und verwendetes geordnetes Verzeichnis von Gegebenheiten; BM.: neben, sammeln; F.: Katalog, Kataloges, Katalogs, Kataloge, Katalogen+FW(+EW); Z.: Kata-log
$katalogisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. katalogisieren, Katalog erstellen; E.: s. Katalog, s. is. s. ieren; L.: Kluge s. u. Katalog, fehlt DW, EWD s. u. Katalog; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Katalog und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Katalog erstellen; F.: katalogisieren, katalogisiere, katalogisierst, katalogisiert, katalogisierest, katalogisieret, katalogisierte, katalogisiertest, katalogisierten, katalogisiertet, ##katalogisiert, katalogisierte, katalogisiertes, katalogisiertem, katalogisierten, katalogisierter##, katalogisierend, ###katalogisierend, katalogisierende, katalogisierendes, katalogisierendem, katalogisierenden, katalogisierender###, katalogisier (!)+FW+EW; Z.: kata-log-is-ier-en
Katalysator, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Katalysator, Abgasreiniger; ne. catalyzer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. καταλύειν (katalýein), V., zerstören, beendigen, losbinden, ausspannen; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Katalysator, fehlt DW, EWD s. u. Katalyse, Duden s. u. Katalysator; Son.: vgl. nndl. katalysator, Sb., Katalysator; frz. catalyseur, M., Katalysator; nschw. katalysator, Sb., Katalysator; nnorw. katalysator, M., Katalysator; poln. katalizator, M., Katalysator; kymr. catalydd, M., Katalysator; lit. katalizatorius, M., Katalysator; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen selbst unverändert bleibenden Stoff durch dessen bloßes Vorhandensein chemische Reaktionen beeinflusst werden oder eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung in dem Auspuff eines Kraftfahrzeugs für einen Abbau von Schadstoffen (Abgasreiniger); BM.: neben, losmachen; F.: Katalysator, Katalysators, Katalysatoren+FW; Z.: Kata-ly-s-at-or
$Katalyse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Katalyse, Auflösung; E.: s. Katalys(ator), s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. Katalyse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für Auflösung; F.: Katalyse, Katalysen+FW(+EW); Z.: Kata-ly-s-e
$katalysieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. katalysieren, auflösen; E.: s. Katalys(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Katalyse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Katalys(e) und ieren gebildete Bezeichnung für eine Katalyse durchführen oder auflösen; F.: katalysieren, katalysiere, katalysierst, katalysiert, katalysierest, katalysieret, katalysierte, katalysiertest, katalysierten, katalysiertet, ##katalysiert, katalysierte, katalysiertes, katalysiertem, katalysierten, katalysierter##, katalysierend, ###katalysierend, katalysierende, katalysierendes, katalysierendem, katalysierenden, katalysierender###, katalysier (!)+FW(+EW); Z.: kata-ly-s-ier-en
$katalytisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. katalytisch, durch eine Katalyse oder einen Katalysator bewirkt, auflösend; E.: s. Kataly(se), s. t, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Katalyse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kataly(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes durch eine Katalyse oder einen Katalysator bewirkt; F.: katalytisch, katalytische, katalytisches, katalytischem, katalytischen, katalytischer+FW(+EW); Z.: kata-ly-t-isch
Katamaran, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Katamaran, Auslegerboot, ein Segelboot; ne. catamaran; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. catamaran; E.: s. ne. catamaran, N., Katamaran; tamil. kattumaram, Sb., Auslegerboot; vgl. tamil. kattu, V., binden; tamil. maram, Sb., Baumstamm; L.: Kluge s. u. Katamaran, fehlt DW, Duden s. u. Katamaran; Son.: vgl. nndl. catamaran, Sb., Katamaran; frz. catamaran, M., Katamaran; nschw. katamaran, Sb., Katamaran; nnorw. katamaran, M., Katamaran; kymr. catamarán, F., Katamaran; lit. katamaranas, M., Katamaran; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Tamilischen (Baumstamm binden) aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen in Polynesien seit 3500 Jahren entwickeltes und verwendetes schnelles offenes Segelboot mit zwei durch Decks (oder Querstangen) verbundenen Rümpfen (oder Baumstämmen); BM.: binden, Baumstamm; F.: Katamaran, Katamarans, Katamarane, Katamaranen+FW(+EW); Z.: Kata-maran
Katapult, nhd., F., N., M., (18. Jh.): nhd. Katapult, Schleudermaschine; ne. catapult; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. catapulta; E.: s. lat. catapulta, F., Wurfmaschine, Katapult, (um 50 v. Chr.); gr. καταπέλτης (katapéltēs), M., Katapult, Wurfmaschine; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. πάλλειν (pállein), V., schwingen, schütteln; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Katapult, fehlt DW, EWD s. u. Katapult, Duden s. u. Katapult; Son.: vgl. nndl. katapult, Sb., Katapult; frz. catapulte, M., Katapult; nschw. katapult, Sb., Katapult; nnorw. katapult, M., Katapult; kymr. catapwlt, M., Katapult; nir. catapalt, M., Katapult; lit. katapulta, F., Katapult; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht in dem 4. Jh. v. Chr. in Syrakus zu einem Schleudern oder Werfen von Gegenständen entwickelte und seitdem zeitweise verwendete Maschine; BM.: neben, schwingen bzw. gießen?; F.: Katapult, Katapulte, Katapulten+FW(+EW); Z.: Kata-pul-t
$katapultieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. katapultieren, mit einem Katapult werfen; E.: s. Katapult, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. Katapult, fehlt DW, EWD s. u. Katapult; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Katapult und ier sowie en gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einem Katapult werfen oder schleudern; F.: katapultieren, katapultiere, katapultierst, katapultiert, katapultierest, katapultieret, katapultierte, katapultiertest, katapultierten, katapultiertet, ##katapultiert, katapultierte, katapultiertes, katapultiertem, katapultierten, katapultierter##, katapultierend, ###katapultierend, katapultierende, katapultierendes, katapultierendem, katapultierenden, katapultierender###, katapultier (!)+FW+EW; Z.: kata-pul-t-ier-en
Katarakt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Katarakt, Stromschnelle, Wasserfall, Augenlinsentrübung, grauer Star; ne. cataract; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. cataracta; E.: s. lat. cataracta, F., Katarakt, Schutzgatter, Schleuse, Rotgans, (23/24-79 n. Chr.); lat. cataractēs, Katarakt, Schutzgatter, Schleuse; gr. καταρράκτης (katarráktēs), F., Wassersturz; vgl. gr. καταρράκτης (katarráktēs), Adj., herabfallend, herabstürzend, abschüssig; gr. καταρραττειν (katarattein), V., herabstürzen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ραττειν (rattein), ρασσειν (rassein), V., schlagen, niederschmettern, umstoßen, niederwerfen; idg. *u̯rāg̑ʰ- (2), *u̯rəg̑ʰ-, V., schlagen?, stoßen?, Pokorny 1181 (2039/115) (RB. idg. aus gr., slaw.?); L.: Kluge s. u. Katarakt, DW 11, 273, EWD s. u. Katarakt, Duden s. u. Katarakt; Son.: vgl. nndl. cataract, Sb., Katarakt; frz. cataracte, F., Katarakt; nschw. katarakt, Sb., Katarakt; nnorw. katarakt, M., Katarakt; poln. katarakta, F., Katarakt; kymr. cataract, M., Katarakt; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich vorhandene Stromschnelle oder einen Wasserfall oder eine Augenlinsentrübung (durch eine ärztliche Operation mittels Einsetzen einer künstlichen Linse aus Glas oder Plastik wie – faltbar - Acryl oder Silikon oder Hydrogel oder – hart - Polymethylmethacrylat zwischen Iris und Glaskörper des Auges grundsätzlich gut behebbarer grauer Star); BM.: neben, schlagen; F.: Katarakt, Katarakts, Kataraktes, Katarakte, Katarakten+FW(+EW); Z.: Kata-rakt
Katarrh, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Katarrh, Schnupfen (M.); ne. catarrh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. catarrhus; E.: s. lat. catarrhus, M., Katarrh, Schnupfen (M.), (23/24-79 n. Chr.); gr. κατάρρους (katárrhus), M., Katarrh; vgl. gr. καταρρειν (katarrein), V., herabfließen, herabfallen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ρειν (rein), V., fließen; idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Katarrh, DW 11, 273, EWD s. u. Katarrh, Duden s. u. Katarrh; Son.: vgl. nndl. catarre, Sb., Katarrh; frz. catarrhe, M., Katarrh; nschw. katarr, Sb., Katarrh; nnorw. katarr, M., Katarrh; poln. katar, M., Katarrh; kymr. catâr, M., Katarrh; nir. catarra, M., Katarrh; lit. kataras, M., Katarrh; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Schleimhautentzündung besonders der Atmungsorgane des Menschen; BM.: neben, fließen; F.: Katarrh, Katarrhs, Katarrhe, Katarrhen+FW+EW?; Z.: Kata-rrh
Kataster, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Kataster, Grundstücksverzeichnis; ne. cadastre, land register; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. catasto; E.: s. it. catasto, M., Steuerregister, Zinsregister; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von gr. (byz.) katásticha, F., Liste; L.: Kluge s. u. Kataster, EWD s. u. Kataster, Duden s. u. Kataster; Son.: vgl. nndl. kadaster, Sb., Kataster; frz. cadastre, M., Kadaster; nschw. kataster, Sb., Kataster; poln. kataster, M., Kataster; lit. kadastras, M., Kataster; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Griechischen (Byzantinischen) kommende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und amtlich geführtes Grundstücksverzeichnis; BM.: Liste?; F.: Kataster, Kastasters, Katastern+FW(+EW); Z.: Katast-er
$Katasteramt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Katasteramt; E.: s. Kataster, s. Amt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kataster; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kataster und Amt gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für die Führung des Katasters entwickeltes und verwendetes Amt; F.: Katasteramt, Katasteramts, Katasteramtes, Katasterämter, Katasterämtern+FW+EW?; Z.: Katast-er—am-t
$katastrophal, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. katastrophal, eine Katastrophe betreffend; E.: s. Katastroph(e), s. al; L.: Kluge s. u. Katastrophe, fehlt DW, EWD s. u. Katastrophe; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Katastroph(e) and al gebildete Bezeichnung für eine Katastrophe betreffend; F.: katastrophal, katastrophale, katastrophales, katastrophalem, katastrophalen, katastrophaler(, katastrophalere, katastrophaleres, katastrophalerem, katastrophaleren, katastrophalerer, katastrophalst, katastrophalste, katastrophalstes, katastrophalstem, katastrophalsten, katastrophalster)+FW(+EW); Z.: kata-stroph-al
Katastrophe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Katastrophe, schweres Unglück; ne. catastrophe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. catastropha; E.: s. lat. catastropha, F., Umkehr, Wendung, Wendepunkt, Katastrophe, (vor 66 n. Chr.); lat. catastrophē, Umkehr, Wendung, Wendepunkt, Katastrophe; s. gr. καταστροφή (katastrophḗ), F., Umkehr, Umsturz; vgl. gr. καταστρέφειν (katastréphein), V., umkehren, umwenden; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, winden, wenden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Katastrophe, fehlt DW, EWD s. u. Katastrophe, Duden s. u. Katastrophe; Son.: vgl. nndl. catastrofe, Sb., Katastrophe; frz. catastrophe, F., Katastrophe; nschw. katastrof, Sb., Katastrophe; nnorw. katastrofe, M., Katastrophe; poln. katastrofa, F., Katastrophe; kymr. catastroffe, M., Katastrophe; nir. catastróf, F., Katastrophe; lit. katastrofa, F., Katastrophe; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schweres Unglück; BM.: neben, drehen; F.: Katastrophe, Katastrophen+FW(+EW); Z.: Kata-stroph-e
Kate, Kote, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Kate, Kote, Hütte, kleines und ärmliches Haus; ne. cot, cottage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1180 (Pilatus); E.: mhd. kote (1), sw. M., Kate, Hütte; mnd. kāte, M., F., Kate, Hütte, kleines Haus, bescheidene Wohnung, Haus eines landwirtschaftlichen Beschäftigten, Haus eines Tagelöhners; mnd. kōte, kotte, kȫte, ku̯te, koete, köte, kōt*, M., F., „Kate“, Hütte, kleines Haus, bescheidene Wohnung, Haus eines landwirtschaftlichen Beschäftigten, Haus eines Tagelöhners; ahd. -; as. *kot? (2), *kott?, Sb., Häuschen, Kapelle; anfrk. -; vgl. germ. *kuta-, *kutam, st. N. (a), Hütte, Zelt; s. idg. *geud-, *gud-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kot 1, Kluge s. u. Kate, DW 11, 1882, EWD s. u. Kate, Falk/Torp 47, Duden s. u. Kate, Bluhme s. u. Kate; Son.: vgl. afries. -; ae. cot, st. N. (a), Hütte, Häuschen, Schlafzimmer; ae. ciete, sw. F. (n), Hütte, Häuschen; an. kot, st. N. (a), Hütte; got. -; GB.: (kote) seit um 1180 belegte Bezeichnung für ein seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines und ärmliches Haus; BM.: biegen bzw. wölben; F.: Kate, Katen, Kote, Koten+EW; Z.: Kat-e
Katechese, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Katechese, Unterweisung; ne. catechesis; Vw.: -; Hw.: s. Katechet, Katechismus; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. κατήχησις (katḗchēsis); E.: gr. κατήχησις (katḗchēsis), F., mündliche Unterweisung; vgl. gr. κατηχίζειν (katēchízein), V., unterrichten; gr. κατήχειν (katḗchein), V., unterrichten, belehren, benachrichtigen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἠχηειν (ēchein), V., schallen, tönen; idg. *u̯ā̆gʰ-, *su̯ā̆gʰ-, V., schreien, schallen, Pokorny 1110 (1932/8) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); idg. *u̯ā̆-?, V., tönen, schallen, Pokorny 1110; L.: Kluge s. u. Katechismus, fehlt Katechese DW, EWD s. u. Katechismus, Duden s. u. Katechese; Son.: vgl. nndl. catechese, Sb., Katechese; frz. catéchèse, F., Katechese; nnorw. katekese, M., Katechese; poln. katecheza, F., Katechese; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache mögliche Unterweisung oder die Vermittlung der christlichen Botschaft; BM.: neben, tönen bzw. schallen; F.: Katechese, Katechesen+FW+EW; Z.: Kat-ech-es-e
Katechet, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Katechet, Religionslehrer; ne. catechist; Vw.: -; Hw.: s. Katechese, Katechismus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr. κατηχητής (katēchētḗs); E.: s. gr. κατηχητής (katēchētḗs), M., Lehrer, Katechet; vgl. gr. κατηχίζειν (katēchízein), V., unterrichten; gr. κατήχειν (katḗchein), V., unterrichten, belehren, benachrichtigen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἠχηειν (ēchein), V., schallen, tönen; idg. *u̯ā̆gʰ-, *su̯ā̆gʰ-, V., schreien, schallen, Pokorny 1110 (1932/8) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); idg. *u̯ā̆-?, V., tönen, schallen, Pokorny 1110; L.: Kluge s. u. Katechismus, EWD s. u. Katechismus, Duden s. u. Katechet; Son.: vgl. nnorw. kateket, M., Katechet; poln. katecheta, M., Katechet; kymr. categydd, M., Katechet; nir. caiticesmóir, M., Katechet; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Religionslehrer (vor allem der Christen); BM.: neben, tönen bzw. schallen; F.: Katechet, Katecheten+FW(+EW); Z.: Kat-ech-et
Katechismus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Katechismus, Lehrbuch für den Glaubensunterricht; ne. catechism; Vw.: -; Hw.: s. Katechese, Katechet; Q.: um 1525 (Luther); I.: Lw. lat. catēchismus; E.: s. lat. catēchismus, M., Religionsbuch, Katechismus, Unterweisung in dem Glauben, (354-430 n. Chr.); gr. κατηχισμός (katēchismós), M., Unterweisung im Glauben; vgl. gr. κατηχίζειν (katēchízein), V., unterrichten; gr. κατήχειν (katḗchein), V., unterrichten, belehren, benachrichtigen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἠχηειν (ēchein), V., schallen, tönen; idg. *u̯ā̆gʰ-, *su̯ā̆gʰ-, V., schreien, schallen, Pokorny 1110 (1932/8) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); idg. *u̯ā̆-?, V., tönen, schallen, Pokorny 1110; L.: Kluge s. u. Katechismus, EWD s. u. Katechismus, Duden s. u. Katechismus; Son.: vgl. nndl. catechismus, Sb., Katechismus; frz. catéchisme, M., Katechismus; nschw. katekes, Sb., Katechismus; nnorw. katekisme, M., F., Katechismus; poln. katechizm, M., Katechismus; kymr. catecism, M., Katechismus; nir. caiticeasma, M., Katechismus; lit. katekizmas, M., Katechismus; GB.: seit um 1525 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das zuerst von Alkuin in England in dem 8. Jh. verfasste in Fragen und Antworten angelegte Lehrbuch für den christlichen Glaubensunterricht (Unterweisung in dem Glauben); BM.: neben, tönen bzw. schallen; F.: Katechismus, Katechismen+FW; Z.: Kat-ech-ism-us
$kategorial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kategorial, eine Kategorie betreffend; E.: s. Kategori(e), s. al (Suff.); L.: Kluge s. u. Kategorie, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kategori(e) und al (Suff.) gebildete und verwendete Bezeichnung für eine Kategorie betreffend; F.: kategorial, kategoriale, kategoriales, kategorialem, kategorialen, kategorialer+FW(+EW); Z.: kat-eg-or-i-al
Kategorie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kategorie, Gattung, Gruppe, Rubrik; ne. category; Vw.: -; Hw.: s. kategorisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. catēgoria; E.: s. lat. catēgoria, F., Schmährede, Prädikat, Eigenschaft, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. κατηγορία (katēgoría), F., Tadel, Beschwerde, Klage; vgl. gr. κατηγορειν (katēgorein), V., anklagen, aussagen, tadeln; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἀγορεύειν (agoreúein), V., sagen, sprechen, öffentlich reden; gr. ἀγορά (agorá), F., Versammlung der Bürger, Platz (M.) (1); idg. *ger- (1), *gere-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kategorie, fehlt DW, EWD s. u. Kategorie, Duden s. u. Kategorie; Son.: vgl. nndl. categorie, Sb., Kategorie; frz. catégorie, F., Kategorie; nschw. kategori, Sb., Kategorie; nnorw. kategori, M., Kategorie; poln. kategoria, F., Kategorie; kymr. categori, M., Kategorie; nir. catagóir, F., Kategorie; lit. kategorija, F., Kategorie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in dessen Vorstellung mögliche Gattung oder Gruppe in die eine Gegebenheit eingeordnet werden kann oder wird wie beispielsweise unter Lebewesen der Mensch oder unter Größe zwei Meter lang oder unter Beschaffenheit rot oder begabt; BM.: neben, sammeln; F.: Kategorie, Kategorien+FW(+EW); Z.: Kat-e-gor-ie
$kategoriell, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. kategoriell, Kategorie betreffend; E.: s. Kategori(e), s. ell; L.: Kluge s. u. Kategorie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Kategori(e) und ell (Suff.) gebildete Bezeichnung für Kategorie betreffend; F.: kategoriell, kategorielle, kategorielles, kategoriellem, kategoriellen, kategorieller+FW(+EW); Z.: kat-eg-or-i-ell
kategorisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kategorisch, mit Nachdruck geschehend, keinen Widerspruch duldend, ausdrücklich, eindringlich, grundsätzlich, entschieden; ne. categorical; Vw.: -; Hw.: s. Kategorie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. catēgoricus; E.: s. lat. catēgoricus, Adj., zu dem Prädikat gehörig, zu der Kategorie gehörig, unbedingt, grundlegend, (um 300 n. Chr.); gr. κατηγορικός (katēgorikós), Adj., kategorisch; vgl. gr. κατηγορία (katēgoría), F., Tadel, Beschwerde, Klage; vgl. gr. κατηγορειν (katēgorein), V., anklagen, aussagen, tadeln; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἀγορεύειν (agoreúein), V., sagen, sprechen, öffentlich reden; gr. ἀγορά (agorá), F., Versammlung der Bürger, Platz (M.) (1); idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kategorie, fehlt DW, EWD s. u. Kategorie, Duden s. u. kategorisch; Son.: vgl. nndl. categoriaal, Adj., kategorisch; frz. catégorique, Adj., kategorisch; nschw. kategorisk, Adj., kategorisch; nnorw. kategorisk, Adj., kategorisch; poln. kategoryczny, Adj., kategorisch; nir. catagóireach, Adj., kategorisch; lit. kategoriškas, Adj., kategorisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für keinen Widerspruch duldend oder ausdrücklich oder eindringlich oder grundsätzlich oder entschieden; BM.: neben, sammeln; F.: kategorisch, kategorische, kategorisches, kategorischem, kategorischen, kategorischer+FW(+EW); Z.: kat-eg-or-isch
$kategorisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kategorisieren, Kategorien bilden, in Kategorien ordnen; E.: s. Kategori(e), s. is, s. ieren; L.: EWD s. u. Kategorie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kategori(e) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für Kategorien bilden oder in Kategorien ordnen; F.: kategorisieren, kategorisiere, kategorisierst, kategorisiert, kategorisierest, kategorisieret, kategorisierte, kategorisiertest, kategorisierten, kategorisiertet, ##kategorisiert, kategorisierte, kategorisiertes, kategorisiertem, kategorisierten, kategorisierter##, kategorisierend, ###kategorisierend, kategorisierende, kategorisierendes, kategorisierendem, kategorisierenden, kategorisierender###, kategorisier(!)+FW+EW; Z.: kat-eg-or-is-ier-en
Kater (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kater (M.) (1), männliche Katze; ne. tomcat; Vw.: -; Hw.: s. Katze; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. kater, st. M., Kater (M.) (1); mhd. katere, kater, sw. M., st. M., Kater (M.) (1); mnd. kāter (1), kater, M., Kater, männliche Katze; mnl. cater, M., Kater (M.) (1); ahd. kataro*, sw. M. (n), Kater (M.) (1); as. kataro, M., Kater; lat. cattus, M., Kater (M.) (1), (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kater, Kluge s. u. Kater 1, DW 11, 274, EWD s. u. Kater 1, EWAhd 5, 433, Duden s. u. Kater, Bluhme s. u. Kater; Son.: vgl. me. caterwrawe, V., miauen, schreien; nndl. kater, Sb., Kater (M.) (1); lit. kãtinas, M., Kater; GB.: (kataro*) seit 9. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit 30 Millionen Jahren nachweisbare männliche Katze; BM.: ?; F.: Kater, Katers, Katern+FW; Z.: Kat-er
Kater (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kater (M.) (2), Katzenjammer; ne. hangover; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem Biernamen Kater, vielleicht auch Einfluss von Katarrh; L.: Kluge s. u. Kater 2, EWD s. u. Kater 2, Duden s. u. Kater; Son.: vgl. nndl. kater, Sb., Kater (M.) (2); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Biernamen Kater und vielleicht unter Einfluss von Katarrh von Katarrh gebildete Bezeichnung für eine schlechte körperliche und seelische Verfassung nach übermäßigem Alkoholgenuss; BM.: Biername?; F.: Kater, Katers, Katern+FW?+EW?; Z.: Kat-er
Katharsis, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Katharsis, Reinigung, Befreiung von Konflikten; ne. catharsis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. κάθαρσις (kátharsis); E.: s. gr. κάθαρσις (kátharsis), F., Reinigung, Sühnung, Sühnopfer; vgl. gr. καθαιρεῖν (kathairein), V., niederreißen, abbrechen, zerstören; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. αἱρεῖν (hairein), V., an sich nehmen, nehmen, ergreifen, fangen; idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Katharsis; Son.: vgl. nndl. catharsis, Sb., Katharsis; frz. catharsis, F., Katharsis; nschw. katharsis, Sb., Katharsis; nnorw. katarsis, M., Katharsis; poln. katharsis, M., Katharsis; kymr. catharsis, M., Katharsis; lit. katarsis, M., Katharsis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Reinigung oder Läuterung der Seele von Leidenschaften als Wirkung des antiken Trauerspiels; BM.: neben, strömen; F.: Katharsis+FW; Z.: Kat-hars-is
Katheder, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Katheder, Pult, Podium, Lehrstuhl; ne. teacher’s desk; Vw.: -; Hw.: s. Kathedrale; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. cathedra; E.: s. lat. cathedra, F., Stuhl, Sessel, Lehnsessel, (65-8 v. Chr.); gr. καθέδρα (kathédra), F., Sitz, Stuhl; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Katheder, DW 11, 277, EWD s. u. Katheder, Duden s. u. Katheder; Son.: vgl. nndl. katheder, Sb., Katheder; nschw. kateder, Sb., Katheder; nnorw. kateter, N., Katheder; poln. katedra, F., Katheder; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Pult oder Podium oder einen Lehrstuhl; BM.: neben, sitzen; F.: Katheder, Katheders, Kathedern+FW(+EW); Z.: Kat-hed-er
Kathedrale, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kathedrale, Domkirche, große Kirche; ne. cathedral; Vw.: -; Hw.: s. Katheder; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. ecclēsia cathedrālis; E.: s. lat. ecclēsia cathedrālis, F., Kirche des Bischofssitzes; vgl. lat. cathedrālis, Adj., das Katheder betreffend, zu dem Kirchensitz gehörig, zu dem Bischofssitz gehörig, Bischofssitz..., Bischofs..., Kathedral..., (um 310-394 n. Chr.); vgl. lat. cathedra, F., Stuhl, Sessel, Lehnsessel; gr. καθέδρα (kathédra), F., Sitz, Stuhl; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kathedrale, DW 11, 277, EWD s. u. Kathedrale, Duden s. u. Kathedrale; Son.: vgl. nndl. kathedraal, Sb., Kathedrale; frz. cathédrale, F., Kathedrale; nschw. katedral, Sb., Kathedrale; nnorw. katedral, M., Kathedrale; poln. katedra, F., Kathedrale; kymr. cadeirlan, F., Kathedrale; lit. katedra, F., Kathedrale; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (ecclesia) cathedral(is) und e aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung und Verwendung einer bischöflichen Hauptkirche mögliche Domkirche oder große Hauptkirche des Christentums; BM.: neben, sitzen; F.: Kathedrale, Kathedralen+FW; Z.: Kat-hed-r-al-e
$Kathedralkirche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kathedralkirche; E.: s. Kathedral(e), s. Kirche; L.: Kluge s. u. Kathedrale, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kathedral(e) und Kirche gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung und Verwendung einer bischöflichen Hauptkirche mögliche Kathedrale oder Domkirche des Christentums, F.: Kathedralkirche, Kathedralkirchen+FW(+EW); Z.: Kat-hed-r-al—ki-r-ch-e
Kathete, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kathete, die dem rechten Winkel benachbarte(n) Seite(n) eines Dreiecks; ne. cathetus; Vw.: -; Hw.: s. Katheter; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. cathetus; E.: s. lat. cathetus, M., senkrechte Linie, Perpendikulärlinie, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κάθετος (káthetos), M., Senkblei; vgl. gr. καθιέναι (kathiénai), V., hinabsenden, hinabwerfen, herablassen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἱέναι (hiénai), V., schicken, senden, werfen, schleudern; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kathete, fehlt DW, EWD s. u. Kathete, Duden s. u. Kathete; Son.: vgl. nndl. kathete, Sb., Kathete; nschw. katet, Sb., Kathete; nnorw. katet, M., Kathete; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine der beiden die Schenkel des rechten Winkels bildenden Seiten eines sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen möglichen rechtwinkeligen Dreiecks in Gegensatz zu der Hypotenuse als der längsten und dem rechten Winkel gegenüberliegenden Seite; BM.: neben, werfen; F.: Kathete, Katheten+FW; Z.: Kat-he-t-e
Katheter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Katheter, ein Röhrchen; ne. catheter; Vw.: -; Hw.: s. Kathete; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. cathēter; E.: s. lat. cathēter, M., Katheter, (5. Jh. n. Chr.); gr. καθετήρ (kathetḗr), M., Herabsetzung, Herunterlassen; vgl. gr. καθιέναι (kathiénai), V., hinabsenden, hinabwerfen, herablassen; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἱέναι (hiénai), V., schicken, senden, werfen, schleudern; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Katheter, EWD s. u. Katheter, Duden s. u. Katheter; Son.: vgl. nndl. catheter, Sb., Katheter; frz. cathéter, M., Katheter; nschw. kateter, Sb., Katheter; nnorw. kateter, N., Katheter; kymr. cathetr, M., Katheter; lit. kateteris, M., Katheter; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen seit rund 3500 Jahren entwickeltes und verwendetes Röhrchen zu einer Einführung in Körperorgane wie den Harnweg oder die Harnblase oder das Herz; BM.: neben, werfen; F.: Katheter, Katheters, Kathetern+FW; Z.: Kat-he-t-er
$katheterisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. katheterisieren, einen Katheter einführen, kathetern; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Katheter, s. is, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Katheter; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Katheter und is und ieren gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Katheter einführen; F.: katheterisieren, katheterisiere, katheterisierst, katheterisiert, katheterisierest, katheterisieret, katheterisierte, katheterisiertest, katheterisierten, katheterisiertet, ##katheterisiert, katheterisierte, katheterisiertes, katheterisiertem, katheterisierten, katheterisierter##, katheterisierend, ###katheterisierend, katheterisierende, katheterisierendes, katheterisierendem, katheterisierenden, katheterisierender###, katheterisier (!)+FW+EW; Z.: kat-he-t-er-is-ier-en
$kathetern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kathetern, einen Katheter einführen, katheterisieren; Q.: um 1900; E.: s. Katheter, s. (e)n (Suff.); GB.: seit um 1900 belegte und aus Katheter und (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Katheter einführen; F.: kathetern, kathetere, katheter (!), katheterst, kathetert, katheterte, kathetertest, katheterten, kathetertet, gekathetert, ##gekathetert, gekatheterte, gekathetertes, gekathetertem, gekatheterten, gekatheterter##, katheternd, ###katheternd, katheterndes, katheterndem, katheternden, katheternder###, katheter (!)+FW; Z.: kat-he-t-er-n
Kathode, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kathode, negative Elektrode (Minuspol); ne. cathode; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. cathode; E.: s. ne. cathode, N., Kathode, negative Elektrode; gr. κάθοδος (káthodos), F., Hinabweg, Hinabsteigen, Rückweg, Heimkehr; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Kathode, fehlt DW, EWD s. u. Kathode, Duden s. u. Kathode; Son.: vgl. nndl. kathode, Sb., Kathode; frz. cathode, F., Kathode; nschw. katod, Sb., Kathode; nnorw. katode, M., Kathode; poln. katoda, F., Kathode; kymr. cathod, M., Kathode; nir. catóid, F., Kathode; lit. katodas, M., Kathode; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine negativ geladene Elektrode (Minuspol) in einer elektrolytischen Zelle der Elektrizität (in Gegensatz zu der Anode); BM.: neben, gehen; F.: Kathode, Kathoden+FW(+EW); Z.: Kat-hod-e
Katholik, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Katholik, katholischer Christ; ne. catholic (M.); Vw.: -; Hw.: s. katholisch; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. catholicus; E.: s. lat. catholicus, M., Rechtgläubiger?, Christ, Angehöriger der Christenheit, guter Christ, Katholik, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. catholicus, Adj., allgemein, rechtgläubig; gr. καθολικός (katholikós), Adj., allgemein, universal; gr. καθόλου (kathólou), Adv., im allgemeinen, überhaupt; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. katholisch, DW 11, 277, EWD s. u. katholisch, Duden s. u. Katholik; Son.: s. mhd. katolicō, sw. M., st. M., Katholikus, Oberhaupt der armenischen Kirche; vgl. nndl. katholiek, Sb., Katholik; frz. catholique, M., Katholik; nschw. katolik, Sb., Katholik; nnorw. katolikk, M., Katholik; poln. katolik, M., Katholik; kymr. catholig, M., Katholik; nir. caitliceach, M., Katholik; lit. katalikas, M., Katholik; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Anhänger der katholischen Kirche des Christentums (oder einen katholischen Christen); BM.: neben, ganz; F.: Katholik, Katholiken+FW(+EW); Z.: Kat-hol-ik
katholisch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. katholisch, Katholizismus betreffend, allgemein, rechtgläubig, die Kirche betreffend; ne. catholic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Katholik; Q.: Ende 8. Jh. (Goldast Benediktinerregel); I.: Lw. lat. catholicus; E.: ahd. katholik*, Adj., allgemein, katholisch; lat. catholicus, Adj., allgemein, rechtgläubig, (23/24-79 n. Chr.); gr. καθολικός (katholikós), Adj., allgemein, universal; gr. καθόλου (kathólou), Adv., im allgemeinen, überhaupt; vgl. gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ὅλος (hólos), Adj., ganz, völlig; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. katholisch, DW 11, 277, EWD s. u. katholisch, EWAhd 5, 433, Duden s. u. katholisch; Son.: vgl. nndl. katholiek, Adj., katholisch; frz. catholique, Adj., katholisch; nschw. katosk, Adj., katholisch; nnorw. katolsk, Adj., katholisch; poln. katoliski, Adj., katholisch; kymr. catholig, Adj., katholisch; nir. caitliceach, Adj., katholisch; lit. katalikiškas, katalikų, Adj., katholisch; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Christentums in der Vorstellung des Menschen mögliches allgemein oder rechtgläubig oder die Kirche betreffend; BM.: neben, ganz; F.: katholisch, katholische, katholisches, katholischem, katholischen, katholischer(, katholischere, katholischeres, katholischerem, katholischeren, katholischerer, katholischste, katholischstes, katholischstem, katholischsten, katholischster)+FW(+EW); Z.: kat-hol-isch
$Katholizismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Katholizismus, Geist und Lehre des katholischen Glaubens; E.: s. katholi(sch), s. z., s. ismus; L.: Kluge s. u. katholisch, fehlt DW, EWD s. u. katholisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus katholi(sch) und z sowie ismus gebildet Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entwicklung des Christentums mögliche Rechtgläubigkeit oder den Geist und die Lehre des katholischen Glaubens; F.: Katholizismus+FW(+EW?); Z.: Kat-hol-iz-ism-us
$Kätner, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Kätner; E.: s. Kat(e), s. n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kate, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kat(e) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Bewohner einer Kate, älter mhd. kotære*; F.: Kätner, Kätners, Kätnern+EW?; Z.: Kät-n-er
katschen, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. katschen, schmatzend kauen, schmatzen; ne. smack (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: vielleicht eine Ableitung von nhd. kauen (s. d.); L.: Kluge s. u. katschen, DW 11, 278, Duden s. u. katschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht mit kauen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches schmatzend kauen; BM.: ?; F.: katschen, katsche, katschst, katscht, katschest, katschet, katschte, katschtest, katschten, katschtet, gekatscht, ##gekatscht, gekatschte, gekatschtes, gekatschtem, gekatschten, gekatschter##, katschend, ###katschend, katschende, katschendes, katschendem, katschenden, katschender###, katsch (!)+EW; Z.: katsch-en
$Kattegat, nhd., N.. ?: nhd. Kattegat; E.: s. Katt, s. e., s. Gat; L.: Kluge s. u. Gat(t), fehlt DW; GB.: seit ? belegte und aus Katz(e) und Gat(t) (Loch) gebildete Bezeichnung für ein etwa 22000 Quadratkilometer umfassendes und durchschnittlich rund 80 Meter tiefes Seegebiet zwischen Dänemark und Schweden; F.: Kattegat, Kattegats+EW; Z.: Katt-e-gat
Kattun, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kattun, ein Baumwollgewebe; ne. cotton; Vw.: -; Hw.: s. Chitin; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. kattoen; E.: s. nndl. kattoen, Sb., Baumwolle; arab. qutn, qutún, Sb., Baumwolle; L.: Kluge 1. A. s. u. Kattun, Kluge s. u. Kattun, DW 11, 278, EWD s. u. Kattun, Duden s. u. Kattun; Son.: vgl. frz. toile de coton, F., Kattun; nschw. kattun, Sb., Kattun; nnorw. kattun, N., Kattun; kymr. cotwm, M., Baumwolle; nir. cotún, M., Baumwolle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit und zunächst in Indien entwickeltes und verwendetes sehr festes Gewebe aus Baumwolle; BM.: Baumwolle; F.: Kattun, Kattuns, Kattune, Kattunen+FW; Z.: Kattun
$kattunen, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kattunen, Kattun betreffend; E.: s. Kattun, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kattun; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kattun und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Kattun betreffend, F.: kattunen, kattunene, kattunenes, kattunenem, kattunenen, kattunener+FW(+EW); Z.: kattun-en
$katzbalgen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. katzbalgen, wie Katzen balgen, streiten; E.: s. Katz(e), s. balgen; L.: Kluge s. u. katzbalgen, DW 11, 279, EWD s. u. Balg; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Katz(e) und balgen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich (wie Katzen) balgen oder streiten; F.: katzbalgen, katzbalge, katzbalgst, katzbalgt, katzbalgest, katzbalget, katzbalgte, katzbalgtest, katzbalgten, katzbalgtet, gekatzbalgt, ##gekatzbalgt, gekatzbalgte, gekatzbalgtes, gekatzbalgtem, gekatzbalgten, gekatzbalgter##, katzbalgend, ###katzbalgend, katzbalgende, katzbalgendes, katzbalgendem, katzbalgenden, katzbalgender###, katzbalg)+EW; Z.: katz—bal-g-en
$katzbuckeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. katzbuckeln; E.: s. Katz(e), s. buckeln; L.: fehlt DW, EWD s. u. Buckel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Katz(e) und buckeln gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches wie eine Katze einen Buckel machen oder später auch übertrieben unterwürfig sein (V.); F.: katzbuckeln, katzbuckel (!), katzbuckle, katzbuckele, katzbuckelst, katzbuckelt, katzbuckelte, katzbuckeltest, katzbuckelten, katzbuckeltet, gekatzbuckelt, ##gekatzbuckelt, gekatzbuckelte, gekatzbuckeltes, gekatzbuckeltem, gekatzbuckelten, gekatzbuckelter##, katzbuckelnd, ###katzbuckelnd, katzbuckelnde, katzbuckelndes, katzbuckelndem, katzbuckelnden, katzbuckelnder###, katzbuckel (!)+EW; Z.: katz—bu-ck-el-n
$Kätzchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Kätzchen; E.: s. Katz(e), s. chen; L.: DW 11, 280, EWD s. u. Katze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Katz(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche kleine Katze und übertragen (Adj.) für die flauschigen Blüten der Salweide; F.: Kätzchen, Kätzchens+EW; Z.: Kätz—chen
Katze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Katze, Mieze; ne. cat; Vw.: -; Hw.: s. Kater (1); Q.: 817? (Glosse); E.: mhd. katze, sw. F., Katze, Geldkatze, Belagerungsmaschine; mnd. katte, kat, F., Katze, eine Art Kornwurm, ein Belagerungswerkzeug, bewegliches Schutzdach für Belagerungsarbeiten, bewegliches Schutzgerüst für Belagerungsarbeiten, bewegliches Schutzhaus für Belagerungsarbeite; mnl. catte, F., Katze; ahd. kazza, sw. F. (n), Katze; as. -; vgl. anfrk. Cathem, ON, Katzenheim; germ. *katta, F., Katze; s. lat. catta, F., Katze, (390-406 n. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Katze, Kluge s. u. Katze, EWD s. u. Katze, DW 11, 280, EWAhd 5, 434, Duden s. u. Katze, Bluhme s. u. Katze; Son.: vgl. afries. katte, st. F. (ō), Katze; nnordfries. kaat, F., Katze; ae. catte, sw. F. (n), Katze; an. ketta, F., Katze; got. -; nndl. kat, Sb., Katze; frz. chatte, Sb., Katze; nschw. katta, Sb., Katze; nnorw. katt, katte, M., F., Katze; air. catt, M., Katze; kymr. cath, F., Katze; kymr. cath, F., Katze; nir. cat, M., Katze; apreuß. paustocatto, Sb., wilde Katze; lit. katė, F., Katze; lett. kaķis, M., Katze; ksl. kotъka, F., Katze; poln. kotka, F., Katze; GB.: vielleicht seit 817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vor 30 Millionen Jahren entstandenes und später von Menschen als Haustier besonders für die Mäusebekämpfung gehaltenes kleines Raubtier und andere von Menschen entwickelte Gegebenheiten; BM.: ?; F.: Katze, Katzen+FW; Z.: Katz-e
Katzelmacher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Katzelmacher, Italiener; ne. Italian (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Hybridbildung; ursprünglich für Grödner verwendet die ein hölzernes Küchengerät mit dem Namen Ggatzlen herstellten; tirol. ggotze, F., Schöpfkelle; venez. cazza, F., Schöpfkelle, Zinnlöffel; lat. cattia, F., Maurerkelle, Topf, Gefäß, Schmelztiegel, (4. Jh. n. Chr.); Etymologie unklar, vielleicht von gr. κύαθος (kýathos), M., Becher; s. Walde/Hofmann 1, 182; L.: Kluge s. u. Katzelmacher, fehlt DW, Duden s. u. Katzelmacher; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ggatzl(en) oder tirol. ggotz(e) und Macher gebildete eher geringschätzige Bezeichnung für Italiener; BM.: Tiegel, machen; F.: Katzelmacher, Katzelmachers, Katzelmachern+FW+EW; Z.: Katz-el-mach-er
$Katzenauge, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Katzenauge, Auge einer Katze, Rückstrahler; E.: s. Katze, s. n, s. Auge; L.: Kluge s. u. Katzenauge, DW 11, 292, EWD s. u. Katze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Auge gebildete Bezeichnung für das Auge einer Katze und übertragen (Adj.) für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Rückstrahler von Fahrzeugen; F.: Katzenauge, Katzenaugen+FW+EW; Z.: Katz-en—aug-e
$Katzenglimmer, nhd., M., (?): nhd. Katzenglimmer, Katzengold; E.: s. Katze, s. n, s. Glimmer; L.: Kluge s. u. Katzengold, DW 11, 255; GB.: seit (?) belegte und aus Katz(e) und en sowie Glimmer gebildete Bezeichnung für Glimmer oder Katzengold; F.: Katzenglimmer, Katzenglimmers+FW+EW; Z.: Katz-en—gli-mm-er
$Katzengold, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Katzengold, Katzenglimmer, Kirschharz, Gummi; E.: s. Katze, s. n, s. Gold; L.: Kluge s. u. Katzengold, DW 11m 295, EWD s. u. Katze; GB.: (katzengolt) seit 12. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Gold gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches goldgelbes Kirschharz oder Gummi; F.: Katzengold, Katzengolds, Katzengoldes+FW+EW; Z.: Katz-en—gol-d
$Katzengummi, nhd., M., (?): nhd. Katzengummi. Katzenglimmer, Kirschharz, Gummi; E.: s. Katze, s. n, s. Gummi; L.: Kluge s. u. Katzengold, DW 11, 295; GB.: seit (?) belegte und aus Katz(e) und en sowie Gummi gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches goldgelbes Kirschharz; F.: Katzengummi, Katzengummis+FW; Z.: Katz-en—gummi
$Katzenjammer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Katzenjammer; E.: s. Katze, s. n, s. Jammer; L.: Kluge s. u. Katzenjammer, DW 11, 196, EWD s. u. Katze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Jammer gebildete Bezeichnung für das Heulen einer Katze und danach übertragen (Adj.) auch das Jammern von Menschen beispielsweise nach übermäßigem Alkoholgenuss; F.: Katzenjammer, Katzenjammers+FW+EW; Z.: Katz-en—jam-m-er
$Katzenkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Katzenkopf; E.: s. Katz(e), s. en, s. Kopf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Kopf gebildete Bezeichnung für den Kopf einer Katze und übertragen (Adj,) für weitere Gegebenheiten; L.: Kluge s. u. Katzenkopf, DW 11, 297; F.: Katzenkopf, Katzenkopfs, Katzenkopfes, Katzenköpfe, Katzenköpfen+FW+EW; Z.: Katz-en—ko-pf
$Katzenmusik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Katzenmusik; Q.: 1691 (Stieler); E.: s. Katz(e), s. en, s. Musik; L.: DW 11, 298, EWD s. u. Katze; GB.: seit 1691 belegte und aus Katz(e) und en sowie Musik gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich belegtes Katzengeheul und übertragen (Adj.) für verstörende Musik; F.: Katzenmusik, Katzenmusiken+FW; Z.: Katz-en—mu-s-ik
$Katzensilber, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Katzensilber; E.: s. Katze, s. n, s. Silber; L.: Kluge s. u. Katzengold, DW 11, 300; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Silber gebildete volkstümliche Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr häufiges Glimmermineral; F.: Katzensilber, Katzensilbers+FW+EW; Z.: Katz-en—silb-er
$Katzensprung, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Katzensprung, kurze Entfernung; E.: s. Katz(e), s. en, s. Sprung; L.: DW 11, 301, EWD s. u. Katze; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Sprung gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Sprung einer Katze und danach für eine dem entsprechende kurze Entfernung; F.: Katzensprung, Katzensprungs, Katzensprunges, Katzensprünge, Katzensprüngen+FW+EW; Z.: Katz-en—s-pr-ung
$Katzentisch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Katzentisch, Nebentisch; E.: s. Katze, s. n, s. Tisch; L.: Kluge s. u. Katzentisch, DW 11, 302; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Katz(e) und en sowie Tisch gebildete Bezeichnung für einen für Katzen bestimmten untergeordneten Nebentisch; F.: Katzentisch, Katzentisches, Katzentischs, Katzentische, Katzentischen+FW; Z.: Katz-en—ti-sch
Katzoff, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Katzoff, Fleischer, Schlächter, Schlachter, Fleischhauer, Metzger; ne. butcher (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. wjidd. kazzow; E.: s. wjidd. kazzow, M., Fleischer; vgl. hebr. qaṣṣāv, M., Metzger; L.: Kluge s. u. Katzoff, fehlt DW, Duden s. u. Katzoff; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon seit der Arbeitsteilung möglichen Fleischer oder Schlächter oder Schlachter oder Fleischhauer oder Metzger; BM.: ?; F.: Katzoff, Katzoffs+FW; Z.: Katzoff
kaudern, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. kaudern, kollern, schwatzen; ne. talk (V.) gibberish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. kaudern, DW 11, 307, Duden s. u. kaudern; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wie ein Truthahn kollern oder schwatzen; BM.: lautmalend?; F.: kaudern, kaudere, kauder (!), kauderst, kaudert, kauderte, kaudertest, kauderten, kaudertet, gekaudert, ##gekaudert, gekaudertes, gekaudertem, gekauderten, gekauderter##, kaudernd, ###kaudernd, kaudernde, kauderndes, kauderndem, kaudernden, kaudernder###, kauder (!)+EW; Z.: kaud-er
kauderwelsch, nhd. (ält.), Adj., (16. Jh.): nhd. kauderwelsch, gemischt, unverständlich; ne. gibberish (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kūderwalisch*, kūderwalsch, Adj., kauderwelsch, unverständlich, fremdartig, falsch, unehrlich, weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von die Welschen von Chur (Rätoromanen); die Herkunft des Ortsnamens Chur ist bisher ungeklärt; für das Hinterglied s. germ. *waliska-, *waliskaz, Adj., welsch, fremd, z. T. Lw. lat.-kelt. Volca; L.: Kluge 1. A. s. u. kauderwelsch, Kluge s. u. kauderwelsch, EWD s. u. kauderwelsch, DW 11, 308, Duden s. u. kauderwelsch; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Chur und welsch verbindbare Bezeichnung für aus mehreren Sprachen gemischt oder unverständlich; BM.: Chur?, welsch?; F.: kauderwelsch+FW; Z.: kauder—welsch
$Kauderwelsch, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kauderwelsch; E.: s. kauderwelsch; L.: DW 11, 308, EWD s. u. kauderwelsch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kauderwelsch gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche aus mehreren Sprachen gemischte und damit unverständliche Sprache; F.: Kauderwelsch, Kauderwelsches, Kauderwelsche, Kauderwelschen+FW; Z.: Kauder—welsch
$kauderwelschen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. kauderwelschen, kauderwelsch sprechen, unverständlich sprechen; E.: s. kauderwelsch, s. en; L.: EWD s. u. kauderwelsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kauderwelsch und en gebildete Bezeichnung für in mehreren Sprachen gemischt und deshalb unverständlich sprechen; F.: kauderwelschen, kauderwelsche, kauderwelschst, kauderwelscht, kauderwelschest, kauderwelschet, kauderwelschte, kauderwelschtest, kauderwelschten, kauderwelschtet, gekauderwelscht, ##gekauderwelscht, gekauderwelschte, gekauderwelschtes, gekauderwelschtem, gekauderwelschten, gekauderwelschter##, kauderwelschend, ###kauderwelschend, kauderwelschende, kauderwelschendes, kauderwelschendem, kauderwelschenden, kauderwelschender###, kauderwelsch (!)+FW(+EW); Z.: kauder—welsch-en
Kaue, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kaue, fensterloser Raum, Waschkabine; ne. coop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Der Stricker); E.: mhd. kouwe, F., fensterloser Raum; lat. cavea, Höhlung, Vergitterung, Käfig, Sitzreihe, Zuschauerraum; vgl. lat. cavus (1), Adj., hohl, gehöhlt, in dem Inneren leer, mit einem Loch behaftet, gewölbt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kaue, Kluge s. u. Kaue, DW 11, 310, Duden s. u. Kaue; GB.: (kouwe) seit 1233-1267 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Gebäude über der Schachtöffnung eines Bergwerks oder für eine Waschkabine; BM.: wölben; F.: Kaue, Kauen+FW(+EW); Z.: Kau-e
kauen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kauen, beißen, nagen; ne. chew (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kiuwen, st. V., kauen; mnd. kouwen (1), kauwen, kowen, kauen, kuwen, sw. V., kauen, zerkauen, verzehren, fressen; mnl. cauwen, couwen, cowen, keuwen, cuwen, sw. V., kauen; ahd. kiuwan*, kūwen*, st. V. (2a), kauen, verzehren, zerkauen, zermalmen, vertilgen; as. kiuwan*, kiwan*, st. V. (2a), kauen; anfrk. -; germ. *kewwan, st. V., kauen; idg. *gi̯eu-, *geu-, *g̑i̯eu-, *g̑eu-, *g̑i̯euh₂-, g̑i̯euh₃-, V., kauen, Pokorny 400 (566/50) (RB. idg. aus iran., arm., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kauen, Kluge s. u. kauen, DW 11, 311, EWD s. u. kauen, EWAhd 5, 547, Duden s. u. kauen, Bluhme s. u. kauen; Son.: vgl. nwestfries. kōgje, V., kauen; saterl. kauje, V., kauen; ae. céowan, st. V. (2), kauen, nagen, essen; an. tyggja, tyggva, st. V., kauen, essen; got. -; nndl. kauwen, V., kauen; nschw. tugga, V., kauen; nnorw. tyggje, V., kauen; serb.-ksl. ževat, V., kauen; toch. A śwāṣ, V., isst; toch. B śuwaṃ, V., isst; GB.: (kiuwan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung höherer Tiere und damit vormenschlich mögliche Essbares mit den Zähnen zerkleinern; BM.: essen?; F.: kauen, kaue, kaust, kaut, kauest, kauet, kaute, kautest, kauten, kautet, gekaut, ##gekaut, gekaute, gekautes, gekautem, gekauten, gekauter##, kauend, ###kauend, kauende, kauendes, kauendem, kauenden, kauender###, kau (!)+EW; Z.: kau-en
kauern, nhd., V., (13. Jh.): nhd. kauern, zusammengekrümmt hocken; ne. perch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: vgl. mhd. kūren (1), sw. V., kauern, hocken; mnd. kūren (1), kǖren*, sw. V., auflauern, ausspähen, ausspionieren, spähend schauen; germ. *kūrēn, sw. V., kauern, hocken; idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. kauern, Kluge s. u. kauern, DW 11, 314, EWD s. u. kauern, Duden s. u. kauern, Bluhme s. u. kauern; GB.: (kūren) seit 1275-1300 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches zusammengekrümmt hocken; BM.: biegen; F.: kauern, kauere, kauer (!), kaure, kauerst, kauert, kauerte, kauertest, kauerten, kauertet, gekauert, ###gekauert, gekauerte, gekauertes, gekauertem, gekauerten, gekauerter###, kauernd, ###kauernd, kauernde, kauerndes, kauerndem, kauernden, kauernder###, kauer (!)+EW; Z.: kau-er-n
Kauf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kauf, Ankauf; ne. business, trade (N.), purchase (N.); Vw.: s. Lei-, Wein-, Unter-, Ver-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); I.: Lw.; E.: mhd. kouf, keuf, st. M., Kauf, Verkauf, Kaufvertrag, Kaufmannsware, käufliche Ware, Handel, Tätigkeit als Kaufmann, Kaufpreis, Tausch; mnd. kōp, koep, koyp, koup, M., Kauf, Kaufgeschäft, Kaufvertrag, Verkauf, Handel, Kaufpreis, Kaufgegenstand, Ware; mnl. coop, M., Kauf; ahd. kouf* (1), st. M. (a?, i?), Kauf, Geschäft, Handel, Tausch, Verkauf, Kaufpreis, Gewinn; as. kôp*, st. M. (a), Kauf; lat. caupo, M., Krämer, Schankwirt; vgl. gr. κάπηλος (kápēlos), M., Kleinhändler, Krämer; gr. κάπη (kápē), F., Krippe, Happen, Bissen; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kaufen, DW 11, 315, EWD s. u. kaufen, EWAhd 5, 723, Duden s. u. Kauf; Son.: vgl. afries. kâp, st. M. (a), Kauf, Kaufwert, Verkauf; ae. céap, st. M. (a), Kauf, Verkauf, Handel, Gewinn, Zahlung; an. kaup, st. N. (a), Kauf, gekaufte Sache; got. *kaup, kaupa?, Sb., Handel, Kauf; nndl. koop, Sb., Kauf; nschw. köp, N., Kauf; nnorw. kjøp, N., Kauf; GB.: (kouf) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Erwerb eines Gegenstands zu Eigentum gegen Entgelt; BM.: fassen; F.: Kauf, Kaufes, Kaufs, Käufe, Käufen+FW(+EW); Z.: Kauf
$Kaufbrief, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kaufbrief; E.: s. Kauf, s. Brief; L.: EWD s. u. Brief; GB.: (koufbrief) seit 1305 belegte und aus Kauf und Brief gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung des Kaufes und der Urkunde durch Menschen mögliche Urkunde über einen Kauf; F.: Kaufbrief, Kaufbriefs, Kaufbriefes, Kaufbriefe, Kaufbriefen+FW; Z.: Kauf—brief
kaufen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kaufen, käuflich erwerben; ne. buy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kuff; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. koufen, keufen, sw. V., handeln, kaufen; mnd. kȫpen (1), koupen, köpen, kōpen, sw. V., handeln, Handel treiben, ein Kaufgeschäft abschließen, kaufen, durch Kauf erwerben; mnl. copen, sw. V., kaufen; ahd. koufen*, sw. V. (1a), kaufen, erwerben, handeln, erkaufen, loskaufen, Handel treiben, tauschen; ahd. koufōn, sw. V. (2), kaufen, verkaufen, käuflich erwerben, handeln, Handel treiben; as. kôpian*, sw. V. (1a), kaufen; as. kôpon*, sw. V. (2), kaufen, erhandeln, büßen; anfrk. -; germ. *kaupjan, sw. V., handeln, kaufen; lat. caupōnārī, V., kaufen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. caupo, M., Krämer, Schankwirt; vgl. gr. κάπηλος (kápēlos), M., Kleinhändler, Krämer; gr. κάπη (kápē), F., Krippe, Happen, Bissen; vgl. idg. *kap-, kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. kaufen, Kluge s. u. kaufen, DW 11, 323, EWD s. u. kaufen, EWAhd 5, 724, EWAhd 5, 727, Duden s. u. kaufen, Bluhme s. u. kaufen; Son.: vgl. afries. kâpia, sw. V. (2), kaufen; ae. cíepan, céapian, sw. V. (1), kaufen verkaufen, handeln; an. kaupa, sw. V. (1?), kaufen, handeln, tauschen; an. keypa, sw. V. (1), kaufen; got. kaupōn, sw. V. (2), Geschäfte machen, Handel treiben; nndl. kopen, V., kaufen; nschw. köpa, V., kaufen; nnorw. kjøpe, V., kaufen; GB.: (koufen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Geldes durch Menschen mögliches einen Gegenstand gegen Entgelt zu Eigentum auf Dauer von einem anderen erwerben; BM.: fassen; F.: kaufen, kaufe (!), kaufst, kauft, kaufest, kaufet, kaufte, kauftest, kauften, kauftet, gekauft, ##gekauft, gekaufte, gekauftes, gekauftem, gekauften, gekaufter##, kaufend, ###kaufend, kaufende, kaufendes, kaufendem, kaufenden, kaufender###, kauf (!)+FW+EW?; Z.: kauf-en
$Käufer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Käufer, Kaufender; Vw.: s. Ver-; E.: s. kauf(en), s. er (Suff.); L.: DW 11, 330, EWD s. u. kaufen; GB.: (koufāri*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus kauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Händler und einen Erwerber von Eigentum gegen Entgelt; F.: Käufer, Käufers, Käufern+FW(+EW); Z.: Käuf-er
$Käuferin, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Käuferin; Vw.: s. Ver-; E.: s. Käufer, s. in; L.: DW 11, 331; GB.: (koufærinne*) seit 13. Jh. belegte und aus Käufer und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld mögliche Erwerberin von Eigentum gegen Entgelt; F.: Käuferin, Käuferinnen+FW+EW; Z.: Käuf-er-in
$Kaufladen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kaufladen; E.: s. kauf(en) und Laden (M.); L.: DW 11, 334, EWD s. u. Laden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kauf und kauf(en) und Laden (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit Entwicklung von Geld entwickelten und verwendeten Laden (M.) für einen Kauf einschließlich später eines Kinderspielzeugs Laden für einen Kauf; F.: Kaufladen, Kaufladens, Kaufläden+FW+EW; Z.: Kauf—lad-en
$käuflich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. käuflich, feil, Kauf betreffend; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. Kauf, s. lich; L.: DW 11, 336, EWD s. u. kaufen; GB.: seit 11. Jh. (kouflīh*) belegte und aus Kauf und lich gebildete Bezeichnung für einen Kauf betreffend oder feil oder zu Eigentum gegen Geld auf Dauer erwerbbar; F.: käuflich, käufliche, käufliches, käuflichem, käuflichen, käuflicher(, käuflichere, käuflicheres, käuflicherem, käuflicheren, käuflicherer, käuflichst, käuflichste, käuflichstes, käuflichstem, käuflichsten, käuflichster)+FW+EW; Z.: käuf—lich
$Kaufmann, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kaufmann, Händler; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. Kauf, s. Mann; L.: DW 11, 336, EWD s. u. kaufen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Kauf und kauf(en) und Mann gebildete Bezeichnung für einen Händler; F.: Kaufmann, Kaufmanns, Kaufmannes, Kaufmänner, Kaufmännern+FW+EW; Z.: Kauf—man-n
$Kaugummi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kaugummi, ein Genussmittel; Q.: 1920-1930; I.: Lüs. ne. chewing gum; E.: s. kau(en), s. Gummi; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus kau(en) und Gummi gebildete und dem Neuenglischen chewing gum als Lehnübertragung nachgebildete Bezeichnung für ein von Thomas Adams in den Vereinigten Staaten von Amerika seit 1872 industriell hergestelltes vor allem auf der Grundlage von Zucker und Polymeren aus Erdöl hergestelltes eher schädliches Genussmittel; L.: fehlt DW, EWD s. u. kauen; F.: Kaugummi, Kaugummis+EW+FW; Z.: Kau—gummi
$Kaulbarsch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kaulbarsch; E.: s. Kaul, (s. Kugel,) s. Barsch; L.: Kluge s. u. Kaulquappe, EWD s. u. Kaulbarsch; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Kaul und Barsch gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen in Mitteleuropa und Osteuropa verbreiteten kleineren kugeligen Speisefisch; F.: Kaulbarsch, Kaulbarsches, Kaulbarschs, Kaulbarsche, Kaulbarschen+EW; Z.: Kau-l—barsch
$Käulchen, nhd., N.., (17. Jh.?): nhd. Käulchen; E.: s. Kaul, s. chen; L.: DW 11, 348, EWD s. u. Kaulbarsch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kaul und chen gebildete Bezeichnung für Kügelchen und auch für Grübchen; F.: Käulchen, Käulchens+EW; Z.: Käu-l—chen
$Kaulkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kaulkopf; L.: Kluge s. u. Kaulquappe, DW 11, 351; E.: s. Kaul, s. Kopf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kaul (Kugel) und Kopf gebildete Bezeichnung für einen Fisch und einen Frosch; F.: Kaulkopf, Kaulkopfs, Kaulkopfes, Kaulköpfe, Kaulköpfen+EW; Z.: Kau-l—ko-pf
Kaulquappe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kaulquappe, das frühe Entwicklungsstadium des Froschlurchs oder Frosches; ne. tadpole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Vorderglied s. mhd. kiule, kūle, sw. F., Keule, Stock, Stange; ahd. *kuli?, Sb., Keule; germ. *kūlō, st. F. (ō), Kugel, Beutel (M.) (1), Keule; germ. *kūlō-, *kūlōn, sw. F. (n), Kugel, Beutel (M.) (1), Keule; idg. *geulos, Sb., Gefäß, Kugel, Pokorny 396; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Hinterglied s. nhd. Quappe; L.: Kluge 1. A. s. u. Kaulbarsch, Kluge s. u. Kaulquappe, DW 11, 352, EWD s. u. Kaulbarsch, Duden s. u. Kaulquappe, Bluhme s. u. Kaulquappe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kaul (germ. *kūlō, F., Kugel) und Quappe gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche in Wasser lebende schwarze und kugelige sowie einen Schwanz habende Larve eines Froschlurchs aus der sich in dem Wasser der Froschlurch einschließlich des Frosches entwickelt; BM.: Kugel, tauchen; F.: Kaulquappe, Kaulquappen+EW; Z.: Kau-l—quapp-e
kaum, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. kaum, so gut wie gar nicht, fast gar nicht; ne. hardly, barely; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 830 (Tatian); E.: mhd. kūme (2), kūm (2), Adv., kaum, schwerlich, nicht; mnd. kūme, kumm, queme, kūm, kuem, Adv., kaum, mit Mühe, nur mit Mühe, mit Mühe und Not, beinahe nicht, so gut wie nicht; mnl. cume, Adv., mit Mühe, zur Not, beinahe; ahd. kūmo*, Adv., kaum, schwerlich, mit Mühe, mühsam, beinahe nicht, unwillig, widerwillig; as. -; anfrk. -; s. germ. *kūma-, *kūmaz, *kūmja-, *kūmjaz, Adj., schwach, kläglich; vgl. idg. *gō̆u-, *gou̯ə-, *gū-, geuH-, V., rufen, schreien, Pokorny 403 (574/58) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kaum, Kluge s. u. kaum, DW 11, 352, EWD s. u. kaum, EWAhd 5, 872, Falk/Torp 45, Heidermanns 345, Duden s. u. kaum, Bluhme s. u. kaum; GB.: (kūmo) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für so gut wie gar nicht oder fast gar nicht; BM.: schwach; F.: kaum+EW; Z.: kau-m
kausal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kausal, ursächlich; ne. causal; Vw.: -; Hw.: s. Causa, Kausativ, Kausalität; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. causālis; E.: s. lat. causālis, Adj., zur Ursache gehörig, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kausal, fehlt DW, EWD s. u. kausal, Duden s. u. kausal; Son.: vgl. nndl. causaal, Adj., kausal; frz. causal, Adj., kausal; nschw. kausal, Adj., kausal; nnorw. kausal, Adj., kausal; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ursächlich oder auf dem Verhältnis von Ursache und Wirkung beruhend; BM.: hauen; F.: kausal, kausale, kausales, kausalem, kausalen, kausaler+FW(+EW); Z.: kau-s-al
Kausalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kausalität, Ursächlichkeit; ne. causality; Vw.: -; Hw.: s. kausal, Causa, Kausativ; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. causālitās; E.: s. lat. causālitās, F., Ursächlichkeit, ursächliche Wirkung, Wirksamkeit, Kausalzusammenhang, Kausalverhältnis; vgl. lat. causālis, Adj., zur Ursache gehörig; vgl. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kausal, fehlt DW, EWD s. u. kausal, Duden s. u. Kausalität; Son.: vgl. nndl. causaiteit, Sb., Kausalität; frz. causalité, F., Kausalität; nschw. kausalitet, Sb., Kausalität; nnorw. kausalitet, M., Kausalität; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ursächlichkeit oder das Verhältnis von Ursache und Wirkung; BM.: hauen; F.: Kausalität, Kausalitäten+FW(+EW); Z.: Kau-s-al-it-ät
$Kausalsatz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kausalsatz; E.: s. kausal, s. Satz; L.: fehlt DW, EWD s. u. kausal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kausal und Satz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon bald nach Entwicklung von Sprache entwickelten Nebensatz der einen Grund für einen Sachverhalt des Hauptsatzes benennt und meist mit da oder weil eingeleitet wird wie beispielsweise er lernt weil er viel wissen möchte oder sie trinkt weil sie Durst hat; F.: Kausalsatz, Kausalsatzes, Kausalsätze, Kausalsätzen+FW+EW; Z.: Kau-s-al—satz
$Kausalverbindung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kausalverbindung, Kausalität, Kausalzusammenhang; Q.: um 1800; E.: s. kausal, s. Verbindung; L.: fehlt DW, EWD s. u. kausal; GB.: um 1800 belegte und aus kausal und Verbindung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Kausalität oder ursächliche Verbindung zwischen zwei Gegebenheiten wonach A die Ursache von B ist wenn B von A erzeugt ist; F.: Kausalverbindung, Kausalverbindungen+FW+EW; Z.: Kau-s-al—ver—bind-ung
$Kausalzusammenhang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kausalzusammenhang; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. kausal, s. Zusammenhang; L.: fehlt DW, EWD s. u. kausal; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus kausal und Zusammenhang gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Kausalität oder ursächliche Verbindung (Kausalverbindung) zwischen zwei Gegebenheiten wonach A die Ursache von B ist wenn B von A erzeugt ist; F.: Kausalzusammenhang, Kausalzusammenhanges, Kausalzusammenhangs, Kausalzusammenhänge, Kausalzusammenhängen+FW+EW; Z.: Kau-s-al—zu-sam-m-en—hang
$kausativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kausativ, die Ursache bezeichnend; E.: s. lat. causātīvus, Adj., ursächlich, bewirkend, Rechtssache feststellend, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kausativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Ursache bezeichnend; F.: kausativ, kausative, kausatives, kausativem, kausativen, kausativer+FW(+EW); Z.: kau-s-at-iv
Kausativ, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kausativ, Bewirkungsverb; ne. causative (N.); Vw.: -; Hw.: s. kausal, Causa; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. causātīvus; E.: s. lat. causātīvus, Adj., ursächlich, bewirkend, Rechtssache feststellend, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kausativ, EWD s. u. kaustativ, Duden s. u. Kausativ; Son.: vgl. nndl. causatief, Sb., Kausativ; frz. causatif, M., Kausativ; nschw. kausativ, Sb., Kausativ; nnorw. kausativ, N., Kausativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Zeitwort des Veranlassens wie beispielsweise schwemmen für schwimmen machen oder sprengen für springen machen oder tränken für trinken machen; BM.: hauen; F.: Kausativ, Kausativs, Kausative, Kausativen+FW(+EW); Z.: Kau-s-at-iv
$Kausche, Kausch, nhd., F., (?): nhd. Kausche; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kausche, DW 11, 362; GB.: seit (?) belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Verstärkung eines Stahlseilauges oder ursprünglich einen eisernen Ring mit einer konkaven äußeren Rinne oder ein Gefäß; F.: Kausche, Kauschen+EW; Z.: Kausch-e
kaustisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kaustisch, scharf, brennend, ätzend, sarkastisch; ne. caustic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. causticus; E.: lat. causticus, Adj., brennend, beizend, ätzend, (23/24-79 n. Chr.); gr. καυστικός (kaustikós), Adj., brennend; vgl. gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: Kluge s. u. kaustisch, fehlt DW, Duden s. u. kaustisch; Son.: vgl. nndl. kaustisch, Adj., kaustisch; frz. caustique, Adj., kaustisch; nschw. kaustik, Adj., kaustisch; nnorw. kaustik, Adj., kaustisch; poln. kaustyczny, Adj., kaustisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für scharf oder brennend oder ätzend; BM.: brennen; F.: kaustisch, kaustische, kaustisches, kaustischem, kaustischen, kaustischer(, kaustischere, kaustischeres, kaustischerem, kaustischeren, kaustischerer, kaustischst, kaustischste, kaustischstes, kaustischstem, kaustischsten, kaustischster)+FW(+EW); Z.: kau-st-isch
$Kautabak, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kautabak, Priem; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. kau(en), s. Tabak; I.: Lüs. ne. chewing-tobacco; L.: DW 11, 363, EWD s. u. kauen; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus kau(en) und Tabak nach ne. chewing-tobacco gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und durch Kauen verwendetes sowie nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch Kolumbus von Amerika nach Europa gebrachtes Genussmittel aus Tabak; F.: Kautabak, Kautabakes, Kautabaks, Kautabake, Kautabaken+EW+FW; Z.: Kau—tab-ak
Kaute, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Kaute, Grube, Vertiefung in der Erde; ne. pit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: spätmhd. kūte, F., Kaute; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kaute, DW 11, 364, Duden s. u. Kaute; GB.: (mhd. küte) seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Grube oder Vertiefung in der Erde; BM.: ?; F.: Kaute, Kauten+EW?; Z.: Kaut-e
Kautel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kautel, Vorbehalt, Sicherheitsvorkehrung; ne. proviso; Vw.: -; Hw.: s. Kaution; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cautēla; E.: s. lat. cautēla, F., Behutsamkeit, Sicherstellung, Schutz, Schutzmittel, Kaution, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cavēre, V., auf der Hut sein (V.), sich hüten, sich vorsehen, sich in Acht nehmen; idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kautel, fehlt DW, Duden s. u. Kautel; GB.: seit 16. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Vorbehalt oder eine Sicherheitsvorkehrung; BM.: achten; F.: Kautel, Kautelen+FW+EW; Z.: Kau-t-el
kauterisieren, nhd., V., (17. Jh.?): nhd. kauterisieren, zerstören, veröden, verätzen; ne. cauterize; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. cautērizāre; E.: lat. cautērizāre, V., mit glühendem Eisen brennen, brandmarken, (4. Jh. n. Chr.?); gr. καυτηριάζειν (kautēriázein), V., mit glühendem Eisen brennen, brandmarken; vgl. gr. καυτήρ (kautḗr), M., Brenner, Brenneisen; gr. καίειν (kaíein), V., anzünden, brennen, verbrennen; idg. *k̑ēu- (2)?, *k̑əu-?, *k̑ū-?, V., anzünden, verbrennen, Pokorny 595 (913/145) (RB. idg. aus gr., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. kauterisieren; Son.: vgl. nndl. cauteriseren, V., kauterisieren; frz. cautériser, V., kauterisieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes durch Hitze oder Chemikalien zerstören oder veröden oder verätzen; BM.: anzünden; F.: kauterisieren, kauterisiere, kauterisierst, kauterisiert, kauterisierest, kauterisieret, kauterisierte, kauterisiertest, kauterisierten, kauterisiertet, ##kauterisiert, kauterisierte, kauterisiertes, kauterisiertem, kauterisierten, kauterisierter##, kauterisierend, ###kauterisierend, kauterisierende, kauterisierendes, kauterisierendem, kauterisierenden, kauterisierender###, kauterisier (!)+FW+EW; Z.: kau-t-er-is-ier-en
Kaution, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kaution, Bürgschaft, Sicherheitsleistung; ne. caution; Vw.: -; Hw.: s. Kautel; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. cautio; E.: s. mnd. kautiōn, caucion, F., Sicherheit, Kaution; lat. cautio, F., Behutsamkeit, Vorsicht, Sicherheit, Gewährleistung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cavēre, V., auf der Hut sein (V.), sich hüten, sich vorsehen, sich in Acht nehmen; idg. *keu- (1), *skeu- (4), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaution, fehlt DW, EWD s. u. Kaution, Duden s. u. Kaution; Son.: vgl. nndl. cautie, Sb., Kaution; frz. caution, F., Kaution; nschw. kaution, Sb., Kaution; nnorw. kausjon, M., Kaution; poln. kaucja, F., Kaution; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung von Geld als Sicherheitsleistung gegebene Bürgschaft oder Geldsumme; BM.: achten; F.: Kaution, Kautionen+FW(+EW); Z.: Kau-t-io-n
Kautschuk, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kautschuk, Gummi; ne. caoutchouc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. caoutchouc; E.: s. frz. caoutchouc, M., caoutchouc; vgl. span. caucho, M., Kautschuk?; aus einer peruanischen Indianersprache; s. Quechua kauchuk; L.: Kluge s. u. Kautschuk, DW 11, 366, EWD s. u. Kautschuk, Duden s. u. Kautschuk; Son.: vgl. nndl. caoutchouc, Sb., Kautschuk; nschw. kautschuk, Sb., Kautschuk; nnorw. kautsjuk, M., Kautschuk; poln. kauczuk, M., Kautschuk; nir. cúitiúc, M., Kautschuk; lit. kaučiukas, M., Kautschuk; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar einer Indianersprache in Peru aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den aus dem milchigen Saft verschiedener Tropenpflanzen gewonnenen natürlichen Rohstoff für die Herstellung des von Menschen entwickelten und verwendeten Gummi; BM.: ?; F.: Kautschuk, Kautschuks, Kautschuke, Kautschuken+FW(+EW); Z.: Kautschuk
Kauz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kauz, Sonderling; ne. fogey, coot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. kūz, st. M., Kauz; mhd. kūze, sw. M., Kauz; mnd. kūtz, M., Kauz, kleine Eule; wohl lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. Kauz, Kluge s. u. Kaus, DW 11, 366, EWD s. u. Kauz, Duden s. u. Kauz, Bluhme s. u. Kauz; GB.: (kūz) seit um 1340 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Eulen gehörenden kleineren Vogel sowie für einen Sonderling; BM.: lautmalend?; F.: Kauz, Kauzes, Käuze, Käuzen+EW; Z.: Kauz
$kauzen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. kauzen, kauern; E.: s. kauern; L.: Kluge 1. A. s. u. kauzen, DW 11, 370; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit kauern verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches kauern und auch andere Bedeutungen; F.: kauzen (!), kauze (!), kauzst, kauzt, kauzest, kauzet, kauzte, kauztest, kauzten, kauztet, gekauzt, ##gekauzt, gekauzte, gekauztes, gekauztem, gekauzten, gekauzter##, kauzend, ###kauzend, kauzende, kauzendes, kauzendem, kauzenden, kauzender###, kauz (!)+EW; Z.: kauz-en
$kauzig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. kauzig; E.: s. Kauz, s. kauz(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Kauz, DW 11, 372, EWD s. u. Kauz; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kauz und kauz(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wie ein Kauz seiend oder gekauert; F.: kauzig, kauzige, kauziges, kauzigem, kauzigen, kauziger(, kauzigere, kauzigeres, kauzigerem, kauzigeren, kauzigerer, kauzigst, kauzigste, kauzigstes, kauzigstem, kauzigsten, kauzigster)+EW; Z.: kauz-ig
Kavalier, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kavalier, Gentleman, besonders höflicher Mann; ne. cavalier; Vw.: -; Hw.: s. Kavallerie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. cavalier; E.: s. frz. cavalier, M., Reiter, Ritter; it. cavaliere, M., Reiter, Ritter; lat. caballārius, M., Pferdewärter, Pferdeknecht, Berittener, Reiter; vgl. lat. caballus, M., Pferd, Gaul, Ross; aus dem Keltischen; L.: Kluge s. u. Kavalier, fehlt DW, EWD s. u. Kavalier, Duden s. u. Kavalier; Son.: vgl. nndl. cavalier, Sb., Kavalier; nschw. kavaljer, Sb., Kavalier; nnorw. kavaler, M., Kavalier; kymr. cafalîr, M., Kavalier; lit. kavalierius, M., Brautwerber; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen gegenüber Frauen besonders höflichen und aufmerksamen Mann; BM.: Reiter bzw. Pferd; F.: Kavalier, Kavaliers, Kavaliere, Kavalieren+FW(+EW); Z.: Kaval-ier
Kavalkade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kavalkade, Reiteraufzug, eine Gruppe von Reitern; ne. cavalcade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. cavalcata; E.: s. it. cavalcata, F., Ritt; vgl. it. cavalcare, V., reiten; lat. caballicāre, V., reiten, (507-511?); lat. caballus, M., Pferd, Gaul, Ross; aus dem Keltischen; L.: Kluge s. u. Kalvakade, fehlt DW, EWD s. u. Kavalkalde, Duden s. u. Kalvakade; Son.: vgl. nndl. cavalcade, Sb., Kavalkade; frz. cavalcade, F., Kavalkade; nschw. kavalkad, Sb., Kavalkade; nnorw. kavalkade, M., Kavalkade; poln. kawalkada, F., Kavalkade; kymr. ceffylgad, M., Kavalkade; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Keltischen kommende Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche bei einem festlichen Anlass auftretende Gruppe von Reitern; BM.: Reiter bzw. Pferd; F.: Kavalkalde, Kavalkalden+FW(+EW); Z.: Kaval-kad-e
Kavallerie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kavallerie, zu Pferde kämpfende Truppe; ne. cavalry; Vw.: -; Hw.: s. Kavalier; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: mhd. kavalerīe, st. F., Ritterlichkeit; mfrz. cavalerie, F., Reiterei; it. cavalleria, F., Reiterei; vgl. lat. caballus, M., Pferd, Gaul, Ross, (um 180-102 v. Chr.); aus dem Keltischen; L.: Kluge s. u. Kavallerie, fehlt DW, EWD s. u. Kavallerie, Duden s. u. Kavallerie; Son.: vgl. nndl. cavalerie, Sb., Kavallerie; frz. cavalerie, F., Kavallerie; nschw. kavalleri, Sb., Kavallerie; nnorw. kavaleri, N., Kavallerie; poln. kawaleria, F., Kavallerie; kymr. cafalri, M., Kavallerie; lit. kavalerija, F., Kavallerie; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche zu Pferde kämpfende Truppe oder die berittene Truppe einer Armee; BM.: Reiter bzw. Pferd; F.: Kavallerie, Kavallerien+FW(+EW); Z.: Kaval-ler-ie
$Kavallerist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kavallerist; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Kavalleri(e), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kavallerie; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Kavalleri(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Angehörigen der Kavallerie; F.: Kavallerist, Kavalleristen+FW(+EW); Z.: Kaval-l-er-ist
Kaverne, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kaverne, künstlicher unterirdischer Hohlraum; ne. cavern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. caverna; E.: lat. caverna, F., Höhle, Höhlung, Grotte, Abteilung, Kammer, 96-55 v. Chr.); vgl. lat. cavus, Adj., hohl, gehöhlt, im Inneren leer, mit einem Loch behaftet; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kaverne, fehlt DW, Duden s. u. Kaverne; Son.: vgl. nndl. caverne, Sb., Kaverne; frz. caverne, F., Kaverne; nschw. kavern, Sb., Kaverne; nnorw. kaverne, M., Kaverne; poln. kaverna, F., Kaverne; lit. kaverna, F., Kaverne; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen künstlich angelegten unterirdischen Hohlraum; BM.: wölben bzw. hohl; F.: Kaverne, Kavernen+FW+EW; Z.: Kav-er-n-e
Kaviar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kaviar, ein Fischrogen, Störrogen; ne. caviar, caviare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. venez. caviaro; E.: s. venez. caviaro, M., Kaviar; gr. chaviárion, N., Kaviar; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht letztlich von gr. τάριχος (tárichos), M., N., Eingepökeltes, Mumie; technisches Fremdwort unbekannter Herkunft, Frisk 2, 856; oder über türk. ḫēwyār, Sb., Kaviar aus dem Persischen; L.: Kluge s. u. Kaviar, fehlt DW, EWD s. u. Kaviar, Duden s. u. Kaviar; Son.: vgl. nndl. kaviaar, Sb., Kaviar; frz. caviar, M., Kaviar; nschw. kaviar, Sb., Kaviar; nnorw. kaviar, M., Kaviar; poln. kawior, M., Kaviar; nir. caibheár, M., Kaviar; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Venezianischen und dem Griechischen oder vielleicht auch aus dem Türkischen und Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den bei Menschen als besondere Delikatesse geltenden und in Salz konservierten Rogen des Störes; BM.: Gepökeltes?; F.: Kaviar, Kaviars, Kaviare, Kaviaren+FW; Z.: Kaviar
...ke, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. ...ke; ne. little ..., ...kin; Vw.: s. Rabau-, Raff-, Reine-, Stepp-; Hw.: s. ...chen; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw.-; E.: s. nd. …iken, …ichen; mnd. ken, sken, Suff., ...chen; ahd. ...ihhīn, Suff., ...chen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe oder Suffix für klein oder jung verwendete Bezeichnung (chen); BM.: ?; F.: ...ke, ...ken+EW; Z.: -ke
Kebse, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Kebse, Kebsweib, Nebenfrau; ne. concubine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kebese, st. F., sw. F., Kebsweib, Konkubinat; mhd. kebes, kebse, st. F., sw. F., Kebse, Dirne, Beischläferin, Buhldirne, Kebsweib, Konkubinat, Nebenfrau, Konkubine; mnd. kēves, F., Kebse, Nebenfrau; mnl. kevese, F., Kebse, Nebenfrau, Ehebruch; ahd. kebisa*, st. F. (ō), Kebse, Konkubine, Dirne, Buhldirne, Kebsweib, Nebenfrau; ahd. kebis*, st. F. (i), Kebse, Konkubine, Dirne; as. kėvis*, st. F. (athem.), Kebse, Nebenfrau; anfrk. kevesa*, st. F. (ō), Kebse; germ. *kabisjō, st. F. (ō), Kebse; vgl. idg. *gʰabʰ-, gʰeh₂bʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kebse, Kluge s. u. Kebse, DW 11, 373, EWD s. u. Kebse, EWAhd 5, 438, Duden s. u. Kebse; Son.: vgl. afries. -; ae. ciefes, st. F. (jō), Kebse, Dirne, Magd; an. kefsir, M., Unfreier, unfreier Mann in seinem Verhältnis zu einer Unfreien mit der er zusammenlebt; got. -; nisl. kefsir, F., Kebse; GB.: (kebis) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische (Westgermanische) erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer sachlich seit Entwicklung von Ehe und Trauung möglichen nicht rechtmäßig angetrauten Nebenfrau; BM.: fassen; F.: Kebse, Kebsen+EW; Z.: Keb-s-e
$Kebsweib, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Kebsweib; L.: DW 11, 375, EWD s. u. Kebse; GB.: (kebiswīb) seit 12. Jh. belegte und aus Kebs(e) und Weib gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Ehe und Trauung möglichen Kebse oder nicht rechtmäßig angetraute Nebenfrau; F.: Kebsweib, Kebsweibs, Kebsweibes, Kebsweiber, Kebsweibern+EW; Z.: Keb-s—weib
keck, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. keck, munter, tapfer, kühn, frech; ne. cheeky, quick (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. erquicken, queck, Quecke, quicklebendig; Q.: 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. quec (1), kec, koc (1), chec, kech, choc, choch, Adj., „quick“, keck, lebendig, lebhaft, frisch, bereit, munter, mutig, kühn, furchtlos, schnell, fest, hell; mnd. kek, keck, Adj., „keck“, mutig, tapfer, lebhaft, munter, kühn; mnl. quic, Adj., quick; ahd. kwek*, quec*, kek*, Adj., „quick“, lebendig, lebend, belebt; as. kwik, kwek*, quik, quek*, Adj., lebendig, lebend; anfrk. kwik*, quic*, Adj., lebendig; germ. *kwikwa-, *kwikwaz, *kwiwa-, *kwiwaz, Adj., lebendig, quick; s. idg. gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; L.: Kluge 1. A. s. u. keck, Kluge s. u. keck, DW 11, 375, EWD s. u. keck, Duden s. u. keck, Bluhme s. u. keck; Son.: vgl. afries. quik (1), Adj., lebend, lebendig; nnordfries. quick, queck, Adj., lebend, lebendig; ae. cwic, cwuc, cuc, Adj., lebendig; an. kvikr, an, Adj., lebendig; got. qius, Adj. (wa), lebendig; nndl. kwiek, Adj., keck; nisl. kvikur, Adj., belebt, schnell; av. jiiātauu-, jiiātaii-, Sb., Leben; arm. keam, V., ich lebe; lit. gýti, V., sich erholen; ksl. žiti, V., leben; GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens und des Menschen mögliches munter oder tapfer oder kühn oder frech; BM.: leben; F.: keck, kecke, keckes, keckem, kecken, kecker(, keckere, keckeres, keckerem, keckeren, keckerer, keckst, keckste, keckstes, keckstem, kecksten, keckster)+EW; Z.: ke-ck
keckern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. keckern, gackern; ne. make angry noises; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lautmalend nach Lauten von Marderarten; L.: Kluge s. u. keckern, DW 11, 379, Duden s. u. keckern; GB.: seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Stimme mögliches in einer Erregung einige kurz abgehackte Laute in rascher Folge wie ein Marder ausstoßen; BM.: lautmalend; F.: keckern, keckere, kecker (!), keckerst, keckert, keckerte, keckertest, keckerten, keckertet, gekeckert, ##gekeckert, gekeckertes, gekeckertem, gekeckerten, gekeckerter##, keckernd, ###keckernd, keckernde, keckerndes, keckerndem, keckernden, keckernder###, kecker (!)+EW; Z.: keck-er-n
$Keckheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Keckheit, Munterkeit, Tapferkeit, Kühnheit, Frechheit; E.: s. keck, s. heit; L.: Kluge s. u. keck, DW 11, 379, EWD s. u. keck; GB.: (kecheit) seit um 1185 belegte und aus keck und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Munterkeit oder Tapferkeit oder Kühnheit oder Frechheit; F.: Keckheit, Keckheiten+EW; Z.: Ke-ck-hei-t
Keder, Queder, nhd. (älter?), M., (14. Jh.): nhd. Keder, Queder, schnurartige Randverstärkung aus Leder oder Kunststoff; ne. piping (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. kerder, querder, M., N., Streifen an Schuhen oder Kleidern; vielleicht Zusammenhang mit mhd. querder, querdel, korder, chorder, körder, st. N., M., Lockspeise, Köder, Tuch, Flicklappen von Leder; ahd. kwerdar*, querdar, st. M. (a?), st. N. (a), Lockspeise, Köder; germ. *kwerdra-, *kwerdraz, *kwerþra-, *kwerþraz, st. M. (a), Köder, Lockspeise; s. idg. *gᵘ̯er- (1), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474 (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht Anlehnung an frz. corde, F., Seil; L.: Kluge s. u. Keder, DW 11, 382, Duden s. u. Keder; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht mit Köder verbindbare und (dann) für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Randverstärkung aus Leder oder Kunststoff; BM.: ?; F.: Keder, Keders, Kedern, Queder, Queders, Quedern+EW?; Z.: Ke-d-er
Kees, nhd. (dial.), N., (10./11. Jh.): nhd. Kees, Gletscher; ne. glacier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kës, st. N., Gletscher; ahd. kes*, st. N. (a), Kees, Eiskälte; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kees, fehlt DW, EWAhd 5, 494, Duden s. u. Kees; Son.: österr.; GB.: (kes*) seit 10./11. Jh. belegte und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Gletscher; BM.: ?; F.: Kees, Keeses, Keese, Keesen+EW?; Z.: Kees
Kefe, nhd. (dial.), F., (11. Jh.): nhd. Kefe, Zuckererbse, Schotenerbse; ne. snow pea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: fnhd. kif-arbis, Sb., Schotenerbse; s. ahd. kefa* (1), keva*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?: nhd. Kefe, Hülse, Schote (F.) (1), Fruchtschote, Schale (F.) (1); germ. *kafa, Sb., Schote (F.) (1); germ. *kefō, st. F. (ō), Schote (F.) (1), Hülse; s. idg. *g̑ep-, g̑ebʰ-, V., Sb., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: s. schweiz. chäfe, M., F., Hülse, Schote; L.: Kluge s. u. Kefe, DW 11, 382 (Kiefe), EWAhd 5, 439, Falk/Torp 34, Duden s. u. Kefe; GB.: (kefa) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die mit der Schote essbare Zuckererbse oder die Schotenerbse; BM.: essen; F.: Kefe, Kefen+EW?; Z.: Kef-e
Kefir, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kefir, ein aus (Sauer)Milch gewonnenes dickflüssiges Getränk; ne. kefir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. russ. кефир (kefír); E.: s. russ. кефир (kefír), M., Kefir; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kefir, fehlt DW, Duden s. u. Kefir; Son.: vgl. nndl. kefir, Sb., Kefir; frz. kéfir, M., Kefir; nschw. kefir, Sb., Kefir; nnorw. kefir, M., Kefir; poln. kefir, M., Kefir; lit. kefyras, M., Kefir; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein aus dem Kaukasus kommendes aus Milch durch Gärung gewonnenes Getränk mit säuerlichem prickelndem Geschmack und geringem Alkoholgehalt; BM.: ?; F.: Kefir, Kefirs+FW; Z.: Kefir
Kegel (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kegel (M.) (1), Konus, ein geometrischer Körper, Knüppel; ne. cone; Vw.: -; Hw.: s. Kegel (2); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kegel, st. M., Knüppel, Stock, Eiszapfen, Kegel im Kegelspiel; mnd. kēgel, M., Kegel; mnl. keghel, kegel, M., Kegel (M.) (1); ahd. kegil*, st. M. (a), Kegel, Pflock, Zeltpflock, Pfahl, Keil, Zeltnagel, Nagel; as. -; anfrk. kegil, M., Kegel (M.) (1) (als Beiname); germ. *kagila-, *kagilaz, st. M. (a), Pfahl, Pflock, Kegel; s. idg. *g̑egʰ-, g̑ogʰ-, Sb., Ast, Pfahl, Busch, Pokorny 354 (528/12) (RB. idg. aus arm.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kegel 1, Kluge s. u. Kegel, DW 11, 383, EWD s. u. Kegel 1, EWAhd 5, 445, Falk/Torp 33, Duden s. u. Kegel, Bluhme s. u. Kegel; Son.: vgl. nschw. kägla, Sb., Kegel (M.) (1); nnorw. kjegle, M., F., Kegel (M.) (1); lit. žãgas, Sb., kegelförmiger Heuschober; lit. žaginỹs, Sb., Pfahl, Pfosten; GB.: (kegil) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich in der Natur möglichen und später von Menschen entwickelten und nach Ausweis eines Grabes in Luxor in Ägypten schon etwa 3500 v. Chr. von Menschen (als Spielfigur) verwendeten nach oben spitz zulaufenden und eine runde Bodenfläche aufweisenden geometrischen Körper; BM.: Ast; F.: Kegel, Kegels, Kegeln+EW; Z.: Keg-el
Kegel (2), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kegel (M.) (2), uneheliches Kind; ne. bastard; Vw.: -; Hw.: s. Kegel (1); Q.: 14. Jh.; E.: mhd. kegel, st. M., Knüppel, Stock, Eiszapfen, uneheliches Kind, Kegel im Kegelspiel; ahd. kegil*, st. M. (a), Kegel, Pflock, Zeltpflock, Pfahl, Keil, Zeltnagel, Nagel; as. -; anfrk. -; germ. *kagila-, *kagilaz, st. M. (a), Pfahl, Pflock, Kegel; s. idg. *g̑egʰ-, *g̑ogʰ-, Sb., Ast, Pfahl, Busch, Pokorny 354 (528/12) (RB. idg. aus arm.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kegel 2, Kluge s. u. Kegel, DW 11, 389, EWD s. u. Kegel 2, Duden s. u. Kegel; Son.: vor allem in der Wendung mit Kind und Kegel; GB.: seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für ein unehelich geborenes Kind; BM.: Ast; F.: Kegel, Kegels, Kegeln+EW; Z.: Keg-el
$Kegelbahn, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kegelbahn; E.: s. Kegel, s. Bahn; L.: DW 11, 391, EWD s. u. Kegel 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kegel und Bahn gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Spielfläche für das Spiel von Menschen mit Kegeln; F.: Kegelbahn, Kegelbahnen+EW; Z.: Keg-el—bahn
$kegeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. kegeln, mit Kegeln spielen; Vw.: s. aus-; Q.: 1483 (Urkunde); E.: s. Kegel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 11, 392, EWD s. u. Kegel 1; GB.: seit 1483 belegte Bezeichnung für sachlich in Ägypten seit schon etwa seit 3500 v. Chr. entwickeltes mit Kegeln spielen; F.: kegeln, kegel (!), kegle, kegele, kegelst, kegelt, kegelte, kegeltest, kegelten, kegeltet, gekegelt, ##gekegelt, gekegelte, gekegeltes, gekegeltem, gekegelten, gekegelter##, kegelnd, ###kegelnd, kegelnde, kegelndes, kegelndem, kegelnden, kegelnder###, kegel (!)+EW; Z.: keg-el-n
$Kegelschnitt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kegelschnitt; Q.: 1525 (Dürer); E.: s. Kegel, s. Schnitt; L.: DW 11, 393, EWD s. u. Kegel 1; GB.: seit 1525 belegte und aus Kegel und Schnitt gebildete Bezeichnung für eine Kurve die bei dem Schnitt eines geraden Doppelkreiskegels (Rotationskegels) mit einer Ebene entsteht und beispielsweise ein Kreis oder eine Ellipse oder eine Hyperbel oder eine Parabel sein kann; F.: Kegelschnitt, Kegelschnittes, Kegelschnitts, Kegelschnitte, Kegelschnitten+EW; Z.: Keg-el—schnit-t
$Kegler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kegler, Kegelspieler, Kegelnder; E.: s. Keg(e)l, s. er (Suff.); L.: DW 11, 394, EWD s. u. Kegel 1; GB.: (kegelære) seit um 1275 belegte und aus Keg(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Kegeln durch den Menschen möglichen Kegelspieler; F.: Kegler, Keglers, Keglern+EW; Z.: Keg-l-er
Kehle (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kehle (F.) (1), Rachen; ne. throat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kel, kele, sw. F., st. F., Kehle (F.) (1), Hals, Luftröhre, Speiseröhre, Schlund; mnd. kēle (1), keele, F., Kehle (F.) (1), Gurgel, Hals, Sitz der menschlichen Stimme, Fell von der Kehle (F.) (1), Kehlpelz; mnl. kele, F., Kehle (F.) (1); ahd. kela, kel*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Kehle (F.) (1), Rachen, Gurgel, Schlund, Kieme, Gaumenlust, Laster (N.); as. kela?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kehle (F.) (1); anfrk. kela, sw. F. (n), Kehle (F.) (1); germ. *kelō-, *kelōn, sw. F. (n), Kehle (F.) (1); s. idg. *gel- (2), *gᵘ̯ʰel-?, V., Sb., verschlingen, Kehle (F.) (1), Pokorny 365 (537/21) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kehle, Kluge s. u. Kehle 1, EWD s. u. Kehle, DW 11, 395, EWAhd 5, 451, Falk/Torp 41, Duden s. u. Kehle, Bluhme s. u. Kehle; Son.: vgl. afries. kolk, M., Grube, Loch; nfries. kolcke; ae. ceole, cėle, sw. F. (n), Kehle (F.) (1), Schlund, Schlucht, Schiffsschnabel; an. -; got. -; nndl. keel, Sb., Kehle (F.) (1); ? lat. gula, F., Schlund; aruss. glъtati, V., schlucken; GB.: (kela) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den äußeren vorderen Teil des Halses des Menschen und höherer Säugetiere unterhalb des Kinnes; BM.: verschlingen; F.: Kehle, Kehlen+EW; Z.: Kehl-e
Kehle (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kehle (F.) (2), Schlucht, Rinne, Einbuchtung; ne. valley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. kniekel, sw. F., Kniekehle; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Kehle 2, Duden s. u. Kehle; Son.: vor allem in örtlichen Angaben, s. etwa Kniekehle; vgl. nschw. källa, käla, V., aushöhlen; GB.: seit 13. Jh. belegte und in der Herkunft wohl unklare Bezeichnung für eine Einbuchtung; BM.: ?; F.: Kehle, Kehlen+EW; Z.: Kehl-e
$kehlen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kehlen, eine Kehle herstellen oder verwenden; Vw.: s. aus-; E.: s. Kehl(e), s. en; L.: DW 11, 399, EWD s. u. Kehle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kehl(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Kehle herstellen oder verwenden; F.: kehlen (!), kehle (!), kehlst, kehlt, kehlest, kehlet, kehlte, kehltest, kehlten, kehltet, gekehlt, ##gekehlt, gekehlte, gekehltes, gekehltem, gekehlten, gekehlter##, kehlend, ###kehlend, kehlende, kehlendes, kehlendem, kehlenden, kehlender###, kehl (!)+EW; Z.: kehl-en
$kehlig, nhd., Adj., (?): nhd. kehlig; E.: s. Kehl(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kehle 1, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus Kehl(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Kehle mögliches die Kehle betreffend; F.: kehlig, kehlige, kehliges, kehligem, kehligen, kehliger(, kehligere, kehligeres, kehligerem, kehligeren, kehligerer, kehligst, kehligste, kehligstes, kehligstem, kehligsten, kehligster)+EW; Z.: kehl-ig
$Kehlkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kehlkopf; E.: s. Kehl(e), s. Kopf; L.: DW 11, 399, EWD s. u. Kehle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kehl(e) und Kopf gebildete Bezeichnung für den knorpelig-muskulären oberen und bei Männern (Adamsapfel) stärker als bei Frauen vorstehenden Teil der Kehle zwischen Rachen und Luftröhre ohne den der Mensch kaum sprechen oder singen kann und der die Luftröhre vor Teilen des Essens oder Trinkens schützt und den auch höhere Tiere haben; F.: Kehlkopf, Kehlkopfes, Kehlkopfs, Kehlköpfe, Kehlköpfen+EW; Z.: Kehl—ko-pf
$Kehlung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kehlung, Einbuchtung, Aushöhlung, Kehle; E.: s. kehl(en), s. ung; L.: DW 11, 400, EWD s. u. Kehle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kehl(en) und ung gebildete Bezeichnung für die Bildung einer Einbuchtung oder Aushöhlung oder Kehle; F.: Kehlung, Kehlungen+EW; Z.: Kehl-ung
$Kehraus, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Kehraus; E.: s. kehr(en), s. aus; L.: Kluge s. u. Kehraus, DW 11, 404, EWD s. u. kehren 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus kehr(en) und aus gebildete Bezeichnung für den letzten Tanz bei einer Veranstaltung der den letzten Rest der Lust in tollem Ausbruch heraustreibt; F.: Kehraus+EW; Z.: Keh-r—aus
$Kehre, nhd., F., (10./11. Jh. Jh.): nhd. Kehre, Wende; E.: kehren; L.: Kluge s. u. kehren 1, DW 11, 400 (Kehr), EWD s. u. kehren 1; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und aus kehre(n) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Wende; F.: Kehre, Kehren+EW; Z.: Keh-r-e
kehren (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kehren (V.) (1), wenden, umdrehen; ne. turn (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kēren, sw. V., kehren (V.) (1), wenden, umkehren, abkehren, aufhören; mnd. kēren (1), kērn, kerren, kāren, sw. V., kehren (V.) (1), sich wenden, eine Richtung nehmen, einkehren, sich herumdrehen, sich umdrehen; mnl. keren, sw. V., kehren, wenden, umkehren, übersetzen, verändern, lenken; ahd. kēren, sw. V. (1a), kehren (V.) (1), wenden, lenken, drehen, verschlechtern, sich kehren, richten; as. kêrian*, kêren*?, sw. V. (1a), kehren (V.) (1); anfrk. kēren*, sw. V., kehren (V.) (1); germ. *kar-, *karr-, sw. V., wenden, kehren (V.) (1); idg. *gei-, V., drehen, biegen?, Pokorny 354 (529/13) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm.?, ital., germ., balt., slaw.?); idg. *g̑eu-, g̑eu̯ə-, geu̯ə-, V., fördern?, eilen?, Pokorny 399 (563/47) (RB. idg. aus ind., iran., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kehren 1, Kluge s. u. kehren 1, DW 11, 408, EWD s. u. kehren 1, EWAhd 5, 477, Falk/Torp 40, Duden s. u. kehren, Bluhme s. u. kehren 2; Son.: vgl. afries. kêra, sw. V. (1), kehren (V.) (1), wenden, ändern, abwenden; nnordfries. kere, V., kehren (V.) (1); ae. cierran, cerran, cærran, sw. V. (1), kehren, wenden, ändern, vorwärts gehen; an. keyra, sw. V. (1), treiben, fahren; got. -; nndl. keren, V., kehren (V.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches wenden oder umdrehen; BM.: drehen bzw. eilen?; F.: kehren, kehre (!), kehrst, kehrt, kehrest, kehret, kehrte, kehrtest, kehrten, kehrtet, gekehrt, ##gekehrt, gekehrte, gekehrtes, gekehrtem, gekehrten, gekehrter##, kehrend, ###kehrend, kehrende, kehrendes, kehrendem, kehrenden, kehrender###, kehr (!)+EW; Z.: keh-r-en
kehren (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kehren (V.) (2), fegen, säubern; ne. sweep (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kēren, kërn (1), sw. V., kehren (V.) (2), fegen; mnd. kēren, sw. V., säubern, fegen, kehren, abfegen, ausfegen; mnl. keren, kerien, kerren, V., kehren (V.) (2), fegen; ahd. kerien*, kerren*, sw. V. (1b), kehren (V.) (2), fegen, hinwegfegen, ausfegen, reinigen, verwischen, hinstreichen, hinschleifen; germ. *karjan, sw. V., kehren (V.) (2), fegen; vielleicht von idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kehren 2, Kluge s. u. kehren 2, DW 11, 406, EWD s. u. kehren 2, EWAhd 5, 486, Duden s. u. kehren, Bluhme s. u. kehren 1; Son.: vgl. nndl. keren, V., kehren (V.) (2); lit. zerti, V., glühende Kohlen zusammenscharren; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums für den Menschen mögliches fegen oder mit einem Besen etwas säubern; BM.: sammeln?; F.: kehren, kehre (!), kehrst, kehrt, kehrest, kehret, kehrte, kehrtest, kehrten, kehrtet, gekehrt, ##gekehrt, gekehrte, gekehrtes, gekehrtem, gekehrten, gekehrter##, kehrend, ###kehrend, kehrende, kehrendes, kehrendem, kehrenden, kehrender###, kehr (!)+EW; Z.: kehr-en
$Kehrer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kehrer, Kehrender, Feger, Fegender; Vw.: s. Essen-; E.: s. kehr(en), s. er; L.: DW 11, 426; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus kehr(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Kehrenden oder Fegenden oder Säubernden; F.: Kehrer, Kehrers, Kehrern+EW; Z.: Kehr-er
$Kehricht, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Kehricht, Zusammengekehrtes, Schmutz, Abfall; E.: s. kehr(en), s. icht; L.: Kluge s. u. Kehricht, DW 11, 426, EWD s. u. kehren 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. beleichte und aus kehr(en) und icht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Zusammengekehrtes oder Schmutz oder Abfall; F.: Kehricht, Kehrichtes, Kehrichts, Kehrichte, Kehrichten+EW; Z.: Kehr-ich-t
$Kehrreim, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kehrreim, Refrain, wiederkehrender Reim; E.: s. kehr(en), s. Reim; L.: Kluge s. u. Kehrreim, DW 11, 427, EWD s. u. kehren 1; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus kehr(en) und Reim gebildete Bezeichnung für einen an dem Ende jeder von mehreren Strophen verwendeten Reim; F.: Kehrreim, Kehrreims, Kehrreimes, Kehrreime, Kehrreimen+EW; Z.: Keh-r—rei-m
$Kehrseite, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kehrseite, Rückseite; E.: s. kehr(en), s. Seite; L.: Kluge s. u. Kehrseite, DW 11, 427, EWD s. u. kehren 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kehr(en) und Seite gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Rückseite einer Gegebenheit wie beispielsweise einer Münze oder Medaille; F.: Kehrseite, Kehrseiten+EW; Z.: Keh-r—sei-t-e
$kehrt, nhd., Interj., (?): nhd. kehrt, wendet, dreht; E.: s. kehr(en), s. t; L.: Kluge s. u. kehren 1; GB.: vielleicht seit Entwicklung von kehren mögliche und aus kehr(en) und t gebildete Bezeichnung für wendet oder dreht; F.: kehrt+EW; Z.: keh-r-t
$kehrtmachen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kehrtmachen, kehren, wenden, umdrehen; E.: s. kehrt, s. machen; L.: Kluge s. u. kehren 1, fehlt DW, EWD s. u. kehren 1; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus kehrt und machen gebildete Bezeichnung für kehren oder wenden oder umdrehen; F.: kehrtmachen, mache kehrt, machst kehrt, macht kehrt, machen kehrt, machest kehrt, machet kehrt, machte kehrt, machtest kehrt, machten kehrt, machtet kehrt, kehrtgemacht, ##kehrtgemacht, kehrtgemachte, kehrtgemachtes, kehrtgemachtem, kehrtgemachten, kehrtgemachter##, kehrtmachend, ###kehrtmachend, kehrtmachende, kehrtmachendes, kehrtmachendem, kehrtmachenden, kehrtmachender###, kehrtzumachen, ####kehrtzumachen, kehrtzumachend, kehrtzumachende, kehrtzumachendes, kehrtzumachendem, kehrtzumachenden, kehrtzumachender####, mach (!) kehrt+EW; Z.: keh-r-t—mach-en
$Kehrung, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Kehrung, Drehung, Wendung; Vw.: s. Be-, Um-; E.: s. kehr(en), s. ung; L.: DW 11, 428; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus kehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Drehung oder Wendung; F.: Kehrung, Kehrungen+EW; Z.: Keh-r-ung
Keibe, Keib, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Keibe, Keib, gemeiner Kerl, Aas, Kadaver; ne. carrion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. keibe (2), sw. M., Leichnam, Mensch der den Galgen verdient, Bösewicht, Viehseuche; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Keib, Kluge s. u. Keib(e), DW 11, 431, Duden s. u. Keib; GB.: seit dem Spätmittelalter (keibe) seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen gemeinen Kerl; BM.: ?; F.: Keibe, Keib, Keibs, Keibes, Keiben+EW?; Z.: Keib-e
keifen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. keifen, schimpfen, meckern; ne. nag (V.); Vw.: -; Hw.: s. kiebig; Q.: nach 1330 (Heilsspiegel des Konrad von Helmsdorf); E.: vgl. mhd. kīben, kīven, sw. V., scheltend zanken, keifen; mnd. kīven (1), kiefen, kiffen, st. V., sw. V., keifen, zanken, streiten; germ. *kīban, sw. V., zanken, streiten; s. idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. keifen, Kluge s. u. keifen, DW 11, 442, EWD s. u. keifen, Duden s. u. keifen, Bluhme s. u. keifen; Son.: vgl. afries. zīvia, kīvia, sw. V. (2), keifen, streiten, sich widersprechen; ae. -; an. kīfa, sw. V., streiten, zanken; got. -; nndl. kijven, V., keifen; GB.: (kīben) nach 1330 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches laut und grob sowie mit schriller und sich überschlagender Stimme schimpfen; BM.: Kiefer (M.); F.: keifen, keife (!), keifst, keift, keifest, keifet, keifte, keiftest, keiften, keiftet, gekeift, ##gekeift, gekeifte, gekeiftes, gekeiftem, gekeiften, gekeifter##, keifend, ###keifend, keifende, keifendes, keifendem, keifenden, keifender###, keif (!)+EW; Z.: keif-en
Keil, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Keil, Bolzen, Zapfen (M.); ne. wedge (N.); Vw.: -; Hw.: s. keilen, Keiler; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kīl, st. M., Keil, Zeltpflock; mnd. kīl (1), M., Keil, Werkzeug aus Eisen bzw. Holz, Kimme, keilförmig gebogener Ziegelstein, keilförmiges Stück Zeug, Zwickel; ahd. kīl* (1), st. M. (a?, i?), Pflock, kleiner Pfahl, Keil; as. -; anfrk. -; germ. *kīla-, *kīlaz, st. M. (a), Keil; s. idg. *g̑ēi-, *g̑ī-, *g̑eiH-, V., keimen, sich spalten, blühen, Pokorny 355 (531/15) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Keil, Kluge s. u. Keil, DW 11, 446, EWD s. u. Keil, EWAhd 5, 512, Falk/Torp 43; Duden s. u. Keil, Bluhme s. u. Keil; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. kīll, st. M. (a), schmale Bucht, enge Meerbucht, langer Seearm; got. -; nschw. kil, Sb., Keil; nnorw. kile, M., Keil; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickeltes an der Vorderseite spitz zulaufendes und nach hinten breiter werdendes Stück oder Werkzeug oder Hilfsmittel aus Holz oder später auch Metall und wohl Plastik; BM.: spalten; F.: Keil, Keils, Keiles, Keile, Keilen+EW; Z.: Kei-l
$Keile, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Keile, Prügel, Schläge; E.: s. keile(n); L.: Kluge s. u. keilen, DW 11, 449, EWD s. u. Keil; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit keilen verbindbare Bezeichnung für Prügel oder auch Schläge; F.: Keile+EW; Z.: Kei-l-e
keilen, nhd., V., (14. Jh.?): nhd. keilen, prügeln, schlagen, raufen; ne. fight (V.); Vw.: -; Hw.: s. Keil, Keiler; E.: s. mhd. kīlen, sw. V., keilen, in die Klemme bringen; mnd. kīlen, sw. V., keilen, mit Keilen befestigen, festkeilen, in ein Gewölbe den Schlussstein setzen; mhd. kīl, st. M., Keil, Zeltpflock; mnd. kīl (1), M., Keil, Werkzeug aus Eisen bzw. Holz, Kimme, keilförmig gebogener Ziegelstein, keilförmiges Stück Zeug; ahd. kīl* (1), st. M. (a?, i?), Pflock, kleiner Pfahl, Keil; germ. *kīla-, *kīlaz, st. M. (a), Keil; s. idg. *g̑ēi-, *g̑ī-, *g̑eiH-, V., keimen, sich spalten, blühen, Pokorny 355 (531/15) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. keilen, DW 11, 449, EWD s. u. keilen, Duden s. u. keilen; GB.: (kīlen) vielleicht seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und mit Keil und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in die Klemme bringen oder prügeln oder schlagen oder miteinander raufen; BM.: spalten; F.: keilen, keile (!), keilst, keilt, keilest, keilet, keilte, keiltest, keilten, keiltet, gekeilt, ##gekeilt, gekeilte, gekeiltes, gekeiltem, gekeilten, gekeilter##, keilend, ###keilend, keilende, keilendes, keilendem, keilenden, keilender###, keil (!)+EW; Z.: kei-l-en
Keiler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Keiler, Wildeber; ne. boar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl zu nhd. Keil; L.: Kluge 1. A. s. u. Keilen, Kluge s. u. Keiler, EWD s. u. Keil, DW 11, 650, Duden s. u. Keiler; Son.: vgl. nndl. keiler, Sb., Keiler; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Keil sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Wildeber des Wildschweins (in dem dritten Jahr); BM.: Vergleich der Zähne mit Keilen?; F.: Keiler, Keilers, Keilern+EW; Z.: Kei-l-er
$Keilerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Keilerei, Schlägerei, Prügelei; E.: s. Keiler, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. keilen, fehlt DW, EWD s. u. Keil; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Keiler und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Schlägerei oder Prügelei; F.: Keilerei, Keilereien+EW; Z.: Kei-l-er-ei
$Keilschrift, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Keilschrift, eine aus Keilen gebildete Bilderschrift des Vorderen Orients mit rund 600 regelmäßig verwendeten Zeichen; E.: s. Keil, s. Schrift; L.: Kluge s. u. Keilschrift, DW 11, 451, EWD s. u. Keil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Keil und Schrift gebildete Bezeichnung für eine aus einer Bilderschrift entwickelte und aus keilförmigen waagerecht und senkrecht sowie schräg gestellten Zeichen bestehende und in dem Vorderen Orient von dem vierten bis zu dem ersten Jahrtausend verwendete Schrift besonders der Babylonier und Assyrer mit anfangs etwa 1500 Piktogrammen und schließlich rund 600 regelmäßig verwendeten Zeichen die gegenüber der späteren Buchstabenschrift zurücktritt; F.: Keilschrift, Keilschriften+EW+FW; Z.: Kei-l—schri-f-t
Keim, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Keim, Same, Trieb; ne. germ (N.), sprout (N.); Vw.: -; Hw.: s. keimen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. kīme, kīm, sw. M., st. M., Keim, Pflanzenkeim, Korn; mnd. kīme, kime, kimme, kīne, kine, M., Keim, Schimmel, Kahm, Flachsknospe; ahd. kīm, st. M. (a)?, Keim, Spross, Sprössling, Gewächs; ahd. kīmo, sw. M. (n), Keim (M.), Same, Samen (M.), Gewächs; as. -; anfrk. kīmo 2, sw. M. (n), Keim, Same, Samen; germ. *kīmō-, *kīmōn, *kīma-, *kīman, sw. M. (n), Keim, Spross; vgl. idg. *g̑ēi-, *g̑ī-, *g̑eiH-, V., keimen, sich spalten, blühen, Pokorny 355 (531/15) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Keim, Kluge s. u. Keim, DW 11, 451, EWD s. u. Keim, EWAhd 5, 513, EWAhd 5, 514, Duden s. u. Keim, Bluhme s. u. Keim; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. kiem, Sb., Keim; GB.: (kīmo) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen ersten aus dem Samen oder der Wurzel einer Pflanze sich entwickelnden Trieb; BM.: sich spalten bzw. blühen; F.: Keim, Keimes, Keims, Keime, Keimen+FW; Z.: Kei-m
Keime, nhd. (ält.), F.: nhd. Keime; Vw.: s. Kimme (1)
keimen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. keimen, sprossen, Keim ausbilden; ne. sprout (V.), blossom (V.); Vw.: -; Hw.: s. Keim; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. kīnen, st. V., sich spalten, keimen, auswachsen, wachsen (V.) (1); mnd. kīmen, kimen, kīnen, kinen, sw. V., keimen; mnl. kinen, V., reißen, spalten; ahd. kīnan*, st. V. (1a), hervorsprießen, aufblühen, keimen; germ. *kīnan, *keinan, st. V., aufspringen, keimen; s. idg. *g̑ēi-, g̑ī-, g̑eiH-, V., keimen, sich spalten, blühen, Pokorny 355 (531/15) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Keim, DW 11, 454, EWD s. u. Keim, EWAhd 5, 514, Duden s. u. keimen; Son.: vgl. ae. cīnan, st. V. (1), gaffen, gähnen, bersten; got. keinan, unr. st. V. (1), keimen; GB.: seit 765 (kīnan) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Keim ausbilden; BM.: spalten bzw. blühen; F.: keimen, keime (!), keimst, keimt, keimest, keimet, keimte, keimtest, keimten, keimtet, gekeimt, ##gekeimt, gekeimte, gekeimtes, gekeimtem, gekeimten, gekeimter##, keimend, ###keimend, keimende, keimendes, keimendem, keimenden, keimender###, keim (!)+EW; Z.: kei-m-en
$keimfrei, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. keimfrei; E.: s. Keim, s. frei; L.: fehlt DW, EWD s. u. Keim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Keim und frei gebildete Bezeichnung für (von Menschen künstlich für kürzere Zeit unter besonderen Voraussetzungen herstellbares und in der Natur seit Entstehung des Lebens nicht mehr gegebenes) frei von einem Keim oder auch steril oder aseptisch; F.: keimfrei, keimfreie, keimfreies, keimfreiem, keimfreien, keimfreier(, keimfreiere, keimfreieres, keimfreierem, keimfreieren, keimfreierer, keimfreiest, keimfreieste, keimfreiestes, keimfreiestem, keimfreiesten, keimfreiester)+EW; Z.: kei-m—frei
$Keimzelle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Keimzelle; E.: s. Keim, s. Zelle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Keim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Keim und Zelle gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Lebens mögliche einen Keim enthaltende Zelle wie eine Samenzelle oder eine Eizelle oder ach einen Ursprung; F.: Keimzelle, Keimzellen+EW+FW; Z.: Kei-m—zel-l-e
kein, nhd., Pron., (9. Jh.): nhd. kein, niemand, nicht ein; ne. no; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. kein, Indef.-Pron., Adj., irgendein, kein; mnd. kēn (2), kein, keyn, Indef.-Pron., kein; mnl. geen, Indef.-Pron., kein; ahd. kein*, chein*, Indef.-Pron., Adj., irgendein; vgl. ahd. nihein, nihhein, nehein, Indef.-Pron., Adv., kein, niemand, nicht, irgendein; germ. *nehw, Konj., dass nicht; vgl. idg. *nekᵘ̯e, Konj., und nicht, Pokorny 756; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. kein, Kluge s. u. kein, DW 11, 457, EWD s. u. kein, EWAhd 5, 448, Duden s. u. kein, Bluhme s. u. kein; Son.: Indef.-Pron.; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus n und ein gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches in das Gegenteil kehren (nicht ein); BM.: nicht, ein; F.: kein, keine, keines, keinem, keinen, keiner+EW; Z.: k-ei-n
$keinerlei, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. keinerlei, kein; E.: s. kein, s. er, s. lei; L.: DW 11, 492, EWD s. u. kein; GB.: seit vor 1312 belegte und aus kein und er sowie lei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches kein oder irgendein; F.: keinerlei+EW; Z.: k-ei-n-er—lei
$keinesfalls, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. keinesfalls, in keinem Falle, keineswegs; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. kein, s. es, s. Fall, s. s; L.: DW 11, 493, EWD s. u. kein; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus kein und es und Fall sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches in keinem Falle; F.: keinesfalls+EW; Z.: k-ei-n-es—fal-l-s
$keineswegs, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. keineswegs, keinesfalls, in keinem Falle; E.: s. kein, s. es, s. Weg, s. s; L.: EWD s. u. kein; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus kein und es sowie Weg und s gebildete Bezeichnung für auf keinem Wege oder in keinem Falle; F.: keineswegs+EW; Z.: k-ei-n-es—weg-s
Keks, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Keks, Plätzchen, ein Kleingebäck; ne. biscuit, cookie; Vw.: -; Hw.: s. Kuchen; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. cakes; E.: s. ne. cakes, N. Pl., kleine Kuchen; me. cake, Sb., Kuchen; germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. Keks, fehlt DW, EWD s. u. Keks, Duden s. u. Keks, Bluhme s. u. Keks; Son.: vgl. nschw. käx, kex, N., Keks; nnorw. kjeks, M., Keks; GB.: seit 1880 aus dem Neuenglischen (von Hermann Bahlsen 1859-1919 in London) aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes trockenes und haltbares Kleingebäck; BM.: Rundes bzw. Klumpiges; F.: Keks, Kekses, Kekse, Keksen+EW?; Z.: Kek-s
...kel, nhd., Partikel (13. Jh.?): nhd. ...kel; ne. ...cle; Vw.: s. Art-, Aur-, (Bino-,) Faszi-, Folli-, Furun-, Karbun-, Karfun-, Korpus-, Majus-, (Matri-,) Minus-, (Mira-, )(Mono-,) Ora-, Parti-, Perpendi-, Ranun-, Spekta-, Taberna-, Tenta-, Testi-, Tuber-, Vehi-, Ventri-, Zir-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...culum, Suff., ...kel; lat. ...culus, Suff., ...kel; lat. ...cula, Suff., ...kel; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. ...kel, Suff., ...kel; frz. ...cle, Suff., ...kel; fr. ...cule, Suff., ...kel; nschw. ...kel, Suff., ...kel; nnorw. ...kel, Suff., ...kel; poln. ...kulum, Suff., ...kel; poln. ...kuła, Suff., ...kel; kymr. ...cl, ...cle, Suff., ...kel; nir. ...cal, Suff., ...kel; lit. ...kulis, Suff., ...kel; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von vielfach verkleinernden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...kel, ...kels, ...keln+FW(+EW); Z.: -kel
Kelch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kelch, Trinkgefäß; ne. cup, chalice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kelch, kelich, st. M., Kelch; mnd. kelek, kelk, kelik, kellik, M., Kelch, Messkelch, Abendmahlskelch; mnl. kelc, M., Kelch; ahd. kelih*, st. M. (a), Kelch, Becher; as. kėlik*, st. M. (a), Kelch; anfrk. -; germ. *kelik-, M., Kelch; lat. calix, M., Kelch, Becher, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kel- (7a), *kol-, *kₒl-, Sb., Becher?, Pokorny 550 (847/79) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kelch, Kluge s. u. Kelch, DW 11, 504, EWD s. u. Kelch, EWAhd 5, 458, Duden s. u. Kelch, Bluhme s. u. Kelch; Son.: vgl. afries. zilik, kilik, st. M. (a), Kelch; ae. calic, cælic, cėlc, cėlic, st. M. (a), Kelch; an. kalekr, st. M. (a), Kelch; got. -; nndl. kelk, Sb., Kelch; frz. calice, M., Kelch; nschw. kalk, Sb., Kelch; nnorw. kalk, M., Kelch; poln. kielich, M., Kelch; kymr. calig, Sb., Becher; nir. cailís, F., Kelch; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums aus Metall entwickeltes und verwendetes kostbares glockenförmiges Gefäß mit schlankem Stiel und breiterem kreisrundem Fuß; BM.: Becher?; F.: Kelch, Kelchs, Kelches, Kelche, Kelchen+FW(+EW); Z.: Kel-ch
Kelle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kelle, Schöpfgefäß mit Stiel; ne. scoop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kelle, st. F., sw. F., Kelle, Schöpflöffel, Maurerkelle, Hütte; mnd. kelle, kel, F., Kelle, Maurerkelle, großer Schöpflöffel, Gerät zum Mörtelauftragen; mnl. kele, F., großer Schöpflöffel; ahd. kella, st. F. (ō), sw. F. (n), Kelle, Mauerkelle, Löffel (M.) (1), Schaufel, Schöpflöffel, Schöpfgefäß, Feuerhaken, Haken (M.), Feuerpfanne, Pfanne, Behälter; as. *kella?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?; anfrk. -; germ. *kaljō, st. F. (ō), Kelle; vielleicht von idg. *gel- (2), *gᵘ̯ʰel-?, V., Sb., verschlingen, Kehle (F.) (1), Pokorny 365 (537/21) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kelle, Kluge s. u. Kelle, DW 11, 510, EWD s. u. Kelle, EWAhd 5, 460, Duden s. u. Kelle, Bluhme s. u. Kelle; Son.: vgl. ae. cielle, cille, sw. F. (n), Feuerpfanne, Lampe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht vor 4000 Jahren entwickeltes und verwendetes Schöpfgerät für Kalk; BM.: ?; F.: Kelle, Kellen+EW; Z.: Kel-l-e
Keller, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Keller, Untergeschoss eines Gebäudes; ne. cellar (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kellner; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. keller, këlre, st. M., Keller, Kaufladen; mnd. kellære* (1), keller, kellere, kelder, kelre*, M., Keller, Balkenkeller, Kellergewölbe, Vorratskeller, Kellergefängnis; mnl. kelre, M., Keller; ahd. kellari, kelre*, kellāri, st. M. (ja), Keller, Speicher, Vorratskammer, Vorratsraum, Weinkeller, Laderaum, Aufbewahrungsort; as. kelleri, Sb., Keller; anfrk. kellere*, st. M. (ja), Keller; germ. *kellar-, M., Keller?; lat. cellārium, N., Keller, (54 n. Chr.); vgl. lat. cella, F., Kammer; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Keller, Kluge s. u. Keller, DW 11, 512, EWD s. u. Keller, EWAhd 5, 461, Duden s. u. Keller, Bluhme s. u. Keller; Son.: vgl. afries. zelner, Sb., Keller; ae. -; an. kjallari, st. M. (ja), Keller; an. kellari, st. M. (ja), Keller (Lw. aus dem Altsächsischen); got. -; nndl. kelder, Sb., Keller; frz. cellier, M., Vorratskammer; nschw. källare, Sb., Keller; nnorw. kjeller, M., Keller; kymr. seler, F., Keller; air. cellóir, M., Keller, Vorratsraum; nir. siléar, M., Keller; GB.: vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes teilweise oder ganz unter der Erde liegendes Geschoss eines Gebäudes; BM.: bergen; F.: Keller, Kellers, Kellern+FW; Z.: Kel-l-er
$Kellerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kellerei; E.: s. Keller, s. ei; L.: Kluge s. u. Keller, DW 11, 516; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Keller und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Kellerräumen die hauptsächlich für die Herstellung und Lagerung alkoholischer Getränke verwendet wird; F.: Kellerei, Kellereien+FW; Z.: Kel-l-er-ei
Kellerhals, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kellerhals, Seidelbast, Zeiland; ne. tintorell, garland flower; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: wohl zu mnd. kellen, killen, sw. V., schmerzen, Qual verursachen, Schmerz verursachen, weh tun; mnd. quēlen, quellen, quālen, sw. V., „quälen“, Schmerz empfinden, seelischen Schmerz empfinden, Kummer empfinden, betrübt sein (V.), seelischen Kummer bereiten; as. kwelan*, V., quälen, leiden; germ. *kwelan, st. V., leiden; idg. *gᵘ̯el- (1), *gᵘ̯elH-, *gᵘ̯l̥H-, V., Sb., stechen, Schmerz, Qual, Tod, Pokorny 470 (690/12) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglieds s. nhd. Hals; L.: Kluge s. u. Kellerhals, DW 11, 517, EWAhd 5, 463, Duden s. u. Kellerhals; GB.: (kellerhals) seit 14. Jh. belegte und wohl aus quälen und Hals gebildete Bezeichnung für den schon vormenschlichen Seidelbast; BM.: Brennen der Beeren des Seidelbasts in dem Hals?; F.: Kellerhals, Kellerhalses, Kellerhälse, Kellerhälsen+EW; Z.: Kel-l-er-hal-s
$kellern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. kellern; Vw.: s. ein-; E.: s. Keller, s. (e)n; L.: DW 11, 520, EWD s. u. Keller; GB.: seit 1341-1343 belegte und aus Keller und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung des Kellers durch Menschen mögliches einen Keller für einen Bestimmungszweck verwenden; F.: kellern (!), kellere, keller (!), kellerst, kellert, kellerte, kellertest, kellerten, kellertet, gekellert, ##gekellert, gekellerte, gekellertes, gekellertem, gekellerten, gekellerter##, kellernd, ###kellernd, kellerndes, kellerndem, kellernden, kellernder###, keller (!)+FW+EW; Z.: kel-l-er-n
Kellner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kellner, Servierer, Bediensteter in einer Gaststätte; ne. waiter; Vw.: -; Hw.: s. Keller; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kellerer, kelnöre, M., Kellermeister; mhd. kelnære, kelner, st. M., Kellner, Kellermeister, Wirtschaftsverwalter, Inhaber des Kelleramtes, Verwaltungsbediensteter; mnd. kelnære* (2), kelnēr, kelnēre, M., Kellner, Kelleraufseher (in Klöstern), Kellermeister, Verwalter der Vorräte, Schaffer; mnl. kelnare, M., Kellermeister; ahd. kellenāri, kelnere, M., Kellermeister; as. -; anfrk. -; lat. cellārārius, M., Kellermeister, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. cella, F., Kammer; idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Kellner, Kluge s. u. Kellner, DW 11, 521, EWD s. u. Kellner, EWAhd 5, 463, Duden s. u. Kellner; Son.: vgl. afries. kellener, kelner, st. M. (ja), Kellermeister; ae. -; an. -; got. -; nndl. kelner, Sb., Kellner; ndän. kelner, M., Kellner; nnorw. kelner, M., Kellner; poln. kelner, M., Kellner; GB.: (kellenāri) seit 9. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Verwalter eines Kellers und der dortigen Vorräte sowie später für einen die Gäste bedienenden Bediensteten in einer Gaststätte; BM.: bergen; F.: Kellner, Kellners, Kellnern+FW(+EW); Z.: Kel-l-n-er
$Kellnerin, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kellnerin, Bedienstete in einer Gaststätte; E.: s. Kellner, s. in; L.: Kluge s. u. Kellner, EWD s. u. Kellner; GB.: seit 1280 belegte und aus Kellner und in gebildete Bezeichnung zunächst für eine Kellermeisterin und später für eine die Gäste bedienenden Bedienstete in einer Gaststätte F.: Kellnerin, Kellnerinnen+FW; Z.: Kel-l-n-er-in
Kelter, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kelter, Weinpresse; ne. winepress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. kalter, kelter, N., Kelter; ahd. kalkatura*, kalctura*, sw. F. (n), Kelter; lat. calcātūra, F., Treten, Keltern, Kelter, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. calx, F., Ferse; vgl. idg. *skel- (4), kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kelter, Kluge s. u. Kelter, DW 11, 524, EWD s. u. Kelter, EWAhd 5, 347, Duden s. u. Kelter, Bluhme s. u. Kelter; GB.: (kalkatura) seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Presse zu einer Gewinnung von Traubensaft oder anderen Obstsäften; BM.: biegen; F.: Kelter, Keltern+FW; Z.: Kel-t-er
$keltern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. keltern; E.: s. Kelter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Kelter, DW 11, 526, EWD s. u. Kelter; GB.: seit 1344 belegte und aus Kelter und (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes (aus Trauben Saft) pressen und Wein herstellen; F.: keltern (!), keltere, kelter (!), kelterst, keltert, kelterte, keltertest, kelterten, keltertet, gekeltert, ##gekeltert, gekelterte, gekeltertes, gekeltertem, gekelterten, gekelterter##, kelternd, ###kelternd, kelterndes, kelterndem, kelternden, kelternder###, kelter (!)+EW; Z.: kel-t-er-n
Kemenate, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kemenate, mit einem Kamin ausgestattetes Gemach in einer Burg, Frauengemach; ne. bower, women’s chambers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kemenāte, kamenāte, sw. F., st. F., Schlafgemach, Frauengemach; mnd. kemenāde, kemenate, kemenah, kemmenāde, kemenāte, F., Kemenate, heizbares Gemach, massivsteinernes Wohngebäude, steinerner Anbau, Wohnraum der Familie, Wohnzimmer der Vornehmen, Gemach des Fürsten, Schlafgemach, Geschäftszimmer, einzeln stehendes Steinhaus, kleine Burg, Aufbewahrungsstelle, Kammer; mnl. kemenade, F., mit einer Feuerstätte versehenes Gemach, Wohnhaus; ahd. kemināta*, kemenāta*, kemināda*, sw. F. (n), Kemenate, Gemach, heizbares Zimmer; as. *kėmīnāda?, *kėmīnāta?, *kāmināta?, sw. F. (n), Kemenate, heizbares Zimmer; germ. *kaminat-, F., Kemenate; lat. camīnāta, F., heizbares Zimmer, (2. Hälfte 8. Jh.); vgl. lat. camīnāre, V., in Form eines Kamins aufbauen; lat. camīnus, M., Feuerstätte, Kamin; vgl. gr. κάμινος (kaminos), M., Ofen; idg. *kamer-, V., wölben, biegen, Pokorny 524 (798/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kemenate, Kluge s. u. Kemenate, DW 11, 527, EWD s. u. Kemenate, EWAhd 5, 466, Duden s. u. Kemenate; Son.: vgl. afries. kemnāda, F., Kemenate, beheiztes Zimmer; aruss. komъnata, Sb., Zimmer; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein vor allem von Frauen bewohntes mit einem Kamin ausgestattetes Wohngemach (in einer Burg); BM.: Kamin bzw. wölben; F.: Kemenate, Kemenaten+FW; Z.: Kemen-at-e
kennen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. kennen, wissen, bekannt geworden sein (V.); ne. know (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. kennen, sw. V., kennen, erkennen; mnd. kennen (1), sw. V., kennen, bekannt sein (V.) mit, zum Bekannten haben, sich als bekannt erinnern, sehen, kennen wollen (V.), beachten, wissen, erkennen; mnl. kennen, st. V., kennen; ahd. kennen (2), sw. V. (1a); as. kėnnian? (2), sw. V. (1a), kennen; anfrk. kennen, kennon, sw. V. (1), kennen; germ. *kannjan, sw. V., kennen; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. kennen, Kluge s. u. kennen, DW 11, 532, EWD s. u. kennen, EWAhd 5, 470, Falk/Torp 36, Seebold 289, Duden s. u. kennen, Bluhme s. u. kennen; Son.: vgl. afries. kanna, kenna, sw. V. (1), kennen; nfries. kinnen, V., kennen; ae. cėnnan (2), sw. V. (1), bestimmen, geben, ernennen, auswählen, erklären, sich zeigen; an. kenna (1), sw. V. (1), bekannt machen, wahrnehmen, genießen; got. kannjan, sw. V. (1), kund tun, bekanntmachen, empfehlen, verkünden; nndl. kennen, V., kennen; nschw. känna, V., kennen; nnorw. kjenne, V., kennen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches mit etwas bekannt geworden sein; BM.: erkennen; F.: kennen, kenne, kennst, kennt, kennest, kennet, kannte, kanntest, kannten, kanntet, kennte, kenntest, kennten, kenntet, gekannt, ##gekannt, gekannte, gekanntes, gekanntem, gekannten, gekannter##, kennend, ###kennend, kennende, kennendes, kennendem, kennenden, kennender###, kenn (!)+EW; Z.: ken-n-en
$Kenner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kenner, Kennender; Vw.: s. Be-; E.: s. kenn(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. kennen, DW 11, 546, EWD s. u. kennen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kenn(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Kennenden; F.: Kenner, Kenners, Kennern+EW; Z.: Ken-n-er
$Kennerblick, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kennerblick; E.: s. Kenner, s. Blick; L.: DW 11, 548, EWD s. u. kennen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kenner und Blick gebildete Bezeichnung für einen Blick eines Sachkenners und das damit verbundene Wissen eines Menschen; F.: Kennerblick, Kennerblicks, Kennerblickes, Kennerblicke, Kennerblicken+EW; Z.: Ken-n-er—bli-ck
$Kennermiene, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kennermiene; E.: s. Kenner, s. Miene; L.: DW 11, 549, EWD s. u. kennen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kenner und Miene gebildete Bezeichnung für eine Miene eines Sachkenners und das damit möglicherweise verbundene Wissen eines Menschen F.: Kennermiene, Kennermienen+EW+FW; Z.: Ken-n-er-mien-e
$kennerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kennerisch, einen Kenner betreffend; E.: s. Kenner, s. isch; L.: DW 11, 549, EWD s. u. kennen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kenner und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Kenner betreffend; F.: kennerisch, kennerische, kennerisches, kennerischem, kennerischen, kennerischer(, kennerischere, kennerischeres, kennerischerem, kennerischeren, kennerischerer, kennerischst, kennerischste, kennerischstes, kennerischstem, kennerischsten, kennerischster)+EW; Z.: ken-n-er-isch
$kenntlich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. kenntlich, erkennbar, deutlich; E.: s. kenn(en), s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. kennen, DW 11, 550, EWD s. u. kennen; GB.: (kennelich) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus kenn(en) (und t) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches erkennbar oder deutlich; F.: kenntlich, kenntliche, kenntliches, kenntlichem, kenntlichen, kenntlicher(, kenntlichere, kenntlicheres, kenntlicherem, kenntlicheren, kenntlicherer, kenntlichst, kenntlichste, kenntlichstes, kenntlichstem, kenntlichsten, kenntlichster)+EW; Z.: ken-n-t-lich
$Kenntnis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kenntnis, Wissen; Vw.: s. Be-(, Er-, Un-); E.: s. kenn(en), s. t, s. nis; L.: Kluge s. u. kennen, DW 11, 551, EWD s. u. kennen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus kenn(en) und t und nis gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch Kennen erlangtes Wissen; F.: Kenntnis, Kenntnisse, Kenntnissen+EW; Z.: Ken-n-t-nis
$Kennung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kennung, Kennen, Kennzeichen; Vw.: s. Aner-, Er-; E.: s. kenn(en), s. ung; L.: DW 11, 554; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus kenn(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein Kennen oder ein Kennzeichen; F.: Kennung, Kennungen+EW; Z.: Ken-n-ung
$Kennwort, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kennwort, kennzeichnendes Wort, Kennung, Erkennungswort; E.: s. kenn(en), s. Wort; L.: Kluge s. u. Kennwort, fehlt DW, EWD s. u. kennen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kenn(en) und Wort gebildete Bezeichnung für ein kennzeichnendes Wort oder eine Kennung oder ein Erkennungswort; F.: Kennwort, Kennworts, Kennwortes, Kennworte, Kennworten, Kennwörter, Kennwörtern+EW; Z.: Ken-n—wor-t
$Kennzeichen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kennzeichen, Erkennungszeichen, Erkennungsmerkmal; E.: s. kenn(en), s. Zeichen; L.: Kluge s. u. Kennzeichen, DW 11, 554, EWD s. u. kennen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kenn(en) und Zeichen gebildete Bezeichnung für ein für Menschen erkennbares unterscheidenden Merkmal einer Gegebenheit wie beispielsweise eine Augenfarbe oder eine Körpergröße oder eine Haarfarbe oder ein Haarwuchs oder eine Hautfarbe; F.: Kennzeichen, Kennzeichens+EW; Z.: Ken-n—zei-ch-en
$kennzeichnen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kennzeichnen, mit einem Kennzeichen versehen (V.); E.: s. Kennzeich(en), s. n, s. en; L.: EWD s. u. kennen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kennzeich(en) und n sowie en gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einem Kennzeichen versehen (V.); F.: kennzeichnen, kennzeichne, kennzeichnest, kennzeichnet, kennzeichnete, kennzeichnetest, kennzeichneten, kennzeichnetet, gekennzeichnet, ##gekennzeichnet, gekennzeichnete, gekennzeichnetes, gekennzeichnetem, gekennzeichneten, gekennzeichneter##, kennzeichnend, ###kennzeichnend, kennzeichnende, kennzeichnendes, kennzeichnendem, kennzeichnenden, kennzeichnender###, kennzeichne (!)+EW; Z.: ken-n—zei-ch-n-en
Kenotaph, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Kenotaph, leeres Grabmal; ne. cenotaph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: lat. cenotaphium, Kenotaph; s. gr. κενοτάφιον (kenotáphion), N., Kenotaph, leeres Grab, Ehrengrab; gr. κενός (kenós), Adj., leer, menschenleer, nicht beladen (Adj.), erfolglos, entblößt; vgl. idg. *k̑en-?, Adj., leer, nichtig, Pokorny 564 (871/103) (RB. idg. aus arm.); gr. τάφος (táphos), M., Leichenbestattung, Leichenfeier, Grab; idg. *dʰembʰ-, *dʰm̥bʰ-, V., graben, Pokorny 248 (375/23) (RB. idg. aus arm., gr., balt.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kenotaph; Son.: vgl. nndl. cenotaaf, Sb., Kenotaph; frz. cénotaphe, M., Kenotaph; nschw. kenotaf, Sb. Kenotaph; nnorw. kentaf, M., Kenotaph; poln. cenotaf, M., Kenotaph; kymr. senotaff, M., Kenotaph; lit. kenotafas, M., Kenotaph; GB.: wohl seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein keinen Leichnam enthaltendes Grabmal; BM.: leer, Grab; F.: Kenotaph, Kenotaphs, Kenotaphe, Kenotaphen+FW(+EW); Z.: Ken-o-taph
kentern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kentern, sich zu einer Seite neigen, umkippen; ne. capsize (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kante; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederländischen bzw. Niederdeutschen, s. nd. kenteren, V., kentern; vgl. mnd. kant (1), M., N., Kante, Ecke, Winkel, Seite, Rand, Grenze, Küste; nndl. kant, kante, Sb., Kante; afrz. cant, M., Ecke; lat. canthus, cantus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, (34-62 n. Chr.); vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen, Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. kentern, DW 11, 555, EWD s. u. kentern, Duden s. u. kentern, Bluhme s. u. kentern; Son.: vgl. nndl. kenteren, V., kentern; ne. cant, V., kippen; nschw. kantra, V., kentern; nnorw. kantre, V., kentern; GB.: seit dem 17. Jh. belegte und aus dem Niederländischen und Niederdeutschen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und Lateinischen des Altertums sowie dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Wasserfahrzeugen durch den Menschen mögliches mit einem Boot oder Schiff umkippen; BM.: Kante bzw. biegen; F.: kentern, kentere, kenter (!), kenterst, kentert, kenterte, kentertest, kenterten, kentertet, gekentert, ##gekentert, gekenterte, gekentertes, gekentertem, gekenterten, gekenterter##, kenternd, ###kenternd, kenternde, kenterndes, kenterndem, kenternden, kenternder###, kenter (!)+FW+EW; Z.: ken-t-er-n
Keramik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Keramik, Töpferei, irdenes Gefäß; ne. ceramic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. céramique; E.: s. frz. céramique, F., Keramik; gr. κεραμική (keramikḗ), F., Kunst des Töpferns, Töpfern; gr. κέραμος (kéramos), M., Töpfererde, Tongefäß; Herkunft nicht gesichert, vielleicht von gr. κεραννύναι (kerannýnai), V., mischen, vermischen, zusammengießen; idg. *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erh₂-, V., mischen, rühren, kochen, Pokorny 582 (897/129) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Keramik, fehlt DW, EWD s. u. Keramik, Duden s. u. Keramik; Son.: vgl. nndl. keramiek, Sb., Keramik; nschw. keramik, Sb., Keramik; nnorw. keramikk, M., Keramik; poln. ceramika, F., Keramik; kymr. cerameg, F., Keramik; lit. keramika, F., Keramik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Erzeugnis aus gebranntem Ton (M.) (1); BM.: mischen?; F.: Keramik, Keramiken+FW(+EW); Z.: Ker-am-ik
$Keramiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Keramiker; E.: s. Keramik, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Keramik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Keramik und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Keramik möglichen Hersteller von Keramik; F.: Keramiker, Keramikers, Keramikern+FW+EW; Z.: Ker-am-ik-er
$keramisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. keramisch; L.: Kluge s. u. Keramik, fehlt DW, EWD s. u. Keramik; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Keramik und isch gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Keramik mögliches Keramik betreffend; F.: keramisch, keramische, keramisches, keramischem, keramischen, keramischer+FW+EW; Z.: ker-am-isch
$Kerbe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kerbe, Einschnitt; E.: s. kerben; L.: Kluge 1. A. s. u. Kerbe, Kluge s. u. kerben, DW 11, 557, EWD s. u. kerben; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und mit kerben verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner erforderlichen Werkzeuge möglichen Einschnitt; F.: Kerbe, Kerben+EW; Z.: Kerb-e
Kerbel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Kerbel, eine Gewürzpflanze; ne. chervil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kërvele, kërvel, kërbel, F., M., Kerbel; mnd. kervel, karvel, karvele, kerevel, kervele, F., Kerbel; mnl. kervel, kervele, M., Kerbel; ahd. kerfil*, kervil*, st. M. (a), Kerbel, Wiesenkerbel; as. kervila, F., Kerbel; anfrk. -; lat. caerefolium, N., Kerbel, (1. Jh. n. Chr.); gr. *χαιρέφυλλον (chairéphyllon), N., Kerbel; vgl. gr. χαίρειν (chaírein), V., sich freuen; idg. *g̑ʰer- (1), *g̑ʰerh₁-, V., begehren, gern haben, Pokorny 440 (635/51) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); gr. φύλλον (phýllon), N., Blatt; idg. *bʰel- (4), bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kerbel, Kluge s. u. Kerbel, DW 11, 559, EWAhd 5, 483, Duden s. u. Kerbel, Bluhme s. u. Kerbel; Son.: vgl. ae. cerfelle, cerfille, sw. F. (n), Kerbel; nndl. kervel, Sb., Kerbel; frz. cerfeuil, M., Kerbel; nschw. körvel, Sb., Kerbel; nnorw. kjørvel, M., Kerbel; GB.: (kerfil) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche zu den Doldengewächsen gehörende und von Menschen vielseitig in Blättern und Blüten und Wurzeln als Gewürz verwendete Pflanze mit gelblich weißen oder grünlich weißen Blüten; BM.: liebliches Blatt; F.: Kerbel, Kerbels, Kerbeln+FW+EW; Z.: Ker-b-el
kerben, nhd., V., (14. Jh.): nhd. kerben, ritzen, ritzen, einschneiden; ne. notch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kerf; Q.: 1331 (Von siben Ingesigeln des Tilo von Kulm); E.: mhd. kerben, sw. V., kerben, einkerben, einschneiden, aufs Kerbholz einschneiden, feststellen; mnd. kerven, karven, st. V., sw. V., kerben, einschneiden (V.), einhauen, kappen, mit Einschnitten versehen (V.), mit Wunden versehen (V.), aufschneiden, aufspalten; mnl. kerven, sw. V., kerben; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kerban, st. V., kerben, einschneiden; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kerben, Kluge s. u. kerben, DW 11, 207, EWD s. u. kerben, Falk/Torp 40, Seebold 292, Duden s. u. kerben, Bluhme s. u. kerben; Son.: vgl. afries. kerva, st. V. (3b), kerben, schneiden; nnordfries. karve, V., kerben; ae. ceorfan, st. V. (3b), kerben, schneiden, niederschlagen, zerreißen; an. -; got. -; nndl. kerven, V., kerben; GB.: seit 1331 belegte und wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bezeichnung für ritzen oder einritzen; BM.: ritzen; F.: kerben (!), kerbe (!), kerbst, kerbt, kerbest, kerbet, kerbte, kerbtest, kerbten, kerbtet, gekerbt, ##gekerbt, gekerbte, gekerbtes, gekerbtem, gekerbten, gekerbter##, kerbend, ###kerbend, kerbende, kerbendes, kerbendem, kerbenden, kerbender###, kerb (!)+EW; Z.: kerb-en
$Kerbholz, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Kerbholz; E.: s. kerb(en), s. Holz; L.: Kluge s. u. Kerbholz, DW 11, 562, EWD s. u. kerben; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus kerb(en) und Holz gebildete Bezeichnung für ein Holz in das von Menschen Erinnerungszeichen eingekerbt oder eingeritzt werden; F.: Kerbholz, Kerbholzes, Kerbhölzer, Kerbhölzern+EW; Z.: Ker-b—hol-z
$Kerbtier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kerbtier, Insekt, Kerf; Hw.: s. Insekt; E.: s. Kerb(e), s. Tier; L.: Kluge s. u. Kerbtier, DW 11, 565 (Kerbthier), EWD s. u. kerben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kerb(e) und Tier gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches vor rund 480 Millionen Jahren entwickeltes und durch Kerben an seinem Körper gekennzeichnetes Tier (Insekt); F.: Kerbtier, Kerbtieres, Kerbtiers, Kerbtiere, Kerbtieren+EW; Z.: Ker-b—tie-r
Kerf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kerf, Kerbtier, Insekt; ne. insect; Vw.: -; Hw.: s. kerben; Q.: 1815; E.: Rückbildung aus Kerbtier; s. nhd. kerben; L.: Kluge s. u. Kerf, DW 11, 566, EWD s. u. kerben, Duden s. u. Kerf; GB.: seit 1815 belegte und aus Kerbtier rückgebildete Bezeichnung für das vor rund 480 Millionen Jahren entwickelte Insekt (Kerbtier); BM.: ritzen; F.: Kerf, Kerfs, Kerfes, Kerfe, Kerfen+EW; Z.: Kerf
Kerker, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kerker, Gefängnis; ne. dungeon, jail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karzer; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. karkære, karkāre, kerkære, karker, kerker, karkel, st. M., Kerker; mnd. kerker (1), M., Kerker, Gefängnis; mnl. kerker, M., Kerker; ahd. karkāri, karkari, st. M. (ja), Kerker, Gefängnis; as. karkari*, st. M. (ja), Kerker; anfrk. -; germ. *karkari-, karkariz, st. M. (i), Kerker; vgl. lat. carcer, M., Umfriedung, Umzäunung, Kerker, Gefängnis, (204-169 v. Chr.); Etymologie unklar, das Wort geht wohl von einer Grundbedeutung Umschließung, Umplankung aus, s. Walde/Hofmann 1, 16; L.: Kluge 1. A. s. u. Kerker, Kluge s. u. Kerker, DW 11, 566, EWD s. u. Kerker, EWAhd 5, 408, Duden s. u. Kerker, Bluhme s. u. Kerker; Son.: vgl. afries. kerkener, st. M. (ja), Kerker, Gefängnis; ae. carcėrn, st. M. (i?), Kerker; an. -; got. karkara, st. F. (ō), Kerker, Gefängnis; nndl. kerker, Sb., Kerker; frz. carcéral, Adj., Gefängnis…; GB.: (karkāri) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der Etymologie unklare Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes sehr festes unterirdisches Gefängnis; BM.: Umschließung?; F.: Kerker, Kerkers, Kerkern+FW(+EW); Z.: Kerker
$kerkern, nhd. (ält.), sw. V., (12./13. Jh.): nhd. kerkern, in einen Kerker schließen; Vw.: s. ein-; E.: s. Kerker, s. (e)n; L.: DW 11, 568; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus Kerker und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Kerkern in den Hochkulturen des Altertums mögliches in einen Kerker schließen; F.: kerkern (!), kerkere, kerker (!), kerkerst, kerkert, kerkerte, kerkertest, kerkerten, kerkertet, gekerkert, ##gekerkert, gekerkerte, gekerkertes, gekerkertem, gekerkerten, gekerkerter##, kerkernd, ###kerkernd, kerkerndes, kerkerndem, kerkernden, kerkernder###, kerker (!) +FW(+EW); Z.: kerker-n
Kerl, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kerl, Mann; ne. bloke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. karl (1), karle, kerl, st. M., Kerl, Mann, Ehemann, Geliebter; mnd. kerl, kērl, kerel, kerrel, kērle, kerle, M., Kerl, Mann, starker Mann, kräftiger Mann, tüchtiger Mann; mnd. karl, M., Kerl, Mann, Ehemann, Geliebter; mnl. carel, M., alter Mann; ahd. karl*, karal*, st. M. (a), Mann, Ehemann, Gatte, Geliebter; as. *karl?, st. M. (a), Kerl, Mann; anfrk. Karle..., Präf. in ON; germ. *karila-, *karilaz, st. M. (a), Mann, Greis, Kerl; s. idg. *g̑erə-, Adj., alt?; idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kerl, Kluge s. u. Kerl, DW 11, 570, EWD s. u. Kerl, EWAhd 5, 411, Falk/Torp 38, Duden s. u. Kerl, Bluhme s. u. Kerl; Son.: vgl. afries. zerl, kerl, st. M. (a), Kerl, Mann, Dienstmann, Knecht; nfries. tzierl, M., Kerl, Mann; ae. ceorl, st. M. (a), Mann, Bauer (M.) (1), Gemeinfreier, Ehemann, Held, Edler; ae. carl, st. M. (a), Mann; an. karl, st. M. (a), Mann, alter Mann, Untertan; got. -; nndl. kerel, Sb., Kerl; ne. churl, M., Flegel; GB.: seit nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mann; BM.: alt?; F.: Kerl, Kerls, Kerle, Kerlen+EW; Z.: Ker-l
Kermes, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kermes, Karmesin, roter Farbstoff der Kermesschildläuse; ne. kermes, carmine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Karmesin, Karmin; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. span. carmesí; E.: s. span. carmesí, Sb., Karmesin; arab. qirmizī, Sb., kräftiges Rot; ai. krmi-jā, Adj., von der Schildlaus kommend; L.: Kluge s. u. Kermes, DW 11, 592, Duden s. u. Kermes; Son.: vgl. nndl. kermes, Sb., Kermes; frz. kermès, M., Kermes; nschw. karmosin, Sb., Kermes; nnorw. karmosin, M., Karmesin; poln. karmazyn, M., Karmesin; kymr. cermes, M., Kermes; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für den roten Farbstoff der wohl schon vormenschlichen Kermesschildläuse; BM.: Schildlaus; F.: Kermes+FW; Z.: Kerm-es
Kern, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kern, Innerstes; ne. kernel, core; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kerne, kern (2), sw. M., st. M., Kern vom Getreide, Getreide; mnd. kē̆rn, kērne, kerne, karn, karne, M., F., Kern, Fruchtkern eines Baumes, Same (M.) (1), Samen (M.), Obstkern, Nusskern mnl. kerne, kern, F., Kern; ahd. kern, st. M. (a)?, Kern, Korn, Samen, Samenkern, Getreide; ahd. kerno, sw. M. (n), Kern, Korn, Körnchen, Getreide, Same, Samen, Samenkorn; as. kerno, sw. M. (n), Kern; anfrk. kerna, F., Kern; germ. *kernō-, *kernōn, *kerna-, *kernan, sw. M. (n), Kern; s. idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kern, Kluge s. u. Kern, DW 11, 593, EWD s. u. Kern, EWAhd 5, 488, EWAhd 5, 488, Falk/Torp 38, Duden s. u. Kern, Bluhme s. u. Kern; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. kjarni (1), sw. M. (n), Kern; got. -; nndl. kern, Sb., Kern; nschw. kärna, Sb., Kern; nnorw. kjerne, M., Kern; GB.: (kerno) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung von Pflanzen möglichen festen inneren und der Fortpflanzung dienenden Teil einer Frucht (Innerstes); BM.: reif werden; F.: Kern, Kernes, Kerns, Kerne, Kernen+EW; Z.: Ker-n
kernen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. kernen; Vw.: s. kirnen
$kernen (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kernen, Kern verwenden; Vw.: s. aus-, ent-; E.: s. Kern, s. en; L.: Kluge s. u. Kern, DW 11, 604, EWD s. u. Kern; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Kern und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches einen Kern einer Frucht entnehmen; F.: kernen (!), kerne (!), kernst, kernt, kernest, kernet, kernte, kerntest, kernten, kerntet, gekernt, ##gekernt, gekernte, gekerntes, gekerntem, gekernten, gekernter##, kernend, ###kernend, kernende, kernendes, kernendem, kernenden, kernender###, kern (!)+EW; Z.: ker-n-en
$kerngesund, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kerngesund, (bis) in dem Kern gesund, ganz gesund; E.: s. Kern, s. gesund; L.: Kluge s. u. kerngesund, DW 11, 607, EWD s. u. Kern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kern und gesund gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches in dem Kern gesund oder ganz gesund; F.: kerngesund, kerngesunde, kerngesundes, kerngesundem, kerngesunden, kerngesunder+EW; Z.: ker-n—ge-sund
$kernig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kernig, kernhaft, fest, kräftig; E.: s. Kern, s. ig; L.: Kluge s. u. kernig, DW 11, 608, EWD s. u. Kern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kern und ig gebildete Bezeichnung für fest oder kräftig; F.: kernig, kernige, kerniges, kernigem, kernigen, kerniger(, kernigere, kernigeres, kernigerem, kernigeren, kernigerer, kernigst, kernigste, kernigstes, kernigstem, kernigsten, kernigster)+EW; Z.: ker-n-ig
$Kernkader, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Kernkader, Kerntruppe, Kerngruppe; E.: s. Kern, s. Kader; L.: Kluge s. u. Kader, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Kern und Kader gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht auch schon früher mögliche Kerntruppe oder Kerngruppe von Menschen; F.: Kernkader, Kernkaders, Kernkadern+EW+FW; Z.: Ker-n—kad-er
$Kernseife, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kernseife, beste Seife, kernigere Seife; E.: s. Kern, s. Seife; L.: Kluge s. u. Kernseife, DW 11, 611, EWD s. u. Kern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kern und Seife gebildete Bezeichnung für eine durch Zufügung von Kochsalz zu der in Wasser kochenden Seifenmasse kernigere oder härtere von Menschen hergestellte Seife; F.: Kernseife, Kernseifen+EW; Z.: Ker-n—seif-e
$Kernspaltung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kernspaltung; E.: s. Kern, s. Spaltung; L.: Kluge s. u. Kern, fehlt DW; GB.: seit 1938 belegte und aus Kern und Spaltung gebildete Bezeichnung für die in Berlin in dem Dezember 1938 von Otto Hahn und Fritz Straßmann sowie Lise Meitner entdeckte bei dem Bestrahlen von Uran-235 mit einem langsamen Neutron entstehende Spaltung eines (schweren) Atomkerns in zwei mittelschwere Atomkerne die seitdem zu der Erzeugung von Energie genutzt werden kann und auch unabhängig davon in der Natur (beispielsweise in Okio in Gabun) ablaufen kann; F.: Kernspaltung, Kernspaltungen+EW; Z.: Ker-n—s-pal-t-ung
Kerosin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kerosin, Petroleum; ne. kerosine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κηρός (kērós), M., Wachs; idg. *kār-?, Sb., Wachs, Pokorny 532 (812/44) (RB. idg. aus gr., ital.?, balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kerosin; Son.: vgl. nndl. kerosine, Sb., Kerosin; frz. kérosène, M., Kerosin; kymr. cerosin, M., Kerosin; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders in Flugzeugen verwendeten und wenig leichte sowie wenig schwere Kohlenwasserstoffe enthaltenden Treibstoff; BM.: Wachs; F.: Kerosin, Kerosins, Kerosine, Kerosinen+FW; Z.: Ker-os-in
Kerze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kerze, Leuchte mit offener Flamme; ne. candle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kerze, kirze, sw. F., Licht, Kerze, Wachskerze; mnd. kerte, F., Kerze; mnd. kerse (3), kerze, kertze, kersche, kerste, F., Kerze, gegossenes Wachslicht, Unschlittkerze, kostspielige helle Beleuchtung (für kirchliche Zwecke), Altarbeleuchtung; mnl. kerse F., Kerze; ahd. kerza, st. F. (ō), sw. F. (n), Kerze, Fackel, schwelender Docht; ahd. karza*, st. F. (ō), Kerze, Docht; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Papier?, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude gemachtes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier?; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge 1. A. s. u. Kerze, Kluge s. u. Kerze, DW 11, 614, EWD s. u. Kerze, EWAhd 5, 491, EWAhd 5, 423, Duden s. u. Kerze, Bluhme s. u. Kerze; Son.: vgl. afries. kerse, F., Kerze; saterl. käärse, F., Kerze; nndl. kaars, Sb., Kerze; ndän. (poet.) kärte, Sb., Kerze; nnorw. kjerte, M., Kerze; GB.: (kerza) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen in dem Vorderen Orient vor mindestens 5000 Jahren entwickeltes und seitdem verwendetes meist zylindrisches Gebilde aus gegossenem Wachs oder Stearin oder Paraffin mit einem Docht in der Mitte der mit offener Flamme brennend und dabei allmählich selbst verbrennendLicht gibt; BM.: Papier; F.: Kerze, Kerzen+FW; Z.: Kerz-e
Kescher, Kätscher, Ketscher, Kesser, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kescher, Kätscher, Ketscher, Kesser, Fangnetz; ne. dip net (N.), hand net (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. kesser, st. M., Kesser, Käscher, Fangnetz; mnd. kesser, M., Ketscher, Käscher, Handnetz mit einem Stiel, Netz zum Fangen von Fischen; s. me. catcher, N., Kescher, Fischhamen; lat. captāre, V., fahnden, haschen, greifen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kescher, DW 11, 248 (Käscher), DW 11, 627, EWD s. u. Kescher, Duden s. u. Kescher, Kesser; Son.: vgl. nschw. katse, Sb., Kescher?; nnorw. ketser?, Sb., Kescher?; GB.: (kesser) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelenglischen aufgenommene und mit lat. captare sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Fangnetz für Fische und Insekten oder anderen Tieren oder ein Fischernetz; BM.: fassen; F.: Kescher, Keschers, Keschern, Kätscher, Kätschers, Kätschern, Kesser, Kessern, Kessers, Ketscher, Ketschers, Ketschern+FW(+EW); Z.: Kesch-er
kess, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kess, hübsch; ne. pretty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. kess; E.: s. rotw. kess, Adj., in Diebessachen erfahren (Adj.), zuverlässig; s. jidd. chess, ein verhüllendes Kurzwort; weitere Herkunft unklar, vielleicht von dem Buchstabennamen ch; L.: Kluge s. u. kess, fehlt DW, EWD s. u. keß, Duden s. u. kess; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Jiddischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus dem Buchstabennamen ch gebildete verhüllende Bezeichnung für jung und hübsch oder vorlaut oder frech; BM.: erfahren bzw. zuverlässig?; F.: kess, kesse, kesses, kessem, kessen, kesser(, kessere, kesseres, kesserem, kesseren, kesserer, kessest, kesseste, kessestes, kessestem, kessesten, kessester)+FW; Z.: kess
Kessel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kessel, Topf; ne. kettle, vessel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kezzel, st. M., Kessel, kesselartige Vertiefung; mnd. kētel, kettel, kētell, kotel, kittel, M., Kessel, großes metallenes Gefäß; mnl. ketel, M., Kessel; ahd. kezzil, st. M. (a), Kessel, Metallkessel, Gefäß, Kochtopf, Kochgefäß, ehernes Gefäß; as. kėtil*, st. M. (a), Kessel; anfrk. -; germ. *katila-, *katilaz, st. M. (a), Kessel; vgl. lat. catīllus, M., Schüsselchen, (vor 66 n. Chr.); lat. catīnus, M., Schüssel; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *kē̆t-, kot-, Sb., Wohnraum, Erdloch, Pokorny 586 (907/139) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kessel, Kluge s. u. Kessel, DW 11, 619, EWD s. u. Kessel, EWAhd 5, 504, Duden s. u. Kessel, Bluhme s. u. Kessel; Son.: vgl. afries. zetel, ketel, st. M. (a), Kessel; saterl. tsetel; ae. cietel, st. M. (a), Kessel; an. ketill, st. M. (a), Kessel; got. katils, katilus, st. M. (u/i), Kessel; nndl. ketel, Sb., Kessel; nschw. kittel, Sb., Kessel; nnorw. kjele, M., Kessel; lit. katilas, M., Kessel; kzl kotъlъ, Sb., ehernes Gefäß, Kessel (LW. aus einer germ. Sprache); GB.: (kezzil) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten sehr großen Topf zu einem Kochen; BM.: Erdloch; F.: Kessel, Kessels, Kesseln+FW(+EW); Z.: Kess-el
$Kesseljagen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kesseljagen; E.: s. Kessel, s. jagen; L.: DW 11, 625, EWD s. u. Kessel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kessel und jagen gebildete Bezeichnung für eine in der Form einem Kessel in den das Wild zusammengetrieben wird ähnliche Treibjagd (auf Hasen); F.: Kesseljagen, Kesseljagens+FW+EW; Z.: Kess-el—jag-en
$kesseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kesseln, einen Kessel bilden; Vw.: s. ein-; E.: s. Kessel, s. (e)n; L.: DW 11, 626; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kessel und (e)n gebildete Bezeichnung für beispielsweise einen Kessel bilden; F.: kesseln, kessel (!), kessle, kessele, kesselst, kesselt, kesselte, kesseltest, kesselten, kesseltet, gekesselt, ##gekesselt, gekesselte, gekesseltes, gekesseltem, gekesselten, gekesselter##, kesselnd, ###kesselnd, kesselnde, kesselndes, kesselndem, kesselnden, kesselnder###, kessel (!)+FW+EW; Z.: kess-el-n
$Kesseltreiben, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kesseltreiben; E.: s. Kessel, s. treiben; L.: Kluge s. u. Kesseltreiben, fehlt DW, EWD s. u. Kessel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kessel und treiben gebildete Bezeichnung für ein Treiben bei dem das Opfer wie in einem Kessel an einen bestimmten Ort getrieben wird; F.: Kesseltreiben, Kesseltreibens+FW+EW; Z.: Kess-el—trei-b-en
Ketchup, Ketschup, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Ketchup, Ketschup, Tomatensauce; ne. ketchup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. ketchup; E.: s. ne. ketchup, Sb., Ketschup; chin. kôechiap, kêtsiap, Sb. Fischsauce; L.: Kluge s. u. Ketchup, EWD s. u. Ketchup, Duden s. u. Ketchup; Son.: vgl. nndl. ketchup, Sb., Ketchup; nschw. ketchup, Sb., Ketchup; nnorw. ketchup, ketsjup, M., Ketchup; poln. keczup, M., Ketchup; kymr. cetshyp, M., Ketchup; nir. citseap, M., Ketchup; lit. kečupas, M., Ketchup; GB.: seit (19. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Chinesischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen (ursprünglich in Asien aus Fischen und Essig sowie Gewürzen) hergestellte und verwendete dickflüssige (und würzige) Tomatenwürzsauce; BM.: Fischsauce; F.: Ketchup, Ketchups, Ketschup, Ketschups+FW(EW?); Z.: Ketchup
Ketscher, nhd., M.: nhd. Ketscher; Vw.: s. Kescher
Ketschup, nhd., M., N.: nhd. Ketschup; Vw.: s. Ketchup
Kette (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kette (F.) (1), Reihe, ein Schmuckstück; ne. chain (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. ketene, keten, sw. F., st. F., eiserne Kette, Fessel (F.) (1); mnd. kēdene, kēde, kedde*, kēte, kētene, kēthene, F., Kette (F.) (1), Haltekette, Kette (F.) (1) der Zugbrücke, Fessel (F.) (1), Schmuckkette; mnl. ketene, kētene, kettene, ketten, F., Kette (F.) (1); ahd. ketina*, ketinna*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kette (F.) (1), Fessel (F.) (1), Band (N.), Halskette; as. -; anfrk. -; germ. *kadena, *katena, F., Kette (F.) (1)?; lat. catēna, F., Kette, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. kat- (1), V., flechten, drehen, Pokorny 534 (816/48) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kette 2, Kluge s. u. Kette 1, DW 11, 630, EWD s. u. Kette 2, EWAhd 5, 500, Duden s. u. Kette, Bluhme s. u. Kette; Son.: vgl. afries. kede, F., Kette (F.) (1); nfries. ketten; ae. -; an. kæta, F., Kette (Lw. aus dem Mnd.); got. -; nndl. keten, Sb., Kette (F.) (1); frz. chaîne, F., Kette (F.) (1); nschw. kedja, Sb., Kette (F.) (1); nnorw. kjede, M., N., Kette (F.) (1); GB.: (ketina) seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit 2500 v. Chr. entwickelte und verwendete Reihe aus beweglich ineinandergefügten oder mit Gelenken verbundenen Gliedern; BM.: flechten bzw. drehen; F.: Kette, Ketten+FW(+EW); Z.: Ket-t-e
Kette (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kette (M.) (2), Schar (F.) (1); ne. flock (N.), crowd (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kütte, st. N., Schar (F.) (1), Herde; mnl. cudde, F., N., Herde; ahd. kutti*, kuti*, st. N. (ja), Herde, Viehherde, Schafherde, Schar (F.) (1), Schafstall; as. -; anfrk. -; germ. *kudja-, kudjam, st. N. (a), Herde; L.: Kluge 1. A. s. u. Kette 1, Kluge s. u. Kette 2, fehlt DW, EWAhd 5, 939, EWAhd 5, 940, Falk/Torp 4, Duden s. u. Kette 1, Duden s. u. Kette; Son.: vgl. nndl. kudde, F., Herde, Gruppe; ? lit. gúotas, Sb., Herde; GB.: (kutti) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen oder von Tieren mögliche größere Anzahl zusammen auftretender Menschen oder Tiere; BM.: Herde?; F.: Kette, Ketten+EW; Z.: Kett-e
$ketten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ketten, durch eine Kette verschließen oder verbinden, Kette bilden; Vw.: s. an-, ver-; E.: s. Kett(e), s. en; L.: Kluge s. u. Kette 1, EWD s. u. Kette 2; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Kett(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Verwendung von Ketten mögliches durch eine Kette verschließen oder verbinden; F.: ketten, kette (!), kettest, kettet, kettete, kettetest, ketteten, kettetet, gekettet, ##gekettet, gekettete, gekettetes, gekettetem, geketteten, geketteter##, kettend, ###kettend, kettende, kettendes, kettendem, kettenden, kettender###, kett (!)+FW(+EW); Z.: ket-t-en
$Kettenreaktion, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kettenreaktion; E.: s. Kette, s. n., s. Reaktion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kette 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kett(e) und en sowie Reaktion gebildete Bezeichnung für eine Wirkung die nach einer Einleitung wie eine Kette Glied für Glied nacheinander bis zu eem Ende abläuft; F.: Kettenreaktion, Kettenreaktionen+FW(+EW); Z.: Ket-t-en—re-ak-t-io-n
Ketzer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ketzer, Häretiker; ne. heretic (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1215/1216 (Der Wälsche Gast des Thomasin von Zirclaria); E.: mhd. ketzer, kether, st. M., Ketzer, frevelhafter Mensch, verworfener Mensch, Sodomit; mnd. kettære*, ketter, M., Ketzer, Glaubensabtrünniger, Andersgläubiger, Sektierer, außerhalb des Rechtes lebender lasterhafter Mensch; mlat. catharus, M., Ketzer; vgl. gr. καθαιρεῖν (kathairein), V., niederreißen, abbrechen, zerstören; gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. αἱρεῖν (haireīn), V., an sich nehmen, nehmen, ergreifen; idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ketzer, Kluge s. u. Ketzer, DW 11, 639, EWD s. u. Ketzer, Duden s. u. Ketzer, Bluhme s. u. Ketzer; Son.: vgl. nndl. ketter, Sb., Ketzer; nschw. kättare, Sb., Ketzer; nnorw. kjetter, M., Ketzer; GB.: (ketzer) seit 1215/1216 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen etwas von der anerkannten Lehrmeinung der christlichen Kirche Abweichendes Glaubenden; BM.: von der Sekte der Katharer bzw. neben, nehmen; F.: Ketzer, Ketzers, Ketzern+FW(+EW); Z.: Ketz-er
$Ketzerei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ketzerei, Irrglaube; E.: s. Ketzer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Ketzer, DW 11, 641, EWD s. u. Ketzer; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Ketzer und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Religion möglichen abweichenden Irrglauben; F.: Ketzerei, Ketzereien+FW+EW; Z.: Ketz-er-ei
$ketzerisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ketzerisch; E.: s. Ketzer, s. isch; L.: Kluge s. u. Ketzer, DW 11, 643, EWD s. u. Ketzer; GB.: seit 1340-1350 belegte und aus Ketzer und isch gebildete Bezeichnung für häretisch oder irrgläubig oder wie ein Ketzer handelnd; F.: ketzerisch, ketzerische, ketzerisches, ketzerischem, ketzerischen, ketzerischer(, ketzerischere, ketzerischeres, ketzerischerem, ketzerischeren, ketzerischerer, ketzerischst, ketzerischste, ketzerischstes, ketzerischstem, ketzerischsten, ketzerischster)+FW+EW; Z.: ketz-er-isch
keuchen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. keuchen, mühsam atmen; ne. gasp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Die Krone); E.: s. mhd. kūchen (1), sw. V., hauchen, keuchen; mnl. cochen, V., keuchen; vgl. germ. *kuh-, V., keuchen; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. keuchen, Kluge s. u. keuchen, DW 11, 647, EWD s. u. keuchen, Falk/Torp 46, Duden s. u. keuchen, Bluhme s. u. keuchen; Son.: vgl. s. ae. cohhėttan, sw. V. (1), husten; ne. cough, V., husten; nndl. kuchen, V., keuchen; GB.: (kūchen) seit um 1230 belegte und teilweise für das Germanische erschließbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches mühsam atmen; BM.: lautmalend?; F.: keuchen, keuche, keuchst, keucht, keuchest, keuchet, keuchte, keuchtest, keuchten, keuchtet, gekeucht, ##gekeucht, gekeuchte, gekeuchtes, gekeuchtem, gekeuchten, gekeuchter##, keuchend, ###keuchend, keuchende, keuchendes, keuchendem, keuchenden, keuchender###, keuch (!)+EW; Z.: keuch-en
$Keuchhusten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Keuchhusten; E.: s. keuch(en), s. Husten; L.: Kluge s. u. keuchen, DW 11, 439, EWD s. u. keuchen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus keuch(en) und Husten gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dem ersten nachchristlichen Jt. bekannten durch Bakterien verursachten und sehr ansteckenden sowie mit Keuchen verbundenen Husten; F.: Keuchhusten, Keuchhustens+EW; Z.: Keuch—hus-t-en
Keule, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Keule, Schlögel, Knüttel, Knüppel, eine Schlagwaffe; ne. club (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. kiule, kūle, sw. F., Keule, Stock, Stange; mnd. kǖle, kuele, kuhle, kuile, F., Keule, Kolben, Streitkolben, Kolbenstange, Waffe; ahd. *kuli?, Sb., Keule; germ. *kūlō, st. F. (ō), Kugel, Beutel (M.) (1), Keule; germ. *kūlō-, *kūlōn, sw. F. (n), Kugel, Beutel (M.) (1), Keule; idg. *geulos, Sb., Gefäß, Kugel, Pokorny 396; s. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Keule, Kluge s. u. Keule, DW 11, 647, EWD s. u. Keule, Falk/Torp 46, Duden s. u. Keule, Bluhme s. u. Keule; Son.: vgl. ae. cycgel, st. M. (a), Knüttel; GB.: (kiule) seit um 1185 belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früh entwickelte und verwendete hölzerne Schlagwaffe mit einem verdickten Ende; BM.: biegen; F.: Keule, Keulen+EW; Z.: Keu-l-e
Keuper, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Keuper, eine lithostratigraphische erdgeschichtliche Einheit der Formation Trias; ne. Keuper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823; E.: aus dem Baierischen, s. bair. kiefer, M., Sand, Kies; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Keuper, DW 11, 651, Duden s. u. Keuper; GB.: seit 1823 belegte und aus dem Bayerischen/Baierischen gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die oberste und sachlich durch Sand oder Kies geprägte Abteilung der geologischen Formation Trias; BM.: Sand?; F.: Keuper, Keupers+EW; Z.: Keup-er
keusch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. keusch, rein, sexuell enthaltsam; ne. chaste (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. kiusche, Adj., keusch; mnd. kǖsch, kǖsche, Adj., keusch, maßvoll, beherrscht, mäßig, enthaltsam, rein, unberührt, unbefleckt; ahd. kūski*, kūsci*, Adj., keusch, tugendhaft, ehrbar, sittsam, züchtig, unaufdringlich, nüchtern; mnl. cuusc, Adj., keusch; ahd. kūsk*, kūsc*, Adj., keusch, tugendhaft as. *kūski?, Adj., keusch, ehrbar; anfrk. -; germ. *kuskeis, Adj., keusch?; germ. *kūhska-, *kūhskaz, *kūhski-, *kūhskiz, Adj., keusch; lat. conscius, Adj., wissend, mitwissend, kund, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. keusch, Kluge s. u. keusch, DW 11, 651, EWD s. u. keusch, EWAhd 5, 931, Falk/Torp 46, Duden s. u. keusch, Bluhme s. u. keusch; Son.: vgl. afries. kūsk, Adj., keusch; nfries. kuwsch, Adj., keusch; ae. cūsc, Adj., keusch, tugendhaft; an. -; got. -; nndl. kuis, Adj., keusch; ne. conscious, Adj., bewusst; frz. conscient, Adj., bewusst; nschw. kysk, Adj., keusch; nnorw. kysk, Adj., keusch; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sexuell enthaltsam; BM.: wissend; F.: keusch, keusche, keusches, keuschem, keuschen, keuscher(, keuschere, keuscheres, keuscherem, keuscheren, keuscherer, keuschest, keuscheste, keuschestes, keuschestem, keuschesten, keuschester)+FW(+EW); Z.: keu-sch
$Keuschbaum, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Keuschbaum, Mönchspfeffer, Keuschlamm; E.: s. keusch, s. Baum; GB.: vielleicht seit 1582 belegte und aus keusch und Baum gebildete Bezeichnung für den angeblich den Geschlechtstrieb abschwächenden Mönchspfeffer oder Keuschlamm; L.: Kluge 1. A. s. u. keusch, DW 11, 654; F.: Keuschbaum, Keuschbaumes, Keuschbaums+FW+EW; Z.: Keu-sch—bau-m
$Keuschheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Keuschheit, (unnatürliche) Enthaltsamkeit von Geschlechtsverkehr, Reinheit; E.: s. keusch, s. heit; L.: Kluge s. u. keusch, DW 11, 654, EWD s. u. keusch; GB.: (kiuscheheit) seit um 1180 belegte und aus keusch und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen gelebte Enthaltsamkeit von Geschlechtsverkehr oder Reinheit; F.: Keuschheit+FW+EW; Z.: Keu-sch-hei-t
$Keuschlamm, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Keuschlamm, Mönchspfeffer, Keuschbaum; E.: s. keusch, s. Lamm; L.: Kluge 1. A. s. u. keusch, DW 11, 655; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und anscheinend aus keusch und Lamm unter Einfluss von gr. agnos gebildete Bezeichnung für den angeblich den Geschlechtstrieb abschwächenden Mönchspfeffer oder Keuschbaum; F.: Keuschlamm, Keuschlammes, Keuschlamms, Keuschlämmer, Keuschlämmern+FW+EW; Z.: Keu-sch—la-mm
khaki, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. khaki, sandfarben, erdfarben, staubfarben; ne. khaki (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. khaki; E.: s. ne. khaki, Adj., khaki; über Urdu aus pers. ḫākī, Adj., khaki; vgl. pers. ḫāk, Sb., Staub, Erde; L.: Kluge s. u. khaki, fehlt DW, EWD s. u. Khaki, Duden s. u. kaki; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. kaki, Adj., khaki; frz. kaki, Adj., khaki; nschw. kaki, Adj., khaki; nnorw. kaki, Adj., khaki; poln. khaki, Adj., khaki; kymr. caci, Adj., khaki; nir. caicí, Adj., khaki; lit. chaki, Adj., khaki; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Urdu und dem Persischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sandfarben oder erdfarben oder staubfarben oder gelblich oder bräunlich; BM.: Erde; F.: khaki, kaki+FW; Z.: khak-i
$khakifarben, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. khakifarben; E.: s. khaki, s. farben; L.: fehlt DW, EWD s. u. Khaki; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus khaki und farben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sandfarben oder erdfarben oder staubfarben oder gelblich oder bräunlich F.: khakifarben, khakifarbene, khakifarbenes, khakifarbenem, khakifarbenen, khakifarbener+FW+EW; Z.: khaki-i-far-b-en
$kibbeln, nhd., sw. V., (?): nhd. kibbeln, zornig sein (V.), schimpfen; E.: ?; L.: Kluge s. u. kibbeln, DW 11, 656; GB.: seit (?) belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zornig sein (V.) oder schimpfen; F.: kibbeln, kibbel (!), kibble, kibbele, kibbelst, kibbelt, kibbelte, kibbeltest, kibbelten, kibbeltet, gekibbelt, ##gekibbelt, gekibbelte, gekibbeltes, gekibbeltem, gekibbelten, gekibbelter##, kibbelnd, ###kibbelnd, kibbelnde, kibbelndes, kibbelndem, kibbelnden, kibbelnder###, kibbel (!)+FW; Z.: kibb-el-n
Kibbuz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kibbuz, landwirtschaftliches Kollektiv in Israel; ne. kibbutz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. hebr. qibbûẕ, ivr. qibbūṣ; E.: s. ivr. qibbūṣ, Sb., Gemeinschaft; hebr. qibbûẕ, Sb., Versammlung, Gemeinschaft; L.: Kluge s. u. Kibbuz, fehlt DW, EWD s. u. Kibbuz, Duden s. u. Kibbuz; Son.: vgl. nndl. kibboets, Sb., Kibbuz; frz. kibboutz, M., Kibbuz; nschw. kibbutz, Sb., Kibbuz; nnorw. kibbutz, M., Kibbuz; poln. kibuc, M., Kibbuz; kymr. cibwts, M., Kibbuz; lit. kibucas, M., Kibbuz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine erstmals an dem 28. 10. 1910 von einer zionistischen Gruppe aus Weißrussland an dem Südende des See(e)s Genezareth gegründete ländliche Siedlung mit kollektiver Wirtschaft und Lebensweise in Israel; BM.: Gemeinschaft; F.: Kibbuz, Kibbuze, Kibbuzim+FW; Z.: Kibbuz
Kicher, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Kicher, Kichererbse; ne. chickpea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kicher, st. F., sw. F., st. M., sw. M., Erbse; mnd. kichere, Sb., Kichererbse?; mnd. kichererwete, F., Kichererbse?; ahd. kihhira*, kihhura*, klihuria*, kilhuria*, kehhera*, kechera*, sw. F. (n), Kichererbse, Platterbse; as. -; anfrk. -; germ. *kiker, Sb., Kichererbse; lat. cicera, F., Kichererbse, (1. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kicher, Kluge s. u. Kicher, DW 11, 659, EWAhd 5, 510, Duden s. u. Kicher; Son.: vgl. afries. -; ae. ciceling, st. M. (a), Wicke; an. -; got. -; nndl. keker, Sb., Kicher, Kichererbse; frz. cicérole, Sb., Kichererbse; nschw. kikärt, Sb., Kichererbse; nnorw. kikert, M., F., Kichererbse; poln. ciecierzyca, F., Kichererbse; arm. siseṙn, Sb., Kichererbse; gr. κίκερροι (kíkerroi), M. Pl., ein blasses Schottengewächs; alb. qiqër, Sb., Erbse; apreuß. keckers, Sb., Erbse; GB.: (kihhira) seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze mit gefiederten Blättern und weißen bis violetten Blüten und Früchten deren Samen wie Erbsen als Gemüse gegessen werden; BM.: ?; F.: Kicher, Kichern+FW; Z.: Kicher
$Kichererbse, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Kichererbse, Kicher; E.: s. Kicher, s. Erbse; L.: Kluge s. u. Kicher, DW 11, 660; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kicher und Erbse gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze mit gefiederten Blättern und weißen bis violetten Blüten und Früchten deren Samen wie Erbsen als Gemüse gegessen werden; F.: Kichererbse, Kichererbsen+FW+EW; Z.: Kicher—erb-s-e
kichern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kichern, mit hoher Stimme lachen; ne. giggle (V.), chuckle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. kichern, Kluge s. u. kichern, DW 11, 660, EWD s. u. kichern, Duden s. u. kichern, Bluhme s. u. kichern; Son.: vgl. nndl. giechelen, V., kichern; lit. kikenti, V., kichern; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leise und gedämpft sowie unterdrückt und mit hoher Stimme vor sich hin lachen; BM.: lautmalend; F.: kichern (!), kichere, kicher (!), kichre, kicherst, kichert, kicherte, kichertest, kicherten, kichertet, gekichert, ##gekichert, gekichertes, gekichertem, gekicherten, gekicherter##, kichernd, ###kichernd, kichernde, kicherndes, kicherndem, kichernden, kichernder###, kicher (!)+EW; Z.: kich-er-n
kicken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kicken, treten, schlagen, Fußball spielen; ne. kick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. kick; E.: s. ne. kick, V., kicken, treten; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kicken, DW 11, 661, EWD s. u. kicken, Duden s. u. kicken; Son.: vgl. nschw. kicka, V., kicken; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie jenseits des Mittelenglischen in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für (einen Lederball) treten oder schlagen und den in England in dem 19. Jh. von Menschen erfundenen und verwendeten Fußball spielen; BM.: ?; F.: kicken, kicke, kickst, kickt, kickest, kicket, kickte, kicktest, kickten, kicktet, gekickt, ##gekickt, gekickte, gekicktes, gekicktem, gekickten, gekickter###, kickend, ###kickend, kickende, kickendes, kickendem, kickenden, kickender###, kick (!)+FW+EW; Z.: kick-en
$Kicker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kicker, Fußballspieler; E.: s. ne. kicker; I.: Lw. ne. kicker; L.: EWD s. u. kicken; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen seit dem 19. Jh. in England entwickelten Fußballspieler; F.: Kicker, Kickers, Kickern+FW; Z.: Kick-er
$Kickstarter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kickstarter; E.: s. kick(en), s. Starter; L.: fehlt DW, EWD s. u. kicken; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. kick und Start sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu der Ingangsetzung der Motoren eines Kraftrads mit einem Fuß; F.: Kickstarter, Kickstarters, Kickstartern+FW; Z.: Kick—star-t-er
kidnappen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kidnappen, entführen; ne. kidnap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. kidnap; E.: s. ne. kidnap, V., kidnappen; vgl. ne. kidnapper, V., Kidnapper, Entführer; vgl. ne. kid, N., Junges, Geißlein; wohl von germ. *kittīna-, *kittīnam, st. N. (a), Kitz; s. germ. *kidja-, *kidjam, st. N. (a), Kitz; vgl. idg. *gʰaidos, *g̑ʰaidos, Sb., Ziegenbock, Ziege, Geiß, Pokorny 409 (589/5) (RB. idg. aus ital., germ.); ne. nap, V., ergreifen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kidnappen, fehlt DW, EWD s. u. kidnappen, Duden s. u. kidnappen; Son.: vgl. nndl. kidnappen, V., kidnappen; frz. kidnapper, V., kidnappen; nschw. kidnappa, V., kidnappen; nnorw. kidnappe, V., kidnappen; kymr. cidnapio, V., kidnappen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für (meist zwecks Erpressung von Lösegeld) entführen; BM.: von dem Raub junger Leute die auf Plantagen arbeiten mussten; F.: kidnappen, kidnappe, kidnappst, kidnappt, kidnappest, kidnappet, kidnappte, kidnapptest, kidnappten, kidnapptet, gekidnappt, ##gekidnappt, gekidnappte, gekidnapptes, gekidnapptem, gekidnappten, gekidnappter##, kidnappend, ###kidnappend, kidnappende, kidnappendes, kidnappendem, kidnappenden, kidnappender###, kidnapp(!)+FW(+EW); Z.: kid-nap-p-en
$Kidnapper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kidnapper, Kindesentführer; E.: s. ne. kidnapper; L.: fehlt DW, EWD s. u. kidnappen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen Kindesentführer; F.: Kidnapper, Kidnappers, Kidnappern+FW(+EW?); Z.: Kid-nap-p-er
$Kidnapping, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kidnapping, Kindesentführung; E.: s. ne. kidnapping, L.: fehlt DW, EWD s. u. kidnappen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine Kindesentführung; F.: Kidnapping, Kidnappings+FW; Z.: Kid-nap-p-ing
kiebig, nhd. (ält.), Adj., (14. Jh.): nhd. kiebig, vorlaut, gereizt; ne. lippy; Vw.: -; Hw.: s. keifen; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: s. mhd. kībic, Adj., keifig, zänkisch; mhd. kīben, kīven, sw. V., scheltend zanken, keifen; germ. *kīban, sw. V., zanken, streiten; s. idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kiebig, DW 11, 663, Duden s. u. kiebig, Bluhme s. u. kiebig; GB.: (kībic) seit vor 1350 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vorlaut und gereizt; BM.: streiten bzw. essen; F.: kiebig, kiebige, kiebiges, kiebigem, kiebigen, kiebiger(, kiebigere, kiebigeres, kiebigerem, kiebigeren, kiebigerer, kiebigst, kiebigste, kiebigstes, kiebigstem, kiebigsten, kiebigster)+EW; Z.: kieb-ig
Kiebitz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kiebitz, ein Vogel; ne. lapwing, peewit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1280 (Der Jüngling des Konrad von Hauslau); E.: s. mhd. gībitze, gībitz, gībiz, st. M.: nhd. Kiebitz; mnd. kīvit, kifit, kivet, kiwit, M., Kiebitz, Umschreibung für den Teufel, Name eines Schmetterlings?; mnl. kievit, M., Kiebitz; schallnachahmend?; die Endung „-itz“ stammt aus einer slawischen Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Kibitz, Kluge s. u. Kiebitz 1, EWD s. u. Kiebitz 1, DW 11, 657 (Kibitz), Duden s. u. Kiebitz, Bluhme s. u. Kiebitz; Son.: vgl. nndl. kievit, Sb., Kiebitz; GB.: (gībitze) seit nach 1280 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen Vogel (Regenpfeifer) mit schwarzem metallisch grün und violett schimmerndem und an dem Bauch weißem Gefieder und schwarzer Federhaube; BM.: lautmalend?; F.: Kiebitz, Kiebitzes, Kiebitze, Kiebitzen+EW; Z.: Kieb-itz
$Kiebitz (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kiebitz; E.: s. Kiebitz (1), s. kiebitzen; L.: Kluge s. u. Kiebitz 2, kiebitzen; GB.: vielleicht zu Kiebitz (1) nachträglich hinzugekommene Bezeichnung für einen neugierigen Zuschauer eines Spielers bei einem Kartenspiel oder Brettspiel; F.: Kiebitz, Kiebitzes, Kiebitze, Kiebitzen+EW?; Z.: Kieb-itz
kiebitzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kiebitzen, zuschauen; ne. kibitz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. kibitschen; E.: s. rotw. kibitschen, V., visitieren, beobachten; weitere Herkunft ungeklärt; vgl. jidd. koiwesch, V., bezwingen, bedrücken; L.: Kluge s. u. kiebitzen, EWD s. u. kiebitzen, Duden s. u. kiebitzen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Jiddischen verbindbare Bezeichnung für bei einem Kartenspiel oder Brettspiel zuschauen (und sich einmischen); BM.: ?; F.: kiebitzen (!), kiebitze (!), kiebitzst (!), kiebitzt, kiebitzest, kiebitzet, kiebitzte, kiebitztest, kiebitzten, kiebitztet, gekiebitzt, ##gekiebitzt##, kiebitzend, ###kiebitzend, kiebitzende, kiebitzendes, kiebitzendem, kiebitzenden, kiebitzender###, kiebitz (!)+FW; Z.: kieb-itz-en
Kiefer (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kiefer (M.), Kinnbacken; ne. jawbone, jaw; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1293 (Urkunde); E.: mhd. kiver, kifer*, st. M., Kiefer (M.), Kinnbacke, Kinnbacken; s. mnl. kēvel, M., Kiefer (M.); vgl. mhd. kiuwen, st. V., kauen, zerkauen, essen; ahd. kiuwan*, kūwen*, st. V. (2a), kauen, verzehren, zerkauen; germ. *kewwan, st. V., kauen; idg. *gi̯eu-, *geu-, *g̑i̯eu-, *g̑eu-, *g̑i̯euh₂-, *g̑i̯euh₃-, V., kauen, Pokorny 400 (566/50) (RB. idg. aus iran., arm., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kiefer 1, Kluge s. u. Kiefer 1, DW 11, 669, EWD s. u. Kiefer (M.), Duden s. u. Kiefer, Bluhme s. u. 2; Son.: s. as. kaval*st. M. (a?), Kinnbacken, Kiefer (N.); vgl. ae. ceafl, st. M. (a), Wange, Kinnbacken; an. kjaptr, keyptr, st. M. (a), Kiefer (M.), Kinnlade; av. zafar-, Sb., Mund (M.), Rachen; air. gop, Sb., Schnabel, Mund; GB.: (kiver) seit 1293 belegte und mit kauen verbindbare Bezeichnung für den (oberen und unteren) Schädelknochen des Menschen oder höheren Tieres in dem die Zähne sitzen; BM.: kauen; F.: Kiefer, Kiefers, Kiefern+EW; Z.: Kief-er
Kiefer (2), nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Kiefer (F.), Föhre, ein Nadelbaum; ne. pine-tree; Vw.: -; Hw.: s. Kien, Föhre; E.: vgl. mhd. kienvorhīn, Adj., von der Kienföhre stammend; ahd. kienforaha*, sw. F. (n), Kienföhre, Kiefer (F.); vgl. ahd. kien, st. M. (a?, i?), Kien, Kienholz, Kienspan, Kienfackel, Fackel; germ. *kizna-, *kiznaz, st. M. (a), Kien; ahd. foraha, sw. F. (n), Föhre, Kiefer (F.); germ. *furhō (1), st. F. (ō), Eiche, Föhre; s. idg. *perkᵘ̯us, Sb., Eiche, Stärke, Kraft, Leben, Pokorny 822 (1412/54) (RB. idg. aus ind., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kiefer 2, Kluge s. u. Kiefer 2, DW 11, 670, EWD s. u. Kiefer (F.), Duden s. u. Kiefer, Bluhme s. u. Kiefer 1; GB.: seit 14. Jh. aus kienvorhīn erschließbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich auf sandigem Boden wachsenden harzreichen Nadelbaum (Kienföhre) mit langen und kantigen und in Bündeln wachsenden Nadeln und kugeligen bis walzenförmigen meist hängenden Zapfen; BM.: Kien, Eiche; F.: Kiefer, Kiefern+EW; Z.: Kief-er
Kieke, nhd. (dial.), F., (17. Jh.): nhd. Kieke, Wärmetopf, Kohlebecken; ne. foot warmer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. kīke, F., Feuerstübchen, Feuerkiele; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kieke, Kluge s. u. Kieke, DW 11, 673, Duden s. u. Kieke; Son.: norddeutsch; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht schon etwas früher entwickeltes und verwendetes Kohlebecken zu dem Fußwärmen; BM.: ?; F.: Kieke, Kieken+EW; Z.: Kiek-e
kieken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kieken, gucken, schauen; ne. look (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kieker; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kīken, kiecken, kicken*, sw. V., st. V., schauen, neugierig sehen, gucken, sehen, Ausschau halten, hervorlugen, die Nase herausstrecken, die Nase hineinstecken; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kieken, DW 11, 701 (kiken), EWD s. u. kieken, Duden s. u. kieken, Bluhme s. u. kieken; Son.: vgl. ? an. keikja, sw. V. (1), zurückbeugen, rückwärts beugen; nndl. kijken, V., kieken; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches gucken oder schauen; BM.: ?; F.: kieken, kieke (!), kiekst, kiekt, kiekest, kieket, kiekte, kiektest, kiekten, kiektet, gekiekt, ##gekiekt, gekiekte, gekiektes, gekiektem, gekiekten, gekiekter##, kiekend, ###kiekend, kiekende, kiekendes, kiekendem, kiekenden, kiekender###, kiek (!)+EW; Z.: kiek-en
Kieker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kieker, Fernglas; ne. binoculars; Vw.: s. Spöken-; Hw.: s. kieken; Q.: 18. Jh.; E.: s. kieken; L.: Kluge s. u. kieken, fehlt DW, EWD s. u. kieken, Duden s. u. Kieker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kiek(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen schon etwas früher entwickeltes und verwendetes Gerät um in die Ferne zu schauen; BM.: ?; F.: Kieker, Kiekers, Kiekern+EW; Z.: Kiek-er
kieksen, nhd., sw. V.: nhd. kieksen; Vw.: s. gicksen
Kiel (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kiel (M.) (1), Federkiel; ne. quill (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1250 (Ulrich von Liechtenstein); E.: s. mhd. kil (1), st. M., N., Kiel (M.) (1), Federkiel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Kiel 1, Kluge s. u. Kiel 1, DW 11, 674, EWD s. u. Kiel, Duden s. u. Kiel, Bluhme s. u. Kiel 1; GB.: (kil) seit um 1250 belegte Bezeichnung für den in dem Tierkörper angewachsenen vorderen harten Teil der Vogelfeder; BM.: ?; F.: Kiel, Kiels, Kieles, Kiele, Kielen+EW; Z.: Kiel
Kiel (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Kiel (M.) (2), ein Schiff; ne. a ship (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kiel, st. M., ein größeres Schiff; mnd. kīl (2), kēl, M., Schiff, Kiel?; mnl. kiel, M., Kiel (M.) (2), Schiffskiel; ahd. kiol, kīl, st. M. (a), Kiel (M.) (2), Schiff, Flotte; as. kiol, st. M. (a), Schiff; germ. *keula-, *keulaz, st. M. (a), Kiel (M.) (2), Schiff, Behälter, Tasche; idg. *geulos, Sb., Gefäß, Kugel, Pokorny 396; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kiel 2, Kluge s. u. Kiel 2, DW 11, 674, EWD s. u. Kiel 2, EWAhd 5, 526, Falk/Torp 46, Duden s. u. Kiel, Bluhme s. u. Kiel 2; Son.: vgl. afries. -; ae. céol, st. M. (a), Schiff; an. kjōll, st. M. (a), Schiff; nndl. kiel, Sb., Kiel (M.) (2); got. -; mir. ciúil, Sb., Schiff; lit. kilis, M., Kiel (M.) (2); GB.: (kiol) seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische (und Indogermanische) erschließbare Bezeichnung für ein (von Menschen entwickeltes und verwendetes) Schiff; BM.: biegen; F.: Kiel, Kiels, Kieles, Kiele, Kielen+EW; Z.: Kie-l
Kiel (3), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kiel (M.) (3), Schiffskiel; ne. keel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kil, kiel, keel, M., Grundbalken eines Schiffes, Kiel eines Schiffes; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von an. kjǫlr, st. M. (u), Kiel, Bergrücken; L.: Kluge s. u. Kiel 3, DW 11, 677, EWD s. u. Kiel 2, Duden s. u. Kiel; Son.: vgl. nndl. kiel, Sb., Kiel (M.) (2); nschw. köl, Sb., Kiel (M.) (2); nnorw. kjøl, M., Kiel (M.) (2); poln. kil, M., Kiel (M.) (2); kymr. cêl, M., Kiel (M.) (2); nir. cíle, F., Kiel (M.) (2); GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für den von Menschen mit den Schiffen entwickelten und verwendeten untersten in der Mitte des Schiffsrumpfs liegenden Balken oder den verstärkten Boden aus Stahlplatten; BM.: ?; F.: Kiel, Kiels, Kieles, Kiele, Kielen+EW; Z.: Kiel
$kielholen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kielholen; E.: s. Kiel, s. holen; L.: Kluge s. u. kielholen, DW 11, 679, EWD s. u. Kiel 2; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kiel und holen gebildete Bezeichnung für ein Schiff auf eine Seite legen oder einen Menschen zwecks Bestrafung über das oder den Bord eines Schiffes werfen und mittels eines langen Taues unter dem Schiff durch das Wasser hindurchziehen; F.: kielholen, kielhole, kielholst, kielholt, kielholest, kielholet, kielholte, kielholtest, kielholten, kielholtet, gekielholt, ##gekielholt, gekielholte, gekielholtes, gekielholtem, gekielholten, gekielholter##, kielholend, ###kielholend, kielholende, kielholendes, kielholendem, kielholenden, kielholender###, kielhol (!)+EW; Z.: kie-l—hol-en
$Kielkropf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kielkropf, eine Missgeburt; E.: s. Kiel, s. Kropf; L.: Kluge s. u. Kielkropf, DW 11, 680; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus Kiel und Kropf gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche von dem Teufel hervorgebrachte Missgeburt; F.: Kielkropf, Kielkropfes, Kielkropfs, Kielkröpfe, Kielkröpfen+EW; Z.: Kie-l—kropf
$kieloben, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. kieloben; E.: s. Kiel, s. oben; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kiel 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kiel und oben gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Wasserfahrzeugen mögliches (falsches) mit dem Kiel nach oben gerichtet; F.: kieloben+EW; Z.: kie-l—ob-en
$Kielschwein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kielschwein; E.: s. Kiel, s. Schwein; L.: DW 11, 681, EWD s. u. Kiel 2; GB.: seit 18. Jh. belegte (und aus Kiel und Schwein gebildete) und vielleicht mit Schwelle verbindbare sowie aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den die Masten aufnehmenden und sichernden schweren Grundbalken eines Schiffes längs des Kieles; F.: Kielschwein, Kielschweins, Kielschweines, Kielschweine, Kielschweinen+FW+EW; Z.: Kie-l—schwei-n
$Kielwasser, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kielwasser; E.: s. Kiel, s. Wasser; L.: DW 11, 681, EWD s. u. Kiel 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kiel und Wasser gebildete Bezeichnung für eine sich hinter einem fahrenden Schiff auf dem Wasser aus Wasser und Luft durch Verwirbelung bildende Fahrspur; F.: Kielwasser, Kielwassers, Kielwassern+EW; Z.: Kie-l—wa-s-s-er
Kieme (1), Kimme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kieme, Fischkiefer; ne. gill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. ahd.? kieme*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kieme; ahd. kiuwa*, kewa*, kouwa*, sw. F. (n), Kieme, Kiefer (N.), Kinnlade; ahd. kio*, sw. M. (n), Kieme, Gaumen, Kiefer (N.), Kinnbacken; as. kio, sw. M. (n), Kieme; germ. *kiō-, *kiōn?, *kia-, *kian?, *kiwō-, *kiwōn?, *kiwa-, kiwan?, Sb., Kieme; L.: Kluge 1. A. s. u. Kieme, Kluge s. u. Kieme, DW 11, 68, EWD s. u. Kieme, Duden s. u. Kieme, Bluhme s. u. Kieme; Son.: vgl. ae. cían, Sb. Pl., Kiemen (F. Pl.); nndl. kieuw, Sb., Kieme; GB.: seit 16. Jh. oder ahd. (kieme) belegte Bezeichnung für das schon vormenschlich aus dem ursprünglichen Kiemendarm der frühen Chordatiere entstandene dünnhäutige Atmungsorgan vieler Wassertiere durch das Sauerstoff dem Wasser entnommen und Kohlendioxid aus dem Körper abgegeben werden kann; BM.: kauen?; F.: Kieme, Kiemen+EW; Z.: Kie-m-e
Kieme (2), nhd., F.: nhd. Kieme; Vw.: s. Kimme (1)
Kien, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kien, fettes Kieferholz, viel Harz enthaltendes Holz; ne. pinewood, torch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kiefer (F); Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. kien, st. M., N., Kien, Kienspan, Kienfackel, Fackel; mnd. kēn (1); keyn, kīn, M., N., Kien, Kienholz, Kiefernholz, harzreiches Holz der Kiefer, harziges Holz zur Beleuchtung; mnl. kien, M., Kien, Kiefer; ahd. kien, st. M. (a?, i?), Kien, Kienholz, Kienspan, Kienfackel, Fackel; as. *kēn?, st. M.? (a?, i?), Kien; anfrk. -; germ. *kēnō-, *kēnōn, *kēna-, *kenan, sw. M. (n), Kien; germ. *kizna-, *kiznaz, st. M. (a), Kien; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kein, Kluge s. u. Kien, EWD s. u. Kien 1, DW 11, 682, EWAhd 5, 508, Falk/Torp 44, Duden s. u. Kien, Bluhme s. u. Kien; Son.: vgl. afries. -; ae. cēn, st. M. (a), Kiefer (F.), Kienfackel; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein viel Harz enthaltendes Holz; BM.: ?; F.: Kien, Kienes, Kiens+EW; Z.: Kien
$Kienapfel, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Kienapfel, Kiefernzapfen; E.: s. Kien, s. Apfel; L.: DW 11, 683, EWD s. u. Kien 1; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Kien und Apfel gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Kiefernzapfen; F.: Kienapfel, Kienapfels, Kienäpfel, Kienäpfeln+EW; Z.: Kien—apfel
$Kíenspan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kíenspan; E.: s. Kien, s. Span; L.: DW 11, 685, EWD s. u. Kien 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kien und Span gebildete Bezeichnung für einen Harz enthaltenden und sachlich schon in der Hallstattzeit von Menschen als Lichtquelle entwickelten und verwendeten Holzspan; F.: Kíenspan, Kíenspans, Kíenspanes, Kíenspäne, Kíenspänen+EW; Z.: Kien—spa-n
Kiepe, nhd. (dial.), F., (15. Jh.): nhd. Kiepe, Tragkorb, Rückentragkorb; ne. pannier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. kīpe, F., Kiepe, großer Korb, langer Korb, Rückentragkorb; vgl. ae. cȳpa, sw. M., Gefäß, Korb; s. germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; s. lat. cuppa, cūpa, Kufe (F.) (2), Tonne (F.) (1), Grabgewölbe; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kiepe, Kluge s. u. Kiepe, DW 11, 685, EWD s. u. Kiepe, Duden s. u. Kiepe; Son.: nord- und mitteldeutsch; vgl. ae. cȳpa, sw. M., Gefäß, Korb; ne. (dial.) kipe, N., geflochtene Fischreuse; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich wohl schon etwas früher entwickelten und verwendeten auf dem Rücken getragenen hohen Tragkorb; BM.: biegen; F.: Kiepe, Kiepen+FW?+EW; Z.: Kiep-e
Kies (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kies (M.) (1), grober steiniger Sand, feines Geröll; ne. gravel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kiesel; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. kis, st. M., st. N., Kies, Eisen, Eisenerz, Erz; mnd. kis, M., Kies, taubes Gestein, Quarz; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kisa-, *kisaz, st. M. (a), Kies; vgl. idg. *g̑eis-, Sb., Kies, Pokorny 356 (535/19) (RB. idg. aus phryg./dak.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kies, Kluge s. u. Kies 1, DW 11, 687, EWD s. u. Kies 1, Falk/Torp 44, Duden s. u. Kies, Bluhme s. u. Kies; Son.: vgl. afries. -; ae. *cis, Sb., Kies (M.) (1); an. -; got. -; nndl. kiezel, Sb., Kies (M.) (1); nnorw. kis, M., Kies (M.) (1); lit. ziezdrà, F., Kies (M.) (1), Korn; GB.: (kis) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche schon vormenschlich möglichen groben steinigen Sand oder ein feines Geröll; BM.: ?; F.: Kies, Kieses, Kiese, Kiesen+EW; Z.: Kies
Kies (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kies (M.) (2), Geld; ne. money; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; vielleicht auch Zusammenhang mit nhd. Kies (1); L.: Kluge s. u. Kies 2, fehlt DW, EWD s. u. Kies 2, Duden s. u. Kies; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene sowie vielleicht mit Kies (1) verbindbare saloppe Bezeichnung für (in großer Menge vorkommendes) Geld; BM.: ?; F.: Kies, Kieses+EW; Z.: Kies
Kiesel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kiesel, Kieselstein, Hagelschloße; ne. pebble, gravel; Vw.: s. -gur; Hw.: s. Kies (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. kisel, st. M., Kisel, Kieselstein, Hagelstein, Schloße; mnl. kesel, kesele, M., Kiesel; ahd. kisil, st. M. (a), Kiesel, Kieselstein, Kies; as. -; anfrk. -; germ. *kisila-, *kisilaz, st. M. (a), Kiesel, Sand; s. idg. *g̑eis-, Sb., Kies, Pokorny 356 (535/19) (RB. idg. aus phryg./dak.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kiesel, DW 11, 688, EWD s. u. Kies 2, EWAhd 5, 541, Falk/Torp 44, Duden s. u. Kiesel; Son.: vgl. afries. -; ae. ciosol, ceosol (1), cisel, st. M. (a), Kies, Kiesel; an. -; got. -; nndl. kiezel, Sb., Kies (M.) (1); apreuß. sixdo, Sb., Sand; lit. žiezdrà, Sb., Kieskorn, Sandkorn; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen und durch Strömungen in fließendem Wasser gegenseitig abgeschliffenen Stein und eine ihm entfernt ähnelnde Hagelschloße; BM.: Kies (1); F.: Kiesel, Kiesels, Kieseln+EW; Z.: Kies-el
Kieselgur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kieselgur, Bergmehl; ne. kieselguhr, diatomite; Vw.: -; Hw.: s. Kiesel, Guhr; Q.: 19. Jh.; E.: s. Kiesel, Gur; L.: Kluge s. u. Kieselgur, fehlt DW, EWD s. u. gären, Kies 1, Duden s. u. Kieselgur; Son.: vgl. kymr. cieselgwr, M., Kiesegur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kiesel und Gur gebildete Bezeichnung für eine aus den Panzern abgestorbener Kieselalgen bestehende Erdart (Bergmehl); BM.: Kies (M.) (1), warm; F.: Kieselgur+EW; Z.: Kies-el—gur
kiesen, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.): nhd. kiesen, versuchen, erforschen, wählen, erwählen; ne. choose; Vw.: -; Hw.: s. Kür, küren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. kiesen, st. V., prüfen, versuchen, wählen; mnd. kēsen (1), keesen, keysen, keisen, kīsen, st. V., sw. V., wahrnehmen, sehen, bemerken, erfahren (V.), kiesen, wählen, auswählen; mnl. kiesen, V., kiesen, auswählen; ahd. kiosan, st. V. (2b), wählen, kiesen, prüfen, beurteilen, erwägen, abwägen, erproben, wollen (V.), erwählen; as. kiosan*, keosan, st. V. (2b), kiesen, wählen, erkennen; anfrk. *kiesan?, st. V. (2), wählen, kiesen; germ. *keusan, st. V., schmecken, wählen, erproben, küren; idg. g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. kiesen, Kluge s. u. kiesen, DW 11, 692, EWD s. u. Kür, EWAhd 5, 527, Duden s. u. kiesen; Son.: vgl. afries. ziāsa, kiāsa, st. V. (2), wählen, beschließen, belieben; nnordfries. kese, V., wählen; ae. céosan, st. V. (2), wählen, aussuchen, entscheiden; an. kjōsa, st. V. (2), wählen, wünschen, abmachen; got. kiusan, st. V. (2), prüfen, wählen; nndl. kiezen, V., auswählen, wählen; ndän. kyse, V., wählen; nnorw. (nynorsk) kjose, V., wählen; ai. juṣáte, V., genießt, hat gern, liebt; gr. γεύεσθαι (geúesthai), V., kosten (V.) (2), genießen; lat. gūstāre, V., kosten (V.) (2), schmecken, zu sich nehmen; air. do-goa, V., wählen, aussuchen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder schon vormenschlich mögliches versuchen oder wählen; BM.: kosten (V.) (2); F.: kiesen, kiese, kiesst (!), kiest, kiesest, kieset, kieste, kiestest, kiesten, kiestet, gekiest, ##gekiest, gekieste, gekiestes, gekiestem, gekiesten, gekiester##, kiesend, ###kiesend, kiesende, kiesendes, kiesendem, kiesenden, kiesender###, kies (!)+EW; Z.: kies-en
Kietze, Kötze, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Kietze, Kötze, Tragkorb; ne. hamper; Vw.: -; Hw.: s. Kieze; ; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von mhd. kötze, st. F., sw. F., Kötze, Rückenkorb; ahd. kozza* (2), chocen, sw. F. (n), Korb; vielleicht auch Zusammenhang mit nhd. Kate; L.: Kluge 1. A. s. u. Kötze, Kluge s. u. Kietze, DW 11, 1903; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie vielleicht mit Kate verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen möglicherweise schon etwas früher entwickelten und verwendeten Tragkorb; BM.: ?; F.: Kietze, Kietzen, Kötze, Kötzen+EW; Z.: Kietz-e
Kiez, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kiez, Stadtteil, Vergnügungsviertel; ne. neighbourhood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1249 (Siedlungsname); E.: von einer Bezeichnung für eine ärmliche Fischersiedlung; Herkunft ungeklärt, wohl nicht slawischen Ursprungs; L.: Kluge s. u. Kiez, DW 11, 699, EWD s. u. Kie(t)z, Duden s. u. Kiez; GB.: seit 1249 in Norddeutschland belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Vergnügungsviertel; BM.: Fischersiedlung; F.: Kiez, Kiezes, Kieze, Kiezen+FW; Z.: Kiez
$Kieze, nhd., F., (?): nhd. Kieze; E.:?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kieze, DW 11, 700; Hw.: s. Kietze; GB.: seit dem Nhd. belegte und in der Herkunft dunkele Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Korb oder Rückenkorb; F.: Kieze, Kiezen+EW; Z.: Kiez-e
Kif, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kif, Marihuana, Haschisch, Rauschgift; ne. pot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. kif; E.: s. ne. kif, N., Haschisch, Dröhnung; arab. kaif, Sb., Haschisch, Wohlbefinden; L.: Kluge s. u. Kif, fehlt DW, Duden s. u. Kif; Son.: vgl. nndl. kif, Sb., Kif; frz. kif, kiff, M., Kif; ndän. kif, Sb., Kif; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Menschen als Rauschgift verwendete Pflanze wie Marihuana oder Haschisch; BM.: Wohlbefinden; F.: Kif, Kifs+FW; Z.: Kif
$kiffen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kiffen, Rauschgift verwenden; E.: s. Kif, s. f, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kif, fehlt DW (in dieser Bedeutung); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kif und f sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Rauschgift verwenden; F.: kiffen, kiffe (!), kiffst, kifft, kiffest, kiffet, kiffte, kifftest, kifften, kifftet, gekifft, ##gekifft, gekiffte, gekifftes, gekifftem, gekifften, gekiffter##, kiffend, ###kiffend, kiffende, kiffendes, kiffendem, kiffenden, kiffender###, kiff (!)+EW; Z.: kiff-en
kikeriki, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. kikeriki; ne. cock-a-doodle-doo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. kikeriki, DW 11, 703, Duden s. u. kikeriki; Son.: vgl. frz. cocorico, Interj., kikeriki; lat. cūcurru, Interj., kikeriki; lit. kakarýkū, Interj., kikeriki; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für den von einem Hahn auch schon vormenschlich ausgestoßenen Laut (kikeriki); BM.: lautmalend?; F.: kikeriki+EW; Z.: kikeriki
killen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. killen, töten, morden, ermorden; ne. kill (V.); Vw.: -; Hw.: s. Killer; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. kill; E.: s. ne. kill, V., töten, ermorden, s. en; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Killer, fehlt DW (in dieser Bedeutung), EWD s. u. killen, Duden s. u. killen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches töten oder morden oder ermorden; BM.: ?; F.: killen, kille, killst, killt, killest, killet, killte, killtest, killten, killtet, gekillt, ##gekillt, gekillte, gekilltes, gekilltem, gekillten, gekillter##, killend, ###killend, killende, killendes, killendem, killenden, killender###, kill (!)+FW; Z.: kill-en
Killer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Killer, Totschläger, Mörder; Vw.: -; Hw.: s. killen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. killer; E.: s. ne. killer, M., Killer; vgl. ne. kill, V., töten, ermorden; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Killer, fehlt DW, EWD s. u. killen, Duden s. u. Killer; Son.: vgl. nndl. killer, Sb., Killer; nschw. killer, Sb., Killer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Totschläger oder Mörder; BM.: ?; F.: Killer, Killers, Killern+FW; Z.: Kill-er
kilo..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. kilo..., tausend; ne. kilo…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. kilo…; E.: s. frz. kilo…, Präf., kilo…; gr. χίλιοι (chílioi), χείλιοι (cheílioi), χέλλιοι (chéllioi), Num. Kard., tausend; idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. kilo-, EWD s. u. kilo-, Duden s. u. kilo-; Son.: s. Kilogramm, Kilometer, Kilowatt; vgl. nndl. kilo…, Präf., kilo…; nschw. kilo…, Präf., kilo…; nnorw. kilo…, Präf., kilo…; poln. kilo…, Präf., kilo…; kymr. cilo…, Präf., kilo…; nir. cilea…, Präf., kilo…; lit. kilo…, Präf., kilo…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für tausend; BM.: tausend; F.: kilo…+FW; Z.: kilo-
$Kilogramm, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Kilogramm, eine Gewichtseinheit (tausend gramm); I.: Lw. frz. kilogramme; E.: s. kilo, s. Gramm; L.: fehlt DW, EWD s. u. kilo-; GB.: seit 1799 in dem Französischen aus kilo und Gramm gebildete und danach aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen künstlich festgelegte und als Gewichtseinheit von tausend Gramm verwendete Messeinheit (Gewichtseinheit); F.: Kilogramm, Kilogramms, Kilogrammes, Kilogramme, Kilogrammen+FW(+EW); Z.: Kilo—gram-m
$Kilometer, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Kilometer, tausend Meter; I.: Lw. frz. kilomètre; E.: s. kilo, s. Meter; L.: EWD s. u. kilo-; GB.: seit 1791 in dem Französischen aus kilo und Meter gebildete und danach aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen künstlich festgelegte und als Maß verwendete Längeneinheit von 1000 Metern; F.: Kilometer, Kilometers, Kilometern+FW(+EW); Z.: Kilo—me-t-er
$Kilowatt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kilowatt; Q.: 1882; Hw.: s. Watt; E.: s. kilo, s. Watt; L.: fehlt DW, EWD s. u. kilo-; GB.: seit 1882 belegte und aus kilo und dem PN (James) Watt gebildete Bezeichnung für die elektrische Leistung von 1000 Watt; F.: Kilowatt, Kilowatts; F.: Kilo—watt
Kilt (1), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Kilt (M.) (1), Nacht, Abend; ne. night, evening; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: vgl. ahd. kwiltiwerk*, quiltiwerc*, st. N. (a), Nachtwerk, Abendarbeit; as. -; anfrk. -; germ. *kweldi-, *kweldiz, st. M. (i), st. F. (i), Abend, Tod; vgl. idg. *gᵘ̯el- (1), *gᵘ̯elH-, *gᵘ̯l̥H-, V., Sb., stechen, Schmerz, Qual, Tod, Pokorny 470 (690/12) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kilt, Kluge s. u. Kilt, DW 11, 704, Duden s. u. Kilt; Son.: vgl. afries. -; ae. cwield (1), st. M. (i), st. F. (i), st. N. (a?), Zerstörung, Tod, Pest, Seuche; an. kveld, st. N. (a), Abend; got. -; lit. gãlas, Sb., Ende; GB.: (kwiltiwerk) seit 817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Nacht oder Abend; BM.: stechen bzw. Tod; F.: Kilt, Kiltes, Kilts+EW; Z.: Kil-t
Kilt (2), nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Kilt (M.) (2), Rock der schottischen Männer; ne. kilt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. kilt; E.: s. ne. kilt, N., Kilt; vgl. ne. kilt, V., aufschürzen; aus einer skandinavischen Sprache; vgl. an. kilting, kjǫltung, st. F. (ō), bauschige Schoßfalte des Kleides; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kilt, Duden s. u. Kilt; Son.: vgl. nndl. kilt, Sb., Kilt; frz. kilt, M., Kilt; nschw. kilt, Sb., Kilt; nnorw. kilt, M., Kilt; poln. kilt, M., Kilt; kymr. cilt, M., Kilt; lit. kiltas, M., Kilt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar einer skandinavischen Sprache aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für den zu der schottischen Tracht der Männer gehörenden bunt karierten und bis zu den Knien reichenden Faltenrock aus festem Wollstoff; BM.: ?; F.: Kilt, Kiltes, Kilts+FW; Z.: Kilt
$Kiltgang, nhd., M.: nhd. Kiltgang; E.: s. Kilt, s. Gang; L.: Kluge s. u. Kilt 1, fehlt DW; F.: Kiltgang, Kiltgangs+EW; Z.: Kil-t—ga-ng
Kimme (1), Kieme, Keime, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Kimme, Kieme, Keime, Horizontlinie, Spalte; ne. rear sight; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mnd. kimme, F., Kimme, äußerster Rand, Horizont; mnl. kimme, F., Kimme; vgl. germ. *kamba-, *kambaz, M., Kamm; s. idg. *g̑embʰ-, *g̑m̥bʰ-, V., beißen, zerbeißen, Pokorny 369 (544/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *g̑ep-, *g̑ebʰ-, Sb., V., Kiefer (M.), Mund (M.), essen, fressen, Pokorny 382 (554/38) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kimme, DW 11, 705, EWD s. u. Kimme, Duden s. u. Kimme, Bluhme s. u. Kimme; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Einschnitt (Spalt) in dem Visier einer Handfeuerwaffe durch den der Schütze bei einem Zielen über das Korn nach dem Zielpunkt sieht; BM.: beißen bzw. essen?; F.: Kimme, Kimmen+EW?; Z.: Kim-m-e
Kimme (2), nhd., F.: nhd. Kimme; Vw.: s. Kieme (1)
Kimono, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kimono, ein japanisches Gewand; ne. kimono; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. jap. kimono; E.: s. jap. kimono, Sb., Gewand; vgl. jap. ki, V., anziehen; jap. mono, V., Gegenstand, Gewand; L.: Kluge s. u. Kimono, EWD s. u. Kimono, Duden s. u. Kimono; Son.: vgl. nndl. kimono, Sb., Kimono; frz. kimono, M., Kimono; nschw. kimono, Sb., Kimono; nnorw. kimono, M., Kimono; poln. kimono, M., Kimono; kymr. cimono, M., Kimono; lit. kimono, Sb. (indekl.), Kimono; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene und dort aus anziehen und Gewand gebildete Bezeichnung für ein japanisches einem Morgenmantel ähnliches Kleidungsstück; BM.: anziehen, Gegenstand bzw. Gewand; F.: Kimono, Kimonos+FW; Z.: Ki-mono
Kind, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Kind, unmittelbarer Nachkomme eines Menschen beziehungsweise zweier Menschen; ne. child; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. kint (1), st. N., Kind, Knabe, Jüngling, Mädchen, Jungfrau; mnd. kint, N., Kind, Sohn, Tochter, Mensch im Kindesalter, schutzbedürftiger Mensch, Unmündiger; mnl. kind, N., Kind, Nachkomme; ahd. kind, st. N. (a), Kind, männliches Kind, Sohn, Knabe, Tochter, Kind im Mutterleib, Neugeborenes, Säugling, Nachkomme; as. kind, st. N. (a), Kind, Jüngling; anfrk. kind*, kint*, st. N. (a), Kind, Sohn; germ. *kinda-, *kindam, sw. N. (n), Kind; s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥̄ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kind, Kluge s. u. Kind, DW 11, 707, EWD s. u. Kind, EWAhd 5, 515, Falk/Torp 35, Duden s. u. Kind, Bluhme s. u. Kind; Son.: vgl. afries. kind, st. N. (a), Kind; ae. -; an. -; got. *kind, st. N. (a), Kind; got. *kinds?, st. F. (i), Kind, Geschlecht, Art; nschw. kind, Sb., Kind, Nachkomme (Lw. aus dem Dt.); nnorw. (nynorsk) kind, M., N., Kind, Nachkomme; ai. jánati, V., erzeugt, gebiert; av. jētá-, Adj., M., geboren, Geborener, Sohn; gr. γίγνεσθαι (gígnesthai), V., werden, entstehen; lat. gēns, F., Geschlecht, Stamm, Geschlechtsstamm; lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären; air. gainethar, V., der geboren wird; toch. A knatär, V., wird zustande kommen; toch. B knetär, V., wird zustande kommen; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen (noch nicht erwachsenen) unmittelbaren Nachkommen eines oder besser zweier Menschen (Vater und Mutter); BM.: erzeugen; F.: Kind, Kindes, Kinds, Kinder, Kindern+EW; Z.: Kin-d
$Kindbett, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Kindbett, Wochenbett; E.: s. Kind, s. Bett; L.: DW 11, 727, EWD s. u. Kind; GB.: (kindbetti*) seit um 1000 belegte und aus Kind und Bett gebildete Bezeichnung für den Zeitraum nach der Geburt eines Kindes (in dem die Mutter überwiegend noch in dem Bett liegt); F.: Kindbett, Kindbetts, Kindbettes, Kindbetten+EW; Z.: Kin-d—bett
$Kindelbier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kindelbier; E.: s. Kind, s. el, s. Bier; L.: Kluge s. u. Kindelbier, DW 11, 730; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kind und el sowie Bier gebildete Bezeichnung für das von Menschen bei der Taufe eines Kindes für die Feier gebotene Bier; F.: Kindelbier, Kindelbiers, Kindelbieres, Kindelbiere, Kindelbieren+EW; Z.: Kin-d-el—bier
$Kinderei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kinderei, kindisches Tun; E.: s. Kind, s. er, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Kind, DW 11, 735; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kind und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kindisches Tun; F.: Kinderei, Kindereien+EW; Z.: Kin-d-er-ei
$Kindergarten, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kindergarten; Q.: 1840 (F. Fröbel); E.: s. Kind, s. er, s. Garten; L.: DW 11, 737, EWD s. u. Kind; GB.: seit dem von dem Lehrer Friedrich Wilhelm Fröbel (1782-1852) in (Bad) Blankenburg in Thüringen an dem 28. 6. 1840 begründeten Allgemeinen Deutschen Kindergarten belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für die Betreuung und Förderung von Kindern außerhalb des Elternhauses vor der etwa mit Vollendung des 6. Lebensjahrs beginnenden Schulzeit; F.: Kindergarten, Kindergartens, Kindergärten+EW; Z.: Kin-d-er—gar-t-en
$Kinderhort, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kinderhort; E.: s. Kind, s. er, s. Hort; L.: Kluge s. u. Hort, fehlt DW, EWD s. u. Hort, Kind; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kind und er sowie Hort gebildete Bezeichnung für eine Einrichtung zu der zeitweisen Betreuung jüngerer Schulkinder während der Arbeitszeit von Eltern; F.: Kinderhort, Kinderhortes, Kinderhorts, Kinderhorte, Kinderhorten+EW; Z.: Kin-d-er—ho-r-t
$Kinderstube, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kinderstube; E.: s. Kind, s. er, s. Stube; L.: DW 11, 750, EWD s. u. Kind; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Kind und er sowie Stube vielleicht nach lat. Vorbild (liberorum diaeta?) gebildete Bezeichnung für Kinderzimmer oder die von den Eltern ausgeführte Erziehung eines Kindes; F.: Kinderstube, Kinderstuben+EW+FW?; Z.: Kin-d-er-s-tu-b-e
$Kindeskind, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Kindeskind; E.: s. Kind, s. es, s. Kind; L.: DW 11, 757, EWD s. u. Kind; GB.: vielleicht seit um 1254 belegte und aus Kind und es (Suff.) sowie Kind gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Kind eines Kindes oder einen Enkel (oder eine Enkelin); F.: Kindeskind, Kindeskindes, Kindeskinds, Kindeskinder, Kindeskindern+EW; Z.: Kin-d-es—kin-d
$Kindheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kindheit; E.: s. Kind, s. heit; L.: Kluge s. u. Kind, DW 11, 763, EWD s. u. Kind; GB.: seit um 830 belegte und aus Kind und heit vielleicht nach lat. infantia (oder pueritia) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Zeit als Kind vor der Geschlechtsreife; F.: Kindheit, Kindheiten+EW; Z.: Kin-d-hei-t
$kindisch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kindisch, albern, Jung; E.: s. Kind, s. isch; L.: Kluge s. u. Kind, DW 11, 764, EWD s. u. Kind; GB.: seit um 800 belegte und vielleicht nach lat. puerilis aus Kind und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Kind betreffend oder albern oder jung; F.: kindisch, kindische, kindisches, kindischem, kindischen, kindischer(, kindischere, kindischeres, kindischerem, kindischeren, kindischerer, kindischst, kindischste, kindischstes, kindischstem, kindischsten, kindischster)+EW; Z.: kin-d-isch
$kindlich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. kindlich, kindgemäß, Kind betreffend; E.: s. Kind, s. lich; L.: Kluge s. u. Kind, DW 11, 768, EWD s. u. Kind; GB.: (kindlīh*) seit 11. Jh. belegte und aus Kind und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Kind betreffend; F.: kindlich, kindliche, kindliches, kindlichem, kindlichen, kindlicher(, kindlichere, kindlicheres, kindlicherem, kindlicheren, kindlicherer, kindlichst, kindlichste, kindlichstes, kindlichstem, kindlichsten, kindlichster)+EW; Z.: kin-d—lich
$Kindlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kindlichkeit, Wesen eines Kindes; E.: s. kindlich, s. keit; L.: DW 11, 768, EWD s. u. Kind; GB.: seit 1787 belegte und aus kindlich und keit gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Wesen eines Kindes; F.: Kindlichkeit, Kindlichkeiten+EW; Z.: Kin-d—lich—kei-t
$Kindskopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kindskopf, Dummkopf, kindischer Erwachsener; E.: s. Kind, s. s, s. Kopf; L.: DW 11, 759 (Kindeskopf), EWD s. u. Kind; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kind und s sowie Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen kindischen Erwachsenen; F.: Kindskopf, Kindskopfes, Kindsköpfe, Kindsköpfen+EW; Z.: Kin-d—ko-pf
Kinematograf, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Kinematograf; Vw.: s. Kinematograph
Kinematograph, Kinematograf, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Kinematograph, Kinematograf, Kino; ne. cinematograph; Vw.: -; Hw.: s. Kino; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. cinématographe; E.: s. frz. cinématographe, M., Kinematograph; vgl. gr. κίνημα (kínēma), N., Erschütterung, Unruhe; vgl. gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; idg. *kīneu-, *kn̥eu-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kinematograph, fehlt DW, EWD s. u. Kino, Duden s. u. Kinematograf; Son.: vgl. nndl. cinematograaf, Sb., Kinematograph; nschw. kinematograf, Sb., Kinematograph; nnorw. kinematograf, M., Kinematograph; poln. kinematograf, M., Kinematograph; kymr. sinematograff, M., Kinematograph; nir. ceneamatagraf, M., Kinematograph; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung eines von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Geräts zu einer Aufnahme und Wiedergabe durch rasche zeitliche Abfolge bewegt erscheinender Bilder; BM.: bewegen, ritzen; F.: Kinematograph, Kinematographen, Kinematograf, Kinematografen+FW; Z.: Ki-n-e-mat-o-graph
Kinetik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kinetik, Bewegungslehre; ne. kinetics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κινητικός (kinētikós), Adj., Bewegung betreffend, Bewegungs...; vgl. gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; idg. *kīneu-, *kn̥eu-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kinetik, fehlt DW, EWD s. u. Kinetik, Duden s. u. Kinetik; Son.: vgl. nndl. kinetica, Sb., Kinetik; frz. cinétique, F., Kinetik; nschw. kinetik, Sb., Kinetik; nnorw. kinetikk, M., Kinetik; kymr. cineteg, F., Kinetik; nir. cinéitic, F., Kinetik; lit. kinetika, F., Kinetik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das die von Menschen entwickelte und verwendete Lehre von den Bewegungen (Bewegungslehre) unter dem Einfluss innerer oder äußerer Kräfte umfassende Teilgebiet der Mechanik; BM.: bewegen; F.: Kinetik+FW(+EW?); Z.: Ki-n-et-ik
$kinetisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kinetisch, Kinetik betreffend; E.: s. Kinet(ik), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kinetik; F.: kinetisch, kinetische, kinetisches, kinetischem, kinetischen, kinetischer+FW(+EW); Z.: ki-n-et-isch
Kink, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kink, Knoten, Knick; ne. kink (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. kinke, N., Muschel, Schnecke, Windungen die ein Faden von selbst schlägt, Falten die ein Tau (N.) von selbst schlägt; s. ahd. konka, st. F., sw. F., Schale (F.) (2), Gefäß; s. lat. concha, F., Muschel; gr. κόγχη (kónchē), F., Muschel; idg. *k̑onko-, *k̑onkʰo-, Sb., Muschel, Pokorny 614 (960/192) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, balt.?); L.: Kluge s. u. Kink, DW 11, 773, Duden s. u. Kink; Son.: vgl. an. kǫkkr, st. M. (u), Ball (M.) (1); gr. γόγγρος (góngros), M., Auswuchs am Stamm von Ölbäumen, Meeraal; lett. gungis. Sb., Krümmung; lit. gùnglė, gunkšlė̃, Sb., Knorren, Auswuchs; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare sowie in der Seemannssprache heimische Bezeichnung für einen Fehler in einem Tau (N.); BM.: gewundene Schnecke?; F.: Kink, Kinken+EW; Z.: Kink
Kinkerlitzchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kinkerlitzchen, Kleinigkeit, Nichtigkeit; ne. knick-knacks, trinket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von frz. quincaille, F., Eisengerät, Kupfergerät; L.: Kluge s. u. Kinkerlitzchen, DW 11, 773, EWD s. u. Kinkerlitzchen, Duden s. u. Kinkerlitzchen; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Französischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine Kleinigkeit oder Nichtigkeit; BM.: ?; F.: Kinkerlitzchen, Kinkerlitzchens+FW?+EW?; Z.: Kinker-litz-chen
Kinn, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Kinn, unterster Teil des Gesichts des Menschen; ne. chin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kinne, kin, st. N., Kinn; mnd. kinne, N., F., Kinn, Kinnlade, Kinnbacke; mnd. kin, M., Kinn, Kinnlade, Kinnbacke; mnl. kinne, kin, N., Kinn; ahd. kinni, st. N. (ja), Kinn, Kinnbacke, Kinnlade, Wange, Kiefer (N.); as. kinni*, kin*, st. N. (ja), Kinn, Kinnbacke, Kinnbacken; anfrk. *kinni?, st. N. (ja), Kinn; germ. *kinnu-, *kinnuz, *kennu-, *kennuz, st. F. (u), Kinn; s. idg. *g̑enu- (2), F., Kinnbacke, Kinn, Pokorny 381 (553/37) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kinn, Kluge s. u. Kinn, DW 11, 774, EWD s. u. Kinn, EWAhd 5, 521, Falk/Torp 37, Duden s. u. Kinn, Bluhme s. u. Kinn; Son.: vgl. afries. *zin, kin, Sb., Kinn; nnordfries. kann; ae. cinn, st. N. (a), Kinn; an. kinn, st. F. (u?), Wange; got. kinnus, st. F. (u), Wange; nndl. kin, Sb., Kinn; nschw. kind, Sb., Kinn; nnorw. kinn, N., Wange, Backe; ai. hánuf, Sb., Kinnbacke; npers. zanax, Sb., Kinn; gr. γένυς (génys), F., Kinn, Kinnbacke; kymr. gên, F., Kinn; air. gin, M., Mund (M.); lit. zándas, M., Kinnbacke, Wange; toch. A sanwem, F., die beiden Kinnbacken; GB.: (kinni) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für den halbrunden nach vorn gewölbten Teil des Gesichts unterhalb des Mundes bei Menschen (und höheren Tieres); BM.: ?; F.: Kinn, Kinns, Kinnes, Kinne, Kinnen+EW; Z.: Kin-n
$Kinnbacke, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Kinnbacke; E.: s. Kinn, s. Backe; L.: DW 11, 777, EWD s. u. Kinn; GB.: seit 11. Jh. (kinnibakko*, etwas älter kinnibahho*) belegte und aus Kinn und Backe gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Kinnlade oder den Unterkiefer des Menschen (und höherer Tiere); F.: Kinnbacke, Kinnbacken+EW; Z.: Kin-n—back-e
$Kinnbacken, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Kinnbacken; E.: s. Kinn, s. Backen; L.: DW 11, 777, EWD s. u. Kinn; GB.: (kinnibakko*, etwas älter kinnibahho*) seit 11. Jh. belegte und aus Kinn und Backe gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Kinnlade oder den Unterkiefer des Menschen (und höhere Tiere); F.: Kinnbacken, Kinnbackens+EW; Z.: Kin-n—back-en
$Kinnbein, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kinnbein; E.: s. Kinn, s. Bein; L.: Kluge 1. A. s. u. Kinn, DW 11, 778; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. (kinnibein*) belegte und aus Kinn und Bein gebildete für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Kinnlade oder den Unterkiefer des Menschen (und höherer Tiere); F.: Kinnbein, Kinnbeins, Kinnbeines, Kinnbeine, Kinnbeinen+EW; Z.: Kin-n—bei-n
$Kinnlade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kinnlade; E.: s. Kinn, s. Lade; L.: Kluge 1. A. s. u. Kinn, Kluge s. u. Kinn, DW 11, 779, EWD s. u. Kinn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kinn und Lade gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (und höherer Tiere) möglichen Unterkiefer; F.: Kinnlade, Kinnladen+EW; Z.: Kin-n—la-d-e
Kino, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kino, Lichtspieltheater, Lichtspielhaus; ne. cinema; Vw.: -; Hw.: s. Cineast; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. ciné(ma); E.: s. frz. ciné(ma), F., Kino; gr. κίνημα (kínēma), N., Erschütterung, Unruhe; vgl. gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; idg. *kīneu-, *kn̥eu-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kino, fehlt DW, EWD s. u. Kino, Duden s. u. Kino; Son.: vgl. ndän. kino, Sb., Kino; nnorw. kino, M., Kino; poln. kino, Sb., Kino; lit. kinas, M., Kino; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare abkürzende Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Lichtspieltheater oder Lichtspielhaus; BM.: bewegen; F.: Kino, Kinos+FW; Z.: Ki-n-o
$Kintopp, nhd. (ält.), M., N., (20. Jh.): nhd. Kintopp; E.: s. Kin(o), s. Top(f), s. p; L.: Kluge s. u. Kintopp, fehlt DW, Duden s. u. Kintopp; GB.: wohl in Berlin seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Kin(o) und Top(f) sowie p gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Lichtspieltheater oder Lichtspielhaus (Kino); F.: Kintopp, Kintopps, Kintöppe, Kintöppen+EW; Z.: Kin-topp
Kiosk, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kiosk, Verkaufsstand, Verkaufsstelle; ne. kiosk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. kiosque; E.: s. frz. kiosque, M., Kiosk, offener Gartenpavillon; it. chiosco, M., Gartenpavillon; vgl. türk. kyöšk, Sb., Gartenhäuschen, Gartenpavillion; von pers. gōše, gōša, Sb., Winkel, Ecke; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393; L.: Kluge s. u. Kiosk, fehlt DW, EWD s. u. Kiosk, Duden s. u. Kiosk; Son.: vgl. nndl. kiosk, Sb., Kiosk; nschw. kiosk, Sb., Kiosk; nnorw. kiosk, M., Kiosk; poln. kiosk, M., Kiosk; kymr. ciosg, M., Kiosk; lit. kioskas, M., Kiosk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Türkischen und Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen dieser Zeit entwickelte und verwendete in einem leicht gebauten Häuschen untergebrachte Verkaufsstelle; BM.: Gartenhäuschen bzw. Ecke bzw. biegen?; F.: Kiosk, Kioskes, Kiosks, Kioske, Kiosken+FW(+EW); Z.: Kio-s-k
Kipf, Kipfe, nhd. (ält.), F., M., (9. Jh.): nhd. Kipf, Kipfe, Runge, Stemmleiste für Rüstwagen; ne. stake (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 9. Jh.? (Glosse); E.: s. mhd. kipf, kipfe, st. F., sw. F., st. N., sw. N., Runge; s. ahd. kipfa*, kipha*, sw. F. (n), Kiffe, Kuffe, Runge, Wagenrunge, Stemmleiste an einem Wagen, Stütze an einem Gegenstand, Weberbaum; ahd. kipf*, kiph*, st. M. (a?, i?, st. N. (a), Wagenrunge, Runge, Stemmleiste am Wagen, Stütze, Weberbaum, Fußfessel; as. kip*, kipp*, st. M. (a?) (i?), Stock; as. kip*, st. M. (a), st. N. (a), Fessel (F.) (1), Stock; germ. *kipp-, Sb., Fessel (F.) (1), Fußklotz, Wagenbaum; lat. cippus, M., Spitzsäule aus Stein oder Holz, (um 50 v. Chr.); idg. *k̑eipo-, k̑oipo-, Sb., Pfahl, Säule (F.) (1), Pokorny 543 (835/67) (RB. idg. aus ind., alb., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kipfel, Kluge s. u. Kipf, DW 11, 780, EWAhd 5, 532, Duden s. u. Kipf; Son.: vgl. ae. cipp, st. M. (a), Block, Stamm, Pflugschar, Weberbaum; an. keppr, st. M. (a), Stock; nndl. kip, Sb., Runge; nschw. käpp, Sb., Stock; nnorw. kjepp, M., Stock, Leiste; GB.: (kipfa) vielleicht seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon früher von Menschen entwickelte und verwendete Runge oder Stemmleiste und seit dem Spätmittelalter eine süddeutsche Bezeichnung für ein länglich geformtes (Weiß)Brot in Gegensatz zu dem Laib; BM.: Säule (F.) (1); F.: Kipf, Kipfe, Kipfs, Kipfes, Kipfe, Kipfen+FW?; Z.: Kipf
$Kipfel, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Kipfel; E.: s. Kipf, s. el (Suff.); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kipf und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten kleinen Kipf (Weißbrot oder Brot); L.: Kluge s. u. Kipf, DW 11, 781; F.: Kipfel, Kipfels, Kipfeln+FW+EW; Z.: Kipf-el
Kippa, Kippah, Kipa, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Kippa, Kippah, Kipa, Jarmulke, jüdisches Samtkäppchen; ne. kipa, kipah, yarmulka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. hebr. kipā(h); E.: s. hebr. kipā(h), Sb., Kippa, Kippah, Kuppel; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kippa; Son.: vgl. nndl. kippa, Sb., Kippa; frz. kippa, F., Kippa; nschw. kippa, Sb., Kippa; nnorw. kippa, M., Kippa; poln. kipa, F.?, Kippa; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für die von erwachsenen männlichen Juden (vielfach) getragene Samtkappe; BM.: Kuppel; F.: Kippa, Kippot, Kippah, Kipa, Kipot+FW; Z.: Kippa
Kippe (1), nhd., F. (ält.), (19. Jh.): nhd. Kippe (F.) (1), Gemeinschaft, gemeinsame Unternehmung; ne. community; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ojidd. kupe; E.: s. ojidd. kupe, küpe, Sb., Haufen, gemeinsame Unternehmung; vgl. poln. kupa, F., Haufen; L.: Kluge s. u. Kippe 1, Duden s. u. Kippe; Son.: in der Redewendung in Kippe machen, V., gemeinsame Sache machen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Ostjiddischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche gemeinsame Unternehmung; BM.: Haufen; F.: Kippe, Kippen+FW; Z.: Kipp-e
Kippe (2), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kippe (F.) (2), Zigarettenrest, Stummel; ne. fag; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von fnhd. kipfe, F., Spitze; lat. cippus, M., Spitzsäule aus Stein oder Holz, (um 50 v. Chr.); idg. *k̑eipo-, *k̑oipo-, Sb., Pfahl, Säule (F.) (1), Pokorny 543 (835/67) (RB. idg. aus ind., alb., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kippe, Kluge s. u. Kippe 2, DW 11, 782 (in der Bedeutung Spitze), Duden s. u. Kippe; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nicht mehr nutzbaren Rest (Stummel) einer genützten Zigarette; BM.: Spitze bzw. Pfahl?; F.: Kippe, Kippen+FW+EW; Z.: Kipp-e
$Kippe (3), nhd., F., (?): nhd. Kippe; E.: s. kippe(n): L.: EWD s. u. kippen; F.: Kippe, Kippen+FW+EW; Z.: Kipp-e
$kippeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kippeln, nicht fest stehen, wippen; E.: s. kippen; L.: EWD s. u. kippen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kippen und l gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung entwickeltes und verwendetes nicht ganz fest stehen oder wippen; F.: kippeln, kippel (!), kipple, kippele, kippelst, kippelt, kippelte, kippeltest, kippelten, kippeltet, gekippelt, ##gekippelt, gekippelte, gekippeltes, gekippeltem, gekippelten, gekippelter##, kippelnd, ###kippelnd, kippelnde, kippelndes, kippelndem, kippelnden, kippelnder###, kippel (!)+EW; Z.: kipp-el-n
$kippelig, kipplig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kippelig, wackelig, ; E.: s. kippel(n), s. ig; L.: DW 11, 783, EWD s. u. kippen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kippel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wackelig oder nicht fest stehend; F.: kippelig, kippelige, kippeliges, kippeligem, kippeligen, kippeliger(, kippeligere, kippeligeres, kippeligerem, kippeligeren, kippeligerer, kippeligst, kippeligste, kippeligstes, kippeligstem, kippeligsten, kippeligster, kipplig, kipplige, kippliges, kippligem, kippligen, kippliger, kippligere, kippligeres, kippligerem, kippligeren, kippligerer, kippligst, kippligste, kippligstes, kippligstem, kippligsten, kippligster)+EW; Z.: kipp-el-ig
kippen, nhd., V., (14. Jh.?): nhd. kippen, schütten, stürzen, umstürzen, in eine schräge Stellung bringen; ne. tilt (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. kippen, sw. V., kippen, schlagen, stoßen; aus dem Mnd.?, mnd. kippen, sw. V., ausbrüten, aus dem Ei picken; letztlich vielleicht von lat. cippus, M., Spitzsäule aus Stein oder Holz, (um 50 v. Chr.); idg. *k̑eipo-, *k̑oipo-, Sb., Pfahl, Säule (F.) (1), Pokorny 543 (835/67) (RB. idg. aus ind., alb., ital.); L.: Kluge s. u. kippen, DW 11, 784, EWD s. u. kippen, Duden s. u. kippen, Bluhme s. u. kippen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und letztlich mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in eine schräge Stellung bringen; BM.: Spitzsäule?; F.: kippen, kippe, kippst, kippt, kippest, kippet, kippte, kipptest, kippten, kipptet, gekippt, ##gekippt, gekippte, gekipptes, gekipptem, gekippten, gekippter##, kippend, ###kippend, kippende, kippendes, kippendem, kippenden, kippender###, kipp (!)+FW+EW; Z.: kipp-en
$Kipper (1), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Münzverschlechterer; E.: s. kipp(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. kippen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kipp(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Münzen möglichen Münzverschlechterer; F.: Kipper, Kippers, Kippern+EW?; Z.: Kipp-er
$Kipper (2), nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Transportfahrzeug mit kippbarem Laderaum; E.: s. kipp(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. kippen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus kipp(en) und er gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Transportfahrzeug mit kippbarem Laderaum; F.: Kipper, Kippers, Kippern+EW?; Z.: Kipp-er
Kirche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kirche, Gotteshaus, christliche Gemeinschaft; ne. church (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kirmes; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. kirche, sw. F., Kirche, Kirchengebäude, Kirchentum; mnd. kerke (1), karke, kirke, F., Kirche, Kirchengebäude, Gotteshaus, Stätte des Gottesdiensts, Pfarrkirche, Stiftskirche; mnl. kerke, F., Kirche; ahd. kirihha, kiricha, sw. F. (n), Kirche, Tempel, Kirchengebäude, Gotteshaus, Kultstätte, Heiligtum, Oratorium, Gemeinde, kirchliche Gemeinschaft, Gemeinde der Gläubigen; as. kirika*, sw. F. (n), Kirche; anfrk. kirika, F., Kriche; germ. *kirika, F., Kirche?; vulgär-gr. *κυρική (kyrikḗ); vgl. gr. κυριακός (kyriakós), Adj., zum Herrn gehörig; gr. κΰριος (kȳrios), M., Herr, Krafthabender, Machthabender; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kirche, Kluge s. u. Kirche, DW 11, 790, EWD s. u. Kirche, EWAhd 5, 534, Duden s. u. Kirche, Bluhme s. u. Kirche; Son.: vgl. afries. zerke, ziurke, karke, kerke, F., Kirche; saterl. tserce; ae. cirice, cyrice, sw. F. (n), Kirche; an. kirkja, kyrkja (2), F., Kirche; got. -; nndl. kerk, Sb., Kirche; nschw. kyrka, Sb., Kirche; nnorw. kirke, M., F., Kirche; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes geweihtes Gebäude mit einem oder mehreren Türmen in dem Mitglieder einer christlichen Glaubensgemeinschaft einen Gottesdienst abhalten (Gotteshaus); BM.: Herr bzw. schwellen; F.: Kirche, Kirchen+FW(+EW); Z.: Ki-r-ch-e
$Kirchenlicht, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kirchenlicht, kluger Mensch; E.: s. Kirch(e), s. en, s. Licht; L.: Kluge s. u. Kirchenlicht, DW 11, 806, EWD s. u. Kirche; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kirch(e) und en sowie Licht gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung von Kirche entwickeltes Licht in der Kirche und übertragen (Adj.) für einen klugen Menschen; F.: Kirchenlicht, Kirchenlichtes, Kirchenlichts, Kirchenlichter, Kirchenlichtern+FW+EW; Z.: Ki-r-ch-en—lich-t
$Kirchenmaus, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kirchenmaus; E.: s. Kirch(e), s. en, s. Maus; L.: DW 11, 806, EWD s. u. Maus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kirch(e) und en sowie Maus gebildete Bezeichnung für eine Maus in einer (nichts Fressbares aufweisenden) Kirche und übertragen (Adj.) für einen armen oder vermögenslosen Menschen; F.: Kirchenmaus, Kirchenmäuse, Kirchenmäusen+FW+EW; Z.: Ki-r-ch-en—maus
$Kirchenvater, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kirchenvater; I.: Lüs. lat. pater ecclesiae; E.: s. Kirch(e), s. en, s. Vater; L.: DW 11, 814, EWD s. u. Kirche; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. ecclesiae pater aus Kirch(e), und en sowie Vater gebildete Bezeichnung für einen wichtigen Lehrer der frühchristlichen Kirche wie Ambrosius von Mailand oder Hieronymus oder Augustinus von Hippo oder Gregor der Große (in der Gegenwart zweiunddreißig Männer und vier Frauen mehr oder weniger als Kirchenväter anerkannt); F.: Kirchenvater, Kirchenvaters, Kirchenväter, Kirchenvätern+FW+EW; Z.: Ki-r-ch-en—vat-er
$Kirchhof, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kirchhof; E.: s. Kirch(e), s. Hof; L.: Kluge s. u. Kirchhof, DW 11, 818, EWD s. u. Kirche; GB.: seit um 1170 belegte und aus Kirch(e) und Hof gebildete Bezeichnung für den von Menschen anerkannten und verwendeten Raum (Hof) um eine Kirche; F.: Kirchhof, Kirchhofs, Kirchhofes, Kirchhöfe, Kirchhöfen+FW+EW; Z.: Ki-r-ch—ho-f
$kirchlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kirchlich; E.: s. Kirch(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Kirche, DW 11, 821, EWD s. u. Kirche; GB.: (kirihlīh) seit um 790 belegte und nach lat. ecclesiasticus aus Kirch(e) und lich gebildete Bezeichnung für die Kirche betreffend; F.: kirchlich, kirchliche, kirchliches, kirchlichem, kirchlichen, kirchlicher+FW+EW; Z.: ki-r-ch-lich
$Kirchner, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Kirchner, Küster, Mesner; E.: s. Kirch(e), s. (e)n, s. er (Suff.). L.: DW 11, 822, EWD s. u. Kirche; GB.: seit um 1220 belegte und aus Kirch(e) und (e)n sowie er (Suff.) wohl nach lat. ecclesiasticus gebildete Bezeichnung für einen in der christlichen Kirche entwickelten und verwendeten Küster oder Mesner; F.: Kirchner, Kirchners, Kirchnern+FW; Z.: Ki-r-ch-n-er
$Kirchspiel, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Kirchspiel, Kirchsprengel; E.: s. Kirch(e), s. Spiel; L.: Kluge 1. A. s. u. Kirche, Kluge s. u. Kirchspiel, DW 11, 823, EWD s. u. Kirche; GB.: seit um 1170 belegte und aus Kirch(e) und spil (!) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Kirche entwickelten und verwendeten Kirchsprengel; F.: Kirchspiel, Kirchspiels, Kirchspiele, Kirchspielen+FW+EW; Z.: Ki-r-ch—spiel
$Kirchtag, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kirchtag, Kirchweihfesttag; E.: s. Kirch(e), s. Tag; L.: DW 11, 827, EWD s. u. Kirche; GB.: (kirchtac) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Kirch(e) und Tag gebildete Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Fest des Weihetags einer Kirche; F.: Kirchtag, Kirchtags, Kirchtages, Kirchtage, Kirchtagen+FW+EW; Z.: Ki-r-ch—t-ag
$Kirchweih, Kirchweihe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kirchweih, Kirmes; E.: s. Kirch(e), s. Weih(e); L.: Kluge 1. A. s. u. Kirche, Kluge s. u. Kirchweih, DW 11, 828, EWD s. u. Kirche; GB.: (kirihwīhī*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Kirch(e) und Weihe gebildete Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Fest des Weihetags einer Kirche; F.: Kirchweih, Kirchweihs, Kirchweihe, Kirchweihen+FW+EW; Z.: Ki-r-ch—weih
Kirmes, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kirmes, Kirchweih, Kirchweihe, Jahrmarkt; ne. funfair, kermis (dial.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. kirchmesse, kirmesse, st. F., Kirchmesse, Kirmes, Kirchweihfest, Jahrmarkt; mnd. kerkmisse, karkmisse, kirkmisse, F., Kirmes, Kirchweih, Jahresfest der Kirche, Messe aus Anlass des Jahresfests der Kirchenweihe; vgl. mhd. kirche, sw. F., Kirche, Kirchengebäude, Kirchentum; mnd. kerke (1), karke, kirke, F., Kirche, Kirchengebäude, Gotteshaus, Stätte des Gottesdiensts, Pfarrkirche, Stiftskirche; ahd. kirihha, kiricha, sw. F. (n), Kirche, Tempel, Kirchengebäude, Gotteshaus, Kultstätte, Heiligtum, Oratorium, Gemeinde, kirchliche Gemeinschaft, Gemeinde der Gläubigen; as. kirika*, sw. F. (n), Kirche; germ. *kirika, F., Kirche?; vulgär-gr. *κυρική (kyrikḗ); vgl. gr. κυριακός (kyriakós), Adj., zum Herrn gehörig; gr. κΰριος (kȳrios), M., Herr, Krafthabender, Machthabender; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, k̑ū-, k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mhd. messe, misse, st. F., Messe (F.) (1), Jahrmarkt; mnd. misse (2), messe, F., Messe, Messopfer, Gottesdienst mit dem kanonischen Aufbau, Hochmesse, Stiftung einer Messe, Datum bestimmter Festtage, Fest mit Markt das an bestimmten Tagen stattfindet, Handelsmesse; ahd. missa (1) st. F. (ō), Messe (F.) (1), Feiertag; as. missa, st. F. (ō), Messe (F.) (1), Feiertag; lat. missa, F., Geschicktes, Messe (F.) (1), (3./5. Jh. n. Chr.); aus ite missa est, gehet, es ist entlassen; lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kirmes, Kluge s. u. Kirmes, DW 11, 835, EWD s. u. Kirmes, Duden s. u. Kirmes; Son.: vgl. nndl. kermis, Sb., Kirmes; frz. kermesse, F., Kirmes; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Kirch(e) und Messe gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Gottesdienst an dem jeweiligen Jahrestag einer Kirchenweihe; BM.: Herr, senden; F.: Kirmes, Kirmessen+FW; Z.: Ki-r-mes
kirnen, kernen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. kirnen, kernen, buttern, Butter bereiten; ne. butter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. kernen (2), karnen, sw. V., buttern, Butter bereiten; vgl. mnd. kerne, keerne, karne, kirne, F., Butterfass, Gefäß in dem gebuttert wird; germ. *kernō-, *kernōn, *kernjō-, *kernjōn, sw. F. (n), Kirne, Butterfass; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. kernen, Kluge s. u. kirnen, DW 11, 837, vgl. DW 11, 604 (kernen), Duden s. u. kirnen; Son.: vgl. nndl. kernen, V., kirnen?; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Germanischen verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Beginn der Viehzucht vor rund 5000 Jahren von Menschen entwickeltes und verwendetes Butter bereiten; BM.: ?; F.: kirnen, kirne, kirnst, kirnt, kirnest, kirnet, kirnte, kirntest, kirnten, kirntet, gekirnt, ##gekirnt, gekirnte, gekirntes, gekirntem, gekirnten, gekirnter##, kirnend, ###kirnend, kirnende, kirnendes, kirnendem, kirnenden, kirnender###, kirn (!), kernen, kerne, kernst, kernt, kernest, kernet, kernte, kerntest, kernten, kerntet, gekernt, ##gekernt, gekernte, gekerntes, gekerntem, gekernten, gekernter###, kernend, ###kernend, kernende, kernendes, kernendem, kernenden, kernender###, kern (!)+EW?; Z.: kirn-en
kirre, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.?): nhd. kirre, gefügig, gezähmt, zahm; ne. tame (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. kürre, kurre, kurre, kirre, Adj., zahm, milde, gefügig, nachgiebig; mnd. quere, Adj., zahm; germ. *kwerru-, *kwerruz, Adj., ruhig, befriedigt; vgl. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kirre, Kluge s. u. kirre, DW 11, 837, EWD s. u. kirre, Duden s. u. kirre, Bluhme s. u. kirre; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. kyrr, kvirr, Adj., ruhig, friedlich; got. qaírrus, Adj. (u), sanft, freundlich; ai. gurúḥ, Adj., schwer; gr. βαρύς (barýs), Adj., schwer, gewichtig, heftig, stark; lat. gravis, Adj., schwer, wuchtig, fett; lit. gurlùs, Adj., müde, matt; lett. gurls, Adj., müde, matt; GB.: (kürre) seit 1275-1300 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gefügig oder gezähmt oder zahm; BM.: schwer?; F.: kirre, kirres, kirrem, kirren, kirrer(, kirrere, kirreres, kirrerem, kirreren, kirrerer, kirrst, kirrste, kirrstes, kirrstem, kirrsten, kirrste)r+EW; Z.: kirr-e
kirren, nhd., sw. V.: nhd. kirren; Vw.: s. girren
$kirren (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kirren, zähmen, mildern; E.: s. kirr(e), s. en; L.: Kluge s. u. kirren 1, kirre, DW 11, 839, EWD s. u. kirre; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kirr(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zähmen oder mildern; F.: kirren, kirre, kirrst, kirrt, kirrest, kirret, kirrte, kirrtest, kirrten, kirrtet, gekirrt, ##gekirrt, gekirrte, gekirrtes, gekirrtem, gekirrten, gekirrter##, kirrend, ###kirrend, kirrende, kirrendes, kirrendem, kirrenden, kirrender###, kirr (!)+EW; Z.: kirr-en
$Kirschbaum, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Kirschbaum; E.: s. Kirsch(e), s. Baum; L.: DW 11, 843, EWD s. u. Kirsche; GB.: (kirsboum) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Kirsch(e) und Baum gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher von Menschen verwendeten Kirschen tragenden Baum; F.: Kirschbaum, Kirschbaumes, Kirschbaums, Kirschbäume, Kirschbäumen+FW+EW; Z.: Kir-sch—bau-m
Kirsche, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Kirsche, Kirschbaum, Kirschfrucht; ne. cherry; Vw.: s. Kornel-; Hw.: -; I.: Lw.; E.: mhd. kirse, kërse, kriese, sw. F., st. F., Kirsche; mnd. kerse (1), kērse, F., Kirsche; mnl. kerse, F., Kirsche; ahd. kirsa, kersa, sw. F. (n), Kirsche, Süßkirsche, Kirschbaum; as. *kirs?, Sb., Kirsche; anfrk. -; germ. *kirissa, F., Kirsche; mlat. cerasea?, F., Kirsche; vgl. lat. cerasium, N., Kirsche, (14-37 n. Chr.); gr. κεράσιον (kerásion), N., Kirsche, Süßkirsche; gr. κέρασος (kérasos), F., Kirschbaum, Süßkirschbaum; entweder aus dem kleinasiatischen Raum oder ein phryg./dak. Lehnwort; vgl. idg. *ker- (4), Sb., Kirsche, Kornelkirsche, Pokorny 572? (882/114) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kirsche, Kluge s. u. Kirsche, DW 11, 844, EWD s. u. Kirsche, EWAhd 5, 539, Duden s. u., Kirsche, Bluhme s. u. Kirsche; Son.: vgl. afries. -; ae. cirse, sw. F. (n), Kirsche; an. -; got. -; nndl. kers, Sb., Kirsche; frz. cerise, F., Kirsche; nschw. körsbär, Sb., Kirsche; nnorw. kirsebær, N., Kirsche; kymr. ceiriosen, F., Kirsche; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche kleine und runde und meist rote süß oder säuerlich schmeckende Frucht mit längerem dünnem Stiel und hartem rundlichem Kern (Stein); BM.: ?; F.: Kirsche, Kirschen+FW(+EW); Z.: Kir-sch-e
$Kirschgeist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kirschgeist; E.: s. Kirsch(e), s. Geist; L.: DW 11, 848, EWD s. u. Kirsche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kirsch(e) und Geist gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon etwas früher hergestelltes und verwendetes alkoholisches Getränk aus Kirschen; F.: Kirschgeist, Kirschgeistes, Kirschgeists, Kirschgeister, Kirschgeistern+FW+EW; Z.: Kir-sch—gei-s-t
$Kirschwasser, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kirschwasser; E.: s. Kirsche, s. Wasser; L.: DW 11, 850, EWD s. u. Kirsche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kirsch(e) und Wasser gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon etwas früher hergestelltes und verwendetes alkoholisches Getränk aus Kirschen; F.: Kirschwasser, Kirschwassers, Kirschwassern+FW+EW; Z.: Kir-sch—wa-s-s-er
Kismet, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kismet, Schicksal; ne. kismet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. türk. kismet; E.: s. türk. kismet, Sb., Kismet; arab. qismah, Sb., Kismet, Zugeteiltes; L.: Kluge s. u. Kismet, fehlt DW, Duden s. u. Kismet; Son.: vgl. nndl. kismet, Sb., Kismet; poln. kismet, M., Kismet; kymr. kismet, M., Kismet; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Türkischen und mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für das dem Menschen von Allah als islamischem Gott zugeteilte Los dem er nicht entrinnen kann; BM.: Zugeteiltes; F.: Kismet, Kismets+FW; Z.: Kism-et
Kissen, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kissen, Polster; ne. cushion (N.), pillow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. küsse, st. N., Kissen, Kopfkissen; mhd. küssen (2), küssin, st. N., Kissen, Kopfkissen; mnd. küssen (1), kuzen, cyssen, kößen, N., Kissen, Sitzkissen, Ruhekissen, Liegekissen, Federkissen, Sattelkissen; mnl. cussen, M., Kissen; ahd. kussīn, kussī, st. N. (a), Kissen, Kopfkissen, Polster, wollene Decke; ahd. kussi, st. N. (ja), Kissen, Kopfkissen; as. -; anfrk. -; afrz. coissin, gallo-rom. culcinum; lat. culcita, F., Polster, Kissen, Matratze, (um 250-184 v. Chr.); aus dem Keltischen?; vgl. idg. *ku̯elp- (2)?, V., wölben, Pokorny 630? (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kissen, Kluge s. u. Kissen, DW 11, 852, EWD s. u. Kissen, EWAhd 5, 935, Duden s. u. Kissen, Bluhme s. u. Kissen; Son.: vgl. afries. kessen, N., Kissen; nndl. kussen, Sb., Kissen; frz. coussin, M., Kissen; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Keltischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete mit einem weichen Stoff gefüllte und als Unterlage dienende Stoffhülle oder Polster; BM.: wölben?; F.: Kissen, Kissens+FW; Z.: Kiss-en
Kiste, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Kiste, rechteckiger Behälter; ne. chest, case; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kiste, st. F., sw. F., Kiste, Kasten, Sarg; mnd. kiste, kistene, keste, F., Kiste, Kasten (M.), großer Behälter, Truhe, Kleiderkiste, Vorratskiste, Geldkiste, Schatztruhe; mnl. kiste, F., Kiste; ahd. kista, sw. F. (n), Kiste, Truhe; as. kista, sw. F. (n), Kiste; anfrk. -; germ. *kista, F., Kiste, Kasten; lat. cista, F., Kiste, Kasten, (86/82 v. Chr.); gr. κίστη (kístē), F., Kasten (M.), Kiste; idg. *kistā?, F., Flechtgefäß?, Korb, Kiste, Pokorny 599 (926/158) (RB. idg. aus gr., kelt.); von einem *keis-, V., tun, machen; L.: Kluge 1. A. s. u. Kiste, Kluge s. u. Kiste, DW 11, 855, EWD s. u. Kiste, EWAhd 5, 545, Duden s. u. Kiste, Bluhme s. u. Kiste; Son.: vgl. afries. kiste, st. F. (ō), Kiste, Truhe; nwestfries. kiste, F., Kiste; ae. ciest (2), st. F. (ō), Kiste, Kasten (M.), Sarg; an. kista, F., Kiste; got. -; nndl. kist, Sb., Kiste; nschw. kista, Sb., Kiste; nnorw. kiste, M., Kiste; kymr. cist, F., Kiste; GB.: (kista) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten größeren rechteckigen Behälter aus Holz zu einer Aufbewahrung von Gegenständen; BM.: ?; F.: Kiste, Kisten+FW(+EW); Z.: Kis-t-e
Kitsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kitsch, Schund, Scheinkunst; ne. kitsch (N.), trash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1870; I.: Lw. ?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu Kitsche (s. d.); oder zu kitschen (s. d.); L.: Kluge s. u. Kitsch, fehlt DW (in dieser Bedeutung), EWD s. u. Kitsch, Duden s. u. Kitsch, Bluhme s. u. Kitsch; Son.: vgl. nndl. kitsch, Sb., Kitsch; nnorw. kitsch, M., Kitsch; poln. kicz, M., Kitsch; GB.: seit um 1870 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für etwas von Menschen als geschmacklos Empfundenes oder Schund oder Scheinkunst; BM.: glattstreichen?, verhökern?; F.: Kitsch, Kitsches, Kitschs+EW; Z.: Kitsch
Kitsche, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Kitsche, Gerät zu dem Zusammenscharren des Straßenschlamms; ne. device for scraping together mud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Zusammenscharren von Straßenschlamm; BM.: ?; L.: Kluge s. u. Kitsch; F.: Kitsche, Kitschen+EW?; Z.: Kitsch-e
kitschen, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. kitschen, tauschen, verkaufen, verhökern; ne. swap (V.), exchange (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; vielleicht von mhd. verkiuten, sw. V., vertauschen; vgl. mhd. ver…, Präf., ver…; ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *far-, *fer-, Präf., ver...; germ. *fra-, Präf., ver...; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); mhd. kiuten, sw. V., tauschen, vertauschen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kitschen, fehlt DW, Duden s. u. kitschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar vielleicht aus dem Mittelhochdeutschen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes verhökern; BM.: vertauschen?; F.: kitschen, kitsche, kitschst, kitscht, kitschest, kitschet, kitschte, kitschtest, kitschten, kitschtet, gekitscht, ##gekitscht, gekitschte, gekitschtes, gekitschtem, gekitschten, gekitschter##, kitschend, ###kitschend, kitschende, kitschendes, kitschendem, kitschenden, kitschender###, kitsch (!)+FW(+EW?); Z.: kitsch-en
$kitschen (2), nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. kitschen; E.: s. Kitsch, s. en; L.: Kluge s. u. Kitsch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kitsch und en gebildete Bezeichnung; F.: kitschen, kitsche, kitschst, kitscht, kitschest, kitschet, kitschte, kitschtest, kitschten, kitschtet, gekitscht, ##gekitscht, gekitschte, gekitschtes, gekitschtem, gekitschten, gekitschter##, kitschend, ###kitschend, kitschende, kitschendes, kitschendem, kitschenden, kitschender###, kitsch+EW; Z.: kitsch-en
$kitschig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kitschig, geschmacklos; E.: s. Kitsch, s. ig; L.: Kluge s. u. Kitsch, fehlt DW, EWD s. u. Kitsch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kitsch und ig gebildete Bezeichnung für (in der Vorstellung der Meinungsmacher unter den Menschen) geschmacklos; F.: kitschig, kitschige, kitschiges, kitschigem, kitschigen, kitschiger, kitschigere, kitschigeres, kitschigerem, kitschigeren, kitschigerer, kitschigst, kitschigste, kitschigstes, kitschigstem, kitschigsten, kitschigster+EW; Z.: kitsch-ig
Kitt, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kitt, eine Abdichtungsmasse; ne. cud, putty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: vgl. mhd. küte (1), küt, st. M., Kitt; ahd. kwiti* (3), quiti*, kuti, st. M. (ja), Leim, Harz, Kitt; as. -; anfrk. -; germ. *kwedō-, *kwedōn, sw. F. (n), Harz; s. idg. gᵘ̯et- (1), Sb., Harz, Pokorny 480 (703/25) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kitt, Kluge s. u. Kitt, DW 11, 860, EWD s. u. Kitt, EWAhd 7, 104, Falk/Torp 60, Duden s. u. Kitt, Bluhme s. u. Kitt; Son.: vgl. afries. -; ae. cwidu, cudu, cweodu, st. N. (wa), Gekautes, Baumharz; an. kvāða, sw. F. (n), Harz; got. -; nndl. kit, Sb., Kitt; nschw. kåda, Sb., Harz; nisl. kvoða, F., Harz; poln. kit, M., Kitt (Lw. aus dem Deutschen); ai. játu, N., Lack, Gummi; kymr. bedw, F., Birke; mir. beiteh, Sb., Buchsbaum; GB.: (kwiti) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und vor allem zu einem Abdichten gegen Feuchtigkeit verwendbare zähflüssige und knetbare sowie sich an der Luft erhärtende Masse; BM.: Harz; F.: Kitt, Kittes, Kitts, Kitte, Kitten+EW; Z.: Kit-t
Kittchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kittchen, Gefängnis; ne. jail (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: wohl eine Kreuzung von fnhd. keiche, keuche, Sb., Gefängnis, Keller; und rotw. Kitt, Kitte, Sb., Haus; vielleicht Zusammenhang mit nhd. Kate (s. d.); L.: Kluge s. u. Kittchen, fehlt DW, EWD s. u. Kittchen, Duden s. u. Kittchen; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl teilweise aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Gefängnis; BM.: Haus?; F.: Kittchen, Kittchens+FW+EW; Z.: Ki-tt-chen
Kittel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kittel, Rock, Kleid als Überwurf; ne. tunic, smock; Vw.: -; Hw.: s. Kutte?; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: mhd. kittel, kitel, st. M., Kittel, Bauernkittel, Oberhemd; mnd. kēdel, kedele, keddel, M., Kittel, übergeworfenes Oberkleid aus Leinen (N.) oder aus anderen kostbaren Stoffen, übergeworfener Schleier; mnl. kedel, M., Kittel; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht Anlehnung an nhd. Kutte; L.: Kluge 1. A. s. u. Kittel, Kluge s. u. Kittel, DW 11, 861, EWD s. u. Kittel, Duden s. u. Kittel, Bluhme s. u. Kittel; GB.: (kittel) seit 1290-1300 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes mantelartiges Kleidungsstück aus leichtem Gewebe; BM.: ?; F.: Kittel, Kittels, Kitteln+EW; Z.: Kitt-el
$kitten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kitten, Kitt gebrauchen; E.: s. Kitt, s. en; L.: Kluge s. u. Kitt, DW 11, 865, EWD s. u. Kitt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kitt und en gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Kitt zu einem Abdichten gebrauchen; F.: kitten (!), kitte (!), kittest, kittet, kittete, kittetest, kitteten, kittetet, gekittet, ##gekittet, gekittete, gekittetes, gekittetem, gekitteten, gekitteter##, kittend, ###kittend, kittende, kittendes, kittendem, kittenden, kittender###, kitt (!)+EW; Z.: kit-t-en
Kitz, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kitz, Junges der Ziege und des Rehes; ne. kid, fawn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kiz, kitze, st. N., Zicklein, Junges von der Ziege, Junges vom Reh, Junges von der Gemse; mnd. kēt (2), N., Kitz?, Geiß?; ahd. kizzīn (1), kizzī*, st. N. (a), Kitz, Zicklein, Böcklein, Böckchen, junger Hirsch, Rehkitz; germ. *kittīna-, *kittīnam, st. N. (a), Kitz; s. germ. *kidja-, *kidjam, st. N. (a), Kitz; vgl. idg. *gʰaidos, *g̑ʰaidos, Sb., Ziegenbock, Ziege, Geiß, Pokorny 409 (589/5) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kitze, Kluge s. u. Kitz, DW 11, 868, EWD s. u. Kitz, EWAhd 5, 552, Falk/Torp 44, Duden s. u. Kitz, Bluhme s. u. Kitz; Son.: vgl. nschw. kid, N., Kitz; nnorw. kid, N., Kitz; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine junge Ziege oder ein junges Reh; BM.: Ziege; F.: Kitz, Kitzes, Kitze, Kitzen+EW; Z.: Kitz
$Kitzel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kitzel, ein Reiz; Vw.: s. Gaumen-; E.: s. kitzeln; L.: Kluge s. u. kitzeln, EWD s. u. kitzeln; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit kitzeln verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen als angenehm empfundene Reiz; F.: Kitzel, Kitzels+EW; Z.: Kitz-el
kitzeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kitzeln, an empfindlichen Stellen berühren oder reizen; ne. tickle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kützeln, sw. V., kitzeln; mnd. kettelen, sw. V., kitzeln, anreizen, aufreizen; mnd. küselen, küseln, kutzeln, kützeln, kutseln, sw. V., kitzeln; mnl. kittelen, V., kitzeln; ahd. kizzilōn*, sw. V. (2), kitzeln, reizen, pieksen, sündiges Verlangen erregen, sündiges Verlangen haben; ahd. kuzzilōn*, sw. V. (2), kitzeln, nach etwas lüstern sein (V.), reizen, erregen, sündiges Verlangen habend; as. kitilōn*, sw. V. (2), kitzeln; anfrk. -; germ. *kitilōn, sw. V., kitzeln; germ. *kutilōn, sw. V., kitzeln; vgl. germ. *kitōn, sw. V., kitzeln; s. idg. *geid-, V., stechen?, kitzeln?, Pokorny 356 (532/16) (RB. idg. arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. kitzeln, Kluge s. u. kitzeln, DW 11, 875, EWD s. u. kitzeln, EWAhd 5, 550, Duden s. u. kitzeln, Bluhme s. u. kitzeln; Son.: vgl. afries. -; ae. citelian, sw. V. (2), kitzeln; an. kitla, sw. V. (2), kitzeln; got. -; nndl. kittelen, V., kitzeln; frz. titiller, V., kitzeln; nschw. kittla, V., kitzeln; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bei einem Menschen durch Berühren an empfindlichen Körperstellen eine angenehme und oft zu einem Lachen reizende Empfindung auslösen; BM.: stechen?; F.: kitzeln, kitzel (!), kitzle, kitzelst, kitzelt, kitzelte, kitzeltest, kitzelten, kitzeltet, gekitzelt, ##gekitzelt, gekitzelte, gekitzeltes, gekitzeltem, gekitzelten, gekitzelter##, kitzelnd, ###kitzelnd, kitzelnde, kitzelndes, kitzelndem, kitzelnden, kitzelnder###, kitzel (!)+EW; Z.: kitz-el-n
$Kitzler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kitzler; E.: s. Kitz(e)l), s. er; L.: Kluge s. u. Kitzler, EWD s. u. kitzeln, DW 11, 884, Duden s. u. Kitzler; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kitz(e)l und er gebildete Bezeichnung für das an dem oberen Ende der kleinen Schamlippen von Frauen gelegene seit Entstehung des Menschen vorhandene und der Entwicklung oder Steigerung geschlechtlicher Lust oder Erregung dienende Geschlechtsorgan der Frau; F.: Kitzler, Kitzlers, Kitzlern+EW; Z.: Kitz-l-er
$kitzlig, kitzelig; nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. kitzlig, berührungsempfindlich; E.: s. Kitzel, s. ig; L.: Kluge s. u. kitzeln, DW 11, 884 (kitzlich), EWD s. u. kitzeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kitz(e)l und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere mögliches berührungsempfindlich; F.: kitzlig, kitzlige, kitzliges, kitzligem, kitzligen, kitzliger(, kitzligere, kitzligeres, kitzligerem, kitzligeren, kitzligerer, kitzligst, kitzligste, kitzligstes, kitzligstem, kitzligsten, kitzligster)+EW; Z.: kitz-l-ig
Kiwi, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kiwi, Kiwifrucht; ne. kiwi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. kiwi; E.: s. ne. kiwi, N., Kiwi; aus der Maori-Sprache; ursprünglich von dem Namen eines flugunfähigen Vogels; L.: Kluge s. u. Kiwi, Duden s. u. Kiwi; Son.: vgl. nndl. kiwi, Sb., Kiwi; frz. kiwi, M., Kiwi; nschw. kiwi, Sb., Kiwi; nnorw. kiwi, M., Kiwi; poln. kiwi, F., Kiwi; kymr. ciwi, M., Kiwi; nir. cíbhí, M., Kiwi; lit. kivis, M., Kiwi; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus der Maori-Sprache aufgenommene und ursprünglich einen flugunfähigen Vogel benennende Bezeichnung für eine aus Neuseeland stammende etwa eiförmige grüne Frucht mit saftigem Fruchtfleisch; BM.: von einem Vogel; F.: Kiwi, Kiwis+FW; Z.: Kiwi
klabastern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. klabastern, einhertrotten, schwerfällig gehen; ne. blunder (V.) along; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Rheinland, von wfäl. kladistern, V., laufen; vielleicht von it. calpestare, V., mit dem Füßen treten; lat. calce pistāre, V., mit der Ferse stampfen; vgl. lat. calx, F., Ferse, Fuß, Hacken (M.), Huf, Klaue, (um 250-184 v. Chr.); idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pistāre, V., stampfen, backen, Brot backen, (Ende 4. Jh. n. Chr.); lat. pīnsāre, V., zerstampfen, zerstoßen (V.), keltern, backen; idg. (*peis-) (1)?, *pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. klabastern, Kluge s. u. klabastern, EWD s. u. klabastern, DW 11, 887, Duden s. u. klabastern; GB.: seit 18. Jh. aus dem Rheinland belegte und mit dem Westfälischen sowie vielleicht mit dem Italienischen und mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schwerfällig gehen; BM.: Fuß, stampfen; F.: klabastern, klabastere, klabaster (!), klabasterst, klabastert, klabasterte, klabastertest, klabasterten, klabastertet, geklabastert, ##geklabastert, geklabastertes, geklabastertem, geklabasterten, geklabasterter##, klabasternd, ###klabasternd, klabasternde, klabasterndes, klabasterndem, klabasternden, klabasternder###, klabaster (!)+EW; Z.: kla-bast-er-n
Klabautermann, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klabautermann, ein Schiffskobold, ein Schiffsgeist; ne. hobgoblin, ship’s kobold; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl zu nhd. kalfatern (s. d.), s. nd. Klafatermann; L.: Kluge s. u. Klabautemann, DW 11, 8888, EWD s. u. Klabautemann, Duden s. u. Klabautermann; Son.: vgl. nndl. kabouter, Sb., Klabautermann; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Klabauter und Mann gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen dieser Zeit möglichen Schiffskobold; BM.: abdichten? (der Klabautermann klopft an schadhaften Stellen an einem Schiff um den Schiffszimmermann zu einer Ausbesserung aufzufordern); F.: Klabautermann, Klabautermanns, Klabautermannes, Klabautermänner, Klabautermännern+EW; Z.: Klab-aut-er-man-n
klacken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. klacken, klackern; ne. clack (V.), click (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl lautmalend, oder s. germ. *klak-, *klakk-, sw. V., klatschen, zwitschern; idg. *glag-, V., lärmen, klappern, zwitschern, Pokorny 350; s. idg. *gal- (2), V., rufen, schreien, Pokorny 350 (520/4), ind., iran., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. klacken, DW 11, 891, Falk/Torp 55, Duden s. u. klacken; Son.: vgl. nndl. klacken, V., klacken; nschw. klakka, V., klacken; nnorw. klakke, V., klacken; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete oder teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kurzen und metallischen harten Ton (M.) (2) von sich geben; BM.: lautmalend?; F.: klacken, klacke (!), klackst, klackt, klackest, klacket, klackte, klacktest, klackten, klacktet, geklackt, ##geklackt, geklackte, geklacktes, geklacktem, geklackten, geklackter##, klackend, ###klackend, klackende, klackendes, klackendem, klackenden, klackender###, klack (!)+EW; Z.: kla-ck-en
$Klacks, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Klacks, kleiner Schlag, Fleck, Teil; E.: s. klack(en), s. s; L.: Kluge s. u. klacken, DW 11, 891, EWD s. u. kleckern; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus klack(en) und s gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen Schlag oder Fleck oder Teil; F.: Klacks, Klackses, Klackse, Klacksen+EW; Z.: Kla-ck-s
Kladde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kladde, Schmierheft, Konzept; ne. blotter, notebook; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, gekürzt aus Kladdebuch; mnd. klatte (1), kladde, F., Schmutzfleck, lose Zusammenhängendes?, Fetzen?; mnl. cladde, Sb., Fleck, Schmutzfleck; wohl schallnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. Kladde, Kluge s. u. Kladde, DW 11, 891, EWD s. u. Kladde, Duden s. u. Kladde, Bluhme s. u. Kladde; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl in dem Mittelniederdeutschen schallnachahmend gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Schrift mögliches für jeweils einen ersten Entwurf verwendetes Schmierheft; BM.: Schmutzfleck bzw. lautmalend; F.: Kladde, Kladden+EW; Z.: Kladd-e
Kladderadatsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kladderadatsch, Durcheinander, Aufregung; ne. scandal, bust-up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: von einer einen klirrenden Sturz begleitenden Interjektion, lautmalend; L.: Kluge s. u. Kladderadatsch, DW 11, 892, EWD s. u. Kladderadatsch, Duden s. u. Kladderadatsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches Durcheinander, Aufregung; BM.: lautmalend?; F.: Kladderadatsch, Kladderadatsches, Kladderadatschs, Kladderadatsche, Kladderadatschen+EW; Z.: Kladder-a-datsch
$Klaff, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Klaff; E.: s. klaff(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Klaff, Kluge s. u. Klaff, s. ahd. anaklapf*; GB.: (anaklapf*) vielleicht seit 10. Jh. belegte und mit klaffen verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Ton (M.) (2); F.: Klaff, Klaffes, Klaffs+EW; Z.: Kla-ff
klaffen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. klaffen, klappern, schwatzen, einen auffallend großen Zwischenraum bilden; ne. gape (V.) open; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klaffen, sw. V., sprechen, schallen, tönen, klaffen, schwatzen, klappern; mnd. klaffen (1), sw. V., klaffen, schwätzen, unnütz reden, plappern, klatschen; clappen, sw. V., knallen, klappern; ahd. klaffōn*, klapfōn*, klaphon*, sw. V. (2), krachen, lärmen, klirren, rasseln, dröhnen, rauschen, knistern, klappern, schreien, krachend zusammenschlagen; as. -; anfrk. -; germ. *klapōn, *klappōn, sw. V., klappen, plaudern, schlagen; s. idg. *gal- (2), V., rufen, schreien, Pokorny 350 (520/4), ind., iran., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. klaffen, DW 11, 894, EWD s. u. klaffen, EWAhd 5, 554, EWAhd 5, 595 (klepfen), Falk/Torp 56, Duden s. u. klaffen, Bluhme s. u. klaffen; Son.: vgl. afries. *klappa?, *kloppa?, sw. V. (1), klappen; afries. kleppa (1), klippa, sw. V. (1), klingen, anschlagen; nnordfries. kleppen; afries. *klappia, sw. V. (2), klagen; ae. clappian, sw. V. (2), klopfen, schlagen; ae. clæppan, sw. V., klopfen, schlagen; an. klappa, sw. V. (2), schlagen, pochen, klopfen, streicheln; got. -; nndl. klappen, sw. V., knallen, klappern; nschw. klaffa, V., klaffen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches einen auffallend großen Zwischenraum bilden; BM.: mit einem Krach aufspringen; F.: klaffen, klaffe, klaffst, klafft, klaffest, klaffet, klaffte, klafftest, klafften, klafftet, geklafft, ##geklafft, geklaffte, geklafftes, geklafftem, geklafften, geklaffter##, klaffend, ###klaffend, klaffende, klaffendes, klaffendem, klaffenden, klaffender###, klaff (!)+EW; Z.: kla-ff-en
kläffen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kläffen, bellen, klappern, schwatzen; ne. yelp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Kleinere Dichtungen des Strickers); E.: mhd. kleffen, sw. V., kläffen; mnd. kleppen, klippen, sw. V., kurze helle Geräusche durch Schlagen hervorbringen, in kurzem Ton (M.) (2) läuten, klappern, mit dem Klöppel läuten; lautmalend; L.: Kluge s. u. kläffen, DW 11, 898, DW 11, 1064, EWD s. u. kläffen, Duden s. u. kläffen, Bluhme s. u. klaeffen; Son.: vgl. nndl. kleffen, V., kläffen; nschw. gläfsa, V., kläffen; GB.: seit 1233-1267 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches bellen oder klappern; BM.: lautmalend; F.: kläffen, kläffe (!), kläffst, kläfft, kläffest, kläffet, kläffte, kläfftest, kläfften, kläfftet, gekläfft, ##gekläfft, gekläffte, gekläfftes, gekläfftem, gekläfften, gekläffter##, kläffend, ###kläffend, kläffende, kläffendes, kläffendem, kläffenden, kläffender###, kläff (!)+EW; Z.: kläff-en
$Kläffer, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Kläffer, Kläffender; E.: s. kläff(en), s. er (Suff.); L.: DW 11, 900 (Klaffer), EWD s. u. kläffen; GB.: vielleicht seit 1170-1180 belegte und aus kläff(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Kläffenden; F.: Kläffer, Kläffers, Kläffern+EW; Z.: Kläff-er
Klafter, nhd., F., N., M., (9. Jh.): nhd. Klafter, ein Längenmaß; ne. fathom; Vw.: -; Hw.: s. Lachter; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klāfter, st. F., sw. F., Maß der ausgebreiteten Arme; mnd. klafter, klachter, N., M., Klafter als Maß; ahd. klāftra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Klafter, Elle, Armspanne; as. klāftra, st. F. (ō), sw. F. (n), Klafter; anfrk. -; germ. *klēftrō, st. F. (ō), Klafter; s. idg. *glebʰ-, *gleb-, *gl̥bʰ-, *gl̥b-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klafter, Kluge s. u. Klafter, DW 11, 902, EWAhd. 5, 556, EWD s. u. Klafter, Falk/Torp 56, Duden s. u. Klafter, Bluhme s. u. Klafter; Son.: vgl. afries. kleppa (2), sw. V. (1), umarmen; nndl. klafter, Sb., Klafter (Lw. aus dem Hochdeutschen); lit. glėbỹs, M., ausgebreitete Arme, Armvoll; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Längenmaß von etwa 1,90 Metern das ein Erwachsener mit beiden ausgebreiteten Armen greifen kann; BM.: ballen; F.: Klafter, Klafters, Klaftern+EW; Z.: Kla-f-t-er
Klage, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Klage, Anklage, Klagen (N.), Schmerzensäußerung, Äußerung für Trauer; ne. complaint, lament (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. klage, st. F., Ärger, Schmerz, Klage, Totenklage; mnd. klāge, F., Klage, Jammer, Klage vor Gericht, Anklage; mnd. klacht, klachte, klagte, klagt, klāgede*?, F., Klage, Beschwerde, Anklage, gerichtliche Klage; mnl. clage, F., Klage, Anklage; ahd. klaga*, st. F. (ō), Klage, Jammer, Klagen (N.), Wehklage, Beschwerde; as. klaga*, st. F. (ō), Klage; anfrk. -; germ. *klagō, st. F. (ō), Klage, Wehklage, Jammer; s. idg. *galgʰ-, *galagʰ-, *glagʰ-, V., klagen, schelten, Pokorny 350; vgl. idg. *gal- (2), V., rufen, schreien, Pokorny 350 (520/4), ind., iran., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klage, Kluge s. u. Klage, DW 11, 907, EWD s. u. Klage, EWAhd 5, 558, Falk/Torp 55, Duden s. u. Klage, Bluhme s. u. Klage; Son.: vgl. afries. klage, klagi, st. F. (ō), Klage; nfries. klegge; ae. -; an. -; got. -; nndl. klacht, Sb., Klage; ai. garhā-, F., Tadel, Vorwurf; av. gərəzā-, Sb., Klage; ?mir. glám, F., Geschrei, Fluch; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Äußerung für Schmerz oder Trauer; BM.: rufen; F.: Klage, Klagen+EW; Z.: Kla-g-e
$klagen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. klagen, jammern, beweinen; Vw.: s. an-, be-, ver-, weh-; E.: s. Klag(e), s. en; L.: Kluge s. u. Klage, DW 11, 914, EWD s. u. Klage; GB.: (klagōn) seit Ende 8. Jh. belegte und mit Klage verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches jammern oder beweinen; F.: klagen, klage (!), klagst, klagt, klagest, klaget, klagte, klagtest, klagten, klagtet, geklagt, ##geklagt, geklagte, geklagtes, geklagtem, geklagten, geklagter##, klagend, ###klagend, klagende, klagendes, klagendem, klagenden, klagender###, klag (!)+EW; Z.: kla-g en
$Kläger, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Kläger, Klagender, Mahnender, Klage Erhebender; E.: s. klag(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Klage, DW 11, 925. EWD s. u. Klage; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus klag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Klagenden oder Mahnenden oder eine Klage Erhebenden; F.: Kläger, Klägers, Klägern+EW; Z.: Klä-g-er
$kläglich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. kläglich, beklagenswert, leidvoll; E.: s. Klag(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Klage, DW 11, 929, EWD s. u. Klage; GB.: (klagalīh*) seit 10. Jh. belegte und aus Klag(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beklagenswert oder leidvoll; F.: kläglich, klägliche, klägliches, kläglichem, kläglichen, kläglicher(, kläglichere, kläglicheres, kläglicherem, kläglicheren, kläglicherer, kläglichst, kläglichste, kläglichstes, kläglichstem, kläglichsten, kläglichster)+EW; Z.: klä-g-lich
...klamation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. ...klamation; ne. ...clamation; Vw.: s. Ak-, De-, Ex-, Pro-, Re-; Hw.: s. ...klamatorius, ...klamieren; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clāmātio, F., Schreien, Klage, Anklage, Vorladung, Rufen, (um 383-419/420 n. Chr.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...clamatie, Suff., ...klamation; frz. ...clamation, Suff., ...klamation; nschw. ...klamation, Suff., ...klamation; nnorw. ...klamasjon, Suff., ...klamation; poln. ..klamacja, Suff., ...klamation; lit. ...klamacija, Suff., ...klamation; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort oder Nachsilbe zu der Bildung von Substantiven des Schreiens verwendete Bezeichnung; BM.: rufen; F.: ...klamation, ...klamationen+FW(+EW); Z.: -kla-m-at-io-n
...klamatorisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...klamatorisch; ne. ...clamatory; Vw.: s. de-; Hw.: s. ...klamation, ...klamieren; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clāmātōrius, Adj., schreiend, Schrei..., (23/24-79 n. Chr.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. poln. ...klamacyjny, Suff., ...klamatorisch; GB.: vielleicht seit 1753 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu der Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: rufen; F.: ...klamatorisch, ...klamatorische, ...klamatorisches, ...klamatorischem, ...klamatorischen, ...klamatorischer(, ...klamatorischere, ...klamatorischeres, ...klamatorischerem, ...klamatorischeren, ...klamatorischerer, ...klamatorischst, ...klamatorischste, ...klamatorischstes, ...klamatorischstem, ...klamatorischsten, ...klamatorischster)+FW(+EW); Z.: -kla-m-at-or-isch
Klamauk, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klamauk, Spaß; ne. slapstick comedy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalende Bildung; L.: Kluge s. u. Klamauk, fehlt DW, EWD s. u. Klamauk, Duden s. u. Klamauk; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ausgelassenes spaßiges Herumtollen; BM.: lautmalend; F.: Klamauk, Klamauks+EW?; Z.: Klaumauk; Z.: Klamauk
...klamieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...klamieren; ne. ...claim; Vw.: s. de-, pro-, re-; Hw.: s. ...klamation, ...klamatorisch; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clāmāre, V., klagen, schreien, laut schreien, schreiend klagen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...clameren, Suff., ..klamieren; frz. ..clamer, Suff., ..klamieren; nschw. ...klamera, Suff., ..klamieren; nnorw. ..klamere, Suff., ..klamieren; poln. ...klamować, Suff., ..klamieren; lit. ..klamuoti, Suff., ..klamieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Verben des Schreiens verwendete Bezeichnung; BM.: schreien; F.: ...klamieren, ...klamiere, ...klamierst, ...klamiert, ...klamierest, ...klamieret, ...klamierte, ...klamiertest, ...klamierten, ...klamiertet, ##...klamiert, ...klamierte, ...klamiertes, ...klamiertem, ...klamierten, ...klamierter##, ...klamierend, ###...klamierend, ...klamierende, ...klamierendes, ...klamierendem, ...klamierenden, ...klamierender###, ...klamier (!)+FW(+EW); Z.: -kla-m-ier-en
klamm, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. klamm, eng, steifgefroren, feucht; ne. damp (Adj.), numb (Adj.), clamy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. klam (1), Adj., enge, dicht, gediegen; mhd. klem, Adj., eng, knapp, mangelnd; mnd. klam, Adj., klamm, eng, beengt, bedrängt, bedrückt, fest zusammenhaltend; mnl. clam, Adj., feuchtkalt, klamm; s. ahd. klam* (2), Adj., steil, abschüssig; s. germ. *klammjan, sw. V., zusammendrücken, klemmen; germ. *klemman, st. V., zusammendrücken, klemmen; vgl. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. klamm, DW 11, 935, EWD s. u. klamm, EWAhd 5, 563, Duden s. u. klamm; Son.: vgl. nndl. klam, Adj., feucht, klebrig; nnorw. klam, Adj., klamm; ? gr. γλάμων (glámōn), Adj., triefäugig; ? lit. glẽmės, Sb., zäher Schleim; GB.: seit 1276-1318 belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leicht feucht oder für durch Kälte steif; BM.: ballen; F.: klamm, klamme, klammes, klammem, klammen, klammer(, klammere, klammeres, klammerem, klammeren, klammerer, klammst, klammste, klammstes, klammstem, klammsten, klammster)+EW; Z.: kla-m-m
Klamm, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Klamm, Felsschlucht, Beklemmung, Krampf, Zwang; ne. ravine; Vw.: -; Hw.: s. klemmen, Klammer, Klampe, Klampfe; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. klam (2), st. M., Krampf, Klemme, Beklemmung, Haft, Fessel (F.) (1); mnl. clam, M., Klemme?; ahd. klam* (1), st. M. (a?, i?), Klemme, spitzer Zahn?, Fangzahn?; as. -; anfrk. -; germ. *klammjan, sw. V., zusammendrücken, klemmen; germ. *klemman, st. V., zusammendrücken, klemmen; vgl. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klamm, Kluge s. u. Klamm, EWD s. u. Klamm, DW 11, 934, EWAhd 5, 564, Duden s. u. Klamm, Bluhme s. u. Klamm; Son.: vgl. afries. -; ae. clamm, clomm, st. M. (a), Band (N.), Fessel (F.) (1), Griff; an. -; got. -; GB.: klam seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für eine Felsschlucht oder eine Beklemmung; BM.: ballen; F.: Klamm, Klammen+EW; Z.: Kla-m-m
Klammer, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Klammer, Kluppe, Befestigungsteil; ne. clamp (N.); Vw.: -; Hw.: s. klemmen, Klampe, Klampfe, Klamm; Q.: um 1277 (Partenopier und Meliur des Konrad von Würzburg); E.: mhd. klamere, klammer, klamer, sw. F., st. F., Klammer; mnd. klāmer, klammer, F., Klammer, Eisenklammer, Krampe, Haken (M.) zum Zusammenhalten von Mauerwerk bzw. Holz, Bedrängnis, Not; germ. *klambrō?, st. F. (ō), Klemme; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klammer, Kluge s. u. Klammer, DW 11, 938, EWD s. u. Klammer, Falk/Torp 56, Seebold 298, Duden s. u. Klammer; Son.: vgl. an. klǫmbr, st. F. (ō), Klemme, Klammer, Schraubstock; nnorw. (nynorsk) klomber, F., Felsschlucht; GB.: seit um 1277 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten zwei Gegebenheiten zusammenhaltenden oder etwas an etwas zu befestigenden Gegenstand; BM.: ballen; F.: Klammer, Klammern+EW; Z.: Kla-mm-er
$klammern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. klammern, mit einer Klammer versehen (V.); Vw.: s. aus-, ein-; E.: s. Klammer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Klammer, DW 11, 940, EWD s. u. Klammer; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Klammer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Klammer versehen (V.); F.: klammern, klammere, klammer (!), klammerst, klammert, klammerte, klammertest, klammerten, klammertet, geklammert, ##geklammert, geklammerte, geklammertes, geklammertem, geklammerten, geklammerter##, klammernd, ###klammernd, klammernde, klammerndes, klammerndem, klammernden, klammernder###, klammer (!)+EW; Z.: kla-mm-er-n
klammheimlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klammheimlich, ganz heimlich, sehr heimlich; ne. clandestine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft des Vorderglieds unklar, vielleicht von nhd. klamm (s. d.), oder zu lat. clam, Adv., Präp., verhohlen, heimlich, insgeheim, hinter jemandes Rücken, vertraulich, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); Hinterglied s. nhd. heimlich; L.: Kluge s. u. klammheimlich, fehlt DW, EWD s. u. klammheimlich, Duden s. u. klammheimlich; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klamm oder lat. clam und heimlich gebildete Bezeichnung für sehr heimlich; BM.: zusammengedrückt oder verhüllen, liegen, gleich; F.: klammheimlich, klammheimliche, klammheimliches, klammheimlichem, klammheimlichen, klammheimlicher+EW?; Z.: kla-mm-hei-m-lich
Klamotte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klamotte, Kleid; ne. clothes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Klamotten, fehlt DW, EWD s. u. Klamotte, Duden s. u. Klamotten; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte umgangssprachliche Bezeichnung für ein Kleidungsstück oder auch ein altes oder veraltetes Theaterstück; BM.: ?; F.: Klamotten+FW; Z.: Klamott-en
Klampe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Klampe, ein Befestigungsteil; ne. cleat; Vw.: -; Hw.: s. Klampfe, Klammer, klemmen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. klampe, M., Klammer, Haken (M.), Verbindungsstück, verbindender Steg, Spange, Steg über einen Graben, Brücke; vgl. ahd. klamma*, st. F. (ō), Beklemmung, Klemme, Fessel (F.) (1); germ. *klammjan, sw. V., zusammendrücken, klemmen; germ. *klemman, st. V., zusammendrücken, klemmen; vgl. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klampe, Kluge s. u. Klampe, DW 11, 941, Duden s. u. Klampe; Son.: vgl. nndl. klamp, Sb., Klammer, Holz; ne. clamp, N., Klammer; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Befestigungsteil auf Schiffen und für Schiffe; BM.: ballen; F.: Klampe, Klampen+EW; Z.: Kla-m-p-e
Klampfe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klampfe, Gitarre; ne. guitar; Vw.: -; Hw.: s. Klampe; Q.: 19. Jh.; E.: letztlich von germ. *klammjan, sw. V., zusammendrücken, klemmen; germ. *klemman, st. V., zusammendrücken, klemmen; vgl. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht unter einem lautmalenden Einfluss; L.: Kluge s. u. Klampfe, DW 11, 944, EWD s. u. Klampfe, Duden s. u. Klampfe, Bluhme s. u. Klampfe; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit klemmen verbindbare abwertende Bezeichnung für eine Gitarre; BM.: ballen; F.: Klampfe, Klampfen+EW; Z.: Kla-m-pf-e
$klampfern, klampern, nhd., sw. V., (?): nhd. klampfern, Klampfe spielen; E.: s. Klampfe, s. r, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Klampfe, DW 11, 944; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Klampfe und r sowie (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Klampfe spielen; F.: klampfern, klampfere, klampfer, klampferst, klampfert, klampferte, klampfertest, klampferten, klampfertet, geklampfert, ##geklampfert, geklampferte, geklampfertes, geklampfertem, geklampferten, geklampferter##, klampfernd, ###klampfernd, klampferndes, klampferndem, klampfernden, klampfernder###, klampfer (!), klampern, klampere, klamper, klamperst, klampert, klamperte, klampertest, klamperten, klampertet, geklampert, ##geklampert, geklamperte, geklampertes, geklampertem, geklamperten, geklamperter##, klampernd, ###klampernd, klamperndes, klamperndem, klampernden, klampernder###, klamper (!)+EW; Z.: kla-m-pf-er-n
klamüsern, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. klamüsern, überlegen (V.), nachsinnen; ne. puzzle (V.) over; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: abgeleitet von Kalmäuser, M., Stubenhocker, den Gedanken Nachhängender; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem niederdeutschen klüsern, sw. V., grübeln; oder aus dem Rotwelschen?; L.: Kluge s. u. klamüsern, fehlt DW, EWD s. u. klamüsern, Duden s. u. klamüsern; Son.: norddeutsch; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Kalmäuser verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Niederdeutschen oder aus dem Rotwelschen kommende Bezeichnung für überlegen (V.) oder nachsinnen; BM.: Stubenhocker?; F.: klamüsern, klamüsere, klamüser (!), klamüserst, klamüsert, klamüserte, klamüsertest, klamüserten, klamüsertet, geklamüsert, ##geklamüsert, geklamüserte, geklamüsertes, geklamüsertem, geklamüserten, geklamüserter##, klamüsernd, ###klamüsernd, klamüsernde, klamüserndes, klamüserndem, klamüsernden, klamüsernder###, klamüser (!)+EW?; Z.: klamüs-er-n
Klang, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Klang, Ton (M.) (2), Schall; ne. sound (N.); Vw.: -; Hw.: s. klingen, klengen; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. klanc (2), st. M., Klang; mnd. klanc, klank, M., Klang, Klingen, Erklingen, Ton (M.) (2), Musik, Stimme, Widerklang, Vorklang; mnl. clanc, M., Klang; ahd. klang*, st. M. (a?, i?), Klang, Ton (M.) (2); vgl. ahd. klingan* (1), st. V. (3a), klingen, schellen, tönen, ertönen, gellen; germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548? (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klang, Kluge s. u. Klang, klingen, DW 11, 94, EWD s. u. Klang, EWAhd 5, 565, Duden s. u. Klang, Bluhme s. u. Klang; Son.: vgl. nndl. klank, Sb., Klang; nschw. klang, Sb., Klang; nnorw. klang, M., Klang; gr. κλαγγή (klangḗ), F., Getöse, Klang, Schall; lat. clangere, V., schallen, schreien; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren germanischen klengan sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon seit Entstehung der Welt möglichen Ton (M.) 2 oder Schall; BM.: rufen bzw. lärmen; F.: Klang, Klangs, Klanges, Klänge, Klängen+EW; Z.: Kla-ng
$klanglich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klanglich, Klang betreffend; E.: s. Klang, s. lich; L.: Kluge s. u. Klang, fehlt DW, EWD s. u. Klang; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Klang und lich gebildete Bezeichnung für Klang betreffend; F.: klanglich, klangliche, klangliches, klanglichem, klanglichen, klanglicher+EW; Z.: kla-ng-lich
Klapf, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Klapf, Schlag, Ohrfeige; ne. blow (N.), stroke (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klappe; Q.: 17. Jh.; E.: oberdeutsch zu mnd. klap (2), M., Schlag, Rückschlag; lautmalerisch, Kluge s. u. Klappe; L.: Kluge s. u. Klapf, DW 11, 953, Duden s. u. Klapf; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schlag oder eine Ohrfeige; BM.: lautmalend; F.: Klapf, Klapfes, Klapfs, Kläpfe, Kläpfen+EW; Z.: Klapf
$Klapp, nhd., Sb., (?): nhd. Klapp; E.: s. Klappe; L.: Kluge s. u. Klappe, DW 11, 957; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für Schlag; F.: Klapp, Klapps, Klappes+EW; Z.: Klap-p
Klappe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Klappe, Verschluss; ne. flap (N.), hatch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klapf; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. klappe (2), F., Klappe, Klappdeckel, aufklappbarer Fensterladen als Verkaufstisch, Fallbrücke; vgl. mnd. klap (2), M., Schlag, Rückschlag; lautmalerisch; L.: Kluge s. u. Klappe, DW 11, 955, EWD s. u. klappen, Duden s. u. Klappe, Bluhme s. u. Klappe; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine bewegliche Vorrichtung zu einem Schließen und Öffnen einer Öffnung oder eines Verschlusses; BM.: lautmalend; F.: Klappe, Klappen+EW; Z.: Klap-p-e
$klappen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. klappen, schließen, schlagen; E.: s. Klapp(e), s. en; L.: Kluge s. u. Klappe, DW 11, 959, EWD s. u. klappen; F.: klappen, klappe (!), klappst, klappt, klappest, klappet, klappte, klapptest, klappten, klapptet, geklappt, ##geklappt, geklappte, geklapptes, geklapptem, geklappten, geklappter##, klappend, ###klappend, klappende, klappendes, klappendem, klappenden, klappender###, klapp (!)+EW; Z.: klap-p-en
$Klapper, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Klapper; E.: s. Klappe; L.: Kluge s. u. Klappe, DW 11, 965, EWD s. u. klappern; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit Klappe verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Gegenstand mit mehreren beweglichen und bei einem Aneinanderschlagen Geräusche verursachenden Teilen; F.: Klapper, Klappern+EW; Z.: Klap-p-er
$klapperdürr, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klapperdürr, sehr dürr; E.: s. Klapper, s. dürr; L.: Kluge s. u. klapperdürr, DW 11, 967; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klapper und dürr gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches wie eine Klapper dürr; F.: klapperdürr, klapperdürre, klapperdürres, klapperdürrem, klapperdürren, klapperdürrer(, klapperdürrere, klapperdürreres, klapperdürrerem, klapperdürreren, klapperdürrerer, klapperdürrst, klapperdürrste, klapperdürrstes, klapperdürrstem, klapperdürrsten, klapperdürrster)+EW; Z.: klap-p-er—dürr
$klapperig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. klapperig, zu einem Klappern geeignet; E.: s. Klapper, s. ig; L.: DW 11, 968, EWD s. u. klappern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Klapper und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches zu einem Klappern geeignet; F.: klapperig, klapperige, klapperiges, klapperigem, klapperigen, klapperiger(, klapperigere, klapperigeres, klapperigerem, klapperigeren, klapperigerer, klapperigst (!), klapperigste, klapperigstes, klapperigstem, klapperigsten, klapperigster)+EW; Z.: klap-p-er-ig
$Klapperkasten, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klapperkasten; E.: s. klapper(n), s. Kasten; L.: DW 11, 969, EWD s. u. klappern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klapper(n) und Kasten gebildete Bezeichnung für einen zu einem Klappern geeigneten Kasten wie etwa ein altes Klavier; F.: Klapperkasten, Klapperkastens, Klapperkästen+EW; Z.: Klap-p-er—kas-t-en
$klappern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. klappern, klatschen; E.: s. Klapp, s. er, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. Klapp, Kluge s. u. Klappe, DW 11, 970, EWD s. u. klappern, Duden s. u. klappern; GB.: (klapperen) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches klatschen; F.: klappern, klappere, klapper (!), klappre, klapperst, klappert, klapperte, klappertest, klapperten, klappertet, geklappert, ##geklappert, geklapperte, geklappertes, geklappertem, geklapperten, geklapperter##, klappernd, ###klappernd, klappernde, klapperndes, klapperndem, klappernden, klappernder###, klapper (!)+EW; Z.: klap-p-er-n
kläppern, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. kläppern, quirlen, Eier zerrühren; ne. scramble (V.) eggs; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von klappern, lautmalend; L.: Kluge s. u. kläppern, DW 11, 975, Duden s. u. kläppern; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit dem Rührlöffel quirlen oder Eier zerrühren; BM.: lautmalend; F.: kläppern, kläppere, kläpper (!), kläppre, kläpperst, kläppert, kläpperte, kläppertest, kläpperten, kläppertet, gekläppert, ##gekläppert, gekläppertes, gekläppertem, gekläpperten, gekläpperter##, kläppernd, ###kläppernd, kläppernde, kläpperndes, kläpperndem, kläppernden, kläppernder###, kläpper (!)+EW; Z.: kläp-p-er-n
$Klapperrose, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Klapperrose; E.: s. klapper(n), s. Rose; L.: Kluge s. u. Klatschmohn, DW 11, 976; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus klapper(n) und Rose gebildete Bezeichnung für Klatschmohn; F.: Klapperrose, Klapperrosen+EW+FW; Z.: Klap-p-er—ros-e
$Klapperschlange, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Klapperschlange; E.: s. klapper(n), s. Schlange; L.: Kluge s. u. Klapperschlange, DW 11, 977, EWD s. u. klappern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus klapper(n) und Schlange gebildete Bezeichnung für eine vor wenigen Millionen Jahren entwickelte giftige Art der mittelgroßen in Amerika beheimateten Grubenottern mit Rasseln an dem Schwanzende; F.: Klapperschlange, Klapperschlangen+EW; Z.: Klap-p-er—schla-ng-e
$Klapperstorch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Klapperstorch; E.: s. klapper(n), s. Storch; L.: DW 11, 977, EWD s. u. klappern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus klapper(n) und Storch gebildete Zeugung und Geburt Kindern verhüllende Bezeichnung für den angeblich die Kinder der Menschen bringenden Weißstorch; F.: Klapperstorch, Klapperstorchs, Klapperstorches, Klapperstörche, Klapperstörchen+EW; Z.: Klap-p-er—stor-ch
$Klappertopf, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Klappertopf; E.: s. klapper(n), s. Topf; L.: Kluge s. u. Klappertopf, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus klapper(n) und Topf gebildete Bezeichnung für eine halbschmarotzende zitronengelb blühende mittelgroße Pflanze deren Samenstände bei Wind locker an den Blütenkelch klappern; F.: Klappertopf, Klappertopfs, Klappertopfes, Klappertöpfe, Klappertöpfen+EW; Z.: Klap-p-er—topf
$Klapphut, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klapphut, zusammenklappbarer Hut (M.); E.: s. klappen, s. Hut (M.); L.: DW 11, 979, EWD s. u. Klappe; GB.: seit 19. Jh. belegte und frz. chapeau (à) claque nachgebildete Bezeichnung für einen von Menschen in dieser Zeit entwickelten und verwendeten zusammenklappbaren Hut (M.); F.: Klapphut, Klapphutes, Klapphuts, Klapphüte, Klapphüten+EW; Z.: Klap-p—hut
$Klaps, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klaps, leichter Schlag; Hw.: s. verklapsen; E.: s. Klappe; L.: Kluge s. u. Klaps, Klappe, EWD s. u. Klaps, DW 11, 980; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Klappe verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten leichten Schlag; F.: Klaps, Klapses, Klapse, Klapsen+EW; Z.: Klap-s
$klapsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. klapsen, klappen, klatschen; Vw.: s. ver-; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Klaps. s. en; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klaps und en gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit ihrer Entstehung entwickeltes und verwendetes einen kleinen Schlag geben oder klappen oder klatschen; L.: DW 11, 981, EWD s. u. Klaps; F.: klapsen, klapse, klapsst, klapst, klapsest, klapset, klapste, klapstest, klapsten, klapstet, geklapst, ##geklapst, geklapste, geklapstes, geklapstem, geklapsten, geklapster##, klapsend, ###klapsend, klapsende, klapsendes, klapsendem, klapsenden, klapsender###, klaps (!)+EW; Z.: klap-s-en
klar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. klar, durchsichtig, hell, rein, deutlich; ne. clear (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: mhd. klār (1), clār, klōr, Adj., hell, klar, lauter, rein, strahlend, glänzend, schön, herrlich; mnd. klār, Adj., hell, klar; mnl. claer, Adj., klar; frz. clair, Adj., klar; lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend, hervorleuchtend, deutlich, verständlich, berühmt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. klar, Kluge s. u. klar, EWD s. u. klar, DW 11 981, Duden s. u. klar, Bluhme s. u. klar; Son.: vgl. nndl. klaar, Adj., klar; nschw. klar, Adj., klar; nnorw. klar, Adj., klar; kymr. clir, Adj., klar; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durchsichtig oder hell oder rein oder deutlich; BM.: rufen bzw. klingen; F.: klar, klare, klares, klarem, klaren, klarer(, klarere, klareres, klarerem, klareren, klarerer, klarst, klarste, klarstes, klarstem, klarsten, klarster)+FW (+EW); Z.: kla-r
$Kläranlage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kläranlage; E.: s. klär(en), s. Anlage; L.: fehlt DW, EWD s. u. klar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus klär(en) und Anlage gebildete Bezeichnung für eine von Menschen (ab 1872 in Birmingham und ab 1898 bei Wolfsanger) entwickelte und verwendete Anlage zu einer künstlichen Klärung verunreinigten Wassers (zunächst mit Kalk); F.: Kläranlage, Kläranlagen+FW+EW; Z.: Klä-r—an—lag-e
...klaration, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...klaration; ne. ...claration; Vw.: s. De-; Hw.: s. klarieren; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clārāre, V., hell machen, klar machen, erhellen, deutlich machen, deutlich zeigen, sich zeigen, aufklären, (96-55 v. Chr.); lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...claratie, Suff., ...klaration; frz. ...claration, Suff., ...klaration; nschw. ...klaration, Suff., ...klaration; nnorw. ...klarasjon, Suff., ...klaration; poln. ...klaracja, Suff., ...klaration; lit. ...klaracija, Suff., ...klaration; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1453 (als Deklaration) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche (Er)Klärung; BM.: klar machen; F.: ...klaration, ...klarationen+FW; Z.: -kla-r-at-io-on
$klären, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. klären, klar machen; Vw.: s. auf-, er-, ver-; E.: s. klar, s. en (Suff.; L.: Kluge s. u. klar, DW 11, 998, EWD s. u. klar; GB.: (klæren seit 1243) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (declarare) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (Er)klären oder klar machen; F.: klären, kläre, klärst, klärt, klärest, kläret, klärte, klärtest, klärten, klärtet, geklärt, ##geklärt, geklärte, geklärtes, geklärtem, geklärten, geklärter##, klärend, ###klärend, klärende, klärendes, klärendem, klärenden, klärender###, klär (!)+FW(+EW); Z.: klä-r-en
$Klarheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Klarheit, Helligkeit, Reinheit, Deutlichkeit; E.: s. klar, s. heit; L.: Kluge s. u. klar, DW 11, 1001, EWD s. u. klar; GB.: (klārheit) seit 1200-1210 belegte und wohl nach lat. claritas aus klar und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Helligkeit oder Reinheit oder Deutlichkeit; F.: Klarheit, Klarheiten+FW+EW; Z.: Kla-r-hei-t
klarieren, nhd., sw. V.: nhd. klarieren, klären, klar machen; ne. ...clare; Vw.: s. de-; Hw.: s. ...klaration; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); I.: lat. Lw.; E.: s. mhd. klārieren, sw. V., verklären; lat. clārāre, V., hell machen, klar machen, erhellen, deutlich machen, deutlich zeigen, sich zeigen, aufklären, (96-55 v. Chr.); lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...clareren, Suff., ...klarieren; frz. ...clarer, Suff., ...klarieren; nschw. ...klarera, Suff., ...klarieren; nnorw. ...klarere, Suff., ...klarieren; poln. klarować, Suff., ...klarieren; lit. ...klaruoti, Suff., ...klarieren; GB.: seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (clarare) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (Er)klären; BM.: klar machen; F.: klarieren, klariere, klarierst, klariert, klarierest, klarieret, klarierte, klariertest, klarierten, klariertet, ##klariert, klarierte, klariertes, klariertem, klarierten, klarierter##, klarierend, ###klarierend, klarierende, klarierendes, klarierendem, klarierenden, klarierender###, klarier (!)+FW(+EW); Z.: kla-r-ier-en
Klarinette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klarinette, ein Blasinstrument; ne. clarinet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. it. clarinetto; E.: s. it. clarinetto, M., Klarinette; vgl. it. clarino, M., eine hohe Solotrompete, hell Tönender; vgl. it. claro, Adj., hell tönend, klar; lat. clārus, Adj., laut, klar, glänzend, hervorleuchtend, deutlich, verständlich, berühmt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Klarinette, fehlt DW, EWD s. u. Klarinette, Duden s. u. Klarinette; Son.: vgl. nndl. klarinet, Sb., Klarinette; frz. clarinette, F., Klarinette; nschw. klarinett, Sb., Klarinette; nnorw. klarinett, M., Klarinette; kymr. clarinét, M., Klarinette; nir. cláirnéid, F., Klarinette; lit. klarnetas, M., Klarinette; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein um 1700 entwickeltes und seitdem verwendetes Blasinstrument in Form einer langen schlanken Röhre aus Holz deren Tonlöcher mit Klappen geschlossen werden; BM.: rufen bzw. klingen; F.: Klarinette, Klarinetten+FW(+EW); Z.: Kla-r-in-ett-e
$Klartext, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Klartext; E.: s. klar, s. Text; L.: fehlt DW, EWD s. u. klar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus klar und Text gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Schrift möglichen (jedermann) verständlichen Text in Gegensatz zu einem verschlüsselten und nur Eingeweihten verständlichen Text; F.: Klartext, Klartextes, Klartexte, Klartexten, Klartexts+FW(+EW); Z.: Kla-r—text
$Klärung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Klärung, Klarmachung, Klarmachen; Vw.: s. Er-, Liebeser-; E.: s. klär(en), s. ung; L.: DW 11, 1005, EWD s. u. klar; GB.: seit 1434 (klærunge) belegte und aus klär(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Klarmachen; F.: Klärung, Klärungen+FW; Z.: Klä-r-ung
klasse, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. klasse, hervorragend, großartig, vorzüglich; ne. neat (Adj.), marvelous; Vw.: -; Hw.: s. Klasse; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet aus erster Klasse oder besonderer Klasse; s. Klasse; L.: Kluge s. u. klasse, Duden s. u. klasse; Son.: indeklinabel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus (erste) Klasse gebildete Bezeichnung für hervorragend oder großartig oder vorzüglich; BM.: rufen bzw. klingen; F.: klasse+FW(+EW); Z.: kla-ss-e
Klasse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Klasse, Schulklasse, Gruppe, Abteilung; ne. class (N.); Vw.: -; Hw.: s. klasse, klassieren; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. classis; E.: s. lat. classis, F., Aufgebot, Heer, Flotte, Klasse, Volksklasse, Vermögensklasse, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Klasse, DW 11, 1005, EWD s. u. Klasse, Duden s. u. Klasse, Bluhme s. u. Klasse; Son.: vgl. nndl. klas, klasse, F., Klasse; frz. classe, F., Klasse; nschw. klass, Sb., Klasse; nnorw. klasse, M., F., Klasse; poln. klasa, F., Klasse; lit. klasė, F., Klasse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche zusammengehörige Gruppe oder Abteilung; BM.: rufen bzw. klingen; F.: Klasse, Klassen+FW(+EW); Z.: Kla-ss-e
$klassenbewusst, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klassenbewusst; Q.: 1888 (Engels); E.: s. Klasse, s. n, s. bewusst; L.: fehlt DW: GB.: seit 1888 belegte und aus Klass(e) und en (Suff.) sowie bewusst gebildete Bezeichnung für der Gliederbarkeit einer Gesellschaft in Klassen und bewusst; F.: klassenbewusst, klassenbewusste, klassenbewusstes, klassenbewusstem, klassenbewussten, klassenbewusster(, klassenbewusstere, klassenbewussteres, klassenbewussterem, klassenbewussteren, klassenbewussterer, klassenbewusstest, klassenbewussteste, klassenbewusstestes, klassenbewusstestem, klassenbewusstesten, klassenbewusstester)+FW+EW; Z.: kla-ss-en-be—wu-ss-t
$Klassenbewusstsein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Klassenbewusstsein; Q.: 1865 (Engels); E.: klassenbewusst, s. Sein; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 1878 belegte und aus klassenbewusst und Sein gebildete Bezeichnung für ein Bewusstsein der Gliederbarkeit einer Gesellschaft in Klassen; F.: Klassenbewusstsein, Klassenbewusstseins+FW+EW; Z.: Kla-ss-en-be—wu-ss-t—sei-n
$Klassengesellschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klassengesellschaft; Q.: 1878 (Engels); E.: s. Klasse, s. n. s. Gesellschaft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 1878 belegte und aus Klass(e) und en sowie Gesellschaft gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von sozialistisch eingestellten Menschen in verschiedene Klassen wie Bourgeois und Proletarier geteilte Gesellschaft; F.: Klassengesellschaft, Klassengesellschaften+FW+EW; Z.: Kla-ss-en—ge-sel-l-schaf-t
$Klassenkampf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klassenkampf; Q.: 1847 (Marx/Engels); E.: s. Klasse, s. n, s. Kampf; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 1847 belegte und aus Klass(e) und en sowie Kampf gebildete Bezeichnung für einen nach der Vorstellung von sozialistisch eingestellten Menschen mögliche oder notwendige Auseinandersetzung (Kampf) gegensätzlicher Klassen um die Herrschaft in einer Gesellschaft; F.: Klassenkampf, Klassenkampfs, Klassenkampfes, Klassenkämpfe, Klassenkämpfen+FW+EW; Z.: Kla-ss-en—kam-p-f
$Klassenstaat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klassenstaat; Q.: 1877 (Marx); E.: s. Klasse, s. n, s. Staat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 1877 belegte und aus Klasse und n sowie Staat gebildete Bezeichnung für einen nach der Vorstellung von sozialistisch eingestellten Menschen in Klassen der Gesellschaft gegliederten Staat; F.: Klassenstaat, Klassenstaates, Klassenstaats, Klassenstaaten+FW(+EW); Z.: Kla-ss-en—staa-t
klassieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. klassieren, klassifizieren, in Klassen einteilen; ne. classify; Vw.: s. de-; Hw.: s. Klasse; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. classer; E.: s. frz. classer, V., in Klassen einteilen; frz. classe, F., Klasse; lat. classis, F., Aufgebot, Heer, Flotte, Klasse, Volksklasse, Vermögensklasse, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse, Duden s. u. klassieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in Klassen einteilen; BM.: Klasse; F.: klassieren, klassiere, klassierst, klassiert, klassierest, klassieret, klassierte, klassiertest, klassierten, klassiertet, ##klassiert, klassierte, klassiertes, klassiertem, klassierten, klassierter##, klassierend, ###klassierend, klassierende, klassierendes, klassierendem, klassierenden, klassierender###, klassier (!)+FW(+EW); Z.: kla-ss-ier-en
$Klassifikation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klassifikation; I.: Lw. frz. classification; E.: s. frz. classification, s. klassifizieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einteilung von Gegebenheiten in Klassen oder Abteilungen; F.: Klassifikation, Klassifikationen+FW+EW; Z.: Kla-ss-i-fi-k-at-io-n
$klassifizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. klassifizieren, in Klassen einteilen; E.: s. Klassifi(kation), s. z, s. ier, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Klasse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klassifi(kation) und z sowie ier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Gegebenheiten in verschiedene Klassen oder Abteilungen einteilen; F.: klassifizieren, klassifiziere, klassifizierst, klassifiziert, klassifizierest, klassifizieret, klassifizierte, klassifiziertest, klassifizierten, klassifiziertet, ##klassifiziert, klassifizierte, klassifiziertes, klassifiziertem, klassifizierten, klassifizierter##, klassifizierend, ###klassifizierend, klassifizierende, klassifizierendes, klassifizierendem, klassifizierenden, klassifizierender###, klassifizier (!)+FW+EW; Z.: kla-ss-i-fi-z-ier-en
$Klassifizierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klassifizierung; E.: s. klassifizier(en) und ung; L.: EWD s. u. Klasse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus klassifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einteilung von Gegebenheiten in verschiedene Klassen oder Abteilungen; F.: Klassifizierung, Klassifizierungen+FW(+EW); Z.: Kla-ss-i-fi-z-ier-ung
$Klassik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klassik; E.: s. Klassik(er); L.: Kluge s. u. Klassiker, fehlt DW (s. aber Klassiker), EWD s. u. klassisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Klassiker und klassisch verbindbare Bezeichnung für die Kultur und Kunst des Altertums der Griechen und Römer oder einer vergleichbaren Zeit; F.: Klassik+FW; Z.: Kla-ss-ik
Klassiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klassiker, Vertreter der Klassik, Schriftsteller ersten Ranges; ne. classic (N.); Vw.: -; Hw.: s. klassisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. (auteur) classique; E.: s. frz. (auteur) classique, M., klassischer Autor; lat. (scrīptor) classicus, M., klassischer Autor; vgl. lat. classicus (1), Adj., römische Bürgerklassen betreffend, Heer betreffend, Seemacht betreffend, zur Flotte gehörig, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. classis, F., Aufgebot, Heer, Flotte, Klasse, Volksklasse, Vermögensklasse; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Klassiker, DW 11, 1006, EWD s. u. klassisch, Duden s. u. Klassiker; Son.: vgl. nndl. klassieken, Sb., Klassiker; nschw. klassiker, Sb., Klassiker; nnorw. klassiker, M., Klassiker; poln. klasyk, M., Klassiker; lit. klasikas, M., Klassiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Künstler oder Wissenschaftler dessen Werke als mustergültig und bleibend oder klassisch angesehen werden; BM.: in Klassen eingeteilt bzw. rufen bzw. klingen; F.: Klassiker, Klassikers, Klassikern+FW+EW; Z.: Kla-ss-ik-er
klassisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klassisch, das Altertum betreffend, vollendet, mustergültig; ne. classic (Adj.), classical; Vw.: -; Hw.: s. Klassiker; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. classicus; E.: s. lat. classicus (1), Adj., römische Bürgerklassen betreffend, Heer betreffend, Seemacht betreffend, zur Flotte gehörig, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. classis, F., Aufgebot, Heer, Flotte, Klasse, Volksklasse, Vermögensklasse; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. klassisch, Klassiker, DW 11, 1006, EWD s. u. klassisch, Duden s. u. klassisch; Son.: vgl. nndl. klassiek, Adj., klassisch; frz. classique, Adj., klassisch; nschw. klassisk, Adj., klassisch; nnorw. klassisk, Adj., klassisch; poln. klasyczny, Adj., klassisch; lit. klasikinis, Adj., klassisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Altertum betreffend oder vollendet oder mustergültig; BM.: in Klassen eingeteilt bzw. rufen bzw. klingen; F.: klassisch, klassische, klassisches, klassischem, klassischen, klassischer(, klassischere, klassischeres, klassischerem, klassischeren, klassischerer, klassischst, klassischste, klassischstes, klassischstem, klassischsten, klassischster)+FW+EW; Z.: kla-ss-isch
$Klassizismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klassizismus; E.: s. klassi(sch), s. z, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. klassisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klassi(sch) und z sowie ismus gebildete Bezeichnung für eine in Europa zwischen 1750 bis 1830 vorherrschende an der Kunst des Altertums ausgerichtete Strömung der Kunstgeschichte; Z.: Klassizismus(, Klassizismen)+FW(+EW); Z.: Kla-ss-i-z-ism-us
$Klater, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Klater, Schmutz, Lumpen, Fetzen; E.: s. klaterig, s. Kladde; L.: DW 11, 1008, EWD s. u. Kladde; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und mit klaterig und Kladde verbindbare sowie möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Schmutz oder Lumpen oder Fetzen; F.: Klater, Klaters, Klatern+EW; Z.: Klat-er
klaterig, klatrig, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.): nhd. klaterig, klatrig, unsauber, heruntergekommen; ne. filthy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von niederdeutsch klater, Sb., Schmutz; vielleicht Nebenform von Kladde, letztlich wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. klat(e)rig, DW 11, 1009, EWD s. u. Kladde, Duden s. u. klaterig; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Klater und Kladde verbindbare sowie letztlich wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für unsauber oder heruntergekommen; BM.: lautmalend?; F.: klaterig, klaterige, klateriges, klaterigem, klaterigen, klateriger(, klaterigere, klaterigeres, klaterigerem, klaterigeren, klaterigerer, klaterigst, klaterigste, klaterigstes, klaterigstem, klaterigsten, klaterigster, klatrig, klatrige, klatriges, klatrigem, klatrigen, klatriger, klatrigere, klatrigeres, klatrigerem, klatrigeren, klatrigerer, klatrigst, klatrigste, klatrigstes, klatrigstem, klatrigsten, klatrigster)+EW; Z.: klat-er-ig
$klatern, nhd., sw. V.: nhd. klatern; Vw.: s. klattern
klatrig, nhd. (ält.), Adj.: nhd. klatrig; Vw.: s. klaterig
klatsch, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. klatsch, patsch; ne. clap?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gebraucht für ein schallendes Geräusch, lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. klatsch, Kluge s. u. klatsch, DW 11, 1009, EWD s. u. klatschen, Duden s. u. klatsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für das Zusammenschlagen der Hände oder das flache Fallen von Schwerem auf Hartes; BM.: lautmalend?; F.: klatsch+EW; Z.: klatsch
$Klatsche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klatsche; Vw.: s. Fliegen-; E.: s. klatsch, s. e; L.: DW 11, 1011, EWD s. u. klatschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus klatsch und e gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für ein Schlagen und ein dadurch erreichtes Ergebnis; F.: Klatsche, Klatschen+EW; Z.: Klatsch-e
$klatschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klatschen, schlagen, patschen; E.: s. klatsch, s. Klatsche, s. (e)n; L.: Kluge s. u. klatsch, DW 11, 1011, EWD s. u. klatschen; F.: klatschen, klatsche (!), klatschst, klatscht, klatschest, klatschet, klatschte, klatschtest, klatschten, klatschtet, geklatscht, ##geklatscht, geklatschte, geklatschtes, geklatschtem, geklatschten, geklatschter##, klatschend, ###klatschend, klatschende, klatschendes, klatschendem, klatschenden, klatschender###, klatsch (!)+EW; Z.: klatsch-en
$Klatschmohn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klatschmohn; E.: s. klatsch(en), s. Mohn; L.: Kluge s. u. Klatschmohn, fehlt DW, EWD s. u. klatschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klatsch(en) und Mohn gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche Mohnpflanze mit vier Blütenblättern mit denen ein klatschendes Geräusch gebildet werden kann; F.: Klatschmohn, Klatschmohns, Klatschmohnes, Klatschmohne, Klatschmohnen+EW; Z.: Klatsch—mohn
$Klatschrose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Klatschrose, Klatschblume, Kornrose, Klatschmohn; E.: s. klatsch(en), s. Rose; L.: Kluge s. u. Klatschmohn, DW 11, 1015; G.: seit 17. Jh. belegte und aus klatsch(en) und Rose gebildete Bezeichnung für den Klatschmohn; F.: Klatschrose, Klatschrosen+EW+FW; Z.: Klatsch—ros-e
$klattern, klatern, nhd., sw. V., (?): nhd. klattern, plaudern, klappern; E.: s. Kladde: L.: DW 11, 1016, EWD s. u. Kladde; F.: klattern, klattere, klatter (!), klatterst, klattert, klatterte, klattertest, klatterten, klattertet, geklattert, ##geklattert, geklatterte, geklattertes, geklattertem, geklatterten, geklatterter##, klatternd, ###klatternd, klatterndes, klatterndem, klatternden, klatternder###, klatter (!), klatern, klatere, klater (!), klaterst, klatert, klaterte, klatertest, klaterten, klatertet, geklatert, ##geklatert, geklaterte, geklatertes, geklatertem, geklaterten, geklaterter##, klaternd, ###klaternd, klaterndes, klaterndem, klaternden, klaternder###, klater (!)+EW; Z.: klatt-er-n
klauben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. klauben, langsam losmachen, aufnehmen, aussuchen; ne. pick (V.), gather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. klūben, sw. V., pflücken, rauben, stehlen; mnd. klūven (2), klīven?, sw. V., einklemmen, einspannen, spannen, klauben, pflücken, mit den Fingerspitzen angreifen; mnl. cluven, V., abnagen; ahd. klūbōn*, sw. V. (2), lösen, aufknüpfen, klauben, pflücken, rupfen, naschen, seufzen?; s. germ. *klūb-, sw. V., spalten; idg. gleubʰ-, V., schneiden, schälen, schnitzen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. klauben, Kluge s. u. klauben, DW 11, 1019, EWD s. u. klauben, EWAhd 5, 623, Falk/Torp 59, Duden s. u. klauben, Bluhme s. u. klauben; GB.: (klūbōn) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches langsam losmachen oder mühsam und einzeln entfernen; BM.: schneiden; F.: klauben, klaube, klaubst, klaubt, klaubest, klaubet, klaubte, klaubtest, klaubten, klaubtet, geklaubt, ##geklaubt, geklaubte, geklaubtes, geklaubtem, geklaubten, geklaubter##, klaubend, ###klaubend, klaubende, klaubendes, klaubendem, klaubenden, klaubender###, klaub (!)+EW; Z.: klaub-en
$Klauber, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Klauber, Klaubender; Vw.: s. Wort-; E.: mhd. *kloubære?, st. M.; L.: DW 11, 1024, EWD s. u. klauben; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus klaub(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Klaubenden; F.: Klauber, Klaubers, Klaubern+EW; Z.: Klaub-er
$Klauberei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klauberei; Vw.: s. Wort-; E.: s. Klauber, s. ei (Suff.); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klauber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Klauben; L.: DW 11, 1025, EWD s. u. klauben; F.: Klauberei, Klaubereien+EW; Z.: Klaub-er-ei
Klaue, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Klaue, Huf, Kralle; ne. claw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. klā, klāwe, st. F., sw. F., Klaue, Kralle, Pfote, Tatze; mnd. klauwe (1), klāwe, klawe, klaue, klāe, F., Klaue, Kralle, Vogelklaue, Tatze des Raubtiers, Huf des Paarhufers; mnl. claeuwe, F., Klaue; ahd. klāwa*, klā*, klōa*, klō*, st. F. (ō), Klaue, Kralle, Nagel, Schreibgerät mit harter Spitze, Folterzange, zupackende quälende Hand des Menschen; as. -; anfrk. klawa*, clawa*, st. F. (ō), Klaue, Kralle; germ. *klēwō, *klǣwō, *klāwō, st. F. (ō), Klaue; idg. *geleu-, *gleu-, Sb., Klumpen (M.), Ballen (M.), Pokorny 361; s. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klaue, Kluge s. u. Klaue, DW 11, 1026, EWD s. u. Klaue, EWAhd 5, 568, EWAhd 5, 613 (klova?), Falk/Torp 58, Seebold 296, Duden s. u. Klaue, Bluhme s. u. Klaue; Son.: vgl. afries. klāwe, klāva, st. F. (ō), Hacke (F.) (1); nnordfries. kliewe; afries. klē, klēve, st. F. (ō), Klaue; nnordfries. kle, klä; ae. cléa, st. F. (ō), Klaue, Huf, Haken (M.); ae. clā, st. F. (ō), Klaue, Huf, Haken (M.); ae. clawu, st. F. (ō), Klaue; an. klō, st. F. (ō), Klaue, Nagel; got. -; nndl. klauw, Sb., Klaue; nschw. klo, Sb., Klaue; nnorw. klo, M., F., Klaue; GB.: (klāwa) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist mit Krallen ausgestattete Hand oder Pfote höherer Säugetiere; BM.: ballen; F.: Klaue, Klauen+EW; Z.: Klau-e
klauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. klauen, stehlen, wegnehmen; ne. steal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mnd. klouwen (1), klowen, klöuwen, klawen, klauwen, sw. V., kratzen, scheuern, jucken, krauen, kraulen, streicheln, mit scharfen Nägeln kratzen, mit scharfen Nägeln verletzen; mnl. clauwen, claeuwen, V., mit Krallen versehen (V.); ahd. klāwen*, klouwen*, sw. V. (1a), kratzen, krauen, scharren, jucken; germ. *klaujan?, *klawjan, sw. V., kratzen; germ. *klawēn, *klawǣn, sw. V., kratzen; s. idg. *geleu-, *gleu-, Sb., Klumpen (M.), Ballen (M.), Pokorny 361; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. klauen, DW 11, 1033, EWD s. u. Klaue, EWAhd 5, 618, Falk/Torp 58, 395, Duden s. u. klauen; Son.: die Bedeutung „stehlen“ kommt im 19. Jh. auf unter Einfluss von „Klaue“; vgl. afries. kla, sw. V. (1), kratzen; ae. clawan, st. V. (7), red. V., klauen, kratzen; an. klæja, sw. V. (1), jucken; GB.: (klāwen) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und des Rechtes mögliches stehlen oder wegnehmen; BM.: ballen; F.: klauen, klaue, klaust, klaut, klauest, klauet, klaute, klautest, klauten, klautet, geklaut, ##geklaut, geklaute, geklautes, geklautem, geklauten, geklauter##, klauend, ###klauend, klauende, klauendes, klauendem, klauenden, klauender###, klau (!)+EW; Z.: klau-en
$Klauenseuche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klauenseuche; E.: s. Klau(e), s. en (Suff.), s. Seuche; L.: DW 11, 1034, EWD s. u. Klaue; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klau(e) und en sowie Seuche gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon ältere sehr ansteckende Viruserkrankung von Paarhufern; F.: Klauenseuche, Klauenseuchen+EW; Z.: Klau-en—seuch-e
Klauer, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Klauer, mit Weiden(bäumen) besetzter sumpfiger Platz; ne. place (N.) with willows; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Klauer, DW 11, 1034; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen mit Weiden(bäumen) besetzten sumpfigen Platz; BM.: ?; F.: Klauer, Klauers, Klauern+EW?; Z.: Klau-er
Klause, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Klause, verschlossene abgelegene Behausung, Klosterzelle; ne. retreat (N.), hermitage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse) E.: mhd. klūse, klūs, st. F., sw. F., Felsspalte, Engpass, abgeschlossene Wohnung mit dem Begriff des Heimischen; mnd. klūse, klūs, kluse, F., Klause, Einsiedlerwohnung, Einsiedlerzelle, Einsiedlerhaus, Einsiedlerkloster, Beginensiedlung; mnd. klōse, sw. V., Klause, Einsiedelei; mnl. clūse, F., Klause; ahd. klūsa*, sw. F. (n), Einfriedung, Gehege, eingegrenzter Raum, umzäuntes Gelände, Hürde, Klause, Gebirgspass, Bergengpass, Engpass; as. *klûsa?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Klause; anfrk. -; lat. clūsa, F., Zaun; lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klause, Kluge s. u. Klause, DW 11, 1035, EWD s. u. Klause, EWAhd 5, 625, Duden s. u. Klause; Son.: vgl. ae. clūse, st. F. (ō), sw. F. (n), Schranke, Bolzen, Klause, Zelle, Einschließung; nndl. kluis, Sb., Klause; frz. cluse, F., Klause; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine verschlossene abgelegene Behausung eines Einsiedlers; BM.: verschließen; F.: Klause, Klausen+FW(+EW); Z.: Klau-s-e
Klausel, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Klausel, Gesetzeszusatz, Vorbehalt; ne. clause; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. clausula; E.: s. mnd. klausule*, clausule, F., Klausel, urkundliche Bestimmung, rechtlicher Vorbehalt; lat. clausula, F., Schluss, Ende, Schlusssatz, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klausel, fehlt DW, EWD s. u. Klausel, Duden s. u. Klausel; Son.: vgl. nndl. clausule, Sb., Klause; frz. clause, F., Klausel; nschw. klausul, Sb., Klausel; nnorw. klausul, M., Klausel; poln. klauzula, F., Klausel; nir. clás, M., Klausel; lit. klauzulė, F., Klausel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bestimmung einer Vereinbarung oder eines sonstigen Textes; BM.: verschließen; F.: Klausel, Klauseln+FW(+EW); Z.: Klau-s-el
$Klausner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Klausner, Einsiedler; E.: s. Klaus(e), s. n, s. er (Suff.); L.: DW 2, 629 (Clausner), DW 11, 1039 (Klausner), EWD s. u. Klause; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Klaus(e) und n sowie er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in einer Klause lebenden Einsiedler; F.: Klausner, Klausners, Klausnern+FW+EW; Z.: Klau-s-n-er
Klaustrophobie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klaustrophobie, Platzangst; ne. claustrophobia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. claustrum, clostrum, N., Riegel, Verschluss, Bollwerk, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Phobie, Duden s. u. Klaustrophobie; Son.: vgl. nndl. claustrofobie, Sb., Klaustrophobie; frz. claustrophobie, F., Klaustrophobie; nschw. klaustrofobi, Sb., Klaustrophobie; nnorw. klaustrofobi, M., Klaustrophobie; kymr. clawstroffobia, M., Klaustrophobie; nir. clástrafóibe, F., Klaustrophobie; poln. klaustrofobia, F., Klaustrophobie; list. klaustrofobija, F., Klaustrophobie; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht nach der Sesshaftigkeit von Menschen mögliche Angst vor einem Aufenthalt in geschlossenen oder engen Räumen oder Platzangst; BM.: schließen, davonlaufen; F.: Klaustrophobie, Klaustrophobien+FW(+EW); Z.: Klau-st-r-o—phob-ie
$klausulieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klausulieren, in Klauseln fassen; Vw.: s. ver-; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Klaus(el), s. ul, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klausel; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus Klaus(el) bzw. lat. (claus)ul(a) und ier sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches durch einzelne Bestimmungen vereinbaren oder in Klauseln fassen; F.: klausulieren, klausuliere, klausulierst, klausuliert, klausulierest, klausulieret, klausulierte, klausuliertest, klausulierten, klausuliertet, ##klausuliert, klausulierte, klausuliertes, klausuliertem, klausulierten, klausulierter##, klausulierend, ###klausulierend, klausulierende, klausulierendes, klausulierendem, klausulierenden, klausulierender###, klausulier (!)+FW(+EW); Z.: klau-s-ul-ier-en
Klausur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Klausur, zurückgezogenes Leben, eine Art von in Abgeschlossenheit anzufertigender Prüfungsarbeiten; ne. enclosure, retreat, conclave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. clausūra; E.: s. lat. clausūra, F., Verschluss, Schloss, Fort, Kastell, Einschließung, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klausur, fehlt DW, EWD s. u. Klausur, Duden s. u. Klausur; Son.: vgl. nndl. clausuur, Sb., Klausur; frz. clotûre, F., Zaun, Umzäunung; nnorw. klausur, M., Klausur; poln. klauzura, F., Klausur; lit. klauzūra, F., Klausur; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Abgeschlossenheit oder eine unter Abgeschlossenheit anzufertertigende Prüfungsarbeit; BM.: verschließen; F.: Klausur, Klausuren+FW; Z.: Klau-s-ur
$Klausurarbeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klausurarbeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klausur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Klausur und Arbeit gebildete in Abgeschlossenheit unter Aufsicht anzufertigende Prüfungsarbeit; F.: Klausurarbeit, Klausurarbeiten+FW+EW; Z.: Klau-s-ur—arb-eit
$Klave, nhd., F.., (?): nhd. Klave; E.: s. lat. clav(is), s. e; E.: s. lat. clavis, F., Schlüssel, Griffsteg; L.: Kluge s. u. Klavier, DW 11, 1040; GB.: aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Öffnung und Schließung der Windladen der Orgel; F.: Klaven+FW(+EW); Z.: Kla-v-e
$Klaviatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klaviatur; E.: s. Klavier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klavier; GB.: seit dem 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Tasten des Klaviers; F.: Klaviatur, Klaviaturen+FW(+EW?); Z.: Kla-v-i-at-ur
Klavier, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Klavier, Piano; ne. clavier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. clavier; E.: s. frz. clavier, M., Klaviatur, Tastenbrett; vgl. lat. clāvis, F., Kloben, Schlüssel, Schloss, Verschluss; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klavier, DW 11, 1040, EWD s. u. Klavier, Duden s. u. Klavier; Son.: vgl. nndl. klavier, Sb., Klavier; nschw. klaver, Sb. Klavier; nnorw. klaver, N., Klavier; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Musikinstrument mit Tasten mit denen die senkrecht zu der Tastatur gespannten Saiten über eine Mechanik mittels mit Filz überzogener Hämmerchen angeschlagen werden; BM.: verschließen; F.: Klavier, Klavieres, Klaviers, Klaviere, Klavieren+FW(+EW); Z.: Kla-v-ier
$Klavizimbel, nhd. (ält.), N., (?): nhd. Klavizimbel; E.: s. it. clavicembalo; L.: Kluge s. u. Cembalo, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in dieser Zeit in Italien entwickeltes und seitdem verwendetes Musikinstrument mit Tasten; F.: Klavizimbel, Klavizimbels, Klavizimbeln+FW(+EW); Z.: Kla-v-i—zi-mb-el
kleben, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. kleben, haften, fest hangen; ne. cling (V.), stick (V.); Vw.: -; Hw.: s. kleiben; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. kleben, sw. V., kleben, haften, festsitzen, kleben machen; mnd. klēven, kleyven, sw. V., kleben, festkleben, festhaften, festhängen, festsitzen, hängen; mnl. cleven, sw. V., kleben; ahd. klebēn*, sw. V. (3), kleben, hängen, haften, festhaften, klebrig werden, sich setzen, sitzen bleiben, zusammenfügen; as. klevōn?, sw. V. (2), kleben; anfrk. klevon, klivon*, sw. V. (2), kleben; germ. *klibōn, sw. V., kleben, haften; germ. *klibēn, *klibǣn, sw. V., kleben, haften; idg. *gleibʰ-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 363; vgl. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kleben, Kluge s. u. kleben, DW 11, 1043, EWD s. u. kleben, EWAhd 5, 572, Falk/Torp 58, Seebold 297, Duden s. u. kleben, Bluhme s. u. kleben; Son.: vgl. afries. -; ae. clifian, cleofian, sw. V. (2), anhängen, kleben; an. klīfa, st. V. (1), klettern; got. -; nndl. kleven, V., kleben; lett. gliêbtiês, V., sich an jemanden klammern, anschmiegen; ksl. u-glĭběti, V., stecken bleiben; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für haften oder hangen; BM.: ballen; F.: kleben, klebe, klebst, klebt, klebest, klebet, klebte, klebtest, klebten, klebtet, geklebt, ##geklebt, geklebte, geklebtes, geklebtem, geklebten, geklebter##, klebend, ###klebend, klebende, klebendes, klebendem, klebenden, klebender###, kleb(!)+EW; Z.: kle-b-en
$Kleber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kleber, Klebender, Klebemittel, Klebstoff; E.: s. kleb(en), s. er; L.: Kluge s. u. kleben, DW 11, 1049, EWD s. u. kleben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kleb(en) und er gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild wohl schon früher entwickeltes und verwendetes Klebemittel oder Klebstoff wie beispielsweise Reparaturkleber oder Sekundenkleber oder Heißkleber oder Kraftkleber in weltweit mehr als 250000 Ausführungen und Bezennungen; F.: Kleber, Klebers, Klebern+EW; Z.: Kle-b-er
$kleberig, klebrig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. klebrig, klebend, haftend; E.: s. Kleb(e)r, s. ig; L.: Kluge s. u. kleben, DW 11, 1051 (klebericht), EWD s. u. kleben; GB.: (kleberic) seit 1. Viertel 12. Jh. belegte und aus Kleber und ig gebildete Bezeichnung für schon in der Natur vormenschlich mögliches klebend oder haftend; F.: klebrig, klebrige, klebriges, klebrigem, klebrigen, klebriger(, klebrigere, klebrigeres, klebrigerem, klebrigeren, klebrigerer, klebrigst, klebrigste, klebrigstes, klebrigstem, klebrigsten, klebrigster)+EW; Z.: kle-b-r-ig
$Klebstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klebstoff, Kleber, Klebemittel wie beispielsweise Leim; E.: s. kleb(en), s. Stoff; L.: fehlt DW, EWD s. u. kleben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kleb(en) und Stoff gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild (künstlich) entwickeltes und verwendetes Klebemittel; F.: Klebstoff, Klebstoffes, Klebstoffs, Klebstoffe, Klebstoffen+EW+FW; Z.: Kle-b—stoff
klecken, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. klecken, vonstattengehen, ausreichen; ne. suffice; Vw.: -; Hw.: s. erklecklich, kleckern, Klecks; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klecken, sw. V., tönend schlagen (tr.), genügen, ausreichen (intr.); ahd. klekken*, klecken*, kleken*, sw. V. (1b), schrecken?, schlagen?, genügen, schütteln, treffen, stoßen, erschüttern, umknicken, gelingen?; as. -; anfrk. -; germ. klakjan, sw. V., schlagen?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kleck, Kluge s. u. klecken, DW 11, 1054, EWD s. u. kleckern, EWAhd 5, 586, Duden s. u. klecken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (klekken) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches vonstattengehen oder ausreichen; BM.: schlagen?; F.: klecken, klecke (!), kleckst, kleckt, kleckest, klecket, kleckte, klecktest, kleckten, klecktet, gekleckt, ##gekleckt, gekleckte, geklecktes, geklecktem, gekleckten, gekleckter##, kleckend, ###kleckend, kleckende, kleckendes, kleckendem, kleckenden, kleckender###, kleck (!)+EW; Z.: kleck-en
kleckern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kleckern, Flecken machen; ne. dribble (V.); Vw.: -; Hw.: s. klecken, Klecks; Q.: 17. Jh.; E.: von klecken?; L.: Kluge s. u. kleckern, DW 11, 1058, EWD s. u. kleckern, Duden s. u. kleckern, Bluhme s. u. kleckern; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit klecken verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit heruntertropfender Flüssigkeit Flecken machen; BM.: schlagen?; F.: kleckern, kleckere, klecker (!), kleckerst, kleckert, kleckerte, kleckertest, kleckerten, kleckertet, gekleckert, ##gekleckert, gekleckertes, gekleckertem, gekleckerten, gekleckerter##, kleckernd, ###kleckernd, kleckernde, kleckerndes, kleckerndem, kleckernden, kleckernder###, klecker (!)+EW; Z.: kleck-er-n
Klecks, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klecks, Fleck; ne. smudge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von klecken?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kleck, Kluge s. u. Klecks, DW 11, 1058, EWD s. u. kleckern, Duden s. u. Klecks; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus kleck(en) und s gebildete Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums beachtlichen durch eine Flüssigkeit entstandenen Fleck; BM.: schlagen?; F.: Klecks, Kleckses, Kleckse, Klecksen+EW; Z.: Kleck-s
$klecksen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. klecksen, einen Klecks verursachen; E.: s. Klecks, s. en; L.: Kluge s. u. Klecks, EWD s. u. kleckern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klecks und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums beachtetes einen Klecks verursachen; F.: klecksen, kleckse, klecksst (!), kleckst (!), klecksest, kleckset, kleckste, kleckstest, klecksten, kleckstet, gekleckst, ##gekleckst, gekleckste, gekleckstes, gekleckstem, geklecksten, gekleckster##, klecksend, ###klecksend, klecksende, klecksendes, klecksendem, klecksenden, klecksender###, klecks (!)+EW; Z.: kleck-s-en
Klee, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Klee, eine Wiesenpflanze; ne. clover; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. klē, st. M., st. N., Klee; mnl. clee, M., Klee; ahd. klēo*, klē, st. M. (wa), Klee, Wiesenklee, Bockshornklee, Sauerampfer, Grindampfer; as. klê*, st. M. (wa), Klee; germ. *klaiwa-, *klaiwaz, st. M. (a), Klee; s. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klee, Kluge s. u. Klee, DW 11, 1059, EWD s. u. Klee, EWAhd 5, 594, Falk/Torp 58, Duden s. u. Klee, Bluhme s. u. Klee; Son.: s. mhd. klēbere, kleibere, sw. F., Wiesenklee; mnd. klēver, klêiver, klê, M., Klee; mnl. clavere, clāvere, clāver, M., Klee; vgl. nndl. klaver, Sb., Klee; nschw. klöver, Sb., Klee; nnorw. kløver, M., Klee; ? gr. γλοιός (gloiós) (1), M., klebrige schmutzige Feuchtigkeit, Harz; GB.: (klēo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Wiesenpflanze mit meist dreiteiligen Blättern und kugeligen Blüten; BM.: ballen; F.: Klee, Klees+EW; Z.: Klee
Klei, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klei, zäher Ton (M.) (1), Schlick; ne. clay (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. klei, kley, kleye, M., Klei, Lehmboden, schwere bzw. fette Erde der Marschländer, fruchtbarer Boden; mnl. cleie, Sb., Ton (M.) (1), Lehm; as. *klėi?, st. M. (ja), Klei, Ton (M.) (1); germ. *klajja-, *klajjaz, st. M. (a), Lehm, Kleie; germ. *klajjō-, *klajjōn, *klajja-, *klajjan, sw. M. (a), Lehm, Kleie; vgl. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; L.: Kluge 1. A. s. u. Klei, Kluge s. u. Klei, DW 11, 1064, Falk/Torp 57, EWAhd 5, 595, Duden s. u. Klei; Son.: vgl. afries. klāi, Sb., Lehm, Lehmboden der Marsch; nnordfries. klay; ae. clǣgg, st. M. (a), Klei, Ton (M.) (1); an. kleggi (2), sw. M. (n), Bremse (F.) (2), Festklebender; got. -; nndl. klei, Sb., Kleie; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und für das Altsächsische und das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlich möglichen entwässerten und Hauptbestandteil schwerer Marschböden bildenden Schlick; BM.: kleben; F.: Klei, Kleies, Kleis+EW; Z.: Klei
kleiben, nhd. (ält.), st. V., (9. Jh.): nhd. kleiben, heften, kleben; ne. cling (V.), stick (V.); Vw.: -; Hw.: s. kleben, Kleiber; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kleiben, sw. V., festheften, befestigen, beflecken, besudeln, streichen; mhd. klīben, st. V., kleben, festsitzen, anhangen; mnd. klīven (1), st. V., festkleben, kleben, kleben bleiben, festhalten, haften, heften, greifen; mnl. cliven, V., kleben, festkleben, gedeihen, klettern; ahd. kleiben*, sw. V. (1a), streichen, kleben, ankleben, anheften, befestigen, zusammenfügen, einprägen, anknüpfen, verbinden; ahd. klīban, st. V. (1a), kleiben, kleben, anhaften, anhangen, anhängen, hängen an, festhalten an, folgen, zustoßen; as. klīvan*, klīƀan*, st. V. (1a), Wurzel fassen, haften, wachsen (V.) (1), anhängen, kleben; germ. *kleiban, st. V., kleben, haften; s. idg. *gleibʰ-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 363; vgl. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kleiben, Kluge s. u. kleiben, DW 11, 1065, EWD s. u. kleben, EWAhd 5, 577, EWAhd 5, 597, Falk/Torp 56, Seebold 296, Duden s. u. kleiben; Son.: s. schwäb. kleiben, V., kleben, verkleben, schmieren; vorarlb. kleiben, V., kleben, kleistern; tirol. klàiben, V., verkleben; wfäl. klaiwen, V., schmieren; vgl. afries. klīva, st. V. (1), aufsteigen, mächtig werden, klettern; ae. clīfan, st. V. (1), kleben, anhaften; an. klīfa, V., klettern; nndl. klijven, sw. V., sich festsetzen, kleben; nschw. kliva, V., klettern, erklimmen; nnorw. (nynorsk) kliva, V., klettern, erklimmen; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches heften oder kleben; BM.: ballen; F.: kleiben, kleibe, kleibst, kleibt, kleibest, kleibet, kleibte, kleibtest, kleibten, kleibtet, gekleibt, ##gekleibt, gekleibte, gekleibtes, gekleibtem, gekleibten, gekleibter##, kleibend, ###kleibend, kleibende, kleibendes, kleibendem, kleibenden, kleibender###, kleib+EW; Z.: klei-b-en
Kleiber, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kleiber, Spechtmeise; ne. nuthatch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. kleiben; L.: Kluge s. u. Kleiber, DW 11, 1068, EWD s. u. kleben, Duden s. u. Kleiber; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit kleiben verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen kleinen auf der Oberseite blaugrauen Vogel mit einem dem Specht ähnlichen Verhalten; BM.: kleben weil die Spechtmeise den Eingang ihrer Bruthöhle mit Lehm verengt; F.: Kleiber, Kleibers, Kleibern+EW; Z.: Klei-b-er
Kleid, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Kleid, Frauengewand; ne. dress (N.), cloth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. kleit (1), klēt, st. N., Kleid, Kleidung, Gewand, Tuch, Hülle, Kleidungsstück, Fell, Form, Gewandstoff, Zierde, Kopfbedeckung; mnd. klēt (1), kleit, klēd, kleid, kleyt, N., Kleid, Kleidungsstück, Anzug, Bekleidung, Kleiderstoff, Kleidertuch, Laken; mnl. cleet, Sb., Kleid; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kleid, Kluge s. u. Kleid, EWD s. u. Kleid, DW 11, 1069, EWAhd 5, 578, Duden s. u. Kleid, Bluhme s. u. Kleid; Son.: vgl. afries. klâth, klêth, st. N. (a), Kleid; ae. clāþ, clǣþ, st. M. (a), Tuch, Kleid, Segel; nndl. kleed, Sb., Kleid; GB.: seit 1170-1190 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung über der (Unter-)Wäsche getragene Bekleidung (von Frauen); BM.: ?; F.: Kleid, Kleids, Kleides, Kleider, Kleidern+EW; Z.: Kleid
$kleiden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kleiden, anziehen; Vw.: s. an-, aus-, be-, ein-, ent-, um-; E.: s. Kleid, s. en; L.: Kluge s. u. Kleid, DW 11, 1074, EWD s. u. Kleid; F.: kleiden, kleide, kleidest, kleidet, kleidete, kleidetest, kleideten, kleidetet, gekleidet, ##gekleidet, gekleidete, gekleidetes, gekleidetem, gekleideten, gekleideter##, kleidend, ###kleidend, kleidende, kleidendes, kleidendem, kleidenden, kleidender###, kleid (!)+EW; Z.: kleid-en
$kleidsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kleidsam, als Kleidung vorteilhaft; E.: s. Kleid, s. sam; L.: Kluge s. u. Kleid, DW 11, 1083, EWD s. u. Kleid; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kleid und sam gebildete Bezeichnung für seit Entwicklung von Kleidung des Menschen mögliches als Kleidung vorteilhaft; F.: kleidsam, kleidsame, kleidsames, kleidsamem, kleidsamen, kleidsamer(, kleidsamere, kleidsameres, kleidsamerem, kleidsameren, kleidsamerer, kleidsamst, kleidsamste, kleidsamstes, kleidsamstem, kleidsamsten, kleidsamster)+EW; Z.: kleid-sam
$Kleidung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kleidung, Gesamtheit von Kleidungsstücken; E.: s. kleid(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Kleid, DW 11, 1083, EWD s. u. Kleid; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus kleid(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von durch Menschen entwickelten und verwendeten Kleidungsstücken; F.: Kleidung, Kleidungen+EW; Z.: Kleid-ung
Kleie, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kleie, Mahlrückstand des Getreides; ne. bran; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klīwe, sw. F., Kleie; mhd. klīe, klībe, klīge, sw. F., Kleie; mnd. klīe, klige, kligge, kleye, cleghe, F., Kleie, zermahlene Getreidehülsen, minderwertiges menschliches Nahrungsmittel, Viehfutter, Schweinefutter; mnl. clië, F., Kleie; ahd. klīwa*, klīa*, klīga*, st. F. (ō), sw. F. (n), Kleie; as. klīa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kleie; anfrk. -; germ. *klīwō, st. F. (ō), *klīwō-, *klīwōn, sw. F. (n), Kleie; s. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kleie, Kluge s. u. Kleie, DW 11, 1065, EWD s. u. Kleie,EWAhd 5, 612, Duden s. u. Kleie, Bluhme s. u. Kleie; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (klīwa) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den bei dem Mahlen von Getreide durch den Menschen entstehenden Rückstand aus den Schalen der Körner; BM.: ballen?; F.: Kleie, Kleien+EW; Z.: Klei-e
klein, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. klein, gering ausgedehnt, fein, zart, winzig; ne. small, little; Vw.: s. klitze-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. klein, Adj., rein, niedlich, zierlich, fein, hübsch; mhd. kleine (1), klein, Adj., glänzend, glatt, fein, hübsch, dünn, hoch; mnd. klēn (1), klein, klēne, kleine, kleyn, kleyne, klyn, klyne, Adj., klein, rein, dünn, schmal, fein, zierlich, unbedeutend; mnl. cleine, Adj., klein, fein; ahd. klein*, Adj., klein, zart, scharfsinnig; ahd. kleini, Adj., fein, zart, schlank, klein, winzig, schlau, gründlich, kostbar, klug; as. klêni*, Adj., zart, schlank, zart, schmal, klug, scharfsinnig; anfrk. klēni, Adj., klein, nicht groß; germ. *klaini-, *klainiz, Adj., glänzend, fein, zierlich; s. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. klein, Kluge s. u. klein, DW 11, 1087, EWD s. u. klein, EWAhd 5, 581, Falk/Torp 57, Heidermanns 332, Duden s. u. klein, Bluhme s. u. klein; Son.: vgl. afries. klêne, klēn, Adj., klein, schmal, dünn; nfries. klien, Adj., klein; ae. clǣne (1), Adj. (ja), rein, keusch, unschuldig, klar, offen; an. klēnn, Adj., klein, winzig (Lw. aus dem. Mnd.); got. -; nndl. klein, Adj., klein; ne. clean, Adj., sauber, rein; nschw. klen, Adj., klein, winzig (Lw. aus dem Mnd.); GB.: (kleini) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gering ausgedehnt oder fein oder zart oder winzig; BM.: ballen; F.: klein, kleine, kleines, kleinem, kleinen, kleiner(, kleinere, kleineres, kleinerem, kleineren, kleinerer, kleinst, kleinste, kleinstes, kleinstem, kleinsten, kleinster)+EW; Z.: klei-n
$Kleinbürger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kleinbürger; E.: s. klein, s. Bürger; L.: DW 11, 1105, EWD s. u. klein; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus klein und Bürger gebildete Bezeichnung für den einfachen Bürger; F.: Kleinbürger, Kleinbürgers, Kleinbürgern+EW; Z.: Klei-n—bür-g-er
$kleinbürgerlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kleinbürgerlich, einen Kleinbürger betreffend; E.: s. Kleinbürger, s. lich; L.: DW 11, 1105, EWD s. u. klein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kleinbürger und lich gebildete Bezeichnung für einen Kleinbürger betreffend; F.: kleinbürgerlich, kleinbürgerliche, kleinbürgerliches, kleinbürgerlichem, kleinbürgerlichen, kleinbürgerlicher(, kleinbürgerlichere, kleinbürgerlicheres, kleinbürgerlicherem, kleinbürgerlicheren, kleinbürgerlicherer, kleinbürgerlichst, kleinbürgerlichste, kleinbürgerlichstes, kleinbürgerlichstem, kleinbürgerlichsten, kleinbürgerlichster)+EW; Z.: klei-n—bür-g-er—lich
$Kleinbürgertum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kleinbürgertum, Wesen der Kleinbürger, Gesamtheit der Kleinbürger; E.: s. Kleinbürger, s. tum; L.: DW 11, 1105, EWD s. u. klein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kleinbürger und tum gebildete Bezeichnung für das Wesen und die Gesamtheit der Kleinbürger; F.: Kleinbürgertum; Z.: Klei-n—bür-g-er—tum
$kleinern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kleinern, kleiner machen, kleiner werden; Vw.: s. ver-, zer-; E.: s. klein, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. klein, DW 11, 1107; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus klein und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für kleiner machen oder kleiner werden; F.: kleinern, kleinere, kleiner (!), kleinerst, kleinert, kleinerte, kleinertest, kleinerten, kleinertet, gekleinert, ##gekleinert, gekleinerte, gekleinertes, gekleinertem, gekleinerten, gekleinerter##, kleinernd, ###kleinernd, kleinerndes, kleinerndem, kleinernden, kleinernder###, kleiner (!)+EW; Z.: klei-n-er-n
$kleingläubig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kleingläubig, klein in dem Glauben seiend; E.: s. klein, s. gläubig; L.: DW 11, 1110, EWD s. u. klein; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. parvae fidei und gr. oligopistos aus klein und gläubig gebildete Bezeichnung für klein in dem Glauben seiend; F.: kleingläubig, kleingläubige, kleingläubiges, kleingläubigem, kleingläubigen, kleingläubiger(, kleingläubigere, kleingläubigeres, kleingläubigerem, kleingläubigeren, kleingläubigerer, kleingläubigst, kleingläubigste, kleingläubigstes, kleingläubigstem, kleingläubigsten, kleingläubigster)+EW; Z.: klei-n—g-läub-ig
$Kleinheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kleinheit, Zartheit, Feinheit, geringe Größe; E.: s. klein, s. heit; GB.: seit um 1165 belegte und vielleicht nach lat. subtilitas aus klein und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Zartheit oder Feinheit oder geringe Größe; L.: Kluge s. u. klein, DW 11, 1111, EWD s. u. klein; F.: Kleinheit+EW; Z.: Klei-n-hei-t
$Kleinigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kleinigkeit, Zartheit, Feinheit; E.: s. klein, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. klein, DW 11, 1112, EWD s. u. klein; GB.: (kleinicheit) seit 1282 belegte und aus klein und ig und keit gebildete Bezeichnung für Zartheit oder Feinheit oder eine geringste Größe; F.: Kleinigkeit, Kleinigkeiten+EW; Z.: Klei-n-ig-kei-t
$Kleinkunst, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kleinkunst, Kabarett, Pantomime, Zauberei; E.: s. klein, s. Kunst; L.: DW 11, 1114, EWD s. u. klein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klein und Kunst gebildete Bezeichnung für Kabarett oder Pantomime oder Zauberei; F.: Kleinkunst, Kleinkünste, Kleinkünsten+EW; Z.: Klei-n—kun-st
$kleinlaut, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. kleinlaut, leise, verzagt, kleinmütig; E.: s. klein, s. laut; L.: EWD s. u. klein; GB.: (kleinlūt) seit um 1272 belegte und aus klein und laut gebildete Bezeichnung für leise oder kleinmütig oder verzagt; F.: kleinlaut, kleinlaute, kleinlautes, kleinlautem, kleinlauten, kleinlauter(, kleinlautere, kleinlauteres, kleinlauterem, kleinlauteren, kleinlauterer, kleinlautest, kleinlauteste, kleinlautestes, kleinlautestem, kleinlautesten, kleinlautester)+EW; Z.: klei-n—lau-t
kleinlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. kleinlich, zart, fein, engstirnig, engherzig, pedantisch; ne. petty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kleinlich, Adj., kleinlich, fein, zart, leicht, gering, zierlich, mager; mnd. klēnlīk, kleinlik, klēnelīk, kleinelīk, Adj., zierlich, zart, weich, empfindlich, schwächlich, jugendlich, kindlich, zärtlich, weichlich, verwöhnt; ahd. kleinlīhho* kleinlīcho*, Adv., fein, schlau, scharfsinnig, gründlich, sorgfältig, genau; ahd. kleini, Adj., fein, zart, schlank, klein, winzig, schlau, gründlich, kostbar, klug; as. klêni*, Adj., zart, schlank, zart, schmal, klug, scharfsinnig; anfrk. -; germ. *klaini-, *klainiz, Adj., glänzend, fein, zierlich; s. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. kleinlich, DW 11, 1116, EWD s. u. klein, EWAhd 5, 584, Duden s. u. kleinlich; Son.: s. mnd. klēnlīken, kleinliken, Adv., zierlich, zart, weich, empfindlich; mnl. cleinlike, Adv., auf feine Art, auf ordentliche Art, mäßig, sparsam; vgl. ae. clǣnlic, Adj., rein; GB.: (kleinlīhho) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus klein und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches zart oder fein oder engstirnig oder engherzig; BM.: ballen, gleich; F.: kleinlich, kleinliche, kleinliches, kleinlichem, kleinlichen, kleinlicher(, kleinlichere, kleinlicheres, kleinlicherem, kleinlicheren, kleinlicherer, kleinlichst, kleinlichste, kleinlichstes, kleinlichstem, kleinlichsten, kleinlichster)+EW; Z.: klei-n-lich
$Kleinlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kleinlichkeit, Zartheit, Feinheit, Engstirnigkeit, Engherzigkeit; E.: s. kleinlich, s. heit, s. keit; L.: DW 11, 1117, EWD s. u. klein; GB.: seit vor 1326 belegte und aus kleinlich und keit gebildete Bezeichnung für Zartheit oder Feinheit oder Kleinheit oder Engstirnigkeit oder Engherzigkeit; F.: Kleinlichkeit, Kleinlichkeiten+EW; Z.: Klei-n-lich—kei-t
$Kleinmut, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kleinmut, kleiner Mut; E.: s. klein, s. Mut; L.: DW 11, 1119, EWD s. u. klein; GB.: seit vor 1150 belegte (kleinmuot Adj.) und aus klein und Mut gebildete wohl nach lat. pusillanimitas gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen Mut; F.: Kleinmut, Kleinmutes, Kleinmuts+EW; Z.: Klei-n—mu-t
$kleinmütig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. kleinmütig, kleinen Mut habend; E.: s. klein, s. Mut, s. ig; L.: DW 11, 1120, EWD s. u. klein; GB.: (kleinmuotic) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und wohl nach gr. micropsychus und lat. pusillanimis aus klein und Mut sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (nur) kleinen Mut habend; F.: kleinmütig, kleinmütige, kleinmütiges, kleinmütigem, kleinmütigen, kleinmütiger(, kleinmütigere, kleinmütigeres, kleinmütigerem, kleinmütigeren, kleinmütigerer, kleinmütigst, kleinmütigste, kleinmütigstes, kleinmütigstem, kleinmütigsten, kleinmütigster)+EW; Z.: klei-n—mü-t-ig
Kleinod, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Kleinod, wertvolle Sache, Kostbarkeit, Juwel; ne. bijou; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. kleinōt, kleinöte, kleinöde, N., Kleinod, wertvolle Sache; mhd. kleinœde, st. N., Kleinod, kleines Ding, Kleinigkeit, feine Sache, Geschmeide, Kostbarkeit, Minnepfand; mnd. klēnȫde, kleinȫde, klēnode, kleinode, klēnōde, kleinōde, klēnāde, kleināde, N., kleine Sache, kleines Ding, unbedeutende Sache, Kleinigkeit, kleine Abgabe, kleines Gerät, kleineres Kleidungsstück, zierliches Gerät; Einfluss von mlat. clēnōdium, N., Edelstein, (1034/1051); vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. a. ahd. kleini, Adj., fein, zart, schlank, klein, winzig, schlau, gründlich, kostbar, klug; as. klêni, Adj., zart, schlank, zart, schmal, klug, scharfsinnig; anfrk. -; germ. *klaini-, *klainiz, Adj., glänzend, fein, zierlich; s. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kleinod, Kluge s. u. Kleinod, DW 11, 1121, EWD s. u. Kleinod, Duden s. u. Kleinod; Son.: vgl. nschw. klenod, Sb., Kleinod; nnorw. klenodium, N., Kleinod; poln. klejnot, M., Kleinod; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus klein und Od gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen ihm wertvollen Gegenstand oder eine Kostbarkeit oder ein Juwel; BM.: klein; F.: Kleinod, Kleinods, Kleinodes, Kleinode, Kleinoden, Kleinodien+FW; Z.: Klei-n-od
$Kleinstaat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kleinstaat; Q.: 1814 (Turnvater Friedrich Ludwig Jahn Lanz 1778-Freyburg an der Unstrut 1852); E.: s. klein, s. Staat; L.: DW 11, 1130, EWD s. u. klein; GB.: seit 1814 belegte und aus klein und Staat gebildete abwertende Bezeichnung für einen kleinen Staat des Deutschen Bundes dieser Zeit; F.: Kleinstaat, Kleinstaates, Kleinstaats, Kleinstaaten+EW+FW; Z.: Klei-n—staa-t
$Kleinstaaterei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kleinstaaterei; Q.: 1814 (Turnvater Friedrich Ludwig Jahn Lanz 1778-Freyburg an der Unstrut 1852); E.: s. Kleinstaat, s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 11, 1130, EWD s. u. klein; GB.: seit 1814 belegte und aus Kleinstaat und er sowie ei gebildete abwertende Bezeichnung für die kleinen Staaten des Deutschen Bundes dieser Zeit; F.: Kleinstaaterei, Kleinstaatereien+EW+FW; Z.: Klei-n—staa-t-er-ei
$Kleinstadt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kleinstadt; E.: s. klein, s. Stadt; L.: DW 11, 1131, EWD s. u. klein; E.: seit 19. Jh. belegte und aus klein und Stadt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche kleine Stadt in Gegensatz zu einer Großstadt mit – ab 1887 - mehr als 100000 Einwohnern; F.: Kleinstadt, Kleinstädte, Kleinstädten+EW; Z.: Klei-n—sta-dt
$Kleinstädter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kleinstädter, Bewohner einer Kleinstadt; E.: s. Kleinstadt, s. er (Suff.); L.: DW 11, 1131, EWD s. u. klein; GB.: seit 1787 belegte und aus Kleinstadt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Bewohner einer Kleinstadt; F.: Kleinstädter, Kleinstädters, Kleinstädtern+EW; Z.: Klei-n—stä-dt-er
$kleinstädtisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kleinstädtisch, Kleinstadt betreffend; E.: s. Kleinstadt, s. isch; L.: DW 11, 1131, EWD s. u. klein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kleinstadt und isch gebildete Bezeichnung für Kleinstadt betreffend, F.: kleinstädtisch, kleinstädtische, kleinstädtisches, kleinstädtischem, kleinstädtischen, kleinstädtischer(, kleinstädtischere, kleinstädtischeres, kleinstädtischerem, kleinstädtischeren, kleinstädtischerer, kleinstädtischst, kleinstädtischste, kleinstädtischstes, kleinstädtischstem, kleinstädtischsten, kleinstädtischster)+EW; Z.: klei-n—stä-dt-isch
Kleister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kleister, Kleber, Leim; ne. paste (N.), glue (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. klīster st. M., Kleister, Gehängter; mnd. klīster (1), M., Leim, Kleister; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *klīstra-, *klīstram, st. N. (a), Kleister; vgl. idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), bestreichen, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kleister, Kluge s. u. Kleister, DW 11, 1134, EWD s. u. Kleister, Falk/Torp 58, Duden s. u. Kleister; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. klister, N., Kleister; nnorw. klister, N., Kleister; poln. klajster, M., Kleister; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten aus Stärke und Wasser bestehenden Klebstoff oder Kleber oder Leim; BM.: ballen; F.: Kleister, Kleisters, Kleistern+EW; Z.: Klei-st-er
$kleistern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kleistern, kleben, leimen; E.: s. Kleister, s. (e)n; L.: DW 11, 1135, EWD s. u. Kleister; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kleister und (e)n (Suff.) gebildete und verwendete Bezeichnung für von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes kleben oder leimen; F.: kleistern, kleistere, kleister (!), kleisterst, kleistert, kleisterte, kleistertest, kleisterten, kleistertet, gekleistert, ##gekleistert, gekleisterte, gekleistertes, gekleistertem, gekleisterten, gekleisterter##, kleisternd, ###kleisternd, kleisterndes, kleisterndem, kleisternden, kleisternder###, kleister (!)+EW; Z.: klei-st-er-n
Klematis, Clematis, nhd., F.: nhd. Klematis, Waldrebe, eine Kletterpflanze; ne. clematis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. clēmatis; E.: s. lat. clēmatis, F., ein Rankengewächs, Wintergrün, gemeine Waldrebe, (23/24-79 n. Chr.); gr. κληματίς (klēmatís), F., abgebrochener Zweig, abgeschnittener Zweig, Setzling, Weinrebe; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Klematis; Son.: vgl. nndl. clematis, Sb., Klematis; frz. clématis, F., Klematis; nsch. klematissläktet, Sb., Klematis; nnorw. klematis, M., Klematis; poln. klematis, M., Klematis; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche Kletterpflanze der Hahnenfußgewächse mit stark duftenden Blüten; BM.: schlagen; F.: Klematis, Clematis+FW; Z.: Kle-m-at-is
$Klemme, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Klemme, Einengung; E.: s. klemme(n); L.: DW 11, 1137, EWD s. u. klemmen; GB.: (klemede*) seit 1331-1341 belegte und mit klemmen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Einengung; F.: Klemme, Klemmen+EW; Z.: Kle-m-m-e
klemmen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. klemmen, einengen, einzwängen, festdrücken; ne. clamp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Klamm, Klampe, Klampfe; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. klemmen, sw. V., mit den Klauen packen, einzwängen, zusammenzwängen, kneifen, klemmen, einklemmen, martern, quälen, necken; mnd. klemmen (2), sw. V., klemmen, einklemmen, drücken, zusammendrücken, mit den Krallen packen, in die Enge bringen, drängen, bedrängen; ahd. biklemmen*, sw. V. (1a), „beklemmen“, einzwängen, zusammendrücken, klemmen, verstopfen; as. *klėmmian?, sw. V. (1a), klemmen, zwängen; anfrk. -; germ. *klammjan, sw. V., zusammendrücken, klemmen; s. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. klemmen, DW 11, 1139, EWD s. u. klemmen, Duden s. u. klemmen, Bluhme s. u. klemmen; Son.: vgl. afries. -; ae. clėmman, sw. V. (1), klemmen, pressen; an. -; got. -; nschw. klämma, V., klemmen; nnorw. klemme, V., klemmen; GB.: seit um 1150 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches bewirken dass etwas zwischen oder auf oder an oder unter etwas festsitzt bzw. festgehalten wird; BM.: ballen; F.: klemmen, klemme (!), klemmst, klemmt, klemmest, klemmet, klemmte, klemmtest, klemmten, klemmtet, geklemmt, ##geklemmt, geklemmte, geklemmtes, geklemmtem, geklemmten, geklemmter##, klemmend, ###klemmend, klemmende, klemmendes, klemmendem, klemmenden, klemmender###, klemm (!)+EW; Z.: kle-m-m-en
Klemmer, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Klemmer, Augenglas; ne. pince-nez; Vw.: -; Hw.: s. klimmen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lüt. frz. pince-nez; E.: s. klemmen; L.: Kluge s. u. Klemmer, DW 11, 1142, EWD s. u. Klemme, Duden s. u. Klemmer; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und nach frz. pince-nez aus klemm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als Sehhilfe entwickeltes und verwendetes auf die Nase geklemmtes Augenglas; BM.: ballen; F.: Klemmer, Klemmers, Klemmern+EW; Z.: Kle-m-m-er
$klempern, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. klempern, hämmern; E.: s. klappern; L.: Kluge s. u. klempern, Klempner, DW 11, 1143; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit klappern verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes (Blech) hämmern; F.: klempern, klempere, klemper (!), klemperst, klempert, klemperte, klempertest, klemperten, klempertet, geklempert, ##geklempert, geklemperte, geklempertes, geklempertem, geklemperten, geklemperter##, klempernd, ###klempernd, klemperndes, klemperndem, klempernden, klempernder###, klemper (!)+EW; Z.: klemp-er-n
Klempner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klempner, Blechschmied, Installateur; ne. plumber; Vw.: -; Hw.: s. klimpern; Q.: 18. Jh.; E.: von einem klemperer, klamperer; zu klempern, V., Blech hämmern; s. nhd. klimpern; L.: Kluge 1. A. s. u. klempern, Kluge s. u. Klempner, DW 11, 1144, EWD s. u. Klempner, Duden s. u. Klempner; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus vielleicht lautmalend geschaffenen klemp(ern) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Gegenstände aus Metall (besonders aus Blech) bearbeitenden oder herstellenden Handwerker; BM.: lautmalend?; F.: Klempner, Klempners, Klempnern+EW; Z.: Klemp-n-er
klengen, klenken, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.?): nhd. klengen, klenken, Zapfen von Nadelbäumen trocknen; ne. dry (V.) pine cones to make them lose their seed; Vw.: -; Hw.: s. klingen, Klang; E.: von klingen in der Bedeutung klingen machen; L.: Kluge 1. A. s. u. klenken, Kluge s. u. klengen, DW 11, 1145, Duden s. u. klengen; GB.: vielleicht schon früher belegte und mit klingen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Zapfen (M.Pl.) von Nadelbäumen trocknen damit die Samen ausfallen; BM.: rufen bzw. lärmen; F.: klengen, klenge, klengst, klengt, klengest, klenget, klengte, klengtest, klengten, klengtet, geklengt, ##geklengt, geklengte, geklengtes, geklengtem, geklengten, geklengter##, klengend, ###klengend, klengende, klengendes, klengendem, klengenden, klengender###, kleng (!), klenken, klenke, klenkst, klenkt, klenkest, klenket, klenkte, klenktest, klenkten, klenktet, geklenkt, ##geklenkt, geklenkte, geklenktes, geklenktem, geklenkten, geklenkter##, klenkend, ###klenkend, klenkende, klenkendes, klenkendem, klenkenden, klenkender###, klenk (!)+EW; Z.: kle-ng-en
klenken, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. klenken; Vw.: s. klengen
Klepper, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Klepper, ein schlechtes und meist altes Pferd; ne. nag, hack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kleppære* (2), klepper, klöppære*, klöpper, M., Klepper, Reitpferd, kleines Pferd, rasch trabendes Pferd; wohl Rückbildung von kleppern, klappern, lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Klepper, Kluge s. u. Klepper, DW 11, 1147, EWD s. u. Klepper, Duden s. u. Klepper; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und als Rückbildung aus klappern wohl lautmalend entwickelte und seitdem verwendete Bezeichnung für ein (schlechtes und meist altes) Pferd; BM.: lautmalend?; F.: Klepper, Kleppers, Kleppern+EW; Z.: Klepp-er
$Kleptomane, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kleptomane, zwanghafter Dieb; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Kleptoman(ie), s. e (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Manie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen zwanghaften Dieb; F.: Klemptomane, Klemptomanen+FW(+EW); Z.: Kle-p-t-o-man-e
Kleptomanie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kleptomanie, zwanghafter Drang zu dem Stehlen; ne. kleptomania; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κλέπτειν (kléptein), V., stehlen, entwenden; idg. *k̑lep-, *sk̑lep-?, V., verheimlichen, verstecken, stehlen, Pokorny 604 (937/169) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kleptomanie, fehlt DW, Duden s. u. Kleptomanie; Son.: vgl. nndl. kleptomanie, Sb., Kleptomanie; frz. kleptomanie, F., Kleptomanie; nschw. kleptomani, Sb., Kleptomanie; nnorw. kleptomanie, M., Kleptomanie; poln. klepotmania, F., Kleptomanie; kymr. cleptomania, M., Kleptomanie; nir. cleipteamáine, F., Kleptomanie; lit. kleptomanija, F., Kleptomanie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen zwanghaften Trieb oder Drang zu dem Stehlen; BM.: bergen, denken; F.: Kleptomanie+FW(+EW); Z.: Kle-p-t-o-man-ie
$kleptomanisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kleptomanisch, Kleptomanen oder Kleptomanie betreffend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Kleptoman(e), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Manie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Kleptoman(e) und isch und damit teilweise aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Kleptomanen betreffend oder Kleptomanie betreffend; F.: kleptomanisch, kleptomanische, kleptomanisches, kleptomanischem, kleptomanischen, kleptomanischer+FW+EW; Z.: kle-p-t-o-man-isch
klerikal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klerikal, geistlich, Klerus betreffend; ne. clerical; Vw.: -; Hw.: s. Kleriker, Klerus; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. clēricālis; E.: s. lat. clēricālis, Adj., Klerus betreffend, geistlich, priesterlich, Geistliche betreffend, den Geistlichen zugehörig, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat.-gr. clērus, M., Priesterstand; s. gr. κλῆρος (klēros), M., Los, Anteil; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klerus, fehlt DW, EWD s. u. Kleriker, Duden s. u. klerikal; Son.: vgl. nndl. klerikaal, Adj., klerikal; frz. clérical, Adj., klerikal; nschw. klerikal, Adj., klerikal; nnorw. klerikal, Adj., klerikal; poln. klerikalny, Adj., klerikal; kymr. clerigol, Adj., klerikal; nir. cléiriúil, Adj., klerikal; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geistlich oder den Klerus betreffend; BM.: Los bzw. schlagen; F.: klerikal, klerikale, klerikales, klerikalem, klerikalen, klerikaler(, klerikalere, klerikaleres, klerikalerem, klerikaleren, klerikalerer, klerikalst, klerikalste, klerikalstes, klerikalstem, klerikalsten, klerikalster)+FW(+EW); Z.: kle-r-ik-al
Kleriker, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kleriker, Geistlicher; ne. cleric, clergyman; Vw.: -; Hw.: s. klerikal, Klerus; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); I.: Lw. lat. clēricus; E.: s. mhd. kleric, cleric, st. M., Kleriker; mnd. klerik, klerek, klerik, st. M., Weltgeistlicher minderen Grades, Geistlicher ohne Priesterweihe, geistlicher Schüler; mnl. clerc, M., Kleriker; ahd. klirih*, klerik*, st. M. (a?), Kleriker; lat. clēricus, M., Kleriker, Geistlicher, Priester, (um 383-419/420 n. Chr.); clērus, M., Priesterstand; s. gr. κλῆρος (klēros), M., Los, Anteil; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klerus, fehlt DW, EWD s. u. Kleriker, EWAhd 5, 608, Duden s. u. Kleriker; Son.: vgl. afries. klerk, st. M. (a), „Kleriker“, niederer Weltgeistlicher; ae. clēric, clēroc, clīroc, st. M. (a), Kleriker, Geistlicher; an. klerkr, st. M. (a), Geistlicher, Gelehrter, Kleriker; nndl. klerk, Sb., Kleriker; ne. clerk, M., Angestellter; nnorw. klerk, M., Kleriker; poln. kleryk, M., Kleriker; kymr. clerigwyr, M., Kleriker; GB.: seit um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Geistlichen; BM.: Los bzw. schlagen; F.: Kleriker, Klerikers, Klerikern+FW; Z.: Kle-r-ik-er
Klerus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Klerus, Geistlichkeit; ne. clergy; Vw.: -; Hw.: s. klerikal, Kleriker; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. clērus; E.: s. lat. clērus, M., Priesterstand, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. κλῆρος (klēros), M., Los, Anteil; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klerus, fehlt DW, EWD s. u. Kleriker, Duden s. u. Klerus; Son.: vgl. nndl. clerus, Sb., Klerus; frz. clergé, M., Klerus; nschw. klerus, Sb., Klerus; nnorw. kleresi, N., Klerus; nnorw. (Nynorsk) klerus, M., Klerus; poln. kler, M., Klerus; nir. cléir, F., Klerus; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen sowie dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der (katholischen) Geistlichkeit; BM.: Los bzw. schlagen; F.: Klerus+FW; Z.: Kle-r-us
Klette, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Klette, ein Korbblütengewächs; ne. burdock, clite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. klette, sw. M., Klette; mnd. klette, F., Klette; mnl. clesse, clisse, clette, clitte, F., Klette; ahd. kletta, kledda*, sw. F. (n), Klette, Große Klette, Klettfrucht; as. kledda*, kledtha*, st. F. (ō), Klette; anfrk. klissa, F., Klette (nur in Ortsnamen); germ. *kliþþō-, *kliþþōn, *kliþþa-, *kliþþan, Sb., Klette; germ. *klaitō-, *klaitōn, sw. F. (n), Klette; idg. *gleit-, V., Sb., kleben, schmieren (V.) (1), Klette, Pokorny 364; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klette, Kluge s. u. Klette, EWD s. u. Klette, DW 11, 1151, EWAhd 5, 573, Falk/Torp 58, Duden s. u. Klette; Son.: vgl. afries. -; ae. clīte, sw. F. (n), Huflattich; ae. clāte, sw. F. (n), Klette; an. -; got. -; nndl. klis, Sb., Klette, nndl. klit, Sb., formlose Masse; GB.: (kletta) seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche und aus Nordwestafrika kommende kleinere Pflanze der Korbblütengewächse mit kugeligen meist rötlichen und mit Widerhaken versehenen und damit leicht an Tieren und der Kleidung von Menschen haftenden und dadurch Samen verbreitenden Blütenköpfen; BM.: ballen; F.: Klette, Kletten+EW; Z.: Kle-t-t-e
klettern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. klettern, kraxeln, steil nach oben steigen; ne. climb (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1482 (Vokabular); E.: mhd. kletteren*, klettern, sw. V., klettern; vielleicht Zusammenhang mit Klette (s. d.), oder von einem kletten; L.: Kluge 1. A. s. u. kletern, Kluge s. u. klettern, DW 11, 1155, EWD s. u. klettern, Duden s. u. klettern, Bluhme s. u. klettern; GB.: seit 1482 belegte und vielleicht mit Klette verbindbare Bezeichnung für einigen höheren Tieren sowie dem Menschen durch Verwenden der Pfoten oder der Hände und Füße zu einem Festhalten an höheren Gegenständen mögliches steil nach oben steigen; BM.: anhaften bzw. ballen?; F.: klettern, klettere, kletter (!), klettre, kletterst, klettert, kletterte, klettertest, kletterten, klettertet, geklettert, ##geklettert, geklettertes, geklettertem, gekletterten, gekletterter##, kletternd, ###kletternd, kletternde, kletterndes, kletterndem, kletternden, kletternder###, kletter (!)+EW; Z.: kle-t-t-er-n
Kletze, nhd. (dial.), F., (17. Jh.): nhd. Kletze, getrocknete Birne, Hutzel; ne. dried pear; Vw.: -; Hw.: s. Kloß; Q.: 17. Jh.; E.: zu mhd. klœzen, klōzen, sw. V., spalten, trennen, auseinanderreißen; vgl. mhd. klōz, st. M., st. N., Klumpe, Knolle, Knäuel, Klotz, Keil, Knebel; ahd. klōz, st. M., Klumpen (M.), Kloß, Masse, Haufe, Haufen, Knebel; s. germ. *klut-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kletze, DW 11, 1157, Duden s. u. Kletze; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Kloß verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht auch schon früher getrocknete Birne oder Hutzel; BM.: ballen; F.: Kletze, Kletzen+EW; Z.: Kletz-e
Klezmer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Klezmer, ein Musiker; ne. Klezmer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. hebr. klezmer; E.: s. hebr. klezmer, kelé-zèmer, Sb., Musikintrument, Musikant; vgl. hebr. kejli, F., Gerät; hebr. semer, Sb., Gesang; L.: Kluge s. u. Klezmer, fehlt DW, Duden s. u. Klezmer; Son.: vgl. nndl. klezmer, Sb., Klezmer; frz. klezmer, M., Klezmer; nschw. klezmer, Sb., Klezmer; nnorw. klezmer, Sb., Klezmer; poln. klezmer, M., Klezmer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für aus Osteuropa stammende traditionelle jüdische Instrumentalmusiker; BM.: Gerät, Gesang; F.: Klezmer, Klezmers+FW; Z.: Klezm-er
klick, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. klick; ne. click (Interj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. klick, (DW 11, 1158,) Duden s. u. klick, Bluhme s. u. klicken; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für ein helles und kurzes metallisch klingendes Geräusch; BM.: lautmalend; F.: klick+EW; Z.: klick; Z.: klick
$klicken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. klicken; E.: s. klick, s. en; L.: Kluge s. u. klick, DW 11, 1158; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus klick und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein helles und kurzes metallisch klingendes Geräusch verursachen oder von sich geben; F.: klicken, klicke (!), klickst, klickt, klickest, klicket, klickte, klicktest, klickten, klicktet, geklickt, ##geklickt, geklickte, geklicktes, geklicktem, geklickten, geklickter##, klickend, ###klickend, klickende, klickendes, klickendem, klickenden, klickender###, klick (!)+EW; Z.: klick-en
Klicker, Klucker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klicker, Klucker, Murmel, Schusser ; ne. clicker, marble (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Klicker, DW 11, 1160, Duden s. u. Klicker; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit klick und klicken verbindbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine als Spielzeug von Kindern entwickelte und verwendete Murmel oder einen Schusser; BM.: lautmalend; F.: Klicker, Klickers, Klickern, Klucker, Kluckers, Kluckern+EW; Z.: Klick-er
klieben, nhd. (dial.), st. V., (8. Jh.): nhd. klieben, spalten; ne. split (V.), cleave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. klieben, st. V., spalten, klieben, sich spalten; mnd. kluven, sw. V., klieben, sich spalten; mnl. clieven, V., spalten; ahd. klioban*, st. V. (2a), klieben, spalten, zerteilen; as. kliovan*, st. V. (2a), klieben, sich spalten; germ. *kleuban, st. V., spalten, klauben; idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. klieben, Kluge s. u. klieben, EWD s. u. klieben, DW 11, 1160, EWAhd 5, 606, Falk/Torp 59, Seebold 301, Duden s. u. klieben, Bluhme s. u. klieben; Son.: süddeutsch, österr.; vgl. afries. -; ae. cléofan, st. V. (2), spalten, trennen; an. kljūfa, st. V. (2), spalten; got. -; nndl. klieven, V., klieben; nschw. klyva, V., klieben; nisl. kljúfa, V., klieben; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes spalten; BM.: schneiden; F.: klieben, kliebe (!), kliebst, kliebt, kliebest, kliebet, kliebte, kliebtest, kliebten, kliebtet, gekliebt, ##gekliebt, gekliebte, gekliebtes, gekliebtem, gekliebten, gekliebter##, kliebend, ###kliebend, kliebende, kliebendes, kliebendem, kliebenden, kliebender###, klieb (!)+EW; Z.: klieb-en
Klient, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Klient, Schutzbedürftiger, Vertretener; ne. client; Vw.: -; Hw.: s. Klientel; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. cliēns; E.: s. lat. cliēns, M., Höriger, Klient, sich des Schutzes halber an jemanden Anlehnender, Schutzgenosse, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klient, fehlt DW, EWD s. u. Klient, Duden s. u. Klient; Son.: vgl. nndl. cliënt, Sb., Klient; frz. client, M., Klient; nschw. klient, Sb., Klient; nnorw. klient, M., Klient; poln. klient, M., Klient; kymr. cleient, M., Klient; nir. cliant, M., Klient; lit. klientas, M., Klient; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Schutzbedürftigen oder Vertretung Suchenden oder Vertretenen; BM.: neigen; F.: Klient, Klienten+FW(+EW); Z.: Kli-ent
Klientel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klientel, Klientenschaft, Gesamtheit der Klienten; ne. clientele; Vw.: -; Hw.: s. Klient; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. clientēla; E.: s. lat. clientēla, F., Klientschaft, Klientelverbindung, Schutzverwandtschaft, Klienten, Schutzgenossenschaft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cliēns, M., Höriger, Klient, sich des Schutzes halber an jemanden Anlehnender, Schutzgenosse, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klient, fehlt DW, EWD s. u. Klient, Duden s. u. Klientel; Son.: vgl. nndl. clientèle, Sb., Klientel; frz. clientèle, F., Klientel; nschw. klientel, N., Klientel; nnorw. klientell, N., Klientel; poln. klientela, F., Klientel; kymr. cleientiaid, Sb., Klientel; nir. cliantacht, F., Klientel; lit. klientūra, F., Klientel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Gesamtheit der Klienten; BM.: neigen; F.: Klientel, Klientelen+FW(+EW); Z.: Kli-ent-el
Kliff, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kliff, schroffer Felsen, Felswand, Steilhang; ne. cliff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 830 (Heliand); E.: s. mnd. klēf, kleif, klēv, klēb, kleff, klē, klif, N., Kliff, Klippe, Fels, Felsen, felsige Höhle, Felsvorsprung, steiler Geestabfall; as. klif*, st. N. (a), Fels, Felsen; ahd. -; anfrk. -; germ. *klaibō, st. F. (ō), Klippe; vgl. idg. *gleibʰ-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 363; idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 362; idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kliff, (DW 11, 1163 in anderer Bedeutung,) EWD s. u. Klippe, Duden s. u. Kliff; Son.: vgl. afries. -; ae. clif, st. N. (a), Fels, Felsen, Klippe; an. klif, st. N. (a), steiler Felsen, Klippe; got. -; nndl. klif, Sb., Kliff; GB.: (klif) seit um 830 as. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen steil abfallenden schroffen Felsen oder eine Felswand oder einen Steilhang; BM.: ballen; F.: Kliff, Kliffs, Kliffes, Kliffe, Kliffen+EW; Z.: Kli-ff
Klima, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Klima, Atmosphäre, Stimmung, jährlicher Ablauf der Witterung; ne. climate; Vw.: -; Hw.: s. klimatisieren; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: mnd. klima, Sb., Weltabschnitt; lat. clīma, N., Klima, Gegend, Feldmaß, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κλίμα (klíma), N., Neigung, Himmelsgegend, Gegend; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klima, fehlt DW, EWD s. u. Klima, Duden s. u. Klima; Son.: vgl. nndl. klimaat, Sb., Klima; frz. climat, M., Klima; nschw. klimat, N., Klima; nnorw. klima, N., Klima; poln. klimat, M., Klima; lit. klimatas, M., Klima; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den für ein bestimmtes geografisches Gebiet typischen jährlichen Ablauf der Witterung; BM.: neigen; F.: Klima, Klimas, Klimata, Klimate+FW; Z.: Kli-m-a
$klimakterisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klimakterisch, das Klimakterium betreffend; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Klimakter(ium), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klimakterium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Klimakter(ium) und isch gebildete Bezeichnung für das Klimakterium betreffend; F.: klimakterisch, klimakterische, klimakterisches, klimakterischem, klimakterischen, klimakterischer+FW(+EW); Z.: kli-m-akt-er-isch
Klimakterium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Klimakterium, Menopause, Wechseljahre; ne. climacteric (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. κλιμακτήρ (klimaktḗr), M., Leitersprosse; vgl. gr. κλῖμαξ (klimax), F., Treppe, Leiter (F.); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klimakterium, fehlt DW, EWD s. u. Klimakterium, Duden s. u. Klimakterium; Son.: vgl. nndl. climacterium, Sb., Klimakterium; nschw. klimakterium, N., Klimakterium; nnorw. klimakterium, N., Klimakterium; poln. klimakterium, N., Klimakterium; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Wechseljahre der Frau; BM.: kritischer Punkt in dem menschlichen Leben bzw. neigen; F.: Klimakterium, Klimakteriums+FW(+EW); Z.: Kli-m-akt-er-i-um
$klimatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klimatisch, Klima betreffend; E.: s. Klima, s. t, s. isch; L.: Kluge s. u. Klima, fehlt DW, EWD s. u. Klima; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klima und t sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches das Klima betreffend; F.: klimatisch, klimatische, klimatisches, klimatischem, klimatischen, klimatischer+FW(+EW); Z.: kli-m-at-isch
klimatisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. klimatisieren, Luft oder Klima regulieren; ne. climatize; Vw.: s. ak-; Hw.: s. Klima; Q.: 18. Jh.?; E.: s. Klima, s. t, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. akklimatisieren, fehlt DW, Duden s. u. klimatisieren; Son.: vgl. nnorw. klimatisere, V., klimatisieren; poln. klimatyzować, V., klimatisieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Klima und t sowie is und ieren gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Temperatur und Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen in ein bestimmtes gewünschtes Verhältnis bringen; BM.: neigen; F.: klimatisieren, klimatisiere, klimatisierst, klimatisiert, klimatisierest, klimatisieret, klimatisierte, klimatisiertest, klimatisierten, klimatisiertet, ##klimatisiert, klimatisierte, klimatisiertes, klimatisiertem, klimatisierten, klimatisierter##, klimatisierend, ###klimatisierend, klimatisierende, klimatisierendes, klimatisierendem, klimatisierenden, klimatisierender###, klimatisier (!)+FW+EW; Z.: kli-m-at-is-ier-en
Klimax, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klimax, Höhepunkt, Orgasmus; ne. climax (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. clīmax; E.: s. lat. clīmax, F., Steigerung, Klimax, (um 180-102 v. Chr.); gr. κλῖμαξ (klimax), F., Treppe, Leiter (F.); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klimax, fehlt DW, EWD s. u. Klimakterium, Duden s. u. Klimax; Son.: vgl. nndl. climax, Sb., Klimax; frz. climax, F., Kimax; nschw. klimax, Sb., Klimax; nnorw. klimaks, M., N., Klimax; kymr. cleimacs, M., Klimax; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Höhepunkt; BM.: neigen; F.: Klimax, Klimaxe, Klimaxen+FW(+EW); Z.: Kli-m-ax
Klimbim, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Klimbim, nutzloses Zeug; ne. odds and ends; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. Klimbim, fehlt DW, EWD s. u. Klimbim, Duden s. u. Klimbim; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches nutzloses Zeug; BM.: lautmalend; F.: Klimbim, Klimbims+EW; Z.: Klim-bim
klimmen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. klimmen, klettern, steigen; ne. climb (V.); Vw.: -; Hw.: s. Klemmer; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klimmen, klimben, st. V., steigen, klettern, klimmen, erklimmen, zwicken, kneifen, packen; mnd. klimmen (1), st. V., klimmen, klettern, steigen (V.), hinaufsteigen, emporsteigen, aufsteigen, erklimmen, erklettern; mnd. klemmen (1), st. V., hinaufsteigen, hinabsteigen; mnl. climmen, clemmen, V., klettern, steigen, hinaufsteigen; ahd. klimban*, st. V. (3a), erklimmen, ersteigen, steigen, besteigen, hinaufsteigen, den Himmelspol erreichen; as. -; anfrk. -; germ. *klemban, st. V., klimmen; s. idg. *glembʰ-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; vgl. idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. klimmen, Kluge s. u. klimmen, DW 11, 1163, EWD s. u. klimmen, EWAhd 5, 599, Falk/Torp 56, Seebold 298, Duden s. u. klimmen, Bluhme s. u. klimmen; Son.: vgl. afries. -; ae. climban, st. V. (3a), klimmen; ae. climban, st. V. (3a), klimmen; an. -; got. -; nndl. klimmen, V., klimmen, klettern; GB.: (klimban) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einigen höheren Tieren sowie dem Menschen durch Verwenden der Pfoten oder der Hände und Füße zu einem Festhalten an höheren Gegenständen mögliches steil nach oben steigen; BM.: ballen; F.: klimmen, klimme, klimmst, klimmt, klimmest, klimmet, klimmte, klimmtest, klimmten, klimmtet, geklimmt, ##geklimmt, geklimmte, geklimmtes, geklimmtem, geklimmten, geklimmter##, klimmend, ###klimmend, klimmende, klimmendes, klimmendem, klimmenden, klimmender###, klimm (!)+EW; Z.: kli-mm-en
$Klimmzug, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Klimmzug; E.: s. klimm(en), s. Zug; L.: fehlt DW, EWD s. u. klimmen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus klimm(en) und Zug gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Eigengewichtsübung bei welcher der Mensch an einer Stange greifend sich frei hängend nach oben zieht; F.: Klimmzug, Klimmzugs, Klimmzuges, Klimmzüge, Klimmzügen+EW; Z.: Kli-mm—zu-g
$Klimperei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klimperei, Klimpeern; E.: s. klimper(n), s. ei (Suff.); L.: DW 11, 1169, EWD s. u. klimpern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus klimper(n) und ei gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Spielerei oder Klimpern auf einem Klavier oder einem anderen klimpernden Musikinstrument; F.: Klimperei, Klimpereien+EW; Z.: Klimp-er-ei
$Klimperkasten, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klimperkasten, Klavier; E.: s. klimper(n), s. Kasten (M.); L.: DW 11, 1169, EWD s. u. klimpern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus klimper(n) und Kasten (M.) gebildete abwertende Bezeichnung für ein Klavier; F.: Klimperkasten, Klimperkastens, Klimperkästen+EW; Z.: Klimp-er—kas-t-en
klimpern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klimpern, stümperhaft auf einem Tasteninstrument spielen; ne. tinkle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Klempner; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. klimpern, Kluge s. u. klimpern, DW 11, 1169, EWD s. u. klimpern, Duden s. u. klimpern, Bluhme s. u. klimpern; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für mehrfach hintereinander ein helles Geräusch von sich geben oder stümperhaft auf einem Tasteninstrument spielen; BM.: lautmalend?; F.: klimpern, klimpere, klimper (!), klimpre (!), klimperst, klimpert, klimperte, klimpertest, klimperten, klimpertet, geklimpert, ##geklimpert, geklimpertes, geklimpertem, geklimperten, geklimperter##, klimpernd, ###klimpernd, klimpernde, klimperndes, klimperndem, klimpernden, klimpernder###, klimper (!)+EW; Z.: klimp-er-n
...klination, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...klination, ...neigung; ne. ...clination; Vw.: s. De-, In-; Hw.: s. ...klinieren; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. ...clinaison, Suff., ...klination; nschw. ...klination, Suff., ...klination; nnorw. ...klinasjon, Suff., ...klination; poln. ...clinacja, Suff., ...klination; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu der Bildung von abgeleiteten Formen von Substantiven verwendete Bezeichnung für Neigung; BM.: neigen; F.: ...inklination, ...inklinationen+FW(+EW); Z.: -kli-n-at-io-on
Klinge (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Klinge (F.) (1), Schwertklinge; ne. blade; Vw.: -; Hw.: s. klingen; Q.: 1190-1200 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. klinge (1), sw. F., st. F., Klinge (F.) (1), Schwert, Messerklinge; mnd. klinge (1), F., Klinge (F.), Schwertklinge, Messerklinge; vgl. mhd. klingen, st. V., klingen, tönen, rauschen, klingen lassen; mnd. klingen (1), st. V., sw. V., klingen, klingeln, erklingen, ertönen, läuten, schellen, hellen Klang von sich geben, klingenden Ton (M.) (2) von sich geben, laut werden, offenbar werden; ahd. klingan* (1), st. V. (3a), klingen, schellen, tönen, ertönen, gellen; germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548? (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klinge 1, Kluge s. u. Klinge 1, Klinge, DW 11, 1171, Duden s. u. Klinge; GB.: seit 1190-1200 belegte und mit ahd. klingan und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen flachen aus Stahl oder Eisen bestehenden geschliffenen Teil eines zu dem Schneiden oder Stechen dienenden Werkzeugs; BM.: rufen bzw. vom Klang des auf Helm oder Panzer treffenden Schwertes; F.: Klinge, Klingen+EW; Z.: Kli-ng-e
Klinge (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Klinge (F.) (2), Gießbach, Gebirgsbach, Schlucht; ne. bourn, torrent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. klinge (2), sw. F., st. F., Gebirgsbach, Talschlucht, Bachtal, Schlucht; ahd. klinga*, klinka*, st. F. (ō), sw. F. (n), Bach, Sturzbach, schnell fließendes Gewässer, Quelle, Gebirgsbach, Wasserlauf, Taleinschnitt; germ. *klengō-, *klengōn?, *klenga-, klengan?, sw. M. (n), Gießbach, Bach; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Klinge 2, Kluge s. u. Klinge 2, DW 11, 1173, EWAhd 5, 605, Seebold 300, Duden s. u. Klinge; Son.: s. bad. klinge, F., Schlucht, enges Tal mit Wasser; bair. kling, F., enge Schlucht, tiefer Graben (M.); tirol. klinge, F., enge Schlucht; steir. klinge, F., Biegung eines fließenden Gewässers; rhein. klinge, F., schmaler Wasserlauf mit Gelände; thür. klinge, F., Quelle, Bach, Wassergraben; GB.: (ahd. klinga) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Gebirgsbach mit einem starken Gefälle; BM.: lautmalend?; F.: Klinge, Klingen+EW; Z.: Kling-e
$Klingel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Klingel, Glöckchen; E.: s. kling(en), s. el; L.: Kluge s. u. klingeln, DW 11, 1175, EWD s. u. klingeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kling(en) und el gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einer außerhalb eines Gebäudes für die Bewohner in dem Inneren hörbar angebrachten Anzeige einer Ankunft; F.: Klingel, Klingeln+EW; Z.: Kli-ng-el
$Klingelbeutel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Klingelbeutel; E.: s. Klingel, s. Beutel; L.: Kluge s. u. Klingelbeutel, DW 11, 1176, EWD s. u. klingeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Klingel und Beutel gebildete Bezeichnung für einen mit einem Glöckchen (Klingel) zwecks Erweckung von Aufmerksamkeit versehenen Sammelbeutel für Spenden in einer Kirche; F.: Klingelbeutel, Klingelbeutels, Klingelbeuteln+EW; Z.: Kli-ng-el—beu-t-el
klingeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. klingeln, läuten, schellen; ne. jungle (V.), ring (V.); Vw.: -; Hw.: s. klingen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. klingelen, sw. V., plätschern, schwatzen, einen Klang geben; ahd. klingilōn*, kingilōn*, sw. V. (2), klingen, harmonisch klingen, klingeln, klirren, plätschern, dröhnen, murmeln; vgl. ahd. klingan* (1), st. V. (3a), klingen, schellen, tönen, ertönen, gellen; germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548? (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. klingeln, Kluge s. u. klingeln, DW 11, 1107, EWD s. u. klingeln, EWAhd 5, 604, Duden s. u. klingeln; GB.: (ahd. klingilōn) seit um 765 belegte und mit klingen sowie dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für oft schrill klingende Töne sehr schnell hintereinander von sich geben oder für mit einem Glöckchen läuten; BM.: klingen bzw. lärmen; F.: klingeln, klingel (!), klingle, klingelst, klingelt, klingelte, klingeltest, klingelten, klingeltet, geklingelt, ##geklingelt, geklingelte, geklingeltes, geklingeltem, geklingelten, geklingelter##, klingelnd, ###klingelnd, klingelnde, klingelndes, klingelndem, klingelnden, klingelnder###, klingel (!)+EW; Z.: kli-ng-el-n
klingen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. klingen, tönen, ertönen; ne. sound (V.); Vw.: -; Hw.: s. Klang, klengen, klingeln, Klinge (1); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. klingen, st. V., klingen, tönen, rauschen, klingen lassen; mnd. klingen (1), st. V., sw. V., klingen, klingeln, erklingen, ertönen, läuten, schellen, hellen Klang von sich geben, klingenden Ton (M.) (2) von sich geben, laut werden; mnl. clingen, clinghen, V., klingen; ahd. klingan* (1), st. V. (3a), klingen, schellen, tönen, ertönen, gellen; as. klingen, st. V., sw. V., klingen; anfrk. -; germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548? (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. klingen, Kluge s. u. klingen, EWD s. u. klingen, DW 11, 1179, EWAhd 5, 601, Falk/Torp 56, Seebold 299, Duden s. u. klingen, Bluhme s. u. klingen; Son.: vgl. afries. klinga, st. V. (3a), klingen; ae. -; an. -; got. -; nndl. klinken, V., klingen; nschw. klinga, V., klingen; nnorw. klinge, V., klingen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kürzere Zeit anhaltende meist helle und reine dem Ohr wohlgefällige Töne von sich geben oder tönen; BM.: rufen bzw. lärmen; F.: klingen, klinge (!), klingst, klingt, klingest, klinget, klang (!), klangst, klangen, klangt, klänge (!), klängest, klängen (!), klänget, geklungen, ##geklungen, geklungene, geklungenes, geklungenem, geklungenen, geklungener##, klingend, ###klingend, klingende, klingendes, klingendem, klingenden, klingender###, kling (!)+EW; Z.: kli-ng-en
...klinieren, nhd., V., (14. Jh.?): nhd. ...klinieren, ...neigen; ...cline; Vw.: s. de-; Hw.: s. ...klination; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. clīnāre; E.: s. lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...clineren, Suff., ...klinieren; frz. ...cliner, Suff., ...klinieren; nschw. ...klinera, Suff., ...klinieren; nnorw. ...klinere, Suff., ...klinieren; poln. ...klinować, Suff., ...klinieren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen verwendetes Grundwort zu einer Bezeichnung für die Bildung abgeleiteter Formen von Substantiven; BM.: neigen; F.: ...klinieren, ...kliniere, ...klinierst, ...kliniert, ...klinierest, ...klinieret, ...klinierte, ...kliniertest, ...klinierten, ...kliniertet, ##...kliniert, ...klinierte, ...kliniertes, ...kliniertem, ...klinierten, ...klinierter##, ...klinierend, ###...klinierend, ...klinierende, ...klinierendes, ...klinierendem, ...klinierenden, ...klinierender###, ...klinier (!)+FW(+EW); Z.: -kli-n-ier-en
Klinik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klinik, Krankenhaus, Hospital; ne. clinic; Vw.: s. Poli-; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. clīnicē; E.: s. lat. clīnicē, F., Klinik, (23/24-79 n. Chr.); gr. κλινική (klinikḗ), F., Klinik; vgl. gr. κλίνη (klínē), F., Bett, Lager; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klinik, fehlt DW, EWD s. u. Klinik, Duden s. u. Klinik; Son.: vgl. nndl. kliniek, Sb., Klinik; frz. clinique, F., Klinik; nschw. klinik, Sb., Klinik; nnorw. klinikk, M., Klinik; poln. klinika, F., Klinik; kymr. clinig, M., Klinik; nir. clinic, M., Klinik; lit. klinika, F., Klinik; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein auf die Behandlung bestimmter Erkrankungen spezialisiertes Krankenhaus oder für eine Einrichtung zu einer Unterweisung in Heilkunde; BM.: neigen; F.: Klinik, Kliniken+FW(+EW); Z.: Kli-n-ik
$Kliniker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kliniker; E.: s. Klinik, s. er; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klinik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (clinicus) aufgenommene und umgebildete und aus Klinik und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen mit einer Klinik verbundenen Menschen; F.: Kliniker, Klinikers, Klinikern+FW(+EW); Z.: Kli-n-ik-er
$Klinikum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Klinikum, Klinik; Q.: 1813 (Campe); E.: s. lat. clinic(us), s. um; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klinik; GB.: seit 1813 belegte und wohl aus lat. clinic(us) und um gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine (umfassendere) Klinik; F.: Klinikum, Klinikums+FW(+EW); Z.: Kli-n-ik-um
$klinisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klinisch, Klinik betreffend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. lat. clinic(us), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klinik; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus lat. clinic(us) und isch gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine Klinik betreffend; F.: klinisch, klinische, klinisches, klinischem, klinischen, klinischer+FW(+EW); Z.: kli-n-isch
Klinke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Klinke, Griff, Türklinke; ne. handle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. klinke, sw. F., Klinke, Türklinke, Türriegel; mnd. klinke, klenke, klinge, F., Klinke, gewinkelter Hebel, einfallender Türriegel, Verschlussklinke des Schlagbaums; nach Kluge von einem mnl. clinke, F., Klinke; germ. *klengan, V., festsitzen; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klinke, Kluge s. u. Klinke, DW 11, 1194, EWD s. u. Klinke, Duden s. u. Klinke, Bluhme s. u. Klinke; GB.: seit dem Spätmittelalter (1276-1318) belegte und vielleicht aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten beweglichen und hebelartigen Griff zu einem Schließen oder Öffnen einer Türe; BM.: ballen; F.: Klinke, Klinken+EW; Z.: Kli-nk-e
$klinken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klinken, Klinke betätigen, klammern; E.: s. Klink(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Klinke, DW 11, 1196, EWD s. u. Klinke; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Klink(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Klinke betätigen oder wohl auch klammern; F.: klinken, klinke (!), klinkst, klinkt, klinkest, klinket, klinkte, klinktest, klinkten, klinktet, geklinkt, ##geklinkt, geklinkte, geklinktes, geklinktem, geklinkten, geklinkter##, klinkend, ###klinkend, klinkende, klinkendes, klinkendem, klinkenden, klinkender###, klink (!)+EW; Z.: kli-nk-en
Klinker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klinker, sehr hart gebrannter Ziegelstein; ne. clinker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. klinker; E.: s. nndl. klinker, Sb., Pflasterstein; vgl. nndl. klinken, V., klingen; germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen; idg. *kel- (6), *kelē-, *klē-, *kelā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548? (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Klinker, DW 11, 1197, EWD s. u. Klinker, Duden s. u. Klinker, Bluhme s. u. Klinker; Son.: vgl. frz. clinker, M., Klinker; nschw. klinker, Sb., Klinker; nnorw. klinker, M., Klinker; poln. klinkier, M., Klinker; kymr. clincer, M., Klinker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit klingen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kleineren und sehr hart gebrannten Ziegelstein; BM.: klingen; F.: Klinker, Klinkers, Klinkern+EW; Z.: Kli-nk-er
Klinse, Klinze, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Klinse, Klinze, feiner Spalt; ne. fine gap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. klumse, klunse, sw. F., Spalte, Ritze; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit klemmen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klinse, Kluge s. u. Klinse, DW 11, 1198, Duden s. u. Klinse; GB.: seit 1250-1272 (mhd. klumse) belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit klemmen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen feinen Spalt; BM.: ballen?; F.: Klinse, Klinsen+EW; Z.: Klins-e
Klinze, nhd., F.: nhd. Klinze; Vw.: s. Klinse
Klip, nhd., M.: nhd. Klip; Vw.: s. Clip
klipp, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klipp, passend; ne. point-blank; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus nd. klipp, Adj., passend; wohl zu dem Schallwort klippen; L.: Kluge s. u. klipp, EWD s. u. klipp, fehlt DW, Duden s. u. klipp; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende und mit klippen verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung vielleicht für passend; Son.: nur in der Formel klipp und klar; BM.: lautmalend?; F.: klipp+EW; Z.: klipp
Klipp…, nhd., ?, 16. Jh.: nhd. Klipp…; ne. bad?, primary?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu nd. klippen, V., hell tönen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Klipp-, fehlt DW, EWD s. u. klipp; Son.: s. Klippschule, Klippkram, Klippschenke; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für einfach oder schlicht sowie wohl auch für Klipp(e) verwendete Bezeichnung; BM.: lautmalend?; F.: Klipp…+EW; Z.: Klipp-
Klippe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Klippe, steiler Fels, großer Felsblock; ne. cliff; Vw.: -; Hw.: s. Klippfisch; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. klippe (1), F., Klippe, Felsklippe, Fels, Felsstück, steiler Felsabfall, nackter Fels; mnl. clippe, F., Klippe; mhd. kliffe, klippe, sw. F., Klippe; as. klif*, st. N. (a), Fels; s. germ. *klaibō, st. F. (ō), Klippe; vgl. idg. *gleibʰ-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 363; idg. *glei-, *gloi-, *gleiH-, V., kleben, schmieren (V.) (1), Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klippe, Kluge s. u. Klippe, DW 11, 1200, EWD s. u. Klippe, Duden s. u. Klippe, Bluhme s. u. Klippe; Son.: vgl. nndl. klip, Sb., Klippe; nschw. klippa, Sb., Klippe; nnorw. klippe, M., Klippe; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen Felsblock an dem Meer in der Nähe der Küste; BM.: ballen; F.: Klippe, Klippen+EW?; Z.: Kli-p-p-e
klippen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. klippen, hell tönen; ne. sound (V.) bright; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. klippen, DW 11, 1205, Duden s. u. klippen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für hell tönen; BM.: lautmalend; F.: klippen (!), klippe (!), klippst, klippt, klippest, klippet, klippte, klipptest, klippten, klipptet, geklippt, ##geklippt, geklippte, geklipptes, geklipptem, geklippten, geklippter##, klippend, ###klippend, klippende, klippendes, klippendem, klippenden, klippender###, klipp (!)+EW; Z.: klipp-en
Klipper, Clipper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Klipper, Clipper, ein Segelschiff, ein großes Verkehrsflugzeug; ne. clipper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. clipper; E.: s. ne. clipper, N., schnelles Schiff; vgl. ne. clip, V., schneiden, scheren; ae. clyppan, sw. V. (1), umarmen, einschließen, umschließen, greifen, preisen, ehren, wertschätzen; germ. *klumpō-, *klumpōn, *klumpa-, *klumpan, sw. M. (n), Spange, Klumpen; vgl. idg. *glembʰ-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klipper, (DW 11, 1206 Schlägel, Klempner,) Duden s. u. Klipper; Son.: vgl. nndl. klipper, Sb., Klipper; frz. clipper, M., Klipper; nschw. klipper, Sb., Klipper; nnorw. klipper, M., Klipper; poln. kliper, M., Klipper; kymr. clipiwr, M., Klipper; nir. clipéar, M., Klipper; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung ursprünglich für ein schnelles Segelschiff und davon abgeleitet später für ein großes Verkehrsflugzeug; BM.: ballen; F.: Klipper, Klippers, Klippern+FW; Z.: Kli-pp-er
Klippfisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klippfisch, (auf Klippen) getrockneter Dorsch; ne. klipfish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. klipvis; E.: s. nndl. klipvis, Sb., Klippfisch; vielleicht s. nhd. Klippe, Fisch; L.: Kluge s. u. Klippfisch, DW 11, 1208, EWD s. u. Klippe, Duden s. u. Klippfisch; Son.: vgl. nschw. klippfisk, Sb., Klippfisch; nnorw. klippfisk, M., Klippfisch; poln. klipfisz, M., Klippfisch; kymr. clipbysgodyn, M., Klippfisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen auf Klippen getrockneten Fisch (Dorsch); BM.: auf Klippen getrockneter Fisch?; F.: Klippfisch, Klippfischs, Klippfisches, Klippfische, Klippfischen+FW+EW; Z.: Klipp—fisch
$Klippschule, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Klippschule; E.: s. Klipp, s. Schule; L.: DW 11, 1210, EWD s. u. klipp; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Klipp und Schule gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit in den Niederlanden und in Deutschland entwickelte und verwendete einfachere und schlechter bewertete private Schule; F.: Klippschule, Klippschulen+EW+FW; Z.: Klipp—schu-l-e
klirren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klirren, metallen klingen; ne. chink (V.), clink (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. klirren, Kluge s. u. klirren, DW 11, 1210, EWD s. u. klirren, Duden s. u. klirren, Bluhme s. u. klirren; Son.: vgl. nschw. klirra, V., klirren; nnorw. klirre, V., klirren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für bei Aneinanderstoßen oder Zerschellen einen hellen metallen klingenden Ton (M.) (2) von sich geben; BM.: lautmalend; F.: klirren, klirre, klirrst, klirrt, klirrest, klirret, klirrte, klirrtest, klirrten, klirrtet, geklirrt, ##geklirrt, geklirrte, geklirrtes, geklirrtem, geklirrten, geklirrter##, klirrend, ###klirrend, klirrende, klirrendes, klirrendem, klirrenden, klirrender###, klirr (!)+EW; Z.: klirr-en
Klischee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Klischee, Bildstock, Druckstock, Abgegriffenes; ne. cliché; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. cliché; E.: s. frz. cliché, M., Klischee; vgl. frz. clicher, V., nachbilden; lautnachahmend; L.: Kluge s. u. Klischee, EWD s. u. Klischee, Duden s. u. Klischee; Son.: vgl. nndl. chliché, Sb., Klischee; nschw. kliché, Sb., Klischee; nnorw. klisjé, M., Klischee; poln. klisza, F., Klischee; lit. klišė, F., Klischee; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Bildstock oder etwas Abgegriffenes oder eine unschöpferische Nachbildung; BM.: lautmalend; F.: Klischee, Klischees+FW(+EW); Z.: Klisch-ee
Klistier, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Klistier, Einlauf; ne. clyster, enema; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1328/1329 (Vocabularius Optimus); E.: mhd. klister, klistier, N., Klistier; mhd. glisterīe, st. N., Klistier; mnd. klistēr (2), klistēre, N., Klistier, Einlauf; lat. clystērium, N., Klistier, (um 47 n. Chr.); gr. κλυστήριον (klystḗrion), N., Klistier, Klistierspritze; vgl. idg. *k̑leu- (2), *k̑lōu-, *k̑lō-, *k̑lū-, *k̑leuH-, *k̑luH-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607 (941/173) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Klistier, DW 11, 1211, EWD s. u. Klistier, Duden s. u. Klistier; Son.: vgl. nndl. klisteer, Sb. Klistier; frz. clystère, M., Klistier; ndän. klyster, Sb., Klistier; nnorw. klyster, N., Klistier; nir. gliostaire, M., Klistier; GB.: seit 1328/1329 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Einführen von Flüssigkeit (Einlauf) in den Dickdarm zu einer Darmreinigung; BM.: spülen; F.: Klistier, Klistiers, Klistieres, Klistiere, Klistieren+FW+EW?; Z.: Kli-st-ier
$klistieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. klistieren, Klistier verwenden; Q.: Mitte 14. Jh.; E.: s. Klistier, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Klistier; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Klistier sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes ein Klistier verwenden; F.: klistieren, klistiere (!), klistierst, klistiert, klistierest, klistieret, klistierte, klistiertest, klistierten, klistiertet, ##klistiert, klistierte, klistiertes, klistiertem, klistierten, klistierter##, klistierend, ###klistierend, klistierende, klistierendes, klistierendem, klistierenden, klistierender###, klistier (!)+FW+EW; Z.: kli-st-ier-en
Klitoris, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klitoris, Kitzler; ne. clitoris; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1716; I.: Lw. gr. κλειτορίς (kleitorís); E.: s. gr. κλειτορίς (kleitorís), F., Klitoris, kleiner Hügel; wohl von einem *κλείτωρ (kleítor), Sb., Hügel; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klitoris, EWD s. u. Klitoris, Duden s. u. Klitoris; Son.: vgl. nndl. clitoris, Sb., Klitoris; frz. clitoris, F., Klitoris; nschw. klitoris, Sb., Klitoris; nnorw. klitoris, M., Klitoris; kymr. clitoris, M., Klitoris; lit. klitoris, F.?, Klitoris; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das an dem oberen Ende der kleinen Schamlippen gelegene seit Entstehung des Menschen vorhandene und der Entwicklung oder Steigerung geschlechtlicher Lust oder Erregung dienende Geschlechtsorgan der Frau und weiblicher Säugetiere; BM.: neigen; F.: Klitoris, Klitorides+FW; Z.: Kli-t-or-is
klitsch, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. klitsch, klatsch; ne. ?; Vw.: -; Hw.: s. klitschen; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. klitsch, DW 11, 1211, EWD s. u. klitschen, Duden s. u. klitsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für ein durch etwas Nasses verursachtes Geräusch; BM.: lautmalend; F.: klitsch+EW; Z.: klitsch
$Klitsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klitsch; E.: s. klitsch(en); L.: DW 11, 1211, EWD s. u. klitschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit klitschen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche breiige Masse oder einen nicht durchgebackenen Kuchen; F.: Klitsch, Klitsches, Klitsche, Klitschen+EW; Z.: Klitsch
Klitsche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Klitsche, armseliger Betrieb u. a.; ne. little rat-shop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: poln. Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu poln. klec, Sb., armseliges Haus; oder zu nhd. klitsch?; L.: Kluge s. u. Klitsche, DW 11, 1211, EWD s. u. Klitsche, Duden s. u. Klitsche; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen armseligen und kleinen Betrieb u. a.; BM.: ?; F.: Klitsche, Klitschen+FW(+EW); Z.: Klitsch-e
klitschen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. klitschen, klatschen, kleben, sich ballen; ne. ?; Vw.: -; Hw.: s. klitsch; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. klitsch, DW 11, 1211, EWD s. u. klitschen, Duden s. u. klitschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen hell klatschenden Schlag austeilen bzw. sich ballen; BM.: lautmalend; F.: klitschen, klitsche (!), klitschst, klitscht, klitschest, klitschet, klitschte, klitschtest, klitschten, klitschtet, geklitscht, ##geklitscht, geklitschte, geklitschtes, geklitschtem, geklitschten, geklitschter##, klitschend, ###klitschend, klitschende, klitschendes, klitschendem, klitschenden, klitschender###, klitsch (!)+EW; Z.: klitsch-en
$klitschig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klitschig, feucht, kleberig; E.: s. klitsch, s. ig; L.: Kluge s. u. klitsch, DW 11, 1212, EWD s. u. klitschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus klitsch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches feucht und kleberig oder unausgebacken; F.: klitschig, klitschige, klitschiges, klitschigem, klitschigen, klitschiger(, klitschigere, klitschigeres, klitschigerem, klitschigeren, klitschigerer, klitschigst, klitschigste, klitschigstes, klitschigstem, klitschigsten, klitschigster)+EW; Z.: klitsch-ig
$Klitterbuch, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Klitterbuch, Schmutzbuch, Sudelbuch; E.: s. klitter(n), s. Buch; L.: Kluge s. u. klittern, DB 11, 1211; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus klitter(n) und Buch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Schmutzbuch oder Sudelbuch; F.: Klitterbuch, Klitterbuchs, Klitterbuches, Klitterbücher, Klitterbüchern+EW; Z.: Klitt-er—buch
klittern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. klittern, schmieren, klecksen, fälschen; ne. forge (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. klittern, DW 11, 1213, EWD s. u. klittern, Duden s. u. klittern, Bluhme s. u. klittern; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches schmieren oder klecksen oder fälschen; BM.: lautmalend; F.: klittern (!), klittere, klitter (!), klitterst, klittert, klitterte, klittertest, klitterten, klittertet, geklittert, ##geklittert, geklitterte, geklittertes, geklittertem, geklitterten, geklitterter##, klitternd, ###klitternd, klitternde, klitterndes, klitterndem, klitternden, klitternder###, klitter (!)+EW; Z.: klitt-er-n
$Klitterung, nhd., F.: nhd. Klitterung, Veränderung oder Fälschung einer Wirklichkeit; Vw.: s. Geschichts-; E.: s. klitter(n), s. ung; L.: DW 11, 1214; GB.: seit 1582 belegte und aus klitter(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift durch den Menschen mögliche Veränderung oder Fälschung einer Wirklichkeit; F.: Klitterung, Klitterungen+EW; Z.: Klitt-er-ung
klitzeklein, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. klitzeklein, sehr klein; ne. tiny; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautsymbolische Verstärkung von klein (s. d.); L.: Kluge s. u. klitzeklein, fehlt DW, Duden s. u. klitzeklein; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sehr klein; BM.: ballen; F.: klitzeklein, klitzekleine, klitzekleines, klitzekleinem, klitzekleinen, klitzekleiner+EW; Z.: klitz-e—klei-n
$Klo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Klo; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Klosett; L.: fehlt DW in dieser Bedeutung, EWD s. u. Klosett; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und verhüllend gebildete Abkürzung für das von Menschen entwickelte und verwendete Klosett, F.: Klo, Klos+FW; Z.: Klosett
Kloake, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kloake, Abwasserkanal, unsauberer Ort; ne. cloaca, sewer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cloāca; E.: s. mnd. cloāk, cloāke, F., N., Kloake, öffentlicher Abtritt; lat. cloāca, F., Abzugskanal, Gosse, Kloake, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑leu- (2), *k̑lōu-, *k̑lō-, *k̑lū-, *k̑leuH-, *k̑luH-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607 (941/173) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Kloake, DW 11, 1214, EWD s. u. Kloake, Duden s. u. Kloake; Son.: vgl. nndl. cloaca, Sb., Kloake; frz. cloaque, F., Kloake; nschw. kloak, Sb., Kloake; nnorw. kloakk, M., Kloake; poln. kloaka, F., Kloake; kymr. cloaca, M., Kloake; lit. kloaka, F., Kloake; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Abzugskanal für Abwässer (Abwasserkanal); BM.: spülen bzw. reinigen?; F.: Kloake, Kloaken+FW; Z.: Klo-ak-e
Klobe, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Klobe, Kloben, gespaltenes Holzstück zu einem Klemmen, Holzklotz; ne. log (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kloben, Klöben; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. klobe, sw. M., Fessel (F.) (1), Fußfessel, Spalt, Bündel, Büschel; mnd. klōve (1), klave, klāve klöve, klȫve, M., F., N., Spalt, Spalte, Felsspalte, Zwischenraum in gespaltenem Holz, Kloben; mnd. klūve (1), F., Klobe, Fessel (F.) (1), Handfessel, Fesselschiene, Handschelle, Gefängnis; mnl. clove, M., Kloben; ahd. klobo, sw. M. (n), „Kloben“, Falle, Vogelfalle, Fessel (F.) (1), Schlinge, Fallstrick, Knäuel; as. klovo*, sw. M. (n), Kloben; anfrk. -; germ. *klubō-, *klubōn, *kluba-, *kluban, sw. M. (n), Kloben; s. idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: DW 11, 1215, EWAhd 5, 613; Son.: vgl. afries. klova, sw. M. (n), Kluft (F.) (1), Unterbezirksabteilung, Region; ae. *clofa, sw. M. (n); an. klofi, sw. M. (n), Kluft (F.) (1), Mastfischung, Laderaum; got. *kluba, sw. M. (n), Kloben, Kluppe, gespaltener Zweig; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Holzklotz; BM.: schneiden; F.: Klobe, Klobens, Kloben+EW; Z.: Klob-e
Kloben, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Kloben, gespaltenes Holzstück zu einem Klemmen, Holzklotz; ne. log (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klobe, Klöben; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. klobe, sw. M., Fessel (F.) (1), Fußfessel, Spalt, Bündel, Büschel; mnd. klōve (1), klave, klāve klöve, klȫve, M., F., N., Spalt, Spalte, Felsspalte, Zwischenraum in gespaltenem Holz, Kloben; mnd. klūve (1), F., Klobe, Fessel (F.) (1), Handfessel, Fesselschiene, Handschelle, Gefängnis; mnl. clove, M., Kloben; ahd. klobo, sw. M. (n), „Kloben“, Falle, Vogelfalle, Fessel (F.) (1), Schlinge, Fallstrick, Knäuel; as. klovo*, sw. M. (n), Kloben; anfrk. -; germ. *klubō-, *klubōn, *kluba-, *kluban, sw. M. (n), Kloben; s. idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kloben, Kluge s. u. Kloben, DW 11, 1215, EWD s. u. Kloben, EWAhd 5, 613, Falk/Torp 59, Duden s. u. Kloben; Son.: vgl. afries. klova, sw. M. (n), Kluft (F.) (1), Unterbezirksabteilung, Region; ae. *clofa, sw. M. (n); an. klofi, sw. M. (n), Kluft (F.) (1), Mastfischung, Laderaum; got. *kluba, sw. M. (n), Kloben, Kluppe, gespaltener Zweig; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Holzklotz; BM.: schneiden; F.: Kloben, Klobens+EW; Z.: Klob-en
Klöben, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Klöben, Kuchen mit Rosinen; ne. cake with raisins; Vw.: -; Hw.: s. Kloben; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. klof (1), klave, M., Spalte, gespaltener Stock der zum Vogelfang dient, Webergerät; vgl. mnd. klōve (1), klave, klāve klöve, klȫve, M., F., N., Spalt, Spalte, Felsspalte, Zwischenraum in gespaltenem Holz, Kloben; as. klovo*, sw. M. (n), Kloben; anfrk. -; germ. *klubō-, *klubōn, *kluba-, *kluban, sw. M. (n), Kloben; s. idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Klöben, fehlt DW, Duden s. u. Klöben; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht mit Kloben verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise schon früher entwickeltes und verwendetes Hefegebäck mit Rosinen; BM.: schneiden; F.: Klöben, Klöbens+EW; Z.: Klöb-en
$klobig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. klobig, grob, klotzig; E.: s. Klob(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kloben, DW 11, 1220, EWD s. u. Kloben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Klob(e) und ig gebildete Bezeichnung für unförmig oder grob oder klotzig; F.: klobig, klobige, klobiges, klobigem, klobigen, klobiger(, klobigere, klobigeres, klobigerem, klobigeren, klobigerer, klobigst, klobigste, klobigstes, klobigstem, klobigsten, klobigster)+EW; Z.: klob-ig
Klon, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Klon, erbgutgleicher Nachkomme, Nachbau; ne. clone (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. clone; E.: s. ne. clone, clon, N., Klon; gr. κλών (klṓn), M., Zweig, Schoß (M.) (2), Schössling, Trieb; s. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klon, fehlt DW, Duden s. u. Klon; Son.: vgl. nndl. kloon, Sb., Klon; frz. clone, N., Klon; nschw. klon, Sb., Klon; nnorw. klon, M., Klon; poln. klon, M., Klon; kymr. clôn, M., Klon; lit. klonas, M., Klon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes durch medizinisch-technischen Nachbau geschaffenes erbgutgleiches Lebewesen (Nachkomme) oder Nachbau (beispielsweise das Klonschaf Dolly 1996); BM.: schlagen; F.: Klon, Klons, Klone, Klonen+FW+EW; Z.: Klo-n
$klonen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. klonen, erbgutgleich ein Lebewesen nachbilden; E.: s. Klon, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Klon, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Klon und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes erbgutgleich ein Lebewesen nachbilden; F.: klonen, klone (!), klonst, klont, klonest, klonet, klonte, klontest, klonten, klontet, geklont, ##geklont, geklonte, geklontes, geklontem, geklonten, geklonter##, klonend, ###klonend, klonende, klonendes, klonendem, klonenden, klonender###, klon (!)+FW; Z.: klo-n-en
klönen, nhd. (dial.), sw. V., (18. Jh.): nhd. klönen, reden, plaudern; ne. speak, chat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. klönen, DW 11, 1221, EWD s. u. klönen, Duden s. u. klönen, Bluhme s. u. kloenen; Son.: norddeutsch; vgl. nndl. kleunen, V., klopfen, schlagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches plaudern; BM.: ?; F.: klönen, klöne, klönst, klönt, klönest, klönet, klönte, klöntest, klönten, klöntet, geklönt, ##geklönt, geklönte, geklöntes, geklöntem, geklönten, geklönter##, klönend, ###klönend, klönende, klönendes, klönendem, klönenden, klönender###, klön (!)+EW; Z.: klön-en
Kloot, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kloot, Kugel, Ball (M.) (1); ne. ball (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kloß, Klöten, Klut; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. klōt, klōtt, kloet, kloit, klot, klāt, M., Kloß, Klumpen (M.), Kugel, Ball (als Spielzeug), Büchsenkugel, Geschützkugel, Kirchturmkugel, Schwertknauf, Hode (bei Mensch und Tier), Haufe, Haufen, Dieme, geschichteter Ziegelsteinhaufen?, Erzhaufen oder Abraumhaufen?; s. ahd. klōz 10?, st. M., Klumpe, Klumpen (M.), Kloß, Masse; s. germ. *klut-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpe, Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kloot, fehlt DW, Duden s. u. Kloot; Son.: vgl. nndl. kloot, Sb., Kloß; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und mit Kloß sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kloß oder eine Kugel oder einen Ball (M.) (1); BM.: ballen; F.: Kloot, Klootes, Kloots, Klooten+EW; Z.: Kloo-t
$Klöpfelsnacht, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Klöpfelsnacht; E.: s. Klöpfel, s. Nacht; L.: Kluge s. u. Klöpfelsnächte; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Klöpfel und wohl klopf(en) sowie el und s und Nacht gebildete Bezeichnung für eine der Nächte der letzten drei Donnerstage vor Weihnachten an denen der anklopfenden Herbergssuche Marias und Josefs vor der Geburt ihres Kindes in dem Neuen Testament gedacht wird; F.:(Klöpfelsnacht,) Klöpfelsnächte, Klöpfelsnächten+EW; Z.: Klöpf-el-s—nächt-e
klopfen, kloppen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. klopfen, kloppen, schlagen, hauen; ne. knock (V.); Vw.: -; Hw.: s. klöpeln; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klopfen, sw. V., klopfen, pochen, schlagen; mnd. kloppen (1), sw. V., klopfen, schlagen, auf Holz schlagen, auf ein Brett klopfen, aufschlagen, aufklopfen; mnl. cloppen, V., klopfen; ahd. klopfōn*, klophōn*, sw. V. (2), klopfen, anklopfen, durchzucken; as. -; anfrk. -; vgl. germ. *klapōn, *klappōn, sw. V., klappen, plaudern, schlagen; vgl. idg. *gal- (2), V., rufen, schreien, Pokorny 350 (520/4), ind., iran., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. klopfen, Kluge s. u. klopfen, DW 11, 1223, EWD s. u. klopfen, EWAhd 5, 616, Falk/Torp 56, Duden s. u. klopfen, Bluhme s. u. klopfen; Son.: vgl. afries. kloppia, sw. V. (2), schlagen, bei einem Schlag verkünden; nndl. kloppen, V., klopfen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mehrmals leicht gegen oder auf etwas schlagen oder hauen; BM.: rufen; F.: klopfen, klopfe, klopfst, klopft, klopfest, klopfet, klopfte, klopftest, klopften, klopftet, geklopft, ##geklopft, geklopfte, geklopftes, geklopftem, geklopften, geklopfter##, klopfend, ###klopfend, klopfende, klopfendes, klopfendem, klopfenden, klopfender###, klopf (!), kloppen, kloppe, kloppst, kloppt, kloppest, kloppet, kloppte, klopptest, kloppten, klopptet, gekloppt, ###gekloppt, gekloppte, geklopptes, geklopptem, gekloppten, gekloppter###, kloppend, ###kloppend, kloppende, kloppendes, kloppendem, kloppenden, kloppender###, klopp (!)+EW; Z.: klo-pf-en
$Klopfer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Klopfer, Klopfender; E.: s. klopf(en), s. er; L.: DW 11, 1229, EWD s. u. klopfen; GB.: (klopfære) seit 1190-1200 belegte und aus klopf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Klopfenden; F.: Klopfer, Klopfers, Klopfern+EW; Z.: Klo-pf-er
$Kloppe, nhd., F., (?): nhd. Kloppe, Dresche, Prügel; E.: s. klop(fen), s. p. s. e; L.: Kluge s. u. klopfen, EWD s. u. klopfen; GB.: seit ? belegte und mit klopfen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Dresche oder Prügel; F.: Kloppe, Kloppen+EW; Z.: Klo-pp-e
$Klöppel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Klöppel; E.: s. klop(fen), s. el; L.: Kluge s. u. klöppeln, EWD s. u. Klöppel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus klop(fen) und p sowie el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen zu einem Schlagen entwickelten und verwendeten Stab mit einem verdickten Ende beispielsweise in dem Inneren einer Glocke.; F.: Klöppel, Klöppels, Klöppeln+EW; Z.: Klö-pp-el
klöppeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. klöppeln, Spitze herstellen; ne. make (V.) bobbin lace; Vw.: -; Hw.: s. klopfen; Q.: 16. Jh.; E.: s. klopfen; L.: Kluge s. u. klöppeln, DW 11, 1233, EWD s. u. Klöppel, Duden s. u. klöppeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Klöppel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Spitze herstellen durch Kreuzen und Drehen von auf Hölzchen gewickelten Fäden; BM.: klopfen?; F.: klöppeln (!), klöppel (!), klöpple, klöppelst, klöppelt, klöppelte, klöppeltest, klöppelten, klöppeltet, geklöppelt, ##geklöppelt, geklöppelte, geklöppeltes, geklöppeltem, geklöppelten, geklöppelter##, klöppelnd, ###klöppelnd, klöppelnde, klöppelndes, klöppelndem, klöppelnden, klöppelnder###, klöppel (!)+EW; Z.: klö-pp-el-n
kloppen, nhd. (nd.), sw. V.: nhd. kloppen; Vw.: s. klopfen
Klops, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klops, Fleischbällchen, Hackfleischknödel; ne. meatball; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nschw. kalops?; E.: s. nschw. kalops, N., Klops; ne. collop, N., gebratene Fleischscheibe; weitere Herkunft unklar?; vielleicht Zusammenhang mit klopfen; L.: Kluge s. u. Klops, DW 1234, EWD s. u. Klops, Duden s. u. Klops, Bluhme s. u. Klops; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuschwedischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten kleinen Hackfleischknödel; BM.: klopfen?; F.: Klops, Klopses, Klopse, Klopsen+FW?(+EW); Z.: Klo-ps
Klosett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Klosett, Toilette, (abschließbarer) Toilettenraum; ne. closet, toilet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. (water) closet; E.: s. ne. (water) closet, N., Wasserklosett, abgeschlossener Raum mit Wasser; vgl. ne. close, V., verschließen; lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen, (234-149 v. Chr.); idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klosett, fehlt DW, EWD s. u. Klosett, Duden s. u. Klosett; Son.: abgekürzt zu Klo; nndl. closet, Sb., Klosett; frz. clos, M., Klosett; nschw. klosett, Sb., Klosett; nnorw. klosett, N., Klosett; lit. klozetas, M., Klosett; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten (abschließbaren) Toilettenraum; BM.: haken bzw. verschließen; F.: Klosett, Klosetts, Klosette, Klosetten+FW(+EW); Z.: Klo-s-ett
Kloß, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Kloß, Knödel, Kugel; ne. dumpling, cleat; Vw.: -; Hw.: s. Kletze, Kloot, Klöten, Klut; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. klōz, st. M., st. N., Klumpe, Knolle, Knäuel, Klotz, Keil, Knebel; mnd. klōt, klōtt, kloet, kloit, klot, klāt, M., Kloß, Klumpen (M.), Kugel, Ball (als Spielzeug), Büchsenkugel, Geschützkugel; mnl. cloot, M., Klumpen (M.), Kugel, Ball, Kloß; ahd. klōz, st. M., Klumpen (M.), Kloß, Masse, Haufe, Haufen, Knebel; as. -; anfrk. -; s. germ. *klut-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klosz, Kluge s. u. Kloß, DW 11, 1244 (Klosz), EWD s. u. Kloß, EWAhd 5, 620, Falk/Torp 59, Seebold 296, Duden s. u. Kloß, Bluhme s. u. Kloss; Son.: vgl. afries. klōt, M., Klumpen (M.), Kugel, Staken; ae. *clodd, Sb., Klumpen (M.); an. klōt, st. N. (a), Schwertknopf; nndl. kloot, Sb., Kloß; russ. glúda, Sb., Klumpen; GB.: (klōz) seit 11. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus einer Teigmasse bestehende kugelförmige Speise oder einen Knödel oder eine Kugel; BM.: ballen; F.: Kloß, Kloßes, Klöße, Klößen+EW; Z.: Klo-ß
Kloster, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Kloster, Abtei, Stift (N.); ne. monastery, cloister; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. klōster, st. N., Kloster; mnd. klōster, M., Kloster, Klosterleben, Klostergebäude, Gebäude einer geistlichen Institution; mnl. clooster, N., Kloster; ahd. klōstar*, st. N. (a), Kloster, Klause, Verschluss; as. klūstar*, st. N. (a), Verschluss, Schloss; lat. claustrum, clostrum, N., Riegel, Verschluss, Bollwerk, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kloster, Kluge s. u. Kloster, DW 11, 1253, EWD s. u. Kloster, EWAhd 5, 616, Duden s. u. Kloster, Bluhme s. u. Kloster; Son.: vgl. afries. klâster, st. N. (a), Kloster; ae. clauster, st. N. (a), eingeschlossener Platz; an. klaustr, st. N. (a), Kloster; nndl. klooster, Sb., Kloster; frz. cloître, M., Kloster; nschw. kloster, N., Kloster; nnorw. kloster, N., Kloster; poln. klasztor, M., Kloster; kymr. clwysty, M., Kloster; nir. clabhstra, M., Kloster; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Entwicklung von Religionen entwickeltes und verwendetes Gebäude in dem Männer oder Frauen als Mönche oder Nonnen von der Welt abgesondert leben; BM.: haken bzw. verschließen; F.: Kloster, Klosters, Klöster, Klöstern+FW(+EW); Z.: Klo-st-er
$klösterlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. klösterlich; E.: s. Kloster, s. lich; L.: Kluge s. u. Kloster, DW 11, 1240, EWD s. u. Kloster; GB.: seit vor 1190 belegte und aus Kloster und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Klöstern mögliches Kloster betreffend; F.: klösterlich, klösterliche, klösterliches, klösterlichem, klösterlichen, klösterlicher+FW(+EW); Z.: klö-st-er-lich
Klöt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Klöt, Hode; ne. testicle; Vw.: -; Hw.: s. Kloß, Kloot; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. klōt, klōtt, kloet, kloit, klot, klāt, M., Kloß, Klumpen (M.), Kugel, Ball (als Spielzeug), Büchsenkugel, Geschützkugel, Kirchturmkugel, Schwertknauf, Hode (bei Mensch und Tier), Haufe, Haufen, Dieme, geschichteter Ziegelsteinhaufen?, Erzhaufen oder Abraumhaufen?; s. ahd. klōz, st. M., Klumpe, Klumpen (M.), Kloß, Masse; s. germ. *klut-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpe, Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klöten, fehlt DW, Duden s. u. Klöten; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die (beiden meist rundlichen und sachlich schon vormenschlich möglichen) Drüse(n) in welcher (bzw. welchen) der männliche Same(n) gebildet wird; BM.: ballen; F.: Klöt, Klöten+EW; Z.: Klö-t-en
Klotz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Klotz, Strunk, Klumpen (M.); ne. block (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kloz, st. M., st. N., Klumpe, Baumstumpf; mnd. klotz, N., M., Holzklotz, Holzstamm für ein Bildwerk; mnl. cloot, M., Klumpen (M.), Kugel, Ball; ahd. kloz*, st. M. (a?, i?), Holzzapfen; as. -; anfrk. -; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klotz, Kluge 1. A. s. u. Klotz, Kluge s. u. Klotz, DW 11, 1248, EWD s. u. Klotz, EWAhd 5, 620, Duden s. u. Klotz, Bluhme s. u. Klotz; Son.: vgl. afries. -; ae. clott, Sb., Klumpen (M.), Masse; an. -; got. -; nndl. kloss, M., Klotz; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches großes und dickes unbearbeitetes Holzstück; BM.: ballen; F.: Klotz, Klotzes, Klötze, Klötzen+EW; Z.: Klo-tz
klotzen, nhd., V., (20. Jh.): nhd. klotzen, ausgeben; ne. show (V.) off; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: weitere Herkunft unklar, vielleicht zu nhd. Klotz? (s. d.); L.: Kluge s. u. klotzen, DW 11, 1254, EWD s. u. klotzen, Duden s. u. klotzen; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht mit Klotz verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches in großem Stil ausgeben; BM.: ballen; F.: klotzen, klotze (!), klotzst, klotzt, klotzest, klotzet, klotzte, klotztest, klotzten, klotztet, geklotzt, ##geklotzt, geklotzte, geklotztes, geklotztem, geklotzten, geklotzter##, klotzend, ###klotzend, klotzende, klotzendes, klotzendem, klotzenden, klotzender###, klotz (!)+EW; Z.: klo-tz-en
$klotzig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. klotzig, klotzartig; E.: s. Klotz, s. ig; L.: Kluge s. u. Klotz, DW 11, 1254, EWD s. u. klotzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Klotz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches klotzartig; F.: klotzig, klotzige, klotziges, klotzigem, klotzigen, klotziger(, klotzigere, klotzigeres, klotzigerem, klotzigeren, klotzigerer, klotzigst, klotzigste, klotzigstes, klotzigstem, klotzigsten, klotzigster)+EW; Z.: klo-tz-ig
Klub, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klub, Verein; ne. club (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. club; E.: s. ne. club, N., Klub, geschlossene Gesellschaft, Keule; an. klubba, sw. F. (n), Knüttel, Knüppel; L.: Kluge s. u. Klub, DW 11, 1257, EWD s. u. Klub, Duden s. u. Klub, Bluhme s. u. Klub; Son.: vgl. nndl. club, Sb., Klub; frz. club, M., Klub; nschw. klubb, Sb., Klub; nnorw. klubb, M., Klub; poln. klub, M., Klub; kymr. clwpa, M., Klub; nir. club, M., Klub; lit. klubas, M., Klub; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altnordischen verbindbare Bezeichnung für eine Vereinigung von Menschen bzw. Männern mit bestimmten gemeinsamen Interessen und Zielen wie beispielsweise Sport; BM.: ?; F.: Klub, Klubs+FW(+EW); Z.: Klub
Klucke, nhd., F.: nhd. Klucke; Vw.: s. Glucke
Klucker, nhd., M.: nhd. Klucker; Vw.: s. Klicker
...kludieren, nhd., sw. V.., (16. Jh.?): nhd. ...kludieren, ...schließen; ne. ...clude; Vw.: s. in-; Hw.: s. ...klusion, ...klusiv; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. frz. ...clure, Suff., ...kludieren; nschw. ...kludera, Suff., ...kludieren; nnorw. ...kludere, Suff., ...kludieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Verben des Schließens; BM.: schließen; F.: ...kludieren, ...kludiere, ...kludierst, ...kludiert, ...kludierest, ...kludieret, ...kludierte, ...kludiertest, ...kludierten, ...kludiertet, ##...kludiert, ...kludierte, ...kludiertes, ...kludiertem, ...kludierten, ...kludierter##, ...kludierend, ###...kludierend, ...kludierende, ...kludierendes, ...kludierendem, ...kludierenden, ...kludierender###, ...kludier (!)+FW; Z.: -klu-d-ier-en
Kluft (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kluft (F.) (1), Spalt; ne. gap (N.), cleft; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kluft, st. F., Kluft (F.) (1), Felsenkluft, Spalte, Riss, Wunde, Höhle, Gruft, Zange, Büschel, losgespaltenes Stück; mnd. kluft (1), klucht, F., Kluft, Spalte, Riss, Sprung, Gespaltenes, Spalt, Spalt in der Waagschale, abgespaltenes Teilchen, Holzscheit, Brett, Latte; mnl. clucht, cluft, cloft, F., Abteilung der Bürgerschaft, Generation; ahd. kluft*, kluht, st. F. (i), Putzschere, Lichtschere, Dochtschere, Lichtputze, Zange?; ahd. klufta*, sw. F. (n), Putzschere, Lichtschere, Dochtschere, Lichtputze, Zange, kleine Zange, Feuerzange; as. -; anfrk. -; germ. *klufti-, *kluftiz, st. F. (i), Spalt, Kluft (F.) (1); idg. gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kluft, Kluge s. u. Kluft 1, DW 11, 1261, EWD s. u. Kluft 1, EWAhd 5, 623, Falk/Torp 302, Duden s. u. Kluft, Bluhme s. u. Kluft 2; Son.: vgl. afries. kleft, st. F. (i?), Kluftgenossenschaft, Bauerschaft; ae. clyft, Sb.; an. -; got. -; GB.: (kluft) seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen Spalt vor allem in einem Gebirge; BM.: schneiden; F.: Kluft, Klüfte, Klüften+EW; Z.: Kluf-t
Kluft (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kluft (F.) (2), Gewand; ne. dress (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. kluft, klifft, Sb., Anzug; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von hebr. ḥalīfā, Sb., Kleid; oder von hebr. kəlī, Sb., Instrument, Werkzeug; L.: Kluge s. u. Kluft 2, DW 11, 1267, EWD s. u. Kluft 2, Duden s. u. Kluft, Bluhme s. u. Kluft 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche uniformartige eine Gruppe von Menschen kennzeichnende Kleidung (Gewand); BM.: Kleid bzw. Werkzeug?; F.: Kluft, Kluften+FW; Z.: Kluf-t
klug, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. klug, gescheit, schlau, scharfsinnig, weise; ne. clever; Vw.: s. alt-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. kluoc, klüec, klūc, Adj., fein, zierlich, zart, schmuck, hübsch, stattlich, tapfer, höfisch, geistig gewandt, geschickt, klug, weise, verständig, schlau, listig, üppig, fröhlich; mhd. klüege (2), Adj., fein, zierlich, zart, geschickt, schmuck, hübsch, stattlich, tapfer, höfisch, geistig gewandt, klug; mnd. klōk, kloek, kloyk, klūk, klauk, Adj., klug, gescheit, vernünftig, verständig, gelehrt, lehrreich, erfahren (Adj.); mnl. klōk, Adj., klug; mnl. cloec, Adj., tapfer, schlau; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *klōka-, *klōkaz, Adj., klug, schlau; s. idg. *gleg̑-, Sb., Rundes, Klumpen (M.), Pokorny 358; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. klug, Kluge s. u. klug, DW 11, 1269, EWD s. u. klug, Falk/Torp 58, Duden s. u. klug, Bluhme s. u. klug; Son.: vgl. afries. klōk, Adj., klug, schlau; ae. -; an. klōkr, Adj., klug, schlau, gelehrt; got. -; nndl. kloek, Adj., klug; air. clicc, Adj., erfahren (Adj.), einfallsreich, schlau; GB.: (kluoc) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gescheit oder schlau oder scharfsinnig oder weise; BM.: ballen; F.: klug, kluge, kluges, klugem, klugen, kluger, klüger(, klügere, klügeres, klügerem, klügeren, klügerer, klügste, klügstes, klügstem, klügsten, klügster)+EW; Z.: klu-g
$klügeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. klügeln, denken, sinnen, klug tun; Vw.: s. aus-; E.: s. klug, s. el, s. (e)n); L.: DW 11, 1282, EWD s. u. klug; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus klug und el sowie(e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches denken oder sinnen; F.: klügeln, klügel (!), klügle, klügele, klügelst, klügelt, klügelte, klügeltest, klügelten, klügeltet, geklügelt, ##geklügelt, geklügelte, geklügeltes, geklügeltem, geklügelten, geklügelter##, klügelnd, ###klügelnd, klügelnde, klügelndes, klügelndem, klügelnden, klügelnder###, klügel (!)+EW; Z.: klü-g-el-n
$Klugheit, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Klugheit, Gescheitheit, Schlauheit, Scharfsinn, Weisheit; E.: s. klug, s. heit; L.: Kluge s. u. klug, DW 11, 1284, EWD s. u. klug; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus klug und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Weisheit oder Gescheitheit oder Schlauheit; F.: Klugheit, Klugheiten+EW; Z.: Klu-g-hei-t
Klump, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klump, Klumpen (M.), Batzen (M.), Brocken (M.); ne. lump (N.), clump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klumpen, Klumpe, Klumpatsch; E.: s. mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalerisch; E.: mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalend; L.: DW 11, 1289, Duden s. u. Klump; Son.: vgl. nndl. klomp, Sb., Holzschuh; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine meist feuchte formbare und schon vormenschlich mögliche Masse ohne bestimmte Form oder einen Batzen (M.) oder einen Brocken (M.); BM.: lautmalend; F.: Klump, Klumps, Klumpes, Klumpen+EW; Z.: Klump
Klumpatsch, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Klumpatsch, Unsinn, unnützes Zeug; ne. junk (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: wohl Zusammenziehung von Klump(en) und Quatsch; L.: Kluge s. u. Klumpatsch, Duden s. u. Klumpatsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht lautmalend durch Zusammenziehung aus Klump(en) und Quatsch gebildete Bezeichnung für Unsinn und (später) unnützes Zeug; BM.: ballen, lautmalend?; F.: Klumpatsch, Klumpatsches, Klumpatschs+EW?; Z.: Klump-atsch
Klumpe, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klumpe, Klumpen (M.), Batzen (M.), Brocken (M.); ne. lump (N.), clump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klumpen, Klump, Klumpatsch; E.: s. mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalerisch; E.: mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalend; L.: DW 11, 1290; Son.: vgl. nndl. klomp, Sb., Holzschuh; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine meist feuchte formbare und schon vormenschlich mögliche Masse ohne bestimmte Form oder einen Batzen (M.) oder einen Brocken (M.); BM.: lautmalend; F.: Klumpe, Klumpens, Klumpen+EW; Z.: Klump-e
$klumpen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. klumpen, ballen, einen Klumpen bilden; E.: s. Klump, s. en; L.: Kluge s. u. Klumpen, DW 11, 1289, EWD s. u. Klumpen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Klump und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ballen oder einen Klumpen bilden; F.: klumpen (!), klumpe (!), klumpst, klumpt, klumpest, klumpet, klumpte, klumptest, klumpten, klumptet, geklumpt, ##geklumpt, geklumpte, geklumptes, geklumptem, geklumpten, geklumpter##, klumpend, ###klumpend, klumpende, klumpendes, klumpendem, klumpenden, klumpender###, klump (!)+EW; Z.: klump-en
Klumpen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Klumpen (M.), Batzen (M.), Brocken (M.); ne. lump (N.), clump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klumpatsch; E.: s. mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalerisch; E.: mnd. klumpe (1), klump, M., Klumpen (M.), unförmige Kugel, Metallklumpen, Haufe, Haufen, Häufchen, Handvoll; mnl. clompe, M., Klumpen (M.); wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Klumpe, Kluge s. u. Klumpen, EWD s. u. Klumpen, DW 11, 1290, Duden s. u. Klumpen, Bluhme s. u. Klumpen; Son.: vgl. nndl. klomp, Sb., Holzschuh; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine meist feuchte formbare und schon vormenschlich mögliche Masse ohne bestimmte Form oder einen Batzen (M.) oder einen Brocken (!); BM.: lautmalend; F.: Klumpen, Klumpens+EW; Z.: Klump-en
$Klumpfuß, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Klumpfuß; E.: s. Klump, s. Fuß; L.: DW 11, 1293 (Klumpfusz), EWD s. u. Klumpen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klump und Fuß gebildete Bezeichnung für einen schon bei Geburt eines Menschen möglichen stark verdrehten und nur bedingt heilbaren Fuß; F.: Klumpfuß, Klumpfußes, Klumpfüße, Klumpfüßen+EW; Z.: Klump—fuß
$klumpig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. klumpig, unförmig, geballt; E.: s. Klump(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Klumpen, DW 11, 1293, EWD s. u. Klumpen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klump(en) und ig gebildete Bezeichnung für unförmig oder geballt; F.: klumpig, klumpige, klumpiges, klumpigem, klumpigen, klumpiger(, klumpigere, klumpigeres, klumpigerem, klumpigeren, klumpigerer, klumpigst, klumpigste, klumpigstes, klumpigstem, klumpigsten, klumpigster)+EW; Z.: klump-ig
Klüngel, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Klüngel, Knäuel, Kugel; ne. clew (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klunker; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. klunkel, st. N., Knäuel; mhd. klungelīn, st. N., Knäuel; ahd. klungil*, st. N. (a), Kugel, Knäuel ahd. klungilīn, st. N. (a), Knäuel, kleines Knäuel, Kügelchen, Kugel; vgl. ahd. klunga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Kugel, Knäuel; germ. *klu-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleu-, *gleu-, Sb., Klumpen (M.), Ballen (M.), Pokorny 361; idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Klüngel, Kluge s. u. Klüngel, DW 11, 1295, EWD s. u. Klüngel, EWAhd 5, 624, Duden s. u. Klüngel, Bluhme s. u. Kluengel; GB.: (klungil) vielleicht seit Anfang 14. Jh. belegte und aus klung(a) und il gebildete Bezeichnung für ein Knäuel oder eine Kugel und davon abgeleitet für eine Gruppe von Menschen die sich gegenseitig Vorteile verschaffen; BM.: ballen; F.: Klüngel, Klüngels, Klüngeln+EW; Z.: Klü-ng-el
Klunker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klunker, Metallgehänge, sehr großer Schmuckstein; ne. bling (N.); Vw.: -; Hw.: s. Klüngel; Q.: 18. Jh.; E.: vgl. mhd. klungelære* (?), klungeler, st. F., Troddel, Quaste; mhd. klungelīn, st. N., Knäuel; ahd. klungilīn, st. N. (a), Knäuel, kleines Knäuel, Kügelchen, Kugel; vgl. ahd. klunga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Kugel, Knäuel; germ. *klu-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleu-, gleu-, Sb., Klumpen (M.), Ballen (M.), Pokorny 361; idg. gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); bzw. vgl. mhd. glunkeren, glunkern, sw. V., baumeln; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Klunker, Kluge s. u. Klunker, DW 11, 1297, EWD s. u. Klunker, Duden s. u. Klunker, Bluhme s. u. Klunker; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit mhd. klungelære sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von (modischen) Menschen entwickelten und verwendeten sehr großen Schmuckstein; BM.: ballen; F.: Klunker, Klunkers, Klunkern+EW; Z.: Klu-nk-er
Kluppe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Kluppe, Klammer, Zange; ne. clothes peg; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kluppe, sw. F., Zange, Zwangholz, abgespaltenes Stück; ahd. klubba*, kluppa*, sw. F. (n), Zange, kleine Zange, Kluppe, Dochtschere; s. germ. *kliuban, sw. V., spalten; idg. gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kluppe, Kluge s. u. Kluppe, DW 11, 1304, EWD s. u. Kluft 1, EWAhd 5, 622, Duden s. u. Kluppe; GB.: (klubba) seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Klammer oder Zange; BM.: kleben; F.: Kluppe, Kluppen+EW; Z.: Klup-p-e
$Klüppelvers, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Klüppelvers; E.: s. Klüppel, s. Vers, s. Knittelvers; L.: Kluge s. u. Knittelvers, DW 11, 1307 (Klüppelvers); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Klüppel und Vers gebildete Bezeichnung für einen vierhebigen und paarweise gereimten Vers mit unregelmäßigen Senkungen; F.: Klüppelvers, Klüppelverses, Klüppelverse, Klüppelversen+EW+FW; Z.: Klüp-p-el—ver-s
Klus, nhd. (dial.), F., (13. Jh.): nhd. Klus, Engpass, enger Taldurchbruch; ne. ravine; Vw.: -; Hw.: s. Klause; Q.: 13. Jh.; I.: Lw. lat. clausa; E.: s. lat. clausa (1), F., Vorratskammer, Abgeschlossenes, abgeschlossener Teil des Hauses, Klause, (Ende 2./Anfang 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klus, fehlt DW, Duden s. u. Klus; Son.: schweiz.; vgl. ahd. klūsa, sw. F. (n), Einfriedung, Gehege, eingegrenzter Raum, umzäuntes Gelände, Hürde, Klause, Gebirgspass, Bergengpass, Engpass; mhd. klūse, klūs, st. F., sw. F., Felsspalte, Engpass, abgeschlossene Wohnung mit dem Begriff des Heimischen; as. *klûsa?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Klause; mnd. klūse, klūs, kluse, F., Klause, Einsiedlerwohnung, Einsiedlerzelle, Einsiedlerhaus, Einsiedlerkloster, Beginensiedlung; mnd. klōse, sw. V., Klause, Einsiedelei; frz. cluse, F., Engpass?; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (clausa) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen engen Taldurchbruch; BM.: verschließen; F.: Klus, Klusen+FW; Z.: Klu-s
Klüse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Klüse, Öffnung für Ankerketten und Taue; ne. hawse, hawsehole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. kluis; E.: s. nndl. kluis, F., enge Öffnung; mnl. clūse, F., enge Öffnung; lat. clūsa, F., Zaun, Einfriedung, Abgeschlossenes; lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klüse, DW 11, 1308, Duden s. u. Klüse; Son.: vgl. nndl. kluisgat, Sb., Klüse; nschw. klys, Sb., Klüse?; nnorw. klyss, N., Klyse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Öffnung in einem Schiffsbug für Ankerketten und Taue; BM.: verschließen; F.: Klüse, Klüsen+FW; Z.: Klu-s-e
$klüsern, nhd., sw. V., (?): nhd. klüsern; E.: s. klamüsern; L.: Kluge s. u. klamüsern, fehlt DW; GB.: s. klamüsern; F.: klüsern, klüsere, klüser (!), klüserst, klüsert, klüserte, klüsertest, klüserten, klüsertet, geklüsert, ##geklüsert, geklüserte, geklüsertes, geklüsertem, geklüserten, geklüserter##, klüsernd, ###klüsernd, klüserndes, klüserndem, klüsernden, klüsernder###, klüser (!)+EW; Z.: klüs-er-n
...klusion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...klusion, ...schließung; ne. ... clusion; Vw.: s. In-; Hw.: s. ...kludieren, ...klusiv; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. clūsio, clausio, F., Verschluss?, Verschließen, Schließen (N.), Schließung; vgl. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nschw. ...klusion, Suff., ...klusion; nnorw. ...klusjon, Suff., ...klusion; poln. ...klusja, Suff., ...klusion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Schließung verwendete Bezeichnung; BM.: schließen; F.: ...klusion, ...klusionen+FW(+EW); Z.: -klu-s-io-n
...klusiv, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...klusiv, ...schließend; ne. ...clusive; Vw.: s. ex-, in-; Hw.: ...kludieren, ...klusio; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; s. lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...clusief, Suff., ...klusiv; frz. ...clusif, Suff., ...klusiv; nschw. ...klusiv, Suff., ...klusiv; nnorw. ...klusiv, Suff., ...klusiv; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu der Bildung von Adjektiven für schließend verwendete Bezeichnung; BM.: schließen; F.: ...klusiv, ...klusive, ...klusives, ...klusivem, ...klusiven, ...klusiver(, ...klusivere, ...klusiveres, ...klusiverem, ...klusiveren, ...klusiverer, ...klusivst, ...klusivste, ...klusivstes, ...klusivstem, ...klusivsten, ...klusivster)+FW(+EW); Z.: -klu-s-iv
Klut, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Klut, Klumpen (M.), Kloß, Kugel; ne. lump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kloß, Kloot; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. klūt, klūte, M., Klumpen (M.), Haufe, Haufen, Erdklumpen, Erdscholle, Eisklumpen; vgl. mnd. klūt, M., Kloß, Klumpen (M.), Kugel, Ball (als Spielzeug), Büchsenkugel; vgl. germ. *klut-, V., zusammenballen; vgl. idg. *geleud-?, Sb., Klumpe, Klumpen (M.), Klotz, Pokorny 362; idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Klut, DW 11, 1309, Duden s. u. Klut; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Klumpen (M.) oder einen Kloß oder eine Kugel; BM.: ballen; F.: Klut, Kluts, Klutes, Klüten+EW; Z.: Klu-t
Klüver, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klüver, über dem Klüverbaum angebrachtes Dreieckssegel; ne. jib; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. kluiver; E.: s. nndl. kluiver, Sb., Klüver; vgl. nndl. kluif, Sb., Klaue, Leitring; L.: Kluge s. u. Klüver, DW 11, 1309, EWD s. u. Klüver, Duden s. u. Klüver; Son.: vgl. nschw. klyvare, Sb., Klüver; nnorw. klyver, M., Klüver; poln. kliwer, M., Kliwer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das über dem Klüverbaum angebrachte Dreieckssegel; BM.: Leitring; F.: Klüver, Klüvers, Klüvern+FW(+EW); Z.: Klüv-er
$Klüverbaum, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Klüverbaum; E.: s. Klüver, s. Baum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klüver; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Klüver und Baum gebildete Bezeichnung für einen waagerechten und in einem Winkel von 45 Grad zu dem Mast ausgerichteten Ausleger für das Klüversegel eines Segelschiffs; F.: Klüverbaum, Klüverbaumes, Klüverbaums, Klüverbäume, Klüverbäumen+FW+EW; Z.: Klüv-er—bau-m
knabbern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knabbern, nagen; ne. nibble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vielleicht ursprünglich von einem „Knospen abweiden“; oder lautmalend?; L.: Kluge s. u. knabbern, EWD s. u. knabbern, DW 11, 1311, Duden s. u. knabbern, Bluhme s. u. knabbern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende und lautmalend gebildete oder mit Knospen verbindbare Bezeichnung für etwas Hartes oder Knusperiges essen oder nagen indem man kleine Stückchen davon nimmt oder abbeißt; BM.: lautmalend?; F.: knabbern, knabbere, knabber (!), knabbre (!), knabberst, knabbert, knabberte, knabbertest, knabberten, knabbertet, geknabbert, ##geknabbert, geknabbertes, geknabbertem, geknabberten, geknabberter##, knabbernd, ###knabbernd, knabbernde, knabberndes, knabberndem, knabbernden, knabbernder###, knabber(!)+EW; Z.: knabb-er-n
Knabe, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Knabe, Bub, Junge; ne. boy, knave; Vw.: -; Hw.: s. Knappe; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. knabe, sw. M., Knabe, Jüngling, Junggeselle, Kerl, Bursche; mnd. knābe, knāve, M., Knabe, Junge, Schulknabe, jugendlicher Diener, Knappe; mnl. cnabe, M., junger Mann; ahd. knabo, sw. M. (n), Bursche, Junge, Knabe, Diener; as. -; anfrk. knapo*, sw. M. (n), Junge, Knabe; germ. *knabō-, *knabōn, *knaba-, *knaban, *knabbō-, *knabbōn, *knabba-, *knabban, sw. M. (n), Knorren, Knabe?; s. idg. *gnebʰ-, V., Adj., drücken, knapp, Pokorny 370?; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knabe, Kluge s. u. Knabe, DW 11, 1311, EWD s. u. Knabe, EWAhd 5, 627, Falk/Torp 49, Duden s. u. Knabe, Bluhme s. u. Knabe; Son.: vgl. afries. -; ae. cnafa, sw. M. (n), Knabe, Kind, Diener; an. knapi, sw. M. (n), Diener, Knabe; an. knappr (1), st. M. (a), Knopf; got. -; nndl. knaap, Sb., Knabe?; GB.: (knabo) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches männliches Kind in kindlichem und jugendlichem Alter (N.); BM.: zusammendrücken?; F.: Knabe, Knaben+EW; Z.: Kna-b-e
$knabenhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. knabenhaft, einem Knaben ähnlich, bubenhaft; E.: s. Knabe, s. n, s. haft; L.: DW 11, 1323, EWD s. u. Knabe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Knab(e) und (e)n sowie haft gebildete Bezeichnung für einem Knaben ähnlich oder bubenhaft; F.: knabenhaft, knabenhafte, knabenhaftes, knabenhaftem, knabenhaften, knabenhafter(, knabenhaftere, knabenhafteres, knabenhafterem, knabenhafteren, knabenhafterer, knabenhaftest, knabenhafteste, knabenhaftestes, knabenhaftestem, knabenhaftesten, knabenhaftester)+EW; Z.: kna-b-en—haf-t
$Knabenkraut, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Knabenkraut; E.: s. Knabe, s. n, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Knabe, DW 11, 1324, EWD s. u. Knabe; GB.: (knabenkrūt) seit 15. Jh. belegte und aus Knab(e) und en (Suff.) sowie Kraut gebildete Bezeichnung hauptsächlich für eine Orchidee die wegen paariger Wurzelknollen mit den Geschlechtsorganen (von Knaben) verbunden wird; F.: Knabenkraut, Knabenkrauts, Knabenkrautes+EW; Z.: Kna-b-en—krau-t
$Knack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knack; E.: s. knack(en); L.: Kluge s. u. knacken, DW 11, 1327, EWD s. u. knacken; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit knacken verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für ein kurzes und hartes sowie oft mit einem Bruch verbundenes Geräusch; F.: Knack, Knacks, Knackes, Knacke, Knacken+EW; Z.: Knack
Knäckebrot, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Knäckebrot, ein knuspriges dünnes Scheibenbrot; ne. crispbread; Vw.: -; Hw.: s. knacken; Q.: um 1900; I.: Lw. nschw. knäckebröd; E.: s. nschw. knäckebröd, N., Knäckebrot; vgl. nschw. knäcka, V., knacken; lautmalerisch; nschw. bröd, N., Brot; an. brauð, st. N. (a), Brot; germ. *brauda-, *braudam, st. N. (a), Mahlbrühe, Brot; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Knäckebrot, fehlt DW, EWD s. u. Knäckebrot, Duden s. u. Knäckebrot; Son.: vgl. nndl. knäckebröd, Sb., Knäckebrot; nnorw. knekkebrrød, N., Knäckebrot; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuschwedischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes aus Roggenschrot oder Weizenschrot gebackenes sehr knuspriges Brot mit geringem Wassergehalt in meist rechteckigen und dünnen Scheiben; BM.: lautmalend, aufwallen; F.: Knäckebrot, Knäckebrots, Knäckebrotes, Knäckebrote, Knäckebroten+FW+EW?; Z.: Knäck-e—bro-t
knacken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. knacken, aufbrechen; ne. crack (V.), knack; Vw.: s. ver-; Hw.: s. Knäckebrot, Knacker, knacks; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. knacken, sw. V., knacken, krachen; s. mhd. knacken, sw. V., krachen, knacken, einen Sprung bekommen, einen Riss bekommen; mnd. knacken, sw. V., knacken, krachen; mnl. cnāken, cnacken, sw. V., knacken; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. knacken, Kluge s. u. knacken, DW 11, 1330, EWD s. u. knacken, Duden s. u. knacken, Bluhme s. u. knacken; Son.: vgl. nschw. knäcka, V., knacken; nnorw. knekke, knake, V., knacken; GB.: (knacken) vielleicht seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen kurzen und harten sowie hellen Ton (M.) (2) von sich geben wie beispielsweise bei die Schale (F.) (1) einer Nuss aufbrechen; BM.: lautmalend; F.: knacken, knacke, knackst, knackt, knackest, knacket, knackte, knacktest, knackten, knacktet, geknackt, ##geknackt, geknackte, geknacktes, geknacktem, geknackten, geknackter##, knackend, ###knackend, knackende, knackendes, knackendem, knackenden, knackender###, knack (!)+EW; Z.: knack-en
Knacker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Knacker, alter Mann, Geizhals, Knackender, Knackwurst; ne. codger; Vw.: -; Hw.: s. knacken; Q.: um 1900; E.: s. knacken; L.: Kluge s. u. Knacker, DW 11, 1331, EWD s. u. knacken, Duden s. u. Knacker; GB.: seit um 1900 belegte und aus knack(en) und er gebildete Bezeichnung für einen Knackenden oder einen alten Mann oder eine bei dem Essen ein knackendes Geräusch abgebende Wurst (Knackwurst); BM.: knacken; F.: Knacker, Knackers, Knackern+EW; Z.: Knack-er
Knacki, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knacki, Gefängnisinsasse, Häftling; ne. con (M.), jailbird; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von einem knacken, V., verhaften; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Knacki, fehlt DW, Duden s. u. Knacki; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Gefängnisinsassen oder Häftling; BM.: verhaften; F.: Knacki, Knackis+FW; Z.: Knack-i
knacks, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. knacks, knack; ne. click (Interj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend, zu knacken; L.: Kluge s. u. knacks, DW 11, 1332, Duden s. u. knacks; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend zu knack(en) gebildete Bezeichnung für einen kurzen harten hellen Ton (M.) (2) wenn etwas bricht oder springt; BM.: lautmalend; F.: knacks+EW; Z.: knack-s
$Knacks, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knacks, Sprung, Riss; E.: s. knack(en), s. s; L.: Kluge s. u. knacks, DW 11, 1332, EWD s. u. knacken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus knack(en) und s gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Sprung oder Riss; F.: Knacks, Knackses, Knackse, Knacksen+EW; Z.: Knack-s
$knacksen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. knacksen, stauchen; Vw.: s. ver-; E.: s. Knacks, s. en; L.: Kluge s. u. knacks, DW 11, 1332, EWD s. u. knacken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Knacks und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches einen kurzen harten und hellen Ton (M.) (2) von sich geben oder machen; F.: knacksen, knackse, knacksst (!), knackst, knacksest, knackset, knackste, knackstest, knacksten, knackstet, geknackst, ##geknackst, geknackste, geknackstes, geknackstem, geknacksten, geknackster##, knacksend, ###knacksend, knacksende, knacksendes, knacksendem, knacksenden, knacksender###, knacks (!)+EW; Z.: kack-s-en
$Knackwurst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Knackwurst, eine Brühwurst, eine Kochwurst; E.: s. Knack, s. knack(en), s. Wurst; L.: Kluge s. u. Knackwurst, DW 11, 1332, EWD s. u. knacken; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine bei dem Essen einen knackenden Ton (M.) (2) ermöglichende Brühwurst oder Kochwurst; F.: Knackwurst, Knackwürste, Knackwürsten+EW; Z.: Knack—wurs-t
Knagge, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Knagge, Holzverstärkung, Winkelstück; ne. brace (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. knagge, N., dickes Holzstück, Pflock, Knorren; Herkunft ungeklärt?, vielleicht Verwandtschaft mit nhd. Knebel; L.: Kluge s. u. Knagge, DW 11, 1333, Duden s. u. Knagge; Son.: vgl. me. knagge, Sb., Knagge?; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie in der Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Knebel verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes dreieckiges Kantholz als Stütze oder Verstärkung in Holzkonstruktionen und Stahlkonstruktionen; BM.: ?; F.: Knagge, Knaggen+EW; Z.: Knagg-e
Knäkente, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Knäkente, eine Ente; ne. garganey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Vorderglied wohl lautmalend, Hinterglied s. nhd. Ente; L.: Kluge s. u. Knäkente, fehlt DW, Duden s. u. Knäkente; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise lautmalend sowie aus Ente gebildete Bezeichnung für einen zu den Wildenten gehörenden Vogel; BM.: lautmalend; F.: Knäkente, Knäkenten+EW; Z.: Knäk—ent-e
Knall, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Knall, lautes Geräusch, plötzlicher starker Schall oder Ton (M.) (2); ne. bang (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Rückbildung zu einem knellen, dies wohl lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Knall, Kluge s. u. Knall, DW 11, 1333, EWD s. u. Knall, Duden s. u. Knall, Bluhme s. u. knallen; Son.: vgl. nndl. knal, Sb., Knall; nschw. knall, Sb., Knall; GB.: seit 16. Jh. belegte und als Rückbildung aus lautmalend gebildetem knellen gebildete Bezeichnung für einen plötzlichen starken Schall oder Ton (M.) (2); BM.: lautmalend; F.: Knall, Knalls, Knalles, Knalle, Knallen+EW; Z.: Knall
$Knalleffekt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knalleffekt; Q.: um 1800; E.: s. Knall, s. Effekt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Effekt; GB.: seit um 1800 belegte und aus Knall und Effekt gebildete Bezeichnung für eine überraschend plötzliche Wirkung einer seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Gegebenheit; F.: Knalleffekt, Knalleffekts, Knalleffektes, Knalleffekte, Knalleffekten+EW+FW; Z.: Knall—ef-fe-k-t
$knallen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. knallen; Vw.: s. ver-; E.: s. Knall, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Knall, DW 11, 1333, EWD s. u. Knall; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Knall und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches lautes Geräusch erzeugendes oder von sich gebendes Geschehnis; F.: knallen, knalle (!), knallst, knallt, knallest, knallet, knallte, knalltest, knallten, knalltet, geknallt, ##geknallt, geknallte, geknalltes, geknalltem, geknallten, geknallter##, knallend, ###knallend, knallende, knallendes, knallendem, knallenden, knallender###, knall (!)+EW; Z.: knall-en
$knallig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. knallig, wie ein Knall wirkend, auffällig, übermäßig; E.: s. Knall, s. ig; L.: Kluge s. u. Knall, fehlt DW, EWD s. u. Knall; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Knall und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches wie ein Knall wirkend oder auffällig oder übermäßig; F.: knallig, knallige, knalliges, knalligem, knalligen, knalliger(, knalligere, knalligeres, knalligerem, knalligeren, knalligerer, knalligst, knalligste, knalligstes, knalligstem, knalligsten, knalligster)+EW; Z.: knall-ig
Knan, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Knan, Knän, Gleichnamiger, Bruder, Vater, Genosse; ne. father (M.); Vw.: -; Hw.: s. Name; Q.: 1. Drittel 12. Jh. (Die Dichtungen der Frau Ava); E.: s. mhd. genanne, gnanne, genenne, sw. M., Namensbruder, Namensvetter, Gleichnamiger, Genosse, Bruder; mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. name, sw. M., Name, Benennung, Geschlecht; ahd. namo (1), sw. M. (n), Name, Wort, Bezeichnung, Bedeutung, Nomen, Stellung; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. M. (n), Name; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. N. (n), Name; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knan, Kluge s. u. Knan, DW 11, 1337; GB.: (genanne) seit 1. Drittel 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen Gleichnamigen oder Bruder oder Vater oder Genossen; BM.: mit, Name; F.: Knan, Knans, Knanes, Knän, Knäns, Knänes+EW; Z.: K-nan
knapp, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. knapp, eng, spärlich; ne. scarce, narrow (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. knap (1), knappe, Adj., knapp, rar, spärlich; Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. knapp, Kluge s. u. knapp, DW 11, 1338, EWD s. u. knapp, Falk/Torp 49, Heidermanns 337, Duden s. u. knapp, Bluhme s. u. knapp; Son.: vgl. nndl. knap, Adj., eng anschließend; nschw. knapp, Adj., knapp; nnorw. knapp, Adj., knapp; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eng oder spärlich oder gerade noch ausreichend; BM.: ?; F.: knapp, knappe, knappes, knappem, knappen, knapper(, knappere, knapperes, knapperem, knapperen, knapperer, knappst, knappste, knappstes, knappstem, knappsten, knappster)+EW; Z.: knapp
Knappe, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Knappe, Knabe, Schüler; ne. knave, squire; Vw.: -; Hw.: s. Knabe; Q.: um 1120/1130 (Exodus); E.: mhd. knappe, sw. M., Knabe, Jüngling, Junggeselle, Knecht, Geselle; mnd. knāpe, M., Knabe, Junge, Kind männlichen Geschlechts, Schulknabe, Schüler; mnl. knape, M., junger Mann, Knabe, Diener, Knecht; ahd. knappo, sw. M. (n), Bursche, Junge, Knabe; s. ahd. knabo, sw. M. (n), Bursche, Junge, Knabe, Diener; as. -; germ. *knabō-, *knabōn, *knaba-, *knaban, *knabbō-, *knabbōn, *knabba-, *knabban, sw. M. (n), Knorren, Knabe?; s. idg. *gnebʰ-, V., Adj., drücken, knapp, Pokorny 370?; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knappe, Kluge s. u. Knappe, DW 11, 1341, EWD s. u. Knappe, EWAhd 5, 627, Duden s. u. Knappe, Bluhme s. u. Knappe; Son.: vgl. afries. knapa, kneppa (2), sw. M. (n), Knabe, Junge, Sohn, junger unverheirateter Mann, Knecht; ae. cnapa, sw. M. (n), Knabe, Kind, Diener; GB.: seit um 1120/1130 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen besonders zu der Waffenausbildung in dem Dienst eines Ritters stehenden jungen Mann oder für einen Bergmann mit abgeschlossener Lehre; BM.: zusammendrücken?; F.: Knappe, Knappen+EW; Z.: Knap-p-e
knappen, nhd. (ält.), V., (16. Jh.): nhd. knappen, schnappen, zubeißen, essen; ne. snatch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen, wohl eine Lautgebärde; L.: Kluge 1. A. s. u. knappen, Kluge s. u. knappen, DW 11, 1344, Duden s. u. knappen; Son.: vgl. knap, V., behauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für schnappend zubeißen öder essen; BM.: lautmalend?; F.: knappen, knappe (!), knappst, knappt, knappest, knappet, knappte, knapptest, knappten, knapptet, geknappt, ##geknappt, geknappte, geknapptes, geknapptem, geknappten, geknappter##, knappend, ###knappend, knappende, knappendes, knappendem, knappenden, knappender###, knapp (!)+EW; Z.: knapp-en
$Knappsack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knappsack, Ranzen; E.: s. knapp, s. Sack; L.: Kluge s. u. knappen, DW 11, 1350; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus knapp und Sack gebildete Bezeichnung für einen auf dem Rücken getragenen Sack aus Leder für beschränkte Vorräte vor allem an Esswaren; F.: Knappsack, Knappsacks, Knappsackes, Knappsäcke, Knappsäcken+EW+FW; Z.: Knapp—sack
$Knappschaft, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Knappschaft; E.: s. Knapp(e), s. schaft; L.: EWD s. u. Knappe, DW 11, 1351; GB.: seit 1227-1248 belegte und aus Knapp(e) und schaft gebildete Bezeichnung für die Art und Weise eines Knappen oder Knaben und eine Gesamtheit von Knappen sowie die dort in ihr ab um 1767 in Kleve-Mark entwickelte Einrichtung für gegenseitige Fürsorge für Unfallschäden; F.: Knappschaft, Knappschaften+EW; Z.: Knap-p—schaf-t
knapsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knapsen, wegschneiden, knausern, übertrieben sparsam sein (V.); ne. cut (V.), scrimp (V.) on; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; bei der Bedeutung knausern liegt ein Einfluss von knapp vor; L.: Kluge s. u. knapsen, DW 11, 1351, Duden s. u. knapsen; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus knap(p) und s sowie en (Suff.) lautmalend gebildete Bezeichnung für wegschneiden oder übertrieben sparsam sein (V.); BM.: lautmalend?; F.: knapsen, knapse, knapsst (!), knapst, knapsest, knapset, knapste, knapstest, knapsten, knapstet, geknapst, ##geknapst, geknapste, geknapstes, geknapstem, geknapsten, geknapster##, knapsend, ###knapsend, knapsende, knapsendes, knapsendem, knapsenden, knapsender###, knaps (!)+EW; Z.: knaps-en
$Knarre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Knarre; E.: s. knarre(n); L.: Kluge s. u. knarren, DW 11, 1352, EWD s. u. knarren; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit knarren verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes knarrendes Gerät einschließlich eines Gewehrs; F.: Knarre, Knarren+EW; Z.: Knarr-e
knarren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. knarren, knarzen; ne. squeak (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. knarren, sw. V., knarren; mnd. knarren (1), sw. V., knarren, knarrendes Geräusch geben, knistern, knurren, murren, grollen; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. knarren, Kluge s. u. knarren, DW 11, 1353, EWD s. u. knarren, Duden s. u. knarren, Bluhme s. u. knarren; Son.: vgl. nschw. knarra, V., knarren; GB.: wohl seit 14. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ein ächzendes und mit Knacken verbundenes Geräusch ohne eigentlichen Klang von sich geben; BM.: lautmalend; F.: knarren (!), knarre (!), knarrst, knarrt, knarrest, knarret, knarrte, knarrtest, knarrten, knarrtet, geknarrt, ##geknarrt, geknarrte, geknarrtes, geknarrtem, geknarrten, geknarrter##, knarrend, ###knarrend, knarrende, knarrendes, knarrendem, knarrenden, knarrender###, knarr (!)+EW; Z.: knarr-en
knarzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. knarzen, knarren; ne. creak (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. fnhd. knarsen, V., knarzen; lautmalend; L.: Kluge s. u. knarzen, DW 11, 1355, Duden s. u. knarzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon mögliches ein ächzendes mit Knacken verbundenes Geräusch ohne eigentlichen Klang von sich geben; BM.: lautmalend; F.: knarzen, knarze (!), knarzst, knarzt, knarzest, knarzet, knarzte, knarztest, knarzten, knarztet, geknarzt, ##geknarzt, geknarzte, geknarztes, geknarztem, geknarzten, geknarzter##, knarzend, ###knarzend, knarzende, knarzendes, knarzendem, knarzenden, knarzender###, knarz (!)+EW; Z.: knarz-en
Knast, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Knast, Gefängnis, Haft; ne. jail (N.), prison (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; s. wjidd. knass, Sb., Geldstrafe; wjidd. knassen, V., bestrafen; hebr. qenās, Sb., Geldstrafe; L.: Kluge s. u. Knast, (DW 11, 1357 in abweichenden Bedeutungen), EWD s. u. Knast, Duden s. u. Knast, Bluhme s. u. Knast; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches Gefängnis oder eine Haft; BM.: Geldstrafe; F.: Knast, Knasts, Knastes+FW; Z.: Knas-t
Knaster, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Knaster, übelriechender Tabak; ne. reefer, tabak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. ne. canastertobac; E.: s. ne. canastertobac, M., Tabak, edler würziger Tabak; nndl. knaster, kanaster, M., Knaster; vgl. span. canastro, M., Körbchen; vgl. gr. κάναστρον (kánastron), N., Weidenkorb; gr. κάνεον (káneon), N., Korb, Schüssel; gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge 1. A. s. u. Knaster, Kluge s. u. Knaster, DW 11, 1357, EWD s. u. Knaster, Duden s. u. Knaster; Son.: vgl. nndl. knaster, Sb., Knaster; nschw. knaster, Sb., Knaster; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Spanischen und dem Griechischen des Altertums und vielleicht dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für einen übelriechenden Tabak und wohl einen Korb und ein Rohr; BM.: Korb; F.: Knaster, Knasters, Knastern+FW; Z.: Kna-st-er
Knatsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knatsch, Ärger, Unannehmlichkeit, Straßenkot, Kot; ne. trouble (N.), spat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. Knatsch, DW 11, 1360, Duden s. u. Knatsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung des Menschen möglichen Ärger oder Unannehmlichkeit oder Kot; BM.: lautmalend?; F.: Knatsch, Knatsches, Knatschs+EW; Z.: Knatsch
$knatschen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. knatschen, weinerlich reden, nörgeln; E.: s. Knatsch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Knatsch, DW 11, 1360; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knatsch und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen sowie Entwicklung von Sprache mögliches weinerlich reden oder nörgeln; F.: knatschen, knatsche (!), knatschst, knatscht, knatschest, knatschet, knatschte, knatschtest, knatschten, knatschtet, geknatscht, ##geknatscht, geknatschte, geknatschtes, geknatschtem, geknatschten, geknatschter##, knatschend, ###knatschend, knatschende, knatschendes, knatschendem, knatschenden, knatschender###, knatsch (!)+EW; Z.: knatsch-en
$knatschig, nhd., Adj.: nhd. knatschig, weinerlich, quengelig, nässlich; E.: s. Knatsch, s. ig; L.: Kluge s. u. Knatsch, DW 11, 1360; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Knatsch und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches weinerlich oder quengelig oder nässlich; F.: knatschig, knatschige, knatschiges, knatschigem, knatschigen, knatschiger(, knatschigere, knatschigeres, knatschigerem, knatschigeren, knatschigerer, knatschigst, knatschigste, knatschigstes, knatschigstem, knatschigsten, knatschigster)+EW; Z.: knatsch-ig
knattern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. knattern, rattern, stottern; ne. rattle (V.); Vw.: -; Hw.: s. knittern; Q.: 17. Jh.; E.: vgl. mnd. knēteren, knetteren, sw. V., krachen, knattern, poltern, knistern, knirschen; lautmalend; L.: Kluge s. u. knattern, DW 11, 1360, EWD s. u. knattern, Duden s. u. knattern, Bluhme s. u. knattern; Son.: vgl. nnorw. knatre, V., knattern; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches rasch aufeinanderfolgende harte und knallende Laute von sich geben; BM.: lautmalend; F.: knattern, knattere, knatter (!), knattre, knatterst, knattert, knatterte, knattertest, knatterten, knattertet, geknattert, ##geknattert, geknatterte, geknattertes, geknattertem, geknatterten, geknatterter##, knatternd, ###knatternd, knatternde, knatterndes, knatterndem, knatternden, knatternder###, knatter (!)+EW; Z.: knatt-er-n
Knäuel, nhd., M., N., (11. Jh.?): nhd. Knäuel, formlose Masse, Durcheinander; ne. clew (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kliuwel, kniuwel, st. N., Knäulchen, Kügelchen; ahd. kliuwilīn*, kliuwilī*, kliuwil*, st. N. (a), Wollknäuel, Kugel, kleine Kugel, dicke Person, dickes Tier; vgl. ahd. kliuwa*, st. N. (a), Knäuel, Wollknäuel, Kugel, Ball (M.) (1); germ. *klewō-, *klewōn, *klewa-, *klewan, sw. M. (n), Ballen (M.); idg. *geleu-, *gleu-, Sb., Klumpen (M.), Ballen (M.), Pokorny 361; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knäuel, Kluge s. u. Knäuel, EWD s. u. Knäuel, DW 11, 1362, EWAhd 5, 611, Duden s. u. Knäuel, Bluhme s. u. Knaeuel; Son.: vgl. ae. cliwen, st. N. (a), Knäuel, Ball (M.) (1), Kugel; nndl. kluwen, Sb., Knäuel; ai. gláu-, M., Klumpen (M.), Auswuchs; air. gló, glau, Sb., Ball (M.) (1); GB.: (kliuwilin) vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums zu einer ungefähren Kugel oder einem runden Haufen aufgewickelten Faden; BM.: ballen; F.: Knäuel, Knäuels, Knäueln+EW; Z.: Knäu-el
$knäueln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. knäueln, einen Knäuel bilden; E.: s. Knäuel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Knäuel, DW 11, 1362, EWD s. u. Knäuel; GB.: (kniuwelen) seit um 1350 belegte und aus Knäuel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches einen Knäuel oder einen Ballen oder eine Kugel bilden; F.: knäueln (!), knäuel (!)), knäule, knäuele, knäuelst, knäuelt, knäuelte, knäueltest, knäuelten, knäueltet, geknäuelt, ##geknäuelt, geknäuelte, geknäueltes, geknäueltem, geknäuelten, geknäuelter##, knäuelnd, ###knäuelnd, knäuelnde, knäuelndes, knäuelndem, knäuelnden, knäuelnder###, knäuel (!)+EW; Z.: knäu-el-n
Knauf, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Knauf, Knopf, Griff; ne. knob (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.? (Glosse); E.: mhd. knouf, st. M., Flachsbolle, Knauf; mnd. knuf, M., Samenkapsel von Flachs; mnl. cnoop, M., Knauf, Knoten (M.), Knopf; ahd. knouf*, st. M. (a)?, Knauf, Knoten (M.); as. -; anfrk. knōp, M., Knoten (M.), Knopf, Knorren; germ. *knaupa-, *knaupaz, st. M. (a), Knopf, Knauf; idg. *gneubʰ-, Sb., Knorren, Knopf, Pokorny 371; s. idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knauf, Kluge s. u. Knauf, DW 11, 1366, EWD s. u. Knauf, EWAhd 5, 653, Falk/Torp 50, Duden s. u. Knauf, Bluhme s. u. Knauf; Son.: vgl. afries. -; ae. cnæpp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Fibel (F.) (2), Spange, Knopf; an. knypr, N., Klumpen (M.); got. -; nndl. knop, Sb., Knauf; nschw. knopp, Sb., Knauf; nnorw. knopp, M., Knauf, Klumpen (M.); GB.: (knouf) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kugelförmiges Ende eines Gegenstands oder einen Knopf oder einen Griff; BM.: zusammendrücken; F.: Knauf, Knaufs, Knaufes, Knäufe, Knäufen+EW; Z.: Knau-f
knaupeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. knaupeln, nagen; ne. gnaw; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. knaupeln, DW 11, 1371, Duden s. u. knaupeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für nagen oder einen Knoten zu lösen suchen; BM.: lautmalend; F.: knaupeln, knaupel (!), knauple, knaupelst, knaupelt, knaupelte, knaupeltest, knaupelten, knaupeltet, geknaupelt, ##geknaupelt, geknaupelte, geknaupeltes, geknaupeltem, geknaupelten, geknaupelter##, knaupelnd, ###knaupelnd, knaupelnde, knaupelndes, knaupelndem, knaupelnden, knaupelnder###, knaupel (!)+EW; Z.: knaup-el-n
$Knaus, nhd., M., (?): nhd. Knaus, Ende, Anschnitt, verhärtete Drüse, Knorren; E.: s. Knust?; L.: Kluge s. u. Knaus, DW 11, 1371; GB.: seit (?) belegte und vielleicht mit Knust verbindbare Bezeichnung für ein Ende oder einen Anschnitt von Brot oder eine verhärtete Drüse oder einen Knorren oder einen Auswuchs oder einen Knoten oder auch einen Schlag oder einen Stoß; F.: Knaus, Knauses, Knause, Knausen+EW; Z.: Knaus
$Knäuschen, nhd., N., (?): nhd. Knäuschen; E.: s. Knaus, s. chen; L.: Kluge s. u. Knaus, Knust, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus Knaus und chen gebildete Bezeichnung für ein kleines Ende oder einen kleinen Anschnitt von Brot oder eine verhärtete Drüse oder einen Knorren oder einen Auswuchs oder einen Knoten F.: Knäuschen, Knäuschens+EW; Z.: Knäusch-en
Knauser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knauser, geiziger Mensch, Geizkragen, Geizhals, Knicker; ne. pinchpenny; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu fnhd. knaus, Adj., hochfahrend; mhd. knūz, Adj., keck, vermessen (Adj.), waghalsig, hochfahrend; ahd. *knūz, Adj., verwegen, keck; L.: Kluge 1. A. s. u. Knauser, Kluge s. u. Knauser, DW 11, 1372, EWD s. u. Knauser, Duden s. u. Knauser, Bluhme s. u. knausern; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie mit dem Frühneuhochdeutschen und dem erschließbaren Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Vermögen oder Reichtum möglichen geizigen Menschen; BM.: hochfahrend?; F.: Knauser, Knausers, Knausern+EW; Z.: Knaus-er
$Knauserei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Knauserei, Geiz; E.: s. Knauser, s. ei (Suff.); L.: DW 11, 1371, EWD s. u. Knauser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knauser und ei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen oder Reichtum möglichen Geiz; F.: Knauserei, Knausereien+EW; Z.: Knaus-er-ei
$knauserig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. knauserig, geizig, knickerig; E.: s. Knauser, s. ig; L.: Kluge s. u. Knauser, DW 11, 1373, EWD s. u. Knauser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knauser und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen oder Reichtum mögliches geizig oder knickerig; F.: knauserig, knauserige, knauseriges, knauserigem, knauserigen, knauseriger(, knauserigere, knauserigeres, knauserigerem, knauserigeren, knauserigerer, knauserigst, knauserigste, knauserigstes, knauserigstem, knauserigsten, knauserigster)+EW; Z.: knaus-er-ig
$knausern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knausern; E.: s. Knauser, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Knauser, DW 11, 1373, EWD s. u. Knauser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knauser und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen oder Reichtum mögliches geizig sein (V.) oder knickerig sein (V.); F.: knausern, knausere, knauser (!), knauserst, knausert, knauserte, knausertest, knauserten, knausertet, geknausert, ##geknausert, geknauserte, geknausertes, geknausertem, geknauserten, geknauserter##, knausernd, ###knausernd, knauserndes, knauserndem, knausernden, knausernder###, knauser (!)+EW; Z.: knaus-er-n
knautschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knautschen, zusammendrücken, zusammenknüllen; ne. crease (V.); Vw.: -; Hw.: s. knutschen; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. knautschen, DW 11, 1374, EWD s. u. knautschen, Duden s. u. knautschen, Bluhme s. u. knautschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zusammendrücken oder zusammenknüllen; BM.: lautmalend?; F.: knautschen, knautsche, knautschst, knautscht, knautschest, knautschet, knautschte, knautschtest, knautschten, knautschtet, geknautscht, ##geknautscht, geknautschte, geknautschtes, geknautschtem, geknautschten, geknautschter##, knautschend, ###knautschend, knautschende, knautschendes, knautschendem, knautschenden, knautschender###, knautsch (!)+EW; Z.: knautsch-en
$knautschig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. knautschig, zusammendrückbar, weich; E.: s. knautsch(en), s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. knautschen; GW.: seit 19. Jh. belegte und aus knautsch(en) und ig gebildete Bezeichnung für zusammendrückbar oder weich; F.: knautschig, knautschige, knautschiges, knautschigem, knautschigen, knautschiger(, knautschigere, knautschigeres, knautschigerem, knautschigeren, knautschigerer, knautschigst, knautschigste, knautschigstes, knautschigstem, knautschigsten, knautschigster)+EW; Z.: knautsch-ig
$Knautschlack, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knautschlack, Knautschlackleder, ein Nappaleder; Q.: um 1970; E.: s. Knautsch, s. Lack; L.: fehlt DW, EWD s. u. knautschen; GB.: um 1970 belegte und aus knautsch(en) und Lack gebildete Bezeichnung für Knautschlackleder oder ein besonders oberflächenbehandeltes und von der Ansicht her an Kunstleder angenähertes Nappaleder; F.: Knautschlack, Knautschlackes, Knautschlacks, Knautschlacke, Knautschlacken+EW+FW; Z.: Knautsch—lack
$Knautschzone, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Knautschzone, verformbarer Bereich; E.: s. knautsch(en), s. Zone; L.: Kluge s. u. knautschen, fehlt DW; GB.: seit dem späteren 20. Jh. von Menschen aus unterschiedlichen Überlegungen entwickelte und verwendete Zone eines grundsätzlich aus Metall hergestellten Kraftfahrzeugs die sich bei einem Zusammenstoß bewusst verformen und dadurch Kräfte und Gefährdungen abfangen und mildern soll; F.: Knautschzone, Knautschzonen+EW+FW; Z.: Knautsch—zon-e
Knebel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Knebel, Querholz, Holzpflock; ne. gag (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knobel, knobeln; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. knebel, st. M., Knebel, Knöchel; mnd. knēvel, M., Knebel, Pflock, kurzes Querholz, dickes Querholz, Querstange des Knebelspießes; ahd. knebil, st. M. (a), Knebel, Querholz, Kummet, Pferdekummet, Halsfessel; as. knėvil*, st. M. (a), Knebel, Pferdekummet; anfrk. -; germ. *knabila-, *knabilaz, st. M. (a), Querholz, Knebel; s. idg. *gnebʰ-, V., Adj., drücken, knapp, Pokorny 370?; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knebel, Kluge s. u. Knebel, DW 11, 1374, EWD s. u. Knebel, EWAhd 5, 631, Falk/Torp 49, Duden s. u. Knebel, Bluhme s. u. Knebel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. knefill, st. M. (a), Baumstock in einer Hauswand, Querstange; got. -; nndl. knevel, Sb., Knebel; nnorw. knebel, M., Knebel; gr. γόμφος (gómphos), M., Zahn, Pflock, Nagel; lit. gémbė, F., Haken, Waldpflock; GB.: (knebil) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Querholz mit dem etwas gehalten oder verspannt oder festgezogen werden kann und davon abgeleitet für ein zusammengedrücktes Stück Tuch das man jemandem ohne seinen Willen in den Mund steckt um ihn an einem Schreien zu hindern; BM.: zusammendrücken; F.: Knebel, Knebels, Knebeln+EW; Z.: Kne-b-el
$Knebelbart, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Knebelbart, gedrehter Schnauzbart; E.: s. Knebel, s. Bart; L.: Kluge s. u. Knebelbart, DW 11, 1378, EWD s. u. knebeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Knebel und Bart gebildete Bezeichnung für eine von dem flämischen Maler Anthonis van Dyck (Antwerpen 1599-London 1641) besonders gepflegte Verbindung von Schnurrbart und Ziegenbart; F.: Knebelbart, Knebelbartes, Knebelbarts, Knebelbärte, Knebelbärten+EW; Z.: Kne-b-el—bar-t
$knebeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. knebeln, Knebel anbringen; E.: s. Knebel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Knebel, DW 11, 1378, EWD s. u. knebeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Knebel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Knebel anbringen; F.: knebeln, knebel (!), kneble, knebele, knebelst, knebelt, knebelte, knebeltest, knebelten, knebeltet, geknebelt, ##geknebelt, geknebelte, geknebeltes, geknebeltem, geknebelten, geknebelter##, knebelnd, ###knebelnd, knebelnde, knebelndes, knebelndem, knebelnden, knebelnder###, knebel (!)+EW; Z.: kne-b-el-n
Knecht, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Knecht, Knabe, Schüler; ne. servant, menial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. kneht, st. M., Knabe, Jüngling, Junggeselle, Kerl, Bursche; mnd. knecht, M., Knecht, Knabe, Junge, Jüngling, Unverheirateter, Junggeselle; mnl. cnecht, M., Knecht; ahd. kneht, st. M. (a), Knabe, Junge, Jüngling, Jünger, Kind, Diener, Knecht, Krieger, Soldat, Mann, Hausgenosse; as. *kneht?, st. M. (a), Knecht; anfrk. kneht, M., Knabe, Knecht; germ. *knehta-, *knehtaz, st. M. (a), Knecht?, Jüngling; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376? (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Knecht, Kluge s. u. Knecht, DW 11, 1380, EWD s. u. Knecht, EWAhd 5, 632, Duden s. u. Knecht, Bluhme s. u. Knecht; Son.: vgl. afries. kniucht, knecht, st. M. (a), Knecht; nnordfries. knecht, M., Knecht; ae. cniht, cneht, st. M. (a), Knabe, Jüngling, Krieger, Diener, Knecht; an. -; got. -; nndl. knecht, Sb., Knecht; ne. knight, M., Ritter; GB.: (kneht) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Arbeitsteilung und Vermögen möglichen für einen anderen Menschen (Bauern) arbeitenden Mann; BM.: kennen; F.: Knecht, Knechts, Knechtes, Knechte, Knechten+EW; Z.: Kne-cht
$knechten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. knechten, zu einem Knecht machen, unterdrücken; E.: s. Knecht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Knecht, DW 11, 1397, EWD s. u. Knecht; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus Knecht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Arbeitsteilung mögliches zu einem Knecht machen oder unterdrücken; F.: knechten (!), knechte (!), knechtest, knechtet, knechtete, knechtetest, knechteten, knechtetet, geknechtet, ##geknechtet, geknechtete, geknechtetes, geknechtetem, geknechteten, geknechteter##, knechtend, ###knechtend, knechtende, knechtendes, knechtendem, knechtenden, knechtender###, knecht (!)+EW; Z.: kne-cht-en
$knechtisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. knechtisch, einen Knecht betreffend; E.: s. Knecht, s. isch; L.: Kluge s. u. Knecht, DW 11, 1398, EWD s. u. Knecht; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Knecht und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Arbeitsteilung mögliches einen Knecht betreffend; F.: knechtisch, knechtische, knechtisches, knechtischem, knechtischen, knechtischer(, knechtischere, knechtischeres, knechtischerem, knechtischeren, knechtischerer, knechtischst, knechtischste, knechtischstes, knechtischstem, knechtischsten, knechtischster)+EW; Z.: kne-cht-isch
$Knechtschaft, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Knechtschaft, Unterdrückung; E.: s. Knecht, s. schaft; L.: Kluge s. u. Knecht, DW 11, 1398, EWD s. u. Knecht; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und nach lat. servitium oder servitus aus Knecht und schaft gebildete Bezeichnung für eine Stellung als Knecht oder eine Unterdrückung; F.: Knechtschaft, Knechtschaften+EW; Z.: Kne-cht-schaf-t
Kneif, Kneip, nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Kneif, Kneip, kurzes gekrümmtes Messer; ne. short knife; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. knīf, knīp, st. M., Messer (N.); mnd. knīf, knief, N., M., Messer (N.), stehendes Messer (N.), Schuhmachermesser; mhd. knīfen, st. V., kneifen, kratzen; ahd. *gnīfan?, st. V. (6), kratzen; vgl. germ. *knība-, *knībaz, st. M. (a), Kneif, Messer; s. idg. *gneibʰ-, V., kneifen; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kneif, DW 11, 1401, Falk/Torp 50, Duden s. u. Kneif; Son.: vgl. an. knīfr, st. M. (a), Messer (N.); ae. cnīf, st. M. (a), Messer (N.); GB.: (knīf) vielleicht seit 1320-1340 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes kurzes gekrümmtes und hauptsächlich von Schustern verwendetes Messer; BM.: zusammendrücken?; F.: Kneif, Kneifs, Kneifes, Kneife, Kneifen, Kneip, Kneips, Kneipes, Kneipe, Kneipen+EW; Z.: Knei-f
kneifen, nhd., st. V., (14. Jh.?): nhd. kneifen, zwicken, zusammendrücken; ne. pinch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kneifer, Kniff, kneipen; E.: mhd. knīfen, st. V., kneifen, kratzen; mnd. knīpen (1), st. V., kneifen, klemmen, abkneifen, herauskneifen, einklemmen; ahd. *gnīfan?, st. V. (6), kratzen; germ. *kneipan, *knīpan, st. V., kneifen, idg. *gneibʰ-, V., kneifen; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kneifen, Kluge s. u. kneifen, DW 13, 1402, EWD s. u. kneifen, Falk/Torp 50, Seebold 304. Duden s. u. kneifen, Bluhme s. u. kneifen; Son.: vgl. nndl. knijpen, V., kneifen; nschw. kipa, V., kneifen; nnorw. knipe, V., kneifen; lit. gnýbti, V., kneifen; GB.: (knīfen) vielleicht seit 14. Jh. belegte und für das Althochdeutsche (*gnīfan?) und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (einem Menschen) ein Stückchen Haut und Fleisch zwischen den Fingern zusammendrücken; BM.: zusammendrücken; F.: kneifen, kneife (!), kneifst, kneift, kneifest, kneifet, kniff, kniffst, kniffen, knifft, kniffest, kniffet, gekniffen, ##gekniffen, gekniffene, gekniffenes, gekniffenem, gekniffenen, gekniffener##, kneifend, ###kneifend, kneifende, kneifendes, kneifendem, kneifenden, kneifender###, kneif (!)+EW; Z.: knei-f-en
Kneifer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kneifer, Augenglas; ne. pince nez; Vw.: -; Hw.: s. kneifen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lüt. frz. pince-nez; E.: s. kneifen; L.: Kluge s. u. Kneifer, DW 11, 1403, EWD s. u. kneifen, Duden s. u. Kneifer; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh.) belegte und nach frz. pince-nez aus kneif(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes auf die Nase geklemmtes (kneifendes) Augenglas; BM.: zusammendrücken; F.: Kneifer, Kneifers, Kneifern+EW; Z.: Knei-f-er
$Kneifzange, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kneifzange, eine Beißzange; E.: s. kneif(en), s. Zange; L.: DW 11, 1401, EWD s. u. kneifen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kneif(en) und Zange gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Nutzung von Metall für ein Herausziehen von Nägeln und Abtrennen von Drähten entwickelte und verwendete Zange (Beißzange); F.: Kneifzange, Kneifzangen+EW; Z.: Knei-f—za-n-g-e
Kneipe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kneipe, Bar, Wirtschaft, Gasthaus; ne. bar, pub; Vw.: -; Hw.: s. kneipen; Q.: 18. Jh.; E.: verkürzt aus Kneipschenke; wohl zu kneipen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kneipe, Kluge s. u. Kneipe, DW 11, 1404, EWD s. u. Kneipe, Duden s. u. Kneipe, Bluhme s. u. Kneipe; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für ein kleines gemütliches Gasthaus; BM.: zusammendrücken; F.: Kneipe, Kneipen+EW; Z.: Knei-p-e
kneipen, nhd., st. V., sw. V., (15. Jh.): nhd. kneipen, kneifen, zusammendrücken; ne. pinch (V.); Vw.: -; Hw.: s. kneifen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. knīpen (1), st. V., kneifen, klemmen, abkneifen, herauskneifen, einklemmen; ahd. *gnīfan?, st. V. (6), kratzen; germ. *kneipan, *knīpan, st. V., kneifen, idg. *gneibʰ-, V., kneifen; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kneipen, Kluge s. u. kneipen, DW 11, 1406, EWD s. u. kneipen 2, Duden s. u. kneipen; Son.: die nnd. Form kneipen wurde weitestgehend durch die nhd. Form kneifen ersetzt; vgl. nndl. knijpen, V., kneifen; nschw. knipa, V., kneifen; nnorw. knipe, V., kneifen; lit. gnýbti, V., kneifen; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (einem Menschen) ein Stückchen Haut und Fleisch zwischen den Fingern zusammendrücken; BM.: zusammendrücken; F.: kneipen (!), kneipe (!), kneipst, kneipt, kneipest, kneipet, kniff, kniffst, kniffen, knifft, kniffest, kniffet, kneipte, kneiptest, kneipten, kneiptet, gekniffen, ##gekniffen, gekniffene, gekniffenes, gekniffenem, gekniffenen, gekniffener##, ##gekneipt, gekneipt, gekneipte, gekneiptes, gekneiptem, gekneipten, gekneipter##, kneipend, ###kneipend, kneipende, kneipendes, kneipendem, kneipenden, kneipender###, kneip (!)+EW; Z.: knei-p-en
$Kneipier, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kneipier, Kneipwirt, Kneipenwirt; Q.: um 1800; E.: s. Kneip(e), s. ier; L.: DW 11, 1409, EWD s. u. Kneipe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kneip(e) und ier gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Kneipenwirt oder Gastwirt; F.: Kneipier, Kneipieres, Kneipiers, Kneipiere, Kneipieren+EW(+FW); Z.: Knei-p-ier
kneippen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kneippen, eine Kneippkur machen; ne. undergo a Kneipp cure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem PN Sebastian Kneipp (1821-1897), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kneippen, fehlt DW, Duden s. u. kneippen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Kneipp und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit mögliche Kneippkur machen; BM.: PN; F.: kneippen (!), kneippe (!), kneippst, kneippt, kneippest, kneippet, kneippte, kneipptest, kneippten, kneipptet, gekneippt, ##gekneippt##, kneippend, ###kneippend, kneippende, kneippendes, kneippendem, kneippenden, kneippender###, kneipp (!)+EW?; Z.: kneipp-en
$Kneipschenke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kneipschenke; E.: s. Kneip(e), s. Schenke; L.: Kluge s. u. Kneipe, DW 11, 1409; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kneip(e) und Schenke gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Gastwirtschaft hauptsächlich für Getränke in Gegensatz zu einer Speisewirtschaft; F.: Kneipschenke, Kneipschenken+EW; Z.: Knei-p—schenk-e
kneten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kneten, mit den Händen bearbeiten, formen; ne. knead; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kneten, sw. V., kneten; mnd. knēden, kneden, st. V., kneten, zusammenkneten, knetend mischen, durchkneten; mnl. cneden, st. V., kneten; ahd. knetan*, knedan*, st. V. (5), kneten, durchkneten, vermengen, vermischen, scheuern, zerstampfen?; as. knedan*, st. V. (5), kneten; anfrk. -; germ. *knedan, sw. V., kneten; germ. *knudan, st. V., kneten; idg. *gnet-, V., drücken, kneten, Pokorny 371; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kneten, Kluge s. u. kneten, DW 11, 1412, EWD s. u. kneten, EWAhd 5, 639, Falk/Torp 49, Duden s. u. kneten, Bluhme s. u. kneten; Son.: vgl. afries. -; ae. cnedan, st. V. (5), kneten; an. -; got. -; nndl. kneden, V., kneten; nschw. knåda, V., kneten; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches eine weiche Masse wie beispielsweise einen Teig drückend und damit gleichzeitig mischend und formend bearbeiten; BM.: zusammendrücken; F.: kneten, knete (!), knetest, knetet, knetete, knetetest, kneteten, knetetet, geknetet, ##geknetet, geknetete, geknetetes, geknetetem, gekneteten, gekneteter##, knetend, ###knetend, knetende, knetendes, knetendem, knetenden, knetender###, knet (!)+EW; Z.: kne-t-en
Knick, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Knick, Knacks; ne. kink (N.); Vw.: -; Hw.: s. knicken, Knicker, Knicks; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. knik* (3), knick, knigk, knigg, M., N., lebender Zaun, Hecke auf einem niederigen Wall, Hecke zur Einfriedung der Felder und Koppeln, Hecke zur Befestigung und zur Stärkung der Landwehr; mnd. knik* (1), knick, M., Knick, Knacks, Bruch (M.) (1), kleiner aber unheilbarer Schaden (M.) an der Gesundheit; vgl. mnd. knicken (1), sw. V., knicken, halb brechen, einen Knick machen; mnl. cnicken, V., knicken, halb durchbrechen; s. an. kneikja, V., biegen, zusammendrücken; lautmalend; L.: Kluge s. u. Knick, DW 11, 1416, EWD s. u. knicken, Duden s. u. Knick; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen mit Büschen mit einem ursprünglich alle drei Jahre zwecks Formwahrung ausgeführten Knick oder Bruch bepflanzten Erdwall oder Zaun oder eine Hecke wie sie beispielsweise 1737 in der Holz- und Jagdverordnung König Christian VI. von Dänemark angeregt wurde; BM.: lautmalend; F.: Knick, Knickes, Knicks (!), Knicke, Knicken+EW; Z.: Knick
$Knick (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knick; E.: s. knick(en); L.: Kluge s. u. knicken, DW 11, 1418?, EWD s. u. knicken; GB.: seit 17. Jh. gebildete und mit knicken verbindbare Bezeichnung für einen Bruch oder ein Umknicken; F.: Knick, Knicks (!), Knickes, Knicke, Knicken (!)+EW; Z.: Knick
knicken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. knicken, scharf umbiegen; ne. fold (V.), crease (V.); Vw.: -; Hw.: s. Knick, Knicker, Knicks; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. knicken, sw. V., knappen, hinken; mnd. knicken (1), knigken, sw. V., knicken, halb brechen, einen Knick machen, umknicken, abknicken, spreizen (Bedeutung örtlich beschränkt), Zweige einer Wallhecke abknicken, mit Wallhecken versehen (V.), einen Beitrag zur Landwehrbefestigung leisten; s. mnl. cnicken, V., knicken, halb durchbrechen; s. an. kneikja, V., biegen, zusammendrücken; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. knicken, Kluge s. u. knicken, DW 11, 1417, EWD s. u. knicken, Duden s. u. knicken, Bluhme s. u. knicken; Son.: vgl. nndl. knikken, V., knicken; nschw. knäcka, V., knicken; nnorw. knekke, V., knicken; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für vielleicht von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes etwas Steifes so brechen dass die noch zusammenhängenden Teile einen spitzen Winkel bilden; BM.: lautmalend; F.: knicken, knicke (!), knickst, knickt, knickest, knicket, knickte, knicktest, knickten, knicktet, geknickt, ##geknickt, geknickte, geknicktes, geknicktem, geknickten, geknickter##, knickend, ###knickend, knickende, knickendes, knickendem, knickenden, knickender###, knick (!)+EW; Z.: knick-en
Knicker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knicker, Geizhals; ne. pinchpenny; Vw.: -; Hw.: s. knicken, Knick, Knicks; Q.: 17. Jh.; E.: s. knicken; L.: Kluge s. u. Knicker, DW 11, 1419, EWD s. u. knicken, Duden s. u. Knicker; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus knick(en) und er (Suff.) gebildete lautmalende Bezeichnung für einen übertrieben sparsamen Menschen oder Geizhals oder Geizkragen; BM.: lautmalend; F.: Knicker, Knickers, Knickern+EW; Z.: Knick-er
$Knicker (2), nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Knicker, Murmel; E.: s. Klick, s. er; L.: Kluge s. u. Klicker, DW 11, 1419; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und lautmalend aus Klick und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickelte und verwendete Murmel; F.: Knicker, Knickers, Knickern+EW; Z.: Knick-er
Knickerbocker, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Knickerbocker, eine kurze über das Knie reichende Hose (für Männer); ne. knickers, knickerbockers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. knickerbockers; E.: s. ne. knickerbockers, N. Pl., Knickerbocker; von dem PN Diedrich Knickerbocker unter dem Washington Irving (1783-1859) seinen Roman History of New York in dem Jahr 1809 veröffentlichte; L.: Kluge s. u. Knickerbocker, fehlt DW, EWD s. u. Knickerbocker(s), Duden s. u. Knickerbocker; Son.: vgl. nndl. knickerbocker, Sb. Pl., Knickerbockers; frz. knicker-bockers, Sb. Pl., Knickerbockers; nschw. knickers, Sb. Pl., Knickerbockers; nnorw. knikkers, nikkers, M., Knickerbocker; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach einem PN gebildete Bezeichnung für eine Hose mit einem Bündchen kurz unterhalb des Knie(e)s; BM.: PN; F.: Knickerbocker, Knickerbockers, Knickerbockern+FW; Z.: Knickerbocker
$knickerig, knickrig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. knickerig, geizig, übertrieben sparsam; E.: s. Knicker, s. ig; L.: Kluge s. u. Knicker, DW 11, 1420, EWD s. u. knicken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knicker und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Vermögen und Reichtum in den Hochkulturen des Altertums mögliches geizig oder übertrieben sparsam; F.: knickerig, knickerige, knickeriges, knickerigem, knickerigen, knickeriger(, knickerigere, knickerigeres, knickerigerem, knickerigeren, knickerigerer, knickerigst, knickerigste, knickerigstes, knickerigstem, knickerigsten, knickerigster, knickrig, knickrige, knickriges, knickrigem, knickrigen, knickriger, knickrigere, knickrigeres, knickrigerem, knickrigeren, knickrigerer, knickrigst, knickrigste, knickrigstes, knickrigstem, knickrigsten, knickrigster)+EW; Z.: knick-er-ig
$knickern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knickern, Knicker sein (V.), übertrieben sparsam sein (V.), geizen; E.: s. Knicker, s. (e)n; L.: DW 11, 1420, EWD s. u. knicken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knicker und (e)n gebildete Bezeichnung für Knicker sein (V.) oder übertrieben sparsam sein (V.) oder geizen; F.: knickern, knickere, knicker (!), knickerst, knickert, knickerte, knickertest, knickerten, knickertet, geknickert, ##geknickert, geknickerte, geknickertes, geknickertem, geknickerten, geknickerter##, knickernd, ###knickernd, knickerndes, knickerndem, knickernden, knickernder###, knicker (!)+EW; Z.: knick-er-n
$knickig, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.?): nhd. knickig; E.: s. Knick(er), s. ig; L.: Kluge s. u. Knicker, DW 11, 1420 (knickicht); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Knick(er) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Reichtum und Vermögen mögliches geizig oder knickerig oder übertrieben sparsam; F.: knickig, knickige, knickiges, knickigem, knickigen, knickiger(, knickigere, knickigeres, knickigerem, knickigeren, knickigerer, knickigst, knickigste, knickigstes, knickigstem, knickigsten, knickigster)+EW; Z.: knick-ig
Knicks, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knicks, Kniebeugen (N.); ne. curtsy; Vw.: -; Hw.: s. knicken, Knick, Knicker; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. knicken; L.: Kluge s. u. Knicks, EWD s. u. Knicks, DW 11, 1421, Duden s. u. Knicks; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für das von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Zurücksetzen eines Fußes und das Beugen der Knie als Zeichen der Begrüßung oder Ehrerbietung durch Mädchen oder Frauen; BM.: Knie einknicken; F.: Knicks, Knickses, Knickse, Knicksen+EW; Z.: Knick-s
$knicksen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knicksen, Knicks ausführen; E.: s. Knicks, s. en; L.: Kluge s. u. Knick, DW 11, 1421, EWD s. u. Knicks; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knicks und en gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Knicks ausführen; F.: knicksen (!), knickse (!), knicksest, knickset, knickste, knickstest, knicksten, knickstet, geknickst, ##geknickst, geknickste, geknickstes, geknickstem, geknicksten, geknickster##, knicksend, ###knicksend, knicksende, knicksendes, knicksendem, knicksenden, knicksender###, knicks (!)+EW; Z.: knick-s-en
Knie, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Knie, Gelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel; ne. knee (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. knie, st. N., Knie; mnd. knē, knee, knī, knii, kny, N., Knie, Abbiegung im Stammbaum, Verwandtschaftsgrad, Grad der Generation; mnl. cnie, N., Knie; ahd. knio*, kniu, kneo*, st. N. (wa), Knie; as. knio*, st. N. (wa), Knie; anfrk. knio, st. N., Knie; germ. *knewa-, *knewam, st. N. (a), Knie, Grad; s. idg. *g̑enu- (1), g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knie, Kluge s. u. Knie, DW 11, 1421, EWD s. u. Knie, EWAhd 5, 636, Falk/Torp 49, Duden s. u. Knie, Bluhme s. u. Knie; Son.: vgl. afries. knī, knē, st. N. (wa), Knie, Verwandtschaftsgrad; nnordfries. kne, knei; ae. cnéo, cnéow, st. N. (wa), Knie, Verwandtschaftsgrad; an. knē, st. N. (wa), Knie, Glied, Krummholz; got. kniu, st. N. (a=wa), Knie; nndl. knie, Sb., Knie; nschw. knä, N., Knie; nnorw. kne, N., Knie; ai. jā́nu, N., Knie; mpers. zēnūg, Sb., Knie; gr. γόνυ (góny), N., Knie; lat. genu, N., Knie, Kniescheibe; ? kymr. glin, M., F., Knie; ? air. glín, Sb., Knie; toch. A *kanwe, Sb., Knie; toch. B kenī, Sb., Knie; heth. genu-, ganu-, Sb., Knie, Geschlechtsteil, Geschlecht, Sippe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den meist als Gelenk ausgebildeten beweglichen zwischen Oberschenkel und Unterschenkel befindlichen Teil des Beines von Wirbeltieren und Vögeln; BM.: ?; F.: Knie, Knies, Knien+EW; Z.: Knie
$Kniebeuge, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kniebeuge; E.: s. Knie, s. Beuge; L.: DW 11, 1426, EWD s. u. Knie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knie und Beuge gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Kniees mögliche Beugung des Beines in dem Kniegelenk und in dem Hüftgelenk; F.: Kniebeuge, Kniebeugen+EW; Z.: Knie—beug-e
$Kniefall, nhd., M., 18. Jh.: nhd. Kniefall; E.: s. Knie, s. Fall; L.: DW 11, 1427, EWD s. u. Knie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Knie und Fall gebildete Bezeichnung für des sachlich vielleicht seit Entstehung des Kniees (s. gr. proskynese) als Zeichen von Demut und Unterwerfung mögliche freiwillige Fallen auf die Kniee vor einem anderen Menschen oder einer anderen Gegebenheit; Son.: älter mhd. knievallen; F.: Kniefall, Kniefalls, Kniefalles, Kniefälle, Kniefällen+EW; Z.: Knie—fall
$kniefällig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kniefällig, auf die Kniee fallend; E.: s. Kniefall, s. ig; L.: DW 11, 1427, EWD s. u. Knie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kniefall und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches auf die Kniee fallend oder untertänig oder ergeben (Adj.); F.: kniefällig, kniefällige, kniefälliges, kniefälligem, kniefälligen, kniefälliger(, kniefälligere, kniefälligeres, kniefälligerem, kniefälligeren, kniefälligerer, kniefälligst, kniefälligste, kniefälligstes, kniefälligstem, kniefälligsten, kniefälligster)+EW; Z.: knie—fäll-ig
$Kniekehle, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kniekehle; E.: s. Knie, s. Kehle; L.: Kluge s. u. Kniekehle, DW 11, 1429, EWD s. u. Kehle, Knie; GB.: (kniekel) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Knie und Kehle belegte Bezeichnung für die hintere oder rückwärtige Seite des Kniegelenks (des Beines von Wirbeltieren und Vögeln); F.: Kniekehle, Kniekehlen+EW; Z.: Knie—kehl-e
$knien, knieen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. knien; E.: s. Kni(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Knie, DW 11, 1429, EWD s. u. Knie; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Kni(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem oder mehr Beinen von dem Knie bis zu dem Fuß auf dem Boden sein (V.) oder liegen; F.: knien (!), knie (!), kniest, kniet, kniete, knietest, knieten, knietet, gekniet, ##gekniet, gekniete, geknietes, geknietem, geknieten, geknieter##, kniend, ###kniend, kniende, kniendes, kniendem, knienden, kniender###, knie (!)+EW; Z.: kni-en
$Kniescheibe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kniescheibe; E.: s. Knie, s. Scheibe; L.: DW 11, 1432, EWD s. u. Knie; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Knie und Scheibe gebildete Bezeichnung für die vordere seit Entwicklung des Kniees als kleine dreieckige oder ovale Scheibe oder Platte (lat. patella) aus Knochen ausgebildete Seite des Kniegelenks; F.: Kniescheibe, Kniescheiben+EW; Z.: Knie—schei-b-e
Kniff, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kniff, Kunstgriff; ne. ruse, knack (N.); Vw.: -; Hw.: s. kneifen; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. kneifen; L.: Kluge 1. A. s. u. Kniff, Kluge s. u. Kniff, DW 11, 1434, EWD s. u. Kniff, Duden s. u. Kniff, Bluhme s. u. Kniff; Son.: vgl. nschw. knep, N., Kniff; nnorw. knep, N., Kniff; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und mit kneifen verbindbare Bezeichnung für eine scharf umgebogene Stelle in einem Papier oder Stoff oder für eine bestimmte praktische Methode zu einer Erleichterung oder geschickteren Ausführung einer Tätigkeit; BM.: vielleicht von dem Zinken von Karten durch Einkneifen bei einem Kartenspiel; F.: Kniff, Kniffs, Kniffes, Kniffe, Kniffen+EW; Z.: Kni-ff
kniffelig, knifflig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kniffelig, knifflig, schwierig; ne. tricky; Vw.: -; Hw.: s. kniffeln; Q.: 19. Jh.; E.: s. kniffel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. knifflig, DW 11, 1435 (knifflich), EWD s. u. kniff(e)lig, Duden s. u. knifflig; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für schwierig oder Lösungsaufwand erfordernd; BM.: ?; F.: kniffelig, kniffelige, kniffeliges, kniffeligem, kniffeligen, kniffeliger(, kniffeligere, kniffeligeres, kniffeligerem, kniffeligeren, kniffeligerer, kniffeligst, kniffeligste, kniffeligstes, kniffeligstem, kniffeligsten, kniffeligster, knifflig, knifflige, kniffliges, kniffligem, kniffligen, kniffliger, kniffligere, kniffligeres, kniffligerem, kniffligeren, kniffligerer, kniffligst, kniffligste, kniffligstes, kniffligstem, kniffligsten, kniffligster)+EW; Z.: kni-ff-el-ig
kniffeln, nhd. (dial.), sw. V., (?): nhd. kniffeln, genau arbeiten, angestrengt überlegen (V.), Lösungsmöglichkeiten überrprüfen; ne. work (V.) accurately; Vw.: -; Hw.: s. kniffelig; Q.: ?; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. knifflig, DW 11, 1434, EWD s. u. kniff(e)lig, Duden s. u. kniffeln; GB.: mühseliges Nachdenken erfordernde Arbeit verrichten, Lösungsmöglichkeiten suchen und überprüfen; BM.: ?; F.: kniffeln, kniffel (!), kniffle, kniffele, kniffelst, kniffelt, kniffelte, kniffeltest, kniffelten, kniffeltet, gekniffelt, ##gekniffelt, gekniffelte, gekniffeltes, gekniffeltem, gekniffelten, gekniffelter##, kniffelnd, ###kniffelnd, kniffelnde, kniffelndes, kniffelndem, kniffelnden, kniffelnder###, kniffel (!)+FW; Z.: kni-ff-el-n
knifflig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. knifflig; Vw.: s. kniffelig
Knigge, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Knigge, Verhaltensregeln; ne. etiquette guide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Ableitung vom dem PN Adolph Knigge (1752-1796) als Verfasser vielgelesener Verhaltensregeln; L.: Kluge s. u. Knigge, fehlt DW, Duden s. u. Knigge; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte Bezeichnung nach dem von Adolph Freiherr von Knigge verfassten Werk über Verhaltensregeln; BM.: PN; F.: Knigge, Knigges+EW; Z.: Knigg-e
Knilch, Knülch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knilch, Knülch, unangenehmer Mensch; ne. jerk (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: rotw. Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht aus einem rotwelschen Wort für bäuerisch oder grob, verwandt mit Knolle?; L.: Kluge s. u. Knilch, fehlt DW, EWD s. u. Knülch, Duden s. u. Knilch, Bluhme s. u. Knilch; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Rotwelschen kommende Bezeichnung für einen unangenehmen und verachtenswerten Menschen; BM.: ?; F.: Knilch, Knilchs, Knilches, Knilche, Knilchen+EW, FW??; Z.: Knilch
$Kniper, nhd., M., (?): nhd. Kniper; E.: s. Kneifer; L.: Kluge s. u. Kneifer, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus knipen und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Kneifer; F.: Kniper, Knipers, Knipern+EW; Z.: Kni-p-er
$knips, nhd., Interj., (?): nhd. knips; E.: s. knips(en); L.: Kluge s. u. knipsen; F.: knips+EW; Z.: knips
$Knips, nhd., M., (?): nhd. Knips, Schnippchen; E.: s. knips(en); L.: Kluge s. u. knipsen, DW 11, 1438; F.: Knips, Knipses, Knipse, Knipsen (!)+EW; Z.: Knips
knipsen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. knipsen, schnippen, einschalten oder ausschalten; ne. snap (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Knips, M., Schnippchen, s. en (Suff.); lautmalend; L.: Kluge s. u. knipsen, DW 11, 1439, EWD s. u. knipsen, Duden s. u. knipsen, Bluhme s. u. knipsen; Son.: vgl. nschw. knäppa, V., knipsen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Knips und en gebildete Bezeichnung für einen kurzen hellen Laut erzeugen oder einen Schalter betätigen und dadurch etwas einschalten oder ausschalten oder eine Fotografie herstellen; BM.: lautmalend?; F.: knipsen (!), knipse (!), knipst, knipsest, knipset, knipste, knipstest, knipsten, knipstet, geknipst, ##geknipst, geknipste, geknipstes, geknipstem, geknipsten, geknipster##, knipsend, ###knipsend, knipsende, knipsendes, knipsendem, knipsenden, knipsender###, knips (!)+EW; Z.: knips-en
$Knipser, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knipser; E.: s. knips(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. knipsen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus knips(en) und er gebildete Bezeichnung für einen knipsenden Menschen oder für ein von Menschen für Knipsen entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Knipser, Knipsers, Knipsern+EW; Z.: Knips-er
Knirps, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knirps, kleiner Kerl; ne. toddler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Ostmitteldeutschen, vielleicht von einem *knürbes, *knürbez; vielleicht verwandt mit Knorpel (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knirps, Kluge s. u. Knirps, DW 11, 1439, EWD s. u. Knirps, Duden s. u. Knirps, Bluhme s. u. Knirps; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Ostmitteldeutschen kommende sowie vielleicht mit Knorpel verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Buben oder einen kleinen Mann sowie übertragen (Adj.) für einen kleinen faltbaren Regenschirm; BM.: ?; F.: Knirps, Knirpses, Knirpse, Knirpsen+EW; Z.: Knirps
knirschen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. knirschen, ein reibendes Geräusch machen; ne. crunch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1343 (Evangelienbuch in mitteldeutscher Sprache des Matthias von Beheim); E.: s. mhd zerknürsen, sw. V., zerdrücken, zerquetschen; mhd. knirsen, sw. V., knirschen; mnd. knersen, knirsen, sw. V., knirschen; vgl. ahd. kerran*, st. V. (3b), schwätzen, ächzen, plappern; germ. *kerran, st. V., knarren; s. idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. knirschen, Kluge s. u. knirschen, DW 11, 1441, EWD s. u. knirschen, Duden s. u. knirschen, Bluhme s. u. knirschen; GB.: seit 1343 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein hartes und mahlendes oder reibendes Geräusch verursachen; BM.: tönen; F.: knirschen, knirsche, knirschst, knirscht, knirschest, knirschet, knirschte, knirschtest, knirschten, knirschtet, geknirscht, ##geknirscht, geknirschte, geknirschtes, geknirschtem, geknirschten, geknirschter##, knirschend, ###knirschend, knirschende, knirschendes, knirschendem, knirschenden, knirschender###, knirsch (!)+EW; Z.: knir-sch-en
$Knispel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Knispel, Bündel, Büschel; E.: s. knispel(n)?; L.: Kluge s. u. knispeln, DW 11, 1444; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für Bündel oder Büschel; F.: Knispel, Knispels, Knispeln+EW; Z.: Knisp-el
knispeln, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. knispeln, ein leises und helles Geräusch machen; ne. make (V.) a soft sound (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. knispeln, fehlt DW, Duden s. u. knispeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für ein leises und helles Geräusch machen; BM.: lautmalend; F.: knispeln, knispel (!), knisple, knispelst, knispelt, knispelte, knispeltest, knispelten, knispeltet, geknispelt, ##geknispelt, geknispelte, geknispeltes, geknispeltem, geknispelten, geknispelter##, knispelnd, ###knispelnd, knispelnde, knispelndes, knispelndem, knispelnden, knispelnder###, knispel (!)+EW; Z.: knisp-el-n
knistern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. knistern, hell knackende Laute von sich geben; ne. crackle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. knistern, Kluge s. u. knistern, DW 11, 1445, EWD s. u. knistern, Duden s. u. knistern, Bluhme s. u. knistern; Son.: vgl. nndl. knetteren, V., knistern; nschw. knastra, V., knistern; nschw. knitre, V., knistern; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für wie bei einem brennenden Holzfeuer hell knackende Geräusche bilden oder raschelnde Geräusche verursachen; BM.: lautmalend; F.: knistern, knistere, knister (!), knistre, knisterst, knistert, knisterte, knistertest, knisterten, knistertet, geknistert, ##geknistert, geknisterte, geknistertes, geknistertem, geknisterten, geknisterter##, knisternd, ###knisternd, knisternde, knisterndes, knisterndem, knisternden, knisternder###, knister (!)+EW; Z.: knist-er-n
Knittelvers, Knüttelvers, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Knittelvers, Knüttelvers, eine Versform; ne. doggerel, knittel; Vw.: -; Hw.: s. Klüppelvers; Q.: 16. Jh.; E.: s. Knittel, s. Knüttel, s. Vers; L.: Kluge 1. A. s. u. Knittelvers, Kluge s. u. Knittelvers, DW 11, 1534 (Knüttelvers), EWD s. u. Knüttel, Duden s. u. Knittelvers; Son.: vgl. nndl. knittelvers, Sb., Knittelvers; nnorw. knittelvers, N., Knittelvers; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Knittel und Vers gebildete Bezeichnung für einen vierhebigen paarweise gereimten Vers mit unregelmäßigen Senkungen wie beispielsweise Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick; BM.: Knüppel, drehen; F.: Knittelvers, Knittelverses, Knittelverse, Knittelversen+EW,+FW; Z.: Kni-t-t-el—ver-s
$knitterarm, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. knitterarm, faltenarm; E.: s. knitter(n), s. arm; L.: fehlt DW, EWD s. u. knittern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus knitter(n) und arm gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst angestrebtes faltenarm von Stoffen; F.: knitterarm, knitterarme, knitterarmes, knitterarmem, knitterarmen, knitterarmer+EW; Z.: knitt-er-arm
$knitterfrei, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. knitterfrei, faltenfrei; L.: fehlt DW, EWD s. u. knittern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus knitter(n) und frei gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst angestrebtes faltenfrei von Stoffen; F.: knitterfrei, knitterfreie, knitterfreies, knitterfreiem, knitterfreien, knitterfreier+EW; Z.: knitt-er-frei
$knitterig, knittrig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. knitterig, faltig; E.: s. knitter(n), s. ig; L.: DW 11, 1447, EWD s. u. knittern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus knitter(n) und ig gebildete Bezeichnung für faltig; F.: knitterig, knitterige, knitteriges, knitterigem, knitterigen, knitteriger(, knitterigere, knitterigeres, knitterigerem, knitterigeren, knitterigerer, knitterigst, knitterigste, knitterigstes, knitterigstem, knitterigsten, knitterigster, knittrig, knittrige, knittriges, knittrigem, knittrigen, knittriger, knittrigere, knittrigeres, knittrigerem, knittrigeren, knittrigerer, knittrigst, knittrigste, knittrigstes, knittrigstem, knittrigsten, knittrigster)+EW; Z.: knitt-er-ig
knittern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. knittern, Falten bilden, faltig werden; ne. crease (V.); Vw.: -; Hw.: s. knattern; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. *knitteren?, sw. V., knittern; s. knēteren; schallnachahmende Bildung mit Vokalvariation zu knattern; L.: Kluge 1. A. s. u. knittern, Kluge s. u. knittern, DW 11, 1447, EWD s. u. knittern, Duden s. u. knittern, Bluhme s. u. knittern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für Falten machen oder Falten bilden; BM.: lautmalend?; F.: knittern, knittere, knitter (!), knitterst, knittert, knitterte, knittertest, knitterten, knittertet, geknittert, ##geknittert, geknitterte, geknittertes, geknittertem, geknitterten, geknitterter##, knitternd, ###knitternd, knitternde, knitterndes, knitterndem, knitternden, knitternder###, knitter (!)+EW; Z.: knitt-er-n
Knobel, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Knobel, Knöchel, Fingerknöchel, Würfel; ne. knuckle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knebel, knobeln; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. knobel, st. M., Felsvorsprung, Erdbuckel, Bodenerhebung, Knöchel; ahd. knobilīn*, knobilī*, knubilīn*, st. N. (a), Knöchel, Fingerknöchel; ahd. knebil, st. M. (a), „Knebel“, Querholz, Kummet, Pferdekummet, Halsfessel; germ. *knabila-, *knabilaz, st. M. (a), Querholz, Knebel; s. idg. *gnebʰ-, V., Adj., drücken, knapp, Pokorny 370?; vgl. idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. knobeln, DW 11, 1148 (Knöbel), EWD s. u. knobeln, EWAhd 5, 655, Duden s. u. Knobel; GB.: (knobilīn) seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fingerknöchel (eines Primaten) und davon abgeleitet für einen Würfel; BM.: drücken; F.: Knobel, Knobels, Knobeln+EW; Z.: Kno-b-el
$Knobelbecher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Knobelbecher; E.: s. knobel(n), s. Becher; L.: Kluge s. u. knobeln, fehlt DW, EWD s. u. knobeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Knobel oder knobel(n) und Becher gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Würfelbecher sowie später auch für Stiefel von Soldaten mit kurzem Schaft; F.: Knobelbecher, Knobelbechers, Knobelbechern+EW; Z.: Kno-b-el—bech-er
knobeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. knobeln, würfeln, überlegen (V.), herausbekommen; ne. toss (V.), throw (V.) dice; Vw.: -; Hw.: s. Knebel, Knobel; Q.: 1813; E.: s. Knobel; L.: Kluge s. u. knobeln, fehlt DW, EWD s. u. knobeln, Duden s. u. knobeln, Bluhme s. u. knobeln; GB.: seit 1813 belegte und aus Knobel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Hilfe von Würfeln oder Streichhölzern eine Entscheidung darüber herbeiführen wer etwas Bestimmtes tun soll oder darf oder auch für überlegen (V.) oder herausbekommen; BM.: drücken; F.: knobeln, knobel, knoble, knobelst, knobelt, knobelte, knobeltest, knobelten, knobeltet, geknobelt, ##geknobelt, geknobelte, geknobeltes, geknobeltem, geknobelten, geknobelter##, knobelnd, ### knobelnd, knobelnde, knobelndes, knobelndem, knobelnden, knobelnder###, knobel (!)+EW; Z.: kno-b-el-n
Knoblauch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Knoblauch, eine Lauchart; ne. garlic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. klobelouch, knobelouch, st. M., Knoblauch; mnd. knuflōk, knufloek, knuflof, knufflōk, knuftlōk, knovelōk, kloflōk, N., Knoblauch, Knoblauchzwiebel; mnl. cloflooc, cluuflooc, Adj., Knoblauch; ahd. klobalouh*, klobilouh*, st. M. (a)?, Knoblauch; as. kluflôk*, st. M. (a), Knoblauch; germ. *klubō, st. F. (ō), Zwiebel?, Knoblauch?, Gespaltenes, Spalt; vgl. idg. *gleubʰ-, V., schneiden, kleben, schnitzen, schälen, Pokorny 401 (570/54) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt.); germ. *lauka-, *laukaz, st. M. (a), Lauch, l-Rune; s. idg. leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knoblauch, Kluge s. u. Knoblauch, DW 11, 1449, EWD s. u. Knoblauch, EWAhd 5, 613, Seebold 301, Duden s. u. Knoblauch; Son.: vgl. an. kloflaukr, M., Knoblauch (Lw. aus dem Mnd.); nndl. knoflook, Sb., Knoblauch; GB.: (klobalouh) seit Anfang 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine zu den Lauchen gehörende und Doldenblüten aufweisende und aus Zentralasien kommende sowie inzwischen weltweit verbreitete Pflanze mit zahlreichen um die Sprossachse ausgebildeten Brutzwiebeln die sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen als Gemüse oder Gewürz mit blutverdünnender Wirkung verwendet werden; BM.: in Zehen gespaltener Lauch; F.: Knoblauch, Knoblauches, Knoblauchs+EW; Z.: Knob—lauch
Knöchel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Knöchel, ein Knochenvorsprung; ne. knuckle, ankle; Vw.: -; Hw.: s. Knochen; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. knöchel, knochel, knuchel, knüchel, knügel, st. M., Knöchel; mnd. knȫkel, knockel, knuckel, knuekel, M., Knöchel; mnl. cnokel, M., Knöchel; vgl. mhd. knoche, sw. M., Knochen, Astknorren, Fruchtbolle; mnd. knōke, knāke, M., Knochen, Knochenbein, knochiger Körperteil, Hirnschale, Körper, Totenbein; germ *knukila-, *knukilaz, st. M. (a), Knöchel; germ. *kneuka-, *kneukaz, st. M. (a), Knollen (M.), Knöchel; idg. *gneug̑-, Sb., Knorren, Bündel, Pokorny 372; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knöchel, Kluge s. u. Knöchel, DW 11, 1451, EWD s. u. Knochen, EWAhd 5, 655, Duden s. u. Knöchel; Son.: vgl. afries. knokel, knokele, st. M. (a), Knöchel; ae. cnycel, st. M., Knöchel; nndl. knokke, Sb., Knöchel?; nnorw. knokkel, M., Knochen; GB.: (knöchel) seit Ende 12. Jh. belegte und aus Knoch(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Primaten und ihren engen Verwandten mögliche als Gelenk wirkende Knochenverbindung zwischen Fuß und Bein; BM.: zusammendrücken; F.: Knöchel, Knöchels, Knöcheln+EW; Z.: Knö-ch-el
$Knöchelchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Knöchelchen, kleiner Knochen; E.: s. Knöchel, s. chen; L.: DW 11, 1453, EWD s. u. Knochen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. ossiculum oder dem Griechischen des Altertums aus Knöchel und chen gebildete Bezeichnung für einen kleinen Knochen; F.: Knöchelchen, Knöchelchens+EW; Z.: Knö-ch-el—chen
$knöcheln, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. knöcheln, knobeln, würfeln; E.: s. Knöchel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. knobeln, DW 11, 1453; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Knöchel und (e)n gebildete Bezeichnung für knobeln oder würfeln; F.: knöcheln (!), knöchel (!), knöchle, knöchele, knöchelst, knöchelt, knöchelte, knöcheltest, knöchelten, knöcheltet, geknöchelt, ##geknöchelt, geknöchelte, geknöcheltes, geknöcheltem, geknöchelten, geknöchelter##, knöchelnd, ###knöchelnd, knöchelnde, knöchelndes, knöchelndem, knöchelnden, knöchelnder###, knöchel (!)+FW; Z.: knö-ch-el-n
Knochen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Knochen, Teil des Skeletts; ne. bone (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knöchel; Q.: 13. Jh.? (Glosse); E.: mhd. knoche, sw. M., Knochen, Astknorren, Fruchtbolle; s. mnd. knōke, knāke, M., Knochen, Knochenbein, knochiger Körperteil, Hirnschale, Körper, Totenbein, Knochenüberrest, Hundeknochen, Bein als Material für Kämme; mnl. cnōke, M., Knochen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kneuka-, *kneukaz, st. M. (a), Knollen (M.), Knöchel; idg. *gneug̑-, Sb., Knorren, Bündel, Pokorny 372; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knochen, Kluge s. u. Knochen, DW 11, 1454, EWD s. u. Knöchel, Falk/Torp 50, EWAhd 5, 647, Duden s. u. Knochen, Bluhme s. u. Knochen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. knjūkr, st. M. (a), Berggipfel; got. -; nndl. knook, Sb., Knochen; nschw. (dial) knoka, Sb., Knochen; nnorw. knoke, M., Knöchel; GB.: (knoche) vielleicht seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen möglichen harten hauptsächlich aus Kalk bestehenden Teil des Skeletts oder Stützgerüsts (höherer Lebewesen); BM.: zusammendrücken; F.: Knochen, Knochens+EW; Z.: Kno-ch-en
$Knochenfraß, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knochenfraß; Q.: um 1800; E.: s. Knochen, s. Fraß; L.: DW 11, 1458 (Knochenfrasz), EWD s. u. Knochen; GB.: seit um 1800 belegte und aus Knochen und Fraß gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche chronische Knochenvereiterung vor allem in einem Ohr; F.: Knochenfraß, Knochenfraßes, Knochenfraße, Knochenfraßen+EW; Z.: Kno-ch-en—fr-aß
$Knochenmann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Knochenmann; E.: s. Knochen, s. Mann; L.: DW 11, 1459, EWD s. u. Knochen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Knochen und Mann gebildete für einen nur aus Knochen bestehenden Mann oder ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Skelett (eines Menschen); F.: Knochenmann, Knochenmannes, Knochenmanns, Knochenmänner, Knochenmännern+EW; Z.: Kno-ch-en-man-n
$knöchern (1), nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. knöchern, aus Knochen bestehend; E.: s. Knoch(en), s. er, s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. Knochen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knoch(en) und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches aus Knochen bestehend; F.: knöchern, knöcherne, knöchernes, knöchernem, knöchernen, knöcherner+EW; Z.: knö-ch-er-n
$*knöchern? (2), nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. *knöchern?, Knochen bilden, Knochen werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Knoch(en), s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Knochen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Knoch(en) und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches Knochen bilden oder Knochen werden; F.: knöchern (!), knöchere, knöcher (!), knöcherst, knöchert, knöcherte, knöchertest, knöcherten, knöchertet, geknöchert, ##geknöchert, geknöcherte, geknöchertes, geknöchertem, geknöcherten, geknöcherter##, knöchernd, ###knöchernd, knöchernde, knöcherndes, knöcherndem, knöchernden, knöchernder###, knöcher (!)+EW; Z.: knö-ch-er-n
$knochig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. knochig, beinern, hager; E.: s. Knoch(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Knochen, DW 11, 1461, EWD s. u. Knochen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Knoch(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches Knochen habend oder beinern oder hager; F.: knochig, knochige, knochiges, knochigem, knochigen, knochiger(, knochigere, knochigeres, knochigerem, knochigeren, knochigerer, knochigst, knochigste, knochigstes, knochigstem, knochigsten, knochigster)+EW; Z.: kno-ch-ig
Knocke, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Knocke, Flachsbündel; ne. bundle (N.) of flax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. knocke, knochke, knoke, knock, knucke, F., Knocke, Flachsbündel, zu einem Knoten (M.) zusammengedrehtes Bündel von gehecheltem Flachs; vgl. idg. *gneug̑-, Sb., Knorren, Bündel; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, Zusammengedrücktes, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knocke, Kluge s. u. Knocke, DW 11, 1461; Son.: vgl. ae. cnycc, st. M., Band (N.); me. knuckhe, Sb., Heubündel; ne. knitch, N., Holzbündel; vgl. lit. gniūžis, M., Bündel, Handvoll; GB.: (mnd. knocke) seit 17. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Bund aus gehecheltem Flachs oder ein Flachsbündel; BM.: zusammendrücken; F.: Knocke, Knocken+EW; Z.: Kno-ck-e
knockout, nhd., Adj.: nhd. knockout; Vw.: s. k. o.
Knödel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Knödel, Kloß; ne. dumpling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. knödel, st. N., Knödel, Knötlein, Knötchen; s. mhd. knode, knote, sw. M., Knoten (M.), Schlinge, Rätsel, Wirrsal; ahd. knodo*, knoto*, sw. M. (n), Knöchel, Fingerknöchel, Knoten (M.), Verdickung, geflochtener Riemen, geknoteter Riemen; germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knödel, Kluge s. u. Knödel, DW 11, 1463, EWD s. u. Knödel, Duden s. u. Knödel, Bluhme s. u. Knoedel; Son.: vgl. nndl. knoedel, Sb., Knödel; nschw. knödel, Sb., Knödel; lit. kniedlikas, M., Knödel; GB.: (knödel) seit 14. Jh. belegte und aus Knot(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete aus einer Teigmasse bestehende kugelförmige Speise (Kloß); BM.: zusammendrücken; F.: Knödel, Knödels, Knödeln+EW; Z.: Knö-d-el
Knolle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Knolle, Knollen, Knorren, Auswuchs, Beule, Knoten (M.); ne. lump, bulb; Vw.: -; Hw.: s. Knollen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. knolle, sw. M., Erdscholle, Knospe, Bauer (M.) (1), Klumpen (M.); mnd. knolle, knul, knull*, knulle*, M., Erdvorsprung, kleine Anhöhe, Knoll; mnl. cnol, Sb., Hügel; ahd. knollo*, sw. M. (n), Klippe, Knolle, Klumpen (M.); Herkunft ungeklärt?; vielleicht von idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knollen, Kluge s. u. Knolle, DW 11, 1464, EWD s. u. Knolle, EWAhd 5, 648, Duden s. u. Knolle, Bluhme s. u. Knollen; Son.: vgl. ae. cnoll, st. M. (a), Hügel, Anhöhe, Gipfel; an. knollr, st. M. (a), Bergkuppe; nschw. knöl, Sb., Knolle; nnorw. knoll, M., Knolle; GB.: (knollo) seit Ende 8. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen rundlichen Auswuchs (von oder an etwas); BM.: zusammendrücken?; F.: Knolle, Knollen+EW; Z.: Knoll-e
Knollen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Knollen, Knolle, Auswuchs; ne. lump, bulb; Vw.: -; Hw.: s. Knolle; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. knolle, sw. M., Erdscholle, Knospe, Bauer (M.) (1), Klumpen (M.); mnd. knolle, knul, knull*, knulle*, M., Erdvorsprung, kleine Anhöhe, Knoll; mnl. cnol, Sb., Hügel; ahd. knollo*, sw. M. (n), Klippe, Knolle, Klumpen (M.); Herkunft ungeklärt?; vielleicht von idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Knolle, EWD s. u. Knolle, Duden s. u. Knollen, Bluhme s. u. Knollen; Son.: vgl. ae. cnoll, st. M. (a), Hügel, Anhöhe, Gipfel; an. knollr, st. M. (a), Bergkuppe; nschw. knöl, Sb., Knolle, Knollen; nnorw. knoll, M., Knolle, Knollen; GB.: (knollo) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen rundlichen Auswuchs (von oder an etwas); BM.: zusammendrücken?; F.: Knollen, Knollens+EW; Z.: Knoll-en
$Knollenblätterpilz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knollenblätterpilz; E.: s. Knolle, s. n, s. Blätter, s. Pilz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Knolle; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Knoll(e) und en (Suff.) sowie Blätter und Pilz gebildete Bezeichnung für einen tödlich giftigen verwechselbaren Pilz; F.: Knollenblätterpilz, Knollenblätterpilzes, Knollenblätterpilze, Knollenblätterpilzen+EW+FW; Z.: Knoll-en—blä-t-t-er—pilz
$knollig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. knollig, knotig, klumpig, ; E.: s. Knoll(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Knolle, DW 11, 1469, EWD s. u. Knolle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knoll(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches knotig oder klumpig; F.: knollig, knollige, knolliges, knolligem, knolligen, knolliger+EW; Z.: knoll-ig
Knopf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Knopf, Knauf, Griff; ne. button (N.), knob (N.); Vw.: -; Hw.: s. knüpfen, Knospe; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. knopf, st. M., Knopf, Kugel, Knoten (M.), Schlinge, Hügel; mnd. knōp, knoep, M., Knoten (M.), Knopf, Knauf, Verdickung, Knospe, Flachsknoten; mnl. cnop, M., Knopf; ahd. knopf, st. M. (a)?, Spross, Knopf, Knauf, Knoten (M.), Buckel, erhabene Rundung als Verzierung, Riemengeflecht; as. -; anfrk. -; germ. *knuba-, *knubaz, st. M. (a), Knopf, Knauf; idg. *gneubʰ-, Sb., Knorren, Knopf, Pokorny 371; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knopf, Kluge s. u. Knopf, DW 11, 1470, EWD s. u. Knopf, EWAhd 5, 650, Falk/Torp 50, Duden s. u. Knopf, Bluhme s. u. Knopf; Son.: vgl. afries. knopp, knop, st. M. (a), Knopf; ae. -; an. knȳfill, st. M. (a), kurzes Horn; got. -; nndl. knoop, knop, Sb., Knopf; nschw. knopp, Sb., Knopf; nnorw. knapp, M., Knopf; GB.: (knopf) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht in Zentralasien in dem 12. Jh. von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten kleinen meist runden oder flachen oder kugeligen oder halbkugeligen Gegenstand aus festem Material an Kleidungsstücken der zusammen mit dem Knopfloch durch das er hindurchgesteckt wird als Verschluss dient oder als Zierde angebracht ist; BM.: zusammendrücken; F.: Knopf, Knopfs, Knopfes, Knöpfe, Knöpfen+EW; Z.: Kno-pf
$knöpfen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. knöpfen, einen Knopf benützen; Vw.: s. ab-, vor-; E.: s. Knopf, s. en; L.: Kluge s. u. Knopf, EWD s. u. Knopf; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Knopf und en gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Knopf benützen; F.: knöpfen, knöpfe (!), knöpfst, knöpft, knöpfest, knöpfet, knöpfte, knöpftest, knöpften, knöpftet, geknöpft, ##geknöpft, geknöpfte, geknöpftes, geknöpftem, geknöpften, geknöpfter##, knöpfend, ###knöpfend, knöpfende, knöpfendes, knöpfendem, knöpfenden, knöpfender###, knöpf (!)+EW; Z.: knö-pf-en
$Knöpfle, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Knöpfle; E.: s. Knopf, s. le; L.: Kluge s. u. Knöpfle, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Knopf und le gebildete Bezeichnung für einen kleinen Knopf und eine ihm ähnliche Teigware; F.: Knöpfle, Knöpfles, Knöpflen+EW; Z.: Knö-pf-l-e
$Knopfloch, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Knopfloch; E.: s. Knopf, s. Loch; L.: DW 11, 1482, EWD s. u. Knopf; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Knopf und Loch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 13. Jh. entwickeltes und verwendetes Loch durch das ein Knopf zwecks Verschließens eines Kleidungsstücks gesteckt werden kann; F.: Knopfloch, Knopfloches, Knopflochs, Knopflöcher, Knopflöchern+EW; Z.: Kno-pf—loch
Knopper, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Knopper, Gallapfel; ne. knopper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Knop(f), s. er, Weiterbildung von Knopf (s. d.); L.: Kluge s. u. Knopper, DW 11, 1483, Duden s. u. Knopper; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knop(f) und p sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Knopf oder Auswuchs oder Knorren oder Gallapfel an einem jungen Kelch einer Eichel; BM.: zusammendrücken; F.: Knopper, Knoppern+EW; Z.: Kno-pp-er
knorke, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. knorke, vorzüglich, fabelhaft, brauchbar, zufriedenstellend; ne. smashing (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1926; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. knorke, fehlt DW, EWD s. u. knorke, Duden s. u. knorke, Bluhme s. u. knorke; GB.: seit um 1926 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für vorzüglich oder fabelhaft oder brauchbar oder zufriedenstellend; BM.: ?; F.: knorke, knorkes, knorkem, knorken, knorker+EW?; Z.: knorke
Knorpel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Knorpel, ein elastisches aber festes Gewebe des Körpers; ne. cartilage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. *knorpel, st. N., Knorpel; mnd. knorvel, knarbel, M., Knorpel; weitere Etymologie ungeklärt; vielleicht verwandt mit Knorren (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knorpel, Kluge s. u. Knorpel, DW 11, 1484, EWD s. u. Knorpel, Duden s. u. Knorpel, Bluhme s. u. Knorpel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mittelhochdeutsch erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Knorren verbindbare Bezeichnung für das feste und elastische Bindegewebe welches das Skelett von Lebewesen stützt und Knochen oder Gelenke seit ihrer Entstehung verbindet; BM.: zusammendrücken?; F.: Knorpel, Knorpels, Knorpeln+EW?; Z.: Knorp-el
Knorre, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Knorre, Knorren, Auswuchs, Knubbe; ne. gnarl (N.), knot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knorren, Knorz; Q.: 1250-1272 (David von Augsburg); E.: mhd. knorre, knurre, sw. M., Knorre, Knorren, Baumknorre, Steinknorre, hervorstechender Knochen, Hüftknochen, Knorpel, Auswuchs; mnd. knorre, M., Knorren, Auswuchs, harte Verdickung, Halmknoten, Astknoten, Klumpfuß, Spat; weitere Herkunft unklar; vielleicht von idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knorre, DW 11, 1487; GB.: seit 1250-1272 belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen krummen Teil eines Astes oder Baumstamms mit vielen Verdickungen; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knorre, Knorrens, Knorren+EW; Z.: Korr-e
Knorren, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Knorren, Knorre, Auswuchs, Knubbe; ne. gnarl (N.), knot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knorre, Knorz; Q.: 1250-1272 (David von Augsburg); E.: mhd. knorre, knurre, sw. M., Knorre, Knorren, Baumknorre, Steinknorre, hervorstechender Knochen, Hüftknochen, Knorpel, Auswuchs; mnd. knorre, M., Knorren, Auswuchs, harte Verdickung, Halmknoten, Astknoten, Klumpfuß, Spat; weitere Herkunft unklar; vielleicht von idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knorre, Kluge s. u. Knorren, DW 11, 1487, EWD s. u. Knorren, Duden s. u. Knorren, Bluhme s. u. Knorren; GB.: seit 1250-1272 belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen krummen Teil eines Astes oder Baumstamms mit vielen Verdickungen; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knorren, Knorrens+EW; Z.: Korr-en
Knorz, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Knorz, Knoten (M.), Knorre, Knorren; ne. node (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knorren; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. knorz, st. M., Knorz, Knorren; ahd. knorz*, st. M. (a)?, Auswuchs, Knoten (M.), Knorz, Knorren; von einem germ. *knurta-; vielleicht von idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knortz, Kluge s. u. Knorz, DW 11, 149, EWD s. u. Knorren, EWAhd 5, 651, Duden s. u. Knorz; GB.: (knorz) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Knoten oder Knorren; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knorz, Knorzes, Knorze, Knorzen+EW; Z.: Knorz
Knösel, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Knösel, kurze kleine Pfeife, etwas Unschönes; ne. small pipe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Knösel, DW 11, 1493, Duden s. u. Knösel; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher von Menschen entwickelte und verwendete kurze kleine Pfeife oder auch für etwas Unschönes; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knösel, Knösels, Knöseln+EW; Z.: Knös-el
Knospe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Knospe, Pflanzenspross, Trieb; ne. bud (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knopf; Q.: 1250-1272 (David von Augsburg); E.: mhd. knospe, sw. M., Knospe, Knorre; mnd. knospe, M., Knospe, Blüte; vgl. mhd. knopf, st. M., Knopf, Kugel, Knoten (M.), Schlinge, Hügel; mnd. knōp, knoep, M., Knoten (M.), Knopf, Knauf, Verdickung, Knospe, Flachsknoten; ahd. knopf, st. M. (a)?, Spross, Knopf, Knauf, Knoten (M.), Buckel, erhabene Rundung als Verzierung, Riemengeflecht; as. -; anfrk. -; germ. *knuba-, *knubaz, st. M. (a), Knopf, Knauf; idg. *gneubʰ-, Sb., Knorren, Knopf, Pokorny 371; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knospe, Kluge s. u. Knospe, DW 11, 1494, EWD s. u. Knospe, Duden s. u. Knospe, Bluhme s. u. Knospe; Son.: vgl. nndl. knop, Sb., Knospe; nschw. knopp, Sb., Knospe; nnorw. knopp, M., Knospe; GB.: seit 1250-1272 belegte und mit Knopf verbindbare Bezeichnung für den schon vormenschlich seit Entwicklung von Pflanzen möglichen Teil (Spross) einer Pflanze aus dem sich Blüten oder Blätter entwickeln; BM.: Knopf bzw. zusammendrücken; F.: Knospe, Knospen (!)+EW; Z.: Kno-sp-e
$knospen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knospen, treiben. Knospen bilden; E.: s. Knosp(e), s. en; L.: Kluge s. u. Knospe, DW 11, 1496, EWD s. u. Knospe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knosp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Pflanzen mögliches Knospen bilden; F.: knospen (!), knospe (!), knospst, knospt, knospest, knospet, knospte, knosptest, knospten, knosptet, geknospt, ##geknospt, geknospte, geknosptes, geknosptem, geknospten, geknospter##, knospend, ##knospend, knospende, knospendes, knospendem, knospenden, knospender###, knosp (!)+EW; Z.: kno-sp-en
Knote (1), nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Knote, plumper Mensch; ne. clumsy man; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. ostniederdeutsch gnōte, Sb., Handlungsdiener; vielleicht beeinflusst von Knoten; L.: Kluge s. u. Knote; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Ostniederdeutschen kommende sowie vielleicht von Knote oder Knoten beeinflusste Bezeichnung für einen Handlungsdiener oder plumpen Menschen; BM.: Genosse?; F.: Knote, Knotes, Knoten+EW; Z.: Kno-t-e
Knote (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Knote, Knoten (M.), Verknüpfung; ne. knot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knoten, Knödel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. knode, knote, sw. M., Knoten (M.), Schlinge, Rätsel, Wirrsal; mnd. knōde, M., Knoten (M.), Knoten (M.) im Faden oder Seil, Stengelknoten, Halmknoten, Fingerknoten; mnl. cnote, F., Knorren, Klumpen (M.), Knäuel; ahd. knodo*, knoto*, sw. M. (n), Knöchel, Fingerknöchel, Knoten (M.), Verdickung, geflochtener Riemen; as. knotto*, sw. M. (n), Knoten (M.); mnd. knutte, knotte, M., Knoten (M.); anfrk. -; germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 11, 1499, EWAhd 5, 645, Falk/Torp 50; Son.: vgl. afries. knotta, sw. M. (n), Strick (M.) (1); ae. cnotta, sw. M. (n), Knote, Knoten (M.), Schwierigkeit; an. knūtr, st. M. (a), Knote, Knoten (M.); got. -; nisl. hnoði, M., Niete; GB.: (knodo) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickelte und verwendete festgezogene Verschlingung von Bändern oder Fäden oder Schnüren oder für Verdickungen; BM.: zusammendrücken; F.: Knote, Knotens, Knoten+EW; Z.: Kno-t-e
$knoten, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. knoten, einen Knoten bilden; E.: s. Knoten; L.: Kluge s. u. Knoten, EWD s. u. Knoten; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Knoten gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Knoten bilden; F.: knoten (!), knote (!), knotest, knotet, knotete, knotetest, knoteten, knotetet, geknotet, ##geknotet, geknotete, geknotetes, geknotetem, geknoteten, geknoteter##, knotend, ###knotend, knotende, knotendes, knotendem, knotenden, knotender###, knot (!)+EW; Z.: kno-t-en
Knoten, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Knoten (M.), Verknüpfung; ne. knot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knote, Knödel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. knode, knote, sw. M., Knoten (M.), Schlinge, Rätsel, Wirrsal; mnd. knōde, M., Knoten (M.), Knoten (M.) im Faden oder Seil, Stengelknoten, Halmknoten, Fingerknoten; mnl. cnote, F., Knorren, Klumpen (M.), Knäuel; ahd. knodo*, knoto*, sw. M. (n), Knöchel, Fingerknöchel, Knoten (M.), Verdickung, geflochtener Riemen; as. knotto*, sw. M. (n), Knoten (M.); mnd. knutte, knotte, M., Knoten (M.); anfrk. -; germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knoten, Kluge s. u. Knoten, DW 11, 1499, EWD s. u. Knoten, EWAhd 5, 645, Falk/Torp 50, Duden s. u. Knoten, Bluhme s. u. Knoten; Son.: vgl. afries. knotta, sw. M. (n), Strick (M.) (1); ae. cnotta, sw. M. (n), Knoten (M.), Schwierigkeit; an. knūtr, st. M. (a), Knoten (M.); got. -; nisl. hnoði, M., Niete; GB.: (knodo) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete festgezogene Verschlingung von Bändern oder Fäden oder Schnüren oder für Verdickungen; BM.: zusammendrücken; F.: Knoten, Knotens+EW; Z.: Kno-t-en
$Knöterich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knöterich, Ackerspergel, Wiesenspark; E.: s. Knot(en), s. er, s. ich (Suff.); L.: Kluge s. u. Knöterich, DW 11, 1510, EWD s. u. Knöterich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Knot(en), und er sowie ich (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche weit verbreitete kleinere Pflanze mit vielen Verdickungen (Knoten) in dem Stängel; F.: s. Knöterich, Knöteriches, Knöterichs, Knöteriche, Knöterichen+EW; Z.: Knö-t-er-ich
$knotig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. knotig, Knoten (M.) betreffend, Knoten (M.) habend; E.: s. Knot(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Knoten, DW 11, 1510, EWD s. u. Knoten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Knot(en) und ig gebildete Bezeichnung für Knoten betreffend oder Knoten habend; F.: knotig, knotige, knotiges, knotigem, knotigen, knotiger+EW; Z.: kno-t-ig
Know-how, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Know-how, Wissen (wie); ne. know-how; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. know-how; E.: s. ne. know-how, N., Know-how, Wissen wie; vgl. ne. know, V., wissen; ae. cnāwan, st. V. (7), red. V. (2), wissen, erkennen; germ. *knēan, *knǣan, V., kennen, verstehen, können; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. how, Adv., wie; ae. hū, Adv., wie; germ. *hwō, Partikel, wie; vgl. idg. *kā̆, *ke, *kom, Partikel, wohl, Pokorny 515; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644? (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Falk/Torp 114?, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Know-how, EWD s. u. Know-how, Duden s. u. Know-how; Son.: vgl. nndl. know-how, Sb., Know-how; frz. know-how, N., Know-how; nschw. know-how, Sb., Know-how; nnorw. know-how, Sb., Know-how; poln. know-how, M., Know-how; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus know (wissen) und how (wie) gebildete Bezeichnung für ein durch Erfahrung oder Lernen erlangtes sachverständiges Wissen wie man eine Aufgabe möglichst vorteilhaft lösen kann; BM.: wissen wie; F.: Know-how, Know-hows+FW; Z.: Know-how
Knubbe, nhd., F.?, (17. Jh.): nhd. Knubbe, Knorren; ne. gnarl (N.), knot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knubben; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. knobbe, knowe, knubbe, M., Knubbel, Knorren, Verdickung, vorspringender Teil, Erhöhung, Knoten (M.), Verhärtung, Hautknoten, harte Beule, Baumstumpf; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Knubbe, Kluge s. u. Knubbe, DW 11, 1513, Duden s. u. Knubbe; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen krummen Teil eines Astes oder Baumstamms mit vielen Verdickungen; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knubbe, Knubben+EW; Z.: Knubb-e
$Knubben, nhd., M.: nhd. Knubben; E.: s. Knubbe; L.: Kluge s. u. Knubbe, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen krummen Teil eines Astes oder Baumstamms mit vielen Verdickungen; BM.: verdickter Gegenstand?; F.: Knubben, Knubbens+EW; Z.: Knubb-en
knuddeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. knuddeln, umarmen, zusammendrücken, drücken; ne. hug (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. knuddeln, fehlt DW, Duden s. u. knuddeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches umarmen oder drücken; BM.: zusammendrücken; F.: knuddeln, knuddel (!), knuddle, knuddelst, knuddelt, knuddelte, knuddeltest, knuddelten, knuddeltet, geknuddelt, ##geknuddelt, geknuddelte, geknuddeltes, geknuddeltem, geknuddelten, geknuddelter##, knuddelnd, ###knuddelnd, knuddelnde, knuddelndes, knuddelndem, knuddelnden, knuddelnder###, knuddel (!)+EW; Z.: knudd-el-n
$Knuff, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knuff, Stoß, Schlag; L.: DW 11, 1514, EWD s. u. knuffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit knuffen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Stoß oder Schlag; F.: Knuff, Knuffs, Knuffes, Knuffe, Knuffen+EW; Z.: Knuff
knuffen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knuffen, stoßen, schlagen; ne. punch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, wohl lautsymbolisch; oder vielleicht Zusammenhang mit nhd. knobeln oder Knopf; L.: Kluge 1. A. s. u. knuffen, Kluge s. u. knuffen, DW 11, 1515, EWD s. u. knuffen, Duden s. u. knuffen, Bluhme s. u. knuffen; Son.: vgl. nschw. knuffa, V., knuffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie vielleicht lautmalend gebildete und mit knobeln oder Knopf verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches stoßen oder jemandem einen oder mehrere leichte Stöße geben; BM.: lautsymbolisch?; F.: knuffen (!), knuffe (!), knuffst, knufft, knuffest, knuffet, knuffte, knufftest, knufften, knufftet, geknufft, ##geknufft, geknuffte, geknufftes, geknufftem, geknufften, geknuffter##, knuffend, ###knuffend, knuffende, knuffendes, knuffendem, knuffenden, knuffender###, knuff (!)+EW; Z.: knuff-en
Knülch, nhd., M.: nhd. Knülch; Vw.: s. Knilch
knüll, nhd., Adj.: nhd. knüll; Vw.: s. knülle
knülle, knüll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. knülle, knüll, erschöpft, betrunken; ne. exhausted; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: wohl Rückbildung zu knüllen; vgl. fnhd. knollicht trinken, V., haufenweise trinken; L.: Kluge s. u. knüll, EWD s. u. knüll(e), Duden s. u. knülle; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und zu knüllen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Alkohol durch den Menschen mögliches betrunken; BM.: zusammendrücken?; F.: knülle, knüll+EW; Z.: knüll-e
knüllen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. knüllen, zerknüllen, zusammendrücken; ne. crumple (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. knüllen, sw. V., knuffen, stoßen, erschlagen (V.); s. germ. *knuzljan, sw. V., zerdrücken; idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. knüllen, DW 11, 1516, EWD s. u. knüllen, Duden s. u. knüllen, Bluhme s. u. knuellen; Son.: vgl. ae. cnyllan, cnylsian, sw. V. (1), läuten, schlagen, klopfen, stoßen; an. knylla, sw. V. (1), prügeln; GB.: seit 1301-1319 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (in der Hand) zusammendrücken; BM.: zusammendrücken; F.: knüllen, knülle (!), knüllst, knüllt, knüllest, knüllet, knüllte, knülltest, knüllten, knülltet, geknüllt, ##geknüllt, geknüllte, geknülltes, geknülltem, geknüllten, geknüllter##, knüllend, ###knüllend, knüllende, knüllendes, knüllendem, knüllenden, knüllender###, knüll (!)+EW; Z.: knü-ll-en
Knüller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Knüller, Aufsehen Erregendes; ne. scoop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht zu knüllen; oder über das Westjiddische zu knallen; jidd. knellen, V., schlagen, knallen; L.: Kluge s. u. Knüller, fehlt DW, EWD s. u. Knüller, Duden s. u. Knüller; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Jiddischen verbindbare Bezeichnung für etwas Aufsehen Erregendes oder als sensationell Empfundenes; BM.: zusammendrücken bzw. knallen?; F.: Knüller, Knüllers, Knüllern+EW; Z.: Knü-ll-er
knüpfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. knüpfen, verknoten, verbinden; ne. knot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Knopf; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. knüpfen, sw. V., knüpfen; mnd. knüppen, knuppen, sw. V., knüpfen, anknüpfen, zu einem Knoten (M.) machen, zusammenknüpfen, knoten; mnl. cnoppen, cnuppen, cnopen, V., knüpfen; ahd. knupfen*, knuffen*, knuphen*, sw. V. (1a), knüpfen, befestigen, anknüpfen, verknüpfen, zusammenbinden; vgl. ahd. knopf, st. M. (a)?, Spross, Knopf, Knauf, Knoten (M.), Buckel, erhabene Rundung als Verzierung, Riemengeflecht; germ. *knuba-, *knubaz, st. M. (a), Knopf, Knauf; idg. *gneubʰ-, Sb., Knorren, Knopf, Pokorny 371; s. idg. gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. knüpfen, Kluge s. u. knüpfen, DW 11, 1518, EWD s. u. knüpfen, EWAhd 5, 659, Duden s. u. knüpfen, Bluhme s. u. knuepfen; Son.: vgl. nndl. knopen, V., knüpfen; GB.: (knupfen) vielleicht vor 790 belegte und mit Knopf und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Bänder verknoten oder verbinden; BM.: zusammendrücken; F.: knüpfen, knüpfe, knüpfst, knüpft, knüpfest, knüpfet, knüpfte, knüpftest, knüpften, knüpftet, geknüpft, ##geknüpft, geknüpfte, geknüpftes, geknüpftem, geknüpften, geknüpfter##, knüpfend, ###knüpfend, knüpfende, knüpfendes, knüpfendem, knüpfenden, knüpfender###, knüpf (!)+EW; Z.: knüp-pf-en
Knüppel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Knüppel, Knüttel, kurzer dicker Stock; ne. club (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. knüppel, knuppel, knopel, M., Knüppel, Knittel, Prügel als Schlagwaffe; s. ahd. knuttil, st. M. (a), Knüttel, Knüppel, Keule; vgl. ahd. knodo*, knoto*, sw. M. (n), Knöchel, Fingerknöchel, Knoten (M.), Verdickung, geflochtener Riemen, geknoteter Riemen; germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knüppel, Kluge s. u. Knüppel, DW 11, 1522, EWD s. u. Knüppel, Duden s. u. Knüppel, Bluhme s. u. Knueppel; Son.: vgl. nndl. knuppel, Sb., Knüppel; GB.: (mnd. knüppel) seit dem 15. Jh. belegte und mit Knüttel vergleichbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen kurzen dicken Stock; BM.: zusammendrücken; F.: Knüppel, Knüppels, Knüppeln+EW; Z.: Knü-p-p-el
$Knüppeldamm, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knüppeldamm; E.: s. Knüppel, s. Damm; L.: Kluge s. u. Knüppel, DW 11, 1523, EWD s. u. Knüppel; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Knüppel und Damm gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der mittleren Steinzeit entwickelten und verwendeten Damm aus Knüppeln für die Überquerung eines feuchten Gebiets; F.: Knüppeldamm, Knüppeldamms, Knüppeldammes, Knüppeldämme, Knüppeldämmen+EW; Z.: Knü-p-p-el—damm
$knüppeln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. knüppeln, prügeln, schlagen; Vw.: s. nieder-, zusammen-; E.: s. Knüppel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Knüppel; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Knüppel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für (mit einem Knüppel) schlagen; F.: knüppeln, knüppel (!), knüpple, knüppele, knüppelst, knüppelt, knüppelte, knüppeltest, knüppelten, knüppeltet, geknüppelt, ##geknüppelt, geknüppelte, geknüppeltes, geknüppeltem, geknüppelten, geknüppelter##, knüppelnd, ###knüppelnd, knüppelnde, knüppelndes, knüppelndem, knüppelnden, knüppelnder###, knüppel (!)+EW; Z.: knü-p-p-el-n
knurren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. knurren, drohende Laute ausstoßen; ne. growl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. knurren, sw. V., knurren, murren, brummen; lautmalend; L.: Kluge s. u. knurren, DW 11, 1524, EWD s. u. knurren, Duden s. u. knurren, Bluhme s. u. knurren; Son.: vgl. nschw. knorra, V., knurren; nnorw. knurre, V., knurren; GB.: seit 16. Jh. (hauptsächlich für Hunde) belegte (mnd.) und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für mindestens einen brummenden und rollenden drohenden Laut ausstoßen oder von sich geben; BM.: lautmalend?; F.: knurren, knurre (!), knurrst, knurrt, knurrest, knurret, knurrte, knurrtest, knurrten, knurrtet, geknurrt, ##geknurrt, geknurrte, geknurrtes, geknurrtem, geknurrten, geknurrter##, knurrend, ###knurrend, knurrende, knurrendes, knurrendem, knurrenden, knurrender###, knurr (!)+EW; Z.: knurr-en
$Knurrhahn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Knurrhahn, mürrischer Mensch; E.: s. knurr(en), s. Hahn; L.: Kluge s. u. Knurrhahn, DW 11, 1524, EWD s. u. knurren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus knurr(en) und Hahn gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen auf dem Meeresboden lebenden barschartigen Speisefisch der mit seiner Schwimmblase knurrende Geräusche erzeugen kann oder einen mürrischen Menschen; F.: Knurrhahn, Knurrhahns, Knurrhahnes, Knurrhähne, Knurrhähnen+EW; Z.: Knurr—hahn
$knusperig, knusprig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. knusperig, knackig, frisch gebacken, frisch gebraten; E.: s. knusper(n), s. ig; L.: Kluge s. u. knuspern, DW 11, 1527, EWD s. u. knuspern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus knusper(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von Menschen frisch gebacken oder gebraten und eine harte leicht platzende Kruste aufweisend; F.: knusperig, knusperige, knusperiges, knusperigem, knusperigen, knusperiger(, knusperigere, knusperigeres, knusperigerem, knusperigeren, knusperigerer, knusperigst, knusperigste, knusperigstes, knusperigstem, knusperigsten, knusperigster, knusprig, knusprige, knuspriges, knusprigem, knusprigen, knuspriger, knusprigere, knusprigeres, knusprigerem, knusprigeren, knusprigerer, knusprigst, knusprigste, knusprigstes, knusprigstem, knusprigsten, knusprigster)+EW; Z.: knusp-r-ig
knuspern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. knuspern, hörbar knabbern; ne. crunch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. knuspern, DW 11, 1527, EWD s. u. knuspern, Duden s. u. knuspern, Bluhme s. u. knusperig; GB.: seit um 1800 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches hörbar knabbern oder geräuschvoll knabbern; BM.: lautmalend; F.: knuspern, knuspere, knusper (!), knuspre, knusperst, knuspert, knusperte, knuspertest, knusperten, knuspertet, geknuspert, ##geknuspert, geknuspertes, geknuspertem, geknusperten, geknusperter##, knuspernd, ###knuspernd, knuspernde, knusperndes, knusperndem, knuspernden, knuspernder###, knusper (!)+EW; Z.: knusp-er-n
Knust, Knaust, nhd. (dial.), M., (20. Jh.): nhd. Knust, Brotende, Endstück eines Brotlaibs, Knorren; ne. end crust of bread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. knūst, M., Knust, Verdickung, Hornballen, Knoten (M.), Knorren, Knollen, knorrige Ecke der Brotrinde, Brotlaib, Brotecke; mhd. knōst, st. M., Knorren; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Knust, Kluge s. u. Knust, DW 11, 1373, EWD s. u. Knust, Duden s. u. Knust, Bluhme s. u. Knust; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mitteniederdeutschen und dem Mittelhochdeutschen verbindbare Bezeichnung für ein Endstück eines Brotlaibs; BM.: verdickter Gegenstand; F.: Knust, Knusts, Knustes, Knuste, Knusten, Knüste, Knüsten, Knaust, Knausts, Knaustes, Knauste, Knausten+EW; Z.: Knut
Knute, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Knute, Peitsche; ne. knout, lash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. russ. knut, M., Knotenpeitsche; von an. knūtr, st. M. (a), Knoten (M.); germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knute, Kluge s. u. Knute, EWD s. u. Knute, DW 11, 1528, Duden s. u. Knute, Bluhme s. u. Knute; Son.: vgl. nndl. knoet, Sb., Knute; frz. knout, Sb., Knute; nschw. knut, Sb., Knute; nnorw. knutt, M., Knute; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Peitsche mit einem kurzen Griff und angehängtem Lederriemen (Knotenpeitsche); BM.: Knoten (M.); F.: Knute, Knuten+EW; Z.: Knu-t-e
$Knutpeitsche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Knutpeitsche, Knute, eine Peitsche; E.: s. Knut(e), s. Peitsche; L.: Kluge s. u. Knute, DW 11, 1529; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Knut(e) und Peitsche gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Peitsche; F.: Knutpeitsche, Knutpeitschen+EW+FW; Z.: Knu-t—pei-tsch-e
knutschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. knutschen, schmusen, heftig umarmen und küssen; ne. snog (V.); Vw.: -; Hw.: s. knautschen; Q.: 19. Jh.; E.: von einem Wort für zusammendrücken?; L.: Kluge s. u. knutschen, DW 11, 1529, EWD s. u. knutschen, Duden s. u. knutschen, Bluhme s. u. knutschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit knautschen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heftig umarmen und küssen; BM.: zusammendrücken; F.: knutschen, knutsche (!), knutschst, knutscht, knutschest, knutschet, knutschte, knutschtest, knutschten, knutschtet, geknutscht, ##geknutscht##, knutschend, ###knutschend, knutschende, knutschendes, knutschendem, knutschenden, knutschender###, knutsch (!)+EW; Z.: knutsch-en
Knüttel, Knittel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Knüttel, Steinmetzschlägel, kurzer dicker Stock; ne. baton, club; Vw.: -; Hw.: s. Knittelvers, Knüppel; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. knütel, knüttel, st. M., Knüttel, Steinmetzschlegel; ahd. knuttil, knutil, st. M. (a), Knüttel, Knüppel, Keule, Knotenstock, Hirtenstab; s. ahd. knodo*, knoto*, sw. M. (n), Knöchel, Fingerknöchel, Knoten (M.), Verdickung, geflochtener Riemen, geknoteter Riemen; germ. *knudō-, *knudōn, *knuda-, *knudan, *knuþō-, *knuþōn, *knuþa-, *knuþan, sw. M. (a), Knoten (M.); idg. *gneut-, V., Sb., drücken, Knopf, Knoten (M.), Knödel, Knüttel, Pokorny 372; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Knüttel, Kluge s. u. Knüttel, DW 11, 1531, EWD s. u. Knüttel, EWAhd 5, 663, Duden s. u. Knüttel; GB.: seit um 1000 belegte und teilweise für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen und von Menschen verwendeten kurzen dicken Stock; BM.: zusammendrücken; F.: Knüttel, Knüttels, Knütteln, Knittel, Knittels, Knitteln+EW; Z.: Knü-t-t-el
Knüttelvers, nhd., M.: nhd. Knüttelvers; Vw.: s. Knittelvers; L.: DW 11, 1534
ko..., nhd., Partikel: nhd. ko...; Vw.: s. kon...; L.: fehlt DW
k. o., knockout, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. k. o., besiegt, bewusstlos, kampfunfähig; ne. k.o., knockout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. nhd. knock out; E.: s. ne. knock out, V., kampfunfähig schlagen, ausklopfen; vgl. ne. knock, V., klopfen; ae. cnocian, sw. V., schlagen, klopfen, stampfen; germ. *knuk-, V., zusammenballen; s. idg. *gneug̑-, Sb., Knorren, Bündel, Pokorny 372; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); ne. out, Präp., Adv., aus, hinaus, heraus; ne. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; germ. *ūt, Adv., heraus; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. k. o., fehlt DW, EWD s. u. knockout, Duden s. u. K. o.; Son.: vgl. nndl. k. o., Adj., k. o.; frz. K.-O., Adj., k. o.; nschw. k. o., Adj., k. o.; nnorw. knock-out, Adj., k. o.; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für nach einem Niederschlag in einer handgreiflichen Auseinandersetzung besiegt und vorübergehend bewusstlos oder kampfunfähig; BM.: zusammendrücken, heraus; F.: k. o., K. o., k. os., K. o.s, knockout, knockouts+FW; Z.: k. o.
Koala, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Koala, Koalabär; ne. koala; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. aus einer australischen Eingeborenensprache; E.: aus einer australischen Eingeborenensprache aufgenommen; L.: Kluge s. u. Koala, fehlt DW, Duden s. u. Koala; Son.: vgl. nndl. koala, Sb., Koala; frz. koala, M., Koala; nschw. koala, Sb., Koala; nnorw. koala, M., Koala; poln. koala, M., Koala; kymr. coala, M., F., Koala; lit. koala, F., Koala; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus einer Eingeborenensprache Australiens aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches in Australien vielleicht seit 25 Millionen Jahren heimisches zu den Beuteltieren gehörendes und äußerlich einem kleinen Bären ähnliches Säugetier mit dichtem oberseits grauem und unterseits gelblich weißem wolligem Pelz und großem Kopf und Stummelschwanz; BM.: ?; F.: Koala, Koalas+FW; Z.: Koala
$koalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. koalieren, mitnähren, verbinden, vereinigen, unterstützen; E.: s. lat. coalere; L.: fehlt DW, EWD s. u. Koalition; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zugleich mit nähren oder verbinden oder vereinigen oder unterstützen; F.: koalieren, koaliere, koalierst, koaliert, koalierest, koalieret, koalierte, koaliertest, koalierten, koaliertet, ##koaliert, koalierte, koaliertes, koaliertem, koalierten, koalierter##, koalierend, ###koalierend, koalierende, koalierendes, koalierendem, koalierenden, koalierender###, koalier (!)+FW(+EW); Z.: ko-al-ier-en
Koalition, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Koalition, Vereinigung, Bündnis; ne. coalition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. coalition; E.: s. frz. coalition, F., Koalition; ne. coalition, N., Koalition; mlat. coalitio, F., Vereinigung, Zusammenkunft; lat. coalitus, M., Verbindung, Vereinigung, Arnob. (297-310 n. Chr.); vgl. lat. coalēscere, V., zusammenwachsen, verwachsen (V.) (1), verschmelzen, anwachsen; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. alēscere, V., heranwachsen, gedeihen; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Koalition, EWD s. u. Koalition, Duden s. u. Koalition; Son.: vgl. nndl. coalitie, Sb., Koalition; frz. coalition, F., Koalition; nschw. koalition, Sb., Koalition; nnorw. koalisjon, M., Koalition; poln. koalicja, F., Koalition; kymr. coalisiwn, M., Koalition; lit. koalicija, F., Koalition; GB.: seit der mittleren Neuzeit (Anfang 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu dem Zwecke der Durchsetzung gemeinsamer Ziele geschlossenes Bündnis besonders von politischen Parteien; BM.: mit, wachsen (V.) (1); F.: Koalition, Koalitionen+FW(+FW); Z.: Ko-al-it-io-n
Kobalt, Cobalt, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kobalt, Cobalt, ein Metall; ne. cobalt; Vw.: -; Hw.: s. Kobold; Q.: 16. Jh.; E.: von dem Wort Kobold (s. d.), als Bezeichnung für wertloses Metall; L.: Kluge 1. A. s. u. Kobalt, Kluge s. u. Kobalt, DW 11, 1537 (M.), EWD s. u. Kobalt, Duden s. u. Kobalt; Son.: vgl. nndl. kobalt, Sb., Kobalt; frz. cobald, M., Kobald; nschw. kobolt, Sb., Kobalt; nnorw. kobolt, M., N., Kobalt; poln. kobalt, M., Kobalt; kymr. cobalt, M., Kobalt; nir. cóbalt, M., Kobalt; lit. kobaltas, M., Kobalt; GB.: seit 16. Jh. belegte und von Kobold kommende Bezeichnung für ein dem Nickel ähnliches elementar äußerst seltenes und in vielen Mineralen in geringen Mengen enthaltenes zähes stahlgrau glänzendes leicht magnetisches Metall (abgekürzt Co, Ordnungszahl 27) das für wiederaufladbare Batterien und für Superlegierungen und Hartmetalle und Katalysatoren verwendet wird und ein wichtiger Bestandteil des Vitamins B12 ist; BM.: Hausgeist? oder biegen?; F.: Kobalt, Kobalts, Cobalt, Cobalts+EW; Z.: Ko-b-alt
Kobe, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Kobe, Koben, Hütte, Verschlag, Schweinestall; ne. shed (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kobel, Koben; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: mhd. kobe (2), sw. M., Koben, Stall, Schweinestall, Käfig, Höhlung; mnd. kove, koven, M., Hütte, Häuschen; mnd. kōven (1), kaven, kofen, M., Koben, Hütte, Häuschen, Stallverschlag, Viehstall; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kubō-, *kubōn, *kuba-, *kuban, sw. M. (n), Hütte, Verschlag, Koben, Stall, Gemach; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 11, 1539, Falk/Torp 47; Son.: s. ahd. kubisi, st. N. (ja), Hütte, Behausung, Kubiese, Schuppen (M.); vgl. afries. -; ae. cofa, sw. M. (n), Höhle, Koben, Zimmer, Arche; an. kofi, sw. M. (n), kleines Zimmer, Hütte; got. -; ne. cove, N., Bucht, Gewölbe; nisl. kofi, M., Hütte, Häuschen; GB.: seit 1275-1300 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete Hütte oder einen Verschlag oder einen Schweinestall; BM.: biegen; F.: Kobe, Kobens, Koben+EW; Z.: Ko-b-e
Kobel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.?): nhd. Kobel, enges schlechtes Haus; ne. shack, cobalt; Vw.: -; Hw.: s. Koben; E.: mhd. kobel (1), st. M., Kobel, enges schlechtes Haus, Kutschenkasten; vgl. mhd. kobe, sw. M., Koben, Stall, Schweinestall, Käfig, Höhlung; mnd. kove, koven, M., Hütte, Häuschen; germ. *kubō-, *kubōn, *kuba-, *kuban, sw. M. (n), Hütte, Verschlag, Koben, Stall, Gemach; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kobel, DW 11, 1537, Duden s. u. Kobel; GB.: seit um 1272 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein enges schlechtes Haus oder einen kleinen Stall für Haustiere oder Eichhörnchen oder Vögel wie Stare; BM.: biegen; F.: Kobel, Kobels, Kobeln+EW; Z.: Ko-b-el
$Kobelwagen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kobelwagen, Kammerwagen, bedeckter Reisewagen, Kutsche; E.: s. Kobel, s. Wagen (M.); L.: Kluge s. u. Kobel, DW 11, 1541; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kobel und Wagen gebildete Bezeichnung für einen bedeckten Reisewagen; F.: Kobelwagen, Kobelwagens, Kobelwägen+EW; Z.: Ko-b-el—wag-en
Koben, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Koben, Hütte, Verschlag, Schweinestall; ne. shed (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kobel, Kobe; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: mhd. kobe (2), sw. M., „Koben“, Stall, Schweinestall, Käfig, Höhlung; mnd. kove, koven, M., Hütte, Häuschen; mnd. kōven (1), kaven, kofen, M., Koben, Hütte, Häuschen, Stallverschlag, Viehstall; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kubō-, *kubōn, *kuba-, *kuban, sw. M. (n), Hütte, Verschlag, Koben, Stall, Gemach; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koben, Kluge s. u. Koben, DW 11, 1542, EWD s. u. Koben, Falk/Torp 47, Duden s. u. Koben, Bluhme s. u. Koben; Son.: s. ahd. kubisi, st. N. (ja), Hütte, Behausung, Kubiese, Schuppen (M.); vgl. afries. -; ae. cofa, sw. M. (n), Höhle, Koben, Zimmer, Arche; an. kofi, sw. M. (n), kleines Zimmer, Hütte; got. -; ne. cove, N., Bucht, Gewölbe; nisl. kofi, M., Hütte, Häuschen; GB.: seit 1275-1300 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete Hütte oder einen Verschlag oder einen Schweinestall; BM.: biegen; F.: Koben, Kobens+EW; Z.: Ko-b-en
Kober, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Kober, Korb, Fischreuse; ne. fish trap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. kober (1), st. M., Korb, Tasche; mnd. kōver, kofer, couver, M., Behälter, Etui; s. mhd. koffer, st. M., st. N., Kiste, Truhe; mfrz. coffre, M., Kiste, Truhe; mlat. cofrus, M., Kiste, Truhe; lat. cophinus, M., großer Korb, Tragkorb; gr. κόφινος (kóphinos), M., Korb, großer Weidenkorb; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Kober, DW 11, 1543, Duden s. u. Kober; Son.: vgl. ae. cyt-wēr, Sb., Fischreuse; nndl. kubbe, Sb., Fischreuse; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit Koffer und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen Korb für Esswaren bzw. für eine Fischreuse; BM.: Korb; F.: Kober, Kobers, Kobern+FW; Z.: Kob-er
Kobold, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kobold, übermütiger Hausgeist; ne. goblin, sprite; Vw.: -; Hw.: s. Kobalt, Kobolz; Q.: um 1272 (Jans von Wien Werke); E.: mhd. kobolt, kóbolt, kobólt, st. M., Hausgeist, Kobold, Getränk; mnd. kōbolt, kobbolt, M., Kobold, böser Geist, Nachtvogel, Lilith; wohl von mhd. kobe (2), sw. M., Koben, Stall, Schweinestall, Käfig, Höhlung; mnd. kove, koven, M., Hütte, Häuschen; mnd. kōven (1), kaven, kofen, M., Koben, Hütte, Häuschen, Stallverschlag, Viehstall; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kubō-, *kubōn, *kuba-, *kuban, sw. M. (n), Hütte, Verschlag, Koben, Stall, Gemach; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); das Hinterglied stammt vielleicht von mhd. holt, Adj., gewogen, günstig, freundlich, liebend, dienstbar, treu; mnd. holt, hůlt, hoild, Adj., hold, zugeneigt, gewogen, günstig gesinnt; ahd. hold, Adj., „hold“, treu, geneigt, ergeben (Adj.), anhänglich, zugetan, gnädig, getreu; as. hold, Adj., „hold“, ergeben (Adj.), gnädig, mild, lieb, zugetan, freundlich; germ. *hulþa-, *hulþaz, Adj., geneigt, gnädig, treu, hold, zugetan; s. idg. k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); oder zu ahd. waltan, red. V., walten, herrschen, beherrschen, regieren; germ. *waldan, st. V., walten, herrschen; s. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; vgl. idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kobold, Kluge s. u. Kobold, DW 11, 1548, EWD s. u. Kobold, Duden s. u. Kobold; Son.: vgl. nschw. kobold, Sb., Kobold; GB.: seit um 1272 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der menschlichen Vorstellung möglichen kleinen oft übermütigen Hausgeist; BM.: biegen? bzw. hold bzw. walten?; F.: Kobold, Kobolds, Koboldes, Kobolde, Kobolden+FW?+EW?; Z.: Ko-b-old
Kobolz, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Kobolz, Purzelbaum, Überschlag auf dem Boden; ne. somersault; Vw.: -; Hw.: s. Purzelbaum; Q.: 19. Jh.; E.: von Kobold?; L.: Kluge s. u. Kobolz, fehlt DW, EWD s. u. Kobolz, Duden s. u. Kobolz; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht mit Kobold verbindbare Bezeichnung für einen dem Menschen wohl seit seiner Entstehung möglichen Purzelbaum oder Überschlag auf dem Boden; BM.: biegen?; F.: Kobolz, Kobolzes, Kobolze, Kobolzen+FW?; Z.: Ko-b-olz
Kobra, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kobra, Brillenschlange; ne. cobra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lat. colubra, F., Schlangenweibchen, Schlange, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. coluber, M., Schlange, Hausschlange, Unke, Drache; idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kobra, Duden s. u. Kobra; Son.: vgl. nndl. cobra, Sb., Kobra; frz. cobra, M., Kobra; nschw. kobra, Sb., Kobra; nnorw. kobra, M., Kobra; nnorw. kobra, F., Kobra; kymr. cobra, M., F., Kobra; nir. cobra, M., Kobra; lit. Kobra, F., Kobra; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche in Afrika und in dem tropischen Asien vorkommende Schlange deren Gift meist tödlich wirkt und die bei Erregung eine helle brillenartige Zeichnung zwischen den Rückenschuppen erkennen lässt; BM.: biegen; F.: Kobra, Kobras+FW; Z.: Kob-r-a
Koch (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Koch (M.) (1), Speisenbereiter; ne. cook (M.); Vw.: -; Hw.: s. kochen, Koch (2); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. koch (1), st. M., Koch; mhd. koche, sw. M.?, Koch; mnd. kok, kock, kōk, koyk, kack, M., Koch, Küchenmeister, Küchenvorsteher; mnl. coc, M., Koch; ahd. koh*, st. M. (a?, i?), Koch; as. kok*, st. M. (a), Koch; anfrk. kok, M., Koch (als Beiname); germ. *kok-, M., Koch; germ. *kok-, M., Koch; lat. coquus, M., Koch, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koch, Kluge s. u. Koch 1, DW 11, 1551, EWD s. u. Koch, EWAhd 5, 672, Duden s. u. Koch; Son.: vgl. ae. cōc, st. M. (a), Koch; nndl. kok, Sb., Koch; nschw. kock, Sb., Koch; nnorw. kokk, M., Koch; kymr. cogydd, M., Koch; nir. cócaire, M., Koch; gr. -πόπος (-pópos), Suff. (M.), Bäcker; GB.: (koh) seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen beruflich Speisen herstellenden Mann (Speisenbereiter); BM.: ?; F.: Koch, Koches, Kochs, Köche, Köchen+FW(+EW); Z.: Koch
Koch (2), nhd., N., (13. Jh.): nhd. Koch (M.?) (2), Brei, Mus, Gekochtes; ne. flummery; Hw.: s. kochen, Koch (1); Q.: um 1272 (Jans Enikel Werke); E.: mhd. koch (2), st. N., Gekochtes, Brei, Mus; s. mhd. kochen, sw. V., sieden, kochen; ahd. kohhōn*, kochōn*, st. V. (2), kochen, sieden, rösten (V.) (1), garen, zubereiten, durch Kochen zubereiten; germ. *kokōn, sw. V., kochen; s. lat. coquere, V., kochen; vgl. idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Koch 2, DW 11, 1552, Duden s. u. Koch; GB.: seit um 1272 belegte Bezeichnung für einen durch Kochen hergestellten Brei oder ein Mus; BM.: ?; F.: Koch, Koches, Kochs+FW; Z.: Koch
kochem, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kochem, schlau, klug, gescheit; ne. smart (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. wjidd. kochem; E.: s. wjidd. kochem, Adj., schlau; hebr. ḥāḵām, chāchām Adj., weise; L.: Kluge s. u. kochem, fehlt DW, Duden s. u. kochem; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen sowie mittelbar aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für schlau oder klug oder gescheit; BM.: weise; F.: kochem+FW; Z.: kochem
$Kochemer Loschen, nhd. (ält.), Sb., (19. Jh.): nhd. Kochemer Loschen, eine Sprache von Gaunern; E.: s. kochem, s. laschon, hebr., Sb., Sprache; L.: Kluge s. u. kochem, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (eine) Sprache von Gaunern; F.: Kochemer Loschen+FW; Z.: Kochem-er Loschen
kochen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. kochen, sieden, wallen, brodeln, Speisen (Pl.) zubereiten; ne. cook (V.); Vw.: -; Hw.: s. Koch (1), Koch (2), Küche; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kochen, sw. V., sieden, kochen; mnd. kōken (1), kāken, sw. V., kochen, zubereiten, braten, Speisen zubereiten, Küche benutzen, als Koch dienen, anrichten, anrühren; mnl. coken, sw. V., kochen; ahd. kohhōn*, kochōn*, st. V. (2), kochen, sieden, rösten (V.) (1), garen, zubereiten, durch Kochen zubereiten; as. -; anfrk. -; germ. *kokōn, sw. V., kochen; s. lat. coquere, V., kochen; vgl. idg. pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kochen, Kluge s. u. kochen, DW 11, 1553, EWD s. u. Koch, EWAhd 5, 675, Duden s. u. kochen, Bluhme s. u. kochen; Son.: vgl. afries. kokia, koka, sw. V. (2), kochen; ae. -; an. -; got. -; nndl. koken, V., kochen; frz. cuire, V., kochen; nschw. koka, V., kochen; nnorw. koke, V., kochen; kymr. cogioni, V., kochen; kymr. cwcio, V., kochen; kymr. pobi, V., backen, braten; ved. pácanti, V., sie kochen, sie braten; alb. pjek, V., bäckt, brät; ksl. pešti, V., backen, braten; GB.: (kohhōn) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Beherrschung des Feuers dem Menschen mögliches Speisen (Pl.) zubereiten; BM.: ?; F.: kochen, koche, kochst, kocht, kochest, kochet, kochte, kochtest, kochten, kochtet, gekocht, ##gekocht, gekochte, gekochtes, gekochtem, gekochten, gekochter##, kochend, ###kochend, kochende, kochendes, kochendem, kochenden, kochender###, koch (!)+FW; Z.: koch-en
$Kocher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kocher, Kochgerät, Kochender; E.: s. koch(en), s. er; L.: Kluge s. u. kochen, DW 11, 1533; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus koch(en) und er gebildete Bezeichnung für ein von dem Menschen entwickeltes und verwendetes (bewegbares) Gerät für das Kochen und für einen Kochenden; F.: Kocher, Kochers, Kochern+FW; Z.: Koch-er
Köcher, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Köcher, Gefäß, Behälter, Behältnis; ne. quiver (N.); Vw.: -; Hw.: s. Koker; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kochære, st. M., Gefäß, Behälter, Köcher, Pfeilköcher; mnd. kȫker, koyker, kōker, kāker, M., Köcher, Pfeilköcher, Futteral, Messerscheide, Behälter, weibliche Scheide; mnl. coker, M., Köcher; ahd. kohhar*, kochar*, st. M. (a?, i?), Köcher; ahd. kohhāri*, kochāri, st. M. (ja), Köcher; as. kokar*, kokor*, st. M. (a?, i?), Köcher; anfrk. kokare*, cocare*, st. M. (ja), Köcher; germ. kukur-, M., Köcher; hunn. kukur?; L.: Kluge 1. A. s. u. Köcher, Kluge s. u. Köcher, DW 11, 1559, EWD s. u. Köcher, EWAhd 5, 673, Duden s. u. Köcher, Bluhme s. u. Koecher; Son.: vgl. afries. koker, M., Köcher; nfries. koker; ae. cocer, cocor, st. M. (a), Köcher, Scheide; an. -; got. -; nndl. koker, Sb., Köcher; nschw. koger, Sb., Köcher; nnorw. kogger, N., Köcher; mgr. κούκουρον (kúkuron), Sb., Köcher; mlat. cucurra, F., Köcher; mlat. kucurus, M., Köcher; alb. kukur, Sb., Köcher; GB.: (kohhāri) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht aus dem Hunnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein längliches Behältnis zu einem Aufbewahren vor allem von Pfeilen; BM.: ?; F.: Köcher, Köchers, Köchern+FW; Z.: Köcher
$Köchin, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Köchin; E.: s. Koch, s. in; L.: Kluge s. u. Koch 1, DW 11, 1562, EWD s. u. Koch; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Koch und in gebildete Bezeichnung für einen weiblichen Koch (und allgemeiner eine Speisen zubereitende Frau); F.: Köchin, Köchinnen+FW(+EW); Z.: Köch-in
$Kochkunst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kochkunst; E.: s. koch(en), s. Kunst; L.: DW 11, 1562, EWD s. u. Kunst; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. ars culinaria aus koch(en) und Kunst gebildete Bezeichnung für die möglichst ansprechende Fertigkeit der Zubereitung von Speisen (Pl.); F.: Kochkunst, Kochkünste, Kochkünsten+FW+EW; Z.: Koch—kun-st
Koda, Coda, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Koda, Coda, Schlussteil eines Satzes in einem Musikstück; ne. coda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cauda; E.: s. lat. cauda, cōda, F., Schwanz, Schweif, Rute, Ende, Steißbein, (um 180-102 v. Chr.); vielleicht von lat. caudex, M., Baumstamm, Stamm, Klotz, Leuchterschaft; idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Koda, fehlt DW, Duden s. u. Coda; Son.: vgl. nndl. coda, Sb., Koda; frz. coda, F., Koda; nnorw. koda, M., Koda; poln. koda, F., Koda; kymr. coda, M., Koda; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des Schlussteils eines Satzes in einem Musikstück; BM.: hauen; F.: Koda, Kodas, Coda, Codas+FW(+EW); Z.: Ko-d-a
kodderig, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. kodderig, schäbig, abgerissen, schlecht, übel, frech, unverschämt; ne. pert; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. norddeutsch Kodder; verwandt mit ahd. kozza* (1), st. F. (ō), Kotze, grober wollener Überzug, grobes Oberkleid; vgl. germ. *kuttō-, *kuttōn, *kutta-, *kuttan, sw. M. (a), grobes Wollenzeug, s. ig; L.: DW 11, 1568, EWD s. u. kodderig, Duden s. u. kodderig; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Kodder und ig gebildete sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schäbig oder unverschämt; BM.: grobes Wollzeug?; F.: kodderig, kodderige, kodderiges, kodderigem, kodderigen, kodderiger(, kodderigere, kodderigeres, kodderigerem, kodderigeren, kodderigerer, kodderigst, kodderigste, kodderigstes, kodderigstem, kodderigsten, kodderigster)+EW; Z.: kodd-er-ig
Kode, Code, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kode, Code, Verschlüsselungssystem; ne. code (N.); Vw.: -; Hw.: s. Codex; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. code; E.: s. ne. code, N., Kode, Code; frz. code, M., Code, Gesetzbuch; vgl. lat. caudex, M., Baumstamm, Stamm, zu Schreibtafeln gespaltenes Holz, Notizbuch, Schrift, (234-149 v. Chr.); s. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kode, fehlt DW, EWD s. u. Kode, Duden s. u. Code, Bluhme s. u. Kode; Son.: vgl. nndl. code, Sb., Kode, Code; nschw. kod, Sb., Kode, Code; nnorw. kode, M., Kode, Code; poln. kod, M., Kode, Code; kymr. côd, M., Kode, Code; lit. kodas, M., Kode; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein Regelsystem und Zeichensystem zu einer Verschlüsselung (und Entschlüsselung) von Nachrichten (Verschlüsselungssystem und Entschlüsselungssystem); F.: Kode, Kodes, Code, Codes+FW(+EW); Z.: Ko-d-e
Kodein, Codein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kodein, ein aus Opium entwickeltes und deswegen problematisches hustenstillendes Mittel; ne. codeine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. κώδεια (kṓdeia); E.: s. gr. κώδεια (kṓdeia), κωδία (kōdía), F., Mohnkopf; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Duden s. u. Codein; Son.: vgl. nndl. codeine, Sb., Kodein; frz. codéine, F., Kodein; nschw. kodein, Sb., Kodein; nnorw. kodein, M.?, Kodein; kymr. kodin, M., Kodein; nir. cóidín, M.?, Kodein; poln. kodeina, F., Kodein; lit. kodeinas, M., Kodein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums (aufgenommene und um)gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit aus Opium entwickeltes und verwendetes hustenstillendes Mittel; BM.: Mohnkopf; F.: Kodein, Kodeins, Codein, Codeins+FW(+EW); Z.: Kod-e-in
$Koden, nhd., M.: nhd. Koden, Unterkinn; Vw.: s. Koder; L.: Kluge s. u. Koder, fehlt DW; Son.: österr.; F.: Koden, Kodens+EW; Z.: Ko-d-en
Koder, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Koder, Unterkinn; ne. jowl; Vw.: -; Hw.: s. Goder; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. kōder (2), koder, kodder, kāder, kader, M., Unterkinn, Doppelkinn, hängendes Fleisch unter dem Kinn, Schwellung am Hals, Wampe, Wamme; vgl. lat. guttur, N., Gurgel, Kehle (F.) (1), (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *geut-, *gū̆t-, Sb., Sack, Tasche, Wanne, Pokorny 394; s. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Koder, DW 11, 1569; GB.: (kōder) seit 14. Jh. belegte und vielleicht mit lat. guttur und teilweise dem Indogermanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Unterkinn; BM.: biegen; F.: Koder, Koders, Kodern+EW?+FW?; Z.: Ko-d-er; Son.: s. österr. Koden
Köder, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Köder, Lockspeise; ne. bait (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. querder, querdel, korder, chorder, körder, kerder, keder, koder, köder, st. N., M., Lockspeise, Köder, Tuch, Flicklappen von Leder; s. mhd. korde (1), Sb., „Köder“, Lockspeise; s. ahd. kwerdar*, querdar, st. M. (a?), st. N. (a), Lockspeise, Köder; as. kwerthar*, querthar*, st. M. (a), Docht; anfrk. -; germ. *kwerdra-, *kwerdraz, *kwerþra-, *kwerþraz, st. M. (a), Köder, Lockspeise; s. idg. *gᵘ̯er- (1), gᵘ̯erə-, gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474 (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Köder, Kluge s. u. Köder, DW 11, 1571, EWD s. u. Köder, Falk/Torp 61, Seebold 318, Duden s. u. Köder, Bluhme s. u. Koeder; Son.: vgl. afries. -; ? ae. cweorþ, Sb., Name der q-Rune, q-Rune; an. -; got. qaírþra, qērtra?, st. F. (ō), Apfelbaum?, Köder? q-Rune; gr. βορά (borá), F., Fraß, Speise, Beute (F.) (1); lat. vorāre, V., verschlingen; lit. gérti, V., trinken; aslwa. požrěti, V., verschlingen; GB.: (kwerdar) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu einem Anlocken gesuchter Tiere verwendete Lockspeise; BM.: verschlingen; F.: Köder, Köders, Ködern+EW; Z.: Kö-d-er
$Köderl, nhd., N., (?): nhd. Köderl; E.: s. Koder, s. (e)l; L.: Kluge s. u. Koder, DW 11, 1573; GB.: aus Koder und (e)l gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kleines Unterkinn; F.: Köderl, Köderls, Köderln+EW; Z.: Kö-d-er-l
$ködern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ködern, anlocken; E.: s. mhd. querderen*, querdern, kerdern, sw. V., ködern, speisen; L.: DW 11, 1573, EWD s. u. Köder; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Köder und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anlocken; F.: ködern, ködere, köder (!), köderst, ködert, köderte, ködertest, köderten, ködertet, geködert, ##geködert, geköderte, geködertes, geködertem, geköderten, geköderter##, ködernd, ###ködernd, köderndes, köderndem, ködernden, ködernder###, köder (!)+EW; Z.: kö-d-er-n
Kodex, Codex, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kodex, Codex, Handschrift, Gesetzessammlung; ne. codex; Vw.: -; Hw.: s. Kode; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. caudex; E.: s. lat. caudex, M., Baumstamm, Stamm, zu Schreibtafeln gespaltenes Holz, Notizbuch, Schrift, (234-149 v. Chr.); s. idg. *kāu-, *kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kodex, fehlt DW, EWD s. u. Kodex, Duden s. u. Kodex; Son.: vgl. nndl. codex, Sb., Kodex; frz. codex, M., Kodex; nschw. kodex, Sb., Kodex; nnorw. kodeks, M., Kodex; poln. kodeks, M., Kodex; kymr. codecs, M., Kodex; nir. coidéacs, M., Kodex; lit. kodeksas, M., Kodex; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine (ursprünglich auf zu Schreibtafeln gespaltenes Holz aufgezeichnete) Schriftensammlung oder für Verhaltensregeln; BM.: hauen; F.: Kodex, Kodexes, Kodexe, Kodexen, Kodizes, Codex, Codices+FW(+EW); Z.: Ko-d-ex
$kodieren, codieren, nhd., V., (20. Jh.): nhd. kodieren, mit einem Kode versehen (V.), umsetzen, verschlüsseln; E.: s. Kod(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Kode, fehlt DW, EWD s. u. Kode; F.: kodieren, kodiere, kodierst, kodiert, kodierest, kodieret, kodierte, kodiertest, kodierten, kodiertet, ##kodiert, kodierte, kodiertes, kodiertem, kodierten, kodierter##, kodierend, ###kodierend, kodierende, kodierendes, kodierendem, kodierenden, kodierender###, kodier (!), codieren, codiere, codierst, codiert, codierest, codieret, codierte, codiertest, codierten, codiertet, codiert, codierte, codiertes, codiertem, codierten, codierter##, codierend, ###codierend, codierende, codierendes, codierendem, codierenden, codierender###, codier (!)+FW(+EW); Z.: ko-d-ier-en
$Kodifikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kodifikation; E.: s. kodifi(zieren), s. ka, s. tion; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kodex; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kodifi(zieren) und ka sowie tion gebildete Bezeichnung für eine systematische Zusammenstellung der Rechtssätze eines Rechtsgebiets zu einer abschließenden Regelung unter Ausschluss weiterer Rechtsquellen wie beispielsweise das Bürgerliche Gesetzbuch oder das Handelsgesetzbuch oder das Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches oder das Allgemeine Landrecht Preußens von 1794 oder der Code civil Frankreichs (1804) oder das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch Österreichs (1811); F.: Kodifikation, Kodifikationen+FW; Z.: Ko-d-i-fi-k-at-io-n
$kodifizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kodifizieren, eine Kodifikation machen; E.: s. lat. caudifi(care), s. ieren; L.: Kluge s. u. Kodex, fehlt DW, EWD s. u. Kodex; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (caudificare) unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (ursprünglich zu einem Buch gestalten und seit der Aufklärung besonders) ein Gesetzbuch oder eine Kodifikation machen; F.: kodifizieren, kodifiziere, kodifizierst, kodifiziert, kodifizierest, kodifizieret, kodifizierte, kodifiziertest, kodifizierten, kodifiziertet, ##kodifiziert, kodifizierte, kodifiziertes, kodifiziertem, kodifizierten, kodifizierter##, kodifizierend, ###kodifizierend, kodifizierende, kodifizierendes, kodifizierendem, kodifizierenden, kodifizierender###, kodifizier (!)+FW(+EW); Z.: ko-d-i-fi-z-ier-en
Koexistenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Koexistenz, Nebeneinanderbestehen; ne. coexistence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. coexsistentia; E.: s. mlat. coexsistentia, coexistentia, F., Zugleichbestehen, Miteinanderbestehen, Koexistenz, Beziehung; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt, (um 450 v. Chr.); idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. exsistentia, F., Bestehen, Dasein, Existenz, Leben, dauerhafter Bestand, Dauerhaftigkeit, wahre Existenz, (um 300 n. Chr.); lat. exsistere, V., heraustreten, hervortreten, sich erheben, aufstehen; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Koexistenz, Duden s. u. Koexistenz; Son.: vgl. nndl. co-existentie, Sb., Koexistenz; frz. coexistence, F., Koexistenz; poln. koegzystencja, F., Koexistenz; lit. koegzistencija, F., Koexistenz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliche Nebeneinanderbestehen (von Verschiedenem wie beispielsweise unterschiedlicher Lebewesen); BM.: mit, stehen; F.: Koexistenz+FW(+EW); Z.: Ko—ex-ist-enz
$koexistieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. koexistieren; I.: Lw. frz. coexister; E.: s. frz. coexister; L.: fehlt DW, EWD s. u. Koexistenz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches nebeneinanderbestehen (von Verschiedenem); F.: koexistieren, koexistiere, koexistierst, koexistiert, koexistierest, koexistieret, koexistierte, koexistiertest, koexistierten, koexistiertet, ##koexistiert, koexistierte, koexistiertes, koexistiertem, koexistierten, koexistierter##, koexistierend, ###koexistierend, koexistierende, koexistierendes, koexistierendem, koexistierenden, koexistierender###, koexistier (!)+FW(+EW); Z.: ko—ex-ist-ier-en
Kofel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kofel, Berg, Stein, felsige Bergkuppe; ne. top (N.), summit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. kofel, st. M., Kofel, Bergspitze, Berggipfel, Fels, Felsen; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Kofel, DW 11, 1574, Duden s. u. Kofel; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für eine sachlich schon seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche felsige Bergkuppe; BM.: ?; F.: Kofel, Kofels, Kofeln+EW; Z.: Kof-el
Koffein, Coffein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Koffein, Wirkstoff der Kaffeepflanze; ne. caffeine; Vw.: -; Hw.: s. Kaffee; Q.: um 1821; I.: neoklassische Bildung; E.: ursprünglich von dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge (1794-1867) Kaffein genannt von Kaffee (s. d.) und dann durch Anpassung an ne. coffee umgeformt; L.: Kluge s. u. Koffein, fehlt DW, EWD s. u. Koffein, Duden s. u. Koffein; Son.: vgl. nndl. cafenne, Sb., Koffein; frz. caféine, F., Koffein; nschw. koffein, Sb., Koffein; nnorw. koffein, M., N., Koffein; poln. kofeina, F., Koffein; kymr. caffein, M., Koffein; nir. caiféin, M., Koffein; lit. kofeinas, M., Koffein; GB.: seit der späteren Neuzeit (um 1821) belegte und aus (ursprünglich) Kaffein umgebildete Bezeichnung für einen vor allem in Kaffee und Tee sowie Kolanüssen enthaltenen bitter schmeckenden und anregend wirkenden sowie deshalb vielfach geschätzten Wirkstoff (Purinalkaloid); BM.: ?; F.: Koffein, Koffeins, Coffein, Coffeins+FW; Z.: Koff-e-in
Koffer, nhd., st. M., (14. Jh.): nhd. Koffer, tragbarer Behälter; ne. coffer, case; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönches); E.: mhd. koffer, kuffer, st. M., st. N., Kiste, Truhe, Geldkasten; mnd. koffer, kuffer, N., Behälter, Futteral; mnd. konfer, confer, Sb., Koffer, Behälter; mfrz. coffre, M., Kiste, Truhe; mlat. cofrus, M., Kiste, Truhe; lat. cophinus, M., großer Korb, Tragkorb; gr. κόφινος (kóphinos), M., Korb, großer Weidenkorb; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Koffer, Kluge s. u. Koffer, DW 11, 1576, EWD s. u. Koffer, Duden s. u. Koffer, Bluhme s. u. Koffer; Son.: vgl. nndl. koffer, Sb., Koffer; frz. coffre, M., Truhe; nschw. koffert, Sb., Koffer; nnorw. koffert, M., Koffer; kymr. coffr, M., F., Koffer; nir. cófra, M., Kiste; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums kommende und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein größeres rechteckiges Behältnis mit aufklappbarem Deckel und Handgriff zu einem Tragen an einer Schmalseite das dazu bestimmt ist Kleider und andere für eine Reise hilfreiche Gegenstände aufzunehmen; BM.: Korb; F.: Koffer, Koffers, Koffern+FW(+EW); Z.: Koff-er
Kogel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kogel, Bergkuppe; ne. top (N.), summit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1283 (Urkunde); E.: mhd. kogel (1), st. M., Kogel, Bergkuppe; Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Kluge s. u. Kogel, DW 11, 1578, Duden s. u. Kogel; GB.: seit 1283 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Berg; BM.: ?; F.: Kogel, Kogels, Kogeln+EW?; Z.: Kog-el
Kogge, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kogge, ein bauchiges Segelschiff; ne. cog, cockboat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mnd. kogge (1), kocge, koge, M., N., Kogge, Schiff für die Seefischerei, breites Schiff, rundliches Schiff, Handelsschiff, breitbauchiges Kriegsschiff; mnl. cogge, cocge, F., Kogge; mhd. kocke (1), kucke, sw. M., Kogge, Segel, breit gebautes Schiff mit rundlichem Vorderteil und rundlichem Hinterteil; ahd. koggo, sw. M., Kogge, Schiff; as. -; anfrk. -; germ. *kuggō-?, *kuggōn?, *kugga-?, kuggan?, Sb., Kogge?; idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kogge, EWD s. u. Kogge, DW 11, 1578, Duden s. u. Kogge; Son.: vgl. afries. -; ae. cycgel, st. M. (a), Knüttel; an. kuggr, st. M. (a), Handelsschiff; got. -; nndl. kogge, Sb., Kogge; frz. cogue, M., Kogge; nschw. kogg, Sb., Kogge; nnorw. kogg, kogge, M., Kogge; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und als Handelsschiff und Kriegsschiff verwendetes bauchiges Segelschiff mit hohen Aufbauten auf Bug und Heck; BM.: biegen; F.: Kogge, Koggen+EW; Z.: Ko-gg-e
Kognak, Cognac, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kognac, Cognac, ein Branntwein; ne. cognac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. coniack, M., Branntwein; frz. cognac, benannt nach der frz. Stadt Cognac; weitere Herkunft unklar?, aus dem Kelt.?; L.: Kluge s. u. Kognak, fehlt DW, EWD s. u. Kognak, DW2 5, 1157 (Cognac), Duden s. u. Kognak; Son.: vgl. nndl. cognac, Sb., Kognak; nschw. konjak, Sb., Kognak; nnorw. konjakk, M., Kognak; poln. koniak, M., Kognak; kymr. coniac, M., Kognak; nir. coinneac, M., Kognak; lit. konjakas, M., Kognac; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und möglicherweise aus dem Keltischen kommende Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Branntwein; BM.: ON; F.: Kognak, Kognaks+FW; Z.: Kognak
Kognition, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kognition, Denken, Gedanken; ne. cognition; Vw.: -; Hw.: s. kognitiv; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. cōgnitio; E.: s. lat. cōgnitio, F., Kennenlernen, nähere Bekanntschaft, Erkennen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōgnōscere, V., kennen lernen, erkennen, zur Einsicht kommen, klug werden, wahrnehmen, erfahren (V.), studieren; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kognition, fehlt DW, Duden s. u. Kognition; Son.: vgl. nndl. cognitie, Sb., Kognition; frz. cognition, F., Kognition; nschw. kognisjon, M., Kognition; poln. kognicja, F., Kognition; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit aller mit dem Wahrnehmen und Erkennen oder Denken durch den Menschen zusammenhängenden Vorgänge; BM.: erkennen; F.: Kognition, Kognitionen+FW+EW; Z.: Ko-gn-it-io-n
kognitiv, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. kognitiv, erkenntnismäßig, Wahrnehmen betreffend; ne. cognitive; Vw.: -; Hw.: s. Kognition; Q.: 1806?; I.: Lw. mlat. cōgnitīvus; E.: s. mlat. cōgnitīvus, Adj., Erkennungs..., Wahrnehmung betreffend, erkennend, erfassend; vgl. lat. cōgnōscere, V., kennen lernen, erkennen, wahrnehmen, erfahren (V.), (204-169 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kognition, fehlt DW, Duden s. u. kognitiv; Son.: vgl. nndl. cognitief, Adj., kognitiv; frz. cognitif, Adj., kognitiv; nschw. kognitiv, Adj., kognitiv; nnorw. kognitiv, Adj., kognitiv; poln. kognitywny, Adj., kognitiv; GB.: vielleicht seit 1806 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren Lebens oder des Menschen mögliches erkenntnismäßig oder ein Wahrnehmen betreffend; BM.: erkennen; F.: kognitiv, kognitive, kognitives, kognitivem, kognitiven, kognitiver+FW+EW; Z.: ko-gn-it-iv
kohärent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. kohärent, zusammenpassend, zusammenhängend; ne. coherent; Vw.: -; Hw.: s. Kohärenz, inhärent; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cohaerēns; E.: s. lat. cohaerēns, (Part. Präs.=)Adj.), zusammenhängend, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. cohaerēre, V., zusammenhängen, anhängen, verbunden sein (V.), zusammenhalten, zusammenwachsen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. haerēre, V., hangen, hängen, festhängen, stecken, kleben, festsitzen, verweilen, sich anhängen, haften; idg. *gʰais-?, V., haften, stecken, säumen (V.) (2), Pokorny 410 (590/6) (RB. idg. aus ital., balt.); L.: Kluge s. u. kohärent, fehlt DW, Duden s. u. kohärent; Son.: vgl. nndl. coherent, Adj., kohärent; frz. cohérent, Adj., kohärent; nschw. koherens, Adj., kohärent; nnorw. koherent, Adj., kohärent; poln. koherentny, Adj., kohärent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches zusammenhängend; BM.: mit, hängen; F.: kohärent, kohärente, kohärentes, kohärentem, kohärenten, kohärenter(, kohärentere, kohärenteres, kohärenterem, kohärenteren, kohärenterer, kohärentest, kohärenteste, kohärentestes, kohärentestem, kohärentesten, kohärentester)+FW(+EW); Z.: ko-här-ent
Kohärenz, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Kohärenz, Zusammenhang; ne. coherency, coherence; Vw.: -; Hw.: s. kohärent; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. cohaerentia; E.: s. lat. cohaerentia, F., Zusammenhang, Verbindung, Bindung, Zubehör, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cohaerēre, V., zusammenhängen, anhängen, verbunden sein (V.), zusammenhalten, zusammenwachsen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. haerēre, V., hangen, hängen, festhängen, stecken, kleben, festsitzen, verweilen, sich anhängen, haften; idg. *gʰais-?, V., haften, stecken, säumen (V.) (2), Pokorny 410 (590/6) (RB. idg. aus ital., balt.); L.: Kluge s. u. kohärent, Duden s. u. Kohärenz; Son.: vgl. nndl. coherentie, Sb., Kohärenz; frz. cohérence, F., Kohärenz; nschw. koherens, Sb., Kohärenz; nnorw. koherens, M., Kohärenz; poln. koherencja, F., Kohärenz; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Zusammenhang; BM.: mit, hängen; F.: Kohärenz, Kohärenzen+FW+EW; Z.: Ko-här-enz
Kohl (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kohl (M.) (1), eine Gemüsepflanze; ne. kale, cabbage, cole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kōl, kœle, kœl, st. M., Kohl (M.) (1), Kohlkopf; mhd. kœle, kœl, st. M., Kohl (M.) (1), Kohlkopf; mnd. kōl (1), koel, koil, kohl, kohel, M., Kohl, Kohlgemüse, Kohlgericht, Wirsing, Mangold, Spinat, Rotkohl, Braunkohl; mnl. cole, M., Kohl; ahd. kōl, st. M. (a?, i?), Kohl (M.) (1), Gemüsekohl; ahd. kōlo*, sw. M. (n), Kohl (M.) (1), Gemüsekohl; as. kôl*, kôli, st. M. (a?, i?), Kohl; anfrk. -; germ. *kōl-, M., Kohl; lat. caulis, M., Stengel, Stängel, (23/24-79 n. Chr.); gr. καυλός (kaulós), M., Stengel, Stängel, Stiel, Schaftende des Speeres; idg. *kaul-, *kul-, Adj., Sb., hohl, Stengel, Stängel, Knochen, Pokorny 537 (823/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kohl, Kluge s. u. Kohl 1, DW 11, 1578, EWD s. u. Kohl 1, EWAhd 5, 683, Duden s. u. Kohl, Bluhme s. u. Kohl 1; Son.: vgl. afries. -; ae. cāul (1), cāwel (1), céawl (1), st. M. (a), Kohl (M.) (1); an. kāl, st. N. (a), Kohl; got. -; nndl. kool, Sb., Kohl (M.) (1); frz. chou, M., Kohl (M.) (1); nschw. kål, Sb., Kohl (M.) (1); nnorw. kål, M., Kohl (M.) (1); kymr. cawl, M., Kohl (M.) (1); air. cúal, Sb., Reisigbündel, Holzbündel; lett. kaũls, M., Kohl (M.) (1); apreuß. kaulan, Sb., Bein; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Kreuzblütlern gehörende und von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums verwendete und in dem 19. Jh. aus Asien aufgenommene Gemüsepflanze; BM.: hohl bzw. Stängel; F.: Kohl, Kohls, Kohles, Kohle, Kohlen+FW+EW; Z.: Kohl
Kohl (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kohl (M.) (2), Unsinn, Geschwätz; ne. rubbish, nonsense; Vw.: -; Hw.: s. Kohldampf?; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: romani Lw.?; E.: Wort der Gaunersprache, Herkunft ungeklärt, vielleicht von romani kálo, Adj., schwarz; L.: Kluge s. u. Kohl 2, fehlt DW, EWD s. u. Kohl 2, Duden s. u. Kohl, Bluhme s. u. Kohl 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Romani aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Unsinn oder Geschwätz; BM.: ?; F.: Kohl, Kohls, Kohles, Kohle, Kohlen+FW(+EW); Z.: Kohl
$Köhl, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Köhl, Kohl, Krauskohl, Wirsing; E.: s. Kohl (1); L.: Kluge s. u. Kohl 1, fehlt DW; GB.: (kōli*) vielleicht seit 10. Jh. belegte oberdeutsche Nebenform von Kohl und später besonders Bezeichnung für Krauskohl oder Wirsing; F.: Köhl, Köhls, Köhle, Köhlen+FW?+EW?; Z.: Köhl
Kohldampf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kohldampf, Hunger, Heißhunger; ne. hunger (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kohl (2); Q.: 1835; I.: rotw. Lw.; E.: die Herkunft des Vorderglieds ist unklar, vielleicht von romani kálo, Adj., schwarz; rotw. Dampf, Sb., Hunger, Angst; von nhd. Dampf (2); L.: Kluge s. u. Kohldampf, fehlt DW, EWD s. u. Kohldampf, Duden s. u. Kohldampf; GB.: seit 1835 belegte und vielleicht aus dem Romani und aus dem Rotwelschen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches starkes Hungergefühl oder für Heißhunger; BM.: ?; F.: Kohldampf, Kohldampfs, Kohldampfes+FW+EW?; Z.: Kohl—dam-pf
Kohle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kohle, ein schwarzer aus Holz durch Verwitterung und Druck gebildeter Brennstoff; ne. coal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. kol, sw. M., st. M., st. N., Kohle, Kohlenhaufen; mnd. kōle, kale, kōl, F., Kohle, Holzkohle, glühende Kohle, Kohlenfeuer, Kohlenglut; mnl. cole, coole, cool, Sb., Kohle; ahd. kol, st. N. (a), Kohle, Holzkohle, Ruß; as. *kol?, Sb., Holzkohle, Kohle; anfrk. kōl, F., Kohle (in ON); germ. *kula-, *kulam, st. N. (a), Kohle; germ. *kulō-, *kulōn, *kula-, *kulan, sw. M. (n), Kohle; vgl. idg. *geulo-, *gulo-, Sb., glühende Kohle, Pokorny 399 (564/48) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kohle, Kluge s. u. Kohle, DW 11, 1582, EWD s. u. Kohle, EWAhd 5, 677, Falk/Torp 48, Duden s. u. Kohle, Bluhme s. u. Kohle; Son.: vgl. afries. kole, F., Kohle; saterl. cole; ae. col, st. N. (a), Kohle, glühende Kohle; an. kol (1), st. N. (a), Holzkohle; got. -; ? nndl. kool, Sb., Kohle; nschw. kol, Sb., Kohle; nnorw. kull, N., Kohle; ai. jválati, V., brennt, flammt; arm. krak, Sb., Feuer, glühende Kohle; air. gúal, M., Holzkohle; lit. žvìlti, V., glänzen, flimmern; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums in dem Tagebau und Bergbau gewonnenen braunen bis schwarz glänzenden aus fossilen Pflanzenresten sowie chemisch vor allem aus Kohlenstoff bestehenden festen Brennstoff; BM.: ?; F.: Kohle, Kohlen+EW; Z.: Kohl-e
$kohlen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kohlen; Vw.: s. ver-; E.: s. Kohl, s. en (Suff.); L.: DW 11, 1586?, EWD s. u. Kohl 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kohl und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für vielleicht Kohl oder Kohle werden oder machen; F.: kohlen (!), kohle (!), kohlst, kohlt, kohlest, kohlet, kohlte, kohltest, kohlten, kohltet, gekohlt, ##gekohlt, gekohlte, gekohltes, gekohltem, gekohlten, gekohlter##, kohlend, ###kohlend, kohlende, kohlendes, kohlendem, kohlenden, kohlender###, kohl (!)+EW; Z.: kohl-en
$Kohlenhydrat, Kohlehydrat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kohlenhydrat eine aus Kohlenstoff und Sauerstoff und Wasserstoff bestehende organische Verbindung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hydrat; GB.: seit 1844 (C. Schmidt 1822-1894) belegte und aus Kohl(e) und en (Suff.) sowie Hydrat gebildete Bezeichnung für einen aus Kohlenstoff und Sauerstoff sowie Wasserstoff bestehenden und in vielen Naturerzeugnissen wie Vollkorn oder Gemüse oder Obst oder Honig enthaltenen sowie in Säften oder Cornflakes oder Popcorn oder Müsliriegel oder Marmelade oder Weißbrot oder Laugengebäck oder Kuchen oder Pfannkuchen oder Süßigkeiten oder Chips nicht nur rasch und viel Energie spendenden sondern auch vielfach der Gesundheit des Menschen eher schädlichen Grundnahrungsstoff; F.: Kohlenhydrat, Kohlenhydrates, Kohlenhydrats, Kohlenhydrate, Kohlenhydraten+EW+FW; Z.: Kohl-en—hy-dr-at
$Kohlensäure, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kohlensäure; E.: s. Kohle, s. n, s. Säure; L.: Kluge s. u. Kohlensäure, DW 11, 1589, EWD s. u. Kohle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kohl(e) und en (Suff.) sowie Säure gebildete Bezeichnung für eine ursprünglich durch Verbrennung von Kohle gewonnene sowie aus einer chemischen Reaktion von bei einem Abkühlen und Erstarren des Magmas tief unter der Erdoberfläche entstehenden Kohlenstoffdioxid mit Wasser gebildete Säure; F.: Kohlensäure+EW; Z.: Kohl-en—säu-r-e
$Kohlenstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kohlenstoff; E.: s. Kohle, s. n, s. Stoff; L.: Kluge s. u. Kohlenstoff, DW 11, 1590; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kohl(e) und en (Suff.) sowie Stoff gebildete Bezeichnung für ein in der Natur gediegen etwa als Diamant und Graphit und vielfach gebunden vorkommendes sowie in der Erdrinde zu weniger als 0,05 Prozent in rund 75 Billiarden Tonnen meist in Gestein enthaltenes und um 1787 von Antoine Lavoisier entdecktes Nichtmetall (chemisches Element Nr. 6, abgekürzt C für Carbonium); F.: Kohlenstoff, Kohlenstoffes, Kohlenstoffs, Kohlenstoffe, Kohlenstoffen+EW; Z.: Kohl-en—stoff
$Köhler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Köhler, Kohlenbrenner; E.: s. Kohl(e), s. er; L.: Kluge s. u. Kohle, EWD s. u. Kohle; GB.: (kolære*) seit 1258 belegte und aus Kohl(e) und er gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen (Holz)Kohle durch sauerstoffarmes Verbrennen von Holz herstellenden Menschen; F.: Köhler, Köhlers, Köhlern+EW; Z.: Köhl-er
$Kohlmeise, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kohlmeise; E.: s. Kohl(e), s. Meise; L.: Kluge s. u. Kohlmeise, DW 11, 1595, EWD s. u. Kohle; GB.: seit 1324 belegte und aus Kohl(e) und Meise gebildete Bezeichnung für einen kleinen Vogel (Meise) mit einem auffälligen schwarzen Kopf mit weißen Wangen; F.: Kohlmeise, Kohlmeisen+EW; Z.: Kohl-meis-e
$Kohlrabe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kohlrabe, Kolkrabe; Hw.: s. Kolkrabe; E.: s. Kohl(e), s. Rabe; L.: Kluge s. u. Kohlrabe, EWD s. u. Kohle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kohl(e) und Rabe gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlichen Raben; F.: Kohlrabe, Kohlraben+EW; Z.: Kohl—ra-b-e
$Kohlrabi, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kohlrabi; Hw.: s. Kohlrübe; E.: s. Kohl, s. Rabi; L.: Kluge s. u. Kohlrabi, DW 11, 1596, EWD s. u. Kohl 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus it. cavolo rapa aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Zuchtform des Gemüsekohls deren verdickte oberirdische Sprossachse von Menschen seit unbekannter Zeit (wohl schon in dem Mittelalter) als Gemüse gegessen wird; F.: Kohlrabi, Kohlrabis+FW(+EW); Z.: Kohl—rab-i
$Kohlrübe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kohlrübe; Hw.: s. Kohlrabi; E.: s. Kohl, s. Rübe; L.: DW EWD s. u. Kohl 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kohl und Rübe gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gemüse (in Norddeutschland Steckrübe und in Ostösterreich Kohlrabi); F.: Kohlrübe, Kohlrüben+FW+EW; Z.: Kohl—rüb-e
$kohlschwarz, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. kohlschwarz, tiefschwarz, ganz schwarz; E.: s. Kohl(e), s. schwarz; L.: EWD s. u. Kohle; GB.: (kolswarz) seit 1270-1300 belegte und aus Kohl(e) und schwarz gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches wie Kohle schwarz oder tiefschwarz; F.: kohlschwarz, kohlschwarze, kohlschwarzes, kohlschwarzem, kohlschwarzen, kohlschwarzer+EW; Z.: kohl—schwarz
Kohorte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kohorte, zehnter Teil einer Legion; ne. cohort; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cohors; E.: s. lat. cohors, F., eingezäunter Raum, Gehege, eingeschlossener Haufen, Viehhof, Kohorte, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *g̑ʰr̥tís, Sb., Zusammenfassung; idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Kohorte, fehlt DW, Duden s. u. Kohorte; Son.: vgl. nndl. cohorte, Sb., Kohorte; frz. cohorte, F., Kohorte; nschw. kohort, Sb., Kohorte; nnorw. kohort, M., Kohorte; poln. cohort, F., Kohorte; kymr. cohort, M., Kohorte; nir. cohórt, M., Kohorte; lit. kohorta, F., Kohorte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zehnten Teil einer Legion in dem Römischen Reich und später allgemein für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche durch gleiche oder ähnliche Merkmale gekennzeichnete Menschengruppe; BM.: mit, fassen; F.: Kohorte, Kohorten+FW(+EW); Z.: Ko-hort-e
Koinzidenz, nhd., (Part. Präs?.=)F., (18. Jh.): nhd. Koinzidenz, Zusammentreffen; ne. coincidence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. coincidentia; E.: s. lat. coincidentia, F., Zusammentreffen; vgl. lat. coincidere, V., zusammentreffen, zusammenfallen, übereinstimmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Koinzidenz, fehlt DW, Duden s. u. Koinzidenz; Son.: vgl. nndl. coïncidentie, Sb., Koinzidenz; frz. coïncidence, F., Koinzidenz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Zusammentreffen mindestens zweier Gegebenheiten oder Ereignisse; BM.: mit, fallen; F.: Koinzidenz, Koinzidenzen+FW(+EW); Z.: Ko-in-zid-enz
$koitieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. koitieren, zusammengehen, beischlafen, Geschlechtsverkehr haben; E.: s. Koit(us), s. ieren; L.: Kluge s. u. Koitus, fehlt DW, EWD s. u. Koitus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Koit(us) und ieren gebildete Bezeichnung für zusammengehen oder beischlafen oder Geschlechtsverkehr haben; F.: koitieren, koitiere, koitierst, koitiert, koitierest, koitieret, koitierte, koitiertest, koitierten, koitiertet, ##koitiert, koitierte, koitiertes, koitiertem, koitierten, koitierter##, koitierend, ###koitierend, koitierende, koitierendes, koitierendem, koitierenden, koitierender###, koitier (!)+FW(+EW); Z.: ko-it-ier-en
Koitus, Coitus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Koitus, Beischlaf, Geschlechtsverkehr; ne. coitus, coition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. coitus; E.: s. lat. coitus, M., Zusammengehen, Zusammenkommen, Ansammlung, Sich-Vereinigen, Vereinigung, Begattung, Beischlaf, Koitus, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. coīre, V., zusammengehen, zusammentreffen, zusammenkommen, sich versammeln, sich nähern, sich vereinigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Koitus, fehlt DW, EWD s. u. Koitus, Duden s. u. Koitus; Son.: vgl. nndl. coïtus, Sb., Koitus; frz. coït, M., Koitus; nnorw. koitus, M., Koitus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Beischlaf oder die genitale Vereinigung (eines Mannes und einer Frau); BM.: mit, gehen; F.: Koitus, Koitusse, Coitus, Coitusse+FW(+EW); Z.: Ko-it-us
Koje, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Koje, Schlafstätte in einem Schiff; ne. berth (N.); Vw.: -; Hw.: s. Käfig; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. kōje, koye, F., Koje, enger Verschlag, enger Raum, Scheunenfach, Gefängniszelle; mhd. koie, sw. F., Koje, Hütte; s. lat. cavea, F., Höhlung, Vergitterung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cavus, Adj., hohl, gehöhlt; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Koje, DW 11, 1600, EWD s. u. Koje, Duden s. u. Koje; Son.: vgl. nndl. kooi, Sb., Koje; nschw. koj, Sb., Koje; nnorw. køye, M., F., Koje; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine als Bett verwendbare schmale und fest eingebaute Schlafstätte in einem Schiff; BM.: höhlen; F.: Koje, Kojen+FW(+EW); Z.: Koj-e
Kojote, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kojote, Präriewolf; ne. coyote; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. coyote; E.: s. span. coyote, M., Kojote; aus Nahuatl coyōtl, Sb., Kojote?; L.: Kluge s. u. Kojote, Duden s. u. Kojote; Son.: vgl. nndl. coyote, Sb., Kojote; frz. coyote, M., Kojote; nschw. koyote, Sb., Kojote; poln. kojot, M., Kojote; kymr. coiote, M., Kojote; nir. cadhóit, F., Kojote; lit. kojotas, M., Kojote; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar vielleicht dem Nahuatl aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in den Prärien Nordamerikas lebendes dem Wolf ähnliches Raubtier (Präriewolf); BM.: ?; F.: Kojote, Kojoten+FW; Z.: Kojot-e
Kokain, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kokain, Koks (M.) (2), eine Droge, ein Rauschgift; ne. cocaine; Vw.: -; Hw.: s. Koks (2); Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: Neubildung zu Koka, ein Strauch in dessen Blättern Kokain enthalten ist; span. coca, F., Koka; Ketschua cuca, coca, Sb., Koka; L.: Kluge s. u. Kokain, fehlt DW, EWD s. u. Kokain, Duden s. u. Kokain; Son.: vgl. nndl. cocaîne, Sb., Kokain; frz. cocaïne, F., Kokain; nschw. kokain, N., Kokain; nnorw. kokain, M., N., Kokain; poln. kokaina, F., Kokain; kymr. cocâin, M., Kokain; nir. cóicín, M., Kokain; lit. kokainas, M., Kokain; GB.: seit 19. Jh. belegtes aus Koka und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus den Blättern des Kokastrauchs hergestellte Droge (Rauschgift); BM.: Kokapflanze; F.: Kokain, Kokains+FW; Z.: Kok-a-in
Kokarde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kokarde, ein Hoheitszeichen; ne. cockade (!); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. cocarde; E.: s. frz. cocarde, F., Kokarde; vgl. afrz. coq, M., Hahn; lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kokarde, fehlt DW, EWD s. u. Kokarde, Duden s. u. Kokarde; Son.: vgl. nndl. kokarde, Sb., Kokarde; nschw. kokard, Sb., Kokarde; nnorw. kokarde, M., Kokarde; poln. kokarda, F., Kokarde; lit. kokarda, F., Kokarde; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein rosettenförmiges oder rundes Hoheitszeichen in den Landesfarben oder Stadtfarben an Kopfbedeckungen von Uniformen oder an Militärflugzeugen; BM.: Hahn; F.: Kokarde, Kokarden+FW(+EW); Z.: Kok-ard-e
kokeln, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. kokeln; Vw.: s. gokeln
$koken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. koken; Vw.: s. ver-; E.: s. Koks; L.: fehlt DW, EWD s. u. Koks 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kok(s) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Koks bilden oder gebrauchen; F.: koken, koke (!), kokst, kokt, kokest, koket, kokte, koktest, kokten, koktet, gekokt, ##gekokt, gekokte, gekoktes, gekoktem, gekokten, gekokter##, kokend, ###kokend, kokende, kokendes, kokendem, kokenden, kokender###, kok (!)+EW; Z.: kok-en
Koker, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Koker, Öffnung für die Ankerkette; ne. opening (N.) for the anchor chain; Vw.: -; Hw.: s. Köcher; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. kȫker, koyker, kōker, kāker, M., Köcher, Pfeilköcher, Futteral, Messerscheide, Behälter, weibliche Scheide; ahd. kohhar*, kochar*, st. M. (a?, i?), Köcher; ahd. kohhāri*, kochāri, st. M. (ja), Köcher; as. kokar*, kokor*, st. M. (a?, i?), Köcher; anfrk. kokare*, cocare*, st. M. (ja), Köcher; germ. *kukur-, M., Köcher; hunn. kukur?; L.: Kluge s. u. Koker, DW 11, 1600?, Duden s. u. Koker; Son.: vgl. nndl. koker, Sb., Koker; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Köcher verbindbare Bezeichnung für die Öffnung in dem Schiffsdeck für die Ankerkette; BM.: ?; F.: Koker, Kokers, Kokern+FW; Z.: Koker
$Kokerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kokerei; E.: s. Koks; L.: Kluge s. u. Koks 1, fehlt DW, EWD s. u. Koks 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kok(s) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Herstellung und Verwendung von Koks; F.: Kokerei, Kokereien+FW+EW; Z.: Kok-er-ei
kokett, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kokett, eitel, selbstgefällig; ne. coquettish; Vw.: -; Hw.: s. Koketterie, kokettieren, Kokotte; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. coquet; E.: s. frz. coquet, Adj., kokett, wie ein Hahn handelnd; vgl. afrz. coq, M., Hahn; lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kokett, DW 11, 1600, EWD s. u. kokett, Duden s. u. kokett; Son.: vgl. nschw. kokett, Adj., kokett; nnorw. kokett, Adj., kokett; poln. kokieteryjny, Adj., kokett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eitel oder selbstgefällig um die Aufmerksamkeit anderer zu erregen und zu gefallen; BM.: Hahn; F.: kokett, kokette, kokettes, kokettem, koketten, koketter(, kokettere, koketteres, koketterem, koketteren, koketterer, kokettest, koketteste, kokettestes, kokettestem, kokettesten, kokettester)+FW(+EW); Z.: kok-ett
$Kokette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kokette, vornehme Prostituierte; I.: Lw. frz. coquette; E.: s. kokett, s. e; L.: DW 11, 1600, EWD s. u. kokett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine vornehme Prostituierte; F.: Kokette, Koketten+FW(+EW); Z.: Kok-ett-e
Koketterie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Koketterie, Gefallsucht, Eitelkeit; ne. coquetry; Vw.: -; Hw.: s. kokett, kokettieren, Kokotte; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. coquetterie; E.: s. frz. coquetterie, F., Koketterie; vgl. frz. coquet, Adj., kokett, wie ein Hahn handelnd; vgl. afrz. coq, M., Hahn; lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kokett, fehlt DW, EWD s. u. kokett, Duden s. u. Koketterie; Son.: vgl. nndl. koketterie, Sb., Koketterie; nschw. koketteri, N., Koketterie; nnorw. koketteri, N., Koketterie; poln. kokieteria, F., Koketterie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche und verbreitete Bestreben die Aufmerksamkeit anderer zu erregen und Artgenossen zu gefallen (Gefallsucht oder Eitelkeit); BM.: Hahn; F.: Koketterie, Koketterien+FW(+EW); Z.: Kok-ett-er-ie
kokettieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kokettieren, schön tun, flirten; ne. coquet; Vw.: -; Hw.: s. kokett, Koketterie, Kokotte; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. coqueter; E.: s. frz. coqueter, V., kokettieren; vgl. frz. coquet, Adj., kokett, wie ein Hahn handelnd; vgl. afrz. coq, M., Hahn; lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. kokett, EWD s. u. kokett, DW 11, 1600, Duden s. u. kokettieren; Son.: vgl. nndl. koketteren, V., kokettieren; nschw. kokettera, V., kokettieren; nnorw. kokettere, V., kokettieren; poln. kokietować, V., kokettieren; lit. koketuoti, V., kokettieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bestrebt sein (V.) die Aufmerksamkeit anderer Artgenossen zu erregen und zu gefallen oder schön zu tun; BM.: Hahn; F.: kokettieren, kokettiere, kokettierst, kokettiert, kokettierest, kokettieret, kokettierte, kokettiertest, kokettierten, kokettiertet, ##kokettiert, kokettierte, kokettiertes, kokettiertem, kokettierten, kokettierter##, kokettierend, ###kokettierend, kokettierende, kokettierendes, kokettierendem, kokettierenden, kokettierender###, kokettier (!)+FW(+EW); Z.: kok-ett-ier-en
Kokolores, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kokolores, Unsinn, Getue; ne. fuss (N.), nonsense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: z. T. lat. Lw.; E.: pseudolateinische Bildung; zu lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kokolores, fehlt DW, Duden s. u. Kokolores; GB.: seit 17. Jh. belegte und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für Unsinn oder Getue; BM.: Hahn; F.: Kokolores+FW; Z.: Kokolores
Kokon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kokon, Hülle; ne. cocoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cocon; E.: s. frz. cocon, M., Kokon; prov. coucon, M., Eierschale; vgl. lat. coccum, N., Kern, Beere, Scharlachbeere, Kermes, Scharlachfarbe, Scharlach, (65-8 v. Chr.); gr. κόκκος (kókkos), M., Kern, Korn; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich ein Fremdwort, s. Frisk 1, 895; L.: Kluge s. u. Kokon, fehlt DW, EWD s. u. Kokon, Duden s. u. Kokon; Son.: vgl. nndl. cocon, Sb., Kokon; nschw. kokong, Sb., Kokon; nnorw. kokong, M., Kokon; poln. kokon, M.?, Kokon; kymr. cocŵn., M., Kokon; nir. cocún, M., Kokon; lit. kokonas, M., Kokon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Provenzalischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung (wahrscheinlich Fremdwort) für das von Insekten schon vormenschlich hergestellte Gespinst zu der Verpuppung von Insektenlarven; BM.: Schale (F.) (1); F.: Kokon, Konkons, Kokone, Kokonen+FW(+EW); Z.: Kok-on
Kokosnuss, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kokosnuss, Nuss der Kokospalme; ne. coconut; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. coco; E.: s. frz. coco, M., Kokosnuss; port. coco, M., Kokos?; vgl. lat. coccum, N., Kern, Beere, Scharlachbeere, Kermes, Scharlachfarbe, Scharlach, (65-8 v. Chr.); gr. κόκκος (kókkos), M., Kern, Korn; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich ein Fremdwort, s. Frisk 1, 895; s. nhd. Nuss; L.: Kluge s. u. Kokosnuss, fehlt DW (dort aber Kokospalme), EWD s. u. Kokosnuss, Duden s. u. Kokosnuss; Son.: vgl. nndl. kokosnoot, Sb., Kokosnuss; frz. noix de coco, F., Kokosnuss; nschw. kokosnöt, Sb., Kokosnuss; nnorw. kokosnøtt, M., F., Kokosnuss; poln. kokos, M., Kokosnuss; kymr. cneuen goco, F., Kokosnuss; lit. kokosas, M., Kokosnuss; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Portugiesischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Nuss (Frucht) der Kokospalme; BM.: Kern; F.: Kokosnuss, Kokosnüsse, Kokosnüssen+FW+EW; Z.: Kokos—nuss
Kokotte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kokotte, vornehme Prostituierte; ne. cocotte; Vw.: -; Hw.: s. kokett, Koketterie, kokettieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cocotte; E.: s. frz. cocotte, F., Huhn, Hühnchen; vgl. frz. coquet, Adj., kokett, wie ein Hahn handelnd; vgl. afrz. coq, M., Hahn; lat. coccus, M., Hahn, (Ende 4. Jh. n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kokotte, fehlt DW, EWD s. u. kokett, Duden s. u. Kokotte; Son.: vgl. nschw. kokott, Sb., Kokotte; nnorw. kokotte, F., Kokotte; poln. kokota, F., Kokotte; kymr. cocotte, F., Kokotte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine elegante Frau mit guten Umgangsformen die als vornehme Prostituierte mit Männern sexuell verkehrt und sich von ihnen aushalten lässt; BM.: Hahn; F.: Kokotte, Kokotten+FW(+EW); Z.: Kok-ott-e
Koks (1), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Koks (M.) (1), ein Brennstoff; ne. coke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. cokes; E.: s. ne. cokes, N. Pl., Kohle; vgl. ne. coke, N., Kohle; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Koks 1, fehlt DW, EWD s. u. Koks 2, Duden s. u. Koks, Bluhme s. u. Koks; Son.: vgl. nndl. cokes, Sb., Koks (M.) (1); frz. coke, M., Koks (M.) (1); nschw. koks, Sb., Koks (M.) (1); nnorw. koks, M., F., Koks (M.) (1); poln. koks, M., Koks (M.) (1); kymr. côcs, M., Koks (M.) (1); nir. cóc, M., Koks (M.) (1); GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen durch Erhitzen unter Luftabschluss aus Steinkohle oder Braunkohle gewonnenen Brennstoff; BM.: Kohle; F.: Koks, Kokses, Kokse, Koksen (!)+FW(+EW); Z.: Kok-s
Koks (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Koks (M.) (2), Kokain; ne. cocaine; Vw.: -; Hw.: s. Kokain; Q.: 20. Jh.; E.: entstellt aus Kokain (s. d.); L.: Kluge s. u. Koks 2, fehlt DW, EWD s. u. Kokain, Duden s. u. Koks; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kokain gebildete (oder entstellte) Bezeichnung für Kokain; BM.: Kokapflanze; F.: Koks, Kokses+FW(+EW); Z.: Kok-s
Koks (3), Gocks, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Koks (M.) (3), Gocks, steifer Hut; ne. stiff hat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus wjidd. gag, Sb., Dach; L.: Kluge s. u. Koks 3, Duden s. u. Koks; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht aus dem Westjiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen steifen Hut; BM.: Dach?; F.: Koks, Kokses, Kokse, Koksen, Gocks, Gockses, Gockse, Gocksen+FW?(+EW?); Z.: Kok-s
$koksen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. koksen, Kokain gebrauchen; E.: s. Koks, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Koks 2, fehlt DW, EWD s. u. Kokain; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Koks und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Kokain gebrauchen; F.: koksen, kokse (!), koksst (!), kokst, koksest, kokset, kokste, kokstest, koksten, kokstet, gekokst, ##gekokst, gekokste, gekokstes, gekokstem, gekoksten, gekokster##, koksend, ###koksend, koksende, koksendes, koksendem, koksenden, koksender###, koks (!)+FW(+EW); Z.: kok-s-en
$Kokser, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kokser, Koksender, Kokain verwendender Mensch; E.: s. Koks, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kokain; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Koks und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Kokain verwendenden Menschen; F.: Kokser, Koksers, Koksern+FW(+EW); Z.: Kok-s-er
Kolanuss, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kolanuss, Same (Nuss) des Kolabaums; ne. cola nut, kola nut; Vw.: -; Hw.: s. Cola; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. kola; E.: s. frz. kola, cola, Sb., Kolanuss; vielleicht aus einer Eingeborenensprache in dem Sudan; Hinterglied s. nhd. Nuss; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kolanuss, Duden s. u. Kolanuss; Son.: vgl. nndl. kolanoot, Sb., Kolanuss; frz. noix de kola, F., Kolanuss; nschw. kolanöt, Sb., Kolanuss; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus einer Eingeborenensprache in dem Sudan sowie Nuss gebildete Bezeichnung für den von Menschen seit dieser Zeit verwendeten Koffein enthaltenden Samen (Nuss) des Kolabaums; BM.: ?; F.: Kolanuss, Kolanüsse, Kolanüssen+FW+EW; Z.: Kola—nuss
Kolbe, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Kolbe, Kolben, Keule, ein zylindrischer Maschinenteil; ne. piston; Vw.: -; Hw.: s. Kolben, Golf (2); Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kolbe, sw. M., Kolbe, Keule, Hirtenkeule; mnd. kolve, F., Kolben, kolbenförmiges Gerät für die Geschützbedienung, Kolben zum Schlagen beim Ballspiel; mnl. colve, F., Kolben; ahd. kolbo, sw. M. (n), Kolben, Keule, Knüttel, Knüppel, Stock; ahd. kolba*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Kolben, Keule, Knüttel, Knüppel; as. kolvo*, sw. M. (n), Kolben; anfrk. -; germ. *kulbō-, *kulbōn, *kulba-, *kulban, sw. M. (n), Kolben; s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 11, 1602, EWAhd 5, 679; Son.: vgl. afries. -; ae. clopp, Sb., Fels; an. -; got. -; nndl. kolf, Sb., Kolbe, Kolben; nschw. kolv, Sb., Kolbe, Kolben; nnorw. kolv, M., Kolbe, Kolben; lit. kolba, F., Kolbe, Kolben; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Keule und später ein ihr ähnliches zylindrisches Maschinenteil; BM.: ballen; F.: Kolbe, Kolbens, Kolben+EW; Z.: Kol-b-e
Kolben, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kolben, Kolbe, Keule, ein zylindrisches Maschinenteil; ne. piston; Vw.: -; Hw.: s. Kolbe, Golf (2); Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kolbe, sw. M., Kolbe, Keule, Hirtenkeule; mnd. kolve, F., Kolben, kolbenförmiges Gerät für die Geschützbedienung, Kolben zum Schlagen beim Ballspiel; mnl. colve, F., Kolben; ahd. kolbo, sw. M. (n), Kolben, Keule, Knüttel, Knüppel, Stock; ahd. kolba*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Kolben, Keule, Knüttel, Knüppel; as. kolvo*, sw. M. (n), Kolben; anfrk. -; germ. *kulbō-, *kulbōn, *kulba-, *kulban, sw. M. (n), Kolben; s. idg. *gelebʰ-, *geleb-, *glēbʰ-, *glēb-, *gləbʰ-, *gləb-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich, ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kolben, Kluge s. u. Kolben, DW 11, 1602, EWD s. u. Kolben, EWAhd 5, 679, Duden s. u. Kolben, Bluhme s. u. Kolben; Son.: vgl. afries. -; ae. clopp, Sb., Fels; an. kolfr, st. M. (a), Bolzen, Stange, stumpfer Pfeil; got. -; nndl. kolf, Sb., Kolben; nschw. kolv, Sb., Kolben; nnorw. kolv, M., Kolben; lit. kolba, F., Kolben; GB.: seit dem Frühmittelalter (Mitte 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Keule und später ein ihr ähnlicher zylindrischer Maschinenteil; BM.: ballen; F.: Kolben, Kolbens+EW; Z.: Kol-b-en
Kolchose, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kolchose, eine landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft; ne. kolkhoz; Vw.: -; Hw.: s. kollektiv; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. russ. колхоз (kolchóz); E.: s. russ. колхоз (kolchóz), M., Kolchose; abgekürzt aus kol(lektivnoe) choz(jajstvo), N., Kollektivwirtschaft; vgl. russ. коллектив (kollektiv), Adj., kollektiv; lat. collēctīvus, Adj., angesammelt, syllogistisch, kollektiv, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); russ. хозяйство (chozjajstvo), N., Wirtschaft; L.: Kluge s. u. Kolchose, fehlt DW, EWD s. u. Kolchos, Duden s. u. Kolchose; Son.: vgl. nndl. kolchoz, Sb., Kolchose; frz. kolkhoze, M., Kolchose; nschw. kolchos, Sb., Kolchose; nnorw. kolkos, N., Kolchose; poln. kolchoz, M., Kolchose; kymr. colchos, M., Kolchose; nir. calchas, M., Kolchose; lit. kolūkis, M.?, Kolchose; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in dieser Zeit von Menschen entwickelte und als Folge ideologisierter Gesellschaftspolitik zwangsweise verwendete landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft vor allem in der Sowjetunion; BM.: mit, sammeln, Wirtschaft; F.: Kolchose, Kolchosen+FW(+EW); Z.: Ko-lch-os-e
Kolibri, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kolibri, ein sehr kleiner Vogel tropischer Urwaldzonen; ne. colibri; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. colibri; E.: s. frz. colibri, M., Kolibri; aus einer Sprache der Karibik; L.: Kluge s. u. Kolibri, fehlt DW, EWD s. u. Kolibri, Duden s. u. Kolibri; Son.: vgl. nndl. kolibrie, Sb., Kolibri; nschw. kolibri, Sb., Kolibri; nnorw. kolibri, M., Kolibri; poln. koliber, M., Kolibri; lit. kolibris, M., Kolibri; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar einer Sprache der Karibik aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen und in Amerika in tropischen Urwaldzonen verbreiteten sehr kleinen Vogel mit metallisch schimmerndem Gefieder und langen spitzen Flügeln und langer gespaltener Zunge in einem röhrenförmigen Schnabel; BM.: ?; F.: Kolibri, Kolibris+FW(+EW); Z.: Kolibri
Kolik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kolik, Anfall krampfartiger Bauchschmerzen; ne. colic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kolike, kolik, kolk, kulk, M., Kolik, Bauchschmerz, mit Bauchschmerz verbundene Krankheit; mnd. colica, M., Kolik, Bauchschmerz, mit Bauchschmerz verbundene Krankheit; mlat. cōlica, F., Kolik; vgl. lat. cōlicus, Adj., an der Kolik leidend, (23/24-79 n. Chr.); gr. κωλικός (kōlikós), Adj., am Kolon leidend; vgl. gr. κόλον (kólon), N., Darm, Dickdarm, Wurst; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Kolik, DW 11, 1612, EWD s. u. Kolik, Duden s. u. Kolik; Son.: vgl. nndl. koliek, Sb., Kolik; frz. colique, F., Kolik; nschw. kolik, Sb., Kolik; nnorw. kolikk, M., Kolik; poln. kolka, F., Kolik; kymr. colig, M., Kolik; nir. coiliceam, M., Kolik; lit. kolika, F., Kolik; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Anfall krampfartiger Bauchschmerzen; BM.: Darm; F.: Kolik, Koliken+FW(+EW); Z.: Kol-ik
Kolk, nhd. (ält.), M., (12. Jh.?): nhd. Kolk, Strudel; ne. pothole, kolk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. kolc, st. M., Kolk, Strudel, Wasserloch; mnd. kolk (1), kulk, M., Kolk, Vertiefung, Grube, durch Wasser eingerissene und ausgespülte Vertiefung, tiefe Stelle in seichtem Wasser, Wasserloch, Brunnen, Brunnenquelle; as. *kolk?, as. st. M. (a), Kolk, Wasserloch; wohl verwandt mit nhd. Kuhle (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kolk, Kluge s. u. Kolk, DW 11, 1613, Duden s. u. Kolk; GB.: (mhd. kolc) seit 1188 belegte und vielleicht aus dem Altfranzösischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche durch strudelndes Geröll entstandene Vertiefung in einem Gewässer bzw. einen Wasserstrudel; BM.: biegen; F.: Kolk, Kolkes, Kolks, Kolke, Kolken(+FW?)+EW?; Z.: Kol-k
Kolkrabe, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kolkrabe, ein großer Rabe; ne. northern raven; Vw.: -; Hw.: s. Kohlrabe; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend nach dem Laut den der Vogel von sich gibt; s. nhd. Rabe; L.: Kluge s. u. Kolkrabe, DW 11, 1614, EWD s. u. Kolkrabe, Duden s. u. Kolkrabe; GB.: seit 16. Jh. belegte und teilweise wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen großen schwarz glänzenden Raben mit keilförmigem Schwanz und großem gebogenem Schnabel; BM.: lautmalend; F.: Kolkrabe, Kolkraben+EW; Z.: Kolk—ra-b-e
$kolken, nhd., sw. V., (17. Jh?): nhd. kolken, strudeln; E.: s. Kolk, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kolk, DW 11, 1613; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kolk und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches strudeln; F.: kolken, kolke (!), kolkst, kolkt, kolkest, kolket, kolkte, kolktest, kolkten, kolktet, gekolkt, ##gekolkt, gekolkte, gekolktes, gekolktem, gekolkten, gekolkter##, kolkend, ###kolkend, kolkende, kolkendes, kolkendem, kolkenden, kolkender###, kolk (!)(+FW)+EW; Z.: kol-k-en
kollabieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kollabieren, zusammenbrechen, einen Kollaps erleiden; ne. collapse (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kollaps; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. collābī; E.: s. lat. collābī, V., in sich zusammensinken, zusammenfallen, zusammenbrechen, einsinken, einfallen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kollabieren, Duden s. u. kollabieren; Son.: vgl. nndl. collaberen, V., kollabieren; nschw. kollabera, V., kollabieren; nnorw. kollabere, V., kollabieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zusammenbrechen oder einen Kollaps (Zusammenbruch oder Schwächeanfall) erleiden; BM.: mit, gleiten; F.: kollabieren, kollabiere, kollabierst, kollabiert, kollabierest, kollabieret, kollabierte, kollabiertest, kollabierten, kollabiertet, ##kollabiert, kollabierte, kollabiertes, kollabiertem, kollabierten, kollabierter##, kollabierend, ###kollabierend, kollabierende, kollabierendes, kollabierendem, kollabierenden, kollabierender###, kollabier(!)+FW(+EW); Z.: kol-lab-ier-en
Kollaborateur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kollaborateur, mit einem Gegner Zusammenarbeitender; ne. collaborator; Vw.: -; Hw.: s. Kollaboration, kollaborieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. collaborateur; E.: s. frz. collaborateur, M., Mitarbeiter; vgl. frz. collaborer, V., mitarbeiten; lat. collabōrāre, V., mitarbeiten, zusammenarbeiten, mitwirken, mithelfen, zusammen abmühen, sich zur Mitarbeit bereit erklären, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben, sich abmühen, sich quälen, darauf brennen, danach streben, (204-169 v. Chr.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kollaborateur, fehlt DW, EWD s. u. Kollaboration, Duden s. u. Kollaborateur; Son.: vgl. nndl. collaborateur, Sb., Kollaborateur; nschw. kollaboratör, Sb., Kollaborateur; nnorw. kollaborator, M., Kollaborateur; poln. kolaborant, M., Kollaborateur; lit. kolaborantas, M., Kollaborateur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen mit einem Gegner (gegen eigene Interessen) zusammenarbeitenden Menschen; BM.: mit, arbeiten; F.: Kollaborateur, Kollaborateurs, Kollaborateure, Kollaborateuren+FW(+EW); Z.: Kol-lab-or-at-eur
Kollaboration, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kollaboration, (verräterische) Zusammenarbeit mit einem Gegner; ne. collaboration; Vw.: -; Hw.: s. Kollaborateur, kollaborieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. collaboration; E.: s. frz. collaboration, F., Zusammenarbeit, Mitarbeit; mlat. collabōrātio, F., Zusammenarbeit, gemeinsame Tätigkeit, Mitarbeit, Wirtschaftsbetrieb, landwirtschaftlicher Ertrag; vgl. lat. collabōrāre, V., mitarbeiten, zusammenarbeiten, mitwirken, mithelfen, zusammen abmühen, sich zur Mitarbeit bereit erklären, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben, sich abmühen, sich quälen, darauf brennen, danach streben, (204-169 v. Chr.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kollaborateur, fehlt DW, EWD s. u. Kollaboration, Duden s. u. Kollaboration; Son.: vgl. nndl. collaboratie, Sb., Kollaboration; poln. kolaboracja, F., Kollaboration; lit. kolaboracija, F., Kollaboration; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche gegen die Interessen des eigenen Landes gerichtete Zusammenarbeit mit einem Gegner; BM.: mit, arbeiten; F.: Kollaboration, Kollaborationen+FW+EW; Z.: Kol-lab-or-at-io-n
kollaborieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kollaborieren, zusammenarbeiten; ne. collaborate; Vw.: -; Hw.: s. Kollaborateur, Kollaboration; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. collaborer; E.: s. frz. collaborer, V., mitarbeiten; lat. collabōrāre, V., mitarbeiten, zusammenarbeiten, mitwirken, mithelfen, zusammen abmühen, sich zur Mitarbeit bereit erklären, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben, sich abmühen, sich quälen, darauf brennen, danach streben, (204-169 v. Chr.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kollaborateur, fehlt DW, EWD s. u. Kollaboration, Duden s. u. kollaborieren; Son.: vgl. nndl. collaboreren, V., kollaborieren; nschw. kollaborera, V., kollaborieren; nnorw. kollaborere, V., kollaborieren; poln. kolaborować, V., kollaborieren; lit. kolaboruoti, V., kollaborieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Gegner gegen die Interessen des eigenen Landes oder Volkes zusammenarbeiten; BM.: mit, arbeiten; F.: kollaborieren, kollaboriere, kollaborierst, kollaboriert, kollaborierest, kollaborieret, kollaborierte, kollaboriertest, kollaborierten, kollaboriertet, ##kollaboriert, kollaborierte, kollaboriertes, kollaboriertem, kollaborierten, kollaborierter##, kollaborierend, ###kollaborierend, kollaborierende, kollaborierendes, kollaborierendem, kollaborierenden, kollaborierender###, kollaborier(!)+FW(+EW); Z.: kol-lab-or-ier-en
Kollagen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kollagen, leimartiger Eiweißkörper in Gewebe von Lebewesen; ne. collagen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κόλλα (kólla), F., Leim; idg. *kolē̆i̯-?, *koli-, Sb., Leim, Pokorny 612 (956/188) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); gr. γένος (génos), M., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kollagen; Son.: vgl. nndl. collageen, Sb., Kollagen; frz. collagène, M., Kollagen; nschw. kollagen, N., Kollagen; nnorw. kollagen, N., Kollagen; kymr. colagen, M., Kollagen; nir. collaigin, M., Kollagen; poln. kolagen, M., Kollagen; lit. kolagenas, M., Kollagen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen leimartigen und in Wasser quellenden beispielsweise in Fleisch oder Milch oder Fisch oder Ei oder Hülsenfrüchten oder Getreide oder Nüssen oder Samen enthaltenen Eiweißkörper in Gewebe und Knochen von Lebewesen; BM.: Leim, erzeugen; F.: Kollagen , Kollagens, Kollagene, Kollagenen+FW(+EW); Z.: Kol-l-a-gen
Kollaps, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kollaps, plötzlicher Schwächeanfall, Zusammenbruch; ne. collapse; Vw.: -; Hw.: s. kollabieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. collāpsus; E.: s. lat. collāpsus, M., Zusammenbruch, Kollaps; vgl. lat. collābī, V., in sich zusammensinken, zusammenfallen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kollaps, fehlt DW, EWD s. u. kollabieren, Duden s. u. Kollaps; Son.: vgl. nndl. collaps, Sb., Kollaps; frz. collapsus, M., Kollaps; nschw. kollaps, Sb., Kollaps; nnorw. kollaps, M., Kollaps; poln. kollaps, M., Kollaps; lit. kolapsas, M., Kollaps; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Lebewesen möglichen plötzlichen Schwächeanfall oder Zusammenbruch; BM.: mit, gleiten; F.: Kollaps, Kollapses, Kollapse, Kollapsen+FW(+EW); Z.: Kol-lap-s
Kollation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kollation, Überprüfung einer Abschrift, Zusasmmenbringen, Festschmauß; ne. collation; Vw.: -; Hw.: s. kollationieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. collātio; E.: s. mnd. kollācie, kolatzie, kalatie, kollātz, koltz, F., festliche Zusammenkunft, Gastmahl, Festversammlung, Festschmaus, Gelage, Zecherei, Festansprache, mahnende Predigt; lat. collātio, F., Zusammenbringen, Vereinigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnferre, V., zusammentragen, zusammenbringen, beschaffen (V.), aufhäufen; cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kollation, DW 2, 629 (Collation), Duden s. u. Kollation; Son.: vgl. frz. collation, F., Kollation; nnorw. kollasjon, M., Kollation; poln. kolacja, F., Kollation; kymr. coladiad, M., Kollation; nir. colláid, F., Kollation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift durch den Menschen möglichen Vergleich zwischen einer Abschrift und dem Original oder auch ein sonstiges Zusammenbringen oder einen Festschmauß; BM.: mit, tragen; F.: Kollation, Kollationen+FW(+EW); Z.: Kol-lat-io-n
kollationieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kollationieren, eine Abschrift mit dem Original vergleichen; ne. collate; Vw.: -; Hw.: s. Kollation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. collātionāre; E.: s. mlat. collātionāre, V., kollationieren; vgl. lat. collātio, F., Zusammenbringen, Vereinigung; vgl. lat. cōnferre, V., zusammentragen, zusammenbringen, beschaffen (V.), aufhäufen; cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kollation, Duden s. u. kollationieren; Son.: vgl. nnorw. kollasjonere, V., kollationieren; poln. kolacjonować, V., kollationieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schrift durch den Menschen mögliches eine Abschrift und dem Original vergleichen oder auch ein sonstiges zusammenbringen; BM.: mit, tragen; F.: kollationieren, kollationiere, kollationierst, kollationiert, kollationierest, kollationieret, kollationierte, kollationiertest, kollationierten, kollationiertet, ##kollationiert, kollationierte, kollationiertes, kollationiertem, kollationierten, kollationierter##, kollationierend, ###kollationierend, kollationierende, kollationierendes, kollationierendem, kollationierenden, kollationierender###, kollationier (!)+FW+EW; Z.: kol-l-at-io-n-ier-en
Kolleg, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kolleg, eine Vorlesung, eine Studienanstalt; ne. college, lecture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. collēgium (2), N., Kollegium, Kollegenschaft, Gemeinschaft, Kongregation, Verband, Amtsgenossenschaft, Genossenschaft, Gesamtamt, Korporation, Bruderschaft, (3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. collēga, M., Kollege, Amtsgehilfe, Amtsgenosse, Amtsbruder, Mitbruder; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kolleg, fehlt DW, EWD s. u. Kollege, Duden s. u. Kolleg; Son.: vgl. nndl. college, Sb., Kolleg; frz. collège, F., Kolleg; nschw. kollegium, Sb., Kolleg; nnorw. kollegium, N., Kolleg; poln. kolegium, Sb., Kollegium; kymr. coleg, M., Kolleg; nir. coláiste, M., Kolleg; lit. koledžas, M., Kolleg; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine akademische Vorlesung oder für eine (kirchliche) Studienanstalt; BM.: mit, sammeln; F.: Kolleg, Kollegs, Kollegien+FW+EW; Z.: Kol-leg
Kollege, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kollege, Mitarbeiter; ne. colleague; Vw.: -; Hw.: s. kollegial, Kollegium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. collēga; E.: s. lat. collēga, M., Kollege, Amtsgehilfe, Amtsgenosse, Amtsbruder, Mitbruder, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollege, fehlt DW, EWD s. u. Kollege, Duden s. u. Kollege; Son.: vgl. nndl. collega, Sb., Kollege; frz. collègue, M., Kollege; nschw. kollega, Sb., Kollege; nnorw. kollega, M., Kollega; poln. kolega, M., Kollege; lit. kollega, M., Kollege; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jemanden der mit anderen zusammen in dem gleichen Beruf tätig ist oder einen Mitarbeiter in einem gleichen Betrieb; BM.: mit, sammeln; F.: Kollege, Kollegen+FW+EW; Z.: Kol-leg-e
kollegial, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kollegial, freundschaftlich, hilfsbereit, verständnisvoll; ne. collegial; Vw.: -; Hw.: s. Kollege, Kollegium; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. collēgiālis; E.: s. lat. collēgiālis, Adj., kollegialisch, Kollegiats..., Stifts...; vgl. lat. collēga, M., Kollege, Amtsgehilfe, Amtsgenosse, Amtsbruder, Mitbruder; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollege, fehlt DW, EWD s. u. Kollege, Duden s. u. kollegial; Son.: vgl. nndl. collegiaal, Adj., kollegial; nschw. kollegial, Adj., kollegial; nnorw. kollegial, Adj., kollegial; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für freundschaftlich oder hilfsbereit oder verständnisvoll; BM.: mit, sammeln; F.: kollegial, kollegiale, kollegiales, kollegialem, kollegialen, kollegialer(, kollegialere, kollegialeres, kollegialerem, kollegialeren, kollegialerer, kollegialst, kollegialste, kollegialstes, kollegialstem, kollegialsten, kollegialster)+FW(+EW); Z.: kol-leg-i-al
Kollegium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kollegium, Gemeinschaft von Menschen gleichen Amtes; ne. faculty, college; Vw.: -; Hw.: s. Kollege, kollegial; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. collēgium; E.: s. lat. collēgium (2), N., Kollegium, Kollegenschaft, Gemeinschaft, Kongregation, Verband, Amtsgenossenschaft, Genossenschaft, Gesamtamt, Korporation, Bruderschaft, (3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. collēga, M., Kollege, Amtsgehilfe, Amtsgenosse, Amtsbruder, Mitbruder; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollege, EWD s. u. Kollege, Duden s. u. Kollegium; Son.: vgl. nschw. kollegium, Sb., Kollegium; nnorw. kollegium, N., Kollegium; poln. kolegium, Sb., Kollegium; kymr. coleg, M., Kollegium; nir. coláiste, M., Kollegium; lit. kolegija, F., Kollegium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gemeinschaft von Menschen eines gleichen Amtes wie beispielsweise die Gesamtheit der Lehrerinnen und Lehrer einer Schule; BM.: mit, sammeln; F.: Kollegium, Kollegiums, Kollegien+FW+EW; Z.: Kol-leg-i-um
Kollekte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kollekte, Sammlung von Geldspenden; ne. collect (N.), collection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. collecte, sw. F., st. F., Kollekte, Altargebet, Kollektengebet, Bittgebet; mnd. kollekte, F., Sammelgebet, Altargebet, Schlussgebet; lat. collēcta, F., Geldbeitrag, Beisteuer, Kollekte, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollekte, fehlt DW, EWD s. u. Kollekte, Duden s. u. Kollekte; Son.: vgl. nndl. collekte, Sb., Kollekte; frz. collecte, F., Kollekte; nschw. kollekt, Sb., Kollekt; nnorw. kollekt, M., Kollekte; kymr. colect, M., Kollekte; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungseinschränkung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Sammlung von Geldspenden in oder nach einem Gottesdienst; BM.: mit, sammeln; F.: Kollekte, Kollekten+FW+EW; Z.: Kol-lek-t-e
Kollektion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kollektion, Sammlung, Zusammenstellung; ne. collection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. collection; E.: s. frz. collection, F., Sammlung, Zusammenstellung; lat. collēctio, F., Zusammenlesen, Aufsammeln, kurze Wiederholung, Vernunftschluss, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollektion, fehlt DW, EWD s. u. Kollekte, Duden s. u. Kollektion; Son.: vgl. nndl. collectie, Sb., Kollektion; nschw. kollektion, Sb., Kollektion; nnorw. kolleksjon, M., Kollektion; poln. kolekcja, F., Kollektion; lit. kolekcija, F., Kollektion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sammlung oder Zusammenstellung; BM.: mit, sammeln; F.: Kollektion, Kollektionen+FW+EW; Z.: Kol-lek-t-io-n
kollektiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kollektiv, gemeinschaftlich, angesammelt, alle Beteiligten betreffend; ne. collective (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kollektiv, Kolchose; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. collectif; E.: s. frz. collectif, Adj., gemeinschaftlich; lat. collēctīvus, Adj., angesammelt, syllogistisch, kollektiv, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. kollektiv, fehlt DW, EWD s. u. kollektiv, Duden s. u. kollektiv; Son.: vgl. nndl. collectief, Adj., kollektiv; nschw. kollektiv, Adj., kollektiv; nnorw. kollektiv, Adj., kollektiv; poln. kolektywny, Adj., kollektiv; lit. kolektyvinis, Adj., kollektiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gemeinschaftlich oder angesammelt oder alle Beteiligten betreffend; BM.: mit, zusammenlesen; F.: kollektiv, kollektive, kollektives, kollektivem, kollektiven, kollektiver+FW+EW; Z.: kol-lek-t-iv
Kollektiv, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kollektiv, in einer Gemeinschaft wirkende Menschengruppe; ne. collective (N.); Vw.: -; Hw.: s. kollektiv; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mlat. collēctīvum; E.: s. mlat. collēctīvum, N., Kollektivbegriff, Sammelbegriff; vgl. lat. collēctīvus, Adj., angesammelt, syllogistisch, kollektiv, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. kollektiv, Duden s. u. kollektiv, fehlt DW, Duden s. u. Kollektiv; Son.: vgl. nndl. collectief, Sb., Kollektiv; frz. collectif, M., Kollektiv; nschw. kollektiv, Sb., Kollektiv; nnorw. kollektiv, N., Kollektiv; poln. kolektyw, M., Kollektiv; lit. kolektyvas, M., Kollektiv; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in einer Gemeinschaft wirkende Menschengruppe; BM.: mit, sammeln; F.: Kollektiv, Kollektives, Kollektivs, Kollektive, Kollektiven+FW+EW; Z.: Kol-lek-t-iv
Kollektor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kollektor, ein Bauteil für Stromzufuhr oder Stromaufnahme; ne. collector; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. colligere, V., sammeln, auflesen, aufsammeln, versammeln, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Kollektor, fehlt DW, Duden s. u. Kollektor; Son.: vgl. nndl. collector, Sb., Kollektor; frz. collecteur, M., Kollektor; nschw. kollektor, Sb., Kollektor; nnorw. kollektor, M., Kollektor; poln. kolektor, M., Kollektor; lit. kolektorius, M., Kollektor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes auf der Welle einer elektrisch betriebenen Maschine aufsitzendes Bauteil für die Zufuhr oder Aufnahme von Strom; BM.: mit, sammeln; F.: Kollektor, Kollektors, Kollektoren+FW+EW; Z.: Kol-lek-t-or
Koller (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Koller (M.), Wut, Wutanfall; ne. choler, tantrum; Vw.: -; Hw.: s. Choleriker, Cholera; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. kolre (1), st. M., Koller (M.), ausbrechende oder stille Wut; mhd. kolre (2), st. F., Ruhr; mnd. koller (2), kollere, kolre, M., Koller (M.), Zornanfall, Tobsucht, Gallenauswurf, Ausbruch der Galle; mnd. koller, kollere, kolre, M., Zornanfall, Tobsucht, Gallenauswurf; mnl. colere, colre, colera, F., Gallenkrankheit, Galle, Brechdurchfall; ahd. koloro*, sw. M. (n), Cholera, Bauchweh, Koller (M.), Zorn, Wut; lat. cholera, F., Galle (F.) (1), Cholera, (14-37 n. Chr.); gr. χολέρα (choléra), F., Cholera, Magenkrankheit durch Erbrechen; vgl. gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; vgl. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koller 1, Kluge s. u. Koller 1, DW 11, 1616, EWD s. u. Koller, EWAhd 5, 681, Duden s. u. Koller, Bluhme s. u. Koller; Son.: vgl. nndl. kolder, Sb., Koller (M.); frz. colère, F., Koller (M.); nschw. koller, Sb., Koller (M.); GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Wutanfall oder für Wut; BM.: glänzen bzw. grün; F.: Koller, Kollers, Kollern+FW+EW; Z.: Kol-l-er
Koller (2), nhd. (ält.), N., (10. Jh.): nhd. Koller (N.), (breiter) Kragen, Wams, Brustbild; ne. collar; Vw.: -; Hw.: s. Kollier; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mnd. koller (1), köller, kolder, kollert, M., den Oberkörper bedeckende Überbekleidung, großer Überfallkragen, Wams, Jacke; mnl. coller, Sb., Ringkragen; ahd. kollāri*, st. M. (ja), Koller (N.), Halsband, Halsrüstung; lat. collārium, N., Halsband, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. collum, N., Hals; idg. *kᵘ̯olso-, Sb., Hals, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Falk/Torp 82, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koller 1, Kluge s. u. Koller 2, DW 11, 1614, EWAhd 5, 685, Duden s. u. Koller; Son.: vgl. frz. collier, M., Halskette; GB.: (kollāri) seit 10. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten breiten Kragen; BM.: ragen; F.: Koller, Kollers, Kollern+FW; Z.: Kol-l-er
kollern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kollern (V.) (1), schreien wie ein Truthahn; ne. rumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. kollern 1, DW 11, 1617, EWD s. u. kollern 1, Duden s. u. kollern, Bluhme s. u. kollern; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schreien wie ein Truthahn; BM.: lautmalend; F.: kollern, kollere, koller (!), kollerst, kollert, kollerte, kollertest, kollerten, kollertet, gekollert, ##gekollert, gekollerte, gekollertes, gekollertem, gekollerten, gekollerter##, kollernd, ###kollernd, kollernde, kollerndes, kollerndem, kollernden, kollernder###, koller (!)+EW; Z.: koll-er-n
kollidieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. kollidieren, zusammenstoßen; ne. collide; Vw.: -; Hw.: s. Kollision; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. collīdere; E.: s. lat. collīdere, V., zusammenschlagen, zusammenstoßen, aneinanderschlagen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. laedere, V., verletzen, versehren, beschädigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *laidʰ-, *lidʰ-, V., schneiden, verletzen?, Pokorny 652 (1051/7) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. kollidieren, fehlt DW, EWD s. u. Kollision, kollidieren, Duden s. u. kollidieren; Son.: vgl. nschw. kollidera, V., kollidieren; nnorw. kollidere, V., kollidieren; poln. kolidować, V., kollidieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches zusammenstoßen; BM.: mit, schneiden; F.: kollidieren, kollidiere, kollidierst, kollidiert, kollidierest, kollidieret, kollidierte, kollidiertest, kollidierten, kollidiertet, ##kollidiert, kollidierte, kollidiertes, kollidiertem, kollidierten, kollidierter##, kollidierend, ###kollidierend, kollidierende, kollidierendes, kollidierendem, kollidierenden, kollidierender###, kollidier (!)+FW(+EW); Z.: kol-lid-ier-en
Kollier, Collier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kollier, Collier, Halsband, Halskette; ne. collar, necklace; Vw.: -; Hw.: s. Koller (2); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. collier; E.: s. frz. collier, M., Kollier, Halsband; lat. collāre, N., Halsband, Halseisen, Halsfessel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. collum, N., Hals; idg. *kᵘ̯olso-, Sb., Hals, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kollier, DW 11, 1614, EWD s. u. Kollier, Duden s. u. Collier; Son.: vgl. nndl. collier, Sb., Kollier; nschw. collier, Sb., Kollier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus mehreren Reihen Edelsteinen oder Perlen bestehendes wertvolles Halsband oder eine Halskette; F.: Kollier, Kolliers, Collier, Colliers+FW(+EW); Z.: Kol-l-ier
Kollision, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kollision, Zusammenstoß; ne. collision; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. collīsio; E.: s. lat. collīsio, F., Zusammenstoßen, Ausstoßung, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. collīdere, V., zusammenschlagen, zusammenstoßen, aneinander schlagen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. laedere, V., verletzen, versehren, beschädigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *laidʰ-, *lidʰ-, V., schneiden, verletzen?, Pokorny 652 (1051/7) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Kollision, fehlt DW, EWD s. u. Kollision, Duden s. u. Kollision; Son.: vgl. nndl. collision, Sb., Kollision; frz. collision, F., Kollision; nschw. kollision, Sb., Kollision; nnorw. kollisjon, M., Kollision; poln. kolizja, F., Kollision; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Zusammenstoß; BM.: mit, schneiden; F.: Kollision, Kollisionen+FW+EW; Z.: Kol-lis-io-n
Kolloquium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kolloquium, Gespräch, Zusammenkunft zu einer Erörterung bestimmter Fragen; ne. colloquium, colloquy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. colloquium; E.: s. lat. colloquium, N., Unterredung, Gespräch, Geplauder, (2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. colloquī, V., sich besprechen, miteinander sprechen, sich unterhalten (V.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. loquī, V., sprechen, reden, sagen, nennen, ausdrücken, zeigen; idg. *tolkᵘ̯-, V., reden?, darlegen?, Pokorny 1088 (1881/58) (RB. idg. aus ital., kelt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kolloquium, fehlt DW, EWD s. u. Kolloquium, Duden s. u. Kolloquium; Son.: vgl. nndl. colloquium, Sb., Kolloquium; frz. colloque, M., Kolloquium; nnorw. kollokvium, N., Kolloquium; kymr. colocwiwm, Sb., Kolloquium; lit. kolokviumas, M., Kolloquium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (zeitlich festgelegtes wissenschaftliches) Gespräch oder eine Zusammenkunft von Wissenschaftlern zu einer Erörterung bestimmter Fragen; BM.: mit, reden; F.: Kolloquium, Kolloquiums, Kolloquien+FW(+EW); Z.: Kol-loqu-i-um
Kolon, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Kolon, Doppelpunkt, eine Sprecheinheit, Dickdarm; ne. colon; Vw.: s. Semi-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. κῶλον (kōlon); E.: s. gr. κῶλον (kōlon), N., Glied, Bein, Darm; s. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kolon; Son.: vgl. nschw. kolon, N., Kolon, Doppelpunkt; nnorw. kolon, N., Kolon, Doppelpunkt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein aus zwei Punkten bestehendes Satzzeichen (für eine Sprecheinheit sowie den Dickdarm); BM.: Glied bzw. biegen; F.: Kolon, Kolons, Kola+FW; Z.: Kol-on
kolonial, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kolonial, Kolonie betreffend; ne. colonial; Vw.: -; Hw.: s. Kolonie, Kolonist; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. colonial; E.: s. frz. colonial, Adj., kolonial, Kolonie betreffend; vgl. frz. colonie, F., Kolonie; lat. colōnia, F., Länderei, Ansiedlung, Kolonie, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.)?; L.: Kluge s. u. Kolonie, fehlt DW, EWD s. u. Kolonie, Duden s. u. kolonial; Son.: vgl. nndl. koloniaal, Adj., kolonial; nschw. kolonial, Adj., kolonial; nnorw. kolonial, Adj., kolonial; poln. kolonialny, Adj., kolonial; nir. coilíneach, Adj., kolonial; lit. kolonijinis, Adj., kolonial; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Kolonie betreffend; BM.: bauen; F.: kolonial, koloniale, koloniales, kolonialem, kolonialen, kolonialer+FW(+EW); Z.: kol-on-i-al
$kolonialisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. kolonialisieren, Kolonie(n) bilden; E.: s. kolonial, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Kolonie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus kolonial und is sowie ieren belegte Bezeichnung für hauptsächlich seit dieser Zeit von imperialistischen Staaten entwickeltes und verwendetes Kolonien bilden; F.: kolonialisieren, kolonialisiere, kolonialisierst, kolonialisiert, kolonialisierest, kolonialisieret, kolonialisierte, kolonialisiertest, kolonialisierten, kolonialisiertet, ##kolonialisiert, kolonialisierte, kolonialisiertes, kolonialisiertem, kolonialisierten, kolonialisierter##, kolonialisierend, ###kolonialisierend, kolonialisierende, kolonialisierendes, kolonialisierendem, kolonialisierenden, kolonialisierender###, kolonialisier (!)+FW(+EW); Z.: kol-on-is-ier-en
$Kolonialismus, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Kolonialismus, Kolonienbildung; E.: s. kolonial, s. ismus; L.: Kluge s. u. Kolonie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus kolonial und ismus gebildete Bezeichnung für hauptsächlich seit dieser Zeit von imperialistischen Staaten entwickelte und verwendete Kolonienbildung; F.: Kolonialismus+FW(+EW); Z.: Kol-on-i-al-ism-us
$Kolonialware, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kolonialware; Q.: 1810; E.: s. kolonial, s. Ware; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kolonie; GB.: vielleicht seit 1810 belegte und nach ne. colonial goods aus kolonial und Ware gebildete Bezeichnung für die aus Kolonien eingeführte Ware wie beispielsweise Zucker oder Kaffee oder Tee oder Kakao oder Reis oder Tabak oder Gewürze; F.: Kolonialware Kolonialwaren+FW+EW; Z.: Kol-on-i-al—war-e
Kolonie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kolonie, Ansiedlung auf fremden Boden; ne. colony; Vw.: -; Hw.: s. kolonial, Kolonist; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. colōnia; E.: s. lat. colōnia, F., Länderei, Ansiedlung, Kolonie, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.)?; L.: Kluge s. u. Kolonie, fehlt DW, EWD s. u. Kolonie, Duden s. u. Kolonie; Son.: vgl. nndl. kolonie, Sb., Kolonie; frz. colonie, F., Kolonie; nschw. koloni, Sb., Kolonie; nnorw. koloni, M., Kolonie; poln. kolonia, F., Kolonie; nir. coilíneacht, F., Kolonie; lit. kolonija, F., Kolonie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer nach Vorläufern in dem Altertum seit dieser Zeit erfolgten Ansiedlung einer Menschengruppe gleicher Nationalität außerhalb des Mutterlands bzw. für ein von einem neuzeitlichen Staat in Abhängigkeit gehaltenes meist überseeisches Gebiet; BM.: bauen; F.: Kolonie, Kolonien+FW; Z.: Kol-on-ie
$Kolonisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kolonisation, Kolonisierung; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. colonization; L.: EWD s. u. Kolonie; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Neuzeit von Staaten (Europas) entwickelte und verwendete Politik der Bildung von Kolonien; F.: Kolonisation, Kolonisationen+FW(+EW); Z.: Kol-on-i-s-at-io-n
Kolonist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kolonist, Siedler einer Kolonie; ne. colonist; Vw.: -; Hw.: s. Kolonie, kolonial; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. colonist; E.: s. ne. colonist, M., Kolonist; vgl. ne. colony, N., Kolonie; lat. colōnia, F., Länderei, Ansiedlung, Kolonie, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.)?; L.: Kluge s. u. Kolonie, fehlt DW, EWD s. u. Kolonie, Duden s. u. Kolonist; Son.: vgl. nndl. kolonist, Sb., Kolonist; frz. colon, M., Kolonist; nnorw. kolonist, M., Kolonist; poln. kolonist, M., Kolonist; nir. coilíneach, M., Kolonist; lit. kolonistas, M., Kolonist; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Siedler einer Kolonie; BM.: bauen; F.: Kolonist, Kolonisten+FW+EW; Z.: Kol-on-ist
Kolonnade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kolonnade, Säulengang; ne. colonnade; Vw.: -; Hw.: s. Arkade, s. Kolonne; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. colonnade; E.: s. frz. colonnade, F., Kolonnade; vgl. frz. colonne, F., Säule (F.) (1); lat. columna, F., Säule (F.) (1), Stütze, Pfeiler, Pfosten, Türpfosten, Docke, säulenförmiger Behälter, säulenförmiger Aufbau, Stamm, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. columen (1), N., Höhe, Gipfel, Giebel, Haupt; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kolonne, Duden s. u. Kolonnade; Son.: vgl. nschw. kolonnad, Sb., Kolonnade; nnorw. kolonnade, M., Kolonnade; kymr. colonâd, M., Kolonnade; nir. colúnáid, F., Kolonnade; poln. kolumnada, F., Kolonnade; lit. kolonada, F., Kolonnade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Säulengang ohne Bögen (in Gegensatz zu einer Arkade oder einem Bogengang); BM.: ragen; F.: Kolonnade, Kolonnaden+FW+EW; Z.: Kol-on-n-ad-e
Kolonne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kolonne, Reihe, Trupp; ne. column, convoy (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kolonnade; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. colonne; E.: s. frz. colonne, F., Kolonne; lat. columna, F., Säule (F.) (1), Stütze, Pfeiler, Pfosten, Türpfosten, Docke, säulenförmiger Behälter, säulenförmiger Aufbau, Stamm, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. columen (1), N., Höhe, Gipfel, Giebel, Haupt; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kolonne, fehlt DW, EWD s. u. Kolonne, Duden s. u. Kolonne; Son.: vgl. nndl. colonne, Sb., Kolonne; nschw. kolonn, Sb., Kolonne; nnorw. kolonne, M., Kolonne; poln. kolumna, F., Kolonne; lit. kolona, F., Kolonne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in langer Formation sich fortbewegende Truppe; BM.: ragen; F.: Kolonne, Kolonnen+FW(+EW); Z.: Kol-on-n-e
Kolophonium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kolophonium, Harz zu dem Bestreichen von Instrumentenbögen; ne. colophony, rosin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. colophōnia (resīna); E.: s. mnd. colofōnie, F., Kolophonium, Geigenharz; lat. colophōnia (resīna), F., kolophonisches Harz; vgl. lat. Colophōnius, Adj., kolophonisch, aus Kolophon stammend; vgl. lat. Colophōn, F.=ON, Kolophon; gr. Κολοφῶν (Kolophōn), F.=ON, Kolophon (eine der bedeutenden ionischen Zwölfstädte in Lydien); Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 904; L.: Kluge s. u. Kolophonium, fehlt DW, Duden s. u. Kolophonium; Son.: vgl. nndl. colofinium, Sb., Kolophonium; frz. colophane, M., Kolophonium; nschw. kolofonium, N., Kolophonium; nnorw. kolofonium, N., Kolophonium; poln. kalafonia, F., Kolophonium; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein gelbes bis schwarzbraunes auch zu dem Bestreichen von Instrumentenbögen verwendetes Harz; BM.: ON; F.: Kolophonium, Kolophoniums+FW+EW; Z.: Kolophon-i-um
Koloratur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Koloratur, Verzierung einer Melodie; ne. coloratura; Vw.: -; Hw.: s. kolorieren, Kolorit; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. coloratura; E.: s. it. coloratura, F., Verzierung, Ausschmückung; vgl. lat. colorare, V., färben, ausschmücken; lat. colorāre, V., färben, rötlich färben, bräunen, Kolorit geben, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. color, M., Farbe, Gesichtsfarbe, Färbung, Teint; lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Koloratur, fehlt DW, EWD s. u. kolorieren, Duden s. u. Koloratur; Son.: vgl. nndl. coloratuur, Sb., Koloratur; frz. colorature, F., Koloratur; nschw. koloratur, Sb., Koloratur; nnorw. koloratur, M., Koloratur; kymr. coloratwra, M., Koloratur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Musik mögliche Verzierung einer Melodie; BM.: färben bzw. bergen; F.: Koloratur, Koloraturen+FW+EW; Z.: Kol-or-at-ur
$Koloratursopran, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Koloratursopran; E.: s. Koloratur, s. Sopran, L.: Kluge s. u. Koloratur, fehlt DW, EWD s. u. kolorieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Koloratur und Sopran gebildete Bezeichnung für eine Sopranstimme mit besonderer Beweglichkeit bei hohen Tönen; F.: Koloratursopran, Koloratursoprans, Koloratursopranes, Koloratursoprane, Koloratursopranen+FW; Z.: Kol-or-at-ur-s-op-r-an
kolorieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. kolorieren, mit Farbe anmalen, färben, einfärben; ne. colour (V.), colourize; Vw.: -; Hw.: s. Koloratur, Kolorit; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. colorāre; E.: s. lat. colorāre, V., färben, rötlich färben, bräunen, Kolorit geben, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. color, M., Farbe, Gesichtsfarbe, Färbung, Teint; lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. kolorieren, fehlt DW, EWD s. u. kolorieren, Duden s. u. EWD s. u. kolorieren; Son.: vgl. frz. colorier, V., kolorieren; nschw. kolorera, V., kolorieren; nnorw. kolorere, V., kolorieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches färben oder einfärben; BM.: färben bzw. bergen; F.: kolorieren, koloriere, kolorierst, koloriert, kolorierest, kolorieret, kolorierte, koloriertest, kolorierten, koloriertet, ##koloriert, kolorierte, koloriertes, koloriertem, kolorierten, kolorierter##, kolorierend, ###kolorierend, kolorierende, kolorierendes, kolorierendem, kolorierenden, kolorierender###, kolorier (!)+FW+EW; Z.: kol-or-ier-en
Kolorit, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kolorit, Farbgebung, Farbe; ne. complexion; Vw.: -; Hw.: s. kolorieren, Koloratur; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. colorito; E.: s. it. colorito, M., Kolorit, Färbung; vgl. it. colorire, V., färben, ausschmücken; lat. colorāre, V., färben, rötlich färben, bräunen, Kolorit geben, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. color, M., Farbe, Gesichtsfarbe, Färbung, Teint; lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Kolorit, fehlt DW, EWD s. u. kolorieren, Duden s. u. Kolorit; Son.: vgl. nndl. koloriet, Sb., Kolorit; frz. coloris, M., Kolorit; nschw. kolorit, Sb., Kolorit; nnorw. koloritt, M., Kolorit; poln. koloryt, M., Kolorit; lit. koloritas, M., Kolorit; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Farbgebung in der Malerei oder für eine Klangfarbe oder eine eigentümliche Atmosphäre; BM.: färben bzw. bergen; F.: Kolorit, Kolorits, Kolorites+FW+EW; Z.: Kol-or-it
Koloss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Koloss, Riese (M.), Ungetüm; ne. colossus; Vw.: -; Hw.: s. kolossal; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. colossus; E.: s. lat. colossus, M., Riesenbildsäule, Koloss, (4 v.-65 n. Chr.); gr. κολοσσός (kolossós), M., Riesenbildsäule, übergroßes Standbild; wohl mediterraner Herkunft, s. Frisk 1, 903; L.: Kluge s. u. Koloss, DW 11, 1621, EWD s. u. Koloss, Duden s. u. Koloss; Son.: vgl. nndl. kolos, Sb., Koloss; frz. colosse, M., Koloss; nschw. koloss, Sb., Koloss; nnorw. koloss, Sb., Koloss; poln. kolos, M., Kolos; kymr. colosws, M., Koloss; lit. kolosas, M., Koloss; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl aus dem Mittelmeerrum kommende Bezeichnung für einen Riesen oder ein Ungetüm; BM.: ?; F.: Koloss, Kolosses, Kolosse, Kolossen+FW+EW; Z.: Koloss
kolossal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kolossal, riesig, riesenhaft; ne. colossal; Vw.: -; Hw.: s. Koloss; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. colossal; E.: s. frz. colossal, Adj., colossal; frz. colosse, M., Koloss; lat. colossus, M., Riesenbildsäule, Koloss, (4 v.-65 n. Chr.); gr. κολοσσός (kolossós), M., Riesenbildsäule, übergroßes Standbild; wohl mediterraner Herkunft, s. Frisk 1, 903; L.: Kluge s. u. Koloss, (DW 11, 1621 kolossalisch,) EWD s. u. Koloß, Duden s. u. kolossal; Son.: vgl. nndl. kolossaal, Adj., kolossal; nschw. kolossal, Adj., kolossal; nnorw. kolossal, Adj., kolossal; poln. kolosalny, Adj., kolossal; lit. kolosalus, Adj., kolossal; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Mittelmeerraum verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches riesig oder riesenhaft; BM.: ?; F.: kolossal, kolossale, kolossales, kolossalem, kolossalen, kolossaler(, kolossalere, kolossaleres, kolossalerem, kolossaleren, kolossalerer, kolossalst, kolossalste, kolossalstes, kolossalstem, kolossalsten, kolossalster)+EW+EW; Z.: koloss-al
Kolportage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kolportage, Bericht, Verbreitung von Gerüchten; ne. colportage, trashy writing; Vw.: -; Hw.: s. kolportieren, Kolporteur; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. colportage; E.: s. frz. colportage, F., Herbeiführen; lat. comportātio, F., Herbeiführen, Herbeitragen, Zusammentragen, Herbeifahren, Beförderung, Transport, Beschaffung, Aufschüttung, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. comportāre, V., zusammentragen, zusammenschaffen, einbringen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. kolportieren, fehlt DW, EWD s. u. kolportieren, Duden s. u. Kolportage; Son.: vgl. nschw. kolportage, N., Kolportage; nnorw. kolportasje, M., Kolportage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten literarisch minderwertigen und auf billige Wirkung abzielenden Bericht oder eine Verbreitung von Gerüchten; BM.: mit, tragen; F.: Kolportage, Kolportagen+FW(+EW); Z.: Kol-por-t-ag-e
Kolporteur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kolporteur, (Zeitungs)Austräger, Gerüchteverbreiter; ne. colporteur; Vw.: -; Hw.: s. kolportieren, Kolportage; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. colporteur; E.: s. frz. colporteur, M., Kolporteur; mlat. comportātor, M., Mitträger, Träger, Sammler; vgl. lat. comportāre, V., zusammentragen, zusammenschaffen, einbringen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. kolportieren, fehlt DW, EWD s. u. kolportieren, Duden s. u. Kolporteur; Son.: vgl. nschw. kolportör, Sb., Kolporteur; nnorw. kolportør, M., Kolporteur; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Zeitungsausträger oder einen Gerüchteverbreiter; BM.: mit, tragen; F.: Kolporteur, Kolporteurs, Kolporteure, Kolporteuren+FW(+EW); Z.: Kol-por-t-eur
kolportieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kolportieren, Gerücht verbreiten; ne. circulate, spread (V.) rumours; Vw.: -; Hw.: s. Kolportage, Kolporteur; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. colporter; E.: s. frz. colporter, V., herumtragen, zusammentragen; lat. comportāre, V., zusammentragen, zusammenschaffen, einbringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. kolportieren, fehlt DW, EWD s. u. kolportieren, Duden s. u. kolportieren; Son.: vgl. nschw. kolportera, V., kolportieren; nnorw. kolportere, V., kolportieren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eine ungesicherte Mitteilung oder Gerücht verbreiten; BM.: mit, tragen; F.: kolportieren, kolportiere, kolportierst, kolportiert, kolportierest, kolportieret, kolportierte, kolportiertest, kolportierten, kolportiertet, ##kolportiert, kolportierte, kolportiertes, kolportiertem, kolportierten, kolportierter##, kolportierend, ###kolportierend, kolportierende, kolportierendes, kolportierendem, kolportierenden, kolportierender###, kolportier (!)+FW(+EW); Z.: kol-por-t-ier-en
Kolter (1), nhd. (dial.), M., F., (12. Jh.): nhd. Kolter (M.), gefütterte Steppdecke, Matratze; ne. quilt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); I.: Lw.; E.: mhd. kulter, gulter, kolter, M., F., N., Kulter; mnd. kulter, kolter, F., leichtes Unterbett, gesteppte Decke; afrz. coultre, coulte, Sb., Steppdecke, Bettdecke, Decke; lat. culcita, F., Polster, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *ku̯elp- (2)?, V., wölben, Pokorny 630? (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kolter, Kluge s. u. Kolter 1, DW 11, 2588, Duden s. u. Kolter; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete gefütterte Steppdecke oder Matratze; BM.: wölben?; F.: Kolter, Kolters, Koltern+FW+EW; Z.: Kolt-er
Kolter (2), nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Kolter (N.), Pflugmesser; ne. coulter, colter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.; E.: mhd. kolter (1), st. N., Kolter (N.), Pflugmesser; mnd. kolter (1), Sb.?, Öse des Steuerruders?; lat. culter, M., Messer (N.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge s. u. Kolter 2, DW 11, 1624, Duden s. u. Kolter; Son.: vgl. nndl. kouter, Sb., Pflugmesser; frz. coutre, F., Pflugmesser; GB.: (kolter) seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Messer (N.) vor der Pflugschar (Pflugmesser); BM.: schneiden; F.: Kolter, Kolters, Koltern+FW; Z.: Kol-t-er
Kolumne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kolumne, Druckspalte; ne. column; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. columna; E.: s. lat. columna, F., Spalte, Säule (F.) (1), Stütze, Pfeiler, Pfosten, Türpfosten, Docke, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. columen (1), N., Höhe, Gipfel, Giebel, Haupt; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. column, Sb., Kolonne; nschw. kolumn, Sb., Kolumne; nnorw. kolumne, M., Kolumne; poln. kolumna, F., Kolumne; kymr. colofn, F., Kolumne; colún, M., Kolumne; L.: Kluge s. u. Kolumne, fehlt DW, EWD s. u. Kolumne, Duden s. u. Kolumne; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Druckspalte oder für einen von meist demselben Journalisten verfassten regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichten Meinungsbeitrag; BM.: ragen; F.: Kolumne, Kolumnen+FW(+EW); Z.: Kol-umn-e
$Kolumnentitel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kolumnentitel; E.: s. Kolumn(e), s. en, s. Titel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kolumne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kolumn(e) und en (Suff.) sowie Titel gebildete Bezeichnung für den Titel oder die Überschrift (Titel) einer Kolumne in einer Zeitung oder Zeitschrift; F.: Kolumnentitel, Kolumnentitels+FW; Z.: Kol-umn-en—titel
$Kolumnist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kolumnist, Verfasser einer Kolumne; E.: s. Kolumn(e), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kolumne; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kolumn(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen durch Verfassen von Kolumnen gekennzeichneten Journalisten; F.: Kolumnist, Kolumnisten+FW; Z.: Kol-umn-ist
Köm, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Köm, Kümmelschnaps; ne. spirit of caraway; Vw.: -; Hw.: s. Kümmel; Q.: 20. Jh.; E.: verkürzt aus kömmel, Sb., Kümmel; mhd. kumin, M., Kümmel; mnd. kȫmel, kömmel, M., Kümmel; ahd. kumil, st. M. (a), Kümmel, Wiesenkümmel; germ. *kumin-, Sb., Kümmel; lat. cumīnum, N., Kümmel, (116-27 v. Chr.); gr. κύμινον (kýminon), N., Kümmel; vgl. hebr. kammōn, Sb., Kümmel; akkad. kamūnu, Sb., Kümmel; L.: Kluge s. u. Köm, fehlt DW, Duden s. u. Köm; GB.: seit 20. Jh. belegte und durch Verkürzung aus (Kümmel und) Kömmel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Kümmelschnaps; BM.: Kümmel; F.: Köm, Köms+FW+EW; Z.: Köm
Koma, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Koma, Bewusstlosigkeit; ne. coma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. κῶμα (kōma); E.: s. gr. κῶμα (kōma), N., tiefer Schlaf; vgl. idg. *k̑emə-, *k̑em- (4), *k̑emh₂-, V., sich mühen, müde werden, Pokorny 557 (863/95) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Koma, fehlt DW, EWD s. u. Koma, Duden s. u. Koma; Son.: vgl. nndl. coma, Sb., Koma; frz. coma, M., Koma; nschw. koma, Sb., Koma; nnorw. koma, M., Koma; poln. koma, F., Koma; kymr. coma, M., Koma; nir. coma, M., Koma; lit. koma, F., Koma; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche tiefe und durch keinen äußeren Reiz zu unterbrechbare längere Bewusstlosigkeit; BM.: müde werden; F.: Koma, Komas, Komata+FW; Z.: Kom-a
Kombattant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Kombattant, Mitkämpfer, Mitstreiter, Kriegsteilnehmer; ne. combatant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. combattant; E.: s. frz. combattant, M., Kombattant; vgl. frz. combattre, V., kämpfen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kombattant, Duden s. u. Kombattant; Son.: vgl. nndl. combattant, Sb., Kombattant; ndän. kombattant, M., Kombattant; nnorw. kombattant, M., Kombattant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Mitkämpfer oder Mitstreiter oder Kriegsteilnehmer; BM.: mit, schlagen; F.: Kombattant, Kombattanten+FW+EW; Z.: Kom-bat-t-ant
$Kombinat, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kombinat, Großbetrieb; E.: s. kombin(ieren), s. Kombinat(ion); L.: fehlt DW, EWD s. u. kombinieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus (kombinieren oder) Kombination gebildete Bezeichnung für einen in dem 20. Jh. in dem Sozialismus wie beispielsweise in der früheren Deutschen Demokratischen Republik entwickelten (zwangsweisen) Zusammenschluss von Betrieben zu einem Großbetrieb; F.: Kombinat, Kombinates, Kombinats, Kombinate, Kombinaten+FW; Z.: Kom-bi-n-at
Kombination, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kombination, Verbindung zu einer Einheit, gedankliche Verknüpfung; ne. combination; Vw.: -; Hw.: s. kombinieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. combīnātio; E.: s. lat. combīnātio, F., Vereinigung, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. combīnāre, V., vereinigen, zusammenstellen, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. bīnī, Adv., je zwei, ein Paar, zwei auf einmal, doppelt, zweimalig; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kombination, fehlt DW, EWD s. u. kombinieren, Duden s. u. Kombination; Son.: vgl. nndl. combinatie, Sb., Kombination; frz. combinaison, F., Kombination; nschw. kombination, Sb., Kombination; nnorw. kombinasjon, M., Kombination; poln. kombinacja, F., Kombination; lit. kombinacija, F., Kombination; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verbindung mehrerer Gegebenheiten zu einer Einheit oder für eine gedankliche Verknüpfung; BM.: mit, zwei; F.: Kombination, Kombinationen+FW(+EW); Z.: Kom-bi-n-at-io-n
$Kombine, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kombine; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. kombin(ieren), s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. kombinieren; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus kombin(ieren) und e gebildete Bezeichnung für eine verschiedene Arbeitsvorgänge gleichzeitig ausführende Maschine wie beispielsweise einen Mähdrescher; F.: Kom-bi-n-e
kombinieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kombinieren, verbinden, zusammenstellen, eine Beziehung herstellen; ne. combine; Vw.: -; Hw.: s. Kombination; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. combīnāre; E.: s. lat. combīnāre, V., vereinigen, zusammenstellen, verbinden, kombinieren, zusammenbinden, zusammenspannen, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. bīnī, Adv., je zwei, ein Paar, zwei auf einmal, doppelt, zweimalig; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kombination, fehlt DW, EWD s. u. kombinieren, Duden s. u. kombinieren; Son.: vgl. nndl. combineren, V., kombinieren; frz. combiner, V., kombinieren; nschw. kombinera, V., kombinieren; nnorw. kombinere, V., kombinieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes verbinden oder mehrere Gegebenheiten für bestimmte Zwecke zu einer Einheit zusammenstellen oder eine Beziehung zwischen verschiedenen Gegebenheiten herstellen; BM.: mit, zwei; F.: kombinieren, kombiniere, kombinierst, kombiniert, kombinierest, kombinieret, kombinierte, kombiniertest, kombinierten, kombiniertet, ##kombiniert, kombinierte, kombiniertes, kombiniertem, kombinierten, kombinierter##, kombinierend, ###kombinierend, kombinierende, kombinierendes, kombinierendem, kombinierenden, kombinierender###, kombinier (!)+FW(+EW); Z.: kom-bi-n-ier-en
Kombüse, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kombüse, Schiffsküche; ne. galley, caboose (ält.); Vw.: -; Hw.: s. Kabäuschen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. kabūse, kabuse, kabbūse, kabūs, kahuse, F., N., Bretterverschlag, durch hölzerne Wände abgeteilter kleiner Raum, kleine Hütte, abgeteilter Kirchenstuhl, enges Gemach, Zelle; vgl. ndd. kambūse, F., Vorratskammer, weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kabuse, Kluge s. u. Kombüse, DW 11, 1624, EWD s. u. Kombüse, Duden s. u. Kombüse; Son.: vgl. nndl. kombuis, Sb., Kombüse; nschw. kybyss, Sb., kombyse; poln. kambuz, M., Kombüse; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete auf einem Schiff befindliche Küche; BM.: ?; F.: Kombüse, Kombüsen+EW; Z.: Kombüs-e
Komet, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Komet, Schweifstern; ne. comet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1300-1329 (Paradisus anime intellegentis); E.: mhd. comēte, M., Komet; mnd. komēte, commete, M., Komet, Schweifstern; lat. comētēs, M., Komet, Haarstern, (81-43 v. Chr.); gr. κομήτης (komḗtēs), M., Schopfstern, Komet; vgl. gr. κόμη (kómē), F., Haupthaar, Mähne; weitere Herkunft unklar, vielleicht zu gr. κομεῖν (komein), V., pflegen, besorgen; vgl. idg. *k̑emə-, *k̑em- (4), *k̑emh₂-, V., sich mühen, müde werden, Pokorny 557 (863/95) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Komet, DW 11, 1624, EWD s. u. Komet, Duden s. u. Komet; Son.: vgl. nndl. komeet, Sb., Komet; frz. comète, F., Komet; nschw. komet, Sb., Komet; nnorw. komet, M., Komet; poln. kometa, F., Komet; kymr. comed, F., Komet; nir. cóiméad, M., Komet; lit. kometa, F., Komet; GB.: seit 1300-1329 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen (von insgesamt einer Billion) vor rund 4,5 Milliarden Jahren bei der Entstehung der Sonne entstandenen und aus Eis und Staub gebildeten nicht scharf konturierten Himmelskörper der aus Kern und einer Nebelhülle sowie einem Schweif besteht und sich auf lang gestreckter Bahn um die Sonne bewegt; BM.: sich mühen; F.: Komet, Kometen+FW(+EW); Z.: Kom-et
Komfort, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Komfort, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit; ne. comfort (N.); Vw.: -; Hw.: s. komfortabel; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. comfort; E.: s. ne. comfort, N., Bequemlichkeit, Annehmlichkeit; afrz. confort, Sb., Trost, Stärkung; vgl. afrz. conforter, V., stärken, trösten; lat. cōnfortāre, V., stärken, stark machen, verstärken, bestärken, kräftigen, (nach 220 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Komfort, fehlt DW, EWD s. u. Komfort, Duden s. u. Komfort; Son.: vgl. nndl. comfort, Sb., Komfort; frz. confort, M., Komfort; nschw. komfort, Sb., Komfort; nnorw. komfort, M., Komfort; poln. komfort, M., Komfort; lit. komfortas, M., Komfort; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf von Menschen entwickelten technisch ausgereiften Einrichtungen beruhende Bequemlichkeit oder Annehmlichkeit; BM.: mit, stark; F.: Komfort, Komforts+FW; Z.: Kom-fort
komfortabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. komfortabel, bequem, angenehm, hilfreich, bestärkend; ne. confortable; Vw.: -; Hw.: s. Komfort; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. comfortable, frz. confortable; E.: s. ne. comfortable, Adj., bequem, behaglich; auch frz. confortable, Adj., bequem, behaglich; beide von afrz. confortable, Adj., tröstlich, hilfreich; mlat. cōnfortābilis, Adj., aufmunternd, ermutigend, ermunternd, bestärkend; vgl. lat. cōnfortāre, V., stärken, stark machen, verstärken, bestärken, kräftigen, (nach 220 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Komfort, fehlt DW, EWD s. u. Komfort, Duden s. u. komfortabel; Son.: vgl. nndl. comfortabel, Adj., komfortabel; nschw. komfortabel, Adj., komfortabel; nnorw. komfortabel, Adj., komfortabel; poln. komfortowy, Adj., komfortabel; lit. komfortiškas, Adj., komfortabel; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für bequem oder angenehm oder hilfreich oder bestärkend; BM.: mit, stark; F.: komfortabel, komfortable, komfortables, komfortablem, komfortablen, komfortabler(, komfortablere, komfortableres, komfortablerem, komfortableren, komfortablerer, komfortabelst, komfortabelste, komfortabelstes, komfortabelstem, komfortabelsten, komfortabelster)+FW (+EW); Z.: kom-fort-ab-el
$Komik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Komik, Merkwürdigkeit, Spaßhaftigkeit; E.: s. Komi(k), s. isch; L.: Kluge s. u. komisch, fehlt DW, EWD s. u. komisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus komi(sch) und k gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Merkwürdigkeit oder Spaßhaftigkeit; F.: Komik+FW+EW?; Z.: Ko-m-ik
Komiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Komiker, Spaßmacher; ne. comedian, comic (M.); Vw.: -; Hw.: s. komisch, Comic; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōmicus; E.: s. lat. cōmicus, M., Komiker, Komödiendichter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cōmicus, Adj., zur Komödie gehörig, komisch, Theater betreffend, poetisch; gr. κωμικός (kōmikós), Adj., zur Komödie gehörig; vgl. gr. κῶμος (kōmos), M., Gelage, Schmauserei; vgl. gr. κώμη (kōmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. komisch, fehlt DW, EWD s. u. komisch, Duden s. u. Komiker; Son.: vgl. nndl. komiek, Sb., Komiker; frz. comique, M., Komiker; nschw. komiker, Sb., Komiker; nnorw. komiker, M., Komiker; poln. komik, M., Komiker; lit. komikas, M., Komiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Komik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Spaßmacher; BM.: vertraut; F.: Komiker, Komikers, Komikern+FW+EW; Z.: Ko-m-ik-er
komisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. komisch, merkwürdig, belustigend, lustig, spaßig; ne. comic (Adj.), comical; Vw.: -; Hw.: s. Comic, Komiker; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. cōmicus; E.: s. lat. cōmicus, Adj., zur Komödie gehörig, komisch, Theater betreffend, poetisch, (81-43 v. Chr.); gr. κωμικός (kōmikós), Adj., zur Komödie gehörig; vgl. gr. κῶμος (kōmos), M., Gelage, Schmauserei; vgl. gr. κώμη (kōmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. komisch, DW 11, 1625, EWD s. u. komisch, Duden s. u. komisch; Son.: vgl. nndl. komisch, Adj., komisch; frz. comique, Adj., komisch; nschw. komisk, Adj., komisch; nnorw. komisk, Adj., komisch; kymr. comig, Adj., komisch; lit. komiškas, Adj., komisch; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Französischen oder Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches merkwürdig oder belustigend oder spaßig; BM.: vertraut; F.: komisch, komische, komisches, komischem, komischen, komischer(, komischere, komischeres, komischerem, komischeren, komischerer, komischst, komischste, komischstes, komischstem, komischsten, komischster)+FW(+EW); Z.: ko-m-isch
Komitee, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Komitee, Ausschuss; ne. committee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. comité; E.: s. frz. comité, M., Komitee, Ausschuss; ne. committee, N., Komitee; s. ne. commit, V., übertragen (V.), anvertrauen; lat. committere, V., zusammenlassen, zusammenbringen, zusammenfügen, beginnen, eröffnen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Komitee, fehlt DW, EWD s. u. Komitee, Duden s. u. Komitee; Son.: vgl. nndl. comité, Sb., Komitee; nschw. kommitté, Sb., Komitee; nnorw. komité, M., Komitee; poln. komitet, M., Komitee; lit. komitetas, M., Komitee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen mit einer bestimmten Aufgabe betrauten Ausschuss (von Menschen); BM.: mit, senden; F.: Komitee, Komitees+FW; Z.: Ko-mit-ee
Komma, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Komma, Beistrich (kleiner geschwungener Strich); ne. comma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: lat. comma, N., Einschnitt, Abschnitt, Zäsur; s. gr. κόμμα (kómma), N., Schlag, Einschnitt; vgl. gr. κόπτειν (kóptein), V., schlagen, stoßen, fällen; vgl. idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Komma, fehlt DW, EWD s. u. Komma, Duden s. u. Komma; Son.: vgl. nndl. komma, Sb., Komma; nschw. komma, N., Komma; nnorw. komma, N., Komma; kymr. coma, M., Komma; nir. camóg, F., Komma; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Sätze oder Satzteile oder bei Schreibung von Zahlen die an dem hinteren Ende einer Zahl stehenden Dezimalstellen von den voranstehenden Stellen abtrennende Zeichen in der von dem Drucker und Typografen Aldus Manutius (Bassiano/Kirchenstaat 1449-Venedig 1515) gestalteten Form eines kleinen geschwungenen Striches; BM.: schneiden; F.: Komma, Kommas, Kommata+FW(+EW); Z.: Kom-m-a
Kommandant, nhd., (Part. Präs. =)M., (16. Jh.): nhd. Kommandant, Kommandeur, (militärischer) Befehlshaber; ne. commander; Vw.: -; Hw.: s. kommandieren, Kommandeur, Kommando, Mandant; Q.: um 1600; I.: Lw. it. comandante, frz. commandant; E.: s. it. comandante, M., Kommandant; frz. commandant, M., Kommandant; vgl. it. comandare, V., befehlen; frz. commander, V., kommandieren, befehlen; frührom. *commandare, V., kommandieren?; lat. commendāre, V., anvertrauen, aufzugehen geben, übertragen (V.), übergeben (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kommandieren, fehlt DW, EWD s. u. kommandieren, Duden s. u. Kommandant; Son.: vgl. nndl. commandant, Sb., Kommandant; nschw. kommendant, Sb., Kommandant; nnorw. kommandant, M., Kommandant; poln. komendant, M., Kommandant; kymr. comander, M., Kommandant (Marine); GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (militärischen) Befehlshaber; BM.: mit, anvertrauen bzw. Hand; F.: Kommandant, Kommandanten+FW(+EW); Z.: Kom-man-d-ant
$Kommandantur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kommandantur; E.: s. Kommandant, s. ur (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kommandieren; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Kommandant und ur gebildete Bezeichnung für das Amt eines Befehlshabers (Kommandanten) ; F.: Kommandantur, Kommandanturen+FW(+EW?); Z.: Kom-man-d-ant-ur-en
Kommandeur, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kommandeur, Kommandant, (militärischer) Befehlshaber; ne. commander; Vw.: -; Hw.: s. kommandieren, Kommando, Kommandant, Mandant; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. commandeur; E.: s. frz. commandeur, M., Kommandeur, Kommandant; frz. commander, V., kommandieren, befehlen; frührom. *commandare, V., kommandieren?; lat. commendāre, V., anvertrauen, aufzugehen geben, übertragen (V.), übergeben (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kommandieren, Duden s. u. Kommandeur; Son.: vgl. nndl. commandeur, Sb., Kommandeur; nnorw. kommandør, M., Kommandeur; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (militärischen) Befehlshaber; BM.: mit, anvertrauen bzw. Hand; F.: Kommandeur, Kommandeurs, Kommandeures, Kommandeure, Kommandeuren+FW(+EW); Z.: Kom-man-d-eur
kommandieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kommandieren, anordnen, beauftragen, Weisung geben; ne. command (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kommandant, Kommandeur, Kommando, Mandant; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. commander; E.: s. mnd. commandēren, kommandēren*, sw. V., kommandieren, befehligen; frz. commander, V., kommandieren, befehlen; frührom. *commandare, V., kommandieren?; lat. commendāre, V., anvertrauen, aufzugehen geben, übertragen (V.), übergeben (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kommandieren, EWD s. u. kommandieren, Duden s. u. kommandieren; Son.: vgl. nndl. commanderen, V., kommandieren; nschw. kommendera, V., kommandieren; nnorw. kommandere, V., kommandieren; poln. komenderować, V., kommandieren; GB.: seit um 1600 mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anordnen oder beauftragen oder Weisung geben; BM.: mit, anvertrauen bzw. Hand; F.: kommandieren, kommandiere, kommandierst, kommandiert, kommandierest, kommandieret, kommandierte, kommandiertest, kommandierten, kommandiertet, ##kommandiert, kommandierte, kommandiertes, kommandiertem, kommandierten, kommandierter##, kommandierend, ###kommandierend, kommandierende, kommandierendes, kommandierendem, kommandierenden, kommandierender###, kommandier (!)+FW(+EW); Z.: kom-man-d-ier-en
Kommando, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kommando, Befehl, Befehlsgewalt, ein Truppenteil; ne. command (N.); Vw.: -; Hw.: s. kommandieren, Kommandant, Kommandeur; Q.: um 1600; I.: Lw. it. comando; E.: s. it. comando, M., Befehl, Gebot, Auftrag; vgl. it. comandare, V., befehlen; frührom. *commandare, V., kommandieren?; lat. commendāre, V., anvertrauen, aufzugehen geben, übertragen (V.), übergeben (V.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kommandieren, fehlt DW, EWD s. u. kommandieren, Duden s. u. Kommando; Son.: vgl. nndl. commando, Sb., Kommando; nschw. kommando, N., Kommando; nnorw. kommando, M., Kommando; poln. komenda, F., Kommando; lit. komandosas, M., Kommando (über eine Truppe); GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen kurzen militärischen Befehl oder für einen mit einer bestimmten Aufgabe betrauten Truppenteil; BM.: mit, anvertrauen bzw. Hand; F.: Kommando, Kommandos+FW(+EW); Z.: Kom-man-d-o
kommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. kommen, gelangen, einen Ort erreichen, sich einem Ort nähern; ne. come (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kunft, willkommen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. komen (1), kumen, kümen, kemen, quemen, st. V., kommen, kommen aus, kommen von, kommen durch, kommen über, vor eine bestimmte Instanz kommen; mnd. kōmen (1), kāmen, kommen, st. V., kommen, gelangen, ankommen, eintreffen, erscheinen, sich zeigen; mnl. cōmen, st. V., kommen; ahd. kweman*, queman, kuman*, st. V. (4, z. T. 5), kommen, gelangen, gehen, ankommen; as. kuman, st. V. (4), kommen; anfrk. kuman, cuman, st. V. (4), kommen, zuteil werden, sich verbreiten, abstammen; germ. *kweman, st. V., kommen; s. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kommen, Kluge s. u. kommen, DW 11, 1625, EWD s. u. kommen, Falk/Torp 61, Seebold 315, Duden s. u. kommen, Bluhme s. u. kommen; Son.: vgl. afries. kuma (1), koma (1), st. V. (4), kommen, eindringen, einkommen; saterl. cuma, V., kommen; ae. cuman, st. V. (4), kommen, sich nähern, erreichen, gehen; an. koma, st. V. (4), kommen; got. qiman, krimgot. kommen, st. V. (4), kommen; nndl. komen, V., kommen; nschw. komma, V., kommen; nnorw. komme, V., kommen; ai. gácchati, V., geht; gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; lat. venīre, V., kommen; lit. gimti, V., geboren werden, entstehen; toch. A und toch. B käm, V., kommen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sich auf ein Ziel bewegen und dorthin gelangen; BM.: gehen; F.: kommen, komme, kommst, kommt, kommest, kommet, kam, kamst, kamen, kamt, käme, kämest, kämen, kämet, gekommen, ##gekommen, gekommene, gekommenes, gekommenem, gekommenen, gekommener##, kommend, ###kommend, kommende, kommendes, kommendem, kommenden, kommender###, komm (!)+EW; Z.: kom-m-en
$...kommen, nhd., N.: nhd. ...kommen; E.: s. kommen; L.: Kluge s. u. kommen, fehlt DW; F.: ...kommen, …kommens+EW; Z.: -kom-m-en
kommensurabel, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kommensurabel, vergleichbar; ne. commensurable; Vw.: s. in-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. commēnsūrābilis; E.: lat. commēnsūrābilis, Adj., gleich zu bemessen seiend, gleichmäßig, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. commētīrī, V., ausmessen, mit etwas messen, vergleichen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mētīrī, V., messen, abmessen, zumessen, ausmessen; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kommensurabel, fehlt DW, Duden s. u. kommensurabel; Son.: vgl. nndl. commensurabel, Adj., kommensurabel; frz. commensurable, Adj., kommensurabel; nschw. kommensurabel, Adj., kommensurabel; nnorw. kommensurabel, Adj., kommensurabel; kymr. cymesurol, Adj., kommensurabel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem späten Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches vergleichbar; BM.: mit, messen; F.: kommensurabel, kommensurable, kommensurables, kommensurablem, kommensurablen, kommensurabler(, kommensurablere, kommensurableres, kommensurablerem, kommensurableren, kommensurablerer, kommensurabelst, kommensurabelste, kommensurabelstes, kommensurabelstem, kommensurabelsten, kommensurabelster)+FW(+EW); Z.: kom-me-n-s-ur-ab-el
Komment, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Komment, Brauch, Regel, Verhaltensweise; ne. code of conduct; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. comment; E.: s. frz. comment, Adv., wie; afrz. com, von lat. quōmodo, Adv., auf welche Weise, auf welche Art, wie, wie nur immer; vgl. lat. quō, Adv., irgendwohin, irgendwie, wohin, wo, wie weit; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. modus, M., Maß, Größe, Länge; s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Komment, fehlt DW, Duden s. u. Komment; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für einen in studentischen Verbindungen gepflegten Brauch oder eine Regel oder Verhaltensweise; BM.: wie, messen; F.: Komment, Komments+FW+EW; Z.: Kom-me-nt
Kommentar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kommentar, Erklärung, Erläuterung; ne. comment (N.), commentary; Vw.: -; Hw.: s. kommentieren, Kommentator; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. commentārius; E.: s. lat. commentārius, M., Notiz, Entwurf, Abriss, Skizze, Bericht, Heft (N.) (1), Nachricht, Papier, Tagebuch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. comminiscī, V., sich etwas ins Gedächtnis zurückrufen, sich auf etwas besinnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. meminisse, V., sich erinnern, sich besinnen können, eingedenk sein (V.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kommentieren, fehlt DW, EWD s. u. Kommentar, Duden s. u. Kommentar; Son.: vgl. nndl. commentaar, Sb., Kommentar; frz. commentaire, M., Kommentar; nschw. kommentar, Sb., Kommentar; nnorw. kommentar, M., Kommentar; poln. komentarz, M., Kommentar; lit. komentaras, M., Kommentar; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Erklärung oder Erläuterung, ein Zusatzwerk mit Erläuterungen und kritischen Anmerkungen zu einem Schriftwerk wie beispielsweise einem Rechtstext; BM.: mit, sich erinnern; F.: Kommentar, Kommentars, Kommentares, Kommentare, Kommentaren+FW(+EW); Z.: Kom-men-t-ar
Kommentator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kommentator, Kommentierender, Erläuterer, Sprecher; ne. commentator; Vw.: -; Hw.: s. kommentieren, Kommentar; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. commentātor; E.: s. lat. commentātor, M., Erfinder, Urheber, Anstifter, Erklärer, Erläuterer, Ausleger, Kommentator, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. comminiscī, V., sich etwas ins Gedächtnis zurückrufen, sich auf etwas besinnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. meminisse, V., sich erinnern, sich besinnen können, eingedenk sein (V.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kommentieren, fehlt DW, EWD s. u. Kommentar, Duden s. u. Kommentator; Son.: vgl. frz. commentateur, M., Kommentator; nschw. kommentator, M., Kommentator; nnorw. kommentator, M., Kommentator; poln. komentator, M., Kommentator; lit. komentatorius, M., Kommentator; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Verfasser einer Erläuterung oder Erklärung eines Textes oder einer sonstigen Gegebenheit; BM.: mit, sich erinnern; F.: Kommentator, Kommentatoren+FW(+EW); Z.: Kom-men-t-at-or
kommentieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. kommentieren, kritisch äußern, erläutern, erklären; ne. comment (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kommentar, Kommendator; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. commentārī; E.: s. lat. commentārī, V., überdenken, bedenken, nachsinnen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. comminiscī, V., sich etwas ins Gedächtnis zurückrufen, sich auf etwas besinnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. meminisse, V., sich erinnern, sich besinnen können, eingedenk sein (V.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kommentieren, fehlt DW, EWD s. u. Kommentar, Duden s. u. kommentieren; Son.: vgl. nndl. becommentariëren, V., kommentieren; frz. commenter, V., kommentieren; nschw. kommentera, V., kommentieren; nnorw. kommentere, V., kommentieren; poln. komentować, V., kommentieren; lit. komentuoti, V., kommentieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für erläutern oder erklären; BM.: mit, sich erinnern; F.: kommentieren, kommentiere, kommentierst, kommentiert, kommentierest, kommentieret, kommentierte, kommentiertest, kommentierten, kommentiertet, ##kommentiert, kommentierte, kommentiertes, kommentiertem, kommentierten, kommentierter##, kommentierend, ###kommentierend, kommentierende, kommentierendes, kommentierendem, kommentierenden, kommentierender###, kommentier (!)+FW(+EW); Z.: kom-men-t-ier-en
Kommers, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kommers, Verbindungsumtrunk, feierliche Kneipe; ne. commercium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. commerce; E.: s. frz. commerce, M., Handel; lat. commercium, N., Verkehr, Handelsverkehr, Handel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Kommers, fehlt DW, Duden s. u. Kommers; Son.: vgl. nndl. commercium, Sb., Kommers; poln. komers, M., Kommers; lett. komeršs, Sb., Kommers; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus besonderem Anlass abgehaltenen abendlichen Verbindungsumtrunk in feierlichem Rahmen; BM.: mit, Ware bzw. fassen; F.: Kommers, Kommerses, Kommerse, Kommersen+FW+EW; Z.: Kom-mers
$Kommersch, nhd., M.: nhd. Kommersch; E.: s. Kommers; L.: Kluge s. u. Kommers, fehlt DW; F.: Kommersch, Kommersches, Kommersche, Kommerschen+FW(+EW?); Z.: Kom-mersch
$Kommerz, nhd., M.: nhd. Kommerz. Handel, Gewerbe, Wirtschaft, Gewinn, Geld, Vermögen; E.: s. kommerziell; s. frz. commerce, M., Handel; lat. commercium, N., Verkehr, Handelsverkehr, Handel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Handel oder Gewerbe oder Wirtschaft oder Gewinn oder Geld oder Vermögen; F.: Kommerz, Kommerzes+FW; Z.: Kom-merz
$kommerzialisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kommerzialisieren, zu einer Gewinnerzielung oder Vermögensvermehrung verwenden; I.: Lw. frz. commercialiser; E.: s. frz. commercialiser; L.: fehlt DW, EWD s. u. kommerziell; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliches Gegebenheiten zu einer Gewinnerzielung oder Vermögensvermehrung verwenden; F.: kommerzialisieren, kommerzialisiere, kommerzialisierst, kommerzialisiert, kommerzialisierest, kommerzialisieret, kommerzialisierte, kommerzialisiertest, kommerzialisierten, kommerzialisiertet, ##kommerzialisiert, kommerzialisierte, kommerzialisiertes, kommerzialisiertem, kommerzialisierten, kommerzialisierter##, kommerzialisierend, ###kommerzialisierend, kommerzialisierende, kommerzialisierendes, kommerzialisierendem, kommerzialisierenden, kommerzialisierender###, kommerzialisier (!)+FW+EW; Z.: kom-merz-i-al-is-ier-en
kommerziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kommerziell, gewerblich, wirtschaftlich, Handel betreffend; ne. commercial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. frz. Lw.; E.: Bildung zu Kommerz, M., Handel und kaufmännischer Verkehr; frz. commerce, M., Handel; lat. commercium, N., Verkehr, Handelsverkehr, Handel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. kommerziell, fehlt DW, EWD s. u. kommerziell, Duden s. u. kommerziell; Son.: vgl. nndl. comercieel, Adj., kommerziell; frz. commercial, Adj., kommerziell; nschw. kommersiell, Adj., kommerziell; nnorw. kommersiell, Adj., kommerziell; poln. komercyjny, Adj., kommerziell; lit. komercinis, Adj., kommerziell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kommerz und iell (Suff.) gebildete Bezeichnung für Handel oder Gewerbe oder Wirtschaft oder Gewinn oder Geld oder Vermögen betreffend; BM.: mit, Ware bzw. fassen; F.: kommerziell, kommerzielle, kommerzielles, kommerziellem, kommerziellen, kommerzieller(, kommerziellere, kommerzielleres, kommerziellerem, kommerzielleren, kommerziellerer, kommerziellst, kommerziellste, kommerziellstes, kommerziellstem, kommerziellsten, kommerziellster)+FW(+EW); Z.: kom-merz-i-ell
$Kommerzienrat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kommerzienrat, Wirtschaftsfachmann; E.: s. Kommerz, s. ien, s. Rat; L.: Kluge s. u. kommerziell, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kommerz und ien sowie Rat belegte Bezeichnung für einen Wirtschaftsfachmann und einen für einen nach erheblichen Stiftungen oder Leistungen für das Gemeinwohl verliehenen Titel; F.: Kommerzienrat, Kommerzienrates, Kommerzienrats, Kommerzienräte, Kommerzienräten+FW+EW; Z.: Kom-merz-ien—ra-t
Kommilitone, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kommilitone, Studienkollege, Mitstudent; ne. classmate, fellow student; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. commīlito; E.: s. lat. commīlito, Mitsoldat, Waffenbruder, Kriegsgefährte, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mīles, M., Soldat; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Kommilitone, fehlt DW, EWD s. u. Kommilitone, Duden s. u. Kommilitone; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Mitstudenten; BM.: mit, Soldat; F.: Kommilitone, Kommilitonen+FW(+EW); Z.: Kom-mil-it-on-e
Kommiss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kommiss, Militärdienst; ne. army; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. commissio; E.: s. lat. commissio, F., Vereinigung, Verbindung, Wettkampf, Preisrede, Anfang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. committere, V., zusammenlassen, zusammenbringen, zusammenfügen, zusammenstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Kommiss, DW 11, 1681, EWD s. u. Kommiss, Duden s. u. Kommiss; Son.: vgl. nschw. kommisbröd, Sb., Kommiss; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Heeresvorrat oder Militärdienst; BM.: mit, senden; F.: Kommiss, Kommisses+FW; Z.: Kom-miss
Kommissar, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kommissar, Beauftragter; ne. commissioner, commissar; Vw.: -; Hw.: s. Kommissariat; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. commissārius; E.: s. mlat. commissārius, M., Beauftragter; vgl. lat. committere, V., zusammenlassen, zusammenbringen, zusammenfügen, zusammenstellen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Kommissar, EWD s. u. Kommissar, Duden s. u. Kommissar; Son.: vgl. nndl. commissaris, Sb., Kommissar; frz. commissaire, M., Kommissar; nschw. kommissarie, Sb., Kommissar; nnorw. kommissär, M., Kommissar; poln. komisarz, M., Kommissar; kymr. comisâr, M., Kommissar; nir. coimeasár, M., Kommissar; lit. komisaras, M., Kommissar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von einem Staat mit einem besonderen Auftrag ausgestatteten und dafür mit Befugnissen versehenen Menschen; BM.: mit, senden; F.: Kommissar, Kommissars, Kommissare, Kommissaren+FW(+EW); Z.: Kom-miss-ar
Kommissariat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kommissariat, Amtszimmer eines Kommissars, Geschäftsbereich eines Kommissars; ne. commissariat; Vw.: -; Hw.: s. Kommissar; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. commissāriātus; E.: s. mlat. commissāriātus, M., Kommissariat, Amt eines Kommissars; vgl. mlat. commissārius, M., Beauftragter; lat. committere, V., zusammenlassen, zusammenbringen, zusammenfügen, zusammenstellen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Kommissar, fehlt DW, EWD s. u. Kommissar, Duden s. u. Kommissariat; Son.: vgl. nndl. commissariaat, Sb., Kommissariat; frz. commissariat, M., Kommissariat; nnorw. kommissariat, N., Kommissariat; poln. komisariat, M., Kommissariat; kymr. comisariaeth, F., Kommissariat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amtszimmer und den Geschäftsbereich eines Kommissars; BM.: mit, senden; F.: Kommissariat, Kommissariates, Kommissariats, Kommissariate, Kommissariaten+FW(+EW); Z.: Kom-miss-ar-i-at
$kommissarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kommissarisch, aushilfsweise, stellvertretend; E.: s. Kommissar, s. isch; L.: Kluge s. u. Kommissar, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kommissar und isch gebildete Bezeichnung für einen Kommissar betreffend oder aushilfsweise oder stellvertretend; F.: kommissarisch, kommissarische, kommissarisches, kommissarischem, kommissarischen, kommissarischer+FW+EW; Z.: kom-miss-ar-isch
$Kommissbrot, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kommissbrot; E.: s. Kommiss, s. Brot, L.: Kluge s. u. Kommiss, fehlt DW, EWD s. u. Kommiss; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kommiss und Brot gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes rechteckiges dunkles Brot aus grob gemahlenem Korn oder grobem Mehl (ursprünglich für Soldaten bzw. das Militär); F.: Kommissbrot, Kommissbrotes, Kommissbrots, Kommissbrote, Kommissbroten+FW+EW; Z.: Kom-miss—bro-t
Kommission, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kommission, Gremium, Ausschuss; ne. commission; Vw.: -; Hw.: s. Kommissar; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. commissio; E.: s. lat. commissio, F., Vereinigung, Verbindung, Wettkampf, Preisrede, Anfang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. committere, V., zusammenlassen, zusammenbringen, zusammenfügen, zusammenstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Kommission, fehlt DW, EWD s. u. Kommission, Duden s. u. Kommission; Son.: vgl. nndl. commissie, Sb., Kommission; frz. commission, F., Kommission; nschw. kommission, Sb., Kommission; nnorw. kommisjon, M., Kommission; poln. komisja, F., Kommission; kymr. comisiwn, M., Kommission; nir. coimisiún, M., Kommission; lit. komisija, F., Kommission; GB.: seit 1481 (commissionsbrief) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein mit einer bestimmten Aufgabe amtlich betrautes Gremium oder einen Ausschuss; BM.: mit, senden; F.: Kommission, Kommissionen+FW+EW; Z.: Kom-miss-io-n
$Kommissionär, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kommissionär; I.: Lw. frz. commissionnaire; E. s. frz. commissionaire, s. Kommission, s. är (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kommission; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Mitglied einer Kommission und einen Kaufmann der gewerbsmäßig Waren oder Wertpapiere in eigenem Namen auf fremde Rechnung kauft oder verkauft; F.: Kommissionär, Kommissionärs, Kommissionäres, Kommissionäre, Kommissionären+FW+EW; Z.: Kom-miss-io-n-är
kommod, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kommod, bequem, angenehm; ne. comfortable, commodious; Vw.: -; Hw.: s. Kommode; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. commode; E.: s. frz. commode, Adj., kommod; lat. commodus (1), Adj., angemessen, entsprechend, zweckmäßig, (204-169 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang, Takt; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kommod, fehlt DW, EWD s. u. kommod, Duden s. u. kommod; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bequem oder angenehm; BM.: mit, Maß bzw. messen; F.: kommod, kommode, kommodes, kommodem, kommoden, kommoder(, kommodere, kommoderes, kommoderem, kommoderen, kommoderer, kommodest, kommodeste, kommodestes, kommodestem, kommodesten, kommodester)+FW(+EW); Z.: kom-mo-d
Kommode, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kommode, niederes Kastenmöbel mit Schubladen; ne. commode, chest of drawers; Vw.: -; Hw.: s. kommod; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. commode; E.: s. frz. commode, F., Kommode; vgl. frz. commode, Adj., angenehm, bequem; lat. commodus (1), Adj., angemessen, entsprechend, zweckmäßig, (204-169 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang, Takt; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kommode, DW 11, 1683, EWD s. u. Kommode, Duden s. u. Kommode; Son.: vgl. nndl. commode, Sb., Kommode; nschw. kommod, Sb., Kommode; nnorw. kommode, M., Kommode; poln. komoda, F., Kommode; kymr. comôd, M., Kommode; lit. komoda, F., Kommode; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes niederes Kastenmöbel oder ein kastenförmiges Möbelstück mit Schubladen; BM.: mit, Maß bzw. messen; F.: Kommode, Kommoden+FW(+EW); Z.: Kom-mo-d-e
$Kommodore, nhd., M., (18./19. Jh.): nhd. Kommodore, Kommandant; I.: Lw. ne. commodore; E.: s. ne. commodore; L.: EWD s. u. kommandieren; GB.: seit 18./19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (und mittelbar dem Italienischen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Kommandanten; F.: Kommodore, Kommodoren+FW; Son.: in der Royal Navy sechzehnhundertneunzig für den ältesten Kommandanten in dem Kapitänsrang eines Geschwaders ohne einen eigenen Dienstrang eingeführt; Z.: Kom-mo-d-or-e
kommunal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kommunal, Kommune betreffend, Gemeinde betreffend, Gemeinde...; ne. communal, municipal; Vw.: -; Hw.: s. Kommune; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. commūnālis; E.: s. lat. commūnālis (1), Adj., gemeinschaftlich, zur ganzen Gemeinde gehörig, Gemeinde..., gemeinsam, (um 100. n. Chr.); vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommune, fehlt DW, EWD s. u. Kommune, Duden s. u. kommunal; Son.: vgl. frz. communal, Adj., kommunal; nschw. kommunal, Adj., kommunal; nnorw. kommunal, Adj., kommunal; poln. komunalny, Adj., kommunal; lit. komunalinis, Adj., kommunal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Bildung von Gemeinden oder Kommunen mögliches eine Gemeinde oder Kommune betreffend; BM.: mit, gemeinsam; F.: kommunal, kommunale, kommunales, kommunalem, kommunalen, kommunaler+FW(+EW); Z.: kom-mu-n-al
Kommune, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kommune, Gemeinde; ne. municipality, commune; Vw.: -; Hw.: s. kommunal; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. commūne, comūne, commūn, comūn, st. F., st. N., „Kommune“, Gemeinde; mnd. commūne, kommūne*, N., Gemeinschaft; afrz. commune, F., Gemeinde; vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommune, fehlt DW, EWD s. u. Kommune, Duden s. u. Kommune; Son.: vgl. frz. commune, F., Kommune; nschw. kommun, Sb., Kommune; nnorw. kommune, M., Kommune; poln. komuna, F., Kommune; kymr. comiwn, M., Kommune; kymr. cymuned, F., Kommune; nir. común, M., Kommune; lit. komunė, F., Kommune; GB.: (commūne) seit 1190-1195 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gemeinde als unterste Verwaltungseinheit (Selbstverwaltung); BM.: mit, gemeinsam; F.: Kommune, Kommunen+FW; Z.: Kom-mu-n-e
Kommunikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kommunikation, Verständigung, Mitteilung, Unterredung; ne. communication; Vw.: s. Ex-; Hw.: s. kommunikativ, Kommunion, kommunizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. commūnicātio; E.: s. lat. commūnicātio, F., Mitteilung, Unterredung, Anteilgeben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommunikation, fehlt DW, EWD s. u. kommunizieren, Duden s. u. Kommunikation; Son.: vgl. nndl. communicatie, Sb., Kommunikation; frz. communication, F., Kommunikation; nschw. kommunikation, Sb., Kommunikation; nnorw. kommunikasjon, M., Kommunikation; poln. komunikacja, F., Kommunikation; lit. komunikacija, F., Kommunikation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Verständigung oder Mitteilung oder Unterredung; BM.: mit, gemeinsam; F.: Kommunikation, Kommunikationen+FW(+EW); Z.: Kom-mu-n-ik-at-io-n
kommunikativ, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. kommunikativ, mitteilsam; ne. communicative; Vw.: -; Hw.: s. Kommunikation, Kommunion, kommunizieren; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. commūnicātīvus; E.: s. lat. commūnicātīvus, Adj., mitteilsam?, mitteilend, anteilgebend, gemeinschaftlich, gemeinnützig, (7. Jh. n. Chr.); vgl. lat. commūnicāre, commōnicāre, V., gemeinsam machen, gemeinschaftlich machen, gemeinsam zu Werke gehen, teilhaftig machen; lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommunikation, fehlt DW, Duden s. u. kommunikativ; Son.: vgl. nndl. communicatief, Adj., kommunikativ; frz. communicatif, Adj., kommunikativ; nschw. kommunikativ, Adj., kommunikativ; nnorw. kommunikativ, Adj., kommunikativ; poln. komunikacyjny, Adj., kommunikativ; lit. komunikabilus, Adj., kommunikativ; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mitteilsam; BM.: mit, gemeinsam; F.: kommunikativ, kommunikative, kommunikatives, kommunikativem, kommunikativen, kommunikativer(, kommunikativere, kommunikativeres, kommunikativerem, kommunikativeren, kommunikativerer, kommunikativst, kommunikativste, kommunikativstes, kommunikativstem, kommunikativsten, kommunikativster)+FW(+EW); Z.: kom-mu-n-ik-at-iv
Kommunion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kommunion, Eucharistie, Altarsakrament; ne. communion; Vw.: -; Hw.: s. kommunizieren, Kommunikation, kommunikativ; Q.: 16. Jh.; E.: vgl. mhd. comūnīe (1), st. F., Gemeinde; s. lat. commūnio, F., Gemeinschaft, Vereinigung, Gemeinsamkeit, Übereinstimmung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommunion, fehlt DW, EWD s. u. Kommunion, Duden s. u. Kommunion; Son.: vgl. nndl. communie, Sb., Kommunion; frz. communion, F., Kommunion; nschw. kommunion, Sb., Kommunion; kymr. cymun, M., Kommunion; nnorw. kommunion, M., Kommunion; poln. komunia, F., Kommunion; lit. komunija, F., Kommunion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das in dem Christentum entwickelte und verwendete Gemeinschaftsmahl der Gläubigen mit dem in der Vorstellung anwesenden Religionsstifter Jesus Christus durch den Empfang der in dem Messopfer nach der Wandlung ausgeteilten Hostie; BM.: mit, gemeinsam; F.: Kommunion, Kommunionen+FW(+EW); Z.: Kom-mu-n-io-n
Kommuniqué, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kommuniqué, Mitteilung, Erklärung Botschaft; ne. communiqué; Vw.: -; Hw.: s. kommunizieren; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. communiqué; E.: s. frz. communiqué, M., Kommuniqué, Mitteilung; vgl. frz. communiquer, V., kommunizieren; lat. commūnicāre, V., gemeinsam machen, gemeinschaftlich machen, gemeinsam zu Werke gehen, teilhaftig machen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommuniqué, fehlt DW, EWD s. u. Kommuniqué, Duden s. u. Kommuniqué; Son.: vgl. nndl. communiqué, Sb., Kommuniqué; nschw. kommuniké, Sb., Kommuniqué; nnorw. kommuniké, N., Kommuniqué; poln. komunikat, M., Kommuniqué; kymr. communiqué, M., Kommuniqué; lit. komunikatas, M., Kommuniqué; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache schon früher mögliche (amtliche) Mitteilung oder Erklärung oder Botschaft; BM.: mit, gemeinsam; F.: Kommuniqué, Kommuniqués+FW(+EW); Z.: Kom-mu-n-iqu-é
Kommunismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kommunismus, kommunistische Ideologie; ne. communism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1841 (Heinrich Heine); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich, (um 235-200 v. Chr.); idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommunismus, fehlt DW, EWD s. u. Kommunismus, Duden s. u. Kommunismus; Son.: vgl. nndl. communisme, Sb., Kommunismus; frz. communisme, M., Kommunismus; nschw. kommunism, Sb., Kommunismus; nnorw. kommunisme, M., Kommunismus; poln. kommunisme, M., Kommunismus; kymr. comiwnyddiaeth, F., Kommunismus; nir. cumannachas, M., Kommunismus; lit. komunizmas, M., Kommunismus; GB.: seit 1841 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die in der Gesellschaftslehre von Karl Marx und Friedrich Engels auf den Sozialismus folgende aber sachlich bisher nirgends dauerhaft verwirklichte Entwicklungsstufe der Gesellschaft der Menschen in der das einzelne private Eigentum an allen Produktionsmitteln und Erzeugnissen in das gemeinsame Eigentum (Gemeinschaftseigentum) der Staatsbürger oder des Volkes übergehen und alle Klassengegensätze überwunden sind; BM.: mit, gemeinsam; F.: Kommunismus+FW(+EW); Z.: Kom-mu-n-ism-us
$Kommunist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kommunist, Anhänger des Kommunismus; E.: s. Kommunis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Kommunismus, fehlt DW, EWD s. u. Kommunismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kommunis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Kommunismus; F.: Kommunist, Kommunisten+FW(+EW); Z.: Kom-mu-n-ist
$kommunistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kommunistisch; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Kommunist und isch gebildete Bezeichnung für Kommunismus betreffend oder Kommunisten betreffend; L.: Kluge s. u. Kommunismus, EWD s. u. Kommunismus; F.: kommunistisch, kommunistische, kommunistisches, kommunistischem, kommunistischen, kommunistischer(, kommunistischere, kommunistischeres, kommunistischerem, kommunistischeren, kommunistischerer, kommunistischst, kommunistischste, kommunistischstes, kommunistischstem, kommunistischsten, kommunistischster)+FW+EW; Z.: kom-mu-n-ist-isch
kommunizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. kommunizieren, miteinander sprechen, sich verständigen, sich unterhalten; ne. communicate; Vw.: s. ex-; Hw.: s. Kommunikation, kommunikativ, Kommunion, Kommuniqué; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. commūnicāre; E.: s. mnd. commūnicēren, kommūnicēren*, commūnicern, communeceren, sw. V., an der Feier des heiligen Abendmahls teilnehmen, Abendmahl begehen; lat. commūnicāre, V., gemeinsam machen, gemeinschaftlich machen, gemeinsam zu Werke gehen, teilhaftig machen, zur gemeinsamen Angelegenheit machen, vereinigen, verkehren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. commūnis, Adj., gemeinsam, allen gemeinsam, gemeinschaftlich; idg. *kommoini-, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *moini, Adj., gemeinsam, Pokorny 710; vgl. idg. *mei- (2), V., Adj., Sb., wechseln, tauschen, täuschen, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kommunion, fehlt DW, Duden s. u. kommunizieren; Son.: vgl. nndl. communiceren, V., kommunizieren; frz. communiquer, V., kommunizieren; nschw. kommunicera, V., kommunizieren; nnorw. kommunisere, V., kommunizieren; poln. komunikować, V., kommunizieren; lit. komunikuoti, V., kommunzieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches miteinander sprechen oder in Verbindung stehen oder sich unterhalten; BM.: mit, gemeinsam; F.: kommunizieren, kommuniziere, kommunizierst, kommuniziert, kommunizierest, kommunizieret, kommunizierte, kommuniziertest, kommunizierten, kommuniziertet, ##kommuniziert, kommunizierte, kommuniziertes, kommuniziertem, kommunizierten, kommunizierter##, kommunizierend, ###kommunizierend, kommunizierende, kommunizierendes, kommunizierendem, kommunizierenden, kommunizierender###, kommunizier (!)+FW(+EW); Z.: kom-mu-n-iz-ier-en
Komödiant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Komödiant, Spaßmacher; ne. comedian; Vw.: -; Hw.: s. Komödie; Q.: 1592; I.: Lw. it. comediante; E.: s. it. comediante, M., Komödiant; it. commedia, F., Komödie; lat. cōmoedia, F., Lustspiel, Komödie, (81-43 v. Chr.); s. gr. κωμῳδία (kōmōidía), κωμηδία (kōmēdía), F., Komödie; vgl. gr. κῶμος (kōmos), M., Gelage, Schmauserei; vgl. gr. κώμη (kōmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ᾠδός (ōdos), M., Sänger; idg. *au̯eid, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Komödie, DW 11, 1683, EWD s. u. Komödie, Duden s. u. Komödiant; Son.: vgl. nndl. komediant, Sb., Komödiant; nnorw. komediant, M., Komödiant; kymr. comedïwr, M., Komödiant; nir. coiméide, M., Komödiant; GB.: seit 1592 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Spaßmacher; BM.: singen; F.: Komödiant, Komödianten+FW(+EW); Z.: Ko-m-ö-d-i-ant
Komödie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Komödie, Lustspiel; ne. comedy; Vw.: -; Hw.: s. Komödiant; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōmoedia; E.: s. mnd. cōmȫdie, kōmȫdie*, commēdie, F., Komödie, Lustspiel, Schauspiel, spektakulöser Vorgang; lat. cōmoedia, F., Lustspiel, Komödie, (81-43 v. Chr.); s. gr. κωμῳδία (kōmōidía), κωμηδία (kōmēdía), F., Komödie; vgl. gr. κῶμος (kōmos), M., Gelage, Schmauserei; vgl. gr. κώμη (kōmē), F., Dorf, Quartier, Stadtviertel; idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ᾠδός (ōdos), M., Sänger; idg. *au̯eid, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Komödie, DW 11, 1683, EWD s. u. Komödie, Duden s. u. Komödie; Son.: vgl. nndl. komedie, Sb., Komödie; frz. comédie, F., Komödie; nschw. komedi, Sb., Komödie; nnorw. komedie, M., Komödie; poln. komedia, F., Komödie; kymr. comedi, F., Komödie; nir. coiméide, F., Komödie; lit. komedija, F., Komödie; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in den Hochkulturen des Altertums entwickelte dramatische Gattung der von Menschen entwickelten und verwendeten Dichtung in der menschliche Schwächen dargestellt und Konflikte heiter überlegen (Adj.) gelöst werden; BM.: singen bzw. sprechen; F.: Komödie, Komödien+FW(+EW); Z.: Ko-m-ö-d-i-e
Kompagnie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kompagnie, militärischer Trupp, Handelsgesellschaft; ne. company; Vw.: -; Hw.: s. Kompagnon, Kumpan, Kompanie; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: s. mhd. kompanīe, kumpanīe, companīe, cumpanīe, gumpenīe, st. F., Kumpanei, Gesellschaft, Gemeinschaft, Begleitung, Genossenschaft; mnd. kumpānīe, kumpenīe, kompānīe, kunpānīe, konpānīe, F., Kompanie, Gesellschaft, Genossenschaft, Gemeinschaft, Bund, religiöse Bruderschaft, Gilde vgl. mhd. kompān, kumpān, compān, cumpān, st. M., Kumpan, Gefährte, Geselle; afrz. compain, M., Kamerad; mlat. companio, M., Genosse, Geselle, Gefährte; vgl. lat. compāgina, F., Zusammenstellung, Gemeinschaft; lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompagnon, DW 11, 1684; Son.: vgl. nndl. compangie, Sb., Kompanie; frz. compagnie, F., Kompagnie; GB.: seit 1170-1190 belegte und mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit sachlich entwickelte aus mehreren Zügen bestehende untere militärische Einheit oder eine Handelsgesellschaft; BM.: mit, befestigen; F.: Kompagnie, Kompagnien+FW(+EW); Z.: Kom-pag-n-ie
Kompagnon, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kompagnon, Gesellschafter, Begleiter, Teilhaber; ne. companion; Vw.: -; Hw.: s. Kompagnon, Kumpan, Kompanie, Kumpan; Q.: 16. Jh.; E.: s. frz. compagnon, M., Geselle, Genosse; afrz. compaign, M., Genosse, Geselle; mlat. companio, M., Genosse, Geselle, Gefährte; vgl. lat. compāgina, F., Zusammenstellung, Gemeinschaft; lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompagnon, DW 11, 1684, EWD s. u. Kompagnon, Duden s. u. Kompagnon; Son.: s. mhd. kompānjūn, kumpānjūn, st. M., Kompagnon, Gefährte, Begleiter, Getreuer, Geselle, Gesellschafter, Genosse, Beisitzer einer städtischen Behörde, Kamerad; vgl. nndl. compagnon, Sb., Kompagnon; nschw. kompanjon, Sb., Kompagnon; nnorw. kompanjong, M., Kompagnon; nir. compánach, M., Kompagnion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Altfranzösischen und Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Handelsgesellschaften wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Gesellschafter bzw. einen Teilhaber eines Geschäfts; BM.: mit, befestigen; F.: Kompagnon, Kompagnons+FW(+EW); Z.: Kom-pag-n-on
kompakt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. kompakt, dicht, gedrungen, fest; ne. compact; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. compact; E.: s. frz. compact, Adj., kompakt; lat. compāctus, Adj., untersetzt, gedrungen, dick, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen, aneinanderfügen, zusammensetzen, herstellen, verfertigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kompakt, fehlt DW, EWD s. u. kompakt, Duden s. u. kompakt; Son.: vgl. nndl. compact, Adj., kompakt; nnorw. kompakt, Adj., kompakt; lit. kompaktiškas, Adj., kompakt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches dicht oder gedrungen oder fest; BM.: mit, befestigen; F.: kompakt, kompakte, kompaktes, kompaktem, kompakten, kompakter(, kompaktere, kompakteres, kompakterem, kompakteren, kompakterer, kompaktest, kompakteste, kompaktestes, kompaktestem, kompaktesten, kompaktester)+FW(+EW); Z.: kom-pak-t
Kompanie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kompanie, Gesellschaft; ne. compagnie; Vw.: -; Hw.: s. Kompagnon, Kompagnie, Kumpan; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: s. mhd. kompanīe, kumpanīe, companīe, cumpanīe, gumpenīe, st. F., Kumpanei, Gesellschaft, Gemeinschaft, Begleitung, Genossenschaft; vgl. mhd. kompān, kumpān, compān, cumpān, st. M., Kumpan, Gefährte, Geselle; afrz. compain, M., Kamerad; mlat. companio, M., Genosse, Geselle, Gefährte; vgl. lat. compāgina, F., Zusammenstellung, Gemeinschaft; lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompanie, fehlt DW, EWD s. u. Kompanie, Duden s. u. Kompanie; Son.: vgl. nndl. compagnie, Sb., Kompanie; frz. compagnie, F., Kompanie; nschw. kompani, Sb., Kompanie; nnorw. kompani, N., Kompanie; poln. kompania, F., Kompanie; GB.: seit 1170-1190 belegte und mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte aus mehreren Zügen bestehende untere militärische Einheit oder eine Handelsgesellschaft; BM.: mit, befestigen; F.: Kompanie, Kompanien+FW; Z.: Kom-pan-ie
$Komparatist, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Komparatist, ein Literatur vergleichender Sprachwissenschaftler; E.: s. komparat(iv), s. ist; L.: Kluge s. u. Komparativ, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus komparat(iv) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl auch schon früher möglichen Literatur vergleichenden Sprachwissenschaftler; F.: Komparatist, Komparatisten+FW(+EW); Z.: Kom-par-at-ist
$Komparatistik, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Komparatistik, Literatur vergleichende Sprachwissenschaft; E.: s. komparat(iv), s. ist, s. ik; L.: Kluge s. u. Komparativ, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus komparat(iv) und ist sowie ik gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl auch schon früher mögliche Literatur vergleichende Sprachwissenschaft; F.: Komparatistik+FW(+EW); Z.: Kom-par-at-ist-ik
komparativ, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. komparativ, vergleichend, vergleichbar; ne. comparative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Komparativ; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. comparātīvus; E.: s. lat. comparātīvus (1), Adj., zum Vergleich geeignet, vergleichend, vergleichbar, komparativ, Vergleichs..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. compār, Adj., gleich, gleichartig, gleichwertig, gleichstehend; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich, gleich stark, gleich gewachsen; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Komparativ, fehlt DW, Duden s. u. komparativ; Son.: vgl. nnorw. komparativ, Adj., komparativ; nir. comparáideach, Adj., komparativ; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vergleichend oder vergleichbar; BM.: mit, gleich; F.: komparativ, komparative, komparatives, komparativem, komparativen, komparativer+FW; Z.: kom-par-at-iv
Komparativ, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Komparativ, Vergleichsform; ne. comparative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mlat. comparātīvus, M.: nhd. Komparativ; vgl. lat. comparātīvus, Adj., zum Vergleich geeignet, vergleichend, komparativ, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. compār, Adj., gleich, gleichartig, gleichwertig, gleichstehend; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich, gleich stark, gleich gewachsen; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Komparativ, fehlt DW, EWD s. u. Komparativ, Duden s. u. Komparativ; Son.: vgl. nndl. comparatief, Sb., Komparativ; frz. comparatif, M., Komparativ; nschw. komparativ, Sb., Komparativ; nnorw. komparativ, M., Komparativ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der sachlich wohl schon früh nach Entwicklung von Sprache möglichen grammatikalischen Vergleichsform von Adjektiven wie beispielsweise älter zu alt oder besser zu gut oder dicker zu dick oder ernster zu ernst oder feiner zu fein oder größer zu groß oder höher zu hoch wie sie formal für jedes Adjektiv mittels der Silbe er möglich ist aber nicht bei jedem Adjektiv wirklich sinnvoll erscheint weshalb sie in solchen Fällen unter den Formen (entweder ganz weggelassen wird oder) zusammen mit dem Superlativ in Klammer gesetzt ist; BM.: mit, gleich; F.: Komparativ, Komparative+FW(+EW); Z.: Kom-par-at-iv
Komparse, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Komparse, Statist; ne. dummy (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. comparsa; E.: s. it. comparsa, F., Erscheinen, Komparsin, Statistin; vgl. it. comparire, V., erscheinen; lat. compārēre, V., zum Vorschein kommen, sichtbar werden, sich sehen lassen; (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pārēre, V., erscheinen, scheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen, sich zeigen, erhellen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Komparse, fehlt DW, EWD s. u. Komparse, Duden s. u. Komparse; Son.: vgl. frz. comparse, M., Komparse; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Schauspieler einer nicht sprechenden Nebenrolle (Statisten) in dem Theater; BM.: mit, zeigen; F.: Komparse, Komparsen+FW(+EW); Z.: Kom-par-s-e
Kompass, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kompass, Messinstrument zu einer Richtungsbestimmung; ne. compass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: vgl. mhd. kompas, compas, st. M., Kompass; mnd. kompas (1), compas*, N., M., Kompass, Zirkel, Sonnenuhr, Sonnenkompass, Windrose, Schiffskompass; it. compasso, M., Kompass?; vgl. it. compassare, V., rundherum abschreiten, abmessen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, (204-169 v. Chr.); idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Kompass, EWD s. u. Kompass, DW 11, 1684, Duden s. u. Kompass; Son.: vgl. nndl. kompas, Sb., Kompass; frz. compas, M., Kompass; nschw. kompass, Sb., Kompass; nnorw. kompass, M., N., Kompass; poln. kompas, M., Kompass; kymr. cwmpas, M., Kompass; nir. compás, M., Kompass; lit. kompasas, M., Kompass; GB.: (kompas) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in China zwischen 300 und 200 v. Chr. mittels magnetisierten Eisens entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Bestimmen einer Himmelsrichtung (Süden); BM.: mit, Schritt; F.: Kompass, Kompasses, Kompasse, Kompassen+FW; Z.: Kom-pass
kompatibel, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kompatibel, zusammenpassend, verträglich; ne. compatible; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. compatible; E.: s. ne. compatible, Adj., kompatibel, zusammenpassend; afrz. compatible, Adj., übereinstimmend; vgl. afrz. compatir, V., übereinstimmen; lat. compatī, V., zugleich leiden, mitleiden, Mitleid haben; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. patī, V., erdulden, hinnehmen, sich preisgeben, aushalten, überstehen; idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. kompatibel, fehlt DW, Duden s. u. kompatibel; Son.: vgl. nndl. compatibel, Adj., kompatibel; frz. compatible, Adj., kompatibel; nschw. kompatibel, Adj., kompatibel; nnorw. kompatibel, Adj., kompatibel; poln. kompatybilny, Adj., kompatibel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches zusammenpassend oder verträglich; BM.: mit, erdulden; F.: kompatibel, kompatible, kompatibles, kompatiblem, kompatiblen, kompatibler(, kompatiblere, kompatibleres, kompatiblerem, kompatibleren, kompatiblerer, kompatibelst, kompatibelste, kompatibelstes, kompatibelstem, kompatibelsten, kompatibelster)+EW; Z.: kom-pa-t-ib-el
$Kompatibilität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kompatibilität, Zusammenpassen, Verträglichkeit; E.: s. kompatib(el), s. il, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. kompatibel, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kompatib(el) und il sowie i und tät gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Zusammenpassen oder Verträglichkeit verschiedener Gegebenheiten wie beispielsweise von Rohrenden oder Gewinden oder Hardware und Software; F.: Kompatibilität, Kompatibilitäten+FW; Z.: Kom-pa-t-ib-il-it-ät
Kompendium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kompendium, Abriss (eines Wissensgebiets), kurzgefasstes Lehrbuch; ne. compendium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. compendium; E.: s. lat. compendium, N., Ersparnis, Gewinn, Vorteil, Profit, Richtweg, Abkürzung, (um 250-184 v. Chr.); lat. compendere, V., zusammen wägen, gemeinsam wiegen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompendium, fehlt DW, EWD s. u. Kompendium, Duden s. u. Kompendium; Son.: vgl. nndl. compendium, Sb., Kompendium; frz. compendium, M., Kompendium; nschw. kompendium, Sb., Kompendium; nnorw. kompendium, N., Kompendium; poln. kompendium, M., Kompendium; kymr. compendiwm, M., Kompendium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit möglichen Abriss (eines Wissensgebiets) oder ein kurzgefasstes Lehrbuch; BM.: mit, ziehen; F.: Kompendium, Kompendiums, Kompendien+FW(+EW); Z.: Kom-pen-d-i-um
Kompensation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kompensation, Ausgleich, Entschädigung; ne. compensation; Vw.: -; Hw.: s. kompensieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. compēnsātio; E.: s. lat. compēnsātio, F., Ausgleichung, Ausgleichen, Ausgleich, Angleichung, Ersatz, Gegenleistung, (81-43 v. Chr.); lat. compēnsāre, V., gegeneinander abwägen, ausgleichen, aufrechnen; vgl. lat. compendere, V., zusammen wägen, gemeinsam wiegen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kompensieren, fehlt DW, EWD s. u. kompensieren, Duden s. u. Kompensation; Son.: vgl. nndl. compensatie, Sb., Kompensation; nschw. kompensation, Sb., Kompensation; nnorw. kompensasjon, M., Kompensation; lit. kompensacija, F., Kompensation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Ausgleich für einen Schaden oder eine Entschädigung; BM.: mit, ziehen; F.: Kompensation, Kompensationen+FW(+EW); Z.: Kom-pen-s-at-io-n
kompensieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. kompensieren, ausgleichen, abwägen, durch Gegenwirkung aufheben; ne. compensate; Vw.: -; Hw.: s. Kompensation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. compēnsāre; E.: s. lat. compēnsāre, V., gegeneinander abwägen, ausgleichen, aufrechnen; vgl. lat. compendere, V., zusammen wägen, gemeinsam wiegen, (234-149 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kompensieren, fehlt DW, EWD s. u. kompensieren, Duden s. u. kompensieren; Son.: vgl. nndl. compenseren, V., kompensieren; frz. compenser, V., kompensieren; nschw. kompensera, V., kompensieren; nnorw. kompensere, V., kompensieren; poln. kompensować, V., kompensieren; lit. kompensuoti, V., kompensieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ausgleichen oder abwägen oder durch Gegenwirkung aufheben; BM.: mit, ziehen; F.: kompensieren, kompensiere, kompensierst, kompensiert, kompensierest, kompensieret, kompensierte, kompensiertest, kompensierten, kompensiertet, ##kompensiert, kompensierte, kompensiertes, kompensiertem, kompensierten, kompensierter##, kompensierend, ##kompensierend, kompensierende, kompensierendes, kompensierendem, kompensierenden, kompensierender###, kompensier (!)+FW(+EW); Z.: kom-pen-s-ier-en
kompetent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. kompetent, befähigt, zuständig, sachverständig; ne. competent; Vw.: -; Hw.: s. Kompetenz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. competēns; E.: s. lat. competēns, (Part. Präs.=)Adj., zuständig, kompetent, passend, geeignet, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. competere, V., zusammenlangen, zusammentreffen, zutreffen, entsprechen, sich schicken; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. petere, V., langen, reichen, greifen, zielen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. kompetent, fehlt DW, EWD s. u. Kompetenz, Duden s. u. kompetent; Son.: vgl. nndl. competent, Adj., kompetent; frz. compétent, Adj., kompetent; nschw. kompetent, Adj., kompetent; nnorw. kompetent, Adj., kompetent; poln. kompetentny, Adj., kompetent; lit. kompetentingas, Adj., kompetent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für befähigt oder zuständig oder sachverständig; BM.: mit, stürzen; F.: kompetent, kompetente, kompetentes, kompetentem, kompetenten, kompetenter, (kompetentere, kompetenteres, kompetenterem, kompetenteren, kompetenterer, kompetentest, kompetenteste, kompetentestes, kompetentestem, kompetentesten, kompetentester)+FW+EW; Z.: kom-pet-ent
Kompetenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kompetenz, Fähigkeit, Sachkenntnis, Sachverstand, Zuständigkeit; ne. competency, expertise; Vw.: -; Hw.: s. kompetent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. competentia; E.: s. lat. competentia, F., Zusammentreffen, Eignung, Symmetrie, Analogie, Zusammenpassung, Entsprechung, Angemessenheit; lat. competere, V., zusammenlangen, zusammentreffen, zutreffen, entsprechen, sich schicken; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. petere, V., langen, reichen, greifen, zielen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. kompetent, fehlt DW, EWD s. u. Kompetenz, Duden s. u. Kompetenz; Son.: vgl. nndl. competentie, Sb., Kompetenz; frz. compétence, F., Kompetenz; nschw. kompetens, Sb., Kompetenz; nnorw. kompetanse, M., Kompetenz; poln. kompetencja, F., Kompetenz; lit. kompetencija, F., Kompetenz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Fähigkeit oder Sachkenntnis oder Zuständigkeit; BM.: mit, stürzen; F.: Kompetenz, Kompetenzen+FW+EW; Z.: Kom-pet-enz
Kompilation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kompilation, Auszug aus anderen Quellen, Zusammenstellung; ne. compilation; Vw.: -; Hw.: s. kompilieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. compīlātio; E.: lat. compīlātio, F., Plünderung, Ausbeute, Kompilation, 81-43 v. Chr.); vgl. lat. compīlāre, V., enthaaren, ausplündern, berauben; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pīlāre, V., stampfen, zusammendrücken; idg. (*peis-) (1)?, *pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompilation, fehlt DW, EWD s. u. Kompilation, Duden s. u. Kompilation; Son.: vgl. nndl. compilatie, Sb., Kompilation; frz. compilation, F., Kompilation; nschw. kompilation, Sb., Kompilation; nnorw. kompilasjon, M., Kompilation; poln. kompilacja, F., Kompilation; lit. kompiliacija, F., Kompilation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Auszug aus anderen Quellen; BM.: mit, stampfen bzw. zerstampfen; F.: Kompilation, Kompilationen+FW(+EW); Z.: Kom-pil-at-io-n
kompilieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. kompilieren, entwickeln, umwandeln, aus anderen Werken zusammenstellen; ne. compile; Vw.: -; Hw.: s. Kompilation; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. compīlāre; E.: s. mhd. compilieren, complieren, sw. V., vollenden, kompilieren, schriftstellerisch arbeiten; vgl. lat. compīlāre, V., enthaaren, ausplündern, berauben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pīlāre, V., stampfen, zusammendrücken; idg. (*peis-) (1)?, *pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompilation, fehlt DW, EWD s. u. Kompilation, Duden s. u. kompilieren; Son.: vgl. nndl. compilere, V., kompilieren; frz. compiler, V., kompilieren; nschw. kompilera, V., kompilieren; nnorw. kompilere, V., kompilieren; poln. kompilować, V., kompilieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift und Sprache mögliches aus anderen Werken zusammenstellen; BM.: mit, zerstampfen; F.: kompilieren, kompiliere, kompilierst, kompiliert, kompilierest, kompilieret, kompilierte, kompiliertest, kompilierten, kompiliertet, ##kompiliert, kompilierte, kompiliertes, kompiliertem, kompilierten, kompilierter##, kompilierend, ###kompilierend, kompilierende, kompilierendes, kompilierendem, kompilierenden, kompilierender###, kompilier(!)+FW(+EW); Z.: kom-pil-ier-en
komplementär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. komplementär, ergänzend; ne. complementary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. complémentaire; E.: s. frz. complémentaire, Adj., komplementär; vgl. frz. complément, M., Ergänzung, Vervollständigung; lat. complēmentum, N., Ausfüllungsmittel, Ergänzungsmittel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. complēre, V., voll machen, voll füllen, füllen, anfüllen, zufüllen, ausfüllen, ausführen, Auftrag ausführen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. komplementär, fehlt DW, EWD s. u. komplementär, Duden s. u. komplementär; Son.: vgl. nndl. complementair, Adj., komplementär; nschw. komplementär, Adj., komplementär; nnorw. komplementär, Adj., komplementär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches ergänzend; BM.: mit, füllen; F.: komplementär, komplementäre, komplementäres, komplementärem, komplementären, komplementärer+FW+EW; Z.: kom-ple-m-ent-är
$Komplementärfarbe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Komplementärfarbe; E.: s. komplementär, s. Farbe; L.: fehlt DW, EWD s. u. komplementär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus komplementär und Farbe gebildete sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche sich ergänzende oder gegensätzliche Farbe wie lila und gelb oder orange und blau oder rot und grün; F.: Komplementärfarbe, Komplementärfarben+EW+FW; Z.: Kom-ple-m-ent-är—far-b-e
Komplet, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Komplet, Schlussgebet; ne. compline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: mhd. complēt, cumplēt, conplēte, st. F., sw. F., Komplet, letzte kanonische Gebetsstunde, Abendgebet, Nachtgebet; mnd. complēte, complete, conplēte, F., letzte der sieben kanonischen Gebetszeiten an dem Tage, Schlussandacht, Schlussgottesdienst; s. lat. complētus (1), Adj., vollkommen, vollständig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. complēre, V., voll machen, voll füllen, füllen, anfüllen, zufüllen, ausfüllen, ausführen, Auftrag ausführen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Komplet 1, DW 11, 1685, Duden s. u. Komplet; Son.: vgl. nndl. compleet, Sb., Komplet; frz. complies, F. Pl., Komplet; GB.: seit 1190-1200 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den letzten Teil (Schluss) des Stundengebets (Schlussgebets); BM.: mit, füllen; F.: Komplet, Komplete, Kompleten+FW; Z.: Kom-ple-t
komplett, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. komplett, vollständig; ne. complete (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. komplettieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. complet; E.: s. frz. complet, Adj., komplett, vollständig; lat. complētus, Adj., vollkommen, vollständig, ganz, ausführlich, vollendet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. complēre, V., voll machen, voll füllen, anfüllen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. komplett, fehlt DW, EWD s. u. komplett, DW2 5, 632 (complett), Duden s. u. komplett; Son.: vgl. nndl. compleet, Adj., komplett; nschw. komplett, Adj., komplett; nnorw. komplett, Adj., komplett; poln. kompletny, Adj., komplett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vollständig; BM.: mit, füllen; F.: komplett, komplette, komplettes, komplettem, kompletten, kompletter(, komplettere, kompletteres, kompletterem, kompletteren, kompletterer, komplettest, kompletteste, komplettestes, komplettestem, komplettesten, komplettester)+FW(+EW); Z.: kom-ple-tt
komplettieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. komplettieren, vervollständigen; ne. complete (V.); Vw.: -; Hw.: s. komplett; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. compléter; E.: s. frz. compléter, V., komplettieren, vervollständigen; vgl. lat. complēre, V., voll machen, voll füllen, anfüllen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. komplett, fehlt DW, EWD s. u. komplett, Duden s. u. komplettieren; Son.: vgl. nndl. completeren, V., komplettieren; nschw. komplettera, V., komplettieren; nnorw. komplettere, V., komplettieren; poln. kompletować, V., komplettieren; lit. komplektuoti, V., komplettieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vervollständigen; BM.: mit, füllen; F.: komplettieren, komplettiere, komplettierst, komplettiert, komplettierest, komplettieret, komplettierte, komplettiertest, komplettierten, komplettiertet, ##komplettiert, komplettierte, komplettiertes, komplettiertem, komplettierten, komplettierter##, komplettierend, ###komplettierend, komplettierende, komplettierendes, komplettierendem, komplettierenden, komplettierender###, komplettier (!)+FW(+EW); Z.: kom-ple-tt-ier-en
komplex, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. komplex, umfassend, vielschichtig; ne. complex (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Komplex; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. complexus; E.: s. lat. complexus (1), Adj., umschlungen, umfasst; vgl. lat. complectī, V., umschlingen, umfassen, umfasst halten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. komplex, EWD s. u. komplex, fehlt DW, Duden s. u. komplex; Son.: vgl. nndl. complex, Adj., komplex; frz. complexe, Adj., komplex; nschw. komplex, Adj., komplex; nnorw. kompleks, Adj., komplex; poln. kompleksowo, Adj., komplex; nir. coimpléascach, Adj., komplex; lit. kompleksiškas, Adj., komplex; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches umfassend oder vielschichtig; BM.: mit, flechten; F.: komplex, komplexe, komplexes, komplexem, komplexen, komplexer(, komplexere, komplexeres, komplexerem, komplexeren, komplexerer, komplexest, komplexeste, komplexestes, komplexestem, komplexesten, komplexester)+FW(+EW); Z.: kom-ple-x
Komplex, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Komplex, Zusammenfassung, Gebäudeblock; ne. complex (N.); Vw.: s. Ödipus-; Hw.: s. komplex; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. complexus; E.: s. lat. complexus (2), M., Umfassen, Umschließen, Umschlingung, Umarmung, Beischlaf, Vereinigung, Verknüpfung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. complectī, V., umschlingen, umfassen, umfasst halten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. komplex, fehlt DW, EWD s. u. komplex, Duden s. u. Komplex; Son.: vgl. nschw. komplex, N., Komplex; nnorw. kompleks, N., Komplex; poln. kompleks, M., Komplex; lit. komplexas, M., Komplex; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zusammenfassung oder ein sachlich wohl schon früh mögliches geschlossenes Ganzes dessen Teile vielfältig verknüpft sind wie das Häm des Hämoglobins oder in der Psychologie beispielsweise eine assoziative und psychoenergetische Einheit von Bildern und Vorstellungen sowie Gefühlen und Gedanken wie beispielsweise ein Minderwertigkeitskomplex eines Menschen; BM.: mit, flechten; F.: Komplex, Komplexes, Komplexe, Komplexen+FW(+EW); Z.: Kom-ple-x
Komplexion, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Komplexion, Zusammenfassung; ne. complexion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. complexiōn, F., Komplexion, Element; mhd. complexīe, complexe, conpleccīe, sw. F., st. F., Beschaffenheit, Mischung, Element, Temperament; mnd. complexie, conplexie, complectie, F., Gesamtheit der Eigenschaften eines Menschen, Zusammensetzung der Eigenschaften eines Menschen, Temperament; lat. complexio, F., Umschlingung, Umfassung, Verknüpfung, Zusammenfassung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. complectī, V., umschlingen, umfassen, umfasst halten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Komplexion, DW 11, 1685, Duden s. u. Komplexion; Son.: vgl. nfrz. complexion, F., Komplexion; ndän. kompleksion, Sb., Komplexion; GB.: (complexion) seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Einheit oder eine Beziehung zwischen Augenfarbe und Haarfarbe und Hautfarbe eines Menschen; BM.: mit, flechten; F.: Komplexion, Komplexionen+FW(+EW); Z.: Kom-ple-x-io-n
$Komplexität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Komplexität, Vielschichtigkeit; E.: s. komplex, s. t, s. tät; L.: Kluge s. u. komplex, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus komplex und i sowie tät gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Vielschichtigkeit von Gegebenheiten; F.: Komplexität, Komplexitäten+FW(+EW); Z.: Kom-ple-x-it-ät
Komplikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Komplikation, Verwicklung, Erschwerung; ne. complication; Vw.: -; Hw.: s. kompliziert, komplizieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. complicātio; E.: s. lat. complicātio, F., Zusammenwickeln, Vervielfältigung, Vervielfachung, Durcheinander, Unordnung, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. complicāre, V., zusammenfalten, falten, zusammenwickeln, zusammenlegen, zusammennehmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Komplikation, kompliziert, fehlt DW, Duden s. u. kompliziert, Duden s. u. Komplikation; Son.: vgl. nndl. complicatie, Sb., Komplikation; frz. complication, F., Komplikation; nschw. komplikation, Sb., Komplikation; nnorw. komplikasjon, M., Komplikation; poln. komplikacja, F., Komplikation; lit. komplikacija, F., Komplikation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verwicklung oder Erschwerung (einer Lage oder Gegebenheit); BM.: mit, flechten; F.: Komplikation, Komplikationen+FW(+EW?); Z.: Kom-pli-k-at-io-n
Kompliment, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kompliment, Schmeichelei, Artigkeit; ne. compliment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. compliment; E.: s. mnd. compliment*, kompliment*, Sb., gezierte Rede, Anrede, Redensart, Verzierung; vgl. frz. compliment, M., Fülle, Überfluss; span. cumplimiento, M., Fülle, Überfluss, Überschwang; vgl. span. cumplir, V., auffüllen, erfüllen; vgl. lat. complēre, V., voll machen, voll füllen, füllen, anfüllen, zufüllen, ausfüllen, ausführen, Auftrag ausführen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompliment, fehlt DW, EWD s. u. Kompliment, DW 2 5 ,632 (Compliment), Duden s. u. Kompliment; Son.: vgl. nndl. compliment, Sb., Kompliment; nschw. komplimang, Sb., Kompliment; nnorw. kompliment, M., Kompliment; poln. komplement, M., Kompliment; kymr. compliment, M., Kompliment; lit. komplimentas, M., Kompliment; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Schmeichelei oder Artigkeit oder eine lobende und schmeichelhafte Äußerung; BM.: mit, füllen; F.: Kompliment, Kompliments, Komplimentes, Komplimente, Komplimenten+FW(+EW); Z.: Kom-pli-m-ent
$komplimentieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. komplimentieren, schmeicheln, geleiten; I.: Lw. frz. complimenter; E.: s. frz. compliment(er), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kompliment; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schmeicheln oder geleiten; F.: komplimentieren, komplimentiere, komplimentierst, komplimentiert, komplimentierest, komplimentieret, komplimentierte, komplimentiertest, komplimentierten, komplimentiertet, ##komplimentiert, komplimentierte, komplimentiertes, komplimentiertem, komplimentierten, komplimentierter##, komplimentierend, ###komplimentierend, komplimentierende, komplimentierendes, komplimentierendem, komplimentierenden, komplimentierender###, komplimentier (!)+FW(+EW); Z.: kom-pli-m-ent-ier-en
Komplize, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Komplize, Verbündeter, Mittäter; ne. accomplice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. complice; E.: s. frz. complice, M., Verbündeter, Teilnehmer; lat. complexus (2), M., Umfassen, Umschließen, Umschlingung, Umarmung, Beischlaf, Vereinigung, Verknüpfung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. complectī, V., umschlingen, umfassen, umfasst halten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plectere, V., flechten, ineinanderflechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Komplize, fehlt DW, EWD s. u. Komplize, Duden s. u. Komplize; Son.: vgl. kymr. acumplydd, M., Komplize; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Verbündeten oder Mittäter; BM.: mit, flechten; F.: Komplize, Komplizen+FW(+EW); Z.: Kom-pli-z-e
komplizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. komplizieren, verwickeln, erschweren; ne. complicate (V.); Vw.: -; Hw.: s. kompliziert, Komplikation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. complicāre; E.: s. lat. complicāre, V., zusammenfalten, falten, zusammenwickeln, zusammenlegen, zusammennehmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kompliziert, fehlt DW, EWD s. u. kompliziert, Duden s. u. komplizieren; Son.: vgl. nndl. compliceren, V., komplizieren; nschw. komplicera, V., komplizieren; nnorw. komplisere, V., komplizieren; poln. komplikować, V., komplizieren; lit. komplikuoti, V., komplizieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verwickeln oder erschweren; BM.: mit, flechten; F.: komplizieren, kompliziere, komplizierst, kompliziert, komplizierest, komplizieret, komplizierte, kompliziertest, komplizierten, kompliziertet, ##kompliziert, komplizierte, kompliziertes, kompliziertem, komplizierten, komplizierter##, komplizierend, ###komplizierend, komplizierende, komplizierendes, komplizierendem, komplizierenden, komplizierender###, komplizier(!)+FW(+EW); Z.: kom-pli-z-ier-en
kompliziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. kompliziert, verwickelt, schwierig; ne. complicate (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Komplikation, komplizieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. compliqué; E.: s. frz. compliqué, Adj., verwickelt, kompliziert; mlat. complicātus, zusammengefaltet, zusammengelegt; vgl. lat. complicāre, V., zusammenfalten, falten, zusammenwickeln, zusammenlegen, zusammennehmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kompliziert, fehlt DW, EWD s. u. kompliziert, Duden s. u. kompliziert; Son.: vgl. nschw. komplicerad, Adj., kompliziert; nnorw. komplisert, Adj., kompliziert; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwickelt oder schwierig; BM.: mit, flechten; F.: kompliziert, komplizierte, kompliziertes, kompliziertem, komplizierten, komplizierter(, kompliziertere, komplizierteres, komplizierterem, komplizierteren, komplizierterer, kompliziertest, komplizierteste, kompliziertestes, kompliziertestem, kompliziertesten, kompliziertester)+FW(+EW); Z.: kom-pli-z-ier-t
Komplott, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Komplott, Verschwörung, geheime Planung eines Anschlags; ne. complot, conspiracy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. complot; E.: s. frz. complot, M., Komplott, Häufung; vgl. frühroman. *sompeloter, V., zusammenknäueln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); afrz. pelote, Sb., Kugel, Spielball; lat. pila (1), F., Ball (M.) (1), Spielball, Ballen (M.); vgl. lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs, Härchen; idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Komplott, fehlt DW, EWD s. u. Komplott, Duden s. u. Komplott; Son.: vgl. nndl. komplot, Sb., Komplott; nschw. komplott, Sb., Komplott; nnorw. komplott, N., Komplott; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Verschwörung oder geheime Planung eines Anschlags; BM.: mit, Haar; F.: Komplott, Komplotts, Komplottes, Komplotte, Komplotten+FW; Z.: Kom-pl-ott
Komponente, nhd., (Part. Präs.=)F., (19. Jh.): nhd. Komponente, Bestandteil; ne. component; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. compōnēns; E.: s. lat. compōnēns, (Part. Präs.=)Adj., zusammensetzend, Zusammensetzung bewirkend, Verbindung herstellend; vgl. lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen, hinstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Komponente, fehlt DW, EWD s. u. Komponente, Duden s. u. Komponente; Son.: vgl. nndl. component, Sb., Komponente; nschw. komponent, Sb., Komponente; nnorw. komponent, M., Komponente; poln. komponent, M., Komponente; lit. komponentas, M., Komponente; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Bestandteil einer aus Bestandteilen zusammengesetzten Gegebenheit; BM.: mit, stellen; F.: Komponente, Komponenten+FW(+EW); Z.: Kom-po-n-ent-e
komponieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. komponieren, zusammensetzen, zusammenstellen; ne. compose; Vw.: -; Hw.: s. Komposition, Kompositum; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. compōnere; E.: s. mnd. componēren, komponēren*, componīren, sw. V., abmachen, verabreden, beilegen, abstellen, in Ordnung bringen, fähig machen, komponieren; lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, zusammenstellen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. komponieren, fehlt DW, EWD s. u. komponieren, Duden s. u. komponieren; Son.: vgl. nndl. componeren, V., komponieren; frz. composer, V., komponieren; nschw. komponera, V., komponieren; nnorw. komponere, V., komponieren; poln. komponować, V., komponieren; lit. komponuoti, V., komponieren; GB.: um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches zusammensetzen oder zusammenstellen; BM.: mit, stellen; F.: komponieren, komponiere, komponierst, komponiert, komponierest, komponieret, komponierte, komponiertest, komponierten, komponiertet, ##komponiert, komponierte, komponiertes, komponiertem, komponierten, komponierter##, komponierend, ###komponierend, komponierende, komponierendes, komponierendem, komponierenden, komponierender###, komponier (!)+FW(+EW); Z.: kom-po-n-ier-en
$Komponist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Komponist, Verfasser von Musikstücken; E.: s. kompon(ieren), s. ist; L.: Kluge s. u. komponieren, fehlt DW, EWD s. u. komponieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kompon(ieren) und ist (Suff.) gebildete (und gesetzlich nicht besonders geschützte) Bezeichnung für einen Verfasser von Musikstücken; F.: Komponist, Komponisten+FW(+EW); Z.: Kom-po-n-ist
Komposition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Komposition, Zusammensetzung, Zusammenstellung, kunstvolle Gestaltung; ne. composition; Vw.: -; Hw.: s. komponieren, Kompositum; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. compositio; E.: lat. compositio, F., Zusammenstellung, Zusammensetzung, Zusammenfügung, Verbindung, Vereinigung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. komponieren, EWD s. u. komponieren, Duden s. u. Komposition; Son.: vgl. nndl. compositie, Sb., Komposition; frz. composition, F., Komposition; nschw. komposition, Sb., Komposition; nnorw. komposisjon, M., Komposition; poln. kopmpozycja, F., Komposition; lit. kompozicija, F., Komposition; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Zusammenstellung oder Zusammensetzung oder kunstvolle Gestaltung; BM.: mit, stellen; F.: Komposition, Kompositionen+FW(+EW); Z.: Kom-po-s-it-io-n
Kompositum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kompositum, Zusammensetzung, zusammengesetztes Wort; ne. compound (N.), composite (N.); Vw.: -; Hw.: s. komponieren, Komposition; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. compositum; E.: s. lat. compositum, N., Zusammengesetztes, Zusammengestelltes, Zusammensetzung, Gefüge; vgl. lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, zusammenstellen, hinsetzen, zurechtsetzen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompositum, EWD s. u. Kompositum, Duden s. u. Kompositum; Son.: vgl. nndl. compositum, Sb., Kompositum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein aus mindestens zwei Bestandteilen zusammengesetztes Wort (Zusammensetzung); BM.: mit, stellen; F.: Kompositum, Kompositums, Komposita, Kompositen+FW(+EW); Z.: Kom-po-s-it-um
Kompost, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Kompost, eingemachtes Kraut, Eingemachtes, Mischung, Mischdünger, Dünger; ne. compost; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. compost; E.: s. frz. compost, M., Kopomst, Mischdünger; ne. compost, N., Kompost, Mischdünger; lat. compositum, N., Zusammengesetztes, Zusammengestelltes; lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, sə-, seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kumpest, Kluge s. u. Kompost, DW 11, 1686, EWD s. u. Kompost, EWAhd 5, 874, Duden s. u. Kompost; Son.: s. ahd. kumpost, kompost, st. M. (a?, i?), Sauerkraut, Eingelegtes; mhd. kúmpost, kompóst, st. M., Eingemachtes, Sauerkraut; mnd. kumpst (2), kumpest, kumpost, N., Eingemachtes, eingemachter Kohl, eingemachtes Sauerkraut, weißer Kohl; mnl. compost, M., Eingelegtes; vgl. nndl. compost, Sb., Kompost; frz. compost, M., Kompost; nschw. kompost, Sb., Kompost; nnorw. kompost, M., Kompost; poln. kompost, M., Kompost; kymr. compost, M., Kompost; lit. kompostas, M., Kompost; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine als Dünger verwendete Mischung (aus pflanzlichen Abfällen); BM.: mit, setzen; F.: Kompost, Komposts, Kompostes, Komposte, Komposten+FW(+EW); Z.: Kom-po-s-t
$Komposthaufen, Komposthaufe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Komposthaufen; L.: DW 11, 1686, EWD s. u. Kompost; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kompost und Haufen gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen angelegten und als Dünger verwendeten Haufen pflanzlicher Abfälle; F.: Komposthaufe, Komposthaufen, Komposthaufens+FW+EW; Z.: Kom-po-s-t-hau-f-en
$kompostieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kompostieren, Kompost herstellen; E.: s. Kompost, s. ieren; L.: Kluge s. u. Kompost, fehlt DW, EWD s. u. Kompost; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kompost und ieren gebildete Bezeichnung für Kompost anfertigen oder herstellen; F.: kompostieren, kompostiere, kompostierst, kompostiert, kompostierest, kompostieret, kompostierte, kompostiertest, kompostierten, kompostiertet, ##kompostiert, kompostierte, kompostiertes, kompostiertem, kompostierten, kompostierter##, kompostierend, ###kompostierend, kompostierende, kompostierendes, kompostierendem, kompostierenden, kompostierender###, kompostier (!)+FW(+EW); Z.: kom-po-s-t-ier-en
Kompott, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kompott, Eingemachtes, gekochtes Obst; ne. compote, stewed fruit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. compote; E.: s. frz. compote, F., Eingemachtes; lat. compositum, N., Zusammengesetztes, Zusammengestelltes; vgl. lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kompott, fehlt DW, EWD s. u. Kompott, Duden s. u. Kompott; Son.: vgl. nschw. kompott, Sb., Kompott; nnorw. kompott, M., Kompott; poln. kompot, M., Kompott; kymr. compot, M., Kompott; lit. kompotas, M., Kompott; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Eingemachtes oder gekochtes Obst das von Menschen als Nachtisch oder zu bestimmten Gerichten gegessen wird; BM.: mit, setzen; F.: Kompott, Kompottes, Kompotts, Kompotte, Kompotten+FW(+EW); Z.: Kom-po-t-t
Kompresse, nhd., (Part. Prät.=)F., (18. Jh.): nhd. Kompresse, Verband, Umschlag; ne. compress (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kompression, komprimieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. compresse; E.: s. frz. compresse, F., Kompresse; vgl. frz. compresser, V., zusammendrücken; lat. compressāre, V., zusammenpressen, zerdrücken, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. comprimere, V., zusammendrücken, niederdrücken, zu Boden drücken, niederhalten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Kompresse, EWD s. u. komprimieren, Duden s. u. Kompresse; Son.: vgl. nndl. kompres, Sb., Kompresse; nschw. kompress, Sb., Kompresse; nnorw. kompress, N., Kompresse; poln. kompres, M., Kompresse; lit. kompresas, M., Kompresse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen (feuchten) Umschlag bzw. ein zusammengelegtes Mullstück zu einer schützenden Wundabdeckung; BM.: mit, drücken; F.: Kompresse, Kompressen+FW; Z.: Kom-pre-ss-e
Kompression, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kompression, Zusammenpressen, Druck; ne. compression; Vw.: -; Hw.: s. Kompresse, komprimieren; Q.: 19. Jh.; E.: frz. compression, F., Kompression; lat. compressio, F., Zusammendrücken, Zusammenpressen, Umarmung, Unterdrückung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. comprimere, V., zusammendrücken, niederdrücken, zu Boden drücken, niederhalten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Kompression, fehlt DW, EWD s. u. komprimieren, Duden s. u. Kompression; Son.: vgl. nndl. compressie, Sb., Kompression; nschw. kompression, Sb., Kompression; nnorw. kompresjon, M., Kompression; poln. kompresja, F., Kompression; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Zusammenpressen oder einen Druck; BM.: mit, drücken; F.: Kompression, Kompressionen+FW(+EW); Z.: Kom-pre-ss-io-n
$Kompressor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kompressor, Verdichter; E.: s. Kompress(ion), s. or (Suff.): L.: fehlt DW, EWD s. u. komprimieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Verdichter für Gase; F.: Kompressor, Kompressors, Kompressoren+FW(+EW); Z.: Kom-pre-ss-or
komprimieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. komprimieren, (Gase) zusammendrücken, (Gase) zusammenpressen; ne. compress (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kompresse, Kompression; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. comprimere; E.: s. lat. comprimere, V., zusammendrücken, niederdrücken, zusammenpressen, unterdrücken, hemmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. komprimieren, fehlt DW, EWD s. u. komprimieren, Duden s. u. komprimieren; Son.: vgl. nndl. comprimeren, V., komprimieren; frz. comprimer, V., komprimieren; nschw. komprimera, V., komprimieren; nnorw. komprimere, V., komprimieren; poln. kompresować, V., komprimieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (Gase) zusammendrücken oder zusammenpressen; BM.: mit, drücken; F.: komprimieren, komprimiere, komprimierst, komprimiert, komprimierest, komprimieret, komprimierte, komprimiertest, komprimierten, komprimiertet, ##komprimiert, komprimierte, komprimiertes, komprimiertem, komprimierten, komprimierter##, komprimierend, ###komprimierend, komprimierende, komprimierendes, komprimierendem, komprimierenden, komprimierender###, komprimier (!)+FW+EW; Z.: kom-pri-m-ier-en
Kompromiss, nhd., (Part. Präs.=)M., (15. Jh.): nhd. Kompromiss, Übereinkunft, Vergleich; ne. compromise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. comprōmissum; E.: mnd. compromis, kompromis*, M., Schiedsspruch, schiedsrichterliche Einigung; s. lat. comprōmissum, N., Kompromiss, Übereinkunft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. comprōmittere, V., sich gegenseitiges Versprechen geben, sich gegenseitig versprechen, bindend zusagen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. prō (1), Präp., vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Kompromiss, fehlt DW, EWD s. u. Kompromiss, Duden s. u. Kompromiss; Son.: vgl. nndl. compromis, Sb., Kompromiss; frz. compromis, M., Kompromiss; nschw. kompromiss, Sb., Kompromiss; nnorw. kompromiss, N., Kompromiss; poln. kompromis, M., Kompromiss; lit. kompromisas, M., Kompromiss; GB.: seit 15. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse oder einen Vergleich durch gegenseitiges Nachgeben; BM.: mit, für, schicken; F.: Kompromiss, Kompromisses, Kompromisse, Kompromissen+FW(+EW); Z.: Kom-pro-miss
$Kompromissler, nhd. M., (20. Jh.): nhd. Kompromissler; E.: s. Kompromiss, s. l, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kompromiß; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kompromiss und l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen gerne oder schnell Kompromisse schließenden Menschen; F.: Kompromissler, Kompromisslers, Kompromisslern+FW(+EW); Z.: Kom-pro-miss-l-er
kompromittieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. bloßstellen, dem Ansehen schaden, kompromittieren; ne. compromise (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. compromettre; E.: s. mnd. compromittēren, kompromittēren*, sw. V., um einen Schiedsspruch bitten, zum Schiedsmann wählen; frz. compromettre, V., bloßstellen, belasten, kompromittieren; lat. comprōmittere, V., sich gegenseitiges Versprechen geben, sich gegenseitig versprechen, übereinkommen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. prō (1), vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. kompromittieren, EWD s. u. Kompromiss, Duden s. u. kompromittieren; Son.: vgl. nndl. compromitteren, V., kompromittieren; nschw. kompromettera, V., kompromittieren; nnorw. kompromittere, V., kompromittieren; poln. kompromitować, V., kompromittieren; lit. kompromituoti, V., kompromittieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegt und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bloßstellen oder dem Ansehen schaden; BM.: mit, für, schicken; F.: kompromittieren, kompromittiere, kompromittierst, kompromittiert, kompromittierest, kompromittieret, kompromittierte, kompromittiertest, kompromittierten, kompromittiertet, ##kompromittiert, kompromittierte, kompromittiertes, kompromittiertem, kompromittierten, kompromittierter##, kompromittierend, ###kompromittierend, kompromittierende, kompromittierendes, kompromittierendem, kompromittierenden, kompromittierender###, kompromittier (!)+FW+EW; Z.: kom-pro-mitt-ier-en
Komtess, Komptesse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Komptess, Komptesse, unverheiratete Tochter eines Grafen; ne. daughter of a count; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. comtesse; E.: s. frz. comtesse, F., Gräfin; vgl. frz. comte, M., Graf; lat. comes, M., F., Begleiter, Begleiterin, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Stall; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Komptess, fehlt DW, EWD s. u. Komptess, Duden s. u. Komptess; Son.: vgl. ne. countess, F., Gräfin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und unter Bedeutungsänderung mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung des Adels mögliche unverheiratete Tochter eines Grafen; BM.: mit, stehen; F.: Komptess, Komtesse, Komptessen+FW; Z.: Kom-t-ess
$Komtur, nhd., M., 15. Jh.: nhd. Komtur; E.: s. afrz. commendeor, s. lat. commendator, M., Befehlshaber, Leiter (M.) eines geistlichen Ordensguts; L.: Kluge 1. A. s. u. Komtur, DW 11, 1688; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Leiter (M.) eines Ordensguts etwa des Deutschen Ordens; F.: Komtur, Komturs, Komturen+FW; Z.: Kom-t-ur
kon..., ko..., nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. kon…, ko…, mit…; ne. co…; Vw.: s. -densation, -densator, -densieren, -dition, -ditional, -ditionell, -ditionieren, -dizionieren, -dolenz, -dolieren, -dukteur, -fekt, -fektion, -ferenz, -ferieren, -fession, -fetti, -figuration, -firmand, -firmation, -firmieren, -fiserie, -fiszieren, -fitüre, -flikt, -föderation, -form, -frontation, -frontieren, -fus, -fusion, -genial, -glomerat, -gregation, -gress, -gruent, -gruenz, -gruieren, -jektur, -jizieren, -jugation, -jugieren, -junktion, -junktiv, -junktur-, -kav, -klave, -kordanz, -kordat, -kret, -kubinat, -kubine, -kurrent, -kurrenz, -kurrieren, -kurs, -nex, -nexion, -notation, -sekration, -sekutiv, -sens, -sequent, -sequenz, -servativ, -servatorium, -servator, -serve, -servieren, -sistent, -sistenz, -sole, -solidation, -solidieren, -sonant, -sorte, -sortium, -spiration, -spirativ, -spirieren, -stabler, -stant, -stanz, -statieren, -stellation, -sternation, -sternieren, -stituente, -stituieren, -stitution, -konstitutionell, -konstitutiv, -struieren, -strukteur, -struktion, -struktiv, -sul, -sulat, -sultation, -sultieren, -sum, -sument, -sumieren, -takt, -tamination, -taminieren, -templation, -templativ, -text, -tiguität, -tinent, -tinental, -tingent, -tingentieren, -tinuieren, -tinuierlich, -tinuität, -tinuum, -trahent, -trahieren, -trakt, -traktion, -tribution, -tur, -venieren, -venienz, -vent, -vention, -ventionell, -vergent, -vergenz, -vergieren, -versation, -version, -vertibel, -vertieren, -vertit, -vex, -vikt, -voi, -volut, -vulsion, -zentration, -zentrieren, -zentrisch, -zept, -zeption, -zeptuell, -zern, -zert, -zession, -zessiv, -zil, -ziliant, -zipieren, -zis; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. cum; E.: s. lat. cum, con, Präp., mit, samt, (um 450 v. Chr.); idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kon-, EWD s. u. kon-; Son.: s. Koautor; vgl. nndl. con…, Präf., kon…; frz. con…, Präf., kon…; nschw. kon…, Präf., kon…; nnorw. kon…, Präf., kon…; poln. kon…, Präf., kon…; nir. coin…, Präf., kon…; lit. kon…, Präf., kon…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe für mit oder miteinander verwendete Bezeichnung; BM.: mit; F.: kon…, ko…+FW(+EW); Z.: kon-
Kondensation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kondensation, Verdichtung, Verflüssigung; ne. condensation; Vw.: -; Hw.: s. kondensieren, Kondensation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. condēnsātio; E.: s. lat. condēnsātio, F., Verdichtung, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. condēnsāre, V., ganz dicht machen, verdichten, zusammenpressen, (116-27 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dēnsāre, V., dicht machen, verdichten, dichter werden, dichten (V.) (1); lat. dēnsus, Adj., dicht, dicht besetzt, dicht gedrängt; idg. *dens- (2), Adj., dicht, Pokorny 202 (322/27) (RB. idg. aus gr., alb.?, ital., heth.); L.: Kluge s. u. kondensieren, fehlt DW, EWD s. u. kondensieren, Duden s. u. Kondensation; Son.: vgl. nndl. condensatie, Sb., Kondensation; nnorw. konsensjasjon, M., Kondensation; poln. kondensacja, F., Kondensation; lit. kondensacija, F., Kondensation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon seit Entstehung der Welt mit dem Dimensionen Raum und Zeit mögliche Verdichtung oder Verflüssigung oder einen Übergang eines Stoffes von dem gasförmigen in den flüssigen Zustand; BM.: mit, dicht; F.: Kondensation, Kondensationen+FW(+EW); Z.: Kon-dens-at-io-n
Kondensator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kondensator, Verflüssiger, Verdichter; ne. condenser; Vw.: -; Hw.: s. kondensieren, Kondensation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. condēnsātor; E.: s. mlat. condēnsātor, M., Verdichter, Packer; vgl. lat. condēnsāre, V., ganz dicht machen, verdichten, zusammenpressen, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dēnsāre, V., dicht machen, verdichten, dichter werden, dichten (V.) (1); lat. dēnsus, Adj., dicht, dicht besetzt, dicht gedrängt; idg. *dens- (2), Adj., dicht, Pokorny 202 (322/27) (RB. idg. aus gr., alb.?, ital., heth.); L.: Kluge s. u. Kondensator, fehlt DW, EWD s. u. kondensieren, Duden s. u. Kondensator; Son.: vgl. nndl. condensator, Sb., Kondensator; frz. condensateur, M., Kondensator; nschw. kondensator, Sb., Kondensator; nnorw. kondensator, M., Kondensator; poln. kondensator, M., Kondensator; lit. kondensatorius, M., Kondensator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes passives elektrisches Bauelement zu einem (kurzzeitigen) Speichern elektrischer Ladung; BM.: mit, dicht; F.: Kondensator, Kondensators, Kondensatoren+FW(+EW); Z.: Kon-dens-at-or
kondensieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kondensieren, verflüssigen, verdichten; ne. condense; Vw.: -; Hw.: s. Kondensation, Kondensator; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. condēnsāre; E.: s. lat. condēnsāre, V., ganz dicht machen, verdichten, zusammenpressen, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dēnsāre, V., dicht machen, verdichten, dichter werden, dichten (V.) (1); lat. dēnsus, Adj., dicht, dicht besetzt, dicht gedrängt; idg. *dens- (2), Adj., dicht, Pokorny 202 (322/27) (RB. idg. aus gr., alb.?, ital., heth.); L.: Kluge s. u. kondensieren, fehlt DW, EWD s. u. kondensieren, Duden s. u. kondensieren; Son.: vgl. nndl. condenseren, V., kondensieren; frz. condenser, V., kondensieren; nschw. kondensera, V., kondensieren; nnorw. kondensere, V., kondensieren; lit. kondensuoti, V., kondensieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches verflüssigen oder verdichten; BM.: mit, dicht; F.: kondensieren, kondensiere, kondensierst, kondensiert, kondensierest, kondensieret, kondensierte, kondensiertest, kondensierten, kondensiertet, ##kondensiert, kondensierte, kondensiertes, kondensiertem, kondensierten, kondensierter##, kondensierend, ###kondensierend, kondensierende, kondensierendes, kondensierendem, kondensierenden, kondensierender###, kondensier (!)+FW(+EW); Z.: kon-dens-ier-en
$Kondensmilch, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kondensmilch, Dosenmilch, Büchsenmilch; E.: s. kondens(ieren), s. Milch; L.: Kluge s. u. Kondensmilch, fehlt DW, EWD s. u. kondensieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kondens(ieren) und Milch gebildete Bezeichnung für eine wohl seit 1827 von dem Koch Nicolas Appert in Frankreich entwickelte und seitdem verwendete verdichtete und gezuckerte Milch (Dosenmilch oder Büchsenmilch); F.: Kondensmilch+FW+EW; Z.: Kon-dens—milch
Kondition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kondition, Verfassung, Zustand; ne. condition; Vw.: -; Hw.: s. konditional, konditionell, konditionieren; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. condicio; E.: s. mnd. conditiōn, konditiōn*, F., Zustand, Haltung, Führung, ausbedungene Anstellung; mnd. condicie, kondicie*, conditie, F., Bedingung; lat. condicio, F., Bestimmung, Stellung, Stand, Lage, Bedingung, Verabredung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. condīcere, V., gemeinschaftlich verabreden, festsetzen, vereinbaren, ausmachen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kondition, fehlt DW, EWD s. u. Kondition, DW 2, 634 (Condition), Duden s. u. Kondition; Son.: vgl. nndl. conditie, Sb., Kondition; frz. condition, F., Kondition; nschw. kondition, Sb., Kondition; nschw. kondisjon, M., Kondition; poln. kondycja, F., Kondizion; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Geschäftsbedingung in dem Geschäftsverkehr oder für eine (körperliche) Verfassung oder einen Zustand; BM.: mit, sagen; F.: Kondition, Konditionen+FW(+EW); Z.: Kon-di-t-io-n
konditional, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konditional, kennzeichnend, bedingend, bedingt; ne. conditional; Vw.: -; Hw.: s. Kondition, konditionell, konditionieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. condiciōnālis; E.: lat. condiciōnālis (1), Adj., auf Bedingung beruhend, mit einer Bedingung verbunden, mit einer Voraussetzung verbunden, bedingt; vgl. lat. condīcere, V., gemeinschaftlich verabreden, festsetzen, vereinbaren, ausmachen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kondition, fehlt DW, EWD s. u. Kondition, Duden s. u. konditional; Son.: vgl. nnorw. kondisjonal, Adj., konditional; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kennzeichnend oder bedingend oder bedingt; BM.: mit, sagen; F.: konditional, konditionale, konditionales, konditionalem, konditionalen, konditionaler+FW(+EW); Z.: kon-di-t-io-n-al
$Konditionalis, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Konditionalis, Möglichkeitsform; E.: s. konditional; L.: Kluge s. u. Kondition, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich schon früher mögliche Bezeichnung der Möglichkeitsform des Verbes die bei indirekter Rede verwendet wird; F.: Konditionalis, Konditionales+FW; Z.: Kon-di-t-io-n-al-is
konditionell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konditionell, beschaffen (Adj.), einen Zustand betreffend; ne. conditional; Vw.: -; Hw.: s. Kondition, konditional, konditionieren; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. conditionnel; E.: s. frz. conditionnel, Adj., bedingt; lat. condiciōnālis (1), Adj., auf Bedingung beruhend, mit einer Bedingung verbunden, mit einer Voraussetzung verbunden, bedingt; vgl. lat. condīcere, V., gemeinschaftlich verabreden, festsetzen, vereinbaren, ausmachen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kondition, fehlt DW, EWD s. u. Kondition, Duden s. u. konditionell; Son.: vgl. nnorw. kondisjonal, Adj., konditional; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen Zustand betreffend; BM.: mit, sagen; F.: konditionell, konditionelle, konditionelles, konditionellem, konditionellen, konditioneller+FW(+EW); Z.: kon-di-t-io-n-ell
konditionieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. konditionieren, bestimmte Reaktionen hervorrufen; ne. condition (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kondition, konditionell, konditional; Q.: 20. Jh.?; E.: s. lat. condīcere, V., gemeinschaftlich verabreden, festsetzen, vereinbaren, ausmachen, sich verständigen, sich absprechen, bestimmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kondition, fehlt DW, DW 2, 634 (conditionieren), Duden s. u. konditionieren; Son.: vgl. nschw. konditionera, V., kondizionieren; nnorw. kondisjonere, V., kondizionieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches bewirken dass eine Reaktion auch dann eintritt wenn an die Stelle des ursprünglich auslösenden Reizes ein anderer Reiz tritt; BM.: mit, sagen; F.: konditionieren, konditioniere, konditionierst, konditioniert, konditionierest, konditionieret, konditionierte, konditioniertest, konditionierten, konditioniertet, ##konditioniert, konditionierte, konditioniertes, konditioniertem, konditionierten, konditionierter##, konditionierend, ###konditionierend, konditionierende, konditionierendes, konditionierendem, konditionierenden, konditionierender###, konditionier (!)+FW+EW; Z.: kon-di-t-io-n-ier-en
Konditor, Kanditor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konditor, Feinbäcker, Zuckerbäcker; ne. confectioner, confectionist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. condītor; E.: s. lat. condītor, M., Schmackhaftmacher, Hersteller feingewürzter Speisen, Koch, (2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. condīre, V., einlegen, anmachen, würzen, schmackhaft machen, Geschmack verbessern, zubereiten; lat. condere, V., zusammentun, zusammenfügen, anlegen, gründen, erbauen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konditor, DW 2, 634 (Conditor), EWD s. u. Konditor, Duden s. u. Konditor; Son.: vgl. nschw. konditor, Sb., Konditor; nnorw. konditor, M., Konditor; lit. konditeris, M., Konditor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Hersteller feiner Backwaren oder Feinbäcker oder Zuckerbäcker; BM.: mit, setzen; F.: Konditor, Konditors, Konditoren, Kanditor, Kanditors, Kanditoren+FW(+EW); Z.: Kon-di-t-or
$Konditorei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konditorei, Feinbäckerei, Zuckerbäckerei; E.: s. Konditor, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Konditor, EWD s. u. Konditor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konditor und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Geschäft eines Konditors oder Feinbäckers oder Zuckerbäckers; F.: Konditorei, Konditoreien+FW(+EW); Z.: Kon-di-t-or-ei
Kondolenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kondolenz, Beileid, Beileidsbezeugung; ne. condolence; Vw.: -; Hw.: s. kondolieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mfrz. condolence; E.: s. frz. condolence, F., Kondolenz; vgl. frz. condouloir, V., schmerzliche Anteilnahme bekunden; lat. condolēre, V., Mitgefühl haben, Mitleid haben, bemitleiden, (um 160-220 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dolēre, V., Schmerzen haben, schmerzen, weh tun, Schmerz empfinden, wehklagen, betrauern, trauern; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. kondolieren, DW 2, 634 (Condolenz), EWD s. u. kondolieren, Duden s. u. Kondolenz; Son.: vgl. nschw. kondoleans, Sb., Kondolenz; nnorw. kondolanse, M., Kondolenz; poln. kondolencja, F., Kondolenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Beileidsbezeugung; BM.: mit, teilen; F.: Kondolenz, Kondolenzen+FW(+EW); Z.: Kon-do-l-enz
kondolieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kondolieren, Beileid bezeugen; ne. condole; Vw.: -; Hw.: s. Kondolenz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. se condouloir; E.: s. frz. condouloir, V., seine schmerzliche Anteilnahme bekunden; vgl. lat. condolēre, V., Mitgefühl haben, Mitleid haben, bemitleiden, (um 160-220 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dolēre, V., Schmerzen haben, schmerzen, weh tun, Schmerz empfinden, wehklagen, betrauern, trauern; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. kondolieren, fehlt DW, EWD s. u. Kondolenz, Duden s. u. kondolieren; Son.: vgl. nndl. condoleren, V., kondolieren; nschw. kondolera, V., kondoliere; nnorw. kondolere, V., kondolieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für Beileid bezeugen; BM.: mit, teilen; F.: kondolieren, kondoliere, kondolierst, kondoliert, kondolierest, kondolieret, kondolierte, kondoliertest, kondolierten, kondoliertet, ##kondoliert, kondolierte, kondoliertes, kondoliertem, kondolierten, kondolierter##, kondolierend, ###kondolierend, kondolierende, kondolierendes, kondolierendem, kondolierenden, kondolierender###, kondolier (!)+FW(+EW); Z.: kon-do-l-ier-en
Kondom, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kondom, Präservativ; ne. condom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. condom; E.: s. ne. condom, N., Kondom; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kondom, fehlt DW, Duden s. u. Kondom; Son.: vgl. nndl. condoom, Sb., Kondom; frz. condom, M., Kondom; nschw. kondom, Sb., Kondom; nnorw. kondom, N., Kondom; poln. kondom, M., Kondom; kymr. kondom, M., Kondom; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen in Nordamerika (Charles Goodyear) seit 1855 entwickeltes und seitdem von Männern verwendetes meist aus Kautschuk bestehendes Mittel gegen Befruchtung eines Eies einer Frau durch Samen eines Mannes infolge Geschlechtsverkehrs; BM.: ?; F.: Kondom, Kondoms, Kondomes, Kondome, Kondomen+FW+EW; Z.: Kondom
Kondor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kondor, Andengeier; ne. condor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. span. condor; E.: s. span. condor, M., Kondor; von Ketschua cuntur, Sb., Kondor; L.: Kluge s. u. Kondor, fehlt DW, Duden s. u. Kondor; Son.: vgl. nndl. condor, Sb., Kondor; frz. condor, M., Kondor; nschw. kondor, Sb., Kondor; nnorw. kondor, M., Kondor; poln. kondor, M., Kondor; kymr. condor, M., Kondor; nir. condar, M., Kondor; lit. kondoras, M., Kondor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Ketschua aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen in Südamerika heimischen sehr großen Geier mit überwiegend schwarzem Gefieder und nacktem fleischfarbenem Kopf und Hals und einer weißen Halskrause; BM.: ?; F.: Kondor, Kondors, Kondore, Kondoren+FW; Z.: Kondor
Kondukteur, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kondukteur, Schaffner; ne. conductor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. conducteur; E.: s. frz. conducteur, M., Leiter (M.), Aufseher; lat. condūctor, M., Mieter, Pächter, Unternehmer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. condūcere, V., zusammenführen, zusammenziehen, zusammenbringen, zusammenfassen, dingen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kondukteur, fehlt DW, Duden s. u. Kondukteur; Son.: vgl. nndl. conducteur, Sb., Kondukteur; nschw. konduktör, Sb., Kondukteur; nnorw. konduktør, M., Kondukteur; poln. konduktor, M., Kondukteur; nir. conduchtaire, M., Kondukteur; lit. konduktorius, M., Kondukteur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Schaffner (einer Bahn); BM.: mit, ziehen; F.: Kondukteur, Kondukteurs, Kondukteure, Kondukteuren+FW(+EW); Z.: Kon-du-k-t-eur
Konfekt, nhd., (Part. Prät.=)N., (14. Jh.): nhd. Konfekt, Gesamtheit von Pralinen, Teegebäck; ne. confection, comfit; Vw.: -; Hw.: s. Konfektion; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. confect, st. N., Medikament, Heilmittelzubereitung, Zubereitung; mnd. konfekt*, confekt, confect, confek, confett, confīt, N., „Konfekt“, Gewürz, mit Gewürz eingezuckerte kandierte Frucht, mit Gewürz eingezuckerte kandierte Süßigkeit, mit Gewürz eingezuckerte kandierte Nachspeise; lat. cōnfectum, N., Zubereitetes; vgl. lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konfekt, EWD s. u. Konfekt, DW 2, 634 (Confect), Duden s. u. Konfekt; Son.: vgl. nschw. konfekt, Sb., Konfekt; nnorw. konfekt, M., Konfekt; kymr. cwmffet, M., Konfekt; kymr. conffet, M., Konfekt; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Pralinen oder für Teegebäck; BM.: mit, machen; F.: Konfekt, Konfektes, Konfekts, Konfekte, Konfekten+FW+EW; Z.: Kon-fe-k-t
Konfektion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konfektion, vorgefertigte Kleidung; ne. confection; Vw.: -; Hw.: s. Konfekt; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. confection; E.: s. frz. confection, F., Konfektion; lat. cōnfectio, F., Herstellung, Anfertigung, Bereitung, Vollendung, (81-43 v. Chr.); lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konfektion, fehlt DW, EWD s. u. Konfektion, Duden s. u. Konfektion; Son.: s. mhd. confectiōn, st. N., Medikament; vgl. nndl. confectie, Sb., Konfektion; nschw. konfektion, Sb., Konfektion; nnorw. konfeksjon, M., Konfektion; poln. konfekcja, F., Konfektion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit infolge Arbeitsteilung mögliche vorgefertigte Kleidung; BM.: mit, machen; F.: Konfektion, Konfektionen+FW(+EW); Z.: Kon-fe-k-t-io-n
$konfektionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. konfektionieren, serienmäßig vorfertigen; I.: Lw. frz. confectionner; E.: s. Konfektion, s. ieren; L.: EWD s. u. Konfektion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit infolge Arbeitsteilung mögliches serienmäßig vorfertigen; F.: konfektionieren, konfektioniere, konfektionierst, konfektioniert, konfektionierest, konfektionieret, konfektionierte, konfektioniertest, konfektionierten, konfektioniertet, ##konfektioniert, konfektionierte, konfektioniertes, konfektioniertem, konfektionierten, konfektionierter##, konfektionierend, ###konfektionierend, konfektionierende, konfektionierendes, konfektionierendem, konfektionierenden, konfektionierender###, konfektionier(!)+FW+EW; Z.: kon-fe-k-t-io-n-ier-en
Konferenz, nhd., (Part. Präs.=)F., (16. Jh.): nhd. Konferenz, Tagung, Besprechung; ne. conference; Vw.: -; Hw.: s. konferieren; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. conferentia; E.: s. lat. cōnferentia, F., Konferenz?, Vereinigung, Schenkung, Zuwendung, (2. Hälfte 9. Jh.); vgl. lat. cōnferre, V., zusammentragen, zusammenbringen, beschaffen (V.), aufhäufen; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Konferenz, EWD s. u. Konferenz, Duden s. u. Konferenz; Son.: vgl. nndl. conferentie, Sb., Konferenz; frz. conférence, F., Konferenz; nschw. konferens, Sb., Konferenz; nnorw. konferanse, M., Konferenz; poln. konferencja, F., Konferenz; lit. konferencija, F., Konferenz; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Tagung oder Besprechung (mehrerer Menschen über bestimmte Fragen); BM.: mit, tragen; F.: Konferenz, Konferenzen+FW; Z.: Kon-fer-enz
konferieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. konferieren, tagen, verhandeln; ne. confer; Vw.: -; Hw.: s. Konferenz; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); I.: Lw. frz. conférer; E.: s. mnd. conferēren, konferēren*, sw. V., vergleichen, gegenüberstellen, sich unterhalten (V.) (Bedeutung jünger); frz. conférer, V., vergleichen; lat. cōnferre, V., zusammentragen, zusammenbringen, beschaffen (V.), aufhäufen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Konfektion, EWD s. u. Konferenz; Son.: vgl. nndl. confereren, V., konferieren; nschw. konferera, V., konferieren; nnorw. konferere, V., konferieren; poln. konferować, V., konferieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zu einem bestimmten Thema eine Sitzung abhalten oder tagen oder verhandeln; BM.: mit, tragen; F.: konferieren, konferiere, konferierst, konferiert, konferierest, konferieret, konferierte, konferiertest, konferierten, konferiertet, ##konferiert, konferierte, konferiertes, konferiertem, konferierten, konferierter##, konferierend, ###konferierend, konferierende, konferierendes, konferierendem, konferierenden, konferierender###, konferier (!)+FW+EW; Z.: kon-fer-ier-en
Konfession, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Konfession, Bekenntnis, Eingeständnis, Geständnis; ne. confession, denomination; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. confession, st. F., Konfession, Beichte, Bekenntnis; lat. cōnfessio, F., Eingeständnis, Zugeständnis, Bekenntnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnfitērī, V., eingestehen, zugestehen, gestehen, offenbaren; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konfession, fehlt DW, EWD s. u. Konfession, Duden s. u. Konfession; Son.: vgl. nndl. confessie, Sb., Konfession; frz. confession, F., Konfession; nschw. konfession, Sb., Konfession; nnorw. konfesjon, M., Konfession; lit. konfesija, F., Konfession; GB.: (confession) seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Bekenntnis oder Eingeständnis und seit der frühen Neuzeit (um fünfzehnhundert) belegte Bezeichnung für ein Geständnis oder für die Zusammenfassung von Glaubenssätzen; BM.: mit, bekennen; F.: Konfession, Konfessionen+FW(+EW); Z.: Kon-fe-ss-io-n
$konfessionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. konfessionell, Konfession betreffend; E.: s. Konfession, s. ell; L.: Kluge s. u. Konfession, fehlt DW, EWD s. u. Konfession; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konfession und ell gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Konfessionen in der Religion der Christen mögliches eine Konfession betreffend; F.: konfessionell, konfessionelle, konfessionelles, konfessionellem, konfessionellen, konfessioneller+FW(+EW); Z.: kon-fe-ss-io-n-ell
Konfetti, nhd., M. Pl., (18. Jh.): nhd. Konfetti, Papierschnipsel, Papierblättchen; ne. confetti; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. confetti; E.: s. it. confetti, M. Pl., Konfetti; lat. cōnfectum, Zubereitetes; vgl. lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konfetti, EWD s. u. Konfetti, Duden s. u. Konfetti; Son.: vgl. nndl. confetti, Sb. Pl., Konfetti; frz. confetti, M. Pl., Konfetti; nschw. konfetti, Sb. Pl., Konfetti; nnorw. konfetti, M. Pl., Konfetti; poln. konfetti, M. Pl., Konfetti; kymr. conffeti, M. Pl., Konfetti; nir. coinfití, M., Konfetti; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in Italien von Menschen zu einer Belustigung entwickelte kleine und bunte durch die Luft geworfene Papierschnipsel oder Papierblättchen; BM.: mit, setzen; F.: Konfetti, Konfettis+FW(+EW); Z.: Kon-fe-tt-i
Konfiguration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konfiguration, Gestaltung; ne. configuration; Vw.: -; Hw.: s. konfigurieren; Q.: 1588?; I.: Lw. lat. cōnfigūrātio; E.: s. lat. cōnfigūrātio, F., ähnliche Bildung, Gleichgestaltung, Angleichung, Nachbildung, naturgetreue Darstellung, Ähnlichkeit, Ebenbildlichkeit, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. cōnfigūrāre, V., gleichförmig bilden, gleichförmig machen, gleichmachen, gleichgestalten, ebenbildlich machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. figūra, F., Bildung, Gestalt, Figur; vgl. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Duden s. u. Konfiguration; Son.: vgl. nndl. configuratie, Sb., Konfiguration; frz. configuration, F., Konfiguration; nschw. konfiguration, Sb., Konfiguration; nnorw. konfigurasjon, M., Konfiguration; poln. konfiguracja, F., Konfiguration; lit. konfigūracija, F., Konfiguration; GB.: vielleicht seit 1588 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte (bestimmte Art der) Gestaltung; BM.: mit, formen; F.: Konfiguration, Konfigurationen+FW(+EW); Z.: Kon-fig-ur-at-io-n
konfigurieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konfigurieren, gestalten; ne. configure, configurate; Vw.: -; Hw.: s. Konfiguration; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfigūrāre; E.: s. lat. cōnfigūrāre, V., gleichförmig bilden, gleichförmig machen, gleichmachen, gleichgestalten, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. figūra, F., Bildung, Gestalt, Figur; vgl. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: fehlt DW, Duden s. u. konfigurieren; Son.: vgl. nndl. confugreren, V., konfigurieren; frz. configurer, V., konfigurieren; nschw. konfigurera, V., konfigurieren; nnorw. konfigurere, V., konfigurieren; poln. konfigurować, V., konfigurieren; lit. konfigūruoti, V., konfigurieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes (auf eine bestimmte Art) gestalten; BM.: mit, formen; F.: konfigurieren, konfiguriere, konfigurierst, konfiguriert, konfigurierest, konfigurieret, konfigurierte, konfiguriertest, konfigurierten, konfiguriertet, konfiguriertes, konfiguriertem, konfigurierter, konfigurierend, konfigurierende, konfigurierendes, konfigurierendem, konfigurierenden, konfigurierender, konfigurier (!)+FW(+EW)
Konfirmand, nhd., (Gerund=M., (18. Jh.): nhd. Konfirmand(, Firmling); ne. confirmand, confirmee; Vw.: -; Hw.: s. Konfirmation, konfirmieren, firmen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. cōnfīrmāndus; E.: s. mlat. cōnfīrmāndus, M., Firmling; vgl. lat. cōnfīrmāre, V., befestigen, festigen, stärken, bestärken, kräftigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fīrmāre, V., festigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fīrmus, Adj., stark, fest; idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. firmen, Konfirmation, fehlt DW, EWD s. u. firmen, Duden s. u. Konfirmand; Son.: vgl. frz. confirmand, M., Konfirmand; nschw. konfirmand, Sb., Konfirmand; nnorw. konfirmant, M., Konfirmand; poln. konfirmant, M., Konfirmand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Vorbereitung auf eine Konfirmation den Konfirmandenunterricht besuchenden (zu konfirmierenden) Jugendlichen; BM.: mit, stützen bzw. fest; F.: Konfirmand, Konfirmanden+FW; Z.: Kon-fir-m-and
Konfirmation, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Konfirmation, Firmung, Bekräftigung; ne. confirmation; Vw.: -; Hw.: s. konfirmieren, Konfirmand, firmen; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfīrmātio; E.: s. lat. cōnfīrmātio, F., Befestigung, Bestärkung, Muteinsprechung, Tröstung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnfīrmāre, V., befestigen, festigen, stärken, bestärken, kräftigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fīrmāre, V., festigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fīrmus, Adj., stark, fest; idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Konfirmation, EWD s. u. firmen, Duden s. u. Konfirmation; Son.: vgl. frz. confirmation, F., Konfirmation; nschw. konfirmation, Sb., Konfirmation; nnorw. konfirmasjon, M., Konfirmation; poln. konfirmacja, F., Konfirmation; lit. konfirmacija, F., Konfirmation; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die nach der Reformation Martin Luthers nach einer Vorbereitung in dem Rahmen einer gottesdienstlichen Feier vollzogene Aufnahme jugendlicher evangelischer Christen mit etwa 14 Jahren in die Gemeinde der Erwachsenen; BM.: mit, stützen bzw. fest; F.: Konfirmation, Konfirmationen+FW(+EW); Z.: Kon-fir-m-at-io-n
konfirmieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. konfirmieren, firmen, bestätigen; ne. confirm; Vw.: -; Hw.: s. firmen, Konfirmation, Konfirmand; Q.: 1263 (Urkunde); E.: s. mhd. confirmieren, sw. V., confirmieren, sw. V., beglaubigen, bestätigen; mnd. confirmēren, konfirmēren*, confermēren, conformēren, sw. V., in höherer Instanz bestätigen, Privileg erneuern; mnd. confirmēren, konfirmēren*, confermēren, conformēren, confirmieren, sw. V., in höherer Instanz bestätigen, Privileg erneuern; lat. cōnfīrmāre, V., befestigen, festigen, stärken, bestärken, kräftigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fīrmāre, V., festigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. fīrmus, Adj., stark, fest; idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. firmen, Konfirmation, fehlt DW, EWD s. u. firmen, Duden s. u. konfirmieren; Son.: vgl. frz. confirmer, V., konfirmieren; nschw. konfirmera, V., konfirmieren; nnorw. konfirmere, V., konfirmieren; poln. konfirmować, V., konfirmieren; GB.: (confirmieren) seit 1263 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Jugendlichen mit etwa 14 Jahren nach einer Vorbereitung in dem Rahmen einer gottesdienstlichen Feier in die Gemeinde der gläubigen christlichen Erwachsenen aufnehmen; BM.: mit, stützen bzw. fest; F.: konfirmieren, konfirmiere, konfirmierst, konfirmiert, konfirmierest, konfirmieret, konfirmierte, konfirmiertest, konfirmierten, konfirmiertet, ##konfirmiert, konfirmierte, konfirmiertes, konfirmiertem, konfirmierten, konfirmierter##, konfirmierend, ###konfirmierend, konfirmierende, konfirmierendes, konfirmierendem, konfirmierenden, konfirmierender###, konfirmier (!) +FW(+EW); Z.: kon-fir-m-ier-en
Konfiserie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konfiserie, Süßwarenherstellung; ne. confectionery, cake shop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Konfitüre; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. confiserie; E.: s. frz. confiserie, F., Konfiserie; vgl. frz. confire, V., zubereiten, fertigstellen, einmachen; lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konfiserie, fehlt DW, Duden s. u. Konfiserie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Betrieb zu der Herstellung von Süßwaren (Süßwarenherstellung); BM.: mit, machen; F.: Konfiserie, Konfiserien+FW; Z.: Kon-fi-s-er-ie
$Konfiskation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konfiskation, Beschlagnahme durch den Staat; I.: Lw. lat. cōnfiscātio; E.: s. lat. confiscatio: L.: fehlt DW, EWD s. u. Fiskus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Beschlagnahme durch den Staat; F.: Konfiskation, Konfiskationen+FW(+EW); Z.: Kon—fisk-at-io-n
konfiszieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. konfiszieren, beschlagnahmen; ne. confiscate; Vw.: -; Hw.: s. Fiskus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfiscāre; E.: s. lat. cōnfiscāre, V., in der Kasse aufheben, in die kaiserliche Schatzkammer einziehen, konfiszieren, (um 75-um 150 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fiscāre, V., haushalten, verwalten, beschlagnahmen, einziehen, konfiszieren; lat. fiscus, geflochtener Korb, Geldsack, Geldkörbchen, Staatskasse; s. idg. *bʰidʰ-, Sb., Topf, Kübel, Fass, Pokorny 153 (238/71) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); vgl. idg. *bʰeidʰ- (2), V., binden, flechten, Pokorny 117; L.: Kluge s. u. konfiszieren, fehlt DW, Duden s. u. konfiszieren; Son.: vgl. nndl. confisqueren, V., konfiszieren; frz. confisquer, V., konfiszieren; nschw. konfiskera, V., konfiszieren; nnorw. konfiskere, V., konfiszieren; poln. konfiskować, V., konfiszieren; lit. konfiskuoti, V., konfiszieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches beschlagnahmen; BM.: mit, Topf bzw. flechten; F.: konfiszieren, konfisziere, konfiszierst, konfisziert, konfiszierest, konfiszieret, konfiszierte, konfisziertest, konfiszierten, konfisziertet, ##konfisziert, konfiszierte, konfisziertes, konfisziertem, konfiszierten, konfiszierter##, konfiszierend, ###konfiszierend, konfiszierende, konfiszierendes, konfiszierendem, konfiszierenden, konfiszierender###, konfiszier (!)+FW; Z.: kon—fisz-ier-en
Konfitüre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konfitüre, Eingemachtes(, Marmelade); ne. confiture; Vw.: -; Hw.: s. Konfiserie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. confiture; E.: s. frz. confiture, F., Eingemachtes; vgl. frz. confire, V., zubereiten, fertigstellen, einmachen; lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konfitüre, fehlt DW, EWD s. u. Konfitüre, Duden s. u. Konfitüre; Son.: vgl. nnorw. konfityr, M., Konfitüre; poln. konfitura, F., Konfitüre; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Marmelade (aus nur einer Obstsorte); BM.: mit, machen; F.: Konfitüre, Konfitüren+FW(+EW); Z.: Kon-fi-t-ür-e
Konflikt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Konflikt, Auseinandersetzung; ne. conflict (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnflīctus; E.: s. lat. cōnflīctus, M., Zuammenschlagen, Aneinanderschlagen, Zusammenstoß, Kampf, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnflīgere, V., zusammenschlagen, zusammenbringen, vereinigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. flīgere, V., schlagen, anschlagen, niederschlagen, töten, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *bʰlīg̑-, V., schlagen, schmeißen, Pokorny 160 (258/91) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konflikt, fehlt DW, EWD s. u. Konflikt, Duden s. u. Konflikt; Son.: vgl. nndl. conflict, Sb., Konflikt; frz. conflit, M., Konflikt; nschw. konflikt, Sb., Konflikt; nnorw. konflikt, M., Konflikt; poln. konflikt, M., Konflikt; lit. konfliktas, M., Konflikt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Leben mögliche durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen oder Interessen entstehende schwierige Lage die zu einem Zerwürfnis oder Kampf oder einer Auseinandersetzung führen kann; BM: mit, schlagen; F.: Konflikt, Konflikts, Konfliktes, Konflikte, Konflikten+FW(+EW); Z.: Kon-flik-t
Konföderation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konföderation, Staatenbund; ne. confederation; Vw.: -; Hw.: s. Föderalismus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfoederātio; E.: s. lat. cōnfoederātio, F., Bündnis, (334/337 n. Chr.); vgl. lat. confoederāre, V., durch ein Bündnis vereinigen, ein Bündnis schließen, verbünden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. foederāre, V., durch ein Bündnis herstellen, durch ein Bündnis stiften, verbünden, vereinigen; lat. foedus, N., Bündnis, Friedensvertrag, Bündnisvertrag, Vertrag, Staatsvertrag, Abmachung; idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Konföderation, Föderalismus, fehlt DW, EWD s. u. Föderation, Duden s. u. Konföderation; Son.: vgl. nndl. confederatie, Sb., Konföderation; frz. confédération, F., Konföderation; nnorw. konfoderasjon, M., Konföderation; poln. konfederacja, F., Konföderation; kymr. konffederasiwn, M., Konföderation; lit. konfederacija, F., Konföderation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Staaten oder Körperschaften möglichen Zusammenschluss oder Bund von Staaten (Staatenbund) oder sonstigen Körperschaften; BM.: mit, zureden; F.: Konföderation, Konföderationen+FW(+EW); Z.: Kon-föd-er-at-io-n
konform, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. konform, übereinstimmend, einheitlich; ne. conformal, compliant; Vw.: -; Hw.: s. Konformität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfōrmis; E.: s. lat. cōnfōrmis, Adj., gleichförmig, ähnlich, (um 431-486 n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konform, fehlt DW, EWD s. u. konform, Duden s. u. konform; Son.: vgl. nndl. conform, Adj., konform; frz. conforme, Adj., konform; nschw. konform, Adj., konform; nnorw. konform, Adj., konform; lit. konformistinis, Adj., konform; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches übereinstimmend oder einheitlich oder deckungsgleich; BM.: mit, schneiden; F.: konform, konforme, konformes, konformem, konformen, konformer+FW(+EW); Z.: kon-for-m
$Konformismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Konformismus, Anpassung, Angleichung; I.: Lw. frz. conformisme; E.: s. konform, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. konform; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus konform und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Anpassung oder Angleichung der eigenen Einstellung an die bestehenden Verhältnisse; F.: Konformismus, Konformismen+FW(+EW); Z.: Kon-for-m-ism-us
$Konformist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Konformist, sich möglichst mit seiner Umgebung übereinstimmend verhaltender Mensch; E.: s. konform, s. ist; L.: EWD s. u. konform; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus konform und ist gebildete Bezeichnung für einen sich möglichst übereinstimmend zu seiner Umgebung verhaltenden Menschen; F.: Konformist, Konformisten+FW(+EW); Z.: Kon-for-m-ist
Konformität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konformität, Gleichförmigkeit, Übereinstimmung; ne. conformity; Vw.: -; Hw.: s. konform; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. conformité; E.: s. frz. conformité, F., Konformität; lat. cōnfōrmitās, F., Gleichförmigkeit, Gleichartigkeit, Gleichheit, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cōnfōrmis, Adj., gleichförmig, ähnlich; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. konform, Duden s. u. Konformität; Son.: vgl. nndl. conformiteit, Sb., Konformität; nschw. conformitet, Sb., Konformität; nnorw. konformitet, M., Konformität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen angestrebte Gleichförmigkeit oder Übereinstimmung; BM.: mit, schneiden; F.: Konformität+FW(+EW); Z.: Kon-for-m-i-tät
Konfrontation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konfrontation, Gegenüberstellung, Auseinandersetzung; ne. confrontation; Vw.: -; Hw.: s. konfrontieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. confrontatio; E.: s. mlat. confrontatio, F., Gegenüberstellung; vgl. mlat. cōnfrōntāre, V., gegenüberstellen, begrenzen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. frōns, F., Stirn, Gesicht, Antlitz, Außenseite, Rand; idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Konfrontation, fehlt DW, EWD s. u. konfrontieren, Duden s. u. Konfrontation; Son.: vgl. nndl. confrontatie, Sb., Konfrontation; frz. confrontation, F., Konfrontation; nschw. konfrontation, Sb., Konfrontation; nnorw. konfrontasjon, M., Konfrontation; poln. konfrontacja, F., Konfrontation; lit. konfrontacija, F., Konfrontation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Gegenüberstellung und Auseinandersetzung (zwischen Gegnern); BM.: mit, aufwallen; F.: Konfrontation, Konfrontationen+FW(+EW); Z.: Kon-fro-n-t-at-io-n
konfrontieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konfrontieren, gegenüberstellen, sich mit einem Problem befassen; ne. confront; Vw.: -; Hw.: s. Konfrontation; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. mlat. cōnfrōntāre; E.: s. mlat. cōnfrōntāre, V., gegenüberstellen, begrenzen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. frōns, F., Stirn, Gesicht, Antlitz, Außenseite, Rand; idg. *bʰren-, Sb., V., hervorstehen, Kante, Pokorny 167 (276/109) (RB. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Konfrontation, fehlt DW, EWD s. u. konfrontieren, Duden s. u. konfrontieren; Son.: vgl. nndl. confronteren, V., konfrontieren; frz. confronter, V., konfrontieren; nschw. konfrontera, V., konfrontieren; nnorw. konfrontere, V., konfrontieren; poln. konfrontować, V., konfrontieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches gegenüberstellen oder sich mit einem Problem befassen, in eine Lage bringen die zur Auseinandersetzung mit etwas zwingt; BM.: mit, aufwallen; F.: konfrontieren, konfrontiere, konfrontierst, konfrontiert, konfrontierest, konfrontieret, konfrontierte, konfrontiertest, konfrontierten, konfrontiertet, ##konfrontiert, konfrontierte, konfrontiertes, konfrontiertem, konfrontierten, konfrontierter##, konfrontierend, ###konfrontierend, konfrontierende, konfrontierendes, konfrontierendem, konfrontierenden, konfrontierender###, konfrontier (!)+FW(+EW); Z.: kon-fro-n-t-ier-en
konfus, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. konfus, verworren (zusammengegossen), unklar; ne. confused; Vw.: -; Hw.: s. Konfusion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfūsus; E.: s. lat. cōnfūsus, Adj., verwirrt, verworren, ungeordnet, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cōnfundere, V., zusammengießen, vermischen, mischen, zusammenschütten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konfus, DW 2, 634 (confus), EWD s. u. konfus, Duden s. u. konfus; Son.: vgl. nndl. confuus, Adj., konfus; frz. confus, Adj., konfus; nschw. konfys, Adj., konfus; nnorw. konfus, Adj., konfus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches verworren (zusammengegossen); BM.: mit, gießen; F.: konfus, konfuse, konfuses, konfusem, konfusen, konfuser(, konfusere, konfuseres, konfuserem, konfuseren, konfuserer, konfusest, konfuseste, konfusestes, konfusestem, konfusesten, konfusester)+FW+EW); Z.: kon-fu-s
Konfusion, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Konfusion, Verwirrung, Durcheinander; ne. confusion; Vw.: -; Hw.: s. konfus; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōnfūsio; E.: mnd. confūsie, konfūsie*, F., Verwirrung, Beschämung, Durcheinander; lat. cōnfūsio, F., Verwirrung, Verwirrtheit, Unordnung, Durcheinander, Wirrnis, Erregung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnfūsus, Adj., verwirrt, verworren, ungeordnet; vgl. lat. cōnfundere, V., zusammengießen, vermischen, mischen, zusammenschütten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konfus, EWD s. u. konfus, DW 2, 634 (Confusion), Duden s. u. Konfusion; Son.: vgl. frz. confusion, F., Konfusion; nnorw. konfusjon, M., Konfusion; poln. konfuzja, F., Konfusion; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliche Verwirrung oder ein Durcheinander; BM.: mit, gießen; F.: Konfusion, Konfusionen+FW; Z.: Kon-fu-s-io-n
kongenial, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kongenial, geistesverwandt, gleichgesinnt, geistig ebenbürtig; ne. congenial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. congénial; E.: s. frz. congénial, Adj., kongenial; neoklassische Bildung; s. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); frz. genial, Adj., genial; s. frz. génie, M., Genie, außerwöhnlich begabter Mensch; lat. genius, Genius, M., Schutzgeist, Schöpfergeist, Begabung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären, hervorbringen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kongenial, fehlt DW, EWD s. u. Genie, Duden s. u. kongenial; Son.: vgl. nndl. congeniaal, Adj., kongenial; nschw. kongenial, Adj., kongenial; nnorw. kongenial, Adj., kongenial; poln. kongenialnie, kongenialny, Adj., kongenial; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geistesverwandt oder gleichgesinnt oder geistig ebenbürtig oder künstlerisch ebenbürtig; BM.: mit, erzeugen; F.: kongenial, kongeniale, kongeniales, kongenialem, kongenialen, kongenialer(, kongenialere, kongenialeres, kongenialerem, kongenialeren, kongenialerer, kongenialst, kongenialste, kongenialstes, kongenialstem, kongenialsten, kongenialster)+FW(+EW); Z.: kon-gen-i-al
Konglomerat, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konglomerat, Gemenge, heterogenes Gemisch; ne. conglomerate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. conglomérat; E.: s. frz. conglomérat, M., Konglomerat; vgl. frz. conglomérer, V., zusammenhäufen; lat. conglomerāre, V., zusammenrollen, zusammenwinden, zusammenwickeln, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. glomerāre, V., zu einem Knäuel zusammenballen, zu einer Kugel formen; idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.), Klammer, Pokorny 360; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konglomerat, fehlt DW, EWD s. u. Konglomerat, Duden s. u. Konglomerat; Son.: vgl. nndl. conglomeraat, Sb., Konglomerat; nschw. konglomerat, N., Konglomerat; nnorw. konglomerat, N., Konglomerat; poln. konglomerat, M., Konglomerat; lit. konglomeratas, M., Konglomerat; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches (aus verschiedenartigen Bestandteilen zusammengesetztes) Gemenge oder Gemisch; BM.: mit, ballen; F.: Konglomerat, Konglomerats, Konglomerates, Konglomerate, Konglomeraten+FW(+EW); Z.: Kon-glo-m-er-at
Kongregation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kongregation, Gesellung, (kirchliche) Vereinigung; ne. congregation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1597?; I.: Lw. lat. congregātio; E.: s. mnd. congregācie, kongregācie*, congregātie, F., „Kongregation“, Zusammenschluss, Brüderschaft, Klosterbrüderschaft; lat. congregātio, F., Sichzusammengesellen, Vereinigung, Gesellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. congregāre, V., zu einer Herde vereinigen, herdenweise vereinigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. gregāre, V., zu einer Herde scharen, zusammensammeln, sich versammeln; vgl. lat. grex, M., zu einer Herde scharen, zusammensammeln, sich versammeln; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Kongregation; Son.: vgl. nndl. congregatie, Sb., Kongregation; frz. congrégation, F., Kongregation; nschw. kongregation, Sb., Kongregation; nnorw. kongregasjon, M., Kongregation; poln. kongregacja, F., Kongregation; GB.: vielleicht seit 1597 mnd. belegte und aus dem Lateinischen (und mittelbar dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gesellung oder Vereinigung insbesondere in der christlichen Kirche; BM.: mit, zusammenfassen; F.: Kongregation, Kongregationen+FW(+EW); Z.: Kon-gre-g-at-io-n
Kongress, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kongress, Tagung, Zusammenkunft; ne. congress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. congressus; E.: s. lat. congressus, M., Zusammenschreiten, Zusammentreffen, Zusammenkunft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. congredī, V., zusammentreten, zusammentreffen, aufeinander zugehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kongress, fehlt DW, EWD s. u. Kongress, Duden s. u. Kongress; Son.: vgl. nndl. congres, Sb., Kongress; frz. congrès, M., Kongress; nschw. kongress, Sb., Kongress; nnorw. kongress, M., Kongress; poln. kongres, M., Kongress; kymr. cyngres, F., Kongress; lit. kongresas, M., Kongress; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Tagung oder Zusammenkunft (von Vertretern fachlicher Verbände oder politischer Gruppierungen); BM.: mit, schreiten; F.: Kongress, Kongresses, Kongresse, Kongressen+FW(+EW); Z.: Kon-gress
kongruent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. kongruent, übereinstimmend, deckungsgleich, gleichförmig; ne. congruent; Vw.: -; Hw.: s. Kongruenz, kongruieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. congruēns; E.: s. lat. congruēns, Adj., übereinstimmend, im Einklang stehend, entsprechend, angemessen, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. congruere, V., zusammenlaufen, zusammentreffen, übereinstimmen, entsprechen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ruere, V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kongruent, fehlt DW, EWD s. u. kongruieren, Duden s. u. kongruent; Son.: vgl. nndl. congruent, Adj., kongruent; frz. congruent, Adj., kongruent; nschw. kongruent, Adj., kongruent; nnorw. ongruent, Adj., kongruent; poln. kongruentny, Adj., kongruent; nir. congruach, Adj., kongruent; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für übereinstimmend oder deckungsgleich oder gleichförmig; BM.: mit, reiben; F.: kongruent, kongruente, kongruentes, kongruentem, kongruenten, kongruenter(, kongruentere, kongruenteres, kongruenterem, kongruenteren, kongruenterer, kongruentest, kongruenteste, kongruentestes, kongruentestem, kongruentesten, kongruentester)+FW(+EW); Z.: kon-gru-ent
Kongruenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kongruenz, Übereinstimmung, Gleichförmigkeit, Deckungsgleichheit; ne. congruence; Vw.: -; Hw.: s. kongruent, kongruieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. congruentia; E.: s. lat. congruentia, F., Übereinstimmung, Gleichförmigkeit, Gleichmäßigkeit, Ebenmaß, Harmonie, harmonische Ordnung, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. congruere, V., zusammenlaufen, zusammentreffen, übereinstimmen, entsprechen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ruere, V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kongruent, fehlt DW, EWD s. u. kongruieren, Duden s. u. Kongruenz; Son.: vgl. nndl. congruentie, Sb., Kongruenz; frz. congruence, F., Kongruenz; nschw. kongruens, Sb., Kongruenz; nnorw. kongruens, M., Kongruenz; poln. kongruencja, F., Kongruenz; nir. congruacht, F., Kongruenz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Übereinstimmung oder Gleichförmigkeit oder Deckungsgleichheit; BM.: mit, reiben; F.: Kongruenz, Kongruenzen+FW(+EW); Z.: Kon-gru-enz
kongruieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kongruieren, übereinstimmen, sich decken; ne. coincide, agree; Vw.: -; Hw.: s. kongruent, Kongruenz; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. congruere; E.: s. lat. congruere, V., zusammenlaufen, zusammentreffen, übereinstimmen, entsprechen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ruere, V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kongruent, fehlt DW, EWD s. u. kongruieren, Duden s. u. kongruieren; Son.: vgl. nnorw. kongruere, V., kongruieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches übereinstimmen; BM.: mit, reiben; F.: kongruieren, kongruiere, kongruierst, kongruiert, kongruierest, kongruieret, kongruierte, kongruiertest, kongruierten, kongruiertet, ##kongruiert, kongruierte, kongruiertes, kongruiertem, kongruierten, kongruierter##, kongruierend, ###kongruierend, kongruierende, kongruierendes, kongruierendem, kongruierenden, kongruierender###, kongruier (!)+FW(+EW); Z.: kon-gru-ier-en
Konifere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Konifere, ein Nadelbaum, ein Nadelgehölz; ne. conifer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cōnifer, Adj., Zapfen tragend, (70-19 v. Chr.); lat. cōnus, M., Kegel, oberster Teil, Spitze; gr. κῶνος (kōnos), M., Pinienzapfen, Kegel; vgl. idg. *k̑ēi-, *k̑ē-, *k̑ōi-, *k̑ō-, *k̑əi-, *k̑ə-, V., schärfen, wetzen, Pokorny 541 (830/62) (RB. idg. ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EDW s. u. Konifere, Duden s. u. Konifere; Son.: vgl. nndl. conifeer, Sb., Konifere; frz. conifère, M., Konifere; kymr. coniffer, M., Konifere; nir. cónaiféar, M., Konifere; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen Kegel (oder Nadeln) tragenden Nadelbaum obwohl nicht alle Koniferen Nadeln tragen; BM.: Zapfen, tragen; F.: Konifere, Koniferen+FW(+EW); Z.: Ko-n-i-fer-e
König, nhd., M., (8. Jh.): nhd. König, Herrscher; ne. king; Vw.: s. Erl-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. künic, künec, st. M., König; mnd. kȫninc, könninc, kȫnnich, kȫnni, konink, konnink, M., König, Stadtkönig, Großfürst (von Moskau); mnl. coninc, conich, M., König; ahd. kuning, kunig*, st. M. (a), König, Herrscher, Gebieter, Gottvater, Christus, Zaunkönig; as. kuning, st. M. (a), König; anfrk. kuning*, st. M. (a), König; germ. *kununga-, *kunungaz, *kuninga-, *kuningaz, st. M. (a), König, Herrscher; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. König, Kluge s. u. König, DW 11, 1691, EWD s. u. König, EWAhd 5, 884, Falk/Torp 35, Duden s. u. König, Bluhme s. u. Koenig; Son.: vgl. afries. kening, kining, koning, st. M. (a), König; nnordfries. könning, M., König; ae. cyning, cyneg, cyng, st. M. (a), König; me. king, kingue, kingk, ging, M., König; an. konungr, st. M. (a), König; nndl. koning, Sb., König; nschw. konung, Sb., König; nnorw. konge, kong, M., König; lit. žynỹs, M., Zauberer, Wahrsager, Priester; lit. kùnigas, M., Priester, König; lett. kùngs, M., Herr, Fürst; urslaw. *kъnędzъ, M., König (entlehnt aus einer germanischen Sprache); GB.: (kuning) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Titel des nach dem Kaiser höchsten weltlichen Herrschers oder Repräsentanten in bestimmten Monarchien bis zu deren Änderung oder Abschaffung oder teilweise noch in der Gegenwart; BM.: erzeugen; F.: König, Königs, Könige, Königen+EW; Z.: Kön-ig
Könighase, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Könighase, Kaninchen; ne. rabbit, bunny; Q.: 15. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: von einem königlein, dieses von lat. cunīculus, M., Kaninchen, unterirdischer Gang, (81-43 v. Chr.); aus dem Iberischen, oder von lat. cunnus, M., weibliche Scham; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Hase; L.: Kluge s. u. Könighase, DW 11, 1702, Schmeller 2, 244; GB.: seit 15. Jh. für Bayern und Österreich belegte Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches dem Hasen ähnliches Tier mit graubraunem oder grauem oder weißem oder schwarzem Fell; BM.: Röhrenbewohner bzw. bedecken?; F.: Könighase, Könighasen+FW+EW; Z.: Kö-n-ig—has-e
$Königin, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Königin; E.: s. König, s. in; L.: Kluge s. u. König, DW 11, 1702, EWD s. u. König; GB.: (kuningin) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus König und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Frau als König oder die sachlich wohl schon früher mögliche Ehefrau eines Königs; F.: Königin, Königinnen+EW; Z.: Kön-ig-in
$Königlein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Königlein; E.: s. König, s. lein, s. Könighase; L.: Kluge s. u. Könighase, DW 11, 1702; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus lat. cuniculus aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Kaninchen; F.: Königlein, Königleins, Königleine, Königleinen+FW+EW; Z.: Kön-ig-lein; Son.: daneben ist Königlein auch der Zaunkönig und der kleine König (lat. regulus)
$königlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. königlich, König betreffend; E.: s. König, s. lich; L.: Kluge s. u. König, DW 11, 1706, EWD s. u. König; GB.: (kuninglīh) seit um 765 belegte und aus König und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zu dem König gehörend oder den König betreffend; F.: königlich, königliche, königliches, königlichem, königlichen, königlicher(, königlichere, königlicheres, königlicherem, königlicheren, königlicherer, königlichst, königlichste, königlichstes, königlichstem, königlichsten, königlichster)+EW; Z.: kön-ig-lich
$Königreich, nhd., N., (8 Jh.?): nhd. Königreich; E.: s. König, s. Reich; L.: DW 11, 1709, EWD s. u. König; GB.: seit 8. Jh. (kuningrīhhi*) belegte und aus König und Reich gebildete und sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bezeichnung für das Reich eines Königs; F.: Königreich, Königreichs, Königreiches, Königreiche, Königreichen+EW; Z.: Kön-ig—eich
$Königskerze, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Königskerze; E.: s. König, s. s, s. Kerze; L.: Kluge s. u. Königskerze, DW 11, 1712; GB.: (kunigeskerze) seit 13. Jh. belegte und aus König und s sowie Kerze gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche früher nach Tränken in Pech oder Wachs oder Harz als Fackel verwendete und nach einer Legende einmal einem König von England in den Katakomben Roms als Kerze hilfreiche Pflanze; F.: Königskerze, Königskerzen+EW+FW; Z.: Kön-ig-s—kerz-e
$Königtum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Königtum, Königreich, Königswürde; E.: s. König, s. tum; L.: Kluge s. u. König, DW 11, 1718 (Königthum), EWD s. u. König; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus König und tum gebildete Bezeichnung für eine Staatsform unter einem König oder den Stand eines Königs oder die Würde eines Königs; F.: Königtum, Königtums, Königtumes, Königtümer, Königtümern+EW; Z.: Kön-ig-tum
$konisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konisch, kegelförmig, spitz zulaufend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Kon(us), s. isch; L.: Kluge s. u. Konus, fehlt DW, EWD s. u. Konus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus lat. con(us) M. Kegel und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches kegelförmig oder spitz zulaufend; F.: konisch, konische, konisches, konischem, konischen, konischer(, konischere, konischeres, konischerem, konischeren, konischerer, konischst, konischste, konischstes, konischstem, konischsten, konischster)+FW(+EW); Z.: ko-n-isch
Konjektur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konjektur, verbessernder Eingriff eines Herausgebers, Vermutung; ne. conjecture; Vw.: -; Hw.: s. konjizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. coniectūra; E.: s. lat. coniectūra, F., Mutmaßung, Vermutung, mutmaßlicher Schluss, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. conicere, V., werfen, hinwerfen, hineinwerfen, hinaufwerfen, daraufwerfen, zusammenwerfen, schleudern; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konjektur, fehlt DW, Duden s. u. Konjektur; Son.: vgl. nndl. conjectuur, Sb., Konjektur; frz. conjecture, F., Konjektur; ndän. konjektur, Sb., Konjektur; nnorw. konjektur, M., Konjektur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Schrift möglichen verbessernden Eingriff eines Herausgebers (in einem nicht eindeutig oder zweifelsfrei überlieferten Text) (oder eine Vermutung); BM.: mit, werfen; F.: Konjektur, Konjekturen+FW+EW; Z.: Kon-je-k-t-ur
konjizieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.?): nhd. konjizieren, vermuten, Verbesserungen in einem Text anbringen; ne. conjecture (V.); Vw.: -; Hw.: s. Konjektur; Q.: 1653?; I.: Lw. lat. conicere; E.: s. lat. conicere, V., werfen, hinwerfen, hineinwerfen, hinaufwerfen, daraufwerfen, zusammenwerfen, schleudern, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konjektur, fehlt DW, Duden s. u. konjizieren; GB.: vielleicht seit 1653 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches vermuten oder Verbesserungen in einem Text anbringen; BM.: mit, werfen; F.: konjizieren, konjiziere, konjizierst, konjiziert, konjizierest, konjizieret, konjizierte, konjiziertest, konjizierten, konjiziertet, ##konjiziert, konjizierte, konjiziertes, konjiziertem, konjizierten, konjizierter##, konjizierend, ###konjizierend, konjizierende, konjizierendes, konjizierendem, konjizierenden, konjizierender###, konjizier (!)+FW(+EW); Z.: kon-ji-z-ier-en
Konjugation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konjugation, Abwandlung, Beugung; ne. conjugation; Vw.: -; Hw.: s. konjugieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. coniugātio; E.: s. lat. coniugātio, F., Verbindung, Vermischung, Vereinigung, Verbindungsmöglichkeit, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. coniugāre, V., zusammenjochen, zusammenpaaren, verbinden, verknüpfen, ehelich verbinden, verheiraten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iugāre, V., jochen, jochartig anbinden, verknüpfen; lat. iugum, N., Joch, Kummet, Gespann, Juchert; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. konjugieren, fehlt DW, EWD s. u. konjugieren, Duden s. u. Konjugation; Son.: vgl. nndl. conjugatie, Sb., Konjugation; frz. conjugaison, F., Konjugation; nschw. konjugation, Sb., Konjugation; nnorw. konjugasjon, M., Konjugation; poln. koniugacja, F., Konjugation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Beugung des Verbes wie sie in dem Grundsatz in der Rubrik F(ormen) bei allen Verben des vorliegenden Werkes vereinfacht dargestellt ist wie beispielsweise bei arbeiten oder beugen oder dienen oder geben oder haben oder kommen oder konjugieren oder leiden oder machen oder nageln oder reisen oder sein (V.) oder tun oder wirken oder ziehen; BM.: mit, bewegen; F.: Konjugation, Konjugationen+FW(+EW); Z.: Kon-ju-g-at-io-n
konjugieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. konjugieren, beugen, flektieren; ne. conjugate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Konjugation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. coniugāre; E.: s. lat. coniugāre, V., zusammenjochen, zusammenpaaren, verbinden, verknüpfen, ehelich verbinden, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iugāre, V., jochen, jochartig anbinden, verknüpfen; lat. iugum, N., Joch, Kummet, Gespann, Juchert; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. konjugieren, fehlt DW, EWD s. u. konjugieren, Duden s. u. konjugieren; Son.: vgl. nndl. conjugeren, V., konjugieren; frz. conjuguer, V., konjugieren; nschw. konjugera, V., konjugieren; nnorw. konjugere, V., konjugieren; poln. koniugować, V., konjugieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für beugen oder ein Verb in seinen grammatischen Formen abwandeln wie dies bei allen Verben des vorliegenden Werkes vereinfacht dargestellt ist wie beispielsweise bei arbeiten oder beugen oder dienen oder geben oder haben oder kommen oder konjugieren oder leiden oder machen oder nageln oder reisen oder sein (V.) oder tun oder ziehen; BM.: mit, bewegen bzw. verbinden; F.: konjugieren, konjugiere, konjugierst, konjugiert, konjugierest, konjugieret, konjugierte, konjugiertest, konjugierten, konjugiertet, ##konjugiert, konjugierte, konjugiertes, konjugiertem, konjugierten, konjugierter##, konjugierend, ###konjugierend, konjugierende, konjugierendes, konjugierendem, konjugierenden, konjugierender###, konjugier (!)+FW+EW; Z.: kon-ju-g-ier-en
Konjunktion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konjunktion, Bindewort, Verbindung; ne. conjunction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. coniūnctio; E.: mnd. conjunctie, konjunctie, F., Bindewort, Konjunktion; lat. coniūnctio, F., Verbindung, Zusammenhang, Komplex, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. coniungere, V., zusammenknüpfen, zusammenbinden, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen, anspannen, anschirren; vgl. lat. iugum, N., Joch, Kummet; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konjunktion, fehlt DW, EWD s. u. Konjunktion, Duden s. u. Konjunktion; Son.: vgl. nndl. conjunktie, Sb., Konjunktion; frz. conjonction, Sb., Konjunktion; nschw. konjunktion, Sb., Konjunktion; nnorw. kojunksjon, M., Konjunktion; poln. koniunkcja, F., Konjunktion; lit. konjunkcija, F., Konjunktion; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Stellung zweier Gestirne in einer Linie mit der Erde sowie ein Bindewort (wie beispielsweise und oder oder) oder eine Verbindung; BM.: mit, bewegen bzw. verbinden; F.: Konjunktion, Konjunktionen+FW+EW; Z.: Kon-ju-n-k-t-io-n
Konjunktiv, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konjunktiv, Möglichkeitsform; ne. conjunctive (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. (modus) coniūnctīvus-; E.: s. lat. (modus) coniūnctīvus, M., der zur Verbindung dienende Modus; lat. coniūnctīvus, Adj., verbindend, zur Verbindung dienlich, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. coniungere, V., zusammenknüpfen, zusammenbinden, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen, anspannen, anschirren; vgl. lat. iugum, N., Joch, Kummet; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konjunktiv, fehlt DW, EWD s. u. Konjunktiv, Duden s. u. Konjunktiv; Son.: vgl. nndl. conjunctief, Sb., Konjunktiv; nschw. konjunktiv, Sb., Konjunktiv; nnorw. konjunktiv, M., Konjunktiv; lit. konjuktyvas, M., Konjunktiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lat. (modus) coniunctivus aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Möglichkeitsform(en) des Verbes wie sie vereinfacht bei allen aufgenommenen Verben dieses Werkes dargestellt sind; BM.: mit, bewegen bzw. verbinden; F.: Konjunktiv, Konjunktivs, Konjunktives, Konjunktive, Konjunktiven+FW; Z.: Kon-ju-n-k-t-iv
Konjunktur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konjunktur, Geschäftsgang, gesamtwirtschaftliche Lage, Wirtschaftslage; ne. conjuncture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. coniungere, V., zusammenknüpfen, zusammenbinden, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iungere, V., verbinden, vereinigen, zusammenfügen, zusammenknüpfen, anspannen, anschirren; vgl. lat. iugum, N., Joch, Kummet; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konjunktur, fehlt DW, EWD s. u. Konjunktur, Duden s. u. Konjunktur; Son.: vgl. nndl. conjunctuur, Sb., Konjunktur; frz. conjecture, F., Konjunktur; nschw. konjunktur, Sb., Konjunktur; nnorw. konjunktur, M., Konjunktur; poln. koniunktura, F., Konjunktur; lit. konjunktūra, F., Konjunktur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine jeweilige gesamtwirtschaftliche Lage oder Wirtschaftslage; BM.: mit, bewegen bzw. verbinden; F.: Konjunktur, Konjunkturen+FW(+EW); Z.: Kon-ju-n-k-t-ur
konkav, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konkav, hohl gewölbt, nach innen gewölbt; ne. concave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. concavus; E.: lat. concavus, Adj., rings hohl, rings gehöhlt, hohl, gewölbt, gekrümmt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cavus, Adj., hohl, gehöhlt, im Inneren leer; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konkav, fehlt DW, EWD s. u. konkav, Duden s. u. konkav; Son.: vgl. nndl. concaaf, Adj., konkav; frz. concave, Adj., konkav; nschw. konkav, Adj., konkav; nnorw. konkav, Adj., konkav; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für nach innen gewölbt in Gegensatz zu konvex (nach außen gewölbt); BM.: mit, wölben; F.: konkav, konkave, konkaves, konkavem, konkaven, konkaver+FW(+EW); Z.: kon-kav
Konklave, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Konklave, Versammlung, Versammlungsraum; ne. conclave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; E.: mnd. conclave, konklave, N., „Konklave“, Kardinalsklausur; it. conclave, M., Konklave; lat. conclāve, N., verschließbares Gemach, Zimmer, Speisezimmer, Schlafgemach, Stall, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. clāvis, F., Kloben, Schlüssel, Schloss, Verschluss, Notenschlüssel; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konklave, EWD s. u. Konklave, Duden s. u. Konklave; Son.: vgl. nndl. conclave, Sb., Konklave; frz. conclave, M., Konklave; nschw. konklav, Sb., Konklave; nnorw. konklave, N., Konklave; poln. konklawe, M., Konklave; kymr. conclaf, M., Konklave; lit. konklava, F., Konklave; GB.: seit um 1400 mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen abschließbaren Raum sowie insbesondere für den streng abgeschlossenen Versammlungsraum in dem Vatikan für die Kardinäle bei der Wahl eines (neuen) Papstes; BM.: mit, verschließen; F.: Konklave, Konklaven+FW(+EW); Z.: Kon-kla-v-e
Konkordanz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Konkordanz, Wortverzeichnis; ne. concordance; Vw.: -; Hw.: s. Konkordat; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: s. mhd. concordanz, st. F., Konkordanz, Eintracht; mnd. concordantie, konkordantie*, F., Konkordantie, Bibelkonkordanz; mlat. concordantia, F., Übereinstimmung, Parallelstelle; vgl. lat. concordāre, V., sich in Eintracht befinden, in Eintracht leben, einig sein (V.); lat. concors, Adj., einträchtig, einig (Adj.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cor, N., Herz, Seele, Mut; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Konkordanz, fehlt DW, EWD s. u. Konkordanz, Duden s. u. Konkordanz; Son.: vgl. nndl. condordantie, Sb., Konkordanz; frz. concordance, Sb., Konkordanz; nschw. konkordans, Sb., Konkordanz; nnorw. konkordans, M., Konkordanz; poln. konkordancja, F., Konkordanz; kymr. concordans, M., Konkordanz; nir. comhchordacht, F., Konkordanz; GB.: (concordanz) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis der in einem Werk verwendeten Wörter und Begriffe (oder für eine Übersicht über die Seitenzählungen verschiedener Ausgaben eines Werkes); BM.: mit, Herz; F.: Konkordanz, Konkordanzen+FW(+EW); Z.: Kon-kord-anz
Konkordat, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Konkordat, Vertrag zwischen dem Vatikan und einem Staat; ne. concordat; Vw.: -; Hw.: s. Konkordanz; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. concordātum; E.: s. mlat. concordātum, Übereinstimmung; vgl. lat. concordāre, V., sich in Eintracht befinden, in Eintracht leben, einig sein (V.), (81-43 v. Chr.); lat. concors, Adj., einträchtig, einig (Adj.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cor, N., Herz, Seele, Mut; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Konkordat, fehlt DW, Duden s. u. Konkordat; Son.: vgl. nndl. concordat, Sb., Konkordat; frz. concordat, M., Konkordat; nschw. konkordat, Sb., Konkordat; nnorw. konkordat, N., Konkordat; poln. konkordat, M., Konkordat; kymr. concordat, M., Konkordat; nir. concordáid, F., Konkordat; lit. kokordatas, M., Konkordat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vertrag zwischen dem Vatikan und einem Staat; BM.: mit, Herz; F.: Konkordat, Konkordats, Konkordates, Konkordate, Konkordaten+FW(+EW); Z.: Kon-kord-at
konkret, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konkret, gegenständlich, anschaulich; ne. concrete (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. concrētus; E.: s. lat. concrētus, Adj., verdichtet, geronnen, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. concrēscere, V., sich verdichten, in sich zusammenwachsen, gerinnen, verhärten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. crēscere, V., anfangen hervorzukommen, nach und nach hervorkommen, wachsen (V.) (1), hervorwachsen, (204-169 v. Chr.); idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konkret, fehlt DW, EWD s. u. konkret, Duden s. u. konkret; Son.: vgl. nndl. concreet, Adj., konkret; frz. concret, Adj., konkret; nschw. konkret, Adj., konkret; nnorw. konkret, Adj., konkret; poln. konkretny, Adj., konkret; kymr. concrit, Adj., konkret; nir. coincréateach, Adj., konkret; lit. konkretus, Adj., konkret; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (verdichtet oder geronnen) oder gegenständlich oder anschaulich oder bestimmt oder auf einen jeweiligen Einzelfall bezogen; BM.: mit, wachsen (V.) (1); F.: konkret, konkrete, konkretes, konkretem, konkreten, konkreter(, konkretere, konkreteres, konkreterem, konkreteren, konkreterer, konkretest, konkreteste, konkretestes, konkretestem, konkretesten, konkretester)+FW(+EW); Z.: kon-kre-t
$konkretisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. konkretisieren, vergegenständlichen, näher bestimmen, verdeutlichen, veranschaulichen; E.: s. konkret, s. is, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. konkret; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus konkret und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für vergegenständlichen oder näher bestimmen oder verdeutlichen oder veranschaulichen; F.: konkretisieren, konkretisiere, konkretisierst, konkretisiert, konkretisierest, konkretisieret, konkretisierte, konkretisiertest, konkretisierten, konkretisiertet, ##konkretisiert, konkretisierte, konkretisiertes, konkretisiertem, konkretisierten, konkretisierter##, konkretisierend, ###konkretisierend, konkretisierende, konkretisierendes, konkretisierendem, konkretisierenden, konkretisierender###, konkretisier (!)+FW(+EW); Z.: kon-kre-t-is-ier-en
$Konkretisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konkretisierung, Vergegenständlichung, nähere Bestimmung, Verdeutlichung, Veranschaulichung; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. konkretisier(en), s. ung; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus konkretisier(en) und ung gebildete Bezeichnung für Vergegenständlichung oder nähere Bestimmung oder Verdeutlichung oder Veranschaulichung; L.: fehlt DW, EWD s. u. konkret; F.: Konkretisierung¸ Konkretisierungen+FW+EW; Z.: Kon-kre-t-is-ier-ung
$Konkretum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konkretum, Verdichtung, Veranschaulichung, Vergegenständlichung, Gegenständliches; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. lat. concretum, s. konkret; L.: fehlt DW, EWD s. u. konkret; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (eine Verdichtung) oder eine Veranschaulichung oder eine Vergegenständlichung oder etwas Gegenständliches wie ein Baum oder ein Fisch oder ein Haus oder ein Kraftfahrzeug oder ein Vogel; F.: Konkretum, Konkretums, Konkreta+FW; Z.: Kon-kre-t-a
Konkubinat, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Konkubinat, eheähnliche Lebensgemeinschaft ohne Eheschließung; ne. concubinage; Vw.: -; Hw.: s. Konkubine; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. concubīnātus; E.: s. lat. concubīnātus (1), M., eine Art morganatische Ehe, Konkubinat, nichteheliche Geschlechtsverbindung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. concubīna, F., Zuhälterin, Konkubine, Beischläferin, Buhlin; lat. concubāre, V., darniederliegen, zusammenliegen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cubāre, V., ruhen, ruhend liegen, speisen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konkubine, fehlt DW, EWD s. u. Konkubine, Duden s. u. Konkubinat; Son.: vgl. nndl. concubinaat, Sb., Konkubinat; frz. concubinage, M., Konkubinat; nschw. konkubinat, Sb., Konkubinat; nnorw. konkubinat, N., Konkubinat; poln. konkubinat, M., Konkubinat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung der Ehe mögliche eheähnliche Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau ohne Eheschließung; BM.: mit, ruhen bzw. biegen; F.: Konkubinat, Konkubinates, Konkubinats, Konkubinate, Konkubinaten+FW(+EW); Z.: Kon-ku-b-in-at
Konkubine, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Konkubine, Geliebte, Nebenfrau, Beischläferin; ne. concubine; Vw.: -; Hw.: s. Konkubinat; Q.: um 1400; E.: vgl. mhd. concubīne, sw. F., Konkubine; mnd. concubīne, konkubīne, konkobīne, kunkebīne, F., Konkubine, Buhlerin, Beischläferin, Nebenfrau; lat. concubīna, F., Zuhälterin, Konkubine, Beischläferin, Buhlin, (um 250-184 v. Chr.); lat. concubāre, V., darniederliegen, zusammenliegen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cubāre, V., ruhen, ruhend liegen, speisen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konkubine, fehlt DW, EWD s. u. Konkubine, Duden s. u. Konkubine; Son.: vgl. frz. concubine, F., Konkubine; nschw. konkubin, Sb., Konkubine; nnorw. konkubine, F., Konkubine; poln. konkubina, F., Konkubine; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht sachlich seit Entwicklung der Ehe mögliche mit einem Mann ohne Eheschließung in einer Lebensgemeinschaft lebende Frau; BM.: mit, ruhen bzw. biegen; F.: Konkubine, Konkubinen+FW(+EW); Z.: Kon-ku-b-in-e
Konkurrent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Konkurrent, Mitbewerber, Gegner; ne. competitor, rival (M.); Vw.: -; Hw.: s. konkurrieren, Konkurrenz; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. concurrēns; E.: s. lat. concurrēns, (Part. Präs.=)M., Hineilender, Attackierender; vgl. lat. concurrere, V., zusammenlaufen, zusammenrennen, zusammenkommen, zusammentreffen, hineilen, eilig sich einstellen, Zuflucht nehmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. konkurrieren, fehlt DW, EWD s. u. konkurrieren, Duden s. u. Konkurrent; Son.: vgl. nndl. concurrent, Sb., Konkurrent; frz. concurrent, M., Konkurrent; nschw. konkurrent, Sb., Konkurrent; nnorw. konkurrent, M., Konkurrent; poln. konkurrent, M., Konkurrent; lit. konkurentas, M., Konkurrent; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliches Lebewesen das auf einem bestimmten Gebiet mit einem anderen Lebewesen in Wettstreit steht; BM.: mit, laufen; F.: Konkurrent, Konkurrenten+FW(+EW); Z.: Kon-kurr-ent
Konkurrenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konkurrenz, Wettstreit, Wettbewerb, Rivalität; ne. competition, rivalry; Vw.: -; Hw.: s. konkurrieren, Konkurrent; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. mlat. concurrentia; E.: s. mlat. concurrentia, F., Wettbewerb, Konkurrenz, Rivalität; vgl. lat. concurrere, V., zusammenlaufen, zusammenrennen, zusammenkommen, zusammentreffen, hineilen, eilig sich einstellen, Zuflucht nehmen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. konkurrieren, fehlt DW, EWD s. u. konkurrieren, Duden s. u. Konkurrenz; Son.: vgl. nndl. concurrentie, Sb., Konkurrenz; frz. concurrence, F., Konkurrenz; nschw. konkurrens, Sb., Konkurrenz; nnorw. konkurranse, M., Konkurrenz; poln. konkurencja, F., Konkurrenz; lit. konkurencija, F., Konkurrenz; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Lebewesen möglichen Wettstreit oder Wettbewerb; BM.: mit, laufen; F.: Konkurrenz, Konkurrenzen+FW(+EW); Z.: Kon-kurr-enz
$Konkurrenzkampf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Konkurrenzkampf, Wettkampf unter Lebewesen; E.: s. Konkurrenz, s. Kampf; L.: fehlt DW, EWD s. u. konkurrieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konkurrenz und Kampf gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen Wettkampf unter Lebewesen; F.: Konkurrenzkampf¸ Konkurrenzkampfes, Konkurrenzkampfs, Konkurrenzkämpfe, Konkurrenzkämpfen+FW(+EW); Z.: Kon-kurr-enz—kam-p-f
konkurrieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. konkurrieren, wetteifern, in Wettkampf stehen, in Wettstreit liegen; ne. concur, compete; Vw.: -; Hw.: s. Konkurrent, Konkurrenz, rekurrieren; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. concurrere; E.: s. lat. concurrere, V., zusammenlaufen, zusammenrennen, hineilen, Zuflucht nehmen, attackieren, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. konkurrieren, fehlt DW, EWD s. u. konkurrieren, Duden s. u. konkurrieren; Son.: vgl. nndl. concurreren, V., konkurrieren; frz. concurrencer, V., konkurrieren; nschw. konkurrera, V., konkurrieren; nnorw. konkurrere, V., konkurrieren; poln. konkurować, V., konkurrieren; lit. konkuruoti, V., konkurrieren; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches wetteifern oder in Wettkampf stehen oder in Wettstreit liegen; BM.: mit, laufen; F.: konkurrieren, konkurriere, konkurrierst, konkurriert, konkurrierest, konkurrieret, konkurrierte, konkurriertest, konkurrierten, konkurriertet, ##konkurriert, konkurrierte, konkurriertes, konkurriertem, konkurrierten, konkurrierter##, konkurrierend, ###konkurrierend, konkurrierende, konkurrierendes, konkurrierendem, konkurrierenden, konkurrierender###, konkurrier (!)+FW(+EW); Z.: kon-kurr-ier-en
Konkurs, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konkurs, Bankrott, Zahlungseinstellung, Zahlungsunfähigkeit; ne. bankruptcy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. concursus; E.: s. lat. concursus, M., Zusammenlaufen, Auflauf, Zusammenströmen, Mithilfe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. concurrere, V., zusammenlaufen, zusammenrennen, zusammenkommen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Konkurs, fehlt DW, EWD s. u. Konkurs, Duden s. u. Konkurs; Son.: vgl. nschw. konkurs, Sb., Konkurs; nnorw. konkurs, M., Konkurs; poln. konkurs, M., Konkurs; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums mögliche Einstellung aller Zahlungen eines Unternehmers oder Unternehmens wegen Zahlungsunfähigkeit oder einen Bankrott; BM.: mit, laufen; F.: Konkurs, Konkurses, Konkurse, Konkursen+FW(+EW); Z.: Kon-kurs
können, nhd., V., (8. Jh.): nhd. können, vermögen, imstande sein (V.), wissen; ne. can; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: fnhd. kunnen, künnen, anom. V., können, wissen; mhd. kunnen (1), künnen, anom. V., wissen, kennen, verstehen; mnd. künnen, kynnen, kunnen, konnen, Prät.-Präs., können, sich worauf verstehen, wissen, vermögen, im Stande sein (V.), bestehen, standhalten; mnl. connen, V., können; ahd. kunnan*, Prät.-Präs., beherrschen, verstehen, wissen, können, vermögen; as. kunnan*, kan*, Prät.-Präs., können, kennen, verstehen; anfrk. -; germ. *kunnan, Prät.-Präs., verstehen, können, kennen; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. können, Kluge s. u. können, DW 11, 1719, EWD s. u. können, EWAhd 5, 888, Falk/Torp 35, Seebold 289, Duden s. u. können, Bluhme s. u. koennen; Son.: unreg. V.; vgl. afries. kunna, Prät. Präs., kennen, können; nfries. kunnen, V., können; ae. cunnan, Prät. Präs., wissen, kennen, vermögen, können; an. kunna, Prät.-Präs., kennen, wissen, gönnen, können, zürnen; got. kunnan (1), Prät. Präs. (3), kennen, wissen; nndl. kunnen, V., können; nschw. kunna, V., können; nnorw. kunne, V., können; ai. jānā́ti, V., kennt, weiß; ai. jñāyáte, V., wird gewusst; gr. γεγωνεῖν (gegōnein), V., verständlich sein (V.), gehört werden; gr. γιγνώσκειν (gignṓskein), V., erkennen, kennen lernen, erfahren (V.), wahrnehmen; lat. gnōscere, V., erkennen, kennenlernen; lit. pa-žìnti, V., kennen; lit. žinóti, V., wissen; lett. zinim, V., weiß; ksl. znati, V., kennen; toch. A kña-, V., kennen; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches vermögen oder imstande sein (V.) etwas zu tun; BM.: erkennen; F.: können, kann, kannst, könnt, könne (!), könnest, könnet, konnte, konntest, konnten, konntet, könnte, könntest, könnten, könntet, gekonnt, ##gekonnt, gekonnte, gekonntes, gekonntem, gekonnten, gekonnter##, könnend, ###könnend, könnende, könnendes, könnendem, könnenden, könnender###, kann+EW; Z.: kön-n-en
$Könner, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Könner, Könnender; E.: s. können; L.: Kluge s. u. können, DW 11, 1718, EWD s. u. können; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus könn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Könnenden; F.: Könner, Könners, Könnern+EW; Z.: Kön-n-er
Konnex, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Konnex, Verbindung, Zusammenhang; ne. connexion, nexus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. cōnexus; E.: s. lat. cōnexus (1), M., Verknüpfung, Verflechtung, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cōnectere, V., zusammenknüpfen, verknüpfen, verschlingen, verbinden, anreihen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Konnex; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche zwischen zwei Gegebenheiten bestehende Verbindung oder einen bestehenden Zusammenhang; BM.: mit, knoten; F.: Konnex, Konnexes, Konnexe, Konnexen+FW(+EW); Z.: Kon-nex
Konnexion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konnexion, Verbindung, Zusammenhang; ne. connexion, connection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnexio; E.: s. lat. cōnexio, F., Verknüpfung, genaue Verbindung, Aneinanderreihung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnectere, V., zusammenknüpfen, verknüpfen, verschlingen, verbinden, anreihen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konnexion, fehlt DW, Duden s. u. Konnexion; Son.: vgl. nndl. connectie, Sb., Konnexion; frz. connexion, F., Konnexion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche zwischen zwei Gegebenheiten bestehende Verbindung oder einen bestehenden Zusammenhang; BM.: mit, drehen bzw. knoten; F.: Konnexion, Konnexionen+FW; Z.: Kon-nex-io-n
Konnotation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Konnotation, Bedeutung, Nebenbedeutung, Begleitvorstellung; ne. connotation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. connotātio; E.: s. lat. connotātio, F., Mitbezeichnung; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. notāre, V., kennzeichnen, bezeichnen, mit Kennzeichen versehen (V.), bemerken; idg. *g̑nōtós, *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Konnotation, fehlt DW, Duden s. u. Konnotation; Son.: vgl. nndl. connotatie, Sb., Konnotation; frz. connotation, F., Konnotation; nschw. konotasjon, Sb., Konnotation; nnorw. konnotasjon, F., Konnotation; poln. konotacja, F., Konnotation; lit. konotacija, F., Konnotation; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bedeutung oder Nebenbedeutung oder Begleitvorstellung; BM.: mit, erkennen; F.: Konnotation, Konnotationen+FW(+EW); Z.: Kon-no-t-at-io-n
Konsekration, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Konsekration, liturgische Weihe; ne. consecration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsecrātio; E.: s. lat. cōnsecrātio, F., Heiligmachung, Heiligung, religiöse Weihe (F.) (2), (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsecrāre, V., heilig machen, heilig sprechen, heiligen, den Göttern weihen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Konsekration, fehlt DW, Duden s. u. Konsekration; Son.: vgl. nndl. consecratie, Sb., Konsekration; frz. consécration, F., Konsekration; poln. konsekracja, F., Konsekration; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer sachlich seit Entwicklung von Religion möglichen liturgischen Weihe; BM.: mit, heilig bzw. heiligen; F.: Konsekration, Konsekrationen+FW(+EW); Z.: Kon-sek-r-at-io-n
konsekutiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. konsekutiv, folgend, die Folge angebend; ne. consecutive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. consecutīvus; E.: s. mlat. cōnsecūtīvus, Adj., folgend; vgl. lat. cōnsequī, V., mitfolgen, nachfolgen, folgen, nachgehen, nachkommen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konsekutiv, fehlt DW, Duden s. u. konsekutiv; Son.: vgl. nndl. consecutief, Adj., konsekutiv; frz. consecutif, Adj., konsekutiv; nschw. konsekutiv, Adj., konsekutiv; poln. konsekutywny, Adj., konsekutiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches folgend wie es sich etwa aus Ursache und Wirkung ergibt; BM.: mit, folgen; F.: konsekutiv, konsekutive, konsekutives, konsekutivem, konsekutiven, konsekutiver+FW(+EW); Z.: kon-sek-ut-iv
Konsens, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Konsens, Übereinstimmung; ne. consensus, consent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsēnsus; E.: mnd. consens, consent, konsens*, Sb., Konsens, Zustimmung, Einwilligung; lat. cōnsēnsus, M., Übereinstimmung, Einstimmigkeit, Einhelligkeit, übereinstimmendes Urteil, Zeugnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsēntīre, V., übereinstimmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konsens, fehlt DW, EWD s. u. Konsens, Duden s. u. Konsens; Son.: vgl. nndl. consent, Sb., Konsens; frz. consensus, M., Konsens; nschw. konsensus, Sb., Konsens; nnorw. konsens, konsensus, M., Konsens; poln. konsens, M., Konsens; kymr. consensws, M., Konsens; lit. konsensusas, M., Konsens; GB.: (consensbrief) seit 1411 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Übereinstimmung (von Meinungen); BM.: mit, empfinden; F.: Konsens, Konsenses, Konsense, Konsensen+FW; Z.: Kon-sens
konsequent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konsequent, folgend, folgerichtig, logisch, sachlich zwingend, beharrlich; ne. consequent; Vw.: s. Konsequenz; Hw.: s. Konsequenz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsequēns; E.: s. lat. cōnsequēns (1), (Part. Präs.=)Adj., folgend, in richtiger Folge stehend, folgerecht, folgerichtig, schlüssig, anschließend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsequī, V., mitfolgen, nachfolgen, folgen, nachgehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Konsens, fehlt DW, EWD s. u. Konsequenz, Duden s. u. konsequent; Son.: vgl. nndl. consequent, Adj., konsequent; frz. conséquent, Adj., konsequent; nschw. konsekvent, Adj., konsequent; nnorw. konsekvent, Adj., konsequent; poln. konsekwentny, Adj., konsequent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches folgend oder folgerichtig oder logisch und sachlich zwingend oder beharrlich; BM.: mit, folgen; F.: konsequent, konsequente, konsequentes, konsequentem, konsequenten, konsequenter(, konsequentere, konsequenteres, konsequenterem, konsequenteren, konsequenterer, konsequentest, konsequenteste, konsequentestes, konsequentestem, konsequentesten, konsequentester)+FW(+EW); Z.: kon-sequ-ent
Konsequenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konsequenz, Folge, Auswirkung, Folgerichtigkeit; ne. consequence; Vw.: -; Hw.: s. konsequent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsequentia; E.: s. lat. cōnsequentia, F., Aufeinanderfolge, Folge, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsequī, V., mitfolgen, nachfolgen, folgen, nachgehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Konsequenz, fehlt DW, EWD s. u. Konsequenz, Duden s. u. Konsequenz; Son.: vgl. nndl. consequentie, Sb., Konsequenz; frz. conséquence, F., Konsequenz; nschw. konsekvens, Sb., Konsequenz; nnorw. konsekvens, M., Konsequenz; poln. konsekwencja, F., Konsequenz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Folge oder Auswirkung oder Folgerichtigkeit; BM.: mit, folgen; F.: Konsequenz, Konsequenzen+FW(+EW); Z.: Kon-sequ-enz
konservativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. konservativ, traditionsverbunden, bewahrend, hergebracht; ne. conservative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. konservieren, Konservator; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.; E.: s. lat. cōnservātīvus, Adj., bewahrend, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. conservāre, V., bewahren, erhalten (V.), retten, behüten; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht; etruskischer Herkunft; L.: Duden s. u. konservativ, EWD s. u. konservativ, Duden s. u. konservativ; Son.: vgl. nndl. conservatief, Adj., konservativ; frz. conservateur, Adj., konservativ; nschw. konservativ, Adj., konservativ; nnorw. konservativ, Adj., konservativ; poln. konserwatywny, Adj., konservativ; lit. konservatyvus, Adj., konservativ; GB.: zuerst in England und Frankreich ab etwa achtzehnhundert belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen und in der Herkunft mit dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für bewahrend oder hergebracht; BM.: mit, wahren bzw. Diener; F.: konservativ, konservative, konservatives, konservativem, konservativen, konservativer(, konservativere, konservativeres, konservativerem, konservativeren, konservativerer, konservativst, konservativste, konservativstes, konservativstem, konservativsten, konservativster)+FW(+EW); Z.: kon-serv-at-iv
$Konservative, Konservativer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Konservative; Q.: 1830-1840; E.: s. konservativ, s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. konservativ; GB.: seit 1830-1840 belegte und aus konservativ und e gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen auf Bewahrung des Hergebrachten ausgerichteten Politik oder Verhaltensweise; F.: Konservative, Konservativer, Konservativen+FW; Z.: Kon-serv-at-iv-e
$Konservativismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Konservativismus; Q.: 1830-1840; E.: s. konservativ, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. konservativ; GB.: seit 1830-1840 belegte und aus konservativ und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche auf Bewahrung des Hergebrachten ausgerichtete Politik oder Verhaltensweise oder Haltung; F.: Konservativismus, Konservativismen+FW(+EW?); Z.: Kon-serv-at-iv-ism-us
Konservator, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Konservator, Bewahrer; ne. conservator; Vw.: -; Hw.: s. konservieren, Konservatorium, konservativ; Q.: 1262 (Urkunde); I.: Lw. lat. cōnservātor; E.: s. mhd. conservator, st. M., Sachwalter, Bevollmächtigter; lat. cōnservātor, M., Bewahrer, Wahrer, Erhalter, Beschützer, Retter, Beachter, Bevollmächtigter, Aufbewahrer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnservāre, V., bewahren, erhalten (V.), begnadigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. konservieren, fehlt DW, EWD s. u. konservieren, Duden s. u. Konservator; Son.: vgl. nndl. conservator, Sb., Konservator; frz. conservateur, M., Konservator; nschw. konservator, M., Konservator; nnorw. konservator, M., Konservator; poln. konserwator, M., Konservator; GB.: seit 1262 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen mit der Erhaltung (von Kunstwerken) betrauten Angestellten oder Bewahrer; BM.: mit, wahren bzw. Diener; F.: Konservator, Konservatoren+FW(+EW); Z.: Kon-serv-at-or
Konservatorium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konservatorium, Musikschule; ne. conservatory, conservatoire; Vw.: -; Hw.: s. konservieren, Konservator, konservativ; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. mlat. cōnservātōrium; E.: s. mlat. cōnservātōrium, N., Archiv; vgl. lat. conservāre, V., bewahren, erhalten (V.), retten, behüten; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Konversatorium, fehlt DW, EWD s. u. Konservatorium, Duden s. u. Konversatorium; Son.: vgl. nndl. conservatorium, Sb., Konservatorium; frz. conservatoire, M., Konservatorium; nschw. konservatorium, N., Konservatorium; nnorw. konservatorium, N., Konservatorium; poln. konserwatorium, Sb., Konservatorium; lit. konservatorija, F., Konservatorium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (ursprünglich ein Archiv und dann) ein Lehrinstitut für die musikalische Laienausbildung oder Berufsausbildung (Musikschule); BM.: mit, wahren bzw. Diener; F.: Konservatorium, Konservatoriums, Konservatorien+FW(+EW); Z.: Kon-serv-at-or-i-um
Konserve, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konserve, haltbar gemachte Nahrung; ne. conserve (N.); Vw.: -; Hw.: s. konservieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. conserva; E.: s. mlat. conserva, F., haltbar Gemachtes; vgl. lat. cōnservāre, V., bewahren, erhalten (V.), begnadigen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. konservieren, EWD s. u. konservieren, Duden s. u. Konserve; Son.: vgl. frz. conserve, F., Konserve; nschw. konserv, Sb., Konserve; nnorw. konserve, M., Konserve; poln. konserwa, F., Konserve; lit. konservas, M., Konserve; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (von Menschen – Denis Papin um siebzehnhundert und Nicolas Appert achtzehnhundertneun sowie Peter Durand in Großbritannien achtzehnhundertzehn - seit dieser Zeit in einem Metallbehälter) Aufbewahrtes und dafür haltbar Gemachtes oder haltbar gemachtes Nahrungsmittel; BM.: mit, wahren bzw. Diener; F.: Konserve, Konserven+FW(+EW); Z.: Kon-serv-e
konservieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. konservieren, haltbarmachen, bewahren; ne. conserve (V.); Vw.: -; Hw.: s. Konserve, konservativ, Konserve, Konservator; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnservāre; E.: s. lat. cōnservāre, V., bewahren, erhalten (V.), begnadigen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. konservieren, fehlt DW, EWD s. u. konservieren, Duden s. u. konservieren; Son.: vgl. nndl. conserveren, V., konservieren; frz. conserver, V., konservieren; nschw. konservera, V., konservieren; nnorw. konservere, V., konservieren; poln. konserować, V., konservieren; lit. konservuoti, V., konservieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit der mittleren Steinzeit versuchtes haltbarmachen oder bewahren (von Lebensmitteln); BM.: mit, wahren bzw. Diener; F.: konservieren, konserviere, konservierst, konserviert, konservierest, konservieret, konservierte, konserviertest, konservierten, konserviertet, ##konserviert, konservierte, konserviertes, konserviertem, konservierten, konservierter##, konservierend, ###konservierend, konservierende, konservierendes, konservierendem, konservierenden, konservierender###, konservier (!)+FW(+EW); Z.: kon-serv-ier-en
konsistent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konsistent, fest, in sich stimmig; ne. consistent; Vw.: -; Hw.: s. Konsistenz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsistēns; E.: s. lat. cōnsistēns, (Part. Präs.=)Adj., hinstellend, hintretend; vgl. lat. cōnsistere, V., sich hinstellen, hintreten, auftreten, hinzutreten, wohnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konsistent, Duden s. u. konsistent; Son.: vgl. nndl. consistent, Adj., konsistent; frz. consistant, Adj., konsistent; nschw. konsistens, Adj., konsistent; nnorw. konsistens, Adj., konsistent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wohl sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches fest oder in sich stimmig; BM.: mit, stehen; F.: konsistent, konsistente, konsistentes, konsistentem, konsistenten, konsistenter(, konsistentere, konsistenteres, konsistenterem, konsistenteren, konsistenterer, konsistentest, konsistenteste, konsistentestes, konsistentestem, konsistentesten, konsistentester)+FW(+EW); Z.: kon-si-st-ent
Konsistenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konsistenz, Beschaffenheit; ne. consistency; Vw.: -; Hw.: s. konsistent; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. cōnsistentia; E.: s. lat. cōnsistentia, F., Hinstellung, Beschaffenheit?, Einrichtung, Anlage, Zustand, Befindlichkeit, (440-461 n. Chr.); vgl. lat. cōnsistere, V., sich hinstellen, hintreten, auftreten, hinzutreten, wohnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konsistent, fehlt DW, Duden s. u. Konsistenz; Son.: vgl. nndl. consistentie, Sb., Konsistenz; frz. consistance, F., Konsistenz; nschw. konsistens, Sb., Konsistenz; nnorw. konsistens, M., Konsistenz; poln. konsystencja, F., Konsistenz; lit. konsistencija, F., Konsistenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Beschaffenheit; BM.: mit, stehen; F.: Konsistenz, Konsistenzen+FW; Z.: Kon-si-st-enz
Konsole, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Konsole, Wandbord, Vorsprung; ne. console, panel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. console; E.: s. frz. console, F., Konsole, Wandtischchen; vgl. frz. consoler, V., trösten; lat. cōnsōlārī, V., Trost zusprechen, aufrichten, ermutigen, beschwichtigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sōlārī, V., trösten, Trost spenden, erleichtern, lindern, mildern, schadlos halten; idg. *sel- (6), *selə-, *slā-, *selh₂-, Adj., V., günstig, gut, begütigen, gnädig werden, Pokorny 900 (1565/37) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Konsole, EWD s. u. Konsole, Duden s. u. Konsole; Son.: vgl. nndl. console, Sb., Konsole; nschw. konsol, Sb., Konsole; poln. konsola, F., Konsole; kymr. consol, M., Konsole; lit. konsolė, F., Konsole; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Wandtischchen oder einen Vorsprung der etwas trägt oder auf dem etwas aufgestellt werden kann; BM.: mit, begütigen; F.: Konsole, Konsolen+FW+EW; Z.: Kon-sol-e
Konsolidation, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Konsolidation, Festigung, Sicherung; ne. consolidation; Vw.: -; Hw.: s. konsolidieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsolidātio; E.: s. lat. cōnsolidātio, F., Feststellung, Sicherung, Stärkung, Festwerden; vgl. lat. cōnsolidāre, V., fest machen, sichern, feststellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. solidāre, V., dicht machen, derb machen, festmachen, befestigen; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. konsolidieren, fehlt DW, EWD s. u. konsolidieren, Duden s. u. Konsolidation; Son.: vgl. nndl. consolidatie, Sb., Konsolidation; lit. konsolidacija, F., Konsolidation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Festigung oder Sicherung (einer Gegebenheit); BM.: mit, ganz; F.: Konsolidation, Konsolidationen+FW; Z.: Kon-sol-id-at-io-n
konsolidieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. konsolidieren, festigen, sichern; ne. consolidate; Vw.: -; Hw.: s. Konsolidation; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. consolider; E.: s. frz. consolider, V., konsolidieren, festigen; lat. cōnsolidāre, V., fest machen, sichern, feststellen, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. solidāre, V., dicht machen, derb machen, festmachen, befestigen; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. konsolidieren, fehlt DW, EWD s. u. konsolidieren, Duden s. u. konsolidieren; Son.: vgl. nndl. consolideren, V., konsolidieren; nschw. konsolidera, V., konsolidieren; nnorw. konsolidere, V., konsolidieren; poln. konsolidować, V., konsolidieren; lit. konsoliduoti, V., konsolidieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (in seinem Bestand) festigen oder sichern; BM.: mit, ganz; F.: konsolidieren, konsolidiere, konsolidierst, konsolidiert, konsolidierest, konsolidieret, konsolidierte, konsolidiertest, konsolidierten, konsolidiertet, konsolidiert, konsolidierte, konsolidiertes, konsolidiertem, konsolidierten, konsolidierter##, konsolidierend, ###konsolidierend, konsolidierende, konsolidierendes, konsolidierendem, konsolidierenden, konsolidierender###, konsolidier (!)+FW; Z.: kon-sol-id-ier-en
$Konsolidierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konsolidierung, Festigung, Sicherung; E.: s. konsolidier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. konsolidieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus konsolidier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Festigung oder Sicherung (einer Gegebenheit); F.: Konsolidierung¸ Konsolidierungen+FW+EW); Z.: Kon-sol-id-ier-ung
Konsonant, nhd., (Part. Präs.=)M., (15. Jh.): nhd. Konsonant, Mitlaut; ne. consonant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsonāns; E.: s. lat. cōnsonāns, M., Mitlauter, Konsonant, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. cōnsonāre, V., zusammentönen, zusammenschallen, zusammenklingen, zugleich ertönen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sonāre, V., tönen, ertönen, schallen, erschallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch; idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Konsonant, fehlt DW, EWD s. u. Konsonant, Duden s. u. Konsonant; Son.: vgl. nndl. consonant, Sb., Konsonant; frz. consonne, F., Konsonant; nschw. konsonant, Sb., Konsonant; nnorw. konsonant, M., Konsonant; poln. konsonant, M., Konsonant; nir. consan, M., Konsonant; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Laut der Stimme des Menschen bei dessen Artikulation in Gegensatz zu den Selbstlauten oder Vokalen wie a oder e oder i oder o oder u der Atemstrom durch Zunge oder Gaumen oder Zähne oder Lippen gehemmt oder eingeengt wird (beispielsweise b oder c oder d oder f oder g oder h oder j oder k oder l oder m oder n oder p oder q oder r oder s oder t oder v oder w oder x oder y oder z, 21 Konsonanten des Alphabets der deutschen Sprache); BM.: mit, tönen; F.: Konsonant, Konsonanten+FW; Z.: Kon-son-ant
$Konsonantismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Konsonantismus; E.: s. Konsonant, s. ismus; L.: Kluge s. u. Konsonant, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konsonant und ismus gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der deutschen - stimmlos wie k oder p oder t oder s oder x oder h - oder stimmhaft -wie b oder d oder g oder v oder z oder j oder r oder l - gesprochenen) Konsonanten einer Sprache in Gegensatz zu der Gesamtheit der Vokale; F.: Konsonantismus+FW(+EW?); Z.: Kon-son-ant-ism-us
Konsorte, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Konsorte, Beteiligter, Gefährte, Mitglied; ne. consort; Vw.: -; Hw.: s. Konsortium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsors; E.: s. lat. cōnsors (2), M., Teilhaber, Mitgenosse, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sors, F., Los, Losstäbchen, Spruchorakel; vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Konsorten, fehlt DW, EWD s. u. Konsorten, Duden s. u. Konsorten; Son.: vgl. nndl. consorten, Sb., Konsorte; frz. consort, M., Konsorte; ndän. konsorter, Sb., Konsorte; nnorw. konsorter, M., Konsorte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Beteiligten oder Gefährten oder ein Mitglied eines Konsortiums; BM.: mit, reihen bzw. knüpfen; F.: Konsorte, Konsorten+FW; Z.: Kon-sor-t-e
Konsortium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Konsortium, Genossenschaft, Zusammenschluss von Unternehmern; ne. consortium; Vw.: -; Hw.: s. Konsorte; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsortium; E.: s. lat. cōnsortium, Teilhaberschaft, Mitgenossenschaft, Gemeinschaft, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. cōnsors, Adj., gleich beteiligt, gemeinsam, Anteil habend, gleichen Loses teilhaftig, gleiches Los teilend; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sors, F., Los, Losstäbchen, Spruchorakel; vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Konsortium, fehlt DW, EWD s. u. Konsorten, Duden s. u. Konsortium; Son.: vgl. nndl. consortium, Sb., Konsortium; frz. consortium, M., Konsortium; nschw. konsortium, B., Konsortium; nnorw. konsortium, N., Konsortium; poln. konsorcjum, Sb., Konsortium; kymr. consortiwm, M., Konsortium; lit. konsorciumas, M., Konsortium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vorübergehenden Zusammenschluss von Unternehmen oder Unternehmern zu einer gemeinsamen Durchführung einer umfangreicheren Aufgabe; BM.: mit, reihen bzw. knüpfen; F.: Konsortium, Konsortiums, Konsortien+FW; Z.: Kon-sor-t-i-um
Konspiration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konspiration, Verschwörung; ne. conspiracy; Vw.: -; Hw.: s. konspirieren, konspirativ; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnspīrātio; E.: s. lat. cōnspīrātio, F., Einklang, Einmütigkeit, Einverständnis, innige Vereinigung, Meuterei, Verschwörung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnspīrāre (1), V., zusammen hauchen, im Einklang stehen, übereinstimmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben, brausen; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konspirieren, fehlt DW, EWD s. u. konspirieren, Duden s. u. Konspiration; Son.: vgl. frz. conspiration, F., Konspiration; nschw. konspiration, Sb., Konspiration; nnorw. konspirasjon, M., Konspiration; poln. konspiracja, F., Konspiration; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche (Einmütigkeit oder) Verschwörung; BM.: mit, blasen; F.: Konspiration, Konspirationen+FW+EW; Z.: Kon-spir-at-io-n
konspirativ, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. konspirativ, verschwörend, verschwörerisch; ne. conspirative; Vw.: -; Hw.: s. konspirieren, Konspiration; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. mlat. cōnspīrātīvus; E.: s. mlat. cōnspīrātīvus, Adj., verschwörerisch, komplottartig; vgl. lat. cōnspīrāre (1), V., zusammen hauchen, im Einklang stehen, übereinstimmen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben, brausen; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konspirieren, fehlt DW, Duden s. u. konspirativ; Son.: vgl. frz. conspirateur, Adj., konspirativ; nschw. konspirativ, Adj., konspirativ; nnorw. konspirativ, Adj., konspirativ; poln. konspiracyjny, Adj., konspirativ; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verschwörend oder verschwörerisch; BM.: mit, blasen; F.: konspirativ, konspirative, konspiratives, konspirativem, konspirativen, konspirativer(, konspirativere, konspirativeres, konspirativerem, konspirativeren, konspirativerer, konspirativst, konspirativste, konspirativstes, konspirativstem, konspirativsten, konspirativster)+FW(+EW); Z.: kon-spir-at-iv
konspirieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. konspirieren, sich verschwören, sich heimlich zusammentun; ne. conspire; Vw.: -; Hw.: s. Konspiration, konspirativ; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnspīrāre; E.: s. lat. cōnspīrāre (1), V., zusammen hauchen, im Einklang stehen, übereinstimmen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben, brausen; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konspirieren, fehlt DW, EWD s. u. konspirieren, Duden s. u. konspirieren; Son.: vgl. nndl. conspireren, V., konspirieren; frz. conspirer, V., konspirieren; nschw. konspirera, V., konspirieren; nnorw. konspirere, V., konspirieren; poln. konspirować, V., konspirieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich gegen jemanden verschwören oder heimlich zusammentun; BM.: mit, blasen; F.: konspirieren, konspiriere, konspirierst, konspiriert, konspirierest, konspirieret, konspirierte, konspiriertest, konspirierten, konspiriertet, ##konspiriert, konspirierte, konspiriertes, konspiriertem, konspirierten, konspirierter##, konspirierend, ###konspirierend, konspirierende, konspirierendes, konspirierendem, konspirierenden, konspirierender###, konspirier+FW+EW; Z.: kon-spir-ier-en
Konstabler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konstabler, ein Soldat in einem gehobenem Dienstrang; ne. constable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. constabulus, comes stabuli; E.: s. mlat. constabulus, comes stabuli, M., Aufseher des Stalles, Stallmeister; vgl. lat. comes, M., F., Begleiter, Begleiterin; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Stall; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstabler, fehlt DW, DW 2, 634 (Constabel), DW 11, 1742 (Konstabel), Duden s. u. Konstabler; Son.: s. mhd. constabel, constafel, constavel, M., Anführer, Befehlshaber, Heerführer; mnd. kunstabel, kunstavel, M., Angehöriger einer Brüderschaft von Patriziern und reichen Bürgern, Veranstalter vornehmer bürgerlicher Festlichkeiten; mnd. kunstabel, kunstavel, konstavel, constabel, M., Angehöriger einer Brüderschaft von Patriziern und reichen Bürgern, Veranstalter vornehmer bürgerlicher Festlichkeiten, Sohn des reichen Bürgertums, Junker; vgl. nndl. konstabel, Sb., Konstabler; nschw. konstapel, Sb., Konstabler; nnorw. konstabel, M., Konstabler; poln. konstabl, M., Konstabler; kymr. cwnstabl, M., Konstabler; nir. constábla, M., Konstabler; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Soldaten in einem gehobenen Dienstrang; BM.: mit, stehen; F.: Konstabler, Konstablers, Konstablern+FW+EW; Z.: Kon-sta-b-l-er
konstant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konstant, gleichbleibend, beständig; ne. constant (Adj.), steady; Vw.: -; Hw.: s. Konstanz; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnstāns; E.: s. lat. cōnstāns, Adj., in fester Stellung verbleibend, sich gleichbleibend, fest, nicht wankend, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konstant, fehlt DW, EWD s. u. konstant, Duden s. u. konstant; Son.: vgl. nndl. constant, Adj., konstant; frz. constant, Adj., konstant; nschw. konstant, Adj., konstant; nnorw. konstant, Adj., konstant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gleichbleibend oder beständig; BM.: mit, stehen; F.: konstant, konstante, konstantes, konstantem, konstanten, konstanter(, konstantere, konstanteres, konstanterem, konstanteren, konstanterer, konstantest, konstanteste, konstantestes, konstantestem, konstantesten, konstantester)+FW(+EW); Z.: kon-sta-nt
$Konstante, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konstante, gleichbleibende Gegebenheit; E.: s. konstant; L.: Kluge s. u. konstant, fehlt DW, EWD s. u. konstant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus konstant und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche gleichbleibende Gegebenheit; F.: Konstante, Konstanten+FW(+EW); Z.: Kon-sta-nt-e
Konstanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konstanz, Gleichbleiben, Unveränderlichkeit; ne. consistency, constancy; Vw.: -; Hw.: s. konstant; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cōnstantia; E.: s. mhd. constance, st. F., Beständigkeit, Festigkeit; lat. cōnstantia, F., Verbleiben in fester Stellung, feste gleichmäßige Haltung, Beständigkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konstant, fehlt DW, EWD s. u. konstant, Duden s. u. Konstanz; Son.: vgl. nndl. constantie, Sb., Konstanz; frz. constance, F., Konstanz; nnorw. konstans, M., Konstanz; poln. konstancja, F., Konstanz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Gleichbleiben einer Gegebenheit; BM.: mit, stehen; F.: Konstanz+FW+EW; Z.: Kon-sta-nz
konstatieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. konstatieren, feststellen, bemerken; ne. state (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. constater; E.: s. frz. constater, V., konstatieren, feststellen; vgl. lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konstatieren, fehlt DW, EWD s. u. konstatieren, Duden s. u. konstatieren; Son.: vgl. nndl. constateren, V., konstatieren; nschw. konstatera, V., konstatieren; nnorw. konstatere, V., konstatieren; poln. konstatować, V., konstatieren; lit. konstatuoti, V., konstatieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches feststellen oder bemerken; BM.: mit, stehen; F.: konstatieren, konstatiere, konstatierst, konstatiert, konstatierest, konstatieret, konstatierte, konstatiertest, konstatierten, konstatiertet, ##konstatiert, konstatierte, konstatiertes, konstatiertem, konstatierten, konstatierter##, konstatierend, ###konstatierend, konstatierende, konstatierendes, konstatierendem, konstatierenden, konstatierender###, konstatier (!)+FW(+EW); Z.: kon-sta-t-ier-en
Konstellation, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Konstellation, Stellung, Lage, Gruppierung; ne. constellation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: vgl. mhd. constellācie, sw. F., Konstellation; lat. cōnstellātio, F., Konstellation, (4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stēlla, F., Stern (M.) (1), Planet, Komet, Sonne; idg. *stē̆r- (2), Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Konstellation, fehlt DW, EWD s. u. Konstellation, Duden s. u. Konstellation; Son.: vgl. nndl. constellatie, Sb., Konstellation; frz. constellation, F., Konstellation; nschw. konstellation, Sb., Konstellation; nnorw. konstellasjon, M., Konstellation; poln. konstelacja, F., Konstellation; lit. konstelacija, F., Konstellation; GB.: seit 1314 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Stellung einer Gegebenheit oder eine Gesamtlage wie sie sich aus dem Zusammentreffen besonderer Verhältnisse ergibt; BM.: mit, Stern; F.: Konstellation, Konstellationen+FW+EW; Z.: Kon-stell-at-io-n
Konsternation, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Konsternation, Bestürzung, tiefe Betroffenheit; ne. consternation; Vw.: -; Hw.: s. konsternieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsternātio; E.: s. lat. cōnsternātio, F., Verlieren der Fassung, Bestürzung, Scheuwerden, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. cōnsternāre, V., außer Fassung bringen, bestürzt machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konsternieren, fehlt DW, EWD s. u. konsterniert, Duden s. u. Konsternation; Son.: vgl. nndl. consternatie, Sb., Konsternation; frz. consternation, F., Konsternation; poln. konsternacja, F., Konsternation; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bestürzung oder tiefe Betroffenheit; BM.: mit, starr bzw. fallen; F.: Konsternation, Konsternationen+FW(+EW); Z.: Kon-ster-n-at-io-n
konsternieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konsternieren, bestürzen, verblüffen, betroffen machen; ne. consternate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. consterner; E.: s. frz. consterner, V., in Bestürzung versetzen, verblüffen; lat. cōnsternāre, V., außer Fassung bringen, bestürzt machen, 220-130 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konsternieren, fehlt DW, EWD s. u. konsterniert, Duden s. u. konsternieren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bestürzen oder verblüffen oder betroffen machen; BM.: mit, starr bzw. fallen; F.: konsternieren, konsterniere, konsternierst, konsterniert, konsternierest, konsternieret, konsternierte, konsterniertest, konsternierten, konsterniertet, ##konsterniert, konsternierte, konsterniertes, konsterniertem, konsternierten, konsternierter##, konsternierend, ###konsternierend, konsternierende, konsternierendes, konsternierendem, konsternierenden, konsternierender###, konsternier (!)+FW(+EW); Z.: kon-ster-n-ier-en
$konsterniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. konsterniert, bestürzt, verblüfft, betroffen; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. konsternier(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. konsterniert; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus konsternier(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bestürzt oder verblüfft oder betroffen; F.: konsterniert, konsternierte, konsterniertes, konsterniertem, konsternierten, konsternierter(, konsterniertere, konsternierteres, konsternierterem, konsternierteren, konsternierterer, konsterniertst, konsterniertste, konsterniertstes, konsterniertstem, konsterniertsten, konsterniertster)+FW(+EW); Z.: kon-ster-n-ier-t
Konstituente, nhd., (Part. Präs.=)F., (20. Jh.): nhd. Konstituente, Bestandteil; ne. constituent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. constituent; E.: s. ne. constituent, N., Konstituente; letztlich aus lat. cōnstituere, V., hinstellen, hinsetzen, aufstellen, aufpflanzen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, ernennen, aufstellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstituente, Duden s. u. Konstituente; Son.: vgl. nndl. constituent, Sb., Konstituente; frz. patie constituante, F., Konstituente; ndän. konstituent, Sb., Konstituente; nnorw. konstituent, M., Konstituente; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen Teil (Bestandteil) einer umfassenderen Einheit; BM.: mit, stehen; F.: Konstituente, Konstituenten+FW(+EW); Z.: Kon-sti-t-u-ent-e
konstituieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. konstituieren, einsetzen, gründen; ne. constitute; Vw.: -; Hw.: s. Konstitution, konstitutionell, konstitutiv; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. cōnstituere; E.: s. mnd. constituēren, konstituēren*, sw. V., bestimmen, einsetzen; lat. cōnstituere, V., hinstellen, hinsetzen, aufstellen, aufpflanzen, formieren, festsetzen, anordnen, einrichten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstitution, fehlt DW, EWD s. u. Konstitution, Duden s. u. konstitutieren; Son.: vgl. frz. constituer, V., konstituieren; nschw. konstituera, V., konstituieren; nnorw. konstituere, V., konstituieren; poln. konstytuować, V., konstituieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einsetzen oder gründen oder begründen oder festsetzen; BM.: mit, stehen; F.: konstituieren, konstituiere, konstituierst, konstituiert, konstituierest, konstituieret, konstituierte, konstituiertest, konstituierten, konstituiertet, ##konstituiert, konstituierte, konstituiertes, konstituiertem, konstituierten, konstituierter##, konstituierend, ###konstituierend, konstituierende, konstituierendes, konstituierendem, konstituierenden, konstituierender###, konstituier (!)+FW(+EW); Z.: kon-sti-t-u-ier-en
Konstititution, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Konstitution, Verfassung, Festsetzung, Zustand; ne. constitution; Vw.: -; Hw.: s. konstituieren, konstitutionell, konstitutiv; Q.: 16. Jh.; E.: vgl. mhd. constitucion, st. F., Satzung, (päpstliche) Satzung; lat. constitūtio, F., Hinstellung, feste Einrichtung, Verfassung, Beschaffenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnstituere, V., hinstellen, hinsetzen, aufstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstitution, fehlt DW, EWD s. u. Konstitution, Duden s. u. Konstitution; Son.: vgl. nndl. constitutie, Sb., Konstitution; frz. constitution, F., Konstitution; nschw. konstitution, Sb., Konstitution; nnorw. konstitusjon, M., Konstitution; poln. konstytucja, F., Konstitution; lit. konstitucija, F., Konstitution; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Verfassung oder eine Festsetzung oder einen Zustand; BM.: mit, stehen; F.: Konstitution, Konstitutionen+FW(+EW); Z.: Kon-sti-t-ut-io-n
konstitutionell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konstitutionell, verfassungsmäßig, Verfassung betreffend, Zustand betreffend; ne. constitutional; Vw.: -; Hw.: s. Konstitution, konstituieren, konstitutiv; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. constitutionell; E.: s. frz. constitutionell, Adj., konstitutionell; vgl. frz. constituer, V., konstituieren, gründen; vgl. lat. cōnstituere, V., hinstellen, hinsetzen, aufstellen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstitution, fehlt DW, EWD s. u. Konstitution, Duden s. u. konstitutionell; Son.: vgl. nndl. constitutineel, Adj., konstitutionell; nschw. konstitutionell, Adj., konstitutionell; nnorw. konstitusjonell, Adj., konstitutionell; poln. konstytucyjny, Adj., konstitutionell; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Verfassung betreffend oder Zustand betreffend; BM.: mit, stehen; F.: konstitutionell, konstitutionelle, konstitutionelles, konstitutionellem, konstitutionellen, konstitutioneller+FW(+EW); Z.: kon-sti-tut-io-n-ell
konstitutiv, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. konstitutiv, bestimmend, grundlegend; ne. constutient, constitutive; Vw.: -; Hw.: s. Konstitution, konstituieren, konstitutionell; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. cōnstitūtīvus; E.: s. lat. cōnstitūtīvus, Adj., Verfassung betreffend?, konstitutiv, bewirkend, bestimmend, (1. Hälfte 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cōnstituere, V., hinstellen, hinsetzen, aufstellen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konstitution, fehlt DW, Duden s. u. konstitutiv; Son.: vgl. nndl. constitutief, Adj., konstitutiv; nschw. konstitutiv, Adj., konstitutiv; nnorw. konstitutiv, Adj., konstitutiv; poln. konstytutywny, Adj., konstitutiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bestimmend oder grundlegend; BM.: mit, stehen; F.: konstitutiv, konstitutive, konstitutives, konstitutivem, konstitutiven, konstitutiver+FW(+EW); Z.: kon-sti-t-ut-iv
konstruieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. konstruieren, aufbauen, erschaffen, entwerfen, gestalten; ne. construct; Vw.: -; Hw.: s. Konstrukteur, Konstruktion, konstruktiv; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnstruere; E.: s. mnd. construēren, construgeren, konstruēren*, sw. V., aufbauen, konstruieren; lat. cōnstruere, V., zusammenschichten, aufschichten, zusammenfügen, errichten, (81/79-52/50 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konstruieren, fehlt DW, EWD s. u. konstruieren, Duden s. u. konstruieren; Son.: vgl. nndl. construeren, V., konstruieren; frz. construier, V., konstruieren; nschw. konstruera, V., konstruieren; nnorw. konstruere, V., konstruieren; poln. konstruować, V., konstruieren; lit. konstruoti, V., bauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aufbauen oder erschaffen oder entwerfen oder gestalten; BM.: mit, breiten; F.: konstruieren, konstruiere, konstruierst, konstruiert, konstruierest, konstruieret, konstruierte, konstruiertest, konstruierten, konstruiertet, ##konstruiert, konstruierte, konstruiertes, konstruiertem, konstruierten, konstruierter##, konstruierend, ###konstruierend, konstruierende, konstruierendes, konstruierendem, konstruierenden, konstruierender###, konstruier (!)+FW(+EW); Z.: kon-str-u-ier-en
Konstrukteur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Konstrukteur, Entwickler, Entwerfer, Erbauer; ne. constructer, constructor; Vw.: s. konstruieren, Konstruktion, konstruktiv; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. constructeur; E.: s. frz. constructeur, M., Konstrukteur; lat. cōnstrūctor, M., Zusammensetzer, Erbauer, Gründer, Stifter, Urheber, Anstifter, (um 345-411/412 n. Chr.); lat. cōnstruere, V., zusammenschichten, aufschichten, zusammenfügen, errichten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konstruieren, fehlt DW, EWD s. u. konstruieren, Duden s. u. Konstrukteur; Son.: vgl. nndl. constructeur, Sb., Konstrukteur; nschw. konstruktör, Sb., Konstrukteur; nnorw. konstruktør, M., Konstrukteur; poln. konstruktor, M., Konstrukteur; lit. konstruktorius, M., Konstrukteur; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fachmann der technische Objekte plant und aufbaut oder einen Entwickler oder Entwerfer oder Erbauer; BM.: mit, breiten; F.: Konstrukteur, Konstrukteures, Konstrukteurs, Konstrukteure, Konstrukteuren+FW(+EW); Z.: Kon-str-u-kt-eur
Konstruktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konstruktion, Aufbau, Bau, Wiedergabe; ne. construction; Vw.: -; Hw.: s. konstruieren, Konstrukteur, konstruktiv; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnstrūctio; E.: s. lat. cōnstrūctio, F., Zusammenschichtung, Zusammenfügung, Verbindung, Zusammensetzung, Begründung, (81-43 v. Chr.); lat. cōnstruere, V., zusammenschichten, aufschichten, zusammenfügen, errichten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konstruieren, fehlt DW, EWD s. u. konstruieren, Duden s. u. Konstruktion; Son.: vgl. nndl. constructie, Sb., Konstruktion; frz. construction, F., Konstruktion; nschw. konstruktion, Sb., Konstruktion; nnorw. konstruksjon, M., Konstruktion; poln. konstrukcja, F., Konstruktion; lit. konstrukcija, F., Konstruktion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Aufbau oder Bau oder Wiedergabe oder etwas durch Konstruieren seitens mindestens eines Menschen Geschaffenes; BM.: mit, breiten; F.: Konstruktion, Konstruktionen+FW(+EW); Z.: Kon-str-u-kt-io-n
konstruktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. konstruktiv, aufbauend, entwickelnd, positiv; ne. constructive; Vw.: -; Hw.: s. konstruieren, Konstrukteur, Konstruktion; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cōnstrūctīvus; E.: s. lat. cōnstrūctīvus, Adj., zusammengezogen?, aufbauend, den Bau bewirkend, die Errichtung bewirkend, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); lat. cōnstruere, V., zusammenschichten, aufschichten, zusammenfügen, errichten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konstruieren, fehlt DW, EWD s. u. konstruieren, Duden s. u. konstruktiv; Son.: vgl. nndl. constructief, Adj., konstruktiv; frz. constructif, Adj., konstruktiv; nschw. konstruktiv, Adj., konstruktiv; nnorw. konstruktiv, Adj., konstruktiv; poln. konstruktywny, Adj., konstruktiv; lit. konstruktyvus, Adj., konstruktiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufbauend oder entwickelnd oder positiv; BM.: mit, breiten; F.: konstruktiv, konstruktive, konstruktives, konstruktivem, konstruktiven, konstruktiver(, konstruktivere, konstruktiveres, konstruktiverem, konstruktiveren, konstruktiverer, konstruktivst, konstruktivste, konstruktivstes, konstruktivstem, konstruktivsten, konstruktivster)+FW(+EW); Z.: kon-str-u-kt-iv
Konsul, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Konsul, höchste Magistratsperson, Botschafter, Gesandter; ne. consul; Vw.: -; Hw.: s. Konsulat; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsul; E.: s. lat. cōnsul, M., Konsul, Berater, Ratgeber, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899? (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Konsul, fehlt DW, EWD s. u. Konsul, Duden s. u. Konsul; Son.: vgl. nndl. consul, Sb., Konsul; frz. consul, M., Konsul; nschw. konsul, Sb., Konsul; nnorw. konsul, M., Konsul; poln. konsul, M., Konsul; kymr. conswl, M., Konsul; nir. consal, M., Konsul; lit. konsula, M., Konsul; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den höchsten Rang in einem Magistrat; BM.: mit, nehmen; F.: Konsul, Konsuls, Konsuln+FW(+EW); Z.: Kon-sul
$konsularisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. konsularisch; E.: s. Konsul; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konsul; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lat. consularis aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Konsul oder Konsulat betreffend; F.: konsularisch, konsularische, konsularisches, konsularischem, konsularischen, konsularischer+FW(+EW); Z.: kon-sul-ar-isch
Konsulat, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Konsulat, Konsulamt, Auslandsvertretung; ne. consulate; Vw.: -; Hw.: s. Konsul; Q.: 1614?; I.: Lw. lat. cōnsulātus; E.: s. lat. cōnsulātus, M., Konsulwürde, Konsulamt, Konsulat, höchstes Staatsamt, Prokonsulat, Regierungsamt, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cōnsul, M., Konsul, Berater, Ratgeber; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899? (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Konsul, EWD s. u. Konsul, Duden s. u. Konsulat; Son.: vgl. nndl. consulaat, Sb., Konsulat; frz. consulat, M., Konsulat; nschw. konsulat, Sb., Konsulat; nnorw. konsulat, N., Konsulat; poln. konsulat, M., Konsulat; kymr. conswliath, F., Konsulat; nir. consalacht, F., Konsulat; lit. konsulatas, M., Konsulat; GB.: vielleicht seit 1614 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amt eines Konsuls (Konsulamt); BM.: mit, nehmen; F.: Konsulat, Konsulates, Konsulats, Konsulate, Konsulaten+FW+EW; Z.: Kon-sul-at
konsulieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. konsulieren, konsultieren, um Rat fragen, befragen; ne. consult; Vw.: -; Hw.: s. Konsultation, konsultieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsulere; E.: s. lat. cōnsulere, V., zu Rate gehen, beratschlagen, Rat halten, sich beraten (V.), überlegen (V.), einen Beschluss fassen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899? (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. konsultieren, fehlt DW, EWD s. u. konsultieren, Duden s. u. konsultieren; Son.: vgl. nndl. consulteren, V., konsultieren; frz. consulter, V., konsultieren; nschw. konsultera, V., konsultieren; nnorw. konsultere, V., konsultieren; poln. konsultować, V., konsultieren; lit. konsultuotis, V., konsultieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches um Rat fragen; BM.: mit, nehmen; F.: konsulieren, konsuliere, konsulierst, konsuliert, konsulierest, konsulieret, konsulierte, konsuliertest, konsulierten, konsuliertet, ##konsuliert, konsulierte, konsuliertes, konsuliertem, konsulierten, konsulierter##, konsulierend, ###konsulierend, konsulierende, konsulierendes, konsulierendem, konsulierenden, konsulierender###, konsulier (!)+FW(+EW); Z.: kon-sul-t-ier-en
Konsultation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konsultation, Ratfragen, Beratung; ne. consultation; Vw.: -; Hw.: s. konsultieren; Q.: 1569; I.: Lw. lat. cōnsultātio; E.: s. lat. cōnsultātio, F., Begutachtung, Beratung, Beratschlagung, Konsultation, Anfrage, Befragung, Erwägung, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. cōnsulere, V., zu Rate gehen, beratschlagen, Rat halten, sich beraten (V.), überlegen (V.), einen Beschluss fassen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899? (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. konsultieren, fehlt DW, EWD s. u. konsultieren, Duden s. u. Konsultation; Son.: vgl. nndl. consultatie, Sb., Konsultation; frz. consultation, F., Konsultation; nschw. konsultation, Sb., Konsultation; nnorw. konsultasjon, M., Konsultation; poln. konsultacja, F., Konsultation; GB.: seit 1569 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Ratfragen oder eine Beratung durch einen Fachmann; BM.: mit, nehmen; F.: Konsultation, Konsultationen+FW(+EW); Z.: Kon-sul-t-at-io-n
konsultieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konsultieren, fragen, befragen; ne. consult; Vw.: -; Hw.: s. Konsultation, konsulieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsultāre; E.: s. lat. cōnsultāre, V., immer begutachten, zu Rat gehen, sich beraten (V.), reichlich überlegen (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cōnsulere, V., zu Rate gehen, beratschlagen, Rat halten, sich beraten (V.), überlegen (V.), einen Beschluss fassen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899? (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. konsultieren, fehlt DW, EWD s. u. konsultieren, Duden s. u. konsultieren; Son.: vgl. nndl. consulteren, V., konsultieren; frz. consulter, V., konsultieren; nschw. konsultera, V., konsultieren; nnorw. konsultere, V., konsultieren; poln. konsultować, V., konsultieren; lit. konsultuotis, V., konsultieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches befragen oder um Rat fragen; BM.: mit, nehmen; F.: konsultieren, konsultiere, konsultierst, konsultiert, konsultierest, konsultieret, konsultierte, konsultiertest, konsultierten, konsultiertet, ##konsultiert, konsultierte, konsultiertes, konsultiertem, konsultierten, konsultierter##, konsultierend, ###konsultierend, konsultierende, konsultierendes, konsultierendem, konsultierenden, konsultierender###, konsultier (!)+FW+EW; Z.: kon-sul-t-ier-en
Konsum, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Konsum, Verbrauch; ne. consumption; Vw.: -; Hw.: s. Konsument, konsumieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: von einem älteren Consumo, M., Konsum; it. consumo, M., Konsum vgl. lat. cōnsūmere, V., verwenden, aufwenden, verbrauchen, aufbrauchen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. konsumieren, fehlt DW, EWD s. u. konsumieren, Duden s. u. Konsum; Son.: vgl. nndl. consumptie, Sb., Konsum; frz. consommation, F., Konsum; nschw. konsum, N., Konsum; nnorw. konsum, N., Konsum; poln. konsumpcja, F., Konsum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen oder des Lebens insgesamt möglichen Verbrauch (an Gütern); BM.: mit, unter, nehmen; F.: Konsum, Konsums+FW; Z.: Kon-s-um
Konsument, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Konsument, Verbraucher; ne. consumer; Vw.: -; Hw.: s. konsumieren, Konsument; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsūmēns; E.: s. lat. cōnsūmēns, (Part. Präs.=)Adj., verbrauchend, abschließend; vgl. lat. cōnsūmere, V., verwenden, aufwenden, verbrauchen, aufbrauchen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. konsumieren, fehlt DW, EWD s. u. konsumieren, Duden s. u. Konsument; Son.: vgl. nndl. consument, Sb., Konsument; frz. consommateur, M., Konsument; nschw. konsument, Sb., Konsument; nnorw. konsument, M., Konsument; poln. konsument, M., Konsument; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens möglichen und seit der Arbeitsteilung bedeutsamen Verbraucher (von Gütern); BM.: mit, unter, nehmen; F.: Konsument, Konsumenten+FW(+EW); Z.: Kon-s-um-ent
$Konsumgenossenschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konsumgenossenschaft; E.: s. Konsum, s. Genossenschaft; L.: fehlt DW, EWD s. u. konsumieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konsum und Genossenschaft gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen aus Überlegungen der Selbsthilfe entwickelte und verwendete Genossenschaft für die Unterstützung von Verbrauchern durch günstige Preise für Waren oder Gebrauchsgüter bei genossenschaftlich gebündelter und deswegen größerer Stückzahl; F.: Konsumgenossenschaft, Konsumgenossenschaften+FW+EW; Z.: Kon-s-um—ge—noss-en—schaf-t
konsumieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. konsumieren, Güter verwenden, Güter verbrauchen; ne. consume; Vw.: -; Hw.: s. Konsum, Konsument; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōnsūmere; E.: s. lat. cōnsūmere, V., verwenden, aufwenden, verbrauchen, aufbrauchen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. konsumieren, fehlt DW, EWD s. u. konsumieren, Duden s. u. konsumieren; Son.: vgl. nndl. consumeren, V., konsumieren; frz. consommer, V., konsumieren; nschw. konsumera, V., konsumieren; nnorw. konsumere, V., konsumieren; poln. konsumować, V., konsumieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches (Güter) verwenden oder verbrauchen; BM.: mit, unter, nehmen; F.: konsumieren, konsumiere, konsumierst, konsumiert, konsumierest, konsumieret, konsumierte, konsumiertest, konsumierten, konsumiertet, ##konsumiert, konsumierte, konsumiertes, konsumiertem, konsumierten, konsumierter##, konsumierend, ###konsumierend, konsumierende, konsumierendes, konsumierendem, konsumierenden, konsumierender###, konsumier (!)+FW(+EW); Z.: kon-s-um-ier-en
$Konsumtion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konsumtion, Verbrauch; E.: s. lat. consumptio, s. konsumieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. konsumieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Verbrauch vor allem von Waren sowie später den Verbrauch eines einfache(re)n Straftatbestands durch einen übergeordneten oder umfassenderen Straftatbestand; F.: Konsumtion, Konsumtionen+FW; Z.: Kon-s-um-t-io-n
$Konsumtionsmittel, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Konsumtionsmittel, Verbrauchsmittel; E.: s. Konsumtion, s. s, s. Mittel; L.: fehlt DW, EWD s. u. konsumieren; GB.: seit 19. Jh. (Konsumptionsmittel) belegte und aus Konsumtion und s sowie Mittel gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Mittel für einen Verbrauch (Verbrauchsmittel); F.: Konsumtionsmittel, Konsumtionsmittels, Konsumtionsmitteln+FW+EW; Z.: Kon-s-um-t-io-n-s—mi-tt-el
Kontakt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kontakt, Berührung, Verbindung; ne. contact (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. contāctus; E.: s. lat. contāctus, M., Berührung, Ansteckung, (86-34 v. Chr.); vgl. lat. contingere, V., berühren, anrühren, fassen, ergreifen, erfassen, zu fassen kriegen, aneignen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontakt, fehlt DW, EWD s. u. Kontakt, Duden s. u. Kontakt; Son.: vgl. nndl. contact, Sb., Kontakt; frz. contact, M., Kontakt; nschw. kontakt, Sb., Kontakt; nnorw. kontakt, M., Kontakt; poln. kontakt, M., Steckdose; lit. kontaktas, M., Kontakt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Berührung oder eine (kurz dauernde) Verbindung mehrerer Gegebenheiten; BM.: mit, berühren; F.: Kontakt, Kontakts, Kontaktes, Kontakte, Kontakten+FW(+EW); Z.: Kon-tak-t
Kontamination, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kontamination, Befleckung, Verunreinigung, Vermengung; ne. contamination; Vw.: -; Hw.: s. kontaminieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. contāminātio; E.: s. lat. contāminātio, F., Befleckung, Verderbnis, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. contāmināre, V., berühren, verderben, beflecken, unrein machen, besudeln; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tāmināre, V., beflecken, entweihen; vgl. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontamination, fehlt DW, EWD s. u. Kontamination, Duden s. u. Kontamination; Son.: vgl. nndl. contaminatie, Sb., Kontamination; frz. contamination, F., Kontamination; nschw. kontamination, Sb., Kontamination; nnorw. kontaminasjon, M., Kontamination; poln. kontaminacja, F., Kontamination; lit. kontaminacija, F., Kontamination; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Befleckung oder Verunreinigung oder Vermengung (durch Kontakt); BM.: mit, berühren; F.: Kontamination, Kontaminationen+FW(+EW); Z.: Kon-tam-in-at-io-n
kontaminieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kontaminieren, beflecken, verunreinigen, vermengen; ne. contaminate; Vw.: -; Hw.: s. Kontamination; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. contāmināre; E.: s. lat. contāmināre, V., berühren, verderben, beflecken, unrein machen, besudeln, verunreinigen, beschmutzen, entehren, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tāmināre, V., beflecken, entweihen; vgl. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontamination, fehlt DW, EWD s. u. Kontamination, Duden s. u. kontaminieren; Son.: vgl. frz. contaminer, V., kontaminieren; nschw. kontaminera, V., kontaminieren; nnorw. (Nynorsk) kontaminere, V., kontaminieren; poln. kontaminować, V., kontaminieren; lit. kontaminuoti, V., kontaminieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachliches vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches beflecken oder verunreinigen oder vermengen durch Kontakt; BM.: mit, berühren; F.: kontaminieren, kontaminiere, kontaminierst, kontaminiert, kontaminierest, kontaminieret, kontaminierte, kontaminiertest, kontaminierten, kontaminiertet, ##kontaminiert, kontaminierte, kontaminiertes, kontaminiertem, kontaminierten, kontaminierter##, kontaminierend, ###kontaminierend, kontaminierende, kontaminierendes, kontaminierendem, kontaminierenden, kontaminierender###, kontaminier (!)+FW(+EW); Z.: kon-tam-in-ier-en
Kontemplation, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kontemplation, Sichversenken, Versunkenheit, Nachdenken; ne. contemplation; Vw.: -; Hw.: s. kontemplativ; I.: Lw. lat. contemplātio; E.: mhd. contemplacīe, contemplācie, st. F., sw. F., Kontemplation, geistliche Beschauung; lat. contemplātio, F., Hinrichten des Blickes, Zielen, Anschauung, Berücksichtigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. contemplārī, V., sein Augenmerk richten auf, Blick schweifen lassen, betrachten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. templum, N., Tempel, heiliger Bezirk, Ausblick; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Kontemplation, fehlt DW, EWD s. u. Kontemplation, Duden s. u. Kontemplation; Son.: vgl. nndl. contemplacie, Sb., Kontemplation; frz. contemplation, F., Kontemplation; nschw. kontemplation, Sb., Kontemplation; nnorw. kontemplasjon, M., Kontemplation; poln. kontemplacja, F., Kontemplation; lit. kontempliacija, F., Kontemplation; GB.: (contemplacīe) seit 1250-1272 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches konzentriert-beschauliches Nachdenken und geistiges Sichversenken in etwas; BM.: mit, dehnen bzw. Tempel als Ort der Ausführung der Vogelschau; F.: Kontemplation, Kontemplationen+FW(+EW); Z.: Kon-temp-l-at-io-n
kontemplativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kontemplativ, beschaulich; ne. contemplative; Vw.: -; Hw.: s. Kontemplation; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. contemplātīvus; E.: s. lat. contemplātīvus, Adj., betrachtend, beschaulich, theoretisch, auf geistige Betrachtung ausgerichtet, (4 v.-65 n. Chr.); lat. contemplārī, V., sein Augenmerk richten auf, Blick schweifen lassen, betrachten; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. templum, N., Tempel, heiliger Bezirk, Ausblick; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Kontemplation, fehlt DW, EWD s. u. Kontemplation, Duden s. u. kontemplativ; Son.: vgl. nndl. contemplatief, Adj., kontemplativ; frz. contemplatif, Adj., kontemplativ; nschw. kontemplativ, Adj., kontemplativ; nnorw. kontemplativ, Adj., kontemplativ; poln. konemplacyjny, Adj., kontemplativ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beschaulich; BM.: mit, dehnen bzw. Tempel als Ort der Ausführung der Vogelschau; F.: kontemplativ, kontemplative, kontemplatives, kontemplativem, kontemplativen, kontemplativer(, kontemplativere, kontemplativeres, kontemplativerem, kontemplativeren, kontemplativerer, kontemplativst, kontemplativste, kontemplativstes, kontemplativstem, kontemplativsten, kontemplativster)+FW(+EW); Z.: kon-temp-l-at-iv
$konter…, nhd., Partikel, (17. Jh.): nhd. konter…, gegen; Vw.: s. -bande, -fei, -karieren, -revolution, -schlag, -tanz; E.: s. lat. contrā; L.: fehlt DW, EWD s. u. kontra; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches gegen; F.: konter…; Z.: kon-ter-
Konterbande, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Konterbande, Schleichhandel, Schmuggelware; ne. contraband; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. contrabbando; E.: s. it. contrabbando, M., Schmuggel; it. contra bando, gegen die Verordnung; vgl. it. contra, Präp., gegen; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); it. bando, M., Erlass; mlat. bannus, bandus, M., Bann, Interdikt, Königsbann, Exkommunikation; germ. *banna-, *bannaz, st. M. (a), Gebot, Bann; s. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konterbande, fehlt DW, EWD s. u. Konterbande, Duden s. u. Konterbande; Son.: vgl. nndl. contrabande, Sb., Konterbande; frz. contrebande, M., Konterbande; nschw. kontraband, Sb., Konterbande; nnorw. kontrabande, M., Konterbande; kymr. contraband, M., Konterbande; nir. contrabhanna, F., Konterbande; lit. kontrabanda, F., Konterbande; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Mittellateinischen sowie dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schmuggelware sowie später Bezeichnung für eine Krieg führende Macht bzw. für eine bestimmte Gesamtheit kriegswichtiger Güter die verbotenerweise von neutralen Schiffen mitgeführt werden; BM.: gegen, sprechen; F.: Konterbande+FW(+EW); Z.: Kon-ter—ba-nd-e
Konterfei, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Konterfei, Abbild; ne. likeness; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. contrefait; E.: mnd. conterfei*, conterfey, contrafey, kontrofey, kunterfey, kunterfoy, conterfī, conterfēit, konterfey*, N., Bild, Gemälde, Porträt, Zeichnung; s. frz. contrefait, (Part. Prät.=)Adj., nachgemacht, nachgebildet; frz. contrefaire, V., nachmachen; lat. contrāfacere, V., nachmachen, nachbilden; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konterfei, EWD s. u. Konterfei, DW 11, 1743 (Konterfei), DW 11, 2745, Duden s. u. Konterfei; Son.: s. mhd. kunterfeit (2), konterfei, gunterfei, gunterfeit, gunderfei, gunderfeit, st. N., Entgegengesetztes, Gegensatz, Fälschung, Imitation, Nachahmung, Falsch, unreines Gold, vermischtes Gold, verfälschtes Gold; nndl. konterfeitsel, Sb., Konterfei; nschw. konterfej, Sb., Konterfei; nnorw. kontrafei, N., Konterfei; poln. (ält.) konterfekt, M., Konterfei; GB.: (kunterfeit) 1190-1229 mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von Menschen nach der Entwicklung von Bildern hergestelltes Abbild eines Gesichts; BM.: gegen, machen; F.: Konterfei, Konterfeis, Konterfeie, Konterfeien+FW(+EW); Z.: Kon-t-er—fei
konterkarieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. konterkarieren, hinterhertreiben, durchkreuzen; ne. contradict, counteract (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. contrecarrer; E.: s. frz. contrecarrer, V., konterkarrieren; vgl. frz. contre, Präp., gegen; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); s. frz. se carrer, V., breitschulterig dastehen; L.: Kluge s. u. konterkarieren, fehlt DW, Duden s. u. konterkarieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches hintertreiben oder durchkreuzen; BM.: gegen; F.: konterkarieren, konterkariere, konterkarierst, konterkariert, konterkarierest, konterkarieret, konterkarierte, konterkariertest, konterkarierten, konterkariertet, ##konterkariert, konterkarierte, konterkariertes, konterkariertem, konterkarierten, konterkarierter##, konterkarierend, ###konterkarierend, konterkarierende, konterkarierendes, konterkarierendem, konterkarierenden, konterkarierender###, konterkarier (!)+FW(+EW); Z.: kon-ter-kar-ier-en
kontern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kontern, entgegnen, einen Gegenschlag führen; ne. counter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. counter; E.: s. ne. counter, V., kontern, entgegnen; vgl. ne. counter, Präp., gegen, entgegen; afrz. contre, Präp., gegen; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kontern, fehlt DW, EWD s. u. kontern, Duden s. u. kontern; Son.: vgl. nndl. counteren, V., kontern; nschw. kontra, V., kontern; poln. kontrować, V., kontern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches entgegnen oder einen Gegenschlag führen; BM.: gegen; F.: kontern, kontere, konter (!), konterst, kontert, konterte, kontertest, konterten, kontertet, gekontert, ##gekontert, gekonterte, gekontertes, gekontertem, gekonterten, gekonterter##, konternd, ###konternd, konternde, konterndes, konterndem, konternden, konternder###, konter (!)+EW+FW; Z.: kon-t-er-n
$Konterrevolution, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Konterrevolution, Gegenrevolution; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. contre-révolution; E.: s. konter, s. Revolution; L.: fehlt DW, EWD s. u. Revolution; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung der Revolution durch den Menschen mögliche Gegenrevolution; F.: Konterrevolution, Konterrevolutionen+FW(+EW); Z.: Kon-t-er-re-vol-ut-io-n
$Konterschlag, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Konterschlag, Gegenschlag; E.: s. konter, s. Schlag; L.: fehlt DW, EWD s. u. kontern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus konter und Schlag gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit in verschiedenen von Menschen entwickelten und verwendeten Sportarten möglichen Gegenschlag; F.: Konterschlag, Konterschlags, Konterschlages, Konterschläge, Konterschlägen+FW+EW; Z.: Kon-t-er—schlag
Kontertanz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kontertanz, Kontretanz; ne. contra dance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. contredanse; E.: s. frz. contredanse, F., Kontertanz; ne. country dance, N., Kontertanz; vgl. lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); afrz. danse, Sb., Tanz; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Kontertanz, fehlt DW, Duden s. u. Kontertanz; Son.: vgl. nndl. contradans, Sb., Kontertanz; nschw. kontradans, Sb., Kontertanz; nnorw. kontradans, M., Kontertanz; poln. kontredans, M., Kontertanz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen seit dem 16. Jh. in England von Menschen entwickelten Gesellschaftstanz bei dem in Gegensatz zu einem Rundtanz jeweils vier Paare bestimmte Figuren miteinander ausführen; BM.: gegen, ?; F.: Kontertanz, Kontertanzes, Kontertänze, Kontertänzen+FW+EW; Z.: Kon-t-er—tanz
Kontext, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kontext, Zusammenhang; ne. contexte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. contextus; E.: lat. contextus (2), M., Zusammenfügung, Zusammensetzung, enge Verknüpfung, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. contexere, V., zusammenweben, weben, flechten, zusammenflechten, aneinanderreihen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kontext, fehlt DW, Duden s. u. Kontext; Son.: vgl. nndl. context, Sb., Kontext; frz. contexte, M., Kontext; nschw. kontext, Sb., Kontext; nnorw. kontekst, M., Kontext; poln. kontekst, M., Kontext; nir. comhtéacs, M., Kontext; lit. kontekstas, M., Kontext; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Zusammenhang (zwischen Gegebenheiten); BM.: mit, flechten; F.: Kontext, Kontextes, Kontexts, Kontexte, Kontexten+FW(+EW); Z.: Kon-text
Kontiguität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kontiguität, Angrenzung, Zusammenkommen, Zusammenfließen; ne. contiguity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. contiguitas; E.: s. lat. contiguitas, F., Kontiguität, Angrenzung, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. contiguus, Adj., berührend, treffend, anstoßend, angrenzend; vgl. lat. contingere, V., berühren, anrühren, fassen, ergreifen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontiguität, fehlt DW, Duden s. u. Kontiguität; Son.: vgl. frz. continguité, F., Kontiguität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Angrenzung beziehungsweise in der Psychologie für ein zeitliches Zusammenfließen (von Reiz und Wirkung); BM.: mit, berühren; F.: Kontiguität+FW; Z.: Kon-ti-g-u-it-ät
kontinent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.?): nhd. kontinent, haltend, zusammenhängend; ne. ...continent; Vw.: s. in-; Hw.: s. Kontinent; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. continēns (1), Adj., zusammenhängend, anstoßend, unmittelbar angrenzend, darauf folgend, zusammenhängend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...continet, Suff., ...kontinent; frz. ...continent, Suff., ...kontinent; nschw. ...kontinent, Suff., ...kontinent; nnorw. ...kontinent, Suff., ...kontinent; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: mit, halten; F.: kontinent, kontinente, kontinentes, kontinentem, kontinenten, kontinenter+FW(+EW); Z.: ...kon-tin-ent
Kontinent, nhd., (Part. Präs.=)F., (16. Jh.): nhd. Kontinent, Erdteil, Festland; ne. continent; Vw.: -; Hw.: s. kontinental; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. (terra) continēns; E.: vgl. lat. continēns (1), Adj., zusammenhängend, anstoßend, unmittelbar angrenzend, darauf folgend, zusammenhängend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kontinent, fehlt DW, EWD s. u. Kontinent, Duden s. u. Kontinent; Son.: vgl. nndl. continent, Sb., Kontinent; frz. continent, M., Kontinent; nschw. kontinent, Sb., Kontinent; nnorw. kontinent, N., Kontinent; poln. kontynent, M., Kontinent; lit. kontinentas, M., Kontinent; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich nach Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Erdteil wie beispielsweise in der Gegenwart Asien oder Afrika oder Amerika oder Australien oder Antarktis oder Europa in Gegensatz zu bloßen großen ebenfalls von Meeren umgebenen Inseln; BM.: mit, halten; F.: Kontinent, Kontinentes, Kontinents, Kontinente, Kontinenten+FW(+EW); Z.: Kon-tin-ent
kontinental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kontinental, einen Erdteil betreffend, festländisch; ne. continental (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kontinent; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. continental; E.: s. frz. continental, Adj., kontinental; vgl. frz. continent, M., Kontinent; lat. continēns (1), Adj., zusammenhängend, anstoßend, unmittelbar angrenzend, darauf folgend, zusammenhängend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kontinent, fehlt DW, EWD s. u. Kontinent, Duden s. u. kontinental; Son.: vgl. nndl. contientaal, Adj., kontinental; frz. continental, Adj., kontinental; nschw. kontinental, Adj., kontinental; nnorw. kontinental, Adj., kontinental; poln. kontynentalny, Adj., kontinental; lit. kontinentinis, Adj., kontinental; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Erdteil oder allgemeiner das Festland in Gegensatz zu Inseln betreffend; BM.: mit, halten; F.: kontinental, kontinentale, kontinentales, kontinentalem, kontinentalen, kontinentaler+FW+EW; Z.: kon-tin-ent-al
Kontingent, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kontingent, Zuteilung, Zuweisung; ne. contingent (N.); Vw.: -; Hw.: s. kontingentieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. contingent; E.: s. frz. contingent, M., Kontingent; vgl. frz. contingent, Adj., zustehend, zufallend; lat. contingēns, Adj., berührend, angrenzend, benachbart, ähnlich, (um 90 n. Chr.); vgl. lat. contingere, V., berühren, anrühren, fassen, ergreifen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontingent, fehlt DW, EWD s. u. Kontingent, Duden s. u. Kontingent; Son.: vgl. nndl. contingent, Sb., Kontingent; nschw. kontingent, Sb., Kontingent; nnorw. kontingent, M., Kontingent; nnorw. kontyngent, M., Kontingent; lit. kontingentas, M., Kontingent; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine anteilmäßig zu erbringende oder zu erwartende Leistung oder Menge oder eine Zuteilung oder Zuweisung; BM.: mit, berühren; F.: Kontingent, Kontingentes, Kontingents, Kontingente, Kontingenten+FW(+EW); Z.: Kon-tin-g-ent
kontingentieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kontingentieren, Verbrauchsmenge einschränken, zuteilen, zuweisen; ne. allocate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. contingenter; E.: s. frz. contingenter, V., kontingentieren; frz. contingent, M., Kontingent; vgl. frz. contingent, Adj., zustehend, zufallend; lat. contingēns, Adj., berührend, angrenzend, benachbart, ähnlich, (um 90 n. Chr.); vgl. lat. contingere, V., berühren, anrühren, fassen, ergreifen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kontingent, fehlt DW, EWD s. u. Kontingent, Duden s. u. kontingentieren; Son.: vgl. nnorw. kontingentere, V., kontingentieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht Menschen schon früher mögliches eine Verbrauchsmenge bilden und einschränken oder zuweisen oder zuteilen; BM.: mit, berühren; F.: kontingentieren, kontingentiere, kontingentierst, kontingentiert, kontingentierest, kontingentieret, kontingentierte, kontingentiertest, kontingentierten, kontingentiertet, ##kontingentiert, kontingentierte, kontingentiertes, kontingentiertem, kontingentierten, kontingentierter##, kontingentierend, ###kontingentierend, kontingentierende, kontingentierendes, kontingentierendem, kontingentierenden, kontingentierender###, kontingentier (!)+FW(+EW); Z.: kon-tin-g-ent-ier-en
kontinuieren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. kontinuieren, fortsetzen, fortfahren, weiterführen; ne. continue; Vw.: -; Hw.: s. kontinuierlich, Kontinuität, Kontinuum; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. continuāre; E.: s. lat. continuāre, V., zusammenhängend machen, ohne Unterbrechung fortführen, aneinanderreihen, verlängern, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kontinuierlich, fehlt DW, EWD s. u. kontinuierlich, Duden s. u. kontinuieren; Son.: vgl. nndl. continueren, V., kontinuieren; nnorw. kontinuere, V., kontinuieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fortsetzen oder fortfahren oder weiterführen; BM.: mit, halten bzw. spannen; F.: kontinuieren, kontinuiere, kontinuierst, kontinuiert, kontinuierest, kontinuieret, kontinuierte, kontinuiertest, kontinuierten, kontinuiertet, ##kontinuiert, kontinuierte, kontinuiertes, kontinuiertem, kontinuierten, kontinuierter##, kontinuierend, ###kontinuierend, kontinuierende, kontinuierendes, kontinuierendem, kontinuierenden, kontinuierender###, kontinuier (!)+FW(+EW); Z.: kon-tin-u-ier-en
kontinuierlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kontinuierlich, stetig, andauernd, durchgehend; ne. continuous; Vw.: -; Hw.: s. kontinuieren, Kontinuität, Kontinuum; Q.: 18. Jh.; E.: s. kontinuieren, …lich; L.: Kluge s. u. kontinuierlich, fehlt DW, EWD s. u. kontinuierlich, Duden s. u. kontinuierlich; Son.: vgl. nndl. continu, Adj., kontinuierlich; frz. continu, Adj., kontinuierlich; nschw. kontinuerlig, Adj., kontinuierlich; nnorw. kontinuerlig, Adj., kontinuierlich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kontinuier(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches stetig oder andauernd oder durchgehend oder ununterbrochen; BM.: mit, halten bzw. spannen; F.: kontinuierlich, kontinuierliche, kontinuierliches, kontinuierlichem, kontinuierlichen, kontinuierlicher(, kontinuierlichere, kontinuierlicheres, kontinuierlicherem, kontinuierlicheren, kontinuierlicherer, kontinuierlichst, kontinuierlichste, kontinuierlichstes, kontinuierlichstem, kontinuierlichsten, kontinuierlichster)+FW(+EW); Z.: kon-tin-u-ier-lich
Kontinuität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kontinuität, Fortdauer, Dauer, Fortbestand; ne. continuity; Vw.: -; Hw.: s. kontinuierlich, kontinuieren, Kontinuum; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. continuitās; E.: s. lat. continuitās, F., ununterbrochene Fortdauer, unmittelbare Fortdauer, fortlaufender Zusammenhang, stetiger Zusammenhang, Verlauf, Erstreckung, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kontinuierlich, fehlt DW, EWD s. u. kontinuierlich, Duden s. u. Kontinuität; Son.: vgl. nndl. continuïteit, Sb., Kontinuität; frz. continuité, F., Kontinuität; nschw. kontinuitet, Sb., Kontinuität; nnorw. kontinuitet, M., Kontinuität; nir. contanóideacht, F., Kontinuität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Fortdauer oder Dauer oder Fortbestand in Gegensatz zu Wandel oder Unterbrechung oder Durchbrechung; BM.: mit, halten bzw. spannen; F.: Kontinuität, Kontinuitäten+FW(+EW); Z.: Kon-tin-u-it-ät
Kontinuum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kontinuum, lückenloser Zusammenhang; ne. continuum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. continuum; E.: s. mlat. continuum, N., Endlosigkeit, Kontinuum, chronische Krankheit; lat. continuus, Adj., zusammenhaftend, zusammenhängend, aneinanderstoßend, ununterbrochen fortlaufend, aufeinanderfolgend, wiederholt, fortgesetzt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. continēre, V., zusammenhalten, festhalten, umfassen, verbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kontinuierlich, fehlt DW, Duden s. u. Kontinuum; Son.: vgl. nndl. coninuüm, Sb., Kontinuum; frz. continu, M., Kontinuum; nschw. kontinuum, N., Kontinuum; nnorw. kontinuum, N., Kontinuum; kymr. continwwm, M., Kontinuum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas lückenlos Zusammenhängendes oder einen lückenlosen Zusammenhang; BM.: mit, halten bzw. spannen; F.: Kontinuum, Kontinuums, Kontinua, Kontinuen+FW(+EW); Z.: Kon-tin-u-um
Konto, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Konto, Bankverbindung, Guthaben; ne. account; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. it. conto; E.: s. it. conto, M., Konto, Rechnung; vgl. lat. computus, M., Berechnung, (334/337 n. Chr.); vgl. lat. computāre, V., zusammenrechnen, ausrechnen, berechnen, anrechnen; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Konto, fehlt DW, EWD s. u. Konto, Duden s. u. Konto; Son.: vgl. nndl. conto, Sb., Konto; frz. compte, M., Konto; nschw. konto, N., Konto; nnorw. konto, M., Konto; poln. konto, N., Konto; kymr. cownt, M., Konto; nir. cuntas, M., Konto; GB.: seit um 1500 über das Italienische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bankverbindung oder die laufende Gegenüberstellung und Abrechnung von Eingängen und Ausgängen oder Gutschriften und Lastschriften; BM.: mit, rechnen; F.: Konto, Kontos, Konten+FW(+EW); Z.: Kon-t-o
Kontor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kontor, Geschäftszimmer, Rechnungstisch; ne. counter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. comptoir; E.: s. mnd. kuntōr, kantōr, kuntoer, kunctor, kumtōr, kumptor, N., Kontor, Privatkontor, Schreibtisch, Schreibpult mit Fächern, Schreibschrank, Zähltisch, Pult; frz. comptoir, M., Schreibstube, Zahltisch; vgl. frz. compter, V., zählen, rechnen; lat. computāre, V., zusammenrechnen, berechnen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Kontor, EWD s. u. Kontor, DW 11, 1743, Duden s. u. Kontor; Son.: vgl. nndl. kantoor, Sb., Kontor; nschw. kontor, N., Kontor; nnorw. kontor, N., Kontor; poln. kantor, M., Kontor; lit. kontoras, M., Kontor; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon früher entwickelten und verwendeten Rechnungstisch oder ein Geschäftszimmer oder eine Niederlassung eines Handelsunternehmens oder einer Reederei in dem Ausland; BM.: mit, rechnen; F.: Kontor, Kontors, Kontore, Kontoren+FW+EW; Z.: Kon-t-or
$Kontorist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kontorist; E.: s. Kontor, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kontor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kontor und ist gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Bediensteten eines Kaufmanns für die Rechnungsführung; F.: Kontorist, Kontoristen+FW+EW; Z.: Kon-t-or-ist
$Kontoristin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kontoristin; E.: s. Kontorist, s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kontor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kontorist und in gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Bedienstete eines Kaufmanns für die Rechnungsführung F.: Kontoristin, Kontoristinnen+FW(+EW); Z.: Kon-t-or-ist-in
kontra, nhd., Partikel, (16. Jh.): nhd. kontra, gegen, dagegen, entgegengesetzt, gegensätzlich; ne. contra; Vw.: s. -bass, -faktur, punkt,-zeption; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. contrā; E.: s. lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kontra, DW 2, 636, EWD s. u. kontra, Duden s. u. kontra; Son.: vgl. nndl. contra, Partikel, kontra; frz. contre, Partikel, kontra; nschw. kontra, Partikel, kontra; nnorw. kontra, Partikel, kontra; poln. kontra, Präp., Partikel, kontra; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für entgegengesetzt oder gegensätzlich verwendete Bezeichnung; BM.: mit; F.: kontra+FW(+EW); Z.: kon-tra
$Kontra, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kontra, Gegensatz, Gegenspieler; E.: s. kontra; L.: fehlt DW, EWD s. u. kontra; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kontra gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Gegensatz oder Gegenspieler; F.: Kontra, Kontras+FW(+EW); Z.: Kon-tra
Kontrabass, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kontrabass, Bass, Bassgeige; ne. contrabass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. contrabasso; E.: s. it. contrabasso, M., Kontrabass; vgl. it. contra, Präp., gegen; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); it. basso, Adj., niedrig, tief, tiefliegend; vgl. mlat. bassus, Adj., dick, untersetzt, beleibt, niedrig, niedere; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus dem Oskischen; L.: Kluge s. u. Kontrabass, fehlt DW, Duden s. u. Kontrabass; Son.: vgl. nndl. contrabas, Sb., Kontrabass; frz. contrebasse, M., Kontrabass; nschw. kontrabas, Sb., Kontrabass; nnorw. kontrabass, M., Kontrabass; poln. kontrabas, M., Kontrabass; lit. kontrabosas, M., Kontrabass; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein einem Violoncello ähnliches jedoch größeres und tiefer gestimmtes Streichinstrument (Bassgeige); BM.: gegen, niedrig; F.: Kontrabass, Kontrabasses, Kontrabässe, Kontrabässen+FW(+EW); Z.: Kon-tra—bass
Kontrafaktur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kontrafaktur, Umdichtung, Nachdichtung; ne. contrafact, contrafacture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Relatinisierung; E.: vgl. it. contrafattore, M., Fälscher; frz. contrefacteur, M., Fälscher; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kontrafaktur, fehlt DW, Duden s. u. Kontrafaktur; Son.: vgl. nndl. contrafact, Sb., Kontrafaktur; poln. kontrafaktura, F., Kontrafaktur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene und relatinisierte sowie umgebildete Bezeichnung für die geistliche Nachdichtung oder Umdichtung eines weltlichen Liedes (und umgekehrt) unter Beibehaltung der Melodie; BM.: gegen, machen; F.: Kontrafaktur, Kontrafakturen+FW(+EW); Z.: Kon-tra-fa-k-t-ur
Kontrahent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Kontrahent, Widersacher, Gegner, Wettbewerber; ne. opponent, contractant; Vw.: -; Hw.: s. kontrahieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. contrahere; E.: s. lat. contrahere, V., zusammenziehen, beiziehen, versammeln, vereinigen, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kontrahent, fehlt DW, EWD s. u. kontrahieren, Duden s. u. Kontrahent; Son.: vgl. nndl. contractant, Sb., Kontrahent; frz. contractant, M., Kontrahent; nschw. kontrahent, Sb., Kontrahent; nnorw. kontrahent, M., Kontrahent; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Widersacher oder einen Gegner in einem Wettstreit oder einen Wettbewerber; BM.: mit, schleppen; F.: Kontrahent, Kontrahenten+FW+EW; Z.: Kon-trah-ent
kontrahieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kontrahieren, zusammenziehen, einen Vertrag schließen; ne. contract (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kontrakt, Kontraktion, Kontrahent; Q.: 1552?; I.: Lw. lat. contrahere; E.: s. lat. contrahere, V., zusammenziehen, anziehen, einziehen, beiziehen, versammeln, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kontrahieren, EWD s. u. kontrahieren, Duden s. u. kontrahieren; Son.: vgl. nndl. contracteren, V., kontrahieren; frz. contracter, V., kontrahieren; nschw. kontrahera, V., kontrahieren; nnorw. kontrahere, V., kontrahieren; GB.: vielleicht seit 1552 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich zusammenziehen oder einen Vertrag schließen oder vereinbaren; BM.: mit, schleppen; F.: kontrahieren, kontrahiere, kontrahierst, kontrahiert, kontrahierest, kontrahieret, kontrahierte, kontrahiertest, kontrahierten, kontrahiertet, ##kontrahiert, kontrahierte, kontrahiertes, kontrahiertem, kontrahierten, kontrahierter##, kontrahierend, ###kontrahierend, kontrahierende, kontrahierendes, kontrahierendem, kontrahierenden, kontrahierender###, kontrahier (!)+FW+EW; Z.: kon-trah-ier-en
Kontrakt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kontrakt, Vertrag, Vereinbarung; ne. contact (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. contract, contrack, kontract*, M., Kontrakt, Vertrag; lat. contractus (2), M., Zusammenziehen, Verkrampfung, Lähmung, Vertrag, Vereinbarung, Varro (116-27 v. Chr.); vgl. lat. contrahere, V., zusammenziehen, anziehen, einziehen, beiziehen, versammeln; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kontrahieren, fehlt DW, EWD s. u. kontrahieren, Duden s. u. Kontrakt; Son.: vgl. nndl. contract, Sb., Kontrakt; frz. contrat, M., Kontrakt; nschw. kontrakt, N., Kontrakt; nnorw. kontrakt, M., Kontrakt; poln. kontrakt, M., Kontrakt; kymr. contract, F., M., Kontrakt; lit. kontraktas, M., Kontrakt; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vertrag oder eine Vereinbarung; BM.: mit, schleppen; F.: Kontrakt, Kontraktes, Kontrakts, Kontrakte, Kontrakten+FW(+EW); Z.: Kon-trak-t
Kontraktion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kontraktion, Zusammenziehung, Zusammenziehen; ne. contraction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. contractio; E.: s. lat. contractio, F., Zusammenziehung, Verkürzung, Kürze, Beengung, Beklommenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. contrahere, V., zusammenziehen, anziehen, einziehen, beiziehen, versammeln; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. kontrahieren, fehlt DW, EWD s. u. kontrahieren, Duden s. u. Kontraktion; Son.: vgl. nndl. contractie, Sb., Kontraktion; nschw. kontraktion, Sb., Kontraktion; nnorw. kontraksjon, M., Kontraktion; poln. kontrakcja, F., Kontraktion; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Zusammenziehung oder ein Zusammenziehen; BM.: mit, schleppen; F.: Kontraktion, Kontraktionen+FW(+EW); Z.: Kon-trak-t-io-n
$Kontrapunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Kontrapunkt, Gegensatz; E.: s. kontra, s. Punkt; L.: Kluge s. u. Kontrapunkt, fehlt DW, EWD s. u. Kontrapunkt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Gegensatz; F.: Kontrapunkt, Kontrapunkts, Kontrapunktes, Kontrapunkte, Kontrapunkten+FW(+EW); Z.: Kon-tra—pu-n-k-t
konträr, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. konträr, gegensätzlich; ne. contrary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. contrārius; E.: s. lat. contrārius, Adj., gegenüber befindlich, gegenüberliegend, entgegengesetzt, umgekehrt, entgegengerichtet, gegenteilig, (um 90 n. Chr.); vgl. lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. konträr, fehlt DW, EWD s. u. konträr, Duden s. u. konträr; Son.: vgl. nndl. contrair, Adj., konträr; frz. contraire, Adj., konträr; nschw. konträr, Adj., konträr; nnorw. konträr, Adj., konträr; nir. contrártha, Adj., konträr; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gegensätzlich; BM.: gegen; F.: konträr, konträre, konträres, konträrem, konträren, konträrer(, konträrere, konträreres, konträrerem, konträreren, konträrerer, konträrst, konträrste, konträrstes, konträrstem, konträrsten, konträrster)+FW(+EW); Z.: kon-tr-är
Kontrast, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kontrast, Gegensatz; ne. contrast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1718?; I.: Lw. it. contrasto; E.: s. it. contrasto, M., Kontrast; vgl. it. contrastare, V., entgegenstehen; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kontrast, fehlt DW, EWD s. u. Kontrast, Duden s. u. Kontrast; Son.: vgl. nndl. contrast, Sb., Kontrast; frz. contraste, M., Kontrast; nschw. kontrast, Sb., Kontrast; nnorw. kontrast, M., Kontrast; poln. kontrast, M., Kontrast; lit. kontrastas, M., Kontrast; GB.: vielleicht seit 1718 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Gegensatz; BM.: gegen, stehen; F.: Kontrast, Kontrasts, Kontrastes, Kontraste, Kontrasten+FW(+EW); Z.: Kon-tr-ast
$kontrastieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kontrastieren, Kontrast bilden, gegenüberstellen; E.: s. Kontrast, s. ieren; L.: Kluge s. u. Kontrast, fehlt DW, EWD s. u. Kontrast; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kontrast und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches einen Kontrast bilden oder sich abheben oder gegenüberstellen; F.: kontrastieren, kontrastiere, kontrastierst, kontrastiert, kontrastierest, kontrastieret, kontrastierte, kontrastiertest, kontrastierten, kontrastiertet, ##kontrastiert, kontrastierte, kontrastiertes, kontrastiertem, kontrastierten, kontrastierter##, kontrastierend, ###kontrastierend, kontrastierende, kontrastierendes, kontrastierendem, kontrastierenden, kontrastierender###, kontrastier (!)+FW(+EW); Z.: kon-tr-ast-ier-en
Kontrazeption, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kontrazeption, Empfängnisverhütung; ne. contraception; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: Gegensatzbildung zu Konzeption; s. lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kontrazeption, fehlt DW, Duden s. u. Kontrazeption; Son.: vgl. nndl. contraceptie, Sb., Kontrazeption; frz. contraception, F., Kontrazeption; lit. kontracepcija, F., Kontrazeption; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für Empfängnisverhütung in Gegensatz zu Empfängnis oder Konzeption; BM.: gegen, fassen; F.: Kontrazeption+FW(+EW); Z.: Kon-tra-zep-t-io-n
Kontribution, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Kontribution, Beitrag, auferlegte Geldzahlung; ne. contribution; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1597?; I.: Lw. lat. contribūtio; E.: s. lat. contribūtio, F., gleichmäßige Zuteilung, gleichmäßiger Betrag, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. contribuere, V., zusammenschlagen, zusammenwerfen, einverleiben; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kontribution, fehlt DW, Duden s. u. Kontribution; Son.: vgl. nndl. contributie, Sb., Kontribution; frz. contribution, F., Kontribution; nschw. kontribution, Sb., Kontribution; nnorw. kontribusjon, M., Kontribution; poln. kontrybucja, F., Kontribution; GB.: vielleicht seit 1597 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen Beitrag zu einer gemeinsamen Sache oder eine auferlegte Geldzahlung; BM.: mit, zuteilen bzw. drei; F.: Kontribution, Kontributionen+FW(+EW); Z.: Kon-tri-b-ut-io-n
Kontrolle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kontrolle, Überwachung, Beaufsichtigung, Beobachtung, Begutachtung; ne. control (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kontrolleur, kontrollieren; Q.: 1768?; I.: Lw. frz. contrôle; E.: s. frz. contrôle, M., Kontrolle; von einem contre-rôle, M., Gegenrolle, Gegenregister; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rotulus, M., Rädchen, Rädlein; lat. rota, F., Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kontrolle, fehlt DW, EWD s. u. Kontrolle, Duden s. u. Kontrolle; Son.: vgl. nndl. controle, Sb., Kontrolle; nschw. kontroll, Sb., Kontrolle; nnorw. kontroll, M., Kontrolle; poln. kontrola, F., Kontrolle; lit. kontrolė, F., Kontrolle; GB.: vielleicht seit 1768 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Überwachung oder Beaufsichtigung oder Beobachtung oder Begutachtung; BM.: gegen, rollen; F.: Kontrolle, Kontrollen+FW(+EW); Z.: Kon-t-rol-l-e
Kontrolleur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kontrolleur, Kontrollierender, Kontrollor, Inspektor, Prüfer; ne. controller; Vw.: -; Hw.: s. Kontrolle, kontrollieren; Q.: 1659; I.: Lw. frz. contrôleur; E.: s. frz. contrôleur, M., Kontrolleur; vgl. frz. contrôle, M., Kontrolle; von einem contre-rôle, M., Gegenrolle, Gegenregister; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rotulus, M., Rädchen, Rädlein; lat. rota, F., Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kontrolle, fehlt DW, EWD s. u. Kontrolle, Duden s. u. Kontrolleur; Son.: vgl. nschw. kontrollant, Sb., Kontrolleur; nnorw. kontrollør, M., Kontrolleur; poln. kontroler, M., Kontrolleur; lit. kontroliuerius, M., Kontrolleur; GB.: seit 1659 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder des Staates möglichen eine Kontrolle ausübenden Menschen oder Kontrollierenden; BM.: gegen, rollen; F.: Kontrolleur, Kontrolleurs, Kontrolleures, Kontrolleure, Kontrolleuren+FW(+EW); Z.: Kon-t-rol-l-eur
kontrollieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kontrollieren, Kontrolle ausüben, beobachten, überprüfen; ne. control (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kontrolle, Kontrolleur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. contrôler; E.: s. frz. contrôler, V., kontrollieren; mfrz. contreroller, V., kontrollieren; vgl. frz. contre-rôle, M., Gegenrolle, Gegenregister; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rotulus, M., Rädchen, Rädlein; lat. rota, F., Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kontrolle, fehlt DW, EWD s. u. Kontrolle, Duden s. u. kontrollieren; Son.: vgl. nndl. controleren, V., kontrollieren; nschw. kontrollera, V., kontrollieren; nnorw. kontrollere, V., kontrollieren; poln. kontrolować, V., kontrollieren; lit. kontroliuoti, V., kontrollieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder des Staates mögliches eine Kontrolle ausüben oder beobachten oder überprüfen; BM.: gegen, rollen; F.: kontrollieren, kontrolliere, kontrollierst, kontrolliert, kontrollierest, kontrollieret, kontrollierte, kontrolliertest, kontrollierten, kontrolliertet, ##kontrolliert, kontrollierte, kontrolliertes, kontrolliertem, kontrollierte, kontrollierter##, kontrollierend, ###kontrollierend, kontrollierende, kontrollierendes, kontrollierendem, kontrollierenden, kontrollierender###, kontrollier (!)+FW(+EW); Z.: kon-t-rol-l-ier-en
kontrovers, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kontrovers, entgegengesetzt, gegensätzlich, streitig; ne. controversial; Vw.: -; Hw.: s. Kontroverse; Q.: 1654; I.: Lw. lat. contrōversus; E.: s. lat. contrōversus (1), Adj., entgegengesetzt, gegenüberliegend, gegenüberstehend, entgegenstehend, entgegengerichtet, feindlich, (81-43 v. Chr.); lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kontroverse, frhlt DW, EWD s. u. Kontroverse, Duden s. u. kontrovers; Son.: vgl. nndl. controversieel, Adj., kontrovers; frz. controversé, Adj., kontrovers; nschw. kontroversiell, Adj., kontrovers; nnorw. kontroversiell, Adj., kontrovers; poln. kontrowersyjny, Adj., kontrovers; lit. kontraversiškas, kontroversiškas, Adj., kontrovers; GB.: seit 1654 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches entgegengesetzt oder gegensätzlich oder streitig; BM.: gegen, drehen; F.: kontrovers, kontroverse, kontroverses, kontroversem, kontroversen, kontroverser(, kontroversere, kontroverseres, kontroverserem, kontroverseren, kontroverserer, kontroversest, kontroverseste, kontroversestes, kontroversestem, kontroversesten, kontroversester)+FW(+EW); Z.: kon-tro-ver-s
Kontroverse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kontroverse, Auseinandersetzung, Streitfrage, Meinungsverschiedenheit, Gegensatz; ne. controversy; Vw.: -; Hw.: s. kontrovers; Q.: 1635; I.: Lw. lat. contrōversia; E.: s. lat. contrōversia, F., entgegengesetzte Richtung, Streitfrage, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. contrōversus (1), Adj., entgegengesetzt, gegenüberliegend, feindlich; lat. contrā, Präp., gegenüber, auf der entgegengesetzten Seite, andererseits, dagegen; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kontroverse, fehlt DW, EWD s. u. Kontroverse, Duden s. u. Kontroverse; Son.: vgl. nndl. controverse, Sb., Kontroverse; frz. controverse, F., Kontroverse; nschw. kontrovers, Sb., Kontroverse; nnorw. kontrovers, M., Kontroverse; poln. kontrowersja, F., Kontroverse; lit. kontroversija, F., Kontroverse; GB.: seit 1635 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Auseinandersetzung oder Streitfrage oder Meinungsverschiedenheit oder einen Gegensatz; BM.: gegen, drehen; F.: Kontroverse, Kontroversen+FW+EW; Z.: Kon-tro-ver-s-e
Kontur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kontur, Linie, Umriss, Umrisslinie; ne. contour (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1764?; I.: Lw. frz. contour; E.: s. frz. contour, M., Kontur, Umriss; it. contorno, M., Kontur, Umriss; mlat. contornāre, V., einfassen, Umrisse zeichnen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tornāre, drechseln; s. gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Kontur, EWD s. u. Kontur, Duden s. u. Kontur; Son.: vgl. nndl. contour, Sb., Kontur; nschw. kontur, Sb., Kontur; nnorw. kontur, M., Kontur; poln. kontur, M., Kontur; lit. kontūras, F., Kontur; GB.: vielleicht seit 1764 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Umriss oder eine etwas umgrenzende Linie (Umrisslinie); BM.: mit, drehen; F.: Kontur, Konturen+FW; Z.: Kon-tur
Konus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Konus, Kegel, Kegelstumpf; ne. cone (N.); Vw.: -; Hw.: s. konisch; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōnus; E.: s. lat. cōnus, M., Kegel, oberster Teil, Spitze, (81-43 v. Chr.); gr. κῶνος (kōnos), M., Pinienzapfen, Kegel; vgl. idg. *k̑ēi-, *k̑ē-, *k̑ōi-, *k̑ō-, *k̑əi-, *k̑ə-, V., schärfen, wetzen, Pokorny 541 (830/62) (RB. idg. ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konus, fehlt DW, EWD s. u. Konus, Duden s. u. Konus; Son.: vgl. nndl. conus, Sb., Konus; frz. cône, M., Konus; nschw. kon, Sb., Konus; nnorw. konus, M., Konus; kymr. côn, M., Konus; nir. cón, M., Konus; lit. konusas, M., Konus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in der Natur und in der Vorstellung des Menschen möglichen Kegel oder Kegelstumpf; F.: Konus, Konusse, Konussen, Konen+FW; Z.: Ko-n-us
Konvenienz, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Konvenienz, Erlaubtes, Schickliches, Bequemes, Herkommen; ne. convenience; Vw.: -; Hw.: s. konvenieren; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. convenientia; E.: lat. convenientia, F., Übereinstimmung, Harmonie, Sympathie, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convenīre, V., eintreffen, sich einfinden, zusammenfinden; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Konvenienz, fehlt DW, EWD s. u. konvenieren, Duden s. u. Konvenienz; Son.: vgl. frz. convenance, F., Konvenieren; nschw. konvenans, Sb., Konvenieren; nnorw. konveniens, M., Konvenienz; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen Erlaubtes oder Schickliches oder Bequemes oder ein Herkommen; BM.: mit, kommen; F.: Konvenienz, Konvenienzen+FW; Z.: Kon-ven-i-enz
konvenieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konvenieren, zusagen, gefallen (V.), angenehm sein (V.); ne. be convenient; Vw.: -; Hw.: s. Konvenienz; Q.: 1683?; I.: Lw. lat. convenīre; E.: s. lat. convenīre, V., eintreffen, sich einfinden, zusammenkommen, zusammentreffen, zusammenfinden, sich versammeln, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Konvenienz, fehlt DW, EWD s. u. konvenieren, Duden s. u. konvenieren; Son.: vgl. nndl. conveniëren, V., konvenieren; poln. konweniować, V., konvenieren; GB.: vielleicht seit 1683 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich aus der Sicht des Menschen mögliches zusagen oder gefallen oder angenehm sein (V.); BM.: mit, kommen; F.: konvenieren, konveniere, konvenierst, konveniert, konvenierest, konvenieret, konvenierte, konveniertest, konvenierten, konveniertet, ##konveniert, konvenierte, konveniertes, konveniertem, konvenierten, konvenierter##, konvenierend, ###konvenierend, konvenierende, konvenierendes, konvenierendem, konvenierenden, konvenierender###, konvenier (!)+FW(+EW); Z.: kon-ve-n-ier-en
Konvent, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Konvent, Kloster, Zusammenkunft; ne. convent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1220 (Heinrich und Kunigunde des Ebernand von Erfurt); E.: mhd. convent, convënt, covent, covënt, kofent, kofënt, st. M., Klostergemeinschaft, Klosterangehörige, Gemeinschaft, Konvent, Kloster; mnd. konvent (1), kōvent, kāvent, convent, N., M., Konvent, Kloster, geistliche Gemeinschaft, Gemeinschaft der Angehörigen eines Klosters oder einer sonstigen geistlichen Institution; lat. conventus, M., Zusammenkunft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convenīre, V., eintreffen, sich einfinden, zusammenfinden; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Konvent, DW 2, 636 (Convent), EWD s. u. Konvent, Duden s. u. Konvent; Son.: vgl. nndl. convent, Sb., Konvent; frz. couvent, M., Konvent; nschw. konvent, Sb., Konvent; nnorw. konvent, N., Konvent; poln. konwent, M., Konvent; kymr. cwfaint, M., Konvent; nir. coinbhint, F., Konvent; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Mitglieder eines Klosters oder für eine (wöchentliche) Zusammenkunft der Mitglieder; BM.: mit, kommen; F.: Konvent, Konventes, Konvents, Konvente, Konventen+FW(+EW); Z.: Kon-ven-t
Konvention, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konvention, Abkommen, völkerrechtlicher Vertrag, Regel des sozialen Verhaltens; ne. convention; Vw.: -; Hw.: s. konventionell; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. convention; E.: frz. convention, F., Konvention; lat. conventio, F., Zusammenkunft, Versammlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convenīre, V., eintreffen, sich einfinden, zusammenfinden; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Konvention, fehlt DW, EWD s. u. Konvention, Duden s. u. Konvention; Son.: vgl. nndl. conventie, Sb., Konvention; nschw. konvention, Sb., Konvention; nnorw. konvensjon, M., Konvention; poln. konwencja, F., Konvention; kymr. confensiwn, M., Konvention; nir. coinbhinsiúin, M., Konvention; lit. konvencija, F., Konvention; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche völkerrechtliche Vereinbarung oder ein Abkommen oder einen Vertrag oder eine Regel des sozialen Verhaltens; BM.: mit, kommen; F.: Konvention, Konventionen+FW; Z.: Kon-ven-t-io-n
$Konventionalstrafe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Konventionalstrafe, Vertragsstrafe; E.: s. Konvention, s. al (Suff.), s. Strafe; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konvention; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Konvention und al (Suff.) sowie Strafe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte Vertragsstrafe für den Fall einer Nichterfüllung vereinbarter Vertragspflichten eines Beteiligten; F.: Konventionalstrafe, Konventionalstrafen+FW+EW; Z.: Kon-ven-t-io-n-al—stra-f-e
konventionell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konventionell, gewohnt, den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend, herkömmlich; ne. conventional; Vw.: -; Hw.: s. Konvention; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. conventionell; E.: s. frz. conventionell, Adj., konventionell; lat. conventiōnālis, Adj., den Vertrag betreffend, Vertrags..., Konventional..., vertraglich vereinbart, auf Vertrag beruhend, festgesetzt, zur Anklage gehörig; vgl. lat. convenīre, V., eintreffen, sich einfinden, zusammenfinden; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Konvention, fehlt DW. EWD s. u. Konvention, Duden s. u. konventionell; Son.: vgl. nndl. conventioneel, Adj., konventionell; nschw. konventionell, Adj., konventionell; nnorw. konvensjonell, Adj., konventionell; poln. konwencjonalny, Adj., konventionell; kymr. confensiynol, Adj., konventionell; nir. coinbhinsiúnach, Adj., konventionell; lit. konvencionalus, Adj., konventionell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend oder herkömmlich; BM.: mit, kommen; F.: konventionell, konventionelle, konventionelles, konventionellem, konventionellen, konventioneller(, konventionellere, konventionelleres, konventionellerem, konventionelleren, konventionellerer, konventionellst, konventionellste, konventionellstes, konventionellstem, konventionellsten, konventionellster)+FW(+EW); Z.: kon-ven-t-io-n-ell
konvergent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konvergent, zusammenlaufend, sich annähernd; ne. convergent; Vw.: -; Hw.: s. konvergieren, Konvergenz; Q.: 1798; I.: Lw. lat. convergēns; E.: s. lat. convergēns, (Part. Präs.=)Adj., sich hinneigend; vgl. lat. convergere, V., sich hinneigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvergieren, fehlt DW, EWD s. u. konvergieren, Duden s. u. konvergent; Son.: vgl. nndl. convergerend, Adj., konvergent; frz. convergent, Adj., konvergent; nschw. konvergent, Adj., konvergent; nnorw. konvergent, Adj., konvergent; nir. coinbhéirseach, Adj., konvergent; GB.: seit 1798 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches zusammenlaufend oder sich annähernd; BM.: mit, drehen; F.: konvergent, konvergente, konvergentes, konvergentem, konvergenten, konvergenter(, konvergentere, konvergenteres, konvergenterem, konvergenteren, konvergenterer, konvergentest, konvergenteste, konvergentestes, konvergentestem, konvergentesten, konvergentester)+FW(+EW); Z.: kon-ver-g-ent
Konvergenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konvergenz, Annäherung, Übereinstimmung; ne. convergence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1674; I.: Lw. nlat. convergentia; E.: s. nlat. convergentia, vgl. lat. convergere, V., sich hinneigen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvergieren, fehlt DW, EWD s. u. konvergieren, Duden s. u. Konvergenz; Son.: vgl. nndl. convergentie, Sb., Konvergenz; frz. convergence, F., Konvergenz; nnorw. konvergens, M., Konvergenz; poln. konwergencja, F., Konvergenz; nir. coinbhéirseacht, F., Konvergenz; lit. konvergencija, F., Konvergenz; GB.: seit 1674 belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Annäherung oder später auch eine Übereinstimmung (von Meinungen); BM.: mit, drehen; F.: Konvergenz, Konvergenzen+FW; Z.: Kon-ver-g-enz
konvergieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. konvergieren, zusammenlaufen, annähern; ne. converge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1762?; I.: Lw. lat. convergere; E.: s. lat. convergere, V., sich hinneigen, (um 560-636 n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvergieren, fehlt DW, EWD s. u. konvergieren, Duden s. u. konvergieren; Son.: vgl. nndl. convergeren, V., konvergieren; frz. converger, V., konvergieren; nschw. konvergera, V., konvergieren; nnorw. konvergere, V., konvergieren; nir. coinbhéirsíonn, V., konvergieren; lit. konverguoti, V., konvergieren; GB.: vielleicht seit 1762 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zusammenlaufen oder annähern; BM.: mit, drehen; F.: konvergieren, konvergiere, konvergierst, konvergiert, konvergierest, konvergieret, konvergierte, konvergiertest, konvergierten, konvergiertet, ##konvergiert, konvergierte, konvergiertes, konvergiertem, konvergierten, konvergierter##, konvergierend, ###konvergierend, konvergierende, konvergierendes, konvergierendem, konvergierenden, konvergierender###, konvergier (!)+FW+EW; Z.: kon-ver-g-ier-en
Konversation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konversation, Gespräch, Unterhaltung; ne. conversation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. conversātio; E.: s. lat. conversātio, F., Verkehren, Sich-Aufhalten, Umgang, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. conversārī, V., verkehren, sich aufhalten, Umgang haben, Verkehr; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konversation, fehlt DW, EWD s. u. Konversation, Duden s. u. Konversation; Son.: vgl. nndl. conversatie, Sb., Konversation; frz. conversation, F., Konversation; nschw. konversation, Sb., Konversation; nnorw. konversasjon, M., Konversation; poln. konwersacja, F., Konversation; nir. conbharsáid, F., Konversation; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Gespräch oder eine Unterhaltung; BM.: mit, drehen; F.: Konversation, Konversationen+FW(+EW); Z.: Kon-ver-s-at-io-n
$Konversationslexikon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konversationslexikon; E.: s. Konversation, s. s, s. Lexikon; Q.: 1708; L.: EWD s. u. Konversation; GB.: seit 1708 (Reale Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon 3. A. verbunden mit dem Namen des die Vorrede verfassenden Lehrers Johann Hübner) belegte und aus Konversation und s sowie Lexikon gebildete Bezeichnung für ein alphabetisch geordnetes Lexikon über alle Wissensgebiete als Grundlage für sachkundige Unterhaltung in Gesprächen; F.: Konversationslexikon, Konversationslexikons, Konversationslexika+FW(+EW); Z.: Kon-ver-s-at-io-n-s—lex-ik-on
$konversieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. konversieren, umdrehen; E.: s. Konversation; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konversation; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (conversare) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für umdrehen; F.: konversieren, konversiere, konversierst, konversiert, konversierest, konversieret, konversierte, konversiertest, konversierten, konversiertet, ##konversiert, konversierte, konversiertes, konversiertem, konversierten, konversierter##, konversierend, ###konversierend, konversierende, konversierendes, konversierendem, konversierenden, konversierender###, konversier (!)+FW+EW; Z.: kon-ver-s-ier-en
Konversion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konversion, Umwendung, Umdrehung, Umkehrung, Umwandlung; ne. conversion; Vw.: -; Hw.: s. konvertieren, konvertibel, Konvertit; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. conversio; E.: s. lat. conversio, F., Sich-Hinwenden, Übertritt, Umwendung, Umkehrung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convertere, V., umkehren, umwenden, umdrehen, hinkehren; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konversion, fehlt DW, Duden s. u. Konversion; Son.: vgl. frz. conversion, F., Konversion; nschw. konversion, Sb., Konversion; nnorw. konversjon, M., Konversion; poln. konwersja, F., Konversion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Umwendung oder Umdrehung oder Umkehrung oder Umwandlung; BM.: mit, drehen; F.: Konversion, Konversionen+FW(+EW); Z.: Kon-ver-s-io-n
konvertibel, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. konvertibel, austauschbar, umtauschbar, auswechselbar; ne. convertible (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. konvertieren, Konversion, Konvertit; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. convertible; E.: s. frz. convertible, Adj., konvertibel, austauschbar; lat. convertibilis, Adj., veränderlich, umkehrbar, austauschbar, auswechselbar, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. convertere, V., umkehren, umwenden, umdrehen, hinkehren; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvertieren, fehlt DW, EWD s. u. konvertibel; Son.: vgl. nndl. converteerbaar, Adj., konvertibel; nschw. konvertibel, Adj., konvertibel; nnorw. konvertibel, Adj., konvertibel; lit. konvertuojamas, Adj., konvertibel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für austauschbar oder umtauschbar oder auswechselbar wie beispielsweise eine Währung in eine andere Währung; BM.: mit, drehen; F.: konvertibel, konvertible, konvertibles, konvertiblem, konvertiblen, konvertibler+FW(+EW); Z.: kon-ver-t-ib-el
konvertieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. konvertieren, umwandeln, umwenden, umdrehen, übertreten, eintauschen; ne. convert (V.); Vw.: -; Hw.: s. Konversion, konvertibel, Konvertit; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: s. lat. convertere, V., umkehren, umwenden, umdrehen, hinkehren, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvertieren, fehlt DW, EWD s. u. Konvertit, Duden s. u. konvertieren; Son.: vgl. nndl. converteren, V., konvertieren; frz. convertir, V., umwandeln, bekehren; nschw. konvertera, V., konvertieren; nnorw. konvertere, V., konvertieren; poln. konvertować, V., konvertieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches umwandeln oder umwenden oder umdrehen und später für in einen anderen Glauben übertreten oder etwas eintauschen; BM.: mit, drehen; F.: konvertieren, konvertiere, konvertierst, konvertiert, konvertierest, konvertieret, konvertierte, konvertiertest, konvertierten, konvertiertet, ##konvertiert, konvertierte, konvertiertes, konvertiertem, konvertierten, konvertierter##, konvertierend, ###konvertierend, konvertierende, konvertierendes, konvertierendem, konvertierenden, konvertierender###, konvertier(!)+FW+EW; Z.: kon-ver-t-ier-en
Konvertit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konvertit, den Glauben Wechselnder; ne. convert (M.); Vw.: -; Hw.: s. konvertieren, konvertibel, Konversion; Q.: 1686?; I.: Lw. ne. convertite; E.: s. ne. convertite, M., Konvertit; frz. converti, M., Bekehrter; vgl. frz. convertir, V., umwandeln, bekehren; lat. convertere, V., umkehren, umwenden, umdrehen, hinkehren, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. konvertieren, fehlt DW, EWD s. u. Konvertit, Duden s. u. Konvertit; Son.: vgl. nschw. konvertit, Sb., Konvertit; nnorw. konwertitt, M., Konvertit; poln. konwertyta, M., Konvertit; GB.: vielleicht seit 1686 belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Religionen möglichen den Glauben wechselnden Menschen; BM.: mit, drehen; F.: Konvertit, Konvertiten+FW(+EW); Z.: Kon-ver-t-it
konvex, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. konvex, nach außen gewölbt, erhaben; ne. convex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. convexus; E.: s. lat. convexus (1), Adj., sich zuwölbend, gewölbt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convehere, V., zusammenfahren, zusammentragen, zusammenbringen, zusammentreffen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen, reiten; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. konvex, fehlt DW, EWD s. u. konvex, Duden s. u. konvex; Son.: vgl. nndl. convex, Adj., konvex; frz. convexe, Adj., konvex; nschw. konvex, Adj., konvex; nnorw. konveks, Adj., konvex; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sich nach außen wölbend in Gegensatz zu konkav; BM.: mit, fahren; F.: konvex, konvexe, konvexes, konvexem, konvexen, konvexer+FW(+EW); Z.: kon-vex
Konvikt, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konvikt, Wohngemeinschaft für Theologiestudenten; ne. convivial, seminary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. convīctus; E.: s. lat. convīctus, M., Zusammenleben, geselliger Umgang, Tischgesellschaft, Gelage, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. convīvere, V., zusammen leben, zugleich leben, miteinander speisen, überleben; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konvikt, fehlt DW, Duden s. u. Konvikt; Son.: vgl. nndl. convict, Sb., Konvikt; frz. convier, Sb., Konvikt; poln. konwikt, Sb., Konvikt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Mittellateinischen (convictorium) unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Wohngemeinschaft für Theologiestudenten; BM.: mit, leben; F.: Konvikt, Konvikts, Konviktes, Konvikte, Konvikten+FW(+EW); Z.: Kon-vi-kt
Konvoi, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Konvoi, Kolonne; ne. convoy (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. convoi; E.: s. frz. convoi, M., Geleit; vgl. frz. convoyer, V., begleiten; frühroman. *conviare, V., begleiten; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. via, F., Straße, Weg, Fahrstraße, Gasse, Pfad, Ritze; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Konvoi, fehlt DW, EWD s. u. Konvoi, Duden s. u. Konvoi; Son.: vgl. nndl. konvooi, Sb., Konvoi; nschw. konvoj, Sb., Konvoi; nnorw. konvoi, M., Konvoi; poln. konwój, M., Konvoi; lit. konvojus, M., Konvoi; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Frühromanischen und teilweise dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verband von Schiffen oder Kraftfahrzeugen der zusammen mit den ihn zu seinem Schutz begleitenden Fahrzeugen als Kolonne fährt; BM.: mit, Straße bzw. gehen; F.: Konvoi, Konvois+FW(+EW); Z.: Kon-voi
Konvolut, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Konvolut, Bündel, Sammlung; ne. bundle (N.), convolution; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. convolūtum; E.: s. lat. convolūtum, N., Zusammengewickeltes, Bündel; vgl. lat. convolvere, V., fortwälzen, fortrollen, herumrollen, umwälzen, weiterrollen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Konvolut, fehlt DW, Duden s. u. Konvolut; Son.: vgl. nndl. convoluut, Sb., Konvolut; nschw. konvolut, Sb., Konvolut; nnorw. konvolutt, M., Konvolut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Bündel oder eine Sammlung von Schriftstücken; BM.: mit, drehen; F.: Konvolut, Konvolutes, Konvoluts, Konvolute, Konvoluten+FW(+EW); Z.: Kon-vol-ut
Konvulsion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Konvulsion, Krampf, Schüttelkrampf; ne. convulsion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1661; I.: Lw. lat. convulsio; E.: s. lat. convulsio, F., Krampf, Konvulsion, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. convellere, V., losreißen, abreißen, herausreißen, umreißen, zerreißen, ausreißen, herumzerren, aufreißen, zerzausen, unwirksam; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vellere, V., rupfen, raufen, zupfen, abrupfen, ausreißen; idg. *u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144 (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Konvulsion, fehlt DW, Duden s. u. Konvulsion; Son.: vgl. nndl. convulsie, Sb., Konvulsion; frz. convulsion, F., Konvulsion; nschw. konvulsion, Sb., Konvulsion; nnorw. konvulsjon, M., Konvulsion; poln. konwulsja, F., Konvulsion; GB.: seit 1661 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen mit schüttelnden oder zuckenden Bewegungen eines Gliedes oder des ganzen Körpers einhergehenden Krampf eines Lebewesens (Schüttelkrampf); BM.: mit, reißen; F.: Konvulsion, Konvulsionen+FW+EW; Z.: Kon-vul-s-io-n
$konvulsivisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konvulsivisch, krampfartig, zuckend; E.: s. Konvuls(ion), s. iv, s. isch; L.: Kluge s. u. Konvulsion, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Konvuls(ion) und iv sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches krampfartig oder zuckend; F.: konvulsivisch, konvulsivische, konvulsivisches, konvulsivischem, konvulsivischen, konvulsivischer+FW(+EW); Z.: kon-vul-s-iv-isch
$Konzentrat, nhd., (Part. Prät.=)N., (20. Jh.?): nhd. Konzentrat, Konzentriertes; E.: s. konzentrieren; L.: Kluge s. u. konzentrieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit konzentrieren und Konzentration verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Konzentriertes; F.: Konzentrat, Konzentrats, Konzentrates, Konzentrate, Konzentraten+FW(+EW); Z.: Kon-zent-r-at
Konzentration, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Konzentration, Anhäufung, Ballung, Verdichtung; ne. concentration; Vw.: -; Hw.: s. konzentrieren, konzentrisch, Zentrum; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. concentration, frz. concentration; E.: s. ne. concentration, N., Konzentration; frz. concentration, F., Konzentration; vgl. frz. concentrer, V., in einem Punkt vereinigen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); frz. centre, M., Zentrum, Mittelpunkt; lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. konzentrieren, fehlt DW, EWD s. u. konzentrieren, Duden s. u. Konzentration; Son.: vgl. nndl. concentratie, Sb., Konzentration; frz. concentration, F., Konzentration; nschw. koncentration, Sb., Konzentration; nnorw. konsentrasjon, M., Konzentration; lit. koncentracija, F., Konzentration; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschlich mögliche Anhäufung oder Ballung oder Verdichtung an einer Stelle sowie später vor allem die Verdichtung (der Aufmerksamkeit); BM.: mit, Mittelpunkt bzw. stechen; F.: Konzentration, Konzentrationen+FW+EW; Z.: Kon-zent-r-at-io-n
$Konzentrationslager, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Konzentrationslager; Q.: Anfang 20. Jh.?; E.: s. Konzentration, s. s, s. Lager; GB.: seit 20. Jh. belegte und dem Neuenglischen (Südafrika 1899 concentration camp) nachgebildete Bezeichnung für ein der gemeinsamen Haft einer bestimmten ausgesuchten Menschengruppe wie beispielsweise der Buren oder der Juden während des Nationalsozialismus dienendes Lager; L.: fehlt DW, EWD s. u. konzentrieren; F.: Konzentrationslager, Konzentrationslagers, Konzentrationslagern+FW+EW; Z.: Kon-zent-r-at-io-n-s—lag-er
konzentrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konzentrieren, besinnen, vereinigen, Kräfte bündeln; ne. concentrate; Vw.: -; Hw.: s. Konzentrat, Konzentration, konzentrisch, Zentrum; Q.: 1640; I.: Lw. frz. concentrer; E.: s. frz. concentrer, V., in einem Punkt vereinigen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); frz. centre, M., Zentrum, Mittelpunkt; lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. konzentrieren, fehlt DW, EWD s. u. konzentrieren, Duden s. u. konzentrieren; Son.: vgl. nndl. concentreren, V., konzentrieren; nschw. koncentrera, V., konzentrieren; nnorw. konsentrere, V., konzentrieren; poln. koncentrować, V., konzentrieren; lit. koncentruoti, V., konzentrieren; GB.: seit 1640 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für besinnen oder vereinigen oder Kräfte (auf etwas) bündeln; BM.: mit, Mittelpunkt bzw. stechen; F.: konzentrieren, konzentriere, konzentrierst, konzentriert, konzentrierest, konzentrieret, konzentrierte, konzentriertest, konzentrierten, konzentriertet, ##konzentriert, konzentrierte, konzentriertes, konzentriertem, konzentrierten, konzentrierter##, konzentrierend, ###konzentrierend, konzentrierende, konzentrierendes, konzentrierendem, konzentrierenden, konzentrierender###, konzentrier(!)+FW+EW; Z.: kon-zent-r-ier-en
$konzentriert, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. konzentriert, geballt, gedrängt, angestrengt, angespannt; E.: s. konzentrier(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. konzentrieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus konzentrier(en) und t gebildete Bezeichnung für geballt oder gedrängt oder angestrengt oder angespannt; F.: konzentriert, konzentrierte, konzentriertes, konzentriertem, konzentrierten, konzentrierter(, konzentriertere, konzentrierteres, konzentrierterem, konzentrierteren, konzentrierterer, konzentriertest, konzentrierteste, konzentriertestes, konzentriertestem, konzentriertesten, konzentriertester)+FW(+EW); Z.: kon-zent-r-ier-t
konzentrisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konzentrisch, symmetrisch um eine gemeinsame Mitte angeordnet; ne. concentric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1724; I.: Lw. mlat. concentricus; E.: s. mlat. concentricus, Adj., konzentrisch, den gleichen Mittelpunkt habend; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. konzentrisch, fehlt DW, EWD s. u. konzentrieren, Duden s. u. konzentrisch; Son.: vgl. nndl. concentrisch, Adj., konzentrisch; frz. concentrique, Adj., konzentrisch; nschw. koncentrisk, Adj., konzentrisch; nnorw. konsentrisk, Adj., konzentrisch; poln. koncentryczny, Adj., konzentrisch; kymr. consentrig, Adj., konzentrisch; lit. koncentrinis, Adj., konzentrisch; GB.: seit 1724 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den gleichen Mittelpunkt habend wie beispielsweise mehrere Kreise verschiedener Größe mit gleichem Mittelpunkt; BM.: mit, Mittelpunkt bzw. stechen; F.: konzentrisch, konzentrische, konzentrisches, konzentrischem, konzentrischen, konzentrischer+FW(+EW); Z.: kon-zent-r-isch
Konzept, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Konzept, Entwurf, Plan; ne. concept; Vw.: -; Hw.: s. Konzeption, konzipieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. conceptum; E.: s. lat. conceptum, N., Zusammenfassung?, Meinung, (um 100 n. Chr.); vgl. lat. concipere, V., zusammenfassen, aufnehmen, auffassen, auffangen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Konzept, konzipieren, fehlt DW, Duden s. u. Konzept; Son.: vgl. nndl. concept, Sb., Konzept; nschw. koncept, N., Konzept; nnorw. konsept, M., Konzept; nir. coincheap, M., Konzept; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Entwurf oder Plan; BM.: mit, fassen; F.: Konzept, Konzeptes, Konzepts, Konzepte, Konzepten+FW(+EW); Z.: Kon-zep-t
Konzeption, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Konzeption, Anschauung, Vorstellung, Entwurf, Empfängnis; ne. conception; Vw.: -; Hw.: s. konzipieren, Konzept, konzeptuell; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. conceptio; E.: s. lat. conceptio (1), F., Zusammenfassen, Auffassen, Ergreifen, Erfassen, Auffassung, Abfassung, Fassung, Ausdruck, Empfängnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. concipere, V., zusammenfassen, aufnehmen, auffassen, auffangen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Konzeption, konzipieren, fehlt DW, EWD s. u. konzipieren; Son.: vgl. frz. conception, F., Konzeption; nschw. konception, Sb., Konzeption; nnorw. konsepsjon, M., Konzeption; poln. koncepsja, F., Konzeption; lit. koncepcija, F., Konzeption; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche einem Werk zugrundeliegende Anschauung oder Vorstellung oder einen Entwurf oder eine schon vormenschlich mögliche Empfängnis; BM.: mit, fassen; F.: Konzeption, Konzeptionen+FW(+EW); Z.: Kon-zep-t-io-n
konzeptuell, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. konzeptuell, ein Konzept aufweisend, ein Konzept betreffend; ne. conceptual; Vw.: -; Hw.: s. Konzept, Konzeption, konzipieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. conceptual; E.: s. ne. conceptual, Adj., begrifflich, gedanklich; vgl. lat. concipere, V., zusammenfassen, aufnehmen, auffassen, auffangen; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konzipieren, fehlt DW, Duden s. u. konzeptuell; Son.: vgl. nndl. conceptueel, Adj., konzeptuell; frz. conceptuel, Adj., konzeptuell; nschw. conceptual, Adj., konzeptuell; nnorw. konseptuell, Adj., konzeptuell; poln. konceptualny, Adj., konzeptuell; nir. conheapúil, Adj., konzeptuell; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ein Konzept aufweisend oder ein Konzept betreffend; BM.: mit, fassen; F.: konzeptuell, konzeptuelle, konzeptuelles, konzeptuellem, konzeptuellen, konzeptueller+FW(+EW); Z.: kon-zep-t-u-ell
Konzern, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Konzern, Zusammenfassung von Unternehmen unter einheitlicher Leitung; ne. concern (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. ne. concern, N., Firma, Unternehmen, Interesse; vgl. ne. concern, V., betreffen, angehen; frz. concerner, V., betreffen; lat. concernere, V., vermischen, vereinigen, (354-430 n. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden, wahrnehmen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konzern, fehlt DW, EWD s. u. Konzern, Duden s. u. Konzern; Son.: vgl. nndl. concern, Sb., Konzern; frz. konzern, Sb., Konzern?; nschw. koncern, Sb., Konzern; nnorw. konsern, N., Konzern; poln. koncern, M., Konzern; lit. koncernas, M., Konzern; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zusammenfassung von Unternehmen unter einheitlicher Leitung; BM.: mit, schneiden; F.: Konzern, Konzerns, Konzernes, Konzerne, Konzernen+FW(+EW); Z.: Kon-zer-n
Konzert, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Konzert, Musikaufführung, musikalische Darbietung; ne. concert (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. concerto; E.: s. it. concerto, M., Wettstreit, Konzert; it. concertare, V., wetteifern; lat. concertāre, V., sich messen, einen Wettkampf eingehen, streiten, disputieren, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. certāre, V., kämpfen, streiten, wetteifern, wettkämpfen, sich eifrig anstrengen; lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden, wahrnehmen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Konzert, fehlt DW, EWD s. u. Konzert, Duden s. u. Konzert; Son.: vgl. nndl. concert, Sb., Konzert; frz. concert, M., Konzert; nschw. konsert, Sb., Konzert; nnorw. konsert, M., Konzert; poln. koncert, M., Konzert; lit. koncertas, M., Konzert; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete aus mehreren Sätzen bestehende Komposition oder Musikaufführung oder für eine musikalische Darbietung; BM.: mit, schneiden; F.: Konzert, Konzerts, Konzertes, Konzerte, Konzerten+FW(+EW); Z.: Kon-zer-t
$konzertant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. konzertant, ein Konzert betreffend, konzertartig; E.: s. Konzert, s. ant (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Konzert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Konzert und ant sowie vielleicht lat. concert(are) und an(s) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dem 17. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes ein Konzert betreffend oder konzertartig; F.: konzertant, konzertante, konzertantes, konzertantem, konzertanten, konzertanter+FW(+EW); Z.: kon-zer-t-ant
$konzertieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. konzertieren, ein Konzert geben, sich konzertartig verhalten; L.: Lw. it. concertare; E.: s. it. concertare; L.: fehlt DW, EWD s. u. Konzert; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes ein Konzert geben oder sich konzertartig verhalten (V.); F.: konzertieren, konzertiere, konzertierst, konzertiert, konzertierest, konzertieret, konzertierte, konzertiertest, konzertierten, konzertiertet, ##konzertiert, konzertierte, konzertiertes, konzertiertem, konzertierten, konzertierter##, konzertierend, ###konzertierend, konzertierende, konzertierendes, konzertierendem, konzertierenden, konzertierender###, konzertier (!)+FW(+EW); Z.: kon-zer-t-ier-en
Konzession, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Konzession, Zulassung, Zugeständnis; ne. concession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. concessio; E.: s. lat. concessio, F., Herzugehen, Zurücktreten, Zugeständnis, Einräumen, Bewilligung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. concēdere, V., abtreten, beiseite treten, das Feld räumen, weichen (V.) (2), sich zurückziehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Konzession, fehlt DW, EWD s. u. Konzession, Duden s. u. Konzession; Son.: vgl. nndl. concessie, Sb., Konzession; frz. concession, F., Konzession; nschw. koncession, Sb., Konzession; nnorw. konsesjon, M., Konzession; poln. koncesja, F., Konzession; kymr. consesiwn, M., Konzession; lit. koncesija, F., Konzession; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine befristete behördliche Zulassung zu einer Ausübung eines Gewerbes oder ein Zugeständnis; BM.: mit, gehen; F.: Konzession, Konzessionen+FW(+EW); Z.: Kon-zes-s-io-n
konzessiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. konzessiv, einräumend; ne. concessive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1788?; I.: Lw. lat. concessīvus; E.: s. lat. concessīvus, Adj., einräumend, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. concēdere, V., abtreten, beiseite treten, das Feld räumen, weichen (V.) (2), sich zurückziehen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. konzessiv, fehlt DW, Duden s. u. konzessiv; Son.: vgl. nndl. concessief, Adj., konzessiv; frz. concessif, Adj., konzessiv; nschw. koncessiv, Adj., konzessiv; GB.: vielleicht seit 1788 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches einräumend; BM.: mit, gehen; F.: konzessiv, konzessive, konzessives, konzessivem, konzessiven, konzessiver+FW(+EW); Z.: kon-zess-iv
Konzil, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Konzil, Synode, Bischofsversammlung; ne. council; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); I.: Lw.; E.: s. fnhd. concili, N., Konzil; mhd. concīlje, concīl, st. N., Konzil, Versammlung, Versammlung von Würdenträgern; s. lat. concilium, N., Vereinigung, Verbindung, Versammlung, Zusammenkunft, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. calāre, V., ausrufen, zusammenrufen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Konzil, fehlt DW, EWD s. u. Konzil, Duden s. u. Konzil; Son.: vgl. nndl. concilie, Sb., Konzil; frz. concile, M.?, Konzil; nschw. koncilium, Sb., Konzil; nnorw. konsil, N., Konzil; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Versammlung hoher Würdenträger der christlichen Kirche oder eine Bischofsversammlung; BM.: mit, rufen; F.: Konzil, Konzils, Konziles, Konzile, Konzilen+FW(+EW); Z.: Kon-zil
konziliant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. konziliant, entgegenkommend, freundlich, umgänglich; ne. conciliatory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1852?; I.: Lw. frz. conciliant; E.: s. frz. conciliant, Adj., entgegenkomment; vgl. frz. concilier, V., aussöhnen; lat. conciliāre, V., vereinigen, verbinden, verdichten, geneigt machen, gewinnen, (um 250-184 v. Chr.); lat. concilium, N., Vereinigung, Verbindung, Versammlung, Zusammenkunft; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. calāre, V., ausrufen, zusammenrufen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. konziliant, fehlt DW, EWD s. u. konziliant, Duden s. u. konziliant; Son.: vgl. nndl. conciliant, Adj., konziliant; nschw. konciliant, Adj., konziliant; GB.: seit 1852 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entgegenkommend oder freundlich oder umgänglich; BM.: mit, rufen; F.: konziliant, konziliante, konziliantes, konziliantem, konzilianten, konzilianter(, konziliantere, konzilianteres, konzilianterem, konzilianteren, konzilianterer, konziliantest, konzilianteste, konziliantestes, konziliantestem, konziliantesten, konziliantester)+FW(+EW); Z.: kon-zil-i-ant
$Konzilianz, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Konzilianz, Freundlichkeit, Umgänglichkeit, Entgegenkommen; E.: s. konzilian(t), s. z; L.: fehlt DW, EWD s. u. konziliant; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus konziliant gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Freundlichkeit oder Umgänglichkeit oder Entgegenkommen; F.: Konzilianz, Konzilianzen+FW(+EW); Z.: Kon-zil-i-anz
konzipieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. konzipieren, planen, entwerfen; ne. conceive, conceptualize; Vw.: -; Hw.: s. Konzept, Konzeption, konzeptuell; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.; E.: vgl. mhd. concipieren, sw. V., empfangen; mnd. concipieren, koncipieren*, V., entwerfen (eine Urkunde), aufsetzen (einen Brief); lat. concipere, V., zusammenfassen, aufnehmen, auffassen, auffangen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten, fangen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konzipieren, fehlt DW, EWD s. u. konzipieren, Duden s. u. konzipieren; Son.: vgl. nndl. concipiëren, V., konzipieren; frz. concevoir, V., konzipieren; nschw. koncipiera, V., konzipieren; nnorw. konsipere, V., konzipieren; GB.: seit 1430-1440 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für planen oder entwerfen; BM.: mit, fassen; F.: konzipieren, konzipiere, konzipierst, konzipiert, konzipierest, konzipieret, konzipierte, konzipiertest, konzipierten, konzipiertet, ##konzipiert, konzipierte, konzipiertes, konzipiertem, konzipierten, konzipierter##, konzipierend, ###konzipierend, konzipierende, konzipierendes, konzipierendem, konzipierenden, konzipierender###, konzipier (!)+FW(+EW); Z.: kon-zip-ier-en
konzis, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. konzis, knapp, gedrängt; ne. concise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. concīsus; E.: s. lat. concīsus, Adj., abgebrochen, kurzgefasst, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. concīdere, V., zusammenhauen, zu Boden schlagen, niederhauen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. konzis, Duden s. u. konzis; Son.: vgl. nndl. concis, Adj., konzis; nschw. koncis, Adj., konzis; nnorw. konsis, Adj., konzis; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches abgebrochen oder zusammengehauen oder kurzgefasst oder knapp oder gedrängt (vor allem in der Sprache); BM: mit, schlagen; F.: konzis, konzise, konzises, konzisem, konzisen, konziser+FW(+EW); Z.: kon-zi-s
Koog, Kog, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Koog, Kog, eingedeichtes Land; ne. polder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh. (Theodor Storm)?; E.: s. mnd. kōch, koog, koech, kōg*, M., Koog, eingedeichtes Land; s. mnl. cooch, M., Koog; as. *kôg?, st. M. (a?), Koog, eingedeichtes Land, weitere Herkunft unklar; vgl. afrz. kāch aus germ. *kauga-, unklare Herkunft; L.: Kluge s. u. Koog, DW 11, 1743, EWD s. u. Koog, Duden s. u. Koog; Son.: vgl. nndl. kaag, Bestandteil von ON; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für das (hohe) eingedeichte Land; BM.: ?; F.: Koog, Kooges, Koogs, Köge, Kögen+EW?; Z.: Koog
Kooperation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kooperation, Zusammenarbeit; ne. cooperation; Vw.: -; Hw.: s. operieren; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. cooperātio; E.: s. lat. cooperātio (1), F., Mitwirkung, Gemeinschaftsarbeit, Zusammenarbeit, gemeinsamer Beitrag, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. cooperārī, V., mitwirken, mitarbeiten, zusammenarbeiten, beitragen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern; vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW, EWD s. u. operieren, Duden s. u. Kooperation; Son.: vgl. frz. coopération, F., Kooperation; nschw. kooperation, Sb., Kooperation; nnorw. kooperasjon, M., Kooperation; poln. kooperacja, F., Kooperation; lit. kooperacija, F., Kooperation; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Zusammenarbeit; BM.: mit, arbeiten; F.: Kooperation, Kooperationen+FW(+EW); Z.: Ko-op-er-at-io-n
$kooperieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kooperieren, zusammenarbeiten; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. coopérer; E.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zusammenarbeiten; BM.: mit, arbeiten; L.: fehlt DW, EWD s. u. operieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder von Lebewesen mögliches zusammenarbeiten; F.: kooperieren, kooperiere, kooperierst, kooperiert, kooperierest, kooperieret, kooperierte, kooperiertest, kooperierten, kooperiertet, ##kooperiert, kooperierte, kooperiertes, kooperiertem, kooperierten, kooperierter##, kooperierend, ###kooperierend, kooperierende, kooperierendes, kooperierendem, kooperierenden, kooperierender###, kooperier (!)+FW+EW; Z.: ko-op-er-ier-en
Koordinate, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Koordinate, Lageangabe; ne. coordinate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); Hinterglied s. nhd. Ordinate; L.: Kluge s. u. Koordinate, fehlt DW, EWD s. u. koordinieren, Duden s. u. Koordinate; Son.: vgl. nndl. coördinaat, Sb., Koordinate; frz. coordonnée, F., Koordinate; nschw. koordinat, Sb., Koordinate; nnorw. koordinat, M., Koordinate; nir. comhordanáid, F., Koordinate; lit. koordinatė, F., Koordinate; GB.: seit (1710) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (cum bzw. con bzw. co bzw. coordināre gebildete und umgebildete) Bezeichnung für eine zu einer Angabe der Lage eines Punktes in einer Ebene oder in einem Raum dienenden Zahl (Lageangabe); BM.: mit, fügen; F.: Koordinate, Koordinaten+FW(+EW); Z.: Ko—or-d-in-at-e
Koordination, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Koordination, Koordinieren, Beiordnung, Zuordnung, Aufeinanderabstimmen; ne. coordination; Vw.: -; Hw.: s. koordinieren; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. coōrdinātio; E.: s. lat. coōrdinātio, F., Zusammenwirken?, Koordination, Zuordnung, Ordnung, Beziehung, Übereinkunft, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; lat. ōrdo, Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. koordinieren, fehlt DW, EWD s. u. koordinieren, Duden s. u. Koordination; Son.: vgl. nndl. coördinate, Sb., Koordination; frz. coordination, F., Koordination; nschw. koordination, Sb., Koordination; nnorw. koordinasjon, M., Koordination; poln. koordynacja, F., Koordination; lit. koordinacija, F., Koordination; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für Beiordnung oder das sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Aufeinanderabstimmen (verschiedener Vorgänge aufeinander); BM.: mit, fügen; F.: Koordination, Koordinationen+FW(+EW); Z.: Ko—or-d-in-at-io-n
koordinieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. koordinieren, aufeinander abstimmen; ne. coordinate; Vw.: -; Hw.: s. Koordination; Q.: um 1800; I.: Lw. mlat. coōrdināre; E.: s. mlat. coōrdināre, V., zuordnen, in Beziehung setzen, verbinden, (9. Jh.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; lat. ōrdo, Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. koordinieren, fehlt DW, EWD s. u. koordinieren, Duden s. u. koordinieren; Son.: vgl. nndl. coördinere, V., koordinieren; frz. coordonner, V., koordinieren; nschw. koordinera, V., koordinieren; nnorw. koordinere, V., koordinieren; poln. koordynować, V., koordinieren; lit. koordinuoti, V., koordinieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (verschiedene Vorgänge) aufeinander abstimmen; BM.: mit, fügen; F.: koordinieren, koordiniere, koordinierst, koordiniert, koordinierest, koordinieret, koordinierte, koordiniertest, koordinierten, koordiniertet, ##koordiniert, koordinierte, koordiniertes, koordiniertem, koordinierten, koordinierter##, koordinierend, ###koordinierend, koordinierende, koordinierendes, koordinierendem, koordinierenden, koordinierender###, koordinier(!) +FW(+EW); Z.: ko-or-d-in-ier-en
$Koordinierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Koordinierung, Abstimmung verschiedener Vorgänge aufeinander; E.: s. koordinier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. koordinieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus koordinier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Abstimmung verschiedener Vorgänge aufeinander; F.: Koordinierung, Koordinierungen+FW(+EW); Z.: Ko-or-d-in-ier-ung
...kope, nhd., F., (18. Jh.): nhd. ...kope; ne. ...cope; Vw.: s. Syn-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κοπή (kopḗ), F., Schlagen, Gemetzel; vgl. gr. κόπτειν (kóptein), V., schlagen, stoßen, fällen; idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...cope, Suff., ...kope; frz. ...cope, Suff., ...kope; nschw. ...kope, Suff., ...kope; nnorw. ...kope, Suff., ...kope; poln. ...kopa, Suff., ...kope; nir. ...cóipiú, Suff., ...kope; nir. ...cóipis, Suff., ...kope; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort von Substantiven des Schlagens verwendete Bezeichnung; BM.: schlagen; F.: ...kope, ...kopen+FW(+EW); Z.: kop-e
Köpenickiade, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Köpenickiade, Täuschungsmanöver; ne. chicanery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von dem ON Köpenick in Berlin; L.: Kluge s. u. Köpenickiade, fehlt DW, Duden s. u. Köpenickiade; GB.: seit 1906 belegte und aus dem ON Köpenick und i sowie ade (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein naives Täuschungsmanöver der Obrigkeit durch einen einfachen Untertanen über das vielfach gelacht wurde und wird; BM.: ON, nach der 1906 erfolgten Besetzung des Rathauses von Köpenick in Berlin durch den Schuhmacher Wilhelm Voigt der sich mit Hilfe einer ausgeliehenen Hauptmannsuniform als angeblicher Hauptmann von Köpenick für kurze Zeit Herrschaft über die Stadtkasse verschaffen konnte wofür er danach mit vier Jahren Haft bestraft wurde; F.: Köpenickiade, Köpenickiaden+FW(+EW); Z.: Köpe-nick-iad-e
Köper, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Köper, ein Gewebe; ne. twill; Vw.: -; Hw.: s. Käpfer; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kepere, Sb., Strebebalken; mnl. keber, M., Strebebalken; vgl. frz. chevron, M., Stützbalken; lat. caper (1), M., Ziegenbock, Bock, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *kapro-, M., Bock, Ziegenbock, Pokorny 529 (806/38) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Köper, DW 11, 556 (Keper), DW 11, 1743 (Köper), Duden s. u. Köper; Son.: vgl. nndl. keper, Sb., Köper; nschw. kypert, Sb., Köper; nnorw. kiper, M., Köper; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gewebe bei dem sich die Fäden des Einschlags mit den Fäden der Kette schräg kreuzen; BM.: von dem Schrägbalken; F.: Köper, Köpers, Köpern+FW+EW; Z.: Köper
Kopf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kopf, Haupt, Anführer; ne. head (N.); Vw.: s. Eier-, Wuschel-; Hw.: s. köpfen, Kufe (2), Kübel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kopf, koph, st. M., Trinkgefäß, Becher, Kopf, Hirnschale, Schröpfkopf; mnd. kop, koppe, M., rundes Gefäß, Trinkgefäß, Trinkschale, Pokal, Deckelgefäß; mnl. cop, coppe, M., Gefäß, Napf, Becher; ahd. kopf*, koph*, kupf*, st. M. (a), Becher, Schale (F.) (2), Schöpfgefäß, Trinkgefäß, Kelch, Kopf, Hinterkopf; as. -; anfrk. -; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; s. germ. *kuppjō-, *kuppjōn, Sb., Mütze; s. lat. cuppa?; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kopf, Kluge s. u. Kopf, DW 11, 1747, EWD s. u. Kopf, EWAhd 5, 692, Falk/Torp 47, Duden s. u. Kopf, Bluhme s. u. Kopf; Son.: vgl. afries. kopp, kop, M., Kopf, Becher; nnordfries. kop; ae. cuppe, sw. F. (n), Becher; ae. cupp, st. M. (a), Becher; ae. copp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Becher; an. koppr, st. M. (a), Tasse, Gefäß, Helmknauf; krimgot. *kop?, Sb., Becher?; nndl. kop, Sb., Kopf; ne. cup, N., Pokal, Trinkgefäß; frz. coupe, F., Pokal, Schale (F.) (1); nschw. kopp, Sb., Tasse; nnorw. kopp, M., Tasse; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den oft rundlichen durch den Hals mit dem Rumpf verbundenen Körperteil des Menschen und vieler Tiere mit Gehirn und Augen und Nase sowie Mund und Ohren; BM.: wölben; F.: Kopf, Kopfs, Kopfes, Köpfe, Köpfen+EW?; Z.: Ko-pf
köpfen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. köpfen, enthaupten, köpfeln; ne. decapitate, head (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kopf; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. köpfen, kopfen, sw. V., schröpfen, köpfen, enthaupten; mnd. köppen (1), koppen, sw. V., köpfen, Kopf abschlagen, enthaupten, hinrichten lassen, Spitze abschlagen, Wipfel abschlagen, Kopf einnehmen, trunken machen, Schröpfkopfe setzen, schröpfen, zur Ader lassen; mhd. kopf, koph, st. M., Trinkgefäß, Becher, Kopf, Hirnschale, Schröpfkopf; mnd. kop, koppe, M., rundes Gefäß, Trinkgefäß, Trinkschale, Pokal, Deckelgefäß; ahd. kopf*, koph*, kupf*, st. M. (a), Becher, Schale (F.) (2), Schöpfgefäß, Trinkgefäß, Kelch, Kopf, Hinterkopf; as. -; anfrk. -; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; s. germ. *kuppjō-, *kuppjōn, Sb., Mütze; s. lat. cuppa?; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kopf, DW 11, 1773, EWD s. u. Kopf, Duden s. u. köpfen; Son.: vgl. nnd. koppen, V., köpfen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kopf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches den Kopf von dem Hals trennen und später auch einen Ball (Fußball) mit dem Kopf spielen; BM.: wölben; F.: köpfen (!), köpfe (!), köpfst, köpft, köpfest, köpfet, köpfte, köpftest, köpften, köpftet, geköpft, ##geköpft, geköpfte, geköpftes, geköpftem, geköpften, geköpfter##, köpfend, ###köpfend, köpfende, köpfendes, köpfendem, köpfenden, köpfender###, köpf (!)+EW; Z.: kö-pf-en
$köpfig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. köpfig, Kopf betreffend; Vw.: s. glatz-, rappel; E.: s. Kopf, s. ig; L.: DW 11, 1775 (köpficht); GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus Kopf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliches einen Kopf betreffend; F.: köpfig, köpfige, köpfiges, köpfigem, köpfigen, köpfiger+EW; Z.: kö-pf-ig
$köpfisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. köpfisch, Kopf betreffend; Vw.: s. rappel; E.: s. Kopf, s. isch; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); L.: DW 11, 1775; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Kopf und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliches einen Kopf betreffend; F.: köpfisch, köpfische, köpfisches, köpfischem, köpfischen, köpfischer+EW; Z.: kö-pf-isch
$Kopfnuss, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Kopfnuss; E.: s. Kopf, s. Nuss; L.: Kluge s. u. Kopfnuss, DW 11, 1778 (Kopfnusz); GB.: wohl seit 20. Jh. oder früher belegte und aus Kopf und Nuss gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schlag mit (den Knöcheln) der Faust auf den Kopf eines anderen Menschen von dem der Schulmeister Johann Jakob Häuberle in seiner gut 51jährigen Dienstzeit 1115800 Exemplare sowie 911527 Stockschläge an Schüler zwecks Züchtigung ausgeteilt haben soll; F.: Kopfnuss, Kopfnüsse, Kopfnüssen+EW; Z.: Ko-pf—nuss
$Kopfschmerz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kopfschmerz; E.: s. Kopf, s. Schmerz; L.: DW 11, 1779, EWD s. u. Kopf; E.: seit 17. Jh. belegte und aus Kopf und Schmerz gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere mögliches Weh (Schmerz) in dem Kopf eines Lebewesens; F.: Kopfschmerz, Kopfschmerzes, Kopfschmerzen+EW; Z.: Ko-pf—schmer-z
$Kopfweh, nhd., (früher M.,)N., (16. Jh.): nhd. Kopfweh; E.: s. Kopf, s. Weh; L.: EWD s. u. Kopf; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kopf und Schmerz gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere möglichen Schmerz in dem Kopf eines Lebewesens; F.: Kopfweh, Kopfwehs+EW; Z.: Ko-pf—weh
Kopie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kopie, Abschrift, Nachbildung, Dublette, Reproduktion; ne. copy (N.); Vw.: -; Hw.: s. kopieren, Kopist; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. copī, st. F., Kopie; mnd. copīe, copy, koppige, kopige, F., Abschrift, beglaubigte Abschrift; lat. cōpia (1), F., Vorrat, Mittel, Fülle, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ops, F., Bemühung, Dienst, Werk, Macht, Vermögen; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Kopie, fehlt DW (dort aber copieren und Kopiermaschine 11, 1782 und Kopierstube), EWD s. u. Kopie, Duden s. u. Kopie; Son.: vgl. nndl. kopie, Sb., Kopie; frz. copie, F., Kopie; nschw. kopia, Sb., Kopie; nnorw. kopi, M., Kopie; poln. kopia, F., Kopie; kymr. copi, M., Kopie; nir. cóip, F., Kopie; lit. kopija, F., Kopie; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Abschrift oder sonstige Nachbildung eines Schriftstücks oder einer sonstigen Gegebenheit; BM.: mit, arbeiten bzw. Ertrag; F.: Kopie, Kopien+FW(+EW); Z.: Ko-p-ie
kopieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kopieren, abschreiben, nachbilden; ne. copy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kopie, Kopist; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. mlat. cōpiāre; E.: mnd. copīeren, copigeren, sw. V., abschreiben, in das Kopialbuch eintragen s. mlat. cōpiāre, V., abschreiben, transkribieren; vgl. lat. cōpia (1), F., Vorrat, Mittel, Fülle, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ops, F., Bemühung, Dienst, Werk, Macht, Vermögen; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Kopie, DW 2, 636 (copieren), EWD s. u. Kopie, Duden s. u. kopieren; Son.: vgl. nndl. kopiëren, V., kopieren; frz. copier, V., kopieren; nschw. kopiera, V., kopieren; nnorw. kopiere, V., kopieren; poln. kopiować, V., kopieren; kymr. copi, V., kopieren; lit. kopijuoti, V., kopieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gegebenheit (möglichst getreu) nachbilden; BM.: mit, arbeiten bzw. Ertrag; F.: kopieren, kopiere, kopierst, kopiert, kopierest, kopieret, kopierte, kopiertest, kopierten, kopiertet, ##kopiert, kopierte, kopiertes, kopiertem, kopierten, kopierter##, kopierend, ###kopierend, kopierende, kopierendes, kopierendem, kopierenden, kopierender###, kopier(!)+FW(+EW); Z.: ko-p-ier-en
Kopist, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kopist, Abschreiber, Nachbildender; ne. copyist; Vw.: -; Hw.: s. Kopie, kopieren; Q.: 1617?; I.: Lw. mlat. cōpista; E.: s. mlat. cōpista, M., Abschreiber; vgl. mlat. cōpiāre, V., abschreiben, transskribieren; vgl. lat. cōpia (1), F., Vorrat, Mittel, Fülle, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ops, F., Bemühung, Dienst, Werk, Macht, Vermögen; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Kopie, DW 2, 636 (Copist), Duden s. u. Kopist; Son.: vgl. nndl. kopiist, M., Kopist; frz. copiste, M., Kopist; nnorw. kopist, Sb., Kopist; poln. kopista, M., Kopist; kymr. copïydd, M., Kopist; nir. cóipeálaí, M., Kopist; GB.: vielleicht seit 1617 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Abschreiber oder einen eine möglichst genaue Nachbildung einer Gegebenheit Herstellenden (Nachbildenden); BM.: mit, arbeiten bzw. Ertrag; F.: Kopist, Kopisten+FW+EW; Z.: Ko-p-ist
Koppel (1), nhd. (dial.), N., (13. Jh.): nhd. Koppel (N.), Uniformgürtel, breiter Ledergürtel; ne. belt (N.); Vw.: -; Hw.: s. Koppel (2), Kopula; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kuppel, kupel, koppel, kopel, st. F., M., N., Band (N.), Verbindung, Hundekoppel, durch ein Band verbundene Hunde, Haufe, Haufen; ahd. kuppula*, kupula*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kuppel, Band (N.), Verbindung; lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koppel, Kluge s. u. Koppel 1, EWD s. u. Koppel, Bluhme s. u. Koppel; Son.: österr; vgl. nndl. koppel, Sb., Koppel (N.); nschw. koppel, Sb., Leine; nnorw. koppel, N., Koppel (N); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu einer Uniform oder einem ähnlichen Kleidungsstück gehörenden breiten Ledergürtel; BM.: fassen; F.: Koppel, Koppels, Koppeln+FW(+EW); Z.: K-op-p-el
Koppel (2), nhd. (dial.), F., (13. Jh.): nhd. Koppel (F.) (1), Hundeleine, Hundemeute; ne. lead (N.); Vw.: -; Hw.: s. Koppel (1), Kopula; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kuppel, kupel, koppel, kopel, st. F., M., N., Band (N.), Verbindung, Hundekoppel, durch ein Band verbundene Hunde, Haufe, Haufen; mnd. koppele (1), koppel, kōpel, köppele, köppel, kople, N., F., Band (N.), Strick (M.), Riemen zum Zusammenhalten; mnl. coppel, coppele, copele, cople, F., N., Band (N.), Joch, Truppe, Herde; ahd. kuppula*, kupula*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kuppel, Band (N.), Verbindung; lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Koppel 2, DW 11, 1785, EWD s. u. Koppel, Duden s. u. Koppel; Son.: österr.; vgl. nndl. koppel, Sb., Koppel (F.) (1); ne. couple, N., Pärchen; nschw. koppel, N., Leine; nnorw. koppel, N., Koppel (F.) (1); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit einer Leine (Koppel) sachlich seit Entwicklung von Hunden durch den Menschen mögliche zusammengebundene Hundemeute; BM.: fassen; F.: Koppel, Koppeln+FW(+EW); Z.: K-o-p-p-el
Koppel (3), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Koppel (F.) (2), eingezäuntes Weideland; ne. paddock; Vw.: -; Hw.: s. Kopula; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. couple; E.: s. frz. couple, M., Joch Landes; vgl. lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Koppel 3, DW 11, 1785, EWD s. u. Koppel, Duden s. u. Koppel; Son.: s. mnd. koppel (1), koppele, F., Koppel, gemeinschaftliches Landstück, gemeinschaftliches Weideland, eingezäuntes Landstück; vgl. nndl. koppel, Sb., Koppel (F.) (2); GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich nach der Nutzung von Weideland durch Haustiere von Menschen eingezäuntes Weideland; BM.: fassen; F.: Koppel, Koppeln+FW(+EW); Z.: K-o-p-p-el
$koppeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. koppeln; E.: s. Koppel, s. (e)n; L.: DW 11, 1787, EWD s. u. Koppel; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Koppel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Koppeln mögliches verbinden (durch eine Koppel); F.: koppeln, koppel (!), kopple, koppele, koppelst, koppelt, koppelte, koppeltest, koppelten, koppeltet, gekoppelt, ##gekoppelt, gekoppelte, gekoppeltes, gekoppeltem, gekoppelten, gekoppelter##, koppelnd, ###koppelnd, koppelnde, koppelndes, koppelndem, koppelnden, koppelnder###+FW+EW; Z.: k-o-p-p-el-n
koppen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. koppen, aufstoßen; ne. suck wind (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. koppen (1), sw. V., plötzlich steigen, fallen; s. mhd. koppe (2), sw. M., Aufstoßen, Rülpsen; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. koppen, DW 11, 1789, Duden s. u. koppen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geräuschvoll Luft schlucken; BM.: lautmalend?; F.: koppen, koppe (!), koppst, koppt, koppest, koppet, koppte, kopptest, koppten, kopptet, gekoppt, ##gekoppt, gekoppte, gekopptes, gekopptem, gekoppten, gekoppter##, koppend, ###koppend, koppende, koppendes, koppendem, koppenden, koppender###, kopp (!)+EW; Z.: kopp-en
koppheister, nhd., Adv., (20. Jh.): nhd. koppheister, kopfüber, Kopf voraus; ne. headfirst (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied s. mnd. kop, koppe, M., rundes Gefäß, Trinkgefäß, Trinkschale, Pokal, Deckelgefäß; ahd. kopf*, koph*, kupf*, st. M. (a), Becher, Schale (F.) (2), Schöpfgefäß, Trinkgefäß, Kelch, Kopf, Hinterkopf; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; s. germ. *kuppjō-, *kuppjōn, Sb., Mütze; s. lat. cuppa?; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit nhd. Hast (s. d.)?; L.: Kluge s. u. koppheister, fehlt DW, Duden s. u. koppheister; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kopf und heister gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie teilweise ungeklärte Bezeichnung für kopfüber oder Kopf voraus; BM.: wölben?; F.: koppheister+EW?; Z.: ko-pp-heist-er
Kopra, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kopra, getrocknete und zerkleinerte Kokosnusskerne; ne. copra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. port. copra; E.: s. port. copra, F., Kopra; tamil. koppera, kopperai, Sb., Kokosnuss; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kopra, Duden s. u. Kopra; Son.: vgl. nndl. kopra, Sb., Kopra; frz. coprah, M., Kopra; nschw. kopra, Sb., Kopra; nnorw. kopra, M., Kopra; poln. kopra, F., Kopra; kymr. copra, M., Kopra; nir. copra, M., Kopra; lit. kopra, F., Kopra; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar dem Tamilischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich nach Entstehung des Menschen mögliche getrocknete und zerkleinerte Kokosnusskerne; BM.: Kokosnuss; F.: Kopra+FW; Z.: Kopr-a
Kopula, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kopula, Verbindungswort, Bindewort; ne. copula; Vw.: -; Hw.: s. Koppel (1), Koppel (2), Koppel (3), kopulieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cōpula; E.: s. lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kopula, fehlt DWDuden s. u. Kopula; Son.: vgl. nndl. copulatie, Sb. Kopula; frz. copule, F., Kopul; nschw. kopula, Sb., Kopula; nnorw. kopula, N., Kopula; poln. kopula, F., Kopula; kymr. cyplad, M., Kopula; nir. copail, F., Kopula; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verbindung zwischen zwei Gliedern oder ein Bindewort wie und oder oder sowie ein Hilfsverb; BM.: fassen; F.: Kopula, Kopulas, Kopulae+FW; Z.: K-op-ul-a
kopulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kopulieren, beschlafen (V.), begatten; ne. copulate; Vw.: -; Hw.: s. Kopula; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cōpulāre; E.: s. lat. cōpulāre, V., verknüpfen, zusammenkoppeln, zusammenschließen, zusammenbinden, zusammenbringen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kopulieren, DW 2, 636, Duden s. u. kopulieren; Son.: vgl. nndl. copuleren, V., kopulieren; frz. copuler, V., kopulieren; nschw. kopulera, V., kopulieren; nnorw. kopulere, V., kopulieren; nschw. cyplu, V., kopulieren; nir. cúplálann, V., kopulieren; lit. kopuliuto, V., kopulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches beschlafen (V.) oder begatten oder Geschlechtsverkehr haben; BM.: fassen; F.: kopulieren, kopuliere, kopulierst, kopuliert, kopulierest, kopulieret, kopulierte, kopuliertest, kopulierten, kopuliertet, ##kopuliert, kopulierte, kopuliertes, kopuliertem, kopulierten, kopulierter##, kopulierend, ###kopulierend, kopulierende, kopulierendes, kopulierendem, kopulierenden, kopulierender###, kopulier (!)+FW(+EW); Z.: k-op-ul-ier-en
Koralle, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Koralle, ein Nesseltier; ne. coral (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. koralle, sw. M., st. M., Koralle; mhd. koral, st. M., Koralle; mhd. korelle, sw. M., st. M., Koralle; mnd. koralle, karalle, karlle, kralle, krale, M., Koralle, Kügelchen von Koralle, Korallenschmuckstein als Bestandteil des Rosenkranzes; afrz. coral, M., Koralle; mlat. corallium, N., Koralle; gr. κοράλλιον (korállion), N., Koralle; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Koralle, Kluge s. u. Koralle, EWD s. u. Koralle, DW 11, 1795, Duden s. u. Koralle; Son.: vgl. nndl. koral, Sb., Koralle; frz. corail, M., Koralle; nschw. korall, Sb., Koralle; nnorw. korall, M., Koralle; poln. koral, M., Koralle; kymr. cwrel, M., Koralle; nir. coiréalach, M., Koralle; lit. koralas, M., Koralle; GB.: seit 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches in Meerwasser lebendes festsitzendes Hohltier (Nesseltier) mit einem verzweigten Kalkgerüst; BM.: ?; F.: Koralle, Korallen+FW; Z.: Korall-e
Koran, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Koran, heiliges Buch der Muslime und des Islam, Lesung, Vortrag; ne. Koran, Quran; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. fnhd. Alkoran, Sb., Koran; span. al-corán, Sb., Koran; frz. alcoran, Sb., Koran; arab. qur’ān, Sb., Lesung, Vortrag; arab. qara’a, V., rezitieren, lesen, vortragen; L.: Kluge s. u. Koran, fehlt DW, Duden s. u. Koran; Son.: vgl. nndl. Koran, Sb., Koran; frz. Coran, M., Koran; nschw. Koran, Sb., Koran; nnorw. Koran, M., Koran; poln. Koran, M., Koran; kymr. Coran, M., Koran; nir. Córan, M., Koran; lit. koranas, M., Koran; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und Französischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Lesung oder Vortrag und das dafür dienende in 114 Suren oder Kapitel gegliederte und die Offenbarungen Gottes (Allahs) an den Propheten Mohammed zwischen 610 und 632 enthaltende heilige Buch der Muslime und des Islam; BM.: lesen; F.: Koran, Korans+FW; Z.: Kor-an
Korb, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Korb, Faschine; ne. basket; Vw.: -; Hw.: s. Maul-; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. korp, st. M., Korb, Schanzkorb; mhd. korbe, sw. M., Korb, Schanzkorb, Trockenmaß, kleines Haus; mnd. korf, M., Korb, geflochtener Behälter, Verpackung von Gegenständen, ein Maß, Tragkorb, Füllendes; mnl. corf, M., Korb; ahd. korb, st. M. (a)?, Korb, Reuse, Fischreuse, Korbhütte?; as. korf*, st. M. (a?), Korb, Häuschen; anfrk. -; germ. *korbja, Sb., Korb; lat. corbis, F., Korb; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943?; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938? (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Korb, Kluge s. u. Korb, DW 11, 1797, EWD s. u. Korb, EWAhd 5, 696, Duden s. u. Korb, Bluhme s. u. Korb; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. korf, Sb., Korb; frz. corbeille, F., Korb; nschw. korb, Sb., Korb; nnorw. kurv, M., Korb; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus biegsamem Zweigen oder anderen Stoffen von Menschen geflochtenen meist oben oder manchmal vorne offenen Behälter für kleinere Sachen; BM.: schneiden; F.: Korb, Korbs, Korbes, Körbe, Körben+FW(+EW); Z.: Kor-b
Kord, Cord, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kord, ein geripptes Gewebe; ne. cord (N.), corduroy; Vw.: -; Hw.: s. Korde, Kordel, Kordon; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. cord; E.: s. ne. cord, N., Kord, Schnur (F.) (1); afrz. corde, F., Schnur (F.) (1); lat. chorda, F., Darm, Darmsaite, (um 250-184 v. Chr.); gr. χορδή (chordḗ), F., Darm, Darmsaite; vgl. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kord, fehlt DW, EWD s. u. Kord, Duden s. u. Kord; Son.: vgl. nndl. koord, Sb., Kord; frz. corde, M., Kord; nschw. kordväv, Sb., Kord; nnorw. kord, M., Kord; poln. kord, M., Kord; kymr. cordyrói, M., Kord; nir. corda, M., Kord; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes geripptes und sehr haltbares Baumwollgewebe vor allem für Kleidungsstücke wie Hosen; BM.: Schnur (F.) (1) bzw. Darm; F.: Kord, Kords, Kordes, Korde, Korden, Cord, Cords, Cordes, Corde, Corden+FW(+EW); Z.: Kor-d
Korde, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Korde, schnurartiger Besatz; ne. cord (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kord, Kordel, Kordon; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. korde (2), sw. F., Seil, Schnur (F.) (1); lat. chorda, F., Darm, Darmsaite, (um 250-184 v. Chr.); gr. χορδή (chordḗ), F., Darm, Darmsaite; vgl. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Korde, DW 11, 1807, Duden s. u. Korde; Son.: vgl. nndl. koord, Sb., Korde; frz. corde, F., Schnur (F.) (1); GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht nach der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten schnurartigen Besatz; BM.: Schnur (F.) (1) bzw. Darm; F.: Korde, Korden+FW(+EW); Z.: Kor-d-e
Kordel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kordel, Schnur (F.) (1); ne. cord (N.), cordon; Vw.: -; Hw.: s. Kord, Korde, Kordon; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. mnd. kordēl, kardēl, kordeel, kordeil, kordell, N., Kordel, Seil, Bindseil, Tau (N.) womit die untere Raa an einem Segelschiff aufgehisst wird, Strang aus dem das Ankertau oder ein Kabel gedreht wird; frz. cordelle, F., Kordel; vgl. frz. corde, F., Seil, Schnur (F.) (1); lat. chorda, F., Darm, Darmsaite, (um 250-184 v. Chr.); gr. χορδή (chordḗ), F., Darm, Darmsaite; vgl. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kordel, Kluge s. u. Kordel, DW 11, 1807, EWD s. u. Kordel, Duden s. u. Kordel; Son.: vgl. nndl. kardeel, Sb., Kordel; nnorw. kordel, M., Kordel; GB.: seit Anfang 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus mehreren Fäden zusammengedrehte dicke und runde Schnur (F.) (1); BM.: Schnur (F.) (1) bzw. Darm; F.: Kordel, Kordeln+FW(+EW); Z.: Kor-d-el
Kordon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kordon, Absperrung, kettenartige Grenzbesatzung; ne. cordon (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kord, Korde, Kordel; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cordon; E.: s. frz. cordon, M., Schnur (F.) (1), Reihe; vgl. frz. corde, F., Seil, Schnur (F.) (1); lat. chorda, F., Darm, Darmsaite, (um 250-184 v. Chr.); gr. χορδή (chordḗ), F., Darm, Darmsaite; vgl. idg. *g̑ʰer- (5), Sb., Darm, Pokorny 443 (639/55) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kordon, fehlt DW, EWD s. u. Kordon, Duden s. u. Kordon; Son.: vgl. nndl. cordon, Sb., Kordon; nschw. kordong, Sb., Kordon; nnorw. kordong, M., Kordon; poln. kordon, M., Kordon; nir. corda, M., Kordon; lit. kordonas, F., Kordon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete polizeiliche oder militärische Absperrung von Gebieten; BM.: Schnur (F.) (1) bzw. Darm; F.: Kordon, Kordons, Kordone, Kordonen+FW(+EW); Z.: Kor-d-on
$Kordsamt, Cordsamt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kordsamt; E.: s. Cord, s. Samt; L.: Kluge s. u. Kord, fehlt DW, EWD s. u. Kord; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Cord und Samt gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Gewebe (Polgewebe oder Florgewebe); F.: Kordsamt, Kordsamtes, Kordsamts, Kordsamte, Kordsamten, Cordsamt, Cordsamtes, Cordsamts, Cordsamte, Cordsamten+FW(+EW); Z.: Kor-d—sa-m-t
kören, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. kören, männliche Haustiere für die Zucht auswählen; ne. choose for breeding; Vw.: -; Hw.: s. küren, Kür; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. koren, korn (2), sw. V., wählen, versuchen; mnd. kȫren (2), koiren, küren, küern, sw. V., wählen, auswählen, sich entscheiden, mit einer Geldbuße belegen (V.); ahd. korēn*, sw. V. (3), prüfen, versuchen, kosten (V.) (2), jemanden prüfen, etwas prüfen, auf die Probe stellen, erleiden; germ. *kuzi-, *kuziz, st. M. (i), Wahl; vgl. idg. g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kören, DW 11, 1808, EWAhd 5, 707, Duden s. u. kören; Son.: niederdeutsche Form von nhd. küren; GB.: seit 15. Jh. und ahd. (korēn erstes Viertel neuntes Jh.) belegte sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Viehzucht durch den Menschen mögliches männliche Haustiere für die Zucht auswählen; BM.: kosten (V.) (1); F.: kören, köre (!), körst, kört, körest, köret, körte, körtest, körten, körtet, gekört, ##gekört, gekörte, gekörtes, gekörtem, gekörten, gekörter##, körend, ###körend, körende, körendes, körendem, körenden, körender###, kör (!)+EW; Z.: kör-en
Koriander, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Koriander, ein Gewürz; ne. coriander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. koliander, M., Koriander; mnd. koriander, kaliander, koreander, coriander, cariander, M., Koriander; mnl. coriander, coriandre, coliander, M., Koriander; s. mhd. koriander, st. M., Koriander, Andorn; ahd. koriander*, st. M. (a?, i?), Koriander, Andorn; as. -; anfrk. -; germ. *koriandr-, Sb., Koriander; lat. coriandrum, N., Koriander; gr. κορίαννον (koríannon), N., Koriander, Wanzenkraut; vgl. gr. κόρις (kóris), M., Wanze; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Koriander, Kluge s. u. Koriander, DW 11, 1810, EWAhd 5, 700, Duden s. u. Koriander; Son.: vgl. afries. -; ae. cœlender, st. N. (a), Koriander; an. -; got. -; nndl. koriander, Sb., Koriander; frz. coriandre, M., Koriander; nschw. koriander, Sb., Koriander; nnorw. koriander, M., Koriander; poln. kolender, M., Koriander; kymr. coriander, M., Koriander; lit. kalendra, F., Koriander; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in den Mittelmeerländern wachsende und von Menschen seit rund 11000 als Gewürz verwendete Pflanze mit weißen Doldenblüten und kugeligen Samen; BM.: schneiden; F.: Koriander, Korianders, Koriandern+FW(+EW); Z.: Kor-i-and-er
Korinthe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Korinthe, eine Rosine; ne. currant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1495; E.: s. mnd. korinte, korinthe, Sb., eine kleine Rosinenart, Korinthe; frz. raisin de Corinthe, Sb., Rosine von Korinth; s. ON Korinth; gr. Κόρινθος (Kórinthos), F.=ON, Hochgelegene, Korinth; vgl. gr. κόρθυς (kórthys), F., Erhöhung, Haufe, Haufen; idg. *k̑erdʰo-, Sb., *k̑erdʰā, F., Reihe, Herde, Pokorny 579 (892/124) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Korinthe, Kluge s. u. Korinthe, DW 11, 1810, EWD s. u. Korinthe, Duden s. u. Korinthe; Son.: vgl. nndl. krent, Sb., Korinthe; nschw. korint, Sb., Korinthe; nnorw. korint, M., Korinthe; poln. koryntka, F., Korinthe; kymr. cyransen, F., Korinthe; nir. cuirín, M., Korinthe; GB.: seit 1495 belegte und über das Französische aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschlich mögliche kleine dunkle und kernlose Rosine; BM.: ON; F.: Korinthe, Korinthen+FW(+EW); Z.: Kor-inth-e
Kork, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kork, Korken, Pfropfen (M.); ne. cork (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kork, M., Kork, Korkrinde, Korkholz, Korkplatte; span. corcho, Sb., Kork; lat. cortex, M., F., Rinde, Korkrinde; idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kork, Kluge s. u. Kork, DW 11, 1810, EWD s. u. Kork, Duden s. u. Kork, Bluhme s. u. Kork; Son.: vgl. nndl. kurk, Sb., Kork; nschw. kork, Sb., Kork; nnorw. kork, M., Kork; poln. korek, M., Kork; kymr. corc, M., Kork; nir. corc, M., Kork; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Rinde der Korkeiche und für den aus dieser Rinde hergestellten Verschluss von Flaschen für Getränke; BM.: schneiden; F.: Kork, Korkes, Korks, Korke, Korken+FW(+EW); Z.: Kor-k
$korken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. korken; Vw.: s. ver-; E.: s. Kork, s. en (Suff.); L.: DW 11, 1811, EWD s. u. Kork; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kork und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Kork oder einen Korken aus Kork zu dem Verschließen und Öffnen eines mit einer Flüssigkeit gefüllten Gefäßes nutzen; F.: korken (!), korke (!), korkst, korkt, korkest, korket, korkte, korktest, korkten, korktet, gekorkt, ##gekorkt, gekorkte, gekorktes, gekorktem, gekorkten, gekorkter##, korkend, ###korkend, korkende, korkendes, korkendem, korkenden, korkender###, kork (!)+FW(+EW); Z.: kor-k-en
$Korken, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Korken; E.: s. Kork, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Korken, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kork und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in Ägypten seit vor rund 6500 Jahren aus der Natur (Rinde der Korkeiche) für Abdichtungen gegen Wasser aufgenommenen und verwendeten Stoff; F.: Korken, Korkens+FW(+EW); Z.: Kor-k-en
$Korkenzieher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Korkenzieher; E.: s. Korken, s. Zieher; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kork; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus (Kork und en oder) Korken sowie Zieher gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines Gerät aus Metall für das Herausziehen eines aus Kork hergestellten Verschlusses eines Gefäßes mit Flüssigkeiten aus einer Flasche; F.: Korkenzieher, Korkenziehers, Korkenziehern+FW+EW; Z.: Kor-k-en—zie-he-er
Kormoran, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kormoran, Scharbe, Aalkrähe; ne. cormorant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cormoran; E.: s. frz. cormoran, M., Kormoran; afrz. cormareng, corp mareng, M., Meerrabe; spätlat. corvus marinus, M., Meerrabe; vgl. lat. corvus (1), M., Rabe, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Kormoran, fehlt DW, Duden s. u. Kormoran; Son.: vgl. ndän. kormonran, M., Kormoran; poln. kormoran, M., Kormoran; lit. kormoranas, M., Kormoran; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Spätlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie (mit dem Lateinischen des Altertums und) teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen vielleicht schon vormenschlichen meist schwarzgrünen Schwimmvogel mit metallisch glänzendem Gefieder; BM.: krächzen; F.: Kormoran, Kormorans, Kormorane, Kormoranen+FW; Z.: Kor-mor-an
Korn (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Korn (N.), Getreidekorn, Getreide, Roggen; ne. corn (N.); Vw.: s. Rank-; Hw.: s. Korn (2), Popcorn, Cornflake; Q.: nach 765 (Glosse)?; E.: mhd. korn (1), st. N., Frucht, Korn; mnd. kōrn, koern, kōren, kōrne, koerne, kārn, N., Korn, Samenkorn, Fruchtkern, Getreidekorn, Getreide, Kornfeld; mnl. corn, coren, cooren, N., Korn; ahd. korn, st. N. (a), Korn, Same, Samen, Samenkorn, Getreide, Getreidekorn, Fruchtkorn, Körnchen, Weizen; as. korn*, st. N. (a), Korn, Roggen; anfrk. ...coren, Suff., ...korn; germ. *kurna-, *kurnam, st. N. (a), Korn; s. idg. *g̑er-, *g̑erə-, g̑rē-, g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Korn, Kluge s. u. Korn 1, DW 11, 1813, EWD s. u. Korn, EWAhd 5, 701, Falk/Torp 38, Duden s. u. Korn, Bluhme s. u. Korn; Son.: vgl. afries. korn, st. N. (a), Korn, Getreide; ae. corn, st. N. (a), Korn, Same, Samen, Beere, Geschwulst; an. korn, st. N. (a), Korn; got. kaúrn, kor, st. N. (a), Korn, Getreide, Weizen; krimgot. korn, N., Korn; nndl. koren, Sb., Korn; nschw. korn, N., Korn; nnorw. korn, N., Korn; lat. grānum, N., Korn, Kern, Körnchen, Getreide, Weizen; air. grán, N., M., Getreide, Korn; apreuß. syrne, F., Fruchtkern; lit. žìrnis, M., Erbse; ksl. zrъno, M., Getreide; poln. ziarno, Sb., Korn, Samenkorn; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach natürlichen Vorläufern von Menschen aus Süßgräsern höher entwickelte und als wichtiges Nahrungsmittel verwendete kleine rundliche oder längliche Frucht mit fester Schale (F.) (1) und nahrhaftem Inhalt; BM.: reif werden; F.: Korn, Korns, Kornes, Körner, Körnern+EW; Z.: Kor-n
Korn (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Korn (M.), Kornbranntwein; ne. corn schnapps; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: abgekürzt aus Korn(branntwein), s. nhd. Korn (1); L.: Kluge s. u. Korn 2, DW 11, 1820, EWD s. u. Korn, Duden s. u. Korn; GB.: seit 19. Jh. belegte abkürzende Bezeichnung für einen von Menschen aus Korn oder Roggen hergestellten Branntwein; BM.: reif werden; F.: Korn, Kornes, Korns+EW; Z.: Kor-n
$Kornblume, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kornblume; E.: s. Korn, s. Blume; L.: Kluge s. u. Kornblume, EWD s. u. Korn; GB.: seit 1348/1350 (kornbluome*) belegte und aus Korn und Blume gebildete Bezeichnung für eine mittelgroße häufig in Getreidefeldern blühende Blume; F.: Kornblume, Kornblumen+EW; Z.: Kor-n—blu-m-e
Kornelkirsche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kornelkirsche, Kornelkirschbaum; ne. cornel, cornelian cherry; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. kornelle*, F., Kornelkirsche; kurnilboum*, kwirnilboum*, kornilboum*, st. M. (a), Kornelkirschbaum; ahd.? kornella*, st. F. (ō), sw. F. (n), Kornelkirsche?; lat. corneolus, Adj., kornelkirschartig?; lat. cornus, F., Kornelkirschbaum; vgl. gr. κράνος (krános), κράνεια (kráneia), M., F., Kornelkirschbaum; vgl. idg. ker- (4), Sb., Kirsche, Kornelkirsche, Pokorny 572 (882/114) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., balt., slaw.); s. nhd. Kirsche; L.: Kluge 1. A. s. u. Kornelle, Kluge s. u. Kornelkirsche, DW 11, 1822, EWAhd 5, 704, Duden s. u. Kornelkirsche; Son.: vgl. ae. corntréo, st. N. (wa), Kornelkirschenbaum; nndl. kornoelje, Sb., Kornelkirsche; frz. cornouille, F., Kornelkirsche; nschw. kornell, Sb., Kornelkirsche; nnorw. kornell, M., Kornelkirsche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kornel(le) und Kirsche gebildete Bezeichnung für eine baumartige Pflanze mit gelben Blüten und kleinen roten essbaren Steinfrüchten deren Name (ahd. kornella) aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommen und umgebildet sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbar ist; BM.: Kirsche; F.: Kornelkirsche, Kornelkirschen+FW; Z.: Kor-n-el—kir-sch-e
$körnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. körnen; E.: s. Korn, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Korn, DW 11, 1822; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus Korn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Körnern locken oder Körner ansetzen oder Körner bilden und später mit einem von Menschen entwickelten und verwendeten Gerät in einer Metalloberfläche eine Vertiefung anbringen damit ein nachfolgender Bohrer einen hilfreichen Halt oder festeren Ansatzpunkt findet; F.: körnen, körne (!), körnst, körnt, körnest, körnet, körnte, körntest, körnten, körntet, gekörnt, ##gekörnt, gekörnte, gekörntes, gekörntem, gekörnten, gekörnter##, körnend, ###körnend, körnende, körnendes, körnendem, körnenden, körnender###, körn (!)+EW; Z.: kör-n-en
Kornett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kornett, ein Blasinstrument; ne. cornet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cornet; E.: s. frz. cornet, M., Kornet; vgl. frz. corne, F., Horn; lat. cornū, N., Horn, Gehörn, Geweih, Blashorn, Laterne, (116-27 v. Chr.); idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kornett, fehlt DW, Duden s. u. Kornett; Son.: vgl. nndl. cornet à pistons, Sb., Kornett; nschw. kornett, Sb., Kornett; nnorw. kornett, M., Kornett; poln. kornet, M., Kornett; kymr. cornet, M., Kornett; nir. coirnéad, M., Kornett; lit. kornetas, M., Kornett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines hornförmiges Blasmusikinstrument; BM.: Horn; F.: Kornett, Kornetts, Kornettes, Kornette, Kornetten+FW(+EW); Z.: Kor-n-ett
$körnig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. körnig, Körner betreffend; E.: s. Korn, s. ig; L.: Kluge s. u. Korn 1, DW 11, 1826 (körnicht), EWD s. u. Korn; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Korn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches aus Körnern bestehend oder eine Oberfläche wie Körner aufweisend; F.: körnig, körnige, körniges, körnigem, körnigen, körniger(, körnigere, körnigeres, körnigerem, körnigeren, körnigerer, körnigst, körnigste, körnigstes, körnigstem, körnigsten, körnigster)+EW; Z.: kör-n-ig
$Kornrade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kornrade; Q.: um 1600; E.: s. Korn, s. Rade; L.: (DW 11, 1829 Kornraden M.), EWD s. u. Rade; GB.: seit um 1600 belegte und aus Korn und Rade gebildete Bezeichnung für eine kleinere purpurrosa blühende und früher als Unkraut in Kornfeldern eingestufte einjährige Sommerblume; F.: Kornrade, Kornraden+EW; Z.: Kor-n—rad-e
Korona, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Korona, Strahlenkranz; ne. corona; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. corōna; E.: s. lat. corōna (1), F., Krone, Kranz, Iris, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Korona, fehlt DW, EWD s. u. Korona, Duden s. u. Korona; Son.: vgl. nndl. corona, Sb., Korona; frz. couronne, F., Korona; nschw. korona, Sb., Korona; nnorw. korona, M., Korona; kymr. coron, F., Korona; nir. coróin, F., Korona; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Strahlenkranz vor allem der Sonne (und in dem 21. Jh. auch für ein ihm in der äußeren Erscheinung aus menschlicher Sicht ähnliches neu entwickeltes Virus Corona); BM.: drehen; F.: Korona, Koronen+FW(+EW); Z.: Kor-on-a
Körper, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Körper, Leib, Gestalt, Gegenstand; ne. corpse, corpus, body (N.); Vw.: -; Hw.: s. Korpus; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: s. mhd. korper, körper, st. M., Körper, Leichnam; lat. corpus, N., Körper, Leib, (um 250-184 v. Chr.); idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Körper, Kluge s. u. Körper, DW 11, 1833, EWD s. u. Körper, Duden s. u. Körper, Bluhme s. u. Koerper; Son.: vgl. frz. corps, M., Körper; nschw. kropp, Sb., Körper; nnorw. kropp, M., Körper; kymr. corpws, M., Körper; GB.: seit 1237-1252 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliche äußere Gestalt oder Erscheinung eines Lebewesens; BM.: Leib; F.: Körper, Körpers, Körpern+FW(+EW); Z.: Körp-er
$körperlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. körperlich, den Körper betreffend; E.: s. Körper, s. lich; L.: Kluge s. u. Körper, DW 11, 1839, EWD s. u. Körper; GB.: um 1350 belegte und nach lat. corporalis aus Körper und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches den Körper betreffend; F.: körperlich, körperliche, körperliches, körperlichem, körperlichen, körperlicher(, körperlichere, körperlicheres, körperlicherem, körperlicheren, körperlicherer, körperlichst, körperlichste, körperlichstes, körperlichstem, körperlichsten, körperlichster)+FW+EW; Z.: körp-er-lich
$körpern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. körpern, zu einem Körper machen, zu einem Körper werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Körper, s. (e)n (Suff.); L.: DW 11, 1840; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und nach lat. corporare aus Körper und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches zu einem Körper machen oder zu einem Körper werden; F.: körpern (!), körpere, körper (!), körperst, körpert, körperte, körpertest, körperten, körpertet, gekörpert, gekörperte, gekörpertes, gekörpertem, gekörperten, gekörperter, körpernd, körperndes, körperndem, körpernden, körpernder+FW+EW; Z.: körp-er-n
$Körperschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Körperschaft; E.: s. Körper, s. schaft; L.: Kluge s. u. Körper, DW 11, 1840, EWD s. u. Körper; E.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht nach lat. corporatio aus Körper und schaft gebildete Bezeichnung für nach dem Vorbild von Lebewesen von Menschen durch vereinbarten Zusammenschluss geschaffene menschenähnliche und dem Menschen rechtlich gleichgestellte Gestaltungen wie beispielsweise Verein oder Genossenschaft oder Stiftung oder Aktiengesellschaft oder Staat oder Gemeinde oder Kammer oder Sozialversicherungsträger oder anerkannte Religionsgemeinschaft; F.: Körperschaft, Körperschaften+FW+EW; Z.: Körp-er-schaf-t
Korporal, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Korporal, Unteroffizier; ne. corporal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. corporal; E.: s. frz. corporal, M., Korporal; it. caporale, M., Korporal; vgl. it. capo, M., Kopf, Haupt; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze, (um 450 v. Chr.); idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); die Lautform wurde an frz. corps angepasst; L.: Kluge s. u. Korporal, DW 2, 637 (Corporal), EWD s. u. Korporal, Duden s. u. Korporal; Son.: vgl. ndänd. korporal, M., Korporal; nnorw. korporal, M., Korporal; kymr. corproal, M., Korporal; lit. kapralas, M., Korporal; lit. kapralas, M., Korporal; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Unteroffizier oder einfacheren Vorgesetzten; BM.: Kopf; F.: Korporal, Korporals, Korporale, Korporalen, Korporäle, Korporälen+FW(+EW); Z.: Korp-or-al
Korporation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Korporation, Körperschaft, Verbindung; ne. corporation; Vw.: -; Hw.: s. Korps; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. corporātio; E.: s. lat. corporātio, F., Körperlichkeit, Körperschaft; vgl. lat. corpōrāre, V., zum Körper machen, zum Körper bilden, mit einem Körper versehen (V.); lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korporation, fehlt DW, EWD s. u. Korps, Duden s. u. Korporation; Son.: vgl. nndl. corporatie, Sb., Korporation; frz. corporation, F., Korporation; nschw. korporation, Sb., Korporation; nnorw. korporasjon, M., Korporation; poln. korporacja, F., Korporation; kymr. corfforaeth, F., Korporation; nir. corparáid, F., Korporation; lit. korporacija, F., Korporation; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine nach dem Vorbild von Lebewesen von Menschen durch vereinbarten Zusammenschluss geschaffene menschenähnliche und dem Menschen rechtlich gleichgestellte Gestaltung (Körperschaft); BM.: Körper; F.: Korporation, Korporationen+FW(+EW); Z.: Korp-or-at-io-n
...korporieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...korporieren, einem Körper gleichstellen, ...gliedern; ne. ...corporate; Vw.: s. in-; Hw.: s. Korps, Korporation; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: vgl. lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); Son.: vgl. frz. ...corporer, Suff., ...korporieren; nschw. ...korporera, Suff., ...korporieren; nnorw. ...korporere, Suff., ...korporieren; poln. ...korporować, Suff., ...korporieren; lit. ...korporuoti, Suff., ...korporieren; GB. vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben verwendete Bezeichnung; BM.: Körper; F.: ...korporieren, ...korporiere, ...korporierst, ...korporiert, ...korporierest, ...korporieret, ...korporierte, ...korporiertest, ...korporierten, ...korporiertet, ##...korporiert, ...korporierte, ...korporiertes, ...korporiertem, ...korporierten, ...korporierter##, ...korporierend, ###...korporierend, ...korporierende, ...korporierendes, ...korporierendem, ...korporierenden, ...korporierender###, ...korporier (!)+FW(+EW); Z.: -korp-or-ier-en
Korps, Corps, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Korps, Corps, Verbund, Verbindung; ne. corps; Vw.: -; Hw.: s. Korporation; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. corps; E.: s. frz. corps, M., Korps; lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korps, fehlt DW, EWD s. u. Korps, Duden s. u. Korps; Son.: vgl. nndl. corps, Sb., Korps; nschw. kår, Sb., Korps; nnorw. korps, N., Korps; kymr. corfflu, M., Korps; nir. cór, M., Korps; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren Truppenverband und für eine schlagende studentische Verbindung; BM.: Körper; F.: Korps, Corps+FW(+EW); Z.: Korp-s
korpulent, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. korpulent, wohlbeleibt, wohlgenährt, dick; ne. corpulent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. corpulentus; E.: s. lat. corpulentus, Adj., wohlbeleibt, korpulent, dick, fett, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. korpulent, fehlt DW, EWD s. u. korpulent, Duden s. u. korpulent; Son.: vgl. nndl. corpulent, Adj., korpulent; frz. corpulent, Adj., korpulent; nschw. korpulent, Adj., korpulent; nnorw. korpulent, Adj., korpulent; poln. korpulentny, Adj., korpulent; kymr. corffol, Adj., korpulent; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wohlbeleibt oder wohlgenährt oder dick; BM.: Körper; F.: korpulent, korpulente, korpulentes, korpulentem, korpulenten, korpulenter(, korpulentere, korpulenteres, korpulenterem, korpulenteren, korpulenterer, korpulentest, korpulenteste, korpulentestes, korpulentestem, korpulentesten, korpulentester)+FW(+EW); Z.: korp-ul-ent
$Korpulenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Korpulenz, Wohlbeleibtheit, Wohlgenährtheit; I.: Lw. lat. corpulentia; E.: s. lat. corpulentia, L.: EWD s. u. korpulent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Wohlbeleibtheit und Wohlgenährtheit; F.: Korpulenz, Korpulenzen+FW(+EW); Z.: Korp-ul-enz
Korpus, Corpus, nhd., M., N., (18. Jh.?): nhd. Korpus, Corpus, Körper, Gehäuse, Sammlung, Belegsammlung; ne. corpus; Vw.: -; Hw.: s. Körper; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. corpus; E.: s. lat. corpus, N., Körper, Leib, (um 250-184 v. Chr.); idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Korpus; Son.: vgl. nndl. corpus, Sb., Korpus; frz. corpus, M., Korpus; nschw. korpus, Sb., Korpus; nnorw. korpus, M., Korpus; poln. korpus, M., Korpus; kymr. corff, M., Korpus; lit. korpusas, M., Korpus; GB.: vielleicht seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Körper oder Gehäuse oder eine Sammlung oder eine Belegsammlung von Texten; BM.: Körper; F.: Korpus, Korpora, Corpus, Corpora+FW(+EW); Z.: Korp-us
Korpuskel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Körperlein, Körperchen, Korpuskel, kleinstes Teilchen; ne. corpuscle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: Lw. lat. corpusculum; E.: s. lat. corpusculum, N., Körperchen, Körperlein, Leibchen, Bäuchlein, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. corpus, N., Körper, Leib; idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korpuskel, fehlt DW, Duden s. u. Korpuskel; Son.: vgl. nndl. corpusculair, Sb., Korpuskel; frz. corpuscule, M., Korpuskel; nschw. korpuskel, Sb., Korpuskel; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches kleinstes Körperchen oder Teilchen; BM.: Leib; F.: Korpuskel, Korpuskels, Korpuskeln+FW(+EW); Z.: Korp-us-k-el
korrekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. korrekt, richtig, Regeln entsprechend; ne. correct (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. korrigieren, Korrektor, Korrektur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. corrēctus; E.: s. lat. corrēctus, (Part. Prät.=)Adj., gebessert, verbessert; vgl. lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. korrekt, fehlt DW, EWD s. u. korrekt, Duden s. u. korrekt; Son.: vgl. nndl. correct, Adj., korrekt; frz. correct, Adj., korrekt; nschw. korrekt, Adj., korrekt; nnorw. korrekt, Adj., korrekt; lit. korektiškas, Adj., korrekt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen bestimmten Regeln entsprechend; BM.: mit, gerade bzw. lenken; F.: korrekt, korrekte, korrektes, korrektem, korrekten, korrekter(, korrektere, korrekteres, korrekterem, korrekteren, korrekterer, korrektest, korrekteste, korrektestes, korrektestem, korrektesten, korrektester)+FW(+EW); Z.: kor-rek-t
$Korrektheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Korrektheit, Genauigkeit, Richtigkeit; E.: s. korrekt, s. heit; L.: Kluge s. u. korrekt, fehlt DW, EWD s. u. korrekt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus korrekt und heit gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche Genauigkeit oder Richtigkeit; F.: Korrektheit, Korrektheiten+FW+EW; Z.: Kor-rek-t-hei-t
Korrektor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Korrektor, Überprüfer, Prüfer; ne. corrector, proofreader; Vw.: -; Hw.: s. korrekt, Korrektur, korrigieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. corrēctor; E.: s. lat. corrēctor, M., Berichtiger, Verbesserer, Zurechtweiser; vgl. lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen; vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. korrekt, fehlt DW, EWD s. u. korrekt, Duden s. u. Korrektor; Son.: vgl. frz. correcteur, M., Korrektor; poln. korrektor, M., Korrektor; lit. korektorius, M., Korrektor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen möglichen Überprüfer oder Prüfer von Geschriebenem; BM.: mit, gerade bzw. lenken; F.: Korrektor, Korrektors, Korrektoren+FW(+EW); Z.: Kor-rek-t-or
Korrektur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Korrektur, Verbesserung, Ausbesserung; ne. correction; Vw.: -; Hw.: s. korrekt, Korrektur, korrigieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. corrēctūra; E.: s. mnd. correctūr, F., Korrektur, Korrekturlesung; lat. corrēctūra, F., Amt des Landvogtes, Verbessern, Korrektur, (um 360 n. Chr.); vgl. lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen; vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. korrekt, fehlt DW, EWD s. u. korrekt, Duden s. u. Korrektur; Son.: vgl. nndl. correctie, Sb., Korrektur; frz. correction, F., Korrektur; nschw. korrektur, N., Korrektur; nnorw. korrektur, M., Korrektur; poln. korekta, F., Korrektur; lit. korektūra, F., Korrektur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Verbesserung oder Ausbesserung; BM.: mit, lenken; F.: Korrektur, Korrekturen+FW(+EW); Z.: Kor-rek-t-ur
$Korrekturfahne, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Korrekturfahne, Druckfahne; E.: s. Korrektur, s. Fahne; L.: Kluge s. u. Fahne, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Korrektur und Fahne gebildete Bezeichnung für einen vorläufigen und nur für die Suche nach Satzfehlern dienenden Ausdruck eines von einem Menschen für den Druck bestimmten und noch nicht endgültig in spätere Zeilen geteilten (umbrochenen) Textes (Druckfahne); F.: Korrekturfahne, Korrekturfahnen+FW+EW; Z.: Kor-rek-t-ur—fahn-e
Korrelation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Korrelation, Beziehung; ne. correlation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. correlātio; E.: mlat. correlātio, F., Korrelation, gegenseitige Verbindung, Wechselbeziehung; vgl. lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. relātio, F., Zurücktragen, Zurückbringen, Zurückschieben, Zurückschiebung, Zurückgabe, Vergeltung, Erwiderung; vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Korrelation; Son.: vgl. nndl. correlatie, Sb., Korrelation; frz. corrélation, F., Korrelation; nschw. korrelation, Sb., Korrelation; nnorw. korrelasjon, M., Korrelation; poln. korelacja, F., Korrelation; lit. koreliacija, F., Korrelation; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der jeweiligen Entstehung mögliche Beziehung von Gegebenheiten zueinander; BM.: mit, zurück, tragen; F.: Korrelation, Korrelationen+FW(+EW); Z.: Kor-re-la-t-io-n
Korrespondent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Korrespondent, Briefschreiber, Berichterstatter; ne. correspondent; Vw.: -; Hw.: s. korrespondieren, Korrespondenz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. correspondēns; E.: s. mlat. correspondēns, (Part. Präs.=)M., Übereinstimmender, Sich-Verantwortender; vgl. mlat. correspondēre, V., sich verantworten, entsprechen, übereinstimmen, zugehören; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. korrespondieren, fehlt DW, EWD s. u. korresponideren, Duden s. u. Korrespondent; Son.: vgl. nndl. correspondent, Sb., Korrespondent; frz. correspondant, M., Korrespondent; nschw. korrespondent, Sb., Korrespondent; nnorw. korrespondent, M., Korrespondent; poln. korrespondent, M., Korrespondent; lit. korespondentas, M., Korrespondent; GB.: seit 17. Jh. aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen möglichen Briefschreiber oder Berichterstatter; BM.: mit, geloben; F.: Korrespondent, Korrespondenten+FW(+EW); Z.: Kor-re-spond-ent
Korrespondenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Korrespondenz, Briefverkehr, Schriftverkehr; ne. correspondence; Vw.: -; Hw.: s. korrespondieren, Korrespondent; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. correspondentia; E.: s. mlat. correspondentia, F., gegenseitiges Übereinkommen, Entsprechung; mlat. correspondēre, V., sich verantworten, entsprechen, übereinstimmen, zugehören; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. korrespondieren, EWD s. u. korrespondieren, Duden s. u. Korrespondenz; Son.: vgl. nndl. correspondentie, Sb., Korrespondenz; frz. correspondance, F., Korrespondenz; nschw. korrespondens, Sb., Korrespondenz; nnorw. korrespondanse, M., Korrespondenz; poln. korrespondencja, F., Korrespondenz; lit. korespondencija, F., Korrespondenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen möglichen Briefverkehr oder Schriftverkehr; BM.: mit, geloben; F.: Korrespondenz, Korrespondenzen+FW(+EW); Z.: Kor-re-spond-enz
korrespondieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. korrespondieren, Brief schreiben, übereinstimmen, entsprechen; ne. correspond; Vw.: -; Hw.: s. Korrespondent, Korrespondenz; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. correspondre; E.: s. frz. correspondre, V., korrespondieren; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. respondēre, V., Gegenleistung versprechen, versichern, antworten, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. korrespondieren, fehlt DW, EWD s. u. korrespondieren, Duden s. u. korrespondieren; Son.: vgl. nndl. corresponderen, V., korrespondieren; nschw. korrespondera, V., korrespondieren; nnorw. korrespondere, V., korrespondieren; poln. korespondować, V., korrespondieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen mögliches schriftlich miteinander verkehren oder Brief schreiben oder übereinstimmen; oder entsprechen BM.: mit, geloben; F.: korrespondieren, korrespondiere, korrespondierst, korrespondiert, korrespondierest, korrespondieret, korrespondierte, korrespondiertest, korrespondierten, korrespondiertet, ##korrespondiert, korrespondierte, korrespondiertes, korrespondiertem, korrespondierten, korrespondierter##, korrespondierend, ###korrespondierend, korrespondierende, korrespondierendes, korrespondierendem, korrespondierenden, korrespondierender###, korrespondier (!)+FW(+EW); Z.: kor-re-spond-ier-en
Korridor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Korridor, Gang (M.) (1), Flur (M.); ne. corridor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. corridore; E.: s. it. corridore, M., Läufer, Renner; vgl. it. correre, V., laufen; lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korridor, fehlt DW, EWD s. u. Korridor, Duden s. u. Korridor; Son.: vgl. nndl. corridor, Sb., Korridor; frz. corridor, M., Korridor; nschw. korridor, Sb., Korridor; nnorw. korridor, M., Korridor; poln. korytarz, M., Korridor; kymr. coridor, M., Korridor; lit. koridorius, M., Korridor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Flur (M.) in einer Wohnung bzw. einem Haus oder Bezeichnung für einen schmalen Streifen Landes der durch das Hoheitsgebiet eines fremden Staates führt und eine Verbindung zu einer Exklave oder zu einem Meer herstellt; BM.: laufen; F.: Korridor, Korridors, Korridore, Korridoren+FW(+EW); Z.: Korr-id-or
korrigieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. korrigieren, verbessern, ausbessern; ne. correct (V.); Vw.: -; Hw.: s. korrekt, Korrektor, Korrektur; Q.: 1343 (Evangelienbuch in mitteldeutscher Sprache des Matthias von Beheim); E.: s. mhd. corrigieren, sw. V., verbessern; mnd. corrigēren, corregēren, corrigeyren, corrigiren, koryeren, sw. V., korrigieren, verbessern, richtigstellen, zur Berichtigung durchsehen; lat. corrigere, V., zurecht richten, gerade richten, gerade machen, (234-149 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. korrigieren, fehlt DW, EWD s. u. korrigieren, Duden s. u. korrigieren; Son.: vgl. nndl. corrigeren, V., korrigieren; frz. corriger, V., korrigieren; nschw. korrigera, V., korrigieren; nnorw. korrigere, V., korrigieren; poln. korygować, V., korrigieren; GB.: seit 1343 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen mögliches verbessern oder ausbessern; BM.: mit, lenken; F.: korrigieren, korrigiere, korrigierst, korrigiert, korrigierest, korrigieret, korrigierte, korrigiertest, korrigierten, korrigiertet, ##korrigiert, korrigierte, korrigiertes, korrigiertem, korrigierten, korrigierter##, korrigierend, ###korrigierend, korrigierende, korrigierendes, korrigierendem, korrigierenden, korrigierender###, korrigier (!)+FW(+EW); Z.: kor-rig-ier-en
korrodieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. korrodieren, angreifen, zerstören, der Korrosion unterliegen; ne. corrode; Vw.: -; Hw.: s. Korrosion; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. corrōdere; E.: s. lat. corrōdere (1), V., zernagen, benagen, zerfressen (V.), ausplündern, berauben, verschleudern, aufreiben, (81-43 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rōdere, V., nagen, benagen, zernagen, zehren, verzehren; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korrision, fehlt DW, EWD s. u. korrodieren, Duden s. u. korrodieren; Son.: vgl. nndl. corroderen, V., korrodieren; frz. corroder, V., korrodieren; nschw. korrodera, V., korrodieren; nnorw. korrodere, V., korrodieren; poln. korodować, V., korrodieren; lit. koroduoti, V., korrodieren; GB.: um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches und von den Menschen aufgegriffenes sowie weiter entwickeltes durch Ätzen angreifen und zerstören; BM.: mit, nagen; F.: korrodieren, korrodiere, korrodierst, korrodiert, korrodierest, korrodieret, korrodierte, korrodiertest, korrodierten, korrodiertet, ##korrodiert, korrodierte, korrodiertes, korrodiertem, korrodierten, korrodierter##, korrodierend, ###korrodierend, korrodierende, korrodierendes, korrodierendem, korrodierenden, korrodierender###, korrodier (!)+FW(+EW); Z.: kor-rod-ier-en
Korrosion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Korrosion, Zersetzung, Zerstörung; ne. corrosion; Vw.: -; Hw.: s. korrodieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. corrōsio; E.: s. lat. corrōsio, F., Zernagung, Zerstörung, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. corrōdere, V., zernagen, benagen, zerfressen (V.), ausplündern, berauben, verschleudern, aufreiben; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rōdere, V., nagen, benagen, zernagen, zehren, verzehren; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korrosion, fehlt DW, EWD s. u. korrodieren, Duden s. u. Korrosion; Son.: vgl. nndl. corrosie, Sb., Korrosion; frz. corrosion, F., Korrosion; nschw. korrosion, Sb., Korrosion; nnorw. korrosjon, M., Korrosion; poln. korocza, F., Korrosion; lit. korozija, F., Korrosion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon in der Natur vormenschlich mögliche Zersetzung oder Zerstörung eines Metalls; BM.: mit, nagen; F.: Korrosion, Korrosionen+FW; Z.: Kor-ros-io-n
korrumpieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. korrumpieren, (moralisch) verderben, bestechen, manipulieren; ne. corrupt (V.), debauch; Vw.: -; Hw.: s. korrupt, Korruption; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. corrumpere; E.: s. mnd. corrumpēren, sw. V., verschlechtern, verderben, korrumpieren; lat. corrumpere, V., verderben, verschlechtern, zuschanden machen, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. korrupt, fehlt DW, EWD s. u. korrumpieren, Duden s. u. korrumpieren; Son.: vgl. nndl. corrumperen, V., korrumpieren; frz. corrompre, V., korrumpieren; nschw. korrumpera, V., korrumpieren; nnorw. korrumpere, V., korrumpieren; poln. korumpować, V., korrumpieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verderben; BM.: mit, reißen; F.: korrumpieren, korrumpiere, korrumpierst, korrumpiert, korrumpierest, korrumpieret, korrumpierte, korrumpiertest, korrumpierten, korrumpiertet, ##korrumpiert, korrumpierte, korrumpiertes, korrumpiertem, korrumpierten, korrumpierter##, korrumpierend, ###korrumpierend, korrumpierende, korrumpierendes, korrumpierendem, korrumpierenden, korrumpierender###, korrumpier (!)+FW(+EW); Z.: kor-ru-m-p-ier-en
$korrumpiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. korrumpiert, verdorben; E.: s. korrumpier(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. korrumpieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus korrumpier(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches nach den Vorstellungen von Menschen (moralisch) verdorben; F.: korrumpiert, korrumpierte, korrumpiertes, korrumpiertem, korrumpierten, korrumpierter(, korrumpiertere, korrumpierteres, korrumpierterem, korrumpierteren, korrumpierterer, korrumpiertest, korrumpierteste, korrumpiertestes, korrumpiertestem, korrumpiertesten, korrumpiertester)FW(+EW); Z.: kor-ru-m-p-ier-t
korrupt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. korrupt, bestechlich, käuflich, (moralisch) verdorben; ne. corrupt (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. korrumpieren, Korruption; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. corruptus; E.: s. lat. corruptus, Adj., verdorben, verderbt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. corrumpere, V., verderben, verschlechtern, zuschanden machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. korrupt, fehlt DW, EWD s. u. korrumpieren, Duden s. u. korrupt; Son.: vgl. nndl. corrupt, Adj., korrupt; frz. corrompu, Adj., korrupt; nschw. korrupt, Adj., korrupt; nnorw. korrupt, Adj., korrupt; nir. coirpthe, Adj., korrupt; lit. korumpuotas, Adj., korrupt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Geldes durch den Menschen mögliches bestechlich oder käuflich oder (moralisch) verdorben; BM.: mit, reißen; F.: korrupt, korrupte, korruptes, korruptem, korrupten, korrupter(, korruptere, korrupteres, korrupterem, korrupteren, korrupterer, korruptest, korrupteste, korruptestes, korruptestem, korruptesten, korruptester)+FW(+EW); Z.: kor-ru-p-t
Korruption, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Korruption, Bestechung, Käuflichkeit; ne. corruption; Vw.: -; Hw.: s. korrupt, korrumpieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. corruptio; E.: s. lat. corruptio, F., Verderben, Verführung, Bestechung, Versehrung, Entweihung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. corrumpere, V., verderben, verschlechtern, zuschanden machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. korrupt, EWD s. u. korrumpieren, Duden s. u. Korruption; Son.: vgl. nndl. corruptie, Sb., Korruption; frz. corruption, F., Korruption; nschw. korruption, Sb., Korruption; nnorw. korrupsjon, M., Korruption; poln. koruptcja, F., Korruption; lit. korupcija, F., Korruption; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliche Verleiten zu unmoralischen Handlungen (vor allem mittels materieller Vorteile); BM.: mit, reißen; F.: Korruption, Korruptionen+FW(+EW); Z.: Kor-ru-p-t-io-n
Korsage, Corsage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Korsage, enges Oberteil eines Kleides; ne. corsage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. corsage; E.: s. frz. corsage, F., Korsage, Oberleib, Leibchen; vgl. afrz. cors, M.?, Körper; lat. corpus, N., Körper, Leib, (um 250-184 v. Chr.); idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Korsage; Son.: vgl. nschw. corsage, Sb., Korsage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit oder etwas früher von Menschen entwickeltes und verwendetes versteiftes eng anliegendes Oberbekleidungsstück (Kleid); BM.: Körper; F.: Korsage, Korsagen, Corsage, Corsagen+FW(+EW); Z.: Kor-s-age
Korsar, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Korsar, Seeräuber; ne. corsair; Vw.: -; Hw.: s. Husar?; Q.: 1609?; I.: Lw. it. corsaro; E.: s. it. corsaro, M., Korsar, Seeräuber; über mlat. von lat. cursus, M., Lauf, Fahrt, Ritt, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korsar, Duden s. u. Korsar; Son.: vgl. frz. corsaire, M., Korsar; nschw. korsar, Sb., Korsar; nnorw. korsar, M., Korsar; poln. korsarz, M., Korsar; lit. korsaras, M., Korsar; GB.: vielleicht seit der früheren Neuzeit (1609) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Seeräuber; BM.: laufen; F.: Korsar, Korsaren+FW(+EW); Z.: Kors-ar
$Korselett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Korselett, kleines Mieder, Leibchen; E.: s. Korsett; L.: fehlt DW, EWD s. u. Korsett; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und zu der anziehenderen Formung des Körpers von Frauen verwendetes kleines Mieder oder Leibchen; F.: Korselett, Korselettes, Korseletts, Korselette, Korseletten+FW(+EW); Z.: Kors-el-ett
Korsett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Korsett, Mieder; ne. corset; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. frz. corset; E.: s. frz. corset, M., Korsett; vgl. afrz. cors, Sb., Körper, Leibchen; lat. corpus, N., Körper, Leib, (um 250-184 v. Chr.); idg. *krep- (1), *kr̥p-, Sb., Leib, Gestalt, Pokorny 620 (979/211) (RB. idg. aus ind., iran., alb.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korsett, fehlt DW, EWD s. u. Korsett, Duden s. u. Korsett; Son.: vgl. nndl. korset, Sb., Korsett; nschw. korsett, Sb., Korsett; nnorw. korsett, N., Korsett; poln. gorset, M., Korsett; kymr. corsed, M., Korsett; nir. cóirséad, M., Korsett; lit. korsetas, M., Korsett; GB.: seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mit festen Stäben versehenes Mieder oder Leibchen das den Körper von Frauen in eine anziehendere Form bringen soll; BM.: Körper; F.: Korsett, Korsetts, Korsette, Korsetten+FW+EW; Z.: Kors-ett
Korso, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Korso, Umzug, Schaufahrt; ne. corso, pageant; Vw.: -; Hw.: s. Kurs; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. corso; E.: s. it. corso, M., Korso, Lauf; lat. cursus, M., Lauf, Fahrt, Ritt, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Korso, EWD s. u. Korso, Duden s. u. Korso; Son.: vgl. nndl. corso, Sb., Korso; frz. corso, F., Korso; poln. korso, M., Korso; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten (festlichen) Umzug oder eine Schaufahrt; BM.: laufen; F.: Korso, Korsos+FW; Z.: Kors-o
Kortex, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kortex, Rinde; ne. cortex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. cortex; E.: s. lat. cortex, Rinde, Schale (F.) (1), Borke, Hülle, 96-55 v. Chr.); s. idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kortex, fehlt DW, Duden s. u. Kortex; Son.: vgl. nndl. cortex, Sb., Kortex; frz. cortex, M., Kortex; nnorw. cortex, M.?, Kortex; kymr. cortecs, M., Kortex; nir. coirtéis, F., Kortex; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Rinde eines sachlich schon vormenschlich möglichen Organs wie beispielsweise des Großhirns oder der Niere oder der Nebenniere oder der Augenlinse; BM.: schneiden; F.: Kortex, Kortexes, Kortexe, Kortexen, Kortizes+FW(+EW); Z.: Kor-t-ex
Kortison, Cortison, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Kortison, Cortison, ein Präparat aus Nebennierenrindenhormon; ne. cortisone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: vgl. lat. cortex, Rinde, Schale (F.) (1), Borke, Hülle, 96-55 v. Chr.); idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Kortison; Son.: vgl. nndl. cortison, Sb., Kortison; frz. cortisone, F., Kortison; nschw. kortison, N., Kortison; nnorw. kortison, N., Kortison; poln. kortyzon, M., Kortison; kymr. cortison, M., Kortison; nir. cortasón, M., Kortison; GB.: vielleicht seit um 1935 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus dem Hormon der Nebennierenrinde gewonnenes und von der Leber in Cortisol umgewandeltes besonders entzündungshemmendes aber auch Nebenwirkungen verursachendes Mittel; BM.: schneiden; F.: Kortison, Kortisons, Cortison, Cortisons+FW(+EW); Z.: Kor-t-is-on
Korvette, nhd., F.: nhd. Korvette, ein kleineres Kriegsschiff; ne. corvette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. corvette; E.: s. frz. corvette, F., Korvette, schnelles Schiff; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von mnl. corver, Sb., Heringsfangschiff; fläm. korf, M., Fischerboot, Korb; germ. *korbja, Sb., Korb; lat. corbis, F., Korb; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943?; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938? (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Korvette, Duden s. u. Korvette; Son.: vgl. nndl. korvet, Sb., Korvette; nschw. korvett, Sb., Korvette; nnorw. korvett, M., Korvette; poln. korweta, F., Korvette; kymr. corfét, M., F., Korvette; nir. coirbhéad, M., Korvette; lit. korvetė, F., Korvette; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein besonders zu einem Geleitschutz verwendetes kleineres Kriegsschiff; BM.: Korb bzw. schneiden?; F.: Korvette, Korvetten+FW; Z.: Kor-v-ett-e
Koryphäe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Koryphäe, Fachmann, Sachkenner, Experte; ne. coryphaeus, expert; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. coryphée; E.: s. frz. coryphée, M., Koryphäe; lat. coryphaeus, M., Koryphäe, (81-43 v. Chr.); gr. κορυφαῖος (koryphaios), M., Anführer; Vornehmster; vgl. gr. κορυφή (koryphḗ), F., Scheitel, Gipfel; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Koryphäe, fehlt DW, EWD s. u. Koryphäe, Duden s. u. Koryphäe; Son.: vgl. nndl. coryfee, Sb., Koryphäe; nschw. koryfé, Sb., Koryphäe; nnorw. koryfé, M., Koryphäe; poln. koryfeusz, M., Koryphäe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ausgewiesenen Sachkenner auf einem Fachgebiet oder einen Experten; BM.: Kopf; F.: Koryphäe, Koryphäen+FW(+EW); Z.: Kor-yph-ä-e
koscher, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. koscher, rein, einwandfrei, unbedenklich; ne. kosher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. wjidd. koscher; E.: s. wjidd. koscher, Adj., koscher; hebr. kāšēr, Adj., koscher, in rechtem Zustand seiend, tauglich; L.: Kluge 1. A. s. u. koscher, Kluge s. u. koscher, DW 11, 362 (kauscher), EWD s. u. koscher, Duden s. u. koscher; Son.: vgl. nndl. koosjer, Adj., koscher; frz. cawcher, Adj., koscher; nschw. koscher, kosher, Adj., koscher; nnorw. koscher, Adj., koscher; poln. koszerny, Adj., koscher; kymr. cosher, Adj., koscher; lit. košerinis, Adj., koscher; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den jüdischen Speisegesetzen gemäß und deshalb rein oder einwandfrei oder unbedenklich; BM.: tauglich; F.: koscher, koschere, koscheres, koscherem, koscheren, koscherer+FW(+EW); Z.: koscher
Kosel, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Kosel, Schwein, Mutterschwein; ne. mother pig; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Kosel, DW 11, 1842, Duden s. u. Kosel; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Mutterschwein; BM.: ?; F.: Kosel, Koseln+EW; Z.: Kosel
kosen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kosen, liebkosen, streicheln; ne. coo (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kōsen, sw. V., sprechen, plaudern; mnd. kōsen (1), sw. V., reden, sprechen, heimliche traute Gespräche führen, sich unterhalten (V.), freundlich sprechen, vertraut sprechen, plaudern; mnl. cosen, sw. V., kosen; ahd. kōsōn*, sw. V. (2), sagen, sprechen, reden, erzählen, plaudern, erörtern; ahd. kōsēn*, sw. V. (3), reden, erzählen, sich besprechen, verhandeln; as. *kôson?, sw. V. (2); lat. causāri, V., Grund vorbringen, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. causa, F., Grund, Ursache, Fall, Quelle, Schuld, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, vielleicht zu cūdere, V., schlagen, hauen, prügeln, s. Walde/Hofmann 1, 190; vgl. idg. *kāu-, kəu-, V., hauen, schlagen, Pokorny 535 (820/52) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kosen, Kluge s. u. kosen, DW 11, 1842, EWD s. u. kosen, EWAhd 5, 718, Duden s. u. kosen, Bluhme s. u. kosen; Son.: die Bedeutung liebkosen wurde in dem 18. Jh. durch eine Wiederbelebung des in der Hochsprache ausgestorbenen Wortes vorherrschend; vgl. nndl. kozen, V., kosen; GB.: (kōsōn) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie wohl ungeklärte und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches streicheln und dabei zureden; BM.: hauen?; F.: kosen, kose, kosst, kost (!), kosest, koset, koste (!), kostest (!), kosten (!), kostet (!), gekost, ##gekost, gekoste, gekostes, gekostem, gekosten, gekoster##, kosend, ###kosend, kosende, kosendes, kosendem, kosenden, kosender###, kos (!)+FW+EW; Z.: ko-s-en
$Kosename, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kosename; E.: s. kose(n), s. Name; L.: fehlt DW, EWD s. u. kosen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kose(n) und Name gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen für Liebkosungen entwickelten und verwendeten Namen wie beispielsweise Baby oder Engel oder Hasi oder Mausi oder Schatz oder Schnuckiputz; F.: Kosename, Kosenamen(+FW)+EW; Z.: Ko-s-e—nam-e
Kosmetik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kosmetik, Verschönerung, Schönheitspflege, Schönheitsprodukt; ne. cosmetics, cosmetic (N.); Vw.: -; Hw.: s. kosmetisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. cosmétique; E.: s. frz. cosmétique, F., Kosmetik; vgl. frz. cosmétique, Adj., kosmetisch; gr. κοσμητικός (kosmētikós), Adj., zum Schmücken gehörig; vgl. gr. κοσμεῖν (kosmein), V., ordnen, anordnen, schmücken; gr. κόσμος (kósmos), M., Einteilung, Ordnung, Anstand, Verfassung, Schmuck, Weltordnung, Welt; Herkunft bisher ungeklärt; L.: Kluge s. u. kosmetisch, fehlt DW, EWD s. u. kosmetisch, Duden s. u. Kosmetik; Son.: vgl. nndl. cosmetica, Sb., Kosmetik; nschw. kosmetik, Sb., Kosmetik; nnorw. kosmetikk, M., Kosmetik; poln. kosmetyka, F., Kosmetik; kymr. cosmetig, M., Kosmetik; nir. cosmaid, F., Kosmetik; lit. kosmetika, F., Kosmetik; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der Herkunft bisher ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verschönerung oder Schönheitspflege; BM.: ordnen; F.: Kosmetik+FW+EW; Z.: Kosm-et-ik
kosmetisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kosmetisch, das Aussehen betreffend, Schönheitspflege betreffend, schönheitsmäßig; ne. cosmetic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kosmetik; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. cosmétique; E.: s. frz. cosmétique, Adj., kosmetisch; gr. κοσμητικός (kosmētikós), Adj., zum Schmücken gehörig; vgl. gr. κοσμεῖν (kosmein), V., ordnen, anordnen, schmücken; gr. κόσμος (kósmos), M., Einteilung, Ordnung, Anstand, Verfassung, Schmuck, Weltordnung, Welt; Herkunft bisher ungeklärt; L.: Kluge s. u. kosmetisch, fehlt DW, EWD s. u. kosmetisch, Duden s. u. kosmetisch; Son.: vgl. nndl. kosmetisch, Adj., kosmetisch; nschw. kosmetisk, Adj., kosmetisch; nnorw. kosmetisk, Adj., kosmetisch; poln. kosmetyczny, Adj., kosmetisch; kymr. cosmetig, Adj., kosmetisch; nir. cosmaideach, Adj., kosmetisch; lit. kosmetinis, Adj., kosmetisch; GB.: seit 17. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Aussehen betreffend oder Schönheitspflege betreffend oder schönheitsmäßig; BM.: ordnen; F.: kosmetisch, kosmetische, kosmetisches, kosmetischem, kosmetischen, kosmetischer+FW(+EW); Z.: kosm-et-isch
kosmisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kosmisch, das Weltall (Kosmos) betreffend; ne. cosmic; Vw.: -; Hw.: s. Kosmos; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cosmicus; E.: s. lat. cosmicus, Adj., zur Welt gehörig, (40-102/103 n. Chr.); gr. κοσμικός (kosmikós), Adj., weltlich, irdisch; vgl. gr. κόσμος (kósmos), M., Einteilung, Ordnung, Anstand, Verfassung, Schmuck; weitere Herkunft bisher ungeklärt; L.: Kluge s. u. Kosmos, EWD s. u. Kosmos, Duden s. u. kosmisch; Son.: vgl. nndl. kosmisch, Adj., kosmisch; frz. cosmique, Adj., kosmisch; nschw. kosmisk, Adj., kosmisch; nnorw. kosmisk, Adj., kosmisch; poln. kosmiczny, Adj., kosmisch; nir. cosmach, Adj., kosmisch; lit. kosminis, Adj., kosmisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft bisher ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches das Weltall (Kosmos) betreffend; BM.: Ordnung; F.: kosmisch, kosmische, kosmisches, kosmischem, kosmischen, kosmischer+FW+EW; Z.: kosm-isch
$Kosmonaut, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kosmonaut, Weltraumfahrer; E.: s. Kosmo(s), s. naut bzw. lat. naut(a); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kosmos; F.: Kosmonaut, Kosmonauten+FW(+EW.); Z.: Kosm-o-nau-t
Kosmopolit, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kosmopolit, Weltbürger; ne. cosmopolite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. gr. κοσμοπολῖτης (kosmopolītēs); E.: s. gr. κοσμοπολῖτης (kosmopolītēs), M., Weltbürger; vgl. gr. κόσμος (kósmos), M., Einteilung, Ordnung, Anstand, Verfassung, Schmuck, Weltordnung, Welt; Herkunft bisher ungeklärt; gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt, Staat; idg. *pel-, Sb., Burg; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kosmopolit, fehlt EWD s. u. Kosmopolit, Duden s. u. Kosmopolit; Son.: vgl. nndl. kosmopoliet, Sb., Kosmopolit; frz. cosmopolite, M., Kosmopolit; nschw. kosmopolit, Sb., Kosmopolit; nnorw. kosmopolitt, M., Kosmopolit; poln. kosmopolita, M., Kosmopolit; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (auf Grund der allgemeinen Internationalisierung der menschlichen Gegebenheiten eher denkbaren) Weltbürger (in Gegensatz zu einem bloßen Staatsbürger); BM.: Ordnung, Stadt bzw. Bürger; F.: Kosmopolit, Kosmopoliten+FW(+EW); Z.: Kosm-o-pol-it
Kosmos, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kosmos, Weltall, Lebenswelt, Weltordnung; ne. cosmos; Vw.: -; Hw.: s. kosmisch; Q.: 1845; I.: Lw. gr. κόσμος (kósmos); E.: s. gr. κόσμος (kósmos), M., Einteilung, Ordnung, Anstand, Verfassung, Schmuck, Weltordnung, Welt; Herkunft bisher ungeklärt; L.: Kluge s. u. Kosmos, fehlt DW, EWD s. u. Kosmos, Duden s. u. Kosmos; Son.: vgl. nndl. kosmos, Sb., Kosmos; frz. cosmos, M., Kosmos; nschw. kosmos, N., Kosmos; nnorw. kosmos, N., Kosmos; poln. kosmos, M., Kosmos; kymr. cosmos, M., Kosmos; nir. cosmas, M., Kosmos; lit. kosmosas, M., Kosmos; GB.: seit 1845 aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft bisher ungeklärte Bezeichnung für das Weltall und die Lebenswelt sowie die ganze Weltordnung; BM.: Ordnung; F.: Kosmos+FW; Z.: Kosm-os
Kossat, Kossate, Kossäte, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kossate, Kossate, Kossäte, Kleinhäusler, Häusler; ne. small farmer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. kō̆tsāte, kō̆tsēte, kotzete, kossāte, kossēte, kotste, kotse, kotze, koste, kossater, M., Kätner, Häusler, auf einer abhängigen Kleinbauernstelle oder Tagelöhnerstelle angesessener Mann, Köter (M.) (1), Kossäte; vgl. mnd. kō̆t, N., Hütte, kleines Haus, bescheidene Wohnung, Haus eines landwirtschaftlichen Beschäftigten; as. *kot? (2), *kott?, Sb., Häuschen, Kapelle; germ. *kuta-, *kutam, st. N. (a), Hütte, Zelt; s. idg. *geud-, *gud-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. sāte, M., Zeuge, Vollzieher einer sāte, Vorsteher, Aufseher, Kommissar; vgl. ahd. saz, Stellung, Lage, von ahd. sizzen; germ. *seta-, *setam, st. N. (a), Sitz; s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kossat, Kluge s. u. Kossat, DW 11, 1846 (Kossate); GB.: seit dem 15. Jh. mnd. belegte und aus mnd. kō̆t und mnd. sāte gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Häusler; BM.: biegen, sitzen; F.: Kossat, Kossate, Kossats, Kossates, Kossäte, Kossäten+FW; Z.: Kos-sat
Kossate, nhd., M.: nhd. Kossate; Vw.: s. Kossat
Kossäte, nhd., M.: nhd. Kossäte; Vw.: s. Kossat
Kost, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Aufwand, Ausgabe; ne. fare (N.), diet; Vw.: -; Hw.: s. kosten (1), Kosten; E.: mhd. koste, kost, st. F., st. M., sw. M., Wert, Preis einer Sache; s. mnd. kost (2), kōst, koest, koste, köste, köst, M., F., Kost, Kosten (F. Pl.), Unkosten, Ausgaben, Materialkosten, Betriebskosten, Gastmahl; mnl. cost, coste, F., Kost; ahd. kosta*, st. F. (ō), Wert; s. lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen, vorhanden sein (V.), (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kost 2, Kluge s. u. Kost, DW 11, 1850, EWD s. u. Kost, EWAhd 5, 720, Duden s. u. Kost; Son.: vgl. nndl. kost, Sb., Kost; nschw. kost, Sb., Kost; nnorw. kost, M., Kost; kymr. cost, F., Kost; nir. costas, M., Kost; GB.: (koste) seit nach 1193 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufwand oder Ausgabe; BM.: mit, stehen; F.: Kost, Kosten (!)+FW(+EW); Z.: Ko-st
$kostbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. kostbar, wertvoll, hochwertig, teuer; E.: s. Kost, s. bar; L.: Kluge s. u. kosten 1, DW 11, 1857, EWD s. u. kosten 1; GB.: (kostebære) seit nach 1193 belegte und aus Kost und bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wertvoll oder hochwertig oder teuer; F.: kostbar, kostbare, kostbares, kostbarem, kostbaren, kostbarer(, kostbarere, kostbareres, kostbarerem, kostbareren, kostbarerer, kostbarst, kostbarste, kostbarstes, kostbarstem, kostbarsten, kostbarster)+EW; Z.: ko-st-bar
kosten (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kosten (V.) (1), einen bestimmten Preis haben; ne. cost (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kost, Kosten; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priester Wernher); I.: Lw. afrz. couster; E.: mhd. kosten, V., kosten (V.) (1); mnd. kosten, kösten*, sw. V., kosten (V.) (2), erfordern, zu stehen kommen, im Preise stehen, ausmachen; afrz. coster, couster, V., kosten (V.) (1); lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen, vorhanden sein (V.), (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kosten 1, Kluge s. u. kosten 1, DW 11, 1865, EWD s. u. kosten 1, Duden s. u. kosten, Bluhme s. u. kosten 2; Son.: vgl. nndl. kosten, V., kosten (V.) (1); frz. coûter, V., kosten (V.) (1); nschw. kosta, V., kosten (V.) (1); nnorw. koste, V., kosten (V.) (1); poln. kostować, V., kosten (V.) (1); kymr. costio, V., kosten (V.) (1); GB.: seit 1172-1190 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliches einen bestimmten Preis haben; BM.: mit, stehen; F.: kosten, koste, kostest, kostet, kostete, kostetest, kosteten, kostetet, gekostet, ##gekostet, gekostete, gekostetes, gekostetem, gekosteten, gekosteter##, kostend, ###kostend, kostende, kostendes, kostendem, kostenden, kostender###, kost(!)+FW(+EW); Z.: ko-st-en
kosten (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. kosten (V.) (2), abschmecken, probieren, versuchen; ne. taste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kosten (2), sw. V., erkennen, wahrnehmen, schmeckend prüfen; mnd. kösten (1), sw. V., kosten, schmecken; ahd. kostōn*, sw. V. (2), kosten (V.) (2), versuchen, prüfen, jemanden versuchen, in Versuchung führen; ahd. kostēn*, sw. V. (3), kosten (V.) (2), versuchen, prüfen, auf die Probe stellen; as. koston*, as, sw. V. (2), kosten (V.) (2), prüfen, versuchen; anfrk. -; germ. *kustōn, sw. V., kosten (V.) (2), versuchen; s. idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. kosten 2, Kluge s. u. kosten 2, DW 11, 1862, EWD s. u. kosten 2, EWAhd 5, 722, Falk/Torp 48, Seebold 294, Duden s. u. kosten, Bluhme s. u. kosten 1; Son.: vgl. afries. -; ae. costian, costnian, sw. V. (2), kosten (V.) (2), versuchen, erproben, untersuchen; an. kosta, sw. V., erproben, sich anstrengen, anwenden, nachstellen; got. -; lat. gustāre, V., versuchen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches den Geschmack prüfen; BM.: schmecken; F.: kosten, koste, kostest, kostet, kostete, kostetest, kosteten, kostetet, gekostet, ##gekostet, gekostete, gekostetes, gekostetem, gekosteten, gekosteter##, kostend, ###kostend, kostende, kostendes, kostendem, kostenden, kostender###, kost (!)+EW; Z.: kos-t-en
Kosten, nhd., F. Pl., (12. Jh.): nhd. Kosten (Pl.), Aufwand, Preis; ne. costs; Vw.: -; Hw.: s. Kost, kosten (1); Q.: 12. Jh.; E.: mhd. koste, kost, st. F., st. M., sw. M., Wert, Preis einer Sache; s. mnd. kost (2), kōst, koest, koste, köste, köst, M., F., Kost, Kosten (F. Pl.), Unkosten, Ausgaben, Materialkosten, Betriebskosten, Gastmahl; mnl. coste, cost, F., Kost; ahd. kosta*, st. F. (ō), Wert; mlat. costa, F., Kosten (Pl.), Ausgaben; s. lat. cōnstāre, V., kosten (V.) (1), zu stehen kommen, feil sein (V.), bestehen, vorhanden sein (V.), (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kost 1, Kluge s. u. Kosten, EWD s. u. kosten 1, DW 11, 1862, Duden s. u. Kosten; Son.: vgl. nndl. kosten, Sb., Kosten (Pl.); frz. coût, M., Kosten (Pl.); nschw. kostnad, Sb., Kosten (Pl.); nnorw. kostnader, Sb. Pl., Kosten (Pl.); poln. koszty, M. Pl., Kosten (Pl.); GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Geld durch den Menschen möglichen Preis einer Gegebenheit; BM.: mit, stehen; F.: Kosten+FW(+EW); Z.: Ko-st-en
Köster, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Köster, Küster, Sakristan; Kirchendiener, Mesner; ne. sacristan; Vw.: -; Hw.: s. Küster; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. köstære*, küstære*, köster, küster, M., Küster, Verwalter des Kirchengeräts in einem Domkapitel oder Kloster, Ordensküster, Verwalter des Kirchengebäudes und des kirchlichen Geräts, Gehilfe des Pfarrers, Kirchendiener, Messner; mnl. coster, M., Küster; as. kostarāri*, st. M. (ja), Küster; s. mlat. custor, M., Küster; s. lat. cūstōs, M., Wächter; vgl. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953?; idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951? (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Köster; Son.: vgl. nndl. koster, Sb., Köster, Küster; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Christentums möglichen Kirchendiener oder Küster oder Sakristan; BM.: bedecken; F.: Köster, Kösters, Köstern+FW; Z.: Kö-st-er
$Kostgänger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kostgänger, auf Kosten eines anderen Menschen lebender Mensch, Tischgenosse; E.: s. Kost, s. Gänger; L.: DW 11, 1875, EWD s. u. Kost; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kost(en) und Gänger gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen auf Kosten eines anderen Menschen lebenden Menschen oder einen Tischgenossen; F.: Kostgänger, Kostgängers, Kostgängern+FW+EW; Z.: Ko-st—gä-n-g-er
$köstigen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. köstigen, Kost gewähren; Vw.: s. ver-; E.: s. Kost, s. ig, s. en (!); L.: DW 11, 1876; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Kost und ig sowie en (Suff.) belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Kost gewähren F.: köstigen, köstige, köstigst, köstigt, köstigest, köstiget, köstigte, köstigtest, köstigten, köstigtet, geköstigt, ##geköstigt, geköstigte, geköstigtes, geköstigtem, geköstigten, geköstigter##, köstigend, ###köstigend, köstigende, köstigendes, köstigendem, köstigenden, köstigender###, köstig (!)+FW+EW; Z.: kö-st-ig-en
$köstlich, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. köstlich, sehr gut, sehr angenehm, hervorragend, lustig; E.: s. Kost, s. lich; L.: Kluge s. u. kosten 1, DW 11, 1877, EWD s. u. kosten 1, Duden s. u. köstlich; GB.: (kostelich) seit um 1185 belegte und aus Kost und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hervorragend oder auch lustig; F.: köstlich, köstliche, köstliches, köstlichem, köstlichen, köstlicher(, köstlichere, köstlicheres, köstlicherem, köstlicheren, köstlicherer, köstlichst, köstlichste, köstlichstes, köstlichstem, köstlichsten, köstlichster)+FW+EW; Z.: kö-st-lich
$kostspielig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kostspielig, aufwendig, teuer; E.: s. Kost, s. Spiel, s. ig; L.: Kluge s. u. kostspielig, EWD s. u. kosten 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kost und Spiel sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Geld mögliches aufwendig oder teuer; F.: kostspielig, kostspielige, kostspieliges, kostspieligem, kostspieligen, kostspieliger(, kostspieligere, kostspieligeres, kostspieligerem, kostspieligeren, kostspieligerer, kostspieligst, kostspieligste, kostspieligstes, kostspieligstem, kostspieligsten, kostspieligster)+FW+EW; Z.: ko-st-spiel-ig
Kostüm, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kostüm, ein zweiteiliges Kleidungsstück, Verkleidung, Faschingskostüm; ne. costume (N.); Vw.: -; Hw.: s. kostümieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. costume; E.: s. it. costume, M., ethnische Eigenart; lat. cōnsuētūdo, F., Gewöhnung, Gewohnheit, Brauch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsuēscere, V., die Gewohnheit annehmen, sich daran gewöhnen, gewohnt sein (V.), sich zur Gewohnheit machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. suēscere, V., gewohnt werden, gewöhnen; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kostüm, fehlt DW, EWD s. u. Kostüm, Duden s. u. Kostüm; Son.: vgl. nndl. kostuum, Sb., Kostüm; frz. costume, M., Kostüm; nschw. kostym, Sb., Kostüm; nnorw. kostym, N., Kostüm; poln. kostium, M., Kostüm; lit. kostiumas, M., Kostüm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zweiteiliges aus Rock und dazugehöriger Jacke bestehendes Kleidungsstück für eine Frau oder auch für eine Verkleidung; BM.: mit, für sich; F.: Kostüm, Kostüms, Kostüme, Kostümen+FW; Z.: Ko-st-üm
kostümieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kostümieren, verkleiden; ne. dress (V.) up; Vw.: -; Hw.: s. Kostüm; Q.: 1. Viertel 19. Jh.; I.: Lw. frz. costumer; E.: s. frz. costumer, V., bekleiden, verkleiden; vgl. frz. costume, M., Kostüm; lat. cōnsuētūdo, F., Gewöhnung, Gewohnheit, Brauch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cōnsuēscere, V., die Gewohnheit annehmen, sich daran gewöhnen, gewohnt sein (V.), sich zur Gewohnheit machen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. suēscere, V., gewohnt werden, gewöhnen; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kostüm, fehlt DW, EWD s. u. Kostüm, Duden s. u. kostümieren; Son.: vgl. nndl. kostumeren, V., kostümieren; nnorw. kostymere, V., kostümieren; GB.: seit 1. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit oder auch schon früher seit Entwicklung von Bekleidung von Menschen entwickeltes und verwendetes verkleiden; BM.: mit, für sich; F.: kostümieren, kostümiere, kostümierst, kostümiert, kostümierest, kostümieret, kostümierte, kostümiertest, kostümierten, kostümiertet, ##kostümiert, kostümierte, kostümiertes, kostümiertem, kostümierten, kostümierter##, kostümierend, ###kostümierend, kostümierende, kostümierendes, kostümierendem, kostümierenden, kostümierender###, kostümier (!)+FW(+EW); Z.: ko-st-üm-ier-en
Kot, nhd., N., (11./12. Jh.?): nhd. Kot, Scheiße; ne. faeces, ordure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. quāt (2), kāt, quōt, kōt, st. N., Kot; ahd. kwāt* (1), quāt*, kōt, st. N. (a), Schmutz, Dung, Kot, Mist; as. -; anfrk. -; germ. *kwēda-, *kwēdam, *kwǣda-, *kwǣdam, st. N. (a), Kot; idg. *gᵘ̯ēudʰ-, *gᵘ̯ēdʰ-, *gᵘ̯əudʰ-, *gᵘ̯ōudʰ-, *gᵘ̯ōdʰ-, *gᵘ̯ūdʰ-, Sb., Mist, Kot, Ekel, Ungeziefer, Pokorny 484; s. idg. *gᵘ̯ōu-, *gᵘ̯ū-, *gᵘ̯eh₁u-, *gᵘ̯h₁eu̯-, Sb., Mist, Kot, Ekel, Ungeziefer, Pokorny 483 (712/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kot 2, Kluge s. u. Kot, DW 11, 1890 (Koth), EWD s. u. Kot, Falk/Torp 60, Duden s. u. Kot, Bluhme s. u. Kot; Son.: vgl. afries. quād (2), st. N. (a), Schlechtes, Übel, Kot, Mist; ae. cwéad, st. N. (a), Kot, Mist, Schmutz; an. -; got. -; ai. gūtha-, M., Kot; arm. kow, koy, Sb., Mist; russ. govnó, N., Mist, Dreck; GB.: vielleicht seit 11./12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich möglichen Ausscheidungen des Darmes von Lebewesen nach Verdauung von Speisen oder Nahrungsmitteln; BM.: Mist bzw. Ungeziefer; F.: Kot, Kots, Kotes, Kote, Koten+EW; Z.: Ko-t
Kotau, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kotau, eine Höflichkeitsbezeugung; ne. kowtow (N.), kotow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. kowtow; E.: s. ne. kowtow, kotow, N., Kotau; chin. k’o-t’ou, Sb., Schlagen des Kopfes; L.: Kluge s. u. Kotau, fehlt DW, EWD s. u. Kotau, Duden s. u. Kotau; Son.: vgl. frz. kowtow, M., Kotau; nschw. koutou, Sb., Kotau; nnorw. kowtow, Sb., Kotau; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Chinesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine übertriebene durch Schlagen des Kopfes auf den Boden in gebeugter Haltung ausgeführte Höflichkeitsbezeugung; BM.: Schlagen des Kopfes; F.: Kotau, Kotaus+FW(+EW); Z.: Kotau
Köte, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Köte, Gelenkknochen, hintere Seite der Zehe bei Pferden und Rindern; ne. fetlock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. kœte, köte, sw. F., Knochen, Knöchel, Würfel; mnd. kȫte (1), kuͤte, F., Köte, Gelenkknöchel, Fußknöchel, Fingerknöchel, Huf, Klaue, Fessel (F.) (2) des Pferdes; mnl. cote, F., Köte; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Kote, Kluge s. u. Köte, DW 11, 1885, Duden s. u. Köte; Son.: vgl. nndl. koot, Sb., koot, Sb. Köte; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die hintere Seite der Zehe bei Pferden und Rindern; BM.: ?; F.: Köte, Köten+EW; Z.: Köt-e
Kotelett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kotelett, Rippenstück; ne. cutlet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. côtelette; E.: s. frz. côtelette, F., Kotelett; vgl. afrz. coste, F., Rippe, Seite, Küste; lat. costa, F., Rippe, Seite, Rippenstück, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kost-?, Sb., Bein, Knochen, Pokorny 616 (968/200) (RB. idg. aus ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Kotelett, fehlt DW, EWD s. u. Kotelett, Duden s. u. Kotelett; Son.: vgl. nndl. kotelet, Sb., Kotelett; nschw. kotlett, Sb., Kotelett; nnorw. kotelett, M., Kotelett; poln. kotlet, M., Kotelett; kymr. cytled, M., Kotlett; lit. kotletas, M., Kotelett; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Speise gebratenes Rippenstück eines höheren Tieres wie eines Kalbes oder Rindes oder Schweines oder Lammes; BM.: Knochen; F.: Kotelett, Koteletts+FW(+EW); Z.: Kot-el-et-t
Köter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Köter, Hund; ne. mutt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. kȫter (1), M., Köter (M.) (2), Hund, wildernder Hund; ein Schallwort auf der Grundlage von *kau-?; Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Köter, Kluge s. u. Köter, DW 11, 1887, EWD s. u. Köter, Duden s. u. Köter, Bluhme s. u. Koeter; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft unbekannte und wohl lautmalend gebildete abwertende Bezeichnung für einen sachlich seit Zähmung des Wolfes durch den Menschen möglichen Hund; BM.: ?; F.: Köter, Köters, Kötern+EW; Z.: Köt-er
$Köterhund, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Köterhund; E.: s. Köter, s. Hund; L.: Kluge s. u. Köter, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Köter und Hund und damit teilweise lautmalend gebildete und abwertende Bezeichnung für einen sachlich seit Zähmung des Wolfes durch den Menschen möglichen Hund; F.: Köterhund, Köterhundes, Köterhunds, Köterhunde, Köterhunden+EW; Z.: Köt-er—hun-d
$Kotflügel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kotflügel; E.: s. Kot, s. Flügel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kot; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kot und Flügel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten dem Auffangen von Straßenschmutz über den Rädern von Kraftfahrzeugen dienenden Kraftfahrzeugteil F.: Kotflügel, Kotflügels, Kotflügeln+EW; Z.: Ko-t—flü-g-el
Kothurn, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kothurn, ein hoher Schuh; ne. cothurn, cothurnus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. κόθορνος (kóthornos); E.: s. gr. κόθορνος (kóthornos), M., Jagdstiefel, Fußbekleidung; wohl Lehnwort, vielleicht aus dem Lydischen; L.: Kluge s. u. Kothurn, fehlt DW, EWD s. u. Kothurn, Duden s. u. Kothurn; Son.: vgl. nndl. cothurne, Sb., Kothurn; frz. cothurne, M., Kothurn; nschw. kothurn, Sb., Kothurn; nnorw. koturne, M., Kothurn; lit. koturnas, M., Kothurn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Bühnenschuh der Schauspieler mit hoher Sohle in dem antiken Trauerspiel; BM.: ?; F.: Kothurn, Kothurns, Konthurne, Konthurnen+FW(+EW); Z.: Kothurn
$Kottfleisch, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Kottfleisch, Wellfleisch; E.: s. Kott?, s. Fleisch; L.: Kluge s. u. Kottfleisch, DW 11, 1900; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Kott (?) und Fleisch gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung verwendetes Fleisch aus der Wamme höherer Wirbeltiere oder Kuttelfleck oder Wellfleisch; F.: Kottfleisch, Kottfleisches, Kottfleischs, Kottfleische, Kottfleischen+EW; Z.: Kott—flei-sch
Kotze, nhd. (dial.), F., (9. Jh.): nhd. Kotze, grober Wollstoff, Wollzeug, Decke, Kleid; ne. coat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 815 (Urkunde); E.: mhd. kotze (2), sw. M., grobes zottiges Wollenzeug; mnd. kot, koz, M., Mantel; ahd. kozzo, sw. M. (n), Kotze, Decke, Kleid, Rock, Mantel, Kapuzenmantel, wollener Mantel; ahd. kozza* (1), st. F. (ō), Kotze, grober wollener Überzug, grobes Oberkleid, Kapuzenmantel; as. kot* (1), kott*, st. M. (a?, i?), Mantel; anfrk. *kotto, Sb., Wollmantel; germ. *kuttō-, *kuttōn, *kutta-, *kuttan, sw. M. (a), grobes Wollenzeug; L.: Kluge 1. A. s. u. Kotze, Kluge s. u. Kotze, DW 11, 1901, EWD s. u. Kutte, EWAhd 5, 731, Falk/Torp 47, Duden s. u. Kotze; Son.: süddeutsch, österr.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (kozzo) seit 815 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung von Bekleidung entwickelten und verwendeten Umhang aus grobem Wollstoff oder Wollzeug; BM.: ?; F.: Kotze, Kotzen+EW; Z.: Kotz-e
$Kotze (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kotze; E.: s. kotze(n); L.: EWD s. u. kotzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit kotze(n) verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Gespieenes oder Erbrochenes; F.: Kotze, Kotzen+EW; Z.: Kotz-e
kotzen, nhd., V., (15. Jh.): nhd. kotzen, speien, sich erbrechen, sich übergeben; ne. vomit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1431; E.: mhd. kotzen, sw. V., kotzen, sich erbrechen; vgl. mhd. koppen, V., plötzlich steigen, fallen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. kotzen, Kluge s. u. kotzen, DW 11, 1905, EWD s. u. kotzen, Duden s. u. kotzen, Bluhme s. u. kotzen; GB.: seit 1431 belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches speien oder sich erbrechen oder sich übergeben; BM.: plötzlich aufsteigen; F.: kotzen, kotze, kotzst (!), kotzt, kotzest, kotzet, kotzte, kotztest, kotzten, kotztet, gekotzt, ##gekotzt, gekotzte, gekotztes, gekotztem, gekotzten, gekotzter##, kotzend, ###kotzend, kotzende, kotzendes, kotzendem, kotzenden, kotzender###, kotz (!)+EW; Z.: kotz-en
Krabbe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Krabbe, Krebs; ne. crab (N.); Vw.: -; Hw.: s. krabbeln; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. krabbe (1), F., Krabbe, kleiner Seekrebs, Meerkrebs, Garnele, Granate, ein Heilmittel; mnl. crabba, M., Krabbe; germ. *krabbō-, *krabbōn, *krabba-, *krabban, sw. M. (n), Krebs; idg. *grebʰ-, V., ritzen, krabbeln, kratzen, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); oder Zusammenhang mit lat. carabus, M., Meerkrebs; s. gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meereskrebs, stacheliger Meerkrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krabbe, Kluge s. u. Krabbe, DW 11, 1909, EWD s. u. Krabbe, Falk/Torp 52, Duden s. u. Krabbe, Bluhme s. u. Krabbe; Son.: vgl. ae. crabba, sw. M. (n), Krabbe, Krebs; an. krabbi, sw. M. (n), Krabbe; nndl. krab, Sb., Krabbe; frz. crabe, F., Krabbe; nschw. krabba, Sb., krabbe; nnorw. krabbe, M., F., Krabbe; poln. krab, M., Krabbe; lit. krabas, M., Krabbe; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen oder dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen in dem Meer lebenden Zehnfußkrebs mit verkümmertem Hinterleib; BM.: krabbeln? bzw. Kopf?; F.: Krabbe, Krabben+FW(+EW); Z.: Kra-b-b-e
krabbeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. krabbeln, mit kleinen raschen Bewegungen kriechen, sich auf allen Vieren fortbewegen, jucken; ne. crawl (V.); Vw.: -; Hw.: s. Krabbe; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. krappelen, sw. V., krabbeln; mnd. krabbelen*, krabbeln, sw. V., krabbeln, mit schnellen kurzen Bewegungen herumkriechen, durch Krabbeln beunruhigen; mnd. krabbe (1), F., Krabbe, kleiner Seekrebs, Meerkrebs, Garnele, Granate, ein Heilmittel; mnl. crabba, M., Krabbe; germ. *krabbō-, *krabbōn, *krabba-, *krabban, sw. M. (n), Krebs; idg. *grebʰ-, V., ritzen, krabbeln, kratzen, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); oder Zusammenhang mit lat. carabus, M., Meerkrebs; s. gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meereskrebs, stacheliger Meerkrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krabbeln, Kluge s. u. krabbeln, DW 11, 2067, EWD s. u. krabbeln, Duden s. u. krabbeln; GB.: seit um 1340 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich auf Händen und Füßen fortbewegen oder kriechen oder jucken; BM.: Kopf?; F.: krabbeln, krabbel (!), krabble, krabbelst, krabbelt, krabbelte, krabbeltest, krabbelten, krabbeltet, gekrabbelt, ##gekrabbelt, gekrabbelte, gekrabbeltes, gekrabbeltem, gekrabbelten, gekrabbelter##, krabbelnd, ###krabbelnd, krabbelnde, krabbelndes, krabbelndem, krabbelnden, krabbelnder###, krabbel (!)+EW; Z.: kra-b-b-el-n
Krach, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Krach, Knall, Krachen, Lärm; ne. noise, crack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. krach (2), st. M., Knall, Schall, Krachen, Riss, Sprung; s. mnd. krak, M., Geländebezeichnung, Unterholz; mnl. crac, krak, M., Krach, Unterholz; ahd. krah*, krak*, krac*, st. M. (a?, i?), Krach, lautes Geräusch, Krachen, Getöse, Lärm; s. ahd. krahhōn, sw. V. (a), krachen, knistern, brechen, stöhnen; germ. *krak-, V., krachen; idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krach, Kluge s. u. Krach, DW 11, 1915, EWD s. u. krachen, EWAhd 5, 741, EWAhd 5, 744, Duden s. u. Krach, Bluhme s. u. krachen; Son.: vgl. nschw. krakk, N., Krach; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem Urknall bei Entstehung der Welt möglichen unangenehm lauten Lärm; BM.: schreien; F.: Krach, Kraches, Krachs, Kräche, Krächen+EW; Z.: Kra-ch
$krachen, nhd., sw. V., (8,/9. Jh.?): nhd. krachen, laut tönen, knallen, streiten; E.: ahd. krahhōn, sw. V. (a), krachen, knistern, brechen, stöhnen; germ. *krak-, V., krachen; idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krach, Kluge s. u. Krach, DW 11, 1915, EWD s. u. krachen, EWAhd 5, 741, EWAhd 5, 744, Duden s. u. Krach, Bluhme s. u. krachen; GB.: seit 8./9. Jh. (krahhōn) belegte und für das Germanische teilweise erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dem Urknall bei Entstehung der Welt möglichen unangenehm laut tönen oder knallen oder sich streiten; F.: krachen, krache, krachst, kracht, krachest, krachet, krachte, krachtest, krachten, krachtet, gekracht, ##gekracht, gekrachte, gekrachtes, gekrachtem, gekrachten, gekrachter##, krachend, ###krachend, krachende, krachendes, krachendem, krachenden, krachender###, krach (!)+EW; Z.: kra-ch-en
krächzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. krächzen, mit heiserer Stimme sprechen; ne. croak (V.); Vw.: -; Hw.: s. krähen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. fnhd. krachitzen, V., krächzen; mhd. krochezen*, krochzen, sw. V., krähen, krächzen; mhd. krochen, sw. V., krächzen, stöhnen, grunzen; ahd. krokkezzen*, krockezzen*, sw. V. (1a), krächzen; idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krächzen, Kluge s. u. krächzen, DW 11, 1925, EWD s. u. krächzen, EWAhd 5, 813, Duden s. u. krächzen; Son.: vgl. ae. crācėttan, crǣcėttan, sw. V. (1), krächzen; ksl. krakati, V., krächzen; GB.: (krokkezzen) seit 10. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit heiserer Stimme sprechen oder heisere raue Töne von sich geben; BM.: schreien; F.: krächzen, krächze, krächzst, krächzt, krächzest, krächzet, krächzte, krächztest, krächzten, krächztet, gekrächzt, ##gekrächzt, gekrächzte, gekrächztes, gekrächztem, gekrächzten, gekrächzter##, krächzend, ###krächzend, krächzende, krächzendes, krächzendem, krächzenden, krächzender###, krächz (!)+EW; Z.: krä-chz-en
Kracke, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Kracke, altes und schlechtes Pferd; ne. old horse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. kracke (1), F., Kracke, schlechtes Pferd, altes Pferd; Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu Krach (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kracke, Kluge s. u. Kracke, DW 11, 1927, Duden s. u. Kracke; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit Krach verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches altes schlechtes Pferd; BM.: Krach?; F.: Kracke, Kracken+EW; Z.: Kra-ck-e
Kräcker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kräcker, ein Kleingebäck; ne. cracker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cracker; E.: s. ne. cracker, N., Kräcker; vgl. ne. crack, V., krachen; ae. cracian, sw. V. (2), krachen, tönen; germ. *krak-, V., krachen; s. idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kräcker, fehlt DW, Duden s. u. Kräcker; Son.: vgl. frz. cracker, M., Kräcker; nschw. crackers, Sb. Pl., Kräcker; nnorw. cracker, Sb., Kräcker; lit. krekeris, M., Kräcker; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von einem Prediger in den Vereinigten Staaten von Amerika in dem frühen 19. Jh. entwickeltes und seit dieser Zeit von Menschen verwendetes knusperiges Kleingebäck; BM.: krachen; F.: Kräcker, Kräckers, Kräckern+FW+EW; Z.: Krä-ck-er
Krad, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Krad, Kraftrad, Motorrad; ne. motorcycle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: verkürzt aus Kraftrad, s. nhd. Kraft, Rad; L.: Kluge s. u. Krad, fehlt DW, Duden s. u. Krad; GB.: seit 20. Jh. belegte und durch Abkürzung aus K(raft)rad gebildete Kurzbezeichnung für ein 1885 von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Kraftrad oder Motorrad mit zwei oder drei Rädern; BM.: Kraft, Rad; F.: Krad, Krades, Krads, Kräder, Krädern+EW; Z.: Kra-d
kraft, nhd., Präp., (16. Jh.): nhd. kraft, mit der Kraft von, durch; ne. by virtue of; Vw.: -; Hw.: s. Kraft; Q.: 16. Jh.; E.: s. Kraft; L.: Kluge 1. A. s. u. kraft, Kluge s. u. kraft, fehlt DW?, EWD s. u. Kraft, Duden s. u. kraft; Son.: vgl. nndl. crachtens, Präp., kraft; nschw. i kraft av, Präp., kraft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kraft gebildete Bezeichnung für mit der Kraft von; BM.: drehen; F.: kraft+EW; Z.: kra-f-t
Kraft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kraft, Macht, Fähigkeit; ne. strength, craft (N.); Vw.: -; Hw.: s. kraft; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. kraft, st. F., Kraft, Gewalt, Menge, Fülle; mnd. kraft, kracht, F., Kraft, Vermögen, Können, Heeresmacht; mnl. cracht, craft, F., Kraft; ahd. kraft, st. F. (i), Kraft, Körperkraft, körperliche Stärke, Stärke, Macht, Gewalt, Gewalttat, Einfluss, Wirksamkeit, Wirkung; as. kraft*, kraht*, st. M. (a), st. F. (i), Kraft, Macht, Menge; anfrk. kraft*, st. F. (i), Kraft, Vermögen, Tugend; germ. *krafti-, *kraftiz, st. F. (i), Kraft; vgl. germ. *krafta-, *kraftaz, st. M. (a), Kraft; idg. *grep-, *gerəp-, *grəp-, *greh₁p-, Sb., Haken (M.), Kraft, Pokorny 388; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kraft, Kluge s. u. Kraft, DW 11, 1931, EWD s. u. Kraft, EWAhd 5, 738, Falk/Torp 52, Duden s. u. Kraft, Bluhme s. u. Kraft; Son.: vgl. afries. kreft, kraft, st. F. (i), Kraft; saterl. craft; ae. cræft, st. M. (a), Kraft, Stärke, Macht; an. kraptr, an, st. M. (a), Kraft, Tüchtigkeit, übernatürliche Kraft; an. krǫptr (1), st. M. (a), Kraft; got. -; nndl. kracht, Sb., Kraft; nschw. kraft, Sb., Kraft; nnorw. kraft, M., F., Kraft; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Fähigkeit in bestimmter Weise (beschleunigend oder verlangsamend oder richtungsändernd oder verformend) zu wirken; BM.: drehen; F.: Kraft, Kräfte, Kräften+EW; Z.: Kra-f-t
$Kraftausdruck, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kraftausdruck, derber Ausdruck; E.: s. Kraft, s. Ausdruck; L.: DW 11, 1945, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kraft und Ausdruck gebildete Bezeichnung für einen derben Ausdruck wie deutsch beispielsweise Arsch oder Mist oder Scheiße; F.: Kraftausdruck, Kraftausdruckes, Kraftausdrucks, Kraftausdrücke, Kraftausdrücken+EW; Z.: Kra-f-t—aus—dru-ck
$Kraftbrühe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kraftbrühe, eine kräftigende Flüssigkeit; E.: s. Kraft, s. Brühe; L.: DW 11, 1946, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kraft und Brühe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Beherrschung des Feuers bei dem Braten (N.) oder Dünsten (N.) oder Kochen von Gemüse oder Fleisch oder Knochen oder Fisch entwickelte und als Grundlage von Suppen oder Soßen verwendete Brühe oder Flüssigkeit; F.: Kraftbrühe, Kraftbrühen+EW; Z.: Kra-f-t—brüh-e
$kraften, nhd. (dial.), sw. V., (9. Jh.): nhd. kraften, kräftigen, kräftig machen, kräftig werden; Vw.: s. ver-; Q.: 2. Viertel 9. Jh.; E.: s. Kraft, s. en (Suff.); L.: DW 11, 1945; Son.: schweiz.; GB.: (kraftēn*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. convalescere aus Kraft und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für kräftigen oder kräftig werden; F.: kraften, krafte, kraftest, kraftet, kraftete, kraftetest, krafteten, kraftetet, gekraftet, ##gekraftet, gekraftete, gekraftetes, gekraftetem, gekrafteten, gekrafteter##, kraftend, ###kraftend, kraftende, kraftendes, kraftendem, kraftenden, kraftender###, kraft (!)+EW; Z.: kra-f-t-en
$Krafthuber, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Krafthuber, Kraftmeier; Hw.: s. Kraftmeier, E.: s. Kraft, s. Huber; L.: Kluge s. u. Kraftmeier, fehlt DW; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus Kraft und Huber (PN) gebildete Bezeichnung für einen mit seiner Kraft prahlenden oder protzenden Menschen; F.: Krafthuber, Krafthubers, Krafthubern+EW; Z.: Kra-f-t—hub-er
$kräftig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kräftig, Kraft habend; L.: Kluge s. u. Kraft, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Kraft und ig gebildete Bezeichnung für Kraft habend; F.: kräftig, kräftige, kräftiges, kräftigem, kräftigen, kräftiger(, kräftigere, kräftigeres, kräftigerem, kräftigeren, kräftigerer, kräftigst, kräftigste, kräftigstes, kräftigstem, kräftigsten, kräftigster)+EW; Z.: krä-f-t-ig
$kräftigen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. kräftigen, kräftig machen, kräftig werden, kraften; Vw.: s. be-; L.: Kluge s. u. Kraft, DW 11, 1950, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus kräftig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches kräftig werden oder kräftig machen; F.: kräftigen, kräftige, kräftigst, kräftigt, kräftigest, kräftiget, kräftigte, kräftigtest, kräftigten, kräftigtet, gekräftigt, ##gekräftigt, gekräftigte, gekräftigtes, gekräftigtem, gekräftigten, gekräftigter##, kräftigend, ###kräftigend, kräftigende, kräftigendes, kräftigendem, kräftigenden, kräftigender###, kräftig (!)+EW; Z.: krä-f-t-ig
$Kraftmeier, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kraftmeier, Krafthuber; L.: Kluge s. u. Kraftmeier, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kraft und Meier (PN) gebildete Bezeichnung für einen mit seiner Kraft prahlenden oder protzenden Menschen; F.: Kraftmeier, Kraftmeiers, Kraftmeiern+EW; Z.: Kra-f-t—mei-er
Kragen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Kragen, Hals; ne. collar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: s. mhd. krage (1), sw. M., Kragen (M.), Hals, Nacken, Schlund, Halsbekleidung, Halskragen, Gekröse, Schreihals, Tor (M.), Narr; mnd. krāge (1), krach, M., N., Kragen (M.), Hals, Kehle, Schlund, Nacken, Hals eines Kruges; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *kragō-, *kragōn, *kraga-, *kragan, sw. M. (n), Kragen, Biegung; s. idg. *gᵘ̯er- (1), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erh₃-, V., Sb., verschlingen, Schlund, Pokorny 474 (695/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kragen, Kluge s. u. Kragen, DW 11, 1956, EWD s. u. Kragen, Falk/Torp 51, EWAhd 5, 733, Duden s. u. Kragen, Bluhme s. u. Kragen; Son.: vgl. afries. kraga, sw. M. (n), Kragen, Halsschlinge; ae. *crōg (2), *crōh (4), st. M. (a?), Ecke, Winkel, Gehege; an. -; got. -; nndl. kraag, Sb., Kragen; ne. craw, N., Kropf; nschw. krage, Sb., Kragen; nnorw. krage, M., Kragen; gr. βρόγχος (brónchos), M., Luftröhre; air. bráge, Sb., Hals, Nacken; GB.: (krage) seit 1060-1080 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Entwicklung von Kleidung entwickelten und verwendeten den Hals teilweise oder ganz umschließenden Teil der Kleidung und den Hals; BM.: Schlund; F.: Kragen, Kragens, Krägen+EW; Z.: Kra-g-en
$Kragstein, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kragstein; E.: s. Krag(en), s. Stein; L.: Kluge s. u. Kragstein, DW 11, 1963, EWD s. u. Kragen; GB.: seit 1325 (kragstein) belegte und aus Krag(en) und Stein gebildete Bezeichnung für einen aus einer Mauer hervorragender und als Träger eines Balkens von Menschen seit Errichtung von Gebäuden entwickelten und verwendeten Stein; F.: Kragstein, Kragsteins, Kragsteines, Kragsteine, Kragsteinen+EW; Z.: Kra-g—stei-n
Krähe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Krähe, ein Rabenvogel; ne. crow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. krā, krāe, sw. F., st. F., Krähe, Kranich, Star (F.) (1); mnd. krā, krāge, F., Krähe; mnd. kreie, kreye, krēge, kreige, kreyge, F., Krähe; mnl. craye, craeye, craya, creye, cra, F., Krähe; ahd. krāa*, krāha*, krāia, krāwa*, st. F. (ō), Krähe, Kranich; as. krāia, krāa*, sw. F. (n), Krähe; anfrk. kraia, F., Krähe; germ. *krēō-, *krēōn, *krǣō-, *krǣōn, sw. F. (n), Krähe; germ. *krēwō-, *krēwōn, *krǣwō-, *krǣwōn, Sb., Krähe; s. idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krähe, Kluge s. u. Krähe, DW 11, 1965, EWD s. u. krähen, EWAhd 5, 734, Falk/Torp 39, Seebold 305, Duden s. u. Krähe, Bluhme s. u. Kraehe; Son.: vgl. afries. -; ae. crāwa, sw. M. (n), Krähe; an. -; got. -; nndl. kraai, Sb., Krähe; nschw. kråka, Sb., Krähe; nnorw. kråke, M., F., Krähe; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren schon vormenschlichen Vogel mit schwarzem metallisch schimmerndem Gefieder und kräftigem Schnabel; BM.: schreien; F.: Krähe, Krähen+EW; Z.: Krä-h-e
krähen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. krähen, krächzen; ne. crow (V.); Vw.: -; Hw.: s. krächzen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. kræjen, sw. V., krähen; mnd. kreien (1), kreyen, kriegen, krayen*, sw. V., krähen; mnd. kreien (1), kreyen, kriegen, sw. V., krähen; mnl. crayen, sw. V., krähen; ahd. krāen*, krāgen*, krāwen*, sw. V. (1a), krähen, plappern, wie ein Vogel singen, zwitschern, schwatzen; as. krāian*, krāen*, sw. V. (1a), krähen; anfrk.? *krāen?, sw. V. (1), krähen; germ. *krēan, *krǣan, *krējan, *krǣjan, st. V., krähen; s. idg. *grā-, V., krähen, Pokorny 384; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krähen, Kluge s. u. krähen, DW 11, 1970, EWD s. u. krähen, EWAhd 65, 737, Duden s. u. krähen, Bluhme s. u. kraehen; Son.: vgl. afries. -; ae. crāwan, st. V. (7)=red. V., krähen; an. kræja, sw. V. (3?), schreien; got. -; nndl. kraaien, V., krähen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl schon vormenschliches wie ein Hahn in unmittelbarer Aufeinanderfolge jeweils dreimal kurz und einmal lang gezogen einen hohen und gequetschten sowie durchdringenden Laut (kikeriki) von sich geben; BM.: schreien; F.: krähen (!), krähe (!), krähst, kräht, krähest, krähet, krähte, krähtest, krähten, krähtet, gekräht, ##gekräht, gekrähte, gekrähtes, gekrähtem, gekrähten, gekrähter##, krähend, ###krähend, krähende, krähendes, krähendem, krähenden, krähender###, kräh (!)+EW; Z.: krä-h-en
$Krähenfuß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Krähenfuß, Fältchen, Wurfeisen oder Fußangel; E.: s. Kräh(e), s. en, s. Fuß; L.:DW 11, 1973 (Krähenfusz), DW 11, 1975, EWD s. u. krähen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kräh(e) und en sowie Fuß gebildete Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen Fuß einer Krähe und ihm von der Form her ähnliche kleine Fältchen an dem äußeren Augenwinkel älterer Menschen sowie ein defensives Kampfmittel (Wurfeisen oder Fußangel); F.: Krähenfuß, Krähenfußes, Krähenfüße, Krähenfüßen+EW; Z.: Krä-h-en—fuß
$Krähwinkel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Krähwinkel; E.: s. Kräh(e), s. Winkel; L.: Kluge s. u. Krähwinkel, DW 11, 1975, EWD s. u. krähen; GB.: schon früher und vor allem seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Kräh(e) und Winkel gebildete Bezeichnung für wirkliche und erfundene Orte von denen August von Kotzebues 1803 veröffentlichtes Werk Deutsche Kleinstädter in einem Krähwinkel spielen dessen Bewohner als Muster beschränkter Kleinstädterei dargestellt werden; F.: Krähwinkel, Krähwinkels, Krähwinkeln+EW; Z.: Krä-h—wi-nk-el
Krake, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krake, großer Tintenfisch; ne. octopus, kraken; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nnorw. krake; E.: s. nnorw. krake, M., Krake; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Krake, DW 11, 1976, EWD s. u. Krake, Duden s. u. Krake, Bluhme s. u. Krake; Son.: vgl. nndl. kraken, Sb., Krake; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neunorwegischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in dem Meer lebenden großen Tintenfisch oder großen Kopffüßer; BM.: ?; F.: Krake, Kraken+FW; Z.: Krak-e
Krakeel, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Krakeel, lärmender Streit; ne. noise; Vw.: -; Hw.: s. krakeelen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. krakēl (2), krakēle, M., Geschrei, Lärm von Vögeln, lauter Zank; von frz. quereler, V., streiten; vgl. lat. querēla, F., Klage, Wehklage, Bedauern, Klagelaut, Girren, Beschwerde, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. querī, V., klagen, kreischen, winseln; idg. *k̑u̯es-, *k̑us-, V., keuchen, schnaufen, seufzen, Pokorny 631 (1017/249) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., balt.); Son.: vgl. westflämisch kreel, Sb., Lärm; L.: Kluge s. u. krakeelen, DW 11, 1976, EWD s. u. Krakeel, Duden s. u. krakeelen; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen lärmenden Streit oder Lärm und Streit; BM.: keuchen; F.: Krakeel, Krakeels+FW(+EW); Z.: Kra-k-eel
krakeelen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. krakeelen, lärmen, laut streiten; ne. brawl (V.), quarrel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Krakeel; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. krākelen, krakelen, sw. V., lautes Geschrei erheben, gackern; vgl. mnd. krakēl (2), krakēle, M., Geschrei, Lärm von Vögeln, lauter Zank; von frz. quereler, V., streiten; vgl. lat. querēla, F., Klage, Wehklage, Bedauern, Klagelaut, Girren, Beschwerde, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. querī, V., klagen, kreischen, winseln; idg. *k̑u̯es-, *k̑us-, V., keuchen, schnaufen, seufzen, Pokorny 631 (1017/249) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krakeel, Kluge s. u. krakeelen, DW 11, 1977, EWD s. u. Krakeel, Duden s. u. krakeelen; Son.: vgl. nndl. krakelen, V., krakeelen; frz. quereller, V., streiten; nschw. krakel, V., krakeelen; nnorw. karkiler, V., krakeelen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lärmen oder laut streiten; BM.: keuchen; F.: krakeelen, krakeele, krakeelst, krakeelt, krakeelest, krakeelet, krakeelte, krakeeltest, krakeelten, krakeeltet, gekrakeelt, ##gekrakeelt, gekrakeelte, gekrakeeltes, gekrakeeltem, gekrakeelten, gekrakeelter##, krakeelend, ###krakeelend, krakeelende, krakeelendes, krakeelendem, krakeelenden, krakeelender###, krakeel (!)+FW(+EW); Z.: kra-k-eel-en
$Krakeeler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Krakeeler, Krakeelender; E.: s. krakeel(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. krakeelen, DW 11, 1978, EWD s. u. Krakeel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus krakeel(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Krakeelenden; F.: Krakeeler, Krakeelers, Krakeelern+FW(+EW); Z.: Kra-k-eel-er
Krakel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Krakel, unregelmäßiger zitteriger Schriftzug; ne. scrawl (N.); Vw.: -; Hw.: s. krickeln; Q.: 16. Jh.; E.: vielleicht lautmalend zu krachen, s. nhd. Krach; L.: Kluge s. u. Krakel, (DW 11, 1978 dürrer Zweig,) EWD s. u. krakeln, Duden s. u. Krakel, Bluhme s. u. krakeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend zu krachen und Krach gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift möglichen unregelmäßigen zitterigen Schriftzug; BM.: krachen?; F.: Krakel, Krakels, Krakeln+EW; Z.: Krak-el
$Krakelei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Krakelei, krakelige Schrift; E.: s. Krakel, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Krakel, DW 11, 1978, EWD s. u. krakeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus krakel(n) und Krakel sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliche Gesamtheit von unregelmäßigen zitterigen Schriftzügen; F.: Krakelei, Krakeleien+EW; Z.: Krak-el-ei
$krakelig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. krakelig, zitterig, kritzelig; L.: Kluge s. u. Krakel, DW 11, 1979, EWD s. u. krakeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Krakel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches zitterig oder kritzelig; F.: krakelig, krakelige, krakeliges, krakeligem, krakeligen, krakeliger(, krakeligere, krakeligeres, krakeligerem, krakeligeren, krakeligerer, krakeligst, krakeligste, krakeligstes, krakeligstem, krakeligsten, krakeligster)+EW; Z.: krak-el-ig
$krakeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. krakeln, zitterig schreiben, gackern; E.: s. Krakel, s. (e)n (Suff.): L.: Kluge s. u. Krake, DW 11, 1979, EWD s. u. krakeln l; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Krakel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift durch den Menschen mögliches zitterig schreiben; F.: krakeln, krakel (!), krakle, krakele, krakelst, krakelt, krakelte, krakeltest, krakelten, krakeltet, gekrakelt, ##gekrakelt, gekrakelte, gekrakeltes, gekrakeltem, gekrakelten, gekrakelter##, krakelnd, ###krakelnd, krakelnde, krakelndes, krakelndem, krakelnden, krakelnder###, krakel (!)+EW; Z.: krak-el-n
Kral, Kraal, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Kral, Kraal, ein Rundbau; ne. kraal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1835; I.: Lw. nndl. kraal; E.: s. nndl. kraal, Sb., umzäuntes Dorf bei afrikanischen Stämmen; afrikaans kraal, Sb., Kral; port. curral, Sb., Hürde, Zwinger, vielleicht von lat. currere, V., laufen, rennen, jagen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kral, fehlt DW (in dieser Bedeutung) Duden s. u. Kral; Son.: vgl. frz. kral, M., Kral; nschw. kral, Sb., Kral; nnorw. kraal, M., Kral; GB.: seit 1835 belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Afrikaans aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Portugiesischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach außen geschützte Rundsiedlung von Bantuvölkern oder einen Pferch in Zentralafrika und Südafrika; BM.: laufen?; F.: Kral, Krals, Krale, Kralen+FW(+EW); Z.: Kra-l
Kralle, Gralle, Krelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kralle, Gralle, Krelle, Klaue, Fang; ne. claw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit kratzen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kralle, Kluge s. u. Kralle, DW 11, 1981, EWD s. u. Kralle, Duden s. u. Kralle, Bluhme s. u. Kralle; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit kratzen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches langes gebogenes und an den Enden spitz zulaufendes Gebilde aus Horn an den letzten Gliedern der Zehen höherer Tiere; BM.: ?; F.: Kralle, Krallen, Gralle, Grallen, Krelle, Krellen+EW?; Z.: Krall-e
$krallen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. krallen, Kralle nutzen; E.: s. Krall(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kralle, DW 11, 1981, EWD s. u. Kralle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Krall(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches eine Kralle nutzen oder sich mit einer Kralle festhalten; F.: krallen (!), kralle (!), krallst, krallt, krallest, krallet, krallte, kralltest, krallten, kralltet, gekrallt, ##gekrallt, gekrallte, gekralltes, gekralltem, gekrallten, gekrallter##, krallend, ###krallend, krallende, krallendes, krallendem, krallenden, krallender###, krall (!)+EW?; Z.: krall-en
Kram, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kram, Plunder, Zeug; ne. stuff (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krämer, Krimskrams?; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. krām, st. M., Zeltdecke, Krambude, Handelsgeschäft, Ware; mhd. krāme, krām, st. F., Kram, Krambude, Kramladen, Ware, Verkaufsstand, Laden (M.), Ladentisch; mnd. krām, krame, kraam, kraem, krōm, krome, M., Kram, ausgespanntes Tuch als Wetterschutz, Wochenbett; mnl. crame, craem, Sb., Zeltsegel, Ware; ahd. krām*, st. M. (a?, i?), Kram, Bude, Kaufbude, Laden (M.), Krämerladen, Zelt, Zeltdecke; ahd. krāma*, sw. F. (n), Kram, Bude, Laden (M.); weitere Herkunft ungeklärt, eine Herkunft von germ. *skermi-, *skermiz, st. M. (i), Fell, Schirm, Schild? erscheint eher unwahrscheinlich; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938? (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kram, Kluge s. u. Kram, DW 11, 1985, EWD s. u. Kram, EWAhd 5, 746, Duden s. u. Kram, Bluhme s. u. Kram; Son.: vgl. afries. krām, M., Wochenbett; an, kram, Sb., Krämerei; nndl. kraam, Sb., Kram; nschw. kram, Sb., Kram; GB.: seit 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unbestimmtes und für ihn eher wertloses Zeug; BM.: schneiden?; F.: Kram, Krams, Krames+EW; Z.: Kra-m
Krambambuli, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krambambuli, ein Getränk; ne. krambambula; Vw.: -; Hw.: s. Krammetsvogel; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: Eigenname eines Danziger Wacholderbranntweins; vielleicht von mhd. kranewite, st. M., Wacholder; ahd. kranawitu*, st. M. (u), st. N. (u), Wacholder; vgl. ahd. krano*, sw. M. (n), Kranich; germ. *kranō-, *kranōn, *krana-, *kranan, sw. M. (n), Kranich; vgl. idg. ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. witu, st. M., st. N., Holz; s. germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Krambambuli, DW 11, 1994, Duden s. u. Krambambuli; Son.: vgl. poln. krambambula, Sb., Krambambuli; lit. krambambulia, F., Krambambuli; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein neuzeitliches alkoholisches Getränk aus Wacholder aus Danzig; BM.: Eigenname; F.: Krambambuli, Krambambulis+FW?+EW?; Z.: Kram-bam-bul-i
$kramen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kramen, suchen, wühlen, Kramhandel treiben; E.: s. Kram, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kram, 8DW 11, 1996,) EWD s. u. Kram; GB.: (krāmen) seit 1225-1230 belegte und aus Kram und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher Menschen mögliches suchen oder wühlen oder später Kramhandel treiben; F.: kramen, krame, kramst, kramt, kramest, kramet, kramte, kramtest, kramten, kramtet, gekramt, ##gekramt, gekramte, gekramtes, gekramtem, gekramten, gekramter##, kramend, ###kramend, kramende, kramendes, kramendem, kramenden, kramender###, kram (!)+EW; Z.: kra-me-en
Krämer, Kramer, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Krämer, Kramer, Verkäufer, Händler; ne. grocer, shopkeeper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. krāmære, kræmer, st. M., Handelsmann, Krämer; mnd. krāmære*, krāmer, krāmēre, krōmer, kromer, M., „Kramer“, Kleinhändler, Krämer, Einzelhändler, wandernder Händler, Tabulettkrämer; mnd. krēmære*, krēmer, krēmēre, M., Krämer, Kleinhändler, Einzelhändler, wandernder Händler, Tabulettkrämer; mnl. cramer, cremer, M., Krämer, Händler; ahd. kramāri, st. M. (ja), Händler, Krämer; ahd. krām*, st. M. (a?, i?), Kram, Bude, Kaufbude, Laden (M.), Krämerladen, Zelt, Zeltdecke; ahd. krāma*, sw. F. (n), Kram, Bude, Laden (M.); weitere Herkunft ungeklärt, eine Herkunft von germ. *skermi-, *skermiz, st. M. (i), Fell, Schirm, Schild? erscheint eher unwahrscheinlich; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938? (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Krämer, DW 11, 1996, EWD s. u. Kram, EWAhd 5, 747, Duden s. u. Krämer; Son.: vgl. afries. krāmer, krammer, krēmer, st. M. (ja), Krämer; GB.: (kramāri) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Händler von Kram; BM.: schneiden?; F.: Krämer, Krämers, Krämern, Kramer, Kramers, Kramern+EW; Z.: Krä-m-er
$Kramladen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kramladen, Kleinhandelsgeschäft; E.: s. Kram, s. Laden (M.); L.: DW 11, 2003, EWD s. u. Kram; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kram und Laden (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der Arbeitsteilung entwickelten und verwendeten Laden (M.) für Kram einschließlich von Lebensmitteln, ein Kleinhandelsgeschäft; F.: Kramladen, Kramladens, Kramläden+EW; Z.: Kra-m-lad-en
Krammetsvogel, Krammetvogel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Krammetsvogel, Wacholderdrossel; ne. fieldfare; Vw.: -; Hw.: s. Krambambuli; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. krammetvōgel, crammidvōgel, kramptvōgel, M., Krammetsvogel, Wachholderdrossel; mnd. krammetsvōgel*, kramptsvōgel, kramsvōgel, M., Krammetsvogel, Wachholderdrossel; vgl. ahd. kranawitu*, ahd., st. M. (u), st. N. (u), Wacholder; s. ahd. krano, sw. M. (n), Kranich; s. germ. *kranō-, *kranōn, *krana-, *kranan, sw. M. (n), Kranich; s. idg. ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. witu, st. M., st. N., Holz; s. germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Vogel; L.: Kluge 1. A. s. u. Krammetsvogel, Kluge s. u. Krammetsvogel, DW 11, 2005 (Krammetvogel), Duden s. u. Krammetsvogel; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen zu den Drosseln (Wacholderdrossel) gehörenden größeren Singvogel mit grau und braun gefärbtem Gefieder; BM.: schreien, Holz; F.: Krammetsvogel, Krammetsvogels, Krammetsvögel, Krammetsvögeln+EW; Z.: Kra-m-m-et-s—vo-g-el
Krampe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Krampe, Krampen, Klammer, Türhaken; ne. staple (N.), cramp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krampen, Krampf, Krempe, Krempel (2); Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. krampe (2), F., Krampe, zweiseitiger Haken (M.), Klammer in die der Türriegel oder Fensterriegel fasst, Krampe die Mauerwerk oder Holzarbeiten zusammenhält, Klammer zum besseren Anfassen von Gegenständen; as. krampo, sw. M. (n), Krampe, Haken (M.), Krampf, Gicht; germ. *krampō, st. F. (ō), Krampe, Klammer; vgl. idg. gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krampe, Kluge s. u. Krampe, DW 11, 2005, EWD s. u. Krampe, Duden s. u. Krampe, Bluhme s. u. Krampe; Son.: Niederdeutsches Pendant zu nhd. Krampf; vgl. got. *krampa, sw. M. (n), Klammer, Haken (M.); nschw. krampa, Sb., Krampe; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten u-förmigen Haken mit zwei spitzen Enden zwecks Befestigung von Draht oder Ähnlichem an Brettern oder hölzernen Pflöcken; BM.: drehen bzw. zusammenfassen?; F.: Krampe, Krampen+EW; Z.: Kra-m-p-e
$krampen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. krampen, mit einer Krampe befestigen; E.: s. Kramp(e), s. en (Suff.); L.: DW 11, 2009 (mit einer Hecke bearbeiten), EWD s. u. Krampe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kramp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Krampen durch den Menschen mögliches mit einer Krampe befestigen; F.: krampen, krampe (!), krampst, krampt, krampest, krampet, krampte, kramptest, krampten, kramptet, gekrampt, ##gekrampt, gekrampte, gekramptes, gekramptem, gekrampten, gekrampter##, krampend, ###krampend, krampende, krampendes, krampendem, krampenden, krampender###, kramp (!)+EW; Z.: kra-m-p-en
$Krampen, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Krampe, Krampen; Hw.: s. Krampe; L.: Kluge s. u. Krampe; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten u-förmigen Haken mit zwei spitzen Enden zwecks Befestigung von Draht oder Ähnlichem an Brettern oder hölzernen Pflöcken; F.: Krampen, Krampens+EW; Z.: Kra-m-p-en
Krampf, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Krampf, Muskelkrampf, Spasmus; ne. cramp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krampe, Krempe, Krempel (2); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. krampf, st. M., Krampf, Kruste; mnd. krampe (1), kramp, M., Krampf, Muskelkrampf, Gliederkrampf; ahd. krampf* (2), kramph*, st. M. (a?, i?), Krampf, Haken (M.), Krümmung, Gesims; as. krampo, sw. M. (n), Krampe, Haken (M.), Krampf; anfrk. -; germ. *krampō, st. F. (ō), Krampe, Klammer; vgl. idg. *gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *grem-, *h₂grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krampf, Kluge s. u. Krampf, DW 11, 2010, EWD s. u. Krampf, EWAhd 5, 748, 5, 749, Heidermanns 341, Duden s. u. Krampf, Bluhme s. u. Krampf; Son.: s. lang. *krampf, st. M. (a?, i?), Krampf; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *krampa, sw. M. (n), Klammer, Haken (M.); nndl. kramp, Sb., Krampf; nschw. krampe, M., Krampf; gr. γρυπός (grypós), Adj., gekrümmt; lett. grumbt, V., sich runzeln; ksl. sugruzdati se, V., sich verkrampfen; GB.: (krampfo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung von Muskeln bei höheren Tieren mögliches unwillkürliches und schmerzhaftes Zusammenziehen eines oder mehrerer Muskeln; BM.: drehen bzw. zusammenfassen?; F.: Krampf, Krampfs, Krampfes, Krämpfe, Krämpfen+EW; Z.: Kra-m-pf
$Krampfader, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Krampfader; E.: s. Krampf, s. Ader; L.: DW 11, 2013, EWD s. u. Krampf; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Krampf und Ader gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl vor allem infolge unnatürlicher Lebensweise des modernen Menschen entstehende erweiterte und geschlängelte oberflächliche Vene an dem Bein des Menschen nach abnehmender Elastizität der Blutgefäße und unvollkommenem Schließen der Venenklappen durch die das Blut nicht mehr vollständig zu dem Herzen zurückgepumpt wird sondern als Folge langen Sitzens oder Stehens in den Beinen verbleibt; F.: Krampfader, Krampfadern+EW; Z.: Kra-m-pf—ader
$krampfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. krampfen, in einem Krampf zusammenziehen; E.: s. Krampf, s. en (Suff.); L.: DW 11, 2013, EWD s. u. Krampf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krampf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für meist unwillkürliches sich in einem Krampfe zusammenziehen; F.: krampfen, krampfe (!), krampfst, krampft, krampfest, krampfet, krampfte, krampftest, krampften, krampftet, gekrampft, ##gekrampft, gekrampfte, gekrampftes, gekrampftem, gekrampften, gekrampfter##, krampfend, ###krampfend, krampfende, krampfendes, krampfendem, krampfenden, krampfender###, krampf (!)+EW; Z.: kra-m-pf-en
$krampfhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. krampfhaft, krampfartig; E.: s. Krampf, s. haft; L.: DW 11, 2014, EWD s. u. Krampf; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krampf und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Muskeln mögliches krampfartig; F.: krampfhaft, krampfhafte, krampfhaftes, krampfhaftem, krampfhaften, krampfhafter(, krampfhaftere, krampfhafteres, krampfhafterem, krampfhafteren, krampfhafterer, krampfhaftest, krampfhafteste, krampfhaftestes, krampfhaftestem, krampfhaftesten, krampfhaftester)+EW; Z.: kra-m-pf—haf-t
$krampfig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. krampfig, mit einem Krampf behaftet, krampfartig; E.: s. Krampf, s. ig; L.: DW 11, 2014, EWD s. u. Krampf; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. spasticus aus Krampf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Muskeln mögliches mit einem Krampf behaftet oder krampfartig; Son.: s. a. mhd. krempic; F.: krampfig, krampfige, krampfiges, krampfigem, krampfigen, krampfiger(, krampfigere, krampfigeres, krampfigerem, krampfigeren, krampfigerer, krampfigst, krampfigste, krampfigstes, krampfigstem, krampfigsten, krampfigster)+EW; Z.: kra-m-pf-ig
Krampus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Krampus, Knecht Ruprecht; ne. krampus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Krampus, fehlt DW, Duden s. u. Krampus; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für den den Hl. Nikolaus begleitenden Teufel; BM.: ?; F.: Krampus, Krampusses, Krampusse, Krampussen+FW?; Z.: Kramp-us
Kran, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kran, ein Hebegerät; ne. crane (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Kranich; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. krāne, krān, kraen, krānk, M., Kranich, Kran, Hebegerät, festgebauter Kran der Hafenanlage, Zapfhahn am Fass; s. ahd. kranuh*, kranih*, st. M. (a), Kranich; germ. *kranika-, *kranikaz, st. M. (a), Kranich; s. idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krahn, Kluge s. u. Kran, DW 11, 2017, EWD s. u. Kran, Duden s. u. Kran, Bluhme s. u. Kran; Son.: vgl. nndl. kraan, Sb., Kran; nschw. kran, Sb., Kran; nnorw. kran, M., F., Kran; lit. kranas, M., Kran; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit Kranich verbindbare sowie für das Germanische (Kranich) erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen in Griechenland seit dem 6. Jh. v. Chr. entwickelte und in der Gestalt einem Kranich nachgebildete Vorrichtung für ein Versetzen oder Heben von Lasten oder sperrigen Gegenständen; BM.: Kranich unter Einfluss von gr. γέρανος (géranos), F., M., Kranich, Kran; F.: Kran, Krans, Kranes, Kräne, Kränen+FW?+EW?; Z.: Kra-n
Kranbeere, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Kranbeere, Preiselbeere, Moosbeere; ne. cranberry; Vw.: -; Hw.: s. Kronsbeere; Q.: 14. Jh.; E.: s. Kranich, Beere; L.: Kluge s. u. Kranbeere, DW 11, 2017f., Duden s. u. Kranbeere; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kran(ich) und Beere wohl nach ihrer Farbe gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht schon vormenschliche Preiselbeere aus der Gattung der Heidelbeeren; BM.: Kranich und Glänzen der reifen und leuchtenden roten Frucht; F.: Kranbeere, Kranbeeren+EW; Z.: Kra-n—bee-r-e
Krangel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Krangel, Kringel; ne. curl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1292 (Urkunde); E.: s. mhd. krangel, st. M., Krangel, Kreis, Kranz, Not, Bedrängnis, Mangel (M.), Schade, Schaden; vgl. mhd. kranc (3), st. M., Schwäche, Mangel (M.), Unvollkommenheit, Abbruch, Schade, Schaden; mhd. kranc (2), Adj., klein, zart, kraftlos, leibesschwach, schmal, schlank; ahd. krank*, kranc*, Adj., schwach, gering; germ. *kranga-, *krangaz, *kranka-, *krankaz, Adj., schwächlich, schwach, hinfällig, krank?; vgl. idg. ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Krangel, DW 11, 2019, Duden s. u. Krangel; GB.: seit 1292 belegte und mit ahd. krank sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Seilen mögliche durch Verdrehen entstandene Schleife (Kringel) an einem Seil; BM.: drehen; F.: Krangel, Krangels, Krangeln+EW; Z.: Kra-n-g-el
kranial, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. kranial, den Kopf betreffend, zu dem Kopf gehörend, kopfwärts gelegen, Kopf...; ne. cranial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. crania, F., Schädel; mlat. cranium, N., Schädel; gr. κρανίον (kraníon), N., Schädel; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. kranial; Son.: vgl. nschw. kranial, Adj., kranial; nnorw. kranial, Adj., kranial; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Kopf betreffend oder zu dem Kopf gehörend; BM.: Kopf; F.: kranial, kraniale, kraniales, kranialem, kranialen, kranialer+FW(+EW); Z.: kra-n-i-al
Kranich, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kranich, Grus, ein großer Vogel; ne. crane (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Kranbeere, Kran; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kranech, kranch, kranc, st. M., Kranich, Kran, Hebezeug für Lasten; mhd. kraneche, kranche, kreneche, sw. M., Kranich, Lastenhebezug, Kran; mnd. krāne, M., Kranich, Kran, Hebegerät; ahd. kranuh*, kranih*, st. M. (a), Kranich; as. -; anfrk. -; germ. *kranika-, *kranikaz, *kranuka-, *kranukaz, st. M. (a), Kranich; s. idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kranich, Kluge s. u. Kranich, DW 11, 2020, EWD s. u. Kranich, EWAhd 5, 756, Falk/Torp 39, Duden s. u. Kranich; Son.: vgl. afries. -; ae. cranoc, cornuc, st. M. (a), Kranich; an. -; got. -; arm. krunk-, Sb., Kranich?; gr. γέρανος (géranos), F., M., Kranich, Kran; kymr. garan, F., M., Kranich; lit. garnỹs, Sb., Reiher, Storch; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlich möglichen besonders in sumpfigen Gebieten lebenden großen hochbeinigen sowie während des Fluges oft laut schreienden Vogel mit grauem Gefieder und langem kräftigem Schnabel sowie langem Hals; BM.: schreien; F.: Kranich, Kranichs, Kraniche, Kranichen+EW; Z.: Kra-n-ich
krank, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. krank, schwach; ne. sick (Adj.), ill (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. kranc (2), Adj., kraftlos, leibesschwach, schmal, schlank, krank; mnd. krank, krangh, krangk, Adj., schwach, kraftlos, schlapp, schwächlich, gebrechlich, altersschwach, hilfsbedürftig; mnl. krank, cranc, Adj., schwach, krank, ärmlich; ahd. krank*, kranc*, Adj., schwach, gering, hinfällig; as. -; anfrk. -; germ. *kranga-, *krangaz, *kranka-, *krankaz, Adj., schwächlich, schwach, hinfällig, krank?; s. idg. ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krank, Kluge s. u. krank, DW 11, 2023, EWD s. u. krank, EWAhd 5, 751, Falk/Torp 52, Seebold 309, Heidermanns 341, Duden s. u. krank, Bluhme s. u. krank; Son.: vgl. afries. krank, kronk, Adj., krank, schwach; nnordfries. cronc, Adj., krank; ae. -; an. krangr, Adj., schwach, hinfällig; got. -; nndl. krank, Adj., krank; nschw. (ält.) krank, Adj., krank; nnorw. krank, Adj., krank; lit. gręžti, V., drehen, bohren; GB.: (krank) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entstehung tierischer Lebewesen mögliches schwach oder hinfällig in Gegensatz zu (gewöhnlich) gesund; BM.: drehen; F.: krank, kranke, krankes, krankem, kranken, kranker, kränker(, kränkere, kränkeres, kränkerem, kränkeren, kränkerer, kränkste, kränkstes, kränkstem, kränksten, kränkster)+EW; Z.: kra-nk
$kränkeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kränkeln, leicht krank sein (V.); E.: s. krank, s. el, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. krank, DW 11, 2029, EWD s. u. krank; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus krank und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für leicht krank sein (V.); F.: kränkeln, kränkel (!), kränkle, kränkele, kränkelst, kränkelt, kränkelte, kränkeltest, kränkelten, kränkeltet, gekränkelt, ##gekränkelt, gekränkelte, gekränkeltes, gekränkeltem, gekränkelten, gekränkelter##, kränkelnd, ###kränkelnd, kränkelnde, kränkelndes, kränkelndem, kränkelnden, kränkelnder###, kränkel (!)+EW; Z.: krä-nk-el-n
$kranken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kranken, krank sein (V.), krank werden; Vw.: s. er-; E.: s. krank, s. en (Suff.): L.: Kluge s. u. krank, DW 11, 2029, EWD s. u. krank; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus krank und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischen Lebens mögliches krank sein (V.) oder krank werden; F.: kranken (!), kranke (!), krankst, krankt, krankest, kranket, krankte, kranktest, krankten, kranktet, gekrankt, ##gekrankt, gekrankte, gekranktes, gekranktem, gekrankten, gekrankter##, krankend, ###krankend, krankende, krankendes, krankendem, krankenden, krankender###, krank (!)+EW; Z.: kra-nk-en
$kränken, nhd., V., (12. Jh.?): nhd. kränken, krank machen, schwächen, schädigen, beleidigen; E.: s. krank, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. krank, Kluge s. u. kränken, EWD s. u. krank; GB.: (krenken) vielleicht seit um 1120 belegte und aus krank und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches krank machen oder schwächen oder schädigen oder beleidigen; F.: kränken, kränke, kränkst, kränkt, kränkest, kränket, kränkte, kränktest, kränkten, kränktet, gekränkt, ##gekränkt, gekränkte, gekränktes, gekränktem, gekränkten, gekränkter##, kränkend, ###kränkend, kränkende, kränkendes, kränkendem, kränkenden, kränkender###, kränk (!)+EW; Z.: krä-nk-en
$Krankenschwester, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Krankenschwester; E.: s. krank, s. en, s. Schwester; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schwester; GB.: vielleicht seit Anfang 20. Jh. belegte und (von der Krankenschwester Agnes Karll um 1903) aus krank und en sowie Schwester gebildete Bezeichnung für eine anfangs auch religiös motivierte Kranke pflegende Frau (ab zweitausendzwanzig Pflegefachfrau); F.: Krankenschwester, Krankenschwestern+EW; Z.: Kra-nk-en—schwe-s-t-er
$Kranker, Kranke, nhd., M., (13 Jh.?): nhd. Kranker; E.; s. krank, s. er (Suff.); L.: DW 11, 2028 (Kranke), EWD s. u. krank; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus krank und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen kranken Menschen; F.: Kranker, Krankers, Krankern+EW; Z.: Kra-nk-er
$Krankenkasse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Krankenkasse; L.: Kluge s. u. Kasse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus krank und Kasse gebildete Bezeichnung für eine 1883 von Reichskanzler Otto von Bismarck mittels des Gesetzes betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter aus sozialpolitischen und wohl auch machtpolitischen Überlegungen geschaffene Kasse für die Umverteilung der Kosten der Krankheit jedes schwachen Einzelnen auf die insgesamt vermögendere Allgemeinheit wobei 2025 von früher mehr als 1000 Krankenkassen in Deutschland noch 94 gesetzliche Krankenkassen bestanden; F.: Krankenkasse, Krankenkassen+FW+EW; Z.: Kra-nk-en—kas-s-e
$Kranker, Kranke, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Kranker; E.: s. krank, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. krank, fehlt DW (s. krank); GB.: seit 1200-1210 belegte und aus krank und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen kranken Menschen; F.: Kranke, Kranker, Kranken+EW; Z.: Kra-nk-er
$krankhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. krankhaft, krank, mit einer Krankheit behaftet; E.: s. krank, s. haft; L.: Kluge s. u. krank, DW 11, 2038, EWD s. u. krank; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. morbosus aus krank und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches mit einer Krankheit behaftet; F.: krankhaft, krankhafte, krankhaftes, krankhaftem, krankhaften, krankhafter(, krankhaftere, krankhafteres, krankhafterem, krankhafteren, krankhafterer, krankhaftest, krankhafteste, krankhaftestes, krankhaftestem, krankhaftesten, krankhaftester)+EW; Z.: kra-nk-haf-t
$Krankheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Krankheit, Schwäche, Schwachheit; Vw.: s. Manager-; E.: s. krank, s. heit; L.: Kluge s. u. krank, DW 11, 2038, EWD s. u. krank; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus krank und heit gebildete Bezeichnung für sachlich spätestens wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Schwäche oder Schwachheit in Gegensatz zu Gesundheit; F.: Krankheit, Krankheiten+EW; Z.: Kra-nk-hei-t
$Kränkung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kränkung; E.: s. kränk(en), s. ung; L.: Kluge s. u. kränken, DW 11, 2041, EWD s. u. krank; GB.: seit 1292 belegte und aus kränk(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Schwächung oder Beschädigung oder Beleidigung; F.: Kränkung, Kränkungen+EW; Z.: Krä-nk-ung
Kranz, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Kranz, Krone; ne. wreath, garland (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. kranz, st. M., Kranz; mnd. krans, kranz, krantz, M., Kranz, Blumenkranz oder Blattkranz als Kopfschmuck, Jungfernkranz, Brautkranz, festlicher Schmuck des Ritters, Schmuck der Gildeältesten; mnl. crans, M., Kranz; ahd. kranz*, st. M. (a), Kranz, Krone, Kopfbinde, Haarband, Haarkranz; as. -; anfrk. -; germ. *kranta-, *krantaz, st. M. (a), Kranz?; idg. *grend-, Sb., Bündel, Korb, Pokorny 386; vgl. idg. ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kranz, Kluge s. u. Kranz, DW 11, 2043, EWD s. u. Kranz, EWAhd 5, 757, Falk/Torp 51, Duden s. u. Kranz, Bluhme s. u. Kranz; Son.: vgl. afries. …krans, Suff., …kranz (in frouwenkrans); ae. -; an. -; got. -; nnold. krans, Sb., Kranz; GB.: (kranz) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Ring aus geflochtenen oder gebundenen Blumen oder Zweigen oder eine Krone oder eine Kopfbinde; BM.: drehen; F.: Kranz, Kranzes, Kränze, Kränzen+EW; Z.: Kra-nz
$Kränzchen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kränzchen, kleiner Kranz; Vw.: s. Kaffee-; E.: s. Kranz, s. chen; L.: Kluge s. u. Kränzchen, DW 11, 2057; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kranz und chen gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen Kranz oder Kreis beispielsweise auch von Menschen; F.: Kränzchen, Kränzchens+EW; Z.: Krä-nz-chen
$kränzen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. kränzen, mit einem Kranz versehen (V.); E.: s. Kranz, s. en; L.: Kluge s. u. Kranz, DW 11, 2059, EWD s. u. Kranz; GB.: (kranzen*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Kranz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Kranz versehen (V.); F.: kränzen, kränze, kränzst, kränzt, kränzest, kränzet, kränzte, kränztest, kränzten, kränztet, gekränzt, ##gekränzt, gekränzte, gekränztes, gekränztem, gekränzten, gekränzter##, kränzend, ###kränzend, kränzende, kränzendes, kränzendem, kränzenden, kränzender###, kränz (!)+EW; Z.: krä-nz-en
$Kränzlein, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kränzlein, kleiner Kranz; E.: s. Kranz, s. lein; L.: Kluge s. u. Kränzchen, DW 11, 2060; GB.: (krenzelīn) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Kranz und lein gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen Kranz; F.: Kränzlein, Kränzleins+EW; Z.: Krä-nz-lein
Krapfen (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Krapfen, ein Festgebäck und Nahrungsmittel; ne. doughnut; Vw.: -; Hw.: s. Krapfen (2); Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. krapfe (1), krape, sw. M., Krapfen, Backwerk, Haken (M.), Klammer, Türangel, Sparren (M.); mnd. krāpene, Sb., Krapfen, Pastete; vgl. mnd. krop (2), kropp, kroppe, Sb., Krapfen, Pastete, Gebäck, eine Art Kuchen mit Fleischfüllung; mnl. crappe, M., Haken (M.); ahd. krapfo, krāpfo, kraffo*, sw. M. (n), Haken (M.), Kralle, Krapfen; as. krappo*, sw. M. (n), Krapfen, Haken (M.); germ. *krappō-, *krappōn, *krappa-, *krappan, sw. M. (n), Haken (M.), Klammer; idg. *grep-, *gerəp-, *grəp-, Sb., Haken (M.), Kraft, Pokorny 388; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krapfen 1, Kluge s. u. Krapfen, DW 11, 2063, EWD s. u. Krapfen, EWAhd 5, 760, Duden s. u. Krapfen, Bluhme s. u. Krapfen; GB.: (krapfo) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes in Fett schwimmend herausgebackenes Festgebäck und Nahrungsmittel; BM.: drehen; F.: Krapfen, Krapfens+EW; Z.: Kra-pf-en
Krapfen (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Krapfen, Haken (M.); ne. hook (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krapfen (1); Q.: 8. Jh.; E.: mhd. krapfe (1), sw. M., Haken (M.), Klammer, Türangel, Sparren; mnl. crappe, M., Haken (M.); ahd. krapfo, krāpfo, krapho, kraffo*, krāppo, sw. M. (n), Haken (M.), Kralle, Krapfen, Widerhaken, Verschlusshaken, Harke; germ. *krappō-, *krappōn, *krappa-, *krappan, sw. M. (n), Haken (M.), Klammer; idg. *grep-, *gerəp-, *grəp-, *greh₁p-, Sb., Haken (M.), Kraft, Pokorny 388; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krapfen 2, DW 11, 2065, Falk/Torp 52, Duden s. u. Krapfen; GB.: (krapfo) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelten und verwendeten Haken (M.); BM.: drehen; F.: Krapfen, Krapfens+EW; Z.: Kra-pf-en
Krapp, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Krapp, Färberröte; ne. dyer’s madder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: mnl. Lw.; E.: s. mnl. crapmede, Sb., Krapp; vielleicht Zusammenhang mit Krapfen (2); L.: Kluge s. u. Krapp, DW 11, 2065, Duden s. u. Krapp; Son.: vgl. nndl. meekrap, Sb., Krapp; nschw. krapprot, Sb., Krapp; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie mit Krapfen verbindbare Bezeichnung für Färberröte; BM.: Haken (M.)?; F.: Krapp, Krappes, Krapps+FW; Z.: Kra-pp
krass, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. krass, grob, außergewöhnlich, auffällig, fett; ne. crass (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. crassus; E.: s. lat. crassus (1), Adj., dick, stark, fett, derb, grob, (204-169 v. Chr.); idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584; vgl. idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; L.: Kluge s. u. krass, DW 11, 2069, EWD s. u. krass, Duden s. u. krass, Bluhme s. u. krass; Son.: vgl. nndl. kras, Adj., krass; frz. crasse, Adj., fett; nschw. krass, Adj., krass; nnorw. krass, Adj., krass; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für außergewöhnlich oder auffällig oder fett; BM.: drehen; F.: krass, krasse, krasses, krassem, krassen, krasser(, krassere, krasseres, krasserem, krasseren, krasserer, krassest, krasseste, krassestes, krassestem, krassesten, krassester)+FW(+EW); Z.: kra-ss
...krat, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. ...krat, ...herrscher; ne. ...crat; Vw.: s. (Aristo-,)Auto-, Büro-, Demo-; Hw.: s. ...kratie, ...kratisch; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1077; Son.: vgl. nndl. ...craat, Suff., ...krat; frz. ...crate, ...craat, Suff., ...krat; nschw. ...krat, ...craat, Suff., ...krat; nnorw. ...krat, ...craat, Suff., ...krat; poln. ...krata, ...craat, Suff., ...krat; kymr. ...crat, ...craat, Suff., ...krat; lit. ...kratas, ...craat, Suff., ...krat; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit Herrschern zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Stärke bzw. hart; F.: ...krat, ...kraten+FW; Z.: -kra-t
Krater, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krater, Vulkankrater, Geysirkrater, Vulkanöffnung; ne. crater; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. crāter; E.: s. lat. crāter, M., Mischkessel, Krater, (204-169 v. Chr.); gr. κρατήρ (kratḗr), M., Mischkrug; s. idg. *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erh₂-, V., mischen, rühren, kochen, Pokorny 582 (897/129) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Krater, DW 11, 2069, EWD s. u. Krater, Duden s. u. Krater, Bluhme s. u. Krater; Son.: vgl. nndl. krater, Sb., Krater; frz. cratère, M., Krater; nschw. krater, Sb., Krater; nnorw. krater, N., Krater; poln. krater, M., Krater; kymr. crater, M., Krater; nir. cráitéar, M., Krater; lit. krateris, M., Krater; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche besonders durch einen Vulkanausbruch verursachte trichterförmige oder kesselförmige Öffnung oder eine Vertiefung in dem Boden; BM.: mischen; F.: Krater, Kraters, Kratern+FW; Z.: Kra-t-er
...kratie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. …kratie; ne. …cracy; Vw.: s. Aristo-, Büro-, Demo-, Pluto-, Theo-; Hw.: s. ...krat., ...kratisch; Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. -kratie, fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1077; Son.: vgl. nndl. …cratie, Suff., …kratie; frz. …cratie, Suff., …kratie; nschw. …krati, Suff., …kratie; nnorw. …krati, Suff., …kratie; poln. …kracja, Suff., …kratie; kymr. ….cratiaeth, Suff., …kratie; lit. ...kratija, Suff., ...kratie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für eine Art von Herrschaft verwendete Bezeichnung; BM.: Stärke bzw. hart; F.: …kratie, …kratien+FW(+EW); Z.: -krat-ie
...kratisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...kratisch, ...herrschend; ne. ...cratic; Vw.: s. aristo-, demo-; Hw.: s. ...kratie, ...krat; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1077; Son.: vgl. nndl. ...kratisch, Suff., ...kratisch; frz. ...cratique, Suff., ...kratisch; nschw. ...kratisk, Suff., ...kratisch; nnorw. ...kratisk, Suff., ...kratisch; poln. ...kratyczny, Suff., ...kratisch; kymr. ...crataidd, S (uff., ...kratisch; lit. ...kratiškas, Suff., ...kratisch; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit Herrschaft zusammenhängenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: Stärke bzw. hart; F.: ...kratisch, ...kratische, ...kratisches, ...kratischem, ...kratischen, ...kratischer(, ...kratischere, ...kratischeres, ...kratischerem, ...kratischeren, ...kratischerer, ...kratischst, ...kratischste, ...kratischstes, ...kratischstem, ...kratischsten, ...kratischster)+FW+EW; Z.: -krat-isch
$Kratzbürste, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kratzbürste; E.: s. kratz(en), s. Bürste; L.: Kluge s. u. Kratzbürste, DW 11, 2072, EWD s. u. kratzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kratz(en) und Bürste gebildete Bezeichnung für eine zu einem Kratzen geeignete Bürste und übertragen (Adj.) für ein als widerborstig eingestuftes Mädchen; F.: Kratzbürste, Kratzbürsten+EW; Z.: Kratz—bürs-t-e
$kratzbürstig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kratzbürstig, widerborstig; E.: s. Kratzbürst(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kratzbürste, fehlt DW, EWD s. u. kratzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kratzbürst(e) und ig gebildete Bezeichnung für widerborstig; F.: kratzbürstig, kratzbürstige, kratzbürstiges, kratzbürstigem, kratzbürstigen, kratzbürstiger(, kratzbürstigere, kratzbürstigeres, kratzbürstigerem, kratzbürstigeren, kratzbürstigerer, kratzbürstigst, kratzbürstigste, kratzbürstigstes, kratzbürstigstem, kratzbürstigsten, kratzbürstigster)+EW; Z.: kratz—bürs-t-ig
$Kratze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kratze, ein Werkzeug zu einem Kratzen; E.: s. kratze(n); L.: DW 11, 2072, EWD s. u. kratzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit kratzen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu einem Kratzen oder Entfernen von Schmutz; F.: Kratze, Kratzen+EW; Z.: Kratz-e
Krätze (1), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Krätze (F.) (1), Rückenkorb, Korbgeflecht; ne. basket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. kretze (1), sw. F., sw. M., Tragkorb; mnl. cratte, M., Korbgeflecht; ahd. krezzo*, sw. M. (n), „Krätze“ (F.) (1), Korb; as. -; anfrk. -; germ. *kratjō-, *kratjōn, *kratja-, *kratjan, *krattjō-, *krattjōn, *krattja-, *krattjan, sw. M. (n), Korb?; s. idg. *gret-, Sb., Flechtwerk, Wiege, Korb, Pokorny 386; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krätze 1, Kluge s. u. Krätze 1, DW 11, 2073, EWAhd 5, 782, Duden s. u. Krätze, Bluhme s. u. Kraetze; Son.: vgl. afries. -; ae. cræt, ceart (2), st. N. (a), Karre, Wagen (M.), Korb; an. -; got. kart-, Sb., Wagen (M.); GB.: (krezzo) seit um1120/1130 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl schon früher durch Flechten entwickelten und verwendeten auf den Rücken getragenen Korb; BM.: drehen; F.: Krätze, Krätzen+EW; Z.: Krä-tz-e
Krätze (2), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Krätze (F) (2), Räude, eine Hautkrankheit; ne. scabies; Vw.: -; Hw.: s. kratzen; Q.: 15. Jh.; E.: s. kratzen; L.: Kluge 1. A. s. u. Krätze 2, Kluge s. u. Krätze 2, DW 11, 2072, EWD s. u. Krätze, Duden s. u. Krätze 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit kratzen verbindbare Bezeichnung für die durch die Krätzmilbe hervorgerufene und durch rötlich braunen Ausschlag und heftigen Juckreiz gekennzeichnete ansteckende Hautkrankheit; BM.: kratzen; F.: Krätze+EW; Z.: Krätz-e
kratzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. kratzen, reiben, scharren, ritzen; ne. scratch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Krätze (2), Krätzer; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kratzen (1), sw. V., kratzen; mnd. krassen (1), kratzen, krazen, sw. V., kratzen, mit Krallen schlagen oder scharren, durch Kratzen verwunden, auskämmen; ahd. krazzōn*, sw. V. (2), kratzen, zerkratzen, foltern, rupfen, zerfleischen, zusammenkratzen; as. -; anfrk. -; germ. *krattōn, sw. V., kratzen; idg. *gred-?, *grod-?, V., kratzen, Pokorny 405 (578/62) (RB. idg. aus alb., germ.); oder lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. kratzen, Kluge s. u. kratzen, DW 11, 2075, EWD s. u. kratzen, EWAhd 5, 762, Duden s. u. kratzen, Bluhme s. u. kratzen; Son.: vgl. lat.-afries. kratare, V., kratzen; ae. -; an. krota, sw. V. (2), durch aufgesetzte Figuren schmücken; got. krattōn, sw. V. (2), kratzen; nndl. krassen, V., kratzen; nschw. kratta, V., kratzen; GB.: (krazzōn) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit etwas Spitzem über etwas reiben oder scharren; BM.: lautmalend?; F.: kratzen, kratze, kratzst, kratzt, kratzest, kratzet, kratzte, kratztest, kratzten, kratztet, gekratzt, ##gekratzt, gekratzte, gekratztes, gekratztem, gekratzten, gekratzter##, kratzend, ###kratzend, kratzende, kratzendes, kratzendem, kratzenden, kratzender###, kratz (!)+EW; Z.: kratz-en
$Kratzenberger, nhd., M., 16. Jh.?: nhd. Kratzenberger; E.: s. Krätzer; L.: Kluge s. u. Krätzer, DW 11, 2075; GB.: vielleicht seit 16. Jh., belegte und aus Kratzenberg und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine mit dem ON Kratzenberg verbundene Gegebenheit wie beispielsweise einen schlechten Wein; F.: Kratzenberger, Kratzenbergers, Kratzenbergern+EW; Z.: Kratz-en—ber-g-er
$Kratzer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kratzer; Vw.: s. Wolken-; E.: s. kratz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. kratzen, EWD s. u. kratzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kratz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und zu einem Kratzen geeignete oder verwendete Einrichtung und einen gekratzten Strich; F.: Kratzer, Kratzers, Kratzern+EW; Z.: Kratz-er
Krätzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Krätzer, saurer Wein; ne. sour wine; Vw.: -; Hw.: s. kratzen; Q.: 17. Jh.; E.: s. kratz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Krätzer, (in anderer Bedeutung DW 11, 2079, )Duden s. u. Krätzer; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit kratzen verbindbare Bezeichnung für einen sauren Wein; BM.: kratzen; F.: Krätzer, Krätzers, Krätzern+EW; Z.: Krätz-er
$Kratzfuß, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kratzfuß, eine Demutsbezeugung; E.: s. kratz(en), s. Fuß; L.: Kluge s. u. Kratzfuß, DW 11, 2080 (Kratzfusz), EWD s. u. kratzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kratz(en) und Fuß belegte Bezeichnung für eine Verbeugung eines Menschen bei der ein Fuß als Zeichen von Demut leicht kratzend in einem weiten Bogen hinter den anderen Fuß gezogen wird; F.: Kratzfuß, Kratzfußes, Kratzfüße, Kratzfüßen+EW; Z.: Kratz—fuß
$krätzig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. krätzig, Krätze betreffend; E.: s. Krätz(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Krätze 2, DW 11, 2081, EWD s. u. Krätze; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Krätz(e) und ig gebildete Bezeichnung für Krätze betreffend; F.: krätzig, krätzige, krätziges, krätzigem, krätzigen, krätziger(, krätzigere, krätzigeres, krätzigerem, krätzigeren, krätzigerer, krätzigst, krätzigste, krätzigstes, krätzigstem, krätzigsten, krätzigster)+EW; Z.: krätz-ig
$Krauche, nhd., F., (?): nhd. Krauche; E.: s. Krug, in der weiteren Herkunft wohl ungeklärt; L.: Kluge s. u. Krauche, Krug 1, DW 11, 2082; GB.: seit (16. Jh.?) belegte Bezeichnung für einen Krug oder ein enges niederiges Gebilde; F.: Krauche, Krauchen+EW; Z.: Krauch-e
krauchen, nhd. (ält.), V., (16. Jh.): nhd. krauchen, sich ducken, sich schmiegen, kriechen, krächzen; ne. creep (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. krūchen, st. V., kriechen, krauchen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. krauchen, EWD s. u. krauchen, DW 11, 2083, Duden s. u. krauchen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sich mit dem ganzen Körper dicht an dem Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend meist nicht schnell fortbewegen oder kriechen; BM.: ?; F.: krauchen, krauche (!), krauchst, kraucht, krauchest, krauchet, krauchte, krauchtest, krauchten, krauchtet, gekraucht, ##gekraucht, gekrauchte, gekrauchtes, gekrauchtem, gekrauchten, gekrauchter##, krauchend, ###krauchend, krauchende, krauchendes, krauchendem, krauchenden, krauchender###, krauch (!)+EW; Z.: krauch-en
Kräuel, Krail, Krähl, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Kräuel, Krail, Krähl, Haken (M.), Gabel, Dreizack; ne. hook (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kröuwel, krewel, st. M., Kräuel, Gabel mit hakenförmigen Spitzen, Klaue, Kralle; mnd. krouwel, krowel, krūwel, krawel, krauwel, M., Greuel, Ekel, dreizackige Gabel mit hakenförmigen Spitzen (F. Pl.), Fleischgabel, ein Marterinstrument; mnl. crauwel, craeuwel, crauel, crouwel, creuel, M., Haken (M.), Gabel; ahd. krewil, krouwil*, st. M. (a), Gabel, Haken (M.), Widerhaken, Dreizack, Kralle, dreizinkige Gabel; as. krauwil*, st. M. (a), Gabel; anfrk. krauwilo, M., Haken (M.); s. germ. *krub-, V., krümmen; idg. *greub-, *greuHb-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kräuel, DW 11, 2083, EWAhd 5, 781, Falk/Torp 55, Duden s. u. Kräuel; Son.: vgl. afries. krâwil, krâwel, krāul, M., Haken (M.), Gabel; ae. -; an. -; got. -; GB.: (krewil,) seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich seit Verwendung von Metall entwickelten und verwendeten Haken (M.); BM.: drehen; F.: Kräuel, Kräuels, Kräueln, Krail, Krails, Krailen, Krähl, Krähls, Krählen+EW; Z.: Kräu-el
krauen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. krauen, kraulen, kratzen; ne. scratch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. krouwen, krowen, krāwen, sw. V., kratzen, juckend kratzen, kitzeln; mnl. crauwen, V., krauen; ahd. krouwen*, sw. V. (1b), „krauen“, stechen, kratzen; ahd. krouwōn*, sw. V. (2), zerteilen, kratzen, zerkratzen, aufkratzen, zerfleischen, abreißen; s. germ. *kru-, V., krümmen; vgl. idg. *greu-, Sb., Zusammengekratztes, Kralle, Pokorny 388; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krauen, Kluge s. u. krauen, DW 11, 2085, EWD s. u. krauen, EWAhd 5, 821, Falk/Torp 53, Duden s. u. krauen; Son.: vgl. afries. krâwia, krâwa, sw. V. (2), krauen, kratzen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kraulen oder kratzen; BM.: drehen; F.: krauen, kraue (!), kraust, kraut (!), krauest, krauet, kraute (!), krautest, krauten, krautet, gekraut, ##gekraut, gekraute, gekrautes, gekrautem, gekrauten, gekrauter##, krauend, ###krauend, krauende, krauendes, krauendem, krauenden, krauender###, krau (!)+EW; Z.: krau-en
$kraulen (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. kraulen (V.), kratzen; E.: s. krauen; L.: Kluge s. u. krauen, fehlt DW, EWD s. u. krauen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit krauen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches krauen oder kratzen; F.: kraulen, kraule (!), kraulst, krault, kraulest, kraulet, kraulte, kraultest, kraulten, kraultet, gekrault, ##gekrault, gekraulte, gekraultes, gekraultem, gekraulten, gekraulter###, kraulend, ###kraulend, kraulende, kraulendes, kraulendem, kraulenden, kraulender###, kraul (!)+EW; Z.: krau-l-en
kraulen (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kraulen (V.) (2), in einem Kriechstoß schwimmen, krabbelnd schwimmen; ne. crawl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. crawl; E.: s. ne. crawl, V., kraulen, kriechen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht verwandt mit nschw. kravla, V., krabbeln; L.: Kluge s. u. kraulen 2, fehlt DW, EWD s. u. kraulen 2, Duden s. u. kraulen, Bluhme s. u. kraulen; Son.: vgl. nndl. crawlen, V., kraulen (V.) (2); frz. crawler, V., kraulen (V.) (2); nschw. crawla, V., kraulen (V.) (2); nnorw. crawle, V., kraulen (V.) (2); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon in Ägypten vor 4000 Jahren von Menschen verwendetes in einem Kriechstoß oder krabbelnd schwimmen; BM.: ?; F.: kraulen, kraule (!), kraulst, krault, kraulest, kraulet, kraulte, kraultest, kraulten, kraultet, gekrault, ##gekrault, gekraulte, gekraultes, gekraultem, gekraulten, gekraulter###, kraulend, ###kraulend, kraulende, kraulendes, kraulendem, kraulenden, kraulender###, kraul (!)+FW; Z.: kraul-en
kraus, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. kraus, gelockt; ne. curly; Vw.: -; Hw.: s. kräuseln, Gekröse?; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. krūs, Adj., kraus, gelockt; mnd. krūs (1), krues, Adj., kraus, gekräuselt, in Falten gelegt, wirr, verschlungen, faltig, runzlig, wellig, gerunzelt, gelockt, lockig; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. kraus, Kluge s. u. kraus, DW 11, 2088, EWD s. u. kraus, Duden s. u. kraus, Bluhme s. u. kraus; Son.: vgl. nschw. krusig, Adj., lockig; GB.: (krūs) seit 1190-1200 belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches kraus oder gelockt; BM.: ?; F.: kraus, krause, krauses, krausem, krausen, krauser(, krausere, krauseres, krauserem, krauseren, krauserer, krausest, krauseste, krausestes, krausestem, krausesten, krausester)+EW; Z.: kraus
Krause, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Krause (F.) (2), Krug (M.) (1), irdenes Trinkgefäß, Trinkgeschirr; ne. cruse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. krūse (1), sw. F., Krug (M.) (1), irdenes Trinkgefäß; mnd. krōs, kroes, krois, kroys, krůs, krues, krūs, M., N., Krug (M.) (1), Kanne aus Ton (M.) (1), Kanne aus Zinn oder auch Edelmetall; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit gr. κρωσσός (krōssós), M., Krug (M.) (1), Mischkrug, Salbgefäß; L.: Kluge 1. A. s. u. Krause, Kluge s. u. Krause, DW 11, 2093, Duden s. u. Krause; Son.: vgl. frz. cruche, F., Krug (M.) (1); nschw. krus, Sb., Krug (M.) (1); nnorw. krus, N., Krug (M.) (1); GB.: (krūse) seit 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon früher entwickeltes und verwendetes irdenes Trinkgefäß; BM.: ?; F.: Krause, Krausen+EW; Z.: Kraus-e
kräuseln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sich kräuseln, sich ringeln, sich locken; ne. curl (V.), frizz (V.); Vw.: -; Hw.: s. kraus; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnl cruseln, V., kräuseln; mnd. krǖselen*, kruselen, sw. V., „kräuseln“, kreisend im Wirbel drehen; s. nhd. kraus; L.: Kluge 1. A. s. u. Kräusel, Kluge s. u. kräuseln, EWD s. u. kräuseln, DW 11, 2098, Duden s. u. kräuseln; Son.: vgl. nschw. krusa, V., kräuseln; nnorw. kruse, V., kräuseln; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit kraus verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich ringeln oder sich locken; BM.: ?; F.: kräuseln, kräusel (!), kräusle, kräuselst, kräuselt, kräuselte, kräuseltest, kräuselten, kräuseltet, gekräuselt, ##gekräuselt, gekräuselte, gekräuseltes, gekräuseltem, gekräuselten, gekräuselter##, kräuselnd, ###kräuselnd, kräuselnde, kräuselndes, kräuselndem, kräuselnden, kräuselnder###, kräusel (!)+EW; Z.: kräus-el-n
$krausen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. krausen, ringeln, locken; E.: s. kraus, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kraus, EWD s. u. kraus; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus kraus und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ringeln oder locken; F.: krausen, krause (!), krausst (!), kraust, krausest, krauset, krauste, kraustest, krausten, kraustet, gekraust, ##gekraust, gekrauste, gekraustes, gekraustem, gekrausten, gekrauster##, krausend, ###krausend, krausende, krausendes, krausendem, krausenden, krausender###, kraus (!)+EW; Z.: kraus-en
$Kraushaar, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Kraushaar, krauses Haar; E.: s. kraus, s. Haar; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus kraus und Haar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches krauses Haar; L.: DW 11, 2102, EWD s. u. kraus; F.: Kraushaar, Kraushaares, Kraushaars, Kraushaare, Kraushaaren+EW; Z.: Kraus—haar
Kraut (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Kraut, Gewächs; ne. cabbage; Vw.: s. Bilsen-, Scharbocks-, Schell-; Hw.: s. Kreude; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. krūt, st. N., kleinere Blätterpflanze, Kraut, Gemüse; mnd. krūt (1), kruet, kruyt, N., Kraut, grünes Kraut, Gewürz, Gewürzpflanze; mnl. cruut, N., Kraut; ahd. krūt, st. N. (a) (iz) (az), Kraut, Gras, Pflanze; as. krūd*, st. N. (a), Unkraut, Kraut; anfrk. krūd*, st. N. (a), Kraut, Pflanze; germ. *krūda-, *krūdam, st. N. (a), Kraut; s. idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß, Pokorny 479 (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kraut, Kluge s. u. Kraut 1, DW 11, 2105, EWD s. u. Kraut, EWAhd 5, 839, Seebold 309, Duden s. u. Kraut, Bluhme s. u. Kraut; Son.: vgl. afries. krūd, st. N. (a), Kraut, Schießpulver; nnordfries. krüd; ae. crȳde, Sb. Pl., Pflanze, Kräuter; an. krydd, st. N. (a), Gewürz; got. -; nndl. kruid, Sb., Kraut; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früh als Nahrungsmittel verwendete Gemüsepflanze; BM.: Stange?; F.: Kraut, Krautes, Krauts, Kräuter, Kräutern+EW; Z.: Krau-t
Kraut (2), nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kraut (M.), Krabbe, Garnele; ne. crab (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: vgl. mnd. krēvet, krēft, krefet, M., Krebs, Arzneimittel aus Krebs, Krebs (Tierkreiszeichen), Krebs (Krankheit bzw. bösartiges Geschwür), Rüstung, Brustharnisch; as. krėvit*, st. M. (a), Krebs; germ. *krabita-, *krabitaz, st. M. (a), Krebs (Tier); s. idg. *grebʰ-, V., ritzen, krabbeln, kratzen, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kraut 2, fehlt DW, Duden s. u. Kraut; Son.: vgl. frz. crevette, F., Garnele; lit. krevetė, F., Garnele; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche Garnele; BM.: ritzen; F.: Kraut, Krauts+EW; Z.: Krau-t
$krauten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. krauten, Kraut holen, Kräuter sammeln, Unkraut jäten; E.: s. Kraut, s. en; L.: DW 11, 2113, EWD s. u. Kraut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Kraut und en gebildete Bezeichnung für Kraut holen oder Kräuter sammeln oder Unkraut jäten; F.: krauten, kraute, krautest, krautet, krautete, krautetest, krauteten, krautetet, gekrautet, ##gekrautet, gekrautete, gekrautetes, gekrautetem, gekrauteten, gekrauteter##, krautend, ###krautend, krautende, krautendes, krautendem, krautenden, krautender###, kraut (!)+EW; Z.: krau-t-en
$Krautfischer, nhd., M., (?): nhd. Krautfischer, Krabbenfischer; E.: Kraut, s. Fischer; L.: Kluge s. u. Kraut 2, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus Kraut (2) und Fischer gebildete Bezeichnung für einen wohl schon früher möglichen Krabbenfischer; F.: Krautfischer, Krautfischers, Krautfischern+EW; Z.: Krau-t—fisch-er
$Krautjunker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krautjunker, ein Landedelmann; E.: s. Kraut, s. Junker; L.: Dw 11, 2121, EWD s. u. Junker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kraut und Junker gebildete abwertende Bezeichnung für einen Landedelmann; F.: Krautjunker, Krautjunkers, Krautjunkern+EW; Z.: Krau-t-ju-n-k-er
$Krautnetz, nhd., N., (?): nhd. Krautnetz; E.: s. Kraut, s. Netz; L.: Kluge s. u. Kraut 2; GB.: seit (?) belegte und aus Kraut und Netz gebildete Bezeichnung für ein wohl schon früher mögliches Krabbennetz F.: Krautnetz, Krautnetzes, Krautnetze, Krautnetzen+EW; Z.: Krau-t—netz
Krawall, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Krawall, großer Lärm, heftiger Aufruhr; ne. ruckus, riot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Lateinischen; L.: Kluge s. u. Krawall, DW 11, 2125, EWD s. u. Krawall, Duden s. u. Krawall; Son.: vgl. nschw. kravall, Sb., Krawall; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen großen Lärm oder einen heftigen Aufruhr; BM.: ?; F.: Krawall, Krawalls, Krawalles, Krawalle, Krawallen+FW; Z.: Krawall
Krawatte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Krawatte, Schlips; ne. cravat, tie (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. cravate; E.: s. frz. cravate, F., Krawatte; vom PN Kroate in der Bedeutung kroatische Halsbinde; kroat. Hrvat, M., Kroate; aus dem Slawischen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Krawatte, DW, EWD s. u. Krawatte, Duden s. u. Krawatte; Son.: vgl. nschw. kravatt, Sb., Krawatte; nnorw. kravatt?, Sb., Krawatte; poln. krawat, M., Krawatte; kymr. crafat, M., F., Krawatte; nir. carbhat, M., Krawatte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und aus dem Kroatischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein aus Stoff hergestelltes etwa streifenförmiges schmückendes Teil besonders der Herrenkleidung das unter dem Hemdkragen um den Hals gelegt und vorne in der Weise zu einem Knoten gebunden wird dass das breitere Ende etwas länger herunterhängt; BM.: PN; F.: Krawatte, Krawatten+FW(+EW); Z.: Krawat-t-e
kraxeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kraxeln, klettern; ne. climb (V.), scramble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: zu bair. krāgeln, V., strampeln, klettern; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. kraxeln, DW 11, 1924 (krächseln), EWD s. u. kraxeln, Duden s. u. kraxeln, Bluhme s. u. kraxeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Bayerischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes klettern; BM.: ?; F.: kraxeln, kraxel (!), kraxle, kraxelst, kraxelt, kraxelte, kraxeltest, kraxelten, kraxeltet, gekraxelt, ##gekraxelt##, kraxelnd, ###kraxelnd, kraxelnde, kraxelndes, kraxelndem, kraxelnden, kraxelnder###, kraxel (!)+EW; Z.: krax-el-n
Kreation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kreation, Schöpfung, Werk; ne. creation; Vw.: -; Hw.: s. kreieren, Kreatur, kreativ; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. création; E.: s. frz. création, F., Kreation, Erschaffung, Schöpfung; lat. creātio, F., Erschaffen, Erzeugen, Zeugung, Schöpfung, Erschaffenes, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. creāre, V., schaffen, hervorbringen, wählen; idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kreieren, fehlt DW, EWD s. u. kreieren, Duden s. u. Kreation; Son.: vgl. nndl. creatie, Sb., Kreation; nschw. kreation, Sb., Kreation; nnorw. kreasjon, M., Kreation; poln. kreacja, F., Kreation; kymr. cread, M., Kreation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Schöpfung oder ein Werk; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Kreation, Kreationen+FW; Z.: Kre-at-io-n
kreativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kreativ, gestalterisch, schöpferisch; ne. creative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. kreieren, Kreatur, Kreation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. creative; E.: s. ne. creative, Adj., kreativ; vgl. ne. create, V., erschaffen (V.); vgl. lat. creātum, Geschaffenens, Hervorgebrachtes; vgl. lat. creāre, V., schaffen, hervorbringen, wählen; idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kreativ, fehlt DW, Duden s. u. kreativ; Son.: vgl. nndl. creatief, Adj., kreativ; frz. créatif, Adj., kreativ; nschw. kreativ, Adj., kreativ; nnorw. kreativ, Adj., kreativ; poln. kreatywny, Adj., kreativ; kymr. creadigol, Adj., kreativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielen Menschen eigentümliches gestalterisch oder schöpferisch; BM.: wachsen (V.) (1); F.: kreativ, kreative, kreatives, kreativem, kreativen, kreativer(, kreativere, kreativeres, kreativerem, kreativeren, kreativerer, kreativst, kreativste, kreativstes, kreativstem, kreativsten, kreativster)+FW(+EW); Z.: kre-at-iv
$Kreativität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Kreativität, geistige Schöpfungskraft; E. s. kreativ, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. kreativ; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus kreativ und i sowie tät gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl vor allem dem Menschen eigentümliche geistige Schöpfungskraft; F.: Kreativität+FW(+EW); Z.: Kre-at-iv-it-ät
Kreatur, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kreatur, Geschöpf, Lebewesen; ne. creature; Vw.: -; Hw.: s. kreieren, Kreation, kreativ; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priester Wernher); E.: s. mhd. crēatiure, crēatūre, sw. F., st. F., Kreatur, Geschöpf, Lebewesen, Mensch; mhd. crēatiur, st. F., Kreatur, Geschöpf; mnd. creatūr, F., N., Kreatur“, Geschöpf, Wesen; afrz. creature, F., Kreatur; lat. creātūra, F., Schöpfung, Geschöpf, (348/49-um 413 n. Chr.); vgl. lat. creāre, V., schaffen, hervorbringen, wählen; idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kreatur, EWD s. u. Kreatur, DW 2, 638 (Creatur), Duden s. u. Kreatur; Son.: vgl. nndl. creatuur, Sb., Kreatur; frz. créature, F., Kreatur; nschw. kreatur, N., Kreatur; nnorw. kreatur, N., Kreatur; kymr. creadur, M., Kreatur; nir. créatúr, M., Kreatur; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für ein sachlich auf der Erde aus unbekanntem Grund entwickeltes oder geschaffenes Lebewesen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Kreatur, Kreaturen+FW(+EW); Z.: Kre-at-ur
Krebs, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Krebs, Krustentier, auch eine bösartige wuchernde Krankheit; ne. crab (N.), cancer; Vw.: s. Mutter-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. krebez, st. M., sw. M., Krebs, Krebskrankheit, Sternbild des Krebses; mnd. krēvet, krēft, krefet, M., Krebs, Arzneimittel aus Krebs, Krebs (Tierkreiszeichen), Krebs (Krankheit bzw. bösartiges Geschwür), Rüstung; mnl. creeft, M., Krebs; ahd. krebaz*, krebiz, krebuz, st. M. (a), Krebs (Tier bzw. Krankheit), Krebsgeschwür; as. krėvit*, krėƀit*, st. M. (a), Krebs; germ. *krabita-, *krabitaz, st. M. (a), Krebs; s. idg. *grebʰ-, V., ritzen, krabbeln, kratzen, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krebs, Kluge s. u. Krebs, DW 11, 2127, EWD s. u. Krebs, EWAhd 5, 766, Falk/Torp 52, Duden s. u. Krebs, Bluhme s. u. Krebs; Son.: vgl. nndl. kreeft, Sb., Krebs; frz. écrevisse, F., Krebs; nschw. kräfta, Sb., Krebs; nnorw. kreft, M., Krebs; GB.: (krebaz) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen derzeit weltweit in rund 67000 Arten in dem Wasser lebenden Gliederfüßler und schon in dem Lateinischen (cancer) auch für eine bösartige wuchernde Krankheit; BM.: ritzen; F.: Krebs, Krebses, Krebse, Krebsen+EW; Z.: Kreb-s
$krebsen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. krebsen, Krebse fangen, tasten, herumwühlen; E.: s. Krebs, s. en (Suff.); L.: DW 11, 2131, EWD s. u. Krebs; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Krebs und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Krebse fangen oder tasten oder herumwühlen; F.: krebsen (!), krebse (!), krebst, krebsest, krebset, krebste, krebstest, krebsten, krebstet, gekrebst, ##gekrebst, gekrebste, gekrebstes, gekrebstem, gekrebsten, gekrebster##, krebsend, ###krebsend, krebsende, krebsendes, krebsendem, krebsenden, krebsender###, krebs (!)+EW; Z.: kreb-s-en
$krebsrot, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. krebsrot; E.: s. Krebs, s. rot; L.: DW 11, 2134, EWD s. u. Krebs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Krebs und rot gebildete Bezeichnung für wie ein (gesottener) Krebs rot; F.: krebsrot, krebsrote, krebsrotes, krebsrotem, krebsroten, krebsroter+EW; Z.: kreb-s—rot
$Krebsschaden, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Krebsschaden; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Krebs, s. Schaden; L.: DW 11, 2134, EWD s. u. Krebs; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Krebs und Schaden gebildete Bezeichnung für Krebsgeschwür oder für einen (wie ein Krebsgeschwür) wachsenden Schaden (M.); F.: Krebsschaden, Krebsschadens, Krebsschäden+EW; Z.: Kreb-s—schad-en
Kredenz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kredenz, Anrichte (Anrichteschrank); ne. credence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. credenza; E.: s. it. credenza, F., Glauben (M.), Kredenz, Anrichte; vgl. lat. crēdere, V., glauben, vertrauen auf, meinen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑redʰē-, V., glauben, vertrauen, Pokorny 580; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, k̑red-, N., Herz, Pokorny 579? (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kredenz, DW 11, 2135, EWD s. u. Kredenz, Duden s. u. Kredenz; Son.: s. mhd. crēdenz, st. F., st. N., Beglaubigungsschreiben, Vollmacht, Kredenztisch; mnd. credens (1), credentz, kredens, F., M., Beglaubigungsschreiben; vgl. nndl. credenstafel, Sb., Kredenz; frz. crédence, F., Kredenz; poln. kredens, M., Kredenz; kymr. cred, F., Kredenz; nir. creideamh, M., Kredenz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Anrichte (Anrichteschrank); BM.: glauben; F.: Kredenz, Kredenzen+FW(+EW); Z.: Kred-enz
$kredenzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kredenzen, vorkosten, geben, beglaubigen; E.: s. Kredenz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kredenz, DW 1, 2135, EWD s. u. Kredenz; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kredenz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher aus Sorge vor Vergiftung durch eine Speise mögliches vorkosten oder geben oder beglaubigen; F.: kredenzen, kredenze, kredenzst, kredenzt, kredenzest, kredenzet, kredenzte, kredenztest, kredenzten, kredenztet, ##kredenzt, kredenzte, kredenztes, kredenztem, kredenzten, kredenzter##, kredenzend, ###kredenzend, kredenzende, kredenzendes, kredenzendem, kredenzenden, kredenzender###, kredenz (!)+FW(+EW); Z.: kred-enz-en
Kredit, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Kredit, Darlehen; ne. credit (N.); Vw.: -; Hw.: s. akkreditieren, Kreditor; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. credito; E.: s. it. credito, M., Leihwürdigkeit; lat. crēditum, Anvertrautes, Dargeliehenes, Darlehen; vgl. lat. crēdere, V., glauben, vertrauen auf, meinen; idg. *k̑redʰē-, V., glauben, vertrauen, Pokorny 580; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge s. u. Kredit, fehlt DW, EWD s. u. Kredit, Duden s. u. Kedit; Son.: vgl. nndl. krediet, Sb., Kredit; frz. crédit, M., Kredit; nschw. kredit, Sb., Kredit; nnorw. kreditt, M., Kredit; poln. kredyt, M., Kredit; kymr. credyd, M., Kredit; lit. kreditas, M., Kredit; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen befristet von Menschen Mitmenschen zu ihrer Verfügung gestellten Geldwert (Darlehen); BM.: glauben; F.: Kredit, Kredits, Kredites, Kredite, Krediten+FW(+EW); Z.: Kred-it
$Kreditbrief, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kreditbrief; E.: s. Kredit, s. Brief; L.: EWD s. u. Kredit; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kredit und Brief gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in dem Mittelalter von Menschen entwickelte und verwendete Anweisung an eine Bank dem dadurch Begünstigten Kredit (Darlehen) zu gewähren; F.: Kreditbrief, Kreditbriefs, Kreditbriefes, Kreditbriefe, Kreditbriefen+FW(+EW); Z.: Kred-it—brief
Kreditor, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kreditor, Gläubiger, Geldgeber; ne. creditor; Vw.: -; Hw.: s. Kredit; E.: s. lat. . crēditor; Q.: 1602?; I.: Lw. lat. crēditor; E.: s. lat. crēditor, M., Gläubiger, Geldgeber, Geldverleiher, Wucherer, Schuldner, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. crēdere, V., glauben, vertrauen auf, meinen; idg. *k̑redʰē-, V., glauben, vertrauen, Pokorny 580; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge s. u. Kredit, fehlt DW, Duden s. u. Kreditor; Son.: vgl. nndl. crediteur, M., Kreditor; frz. créditeur, M., Kreditor; nschw. kreditor, Sb., Kreditor; nnorw. kreditor, M., Kreditor; poln. kredytodawca, M., Kreditor; kymr. credydwr, M., Kreditor; nir. creidiúnaí, M., Kreditor; GB.: vielleicht seit 1602 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Geld möglichen Gläubiger oder Geldgeber; BM.: glauben; F.: Kreditor, Kreditors, Kreditoren+FW(+EW); Z.: Kred-it-or
Kredo, Credo, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Kredo, Glaubensbekenntnis, Leitsatz; ne. Credo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; I.: Lw. lat. crēdo; E.: s. lat. crēdo, V. (1. Pers. Sg. Präs. Akt. Ind.), ich glaube; vgl. lat. crēdere, V., glauben, vertrauen auf, meinen; idg. *k̑redʰē-, V., glauben, vertrauen, Pokorny 580; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge s. u. Kredo, EWD s. u. Kredo, Duden s. u. Kredo; Son.: vgl. nndl. Credo, Sb., Kredo; frz. Credo, M., Kredo; poln. credo, Sb., Kredo; kymr. credo, F., Kredo; lit. kredo, Sb. (indekl.), Kredo; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das nach Entwicklung des Christentums geschaffene christliche Glaubensbekenntnis (Anfangswort lat. crēdo) und davon abgeleitet für einen menschlichen Leitsatz; BM.: glauben; F.: Kredo, Kredos, Credo, Credos+FW(+EW); Z.: Kred-o
kregel, krekel, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. kregel, krekel, munter, gesund; ne. lively; Vw.: -; Hw.: s. Krieg?; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl zu der Wortfamilie von Krieg gehörig; vgl. mnd. krēgel (1), Adj., streitlustig, eigensinnig, immer fertig zum Kampfe, hartnäckig, munter, lebensfrisch; mnd. krijghel, Adj., störrisch, hartnäckig; L.: Kluge s. u. kregel, DW 11, 2136, Duden s. u. kregel; Son.: nnorddeutsch; s. mnd. krēgel (1), Adj., streitlustig, eigensinnig, immer fertig zum Kampfe, hartnäckig, munter, lebensfrisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte und wohl mit Krieg verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Lebens mögliches munter oder gesund; BM.: schwer; F.: kregel, kregele, kregeles, kregelem, kregelen, kregeler(, kregelere, kregeleres, kregelerem, kregeleren, kregelerer, kregelst, kregelste, kregelstes, kregelstem, kregelsten, kregelster), krekel, krekele, krekeles, krekelem, krekelen, krekeler(, krekelere, krekeleres, krekelerem, krekeleren, krekelerer, krekelst, krekelste, krekelstes, krekelstem, krekelsten, krekelster)+EW; Z.: kreg-el
Kreide, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Kreide, Schreibkreide, Kalk; ne. chalk (N.), crayon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. krīde (1), sw. F., Kreide; mnd. krīte (1), krīt, M., F., Kreide; mnl. crijt, F., Kreide; ahd. krīda*, sw. F. (n), Kreide; as. krīda*, sw. F. (n), Kreide; anfrk. -; germ. *krēt-, F., Kreide; s. lat. crēta, F., kretische Erde; vgl. lat. Crēta, F.=ON, Kreta; gr. Κρήτη (Krḗtē), F.=ON, Kreta; L.: Kluge 1. A. s. u. Kreide, Kluge s. u. Kreide, DW 11, 2139, EWD s. u. Kreide, EWAhd 5, 783, Duden s. u. Kreide, Bluhme s. u. Kreide; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. krijt, Sb., Kreide; frz. craie, F., Kreide; nschw. krita, Sb., Kreide; nnorw. kritt, N., Kreide; poln. kreda, F., Kreide; lit. kreida, F., Kreide; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in unvermischter Form weißen und weiß färbenden erdigen und weichen Kalkstein (Calciumsulfat) wie er für die Insel Kreta in dem Mittelmeer prägend ist; BM.: ON; F.: Kreide, Kreiden+FW(+EW); Z.: Kreid-e
$kreidebleich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kreidebleich; E.: s. Kreide, s. bleich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kreide; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kreide und bleich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wie Kreide bleich; F.: kreidebleich, kreidebleiche, kreidebleiches, kreidebleichem, kreidebleichen, kreidebleicher(, kreidebleichere, kreidebleicheres, kreidebleicherem, kreidebleicheren, kreidebleicherer, kreidebleichst, kreidebleichste, kreidebleichstes, kreidebleichstem, kreidebleichsten, kreidebleichster)+FW+EW; Z.: kreid-e—blei-ch
$kreidig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kreidig, Kreide betreffend, kreideartig; E.: s. Kreid(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kreide, DW 11, 2143 (kreidicht), EWD s. u. Kreide; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kreid(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Kreide betreffend oder kreideartig; F.: kreidig, kreidige, kreidiges, kreidigem, kreidigen, kreidiger+FW+EW; Z.: kreid-ig
kreieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. kreieren, schöpfen (V.) (2), erschaffen (V.), schaffen, ernennen, erwählen; ne. create; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. creāre; E.: s. lat. creāre, V., schaffen, hervorbringen, wählen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. kreieren, fehlt DW, EWD s. u. kreieren, Duden s. u. kreieren; Son.: vgl. nndl. creëren, V., kreieren; frz. créer, V., kreieren; nschw. kreera, V., kreieren; nnorw. kreere, V., kreieren; poln. kreować, V., kreieren; kymr. creu, Adj., kreieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schöpfen oder erschaffen (V.) oder schaffen oder ernennen oder erwählen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: kreieren, kreiere (!), kreierst, kreiert, kreierest, kreieret, kreierte, kreiertest, kreierten, kreiertet, ##kreiert, kreierte, kreiertes, kreiertem, kreierten, kreierter##, kreierend, ###kreierend, kreierende, kreierendes, kreierendem, kreierenden, kreierender###, kreier (!)+FW+EW; Z.: kre-ier-en
Kreis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kreis, Kreislinie, Kreisscheibe; ne. circle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kreisel; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. kreiz (1), st. M., Kreislinie, Umkreis, Zauberkreis, Landeskreis, Gebiet; mnd. krēs, kreis, kreys, kreiz, kreitz, kreisch, kreysch, M., Kreis, eingehegter Ring, eingewiegter Kampfkreis, Gerichtsring; mnl. krijt, N., Kreis; ahd. kreiz, st. M. (a), Kreis, Umkreis, Erdkreis, Einritzung; as. -; anfrk. -; germ. *kraita-, *kraitaz, *kraitja-, *kraitjaz, *krīta-, *krītaz, st. M. (a), Kreis, Ritzung; s. idg. *gred-?, *grod-?, V., kratzen, Pokorny 405? (578/62) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kreis, Kluge s. u. Kreis, DW 11, 2144, EWD s. u. Kreis, EWAhd 5, 771, Falk/Torp 53, Duden s. u. Kreis, Bluhme s. u. Kreis; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *kreitus?, st. M. (u), Kreis; nndl. (dial.) krijt, Sb., Ring, Gebiet, Kampfplatz; GB.: seit um 1120 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Natur in der Form von Sonne und Mond und Blüten und Jahresringen sowie Wellen eines in ein Wasser gefallenen oder geworfenen Steines sowie vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums (Babylonier) in der Vorstellung des Menschen mögliche gleichmäßig runde und in sich geschlossene Linie deren Punkte unabhängig von der durch den Radius bestimmten Größe alle den gleichen Abstand von dem Mittelpunkt haben und die nach dem Vorbild der ein Zahlensystem auf der Grundlage von 60 (Sexagesimalsystem) (entsprechend der ungefähren Zahl der Tage eines Jahres?) entwickelnden Babylonier in 360 Grad geteilt wird; BM.: kratzen; F.: Kreis, Kreises, Kreise, Kreisen+EW; Z.: Kreis
kreischen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. kreischen, grell schreien, scharf schreien; ne. screech (V.), shriek (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: mhd. krīschen, st. V., kreischen; mnd. krīschen (1), krissen, krisken, sw. V., kreischen, hell schreien, heulen, zischen, prasseln; mnd. krēsen* (1), kreisen, sw. V., kreischen, schreien; mnl. criscen, V., kreischen; vgl. mhd. krīe, st. F., Schrei, Schlachtruf; s. afrz. cri, M., Geschrei; lat. quirritāre, V., quieken (wie ein Eber); lautmalerisch; oder von germ. *kreiskan, st. V., kreischen; idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kreischen, Kluge s. u. kreischen, DW 11, 2153, EWD s. u. kreischen, Seebold 306, Duden s. u. kreischen, Bluhme s. u. kreischen; Son.: vgl. nndl. krijsen, V., kreischen; GB.: (krīschen) seit 1347-1359 belegte und vielleicht mit dem Altfranzösischen und Lateinischen des Altertums verbindbare oder für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches grell schreien oder scharf schreien; BM.: schreien; F.: kreischen, kreische, kreischst, kreischt, kreischest, kreischet, kreischte, kreischtest, kreischten, kreischtet, gekreischt, ##gekreischt, gekreischte, gekreischtes, gekreischtem, gekreischten, gekreischter##, kreischend, ###kreischend, kreischende, kreischendes, kreischendem, kreischenden, kreischender###, kreisch (!)+FW?+EW+EW; Z.: krei-sch-en
Kreisel, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Kreisel, drehbarer Körper; ne. centrifugal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. *kreizel, st. N., Kreisel; mhd. krūsel (2), st. F., Kreisel; mhd. kreiz (1), st. M., Kreislinie, Umkreis, Zauberkreis, Landeskreis, Gebiet; mnd. krēs, kreis, kreys, kreiz, kreitz, kreisch, kreysch, M., Kreis, eingehegter Ring, eingewiegter Kampfkreis, Gerichtsring; ahd. kreiz, st. M. (a), Kreis, Umkreis, Erdkreis, Einritzung; as. -; anfrk. -; germ. *kraita-, *kraitaz, *kraitja-, *kraitjaz, *krīta-, *krītaz, st. M. (a), Kreis, Ritzung; s. idg. *gred-?, *grod-?, V., kratzen, Pokorny 405? (578/62) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kreisel, Kluge s. u. Kreisel, DW 11, 2156, EWD s. u. Kreisel, Duden s. u. Kreisel, Bluhme s. u. Kreisel; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Kreis und el gebildete Bezeichnung für einen von Menschen zu unbekannter Zeit wohl aus Holz entwickelten und verwendeten und in Homers Ilias aus dem 8. Jh. v. Chr. bereits erwähnten gleichmäßig um eine Achse gebauten drehbaren Körper; BM.: kratzen; F.: Kreisel, Kreisels, Kreiseln+EW; Z.: Kreis-el
$kreiseln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kreiseln, sich wie ein Kreisel drehen, mit dem Kreisel spielen; E.: s. Kreisel, s. (e)n; L.: DW 11, 2157, EWD s. u. Kreisel; GB.: vielleicht (schon mhd. oder) seit 16. Jh. belegte und aus Kreisel und (e)n gebildete Bezeichnung für sich wie ein Kreisel drehen oder mit dem Kreisel spielen; F.: kreiseln (!), kreisel (!), kreisle, kreisele, kreiselst, kreiselt, kreiselte, kreiseltest, kreiselten, kreiseltet, gekreiselt, gekreiselte, gekreiseltes, gekreiseltem, gekreiselten, gekreiselter, kreiselnd, kreiselnde, kreiselndes, kreiselndem, kreiselnden, kreiselnder+EW+FW; Z.: kreis-el-n
$kreisen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kreisen, einen Kreis bilden; Vw.: s. ein-, um-; E.: s. Kreis, s. en; L.: Kluge s. u. Kreis, EWD s. u. Kreis; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Kreis und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Kreis bilden oder eine Kreislinie machen; F.: kreisen (!), kreise (!), kreisst, kreist, kreisest, kreiset, kreiste, kreistest, kreisten, kreistet, gekreist, ##gekreist, gekreiste, gekreistes, gekreistem, gekreisten, gekreister##, kreisend, ###kreisend, kreisende, kreisendes, kreisendem, kreisenden, kreisender###, kreis (!)+EW; Z.: kreis-en
$Kreislauf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kreislauf; Vw.: s. Blut-; E.: s. Kreis, s. Lauf; L.: DW 11, 2159, EWD s. u. Kreis; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kreis und Lauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Lauf in einem Kreis wie beispielsweise der Jahreszeiten oder auch des Wassers auf der Erde oder des Blutes in einem Körper oder den Lungenkreislauf oder den Kohlenstoffkreislauf oder den Stickstoffkreislauf; F.: Kreislauf, Kreislaufes, Kreislaufs, Kreisläufe, Kreisläufen+EW; Z.: Kreis—lauf
kreißen, nhd. (ält.), V., (13. Jh.): nhd. kreißen, Geburtswehen haben, in Geburtswehen liegen, schreien, schreiend rufen, reden, ächzen, stöhnen; ne. be in labour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: mhd. krīzen (1), st. V., scharf schreien, kreischen, stöhnen; mnd. krīten, kriten, st. V., schreien, kreischen, heulen, mit Geschrei; germ. *kreitan?, *krītan?, st. V., kreischen; vgl. idg. *ger- (2), V., schreien, tönen, knarren, Pokorny 383 (556/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kreisen, Kluge s. u. kreißen, DW 11, 2164 (kreiszen), EWD s. u. kreißen, Duden s. u. kreißen, Bluhme s. u. kreissen; GB.: seit 1290-1300 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Geburtswehen haben und dabei wegen der dabei naturgemäß entstehenden Schmerzen schreien oder stöhnen; BM.: schreien; F.: kreißen, kreiße, kreißst, kreißt, kreißest, kreißet, kreißte, kreißtest, kreißten, kreißtet, gekreißt, ##gekreißt, gekreißte, gekreißtes, gekreißtem, gekreißten, gekreißter##, kreißend, ###kreißend, kreißende, kreißendes, kreißendem, kreißenden, kreißender###, kreiß (!)+EW; Z.: krei-ß-en
$Kreißsaal, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Kreißsaal, Entbindungsraum; E.: s. kreiß(en), s. Saal; L.: Kluge s. u. kreißen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus kreiß(en) und Saal gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit 250 Jahren von Menschen entwickelten und verwendeten besonderen Entbindungsraum; F.: Kreißsaal, Kreißsaales, Kreißsaals, Kreißsäle, Kreißsälen+EW; Z.: Krei-ß—saal
krekel, nhd., Adj.: nhd. krekel; Vw.: s. kregel
Krelle, nhd., F.: nhd. Krelle; Vw.: s. Kralle
Krem, nhd., F.: nhd. Krem; Vw.: s. Creme
Krematorium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Krematorium, Anlage für Leichenverbrennung; ne. crematorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1870; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cremāre, V., verbrennen, einäschern; s. idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571 (881/113) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Krematorium, EWD s. u. Krematorium, Duden s. u. Krematorium; Son.: vgl. nndl. crematorium, Sb., Krematorium; frz. crématorium, M., Krematorium; nschw. krematorium, N., Krematorium; nnorw. krematorium, N., Krematorium; poln. krematorium, Sb., Krematorium; kymr. crematoriwm, M., Krematorium; nir. créamatóir, M., Krematorium; lit. krematoriumas, M., Krematorium; GB.: seit um 1870 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (lat. cremātor, M. Verbrenner) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen (1752 neuzeitliche Feuerbestattung auf Schloss Roßwald in Österreichisch-Schlesien, 1878 Krematorium Gotha) entwickelte und verwendete Anlage für Leichenverbrennung oder Feuerbestattung; BM.: brennen; F.: Krematorium, Krematoriums, Krematorien+FW; Z.: Kre-m-at-or-i-um
...krement, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ...krement, …scheidung; ne. ...crement; Vw.: s. Ex-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: vgl. .); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...crement, Suff., ...krement; frz. ...crément, Suff., ...krement; nschw. ...crement, Suff., ...krement; nnorw. ...krement, Suff., ...krement; poln. ...krementy, Suff., ...krement; nir. ...créid, Suff., ...krement; lit. ...krementai, Suff., ...krement; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung für Scheidung oder Trennung; BM.: schneiden; F.: ...krement, ...krementes, ...krements, ...kremente, ...krementen+FW; Z.: -kre-m-ent
Krempe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Krempe, Hutkrempe, Hutrand; ne. brim (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krampe, Krampf, Krempel (2); Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vgl. mnd. krampe (2), F., Krampe, zweiseitiger Haken (M.), Klammer in die der Türriegel oder Fensterriegel fasst, Krampe die Mauerwerk oder Holzarbeiten zusammenhält, Klammer zu einem besseren Anfassen von Gegenständen; as. krampo, sw. M. (n), Krampe, Haken (M.), Krampf, Gicht; germ. *krampō, st. F. (ō), Krampe, Klammer; vgl. idg. gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krämpe, Kluge s. u. Krempe, DW 11, 2007 (Krämpe), EWD s. u. Krempe, Duden s. u. Krempe, Bluhme s. u. Krempe; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Rand an einem Hut (M.); BM.: drehen bzw. zusammenfassen?; F.: Krempe, Krempen+EW; Z.: Kre-m-p-e
Krempel (1), nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Krempel (M.), Gerümpel, wertloses Zeug; ne. stuff (N.), junk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. grempel, M., Krempel (M.), Trödlerkram; it. coprare, V., kaufen; lat. comparāre (1), V., beschaffen (V.), anschaffen, kaufen, erwerben, verschaffen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten, rüsten, sich anschicken; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge 1. A. s. u. Grempelmarkt, Kluge s. u. Krempel 1, fehlt DW, EWD s. u. Krempel, Duden s. u. Krempel, Bluhme s. u. Krempel; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie teilweise dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit wertloser von Menschen hergestellter Gegenstände oder Gerümpel; BM.: mit, gebären; F.: Krempel, Krempels+FW+EW; Z.: K-rem-pel
Krempel (2), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Krempel (F.), Spitzhacke, Haue, Kralle; ne. carding machine; Vw.: -; Hw.: s. Krampe, Krempe, Krampf; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. krempel, st. M., st. N., Krempel (F.), kleine Spitzhacke, Kralle, Häkchen, geringfügige Sache; vgl. mhd. krampe, sw. M., Spitzhaue; mnd. krampe (2), F., Krampe, zweiseitiger Haken (M.), Klammer in die der Türriegel oder Fensterriegel fasst, Krampe die Mauerwerk oder Holzarbeiten zusammenhält, Klammer zum besseren Anfassen von Gegenständen; as. krampo, sw. M. (n), Krampe, Haken (M.), Krampf, Gicht; germ. *krampō, st. F. (ō), Krampe, Klammer; vgl. idg. gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krämpel, Kluge s. u. Krempel, DW 11, 2167, vgl. DW 11, 2008 (krämpel, krampel), Duden s. u. Krempel; GB.: seit um 1340 belegte und mit Kramp(e) und el verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Auflockern von Faserbüscheln; BM.: zusammenfassen; F.: Krempel, Krempeln+EW; Z.: Krem-p-el
$krempeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. krempeln, stülpen, schlagen; Vw.: s. auf-, um-; E.: s. Kremp(e), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Krempe, DW 11, 2008 (krämpeln), EWD s. u. Krempe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kremp(e) und el sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für stülpen oder schlagen; F.: krempeln, krempel (!), kremple, krempele, krempelst, krempelt, krempelte, krempeltest, krempelten, krempeltet, gekrempelt, ##gekrempelt, gekrempelte, gekrempeltes, gekrempeltem, gekrempelten, gekrempelter##, krempelnd, ###krempelnd, krempelnde, krempelndes, krempelndem, krempelnden, krempelnder###, krempel (!)+EW; Z.: kre-m-p-el-n
$krempen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. krempen, stülpen, schlagen; E.: s. Kremp(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Krempe, DW 11, 2009f. (krämpen), EWD s. u. Krempe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kremp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für stülpen oder schlagen; F.: krempen, krempe (!), krempst, krempt, krempest, krempet, krempte, kremptest, krempten, kremptet, gekrempt, ##gekrempt, gekrempte, gekremptes, gekremptem, gekrempten, gekrempter##, krempend, ###krempend, krempende, krempendes, krempendem, krempenden, krempender###, kremp (!)+EW; Z.: kre-m-p-en
Kremser, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kremser, Mietwagen; ne. charabanc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1820-1830; E.: von dem PN Kremser eines Berliner Hofagenten der 1825 als erster die Erlaubnis zu einem Betrieb von Mietwagen erhielt; L.: Kluge s. u. Kremser, fehlt DW, EWD s. u. Kremser, Duden s. u. Kremser; GB.: seit 1720-1830 belegte und nach einem PN gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten von Pferden gezogenen und mehrsitzigen sowie an den Seiten offenen Mietwagen mit Verdeck; BM.: PN; F.: Kremser, Kremsers, Kremsern+EW; Z.: Krems-er
Kren, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kren, Meerrettich; ne. horseradish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. krēn, M., Meerrettich; mhd. krēne, sw. M.?, Kren, Meerrettich; ahd. krēn*, st. M. (a?, i?), Kren, Meerrettich; aus urslaw. *chrĕnъ, Sb., Kren, Meerrettich; L.: Kluge s. u. Kren, DW 11, 2167, EWD s. u. Kren, EWAhd 5, 774, Duden s. u. Kren, Bluhme s. u. Kren; Son.: vgl. polnh. chrzan, M., Kren; lit. krienas, M., Kren, Meerrettich; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Urslawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche und wohl etwas früher aus dem Osten nach Mitteleuropa gebrachte und in Bayern und Österreich auch als Kren bezeichnete Gemüsepflanze Meerrettich; BM.: ?; F.: Kren, Krens, Krenes+EW; Z.: Kren
krepieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. krepieren, verrecken, elend sterben; ne. perish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. crepare; E.: it. crepare, V., bersten, aufbrechen, krepieren; lat. crepāre, V., klappern, knattern, knurren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. krepieren, DW 11, 2169, EWD s. u. krepieren, Duden s. u. krepieren, Bluhme s. u. krepieren; Son.: vgl. nndl. creperen, V., krepieren; frz. crever, V., krepieren; nschw. krevera, V., krepieren; nnorw. kerpere, V., krepieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für verrecken oder elend sterben; BM.: klappern bzw. krächzen; F.: krepieren, krepiere, krepierst, krepiert, krepierest, krepieret, krepierte, krepiertest, krepierten, krepiertet, ##krepiert, krepierte, krepiertes, krepiertem, krepierten, krepierter##, krepierend, ###krepierend, krepierende, krepierendes, krepierendem, krepierenden, krepierender###, krepier (!)+FW(+EW); Z.: kre-p-ier-en
Krepp, Crep, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Krepp, ein Gewebe; ne. crepe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. crêpe; E.: s. frz. crêpe, M., Krepp; von frz. cresp, M., Krepp; letztlich von lat. crīspus, Adj., kraus, gekräuselt, vibrierend, zitternd, (um 250-184 v. Chr.); idg. *skreis-, *kreis-, V., drehen, biegen, bewegen, schütteln, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Krepp, DW 11, 2169, EWD s. u. Krepp, Duden s. u. Krepp; Son.: vgl. nndl. krip, Sb., Krepp; nschw. kräpp, Sb., Krepp; nnorw. krepp, M., Krepp; poln. krepa, F., Krepp; lit. krepas, M., Krepp; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes weich fallendes genarbtes oder fein gekräuseltes Gewebe mit sandig rauer Oberfläche; BM.: drehen; F.: Krepp, Krepps, Crep, Creps+FW(+EW); Z.: Kre-p-p
$Krepppapier, Kreppapier, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Krepppapier; E.: s. Krepp, s. Papier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Krepp; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Krepp und Papier gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete weiche und elastische Art von Papier; F.: Krepppapier, Krepppapieres, Krepppapiers, Krepppapiere, Krepppapieren, Kreppapier, Kreppapieres, Kreppapiers, Kreppapiere, Kreppapieren+FW; Z.: Kre-p-p—papier
$Kreppsohle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kreppsohle, weiche Schuhsohle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Krepp; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Krepp und Sohle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete weiche Schuhsohle; F.: Kreppsohle, Kreppsohlen+FW+EW; Z.: Kre-p-p—sohl-e
kress, nhd. (ält.), Adj., (20. Jh.): nhd. kress, orange (Adj.), orangefarben, orangenfarben; ne. orange (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kresse; Q.: 20. Jh.; E.: eingeführt in Anlehnung an die Blütenfarbe der Kapuzinerkresse; s. Kresse (1); L.: Kluge s. u. kress, fehlt DW, Duden s. u. kress; GB.: seit 20. Jh. belegte und in Anlehnung an die Blütenfarbe der Kapuzinerkresse gebildete Bezeichnung für orange oder orangefarben oder orangenfarben; BM.: eine Blütenfarbe; F.: kress, kresse, kresses, kressem, kressen, kresser+EW; Z.: kress
Kresse (1), nhd., (M.,) F., (10. Jh.): nhd. Kresse (F.) (1), ein Kraut mit frisch bitterem Geschmack; ne. cress; Vw.: -; Hw.: s. kress; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. kresse, sw. M., sw. F., Kresse (F.) (1); mnd. kerse (2), kertze, kērse, karse, F., Kresse, Gartenkresse, Brunnenkresse, Salat, Kraut, Gewürz; mnl. kerse, F., Kirsche; ahd. kressa*, sw. F. (n), Kresse (F.) (1), Gartenkresse, Brunnenkresse; ahd. kresso (2), krasso*, sw. M. (n), Kresse (F.) (1), Gartenkresse, Brunnenkresse; as. krasso*, sw. M. (n), Kresse (F.) (1); anfrk. *kresso, Sb., Kresse; germ. *krasō-, *krasōn, *krasa-, *krasan, *krasjō-, *krasjōn, *krasja-, *krasjan, Sb., Kresse (F.) (1); s. idg. *gras-?, *grō̆s-?, V., fressen, verschlingen, nagen, knabbern, Pokorny 404 (576/60) (RB. idg. aus gr., ital., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Kresse 1, Kluge s. u. Kresse 1, EWD s. u. Kresse, DW 11, 2171, EWAhd 5, 777, Falk/Torp 53, Duden s. u. Kresse, Bluhme s. u. Kresse; Son.: vgl. afries. -; ae. cressa, sw. M. (n), Kresse (F.) (1); an. -; got. -; frz. cresson, M., Kresse (F.) (1); nschw. krasse, Sb., Kresse (F.) (1); nnorw. karse, M., Kresse (F.) (1); ? lett. griêzîgs, Adj., scharf, schneidig; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche zu den Kreuzblütlern gehörende und als Gewürz oder Gemüse verwendete Pflanze mit fiederteiligen (!) oder stark gespaltenen Blättern und kleinen, weißlichen oder grünlichen traubigen Blüten und kleinen rundlichen Schoten; BM.: fressen; F.: Kresse, Kressen+EW; Z.: Kress-e
Kresse (2), nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Kresse (F.) (2), ein Flussfisch, ein Gründling; ne. a fish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. kresse, sw. M., Kresse (F.) (2), ein Flussfisch; vielleicht zu mhd. kresen, krīsen, st. V., kresen, kriechen, sich allmählich verbreiten; ahd. kresan*, st. V. (5), kriechen, schleichen, sich stemmen; germ. *kresan, st. V., kriechen; s. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kresse 2, kluge s. u. Kresse 2, DW 11, 2172, Duden s. u. Kresse; GB.: (kresse) seit 14. Jh. belegte und vielleicht über kresen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen Flussfisch; BM.: kriechen bzw. drehen?; F.: Kresse, Kressen+EW; Z.: Kre-s-s-e
$Kressling, nhd., M., (?): nhd. Kressling, Gründling; E.: s. Kress(e), s. ling; L.: Kluge s. u. Kresse 2; GB.: seit (?) belegte und aus Kress(e) und ling gebildete sowie vielleicht über kresen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen Flussfisch (Kresse) F.: Kressling, Kresslings, Kresslinge, Kresslingen+EW; Z.: Kre-s-s-ling
Kreszenz, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kreszenz, Herkunft, Wachstum, eine Rebsorte; ne. provenance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. crēscentia; E.: s. lat. crēscentia, F., Wachsen (N.) (1), Zunehmen, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. crēscere, V., anfangen hervorzukommen, nach und nach hervorkommen, wachsen (V.) (1), hervorwachsen, (204-169 v. Chr.); idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kreszenz, Duden s. u. Kreszenz; Son.: vgl. ne. crescent, N., Halbmond; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Herkunft edlen Weines oder eine Rebsorte; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Kreszenz, Kreszenzen+FW+EW; Z.: Kre-sz-enz
Krethi und Plethi, nhd., Redewendung, (18. Jh.): nhd. Krethi und Plethi, Hinz und Kunz, gemischte Gesellschaft, alle Welt; ne. every Tom Dick and Harry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1710; E.: von den Kretern und Philistern; gr. Κρήτη (Krḗtē), F.=ON, Kreta; hebr. pelistīm, M. Pl., Philister; L.: Kluge s. u. Krethi und Plethi, DW 11, 2173, EWD s. u. Krethi und Plethi, Duden s. u. Krethi und Plethi; Son.: vgl. nschw. kreti och pleti, Redewendung, Krethi und Plethi; nnorw. kreti og pleti, Redewendung, Krethi und Plethi; GB.: seit 1710 belegte und aus dem Griechischen des Altertums und dem Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine gemischte Gesellschaft; BM.: PN von Mitgliedern der Leibwache König Davids?; F.: Krethi und Plethi+FW(+EW?); Z.: Krethi und Plethi
Kretin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kretin, Schwachsinniger; ne. cretin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. crétin; E.: s. frz. crétin, M., Kretin; eine Weiterentwicklung von afrz. crestien, M., Christenmensch; lat. Chrīstiānus, M., Christ (M.), Angehöriger der Christenheit, frommer Christ, Bischof, (um 160-220 n. Chr.); vgl. gr. χριστός (christós), M., Gesalbter, Christus, (Lüs. hebr. māsīah, maschiach, Sb., Messias, Gesalbter); vgl. gr. χρίειν (chríein), V., bestreichen, salben, färben; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kretin, fehlt DW, EWD s. u. Kretin, Duden s. u. Kretin; Son.: vgl. nndl. cretin, Sb., Kretin; nschw. kretin, Sb., Kretin; nnorw. kretiner?, M.?, Kretin; poln. kretyn, M., Kretin; kymr. cretin, M., Kretin; nir. creitín, M., Kretin; lit. kretinas, M., Kretin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen als unvorstellbar dumm angesehenen Menschen (Christenmenschen); BM.: reiben bzw. Vorstellung dass schwachsinnige Menschen unschuldig sind; F.: Kretin, Kretins+FW; Z.: Kre-t-in
$Kretinismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kretinismus; E.: s. Kretin, s. ismus; L.: Kluge s. u. Kretin, fehlt DW, EWD s. u. Kretin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kretin und ismus gebildete Bezeichnung für eine von Jodmangel verursachte Kleinwuchs und geistige Behinderung bewirkende Erkrankung von Menschen beispielsweise in der Schweiz bis Ende des 19. Jh.; F.: Kretinismus+FW; Z.: Kre-t-in-ism-us
...kretion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...kretion; ne. ...cretion; Vw.: s. Dis-, Indis-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. crētio, F., Willenserklärung, Übernahme der Erbschaft, Deliberationsfrist, (116-27 v. Chr.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...cretie, Suff., ...kretion; nschw. ...kretion, Suff., ...kretion; nnorw. ...kresjon, Suff., ...kretion; poln. ...krecja, Suff., ...kretion; kymr. ...gresiwn, Suff., ...kretion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von femininen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...kretion, ...kretionen+FW; Z.: -kre-t-io-n
$Kretschem, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Dorfschenke; E.: mhd. kretscheme, aus dem Slawischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Kretschem, DW 11, 2173; GB.: seit 1324 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Dorfschenke; F.: Kretschem, Kretschems, Kretscheme, Kretschemen+FW+EW; Z.: Kretsch-em
kreuchen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kreuchen, kriechen; ne. crawl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Form von kriechen (s. d.); L.: Kluge s. u. kreuchen, DW 11, 2176, Duden s. u. kreuchen; Son.: meist nur in der Redewendung „kreucht und fleucht“; GB.: seit 16. Jh. belegte und zu kriechen gehörige Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich mit dem ganzen Körper dicht an dem Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend und meist nicht schnell fortbewegen; BM.: winden; F.: kreuchen, kreuche, kreuchst, kreucht, kreuchest, kreuchet, kreuchte, kreuchtest, kreuchten, kreuchtet, gekreucht, ##gekreucht, gekreuchte, gekreuchtes, gekreuchtem, gekreuchten, gekreuchter##, kreuchend, ###kreuchend, kreuchende, kreuchendes, kreuchendem, kreuchenden, kreuchender###, kreuch (!)+EW; Z.: kreu-ch-en
Kreude, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Kreude, Pflaumenmus; ne. plum puree; Vw.: -; Hw.: s. Kraut (1); Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. krǖde, F., Kraut, Pflanze, Gewächs; vgl. mnd. krūt (1), kruet, kruyt, N., Kraut, grünes Kraut, Gewürz, Gewürzpflanze, Spezerei jeder Art, Konfekt, Pulver, Schießpulver; s. germ. *krūda-, *krūdam, st. N. (a), Kraut; s. idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß, Pokorny 479 (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kreude, DW 11, 2176, Duden s. u. Kreude; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit Kraut und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Pflaumenmus; BM.: Stange?; F.: Kreude, Kreuden+EW; Z.: Kreu-d-e
Kreuz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Kreuz, Marterpfahl, Last; ne. cross (N.); Vw.: s. Andreas-; Hw.: s. Crux, Kruzifix, kreuzen (1), kreuzen (2); Q.: 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. kriuze, kriuz, st. N., Kreuz, Mühsal, Not, Kruzifix; mnd. krǖze, kruze, krūce, cruece, kruse, cruese, crusse, cryce, N., Kreuz, kreuzförmig angeordnete Hölzer, kreuzförmiges Gerät, Brunnenkreuz, Webergalgen, Kreuzgalgen, Kreuz Christi, Kreuzsymbol; mnl. cruce, N., Kreuz; ahd. krūzi*, st. N. (ja), Kreuz, Leiden am Kreuz, Kreuzestod; as. krūci*, krūzi*, st. N. (ja), Kreuz; anfrk. kruci, N., Kreuz; lat. crux, F., Kreuz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kreuz, Kluge s. u. Kreuz, DW 11, 2176, EWD s. u. Kreuz, EWAhd 5, 842, Duden s. u. Kreuz, Bluhme s. u. Kreuz; Son.: vgl. afries. kriōze, kriōse, kriōce, kriūs, st. N. (ja), Kreuz; ae. cross, Sb., Kreuz; ae. crūc, st. M. (a), Kreuz; an. kross, st. M. (a), Kreuz; nndl. kruis, Sb., Kreuz; frz. croix, M., Kreuz; nschw. kors, kryss, N., Kreuz; nnorw. kryss, kors, N., Kreuz; poln. krzyż, M., Kreuz; kymr. croes, F., Kreuz; nir. crois, F., Kreuz; lit. kryžius, M., Kreuz; GB.: seit um 790 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus zwei oder mehr sich rechtwinkelig oder schräg schneidenden verschieden (lang) ausgestalteten Balken oder Armen gebildeten Gegenstand oder eine daraus bestehende Last; BM.: drehen; F.: Kreuz, Kreuzes, Kreuze, Kreuzen+FW; Z.: Kreu-z
$kreuzbrav, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kreuzbrav, sehr brav; E.: s. Kreuz, s. brav; L.: DW 11, 2187; GB.: seit 18. Jh. belegte und in den Teilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Kreuz und brav gebildete Bezeichnung für sehr brav; L.: EWD s. u. Kreuz; F.: kreuzbrav, kreuzbrave, kreuzbraves, kreuzbravem, kreuzbraven, kreuzbraver(, kreuzbravere, kreuzbraveres, kreuzbraverem, kreuzbraveren, kreuzbraverer, kreuzbravst, kreuzbravste, kreuzbravstes, kreuzbravstem, kreuzbravsten, kreuzbravster)+FW(+EW); Z.: kreu-z—b-rav
$kreuzdonnerwetter, nhd., Interj., (?): nhd. kreuzdonnerwetter; E.: s. Kreuz, s. Donnerwetter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit (?) belegte und aus Kreuz und Donnerwetter gebildete Bezeichnung für ein besonders schweres Donnerwetter; F.: kreuzdonnerwetter+FW+EW; Z.: kreu-z—don-n-er—we-t-t-er
kreuzen (1), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. kreuzen (V.) (1), kreuzigen, an ein Kreuz schlagen; ne. cross (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kreuz, kreuzen (2); Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kriuzen, sw. V., kreuzigen, bekreuzigen; mnd. krǖzen (1), kruzen, krusen, sw. V., „kreuzen“, kreuzigen, an ein Kreuz schlagen, mit Kreuzen die Grenze versehen (V.); mnl. crucen, sw. V., kreuzen (V.) (1); ahd. krūzōn*, sw. V. (2), kreuzigen, ans Kreuz schlagens. lat. cruciāre, V., kreuzigen, martern, quälen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. crux, F., Kreuz, Marterholz; idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kreuzen 1, EWD s. u. kreuzen 1, DW 11, 2188, EWAhd 5, 846, Duden s. u. kreuzen; Son.: vgl. an. krossa, sw. V., mit dem Kreuz bezeichnen; nndl. kruisen, V., kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2); frz. croiser, V., kreuzen (V.) (1); nschw. kryssa, korsa, V., kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2); nnorw. krysse, V., kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2); poln. kryżować, V., kreuzen (V.) (1); kymr. croesi, V., kreuzen (V.) (1); GB.: seit 863-871 belegte und aus Kreuz und en gebildete Bezeichnung für ein Kreuz machen oder kreuzigen oder an ein Kreuz schlagen; BM.: drehen; F.: kreuzen (!), kreuze (!), kreuzst, kreuzt, kreuzest, kreuzet, kreuzte, kreuztest, kreuzten, kreuztet, gekreuzt, ##gekreuzt, gekreuzte, gekreuztes, gekreuztem, gekreuzten, gekreuzter##, kreuzend, ###kreuzend, kreuzende, kreuzendes, kreuzendem, kreuzenden, kreuzender###, kreuz (!)+FW(+EW); Z.: kreu-z-en
kreuzen (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kreuzen (V.) (2), hinfahren und herfahren; ne. cruise (V.); Vw.: -; Hw.: s. kreuzen (1), Kreuz; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. kruisen; E.: s. nndl. kruisen, kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2), hinfahren und herfahren; vgl. nndl. kruis, Sb., Kreuz; lat. crux, F., Kreuz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kreuzen 2, EWD s. u. kreuzen 2, Duden s. u. kreuzen; Son.: vgl. frz. croiser, V., kreuzen (V.) (1); nschw. kryssa, korsa, V., kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2); nnorw. krysse, V., kreuzen (V.) (1), kreuzen (V.) (2); kymr. criwsio, V., kreuzen (V.) (2); lit. kryžiuoti, V., kreuzen (V.) (2); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes in einem bestimmten Bereich ohne angesteuertes Ziel hinfahren und herfahren oder ähnlich einem Kreuz in verschiedene Richtungen fahren um voranzukommen; BM.: drehen; F.: kreuzen (!), kreuze (!), kreuzst, kreuzt, kreuzest, kreuzet, kreuzte, kreuztest, kreuzten, kreuztet, gekreuzt, ##gekreuzt, gekreuzte, gekreuztes, gekreuztem, gekreuzten, gekreuzter##, kreuzend, ###kreuzend, kreuzende, kreuzendes, kreuzendem, kreuzenden, kreuzender###, kreuz (!)+FW(+EW?); Z.: kreu-z-en
$Kreuzer (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kreuzer; Vw.: s. Etsch-; E.: s. Kreuz, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kreuzer, DW 11, 2188, EWD s. u. Kreuzer; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Kreuz und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Münze mit einer Abbildung eines Kreuzes; F.: Kreuzer, Kreuzers, Kreuzern+FW(+EW); Z.: Kreu-z-er
$Kreuzer (2), nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Kreuzer; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. kreuz(en), s. er (Suff.); L.: DW 11, 2188, EWD s. u. kreuzen 2; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus kreuz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein mittelgroßes Kriegsschiff; F.: Kreuzer, Kreuzers, Kreuzern+FW(+EW); Z.: Kreu-z-er
$Kreuzfahrer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kreuzfahrer, Kreuzritter; E.: s. Kreuz, s. Fahrer; L.: Kluge s. u. Kreuzfahrer, DW 11, 2191, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kreuz und Fahrer gebildete Bezeichnung für einen zwischen 1095 und 1291 in einem Kreuzzug unter dem Zeichen des Kreuzes in das Heilige Land fahrenden Ritter (Kreuzritter) oder Kämpfer; F.: Kreuzfahrer, Kreuzfahrers, Kreuzfahrern+FW+EW; Z.: Kreu-z—fahr-er
$Kreuzfeuer, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kreuzfeuer, Beschuss aus verschiedenen Richtungen; E.: s. Kreuz, s. Feuer; L.: DW 11, 2191, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kreuz und Feuer gebildete Bezeichnung für einen sich kreuzenden Beschuss aus verschiedenen Richtungen; F.: Kreuzfeuer, Kreuzfeuers, Kreuzfeuern+FW+EW; Z.: Kreu-z—feuer
$kreuzfidel, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kreuzfidel, sehr fidel, sehr lustig; E.: s. Kreuz, s. fidel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kreuz; GB.: vielleicht seit 1865 belegte und aus Kreuz und fidel gebildete Bezeichnung für sehr fidel oder sehr lustig; F.: kreuzfidel, kreuzfidele, kreuzfideles, kreuzfidelem, kreuzfidelen, kreuzfideler(, kreuzfidelere, kreuzfideleres, kreuzfidelerem, kreuzfideleren, kreuzfidelerer, kreuzfidelst, kreuzfidelste, kreuzfidelstes, kreuzfidelstem, kreuzfidelsten, kreuzfidelster)+FW(+EW); Z.: kreu-z—fid-el
$Kreuzgang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kreuzgang; E.: s. Kreuz, s. Gang; L.: Kluge s. u. Kreuzgang, EWD s. u. Kreuz; GB.: (kriuzeganc) seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Kreuz und Gang gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Umgang mit einem Kreuz und einen nach dem Vorbild der Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten überdachten gewölbten Bogengang um einen meist quadratischen offenen und nichtüberdachten Innenhof beispielsweise in einem Kloster oder Stift (N.); F.: Kreuzgang, Kreuzgangs, Kreuzganges, Kreuzgänge, Kreuzgängen+FW+EW; Z.: Kreu-z—ga-ng
$kreuzgut, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kreuzgut, sehr gut; E.: s. Kreuz, s. gut; L.: DW 11, 2193, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kreuz und gut gebildete Bezeichnung für sehr gut; F.: kreuzgut, kreuzgute, kreuzgutes, kreuzgutem, kreuzguten, kreuzguter+FW+EW; Z.: kreu-z—gut
$kreuzigen, nhd., V., (10. Jh.): nhd. kreuzigen, an ein Kreuz schlagen; E.: s. Kreuz, s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kreuzigen, DW 11, 2194, EWD s. u. Kreuz; GB.: (krūzigōn*) seit um 1000 belegte und nach lat. crucifigere aus Kreuz und ig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie beispielsweise Jesus Christus in dem Altertum an ein Kreuz schlagen; F.: kreuzigen, kreuzige, kreuzigst, kreuzigt, kreuzigest, kreuziget, kreuzigte, kreuzigtest, kreuzigten, kreuzigtet, gekreuzigt, ##gekreuzigt, gekreuzigte, gekreuzigtes, gekreuzigtem, gekreuzigten, gekreuzigter##, kreuzigend, ###kreuzigend, kreuzigende, kreuzigendes, kreuzigendem, kreuzigenden, kreuzigender###, kreuzig (!)+FW(+EW); Z.: kreu-z-ig-en
$Kreuzigung, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Kreuzigung; E.: s. kruzig(en), s. ung; L.: EWD s. u. Kreuz; GB.: (krūzigunga*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und nach lat. crucifixio aus kreuzig(en) und ung gebildete Bezeichnung für die Tötung eines Menschen durch Anschlagen an ein Kreuz wie bei Jesus Christus in dem Altertum; F.: Kreuzigung, Kreuzigungen+FW(+EW); Z.: Kreu-z-ig-ung
$kreuzlahm, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kreuzlahm; E.: s. Kreuz, s. lahm; L.: DW 11, 2196, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kreuz und lahm gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Schmerzen in der Lende in dem Kreuze lahm und dadurch in der Bewegung eingeschränkt; F.: kreuzlahm, kreuzlahme, kreuzlahmes, kreuzlahmem, kreuzlahmen, kreuzlahmer+FW+EW; Z.: kreu-z—lahm
$Kreuzotter, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kreuzotter; E.: s. Kreuz, s. Otter; L.: Kluge s. u. Kreuzotter, DW 11, 2197, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kreuz und Otter gebildete Bezeichnung für eine bis zu 80 Zentimeter lange und bis 200 Gramm schwere giftige und für Menschen selten wirklich gefährliche Otter mit einem kreuzartigen dunklen Zickzack-Band auf dem Rücken; F.: Kreuzotter, Kreuzottern+FW+EW; Z.: Kreu-z—ott-er
$Kreuzritter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kreuzritter, Kreuzfahrer; E.: s. Kreuz, s. Ritter; L.: EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kreuz und Ritter gebildete Bezeichnung für einen zwischen 1095 und 1291 in einem Kreuzzug unter dem Zeichen des Kreuzes in das Heilige Land fahrenden Ritter (Kreuzfahrer); F.: Kreuzritter, Kreuzritters, Kreuzrittern+FW+EW; Z.: Kreu-z—ri-tt-er
$Kreuzschnabel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kreuzschnabel; E.: s. Kreuz, s. Schnabel; L.: Kluge s. u. Kreuzschnabel, DW 11, 2198; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kreuz und Schnabel gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen kleineren Vogel aus der Familie der Finken mit einem sich an dem vorderen Ende leicht kreuzenden Schnabel (Oberschnabel und Unterschnabel); F.: Kreuzschnabel, Kreuzschnabels, Kreuzschnäbel, Kreuzschnäbeln+EW+FW; Z.: Kreu-z—schna-b-el
$Kreuzspinne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kreuzspinne; E.: s. Kreuz, s. Spinne; L.: Kluge s. u. Kreuzspinne, DW 11, 2198; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kreuz und Spinne gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche leicht giftige kleine Spinne mit einem hellen Kreuz auf dem Hinterleib; F.: Kreuzspinne, Kreuzspinnen+FW+EW; Z.: Kreu-z—spin-n-e
$Kreuzung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kreuzung; E.: s. kreuz(en), s. ung; L.: DW 11, 2200, EWD s. u. kreuzen 1; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für das seit Vermehrung der Verkehrswege durch den Menschen häufigere Zusammentreffen mehrerer Straßen oder Wege und die Paarung verschiedener (artähnlicher) Lebewesen; F.: Kreuzung, Kreuzungen+FW; Z.: Kreu-z-ung
$Kreuzverhör, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kreuzverhör; E.: s. Kreuz, s. Verhör; L.: Kluge s. u. Kreuzverhör; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach ne. cross examination aus Kreuz und Verhör gebildete Bezeichnung für ein in dem angloamerikanischen Verfahrensrecht übliches Verhör eines Zeugen oder Sachverständigen allein durch den Staatsanwalt und den Verteidiger statt durch den Richter; F.: Kreuzverhör, Kreuzverhörs, Kreuzverhöres, Kreuzverhöre, Kreuzverhören+FW+EW; Z.: Kreu-z—ver-hö-r
$Kreuzzug, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kreuzzug, Kreuzfahrt; E.: s. Kreuz, s. Zug; L.: Kluge s. u. Kreuzzug, EWD s. u. Kreuz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kreuz und Zug gebildete Bezeichnung für einen zwischen 1095 und 1291 unter dem Zeichen des Kreuzes geführten Zug in das Heilige Land; F.: Kreuzzug, Kreuzzuges, Kreuzzugs, Kreuzzüge, Kreuzzügen+FW+EW; Z.: Kreu-z—zu-g
$kribbelig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kribbelig, juckend, prickelnd; E.: s. kribbel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. kribbeln, DW 11, 2201 (kribbelicht), EWD s. u. kribbeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kribbel(n) und ig gebildete Bezeichnung für juckend oder prickelnd; F.: kribbelig, kribbelige, kribbeliges, kribbeligem, kribbeligen, kribbeliger(, kribbeligere, kribbeligeres, kribbeligerem, kribbeligeren, kribbeligerer, kribbeligst, kribbeligste, kribbeligstes, kribbeligstem, kribbeligsten, kribbeligster)+EW; Z.: kri-b-b-el-ig
kribbeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kribbeln, krabbeln, wimmelnd jucken, prickeln; ne. tingle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: s. mhd. kribelen*, sw. V., kitzeln, kribbeln; mnd. krēvelen, krēveln, sw. V., kribbeln, jucken, prickeln, schaudern; vgl. mhd. krappelen, sw. V., krabbeln; vgl. lat. carabus, M., Meereskrebs, Meerkrebs, kleiner Kahn aus Flechtwerk und mit Leder überzogen; gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meereskrebs, stacheliger Meerkrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kribbeln, Kluge s. u. kribbeln, DW 11, 2202, EWD s. u. kribbeln, Duden s. u. kribbeln, Bluhme s. u. kribbeln; GB.: (kribelen) seit Ende 13. Jh. belegte und möglicherweise mit krabbeln und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches infolge einer Sensibilitätsstörung des Nervensystems von einem prickelndem oder wimmelnd juckenden Gefühl befallen werden; BM.: Horn?; F.: kribbeln, kribbel (!), kribble, kribbelst, kribbelt, kribbelte, kribbeltest, kribbelten, kribbeltet, gekribbelt, ##gekribbelt, gekribbelte, gekribbeltes, gekribbeltem, gekribbelten, gekribbelter##, kribbelnd, ###kribbelnd, kribbelnde, kribbelndes, kribbelndem, kribbelnden, kribbelnder###, kribbel (!)+FW?+EW; Z.: kri-b-b-el-n
$Kribskrabs, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kribskrabs; E.: s. Krimskrams?, s. krib(beln), s. s, s. krab(beln), s. s; L.: Kluge s. u. Krimskrams, DW 11, 2204; GB.: seit 16. Jh. belegte und durch Wiederholung unter Vokaländerung gebildete sowie mit kribbeln und krabbeln verbindbare Bezeichnung ähnlich wie schnippschnapp; F.: Kribskrabs, Kribskrabses+EW; Z.: Kri-b-s—kra-b-s
krickeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. krickeln, unleserlich schreiben; Vw.: -; Hw.: s. Krakel; Q.: 18. Jh.; E.: wohl Abwandlung von Krakel (s. d.); L.: Kluge s. u. krickeln, DW 11, 2204, Duden s. u. krickeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie mit krakeln verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Schrift durch Menschen mögliches unleserlich schreiben; BM.: lautmalend?; F.: krickeln (!), krickel (!), krickle, krickelst, krickelt, krickelte, krickeltest, krickelten, krickeltet, gekrickelt, ##gekrickelt, gekrickelte, gekrickeltes, gekrickeltem, gekrickelten, gekrickelter##, krickelnd, ###krickelnd, krickelnde, krickelndes, krickelndem, krickelnden, krickelnder###, krickel (!)+EW; Z.: krick-el-n
Krickente, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Krickente, eine kleine Wildente; ne. teal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. krikānt, krikānte, krickānt, F., kleine Ente, Kriekente, Krickente; benannt nach dem Balzruf des Männchens (als krilik wiedergegeben); Vorderglied lautmalend nach dem Balzruf des Männchens; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Ente; L.: Kluge 1. A. s. u. Krieckente, Kluge s. u. Krickente, Duden s. u. Krickente; Son.: vgl. nschw. kricka, Sb., Krickente; lit. kryklė, F., Krickente; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in dem Vorderglied lautmalend gebildete Bezeichnung für eine kleine vielleicht schon vormenschliche Wildente mit grau getüpfeltem Gefieder und bei dem Erpel mit braunem Kopf; BM.: lautmalend; F.: Krickente, Krickenten+EW; Z.: Krick—ent-e
Kricket, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Kricket, ein Schlagballspiel; ne. cricket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. cricket; E.: s. ne. cricket, N., Kricket; Herkunft der Bezeichnung ungeklärt?; L.: Duden s. u. Kricket; Son.: vgl. nndl. cricket, Sb., Kricket; frz. cricket, M., Kricket; nschw. kricket, Sb., Kricket; nnorw. cricket, M., Kricket; poln. krykiet, M., Kricket; kymr. criced, M., Kricket; nir. cruicéad, M., Kricket; lit. kriketas, M., Kricket; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie umgebildete und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein aus England stammendes Schlagballspiel; BM.: ?; F.: Kricket, Krickets+FW(+EW); Z.: Kricket
Krieche, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Krieche, Haferpflaume; ne. a plum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. krieche (2), kriche, sw. F., Pflaumenschlehe, Schlehe, Krieche, Kriechenpflaume, Haferpflaume; mnd. krēke (1), krīke, kreike, F., Kriechenpflaume, kleine Pflaumenart; mnl. krieke, F., Krieche, Kriechenpflaume; vgl. ahd. kriehboum*, st. M. (a), Krieche, Kriechenpflaumenbaum, Kriecherlbaum; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Krieche, Kluge s. u. Krieche, DW 11, 2205, EWAhd 5, 789, Duden s. u. Krieche; GB.: (kriehhe) seit 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher entwickelte kleine Pflaume(nsorte); BM.: ?; F.: Krieche, Kriechen+EW?; Z.: Kriech-e
kriechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. kriechen, krabbeln, robben, schlängeln; ne. crawl (V.), creep (V.); Vw.: -; Hw.: s. kreuchen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kriechen, st. V., sich einziehen, schmiegen, kriechen, schleichen; ahd. kriohhan*, kriochan*, st. V. (2a), kriechen; germ. *kreukan, st. V., sich krümmen, sich winden, kriechen; s. idg. *greug-, Sb., Runzel, Biegung, Pokorny 389; vgl. idg. ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. kriechen, Kluge s. u. kriechen, DW 11, 2206, EWD s. u. krichen, EWAhd 5, 797, Falk/Torp 54, Seebold 310, Duden s. u. kriechen, Bluhme s. u. kriechen; Son.: vgl. nnorw. (dial.) krjuka, V., sich zusammenziehen; GB.: (kriohhan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich mit dem ganzen Körper dicht an dem Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend und meist nicht schnell fortbewegen; BM.: winden; F.: kriechen, krieche (!), kriechst, kriecht, kriechest, kriechet, kroch, krochst, krochen, krocht, kröche, kröchest, kröchen, kröchet, gekrochen, ##gekrochen, gekrochene, gekrochenes, gekrochenem, gekrochenen, gekrochener##, kriechend, ###kriechend, kriechende, kriechendes, kriechendem, kriechenden, kriechender###, kriech (!)+EW; Z.: krie-ch-en
$Kriecher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kriecher, Kriechender, Schmeichler; E.: s. kriech(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Arsch-; L.: Kluge s. u. kriechen, DW 11, 2205, EWD s. u. kriechen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kriech(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen tatsächlich oder nur übertragen (Adj.) Kriechenden; F.: Kriecher, Kriechers, Kriechern+EW; Z.: Krie-ch-er
$Kriecherei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kriecherei, vorgetäuschte Unterwürfigkeit; E.: s. Kriecher, s. ei (Suff.); L.: DW 11, 2211, EWD s. u. kriechen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kriecher und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine vorgetäuschte und Vorteile anstrebende Unterwürfigkeit; F.: Kriecherei, Kriechereien+EW; Z.: Krie-ch-er-ei
$kriecherisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kriecherisch, vordergründig unterwürfig, schmeichlerisch; E.: s. Kriecher, s. isch; L.: EWD s. u. kriechen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kriecher und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vordergründig unterwürfig oder schmeichlerisch; F.: kriecherisch, kriecherische, kriecherisches, kriecherischem, kriecherischen, kriecherischer(, kriecherischere, kriecherischeres, kriecherischerem, kriecherischeren, kriecherischerer, kriecherischst, kriecherischste, kriecherischstes, kriecherischstem, kriecherischsten, kriecherischster)+EW; Z.: krie-ch-er-isch
$Kriechtier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kriechtier, Reptil; E.: s. kriech(en), s. Tier; L.: fehlt DW, EWD s. u. kriechen; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach lat. reptilis gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches weltweit in mehr als 10000 Arten wie Schlangen oder Krokodile oder Schildkröten oder Echsen verbreitetes kriechendes Tier; F.: Kriechtier, Kriechtieres, Kriechtiers, Kriechtiere, Kriechtieren+EW; Z.: Krie-ch—tie-r
Krieg, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Krieg, Streit zwischen zwei Parteien wie Völkern oder Staaten, Gefecht; ne. war (N.); Vw.: -; Hw.: s. kregel?; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kriec, krieg, st. M., Anstrengung, Widerstand, Anfechtung, Streit, Kampf, Krieg; mnd. krīch (1), krēch, kriec, krieg, M., Krieg, Streit, Zwist, Hader, Zank, Angriff, Anfechtung; mnl. crijch, M., Krieg; ahd. krieg*, krēg*, st. M. (a)?, Anstrengung, Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit; as.? krēg*, st. M. (a?), Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit; anfrk. -; germ. *kreiga-, *kreigaz, st. M. (a), Streit, Krieg?; s. idg. *gᵘ̯erī̆-?, Adj., schwer, Pokorny 477; idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krieg, Kluge s. u. Krieg, DW 11, 2211, EWD s. u. Krieg, EWAhd 5, 785, Falk/Torp 53, Duden s. u. Krieg, Bluhme s. u. Krieg; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. krijg, Sb., Krieg; nschw. krig, N., Krieg; nnorw. krig, M., Krieg; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früh unter Menschen möglichen mit Waffengewalt ausgetragenen Streit zwischen Völkern oder Staaten; BM.: schwer; F.: Krieg, Kriegs, Krieges, Kriege, Kriegen+EW; Z.: Krie-g
kriegen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kriegen, bekommen (V.), erhalten (V.), kämpfen, fangen, annehmen, erlangen; ne. get; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. kriegen, sw. V., sich anstrengen, streben, ringen, Krieg führen, bekämpfen; mnd. krīgen (1), kriegen, st. V., kriegen, bekommen (V.), erhalten (V.), empfangen (V.), erlangen, erwerben; ahd. kriegēn*, kregēn?, sw. V. (1a), lärmen, klingen, schallen, tönen; as. -; anfrk. -; germ. *kreigan?, st. V., kriegen, bekommen, anstrengen, erlangen; s. idg. *gᵘ̯erī-?, Adj., schwer, Pokorny 477; vgl. idg. *gᵘ̯er- (2), *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯erəu-, *gᵘ̯r̥h₂u-, Adj., schwer, Pokorny 476 (696/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. kriegen, Kluge s. u. kriegen, DW 11, 2223, EWD s. u. Krieg, EWAhd 5, 787, Falk/Torp 53, Seebold 306, Duden s. u. kriegen; Son.: vgl. afries. krīgia, krīga (2), krīa, st. V., sw. V. (2, 1), kriegen, bekommen, erhalten (V.); saterl. criga, V., kriegen, bekommen; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bekommen (V.) oder erhalten (V.) oder erlangen; BM.: schwer?; F.: kriegen (!), kriege (!), kriegst, kriegt, kriegest, krieget, kriegte, kriegtest, kriegten, kriegtet, gekriegt, ##gekriegt, gekriegte, gekriegtes, gekriegtem, gekriegten, gekriegter##, kriegend, ###kriegend, kriegende, kriegendes, kriegendem, kriegenden, kriegender###, krieg (!)+EW; Z.: krie-g-en
$Krieger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Krieger, Kämpfer; E.: s. Krieg, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Krieg, EWD s. u. Krieg; GB.: (kriegære*) seit um 1293 belegte und möglicherweise nach lat. bellator aus Krieg und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Kämpfer; F.: Krieger, Kriegers, Kriegern+EW; Z.: Krie-g-er
$kriegerisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kriegerisch, Krieger betreffend, kämpferisch; E.: s. Krieger, s. isch; L.: Kluge s. u. Krieg, EWD s. u. Krieg; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Krieger und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Kriegen mögliches Krieger betreffend, F.: kriegerisch, kriegerische, kriegerisches, kriegerischem, kriegerischen, kriegerischer(, kriegerischere, kriegerischeres, kriegerischerem, kriegerischeren, kriegerischerer, kriegerischst, kriegerischste, kriegerischstes, kriegerischstem, kriegerischsten, kriegerischster)+EW; Z.: krie-g-er-isch
$Kriegserklärung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kriegserklärung; E.: s. Krieg, s. s, s. Erklärung; L.: DW 11, 2265, EWD s. u. Krieg; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krieg und s sowie Erklärung gebildete Bezeichnung für eine eigentlich an dem Beginn eines Krieges nach Völkerrecht erforderliche Erklärung des Krieges; F.: Kriegserklärung, Kriegserklärungen+EW; Z.: Krie-g-s—er-klä-r-ung
$Kriegsfuß, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kriegsfuß, Kriegszustand; E.: s. Krieg, s. s, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Kriegsfuß, DW 11, 2268, EWD s. u. Krieg; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Krieg und s sowie Fuß gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Kriegen unter Menschen (Völkern oder Staaten) möglicher kriegerischer Fuß oder Kriegszustand; F.: Kriegsfuß, Kriegsfußes+EW; Z.: Krie-g-s—fuß
$Kriegsgefangener, Kriegsgefangene, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kriegsgefangene; E.: s. Krieg, s. s, s. Gefangener; L.: DW 11, 2269 (kriegsgefangen), EWD s. u. Krieg; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Krieg und s sowie Gefangener gebildete Bezeichnung für einen während eines Krieges gefangenen Krieger des Gegners; F.: Kriegsgefangene, Kriegsgefangener, Kriegsgefangenen+EW; Z.: Krie-g-s—ge—fa-n-g-en-e
$Kriegsgewinnler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kriegsgewinnler; E.: s. Krieg, s. s, s. Gewinnler; L.: fehlt DW, EWD s. u. gewinnen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Krieg und s sowie Gewinnler gebildete eher geringschätzige Bezeichnung für einen während eines Krieges in Ausnutzung von Notlagen durch Geschäfte erheblich gewinnenden Menschen; F.: Kriegsgewinnler, Kriegsgewinnlers, Kriegsgewinnlern+EW; Z.: Krie-g-s—ge—win-n-l-er
$Kriegsschauplatz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kriegsschauplatz, Ort eines Krieges; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Krieg, s. s, s. Schauplatz; L.: DW 11, 2291, EWD s. u. Krieg; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krieg und s sowie Schauplatz gebildete Bezeichnung für den tatsächlichen Ort eines Krieges; F.: Kriegsschauplatz, Kriegsschauplatzes, Kriegsschauplätze, Kriegsschauplätzen+EW+FW; Z.: Krie-g-s—schau—pla-tz
Krill, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Krill, Plankton; ne. krill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. krill; E.: s. ne. krill, N., Krill; nnorw. (dial.) kril, M., Fischbrut; vielleicht von einem nndl. Wort krile, Sb., kleine Sache; L.: fehlt DW, Bluhme s. u. Krill; Son.: vgl. nndl. krill, Sb., Krill; frz. krill, F., Krill; nschw. krill, Sb., Krill; nnorw. krill, M., Krill; poln. kryl, M., Krill; kymr. cril, M., Krill; lit. krilis, M., Krill; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Neunorwegischen sowie wohl aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschliches besonders in den Polarmeeren in großen Mengen auftretendes eiweißreiches und durch die Meeresströmung bewegtes in den Einzelteilen sehr kleines tierisches Plankton; BM.: ?; F.: Krill, Krilles, Krills+FW(+EW); Z.: Krill
$Krimi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Krimi; E.: s. Krimi(nalroman); L.: Kluge s. u. kriminell, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl aus Krimi(nalroman) durch Abkürzung gebildete Bezeichnung für einen Kriminalroman oder Kriminalfilm; F.: Krimi, Krimis+FW(+EW); Z.: Kri-m-i
$Kriminal..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. Kriminal...; L.: Kluge s. u. kriminell, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Verbrechen und Vergehen oder Straftat; F.: Kriminal…+FW; Z.: Kri-m-in-al-
$Kriminalist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kriminalist; E.: s. Kriminal, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. kriminell; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kriminal und ist gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen wohl spätestens seit dieser Zeit möglichen Lehrer des Strafrechts und einen Beamten der Kriminalpolizei; F.: Kriminalist, Kriminalisten+FW(+EW) Z.: Kri-m-in-al-ist
Kriminalität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kriminalität, Verbrechen, strafbares Verhalten; ne. criminality; Vw.: -; Hw.: s. kriminell; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. criminalité; E.: s. frz. criminalité, F., Kriminalität; vgl. frz. criminell, Adj., kriminell; lat. crīminālis, Adj., Verbrechen betreffend, anklagend, kriminell, Kriminal...; vgl. lat. crīmen, N., Beschuldigung, Anschuldigung, Anklage, Verleumdung; entweder von lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?), s. Walde/Hofmann 1, 291; L.: Kluge s. u. kriminell, EWD s. u. kriminell; Son.: vgl. nndl. criminaliteit, Sb., Kriminalität; nschw. kriminalitet, Sb., Kriminalität; nnorw. kriminalitet, M., Kriminalität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein strafbares Verhalten; BM.: schneiden oder krähen?; F.: Kriminalität+FW(+EW); Z.: Kri-m-in-al-it-ät
$Kriminalkommissar, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kriminalkommissar, ein Bediensteter der (staatlichen) Strafverfolgung; E.: s. Kriminal, s. Kommissar; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kommissar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kriminal und Kommissar gebildete Bezeichnung für einen Bediensteten der wohl seit dieser Zeit verstärkten (staatlichen) Strafverfolgung; F.: Kriminalkommissar, Kriminalkommissares, Kriminalkommissars, Kriminalkommissare, Kriminalkommissaren+FW(+EW); Z.: Kri-m-in-al—kom-miss-ar
$Kriminalroman, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kriminalroman, Krimi; E.: s. Kriminal, s. Roman; L.: Kluge s. u. kriminell, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kriminal und Roman gebildete Bezeichnung für ein literarisches und möglichst viele Leser ansprechendes Werk über eine (tatsächliche oder erdichtete) Straftat und ihre Verfolgung; F.: Kriminalroman, Kriminalromans, Kriminalromanes, Kriminalromane, Kriminalromanen+FW(+EW); Z.: Kri-m-in-al—rom-an
kriminell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kriminell, verbrecherisch, strafbar; ne. criminal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kriminalität; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. criminel; E.: s. frz. criminel, Adj., kriminell; lat. crīminālis, Adj., Verbrechen betreffend, anklagend, kriminell, Kriminal...; vgl. lat. crīmen, N., Beschuldigung, Anschuldigung, Anklage, Verleumdung; entweder von lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, trennen, abtrennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?), s. Walde/Hofmann 1, 291; L.: Kluge s. u. kriminell, fehlt DW, EWD s. u. kriminell, Duden s. u. kriminell; Son.: vgl. nndl. crimineel, Adj., kriminell; nschw. kriminell, Adj., kriminell; nnorw. kriminell, Adj., kriminell; poln. kryminalny, Adj., kriminell; lit. kriminalinis, Adj., kriminell; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verbrecherisch oder strafbar; BM.: schneiden oder krähen?; F.: kriminell, kriminelle, kriminelles, kriminellem, kriminellen, krimineller(, kriminellere, kriminelleres, kriminellerem, kriminelleren, kriminellerer, kriminellst, kriminellste, kriminellstes, kriminellstem, kriminellsten, kriminellster)+FW(+EW); Z.: kri-m-in-ell
krimpfen, nhd. (ält.), V., (9. Jh.): nhd. krimpfen, schrumpfen, einschrumpfen, sich zusammenziehen; ne. shrivel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. krimpfen, krimpen, grimpfen, st. V., krimpfen, krumm oder krampfhaft zusammenziehen, zusammenkrümmen, zusammenkrampfen, sich krümmen, zusammenziehen; mnd. krimpen (1), st. V., sw. V., schrumpfen, einschrumpfen, sich zusammenziehen, kleiner werden, geringer werden, sich zusammenkrampfen, eintrocknen, einlaufen, knapp werden; mnl. crempen, V., krampfen; ahd. krimpfan*, krimfan*, st. V. (3a), reiben, zerreiben; germ. *krempan, st. V., zusammenziehen, krampfen; s. idg. *gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufe, Haufen, Dorf, Pokorny 383; vgl. idg. *ger- (1), gere-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. krimpfen, DW 11, 2312, Falk/Torp 53, Seebold 308, Duden s. u. krimpfen; Son.: s. an. kroppinn, Part. Adj., zusammengeschrumpft, verkrüppelt; GB.: (krimpfan) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einschrumpfen oder schrumpfen oder sich zusammenziehen; BM.: zusammenfassen; F.: krimpfen, krimpfe (!), krimpfst, krimpft, krimpfest, krimpfet, krimpfte, krimpftest, krimpften, krimpftet, gekrimpft, ##gekrimpft, gekrimpfte, gekrimpftes, gekrimpftem, gekrimpften, gekrimpfter##, krimpfend, ###krimpfend, krimpfende, krimpfendes, krimpfendem, krimpfenden, krimpfender###, krimpf (!)+EW; Z.: kri-m-pf-en
Krimskrams, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krimskrams, wertloses kleines Zeug; ne. stuff (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kram?; Q.: Ende 18. Jh.; E.: wohl Reduplikationsbildung zu nhd. Kram (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kribskrabs, Kluge s. u. Krimskrams, DW 11, 2313, EWD s. u. Krimskrams, Duden s. u. Krimskrams, Bluhme s. u. Krimskrams; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl als Wiederholung unter Vokaländerung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wertloses kleines Zeug; BM.: schneiden?; F.: Krimskrams, Krimskramses+EW; Z.: Kri-m-s—kra-m-s
Kring, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Kring, Kreis, Ring, Kissen unter einer Kopflast; ne. circle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kringel; Q.: 1221-1224 (Sachsenspiegel); E.: mhd. krinc, st. M., „Kring“, Kreis, Ring, Bezirk; mnd. krinc*, krink, kring, M., Ring, Kreis, ringförmiger Streifen (M.), Rolle, Ringwall, Umkreis, Bezirk, Kreis gebildeter Menschen, Umstand, Versammlung, Gerichtsversammlung, Kreis in dem der hinzurichtende Verbrecher steht; germ. *krenga-, *krengaz, st. M. (a), Kreis; s. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kring, Kluge s. u. Kring, DW 11, 2314; Son.: vgl. an. kringr (1), st. M. (a), Kreis, Ring; lit. grezti, V., drehen, wenden; GB.: vielleicht seit 1221-1224 mnd. belegte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl schon früher entwickelten und verwendeten Kreis oder Ring oder für ein Kissen unter einer auf dem Kopf getragenen Last; BM.: drehen; F.: Kring, Kringes, Krings, Kringe, Kringen+EW; Z.: Kri-ng
$Kringe, nhd., F.: nhd. Kringe; Hw.: s. Kring; L.: Kluge s. u. Kring, fehlt DW; F.: Kringe, Kringen+EW; Z.: Kri-ng-e
Kringel, Krengel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kringel, kleiner Kreis, ein Gebäckstück; ne. whorl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. kringel, krengel, st. M., st. N., Kreis, Bretzel, Kringel; mnd. kringel, kringele, M., F., Kringel, Kreis, kreisförmiger Streifen (M.), Ring, rundes Gebäck, Brezel, Festtagsgebäck, milde Gabe; mnd. krengel, kregele, N., Kringel, Kreis; mhd. krinc, st. M., Kring, Kreis, Ring, Bezirk; mnd. krinc*, krink, kring, M., Ring, Kreis, ringförmiger Streifen (M.), Rolle, Ringwall, Umkreis, Bezirk, Kreis gebildeter Menschen, Umstand, Versammlung, Gerichtsversammlung, Kreis in dem der hinzurichtende Verbrecher steht; germ. *krenga-, *krengaz, st. M. (a), Kreis; s. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kringel, Kluge s. u. Kringel, DW 11, 2315, EWD s. u. Kringel, Duden s. u. Kringel, Bluhme s. u. Kringel; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Kring oder Kring(e) und el gebildete Bezeichnung für einen kleinen ungefähren Kreis und davon abgeleitet für ein kreisförmiges Gebäckstück; BM.: drehen; F.: Kringel, Kringels, Kringeln, Krengel, Krengels, Krengeln+EW; Z.: Kri-ng-el
$kringelig, kringlig, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. kringelig, wie ein Kringel geformt, Kringel betreffend; E.: s. Kringel, s. ig, L.: DW 11, 2321 (kringelicht), EWD s. u. Kringel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Kringel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches und von Menschen entwickeltes sowie verwendetes wie ein Kringel geformt oder Kringel betreffend; F.: kringelig, kringelige, kringeliges, kringeligem, kringeligen, kringeliger, kringlig, kringlige, kringliges, kringligem, kringligen, kringliger+EW; Z.: kri-ng-el-ig
$kringeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kringeln, einen Kringel bilden, ringeln, kräuseln; E.: s. Kringel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 11, 2317, EWD s. u. Kringel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kringel und (e)n gebildete Bezeichnung für einen Kringel oder ungefähren Kreis bilden oder ringeln oder kräuseln; F.: kringeln, kringel (!), kringle, kringele, kringelst, kringelt, kringelte, kringeltest, kringelten, kringeltet, gekringelt, ##gekringelt, gekringelte, gekringeltes, gekringeltem, gekringelten, gekringelter##, kringelnd, ###kringelnd, kringelnde, kringelndes, kringelndem, kringelnden, kringelnder###+EW; Z.: kri-ng-el-n
Krinoline, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Krinoline, Unterrock; ne. crinoline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. frz. crinoline, F., Rosshaargewebe, Krinoline; it. crinolina, F., Rosshaargewebe; vgl. it. crine, M., Pferdehaar; lat. crīnis, M., Haar (N.), Haarwuchs, Haupthaar, Haar, (220-130 v. Chr.); idg. *skreis-, *kreis-, V., drehen, biegen, bewegen, schütteln, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); it. lino, M., Leinen; lat. līnum?, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Krinoline, fehlt DW, Duden s. u. Krinoline; Son.: vgl. nndl. crinoline, Sb., Krinoline; nschw. krinolin, Sb., Krinoline; nnorw. krinoline, M., Krinoline; poln. krynolina, F., Krinoline; kymr. crinolin, M., Krinoline; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unter einem Kleid mit weitem Rock getragenen langen durch Fischbeinstäbchen versteiften oder über ein Gestell gearbeiteten ringsum weit abstehenden Rock (Unterrock); BM.: drehen, Leinen (N.); F.: Krinoline, Krinolinen+FW(+EW); Z.: Kri-n-o-lin-e
Krippe, Kripfe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Krippe, Futterwanne, Futtertrog; ne. crib; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kripfe, st. F., sw. F., Krippe; mnd. krübbe, kribbe, F., Krippe, Pferdekrippe, Viehkrippe; mnl. cribbe, F., Krippe; ahd. kripfa*, kripha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Krippe, Futterkrippe, Pferch, Stall, Gewölbe; as. kribbia*, sw. F. (n), Krippe; anfrk. kribba*, sw. F. (n)?, Krippe; germ. *kribjō-, *kribjōn, Sb., Krippe, Flechtwerk; s. idg. *gerbʰ-, *grebʰ-, Sb., Bund, Büschel, Pokorny 386; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krippe, Kluge s. u. Krippe, DW 11, 2320, EWD s. u. Krippe, EWAhd 5, 801, Kluge s. u. Krippe, Duden s. u. Krippe, Bluhme s. u. Krippe; Son.: vgl. afries. kribbe, F., Krippe; saterl. creb; ae. cribb, crybb, st. F. (jō), Krippe; an. krubba, sw. F. (n), Krippe; got. *kripja?, Sb., Krippe; nndl. krib, Sb., Kribbe; nschw. krubba, Sb., Krippe; nnorw. krybbe, M., F., Krippe; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Futterwanne oder einen Futtertrog für größere Haustiere und davon abgeleitet für eine Unterbringungsmöglichkeit für ein Kleinkind in der von Christen entwickelten und verwendeten Weihnachtsgeschichte der Geburt Jesu Christi; BM.: drehen; F.: Krippe, Krippen+EW; Z.: Kri-pp-e
Krise, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Krise, Notlage, schwierige Lage; ne. crisis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. crisis; E.: s. lat. crisis, F., Entscheidung, entscheidende Wendung, (4 v.-65 n. Chr.); gr. κρίσις (krísis), F., Scheidung, Zwiespalt; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, trennen; vgl. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Krise, DW 11, 2332, EWD s. u. Krise, Duden s. u. Krise; Son.: vgl. nndl. crisis, Sb., Krise; frz. crise, F., Krise; nschw. kris, Sb., Krise; nnorw. krise, M., F., Krise; poln. kryzys, M., Krise; lit. krizė, F., Krise; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Notlage oder schwierige Lage; BM.: schneiden; F.: Krise, Krisen+FW(EW+); Z.: Kri-s-e
$kriseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kriseln, vielleicht eine Krise werden, kritisch sein (V.); E.: s. Kris(e), s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Krise, fehlt DW, EWD s. u. Krise; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kris(e) und el sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für vielleicht eine Krise werden oder schwelen oder rumoren; F.: kriseln, krisel (!), krisle, krisele, kriselst, kriselt, kriselte, kriseltest, kriselten, kriseltet, gekriselt, ##gekriselt, gekriselte, gekriseltes, gekriseltem, gekriselten, gekriselter##, kriselnd, ###kriselnd, kriselnde, kriselndes, kriselndem, kriselnden, kriselnder###, krisel (!)+FW(+EW); Z.: kri-s-el-n
Kristall, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Kristall, stark glänzendes meist geschliffenes Glas; ne. crystal (N.); Vw.: -; Hw.: s. kristallin, kristallisieren; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. kristalle, kristal, sw. F., st. F., M., Kristall; mhd. kristal, st. F., st. M., Kristall, Bergkristall; mnd. kristal, cristal, christal, N., F., Kristall, Kristallglas; mnl. cristal, kerstael, M., Kristall; ahd. kristalla, sw. F. (n), Kristall; lat. crystallus, M., Kristall, Eis, (354-430 n. Chr.); gr. κρύσταλλος (krýstallos), M., Eis, Kristall; s. idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krystall, Kluge s. u. Kristall, DW 11, 2481, EWD s. u. Kristall, EWAhd 5, 807, Duden s. u. Kristall; Son.: vgl. ae. cristalla, sw. M. (n), Kristall; nndl. kristal, Sb., Kristall; frz. cristal, M., Kristall; nschw. kristall, Sb., Kristall; nnorw. krystall, M., N., Kristall; poln. kryształ, M., Kristall; kymr. grisial, crisial, M., Kristall; nir. criostal, M., Kristall; lit. kristalas, M., Kristall; GB.: vielleicht seit 1130/1150 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach dem natürlichen Vorbild von Eis seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes stark glänzendes meist geschliffenes Glas oder auch einen in bestimmter Weise strukturierten Festkörper; BM.: Blut bzw. Fleisch; F.: Kristall, Kristalls, Kristalles, Kristalle, Kristallen+FW(+EW); Z.: Kri-st-all
$kristallen, nhd., V.?, Adj.?, (13. Jh.): nhd. kristallen; E.: s. Kristall, s. en (Suff.); L.: DW 11, 2483, EWD s. u. Kristall; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Kristall und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (vielleicht) Kristall werden oder Kristall betreffend; F.: ?kristallen, kristallene, kristallenes, kristallenem, kristallenen, kristallener+FW(+EW); Z.: kri-st-all-en
kristallin, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. kristallen, aus Kristall bestehend; ne. crystalline; Vw.: -; Hw.: s. Kristall, kristallisieren; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. kristallīn, Adj., kristallin, Kristall..., von Kristall hergestellt, aus Kristall hergestellt; mnd. kristallīnen, kristelīne, kristallenen, Adj., kristallin, aus Kristall bestehend; mnl. cristallijn, cristallen, Adj., kristallen, aus Kristall bestehend; ahd.? kristallīn*, Adj., kristallen; lat. crystallinus, Adj., kristallen, (4 v.-65 n. Chr.); gr. κρυστάλλινος (krystállinos), Adj., kristallen; vgl. gr. κρύσταλλος (krýstallos), M., Eis, Kristall; vgl. idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kristall, DW 11, 2484, EWD s. u. Kristall, Duden s. u. kristallin; Son.: vgl. nndl. kristallijn, Adj., kristallin; frz. cristalline, Adj., kristallin; nschw. kristallin, Adj., kristallin; nnorw. kristallin, Adj., kristallin; poln. krystaliczny, Adj., kristallin; kymr. grisialaidd, crisialaidd, Adj., kristallin; nir. criostalach, Adj., kristallin; lit. kristalinis, Adj., kristalin; GB.: seit um 1210 belegte und aus Kristall und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Kristall oder geschliffenem Glas bestehend; BM.: Blut bzw. Fleisch; F.: kristallin, kristalline, kristallines, kristallinem, kristallinen, kristalliner+FW(+EW); Z.: kri-st-all-in
$Kristallisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kristallisation, Kristallieren, Kristallbildung; I.: Lw. frz. cristallisation; E.: s. frz. cristallisation, s. Kristall, s. is. s. ation; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kristall; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Kristallieren oder Kristallbildung; F.: Kristallisation, Kristallisationen+FW(+EW); Z.: Kri-st-all-is-at-io-n
$kristallisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. kristallisch, Kristall betreffend, aus Kristallen bestehend, Kristalle enthaltend; E.: s. Kristall, s. isch; L.: Kluge s. u. Kristall, fehlt DW, EWD s. u. Kristall; GB.: seit 1347-1350 belegte und aus Kristall und isch gebildete Bezeichnung für Kristall betreffend oder aus Kristallen bestehend oder Kristalle enthaltend; F.: kristallisch, kristallische, kristallisches, kristallischem, kristallischen, kristallischer+FW(+EW); Z.: kri-st-all-isch
kristallisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kristallisieren, Kristalle bilden; ne. crystallize; Vw.: -; Hw.: s. Kristall, kristallin; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cristalliser; E.: s. frz. cristalliser, V., kristallisieren, Kristalle bilden; frz. cristal, M., Kristall; lat. crystallus, M., Kristall, Eis, (354-430 n. Chr.); gr. κρύσταλλος (krýstallos), M., Eis, Kristall; s. idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kristall, fehlt DW, EWD s. u. Kristall, Duden s. u. kristallisieren; Son.: vgl. nndl. kristalliseren, V., kristallisieren; frz. cristalliser, V., kristallisieren; nschw. utkritallisera, V., kristallisieren; nnorw. krystallisere, V., kristallisieren; poln. krystalizować, V., kristallisieren; kymr. crisialu, grisialu, Adj., kristallisieren; nir. criostalaím, Adj., kristallisieren; lit. kristalizuotis, Adj., kristallisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Kristalle bilden; BM.: Blut bzw. Fleisch; F.: kristallisieren, kristallisiere, kristallisierst, kristallisiert, kristallisierest, kristallisieret, kristallisierte, kristallisiertest, kristallisierten, kristallisiertet, ##kristallisiert, kristallisierte, kristallisiertes, kristallisiertem, kristallisierten, kristallisierter##, kristallisierend, ###kristallisierend, kristallisierende, kristallisierendes, kristallisierendem, kristallisierenden, kristallisierender###, kristallisier (!)+FW(+EW); Z.: kri-st-all-is-ier-en
$Kristallnacht, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kristallnacht; E.: s. Kristall, s. Nacht; L.: Kluge s. u. Kristallnacht, fehlt DW; GB.: seit 1938 belegte und aus (Reichs- und) Kristall und Nacht gebildete Bezeichnung für die Nacht von dem 9. November 1938 auf den 10. November 1938 (Reichskristallnacht) in der Anhänger des Nationalsozialismus wegen der Tötung eines 29jährigen (homosexuellen?) deutschen Legationssekretärs (Ernst vom Rath) durch den 17jährigen Juden Herschel Grynspan in dem Palais Beauharnais in Paris (aus Verzweiflung über die Abschiebung von Eltern und Geschwistern aus Hannover nach Polen in dem Oktober 1938) Schaufenster (Kristall) zahlreicher Geschäfte von Juden zerstörten und viele weitere Straftaten gegen Juden begingen (etwa 177 Wohnhäuser und 1406 Synagogen zerstört, 7500 jüdische Geschäfte demoliert sowie offiziell 91 und tatsächlich vielleicht etwa 1400 Juden getötet oder in den Tod getrieben); F.: Kristallnacht+FW+EW; Z.: Kri-st-all—nacht
...krit, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...krit; ne. ...crite; Vw.: s. Hypo-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κριτής (kritḗs), M., Beurteiler, Richter, Schiedsrichter; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, unterscheiden, trennen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. hypocriet, Sb., Hypokrit; frz. hypocrite, F., Hypokrit; nschw. hypokrit, Sb., Hypokrit; nnorw. hypokritt, M., Hypokrit; poln. hipokryta, M., Hypokrit; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...krit, ...kriten+FW(+EW); Z.: -kri-t
Kriterium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kriterium, Unterscheidungszeichen, unterscheidendes Merkmal, Maßstab; ne. criterion; Vw.: -; Hw.: s. Kritik, kritisch, Kritiker; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. critērium -; E.: s. lat. critērium, N., Urteil, (440-461 n. Chr.); gr. κριτήριον (kritḗrion), N., entscheidendes Kennzeichen, Mittel zum Urteilen; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, trennen; vgl. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kriterium, DW 11, 2334, EWD s. u. kritisch, Duden s. u. Kriterium; Son.: vgl. nndl. criterium, Sb., Kriterium; frz. critère, M., Kriterium; nschw. kriterium, N., Kriterium; nnorw. kriterium, N., Kriterium; poln. kryterium, Sb., Kriterium; kymr. criterion, M., Kriterium; nir. critéar, M., Kriterium; lit. kriterijus, M., Kriterium; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein unterscheidendes Merkmal (Unterscheidungszeichen) als Bedingung für einen Sachverhalt oder einen Maßstab; BM.: schneiden; F.: Kriterium, Kriteriums, Kriterien+FW(+EW); Z.: Kri-t-er-i-um
Kritik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kritik, prüfende Beurteilung; ne. critique (N.), criticism; Vw.: -; Hw.: s. kritisch, Kritiker, Kriterium; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. critique; E.: s. frz. critique, F., Kritik; gr. κριτική τέχνη (kritikḗ téchnē), F., Beurteilungskunst; gr. κριτικός (kritikós), Adj., zum Beurteilen fähig, richterlich; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, trennen; vgl. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kritisch, DW 11, 2334, EWD s. u. kritisch, Duden s. u. Kritik; Son.: vgl. nndl. kritiek, Sb., Kritik; nschw. kritik, Sb., Kritik; nnorw. kritikk, M., Kritikk; poln. krytyka, F., Kritik; lit. kritika, F., Kritik; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten; BM.: schneiden; F.: Kritik, Kritiken+FW(+EW); Z.: Kri-t-ik
Kritiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kritiker, Beurteiler; ne. critic; Vw.: -; Hw.: s. Kritik, kritisch, Kriterium; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. criticus; E.: s. lat. criticus, M., Kritiker, Kunstrichter, strenger Beurteiler, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. criticus (1), zum Entscheiden gehörig, entscheidend, kritisch; gr. κριτικός (kritikós), Adj., zum Beurteilen fähig, richterlich; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, trennen; vgl. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kritisch, DW 11, 2336, EWD s. u. kritisch, Duden s. u. Kritiker; Son.: vgl. nndl. criticus, Sb., Kritiker; frz. critique, M., Kritiker; nschw. kritiker, Sb., Kritiker; nnorw. kritiker, M., Kritiker; poln. krytyk, M., Kritiker; kymr. critig, M., Kritiker; lit. kritikas, M., Kritiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Kritik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Beurteiler einer Gegebenheit; BM.: schneiden; F.: Kritiker, Kritikers, Kritikern+FW(+EW); Z.: Kri-t-ik-er
kritisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kritisch, prüfend, beurteilend, bedrohlich; ne. critical; Vw.: s. dia-; Hw.: s. Kriterium, Kritik, Kritiker; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. critique; E.: s. frz. critique, Adj., kritisch; lat. criticus (1), Adj., zum Entscheiden gehörig, entscheidend, kritisch, (354-430 n. Chr.); gr. κριτικός (kritikós), Adj., zum Beurteilen fähig, richterlich; vgl. gr. κρίνειν (krínein), V., scheiden, trennen; vgl. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. kritisch, EWD s. u. kritisch, DW 11, 2336, Duden s. u. kritisch; Son.: vgl. nndl. kritisch, Adj., kritisch; nschw. kritisk, Adj., kritisch; nnorw. kritisk, Adj., kritisch; poln. krytyczny, Adj., kritisch; lit. kritiškas, Adj., kritisch; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches prüfend oder beurteilend oder bedrohlich; BM.: schneiden; F.: kritisch, kritische, kritisches, kritischem, kritischen, kritischer(, kritischere, kritischeres, kritischerem, kritischeren, kritischerer, kritischst, kritischste, kritischstes, kritischstem, kritischsten, kritischster)+FW(+EW); Z.: kri-t-isch
$kritisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kritisieren, beurteilen, begutachten, tadeln; E.: s. kritis(ch), s. ier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kritisch, DW 11, 2337, EWD s. u. kritisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kritis(ch) und ier sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beurteilen oder begutachten oder tadeln; F.: kritisieren, kritisiere, kritisierst, kritisiert, kritisierest, kritisieret, kritisierte, kritisiertest, kritisierten, kritisiertet, ##kritisiert, kritisierte, kritisiertes, kritisiertem, kritisierten, kritisierter##, kritisierend, ###kritisierend, kritisierende, kritisierendes, kritisierendem, kritisierenden, kritisierender###, kritisier (!)+FW(+EW); Z.: kri-t-is-ier-en
kritteln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kritteln, nörgeln, tadeln, kritisieren; ne. niggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, wohl Einfluss von Kritik; L.: Kluge 1. A. s. u. kritteln, Kluge s. u. kritteln, DW 11, 2338, EWD s. u. kritteln, Duden s. u. kritteln; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht durch Kritik beeinflusste Bezeichnung für nörgeln oder tadeln oder kritisieren; BM.: ?; F.: kritteln, krittel (!), krittle, krittelst, krittelt, krittelte, kritteltest, krittelten, kritteltet, gekrittelt, ##gekrittelt, gekrittelte, gekritteltes, gekritteltem, gekrittelten, gekrittelter##, krittelnd, ###krittelnd, krittelnde, krittelndes, krittelndem, krittelnden, krittelnder###, krittel (!)+EW; Z.: kri-t-t-el-n
kritzeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kritzeln, schmieren, krakeln, wahllos Striche und Schnörkel machen; ne. scribble (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: vgl. mhd. kritzen, sw. V., kritzen, ritzen; ahd. krizzōn*, sw. V. (2), einritzen, kratzen; germ. *krit-, V., ritzen; idg. *gred-?, *grod-?, V., kratzen, Pokorny 405 (578/62) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. kritzeln, Kluge s. u. kritzeln, DW 11, 2343, EWD s. u. kritzeln, Falk/Torp 53, Duden s. u. kritzeln; GB.: seit 1290-1300 belegte und mit mhd. kriz (Geräusch oder Strich) sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schmieren oder krakeln oder wahllos Striche und Schnörkel machen; BM.: kratzen; F.: kritzeln, kritzel (!), kritzle, kritzelst, kritzelt, kritzelte, kritzeltest, kritzelten, kritzeltet, gekritzelt, ##gekritzelt, gekritzelte, gekritzeltes, gekritzeltem, gekritzelten, gekritzelter##, kritzelnd, ###kritzelnd, kritzelnde, kritzelndes, kritzelndem, kritzelnden, kritzelnder###, kritzel (!)+EW; Z.: kritz-el-n
Krocket, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Krocket, ein Rasenballspiel; ne. croquet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. croquet; E.: s. ne. croquet, N., Krocket; afrz. crochet, M., Häkchen; vgl. afrz. croc, M., Haken (M.), Hakenstock; fränk. *krōk, M., Haken (M.); germ. *krukjō, st. F. (ō), Stab, Krücke; vgl. idg. *greug-, Sb., Runzel, Biegung, Pokorny 389; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Krocket; Son.: vgl. nndl. croquet, Sb., Krocket; frz. croquet, M., Krocket; nschw. Krocket, Sb., Krocket; nnorw. krokket, M., Krocket; poln. krokiet, M., Krocket; kymr. croquet, M., Krocket; lit. cróice, F., Krocket; lit. kroketas, M., Krocket; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Fränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Rasenspiel bei dem Kugeln mit hammerähnlichen Schlägern aus Holz durch kleine Tore bis zu einem als Ziel dienenden Pflock getrieben werden; BM.: Haken (M.); F.: Krocket, Krockets+FW(+EW); Z.: Kro-ck-et
Krokant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Krokant, ein Knuspergebäck; ne. brittle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krokette; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. croquant; E.: s. frz. croquant, M., Krokant, vgl. frz. croquer, V., knuspern, krachen, knabbern; wohl lautnachahmend; L.: Kluge s. u. Krokant, fehlt DW, EWD s. u. Krokant, Duden s. u. Krokant; Son.: vgl. nschw. krokan, Sb., Krokant; nschw. krokan, M., Krokant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine aus Mandeln und karamelisiertem Zucker bestehende Süßigkeit; BM.: lautmalend?; F.: Krokant, Krokants+FW(+EW); Z.: Krok-ant
Krokette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Krokette, ein herausgebackenes Röllchen, eine Essensbeilage; ne. croquette; Vw.: -; Hw.: s. Krokant; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. croquette; E.: s. frz. croquette, F., Krokette; vgl. frz. croquer, V., knuspern, krachen, knabbern; wohl lautnachahmend; L.: Kluge s. u. Krokette, fehlt DW, Duden s. u. Krokette; Son.: vgl. nndl. croquet, croquetje, Sb., Krokette; nschw. krokett, Sb., Krokette; nnorw. krokett, M., Krokette; poln. krokiet, M., Krokette; nir. cróicead, M., Krokette; lit. kroketas, M., Krokette; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein aus Kartoffelteig oder Ähnlichem herausgebackenes Röllchen; BM.: lautmalend?; F.: Krokette, Kroketten+FW(+EW); Z.: Krok-ett-e
Krokodil, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Krokodil, Panzerechse; ne. crocodile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. crocodīlus; E.: s. mnd. krokodil, kokrodril, kokedril, kokedrul, kokodrul, kokodril, M., Krokodil; lat. crocodīlus, M., Krokodil, (81-43 v. Chr.); gr. κροκόδειλος (krokódeilos), M., Krokodil, Eidechse, s. Frisk 2, 22; vgl. gr. κρόκη (krókē), F., Kies; idg. *k̑orkā?, *k̑rokā?, *k̑orkₑlā, F., Kies, Kiesel, Pokorny 615 (963/195) (RB. idg. aus ind., gr.), s. Frisk 1, 417; gr. δριλος (drilos), M., Wurm; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 1, 417; L.: Kluge s. u. Krokodil, DW 11, 2350, EWD s. u. Krokodil, Duden s. u. Krokodil; Son.: s. mhd. kokodrille, kokadrille, kokatrille, cocodrille, sw. M., Krokodil; vgl. nndl. krokodil, Sb., Krokodil; frz. crocodile, M., Krokodil; nschw. krokodil, Sb., Krokodil; nnorw. krokodille, M., F., Krokodil; poln. krokodyl, M., Krokodil; kymr. crocodeil, M., Krokodil; nir. corgall, M., Krokodil; lit. krokodilas, M., Krokodil; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und wohl vor rund 200 Millionen Jahren entstandenes großes räuberisches vorwiegend in Flüssen der Tropen lebendes Reptil mit einer aus meist höckerigen Schuppen oder Platten aus Horn bedeckten Haut und lang gestrecktem Kopf und großem Maul mit scharfen unregelmäßigen Zähnen und einem langen seitlich abgeplatteten Schwanz; BM.: Kies, Wurm?; F.: Krokodil, Krokodils, Krokodiles, Krokodile, Krokodilen+FW(+EW); Z.: Krok-o-dil
$Krokodilsträne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Krokodilsträne; E.: s. Krokodil, s. s, s. Träne; L.: Kluge s. u. Krokodilstränen, fehlt DW, EWD s. u. Krokodil; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Krokodil und s sowie Träne gebildete Bezeichnung für eine einem Krokodil bei dem Fressen tränenähnlich aus den Augen tretende - aber keine Trauer bezeugende - Flüssigkeit; F.: Krokodilsträne, Krokodilstränen+FW+EW; Z.: Krok-o-dil-s—t-rän-e
Krokus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krokus, eine Blume; ne. crocus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. crocus; E.: s. lat. crocus (1), M., Safran, Safranfarbe, (96-55 v. Chr.); gr. κρόκος (krókos), M., Safran; vgl. hebr. karkōm, arab. kurkum; L.: Kluge s. u. Krokus, DW 11, 2351, EWD s. u. Krokus, Duden s. u. Krokus; Son.: s. ahd. kruog*, st. M. (a?, i?), Safran; vgl. nndl. krokus, Sb., Krokus; frz. crocus, M., Krokus; nschw. krokus, Sb., Krokus; nnorw. krokus, M., Krokus; poln. krokus, M., Krokus; kymr. crocws, Sb., Krokus; nir. crócas, M., Krokus; lit. krokas, M., Krokus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Hebräischen und Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Schwertliliengewächsen gehörende und in dem Vorfrühling in Europa und Asien und Nordafrika blühende kleine Pflanze mit grasartigen Blättern und trichterförmigen violetten oder gelben oder weißen Blüten; BM.: ?; F.: Krokus, Krokusse, Krokussen+FW(+EW); Z.: Krok-us
Krolle, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Krolle, Locke, Lockenhaar, geringeltes Haarbüschel; ne. curl (N.); Vw.: -; Hw.: s. Krollhaar, Krüllschnitt; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. krolle, krülle, sw. F., Krolle, Haarlocke; mnd. krul, kruel, M., N., Krull, Locke, Lockenfrisur, Haarschopf, gekräuseltes Haar; mnl. crolle, crulle, Sb., Locke; von einem westgerm. *kruzla-; L.: Kluge s. u. Krollhaar, DW 11, 2352, Duden s. u. Krolle; GB.: seit um 1340 belegte und für das Westgermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geringeltes Haarbüschel; BM.: ?; F.: Krolle, Krollen+EW; Z.: Kroll-e
Krollhaar, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Krollhaar, gelocktes Haar; ne. curls (N. Pl.); Vw.: -; Hw.: s. Krolle, Krüllschnitt; Q.: 14. Jh.; E.: s. Krolle, Haar; L.: Kluge 1. A. s. u. Krolle, Kluge s. u. Krollhaar, DW 11, 2353; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kroll(e) und Haar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gelocktes Haar; BM.: ?; F.: Krollhaar, Krollhaares, Krollhaars, Krollhaare, Krollhaaren+EW; Z.: Kroll—haar
Kromlech, Cromlech, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kromlech, Cromlech, Steinkreis, Dolmen; ne. cromlech, stone circle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830?; I.: Lw. bret. cromlec’h, kymr. cromlech; E.: s. bret. cromlec’h, Sb., Kromlech; kymr. cromlech, F., Kromlech; vgl. kymr. crom, crwm, Adj., gebogen; kymr. llech, Adj., flacher Stein; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kromlech; Son.: vgl. frz. cromlech, M., Kromlech; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Bretonischen und Kymrischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vorgenommene jungsteinzeitliche kreisförmige Steinsetzung oder einen Steinkreis oder ein Dolmen; BM.: gebogener flacher Stein; F.: Kromlech, Kromlechs, Kromleche, Kromlechen, Cromlech, Cromlechs, Cromleche, Cromlechen+FW(+EW); Z.: Krom-lech
Krone, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Krone, Diadem, Zahnkrone, Gipfel; ne. crown (N.); Vw.: -; Hw.: s. krönen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. krōne, krōn, st. F., sw. F., Kranz; mnd. krōne, krōn, F., Krone, Kronleuchter, Platte des Kopfes, Münze, runder Kopfschmuck, Kranz, Brautkranz; mnl. crōne, croon, F., Krone; ahd. korōna* krōna, st. F. (ō), Krone, Kranz, reifförmiger Kopfschmuck, kranzartiger Kopfschmuck; as. -; anfrk. korona*, corona*, st. F. (ō), Krone; lat. corōna, F., Krone, (um 450 v. Chr.); gr. κορώνη (korṓnē), F., Gekrümmtes, Türring, Haken (M.) am Ende des Bogens zum Einhängen der Sehne; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krone, Kluge s. u. Krone, DW 11, 2355, EWD s. u. Krone, EWAhd 5, 709, Duden s. u. Krone, Bluhme s. u. Krone; Son.: vgl. afries. krōne, st. F. (ō), Krone; lat.-ae. corōna, sw. M. (n), Krone; ae. corenbéag, st. M. (a), Krone; an. korōna, F., Krone; nndl. kroon, Sb., Krone; frz. couronne, F., Krone; nschw. krona, Sb., Krone; nnorw. krone, M., F., Krone; kymr. coron, F., Krone; nir. coróin, F., Krone; lit. karūna, F., Krone; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und auf dem Kopf getragenen breiten oft mit Edelsteinen verzierten goldenen Reif mit Zacken oder sich kreuzenden Bügeln als Zeichen von Herrschaft; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Krone, Kronen+FW(+EW); Z.: Kro-n-e
krönen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. krönen, eine Krone auf den Kopf setzen, nach oben abschließen; ne. crown (V.); Vw.: -; Hw.: s. Krone; Q.: Ende 8. Jh.? (Glosse); E.: mhd. krœnen (2), krōnen, sw. V., kränzen, bekränzen, krönen, kennzeichnen, auszeichnen, preisen, ehren, verherrlichen, erhöhen, schmücken; mnd. krōnen*, kronen, croinen, crounen, croynen, V., krönen, eine Krone aufsetzen, einen Jungfernkranz aufsetzen; mnl. cronen, sw. V., krönen; ahd. korōnōn*, koronōn*?, sw. V. (2), krönen; lat. corōnāre, V., krönen, bekränzen, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krone, Kluge s. u. Krone, DW 11, 2380, EWD s. u. Krone, EWAhd 5, 711, Duden s. u. krönen; Son.: vgl. ae. *corōnian, sw. V., krönen; an. krȳna, sw. V., krönen; nndl. bekronen, V., krönen; frz. couronner, V., krönen; nschw. kröna, V., krönen; nnorw. krone, V., krönen; poln. koronować, V., krönen; kymr. coroni, V., krönen; nir. corónaim, V., krönen; lit. karūnuoti, V., krönen; GB.: vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes eine Krone (als Zeichen von Herrschaft oder Ansehen) auf den Kopf setzen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: krönen, kröne (!), krönst, krönt, krönest, krönet, krönte, kröntest, krönten, kröntet, gekrönt, ##gekrönt, gekrönte, gekröntes, gekröntem, gekrönten, gekrönter##, krönend, ###krönend, krönende, krönendes, krönendem, krönenden, krönender###, krön (!)+FW(+EW); Z.: krö-n-en
$Kronleuchter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kronleuchter, kronenartiger Leuchter; E.: s. Kron(e), s. Leuchter; L.: Kluge s. u. Kronleuchter, DW 11, 2389, EWD s. u. Krone; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kron(e) und Leuchter gebildete Bezeichnung für einen seit dem 17. Jh. in Italien von Menschen entwickelten und in herrschaftlichen Häusern verwendeten kronenartigen Leuchter mit mehreren Leuchtkörpern; F.: Kronleuchter, Kronleuchters, Kronleuchtern+FW+EW; Z.: Kro-n—leuch-t-er
$Kronprinz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kronprinz; E.: s. Kron(e), s. Prinz; L.: DW 11, 2390, EWD s. u. Krone; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kron(e) und Prinz belegte Bezeichnung für einen für die Thronfolge eines Herrschers bestimmten Nachkommen oder Prinzen; F.: Kronprinz, Kronprinzen+FW(+EW); Z.: Kro-n—pri-n-z
Kronsbeere, nhd. (dial.), F., (17. Jh.): nhd. Kronsbeere, Preiselbeere; ne. cranberry; Vw.: -; Hw.: s. Kranbeere; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. krōnesbēre*, krōnsbēre, krǖnsbēre, F., Kronsbeere, Preiselbeere, Kranichbeere; s. nhd. Kranich, Beere; L.: Kluge s. u. Kronsbeere, DW 11, 2390, Duden s. u. Kronsbeere; Son.: norddeutsch; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus Kran(ich) und s und Beere gebildete Bezeichnung für die kleine rot glänzende Preiselbeere; BM.: Kranich und Glänzen der reifen und leuchtenden roten Frucht; F.: Kronsbeere, Kronsbeeren+EW; Z.: Kro-n-s—beer-e
$Krönung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Krönung; Q.: 1376-1387 (Urkunde); E.: s. krön(en), s. ung; L.: DW 11, 2391, EWD s. u. Krone; GB.: seit 1376-1387 belegte und vielleicht nach lat. corōnātio aus krön(en) und ung gebildete Bezeichnung für das von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Aufsetzen der Krone als sichtbaren Beginn der Herrschaft eines Monarchen; F.: Krönung, Krönungen+FW(+EW); Z.: Krö-n-ung
$Kronzeuge, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kronzeuge; E.: seit 19. Jh. belegte und dem Neuenglischen (evidence for the crown oder evidence for the state) nachgebildete sowie aus Kron(e) und Zeuge gebildete (und in Gesetzen nicht verwendete) Bezeichnung für einen Zeugen der gegen Zusage einer Strafmilderung oder Straffreiheit für seine Beteiligung an einer Straftat (oder einer Wettbewerbsrechtsverletzung) gegen andere Tatbeteiligte gegenüber Ermittelungsorganen des Staates aussagt; L.: Kluge s. u. Kronzeuge, fehlt DW, EWD s. u. Krone; F.: Kronzeuge, Kronzeugen+EW+FW; Z.: Kro-n—zeu-g-e
Kropf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kropf, Struma; ne. crop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kruppe; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kropf, kroph, st. M., Auswuchs an dem Halse von Menschen, Kropf, Mensch der einen Kropf hat; mnd. krop (1), krap, M., herausgeschwollener Körperteil, Auswuchs, Kropf, Vormagen der Vögel, angeschwollener menschlicher Hals, Blähhals; mnl. crop, Sb., Kropf; ahd. kropf*, kroph*, st. M. (a)?, Kropf, Auswuchs, äußere Geschwulst am Hals, Vormagen, kleiner Bauch als Schwellung, Haufe, Haufen; as. krop*, kropp*, st. M. (a?), Kropf; anfrk. crop, M., Kropf (in Beinamen); germ. *kruppa-, *kruppaz, st. M. (a), Körper, Kropf; s. idg. *greub-, *greuHb-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kropfe, Kluge s. u. Kropf, DW 11, 2394, EWD s. u. Kropf, EWAhd 5, 816, Falk/Torp 55, Duden s. u. Kropf, Bluhme s. u. Kropf; Son.: vgl. afries. -; ae. cropp, croppa, st. M. (a), Traube, Büschel, Sprosse, Blume, Beere, Ähre, Kropf, Niere, Kiesel; an. kroppr, st. M. (a), Körper, aufgeschnittenes Schlachtvieh; got. *kruppa, st. F. (ō), runde Masse; nndl. krop, Sb., Kropf, Vormagen; nschw. kropp, Sb., Körper; nnorw. kripp, M., Körper, aufgeschnittenes Schlachtvieh; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich ziemlich häufige und vielleicht schon früher mögliche infolge jodarmer Nahrung durch eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse bewirkte Verdickung des Halses des Menschen und für einen zeitweisen Nahrungsspeicher körnerfressender Vögel; BM.: drehen; F.: Kropf, Kropfes, Kropfs, Kröpfe, Kröpfen (!)+EW; Z.: Kropf
$kröpfen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. kröpfen, in den Kropf aufnehmen, mästen, fressen; E.: s. Kropf, s. en (Suff.); L.: DW 11, 2400, EWD s. u. Kropf; GB.: (krüpfen) vielleicht seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Nahrung in den Kropf (von Vögeln) aufnehmen oder mästen; F.: kröpfen (!), kröpfe (!), kröpfst, kröpft, kröpfest, kröpfet, kröpfte, kröpftest, kröpften, kröpftet, gekröpft, ##gekröpft, gekröpfte, gekröpftes, gekröpftem, gekröpften, gekröpfter##, kröpfend, ###kröpfend, kröpfende, kröpfendes, kröpfendem, kröpfenden, kröpfender###, kröpf (!)+EW; Z.: kröpf-en
Kroppzeug, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kroppzeug, kleine Kinder, Gesindel; ne. small children; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen krōptüg; Vorderglied nd. krop, Sb., kleine Kinder; mnd. krop (1), krap, M., herausgeschwollener Körperteil, Auswuchs, Kropf, Vormagen der Vögel, angeschwollener menschlicher Hals, Blähhals; mnl. crop, Sb., Kropf; as. krop*, kropp*, st. M. (a?), Kropf; germ. *kruppa-, *kruppaz, st. M. (a), Körper, Kropf; s. idg. *greub-, *greuHb-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Zeug; L.: Kluge 1. A. s. u. Kroppzeug, Kluge s. u. Kroppzeug, fehlt DW, EWD s. u. Kroppzeug, Duden s. u. Kroppzeug; GB.: seit 18. Jh. aus dem Niederdeutschen aufgenommene und umgebildete sowie aus Kropf und Zeug und ihren älteren Vorstufen gebildete geringschätzige Bezeichnung für kleine Kinder oder wohl auch Gesindel; BM.: drehen, ziehen; F.: Kroppzeug, Kroppzeugs+EW; Z.: Kropp—zeu-g
kross, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kross, knusprig (knusperig); ne. crispy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, wohl lautmalender Herkunft; L.: Kluge s. u. kross, fehlt DW, Duden s. u. kross; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen mögliches knusperig; BM.: lautmalend?; F.: kross, krosse, krosses, krossem, krossen, krosser(, krossere, krosseres, krosserem, krosseren, krosserer, krossest, krosseste, krossestes, krossestem, krossesten, krossester)+EW; Z.: kross
Krösus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Krösus, sehr reicher Mann; ne. Croesus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. Croesus; E.: s. lat. Croesus, M., Krösus, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. Κροῖσος (Kroisos), M.=PN, Krösus; L.: Kluge s. u. Krösus, fehlt DW (dort aber krösusreich DW 11, 2412 für reich wie ein Krösus), Duden s. u. Krösus; Son.: vgl. nndl. Croesus, Cresus, M., Krösus; frz. Crésus, M., Krösus; nschw. krösus, Sb., Krösus; nnorw. krøsus, M., Krösus; poln. krezus, M., Krösus; kymr. Cresws, M., Krösus; nir. Créasas, M., Krösus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aus einem PN aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sehr reichen Mann; BM.: PN; F.: Krösus, Krösusse, Krösussen+FW(+EW); Z.: Krös-us
Kröte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kröte, Lurch; ne. toad; Vw.: s. Schild-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. krete, sw. F., st. F., Kröte, Frosch; mhd. krote, krotte, kröte, sw. F., Kröte, Frosch; mhd. krot (2), krut, sw. F., st. F., Krot, Kröte, Frosch; mnd. krōde (1), krode, krāde, krȫde, krȫte, F., Kröte, Amphibie, Kriechtier; mnl. crode, crade, F., Kröte; ahd. kreta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Kröte; ahd. krota, sw. F. (n), Kröte; ahd. krot, st. F. (i), Kröte; germ. *kredō, st. F. (ō), Kröte; idg. *guredʰ-, Sb., Frosch, Kröte, Kluge s. u. Kröte; L.: Kluge 1. A. s. u. Kröte, Kluge s. u. Kröte, DW 11, 2414, EWD s. u. Kröte, EWAhd 5, 779, Falk/Torp 51, Duden s. u. Kröte, Bluhme s. u. Kroete; Son.: vgl. nndl. (dial.) krodde, Sb., Kröte; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches einem Frosche ähnliches kleines plumpes Tier mit breitem Kopf und vorquellenden Augen sowie warziger und Giftstoffe absondernder Haut; BM.: langsam gehend; F.: Kröte, Kröten+EW; Z.: Kröt-e
$krötig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. krötig, frech, bösartig, giftig; E.: s. Kröt(e), s. ig; L.: DW 11, 2423, EWD s. u. Kröte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kröt(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Kröte und des Menschen mögliches frech oder bösartig oder giftig; F.: krötig, krötige, krötiges, krötigem, krötigen, krötiger(, krötigere, krötigeres, krötigerem, krötigeren, krötigerer, krötigst, krötigste, krötigstes, krötigstem, krötigsten, krötigster)+EW; Z.: kröt-ig
Krücke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Krücke, Krückstock; ne. crutch, crook (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. krücke, F., Krücke; mnd. krücke, krucke, krükke*, krocke, F., Krücke, Krückstock, Stütze des Lahmen, Stelzbein, gekrümmtes Stück, hakenförmiges Gerät; mnl. cruc, crucke, F., M., Krücke, gabelförmiges Stück Holz; ahd. krukka*, krucka*, sw. F. (n), Krummholz, Krummstab, Krücke, Hirtenstab, Stab, Stock, Feuerhaken, Marterinstrument; as. krukka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Krücke; anfrk. -; germ. *krukjō, st. F. (ō), Stab, Krücke; s. idg. *greug-, Sb., Runzel, Biegung, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krücke, Kluge s. u. Krücke, DW 11, 2425, EWD s. u. Krücke, EWAhd 5, 824, Duden s. u. Krücke, Bluhme s. u. Kruecke; Son.: vgl. afries. -; ae. crycc, st. F. (jō), Krücke; an. krōkr, st. M. (a), Haken, Biegung, Bucht; got. *krukkja, st. F. (jō), Krücke; nndl. kruk, Sb., Krücke; nschw. krycka, Sb., Krücke; nnorw. krykke, M., F., Krücke; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen für gehbehinderte Menschen aus Holz oder Metall oder Plastik gefertigte Gehhilfe; BM.: drehen; F.: Krücke, Krücken+EW; Z.: Krü-ck-e
$Krückstock, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Krückstock, Krücke; E.: s. Krück(e), s. Stock; L.: DW 11, 1429 (Krückenstock), EWD s. u. Krücke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Krück(e) und Stock gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für gehbehinderte Menschen aus Holz oder Metall oder Plastik gefertigte Gehhilfe; F.: Krückstock, Krückstocks, Krückstockes, Krückstöcke, Krückstöcken+EW; Z.: Krü-ck—sto-ck
krud, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. krud, roh, hart, ungeschliffen; ne. crude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. crūdus; E.: s. lat. crūdus, Adj., roh, unreif, rau, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. krud, fehlt DW, Duden s. u. krud; Son.: vgl. nndl. cru, Adj., krud; frz. cru, Adj., roh; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für roh oder hart; BM.: Blut; F.: krud, krude, krudes, krudem, kruden, kruder(, krudere, kruderes, kruderem, kruderen, kruderer, krudest, krudeste, krudestes, krudestem, krudesten, krudester)+FW+EW; Z.: kru-d
Krug (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Krug (M.) (1), Kanne, Humpen; ne. jug, crock; Vw.: -; Hw.: s. Kruke; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. kruoc, st. M., Krug (M.) (1); mnd. krōch (2), M., Krug (M.) (1), Kanne; mnl. croech, F., Krug (M.) (1); ahd. kruog* (1), st. M. (i), Krug (M.) (1), Flasche, Gefäß, Topf; as. krōg, M., N., Krug (M.) (1); anfrk. -; germ. *krōgu-?, Sb., Schenke, Krug (M.) (1); entlehnt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Krug 1, Kluge s. u. Krug 1, DW 11, 2431, EWD s. u. Krug 1, EWAhd 5, 827, Duden s. u. Krug, Bluhme s. u. Krug; Son.: vgl. afries. -; ae. crōg, crōh (3), M., Krug (M.) (1), Gefäß; an. -; got. *krūka, st. F. (ō), Krug; nndl. kruic, Sb., Kanne, Gefäß; nschw. kruka, Sb., Krug (M.) (1); nnorw. krukke, M., F., Krug (M.) (1); GB.: seit 8. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes zylindrisches oder bauchig geformtes Gefäß aus Ton (M.) (2) oder Steingut oder Metall oder Glas oder Porzellan mit einem Henkel oder zwei Henkeln oder für eine Kanne oder einen Humpen für eine Aufnahme einer Flüssigkeit; BM.: ?; F.: Krug, Krugs, Kruges, Krüge, Krügen+EW?; Z.: Krug
Krug (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Krug (M.) (2), Schenke, Gaststätte; ne. pub; Vw.: s. Nobis-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. krūch (1), M., Wirtshaus, Schenke, Ausschank, Gastwirtschaft, Dorfschenke, Straßenschenke; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Krug 2, Kluge s. u. Krug 2, DW 11, 2434, EWD s. u. Krug 2, Duden s. u. Krug; Son.: vgl. nndl. kroeg, Sb., Krug (M.) (2); nschw. krog, Sb., Kneipe; nisl. krá, F., Kneipe; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Schenke oder Gaststätte; BM.: ?; F.: Krug, Krugs, Kruges, Krüge, Krügen+EW; Z.: Krug
Kruke, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Kruke, großer Krug (M.) (1); ne. jug, crock; Vw.: -; Hw.: s. Krug (1); Q.: 1454-1464 (Copey-Buch der gemainen Stat Wienn); E.: s. mnd. krūke, kruike, krucke, krukke*, F., Kruke, Krug (M.) (1), tönerner Wasserkrug, Ölkrug, Getränkekrug, Arzneikrug, Biergefäß; mhd. kruke, sw. F., Kruke, großer Krug (M.) (1); mnl. cruke, F., Krug (M.) (1); s. ahd. kruog* (1), st. M. (i), Krug (M.) (1), Flasche, Topf; as. krūka*, sw. F. (n), Krug (M.) (1), Gefäß, Kruke; germ. *krōgu-?, Sb., Krug (M.) (1); entlehnt?; L.: Kluge s. u. Kruke, DW 11, 2437, Duden s. u. Kruke; Son.: vgl. afries. krocha, sw. M. (n), Feuerbecken; ae. crocc, crocca, st. M. (a), sw. M. (n), Topf, Gefäß; an. krukka, sw. F. (n), Krug (M.) (1); GB.: seit 1454-1464 belegte Bezeichnung für ein zylindrisches oder bauchig geformtes Gefäß aus Ton (M.) (2) oder Steingut oder Metall oder Glas oder Porzellan mit einem Henkel oder auch zwei Henkeln oder für eine Kanne oder einen Humpen für eine Aufnahme einer Flüssigkeit; BM.: ?; F.: Kruke, Kruken+EW; Z.: Kruk-e
Krüllschnitt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Krüllschnitt, mittelfein bis grob geschnittener Pfeifentabak; ne. cut tabak; Vw.: -; Hw.: s. Krolle, Krollhaar; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. krul, kruel, M., N., Krull, Locke, Lockenfrisur, Haarschopf, gekräuseltes Haar; mnl. crolle, crulle, Sb., Locke; von einem westgerm. *kruzla-; Hinterglied s. nhd. Schnitt; L.: Kluge s. u. Krüllschnitt, fehlt DW, Duden s. u. Krüllschnitt; GB.: seit 20. Jh. und aus Krüll und Schnitt gebildete sowie teilweise mit dem Westgermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit mittelfein bis grob (gekräuselt?) geschnittenen Pfeifentabak; BM.: ?, schneiden; F.: Krüllschnitt, Krüllschnitts, Krüllschnittes, Krüllschnitte, Krüllschnitten+EW; Z.: Krüll—schnit-t
Krume, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Krume, Brotstück, Brösel, Brosame; ne. crumb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1331 (Daniel); E.: mhd. krume, krūme, krumme, st. F., Krume; mnd. krōme, krome, krūme, F., Krume, Brotkrume, Brosam, weiches Inneres des Brotes, Ackerkrume, Ackerland?; mnl. crome, Sb., Krume; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *krauma-, *kraumaz, *krūma-, *krūmaz, st. M. (a), Krume; idg. *grū̆mo, Sb., Zusammengekratztes, Kralle, Gerümpel, Pokorny 388; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385; L.: Kluge 1. A. s. u. Krume, Kluge s. u. Krume, DW 11, 2438, EWD s. u. Krume, Duden s. u. Krume; Son.: vgl. afries. -; ae. cruma, sw. M. (n), Krume, Stückchen; an. -; got. -; nndl. kruim, Sb., Krume; GB.: seit um 1331 belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Brot mögliches kleines abgebrochenes Brotstück oder einen Brösel oder Brosamen; BM.: drehen; F.: Krume, Krumen+EW; Z.: Kru-m-e
$Krümel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Krümel; E.: s. Krum(e), s. el; L.: Kluge s. u. Krume, DW 11, 2437, EWD s. u. Krume; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Krum(e) und el gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Brot mögliches kleines abgebrochenes Brotstück oder einen Brösel oder Brosamen; F.: Krümel, Krümels, Krümeln+EW; Z.: Krü-m-el
$krümelig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. krümelig, Krümel betreffend; L.: Kluge s. u. Krume, fehlt DW, EWD s. u. Krume; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Krümel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Brot mögliches Krümel betreffend oder aus Krümeln bestehend oder mit Krümeln bedeckt; F.: krümelig, krümelige, krümeliges, krümeligem, krümeligen, krümeliger(, krümeligere, krümeligeres, krümeligerem, krümeligeren, krümeligerer, krümeligst, krümeligste, krümeligstes, krümeligstem, krümeligsten, krümeligster)+EW; Z.: krü-m-el-lig
$krümeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. krümeln, Krümel bilden, in Krumen zerreiben, klein machen; Vw.: s. ver-; E.: s. Krümel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Krume, DW 11, 2441, EWD s. u. Krume; GB.: (krumelen) seit 15. Jh. belegte sowie aus Krümel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Krümel bilden oder in Krumen zerreiben oder klein machen; F.: krümeln, krümel (!), krümle, krümele, krümelst, krümelt, krümelte, krümeltest, krümelten, krümeltet, gekrümelt, ##gekrümelt, gekrümelte, gekrümeltes, gekrümeltem, gekrümelten, gekrümelter##, krümelnd, ###krümelnd, krümelnde, krümelndes, krümelndem, krümelnden, krümelnder###, krümel (!)+EW; Z.: krü-m-el-n
krumm, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. krumm, gekrümmt, gebogen; ne. crooked, crump (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. krump, krum, Adj., krumm, gekrümmt, verdreht, schlecht, unredlich; mnd. krum (1), krumm, krumme, Adj., krumm, gebogen, verbogen, geworfen, verzogen, schief, krumm gewachsen; mnl. krumb, kromb, Adj., krumm, gebogen, schief; ahd. krumb*, Adj., krumm, gekrümmt, gebogen, gewunden, verkehrt, verkrüppelt, mehrdeutig; as. krumb*, Adj., krumm, gebeugt, hakenförmig; anfrk. krump-, Präf., krumm... (in ON); germ. *krumpa-, *krumpaz, *krumba-, *krumbaz, Adj., gekrümmt, krumm; s. idg. *gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *grem-, *h₂grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Dorf, Haufen, Pokorny 383; vgl. idg. *ger- (1), *gere-, h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. krumm, Kluge s. u. krumm, DW 11, 2441, EWD s. u. krumm, EWAhd 5, 825, Falk/Torp 53, Heidermanns 344, 345, Duden s. u. krumm, Bluhme s. u. krumm; Son.: vgl. afries. krumb, Adj., krumm; ae. crumb, crump, Adj., krumm, gekrümmt, gebeugt; an. -; got. -; nndl. krom, Adj., krumm; nnorw. krum, Adj., krumm; gr. γρυπός (grypós), Adj., gekrümmt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gekrümmt oder gebogen; BM.: zusammenfassen; F.: krumm, krumme, krummes, krummem, krummen, krummer(, krummere, krummeres, krummerem, krummeren, krummerer, krummste, krummstes, krummstem, krummsten, krummster)+EW; Z.: kru-m-m
$krümmen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. krümmen, krumm werden, krumm machen; E.: s. krumm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. krumm, DW 11, 2457, EWD s. u. krumm; GB.: (krumben) seit vor 1190 belegte und aus krumm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches krumm werden oder krumm machen; F.: krümmen, krümme (!), krümmst, krümmt, krümmest, krümmet, krümmte, krümmtest, krümmten, krümmtet, gekrümmt, ##gekrümmt, gekrümmte, gekrümmtes, gekrümmtem, gekrümmten, gekrümmter##, krümmend, ###krümmend, krümmende, krümmendes, krümmendem, krümmenden, krümmender###, krümm (!)+EW; Z.: krü-m-m-en
$krummlinig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. krummlinig, eine krumme Linie betreffend; E.: s. krumm, s. linig; L.: DW 11, 2464, EWD s. u. Linie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus krumm und linig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Schrift mögliches eine krumme Linie betreffend; F.: krummlinig, krummlinige, krummliniges, krummlinigem, krummlinigen, krummliniger(, krummlinigere, krummlinigeres, krummlinigerem, krummlinigeren, krummlinigerer, krummlinigst, krummlinigste, krummlinigstes, krummlinigstem, krummlinigsten, krummlinigster)+EW+FW; Z.: kru-m-m—lin-ig
$Krümmung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Krümmung, Biegung, Beugung; E.: s. krümm(en), s. ung; L.: DW 11, 2466, EWD s. u. krumm; GB.: (krümbunge) vielleicht seit 1282 belegte und aus krümm(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Biegung oder Beugung (beispielsweise des Lichtes); F.: Krümmung, Krümmungen+EW; Z.: Krü-m-m-ung
Krumpel, Krümpel, nhd. (ält.), F., (20. Jh.?): nhd. Krumpel, Krümpel, Knitterfalte; ne. crease (N.); Vw.: -; Hw.: s. krumpelig; Q.: 20. Jh.?; E.: verwandt mit Krampf, s. nhd. krumpelig; vgl. idg. gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. krumpelig, DW 11, 2467, Duden s. u. Krumpel; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Krampf sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Knitterfalte in einem Kleidungsstück; BM.: drehen bzw. zusammenfassen?; F.: Krumpel, Krumpeln, Krümpel, Krümpeln+EW; Z.: Kru-m-p-el
krumpelig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. krumpelig, zerknittert; ne. crinkled, wrinkled; Vw.: -; Hw.: s. Krumpel; Q.: 18. Jh.; E.: zur Wortfamilie um „Krampf“ gehörend, letztlich vgl. idg. gerb-, V., sich kräuseln, runzeln, krümmen, Pokorny 387?; idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385? (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder *grem-, V., Sb., zusammenfassen, Schoß (M.) (1), Haufen, Dorf, Pokorny 383?; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382? (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. krumpelig, fehlt DW, Duden s. u. krumpelig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krumpel und ig gebildete und mit Krampf sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früh mögliches zerknittert; BM.: drehen bzw. zusammenfassen?; F.: krumpelig, krumpelige, krumpeliges, krumpeligem, krumpeligen, krumpeliger(, krumpeligere, krumpeligeres, krumpeligerem, krumpeligeren, krumpeligerer, krumpeligst, krumpeligste, krumpeligstes, krumpeligstem, krumpeligsten, krumpeligster)+EW; Z.: kru-m-p-el-ig
Krümper, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Krümper, ausgebildeter Ersatzreservist; ne. reservist; Vw.: -; Hw.: s. Krüppel; Q.: 19. Jh.; E.: wohl ein Scheltwort, Zusammenhang mit nhd. Krüppel (s. d.); L.: Kluge s. u. Krümper, DW 11, 2468, Duden s. u. Krümper; GB.: seit 19. Jh. bis vor 1813 belegte und wohl mit Krüppel verbindbare sowie abwertend verwendete Bezeichnung für einen kurzfristig ausgebildeten Wehrpflichtigen Preußens; BM.: Krüppel?; F.: Krümper, Krümpers, Krümpern+EW; Z.: Krü-m-p-er
$Krümperpferd, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Krümperpferd; E.: s. Krümper, s. Pferd; L.: Kluge s. u. Krümper, DW 11, 2469; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Krümper und Pferd gebildete Bezeichnung für ein überzähliges Ersatzpferd in dem Heereswesen Preußens das bei Bedarf aus den jedes Jahr eintretenden Pferdeabgängen der Reiterei genommen wurde; F.: Krümperpferd, Krümperpferdes, Krümperpferds, Krümperpferde, Krümperpferden+EW+FW; Z.: Krü-m-p-er—p-fe-rd
Krupp, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Krupp, Kehlkopfschleimhautentzündung; ne. croup; Vw.: s. Pseudo-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: ne. croup; E.: s. ne. croup, N., Heiserkeit, Krupp; vgl. ne. croup, V., krächzen; über Mittelenglisch von frz. croupe, V., krächzen?; aus einer germanischen Sprache; L.: fehlt DW, Duden s. u. Krupp; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Französischen und vielleicht einer germanischen Sprache verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit unbekannter Zeit mögliche durch ein Virus verursachte mit einer Entzündung und Schwellung der Kehlkopfschleimhaut und Atemnot einhergehende Krankheit von Menschen; BM.: krächzen?; F.: Krupp, Krupps+FW?; Z.: Krupp
$Kruppade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kruppade; I.: Lw. frz. croupade; E.: s. frz. croupade: L.: fehlt DW, EWD s. u. Kruppe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen für Pferde entwickelten und verwendeten Sprung auf der Stelle in die Höhe; F.: Kruppade, Kruppaden+FW(+EW); Z.: Kru-pp-ad-e
Kruppe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kruppe, erhöhter Teil des Rückens höherer Wirbeltiere; ne. croup; Vw.: -; Hw.: s. Kropf; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. croupe; E.: s. croupe, F., Kruppe; aus dem Germanischen, awfrk. *kruppa-, Sb., Kruppe; vgl. germ. *kruppa-, *kruppaz, st. M. (a), Körper, Kropf; s. idg. *greub-, *greuHb-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kruppe, Kluge s. u. Kruppe, DW 11, 2472, EWD s. u. Kruppe, Duden s. u. Kruppe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zwischen Kreuz (Lendenwirbelsäule) und Schwanz liegenden Körperteil von Pferd und Rind und anderen höheren Wirbeltieren; BM.: drehen; F.: Kruppe, Kruppen+FW+EW?; Z.: Kru-pp-e
Krüppel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Krüppel, Behinderter, Schwerbeschädigter; ne. cripple (M.); Vw.: -; Hw.: s. Krümper, s. verkrüppelt; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. krüpel, krüppel, krupel, kruppel, st. M., Krüppel, Lahmer; mnd. krȫpel (1), kröppel, kropel, M., Krüppel; mnl. cropel, M., Krüppel; ahd. -; as. krupil, st. M., Krüppel; anfrk. -; germ. *krupila-, *krupilaz, st. M. (a), Krüppel; idg. *greub-, V., krümmen, biegen, kriechen, Pokorny 389; vgl. idg. *ger- (3), V., drehen, winden, Pokorny 385 (557/41) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Krüppel, Kluge s. u. Krüppel, DW 11, 2473, EWD s. u. Krüppel, Falk/Torp 44, Seebold 310, EWAhd 5, 831, Duden s. u. Krüppel, Bluhme s. u. Krueppel; Son.: vgl. afries. kreppel, st. M. (a), Krüppel; nnordfries. krabel, krebel, M., Krüppel; ae. créopel (1), st. M. (a), Krüppel; an. kryppill, st. M. (a), Krüppel; got. -; nndl. kreupel, Sb., Krüppel; GB.: (krüpel) seit Ende 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen möglichen körperbehinderten Menschen; BM.: drehen; F.: Krüppel, Krüppels, Krüppeln+EW; Z.: Krü-p-p-el
$krüppelig, krüpplig, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. krüppelig, verkrüppelt; E.: s. Krüppel, s. ig, L.: ,DW 11, 2476 (krüppelicht), EWD s. u. Krüppel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Krüppel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches verkrüppelt; F.: krüppelig, krüppelige, krüppeliges, krüppeligem, krüppeligen, krüppeliger(, krüppeligere, krüppeligeres, krüppeligerem, krüppeligeren, krüppeligerer, krüppeligst, krüppeligste, krüppeligstes, krüppeligstem, krüppeligsten, krüppeligster, krüpplig, krüpplige, krüppliges, krüppligem, krüppligen, krüppliger, krüppligere, krüppligeres, krüppligerem, krüppligeren, krüppligerer, krüppligst, krüppligste, krüppligstes, krüppligstem, krüppligsten, krüppligster)+EW; Z.: krü-p-p-el-ig
$krüppeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. krüppeln; Vw.: s. ver-; E.: s. Krüppel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 11, 2476; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Krüppel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches krümmen oder biegen oder Krüppel werden; F.: krüppeln, krüppel (!), krüpple, krüppele, krüppelst, krüppelt, krüppelte, krüppeltest, krüppelten, krüppeltet, gekrüppelt, ##gekrüppelt, gekrüppelte, gekrüppeltes, gekrüppeltem, gekrüppelten, gekrüppelter##, krüppelnd, ###krüppelnd, krüppelnde, krüppelndes, krüppelndem, krüppelnden, krüppelnder+EW; Z.: krü-p-p-el-n
krüsch, nhd. (dial.), Adj., (20. Jh.): nhd. krüsch, heikel, wählerisch; ne. picky; Vw.: -; Hw.: s. küren, Kür; Q.: 20. Jh.; E.: umgestellt aus kürsch, kürisch, s. nhd. kür(en), s. isch; L.: Kluge s. u. krüsch, fehlt DW, Duden s. u. krüsch; Son.: norddeutsch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kür(en) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wählerisch (in dem Essen); BM.: kosten (V.) (2); F.: krüsch, krüsche, krüsches, krüschem, krüschen, krüscher(, krüschere, krüscheres, krüscherem, krüscheren, krüscherer, krüschest, krüscheste, krüschestes, krüschestem, krüschesten, krüschester)+EW; Z.: krü-sch
Kruste, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kruste, harte Schicht; ne. crust (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kruste, sw. F., Kruste, Rinde; mnd. korste, korst, kost?, F., M., Kruste, Brotkruste, Brotrinde; mnl. corste, F., Kruste; ahd. krusta* (1), sw. F. (n), Kruste, Rinde, Törtchen; lat. crūsta, F., Kruste, Borke, Rinde, (96-55 v. Chr.); idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kruste, Kluge s. u. Kruste, DW 11, 2479, EWD s. u. Kruste, EWAhd 5, 837, Duden s. u. Kruste, Bluhme s. u. Kruste; Son.: vgl. nndl. korst, Sb., Kruste; frz. croûte, F., Kruste; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine hart gewordene äußere Schicht beispielsweise einer von Menschen zubereiteten Speise; BM.: Blut; F.: Kruste, Krusten+FW(+EW); Z.: Kru-st-e
$krustig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. krustig, eine Kruste habend; E.: s. Krust(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Kruste, fehlt DW, EWD s. u. Kruste; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Krust(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches eine Kruste habend; F.: krustig, krustige, krustiges, krustigem, krustigen, krustiger+FW(+EW); Z.: kru-st-ig
Kruzifix, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Kruzifix, Kreuz; ne. crucifix; Vw.: -; Hw.: s. Crux, Kreuz; Q.: 1330-1360 (Seuse); E.: mhd. crūzifix, st. N., Kruzifix; mnd. crūcifix, crūcifixt, crūcefix, krūzifix*, M., N., Kruzifix, Kreuzigungsgruppe; lat. crucifīxum (signum), Kreuzzeichen, Kreuz mit gekreuzigtem Christus; vgl. lat. crucifīgere, V., ans Kreuz schlagen, kreuzigen, kasteien, abtöten, bedrücken; lat. crux, F., Kreuz, Marterholz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kruzifix, DW 11, 2481, EWD s. u. Kruzifix, Duden s. u. Kruzifix; Son.: vgl. nndl. crucifix, Sb., Kruzifix; frz. crucifix, M., Kruzifix; nschw. krucifix, Sb., Kruzifix; nnorw. krusifiks, N., Kruzifix; poln. krucyfiks, M., Kruzifix; lit. krucifiksas, M., Kruzifix; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Rahmen der Entwicklung des Christentums entstandenes Kreuz mit dem daran gekreuzigten Religionsstifter Jesus Christus; BM.: drehen, stecken; F.: Kruzifix, Kruzifixes, Kruzifixe, Kruzifixen+FW(+EW); Z.: Kru-z-i-fi-x
Krypta, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Krypta, unterirdische Grabanlage; ne. crypt; Vw.: -; Hw.: s. Grotte, Groteske, Gruft, Krypta; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. crypta; E.: s. lat. crypta, F., Krypta, Kreuzgang, Korridor, Gruft, (116-27 v. Chr.); gr. κρύπτη (krýptē), F., Kreuzgang, Gewölbe, Krypta; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Krypta, DW 11, 2481 (Krypte), EWD s. u. Krypta, Duden s. u. Krypta; Son.: vgl. nndl. crypte, Sb., Krypta; frz. crypte, F., Krypta; nschw. krypta, Sb., Krypta; nnorw. krypt, M., Krypta; poln. krypta, F., Krypta; kymr. crypt, M., Krypta; lit. kripta, F., Krypta; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen meist unter dem Chor einer Kirche liegenden unterirdischen gewölbten Raum als Aufbewahrungsort für Reliquien oder als Grabstätte geistlicher und weltlicher Würdenträger und zu kultischen Zwecken; BM.: verbergen; F.: Krypta, Krypten+FW(+EW); Z.: Kry-pt-a
kryptisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kryptisch, geheimnisvoll; ne. cryptic, cryptical; Vw.: -; Hw.: s. Krypta; Q.: 1792 (Friedrich Christian Laukhard); E.: s. lat. crypticus, Adj., bedeckt, verborgen, (um 431-486 n. Chr.); gr. κρυπτικός (kryptikós), Adj., verborgen; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kryptisch, Duden s. u. kryptisch; Son.: vgl. nndl. cryptisch, Adj., kryptisch; frz. cryptique, Adj., kryptisch; nschw. kryptisk, Adj., kryptisch; nnorw. kryptisk, Adj., kryptisch; GB.: seit 1792 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches unklar oder geheimnisvoll in seiner Ausdrucksweise oder Darstellung und daher schwer zu deuten seiend; BM.: verbergen; F.: kryptisch, kryptische, kryptisches, kryptischem, kryptischen, kryptischer(, kryptischere, kryptischeres, kryptischerem, kryptischeren, kryptischerer, kryptischst, kryptischste, kryptischstes, kryptischstem, kryptischsten, kryptischster)+FW+EW; Z.: kry-pt-isch
Krypton, nhd. N., (19. Jh.): nhd. Krypton, ein Edelgas; ne. krypton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1898; I.: Lw. gr. κρυπτόν (kryptón); E.: s. gr. κρυπτόν (kryptón), N., Heimlichkeit; vgl. gr. κρυπτός (kryptós), Adj., verborgen; vgl. gr. κρύπτειν (krýptein), V., verbergen, verhüllen, verstecken; vgl. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Krypton; Son.: vgl. nndl. krypton, Sb., Krypton; frz. krypton, M., Krypton; nschw. krypton, N., Krypton; nnorw. krypton, N., Krypton; kymr. crypton, M., Krypton; nir. crioptón, M., Krypton; poln. krypton, M., Krypton; lit. kriptonas, M., Krypton; GB.: seit 1898 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an dem 30. Mai 1898 von William Ramsay und Morris William Travers in einem Überrest verdampfter Luft entdecktes sehr seltenes und nur in geringen Mengen in der Luft schon vormenschlich vorhandenes farbloses und geruchloses Edelgas (chemisches Element Nr. 36, abgekürzt Kr) das aus derLuft durch das sogenannte Linde-Verfahren gewonnen und in Lampen und Isolierglasfenstern und Gaslasern und elektronischen Zählern und in der Fotografie verwendet wird; BM.: verbergen; F.: Krypton, Kryptons+FW; Z.: Kry-pt-on
...kubator, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...kubator; ne. ...cubator; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. cubātor, M., Lieger, Liegender (353-431 n. Chr.); vgl. lat. cubāre, V., ruhen, schlafen, liegen, ruhen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Inkubator; Son.: vgl. frz. ...cubateur, Suff., ...kubator; nschw. ...kubator, Suff., ...kubator; nnorw. ...kubator, Suff., ...kubator; poln. ...kubator, Suff., ...kubator; lit. ...kubatorius, Suff., ...kubator; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Liegens verwendete Bezeichnung; BM.: schlafen; F.: ...kubator, ...kubators, ...kubatoren+FW(+EW); Z.: -ku-b-at-or
Kübel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Kübel, Eimer, größeres Holzgefäß; ne. bucket (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kufe (2), Kopf; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. kübel, st. M., Kübel; mnd. kǖvel, N., Kübel, hölzernes Maßgefäß; ahd. kubil*, st. M. (a), Kübel, Eimer; s. as. kūvilīn*? 1, st. N. (1), Kübel; anfrk. -; germ. *kubila-, *kubilaz, st. M. (a), Kübel; mlat. cūpellus, M., Kübel; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kübel, Kluge s. u. Kübel, DW 11, 2485, EWD s. u. Kübel, EWAhd 5, 848, Duden s. u. Kübel, Bluhme s. u. Kuebel; Son.: vgl. afries. -; ae. cȳfl, cūfel, st. M. (a), Kufe (F.) (2), Fass, Tonne, Eimer; an. -; got. -; GB.: (kubil) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und umgebildeteBezeichnung für ein größeres Gefäß zu einem Sammeln und Befördern von Flüssigkeiten wie beispielsweise Milch; BM.: biegen; F.: Kübel, Kübels, Kübeln+FW(+EW); Z.: Kü-b-el
kubik…, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. kubik..., dritte Potenz einer Maßeinheit, Raum betreffend; ne. cubic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kubus, kubisch; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. κύβος (kýbos) (1), M., Wirbelknochen, Würfel; s. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kubik-, DW 11, 2490; Son.: s. Kubikmeter; vgl. nschw. kubik…, Präf., kubik…; nnorw. kubik…, Präf., kubik…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für den Raum oder Würfel betreffend; BM.: biegen; F.: kubik…+FW(+EW); Z.: ku-b-ik-
kubisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. kubisch, räumlich, würfelförmig; ne. cubic, cubical; Vw.: -; Hw.: s. Kubus, kubik...; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cubicus; E.: s. lat. cubicus, Adj., kubisch, würfelförmig, zweimal mit sich selbst multipliziert, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κυβικός (kubikós), Adj., würfelig, kubisch; vgl. gr. κύβος (kýbos), M., Wirbelknochen, Würfel; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kubus, EWD s. u. Kubus, Duden s. u. kubisch; Son.: vgl. nndl. kubiek, Adj., kubisch; frz. cubique, Adj., kubisch; nschw. kubisk, Adj., kubisch; nnorw. kubisk, Adj., kubisch; kymr. ciwbig, Adj., kubisch; nir. ciúbach, Adj., kubisch; lit. kubinus, Adj., kubisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit zumindest in der Vorstellung von Menschen mögliches räumlich oder würfelförmig; BM.: biegen; F.: kubisch, kubische, kubisches, kubischem, kubischen, kubischer+FW(+EW); Z.: ku-b-isch
$Kubismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kubismus; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. kubi(sch), s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kubus; GB.: seit dem frühen 20. Jh. belegte und aus kubi(sch) und ismus gebildete Bezeichnung für eine auf die geometrische Würfelform abstellende Kunstrichtung (beispielsweise Pablo Picasso und Georges Braque); F.: Kubismus+FW(+EW?); Z.: Ku-b-ism-us
$kubistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. kubistisch; E.: s. kub(isch), s. ist, s. isch;L.: fehlt DW, EWD s. u. Kubus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kub(isch) und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für räumlich oder den Kubismus betreffend; F.: kubistisch, kubistische, kubistisches, kubistischem, kubistischen, kubistischer+FW(+EW); Z.: ku-b-ist-isch
Kubus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kubus, Würfel, würfelförmiger Raum; ne. cube (N.); Vw.: -; Hw.: s. kubisch, kubik...; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cubus; E.: s. lat. cubus, M., Würfel, Kubus, (116-27 v. Chr.); gr. κύβος (kýbos), M., Würfel; s. idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kubus, fehlt DW, EWD s. u. Kubus, Duden s. u. Kubus; Son.: vgl. nndl. kubus, Sb., Kubus; frz. cube, M., Kubus; nschw. kub, Sb., Kubus; nnorw. kube, M., Kubus; kymr. ciwb, M., Kubus; nir. ciúb, M., Kubus; lit. kubus, M., Kubus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit zumindest in der Vorstellung von Menschen möglichen Würfel oder würfelförmigen Raum; BM.: biegen; F.: Kubus, Kuben+FW(+EW); Z.: Ku-b-us
Kuche, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Kuche, Kuchen, Torte, eine gebackene Süßspeise; ne. cake (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kuchen, Keks, Quiche; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kuoche, sw. M., Kuchen; mnd. kōke, koeke, koike, kouke, kůke, M., F., Kuchen, Brot, Gebackenes, Festkuchen, Pfannkuchen, Pfefferkuchen; mnl. kōke, M., Kuchen; ahd. kuohho*, kuocho*, sw. M. (n), Kuchen, Gebäck, Brötchen, Feingebäck, Backwerk, Fladen; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuchen, Kluge s. u. Kuchen, DW 11, 2496, EWD s. u. Kuchen, EWAhd 5, 904, Falk/Torp 33, Duden s. u. Kuchen, Bluhme s. u. Kuchen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. kōka?, sw. M. (n), Kuche, Kuchen; nndl. koek, Sb., Kuche, Kuchen; ne. cooky, N., großer Keks; nschw. kaka, Sb., Kuche, Kuchen; nnorw. kake, M., F., Kuche, Kuchen; GB.: (kuohho) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Beherrschung des Feuers entwickelte und verwendete größere in einer Backform gebackene Süßspeise; BM.: Rundes; F.: Kuche, Kuchens, Kuchen+EW; Z.: Kuch-e
Küche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Küche, Kochbereich; ne. kitchen; Vw.: -; Hw.: s. kochen; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. küchen, kuche, küche, kuchīn, st. F., Küche; mnd. kȫke, kocke, kogge, kāke, F., Küche, Kochhaus, Kochgelegenheit, Feldküche, Versorgung mit Speisen, Verpflegung, Abgabe für die Küche, Hofhaltung; mnl. coken, cokene, F., M., Küche; ahd. kuhhina*, kuchina*, st. F. (ō), sw. F. (n), Küche, Kochstelle, Speisewirtschaft, Wirtshaus, Gasthaus; germ. *kōkina, F., Küche; lat. coquīna, F., Küche, (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. coquīnus, Adj., zur Küche gehörig; lat. coquere, V., kochen; vgl. idg. pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Küche, Kluge s. u. Küche, DW 11, 2500, EWD s. u. Küche, EWAhd 5, 855, Duden s. u. Küche, Bluhme s. u. Kueche; Son.: vgl. ae. cycene, sw. F. (n), Küche; nndl. keuken, Sb., Küche; frz. cuisine, F., Küche; nschw. kök, N., Küche; nnorw. kjøkken, N., Küche; poln. kuchnia, F., Küche; kymr. cegin, F., Küche; air. cucann, Sb., Küche; GB.: (kuhhina) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums (Jericho 8350-7370 v. Chr.) möglichen Raum in dem Speisen gekocht werden oder anders hergestellt werden; BM.: kochen; F.: Küche, Küchen+FW+EW; Z.: Küch-e
Kuchen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kuchen, Torte, eine gebackene Süßspeise; ne. cake (N.); Vw.: s. Eier-, Leb-; Hw.: s. Kuche, Keks, Quiche; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kuoche, sw. M., Kuchen; mnd. kōke, koeke, koike, kouke, kůke, M., F., Kuchen, Brot, Gebackenes, Festkuchen, Pfannkuchen, Pfefferkuchen; mnl. kōke, M., Kuchen; ahd. kuohho*, kuocho*, sw. M. (n), Kuchen, Gebäck, Brötchen, Feingebäck, Backwerk, Fladen; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuchen, Kluge s. u. Kuchen, DW 11, 2496, EWD s. u. Kuchen, EWAhd 5, 904, Falk/Torp 33, Duden s. u. Kuchen, Bluhme s. u. Kuchen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. kōka?, sw. M. (n), Kuchen; nndl. koek, Sb., Kuchen; ne. cooky, N., großer Keks; nschw. kaka, Sb., Kuchen; nnorw. kake, M., F., Kuchen; GB.: (kuohho) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Beherrschung des Feuers entwickelte und verwendete größere in einer Backform gebackene Süßspeise; BM.: Rundes; F.: Kuchen, Kuchens+EW; Z.: Kuch-en
$Küchenlatein, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Küchenlatein, Mönchslatein, Kirchenlatein, eine vereinfachte Form von Latein; E.: s. Küch(e), s. en. s. Latein; L.: Kluge s. u. Küchenlatein, DW 11, 2504, EWD s. u. Küche; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Küch(e) und en sowie Latein belegte abwertende Bezeichnung für eine vereinfachte Form von Latein; F.: Küchenlatein+FW(+EW); Z.: Küch-en—lat-ein
$Küchenschelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Küchenschelle; E.: s. Kucke, F., leere Schale von Vogeleiern, s. n, s. Schelle; L.: Kluge s. u. Küchenschelle, DW 11, 2508; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kuck(e) und en sowie Schelle gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und auf der nördlichen Erdhalbkugel weiter verbreitete kleine glockenförmige und in verschiedenen Farben blühende Blume der Hahnenfußgewächse; F.: Küchenschelle, Küchenschellen+FW+EW; Z.: Küch-en—schel-l-e
$Küchlein, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Kücken; E.: s. Kücken, s. Kuchen; L.: Kluge s. u. Küchlein, DW 10, 975, EWD s. u. Küken; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kück(en) und lein gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Huhnes mögliches sehr junges Huhn und unabhängig davon auch für einen kleinen Kuchen; F.: Küchlein, Küchleins+EW; Z.: Küch-lein
kucken, nhd., sw. V.: nhd. kucken; Vw.: s. gucken
Kuckuck, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kuckuck, ein kleinerer Vogel, Gauch; ne. cuckoo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. kukuk, kuckuc, kukkuc, kucuc, gugug, st. M., Kuckuck; s. mnd. kuckuk, kukuk, M., Kuckuck, Kuckucksruf, einfältiger Mensch, Narr; mnl. coecoec, M., Kuckuck; afrz. cucu, M., Kuckuck; lat. cucūlus, M., Kuckuck, Gimpel; idg. *kuku, Sb., Kuckuck, Pokorny 627 (1002/234) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuckuck, Kluge s. u. Kuckuck, EWD s. u. Kuckuck, DW 11, 2520 (Kuckuk), Duden s. u. Kuckuck; Son.: vgl. nndl. koekoek, Sb., Kuckuck; frz. coucou, M., Kuckuck; poln. kukułka, F., Kuckuck; kymr. cwcw, F., Kuckuck; nir. cuach, F., Kuckuck; lit. gegutė, F., Kuckuck; gr. κόκκυξ (kókkyx), M., Kuckuck; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen besonders in Wäldern lebenden kleineren Vogel mit braungrauem Gefieder und einem leicht gekrümmten Schnabel sowie langem Schwanz der seine Eier zu dem Ausbrüten in Nester anderer Singvögel legt; BM.: lautnachahmend?; F.: Kuckuck, Kuckucks, Kuckucke, Kuckucken+FW(+EW?); Z.: Kucku-ck
$Kuckucksblume, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kuckucksblume; E.: s. Kuckuck, s. s, s. Blume; L.: Kluge s. u. Kuckucksblume, DW 11, 2520 (Kuckuksblume); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kuckuck und s sowie Blume gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche kleine rosa blühende Wiesenblume und andere kleine Blumen; F.: Kuckucksblume, Kuckucksblumen+FW+EW; Z.: Kucku-ck-s—blu-m-e
$Kuckucksei, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kuckucksei; E.: s. Kuckuck,s. s, s. Ei; L.: DW 11, 2520 (Kuckuksei), EWD s. u. Kuckuck; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kuckuck und s sowie Ei gebildete Bezeichnung für das von einem Kuckuck in das Nest eines anderen Vogels zu dem Ausbrüten abgelegte Ei und übertragen (Adj.) auch für andere einem ahnungslosen Lebewesen untergeschobene Gegebenheiten; F.: Kuckucksei, Kuckuckseies, Kuckuckseis, Kuckuckseier, Kuckuckseiern+FW+EW; Z.: Kucku-ck-s—ei
Kuddelmuddel, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Kuddelmuddel, Durcheinander; ne. muddle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kuttel; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: von nd. koddeln, sw. V., Sudelwäsche halten; vgl. mnd. *kǖtel?, F., Kuttel, Kaldaune, Tiereingeweide; germ. *kweþu-, *kweþuz, st. M. (u), Bauch, Leib, Kluge s. u. Kutteln; idg. *gᵘ̯et-, Sb., Schwellung, Rundung, Pokorny 481; vgl. idg. gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kuddelmuddel, fehlt DW, EWD s. u. Kuddelmuddel, Duden s. u. Kuddelmuddel; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen gebildete sowie teilweise für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Durcheinander; BM.: biegen?; F.: Kuddelmuddel, Kuddelmuddels+EW; Z.: Ku-dd-el-mu-dd-el
Kuder, nhd. (dial.), M., (19. Jh.): nhd. Kuder, männliche Wildkatze; ne. male lynx; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von einem alten Wort für die Wildkatze?; L.: Kluge s. u. Kuder, DW 11, 2529, Duden s. u. Kuder; Son.: niederdeutsch; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine männliche Wildkatze; BM.: ?; F.: Kuder, Kuders, Kudern+EW; Z.: Kud-er
Kufe (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kufe (F.) (1), Gleitschiene, Laufschiene; ne. blade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: das f ist dissimiliert aus ch; s. ahd. slitokuohha*, slitokuocha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schlittenkufe; vgl. germ. *kōkō-, *kōkōn, sw. F. (n), Kufe (F.) (1); vgl. idg. *g̑egʰ-, *g̑ogʰ-, Sb., Ast, Pfahl, Busch, Pokorny 354 (528/12) (RB. idg. aus arm.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kufe, 1, Kluge s. u. Kufe 1, DW 11, 2530, EWD s. u. Kufe 1, Duden s. u. Kufe, Bluhme s. u. Kufe; GB.: seit 9. Jh. belegte und dissimiliert für das Germanische des Altertums erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gleitschiene oder Laufschiene an einem von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten Schlitten; BM.: Ast; F.: Kufe, Kufen+EW; Z.: Kuf-e
Kufe (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kufe (F.) (2), Gefäß, Fass, Bottich; ne. tub, vat; Vw.: -; Hw.: s. Kopf, Kübel, Cuvée; Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: mhd. kuofe, sw. F., Kufe (F.) (2), Wasserkufe, Badewanne; mnd. kōpe, koepe, koipe, koupe, kouwpe, kove, F., großes Fass, Bütte, Zuber, Braukufe, Kufe (F.) (2), großes geschlossenes Fass; mnd. kōve (2), M., „Kufe“ (F.) (2), Kübel, Trog, großes Gefäß; mnd. kūpe, kǖpe, cube, kuppe?, F., Kufe (F.) (2), großes (offenes) Fass, Zuber, Löschwassergefäß; mnl. cupe, F., Kufe (F.) (2), Fass; ahd. kuofa, kuopa*, kufa (?), st. F. (ō), sw. F. (n), Kufe (F.) (2), Gefäß, Weingefäß, Tonne, Fass, Bottich, größeres Gefäß, Pechkübel; as. kōpa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kufe (F.) (2); anfrk. -; germ. *kupa, *kuppa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Becher; lat. cūpa, F., Kufe (F.) (2), Tonne (F.) (1); s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kufe 2, Kufe 2, DW 11, 2530, EWD s. u. Kufe 2, EWAhd 5, 902, Duden s. u. Kufe, Bluhme s. u. Kuefer; Son.: vgl. afries. kopp, kop, M., Kopf, Becher; nnordfries. kop; ae. cupp, st. M. (a), Becher; ne. cup, N., Becher; ae. cuppe, sw. F. (n), Becher; an. -; krimgot. *kop?, Sb., Becher?; nndl. kuip, Sb., Kufe (F.) (2); ne. coop, N., Hühnerkorb, Fischkorb; frz. cufe, F., Tank; nschw. kopp, Sb., Becher; nnorw. kopp, M., Tasse; ai. cū́pa-, M., Grube, Höhle; gr. κύπη (kýpē), F., Loch, Höhle; GB.: (kuofa) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen schon früher entwickeltes und verwendetes größeres Gefäß oder Fass oder einen Bottich; BM.: biegen; F.: Kufe, Kufen+FW(+EW); Z.: Ku-f-e
$Küfer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Küfer, Hersteller von Kufen oder Bottichen; E.: s. Kuf(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Küfer, DW 11, 2532, EWD s. u. Kufe 2; GB.: (küefære) seit 1288 belegte und aus Kuf(e) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Hersteller von Kufen oder Gefäßen oder Fässern oder Bottichen; F.: Küfer, Küfers, Küfern+FW; Z.: Kü-f-er
Kuff, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Kuff, ein Handelsfahrzeug; ne. koff; Vw.: -; Hw.: s. kaufen; Q.: 18. Jh.; E.: verkürzt aus kōpārdīe, Sb., Kauffahrtei; mnl. kōp, F., Kauf; vgl. ahd. koufen*, sw. V. (1a), kaufen, erwerben, handeln, erkaufen, loskaufen, Handel treiben, tauschen; ahd. koufōn, sw. V. (2), kaufen, verkaufen, käuflich erwerben, handeln, Handel treiben; as. kôpian*, sw. V. (1a), kaufen; anfrk. -; germ. *kaupjan, sw. V., handeln, kaufen; lat. caupōnārī, V., kaufen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. caupo, M., Krämer, Schankwirt; vgl. gr. κάπηλος (kápēlos), M., Kleinhändler, Krämer; gr. κάπη (kápē), F., Krippe, Happen, Bissen; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Kuff, DW 11, 2533, Duden s. u. Kuff; Son.: vgl. nndl. kof, Sb., Kuff; nschw. koff, Sb., Kuff; nnorw. koff, Sb., Kuff; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kōpārdīe durch Verkürzung gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes früher in Ostfriesland verbreitetes breit gebautes Handelsfahrzeug mit zwei Masten; BM.: fassen; F.: Kuff, Kuffe, Kuffen+FW(+EW?); Z.: Kuff
Kugel, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kugel, runder Körper; ne. sphere (N.), ball (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210? (Athis und Prophilias); E.: mhd. kugel (1), st. F., st. N., Kugel; mhd. kugele (2), kugel, sw. F., Kugel; mnd. kugel, F., Kugel, Schießkugel; germ. *kuwulōn, Sb., Kugel, Beule, Keule; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kugel, Kluge s. u. Kugel, DW 11, 2534, EWD s. u. Kugel, Falk/Torp 46, Duden s. u. Kugel, Bluhme s. u. Kugel; Son.: vgl. nndl. kogel, Sb., Kugel; lit. gugà, F., Knopf, Buckel; russ. (ält.) gúglja, Sb., Beule; GB.: vielleicht seit um 1210 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früh in der Natur beispielsweise bei Planeten oder Moden oder Tausendfüßern oder Igeln oder Früchten möglichen und später von Menschen gebildeten und verwendeten (völlig) runden Körper bei dem alle Punkte der Oberfläche gleich weit von dem Mittelpunkt entfernt sind; BM.: biegen; F.: Kugel, Kugeln+EW; Z.: Ku-g-el
$kugelig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kugelig, kugelförmig, Kugel betreffend; E.: s. Kugel, s. ig; L.: Kluge s. u. Kugel, DW 11, 2541 (kugelicht), EWD s. u. Kugel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kugel und ig gebildete Bezeichnung für eine Kugel betreffend; F.: kugelig, kugelige, kugeliges, kugeligem, kugeligen, kugeliger+EW; Z.: ku-g-el-ig
$kugeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kugeln, rollen, mit Kugeln spielen; Vw.: s. über-; E.: s. Kugel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Kugel, DW 11, 2543, EWD s. u. Kugel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kugel und (e)n gebildete Bezeichnung für seit Entwicklung von Kugeln mögliches wie eine Kugel rollen oder mit Kugeln spielen; F.: kugeln (!), kugel (!), kugle, kugele, kugelst, kugelt, kugelte, kugeltest, kugelten, kugeltet, gekugelt, ##gekugelt, gekugelte, gekugeltes, gekugeltem, gekugelten, gekugelter##, kugelnd, ###kugelnd, kugelnde, kugelndes, kugelndem, kugelnden, kugelnder###, kugel (!)+EW; Z.: ku-g-el-n
$Kugelschreiber, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kugelschreiber, Kuli; E.: s. Kugel, s. Schreiber; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kugel; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Kugel und Schreiber gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes 1938 von László József Biró (Budapest 1899-Buenos Aires 1985) für ein Patent angemeldetes mittels einer kleinen Kugel Farbstoff von einem kleinen handlichen länglichen Behälter oder Röhrchen auf Schreibmaterial übertragendes und dadurch Schrift ermöglichendes Gerät (ne. ball-pen); F.: Kugelschreiber, Kugelschreibers, Kugelschreibern+EW; Z.: Ku-g-el—schrei-b-er
Kuh, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kuh, Rind; ne. cow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. kuo, st. F., Kuh; ahd. kuo, st. F. (i) (athem.), Kuh; mnd. kō, ko, koo, kou, koe, koh, koy, ku, F., Kuh; mnl. coe, couwe, F., Kuh; ahd. kuoa*, kuowa*, st. F. (ō)?, Kuh; as. kō*, st. F. (athem.), Kuh; anfrk. kuo*, cuo*, st. F. (i, z. T. athem.?), Kuh; germ. *kōw, F., Kuh; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuh, Kluge s. u. Kuh, DW 11, 2546, EWD s. u. Kuh, EWAhd 5, 899, Falk/Torp 45, Duden s. u. Kuh, Bluhme s. u. Kuh; Son.: vgl. afries. kū, F. (kons.), Kuh; nnordfries. ko, kö, F., Kuh; ae. cū, F. (kons.), Kuh; an. kȳr, F. (athem?), Kuh; got. -; nndl. koe, Sb., Kuh; nschw. ko, Sb., Kuh; nnorw. ku, M., F., Kuh; ai. gáu-, M., F., Kuh; av. gāuš, F., M., Kuh, Rind; gr. βοῦς (būs), βῶς (bōs), F., Kuh, Rind, Ochse; lat. bōs, M., Rind; air. bó, Sb., Rind; kymr. buwch, F., Kuh; lett. gùovs, Sb., Kuh; ksl. govędo, Sb., Rind; toch. A ko, koch, Sb., Kuh; toch. B keu, Sb., Kuh; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche weibliche Tier bei Rindern bzw. Hirschen und anderen ähnlichen großen Säugetieren wie Elefantenkuh oder Seekuh; BM.: lautmalend?; F.: Kuh, Kühe, Kühen+EW; Z.: Kuh
$Kuhfuß, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kuhfuß; E.: s. Kuh, s. Fuß; L.: Kluge s. u. Kuhfuß, DW 11, 2554, EWD s. u. Kuh; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kuh und Fuß gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Fuß einer Kuh und ein ihm von der Gestalt her sehr entfernt ähnliches von Menschen entwickeltes und verwendetes Eisen zu einem Herausziehen von Nägeln aus Holz sowie weitere Gegebenheiten; F.: Kuhfuß, Kuhfußes, Kuhfüße, Kuhfüßen+EW; Z.: Kuh—fuß
$Kuhhandel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kuhhandel; E.: s. Kuh, s. Handel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kuh; GB.: seit dem späten 19. Jh. belegte und aus Kuh und Handel gebildete Bezeichnung für ein fragwürdiges Geschäft; F.: Kuhhandel, Kuhhandels+EW; Z.: Kuh—hand-el
$Kuhhaut, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Kuhhaut, Haut einer Kuh, übergroßes Maß; E.: s. Kuh, s. Haut; L.: Kluge s. u. Kuhhaut, EWD s. u. Kuh; GB.: (kuohūt) seit 1289-1378 belegte und aus Kuh und Haut gebildete Bezeichnung für ein übergroßes Maß (einer Liste des Teufels für die Sünden eines einzelnen Menschen deren Aufzeichnung auf keine Kuhhaut geht); F.: Kuhhaut, Kuhhäute, Kuhhäuten+EW; Z.: Kuh—hau-t
kühl, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. kühl, kalt; ne. cool (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Kühle, kühlen, Kühlde, cool; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. küele (2), küel, Adj., kühl, kalt; mhd. küel, kūl, Adj., kühl; mnd. kȫl (1), Adj., kühl, kalt; mnl. coel, coele, Adj., kühl; ahd. kuoli*, Adj., kühl, kalt, frisch; as. -; anfrk. *kuol?, Adj., kühl, kalt; germ. *kōla-, *kōlaz, *kōlja-, *kōljaz, Adj., kühl; s. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. kühl, Kluge s. u. kühl, DW 11, 2558, EWD s. u. kühl, EWAhd 5, 907, Falk/Torp 40, Seebold 288, Heidermanns 339, Duden s. u. kühl, Bluhme s. u. kuehl; Son.: vgl. afries. -; ae. cōl, Adj., kühl, kalt, ruhig; an. -; got. -; nndl. koel, Adj., kühl; nschw. kylig, Adj., kühl; nnorw. kjølig, Adj., kühl; GB.: seit 863-871 belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen (leicht) kalten Zustand einer Gegebenheit; BM.: kalt; F.: kühl, kühle, kühles, kühlem, kühlen, kühler(, kühlere, kühleres, kühlerem, kühleren, kühlerer, kühlst, kühlste, kühlstes, kühlstem, kühlsten, kühlster)+EW; Z.: kühl
Kuhle, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Kuhle, Grube, Mulde, Bodenvertiefung; ne. pit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kolk; Q.: 19. Jh.; E.: mnd. kūle (1), kuhle, kuile, F., Kuhle, eingesunkene oder eingebrochene Bodenvertiefung, Mulde, Grube, Krater, Vertiefung im Wege, Schlagloch, Wasserloch, Deichriss; gr. γύαλον (gýalon), N., Höhlung, Wölbung, Schlucht; idg. *geulos, Sb., Gefäß, Kugel, Pokorny 396; s. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kuhle, DW 11, 2563, EWD s. u. Kuhle, Duden s. u. Kuhle; Son.: vgl. lat. vola, F., hohle Hand, Höhlung der Hand, Hand; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie mit dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Grube oder Mulde oder Bodenvertiefung; BM.: biegen; F.: Kuhle, Kuhlen+FW+EW; Z.: Kuh-l-e
Kühlde, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Kühlde, Kühlung, Kühle; ne. cooling (N.); Vw.: -; Hw.: s. kühl, Kühle, kühlen; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. mhd. küelede*, küelde, st. F., Kühle, Kälte, Kühlung; mnd. kȫldene*, küldene, kuldene, N., F., Kälte, Frost, kalte Witterung, niedrige Temperatur, Auskühlung, Erkältungskrankheit, kaltes Fieber, Schüttelfrost, Wechselfieber; anfrk. kuolitha*, st. F. (ō), Kühle, Kälte; ahd. -; as. -; germ. *kōliþō, *kōleþō, st. F. (ō), Kühle, Kälte; vgl. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Kühlte, DW 11, 2562, Heidermanns 339, Duden s. u. Kühlde; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 1190-1200 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl vor Entstehung des Menschen möglichen mäßigen Wind oder eine Kühlung; BM.: kalt; F.: Kühlde, Kühlte, Kühlten+EW; Z.: Kühl-d-e
Kühle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kühle, leichte Kälte; ne. chill (N.), coll (N.); Vw.: -; Hw.: s. kühl, kühlen, Kühlde; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. küele (1), kuole, kūle, st. F., Kühle, Kälte, Kühlung, Abkühlung; mnl. coele, F., Kühle; ahd. kuolī*, kuolīn*, st. F. (ī), Kühle, Kälte; as. -; anfrk. -; germ. *kōlī-, *kōlīn, sw. F. (n), Kühle, Kälte; s. idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. kühl, DW 11, 2563, EWD s. u. kühl, EWAhd 5, 907, Heidermanns 339, Duden s. u. Kühle; Son.: vgl. afries. -; ae. ciele, cėle (2), cyle, st. M. (i), Kühle, Kälte, Frost; an. -; got. -; nndl. kuil, Sb., Kühle; nschw. kyla, Sb., Kühle; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine leichte Kälte; BM.: kalt; F.: Kühle+EW; Z.: Kühl-e
kühlen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. kühlen, kühl machen, kühl sein (V.), kalt machen, kälter machen; ne. chill (V.), cool (V.); Vw.: -; Hw.: s. kühl, Kühle, Kühlde; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kuolen, sw. V., „kühlen“, kühl werden, kühl sein (V.); mnd. kȫlen (1), koilen, kůlen, sw. V., kühlen, kühl machen, kalt machen, die Hitze dämpfen; mnl. coelen, sw. V., kühlen; ahd. kuolen*, sw. V. (1a), kühlen, erkalten, abkühlen; ahd. kuolēn*, sw. V. (3), erkalten, kalt werden, kühl werden; as. kōlon*, sw. V. (2), abkühlen; anfrk. -; germ. *kōljan, sw. V., kühlen; germ. *kōlēn, *kōlǣn, sw. V., kalt werden, erkalten; idg. *gelə-, *gel- (3), Adj., V., kalt, frieren, Pokorny 365 (538/22) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. kühl, EWD s. u. kühl, DW 11, 2564, EWAhd 5, 906, Falk/Torp 40, Seebold 288, Heidermanns 28, Duden s. u. kühlen; Son.: vgl. afries. kēla, sw. V. (1), büßen, vergelten, lindern, befriedigen; saterl. ceula; ae. cōlian, sw. V. (2), kühl werden, kalt werden; ae. cœ̄lan, cēlan, sw. V. (1), kühlen, kühl werden, kalt sein (V.), löschen (V.) (1), erquicken; an. *kola (2), Adj., gestorben?, gebrannt?; got. -; nschw. kyla, V., kühlen; nnorw. kjøle, V., kühlen; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kühl machen oder kalt machen oder kälter machen; BM.: kalt; F.: kühlen, kühle (!), kühlst, kühlt, kühlest, kühlet, kühlte, kühltest, kühlten, kühltet, gekühlt, ##gekühlt, gekühlte, gekühltes, gekühltem, gekühlten, gekühlter##, kühlend, ###kühlend, kühlende, kühlendes, kühlendem, kühlenden, kühlender###, kühl (!)+EW; Z.: kühl-en
$Kühler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kühler, Vorrichtung zu einem Kühlen; E.: s. kühl(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. kühl, DW 11, 2569, EWD s. u. kühl; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kühl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen sachlich vielleicht schon früher entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Kühlen beispielsweise von Dampf; F.: Kühler, Kühlers, Kühlern+EW; Z.: Kühl-er
$Kühlung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kühlung, Kühlwerden, Kühlmachen; Vw.: s. Ab-, Unter-; E.: s. kühl(en), s. ung; L.: DW 11, 2571; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus kühl(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Kühlwerden oder Kühlmachen beispielsweise durch Eis oder Frost; F.: Kühlung, Kühlungen+EW; Z.: Kühl-ung
kühn, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kühn, verwegen, mutig, tapfer, stark; ne. keen (Adj.), bold (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. küene (1), küen, Adj., kühn; mnd. kȫne, kone, kūne, Adj., kühn, dreist, verwegen, unerschrocken, tapfer, mutig, stolz; mnl. coene, Adj., kühn, dreist, stolz; ahd. kuoni, Adj., kühn, mutig, tapfer, stark, grimmig, kampflustig, streitbar, angriffslustig, eifrig, wild, ausdauernd, standhaft; as. *kōni?, Adj., kühn; anfrk. -; germ. *kōni-, *kōniz, *kōnni-, *kōnniz, Adj., erfahren (Adj.), klug, kühn; germ. *kōnja-, *kōnjaz, Adj., erfahren (Adj.), kühn, klug; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. kühn, Kluge s. u. kühn, DW 11, 2573, EWD s. u. kühn, EWAhd 5, 908, Falk/Torp 36, Heidermanns 339, Duden s. u. kühn, Bluhme s. u. kuehn; Son.: vgl. ae. cœ̄ne, Adj., kühn, stark, klug, gelehrt; ae. cēne, Adj., kühn, mutig, tapferild; an. kœnn, Adj., tüchtig, klug; got. *kōni-, Adj., kühn; nndl. koen, Adj., kühn; nisl. känn, Adj., kühn?; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verwegen oder mutig oder tapfer oder stark; BM.: erkennen; F.: kühn, kühne, kühnes, kühnem, kühnen, kühner(, kühnere, kühneres, kühnerem, kühneren, kühnerer, kühnst, kühnste, kühnstes, kühnstem, kühnsten, kühnster)+EW; Z.: kühn
$Kühnheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kühnheit, Verwegenheit, Tapferkeit, Stärke, Mut; E.: s. kühn, s. heit; L.: Kluge s. u. kühn, DW 11, 2579, EWD s. u. kühn; GB.: (kuonheit) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus kühn und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Verwegenheit oder Tapferkeit oder Stärke oder Mut; F.: Kühnheit, Kühnheiten+EW; Z.: Kühn-hei-t
Kujon, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Kujon, Schuft, niederträchtiger Mann, feiger Kerl; ne. villain; Vw.: -; Hw.: s. kujonieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. couillon; E.: s. frz. couillon, M., Memme, Feigling; it. coglione, M., Entmannter; lat. cōleus, M., Hodensack, Hode, (106-43 v. Chr.); vielleicht von lat. culleus, cūleus, M., Ledersack, Schlauch, Beutel, Korb; gr. κολεός (koleós), M., Scheide, Schwertscheide; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. kujonieren, fehlt DW, EWD s. u. kujonieren, Duden s. u. Kujon; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schuft oder niederträchtigen Mann oder feigen Kerl; BM.: verhüllen; F.: Kujon, Kujons, Kujone, Kujonen+FW(+EW); Z.: Kuj-on
kujonieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kujonieren, schikanieren, unwürdig behandeln, niederträchtig behandeln; ne. bully (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kujon; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. couyonner; E.: s. frz. couyonner, V., eine Memme nennen; vgl. frz. couillon, M., Memme, Feigling; it. coglione, M., Entmannter; lat. cōleus, M., Hodensack, Hode, (106-43 v. Chr.); vielleicht von lat. culleus, cūleus, M., Ledersack, Schlauch, Beutel, Korb; gr. κολεός (koleós), M., Scheide, Schwertscheide; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. kujonieren, fehlt DW, EWD s. u. kujonieren, Duden s. u. kujonieren; Son.: vgl. nndl. kueioneren, V., kujonieren; nschw. kujonera, V., kujonieren; nnorw. kujonere, V., kujonieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit Kujon sowie vielleicht dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schikanieren oder unwürdig behandeln oder niederträchtig behandeln; BM.: verhüllen; F.: kujonieren, kujoniere, kujonierst, kujoniert, kujonierest, kujonieret, kujonierte, kujoniertest, kujonierten, kujoniertet, ##kujoniert, kujonierte, kujoniertes, kujoniertem, kujonierten, kujonierter##, kujonierend, ###kujonierend, kujonierende, kujonierendes, kujonierendem, kujonierenden, kujonierender###, kujonier (!)+FW+EW; Z.: kuj-on-ier-en
Küken, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Küken, Vogeljunges, Junges von Geflügel; ne. chicklet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. kǖken, N., Vogeljunges, Küken des Huhnes, ganz junges Huhn, Sinnbild des Schutzlosen unter höherem Schutz; wohl aus einem germ. *kūkina-, Sb., Küken; wahrscheinlich lautmalerisch; L.: Kluge s. u. Küken, EWD s. u. Küken, DW 11, 2519 (Kücken), Duden s. u. Küken, Bluhme s. u. Kueken; Son.: vgl. nndl. kuiken, Sb., Küken; ne. chicken, N., Huhn; nschw. kyckling, Sb., Küken; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wahrscheinlich lautmalend gebildete Bezeichnung für ein Vogeljunges oder ein Junges von Geflügel; BM.: lautmalend?; F.: Küken, Kükens+EW; Z.: Kük-en
Kukumer, Guckummer, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Kukumer, Gurke; ne. cucumber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. kukumer, kukummer, kakumer, F., Gurke; mlat. cucumber, Sb., Kürbis, Gurke, Melone; lat. cucumis, N., Gurke, Kürbis, Melone, (um 250-184 v. Chr.); aus einer nichtidg. Sprache, semit.?, s. Walde/Hofmann 1, 300; L.: Kluge s. u. Kukumer, Gurke, DW 11, 2585, Duden s. u. Kukumer; Son.: vgl. nndl. komkommer, Sb., Gurke; frz. concombre, F., Gurke; kymr. ciwcymbr, M., Gurke; nir. cúcamar, M., Gurke; GB.: 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und aus einer nichtindogermanischen Sprache (Semitischen?) aufgenommene Bezeichnung für eine Gurke; BM.: ?; F.: Kukumer, Kukumern, Guckummer, Guckummern+FW(+EW); Z.: Kukum-er
Kukuruz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kukuruz, Mais; ne. corn (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. serb. kukuruz; E.: s. serb. kukuruz, Sb., Mais; L.: Kluge s. u. Kukuruz, Duden s. u. Kukuruz; Son.: vgl. lit. kukurūzas, M., Kukuruz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Serbischen aufgenommene österreichische Bezeichnung für Mais; BM.: ?; F.: Kukuruz, Kukuruzes+FW(+EW?); Z.: Kukuruz
kulant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. kulant, entgegenkommend, großzügig, umgänglich; ne. accommodating (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. coulant; E.: s. frz. coulant, Adj., kulant, beweglich, flüssig; vgl. frz. couler, V., gleiten lassen, fließen, durchseihen; lat. cōlāre, V., durchseihen, ausseihen, seihen, filtern, (1. Jh. n. Chr.); idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kulant, fehlt DW, EWD s. u. kulant, Duden s. u. kulant; Son.: vgl. nndl. coulant, Adj., kulant; nnorw. kulant, Adj., kulant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vor allem in dem Geschäftsleben verbreitetes entgegenkommend oder großzügig oder umgänglich; BM.: durchseihen bzw. fassen; F.: kulant, kulante, kulantes, kulantem, kulanten, kulanter(, kulantere, kulanteres, kulanterem, kulanteren, kulanterer, kulantest, kulanteste, kulantestes, kulantestem, kulantesten, kulantester)+FW(+EW); Z.: kul-ant
$Kulanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kulanz, Entgegenkommen, Großzügigkeit, Umgänglichkeit; E.: s. kulant; L.: Kluge s. u. kulant, fehlt DW, EWD s. u. kulant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kulan(t) und z gebildete Bezeichnung für Entgegenkommen oder Großzügigkeit oder Umgänglichkeit; F.: Kulanz+FW+EW; Z.: Kul-anz
Kuli (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kuli (M.) (1), billiger Arbeiter, Tagelöhner, billiger Lastenträger; ne. coolie; Vw.: -; Hw.: s. Kuli (2); Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. cooly; E.: s. ne. cooly, M., Kuli (M.) (1); aus indisch kuli, vielleicht von einem Stammesnamen Kulī, Kolī, dessen Mitglieder sich häufig als Tagelöhner verdingten; eher unwahrscheinlich tamil. kūli, Sb., Lohn, Bezahlung für Gelegenheitsarbeiten; L.: Kluge s. u. Kuli 1, fehlt DW, EWD s. u. Kuli, Duden s. u. Kuli; Son.: vgl. nndl. koelie, Sb., Kuli (M.) (1); frz. coolie, M., Kuli (M.) (1); nschw. kuli, Sb., Kuli (M.) (1); nnorw. kuli, M., Kuli (M.) (1); GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Indischen (und vielleicht einem Stammesnamen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen indischen oder chinesischen Lastenträger bzw. Tagelöhner; BM.: PN?; F.: Kuli, Kulis+FW+EW; Z.: Kuli
Kuli (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Kuli (M.) (2), Kugelschreiber; ne. pen (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 20. Jh.; E.: Hybridbildung als Markenname zu Kuli (1) gebildet (s. d.) und dann auf den Kugelschreiber übertragen; L.: Kluge s. u. Kuli 2, fehlt DW, Duden s. u. Kuli; GB.: seit 2. Viertel 20. Jh. belegte und vielleicht von Kuli (M.) (1) übertragene Bezeichnung für einen Kugelschreiber (als billiges Werkzeug); BM.: billiger und preiswerter Diener; F.: Kuli, Kulis+FW+EW; Z.: Kuli
kulinarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kulinarisch, Essen (N.) betreffend, Kochkunst betreffend, Küche betreffend; ne. culinary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. culīnārius; E.: s. lat. culīnārius (1), Adj., zur Küche gehörig, Küchen..., (100-170 n. Chr.); vgl. lat. coquere, V., kochen; vgl. idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. kulinarisch, fehlt DW, EWD s. u. kulinarisch, Duden s. u. kulinarisch; Son.: vgl. nndl. culinair, Adj., kulinarisch; frz. culinaire, Adj., kulinarisch; nschw. kulinarisk, Adj., kulinarisch; nnorw. kulinarisk, Adj., kulinarisch; poln. kulinarny, Adj., kulinarisch; lit. kulinarinis, Adj., kulinarisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Essen (N.) betreffend oder Kochkunst betreffend oder Küche betreffend; BM.: kochen; F.: kulinarisch, kulinarische, kulinarisches, kulinarischem, kulinarischen, kulinarischer+FW(+EW); Z.: kul-in-ar-isch
Kulisse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kulisse, Bühnenhintergrund; ne. coulisse, backdrop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. frz. coulisse, F., Kulisse; afrz. coleīce, Sb., Fallgatter, Rinne, Schiebefenster; vgl. afrz. coleīz, Adj., zum Durchseihen bestimmt, flüssig; afrz. couler, V., durchseihen, fließen; lat. cōlāre, V., durchseihen, ausseihen, seihen, filtern, (1. Jh. n. Chr.); idg. *kagʰ-, *kogʰ-, V., Sb., fassen, Flechtwerk, Hürde, Pokorny 518 (777/9) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kulisse, fehlt DW, EWD s. u. Kulisse, Duden s. u. Kulisse; Son.: vgl. nndl. coulisse, Sb., Kulisse; nschw. kuliss, Sb., Kulisse; nnorw. kulisse, M., Kulisse; poln. kulisa, F., Kulisse; lit. kulisai, M. Pl., Kulissen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bühnenhintergrund oder einen Teil der Bühnendekoration; BM.: durchseihen; F.: Kulisse, Kulissen+FW(+EW); Z.: Kul-iss-e
Kuller, nhd. (ält.), F., (20. Jh.): nhd. Kuller, Kugel; ne. ball (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: expressive Form zu Kugel (s. d.); L.: Kluge s. u. Kuller, fehlt DW, Duden s. u. Kuller, Bluhme s. u. kullern; GB.: seit 20. Jh. gebildete und von Kugel expressiv gebildete Bezeichnung für eine Kugel oder einen völlig runden Körper bei dem alle Punkte der Oberfläche gleich weit von dem Mittelpunkt entfernt sind; BM.: biegen; F.: Kuller, Kullern+EW; Z.: Kull-er
$Kullerauge, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kullerauge; E.: s. Kuller, s. Auge; L.: fehlt DW, EWD s. u. kollern 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kuller und Auge gebildete Bezeichnung für ein rundes Auge (und ein ihm von Menschen nachgebildetes kleines Gebäck aus Mandelmürbteig mit Johannisbeermarmelade in der mittleren Oberfläche); F.: Kullerauge, Kulleraugen; F.: Kull-er—aug-e
$kullern, kollern, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. kullern, rollen, rollen machen, rollen lassen; E.: s. Kuller, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Kuller, DW 11, 2586; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Kuller und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für rollen oder rollen machen oder rollen lassen; F.: kullern, kullere, kuller (!), kullerst, kullert, kullerte, kullertest, kullerten, kullertet, gekullert, ##gekullert, gekullerte, gekullertes, gekullertem, gekullerten, gekullerter##, kullernd, ###kullernd, kullerndes, kullerndem, kullernden, kullernder##, kuller (!), kollern, kollere, koller (!), kollerst, kollert, kollerte, kollertest, kollerten, kollertet, gekollert, ##gekollert, gekollerte, gekollertes, gekollertem, gekollerten, gekollerter###, kollernd, ###kollernd, kollerndes, kollerndem, kollernden, kollernder###, koller (!)+EW; Z.: kull-er-n
$Kulmination, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kulmination, Kulminationspunkt, Höhepunkt; E.: s. frz. culmination, s. kulminieren; I.: Lw. frz. culmination; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Kulminationspunkt oder Höhepunkt; F.: Kulmination, Kulminationen+FW(+EW); Z.: Kul-m-in-at-io-n
kulminieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kulminieren, einen Höhepunkt erreichen; ne. culminate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. culminer; E.: s. frz. culminer, V., kulminieren; lat. culmināre, V., begipfeln, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. culmen, N., höchster Punkt, Gipfel, Giebel, Kuppe, Zenit, Himmelshöhe; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kulminieren, fehlt DW, EWD s. u. kulminieren, Duden s. u. kulminieren; Son.: vgl. nndl. culmineren, V., kulminieren; nschw. kulminera, V., kulminieren; nnorw. kulminere, V., kulminieren; poln. kulminować, V., kulminieren; lit. kulminuoti, V., kulminieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches einen Höhepunkt erreichen; BM.: ragen bzw. hoch; F.: kulminieren, kulminiere, kulminierst, kulminiert, kulminierest, kulminieret, kulminierte, kulminiertest, kulminierten, kulminiertet, ##kulminiert, kulminierte, kulminiertes, kulminiertem, kulminierten, kulminierter##, kulminierend, ###kulminierend, kulminierende, kulminierendes, kulminierendem, kulminierenden, kulminierender###, kulminier(!)+FW+EW; Z.: kul-m-in-ier-en
Kult, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kult, Verehrung; ne. cult; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cultus; E.: s. lat. cultus (2), M., Pflege, Abwartung, Bearbeitung, Kultivierung, Kultur, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kult, fehlt DW, EWD s. u. Kult, Duden s. u. Kult, Bluhme s. u. Kult; Son.: vgl. nndl. cultus, Sb., Kult; frz. culte, M., Kult; nschw. kult, Sb., Kult; nnorw. kult, M., Kult; poln. kult, M., Kult; kymr. cwlt, M., Kult; nir. cultas, M., Kult; lit. kultas, M., Kult; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche an feste Formen und Riten sowie Orte und Zeiten gebundene religiöse Verehrung einer Gottheit oder mehrerer Gottheiten durch eine Gemeinschaft; BM.: ragen bzw. hoch; F.: Kult, Kults, Kultes, Kulte, Kulten+FW(+EW); Z.: Kul-t
kultivieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kultivieren, Land urbar machen, verfeinern, pflegen; ne. cultivate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. cultiver; E.: s. frz. cultiver, V., kultivieren; mlat. cultivāre, V., kultivieren, pflegen, anbauen, 1152-1190); vgl. lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen, (3. Jh. v. Chr.); idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kultivieren, EWD s. u. kultivieren, Duden s. u. kultivieren; Son.: vgl. nndl. cultiveren, V., kultivieren; nschw. kultivera, V., kultivieren; nnorw. kultivere, V., kultivieren; poln. kultywować, V., kultivieren; lit. kultivuoti, V., kultivieren; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches urbar machen oder verfeinern oder (in besonderem Maße) pflegen; BM.: ragen bzw. hoch; F.: kultivieren, kultiviere, kultivierst, kultiviert, kultivierest, kultivieret, kultivierte, kultiviertest, kultivierten, kultiviertet, ##kultiviert, kultivierte, kultiviertes, kultiviertem, kultivierten, kultivierter##, kultivierend, ###kultivierend, kultivierende, kultivierendes, kultivierendem, kultivierenden, kultivierender###, kultivier (!)+FW(+EW); Z.: kul-t-iv-ier-en
$kultiviert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. kultiviert, verfeinert, gepflegt; E.: s. kultivier(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. kultivieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kultivier(en) und t gebildete Bezeichnung für verfeinert oder gepflegt; F.: kultiviert, kultivierte, kultiviertes, kultiviertem, kultivierten, kultivierter(, kultiviertere, kultivierteres, kultivierterem, kultivierteren, kultivierterer, kultiviertest, kultivierteste, kultiviertestes, kultiviertestem, kultiviertesten, kultiviertester)+FW(+EW); Z.: kul-t-iv-ier-t
Kultur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kultur, Zivilisation, Pflanzung, Gesamtheit der geistigen und künstlerischen gestaltenden Leistungen meist einer Gemeinschaft; ne. culture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. cultūra; E.: s. lat. cultūra, F., Pflege, Abwartung, Wartung, Bearbeitung, (234-149 v. Chr.); lat. colere, V., pflegen, bauen, bebauen, bestellen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kultur, fehlt DW, EWD s. u. Kultur, Duden s. u. Kultur; Son.: vgl. nndl. cultur, Sb., Kultur; frz. culture, F., Kultur; nschw. kultur, Sb., Kultur; nnorw. kultur, M., Kultur; poln. kultura, F., Kultur; nir. cultúr, M., Kultur; lit. kultūra, F., Kultur; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gesamtheit der geistigen und künstlerischen gestaltenden Leistungen meist einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung; BM.: ragen bzw. hoch; F.: Kultur, Kulturen+FW+EW; Z.: Kul-t-ur
$kulturell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kulturell, Kultur betreffend; E.: s. Kultur, s. ell; L.: Kluge s. u. Kultur, fehlt DW, EWD s. u. Kultur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kultur und ell gebildete Bezeichnung für Kultur betreffend; F.: kulturell, kulturelle, kulturelles, kulturellem, kulturellen, kultureller(, kulturellere, kulturelleres, kulturellerem, kulturelleren, kulturellerer, kulturellst, kulturellste, kulturellstes, kulturellstem, kulturellsten, kulturellster)+FW(+EW); Z.: kul-t-ur-ell
Kümmel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kümmel, ein Gewürz; ne. caraway, cumin; Vw.: -; Hw.: s. Köm; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. kümel, st. M., Kümmel; mhd. kumin, M., Kümmel; mnd. kȫmel, kömmel, M., Kümmel; ahd. kumil, st. M. (a), Kümmel, Wiesenkümmel; germ. *kumin-, Sb., Kümmel; lat. cumīnum, N., Kümmel, (116-27 v. Chr.); gr. κύμινον (kýminon), N., Kümmel; vgl. hebr. kammōn, Sb., Kümmel; akkad. kamūnu, Sb., Kümmel; L.: Kluge 1. A. s. u. Kümmel, Kluge s. u. Kümmel, DW 11, 2589, EWD s. u. Kümmel, EWAhd 5, 868, Duden s. u. Kümmel, Bluhme s. u. Kuemmel; Son.: vgl. nndl. komijn, Sb., Kümmel; frz. cumin, M., Kümmel; nschw. kummin, Sb., Kümmel; nisl. kúmen, M., Kümmel; kymr. cwmin, M., Kümmel; lit. kmynas, M., Kümmel; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Hebräischen und Akkadischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen als Gewürz verwendete zu den Doldengewächsen gehörende Pflanze mit mehrfach gefiederten Blättern und mit kleinen Blüten; BM.: ?; F.: Kümmel, Kümmels, Kümmeln+FW+EW; Z.: Kümm-el
Kümmelblättchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kümmelblättchen, Dreiblatt, ein Kartenspiel; ne. three-card monte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. hebr. Lw.; E.: das Vorderglied kommt vom dritten Buchstaben des hebr. Alphabets, s. hebr. gīmel, Sb., Num. Kard., Kamel, drei; vgl. auch hebr. gāmāl, Sb., Kamel, aram. gamlā, Sb., Kamel; Hinterglied s. nhd. Blatt; L.: Kluge s. u. Kümmelblättchen, DW 11, 2591; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein weit verbreitetes und betrügerisches Kartenspiel; BM.: drei; F.: Kümmelblättchen, Kümmelblättchens+FW+EW; Z.: Kümm-el—blä-t-t-chen
$kümmeln, nhd. (ält.), sw. V., (?): nhd. kümmeln; Vw.: s. ver-; E.: s. Kümmel, s. (e)n; L.: EWD s. u. Kümmel, DW 11, 2591 (mit Kümmel anmachen); GB.: seit (?) belegte und wohl aus Kümmel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Kümmel würzen sowie in einem anderen Zusammenhang in verkümmeln aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (Gestohlenes) verkaufen; F.: kümmeln, kümmel (!), kümmle, kümmele, kümmelst, kümmelt, kümmelte, kümmeltest, kümmelten, kümmeltet, gekümmelt, ##gekümmelt, gekümmelte, gekümmeltes, gekümmeltem, gekümmelten, gekümmelter##, kümmelnd, ###kümmelnd, kümmelnde, kümmelndes, kümmelndem, kümmelnden, kümmelnder###+FW+EW; Z.: kümm-el-n
$Kümmeltürke, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Kümmeltürke; E.: Kümmel, s. Türke; L.: Kluge s. u. Kümmeltürke, DW 11, 2592, EWD s. u. Kümmel; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Studentensprache für einen aus der Nähe Halles mit viel Anbau von Kümmel kommenden Studenten entwickelte und verwendete sowie später abwertend verstandene Bezeichnung für einen Menschen; F.: Kümmeltürke, Kümmeltürken+FW+EW; Z.: Kümm-el—türk-e
Kummer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kummer, Sorge, Betrübnis, Schutt, Arrest; ne. grief (N.), encumbrence; Vw.: -; Hw.: s. kümmern; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. kumber, kummer, st. M., Schutt, Unrat, Abfall, Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not, Kummer, Beschlagnahme, Verhaftung; mnd. kummer (1), kumber, kommer, M., Belastung, Bedrängnis, Schaden (M.), Nachteil, schlechte Lage, Not, Mühe, Mangel (M.), mnl. commer, comber, M., Belastung, Behinderung, Belastung, Nachteil, Sorge; s. gallo-rom. combros, comboros, Sb., Verhau, Hindernis, Zusammengetragenes, Kluge s. u. Kummer, Gamillscheg 1, 303a, Pokorny 130; von einem gall. *komberos, Sb., Zusammentragen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Kummer, Kluge s. u. Kummer, DW 11, 2592, EWD s. u. Kummer, Duden s. u. Kummer, Bluhme s. u. Kummer; Son.: die seelische Bedeutung aus der französischen Weiterentwicklung des gleichen Wortes; vgl. nndl. kommer, Sb., Kummer; frz. encombrement, M., Kummer; nschw. bekymmer, N., Kummer; nnorw. kummer, M., Kummer; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Gallischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sorge oder Betrübnis für ein schweres Geschick oder auch einen Arrest; BM.: mit, bringen; F.: Kummer, Kummers+FW(+EW); Z.: Kum-mer
$kümmerlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. kümmerlich, beschwerlich, bedrängt, erbärmlich; E.: s. Kummer, s. lich; L.: Kluge s. u. Kummer, DW 11, 2603, EWD s. u. Kummer; GB.: (kumberlich) seit 1170-1190 belegte und aus Kummer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches beschwerlich oder bedrängt oder erbärmlich; F.: kümmerlich, kümmerliche, kümmerliches, kümmerlichem, kümmerlichen, kümmerlicher(, kümmerlichere, kümmerlicheres, kümmerlicherem, kümmerlicheren, kümmerlicherer, kümmerlichst, kümmerlichste, kümmerlichstes, kümmerlichstem, kümmerlichsten, kümmerlichster)+FW+EW; Z.: küm-mer-lich
kümmern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kümmern, sich sorgen, eine Arbeit erledigen; ne. care (V.); Vw.: s. be-; Hw.: s. Kummer; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. kumberen*, kumbern, kümbern, kummern, sw. V., „kummern“, belästigen, bedrängen, quälen, kasteien, schädigen, beeinträchtigen; mnd. kümmeren, kumeren, kümberen, kümmern, kummeren, kummern*, sw. V., beschweren, belasten, bedrücken, mit Beschlag belegen (V.), sich kümmern um, mit Arrest belegen (V.), pfänden, in Haft nehmen, besorgt sein (V.) vor, sich bedrückt fühlen von; mhd. kumber, kummer, st. M., Schutt, Unrat, Abfall, Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not, Kummer, Beschlagnahme, Verhaftung; mnd. kummer (1), kumber, kommer, M., Belastung, Bedrängnis, Schaden (M.), Nachteil, schlechte Lage, Not, Mühe, Mangel (M.), s. gallo-rom. combros, comboros, Sb., Verhau, Hindernis, Zusammengetragenes, Kluge s. u. Kummer, Gamillscheg 1, 303a, Pokorny 130; von einem gall. *komberos, Sb., Zusammentragen; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. kümmern, DW 11, 2602, EWD s. u. Kummer, Duden s. u. kümmern; Son.: vgl. nschw. bekymra, V., kümmern; GB.: (kumberen) seit 1170-1190 belegte und aus Kummer und (e)n (Suff.) gebildete und damit aus dem Gallischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sorgen; BM.: mit, bringen; F.: kümmern, kümmere, kümmer (!), kümmre, kümmerst, kümmert, kümmerte, kümmertest, kümmerten, kümmertet, gekümmert, ##gekümmert, gekümmertes, gekümmertem, gekümmerten, gekümmerter##, kümmernd, ###kümmernd, kümmernde, kümmerndes, kümmerndem, kümmernden, kümmernder###, kümmer (!)+FW+EW; Z.: küm-m-er-n
$Kümmernis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kümmernis, Belastung, Bedrängnis, Sorge; E.: s. Kummer, s. nis; L.: Kluge s. u. Kummer, DW 11, 2069, EWD s. u. Kummer; GB.: (kumbernisse) seit 1282 belegte und aus Kummer und nis gebildete und damit teilweise aus dem Gallischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Belastung oder Bedrängnis oder Sorge; F.: Kümmernis, Kümmernisse+FW+EW; Z.: Küm-mer-nis
Kummet, Kumet, Kumt, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Kummet, ein Teil des Zuggeschirrs; ne. horse collar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. kumat, st. N., Kummet, Zuggeschirr; mhd. komat, komet, kumet, st. N., Kummet, Geschirr, Pferdegeschirr; mnd. kummet, kumpft, kumpt, N., Kummet, Halsjoch für das Pferd; obsorb. chomot, Sb., Kummet; poln. chomąto, Sb., Kummet; s. slav. chomat, Sb., Kummet; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kummet, Kluge s. u. Kummet, DW 11, 2610, EWD s. u. Kummet, Duden s. u. Kummet, Bluhme s. u. Kummet; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Obersorbischen und allgemeiner dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den von Menschen vielleicht in China um 500 v. Chr. entwickelten und seitdem verwendeten um den Hals von Zugtieren gelegten und den bei Ziehen von Lasten an dem Körper des Zugtiers entstehenden Druck mildernden gepolsterten Bügel; BM.: ?; F.: Kummet, Kummets, Kummete, Kummeten, Kumet, Kumets, Kumete, Kumeten, Kumt, Kumts, Kumtes, Kumte, Kumten+FW+EW; Z.: Kumm-et
Kumpan, Kompan, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kumpan, Kumpel, Kamerad, Freund; ne. crony, companion; Vw.: -; Hw.: s. Kompagnon, Kumpagnie, Kompanie, Kumpel; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. kompān, kumpān, compān, cumpān, st. M., Kumpan, Gefährte, Geselle, Gesellschafter, Genosse, Behördenbeisitzer; mnd. kumpān, kumpaen, kumpyan, kumpen, M., Kumpan, Genosse, Geselle, Gefährte, Begleiter, Nachbar; afrz. compain, M., Kamerad; mlat. companio, M., Genosse, Geselle, Gefährte; vgl. lat. compāgina, F., Zusammenstellung, Gemeinschaft; lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kluge s. u. Kumpan, DW 11, 2612, EWD s. u. Kumpan, Duden s. u. Kumpan; Son.: vgl. frz. compagnon, M., Kumpan; nir. compánach, M., Kumpan; nschw. kumpan, Sb., Kumpan; nnorw. kompan, M., Kumpan; GB.: (kompān) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen wie schon vorher bei Tieren in einem Rudel oder Schwarm möglichen Kameraden bei bestimmten Unternehmungen; BM.: mit, befestigen; F.: Kumpan, Kumpans, Kumpane, Kumpanen+FW+EW; Z.: Kum-pan
$Kumpanei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kumpanei, Gesellschaft, Gemeinschaft, Freundschaft, Begleitung, unlauteres Zusammenwirken; E.: s. Kumpan, s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kumpan; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus Kumpan und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gesellschaft oder Gemeinschaft oder Freundschaft oder Begleitung oder auch ein unlauteres Zusammenwirken; F.: Kumpanei, Kumpaneien+FW+EW; Z.: Kum-pan-ei
Kumpel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kumpel, Kamerad, Kollege, Bergmann, Arbeitskollege; ne. mate (M.); Vw.: -; Hw.: s. Kumpan; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. kompān, kumpān, M., Kumpan, Kamerad, Mittäter; afrz. compain, M., Kamerad; s. lat. compāgina, F., Zusammenstellung, Gemeinschaft; vgl. lat. compingere, V., zusammenschlagen, zusammenfügen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Kumpel, EWD s. u. Kumpan, Duden s. u. Kumpel; Son.: vgl. nndl. kompel, Sb., Kumpel; nschw. kompis, Sb., Kumpel; nnorw. kompis, M., Kompis; poln. kumpel, M., Kumpel; poln. kumpel, M., Kumpel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kump(an) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Kameraden oder Kollegen sowie besonders in dem Bergbau für einen Bergmann; BM.: mit, festmachen; F.: Kumpel, Kumpels, Kumpeln+FW+EW; Z.: Kum-pel
kümpeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kümpeln, Blech biegen, wölben, formen; ne. dish (V.) metal parts; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von der niederdeutschen Form von Kumpf (s. d.); L.: Kluge s. u. kümpeln, fehlt DW, Duden s. u. kümpeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kump(f) und el sowie (e)n (Suff.) gebildete und verwendete Bezeichnung für (Blech ohne Änderung der Stärke) wölben und formen; BM.: biegen; F.: kümpeln, kümpel (!), kümple, kümpelst, kümpelt, kümpelte, kümpeltest, kümpelten, kümpeltet, gekümpelt, ##gekümpelt, gekümpelte, gekümpeltes, gekümpeltem, gekümpelten, gekümpelter##, kümpelnd, ###kümpelnd, kümpelnde, kümpelndes, kümpelndem, kümpelnden, kümpelnder###, kümpel (!)+EW; Z.: küm-p-el-n
Kumpf, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Kumpf, Napf, Trinkgefäß, Gefäß; ne. cup (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. kumpf (1), kumph, komph, st. M., Schüssel, Napf, Gefäß, Kumpf, Wetzsteingefäß, Wasserbehälter für den Wetzstein, Trog; mhd. kumpe*, kump, komp, sw. M., Kumpf, Schüssel, Napf, Gefäß, Wetzsteingefäß; mnd. kump, M., Kumpf, größeres offenes Gefäß gewöhnlich von Holz besonders in der Mühle um das Wasser zu sammeln, Kufe (F.) (2), rundes oder längliches Gefäß, Becken, Trog; mnd. komp, M., Kumpf, Kumpen, tiefe Schüssel; mlat. cimbus, M., Kumpf?; lat. cymbium, N., kleines nachenförmiges Trinkgefäß, Schale (F.) (2), Napf; gr. κυμβίον (kymbíon), N., kleiner Becher, Gefäß; vgl. idg. *kumb-, *kumbʰ-, Sb., Biegung, Gefäß, Pokorny 592; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kumpf, Kluge s. u. Kumpf, DW 11, 2613, EWAhd 5, 872, Duden s. u. Kumpf, Bluhme s. u. Kumme; Son.: vgl. ae. cumb, st. M. (a), Kumme, Schüssel, Humpen; nndl. (dial.) komp, Sb., Schale (F.) (2), Schüssel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Behälter oder Napf oder für ein Trinkgefäß; BM.: biegen; F.: Kumpf, Kumpfes, Kumpfs, Kumpfe, Kumpfen, Kümpfe, Kümpfen+FW(+EW); Z.: Kum-pf
Kumst, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Kumst, Eingemachtes, Sauerkraut; ne. confection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: ahd.? kumpost, kompost, M., Eingemachtes; lat. compositus, Adj., zusammengelegt, zusammengesetzt, geordnet, niedergelegt, leidenschaftslos; vgl. lat. compōnere, V., zusammenlegen, zusammensetzen, stellen, hinsetzen, zurechtsetzen; lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kumst, fehlt DW, EWAhd 5, 874, Duden s. u. Kumst; GB.: (kumpost) seit 10. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen aus der Natur entwickelten und verwendeten Sauerkohl oder Sauerkraut oder Eingemachtes; BM.: mit, setzen; F.: Kumst, Kumstes, Kumsts+FW(+EW); Z.: Kum-st
Kumulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kumulation, Anhäufung, Häufung; ne. cumulation; Vw.: s. Ak-; Hw.: s. kumulieren; Q.: 1727?; I.: Lw. lat. cumulātio; E.: s. lat. cumulātio, F., Vermehrung, Zuwachs, Aufhäufen, Anhäufung, Ansammlung, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. cumulāre, V., häufen, aufhäufen, aufschichten; lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kumulation; Son.: vgl. nndl. cumulatie, Sb., Kumulation; frz. accumulation, F., Kumulation; nschw. kumulation, Sb., Kumulation; nnorw. kumulasjon, M., Kumulation; poln. kumulacja, F., Kumulation; GB.: vielleicht seit 1727 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Anhäufung oder Häufung (einer Gegebenheit); BM.: schwellen; F.: Kumulation, Kumulationen+FW(+EW); Z.: Ku-m-ul-at-io-n
kumulieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kumulieren, anhäufen, ansammeln, steigern; ne. accumulate, cumulate; Vw.: s. ak-; Hw.: s. Kumulation; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. cumulāre; E.: s. lat. cumulāre (1), V., häufen, aufhäufen, aufschichten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kumulieren, fehlt DW, Duden s. u. kumulieren; Son.: vgl. nndl. cumuleren, V., kumulieren; frz. cumuler, V., kumulieren; nschw. kumulera, V., kumulieren; nnorw. kumulere, V., kumulieren; poln. kumulować, V., kumulieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anhäufen oder ansammeln und steigern; BM.: schwellen; F.: kumulieren, kumuliere, kumulierst, kumuliert, kumulierest, kumulieret, kumulierte, kumuliertest, kumulierten, kumuliertet, ##kumuliert, kumulierte, kumuliertes, kumuliertem, kumulierten, kumulierter##, kumulierend, ###kumulierend, kumulierende, kumulierendes, kumulierendem, kumulierenden, kumulierender###, kumulier (!)+FW(+EW); Z.: ku-m-ul-ier-en
Kumulus, Cumulus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kumulus, Kumuluswolke, Haufenwolke, Haufen, Haufe; ne. cumulus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cumulus; E.: s. lat. cumulus, M., aufgetürmter Haufe, Haufe, aufgetürmter Haufen, Haufen, aufgetürmte Masse, erhöhtes Maß, (um 180-102 v. Chr.); vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kumulus, fehlt DW, EWD s. u. Kumulus, Duden s. u. Kumulus; Son.: vgl. nndl. cumuluswolk, Sb., Kumulus; frz. cumulus, M., Kumulus; nschw. cumulusmoln, N., Kumulus; nnorw. kumulussky, M., Kumulus; poln. cumulus, M., Kumulus; kymr. cwmwlws, M., Kumulus; lit. kamuoliniai debesys, M., Kumuluswolke; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Haufenwolke (oder einen Haufen); BM.: schwellen; F.: Kumulus, Kumuli, Cumulus, Cumuli+FW(+EW); Z.: Ku-m-ul-us
$Kumuluswolke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kumuluswolke, Haufenwolke; L.: EWD s. u. Kumulus, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kumulus und Wolke gebildete Bezeichnung für eine HaufenwolkeF.: Kumuluswolke, Kumuluswolken+FW+EW; Z.: Ku-m-ul-us—wolk-e
...kunabel, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...kunabel; ne. ...cunabulum; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. cūnābulum, N., wiegenartiges Gestell, Wiege, (81-43 v. Chr.); lat. *cūnāre, V., wiegen (V.) (1), mit der Wiege bewegen; lat. cūnae, F. Pl., Wiege, Nest, Lagerstätte, Kindertrage, Krankentrage, Kindheit; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...cunabel, Suff., ...kunabel; frz. ...cunable, Suff., ...kunabel; nschw. ...kunabel, Suff., ...kunabel; nnorw. ...kunabel, Suff., ...kunabel; poln. ...kunabuł, Suff., ...kunabel; kymr. ...cwnabwlwm, Suff., ...kunabel; nir. ...cúnabail, Suff., ...kunabel; lit. ...kunabulas, Suff., ...kunabel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in einer Zusammensetzung als Grundwort zu einer Bildung eines Substantivs verwendete Bezeichnung; BM.: Wiege bzw. liegen; F.: ...kunabel, ...kunabeln+FW(+EW); Z.: -ku-n-ab-el
kund, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. kund, kennend, bekannt; ne. known, noted; Vw.: -; Hw.: s. Kunde; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. kunt (1), Adj., bekannt, kund, kennengelernt, bekannt geworden, berühmt, vertraut, offenbar, deutlich, bestimmt; mnd. kunt, Adj., „kund“, bekannt; mnl. cont, conde, Adj., bekannt; ahd. kund (1), Adj., kund, bekannt, offenbar; as. kūth*, Adj., kund; anfrk. kund*, cunt*, Adj., kund, bekannt; germ. *kunþa- (1), *kunþaz, Adj., bekannt; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. kund, Kluge s. u. kund, EWD s. u. kund, DW 11, 2617 (kund), DW 11, 2740 (kunt), EWAhd 5, 877, Falk/Torp 36, Seebold 290, Duden s. u. kund, Bluhme s. u. kund; Son.: indeklinables Adjektiv; vgl. afries. kūth, Adj., kund, bekannt; saterl. cut, Adj., kund, bekannt; ae. cūþ, Adj., kund, kundig, bekannt, offenbar, sicher; an. kunnr (1), Adj., bekannt, kundig; an. kuðr, Adj., bekannt, kundig; got. kunþs (1), Adj. (a), kund, bekannt; nndl. kond, Adj., kund, bekannt; nisl. kunnur, Adj., kund?; lat. nōtus, Adj., bekannt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kennend oder bekannt (gemacht); BM.: erkennen; F.: kund+EW; Z.: kun-d
Kunde (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kunde (M.), Abnehmer, Mandant; ne. customer; Vw.: -; Hw.: s. kund; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. kunde, sw. M., Bekannter, Einheimischer; mnd. kunde (1), M., Zeuge dem ein alter Rechtszustand noch bekannt ist, Kundschafter, Nachrichtenträger, Bote, Bekannter, Liebhaber; mnl. conde, M., Zeuge; ahd. kundo (1), sw. M. (n), Bekannter, Freund, Vertrauter, Gefährte; as. kundio?, sw. M. (n), Künder; ahd. kund (1), Adj., kund, bekannt, offenbar; as. kūth, Adj., kund; germ. *kunþa- (1), *kunþaz, Adj., bekannt; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kunde, DW 11, 2620, EWD s. u. kund, EWAhd 5, 883, Duden s. u. Kunde, Bluhme s. u. kuenden; Son.: vgl. nschw. kund, Sb., Kunde (M.); nnorw. kunde, M., Kunde (M.); GB.: seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Arbeitsteilung möglichen Waren kaufenden oder Dienstleistungen in Anspruch nehmenden Menschen (Abnehmer); BM.: erkennen; F.: Kunde, Kunden+EW; Z.: Kun-d-e
Kunde (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Kunde (F.), Nachricht, Kenntnis, Wissen, Bekanntschaft; ne. lore, knowledge; Vw.: s. Ur-; Hw.: s. kund, kündigen, Kunde (1); Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. künde, kunde, st. F., st. N., Kunde (F.), Kenntnis, Wissen, Erfahrung, Bekanntschaft, Umgang; mnd. künde (1), F., Kunde (F.), Kenntnis, Wissen, Bekanntschaft; ahd. kunda?, sw. F. ( n); vgl. ahd. kund (1), Adj., kund, bekannt, offenbar; as. kūth, Adj., kund; germ. *kunþa- (1), *kunþaz, Adj., bekannt; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 11, 2622, EWD s. u. kund; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit ihrer Entstehung und Entwicklung von Sprache mögliche erlangte Kenntnis einer Gegebenheit; BM.: erkennen; F.: Kunde, Kunden+EW; Z.: Kun-d-e
$künden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. künden, kund machen, mitteilen; E.: s. kund, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kund, DW 11, 2624, EWD s. u. kund; GB.: seit um 765 belegte und aus kund und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kund machen oder mitteilen; F.: künden, künde, kündest, kündet, kündete, kündetest, kündeten, kündetet, gekündet, ##gekündet, gekündete, gekündetes, gekündetem, gekündeten, gekündeter##, kündend, ###kündend, kündende, kündendes, kündendem, kündenden, kündender###, künd (!)+EW; Z.: kün-d-en
$kundig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. kundig, kund, bekannt, vertraut, erfahren (Adj.); E.: s. kund, s. ig; L.: DW 11, 2626, EWD s. u. kund; GB.: seit 1130/1150 (mhd. kündic, ahd. *kundīg?) belegte und aus kund und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und vielleicht auch schon vormenschlich mögliches kund oder bekannt oder vertraut oder erfshren (Adj.), F.: kundig, kundige, kundiges, kundigem, kundigen, kundiger(, kundigere, kundigeres, kundigerem, kundigeren, kundigerer, kundigst, kundigste, kundigstes, kundigstem, kundigsten, kundigster)+EW; Z.: kun-d-ig
kündigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. kündigen, kund tun, künden, mitteilen, erklären, beenden; ne. declare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priester Wernher); E.: s. mhd. kündigen, sw. V., verkündigen, verkünden, mitteilen; mnd. kündigen (1), kundigen, kyndigen, kundegen, kondegen, sw. V., kündigen, verkündigen, bekannt machen, ansagen, vorladen; mnl. condigen, sw. V., verkünden; anfrk. kundigen*, sw. V. (1), verkündigen; s. ahd. kunden, sw. V. (1a), künden, verkünden, melden; ahd. kundōn*, sw. V. (2), künden, bekannt machen, sich bekennen; vgl. ahd. kund (1), Adj., kund, bekannt, offenbar; germ. *kunþa- (1), *kunþaz, Adj., bekannt; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. kündigen, DW 11, 2629, EWD s. u. kund, Duden s. u. kündigen; Son.: vgl. afries. kundigia, kundegia, sw. V. (2), verkünden; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus kundig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kundig machen oder kund tun oder mitteilen oder erklären (und dadurch beenden); BM.: erkennen; F.: kündigen, kündige, kündigst, kündigt, kündigest, kündiget, kündigte, kündigtest, kündigten, kündigtet, gekündigt, ##gekündigt, gekündigte, gekündigtes, gekündigtem, gekündigten, gekündigter##, kündigend, ###kündigend, kündigende, kündigendes, kündigendem, kündigenden, kündigender###, kündig (!)+EW; Z.: kün-d-ig-en
$Kündigung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Kündigung, Kundmachung, Mitteilung, Veränderung, Beendigung; E.: s. kündig(en), s. ung; L.: DW 11, 2626, EWD s. u. kund; GB.: seit 1308 belegte und aus kündig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Kundmachung oder Mitteilung und eine dadurch erfolgende Veränderung oder Beendigung eines Verhältnisses zwischen Menschen; F.: Kündigung, Kündigungen+EW; Z.: Kün-d-ig-ung
$Kundschaft, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Kundschaft, Bekanntwerden, Bekanntgeben, Kenntnis, Vertrautheit, Bekanntschaft; E.: s. Kund(e), s. schaft; L.: Kluge s. u. Kundschaft, DW 11, 2635, EWD s. u. kund; GB.: vielleicht seit 1265 belegte und aus kund und schaft gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Bekanntwerden oder Bekanntgeben oder eine Kenntnis oder Vertrautheit oder eine nähere Umgebung oder Verwandtschaft oder auch Bekanntschaft; F.: Kundschaft, Kundschaften+EW; Z.: Kun-d-schaf-t
$kundschaften, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. kundschaften, Kundschaft geben, Kundschaft suchen; E.: s. Kundschaft, s. en; L.: DW 11, 2646, EWD s. u. kund; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Kundschaft und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Kundschaft oder Kenntnis geben oder suchen; F.: kundschaften, kundschafte, kundschaftest, kundschaftet, kundschaftete, kundschaftetest, kundschafteten, kundschaftetet, gekundschaftet, ##gekundschaftet, gekundschaftete, gekundschaftetes, gekundschaftetem, gekundschafteten, gekundschafteter##, kundschaftend, ###kundschaftend, kundschaftende, kundschaftendes, kundschaftendem, kundschaftenden, kundschaftender###, kundschaft (!)+EW; Z.: kun-d—schaf-t-en
$Kundschafter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kundschafter, Kenntnis suchender und vermittelnder Mensch; E.: s. kundschaft(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kundschaft, DW 11, 2635, EWD s. u. kund; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus kundschaft(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Kenntnis suchenden und vermittelnden Menschen; F.: Kundschafter, Kundschafters, Kundschaftern+EW; Z.: Kun-d-schaf-t-er
Kunft, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Kunft, Kommen, Ankommen; ne. coming (N.); Vw.: s. Zu-; Hw.: s. kommen; Q.: 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. kunft, kumft, st. F., Kommen, Zukunft, Ankunft; mnd. kumpst (1), kumst, komst, kunft, kunst, F., „Kunft“, Ankunft, Eintreffen, Zusammenkunft, Sitzung; mnl. comst, comste, Kommen, Ankunft, Abstammung; ahd. kumft*, kunft, st. F. (i), Kommen, Ankunft, Zukunft, Eintreffen, Zukünftiges; as. kumi*, st. M. (i), Ankunft; anfrk. kumst, F., Kommen, Ankunft; germ. *kumi-, *kumiz, *kumdi-, *kumdiz, st. M. (i), Kommen, Ankunft; germ. *kwumdi-, *kwumdiz, *kwumþi-, *kwumþiz, st. F. (i), Kommen, Ankunft; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kunft, Kluge s. u. Kunft, DW 11, 2647, EWD s. u. kommen, EWAhd 5, 864, Falk/Torp 61, Seebold 361, Bluhme s. u. kuenftig, Bluhme s. u. kunft; Son.: vgl. afries. komst, F., Ankunft; ae. cyme, st. M. (i), Ankunft, Annäherung; an. *kund, st. F. (i), ...kunft, ...kommen, Kommen, Ankunft; got. qums, st. M. (i), Ankunft, Wiederkunft; got. *qumþs?, st. F. (i), Kommen; gr. βάσις (básis), F., Schritt, Gang (M.) (1), Auftreten; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliches Kommen an einen Ort oder Ankommen an einem Ort; BM.: kommen bzw. gehen?; F.: Kunft, Künfte, Künften+EW; Z.: Kun-ft
$künftig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. künftig, kommend, bevorstehend; E.: s. Kunft, s. ig (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kunft, Kluge s. u. Kunft, DW 11, 2648, EWD s. u. künftig; GB.: vielleicht seit 790 belegte und aus Kunft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches kommend oder bevorstehend; F.: künftig, künftige, künftiges, künftigem, künftigen, künftiger+EW; Z.: kün-ft-ig
kungeln, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. kungeln, unter der Hand verabreden, in geheimer Absprache entscheiden; ne. fiddle (V.) with; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Hybridbildung zu Kunkel (s. d.); L.: Kluge s. u. kungeln, fehlt DW, Duden s. u. kungeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Kunkel verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unter der Hand verabreden oder etwas in geheimer Absprache entscheiden; BM.: spinnen?; F.: kungeln, kungel (!), kungle, kungelst, kungelt, kungelte, kungeltest, kungelten, kungeltet, gekungelt, ##gekungelt, gekungelte, gekungeltes, gekungeltem, gekungelten, gekungelter##, kungelnd, ###kungelnd, kungelnde, kungelndes, kungelndem, kungelnden, kungelnder###, kungel (!)+EW; Z.: ku-n-g-el-n
Kunkel, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Kunkel, Rocken, Spinnrocken; ne. distaff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kunkel, F., Kunkel; ahd. konakla*, konacla*, klonakla*, kunkula*, kunkla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Spinnrocken, Kunkel; germ. *konukl-, F., Rocken, Spinnrocken?; mlat. cōnucula, F., kleiner Kegel; entweder von colus, F., Rocken (M.), Spinnrocken, Faden der Parzen, Wolle am Rocken; idg. *kolə-, *klō-, V., spinnen?, Pokorny 611 (954/186) (RB. idg. aus gr., ital.); weniger von lat. cōnus, M., Kegel; gr. κῶνος (kōnos), M., Pinienzapfen, Kegel; vgl. idg. *k̑ēi-, *k̑ē-, *k̑ōi-, *k̑ō-, *k̑əi-, *k̑ə-, V., schärfen, wetzen, Pokorny 541 (830/62) (RB. idg. ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kunkel, Kluge s. u. Kunkel, DW 11, 2653, EWAhd 5, 690, EWAhd 5, 887, Duden s. u. Kunkel, Bluhme s. u. Kunkel; Son.: vgl. frz. quenouille, F., Kunkel; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Indogermanische erschließbare sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelten und zu dem Spinnen von Gewebe verwendeten Rocken oder Spinnrocken; BM.: spinnen?; F.: Kunkel, Kunkeln+FW(+EW); Z.: Ku-n-k-el
Kunst, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kunst, Wissen, Kenntnis, schöpferisches Gestalten; ne. art (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kunst, st. F., Wissen, Kenntnis, Weisheit, Gelehrsamkeit, Einsicht; mnd. kunst (1), konst, F., Kunst, Können, Vermögen, Fähigkeit, geistige Tätigkeit, Beschlagenheit, Wissen; mnl. const, conste, F., Kunst; ahd. kunst, st. F. (i), Kenntnis, Wissen, Vermögen, Fähigkeit, Kunst; as. kunst*, kûst*, kûsti*, st. F. (i), Weisheit; anfrk. -; germ. *kunsti-, *kunstiz, st. F. (i), Wissen, Kennen, Kenntnis, Erkenntnis; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Kunst, Kluge s. u. Kunst, DW 11, 2666, EWD s. u. Kunst, EWAhd 5, 898, Falk/Torp 36, Seebold 290, Duden s. u. Kunst, Bluhme s. u. Kunst; Son.: vgl. afries. kunst, st. F. (i), Kunst, Kenntnis; nfries. kunst; ae. -; an. -; got. -; nndl. kunst, Sb., Kunst; nschw. konst, Sb., Kunst; nnorw. kunst, M., Kunst; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vor allem seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache aus Wissen und Kennen mögliches schöpferisches Gestalten; BM.: kennen; F.: Kunst, Künste, Künsten+EW; Z.: Kun-st
$künsteln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. künsteln, Kunst ausüben, künstlich herstellen; E.: s. Kunst, s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Kunst, DW 11, 2688, EWD s. u. Kunst; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Kunst und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für dem Menschen mögliches Kunst ausüben und später künstlich herstellen; F.: künsteln, künstel (!), künstle, künstele, künstelst, künstelt, künstelte, künsteltest, künstelten, künsteltet, gekünstelt, ##gekünstelt, gekünstelte, gekünsteltes, gekünsteltem, gekünstelten, gekünstelter##, künstelnd, ###künstelnd, künstelnde, künstelndes, künstelndem, künstelnden, künstelnder###, künstel (!)+EW; Z.: kün-st-el-n
$Kunstgewerbe, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kunstgewerbe; E.: s. Kunst, s. Gewerbe; L.: DW 11, 2700, EWD s. u. Gewerbe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kunst und Gewerbe gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes an der Grenze zu Kunst stehendes Gewerbe wie beispielsweise für die Herstellung von Schmuck; F.: Kunstgewerbe, Kunstgewerben+EW; Z.: Kun-st—ge-werb-e
$Kunstgriff, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kunstgriff, eine besondere Kunst erfordernder schneller Handgriff; Hw.: s. Hilpertsgriff; E.: s. Kunst, s. Griff; L.: Kluge s. u. Griff, DW 11, 2701, EWD s. u. Griff; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kunst und Griff gebildete Bezeichnung für einen eine besondere Kunst oder Fertigkeit erfordernden schnellen Handgriff; F.: Kunstgriff, Kunstgriffs, Kunstgriffes, Kunstgriffe, Kunstgriffen+EW; Z.: Kun-st—griff
$Kunstharz, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kunstharz, künstlich hergestelltes Harz; Q.: um 1920; E.: s. Kunst, s. Harz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Harz; GB.: seit um 1920 belegte und nach dem Vorbild des Neuenglischen aus Kunst und Harz gebildete Bezeichnung für ein in Gegensatz zu dem in der Natur vor allem in Bäumen vorkommenden Harz von Menschen entwickeltes und künstlich meist aus Harz und Härter hergestelltes Harz; F.: Kunstharz¸ Kunstharzes, Kunstharze, Kunstharzen+EW; Z.: Kun-st—harz
$Künstler, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Künstler, Kunst herstellender Mensch; E.: s. künst(e)l(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kunst, DW 11, 2706, EWD s. u. Kunst; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und nach lat. artifex aus künst(e)l(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen Kunst herstellenden und später auch davon (über den Kunstmarkt beispielsweise durch Verkauf) lebenden Menschen; F.: Künstler, Künstlers, Künstlern+EW; Z.: Kün-st-l-er
$künstlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. künstlich, durch Können des Menschen hergestellt; E.: s. Kunst, s. lich; L.: Kluge s. u. künstlich, EWD s. u. Kunst; GB.: (künstliche) seit um 1210 belegte und wohl nach lat. artificialis aus Kunst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Menschen mögliches durch Können des Menschen hergestellt in Gegensatz zu natürlich oder durch die Natur; F.: künstlich, künstliche, künstliches, künstlichem, künstlichen, künstlicher(, künstlichere, künstlicheres, künstlicherem, künstlicheren, künstlicherer, künstlichst, künstlichste, künstlichstes, künstlichstem, künstlichsten, künstlichster)+EW; Z.: kün-st-lich
$Kunststück, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kunststück; E.: s. Kunst, s. Stück; L.: DW 11, 2729, EWD s. u. Kunst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kunst und Stück gebildete Bezeichnung für eine auf besonderem Können eines Menschen beruhende besondere Leistung wie beispielsweise einen Handstand oder einen Radschlag oder ein Rechenkunststück oder ein Zauberkunststück; F.: Kunststück, Kunststücks, Kunststückes, Kunststücke, Kunststücken+EW; Z.: Kun-st—stü-ck
kunterbunt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kunterbunt, sehr bunt, sehr farbig, ungeordnet vielfarbig, durcheinander verlaufend; ne. motley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. kunterbunt, Adj., kunterbunt, bunt durcheinander, verwirrt (Haar); Herkunft des Vorderglieds unklar; Hinterglied s. nhd. bunt; L.: Kluge 1. A. s. u. kunterbunt, Kluge s. u. kunterbunt, DW 11, 2744, EWD s. u. Kontrapunkt, Duden s. u. kunterbunt; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft des Vorderglieds unklare Bezeichnung für sehr bunt oder ungeordnet vielfarbig; BM.: stecken bzw. bunt gesticktes?; F.: kunterbunt, kunterbunte, kunterbuntes, kunterbuntem, kunterbunten, kunterbunter+EW?; Z.: kunter-bun-t
Kunz, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Kunz, Kunze, Koseform des Mannesnamens Konrad; ne. Kunz; Vw.: -; Hw.: s. Hinz; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. kunze, sw. M., Kunz (PN); s. PN Kuonrat, s. mhd. küene (1), küen, Adj., kühn; ahd. kuoni, Adj., kühn, mutig, tapfer, stark, grimmig, kampflustig, streitbar, angriffslustig, eifrig, wild, ausdauernd, standhaft; germ. *kōni-, *kōniz, *kōnni-, *kōnniz, Adj., erfahren (Adj.), klug, kühn; germ. *kōnja-, *kōnjaz, Adj., erfahren (Adj.), kühn, klug; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); mhd. rāt, st. M., Rat, Ratschlag, Hilfe; ahd. rāt, st. M. (a), Rat, Ratschluss, Ratschlag, Plan (M.) (2), Beschluss, Lehre, Hilfe, Unterstützung; germ. *rada-, *radaz, st. M. (a), Rat, Mittel, Vorrat, PN? (5. Jh.); germ. *rēdi-, *rēdiz, *rǣdi-, *rǣdiz, st. M. (i), Rat, Hilfe; vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten, überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Kunz, DW 11, 2746, Duden s. u. Kunz; Son.: vor allem in der Redewendung Hinz und Kunz; GB.: seit 16. Jh. (Hinz und Kunz) belegte und aus den Abkürzungen Hinz und Kunz (für Heinrich und Konrad) gebildete Bezeichnung für jedermann oder jeden beliebigen Menschen; BM.: kühn, Rat; F.: Kunz+EW; Z.: Kun-z
Kupfer, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Kupfer, ein Metall; ne. copper (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. kupfer, st. N., Kupfer; mnd. kopper (1), kōper, kapper, N., M., Kupfer, Rohmaterial, Kupfer als Handelsware; mnl. copper, N., Kupfer; ahd. kupfar*, kuphar*, kuffar*, st. N. (a), Kupfer; ahd. kupfari*, kuphari*, st. N. (ja), Kupfer; as. kopar, N. M., Kupfer; anfrk. -; germ. *kupar, *kuppar, N., Kupfer; lat. cuprum, N., Kupfer, (um 84-um 25 v. Chr.); s. gr. κύπριος (kýprios), Adj., aus Kupfer bestehend; vgl. gr. κύπρος (kýpros), F.=ON, Zypern; L.: Kluge 1. A. s. u. Kupfer, Kluge s. u. Kupfer, DW 11, 2757, EWD s. u. Kupfer, EWAhd 5, 910, EWAhd 5, 912, Duden s. u. Kupfer, Bluhme s. u. Kupfer; Son.: vgl. afries. koper, N. Kupfer; saterl. koper, N., Kupfer; ae. coper, copor, st. N. (a), Kupfer; an. koparr, st. M. (a), Kupfer; got. -; nndl. koper, Sb., Kupfer; frz. cuivre, M., Kupfer; nschw. koppar, Sb., Kupfer; nnorw. kobber, N., Kupfer; kymr. copr, copor, M., Kupfer; nir. copar, M., Kupfer; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und dem Namen der Insel Zypern verbindbare Bezeichnung für ein in der Erdkruste zu rund 0,006 Prozent vorhandenes und damit in der Häufigkeit der Elemente an 23. Stelle stehendes und vor allem in Chile und Australien sowie Peru gewinnbares rötlich glänzendes und weiches sowie seit 6000 Jahren von Menschen in der Legierung Bronze verwendetes Schwermetall (chemisches Element Nr. 29, abgekürzt Cu für lat. cuprum); BM.: ON; F.: Kupfer, Kupfers+FW(+EW); Z.: Kupf-er
$Kupferkies, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kupferkies; E.: s. Kupfer, s. Kies; L.: DW 11, 2764, EWD s. u. Kies 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Kupfer und Kies gebildete Bezeichnung für das sehr häufige Kupfer-Eisen-Mineral Chalkopyrit; F.: Kupferkies, Kupferkieses, Kupferkiese, Kupferkiesen+FW+EW; Z.: Kupf-er—kies
$kupfern (1), nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. kupfern (V.), schreiben, bilden; E.: s. Kupfer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Kupfer, DW 11, 2765; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Kupfer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Bildern und Schrift mögliches schreiben oder bilden; F.: kupfern (!), kupfere, kupfer (!), kupferst, kupfert, kupferte, kupfertest, kupferten, kupfertet, gekupfert, ##gekupfert, gekupferte, gekupfertes, gekupfertem, gekupferten, gekupferter###, kupfernd, ###kupfernd, kupferndes, kupferndem, kupfernden, kupfernder###, kupfer (!)+FW(+EW); Z.: kupf-er-n
$kupfern (2), nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. kupfern (Adj.), Kupfer betreffend, aus Kupfer bestehend; E.: s. Kupfer, s. (e)n; L.: DW 11, 2765, EWD s. u. Kupfer; GB.: seit um 1160 belegte und aus Kupfer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Kupfer betreffend; F.: kupfern, kupferne, kupfernes, kupfernem, kupfernen, kupferner+FW(+EW); Z.: kupf-er-n
$Kupferstich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Kupferstich; E.: s. Kupfer, s. Stich; L.: Kluge s. u. Stich; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Kupfer und Stich gebildete Bezeichnung für ein wohl seit 1400 bis 1430 von Menschen entwickeltes und verwendetes Tiefdruckverfahren für die Herstellung von Abzügen durch Stechen in Kupfer; F.: Kupferstich, Kupferstichs, Kupferstiches, Kupferstiche, Kupferstichen+FW+EW; Z.: Kupf-er—sti-ch
kupieren, nhd., V., (18. Jh.): nhd. kupieren, beschneiden, zurückschneiden; ne. tail (V.); Vw.: -; Hw.: s. Coupé; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. couper; E.: s. frz. couper, V., abschneiden; gallo-rom. cuppare, V., den Kopf abschlagen; mlat. coppāre, V., abschneiden, Holz schlagen, scheren, Garbenhaufen machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. cūpa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Wanne, Kübel, s. Gamillscheg 271b; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. kupieren, fehlt DW, EWD s. u. kupieren, Duden s. u. kupieren; Son.: vgl. nndl. couperen, V., kupieren; nschw. kupera, V., kupieren; nnorw. kupere, V., kupieren; lit. kupiruoti, V., kupieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Galloromanischen sowie dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches beschneiden oder zurückschneiden; BM.: biegen?; F.: kupieren, kupiere, kupierst, kupiert, kupierest, kupieret, kupierte, kupiertest, kupierten, kupiertet, ##kupiert, kupierte, kupiertes, kupiertem, kupierten, kupierter##, kupierend, ###kupierend, kupierende, kupierendes, kupierendem, kupierenden, kupierender###, kupier(!)+FW(+EW); Z.: ku-p-ier-en
Kupon, Coupon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kupon, Coupon, abtrennbarer Zettel, Gutschein; ne. coupon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1782; I.: Lw. frz. coupon; E.: s. frz. coupon, M., Kupon; vgl. frz. couper, V., abschneiden; gallo-rom. cuppare, V., den Kopf abschlagen; mlat. coppāre, V., abschneiden, Holz schlagen, scheren, Garbenhaufen machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. cūpa, F., Kufe (F.) (2), Bottich, Wanne, Kübel, s. Gamillscheg 271b; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Kupon, fehlt DW, EWD s. u. Kupon, DW2 5, 1165, Duden s. u. Kupon; Son.: vgl. nndl. coupon, Sb., Kupon; nschw. kupong, Sb., Kupon; nnorw. kupong, M., Kupon; poln. kupon, M., Kupon; kymr. cwpon, M., Kupon; nir. cúpón, M., Kupon; lit. kuponas, M., Kupon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Mittellateinischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten abtrennbaren Zettel der meist als Gutschein verwendet wird; BM.: biegen?; F.: Kupon, Kupons, Coupon, Coupons+FW(+EW); Z.: Ku-p-on
Kuppe, Koppe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kuppe, Koppe, Gipfel eines Hügels, rundes Ende; ne. peak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von lat. cūpa (2), Kufe (F.) (2), Bottich, Tonne (F.) (1), Grabgewölbe; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuppe, Kluge s. u. Kuppe, DW 11, 2771, EWD s. u. Kuppe, Duden s. u. Kuppe, Bluhme s. u. Kuppe; Son.: vgl. nndl. kop, Sb., Kuppe; frz. coupe, F., Kuppe?; nschw. kopp, Sb., Kuppe?; nnorw. kopp, M., Kuppe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für den Gipfel eines Hügels oder ein rundes Ende einer Oberfläche; BM.: biegen?; F.: Kuppe, Kuppen, Koppe, Koppen+FW(+EW); Z.: Ku-p-p-e
Kuppel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kuppel, gewölbte Überdachung; ne. cupola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. cupola; E.: s. it. cupola, F., kleiner Becher; lat. cūpula (2), F., „Küflein“, kleine Kufe, kleine Tonne (F.) (1), steinener Sarg, Grab, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. cūpa (2), Kufe (F.) (2), Bottich, Tonne (F.) (1), Grabgewölbe; idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *gēu-, *gū-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kuppel, Kluge s. u. Kuppel, DW 11, 2773, EWD s. u. Kuppel, EWAhd 5, 915, Duden s. u. Kuppel; Son.: vgl. nndl. koepel, Sb. Kuppel; frz. coupole, F., Kuppel; nschw. kupol, Sb., Kuppel; nnorw. kuppel, M., Kuppel; pol. kopuła, F., Kuppel; kymr. ciwpola, M., Kuppel; lit. kupolas, M., Kuppel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wölbung auf oder über einem Gebäude oder eine gewölbte Überdachung; BM.: wölben; F.: Kuppel, Kuppeln+FW+EW; Z.: Ku-p-p-el
$Kuppelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kuppelei, Zusammenbringen zu Beischlaf; E.: s. kuppel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 11, 1775, EWD s. u. kuppeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kuppel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl spät festgelegten Straftatbestand des Zusammenbringens zu Beischlaf; F.: Kuppelei, Kuppeleien+FW+EW; Z.: Ku-p-p-el-ei
kuppeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. kuppeln, verbinden, zu Beischlaf zusammenbringen, verbinden; ne. couple (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. kuppeln, kupelen, sw. V., binden, fesseln, vereinigen; mnd. koppelen, köppelen*, sw. V., kuppeln, verkuppeln, binden, zusammenbinden, anbinden, ehelich verbinden, antrauen, zusammenbringen; ahd. kuppulōn*, kupulōn*, sw. V. (2), koppeln, verknüpfen, verbinden, zusammenkoppeln; lat. cōpulāre, V., verknüpfen, zusammenkoppeln, zusammenschließen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. cōpula, F., Band (N.), Riemen (M.) (1), Fessel (F.) (1), Strick (M.) (1); vgl. idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. kuppeln, Kluge s. u. kuppeln, DW 11, 2776, EWD s. u. kuppeln, EWAhd 5, 915, Duden s. u. kuppeln, Bluhme s. u. kuppeln; Son.: vgl. nndl. koppelen, V., kuppeln; frz. coupler, V., kuppeln; nschw. koppla, V., kuppeln; nnorw. koble, V., kuppeln; kymr. cyplu, V., kuppeln; nir. cúplálann, V., kuppeln; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verbinden und insbesondere auch für zwei Menschen verschiedenen Geschlechts zu Beischlaf zusammenbringen; BM.: fassen; F.: kuppeln (!), kuppel (!), kupple, kuppelst, kuppelt, kuppelte, kuppeltest, kuppelten, kuppeltet, gekuppelt, ##gekuppelt, gekuppelte, gekuppeltes, gekuppeltem, gekuppelten, gekuppelter##, kuppelnd, ###kuppelnd, kuppelnde, kuppelndes, kuppelndem, kuppelnden, kuppelnder###, kuppel (!) +FW(+EW?); Z.: ku-p-p-el-n
$Kuppelpelz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kuppelpelz; E.: s. kuppel(n), s. Pelz; L.: DW 11, 2778, EWD s. u. kuppeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kuppel und Pelz gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Entstehung von Menschen möglichen Pelz als Belohnung eines Kupplers oder einer Kupplerin für ein nach Entstehung von Menschen mögliches Kuppeln; F.: Kuppelpelz, Kuppelpelzes, Kuppelpelze, Kuppelpelzen+EW+FW; Z.: Ku-p-p-el—pel-z
$Kuppler, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kuppler; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur); E.: s. kupp(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 11, 2780, EWD s. u. kuppeln; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus kupp(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts zu Beischlaf verbindenden Menschen oder Mann; F.: Kuppler, Kupplers, Kupplern+FW+EW; Z.: Ku-p-p-l-er
$Kupplerin, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Kupplerin; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur); E.: s. Kuppler, s. in; L.: DW 11, 2780, EWD s. u. kuppeln; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus kupp(e)l(n) und er oder Kuppler und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine zwei Menschen verschiedenen Geschlechts zu Beischlaf verbindende Frau; F.: Kupplerin, Kupplerinnen+FW+EW; Z.: Ku-p-p-l-er-in
$Kupplung, Kuppelung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kupplung; E.: s. kupp(e)l(n), s. ung; L.: DW 11, 2779 (Kuppelung), EWD s. u. kuppeln; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für die 1885 von Carl Benz entwickelte und seitdem verwendete je nach Bedarf und damit auch Wunsch des Kraftfahrzeugführers herstellbare oder unterbrechbare Verbindung zwischen dem die Bewegungsenergie herstellenden Motor und dem die Bewegung ausführenden Getriebe eines Kraftfahrzeugs; F.: Kupplung, Kupplungen+FW+EW; Z.: Ku-p-p-l-ung
Kur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kur, Kuraufenthalt; ne. cure (N.); Vw.: -; Hw.: s. kurieren; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. cūra; E.: mhd. kūre, st. F., Pflege; lat. cūra, F., Sorge, Fürsorge, Sorgfalt, (204-169 v. Chr.); idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kur, Kluge s. u. Kur, DW 11, 2781, EWD s. u. Kur, Duden s. u. Kur, Bluhme s. u. Kur; Son.: vgl. nndl. kuur, Sb., Kur; frz. cure, F., Kur; nschw. kur, Sb., Kur; nnorw. kur, M., Kur; poln. kuracja, F., Kur; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein bestimmtes unter ärztlicher Aufsicht und Betreuung durchgeführtes und grundsätzlich erholsames Heilverfahren; BM.: sorgen; F.: Kur, Kuren+FW(+EW); Z.: Kur
Kür, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kür, Wahl, Wählen; ne. choice; Vw.: -; Hw.: s. küren, kören, kiesen, krüsch; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kür, küre, st. F., Prüfung, Überlegung, Versuchung, Entschluss, Beschluss; mnd. kȫre, koere, köhre, kȫr, koer, koir, köhr, chor, choer, M., F., Kür, Wahl, Probe, Auswahl, Entscheidung, Belieben, Art (F.) (1) und Weise (F.) (2), Entscheidungsrecht, Schiedsspruch; mnl. core, M., F., Kür; ahd. kuri*, st. F. (i), „Kür“, Wahl, Beratung, Erwägung, Überlegung; ahd. kora*, st. F. (ō), Versuchung, Prüfung; as. *kuri?, st. M. (i), „Kür“, Wahl; anfrk. -; germ. *kuzi-, *kuziz, st. M. (i), Wahl; vgl. idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kür, DW 11, 2782, EWD s. u. Kür, EWAhd 5, 919, Seebold 394, Duden s. u. Kür, Bluhme s. u. Kuer; Son.: vgl. afries. kor, Sb., Entscheidung; afries. kere (1), st. M. (i), st. F. (i), Küre, Beliebung, Wahl; saterl. ceur; ae. cyre, st. M. (i), Wahl, freier Wille; an. kjǫr, st. N. (a), Wahl, Wunsch; got. -; GB.: (kuri) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch anderer Lebewesen vielfach mögliche Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten oder ein Wählen; BM.: kosten (V.) (2) bzw. schmecken; F.: Kür, Küren+EW; Z.: Kür
Kurare, Curare, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kurare, Curare, ein Pfeilgift; ne. curare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. curare; E.: s. span. curare, M., Kurare; aus der Karibik, aus Tupí urari, Redewendung, der Getroffene stürzt; L.: Kluge s. u. Kurare, fehlt DW, Duden s. u. Kurare; Son.: vgl. nndl. curare, Sb., Kurare; frz. curare, M., Kurare; nschw. curare, Sb., Kurare; nnorw. curare, M., Kurare; poln. kurara, Sb., Kurare; kymr. ciwrare, M., Kurare; lit. kurarė, F., Kurare; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Tupí der Karibik (aus der Redewendung der Getroffene stürzt) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Indianern verwendetes zu einer Lähmung lebenswichtiger Organe führendes Pfeilgift; BM.: der Getroffene stürzt; F.: Kurare, Kurares, Curare, Curares+FW; Z.: K-urar-e
Kürass, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Kürass, Brustharnisch; ne. cuirass; Vw.: -; Hw.: s. Kürassier; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. currīz, currīt, N., Brustharnisch; mhd. küriz, kuriz, st. M., Kürass; mnd. köritz, M., Kürass, Panzer, Harnisch; mnl. curaetse, M., Kürass; afrz. cuirace, M., Kürass; vgl. lat. coriārius (1), Adj., zum Leder gehörig, Leder...; vgl. lat. corium, N., dicke Haut, dickes Fell, Balg, Schlauch, Ledersack; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Kürass, DW 11, 2809 (Küris), EWD s. u. Kürass, Duden s. u. Kürass; Son.: vgl. nndl. kuras, Sb., Kürass; frz. cuirasse, M., Kürass; nschw. kyrass, Sb., Kürass; nnorw. kyrass, N., Kürass; poln. kirys, M., Kürass; lit. kirasa, Sb., Kürass; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon früher von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Brustharnisch; BM.: schneiden; F.: Kürass, Kürasses, Kürasse, Kürassen+FW+EW?; Z.: Kür-ass
Kürassier, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Kürassier, ein Soldat; ne. cuirassier; Vw.: -; Hw.: s. Kürass; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. cuirassier; E.: s. mnd. köritzer, küresser, kuresser, kürnisser, körisser, körusser, M., Kürass, Panzer, Harnisch; frz. cuirassier, M., Kürassier; vgl. frz. cuirasse, M., Kürass; afrz. cuirace, M., Kürass; vgl. lat. coriārius (1), Adj., zum Leder gehörig, Leder...; lat. corium, N., dicke Haut, dickes Fell, Balg, Schlauch, Ledersack; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Küraß, DW 11, 2794, EWD s. u. Küraß, Duden s. u. Kürassier; Son.: vgl. nndl. kurassier, Sb., Kürassier; nschw. kyrassiär, kyrassjär, Sb., Kürassier; nnorw. kyrassér, M., Kürassier; poln. kirasjer, M., Kürassier; lit. kirasyras, M., Kürassier; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit einem Brustpanzer ausgerüstetem Reiter oder ein Mitglied der schweren Kavallerie; BM.: schneiden; F.: Kürassier, Kürassiers, Kürassieres, Kürassiere, Kürassieren+FW+EW; Z.: Kür-ass-ier
Kuratel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Kuratel, Vormundschaft, Pflegschaft, Bevormundung, Betreuung, Fürsorge, Obsorge; ne. guardianship; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. mlat. cūratēla; E.: s. mlat. cūratēla, F., Pflegschaft, Vormundschaft; vgl. lat. cūrāre, coerāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Kuratel, fehlt DW, EWD s. u. Kurator, Duden s. u. Kuratel; Son.: vgl. nndl. curatele, Sb., Kuratel; frz. curatelle, F., Kuratel; nschw. kuratel, Sb., Kuratel; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vormundschaft oder Pflegschaft oder Betreuung oder Fürsorge oder Obsorge; BM.: sorgen; F.: Kuratel, Kuratelen+FW(+EW); Z.: Kur-at-el
Kurator, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kurator, Vormund; ne. curator, trustee; Vw.: s. Pro-; Hw.: s. Kuratorium; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. cūrātor; E.: s. lat. cūrātor, M., Fürsorger, Besorger, Pfleger, Kümmernder; lat. cūrāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern, sich sorgen; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurator, Duden s. u. Kurator; Son.: vgl. nschw. kurator, Sb., Kurator; nnorw. kurator, M., Kurator; poln. kurator, M., Kurator; lit. kuratorius, M., Kurator; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Leiter (M.) einer besorgenden Organisation (Kuratorium); BM.: sorgen; F.: Kurator, Kuratoren+FW(+EW); Z.: Kur-at-or
Kuratorium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kuratorium, beaufsichtigendes, Gremium; ne. advisory board (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kurator; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: vgl. lat. cūrātor, M., Fürsorger, Pfleger, Wärter, Aufseher, Bevollmächtigter, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cūrāre, coerāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Kuratorium, fehlt DW, EWD s. u. Kurator, Duden s. u. Kuratorium; Son.: vgl. nndl. curatorium, Sb., Kuratorium; ndän. kuratorium, Sb., Kuratorium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kurator und ium sowie dem Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gremium für die Aufsicht über eine öffentliche Körperschaft oder eine Stiftung; BM.: sorgen; F.: Kuratorium, Kuratoriums, Kuratorien+FW+EW; Z.: Kur-at-or-i-um
Kurbel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Kurbel, einarmiger Hebel zu einem Drehen; ne. crank (N.), winder; Vw.: -; Hw.: s. Kurve; Q.: 15. Jh.; E.: Lw. frz. courbe; E.: s. frz. courbe, F., Kurve, Wölbung; lat. *curva (2), F., Kurbel?, Gekrümmtes?; vgl. lat. curvus, Adj., krumm, gekrümmt, gebogen, gewölbt; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kurbe, Kluge s. u. Kurbel, DW 11, 2796, EWD s. u. Kurbel, Duden s. u. Kurbel, Bluhme s. u. Kurbel; Son.: s. mhd. kurbe, sw. F., Brunnenwinde; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete in einem rechten Winkel angebrachte oder anzusetzende mit einem Griff versehene Stange mit der eine Kreisbewegung ausgeführt wird wodurch eine Welle oder Ähnliches in Drehung versetzt wird; BM.: drehen; F.: Kurbel, Kurbeln+FW(+EW); Z.: Kur-b-el
$kurbeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kurbeln, mit einer Kurbel bewegen; Vw.: s. an-; E.: s. Kurbel, s.(e)n: L.: Kluge s. u. Kurbel, DW 11, 2797, EWD s. u. Kurbel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kurbel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für drehen oder rollen oder bewegen oder filmen; F.: kurbeln, kurbel (!), kurble, kurbele, kurbelst, kurbelt, kurbelte, kurbeltest, kurbelten, kurbeltet, gekurbelt, ##gekurbelt, gekurbelte, gekurbeltes, gekurbeltem, gekurbelten, gekurbelter##, kurbelnd, ###kurbelnd, kurbelnde, kurbelndes, kurbelndem, kurbelnden, kurbelnder###, kurbel (!)+FW(+EW); Z.: kur-b-el-n
$Kurbelwelle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kurbelwelle; E.: s. Kurbel (oder kurbel[n]), s. Welle; L.: DW 11, 2797, EWD s. u. Kurbel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kurbel und Welle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete eine Kurbel tragende Welle oder eine Aneinanderreihung mehrerer Kurbeln, F.: Kurbelwelle, Kurbelwellen+FW+EW; Z.: Kur-b-el—wel-l-e
Kürbis, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kürbis, Kürbisgewächs; ne. pumpkin, gourd; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kürbiz, st. M., st. N., Kürbis; mnd. körves, korvese, körvis, körvitz, korbitz, kürft, M., Kürbis, Gurke; mnl. corbesch, M., Kürbis; ahd. kurbiz, st. M. (a)?, Kürbis, Flaschenkürbis, Bittergurke, Koloquinte, Melone (?); as. kurbiz, st. M. (a)?, Kürbis; germ. *kurbit-, Sb., Kürbis; lat. *curbita, cucurbita, F., Kürbis; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Kürbis, Kluge s. u. Kürbis, DW 11, 2797 (Kürbisz), EWD s. u. Kürbis, EWAhd 5, 917, Duden s. u. Kürbis, Bluhme s. u. Kuerbis; Son.: vgl. ae. cyrfet, st. M. (a), Kürbis; frz. courge, F., Kürbis; nschw. kurbits, Sb., Kürbis; GB.: (kurbiz) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem erschließbaren Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für eine schon vormenschliche rankende Pflanze mit großen Blättern und trichterförmigen gelben Blüten sowie sehr großen meist kugeligen saftreichen Früchten; BM.: ?; F.: Kürbis, Kürbisses, Kürbisse, Kürbissen+FW(+EW); Z.: Kürbis
$kuren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kuren, Kur durchführen; E.: s. Kur, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kur, DW 11, 2802?, EWD s. u. Kur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kur und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher entwickelte und verwendete Kur durchführen; F.: kuren, kure, kurst, kurt (!), kurest, kuret, kurte, kurtest, kurten, kurtet, gekurt, ##gekurt, gekurte, gekurtes, gekurtem, gekurten, gekurter##, kurend, ###kurend, kurende, kurendes, kurendem, kurenden, kurender###, kur (!)+FW+EW; Z.: kur-en
küren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. küren, wählen; ne. choose (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kür, kören, kiesen, krüsch; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: mhd. küren*, kürn, sw. V., küren, wählen; mnd. kȫren (2), koiren, küren, küern, sw. V., wählen, auswählen, sich entscheiden, mit einer Geldbuße belegen (V.); mhd. kür, küre, st. F., Prüfung, Überlegung, Versuchung, Entschluss, Beschluss; mnd. kȫre, koere, köhre, kȫr, koer, koir, köhr, chor, choer, M., F., Kür, Wahl, Probe, Auswahl, Entscheidung, Belieben, Art (F.) (1) und Weise (F.) (2), Entscheidungsrecht, Schiedsspruch, Schiedsrichter, Urteilsfinder, Absicht, Schätzung; ahd. kuri*, st. F. (i), Kür, Wahl, Beratung, Erwägung, Überlegung; ahd. kora*, st. F. (ō), Versuchung, Prüfung; as. *kuri?, st. M. (i), Kür, Wahl; germ. *kuzi-, *kuziz, st. M. (i), Wahl; vgl. idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. küren, Kluge s. u. küren, DW 11, 2803, EWD s. u. Kür, Kluge s. u. küren, Bluhme s. u. Kur-; Son.: vgl. nschw. kora, V., küren; nnorw. kåre, V., küren; GB.: seit 1314 belegte und aus Kür und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder auch schon früher mögliches wählen zwischen mehreren Möglichkeiten; BM.: kosten (V.) (2); F.: küren, küre, kürst, kürt, kürest, küret, kürte, kürtest, kürten, kürtet, gekürt, ##gekürt, gekürte, gekürtes, gekürtem, gekürten, gekürter##, kürend, ###kürend, kürende, kürendes, kürendem, kürenden, kürender###, kür (!)+EW; Z.: kür-en
$Kurfürst, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Kurfürst; E.: s. Kur, s. Fürst; L.: Kluge s. u. Kurfürst, DW 11, 2805, EWD s. u. Kür; GB.: vielleicht seit Anfang 14. Jh. belegte und aus Kur (oder küren) und Fürst gebildete Bezeichnung für einen der anfangs sieben und später zehn aus nicht genau bekanntem Grund zu der Wahl (Kür) des Königs des ersten Deutschen Reiches berechtigten Fürsten (Erzbischof von Mainz und Trier und Köln sowie Herzog von Sachsen und Markgraf von Brandenburg und Pfalzgraf bei Rhein sowie – streitig – König von Böhmen; F.: Kurfürst, Kurfürsten+EW; Z.: Kur—für-st
$Kurfürstentum, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Kurfürstentum; Q.: 1394; E.: s. Kurfürst, s. en, s. tum; L.: DW 11, 2806 (Kurürstenthum), EWD s. u. Kür; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Kurfürst und en sowie tum gebildete Bezeichnung für das Herrschaftsgebiet eines der sieben Kurfürsten des ersten Deutschen Reiches; F.: Kurfürstentum, Kurfürstentumes, Kurfürstentums, Kurfürstentümer, Kurfürstentümern+EW; Z.: Kur—für-st-en—tum
$kurfürstlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. kurfürstlich; E.: s. mhd. kurvürestelich*, kurvürstlich, Adj., kurfürstlich, s. Kurfürst, s. lich; L.: DW 11, 2807, EWD s. u. Kür; GB.: (kurvürestelich) seit 14. Jh. belegte und aus Kurfürst und lich gebildete Bezeichnung für einen Kurfürsten oder ein Kurfürstentum betreffend; F.: kurfürstlich, kurfürstliche, kurfürstliches, kurfürstlichem, kurfürstlichen, kurfürstlicher(, kurfürstlichere, kurfürstlicheres, kurfürstlicherem, kurfürstlicheren, kurfürstlicherer, kurfürstlichst, kurfürstlichste, kurfürstlichstes, kurfürstlichstem, kurfürstlichsten, kurfürstlichster)+EW; Z.: kur—für-st—lich
$Kurgast, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kurgast, Badegast; E.: s. Kur, s. Gast; L.: DW 11, 2807, EWD s. u. Kur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kur und Gast gebildete Bezeichnung für einen in einer Kur weilenden Menschen (Badegast); F.: Kurgast, Kurgasts, Kurgastes, Kurgäste, Kurgästen+FW+EW; Z.: Kur—gast
$Kurhut, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kurhut, Kurfürstenhut; E.: s. Kur (Kür), s. Hut; L.: DW 11, 2808, EWD s. u. Kür; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kur (Kür) und Hut (M.) gebildete Bezeichnung für den roten und mit Hermelin ausgeschlagenen Hut eines Kurfürsten als äußeres Zeichen seiner besonderen Würde oder Stellung; F.: Kurhut, Kurhutes, Kurhuts, Kurhüte, Kurhüten+EW; Z.: Kur—hut
Kurie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kurie, Ratsversammlung, Behörde, Verwaltung, Gesamtheit der Behörden des Papstes; ne. curia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cūria; E.: s. lat. cūria, F., Kurie, Kuriengebäude, (um 250-184 v. Chr.); von einem *coviria; vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. vir, M., Mann, reifer Mann, erwachsener Mann, Ehemann, Gemahl; idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kurie, fehlt DW, Duden s. u. Kurie; Son.: vgl. nndl. curie, Sb., Kurie; frz. curie, F., Kurie; nschw. kuria, Sb., Kurie; nnorw. kurie, M., Kurie; poln. kuria, F., Kurie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Behörden des Papstes; BM.: mit, kräftig; F.: Kurie, Kurien+FW+EW; Z.: Ku-r-ie
Kurier, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kurier, Bote, Nachrichtenbote, Läufer; ne. courier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1210-1220 (Wigalois der Ritter mit dem Rade des Wirnt von Gravenberg); I.: Lw. frz. courrier; E.: s. mhd. kurrier, st. M., Läufer (M.) (1), Spielfigur; frz. courrier, M., Kurier; it. corriere, M., Kurier; vgl. it. correre, V., laufen, rennen; lat. currere, V., laufen, rennen, jagen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kurier, DW 11, 2808, EWD s. u. Kurier, Duden s. u. Kurier; Son.: vgl. nndl. koerier, Sb., Kurier; nschw. kurir, Sb., Kurier; nnorw. kurér, M., Kurier; poln. kurier, M., Kurier; lit. kurjeris, M., Kurier; GB.: seit 1210-1220 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache als Läufer Nachrichten überbringenden Menschen; BM.: laufen; F.: Kurier, Kuriers, Kuriere, Kurieren+FW(+EW); Z.: Kur-ier
kurieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. kurieren, heilen (V.) (1); ne. cure (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cūrāre; E.: s. mnd. kurēren, cureieren, sw. V., „kurieren“, heilen, bessern; lat. cūrāre (1), V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern, sorgen, sich sorgen, sich befleißigen, beachten, (204-169 v. Chr.); idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Kur, DW 11, 2808, EWD s. u. Kur, Duden s. u. kurieren; Son.: vgl. nschw. kurera, V., kurieren; nnorw. kurere, V., kurieren; poln. kurować, V., kurieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch eine Behandlung heilen (V.) (1); BM.: sorgen; F.: kurieren, kuriere (!), kurierst, kuriert, kurierest, kurieret, kurierte, kuriertest, kurierten, kuriertet, ##kuriert, kurierte, kuriertes, kuriertem, kurierten, kurierter##, kurierend, ###kurierend, kurierende, kurierendes, kurierendem, kurierenden, kurierender###, kurier (!)+FW+EW; Z.: kur-ier-en
kurios, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kurios, merkwürdig, bemerkenswert, auffällig, besondere; ne. curious, peculiar; Vw.: -; Hw.: s. Kuriosität; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. curieux; E.: s. frz. curieux, Adj., neugierig, wissbegierig; lat. cūriōsus (1), Adj., voll Sorge seiend, voll Sorgfalt handelnd, sorgsam, sorgfältig, um 250-184 v. Chr.); lat. cūra, F., Sorge, Fürsorge, Sorgfalt, Sehnsucht, Wunsch; vgl. idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. kurios, DW 2, 640 (curios), EWD s. u. kurios, Duden s. u. kurios; Son.: vgl. nndl. curieus, Adj., kurios; nschw. kuriös, Adj., kurios; nnorw. kuriøs, Adj., kurios; poln. kuriozalny, Adj., kurios; lit. kurioziškas, Adj., kurios; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für merkwürdig oder bemerkenswert oder auffällig oder besondere; BM.: sorgen; F.: kurios, kuriose, kurioses, kuriosem, kuriosen, kurioser(, kuriosere, kurioseres, kurioserem, kurioseren, kurioserer, kuriosest, kurioseste, kuriosestes, kuriosestem, kuriosesten, kuriosester)+FW;(+EW) Z.: kur-i-os
Kuriosität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kuriosität, Merkwürdigkeit, Auffälligkeit, Besonderheit; ne. curiosity, oddity; Vw.: -; Hw.: s. kurios; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. cūriōsitās; E.: s. lat. cūriōsitās, F., Wissbegierde, Neugierde, Vorwitz, Dreistigkeit, Sorgfalt, Mühe, Bemühung, Mühseligkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cūriōsus (1), Adj., voll Sorge seiend, voll Sorgfalt handelnd, sorgsam, sorgfältig, um 250-184 v. Chr.); lat. cūra, F., Sorge, Fürsorge, Sorgfalt, Sehnsucht, Wunsch; vgl. idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. kurios, fehlt DW, EWD s. u. kurios, Duden s. u. Kuriosität; Son.: vgl. nndl. curiositeit, Sb., Kuriosität; frz. curiosité, F., Kuriosität; nschw. kuriositet, Sb., Kuriosität; nnorw. kuriositet, M., Kuriosität; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliche Merkwürdigkeit oder Auffälligkeit oder Besonderheit; BM.: sorgen; F.: Kuriosität, Kuriositäten+FW(+EW); Z.: Kur-i-os-it-ät
$Kuriosum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Kuriosum, Merkwürdigkeit, Seltsamkeit, Besonderheit; E.: s. lat. curiosus, Adj., sorgsam, sorgfältig, L.: Kluge s. u. kurios, fehlt DW, EWD s. u. kurios; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine (Neugier des Menschen bewirkende) Merkwürdigkeit oder Seltsamkeit oder Besonderheit; F.: Kuriosum, Kuriosums, Kuriosa+FW+EW; Z.: Kur-i-os-um
Kurkuma, Curcuma, Kurkume, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kurkuma, Curcuma, Kurkume, Gelbwurzel, Gelber Ingwer; ne. curcuma, turmeric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1778?; I.: Lw. it. curcuma, span. curcuma; E.: s. it. curcuma, F., Kurkuma; span. curcuma, F., Kurkuma; arab. kurkum, Sb., Saffran; L.: fehlt DW, Duden s. u. Kurkuma; Son.: vgl. nndl. curcuma, Sb., Kurkuma; frz. curcuma, F., Kurkuma; nschw. gurkmeja, Sb., Kurkuma; nnorw. gurkemeie, M., Kurkuma; lit. kurkuma, F., Kurkuma; kymr. cwrcwma, M., Kurkuma; lit. kurkuma, F., Kurkuma; GB.: vielleicht seit 1778 belegte und aus dem Italienischen und Spanischen sowie mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein seit unbekannter Zeit von Menschen aus der Wurzel der Gelbwurzel gewonnenes und zu einer Herstellung von Curry verwendetes Gewürz; BM.: Saffran; F.: Kurkuma, Kurkumen, Curcuma, Curcumen, Kurkume, Kurkumen+FW(+EW); Z.: Kurkum-a
$Kurort, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kurort; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Kur, s. Ort; L.: DW 11, 2815, EWD s. u. Kur; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Kur und Ort gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Ort für Kuren; F.: Kurort, Kurortes, Kurorts, Kurorte, Kurorten+FW+EW; Z.: Kur—or-t
$kurpfuschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kurpfuschen, ohne erforderliche Ausbildung zu heilen vorgeben oder versuchen; E.: s. Kur, s. pfuschen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kur und pfuschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ohne erforderliche Ausbildung zu heilen vorgeben oder versuchen; F.: kurpfuschen, kurpfusche (!), kurpfuschst, kurpfuscht, kurpfuschest, kurpfuschet, kurpfuschte, kurpfuschtest, kurpfuschten, kurpfuschtet, gekurpfuscht, ##gekurpfuscht, gekurpfuschte, gekurpfuschtes, gekurpfuschtem, gekurpfuschten, gekurpfuschter##, kurpfuschend, ###kurpfuschend, kurpfuschende, kurpfuschendes, kurpfuschendem, kurpfuschenden, kurpfuschender###, kurpfusch (!)+FW+EW; Z.: kur—pfusch-en
$Kurpfuscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kurpfuscher, ohne erforderliche Ausbildung zu heilen vorgebender oder versuchender Mensch; E.: s. Kur, s. Pfuscher; L.: Kluge s. u. Kurpfuscher, fehlt DW, EWD s. u. Kur; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Kur und Pfuscher gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ohne erforderliche Ausbildung zu heilen vorgebenden und versuchenden Menschen; F.: Kurpfuscher, Kurpfuschers, Kurpfuschern+FW+EW; Z.: Kur—pfusch-er
Kurs, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Kurs, Lauf, Bahn, Richtung, Lehrveranstaltung; ne. course (N.); Vw.: Dis-, Ex-, Kon-, Re-; Hw.: s. kursieren, Korso; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. curs (1), st. M., Reihe von vorgeschriebenen Gebeten; mnd. kors, kōrs, koers, kurs, kō̆s, koes, N., M., „Kurs“, Schiffskurs, Fahrt des Schiffes, Fahrtrichtung, Richtung, Weg; mnl. course, coers, M., Lauf, Richtung; ahd. kurs*, st. M. (a?, i?), Kurs, Übung, Cursus; lat. cursus, M., Lauf, Fahrt, Ritt, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kurs, DW 11, 2828f.?, EWD s. u. Kurs, EWAhd 5, 921, Duden s. u. Kurs, Bluhme s. u. Kurs; Son.: vgl. nndl. koers, Sb., Kurs; frz. cours, M., Kurs; nschw. kurs, Sb., Kurs; nnorw. kurs, M., N., Kurs; poln. kurs, M., Kurs; kymr. cwrs, M., Kurs; lit. kursas, M., Kurs; GB.: (kurs) seit um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung höherer Lebewesen möglichen Lauf und nach Entwicklung von Fahrzeugen eine Fahrtrichtung eines Fahrzeugs sowie eine Lehrveranstaltung; BM.: laufen; F.: Kurs, Kurses, Kurse, Kursen+FW(+EW); Z.: Kurs
$Kursbuch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Kursbuch, Fahrplan; E.: s. Kurs, s. Buch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kurs und Buch gebildete Bezeichnung für ein Verzeichnis von Fahrzeiten von öffentlichen Fahrzeugen oder einen Fahrplan; F.: Kursbuch, Kursbuches, Kursbuchs, Kursbücher, Kursbüchern+FW+EW; Z.: Kurs—buch
Kürschner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Kürschner, Pelzverarbeiter; ne. furrier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Die Hofzucht des Tannhäuser); E.: mhd. kürsenære, kürsener, st. M., Kürschner; mnd. körsenære*, körsenēre, körsener, körsner, kürsnere, körssenēre, M., Kürschner, Pelzmacher; vgl. mhd. kürsen, kursen, Kürsen, Pelzrock; von einem slaw. *kurzno, Sb., Pelz, das wiederum aus einer östlichen Sprache entlehnt ist; L.: Kluge 1. A. s. u. Kürschner, Kluge s. u. Kürschner, DW 11, 2819, EWD s. u. Kürschner, Duden s. u. Kürschner, Bluhme s. u. st. F., Kuerschner; Son.: vgl. as. kursina, st. F. (ō), Pelzrock; afries. kersna, F., Pelzrock; ae. crusene, sw. F., (n), Pelzrock; nschw. körsnär, Sb., Kürschner; poln. kuśnierz, M., Kürschner; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Slawischen und dem Östlichen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich nach der Arbeitsteilung möglichen Tierfelle (Pelze) zu Pelzbekleidung verarbeitenden Handwerker; BM.: Pelz; F.: Kürschner, Kürschners, Kürschnern+FW+EW; Z.: Kürschn-er
$Kürschnerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kürschnerei; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Kürschner, s. ei (Suff.); L.: DW 11, 2819, EWD s. u. Kürschner; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Kürschner und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit oder das Handwerk und die Werkstatt oder das Gewerbe eines Kürschners; F.: Kürschnerei, Kürschnereien+FW+EW; Z.: Kürschn-er-ei
kursieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kursieren, umlaufen; ne. circulate; Vw.: -; Hw.: s. Kurs; Q.: 17. Jh.; E.: s. lat. curs(are), s. ieren; I.: Lw. lat. cursāre; E.: s. lat. cursāre, V., fort und fort laufen, rennen, umherrennen, rennend eilen, durchlaufen (V.), (190-159 v. Chr.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Kurs, fehlt DW, EWD s. u. Kurs, Duden s. u. kursieren; Son.: vgl. nnorw. kursere, V., kursieren; poln. kursować, V., kursieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Geld mögliches in Umlauf sein (V.); BM.: laufen; F.: kursieren, kursiere, kursierst, kursiert, kursierest, kursieret, kursierte, kursiertest, kursierten, kursiertet, ##kursiert, kursierte, kursiertes, kursiertem, kursierten, kursierter##, kursierend, ###kursierend, kursierende, kursierendes, kursierendem, kursierenden, kursierender###, kursier (!)+FW(+EW); Z.: kurs-ier-en
...kursion, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...kursion; ne. ...cursion; Vw.: s. Ex-; Hw.: s. kursieren, kursiv; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. cursio, F., Laufen, Lauf, Herumlaufen, Wasserlauf, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...cursie, Suff., ...kursion; frz. ...cursion, Suff., ...kursion; nschw. ...kursion, Suff., ...kursion; nnorw. ...kursjon, Suff., ...kursion; kymr. ...gyrsin, Suff., ...kursion; lit. ...kursija, Suff., ...kursion; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in einer Zusammensetzung als Grundwort zu der Bildung eines das Laufen betreffenden Substantivs verwendete Bezeichnung; BM.: laufen; F.: ...kursion, ...kursionen+FW(+EW); Z.: -kurs-io-n
kursiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. kursiv, schräg; ne. cursive, italic (Adj.); Vw.: s. dis-; Hw.: s. Kursive; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. cursīvus; E.: s. mlat. cursīvus, Adj., laufend, kursiv; vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kursiv, fehlt DW, EWD s. u. kursiv, Duden s. u. kursiv; Son.: vgl. nndl. cursief, Adj., kursiv; frz. cursif, Adj., kursiv; nschw. kursiv, Adj., kursiv; nnorw. kursiv, Adj., kursiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Schrift mögliches schräg und nach rechts geneigt sowie ohne Zwischenräume innerhalb von Wörtern zusammenhängend; BM.: laufen; F.: kursiv, kursive, kursives, kursivem, kursiven, kursiver+FW; Z.: kurs-iv
Kursive, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kursive, Kursivschrift, Schrägschrift; ne. cursive script; Vw.: -; Hw.: s. kursiv; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. mlat. cursīva; E.: s. mlat. cursīva, F., Kursive, Kursivschrift; vgl. mlat. cursīvus, Adj., laufend, kursiv; vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kursiv, fehlt DW, EWD s. u. kursiv, Duden s. u. Kursive; Son.: vgl. nnorw. kursiv, M., Kursive; poln. kursywa, F., Kursive; lit. kursyvas, M., Kursive; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer schräg verlaufenden Schrift (Schrägschrift); BM.: laufen; F.: Kursive, Kursiven+FW(+EW); Z.: Kurs-iv-e
$Kursivschrift, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Kursivschrift, fortlaufend geschriebene Schrift; E.: s. kursiv, s. Schrift; L.: fehlt DW, EWD s. u. kursiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus kursiv und Schrift gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete innerhalb von Wörtern ohne Zwischenräume zwischen den Buchstaben fortlaufend geschriebene Schrift; F.: Kursivschrift, Kursivschriften+FW+EW; Z.: Kurs-iv—schri-f-t
kursorisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kursorisch, fortlaufend, fortschreitend, beiläufig; ne. cursory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. cursōrius; E.: s. lat. cursōrius, Adj., zum Laufen gehörig, Lauf..., Läufer..., (301 n. Chr.); vgl. lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. kursorisch, fehlt DW, EWD s. u. kursorisch, Duden s. u. kursorisch; Son.: vgl. nndl. cursorisch, Adj., kursorisch; frz. cursif, Adj., kursorisch; ndän. kursorisk, Adj., kursorisch; nnorw. kursorisk, Adj., kursorisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Lebewesen mögliches fortlaufend oder fortschreitend oder beiläufig; BM.: laufen; F.: kursorisch, kursorische, kursorisches, kursorischem, kursorischen, kursorischer(, kursorischere, kursorischeres, kursorischerem, kursorischeren, kursorischerer, kursorischst, kursorischste, kursorischstes, kursorischstem, kursorischsten, kursorischster)+FW(+EW); Z.: kurs-or-isch
$Kurswagen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kurswagen; E.: s. Kurs, s. Wagen (M.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kurs und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen (entwickelten und) während einer Fahrt an unterschiedliche Züge zwecks besonderer Erreichung eines gewünschten Zieles angehängten Wagen einer Eisenbahn; F.: Kurswagen, Kurswagens, Kurswägen+FW+EW; Z.: Kurs—wag-en
$Kurswert, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kurswert; E.: s. Kurs, s. Wert; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Kurs und Wert gebildete Bezeichnung für den sich aus dem Börsenkurs jeweils ergebenden Wert eines Wertpapiers; F.: Kurswert, Kurswertes, Kurswerts, Kurswerte, Kurswerten+FW+EW; Z.: Kurs—wer-t
Kurtisane, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kurtisane, Geliebte; ne. courtesan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. frz. courtisane; E.: s. frz. courtisane, F., Kurtisane; it. cortigiana, F., Kurtisane; vgl. it. corte, M., Hof, Fürstenhof; lat. cohors, F., eingezäunter Raum, Gehege, eingeschlossener Haufen, Viehhof, Kohorte, (um 250-184 v. Chr.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *g̑ʰr̥tís, Sb., Zusammenfassung; idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Kurtisane, DW 2, 640 (Curtisane), EWD s. u. Kurtisane, Duden s. u. Kurtisane; Son.: vgl. nndl. courtisane, Sb., Kurtisane; nschw. kurtisan, Sb., Kurtisane; nnorw. kurtisane, F., Kurtisane; poln. kurtyzana, F., Kurtisane; lit. kurtizanė, F., Kurtisane; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums (cohors) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist adelige Geliebte eines Adeligen außerhalb einer Ehe; BM.: mit, greifen; F.: Kurtisane, Kurtisanen+FW; Z.: Kur-t-is-an-e
Kurve, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kurve, Bogen; ne. curve (N.); Vw.: -; Hw.: s. Kurbel; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. *curva; E.: s. lat. *curva (2), F., Kurbel?, Gekrümmtes?; vgl. lat. curvus, Adj., krumm, gekrümmt, gebogen, gewölbt; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kurve, EWD s. u. Kurve, Duden s. u. Kurve; Son.: vgl. nndl. curve, Sb., Kurve; frz. courbe, F., Kurbe; nschw. kurva, Sb., Kurve; nnorw. kurve, M., Kurve; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem erschlossenen Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Bogenlinie oder gebogene Linie beispielsweise einer Straße oder eines Weges oder auch eines Striches; BM.: biegen; F.: Kurve, Kurven+FW(+EW); Z.: Kur-v-e
$kurven, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. kurven, eine gebogene Linie (Kurve) herstellen; E.: s. Kurv(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kurve, fehlt DW, EWD s. u. Kurve; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kurv(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine gebogene Linie herstellen oder verfolgen; F.: kurven, kurve (!), kurvst, kurvt, kurvest, kurvet, kurvte, kurvtest, kurvten, kurvtet, gekurvt, ##gekurvt, gekurvte, gekurvtes, gekurvtem, gekurvten, gekurvter##, kurvend, ###kurvend, kurvende, kurvendes, kurvendem, kurvenden, kurvender###, kurv (!)+FW(+EW); Z.: kur-v-en
$kurvig, nhd., Adj., 20. Jh.?: nhd. kurvig, Kurve betreffend, Kurve aufweisend; E.: s. Kurv(e), s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurve; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Kurv(e) und ig gebildet Bezeichnung für Kurve betreffend oder Kurve aufweisend; F.: kurvig, kurvige, kurviges, kurvigem, kurvigen, kurviger(, kurvigere, kurvigeres, kurvigerem, kurvigeren, kurvigerer, kurvigst, kurvigste, kurvigstes, kurvigstem, kurvigsten, kurvigster+)FW+EW; Z.: kur-v-ig
$kurvisch, nhd. (ält.), Adj., (20. Jh.): nhd. kurvisch, Kurve betreffend, Kurve aufweisend; E.: s. Kurv(e), s. isch: Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurve; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kurv(e) und isch gebildete Bezeichnung für Kurve betreffend oder Kurve aufweisend; F.: kurvisch, kurvische, kurvisches, kurvischem, kurvischen, kurvischer(, kurvischere, kurvischeres, kurvischerem, kurvischeren, kurvischerer, kurvischst, kurvischste, kurvischstes, kurvischstem, kurvischsten, kurvischster)+FW+EW; Z.: kur-v-isch
$Kurwürde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kurwürde, Würde eines Kurfürsten; E.: s. Kur, s. Würde; L.: DW 11, 2823, EWD s. u. Kür; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kur (bzw. Kür) und Würde gebildete Bezeichnung für die Würde eines Kurfürsten; F.: Kurwürde, Kurwürden+EW; Z.: Kur—wür-d-e
kurz, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. kurz, wenig Länge habend; ne. short (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. kurz, Adj., kurz, von geringer Länge seiend, schnell vergänglich; mnd. kort (1), kart, Adj., kurz, kurzgewachsen, klein, kurzgeschnitten, gestutzt, nicht ausgedehnt, schwerflüssig; mnl. cort, corte, Adj., kurz; ahd. kurz* (1), kurt, Adj., kurz; as. *kurt?, Adj., kurz; anfrk. kurt, Adj., kurz; germ. *kurta-, *kurtaz, Adj., kurz?; lat. curtus, Adj., verkürzt, verstümmelt, (um 180-102 v. Chr.); vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. kurz, Kluge s. u. kurz, DW 11, 2883, EWD s. u. kurz, EWAhd 5, 927, Duden s. u. kurz, Bluhme s. u. kurz; Son.: vgl. afries. kort, kurt, Adj., kurz; saterl. cort, Adj., kurz; ae. -; an. kortr, kurtr, Adj., BN, kurz; got. -; nndl. kort, Adj., kurz; frz. court, Adj., kurz; nschw. kort, Adj., kurz; nnorw. kort, Adj., kurz; GB.: seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche geringe räumliche oder zeitliche Ausdehnung oder wenig Länge habend; BM.: schneiden; F.: kurz, kurze, kurzes, kurzem, kurzen, kurzer, kürzer(, kürzere, kürzeres, kürzerem, kürzeren, kürzerer, kürzest, kürzeste, kürzestes, kürzestem, kürzesten, kürzester)+FW(+EW); Z.: kur-z
$Kürze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Kürze, geringe Länge oder Ausdehnung; E.: s. ahd. kurzī*, s. kurz; L.: Kluge s. u. kurz, DW 11, 2843, EWD s. u. kurz; GB.: seit 863-871 belegte und aus kurz und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine geringe Länge oder Ausdehnung; F.: Kürze, Kürzen+FW(+EW); Z.: Kür-z-e
$Kürzel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Kürzel, Abkürzung, Abkürzungszeichen; E.: s. kurz, s. el (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus kurz und el gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Abkürzung oder ein besonderes Abkürzungszeichen in der von Menschen entwickelten und verwendeten Kurzschrift (Stenographie); F.: Kürzel, Kürzels, Kürzeln+FW+EW; Z.: Kür-z-el
$kürzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. kürzen, kurz machen; Vw.: s. ab-, ver-; E.: s. kurz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. kurz, EWD s. u. kurz, DW 11, 2845, Duden s. u. kürzen; GB.: (kurzen*) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und wohl nach lat. abbreviare gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes kurz machen; F.: kürzen, kürze (!), kürzst, kürzt, kürzest, kürzet, kürzte, kürztest, kürzten, kürztet, gekürzt, ##gekürzt, gekürzte, gekürztes, gekürztem, gekürzten, gekürzter##, kürzend, ###kürzend, kürzende, kürzendes, kürzendem, kürzenden, kürzender###, kürz (!)+FW+EW; Z.: kür-z-en
$kurzerhand, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. kurzerhand, kurz entschlossen, rasch, einfach; E.: s. kurz, s. er, s. Hand; L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kurz und er sowie Hand gebildete Bezeichnung für kurz entschlossen oder rasch oder einfach; F.: kurzerhand+FW+EW; Z.: kur-z-er—hand
$kurzfristig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kurzfristig, eine kurze Frist betreffend; L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kurz und Frist sowie ig gebildete Bezeichnung für eine kurze Frist betreffend; F.: kurzfristig, kurzfristige, kurzfristiges, kurzfristigem, kurzfristigen, kurzfristiger(, kurzfristigere, kurzfristigeres, kurzfristigerem, kurzfristigeren, kurzfristigerer, kurzfristigst, kurzfristigste, kurzfristigstes, kurzfristigstem, kurzfristigsten, kurzfristigster)+FW+EW; Z.: kur-z—fri-s-t-ig
$kürzlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. kürzlich, kurz; E.: s. kurz, s. Kürz(e), s. lich; L.: Kluge s. u. kürzlich, DW 11, 2850, EWD s. u. kurz; GB.: seit 863-871 belegte und aus kurz und Kürz(e) sowie lich gebildete Bezeichnung für kurz; F.: kürzlich, kürzliche, kürzliches, kürzlichem, kürzlichen, kürzlicher+FW+EW; Z.: kür-z-lich
$Kurzschluss, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kurzschluss; E.: s. kurz, s. Schluss; L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kurz und Schluss gebildete Bezeichnung für eine wider Erwartung kurze Verbindung zweier Gegebenheiten wie beispielsweise der beiden Pole einer elektrischen Spannungsquelle oder eine Willensbildung und die zugehörige Ausführung; F.: Kurzschluss, Kurzschlusses, Kurzschlüsse, Kurzschlüssen+FW+EW; Z.: Kur-z—schlu-ss
$Kurzschlusshandlung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kurzschlusshandlung; E.: s: Kurzschluss; s. Handlung; L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Kurzschluss und Handlung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche statt durch Überlegung durch Erregung bestimmte Handlung; F.: Kurzschlusshandlung, Kurzschlusshandlungen+FW+EW; Z.: Kur-z—schlu-ss—hand-l-ung
$kurzsichtig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. kurzsichtig, in der Nähe deutlich und in der Entfernung verschwommen sehend; Hw.: s. weitsichtig; E.: s. kurz, s. sichtig; L.: DW 11, 2853 EWD s. u. Sicht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus kurz und sichtig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Augen mögliches wegen der größeren Länge des Augapfels und der dadurch verursachten Brechung des Lichtes vor der Netzhaut mögliches in der Nähe deutlich und in der Entfernung verschwommen sehend; F.: kurzsichtig, kurzsichtige, kurzsichtiges, kurzsichtigem, kurzsichtigen, kurzsichtiger(, kurzsichtigere, kurzsichtigeres, kurzsichtigerem, kurzsichtigeren, kurzsichtigerer, kurzsichtigst, kurzsichtigste, kurzsichtigstes, kurzsichtigstem, kurzsichtigsten, kurzsichtigster)+FW+EW; Z.: kur-z—sich-t-ig
$kurzum, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. kurzum, um es kurz zu sagen; E.: s. kurz, s. um; L.: DW 11, 2854, EWD s. u. kurz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus kurz und um gebildete Bezeichnung für um es kurz zu sagen; F.: kurzum+FW+EW; Z.: kur-z—um
$Kürzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Kürzung, Begrenzung, Beschränkung, Verringerung; E.: s. kürz(en), s. ung; L.: DW 11, 2854, EWD s. u. kurz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus kürz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Begrenzung oder Beschränkung oder Verringerung; F.: Kürzung, Kürzungen+FW+EW; Z.: Kür-z-ung
$Kurzware, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Kurzware; E.: s. kurz, s. Ware; L.: DW 11, 2855 (Kurzwaare!), EWD s. u. kurz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus kurz und Ware gebildete Bezeichnung für eine kleine Ware in dem Bereich des Nähens wie beispielsweise Fäden oder Knöpfe oder Schnallen oder Nadeln; F.: Kurzware, Kurzwaren+FW+EW; Z.: Kur-z—war-e
$Kurzweil, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kurzweil, Zeitvertreib; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. kurz, s. Weil(e); L.: EWD s. u. kurz; GB.: seit um 1185 belegte und aus kurz und Weil(e) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Belustigung oder Unterhaltung oder Zeitvertreib oder Vergnügen zwecks scheinbarer Verkürzung des Zeitverlaufs; F.: Kurzweil+FW+EW; Z.: Kur-z—wei-l
$kurzweilig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. kurzweilig, Kurzweil betreffend; E.: s. Kurzweil, s. ig; L.: DW 11, 2862, EWD s. u. kurz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Kurzweil und ig gebildete Bezeichnung für Kurzweil betreffend; F.: kurzweilig, kurzweilige, kurzweiliges, kurzweiligem, kurzweiligen, kurzweiliger(, kurzweiligere, kurzweiligeres, kurzweiligerem, kurzweiligeren, kurzweiligerer, kurzweiligst, kurzweiligste, kurzweiligstes, kurzweiligstem, kurzweiligsten, kurzweiligster)+FW+EW; Z.: kur-z-wei-l-ig
$Kurzwelle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kurzwelle; E.: s. kurz, s. Welle; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. kurz; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus kurz und Welle gebildete Bezeichnung für eine kurze elektromagnetische Wellenlänge von 10 Metern bis hundert Meter oder drei Megahertz bis 30 Megahertz von Radiowellen in Gegensatz zu Mittelwelle und Langwelle; F.: Kurzwelle, Kurzwellen+FW+EW; Z.: Kur-z—wel-l-e
kusch, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. kusch!, ruhe!; ne. down!, cush!; Vw.: -; Hw.: s. kusch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. couche; E.: s. frz. couche, V. (Imp.), leg dich; frz. coucher, V., niederlegen; afrz. coucher, V., niederlegen; lat. collocāre, V., seinen Platz geben, Platz anweisen, niederstellen, niedersetzen, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. locāre, V., stellen, legen, setzen, errichten, unterbringen; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kusch, DW 11, 2863, EWD s. u. kusch, Duden s. u. kusch; Son.: vgl. nndl. koest, Interj., kusch!; nschw. kusch, Interj., kusch!; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Befehl meist für einen Hund zu einem Hinlegen und Ruhegeben; BM.: mit, stellen; F.: kusch+FW(+EW); Z.: ku-sch
kuscheln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. kuscheln, aneinanderschmiegen, an etwas schmiegen; ne. cuddle (V.), snuggle (V.); Vw.: -; Hw.: s. kusch; Q.: um 1900; E.: Diminutivbildung zu nhd. kuschen; s. frz. coucher, V., niederlegen; afrz. coucher, V., niederlegen; lat. collocāre, V., seinen Platz geben, Platz anweisen, niederstellen, niedersetzen, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. locāre, V., stellen, legen, setzen, errichten, unterbringen; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. kuscheln, fehlt DW, EWD s. u. kusch, Duden s. u. kuscheln; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches sich mit oder aus einem Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit an etwas schmiegen; BM.: mit, stellen; F.: kuscheln, kuschel (!), kuschle, kuschelst, kuschelt, kuschelte, kuscheltest, kuschelten, kuscheltet, gekuschelt, ##gekuschelt, gekuschelte, gekuscheltes, gekuscheltem, gekuschelten, gekuschelter##, kuschelnd, ###kuschelnd, kuschelnde, kuschelndes, kuschelndem, kuschelnden, kuschelnder###, kuschel (!)+FW(+EW); Z.: ku-sche-l-n
$kuschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kuschen, niederlegen, Ruhe geben; E.: s. kusch; L.: Kluge s. u. kusch, DW 11, 2864, EWD s. u. kusch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für niederlegen oder Ruhe geben; F.: kuschen, kusche (!), kuschst, kuscht, kuschest, kuschet, kuschte, kuschtest, kuschten, kuschtet, gekuscht, ##gekuscht, gekuschte, gekuschtes, gekuschtem, gekuschten, gekuschter##, kuschend, ###kuschend, kuschende, kuschendes, kuschendem, kuschenden, kuschender###, kusch (!)+FW(+EW); Z.: kusch-en
Kusine, Cousine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kusine, Cousine, Base; ne. cousin (F.); Vw.: -; Hw.: s. Cousin; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. cousine; E.: s. frz. cousine, F., Kusine, Cousine; lat. cōnsobrīna, F., Base (F.) (1), Kusine, Geschwisterkind von mütterlicher Seite, Nichte, (190-159 v. Chr.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sobrīnus, M., zweites Geschwisterkind, Vetter; lat. soror, F., Schwester, Muhme, Geschwisterkind, Freundin; idg. *su̯esor-, F., Schwester, Pokorny 1051 (1820/292) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kusine, fehlt DW, EWD s. u. Cousin, Duden s. u. Kusine; Son.: vgl. nschw. kusin, Sb., Kusine; nnorw. kusine, F., Kusine; poln. kuzynka, F., Kusine; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Tochter des Bruders oder der Schwester eines Elters oder die Base; BM.: mit, Schwester; F.: Kusine, Kusinen, Cousine, Cousinen+FW; Z.: Ku-si-n-e
Kuss, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Kuss, Berührung mit Lippen; ne. kiss (N.); Vw.: -; Hw.: s. küssen; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. kus (1), kos, chos, st. M., st. N., Kuss; mnd. kus (1), kuss, M., Kuss, Liebeskuss, Friedenskuss, Judaskuss; mnl. chus, cus, M., N., Kuss; ahd. kus*, kos, st. M. (a?), Kuss; as. kus*, kuss*, koss*, st. M. (u?, a?), Kuss; anfrk. kus, M., Kuss; germ. *kussa-, *kussaz, st. M. (a), Kuss; idg. *ku-, *kus-, Sb., Kuss, Pokorny 626 (999/231) (RB. idg. aus ind.?, gr., germ., heth.); L.: Kluge s. u. küssen, DW 11, 2865 (Kusz), EWAhd 5, 930, Duden s. u. Kuss; Son.: vgl. afries. koss, kos, st. M. (a), Kuss; ae. coss, st. M. (a), Kuss, Umarmung; an. koss, st. M. (a), Kuss; got. -; nndl. kus, Sb., Kuss; nschw. kyss, Sb., Kuss; nnorw. kyss, Sb., Kuss; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung entwickeltes und verwendetes liebevolles Berühren von Lippen oder sonstiger Haut mit wegen der dünnen Haut und der vielen Nervenenden besonders empfindlichen Lippen; BM.: ?; F.: Kuss, Kusses, Küsse, Küssen+EW; Z.: Kuss
Kussel, Kuschel, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Kussel, Kuschel, verkümmerter junger Nadelbaum; ne. small conifer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: balt. Lw.; E.: aus einer baltischen Sprache, vgl. lit. kùslas, Adj., schwächlich, kümmerlich; L.: Kluge s. u. Kussel, DW 11, 2868, Duden s. u. Kussel, Bluhme s. u. Kuss; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus einer Sprache der Balten aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen verkümmerten jungen Nadelbaum; BM.: schwach; F.: Kussel, Kusseln, Kuschel, Kuscheln+FW(+EW); Z.: Kuss-el
küssen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. küssen, einen Kuss geben; ne. kiss (V.); Vw.: -; Hw.: s. Kuss; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. küssen (1), sw. V., küssen; mnd. küssen (2), cyssen, sw. V., küssen, einen Kuss geben, sich den Friedenskuss geben, durch Kuss besiegeln; mnl. cussen, sw. V., küssen; ahd. kussen*, sw. V. (1a), küssen, sich berühren, mit den Lippen berühren; as. kussian*, sw. V. (1a), küssen; anfrk. -; germ. *kussjan, sw. V., küssen; s. idg. *ku-, kus-, Sb., Kuss, Pokorny 626 (999/231) (RB. idg. aus ind.?, gr., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kusz, Kluge s. u. küssen, EWD s. u. küssen, DW 11, 2869, EWAhd 5, 933, Falk/Torp 48, Duden s. u. küssen; Son.: vgl. afries. kessa, sw. V. (1), küssen; ae. cyssan, sw. V. (1), küssen; an. kyssa, sw. V. (1), küssen; got. kukjan, sw. V. (1), küssen; nndl. kussen, V., küssen; nschw. kyssa, V., küssen; nnorw. kysse, V., küssen; ai. cúmbati, V., küsst; gr. κυνεῖν (kynein), V., küssen; heth. kuwas-, V., küsst; GB.: seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Kuss und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für jemanden mit dem Mund auf der Haut oder den Lippen liebevoll berühren; BM.: ?; F.: küssen, küsse, küssst (!), küsst, küssest, küsset, küsste, küsstest, küssten, küsstet, geküsst, ##geküsst, geküsste, geküsstes, geküsstem, geküssten, geküsster##, küssend, ###küssend, küssende, küssendes, küssendem, küssenden, küssender###, küss (!)+EW; Z.: küss-en
$Kusshand, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Kusshand; E.: s. Kuss, s. Hand; L.: DW 11, 2875, EWD s. u. küssen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Kuss und Hand gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen statt völlig mit den Lippen ausgeführten mit den Lippen nur angedeuteten und durch eine bloße Wurfbewegung mit einer Hand übermittelten Kuss; F.: Kusshand, Kusshände, Kusshänden+EW; Z.: Kuss—hand
Küste, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Küste, Ufer; ne. coast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. kost (1), coest, F., Küste; nndl. küste, Sb., Küste; afrz. coste, F., Küste, Seite, Rippe; lat. costa, F., Rippe, Seite, Rippenstück, Kotelett, Stengel, Spross; idg. *kost-?, Sb., Bein, Knochen, Pokorny 616 (968/200) (RB. idg. aus ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Küste, Kluge s. u. Küste, DW 11, 2878, EWD s. u. Küste, Duden s. u. Küste, Bluhme s. u. Kueste; Son.: vgl. nndl. kust, Sb., Küste; frz. côte, F., Küste; nschw. kust, Sb., Küste; nnorw. kyst, M., Küste; nir. cósta, M., Küste; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich grundsätzlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen unmittelbar an ein Meer angrenzenden Streifen eines Festlands; BM.: Rippe; F.: Küste, Küsten+FW; Z.: Küst-e
Küster, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Küster, Köster, Sakristan, Mesner, Kirchendiener; ne. sacristan; Vw.: -; Hw.: s. Köster, Kustos; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. kuster, guster, st. M., Aufseher, Küster; mnl. coster, M., Küster; mnd. köstære*, küstære*, köster, küster, M., Küster, Verwalter des Kirchengeräts in einem Domkapitel oder Kloster, Ordensküster; mnl. coster, M., Küster; ahd. kustor*, st. M. (a?, i?), Küster, Kirchendiener, Sakristan, Wächter, Tempelhüter; as. kostarāri*, st. M. (ja), Küster; mlat. custor, M., Wächter; lat. cūstōs, M., Wächter, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953?; idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951? (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Küster, Kluge s. u. Küster, EWD s. u. Küster, DW 11, 2880, EWAhd 5, 938, Duden s. u. Küster, Bluhme s. u. Kuester; Son.: vgl. afries. kostere, kuster, st. M. (ja), Küster; nndl. koster, Sb., Küster; GB.: (kustor) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums und seiner Kirchen möglichen Kirchendiener; BM.: bedecken; F.: Küster, Küsters, Küstern+FW; Z.: Kü-s-t-er
Kustos, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Kustos, Kurator, wissenschaftlicher Sachbearbeiter, Sammlungsbetreuer; ne. curator, custodian; Vw.: -; Hw.: s. Küster; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cūstōs; E.: s. lat. cūstōs, Wächter, (um 450 v. Chr.); s. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953?; idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951? (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Kustos, fehlt DW, EWD s. u. Küster, Duden s. u. Kustos; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wissenschaftlichen Sachbearbeiter oder Sammlungsbetreuer; BM.: bedecken; F.: Kustos, Kustoden+FW; Z.: Ku-s-t-os
kutan, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. kutan, die Haut betreffend, zu der Haut gehörend; ne. cutaneous; Vw.: s. per-, sub-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. lat. cutis, F., Haut, Leder, gegerbte Haut, geschmeidige Haut, Fell, Pergament, Oberfläche; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951; L.: Duden s. u. kutan; Son.: vgl. nndl. cutaan, Adj., kutan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (cutis) gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliches die Haut betreffend; BM.: Haut; F.: kutan, kutane, kutanes, kutanem, kutanen, kutaner+FW(+EW); Z.: ku-t-an
Kutsche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Kutsche, Fuhrwerk; ne. coach (N.); Vw.: -; Hw.: s. Coach; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. ungar. kocsi (szekér); E.: s. mnd. kutsche, kotsche, kusse, kutze, F., M., Kutsche, vornehmer Reisewagen, Equipage; s. ungar. kocsi (szekér), Sb., Wagen aus Kocs; vom ON Kocs; L.: Kluge s. u. Kutsche, DW 11, 2884, EWD s. u. Kutsche, Duden s. u. Kutsche, Bluhme s. u. Kutsche; Son.: vgl. nndl. koets, Sb., Kutsche; frz. coche, F., Kutsche?; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten von Pferden gezogenen meist geschlossenen Wagen; BM.: ON; F.: Kutsche, Kutschen+FW(+EW); Z.: Kutsch-e
$Kutscher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Kutscher; E.: s. Kutsch(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Kutsche, DW 11, 2889, EWD s. u. Kutscher; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Kutsch(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den eine Kutsche lenkenden Menschen; F.: Kutscher, Kutschers+FW(+EW); Z.: Kutsch-er
$kutschieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. kutschieren, eine Kutsche fahren; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Kutsch(e), s. ier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Kutsche, DW 11, 2890, EWD s. u. Kutscher; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Kutsch(e) und ier sowie en (Suff.) gebildete eine Kutsche fahren oder eine Kutsche lenken; F.: kutschieren, kutschiere, kutschierst, kutschiert, kutschierest, kutschieret, kutschierte, kutschiertest, kutschierten, kutschiertet, ##kutschiert, kutschierte, kutschiertes, kutschiertem, kutschierten, kutschierter##, kutschierend, ###kutschierend, kutschierende, kutschierendes, kutschierendem, kutschierenden, kutschierender###, kutschier (!)+FW+EW; Z.: kutsch-ier-en
Kutte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Kutte, Habit, ein Gewand, eine Kleidung; ne. frock, habit; Vw.: -; Hw.: s. Kittel?; Q.: 1186/1190 (Gregorius des Hartmann von Aue); E.: mhd. kutte (1), sw. F., Kutte, Mönchskutte; mnd. kutte (1), F., Kutte, Mönchskutte, Nonnenkraut; mlat. cotta, F., Umhang, Mantel; aus awfrk. *kotta, F., grobes Wollzeug; L.: Kluge 1. A. s. u. Kutte, Kluge s. u. Kutte, DW 11, 2891, EWD s. u. Kutte, Duden s. u. Kutte, Bluhme s. u. Kutte; Son.: vgl. ndän. kutte, Sb., Kutte; nnorw. kutte, M., F., Kutte; GB.: seit 1186-1190 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen verbindbare Bezeichnung für ein von Mönchen getragenes langes und weites Gewand mit Kapuze das mit einer Schnur (F.) (1) um die Hüfte zusammengehalten wird; BM.: grobes Wollzeug; F.: Kutte, Kutten+FW(+EW); Z.: Kutt-e
Kuttel, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Kuttel, Kaldaune, Gedärm, essbares Stück von dem Magen oder Darm eines Rindes; ne. tripe; Vw.: -; Hw.: s. Kuddelmuddel; E.: mhd. kutel, sw. F., Kuttel, Tiereingeweide; ? mnd. *kǖtel?, F., Kuttel, Kaldaune, Tiereingeweide; germ. *kweþu-, *kweþuz, st. M. (u), Bauch, Leib, Kluge s. u. Kutteln; idg. *gᵘ̯et-, Sb., Schwellung, Rundung, Pokorny 481; vgl. idg. gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Kutteln, Kluge s. u. Kuttel, DW 11, 2897, EWD s. u. Kuttel, Duden s. u. Kuttel, Bluhme s. u. Kutteln; Son.: meistens in dem Pl. verwendet; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein essbares Stück von dem Magen oder Darm eines Rindes; BM.: wölben; F.: Kuttel, Kutteln+EW; Z.: Ku-t-t-el
kuttentoll, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. kuttentoll, mannstoll; ne. man-crazy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Mittelniederdeutschen; s. nd. kutte, F., weibliche Scham; vgl. germ. *kweþu-, *kweþuz, st. M. (u), Bauch, Leib, Kluge s. u. Kutteln; idg. *gᵘ̯et-, Sb., Schwellung, Rundung, Pokorny 481; vgl. idg. gēu-, *gəu-, *gū-, *geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. toll; L.: Kluge s. u. kuttentoll, DW 11, 2094; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nd. kutt(e) und en sowie toll gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mannstoll oder nach Männern verrückt; BM.: Leib?, stieben; F.: kuttentoll, kuttentolle, kuttentolles, kuttentollem, kuttentollen, kuttentoller(, kuttentollere, kuttentolleres, kuttentollerem, kuttentolleren, kuttentollerer, kuttentollst, kuttentollste, kuttentollstes, kuttentollstem, kuttentollsten, kuttentollster)+EW; Z.: kutt-en—to-l-l
Kutter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Kutter, Beiboot; ne. cutter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. cutter; E.: s. ne. cutter, N., Kutter; vgl. ne. cut, V., schneiden; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Germanischen; L.: Kluge s. u. Kutter, DW 11, 2095, EWD s. u. Kutter, Duden s. u. Kutter; Son.: vgl. nndl. kotter, Sb., Kutter; nschw. kutter, Sb., Kutter; nnorw. kutter, M., Kutter; poln. kuter, M., Kutter; nir. cuitéar, M., Kutter; lit. kateris, M., Kutter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus dem (erschließbaren) Germanischen kommende Bezeichnung für ein einmastiges Segelschiff für die Küstenschifffahrt; BM.: schneiden; F.: Kutter, Kutters, Kuttern+FW(+EW); Z.: Kutt-er
Kuvert, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Kuvert, Briefumschlag, Gedeck; ne. cover (V.), envelope (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. couvert; E.: s. frz. couvert, M., Kuvert, Hülle; vgl. frz. couvrir, V., bedecken, einhüllen; lat. cooperīre, V., bedecken, überdecken, überschütten, eindecken, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. operīre, V., bedecken, überdecken, verhüllen, begraben (V.), verbergen, verhehlen, mit Schande beladen (V.), verschließen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge s. u. Kuvert, fehlt DW, EWD s. u. Kuvert, Duden s. u. Kuvert; Son.: vgl. nndl. couvert, Sb., Kuvert; nschw. kuvert, N., Kuvert; nnorw. kuvert, M., Kuvert; poln. koperta, F., Kuvert; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich wohl schon früher entwickelten und verwendeten Briefumschlag oder ein Gedeck; BM.: mit, bedecken; F.: Kuvert, Kuverts+FW(+EW); Z.: Ku-v-ert
$kuvertieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. kuvertieren; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Kuvert, s. ieren; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Kuvert und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit einem Kuvert versehen (V.); F.: kuvertieren, kuvertiere (!), kuvertierst, kuvertiert, kuvertierest, kuvertieret, kuvertierte, kuvertiertest, kuvertierten, kuvertiertet, ##kuvertiert, kuvertierte, kuvertiertes, kuvertiertem, kuvertierten, kuvertierter##, kuvertierend, ###kuvertierend, kuvertierende, kuvertierendes, kuvertierendem, kuvertierenden, kuvertierender###, kuvertier (!)+FW(+EW); Z.: ku-v-ert-ier-en
$Kuvertüre, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kuvertüre, Überzug; I.: Lw. frz. couverture; E.: s. frz. couverture; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kuvert; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten fettreicheren Überzug aus Schokolade für eine Süßspeise; F.: Kuvertüre, Kuvertüren+FW(+EW); Z.: Ku-v-ert-ür-e
Kux, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Kux, börsenmäßig gehandelter Bergwerksanteil; ne. mine share certificate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. kuckes, kuckus, kux, M., N., Kux, Bergwerksanteil, Beteiligung an der alchimistischen Goldgewinnung; Herkunft ungeklärt; vielleicht Zusammenhang mit tschech. kousek, Sb., kleiner Anteil?; L.: Kluge s. u. Kux, DW 11, 2911, EWD s. u. Kux, Duden s. u. Kux; Son.: vgl. poln. kuks, Sb., Kux; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und vielleicht aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen börsenmäßig gehandelten Anteil an einem Bergwerk; BM.: Anteil?; F.: Kux, Kuxes, Kuxe, Kuxen+FW; Z.: Kux
Kybernetik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Kybernetik, Lehre oder Wissenschaft von Regelungsvorgängen und Steuerungsvorgängen der Elektronik; ne. cybernetics; Hw.: s. cyber..., Cyborg; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. cybernetics; E.: s. ne. cybernetics, N. Pl., Kybernetik, Wissenschaft von den Steuerungsvorgängen und Regelungsvorgängen; gr. κυβερνητικός (kybernētikós), Adj., zum Steuern gehörig; gr. κυβερνήτης (kybernḗtes), M., Steuermann; gr. κυβερνᾶν (kybernan), V., Steuermann sein (V.), steuern, leiten, regieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl Fremdwort, Frisk 2, 38; L.: Kluge s. u. Kybernetik, fehlt DW, EWD s. u. Kybernetik, Duden s. u. Kybernetik; Son.: vgl. nndl. cybernetica, Sb., Kybernetik; frz. cybenétique, M., Kybernetik; nschw. cybernetik, Sb., Kybernetik; nnorw. kybernetikk, M., Kybernetik; poln. cybernetyka, F., Kybernetik; kymr. seiberneteg, F., Kybernetik; lit. kibernetika, F., Kybernetik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft (wohl Fremdwort) ungeklärte Bezeichnung für die Lehre oder Wissenschaft von Steuerungsvorgängen und Regelungsvorgängen der Elektronik; BM.: Steuermannskunst; F.: Kybernetik+FW(+EW); Z.: Kybern-et-ik
Kyrieeleison, Kyrie eleison, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Kyrieeleison, Kyrie eleison, Kyrie, Herr erbarme dich, ein Bittruf; ne. kyrie eleison; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Speculum ecclesiae); I.: Lw. gr. κύριε ἐλεῖσον (kýrie eleison); E.: s. mhd. kirjeleison, st. M., Kyrieleison, Gesang; gr. κύριε ἐλεῖσον (kýrie eleison), Herr erbarme Dich; vgl. gr. κύριος (kýrios), M., Herr, Kraft habend, Macht habend; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἔλεειν (éleein), V., bemitleiden, sich erbarmen; gr. ἔλεος (éleos), M., Mitleid; idg. *el- (4), *ol-, Sb., Lärm, Pokorny 306 (447/28) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Kyrieeleison; Son.: vgl. nndl. kyrie, Sb., Kyrieeleison; frz. kyrie, M., Kyrieeleison; nschw. kyrie eleison, Sb., Kyrieeleison; nnorw. kyrie eleison, Sb., Kyrieeleison; poln. kyrie eleison, Sb., Kyrieeleison; lit. kyrie, Sb., Kyrieeleison; GB.: seit um 1150 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bittruf an Jesus Christus als Herren als Bestandteil der von Menschen entwickelten und verwendeten Messe des Christentums; BM.: Herr, Mitleid; F.: Kyrieeleison, Kyrieeleisons+FW; Z.: Ky-r-i-e—el-eis-on
l, L, nhd., N.: nhd. l, L; ne. l (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. l; E.: s. lat. l, Buchstabe, L; gr. λάβδα (lábda), λάμβδα (lámbda), N., Lambda; aus dem Semit., vgl. hebr. lāmedh; L.: DW 12, 1, Duden s. u. L; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben l des lateinischen Alphabets; BM.: ?; F.: L, Ls+FW; Z.: L
Lab, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Lab, ein Ferment, ein Enzym; ne. rennet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. lap (1), st. M., st. N., Spülwasser, Lab; ahd. lab*, st. N. (a), Lab, Gerinnungsmittel, Absud; Herkunft unklar, vielleicht aus dem Germanischen; oder s. lat. lavāre, V., waschen, baden; idg. *lou-, *lou̯ə-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lab, Kluge s. u. Lab, EWD s. u. Lab, DW 12, 4, EWAhd 5, 945, Duden s. u. Lab, Bluhme s. u. Lab; Son.: vgl. mnl. lebbe, libbe, lib, Sb., Lab; nndl. leb, Sb., Lab; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der Herkunft aus dem Germanischen oder Lateinischen des Altertums unklare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des schon vormenschlich möglichen in dem Magen junger Kälber und Schafe befindlichen und Milch zu einem Gerinnen bringenden Enzyms; BM.: waschen?; F.: Lab, Labes, Labs+FW?+EW?; Z.: La-b
$labberig, labbrig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. labberig, weich, schlapp; E.: s. labber(n), s. ig; L.: Kluge s. u. labbern 1, fehlt DW, EWD s. u. labbern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus labber(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches weich oder schlapp; F.: labberig, labberige, labberiges, labberigem, labberigen, labberiger(, labberigere, labberigeres, labberigerem, labberigeren, labberigerer, labberigst, labberigste, labberigstes, labberigstem, labberigsten, labberigster, labbrig, labbrige, labbriges, labbrigem, labbrigen, labbriger, labbrigere, labbrigeres, labbrigerem, labbrigeren, labbrigerer, labbrigst, labbrigste, labbrigstes, labbrigstem, labbrigsten, labbrigster)+EW; Z.: lab-b-er-ig
labbern (1), nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. labbern, schwach werden; ne. become limp (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl zu der Wortfamilie von schlaff (s. d.); L.: Kluge s. u. labbern, EWD s. u. labbern, DW 12, 5, Duden s. u. labbern, Bluhme s. u. labbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl mit schlaff verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches schwach werden; BM.: schlaff?; F.: labbern, labbere, labber (!), labbre (!), labberst, labbert, labberte, labbertest, labberten, labbertet, gelabbert, ##gelabbert, gelabbertes, gelabbertem, gelabberten, gelabberter##, labbernd, ###labbernd, labbernde, labberndes, labberndem, labbernden, labbernder###+EW; Z.: lab-b-er-n
labbern (2), nhd., sw. V.: nhd. labbern; Vw.: s. labern
$labbrig, nhd., Adj.: nhd. labbrig; Vw.: s. labberig
$Labe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Labe, Linderung, Erquickung, Stärkung; E.: s. laben; L.: Kluge s. u. laben, DW 12, 5, EWD s. u. laben; GB.: (laba) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und mit laben verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Linderung oder Erquickung oder Stärkung; F.: Labe, Laben+EW; Z.: La-b-e
laben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. laben, lindern, erquicken, erfrischen, stärken; ne. refresh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. laben, sw. V., waschen, tränken, erquicken, erfrischen; mnd. lāven (1), loven, sw. V., laben, erquicken, erfrischen, mit Speise und Trank versehen (V.); mnl. laven, V., laben, erquicken; ahd. labōn*, sw. V. (2), laben, erquicken, erfrischen, beleben, stärken, Unterhalt gewähren; as. lavōn*, sw. V. (2), laben; anfrk. -; germ. *labōn, sw. V., waschen; s. lat. lavāre, V., waschen, baden; idg. *lou-, *lou̯ə-, leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. laben, Kluge s. u. laben, DW 12, 5, EWD s. u. laben, EWAhd 5, 947, Duden s. u. laben, Bluhme s. u. laben; Son.: vgl. afries. -; ae. lafian, sw. V. (2), laben, waschen, besprengen; an. -; got. -; nndl. laven, V., laben; ne. lave, V., waschen; frz. laver, V., waschen; GB.: (labōn) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliches erfrischen; BM.: waschen; F.: laben, labe (!), labst, labt, labest, labet, labte, labtest, labten, labtet, gelabt, ##gelabt, gelabte, gelabtes, gelabtem, gelabten, gelabter##, labend, ###labend, labende, labendes, labendem, labenden, labender###, lab (!)+FW(+EW); Z.: la-b-en
Laberdan, Labberdan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Laberdan, gepökelter Kabeljau, gesalzener Kabeljau; ne. pickled cod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. labberdaan; E.: s. nndl. labberdaan, Sb., Laberdan; frz. laberdan, M., Laberdan; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu Labourdain, ON, Labourdain (baskische Küste an der Adour-Mündung in Südfrankreich); von dem ON Lapurdum; L.: Kluge 1. A. s. u. Labberdan, Kluge s. u. Laberdan, Duden s. u. Laberdan; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus den Neuniederländischen und mittelbar dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit einem ON verbindbare Bezeichnung für einen gesalzenen Kabeljau; BM.: ON?; F.: Laberdan, Laberdans, Laberdane, Laberdanen+FW(+EW); Z.: Laberdan
labern, labbern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. labern, labbern, plappern, dummes Zeug reden, leckend trinken; ne. babble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl zu der Wortfamilie von Löffel (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. labern, DW 12, 7, EWD s. u. labern, Duden s. u. labern; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl mit Löffel verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches dummes Zeug reden; BM.: schlürfen; F.: labern, labere, laber (!), labre, laberst, labert, laberte, labertest, laberten, labertet, gelabert, ##gelabert, gelabertes, gelabertem, gelaberten, gelaberter##, labernd, ###labernd, labernde, laberndes, laberndem, labernden, labernder##, laber (!), labbern, labbere, labber (!), labbre, labberst, labbert, labberte, labbertest, labberten, labbertet, gelabbert, ###gelabbert, gelabbertes, gelabbertem, gelabberten, gelabberter###, labbernd, ###labbernd, labbernde, labberndes, labberndem, labbernden, labbernder###, labber (!)+EW; Z.: lab-er-n
labial, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. labial, Lippen betreffend, mit den Lippen gebildet; ne. labial (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. labium, N., Lefze, Lippe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. labial, fehlt DW, EWD s. u. labial, Duden s. u. labial; Son.: vgl. nndl. labiaal, Adj., labial; frz. labial, Adj., labial; nschw. labial, Adj., labial; nnorw. labial, Adj., labial; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Lippen betreffend; BM.: schlaff hängen; F.: labial, labiale, labiales, labialem, labialen, labialer+FW(+EW); Z.: lab-i-al
$Labial, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Labial, Lippenlaut; Q.: 19. Jh.; E.: s. labial; L.: fehlt DW, EWD s. u. labial; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus labial gebildete Bezeichnung für einen mit der Lippe gebildeten Laut der Sprache des Menschen wie beispielsweise m und b sowie p und f und v; F.: Labial, Labials, Labiales, Labiale, Labialen+FW(+EW); Z.: Lab-i-al
labil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. labil, schwankend, wankend; ne. unstable, labile; Vw.: -; Hw.: s. Labilität; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. lābilis; E.: s. lat. lābilis, Adj., leicht gleitend, schlüpferig, flüchtig, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. labil, fehlt DW, EWD s. u. labil, Duden s. u. labil; Son.: vgl. nndl. labiel, Adj., labil; frz. labile, Adj., labil; nschw. labil, Adj., labil; nnorw. labil, Adj., labil; poln. labilny, Adj., labil; lit. labilus, Adj., labil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schwankend oder wankend oder nicht fest gefügt; BM.: schlaff hängen; F.: labil, labile, labiles, labilem, labilen, labiler(, labilere, labileres, labilerem, labileren, labilerer, labilst, labilste, labilstes, labilstem, labilsten, labilster)+FW(+EW); Z.: lab-il
Labilität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Labilität, Labilsein, Schwächlichkeit, Veränderlichkeit; ne. lability; Vw.: -; Hw.: s. labil; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. mlat. lābilitās; E.: s. mlat. lābilitās, F., Unbeständigkeit, Schwäche; s. lat. lābilis, Adj., leicht gleitend, schlüpferig, flüchtig, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. labil, fehlt DW, EWD s. u. labil, Duden s. u. Labilität; Son.: vgl. frz. labilité, F., Labilität; nschw. labilitet, Sb., Labilität; nnorw. labilitet, M., Labilität; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schwächlichkeit oder (leichte) Veränderbarkeit in Gegensatz zu Festigkeit; BM.: schlaff hängen; F.: Labilität, Labilitäten+FW(+EW); Z.: Lab-il-it-ät
$Labkraut, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Labkraut; E.: s. Lab, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Lab, DW 12, 9, EWD s. u. Lab; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lab und Kraut gebildete Bezeichnung für eine in Eurasien verbreitete wohl schon vormenschliche kleinere und durch die Blüten Milch gerinnen machende Pflanze; F.: Labkraut, Labkrauts, Labkrautes+EW; Z.: La-b—krau-t
$Labmagen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Labmagen; E.: s. Lab, s. Magen; L.: Kluge s. u. Lab, DW 12, 9, EWD s. u. Lab; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lab und Magen gebildete Bezeichnung für den schon vormenschlichen vierten und nach den vorbereitenden Vormägen die eigentliche Verdauung des anfallenden Proteins ausführenden Magen wiederkäuender Tiere; F.: Labmagen, Labmagens, Labmägen+EW; Z.: La-b—mag-en
Labor, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Labor, Laboratorium; ne. laboratory, lab; Vw.: -; Hw.: s. Laboratorium, Laborant, laborieren; Q.: 20. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: Abkürzung von nhd. Laboratorium (s. d.); L.: Kluge s. u. Laboratorium, fehlt DW, EWD s. u. laborieren, Duden s. u. Labor; Son.: vgl. nndl. lab, Sb., Labor; frz. labo, M., Labor; nschw. lab, N., Labor; GB.: seit 20. Jh. durch Abkürzung aus Laboratorium gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Arbeitsstätte und Forschungsstätte für experimentelle wissenschaftliche Arbeiten in dem Bereich von Naturwissenschaften einschließlich Medizin; BM.: schlaff hängen; F.: Labor, Labors, Labore, Laboren+FW(+EW); Z.: Lab-or
Laborant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Laborant, Bediensteter in einem Labor; ne. lab technician; Vw.: -; Hw.: s. laborieren, Laboratorium, Labor; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. labōrāns; E.: s. mlat. labōrāns, (Part. Präs.=)M., Arbeitender, Arbeiter; vgl. lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben, sich abmühen, sich quälen, darauf brennen, danach streben, (204-169 v. Chr.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Laboratorium, DW 12, 9, EWD s. u. laborieren, Duden s. u. Laborant; Son.: vgl. nndl. laborant, Sb., Laborant; laborantin, M., Laborant; nnorw. laborant, M., Laborant; poln. laborant, M., Laborant; lit. laborantas, M., Laborant; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit durch Arbeitsteilung entwickelten Bediensteten in einem Labor oder eine technische Arbeitskraft für Laborarbeiten; BM.: schlaff hängen; F.: Laborant, Laboranten+FW(+EW); Z.: Lab-or-ant
Laboratorium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Laboratorium, Labor; ne. laboratory; Vw.: -; Hw.: s. Labor, laborieren, Laborant; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. labōrātōrium; E.: s. mlat. labōrātōrium, N., Werkstatt, Werkraum; vgl. lat. labor, M., Anstrengung, Bemühung, Mühe, Arbeit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Laboratium, fehlt DW, EWD s. u. laborieren, Duden s. u. Laboratium; Son.: vgl. nndl. laboratorium, Sb., Laboratorium; frz. laboratoire, M., Laboratorium; nschw. laboratorium, N., Laboratorium; nnorw. laboratorium, N., Laboratorium; poln. laboratorium, N., Laboratorium; kymr. labordy, M., Laboratorium; lit. laboratorija, F., Laboratorium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Arbeitsstätte und Forschungsstätte für experimentelle wissenschaftliche Arbeiten in dem Bereich von Naturwissenschaften einschließlich Medizin; BM.: schlaff hängen; F.: Laboratorium, Laboratoriums, Laboratorien+FW(+EW); Z.: Lab-or-at-or-i-um
laborieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. laborieren, arbeiten an, sich abmühen, leiden an; ne. labour (V.) away, be afflicted with; Vw.: s. kol-; Hw.: s. Laboratorium, Labor, Laborant; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. labōrāre; E.: s. mnd. laborēren, sw. V., arbeiten, sich mühen, wirken; lat. labōrāre, V., sich anstrengen, arbeiten, sich bemühen, sich Mühe geben, sich abmühen, sich quälen, darauf brennen, danach streben, (204-169 v. Chr.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Laboratorium, fehlt DW, EWD s. u. laborieren, Duden s. u. laborieren; Son.: vgl. nschw. laborera, V., laborieren; nnorw. laborere, V., experimentieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter teilweiser Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für arbeiten oder sich abmühen oder leiden (beispielsweise an einer Krankheit); BM.: schlaff hängen; F.: laborieren, laboriere, laborierst, laboriert, laborierest, laborieret, laborierte, laboriertest, laborierten, laboriertet, ##laboriert, laborierte, laboriertes, laboriertem, laborierten, laborierter##, laborierend, ###laborierend, laborierende, laborierendes, laborierendem, laborierenden, laborierender###, laborier (!)+FW(+EW); Z.: lab-or-ier-en
$Labsal, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Labsal, Hilfe, Erfrischung, Linderung, Wohltat; E.: s. lab(en), s. sal; L.: Kluge s. u. laben, DW 12, 9, EWD s. u. laben; GB.: (labesal) seit um 1300 belegte und aus lab(en) und *sal gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Hilfe oder Erfrischung oder Linderung oder Wohltat; F.: Labsal, Labsals, Labsales, Labsale, Labsalen+EW; Z.: La-b—sal
labsalben, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. labsalben, anteeren, ansalben, salben, fetten; ne. tar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nndl. lapzalven; E.: s. nndl. lapzalven, V., labsalben, mit Lappen salben; s. nhd. Lappen, salben; L.: Kluge s. u. labsalben, fehlt DW, Duden s. u. labsalben; Son.: vgl. nschw. lappsalva, V., labsalben; nnorw. lapsalve, V., labsalben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes ein Tauwerk anteeren oder (mit Lappen) ansalben; BM.: Lappen, Fett; F.: labsalben, labsalbe (!), labsalbst, labsalbt, labsalbest, labsalbet, labsalbte, labsalbtest, labsalbten, labsalbtet, gelabsalbt, ##gelabsalbt, gelabsalbte, gelabsalbtes, gelabsalbtem, gelabsalbten, gelabsalbter##, labsalbend, ###labsalbend, labsalbende, labsalbendes, labsalbendem, labsalbenden, labsalbender###, labsalb (!)+FW(+EW); Z.: la-b—salb-en
Labskaus, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Labskaus, ein Eintopfgericht; ne. lobscouse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. lobscouse; E.: s. ne. lobscouse, N., Labskaus; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Labskaus, fehlt DW, Duden s. u. Labskaus; Son.: vgl. nschw. labskojs, Sb., Labskaus; nnorw. lapskaus, M., Labskaus; kymr. lobsgóws, M., Labskaus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit etwa dieser Zeit aus Pökelfleisch und Hering sowie verschiedenen anderen Zutaten wie Kartoffeln oder Eiern entwickeltes und verwendetes Eintopfgericht; BM.: ?; F.: Labskaus+FW(+EW); Z.: Labskaus
$Labung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Labung, Labsal, Erfrischung, Erquickung; E.: s. lab(en), s. ung; L.: Kluge s. u. laben, DW 12, 9 (gerrinnen Machen und Erquickung), EWD s. u. laben; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. refectio aus lab(en) und ung gebildete Bezeichnung für Labsal oder Erfrischung oder Erquickung; F.: Labung, Labungen+EW; Z.: La-b-ung
Labyrinth, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Labyrinth, Irrgarten; ne. labyrinth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. labirinthus*, labyrinthus, laborint*, M., N., Labyrinth, Irrweg; lat. labyrinthus, M., Labyrinth, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. λαβύρινθος (labýrinthos), M., Labyrinth, Irrgarten; vgl. gr. *λάβρυς (lábrys), Sb., Haus der Doppelaxt; L.: Kluge s. u. Labyrinth, EWD s. u. Labyrinth, DW 12, 10, Duden s. u. Labyrinth; Son.: vgl. nndl. labyrint, Sb., Labyrinth; frz. labyrinthe, M., Labyrinth; nschw. labyrint, Sb., Labyrinth; nnorw. labyrint, M., Labyrinth; poln. labirynt, M., Labyrinth; kymr. labrinth, M., F., Labyrinth; lit. labirintas, M., Labyrinth; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Irrgarten oder eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Anlage deren verschlungene zu einem Punkt in der Mitte führende Wege von hohen Hecken gesäumt sind sodass ein Nutzer sich darin leicht verirren kann; BM.: Haus der Doppelaxt?; F.: Labyrinth, Labyrinths, Labyrinthes, Labyrinthe, Labyrinthen+FW(+EW); Z.: Labyr-inth
Lache (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lache (F.) (1), Pfütze; ne. pool (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lake; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lache, sw. F., st. F., Lache (F.) (1), Pfütze; mnd. lāke (1), lacke, F., Lache (F.) (1), Sumpf, sumpfige Wiese, kleines seichtes stehendes Gewässer, mit Wasser gefüllte Vertiefung im Wiesengelände, Sumpfwiese; mnl. lake, F., stehendes Wasser in einem Flussbett, Tümpel, Bach, Salzlake; ahd. lahha* (1), lacha, sw. F. (n), Lache (F.) (1), Wassergraben, Sumpf, schlammiges Wasser, Morast; as. *laka?, sw. F. (n), Lache (F.) (1), Sumpf; anfrk. laka, F., stehendes Wasser?; germ. *lakō?, st. F. (ō), Lache (F.) (1), Lake, See (M.); s. idg. *leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657 (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lache, Kluge s. u. Lache 1, DW 12, 13, EWD s. u. Lache 1, EWAhd 5, 976, Falk/Torp 356, Seebold 330, Duden s. u. Lache, Bluhme s. u. Lache; Son.: s. lang. lahha, sw. F. (n)?, Lache (F.) (1), Wasserlache; afries. -; ae. lacu, st. F. (ō), Fluss, Bach; an. lækr, st. M., langsam fließender Bach; got. -; ne. lake, N., See (M.); lat. lacus, M., See (M.), Wasser, Gewässer; lat. lacūna, F., Vertiefung, Senkung, Höhlung, Loch; aruss. loky, F., Pfütze, Tümpel; GB.: (lahha) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliche flache Pfütze oder kleinere natürliche Wasseransammlung; BM.: tröpfeln bzw. sickern; F.: Lache, Lachen+EW; Z.: Lach-e
Lache (2), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Lache (F.) (2), Grenzmarke; ne. mark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 780 (Urkunde); E.: ahd. lāh, st. M. (a?, i?), Lache (F.) (2), Grenzzeichen; ahd. lahha*, sw. F. (n)?, Grenzzeichen?; wohl aus dem Germ. und Idg.; vielleicht Zusammenhang mit ai. lákṣma N., Marke, Kennzeichen; ai. lákṣa, N., Marke, Kennzeichen, Merkmal; L.: Kluge s. u. Lache 2, DW 12, 14., EWAhd 5, 972; GB.: (lāh) vielleicht seit 780 (später mhd. lāche) belegte Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung verwendete Grenzmarke in Holz oder Stein oder Wasser; BM.: ?; F.: Lache, Lachen+EW?; Z.: Lach-e
$Lache (3), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lache, Lachen (N.), Gelächter; E.: s. lache(n); L.: Kluge s. u. Lache 3, lachen, DW 12, 12, EWD s. u. lachen; GB.: um 1230 (lache 2) belegte und mit lachen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Lachen (N.) oder Gelächter; F.: Lache, Lachen+EW; Z.: Lach-e
$lächeln, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. lächeln, leicht lachen, grinsen, schmunzeln; E.: s. lach(en), s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. lachen, DW 12, 15, EWD s. u. lachen; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus lach(en) und el sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (lautlos lachen oder) leicht lachen oder grinsen oder schmunzeln; F.: lächeln, lächel (!), lächle, lächele, lächelst, lächelt, lächelte, lächeltest, lächelten, lächeltet, gelächelt, ##gelächelt, gelächelte, gelächeltes, gelächeltem, gelächelten, gelächelter##, lächelnd, ###lächelnd, lächelnde, lächelndes, lächelndem, lächelnden, lächelnder###, lächel (!)+EW; Z.: läch-el-n
lachen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lachen, lächeln, belachen; ne. laugh (V.); Vw.: s. grief-; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lachen (1), sw. V., lachen, lächeln; mnd. lachen (1), lachchen, lachgen, lagghen, sw. V., lachen, laut lachen; mnl. lachen, st. V., lachen; ahd. lahhēn, lachēn, sw. V. (3), lachen, lachen über, lächeln, anlachen, zulächeln; ahd. lahhan* (2), hlahhan*, lachan*, lahhen*, st. V. (6), lachen, lächeln, zulächeln; as. hlahhian*, st. V. (6), lachen; anfrk. -; germ. *hlahjan, st. V., lachen; idg. *klek-, V., schreien, klingen, Pokorny 599; idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlā-, *klā-, *kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. lachen, Kluge s. u. lachen, DW 12, 17, EWD s. u. lache, EWAhd 5, 982, Falk/Torp 110, Seebold 257, Duden s. u. lachen, Bluhme s. u. lachen; Son.: vgl. afries. hlakkia, sw. V. (2), lachen; saterl. lachia, V., lachen; ae. hliehhan, hlihhan, st. V. (6), lachen, auslachen; an. hlæja, st. V. (6), lachen; got. hlahjan, unr. st. V. (6), lachen; krimgot. lachen, st. V., lachen; nndl. lachen, V., lachen; nschw. le, V., lächeln; nnorw. le, V., lachen; lit. kliugėti, V., kollern, knurren, plätschern; russ. kloktát, V., glucken; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches laut seine Belustigung erkennen lassen; BM.: rufen; F.: lachen, lache (!), lachst, lacht, lachest, lachet, lachte, lachtest, lachten, lachtet, gelacht, ##gelacht, gelachte, gelachtes, gelachtem, gelachten, gelachter##, lachend, ###lachend, lachende, lachendes, lachendem, lachenden, lachender###, lach (!)+EW; Z.: lach-en
$lächerlich, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. lächerlich, zu einem Lachen reizend, erheiternd, lustig. lachhaft; E.: s. lach(en), s. er, s. lich; L.: Kluge s. u. lachen, DW 12, 27, EWD s. u. lachen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und wohl aus lach(en) oder Lach(er) (und er) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu einem Lachen reizend oder erheiternd oder lustig oder lachhaft (oder unsinnig); F.: lächerlich, lächerliche, lächerliches, lächerlichem, lächerlichen, lächerlicher(, lächerlichere, lächerlicheres, lächerlicherem, lächerlicheren, lächerlicherer, lächerlichst, lächerlichste, lächerlichstes, lächerlichstem, lächerlichsten, lächerlichster)+EW; Z.: läch-er-lich
$lachhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. lachhaft, zu einem Lachen reizend, lächerlich; E.: s. lach(en), s. haft; L.: Kluge s. u. lachen, EWD s. u. lachen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lach(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu einem Lachen reizend oder lächerlich; F.: lachhaft, lachhafte, lachhaftes, lachhaftem, lachhaften, lachhafter(, lachhaftere, lachhafteres, lachhafterem, lachhafteren, lachhafterer, lachhaftest, lachhafteste, lachhaftestes, lachhaftestem, lachhaftesten, lachhaftester)+EW; Z.: lach-haf-t
Lachs, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Lachs, Lachsfisch; ne. salmon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lahs, st. M., Lachs; mnd. las (1), lax, M., Lachs; ahd. lahs, st. M. (a)?, Lachs; s. ahd. lahso*, sw. M. (n), Lachs; as. lahs, st. M. (a?), Lachs; anfrk. -; germ. *lahsa-, *lahsaz, st. M. (a), Lachs; idg. *lak̑sos?, M., Lachs, Pokorny 653; s. idg. *lak̑-, V., sprenkeln, tupfen, Pokorny 653; L.: Kluge 1. A. s. u. Lachs, Kluge s. u. Lachs, DW 12, 30, EWD s. u. Lachs, EWAhd 5, 990, Falk/Torp 357, Duden s. u. Lachs, Bluhme s. u. Lachs; Son.: vgl. afries. -; ae. leax, st. M. (a), Lachs; an. lax, st. M. (a), Lachs; got. -; nschw. lax, Sb., Lachs; nnorw. laks, M., Lachs; osset. läsäg, Sb., Lachs; lit. lašišà, F., Lachs; poln. łosoś, M., Lachs; toch. B laks, Sb., Fisch; GB.: (lahs) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen großen in dem Meer lebenden und zu dem Laichen Flüsse aufsuchenden räuberischen Fisch (Raubfisch) mit rötlichem Fleisch und dunkelen Punkten auf den silberigen Seiten; BM.: sprenkeln; F.: Lachs, Lachses, Lachse, Lachsen+EW; Z.: Lach-s
$Lachtaube, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lachtaube, eine Taube; E.: s. lach(en), s. Taube; L.: DW 12, 33, EWD s. u. lachen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lach(en)und Taube belegte und einen einem Lachen ähnlichen Laut gurrende Art der Taube; F.: Lachtaube, Lachtauben+EW; Z.: Lach—tau-b-e
Lachter, nhd. (ält.), M., F., N., (12. Jh.): nhd. Lachter, Klafter; ne. measure (N.) of length; Vw.: -; Hw.: s. Klafter; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. lāfter, st. M., st. N., st. F., sw. F., Klafter, Maß der ausgebreiteten Arme; entweder von ahd. klāftra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Klafter, Elle, Armspanne; as. -; anfrk. -; germ. *klēftrō, st. F. (ō), Klafter; s. idg. *glebʰ-, *gleb-, *gl̥bʰ-, *gl̥b-, V., zusammenballen, Pokorny 359; vgl. idg. *gel- (1), V., Sb., ballen, sich ballen, Ball (M.) (1), Kugeliges, Pokorny 357 (536/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder vgl. ae. læccan, sw. V. (1), ergreifen, fassen, fangen, empfangen; gr. λαγχάνειν (langchánein), V., losen, zuteil werden, erhalten (V.), bekommen; weitere Etymologie unklar; vgl. idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, Pokorny 958?; L.: Kluge 1. A. s. u. Lachter, Kluge s. u. Lachter, DW 12, 33, Duden s. u. Lachter; GB.: (lāfter) seit 12. Jh. belegte und vielleicht mit Klafter oder dem Altenglischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und besonders in dem Bergbau verwendetes Längenmaß; BM.: ballen bzw. fassen?; F.: Lachter, Lachters, Lachtern+EW(?); Z.: Lach-t-er
lack, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. lack, lau, abgestanden, schal; ne. stale (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Lackel; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: s. mhd. lac (2), Adj., faul, schlapp; mnd. lak (3), Adj., schlaff, lose, nicht fest, baufällig, unansehnlich; mnl. lac, Adj., lau, fade, geistlos; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. lack, DW 12, 34, Duden s. u. lack; Son.: vgl. an. lakr, lākr, Adj., unbedeutend, schlecht; gr. λαγαρός (lagarós), Adj., schmächtig, weich, schlaff, dünn; GB.: (lac) seit nach 1298 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lau oder abgestanden oder schal; BM.: schlaff; F.: lack, lacke, lackes, lackem, lacken, lacker(, lackere, lackeres, lackerem, lackeren, lackerer, lackst, lackste, lackstes, lackstem, lacksten, lackster)+EW; Z.: lack
Lack, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lack, eine Anstreichmasse, ein Beschichtungsstoff; ne. varnish (N.), lacquer (N.); Vw.: s. Gold-, Schel-; Hw.: s. lackieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. lacca; E.: s. mnd. lak (2), lac, Sb., Lack (wohl als Farbstoff); it. lacca, F., Lack; arab. lakk, Sb., Lack; pers. lāk, Sb. Lack; pāli lāckā, F., Lack; ai. lākṣā́, F., Lack; vielleicht von idg. *lak̑-, V., sprenkeln, tupfen, Pokorny 653 (1055/11) (RB. idg. aus ind.?, germ., balt., slaw., toch.); oder zu ai. rájyati, V., färbt sich, rötet sich; L.: Kluge s. u. Lack, DW 12, 34, EWD s. u. Lack, Duden s. u. Lack, Bluhme s. u. Lack; Son.: vgl. nndl. lak, Sb., Lack; frz. laque, F., Spray; nschw. lack, N., Lack; nnorw. lakk, M., Lack; poln. lakier, M., Lack; kymr. lacr, M., Lack; nir. laicear, M., Lack; lit. lakas, M., Lack; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen und Pali sowie Altindischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit mehr als 7500 Jahren in China von Menschen aus der Rinde des Lackbaums entwickeltes und seitdem verwendetes flüssiges Gemisch mit dem Holz oder Metall oder ein anderer Stoff überzogen wird um nach dem Trocknen einen schützenden und glänzenden Überzug zu bilden; BM.: sprenkeln?; F.: Lack, Lackes, Lacks, Lacke, Lacken+FW(+EW?); Z.: Lack
Lackel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lackel, Tölpel; ne. oaf; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. lack; L.: Kluge s. u. Lackel, fehlt DW, Duden s. u. Lackel; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus lack und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Tölpel oder einen unbeholfenen Kerl; BM.: schlaff; F.: Lackel, Lackels, Lackeln+EW; Z.: Lack-el
$lacken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lacken, lackieren, mit Lack überziehen; E.: s. Lack, s. en; L.: Kluge s. u. Lack, fehlt DW, EWD s. u. Lack; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lack und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit mehr als 7500 Jahren in China von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes einen Gegenstand lackieren oder mit Lack überziehen; F.: lacken, lacke (!), lackst (!), lackt (!), lackest, lacket, lackte, lacktest, lackten, lacktet, gelackt, ##gelackt, gelackte, gelacktes, gelacktem, gelackten, gelackter##, lackend, ##lackend, lackende, lackendes, lackendem, lackenden, lackender###, lack (!)+FW+EW; Z.: lack-en
lackieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lackieren, mit Lack bestreichen; ne. lacquer (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lack; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. it. laccare; E.: s. it. laccare, V., lackieren; it. lacca, F., Lack; arab. lakk, Sb., Lack; pers. lāk, Sb. alck; pāli lāckā, F., Lack; ai. lākṣā́, F., Lack; vielleicht von idg. *lak̑-, V., sprenkeln, tupfen, Pokorny 653 (1055/11) (RB. idg. aus ind.?, germ., balt., slaw., toch.); oder zu ai. rájyati, V., färbt sich, rötet sich; L.: Kluge s. u. Lack, DW 12, 35, EWD s. u. Lack, Duden s. u. lackieren; Son.: vgl. nndl. lakken, V., lackieren; frz. laquer, V., lackieren; nschw. lackera, V., lackieren; nnorw. lakkere, V., lackieren; poln. lakierować, V., lackieren; kymr. lacro, V., lackieren; lit. lakuoti, V., lackieren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie von Lack abgeleitete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Gegenstand lacken oder mit Lack bestreichen oder mit einer schützenden und glänzenden Schicht überziehen; BM.: sprenkeln?; F.: lackieren, lackiere (!), lackierst, lackiert, lackierest, lackieret, lackierte, lackiertest, lackierten, lackiertet, ##lackiert, lackierte, lackiertes, lackiertem, lackierten, lackierter##, lackierend, ###lackierend, lackierende, lackierendes, lackierendem, lackierenden, lackierender###, lackier (!)+FW(+EW); Z.: lack-ier-en
$lackiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. lackiert, mit Lack überstrichen, getäuscht; E.: s. lackier(en), s. t; L.: Kluge s. u. gelackmeiert, fehlt DW (aber lackieren); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lackier(en) und t gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Lack überstrichen oder wohl auch getäuscht; F.: lackiert, lackierte, lackiertes, lackiertem, lackierten, lackierter+FW; Z.: lack-ier-t
Lackmus, nhd., N., M., (16. Jh.): nhd. Lackmus, ein Indikator für den ph-Wert; ne. litmus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. lackmoes; E.: s. nndl. lackmoes, Sb., Lackmus; mnl. lecmoes, leecmoes, Sb., blauer Farbstoff; Vorderglied wurde lautlich an „Lack“ angepasst, stammt aber wohl von germ. *lakjan, sw. V., benetzen; idg. leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657? (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); Hinterglied s. mnl. moes, mois, N., Mus, Brei; anfrk. muos, st. N. (a), „Mus“, Speise, Essen (N.); germ. *mōsa-, *mōsam, st. N. (a), Essen (N.), Speise, Mus; s. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Lackmus, DW 12, 35, EWD s. u. Lackmus, Duden s. u. Lackmus; Son.: s. mnd. līkmōs, N., Lackmus; nschw. lackmus, Sb., Lackmus; nnorw. lakmus, M., Lackmus; poln. lakmus, M., Lackmus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Mittelniederländischen aufgenommene und wohl aus dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen gebildete sowie nachträglich an Lack angeglichene Bezeichnung für einen aus mehr oder weniger grauen Flechten gewonnenen und getrockneten sowie als Indikator für sauer oder basisch einer Flüssigkeit verwendeten blauen bzw. violetten bzw. roten Farbstoff wobei bei einer Säure blauer Lackmus nach rot umschlägt und bei einer Base roter Lackmus nach blau; BM.: tröpfeln, nass; F.: Lackmus+FW; Z.: Lack-mus
$Lackmuspapier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lackmuspapier; Q.: um 1800; E.: s. Lackmus, s. Papier; L.: DW 12, 36, EWD s. u. Lackmus; GB.: seit um 1800 belegte und aus Lackmus und Papier gebildete Bezeichnung für ein mit Lackmuslösung getränktes und getrocknetes Papier zu einer Bestimmung des saueren oder basischen Wertes einer wässerigen Lösung wobei der ph-Wert der Lösung niedriger ist wenn die Zahl der Wasserstoffionen in der Lösung größer ist und umgekehrt; F.: Lackmuspapier, Lackmuspapieres, Lackmuspapiers, Lackmuspapiere, Lackmuspapieren+FW; Z.: Lack-mus—papier
Lade, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lade, Brett, Behälter, Kasten (M.); ne. drawer; Vw.: -; Hw.: s. laden (1), s. Laden?; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. lade (1), sw. F., st. F., Lade, Behälter, Truhe, Kiste, Kasten (M.), Sarg; mnd. lāde (1), F., M., Lade, Kiste, kleine Holzkiste mit verschließbarem Deckel, Truhe, Schrein; mnl. lade, Sb., Truhe; vgl. mhd. laden (1), st. V., laden (V.) (1), aufladen, beladen, belasten; mnd. lāden (1), st. V., sw. V., laden (V.) (1), beladen (V.), belasten, sich beladen (V.), sich übernehmen, übernehmen, aufladen, verladen (V.); ahd. ladan*, hladan*, st. V. (6), laden (V.) (1), beladen (V.), beladen (V.) mit, belasten, beschweren, aufladen; as. hladan, st. V. (6), laden (V.) (1), beladen (V.), aufnehmen, hinein tun; germ. *hlaþan, *hladan, st. V., laden (V.) (1), beladen (V.); s. idg. *klā-, *kleh₂-, V., hinlegen, darauflegen, Pokorny 599; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lade, Kluge s. u. Lade, DW 12, 36, EWD s. u. Lade, Duden s. u. Lade; Son.: hauptsächlich nur noch in Zusammensetzungen (s. z. B. Schublade, Kinnlade, Bundeslade); an. hlaða, sw. F. (n), Scheune, Heuschuppen; nndl. lade, Sb., Schublade; nschw. låda, Sb., Lade; nnorw. lade, M., N., Lade; GB.: seit 1150-1170 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung vielleicht für ein Brett oder einen Behälter oder einen Kasten (M.); BM.: beladen bzw. treiben; F.: Lade, Laden+EW; Z.: La-d-e
laden (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. laden (V.) (1), beladen (V.), packen, einfüllen; ne. load (V.), lade (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lade; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. laden (1), st. V., laden (V.) (1), aufladen, beladen, belasten; mnd. lāden (1), st. V., sw. V., laden (V.) (1), beladen (V.), belasten, sich beladen (V.), sich übernehmen, übernehmen, aufladen, verladen (V.); mnl. laden, st. V., laden (V.) (1), aufladen, beladen; ahd. ladan*, hladan*, st. V. (6), laden (V.) (1), beladen (V.), beladen (V.) mit, belasten, beschweren, aufladen; as. hladan, st. V. (6), laden (V.) (1), beladen (V.), aufnehmen, hinein tun; anfrk. -; germ. *hlaþan, *hladan, st. V., laden (V.) (1), beladen (V.); s. idg. *klā-, *kleh₂-, V., hinlegen, darauflegen, Pokorny 599; vgl. idg. kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. laden 1, Kluge s. u. laden 1, DW 12, 41, EWD s. u. laden 1, EWAhd 5, 949, Falk/Torp 110, Seebold 258, Duden s. u. laden, Bluhme s. u. laden 1; Son.: vgl. afries. hletha, hleda, st. V. (6), laden (V.) (1); nfries. laeden, V., laden (V.) (1); ae. hladan, st. V. (6), laden (V.) (1), ziehen, aufhäufen, bauen; an. hlaða (2), st. V. (6), laden (V.) (1), aufbauen, fallen lassen, töten; got. *hlaþan?, st. V. (6), laden (V.) (1); nndl. laden, V., laden (V.) (1); nschw. ladda V., laden (V.) (1); nisl. hlaða V., laden (V.) (1); lit. klóti, V., hinbreiten, überdecken; ksl. klasti, V., legen, laden (V.) (1); GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beladen (V.) oder packen oder einfüllen; BM.: treiben; F.: laden, lade (!), lädst, lädt, ladet, ladest, lud (!), ludest (!), ludst (!), luden, ludet, lüde (!), lüdest, lüden (!), lüdet, geladen, ##geladen, geladene, geladenes, geladenem, geladenen, geladener##, ladend, ###ladend, ladende, ladendes, ladendem, ladenden, ladender###, lad (!)+EW; Z.: la-d-en
laden (2), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. laden (V.) (2), einladen (V.) (2), zu einem Kommen auffordern, um ein Kommen bitten; ne. summon (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. laden (2), sw. V., einladen (V.) (2), laden (V.) (2), vorladen, bestellen, fordern, herausfordern, auffordern, berufen (V.), rufen, holen, führen in, führen vor, führen zu; mnd. lāden (2), laden, st. V., sw. V., laden (V.) (2), einladen, vorladen, zu Gast bitten, rufen, auswählen, zusammenrufen; mnl. laden, sw. V., laden (V.) (2), einladen (V.) (2), herausfordern; ahd. ladōn?, sw. V. (2), laden (V.) (2), einladen (V.) (2), rufen; ahd. ladēn*, sw. V. (3), laden (V.) (2), einladen (V.) (2), kommen lassen; as. lathōn*, sw. V. (2), einladen (V.) (2), berufen (V.); anfrk. lathon*, sw. V. (2), einladen (V.) (2), rufen; germ. *laþōn, sw. V., laden (V.) (2), einladen (V.) (2); s. idg. *lēi- (1), *lē- (1), *ləi-, V., wollen (V.), Pokorny 665 (1074/30) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. laden 2, Kluge s. u. laden 2, DW 12, 41, EWD s. u. laden 2, EWAhd 5, 953, Falk/Torp 359, Duden s. u. laden, Bluhme s. u. laden 2; Son.: vgl. afries. lathia, ladia, sw. V. (1), laden (V.) (2), vorladen; ae. laþian, sw. V. (2), einladen (V.) (2), auffordern; an. laða, sw. V. (2), einladen (V.) (2), bitten; got. laþōn, sw. V. (2), einladen (V.) (2); ? gr. λῆν (lēn), V., wollen (V.); GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zu einem Kommen auffordern oder um ein Kommen bitten; BM.: wollen (V.); F.: laden, lade (!), lädst, lädt, ladet, ladest, lud (!), ludest (!), ludst (!), luden, ludet, lüde (!), lüdest, lüden, lüdet, geladen, ##geladen, geladene, geladenes, geladenem, geladenen, geladener##, ladend, ###ladend, ladende, ladendes, ladendem, ladenden, ladender###, lad (!)+EW; Z.: la-d-en
Laden, nhd., M., (12./13. Jh.): nhd. Laden (M.), Geschäft; ne. shop (N.), store (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lade?, s. Latte; Q.: 12./13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lade (3), laden, sw. M., Laden (M.), Brett, Bohle, Latte, Pfahl, Holzstück, Fensterladen, aufklappbarer Fensterladen oder Verkaufsstand, Kaufladen, Bäckerladen; verwandt mit nhd. Latte (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laden, Kluge s. u. Laden, DW 12, 40, EWD s. u. Laden, Duden s. u. Laden; GB.: seit 12./13. Jh. belegte Bezeichnung für ein Brett oder Geschäft bzw. für einen Fensterladen; BM.: ?; F.: Laden, Ladens, Läden+EW; Z.: Lad-en
$Ladenhüter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ladenhüter, auch Hüter eines Ladens; E.: s. Laden, s. Hüter; L.: Kluge s. u. Ladenhüter, DW 12, 49, EWD s. u. Laden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Laden und Hüter gebildete Bezeichnung für einen aus Mangel (M.) an Interessenten lange in einem Laden befindlichen und dadurch veralteten Gegenstand; F.: Ladenhüter, Ladenhüters, Ladenhütern+EW; Z.: Lad-en—hüt-er
$Ladenschwengel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ladenschwengel, Ladendiener; Q.: um 1700; E.: s. schwingen?; L.: Kluge s. u. Ladenschwengel, DW 12, 50. EWD s. u. Schwengel; GB.: um 1700 belegte und aus Laden (M.) und Schwengel gebildete abwertende Bezeichnung für einen in einem Laden tätigen jungen Verkäufer oder Ladendiener; F.: Ladenschwengel, Ladenschwengels, Ladenschwengeln+EW; Z.: Lad-en—schweng-el
$Ladentisch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ladentisch; E.: s. Laden, s. Tisch; L.: DW 12, 50, EWD s. u. Laden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Laden (M.) und Tisch gebildete Bezeichnung für einen Tisch in einem Laden der Unternehmer und Verbraucher trennt und über den ein mögliches Geschäft besprochen und abgewickelt wird; F.: Ladentisch, Ladentisches, Ladentischs, Ladentische, Ladentischen+EW+FW; Z.: Lad-en—ti-sch
lädieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lädieren, verletzen, beschädigen; ne. harm (V.), injure; Vw.: -; Hw.: s. Läsion; I.: Lw. lat. laedere; E.: s. lat. laedere, V., verletzen, versehren, beschädigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *laidʰ-, *lidʰ-, V., schneiden, verletzen?, Pokorny 652 (1051/7) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. lädieren, fehlt DW, EWD s. u. lädieren, Duden s. u. lädieren; Son.: vgl. ndän. lädere, V., lädieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verletzen oder beschädigen; BM.: schneiden; F.: lädieren, lädiere, lädierst, lädiert, lädierest, lädieret, lädierte, lädiertest, lädierten, lädiertet, ##lädiert, lädierte, lädiertes, lädiertem, lädierten, lädierter##, lädierend, ###lädierend, lädierende, lädierendes, lädierendem, lädierenden, lädierender###, lädier (!)+FW(+EW); Z.: läd-ier-en
$Ladung (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ladung, Einladung, Anruf, Aufforderung; E.: s. lad(en), s. ung; L.: Kluge s. u. laden 1, DW 12, 54, EWD s. u. laden 1; GB.: seit um 765 belegte und aus lad(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Einladung oder einen Anruf oder eine Aufforderung; F.: Ladung, Ladungen+EW; Z.: La-d-ung
$Ladung (2), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Ladung, Beladung, Belastung; E.: s. lad(en), s. ung; L.: DW 12, 53; GB.: seit vor 1200 belegte und aus lad(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Lasten mögliche Beladung oder Belastung; F.: Ladung, Ladungen+EW; Z.: La-d-ung
Lady, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lady, vornehme Frau, Dame; ne. lady; Vw.: -; Hw.: s. Lord; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. lady; E.: s. ne. lady, F., Lady, Adelige; ae. hlǣfdīge, F., Frau, Herrin; vgl. ae. hlāf, st. M. (a), Brotlaib, Brot, Nahrung; germ. *hlaiba, *hlaibaz, st. M. (a), Laib, Brotlaib, Fladen, Brot; ae. dǣge, sw. F. (n), Teigerin, Kneterin, Brotmacherin; germ. *daigjō-, *daigjōn, sw. F. (n), Kneterin, Magd; s. germ. *daiga-, *daigaz, st. M. (a), Teig; vgl. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lady, Duden s. u. Lady; Son.: vgl. nschw. lady, Sb., Lady; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vornehme Frau oder Dame; BM.: Teigkneterin; F.: Lady, Ladies+FW; Z.: La-dy
$Ladykiller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ladykiller, Frauentöter, Frauenheld; E.: s. lady, s. killer; I.: Lw. ne. lady-killer; L.: fehlt DW, EWD s. u. killen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus lady und killer gebildete Bezeichnung für einen scherzhaft Frauentöter genannten Frauenhelden; F.: Ladykiller, Ladykillers+FW; Z.: La-dy—kill-er
$ladylike, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ladylike, damenhaft, elegant; E.: s. lady, s. like; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lady; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lady und like gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches damenhaft oder elegant; F.: ladylike+FW; Z.: la-dy-lik-e
Lafette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lafette, Geschützuntergestell; ne. gun carriage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. l’affût; E.: s. l’affût, M., Lafette, Untergestell eines Geschützes; vgl. frz. fût, M., Schaft, Stange; afrz. fust, M., Schaft, Stange; lat. fūstis, M., längliches Stück Holz, Knüttel, Knüppel, Prügel, Keule, Stock, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Lafette, fehlt DW, EWD s. u. Lafette, Duden s. u. Lafette; Son.: vgl. nndl. affuit, Sb., Lafette; nschw. lavett, Sb., Lafette; nnorw. lavett, M., Lafette; poln. laweta, F., Lafette; lit. lafetas, M., Lafette; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Altfranzösische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und sachlich wohl seit Entstehung großer Geschütze gebildete Bezeichnung für das Untergestell eines Geschützes; BM.: Stock; F.: Lafette, Lafetten+FW(+EW); Z.: La-f-ett-e
Laffe, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Laffe, Geck, geckenhafter junger Mann; ne. popinjay (ält.); Vw.: -; Hw.: s. löffeln; Q.: 1273 (Urkunde); E.: vgl. mhd. lappe (1), lape, lap, sw. M., Laffe, Geck, einfältiger Mensch, Bösewicht; mnd. laffe, M., Laffe, törichter Mensch, alberner Mensch; ahd. laffan*, st. V. (6), lecken (V.) (1), auflecken; germ. *lapan, st. V., lecken (V.) (1), trinken, schlürfen; idg. *lab-, labʰ-, V., schlürfen, lecken (V.) (1), schmatzen, Pokorny 651 (1047/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laffe, Kluge s. u. Laffe, DW 12, 56, Duden s. u. Laffe, Bluhme s. u. Laffe; GB.: seit 1273 belegte und mit ahd. laffan, V., lecken sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen geckenhaften jungen Mann; BM.: schlürfen; F.: Laffe, Laffen+EW; Z.: Laf-f-e
Lage, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lage, Zustand, Gegebenheit, Situation; ne. situation; Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lāge, st. F., Legung, Lage, Hinterhalt, Nachstellung; mnd. lāge (1), lage, F., Lage, Stelle, Ort, Standort, Zustand, Beschaffenheit, Schicht, Gelegenheit, Gelage, lauerndes Liegen; mnd. lâge, F., Lage, Stelle, Ort; mnd. lach (1), lagh*, N., Lager, Lage, Gelegenheit, Schicksal, Lagerstätte, Leiche?, Bett, Sterbebett; mnl. laghe, F., Lage, Position, Hinterhalt; ahd. lāga, st. F. (ō), „Legung“, „Lage“, Hinterhalt, Nachstellung, List, Heimtücke, Falle, Fallstrick, Fallgrube; as. *lāga?, st. F. (ō), Lage; anfrk. -; germ. *lēgō, st. F. (ō), Liegen (N.), Lage, Hinterhalt; s. idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lage, Kluge s. u. Lage, DW 12, 58, EWD s. u. Lage, EWAhd 5, 967, Falk/Torp 358, Seebold 325, Duden s. u. Lage, Bluhme s. u. Lage; Son.: vgl. afries. lēge, st. F. (ō), Anlage, Hinterhalt, Tiefe; nfries. leage; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Stelle wo etwas liegt oder einen Zustand in dem sich etwas befindet oder für eine Gegebenheit oder eine Situation; BM.: liegen; F.: Lage, Lagen+EW; Z.: Lag-e
Lägel, Lagel, Legel, nhd. (ält.), N., (9./10. Jh.): nhd. Lägel, Gefäß, Fässchen; ne. a measure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lāgel, lægel, lēgel, st. N., Lägel, Fass, kleineres Fass, Fässchen, Flasche, bestimmtes Maß oder Gewicht; mhd. lāgele, lægele, sw. F., st. F., Fässchen; mnd. lēgel*, lēchel, N., Lägel, Fässchen, Gefäß verschiedener Art, kleines Fass, Tönnchen, kleines Fass aus Holz, kleines Fass aus Zinn, kleines Fass aus Leder; mnd. lāgel, N., Fässchen, Lägel, Gefäß verschiedener Art, kleines Fass, kleines Fass aus Holz, kleines Fass aus Zinn; mnl. laghele, lagele, legele, legel, M., N., Krug (M.) (1); mnl. lagelijn, N., Lägel; ahd. lāgella, lāgilla, st. F. (ō), „Lägel“, Fässchen, Fass, ein Maß; ahd. lāgellīn*, legeln, st. N. (a), Fläschlein, kleine Flasche, Fässchen; mlat. lagellum, N., Lägel?; s. lat. lagoena, F., Flasche mit engem Hals und weitem Bauch, (um 250-184 v. Chr.); gr. λάγυνος (lágynos), M., F., Flasche mit engem Hals und weitem Bauch; weitere Herkunft unbekannt; vgl. lat. lagoena, F., Flasche mit engem Hals und weitem Bauch; gr. λάγυνος (lágynos), M., F., Flasche mit engem Hals und weitem Bauch; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Legel, Kluge s. u. Lägel, DW 12, 61, EWAhd 5, 968, EWAhd 5, 971, Duden s. u. Lägel; Son.: vgl. an. legill, st. M. (a), Holzgefäß, Flasche; nschw. lägel, Sb., Lägel; nisl. legill, M., Holzgefäß, Flasche; poln. łagiew, M., Holzbecher; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines Fässchen; BM.: Flasche; F.: Lägel, Lägels, Lägeln, Lagel, Lagels, Lageln, Legel, Legels, Legeln+FW(+EW); Z.: Läg-el
Lager, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lager, Lagergebäude, Wohnplatz, Übernachtungsplatz, Schlaflager; ne. camp (N.), lair (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. leger, st. N., Lager, Krankenlager, Belagerung; mnd. lēger, legger, lāger, N., Lager, Liegestatt, Bettstatt, Krankenlager, Unterkunft, Verbleib, Aufenthalt, Fischerlager; mnl. legher, leger, N., F., M., Liegen, Heerlager, Liegestatt; ahd. legar, st. N. (a), Lager, Lagerstatt, Liegen (N.), Beischlaf, Wildlager, Schlupfwinkel von Tieren, Lage, Stelle; as. legar, st. N. (a), Lager, Krankheit; anfrk. *leger?, st. N. (a), Lager; germ. *legra-, *legram, st. N. (a), Lager; s. idg. legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Lager, EWD s. u. Lager, DW 12, 63, EWAhd 5, 1107, Falk/Torp 358, Seebold 325, Duden s. u. Lager; Son.: vgl. afries. leger, legor, st. N. (a), Lager; nfries. leger; ae. leger, st. N. (a), Lager, Bett, Grab, Krankheit; an. legr, st. N. (a), Grabstätte, Beilager; got. ligrs, st. M. (a), Lager, Bett, Beilager; nndl. lager, Sb., Kugellager; nschw. lager, N., Warenlager; nschw. läger, N., Lager; nnorw. lager, N., Lager; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen für das vorübergehende Verbleiben von Menschen eingerichteten Wohnplatz oder Übernachtungsplatz; BM.: liegen; F.: Lager, Lagers, Lagern+EW; Z.: Lag-er
$lagern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. lagern, liegen, hinlegen; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Lager, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Lager, DW 12, 68, EWD s. u. Lager; GB.: (legeren) vielleicht seit Ende 13. Jh. belegte und aus Lager und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches liegen oder hinlegen; F.: lagern, lagere, lager (!), lagerst, lagert, lagerte, lagertest, lagerten, lagertet, gelagert, ##gelagert, gelagerte, gelagertes, gelagertem, gelagerten, gelagerter##, lagernd, ###lagernd, lagerndes, lagerndem, lagernden, lagernder###, lager (!)+EW; Z.: lag-er-n
$lagernd, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. lagernd, liegend; Vw.: s. post-; E.: s. lagern, s. d; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1875 belegte und aus lagern und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches liegend; F.: lagernd, lagernde, lagerndes, lagerndem, lagernden, lagernder+EW; Z.: lag-er-n-d
$Lagerstatt, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lagerstatt, Statt eines Liegens, Lagerstätte; Hw.: s. Lagerstätte; E.: s. Lager, s. Statt; L.: DW 12, 71; EWD s. u. Lager; GB.: seit um 1190 belegte und aus Lager und Statt gebildete Bezeichnung für die Statt oder Stätte eines Lagers oder Liegens; F.: Lagerstatt, Lagerstätten+EW; Z.: Lag-er—sta-t-t
$Lagerstätte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lagerstätte, Lagerstatt, Stätte eines Liegens; Hw.: s. Lagerstatt; E.: s. Lager, s. Stätte; L.: EWD s. u. Lager; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lager und Stätte gebildete Bezeichnung für die Stätte oder Statt eines Lagers oder Liegens F.: Lagerstätte, Lagerstätten+EW; Z.: Lag-er—stä-t-t-e
Lagrein, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Lagrein, ein Südtiroler Rotwein; ne. lagrein; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1379; E.: die Bezeichnung stammt vielleicht von dem italienischen Talnamen, Vallagarina, ON, Lagertal; L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. lagrein, M., Lagrein; nschw. lagrein, Sb., Lagrein; nnorw. lagrein, Sb., Lagrein; GB.: seit 1379 belegte und vielleicht nach dem italienischen Talnamen Vallagarina gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine hauptsächlich in Südtirol und in dem Trentino angebaute Weinsorte wobei erst seit dem 20. Jahrhundert damit ausschließlich eine Rotweinsorte gemeint wird; BM.: ON?; F.: Lagrein, Lagreins+FW(+EW); Z.: Lagrein
Lagune, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lagune, von dem Meer abgetrenntes Gewässer; ne. lagoon, laguna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. laguna; E.: s. it. laguna, F., Lagune; lat. lacūna, F., Vertiefung, Senkung, Höhlung, Loch, Schlund, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *laku-, Sb., Lache (F.) (1), See (M.), Pokorny 653 (1056/12) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Lagune, DW 12, 72, EWD s. u. Lagune, Duden s. u. Lagune; Son.: vgl. nndl. lagune, Sb., Lagune; frz. lagune, F., Lagune; nschw. lagune, lagun, Sb., Lagune; nnorw. lagune, M., Lagune; poln. laguna, F., Lagune; kymr. lagŵn, M., Lagune; lit. lagūna, F., Lagune; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein durch einen Landstreifen von der offenen See (Meer) abgetrenntes Gewässer wie beispielsweise in Venedig; BM.: See (M.); F.: Lagune, Lagunen+FW; Z.: Lag-un-e
lahm, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lahm, durch eine Körperbehinderung beeinträchtigt, langsam, unbeweglich, langweilig; ne. lame (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. lähmen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lam (1), Adj., gliederschwach, lahm; mnd. lam (1), lām, laem, Adj., lahm, bewegungsunfähig, gelähmt, zur Fortbewegung unfähig, lahmend, steif, krank, schwach, altersschwach, kraftlos; mnl. lam, Adj., lahm, gebrechlich; ahd. lam, Adj., lahm, gelähmt, verkrüppelt, gehbehindert, gebrechlich, abgestumpft, ermattet, kraftlos; as. lam, Adj., lahm, gelähmt, verdorrt; anfrk. -; germ. *lama-, *lamaz, Adj., lahm; idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lahm, Kluge s. u. lahm, DW 12, 72, EWD s. u. lahm, EWAhd 5, 996, Falk/Torp 363, Heidermanns 359, Duden s. u. lahm, Bluhme s. u. lahm; Son.: vgl. afries. lam, lem, lom, Adj., lahm; nnordfries. lom, laam, Adj., lahm; ae. lama, Adj., lahm, verkrüppelt, schwach, krank; an. lami, Adj., gelähmt, gebrechlich; got. *lameis, *lamjis?, Adj. (ja), lahm, schlaff, mild, matt; nndl. lam, Adj., lahm; nschw. lam, Adj., lahm; nnorw. lam, Adj., lahm; poln. ulomny, Adj., gebrechlich, siech; russ. lomóta, Sb., Gliederreißen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung tierischen Lebens mögliches durch eine Körperbehinderung beeinträchtigt oder langsam oder unbeweglich; BM.: zerbrechen; F.: lahm, lahme, lahmes, lahmem, lahmen, lahmer(, lahmere, lahmeres, lahmerem, lahmeren, lahmerer, lahmst, lahmste, lahmstes, lahmstem, lahmsten, lahmster)+EW; Z.: lahm
$lahmen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lahmen, lahm sein (V.), hinken; L.: Kluge s. u. lahm, DW 12, 75, EWD s. u. lahm; GB.: seit 1220-1250 belegte und aus lahm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches lahm sein (V.) oder hinken; F.: lahmen (!), lahme (!), lahmst, lahmt, lahmest, lahmet, lahmte, lahmtest, lahmten, lahmtet, gelahmt, ##gelahmt, gelahmte, gelahmtes, gelahmtem, gelahmten, gelahmter##, lahmend, ###lahmend, lahmende, lahmendes, lahmendem, lahmenden, lahmender###, lahm (!)+EW; Z.: lahm-en
lähmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lähmen, lahm machen; ne. paralyse, cripple (V.); Vw.: -; Hw.: s. lahm; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lemen, sw. V., lahm machen, lähmen, verletzen, verwunden (V.), Wunde beibringen die Lähmung eines Gliedes zur Folge hat, lahm sein (V.), lahmen, lahm werden; mnd. lāmen (1), sw. V., lähmen, lahm machen, zum Krüppel schlagen, hilflos machen; mnd. lēmen (3), lemmen, lämen, sw. V., lähmen, lahm schlagen, zum Krüppel schlagen, kraftlos machen, hilflos machen, behindern; mnl. lemen, sw. V., lähmen; ahd. lemmen*, sw. V. (1b), lähmen, schwächen; as. *lėmmian?, sw. V. (1b), lähmen; anfrk. -; germ. *lamjan, sw. V., brechen, lähmen, lahm machen; s. idg. lem- (1), h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lahm, DW 12, 75, EWD s. u. lahm, EWAhd 5, 1167, Duden s. u. lähmen; Son.: vgl. afries. lamma, lemma, sw. V. (1), lähmen; ae. lėmman, sw. V. (1), lähmen, zähmen; an. lemja, sw. V. (1), lähmen; got. -; nndl. verlammen, V., lähmen; nnorw. lamme, V., lähmen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches lahm machen oder der Bewegungskraft berauben; BM.: zerbrechen; F.: lähmen, lähme (!), lähmst, lähmt, lähmest, lähmet, lähmte, lähmtest, lähmten, lähmtet, gelähmt, ##gelähmt, gelähmte, gelähmtes, gelähmtem, gelähmten, gelähmter##, lähmend, ###lähmend, lähmende, lähmendes, lähmendem, lähmenden, lähmender###, lähm (!)+EW; Z.: lähm-en
$Lähmung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lähmung, Lahmsein, Lahmwerden; E.: s. lähm(en), s. ung; L.: DW 12, 76, EWD s. u. lahm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lähm(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliches Lahmsein oder Lahmwerden; F.: Lähmung, Lähmungen+EW; Z.: Lähm-ung
$Lahn, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Lahn, dünner Metalldraht; E.: s. frz. lame, F., Draht, dünne Metallplatte; L.: Kluge 1. A. s. u. Lahn, DW 12, 77; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen dünnen Metalldraht oder eine Metallplatte; F.: Lahn, Lahns, Lahnes, Lahne, Lahnen+FW; Z.: Lahn
Laib, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Laib, Brotlaib, Käselaib; ne. loaf (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. leip, st. M., Brotlaib; ahd. leib (1), st. M. (a), Brot, Laib, Brotlaib, flacher Kuchen; as. -; anfrk. -; germ. *hlaiba-, hlaibaz, st. M. (a), Laib, Brotlaib, Fladen, Brot; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht Lw.; L.: Kluge 1. A. s. u. Laib, Kluge s. u. Laib, DW 12, 77 (Laib), DW 12, 580, EWD s. u. Laib, EWAhd 5, 1121, Falk/Torp 109, Duden s. u. Laib, Bluhme s. u. Laib; Son.: vgl. afries. hlêf, Sb., Brot; ae. hlāf, st. M. (a), Brotlaib, Brot, Nahrung; an. hleifr, st. M. (a), Brot, Laib, runder Kuchen; got. hlaifs, st. M. (a), Brot, Brotlaib, Brotbissen; ksl. chlĕbъ, Sb., Laib (Lw. aus einer germ. Sprache); lett. klàips, Sb., Brotleib (Lw. aus einer germ. Sprache); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen großen und runden oder ovalen und von Menschen geformten Gegenstand wie Brot oder Käse; BM.: rund oder oval geformte Masse?; F.: Laib, Laibes, Laibs, Laibe, Laiben+FW?,+EW?; Z.: Laib
Laich, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Laich, Eierklumpen von Fischen und Amphibien, Laichzeit; E.: s. mhd. leich (2), st. M., Laich, Fischlaich, Laichen der Fische; mnd. lēk (1), lēik, leik, leck, M., N., Laich, Fischeier, Fischlaich, Zeit des Laichens; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Laich, Kluge s. u. Laich, DW 12, 77, DW 12, 611, EWD s. u. Laich, Duden s. u. Laich, Bluhme s. u. Laich; Son.: vgl. nschw. lek, Sb., Laich; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für in das Wasser abgelegte Menge in Gallerte oder Schleim gehüllter Eier (Eierklumpen) von Fischen und Amphibien; BM.: ?; F.: Laich, Laichs, Laiches, Laiche, Laichen+EW; Z.: Laich
$laichen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. laichen, Laich bilden; E.: s. Laich, s. en; L.: Kluge s. u. Laich, DW 12, 77, EWD s. u. Laich; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Laich und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Laich bilden; F.: laichen (!), laiche (!), laichst, laicht, laichest, laichet, laichte, laichtest, laichten, laichtet, gelaicht, ##gelaicht, gelaichte, gelaichtes, gelaichtem, gelaichten, gelaichter##, laichend, ###laichend, laichende, laichendes, laichendem, laichenden, laichender###, laich (!)+EW; Z.: laich-en
Laie, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Laie, Nichtfachmann; ne. layman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1067 (Otlohs Gebet); E.: mhd. leie, leige, sw. M., Nichtgeistlicher, Laie; mnd. leie (1), leye, leyge, leige, leije, lege, legge, leyke, leke, M., Laie im Sinne des nicht geistlichen Mannes, nicht lateinkundiger und nicht schreibkundiger Mann, Ungelehrter; mnl. leye, lei, M., Laie, Nichtgeistlicher; ahd. leigo*, sw. M. (n), Laie, Weltgeistlicher; s. lat. lāicus, Adj., zum Volke gehörig, (390-406 n. Chr.); gr. λαῖκος (laīkos), Adj., zum Volk gehörig; vgl. gr. λᾶός (lāós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; vgl. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laie, Kluge s. u. Laie, EWD s. u. Laie, DW 12, 77, EWAhd 5, 1137, Duden s. u. Laie, Bluhme s. u. Laie; Son.: vgl. afries. leka, leia, M., Laie, Nichtgeistlicher; nndl. leek, Sb., Laie; frz. laïc, M., Laie; nschw. lekman, Sb., Laie; nnorw. legmann, lekmann, M., Laie; poln. laik, M., Laie; kymr. lleygwr, M., Laie; GB.: seit nach 1067 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse habenden Menschen; BM.: zum Volk gehörig bzw. wachsen (V.) (1); F.: Laie, Laien+FW(+EW); Z.: Lai-e
$Laienbruder, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Laienbruder; Q.: 1267 (Urkunde); E.: s. Lai(e), s. en, s. Bruder; L.: DW 12, 78, EWD s. u. Laie; GB.: seit 1267 belegte und aus Lai(e) und en (Suff.) sowie Bruder gebildete Bezeichnung für einen Laien als Mitglied einer geistlichen Bruderschaft oder eines Ordens; F.: Laienbruder, Laienbruders, Laienbrüder, Laienbrüdern+FW+EW; Z.: Lai-en—bruder
$laienhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. laienhaft, als Laie handelnd, wie ein Laie handelnd; E.: s. Lai(e), s. en (Suff.), s. haft; L.: Kluge s. u. Laie, DW 12, 78, EWD s. u. Laie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lai(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches als Laie handelnd oder wie ein Laie handelnd; F.: laienhaft, laienhafte, laienhaftes, laienhaftem, laienhaften, laienhafter(, laienhaftere, laienhafteres, laienhafterem, laienhafteren, laienhafterer, laienhaftest, laienhafteste, laienhaftestes, laienhaftestem, laienhaftesten, laienhaftester)+FW+EW; Z.: lai-en-haf-t
Lakai, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lakai, niederer fürstlicher Diener; ne. lackey, minion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz. laquais; E.: mnd. lakei*, lakey, lackei, M., Lakai, niederer fürstlicher Diener; frz. laquais, M., Hilfssoldat, niederer Soldat; genaue Herkunft von laquais unklar; möglicherweise von türk. ulaq, V., laufen; möglicherweise von arab. القائد (al-qā´id), Sb., Leiter (M.), Anführer; L.: Kluge s. u. Lakai, DW 12, 79 (Lakei), EWD s. u. Lakai, Duden s. u. Lakai; Son.: vgl. nndl. lakei, Sb., Lakai; nschw. lakey, Sb., Lakai; nnorw. lakei, M., Lakei; poln. lokaj, M., Lakai; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar vielleicht dem Türkischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen niederen fürstlichen Diener; BM.: laufen?; F.: Lakai, Lakaien+FW(+EW); Z.: La-kai
Lake, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Lake, Salzlösung, Salzwasser; ne. brine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lache (1); E.: mnd. lāke (2), lacke, F., Lake, Salzbrühe, starkes Salzwasser, Salzbrühe zum Einpökeln des Herings, Lauge (Bedeutung örtlich beschränkt), Farbstoff (Bedeutung örtlich beschränkt); as. *laka?, sw. F. (n), Lache (F.) (1), Sumpf; anfrk. -; germ. *lakō?, st. F. (ō), Lache (F.) (1), Lake, See (M.); s. idg. *leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657 (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Lake, DW 12. 79, EWD s. u. Lake, Duden s. u. Lake; Son.: vgl. nschw. lake, Sb., Lake; nnorw. lake, M., Lake; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und für das Altsächsische und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Salzlösung oder ein Salzwasser zu einem Einlegen von Lebensmitteln; BM.: tröpfeln; F.: Lake, Laken+EW; Z.: Lak-e
Laken, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Laken, Betttuch, Tuch; ne. bedsheet (N.), linen (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.:; mhd. lachen (2), st. N., Tuch, Decke, Laken, Obergewand; mnd. lāken (1), lacken, laeken, N., Laken (N.), Tuch, Zeug, gewebtes Material (meist aus Wolle oder Leinen [N.]), Stoff, Samt, Seide, Bettzeug, Tischtuch; mnl. laken, Sb., Laken, gewebtes Material; ahd. lahhan (1), lachan, st. N. (a), Laken, Tuch, Gewand, Mantel, Umhang, Decke, Windelas. lakan*, st. N. (a), Laken (N.), Decke; anfrk. lakan, N., Kleidungsstück aus Laken, Überkleid; germ. *lakana, Sb., Laken, Tuch, Lappen; s. idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Laken, Kluge s. u. Laken, DW 12, 80, EWD s. u. Laken, EWAhd 5, 978, Falk/Torp 356, Duden s. u. Laken, Bluhme s. u. Laken; Son.: vgl. afries. leken, lezen, letzen, st. N. (a), Laken; nfries. lecken; ae. lacen?, Sb., Mantel; an. …lak, N., …laken; got. -; nschw. lakan, N., Laken; nnorw. laken, N., Laken; gr. λάγανον (láganon), N., Ölkuchen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums (Ägypten) entwickelte Betttuch oder Laken; BM.: schlaff; F.: Laken, Lakens+EW; Z.: Lak-en
lakonisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. lakonisch, ohne weitere Erklärung bleibend, keiner weiteren Erklärung bedürfend; ne. laconic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Lacōnicus; E.: s. lat. Lacōnicus, Adj., lakonisch, (um 250-184 v. Chr.); gr. Λακωνικός (Lakōnikós), Adj., lakonisch; vgl. gr. Λάκων (Lákōn), M., Lakonier, Spartaner; weitere Herkunft unklar, s. Frisk 2, 76; L.: Kluge s. u. lakonisch, DW 12, 80, EWD s. u. lakonisch, Duden s. u. lakonisch; Son.: vgl. nndl. lakoniek, Adj., lakonisch; frz. laconique, Adj., lakonisch; nschw. lakonisk, Adj., lakonisch; nnorw. lakonisk, Adj., lakonisch; kymr. laconig, Adj., lakonisch; lit. lakoniškas, Adj., lakonisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches keiner weiteren Erklärung bedürfend; BM.: die sprichwörtlich strenge Lebensauffassung der Spartaner; F.: lakonisch, lakonische, lakonisches, lakonischem, lakonischen, lakonischer(, lakonischere, lakonischeres, lakonischerem, lakonischeren, lakonischerer, lakonischst, lakonischste, lakonischstes, lakonischstem, lakonischsten, lakonischster)+FW(+EW); Z.: lakon-isch
Lakritze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lakritze, Süßholz, Bärendreck; ne. liquorice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. lakerize, lektritze, F., Lakritze; mnd. lacrisse, lacrissie, lacricie, lacriscie, lackritz, lackerisse, leckrisse, F., Lakritze, Süßwurz, gehärteter Saft der Süßwurz; mnl. lacrisse, lacarisse, lecorisse, licorisse, F., Lakritze, Süßholz; mlat. liquiritia, F., Süßholz; lat. glycyrriza, F., Süßwurzel, Süßholz; gr. γλυκύῤῥιζα (glykýrrhiza), F., Süßholz; vgl. gr. γλυκύς (glykýs), Adj., süß; idg. *dl̥kú-?, Adj., süß, Pokorny 222 (343/48) (RB. idg. aus gr., ital.); gr. ῥίζα (rhíza), F., Wurzel; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lakritze, Kluge s. u. Lakritze, DW 12, 81, EWD s. u. Lakritze, Duden s. u. Lakritze; Son.: vgl. frz. lakrits, Sb., Lakritze; nschw. lakrits, Sb., Lakritze; nnorw. lakris, M., Lakritze; poln. lukrecja, F., Lakritze; kymr. liris, licoris, M., Lakritze; nir. liocras, M., Lakritze; lit. lakrica, F., Lakritze; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums aus eingedicktem Saft der wohl aus China kommenden Süßholzwurzel hergestellte süße schwarze Masse aus der 1760 der Apotheker George Dunhill in England durch Zusatz von Zucker und Mehl Lakritze bildete; BM.: süß; F.: Lakritze, Lakritzen+FW(+EW); Z.: Lak-ritz-e
$Lakritzensaft, Lakritzsaft, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lakritzensaft, Saft der Lakritze, Saft der Süßholzwurzel; E.: s. Lakritz(e), s. en (Suff.), s. Saft; L.: EWD s. u. Lakritze; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lakritz(e) und en (Suff.) sowie Saft gebildete Bezeichnung für Saft aus der Süßholzwurzel für Lakritze; F.: Lakritzensaft, Lakritzensaftes, Lakritzensafts, Lakritzensäfte, Lakritzensäften+FW+EW; Z.: Lak-ritz-en—saf-t
$Lakritzenstange, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lakritzenstange; Hw.: s. Lakritzstange; E.: s. Lakritz(e), s. en (Suff.), s. Stange; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lakritze; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lakritz(e) und en sowie Stange gebildete Bezeichnung für eine aus Lakritze bestehende kleine Stange; F.: Lakritzenstange, Lakritzenstangen+FW+EW; Z.: Lak-ritz-en—stang-e
$Lakritzstange, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lakritzstange; Hw.: s. Lakritzenstange; L.: EWD s. u. Lakritze; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lakritz(e) und Stange gebildete Bezeichnung für eine aus Lakritze bestehende kleine Stange F.: Lakritzstange, Lakritzstangen+FW+EW; Z.: Lak-ritz—stang-e
Laktase, Lactase, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Laktase, ein Enzym; ne. lactase; Vw.: -; Hw.: s. Laktose; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. lāc, N., Milch, (204-169 v. Chr.); idg. *glag-, *glak-, Sb., Milch, Pokorny 400 (567/51) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Laktase; Son.: vgl. nndl. lactase, Sb., Laktase; frz. lactase, F., Laktase; nschw. laktas, Sb., Laktase; kymr. lactas, M., Laktase; poln. laktaza, F., Lakase; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein die Spaltung von Laktose in Glucose und Galaktose steuerndes von Natur aus in Käse oder Quark enthaltenes Enzym; BM.: Milch; F.: Laktase, Laktasen, Lactase, Lactasen+FW; Z.: Lak-t-as-e
Laktose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Laktose, Milchzucker; ne. lactose; Vw.: -; Hw.: s. Laktase; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. lāc, N., Milch, (204-169 v. Chr.); idg. *glag-, *glak-, Sb., Milch, Pokorny 400 (567/51) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Laktose; Son.: vgl. nndl. lactose, Sb., Laktose; frz. lactose, M., Laktose; nschw. laktos, Sb., Laktose; nnorw. laktose, M., Laktose; poln. laktoza, F., Laktose; kymr. lactos, M., Laktose; nir. lachtós, M., Laktose; lit. laktozė, F., Laktose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in Milch und Erzeugnissen aus Milch enthaltenen Milchzucker; BM.: Milch; F.: Laktose+FW; Z.: Lak-t-os-e
lallen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. lallen, mit ungelenker Zunge sprechen, undeutlich sprechen; ne. slur (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lallen, lellen, sw. V., lallen; mnd. lallen, sw. V., lallen, beschwert oder unverständlich sprechen; ahd. lallōn*, lalōn*, sw. V. (2), lallen, stammeln; lautmalend; idg. *lalla, *lala-, V., tönen, lallen, Pokorny 650; s. idg. lā- (1), V., tönen, bellen, Pokorny 650 (1045/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lallen, Kluge s. u. lallen, DW 12, 81, EWD s. u. lallen, EWAhd 5, 995, Duden s. u. lallen, Bluhme s. u. lallen; Son.: s. mnl. lullen, V., schwatzen, klatschen; vgl. nschw. lalla, V. lallen; nnorw. lalle, V., lallen; ai. lalallā, Interj. des Lallens; gr. λαλεῖν (lalein), V., lallen, schwatzen, reden; lat. lallāre, V., lala singen, trällern; lit. lalúoti, V., lallen; GB.: (lallōn) seit 10. Jh. belegte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare und lautmalend gebildete sowie sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für mit ungelenker Zunge und undeutlich sprechen; BM.: lautmalend; F.: lallen, lalle (!), lallst, lallt, lallest, lallet, lallte, lalltest, lallten, lalltet, gelallt, ##gelallt, gelallte, gelalltes, gelalltem, gelallten, gelallter##, lallend, ###lallend, lallende, lallendes, lallendem, lallenden, lallender###, lall (!)+EW; Z.: la-ll-en
Lama (1), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lama (N.), ein Kamel; ne. llama; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. lama; E.: s. span. lama, M., Lama; aus Ketschua llama, Sb., Vieh; L.: Kluge s. u. Lama, fehlt DW, EWD s. u. Lama, Duden s. u. Lama; Son.: vgl. nndl. lama, Sb., Lama (N.); frz. lama, M., Lama (N.); nschw. lama, Sb., Lama (N.); nnorw. lama, M., Lama (N.); poln. lama, F., Lama (N.); kymr. lama, M., F., Lama (N.); nir. láma, M., Lama (N.); lit. lama, F., Lama; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar aus dem Ketschua aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches besonders in den Anden heimisches und von Menschen als Haustier für Milch und Fleisch sowie Wolle gehaltenes höckerloses Kamel; BM.: Vieh; F.: Lama, Lamas+FW; Z.: Lama
Lama (2), nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Lama (M.), tibetischer Lehrer; ne. lama; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. tibet. blama; E.: s. tibet. blama, lama, M., Oberer; L.: Duden s. u. Lama; Son.: vgl. nndl. lama, Sb., Lama (M.); frz. lama, M., Lama (M.); nschw. lama, Sb., Lama (M.); nnorw. lama, M., Lama (M.); poln. lama, M., Lama (M.); kymr. lama, M., Lama (M.); nir. láma, M., Lama (M.); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Tibetischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen tibetischen Lehrer (Oberen) des Lamaismus; BM.: Oberer; F.: Lama, Lamas+FW(+EW); Z.: Lama
Lambda, nhd., N., (?): nhd. Lambda, elfter Buchstabe des griechischen Alphabets; ne. lambda, labda; Vw.: -; Hw.: s. L, Lambdazismus; Q.: ?; I.: Lw. lat. labda, gr. λάβδα (lábda); E.: s. lat. labda, lambda, N., Lamda, (116-27 v. Chr.); gr. λάβδα (lábda), N., Lamda; aus dem Semit., vgl. hebr. lāmedh; L.: Duden s. u. Lambda; nndl. lambda, Sb., Lamda; frz. lambda, M., Lambda; nschw. lambda, N., Lamda; nnorw. lambda, M., Lambda; kymr. lambda, F., Lambda; nir. lambda, M.?, Lambda; poln. lambda, F., Lambda; lit. lambda, Sb., Lambda; GB.: seit (?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den elften Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Lambda, Lambdas+FW; Z.: Lambd-a
Lambdazismus, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Lambdazismus, ein Sprachfehler; ne. lambdacism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. labdacismus; E.: s. lat. labdacismus, lamdacismus, M., Lamdazismus, zu häufiges Wiederholen des Buchstabens L; gr. λαβδακισμός (labdakismós), λαμβδακισμός (laμbdakismós), M., zu häufiges Wiederholen des Buchstabens L; vgl. gr. λάβδα (lábda), N., Lambda; aus dem Semit., vgl. hebr. lāmedh; L.: Duden s. u. Lamdazismus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Lambda und z sowie ismus gebildete Bezeichnung für die (fehlerhafte) Aussprache beispielsweise des Buchstabens r als l oder auch des l; BM.: ?; F.: Lambdazismus+FW(+EW); Z.:
$Lambertsnuss, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Lambertsnuss, eine Haselnuss; E.: s. Lambert (PN?), s. s, s. Nuss; L.: Kluge 1. A. s. u. Lambertsnusz, Kluge s. u. Lambertsnuss, DW 12, 83 (Lambertsnusz, nux lombardica); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Lambert für Lombarde und s sowie Nuss gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche aus Persien kommende essbare und seit mehr als 9000 Jahren von Menschen genutzte Nuss (Haselnuss) deren Früchte von einer weichen grünen Schale umgeben sind und deren Kern zusätzlich von einer harten Schale umhüllt ist; F.: Lambertsnuss, Lambertsnüsse, Lambertsnüssen+EW(+FW); Z.: Lam-bert-s—nuss
Lamelle, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lamelle, dünner Streifen; ne. lamella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); I.: Lw. frz. lamelle; E.: s. mhd. lāmel, st. F., st. N., Klinge (F.) (1), Lamelle; frz. lamelle, F., Lamelle, dünner Streifen; lat. lāmella, F., Metallblättlein, Metallblättchen, dünnes Blech, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. lāmina, F., dünnes Stück Metall, Holz, Marmor, dünne Platte; vgl. idg. *stel- (2), *stelə-, *stelH-, V., ausbreiten, Pokorny 1018? (1759/231) (RB. idg. aus arm., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lamelle, fehlt DW, EWD s. u. Lamelle, Duden s. u. Lamelle; Son.: vgl. nndl. lamelle, Sb., Lamelle; nschw. lamell, Sb., Lamelle; nnorw. lamell, M., Lamelle; poln. lamelka, F., Lamelle; kymr. lamela, M., Lamelle; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine schon natürlich vorhandene und von Menschen nachgebildete kleine dünne Platte oder einen dünnen Streifen; BM.: ausbreiten?; F.: Lamelle, Lamellen+FW(+EW); Z.: Lam-el-l-e
lamentabel, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.?): nhd. lamentabel, kläglich, beklagenswert; ne. lamentable; Vw.: -; Hw.: s. lamentieren, Lamento; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. lamentable; E.: s. frz. lamentable, Adj., beklagenswert; lat. lāmentābilis, Adj., kläglich, beweinenswert, beklagenswert, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. lāmentārī, V., wehklagen, heulen, jammern; vgl. idg. *lā- (1), V., tönen, bellen, Pokorny 650 (1045/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lamentieren, fehlt DW, Duden s. u. lamentabel; Son.: vgl. frz. lamentable, Adj., lamentabel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kläglich oder beklagenswert; BM.: tönen; F.: lamentabel, lamentable, lamentables, lamentablem, lamentablen, lamentabler(, lamentablere, lamentableres, lamentablerem, lamentableren, lamentablerer, lamentabelst, lamentabelste, lamentabelstes, lamentabelstem, lamentabelsten, lamentabelster)+FW(+EW); Z.: la-m-ent-ab-el
lamentieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lamentieren, jammern, klagen; ne. lament (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lamento, lamentabel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. lāmentārī; E.: s. lat. lāmentārī, V., wehklagen, heulen, jammern, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *lā- (1), V., tönen, bellen, Pokorny 650 (1045/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lamentieren, DW 12, 83, EWD s. u. Lamento, Duden s. u. lamentieren; Son.: vgl. nndl. lamenteren, V., lamentieren; frz. lamenter, V., lamentieren; nschw. lamentera, V., lamentieren; nnorw. lamentere, V., lamentieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches jammern oder klagen; BM.: tönen; F.: lamentieren, lamentiere, lamentierst, lamentiert, lamentierest, lamentieret, lamentierte, lamentiertest, lamentierten, lamentiertet, ##lamentiert, lamentierte, lamentiertes, lamentiertem, lamentierten, lamentierter##, lamentierend, ###lamentierend, lamentierende, lamentierendes, lamentierendem, lamentierenden, lamentierender###, lamentier (!)+FW(+EW); Z.: la-m-ent-ier-en
Lamento, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Lamento, Gejammer, Klage; ne. lament (N.); Vw.: -; Hw.: s. lamentieren, lamentabel; Q.: um 1700; I.: Lw. it. lamento; E.: s. it. lamento, M., Klage; lat. lāmentum, N., Wehklagen (N.), Klagen (N.), Weinen, Heulen, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *lā- (1), V., tönen, bellen, Pokorny 650 (1045/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lamentieren, DW 12, 83, EWD s. u. Lamento, Duden s. u. Lamento; Son.: vgl. frz. lamento, M., Lamento; nnorw. lamento, Sb., Lamento; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Gejammer oder eine Klage; BM.: tönen; F.: Lamento, Lamentos, Lamenti+FW(+EW); Z.: La-m-ent-o
Lametta, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lametta, Metallfaden; ne. lametta, tinsel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. it. lametta; E.: s. it. lametta, F., Lametta, Rasierklinge; vgl. it. lama, F., Metallblatt; lat. lāmina, F., dünnes Stück Metall, Holz, Marmor, dünne Platte, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *stel- (2), *stelə-, *stelH-, V., ausbreiten, Pokorny 1018? (1759/231) (RB. idg. aus arm., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lametta, fehlt DW, EWD s. u. Lametta, Duden s. u. Lametta; Son.: vgl. nndl. lamette, Sb., Lametta; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und als Christbaumschmuck verwendete schmale Metallstreifen; BM.: ausbreiten?; F.: Lametta, Lamettas+FW(+EW?); Z.: Lam-et-t-a
Lamm, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Lamm, junges Schaf; ne. lamb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. lam (2), lamp, st. N., Lamm; mnd. lam (2), lamp, laͤm, N., Lamm, Schaflamm, Schafjunges, schuldloses Opfer des Wolfes in der Fabel, Lammbraten als Opfermahl, Bild des Lammes als religiöses Symbol; mnl. lam, lamb, N., Lamm; ahd. lamb, st. N. (iz/az), Lamm; as. lamb, st. N. (a), Lamm; anfrk. lamp, st. N., Lamm; germ. *lamba-, *lambaz, *lambi-, *lambiz, st. N. (az/iz), Lamm; idg. *lonbʰos, *h₁lonbʰo-, Sb., Lamm, Schaf, Pokorny 304; vgl. idg. *el- (1), *ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, *h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302? (445/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lamm, Kluge s. u. Lamm, EWD s. u. Lamm, DW 12, 83, EWAhd 5, 1000, Falk/Torp 363, Duden s. u. Lamm, Bluhme s. u. Lamm; Son.: vgl. afries. lam, Lamm, N., Lamm; ae. lamb, st. N. (iz/az), Lamm; an. lamb, st. N. (az/iz), Lamm; got. lamb, st. N. (a), Lamm, Schaf, junges Kleinvieh; nndl. lam, Sb., Lamm; nschw. lamm, N., Lamm; nnorw. lam, N., Lamm; arm. eln, Sb., Hirsch, Hirschkuh; gr. ἐλλός (ellós), M., junger Hirsch, Hirschkalb; kymr. elain, F., Hirschkuh; air. elit, ailit, F., Reh; lit. élnis, M., Hirsch; ksl. jeleni, M., Hirsch; toch. A yäl, M., Gazelle; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches junges Schaf; BM.: braun; F.: Lamm, Lamms, Lammes, Lämmer, Lämmern+EW; Z.: La-mm
$lammen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lammen, Lamm gebären; E.: s. Lamm, s. en; L.: Kluge s. u. Lamm, EWD s. u. Lamm; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lamm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ein Lamm gebären; BM.: braun; F.: lammen, lamme (!), lammst, lammt, lammest, lammet, lammte, lammtest, lammten, lammtet, gelammt, ##gelammt, gelammte, gelammtes, gelammtem, gelammten, gelammter##, lammend, ###lammend, lammende, lammendes, lammendem, lammenden, lammender###, lamm(!)+EW; Z.: la-mm-en
Lampe (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lampe (F.), Beleuchtungskörper; ne. lamp; Vw.: -; Hw.: s. Lampion; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. lampe, sw. F., Lampe; mnd. lampe, F., M., Lampe, Leuchte, Beleuchtungsgerät mit Öl, Altarlampe, ewige Lampe; lat. lampas, F., Leuchte, Fackel, Kerze, (um 250-184 v. Chr.); gr. λαμπάς (lampás), F., Fackel, Fackellauf; vgl. gr. λάμπειν (lámpein), V., leuchten; vgl. idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lampe, Kluge s. u. Lampe, DW 12, 88, EWD s. u. Lampe, Duden s. u. Lampe, Bluhme s. u. Lampe; Son.: vgl. nndl. lamp, Sb., Lampe; frz. lampe, F., Lampe; nschw. lampa, Sb., Lampe; nnorw. lampe, M., F., Lampe; poln. lampa, F., Lampe; kymr. lamp, F., Lampe; nir. lampa, M., Lampe; lit. lempa, F., Lampe; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Lichtquelle enthaltendes Gerät oder einen Beleuchtungskörper; BM.: leuchten bzw. brennen; F.: Lampe, Lampen+FW+EW; Z.: La-m-p-e
Lampe (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Lampe (M.), Meister Lampe, Hase; ne. hare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. Lampe, M.?, Lampe (ein Zuname), Name des Hasen in Reinke Vos; wohl von dem PN Lamprecht; s. ahd. Lantberaht?, PN, Lamprecht; vgl. ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich, Reich; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; s. idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); ahd. beraht, Adj., hell, glänzend, klar, strahlend, hervorragend; germ. *berhta-, *berhtaz, Adj., licht, hell, glänzend; s. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141; vgl. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Lampe, DW 12, 88, Duden s. u. Lampe; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus dem PN Lamprecht abkürzend gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des Hasen in der Tiersage; BM.: Land, glänzen; F.: Lampe, Lampen+FW?+EW; Z.: Lam-p-e
$Lampenfieber, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lampenfieber; Hw.: s. Kanonenfieber; E.: s. Lamp(e), s. en, s. Fieber; L.: Kluge s. u. Lampenfieber, fehlt DW, EWD s. u. Lampe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lamp(e) und en (Suff.) sowie Fieber gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche unter Anspannung entstehende fieberartige Erregung eines Menschen beispielsweise durch das Rampenlicht eines Bühnenauftritts; F.: Lampenfieber+FW(+EW); Z.: La-m-p-en—fieb-er
Lampion, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lampion, Papierlaterne; ne. lampion; Vw.: -; Hw.: s. Lampe (1); Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lampion; E.: s. frz. lampion, M., Lampion; it. lampione, M., Lampion; vgl. mlat. lampa, F., Lampe; lat. lampas, F., Leuchte, Fackel, Kerze, (um 250-184 v. Chr.); gr. λαμπάς (lampás), F., Fackel, Fackellauf; vgl. gr. λάμπειν (lámpein), V., leuchten; vgl. idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Lampe 1, fehlt DW, EWD s. u. Lampion, Duden s. u. Lampion; Son.: vgl. nndl. lampion, Sb., Lampion; poln. lampion, M., Lampion; kymr. lamp, F., Lampion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Laterne mit einem bunten Schirm aus Papier (Papierlaterne) oder Seide; BM.: leuchten bzw. brennen; F.: Lampion, Lampions, Lampione, Lampionen+FW; Z.: La-m-p-io-n
Lamprete, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lamprete, ein Neunauge; ne. lamprey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lamprēde, lamprīde, F., Lamprete; mnd. lamprēde, lampreide, N., Lamprete, Flussneunauge; mnl. lampreide, lampereide, lampreie, F., Lamprete; ahd. lampfrīda, lamphrīda, lantfrīda, lamprīda, st. F. (ō), Lamprete (ein Fisch), Neunauge; as. lamprītha*, st. F. (ō), Lamprete; anfrk. lampreyde, F., Lamprete; roman. lamprede?, mlat. lampreda, F., Renke, Illanke, Neunauge; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Lamprete, DW 12, 90, EWAhd 5, 1006, Duden s. u. Lamprete; Son.: vgl. ae. lamprēde, sw. F. (n), Lamprete; kymr. lamprai, F., Lamprete; nir. loimpre, F., Lamprete; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und Romanischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches in dem Meer lebendes Neunauge; BM.: ?; F.: Lamprete, Lampreten+FW(+EW); Z.: Lampret-e
lancieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lancieren, in die Wege leiten, veröffentlichen, begünstigen; ne. launch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lanze; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lancer; E.: s. frz. lancer, V., lancieren, schleudern; lat. lanceāre, V., schwingen, mit der Lanze treffen, mit der Lanze stoßen, schleudern, mit der Lanze durchbohren, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. lancea, F., Lanze, Speer, mit Lanze bewaffneter Krieger; keltisches Lehnwort; vgl. idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832? (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805? (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. lancieren, fehlt DW, EWD s. u. lancieren, Duden s. u. lancieren; Son.: vgl. nndl. lanceren, V., lancieren; nschw. lansera, V., lancieren; nnorw. lansere, V., lancieren; poln. lansować, V., lancieren; kymr. lansio, V., vom Stapel lassen; nir. lainseálaim, V., vom Stapel lassen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in die Wege leiten oder veröffentlichen oder begünstigen; BM.: schlagen; F.: lancieren, lanciere (!), lancierst, lanciert, lancierest, lancieret, lancierte, lanciertest, lancierten, lanciertet, ##lanciert, lancierte, lanciertes, lanciertem, lancierten, lancierter##, lancierend, ###lancierend, lancierende, lancierendes, lancierendem, lancierenden, lancierender###, lancier (!)+FW; Z.: la-n-c-ier-en
Land, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Land, Erde, Gebiet, Staat; ne. land (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gelände; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. lant, st. N., Land, Erde, Gebiet, Heimat; mnd. lant, land*, N., Land, Erde, Erdoberfläche, festes Land, Festland, Landschaft, Gegend, Gebiet; mnl. lant, N., Land, Festland, Grundstück, Eigentum; ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich, Reich; as. land, st. N. (a), Land, Gebiet; anfrk. land*, st. N. (a), Land; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; s. idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Land, Kluge s. u. Land, DW 12, 90, EWD s. u. Land, EWAhd 5, 1029, Falk/Torp 362, Duden s. u. Land, Bluhme s. u. Land; Son.: vgl. afries. land, lond, st. N. (a), Land, Landschaft, Raum, Volk; nnordfries. lon, lön; ae. land, lond, st. N. (a), Land, Erde; an. land, st. N. (a), Land; got. land, st. N. (a), Land, Landgut, Gegend; nndl. land, Sb., Land; nschw. land, N., Land; nnorw. land, N., Land; air. ithlann, ithla, Sb., Tenne; kymr. ydlan, F., Scheuer; apreuß. lindan, M. (Akk. Sg.), Tal; russ. ljadá, F., Rodeland; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Festigung der Erdoberfläche möglichen nicht von Wasser bedeckten Teil der Erdeund später auch für einen Staat; BM.: zerbrechen; F.: Land, Lande, Landes, Lands, Länder, Ländern+EW; Z.: Lan-d
Landauer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Landauer, eine Kutsche; ne. landau, barouche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1723; E.: Herkunft wohl vom ON Landau; L.: Kluge s. u. Landauer, DW 12, 88, EWD s. u. Landauer, Duden s. u. Landauer; Son.: vgl. nndl. landauer, Sb., Landauer; nnorw. landauer, M., Landauer; poln. landara, SB. Landauer; kymr. lando, M., Landauer; nir. landó, M., Landauer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem ON Landau und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete viersitzige Kutsche mit klappbarem Verdeck; BM.: ON; F.: Landauer, Landauers, Landauern+EW; Z.: Landau-er
Lände, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Landungsplatz, Lände; ne. landing (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: -; E.: mhd. lende, st. N., Gelände, Gefilde, Landstrich, Sprengel; ahd. lentī (1), st. F. (ī), Lände, Landungsstelle, Landeplatz, Anlegestelle; s. ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich, Reich; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; s. idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lände, DW 12, 101, EWAhd 5, 1176, Duden s. u. Lände; GB.: seit um 1000 belegte und mit Land und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Landungsplatz für ein Schiff (Schifflandeplatz) oder eine Lände; BM.: Land; F.: Lände, Länden+EW; Z.: Län-d-e
$landen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. landen, an Land gehen, an Land gelangen; E.: s. Land, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. landen, DW 12, 101, EWD s. u. Land; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Land und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Wasserfahrzeugen durch Menschen mögliches an Land gehen oder gelangen; F.: landen, lande (!), landest, landet, landete, landetest, landeten, landetet, gelandet, ##gelandet, gelandete, gelandetes, gelandetem, gelandeten, gelandeter##, landend, ###landend, landende, landendes, landendem, landenden, landender###, land (!)+EW; Z.: lan-d-en
$Landenge, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Landenge, Landbrücke, schmaler Landstreifen; E.: s. Land, s. Enge; L.: DW 12, 104, EWD s. u. Land; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Land und Enge gebildete schmale Stelle zwischen zwei größeren Landteilen wie Mittelamerika zwischen Nordamerika und Südamerika oder der sechs Kilometer schmale Isthmus von Korinth zwischen der Halbinsel Peloponnes und dem Festland Griechenland; F.: Landenge, Landengen+EW; Z.: Land—eng-e
Länder, nhd. (ält.), M., (16. Jh.?): nhd. Länder, zu einem Land Gehörender; ne. landdweller; Vw.: Neufund-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.-; E.: mnd. lendære*, lender, M., Länder, Bewohner eines Landes; s. mnd. lant, land*, N., Land, Erde, Erdoberfläche, festes Land, Festland, Landschaft, Gegend; mhd. lant, st. N., Land, Erde, Gebiet, Heimat; ahd. lant, st. N. (a), Land, Heimatland, Gebiet, Herrschaftsbereich, Reich; as. land, st. N. (a), Land, Gebiet; anfrk. land*, st. N. (a), Land; germ. *landa-, *landam, st. N. (a), Land, Talsenke; s. idg. *lendʰ- (3), Sb., Land, Heide (F.) (1), Steppe, Pokorny 675 (1099/55) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 104; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Land und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Staaten oder Ländern möglichen zu einem einzelnen Land gehörenden Menschen oder auch sonstigen Lebewesen; BM.: zerbrechen; F.: Länder, Länders, Ländern+EW; Z.: Län-d-er
$Länderei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Länderei; E.: s. Land, s. er, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Land, DW 12, 104, EWD s. u. Land; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Land und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein größeres Stück Land eines Eigentümers; F.: Länderei, Ländereien+EW; Z.: Län-d-er-ei
$Länderer, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Länderer; E.: s. länder(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Ländler, DW 12, 104; GB.: vielleicht seit 19. Jh. (Jean Paul) belegte und aus länder(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen ländlichen Tanz und einen ihn tanzenden Menschen; F.: Länderer, Länderers, Länderern+EW; Z.: Län-d-er-er
$ländern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ländern, tanzen; E.: s. Länd(ler), s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Ländler; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Länd(ler) und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit einen von Menschen entwickelten und verwendeten Ländler tanzen oder Länder (!) tanzen; F.: ländern (!), ländere (!), länder (!), ländre (!), länderst, ländert, länderte, ländertest, länderten, ländertet, geländert, ##geländert, geländertes, geländertem, geländerten, geländerter##, ländernd, ###ländernd, ländernde, länderndes, länderndem, ländernden, ländernder###, länder (!)+EW; Z.: län-d-er-n
$Landesverrat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Landesverrat; E.: s. Landes, s. Verrat; L.: DW 12, 112 (Landesverrath), EWD s. u. verraten; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Land und es sowie Verrat gebildete Bezeichnung für den Verrat eines Landes durch einen Staatsangehörigen an eine auswärtige Macht in Gegensatz zu einem Hochverrat; F.: Landesverrat, Landesverrates, Landesverrats+EW; Z.: Lan-d-es—ver—ra-t
$Landjäger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Landjäger; E.: s. Land, s. Jäger; L.: Kluge s. u. Landjäger, DW 12, 120; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Land und Jäger gebildete Bezeichnung für einen als Jäger oder allgemein als Bediensteter (Polizist) eines Landes tätigen Menschen und wohl als dessen Lieblingsspeise geltende kleine flach gepresste und stark geräucherte Wurst aus scharf gewürztem rohem Fleisch; F.: Landjäger, Landjägers, Landjägern+EW; Z.: Lan-d-jäg-er
$Landkarte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Landkarte; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Land, s. Karte; L.: DW 12, 120, EWD s. u. Land; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Land und Karte gebildete Bezeichnung für eine stark verkleinerte seit um 3800 v. Chr. in Mesopotamien auf Tontafeln entwickelte und später auf Papyrus und Papier fortgeführte Darstellung (Karte) eines Gebietes der Erde; F.: Landkarte, Landkarten+EW+FW; Z.: Lan-d—kart-e
$landläufig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. landläufig, in einem Land bekannt oder geläufig; E.: s. Land, s. läufig; L.: Kluge s. u. landläufig, DW 12, 123, EWD s. u. laufen; GB.: (lantlöufic) seit 1420 belegte und aus Land und läufig gebildete Bezeichnung für in dem betreffenden Land bekannt oder geläufig; F.: landläufig, landläufige, landläufiges, landläufigem, landläufigen, landläufiger(, landläufigere, landläufigeres, landläufigerem, landläufigeren, landläufigerer, landläufigst, landläufigste, landläufigstes, landläufigstem, landläufigsten, landläufigster)+EW; Z.: lan-d-läuf-ig
$Ländler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ländler, ein Tanz; E.: s. länd(ern), s. (e)l, s. er, L.: Kluge s. u. Ländler, DW 12, 123; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus länd(ern) und (e)l sowie er gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Tanz; F.: Ländler, Ländlers, Ländlern+EW; Z.: Län-d-l-er
$ländlich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. ländlich, Land betreffend; E.: s. Land, s. lich; L.: Kluge s. u. Land, DW 12, 123, EWD s. u. laufen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Land und lich gebildete Bezeichnung für das Land in Gegensatz zu der Stadt betreffend; F.: ländlich, ländliche, ländliches, ländlichem, ländlichen, ländlicher(, ländlichere, ländlicheres, ländlicherem, ländlicheren, ländlicherer, ländlichst, ländlichste, ländlichstes, ländlichstem, ländlichsten, ländlichster)+EW; Z.: län-d-lich
$Landpomeranze, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Landpomeranze; Q.: um 1820; E.: s. Land, s. Pomeranze; Bezeichnung für eine von dem Land kommende Pomeranze (Bitterorange) und übertragen (Adj.) für eine von dem Land kommende und (in der Stadt) unbeholfen wirkende Frau; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pomeranze; GB.: seit um 1820 belegte und aus Land und Pomeranze gebildete Bezeichnung für eine von dem Land kommende Pomeranze und übertragen (Adj.) für eine von dem Land kommende und unbeholfen wirkende Frau; F.: Landpomeranze, Landpomeranzen+EW+FW; Z.: Lan-d—pom-er-anz-e
$Landregen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Landregen; E.: s. Land, s. Regen (M.); L.: DW 12, 128, EWD s. u. Land; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Land und Regen (M.) gebildete Bezeichnung für einen längeren und ausgedehnteren sowie dünneren Regen (M.) in Gegensatz zu einem Platzregen; F.: Landregen, Landregens+EW; Z.: Lan-d—reg-en
$Landschaft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Landschaft; E.: s. Land, s. schaft; L.: Kluge s. u. Landschaft, DW 12, 131, EWD s. u. Land; GB.: (lantskaf*) seit um 765 belegte und aus Land und schaft gebildete Bezeichnung für einen zusammenhängenden Landstrich oder ein Gebiet oder eine Gegend und später deren politische Vertretung durch Menschen; F.: Landschaft, Landschaften+EW; Z.: Lan-d-schaf-t
$landschaftlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. landschaftlich, eine Landschaft betreffend; E.: s. Landschaft, s. lich; L.: DW 12, 131, EWD s. u. Land; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Landschaft und lich gebildete Bezeichnung für eine Landschaft betreffend; F.: landschaftlich, landschaftliche, landschaftliches, landschaftlichem, landschaftlichen, landschaftlicher+EW; Z.: lan-d-schaf-t—lich
Landseer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Landseer, ein großer Hund; ne. landseer dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von dem PN Edwin Henry Landseer (1802-1873) der ein Bild eines großen schwarz-weißen Neufundländers namens Saved malte; L.: fehlt DW, Duden s. u. Landseer; Son.: vgl. nndl. landseer, Sb., Landseer; frz. landseer, M., Landseer; nschw. landseer, Sb., Landseer; nnorw. landseer, M., Landseer; poln. landseer, M., Landseer; kymr. landseer, M., Landseer; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und von einem PN gebildete Bezeichnung für einen zu der Rasse der Neufundländer gehörenden schwarz-weißen Hund; BM.: PN (nach einem Bild auf dem ein dem Landseer ähnlicher Hund abgebildet ist); F.: Landseer, Landseers, Landseern+FW; Z.: Landseer
$Landser, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Landser. Landsknecht, Soldat, Söldner; E.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Land und s sowie er (Suff.) gebildete wohl mit Landsknecht verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen entwickelten Landsknecht oder Soldaten oder Söldner; L.: Kluge s. u. Landsknecht, fehlt DW, EWD s. u. Land; F.: Landser, Landsers, Landsern+EW; Z.: Lan-d-s-er
$Landsknecht, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Landsknecht, Landser, Soldat, Söldner; E.: s. Land, s. s, s. Knecht; L.: Kluge s. u. Landsknecht, EWD s. u. Land; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Land und s sowie Knecht gebildete Bezeichnung für einen sachlich eher spät von Menschen entwickelten Landser oder Soldaten oder Söldner F.: Landsknecht, Landsknechtes, Landsknechts, Landsknechte, Landsknechten+EW; Z.: Lan-d-s—kne-cht
Landstörzer, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Landstörzer, Landstreicher; ne. tramp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Vorderglied s. Land; Hinterglied s. mhd. sterzære*, sterzer, st. M., Sterzer, Vagabund, betrügerischer Bettler; vgl. mhd. sterz, stert, t. M., Sterz (M.) (2), Schweif, Stängel, Stengel, Schwanz, Stiel, Pflugsterz, Strunk; ahd. sterz, st. M. (a?, i?), Sterz (M.) (2), Schwanz, Strunk, Pflugsterz; germ. *sterta-, *stertaz, st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Landstörzer, DW 12, 143, Duden s. u. Landstörzer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Land und Störzer (mhd. sterzære) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen auffälligen (nicht sesshaften) Landstreicher; BM.: Land, starr; F.: Landstörzer, Landstörzers, Landstörzern+EW; Z.: Lan-d-stör-z-er
$Landstreicher, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Landstreicher, Landstörzer; E.: s. Land, s. Streicher; L.: Kluge s. u. Landstreicher, DW 12, 144, EWD s. u. Land; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Land und Streicher gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen auffälligen (nicht sesshaften) Menschen; F.: Landstreicher, Landstreichers, Landstreichern+EW; Z.: Lan-d—strei-ch-er
$Landstrich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Landstrich; E.: s. Land, s. Strich; L.: DW 12, 145, EWD s. u. Strich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Land und Strich gebildete Bezeichnung für einen schmalen Bereich eines Gebiets oder Landes; F.: Landstrich, Landstriches, Landstrichs, Landstriche, Landstrichen+EW; Z.: Lan-d-stri-ch
$Landsturm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Landsturm; E.: s. Land, s. Sturm; L.: Kluge s. u. Landsturm, DW 12, 145; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Land und Sturm gebildete Bezeichnung für einen Sturm auf dem Lande und das Aufgebot der letzten waffenfähigen Männer zu der Verteidigung eines Landes; F.: Landsturm, Landsturmes, Landsturms, Landstürme, Landstürmen+EW; Z.: Lan-d—stur-m
$Landtag, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Landtag; E.: s. Land, s. Tag; L.: Kluge s. u. Landtag, EWD s. u. Land; GB.: (lanttac) seit 1228/1229 belegte und aus Land und Tag gebildete Bezeichnung für eine ein Land politisch vertretende Versammlung; F.: Landtag, Landtags, Landtages, Landtage, Landtagen+EW; Z.: Lan-d—t-ag
$Landung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Landung; Vw.: s. Bauch-; E.: s. land(en), s. ung; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: DW 12, 147, EWD s. u. Land; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus land(en) und ung gebildete Bezeichnung für das Ankommen eines Schiffes aus dem Wasser an dem Lande oder schon vormenschlich mögliches Ankommen eines Vogels oder Insekts aus der Luft auf einem festen Gegenstand; F.: Landung, Landunge+EW; Z.: Lan-d-ung
$Landwehr, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Landwehr; E.: s. Land, s. Wehr; L.: Kluge s. u. Landwehr, DW 12, 149, EWD s. u. Land; GB.: (lantwer) seit um 1200 belegte und aus Land und Wehr (F.) gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und ausgeführte Verteidigung eines einzelnen wohl seit dieser Zeit entwickelten Landes; F.: Landwehr, Landwehren+EW; Z.: Lan-d—wehr
$Landwirt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Landwirt, Bewirtschafter eines Stückes Land; E.: s. Land, s. Wirt; L.: Kluge s. u. Landwirt, DW 12, 151 (Landwirth), EWD s. u. Land; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Land und Wirt gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Bewirtschafter eines Stück Landes; F.: Landwirt, Landwirts, Landwirtes, Landwirte, Landwirten+EW; Z.: Lan-d—wir-t
$Landwirtschaft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Landwirtschaft; E.: s. Landwirt, s. schaft; L.: Kluge s. u. Landwirt, DW 12, 151 (Landwirthschaft), EWD s. u. Land; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Landwirt und schaft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Bewirtschaftung von Land oder Grund und Boden durch Menschen; F.: Landwirtschaft, Landwirtschaften+EW; Z.: Lan-d—wir-t-schaf-t
lang (1), nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lang (Adj.), weit reichend, ausgedehnt; ne. long (Adj.); Vw.: s. -wiede, -wierig; Hw.: s. Länge; Q.: vor Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lanc (1), Adj., lang (Adj.); mnd. lanc (1), lank, lang, langk, lanch, Adj., lang (Adj.), langgestreckt, lange andauernd, langgeübt, langwierig; mnl. lanc, lang, lanch, Adj., lang, lange dauernd, langsam, ausgestreckt, groß; ahd. lang (1), Adj., lang (Adj.), ausführlich, umständlich, langatmig, langwierig, lang dauernd; as. lang* (1), Adj., lang (Adj.); anfrk. *lang?, Adj., lang (Adj.); germ. *langa- (1), *langaz, Adj., lang (Adj.); idg. *dlongʰos, *longʰos, *dlh₁ongʰo-, Adj., lang (Adj.), Pokorny 196; vgl. idg. *del- (5), delh₁-, Adj., V., lang (Adj.), längen, Pokorny 196 (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. lang, Kluge s. u. lang, DW 12, 153, EWD s. u. lang, EWAhd 5, 1009, Falk/Torp 360, Heidermanns 360, Duden s. u. lang, Bluhme s. u. lang; Son.: vgl. afries. lang, long, Adj., lang (Adj.); saterl. lang, Adj., lang (Adj.); ae. lang (1), long, Adj., lang (Adj.), groß, hoch; an. langr, Adj., lang (Adj.); got. laggs, Adj. (a), lang (zeitlich); nndl. lang, Adj., lang (Adj.); nschw. long., Adj., lang (Adj.); nnorw. lang, Adj., lang (Adj.); ai. dīrghá-, Adj., lang (Adj.); apers. dargam, Adj., lang (Adj.); mpers. drang, Adj., lang (Adj.); ? gr. δολιχός (dolichós), Adj., lang (Adj.), langwährend; lat. longus, Adj., lang (Adj.); lit. ìlgas, Adj., lang (Adj.); ksl. dlъgъ, dligu, Adj., lang (Adj.); GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches weit reichend oder ausgedehnt; BM.: ?; F.: lang, lange, langes, langem, langen, langer, länger(, längere, längeres, längerem, längeren, längerer, längst, längste, längstes, längstem, längsten, längster)+EW; Z.: la-ng
lang (2), nhd., Adv., (20. Jh.): nhd. lang (Adv.), entlang; ne. along; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: niederdeutsche Form von entlang, s. nhd. ent, lang; L.: Kluge s. u. lang 2, Duden s. u. lang; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen gebildete umgangssprachliche Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches entlang; BM.: ?; F.: lang+EW; Z.: la-ng
$lange, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. lange; E.: s. lang, s. e; L.: Kluge s. u. lang, DW 12, 162, EWD s. u. lang; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus lang und e gebildete für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches weit reichend oder ausgedehnt; F.: lange+EW; Z.: la-ng-e
Länge, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Länge, große Ausdehnung; ne. length; Vw.: -; Hw.: s. lang (1); Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. lenge (1), st. F., Länge, Größe, Dauer; mnd. lenge (1), leynge, lange, F., Länge, Größe, zeitliche Ausdehnung, zeitlicher Aufschub; mnl. lenghe, lenge, F., Länge; ahd. lengī, st. F. (ī), Länge, Verlauf; as. -; anfrk. -; germ. *langī-, *langīn, sw. F. (n), Länge; s. idg. *dlongʰos, *longʰos, *dlh₁ongʰo-, Adj., lang, Pokorny 196; vgl. idg. *del- (5), *delh₁-, Adj., V., lang, längen, Pokorny 196 (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. lang, DW 12, 165, EWD s. u. lang, Heidermanns 361, EWAhd 5, 1171, Duden s. u. Länge; Son.: vgl. afries. lendze, lenge, F., Länge; ae. lėngu, sw. F. (īn), Länge, Höhe; got. laggei, sw. F. (n), Länge; nndl. lengte, Sb., Länge; nschw. längd, Sb., Länge; nnorw. lengde, M., F., Länge; lit. ilgis, M., Länge; GB.: (lengī) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche große räumliche oder zeitliche Ausdehnung in Gegensatz zu Kürze; BM.: ?; F.: Länge, Längen+EW; Z.: Lä-ng-e
langen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. lang werden, sich erstrecken, gelangen, reichen; ne. extend; Vw.: s. ge-, ver-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. langen, sw. V., lang werden, lange dauern (V.) (1), greifen nach, reichen, reichen über, sich ausstrecken; mnd. langen (1), sw. V., langen, reichen, erlangen, erreichen, gelangen, hinreichen, erstreben, durchsetzen, suchen, holen, herbeiholen, herausholen; mnl. langhen, langen, sw. V., lang werden; ahd. langōn?, sw. V. (2); ahd. langēn, sw. V. (3), „verlangen“, verlangen nach, sich sehnen, begehren; as. langon, sw. V. (2), verlangen; anfrk. -; germ. *langēn, *langǣn, sw. V., sich sehnen nach, verlangen; s. idg. *lengᵘ̯h-, *lengᵘ̯ho-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; vgl. idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. langen, DW 12, 168, EWD s. u. lang, EWAhd 5, 1014, Falk/Torp 361, Duden s. u. langen; Son.: vgl. afries. -; ae. langian (1), sw. V. (2), verlangen, sich sehnen, sorgen für, länger werden; ae. lėngan (2), sw. V. (2), erreichen, gehören, rufen nach; an. langa (2), sw. V. (2), verlangen; got. -; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches bis zu einem bestimmten Punkt reichen; BM.: sich bewegen; F.: langen (!), lange (!), langst, langt, langest, langet, langte, langtest, langten, langtet, gelangt, ##gelangt, gelangte, gelangtes, gelangtem, gelangten, gelangter##, langend, ###langend, langende, langendes, langendem, langenden, langender###, lang (!)+EW; Z.: la-ng-en
$Langeweile, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Langeweile, Eintönigkeit; E.: s. lang, s. e, s. Weile; L.: Kluge s. u. Langeweile, DW 12, 173, EWD s. u. lang; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus lang und e sowie Weile gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gefühl der Eintönigkeit infolge fehlender Anregung oder Beschäftigung mit den Notwendigkeiten der Daseinserhaltung; F.: Langeweile+EW; Z.: La-ng-e—wei-l-e
$Langfinger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Langfinger, Dieb; E.: s. lang, s. Finger; L.: Kluge s. u. Langfinger, DW 12, 173, EWD s. u. lang; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lang und Finger gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Besitz und Vermögen des Menschen möglichen Dieb; F.: Langfinger, Langfingers, Langfingern+EW; Z.: La-ng—fing-er
$länglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. länglich, etwas lang, ein wenig lang; Vw.: s. hin-; E.: s. lang, s. lich; L.: Kluge s. u. lang, DW 12, 176, EWD s. u. lang; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus lang und lich gebildete Bezeichnung für etwas lang oder ein wenig lang; F.: länglich, längliche, länglichem, länglichen, länglicher, längliches, (länglichst, länglichste, länglichstes, länglichstem, länglichsten, länglichster, länglichstere, länglichsteres, länglichsterem, länglichsteren, länglichsterer, länglichstst, länglichstste, länglichststes, länglichststem, länglichststen, länglichstster)+EW; Z.: lä-ng—lich
$Langmut, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Langmut, Großmut, Ausdauer, Nachsicht; E.: s. lang, s. Mut; L.: DW 12, 176 (Langmuth), EWD s. u. lang; GB.: Son.: das um siebenhundertfünfundsechzig belegte und nach lat. longanimis gebildete ahd. langmuot setzte sich nicht in die Neuzeit fort und Langmut wurde in dem 16. Jh. neu gebildet; F.: Langmut+EW; Z.: La-ng—mu-t
$langmütig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. langmütig, großmütig, ausdauernd, nachsichtig, geduldig; E.: s. lang, s. mütig; L.: Kluge s. u. langmütig, DW 12, 176 (langmüthig), EWD s. u. lang; GB.: (langmuotīg) seit 1000 belegte und wohl nach lat. longanimis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches großmütig oder ausdauernd oder nachsichtig oder geduldig; F.: langmütig, langmütige, langmütiges, langmütigem, langmütigen, langmütiger(, langmütigere, langmütigeres, langmütigerem, langmütigeren, langmütigerer, langmütigst, langmütigste, langmütigstes, langmütigstem, langmütigsten, langmütigster)+EW; Z.: la-ng—mü-t-ig
$Langohr, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Langohr, Hase, Esel; E.: s. lang, s. Ohr; L.: DW 12, 177, EWD s. u. lang; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lang und Ohr gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Ohren mögliches langes Ohr und übertragen (Adj.) für Hase oder Esel; F.: Langohr, Langohres, Langohrs, Langohren+EW; Z.: La-ng—ohr
$längs, nhd., Präp., Adv. (12. Jh.?): nhd. längs, der Länge nach, entlang; E.: s. lang, s. es; L.: Kluge s. u. längs, DW 12, 178, EWD s. u. lang; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus lang und (es) gebildete Bezeichnung der Länge nach oder entlang; F.: längs+EW; Z.: lä-ng-s
$langsam, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. langsam, langdauernd, langwierig, weitschweifig; E.: s. lang, s. sam; L.: Kluge s. u. langsam, DW 12, 177, EWD s. u. lang; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus lang und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches langdauernd oder langwierig oder weitschweifig; F.: langsam, langsame, langsames, langsamem, langsamen, langsamer(, langsamere, langsameres, langsamerem, langsameren, langsamerer, langsamst, langsamste, langsamstes, langsamstem, langsamsten, langsamster)+EW; Z.: la-ng-sam
$längst, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. längst, seit langer Zeit; Vw.: s. un-; E.: s. lang, s. (e)st; L.: Kluge s. u. lang, längst, DW 12, 812, EWD s. u. lang; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus lang und (e)st gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches seit langer Zeit; F.: längst+EW; Z.: lä-ng-st
Languste, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Languste, ein scherenloser Krebs; ne. langouste; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. langouste; E.: s. frz. langouste, F., Languste, Heuschrecke; lat. locusta, F., Heuschrecke, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *lek- (2), *lēk-, *lək-, *lₑk-, V., Sb., biegen, winden, springen, zappeln, Glied, Pokorny 673 (1092/48) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Languste, fehlt DW, EWD s. u. Languste, Duden s. u. Languste; Son.: s. mhd. langust, st. M., Geißblatt; vgl. nndl. langoest, Sb., Languste; nschw. langust, Sb., Languste; nnorw. langust, M., Languste; poln. langusta, F., Languste; lit. langustas, M., Languste; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen großen meist rötlich violetten bis weinroten in Mittelmeer und Ostatlantik lebenden und nach dem als Plankton frei treibenden Larvenstadium an Felsenküsten lebenden Krebs ohne Scheren; BM.: biegen bzw. springen; F.: Languste, Langusten+FW(+EW); Z.: La-n-g-ust-e
$langweilen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. langweilen, Langeweile haben oder vermitteln, das Gefühl der Eintönigkeit haben oder anderen Menschen vermitteln; E.: s. Lang(e)weil(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Langeweile, DW 12, 184, EWD s. u. lang; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lang(e)weil(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches das Gefühl der Eintönigkeit haben oder anderen Menschen vermitteln; F.: langweilen (!), langweile (!), langweilst, langweilt, langweilest, langweilet, langweilte, langweiltest, langweilten, langweiltet, gelangweilt, ##gelangweilt, gelangweilte, gelangweiltes, gelangweiltem, gelangweilten, gelangweilter##, langweilend, ###langweilend, langweilende, langweilendes, langweilendem, langweilenden, langweilender###, langweil (!)+EW; Z.: la-ng—wei-l-en
$langweilig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. langweilig; E.: s. Lang(e)weil(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Langeweile, DW 12, 184, EWD s. u. lang; GB.: (lancwīlic) seit vor 1483 belegte und aus Lang(e)weil(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches das Gefühl der Eintönigkeit habend oder anderen Menschen vermittelnd; F.: langweilig, langweilige, langweiliges, langweiligem, langweiligen, langweiliger(, langweiligere, langweiligeres, langweiligerem, langweiligeren, langweiligerer, langweiligst, langweiligste, langweiligstes, langweiligstem, langweiligsten, langweiligster)+EW; Z.: la-ng—wei-l-ig
Langwiede, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Langwiede, Stange zwischen Vordergestell und Hintergestell eines Ackerwagens; ne. shaft, pole (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lancwit, st. N., st. F., Langwiede, Hinterdeichsel; s. ahd. langwid*, st. F. (i), „Langwiede“, Langholz, Wagenseil, Deichsel; Vorderglied. s. nhd. lang (1); Hinterglied s. mhd. wite, wit, st. M., st. N., Holz, Gehölz, Brennholz, Brandfackel; ahd. witu*, st. M. (u), st. N. (u), Holz; germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Langwiede, DW 12, 185, EWAhd 5, 1023, Duden s. u. Langwiede; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus lang und Wiede gebildete Bezeichnung für ein langes von Menschen nach der Erfindung des Rades und des Wagens als Verbindung zwischen einem Vorderteil und einem Hinterteil eines Ackerwagens entwickeltes und verwendetes Rundholz (Stange); BM.: lang, Holz; F.: Langwiede, Langwieden+EW; Z.: La-ng—wie-d-e
langwierig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. langwierig, langdauernd; ne. protracted, lengthy; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. fnhd. lancwirig, Adj., langwierig; mhd. lancweric, lancwiric, Adj., lang dauernd, lang lebend, langwierig; mnd. lancwirich, Adj., „langwierig“, langdauernd, langjährig, dauernd; mnd. lancwirich, Adj., „langwierig“, langdauernd, langjährig, dauernd; Herkunft des Vorderglieds s. nhd. lang; Hinterglied s. ahd. wirīg*, werīg*, Adj., dauernd, dauerhaft, beständig; s. germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. langwierig, DW 12, 185, EWD s. u. lang, EWAhd 5, 1024, Duden s. u. langwierig, Bluhme s. u. langwierig; GB.: seit r (lancwerig) seit 1325-1330 belegte und aus lang und wierig gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen in der Dimension Zeit langdauernd; BM.: lang, währen; F.: langwierig, langwierige, langwieriges, langwierigem, langwierigen, langwieriger(, langwierigere, langwierigeres, langwierigerem, langwierigeren, langwierigerer, langwierigst, langwierigste, langwierigstes, langwierigstem, langwierigsten, langwierigster)+EW; Z.: la-ng-wier-ig
Lanthan, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lanthan, ein Metall der seltenen Erden; ne. lanthanum; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λανθάνειν (lanthánein), V., verborgen sein (V.), unbekannt sein (V.), unbemerkt bleiben; vgl. idg. *lā- (2), V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651 (1046/2) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Lanthan; Son.: vgl. nndl. lanthaan, Sb., Lanthan; frz. lanthane, M., Lanthan; nschw. lantan, N., Lanthan; nnorw. lantan, N., Lanthan; kymr. lanthanwm, M., Lanthan; nir. lantanam, M., Lanthan; poln. lantan, M., Lanthan; lit. lantanas, M., Lanthan; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein (vor allem in der inneren Mongolei und) nur in Verbindungen vorkommendes weißgraues und in der Luft sofort bunt anlaufendes nach Axel Fredrik Cronstedt 1839 von Carl Gustav Mosander in Schweden durch Aufteilung einer Verbindung entdecktes und aus dem Griechischen des Altertums benanntes und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbares Metall (chemisches Element Nr. 57, abgekürzt La) das in der Medizin zu einer Senkung des Phosphatspiegels und in der Industrie für Legierungen und Katalysatoren und optische Gläser und Zement und Leuchtmittel sowie als Wasserstoffspeicher in Batterien verwendet wird; BM.: verborgen sein (V.); F.: Lanthan, Lanthans+FW; Z.: La-nth-an
Lanze, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lanze, Pike; ne. lance (N.); Vw.: -; Hw.: s. lancieren, Lanzette; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. lanze, sw. F., Lanze, langer Speer als Waffe des Ritters; mnd. lanze, lantze, lance, lanche, F., Lanze, Stoßlanze, Wurflanze; afrz. lance, F., Lanze; lat. lancea, F., Lanze, Speer, mit Lanze bewaffneter Krieger, (120-67 v. Chr.); keltisches Lehnwort; vgl. idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832? (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805? (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lanze, Kluge s. u. Lanze, DW 12, 188, EWD s. u. Lanze, Duden s. u. Lanze, Bluhme s. u. Lanze; Son.: vgl. nndl. lans, Sb., Lanze; frz. lance, F., Lanze; nschw. lans, Sb., Lanze; nnorw. lanse, M., F., Lanze; poln. lanca, F., Lanze; nir. lansa, M., Lanze; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums (aus dem Keltischen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und seitdem verwendete aus einem langen Schaft und einer Spitze bestehende und für Stoß und Wurf bestimmte Waffe; BM.: schlagen; F.: Lanze, Lanzen+FW(+EW); Z.: La-n-z-e
Lanzette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lanzette, kleines Operationsmesser, Aderlassinstrument; ne. lancet; Vw.: -; Hw.: s. Lanze; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. lancette; E.: s. frz. lancette, F., Lanzette; vgl. frz. lance, F., Lanze; lat. lancea, F., Lanze, Speer, mit Lanze bewaffneter Krieger, (120-67 v. Chr.); keltisches Lehnwort; vgl. idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832? (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805? (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Lanzette, DW 12, 191, EWD s. u. Lanzette, Duden s. u. Lanzette; Son.: vgl. nndl. lancet, Sb., Lanzette; nschw. lansett, Sb., Lanzette; nnorw. lansett, M., Lanzette; poln. lancet, M., Lanzette; nir. lansa, M., Lanzette; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen kommende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines zweischneidiges (größenmäßig in Gauge gemessenes) Operationsmesser; BM.: schlagen; F.: Lanzette, Lanzetten+FW(+EW); Z.: La-n-z-et-t-e
lapidar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lapidar, kurz, knapp, prägnant; ne. lapidary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lapidaire; E.: s. frz. lapidaire, Adj., lapidar; lat. lapidārius (1), Adj., zu den Steinen gehörig, Stein..., (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lapis, M., Stein, Grenzstein, Meilenstein Grenzstein, Baustein; idg. *lep- (3)?, Sb., Fels, Stein, Pokorny 678; L.: Kluge s. u. lapidar, fehlt DW, EWD s. u. lapidar, Duden s. u. lapidar; Son.: vgl. nndl. lapidair, Adj., lapidar; nschw. lapidarisk, Adj., lapidar; nnorw. lapidarisk, Adj., lapidar; poln. lapidarny, Adj., lapidar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (nach dem Vorbild in Stein mühsam eingeschlagener Inschriften) kurz oder knapp; BM.: Stein (von der Kürze von Inschriften auf Gedenksteinen); F.: lapidar, lapidare, lapidares, lapidarem, lapidaren, lapidarer(, lapidarere, lapidareres, lapidarerem, lapidareren, lapidarerer, lapidarst, lapidarste, lapidarstes, lapidarstem, lapidarsten, lapidarster)+FW(+EW); Z.: lap-id-ar
$Lapidarstil, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lapidarstil, klarer und knapper Erzählstil; E.: s. lapidar, s. Stil; L.: Kluge s. u. lapidar, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lapidar und Stil gebildete Bezeichnung für einen klaren und knappen Erzählstil von Menschen; F.: Lapidarstil, Lapidarstils, Lapidarstiles+FW(+EW?); Z.: Lap-id-ar—sti-l
Lapislazuli, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lapislazuli, ein blauer Stein; ne. lapis lazuli; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. lapis lazuli; E.: s. mlat. lapis lazuli, M., Lazuli-Stein; vgl. lat. lapis, M., Stein, Grenzstein, Meilenstein Grenzstein, Baustein, (204-169 v. Chr.); idg. *lep- (3)?, Sb., Fels, Stein, Pokorny 678; Herkunft des Hinterglieds s. arab. lāzaward, Sb., Lasurstein; L.: Kluge s. u. Lapislazuli, fehlt DW, EWD s. u. Lapislazuli, Duden s. u. Lapislazuli; Son.: vgl. nndl. lapis lazuli, Sb., Lapislazili; frz. lapis-lazuli, M., Lapislazili; nschw. lapis lazuli, Sb. Lapislazili; nnorw. lapis, M., Lapislazili; poln. lapis-lazuli, M., Lapislazili; kymr. lapis-laswli, M., Lapislazuli; nir. lapis lazuli, M., lapis lazuli; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Arabischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines schon vormenschlichen meist blauen Schmucksteins; BM.: Stein; F.: Lapislazuli+FW; Z.: Lap-is-laz-ul-i
$Lapp, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Lapp, Tölpel, einfältiger Mensch; E.: s. läppisch; L.: Kluge s. u. läppisch, DW 12, 192 (Lappe); GB.: seit 15. Jh. belegte und mit läppisch verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Tölpel oder einfältigen Menschen F.: Lapp, Lappen+EW; Z.: Lap-p
Lappalie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lappalie, unbedeutende Gegebenheit, Kleinigkeit; ne. bagatelle, trifle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: Hybridbildung zu Lappen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lappalie, Kluge s. u. Lappalie, DW 12, 191, EWD s. u. Lappalie, Duden s. u. Lappalie; Son.: vgl. nschw. lappri, N., Lappalie; nnorw. lapperi, N., Lappalie; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und mit Lappen verbindbare Bezeichnung für eine unbedeutende Gegebenheit oder Kleinigkeit; BM.: Lumpen bzw. schlaff hängen; F.: Lappalie, Lappalien+FW(+EW); Z.: Lap-p-al-ie
$Läppchen, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Läppchen; Vw.: s. Ohr-; E.: s. Lapp(en), s. chen; L.: DW 12, 192; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Lapp(en) und chen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früh möglichen kleinen Lappen; F.: Läppchen, Läppchens+EW; Z.: Läp-p—chen
Lappe, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Lappe, Lappen (M.), Fetzen (M.), minderwertiges Stück Stoff; ne. cloth; Vw.: -; Hw.: s. Lappen, läppisch, Lappalie; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lappe (2), sw. M., Lappen (M.); mnd. lappe (1), M., Lappen (M.), Flicken (M.), Stück, Fetzen (M.) Tuches oder Leders, Wischtuch; mnl. lappe, M., Lappen (M.), Fetzen (M.); ahd. lappo?, sw. M., Lappen (M.); ahd. lappa, sw. F. (n), Lappen (M.), Zipfel; as. lappo, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel; anfrk. -; germ. *lappō-, *lappōn, *lappa-, *lappan, sw. M. (n), Lappen (M.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lappen, Kluge s. u. Lappen, EWD s. u. Lappen, DW 12, 194, EWAhd 5, 1042, Falk/Torp 363, Duden s. u. Lappen, Bluhme s. u. Lappen; Son.: vgl. afries. lappa, sw. M. (n), Lappen (M.), Fetzen (M.), Stück; s. ae. lōf, st. M. (a), Band (N.), Binde; ae. læppa, lappa, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel, Stück, Teil, Bezirk; an. leppr, st. M. (a), Fetzen (M.), Lappen (M.); an. lappir, sw. M. (n), Lappen (M.); got. -; nndl. lap, Sb., Lappe, Lappen (M.); ne. lap, N., Schoß, Falte; nschw. lapp, Sb., Lappe, Lappen; nnorw. lappen, M., Lappen (Führerschein); ? air. lobur, Ad., schwach; ? kymr. llwfr, Adj., schwach, krank; ? ksl slabъ, Adj., schwach; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein minderwertiges Stück Stoff; BM.: schlaff hängen; F.: Lappe, Lappens, Lappen+EW; Z.: Lap-p-e
Lappen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lappe, Lappen (M.), Fetzen (M.), Minderwertiges Stück Stoff; ne. cloth; Vw.: -; Hw.: s. Lappe, läppisch, Lappalie; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lappe (2), sw. M., Lappen (M.); mnd. lappe (1), M., Lappen (M.), Flicken (M.), Stück, Fetzen (M.) Tuches oder Leders, Wischtuch; mnl. lappe, M., Lappen (M.), Fetzen (M.); ahd. lappo?, sw. M., Lappen (M.); ahd. lappa, sw. F. (n), Lappen (M.), Zipfel; as. lappo, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel; anfrk. -; germ. *lappō-, *lappōn, *lappa-, *lappan, sw. M. (n), Lappen (M.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lappen, Kluge s. u. Lappen, DW 12, 194, EWD s. u. Lappen, EWAhd 5, 1042, Falk/Torp 363, Duden s. u. Lappen, Bluhme s. u. Lappen; Son.: vgl. afries. lappa, sw. M. (n), Lappen (M.), Fetzen (M.), Stück; s. ae. lōf, st. M. (a), Band (N.), Binde; ae. læppa, lappa, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel, Stück, Teil, Bezirk; an. leppr, st. M. (a), Fetzen (M.), Lappen (M.); an. lappir, sw. M. (n), Lappen (M.); got. -; nndl. lap, Sb., Lappen (M.); ne. lap, N., Schoß, Falte; nschw. lapp, Sb., Lappen; nnorw. lappen, M., Lappen (Führerschein); ? air. lobur, Ad., schwach; ? kymr. llwfr, Adj., schwach, krank; ? ksl slabъ, Adj., schwach; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein minderwertiges Stück Stoff; BM.: schlaff hängen; F.: Lappen, Lappens+EW; Z.: Lap-p-en
läppern, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. läppern, schlürfen, verschütten; ne. accumulate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: zu mnd. lāpen, sw. V.?, st. V., lecken (V.) (1), schlürfen, schlappen; ahd. laffan*, st. V. (6), lecken (V.) (1), auflecken; germ. *lapan, st. V., lecken (V.) (1), trinken, schlürfen; idg. *lab-, *labʰ-, V., schlürfen, lecken (V.) (1), schmatzen, Pokorny 651 (1047/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. läppern, DW 12, 199, EWD s. u. läppern, Duden s. u. läppern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlürfen oder verschütten; BM.: schlürfen?; F.: läppern, läppere, läpper (!), läppre (!), läpperst, läppert, läpperte, läppertest, läpperten, läppertet, geläppert, ##geläppert, geläppertes, geläppertem, geläpperten, geläpperter##, läppernd, ###läppernd, läppernde, läpperndes, läpperndem, läppernden, läppernder###, läpper (!)+EW; Z.: läp-p-er-n
$Lappi, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Lappi, Tölpel, einfältiger Mensch; Hw.: s. Lapp; E.: s. läppisch¸ L.: Kluge s. u. läppisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit läppisch verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Tölpel oder einfältigen Menschen; F.: Lappi, Lappis+EW; Z.: Lap-p-i
$lappig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lappig, Lappen betreffend; E.: s. Lapp(en), s. ig; L.: DW 12, 200, EWD s. u. Lappen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lapp(en) und ig gebildete Bezeichnung für Lapp(en) betreffend; F.: lappig, lappige, lappiges, lappigem, lappigen, lappiger+EW; Z.: lap-p-ig
läppisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. läppisch, schlaff, gewöhnlich, kindisch, unreif; ne. foolish; Vw.: -; Hw.: s. Lappen; Q.: 1408/1410 (Der Ring des Heinrich von Wittenweiler); E.: mhd. leppisch (1), Adj., läppisch, einfältig; mnd. leppisch, lepsch, Adj., läppisch, närrisch, albern; ahd. lappo?, sw. M., Lappen (M.); ahd. lappa, sw. F. (n), Lappen (M.), Zipfel; as. lappo, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel; anfrk. -; germ. *lappō-, *lappōn, *lappa-, *lappan, sw. M. (n), Lappen (M.); idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. läppisch, Kluge s. u. läppisch, DW 12, 200, EWD s. u. läppisch, Duden s. u. läppisch; GB.: seit 1408/1410 belegte aus Lapp und isch gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlaff oder gewöhnlich oder kindisch; BM.: schlaff hängen; F.: läppisch, läppische, läppisches, läppischem, läppischen, läppischer(, läppischere, läppischeres, läppischerem, läppischeren, läppischerer, läppischst, läppischste, läppischstes, läppischstem, läppischsten, läppischster)+EW; Z.: läp-p-isch
Lapsus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lapsus, Fehler, Versehen; ne. lapse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. lāpsus; E.: s. lat. lāpsus, M., Bewegung, Gleiten, Laufen, Fließen, Fliegen (N.), Flug, Schlüpfen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lapsus, Lapsus, fehlt DW, Duden s. u. Lapsus; Son.: vgl. nndl. lapsus, Sb., Lapsus; frz. lapsus, M., Lapsus; nschw. lapsus, Sb., Lapsus; nnorw. lapsus, M., Lapsus; poln. lapsus, M., Lapsus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Fehler oder ein Versehen; BM.: schlüpfen; F.: Lapsus+FW; Z.: Lap-s-us
Laptop, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Laptop, Laptopcomputer, tragbarer Computer; ne. lap-top; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1958; I.: Lw. ne. laptop; E.: s. ne. laptop, N., Laptop; vgl. ne. lap, N., Schoß; ae. læppa, lappa, sw. M. (n), Lappen (M.), Zipfel, Stück, Teil, Bezirk; germ. *lappō-, *lappōn, *lappa-, *lappan, sw. M. (n), Lappen; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *lₑb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); ne. top, N., Spitze; ae. topp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Quaste, Zipfel, Kreisel; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; vgl. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Laptop, fehlt DW, Duden s. u. Laptop; Son.: vgl. nndl. laptop, Sb., Laptop; frz. laptop, M., Laptop; nschw. laptop, Sb., Laptop; poln. laptop, M., Laptop; lit. laptopas, M., Laptop; GB.: seit um 1958 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen kleinen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten tragbaren Computer; BM.: Schoß, Spitze; F.: Laptop, Laptops+FW; Z.: Lap—top
Lärche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lärche, Lärchenbaum; ne. larch (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lerche, larche, F., Lärche; ahd. lerihha*, lericha*, larihha*, laricha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Lärche; as. -; anfrk. -; germ. *larika, F., Lärche; lat. larix, F., Lärchenbaum, Lärche, (um 84-um 25 v. Chr.); Herkunft unklar, aus einer idg. Sprache der Alpenbevölkerung?, s. Walde/Hofmann 1, 765, Pokorny 215; L.: Kluge 1. A. s. u. Lärche, Kluge s. u. Lärche, DW 12, 201, EWD s. u. Lärche, EWAhd 5, 1191, Duden s. u. Lärche, Bluhme s. u. Laerche; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. lariks, Sb., Lärche; nschw. lärkträd, Sb., Lärche; nnorw. lerk, M., Lärche; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in kühleren Gebieten wachsenden Nadelbaum mit hellgrünen büscheligen in dem Herbst oder Winter jeden Jahres abfallenden und in dem folgenden Frühjahr neu gebildetenNadeln; BM.: ?; F.: Lärche, Lärchen+FW; Z.: Lärch-e
$largo, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. largo, breit; E.: s. it. largo, Adv., breit; L.: fehlt DW, EWD s. u. largo; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für breit; F.: largo+FW; Z.: la-rg-o
Largo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Largo, eine Tempobezeichnung in der Musik; ne. largo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. largo; E.: s. it. largo, Adj., breit, weit; lat. largus, Adj., reichlich, reichlich schenkend, freigiebig, willig, geneigt, breit, weit; idg. *lai-?, Adj., fett, Pokorny 652 (1050/6) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Largo, EWD s. u. Largo, Duden s. u. Largo; Son.: vgl. nndl. largo, Sb., Largo; frz. largo, M., Largo; nschw. largo, Sb., Largo; nnorw. largo, M., Largo; poln. largo, M., Largo; kymr. largo, M., Largo; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein Tempo und einen Satz in der Musik; BM.: fett; F.: Largo, Largos, Larghi+FW; Z.: La-rg-o
Larifari, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Larifari, Unsinn; Geschwätz; ne. nonsense, rubbish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1700; I.: it. Lw.; E.: wohl aus den italienischen Notennamen la re fa re; L.: Kluge s. u. Larifari, DW, EWD s. u. Larifari, Duden s. u. Larifari; Son.: vgl. nndl. larie, Sb., Larifari; GB.: seit nach 1700 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Unsinn oder Geschwätz; BM.: singbare Silben; F.: Larifari, Larifaris+FW(+EW?); Z.: La-ri-fa-ri
Lärm, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lärm, Getöse, Krach; ne. noise (N.); Vw.: -; Hw.: s. Alarm; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. alarme; E.: s. fnhd. lerman, larman, Sb., Ruf zu den Waffen; frz. alarme, F., Alarm; mfrz. aux armes, Interj., zu den Waffen; mfrz. arme, F., Waffe; lat. arma, N. Pl., Waffe; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Lärm, Kluge s. u. Lärm, EWD s. u. Lärm, DW 12, 202, Duden s. u. Lärm, Bluhme s. u. Laerm; Son.: vgl. nschw. larm, Sb., Alarm; nnorw. larm, M., Lärm; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für als störend und unangenehm empfundene laute und durchdringende Geräusche oder Getöse; BM.: Aufforderung zu einem Griff zu einer Waffe bei Gefahr; F.: Lärm, Lärmes, Lärms+FW(+EW); Z.: L-är-m
$lärmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lärmen, Lärm machen; E.: s. Lärm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Lärm, DW 12, 201, EWD s. u. Lärm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lärm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich spätestens seit Entstehung von Lebewesen mögliches Lärm machen; F.: lärmen, lärme, lärmst, lärmt, lärmest, lärmet, lärmte, lärmtest, lärmten, lärmtet, gelärmt, ##gelärmt, gelärmte, gelärmtes, gelärmtem, gelärmten, gelärmter##, lärmend, ###lärmend, lärmende, lärmendes, lärmendem, lärmenden, lärmender###, lärm (!)+FW+EW; Z.: l-är-m-en
larmoyant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. larmoyant, weinerlich, übermäßig gefühlvoll; ne. larmoyant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. larmoyant; E.: s. frz. larmoyant, Adj., weinend, jammernd; vgl. frz. larmoyer, V., weinen, jammern, tränen; frz. larme, F., Träne; vgl. lat. lacrima, F., Träne, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *dak̑ru-, N., Träne, Pokorny 179 (299/4) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *ak̑ru-, Sb., Träne, Pokorny 23 (46/46) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge s. u. larmoyant, fehlt DW, Duden s. u. larmoyant; Son.: vgl. nndl. larmoyant, Adj., larmoyant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches weinerlich oder übermäßig gefühlvoll; BM.: Träne; F.: larmoyant, larmoyante, larmoyantes, larmoyantem, larmoyanten, larmoyanter, larmoyantere(, larmoyanteres, larmoyanterem, larmoyanteren, larmoyanterer, larmoyantest, larmoyanteste, larmoyantestes, larmoyantestem, larmoyantesten, larmoyantester)+FW; Z.: lar-m-oy-ant
Larve, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Larve, Insektenlarve, Maske, Gesicht; ne. larva; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. larve, larfe, sw. F., „Larve“, Schreckgestalt, Gespenst, Maske; mnd. larve, larfe, lerve, F., Larve, Gesichtsmaske, Maske; lat. lārva, F., böser Geist, Gespenst, Larve, Maske, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *las-, V., gierig sein (V.), mutwillig sein (V.), ausgelassen sein (V.), Pokorny 654? (1059/15) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Larve, Kluge s. u. Larve, DW 12, 209, EWD s. u. Larve, Duden s. u. Larve, Bluhme s. u. Larve; Son.: vgl. nndl. larve, Sb., Larve; frz. larve, F., Larve; nschw. larv, Sb., Larve; nnorw. larve, M., F., Larve; poln. larwa, F., Larve; kymr. larfa, M., F., Larve; nir. larbha, M., Larve; lit. lerva, F., Larve; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Tier in einem frühen Entwicklungsstadium das in Hinblick auf die Gestalt und Lebensweise von der endgültigen ausgewachsenen Gestalt und Lebensweise stark abweicht bzw. für eine Maske (Gesichtsmaske); BM.: gierig sein (V.); F.: Larve, Larven+FW(+EW); Z.: Lar-v-e
Laryngal, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Laryngal, Laryngallaut, Kehlkopflaut; ne. laryngeal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λάρυγξ (lárynx), M., Kehle (F.) (1), Schlund; s. idg. *slr̥g, *lr̥g-, V., tönen, schlürfen, Pokorny 965; vgl. idg. *sler-, V., tönen, schlürfen, Pokorny 965; L.: fehlt DW, Duden s. u. Laryngal; Son.: vgl. nndl. laryngaal, Sb., Laryngal; frz. laryngale, F., Laryngal; nschw. laryngal, Sb., Laryngal; nnorw. laryngal, M., Laryngal; poln. laryngal?, Sb., Laryngal; GB.: seit Ende 19. Jh. von Ferdinand de Saussure für das Französische gebildete und aufgenommene Bezeichnung für einen in dem Kehlkopf (oder Rachen) des Menschen gebildeten Laut (geschrieben als h₁ oder h₂ oder h₃ oder allgemein H oder h oder sonantisch ə₁ oder ə₂ oder ə₃); BM.: Kehle (F.) (1); F.: Laryngal, Laryngals, Laryngale, Laryngalen+FW(+EW?); Z.: Lar-yng-al
Lasagne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lasagne, ein Nudelauflauf; ne. lasagne, lasagna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1675?; I.: Lw. it. lasagna; E.: s. it. lasagna, F., Lasagne; über vulgärlat. *lasania von lat. lasanum, N., Kübel, Nachtgeschirr, Kochtopf, (65-8 v. Chr.); gr. λάσανον (lásanon), N., Topf mit Füßen, Nachttopf; Herkunft dunkel, s. Frisk 2, 87; L.: Duden s. u. Lasagne; Son.: vgl. nndl. lasagne, Sb., Lasagne; frz. lasagne, F., Lasagne; nschw. lasagne, Sb., Lasagne; nnorw. lasagne, M., Lasagne; poln. lasagne, F., Lasagne; kymr. lasagne, M., Lasagne; lit. lazanija, F., Lasagne; GB.: vielleicht seit 1675 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Vulgärlateinischen und Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in einem Ofen überbackenes und aus Schichten von Teigplatten und Füllung(en) bestehendes italienisches Nudelgericht (Nudelauflauf); BM.: Topf; F.: Lasagne, Lasagnen+FW(+EW); Z.: Lasagn-e
lasch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lasch, schwach, schlapp, matt; ne. lax; Vw.: -; Hw.: s. Lasche; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. las, lasch, Adj., lasch, müde, matt; mnl. lasch, Adj., schlaff, lose; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *laskwa-, *laskwaz, *latskwa-, *latskwaz, Adj., „lasch“, träge, matt, faul; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666? (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lasch, Kluge s. u. lasch, DW 12, 210, EWD s. u. lasch, Heidermanns 363, Duden s. u. lasch, Bluhme s. u. lasch; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. lǫskr, Adj., faul; got. -; air. lesc, Adj., faul; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches schwach oder schlapp oder matt; BM.: nachlassen?; F.: lasch, lasche, lasches, laschem, laschen, lascher(, laschere, lascheres, lascherem, lascheren, lascherer, laschest, lascheste, laschestes, laschestem, laschesten, laschester)+EW; Z.: la-sch
Lasche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lasche, Zunge; ne. flap (N.); Vw.: -; Hw.: s. lasch; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. lasche, sw. M., Lappen (M.), Fetzen (M.); mnd. lasche, F., Lasche, spitz zulaufendes Stück; mnl. lassce, Sb., Lasche; wohl zu mnd. las, lasch, Adj., lasch, müde, matt; mnl. lasch, Adj., schlaff, lose; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *laskwa-, *laskwaz, *latskwa-, *latskwaz, Adj., „lasch“, träge, matt, faul; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666? (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lasche, Kluge s. u. Lasche, DW 12, 210, EWD s. u. Lasche, Duden s. u. Lasche; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Teil eines Verschlusses dienendes Stück (Streifen oder Lappen) Stoff oder Leder oder Ähnliches; BM.: nachlassen?; F.: Lasche, Laschen+EW; Z.: La-sch-e
Laser, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Laser, Laserstrahl; ne. laser (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. laser; E.: s. ne. laser, N., Laser; ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben von light amplification (by) stimulated emission (of) radiation, N., Lichtverstärkung durch Strahlungsanregung; L.: Kluge s. u. Laser, fehlt DW, EWD s. u. Laser, Duden s. u. Laser; Son.: vgl. nndl. laser, Sb., Laser; frz. laser, M., Laser; nschw. laser, Sb., Laser; nnorw. laser, M., Laser; poln. laser, M., Laser; kymr. laser, M., Laser; nir. léasar, M., Laser; lit. lazeris, M., Laser; GB.: seit ab 1959 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus (den Anfangsbuchstaben von) light amplification (by) stimulated emission (of) radiation gebildete Bezeichnung für ein von Albert Einstein theoretisch begründetes und von Menschen seit 1960 entwickeltes und verwendetes Licht bündelndes Gerät beispielsweise für eine Lochbohrung in Diamanten oder Präzisionsschneiden oder Gravieren oder Schweißen oder Datenübertragen oder Messen oder Unterhaltungselektronik; BM.: Anfangsbuchstaben; F.: Laser, Lasers, Lasern+FW; Z.: L-a-s-e-r
$Laserstrahl, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Laserstrahl; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Laser, s. Strahl; L.: fehlt DW, EWD s. u. Laser; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Laser und Strahl gebildete Bezeichnung für einen durch Lasertechnik von Menschen erzeugten für viele Verwendungen hilfreichen Lichtstrahl; F.: Laserstrahl, Laserstrahls, Laserstrahles, Laserstrahlen+FW+EW; Z.: L-a-s-e-r—strah-l
$Lasertechnik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lasertechnik; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Laser, s. Technik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Laser; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Laser und Technik gebildete Bezeichnung für die auf Laser beruhende und dem Menschen für viele Verwendungen hilfreiche Technik; F.: Lasertechnik, Lasertechniken+FW; Z.: L-a-s-e-r—tech-n-ik
$lasieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lasieren, mit durchsichtiger Farbe überziehen; E.: s. Las(ur), s. ieren; L.: Kluge s. u. lasieren, Lasur, DW 12, 212, EWD s. u. Lasur; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit Lasur verbindbare Bezeichnung für Holz mit durchsichtiger Farbe überziehen und auf diese Weise durch eine dünne durchsichtige Schicht schützen; F.: lasieren, lasiere, lasierst, lasiert, lasierest, lasieret, lasierte, lasiertest, lasierten, lasiertet, ##lasiert, lasierte, lasiertes, lasiertem, lasierten, lasierter##, lasierend, ###lasierend, lasierende, lasierendes, lasierendem, lasierenden, lasierender###, lasier (!)+FW; Z.: l-as-ier-en
Läsion, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Läsion, Beschädigung, Verletzung; ne. lesion; Vw.: -; Hw.: s. lädieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. laesio; E.: s. lat. laesio, F., Verletzung, Schädigung, Beeinträchtigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. laedere, V., verletzen, versehren, beschädigen; idg. *laidʰ-, *lidʰ-, V., schneiden, verletzen?, Pokorny 652 (1051/7) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Läsion; Son.: vgl. nndl. laesie, Sb., Läsion; frz. lésion, F., Läsion; nschw. lesion, Sb., Läsion; nnorw. lesjon, M., Läsion; poln. lezja, F., Läsion; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Verletzung oder Beschädigung; BM.: schneiden; F.: Läsion, Läsionen+FW(+EW); Z.: Läs-io-n
lass, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. lass, lasch, schlaff, matt, träge; ne. lazy (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. letzte; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. laz (1), Adj., matt, träge, saumselig; mnd. lat (2), lāt, lāte, Adj., lässig, langsam, nachlässig, träge, spät, spätkommend; mnl. lat. Adj., faul, nachlässig, uninteressiert; ahd. laz (2), Adj., träge, langsam, faul, säumig, stumpfsinnig, dumm, unscharf, verschwommen; as. lat, Adj., träge, spät, lässig, saumselig; anfrk. *lat?, Adj., spät; mnl. lat. Adj., lass; germ. *lata-, *lataz, Adj., lass, faul, säumig, träge, lässig; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lasz, Kluge s. u. lass, DW 12, 210, 268, EWAhd 5, 1065, Falk/Torp 359, Seebold 334, Heidermanns 363, Duden s. u. lass; Son.: vgl. afries. let, Adj., lass, böse, spät; nfries. let; ae. læt, Adj., langsam, träge, lässig, nachlässig, spät; an. latr, Adj., faul, schlaff; got. lats, Adj. (a), lässig, träge, faul; ndän. lad, Adj., faul, bequem; nnorw. lat, Adj., faul, träge; lat. lassus, Adj., lass, matt, müde, träge, abgespannt; GB.: vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches schlaff oder matt oder träge; BM.: nachlassen; F.: lass, lasse (!), lasses, lassem, lassen, lasser(, lassere, lasseres, lasserem, lasseren, lasserer, lassest, lasseste, lassestes, lassestem, lassesten, lassester)+EW; Z.: la-ss
Lass, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Lass, Zurückgelassenes, Verlassenschaft, Nachlass; ne. estate; Vw.: s. Ader-, An-, Ein-, Er-, Ge-, Nach-, Unter-; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lāz, st. M., Lassen, Fahrenlassen, Abwurf, Abschuss, Abfall, Loslassen eines Geschosses, Loslassen eines Hundes von der Koppel; mnd. lāt (1), lāte, laet, M., Benehmen, Aussehen, Gestalt, äußeres Verhalten, Gebärde, Auftreten; mnl. laet, M., Gehenlassen, Erlaubnis zum Gehen, Ablaufenlassen von Wasser; ahd. lāz* (2), st. M. (a), Lassen, Erlass, Entlassung, Abstand; ahd. lāzan* (1), red. V., lassen, zulassen, kommen lassen, aufkommen lassen, heranlassen, hinzulassen, hereinlassen; germ. *lētan, *lǣtan, st. V., lassen; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; s. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 267 (Lasz), EWAhd 5, 1068; Son.: vgl. ae. *lǣt (2), st. N. (a), nhd. ...lassen, ...gang; GB.: seit 10. Jh. belegte und über lassen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas Zurückgelassenes wie eine Verlassenschaft oder einen Nachlass; BM.: ?; F.: Lass, Lasses, Lasse, Lassen+EW; Z.: La-ss
lassen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. lassen, zulassen, sein (V.) lassen; ne. let (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gelass; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. lāzen, red. V., unterlassen, lösen, entlassen (V.), loslassen; mnd. lāten (1), laeten, lān, st. V., lassen, loslassen, verlassen (V.), unterlassen (V.), nicht tun, zulassen, erlauben, einräumen, aufgeben, hinterlassen (V.), vererben; mnl. laten, st. V., lassen, überlasen (V.), hinterlassen (V.), zulassen; ahd. lāzan* (1), red. V., lassen, zulassen, kommen lassen, aufkommen lassen, heranlassen, hinzulassen, hereinlassen; as. lātan, red. V. (2a), lassen, verlassen (V.), zurücklassen, auslassen, ausnehmen; anfrk. *lātan?, st. V. (7)=red. V., lassen; germ. *lētan, *lǣtan, st. V., lassen; idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666?; s. idg. *lēi- (3), *lē- (3), leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lassen, Kluge s. u. lassen, DW 12, 213, EWD s. u. lassen, EWAhd 5, 1070, Falk/Torp 359, Seebold 333, Duden s. u. lassen, Bluhme s. u. lassen; Son.: vgl. afries. lēta (1), st. V. (7)=red. (V.), lassen, unterlassen (V.), zulassen; nnordfries. lete, V., lassen; ae. lǣtan, lētan, st. V. (7)=red. V. (1), lassen, verlassen (V.), zurücklassen, unterlassen (V.); an. lāta, st. V. (6), lassen; got. lētan, red. abl. V. (6), lassen, zurücklassen, zulassen; nndl. laten, V., lassen; nschw. låta, V., lassen; nnorw. la, V., lassen; nisl. láta, V., lassen; ? lit. léisti, V., lassen, loslassen, freilassen; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zulassen oder sein (V.) lassen; BM.: ?; F.: lassen (!), lasse (!), lässt, lasst, lassest, lasset, ließ, ließest, ließt (!), ließen, ließet, gelassen, ##gelassen, gelassene, gelassenes, gelassenem, gelassenen, gelassener##, lassend, ###lassend, lassende, lassendes, lassendem, lassenden, lassender###, lass (!)+EW; Z.: la-ss-en
$lässig, nhd., Adj., (13.-15. Jh.?): nhd. lässig, selbstsicher, locker, oberflächlich; E.: s. lass, s. ig; L.: Kluge s. u. lässig, lass, DW 12, 241, EWD s. u. lässig; GB.: vielleicht seit 13.-15. Jh. belegte und aus lass und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches selbstsicher oder locker oder oberflächlich; F.: lässig, lässige, lässiges, lässigem, lässigen, lässiger(, lässigere, lässigeres, lässigerem, lässigeren, lässigerer, lässigst, lässigste, lässigstes, lässigstem, lässigsten, lässigster)+EW; Z.: lä-ss-ig
$Lässigkeit, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Lässigkeit; E.: s. lässig, s. heit, s. keit, L.: DW 12, 242, EWD s. u. lässig; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus lässig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Selbstsicherheit oder Lockerheit oder Oberflächlichkeit; F.: Lässigkeit, Lässigkeiten+EW; Z.: Lä-ss-ig—kei-t
$lässlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. lässlich, gering, leicht; E.: s. lass, s. lich; Vw.: s. an-, uner-, ver-; Q.: 1296 (Urkunde); L.: DW 12, 271 (läszlich); GB.: seit 1296 belegte und aus lass und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gering oder leicht; F.: lässlich, lässliche, lässliches, lässlichem, lässlichen, lässlicher+EW; Z.: lä-ss—lich
Lasso, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Lasso, Wurfseil; ne. lasso (N.); Vw.: -; Hw.: s. Latz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. span. lazo; E.: s. span. lazo, M., Schlinge; lat. laqueus, M., Fallstrick, Schlinge, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lasso, fehlt DW, EWD s. u. Lasso, Duden s. u. Lasso; Son.: vgl. nndl. lasso, Sb., Lasso; frz. lasso, M., Lasso; nschw. lasso, N., Lasso; nnorw. lasso, M., Lasso; poln. lasso, M., Lasso; kymr. lasŵ, M., F., Lasso; lit. lasas, M., Lasso; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Wurfseil mit Schlinge zu einem Einfangen von Rindern oder Pferden; BM.: Schlinge bzw. fangen; F.: Lasso, Lassos+FW; Z.: Lass-o
Last, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Last, Ballast, Gewicht (N.) (1); ne. burden (N.), last (N.); Vw.: -; Hw.: s. Laster (2); Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. last, st. M., st. F., Last, Menge, Masse, Fülle; mnd. last, M., N., F., Last, Gewicht (N.) (1), Ladung (F.) (1), Traglast, große Gewichtseinheit; mnl. last., M., F., N., Last, Fracht, Aufgabe, Mühe; ahd. last* (1), hlast*, st. F. (i), Last, Bürde, Bedrückung; as. -; anfrk. last, Sb., bestimmte Gewichtseinheit, Last; wgerm. *hlasti-, *hlastiz, st. F. (i), Last; idg. *klāsto, Sb., Deckstein, Last, Pokorny 599?; s. idg. *klā-, *kleh₂-, V., hinlegen, darauflegen, Pokorny 599 (927/159) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); oder vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Last, Kluge s. u. Last, EWD s. u. Last, DW 12, 243, EWAhd 5, 1047, Falk/Torp 110, Seebold 259, Duden s. u. Last, Bluhme s. u. Last; Son.: vgl. afries. hlest (1), st. F. (i), Last; nnfries. lest; saterl. last; ae. hlæst, st. M. (a), st. N. (a), Last, Bürde, Fracht; an. hlass, st. N. (a), Last; got. -; nndl. last, Sb., Last; nschw. last, Sb., Ladung; nnorw. last, M., F., Ladung; aruss. lastъ, Sb., Schiffslast von 120 Pud, Getreidemaß (aus dem Mnd. entlehnt); GB.: seit um 830 belegte und für das Westgermanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu Tragendes oder Ballast oder Gewicht; BM.: hinlegen? oder treiben?; F.: Last, Lasten+EW; Z.: La-st
$lasten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lasten; Vw.: s. be-; E.: s. Last, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Last, DW 12, 251, EWD s. u. Last; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Last und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Last sein (V.); F.: lasten (!), laste (!), lastest, lastet, lastete, lastetest, lasteten, lastetet, gelastet, ##gelastet, gelastete, gelastetes, gelastetem, gelasteten, gelasteter##, lastend, ###lastend, lastende, lastendes, lastendem, lastenden, lastender###, last (!)+EW; Z.: la-st-en
Laster (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Laster (N.), schlechte Gewohnheit, Verbrechen, Schandtat; ne. vice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. laster, st. N., Schmähung, Schmach, Schimpf, Schande, Fehler, Makel; mnd. laster (1), M., N., F., „Laster“ (N.), Tadel, Vorwurf, Spott, Hohn, Verachtung, Lästerung, Kränkung, Schande, Schmach; mnl. laster, M., Schande, Hohn, Schmähung; mnl. lachter, M., Laster (N.); ahd. lastar, st. N. (a), Laster (N.), Sünde, Vergehen, Schuld, Tadel, Schmähung; as. lastar*, st. N. (a), Sünde, Schuld, Lästerung, Spott; anfrk. lastar, N., Schande, Schuld, Sünde, Lästerung; westgerm. *lahstra-, *lahstram, st. N. (a), Schmähung, Fehler, Laster (N.); s. idg. *lek- (1)?, *lok-?, V., tadeln, schmähen, Pokorny 673? (1091/47) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laster, Kluge s. u. Laster 1, DW 12, 254, EWD s. u. Laster, EWAhd 5, 1050, Falk/Torp 357, Seebold 321, Duden s. u. Laster, Bluhme s. u. Laster; Son.: vgl. afries. laster, st. N. (a), Verletzung, Beschädigung; ae. leahtor, lehtor, st. M. (a), Laster (N.), Sünde, Verbrechen, Fehler, Tadel; an. lǫstr, st. M. (u?), Fehler; got. -; nndl. laster, Sb., Laster (N.); nschw. last, Sb., Laster (N.); nnorw. last, M., F., Laster (N.); air. locht, M., Schuld, Gebrechen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus Sicht des Menschen schlechte und möglicherweise schädliche Gewohnheit oder Einstellung wie Hochmut oder Neid oder Zorn oder Trägheit oder Habgier oder Völlerei oder Wollust in Gegensatz zu auch möglichen Tugenden; BM.: tadeln?; F.: Laster, Lasters, Lastern+EW; Z.: Last-er
Laster (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Laster (M.), Lastkraftwagen; ne. truck (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: verkürzt aus Lastkraftwagen, s. nhd. Last, s. er; L.: Kluge s. u. Laster 2, fehlt DW, EWD s. u. Last, Duden s. u. Laster; Son.: vgl. nschw. lastbil, Sb., Laster (M.); nnorw. lastebil, M., Laster (M.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Last(kraftwagen) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes größeres Kraftfahrzeug zu einer Beförderung von Lasten; BM.: hinlegen? oder treiben?; F.: Laster, Lasters, Lastern+EW; Z.: La-st-er
$lasterhaft, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. lasterhaft, mit einem Laster (N.) behaftet; E.: s. Laster, s. haft; L.: DW 12, 256, EWD s. u. Laster; seit 16. Jh. belegte und aus Laster (N.) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Laster (N.) behaftet; F.: lasterhaft, lasterhafte, lasterhaftes, lasterhaftem, lasterhaften, lasterhafter(, lasterhaftere, lasterhafteres, lasterhafterem, lasterhafteren, lasterhafterer, lasterhaftest, lasterhafteste, lasterhaftestes, lasterhaftestem, lasterhaftesten, lasterhaftester)+EW; Z.: last-er—haf-t
$lästerlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lästerlich, tadelnd, tadelnswert; E.: s. läster(n), s. lich; L.: DW 12, 257, EWD s. u. Laster; GB.: (lastarlīh*) seit um 800 belegte und aus läster(n) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Moral mögliches tadelnd oder tadelnswert in Gegensatz zu tadellos, F.: lästerlich, lästerliche, lästerliches, lästerlichem, lästerlichen, lästerlicher(, lästerlichere, lästerlicheres, lästerlicherem, lästerlicheren, lästerlicherer, lästerlichst, lästerlichste, lästerlichstes, lästerlichstem, lästerlichsten, lästerlichster)+EW; Z.: last-er—lich
$Lästermaul, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lästermaul, vielfach lästernder Mensch; E.: s. läster(n), s. Maul; L.: DW 12, 259, EWD s. u. Laster; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus läster(n) und Maul (N.) gebildete abwertende Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen vielfach lästernden Menschen; F.: Lastermaul, Lastermauls, Lastermaules, Lastermäuler, Lastermäulern+EW; Z.: Last-er—mau-l
lästern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lästern, über jemand oder etwas schlecht reden, verletzen, für untüchtig erklären, tadeln, schmähen; ne. slander (V.), malign; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lastern, lestern, sw. V., beschimpfen; mnd. lesteren, lestern, sw. V., lästern, tadeln, zurechtweisen, herabsetzen, schwächen, schlecht machen; mnd. lasteren (1), sw. V., lästern, tadeln, zurechtweisen, herabsetzen, schwächen, schlecht machen, beschädigen; mnl. lasteren, lastren, lachteren, lachtren, sw. V., lästern; ahd. lastarōn*, lastrōn, lahtrōn*?, sw. V. (2), lästern, tadeln, schmähen, verhöhnen, rügen, beschimpfen, Vorwürfe machen; as. lastron*, sw. V. (2), lästern; anfrk. lasteren*, lastron*, sw. V. (2), lästern, schmähen; s. ahd. lastar, st. N. (a), Laster (N.), Sünde, Vergehen, Schuld, Tadel, Schmähung; as. lastar*, st. N. (a), Sünde, Schuld, Lästerung, Spott; anfrk. -; westgerm. *lahstra-, *lahstram, st. N. (a), Schmähung, Fehler, Laster (N.); s. idg. *lek- (1)?, *lok-?, V., tadeln, schmähen, Pokorny 673? (1091/47) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. lästern, DW 12, 259, EWD s. u. Laster, EWAhd 5, 1053, Duden s. u. lästern; Son.: vgl. afries. lastria, sw. V. (2), lästern, schmähen; ae. leahtrian, sw. V. (2), anklagen, lästern, tadeln, verderben; an. lasta, sw. V., vorwerfen, tadeln; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem Westgermanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches über jemanden oder etwas schlecht reden; BM.: tadeln?; F.: lästern, lästere, läster (!), lästre, lästerst, lästert, lästerte, lästertest, lästerten, lästertet, gelästert, ##gelästert, gelästertes, gelästertem, gelästerten, gelästerter##, lästernd, ###lästernd, lästernde, lästerndes, lästerndem, lästernden, lästernder###, läster (!)+EW; Z.: läst-er-n
$Lästerung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lästerung, Schmähung; E.: s. läster(n), s. ung; L.: DW 12, 263, EWD s. u. Laster; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus läster(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine Schmähung oder ein verwerfliches Verhalten; F.: Lästerung, Lästerungen+EW; Z.: Läst-er-ung
$Lästerzunge, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lästerzunge, lästernde Zunge, schmähender Mensch; E.: s. läster(n), s. Zunge; L.: EWD s. u. Laster; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus läster(n) und Zunge gebildete abwertende Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen vielfach lästernden Menschen F.: Lästerzunge, Lästerzungen+EW; Z.: Läst-er—zung-e
$lästig, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. lästig, eine Last bildend, als Last empfunden; E.: s. Last, s. ig; L.: Kluge s. u. lästig, EWD s. u. Last; GB.: (lestic) seit 1302-1319 belegte und aus Last und ig gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Last oder Belastung bildend; F.: lästig, lästige, lästiges, lästigem, lästigen, lästiger(, lästigere, lästigeres, lästigerem, lästigeren, lästigerer, lästigst, lästigste, lästigstes, lästigstem, lästigsten, lästigster)+EW; Z.: lä-st-ig
$Lastkraftwagen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lastkraftwagen, Lastwagen, Laster (M.); E.: s. Last, s. Kraftwagen; L.: Kluge s. u. Laster, fehlt DW, EWD s. u. Last; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Last und Kraftwagen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes größeres Kraftfahrzeug zu einer Beförderung von Lasten; F.: Lastkraftwagen, Lastkraftwagens, Lastkraftwägen+EW; Z.: La-st—kra-f-t—wag-en
$Lastwagen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lastwagen, Lastkraftwagen, Laster (M.); E.: s. Last, s. Wagen (M.); L.: DW 12, 267, EWD s. u. Last; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Last und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes größeres Fahrzeug zu einer Beförderung von Lasten F.: Lastwagen, Lastwagens, Lastwägen+EW; Z.: La-st—wag-en
Lasur, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lasur, Schutzschicht, Farbschicht; ne. glaze (N.); Vw.: -; Hw.: s. Azur; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. lāsūr, lāzūr, st. N., Lasur, Lapislazuli; mhd. lāsūre, lāzūre, st. F., Lasur; s. mlat. lazurium, lasurium, N., Blaustein; mnd. lasūr, lasuer, lassur, N., Lasur, Lapislazuli, klarer hellblauer Edelstein; vgl. lat. lapis, M., Stein, Grenzstein, Meilenstein, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *lep- (3)?, Sb., Fels, Stein, Pokorny 678; und frz. azur, Adj., blau; mlat. azurus, Adj., himmelblau; von arab. lāzaward, lāzuward, Sb., Lasurstein; von pers. lāzuwärd, Sb., Lasurstein?, Duden s. u. azur; L.: Kluge s. u. Lasur, DW 12, 267, EWD s. u. Lasur, Duden s. u. Lasur; Son.: vgl. nndl. lazuursteen, Sb., Lasurstein; nnorw. lasur, M., Lasur; GB.: seit nach 1193 belegte und wohl aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Schutzschicht für Holz aus durchsichtiger Farbe; BM.: blauer Stein; F.: Lasur, Lasuren+FW(+EW); Z.: L-asur
lasziv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. lasziv, unzüchtig, anstößig, anzüglich, verlockend, sexy; ne. lascivious; Vw.: -; Hw.: s. Laszivität; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. lascīvus; E.: s. lat. lascīvus, Adj., mutwillig, ausgelassen, schäkerhaft, lose, frech, zügellos, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *las-, V., gierig sein (V.), mutwillig sein (V.), ausgelassen sein (V.), Pokorny 654 (1059/15) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lasziv, fehlt DW, Duden s. u. lasziv; Son.: vgl. nndl. lascief, Adj., lasziv; nschw. lasciv, Adj., lasziv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines durch gekünstelte Schläfrigkeit Sinnlichkeit verbreitenden menschlichen Verhaltens oder unzüchtig oder anstößig; BM.: mutwillig; F.: lasziv, laszive, laszives, laszivem, lasziven, lasziver(, laszivere, lasziveres, lasziverem, lasziveren, lasziverer, laszivst, laszivste, laszivstes, laszivstem, laszivsten, laszivster)+FW(+EW); Z.: las-z-iv
Laszivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Laszivität, Anstößigkeit, Koketterie; ne. lasciviousness; Vw.: -; Hw.: s. lasziv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. lascīvitās; E.: s. lat. lascīvitās, F., Mutwille, geschlechtliche Ausschweifung, (334/337 n. Chr.); vgl. lat. lascīvus, Adj., mutwillig, ausgelassen, schäkerhaft, lose, frech, zügellos, geil; s. idg. *las-, V., gierig sein (V.), mutwillig sein (V.), ausgelassen sein (V.), Pokorny 654 (1059/15) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lasziv, Duden s. u. Laszivität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines Sinnlichkeit verbreitenden menschliches Verhaltens oder für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Anstößigkeit; BM.: mutwillig; F.: Laszivität+FW(+EW); Z.: Las-z-iv-it-ät
$lateinisch, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. lateinisch; E.: s. Latein, s. isch; L.: Kluge 1. A. s. u. lateinisch, DW 12, 275; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Lati(um) und n sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Niederlassung der Italiker in der Landschaft Latium nahe dem Tiber in Italien mögliches Latium und seine Bewohner sowie deren Sprache betreffend; F.: lateinisch, lateinische, lateinisches, lateinischem, lateinischen, lateinischer+FW(+EW); Z.: latein-isch
latent, nhd., (Part. Präs.=Adj., (18. Jh.): nhd. latent, verborgen, nicht unmittelbar fasslich; ne. latent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. latēns; E.: s. lat. latēns, Adj., unsichtbar, verborgen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. latēre, V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), sich verborgen; idg. *lādʰ-, *lāidʰ-, V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651; vgl. idg. *lā- (2), V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651 (1046/2) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. latent, fehlt DW, EWD s. u. latent, Duden s. u. latent; Son.: vgl. nndl. latent, Adj., latent; frz. latent, Adj., latent; nschw. latent, Adj., latent; nnorw. latent, Adj., latent; lit. latentinis, Adj., latent; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für verborgen oder vorhanden und noch nicht in Erscheinung getreten oder nicht unmittelbar fasslich; BM.: verborgen sein (V.); F.: latent, latente, latentes, latentem, latenten, latenter(, latentere, latenteres, latenterem, latenteren, latenterer, latentest, latenteste, latentestes, latentestem, latentesten, latentester)+FW(+EW); Z.: la-t-ent
lateral, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. lateral, seitlich, eine Seite betreffend; ne. lateral; Vw.: s. bi-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. laterālis; E.: s. lat. laterālis (1), Adj., Seite betreffend, an der Seite befindlich, Seiten..., (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. latus, N., Seite, Flanke, Hüfte, Brust, Oberkörper, Lunge; idg. *stel- (2), *stelə-, *stelH-, V., ausbreiten, Pokorny 1018? (1759/231) (RB. idg. aus arm., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lateral, fehlt DW, Duden s. u. lateral; Son.: vgl. nndl. lateraal, Adj., lateral; frz. latéral, Adj., lateral; nschw. lateral, Adj., lateral; nnorw. lateral, Adj., lateral; poln. lateralny, Adj., lateral; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für seitlich oder eine Seite betreffend; BM.: ausbreiten; F.: lateral, laterale, laterales, lateralem, lateralen, lateraler(, lateralere, lateraleres, lateralerem, lateraleren, lateralerer, lateralst, lateralste, lateralstes, lateralstem, lateralsten, lateralster)+FW(+EW); Z.: lat-er-al
Laterne, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Laterne, Leuchte; ne. lantern; Vw.: -; Hw.: s. Latüchte; Q.: 1200-1210 (die urstende des Konrad von Heimesfurt); E.: mhd. laterne, lanterne, latern, st. F., Laterne; mnd. lanterne, F., Laterne, Licht, Leuchte; lat. lanterna, lāterna, F., Laterne, Lampe, (um 250-184 v. Chr.); gr. λαμπτήρ (lamptḗr), M., Leuchtbecken, Leuchter, Fackel; vgl. gr. λάμπειν (lámpein), V., strahlen, leuchten; idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laterne, Kluge s. u. Laterne, EWD s. u. Laterne, DW 12, 276, Duden s. u. Laterne; Son.: vgl. nndl. lantaarn, Sb., Laterne; frz. lanterne, F., Laterne; nschw. lanterna, Sb., Laterne; nnorw. lanterne, M., F., Laterne; poln. latarnia uliczna, F., Laterne; kymr. lantarn, F., Laterne; nir. laindéar, M., Laterne; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes zu einem Leuchten dienendes Gerät; BM.: leuchten; F.: Laterne, Laternen+FW(+EW); Z.: La-t-ern-e
Latex, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Latex, ein Pflanzensaft; ne. latex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. latex; E.: s. lat. latex (1), M., Flüssigkeit, Nass, (170-um 90 v. Chr.); gr. λάταξ (látax), F., Tropfen (M.), Weinrest; vgl. idg. *lat-, *leh₂t-, Adj., Sb., feucht, nass, Sumpf, Lache (F.) (1), Pokorny 654 (1060/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Latex; Son.: vgl. nndl. latex, Sb., Latex; frz. latex, M., Latex; nschw. latex, Sb., Latex; nnorw. lateks, M., Latex; poln. lateks, M., Latex; kymr. latecs, M., Latex; lit. lateksas, M., Latex; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den zu Kautschukherstellung und Klebstoffherstellung verwendeten schon vormenschlich möglichen Milchsaft bestimmter tropischer Pflanzen; BM.: feucht; F.: Latex, Latizes+FW(+EW); Z.: Lat-ex
Latifundium, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Latifundium, von Sklaven bewirtschaftetes Landgut, großes Landvermögen; ne. latifundium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. lātifundium; E.: s. lat. lātifundium, N., großes Landgut, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. lātus, Adj., breit, weit, sich breit machend, sich breit erstreckend; idg. *stel- (2), *stelə-, *stelH-, V., ausbreiten, Pokorny 1018? (1759/231) (RB. idg. aus arm., ital., balt., slaw.); lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau; idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Latifundium; Son.: normalerweise in dem Plural verwendet; nndl. latifundium, Sb., Latifundium; nschw. latifunidum, Sb., Latifundium; nnorw. latifundio, Sb., Latifundium; poln. latyfundium, Sb., Latifundium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und verwendete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Sklaven bewirtschaftetes Landgut und davon abgeleitet in der Neuzeit Bezeichnung für großes Landvermögen; BM.: Grund bzw. Boden; F.: Latifundium, Latifundiums, Latifundien+FW(+EW); Z.: Lat-i-fund-i-um
...lation, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...lation; ne. ...lation; Vw.: s. Akkumu- , Appel-, Artiku-, Assimi-, Destil, Ejaku-, Eska-, Gestiku-, Gratu-, Inha-, Instal-, Interpel-, Kalku-, Kapitu-, Kol-, Kompi-, Konstel-, Kontempl-, Korrel-, Kumu-, Manipu-, Modu-, Ovu-, Popu-, Rekapitu-, Re-, Simu-, Speku-, Stimu-, Stipu-, Strangu-, Venti-, Zirku-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...lātio, Suff., ...lātio; weitere Herkunft ungeklärt, teilweise von lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. ...latie, Suff., ...lation; frz. ...lation, ...latie, Suff., ...lation; nnorw. ...lasjon, ...latie, Suff., ...lation; poln. ...lacja, ...latie, Suff., ...lation; lit. ...liacija, ...latie, Suff., ...lation; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und meist in Übernahmen aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...lation, ...lationen+FW(+EW); Z.: -la-t-io-n
...lativ (1), nhd., M., (14. Jh.?): nhd. ...lativ (M.); ne. ...lative; Vw.: s. Ab-, E-, Super-; Hw.: s. ...lativ (2); Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. ...latief, Suff., ...lativ; frz. ...latif, Suff., ...lativ; nschw. ...lativ, Suff., ...lativ; nnorw. ...lativ, Suff., ...lativ; poln. ...latiwus, Suff., ...lativ; lit. ...liatyvas, Suff., ...lativ; GB.: vielleicht seit dem 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Sprachwissenschaft verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...lativ, ...lativs, ...latives, ...lative, ...lativen+FW(+EW); Z.: -la-t-iv
...lativ (2), nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...lativ (Adj.); ne. ...lative; Vw.: s. kontemp-, legis-, re-, speku-; Hw.: s. ...lativ (1); Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. nndl. ...latief, Suff., ...lativ; frz. ...lativ, Suff., ...lativ; nschw. ...lativ, Suff., ...lativ; nnorw. ...lativ, Suff., ...lativ; lit. ...lialtyvus, Suff., ...lativ; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...lativ, ...lative, ...latives, ...lativem, ...lativen, ...lativer(, ...lativere, ...lativeres, ...lativerem, ...lativeren, ...lativerer, ...lativst, ...lativste, ...lativstes, ...lativstem, ...lativsten, ...lativster)+FW(+EW); Z.: -la-t-iv
...latorisch, nhd., Adj, (16. Jh.?): nhd. ...latorisch; ne. ...latory; Vw.: s. di-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...lātōrius, Suff., lātōrius; vgl. lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. frz. ...latoire, Suff., ...latorisch; poln. ...latoryjny, Suff., ...latorisch; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Nachsilbe zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...latorisch, ...latorische, ...latorisches, ...latorischem, ...latorischen, ...latorischer(, ...latorischere, ...latorischeres, ...latorischerem, ...latorischeren, ...latorischerer, ...latorischst, ...latorischste, ...latorischstes, ...latorischstem, ...latorischsten, ...latorischster)+FW(+EW); Z.: -la-t-orisch
Latrine, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Latrine, Abort, Jauchegrube; ne. latrine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. lātrīna; E.: s. mnd. latrīne, F., Latrine, Abtritt; lat. lātrīna, F., Abtritt, Kloake, Bordell, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lavāre, V., waschen, baden, netzen, benetzen, befeuchten; idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Latrine, fehlt DW, EWD s. u. Latrine, Duden s. u. Latrine; Son.: vgl. nndl. latrine, Sb., Latrine; frz. latrines, F. Pl., Latrinen; nschw. latrin, Sb., Latrine; nnorw. latrine, M., F., Latrine; poln. latryna, F., Latrine; nir. leithreas, M., Latrine; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten von mehreren Menschen (gleichzeitig) benutzbaren Abort oder eine Jauchegrube; BM.: waschen; F.: Latrine, Latrinen+FW(+EW); Z.: La-tr-in-e
latsch, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.): nhd. latsch, schlaff und nachlässig gehend; ne. going (Adj.) limply; Vw.: -; Hw.: s. letschert; Q.: 17. Jh.; E.: wohl Zusammenhang mit lasch (s. d.) und lass (s. d.), vielleicht auch lautmalend; L.: Kluge s. u. latsch, DW 12, 277, Bluhme s. u. latschen; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung des Gehens mögliches schlaff und nachlässig gehend; BM.: nachlassen bzw. lautmalend?; F.: latsch, latsche, latsches, latschem, latschen, latscher+EW; Z.: latsch
$Latsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Latsch, schlaff gehender Mensch; Hw.: (s. Lu-); E.: s. latsch; L.: Kluge s. u. latsch, DW 12, 277, EWD s. u. Latsch(en); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus latsch gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen schlaff gehenden Menschen; F.: Latsch, Latsches, Latsche, Latschen+EW; Z.: Latsch
Latsche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Latsche, Legföhre, Bergkiefer; ne. mountain pine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Latsche, DW 12, 278, EWD s. u. Latsche, Duden s. u. Latsche, Bluhme s. u. Latsche; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine in Gebirgen heimische schon vormenschlich entwickelte strauchartig wachsende Kiefer (F.) (Bergkiefer); BM.: ?; F.: Latsche, Latschen+EW?; Z.: Latsch-e
$Latsche (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Latsche; E.: s. latsch, s. e; L.: Kluge s. u. latsch, DW 12, 278; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus latsch gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen schlaff gehenden Menschen; F.: Latsche, Latschen+EW; Z.: Latsch-e
$latschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. latschen, nachlässig gehen; E.: s. Latsch, s. Latschen; L.: Kluge s. u. latsch, DW 12, 278, EWD s. u. Latsch(en); GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Latsch und Latschen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nachlässig gehen; F.: latschen (!), latsche (!), latschst, latscht, latschest, latschet, latschte, latschtest, latschten, latschtet, gelatscht, ##gelatscht, gelatschte, gelatschtes, gelatschtem, gelatschten, gelatschter##, latschend, ###latschend, latschende, latschendes, latschendem, latschenden, latschender###, latsch (!)+EW; Z.: latsch-en
$Latschen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Latschen, ausgetretener Schuh; E.: s. latsch; L.: Kluge s. u. latsch, fehlt DW?, EWD s. u. Latsch(en); GB.: seit 19. Jh. belegte und mit latsch verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten ausgetretenen Schuh oder einen bequemen Schuh; F.: Latschen, Latschens+EW; Z.: Latsch-en
$latschig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. latschig, schlaff,, lässig; E.: s. latsch, s. ig; L.: DW 12, 278, EWD s. u. Latsch(en); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus latsch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlurfend oder schlaff oder nachlässig; F.: latschig, latschige, latschiges, latschigem, latschigen, latschiger(, latschigere, latschigeres, latschigerem, latschigeren, latschigerer, latschigst, latschigste, latschigstes, latschigstem, latschigsten, latschigster)+EW; Z.: latsch-ig
Latte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Latte, langes schmales Holz, eckige Holzstange; ne. slat (N.), lath; Vw.: -; Hw.: s. Laden; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. latte, late, sw. F., Latte; mnd. latte, F., Latte, Leiste, zugeschnittenes langes schmales Holzstück; mnl. latte, F., Latte, Dachlatte; ahd. latta, lazza*, ladda*, sw. F. (n), Latte, Balken, Brett, Bohle, Bauholz, Schindel; ahd. latto*, sw. M. (n), Latte, Balken, Bohle, Schindel; as. latta, st. F. (ō), sw. F. (n), Latte; anfrk. -; germ. *lattō, st. F. (ō), Brett, Latte; L.: Kluge 1. A. s. u. Latte, Kluge s. u. Latte, DW 12, 279, EWD s. u. Latte, EWAhd 5, 1056, Falk/Torp 360, Duden s. u. Latte, Bluhme s. u. Latte; Son.: vgl. afries. lāte, F., Latte; *lǣtta, F.?, Latte; an. -; got. -; nndl. lat, Sb., Latte; GB.: (latta) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein in dem Verhältnis zu seiner Länge sehr schmales und flaches langes und meist eckiges oder kantiges Stück Holz oder eine eckige Holzstange; BM.: ?; F.: Latte, Latten+EW; Z.: Latt-e
Lattich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lattich, eine Pflanze; ne. lettuce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. latech, st. F., sw. F., Lattich; mhd. lateche, leteche, st. F., sw. F., Lattich; mhd. lactūke, st. F., Lattich, Salat; mnd. lādeke, ladeke, lādike, laddeke, lēdeke, loddeke, lōdeke, F., Lattich, ein Salat, eine Heilpflanze, eine Arznei; mnd. lactūk, lactūke, F., Salat, Gartensalat; mnl. ladic, ladicke, ladeke, ladich, M., F.?, Lattich, Fluss-Ampfer; ahd. lattuh, lattih*, st. F. (i)?, Lattich, Gartenlattich, Grind-Ampfer; ahd. letih*, latih*, Sb., Ampfer, Lattich, Große Klette; ahd. lattūhha*, lattūcha*, latihha*, st. F. (ō), Lattich, Gartenlattich; ahd. letihha*, leticha, latihha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Große Klette; as. ladika, latttika, F., Lattich; anfrk. -; germ. *latuk-?, *lattuk-?, Sb., Lattich, Salat; lat. lactūca, F., Lattich, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. lāc, N., Milch; idg. *glag-, *glak-, Sb., Milch, Pokorny 400 (567/51) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lattich, Kluge s. u. Lattich, DW 12, 281, EWD s. u. Lattich, EWAhd 5, 1059, Duden s. u. Lattich; Son.: vgl. ae. lactūc, lactūca, ae., st. M. (a), sw. M. (n), Lattich; nndl. latuw, Sb., Lattich; frz. laitue, F., Lattich; nschw. laktuk, Sb., Lattich; kymr. letysen, F., Lattich; kymr. llaethyg, Sb., Lattich; nir. leitís, F., Lattich; ksl. loštika, F., Lattich; alb. loxhikë, F., Lattich; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende schon vormenschliche salatähnliche und getrocknet giftige Pflanze mit zungenförmigen gelben oder blauen Blüten und Milchsaft enthaltenden Stängeln; BM.: Milch; F.: Lattich, Lattichs, Lattiche, Lattichen+FW(+EW); Z.: Lat-t-ich
Latüchte, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Latüchte, Licht, Leuchte, Laterne; ne. lamp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: zusammengezogen aus Laterne und Leuchte (s. d.); L.: Kluge s. u. Latüchte, fehlt DW, Duden s. u. Latüchte; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Laterne und Leuchte durch Zusammenziehung gebildete Bezeichnung für eine Laterne; BM.: leuchten; F.: Latüchte, Latüchten+FW+EW; Z.: Lat-üch-t-e
...latur, nhd., F, (18. Jh.?): nhd. ...latur; ne. ...lature; Vw.: s. Legis-; Hw.: s. ...latorisch; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; vgl. lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. ...latuur, Suff., ...latur; frz. ...lature, ...latur; nschw. ...latur, Suff., ...latur; nnorw. ...latur, Suff., ...latur; poln. ...latura, Suff., ...latur; nir. ...lacht, Suff., ...latur; lit. ...latūra, Suff., ...latur; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: tragen; F.: ...latur, ...laturen+FW(+EW); Z.: -la-t-ur
Latwerge, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Latwerge, Arznei in Breiform, Mus; ne. electuary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. latwārje, latewāria, latwērje, latwerge, sw. F., st. F., Dicksaft, durch Einkochen dicker Saft, Latwerge; mnd. lacwerie, lacwerge, lactwarige, laquarie, lackquarde, latwerg, leckerwarte, N., Latwerge, breiige Arzneimischung, Dicksaft; ital. lattovaro, lattuario, F., Latwerge; afrz. lectuaire, F., Latwerge; lat. ēlectuārium, N., Latwerge, (5. Jh. n. Chr.); gr. ἐκλεικτόν (ekleiktón), N., Arznei die man aufleckt, Medizin die man in dem Mund zergehen lässt; vgl. gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus, seit; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. λείχειν (leíchein), V., lecken (V.) (1); idg. *leig̑ʰ-, *sleig̑ʰ-, V., lecken (V.) (1), Pokorny 668 (1082/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Latwerge, Kluge s. u. Latwerge, DW 12, 281, Duden s. u. Latwerge; Son.: vgl. frz.electuaire, M., Latwerge; nschw. latverg, Sb., Latwerge; nir. liochtuaire, M., Latwerge; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen breiig zubereitetes Arzneimittel oder auch Mus; BM.: aus, lecken (V.) (1); F.: Latwerge, Latwergen+FW; Z.: Lat-werg-e
Latz, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Latz, Schlinge, Schleife, Strick (M.) (1), ein Kleidungsstück; ne. bib; Vw.: -; Hw.: s. Lasso; E.: mhd. laz (2), st. M., Band (N.), Fessel (F.) (1), Hosenlatz; mnd. las (2), laes, lasch, M., spitz zulaufendes Stück, keilförmiger oder zwickelförmiger Streifen (M.), keilförmige Lichterscheinung eines Kometen; ahd. laz (1), st. N. (a), Schnur (F.) (1), Riemen (M.) (1); it. laccio, M., Schlinge, Schnur (F.) (1); vgl. lat. laqueus, M., Fallstrick, Schlinge, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lacere, V., locken (V.) (2); idg. *lēk- (1)?, *lək-?, Sb., V., Reis (N.), Schlinge, fangen, Pokorny 673 (1093/49) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Latz, Kluge s. u. Latz, DW 12, 282, EWD s. u. Latz, Duden s. u. Latz, Bluhme s. u. Latz; GB.: vielleicht seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums stammende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an der Brust angebrachtes Kleidungsstück oder eine Schlinge oder Schleife; BM.: Schlinge; F.: Latz, Latzes, Lätze, Lätzen, Latze, Latzen+FW(+EW); Z.: Latz
$Lätzchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lätzchen; Vw.: s. Sabber-; E.: s. Latz, s. chen; L.: DW 12, 284; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Latz und chen gebildete Bezeichnung für ein Kleinkindern zwecks Verringerung der Beschmutzung der Kleidung mit Essen um den Hals gebundenes kleines Tuch; F.: Lätzchen, Lätzchens+FW+EW; Z.: Lätz—chen
lau, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. lau, lauwarm, leicht warm; ne. lukewarm; Vw.: -; Hw.: s. flau; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lā (2), Adj., lau, milde; mhd. lāwe, lēwe, lāb, Adj., lau, lauwarm, schwankend; mnd. lauw, law, Adj., lau, lauwarm, halb warm; mnl. laeu, Adj., lau, lauwarm; ahd. lāo*, Adj., lau, lauwarm, warm, mild, lasch, halbherzig; as. -; anfrk. -; germ. *hlēwa-, *hlēwaz, *hlǣwa-, *hlǣwaz, Adj., lau, lauwarm; s. idg. k̑el- (1), V., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lau, Kluge s. u. lau, DW 12, 285, EWD s. u. lau, EWAhd 5, 1039, Falk/Torp 109, Heidermanns 295, Duden s. u. lau, Bluhme s. u. lau; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hlær, Adj., milde, warm; got. -; nndl. lauw, Adj., lau; kymr. claear, Adj., lau; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches leicht warm; BM.: warm; F.: lau, laue, laues, lauem, lauen, lauer, lauere(, laueres, lauerem, laueren, lauerer, lauest, laueste, lauestes, lauestem, lauesten, lauester)+EW; Z.: lau
Laub (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Laub (N.), Blätter (eines Laubbaums oder Strauches); ne. foliage; Vw.: -; Hw.: s. Läufel; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. loup, st. N., Laub; mnd. lōf (1), N., Laub, Blätter eines Laubbaums, Zweig mit Blättern, Laubbüschel, Futterlaub; mnl. loof, N., Laub, Blatt; ahd. loub (1), st. N. (a) (iz) (az), Blatt, Laub, Laubblatt, Pflanzenblatt, Laubwerk, Laubbüschel, Laubwald, Blätterdach, Laubkrone; as. lôf* (2), st. N. (a), Laub; anfrk. lōf, F., Laub; germ. *lauba-, *laubam, st. N. (a), Laub; s. idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laub, Kluge s. u. Laub, DW 12, 287, EWD s. u. Laub, EWAhd 5, 1454, Falk/Torp 377, Duden s. u. Laub, Bluhme s. u. Laub; Son.: vgl. afries. lâf, st. N. (a), Laub; nnordfries. luf, lof; ae. léaf (1), *léafe (2), líefe, st. N. (a), Blatt, Laub, Schössling, Bogen Papier; an. lauf, st. N. (a), Laub; got. laufs (1), lauf, st. M. (a)?, Laub, Blatt; nndl. loof, Sb., Laub; nschw. löv, Sb. Pl., Laub; nnorw. løv, Sb. Pl., Laub; nisl. lauf, N., Laub; lat. liber, M., Bast; lit. lãpas, M., Blatt; russ. lub, M., Rinde; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Blätter eines Laubbaums oder Strauches; BM.: lösen; F.: Laub, Laubes, Laubs+EW; Z.: Lau-b
Laub (2), nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Laub (M.), Erlaubnis; ne. permit (N.); Vw.: s. Ur-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. loube (2), st. F., Laube (F.) (2), Erlaubnis; mnd. lōve (4), lave, M., Versprechen, rechtsverbindliches Gelöbnis, eidliche Versicherung, Treuegelöbnis, Handtreue, Gutsagen, Eid, Lehnseid; ahd. *loub (3), st. M. (a?, i?), st. N. (a); as. *lôf? (1), st. M. (a), Erlaubnis; anfrk. *luf?, luvi?, st. F. (ī); germ. lauba, Sb., Erlaubnis, Billigung, Genehmigung; vgl. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683? (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 292; Son.: vgl. afries. lâva (1), sw. M. (n), Glaube; nnordfries. louwe, luwe; ae. léaf (2), st. F. (ō), Erlaubnis; an. lof, st. N. (a), Erlaubnis, Lob; got. -; GB.: (loube) seit 15. Jh. belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von einem Menschen an einen anderen Menschen gegebene Erlaubnis zu einer Durchführung oder Ausführung einer Vorstellung; BM.: lieb; F.: Laub, Laubs, Laube, Lauben+EW; Z.: Laub
Laube, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Laube, Vorbau, Sommerhäuschen eines Gartens, Gartenhäuschen; ne. bower; Vw.: -; Hw.: s. Lobby; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. loube, sw. F., st. F., Laube, Vorhalle, Kornboden, Galerie; mnd. lōve (1), lȫve, F., Laube, Laubhütte, Gartenhaus, Raum, Zimmer, Vorbau, Erker; mnl. loive, love, Sb., Laube; ahd. louba (1), sw. F. (n), Laube, Bühne, Vorhalle, Nebengelass, Laubhütte, Hütte; as. lôvia*, sw. F. (n), Laube; anfrk. lōva, F., Laube; germ. *laubjō-, *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; s. idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laube, Kluge s. u. Laube, DW 12, 290, EWD s. u. Laube, EWAhd 5, 1457, Duden s. u. Laube; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. luifel, Sb., Laube; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an der Seite offenes leicht gebautes oft von Pflanzen umranktes Gartenhäuschen; BM.: schneiden; F.: Laube, Lauben+EW; Z.: Lau-b-e
lauben, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. glauben, erlauben, gestatten, zulassen; ne. permit; Vw.: s. er-, g-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. louben, sw. V., glauben, erlauben; mnd. lȫven (1), loͤven, sw. V., glauben, vertrauen, Vertrauen schenken, trauen, kreditieren, für wahr halten, mit Sicherheit annehmen, gläubig sein (V.), erlauben; mnl. loven, sw. V., vertrauen, glauben, für wahr halten; ahd. louben*, sw. V. (1a), erlauben, glauben, gestattet sein (V.), erlaubt sein (V.); as. -; anfrk. *louven?, sw. V. (1); germ. *laubjan, sw. V., erlauben, loben, glauben; idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683; L.: DW 12, 293, EWAhd 5, 1458; W.: vgl. afries. lêva (1) 6, liūva, sw. V. (1), glauben; nfries. leauwjen, V., glauben; ae. líefan (1), lȳfan (1), līfan (2), lēfan (1), sw. V. (1), erlauben, gewähren, glauben, vertrauen; an. leyfa, sw. V. (1), erlauben, loben; got. *laubjan, sw. V. (1), erlauben?; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erlauben oder gestatten oder zulassen; BM.: begehren; F.: lauben (!), laube (!), laubst, laubt, laubest, laubet, laubte, laubtest, laubten, laubtet, gelaubt, ##gelaubt, gelaubte, gelaubtes, gelaubtem, gelaubten, gelaubter##, laubend, ###laubend, laubende, laubendes, laubendem, laubenden, laubender###, laub (!)+EW; Z.: laub-en
$Laubenkolonie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Laubenkolonie; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Laube, s. n, s. Kolonie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Laube; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Laub(e) und en (Suff.) sowie Kolonie gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Ansammlung (Kolonie) von Lauben; F.: Laubenkolonie, Laubenkolonien+EW+FW; Z.: Lau-b-en-kol-on-ie
$Laubfrosch, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Laubfrosch; E.: s. Laub, s. Frosch; L.: Kluge s. u. Laubfrosch, DW 12, 295, EWD s. u. Laub; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Laub und Frosch gebildete Bezeichnung für einen kleinen auf Grund von Haftscheiben an Fingerspitzen und Zehenspitzen zu einem Klettern in (Laub von) Büschen und Bäumen fähigen Frosch; F.: Laubfrosch, Laubfrosches, Laubfroschs, Laubfrösche, Laubfröschen+EW; Z.: Lau-b—fro-sch
$Laubsäge, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Laubsäge; E.: s. Laub, s. Säge; L.: EWD s. u. Laub; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Laub und Säge gebildete Bezeichnung für eine in Italien 1562 von Menschen entwickelte und seitdem verwendete kleine Säge für das Aussägen vielfach in Laubform gehaltener kleinerer Intarsien; F.: Laubsäge, Laubsägen+EW; Z.: Lau-b—säg-e
Lauch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lauch, Porree; ne. leek; Vw.: s. Knob-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. louch, st. M., Lauch; mnd. lōk, loek, louk, loik, N., Lauch; mnl. looc, loke, M., Knoblauch, Lauch; ahd. louh*, st. M. (a)?, Lauch, Porree, Küchenzwiebel; as. lôk*, st. M. (a?), Lauch; anfrk. lōk, M., Lauch; germ. *lauka-, *laukaz, st. M. (a), Lauch, l-Rune; s. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lauch, Kluge s. u. Lauch, DW 12, 300, EWD s. u. Lauch, EWAhd 5, 1477, Falk/Torp 355, Duden s. u. Lauch, Bluhme s. u. Lauch; Son.: vgl. afries. -; ae. léac, st. N. (a), Lauch, Zwiebel; an. laukr, st. M. (a), Lauch; got. -; nndl. look, Sb., Lauch; nschw. lök, Sb., Lauch; nnorw. purreløk, M., Lauch; nisl. laukur, M., Lauch; air. lus, Sb., Pflanze, Lauch; lit. lūkai, Sb., Lauch (wohl aus einer slawischen Sprache entlehnt); ksl. lukъ, Sb., Knoblauch; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer zu den Zwiebeln gehörenden schon vormenschlichen und von Menschen als Nahrung (Gemüse) verwendeten Pflanze mit Doldenblüten an dem Ende eines röhrenförmigen Schaftes; BM.: biegen; F.: Lauch, Lauches, Lauchs, Lauche, Lauchen+EW; Z.: Lauch
Laudanum, nhd. (ält.?), N., (16. Jh.): nhd. Laudanum, ein schmerzstillendes Mittel; ne. laudanum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 16. Jh.; I.: Lw. lat. lēdanum; E.: s. lat. lēdanum, lādanum, N., Harz von kretischen Cistenröslein; gr. λήδανον (lḗdanon), N., ein harzähnlicher Stoff; vgl. λῆδος (lēdos), F., kretisches Cistenröslein; vielleicht von arab. lāda, assyr. ladanu; L.: Duden s. u. Laudanum; Son.: vgl. kymr. lodnwm, M., Laudanum; nir. ládanam, M., Laudanum; poln. laudanum, Sb., Laudanum; GB.: seit 1. Drittel 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie vielleicht dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus Opium hergestelltes und verwendetes sowie 1930 verbotenes schmerzstillendes Mittel; BM.: Harz von dem kretischen Cistenröslein; F.: Laudanum, Laudanums+FW; Z.: Laud-an-um
Laudatio, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Laudatio, feierliche Lobrede; ne. laudation, eulogy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. laudātio; E.: s. lat. laudātio, F., Loben, Lobrede, Leichenrede, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. laudāre, V., loben, anerkennen, gutheißen, preisen; vgl. idg. *lēu- (3)?, V., tönen, Pokorny 683 (1119/75) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Laudatio; Son.: vgl. nndl. laudatio, Sb., Laudatio; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung einer sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und seitdem verwendeten in dem Rahmen eines Festakts gehaltenen feierlichen Lobrede; BM.: tönen; F.: Laudatio, Laudationes, Laudationen+FW; Z.: Lau-d-at-io
Laue, nhd. (ält.), F.: nhd. Laue; Vw.: s. Lawine
Lauene, nhd. (ält.), F.: nhd. Lauene; Vw.: s. Lawine
Lauer, Leier, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lauer, Tresterwein, Nachwein; ne. wine from husks; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lūre, st. F., sw. F., Nachwein, Tresterwein; mnd. lowære*, lower, M.?, Lauer (M.), Nachwein, Trester; ahd. lūra, lūrra, sw. F. (n), Lauer (M.), Tresterwein, Trester, Nachwein; as. lūra*, sw. F. (n), Lauer (M.), Nachwein, Tresterwein; anfrk. -; germ. *lūrja, F., Nachwein, Tresterwein, Lauer (M.); s. lat. lōra, lōrea, F., Tresterwein, Lauer, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lauer, Kluge s. u. Lauer, DW 12, 303, EWAhd 5, 1523, Duden s. u. Lauer; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. leur, leurwijn, Sb., Lauer (M.); GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unter Verwendung von Wasser und Zucker aus Trestern hergestellten minderwertigen Wein (Nachwein); BM.: waschen; F.: Lauer, Lauers, Lauern, Leier, Leiers, Leiern+FW+EW; Z.: Lau-er
$Lauer (2), nhd., F., (14. Jh.): nhd. Lauer, Warten (N.); E.: s. mhd. lūre (2), s. lauern; L.: Kluge s. u. lauern, EWD s. u. lauern; GB.: seit 1314 belegte und mit lauern verbindbare sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Versteck oder Warten (N.) oder einen Hinterhalt (beispielsweise von Raubtieren); F.: Lauer, Lauern+EW; Z.: Lau-er
lauern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. lauern, spähen, warten, aus einem Hinterhalt beobachten; ne. lurk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. lūren, lūweren, sw. V., lauern, warten, herumlungern; mnd. lūren, sw. V., lauern, warten, betrügen, hintergehen, heimlich auf der Lauer (F.) liegen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. lauern, Kluge s. u. lauern, DW 12, 304, EWD s. u. lauern, Falk/Torp 371, Duden s. u. lauern, Bluhme s. u. lauern; Son.: vgl. nndl. loeren, V., lauern; ne. lower, V., senken; nschw. lura, V., lauern; nnorw. lure, V., lauern; GB.: seit 1358 belegte und mit Lauer verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für warten oder aus einem Hinterhalt beobachten; BM.: ?; F.: lauern, lauere, lauer (!), laure (!), lauerst, lauert, lauerte, lauertest, lauerten, lauertet, gelauert, ##gelauert, gelauertes, gelauertem, gelauerten, gelauerter##, lauernd, ###lauernd, lauernde, lauerndes, lauerndem, lauernden, lauernder###, lauer (!)+EW; Z.: lau-er-n
Lauf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lauf, Wettrennen, Glückssträhne; ne. run (N.), current (N.); Vw.: s. (Ab-, Dauer-,)Marathon-, (Wasser-, Wett-); Hw.: s. laufen, Lauft; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. louf (1), lōf, st. M., Lauf, Wasserlauf, Umlauf, Weg, Gang (M.) (1), Bewegung, Bahn, Fluss, Verlauf, Zulauf, gangbare Stelle, Vorgang; mnd. lōp (1), loep, loip, loop*, M., Lauf, schnelle Fortbewegung eines Lebewesens, Kurs, Durchlauf, Zulauf, Zusammenlauf, Ansturm, Ablauf, Verlauf, Lebenslauf; mnl. loop, M., Lauf; ahd. louf*, st. M. (a?), Lauf, Rennen, Laufen; as. *hlôpa?, st. F. (ō), sw. F. (n), Lauf; anfrk. *loup?, st. M. (a), Lauf; germ. *hlaupa-, *hlaupaz, st. M. (a), Lauf; s. idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. laufen, DW 12, 306, EWD s. u. laufen, EWAhd 5, 1461, Duden s. u. Lauf; Son.: vgl. afries. hlêp, st. M. (a), Lauf; nfries. ljeap; ae. *hléap, st. N. (a), Lauf; an. hlaup, st. N. (a), Sprung, schnelle Bewegung, Lauf; got. -; nndl. loop, Sb., Lauf; nschw. lopp, N., Lauf; nnorw. løp, N., Lauf; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches schnelles Vorwärtskommen oder Vorwärtsbewegen höherer Lebewesen durch rasches Bewegen von Beinen; BM.: traben; F.: Lauf, Laufes, Laufs, Läufe, Läufen+EW; Z.: Lauf
$Laufbahn, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Laufbahn; E.: s. Lauf, s. Bahn; L.: Kluge s. u. Laufbahn, DW 12, 312, EWD s. u. laufen; E.: seit 17. Jh. belegte und aus Lauf und Bahn gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Bahn für einen Lauf oder einen Verlauf einer angestrebten Entwicklung; F.: Laufbahn, Laufbahnen+EW; Z.: Lauf—bahn
Läufel, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Läufel, grüne Hülse; ne. green shell of a walnut; Vw.: -; Hw.: s. Laub; Q.: 1290-1300 (Christi Hort des Gundacker von Judenburg); E.: mhd. löufel (2), loufel, F., „Läufel“, Hülse; s. mhd. louft, st. M., Hülse, Rohr, Bastrohr; ahd. louft (2), loft, st. M. (a?, i?), Schale (F.) (1), Rinde, Bast; vgl. idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Läufel, DW 12, 313, Duden s. u. Läufel; Son.: vgl. lit. lùpena, Sb., Obstschale; poln. łupina, F., äußere grüne Fruchtschale; GB.: seit 1290-1300 belegte und wohl aus louf und el (Suff.) gebildete sowie mit mhd. louft, Hülse, und ahd. louft, Schale (F.) (1) sowie idg. *leub- verbindbare Bezeichnung der äußeren grünen Schale (Hülse) der Walnuss; BM.: lösen; F.: Läufel, Läufeln+EW; Z.: Läu-f-el
laufen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. laufen, rennen; ne. run (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lauf, Lauft; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. loufen, red. V., laufen, durchlaufen; mnd. lōpen (1), loepen, loppen, st. V., laufen, sich schnell fortbewegen, eilen, flüchten, schnell schwimmen; mnl. lopen, st. V., laufen; ahd. loufan, hloufan*, red. V., laufen, eilen, rennen, gehen, schnell gehen, fahren, fließen, sich bewegen, ablaufen; as. hlôpan?, red. V. (2), laufen; anfrk. loupan, loupon*, st. V. (7)=red. V., laufen; germ. *hlaupan, st. V., laufen; idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. laufen, Kluge s. u. laufen, DW 12, 314, EWD s. u. laufen, EWAhd 5, 1462, Falk/Torp 109, Seebold 259, Duden s. u. laufen, Bluhme s. u. laufen; Son.: vgl. afries. hlâpa, st. V. (7)=red. V., laufen, gehen, rinnen; saterl. lopa, V., laufen; ae. hléapan, st. V. (7)=red. V. (2), laufen, springen, rennen, gehen, tanzen; an. hlaupa, red. V., laufen, springen; got. *hlaupan?, red. V. (2), laufen, springen; nndl. lopen, V., laufen; ne. leap, V., springen, hüpfen; nschw. löpa, V., laufen; nnorw. løpe, V., laufen; lit. leliáuti, V., wandern, reißen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches rennen oder sich sehr schnell mit den Beinen vorwärtsbewegen; BM.: traben; F.: laufen, laufe (!), läufst, läuft, lauft, laufest, laufet, lief, liefst, liefen, lieft, liefest, liefet, gelaufen, ##gelaufen, gelaufene, gelaufenes, gelaufenem, gelaufenen, gelaufener##, laufend, ###laufend, laufende, laufendes, laufendem, laufenden, laufender###, lauf (!)+EW; Z.: lauf-en
$Laufen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Laufen; Vw.: s. Amok-; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. laufen; L.: fehlt DW, s. laufen; F.: Laufen, Laufens+EW; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus laufen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Rennen (N.) oder sich sehr schnell mit den Beinen Vorwärtsbewegen Z.: Lauf-en
$Läufer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Läufer, Laufender; Vw.: s. Amok-, Über-(, Wett-); E.: s. lauf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. laufen, DW 2, 326, EWD s. u. laufen; GB.: (loufāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus lauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Laufenden oder Rennenden; F.: Läufer, Läufers, Läufern+EW; Z.: Läuf-er
$Lauffeuer, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Lauffeuer; E.: s. Lauf, s. Feuer; L.: Kluge s. u. Lauffeuer, DW 12, 329, EWD s. u. laufen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lauf und Feuer gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für die Fernzündung einer Sprengladung entwickeltes und verwendetes laufendes Feuer das von einem für den Verursacher sicheren Ausgangspunkt bis zu dem für den Verursacher gefährlichen Endpunkt von selbst läuft; F.: Lauffeuer, Lauffeuers, Lauffeuern+EW; Z.: Lauf—feuer
$Laufgraben, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Laufgraben; E.: s. lauf(en), s. Graben (M.); L.: DW 12, 329, EWD s. u. laufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lauf und luf(en) sowie Graben (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit Erfindung des Schießpulvers und der Geschütze zwecks Schutzes gegen Beschuss entwickelten und verwendeten Graben in dem Erdreich; F.: Laufgraben, Laufgrabens, Laufgräben+EW; Z.: Lauf—grab-en
$läufig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. läufig, laufend; Vw.: s. bei-, ge-, land-, vor-, zwangs-; E.: s. Lauf, s. ig; L.: Kluge s. u. läufig, DW 12, 331, EWD s. u. laufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lauf und ig gebildete Bezeichnung für laufend oder brünstig oder paarungsbereit wie beispielsweise eine Hündin in der Brunstzeit; F.: läufig, läufige, läufiges, läufigem, läufigen, läufiger(, läufigere, läufigeres, läufigerem, läufigeren, läufigerer, läufigst, läufigste, läufigstes, läufigstem, läufigsten, läufigster)+EW; Z.: läuf-ig
$Laufpass, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Laufpass; Hw.: s. Laufzettel; E.: s. Lauf. s. Pass, L.: Kluge s. u. Laufpass, DW 12, 333 (Laufpasz), EWD s. u. laufen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lauf und Pass gebildete Bezeichnung für eine Bescheinigung über das Ende einer Pflicht und damit die Freiheit der Bewegung wie beispielsweise bei einem Soldaten; F.: Laufpass, Laufpasses, Laufpässe, Laufpässen+EW+FW; Z.: Lauf—pass
Lauft, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Lauft, Lauf; ne. run (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. louft?, st. M., Lauf; mnl. loopt, M., F., Lauft; ahd. louft (1), hlouft*, st. M. (i), st. F. (i), Lauf, das Laufen, Rennen, Rennbahn; as. *hlôht?, *hlôft?, st. M. (i), st. F. (i), Lauf; germ. *hlaufti-, *hlauftiz, st. F. (i), Lauf; s. idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Lauft, DW 12, 334, EWAhd 5, 1467; Son.: noch erhalten in Zeitläufte; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und aus Lauf und t gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches schnelles Vorwärtskommen oder Vorwärtsbewegen höherer Lebewesen durch rasches Bewegen von Beinen; BM.: traben; F.: Lauft, Laufts, Lauftes, Läufte, Läuften+EW; Z.: Lauf-t
$Laufzettel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Laufzettel; Hw.: s. Laufpass; E.: s. Lauf, s. Zettel; L.: DW 12, 337, EWD s. u. laufen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lauf und Zettel gebildete Bezeichnung für eine Bescheinigung über das Ende einer Pflicht und damit die Freiheit der Bewegung wie beispielsweise bei einem Soldaten; F.: Laufzettel, Laufzettels, Laufzetteln+EW; Z.: Lauf—zet-t-el
Lauge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lauge, wässerige Lösung einer Base; ne. lye (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. louge, st. F., sw. F., Lauge; mnd. lōge, loge, logge, louge, loige, F., Lauge, aus Asche abgezogene Flüssigkeit, ein Mittel zu einem Waschen, ätzende Flüssigkeit, Mittel zur Lederbereitung, Reinigung (des Gewissens); mnl. loghe, loge, F. Lauge; ahd. louga (2), st. F. (ō), Lauge, Bad; as. -; anfrk. -; germ. *laugō, st. F. (ō), Waschung, Bad; s. idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lauge, Kluge s. u. Lauge, DW 12, 338, EWD s. u. Lauge, EWAhd 5, 1471, Falk/Torp 371, Duden s. u. Lauge, Bluhme s. u. Lauge; Son.: vgl. afries. -; ae. léag, st. F. (ō), Lauge; an. laug, st. F. (ō), Lauge, Bad, Wäsche; got. -; nndl. loog, Sb., Lauge; nisl. laug, F., Bad; poln. ług, Sb. Lauge; GB.: (louga) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine wässerige Lösung einer alkalisch reagierenden Base wie beispielsweise Natronlauge oder Kalilauge oder Chlorlauge oder Kalziumlauge; BM.: waschen; F.: Lauge, Laugen+EW; Z.: Lau-g-e
$laugen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. laugen, eine Lauge bereiten; Vw.: s. aus-; E.: s. Laug(e), s. en (Suff.); L.: DW 12, 337, EWD s. u. Lauge; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Laug(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein wohl von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Lauge bereiten oder mit einer Lauge versehen (V.) oder mit Lauge behandeln; F.: laugen (!), lauge (!), laugst, laugt, laugest, lauget, laugte, laugtest, laugten, laugtet, gelaugt, ##gelaugt, gelaugte, gelaugtes, gelaugtem, gelaugten, gelaugter##, laugend, ###laugend, laugende, laugendes, laugendem, laugenden, laugender###, laug (!)+EW; Z.: lau-g-en
Laum, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Laum, Flamme und Dampf, Dunst; ne. haze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: mhd. loum, M., Laum, Dampf (M.) (1), Dunst; weitere Herkunft unklar; vielleicht zu Lohe (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. Laum, DW 12, 344; GB.: seit 1220-1250 belegte und aus Laug(e) und en (Suff.) gebildete und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit Lohe verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Dampf oder Dunst; BM.: ?; F.: Laum, Laumes, Laums+EW; Z.: Laum
Laune, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Laune, Gemütsstimmung, augenblickliche Gemütsverfassung; ne. mood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: mhd. lūne, F., Mondphase, Mondwechsel, Gemütsstimmung; lat. lūna (1), F., Mond, Nacht, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten, sichtbar sein (V.), strahlen; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Laune, Kluge s. u. Laune, DW 12, 344, EWD s. u. Laune,Duden s. u. Laune, Bluhme s. u. Laune; Son.: vgl. ne. lunacy, F., Wahnsinn; nschw. lynne, N., Laune; nnorw. lune, N., Laune; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche Gemütsstimmung oder augenblickliche Gemütsverfassung; BM.: Mond; F.: Laune, Launen+FW; Z.: Laun-e
$launenhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. launenhaft, launisch; L.: DW 12, 344, EWD s. u. Laune; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Laun(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Launen behaftet oder Launen unterworfen; F.: launenhaft, launenhafte, launenhaftes, launenhaftem, launenhaften, launenhafter(, launenhaftere, launenhafteres, launenhafterem, launenhafteren, launenhafterer, launenhaftest, launenhafteste, launenhaftestes, launenhaftestem, launenhaftesten, launenhaftester)+FW+EW; Z.: laun-en—haf-t
$launig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. launig, heiter, gut aufgelegt, witzig; E.: s. Laun(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Laune, DW 12, 348, EWD s. u. Laune; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Laun(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches heiter oder gut aufgelegt oder witzig oder guter Laune seiend; F.: launig, launige, launiges, launigem, launigen, launiger(, launigere, launigeres, launigerem, launigeren, launigerer, launigst, launigste, launigstes, launigstem, launigsten, launigster)+FW+EW; Z.: laun-ig
$launisch, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. launisch, von wechselnden Launen bestimmt, launenhaft; L.: Kluge s. u. Laune, DW 12, 348, EWD s. u. Laune; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Laun(e) und isch gebildete Bezeichnung für von wechselnden Launen bestimmt, launenhaft; F.: launisch, launische, launisches, launischem, launischen, launischer(, launischere, launischeres, launischerem, launischeren, launischerer, launischst, launischste, launischstes, launischstem, launischsten, launischster)+FW+EW; Z.: laun-isch
Laus, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Laus, ein kleines parasitäres Insekt; ne. louse; Vw.: -; Hw.: s. Wanze; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lūs, st. F., Laus; mnd. lūs (1), lues, luis, F., Laus; mnl. luus, luse, F., Laus; ahd. lūs, st. F. (i), Laus; as. *lūs?, st. F. (i), Laus; anfrk. -; germ. *lūs, F., Laus; idg. *lū̆s-, *lúHs-, Sb., Laus, Pokorny 692 (1135/91) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Laus, Kluge s. u. Laus, DW 12, 351, EWD s. u. Laus, EWAhd 5, 1527, Duden s. u. Laus, Bluhme s. u. Laus; Son.: vgl. afries. -; ae. lūs, F. (kons.), Laus; an. lūs, st. F. (i?), Laus; got. -; nndl. luis, Sb., Laus; nschw. lus, Sb., Laus; nnorw. lus, M., F., Laus; ai. yōkā, Sb., Laus; kymr. lleuen, F., Laus; lit. utė̃, F., Laus; russ. вошь (vos), F., Laus; GB.: (lūs) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches und weit verbreitetes kleines flügelloses Insekt das als Parasit Menschen und Säugetiere befällt und deren Blut saugt; BM.: ?; F.: Laus, Läuse, Läusen+EW; Z.: Laus
$Lausbub, Lausbube, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lausbub, Lausbube, Lausejunge, frecher Junge; Hw.: s. Lausejunge; E.: s. Laus, s. Bub; L.: Kluge s. u. Lausbub, DW 12, 353 (Lausbube), EWD s. u. Bube; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Laus und Bub oder Bube gebildete Bezeichnung für einen frechen Jungen oder Lausejungen oder einen schelmisches Jungen; F.: Lausbub, Lausbuben+EW; Z.: Laus—bub
lauschen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lauschen, ausspähen, lauern, versteckt sein (V.), zuhören, horchen; ne. eavesdrop; Vw.: -; Hw.: s. lauschig; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mnd. lūschen, sw. V., aufspüren, verborgen liegen, heimlich auf Wild lauern, versteckt sein (V.); mhd. lūschen (1), sw. V., lauschen; ahd. losēn 33, hlosēn*, sw. V. (3), hören, zuhören, gehorchen; ahd. losōn*, sw. V. (2), losen, hören, hören auf; germ. *hlusen, sw. V., hören; s. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge 1. A. s. u. lauschen, Kluge s. u. lauschen, DW 12, 353, EWD s. u. lauschen, Duden s. u. lauschen, Bluhme s. u. lauschen; Son.: vgl. nndl. lysna, V., lauschen; GB.: seit 1285-1290 belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für genau zuhören oder horchen; BM.: hören; F.: lauschen, lausche (!), lauschst, lauscht, lauschest, lauschet, lauschte, lauschtest, lauschten, lauschtet, gelauscht, ##gelauscht, gelauschte, gelauschtes, gelauschtem, gelauschten, gelauschter##, lauschend, ###lauschend, lauschende, lauschendes, lauschendem, lauschenden, lauschender###, lausch (!)+EW; Z.: lausch-en
$Lauscher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lauscher, Lauschender, Ohr; E.: s. lausch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. lauschen, DW 12, 353, EWD s. u. lauschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lausch(en) und er (Suff..) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Lauschenden oder auch ein Ohr eines Hasen oder des Rotwilds oder Dammwilds oder Rehwilds; F.: Lauscher, Lauschers, Lauschern+EW; Z.: Lausch-er
lauschig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lauschig, zu dem Lauschen geneigt, versteckt, traulich, gemütlich, versteckt; ne. cosy; Vw.: -; Hw.: s. lauschen; Q.: 18. Jh.; E.: s. lauschen; L.: Kluge s. u. lauschig, DW 12, 356, EWD s. u. lauschen, Duden s. u. lauschig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lausch(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches zu dem Lauschen geneigt oder versteckt und zurückgezogen oder traulich oder gemütlich; BM.: hören; F.: lauschig, lauschige, lauschiges, lauschigem, lauschigen, lauschiger(, lauschigere, lauschigeres, lauschigerem, lauschigeren, lauschigerer, lauschigst, lauschigste, lauschigstes, lauschigstem, lauschigsten, lauschigster)+EW; Z.: lausch-ig
$Lausejunge, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lausejunge, Lausbub, Lauser, frecher Bube; Hw.: s. Lausbub; L.: Kluge s. u. Lausbub, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Laus und e sowie Junge gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen frechen Buben; F.: Lausejunge, Lausejungen+EW; Z.: Laus-e—ju-n-g-e
$lausen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. lausen, Läuse suchen; Vw.: s. ent-; E.: s. Laus, s. en; L.: Kluge s. u. Laus, DW 12, 358, EWD s. u. Laus; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Laus und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Läuse suchen; F.: lausen, lause, lausst (!), laust, lausest, lauset, lauste, laustest, lausten, laustet, gelaust, ##gelaust, gelauste, gelaustes, gelaustem, gelausten, gelauster##, lausend, ###lausend, lausende, lausendes, lausendem, lausenden, lausender###, laus (!)+EW; Z.: laus-en
$Lauser, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Lauser, Lausbub, Lausejunge; E.: s. Laus, s. er; L.: Kluge s. u. Lausbub, DW 12, 358, EWD s. u. Laus; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus Laus und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Lausbuben oder Lausejungen; F.: Lauser, Lausers, Lausern+EW; Z.: Laus-er
$lausig, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. lausig, Läuse habend, schlecht; E.: s. Laus, s. ig; L.: Kluge s. u. lausig, EWD s. u. Laus; GB.: seit um 1440 belegte und aus Laus und ig gebildete Bezeichnung für Läuse habend oder verlaust oder schlecht; F.: lausig, lausige, lausiges, lausigem, lausigen, lausiger(, lausigere, lausigeres, lausigerem, lausigeren, lausigerer, lausigst, lausigste, lausigstes, lausigstem, lausigsten, lausigster)+EW; Z.: laus-ig
$Lauskerl, Lausekerl, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lauskerl; E.: s. Laus, s. Kerl; L.: Kluge s. u. Lausbub, DW 12, 360; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Laus und Kerl gebildete abwertende Bezeichnung für einen lumpigen und vielleicht mit einer Laus vergleichbaren Menschen; F.: Lauskerl, Lauskerles, Lauskerls, Lauskerle, Lauskerlen+EW; Z.: Laus—ker-l
laut, nhd., Adj., Adv.,(8. Jh.): nhd. laut (Adj.), hell, tönend, weit hörbar; ne. loud (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Laut, lauten, läuten; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. lūt, Adj., helltönend, laut (Adj.), hell für das Auge, klar, deutlich; mnd. lūt (2), luet*, luit*, lůd*, Adj., laut (Adj.); mnl. luut, Adj., laut (Adj.), vernehmlich; ahd. lūt (1), hlūt, Adj., laut (Adj.), bekannt, vernehmlich, lautschallend, dröhnend, schallend, deutlich vernehmbar; as. hlūd, Adj., laut (Adj.); anfrk. lūt…, Präf., Laut… (Vorsilbe bei ON); germ. *hlūda-, *hlūdaz, *hlūþa-, *hlūþaz, Adj., laut (Adj.), hörbar, berühmt; s. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge 1. A. s. u. laut, Kluge s. u. laut, DW 12, 366, EWD s. u. laut, EWAhd 5, 1542, Falk/Torp 112, Heidermanns 296, Duden s. u. laut, Bluhme s. u. laut; Son.: vgl. afries. hlūd (2), Adj., laut (Adj.); nfries. luwd, Adj., laut (Adj.); ae. hlūd, Adj., laut (Adj.), tönend; an. -; got. *hluþ-, Adj. (a), berühmt; nndl. luid, Adj., laut (Adj.); ai. srutá-, Adj., berühmt; gr. κλυτός (klytós), Adj., gehört, berühmt; lat. inclutus, Adj., vielbesprochen, berühmt; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hell oder tönend oder weit hörbar; BM.: hören; F.: laut, laute, lautes, lautem, lauten, lauter (!) (, lautere, lauteres, lauterem, lauteren, lauterer, lautest, lauteste, lautestes, lautestem, lautesten, lautester)+EW; Z.: lau-t
$laut (2), nhd., Präp., (15. Jh.): nhd. laut; E.: s. laut; L.: Kluge 1. A. s. u. Laut, EWD s. u. laut; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Laut gebildete Bezeichnung für nach (Laut des …); F.: laut+EW; Z.: lau-t
Laut, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Laut, Ton (M.) (2); ne. sound (N.); Vw.: -; Hw.: s. laut, lauten, läuten; Q.: um 765 (Glosse); E.: vgl. mhd. liute (1), lūte, st. F., Lautheit, Ton (M.) (2), Stimme, Laut, Inhalt, Sage, Gerücht; mhd. lūt (3), st. M., Laut, Ton (M.) (2), Wortlaut, Inhalt, Klang, Stimme, Rede; mnd. lūt (1), lǖde, N., M., Laut, Schall, Lärm, Geräusch, Getöse, Krach, Rufen, Geschrei, Gebrüll, Gerücht; mnl. luut, M., Laut; ahd. lūta, st. F. (ō), sw. F. (n), Laut, Ton (M.) (2), Stimme, Geräusch (N.) (1), Klang, Getöse, Brüllen, Betonung, Wort; ahd. lūtī, hlūtī, liutī, lūtīn, st. F. (ī), „Lautheit“, Stärke (F.) (1), Klang, Ton (M.) (2), Laut, Lautstärke; anfrk. lūd*, lūt*, hlūt*, st. M. (a?, i?), Laut, Klang, Schall; germ. *hlūdō-, *hlūdōn, *hlūþō-, *hlūþōn, sw. F. (n), Laut, Ton (M.) (2); germ. *hlūdī-, *hlūdīn, *hlūþī-, *hlūþīn, sw. F. (n), Laut, Ton (M.) (2); s. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge 1. A. s. u. Laut, laut, Kluge s. u. Laut, DW 12, 364, EWD s. u. laut, EWAhd 5, 1545, Heidermanns 297, Duden s. u. Laut; Son.: vgl. afries. hlud, lud, N., Laut; ae. hlȳd, N., F., Geräusch (N.) (1), Ton (M.) (2), Laut, Lärm, Störung, Uneinigkeit; nschw. ljud, N., Laut; nnorw. lyd, M., Laut; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Hörens möglichen durch Schallwellen übertragenen Ton (M.) (2); BM.: hören; F.: Laut, Lautes, Lauts, Laute, Lauten+EW; Z.: Lau-t
Laute, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Laute (F.), ein Saiteninstrument; ne. lute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. lūte (2), sw. F., Laute (F.), Gitarre; mnd. lūte, F., Laute (F.), größeres Zupfinstrument mit bauchigem Schallkörper; afrz. lëut, lut, F., Laute (F.); aus arab. al-εûd, Sb., Holz, Gamillscheg 1, 582b; L.: Kluge 1. A. s. u. Laute, Kluge s. u. Laute, DW 12, 371, EWD s. u. Laute, Duden s. u. Laute, Bluhme s. u. Laute; Son.: vgl. nndl. luit, Sb., Laute (F.); frz. luth, M., Laute (F.); nschw. luta, Sb., Laute (F.); nnorw. lutt, M., Laute (F.); poln. lutnia, F., Laute (F.); kymr. liwt, F., Laute (F.); nir. liút, M., Laute (F.); lit. liutnia, F., Laute; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Zupfinstrument mit sechs oder elf Saiten über einem hölzernen Resonanzkörper in der Form einer halben Birne und einem Griffbrett mit Bändern und kurzem meist abgeknicktem Hals; BM.: Holz; F.: Laute, Lauten+FW; Z.: Laut-e
lauten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lauten, klingen, tönen; ne. sound (V.); Vw.: -; Hw.: s. laut, Laut, läuten; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lūten (1), sw. V., einen Laut von sich geben, ertönen, lauten, heißen, bedeuten; mnd. lǖten?, sw. V., verlauten, verkünden; mnl. luden, luiden, sw. V., lauten; ahd. lūten, liuten, sw. V. (1a), läuten, tönen, schallen, klingen; as. āhlūdian, sw. V. (1a), verkünden; as. hlūdon*, sw. V. (2), tönen, krachen; anfrk. lūdon, sw. V. (1), lauten, ertönen, krachen; germ. *hlūdjan, sw. V., laut sein (V.), tönen, läuten; germ. *hlūdēn, *hlūdǣn, sw. V., ertönen; s. idg. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge s. u. laut, DW 12, 372, EWD s. u. laut, EWAhd 5, 1545, Heidermanns 297, Duden s. u. lauten; Son.: vgl. afries. hlūda, sw. V. (1), lauten; afries. hlēda, sw. V. (1), läuten; saterl. leda, V., läuten; ae. hlȳdan, sw. V. (1), Geräusch machen, tönen, schreien; an. -; got. -; nndl. luiden, V., lauten; nschw. lyda, V., lauten; nnorw. lyde, V., lauten; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus laut und Laut sowie en (Suff.) gebildetes sachlich seit Entstehung des Hörens mögliches durch Schallwellen übertragenen Ton (M.) (2) sich in bestimmter Weise anhören oder klingen oder tönen; BM.: hören; F.: lauten (!), laute (!), lautest, lautet, lautete, lautetest, lauteten, lautetet, gelautet, ##gelautet, gelautete, gelautetes, gelautetem, gelauteten, gelauteter##, lautend, ###lautend, lautende, lautendes, lautendem, lautenden, lautender###, laut (!)+EW; Z.: lau-t-en
läuten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. läuten, Laut geben; ne. ring (V.); Vw.: -; Hw.: s. laut, Laut, lauten; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. liuten (1), lūten, sw. V., läuten, einläuten, tönen, ertönen lassen, hören, rufen zu, lauten, heißen, klingen, erschallen, vernehmen lassen, vorbringen; mnd. lūden (1), lǖden, liuden, sw. V., laut sein (V.), laut werden, Geräusch verursachen, schreien, Lärm machen, dröhnen, lautsprechen, klingen, erklingen, tönen; ahd. lūten, liuten, sw. V. (1a), läuten, tönen, schallen, klingen; as. āhlūdian*, sw. V. (1a), verkünden; anfrk. lūdon, sw. V. (1), lauten, ertönen, krachen; germ. *hlūdjan, sw. V., laut sein (V.), tönen, läuten; germ. *hlūdēn, *hlūdǣn, sw. V., ertönen; s. idg. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge 1. A. s. u. läuten, laut, Kluge s. u. läuten, DW 12, 375, EWD s. u. laut, EWAhd 5, 1545, Duden s. u. läuten; Son.: vgl. afries. hlūda, sw. V. (1), lauten; afries. hlēda, sw. V. (1), läuten; saterl. leda, V., läuten; ae. hlȳdan, sw. V. (1), Geräusch machen, tönen, schreien; an. -; got. -; nndl. luiden, V., läuten; nnorw. lyde, V., läuten; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Schalles (vielleicht des Urknalls) mögliches in Schwingung gebracht werden und dadurch Laut geben, Laut machen; BM.: hören; F.: läuten, läute, läutest, läutet, läutete, läutetest, läuteten, läutetet, geläutet, ##geläutet, geläutete, geläutetes, geläutetem, geläuteten, geläuteter##, läutend, ###läutend, läutende, läutendes, läutendem, läutenden, läutender###, läut (!)+EW; Z.: läu-t-en
lauter, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. lauter, rein, klar; ne. limpid, pure; Vw.: -; Hw.: s. läutern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lūter, liuter, Adj., hell, rein, klar, lauter; mnd. lutter (1), lūter, Adj., lauter, rein, klar, sauber, durchsichtig, unvermischt, unverfälscht, aufrichtig, ehrlich, makellos; mnl. luter, luyter, lutter, lotter, louter, Adj., lauter, rein, unverfälscht; ahd. lūttar, lūtar*, hlūtar, hlūttar, Adj., lauter, hell, klar, rein, vornehm, schlicht, aufrichtig, bloß; as. hluttar*, Adj., lauter, rein, klar; anfrk. lutter*, luttir*, Adj., lauter, rein, klar; germ. *hlūtra-, *hlūtraz, Adj., lauter, rein, klar; s. idg. *k̑leud-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607; vgl. idg. *k̑leu- (2), *k̑lōu-, *k̑lō-, *k̑lū-, *k̑leuH-, k̑luH-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607 (941/173) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. lauter, Kluge s. u. lauter, DW 12, 378, EWD s. u. lauter, EWAhd 5, 1548, Falk/Torp 113, Heidermanns 297, Duden s. u. lauter, Bluhme s. u. lauter; Son.: vgl. afries. hlutter, Adj., lauter, rein; nfries. lotter, lottre, Adj., lauter, rein; ae. hlūtor, hluttur, hlyttor, Adj., lauter, rein, klar, glänzend, aufrichtig; an. -; got. hlūtrs, Adj. (a), lauter, rein; nnl. louter, Adj., rein; kymr. clir, Adj., hell, klar, heiter, rein; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches rein oder klar; BM.: reinigen; F.: lauter, lautere, lauteres, lauterem, lauteren, lauterer(, lauterere, lautereres, lautererem, lautereren, lautererer, lauterst, lauterste, lauterstes, lauterstem, lautersten, lauterster)+EW; Z.: lau-t-er
$Lauterkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lauterkeit, Reinheit, Klarheit; E.: s. lauter, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 378, EWD s. u. lauter; GB.: (lūtericheit*) seit vor 1190 belegte und aus lauter und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Reinheit oder Klarheit; F.: Lauterkeit+EW; Z.: Lau-t-er—kei-t
läutern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. läutern, lauter machen; ne. chasten, refine, purify; Vw.: -; Hw.: s. lauter; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liutern, lūtern, sw. V., reinigen, läutern, rein werden, hell werden, sich läutern; mnd. lutteren, lütteren, sw. V., „läutern“, lauter machen, reinigen, säubern, erläutern, freimachen, klarstellen, verdeutlichen, für lauter erklären; mnl. luteren, sw. V., läutern; ahd. lūttaren*, lūtaren*, hlūttaren*, lūttren*, hlūttren*, sw. V. (1a), läutern, reinigen, reinigen von, klar machen, klären, putzen, polieren; ahd. lūttarēn*, lūtarēn*, lūttrēn*, hlūttarēn*, hlūtarēn*, hlūttrēn*, sw. V. (3), hell sein (V.), glänzen; as. -; anfrk. -; germ. *hlūtrēn, *hlūtrǣn, sw. V. klar sein (V.); s. idg. *k̑leud-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607; vgl. idg. *k̑leu- (2), *k̑lōu-, *k̑lō-, *k̑lū-, *k̑leuH-, *k̑luH-, V., spülen, reinigen, Pokorny 607 (941/173) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. läutern, DW 12, 386, EWD s. u. lauter, EWAhd 5, 1552, EWAhd 5, 1553, Heidermanns 298, Duden s. u. läutern; Son.: vgl. ae. hlyttrian, sw. V., läutern, reinigen; gr. κλύζειν (klýzein), V., spülen, plätschern; lit. šlúotai, V., fegen; GB.: seit um 765 belegte und aus lauter und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lauter machen oder rein machen oder klar machen oder erläutern; BM.: reinigen; F.: läutern, läutere, läuter (!), läutre, läuterst, läutert, läuterte, läutertest, läuterten, läutertet, geläutert, ##geläutert, geläuterte, geläutertes, geläutertem, geläuterten, geläuterter##, läuternd, ###läuternd, läuternde, läuterndes, läuterndem, läuternden, läuternder###, läuter (!)+EW; Z.: läu-t-er-n
$Läuterung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Läuterung, Reinigung, Klärung, Lautermachen; E.: s. läuter(n), s. ung; L.: Kluge s. u. läutern, DW 12, 386; GB.: seit um 1000 (lūttarunga) belegte und aus läuter(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Reinigung oder Klärung oder Lautermachen; F.: Läuterung, Läuterungen+EW; Z.: Läu-t-er-ung
$lauthals, nhd., Adv., (19. Jh.): nhd. lauthals, laut, mit lautem Hals; E.: s. laut, s. Hals; L.: Kluge s. u. lauthals, fehlt DW (dort aber lauthalsig), EWD s. u. Hals; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus laut und Hals zunächst mnd. gebildete Bezeichnung für laut; F.: lauthals+EW; Z.: lau-t—hal-s
$lauthalsig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. lauthalsig, laut von Halse, laut; E.: s. lauthals, s. ig; L.: Kluge s. u. lauthals, DW 12, 390; GB.: seit um 1800 belegte und aus laut und Hals sowie ig gebildete Bezeichnung für laut; F.: lauthalsig, lauthalsige, lauthalsiges, lauthalsigem, lauthalsigen, lauthalsiger(, lauthalsigere, lauthalsigeres, lauthalsigerem, lauthalsigeren, lauthalsigerer, lauthalsigst, lauthalsigste, lauthalsigstes, lauthalsigstem, lauthalsigsten, lauthalsigster)+EW; Z.: lau-t—hal-s-ig
$Lautsprecher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lautsprecher, ein Gerät; I.: Lüs. ne. loudspeaker; E.: s. laut, s. Sprecher; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus laut und Sprecher nach ne. loudspeaker gebildete Bezeichnung für ein von Menschen 1861 entwickelten und 1878 patentiertes Gerät für die elektrische Verstärkung und Wiedergabe eines Tones; F.: Lautsprecher, Lautsprechers, Lautsprechern+EW; Z.: Lau-t—s-pre-ch-er
$Lautverschiebung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lautverschiebung; E.: s. Laut, s. Verschiebung; Q.: 1822 (Jakob Grimm); L.: DW 12, 392; GB.: seit 1822 belegte und aus Laut und Verschiebung gebildete Bezeichnung für die in der Geschichte der deutschen Sprache nach bestimmten Regeln erfolgte Veränderung von Konsonanten wie in der ersten oder germanischen Lautverschiebung (vielleicht zwischen 1200 und 1000 v. Chr. und 500 und 300 v. Chr. als Folge der Akzentverlagerung auf eine Wurzel oder Stammsilbe von b zu p und von d zu t oder in der zweiten oder hochdeutschen das Hochdeutsche von dem Niederdeutschen trennenden Lautverschiebung zwischen 600 und 800 n. Chr. (von p zu pf oder ff oder b, von t zu z oder ss oder von k zu ch); F.: Lautverschiebung, Lautverschiebungen+EW; Z.: Lau-t—ver—schieb-ung
$lauwarm, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. lauwarm, leicht warm; E.: s. lau, s. warm; L.: DW 12, 392, EWD s. u. lau; GB.: (lāwarm) seit 15. Jh. belegte und aus lau und warm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches etwas warm oder leicht warm oder mäßig warm; F.: lauwarm, lauwarme, lauwarmes, lauwarmem, lauwarmen, lauwarmer+EW; Z.: lau—war-m
Lava, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lava, an die Erdoberfläche befördertes Magma (des Erdinneren); ne. lava; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. lava; E.: s. it. lava, F., Straße überflutender Sturzbach, Lava; lat. lābēs (1), F., Hinsinken, Einsinken, Fall, Sturz, Einsturz, Erdrutsch, Untergang, Verderben, Makel, (204-169 v. Chr.); s. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lava, DW 12, 392, EWD s. u. Lava, Duden s. u. Lava; Son.: vgl. nndl. lava, Sb., Lava; frz. lave, F., Lava; nschw. lava, Sb., Lava; nnorw. lava, M., Lava; poln. lawa, F., Lava; kymr. lafa, M., Lava; nir. laibhe, F., Lava; lit. lava, F., Lava; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die über einen Vulkan an die Erdoberfläche strömende glutflüssige Gesteinsmasse (Magma) (des Erdinneren); BM.: schlaff hängen; F.: Lava, Laven+FW; Z.: Lav-a
Lavabo, nhd. (dial.), N., (20. Jh.): nhd. Lavabo, Waschbecken mit Kanne; ne. lavabo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. lavabo; E.: s. frz. lavabo, M., Lavabo; von lat. lavabo, V. (1. Pers. Sg. Fut. Akt. Ind.), ich werde waschen; lat. lavāre, V., waschen, baden, (um 250-184 v. Chr.); idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Lavabo, fehlt DW, Duden s. u. Lavabo; Son.: schweiz.; vgl. nndl. lavabo, Sb., Lavabo; GB.: seit 20. Jh. aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Waschbecken mit Kanne; BM.: waschen; F.: Lavabo, Lavabos+FW; Z.: Lav-ab-o
Lavendel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lavendel, Lavendelpflanze, Lavendelduft; ne. lavender; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lavendele, lavendel, F., M., Lavendelkraut; mnd. lavendel, laffendel, lovendel, lofengel, levendel, lovengel, F.?, Lavendel, wohlriechendes Heilkraut; mnl. lavendel, lavender, F., Lavendel; lat.-ahd.? lavendula, lafendula*?, lavendele*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Lavendel; as. lėvindola*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Lavendel; lat. lavanda, F., was zum Waschen gebraucht werden kann; vgl. lat. lavāre, V., waschen, baden; idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lavendel, Kluge s. u. Lavendel, DW 12, 393 (F., M.), EWD s. u. Lavendel, EWAhd 5, 959, Duden s. u. Lavendel; Son.: vgl. nndl. lavendel, Sb., Lavendel; nschw. lavendel, Sb., Lavendel; nnorw. lavendel, M., Lavendel; s. poln. lawenda, F., Lavendel; kymr. lafant, M., Lavendel; nir. labhandar, M., Lavendel; lit. levanda, F., Lavendel; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche in dem Mittelmeerraum wachsende und von Menschen zu Ölherstellung verwendete kleinere Pflanze mit silbergrauen schwarzen Blättern und stark duftenden violetten Blüten; BM.: waschen; F.: Lavendel, Lavendels, Lavendeln+FW(+EW); Z.: Lav-end-el
lavieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lavieren, geschickt handeln; ne. tack (V.), maneuver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. lavēren, sw. V., lavieren, gegen den Wind segeln, sich hin und her winden, vorsichtig vorgehen, vorsichtig behandeln; mnd. lovēren, V., lavieren; mnl. laveeren, V., die Windseite abgewinnen; mfrz. lovier; s. mfrz. lof, Sb., Windseite; das niederdeutsche Wort scheint zusammen mit seiner niederländischen Entsprechung aus einem französischen Wort zu stammen das allerdings erst später bezeugt ist; vgl. germ. *lōfō-, *lōfōn, *lōfa-, *lōfan, sw. M. (n), flache Hand; idg. *lēp-, *lōp-, *ləp-, V., Adj., Sb., flach sein (V.), flach, Fläche, Hand, Schaufel, Pokorny 679 (1107/63) (RB. idg. aus iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lavieren, Kluge s. u. lavieren, DW 12, 394, EWD s. u. lavieren,Duden s. u. lavieren; Son.: vgl. frz. louvoyer, V., lavieren; nndl. laveren, V., lavieren; nschw. lovera, V., lavieren; nnorw. lovere, V., lavieren; poln. lawirować, V., lavieren; GB.: seit 1. H. 16. Jh. belegte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches geschickt handeln oder mit Geschick durch etwas hindurchbringen; BM.: flach sein (V.)?; F.: lavieren, laviere, lavierst, laviert, lavierest, lavieret, lavierte, laviertest, lavierten, laviertet, ##laviert, lavierte, laviertes, laviertem, lavierten, lavierter##, lavierend, ###lavierend, lavierende, lavierendes, lavierendem, lavierenden, lavierender###, lavier (!)+FW(+EW); Z.: lav-ier-en
Lavoir, Lavor, nhd. (ält.), N., (17. Jh.): nhd. Lavoir, Lavor, Waschbecken, eine Waschgelegenheit; ne. lavatory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. lavoir; E.: s. frz. lavoir, M., Waschbecken; vgl. frz. laver, V., waschen; lat. lavāre, V., waschen, baden, (um 250-184 v. Chr.); idg. *lou-, *lou̯ə-, *leuh₃-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Lavo(i)r, fehlt DW, Duden s. u. Lavoir; Son.: vgl. nschw. lavoar, Sb., Lavoir; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Waschgelegenheit; BM.: waschen; F.: Lavoir, Lavoirs, Lavor, Lavors+FW; Z.: Lav-oir
Lawine, Laue, Lauene, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lawine, Erdrutsch; ne. avalanche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1777 (Adelung); E.: rätorom. lavina, F., Lawine; lat. lābīna, F., Erdfall, Lawine, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. lābī, V., gleiten, schlüpfen, schweben, herabschweben, hingleiten; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lawine, Kluge s. u. Lawine, DW 12, 394, EWD s. u. Lawine, EWAhd 5, 1217, Duden s. u. Lawine; Son.: s. mhd. læn, lœn, F., Lawine; nndl. lawine, Sb., Lawine; nschw. lavin, Sb., Lawine; nnorw. lavine, M., Lawine; poln. lawina, F., Lawine; lit. lavina, F., Lawine; GB.: seit 1777 belegte und aus dem Rätoromanischen und mittelbar unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche an steilen Gebirgshängen unter bestimmten Gegebenheiten niedergehende und für Lebewesen gefährliche Masse von Schnee und Eis sowie Geröll; BM.: schlaff hängen; F.: Lawine, Lawinen, Laue, Lauen, Lauene, Lauenen+FW; Z.: Law-in-e
Lawrencium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Lawrencium, ein chemisches Element; ne. lawrencium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem amerikanischen Physiker Ernest Orlando Lawrence (1901-1958); von dem PN Laurentius, letztlich von lat. Laurentum, N.=ON, Laurentum (Stadt in Latium), (43/44 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Lawrencium; Son.: vgl. nndl. lawrencium, Sb., Lawrenicum; frz. lawrencium, M., Lawrenicum; nschw. lawrencium, N., Lawrenicum; nnorw. lawrencium, N., Lawrenicum; kymr. lawrenciwm, M., Lawrencium; nir. láirinciam, M., Lawrencium; poln. lorens, M., Lawrencium; lit. laurencis, M., Lawrencium; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und von dem PN Lawrence und mittelbar dem ON Laurentum gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein in der Natur nicht vorkommendes von Menschen erstmals 1961 durch Borbeschuss von Californium erzeugtes zu den Transuranen und radioaktiven Metallen gehörendes und nur in der Grundlagenforschung verwendetes chemisches Element (chemisches Element Nr. 103, abgekürzt Lr); BM.: PN; F.: Lawrencium, Lawrenciums+FW; Z.: Lawrenc-i-um
lax, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lax, locker; ne. lax (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. laxus; E.: s. lat. laxus, Adj., schlaff, nicht straff angezogen, gelockert, locker, schlapp, (234-149 v. Chr.); s. idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. lax, fehlt DW, EWD s. u. lax, Duden s. u. lax, Bluhme s. u. lax; Son.: vgl. nndl. laks, Adj., lax; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für locker oder ohne feste Grundsätze seiend; BM.: schlaff; F.: lax, laxe, laxes, laxem, laxen, laxer(, laxere, laxeres, laxerem, laxeren, laxerer, laxest, laxeste, laxestes, laxestem, laxesten, laxester)+FW(+EW); Z.: lax
Laxativ, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Laxativ, Lockerungsmittel, Abführmittel; ne. laxative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: mnd. laxatif, N., Abführmittel; mlat. laxātivum?, N., Abführmittel; vgl. lat. laxāre, V., schlaff machen, lockern, lösen; lat. laxus, Adj., schlaff, locker; s. idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Laxativ; Son.: vgl. frz. laxatif, M., Laxativ; nschw. laxativ, N., Laxativ; nnorw. laksativ, N., Laxativ; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und wohl aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verwendetes mildes Lockerungsmittel des Stuhlgangs und Abführmittel; BM.: schlaff; F.: Laxativ, Laxativs, Laxatives, Laxative, Laxativen+FW(+EW); Z.: Lax-at-iv
Layout, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Layout, Gestaltung, Entwurf; ne. layout; Vw.: -; Hw.: s. legen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. layout; E.: s. ne. layout, N., Layout, Gestaltung, Auslage; vgl. ne. lay, V., legen; ae. lėcgan, sw. V. (1), legen, setzen, stellen, beauftragen; germ. *lagjan, sw. V., legen; idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ne. out, Präp., aus; ae. ūt, Adv., aus, hinaus, heraus, draußen; germ. *ūt, Adv., heraus; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Layout, fehlt DW, Duden s. u. Layout; Son.: vgl. nndl. lay-out, Sb., Layout; nschw. layout, Sb., Layout; nnorw. lay-out, M., Layout; poln. layout, M., Layout; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gestaltung von Druckwerken oder für einen Entwurf; BM.: legen, aus; F.: Layout, Layouts+FW; Z.: Lay—out
Lazarett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lazarett, Militärkrankenhaus; ne. lazaret, military hospital; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. lazaret; E.: s. frz. lazaret, M., Lazarett; it. lazzaretto, M., Lazarett; von der venezianischen Quarantäne-Insel lazzaretto vecchio; wohl zu it. lazzaro, M., Aussätziger; mlat. lazarus, lazarius, M., Leprakranker; von dem PN Lazarus, s. hebr. אֶלְעָזָר, El āzār, Gott hat geholfen; L.: Kluge s. u. Lazarett, DW 12, 396, EWD s. u. Lazarett (Lazareth), Duden s. u. Lazarett; Son.: vgl. nndl. lazaret, Sb., Lazarett; nschw. lasarett, Sb., Lazarett; nnorw. lasarett, N., Lazarett; poln. lazaret, M., Lazarett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem PN Lazarus und dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für ein Krankenhaus für verwundete oder erkrankte Soldaten; BM.: ON bzw. Aussätziger; F.: Lazarett, Lazaretts, Lazarettes, Lazarette, Lazaretten+FW(+EW); Z.: L-azar-ett
...le, nhd., N., (?): nhd. ...le, klein; ne. …le, small (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. lein; Q.: ?; E.: s. mnd. *...le?, N., ...le (Diminutiv); Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. -lein?; GB.: seit (?) belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe für eine Verkleinerung verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …le, …les, …len+EW; Z.: -le
leasen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. leasen, mieten, pachten; ne. lease (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. lease; E.: s. ne. lease, V., leasen, pachten; afrz. lesser, laisser, V., lassen; lat. laxāre, V., laff machen, losspannen, lockern, lösen, öffnen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. laxus, Adj., schlaff, nicht straff angezogen, gelockert, locker, schlapp; idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. leasen, fehlt DW, Duden s. u. leasen; Son.: vgl. nndl. leasen, V., leasen; nschw. leasa, V., leasen; nnorw. lease, V., leasen; GB.: seit 1962 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich an dem Ende des 19. Jh. in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickeltes und seitdem allmählich wohl weltweit verwendetes etwas mit der Möglichkeit späteren Kaufes zu eigener Nutzung mieten oder pachten; BM.: schlaff; F.: leasen, lease (!), leasst (!), least, leasest, leaset, leaste, leastest, leasten, leastet, geleast, ##geleast, geleaste, geleastes, geleastem, geleasten, geleaster##, leasend, ###leasend, leasende, leasendes, leasendem, leasenden, leasender###, leas (!)+FW(+EW), aus leas(en) und ing gebildetes Substantiv Leasing; Z.: leas-en
$Lebemann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lebemann, das Leben genießender Mann; E.: s. lebe(n), s. Mann; L.: Kluge s. u. Lebemann, DW 12, 396, EWD s. u. leben; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und wohl aus lebe(n) und Mann gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums zu leben wissenden und sein Leben genießenden Mann; F.: Lebemann, Lebemannes, Lebemanns, Lebemännner, Lebemännnern+EW; Z.: Le-b-e—man-n
leben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. leben, sein (V.), sein Leben gestalten, wohnen; ne. live (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. leben (2), sw. V., leben, erleben; mnd. lēven (2), leyven, sw. V., leben, am Leben sein (V.), erleben, erfahren (V.); mnl. leven, sw. V., leben, sich am Leben halten, sein Leben verbringen; ahd. lebēn (1), leben, sw. V. (3, 1b), leben, existieren, leben von, lebendig sein (V.), lebenskräftig sein (V.), wohnen, sich ernähren von; as. libbian, sw. V. (3), leben; anfrk. libben*, libbon, sw. V. (1), leben; germ. *libēn, *libǣn, sw. V., übrig sein (V.), leben; s. idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leben, Kluge s. u. leben, DW 12, 397, EWD s. u. leben, EWAhd 5, 1089, Falk/Torp 368, Seebold 326, Duden s. u. leben, Bluhme s. u. leben; Son.: vgl. afries. leva (1), sw. V. (1), leben; nnordfries. lawe, V., leben; afries. libba, sw. V. (1), leben; ae. libban, lifian, leofian, sw. V. (3), leben, sein (V.); an. lifa (1), sw. V. (3), leben; got. liban, sw. V. (3), leben; nndl. leven, V., leben; nschw. leva, V., leben; nnorw. leve, V., leben; ksl. pri-lъpĕti, V., kleben an; toch. B lipetär, V., bleibt übrig; GB.: seit 3.Viertel 8. Jh. belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches mit Bewegung und Reizbarkeit und Fortpflanzung und Entwicklung und Wachstum sowie Stoffwechsel und Energiewechsel sein (V.); BM.: schleimig bzw. gleiten; F.: leben, lebe (!), lebst, lebt, lebest, lebet, lebte, lebtest, lebten, lebtet, gelebt, ##gelebt, gelebte, gelebtes, gelebtem, gelebten, gelebter##, lebend, ###lebend, lebende, lebendes, lebendem, lebenden, lebender###, leb (!)+EW; Z.: le-b-en
$Leben, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Leben; Vw.: s. Luder-; E.: s. leben; L.: Kluge s. u. leben, DW 12, 396, EWD s. u. leben; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus leben gebildete Bezeichnung für sachlich seit der aus ungeklärter Ursache erfolgten Entstehung des Lebens mögliches mit Bewegung und Reizbarkeit und Fortpflanzung und Entwicklung und Wachstum sowie Stoffwechsel und Energiewechsel Sein (N.); F.: Leben, Lebens+EW; Z.: Le-b-en
lebendig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. lebendig, lebend, an dem Leben seiend, Leben aufweisend; ne. living (Adj.), alive, livid; Vw.: s. quick-; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); I.: Lw.-; E.: mhd. lebendic, lebendec, lemptic, lemtic, Adj., lebendig, lebend, lebensspendend; mnd. lēvendich, Adj., lebendig, lebend, am Leben seiend, gültig; mnl. levendich, Adj., lebendig; ahd. lebēntīg*, Adj., lebendig, lebend, ewig lebend, lebhaft; as. levindig*, Adj., lebendig; anfrk. livondig, Adj. ,lebendig; ahd. lebēn (1), leben, sw. V. (3, 1b), leben, existieren, leben von, lebendig sein (V.), lebenskräftig sein (V.), wohnen, sich ernähren von; as. libbian, sw. V. (3), leben; anfrk. libben*, libbon, sw. V. (1), leben; germ. *libēn, *libǣn, sw. V., übrig sein (V.), leben; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lebendig, DW 12, 424, EWD s. u. leben, EWAhd 5, 1093; Son.: vgl. nndl. levend, Adj., lebendig; nschw. levande, Adj., lebendig; nnorw. levende, Adj., lebendig; GB.: seit um 830 belegte und aus leben und d sowie ig gebildete Bezeichnung für lebend oder an dem Leben seiend oder Leben aufweisend; BM.: schleimig bzw. gleiten; F.: lebendig, lebendige, lebendiges, lebendigem, lebendigen, lebendiger(, lebendigere, lebendigeres, lebendigerem, lebendigeren, lebendigerer, lebendigst, lebendigste, lebendigstes, lebendigstem, lebendigsten, lebendigster)+EW; Z.: le-b-en-d-ig
$Lebenselixier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lebenselixier; E.: s. Leben, s. s, s. Elixier; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Elixier; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und nach lat. elixir vitae aus Leben und dem seit um 1500 belegten und aus dem Griechisch-Arabischen aufgenommenen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbaren Elixier gebildete Bezeichnung für einen das Leben des Menschen fördernden in Wein oder Alkohol gelösten Auszug aus Heilpflanzen mit verschiedenen Zusätzen wobei beispielsweise auch das bloße Wasser als Lebenselixier bezeichnet wird; F.: Lebenselixier, Lebenselixiers, Lebenselixieres, Lebenselixiere, Lebenselixieren+EW+FW; Z.: Le-b-en-s—el-i-xier
$Lebenslauf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lebenslauf; E.: s. Leben, s. s, s. Lauf; L.: Kluge s. u. Lebenslauf, DW 12, 447. EWD s. u. leben; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. curriculum vitae gebildete Bezeichnung für den äußeren Ablauf eines Lebens eines Menschen (oder Lebewesens) und dessen mehr oder weniger umfangreiche schriftliche Darstellung oder Darlegung seiner Grundzüge; F.: Lebenslauf, Lebenslaufes, Lebenslaufs, Lebensläufe, Lebensläufen+EW; Z.: Le-b-en-s—lauf
$Lebensmittel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Lebensmittel, Nahrungsmittel; E.: s. Leben, s. s, s. Mittel; L.: DW 12, 449, EWD s. u. leben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leben und s sowie Mittel gebildete Bezeichnung für der Erhaltung des Lebens dienende und grundsätzlich Fett und Kohlenhydrat und Eiweiß sowie Wasser enthaltende Gegenstände oder Nahrungsmittel wie Getränke oder Pflanzen oder Fleisch oder Fisch oder Ei oder Zucker oder Gewürz; F.: Lebensmittel, Lebensmittels, Lebensmitteln+EW; Z.: Le-b-en-s—mi-tt-el
$Lebensstandard, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lebensstandard; Q.: um 1900; I.: Lüs. ne. standard of living; E.: s. Leben, s. s, s. Standard; L.: fehlt DW, EWD s. u. Standard; GB.: seit um 1900 belegte und aus Leben und s sowie Standard gebildete Bezeichnung für eine gemessene Größe von Gütern und deren Gebrauch oder Verbrauch durch eine Mehrheit von Menschen; F.: Lebensstandard, Lebensstandards+EW+FW; Z.: Le-b-en-s—s-tand-ard
Leber, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Leber, ein Organ höherer Tiere; ne. liver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lebere, leber, st. F., sw. F., Leber; mhd. leber, st. F., Leber; mnd. lēver (3), lever, lēvere, lēveren, F., Leber, Tierleber; mnl. levere, lever, levre, F., Leber; ahd. lebara, lebera, st. F. (ō), sw. F. (n), Leber; as. -; anfrk. -; germ. *libarō, st. F. (ō), Leber; s. idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leber, Kluge s. u. Leber, DW 12, 460, EWD s. u. Leber, EWAhd 5, 1082, Falk/Torp 368, Duden s. u. Leber, Bluhme s. u. Leber; Son.: vgl. afries. livere, st. F. (ō), Leber; nnordfries. libber, liwwer, lewwer; ae. lifer (1), st. F. (ō), Leber; an. lifr, st. F. (ō), Leber; got. -; nndl. lever, Sb., Leber; nschw. lever, Sb., Leber; nnorw. lever, M., F., Leber; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein der Regelung des Stoffwechsels und der Entgiftung des Blutes höherer Tiere dienendes Körperorgan; BM.: Fette bzw. schleimig?; F.: Leber, Lebern+EW; Z.: Le-b-er
$Leberblümchen, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Leberblümchen; E.: s. Leber, s. Blümchen; L.: Kluge s. u. Leberblume, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und wohl nach lat. hepatica aus Leber und Blümchen gebildete Bezeichnung für eine kleine blau blühende in dem Umriss der Blätter mit der Gestalt der Leber des Menschen ungefähr vergleichbare Pflanze; F.: Leberblümchen, Leberblümchens+EW; Z.: Le-b-er—blü-m-chen
$Leberblume, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Leberblume; E.: s. Leber, s. Blume; L.: Kluge s. u. Leberblume, DW21, 450; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. anemone hepatica aus Leber und Blume gebildete Bezeichnung für eine in dem Umriss der Blätter mit der Gestalt der Leber des Menschen ungefähr vergleichbare Pflanze; F.: Leberblume, Leberblumen+EW; Z.: Le-b-er—blu-m-e
$Leberfleck, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Leberfleck; E.: s. Leber, s. Fleck; L.: Kluge s. u. Leberfleck, DW 12, 462, EWD s. u. Leber; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leber und Fleck gebildete Bezeichnung für einen meist gutartigen leberfarbenen kleinen Fleck auf der Haut des Menschen an fast beliebigen und beliebig vielen Stellen F.: Leberfleck, Leberflecks, Leberfleckes, Leberflecken+EW; Z.: Le-b-er—fle-ck
$Leberkäse, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Leberkäse; E.: s. Leber, s. Käse; L.: Kluge s. u. Leberkäse, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Leber (oder Laib?) und Käse gebildete Bezeichnung für eine seit etwa 1776 von einem Metzger aus Mannheim in München in ziemlich rechteckiger Pastetenform gebackene Brühwurst aus hauptsächlich fein gehacktem Rindfleisch oder Schweinefleisch und Speck und Wasser sowie Kartoffelstärke und Gewürzen (ohne Leber und ohne Käse); F.: Leberkäse, Leberkäses, Leberkäsen+EW+FW; Z.: Le-b-er—kä-s-e
$Lebertran, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lebertran; E.: s. Leber, s. Tran; L.: Kluge s. u. Lebertran, fehlt DW, EWD s. u. Leber; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Leber und Tran gebildete Bezeichnung für ein aus der Leber von Kabeljau oder Schellfisch oder Hai gewonnenes und viel Vitamin D und Vitamin A enthaltendes und deswegen seit etwa dieser Zeit von Menschen vor allem Kindern vorbeugend gegen Rachitis gegebenes dünnflüssiges Öl; F.: Lebertran, Lebertrans, Lebertranes, Lebertrane, Lebertranen+EW; Z.: Le-b-er—t-ran
$Lebewesen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lebewesen; E.: s. lebe(n), s. Wesen; L.: DW 12, 44, EWD s. u. leben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lebe(n) und Wesen gebildete Bezeichnung für ein durch Leben gekennzeichnetes aus dem Menschen nicht wirklich bekannter Ursache vielleicht vor 3,5 bis 2,5 Milliarden Jahren in der Tiefsee entstandenes oder durch Kometeneinschläge auf die Erde gebrachtes oder durch einen so genannten Urknall des Lebens vor etwa 539 Millionen Jahren verursachtes und seitdem fortpflanzungsfähiges und entwicklungsfähiges Wesen; F.: Lebewesen, Lebewesens+EW; Z.: Le-b-e—wes-en
$Lebewohl, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Lebewohl, ein Abschiedsgruß; E.: s. lebe(n), s. wohl; L.: DW 12, 464, EWD s. u. leben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lebe(n) und wohl gebildete sowie von Menschen als Abschiedsgruß verwendete Bezeichnung; F.: Lebewohl, Lebewohls, Lebewohle, Lebewohlen+EW; Z.: Le-b-e—woh-l
$lebhaft, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. lebhaft, Leben habend, lebend; E.: s. Leb(en), s. haft; L.: Kluge s. u. lebhaft, DW 12, 464, EWD s. u. leben; GB.: vielleicht nach 1200 belegte und aus Leb(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Leben habend oder lebend; F.: lebhaft, lebhafte, lebhaftes, lebhaftem, lebhaften, lebhafter(, lebhaftere, lebhafteres, lebhafterem, lebhafteren, lebhafterer, lebhaftest, lebhafteste, lebhaftestes, lebhaftestem, lebhaftesten, lebhaftester)+EW; Z.: le-b-haf-t
$Lebhaftigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lebhaftigkeit, Lebendigkeit; E.: s. lebhaft, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. lebhaft, DW 12, 466; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. vivacitas oder vitalitas aus lebhaft und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliche Lebendigkeit; F.: Lebhaftigkeit+EW; Z.: Le-b-haf-t-ig-kei-t
Lebkuchen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Lebkuchen, ein würziges Gebäck; ne. gingerbread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1293 (Martina); E.: mhd. lebekuoche, sw. M., Lebkuchen; mnd. lēvekōke, M.?, Lebkuchen, dünner Honigkuchen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu lat. lībum, N., Kuchen, Fladen, Opfer, (204-169 v. Chr.); vgl. lat lībāre, V., entnehmen, wegnehmen, entlehnen, kosten (V.) (2); idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663?, 960?; vgl. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662? (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Kuchen; L.: Kluge 1. A. s. u. Lebkuchen, Kluge s. u. Lebkuchen, DW 12, 467, EWD s. u. Lebkuchen, Duden s. u. Lebkuchen; GB.: seit um 1293 belegte und vielleicht aus lat. lib(um) und Kuchen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit Sirup oder Honig und vielen Gewürzen von Menschen entwickelten und möglicherweise zuerst seit um 350 v. Chr. in Ägypten gebackenen Kuchen; BM.: Fladen?; F.: Lebkuchen, Lebkuchens+FW+EW; Z.: Le-b—kuch-en
lechzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. lechzen, heftig nach etwas verlangen; ne. pant (V.) for; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 14. Jh. (Das Buch von den VI Namen des Fronleichnams des Mönchs von Heilbronn); E.: mhd. lechezen, lechzen, sw. V., austrocknen, lechzen; ? vgl. ahd. lehhezzen*, lechezzen*, lehhazzen*, sw. V. (1a), zucken, zittern, schwingen, schnell in und her bewegen; s. germ. *lekan, st. V., leck sein (V.), undicht sein (V.), auslaufen; vgl. idg. *leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657 (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. lechzen, Kluge s. u. lechzen, DW 12, 472, EWD s. u. lechzen, EWAhd 5, 1119, Falk/Torp 356, Seebold 330, Duden s. u. lechzen, Bluhme s. u. lechzen; Son.: Bedeutungen wohl durch Zusammenfall von zwei Wörtern in der Bedeutung hungern und leck sein (V.); vgl. lit. álkti, V., hungern, sehr verlangen; ksl. lakati, V., hungern; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und wohl mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verlangen nach oder dürsten nach; BM.: leck bzw. hungern; F.: lechzen, lechze, lechzst (!), lechzt, lechzest, lechzet, lechzte, lechztest, lechzten, lechztet, gelechzt, ##gelechzt, gelechzte, gelechztes, gelechztem, gelechzten, gelechzter##, lechzend, ###lechzend, lechzende, lechzendes, lechzendem, lechzenden, lechzender###, lechz (!)+EW?; Z.: lech-z-en
leck, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. leck, Flüssigkeit durchlassend undicht; ne. leak (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. lecken (3); Q.: Ende 16. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; nnd. leck, Ajd., leck; mnl. lec, Adj., leck; germ. *leka-, *lekaz, Adj., leck; idg. *leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657 (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. leck, Kluge s. u. leck, EWD s. u. leck, DW 12, 475, Falk/Torp 356, Heidermanns 373, Duden s. u. leck, Bluhme s. u. leck; Son.: vgl. afries. -; ae. lec, Adj., leck, rissig; an. lekr, Adj., leck, undicht; got. -; nschw. läck, Adj., leck; nnorw. lekk, Adj., leck; GB.: seit der frühen Neuzeit (Ende 16. Jh.) belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für undicht oder Flüssigkeit(en) durchlassend einer menschlichen Vorrichtung; BM.: tröpfeln bzw. sickern; F.: leck, lecke, leckes, leckem, lecken, lecker+EW; Z.: leck
$Leck, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Leck, eine Flüssigkeit durchlassende Stelle; E.: s. leck; L.: Kluge s. u. leck; F.: Leck, Leckes, Lecks, Lecke, Lecken+EW; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit leck verbindbare Bezeichnung für eine Flüssigkeit durchlassende Stelle einer menschlichen Vorrichtung; Z.: Leck
lecken (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lecken (V.) (1), schlecken, mit der Zunge über etwas streichen oder gleiten; ne. lick (V.); Vw.: -; Hw.: s. lecker, schlecken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lecken, sw. V., lecken (V.) (1), belecken, duften; mnd. licken (1), lecken, sw. V., lecken (V.) (1), ablecken, mit der Zunge reinigen, auflecken, schlürfen; mnl. lecken, licken, sw. V., lecken (V.) (1); ahd. lekkōn*, leckōn*, sw. V. (2), lecken (V.) (1), belecken, mit der Zunge berühren, ablecken, mit der Zunge über etwas streichen oder gleiten; as. likkon*, sw. V. (2), lecken (V.) (1); anfrk. lekkon*, leckon*, sw. V. (2), lecken (V.) (1); germ. *likkōn, sw. V., lecken (V.) (1); idg. *leig̑ʰ-, sleig̑ʰ-, V., lecken (V.) (1), Pokorny 668 (1082/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lecken 1, Kluge s. u. lecken 1, DW 12, 477, EWD s. u. lecken 2, EWAhd 5, 1161, Falk/Torp 367, Duden s. u. lecken, Bluhme s. u. lecken; Son.: vgl. afries. -; saterl. likje, V., lecken (V.) (1); ae. liccian, sw. V. (2), lecken (V.) (1); an. -; got. -; nndl. likken, V., lecken (V.) (1); ai. réḍhi, léḍhi, V., lecken (V.) (1); gr. λείχειν (leíchein), V., lecken (V.) (1); lat. lingere, V., lecken (V.) (1), belecken; air. lígim, V., lecken (V.) (1); lit. liẽžti, V., lecken (V.) (1); ksl. lizat, V., lecken; GB.: (lekkōn) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit der Zunge über etwas streichen oder gleiten; BM.: ?; F.: lecken, lecke (!), leckst, leckt, leckest, lecket, leckte, lecktest, leckten, lecktet, geleckt, ##geleckt, geleckte, gelecktes, gelecktem, geleckten, geleckter##, leckend, ###leckend, leckende, leckendes, leckendem, leckenden, leckender###, leck (!)+EW; Z.: leck-en
lecken (2), löcken, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. lecken (V.) (2), mit den Füßen nach hinten ausschlagen; ne. kick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: mhd. lecken, sw. V., mit den Füßen ausschlagen, hüpfen; mnd. lecken (1), sw. V., springen, mit den Füßen nach hinten ausschlagen; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. lecken, Kluge s. u. lecken 2, DW 12, 480, EWD s. u. löcken, Duden s. u. lecken, Bluhme s. u. loecken; Son.: vgl. ? lit. lekti, V., fliegen, laufen rennen; ? lat. calx, F., Ferse, Fuß, Hacken (M.), Huf, Klaue; GB.: seit 1290-1300 belegte und in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für mit den Füßen nach hinten ausschlagen; BM.: ?; F.: lecken, lecke (!), leckst, leckt, leckest, lecket, leckte, lecktest, leckten, lecktet, geleckt, ##geleckt, geleckte, gelecktes, gelecktem, geleckten, geleckter##, leckend, ##leckend, leckende, leckendes, leckendem, leckenden, leckender##, leck (!), löcken, löcke (!), löckst, löckt, löckest, löcket, löckte, löcktest, löckten, löcktet, gelöckt, ##gelöckt, gelöckte, gelöcktes, gelöcktem, gelöckten, gelöckter##, löckend, ###löckend, löckende, löckendes, löckendem, löckenden, löckender###, löck (!)+EW; Z.: leck-en
lecken (3), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lecken (V.) (3), Flüssigkeit durchlassen, tröpfeln, undicht sein (V.); ne. leak (V.); Vw.: -; Hw.: s. leck; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lecken, sw. V., benetzen, mit dem Badwedel streichen; mnd. lecken (2), legkken, sw. V., lecken (V.) (2), tropfen, durchsickern, undicht sein (V.), überfließen, durchseihen; mnl. lecken, sw. V.,), durchsickern lassen; ahd. lekken*, lecken*, sw. V. (1a), benetzen, bewässern; as. -; anfrk. -; germ. *lakjan, sw. V., benetzen; idg. *leg- (1), V., tröpfeln, sickern, zergehen, Pokorny 657? (1064/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. leck, Kluge s. u. lecken 3, DW 12, 477, EWD s. u. leck, EWAhd 5, 1160, Falk/Torp 356, Seebold 330, Duden s. u. lecken; Son.: vgl. afries. -; ae. lėccan (1), sw. V. (1), bewässern, benetzen, löschen (V.) (1); an. -; got. -; nndl. lekken, V., lecken (V.) (3); nschw. läcka, V., lecken (V.) (3); nnorw. lekke, V., lecken (V.) (3); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Flüssigkeit durchlassen oder tröpfeln oder undicht sein (V.); BM.: tröpfeln; F.: lecken, lecke (!), leckst, leckt, leckest, lecket, leckte, lecktest, leckten, lecktet, geleckt, ##geleckt, geleckte, gelecktes, gelecktem, geleckten, geleckter##, leckend, ###leckend, leckende, leckendes, leckendem, leckenden, leckender###, leck (!) +EW; Z.: leck-en
lecker, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. lecker, köstlich, gut schmeckend; ne. delicious; Vw.: -; Hw.: s. lecken (1); Q.: 1338 (Hiob); E.: mhd. lecker (1), Adj., lecker, köstlich, feinschmeckend; mnd. lecker (1), Adj., lecker, üppig, gut lebend, verwöhnt, verzärtelt, schmackhaft; vgl. mhd. lëcken, sw. V., lecken (V.) (1), belecken, duften; mnd. licken (1), lecken, sw. V., lecken (V.) (1), ablecken, mit der Zunge reinigen, auflecken, schlürfen; ahd. lekkōn*, leckōn*, sw. V. (2), lecken (V.) (1), belecken, mit der Zunge berühren, ablecken, mit der Zunge über etwas gleiten; as. likkon*, sw. V. (2), lecken (V.) (1); germ. *likkōn, sw. V., lecken (V.) (1); idg. *leig̑ʰ-, *sleig̑ʰ-, V., lecken (V.) (1), Pokorny 668 (1082/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lecker, DW 12, 483, EWD s. u. lecken 2, Duden s. u. lecker; Son.: vgl. nndl. lekker, Adj., lecker; nschw. läcker, Adj., lecker; nnorw. lekker, Adj., lecker; GB.: seit 1338 belegte Bezeichnung für köstlich oder gut schmeckend; BM.: lecken (V.) (1); F.: lecker, leckere, leckeres, leckerem, leckeren, leckerer(, leckerere, leckereres, leckererem, leckereren, leckererer, leckerst, leckerste, leckerstes, leckerstem, leckersten, leckerster)+EW; Z.: leck-er
$Lecker, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Lecker, Leckender; Vw.: s. Arsch-, Speichel-; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. leck(en), s. er; L.: DW 12, 482; GB.: seit um 765 belegte und aus leck(en)und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen möglichen Leckenden; F.: Lecker, Leckers, Leckern+EW; Z.: Leck-er
$Leckerbissen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Leckerbissen, leckerer Bissen, köstlicher Bissen; E.: s. lecker, s. Bissen; L.: DW 12, 484, EWD s. u. lecken 2; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lecker und Bissen gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung höherer Lebewesen möglichen leckeren Bissen; F.: Leckerbissen, Leckerbissens+EW; Z.: Leck-er—bi-ss-en
$Leckermaul, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Leckermaul; L.: EWD s. u. lecken 2; E.: s. lecker, s. Maul (M.) (1); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lecker und Maul (M.) (1) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches eine Leckerei gerne essendes Lebewesen; F.: Leckermaul, Leckermauls, Leckermaules, Leckermäuler, Leckermäulern+EW; Z.: Leck-er—mau-l
Leder, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Leder, gegerbte Tierhaut; ne. leather (N.); Vw.: s. Nappa-, Sämisch-; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. leder, st. N., Leder, Schwimmhaut; mnd. ledder (1), lēder, leeder, ledher, lēr, leer, ladder, N., Leder, Lederstück, menschliche Haut; mnl. leder, N., Leder, gegerbte Tierhaut; ahd. ledar*, st. N. (a), Leder, Haut; as. *lethar?, st. N. (a), Leder; anfrk. -; germ. *leþra-, *leþram, st. N. (a), Leder; vielleicht über eine kelt. Sprache von idg. *letro-?, *Hletro-?, Sb., Leder?, Pokorny 681? (1114/70) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leder, Kluge s. u. Leder, DW 12, 489, EWD s. u. Leder, EWAhd 5, 1095, Falk/Torp 360, Duden s. u. Leder, Bluhme s. u. Leder; Son.: vgl. afries. lether, st. N. (a), Leder; ae. leþer, st. N. (a), Leder; an. leðr, st. N. (a), Haut, Leder; got. -; nndl. leder, leer, Sb., Leder; nschw. läder, N., Leder; nnorw. lær, N., Leder; kymr. lledr, M., Haut, Leder; air. lethar, Sb., Leder; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare und vielleicht über eine keltische Sprache mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus Tierhaut durch Gerben gewonnenes für viele Verwendungen ziemlich hilfreiches und wertvolles Material; BM.: ?; F.: Leder, Leders, Ledern+EW; Z.: Led-er
$Lederer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Lederer, Ledermacher, Gerber; E.: s. Leder, s. er (Suff.), s. ahd. ledarāri; L.: DW 12, 493, EWD s. u. Leder; GB.: wohl nach lat. coriarius aus Leder und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich infolge Arbeitsteilung möglichen Ledermacher oder Gerber; F.: Lederer, Lederers, Lederern+EW; Z.: Led-er-er
$ledern, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. ledern, aus Leder bestehend, aus Leder gemacht; E.: s. Leder, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Leder, DW 12, 495, EWD s. u. Leder; GB.: (ledarīn*) seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. coreus gebildete Bezeichnung für sachlich seit Bildung oder Herstellung von Leder mögliches aus Leder bestehend; F.: ledern, lederne, ledernes, ledernem, ledernen, lederner+EW; Z.: led-ern
ledig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. ledig, frei, lose, ungebunden, unverheiratet; ne. free (Adj.) of; Vw.: -; Hw.: s. erledigen, ledigen; Q.: 1077-1081 (Annolied); E.: mhd. ledic, ledec, lidic, Adj., ledig, frei, befreit, entbunden, entbunden von, leer, unverheiratet, ungebunden, unbelastet; mnd. leddich, leyddych, lēdich, laddich, lethech, Adj., ledig, frei, unbesetzt, unbewachsen, ungefesselt, unverheiratet, unbeschwert, erleichtert; mnl. ledich, ledech, Adj., müßig, unbeschäftigt; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *liþuga-, *liþugaz, Adj., biegsam, frei, ledig; s. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. ledig, Kluge s. u. ledig, DW 12, 497, EWD s. u. ledig, Falk/Torp 366, Heidermanns 384, Duden s. u. ledig, Bluhme s. u. ledig; Son.: vgl. afries. lethich, lethoch, Adj., ledig, frei; nfries. ledig, liddig, leeg, Adj., ledig, frei; ae. līþig, Adj., biegsam, weich, sanft; an. liðugr, Adj., ledig, los, unbehindert, wohlwollend; got. -; nndl. ledig, leeg, Adj., leer; nschw. ledig, Adj., frei; nnorw. ledig, Adj., frei; GB.: (mhd. ledic) seit 1077-1081 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches frei und seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Ehe mögliches unverheiratet; BM.: biegen?; F.: ledig, ledige, lediges, ledigem, ledigen, lediger+EW; Z.: le-d-ig
ledigen, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. ledigen, ledig machen, lose machen; ne. make (V.) free; Vw.: s. er-; Hw.: s. ledig-; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ledigen, ledegen, lidigen, leidigen, ledgen, sw. V., ledigen, erledigen, befreien, befreien von, frei machen, freistellen, erretten, retten, retten aus, retten vor, losbinden, lösen; mnd. leddigen, lēdigen, leddegen, ledingen, ledhegen, sw. V., ledigen, befreien, los machen, ledig machen, leer machen, nichtig machen, entsetzen, sich hingeben, sich öffnen, von Verpflichtungen frei machen; as. lethigōn*, sw. V. (2), Feiertag halten, müßig sein (V.); s. nhd. ledig; L.: DW 12, 504; GB.: (as. lethigōn*) seit 9. Jh. belegte und aus ledig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich von frei machen; BM.: biegen?; F.: ledigen (!), ledige (!), ledigst, ledigt, ledigest, lediget, ledigte, ledigtest, ledigten, ledigtet, geledigt, ##geledigt, geledigte, geledigtes, geledigtem, geledigten, geledigter##, ledigend, ###ledigend, ledigende, ledigendes, ledigendem, ledigenden, ledigender###, ledig (!)+EW; Z.: le-d-ig-en
Lee, nhd., F., N., (17. Jh.): nhd. Lee, windabgewandte Seite; ne. lee (N.); Vw.: -; Hw.: s. Luv; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. lē (2), lēhe, lee, F., N., Lee, Schutz, dem Wind abgekehrte Seite, vor dem Wind geschützte Seite, Schutzgebiet; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. as. hleo, F., Schutz?, Grab, Grabhügel; s. germ. *hlaiwa-, *hlaiwam, st. N. (a), Obdach, Grabhügel, Grab; s. idg. *k̑leiu̯os, *k̑loiu̯os, Sb., Hügel, Pokorny 601; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *hleuja-, *hleujam, *hlewa-, *hlewam, *hlewja-, *hlewjam, st. N. (a), Schutz, Lee, schützender Ort; idg. *k̑el- (1), *k̑elH-, V., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lee, Kluge s. u. Lee, DW 12, 507, EWD s. u. Lee, Falk/Torp 109, Heidermanns 294, Duden s. u. Lee, Bluhme s. u. Lee; Son.: vgl. nndl. lij, Sb., Lee; nschw. lä, Sb., Lee; nisl. hlé, N., Pause, Unterbrechung; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Segelschiffen durch den Menschen mögliche dem Wind abgewandte Seite eines Schiffes sowie früher vielleicht für Schutz; BM.: neigen? bzw. frieren?; F.: Lee, Lees+EW; Z.: Lee
leer, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. leer, hohl, inhaltslos; ne. empty (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. lære, lær, Adj., leer, ledig; mnd. lēre (2), Adj., leer, ledig, bar; mnl. laer, Adj., leer; ahd. lāri* (1), Adj., leer, bar (Adj.), ledig, frei von; as. lāri* (2), Adj., leer, nichts bewirkend; anfrk. -; germ. *lēzi-, *lēziz, *lǣzi-, *lǣziz, *lēzja-, *lēzjaz, *lǣzja-, *lǣzjaz, Adj., leer; s. idg. *les-?, V., sammeln, auflesen, Pokorny 680 (1110/66) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. leer, Kluge s. u. leer, DW 12, 507, EWD s. u. leer, EWAhd 5, 1046, Seebold 332, Heidermanns 381, Duden s. u. leer, Bluhme s. u. leer; Son.: vgl. afries. -; ae. *lǣre (2), *lǣr, Adj., leer; an. -; got. -; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches hohl oder inhaltslos oder nicht gefüllt (einer Gegebenheit); BM.: sammeln; F.: leer, leere, leeres, leerem, leeren, leerer+EW; Z.: leer
$Leere, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Leere, Hohlheit; E.: s. leer, s. e (Suff.); L.: DW 12, 513, EWD s. u. leer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus leer und e (Suff.) gebildete Bezeichnung sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Hohlheit oder Inhaltslosigkeit (einer Gegebenheit); F.: Leere, Leeren+EW; Z.: Leer-e
$leeren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. leeren, leer machen; E.: s. leer, s. en (Suff.); L.: DW 12, 513, EWD s. u. leer; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus leer und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen oder auch anderer Lebewesen mögliches leer machen; F.: leeren (!), leere (!), leerst, leert, leerest, leeret, leerte, leertest, leerten, leertet, geleert, ##geleert, geleerte, geleertes, geleertem, geleerten, geleerter##, leerend, ###leerend, leerende, leerendes, leerendem, leerenden, leerender###, leer (!)+EW; Z.: leer-en
Lefze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lefze, Lippe; ne. lip (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lippe; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lefs, lefse, st. M., sw. M., st. F., sw. F., Lippe; ahd. lefs, st. M. (a), Lippe, Lefze, Rand; ahd. leffur*, st. M. (a), Lippe, Lefze; as. -; anfrk. lepor*, st. M. (a), Lippe; germ. *lepura-, *lepuraz, st. M. (a), Lippe; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lefze, Kluge s. u. Lefze, DW 12, 515, EWD s. u. Lippe, EWAhd 5, 1104, Falk/Torp 362, Duden s. u. Lefze, Bluhme s. u. Lefze; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (lefs und leffur) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Lippe oder den Rand des Maules eines Raubtiers; BM.: schlaff hängen; F.: Lefze, Lefzen+EW; Z.: Lef-z-e
...leg, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. ...leg; ne. ...leg; Vw.: s. Kol-, Privi-, Sakri-; Hw.: -; Q.; 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. lēgāre, V., absenden, gesetztlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...legium, Suff., ...leg; frz. ...lège, Suff., ...leg; nschw. ...legium, Suff., ...leg; nnorw. ...legium, Suff., ...leg; poln. ...lej, Suff., ...leg; nir. ...léid, Suff., ...leg; lit. ...legija, Suff., ...leg; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven des Sammelns verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...leg, ...legs, ...legien+FW(+EW); Z.: -leg
legal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. legal, gesetzlich, gesetzmäßig; ne. legal; Vw.: s. il-; Hw.: s. legalisieren, Legalität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. lēgālis; E.: s. lat. lēgālis, Adj., Gesetze betreffend, gesetzlich, den Gesetzen gemäß, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legal, fehlt DW, EWD s. u. legal, Duden s. u. legal; Son.: vgl. nndl. legaal, Adj., legal; frz. légal, Adj., legal; nschw. legal, Adj., legal; nnorw. legal, Adj., legal; poln. legalny, Adj., legal; lit. legalus, Adj., legal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Gesetz mögliches gesetzlich oder gesetzmäßig oder dem Gesetz entsprechend; BM.: sammeln; F.: legal, legale, legales, legalem, legalen, legaler(, legalere, legaleres, legalerem, legaleren, legalerer, legalst, legalste, legalstes, legalstem, legalsten, legalster)+FW(+EW); Z.: leg-al
legalisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. legalisieren, gesetzmäßig machen; ne. legalize; Vw.: -; Hw.: s. legal, Legalität, illegal; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. légaliser; E.: s. frz. légaliser, V., legalisieren; vgl. frz. légal, Adj., legal, gesetzlich; lat. lēgālis, Adj., Gesetze betreffend, gesetzlich, den Gesetzen gemäß, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legal, fehlt DW, EWD s. u. legal, Duden s. u. legalisieren; Son.: vgl. nndl. legaliseren, V., legalisieren; nschw. legalisera, V., legalisieren; nnorw. legalisere, V., legalisieren; poln. legalizować, V., legalisieren; lit. legalizuoti, V., legalisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Gesetz mögliches amtlich dem Gesetz entsprechend oder gesetzmäßig machen; BM.: sammeln; F.: legalisieren, legalisiere, legalisierst, legalisiert, legalisierest, legalisieret, legalisierte, legalisiertest, legalisierten, legalisiertet, ##legalisiert, legalisierte, legalisiertes, legalisiertem, legalisierten, legalisierter##, legalisierend, ###legalisierend, legalisierende, legalisierendes, legalisierendem, legalisierenden, legalisierender###, legalisier (!)+FW(+EW); Z.: leg-al-is-ier-en
Legalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Legalität, Gesetzlichkeit, Gesetzmäßigkeit; ne. legality; Vw.: -; Hw.: s. legal, legitimieren, illegal; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. lēgālitās; E.: s. mlat. lēgālitās, F., Gesamtheit der Rechte die an ein Gut oder an eine Würde gebunden sind, Fähigkeit vor Gericht aufzutreten, Rechtschaffenheit; vgl. lat. lēgālis, Adj., Gesetze betreffend, gesetzlich, den Gesetzen gemäß, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legal, fehlt DW, EWD s. u. legal, Duden s. u. Legalität; Son.: vgl. nndl. legaliteit, Sb., Legalität; nschw. laglighet, Sb., Legalität; nnorw. legalitet, M., Legalität; poln. legalność, F., Legalität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Gesetz mögliche Gesetzlichkeit oder Gesetzmäßigkeit einer Gegebenheit; BM.: sammeln; F.: Legalität+FW(+EW); Z.: Leg-al-it-ät
Legasthenie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Legasthenie, Dyslexie, eine Leseschwäche, eine Entwicklungsstörung; ne. dyslexie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. ἀσθενής (asthenḗs), Adj., ohne Stärke seiend, kraftlos, schwach, krank, unvermögend; vgl. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. σθένος (sthénos), N., Stärke, Kraft, Vermögen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Legasthenie; Son.: vgl. nndl. legasthenie, Sb., Legasthenie; poln. legastenia, F., Legasthenie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche menschliche Entwicklungsstörung bei dem Erlernen und Verwenden des Lesens und Rechtschreibens von Wörtern; BM.: sammeln, nicht, Stärke; F.: Legasthenie, Legasthenien+FW(+EW); Z.: Leg—a—sthen-ie
Legat (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Legat (M.), Gesandter; ne. legate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1251 (Urkunde); E.: mhd. legāt, st. M., Legat (M.), päpstlicher Gesandter; mnd. legāt, legāte, M., Gesandter, Legat (M.), Sendbote, Bevollmächtigter für den zugewiesenen Bezirk, Stellvertreter Gottes; lat. lēgātus, M., Gesandter, Legat (M.), Unterfeldherr, (204-169 v. Chr.); lat. lēgāre, V., absenden, gesetztlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Legat (M.), Duden s. u. Legat; Son.: vgl. nschw. legat, Sb., Legat (M.); nnorw. legat, M., Legat (M.); poln. legat, M., Legat (M.); kymr. legat, M., Legat (M.); nir. leagáid, F.?, Legat (M.); lit. legatas, M., Legat (M.); GB.: seit 1251 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Gesandten; BM.: sammeln; F.: Legat, Legaten+FW(+EW); Z.: Leg-at
Legat (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Legat (N.), Vermächtnis; ne. legacy; Vw.: -; Hw.: s. Testament; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. lēgātum; E.: s. lat. lēgātum, N., Vermächtnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. lēgāre, V., absenden, gesetztlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Legat, fehlt DW, EWD s. u. Legat (N.), Duden s. u. Legat; Son.: vgl. nndl. legaat, Sb., Legat (N.); frz. legs, M., Legat (N.); nschw. legat, N., Legat (N.); nnorw. legat, N., Legat (N.); poln. legat, M., Legat (N.); nir. leagáid, F., Legat (N.); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Sprache und Recht sowie Schrift mögliche Zuwendung einzelner Vermögensgegenstände an Begünstigte durch letztwillige Verfügung des Berechtigten oder ein Vermächtnis; BM.: sammeln; F.: Legat, Legates, Legats, Legate, Legaten+FW(+EW); Z.: Leg-at
$Legation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Legation, Gesandtschaft; I.: Lw. lat. lēgātio; HW.: s. De-; E.: s. lat. legatio, s. n; L.: fehlt DW, EWD s. u. Legat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gesandtschaft oder einen Gesandtschaftsposten; F.: Legation, Legationen+FW(+EW); Z.: Leg-at-io-n
$Legationsrat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Legationsrat; E.: s. Legation, s. s, s. Rat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Legat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Legation und s sowie Rat gebildete Bezeichnung für einen wohl sachlich seit dieser Zeit möglichen Vertreter eines Staates in einem anderen Staate in einem Range unterhalb des Gesandten; F.: Legationsrat, Legationsrats, Legationsrates, Legationsräte, Legationsräten+FW+EW: Z.: Leg-at-io-n-s—ra-t
legen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. legen, ablegen, absetzen, in eine waagerechte Lage bingen; ne. lay (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gelegenheit, Layout; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. legen, sw. V., legen, begraben (V.); mnd. leggen, lecgen, lecggen, lecken, lēgen, leeghen, leygen, sw. V., legen, von oben auf eine Unterlage bringen, hinlegen, auflegen, niederlegen, einstellen, untersagen; mnl. lecghen, leggen, lecgen, sw. V., legen, niederlegen; ahd. leggen, sw. V. (1b), legen, setzen, stellen, hinlegen, hineintun, ablegen, weglegen, werfen, anlegen; as. lėggian, sw. V. (1b), legen, anfertigen; anfrk. leggen, sw. V., sw. V., legen, hinstellen; germ. *lagjan, sw. V., legen; idg. legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. legen, Kluge s. u. legen, DW 12, 519, EWD s. u. legen, EWAhd 5, 1108, Falk/Torp 358, Seebold 325, Duden s. u. legen, Bluhme s. u. legen; Son.: vgl. afries. ledza, lega, leia (1), sw. V. (1), legen, anlegen, erlegen, zahlen, festsetzen; saterl. ledsa, V., legen; afries. lagia, sw. V. (2), festsetzen; ae. lėcgan, sw. V. (1), legen, setzen, stellen, beauftragen; an. leggja, sw. V. (1), legen, stellen; got. lagjan, sw. V. (1), legen, auflegen, hinlegen, setzen, stellen; nndl. leggen, V., legen; nschw. lägga, V., legen; nnorw. legge, V., legen; ksl. -loziti, V., legen; GB.: (leggen) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen mögliches ablegen oder absetzen oder in eine waagerechte Lage bringen; BM.: ?; F.: legen, lege (!), legst, legt, legest, leget, legte, legtest, legten, legtet, gelegt, ##gelegt, gelegte, gelegtes, gelegtem, gelegten, gelegter##, legend, ###legend, legende, legendes, legendem, legenden, legender###, leg (!)+EW; Z.: leg-en
$legendär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. legendär, sagenhaft, großartig, erstaunlich; E.: s. Legend(e), s. är; L.: Kluge s. u. Legende, fehlt DW, EWD s. u. Legende; GB.: seit 20. Jh. belegte und unter Einfluss des Französischen aus Legend(e) und är gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sagenhaft oder großartig oder erstaunlich; F.: legendär, legendäre, legendäres, legendärem, legendären, legendärer(, legendärere, legendäreres, legendärerem, legendäreren, legendärerer, legendärst, legendärste, legendärstes, legendärstem, legendärsten, legendärster)+FW+EW; Z.: leg-end-är
Legende, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Legende, Sage, Erzählung aus dem Leben eines Heiligen, Schrift, Mythe; ne. legend; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. legende, F., Legende; mnd. legénde, F., Heiligenerzählung, Legende, Geschichte; mlat. legenda, F., Lesung, Lesung eines Heiligenlebens; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2), (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Legende, Kluge s. u. Legende, DW 12, 535, EWD s. u. Legende, Duden s. u. Legende; Son.: vgl. nndl. legende, Sb., Legende; frz. légende, F., Legende; nschw. legend, Sb., Legende; nnorw. legende, M., Legende; poln. legenda, F., Legende; lit. legenda, F., Legende; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus dem Mittellateinischen (legenda) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kurze erbauliche religiöse Erzählung über Leben und Tod oder auch das Martyrium eines Heiligen und davon abgeleitet für eine verherrlichende Erzählung; BM.: sammeln; F.: Legende, Legenden+FW(+EW); Z.: Leg-end-e
leger, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. leger, lässig, leicht, zwanglos; ne. casual; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. léger; E.: s. frz. léger, Adj., leicht, dünn, leger; vorrom. *leviarius, Adj., leicht, zwanglos; lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig, (204-169 v. Chr.); idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. leger, fehlt DW, EWD s. u. leger, Duden s. u. leger; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Vorromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Ablegung von Zwängen mögliches lässig oder leicht oder zwanglos; BM.: leicht; F.: leger, legere, legeres, legerem, legeren, legerer(, legerere, legereres, legererem, legereren, legererer, legerst, legerste, legerstes, legerstem, legersten, legerster)+FW(+EW); Z.: leg-er
$Leger, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Leger, Legender; Vw.: s. Ab-; E.: s. leg(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 535; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus leg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Legenden, F.: Leger, Legers, Legern+EW; Z.: Leg-er
Legging, Leggin, nhd., Sb. Pl., F., (20. Jh.): nhd. Legging, Leggin, hautenge Hose; ne. leggings; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. leggings; E.: s. ne. leggings, leggins, N., Leggings; vgl. ne. leg, N., Bein; über Mittelenglisch von an. leggr, st. M. (a), Bein, Wade, Knochenröhre; germ. *lagjō-, *lagjōn, *lagja-, *lagjan, Sb., Bein; vgl. idg. *lek- (2), *lēk-, *lək-, *lₑk-, V., Sb., biegen, winden, springen, zappeln, Glied, Pokorny 673 (1092/48) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Leggings; Son.: vgl. nndl. legging, Sb., Leggings; frz. leggings, M. Pl., Leggings; nschw. leggings, leggins, Sb. Pl., Leggings; nnorw. leggings, Sb. Pl., Leggings; poln. legginsy, Sb. Pl., Leggings; kymr. legins, Sb. Pl., Leggings; lit. leginsai, M. Pl., Leggings; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit entwickeltes einer Strumpfhose ohne Füßlinge ähnliches Kleidungsstück oder eine hautenge Hose für Frauen; BM.: Bein; F.: Legging, Leggings, Leggin, Leggins+FW(+EW); Z.: Leg-g-ing
legieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. legieren, aus Metallmischung herstellen, durch Testament vermachen; ne. alloy (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. legēren (3), sw. V., legieren, aus Metallmischung herstellen; it. legare, V., verbinden; lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, anbinden, festbinden, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. legieren, DW 12, 536, EWD s. u. legieren, Duden s. u. legieren; Son.: vgl. nndl. legeren, V., legieren; nschw. legera, V., legieren; nnorw. legere, V., legieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Metalle zu einer Mischung verbinden und für vermachen; BM.: binden; F.: legieren, legiere, legierst, legiert, legierest, legieret, legierte, legiertest, legierten, legiertet, ##legiert, legierte, legiertes, legiertem, legierten, legierter##, legierend, ###legierend, legierende, legierendes, legierendem, legierenden, legierender###, legier (!)+FW+EW; Z.: leg-ier-en
Legion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Legion, eine Heereseinheit, große Menge; ne. legion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. s. Legionär; E.: s. mhd. legio, leio, leyo, sw. F., st. F., Legion; mnd. legien, F., Legion; lat. legio, F., Legion, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Legion, DW 12, 536, EWD s. u. Legion, Duden s. u. Legion; Son.: vgl. nndl. legioen, Sb., Legion; frz. légion, F., Legion; nschw. legion, Sb., Legion; nnorw. legion, M., Legion; poln. legion, M., Legion; kymr. lleng, F., Legion; nir. léigiún, M., Legion; lit. legionas, M., Legion; GB.: (mhd. legio) vielleicht seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große etwa 4500 Männer umfassende Heereseinheit der Römer; BM.: sammeln; F.: Legion, Legionen+FW; Z.: Leg-io-n
Legionär, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Legionär, Soldat einer Legion; ne. legionary (M.), legionnaire; Vw.: -; Hw.: s. Legion; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. legiōnārius; E.: s. lat. legiōnārius, M., Legionssoldat, Soldat, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. legio, F., Legion; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Legion, fehlt DW, EWD s. u. Legion, Duden s. u. Legionär; Son.: vgl. frz. légionnaire, M., Legionär; nschw. legionär, Sb., Legionär; nnorw. legionær, M., Legionär; poln. legionista, M., Legionär; nir. léigiúnach, M., Legionär; lit. legionierius, M., Legionär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (zu einer Legion gehörenden) Soldaten (Roms); BM.: sammeln; F.: Legionär, Legionärs, Legionäres, Legionäre, Legionären+FW(+EW); Z.: Leg-io-n-är
legislativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. legislativ, gesetzgebend, Gesetzgebung betreffend; ne. legislative (Adj.); Vw.: s. Legislatur, Legislative; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. législatif; E.: s. frz. législatif, Adj., legislativ; frz. législation, F., Gesetzgebung; lat. lēgislātio, F., Gesetzgebung, gesetzgebende Gewalt, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Legislatur, fehlt DW, EWD s. u. legislativ, Duden s. u. legislativ; Son.: vgl. nnorw. legislativ, Adj., legislativ; poln. legislacyjny, Adj., legislativ; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht sowie Gesetzgebung mögliches gesetzgebend oder Gesetzgebung betreffend; BM.: sammeln, tragen; F.: legislativ, legislative, legislatives, legislativem, legislativen, legislativer+FW(+EW); Z.: leg-is-la-t-iv
Legislative, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Legislative, Gesetzgebung, gesetzgebende Gewalt; ne. legislative (N.); Vw.: -; Hw.: s. legislativ, Legislatur; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. (assemblée) législative; E.: s. frz. (assemblée) législative, F., gesetzgebende Versammlung; frz. législatif, Adj., legislativ; frz. législation, F., Gesetzgebung; lat. lēgislātio, F., Gesetzgebung, gesetzgebende Gewalt, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Legislatur, fehlt DW, EWD s. u. legislativ, Duden s. u. Legislative; Son.: vgl. frz. législatif, M., Legislative; nschw. legislativ, Sb., Legislative; poln. legislatywa, F., Legislative; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Gesetzgebung oder gesetzgebende Gewalt; BM.: sammeln, tragen; F.: Legislative, Legislativen+FW; Z.: Leg-is-la-t-iv-e
Legislatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Legislatur, Gesetzgebung, gesetzgebende Versammlung; ne. legislature, legislation; Vw.: -; Hw.: s. legislatif, Legislative; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. législature; E.: s. frz. législature, F., Legislatur; frz. législatif, Adj., legislativ; frz. législation, F., Gesetzgebung; lat. lēgislātio, F., Gesetzgebung, gesetzgebende Gewalt, (um 315-367/368 n. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Legislatur, EWD s. u. legislativ, Duden s. u. Legislatur; Son.: vgl. nndl. legislatuur, Sb., Legislatur; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gesetzgebung oder gesetzgebende Versammlung; BM.: sammeln, tragen; F.: Legislatur, Legislaturen+FW(+EW); Z.: Leg-is-la-t-ur
legitim, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. legitim, gesetzlich, gesetzmäßig; ne. legitimate (Adj.); Vw.: s. il-; Hw.: s. Legitimation, legitimieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. lēgitimus; E.: s. lat. lēgitimus, Adj., durch die Gesetze bestimmt, gesetzmäßig, rechtmäßig, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legitim, fehlt DW, EWD s. u. legitim, Duden s. u. legitim; Son.: vgl. nndl. legitiem, Adj., legitim; frz. légitime, Adj., legitim; nschw. legitim, Adj., legitim; nnorw. legitim, Adj., legitim; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht sowie Gesetz mögliches gesetzlich oder gesetzmäßig; BM.: sammeln; F.: legitim, legitime, legitimes, legitimem, legitimen, legitimer(, legitimere, legitimeres, legitimerem, legitimeren, legitimerer, legitimst, legitimste, legitimstes, legitimstem, legitimsten, legitimster)+FW(+EW); Z.: leg-it-im
Legitimation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Legitimation, Berechtigung, Berechtigungsnachweis; ne. legitimation; Vw.: -; Hw.: s. legitim, legitimieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. lēgitimātio; E.: mlat. lēgitimātio, F., Legitimierung, Legitimation; vgl. lat. lēgitimus, Adj., durch die Gesetze bestimmt, gesetzmäßig, rechtmäßig, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legitim, fehlt DW, EWD s. u. legitim, Duden s. u. Legitimation; Son.: vgl. frz. légitimation, F., Legitimation; nschw. legitimation, Sb., Legitimation; nnorw. legitimasjon, M., Legitimation; poln. legitymacja, F., Legitimation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht sowie Gesetz und Schrift mögliche Berechtigung oder einen Berechtigungsnachweis; BM.: sammeln; F.: Legitimation, Legitimationen+FW(+EW); Z.: Leg-it-im-at-io-n
legitimieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. legitimieren, für gesetzmäßig erklären, als gesetzmäßig anerkennen, berechtigen; ne. legitimate (V.), legitimize; Vw.: -; Hw.: s. legitim, Legitimation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. lēgitimāre; E.: s. mlat. lēgitimāre, V., mit Dotalgut ausstatten, legitimieren; vgl. lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. legitim, fehlt DW, EWD s. u. legitim, Duden s. u. legitimieren; Son.: vgl. nndl. legitimeren, V., legitimieren; frz. légitimer, V., legitimieren; nschw. legitimera, V., legitimieren; nnorw. legitimere, V., legitimieren; poln. legalizować, V., legitimieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Recht und Gesetz sowie Schrift mögliches für gesetzmäßig erklären; BM.: sammeln; F.: legitimieren, legitimiere, legitimierst, legitimiert, legitimierest, legitimieret, legitimierte, legitimiertest, legitimierten, legitimiertet, ##legitimiert, legitimierte, legitimiertes, legitimiertem, legitimierten, legitimierter##, legitimierend, ###legitimierend, legitimierende, legitimierendes, legitimierendem, legitimierenden, legitimierender###, legitimier (!)+FW(+EW); Z.: leg-it-im-ier-en
$Legitimität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Legitimität, Gesetzmäßigkeit; E.: s. legitim, s. i, s. tät, s. frz. légitimité; I.: Lw. frz. légitimité; L.: fehlt DW, EWD s. u. legitim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache und Recht und Gesetz sowie Schrift mögliche Gesetzmäßigkeit; F.: Legitimität, Legitimitäten+FW(+EW); Z.: Leg-it-im-it-t-ät
Leguan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Leguan, eine Tropenechse; ne. leguan, leguaan, iguana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. leguaan; E.: s. nndl. leguaan, Sb., Leguan; span. iguana, F., Leguan; der Anfangsbuchstabe L von dem span. Artikel la; iuwana aus der südamerikanischen Indianersprache Araua; L.: Kluge s. u. Leguan, EWD s. u. Leguan, Duden s. u. Leguan; Son.: vgl. frz. iguane, M., Leguan; nschw. leguan, Sb., Leguan; nnorw. iguan, M., Leguan; poln. legwan, M., Leguan; kymr. igwana, M., Leguan; nir. ioguána, M., Leguan; lit. iguana, F., Leguan; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Spanischen sowie mittelbar der südamerikanischen Indianersprache Araua aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in den Tropen lebende Echse mit gezacktem über Nacken und Rücken sowie Schwanz verlaufendem Kamm; BM.: ?; F.: Leguan, Leguans, Leguane, Leguanen+FW(+EW); Z.: L-eguan
$Legung, nhd. (ält.), F., (19. Jh.?): nhd. Legung, Legen; Vw.: s. (Bei-,) Dar-, Über-(, Um-); E.: s. leg(en), s. ung; L.: DW 12, 537; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus leg(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Legen; F.: Legung, Legungen+EW; Z.: Leg-ung
Lehde, Lede, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Lehde, Lede, Niederung, Tal, Brache; ne. valley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. leegte; E.: s. nndl. leegte, Sb., Lehde; mnd. lēgede, leigende, lēde, ledige, F., Lehde, Niederung, Niedrigkeit, niedrig gelegener Ort; vgl. mnd. lēge, N., liegendes Gut, Gebiet, Anlegeplatz, Ankerplatz bei den hansischen Vitten auf Schonen, Belegenheit; germ. *lēga-, *lēgaz, *lǣga-, *lǣgaz, Adj., niedrig, gering; s. idg. *lēg̑ʰ- (2), *ləg̑ʰ-, V., Adj., kriechen, niedrig, Pokorny 660 (1069/25) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lehde, Kluge s. u. Lehde, DW 12, 537, Duden s. u. Lehde; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche und Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Talniederung oder eine Brache; BM.: liegen; F.: Lehde, Lehden, Lede, Leden+FW; Z.: Leh-d-e
Lehen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Lehen, Dargeliehenes; ne. feudal tenure, fiefdom; Vw.: -; Hw.: s. leihen, lehnen (2); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lēhen, lēn, st. N., Lehen, geliehenes Gut; mnd. lēhen*, lēen, lehen, lehn, lhen, lenh, lēn, lein, leyn, N., Lehen, nach Lehensrecht verliehenes Gut, Recht des Beliehenen am Lehen, Verleihung nach Lehensrecht, Berechtigung, Zunftrecht; mnl. leen, lien, N., M., Lehen, Pfründe, Berechtigung; ahd. lēhan, lēn, st. N. (a), Leihe, Anleihe, Lehen, Lehnsgut, Darlehen, Zinsen, Gewinn, Schuldenlast; as. lêhan, st. N. (a), Lehen; anfrk. -; germ. *laihna-, *laihnam, *laihwna-, *laihwnam, st. N. (a), Geliehenes; s. idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lehen, Kluge s. u. Lehen, DW 12, 538, EWD s. u. Lehen, EWAhd 5, 1114, Falk/Torp 367, Duden s. u. Lehen, Bluhme s. u. Lehen; Son.: vgl. afries. lên, st. N. (a), Lehen, Darlehen, Amt; nnordfries. leen; ae. lǣn, st. F. (i), st. N. (i), Gabe, Geschenk, Lehen; an. lān, st. N. (a), Lehen, Geliehenes, Glück; got. -; nndl. leen, Sb., Lehen; ne. loan, N., Darlehen; nschw. län, N., Lehen; nnorw. len, N., Lehen; poln. lenno, Sb., Lehen; GB.: (lēhan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Land das vielleicht seit dem Frühmittelalter von einem Herrn an einen Mann gegen Dienste und Treue überlassen wird; BM.: lassen; F.: Lehen, Lehens+EW; Z.: Leh-en
$Lehensherr, Lehnsherr, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Lehensherr; E.: s. Lehen, (s. s,) s. Herr; L.: DW 12, 540; EWD s. u. Lehen, GB.: (lēhenhērre*) seit 1251 belegte und aus Lehen und Herr gebildete Bezeichnung für einen ein Lehen an einen Mann gegen Pflichten vergebenden Herren; F.: Lehensherr, Lehensherren, Lehnsherr, Lehnsherr+EW; Z.: Leh-en-s—her-r
$Lehensmann, Lehnsmann, nhd., M., (11./12. Jh.): nhd. Lehensmann; E.: s. Lehen, (s. s,) s. Mann; L.: DW 12, 541, EWD s. u. Lehen; GB.: (lēhenman) seit 11./12. Jh. belegte und aus Lehen und Mann gebildete Bezeichnung für einen ein Lehen von einem Herren gegen Pflichten erhaltenden Mann; F.: Lehensmann, Lehensmannes, Lehensmanns, Lehensmänner, Lehensmännern, Lehnsmann, Lehnsmanns, Lehnsmannes, Lehnsmänner, Lehnsmännern+EW; Z.: Leh-en-s—man-n
Lehm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Lehm, kalkfreier Ton (M.) (1); ne. loam; Vw.: -; Hw.: s. Leim; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. leim, lein, lēm, st. M., Leim, Lehm, Ton (M.) (1); mhd. leime, sw. M., „Leim“, Lehm, lehmiger Grund, Ton (M.) (1); mnd. lēm, leim, lehm, lehem, lēme, M., feuchte Erde die sich als Bindemittel eignet, Lehm, Harnsteinabgang (medizinisch), feinere bildsame Erdformen, Ton (M.) (1); mnl. leem, N., Lehm; ahd. leim, st. M. (a?), Lehm, Ton (M.) (1), Schlamm; ahd. leimo, sw. M. (n), Leim, Lehm, Teig, Ton (M.) (1); as. lêmo*, sw. M. (n), „Leim“, Lehm; anfrk. leimo*, leim*, sw. M. (n), Leim, Lehm; germ. *laima-, *laimaz, st. M. (a), Schlamm, Lehm, Leim, Ton (M.) (1); germ. *laimō-, *laimōn, *laima-, *laiman, sw. M. (n), Schlamm, Lehm, Leim, Ton (M.) (1); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lehm, Kluge s. u. Lehm, DW 12, 544, EWD s. u. Lehm, EWAhd 5, 1143, EWAhd 5, 1146, Seebold 327, Duden s. u. Lehm, Bluhme s. u. Lehm; Son.: vgl. afries. -; ae. lām, st. N. (a), st. M. (a), Leim, Lehm, Ton (M.) (1), Erde; an. -; got. -; nndl. leem, Sb., Lehm; alb. ledh, ledhi, Sb., feuchter, Ton (M.) (1), Schlamm; lat. līmus, M., Schmiere, dünner Schlamm, Bodenschlamm, Lehm; apreuß. layso, Sb., Ton (M.) (2); apreuß, laydis, Sb. Lehm; GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung für eine schon weit vormenschliche aus Ton (M.) (1) und Sand bestehende und schwere sowie schmierig-kleberige und nahezu wasserundurchlässige gelblich braune Erde; BM.: klebrig; F.: Lehm, Lehmes, Lehms, Lehme, Lehmen+EW; Z.: Leh-m
$lehmig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lehmig, aus Lehm bestehend, Lehm betreffend; E.: s. Lehm, s. ig; L.: Kluge s. u. Lehm, DW 12, 545, EWD s. u. Lehm; GB.: (leimag*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Lehm und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon weit vormenschlich mögliches aus Lehm bestehend; F.: lehmig, lehmige, lehmiges, lehmigem, lehmigen, lehmiger(, lehmigere, lehmigeres, lehmigerem, lehmigeren, lehmigerer, lehmigst, lehmigste, lehmigstes, lehmigstem, lehmigsten, lehmigster)+EW; Z.: leh-m-ig
Lehne (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lehne (F.) (1), Stütze, Rückenstütze; ne. back (N.) of a chair, backrest; Vw.: -; Hw.: s. lehnen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lene, st. F., Lehne (F.) (1); mhd. line, lin, st. F., sw. F., Lehne (F.) (1), Fenster mit herausgehendem Geländer, Balkon, Galerie; mnd. lēne (1), F., Lehne (F.) (1), Sitzlehne, Stütze, Geländer, Trockengerüst; mnl. lene, F., Stütze; ahd. lena, hlena, sw. F. (n), Lehne (F.) (1), Stütze, Liege, Lagerstatt; ahd. lina*, hlina, lin, st. F. (ō, i?), sw. F. (n), Lehne (F.) (1), Liege, Lagerstatt, Gitter, Brüstung, Geländer, Stütze; as. hlena, sw. F. (n), Lehne (F.) (1); as. *hlina?, sw. F. (n), Lehne (F.) (1); anfrk. -; germ. *hlina, Sb., Lehne (F.) (1); germ. *hlaina-, *hlainaz, st. M. (a), Halde, Lehne (F.) (1), Hang, Hügel; idg., k̑loinos, Adj., schräg, Pokorny 601; vgl. idg. k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lehne 1, Kluge s. u. Lehne 1, DW 12, 546, EWD s. u. lehnen 1, EWAhd 5, 1302, Falk/Torp 112, Duden s. u. Lehne; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hlein, st. F. (ō), gemächliche Ruhe; got. hlain, hlains, M.?, N.? (a), Hügel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Stütze für den Rücken (M.); BM.: neigen; F.: Lehne, Lehnen+EW; Z.: Leh-n-e
Lehne (2), nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Lehne (F.) (2), Spitzahorn; ne. Norway maple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. ahd. līnboum, līmboum, lintboum, st. M. (a), „Leinbaum“, Ahorn, Spitzahorn, Manna-Esche, Hainbuche; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von ahd. lina*, hlina, lin, st. F. (ō, i?), sw. F. (n), Lehne (F.) (1), Liege, Lagerstatt, Gitter, Brüstung, Geländer, Stütze; germ. *hlina, Sb., Lehne (F.) (1); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lehne 4, Kluge s. u. Lehne 2, DW 12, 547, EWAhd 5, 1303; Son.: vgl. afries. -; ae. hlyne, M., Ahorn; an. hlynr, M., Ahorn; got. -; nschw. lönn, Sb., Ahorn; nisl. hlynur, M., Ahorn; russ. klēn, M., Ahorn?; lit. klẽvas, M., Ahorn?; GB.: seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen Ahorn mit großen handförmig gelappten und spitz gezähnten Blättern; BM.: ?; F.: Lehne, Lehnen+EW; Z.: Leh-n-e
$Lehne (3), nhd., F., (?): nhd. wilde Sau, Bache; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Lehne 2, DW 12, 547; GB.: vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen und dem Französischen sowie dem Mittellateinischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche wilde Sau oder Bache; F.: Lehne, Lehnen+EW; Z.: Leh-n-e
lehnen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lehnen (V.) (1), anlehnen, an einen stützenden Gegenstand stellen; ne. lean (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lenen, linen, sw. V., lehnen (V.) (1), sich stützen; mnd. lēnen (1), leinen, leenen, leyen, lȫnen, sw. V., lehnen (V.) (1), anlehnen, gegenlehnen, stützen, niederlegen; mnl. lenen, sw. V., lehnen, sich anlehnen, ausruhen; ahd. linēn*, hlinēn, lenēn*, sw. V. (3), sich anlehnen, anlehnen, lehnen (V.) (1), sich lehnen, sich stützen, sich verlassen (V.), liegen, sinken; as. hlinōn*, sw. V. (2), lehnen (V.) (1); anfrk. -; germ. *hlinōn, sw. V., lehnen (V.) (1); vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lehnen 1, Kluge s. u. lehnen 1, DW 12, 547, EWD s. u. lehnen 1, EWAhd 5, 1309, Duden s. u. lehnen, Bluhme s. u. lehnen 1; Son.: vgl. afries. lena, sw. V. (1), anlehnen, grenzen; ae. hlinian, hlionian, sw. V. (2), lehnen (V.) (1), sich legen, ruhen; an. -; got. -; nndl. leunen, V., lehnen (V.) (1); ndän. læne, V., lehnen; nnorw. lene, V., lehnen (V.) (1); av. sri-nauu-, V., lehnen; gr. κλίνειν (klínein), V., lehnen (V.) (1), neigen, beugen, biegen; lat. clīnāre, V., biegen, beugen, neigen; lit. slinù, V., ich lehne mich an; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schräg an einen stützenden Gegenstand stellen und dadurch Halt geben; BM.: neigen; F.: lehnen (!), lehne (!), lehnst, lehnt, lehnest, lehnet, lehnte, lehntest, lehnten, lehntet, gelehnt, ##gelehnt, gelehnte, gelehntes, gelehntem, gelehnten, gelehnter##, lehnend, ###lehnend, lehnende, lehnendes, lehnendem, lehnenden, lehnender###, lehn (!)+EW; Z.: leh-n-en
lehnen (2), nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. lehnen (V.) (2), leihweise geben, leihweise empfangen (V.); ne. lend, loan (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lehen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. lēhenen (1), lēnen, sw. V., lehnen, leihen, belehnen, entlehnen; mnd. lēhenen*, lēenen, lehnen, lehenen, lēnen, leinen, leynen, sw. V., leihen, borgen, nach Lehensrecht verleihen, zu Lehen geben, geistliches Lehen verleihen, Pfründe vergeben (V.), gewähren, zugestehen; mnl. lenen, sw. V., leihen; ahd. lēhanōn*, sw. V. (2), leihen, belehnen, borgen; as. lêhnon 1, sw. V. (2), leihen; s. ahd. lēhan, lēn, st. N. (a), Leihe, Anleihe, Lehen, Lehnsgut, Darlehen, Zinsen, Gewinn, Schuldenlast; anfrk. -; germ. *laihna-, *laihnam, *laihwna-, *laihwnam, st. N. (a), Geliehenes; s. idg. leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lehnen 2, Kluge s. u. lehnen 2, DW 12, 550, EWD s. u. lehnen 2, EWAhd 5, 1116, Duden s. u. lehnen; Son.: vgl. afries. liā, sw. V. (1), leihen; ae. lǣnan, sw. V. (1), leihen, gewähren, geben; an. lāna, sw. V., leihen; got. -; GB.: (lēhanōn) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches zu Lehen geben oder gegen Pflichten ein Land oder größeres Gut zu (nichtbäuerlicher) Nutzung überlassen (V.); BM.: lassen; F.: lehnen (!), lehne (!), lehnst, lehnt, lehnest, lehnet, lehnte, lehntest, lehnten, lehntet, gelehnt, ##gelehnt, gelehnte, gelehntes, gelehntem, gelehnten, gelehnter##, lehnend, ###lehnend, lehnende, lehnendes, lehnendem, lehnenden, lehnender###, lehn (!)+EW; Z.: leh-n-en
$Lehnsherr, nhd., M.: nhd. Lehnsherr; Vw.: s. Lehensherr
$Lehnsmann, nhd., M.: nhd. Lehnsmann; Vw.: s. Lehensmann
$Lehnwort, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lehnwort; E.: s. Lehn, s. Lehen, s. Wort; L.: Kluge s. u. Lehnwort, DW 12, 547, EWD s. u. lehnen 2; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein aus einer anderen Sprache unverändert oder abgeändert entlehntes oder entliehenes und damit aufgenommenes Wort wie beispielsweise Affäre oder Automobil oder Bank oder Bitumen oder Chemie oder Fenster oder Kirche oder Kloster oder Kreuz oder Laie oder Lektion oder Mauer oder Messe oder Nylon oder Polizei oder Preis oder Stalking oder Tisch oder Uhr oder Zins in Gegensatz zu dem einer Sprache seit seinen Anfängen angehöriges und aus ihrem Sprachmaterial gebildetes Erbwort wie (deutsch) Blut oder Frau oder Gott oder helfen oder Mann oder Mensch oder süß oder Tier oder weiß oder zehn; F.: Lehnwort, Lehnwortes, Lehnworts, Lehnwörter, Lehnwörtern+EW; Z.: Leh-n-wor-t
Lehre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lehre, Unterweisung, Unterricht, Ausbildung; ne. teaching (N.); Vw.: -; Hw.: s. lehren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lēre (1), lāre, lār, mmd., st. F., Lehre, Gelehrtheit, Wissen, Belehrung, Anleitung, Rat, Unterweisung, Unterricht; mnd. lēre (1), lēr, lār, lāre, F., Lehre, Unterricht, Belehrung, Anweisung, Unterweisung, Lernen (Bedeutung örtlich beschränkt), Gebot, Regel; mnl. lere, F., Lehre, Unterweisung; ahd. lērī, st. F. (ī); Lehre; ahd. lēra, st. F. (ō); Lehre, Belehrung, Unterricht; as. lêra, st. F. (ō), sw. F. (n), Lehre, Gebot; anfrk. lēra, F., Lehre, Unterweisung; germ. *laizō, st. F. (ō); Lehre; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lehren, Kluge s. u. Lehre, EWD s. u. Lehre, DW 12, 554, EWAhd 5, 1186, Falk/Torp 369, Duden s. u. Lehre; Son.: vgl. afries. lâre, st. F. (ō), Lehre; nfries. leere; ae. lār, st. F. (ō), Lehre, Vorschrift, Rat, Wissenschaft, Klugheit, Geschichte; an. -; got. *laisō, sw. F. (n), Lehre; nndl. leer, Sb., Lehre; nschw. lära, Sb., Lehre; nnorw. lære, M., F., Lehre; GB.: (lēra) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Unterweisung und in den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausbildung für einen handwerklichen Beruf; BM.: Spur; F.: Lehre, Lehren+EW; Z.: Lehr-e
lehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lehren, unterrichten, beibringen, verstehen machen; ne. teach; Vw.: -; Hw.: s. Lehre; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lēren, sw. V., zurechtweisen, unterweisen, lehren, kennenlernen; mnd. lēren, lāren, sw. V., lehren, verkünden, vortragen, unterrichten, anlernen, belehren, ausbilden, missionieren; mnl. lēren, sw. V., lehren, unterrichten, unterweisen; ahd. lēren, sw. V. (1a), lehren, unterweisen, unterrichten, erklären, erklärend vermitteln; as. lêron*, sw. V. (2), lehren; anfrk. lēren*, lēron*, sw. V. (1), lehren; germ. *laizjan, sw. V., lehren; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lehren, Kluge s. u. lehren, DW 12, 559, EWD s. u. lehren, EWAhd 5, 1187, Falk/Torp 369, Seebold 323, Duden s. u. lehren, Bluhme s. u. lehren; Son.: vgl. afries. lêra, sw. V. (1), lehren; nfries. leeren, V., lehren; ae. lǣran, lēran, sw. V. (1), lehren, raten, drängen, predigen; an. læra, sw. V. (1), lehren, lernen; got. laisjan, sw. V. (1), lehren, belehren; nndl. leren, V., lehren; nschw. lära, V., lehren; nnorw. lære, V., lernen; gr. διδάσκειν (didáskein), V., lehren, belehren, unterrichten; air. lenaid, V., bleibt, haftet; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare für (vielleicht schon vormenschlich und) jedenfalls seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unterrichten oder beibringen oder verstehen machen; BM.: Spur; F.: lehren, lehre (!), lehrst, lehrt, lehrest, lehret, lehrte, lehrtest, lehrten, lehrtet, gelehrt, ##gelehrt, gelehrte, gelehrtes, gelehrtem, gelehrten, gelehrter##, lehrend, ###lehrend, lehrende, lehrendes, lehrendem, lehrenden, lehrender###, lehr (!)+EW; Z.: lehr-en
$Lehrer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Lehrer, Lehrender; E.: s. Lehr(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. lehren, DW 12, 559, EWD s. u. lehren; GB.: seit um 765 belegte und aus Lehr(e) und lehr(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Sprache und der Arbeitsteilung möglichen Wissen und Können anderen Menschen vermittelnden oder lehrenden Mann; F.: Lehrer, Lehrers, Lehrern+EW; Z.: Lehr-er
$Lehrerin, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Lehrerin; E.: s. Lehrer, s. in; L.: Kluge s. u. lehren, DW 12, 559, EWD s. u. lehren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und nach lat. doctrix gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Sprache und der Arbeitsteilung mögliche Wissen und Können anderen Menschen vermittelnde Frau; F.: Lehrerin, Lehrerinnen+EW; Z.: Lehr-er-in
$Lehrgang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lehrgang; Q.: 1792 (Campe); I.: Lüt. lat. cursus; E.: s. Lehr(e) s. lehr(en), s. Gang; L.: DW 12, 572, EWD s. u. lehren; GB.: seit 1792 belegte und nach lat. cursus aus Lehr(e) und Gang gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Gang oder Ablauf einer Lehre oder Wissensvermittelung; F.: Lehrgang, Lehrganges, Lehrgangs, Lehrgänge, Lehrgängen+EW; Z.: Lehr—ga-ng
$Lehrgeld, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Lehrgeld; E.: s. Lehr(e), s. Geld; L.: DW 12, 573, EWD s. u. lehren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Lehr(e) oder lehr(en) und Geld gebildete Bezeichnung für das von einem Schüler einem Lehrer für die Wissensvermittelung zu zahlende oder gezahlte Geld; F.: Lehrgeld, Lehrgeldes, Lehrgelds, Lehrgelder, Lehrgeldern+EW; Z.: Lehr—geld
$Lehrling, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Lehrling; Q.: Anfang 14. Jh. (Urkunde); E.: s. Lehr(e), s. ling; L.: DW 12, 575, EWD s. u. lehren; GB.: vielleicht seit Anfang 14. Jh. belegte und aus Lehr(e) und lehr(en) sowie ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in einem Beruf Lehre oder Wissen empfangenden und dadurch lernenden jungen Menschen; F.: Lehrling, Lehrlings, Lehrlinge, Lehrlingen+EW; Z.: Lehr—ling
$lehrreich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. lehrreich, an Lehre reich, weiterbildend; E.: s. Lehr(e), s. reich; L.: Kluge s. u. lehren, EWD s. u. lehren; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. didacticus aus Lehr(e) und reich gebildete Bezeichnung für an Lehre reich und dadurch weiterbildend, F.: lehrreich, lehrreiche, lehrreiches, lehrreichem, lehrreichen, lehrreicher(, lehrreichere, lehrreicheres, lehrreicherem, lehrreicheren, lehrreicherer, lehrreichst, lehrreichste, lehrreichstes, lehrreichstem, lehrreichsten, lehrreichster)+EW; Z.: lehr—reich
$Lehrsatz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lehrsatz; E.: s. lehr(en), s. Satz; L.: EWD s. u. lehren; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. axioma oder canon oder praeceptum artis aus lehr(en) und Satz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Belehrung vermittelnden Satz; F.: Lehrsatz, Lehrsatzes, Lehrsätze, Lehrsätzen+EW; Z.: Lehr—satz
$Lehrstuhl, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Lehrstuhl; Q.: Anfang 14. Jh. (Die Erlösung); E.: s. Lehr(e), s. Stuhl; L.: DW 12, 578, EWD s. u. lehren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und wohl nach lat. cathedra aus Lehr(e) und Stuhl gebildete Bezeichnung für den Ort an einer Universität von dem aus vielleicht seit dem 12. Jh. Wissenschaft in einem Fach an Studenten vermittelt wird; F.: Lehrstuhl, Lehrstuhles, Lehrstuhls, Lehrstühle, Lehrstühlen+EW; Z.: Lehr—stuh-l
Lei, nhd. (ält.), M., F., (13. Jh.): nhd. Lei, Stein, Schiefer, Schieferstein; ne. stone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. leie (2), lei, leige, leije, sw. F., Leie, Fels, Stein, Schieferstein, Steinweg, Weg; mnd. leie (2), leide, leige, leye, F., Leie, Schieferstein, Schieferplatte, Fels, Stein; as. lėia*, st. F. (ō), sw. F. (n), Fels, Lei; aus gall. *lēi, Sb., Stein; idg. *lēu- (2), *ləu-, Sb., Stein, Pokorny 683 (1118/74) (RB. idg. aus gr., alb., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lei, Kluge s. u. Lei, DW 12, 580, Duden s. u. Lei; Son.: vgl. gr. λᾶας (laas), λᾶς (las), M., Stein; air. lía, lie, M., F., Stein; nndl. lei, Sb., Schiefer; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Gallischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schieferstein; BM.: Stein; F.: Lei, Leien+FW; Z.: Lei
…lei, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ...lei; ne. ?; Vw.: s. aller-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. *lei? (2), *ley?, mnd., Suff., ...lei; mnd. *leie? (3), *leye?, Suff., lei; mhd. lei (2), st. F., Art (F.) (1); mhd. leie (4), st. F., Art (F.) (1), Weise (F.) (2); mnd. lei (1), leie, leige, ley, leye, F., Art (F.) (1), Weise (F.) (2); afrz. loi, F., Art (F.) (1), Verhalten, Gesetz; lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. -lei, Kluge 1. A. s. u. -lei, EWD s. u. -lei, Duden s. u. -lei; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für die Bildung unbestimmter Gattungswörter verwendete Bezeichnung; BM.: zusammenlesen; F.: …lei, …leis+FW(+EW?); Z.: -lei
Leib, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Leib, Leben, Körper, Person; ne. body; Vw.: s. -chen, -gedinge; Hw.: s. leiben; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. līp, līb, st. M., Leben, Leib, Körper; mnd. līf (1), lief, N., M., Leib, irdisches Leben, Lebenskraft, Lebensfähigkeit, Lebensart, Lebensweise; mnl. lijf, M., N., Körper, Körperhülle, Leben; ahd. līb (1), st. M. (a), st. N. (a), Leben, irdisches Leben, Lebensunterhalt, Leib, Lebenswandel, Lebensweise; as. līf, st. N. (a), Leben; anfrk. līf*, st. N. (a), Leben; germ. *leiba-, *leibaz, st. M. (a), Leben, Leib; germ. *leiba-, leibam, st. N. (a), Leben, Leib; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leib, Kluge s. u. Leib, DW 12, 580, EWD s. u. Leib, EWAhd 1225, Duden s. u. Leib, Bluhme s. u. Leib; Son.: vgl. afries. līf (2), st. N. (a), Leib, Leben, Person; nnordfries. liff; ae. līf, st. N. (a), Leben, Aufenthalt; ae. *lifa, *leofa, *liofa, sw. M. (n), Unterhalt; an. līf, st. N. (a), Leben, Leib; got. *lifs, st. Sb., Leben, Leib; nndl. lijf, Sb., Leib; ne. life, N., Leben; nschw. liv, N., Leib; nisl. líf, N., Leben; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen bestehende äußere und damit sichtbare Erscheinung oder den Körper eines Menschen oder anderen höheren Lebewesens; BM.: schleimig; F.: Leib, Leibes, Leibs, Leiber, Leibern+EW; Z.: Lei-b
$Leibarzt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Leibarzt; E.: s. Leib, s. Arzt; L.: Kluge s. u. Leib; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Leib und Arzt gebildete Bezeichnung für den vielleicht seit dieser Zeit möglichen persönlichen Arzt eines höhergestellten und dadurch vermögenderen Menschen und seiner Angehörigen; F.: Leibarzt, Leibarztes, Leibärzte, Leibärzten+EW+FW; Z.: Lei-b—ar-zt
Leibchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Leibchen, Kleidungsstück; ne. camisole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lbd. frz. corset; E.: s. Leib, …chen; L.: Kluge s. u. Leibchen, DW 12, 591, EWD s. u. Leib, Duden s. u. Leibchen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leib und chen gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon seit dem Altertum mögliches leichtes Kleidungsstück für den Oberkörper meist jüngerer Menschen; BM.: den Leib bedeckend; F.: Leibchen, Leibchens+EW; Z.: Lei-b-chen
$leibeigen, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. leibeigen; E.: s. Leib, s. eigen; L.: Kluge s. u. leibeigen, DW 12, 592, EWD s. u. Leib; GB.: (līpeigen) seit 1388 belegte und aus Leib und eigen gebildete Bezeichnung für (wohl seit dieser Zeit) sachlich zeitlich nach den Sklaven des Altertums mit seinem Leib einem anderen Menschen gehörend; F.: leibeigen, leibeigene, leibeigenes, leibeigenem, leibeigenen, leibeigener+EW; Z.: lei-b—eig-en
$Leibeigenschaft, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Leibeigenschaft; E.: s. leibeigen, s. schaft; L.: Kluge s. u. Leibeigenschaft, DW 12, 593, EWD s. u. Leib; GB.: (līpeigenschaft) seit 1484 belegte und aus leibeigen und schaft gebildete Bezeichnung für die Stellung eines sachlich zeitlich nach der Sklaverei des Altertums mit seinem Leib einem anderen Menschen gehörenden Menschen; F.: Leibeigenschaft, Leibeigenschaften+EW; Z.: Lei-b—eig-en-schaf-t
leiben, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. leiben, leben; ne. live (V.); Vw.: -; Hw.: s. Leib, bleiben; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. līven (1), V., leiben, leben; vgl. mnd. līf (1), lief, N., M., Leib, irdisches Leben, Lebenskraft, Lebensfähigkeit, Lebensart, Lebensweise; ahd. līb (1), st. M. (a), st. N. (a), Leben, irdisches Leben, Lebensunterhalt, Leib, Lebenswandel, Lebensweise; as. līf, st. N. (a), Leben; anfrk. līf*, st. N. (a), Leben; germ. *leiba-, *leibaz, st. M. (a), Leben, Leib; germ. *leiba-, leibam, st. N. (a), Leben, Leib; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. leiben, DW 12, 594, EWD s. u. Leib, Duden s. u. leiben; Son.: vor allem in der Redewendung wie er leibt und lebt; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung des Lebens mögliches an dem Leben sein (V.); BM.: schleimig; F.: leiben, leibe (!), leibst, leibt, leibest, leibet, leibte, leibtest, leibten, leibtet, geleibt, ##geleibt##, leibend, ###leibend, leibende, leibendes, leibendem, leibenden, leibender###, leib (!)+EW; Z.: lei-b-en
$Leibesübung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Leibesübung, Körperbewegung; E.: s. Leib, s. es, s. Übung; vielleicht seit 1577 belegte und nach lat. corporis exercitatio aus Leib und es sowie Übung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliche der Stärkung eines gesunden Leibes dienende natürliche oder besonders ausgedachte Körperbewegung L.: DW 12, 598, EWD s. u. Leib; F.: Leibesübung, Leibesübungen+EW; Z.: Lei-b-es—üb-ung
$Leibgarde, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Leibgarde; E.: s. Leib, s. Garde; Q.: um 1600; L.: DW 12, 600, EWD s. u. Leib; GB.: seit um 1600 belegte und aus Leib und Garde gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche für den besonderen Schutz eines besonderen einzelnen Menschen bestimmte Gruppe von Menschen; F.: Leibgarde, Leibgarden+EW+FW; Z.: Lei-b—gar-d-e
Leibgedinge, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Leibgedinge, Unterhalt; ne. alimony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunden); E.: s. mhd. līpgedinge, st. N., Leibgedinge, Nutzungsrecht auf Lebenszeit, Altenteil; mnd. līfgedinge, līfgedinc, F., Leibgedinge, Vertrag über lebenslängliche Zuwendungen, Einkünfte aus einem Vertrag über lebenslängliche Zuwendungen; vgl. mhd. līp, līb, st. M., Leben, Leib, Körper; ahd. līb (1), st. M. (a), st. N. (a), Leben, irdisches Leben, Lebensunterhalt, Leib, Lebenswandel, Lebensweise; germ. *leiba-, *leibaz, st. M. (a), Leben, Leib; germ. *leiba-, leibam, st. N. (a), Leben, Leib; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mhd. ge…, Präf., ge…; ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. dinc, st. N., Ding, Sache, Vertrag, Gericht (N.) (1); ahd. ding, st. N. (a), Versammlung, Kirchengemeinde, Gemeinde, Gericht (N.) (1), Gerichtstag; Versammlung, Ding; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Leibgedinge, DW 12, 600, Duden s. u. Leibgedinge; GB.: seit um 1170 belegte und aus Leib und Gedinge gebildete sowie teilweise mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zwischen Menschen vereinbarten Unterhalt oder ein Nutzungsrecht auf Lebenszeit; BM.: auf Leben versprechen bzw. schleimig, mit, dehnen; F.: Leibgedinge, Leibgedinges+EW; Z.: Lei-b—ge-din-g-e
$leibhaft, nhd., Adj., Adj., (8. Jh.): nhd. leibhaft, leibhaftig, körperlich; E.: s. Leib, s. haft; L.: EWD s. u. Leib; GB.: (lībhaft*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. vitalis aus Leib und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Leib und Leben habend oder lebend; F.: leibhaft, leibhafte, leibhaftes, leibhaftem, leibhaften, leibhafter(, leibhaftere, leibhafteres, leibhafterem, leibhafteren, leibhafterer, leibhaftest, leibhafteste, leibhaftestes, leibhaftestem, leibhaftesten, leibhaftester)+EW; Z.: lei-b—haf-t
$leibhaftig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. leibhaftig, leibhaft, körperlich, einen Leib habend, ein Leben habend; E.: s. leibhaft, s. ig; L.: Kluge s. u. leibhaftig, DW 12, 602, EWD s. u. Leib; GB.: (ahd. lībhaftīg*) seit 13. Jh. belegte und wohl nach lat. corporeus aus leibhaft und ig gebildete Bezeichnung für körperlich oder einen Leib und ein Leben habend; F.: leibhaftig, leibhaftige, leibhaftiges, leibhaftigem, leibhaftigen, leibhaftiger+EW; Z.: lei-b—haf-t-ig
$leiblich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. leiblich, lebendig, einen Leib habend, ein Leben habend, körperlich; E.: s. Leib, s. lich; L.: Kluge s. u. Leib, DW 12, 604, EWD s. u. Leib; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. vitalis aus Leib und lich gebildete Bezeichnung für einen Leib und damit ein Leben habend oder lebendig oder körperlich; F.: leiblich, leibliche, leibliches, leiblichem, leiblichen, leiblicher+EW; Z.: lei-b-lich
$Leibrente, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Leibrente; E.: s. Leib, s. Rente; L.: Kluge s. u. Leib, DW 12, 607, EWD s. u. Leib; GB.: seit 14. Jh. (Magdeburger Fragen) belegte und aus Leib und Rente gebildete Bezeichnung für eine für den Leib und damit die Zeit des Lebens vereinbarte Rente in Geld; F.: Leibrente, Leibrenten+EW+FW; Z.: Lei-b-re-n-t-e
Leich, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Leich, eine Liedform oder Spielform; ne. a poetic form (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. leich, st. M., Tonstück; ahd. leih (1), st. M. (a, i), Lied, Gesang, Melodie, Klangfolge, Musik, Tonart, Weise (F.) (2); as. *lêk?, st. N. (a?), Spiel; anfrk. -; germ. *laika-, *laikaz, st. M. (a), Tanz, Spiel; germ. *laiki-, *laikiz, st. M. (i), Tanz, Spiel; s. idg. *leig- (3), loig-, V., hüpfen, beben, beben machen, Pokorny 667 (1080/36) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leich, Kluge s. u. Leich, DW 12, 611, EWD s. u. Leich, EWAhd 5, 1140, Falk/Torp 355, Seebold 322, Duden s. u. Leich; Son.: vgl. afries. lêk, Sb., Spiel; ae. lāc (1), st. N. (a), st. F. (ō), Spiel, Kampf; an. leikr (1), st. M. (a), Spiel; got. laiks, st. M. (i), Tanz; ai. réjate, V., zittert, hüpft; kurd. līzim, V., spiele; gr. ἐλελίζειν (elelízein) (2), V., erschüttern, in Bewegung setzen; lit. láigyti, V., mutwillig sein (V.), herumtollen; air. lingid, V., springen; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche in Gedichten abgefasste Liedform oder Spielform; BM.: hüpfen; F.: Leich, Leiches, Leichs, Leiche, Leichen+EW; Z.: Leich
$Leichdorn, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Leichdorn; E.: s. Leich, s. Dorn; Hw.: s. Hühnerauge; L.: Kluge s. u. Leichdorn, DW 12, 612, EWD s. u. Leiche; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Leich und Dorn gebildete Bezeichnung für eine äußerlich einem Auge von Hühnern ähnelnde durch dauernden Druck oder Reibung auf knochennahe Haut in Schuhen bedingte schmerzhafte und anfangs bei Entlastung wieder rückbildbare Hornschwiele mit einem in die Tiefe gerichteten Sporn oder Dorn an einer Zehe oder Sohle des Fußes des Menschen; F.: Leichdorn, Leichdorns, Leichdornes, Leichdorne, Leichdornen+EW; Z.: Leich—dor-n
Leiche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Leiche, Leichnam, Körper eines toten Menschen; ne. corpse; Vw.: -; Hw.: s. Leichnam; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. līch, st. F., Leib, Körper, Leibesgestalt, Aussehen, Leiche, Begräbnis; mnd. līk (1), liek, ligk, līch, leychk, N., M., F., Leiche, toter menschlicher Körper, für das Begräbnis vorbereiteter Leichnam; mnl. lijc, like, N., Leiche, Leichnam, Begräbnis; ahd. līh (1), st. F. (i), st. N. (a), Leib, Körper, Leibesgestalt, Fleisch, Leichnam, Leiche; as. līk* (1), st. N. (a), Leib, Leichnam, Körper; anfrk. -; germ. *līka-, *līkam, *leika-, *leikam, st. N. (a), Leib, Körper, Leiche, Gestalt?; idg. *lē̆ig- (2)?, *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leiche, Kluge s. u. Leiche, DW 12, 612, EWD s. u. Leiche, EWAhd 5, 1263, Falk/Torp 366, Duden s. u. Leiche, Bluhme s. u. Leiche; Son.: vgl. afries. *līk (1), st. N. (a), Leib, Leiche; nfries. lyck; afries. līk (2), F., Leib, Körper; ae. līc (1), st. N. (a), Körper, Leiche; an. līk (1), st. N. (a), Körper, Leichnam; got. leik (1), st. N. (a), Körper, Leib, Leichnam, Fleisch; nndl. lijk, Sb., Leiche; nschw. lik, N., Leiche; nnorw. lik, N., Leiche; air. li, Sb., Schönheit, Farbe, Gesichtsfarbe; kymr. lliw, M., Farbe, Form; lit. lygùs, Adj., gleich, gleichartig; ksl. lice, Sb., Gesicht, Person, Wange; russ. лик (lik), M., Antlitz; lit. liemuõ, Sb., Leibesgestalt, Körperwuchs; GB.: (līh) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Körper eines toten Menschen; BM.: Gestalt; F.: Leiche, Leichen+EW; Z.: Leich-e
$Leichenbegängnis, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Leichenbegängnis; E.: s. Leich(e), s. en, s. Begängnis; L.: DW 12, 617, EWD s. u. Leiche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leich(e) und en (Suff.) sowie Begängnis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche feierliche Beisetzung eines toten Menschen; F.: Leichenbegängnis, Leichenbegängnisses, Leichenbegängnisse, Leichenbegängnissen+EW; Z.: Leich-en—be—gä-ng—nis
$Leichenbitter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Leichenbitter; E.: s. Leiche, s. n, s. Bitter; L.: DW 12, 617, EWD s. u. Leiche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leich(e) und en (Suff.) sowie Bitter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit der Durchführung von Leichenbegängnissen möglichen um Teilnahme an einem Leichenbegängnis bittenden Menschen; F.: Leichenbitter, Leichenbitters, Leichenbittern+EW; Z.: Leich-en—bit-t-er
$Leichenbittermiene, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Leichenbittermiene; E.: s. Leichenbitter, s. Miene; L.: fehlt DW, EWD s. u. Leiche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Leichenbitter und Miene gebildete Bezeichnung für den meist trübseligen Gesichtsausdruck eines zu einem Leichenbegängnis bittenden Leichenbitters; F.: Leichenbittermiene, Leichenbittermienen+EW; Z.: Leich-en—bit-t-er—mien-e
$leichenblass, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. leichenblass; E.: s. Leich(e), s. en, s. blass; L.: DW 12, 618 (leichenblasz), EWD s. u. Leiche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Leich(e) und en (Suff.) sowie blass gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leichen mögliches wie eine Leiche blass; F.: leichenblass, leichenblasse, leichenblasses, leichenblassem, leichenblassen, leichenblasser(, leichenblassere, leichenblasseres, leichenblasserem, leichenblasseren, leichenblasserer, leichenblassest, leichenblasseste, leichenblassestes, leichenblassestem, leichenblassesten, leichenblassester)+EW; Z.: leich-en—bla-ss
$Leichenfledderei, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Leichenfledderei, Leichenberaubung; E.: s. Leich(e), s. en, s. Fledderei; L.: Kluge s. u. Leichenfledderei, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Leich(e) und en (Suff.) sowie Fledder(er) und ei (Suff.) gebildete und teilweise aus dem Rotwelschen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Vermögen mögliche Leichenberaubung; F.: Leichenfledderei, Leichenfleddereien+EW+FW; Z.: Leich-en—fledd-er-ei
$Leichenfledderer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Leichenfledderer; E.: s. Leich(e), s. en, s. Fledderer; L.: fehlt W, EWD s. u. fleddern; GB.: aus Leichenfledder(ei) und er (Suff.) und damit teilweise aus dem Rotwelschen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Vermögen möglichen Leichen beraubenden Menschen; F.: Leichenfledderer, Leichenfledderers, Leichenfledderern+EW+FW; Z.: Leich-en-fledd-er-er
Leichnam, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Körper, Kadaver, Leiche, Leichnam; ne. corpse; Vw.: s. Fron-; Hw.: s. Leiche; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. līchnam, līchname, līchnāme, st. M., sw. M., Leib, Körper, Leichnam, Körperschaft; mnd. licham, līchame, līkam, lichaem, likham, N., M., „Leichnam“, Körper, menschlicher lebender Körper, Leib, Festkörper, äußere Erscheinung; mnd. lichnam, lichenam, M., N., Leichnam, Körper, Leib; mnl. lichame, luchame, lechame, lichaem, M., F., N., Leib, Körper, Leichnam; ahd. līhnamo*, sw. M. (n), Körper, Leib, Leichnam; ahd. līhhinamo*, līchinamo*, sw. M. (n), Körper, Leib, Leibesgestalt, äußere Gestalt; ahd. līhhamo*, sw. M. (n), Leib, Körper, Fleisch, Gestalt; as. līkhamo*, sw. M. (n), Leib, Leichnam, Körper; anfrk. līkhamo, līknamo, M:, Leib, Rumpf; germ. *līkahamō-, *līkahamōn, *līkahama-, *līkahaman, sw. M. (n); Leib, Körper, Leibeshülle, Leichnam; s. idg. *lē̆ig- (2), līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leiche, Kluge s. u. Leichnam, DW 12, 625, EWD s. u. Leichnam, Duden s. u. Leichnam; Son.: vgl. afries. līkhama, līkhoma, līkma, sw. M. (n), Leib, Körper; saterl. licman; ae. līchama, līchoma, līcuma, sw. M. (n), Leib, Leichnam; an. līkamr, st. M. (a), Körper, Leichnam; got. -; GB.: (līhhamo) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ahd. līh und namo bzw. *hamo (M., Hülle, Gewand) gebildete Bezeichnung für den leblosen Körper eines sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen toten Menschen; BM.: Gestalt, bedecken; F.: Leichnam, Leichnams, Leichname, Leichnamen+EW; Z.: Leich-nam
leicht, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. leicht, wenig Gewicht habend, nicht schwierig; ne. light (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. līht, Adj., leicht, erleichtert, leichtfertig, unbeständig, gering, geringfügig; mnd. licht (3), lucht, Adj., leicht, von geringem Gewicht seiend, leicht beweglich, behende, leichtsinnig, leichtfertig; mnl. licht, Adj., leicht; ahd. līht*, Adj., leicht, sanft, mild, leichtfertig, haltlos; as. *līht?, Adj., leicht; anfrk. -; germ. *līhta-, *līhtaz, *līhtja-, līhtjaz, Adj., leicht; germ. *lenhwta-, *lenhwtaz, Adj., leicht; s. idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, h₁lengᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leicht, Kluge s. u. leicht, DW 12, 629, EWD s. u. leicht, EWAhd 5, 1282, Duden s. u. leicht, Bluhme s. u. leicht; Son.: vgl. afries. līchte (1), liochte, liuchte (1), Adj., leicht, geringfügig, niedrig; nfries. licht, Adj., leicht; ae. léoht (1), Adj., leicht; an. lēttr, Adj., leicht; got. leihts, Adj. (a), leicht, leichtsinnig; nndl. licht, Adj., leicht; nschw. lätt, Adj., leicht; nnorw. lett, Adj., leicht; ai. raghú-, Adj., rasch, leicht, gering; gr. ἐλαχύς (elachýs), Adj., klein, gering; lat. levis, Adj., leicht; lit. lengvas, Adj., leicht; GB.: (līht) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wenig Gewicht habend oder nicht schwierig; BM.: ?; F.: leicht, leichte, leichtes, leichtem, leichten, leichter(, leichtere, leichteres, leichterem, leichteren, leichterer, leichtest, leichteste, leichtestes, leichtestem, leichtesten, leichtester)+EW; Z.: leich-t
Leichter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Leichter, kleines Schiff das die Leichterung übernimmt; ne. barge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: s. mnd. lüchtære* (2), lüchter, M., Leichterschiff, kleines Schiff das die Leichterung übernimmt; nndl. lichteren, V., entladen, erleichtern; vgl. mhd. līht, Adj., leicht, erleichtert, leichtfertig, unbeständig, gering, geringfügig; mnd. licht (3), lucht, Adj., leicht, von geringem Gewicht seiend, leicht beweglich, behende, leichtsinnig, leichtfertig; ahd. līht*, Adj., leicht, sanft, mild, leichtfertig, haltlos; as. *līht?, Adj., leicht; anfrk. -; germ. *līhta-, *līhtaz, *līhtja-, līhtjaz, Adj., leicht; germ. *lenhwta-, *lenhwtaz, Adj., leicht; s. idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, *h₁lengᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Leichter, DW 12, 640, Duden s. u. Leichter; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu einem Entladen von großen Seeschiffen verwendetes kleineres Wasserfahrzeug; BM.: leicht; F.: Leichter, Leichters, Leichtern+FW?+EW?; Z.: Leich-t-er
$leichtern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. leichtern, leichter werden, leichter machen; Vw.: s. er-; E.: s. leicht s. er, s. (e)n (Suff.); L.: DW 12, 641, EWD s. u. leicht; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus leicht und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für leichter werden oder leichter machen; F.: leichtern, leichtere (!), leichter (!), leichterst, leichtert, leichterte, leichtertest, leichterten, leichtertet, geleichtert, ##geleichtert, geleichterte, geleichtertes, geleichtertem, geleichterten, geleichterter##, leichternd, ###leichternd, leichterndes, leichterndem, leichternden, leichternder###, leichter (!)+(EW); Z.: leich-t-er-n
$leichtfertig, nhd., Adj., Adj., (14. Jh.): nhd. leichtfertig, schwächlich, leichtsinnig; E.: s. leicht, s. fertig; L.: Kluge s. u. leichtfertig, DW 12, 642, EWD s. u. leicht; GB.: seit 1343-1349 belegte und aus leicht und fertig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schwächlich oder leichtsinnig; F.: leichtfertig, leichtfertige, leichtfertiges, leichtfertigem, leichtfertigen, leichtfertiger(, leichtfertigere, leichtfertigeres, leichtfertigerem, leichtfertigeren, leichtfertigerer, leichtfertigst, leichtfertigste, leichtfertigstes, leichtfertigstem, leichtfertigsten, leichtfertigster)+EW; Z.: leich-t—fer-t-ig
$Leichtfertigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Leichtfertigkeit, Leichtsinn; E.: s. leichtfertig, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 644, EWD s. u. leicht; GB.: seit vor 1350 belegte und aus leichtfertig und keit gebildete Bezeichnung für Leichtsinn; F.: Leichtfertigkeit, Leichtfertigkeiten+EW; Z.: Leich-t—fer-t-ig—kei-t
$leichtgläubig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. leichtgläubig, leicht glaubend; E.: s. leicht, s. gläubig; L.: DW 12, 646 (leichtglaubig), EWD s. u. leicht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus leicht und gläubig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches leicht glaubend; F.: leichtgläubig, leichtgläubige, leichtgläubiges, leichtgläubigem, leichtgläubigen, leichtgläubiger(, leichtgläubigere, leichtgläubigeres, leichtgläubigerem, leichtgläubigeren, leichtgläubigerer, leichtgläubigst, leichtgläubigste, leichtgläubigstes, leichtgläubigstem, leichtgläubigsten, leichtgläubigster)+EW; Z.: leich-t—g-läub-ig
$Leichtigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Leichtigkeit, Leichtheit, Leichtsinn, Leichtfertigkeit; E.: s. leicht, s. ig. s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. leicht, DW 12, 647, EWD s. u. leicht; GB.: (līhticheit) seit nach 1160 belegte und aus leicht und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Leichtheit einer Gegebenheit oder Leichtsinn oder Leichtfertigkeit; F.: Leichtigkeit, Leichtigkeiten+EW; Z.: Leich-t-ig-kei-t
$Leichtsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Leichtsinn, Leichtheit, Leichtfertigkeit; E.: s. leicht, s. Sinn; L.: Kluge s. u. leichtsinnig, Eigensinn, EWD s. u. leicht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus leicht und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Leichtfertigkeit oder Leichtheit; F.: Leichtsinn, Leichtsinns, Leichtsinnes+EW; Z.: Leich-t—sinn
$leichtsinnig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. leichtsinnig, leichtfertig; E.: s. leicht, s. sinnig; L.: Kluge s. u. leichtsinnig, EWD s. u. leicht; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus leicht und Sinn sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches leichtfertig; F.: leichtsinnig, leichtsinnige, leichtsinniges, leichtsinnigem, leichtsinnigen, leichtsinniger(, leichtsinnigere, leichtsinnigeres, leichtsinnigerem, leichtsinnigeren, leichtsinnigerer, leichtsinnigst, leichtsinnigste, leichtsinnigstes, leichtsinnigstem, leichtsinnigsten, leichtsinnigster)+EW; Z.: leich-t—sinn-ig
$Leichtsinnigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Leichtsinnigkeit, Leichtsinn; E.: seit 16. Jh. belegte und aus leichtsinnig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Leichtsinn oder Leichtfertigkeit; L.: EWD s. u. leicht; F.: Leichtsinnigkeit, Leichtsinnigkeiten+EW; Z.: Leich-t—sinn-ig—kei-t
$leid, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. leid, traurig, böse, betrübend, widerwärtig, schlimm; E.: s. Leid; L.: DW 12, 651, EWD s. u. Leid; GB.: (leid) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches traurig oder böse oder betrübend oder widerwärtig oder schlimm; F.: leid+EW; Z.: lei-d
Leid, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Leid, Schmerz, Kummer, Verdruss, Trauer, Kränklichkeit; ne. grief (N.); Vw.: -; Hw.: s. leider; E.: mhd. leit, st. N., Leid, Böses, Betrübnis, Schmerz, Krankheit; mnd. lēt (2), leit, N., Leid, Schmerz, Kummer; mnl. leet, leit, N., Leid; ahd. leid (2), st. N. (a), Leid, Unglück, Schmerz, Leiden, Betrübnis, Kummer, Besorgnis, Verdruss; as. lêth (1), st. N. (a), Leid, Feindschaft, Sünde, Böses; anfrk. leith (1), st. N. (a), Leid; germ. *laiþa-, *laiþam, st. N. (a), Leid, Unglück, Schmerz, Kummer; s. idg. *leit- (1), *h₂leit-, V., verabscheuen, freveln, Pokorny 672 (1088/44), gr., kelt., germ.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leid, Kluge s. u. Leid, DW 12, 654, EWD s. u. Leid, EWAhd 5, 1129, Heidermanns 357, Duden s. u. Leid, Bluhme s. u. leid; Son.: vgl. afries. lêth (1), st. N. (a), Leid, Leidwesen; saterl. lede; ae. lāþ (2), st. N. (a), Leid, Schmerz, Unglück, Beleidigung, Plage; an. -; got. -; nndl. leed, Sb., Leid; ne. loath, Adj., unwillig, abgeneigt; GB.: (leid) vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Schmerz oder Kummer oder Verdruss; BM.: verabscheuen; F.: Leid, Leides, Leids+EW; Z.: Lei-d
leiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. leiden, eine Not durchmachen, dulden; ne. suffer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. līden, st. V., gehen, vorübergehen, etwas über sich ergehen lassen, erleiden, erfahren (V.), ertragen (V.), erdulden; mnd. līden (2), lieden, lidden, leiden, st. V., leiden, erdulden, erleiden, ausstehen, aushalten, sich gefallen lassen, leiden mögen, gestatten, sich gedulden, sich genügen lassen, sich behelfen; mnl. liden st. V., erdulden, ertragen (V.), leiden, vorbeigehen; ahd. līdan, st. V. (1a), fahren, gehen, vorbeigehen, vorübergehen, einhergehen, vergehen, hinübergehen, hindurchgehen; as. līthan st. V. (1a), gehen, ziehen; anfrk. līthan*, līthon*, st. V. (3), gehen, ziehen, ertragen (V.), auf sich nehmen; germ. *leiþan, *līþan, st. V., weggehen, gehen, fahren, leiden; idg. *leit- (2), V., gehen, fortgehen, sterben, Pokorny 672; vgl. idg. lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leiden, Kluge s. u. leiden, DW 12, 658, EWD s. u. leiden, EWAhd 5, 1247, Falk/Torp 376, Seebold 328, Duden s. u. leiden, Bluhme s. u. leiden; Son.: s. lang. līdan, st. V. (1a), gehen, fahren; vgl. afries. lītha, st. V. (1), leiden; nfries. lyen, lye, lit, V., leiden; ae. līþan (1), st. V. (1), gehen, reisen, segeln, sich trennen; an. līða (1), st. V. (1), fahren, gehen, sterben, vorübergehen; got. *leiþan, st. V. (1), gehen; nndl. lijden, V., leiden; nschw. lida, V., leiden; nnorw. lide, V., leiden; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Not durchmachen oder dulden; F.: leiden (!), leide (!), leidest, leidet, litt (!), littest, litten, littet, gelitten, ##gelitten, gelittene, gelittenes, gelittenem, gelittenen, gelittener##, leidend, ###leidend, leidende, leidendes, leidendem, leidenden, leidender###, leid (!)+EW; Z.: lei-d-en
$Leiden, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Leiden, Dulden, Beschwerden Haben; E.: s. Leiden; L.: Kluge s. u. leiden, DW 12, 658, EWD s. u. leiden; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus leiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Dulden oder Beschwerden Haben; F.: Leiden, Leidens+EW; Z.: Lei-d-en
$Leidenschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Leidenschaft, Erregung, Eifer; E.: s. Leiden, s. schaft; L.: Kluge s. u. Leidenschaft, DW 12, 670, EWD s. u. leiden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leiden und schaft gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen besonderen vielfach die Vernunft einschränkenden Gemütszustand von Erregung oder Eifer; F.: Leidenschaft, Leidenschaften+EW; Z.: Lei-d-en-schaf-t
$leidenschaftlich, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. leidenschaftlich, von Leidenschaft beherrscht; E.: s. Leidenschaft, s. lich; L.: DW 12, 672, EWD s. u. leiden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Leidenschaft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches von Leidenschaft beherrscht; F.: leidenschaftlich, leidenschaftliche, leidenschaftliches, leidenschaftlichem, leidenschaftlichen, leidenschaftlicher(, leidenschaftlichere, leidenschaftlicheres, leidenschaftlicherem, leidenschaftlicheren, leidenschaftlicherer, leidenschaftlichst, leidenschaftlichste, leidenschaftlichstes, leidenschaftlichstem, leidenschaftlichsten, leidenschaftlichster)+EW; Z.: lei-d-en—schaf-t—lich
leider, nhd., Adv., Interj., (9. Jh.): nhd. leider, unglücklicherweise, bedauerlicherweise; ne. unfortunately, alas; Vw.: -; Hw.: s. Leid; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. leider, Adv., leider; mnd. lēder (3), leider, Adv. (Komp.), leider, schmerzlicher, schlimmer; mnl. leider, Adv., leider; ahd. leidōr, Adv., Interj., leider, wehe, ach!; vgl. ahd. leid (1), Adj., leid, traurig, böse, nicht lieb, unlieb, lästig, schmerzlich, verhasst; germ. *laiþa-, *laiþaz, Adj., leid, widerwärtig, feindlich, betrüblich, unwillig, verhasst; s. idg. *leit- (1), *h₂leit-, V., verabscheuen, freveln, Pokorny 672 (1088/44), gr., kelt., germ.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leider, Kluge s. u. leider, DW 12, 673, EWD s. u. Leid, EWAhd 5, 1135, Duden s. u. leider; Son.: vgl. afries. lether, Adv., Interj., leider; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unglücklicherweise oder bedauerlicherweise; BM.: verabscheuen; F.: leider+EW; Z.: lei-d-er
$leidig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. leidig, Leid habend, traurig, betrübt; Vw.: s. mit-, weh-; E.: s. Leid, s. ig; L.: Kluge s. u. leidig, DW 12, 675, EWD s. u. Leid, Heidermanns 357; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Leid und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Leid habend oder traurig oder betrübt; F.: leidig, leidige, leidiges, leidigem, leidigen, leidiger, leidigere(, leidigeres, leidigerem, leidigeren, leidigerer, leidigst, leidigste, leidigstes, leidigstem, leidigsten, leidigster)+EW; Z.: lei-d-ig
$leidigen, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. leidigen, leidig machen, kränken, schädigen; Vw.: s. be-; Q.: 1000 (Notker); L.: DW 12, 677; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus leidig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für kränken; F.: leidigen (!), leidige (!), leidigst, leidigt, leidigest, leidiget, leidigte, leidigtest, leidigten, leidigtet, geleidigt, ##geleidigt, geleidigte, geleidigtes, geleidigtem, geleidigten, geleidigter##, leidigend, ###leidigend, leidigende, leidigendes, leidigendem, leidigenden, leidigender###, leidig (!)+EW; Z.: lei-d-ig-en
$Leidigung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Leidigung, Schädigung; Vw.: s. Be-; E.: s. leidig(en), s. ung; L.: DW 12, 677; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus leidig(en) und ung gebildete Bezeichnung für Schädigung; F.: Leidigung, Leidigungen+EW; Z.: Lei-d-ig-ung
$leidlich, nhd., Adj., Adv., (11. Jh.): nhd. leidlich, ausreichend, erwartungsgemäß, brauchbar; E.: s. leid(en), s. lich; L.: Kluge s. u. leidlich, DW 12, 677, EWD s. u. leiden, Heidermanns 357; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus leid und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ausreichend oder erwartungsgemäß oder brauchbar; F.: leidlich, leidliche, leidliches, leidlichem, leidlichen, leidlicher(, leidlichere, leidlicheres, leidlicherem, leidlicheren, leidlicherer, leidlichst, leidlichste, leidlichstes, leidlichstem, leidlichsten, leidlichster)+EW; Z.: lei-d-lich
Leier (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Leier (F.) (1), ein Saiteninstrument, ein Zupfinstrument; ne. lyre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. līre, sw. F., Leier (F.) (1), Zupfinstrument; mnd. līre, lier*, F., Leier (F.) (1), Drehleier; mnl. liere, F., Leier (F.) (1), Saiteninstrument; ahd. līra, sw. F. (n), Leier (F.) (1), Lyra; lat. lyra, Lyra, Leier (F.) (1), lyrische Dichtkunst, Dichtertalent, (81-43 v. Chr.); gr. λύρα (lýra), F., Lyra, Leier (F.) (1); technisches Lehnwort aus dem Mittelmeerraum; L.: Kluge 1. A. s. u. Leier, Kluge s. u. Leider, DW 12, 683, EWD s. u. Leider, EWAhd 5, 1364, Duden s. u. Leier, Bluhme s. u. Leier; Son.: vgl. nndl. lier, Sb., Leier; frz. lyre, F., Leier; nschw. lyra, Sb., Leier; nnorw. lire, M., Leier; poln. lira, F., Leier; kymr. lyra, F., Leier; nir. lir, F., Leier; lit. lyra, F., Leier (F.) (1); GB.: (līra) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Mittelmeerraum kommende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und seit 2700 v. Chr. verwendetes sowie ursprünglich aus Mesopotamien stammendes Zupfinstrument; BM.: ?; F.: Leier, Leiern+FW+EW; Z.: Leier
$Leierkasten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Leierkasten, Drehorgel; E.: s. Leier, s. Kasten; L.: Kluge s. u. Leier, DW 12, 685, EWD s. u. Leier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Leier und Kasten (M.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht in dem 14. Jh. entwickelte und seitdem verwendete Drehorgel; F.: Leierkasten, Leierkastens, Leierkästen+FW+EW; Z.: Leier—kas-t-en
$leiern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. leiern, (auf der Leier) spielen, in der Art einer Leier sprechen; Vw.: s. ab-, aus-, herunter-; E.: s. Leier, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Leier, DW 12, 686, EWD s. u. Leier; GB.: um 1210 (līren) belegte und aus Leier und (e)n gebildete Bezeichnung für (auf der Leier) spielen oder in der Art einer Leier sprechen; F.: leiern (!), leiere, leier (!), leierst, leiert, leierte, leiertest, leierten, leiertet, geleiert, ##geleiert, geleierte, geleiertes, geleiertem, geleierten, geleierter##, leiernd, ###leiernd, leierndes, leierndem, leiernden, leiernder###, leier (!)+FW+EW; Z.: leier-n
$Leihe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Leihe; Vw.: s. An-; E.: s. leihe(n); L.: Kluge s. u. leihen, DW 12, 688; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit leihen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche (unentgeltliche) Überlassung eines Gegenstands zu (zeitweiser) Nutzung durch einen anderen; F.: Leihe, Leihen+EW; Z.: Leih-e
leihen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. leihen, als Leihe geben, wechselseitig geben, wechselseitig nehmen; ne. lend; Vw.: -; Hw.: s. Lehen; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. līhen, st. V., leihen, auf Borg geben, als Lehen geben, verleihen; mnd. līen (1), līhen, līgen, liggen, lien, st. V., leihen, zu Lehen geben, ausleihen, leihweise überlassen (V.), verleihen; mnl. līen, st. V., leihen, verleihen; ahd. līhan*, st. V. (1b), leihen, verleihen, ausleihen, geben, hergeben, zur Verfügung stellen, gewähren, schenken; as. līhan*, st. V. (1b), leihen, verleihen; anfrk. līan*, st. V. (1), leihen; germ. *leihwan, st. V., leihen, überlassen (V.); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leihen, Kluge s. u. leihen, DW 12, 688, EWD s. u. leihen, EWAhd 5, 1267, Falk/Torp 367, Seebold 327, Duden s. u. leihen, Bluhme s. u. leihen; Son.: vgl. afries. liā, sw. V. (1), leihen; afries. lêna, sw. V. (1), leihen, borgen, übertragen (V.), zu Lehen geben; saterl. lena, V., leihen; ae. líon, léon, st. V. (1), leihen, gewähren; an. ljā (2), st. V. (1), leihen; got. leiƕan (sis), st. V. (1), leihen, borgen; nndl. lenen, V., leihen; nisl. lána, V., leihen; ai. rinákti, V., gibt auf, lässt frei; gr. λείπειν (leípein), V., lassen, verlassen (V.), im Stich lassen; lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; air. léicid, V., lässt; air. air-léici, ar-léici, V., leihen; lit. lìkti, V., bleiben, übrig bleiben; ksl. otŭ-lěkŭ, Sb., Rest; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches sich einen Gegenstand von einem Berechtigten für eine (zeitlich begrenzte) Nutzung geben lassen; BM.: lassen; F.: leihen (!), leihe (!), leihst, leiht, leihest, leihet, lieh, liehst, liehen, liehn (!), lieht (!), liehest, liehet, geliehen, ##geliehen, geliehene, geliehenes, geliehenem, geliehenen, geliehener, geliehne, geliehnes, geliehnem, geliehnen, geliehner##, leihend, ###leihend, leihende, leihendes, leihendem, leihenden, leihender###, leih (!)+EW; Z.: leih-en
$Leiher, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Leiher, Leihender; Vw.: s. Ver-; E.: s. leih(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 692; GB.: (līhære) seit Anfang 15. Jh. belegte und aus leih(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen einen Gegenstand (auf Zeit) zu einer Nutzung erhaltenden oder zu einer Nutzung gebenden Menschen; F.: Leiher, Leihers, Leihern+EW; Z.: Leih-er
$Leihung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Leihung; Vw.: s. Ver-; Q.: 1291; E.: s. leih(en), s. ung; L.: DW 12, 693; GB.: (līhunge) seit 1291 belegte und aus leih(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Gabe oder Annahme eines Gegenstands zu einer Nutzung (auf Zeit); F.: Leihung, Leihungen+EW; Z.: Leih-ung
Leikauf, Leitkauf, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Leikauf, Gelöbnistrunk bei Vertragsabschlüssen; ne. drink (N.) at a contract closing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. lītkouf, leikouf, st. M., „Leitkauf“, Weinkauf, Gelöbnistrunk beim Abschluss eines Handels; mnd. lītkōp, līkōp, līkkōp, likcop, M., Leikauf?, Leitkauf?, Weinkauf, Trunk zum Abschluss und zur Bestätigung eines Vertrags, als Ablösung für den Weinkauf gezahlte Gebühr; vgl. mhd. līt (1), st. N., st. M., „Leit“, Obstwein, Gewürzwein, Würzwein; ahd. līd (1), st. M. (i?), st. N. (a), Trank, Getränk, Obstwein, Wein; germ. *līþu-, *līþuz, st. M. (u)?, Obstwein; vgl. idg. *lē̆i- (4), *leiH-, V., gießen, gließen, tröpfeln, Pokorny 664 (1073/29) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. kaufen; L.: Kluge s. u. Leikauf, DW 12, 693, Duden s. u. Leikauf; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus mhd. līt (M., Obstwein) und Kauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht auch schon früher möglichen Kaufvertrag mit einem bei Vertragsabschluss zu einer Bekräftigung des Vertragsabschlusses gereichten Trunk (eines Obstweins); BM.: Obstwein, fassen; F.: Leikauf, Leikaufes, Leikaufs, Leikäufe, Leikäufen, Leitkauf, Leitkaufes, Leitkäufe, Leitkäufen+EW; Z.: Lei—kauf
Leilachen, Leilach, nhd. (ält.), N., (9. Jh.?): nhd. Leilachen, Leilach, Leintuch, Betttuch; ne. sheet (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. līnlachen, līnlach, st. N., Leinenlachen, Betttuch, Bettlaken, Leinentuch, Leintuch; mhd. līchlachen, līlachen, st. N., Betttuch, Bettlaken, Leilach; s. ahd. līhlahhan*, līlahhan*, līnlahhan, s. nhd. Lein, Laken; L.: Kluge 1. A. s. u. Leilachen, Kluge s. u. Leilach(en), DW 12, 694; GB.: (ahd. līhlahhan*, līlahhan*, līnlahhan) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Leich oder Lein und Laken gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht schon früher (in Ägypten) entwickeltes und verwendetes Leintuch oder Betttuch; BM.: Lein, Laken; F.: Leilachen, Leilachens, Leilach, Leilachs+EW; Z.: Lei—lach-en
Leim, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Leim, Kleber, Klebstoff; ne. lime (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Lehm; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. līm, st. M., Leim, Vogelleim; mnd. līm, M., Leim, weiches Bindemittel zum Zusammenfügen von Holz; mnl. lijm, N., Leim, Schlamm, Schleim; ahd. līm, st. M. (a), Leim, Pech, Erdpech, kleberige Streichmasse, Vogelleim, Tonerde, Töpfererde; as. līm, st. M. (a), Leim; anfrk. -; germ. *leima-, *leimaz, *līma-, *līmaz, st. M. (a), Leim, Kalk; idg. *loimo-, Sb., feuchte Erde, Pokorny 662?; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leim, Kluge s. u. Leim, DW 12, 695, EWD s. u. Leim, EWAhd 5, 1289, Falk/Torp 365, Duden s. u. Leim, Bluhme s. u. Leim; Son.: vgl. afries. -; ae. līm, st. M. (a), Leim, Mörtel; an. līm, st. N. (a), Leim, Kalk; got. -; nndl. lijm, Sb., Leim; nschw. lim, N., Leim; nnorw. lim, N., Leim; GB.: (līm) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen wasserlöslichen und zähflüssigen von Menschen verwendeten Kleber oder Klebstoff; BM.: klebrig bzw. kleberig; F.: Leim, Leimes, Leims, Leime, Leimen+EW; Z.: Lei-m
$leimen, nhd., sw. V., (9./10. Jh.): nhd. leimen, kleben; E.: s. Leim, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Leim, DW 12, 698, EWD s. u. Leim; GB.: (līmen*) seit 9./10. Jh. belegte und aus Leim und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes (mit Leim) kleben; F.: leimen (!), leime (!), leimst, leimt, leimest, leimet, leimte, leimtest, leimten, leimtet, geleimt, ##geleimt, geleimte, geleimtes, geleimtem, geleimten, geleimter##, leimend, ###leimend, leimende, leimendes, leimendem, leimenden, leimender###, leim (!)+EW; Z.: lei-m-en
$Leimen, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Leimen, Lehm; L.: Kluge s. u. Leimen, Lehm, DW 12, 697; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte oberdeutsche Form von Lehm (Leim); F.: Leimen, Leimens+EW; Z.: Lei-m-en
$Leimrute, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Leimrute; E.: s. Leim, s. Rute; L.: Kluge s. u. Leimrute, DW 12, 700 (Leimruthe), EWD s. u. Leim; GB.: (līmruote) seit um 1340 belegte und aus Leim und Rute gebildete von Menschen vielleicht schon in der Steinzeit entwickelte und zu dem Vogelfang verwendete sowie (erst) 2021 in der Europäischen Union verbotene mit Leim bestrichene Rute; F.: Leimrute, Leimruten+EW; Z.: Lei-m—rut-e
Lein, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lein, Flachs, Leinwand; ne. flax, lin-seed; Vw.: -; Hw.: s. leinen, Leine, Leinen, Linnen, Linoleum; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. līn, st. M., Lein, Flachs, leinenes Kleidungsstück; mnd. līn (1), N., M., Lein, Flachs, aus Flachsfäden hergestelltes Tuch, Leinwand; mnl. lijn, M., Lein; ahd. līn*, st. M. (a?), Lein, Flachs; as. līn*, st. N. (a?), Linnen, Leinen (N.); s. anfrk. līn…, Präf., Flachs…; germ. *līna-, līnam, st. N. (a), Lein, Linnen, Leinen (N.); lat. līnum?, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lein, DW 12, 702, EWD s. u. Lein, EWAhd 5, 1299, Falk/Torp 368, Duden s. u. Lein; Son.: vgl. afries. līn, Sb., Lein; ae. līn, st. N. (a), Lein, Flachs, Linnen, Tuch; an. līn, st. N. (a), Leinen (N.), Linnen, Flachs; got. lein, st. N. (a), Leinen (N.), Leinwand, Linnen; nndl. lijnwaad, Sb., Leinwand; frz. lin, M., Lein; nschw. lin, Sb., Lein; nnorw. lin, N., Lein; poln. len, M., Lein; gr. λίνον (línon), N., Lein, Flachs; kymr. llin, M., Lein; GB.: (līn) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in vielen Arten vorkommende und vielleicht aus Indien stammende von Menschen zu der Herstellung von Stoff verwendete Pflanze mit schmalen Blättern und kleinen blauen oder weißen oder gelben oder roten Blüten; BM.: ?; F.: Lein, Leines, Leins, Leine (!), Leinen (!)+FW; Z.: Lein
...lein, nhd., N., (11. Jh.?): nhd. ...lein; ne. little (Adj.); Vw.: s. Fräu-, Scherf-, Zipper-; Hw.: -; Q.: 11. Jh.?; E.: s. mhd. *līn? (2), st. N., Suff., „...lein“; mnd. *līn? (2), Suff., „...lein“; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. -lein, DW ?, EWD s. u. -lein, Duden s. u. -lein; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe für eine Verkleinerung oder Kleinform verwendete Bezeichnung wie beispielsweise Äuglein oder Herzlein oder Kindlein oder Köpflein oder Menschlein oder Tierlein oder Wässerlein; BM.: ?; F.: ...lein, ...leins+EW; Z.: -lein
$Leinbaum, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Leinbaum; E.: s. Lein?, s. Baum; L.: Kluge s. u. Lehne 2, DW 12, 703; GB.: (līnboum) vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Lein (līn) und Baum gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlichen und in seinen Blüten und jungen Blättern sowie Früchten für den Menschen essbaren Spitzahorn; F.: Leinbaum, Leinbaums, Leinbaumes, Leinbäume, Leinbäumen+EW; Z.: Lein—bau-m
Leine, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Leine, Seil, längerer Strick; ne. line (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lein, Leinen, leinen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. līne, sw. F., st. F., Seil, Leine; mnd. līne, F., Leine, Strick (M.); mnl. line, Sb., Leine; ahd. līna, st. F. (ō), sw. F. (n), „Leine“, Seil, Tau (N.), Schiffstau, Schnur (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *leinjō-, *leinjōn, *līnjō-, *līnjōn, sw. F. (n), Leine; vgl. lat. līnum, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leine, Kluge s. u. Leine, DW 12, 704, EWD s. u. Leine, EWAhd 5, 1303, Falk/Torp 368, Duden s. u. Leine; Son.: vgl. afries. līne, leine (2), F., Leine, Seil; nnordfries. liin; ae. līne, sw. F. (n), Leine, Seil, Reihe, Linie, Richtschnur, Regel; an. līna (1), sw. F. (n), leinene Binde, Kopftuch; got. -; nndl. lijn, Sb., Leine; frz. ligne, F., Leine; nschw. lina, Sb., Leine; poln. lina, F., Leine; GB.: (ahd. līna) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit Lein und lat. linum sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes Seil oder einen Strick von mittlerer Stärke; BM.: Lein; F.: Leine, Leinen+EW; Z.: Lein-e
leinen, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. leinen (Adj.), aus Leinen bereitet; ne. linen (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Lein; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. līnen, Adj., leinen (Adj.); mnd. linnen (2), Adj., leinen (Adj.), aus Flachsfäden gewebt; mnd. līnen, Adj., leinen (Adj.), aus Flachsfäden gewebt; mnl. linijn, Adj., leinen (Adj.); ahd. līnīn, Adj., leinen (Adj.); as. līnīn, Adj., leinen, linnen; anfrk. -; germ. *līnīna-, *līnīnaz, Adj., leinen (Adj.); lat. līneus, Adj., leinen (Adj.), aus Leinen gemacht, aus Flachs bestehend, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. līnum, N., Lein, Flachs; idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lein, DW 12, 705, EWD s. u. Lein, EWAhd 5, 1316, Duden s. u. leinen; Son.: vgl. afries. linnen, Adj., linnen, leinen (Adj.); ae. līnen, Adj., leinen (Adj.), aus Flachs gemacht; an. -; got. -; nndl. linnen, Adj., leinen (Adj.); lit. lininis, Adj., leinen; GB.: (līnīn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus Leinen (N.) bereitet; BM.: Lein; F.: leinen (!), leinene, leinenes, leinenem, leinenen, leinener+FW+EW; Z.: lein-en
Leinen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Leinen (N.), Linnen, eine Flachspflanze, Leinenstoff; ne. linen (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lein, Leine, leinen, Linnen; Q.: 1250-1300 (Sankt Georgener Prediger); E.: mhd. leinen (2), st. N., Leinen (N.); s. lat. līnum, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leinen, Kluge s. u. Leinen, DW 12, 706, Duden s. u. Leinen, Bluhme s. u. Leinen; Son.: vgl. nndl. linnen, Sb., Leinen (N.); nschw. linne, N., Leinen (N.); nnorw. lin, N., Leinen (N.); poln. len, M., Leinen (N.); kymr. lliain, M., Leinen (N.); nir. líon, M., Leinen (N.); lit. linas, M., Leinen, Flachs; lit. linai, M. Pl., Leinen; GB.: seit 1250-1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon seit 10000 Jahren in Mesopotamien aus Flachsfaser gebildeten und verwendeten Stoff; BM.: Lein; F.: Leinen, Leinens+FW+EW; Z.: Lein-en
$Leinöl, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Leinöl; E.: s. Lein, s. Öl; L.: DW 12, 708, EWD s. u. Lein; GB.: (līnöle) seit 1276 belegte und aus Lein und Öl gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl schon früher entwickeltes aus Lein gewonnenes Öl; F.: Leinöl, Leinöls, Leinöles, Leinöle, Leinölen+FW; Z.: Lein—öl
$Leinwand, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Leinwand; E.: s. ahd. līnwāti*; L.: Kluge 1. A. s. u. Leinen, Kluge s. u. Leinwand, DW 12, 709, EWD s. u. Lein; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Lein und aus älterem ahd. wāti* umgebildeteWand gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher aus Lein entwickeltes und verwendetes Gewebe aus Leinfasern; F.: Leinwand, Leinwände, Leinwänden+EW; Z.: Lein—wa-nd
$Leinweber, Leineweber, Leinenweber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Leinweber, Leineweber, Leinenweber; E.: s. Lein, s. Weber; Q.: 1287 (Urkunde); L.: EWD s. u. Lein, DW 12, 712; GB.: seit 1287 belegte und aus Lein(en) und Weber gebildete Bezeichnung für einen nach Arbeitsteilung sachlich schon früher möglichen aus Leinfasern Gewebe herstellenden Menschen; F.: Leinweber, Leinwebers, Leinwebern, Leineweber, Leinenweber+DW+EW; Z.: Lein—we-b-er
Leis, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Leis, ein geistliches Lied; ne. clerical song; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Herzog Ernst, Fassung D); E.: mhd. leis (1), st. M., geistlicher Gesang, Gesang; mhd. leise (1), sw. M., geistlicher Gesang, Gesang; von gr. κύριε ἐλεῖσον (kýrie eleison), Herr erbarme Dich; vgl. gr. κύριος (kýrios), M., Herr, Kraft habend, Macht habend; gr. ἔλεειν (éleein), V., bemitleiden, sich erbarmen; gr. ἔλεος (éleos), M., Mitleid; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *el- (4), *ol-, Sb., Lärm, Pokorny 306 (447/28) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leis, Kluge s. u. Leis, DW 12, 712, Duden s. u. Leis; Son.: vgl. nndl. leis, Sb., Leis; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Mitleid oder Erbarmen erbittendes geistliches Lied; BM.: Kyrie eleison (Herr erbarme Dich); F.: Leis, Leises, Leise, Leisen+FW; Z.: Lei-s
leise, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. leise, schwach hörbar, sanft, mild, nicht laut; ne. quiet (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. līse (1), linse, Adj., leise, sanft, langsam, anständig, geräuschlos, zart; mnd. līse (1), Adj., leise, sanft, sacht, behutsam, ruhig, bedächtig, bedächtlich, vorsichtig, zurückhaltend, mnl. lise, Adj., sanft, leise; ahd. līso, Adv., leise, geräuschlos, sanft, mild, bedächtig, allmählich; as. -; anfrk. -; s. germ. *leisa- (1), *leisaz, *leisja-, *leisjaz, Adj., leise, sanft; vgl. idg. *leis-, *lois-, Adj., wenig, lind, Pokorny 662; idg. *lei- (2), *leih₂-, V., Adj., eingehen, abnehmen, schwinden, mager, schlank, Pokorny 661 (1071/27) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. leise, Kluge s. u. leise, EWD s. u. leise, DW 12, 713, EWAhd 5, 1369, Heidermanns 370, Duden s. u. leise, Bluhme s. u. leise; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *līs?, Adj. (ja?), leise?, sanft?; gr. λιαρός (liarós), Adj., lau, warm, sanft, angenehm, mild; lit. líesas, Adj., mager; GB.: (ahd. līso) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für nur schwach hörbar oder sanft oder mild; BM.: mager; F.: leis, leise, leises, leisem, leisen, leiser(, leisere, leiseres, leiserem, leiseren, leiserer, leisest, leiseste, leisestes, leisestem, leisesten, leisester)+EW; Z.: lei-s-e
$Leisetreter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Leisetreter, leie tretender Mensch; E.: s. leise, s. Treter; L.: DW 12, 719, EWD s. u. leise; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus leise und Treter gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen (beispielsweise wie eine Katze) leise tretenden oder zurückhaltenden Menschen; F.: Leisetreter, Leisetreters, Leisetretern+EW; Z.: Lei-s-e—tre-t-er
Leiste, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Leiste, schmaler Streifen; ne. edge (N.), hem (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. līste, sw. F., Leiste, Saum (M.) (1), Borte, bandförmiger Streifen; mnd. līste, F., M., N.?, Leiste, schmaler Stoffstreifen, Saum (M.) (1), Rand, Besatz, Webkante; mnl. lijste, F., Leiste; ahd. līsta, sw. F. (n), Leiste, Rand, Saum (M.) (1), Borte, Einfassung, geflochtene Leiste, Pergamentstreifen; as. *līsta?, sw. F. (n), Leiste, Streifen (M.), Kante; as. *līsta?, sw. F. (n), Leiste, Streifen (M.), Kante; mnd. līste, F., M., „Leiste“, schmaler Stoffstreifen; an. lista (līsta), sw. F. (n), Rand, Leiste; germ. *līstō-, *līstōn, *leistō-, *leistōn, sw. F. (n), Leiste; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671 (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); idg. *leizd-, loizd-?, Sb., Rand, Saum (M.) (1), Leiste, Pokorny 672? (1090/46) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leiste 1, Kluge s. u. Leiste, DW 12, 722, EWD s. u. Leiste, EWAhd 5, 1377, Falk/Torp 370, Duden s. u. Leiste, Bluhme s. u. Leiste; Son.: s. lat.-lang.? lista, st. F. (ō), Streifen (M.), Borte, Leiste; afries. -; ae. līste, sw. F. (n), Leiste, Rand, Franse; an. lista, līsta, sw. F., (n), Rand, Leiste; got. *leista, st. F. (ō), Leiste; nndl. lies, Sb., Leiste; nschw. list, Sb., Leiste; nnorw. list, M., F., Leiste; GB.: (ahd. līsta) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schmalen Streifen oder eine schmale als Begrenzung entwickelte und verwendete Latte aus Holz oder Metall oder Kunststoff oder einen Körperteil zwischen Rumpf und Oberschenkel beispielsweise des Menschen; BM.: Rand; F.: Leiste, Leisten+EW; Z.: Leis-t-e
leisten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. leisten, eine Leistung erbringen, vollbringen; ne. achieve, accomplish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Altbayerisches Gebet); E.: mhd. leisten, sw. V., ein Versprechen erfüllen, ein Gebot befolgen und ausführen; mnd. lēsten, leisten, leysten, liesten, sw. V., leisten, tun, handeln, vollbringen, ausführen, nachkommen; mnl. leesten, leisten, sw. V., leisten, liefern, versammeln, zusammenbringen; ahd. leisten*, sw. V. (1a), leisten, beweisen, erweisen, erfüllen, erstatten, erzeigen, einhalten; as. lêstian, sw. V. (1a), leisten, erfüllen, tun, befolgen; anfrk. *leisten?, sw. V. (1); germ. *laistjan, sw. V., nachgehen, folgen; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leisten, Kluge s. u. leisten, DW 12, 722, EWD s. u. leisten, EWAhd 5, 1148, Falk/Torp 369, Duden s. u. leisten, Bluhme s. u. leisten; Son.: vgl. afries. lasta, lesta, sw. V. (1), leisten, erfüllen, zahlen; nnordfries. laste, V., leisten; ae. lǣstan, sw. V. (1), folgen, leisten, helfen, dienen, tun; an. -; got. laistjan, sw. V. (1), folgen, nachstreben, verfolgen, nachgehen; ne. last, V., andauern; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erbringen oder vollbringen; BM.: Spur; F.: leisten (!), leiste (!), leistest, leistet, leistete, leistetest, leisteten, leistetet, geleistet, ##geleistet, geleistete, geleistetes, geleistetem, geleisteten, geleisteter##, leistend, ###leistend, leistende, leistendes, leistendem, leistenden, leistender###, leist (!)+EW; Z.: leis-t-en
Leisten, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Leisten (M.), Gestalt; ne. last (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. leist (1), st. M., Weg, Spur, Form; mnd. lēst (2), leist, lēste, M., Leisten (M.), Schuhform des Schuhmachers; mnl. leest, M., Schusterleisten; ahd. leist (1), st. M. (i)?, Form, Spur, Leisten, Schusterleisten; as. -; anfrk. -; germ. *laista-, *laistaz, st. M. (a), *laisti-, *laistiz, st. M. (i), Spur, Leisten, Fuß; s. idg. leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leisten, Kluge s. u. Leist(en), DW 12, 720, EWD s. u. Leisten, EWAhd 5, 1147, Falk/Torp 369, Duden s. u. Leisten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. laists, st. M. (i), Spur; nndl. leest, Sb., Leisten; nschw. läst, Sb., Leisten; nnorw. lest, M., Leisten; lat. līra, F., Furche; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen entwickelte und verwendete Gestalt oder eine bei Herstellung von Schuhen verwendete Form eines Fußes; BM.: Spur; F.: Leisten, Leistens+EW; Z.: Lei-s-t-en
$Leistung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Leistung, Ausführung, Erledigung, Verwirklichung; Vw.: s. Hilfe-; E.: s. leist(en), s. ung; L.: Kluge s. u. leisten, DW 12, 726, EWD s. u. leisten; GB.: seit 1285 belegte und aus leist(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Ausführung oder Erledigung oder Verwirklichung einer Vorstellung oder Zielsetzung; F.: Leistung, Leistungen+EW; Z.: Lei-s-t-ung
$leistungsfähig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. leistungsfähig, zu leisten in der Lage seiend, tüchtig; E.: s. Leistung, s. s, s. fähig; L.: EWD s. u. leisten; GB.: seit 1845 belegte und aus Leistung und s sowie fähig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu leisten in der Lage seiend; F.: leistungsfähig, leistungsfähige, leistungsfähiges, leistungsfähigem, leistungsfähigen, leistungsfähiger(, leistungsfähigere, leistungsfähigeres, leistungsfähigerem, leistungsfähigeren, leistungsfähigerer, leistungsfähigst, leistungsfähigste, leistungsfähigstes, leistungsfähigstem, leistungsfähigsten, leistungsfähigster)+EW; Z.: lei-s-t-ung-s—fäh-ig
$Leitartikel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Leitartikel; E.: s. leit(en), s. Artikel; L.: Kluge s. u. Leitartikel, DW 12, 727, EWD s. u. leiten; GB.: seit 19. Jh. belegter und aus leit(en) und Artikel gebildete Bezeichnung für einen den erwarteten Leser leiten wollenden und sollenden Artikel einer politischen Zeitung; F.: Leitartikel, Leitartikels, Leitartikeln+EW+FW; Z.: Lei-t—ar-t-ik-el
Leite, nhd. (dial.), F., (10. Jh.): nhd. Leite, Berghang, Bergesabhang, Halde; ne. slope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. līte, sw. F., Bergabhang, Halde, Tal; mnd. līt, lied, lieth, F., „Seite“, Abhang, Halde, Senkung, sumpfige Niederung; ahd. līta, hlīta, sw. F. (n), Leite, Hang, Abhang, Berghang; as. *hlīth?, st. M. (a?), Anhöhe, Abhang; anfrk. -; germ. *hleidō, *hlīdō, st. F. (ō), Abhang, Leite, Seite, Halde; s. idg. *k̑litis, Sb., Neigung, Pokorny 601; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *k̑el- (2), V., neigen, Pokorny 552 (850/82) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leite, Kluge s. u. Leite, DW 12, 727, EWAhd 5, 1385, Falk/Torp 111, Duden s. u. Leite; Son.: süddeutsch, österr.; vgl. afries. -; ae. hlī̆þ, st. N. (a), Klippe, Abhang, Halde, Hügel; an. hlīð, st. F. (ō), Abhang, Berghalde; got. -; gr. κλειτύς (kleitýs), F., Abhang, Hügel; lit. šlaῖtas, M., Abhang; GB.: (ahd. līta) um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Berghang oder eine Halde; BM.: neigen; F.: Leite, Leiten+EW; Z.: Lei-t-e
leiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. leiten, führen; ne. lead (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. leiten, sw. V., leiten, führen, sich richten nach; mnd. lēiden (1), lēden, leeden, sw. V., leiten, führen, sicheres Geleit geben, Leben führen, Weg zeigen, einführen, verleiten; mnl. leiden, sw. V., leiten, führen, wohin bringen; ahd. leiten, sw. V. (1a, 2), leiten, lenken, führen, anführen, geleiten, begleiten, mit sich führen, ausführen, hinführen, bringen; as. lithōn*, sw. V. (2), führen, bringen, gehen; anfrk. leiden, leidon, sw. V. (1), leiten, führen; germ. *laidjan, *leidjan, sw. V., gehen machen, leiten, führen; idg. *leit- (2), V., gehen, fortgehen, sterben, Pokorny 672; s. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. leiten, Kluge s. u. leiten, DW 12, 728, EWD s. u. leiten, EWAhd 5, 1153, Falk/Torp 368, Seebold 329, Duden s. u. leiten, Bluhme s. u. leiten; Son.: vgl. afries. lêda, sw. V. (1), leiten, führen, eine Bande führen, stellen, einen Eid leisten; nfries. lieden, liedjen, V., leiten, führen; ae. lǣdan, sw. V. (1), leiten, bringen, tragen, hervorbringen, abgrenzen, ausführen, stellen, legen, sprießen; ae. lādian, sw. V. (1), sich reinigen, entschuldigen, loslassen; an. leiða (2), sw. V. (1), führen, leiten, folgen, begraben (V.); got. *laidjan, sw. V. (1), gehen machen, leiten; nndl. leiden, V., leiten; nschw. leda, V., leiten; nisl. leiða, V., leiten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches führen; BM.: gehen; F.: leiten (!), leite (!), leitest, leitet, leitete, leitetest, leiteten, leitetet, geleitet, ##geleitet, geleitete, geleitetes, geleitetem, geleiteten, geleiteter##, leitend, ###leitend, leitende, leitendes, leitendem, leitenden, leitender###, leit (!)+EW; Z.: lei-t-en
Leiter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Leiter (F.), ein Steiggerät; ne. ladder (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. leiter, st. F., sw. F., Leiter (F.), Wagenleiter; mhd. leitere, st. F., sw. F., Leiter (F.), Wagenleiter; mnd. ledder (2), leddere, lēder, leider, leyder, F., Leiter (F.), hölzernes Steigegerät, Feuerleiter; mnl. ledere, leder, leer, ladere, laedder, ladder, F., Leiter (F.), Brandleiter (F.), Sturmleiter; ahd. leitar*, st. F. (i), Leiter (F.), Treppe; ahd. leitara*, st. F. (ō), sw. F. (n), Leiter (F.), Treppe, Seitenwand des Leiterwagens; as. hlēdėri*, st. F. (ī?), Leiter (F.), Treppe; anfrk. -; germ. *hlaidri-, *hlaidriz, st. F. (i), Leiter (F.); s. idg. *k̑leitrā, *k̑leitrah₂-, Sb., Gestell, Gestänge, Pokorny 601; vgl. idg. k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leiter, Kluge s. u. Leiter, DW 12, 733, EWD s. u. Leiter, EWAhd 5, 1150, Falk/Torp 112, Duden s. u. Leiter, Bluhme s. u. Leiter; Son.: vgl. afries. hladder, hledder, hlêrde, st. F. (i), Leiter (F.); nnordfries. ladder; ae. hlǣder, st. F. (i), Leiter (F.); an. -; got. -; nndl. ladder, Sb., Leiter (F.); nschw. lejdare, Sb., Leiter (F.); GB.: (leitar) seit um 800 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums seit dem 3. Jt. v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät mit einigen Sprossen oder Stufen zu einem Hinaufsteigen und Hinuntersteigen; BM.: neigen; F.: Leiter, Leitern+EW; Z.: Lei-t-er
$Leiter (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Leiter, Leitender; Vw.: s. Ab-, Blitzab-; E.: s. leit(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. leiten, DW 12, 733?, EWD s. u. leiten; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus leit(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Leitenden oder Führer oder eine von Menschen entwickelte und verwendete ähnlich wirkende Einrichtung; F.: Leiter, Leiters, Leitern+EW; Z.: Lei-t-er
$Leiterin, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Leiterin, Führerin; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. Leiter (M.), s. in (Suff.); L.: DW 12, 736; GB.: (mhd. leitærinne) seit um 1210 belegte und aus Leiter (M.) und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Führerin; L.: EWD s. u. leiten; F.: Leiterin, Leiterinnen+EW; Z.: Lei-t-er-in
$Leiterwagen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Leiterwagen; E.: s. Leiter (F.), s. Wagen (M.); L.: DW 12, 736, EWD s. u. Leiter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leiter (F.) und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Wagen (M.) mit einer Leiter (F.) ähnlichen Seitenteilen zwecks Verhinderung des Herunterfallens von Teilen der Last; F.: Leiterwagen, Leiterwagens, Leiterwägen+EW; Z.: Lei-t-er—wag-en
$Leitfaden, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Leitfaden, Grundriss (über ein Wissensgebiet); E.: s. leit(en), s. Faden; L.: Kluge s. u. Leitfaden, DW 12, 736, EWD s. u. leiten; GB.: seit 1751 belegte und aus leit(en) und Faden wohl nach dem Vorbild von lat. filum Ariadnaeum (Faden der Ariadne) gebildete Bezeichnung für einen durch eine Verwirrung führenden von Menschen zu einer Verhinderung von Verirrung schon vorweg gespannten Faden sowie später einen kurzen und klaren von Sachkennern für mögliche Leser verfassten Grundriss über ein Wissensgebiet; F.: Leitfaden, Leidfadens, Leitfäden+EW; Z.: Lei-t—fad-en
$Leithammel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Leithammel, leitender Hammel; E.: s. leit(en), s. Hammel; L.: DW 12, 738, EWD s. u. leiten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus leit(en) und Hammel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit Beginn der Viehzucht für das Führen einer Schafherde entwickelten und verwendeten Hammel; F.: Leithammel, Leithammels, Leithammeln+EW; Z.: Lei-t—ham-m-el
$Leitstern, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Leitstern; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); L.: DW 12, 740, EWD s. u. leiten; GB.: (leitestern) seit 1190-1229 belegte und aus leit(en) und Stern gebildete Bezeichnung für den von Menschen seit unbekannter Zeit zu einer Ermittelung der Himmelsrichtung verwendeten Polarstern oder eine leitende Gegebenheit; F.: Leitstern, Leitsterns, Leitsternes, Leitsterne, Leitsternen+EW; Z.: Lei-t-ster—n
$Leitung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Leitung, Führung, Wegweisung, ein von dem Menschen entwickeltes Beförderungsmittel; Vw.: s. An-, Ein-; E.: s. leit(en), s. ung; L.: Kluge s. u. leiten, DW 12, 741, EWD s. u. leiten; GB.: (leitunge) seit vor 1350 belegte und aus leit(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen hilfreiche Führung oder Wegweisung sowie später auch dafür von Menschen entwickelte und verwendete Hilfsmittel wie Gasleitung oder Ölleitung oder Stromleitung oder Wasserleitung; F.: Leitung, Leitungen+EW; Z.: Lei-t-ung
...lekt, nhd., (Part. Prät.=)M.., (16. Jh.?): nhd. ...lekt; ne. ...lect; Vw.: s. Dia-, Idio-, Intel-; Hw.: s. ...lektik, ...lektisch...lektiker; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lect, Suff., ...lekt; frz. ...lect, Suff., ...lekt; nschw. ...lekt, Suff., ...lekt; nnorw. ...lekt, Suff., ...lekt; poln. ...lekt, Suff., ...lekt; nir. ...leacht, Suff., ...lekt; lit. ...lektas, Suff., ...lekt; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Sammlung verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lekt, ...lekts, ...lektes, ...lekte, ...lekten+FW; Z.: -lek-t
...lektik, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. ...lektik; ne. ...lectic (N.); Vw.: s. Dia-; Hw.: s. ...lekt, ...lektisch, ...lektiker; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lectiek, Suff., ...lektik; frz. ...lectique, Suff., ...lektik; nschw. ...lektik, Suff., ...lektik; nnorw. ...lektik, Suff., ...lektik; poln. ...lektyka, Suff., ...lektik; kymr. ...lechdid, Suff., ...lektik; nir. ...lachtaic, Suff., ...lektik; lit. ...lektika, Suff., ...lektik; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Sammlung verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lektik, ...lektiken+FW(+EW); Z.: -lek-t-ik
...lektiker, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. ...lektiker; ne. ...lectic (M.) , ...lekticist; Vw.: s. Ek-; Hw.: s. ...lekt, ...lektik, ...lektisch; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lecticus, Suff., ...lektiker; frz. ...lectique, Suff., ...lektiker; nschw. ...lektiker, Suff., ...lektiker; nnorw. ...lektiker, Suff., ...lektiker; poln. ...lektyk, Suff., ...lektiker; kymr. ...lectydd, Suff., ...lektiker; nir. ...léictiúil, Suff., ...lektiker; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Sammelns verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lektiker, ...lektikers, ...lektikern+FW(+EW); Z.: -lek-t-ik-er
Lektion, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lektion, Lesung, Abschnitt, Übungseinheit, Unterrichtspensum; ne. lection, lesson; Vw.: s. Kol-, Se-; Hw.: s. Lektor, Lektüre; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. lecze, sw. F., st. F., Vorlesung eines Schriftabschnittes, Lehre, Schulunterricht, Lektion; mnd. lection, F., Lektion, Lesung, Rede, Predigt, Schriftabschnitt als Schulaufgabe, Lernaufgabe, Lehre, Vorlesung; ahd. lekza, lecza, leczia, st. F. (ō), sw. F. (n), Lesung, Lektion, Abschnitt; lat. lēctio, F., Lesung, Lesen (N.) (2), Vorlesen, Zusammenlesen, Rhet. Her. (86/82 v. Chr.); s. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lektion, fehlt DW, EWD s. u. Lektion, Duden s. u. Lektion; Son.: vgl. got. laíktjō, sw. F. (n), Leseabschnitt, Lektion; nndl. les, Sb., Lektion; frz. leçon, F., Lektion; nschw. lektion, Sb., Lektion; nnorw. leksjon, M., Lektion; poln. lekcja, F., Lektion; GB.: seit um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Lesung oder einen Abschnitt oder eine Übungseinheit; BM.: sammeln; F.: Lektion, Lektionen+FW+EW; Z.: Lek-t-io-n
...lektisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...lektisch; ne. lectic (Adj.); Vw.: s. ek-; Hw.: s. ...lektiker, ...lektik, ...lekt; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lectisch, Suff., ...lektisch; frz. ...lectique, Suff., ...lektisch; nschw. ...lektisk, Suff., ...lektisch; nnorw. ...lektisk, Suff., ...lektisch; poln. ...lektycznie, Suff., ...lektisch; kymr. ...lectig, Suff., ...lektisch; nir. ...léicteach, Suff., ...lektisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven des Sammelns verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lektisch, ...lektische, ...lektisches, ...lektischem, ...lektischen, ...lektischer(, ...lektischere, ...lektischeres, ...lektischerem, ...lektischeren, ...lektischerer, ...lektischst, ...lektischste, ...lektischstes, ...lektischstem, ...lektischsten, ...lektischster)+FW(+EW); Z.: -lek-t-isch
...lektiv (1), nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...lektiv (Adj.); ne. ...lective (Adj.); Vw.: s. kol-, se-; Hw.: s. ...lektiv (2); Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...lēctīvus, Suff., ...lektiv (Adj.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lectief, Suff., ...lektiv; frz. ...lektif, Suff., ...lektiv; nschw. ...lektiv, Suff., ...lektiv; nnorw. ...lektiv, Suff., ...lektiv; poln. ...lektywny, Suff., ...lektiv; lit. ...lektyvinis, Suff., ...lektiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven des Sammelns aufgenommene Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lektiv, ...lektive, ...lektives, ...lektivem, ...lektiven, ...lektiver(, ...lektivere, ...lektiveres, ...lektiverem, ...lektiveren, ...lektiverer, ...lektivst, ...lektivste, ...lektivstes, ...lektivstem, ...lektivsten, ...lektivster)+FW(+EW); Z.: -lek-t-iv
...lektiv (2), nhd., N., (19. Jh.?): nhd. ...lektiv (N.); ne. ...lective (Adj.); Vw.: s. Kol-; Hw.: s. ...lektiv (1); Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...lēctīvum, Suff., ...lektiv (N.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lectief, Suff., ...lektiv; frz. ...llectif, Suff., ...lektiv; nschw. ...lektiv, Suff., ...lektiv; nnorw. ...lektiv, Suff., ...lektiv; poln. ...lektyw, Suff., ...lektiv; lit. ...lektyvas, Suff., ...lektiv; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven des Sammelns aufgenommene Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lektiv, ...lektivs, ...lektives, ...lektive, ...lektiven+FW(+EW); Z.: -lek-t-iv
Lektor, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Lektor, Leser; ne. lector; Vw.: -; Hw.: s. Lektion, Lektüre; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. lēctor; E.: s. lat. lēctor, M., Leser, Lektor, Vorleser, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lektor, fehlt DW, EWD s. u. Lektor, Duden s. u. Lektor; Son.: vgl. nndl. lector, Sb., Lektor; frz. lecteur, M., Lektor; nschw. lektor, lektör, Sb., Lektor; nnorw. lektor, M., Lektor; poln. lektor, M., Lektor; kymr. llëwr, M., Lektor; nir. léachtóir, M., Lektor; lit. lektorius, M., Fachlehrer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (vorlesend) Lehrveranstaltungen an einer Universität Gebenden oder später für einen Manuskripte in einem Verlag überprüfenden und bearbeitenden Menschen; BM.: sammeln; F.: Lektor, Lektors, Lektoren+FW(+EW); Z.: Lek-t-or
$Lektorat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lektorat; E.: s. Lektor, s. at; L.: EWD s. u. Lektor, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lektor und at gebildete Bezeichnung für die Arbeitsstätte und Aufgabe eines Lektors; F.: Lektorat, Lektorates, Lektorats, Lektorate, Lektoraten+FW(+EW?); Z.: Lek-t-or-at
$lektorieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. lektorieren; E.: s. Lektor, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lektor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lektor und ieren gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit eines Lektors; F.: lektorieren, lektoriere, lektorierst, lektoriert, lektorierest, lektorieret, lektorierte, lektoriertest, lektorierten, lektoriertet, ##lektoriert, lektorierte, lektoriertes, lektoriertem, lektorierten, lektorierter##, lektorierend, ###lektorierend, lektorierende, lektorierendes, lektorierendem, lektorierenden, lektorierender###, lektorier (!)+FW(+EW); Z.: lek-t-or-ier-en
Lektüre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lektüre, Buch, Lesestoff; ne. reading (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lektion, Lektor; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lecture; E.: s. frz. lecture, F., Lektüre; lat. lēctūra, F., Lesen, Forschung, Gelehrtheit, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lektüre, fehlt DW, EWD s. u. Lektüre, Duden s. u. Lektüre; Son.: vgl. nndl. lectuur, Sb., Lektüre; ne. lecture, F., Vortrag; nschw. lektyr, Sb., Lektüre; nnorw. lektyre, M., Lektüre; poln. lektura, F., Lektüre; nir. léacht, F., Vortrag; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift sowie Druck mögliche Lesung eines Textes und das dafür verwendete Werk oder Buch oder einen Lesestoff; BM.: sammeln; F.: Lektüre, Lektüren+FW(+EW); Z.: Lek-t-ür-e
Lemma, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lemma, Stichwort; ne. lemma; Vw.: s. Di-; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. lēmma; E.: s. lat. lēmma, N., Annahme, Vordersatz, Stoff, (190-159 v. Chr.); gr. λῆμμα (lēmma), F., Einnahme, Annahme; vgl. gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Lemma, fehlt DW, EWD s. u. Lemma, Duden s. u. Lemma; Son.: vgl. nndl. lemma, Sb., Lemma; frz. lemme, M., Lemma; nschw. lemma, N., Lemma; nnorw. lemma, N., Lemma; poln. lemat, M., Lemma; kymr. lema, M., Lemma; lett. lemma, F., Lemma; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Stichwort in einem Nachschlagewerk; BM.: fassen; F.: Lemma, Lemmas, Lemmata+FW; Z.: Lem-m-a
Lemming, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lemming, ein kleines Nagetier; ne. lemming; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ndän. lemming; E.: s. ndän. lemming, M., Lemming; an. læmingr, st. M. (a), Lemming; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lemming, DW 12, 742, Duden s. u. Lemming; Son.: vgl. nndl. lemming, Sb., Lemming; frz. lemming, M., Lemming; nschw. lämmel, Sb., Lemming; nnorw. lemen, N., Lemming; poln. leming, M., Lemming; kymr. leming, M., Lemming; nir. leimín, M., Lemming; lit. lemingas, M., Lemming; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neudänischen aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches in Gruppen wanderndes auf der Nordhalbkugel vorkommendes kleines nach dem Volksgauben sich manchmal scharenweise in das Meer stürzendes Nagetier; BM.: ?; F.: Lemming, Lemmings, Lemminge, Lemmingen+EW; Z.: Lemm-ing
Lemur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lemur, gespenstischer Geist von Verstorbenen, ein Halbaffe; ne. lemur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. lemuris; E.: s. lat. lemuris, M., abgeschiedene Seele, Nachtgeist, Gespenst, (65-8 v. Chr.); vgl. idg. *lem- (2), Sb., V., Schlund, Rachen, lechzen, Pokorny 675 (1096/52) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Lemuren, fehlt DW, Duden s. u. Lemur; Son.: vgl. nndl. lemur, Sb., Lemur; frz. lémur, M., Lemur; nschw. lemur, Sb., Lemur; nnorw. lemur, M., Lemur; kymr. lemwr, M., Lemur; nir. léamar, M., Lemur; lit. lemūras, M., Lemur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gespenstische Geister von Verstorbenen und für auf Madagaskar heimische vormenschliche Halbaffen mit langem Schwanz und langen Hinterbeinen; BM.: Schlund; F.: Lemur, Lemuren+FW(+EW); Z.: Lem-ur
Lende, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lende, Lendengegend; ne. loin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lende, lente, st. F., sw. F., Lende; mnd. lende, F., Lende, unterer Teil des Rumpfes, Becken, Körperteil als Träger der unteren Kleidungsstücke, Hinterbacke, Niere, Prostata, Zeugungskraft des Mannes; mnl. lende, F., Lende, Seite, Niere; ahd. lentīn (1), lentin, lentī, st. F. (jō, ī), Lende, Hüfte, äußere Lendengegend, Niere, Sitz der Zeugungskraft; as. lendin?, st. F. (jō, ī), Lende, Hüfte; anfrk. lendin, st. F. (jō, ī), Lende, Hüfte; germ. *landjō, st. F. (ō), Lende; germ. *landī-, *landīn, sw. F. (n), Lende; idg. lendʰ- (2), Sb., Lende, Niere, Pokorny 675 (1098/54) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lende, Kluge s. u. Lende, DW 12, 742, EWD s. u. Lende, EWAhd 5, 1177, Falk/Torp 362, Duden s. u. Lende, Bluhme s. u. Lende; Son.: vgl. afries. lenden, st. F. (ō), Lende; ae. lėndenu, N. Pl., Lende; an. lend, st. F. (jō), Lende; got. *landjō, sw. F. (jō), Lende; nndl. lende, Sb., Lende; nschw. länd, Sb., Lende; nnorw. lend, M., F., Lende; lat. lumbus, N., Lende, Lendenstück, Schamteil, Mittelstück, Hauptteil; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen und der Primaten vorhandenen Körperteil bzw. die Körpergegend über Hüfte und Gesäßhälfte oder den unteren Teil des Rumpfes zwischen unterster Rippe und Darmbeinkamm; BM.: Niere?; F.: Lende, Lenden+EW; Z.: Lend-e
$Lendenbraten, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Lendenbraten; E.: s. Lende, s. Braten (M.); L.: DW 12, 743, EWD s. u. Lende; GB.: (lentinbrāto*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Lend(e) und (e)n sowie Braten (M.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Beherrschung des Feuers durch den Menschen möglichen Braten aus dem Fleisch der Lende eines Tieres; F.: Lendenbraten, Lendenbratens+EW; Z.: Lend-en—bra-t-en
$lendenlahm, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. lendenlahm; E.: s. Lend(e), s. en, s. lahm; L.: DW 12, 744, EWD s. u. Lende; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lend(e) und en (Suff.) sowie lahm gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Lebewesen mit Lenden mögliches in der Lende lahm oder schwer beweglich; F.: lendenlahm, lendenlahme, lendenlahmes, lendenlahmem, lendenlahmen, lendenlahmer(, lendenlahmere, lendenlahmeres, lendenlahmerem, lendenlahmeren, lendenlahmerer, lendenlahmst, lendenlahmste, lendenlahmstes, lendenlahmstem, lendenlahmsten, lendenlahmster)+EW; Z.: lend-en—lahm
lenken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. lenken, in eine bestimmte Richtung führen oder bewegen, eine Bewegung nach einer bestimmten Seitenrichtung hin machen oder veranlassen; ne. steer (V.), lead (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lenkung; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. lenken, sw. V., lenken, biegen, wenden, richten; mnd. lenken, sw. V., lenken, steuern, biegen, richten, mit Gliedern versehen (V.); mnl. lenken, sw. V., lenken, falten, umbiegen; ahd. lenken*, hlenken*, sw. V. (1a), zurechtmachen; as. -; anfrk. -; germ. *hlankjan, sw. V., verdrehen, biegen; s. idg. *kleng-, *klenk-, V., biegen, winden, drehen, Pokorny 603 (934/166) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. lenken, Kluge s. u. lenken, DW 12, 744, EWD s. u. lenken, EWAhd 5, 1175, Duden s. u. lenken, Bluhme s. u. lenken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hlekkjast, sw. V., in Sünde verfallen (V.), von einer Fessel gehemmt werden; got. -; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches in eine bestimmte Richtung führen oder bewegen; BM.: biegen; F.: lenken, lenke, lenkst, lenkt, lenkest, lenket, lenkte, lenktest, lenkten, lenktet, gelenkt, ##gelenkt, gelenkte, gelenktes, gelenktem, gelenkten, gelenkter##, lenkend, ###lenkend, lenkende, lenkendes, lenkendem, lenkenden, lenkender###, lenk (!)+EW; Z.: lenk-en
$Lenker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lenker, Lenkender, Lenkrad, Lenkstange; E.: s. lenk(en), s. er; L.: Kluge s. u. lenken, DW 12, 750, EWD s. u. lenken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lenk(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Lenkenden oder ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Lenkgerät wie beispielsweise ein Lenkrad oder eine Lenkstange; F.: Lenker, Lenkers, Lenkern+EW; Z.: Lenk-er
$Lenkrad, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lenkrad; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. lenk(en), s. Rad; L.: fehlt DW, EWD s. u. lenken; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus lenk(en) und Rad gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und zu einem Lenken beispielsweise eines Kraftfahrzeugs verwendetes Rad; F.: Lenkrad, Lenkrades, Lenkrads, Lenkräder, Lenkrädern+EW; Z.: Lenk—rad
$Lenkstange, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lenkstange; Q.: Ende 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. lenken; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus lenk(en) und Stange gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und zu einem Lenken beispielsweise eines Fahrrads verwendete Stange; F.: Lenkstange, Lenkstangen+EW; Z.: Lenk—stang-e
Lenkung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Lenkung, Handlung des Lenkens; ne. steering (N.); Vw.: s. Servo-; Hw.: s. lenken; Q.: 1390? (Scholastische Gnadenlehre); E.: mhd. lenkunge, st. F., Lenkung; s. nhd. lenken; L.: DW 12, 751, Duden s. u. Lenkung; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und aus lenk(en) und ung gebildete Bezeichnung für die Handlung des Lenkens oder den Vorgang des Gelenktwerdens; BM.: biegen; F.: Lenkung, Lenkungen+EW; Z.: Lenk-ung
Lenz, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Lenz, Frühling; ne. spring (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lenze, langez, langeze, sw. M., Lenz, Frühling; mnd. lente, lenten, linte, lenze, M., F., Lenz, Frühling, Frühjahr; mnl. leinten, lenten, Sb., Lenz, Frühling; ahd. lenzo, langezo*, lengizo*, lanzo*, sw. M. (n), Frühling, Lenz; ahd. lenz*, langez, st. M. (a?, i?), Lenz, Frühling; as. *lėntīn?, st. M. (a?, i?), Lenz, Frühling; anfrk. *lentin?, st. M. (a?, i?), Lenz, Frühling; germ. *langat, *langit, Sb., Verlängerung, Lenz, Frühjahr; s. idg. *dlongʰos, *longʰos, *dlh₁ongʰo-, Adj., lang, Pokorny 196, Falk/Torp 361?; vgl. idg. *del- (5), *delh₁-, Adj., V., lang, längen, Pokorny 196? (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; Herkunft des Hinterglieds *-at-, *-it von einem Element das Tag bedeutet; L.: Kluge 1. A. s. u. Lenz, Kluge s. u. Lenz, DW 12, 752, EWD s. u. Lenz, EWAhd 5, 1015, EWAhd 5, 1018, Falk/Torp 361, Duden s. u. Lenz, Bluhme s. u. Lenz; Son.: vgl. afries. -; ae. lėngten, lėncten, lėnten, st. M. (a), Lenz, Frühling, Fastenzeit; an. -; got. -; nndl. lente, Sb., Lenz; ne. lent, N., Fastenzeit; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Erde durch die Verlängerung des Tageslichts in dem Jahresumlauf um die Sonne gekennzeichneten Frühling; BM.: lang; F.: Lenz, Lenzes, Lenze, Lenzen+EW; Z.: Len-z
lenzen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. lenzen, pumpen; ne. pump (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: von nndl. lens, Adj., leer; L.: Kluge s. u. lenzen, fehlt DW?, Duden s. u. lenzen; Son.: vgl. nschw. länsa, V., lenzen; nnorw. lense, V., lenzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Bodenwasser aus einem Schiffskörper pumpen und ihn dadurch von Wasser leeren oder frei machen; BM.: leeren; F.: lenzen (!), lenze (!), lenzst, lenzt, lenzest, lenzet, lenzte, lenztest, lenzten, lenztet, gelenzt, ##gelenzt, gelenzte, gelenztes, gelenztem, gelenzten, gelenzter##, lenzend, ###lenzend, lenzende, lenzendes, lenzendem, lenzenden, lenzender###, lenz (!)(+FW)+EW; Z.: lenz-en
$lenzen (2), nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lenzen; E.: s. Lenz, s. en (Suff.); L.: DW 12, 756, EWD s. u. Lenz; GB.: seit 1276-1318. belegte und aus Lenz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Lenz werden oder Frühling werden; F.: lenzen, lenze (!), lenzst, lenzt, lenzest, lenzet, lenzte, lenztest, lenzten, lenztet, gelenzt, ##gelenzt, gelenzte, gelenztes, gelenztem, gelenzten, gelenzter##, lenzend, ###lenzend, lenzende, lenzendes, lenzendem, lenzenden, lenzender###, lenz (!)+EW; Z.: len-z-en
Leopard, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Leopard, Panther; ne. leopard; Vw.: -; Hw.: s. Löwe, Pardel; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lēbarte, lēparte, liebarte, sw. M., Leopard; mhd. lēbart, st. M., Leopard; mnd. lēbārt, lēbōrt, lēbār, lēbāre, lupart, M., Leopard, Raubtier; mnd. leopard, M., Leopard; mnl. liebaert, libart, lubaert, M., Leopard, Löwe; ahd. lēbarto, liebarto*, leopardo*, sw. M. (n), Leopard; lat. leopardus, Leopard; lat. leopardus, M., Leopard; vgl. lat. leo, M., Löwe; lat. pardus, M., Pardel, Panther; gr. λέων (léōn), M., Löwe; dieses wurde vielleicht aus semitischen Sprachen übernommen, vgl. assyr. labbu, hebr. leva; gr. πάρδος (párdos), M., Pardel, Panther; Lehnwort aus dem Orient; L.: Kluge s. u. Leopard, DW 12, 759, EWD s. u. Leopard, EWAhd 5, 1086, Duden s. u. Leopard; Son.: vgl. ae. léopard, M., Leopard; an. lēparðr, lēoparðr, st. M. (a), Leopard; nndl. luipaard, Sb., Leopard; frz. léopard, M., Leopard; nschw. leopard, Sb., Leopard; nnorw. leopard, M., Leopard; apoln. lewart, M., Leopart; poln. lampart, M., Leopard; kymr. llewpard, M., Leopard; nir. liopard, M., Leopard; lit. leopardas, M., Leopard; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus einer Sprache des Orients aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche rötlich-gelbe und schwarz gefleckte Großkatze; BM.: Löwe bzw. Panther; F.: Leopard, Leoparden+FW+EW; Z.: Leo-pard
Lepra, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lepra, Aussatz; ne. leprosy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. lepra; E.: s. lat. lepra, F., Krätze (F.) (2), Räude, Aussatz, (um 47 n. Chr.); gr. λέπρα (lépra), F., Aussatz; vgl. gr. λέπειν (lépein), V., schälen, abschälen, abstreifen; idg. *lep- (2), V., schälen, häuten, spalten, Pokorny 678 (1105/61) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lepra, fehlt DW, EWD s. u. Lepra, Duden s. u. Lepra; Son.: vgl. nndl. lepar, Sb., Lepar; frz. lèpre, F., Lepra; nschw. lepra, Sb., Lepra; nnorw. lepra, M., Lepra; poln. lepar, M., Lepra; nir. lobhra, F., Lepra; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besonders zu Entstellungen der Haut führende früher nicht heilbare schwere bakterielle Infektionskrankheit (Aussatz); BM.: häuten; F.: Lepra+FW; Z.: Lep-r-a
...lepsie, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...lepsie, Anfall; ne. ...lepsy; Vw.: s. Epi-; Hw.: s. ...leptisch; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λῆψις (lēpsis), F., Nehmen, Einnahme; vgl. gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1078, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...lepsie, Suff., ...lepsie; frz. ...lepsie, Suff., ...lepsie; nschw. ...lepsi, Suff., ...lepsie; nnorw. ...lepsi, Suff., ...lepsie; poln. ...lepsja, Suff., ...lepsie; kymr. ...lepsi, Suff., ...lepsie; lit. ...lepsija, Suff., ...lepsie; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Krankheitsnamen verwendete Bezeichnung; BM.: fassen; F.: ...lepsie, ...lepsien+FW(+EW); Z.: -lep-s-ie
...leptisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...leptisch, Anfall betreffend; ne. ...leptic; Vw.: s. epi-; Hw.: s. ...lepsie; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ληπτικός (lēptikós), Adj., gesinnt anzunehmen; vgl. gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...leptisch, Suff., ...leptisch; frz. ...leptique, Suff., ...leptisch; nschw. ...leptisk, Suff., ...leptisch; nnorw. ...leptisk, Suff., ...leptisch; poln. ...leptyczny, Suff., ...leptisch; kymr. ...leptig, Suff., ...leptisch; lit. ...lepsijos, Suff., ...leptisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit Krankheit oder Anfall zusammenhängenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: fassen; F.: ...leptisch, ...leptische, ...leptisches, ...leptischem, ...leptischen, ...leptischer(, ...leptischere, ...leptischeres, ...leptischerem, ...leptischeren, ...leptischerer, ...leptischst, ...leptischste, ...leptischstes, ...leptischstem, ...leptischsten, ...leptischster)+FW(+EW); Z.: -lep-t-isch
Lerche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lerche, ein kleiner Singvogel; ne. lark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lerche, lërche, lērhe, sw. F., Lerche; mnd. lēwerke, lēwerk, leewark, lēwerike, lēwerik, lērke, lereke, lȫverke, F., M., Lerche; mnl. lewerke, leewerke, leewerike, leuwerke, liewerke, lawerke, F., Lerche; ahd. lērihha, lēricha, lēwerka*, sw. F. (n), Lerche; as. lêwerka* (1), sw. F. (n), Lerche; anfrk. -; germ. *laiwazikō-, *laiwazikōn, sw. F. (n), Lerche; germ. *laiwarikō-, *laiwarikōn, *laiwrikō-, *laiwrikōn, sw. F. (n), Lerche; wohl ein onomatopoetisches Wort; L.: Kluge 1. A. s. u. Lerche, Kluge s. u. Lerche, DW 12, 759, EWD s. u. Lerche, EWAhd 5, 1194, Duden s. u. Lerche, Bluhme s. u. Lerche; Son.: vgl. afries. -; ae. lǣwerce, lǣwrice, lāwerce, lāwrice, sw. F. (n), Lerche; an. lævirki, sw. M. (n), Lerche; got. -; nndl. leeuwerik, Sb., Lerche; nschw. lärka, Sb., Lerche; nnorw. lerke, M., F., Lerche; GB.: (ahd. lērihha) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen an dem Boden nistenden kleinen Singvogel von unauffälliger Färbung der mit trillerndem Gesang steil in die Höhe fliegt; BM.: lautmalend?; F.: Lerche, Lerchen+EW; Z.: Lerch-e
lernen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lernen, erlernen, sich beibringen, sich Wissen aneignen; ne. learn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. lernen, sw. V., lernen, kennenlernen; mnd. lernen, sw. V., lehren, lernen; mnl. leernen, sw. V., lernen; ahd. lernēn, sw. V. (3), lernen, erkennen, kennenlernen, erforschen, erfragen, erfahren (V.), sich aneignen; ahd. lirnēn, sw. V. (3), lernen, kennenlernen, erkennen, meditieren; as. lernon?, sw. V. (2), lernen; anfrk. -; germ. liznōn, sw. V., lernen; s. idg. leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lernen, Kluge s. u. lernen, DW 12, 762, EWD s. u. lernen, EWAhd 5, 1198, Falk/Torp 369, Seebold 323, Duden s. u. lernen, Bluhme s. u. lernen; on.: vgl. afries. lernia, lirnia, lerna, sw. V. (2), lernen; ae. liornian, leornian, sw. V. (2), lernen, lesen (V.) (1), bedenken; an. -; got. -; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches und für den Menschen seit seiner Entstehung besonders hilfreiches sich Wissen aneignen; BM.: Spur; F.: lernen, lerne, lernst, lernt, lernest, lernet, lernte, lerntest, lernten, lerntet, gelernt, ##gelernt, gelernte, gelerntes, gelerntem, gelernten, gelernter##, lernend, ###lernend, lernende, lernendes, lernendem, lernenden, lernender###, lern (!)+EW; Z.: ler-n-en
$Lesbe, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Lesbe, Lesbierin; E.: s. lesb(isch), s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. lesbisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit lesbisch verbindbare Bezeichnung für eine gleichgeschlechtlich geprägte Frau; F.: Lesbe, Lesben+FW(+EW); Z.: Lesb-e
$Lesbierin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lesbierin, Lesbe; L.: EWD s. u. lesbisch, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit lesbisch verbindbare Bezeichnung für eine gleichgeschlechtlich geprägte Frau; F.: Lesbierin, Lesbierinnen+FW+EW; Z.: Lesb-ier-in
lesbisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. lesbisch, homosexuell, gleichgeschlechtlich (bezüglich Frauen); ne. lesbian (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: onomastische Bildung von dem Wohnort der gr. Dichterin Sappho; s. lat. Lesbias, Adj., lesbisch, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. Λεσβιάς (Lesbiás), Adj., lesbisch; gr. Λέσβος (Lésbos), F.=ON, Lesbos; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. lesbisch, fehlt DW, EWD s. u. lesbisch, Duden s. u. lesbisch; Son.: vgl. nndl. lesbisch, Adj., lesbisch; frz. lesbien, Adj., lesbisch; nschw. lesbisk, Adj., lesbisch; nnorw. lesbisk, Adj., lesbisch; poln. lesbijski, Adj., lesbisch; kymr. lesbiaidd, Adj., lesbisch; lit. lesbiečių, Adj., lesbisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem ON Lesb(os) der Dichterin Sappho des Altertums und isch gebildete Bezeichnung für gleichgeschlechtlich (bezüglich Frauen); BM.: ON, von dem Wohnort der Dichterin Sappho des Griechischen des Altertums; F.: lesbisch, lesbische, lesbisches, lesbischem, lesbischen, lesbischer+FW+EW; Z.: lesb-isch
$Lese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lese, Suche, Sammlung; E.: s. lese(n); Vw.: s. Ähren-, Aus-, Blüten-, Nach-, Trauben-, Wein-; L.: Kluge s. u. lesen, DW 12, 772, EWD s. u. lesen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit lese(n) verbindbare Bezeichnung für eine Suche oder Sammlung, F.: Lese, Lesen+EW; Z.: Les-e
$Lesebuch, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lesebuch; GB.: s. lese(n), s. Buch; L.: DW 12, 772, EWD s. u. lesen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lese(n) und Buch gebildete Bezeichnung für ein vor allem für das Erlernen des Lesens durch Kinder durch Lesen bestimmtes Buch; F.: Lesebuch, Lesebuchs, Lesebuches, Lesebücher, Lesebüchern+EW; Z.: Les-e—buch
lesen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. lesen (V.) (1), auflesen, sammeln; ne. read (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lesen, st. V., auswählend sammeln, aufheben, an sich nehmen, Weinlese halten, sich versammeln, ausschließen, sich trennen; mnd. lēsen (1), st. V., lesen (V.) (1), mit den Augen aufnehmen, vorlesen, vortragen, hersagen, beten, sprechen, reden, berichten, aussagen, erzählen; mnl. lesen, st. V., sammeln, auflesen, pflücken, vorlesen, unterweisen; ahd. lesan, st. V. (5), lesen (V.) (1), vorlesen, durchmustern, lesen von, nachforschen, verlesen, vortragen; as. lesan*, st. V. (5), lesen (V.) (2), auflesen; anfrk. lesan, st. V., sammeln, lesen; germ. *lesan, st. V., sammeln, auflesen; idg. les-?, V., sammeln, auflesen, Pokorny 680 (1110/66) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. lesen, Kluge s. u. lesen, DW 12, 774, EWD s. u. lesen, EWAhd 5, 1202, Falk/Torp 364, Seebold 332, Duden s. u. lesen, Bluhme s. u. lesen; Son.: vgl. afries. lesa, st. V. (5), sammeln, lesen (V.) (2); saterl., V., lesen (V.) (2); ae. lesan, st. V. (5), zusammenlesen, sammeln; an. lesa, st. V. (5), auflesen, lesen (V.) (2); got. lisan, st. V. (5), sammeln, lesen (V.) (2); nndl. lezen, V., lesen; nschw. läsa, V., lesen; nnorw. lese, V., lesen; alb. mbledh, V., sammeln, versammeln; gr. λέγειν (légein), V., sammeln, sagen, reden; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2); lit. lèsti, V., pickend fressen; heth. leššāi-, V., auflesen; ? kymr. llestr, M., Gefäß; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare und seit Entwicklung von Schrift auf das Verstehen geschriebener Zeichen ausgerichtete Bezeichnung für auflesen oder sammeln oder den Sinn geschriebener Zeichen erkennen; F.: lesen, lese (!), les (!), liest, lest (!), lesest, leset, las (!), last (!), lasest, lasen, laset, läse, läsest, läsen, läset, gelesen, ##gelesen, gelesene, gelesenes, gelesenem, gelesenen, gelesener##, lesend, ###lesend, lesende, lesendes, lesendem, lesenden, lesender###, lies (!)+EW; Z.: les-en
$Leser, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Leser, Lesender, Sammler; E.: s. les(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 787, EWD s. u. lesen; GB.: (lesāri*) seit 12. Jh. belegte und nach lat. lector aus les(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Sammler oder Weinleser oder einen seit Entwicklung von Schrift möglichen Lesenden; F.: Leser, Lesers, Lesern+EW; Z.: Les-er
$leserlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. leserlich, lesbar; L.: DW 12, 788, EWD s. u. lesen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Leser und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift mögliches lesbar; F.: leserlich, leserliche, leserliches, leserlichem, leserlichen, leserlicher(, leserlichere, leserlicheres, leserlicherem, leserlicheren, leserlicherer, leserlichst, leserlichste, leserlichstes, leserlichstem, leserlichsten, leserlichster)+EW; Z.: les-er—lich
$Lesung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lesung, Lesen (N.), Sammeln; E.: s. les(en), s. ung; L.: Kluge s. u. lesen, EWD s. u. lesen; GB.: (lesunge) seit 1250-1300 belegte und nach lat. lectio aus les(en) und ung gebildete Bezeichnung für Lesen (N.); F.: Lesung, Lesungen+EW; Z.: Les-ung
letal, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. letal, tödlich; ne. lethal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. lētālis; E.: s. lat. lētālis, Adj., tödlich, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. lētum, N., Tod, Untergang, Vernichtung, ewige Verdammnis; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. letal; Son.: vgl. nndl. letaal, Adj., letal; frz. létal, Adj., letal; nschw. letal, Adj., letal; poln. letalny, Adj., letal; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens (und damit auch des Todes) mögliches tödlich; BM.: lassen; F.: letal, letale, letales, letalem, letalen, letaler+FW(+EW); Z.: le-t-al
Lethargie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lethargie, körperliche und geistige Trägheit, Antriebslosigkeit; ne. lethargy; Vw.: -; Hw.: s. lethargisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. lēthargia; E.: s. lat. lēthargia, F., Schlafsucht, (23/24-79 n. Chr.); gr. ληθαργία (lēthargía), F., Schlafsucht, Schläfrigkeit; vgl. gr. λήθαργος (lḗthargos), Adj., schläfrig; gr. λήθη (lḗthē), F., Vergessen, Vergesslichkeit; vgl. idg. *lādʰ-, *lāidʰ-, V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651; idg. *lā- (2), V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651 (1046/2) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw., toch.); gr. ἀργός (argós), Adj., untätig, müßig; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Lethargie, fehlt DW, EWD s. u. Lethargie, Duden s. u. Lethargie; Son.: vgl. nndl. lethargie, Sb., Lethargie; frz. léthargie, F., Lethargie; nschw. letargi, Sb., Lethargie; nnorw. letargi, M., Lethargie; poln. letarg, M., Lethargie; lit. letargija, F., Lethargie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche körperliche und geistige Trägheit oder Antriebslosigkeit; BM.: versteckt sein (V.), nicht, Tat; F.: Lethargie+FW(+EW); Z.: Le-th-a-rg-ie
lethargisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lethargisch, antriebslos, träge; ne. lethargic; Vw.: -; Hw.: s. Lethargie; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. lēthargicus; E.: s. lat. lēthargicus, Adj., schlafsüchtig, (5. Jh. n. Chr.); gr. ληθαργικός (lēthargikós), Adj., schlafsüchtig; vgl. gr. λήθαργος (lḗthargos), Adj., schläfrig; gr. λήθη (lḗthē), F., Vergessen, Vergesslichkeit; vgl. idg. *lādʰ-, *lāidʰ-, V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651; idg. *lā- (2), V., verborgen sein (V.), versteckt sein (V.), Pokorny 651 (1046/2) (RB. idg. aus gr., ital., germ., slaw., toch.); gr. ἀργός (argós), Adj., untätig, müßig; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Lethargie, fehlt DW, EWD s. u. Lethargie, Duden s. u. Lethargie; Son.: vgl. nndl. lethargisch, Adj., lethargisch; frz. léthargique, Adj., lethargisch; nschw. letargisk, Adj., lethargisch; nnorw. letargisk, Adj., lethargisch; poln. letargiczny, Adj., lethargisch; lit. letarginis, Adj., lethargisch; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches antriebslos oder träge; BM.: versteckt sein (V.), nicht, Tat; F.: lethargisch, lethargische, lethargisches, lethargischem, lethargischen, lethargischer(, lethargischere, lethargischeres, lethargischerem, lethargischeren, lethargischerer, lethargischst, lethargischste, lethargischstes, lethargischstem, lethargischsten, lethargischster)+FW(+EW); Z.: le-th-a-rg-isch
letschert, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. letschert, schlapp, matt, welk, weich; ne. floppy; Vw.: -; Hw.: s. latsch; Q.: 20. Jh.; E.: wohl Zusammenhang mit lasch und lass (s. d.), vielleicht auch lautmalender Einfluss; L.: Kluge s. u. letschert, fehlt DW, Duden s. u. letschert; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl mit lasch und lass verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches matt oder welk (meist von Pflanzen) oder weich; BM.: matt; F.: letschert, letscherte, letschertes, letschertem, letscherten, letscherter(, letschertere, letscherteres, letscherterem, letscherteren, letscherterer, letschertst, letschertste, letschertstes, letschertstem, letschertsten, letschertster)+EW; Z.: letsch-ert
Letten, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Letten, Lehm, Lehmboden, Schlamm; ne. loam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lette, sw. M., Letten, Lehm, lehmiger Boden, Lehmerde, Tonerde; ahd. letto, sw. M. (n), Letten, Lehm, Ton (M.) (1); germ. *ladjō-, *ladjōn, *ladja-, *ladjan, Sb., Letten, Schlamm; idg. *lat-, *leh₂t-, Adj., Sb., feucht, nass, Sumpf, Lache (F.) (1), Pokorny 654 (1060/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Letten, Kluge s. u. Letten, DW 12, 791, EWAhd 5, 1212, Duden s. u. Letten, Bluhme s. u. Letten; Son.: vgl. mir. laith, Sb., Sumpf; kymr. llaid, M., Schlamm; GB.: (letto) seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Lehm oder Lehmboden oder Schlamm; BM.: feucht; F.: Letten, Lettens+EW; Z.: Lett-en
Letter, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Letter, Buchstabe; ne. letter; Vw.: -; Hw.: s. Literatur, Belletrist; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.?; E.: s. mnd. letter (1), F., Letter, Buchstabe, Schriftzeichen; mnd. litter, littere, liter, F., Letter, Buchstabe, geschriebener oder gezeichneter Einzelbuchstabe, Inhalt des Geschriebenen; me. letter, lettre, Sb., Buchstabe; afrz. lettre, Sb., Buchstabe; lat. littera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Letter, EWD s. u. Letter, DW 12, 792, Duden s. u. Letter; Son.: vgl. nndl. litera, F., Letter; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und vielleicht aus dem Mittelenglischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei einem Druck eines Buches verwendeten einzelnen Buchstaben; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Letter, Lettern+FW+EW; Z.: Le-tt-er
Lettner, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Lettner, eine Chorschranke; ne. jube; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1261 (Urkunde); E.: mhd. lettenære*, lettener, st. M., Lettner; mlat. lēctiōnārium, N., Perikopensammlung, Verzeichnis der zur Vorlesung kommenden Schriftabschnitte, Schrift mit Lektionen aus der Apostelgeschichte und den Briefen des Paulus; vgl. lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lettner, DW 12, 794, EWD s. u. Lettner, Duden s. u. Lettner; Son.: s. ahd. lektur, lektor*, lektar*, lectur*, st. M. (i)?, st. N. (a), Lesepult, Vortragspult, Kanzel; GB.: seit 1261 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Querbühne zwischen Schiff und Chor einer Kirche der Christen; BM.: sammeln; F.: Lettner, Lettners, Lettnern+FW(+EW); Z.: Lett-n-er
letzen (1), nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. letzen (V.) (1), laben, ergötzen; ne. feast (V.) on; Vw.: -; Hw.: s. letzen (2), Letzt; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: s. mhd. letzen, sw. V., „letzen“, hemmen, aufhalten, hindern, sich erholen, sich erheben, hindern an, verletzen, schädigen; mnl. letten, sw. V., verlangsamen, sich aufhalten, anhalten, hindern, verhindern; ahd. lezzen*, sw. V. (1a), hemmen, aufhalten, hindern; as. -; anfrk. -; germ. *latjan, sw. V., lass machen, müde machen; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), lē- (3), leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. letzen, Kluge s. u. letzen, DW 12, 802, EWD s. u. letzen, EWAhd 5, 1222, Duden s. u. letzen, Bluhme s. u. letzen; Son.: vgl. afries. letta, sw. V. (1), verhindern, behindern, aufhalten, stören; saterl. letta, V., hindern, verhindern; ae. lėttan, sw. V. (1), hindern, verzögern, bedrücken; an. letja, sw. V. (1), abhalten, hindern; got. latjan, sw. V. (1), aufhalten, verzögern, lange dauern; GB.: möglicherweise seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches laben oder ergötzen oder sich gütlich tun; BM.: lassen; F.: letzen, letze, letzst (!), letzt (!), letzest, letzet, letzte (!), letztest, letzten (!), letztet, geletzt, ##geletzt##, letzend, ###letzend, letzende, letzendes, letzendem, letzenden, letzender###, letz (!)+EW; Z.: le-tz-en
letzen (2), nhd. (ält.), sw. V.: nhd. letzen (V.) (2), schädigen, verletzen; ne. hurt (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: s. letzen (1); Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. letzen (1), lezen, sw. V., letzen, hemmen, aufhalten, hindern, sich erholen, sich erheben, hindern an, verletzen, schädigen; mnd. letzen, letten*?, sw. V., verletzen; ahd. lezzen*, sw. V. (1a), hemmen, aufhalten, hindern; as. lėttian*, sw. V. (1a), ablassen, müde werden, hemmen, verhindern; mnd. letten, sw. V., hinhalten, hindern, sich aufhalten, zögern; germ. *latjan, sw. V., lass machen, müde machen; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 802; Son.: vgl. afries. letta, sw. V. (1), verhindern, behindern, aufhalten, stören; saterl. letta, V., hindern, verhindern; ae. lėttan, sw. V. (1), hindern, verzögern, bedrücken; an. letja, sw. V. (1), abhalten, hindern; got. latjan, sw. V. (1), aufhalten, verzögern, lange dauern; GB.: möglicherweise seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schädigen oder verletzen; BM.: lassen; F.: letzen (!), letze (!), letzst, letzt, letzest, letzet, letzte, letztest, letzten, letztet, geletzt, ##geletzt##, letzend, ###letzend, letzende, letzendes, letzendem, letzenden, letzender###, letz (!)+EW; Z.: le-tz-en
Letzt, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Letzt, Abschied; ne. farewell; Vw.: -; Hw.: s. letzen (1), s. letzte; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. letze, letzt, Sb., Abschied, Abschiedsfeier; s. mhd. letzen, sw. V., letzen, hemmen, aufhalten, hindern, sich erholen, sich erheben, hindern an, verletzen, schädigen; ahd. lezzen*, sw. V. (1a), hemmen, aufhalten, hindern; germ. *latjan, sw. V., lass machen, müde machen; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Letzt, DW 12, 821, Duden s. u. Letzt; Son.: nur noch in der Redewendung zu guter Letzt; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches etwas an einem Schluss Stehendes oder einen Abschied; BM.: lassen; F.: Letzt+EW; Z.: Le-tz-t
$letztens, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. letztens, letztlich, kürzlich; E.: s. Letzt, letzte; L.: DW 12, 821, EWD s. u. letzt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus letzt(e) und en sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches kürzlich; F.: letztens; Z.: le-tz-t-ens
$letzthin, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. letzthin, kürzlich; E.: s. Letzt, s. letzt(e), s. hin; L.: DW 12, 823, EWD s. u. letzt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus letzt(e) und hin gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches kürzlich; F.: letzthin; Z.: le-tz-t—hi-n
$letztlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. letztlich, schließlich, zuletzt; E.: s. Letzt, s. letzt(e), s. lich; L.: DW 12, 824, EWD s. u. letzt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus letzt(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches schließlich oder zuletzt; F.: letztlich; Z.: le-tz-t—lich
letzte, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. letzte, an dem Ende einer Reihe stehend; ne. last (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. lass; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. lezzist, letztist, letzt, leist, lest, Adv., zuletzt, schließlich, endlich; mnd. lest (2), Adv., letzt, zuletzt, jüngst, als letzter, zum letzten Mal, kürzlich, neulich; mnl. lest, Adj., letzte, geringste; ahd. lezzist*, lazzōst*, Adv. (Superl.), letztlich, zuletzt, endlich, schließlich; as. -; anfrk. letist*, Adj. (Superl.), letzte; ahd. laz (2), Adj., träge, langsam, faul, säumig, stumpfsinnig, dumm, unscharf, verschwommen; as. lat, Adj., träge, spät, lässig, saumselig; anfrk. *lat?, Adj., spät; germ. *lata-, *lataz, Adj., lass, faul, säumig, träge, lässig; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. letzt, Kluge s. u. letzt, DW 12, 809, EWD s. u. letzt, EWAhd 1224, EWAhd 1225, Duden s. u. letzt, Bluhme s. u. letzt; Son.: vgl. ae. latost, Adj., letzte; nndl. laatst, Adj., letzte; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches an dem Ende einer Reihe stehend; BM.: lassen; F.: letzte, letzt, letztes, letztem, letzten, letzter+EW; Z.: le-tz-t
$Leu, nhd., M., (?): nhd. Leu; E.: s. Löwe; L.: DW 12, 825, EWD s. u. Löwe; GB.: seit (mhd.+EW?) belegte und aus lat. leo des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen Löwen; F.: Leu, Leus, Leues, Leue, Leuen+FW; Z.: Leu
Leuchse, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Leuchse, Stemmleiste, Lannstange (!), Runge, eine Stütze; ne. strut (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. liuhse, F., Leuchse; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Leuchse, DW 12, 826, Duden s. u. Leuchse; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für die von Menschen sachlich seit Entwicklung des Leiterwagens entwickelte und verwendete hölzerne Außenstütze für die Leitern des Leiterwagens; BM.: ?; F.: Leuchse, Leuchsen+EW?; Z.: Leuchs-e
Leuchte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Leuchte, Instrument zu einem Leuchten (N.), Laterne, eine Lichtquelle; ne. lamp, light (N.); Vw.: -; Hw.: s. leuchten, Latüchte; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. liuhte, lūhte, st. F., Helligkeit, Tageshelle, Glanz, Leuchte, Lampe; mnd. lüchte (1), luchte, lochte, F., Leuchte, Laterne, Leuchtturm, Lichtkörper; mnl. luchte, F., Leuchter; ahd. liuhta, liohta*, st. F. (ō), Leuchte, Lampe, Wiesenaugentrost; as. -; anfrk. -; germ. *leuhta, Sb., Licht; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leuchte, DW 12, 827, EWAhd 5, 1389, Duden s. u. Leuchte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. lykta, Sb., Leuchte; nnorw. lykt, M., F., Leuchte; GB.: (liuhta) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Lanterne oder Lichtquelle; BM.: leuchten bzw. licht; F.: Leuchte, Leuchten+EW; Z.: Leuch-t-e
leuchten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. leuchten, Licht von sich geben, glänzen, strahlen; ne. shine (V.), light (V.); Vw.: -; Hw.: s. Leuchte; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liuhten, sw. V., leuchten, lichten (V.) (1); mnd. lüchten (1), lochten, sw. V., leuchten, scheinen, Schein geben, leuchtend brennen, blitzen, erhellen; mnl. luchten, sw. V., leuchten; ahd. liuhten, sw. V. (1a), leuchten, funkeln, strahlen, scheinen, Licht ausstrahlen, Helligkeit ausstrahlen, Licht spenden; as. liuhtian*, liohtian*, leohtan*, sw. V. (1a), leuchten; anfrk. *liehten?, anfrk, sw. V. (1), leuchten; germ. *leuhtjan, sw. V., leuchten; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leuchte, Kluge s. u. leuchten, DW 12, 828, EWD s. u. leuchten, EWAhd 5, 1390, Falk/Torp 373, Heidermanns 379, Duden s. u. leuchten, Bluhme s. u. leuchten; Son.: vgl. afries. liuchta, sw. V. (1), leuchten; ae. líehtan (2), līhtan, lȳhtan, lēhtan, léohtan, sw. V. (1), erleuchten, glänzen, scheinen, tagen, anzünden; an. -; got. liuhtjan, sw. V. (1), leuchten; nndl. lichten, V., leuchten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Licht von sich geben oder glänzen oder strahlen; BM.: hell; F.: leuchten, leuchte (!), leuchtest, leuchtet, leuchtete, leuchtetest, leuchteten, leuchtetet, geleuchtet, ##geleuchtet, geleuchtete, geleuchtetes, geleuchtetem, geleuchteten, geleuchteter##, leuchtend, ###leuchtend, leuchtende, leuchtendes, leuchtendem, leuchtenden, leuchtender###, leucht (+)+EW; Z.: leuch-t-en
$leuchtend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (10. Jh.?): nhd. leuchtend, Licht von sich gebend, glänzend, strahlend; Vw.: s. ein-; E.: s. leuchten, s. d; L.: fehlt DW, dort aber leuchtendklar; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und nach lat. lucens aus leuchten und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Licht von sich gebend oder glänzend oder strahlend; F.: leuchtend, leuchtendes, leuchtendem, leuchtenden, leuchtender+EW; Z.: leuch-t-en-d
$Leuchter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Leuchter, Erzeuger und Verbreiter von Licht oder Helligkeit; Vw.: s. Arm-, Be-, Kron-; E.: s. leucht(en), s. er; L.: Kluge s. u. leuchten, DW 12, 833, EWD s. u. leuchten; GB.: (liehtære) vielleicht seit 12./13. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. candelabrum aus leucht(en) und er gebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich seit Beherrschung des Feuers entwickelten und verwendeten Gegenstand zu einer Erzeugung und Verbreitung von Licht oder Helligkeit; F.: Leuchter, Leuchters, Leuchtern+EW; Z.: Leuch-t-er
$Leuchtgas, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Leuchtgas, ein Gasgemisch; E.: s. leucht(en), s. Gas; Q.: 1820-1830; L.: DW 12, 823, EWD s. u. leuchten; GB.: vielleicht seit 1820-1830 belegte und aus leucht(en) und Gas gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen seit dieser Zeit aus Kohle durch Vergasung entwickeltes und beispielsweise zu einer Beleuchtung verwendetes vor allem aus Wasserstoff und Methan bestehendes Gasgemisch; F.: Leuchtgas, Leuchtgases, Leuchtgase, Leuchtgasen+EW+FW; Z.: Leuch-t—ga-s
$Leuchtturm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Leuchtturm; E.: s. leucht(en), s. Turm; L.: DW 12, 834 (Leuchtthurm), EWD s. u. leuchten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus leucht(en) und Turm gebildete Bezeichnung für einen durch Ausstrahlung von Licht der Ortsbestimmung von Menschen dienenden Turm wie beispielsweise den um 280 v. Chr. errichteten und um 766 n. Chr. beschädigten sowie in dem 14. Jh. zerstörten als eines der sieben Weltwunder des Altertums geltenden Turm auf der Insel Pharos vor Alexandria in Ägypten; F.: Leuchtturm, Leuchtturmes, Leuchtturms, Leuchttürme, Leuchttürmen+EW+FW; Z.: Leuch-t—turm
$Leuchtung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Leuchtung, Erzeugung und Verbreitung von Licht; Vw.: s. Be-, Er-; E.: s. leucht(en), s. ung; L.: DW 12, 834; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus leucht(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit Beherrschung von Feuer entwickelte Erzeugung und Verbreitung von Licht; L.: DW 12, 834; F.: Leuchtung, Leuchtungen+EW; Z.: Leuch-t-ung
leugnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. leugnen, verneinen, abstreiten; ne. deny; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. lougenen, lougen, sw. V., leugnen, verneinen, widerrufen; mnd. lȫchenen (1), loichenen, lōchenen, lȫchnen, sw. V., leugnen, abstreiten, verleugnen, nicht anerkennen, Lügner heißen, Lügen strafen; mnl. logenen, loochenen, sw. V., leugnen; ahd. lougnen, louganen*, sw. V. (1a), leugnen, verneinen, negieren, jemanden leugnen, etwas leugnen; as. lôgnian*, lagnian*, sw. V. (1a), leugnen, verneinen; anfrk. -; germ. *laugnjan, sw. V., verbergen, verneinen, leugnen; idg. leugʰ- (1), V., lügen, Pokorny 686 (1126/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. läugnen, Kluge s. u. leugnen, DW 12, 34 (läugnen), EWD s. u. leugnen, EWAhd 5, 1475, Falk/Torp 374, Seebold 337, Duden s. u. leugnen, Bluhme s. u. leugnen; Son.: vgl. afries. lêina, laina, sw. V. (1), Eidesleistung verweigern; ae. lygnian, sw. V. (1), überführen, der Lüge überführen; an. leyna, sw. V., verbergen; got. laugnjan, sw. V. (1), leugnen; GB.: (lougnen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verneinen oder abstreiten; BM.: lügen; F.: leugnen, leugne, leugnest, leugnet, leugnete, leugnetest, leugneten, leugnetet, geleugnet, ##geleugnet, geleugnete, geleugnetes, geleugnetem, geleugneten, geleugneter##, leugnend, ###leugnend, leugnende, leugnendes, leugnendem, leugnenden, leugnender###, leugne+EW; Z.: leug-n-en
Leukämie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Leukämie, Blutkrebs; ne. leukaemia, leukemia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λευκός (leukós), Adj., leuchtend, licht, hell, klar, weiß; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. αἷμα (haima), N., Blut, Blutvergießen, Mord; weitere Herkunft unklar, manchmal wird das Wort mit ahd. seim verglichen, s. Frisk 1, 39; L.: Kluge s. u. Leukämie, fehlt DW, EWD s. u. leuko-, Duden s. u. Leukämie; Son.: vgl. nndl. leukaemie, leukemie, Sb., Leukämie; frz. leucémie, F., Leukämie; nschw. leukemi, Sb., Leukämie; nnorw. leukemi, M., Leukämie; kymr. lewcemia, M., Leukämie; lit. leukemija, F., Leukämie; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der Herkunft unklare Bezeichnung für eine bösartige Erkrankung des Menschen mit übermäßiger Erzeugung weißer Blutkörperchen; BM.: weiß, Blut; F.: Leukämie, Leukämien+FW; Z.: Leuk-äm-ie
leuko..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. leuko…, weiß; ne. leuco…, leuko…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. λευκός (leukós); E.: s. gr. λευκός (leukós), Adj., leuchtend, licht, hell, klar, weiß; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. leuko-, fehlt DW, EWD s. u. leuko-, Duden s. u. leuko-; Son.: s. Leukozyt, Leukoplast; vgl. nndl. leuko…, Präf., leuko…; nschw. leuko…, Präf., leuko…; poln. leuko..., Präf., leuko…; kymr. lewco…, Präf., leuko…; lit. leuko..., Präf., leuko…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von in Zusammenhang mit (übermäßigem) Weiß stehenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: weiß; F.: leuko…+FW; Z.: leuk-o-
Leukozyt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Leukozyt, weißes Blutkörperchen; ne. leucocyte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λευκός (leukós), Adj., leuchtend, licht, hell, klar, weiß; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. κύτος (kýtos), N., Höhlung, Wölbung, Gefäß; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. leuko-, Duden s. u. Leukozyt; Son.: vgl. nndl. leukocyt?, Sb., Leukozyt; frz. leucocyte, M., Leukozyt; nschw. leukocyt, Sb., Leukozyt; nnorw. leukocytt, M., Leukozyt; kymr. lewcosyt, M., Leukozyt; nir. leocaicít, F., Leukozyt; poln. leukocyt, M., Leukozyt; lit. leukocytas, M., Leukozyt; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Blut mögliches weißes Blutkörperchen in Gegensatz zu roten Blutkörperchen (Erythrozyten); BM.: hell, hohler Körper; F.: Leukozyt, Leukozyten+FW; Z.: Leuk-o-zy-t
Leumund, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Leumund, Ruf, Meinung; ne. reputation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liumunt, st. M., sw. M., Ruf, Ruhm, Meinung, Sinn, Nachrede; mhd. liumunde*, liumde, liunde, sw. M., Leumund, Ruf, guter Ruf, Ruhm; mnd. lēmunt, M., Leumund, Ruf; mnd. lǖmunt, līmunt, lunemūt?, M., „Leumund“, Ruf, Ansehen; mnl. lumont, M., Leumunt; ahd. liumunt, hliumunt, st. M. (a)?, st. F. (i), „Hören“, Ruf, Gerücht, schlechter Ruf, Gerede, Leumund, Ruhm, Ansehen; germ. *hleumunda-, *hleumundaz, st. M. (a), Leumund; s. idg. *k̑leumen-, N., Gehör, Ruf, Leumund, Pokorny 605; vgl. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge 1. A. s. u. Leumund, Kluge s. u. Leumund, DW 12, 875, EWD s. u. Leumund, EWAhd 5, 1392, Falk/Torp 112, Duden s. u. Leumund, Bluhme s. u. Leumund; Son.: vgl. air. srómata-, Sb., guter Ruf, Berühmtheit; GB.: (liumunt) seit um 765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den (guten oder schlechten) Ruf eines Menschen; BM.: hören; F.: Leumund, Leumunds, Leumundes+EW; Z.: Leu-m-und
$leumunden, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. leumunden; Hw.: verleumden, Leumund; E.: s. Leumund, s. en; L.: DW 12, 837; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit Leumund verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches mit einem Ruf versehen (V.); F.: leumunden, leumunde (!), leumundest, leumundet, leumundete, leumundetest, leumundeten, leumundetet, geleumundet, ##geleumundet, geleumundete, geleumundetes, geleumundetem, geleumundeten, geleumundeter##, leumundend, ###leumundend, leumundende, leumundendes, leumundendem, leumundenden, leumundender###, leumund (!)+EW; Z.: leu-m-und-en
Leute, nhd., M. Pl., (8. Jh.): nhd. Leute, Menschen; ne. people, folks; Vw.: s. Schauer-; Hw.: s. leutselig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liut, st. M., st. N., Volk, Menschengeschlecht, Menschen, Leute; mnd. lǖde (1), luede, luide, lūde*, Pl., Leute, Menschen, Öffentlichkeit, Allgemeinheit, Männer, Gesamtheit erwachsener Menschen; mnd. lǖt, lūt, N., Volk, Menschenmenge, Leute, Gefolge; mnl. liete, M. Pl., Menschen, Leute, Untergebene; ahd. liut, st. M. (i), st. F. (i), st. N. (a), Leute, Menschen, Volk, Angehöriger eines Volkes, Menge; as. liudi, st. M. Pl. (i), st. F. Pl. (i)?, Volk, Leute, Menschen; anfrk. liud, st. M. (i), st. N. (a), Volk, Leute, Menschen; germ. *leudi-, *leudiz, st. M. (i), Mann, Leute, Volk, Wergeld, Manngeld; s. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Leute, Kluge s. u. Leute, DW 12, 837, EWD s. u. Leute, EWAhd 5, 1397, Falk/Torp 375, Seebold 335, Duden s. u. Leute, Bluhme s. u. Leute; Son.: vgl. afries. liōde, liūde, M. Pl., Leute, Volk; ae. líode, sw. F. (n), Volk; ae. léod (2), st. F. (i), Volk; an. ljōðr (1), st. M. (i), Volk, Leute; an. lȳðr, st. M. (i), Volk, Leute; got. *leudis, st. M. (i), Mann; burgund. leudis, M., Gemeinfreier; nndl. lui, Sb. Pl., Leute; nnorw. lyd, M. Pl., Leute; ved. rúh-, F., Gewächs, Spross; jav. uruθman-, N., Wachstum; pälign. loufir, M., Freier (M.) (1); lit. liáudis, F., niedriges Volk; lett. làudis, Sb., Leute, Menschen; ksl. ljudu, M., Volk; ksl. ljudije, Sb., Leute; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gesamtheit von Menschen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Leute, Leuten+EW; Z.: Leut-e
$Leuteschinder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Leuteschinder, andere Menschen quälender Mensch; E.: s. Leute, s. Schinder; L.: DW 12, 848, EWD s. u. schinden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Leute und Schinder gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich sei Entstehung des Menschen möglichen andere Menschen quälenden Menschen; F.: Leuteschinder, Leuteschinders, Leuteschindern+EW; Z.: Leut-e—schi-nd-er
Leutnant, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Leutnant, ein Offiziersgrad; ne. lieutenant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz. lieutenant; E.: mnd. lǖtenant, leutenant, luitenant, M., Leutnant, Stellvertreter für einen höheren Offizier; frz. lieutenant, M., Leutnant, Stellvertreter eines Offiziers; vgl. frz. lieu, M., Ort, Stelle; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019; frz. tenir, V., halten, festhalten; lat. tenēre, V., halten, haben, besitzen, vorstellen, begreifen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Leutnant, fehlt DW, EWD s. u. Leutnant, Duden s. u. Leutnant; Son.: vgl. nndl. luitenant, Sb., Leutnant; nschw. löjtnant, M., Leutnant; nnorw. løytnant, M., Leutnant; kymr. lefftenant, M., Leutnant; nir. leifteanant, M., Leutnant; lit. leitenantas, M., Leutnant; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den niedrigsten Dienstgrad (Stellvertreter) von Offizieren; BM.: stellen, ziehen; F.: Leutnant, Leutnants, Leutnante, Leutnanten+FW(+EW); Z.: Leu-tn-ant
leutselig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. leutselig, wohlwollend, gutmütig; ne. affable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. mhd. liutsælic, liutsælec, Adj., „leutselig“, wohlgefällig, anmutig, niedlich, zierlich, huldvoll; mnd. lǖtsālich, lūtsalich, lǖtsēlich, lǖdesālich, ludesalich, Adj., den Menschen wohlgefällig, anmutig, freudebringend, menschenfreundlich; mhd. liut, st. M., st. N., Volk, Menschengeschlecht, Menschen, Leute; mnd. lǖde (1), luede, luide, lūde*, Pl., Leute, Menschen, Öffentlichkeit, Allgemeinheit, Männer, Gesamtheit erwachsener Menschen; mnd. lǖt, lūt, N., Volk, Menschenmenge, Leute, Gefolge; ahd. liut, st. M. (i), st. F. (i), st. N. (a), Leute, Menschen, Volk, Angehöriger eines Volkes, Menge; as. liudi, st. M. Pl. (i), st. F. Pl. (i)?, Volk, Leute, Menschen; germ. *leudi-, *leudiz, st. M. (i), Mann, Leute, Volk, Wergeld, Manngeld; s. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mhd. selic, Adj., „seelig“; vgl. mhd. sēle, sel, st. F., sw. F., Seele, Seele eines Verstorbenen im Jenseits, Innerstes, Geist; ahd. sēla, st. F. (ō), sw. F. (n), Seele, Herz, Geist, Leben; germ. *saiwalō, st. F. (ō), Seele; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. leutselig, DW 12, 850 (leutseelig), EWD s. u. Leute, Duden s. u. leutselig; GB.: (liutsælic) seit um 1210 belegte und aus Leut(e) und selig gebildete Bezeichnung einer sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anteil nehmenden Freundlichkeit in dem Umgang mit Untergebenen und einfacheren Menschen (wohlwollend oder gutmütig); BM.: wachsen (V.) (1), Seele; F.: leutselig, leutselige, leutseliges, leutseligem, leutseligen, leutseliger(, leutseligere, leutseligeres, leutseligerem, leutseligeren, leutseligerer, leutseligst, leutseligste, leutseligstes, leutseligstem, leutseligsten, leutseligster)+EW; Z.: leut-sel-ig
$Leutseligkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Leutseligkeit, Wohlwollen, Gutmütigkeit; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Konrad von Würzburg); E.: s. leutseig, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 851 (Leutseeligkeit), EWD s. u. Leute; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus leutselig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Wohlwollen oder Gutmütigkeit; F.: Leutseligkeit, Leutseligkeiten+EW; Z.: Leut-sel-ig—kei-t
Leuwagen, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Leuwagen, Schrubber; ne. scrubber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von mnl. loi (2), loie, loy, loye, Adj., faul, träge; mnl. loy, loey, leuy, Adj., faul; Hinterglied von einer Ableitung von bewegen (s. d.); oder zu nd. dwagen, V., waschen; L.: Kluge s. u. Leuwagen, fehlt DW, Duden s. u. Leuwagen; Son.: selten?; GB.: seit 20. Jh. belegte und teilweise aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit bewegen oder nd. dwagen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten Schrubber; BM.: faul, ?; F.: Leuwagen, Leuwagens+FW+EW; Z.: Leu-wag-en
Levante, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Levante, östlicher Mittelmeerraum; ne. Levant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. levante; E.: s. it. levante, F., Osten, Ostwind, Morgenland; vgl. it. levare, V., aufheben, wegnehmen; lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben, Anker lichten, in See stechen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Levante, Duden s. u. Levante; Son.: F.=ON; vgl. nndl. Levant, ON, Levante; frz. Levant, M.=ON, Levante; nschw. Levante, F.=ON, Levante; nnorw. Levane, M.=ON, Levante; poln. Levante, F.=ON, Levante; kymr. Levant, M.=ON, Levante; nir. Leiveant, M.=ON, Levante; lit. levantas, ON, Levante; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gegend der (von Italien aus gesehen) in dem Osten aufgehenden Sonne um das östliche Mittelmeer; BM.: leicht bzw. bewegen?; F.: Levante+FW; Z.: Lev-ant-e
$Levantiner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Levantiner; E.: s. Levante, s. in(e), s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. Levante; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Levant(e) und in(e) sowie er gebildete Bezeichnung für einen mit der Levante verbundenen Menschen; F.: Levantiner, Levantiners, Levantinern+FW+EW; Z.: Lev-ant-in-er
$levantinisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. levantinisch; E.: s. Levantin(er), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Levante; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Levantin(er) und isch gebildete Bezeichnung für (Levante und) Levantiner betreffend; F.: levantinisch, levantinische, levantinisches, levantinischem, levantinischen, levantinischer+FW+EW; Z.: lev-ant-in-isch
$levantisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. levantisch; E.: s. Levant(e), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Levante; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Levant(e) und isch gebildete Bezeichnung für Levante betreffend; F.: levantisch, levantische, levantisches, levantischem, levantischen, levantinischer+FW+EW; Z.: lev-ant- isch
Level, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Level, Niveau, Rang; ne. level (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. level; E.: s. ne. level, N., Level, Niveau, Wasserwaage; afrz. livel, F., kleine Waage; lat. lībella, F., (Wäglein) Waagelein, Pfennig, Heller, ein kleines Geldstück, Zehntel, Bleiwaage, Setzwaage, Wasserwaage, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lībra, F., Waage, Pfund, Gewogenes, Gleichgewicht; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Level, fehlt DW, Duden s. u. Level; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Rang oder ein Niveau; BM.: Waage; F.: Level, Levels+FW; Z.: Lev-el
Lever, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Lever, Audienz während der Morgentoilette; ne. levee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lever; E.: s. frz. lever, M., Aufstehen; vgl. frz. lever, V., aufheben, sich aufrichten, aufgehen; lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lever, fehlt DW, Duden s. u. Lever; Son.: vgl. nschw. lever, Sb., Lever; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für die (nach dem Aufstehen) während der Morgentoilette eines Fürsten abgehaltene Audienz; BM.: heben bzw. leicht; F.: Lever, Levers+FW; Z.: Lev-er
Levit, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Levit, Geistlicher; ne. Levite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: s. mnd. levite, M., Levit, Tempeldiener der jüdischen Gemeinde, Diakon; mhd. levite, sw. M., Levit, Priester; lat. lēvīta, M., Levit, Diakon; aus dem Hebr., Nachkomme Levis; s. hebr. Levi, PN, Anhänglichkeit, Anschließung; L.: Kluge s. u. Leviten, DW 12, 852 (Levit), EWD s. u. Leviten, Duden s. u. Leviten; Son.: vgl. nndl. Leviet, Sb., Levit; frz. Lévite, M., Levit; nschw. levit, Sb., Levit; nnorw. levitt, M., Levit; poln. lewita, M., Lewit; kymr. lefiad, M., Levit; GB.: seit 1298 belegte und aus dem Lateinischen und mittelbar dem Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen jüdischen Tempeldiener aus dem Stamm Levi; BM.: PN bzw. Stammesbezeichnung; F.: Leviten+FW(+EW); Z.: Lev-it
Levkoje, Levkoie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Levkoje, Levkoie, eine Blütenpflanze; ne. hoary stock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. leukojo -; E.: s. it. leukojo, M., Levkoje; lat. leucoïon, N., weißes Veilchen, Levkoje, (1. Jh. n. Chr.); gr. λευκόιον (leukóïon), N., weißes Veilchen, Levkoje; vgl. gr. λευκός (leukós), Adj., weiß; vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Levkoje, DW 12, 852, EWD s. u. Levkoje, Duden s. u. Levkoje; Son.: vgl. nschw. lövjoja, Sb., Levkoje; nnorw. levkøy, M., Levkoje; poln. lewkonia, F., Levkoje; lit. leukonija, F., Levkoje; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze mit länglichen blassgrünen Blättern und weiß bis violett gefärbten meist stark duftenden Blüten in Trauben; BM.: licht bzw. leuchten; F.: Levkoje, Levkojen, Levkoie, Levkoien+FW(+EW); Z.: Lev-koj-e
Lexem, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Lexem, eine Wortschatzeinheit; ne. lexeme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. russ. лексема (leksema); E.: s. russ. лексема (leksema), F., Leksem; Kunstwort zu gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lexem, fehlt DW, Duden s. u. Lexem; Son.: vgl. nndl. lexeem, Sb., Lexem; frz. lexème, M., Lexem; nschw. lexem, Sb., Lexem; nnorw. leksem, N., Lexem; poln. leksem, M., Lexem; lit. leksema, F., Lexem; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Einheit eines Wortschatzes wie beispielsweise Lauf; BM.: sammeln; F.: Lexem, Lexems, Lexeme, Lexemen+FW(+EW); Z.: Lex-em
...lexie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...lexie; ne. ...lexy; Vw.: s. Dys-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. ...lexie, Suff., ...lexie; frz. ...lexie, Suff., ...lexie; nschw. ...lexi, Suff., ...lexie; nnorw. ...leksi, Suff., ...lexie; kymr. ...lecsia, Suff., ...lexie; poln. ...leksja, Suff., ...lexie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendbare Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...lexie, ...lexien+FW; Z.: -lex-ie
$lexikalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lexikalisch, Lexikon betreffend; E.: s. Lexik(on), s. al, s. isch; L.: Kluge s. u. Lexikon, fehlt DW, EWD s. u. Lexikon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lexik(on) und al sowie isch gebildete Bezeichnung für Lexikon betreffend; F.: lexikalisch, lexikalische, lexikalisches, lexikalischem, lexikalischen, lexikalischer+FW(+EW); Z.: lex-ik-al-isch
lexiko..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. lexiko...; ne. lexico...; Vw.: s. -graph; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λεξικός (lexikós), Adj., zu den Wörtern gehörig; gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. lexico…, Präf., lexiko…; frz. lexico…, Präf., lexiko…; nschw. lexiko…, Präf., lexiko…; poln. leksiko…, Präf., lexiko…; poln. leksyko…, Präf., lexiko…; lit. leksiko…, Präf., lexiko…; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie als Bestimmungswort zu einer Bildung von mit Wörterbuch zusammenhängenden Wörtern verwendete Bezeichnung; F.: lexiko…+FW(+EW); Z.: lex-ik-o-
Lexikograph, Lexikograf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lexikograph, Verfasser eines Wörterbuchs, Bearbeiter eines Wörterbuchs; ne. lexicographer; Vw.: -; Hw.: s. Lexikon; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. λεξικογραφός (lexikographós); E.: s. λεξικογραφός (lexikographós), M., Lexikograph; vgl. gr. λεξικός (lexikós), Adj., zu den Wörtern gehörig; gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lexikon, fehlt DW, EWD s. u. Lexikon, Duden s. u. Lexikograph; Son.: vgl. nndl. lexicograaf, Sb., Lexikograph; frz. lexicographe, M., Lexikograph; nschw. lexikograf, Sb., Lexikograph; poln. leksikograf, M., Lexikograph; poln. leksykograf, M., Lexikograph; lit. leksikografas, M., Lexikograph; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verfasser oder Bearbeiter eines Wörterbuchs; BM.: sammeln, schreiben; F.: Lexikograph, Lexikographen, Lexikograf, Lexikografen+FW(+EW); Z.: Lex-ik-o-graph
Lexikon, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Lexikon, Nachschlagewerk, Wörterbuch; ne. lexicon; Vw.: -; Hw.: s. Lexikograph; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. λεξικόν (lexikón); E.: s. gr. λεξικόν (lexikón), N., Lexikon; vgl. gr. λεξικός (lexikós), Adj., zu den Wörtern gehörig; vgl. gr. λέξις (léxis), F., Wort, Rede; vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Lexikon, fehlt DW, EWD s. u. Lexikon, Duden s. u. Lexikon; Son.: vgl. nndl. lexicon, Sb., Lexikon; frz. lexique, M., Lexikon; nschw. lexikon, N., Lexikon; nnorw. leksikon, N., Lexikon; poln. leksykon, M., Lexikon; lit. leksikonas, M., Lexikon; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen geschaffenes und nach Stichwörtern alphabetisch oder sachlich geordnetes Nachschlagewerk für alle Wissensgebiete oder für ein bestimmtes Wissensgebiet; BM.: sammeln; F.: Lexikon, Lexikons, Lexika+FW; Z.: Lex-ik-on
Lezithin, Lecithin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lezithin, ein Nervenstärkungsmittel; ne. lecithin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λέκιθος (lékithos), M., Eigelb, Eidotter; Brei aus Hülsenfrüchten oder aus Getreide; wohl Fremdwort?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Lezithin; Son.: vgl. nndl. lecithin, Sb., Lezithin; frz. lécithine, F., Lezithin; nschw. lecitin, Sb., Lezithin; kymr. lesithin, M., Lezithin; poln. lecytyna, F., Lezithin; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche in allen Zellen von Lebewesen enthaltene phosphorhaltige fettähnliche Substanz (Phosphatidylcholin); BM.: Eigelb; F.: Lezithin, Lezithins, Lezithine, Lezithinen, Lecithin, Lecithins, Lecithine, Lecithinen+FW(+EW); Z.: Lezith-in
Liaison, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Liaison, Liebesbeziehung; ne. liaison; Vw.: -; Hw.: s. liieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. liaison; E.: s. frz. liaison, F., Verbindung; lat. ligātio, F., Binden (N.), (um 47 n. Chr.); vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Liaison, liieren, fehlt DW, EWD s. u. liieren, Duden s. u. Liaison; Son.: vgl. nnorw. liaison, M., Liaison; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums kommende und umgebildete Bezeichnung für eine engere in Gegensatz zu einer Ehe nicht gesetzlich anerkannte menschliche Liebesbeziehung oder amouröse Verbindung zwischen mindestens zwei Menschen; BM.: binden; F.: Liaison, Liaisonen+FW; Z.: Liais-on
Liane, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Liane, eine Schlingpflanze (besonders in tropischen Regenwäldern); ne. liana, vine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. liane; E.: s. frz. liane, F., Liane, Schlingpflanze; vgl. frz. liseron, M., Winde; lat. vīburnum, N., kleiner Mehlbaum, Mehlbeerbaum, Schlingbaum, (70-19 v. Chr.); weitere Etymologie unklar, s. Walde/Hofmann 2, 781; vielleicht noch eine volksetymologische Anlehung an frz. lier, V., verbinden; L.: Kluge s. u. Liane, fehlt DW, EWD s. u. Liane, Duden s. u. Liane; Son.: vgl. nndl. liaan, Sb., Liane; nschw. lian, Sb., Liane; nnorw. lian, M., Liane; poln. liana, F., Liane; kymr. liana, F., Liane; nir. liana, F., Liane; lit. liana, V., Liane; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine besonders in tropischen Regenwäldern wachsende schon vormenschliche Schlingpflanze mit herabhängenden sehr starken Ausläufern; BM.: Winde; F.: Liane, Lianen+FW; Z.: Lian-e
Libell, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Libell, altrömische Klageschrift, Schmähschrift; ne. libellus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: fnhd. libel, N., kleines Büchlein, Schmähschrift, Klageschrift; mhd. libel, st. N., kleines Büchlein; mnd. libél, libell, liebel, N., Schriftstück, Streitschrift; mnl. libel, N., Schmähschrift; ahd. libel*, livol*, st. M. (a), st. N. (a), Libell, Buch, Schrift, Schriftwerk, Text, Büchlein, Band (M.); lat. libellus, M., kleine Schrift, Denkschrift, Klageschrift; vgl. lat. liber, M., Bast, Schrift, Buch; vgl. idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 4, 1673, EWAhd 5, 1234, Duden s. u. Libell; Son.: vgl. afries. libel, st. N. (a), Klageschrift, Libell; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche von Menschen verfasste kleine Schrift wie beispielsweise eine Klageschrift oder eine Schmähschrift; BM.: schneiden; F.: Libell, Libells, Libelle, Libellen+FW(+EW); Z.: Li-b-ell
Libelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Libelle, ein Insekt, Wasserwaage; ne. dragonfly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. lībella; E.: s. lat. lībella, F., Waagelein („Wäglein“), Pfennig, Heller, ein kleines Geldstück, Zehntel, Bleiwaage, Setzwaage, Wasserwaage, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lībra, F., Waage, Pfund, Gewogenes, Gleichgewicht; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Libelle, DW 12, 853, EWD s. u. Libelle, Duden s. u. Libelle; Son.: vgl. nndl. libel, Sb., Libelle; frz. libellule, F., Libelle; nschw. libell, Sb., Wasserwaage; nnorw. libelle, M., Libelle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein an dem Wasser lebendes etwas größeres räuberisches schon vormenschliches Insekt mit langem schlankem Körper und zwei Paaren schillernder Flügel; BM.: Waage; F.: Libelle, Libellen+FW+EW; Z.: Lib-ell-e
liberal, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. liberal. freiheitlich; ne. liberal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Liberalität, liberalisieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. libéral; E.: s. frz. libéral, Adj., liberal, freiheitlich; lat. līberālis, Adj., Freiheit betreffend, edel, von edler Art seiend, gütig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līber (1), Adj., frei, unabhängig, abgabenfrei, dienstfrei, ledig; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. liberal, fehlt DW, EWD s. u. liberal, Duden s. u. liberal; Son.: vgl. nndl. liberaal, Adj., liberal; nschw. liberal, Adj., liberal; nnorw. liberal, Adj., liberal; poln. liberalny, Adj., liberal; lit. liberalus, Adj., liberal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für freiheitlich oder eines dem Einzelnen nur wenige Einschränkungen der grundsätzlichen Freiheit auferlegenden Verhaltens; BM.: frei; F.: liberal, liberale, liberales, liberalem, liberalen, liberaler(, liberalere, liberaleres, liberalerem, liberaleren, liberalerer, liberalst, liberalste, liberalstes, liberalstem, liberalsten, liberalster)+EW(+EW); Z.: lib-er-al
$Liberaler, Liberale, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liberale; Q.: 1819 (Görres); E.: s. liberal, s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. liberal; GB.: seit 1819 belegte und aus liberal und er gebildete Bezeichnung für einen die grundsätzliche Freiheit des Menschen in der Gesellschaft betonenden und anstrebenden Politiker; F.: Liberale, Liberaler, Liberalen+FW(+EW); Z.: Lib-er-al-e-r
liberalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. liberalisieren, deregulieren, befreien, freigeben; ne. liberalise; Vw.: -; Hw.: s. liberal, Liberalität; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. libéraliser; E.: s. frz. libéraliser, V., liberalisieren, freier gestalten; frz. libéral, Adj., liberal, freiheitlich; lat. līberālis, Adj., Freiheit betreffend, edel, von edler Art seiend, gütig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līber (1), Adj., frei, unabhängig, abgabenfrei, dienstfrei, ledig; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. liberal, fehlt DW, EWD s. u. liberal, Duden s. u. liberal; Son.: vgl. nndl. liberaliseren, V., liberalisieren; nschw. liberalisera, V., liberalisieren; nnorw. liberalisere, V., liberalisieren; poln. liberalizować, V., liberalisieren; lit. liberalizuoti, V., liberalisieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Einschränkungen befreien oder freigeben; BM.: frei; F.: liberalisieren, liberalisiere, liberalisierst, liberalisiert, liberalisierest, liberalisieret, liberalisierte, liberalisiertest, liberalisierten, liberalisiertet, ##liberalisiert, liberalisierte, liberalisiertes, liberalisiertem, liberalisierter##, liberalisierend, ###liberalisierend, liberalisierende, liberalisierendes, liberalisierendem, liberalisierenden, liberalisierender###, liberalisier (!)+FW+EW; Z.: lib-er-al-is-ier-en
$Liberalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liberalismus; Q.: um 1820; E.: s. liberal, s. ismus; L.: Kluge s. u. liberal, fehlt DW, EWD s. u. liberal; GB.: seit um 1820 belegte und aus liberal und ismus gebildete Bezeichnung für eine seit dem 17. Jh. auf der Grundlage der Freiheit in der Aufklärung von Denkern wie John Locke oder Charles de Montesquieu oder Immanuel Kant entwickelte politische Strömung; F.: Liberalismus+FW(+EW?); Z.: Lib-er-al-ism-us
Liberalität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Liberalität, Freiheitlichkeit, Freigebigkeit, Hochherzigkeit, menschliche freiheitliche Gesinnung; ne. liberality; Vw.: -; Hw.: s. liberal, liberalisieren; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. līberālitas; E.: s. lat. līberālitas, F., edle Gesinnungsart, edle Denkart, freisinnige Denkungsart, edle Handlungsart, wohlwollende Gesinnung, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. līberālis, Adj., Freiheit betreffend, edel, von edler Art seiend, gütig; lat. līber (1), Adj., frei, unabhängig, abgabenfrei, dienstfrei, ledig; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. liberal, fehlt DW, EWD s. u. liberal, Duden s. u. Liberalität; Son.: vgl. nndl. liberaliteit, Sb., Liberalität; frz. libéralité, F., Liberalität; nschw. liberalitet, Sb., Liberalität; nnorw. liberalitet, M., Liberalität; poln. liberalność, F., Liberalität; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche freiheitliche Gesinnung; BM.: frei; F.: Liberalität+FW(+EW); Z.: Lib-er-al-it-ät
Libero, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Libero, eine Spielerposition eines freien Abwehrspielers in dem Fußballspiel; ne. libero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. libero; E.: s. it. libero, Freier (M.) (1), Libero; vgl. it. libero, Adj., frei; lat. līber (1), Adj., frei, unabhängig, abgabenfrei, dienstfrei, ledig, (um 450 v. Chr.); idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Libero, fehlt DW, Duden s. u. Libero; Son.: vgl. nndl. libero, Sb., Libero; frz. libéro, M., Libero; nschw. libero, Sb., Libero; nnorw. libero, M., Libero; poln. libero, M., Libero; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ohne unmittelbaren Gegenspieler und deshalb frei spielenden Abwehrspieler in dem von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten Fußballspiel; BM.: frei; F.: Libero, Liberos, Liberi+FW; Z.: Lib-er-o
libertär, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. libertär, äußerst freiheitlich, extrem freiheitlich, anarchistisch; ne. libertarian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. libertaire; E.: s. frz. libertaire, Adj., libertär, anarchistisch; frz. liberté, F., Freiheit; lat. lībertās, F., Freiheit, Selbständigkeit, Unabhängigkeit, Autonomie, Freiheitssinn, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. līber, Adj., frei; vgl. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. libertär; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bis zu anarchistisch äußerst freiheitlich; BM.: frei; F.: libertär, libertäre, libertäres, libertärem, libertären, libertärer+FW(+EW); Z.: lib-er-t-är
Libertin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Libertin, Freigeist, zügellos lebender Mensch; ne. libertine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. libertin; E.: s. frz. libertin, M., Freigeist; lat. lībertīnus (2), M., Freigelassener, lockerer Geselle, leichtsinniger Bursche, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līber (1), Adj., frei, unabhängig, abgabenfrei, dienstfrei, ledig; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Libertin, fehlt DW, Duden s. u. Libertin; Son.: vgl. nndl. libertijn, Sb., Libertin; nschw. libertin, M., Libertin; nnorw. libertiner, M., Libertin; poln. libertyn, M., Libertin; kymr. libertiniad, M., Libertin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen zügellos lebenden Menschen; BM.: frei; F.: Libertin, Libertins+FW(+EW?); Z.: Lib-ert-in
libidinös, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. libidinös, sexuell, die sexuelle Lust betreffend; ne. libidinous; Vw.: -; Hw.: s. Libido; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. libīdinōsus; E.: s. lat. libīdinōsus, Adj., genusssüchtig, wollüstig, lüstern, ausschweifend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. libīdo, F., Lust, Gelüste, Trieb, Begierde, um 250-184 v. Chr.); lat. libēre, V., belieben, gefällig sein (V.), erfreulich sein (V.); idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Libido, fehlt DW, Duden s. u. libidinös; Son.: vgl. frz. libindineux, Adj., libidinös; nnorw. libidinøs, Adj., libidinös; nir. libidiniúil, Adj., libidinös; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Geschlechtern in den Lebewesen mögliches die sexuelle Lust betreffend; BM.: begehren; F.: libidinös, libidinöse, libidinöses, libidinösem, libidinösen, libidinöser(, libidinösere, libidinöseres, libidinöserem, libidinöseren, libidinöserer, libidinösest, libidinöseste, libidinösestes, libidinösestem, libidinösesten, libidinösester)+FW(+EW); Z.: lib-id-in-ös
Libido, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Libido, Geschlechtstrieb; ne. libido; Vw.: -; Hw.: s. libidinös; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. libīdo; E.: s. lat. libīdo, F., Lust, Gelüste, Trieb, Begierde, um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. libēre, V., belieben, gefällig sein (V.), erfreulich sein (V.); idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Libido, fehlt DW, Duden s. u. Libido; Son.: vgl. nndl. libido, Sb., Libido; frz. libido, F., Libido; nschw. libido, Sb., Libido; nnorw. libido, M., Libido; poln. libido, M., Libido; kymr. libido, M., F., Libido; lit. libido, Sb. (indkel.), Libido; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des auf sexuelle Befriedigung gerichteten Geschlechtstriebs geschlechtlicher Lebewesen; BM.: begehren; F.: Libido+FW; Z.: Lib-id-o
$Librettist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Librettist, Verfasser von Texten für musikdramatische Werke; I.: Lw. it. librettista; E.: s. Librett(o), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Libretto; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Verfasser von Texten für musikdramatische Werke; F.: Librettist, Librettisten+FW(+EW); Z.: Li-b-r-ett-ist
Libretto, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Libretto, Textbuch von Gesangsstücken; ne. libretto; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. it. libretto; E.: s. it. libretto, M., kleines Buch, Libretto; vgl. it. libro, M., Buch; lat. liber, M., Bast, Schrift, Buch, Komödie, (um 250-184 v. Chr.); idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Libretto, EWD s. u. Libretto, Duden s. u. Libretto; Son.: vgl. nndl. libretto, Sb., Libretto; frz. libretto, M., Libretto; nschw. libretto, N., Libretto; nnorw. libretto, M., Libretto; poln. libretto, M., Libretto; kymr. libreto, M., Libretto; nir. leabhróg, F., Libretto; lit. libretas, M., Libretto; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen geschaffene Textbuch zu einem sachlich seit Entwicklung von Sprache und Musik durch den Menschen möglichen Gesangsstück oder gesungenen musikalischen Werk; BM.: schneiden; F.: Libretto, Librettos, Libretti+FW; Z.: Li-b-r-ett-o
...lich (1), nhd., (Adj.), (8. Jh.?): nhd. …lich; ne. …ly; Vw.: s. ähn-, allmäh-, däm-, despektier-, ehr-, eigent-, eigentüm-, erheb-, erkleck-, et-, frei-, gät-, geflissent-, glimpf-, gräss-, häss-, heim-, kontinuier-, lieb-, lieder-, mack-, mäh-, miss-, mög-, näm-, nied-, öffent-, ordent-, plötz-, recht-, red-, scheuß-, spär-, statt-, treff-, unpäss-, wahr-, weid-, wirk-, ziem-, zimper-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; mnd. līk (3), līch, lich*, Adj., gleich, gleichgesinnt, vergleichbar, gleichartig seiend, gleichmäßig, eben, gerade, angemessen; mnl. ...lijc, Suff., ...lich; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; as. līk (2), Adj., Suff., …lich; anfrk. …līk, Adj., Suff.; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. -lich, Kluge s. u. -lich, EWD s. u. -lich, EWAhd 5, 1265, Heidermanns 381, Duden s. u. -lich; Son.: vgl. afries. -lik (3), Adj., Suff., gleich, ...lich; saterl. lic; ae. līc (2), Adj., gleich, ähnlich; an. līkr, Adj., gleich, wahrscheinlich, gut; got. *leiks, Adj. (a); nndl. …lijk, Suff., …lich; nschw. …lig, Suff., …lich; nnorw. …lig, Suff., …lich; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für die Bildung von Adjektiven der Gleichheit verwendete Bezeichnung; BM.: gleich; F.: ...lich, ...liche, ...liches, ...lichem, ...lichen, ...licher(, ...lichere, ...licheres, ...licherem, ...licheren, ...licherer, ...lichst, ...lichste, ...lichstes, ...lichstem, ...lichsten, ...lichster)+EW; Z.: -lich
...lich (2), nhd., M., (11. Jh.?): nhd. ...lich; ne. ?; Vw.: s. Dril-, Zwil-; Hw.: -; Q.: 11. Jh.?; I.: lat. Lw.; lat. līcium, N., Querfaden, Faden, Eintragsfaden beim Weben, Gewebe; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von ein Gewebe betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Faden; F.: ...lich, ...lichs, ...liche, ...lichen+FW(+EW); Z.: -li-ch
...lichkeit, nhd., F., (?): nhd. ...lichkeit; ne. …ness; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. līkhēt, līkheit, F., Gleichheit, Gleichmäßigkeit; mnd. līkhēt, līkheit, F., Gleichheit, Gleichmäßigkeit; s. nhd. …lich, …heit; Son.: vgl. nndl. …lijkheid, Suff., …lichkeit; nschw. …lighet, Suff., …lichkeit; nnorw. …lighet, Suff., …lichkeit; GB.: seit (?) als Grundwort in Zusammensetzungen verwendete Bezeichnung um Substantive zu Adjektiven der Gleichheit zu bilden; BM.: gleich, leuchten; F.: ...lichkeit, ...lichkeiten+EW; Z.: -lich-kei-t
licht, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. licht, hell, klar, glänzend; ne. light (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lieht, Adj., hell, strahlend, blank, bleich, heiter, erleuchtend; mnd. licht (2), lecht, legt, lücht, luft, lüft, Adj., „licht“, leuchtend, hell, klar, strahlend, lichterloh; mnl. licht, Adj., hell, heiter, klar; ahd. lioht* (1), Adj., licht, hell, glänzend, herrlich, von Helligkeit umgeben (Adj.), ungetrübt, klar; ahd. liohti* liuhti*, Adj., licht, hell, klar, glänzend; as. lioht (2), Adj., licht, glänzend, hell, klar, aufrichtig; anfrk. lieht, Adj., licht, klar, glänzend; germ. *liuhta-, *liuhtaz, *leuhta-, *leuhtaz, Adj., licht, hell; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. licht, Kluge s. u. licht, DW 12, 854, EWD s. u. licht, EWAhd 5, 1349, Heidermanns 379, Duden s. u. licht, Bluhme s. u. Licht; Son.: vgl. afries. liācht (2), Adj., licht, hell; saterl. ljocht, Adj., licht, hell; ae. léoht (2), Adj., licht, hell, klar, deutlich; an. -; got. liuhts?, Adj. (a), licht, strahlend, hell; nndl. licht, Adj., licht; gr. λευκός (leukós), Adj., leuchtend, licht, hell, klar, weiß; GB.: (lioht) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches hell oder klar oder glänzend; BM.: leuchten; F.: licht, lichte, lichtes, lichtem, lichten, lichter(, lichtere, lichteres, lichterem, lichteren, lichterer, lichtest, lichteste, lichtestes, lichtestem, lichtesten, lichtester)+EW; Z.: lich-t
$Licht, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Licht. Helle, Helligkeit; Vw.: s. Flut-, Irr-, Kirchen-, Nord-, Stopp-, Zwie-; E.: s. licht; L.: Kluge 1. A. s. u. Licht, Kluge s. u. Licht, DW 12, 861, EWD s. u. licht, Heidermanns 379; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Helle oder Helligkeit; F.: Licht, Lichtes, Lichts, Lichter, Lichtern+EW; Z.: Lich-t
$Lichtbild, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lichtbild, Fotografie; E.: s. Licht, s. Bild; L.: Kluge s. u. Fotographie, DW 12, 878, EWD s. u. Bild; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Licht und Bild gebildete Bezeichnung für ein von Menschen mittels eines Geräts unter Verwendung des Lichtes hergestelltes Abbild eines Menschen oder Gegenstands oder eine Fotografie; F.: Lichtbild, Lichtbildes, Lichtbilds, Lichtbilder, Lichtbildern+EW; Z.: Lich-t—bild
$Lichtblick, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Lichtblick; E.: s. licht, s. Blick; L.: DW 12, 878, EWD s. u. licht; GB.: (liehtblic) seit 1215/1216 belegte Bezeichnung für einen Blitz oder einen lichten Augenblick oder (übertragen [Adj.]) ein erfreuliches Ereignis; F.: Lichtblick, Lichtblicks, Lichtblickes, Lichtblicke, Lichtblicken+EW; Z.: Lich-t—bli-ck
lichten (1), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lichten (V.) (1), licht machen, hell machen, Licht geben, weniger dicht machen; ne. clear (V.), thin (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. liehten, sw. V., leuchten, tagen; mnd. lichten (1), lechten, sw. V., „lichten“ (V.) (1), hell werden, Tag werden; ahd. liohten*, sw. V. (1a), leuchten; germ. *leuhtjan, sw. V., leuchten; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. lichten 1, DW 12, 880, EWD s. u. licht, Duden s. u. lichten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus licht und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches licht machen oder hell machen oder weniger dicht machen; BM.: hell bzw. leuchten; F.: lichten, lichte (!), lichtest, lichtet, lichtete, lichtetest, lichteten, lichtetet, gelichtet, ##gelichtet, gelichtete, gelichtetes, gelichtetem, gelichteten, gelichteter##, lichtend, ###lichtend, lichtende, lichtendes, lichtendem, lichtenden, lichtender###, licht (!)+EW; Son.: s. mhd. liehten; Z.: lich-t-en
lichten (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. lichten (V.) (2), leicht machen, heben; ne. hoist anchor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. lichten (3), sw. V., nach oben heben, anheben, aufheben, aufnehmen, Anker lichten (V.) (2), wegnehmen, herausnehmen; s. mnd. licht (3), lucht, Adj., leicht, von geringem Gewicht seiend, leicht beweglich, behende, leichtsinnig; as. *līht?, Adj., leicht; germ. *līhta-, *līhtaz, *līhtja-, līhtjaz, Adj., leicht; germ. *lenhwta-, *lenhwtaz, Adj., leicht; s. idg. *lengᵘ̯h-, *lengᵘ̯ho-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯h-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lichten, Kluge s. u. lichten 2, DW 12, 881, EWD s. u. lichten 2, Duden s. u. lichten, Bluhme s. u. lichten; Son.: vgl. lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Altsächsischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit dem Menschen mögliches leicht machen oder (den Anker) heben und mit dem Schiff fahren; BM.: leicht; F.: lichten, lichte (!), lichtest, lichtet, lichtete, lichtetest, lichteten, lichtetet, gelichtet, ##gelichtet, gelichtete, gelichtetes, gelichtetem, gelichteten, gelichteter##, lichtend, ###lichtend, lichtende, lichtendes, lichtendem, lichtenden, lichtender###, licht (!)+EW; Z.: lich-t-en
$lichterloh, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. lichterloh, mit lichter Lohe, mit brennender Flamme; E.: s. licht, s. Loh(e); L.: Kluge s. u. lichterloh, DW 12, 882 (lichterlohe), EWD s. u. licht; GB.: seit 16. Jh. belegte und durch Zusammenrückung des mhd. adverbialen Genetivs liehter lohe gebildete Bezeichnung für mit lichter Lohe oder brennender Flamme; F.: lichterloh+EW; Z.: lich-t-er—loh
$Lichthupe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lichthupe; E.: s. Licht, s. Hupe; L.: Kluge s. u. Hupe, fehlt DW, EWD s. u. Hupe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Licht und Hupe gebildete Bezeichnung für ein in dem Kraftfahrzeugverkehr mit der Hupe gegebenes und nur bei Gefahr erlaubtes Lichtzeichen oder Warnsignal und das von Menschen entwickelte zugehörige Gerät; F.: Lichthupe, Lichthupen+EW; Z.: Lich-t—hup-e
$Lichtjahr, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lichtjahr; E.: s. Licht, s. Jahr; L.: fehlt DW, EWD s. u. licht; GB.: seit 19. Jh. belegte und von Menschen für sehr große Entfernungen aus Licht und Jahr gebildete und verwendete Bezeichnung für die Strecke die das sich mit Lichtgeschwindigkeit in luftleerem Raum bewegende Licht in einem Jahr zurücklegt wie beispielsweise (8,3 Lichtminuten für die Entfernung von 150000000 Kilometern zwischen Sonne und Erde oder) 9,46 Billiarden Meter oder 9,46 Billionen Kilometer für ein ganzes Lichtjahr; F.: Lichtjahr, Lichtjahres, Lichtjahrs, Lichtjahre, Lichtjahren+EW; Z.: Lich-t—jah-r
$Lichtmesse, Lichtmess, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Lichtmesse; E.: s. Licht, s. Mess(e); L.: Kluge s. u. Lichtmess, DW 12, 887; GB.: seit 2. Viertel 13. Jh. belegte und aus Licht und Mess(e) gebildete Bezeichnung für den auf den zweiten Februar gelegten Feiertag der Christen an dem der Tag gegenüber der vorangehenden Winterzeit schon deutlich länger licht oder hell ist so dass unter bäuerlichen Gegebenheiten noch zu Tageslicht zu Abend gegessen werden kann oder konnte; F.: Lichtmess+EW; Z.: Lich-t—mess
$Lichtung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lichtung, helle Stelle, Lichtwerdung; Vw.: s. Be-; E.: s. licht(en) und ung; L.: Kluge s. u. lichten 1, Lichtung, DW 12, 893, EWD s. u. licht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus licht(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine helle Stelle oder eine Lichtwerdung, F.: Lichtung, Lichtungen+EW; Z.: Lich-t-ung
Lid, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Lid, Augenlid, Deckel; ne. lid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lit, st. N., Deckel, Grabplatte; mnd. lit (1), let, lēt, leet, leid, N., Lid, Augenlid, Deckel, Lukendeckel, Kistendeckel, Altarflügel; mnl. lit, N., Deckel, Tür; ahd. lid (2), lit, hlit*, st. N. (a), Deckel, Deckelplatte, Gefäßdeckel, Gefäßverschluss, Abdeckung; as. hlid, st. N. (a), Lid, Deckel, Verschluss; anfrk. -; germ. *hliþa- (1), *hliþam, *hlida-, *hlidam, st. N. (a), Tür, Deckel, Verschluss, Lid; s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lid, Kluge s. u. Lid, DW 12, 982 (Lied), EWD s. u. Lid, EWAhd 5, 1382, Seebold 262, Duden s. u. Lid, Bluhme s. u. Lied; Son.: vgl. afries. hlid, st. N. (a), Deckel, Verschluss, Augenlid, Lid; ae. hlid, st. N. (a), Deckel, Decke, Dach, Tür, Tor (N.), Öffnung; an. hlið (2), st. N. (a), Öffnung, Zwischenraum, Tür, Tor (N.); got. -; nndl. lid, Sb., Lid, Augenlid, Deckel; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche Haut(falte) die bei einem Öffnen und Schließen des Auges von oben und unten bewegt wird und als ein Deckel einen Schutz für das Auge gegenüber Licht und kleinen Fremdkörpern bildet; BM.: verhüllen; F.: Lid, Lides, Lids, Lider, Lidern+EW; Z.: Li-d
Lido, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Lido, Strand; ne. lido; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. it. lido; E.: s. it. lido, M., Strand; lat. lītus, N., Strand, Gestade, Küstengegend, Küste, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *lē̆i- (4), V., gießen, fließen, tröpfeln, Pokorny 664 (1073/29) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Lido; Son.: vgl. poln. lido, M., Lido; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung eines schmalen und lang gestreckten Landstreifens vor einer Küste (Strand); BM.: fließen; F.: Lido, Lidos, Lidi+FW(+EW); Z.: Li-d-o
lieb, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lieb, gern gehabt, geschätzt; ne. dear (Adj.), kind (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Liebe, lieben, lieblich, Maßliebchen; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. liep, liup, Adj., lieb, angenehm, erfreulich; mnd. lēf (1), leef, leif, līf, lēve, Adj., lieb, wert, beliebt, angenehm, willkommen, geliebt, vertraut, wert; mnl. lief, Adj., lieb, geliebt, beliegt, angenehm; ahd. liob* (1), liub, Adj., lieb, teuer, angenehm, genehm, anmutig, geliebt, wohlgefällig, gefällig, erfreulich, gewogen; as. liof (1), liab* (1), Adj., lieb, geliebt, wert, freundlich; anfrk. lief*, Adj., lieb, geliebt; germ. *leuba-, leubaz, Adj., lieb, geliebt; idg. leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lieb, Kluge s. u. lieb, DW 12, 896, EWD s. u. lieb, EWAhd 5, 1330, Falk/Torp 376, Heidermanns 377, Duden s. u. lieb, Bluhme s. u. lieb; Son.: vgl. afries. liāf, Adj., lieb, geliebt; nnordfries. lief, Adj., lieb; ae. léof, Adj., lieb, teuer, angenehm; an. ljūfr, Adj., lieb, wert; got. liufs, Adj. (a), lieb, geliebt; nndl. lief, Adj., lieb; ne. lief, Adv., gerne; nschw. ljuv, Adj., lieblich; nisl. ljúfur, Adj., lieb; ai. lúbhyati, V., ist gierig; lat. libet, lubet, V., es beliebt; ksl. ljubu, Adj., lieb; lit. liūbas, Adj., lieb (aus dem Slawischen entlehnt); GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gern gehabt oder geschätzt; BM.: gern haben; F.: lieb, liebe, liebes, liebem, lieben, lieber(, liebere, lieberes, lieberem, lieberen, lieberer, liebst, liebste, liebstes, liebstem, liebsten, liebster)+EW; Z.: lieb
$Lieb, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Lieb; E.: s. lieb; L.: Kluge s. u. lieb, DW 12, 895, EWD s. u. lieb; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit lieb verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Menschen möglichen geliebten Menschen; F.: Lieb, Liebs+EW; Z.: Lieb
$liebäugeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. liebäugeln, durch liebe Blicke für sich einnehmen wollen (V.); E.: s. lieb, s. Aug(e), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. liebäugeln, DW 12, 913, EWD s. u. Auge; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lieb und Aug(e) sowie el und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch liebe Blicke für sich einnehmen wollen (V.); F.: liebäugeln, liebäugel (!), liebäugle, liebäugelst, liebäugelt, liebäugelte, liebäugeltest, liebäugelten, liebäugeltet, geliebäugelt, ##geliebäugelt, geliebäugelte, geliebäugeltes, geliebäugeltem, geliebäugelten, geliebäugelter##, liebäugelnd, ###liebäugelnd, liebäugelnde, liebäugelndes, liebäugelndem, liebäugelnden, liebäugelnder###, liebäugel (!)+EW; Z.: lieb—äug-el-n
$liebaugen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. liebaugen; E.: s. lieb, s. Aug(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. liebäugeln, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus lieb und Aug(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch liebe Blicke für sich einnehmen wollen (V.); F.: liebaugen, liebauge (!), liebaugst, liebaugt, liebaugest, liebauget, liebaugte, liebaugtest, liebaugten, liebaugtet, geliebäugt, ##geliebäugt, geliebäugte, geliebäugtes, geliebäugtem, geliebäugten, geliebäugter##, liebaugend, ###liebaugend, liebaugende, liebaugendes, liebaugendem, liebaugenden, liebaugender###, liebaug (!)+EW; Z.: lieb—aug-en
Liebchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Liebchen, Liebste, geliebte Frau; ne. liebchen, darling; Vw.: s. Maß-; Hw.: s. Liebe; Q.: 1445 (Urkunde); I.: Lw-; E.: s. mhd. liebchīn, st. N., Liebchen, Liebling; mhd. liebechīn, st. N., Liebchen; mnd. lēveken, lēvekīn, lēfken, leifken, N., Liebchen, Geliebte (Kosewort), Christus; s. nhd. Liebe, ...chen; L.: Kluge s. u. lieb, DW 12, 914, EWD s. u. lieb; GB.: seit 1445 belegte und aus Lieb und chen gebildete als Liebkosung verwendete Bezeichnung einer geliebten Frau; BM.: gern haben, F.: Liebchen, Liebchens+EW; Z.: Lieb-chen
$Liebde, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Liebde; E.: s. lieb, s. de; L.: Kluge s. u. Liebde, DW 12, 916; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus lieb und de gebildete ältere Bezeichnung für einen höhergestellten Menschen; F.: Liebde, Liebden+EW; Z.: Lieb-d-e
Liebe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Liebe (F.) (1), große Zuneigung; ne. love (N.); Vw.: -; Hw.: s. lieb, lieben, lieblich, Liebchen; Q.: 863-871 (Otfrid); I.: Lw.-; E.: mhd. liebe (3), lībe, lieve, liefe*, st. F., Liebsein, Wohlgefallen, Freude, Gunst, Liebe (F.) (1), Liebeszuversicht, glückliche Liebe, Zuneigung, Freundschaft; mnd. lēve (1), leeve, leyve, līve, F., Liebe, Freundlichkeit, freundliches Verhalten, Zuneigung, Einmütigkeit, Freude; mnl. lieve, F., Liebe (F.) (1); ahd. lioba*, st. F. (ō), Liebe (F.) (1), Wohlgefälligkeit; ahd. liubī, st. F. (ī), Freude, Zuneigung, Liebe (F.) (1); as. liof* (2), liab* (2), st. N. (a), Liebe, Liebes, Gutes, Erfreuliches, Vorteil; germ. *leubō, st. F. (ō), Liebe (F.) (1); germ. *leubī-, *leubīn, sw. F. (n), Liebe (F.) (1); germ. *leuba-, *leubam, st. N. (a), Liebe; s. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lieb, DW 12, 917, EWD s. u. lieb, EWAhd 5, 1388, Heidermanns 377, Duden s. u. Liebe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *leuba, st. F. (ō), Liebe (F.) (1); GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche große Zuneigung eines Menschen zu einem anderen Menschen; BM.: gern haben; F.: Liebe, Lieben+EW; Z.: Lieb-e
$liebeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. liebeln; E.: s. lieb(en), s. el, s. (e)n; L.: DW 12. 930, EWD s. u. lieb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lieb(en) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches lieb sein (V.) versuchen; F.: liebeln, liebel (!), lieble, liebele, liebelst, liebelt, liebelte, liebeltest, liebelten, liebeltet, geliebelt, ##geliebelt, geliebelte, geliebeltes, geliebeltem, geliebelten, geliebelter##, liebelnd, ###liebelnd, liebelnde, liebelndes, liebelndem, liebelnden, liebelnder###, liebel (!)+EW; Z.: lieb-el-n
lieben, nhd., sw. V., (8./9. Jh.): nhd. lieben, gernhaben, schätzen. Zuneigung entgegenbringen; ne. love (V.); Vw.: -; Hw.: s. lieb, Liebe, lieblich; Q.: 8./9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. lieben (1), liuben, sw. V., beliebt machen, erfreuen, lieb sein (V.), lieb werden, behagen, gefallen (V.), Freude haben, Gefallen haben, sich zu eigen machen; mnd. lēven (4), leiven, līven, sw. V., lieben, lieb sein (V.), lieb machen, belieben, am Herzen liegen, gefallen, schätzen, für richtig halten, zustimmen; mnl. lieven, leven, sw. V., lieben, lieb sein (V.); ahd. lioben* sw. V. (1a), lieb machen, angenehm machen; ahd. liuben*, sw. V. (1a), lieb machen, lieben, empfehlen; as. -; anfrk. *lievon?, sw. V. (1?, 2?), sich freuen; germ. *leubjan, sw. V., lieb machen, freundlich machen; s. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lieb, EWD s. u. lieb, DW 12, 934, EWAhd 5, 1387, Heidermanns 377, Duden s. u. lieben; Son.: vgl. afries. liāvia, liāwia, sw. V., lieb werden belieben; ae. líefan (2), sw. V. (1), lieb machen, freundlich stimmen, teuer machen; an. -; got. -; GB.: seit 8./9. Jh. belegte und aus lieb und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gernhaben oder schätzen oder große Zuneigung entgegenbringen; BM.: gernhaben; F.: lieben (!), liebe (!), liebst, liebt, liebest, liebet, liebte, liebtest, liebten, liebtet, geliebt, ##geliebt, geliebte, geliebtes, geliebtem, geliebten, geliebter##, liebend, ###liebend, liebende, liebendes, liebendem, liebenden, liebender###, lieb (!)+EW; Z.: lieb-en
$liebenswert, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. liebenswert, des Liebens wert, anziehend; E.: s. lieben, s. s, s. wert; L.: DW 12, 940 (liebenswerth), EWD s. u. lieb; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lieben und s und wert gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches des Liebens wert oder anziehend; F.: liebenswert, liebenswerte, liebenswertes, liebenswertem, liebenswerten, liebenswerter(, liebenswertere, liebenswerteres, liebenswerterem, liebenswerteren, liebenswerterer, liebenswertest, liebenswerteste, liebenswertestes, liebenswertestem, liebenswertesten, liebenswertester)+EW; Z.: lieb-en-s—wer-t
$liebenswürdig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. liebenswürdig, des Liebens würdig, freundlich; L.: DW 12, 940, EWD s. u. lieb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lieben und s und würdig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches des Liebens würdig oder freundlich; F.: liebenswürdig, liebenswürdige, liebenswürdiges, liebenswürdigem, liebenswürdigen, liebenswürdiger(, liebenswürdigere, liebenswürdigeres, liebenswürdigerem, liebenswürdigeren, liebenswürdigerer, liebenswürdigst, liebenswürdigste, liebenswürdigstes, liebenswürdigstem, liebenswürdigsten, liebenswürdigster)+EW; Z.: lieb-en-s—wür-d-ig
$Liebesaffäre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Liebesaffäre; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Liebe, s. s, s. Affäre; L.: fehlt DW, EWD s. u. Affäre; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lieb(e) und es sowie Affäre gebildete Bezeichnung für eine Liebe betreffende Affäre; F.: Liebesaffäre, Liebesaffären+EW+FW; Z.: Lieb-es—af-fä-r-e
$Liebesapfel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liebesapfel, glasierter Apel, weibliche Brust; E.: s. Liebe, s. s, s. Apfel; L.: Kluge s. u. Liebesapfel, DW 12, 942; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Liebe und s sowie Apfel gebildete Bezeichnung für eine Tomate oder einen Apfel mit einer seit dieser Zeit aufgebrachten Zuckerglasur sowie für die weibliche Brust; F.: Liebesapfel, Liebesapfels, Liebesäpfel, Liebesäpfeln+EW; Z.: Lieb-es—apfel
$Liebeserklärung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Liebeserklärung, Erklärung der Liebe; E.: s. Liebe, s. s, s. Erklärung; L.: DW 12, 945, EWD s. u. lieb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Liebe und s sowie Erklärung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Mitteilung oder Darlegung oder Erklärung der Liebe eines Menschen zu einem anderen Menschen; F.: Liebeserklärung, Liebeserklärungen+EW; Z.: Lieb-es-er-klä-r-ung
$Liebestrank, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Liebestrank; E.: s. Liebe, s. s, s. Trank; L.: DW 12, 956, EWD s. u. Trank; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lieb(e) und es sowie Trank gebildete Bezeichnung für einen angeblich Liebe bewirkenden Trank (Zaubertrank); F.: Liebestrank, Liebestrankes, Liebestranks, Liebestränke, Liebestränken+EW; Z.: Lieb-es—tra-n-k
$Liebfrauenmantel, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Liebfrauenmantel; E.: s. lieb, s. Frau, s. en, s. Mantel; L.: Kluge s. u. Liebfrauenmantel, DW 12, 961; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus lieb und Frauen sowie Mantel gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht schon vormenschliche und zierliche sowie mantelartig gefaltete Blätter aufweisende Pflanze Frauenmantel oder Löwenfuß oder Silberkraut; F.: Liebfrauenmantel, Liebfrauenmantels, Liebfrauenmäntel, Liebfrauenmänteln+EW+FW; Z.: Lieb—frau-en—man-tel
$Liebhaber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Liebhaber, Liebender, Anhänger; E.: s. lieb, s. hab(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. lieb, DW 12, 961; GB.: (liephabære*) um 1220 belegte und aus lieb und hab(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich einen wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Liebenden oder Anhänger; F.: Liebhaber, Liebhabers, Liebhabern+EW; Z.: Lieb—hab-er
$Liebhaberei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Liebhaberei, aus Freude ausgeübte Beschäftigung; Q.: 1777 (Adelung); E.: s. Liebhaber, s. ei (Suff.); L.: DW 12, 963, EWD s. u. lieb; GB.: seit 1777 belegte und aus Liebhaber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche ohne Gewinnerzielungsabsicht wegen der unmittelbaren bewirkten Freude ausgeübte Beschäftigung; F.: Liebhaberei, Liebhabereien+EW; Z.: Lieb—hab-er-ei
$liebkosen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. liebkosen, schmeicheln, streicheln, umwerben; E.: s. lieb, s. kosen; L.: Kluge s. u. liebkosen, DW 12, 965, EWD s. u. kosen; GB.: (liepkōsen) seit 1250-1272 belegte und aus lieb und kosen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schmeicheln oder streicheln oder umwerben; F.: liebkosen, liebkose (!), liebkost, liebkosest, liebkoset, liebkoste, liebkostest, liebkosten, liebkostet, ##liebkost, liebkoste, liebkostes, liebkostem (!), liebkosten, liebkoster##, liebkosend, ###liebkosend, liebkosende, liebkosendes, liebkosendem, liebkosenden, liebkosender###, liebkos (!)+EW; Z.: lieb—ko-s-en
lieblich, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. lieblich, lieb erscheinend, liebreizend, Liebe habend; ne. lovely; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lieplich, Adj., lieblich, freundlich, angenehm, süß, schön, liebevoll, zärtlich, erfreulich; mnd. lēflīk (1), leeflīk, leiflīk, līflīk, lēvelīk, leffelīk, Adj., lieb, liebenswert, hübsch, beliebt, angenehm, gefällig, liebenswürdig, lieblich, zierlich, anmutig, liebreich, zugeneigt; mnl. lieflijc, lieflec, liefleec, Adj., lieblich, freundlich, beliebt, freundlich; ahd. lioblīh*, Adj., lieblich, anmutig, schön; as. lioflīk*, Adj., lieblich, schön, freundlich; anfrk. -; germ. *leubalīka-, *leubalīkaz, Adj., geliebt; s. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); idg. lē̆ig- (2), līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. lieb, DW 12, 967, EWD s. u. lieb, EWAhd 5, 1388, Heidermanns 377, Duden s. u. lieblich; Son.: vgl. afries. liāflik, Adj., lieblich, freundlich, freundschaftlich, angenehm, ordnungsgemäß; nfries. ljeaflyck, Adj., lieblich; ae. léoflic, Adj., wert, geliebt, schön, wertvoll, kostbar; an. -; got. liubaleiks, Adj. (a), lieblich; nschw. ljuvlig, Adj., lieblich; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus lieb und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht der Entstehung des Menschen mögliches lieb erscheinend oder liebreizend oder Liebe habend; BM.: gern haben, gleich; F.: lieblich, liebliche, liebliches, lieblichem, lieblichen, lieblicher(, lieblichere, lieblicheres, lieblicherem, lieblicheren, lieblicherer, lieblichst, lieblichste, lieblichstes, lieblichstem, lieblichsten, lieblichster)+EW; Z.: lieb-lich
$Liebling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Liebling, besonders geliebter Mensch, besonders geliebtes Tier; E.: s. lieb, s. ling; L.: Kluge s. u. lieb, DW 12, 972, EWD s. u. lieb; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lieb und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen besonders geliebten Menschen oder auch ein Tier; F.: Liebling, Lieblings, Lieblinge, Lieblingen+EW; Z.: Lieb-ling
$lieblos, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. lieblos, einsam, verlassen (Adj.); E.: s. lieb, s. Lieb(e), s. los; L.: DW 12, 975, EWD s. u. lieb; GB.: (lieplōs) seit 12. Jh. belegte und aus lieb und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einsam oder verlassen (Adj.); F.: lieblos, lieblose, liebloses, lieblosem, lieblosen, liebloser(, lieblosere, liebloseres, liebloserem, liebloseren, liebloserer, lieblosest, liebloseste, lieblosestes, lieblosestem, lieblosesten, lieblosester)+EW; Z.: lieb—lo-s
$Liebreiz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Liebreiz, anziehendes Aussehen, Anmut; E.: s. lieb, s. Reiz; L.: DW 12, 976, EWD s. u. lieb, reizen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lieb und Reiz gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches anziehendes Aussehen oder Anmut; F.: Liebreiz, Liebreizes+EW; Z.: Lieb—rei-z
$liebreizend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. liebreizend, anziehend, verlockend; L.: EWD s. u. lieb, reizen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lieb und reizend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches anziehend oder verlockend; F.: liebreizend, liebreizende, liebreizendes, liebreizendem, liebreizenden, liebreizender(, liebreizendere, liebreizenderes, liebreizenderem, liebreizenderen, liebreizenderer, liebreizendst, liebreizendste, liebreizendstes, liebreizendstem, liebreizendsten, liebreizendster)+EW; Z.: lieb—rei-z-en-d
$Liebschaft, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Liebschaft, Liebesverhältnis, Liebesbeziehung; E.: s. lieb, s. schaft; L.: EWD s. u. lieb, DW 12, 978; GB.: (liepschaft) seit nach 1243 belegte und aus lieb und schaft gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches einfaches Liebesverhältnis oder eine nicht sehr ernsthafte Liebesbeziehung; F.: Liebschaft, Liebschaften+EW; Z.: Lieb-schaf-t
Liebstöckel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Liebstöckel, Maggikraut, eine Gewürzpflanze; ne. lovage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lübestecke, sw. M., Liebstöckel; mnd. lēverstock*, lēverstock, lofstock, lōvestok, Sb., Liebstöckel, Weihrauch; mnl. lubbestekel, lubberstekel, M., Liebstöckel; ahd. lubistekkila*, lubisteckila*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Liebstöckel; ahd. lubistehhal*, lubistechal, st. M. (a), Liebstöckel; lat. levisticum, N., Liebstöckel, (um 400 n. Chr.); lat. lubisticum, lat. ligusticum, N., Liebstöckel; vgl. lat. Ligus, M., Ligurer; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Liebstäckel, Kluge s. u. Liebstöckel, DW 12, 979, EWD s. u. Liebstöckel, EWAhd 5, 1485, EWAhd 5, 1485, Duden s. u. Liebstöckel; Son.: vgl. ae. lufestice, sw. F. (n), Liebstöckel; nndl. lavas, Sb., Liebstöckel; frz. livèche, F., Liebstöckel; nschw. libsticka, Sb., Liebstöckel; nnorw. løpstikke, M., F., Liebstöckel; poln. lubczyk, M., Liebstöckel; kymr. lofatsh, M., Liebstöckel; GB.: (ahd. lubistehhal*) seit dem 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (lubisticum oder ligusticum) aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche und von Menschen wegen des kräftigen Duftes zerriebener Blätter besonders als Suppengewürz verwendete hochwachsende kleinere Pflanze mit gelblichen bis hellgrünen Blüten; BM.: aus Ligurien stammend; F.: Liebstöckel, Liebstöckels, Liebstöckeln+FW(+EW); Z.: Lieb—stö-ck-el
Lied, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Lied, gesungenes Musikstück; ne. song; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liet, st. N., Gesangsstrophe, Lied; mnd. lēt (1), leyt, lēide, N., Lied, Ballade, strophisches Gedicht für Gesang; mnl. liet, N., Lied, gesungenes Gedicht; ahd. liod*, st. N. (a), Lied, Preislied, Gesang, Lobgesang; as. *lioth?, st. N. (a), Lied; anfrk. -; germ. *leuþa-, *leuþam, st. N. (a), Lied; s. idg. *lēu- (3)?, V., tönen, Pokorny 683 (1119/75) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lied, Kluge s. u. Lied, DW 12, 982, EWD s. u. Lied, EWAhd 5, 1336, Falk/Torp 355, Duden s. u. Lied, Bluhme s. u. Lied; Son.: vgl. afries. -; ae. léoþ, st. N. (a), Lied, Gesang, Gedicht; an. ljōð, st. N. (a), Strophe, Lied; got. *liuþ?, st. N. (a), Lied; nndl. lied, Sb., Lied; nschw. låt, Sb., Lied; nisl. ljóð, N., Strophe, Lied; lat. laus, F., Lob; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches auf eine bestimmte Melodie gesungenes meist aus mehreren gleich gebauten und gereimten Strophen bestehendes von Menschen als Musikstück geschaffenes Gedicht; BM.: biegen; F.: Lied, Liedes, Lieds, Lieder, Liedern+EW; Z.: Lie-d
Liederjan, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liederjan, schlechter Mensch; ne. profligate (M.); Vw.: -; Hw.: s. liederlich; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: Vorderglied von liederlich (s. d.); Hinterglied s. PN Jan, der slawischen Variante von „Johannes“; s. lat. Iōannēs, Iōannis, Jōannēs, Iōhannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; L.: Kluge s. u. Liederjan, DW 12, 986, EWD s. u. liederlich, Duden s. u. Liederjan; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus lieder(lich) und dem PN Jan gebildete Bezeichnung für einen liederlichen und damit zugleich schlechteren Menschen; BM.: liederlich bzw. schneiden, PN; F.: Liederjan, Liederjans, Liederjanes, Liederjane, Liederjanen+EW+FW; Z.: Lie-d-er—jan
$Liederkranz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liederkranz, Gesangverein; E.: s. Lied, s. er (Suff.), s. Kranz; L.: DW 12, 987, EWD s. u. Kranz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lied und er (Suff.) sowie Kranz gebildete Bezeichnung für einen Kranz aus Liedern oder einen Gesangverein; F.: Liederkranz, Liederkranzes, Liederkränze, Liederkränzen+EW; Z.: Lie-d-er—kra-nz
liederlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. liederlich, schlampig, verwerflich; ne. wanton (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Liederjan; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: s. mhd. liederlich, Adj., liederlich, hübsch, anmutig, zärtlich; s. ahd. lūdara, sw. F. (n), Lumpen (M.), Windel, Stoff, Stofffetzen, Zeug; germ. *luþrō, st. F. (ō), Fetzen, Windel; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. liederlich, Kluge s. u. liederlich, DW 12, 987, EWD s. u. liederlich, Duden s. u. liederlich, Bluhme s. u. liederlich; Son.: vgl. ae. lydre, Adj., schlecht, gemein; GB.: (liederlich) 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus ahd. lūdar(a) und lich gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schlampig oder verwerflich; BM.: verwahrlost bzw. schneiden; F.: liederlich, liederliche, liederliches, liederlichem, liederlichen, liederlicher(, liederlichere, liederlicheres, liederlicherem, liederlicheren, liederlicherer, liederlichst, liederlichste, liederlichstes, liederlichstem, liederlichsten, liederlichster)+EW; Z.: lie-d-er-lich
$Liederlichkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Liederlichkeit, Schlampigkeit, Verwerflichkeit; E.: s. liederlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. liederlich, DW 12, 991, EWD s. u. liederlich; GB.: (liederlīcheit) seit 1454-1464 belegte und aus liederlich und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schlampigkeit oder Verwerflichkeit; F.: Liederlichkeit, Liederlichkeiten+EW; Z.: Lie-d-er-lich-kei-t
Liedlohn, Lidlohn, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Liedlohn, Lidlohn, bei einem Konkurs auszuzahlender Lohn; ne. a wage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Stadtrecht von Freiberg); E.: s. mhd. lītlōn, lidlōn, st. M., st. N., Lidlohn, Dienstbotenlohn; Herkunft des Vorderglieds ungeklärt, vielleicht zu mlat. lītus, lētus, līdus, līddus, lēdus, M., Lite, Abhängiger der zwischen den Freien und Unfreien steht, Halbfreier; lat. laetus, M., Höriger; aus dem Germanischen, s. Walde/Hofmann 1, 750; oder zu ahd. līdan, st. V. (1a), fahren, gehen, vorbeigehen, vorübergehen; germ. *leiþan, *līþan, st. V., weggehen, gehen, fahren, leiden; idg. *leit- (2), V., gehen, fortgehen, sterben, Pokorny 672; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.), Hinterglied s. nhd. Lohn; L.: Kluge s. u. Liedlohn, DW 12, 994; GB.: seit um 1300 belegte und aus Lied oder Lid und Lohn gebildete und in der Herkunft des Bestimmungsworts ungeklärte und vielleicht mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen bei Konkurs oder Zwangsversteigerung bevorzugt für Arbeitnehmer von einem Konkursverwalter oder einem versteigernden Gericht auszuzahlenden Lohn; BM.: ?, erbeuten; F.: Liedlohn, Liedlohns, Liedlohnes, Lidlohn, Lidlohns, Lidlohnes(+FW?)+EW; Z.: Lie-d—loh-n
$Lieferant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Lieferant, Lieferer, Liefernder; E.: s. liefer(n), s. ant; L.: Kluge s. u. liefern, DW 12, 994, EWD s. u. liefern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus liefer(n) und ant gebildete Bezeichnung für einen Lieferer oder Liefernden; F.: Lieferant, Lieferanten+FW+EW; Z.: Lie-f-er-ant
$Lieferer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lieferer, Lieferant, Liefernder; E.: s. liefer(n), s. er; L.: Kluge s. u. liefern, DW 12, 995; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus liefer(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen an einen Besteller einer Ware Liefernden; F.: Lieferer, Lieferers, Lieferern+FW+EW; Z.: Lie-f-er-er
liefern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. liefern, bringen; ne. deliver; Vw.: -; Hw.: -; E.: mnd. lēveren (1), lēvern, lefern, leferen, sw. V., liefern, abliefern, ausliefern, übergeben (V.), anvertrauen, überstellen; mhd. liberen, sw. V., liefern; frz. livrer, V., übersenden, liefern; lat. līberāre, V., schicken, liefern; vgl. lat. līberāre, V., losmachen, befreien, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līber, Adj., frei; vgl. idg. *leudʰ- (1), h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. liefern, Kluge s. u. liefern, DW 12, 996, EWD s. u. liefern, Duden s. u. liefern, Bluhme s. u. liefern; Son.: vgl. nndl. leveren, V., liefern; nschw. leverera, V., liefern; nnorw. levere, V., liefern; GB.: (lūferen) vielleicht um 1400 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestellte Ware dem Besteller bringen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: liefern, liefere, liefer (!), liefre, lieferst, liefert, lieferte, liefertest, lieferten, liefertet, geliefert, ##geliefert, gelieferte, geliefertes, geliefertem, gelieferten, gelieferter##, liefernd, ###liefernd, liefernde, lieferndes, lieferndem, liefernden, liefernder###, liefer (!)+FW+EW; Z.: lief-er-n; Son.: s. a. mhd. liberen (vierzehnhunderteinundsechzig)
$Lieferung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lieferung; E.: s. liefer(n), s. ung; Vw.: s. Ab-, Aus-, Über-; L.: Kluge s. u. liefern, DW 12, 998, EWD s. u. liefern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus liefer(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine Beförderung einer bestellten Ware zu dem Besteller; F.: Lieferung, Lieferungen+FW+EW; Z.: Lief-er-ung
$Liege, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Liege, ein Möbel; E.: s. lieg(en), s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. liegen, fehlt DW, EWD s. u. liegen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lieg(en) und e gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zusätzlich zu Bett und Couch sowie Sofa seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Möbel für das Liegen; F.: Liege, Liegen+EW; Z.: Lieg-e
liegen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. liegen, sich befinden; ne. lie (V.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ligen, st. V., liegen, sich befinden; mnd. liggen (1), liegen, likgen, ligken, licken, lichghen, lichen, ligen, līen, st. V., liegen, sich in horizontaler Lage befinden, aufliegen, sich aufhalten, in Bereitschaft liegen, sich bereit halten; mnl. licghen, licgen, liggen, ligen, st. V., liegen; ahd. liggen, st. V. (5), liegen, sich befinden, vorkommen, daliegen, bereitliegen; as. liggian, st. V. (5), liegen; anfrk. liggen, st. V., liegen, ruhen, sich befinden; germ. *legjan, st. V., liegen; germ. *ligjan, sw. V., liegen; idg. legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. liegen, Kluge s. u. liegen, DW 12, 999, EWD s. u. liegen, EWAhd 5, 1256, Falk/Torp 357, Seebold 324, Duden s. u. liegen, Bluhme s. u.liegen; Son.: vgl. afries. lidza, st. V. (5), liegen, belegen sein (V.), getötet sein (V.), sterben, ruhen; nfries. lizzen, V., liegen; ae. licgan, st. V. (5), liegen, bleiben, sein (V.), nachgeben, sich ausdehnen, fließen, gehen, gehören; an. liggja, an, st. V. (5), liegen; got. ligan, st. V. (5), liegen, darniederliegen; nndl. liggen, V., liegen; nschw. ligga, V., liegen; nnorw. ligge, V., liegen; gr. ἔλεκτο (élekto), V., lag, legte sich hin; lat. lectus, M., Lagerstatt, Bett; air. laigid, V., legt sich; ksl. lože, Sb., Lager; lit. pa-lėgỹs, Sb., Bettlägerigkeit; heth. lagāri, V., neigt sich; toch. A lake, Sb. Lager; toch. B leki, leke, Sb., Lager; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches eine waagerechte Stellung einnehmen oder sich befinden; BM.: ?; F.: liegen (!), liege (!), liegst, liegt, liegest, lieget, lag, lagst, lagen, lagt, läge, lägest, lägen, läget, gelegen, ##gelegen, gelegene, gelegenes, gelegenem, gelegenen, gelegener##, liegend, ###liegend, liegende, liegendes, liegendem, liegenden, liegender###, lieg (!)+EW; Z.: lieg-en
$Liegen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Liegen (N.); Vw.: s. An-; E.: s. liegen; L.: fehlt DW, EWD s. u. liegen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus liegen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Sichbefinden; F.: Liegen, Liegens+EW; Z.: Lieg-en
$Liegenschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Liegenschaft, Grundstück; E.: s. liegen, s. schaft; L.: Kluge s. u. Liegenschaft, DW 12, 1017, EWD s. u. liegen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus liegen und schaft gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches und mit der Sesshaftigkeit und der Entwicklung von Recht für Menschen Bedeutung erlangendes Grundstück als Bruchteil der Erdoberfläche; F.: Liegenschaft, Liegenschaften+EW; Z.: Lieg-en-schaf-t
$Lieger, nhd., M., (?): nhd. Lieger, Liegender; E.: s. lieg(en), s. er (Suff.); Vw.: s. An-; L.: DW 12, 1017; GB.: seit (?) belegte und aus liegen und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Liegenden; F.: Lieger, Liegers, Liegern+EW; Z.: Lieg-er
$Liegestütz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liegestütz; E.: s. liege(n), s. Stütz; L.: fehlt DW, EWD s. u. stützen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus liege(n) und Stütz gebildete Bezeichnung für eine von Menschen sachlich seit unbekannter Zeit entwickeltes und verwendetes Liegen mit (an dem Ellenbogen abgewinkelten und) als Stütze für die Oberarme und den Oberkörper dienenden Armen; F.: Liegestütz, Liegestützes, Liegestütze, Liegestützen+EW; Z.: Lieg-e—stü-tz
*lieren?, nhd., sw. V., (?): nhd. verlieren, aus Unachtsamkeit unwillentlich aufgeben; ne. lose (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: ?; E.: s. germ. *leusan, V., verlieren; idg. *leu- (2), V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Falk/Torp 377, Seebold 339, fehlt DW; Son.: vgl. afries. *liāsa, st. V. (2), verlieren; ae. *léosan, st. V. (2), verlieren; an. -; got. *liusan?, st. V. (2), lösen, los sein (V.)?; GB.: seit (?) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus Unachtsamkeit unwillentlich aufgeben; BM.: trennen; F.: lieren (!), liere (!), lierst (!), liert (!), lierest, lieret, lor, lorst, loren, lort, löre, lörest, lörst, löreen, löret, lört, loren, lorene, lorenes, lorenem, lorenen, lorener, lierend, lierend, lierende, lierendes, lierendem, lierenden, lierender, lier (!)+EW; Z.: lie-r-en
Liesch, nhd. (ält.), N., F., (9. Jh.): nhd. Liesch, Riedgras; ne. sedge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. liesche, F., Riedgras, Liesch; mnd. lēsch, Sb., Liesch, Ried, Schnittgras, Schilf; mnl. liesche, Sb., Liesch; ahd. liska*, lisca, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Liesch, Segge, Riedgras, Schilf, Sumpfgras, Papyrusstaude, Wurmfarn, Farn; Herkunft ungeklärt, wohl von lat. lisca, F., ein Kraut, Lieschgras, Segge, (um 485-um 580 n. Chr.); vielleicht von einem germ. *liskō; L.: Kluge s. u. Liesch, DW 12, 1019, EWAhd 5, 1367, Duden s. u. Liesch; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen oder den Germanischen aufgenommene Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches Riedgras; BM.: ?; F.: Liesch, Liesches, Lieschs+FW?; Z.: Liesch
Lift, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lift, Aufzug, Fahrstuhl; ne. lift (N.), elevator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. lift; E.: s. ne. lift, N., Lift; vgl. ne. lift, V., heben; an. lypta, sw. V., in die Höhe heben, lüften; vgl. an. lopt, loft, st. N. (a), Obergemach im Haus, Luft, Himmel; germ. *lufta-, *luftam, st. N. (a), Dach, Luft; wohl von idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, *leh₂p-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Lift, fehlt DW, EWD s. u. Lift, Duden s. u. Lift, Bluhme s. u. Lift; Son.: vgl. nndl. lift, Sb., Lift; nschw. lift, Sb., Lift; nisl. lyfta, F., Lift; lit. liftas, M., Lift; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Aufzug oder Fahrstuhl; BM.: Luft bzw. leuchten; F.: Lift, Liftes, Lifts, Lifte, Liften+FW; Z.: Lif-t
$Liftboy, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liftboy; Q.: um 1900; E.: s. Lift, s. ne. boy; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lift; GB.: seit um 1900 belegte und aus Lift und ne. boy gebildete Bezeichnung für einen den Lift bedienenden Bediensteten; F.: Liftboy, Liftboys+FW; Z.: Lif-t—boy
$liften, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. liften; E.: s. ne. lift (V.), s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Lift; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes (die Haut an Falten) hochheben und dadurch glätten oder straffen; F.: liften (!), lifte (!), liftest, liftet, liftete, liftetest, lifteten, liftetet, geliftet, ##geliftet, geliftete, geliftetes, geliftetem, gelifteten, gelifteter##, liftend, ###liftend, liftende, liftendes, liftendem, liftenden, liftender###, lift (!)+EW+FW; Z.: lif-t-en
Liga, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Liga, Bündnis, Wettkampfklasse; ne. league; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. span. liga; E.: s. span. liga, F., Liga; vgl. span. ligar, V., binden; lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Liga, fehlt DW, EWD s. u. Liga, Duden s. u. Liga; Son.: vgl. nndl. liga, Sb., Liga; frz. ligue, F., Liga; nschw. liga, Sb., Liga; nnorw. liga, M., Liga; poln. liga, F., Liga; lit. lyga, F., Liga; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bündnis oder für eine Wettkampfklasse; BM.: binden; F.: Liga, Ligen+FW; Z.: Lig-a
...ligat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. ...ligat; ne. ...ligatory; Vw.: s. ob-; Hw.: s. ...ligation, ...ligatorisch; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ligātus, Adj., gebunden, angebunden; vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ligaat, Suff., ...ligat; nschw. ...ligat, Suff., ...ligat; nnorw. ...ligat, Suff., ...ligat; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: binden; F.: ...ligat, ...ligate, ...ligates, ...ligatem, ...ligaten, ...ligater+FW; Z.: -lig-at
...ligation, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. ...ligation; ne. ...ligation; Vw.: s. Ob-; Hw.: s. ...ligat, ...ligatorisch; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ligātio, F., Binden (N.), (um 47 n. Chr.); vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ligatie, Suff., ...ligation; frz. ...ligation, Suff., ...ligation; nschw. ...ligation, Suff., ...ligation; nnorw. ...ligasjon, Suff., ...ligation; poln. ...ligacja, Suff., ...ligation; nir. ...leagáid, Suff., ...ligation; lit. ...ligacija, Suff., ...ligation; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und verwendete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Substantiven der Bindung genutzte Bezeichnung; BM.: binden; F.: ...ligation, ...ligationen+FW; Z.: -lig-at-io-n
...ligatorisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...ligatorisch; ne. ...ligatory; Vw.: s. ob-; Hw.: s. ...ligat, ...ligation; Q.: 18. Jh.?; I.: teilweise lat. Lw.; E.: s. lat. *ligātōrius?, Adj., anhängend; vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ligatoir, Suff., ...ligatorisch; frz. ...ligatoire, Suff., ...ligatorisch; nschw. ...ligatorisk, Suff., ...ligatorisch; nnorw. ...ligatorisk, Suff., ...ligatorisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu einer Bildung eines Adjektivs genutzte Bezeichnung; BM.: binden; F.: ...ligatorisch, ...ligatorische, ...ligatorisches, ...ligatorischem, ...ligatorischen, ...ligatorischer(, ...ligatorischere, ...ligatorischeres, ...ligatorischerem, ...ligatorischeren, ...ligatorischerer, ...ligatorischst, ...ligatorischste, ...ligatorischstes, ...ligatorischstem, ...ligatorischsten, ...ligatorischster)+FW+EW; Z.: -lig-at-or-isch
Ligatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ligatur, Buchstabenverbindung; ne. ligature (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. ligātūra; E.: s. lat. ligātūra, F., Band (N.), Verband, Bündel, Wendung, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Ligatur, fehlt DW, EWD s. u. Ligatur, Duden s. u. Ligatur; Son.: vgl. nndl. ligatuur, Sb., Ligatur; frz. ligature, F., Ligatur; nschw. ligatur, Sb., Ligatur; nnorw. ligatur, M., Ligatur; poln. ligatura, F., Ligatur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Verbindung zwischen mindestens zwei Buchstaben wie beispielsweise deutsch ß oder & oder ff oder fi oder fl oder ft; BM.: binden; F.: Ligatur, Ligaturen+FW(+EW); Z.: Lig-at-ur
Liguster, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Liguster, ein Strauch; ne. privet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. ligustrum; E.: s. lat. ligustrum, N., Hartriegel, Rainweide, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. Ligus, M., Ligurer; weitere Etymologie unklar; L.: fehlt DW, EWD s. u. Liguster, Duden s. u. Liguster; Son.: vgl. nschw. liguster, Sb., Liguster; nnorw. liguster, M., Liguster; poln. ligustr, M., Liguster; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus dem PN der Ligurer kommende und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Ölbaumgewächsen gehörenden Strauch mit glänzenden Blättern und weißen Blütenrispen sowie schwarzen leicht giftigen Beeren; BM.: PN; F.: Liguster, Ligusters, Ligustern+FW+EW; Z.: Lig-ust-er
liieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. liieren, verbinden; ne. liaise; Vw.: -; Hw.: s. Liaison; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. lier; E.: s. frz. lier, V., verbinden; vgl. lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden, ligāre; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. liieren, fehlt DW, EWD s. u. liieren, Duden s. u. liieren; Son.: vgl. nndl. liëren, V., liieren; nschw. liera, V., liieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verbinden; BM.: binden; F.: liieren, liiere (!), liierst, liiert, liierest, liieret, liierte, liiertest, liierten, liiertet, ##liiert, liierte, liiertes, liiertem, liierten, liierter##, liierend, ##liierend, liierende, liierendes, liierendem, liierenden, liierender###, liier (!)+FW(+EW); Z.: li-ier-en
liken, nhd., sw. V., (21. Jh.): nhd. liken, zustimmende Bewertung abgeben, sein (Poss.-Pron.) Gefallen ausdrücken; ne. like (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 21. Jh.; I.: Lw. ne. like; E.: s. ne. like, V., mögen; ae. līcian, sw. V. (2), gefallen (V.), behagen; germ. *līkōn, *līkēn, *līkǣn, sw. V., angemessen sein (V.), gefallen (V.); s. idg. *lē̆ig- (2)?, *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. liken; Son.: vgl. nisl. læka, V., liken; GB.: seit Anfang 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem sozialen Netzwerk eine Schaltfläche drücken um eine zustimmende Bewertung abzugeben oder sein Gefallen auszudrücken; BM.: gleich; F.: liken, like (!), likst (!), likest, likt (!), liket, likte, likete, likte, liktest, likten, liktet, gelikt, ##gelikt, gelikte, geliktes, geliktem, gelikten, gelikter##, likend, ###likend, likende, likendes, likendem, likenden, likender###, like (!)+FW+EW; Z.: lik-en
Likör, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Likör, ein süßes alkoholisches Getränk; ne. liqueur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. liqueur; E.: s. frz. liqueur, F., Flüssigkeit, Likör; lat. liquor, M., Flüssigkeit, flüssige Substanz, Klarheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. liquāre, V., flüssig machen, hell machen, klären, durchseihen; aus einem idg. *u̯likᵘ̯-, s. Walde/Hofmann 1, 812; L.: Kluge s. u. Likör, fehlt DW, EWD s. u. Likör, Duden s. u. Likör; Son.: vgl. nndl. likeur, Sb., Likeur; nschw. likör, Sb., Likör; nnorw. likør, M., Likör; poln. likier, M., Likör; kymr. licor, M., Likör; nir. licéar, M., Likör; lit. likeris, M., Likör; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes und verwendetes süßes und mit Geschmacksstoffen versetztes alkoholisches Getränk; BM.: flüssig; F.: Likör, Likörs, Liköres, Liköre, Likören+FW(+EW); Z.: Lik-ör
...likt, nhd., (Part. Prät.=)Suff., (15. Jh.?): nhd. ...likt; ne. ...lict; Vw.: s. De-, Re-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW: Son.: vgl. nndl. ...lict, Suff., ...likt; frz. ...lit, Suff., ...likt; nnorw. ...lict, Suff., ...likt; poln. ...likt, Suff., ...likt; lit. ...liktas, Suff., ...likt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: lassen; F.: ...likt, ...liktes, ...likts, ...likte, ...likten+FW; Z.: -lik-t
lila, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lila, fliederblütenfarbig, indigofrbig; ne. lilac (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lilas; E.: s. frz. lilas, Adj., lila; vgl. frz. lilas, M., Flieder; span. lila, F., Flieder; arab. līlak, Adj., Flieder?, Indigopflanze?; pers. līläǧ, Sb., Indigopflanze; pers. nīlä, Sb., Adj., Indigo, Blau; letztlich von ai. nila-, Adj., dunkelblau; idg. *nei- (2), *nei̯ə-, *nī-, V., bewegt sein (V.), erregt sein (V.), glänzen, Pokorny 760 (1291/18) (RB. idg. aus ind.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. lila, fehlt DW, EWD s. u. lila, Duden s. u. lila; Son.: vgl. nndl. lila, Adj., lila; nschw. lila, Adj., lila; nnorw. lilla, Adj., lila; poln. liliowy, Adj., lila; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen sowie Altindischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fliederblütenfarbig und indigofarbig; BM.: dunkelblau bzw. glänzen; F.: lila, lilane, lilanes, lilanem, lilanen, lilaner+FW; Z.: li-l-a
$Lila, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lila; E.: s. lila; L.: fehlt DW, EWD s. u. lila; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit lila verbindbare Bezeichnung für die Farbe der Fliederblüten oder Indigo; F.: Lila, Lilas+FW; Z.: Li-l-a
Lilie, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lilie, eine Pflanze; ne. lily; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lilje, F., Lilie; mnd. lilie, lillie, lilge, lilige, lillige, lelge, F., Lilie, weiße Lilie; mnl. lelie, lilie, F., Lilie; ahd. lilia, st. F. (ō), Lilie; as. lilli, st. M. (ja), Lilie; anfrk. lilia, F., Lilie; lat. līlium, N., Lilie, (116-27 v. Chr.); wohl Lehnwort aus dem östlichen Mittelmeerraum; vgl. gr. λείριον (leírion), N., Lilie; L.: Kluge 1. A. s. u. Lilie, Kluge s. u. Lilie, DW 12, 1020, EWD s. u. Lilie, EWAhd 5, 1286, Duden s. u. Lilie; Son.: vgl. nwestfries. leelje, lylje, sw. F., Lilie; ae. lilie, lilige, F., Lilie; an. lilja, F., Lilie, nndl. lelie, Sb., Lilie; frz. lis, M., Lilie; nschw. lilja, Sb., Lilie; nnorw. lilje, M., F., Lilie; kymr. lys, M., Lilie; kymr. lili, F., Lilie; nir. lile, F., Lilie; lit. lelija, F., Lilie; GB.: (lilia) seit Ende 8. Jh. belegte und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche hochwachsende Pflanze mit schmalen Blättern und duftenden trichterförmigen Blüten; BM.: ?; F.: Lilie, Lilien+FW+EW; Z.: Lil-ie
Liliputaner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Liliputaner, zwergwüchsiger Mensch (der erfundenen Insel Liliput); ne. Lilliputian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. Lilliputian; E.: s. ne. Lilliputian, M., Liliputaner, Einwohner Liliputs; von der Insel Liliput, einer Wortschöpfung des irischen Autors und anglikanischen Priesters Jonathan Swift (1667-1745) in Gulliver‘s Travels (Reisen) von dem 28. Oktober 1726 (Erscheinungsdatum), s. Liliput, s. aner; L.: Kluge s. u. Liliputaner, fehlt DW, EWD s. u. Liliputaner, Duden s. u. Liliputaner; Son.: vgl. nndl. lilliputter, Sb., Liliputaner; frz. lilliputien, M., Liliputaner; nschw. lilleputt, Sb., Liliputaner; nnorw. lilleputt, M., Liliputaner; poln. liliput, M., Liliputaner; kymr. lilipwtaid, M., Liliputaner; lit. liliputas, M., Liliputaner; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zwergwüchsigen Menschen der von Jonathan Swift erfundenen Insel Liliput (ne. Lilliput); BM.: erfundener ON; F.: Liliputaner, Liliputaners, Liliputanern+FW(+EW); Z.: Liliput-an-er
$liliputanisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. liliputanisch; E.: s. Liliput, s. an, s. isch; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Liliputaner; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für Liliputan(er) betreffend; F.: liliputanisch, liliputanische, liliputanisches, liliputanischem, liliputanischen, liliputanischer+FW+EW; Z.: liliput-an-isch
...lim, nhd., Suff., (17. Jh.?): nhd. ...lim; ne. ...lime; Vw.: s. sub-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. līmis, Adj., schief, schielend; idg. *el (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...liem, Suff., ...lim; frz. ...lime, Suff., ...lim; nschw. ...lim, Suff., ...lim; nnorw. ...lim, Suff., ...lim; poln. ...limacyjny, Suff., ...lim; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven des Biegens verwendete Bezeichnung; BM.: biegen; F.: ...lim, ...lime, ...limes, ...limem, ...limen, ...limer(, ...limere, ...limeres, ...limerem, ...limeren, ...limerer, ...limst, ...limste, ...limstes, ...limstem, ...limsten,) ...limiter+FW(+EW); Z.: -li-m
Limerick, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Limerick (M.), ein lustiges kurzes Gedicht; ne. limerick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. limerick; E.: s. ne. limerick, N., Limerick (ON); vom ON Limerick, nir. Luimneach; die Bedeutung des Namens ist vielleicht „ein karger Flecken Land“; L.: fehlt DW, Duden s. u. Limerick; Son.: vgl. nndl. limerick, Sb., Limerick (M.); frz. limerick, M., Limerick (M.); nschw. limerick, Sb., Limerick (M.); nnorw. limerick, M., Limerick (M.); poln. limeryk, M., Limerick (M.); kymr. limrig, M., F., Limerick (M.); nir. luimneach, M., Limerick (M.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus einem ON gebildete Bezeichnung für ein grotesk-witziges aus fünf Zeilen bestehendes Gedicht mit dem festen Reimschema AABBA wie beispielsweise (deutsch) in Wien lebte gleich hinterm Prater ein äußerst geselliger Kater jetzt ist er kastriert was ihn nicht geniert er streunt nun umher als Berater; BM.: ON; F.: Limerick, Limericks+FW; Z.: Limerick
Limes, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Limes, Grenzbefestigung; ne. limes (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. līmēs; E.: s. lat. līmēs, M., Querweg, Rain, Grenzlinie, Grenzscheide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. limitieren, Duden s. u. Limes; Son.: vgl. nndl. limes, Sb., Limes; frz. limes, M., Limes; nschw. limes, Sb., Limes; nnorw. limes, Sb., Limes; poln. limes, M., Limes; lit. limas, M., Limes; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von den Römern angelegten und aus einem als Schneise in den Wald geschlagenen Postenweg ab 91 n. Chr. entwickelten Grenzwall (zur Befestigung der Grenzen des Reiches vor allem) gegenüber den Germanen; BM.: biegen; F.: Limes, Limites+FW; Z.: Li-m-es
Limette, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Limette, eine Zitrusfrucht; ne. lime (N.) (2), sweet lime; Vw.: -; Hw.: s. Limone, Limonade; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. limette; E.: s. frz. limette, F., Limette; vgl. frz. lime, F., Limette; frz. limon, M., Zitrone; arab. laimûn, Sb., Zitrone; pers. līmūn, Sb., Zitrone; L.: Duden s. u. Limette; Son.: vgl. nndl. limoen, Sb., Limette; nschw. lime, Sb., Limette; nnorw. limett, M., Limette; poln. limeta, F., Limette; kymr. leim, M., F., Limette; nir. líoma, Sb., Limette; lit. laimas, M., Limette; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Arabischen und Persischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschlich mögliche dünnschalige westindische und ursprünglich vermutlich aus Malaysia kommende grüne Zitrone (Zitrusfrucht); BM.: Zitrone; F.: Limette, Limetten+FW; Z.: Lim-ett-e
...limieren, nhd., V., (14. Jh.?): nhd. ...limieren; ne. ...lime; Vw.: s. sub-; Hw.:; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. līmis, Adj., schief, schielend; idg. *el (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...limeren, Suff., ...limieren; frz. ...limer, Suff., ...limieren; nschw. ...limera, Suff., ...limieren; nnorw. ...limere, Suff., ...limieren; poln. ...limować, vlit. ...limuoti, Suff., ...limieren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und als Grundwort für die Bildung von Verben verwendete Bezeichnung; BM.: schief; F.: ...limieren, ...limiere, ...limierst, ...limiert, ...limierest, ...limieret, ...limierte, ...limiertest, ...limierten, ...limiertet, ##...limiert, ...limierte, ...limiertes, ...limiertem, ...limierten, ...limierter##, ...limierend, ###...limierend, ...limierende, ...limierendes, ...limierendem, ...limierenden, ...limierender###, ...limier (!)+FW+EW; Z.: -li-m-ier-en
Limit, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Limit, Grenze, Preisrahmen; ne. limit (N.); Vw.: -; Hw.: s. limitieren; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. limit; E.: s. ne. limit, N., Grenze; frz. limite, F., Limit, Grenze; vgl. lat. līmēs, M., Querweg, Rain, Grenzlinie, Grenzscheide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Limit, fehlt DW, EWD s. u. limitieren, Duden s. u. Limit; Son.: vgl. nndl. limiet, Sb., Limit; nschw. limit, Sb., Limit; poln. limit, M., Limit; lit. limitas, M., Limit; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen als grundsätzlich unüberschreitbar festgelegte Grenze; BM.: biegen; F.: Limit, Limits+FW; Z.: Li-m-it
limitieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. limitieren, begrenzen; ne. limit (V.), confine; Vw.: -; Hw.: s. Limit; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. limiter; E.: s. mnd. limitēren, sw. V., limitieren, eingrenzen, beschränken; frz. limiter, V., limitieren, begrenzen; lat. līmitāre, V., abrainen, abmarken, abgrenzen, begrenzen, festsetzen, bestimmen; vgl. lat. līmēs, M., Querweg, Rain, Grenzlinie, Grenzscheide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Limit, fehlt DW, EWD s. u. limitieren, Duden s. u. limitieren; Son.: vgl. nschw. limitera, V., limitieren; poln. limitować, V., limitieren; lit. limutuoti, V., limitieren; GB.: seit um 1600 mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit grundsätzlich unüberschreitbaren Grenzen umgeben (V.) oder begrenzen; BM.: biegen; F.: limitieren, limitiere, limitierst, limitiert, limitierest, limitieret, limitierte, limitiertest, limitierten, limitiertet, ##limitiert, limitierte, limitiertes, limitiertem, limitierten, limitierter##, limitierend, ###limitierend, limitierende, limitierendes, limitierendem, limitierenden, limitierender###, limitier (!)+FW+EW; Z.: li-m-it-ier-en
Limnologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Limnologie, Süßwasserkunde; ne. limnology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λίμνη (límnē), F., See (M.), Teich, Sumpf; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Limnologie; Son.: vgl. nndl. limnlologie, Sb., Limnologie; frz. limnlologie, F., Limnologie; nschw. limnologi, Sb., Limnologie; nnorw. limnologi, M., Limnologie; poln. limnologia, F., Limnologie; lit. limnologija, F., Limnologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit entwickelte besondere Wissenschaft von den Binnengewässern und ihren Organismen (Süßwasserkunde); BM.: See (M.) bzw. biegen, zählen; F.: Limnologie+FW; Z.: Li-m-n-o—log-ie
Limonade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Limonade, Zitronensaft; ne. lemonade; Vw.: -; Hw.: s. Limone, Limette; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. limonade; E.: s. frz. limonade, F., Limonade, Zitronensaft; vgl. frz. limon, M., Zitrone; arab. laimûn, Sb., Zitrone; pers. līmūn, Sb., Zitrone; L.: Kluge s. u. Limonade, EWD s. u. Limonade, Duden s. u. Limonade; Son.: vgl. nndl. limonade, Sb., Limonade; nschw. limonad, Sb., Limonade; nnorw. limonade, M., Limonade; poln. lemoniada, F., Limonade; kymr. lemonêd, M., Limonade; nir. líomanaid, F., Limonade; lit. limonadas, M., Limonade; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Arabischen und Persischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes und verwendetes aus (Wasser und) Zitronensaft (sowie Zucker) bestehendes Getränk; BM.: Zitrone; F.: Limonade, Limonaden+FW; Z.: Limon-ad-e
Limone, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Limone, Zitrone; ne. lemon (N.); Vw.: -; Hw.: s. Limonade, Limette; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. limonie, lemonie, F., Limone, kleinere Zitronenart; afrz. limon, M., Zitrone; arab. laimûn, Sb., Zitrone; pers. līmūn, Sb., Zitrone; L.: Kluge s. u. Limone, Duden s. u. Limone; Son.: vgl. nndl. limoen, Sb., Limone; poln. lima, F., Limone; kymr. lemon, M., Zitrone; nir. liomóid, F., Limone; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Arabischen sowie Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche Zitrone oder Zitronenart; BM.: Zitrone; F.: Limone, Limonen+FW; Z.: Limon-e
Limousine, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Limousine, geschlossener Personenkraftwagen; ne. limousine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. limousine; E.: s. frz. limousine, F., Art Mantel, geschlossenes Fahrzeug, eine Art Mantel; lat. līmōsus, Adj., voll Schlamm seiend, schlammig, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.?); vgl. lat. līmus, M., Schmiere, dünner Schlamm, Bodenschlamm, Lehm, Erde, Kot, Schmutz; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Limousine, fehlt DW, EWD s. u. Limousine, Duden s. u. Limousine; Son.: vgl. nndl. limousine, Sb., Limousine; frz. (ält.) limousine, F., Limousine; nschw. limousin, Sb., Limousine; nnorw. limousin, M., Limousine; poln. limuzyna, F., Limousine; kymr. limwsîn, M., F., Limousine; nir. limisín, M., Limousine; lit. limuzinas, M., Limousine; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Personenkraftwagen mit festem Verdeck; BM.: Schmutz bzw. schleimig; F.: Limousine, Limousinen+FW; Z.: Li-m-ous-in-e
...lin, nhd., Suff., (19. Jh.?): nhd. ...lin, Öl betreffend; ne. ...lin; Vw.: s. Naphtha-, Plasti-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. ...leen, Suff., ...lin; frz. ...line, Suff., ...lin; nschw. ...len, Suff., ...lin; nnorw. ...len, Suff., ...lin; poln. ...len, ...lina, Suff., ...lin; kymr. ...lin, vnir. ...léin, vlit. ...lenas, Suff., ...lin; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Öl betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Öl; F.: ...lin, ...lins, ...line, ...linen+FW; Z.: -lin
lind, linde, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lind, weich, zart, sanft; ne. mild; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lint, Adj., lind, weich, glatt, sanft, zart, milde, wenig gesalzen; mhd. linde, Adj., lind, weich, glatt, sanft, zart, milde, wenig gesalzen; mnd. linde (2), Adj., „linde“, gelinde, weich, sanft, freundlich, gütig, gnädig; mnl. linde, Adj., lind, sachte, ruhig; ahd. lind (1), Adj., lind, mild, sanft, freundlich, weich; ahd. lindi, Adj., lind, gelinde, mild, schmiegsam, schmeichelnd, zart, weich, sanft; as. līthi, Adj., gelinde, milde, gnädig; anfrk. -; germ. *lenþa-, *lenþaz, *lenþja-, *lenþjaz, Adj., lind, biegsam, weich, mild, sanft; s. idg. *lento-, Adj., biegsam, nachgiebig, Pokorny 677 (1103/59) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lind, Kluge s. u. lind, DW 12, 1026, EWD s. u. lind(e), EWAhd 5, 1306, Falk/Torp 361, Heidermanns 375, Duden s. u. lind, Bluhme s. u. lind; Son.: vgl. afries. -; ae. līþe (2), Adj. (ja), gelinde, sanft, ruhig, mild; an. linr, Adj., weich, nachgiebig; got. *lind-, Adj. (a?), lind, mild; nndl. gelinde, Adj., lind; ne. litze, Adj., geschmeidig; GB.: (lindi) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weich oder zart oder sanft oder angenehm mild; BM.: weich bzw. biegsam; F.: lind, linde, lindes, lindem, linden, linder(, lindere, linderes, linderem, linderen, linderer, lindest, lindeste, lindestes, lindestem, lindesten, lindester)+EW; Z.: lind
Linde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Linde, Lindenbaum; ne. linden, linden tree; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. linte, linde, st. F., Linde; mnd. linde (1), F., Linde, Lindenbaum; mnl. linde, lende, F., Linde; ahd. linta, sw. F. (n), Linde, Schild, Schild aus Lindenholz, Lindenschild; as. linda*, st. F. (ō), Linde, Lindenbaum; anfrk. lind*, F., als Namensbestandteil; germ. *lendō, *lendjō, st. F. (ō), Linde; germ. *lendjō-, *lendjōn, sw. F. (n), Linde; vgl. idg. *lento-, Adj., biegsam, nachgiebig, Pokorny 677 (1103/59) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Linde, Kluge s. u. Linde, DW 12, 1032, EWD s. u. Linde, EWAhd 5, 1326, Falk/Torp 361, Duden s. u. Linde, Bluhme s. u. Linde; Son.: vgl. afries. -; ae. lind, st. F. (ō), Lindenschild; an. lind (1), st. F. (ō), Linde, Schild, Speer; got. *linda?, st. F. (ō), Linde, Lindenschild; nndl. linde, Sb., Linde; nschw. lind, Sb., Linde; nnorw. lind, M., F., Linde; russ. lút, Sb., Bast, Lindenrinde; GB.: (linta) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Laubbaum mit ausladender Krone und herzförmigen, gesägten Blättern und gelblichen duftenden Blüten (Lindenblüten, Lindenblüthen); BM.: weich bzw. biegsam; F.: Linde, Linden+EW; Z.: Lind-e
linde, nhd., Adj.: nhd. linde; Vw.: s. lind
$Lindenbaum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lindenbaum, Linde; E.: s. Lind(e), s. en, s. Baum; L.: DW 12, 1034, EWD s. u. Linde; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lind(e) und en (Suff.) sowie Baum gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Laubbaum mit ausladender Krone und herzförmigen, gesägten Blättern und gelblichen duftenden Blüten (Lindenblüten, Lindenblüthen); F.: Lindenbaum, Lindenbaumes, Lindenbaums, Lindenbäume, Lindenbäumen+EW; Z.: Lind-e-bau-m
$Lindenblatt, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Lindenblatt; E.: s. Lind(e), s. en (Suff.), s. Blatt; Q.: um 1200 (Nibelungenlied); L.: DW 12, 1034, EWD s. u. Linden; GB.: seit 12. Jh. (lindenblat) belegte und aus Lind(e) und en (Suff.) sowie Blatt gebildete Bezeichnung für ein (sachlich wohl schon vormenschlich mögliches) Blatt einer Linde wie es beispielsweise dem Sagenhelden Siegfried bei dem Baden in Drachenblut auf den Rücken gefallen sein soll wodurch er an dieser Stelle zu seinem Schaden verwundbar blieb; F.: Lindenblatt, Lindenblatts, Lindenblattes, Lindenblätter, Lindenblättern+EW; Z.: Lind-en-bla-t-t
$lindern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. lindern, mildern, bessern, erleichtern; E.: s. lind, s. er (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. lind, DW 12, 1035, EWD s. u. lind(e); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus lind und er (Suff.) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches lind(er) sein (V.) oder lind(er) werden oder lind(er) machen; F.: lindern, lindere (!), linder (!), linderst, lindert, linderte, lindertest, linderten, lindertet, gelindert, ##gelindert, gelinderte, gelindertes, gelindertem, gelinderten, gelinderter##, lindernd, ###lindernd, linderndes, linderndem, lindernden, lindernder###, linder (!)+EW; Z.: lind-er-n
$Linderung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Linderung, Milderung, Besserung, Erleichterung; E.: s. linder(n), s. ung; L.: DW 12, 1037, EWD s. u. lind(e); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus linder(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Milderung oder Besserung oder Erleichterung einer Gegebenheit; F.: Linderung, Linderungen+EW; Z.: Lind-er-ung
Lindwurm, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lindwurm, Drache (M.) (1); ne. dragon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lintwurm, st. M., Lindwurm (fabelhaftes Tier halb Drache halb Schlange); mnd. lintworm, M., Lindwurm, Kriechtier, Wappentier; mnl. lintworm, lindworm, lindeworm, M., Lindwurm; ahd. lindwurm*, st. M. (i), Lindwurm, Schlange; mnl. lindeworm, lindworm, lintworm, lentworm, lindwoorm, M., Lindwurm; ahd. lindwurm*, st. M. (i), Lindwurm, Schlange; ahd. *lind (2)?, *lint?, st. M. (a?), st. F. (jō), Schlange, Lindwurm; germ. *lenþa-, *lenþaz, st. M. (a), Schlange; s. idg. *lento-, Adj., biegsam, nachgiebig, Pokorny 677 (1103/59) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. wurm, st. M. (i), Wurm, Schlange, Drache (M.) (1); germ. *wurma-, *wurmaz, st. M. (a), Wurm, Schlange; germ. *wurmi, *wurmiz, st. M. (i), Wurm, Schlange; idg. *u̯r̥mos, M., Wurm, Pokorny 1152; vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lindwurm, Kluge s. u. Lindwurm, DW 12, 1038, EWD s. u. Lindwurm, EWAhd 5, 1308, Duden s. u. Lindwurm; Son.: vgl. an. linnormr, st. M. (a), Schlange; nschw. lindorm, Sb., Lindwurm; GB.: (ahd. lindwurm) seit 9. Jh. belegte und aus ahd. *lind (Schlange, Lindwurm) und wurm gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung des Menschen einem Drachen ähnliches Fabeltier; BM.: Schlange, Wurm; F.: Lindwurm, Lindwurms, Lindwurmes, Lindwürmer, Lindwürmern+EW; Z.: Lind—wur-m
Lineal, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Lineal, Maßstab; ne. ruler (N.); Vw.: -; Hw.: s. Linie, linear, linieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mlat. līneāle; E.: mhd. liniāl, N., Lineal; mnd. līneāl, līniāl, N., Richtlinie, Zeichengerät; mlat. līneāle, N., Lineal; s. lat. līneālis, Adj., in Linien bestehend, mit Linien gemacht, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. līnea (1), F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne; lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lineal, fehlt DW, EWD s. u. Lineal, Duden s. u. Lineal; Son.: vgl. nndl. liniaal, Sb., Lineal; nschw. linjal, Sb., Lineal; nnorw. linjal, M., Lineal; poln. linijka, F., Lineal; lit. liniuotė, F., Lineal; GB.: (mhd. liniāl) seit 1482 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein einfaches vom Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät mit gerader Kante und Längenskala zu einem sichererem Ziehen und Messen kürzerer gerader Linien; BM.: Lein?; F.: Lineal, Lineals, Lineale, Linealen+FW(+EW); Z.: Lin-e-al
linear, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. linear, geradlinig; ne. linear; Vw.: -; Hw.: s. Linie, Lineal, linieren; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. līneāris; E.: s. lat. līneāris, Adj., zu den Linien gehörig, in Linien bestehend, Linien...; lat. līnea, F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne; lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Linie, fehlt DW, EWD s. u. Linie, Duden s. u. linear; Son.: vgl. nndl. lineair, Adj., linear; frz. linéaire, Adj., linear; nschw. linjär, lineär, Adj., linear; nnorw. lineær, Adj., linear; poln. linearny, Adj., linear; nir. líneach, Adj., linear; lit. linijinis, Adj., linear; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen geradlinig; BM.: Lein?; F.: linear, lineare, lineares, linearem, linearen, linearer(, linearere, lineareres, linearerem, lineareren, linearerer, linearst, linearste, linearstes, linearstem, linearsten, linearster)+FW(+EW); Z.: lin-e-ar
...ling, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. ...ling; ne. …ling; Vw.: s. Blend-, Bück-, Dril- (1), Dril- (2), Enger-, Früh-, Her-, Pfiffer-, Reh-, Ries-, Schier-, Schil-, Schmetter-, Speier-, Sper-, Ster-, Zög-; Hw.: s. …ing; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. linc? (3), st. M., …ling; mnd. linc, link, ling*, Suff., „ling“; weitere Herkunft unbekannt; L.: fehlt DW, EWAhd 5, 50; Son.: nur M.; vgl. nndl. …ling, Suff., …ling; nschw. …ling, Suff., …ling; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie in Zusammensetzungen als Grundglied für die Bildung männlicher Substantive verkleinernder Zugehörigkeit verwendete Bezeichnung; BM.: verkleinernde Zugehörigkeit?; F.: ...ling, ...linges, ...lings, ...linge, ...lingen+EW; Z.: -ling
…lings, nhd., Suff., (16. Jh.): nhd. …lings; ne. …wards; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. …ing, gebildet durch fehlerhafte Abtrennung; L.: Kluge s. u. -lings, fehlt DW?, EWD s. u. -lings, Duden s. u. -lings; Son.: s. bäuchlings, blindlings, rücklings; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit ling durch fehlerhafte Abtrennung gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adverbien verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...lings+EW; Z.: -ling-s
...lingual, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. ...lingual, …sprachig, sprachlich; ne. ...lingual; Vw.: s. bi-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. lingua, F., Zunge, Rede, Sprache; idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. ...lingue, Suff., ...lingual; nschw. ...lingual, Suff., ...lingual; nnorw., ...lingval, Suff., ...lingual; poln. ...lingualny, Suff., ...lingual; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Sprache betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: Zunge; F.: ...lingual, ...linguale, ...linguales, ...lingualem, ...lingualen, ...lingualer+FW+EW; Z.: -ling-u-al
Linguist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Linguist, Sprachwissenschaftler; ne. linguist; Vw.: -; Hw.: s. Linguistik; Q.: Ende 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. lingua, F., Zunge, Rede, Sprache, (um 450 v. Chr.); idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Linguist, fehlt DW, EWD s. u. Linguist, Duden s. u. Linguist; Son.: vgl. nndl. linguïst, Sb., Linguist; frz. linguiste, M., Linguist; nschw. lingvist, Sb., Linguist; nnorw. lingvist, M., Linguist; poln. lingwista, M., Linguist; lit. lingvistas, M., Linguist; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und mit der Silbe ist gebildete Bezeichnung für einen sich seit den Hochkulturen des Altertums mit Sprachen und später der Wissenschaft von Sprachen beschäftigenden Menschen (Sprachwissenschaftler); BM.: Zunge; F.: Linguist, Linguisten+FW+EW; Z.: Ling-u-ist
Linguistik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Linguistik, Sprachwissenschaft; ne. linguistics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. linguistique; lat. lingua, dingua, F., Zunge, Rede, Sprache, (um 450 v. Chr.); idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Linguist, fehlt DW, EWD s. u. Linguist, Duden s. u. Linguistik; Son.: vgl. nndl. linguïstik, Sb., Linguistik; frz. linguistique, F., Linguistik; nschw. lingvistik, Sb., Linguistik; nnorw. lingvistikk, M., Linguistik; poln. lingwistyka, F., Linguistik; lit. lingvistika, F., Linguist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Linguist und ik gebildete Bezeichnung für das sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Wissen und die Wissenschaft von Sprachen (Sprachwissenschaft); BM.: Zunge; F.: Linguistik+FW+EW; Z.: Ling-u-ist
$linguistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. linguistisch, Sprachen betreffend; E.: s. Linguist, s. isch; L.: Kluge s. u. Linguist, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Linguist und isch gebildete Bezeichnung für das sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Wissen und die Wissenschaft von Sprachen betreffend; F.: linguistisch, linguistische, linguistisches, linguistischem, linguistischen, linguistischer+FW+EW; Z.: ling-u-ist-isch
Linie, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Linie, Gerade, Strecke, Reihe; ne. line (N.); Vw.: -; Hw.: s. linear, linieren, Lineal, Pipeline, online; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. linie, sw. F., st. F., Linie; mnd. līnie, linige, linee, linege, line, F., Linie, gezogene Linie, gerader Strich; mnl. linie, lenie, F., Linie, Regel; ahd. linia*, linna, sw. F. (n), Linie, Strich, Grenzlinie, Begrenzungslinie, Buchstabenreihe, Schriftzeichenfolge, Versreihe; lat. līnea, F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne, (um 250-184 v. Chr.); lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Linie, Kluge s. u. Linie, DW 12, 1039, EWD s. u. Linie, EWAhd 5, 1318, Duden s. u. Linie; Son.: vgl. afries. līne, F., Leine, Seil; ae. līne, st. F. (ō), Leine, Seil, Reihe, Linie, Richtschnur, Regel; an. līna, F., Schnur (F.) (1), Linie, Strich; nndl. lijn, Sb., Linie; frz. ligne, F., Linie; nschw. linje, Sb., Linie; nnorw. linje, M., F., Linie; poln. linia, F., Linie; kymr. lein, F., Linie; lit. linija, F., Linie; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (wohl meist von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums gezogenen längeren geraden oder gekrümmten) Strich; BM.: Lein?; F.: Linie, Linien+FW(+EW); Z.: Lin-ie
linieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. linieren, mit Linien versehen (V.); ne. line (V.); Vw.: -; Hw.: s. Linie, linear, Lineal; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. līneāre; E.: s. mhd. liniieren, sw. V., linieren, bemalen; mnd. līniēren, līniren, sw. V., linieren, mit Schreiblinien versehen (V.); lat. līneāre, V., nach der Richtschnur richten, nach dem Lot einrichten, mit Streifen bemalen, messen, vermessen (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līnea, F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne; lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Linie, fehlt DW, EWD s. u. Linie, Duden s. u. linieren; Son.: vgl. frz. ligner, V., linieren; nnorw. linjere, V., linieren; poln. liniować, V., linieren; kymr. llinellu, V., linieren; lit. liniuoti, V., linieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit Strichen oder Linien versehen (V.); BM.: Lein?; F.: linieren, liniere, linierst, liniert, linierest, linieret, linierte, liniertest, linierten, liniertet, ##liniert, linierte, liniertes, liniertem, linierten, linierter##, linierend, ###linierend, linierende, linierendes, linierendem, linierenden, linierender###, linier (!)+FW; Z.: lin-ier-en
$...linig, nhd., Adj., (?): nhd. ...linig; E.: s. Lin(ie), s. ig; L.: Kluge s. u. Linie, fehlt DW, EWD s. u. Linie; GB.: seit (?) belegte und aus Lin(ie) und ig gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für Linie(n) betreffend oder habend; F.: ...linig, ...linige, ...liniges, ...linigem, ...linigen, ...liniger(, ...linigere, ...linigeres, ...linigerem, ...linigeren, ...linigerer, ...linigst, ...linigste, ...linigstes, ...linigstem, ...linigsten, ...linigster)+FW+EW; Z.: -lin-ig
link, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. link, links befindlich, verkehrt; ne. left (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. linc (1), lenc, Adj., link, linkisch, unbedacht, unwissend; mnd. link (1), lenk, Adj., link; ahd. lenk*, lenc*, Adj., link, linke; as. -; anfrk. -; germ. *hlenka-, *hlenkaz, Adj., schief, links; s. idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. link, Kluge s. u. link, DW 12, 1044, EWD s. u. link, EWAhd 5, 1172, Falk/Torp 111, Duden s. u. link, Bluhme s. u. link; Son.: ? vgl. ai. laṅga-, Adj., lahm; ? gr. λαγγάζειν (langázein), V., zaudern; ? lat. languēre, V., matt sein (V.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus Sicht von Menschen verkehrt oder schief in Gegensatz zu recht oder gerade; BM.: schief bzw. ungeschickt; F.: link, linke, linkes, linkem, linken, linker(, linkere, linkeres, linkerem, linkeren, linkerer, linkest, linkeste, linkestes, linkestem, linkesten, linkester)+EW; Z.: link
Link, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Link, Verknüpfung; ne. link (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gelenk, verlinken; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. link; E.: s. ne. link, N., Link, Verbindung; über Mittelenglisch von an. hlekkr, st. M. (i), Kette (F.) (1), Ring; germ. *hlanki-, *hlankiz, st. M. (a), Ring, Fessel (F.) (1), Biegung; idg. *kleng-, *klenk-, V., biegen, winden, drehen, Pokorny 603 (934/166) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Link; Son.: vgl. nschw. länk, Sb., Link; nnorw. lenk, M., Link; poln. link, M., Link; kymr. linc, M., Link; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist graphisch hervorgehobene elektronische Verknüpfung einer Stelle mit einer anderen Datei oder einer anderen Stelle in derselben Datei; BM.: biegen; F.: Link, Links+FW; Z.: Link
$Linke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Linke; E.: s. link, s. e; L.: fehlt DW, EWD s. u. link; GB.: seit 19. Jh. belegte und auf der Grundlage der ursprünglichen Sitzordnung der verfassunggebenden Nationalversammlung Frankreichs nach der Revolution des Jahres 1789 aus link und e gebildete Bezeichnung für eine nach Veränderungen in der Gesellschaft strebende politische Richtung in Gegensatz zu der bewahrenden konservativen Richtung; F.: Linke, Linken+EW; Z.: Link-e
$linkisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. linkisch, an linker Stelle befindlich, ungeschickt, schwerfällig; E.: s. link, s. isch; L.: Kluge s. u. link, DW 12, 1049, EWD s. u. link; GB.: seit 1422 belegte und aus link und isch gebildete Bezeichnung für an linker Stelle seiend oder befindlich und damit ungeschickt oder schwerfällig; F.: linkisch, linkische, linkisches, linkischem, linkischen, linkischer(, linkischere, linkischeres, linkischerem, linkischeren, linkischerer, linkischst, linkischste, linkischstes, linkischstem, linkischsten, linkischster)+EW; Z.: link-isch
$links, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. links, auf der linken Seite befindlich; E.: s. link, s. s, s. mhd. lincsītic*; L.: Kluge s. u. link, DW 12, 1049, EWD s. u. link; GB.: seit 15. Jh. belegte und als Genetiv linkes von link gebildete Bezeichnung für auf der linken Seite in Gegensatz zu rechts; F.: links+EW; Z.: link-s
$Linksdrall, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Linksdrall; E.: s. links, s. Drall; L.: Kluge s. u. Drall, fehlt DW, EWD s. u. drall; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus links und Drall gebildete Bezeichnung für eine während der Dauer nach links drehende Bewegung; F.: Linksdrall, Linksdralls, Linksdralles, Linksdralle, Linksdrallen+EW; Z.: Link-s—dra-ll
Linnen, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Linnen, Leinen (N.); ne. linen (N.); Vw.: -; Hw.: s. Leinen, Lein; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. linnen (3), N., Leinen (N.); s. mnd. līn (1), N., M., Lein, Flachs, aus Flachsfäden hergestelltes Tuch, Leinwand; ahd. līn*, st. M. (a?), Lein, Flachs; as. līn*, st. N. (a?), Linnen, Leinen (N.); anfrk. -; germ. *līna-, *līnam, st. N. (a), Lein, Linnen, Leinen (N.); lat. līnum?, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Linnen, Kluge s. u. Linnen, DW 12, 1051, EWD s. u. Lein, Duden s. u. Linnen; Son.: vgl. nndl. linnen, Sb., Linnen; nschw. linne, Sb., Linnen; GB.: seit 18. Jh. belegte niederdeutsche und mit dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus wohl schon vormenschlich möglichen Leinfäden oder Flachsfäden von Menschen hergestelltes und verwendetes Leinen (N.); BM.: Lein?; F.: Linnen, Linnens+EW; Z.: Lin-n-en
Linoleum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Linoleum, ein etwas elastischer Fußbodenbelag aus Leinöl; ne. linoleum; Vw.: -; Hw.: s. Lein; Q.: 1863; I.: Lw. ne. linoleum; E.: s. ne. linoleum, N., Linoleum; Neubildung zu lat. līnum oleum, N., Leinöl; vgl. lat. līnum?, N., Lein, Flachs, (um 235-200 v. Chr.); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691 (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. oleum, N., Öl, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Kluge s. u. Linoleum, fehlt DW, EWD s. u. Linoleum, Duden s. u. Linoleum; Son.: vgl. nndl. linoleum, Sb., Linoleum; frz. linoléum, N., Linoleum; nschw. linoleum, N., Linoleum; nnorw. linoleum, M., Linoleum; poln. linoleum, M., Linoleum; kymr. linoliwm, M., Linoleum; nir. lioníl, F., Linoleum; lit. linoleumas, M., Linoleum; GB.: seit 1863 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen (līnum oleum) umgebildete Bezeichnung für einen von dem englischen Chemiker Frederick Walton (1834-1928) 1860 entwickelten Fußbodenbelag aus festem Jutegewebe und einer aufgepressten Masse aus Leinöl und Kork sowie Farbstoffen und Harzen; BM.: Lein, Öl; F.: Linoleum, Linoleums+FW; Z.: Lin-ol-e-um
Linse, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Linse, eine Hülsenfrucht, lichtbrechendes Medium in dem Auge; ne. lentil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. linse, lins, sw. F., st. F., Linse; mnd. linse, F., Linse; mnl. linse, F., Linse; ahd. linsa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Linse; ahd.? lins, st. F. (i?), Linse; ahd. linsī, st. F. (ī), Linse; ahd. linsin, st. F. (jō), Linse; as. linsi, st. F. (ī)?, st. F. (īn)?, Linse; Lw. aus unbekannter Sprache?, EWAhd 5, 1323; L.: Kluge 1. A. s. u. Linse, Kluge s. u. Linse, EWD s. u. Linse, DW 12, 1052, EWAhd 5, 1323, Duden s. u. Linse, Bluhme s. u. Linse; Son.: vgl. nndl. linze, Sb., Linse; frz. lentille, F., Linse; nschw. lins, Sb., Linse; nnorw. linse, M., F., Linse; lat. lēns, F., Linse; lit. lḝšis, Sb., Linse; ksl. lęšta, F.?, Linse; GB.: vielleicht seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus unbekannter Sprache aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche krautige Gemüsepflanze mit von Menschen seit etwa 13000 Jahren als Nahrung verwendeten in rautenförmigen Hülsen sitzenden kleinen flachen kreisrunden Samen von gelbbrauner oder roter oder schwarzer Farbe und einem ihnen förmlich ähnlichen Teil des Auges welches das durch die Pupille eintretende Licht an der Hinterseite des Auges so bündelt dass auf der Netzhaut (grundsätzlich) ein scharfes Bild der gesehenen Gegebenheit wie beispielsweise eines Menschen oder einer Pflanze oder eines Tieres oder einer Umwelt oder eines Werkes erkannt werden kann; BM.: ?; F.: Linse, Linsen+FW+EW?; Z.: Lins-e
$linsen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. linsen, sehen, blicken, schauen; E.: s. Lins(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Linse, fehlt DW, EWD s. u. Linse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lins(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sehen oder blicken oder schauen; F.: linsen (!), linse (!), linsst (!), linst, linsest, linset, linste, linstest, linsten, linstet, gelinst, ##gelinst, gelinste, gelinstes, gelinstem, gelinsten, gelinster##, linsend, ###linsend, linsende, linsendes, linsendem, linsenden, linsender###, lins (!)+EW; Z.: lins-en
$Linsengericht, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Linsengericht; E.: s. Lins(e), s. en (Suff.), s. Gericht; L.: Kluge s. u. Linsengericht; GB.: in 1. Mos. 25,34 verwendete und nach lat. edulium lentis aus Lins(e) und en (Suff.) sowie Gericht gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus Linsen gebildete Speise die der jüngere Jakob dem älteren Bruder Esau zusammen mit Brot als Gegenleistung für sein Jakob dafür übertragenes Erstgeburtsrecht gibt; F.: Linsengericht, Linsengerichtes, Linsengerichts, Linsengerichte, Linsengerichten+EW; Z.: Lins-en—ge-rich-t
Lipid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Lipid, ein Fett, eine fettähnliche Substanz; ne. lipid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λίπος (lípos), N., Fett; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Lipid; Son.: vgl. nndl. lipide, Sb., Lipid; frz. lipide, M., Lipid; nschw. lipid, Sb., Lipid; nnorw. lipid, M., Lipid; poln. lipid, M., Lipid; lit. lipidas, M., Lipid; GB.: seit 20. Jh. aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches Fett oder eine fettähnliche oder wie Fett aussehende Substanz die durch Reaktion des dreiwertigen Glycerins mit drei Fettsäuren als Ester entstehen; BM.: fettgleich; F.: Lipid, Lipids, Lipides, Lipide, Lipiden+FW(+EW?); Z.: Li-p-id
Lipizzaner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lipizzaner, ein Pferd einer bestimmten Pferderasse; ne. Lipizzaner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1786; E.: s. ON Lipizza, Lipica, von slowen. lipa, F., Lindenbaum und n sowie er (Suff.); L.: Duden s. u. Lipizzaner; Son.: vgl. nndl. lipizzaner, Sb., Lipizzaner; frz. lipizzan, M., Lipizzaner; nschw. lipizzaner, Sb., Lipizzaner; nnorw. lipizzaner, M., Lipizzaner; poln. koń lipicański, M., Lipizzaner; nir. lipizzaner, M., Lipizzaner; lit. lipizanerias, M., Lipizzaner; GB.: seit 1786 belegte Bezeichnung für ein von Menschen gezüchtetes edles weißes Warmblutpferd (meist Schimmel) mit leicht gedrungenem Körper und breiter Brust sowie kurzen und starken Beinen; BM.: ON (dem Herkunftsgestüt der Pferderasse); F.: Lipizzaner, Lipizzaners, Lipizzanern+FW+EW; Z.: Lipizz-an-er
Lippe, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Lippe, Lefze, Rand des Mundes; ne. lip (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lefze, Schlippe?; E.: mhd. lippe, sw. F., st. F., Lippe; mnd. lippe (1), libbe, F., M., Lippe; as. *lippia?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Lippe; mfrz. lévres, Sb. Pl., Lippen; lat. labrum, N., Lefze, Lippe, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lippe, Kluge s. u. Lippe, EWD s. u. Lippe, DW 12, 1054, Duden s. u. Lippe, Bluhme s. u. Lippe; Son.: s. ahd. lefs, st. M. (a), Lippe, Lefze, Rand; vgl. ae. lippa, sw. M. (n), Lippe; afries. lippa, sw. M. (n), Lippe; nndl. lip, Sb., Lippe; nnorw. leppe, M., F., Lippe; lit. lūpa, F., Lippe; GB.: seit 1275-1276 (?) mnd. belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den fleischigen oberen oder unteren Rand des Mundes des Menschen (und anderer Primaten und höherer Säugetiere); BM.: schlaff hängen; F.: Lippe, Lippen+FW(+EW); Z.: Lip-p-e
$Lippenlaut, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lippenlaut, Labial; E.: s. Lipp(e), s. en (Suff.), s. Laut; L.: EWD s. u. Lippe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lipp(e) und en (Suff.) sowie Laut gebildete Bezeichnung für einen mit der Lippe gebildeten Laut der Sprache des Menschen wie beispielsweise m und b sowie p; F.: Lippenlaut, Lippenlauts, Lippenlautes, Lippenlaute, Lippenlauten+FW+EW; Z.: Lip-p-en—lau-t
liquid, liquide, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. liquid, liquide, flüssig, zahlungsfähig; ne. liquid; Vw.: -; Hw.: s. liquidieren, Liquidation, Liquidität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. liquidus; E.: s. lat. liquidus, Adj., flüssig, fließend, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. liquāre, V., flüssig machen, hell machen, klären, durchseihen; aus einem idg. *u̯likᵘ̯-, s. Walde/Hofmann 1, 812; L.: Kluge s. u. liquid, fehlt DW, Duden s. u. liquid; Son.: vgl. nndl. liquide, Adj., liquid; frz. liquide, Adj., liquid; nschw. likvid, Adj., liquid; nnorw. likvid, Adj., liquid; lit. likvidus, Adj. liquid; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für flüssig oder zahlungsfähig; BM.: flüssig; F.: liquid, liquide, liquides, liquidem, liquiden, liquider+FW(+EW); Z.: liqu-id
$Liquid, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Liquid, Fließlaut; E.: s. liquid; L.: Kluge s. u. liquid, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit liquid verbindbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Fließlaut wie l oder r; F.: Liquid, Liquids, Liquides, Liquide, Liquiden+FW(+EW); Z.: Liqu-id
$Liquida, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Liquida; E.: s. liquid; L.: Kluge s. u. liquid; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit liquid verbindbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Fließlaut wie f oder r; F.: Liquida, Liquiden, Liquidä+FW; Z.: Liqu-id-a
Liquidation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Liquidation, Verflüssigung, Hinrichtung, Auflösung; ne. liquidation; Vw.: -; Hw.: s. liquid, liquidieren, Liquidität; Q.: um 1600; I.: Lw. mlat. liquidātio; E.: s. mlat. liquidātio, F., Klarmachen, Erklären; vgl. lat. liquidāre, V., flüssig machen, (um 400 n. Chr.); lat. liquidus, Adj., flüssig, fließend, (um 235-200 v. Chr.); lat. liquāre, V., flüssig machen, hell machen, klären, durchseihen; aus einem idg. *u̯likᵘ̯-, s. Walde/Hofmann 1, 812; L.: Kluge s. u. liqudieren, EWD s. u. liquidieren, Duden s. u. Liquidation; Son.: vgl. nndl. liquidatie, Sb., Liquidation; frz. liquidation, F., Liquidation; nschw. likvidation, Sb., Liquidation; nnorw. likvidasjon, M., Liquidation; poln. likwidacja, F., Liquidation; lit. likvidacija, F., Liquidation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Hinrichtung bzw. für das Flüssigmachen von Geldmitteln; BM.: flüssig; F.: Liquidation, Liquidationen+FW(+EW); Z.: Liqu-id-at-io-n
liquide, nhd., Adj.: nhd. liquide; Vw.: s. liquid
liquidieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. liquidieren, flüssig machen, Geschäft auflösen, hinrichten; ne. liquidate; Vw.: -; Hw.: s. liquid, Liquidation, Liquidität; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. liquidāre; E.: s. mnd. liquidēren, sw. V., abzahlen; lat. liquidāre, V., flüssig machen, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. liquidus, Adj., flüssig, fließend, (um 235-200 v. Chr.); lat. liquāre, V., flüssig machen, hell machen, klären, durchseihen; aus einem idg. *u̯likᵘ̯-, s. Walde/Hofmann 1, 812; L.: Kluge s. u. liquidieren, fehlt DW, EWD s. u. liquidieren, Duden s. u. liquidieren; Son.: vgl. nndl. liquideren, V., liquidieren; frz. liquider, V., liquidieren; nschw. likvidera, V., liquidieren; nnorw. likvidere, V., liquidieren; poln. likwidować, V., liquidieren; lit. likviduoti, V., liquidieren; GB.: seit um 1600 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus einem festen Zustand in einen flüssigen Zustand versetzen; BM.: auflösen, flüssig; F.: liquidieren, liquidiere, liquidierst, liquidiert, liquidierest, liquidieret, liquidierte, liquidiertest, liquidierten, liquidiertet, ##liquidiert, liquidierte, liquidiertes, liquidiertem, liquidierten, liquidierter##, liquidierend, ###liquidierend, liquidierende, liquidierendes, liquidierendem, liquidierenden, liquidierender###, liquidier (!)+FW(+EW); Z.: liqu-id-ier-en
Liquidität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Liquidität, Zahlungsfähigkeit; ne. liquidity; Vw.: -; Hw.: s. liquid, liquidieren, Liquidation; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. liquiditās; E.: s. lat. liquiditās, F., Flüssigkeit, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. liquidus, Adj., flüssig, fließend, (um 235-200 v. Chr.); lat. liquāre, V., flüssig machen, hell machen, klären, durchseihen; aus einem idg. *u̯likᵘ̯-, s. Walde/Hofmann 1, 812; L.: Kluge s. u. liquid, fehlt DW, Duden s. u. Liquidität; Son.: vgl. nndl. liquiditeit, Sb., Liquidität; frz. liquidité, F., Liquidität; nschw. likviditet, Sb., Liquidität; nnorw. likviditet, M., Liquidität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums bedeutsame Verfügungsmacht von Menschen über Bedarfsgüter; BM.: flüssig; F.: Liquidität+FW(+EW); Z.: Liqu-id-it-ät
lismen, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. lismen, stricken; ne. knit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. lismen, sw. V., stricken; ahd. lismen*, lisemen*, sw. V. (1a), stricken; weitere Herkunft ungeklärt, wohl zu ahd. lesan, st. V. (5), lesen (V.) (1), vorlesen, durchmustern, lesen von, nachforschen, verlesen, vortragen; germ. *lesan, st. V., sammeln, auflesen; idg. *les-?, V., sammeln, auflesen, Pokorny 680 (1110/66) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. lismen, DW 12, 1061, EWAhd 5, 1366, Duden s. u. lismen; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie wohl mit lesen und dadurch mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen schon früher entwickeltes und seitdem verwendetes einen Faden mit Stricknadeln (oder später auch einer Strickmaschine) zu einer Art Geflecht von Maschen verschlingen; BM.: sammeln?; F.: lismen, lisme (!), lismest, lismet, lismete, lismetest, lismeten, lismetet, gelismet, ##gelismet, gelismete, gelismetes, gelismetem, gelismeten, gelismeter##, lismend, ###lismend, lismende, lismendes, lismendem, lismenden, lismender###, lisme (!)+EW; Z.: lis-m-en
lispeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. lispeln, bei Zischlauten fehlerhaft mit der Zunge an die oberen Vorderzähne anstoßen und dadurch undeutlich sprechen; ne. lisp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. lispelen*, lisplen, sw. V., lispeln, zierlich sprechen; mhd. lispen, sw. V., lispeln, stammeln, sich versprechen; ahd. lispēn, sw. V. (3), lispeln, stammeln, stottern, keuchen, mühsam atmen; vgl. germ. *wlispa-, *wlispaz, Adj., lispelnd; s. idg. *u̯leis-, *u̯lis-, Sb., Rute, Pokorny 1143?; vgl. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140? (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. lispeln, Kluge s. u. lispeln, DW 12, 1064, EWD s. u. lispeln, EWAhd 5, 1374, Duden s. u. lispeln, Bluhme s. u. lispeln; Son.: vgl. ae. wlispian, sw. V. (2), lispeln; nndl. lispelen, V., lispeln; nschw. läspa, V., lispeln; nnorw. lespe, V., lispeln; GB.: bei Zischlauten fehlerhaft mit der Zunge an die oberen Vorderzähne anstoßen und dadurch undeutlich sprechen; BM.: drehen?; F.: lispeln, lispel (!), lisple, lispelst, lispelt, lispelte, lispeltest, lispelten, lispeltet, gelispelt, ##gelispelt, gelispelte, gelispeltes, gelispeltem, gelispelten, gelispelter##, lispelnd, ###lispelnd, lispelnde, lispelndes, lispelndem, lispelnden, lispelnder###, lispel (!)+EW; Z.: lis-p-el-n
List, nhd., F., (8. Jh.): nhd. List, Kunst, Weisheit; ne. ruse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. list, st. M., st. F., Weisheit, Klugheit, Schlauheit, Wissenschaft, Kunst; mnd. list, F., List, Geschicklichkeit, Klugheit, Kenntnis, Schlauheit, Listigkeit, Kriegslist; mnl. list. lijst, lust, M., F., Kenntnis, Wissenschaft, Gelehrsamkeit; ahd. list, st. M. (i), st. F. (i), Kenntnis, Wissen, Erfahrung, Kunst, List, Wissenschaft; as. list*, st. M. (i), st. F. (i), Kunst, Klugheit, Verschlagenheit; anfrk. list. M., F., Schlauheit; germ. *listi-, *listiz, st. F. (i), Kunst, List; s. idg. leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671? (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. List, Kluge s. u. List, DW 12, 1065, EWD s. u. List, EWAhd 5, 1374, Falk/Torp 369, Seebold 323, Duden s. u. List, Bluhme s. u. List; Son.: vgl. afries. list, lest (2), st. F. (i), List, Kenntnis; saterl. list; ae. list, st. M. (i), st. F. (i), List, Kunst, Geschick, Erfahrung; an. list, st. F. (i), Kunstfertigkeit, Klugheit, gutes Benehmen; got. lists, st. F. (i), List; nndl. list, Sb., List; nschw. list, Sb., List; nnorw. list, M., F., List; ksl. lъstъ, Sb., List (aus einer germanischen Sprache entlehnt); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen und auch Tieren verwendetes Mittel mit dessen Hilfe jemand andere täuschend etwas zu erreichen sucht was er ohne Täuschung wahrscheinlich nicht erreichen könnte; BM.: Spur; F.: List, Listen+EW; Z.: Lis-t
Liste, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Liste, Verzeichnis, Zusammenstellung; ne. list (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. it. lista; E.: s. it. lista, F., Liste; von ahd. līsta, sw. F. (n), Leiste, Rand, Saum (M.) (1), Borte, Einfassung, geflochtene Leiste; germ. *līstō-, *līstōn, *leistō-, *leistōn, sw. F. (n), Leiste; s. idg. *leis-, Sb., Spur, Furche, Geleise, Pokorny 671 (1087/43) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.); idg. *leizd-, *loizd-?, Sb., Rand, Saum (M.) (1), Leiste, Pokorny 672? (1090/46) (RB. idg. aus alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Liste, Kluge s. u. Liste, DW 12, 1069, EWD s. u. Liste, Duden s. u. Liste, Bluhme s. u. Liste; Son.: vgl. nndl. lijst, Sb., Liste; frz. liste, F., Liste; nschw. lista, Sb., Liste; nnorw. liste, M., F., Liste; poln. lista, F., Liste; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar unter Bedeutungsänderung dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift entwickelte und verwendete schriftliche Zusammenstellung; BM.: Spur; F.: Liste, Listen+FW+EW; Z.: List-e
$listen, nhd., sw. V., (9./10. Jh.): nhd. listen, mit List vorgehen; Vw.: s. ab-, über-; E.: s. List, s. en (Suff.); L.: DW 12, 1069, EWD s. u. List, Duden s. u. listen; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und aus List und en (Suff.) gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mit List vorgehen; F.: listen (!), liste (!), listest, listet, listete, listetest, listeten, listetet, gelistet, ##gelistet, gelistete, gelistetes, gelistetem, gelisteten, gelisteter##, listend, ###listend, listende, listendes, listendem, listenden, listender###, list (!)+EW; Z.: list-en
$listig, nhd., Adj., Adv. (8. Jh.): nhd. listig, eine List verwendend; Vw.: s. arg-, hinter-; E.: s. List, s. ig; L.: Kluge s. u. List, DW 12, 1069, EWD s. u. List; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus List und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches eine List verwendend; F.: listig, listige, listiges, listigem, listigen, listiger(, listigere, listigeres, listigerem, listigeren, listigerer, listigst, listigste, listigstes, listigstem, listigsten, listigster)+EW; Z.: lis-t-ig
Litanei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Litanei, zwischen Vorbeter und Gemeinde des Christentums wechselndes Bittgebet, großer Bittgesang der Gemeinde bei Prozessionen und in der Kirche, langatmige Aufzählung; ne. litany; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1150 (Litanîe); E.: s. mhd. letanīe, F., Litanei, Gebet; mnd. letanīe, lettanīe, letenīe, lettenīe, litanīe, litanige, F., Litanei, Bittgesang, Gebet; lat. litanīa, F., öffentliches Beten, Litanei, (um 431-486 n. Chr.); gr. λιτανεία (litaneía), F., Litanei; vgl. gr. λιτανεύειν (litaneúein), V., flehen, anflehen, bitten; vgl. idg. *leit-, V., streichen, streicheln, Pokorny 664; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Litanei, DW 12, 1071, EWD s. u. Litanei, Duden s. u. Litanei; Son.: vgl. nndl. litanie, Sb., Litanei; frz. litanie, F., Litanei; nschw. litania, Sb., Litanei; nnorw. litani, N., Litanei; poln. litania, F., Litanei; kymr. litani, F., Litanei; nir. liodán, M., Litanei; GB.: seit nach 1150 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen gesprochenes wechselndes Bittgebet und davon abgeleitet für eine langatmige Aufzählung; BM.: bitten; F.: Litanei, Litaneien+FW(+EW); Z.: Li-t-an-ei
Liter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Liter, ein Hohlmaß für Flüssigkeiten (Kubikdezimeter); ne. litre, liter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. litre; E.: s. frz. litre, M., Liter; mlat. litra, F., Liter?, ein Flüssigkeitsmaß; gr. λῖτρα (lítra), F., Pfund, Gewicht (N.) (1); Etymologie unklar, Wort kommt wohl aus Sizilien, Frisk 2, 131; L.: Kluge s. u. Liter, EWD s. u. Liter, DW 12, 1072, Duden s. u. Liter; Son.: vgl. nndl. liter, Sb., Liter; nschw. liter, Sb., Liter; nnorw. liter, M., Liter; poln. litr, M., Liter; kymr. litr, M., Liter; nir. lítear, M., Liter; lit. litras, M., Liter; GB.: seit 1871 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und in der Etymologie unklare Bezeichnung für ein Hohlmaß für Flüssigkeiten von einem Kubikdezimeter; BM.: ?; F.: Liter, Liters, Litern+FW(+EW); Z.: Lit-er
literarisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. literarisch, der Literatur eigen, zu der Literatur gehörend, Literatur betreffend; ne. literary; Vw.: -; Hw.: s. Literatur, Literat; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. litterārius; E.: s. lat. litterārius (1), Adj., zum Lesen und Schreiben gehörig, Lesen und Schreiben betreffend, schriftlich, schriftkundig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. littera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, Geschriebenes, Schriftzug; lat. linere, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen, salben; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Literatur, fehlt DW, EWD s. u. literarisch, Duden s. u. literarisch; Son.: vgl. nndl. literair, Adj., literarisch; frz. littéraire, Adj., literarisch; nschw. litterär, Adj., literarisch; nnorw. litterær, Adj., literarisch; poln. literacki, Adj., literarisch; nir. liteartha, Adj., literarisch; lit. literatūrinis, Adj., literarisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Literatur (als Kunstgattung) betreffend; BM.: schmieren (V.) (1); F.: literarisch, literarische, literarisches, literarischem, literarischen, literarischer(, literarischere, literarischeres, literarischerem, literarischeren, literarischerer, literarischst, literarischste, literarischstes, literarischstem, literarischsten, literarischster)+FW+EW; Z.: li-t-er-ar-isch
Literat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Literat, Autor, Verfasser; ne. littérateur, writer; Vw.: -; Hw.: s. Literatur, literarisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. litterātus; E.: s. mlat. litterātus, M., Student, Akademiker, Geistlicher, (1198-1202); vgl. lat. litterātus, Adj., mit Buchstaben bezeichnet, gebrandmarkt, schriftkundig, (81-43 v. Chr.); lat. littera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, Geschriebenes, Schriftzug; lat. linere, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen, salben; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Literatur, fehlt DW, EWD s. u. Literatur, Duden s. u. Literat; Son.: vgl. frz. littérateur, M., Literat; nschw. litterat, Sb., Literat; nnorw. litterat, M., Literat; poln. literat, M., Literat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache (und Schrift) sowie den Hochkulturen des Altertums möglichen ästhetisierenden Schriftsteller oder Verfasser von Texten; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Literat, Literaten+FW(+EW); Z.: Li-t-er-at
Literatur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Literatur, schriftliche Überlieferung; ne. literature; Vw.: -; Hw.: s. Letter, Belletrist, literarisch, Literat; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. litterātūra; E.: s. lat. litterātūra, F., Buchstabenschrift, Schrift, Alphabet, Sprachkunst, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. littera, F., Buchstabe, Aufgezeichnetes, Geschriebenes, Schriftzug; lat. linere, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen, salben; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Literatur, fehlt DW, EWD s. u. Literatur, Duden s. u. Literatur; Son.: vgl. nndl. literatuur, Sb., Literatur; frz. littérature, F., Literatur; nschw. litteratur, Sb., Literatur; nnorw. litteratur, M., Literatur; poln. literatura, F., Literatur; nir. litríocht, F., Literatur; lit. literatūra, F., Literatur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache (und Schrift) sowie den Hochkulturen des Altertums mögliche von Menschen verfasste und veröffentlichte Texte; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Literatur, Literaturen+FW+EW; Z.: Li-t-er-at-ur
$Literaturgeschichte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Literaturgeschichte; E.: s. Literatur, s. Geschichte; L.: fehlt DW, EWD s. u. Literatur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Literatur und Geschichte gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Literatur mögliche Geschichte von Literatur; F.: Literaturgeschichte, Literaturgeschichten+FW+EW; Z.: Li-t-er-at-ur
$Literaturwissenschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Literaturwissenschaft; E.: s. Literatur, s. Wissenschaft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Literatur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Literatur und Wissenschaft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit entwickelte Wissenschaft der Literatur; F.: Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaften+FW+EW; Z.: Li-t-er-at-ur—wi-ss-en-schaf-t
$Litfasssäule, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Litfasssäule, (eine) Werbesäule; ne. advertising pillar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Vorderglied von dem Namen des Buchdruckers Ernst Litfaß (1816-1874); Hinterglied s. nhd. Säule (1); L.: Kluge s. u. Litfasssäule, EWD s. u. Litfasssäule, Duden s. u. Litfasssäule; GB.: vielleicht seit 1855 belegte Bezeichnung für eine erstmals in Berlin 1855 aufgestellte frei stehende niedrigere Säule von größerem Durchmesser und damit umfangreicherer nutzbarer Oberfläche auf die Bekanntmachungen oder Plakate oder Werbeanzeigen geklebt werden können; BM.: PN, kratzen; F.: Litfasssäule, Litfasssäulen+EW; Z.: Litfaß—säu-l-e
...lith, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. ...lith, …stein; ne....lith, ...lite; Vw.: s. Chryso-, Mega-, Mono-; Hw.: s. ...lithikum, litho…; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. ...liet, Suff., ...lith; frz. ...lite, Suff., ...lith; nschw. ...lit, Suff., ...lith; nnorw. ...litt, Suff., ...lith; poln. ...lit, Suff., ...lith; kymr. ...lith, Suff., ...lith; nir. ...lit, Suff., ...lith; lit. ...litas, Suff., ...lith; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Stein betreffenden Substantiven; BM.: Stein; F.: ...lith, ...liths, ...lithe, ...lithen+FW(+EW); Z.: -lith
...lithikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. ...lithikum; ne. ...lithic; Vw.: s. Meso-, Neo-, Paläo-; Hw.: s. ...lith; Q.: 19. Jh.?; .: gr. Lw.; E.: s. gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; Son.: vgl. nndl. ...lithicum, Suff., ...lithikum; frz. ...lithique, Suff., ...lithikum; nschw. ...litikum, Suff., ...lithikum; nnorw. ...litikum, Suff., ...lithikum; poln. ...lit, Suff., ...lithikum; kymr. ...lithig, Suff., ...lithikum; nir. ...liteach, Suff., ...lithikum; lit. ...litas, Suff., ...lithikum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Bezeichnungen für die verschiedenen zeitlichen Abschnitte der Steinzeit verwendete Bezeichnung; BM.: Stein; F.: ...lithikum, ...lithikums+FW+EW; Z.: -lith-ik-um
Lithium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lithium, ein Leichtmetall; ne. lithium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Lithium; Son.: vgl. nndl. lithium, Sb., Lithium; frz. lithium, M., Lithium; nschw. litium, N., Lithium; nnorw. litium, N., Lithium; kymr. lithiwm, M., Lithium; nir. litiam, M., Lithium; poln. lit. M., Lithium; lit. litis, M., Lithium; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein in geringen Spuren schon innerhalb der ersten zehn Minuten des Urknalls entstandenes weltweit (etwa in Brasilien oder Simbabwe oder Portugal oder Kanada oder Chile und in Österreich beispielsweise auf der Koralpe) verbreitetes 1817 von Johan August Arfwedson in Schweden in Mineralfunden entdecktes (in der Erdkruste etwa 0,006 Prozent bildendes) silberweißes leichtes sowie derzeit auf einen bekannten Bestand von rund 15 Millionen Tonnen geschätztes und bei dem Abbau deutliche Umweltbelastungen verursachendes und in der Natur nicht elementar vorhandenes Alkalimetall (chemisches Element Nr. 3, abgekürzt Li) das von Menschen für Akkumulatoren und Glas und Kermik und Schmierstoffe und Legierungen sowie in der Medizin bei der Behandlung bipolarer Störungen und Depressionen verwendet wird; BM.: Stein; F.: Lithium, Lithiums+FW; Z.: Lith-i-um
litho..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. litho..., Stein..., Gesteins...; ne. litho...; Vw.: s. -graphie; Hw.: s. ...lith; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. litho…, Präf., litho…; frz. litho…, Präf., litho…; nschw. lito…, Präf., litho…; nnorw. lito…, Präf., litho…; poln. lito…, Präf., litho…; kymr. litho…, Präf., litho…; nir. litea…, Präf., litho…; lit. lito…, Präf., litho…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von Stein oder Gestein betreffenden Wörtern verwendete Bezeichnung; F.: litho…+FW; Z.: lith-o-
$Lithograph, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lithograph; E.: s. Lithographie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lithographie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den Verwender eines besonderen Druckverfahrens; F.: Lithograph, Lithographen+FW(+EW); Z.: Lith-o-graph
Lithographie, Lithografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lithographie, Lithografie, ein Druckverfahren; ne. lithography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; lat. gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Lithographie, Duden s. u. Lithographie; Son.: vgl. nndl. lithografie, Sb., Lithographie; frz. lithographie, F., Lithographie; nschw. litografie, Sb., Lithographie; nnorw. litografie, M., N., Lithographie; poln. litografia, F., Lithographie; kymr. lithograffeg, F., Lithographie; nir. liteagrafaíocht, F., Lithographie; lit. litografija, F., Lithographie; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine in Berlin 1796 von Alois Senefelder (1771-1834) erfundene graphische Technik bei der auf eine behandelte Steinplatte mit fetthaltiger Kreide oder einer bestimmten Tusche eine Zeichnung aufgebracht und in einem Flachdruckverfahren vervielfältigt wird; BM.: Stein, schreiben; F.: Lithographie, Lithographien, Lithografie, Lithografien+FW(+EW); Z.: Lith-o-graph-ie
$lithographisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. lithographisch; E.: s. Lithograph(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lithographie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lithograph(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Lithographie betreffend, F.: lithographisch, lithographische, lithographisches, lithographischem, lithographischen, lithographischer+FW(+EW); Z.: lith-o-graph-isch
Liturgie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Liturgie, Form des Gottesdiensts; ne. liturgy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. lītūrgia; E.: s. lat. lītūrgia, F., Staatsleistung, Dienstleistung, Liturgie, Verehrung, (354-430 n. Chr.); gr. λειτουργία (leiturgía), F., Staatsleistung, Dienstleistung; vgl. gr. λειτουργεῖν (leiturgein), V., Werke für das Volk leisten, öffentliches Amt übernehmen; gr. λαός (laós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Liturgie, fehlt DW, EWD s. u. Liturgie, Duden s. u. Liturgie; Son.: vgl. nndl. liturgie, Sb., Liturgie; frz. liturgie, F., Liturgie; nschw. liturgi, Sb., Liturgie; nnorw. liturgi, M., Liturgie; poln. liturgia, F., Liturgie; kymr. litwrgi, M., F., Liturgie; nir. liotúirge, M., Liturgie; lit. liturgija, F., Liturgie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen festgelegte Form des Gottesdiensts von Christen; BM.: wachsen (V.) (1), tun; F.: Liturgie, Liturgien+FW; Z.: Li-t-urg-ie
$liturgisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. liturgisch, Liturgie betreffend; E.: s. Liturg(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Liturgie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Liturg(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Liturgie betreffend; F.: liturgisch, liturgische, liturgisches, liturgischem, liturgischen, liturgischer+FW(+EW); Z.: li-t-urg-isch
Litze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Litze, Schnur (F.) (1) als Rangabzeichen, Stück Draht; ne. lace (N.), strand (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Konrad von Würzburg); E.: mhd. litze, F., Litze, Schnur (F.) (1); mhd. litze (2), st. F., sw. F., Litze, Schnur (F.) (1), Tuchleiste, Schranke, Zaun, Gehege; lat. līcium, Querfaden, Eintragsfaden beim Weben; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Litze, Kluge s. u. Litze, DW 12, 1072, EWD s. u. Litze, Duden s. u. Litze, Bluhme s. u. Litze; Son.: vgl. ndän. lidse, Sb., Litze; GB.: (litze) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete schmale flache geflochtene oder gedrehte Schnur (F.) (1) als Besatz oder zu einer Einfassung an Uniformen; BM.: biegen; F.: Litze, Litzen+FW(+EW); Z.: Li-tz-e
live, nhd., Adv., (20. Jh.): nhd. live, direkt, unmittelbar geschehend, gegenwärtig; ne. live (Adv.); Vw.: s. -stream; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. live; E.: s. ne. live, Adv., live; vgl. ne. life, N., Leben; ae. līf, st. N. (a), Leben, Aufenthalt; germ. *leiba-, *leibaz, st. M. (a), Leben, Leib; germ. *leiba-, leibam, st. N. (a), Leben, Leib; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. live, fehlt DW, Duden s. u. live; Son.: vgl. nndl. live, Adv., live; frz. live, Adv., live; nschw. live, Adv., live; nnorw. live, Adv., live; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und über das Altenglische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches unmittelbar geschehend oder gegenwärtig; BM.: Leben; F.: live+FW; Z.: li-v-e
Livermorium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Livermorium, ein chemisches Element; ne. livermorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2011; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Livermore bzw. dem Lawrence Livermore National Laboratory; der ON Livermore stammt von dem PN Robert Livermore (1799-1858); Son.: vgl. nndl. livermorium, Sb., Livermorium; frz. livermorium, M., Livermorium; nschw. livermorium, N., Livermorium; nnorw. livermorium, N., Livermorium; kymr. lifermoriwm, M., Livermorium; nir. livearmóiriam, M., Livermorium; poln. liwermor, M., Livermorium; lit. livermoris, M., Livermorium; GB.: seit 21. Jh. belegte Bezeichnung für ein 2000 entdecktes sehr seltenes und in Teilchenbeschleunigern künstlich nur in wenigen Atomen erzeugtes sehr radioaktives und zu den Transuranen oder Transactinoiden oder den Chalkogenen gehörendes und nach einem ON und PN benanntes chemisches Element (chemisches Element Nr. 116, abgekürzt Lv) das nur für wissenschaftliche Forschung verwendet wird; BM.: ON; F.: Livermorium, Livermoriums+FW; Z.: Livermor-i-um
Livestream, Live-Stream, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Livestream, Live-Stream, Liveübertragung in dem Internet; Vw.: -; Hw.: s. Streaming, Strom; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. livestream; E.: s. ne. livestream, N., Livestream; vgl. ne. live, Adv., live; vgl. ne. life, N., Leben; ae. līf, st. N. (a), Leben, Aufenthalt; germ. *leiba-, *leibaz, st. M. (a), Leben, Leib; germ. *leiba-, leibam, st. N. (a), Leben, Leib; idg. *leip- (1), V., beschmieren, kleben, Pokorny 670 (1085/41) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. stream, N., Strom; ae. stréam, st. M. (a), Strom, Fluss, Strömung; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Livestream; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine über das Internet live übertragene und herunterladbare Radiosendung oder Fernsehsendung; BM.: Leben, sich bewegen; F.: Livestream, Livestreams, Live-Stream, Live-Streams+FW; Z.: Li-v-e-.s-t-rea-m
Livree, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Livree, eine Uniform; ne. livery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. livrée; E.: s. frz. livrée, F., Livree; vgl. frz. livrer, V., liefern; vgl. lat. līberāre, V., losmachen, befreien, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. līber, Adj., frei; vgl. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Livree, DW 12, 1073 (Liverei), EWD s. u. Livree Duden s. u. Livree; Son.: s. mhd. liberīe, st. F., Abzeichen an der Kleidung, Livree; vgl. nndl. livrei, Sb., Livree; nschw. livré, Sb., Livree; nnorw. livré, N., Livree; poln. liberia, F., Livree; kymr. lifrai, M., Livree; nir. libhré, M., Livree; lit. livrėja, F., Livree; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Uniform von Bediensteten des Adels; BM.: frei; F.: Livree, Livreen+FW; Z.: Liv-r-ee
Lizenz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Lizenz, Erlaubnis; ne. licence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: mhd. lizenze, st. F., Lizenz, Freiheit etwas zu tun, Erlaubnis, Gewalt; s. lat. licentia, F., Freiheit, Erlaubnis, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. licēre, V., erlaubt sein (V.), vergönnt sein (V.), freistehen; idg. *leik- (1)?, V., feilbieten, feilschen, handeln, Pokorny 669 (1083/39) (RB. idg. aus ital., balt.); vgl. idg. *lei- (2), V., Adj., eingehen, abnehmen, schwinden, mager, schlank, Pokorny 661? (1071/27) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Lizenz, fehlt DW, EWD s. u. Lizenz, Duden s. u. Lizenz; Son.: vgl. nndl. licentia, Sb., Lizenz; frz. licence, F., Lizenz; nschw. licens, Sb., Lizenz; nnorw. lisens, M., Lizenz; poln. licencja, F., Lizenz; kymr. leisens, M., F., Lizenz; lit. licencija, F., Lizenz; GB.: (licenze) seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen ausgestellte amtliche Erlaubnis (zu einer Ausübung bestimmter Arbeiten); BM.: erlaubt sein (V.); F.: Lizenz, Lizenzen+FW(+EW); Z.: Li-z-enz
$lizenzieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. lizenzieren, Lizenz erteilen, erlauben; E.: s. Lizenz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lizenz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lizenz und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Lizenz erteilen oder erlauben; F.: lizenzieren, lizenziere, lizenzierst, lizenziert, lizenzierest, lizenzieret, lizenzierte, lizenziertest, lizenzierten, lizenziertet, ##lizenziert, lizenzierte, lizenziertes, lizenziertem, lizenzierten, lizenzierter##, lizenzierend, ###lizenzierend, lizenzierende, lizenzierendes, lizenzierendem, lizenzierenden, lizenzierender###, lizenzier (!)+FW+EW; Z.: li-z-enz-ier-en
Lob, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Lob, anerkennende Beurteilung, Anerkennung; ne. praise (N.); Vw.: -; Hw.: s. verloben; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lop, lob, st. N., st. M., Preis, Lobpreisung; mnd. lof (1), lōf, M., N., Lob, günstige Aussage, verbale Anerkennung, Ruf, Ansehen, Ruhm, Lobpreis, Verherrlichung; mnl. lof, M., N., Lob; ahd. lob (1), st. N. (a), Lob, Preis, Dank, Anerkennung, Ruhm, Loben, Lobpreisung; as. lof, st. N. (a), Lob; anfrk. lof, st. N. (a), Lob; germ. *luba-, *lubam, st. N. (a), Lob, Erlaubnis; s. idg. leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lob, Kluge s. u. Lob, DW 12, 1074, EWD s. u. loben, EWAhd 5, 1410, Falk/Torp 376, Duden s. u. Lob, Bluhme s. u. loben; Son.: vgl. afries. lof, st. N. (a), Lob; nfries. lof; ae. lof (1), st. M. (a), st. N. (a), Lob, Ruhm, Lobgesang; an. lof, st. N. (a), Erlaubnis, Lob; got. -; nndl. lof, Sb., Lob; nschw. lov, N., Lob; nisl. lof, N., Lob; lit. liaupse, F., Loblied; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von einem Menschen gegebene anerkennende Beurteilung oder eine Anerkennung; BM.: gern haben; F.: Lob, Lobes, Lobs, Lobe, Loben+EW; Z.: Lob
Lobby, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lobby, Wandelhalle in einem Parlament, Interessengruppe; ne. lobby (N.); Vw.: -; Hw.: s. Laube; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. lobby; E.: s. ne. lobby, N., Lobby; über mittellateinische Vermittlung von awfrk. *laubja, Sb., Laubengang; vgl. germ. *laubjō-, *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; s. idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Lobby, fehlt DW, Duden s. u. Lobby; Son.: vgl. nndl. lobby, Sb., Lobby; frz. lobby, M., Lobby; nschw. lobby, Sb., Lobby; nnorw. lobby, M., Lobby; poln. lobby, Sb., Lobby; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Westfränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große Wandelhalle in einem Parlament und von dort abgeleitet für eine (menschliche) Interessengruppe; BM.: schneiden; F.: Lobby, Lobbys+FW; Z.: Lo-b-b-y
loben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. loben, anerkennen, wertschätzende Aussage machen, komplimentieren; ne. praise (V.), laud (V.); Vw.: s. ver-; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. loben (1), loven, lofen*, sw. V., loben, geloben, zusagen, versichern, preisen, ehren, rühmen, auszeichnen, auszeichnen für, auszeichnen wegen, lobpreisen; mnd. lōven (1), lāven, loͤven, sw. V., loben, preisen, Gutes reden, mit Worten auszeichnen, lobpreisen; mnl. loven, sw. V., preisen, loben, lobpreisen, gutheißen; ahd. lobēn*, sw. V. (3), loben, preisen, verherrlichen, gutheißen; ahd. lobōn, sw. V. (2), loben, preisen, verherrlichen, empfehlen; as. lovōn*, sw. V. (2), loben; anfrk. lovon*, sw. V. (2), loben; germ. *lubōn, sw. V., loben, geloben; s. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lob, DW 12, 1079, EWD s. u. loben, EWAhd 5, 1413, Falk/Torp 376, Duden s. u. loben; Son.: vgl. afries. lovia, sw. V. (2), geloben, bestimmen; nnordfries. lowe, V., geloben; ae. lofian, sw. V. (2), loben, preisen; an. lofa, sw. V. (3), gestatten, loben, preisen; got. -; nndl. loven, V., loben; ai. lúbhyati, V., ist verwirrt, begehrt heftig; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches anerkennen oder eine wertschätzende Aussage machen; BM.: gern haben; F.: loben, lobe (!), lobst, lobt, lobest, lobet, lobte, lobtest, lobten, lobtet, gelobt, ##gelobt, gelobte, gelobtes, gelobtem, gelobten, gelobter##, lobend, ###lobend, lobende, lobendes, lobendem, lobenden, lobender###, lob (!)+EW; Z.: lob-en
$Lobhudelei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lobhudelei, übertrieben schmeichelndes Lob; E.: s. Lob, s. hudel(n), s. ei; L.: DW 12, 1087, EWD s. u. hudeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lob und hudel(n) sowie ei gebildete Bezeichnung für ein übertriebenes schmeichelndes Lob; F.: Lobhudelei, Lobhudeleien+EW; Z.: Lob—hudel-ei
$lobhudeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lobhudeln, schmeichelnd loben; E.: s. Lob, s. hudeln; L.: Kluge s. u. lobhudeln, DW 12, 1087, EWD s. u. hudeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lob und hudeln gebildete Bezeichnung für schmeichelnd loben; F.: lobhudeln, lobhudel (!), lobhudle, lobhudele, lobhudelst, lobhudelt, lobhudelte, lobhudeltest, lobhudelten, gelobhudelt, ##gelobhudelt, gelobhudelte, gelobhudeltes, gelobhudeltem, gelobhudelten, gelobhudelter##, lobhudelnd, ###lobhudelnd, lobhudelnde, lobhudelndes, lobhudelndem, lobhudelnden, lobhudelnder###, lobhudel (!)+EW; Z.: lob—hudel-n
$löblich, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. löblich; E.: s. Lob, s. lich; L.: Kluge s. u. Lob, DW 12, 1087; GB.: (loblīh*) Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. laudabilis aus Lob und lich gebildete Bezeichnung für anerkennenswert; F.: löblich, löbliche, löbliches, löblichem, löblichen, löblicher(, löblichere, löblicheres, löblicherem, löblicheren, löblicherer, löblichst, löblichste, löblichstes, löblichstem, löblichsten, löblichster)+EW; Z.: löb-lich
Lobotomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lobotomie, ein operativer Eingriff an dem Gehirn; ne. lobotomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λοβός (lobós), M., Hülse, Schale (F.) (1), Schote (F.) (1), Zipfelchen; idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *lₑb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Lobotomie; Son.: vgl. nndl. lobotomie, Sb., Lobotomie; frz. lobotomie, F., Lobotomie; nschw. lobotomi, N., Lobotomie; nnorw. lobotomi, M., Lobotomie; kymr. lobotomi, M., Lobotomie; poln. lobotomia, F., Lobotomie; lit. lobotomija, F., Lobotomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten operativen Eingriff in die weiße Gehirnsubstanz zwecks Trennung der Nervenverbindung eines Teiles der Großhirnrinde von anderen Hirnteilen bei chronischen Geisteskrankheiten; BM.: schlaff hängen, schneiden; F.: Lobotomie, Lobotomien+FW(+EW); Z.: Lob-o—tom-ie
$Lobung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lobung, Geloben, Versprechen; Vw.: s. Ver-; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. lob(en), s. ung; L.: DW 12, 1092, EWAhd 5, 1416; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus lob(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein seit Entwicklung von Sprache mögliches Geloben oder Versprechen; F.: Lobung, Lobungen+EW; Z.: Lob-ung
Loch, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Loch, Schlupfwinkel, Höhle, Öffnung; ne. hole (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lücke, Luke; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. loch, st. N., Gefängnis, Hölle, Versteck, Höhle, Loch, Öffnung; mnd. lok (1), loch, N., Loch, Öffnung, Durchstich, Stichwunde, Mauerdurchbruch; mnl. loc, N., Verschluss; ahd. loh, st. N. (a) (iz) (az), Verschluss, Loch, Höhle, Erdloch, Grube, Schlund, Felsschlucht, Abgrund; as. *lok? (1), st. N.? (a), Loch; anfrk. -; germ. *luka-, *lukam, st. N. (a), Verschluss, Loch; s. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Loch, Kluge s. u. Loch, DW 12, 1093, EWD s. u. Loch, EWAhd 5, 1418, Falk/Torp 372, Seebold 338, Duden s. u. Loch, Bluhme s. u. Loch; Son.: vgl. afries. lok (1), st. N. (a), Schloss; afries. lūk, Sb., Zücken, Schluss; ae. loc, st. N. (a), Schloss, Bolzen, Riegel, Verschluss; ne. lock, N., Schloss, Riegel; an. lok (1), st. N. (a), Schluss, Ende, erhöhtes Halbdeck auf dem Vorderteil eines Schiffes; got. *luk, st. N. (a), Loch, Öffnung; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Öffnung oder eine Stelle in einer ansonsten durchgehenden Masse an der Substanz fehlt; BM.: biegen; F.: Loch, Loche, Loches, Lochs, Löcher, Löchern+EW; Z.: Loch
$lochen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. lochen, ein Loch machen; E.: s. Loch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Loch, DW 12, 1099, EWD s. u. Loch; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Loch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ein Loch machen; F.: lochen, loche (!), lochst, locht, lochest, lochet, lochte, lochtest, lochten, lochtet, gelocht, ##gelocht, gelochte, gelochtes, gelochtem, gelochten, gelochter##, lochend, ###lochend, lochende, lochendes, lochendem, lochenden, lochender###, loch (!)+EW; Z.: loch-en
$löcherig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. löcherig, Löcher habend; E.: s. Loch, s. er, s. ig; L.: Kluge s. u. Loch, DW 12, 1099 (löchericht), EWD s. u. Loch; GB.: seit 15. Jh. belegte und auch Loch und er sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Löcher habend; F.: löcherig, löcherige, löcheriges, löcherigem, löcherigen, löcheriger(, löcherigere, löcherigeres, löcherigerem, löcherigeren, löcherigerer, löcherigst, löcherigste, löcherigstes, löcherigstem, löcherigsten, löcherigster)+EW; Z.: löch-er-ig
$löchern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. löchern, Löcher machen, befragen; Q.: um 1200 (Iwein); E.: s. Loch, s. er, s. (e)n; L.: DW 12, 1100, EWD s. u. Loch; GB.: seit um 1200 belegte und aus Loch und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Löcher machen oder auch befragen; F.: löchern, löchere, löcher (!), löcherst, löchert, löcherte, löchertest, löcherten, löchertet, gelöchert, ##gelöchert, gelöcherte, gelöchertes, gelöchertem, gelöcherten, gelöcherter##, löchernd, ###löchernd, löcherndes, löcherndem, löchernden, löchernder###, löcher (!)+EW; Z.: löch-er-n
Lockdown, Lock-down, nhd., M., (21. Jh.?): nhd. Lockdown, Sicherheitssperre, Ausgangssperre, Massenquarantäne; ne. lockdown; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. lockdown; E.: s. ne. lockdown, N., Lockdown, Abriegelung, Sperre; vgl. ne. lock, V., abschließen, sperren; ae. loc, st. N. (a), Schloss, Bolzen, Riegel, Verschluss, Hürde, Gefängnis; germ. *luka-, *lukam, st. N. (a), Verschluss, Loch; s. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); ne. down, Präp., Adv., entlang, herunter, nieder, hinab; über ein gekürztes dūn von ae. ādūn, ādūne, Adv., herab; vgl. ae. dūn, st. F. (ō), st. M. (a), Höhe, Hügel, Berg; germ. *dūna- (1), *dūnaz, st. M. (a), Sandhügel, Düne; vgl. air. dún, N., Burg; s. kelt. dún, Sb., Festung, Burg, Berg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Lockdown; Son.: vgl. nndl. lockdown, Sb., Lockdown; nnorw. lockdown, Sb., Lockdown; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine zu Sicherheitszwecken erlassene allgemeine Sicherheitssperre einschließlich einer Ausgangssperre; BM.: sperren bzw. biegen, nieder; F.: Lockdown, Lockdowns+FW; Z.: Lock—dow-n
Locke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Locke, Haarlocke, ein geringeltes Haarbüschel; ne. curl (N.), lock (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. loc, st. M., Haarlocke, Haar (N.), Mähne; mnd. locke (1), lok, F., Locke, Haarlocke, Kopfhaar, künstliches Haarteil, minderwertige Wolle; mnl. loc, loke, locke, M., F.?, Locke, Flocke; ahd. lok (1), loc, st. M. (a), Locke, Haar (N.), lockiges Haar, Haarlocke, Zottel; as. lok* (2), lokk*, st. M. (a), Locke, Haar (N.); anfrk. lokk*, lock*, st. M. (a), Locke, Haar (N.); germ. *lukka-, *lukkaz, st. M. (a), Locke; s. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Locke, Kluge s. u. Locke, DW 12, 1102, EWD s. u. Locke, EWAhd 5, 1425, Falk/Torp 372, Duden s. u. Locke; Son.: vgl. afries. lokk, lok (2), st. M. (a), Locke; nfries. lock; ae. locc, st. M. (a), Locke, Haar (N.); an. lokkr, st. M. (a), Locke, Haarlocke; got. -; nndl. lok, Sb., Locke?; nschw. hårlok, Sb., Locke; nisl. lokkur, M., Locke; GB.: (lok) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches geringeltes Haarbüschel; BM.: biegen; F.: Locke, Locken+EW; Z.: Lock-e
locken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. locken (V.) (2), anlocken, ködern, einladen (V.) (2), heranholen; ne. lure (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. locken, sw. V., locken (V.) (2), anlocken, verlocken; mnd. locken (1), sw. V., locken (V.) (2), anlocken, zum Kommen bewegen, an sich ziehen, verlocken, verführen, jemanden wohin locken (V.) (2); mnl. locken, sw. V., locken (V.) (2), an sich ziehen, ahd. lokkōn* (1), lockōn*, lohhōn*, sw. V. (2), locken (V.) (2), verlocken, erfreuen, anlocken, heranlocken, herauslocken, auffordern, dringend bitten, bedrängen; as. lokkon*, sw. V. (2), locken (V.) (2); anfrk. lokkon, sw. V., anlocken, überreden, sich nähern; germ. *lukkōn, sw. V., locken (V.) (2); idg. *leugʰ- (1), V., lügen, Pokorny 686? (1126/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. locken, Kluge s. u. locken, DW 12, 1105, EWD s. u. locken 2, EWAhd 5, 1427, Falk/Torp 374, Duden s. u. locken, Bluhme s. u. locken; Son.: vgl. afries. -; ae. loccian, sw. V. (2), locken (V.) (2), besänftigen; an. lokka (1), sw. V. (2), locken (V.) (2); got. -; nndl. lokken, V., locken (V.) (2); nschw. locka, V., locken (V.) (2); nnorw. lokke, V., locken (V.) (2); GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ködern oder einladen oder heranholen; BM.: lügen; F.: locken (!), locke (!), lockst, lockt, lockest, locket, lockte, locktest, lockten, locktet, gelockt, ##gelockt, gelockte, gelocktes, gelocktem, gelockten, gelockter##, lockend, ###lockend, lockende, lockendes, lockendem, lockenden, lockender###, lock (!)+EW; Z.: lock-en
löcken, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. löcken; Vw.: s. lecken (2)
locker, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. locker, durchlässig, lose, nicht fest; ne. loose (Adj.), casual; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1482 (Vokabular); E.: mhd. locker, Adj., locker; Herkunft unklar, vielleicht Zusammenhang mit Lücke (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. locker, Kluge s. u. locker, DW 12, 1110, EWD s. u. locker, Duden s. u. locker, Bluhme s. u. locker; GB.: seit dem Spätmittelalter (1482) belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit Lücke verbindbare Bezeichnung für durchlässig oder lose in Gegensatz zu fest; BM.: ?; F.: locker (!), lockere (!), lockeres, lockerem, lockeren, lockerer(, lockerere, lockereres, lockererem, lockereren, lockererer, lockerst, lockerste, lockerstes, lockerstem, lockersten, lockerster)+EW; Z.: lock-er
$lockern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lockern, locker machen, locker werden, lösen; E.: s. locker, s. (e)n; L.: Kluge s. u. locker, DW 12, 1112, EWD s. u. locker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus locker und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches locker machen oder locker werden oder lösen; F.: lockern (!), lockere (!), locker (!), lockerst, lockert, lockerte, lockertest, lockerten, lockertet, gelockert, ##gelockert, gelockerte, gelockertes, gelockertem, gelockerten, gelockerter##, lockernd, ###lockernd, lockerndes, lockerndem, lockernden, lockernder###, locker (!)+EW; Z.: lock-er-n
$lockig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. lockig, Locke(n) habend; E.: s. Lock(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Locke, DW 8, 2097, EWD s. u. Locke; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Lock(e) und ig gebildete Bezeichnung für Lock(en) habend; F.: lockig, lockige, lockiges, lockigem, lockigen, lockiger(, lockigere, lockigeres, lockigerem, lockigeren, lockigerer, lockigst, lockigste, lockigstes, lockigstem, lockigsten, lockigster)+EW; Z.: lock-ig
$Lockvogel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lockvogel; Q.: Anfang 16. Jh.): E.: s. lock(en), s. Vogel; L.: DW 12, 1115, EWD s. u. locken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus lock(en) und Vogel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und zu einem Anlocken anderer Vögel oder auch Menschen bestimmten Vogel oder Menschen; F.: Lockvogel, Lockvogels, Lockvögel, Lockvögeln+EW; Z.: Lock—vo-g-el
Loddel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Loddel, Lodder, Zuhälter; ne. pimp (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl eine Rückbildung zu loddeln, loddern, V., müßig gehen, schwanken; letztlich zur Familie von lottern (s. d.); L.: Kluge s. u. Loddel, fehlt DW, Duden s. u. Loddel; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl als Rückbildung zu loddeln und loddern gebildete und mit lottern verbindbare Bezeichnung für einen Zuhälter; BM.: nachlassen; F.: Loddel, Loddels, Loddeln+EW; Z.: Lo-d-d-el
Lode (1), Lote, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Lode, Schößling; ne. sapling, sprig; Vw.: -; Hw.: s. lodern; Q.: 8. Jh.; E.: s. mnd. lōde (1), loie, lāde, late, F., „Lode“, Jahresschössling, Spross, junger Zweig, Baumtrieb, Nachkomme; as. loda?, sw. F. (n), Schössling; vgl. ahd. sumarlota, sumarlata, sumarlatta, st. F. (ō), sw. F. (n), Sommerschössling, einjähriger Schössling, junger Spross, Gerte, Ranke, Zweig; anfrk. -; germ. *ludō-, *ludōn, Sb., Schössling; vgl. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684 (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lode, DW 12, 1115, Duden s. u. Lode; Son.: vgl. afries. -; ae. *lodu, F., Rückenwirbel?; an. -; got. -; GB.: seit 8. Jh. as. belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung größerer Pflanzen möglichen Schössling (eines Baumes oder Strauches); BM.: wachsen (V.) (1); F.: Lode, Loden, Lote, Loten+EW; Z.: Lod-e
Lode (2), nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Lode, Loden (M.), Zotte (F.) (1), Flocke, grober Wollstoff; ne. loden; Vw.: -; Hw.: s. Lode; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lode, sw. M., Loden, Zotte (F.) (1), grobes Wollenzeug; mnd. lōde (1), loie, lāde, late, F., „Lode“, Jahresschössling, Spross, junger Zweig, Baumtrieb, Nachkomme; ahd. lodo, ludo*, sw. M. (n), Loden, Tuch, grobes wollenes Tuch, Wolltuch, grober Überwurf, Umhang; as. lotho*, sw. M (n), Loden (M.); anfrk. *lotha?, sw. M. (n), Loden (M.), Tuch, grobes wollenes Tuch; germ. *luþō-, *luþōn, *luþa-, *luþan, sw. M. (n), Wolltuch, Tuch, Loden (M.); L.: Kluge s. u. Loden, DW 12, 1116, EWD s. u. Loden, EWAhd 5, 1417, Falk/Torp 374, Duden s. u. Loden, Bluhme s. u. Loden; Son.: vgl. afries. lotha, sw. M. (n), Gewand, Kleid; ae. loþa, sw. M. (n), Mantel; an. loði, sw. M. (n), zottiger Mantel; got. -; nndl. loden, Sb., Lode, Loden (M.); frz. loden, M., Lode, Loden (M.); nnorw. loden, M., Lode, Loden; poln. loden, M., Lode, Loden (M.), Filz; kymr. loden, M., Lode, Loden (M.); GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit der Entwicklung der Tierhaltung aus Fasern entwickelten und hergestellten groben Wollstoff; BM.: ?; F.: Lode, Lodens, Loden+EW; Z.: Lod-e
Loden, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Loden (M.), Lode, Zotte (F.) (1), Flocke; ne. loden; Vw.: -; Hw.: s. Lode; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. lode, sw. M., Loden, Zotte (F.) (1), grobes Wollenzeug; mnd. lōde (1), loie, lāde, late, F., „Lode“, Jahresschössling, Spross, junger Zweig, Baumtrieb, Nachkomme; ahd. lodo, ludo*, sw. M. (n), Loden, Tuch, grobes wollenes Tuch, Wolltuch, grober Überwurf, Umhang; as. lotho*, sw. M (n), Loden (M.); anfrk. *lotha?, sw. M. (n), Loden (M.), Tuch, grobes wollenes Tuch; germ. *luþō-, *luþōn, *luþa-, *luþan, sw. M. (n), Wolltuch, Tuch, Loden (M.); L.: Kluge s. u. Loden, DW 12, 1116, EWD s. u. Loden, EWAhd 5, 1417, Falk/Torp 374, Duden s. u. Loden, Bluhme s. u. Loden; Son.: vgl. afries. lotha, sw. M. (n), Gewand, Kleid; ae. loþa, sw. M. (n), Mantel; an. loði, sw. M. (n), zottiger Mantel; got. -; nndl. loden, Sb., Loden (M.); frz. loden, M., Loden (M.); nnorw. loden, M., Loden; poln. loden, M., Loden (M.), Filz; kymr. loden, M., Loden (M.); GB.: seit dem Frühmittelalter (10. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit der Entwicklung der Tierhaltung aus Fasern entwickelten und hergestellten groben Wollstoff; BM.: ?; F.: Loden, Lodens+EW; Z.: Lod-en
$Lodenmantel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lodenmantel; E.: s. Lod(e), s. en, s. Mantel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Loden; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Lod(e) und en (Suff.) sowie Mantel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Mantel aus Loden; F.: Lodenmantel, Lodenmantels, Lodenmäntel, Lodenmänteln+EW+FW; Z.: Lod-en—man-tel
lodern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. lodern, auflodern, in großer Flamme brennen; ne. blaze (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lode; Q.: 15. Jh.; E.: s. westfäl. lodern, V., üppig wachsen; wohl zu nhd. Lode (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. lodern, Kluge s. u. lodern, DW 12, 1117, EWD s. u. lodern, Duden s. u. lodern, Bluhme s. u. lodern; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in großer Flamme (in heftiger Aufwärtsbewegung) brennen; BM.: wachsen (V.) (1); F.: lodern, lodere, loder (!), lodre, loderst, lodert, loderte, lodertest, loderten, lodertet, gelodert, ##gelodert, gelodertes, gelodertem, geloderten, geloderter##, lodernd, ###lodernd, lodernde, loderndes, loderndem, lodernden, lodernder###, loder (!)+EW; Z.: lod-er-n
Löffel (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Löffel (M.) (1), Esslöffel, ein Werkzeug zu dem Essen flüssiger Nahrung; ne. spoon (N.); Vw.: -; Hw.: s. labern; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. leffel, st. M., Löffel (M.) (1); mnd. lēpel, leppel, M., Löffel (M.) (1), Essgerät, Gießkelle; mnd. *leffel?, M., Löffel; mnl. lepel, leppel, M., Löffel (M.) (1); ahd. leffil, lepfil, st. M. (a), Löffel (M.) (1); as. lėpil, st. M. (a), Löffel (M.) (1); anfrk. -; germ. *lapila-, *lapilaz?, st. M. (a), Löffel (M.) (1); s. idg. *lab-, *labʰ-, V., schlürfen, lecken (V.) (1), schmatzen, Pokorny 651 (1047/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Löffel, Kluge s. u. Löffel 1, DW 12, 1120, EWD s. u. Löffel 1, EWAhd 5, 1101, Falk/Torp 362, Seebold 323, Duden s. u. Löffel, Bluhme s. u. Loeffel; Son.: vgl. afries. lepel, st. M. (a), Löffel (M.) (1); ae. -; an. -; got. *lapins, st. M. (a?), Löffel (M.) (1); nndl. lepel, Sb., Löffel; lat. lambere, V., lecken (V.) (1); ksl. lobuzati, V., küssen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu dem Essen flüssiger Nahrung; BM.: schlürfen; F.: Löffel, Löffels, Löffeln+EW; Z.: Löf-f-el
Löffel (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Löffel (M.) (2), Hasenohr; ne. rabbit ear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Die Hofzucht des Tannhäuser); E.: s. mhd. leffel, laffel, loffel, löffel, st. M., Löffel (M.) (2), Hasenohr; wohl von einem Adjektiv mit der Bedeutung schlaff; L.: Kluge s. u. Löffel 2, DW 12, 1120, EWD s. u. Löffel 2, Duden s. u. Löffel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit schlaff verbindbare Bezeichnung für das sehr bewegliche Ohr des Hasen und Kaninchens; BM.: schlaff; F.: Löffel, Löffels, Löffeln+EW; Z.: Löff-el
löffeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. löffeln (V.) (1), sich wie ein Narr gebärden, poussieren; ne. flatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Laffe; Q.: 16. Jh.; E.: von einem Löffel, M., verliebter Narr; zu nhd. Laffe (s. d.); L.: Kluge s. u. löffeln, DW 12, 1125, Duden s. u. löffeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus Laff(e) und el (Suff.) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich wie ein Narr gebärden; BM.: schlürfen; F.: löffeln, löffel (!), löffle, löffelst, löffelt, löffelte, löffeltest, löffelten, löffeltet, gelöffelt, ##gelöffelt, gelöffelte, gelöffeltes, gelöffeltem, gelöffelten, gelöffelter##, löffelnd, ###löffelnd, löffelnde, löffelndes, löffelndem, löffelnden, löffelnder###, löffel (!)+EW; Z.: löf-f-el-n
$löffeln (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. löffeln, einen Löffel benutzen; E.: s. Löff(e)l, s. (e)n) L.: Kluge s. u. Löffel 1, DW 12, 1126, EWD s. u. Löffel 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Löffel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Löffels durch den Menschen mögliches einen wohl seit der Sesshaftigkeit entwickelten Löffel für das Essen (N.) von Nahrung benutzen; F.: löffeln, löffel (!), löffle, löffelst, löffelt, löffelte, löffeltest, löffelten, löffeltet, gelöffelt, ##gelöffelt, gelöffelte, gelöffeltes, gelöffeltem, gelöffelten, gelöffelter##, löffelnd, ###löffelnd, löffelnde, löffelndes, löffelndem, löffelnden, löffelnder###, löffel (!)+EW; Z.: löff-el-n
Loft, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Loft, Loftwohnung; ne. loft (N.); Vw.: -; Hw.: s. Luft; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. loft; E.: s. ne. loft, N., Loft, Dachboden; an. lopt, loft, st. N. (a), Obergemach im Haus, Luft, Himmel; germ. *lufta-, *luftam, st. N. (a), Dach, Luft; wohl von idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, *leh₂p-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Loft; Son.: vgl. nndl. loft, Sb., Loft; frz. loft, M., Loft; nschw. loft, N., Loft; nnorw. loft, N., Loft; poln. loft, M., Loft; kymr. lloft, F., Loft, Dachboden; nir. locht, M., Loft, Dachboden; lit. loftas, M., Loft; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Neunordischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen ursprünglich als Lagerraum oder Industriehalle genutzte und aus einem einzigen Raum bestehende Wohnung in einem Dachgeschoss (Loftwohnung); BM.: Dachboden; F.: Loft, Lofts+FW; Z.: Lof-t
Log, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Log, ein Gerät zu der Bestimmung der Geschwindigkeit eines Schiffes; ne. log (N.); Vw.: s. B-; Hw.: s. Blog; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. log; E.: s. ne. log, N., Log, Messdiagramm, Stamm, Klotz; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Log, fehlt DW, EWD s. u. Log, Duden s. u. Log; Son.: vgl. nndl. log, Sb., Log; frz. log, M., Log; nschw. logg, Sb., Logg; poln. log, M., Log; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und jenseits des Mittelenglischen wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät (mit Klötzen) zu der Bestimmung der Geschwindigkeit eines Schiffes; BM.: Klotz (von der an einem Klotz befestigten Knotenschnur); F.: Log, Logs, Loge, Logen+FW; Z.: Log
...log (1), nhd., (M.), (13. Jh.?): nhd. ...log (M.); Vw.: s. Deka-, Dia-, Epi-, Kata-, Mono-, Nekro-, Pro-; Hw.: s. ...log (2); Q.: ?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. ...loog, Suff., ...log; frz. ...logue, Suff., ...log; nschw. ...log, Suff., ...log; nnorw. ...log, Suff., ...log; poln. ...log, Suff., ...log; kymr. ...log, Suff., ...log; lit. ...logas, Suff., ...log; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Sammeln oder Sprechen betreffenden Substantiven verwendeten Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...log, ...logs, ...loges, ...loge, ...logen+FW; Z.: -log
...log (2), nhd., (Adj.), (18. Jh.): nhd. ...log (Adj.); ne. ...logue; Vw.: s. ana-; Hw.: s. ...log (1); Q.: ?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1078; Son.: vgl. nndl. ...loog, Suff., ...log; frz. ...logique, Suff., ...log; nschw. ...log, Suff., ...log; nnorw. ...log, Suff., ...log; poln. ...logiczny, Suff., ...log; lit. ...loginis, Suff., ...log; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von das Sammeln und Sprechen betreffenden Adjektiven; BM.: sammeln; F.: ...log, ...loge, ...loges, ...logem, ...logen, ...loger+FW; Z.: -log
Logarithmus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Logarithmus, eine mathematische Größe; ne. logarithm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1614 (Napier, John, Mirifici Logarithmorum Canonis Descriptio); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. ἀριθμός (arithmós), M., Zahl, Anzahl; vgl. idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Logarithmus, fehlt DW, EWD s. u. Logarithmus, Duden s. u. Logarithmus; Son.: vgl. nndl. logaritme, Sb., Logarithmus; frz. logarithme, M., Logarithmus; nschw. logaritm, Sb., Logarithmus; nnorw. logaritme, M., Logarithmus; poln. logarytm, M., Logarithmus; kymr. logarithm, M., Logarithmus; nir. logartam, M., Logarithmus; lit. logaritmas, M., Logarithmus; GB.: seit 1614 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Zahl mit der man eine andere Zahl (Basis) potenzieren muss um eine vorgegebene Zahl (Numerus) zu erhalten (beispielsweise ist der Logarithmus von hundert zwei, weil man zehn einmal mit sich selbst nehmen muss um 100 zu erhalten (10 mal 10 = 10² = 100), von tausend drei 10³ = 10 mal 10 mal 10 = 1000 und so weiter); BM.: sammeln, fügen; F.: Logarithmus, Logarithmen+FW; Z.: Log-ar-ithm-us
Loge, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Loge, Theaterloge; ne. loge, box (N.); Vw.: -; Hw.: s. delogieren, logieren, Logis; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. loge; E.: s. frz. loge, F., Loge; afrz. loge, F., Häuschen, verschlossenes Zimmer; weitere Herkunft unklar, vielleicht von frk. *laubja, Gamillscheg 575b; vgl. germ. *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Loge, fehlt DW, EWD s. u. Loge, Duden s. u. Loge; Son.: vgl. nndl. loge, Sb., Loge; nschw. loge, Sb., Loge; nnorw. losje, M., Loge; poln. loża, F., Loge; kymr. loge, M., Loge; lit. ložė, F., Loge; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht für das Fränkische und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (beispielsweise in einem Theater) durch Seitenwände abgeteilten kleinen Raum mit wenigen Sitzplätzen; BM.: schneiden?; F.: Loge, Logen+EW?; Z.: Lo-g-e
…loge, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. …loge; ne. …logist, …logist, …logue; Vw.: s. Archäo-, Astro-, Etymo-, Ideo-; Hw.: s. Logik, …logie; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. -loge, fehlt DW, EWD s. u. -loge, Duden s. u. -loge; Son.: vgl. nndl. …loog, Suff., …loge; frz. …logue, Suff., …loge; nschw. …log, Suff., …loge; nnorw. …log, Suff., …loge; poln. …log, Suff., …loge; kymr. …legydd, …legwr, Suff., …loge; nir. …lái, Suff., …loge; lit. …logas, M., …loge; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für eine Berufsbezeichnung wie Ethnologe oder Politologe oder Soziologe oder Theologe oder Zoologe verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...loge, ...logen+FW; Z.: -log-e
Loggia, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Loggia, von Menschen entwickelter offener überdachter Raum; ne. loggia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. loggia; E.: s. it. loggia, F., Loggia, Bogenhalle; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von frk. *laubja, Gamillscheg 575b; vgl. germ. *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Loggia, fehlt DW, EWD s. u. Loge, Duden s. u. Loggia; Son.: vgl. nndl. loggia, Sb., Loggia; frz. loggia, F., Loggia; nschw. loggia, Sb., Loggia; nnorw. loggia, M., Loggia; poln. lodżia, F., Loggia; kymr. logia, M., F., Loggia; lit. lodžija, F., Loggia; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht für das Fränkische und Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten offenen überdachten Raum; BM.: Laube?; F.: Loggia, Loggias+FW; Z.: Lo-g-g-i-a
...logie, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …logie, …kunde; ne. …logy; Vw.: s. Ana-, Anto-, Apo-, Archäo-, Astro-, Bio-, Chrono-, Dendrochrono-, Dermato-, Eschato-, Ethno-, Etho-, Etymo-, Gynäko-, Ideo-, Limno-, Meteoro-, Myko-, Mytho-, Neuro-, Öko-, Onko-, Öno-, Onto-, Ornitho-, Paläonto-, Patho-, Philo-, Phono-, Phraseo-, Physio-, Semio-, Sino-, Somato-, Sozio-, Tauto-, Termino-, Theo-, Typo-, Uro-, Venero-, Zoo-; Hw.: s. Logik, …loge; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. -logie, fehlt DW, EWD s. u. -logie, Duden s. u. -logie; Son.: vgl. nndl. …logie, Suff., …logie; frz. …logie, Suff., …logie; nschw. logi, Suff., …logie; nnorw. logi, Suff., …logie; poln. …logia, Suff., …logie; kymr. …leg, Suff., …logie; nir. laíocht, Suff., …logie; lit. …logija, Suff., …logie; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Benennung einer Wissenschaft verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...logie, ...logien+FW(+EW); Z.: -log-ie
logieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. logieren, weilen, wohnen; ne. lodge (V.); Vw.: s. de-; Hw.: s. Loge, Logis; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. logier; E.: s. frz. logier, V., logieren, wohnen, Herberge nehmen, Laubhütten errichten; afrz. loge, F., Häuschen, verschlossenes Zimmer; weitere Herkunft unklar, vielleicht von frk. *laubja, Gamillscheg 575b; vgl. germ. *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Loge, fehlt DW, EWD s. u. Loge, Duden s. u. logieren; Son.: vgl. nndl. logeren, V., logieren; frz. loger, V., logieren; nschw. logera, V., logieren; poln. lokować, V., logieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in einer Unterkunft vorübergehend weilen oder wohnen; BM.: schneiden bzw. trennen; F.: logieren, logiere, logierst, logiert, logierest, logieret, logierte, logiertest, logierten, logiertet, ##logiert, logierte, logiertes, logiertem, logierten, logierter##, logierend, ###logierend, logierende, logierendes, logierendem, logierenden, logierender###, logier (!)+FW(+EW?); Z.: lo-g-ier-en
Logik, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Logik, Denklehre; ne. logic; Vw.: -; Hw.: s. …loge, …logie; Q.: 1275-1300 (Väterbuch); E.: s. mhd. lōgīka*, lōicā, lōike, F., Logik, Klugheit, Schlauheit; mnd. loike, loyca, loyeke, logike, F., Logik, Lehrbuch über Logik; lat. logica, F., Logik, (81-43 v. Chr.); s. gr. λογική (τέχνη) (logikḗ [téchnē]), F., Dialektik, Logik; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Logik, EWD s. u. Logik, Duden s. u. Logik; Son.: vgl. nndl. logica, Sb., Logik; frz. logique, F., Logik; nschw. logik, Sb., Logik; nnorw. logikk, M., Logik; poln. logika, F., Logik; nir. loighic, F., Logik; lit. logika, F., Logik; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Lehre oder Wissenschaft von den Formen und Regeln oder Gesetzen des Denkens; BM.: sammeln; F.: Logik, Logiken+FW+EW; Z.: Log-ik
Logis, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Logis, Wohnung, Unterkunft; ne. lodgings; Vw.: -; Hw.: s. Loge, logieren; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. logis; E.: s. mhd. logīs, st. N., Wohnung, frz. logis, M., Logis; afrz. logeiz; vgl. afrz. loge, F., Häuschen, verschlossenes Zimmer; weitere Herkunft unklar, vielleicht von frk. *laubja, Gamillscheg 575b; vgl. germ. *laubjōn, sw. F. (n), Laubwerk?; idg. *leub-, *leubʰ-, V., schälen, abbrechen, beschädigen, Pokorny 690?; vgl. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681? (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Loge, fehlt DW, EWD s. u. Loge, Duden s. u. Logis; Son.: vgl. nschw. logi, Sb., Logis; nnorw. losji, N., Logis; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht für das Fränkische und das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wohnung oder Unterkunft bei einem anderen Menschen; BM.: schneiden bzw. trennen; F.: Logis+FW; Z.: Lo-g-is
logisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. logisch, Logik betreffend, folgerichtig, überzeugend; ne. logical; Vw.: s. archäo-, astro-, physio-, theo-; Hw.: s. Logik; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. logicus, gr. λογικός (logikós); E.: s. lat. logicus, Adj., logisch, rationell, (5. Jh. n. Chr.); gr. λογικός (logikós), Adj., zum Reden gehörig, die Rede betreffend; vgl. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Logik, EWD s. u. Logik, Duden s. u. logisch; Son.: vgl. nndl. logisch, Adj., logisch; frz. logique, Adj., logisch; nschw. logisk, Adj., logisch; nnorw. logisk, Adj., logisch; poln. logiczny, Adj., logisch; nir. loighciúil, Adj., logisch; lit. loginis, Adj., logisch; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Logik betreffend oder folgerichtig oder überzeugend; BM.: sammeln; F.: logisch, logische, logisches, logischem, logischen, logischer(, logischere, logischeres, logischerem, logischeren, logischerer, logischst, logischste, logischstes, logischstem, logischsten, logischster)+FW(+EW); Z.: log-isch
...logismus, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...logismus; ne. ...logism; Vw.: s. Syl-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. logismus?, M., Denken, Gedanke; vgl. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1079; Son.: vgl. nndl. ...logisme, Suff., ...logismus; frz. ...logisme, Suff., ...logismus; nschw. ...logism, Suff., ...logismus; nnorw. ...logisme, Suff., ...logismus; nir. ...lóig, vlit. ...logistika, Suff., ...logismus; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Denkens oder Schließens verwendete Bezeichnung; BM.: sammeln; F.: ...logismus, ...logismen+FW; Z.: -log-ism-us
Logo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Logo, Markenzeichen, Firmenzeichen; ne. logo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: ne. logo; E.: s. ne. logo, N., Logo, Firmenzeichen; verkürzt von ne. logo(type), N., Firmenzeichen, Markenzeichen; von gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. τύπος (týpos), M., Schlag, Stoß, Bild, Darstellung, Abbildung, Modell; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Logo; Son.: nndl. logo, Sb., Logo; frz. logo, M., Logo; nschw. logo, Sb., Logo; nnorw. logo, M., Logo; kymr. logo, M., Logo; poln. logo, Sb., Logo; lit. logotipas, M., Logo; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen verkürzend aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein eine Marke kennzeichnendes Zeichen wie beispielsweise den angebissenen Apfel Apples oder den geschwungenen Schriftzug Coca-Colas oder das Rote Kreuz oder den Roten Halbmond oder den dreistrahligen Stern von Mercedes oder die Muschel von Shell oder die Olympischen Ringe oder Google oder Adidas oder BMW oder VW oder McDonald oder Bayern München oder Nike oder Jaguar oder IKEA; BM.: Wort, Bild; F.: Logo, Logos+FW; Z.: Log-o
Logopädie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Logopädie, Sprachheilkunde; ne. logopedics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1913; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); gr. παιδεία (paideía), F., Erziehung, Bildung; vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Logopädie; Son.: vgl. nndl. logopedie, Sb., Logopädie; frz. logopédie, F., Logopädie; nschw. logopedi, Sb., Logopädie; nnorw. logopedi, M., Logopädie; poln. logopedia, F., Logopädie; lit. logopedija, F., Logopädie; GB.: seit 1913 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickelte Sprachheilkunde oder Spracherziehung Sprachgestörter; BM.: Sprechen, Erziehung; F.: Logopädie+FW(+EW); Z.: Log-o—pä-d-ie
Loh, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Loh, kleiner Wald, Hain; ne. grove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. lōch, lōh, lō, st. M., st. N., Loh, Gebüsch, Busch, Wald, Gehölz; mnd. lō (1), loe, loo, loh, lā, loch, N., M., Loh, kleines Waldstück, Gehölz, Busch, Waldwiese, Waldaue; mnl. loo, lo, loe, M., Loh, Wald; ahd. lōh (1), lō*, st. M. (a), „Loh“, Hain, Lichtung, Gehölz, Gebüsch; as. *lôh?, *lâ?, st. M. (a), Loh, Hain, Wald; anfrk. lō, M., Loh, Hain; germ. *lauha-, *lauhaz, st. M. (a), Lichtung, Wiese, Gehölz, Hain; s. idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Loh, DW 12, 1128, EWAhd 5, 1420, Falk/Torp 370, Bluhme s. u. Loh; Son.: vgl. afries. -; ae. léah, st. M. (a), st. F. (ō), Grund, Feld, Wiese, Wald; an. lō (1), st. F. (ō), Lichtung, Wiese; got. -; nndl. loo, Sb. Wald, Gehölz, Busch; ai. loká-, M., freier Raum, Platz; lat. lūcus, M., einer Gottheit geheiligter Wald, Hain, Park, Tiergarten; lit. laukas, M., freies Feld, Lichtung; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen kleinen Wald oder Hain; BM.: licht bzw. hell; F.: Loh, Lohs, Lohe, Lohen, Lohes+EW; Z.: Loh
Lohe (1), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Lohe (F.) (1), lodernde Flamme; ne. blaze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lohe, lō, sw. M., sw. F., Lohe (F.) (1), Flamme, Leuchten (N.); mhd. louc, st. M., Flamme, Feuer; mnd. lōche, F., Lohe (F.) (1), Flamme; mnl. laeye, laey, F., Flamme; ahd. loug, st. M. (i), Lohe (F.) (1), Feuer, Flamme, Feuer der Hölle, strafendes Feuer Gottes; as. *lôga?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Lohe, Flamme; anfrk. -; germ. *laugi-, *laugiz, st. M. (i), Lohe (F.) (1), Flamme; germ. *luh-, V., leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, V., Adj., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lohe 1, Kluge s. u. Lohe 1, DW 12, 1129, EWD s. u. Lohe 1, EWAhd 5, 1468, Falk/Torp 372, Duden s. u. Lohe, Bluhme s. u. Lohe 1; Son.: vgl. afries. loga, sw. M. (n), Lohe (F.) (1), Flamme; nfries. leag; ae. líeg (1), līg, lēg, st. M. (i), N., Lohe (F.) (1), Flamme, Blitz; an. leygr (2), st. M. (i), Flamme, Feuer; got. -; av. raocah-, Sb., Licht, Lichtraum; lat. lūx, F., Licht, Sonnenlicht; lit. laũkas, Sb., Feld, Acker, Lichtung; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche lodernde Flamme; BM.: leuchten; F.: Lohe, Lohen+EW; Z.: Loh-e
Lohe (2), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Lohe (F.) (2), Gerberlohe; ne. tanbark; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. lō, st. N., Gerberlohe; mnd. lō (3), loy, loh, lōe, loye, N., Lohe (F.) (2), gestoßene Baumrinde, gestoßene Eichenrinde zu einem Beizen und Gerben der Felle, Gerberlohe, Absud aus gestoßener Baumrinde (offizinell genutzt); mnl. lo, loo, N., Lohe (F.) (2); ahd. lō (1), st. N. (a?, wa?), Lohe (F.) (2), Gerberlohe, abgeschälte Eichenrinde; germ. *lawa-, *lawam, *lawwa-, *lawwam, st. N. (a), Gelöstes, Rinde, Lohe (F.) (2); s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lohe 2, Kluge s. u. Lohe 2, DW 12, 1128, EWD s. u. Lohe 2, EWAhd 5, 1409, Falk/Torp 370, Duden s. u. Lohe, Bluhme s. u. Lohe 2; GB.: (lō) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für eine wohl schon früher von Menschen entwickelte und zu dem Gerben von Fellen verwendete zerkleinerte Rinde besonders von jungen Eichen und Fichten; BM.: lösen; F.: Lohe, Lohen+EW; Z.: Loh-e
$lohen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. lohen, lodern; E.: s. Loh(e), s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. lohen, DW 12, 1130, EWD s. u. Lohe 1, Falk/Torp 372; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit Lohe verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches lodern; F.: lohen (!), lohe (!), lohst, loht, lohest, lohet, lohte, lohtest, lohten, lohtet, geloht, gelohte, ##gelohte, gelohtes, gelohtem, gelohten, gelohter##, lohend, ###lohend, lohende, lohendes, lohendem, lohenden, lohender###, loh (!)+EW; Z.: loh-en
$Lohgerber, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Lohgerber; E.: s. Loh(e), s. Gerber; L.: DW 12, 1131, EWD s. u. Lohe 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Loh(e) und Gerber gebildete für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen mit Lohe Felle gerbenden Handwerker; F.: Lohgerber, Lohgerbers, Lohgerbern+EW; Son.: älter mhd. lōwære; Z.: Loh—gerb-er
$Lohmühle, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Lohmühle; E.: s. Loh(e), s. Mühle; L.: EWD s. u. Lohe 2; GB.: (lōmül*) seit 1464-1475 belegte und aus Loh(e) und Mühle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Mühle für das Zerstampfen von Lohrinde für Gerber; F.: Lohmühle, Lohmühlen+EW+FW; Z.: Loh—mühl-e
Lohn, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Lohn, Verdienst, Belohnung; ne. wage (N.); Vw.: s. Lied-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. lōn, st. M., st. N., Lohn, Belohnung, Vergeltung, Frachtgut; mnd. lōn, loen, loin, loon, lohn, lhon, lohen, N., M., Lohn, Arbeitslohn, Heuer, Gehalt, Entschädigung, Ausgleich, Einkunft; mnl. loon, M., Lohn; ahd. lōn (2), st. M. (a), st. N. (a), Lohn, Preis, erzielter Preis, Entgelt, Arbeitslohn, Nutzen, Gewinn; as. lôn (2), st. N. (a), Lohn; anfrk. *lōn?, st. M. (a), Lohn, Entgelt; germ. *launa-, *launam, st. N. (a), Beute (F.) (1), Lohn; s. idg. *lāu-, leh₂u-, V., erbeuten, genießen, Pokorny 655 (1061/17) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lohn, Kluge s. u. Lohn, DW 12, 1132, EWD s. u. Lohn, EWAhd 5, 1431, Falk/Torp 371, Duden s. u. Lohn, Bluhme s. u. Lohn; Son.: s. lang. launegild, st. M. (a?, i?), „Lohngeld“, Gegenleistung; vgl. afries. lân, st. N. (a), Lohn; nfries. lean; ae. léan (1), st. N. (a), Lohn, Gabe, Vergeltung; an. laun (2), F., st. N. (a), Lohn, Bezahlung; got. laun, st. N. (a), Lohn, Belohnung, Dank; nndl. loon, Sb., Lohn; nschw. lön, Sb., Lohn; nnorw. lønn, M., F., Lohn; ai. lóta-, lótra-, Sb., Beute; gr. λεία (leía), λαία (laía), ληΐη (lēíē), F., Beute (F.) (1), Kriegsbeute, Habe, Geld; lat. lucrum, N., Gewinn, Vorteil; air. lōg, Sb. Lhn, Preis; ksl. lovu, Sb., Jagd, Fang; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische wohl mit ursprünglich anderer Bedeutung erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Bezahlung (Entgelt) für eine von Menschen für andere Menschen geleistete Arbeit; BM.: erbeuten; F.: Lohn, Lohns, Lohnes, Löhne, Löhnen+EW; Z.: Loh-n
$Lohnarbeiter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lohnarbeiter; Q.: 1796; E.: s. Lohn, s. Arbeiter; L.: DW, EWD s. u. Arbeiter; GB.: seit 1796 belegte und aus Lohn und Arbeiter gebildete Bezeichnung für einen gegen Lohn für einen anderen (Arbeitgeber) arbeitenden Arbeitnehmer F.: Lohnarbeiter, Lohnarbeiters, Lohnarbeitern+EW; Z.: Loh-n—arb-eit-er
$lohnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lohnen, mit Lohn versehen (V.); Vw.: s. be-, ent-; E.: s. Lohn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Lohn, EWD s. u. Lohn; GB.: vielleicht seit nach 765 (lōnōn) belegte und aus Lohn und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches mit Lohn versehen (V.) oder belohnen oder vergelten; F.: lohnen, lohne (!), lohnst, lohnt, lohnest, lohnet, lohnte, lohntest, lohnten, lohntet, gelohnt, ##gelohnt, gelohnte, gelohntes, gelohntem, gelohnten, gelohnter##, lohnend, ###lohnend, lohnende, lohnendes, lohnendem, lohnenden, lohnender###, lohn (!)+EW; Z.: loh-n-en
$löhnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. löhnen, belohnen, vergelten, Lohn geben; E.: s. Lohn, s. en; L.: Kluge s. u. Lohn, EWD s. u. Lohn; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Lohn und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliches belohnen oder vergelten oder Lohn geben; F.: löhnen, löhne (!), löhnst, löhnt, löhnest, löhnet, löhnte, löhntest, löhnten, löhntet, gelöhnt, ##gelöhnt, gelöhnte, gelöhntes, gelöhntem, gelöhnten, gelöhnter##, löhnend, ###löhnend, löhnende, löhnendes, löhnendem, löhnenden, löhnender###, löhn (!)+EW; Z.: löh-n-en
$Löhner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Löhner, Lohnender, Lohn Empfangender; Vw.: s. Tage-; E.: s. lohn(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 1141; GB.: (lōnāri) seit 810-817 belegte und aus lohn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Lohnenden und danach auch für einen Lohn Empfangenden; Z.: Löhner, Löhners, Löhnern+EW; Z.: Löh-n-er
$Löhnung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Löhnung, Entlohnung, Lohn; E.: s. löhn(en), s. ung; L.: DW, EWD s. u. Lohn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus löhn(en) und ung gebildete Bezeichnung für Entlohnung und Lohn; F.: Löhnung, Löhnungen+EW; Z.: Löh-n-ung
Loipe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Loipe, Skilanglaufbahn, Skilanglaufspur; ne. loipe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. nnorw. løpe; E.: s. nnorw. (nynorsk) loipe, løype, M., F., Loipe; vgl. nnorw. løpe, V., laufen; an. hlaupa, red. V., laufen, springen; germ. *hlaupan, st. V., laufen; idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Loipe, fehlt DW, Duden s. u. Loipe; Son.: vgl. nndl. loipe, Sb., Loipe; ndän. lojpe, Sb., Loipe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neunorwegischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem für das Germanische und teilweise das Indogermanische (laufen) verbindbare Bezeichnung für eine Skilanglaufbahn oder eine Skilanglaufspur; BM.: laufen bzw. traben; F.: Loipe, Loipen+FW(+EW); Z.: Loip-e
lokal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lokal, örtlich; ne. local (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Lokal, lokalisieren, Lokalis, Lokus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. local; E.: s. frz. local, Adj., lokal, örtlich; lat. locālis, Adj., örtlich, räumlich begrenzt, lokal, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lokal, fehlt DW, EWD s. u. lokal, Duden s. u. lokal; Son.: vgl. nndl. lokaal, Adj., lokal; nschw. lokal, Adj., lokal; nnorw. lokal, Adj., lokal; poln. lokalny, Adj., lokal; lit. lokalinis, Adj., lokal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für örtlich oder räumlich; BM.: stellen; F.: lokal, lokale, lokales, lokalem, lokalen, lokaler(, lokalere, lokaleres, lokalerem, lokaleren, lokalerer, lokalste, lokalstes, lokalstem, lokalsten, lokalster)+FW(+EW); Z.: lo-k-al
Lokal, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lokal, Gaststätte; ne. pub, venue; Vw.: -; Hw.: s. lokal; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. local; E.: s. frz. local, M., Örtlichkeit; vgl. frz. local, Adj., lokal, örtlich; lat. locālis, Adj., örtlich, räumlich begrenzt, lokal, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lokal, EWD s. u. lokal, Duden s. u. Lokal; Son.: vgl. nndl. lokaal, Sb., Lokal; nschw. lokal, Sb., Lokal; nnorw. lokal, M., Lokal; poln. lokal, M., Lokal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Örtlichkeit wo man gegen Bezahlung essen und trinken kann oder eine Gaststätte; BM.: stellen; F.: Lokal, Lokals, Lokales, Lokale, Lokalen+FW; Z.: Lo-k-al
Lokalis, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lokalis, Lokativ; ne. locative; Vw.: -; Hw.: s. Lokativ, lokal; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. locālis; E.: s. lat. locālis, Adj., örtlich, räumlich begrenzt, lokal, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lokativ, fehlt DW, Duden s. u. Lokalis; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung in der Sprachwissenschaft aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den besonderen Fall der Ortsangabe oder Lokativ; BM.: stellen; F.: Lokalis, Lokales+FW(+EW); Z.: Lo-k-al-is
lokalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. lokalisieren, örtlich festlegen, begrenzen; ne. locate, pinpoint; Vw.: -; Hw.: s. lokal, Lokal; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. localiser; E.: s. frz. localiser, V., lokalisieren, örtlich festlegen; vgl. frz. local, Adj., lokal, örtlich; lat. locālis, Adj., örtlich, räumlich begrenzt, lokal, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lokal, fehlt DW, EWD s. u. lokal, Duden s. u. lokalisieren; Son.: vgl. nndl. lokaliseren, V., lokalisieren; frz. lokaliser, V., lokalisieren; nschw. lokalisera, V., lokalisieren; nnorw. lokalisere, V., lokalisieren; poln. lokalizować, V., lokalisieren; lit. lokalizuoti, V., lokalisieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches örtlich festlegen oder begrenzen; BM.: stellen; F.: lokalisieren, lokalisiere, lokalisierst, lokalisiert, lokalisierest, lokalisieret, lokalisierte, lokalisiertest, lokalisierten, lokalisiertet, ##lokalisiert, lokalisierte, lokalisiertes, lokalisiertem, lokalisierten, lokalisierter##, lokalisierend, ###lokalisierend, lokalisierende, lokalisierendes, lokalisierendem, lokalisierenden, lokalisierender###, lokalisier (!)+FW(+EW); Z.: lo-k-al-is-ier-en
$Lokalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lokalität, Örtlichkeit, Ort, Räumlichkeit; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Lokal, s. i, s. tät, s. frz. localité, s. lat. locālitās; L.: fehlt DW, EWD s. u. lokal; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliche Örtlichkeit oder ein Gelände oder einen Ort oder auch eine Räumlichkeit; F.: Lokalität, Lokalitäten+FW(+EW; Z.: Lo-k-al-it-ät
$Lokalkolorit, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lokalkolorit; E.: s. lokal, s. Kolorit; L.: Kluge s. u. Kolorit, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lokal und Kolorit gebildete Bezeichnung für eine besondere örtliche Färbung einer Gegebenheit; F.: Lokalkolorit, Lokalkolorits, Lokalkolorites+FW(+EW); Z.: Lo-k-al—kol-or-it
$Lokalmatador, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lokalmatador, örtlicher Kämpfer, örtlicher Held; E.: s. lokal, s. Matador; L.: Kluge s. u. Matador, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lokal und Matador gebildete Bezeichnung für einen örtlichen Kämpfer oder Helden; F.: Lokalmatador, Lokalmatadors, Lokalmatadoren+FW(+EW?); Z.: Lo-k-al—mat-ad-or
Lokativ, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lokativ, Fall der Ortsangabe; ne. locative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lokativ, fehlt DW, EWD s. u. Lokativ, Duden s. u. Lokativ; Son.: vgl. nndl. locatief, Sb., Lokativ; frz. locatif, M., Lokativ; nnorw. lokativ, M., Lokativ; poln. lokativus, M., Lokativ; GB.: seit Anfang 19. Jh. in der Sprachwissenschaft belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den besonderen Fall (Kasus) der Ortsangabe wie beispielsweise in dem Lateinischen des Altertums bei Eigennamen von Städten und kleineren Inseln auf -us oder -a oder -um die Genetivendung i oder e wie Corinthi oder Romae; BM.: stellen; F.: Lokativ, Lokativs, Lokative, Lokativen+FW; Z.: Lo-k-at-iv
Lokomotive, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lokomotive, Zugsantriebsgerät; ne. locomotive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830-1840; I.: Lw. ne. locomotive (engine); I.: Lbd. gr. τὸ κινητικὸν κατὰ τόπον (tò kinētikòn katà tópon); E.: s. ne. locomotive (engine), N., Lokomotive; von loco motīvum, Sb., Vermögen der Bewegung; vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Lokomotive, fehlt DW, EWD s. u. Lokomotive, Duden s. u. Lokomotive; Son.: vgl. nndl. locomotief, Sb., Lokomotive; frz. locomotive, F., Lokomotive; nschw. lokomotiv, N., Lokomotive; nnorw. lokomotiv, N., Lokomotive; poln. lokomotywa, F., Lokomotive; kymr. locomotif, M., F., Lokomotive; lit. lokomotyvas, M., Lokomotive; GB.: seit 1830-1840 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der Bedeutung durch das Griechische des Altertums beeinflusste und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen (1769 James Watt Niederdruckdampfmaschine, 1804 Richard Trevithick) entwickeltes und seitdem verwendetes mit Dampf oder Strom angetriebenes Fahrzeug auf Schienen vor allem für das Ziehen von Eisenbahnwaggons; BM.: stellen; F.: Lokomotive, Lokomotiven+FW(+EW); Z.: Lo-k-o-mo-t-iv-e
Lokus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lokus, Abort, Klosett; ne. loo; Vw.: -; Hw.: s. lokal; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. locus (necessitatis); E.: s. lat. locus (necessitatis), M., Ort der Notdurft; vgl. lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Raum, Stelle, geeigneter Ort; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lokus, fehlt DW, EWD s. u. Lokus, Duden s. u. Lokus; Son.: vgl. nndl. locus, Sb., Lokus; ndän. lokum, Sb., Lokus; nnorw. lokus, Sb., Lokus; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus dem lateinischen locus (necessitatis) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Abort; BM.: stellen; F.: Lokus, Lokusses, Lokusse, Lokussen+FW(+EW); Z.: Lo-k-us
Lolch, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Lolch, Schwindelhafer, Weidelgras; ne. ryegrass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. lullich, lulch, lulche, M.?, Lolch; mnl. lolic, M., Lolch; ahd. lolli, st. N. (ja), Lolch, Taumellolch; lat. lolium, N., Lolch, Schwindelhafer, Trespe, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, vgl. idg. *lel-, *lul-, V., tönen, lullen, Pokorny 650?; vgl. idg. lā- (1), V., tönen, bellen, Pokorny 650? (1045/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lolch, Kluge s. u. Lolch, DW 12, 1143, EWAhd 5, 1505, Duden s. u. Lolch; Son.: vgl. nndl. lolik, F., Lolch; frz. lolium, M., Lolch; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches zu den Süßgräsern gehörendes Gras mit vielen Blüten und kleinen Ähren in zwei Zeilen; BM.: tönen; F.: Lolch, Lolches, Lolchs, Lolche, Lolchen+EW; Son.: älter ahd. lulli; Z.: Lol-ch
Lomber, nhd. (ält.), N., (17. Jh.): nhd. Lomber, ein Kartenspiel; ne. ombre, a card game (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. l‘ombre; E.: s. frz. l‘ombre, Sb., Lomber; span. hombre, M., Mensch; vgl. lat. homo, M., Mensch, Mann, tüchtiger Mann, Menschenkind, menschliche Natur; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Lomber, fehlt DW, Duden s. u. Lomber; Son.: vgl. nndl. omber, Sb., Lomber; ndän. L’hombre, M., Lomber; poln. lombr, M., Lomber; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Spätmittelalter in Spanien von Menschen entwickeltes Kartenspiel; BM.: Mensch; F.: Lomber, Lombers+FW(+EW); Z.: Lom-b-er
Look, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Look, Aussehen; ne. look (N.); Vw.: -; Hw.: s. lugen; Q.: um 1950; I.: Lw. ne. look (N.); E.: s. ne. look, N., Aussehen; vgl. ne. look, V., schauen, aussehen; ae. lōcian, sw. V. (2), blicken, starren, schauen, beobachten, gehören; germ. *lōkōn, sw. V., sehen; L.: Kluge s. u. Look, fehlt DW, EWD s. u. Look, Duden s. u. Look, Falk/Torp 370; Son.: vgl. frz. look, M., Look; nschw. look, Sb., Look; nnorw. look, Sb., Look; poln. look, M., Look; GB.: seit um 1950 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein (modisches) Aussehen (von Menschen); BM.: aussehen; F.: Look, Looks+FW; Z.: Look
Looping, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Looping, ein Flugmanöver; ne. looping (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. looping; E.: s. ne. looping, N., Looping, vgl. ne. loop, V., kreisen; ne. loop, N., Reifen (M.), Ring; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht s. gäl. lùp, Sb., Reifen (M.), Kurve; L.: Kluge s. u. Looping, fehlt DW, EWD s. u. Looping, Duden s. u. Looping; Son.: vgl. nndl. looping, Sb., Looping; frz. looping, M., Looping; nschw. looping, Sb., Looping; nnorw. looping, Sb., Looping; poln. looping, M., Looping; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Mittelenglischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Gälischen verbindbare Bezeichnung für das vertikale Kreisen eines Flugkörpers; BM.: Ring; F.: Looping, Loopings+FW; Z.: Loop-ing
Lorbass, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Lorbass, Taugenichts, Lümmel; ne. slacker, wastrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lit. liùrba, liùrbas; E.: s. lit. liùrba, liùrbas, M., Tolpatsch; lett. lurba, lubris, M., Tolpatsch; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lorbaß, fehlt DW, Duden s. u. Lorbass; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Litauischen aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Taugenichts oder Lümmel; BM.: Tolpatsch; F.: Lorbass, Lorbasses, Lorbasse, Lorbassen+FW; Z.: Lorb-ass
Lorbeer, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Lorbeer, Lorbeere; ne. laurel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. lōrber, st. N., st. F., Lorbeere; mhd. lōrbere, sw. F., Lorbeere; mnd. lōrbēre, loerbēre, lōrebēre, lorrebēre, F., Lorbeer, Lorbeerbaum, Teile des Lorbeerbaums; ahd. lōrberi*, st. N. (ja), Lorbeere; as.? lôrberi, st. F., Lorbeeer; germ. lōr-?, M., Lorbeer; lat. laurus, F., Lorbeer, (um 250-184 v. Chr.); Entlehnung aus einer unbekannten Sprache; Hinterglied s. nhd. Beere; L.: Kluge 1. A. s. u. Lorbeer, Kluge s. u. Lorbeer, DW 12, 1146, EWD s. u. Lorbeer, EWAhd 5, 1436, Duden s. u. Lorbeer; Son.: vgl. ae. laurbėrie, laurbėrige*, sw. F. (n), Lorbeere; nndl. laurier, Sb., Lorbeer; frz. laurier, M., Lorbeer; nschw. lager, lagerbär, Sb., Lorbeer; nnorw. laurbær, N., Lorbeer; poln. laur, M., Lorbeer; kymr. llawryf, M., Lorbeer; nir. labhras, M., Laurel; lit. lauramedis, M., Lorbeerbaum; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in dem Mittelmeerraum heimischen immergrünen Baum mit lederigen als Gewürz verwendeten Blättern; BM.: ?, Glänzen der reifen und leuchtenden roten Frucht?; F.: Lorbeer, Lorbeers, Lorbeeren+FW+EW; Z.: Lor—bee-r
Lorchel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lorchel, ein Pilz; ne. helvella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: unter Einfluss von Morchel von ostfälisch Lork, Sb., Kröte; L.: Kluge s. u. Lorchel, fehlt DW, EWD s. u. Lorchel, Duden s. u. Lorchel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ostfälisch lork und el gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen schwarzen der Morchel ähnlichen giftigen Pilz; BM.: Kröte; F.: Lorchel, Lorcheln+EW; Z.: Lorch-el
Lord, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lord, Herr; ne. lord; Vw.: -; Hw.: s. Lady; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. lord; E.: s. ne. lord, M., Lord, Adeliger; me. lōverd, M., Lord; ae. hlāford, hlāfurd, st. M. (a), Herr, Hausherr, Gatte, Gott; vgl. ae. hlāf, st. M. (a), Brotlaib, Brot, Nahrung; germ. *hlaiba, *hlaibaz, st. M. (a), Laib, Brotlaib, Fladen, Brot; ae. weard, st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter, Hüter, Schützer, Herr, Besitzer; germ. *warda-, *wardaz, st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter; germ. *wardu-, *warduz, st. M. (u), Wart, Wärter, Wächter; s. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164? (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Lord, Duden s. u. Lord; Son.: vgl. nndl. lord, Sb., Lord; frz. lord, M., Lord; nschw. lord, Sb., Lord; nnorw. lord, M., Lord; poln. lord, M., Lord; lit. lordas, M., Lord; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Mittelenglischen und Altenglischen und in den Bestandteilen teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen hohen Adeligen oder Herren in England; BM.: Brot, Wärter; F.: Lord, Lords+FW; Z.: Lor-d
Lordose, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Lordose, Wirbelsäulenverkrümmung; ne. lordosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. λόρδωσις (lórdōsis); E.: s. gr. λόρδωσις (lórdōsis), F., Verkrümmung des Oberkörpers nach einwärts; vgl. gr. λορδοῦν (lordun), V., biegen, krümmen; idg. *lerd-, V., krümmen, Pokorny 679 (1108/64) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Lordose; Son.: vgl. nndl. lordose, Sb., Lordose; frz. lordose, F., Lordose; nschw. lordos, Sb., Lordose; poln. lordoza, F., Lordose; kymr. lordosis, M., Lordose; lit. lordozė, F., Lordose; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Wirbelsäulen mögliche Verkrümmung einer Wirbelsäule von Säugetieren nach vorn; BM.: krümmen; F.: Lordose, Lordosen+FW; Z.: Lord-os-e
Lore, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lore, offener Eisenbahngüterwagen; ne. wagon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. lorry; E.: s. ne. lorry, N., Lastkraftwagen, Lastauto; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Lore, fehlt DW, EWD s. u. Lore, Duden s. u. Lore; Son.: vgl. nndl. lorrie, Sb., Lore?; frz. lorry, Sb., Lore?; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten offenen Eisenbahngüterwagen; BM.: Lastkraftwagen; F.: Lore, Loren+FW(+EW); Z.: Lor-e
Lorgnette, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Lorgnette, Lorgnon, Brille mit Stiel; ne. lorgnette; Vw.: -; Hw.: s. Lorgnon; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lorgnette; E.: s. frz. lorgnette, F., Lorgnette, Augenglas; vgl. frz. lorgner, V., anschielen, liebäugeln; afrz. lorgne, Adj., schielend; zu awfrk. *lōrni, Adj., finster blickend, niedergeschlagen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lorgnette, fehlt DW, Duden s. u. Lorgnette; Son.: vgl. nndl. lorgnet, Sb., Lorgnette, Lorgnon; nschw. lornjett, Sb., Lorgnette, Lorgnon; nnorw. lorgnett, M., Lorgnett, Lorgnon; nir. loirgead, M., Lorgnon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Altwestfränkischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen (um 1780 Optikerfamilie Adams in England) entwickelte und verwendete sowie mit einem Stiel versehene Brille (Lorgnette zwei Gläser und Lorgnon ein Glas); BM.: schielend; F.: Lorgnette, Lorgnetten+FW; Z.: Lorgn-ett-e
Lorgnon, nhd. (ält.), N., (19. Jh.?): nhd. Lorgnon, Einglas mit Stiel; ne. lorgnon; Vw.: -; Hw.: s. Lorgnette; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. lorgnon; E.: s. frz. lorgnon, M., Lorgnon; frz. lorgner, V., anschielen, liebäugeln; vgl. afrz. lorgne, Adj., schielend; zu awfrk. *lōrni, Adj., finster blickend, niedergeschlagen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lorgnette, fehlt DW, Duden s. u. Lorgnon; Son.: vgl. poln. lorgnon, M., Lorgnon; kymr. lorgnon, F., Lorgnon; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Altwestfränkischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen (um 1780 Optikerfamilie Adams in England) entwickelte und verwendete sowie mit einem Stiel versehene Brille (Lorgnette zwei Gläser und Lorgnon ein Glas); BM.: schielend; F.: Lorgnon, Lorgnons+FW; Z.: Lorgn-on
los, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. los, gelöst, frei; ne. loose (Adj.); Vw.: s. ruch-; Hw.: s. Losung (2); Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. lōs, Adj., frei, ledig, befreit, beraubt, frech, fröhlich; mnd. lōs (1), loes, loys, los?, Adj., frei, ungebunden, ungefangen, auf freiem Fuß befindlich, befreit, abgeschieden, ungültig; mnl. los, loos, Adj., frei. los, schlau, listig; ahd. lōs (1), Adj., los, böse, leichtfertig, listig, zuchtlos, ledig, frei, falsch, treulos, charakterlos; as. lôs, Adj., los, ledig, frei; anfrk. lōs* (1), Adj., falsch, böse; germ. *lausa-, *lausaz, Adj., los, frei; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. los, Kluge s. u. los, DW 12, 1156, EWD s. u. los, EWAhd 5, 1440, Falk/Torp 377, Seebold 339, Heidermanns 366, Duden s. u. los, Bluhme s. u. los; Son.: vgl. afries. *-lâs, Adj., los, ledig, verlustig, frei; nnordfries. lus, luas, Adj., los, frei; ae. léas (1), Adj., los, frei, ledig, verlustig, falsch, treulos; an. lauss, Adj., los, frei, ungebunden; got. laus, Adj. (a), los, leer; nndl. loos, Adj., los; nschw. lös, Adj., los; nisl. laus, Adj., frei; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gelöst oder frei; BM.: trennen; F.: los, lose, loses, losem, losen, loser+EW; Z.: lo-s
Los, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Los, Schicksal, Zufallsentscheidung; ne. lot; Vw.: -; Hw.: s. losen (2), Lotterie, Lotto; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. lōz, st. N., Los, Werfen des Loses, Auslosung, Verlosung, Recht, gerichtliche Teilung, Schicksal; mnd. lōt (1), lot, loet, N., Los, Auslosung, durch das Los Zugeteiltes, ausgeloster Verkaufsstand, ausgelostes Landstück; mnl. lot, N., M., Los; ahd. lōz, hlōz*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Los, Losentscheidung, Schicksal, Geschick, Anteil, Teil, Spruch; as. hlôt*, st. M. (a), Los; anfrk. lot, M., N., Los; germ. *hlauta-, *hlautaz, st. M. (a), Los, Erbschaft; germ. *hlauti-, *hlautiz, st. M. (i), Los, Teil; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Los, Kluge s. u. Los, DW 12, 1153, EWD s. u. Los, EWAhd 5, 1481, Falk/Torp 113, 265, Seebold 263, Duden s. u. Los, Bluhme s. u. Los; Son.: vgl. afries. hlot, st. N. (a), Los; nnordfries. lod; ae. hlot, st. N. (a), Los, Anteil, Wahl, Entscheidung; ae. hlyte, st. M. (i), Los, Anteil; an. hlautr, st. M. (a), Los, Anteil; an. hlutr, st. M. (i), Los, Teil, Stück, Ding, Sache; got. hlauts, st. M. (a), Los, Anteil, Erbschaft; nndl. lot, Sb., Los; nschw. lott, Sb., Los; lit. kliudýti, V., anstoßen, treffen, hindern; lit. kliū́ti, V., hängenbleiben, anstoßen, hindern; ksl. ključiti sę, V., passen, zutreffen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums (Bibel, Tacitus, Germania 10, 26) entwickelten und verwendeten verdeckt gekennzeichneten Gegenstand durch den eine Zufallsentscheidung zu Gunsten eines von mehreren Beteiligten herbeigeführt werden soll; BM.: Haken; F.: Los, Loses, Lose, Losen+EW; Z.: Lo-s
$...los, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.?): nhd. ...los, gelöst, frei; E.: s. los; L.: Kluge s. u. los, DW 12, 1156; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort von Adjektiven (und Adverbien) verwendete Bezeichnung für seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gelöst oder frei; F.: ...los, ...lose, ...loses, ...losem, ...losen, ...loser(, ...losere, ...loseres, ...loserem, ...loseren, ...loserer, ...losest, ...loseste, ...losestes, ...losestem, ...losesten, ...losester)+EW; Z.: -lo-s
$Löschblatt, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Löschblatt; Hw.: s. Löschpapier; E.: s. lösch(en), s. Blatt; L.: DW 12, 1176, EWD s. u. löschen 1; GB.: seit 1658 (Comenius, Johann Amos, Orbis sensualium pictus) belegte und aus lösch(en) und Blatt gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und ohne Leim hergestelltes und wegen dieses lockeren Aufbaus Flüssigkeiten wie beispielsweise Tinte bei Bedarf in vielen winzigen Hohlräumen gut aufsaugendes Blatt Papier; F.: Löschblatt, Löschblattes, Löschblatts, Löschblätter, Löschblättern+EW; Z.: Lösch—bla-t-t
löschen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. löschen (V.) (1), auslöschen, ausmachen; ne. delete, extinguish; Vw.: -; Hw.: s. löschen (2); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. leschen, sw. V., löschen (V.) (1), auslöschen, stillen, verdunkeln, beendigen, tilgen, vertilgen, verlöschen, verschwinden; mnd. leschen (2), leischen, löschen, lüschen, sw. V., löschen, zum Stillstand bringen, auslöschen, überstrahlen, austilgen, abkühlen; mnd. leschen (1), st. V., erlöschen, verlöschen, ausgehen; mnd. löschen (1), sw. V., löschen (V.) (1); mnl. lesscen, sw. V., abschwächen, schwach werden; ahd. lesken, lescen*, sw. V. (1a), löschen (V.) (1), auslöschen, beruhigen, vernichten, unterdrücken; as. lėskian*, lėskan*?, sw. V. (1a), löschen (V.) (1), tilgen; anfrk. lesken*, sw. V. (1), löschen (V.) (1), auslöschen, unterdrücken; germ. *laskjan, sw. V., löschen (V.) (1); s. idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. löschen 1, Kluge s. u. löschen 1, DW 12, 1177, EWD s. u. löschen 1, EWAhd 5, 1211, Falk/Torp 533, Seebold 333, Duden s. u. löschen, Bluhme s. u. loeschen 1; Son.: vgl. afries. *leska, sw. V. (1), löschen (V.) (1); afries. laskia, leskia, sw. V. (2), löschen (V.) (1); ae. -; an. -; got. -; nndl. lessen, V., löschen (V.) (1); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Feuer ausmachen und später auch (elektrisches) Licht ausmachen; BM.: sich legen; F.: löschen, lösche, löschst, löscht, löschest, löschet, löschte, löschtest, löschten, löschtet, gelöscht, ##gelöscht, gelöschte, gelöschtes, gelöschtem, gelöschten, gelöschter##, löschend, ###löschend, löschende, löschendes, löschendem, löschenden, löschender###, lösch (!) +EW; Z.: lösch-en
löschen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. löschen (V.) (2), Frachtgüter ausladen, von Fracht entladen (V.); ne. unload; Vw.: -; Hw.: s. löschen (1); Q.: 18. Jh.; E.: s. nd. lossen, V., lösen; nndl. lossen, V., lösen; mnl. lossen, sw. V., entladen (V.), ausladen; mnd. lössen, lossen, sw. V., entladen (V.), Schiffsgut entladen (V.), ausladen; ahd. lesken, lescen*, sw. V. (1a), „löschen“ (V.) (1), auslöschen, beruhigen, vernichten; as. -; anfrk. -; germ. *laskjan, sw. V., löschen (V.) (1); s. idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. löschen 2, Kluge s. u. löschen 2, DW 12, 1179, EWD s. u. löschen 2, Duden s. u. löschen, Bluhme s. u. loeschen 2; Son.: vgl. nschw. lossa, V., löschen (V.) (2); GB.: seit 18. Jh. nd. belegte und mit löschen (1) verbindbare Bezeichnung für ein Schiff von Fracht entladen (V.); BM.: sich legen; F.: löschen, lösche, löschst, löscht, löschest, löschet, löschte, löschtest, löschten, löschtet, gelöscht, ##gelöscht, gelöschte, gelöschtes, gelöschtem, gelöschten, gelöschter##, löschend, ###löschend, löschende, löschendes, löschendem, löschenden, löschender###, lösch+EW; Z.: lösch-en
$Löschkalk, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Löschkalk; E.: s. lösch(en), s. Kalk; L.: DW 12, 1180, EWD s. u. löschen 1; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus lösch(en) und Kalk gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelten und verwendeten kohlensauren Kalk zu einem Löschen in Gegensatz zu Branntkalk wobei durch starkes Erhitzen von Kalkstein (Kalziumkarbonat) Branntkalk (Kalziumoxid) entsteht der mit Wasser Löschkalk (Kalziumhydroxid) bildet aus dem durch Trocknen wieder Kalkstein entstehen kann; F.: Löschkalk, Löschkalkes, Löschkalks, Löschkalke, Löschkalken+EW+FW; Z.: Lösch—kal-k
$Löschpapier, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Löschpapier; Hw.: s. Löschblatt; E.: s. lösch(en), s. Papier; L.: DW 12, 1180, EWD s. u. löschen 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lösch(en) und Papier gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und ohne Leim hergestelltes und wegen dieses lockeren Aufbaus Flüssigkeiten wie beispielsweise Tinte bei Bedarf in vielen winzigen Hohlräumen gut aufsaugendes Papier; F.: Löschpapier, Löschpapiers, Löschpapieres, Löschpapiere, Löschpapieren+EW+FW; Z.: Lösch—papier
$lose, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. lose, gelöst ,frei; E.: s. los; L.: DW 12, 1181, EWD s. u. los; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gelöst oder frei; F.: lose (!), loses (!), losem, losen (!), loser(, losere, loseres, loserem, loseren, loserer, losest, loseste, losestes, losestem, losesten, losester)+EW; Z.: lo-s-e
$loseisen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. loseisen, losmachen, befreien, herbeibringen; E.: s. los, s. eisen; L.: Kluge s. u. Eis, fehlt DW, EWD s. u. Eis; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus los und eisen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches losmachen oder befreien oder herbeibringen; F.: loseisen, eise los (!), eist los, eisen los, eisest los, eiset los, eiste los, eistest los, eisten los, eistet los, losgeeist, ##losgeeist, losgeeiste, losgeeistes, losgeeistem, losgeeisten, losgeeister##, loseisend, ###loseisend, loseisende, loseisendes, loseisendem, loseisenden, loseisender###, loszueisen, ####loszueisen, loszueisend, loszueisende, loszueisendes, loszueisendem, loszueisenden, loszueisender####, eis (!) los (!)+EW; Z.: lo-s—eis-en
losen (1), nhd. (dial.), sw. V., (8. Jh.): nhd. losen (V.) (2), horchen, hören, zuhören; ne. listen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. losen, sw. V., zuhören, horchen, hören; ahd. losēn, hlosēn*, sw. V. (3), hören, zuhören, lauschen, hinhören, gehorchen, aufmerksam sein (V.), aufmerksam zuhören, Aufmerksamkeit schenken, aufmerken; ahd. losōn*, sw. V. (2), lauschen, hören, hören auf; as. -; anfrk. -; germ. *hlusēn, *hlusǣn, sw. V., hören; idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; L.: Kluge s. u. losen, DW 12, 1188, EWAhd 5, 1442, Falk/Torp 113, Duden s. u. losen; Son.: vgl. afries. -; ae. hlosnian, sw. V., lauschen, spähen; ae. hlysnan, sw. V. (1), lauschen; an. -; got. -; kymr. clust, F., Ohr; ai. clúas, Sb., Ohr; lit. klausýti, V., hören; ksl. slyšati, V., hören; toch. A klyoṣ-, V., hören; toch. B klyauṣ-, V., hören; GB.: vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches horchen oder hören oder zuhören; BM.: hören; F.: losen, lose (!), losst (!), lost (!), losest, loset, loste, lostest, losten, lostet, gelost, ##gelost, geloste, gelostes, gelostem, gelosten, geloster##, losend, ###losend, losende, losendes, losendem, losenden, losender###, los (!)+EW; Z.: lo-s-en
losen (2), nhd., V.: nhd. losen (V.) (1), Los werfen; ne. cast (V.) lots; Vw.: -; Hw.: s. Los; Q.: 1220-1230 (Rheinisches Marienlob); E.: s. mhd. lōzen (1), sw. V., losen, Los werfen, durch Los bestimmen, auslosen, verteilen; mnd. lōten, loyten, lotten, sw. V., losen, auslosen, durch Los entscheiden, Los werfen, Verkaufsstände auslosen, Lose verteilen; mhd. lōz, st. N., Los, Werfen des Loses, Auslosung, Verlosung, Recht, gerichtliche Teilung, Schicksal; mnd. lōt (1), lot, loet, N., Los, Auslosung, durch das Los Zugeteiltes, ausgeloster Verkaufsstand; ahd. lōz, hlōz*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Los, Losentscheidung, Schicksal, Geschick, Anteil, Teil, Spruch; as. hlôt*, st. M. (a), Los; germ. *hlauta-, *hlautaz, st. M. (a), Los, Erbschaft; germ. *hlauti-, *hlautiz, st. M. (i), Los, Teil; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 1187, Duden s. u. losen; GB.: seit 1220-1230 belegte und aus Los und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und seitdem verwendetes Los werfen oder durch ein Los zugunsten eines von mehreren Beteiligten entscheiden; BM.: Haken; F.: losen, lose, losst, lost, losest, loset, loste, lostest, losten, lostet, gelost, ##gelost, geloste, gelostes, gelostem, gelosten, geloster##, losend, ###losend, losende, losendes, losendem, losenden, losender###, los (!)+EW; Z: lo-s-en
losen (3), nhd. (ält.), V., (8. Jh.): nhd. losen (V.) (3), los werden, schmeichlerisch sein (V.), schmeicheln; ne. flatter (V.); Vw.: s. verwahr-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lōsen (1), sw. V., los sein (V.), los werden, fröhlich sein (V.), schmeicheln, heucheln, scherzen, sich einschmeicheln bei, lose Reden führen; mnd. lōsen (1), lusen, sw. V., betrügerisch sein (V.), schmeicheln, zum Schein handeln, freundlich handeln, schmeichelnd handeln; ahd. lōsēn*, sw. V. (3)?, hintergehen?, lügen?, schmeichlerisch sprechen, heuchlerisch sprechen, falsch sein (V.)?; ahd. lōs (1), Adj., los, böse, leichtfertig, listig, zuchtlos, ledig, frei, falsch, treulos, charakterlos; as. lôs, Adj., los, ledig, frei; anfrk. lōs* (1), Adj., falsch, böse; germ. *lausa-, *lausaz, Adj., los, frei; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. ae. léasian, sw. V., lügen; L.: DW 12, 1189; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches los werden oder schmeicheln; BM.: trennen; F.: losen (!), lose (!), losst (!), lost, losest, loset, loste, lostest, losten, lostet, gelost, ##gelost, geloste, gelostes, gelostem, gelosten, geloster##, losend, ###losend, losende, losendes, losendem, losenden, losender###, los (!)+EW; Z.: lo-s-en
$lösen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lösen, los werden, los machen; Vw.: ab-, auf-, aus-, ein-, er-; E.: s. los, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. lösen, Kluge s. u. los, DW 12, 1190, EWD s. u. lösen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus los und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches los werden oder los machen; F.: lösen, löse, lösst (!), löst, lösest, löset, löste, löstest, lösten, löstet, gelöst, ##gelöst, gelöste, gelöstes, gelöstem, gelösten, gelöster##, lösend, ###lösend, lösende, lösendes, lösendem, lösenden, lösender###, lös (!)+EW; Z.: lö-s-en
$Löser, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Löser, Lösender; Vw.: s. Aus-, Er-; E.: s. lös(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 1196; GB.: (lōsære) seit 1120-1160 belegte und aus lös(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Lösenden; F.: Löser, Lösers, Lösern+EW; Z.: Lö-s-er
Löss, Löß, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Löss, eine stark kalkhaltige und deswegen besonders fruchtbare Erde; ne. loess; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1823; E.: eingeführt von dem Geologen Karl Cäsar von Leonhard (1779-1862), von einem schweizerischen Mundartwort mit der Bedeutung locker; L.: Kluge s. u. Löss, EWD s. u. Löss, Duden s. u. Löss; Son.: vgl. nndl. löss, Sb., Löss; frz. lœss, M., Löss; nschw. lölljord, Sb., Löss; nnorw. løss, M., Löss; poln. less, M., Löss; kymr. loess, M., Löss; lit. liosas, M., Löss; GB.: seit 1823 belegte und aus einem Schweizer Mundartwort für locker gebildete Bezeichnung für eine seit Verfestigung der Erdoberfläche durch Windablagerung schon vormenschlich mögliche besonders fruchtbare stark kalkhaltige Erde; BM.: locker; F.: Löss, Lösses, Lösse, Lössen, Löß, Lößes, Löße, Lößen+EW; Z.: Löss
Losung (1), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Losung (F.) (1), Erkennungswort, Leitspruch; ne. slogan, password; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. losunge, lozunge, F., Losung (F.) (1); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit nhd. Los (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Losung, Kluge s. u. Losung 1, DW 12, 1199, EWD s. u. Los, Duden s. u. Losung; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Sprache möglichen von Menschen gebildeten und verwendeten Leitspruch; BM.: ?; F.: Losung, Losungen+EW; Z.: Los-ung
Losung (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Losung (F.) (1), Wildkot; ne. droppings; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. jägersprachliches lösen, losen, V., den Kot loslassen; vgl. ahd. lōs (1), Adj., los, böse, leichtfertig, listig, zuchtlos, ledig, frei, falsch, treulos, charakterlos; germ. *lausa-, *lausaz, Adj., los, frei; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Losung 2, DW 12, 1201, EWD s. u. Losung 2, Duden s. u. Losung; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit ahd. lōs (1), Adj., los, verbindbare Bezeichnung für den Kot des Wildes einschließlich des Hundes; BM.: trennen; F.: Losung, Losungen+EW; Z.: Lo-s-ung
$Lösung, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Lösung, Bewältigung einer Aufgabe; Vw.: s. Auf-, Er-; E.: s. lös(en), s. ung; L.: DW 12, 1202, EWD s. u. lösen; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus lös(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Bewältigung einer Aufgabe; F.: Lösung, Lösungen+EW; Z.: Lö-s-ung
Lot, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Lot, Stück Blei, Richtblei, Gewicht (N.) (1); ne. perpendicular; Vw.: -; Hw.: s. löten; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunden); E.: mhd. lōt (2), st. N., Blei (N.), gießbares Metall, Schlaglot, Metallgemisch zum Löten, Bleigewicht, Lot, bestimmtes Metallgewicht, Gewicht (N.) (1); mnd. lōt (2), loet, lȫde, loide, N., F., „Lot“, Blei, Blei als Metall, Richtblei, Bleisiegel als Gütemarke an einem Stück Tuch; mnl. loot, Sb., Lot; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *lauda-, *laudam, st. N. (a), Lot, Metall, Blei (N.); vielleicht aus dem Keltischen?; L.: Kluge 1. A. s. u. Lot, Kluge s. u. Lot, DW 12, 1204 (Loth), EWD s. u. Lot, Duden s. u. Lot, Bluhme s. u. Lot; Son.: vgl. afries. lâd, st. N. (a), Lot, Blei (N.); nnordfries. lud, luad; ae. léad, st. N. (a), Blei (N.), Lot, Kessel; ne. lead, N., Blei; nndl. lood, Sb., Lot; nschw. lod, N., Lot; mir. lúaide, M., fließendes Metall?; GB.: (lōt) seit um 1170 belegte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht in Ägypten um 2040 v. Chr. entwickeltes und verwendetes an einer Schnur (F.) (1) hängendes spitz zulaufendes und von Menschen zu einem Messen der Wassertiefe oder später auch der Entfernung verwendetes Stück Stein oder Blei (oder einen Schall); BM.: Blei?; F.: Lot, Lotes, Lots, Lote, Loten+EW; Z.: Lot
Lote, nhd. (ält.), F.: nhd. Lote; Vw.: s. Lode (1)
$loten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. loten, das Lot anwenden; E.: s. Lot, s. en; L.: Kluge s. u. Lot, (lothen) DW 12, 1206, EWD s. u. Lot; F.: loten (!), lote (!), lotest, lotet, lotete, lotetest, loteten, lotetet, gelotet, ##gelotet, gelotete, gelotetes, gelotetem, geloteten, geloteter##, lotend, ###lotend, lotende, lotendes, lotendem, lotenden, lotender###, lot (!)+EW; Z.: lot-en
löten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. löten, Metallteile durch geschmolzenes Metall verbinden; ne. solder (V.); Vw.: -; Hw.: s. Lot; Q.: 1200-1210 (Parzival); E.: mhd. lœten, sw. V., zusammenlöten, schärfen, ablöschen, härten; mnd. lȫden (1), loeden, loiden, loyen, sw. V., löten, Metallteile durch flüssiges Metall verbinden, wieder zusammen löten, in Blei oder Zinn fassen; mnl. loden, sw. V., löten; ahd.? lōten*, sw. V. (1a), löten, verlöten; s. germ. *lauda-, *laudam, st. N. (a), Metall, Blei (N.); vielleicht aus dem Keltischen?; L.: Kluge s. u. löten, DW 12, 1206 (löthen), EWD s. u. löten, Falk/Torp 355, Duden s. u. löten; Son.: vgl. nschw. löda, V., löten; nnorw. lodden, V., löten; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit Lot verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit mehr als 7000 Jahren von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Metallteile wie zunächst Gold oder Silber oder Kupfer mittels einer geschmolzenen Legierung miteinander verbinden; BM.: Blei?; F.: löten, löte (!), lötest, lötet, lötete, lötetest, löteten, lötetet, gelötet, ##gelötet, gelötete, gelötetes, gelötetem, gelöteten, gelöteter##, lötend, ###lötend, lötende, lötendes, lötendem, lötenden, lötender###, löt (!)+EW; Z.: löt-en
$lötig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. lötig, gewichtig, rein; E.: s. Lot, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Lot, DRW, DW (löthig); GB.: (lodich) seit 1221 (UBBerge) belegte und aus Lot und ig gebildete Bezeichnung für (meist Silber betreffend) gewichtig oder rechtes Gewicht habend oder rein; F.: lötig, lötige, lötiges, lötigem, lötigen, lötiger+EW; Z.: lötig
Lotion, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lotion, Pflegeflüssigkeit für die Haut; ne. lotion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. lotion; E.: s. ne. lotion, N., Lotion; frz. lotion, F., Lotion; lat. lōtio, F., Waschen, Baden, Schwemmen, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. lavāre, V., waschen, baden; idg. *lou-, *lou̯ə-, V., waschen, Pokorny 692 (1134/90) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Lotion, fehlt DW, Duden s. u. Lotion; Son.: vgl. nndl. lotion, Sb., Lotion; nschw. lotion, Sb., Lotion; nnorw. lotion, M., Lotion; poln. lotion, M., Lotion; nir. lóis, F., Lotion; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte und verwendete ziemlich wasserhaltige Reinigungsflüssigkeit und Pflegeflüssigkeit für die Haut (von Menschen); BM.: waschen; F.: Lotion, Lotions, Lotionen+FW(+EW); Z.: Lo-t-io-n
$Lötkolben, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Lötkolben; E.: s. löt(en), s. Kolben; L.: DW 12, 1208 (Löthkolben), EWD s. u. löten; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus löt(en) und Kolben gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu dem Löten von Metallteilen; F.: Lötkolben, Lötkolbens+EW; Z.: Löt—kol-b-en
Lotos, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lotos, Wasserlilie; ne. lotus, lotos; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. lōtos; E.: s. lat. lōtos, F., Lotos, Wasserlilie des Nils, (70-19 v. Chr.); gr. λωτός (lōtós), F., Lotos, Wasserlilie des Nils; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Lotos, fehlt DW, EWD s. u. Lotos, Duden s. u. Lotos; Son.: vgl. nndl. lotus, Sb., Lotos; frz. lotus, M., Lotos; nschw. lotus, Sb., Lotus; nnorw. lotus, M., Lotos; poln. lotos, M., Lotos; kymr. lotws, M., F., Lotos; nir. loiteog, F., Lotos; lit. lotosas, M., Lotos; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Seerosen gehörende Pflanze (Wasserlilie des Niles) mit aus dem Wasser ragenden großen und schildförmigen Blättern und lang gestielten rosa oder weißen Blüten; BM.: ?; F.: Lotos+FW; Z.: Lot-os
$lotrecht, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lotrecht, senkrecht, bleirecht; E.: s. Lot, s. recht; L.: DW 12, 1208 (lothrecht), EWD s. u. Lot; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lot und recht gebildete Bezeichnung für senkrecht oder auch bleirecht; F.: lotrecht, lotrecht, lotrechte, lotrechtes, lotrechtem, lotrechten, lotrechter+EW; Z.: lot—rech-t
Lotse, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lotse, Führer; ne. guide (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. gekürzt von mnd. lōsman, lōtsman, loedtzman, lōtman, M., Lotse, Schiffsführer für bestimmte Fahrtouren; ne. loadsman, M., Steuermann; vgl. ae lād, st. F. (ō), st. N. (a), Reise, Weg, Straße, Leitung, Beförderung, Wasserleitung; germ. *laidō, st. F. (ō), Weg, Führung, Leitung; s. idg. *leit- (2), V., gehen, fortgehen, sterben, Pokorny 672; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ae. mann, man, monn, mon, M. (kons.), Mensch, Mann, Held, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lotse, Kluge s. u. Lotse, DW 12, 1209, EWD s. u. Lotse, Duden s. u. Lotse, Bluhme s. u. Lotse; Son.: vgl. nndl. loods, Sb., Lotse; nschw. lots, Sb., Lotse; nnorw. los, M., Lotse; lit. locmanas, M., Lotse; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus lōsman, lōtsman, loedtzman, lōtman sowie ne. loadsman (Steuermann) gebildete Bezeichnung für einen Schiffe oder andere Fahrzeuge anderer Menschen durch allgemein schwer zu befahrende und ihm selbst vertraute Gewässer oder Gegebenheiten leitenden Führer; BM.: gehen, Mann; F.: Lotse, Lotsen+FW?(+EW?; Z.: Lo-ts-e
$lotsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lotsen, führen, leiten; E.: s. Lots(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Lotse, DW 12, 1209, EWD s. u. Lotse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Lots(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für als Lotse führen oder leiten; F.: lotsen (!), lotse (!), lotsst (!), lotst, lotsest, lotset, lotste, lotstest, lotsten, lotstet, gelotst, ##gelotst, gelotste, gelotstes, gelotstem, gelotsten, gelotster##, lotsend, ###lotsend, lotsende, lotsendes, lotsendem, lotsenden, lotsender###, lots (!)+EW; Z.: lo-ts-en
$Lotter…, nhd., Partikel, (13. Jh.?) nhd. Lotter…, verkommen (Adj.), schlampig, schlecht; E.: s. lottern; L.: Kluge s. u. lottern, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für verkommen (Adj.) oder schlampig oder schlecht; F.: Lotter…+EW; Z.: Lo-t-t-er-
$Lotterbett, nhd., N., (14./15. Jh.): nhd. Lotterbett, Faulbett; E.: s. Lotter…, s. Bett; L.: Kluge s. u. Faulbett, lottern, DW 12, 1211, EWD s. u. lottern; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus Lotter… und Bett gebildete (mhd. loterbette) abwertende Bezeichnung für ein weiches für fragwürdige Handlungen genutztes Bett (Faulbett); F.: Lotterbett, Lotterbettes, Lotterbetts, Lotterbetten+EW; Z.: Lo-t-t-er—bett
$Lotterbube, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Lotterbube, verkommener Mann; E.: s. Lotter…, s. Bube; L.: Kluge s. u. lottern, DW 12, 1211, EWD s. u. lottern; GB.: (loterbuobe) um 1300 belegte und aus Lotter… und Bube gebildete abwertende Bezeichnung für einen verkommenen Mann; F.: Lotterbube, Lotterbuben+EW; Z.: Lo-t-t-er—bub-e
Lotterie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lotterie, ein Glücksspiel; ne. lottery; Vw.: -; Hw.: s. Los, Lotto; Q.: 1550?; I.: Lw. nndl. loterij; E.: s. mnd. lotterīe, loterei, F., Lotterie; nndl. loterij, Sb., Lotterie; vgl. nndl. lot, Sb., Los; vgl. germ. *hlauta-, *hlautaz, st. M. (a), Los, Erbschaft; germ. *hlauti-, *hlautiz, st. M. (i), Los, Teil; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lotterie, DW 12, 1213, EWD s. u. Lotterie, Duden s. u. Lotterie; Son.: vgl. frz. loterie, F., Lotterie; nschw. lotteri, Sb., Lotterie; nnorw. litteri, N., Lotterie; poln. loteria, F., Lotterie; kymr. lotri, F., Lotterie; lit. loterija, F., Lotterie; GB.: vielleicht seit um 1550 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen *hlauti- und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Auslosung von Gewinnen bei Glücksspielen an denen ein Mensch durch Kauf eines Loses teilnehmen kann; BM.: Haken; F.: Lotterie, Lotterien+FW; Z.: Lo-t-t-er-ie
$lotterig, lottrig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. lotterig, verlottert, schlampig, schlaff; E.: s. Lotter…, s. ig; L.: DW 12, 1214, EWD s. u. lottern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lotter… und ig gebildete Bezeichnung für verlottert oder schlampig; F.: lotterig, lotterige, lotteriges, lotterigem, lotterigen, lotteriger(, lotterigere, lotterigeres, lotterigerem, lotterigeren, lotterigerer, lotterigst, lotterigste, lotterigstes, lotterigstem, lotterigsten, lotterigster, lottrig, lottrige, lottriges, lottrigem, lottrigen, lottriger, lottrigere, lottrigeres, lottrigerem, lottrigeren, lottrigerer, lottrigest, lottrigeste, lottrigestes, lottrigestem, lottrigesten, lottrigester)+EW; Z.: lo-t-t-er-ig
lottern, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. lottern, schlampen, schlaff sein (V.); ne. be loose; Vw.: -; Hw.: s. Loddel; Q.: 16. Jh.; E.: s. ahd. lotar* (1), Adj., nichtig, unnütz, leer, eitel; germ. *ludra-, *ludraz, Adj., nichtsnützig, verlottert, nichtig, unnütz; s. idg. *sleu-?, *leu-?, Adj., schlaff, Pokorny 962; vgl. idg. *lēu- (1), V., nachlassen, Pokorny 682 (1117/73) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lotter-, Kluge s. u. lottern, DW 12, 1214, EWD s. u. lottern, Duden s. u. lottern, Bluhme s. u. Lotterbube; Son.: schweiz.; vgl. ae. loddere, st. M. (ja), Bettler; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches liederlich leben; BM.: nachlassen; F.: lottern, lottere, lotter (!), lottre, lotterst, lottert, lotterte, lottertest, lotterten, lottertet, gelottert, ##gelottert, gelottertes, gelottertem, gelotterten, gelotterter##, lotternd, ###lotternd, lotternde, lotterndes, lotterndem, lotternden, lotternder###, lotter (!)+EW; Z.: lo-t-t-er-n
Lotto, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Lotto, ein Glücksspiel; ne. lotto; Vw.: -; Hw.: s. Lotterie, Los; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. it. lotto; E.: s. it. lotto, M., Lotto, Glücksspiel; vgl. frz. lot, M., Los; über anfrk. von germ. *hlauta-, *hlautaz, st. M. (a), Los, Erbschaft; germ. *hlauti-, *hlautiz, st. M. (i), Los, Teil; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lotto, DW 12, 1214, EWD s. u. Lotto, Duden s. u. Lotto; Son.: vgl. nndl. lotto, Sb., Lotto; frz. loto, M., Lotto; nschw. lotto, N., Lotto; nnorw. lotto, M., Lotto; poln. lotto, M., Lotto; kymr. loto, M., F., Lotto; lit. loto, M., Lotto; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen in dem in Modena 1476 erstmals ein von dem Ratsherrn Benedetto Gentile entwickeltes Glücksspiel schriftlich erwähnt wird für ein von Menschen gespieltes Glücksspiel bei dem man später tatsächlich nach einem Zufallsprinzip ermittelte Zahlen vor ihrer Festlegung erraten kann oder soll oder muss; BM.: Haken; F.: Lotto, Lottos+FW; Z.: Lo-t-t-o
Lounge, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lounge, Aufenthaltsraum, Salon; ne. lounge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. lounge; E.: s. ne. lounge, N., Lounge, Salon, Ruhebett; vgl. ne. lounge (V.), V., faulenzen; vielleicht lautmalend nach einer langsamen Bewegung; L.: fehlt DW, Duden s. u. Lounge; Son.: vgl. nndl. lounge, Sb., Lounge; nschw. lounge, Sb., Lounge; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Raum in dem Eingangsbereich eines Hotels in dem bequeme Sitzmöbel stehen und sich Gäste ungezwungen aufhalten können; BM.: lautmalend?; F.: Lounge, Lounges+FW; Z.: Lounge
Löwe, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Löwe, Leu; ne. lion; Vw.: -; Hw.: s. Leopard; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. lewe, lebe, löuwe, leu, sw. M., Löwe, Gehilfe des Scharfrichters; mnd. löuwe, lowe, lou, löe, louwe, lauwe, lewe, leuwe, M., Löwe, Löwenfigur, Löwenstandbild, Löwenplastik als Schlussstein; mnl. lewe, leeuwe, leeu, M., Löwe; ahd. lewo, leo, leu, leb*, lewuo*, sw. M. (n), Löwe; ahd. louwo*, sw. M. (n), Löwe; lat. leo, *lewo, M., Löwe, (um 235-200 v. Chr.); gr. λέων (léōn), M., Löwe; dieses wurde vielleicht aus einer semitischen Sprache übernommen, vgl. assyr. labbu, hebr. leva; L.: Kluge 1. A. s. u. Löwe, Kluge s. u. Löwe, DW 12, 1215, EWD s. u. Löwe, EWAhd 5, 1218, Duden s. u. Löwe, Bluhme s. u. Loewe; Son.: vgl. afries. lawa, M., Löwe, starker Mensch; nndl. leeuw, Sb., Löwe; frz. lion, M., Löwe; nschw. lejon, N., Löwe; nnorw. løve, M., Löwe; poln. lew, M., Löwe; kymr. llew, M., Löwe; nir. leon, M., Löwe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich in Afrika heimisches großes katzenartiges Raubtier mit kurzem graugelbem bis ockerfarbenem Fell und langem Schwanz sowie bei einem männlichen Tier langer Mähne um Nacken und Schultern (und etwa 200 Kilogramm Gewicht und etwa 2 Metern Länge); BM.: ?; F.: Löwe, Löwen+FW(+EW); Z.: Löw-e
$Löwenanteil, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Löwenanteil, Hauptanteil; E.: s. Löw(e), s. en (Suff.), s. Anteil; L.: Kluge s. u. Löwenanteil, DW 12, 1217 (Löwenantheil); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Löw(e) und en sowie Anteil gebildete Bezeichnung für den Hauptanteil einer auf mehrere verteilten Menge den nach einer bei Asop (6. Jh. v. Chr.) in dem Griechischen des Altertums überlieferten Fabel der Löwe als stärkstes Tier gegenüber Esel und Fuchs als Mitjägern an der gemeinsamen Beute beansprucht und erhält; F.: Löwenanteil, Löwenanteils, Löwenanteiles, Löwenanteile, Löwenanteilen+FW+EW; Z.: Löw-en—an—tei-l
$Löwenmaul, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Löwenmaul; E.: s. Löw(e), s. en (Suff.), s. Maul; L.: Kluge s. u. Löwenmaul, DW 12, 1220, EWD s. u. Löwe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Löw(e) und en (Suff.) sowie Maul gebildete Bezeichnung für das Maul des Löwen und eine ihm entfernt ähnelnde kleine Blume (Antirrhinum der Wegerichgewächse ursprünglich aus dem trockenen Mittelmeergebiet); F.: Löwenmaul, Löwenmauls, Löwenmaules, Löwenmäuler, Löwenmäulern+FW+EW; Z.: Löw-en—mau-l
$Löwenzahn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Löwenzahn; E.: s. Löw(e), s. en (Suff.), s. Zahn; L.: Kluge s. u. Löwenzahn, DW 12, 1221, EWD s. u. Löwe; GB.: seit 16. Jh. belegte und wegen der gezackten Blätter aus Löw(e) und en (Suff.) und Zahn nach (lat.) leontodon (taraxacum) gebildete Bezeichnung für eine sehr häufige kleine gelbblühende Frühlingsblume die auch als Milchdistel oder Butterblume oder Hundeblume oder Kettenblume oder Krötenblume oder Kuhblume oder Lichterblume oder Pusteblume oder Mönchskopf oder Pissnelke oder Sonnenwirbel sowie insgesamt rund 500 Namen bezeichnet wird; F.: Löwenzahn, Löwenzahns, Löwenzahnes, Löwenzähne, Löwenzähnen+FW+EW; Z.: Löw-en—z-ah-n
loyal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. loyal, redlich, treu, vertragstreu; ne. loyal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. loyal; E.: s. frz. loyal, Adj., loyal, rechtlich; vgl. frz. loi, F., Gesetz; lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz, Gesetzesvorschlag, Antrag, (204-169 v. Chr.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. loyal, fehlt DW, EWD s. u. loyal, Duden s. u. loyal; Son.: vgl. nndl. loyaal, Adj., loyal; nschw. lojal, Adj., loyal; nnorw. lojal, Adj., loyal; poln. lojalny, Adj., loyal; lit. lojalus, Adj., loyal; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliches redlich oder treu; BM.: sammeln; F.: loyal, loyale, loyales, loyalem, loyalen, loyaler(, loyalere, loyaleres, loyalerem, loyaleren, loyalerer, loyalst, loyalste, loyalstes, loyalstem, loyalsten, loyalster)+FW; Z.: loy-al
$Loyalität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Loyalität, Redlichkeit, Treue; E.: s. frz. loyauté; L.: Kluge s. u. loyal, fehlt DW, EWD s. u. loyal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliche Redlichkeit oder Treue; F.: Loyalität, Loyalitäten+FW; Z.: Loy-al-it-ät
Luch, nhd. (ält.), N., F., (13. Jh.): nhd. Luch, Sumpf; ne. marshy lowland; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh.; E.: s. mnd. lūch, M., Sumpf, Moor, Bruch (M.) (2), sumpfige Wiese; vgl. altpolabisch bzw. altsorbisch *ług, Sb., sumpfiger Boden, feuchtes Wiesenland; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: EWD s. u. Luch, DW 12, 1222, Duden s. u. Luch; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. mnd. belegte und vielleicht aus dem Altpolabischen oder Altsorbischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche sumpfige Niederung an einem Wasser; BM.: feuchtes Wiesenland; F.: Luch, Luches, Luchs, Luche, Luchen, Lüche, Lüchen+FW?; Z.: Luch
Luchs, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Luchs, Lynx; ne. lynx; Vw.: -; Hw.: s. luchsen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. luhs, st. M., Luchs; mhd. luhse, sw. M., Luchs; mnd. los (1), M., N., Luchs, Luchsfell, Luchspelz; mnl. los, loss, M., Luchs; ahd. luhs, st. M. (a), Luchs; as. lohs*, st. M. (a), Luchs; anfrk. -; germ. *luhsa-, *luhsaz, st. M. (a), Luchs; vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Luchs, Kluge s. u. Luchs, DW 12, 1222, EWD s. u. Luchs, EWAhd 5, 1500, Falk/Torp 373, Duden s. u. Luchs, Bluhme s. u. Luchs; Son.: vgl. afries. -; ae. lox, st. M. (a), Luchs; an. -; got. -; nndl. los, Sb., Luchs; nschw. lo, Sb., Luchs; arm. lowasanown, Sb., Luchs; gr. λύγξ (lýnx) (2), M., Luchs; apreuß. luysis, M., Luchs; lit. lū́šis, M., F., Luchs; ksl. rysĭ, F., Luchs; GB.: (luhs) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleineres hochbeiniges katzenartiges Raubtier mit gelblichem häufig dunkel geflecktem Fell und kleinem rundlichem Kopf sowie kurzem Schwanz; BM.: hell bzw. leuchten; F.: Luchs, Luchse, Luchsen, Luchses, Lüchse, Lüchsen+EW; Z.: Luch-s
$Luchsauge, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Luchsauge; E.: s. Luchs, s. Auge; L.: DW 12, 1223, EWD s. u. Luchs; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Luchs und Auge gebildete Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche helle und scharfe Auge des Luchses; F.: Luchsauge, Luchsauges, Luchsaugen+EW; Z.: Luch-s—aug-e
luchsen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. luchsen (V.), wie ein Luchs handeln, wegnehmen; ne. take (V.) away; Vw.: s. ab-; Hw.: s. Luchs; Q.: 18. Jh.; E.: s. Luchs, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Luchs, DW 12, 1223, EWD s. u. Luchs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Luchs und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie ein Luchs handeln oder wegnehmen; BM.: hell bzw. leuchten; F.: luchsen (!), luchse (!), luchsst (!), luchst, luchsest, luchset, luchste, luchstest, luchsten, luchstet, geluchst, ##geluchst, geluchste, geluchstes, geluchstem, geluchsten, geluchster##, luchsend, ###luchsend, luchsende, luchsendes, luchsendem, luchsenden, luchsender###, luchs (!)+EW; Z.: luch-s-en
Lücke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lücke, Öffnung; ne. gap; Vw.: -; Hw.: s. Luke, Loch; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. lücke, lucke, st. F., sw. F., Loch, Lücke; s. mnd. lücke, F., eingekoppeltes Stück Land; ahd. lukka*, lucka*, sw. F. (n), Lücke, Zwischenraum, Öffnung, Spalte, Riss, Luke; as. -; anfrk. -; germ. *lukkjō-, *lukkjōn, sw. F. (n), Lücke; s. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lücke, Kluge s. u. Lücke, DW 12, 1226, EWD s. u. Lücke, EWAhd 5, 1504, Duden s. u. Lücken, Bluhme s. u. Luecke; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nnorw. luke, M., F., Lücke; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Öffnung oder eine Stelle an der etwas fehlt; BM.: biegen; F.: Lücke, Lücken+EW; Z.: Lück-e
$Lückenbüßer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lückenbüßer, Ersatzmann, Ersatz; E.: s. Lück(e), s. en (Suff.), s. Büßer; L.: Kluge s. u. Lückenbüßer, DW 12, 1229 (Lückenbüszer), EWD s. u. Buße; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lück(e) und en (Suff.) sowie Büßer gebildete Bezeichnung für einen eine Lücke füllenden Ersatzmann oder Ersatz; F.: Lückenbüßer, Lückenbüßers, Lückenbüßern+EW; Z.: Lück-en—büß-er
Lude, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lude, Zuhälter; ne. pimp (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: Kurzform des PN Ludwig; ahd. lūt (1), Adj., laut, bekannt, vernehmlich; germ. *hlūda-, *hlūdaz, *hlūþa-, *hlūþaz, Adj., laut, hörbar, berühmt; s. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. k̑el- (5), V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605; ahd. wīg, st. M. (a), st. N. (a), Kampf, Streit, Krieg, Gefecht; germ. *weiga-, *weigaz, st. M. (a), Kampf; germ. *weiga-, *weigam, *wīga-, *wīgam, st. N. (a), Kampf; s. idg. *u̯eik- (2), Sb., V., Kampf, Kraft, Krieg, kämpfen, siegen, Pokorny 1128 (1960/36) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lude, fehlt DW, EWD s. u. Lude, Duden s. u. Luden; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem PN Lude für Ludwig gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Zuhälter; BM.: ?; F.: Lude, Luden+EW; Z.: Lu-d-e
Luder, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Luder, Lockspeise, Körper gefallener Tiere, als liederlich angesehene Frau; ne. hussy, bitch (F.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1200 (Barlaam des Otto von Freising); E.: mhd. luoder (1), lūder, st. N., „Luder“, Lockspeise, Verlockung, Nachstellung, Schlemmerei, Völlerei, Lotterleben, lockeres Leben, Possen, Gespött, Köder; mnd. lōder (1), N., Luder, Lockspeise?, Falle, Hinterhalt; germ. *lōþra, Sb., Lockspeise, Lockvogel, Luder, Hinterhalt; vgl. idg. *lēi- (1), *lē- (1), *ləi-, V., wollen (V.), Pokorny 665 (1074/30) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Luder, Kluge s. u. Luder, DW 12, 1231, EWD s. u. Luder, Falk/Torp 359, Duden s. u. Luder, Bluhme s. u. Luder; GB.: vor 1200 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Lockspeise oder meist eine als durchtrieben und liederlich angesehene Frau; BM.: wollen (V.); F.: Luder, Luders, Ludern+EW; Z.: Lu-d-er
$Luderleben, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Luderleben; E.: s. Luder, s. Leben; L.: DW 12, 1235, EWD s. u. Luder; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Luder und Leben gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Leben als Luder (meist einer Frau); F.: Luderleben, Luderlebens+EW; Z.: Lu-d-er—le-b-en
$ludern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. ludern, locken, reizen, liederliches Leben führen; E.: s. mhd. luodern; L.: DW 12, 1235, EWD s. u. Luder; GB.: (luoderen*) seit um 1275 belegte und aus Luder und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für locken oder reizen oder ein liederliches Leben führen; F.: ludern (!), ludere, luder (!), luderst, ludert, luderte, ludertest, luderten, ludertet, geludert, ##geludert, geluderte, geludertes, geludertem, geluderten, geluderter##, ludernd, ###ludernd, luderndes, luderndem, ludernden, ludernder###, luder (!)+EW; Z.: lu-d-er-n
Luft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Luft, ein Gasgemisch; ne. air (N.); Vw.: -; Hw.: s. Loft; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. luft, st. M., F., Luft, Luftzug, Wind, Luftraum, Duft; mnd. luft (1), F., Luft, Luftraum, Atmosphäre, leerer Raum oberhalb der Erde, Geruch, Duft, Atemluft; as. luft, st. M. (u), st. F. (u), Luft; mnd. lucht (2), F., Luft, Luftraum, Atmosphäre, leerer Raum oberhalb der Erde, Geruch, Duft, Atemluft; mnl. lucht, locht M., F., Luft, Atmosphäre, Luftraum, Himmel; ahd. luft (1), luht, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Luft, Lufthauch, Himmel, Luftraum, Atmosphäre, Äther; anfrk. -; germ. *luftu-, *luftuz, st. M. (u), Dach, Luft; germ. *lufta-, *luftam, st. N. (a), Dach, Luft; wohl von idg. *lāip-, *lāp-, *ləip-, *ləp-, leh₂p-, V., leuchten, brennen, Pokorny 652 (1053/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Luft, Kluge s. u. Luft, DW 12, 1237, EWD s. u. Luft, EWAhd 5, 1488, Falk/Torp 377, Duden s. u. Luft, Bluhme s. u. Luft; Son.: vgl. afries. lufte, luft, lucht, F., Luft; nwestfries. locht, F., Atmosphäre, Himmelsgewölbe, Himmel; saterl. lucht, F., Atmosphäre, Klima, Wetter; ae. lyft, left, st. M. (i), st. F. (i), st. N. (a), Luft, Himmel, Höhe; ae. loft, Sb., Höhe, Luft; got. luftus, st. M. (u)?, Luft; GB.: (luft) seit um 765 belegte Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen hauptsächlich aus Stickstoff und Sauerstoff bestehenden gasförmigen Stoff ringsum die Erde den Mensch und Tier zu dem Atmen brauchen; BM.: brennen; F.: Luft, Lüfte, Lüften+EW; Z.: Luf-t
$Luftballon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Luftballon; E.: s. Luft, s. Ballon; L.: DW 12, 1247, EWD s. u. Luft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Luft und Ballon gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit möglichen von Menschen entwickelten und verwendeten mit einem Gas gefüllten meist für das Schweben in der etwas schwereren Luft bestimmten und von Menschen entwickelten Ballon; F.: Luftballon, Luftballons, Luftballone, Luftballonen+EW+FW; Z.: Luf-t—bal-l-on
$lüften (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. in die Luft heben; E.: s. Luft, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Luft, DW 12, 1249, EWD s. u. Luft; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Luft und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in die Luft heben; F.: lüften (!), lüfte (!), lüftest, lüftet, lüftete, lüftetest, lüfteten, lüftetet, gelüftet, ##gelüftet, gelüftete, gelüftetes, gelüftetem, gelüfteten, gelüfteter##, lüftend, ###lüftend, lüftende, lüftendes, lüftendem, lüftenden, lüftender###, lüft (!)+EW; Z.: lüf-t-en
$lüften (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. Luft einwirken lassen; E.: s. Luft, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Luft, EWD s. u. Luft, DW 12, 1249; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Luft und en (Suff.) belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Luft einwirken lassen; F.: lüften (!), lüfte (!), lüftest, lüftet, lüftete, lüftetest, lüfteten, lüftetet, gelüftet, ##gelüftet, gelüftete, gelüftetes, gelüftetem, gelüfteten, gelüfteter##, lüftend, ###lüftend, lüftende, lüftendes, lüftendem, lüftenden, lüftender###, lüft (!)+EW; Z.: lüf-t-en
$luftig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. luftig; E.: s. Luft, s. ig; L.: Kluge s. u. Luft, DW 12, 1255, EWD s. u. Luft; GB.: (ahd. luftīg*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Luft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Luft betreffend; F.: luftig, luftige, luftiges, luftigem, luftigen, luftiger(, luftigere, luftigeres, luftigerem, luftigeren, luftigerer, luftigst, luftigste, luftigstes, luftigstem, luftigsten, luftigster)+EW; Z.: luf-t-ig
$Luftikus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Luftikus, durch Leichtsinn gekennzeichneter Mensch; E.: s. Luft, s. ik, s. us; L.: Kluge s. u. Luftikus, fehlt DW, EWD s. u. Luft; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Studentensprache latinisierend aus Luft und ik und us gebildete Bezeichnung für einen durch Leichtsinn und fehlende Zuverlässigkeit gekennzeichneten Menschen; F.: Luftikus, Luftikusses, Luftikusse, Luftikussen+EW; Z.: Luf-t-ik-us
$Lüftlmalerei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lüftlmalerei; E.: s. Luft, s. (e)l (Suff.) und Malerei; GB.: seit 20. Jh, belegte und aus Luft und (e)l sowie Malerei gebildete Bezeichnung für eine seit dem 18. Jh. (Franz Seraph Zwinck) von Menschen entwickelte und verwendete Fassaden mit luftigen Bildern versehende Malerei; L.: Kluge s. u. Lüftlmalerei, fehlt DW; F.: Lüftlmalerei, Lüftlmalereien+EW; Z.: Lüf-t-l—mal-er-ei
$Luftpumpe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Luftpumpe; Q.: 1719; E.: seit 1719 belegte und aus Luft und Pumpe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon etwas früher (um 1650 Otto von Guericke in Magdeburg) entwickelte und verwendete Luft mittels eines das Einströmen oder Ausströmen erlaubendes und den Rückfluss verwehrendes Ventil in eine Hülle mit größerem Druck pumpende oder aus ihr entnehmende Vorrichtung (Pumpe); L.: DW 12, 1260, EWD s. u. Luft; GB.: seit um 1650 von Menschen entwickelte und verwirklichte Pumpe für das Einfüllen von Luft in einen Raum unter mittels Ventilen künstlich erhöhtem Druck; F.: Luftpumpe, Luftpumpen+EW+FW; Z.: Luf-t—pump-e
$Luftschiff, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Luftschiff; E.: s. Luft, s. Schiff; L.: DW 12, 1261, EWD s. u. Luft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Luft und Schiff gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach dem Vorbild des Schiffes in dem Wasser entwickeltes in der Luft bewegtes Gebilde (Fahrzeug oder Schiff); F.: Luftschiff, Luftschiffes, Luftschiffs, Luftschiffe, Luftschiffen+EW; Z.: Luf-t—schi-f-f
$Luftschloss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Luftschloss; E.: s. Luft, s. Schloss; L.: Kluge s. u. Luftschloss, DW 12, 1262 (Luftschlosz), EWD s. u. Luft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Luft und Schloss gebildete Bezeichnung für ein nur in der Vorstellung des Menschen nach dem Vorbild des Netzes der Spinne und damit gewissermaßen in der Luft bestehendes Schloss; F.: Luftschloss, Luftschlosses, Luftschlösser, Luftschlössern+EW; Z.: Luf-t—schlo-ss
$Lüftung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lüftung; E.: s. lüft(en), s. ung; L.: DW 12, 1264, EWD s. u. Luft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lüft(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine nach dem Vorbild der Natur von Menschen entwickelte Vorrichtung für eine ausgewogene oder gewünschte Zufuhr und Abfuhr von Luft; F.: Lüftung, Lüftungen+EW; Z.: Lüf-t-ung; Son.: ält. mhd. Gestattung
Lüge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lüge, bewusst falsche Aussage; ne. lie (N.); Vw.: -; Hw.: s. lügen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lüge (2), luge, st. F., Lüge, Unwahrheit; mnd. lȫge?, F., Lüge; mnl. loge, F., Lüge; ahd. lugin (2), lugīn, lugī, st. F. (jō, ō, ī), Lüge, Unwahrheit, Trug; ahd. luggī, st. F. (ī), Lüge, Täuschung; as. -; anfrk. -; germ. *lugī-, *lugīn, sw. F. (n), Lüge; s. idg. leugʰ- (1), V., lügen, Pokorny 686 (1126/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lügen, DW 12, 1266, EWD s. u. Lüge, EWAhd 5, 1492, EWAhd 5, 1494, Falk/Torp 373, Seebold 337, Heidermanns 387, Duden s. u. Lüge; Son.: vgl. afries. -; ae. lygen (1), st. F. (ō), Lüge, Falschheit; an. lygi, F. (īn), Lüge; got. liugn, st. N. (a)?, Lüge; nndl. leugen, Sb., Lüge; nschw. lögn, Sb., Lüge; nnorw. løgn, M., F., Lüge; GB.: (luggī) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche bewusst falsche Aussage die als solche aber grundsätzlich straflos ist; BM.: ?; F.: Lüge, Lügen+EW; Z.: Lüg-e
lugen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. lugen, schauen, herausschauen; ne. look (V.); Vw.: -; Hw.: s. Look; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. luogen (1), lūgen, sw. V., lugen, aufmerksam schauen, schauen aus, schauen in, schauen durch, schauen um, Ausschau halten, sich bemühen; mnd. lōgen (2), lůgen, sw. V., lugen, schauen; mnl. loeken, sw. V., aufmerksam schauen, spähen; ahd. luogēn, sw. V. (3), lugen, schauen, blicken, sehen; as. lōkon*, sw. V. (2), lugen, blicken; anfrk. -; germ. *lōgēn, sw. V., lugen, sehen, schauen; L.: Kluge 1. A. s. u. lugen, Kluge s. u. lugen, DW 12, 1270, EWD s. u. lugen, EWAhd 5, 1520, Falk/Torp 370, Duden s. u. lugen, Bluhme s. u. lugen; Son.: dial.; vgl. afries. -; ae. lōcian, sw. V. (2), blicken, starren, schauen, beobachten, gehören; an. -; got. -; ? kymr. llygad, M., Auge; , toch. AB läk-, V., sehen GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Augen mögliches schauen oder aufmerksam Ausschau halten; BM.: sehen; F.: lugen, luge (!), lugst, lugt, lugest, luget, lugte, lugtest, lugten, lugtet, gelugt, ##gelugt, gelugte, gelugtes, gelugtem, gelugten, gelugter##, lugend, ###lugend, lugende, lugendes, lugendem, lugenden, lugender###, lug (!)+EW; Z.: lug-en
lügen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. lügen, bewusst die Unwahrheit sagen; ne. lie (V.) (2), belie; Vw.: -; Hw.: s. Lüge, Lug; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. liegen, liugen, st. V., lügen, belügen, betrügen, erlügen; mnd. lēgen (1), leegen, leygen, leigen, st. V., lügen, Unwahrheit sagen, nicht richtig darstellen, lügnerisch erfinden; mnl. lieghen, liegen, st. V., lügen; ahd. liogan*, st. V. (2a), lügen, täuschen, die Unwahrheit sagen, fälschlich behaupten, einen Fehler machen; as. liogan, st. V. (2a), lügen, untreu werden; anfrk. liegan*, st. V. (2), lügen; germ. *leugan, st. V., lügen; idg. leugʰ- (1), V., lügen, Pokorny 686 (1126/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lug, Kluge s. u. lügen, DW 12, 1272, EWD s. u. lügen, EWAhd 5, 1341, Falk/Torp 373, Seebold 336, Duden s. u. lügen, Bluhme s. u. luegen; Son.: vgl. afries. liāga, st. V. (2), lügen; nfries. liegen, V., lügen; ae. léogan, st. V. (2), lügen, täuschen, betrügen, verraten (V.), irren; an. ljūga, st. V. (2), lügen; got. liugan (2), st. V. (2), lügen, belügen; nndl. liegen, V., lügen; nschw. ljuga, V., lügen; nnorw. lyge, lyve, V., lügen; ? lit. lūgóti, V., bitten; ksl. lugati, V., lügen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches grundsätzlich strafloses bewusst die Unwahrheit sagen; BM.: ?; F.: lügen (!), lüge (!), lügst, lügt, lügest, lüget, log (!), logst, logen, logt, löge, lögest, lögen, löget, gelogen, ##gelogen, gelogene, gelogenes, gelogenem, gelogenen, gelogener##, lügend, ###lügend, lügende, lügendes, lügendem, lügenden, lügender###, lüg (!)+EW; Z.: lüg-en
$Lügenpeter, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Lügenpeter, Lügner; E.: s. Lüg(e), s. en (Suff.), s. Peter (PN): L.: Kluge s. u. Hackepeter; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Lüg(e) und en (Suff.) sowie Peter (PN) belegte Bezeichnung für einen Lügner; F.: Lügenpeter, Lügenpeters, Lügenpetern+EW; Z.: Lüg-en—pet-er
$Lügner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Lügner, Lügenpeter; Hw.: s. Lügenpeter; E.: s. ahd. lugināri¸ L.: Kluge s. u. lügen, EWD s. u. lügen; GB.: (lugināri) seit 9. Jh. belegte und vielleicht lateinisch beeinflusste Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen lügenden Menschen; F.: Lügner, Lügners, Lügnern+EW; Z.: Lüg-n-er
$lügnerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. lügnerisch, lügend, Lügner betreffend; E.: s. Lügner, s. isch; L.: DW 12, 1285, EWD s. u. lügen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lügner und isch gebildete Bezeichnung für Lügner betreffend; F.: lügnerisch, lügnerische, lügnerisches, lügnerischem, lügnerischen, lügnerischer(, lügnerischere, lügnerischeres, lügnerischerem, lügnerischeren, lügnerischerer, lügnerischst, lügnerischste, lügnerischstes, lügnerischstem, lügnerischsten, lügnerischster)+EW; Z.: lüg-n-er-isch
Luke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Luke, Öffnung; ne. hatch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lücke, Loch; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. lūke, luke, F., Luke, durch eine Klappe verschließbare Öffnung, Luke im Schiffdeck, Luke auf dem Hausboden, Luke als Kelleröffnung; s. ahd. lukka*, lucka*, sw. F. (n), Lücke, Zwischenraum, Öffnung, Luke; germ. *lukkjō-, *lukkjōn, sw. F. (n); Lücke; vgl. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Luke, Kluge s. u. Luke, DW 12, 1286, EWD s. u. Luke, Duden s. u. Luke, Bluhme s. u. Luke; Son.: vgl. nndl. luik, Sb., Luke; nschw. lucka, Sb., Luke; nnorw. luke, M., F., Luke; lit. liukas, M., Luke; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit Lücke verbindbare Bezeichnung für eine Seeleuten als Einstieg und Ausstieg bei einem Schiff dienende und mit einer Klappe gegen Eindringen von Wasser verschließbare Öffnung; BM.: biegen; F.: Luke, Luken+EW; Z.: Luk-e
lukrativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lukrativ, einträglich, gewinnbringend; ne. lucrative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. lucratif; E.: s. frz. lucratif, Adj., lukrativ, einträglich; lat. lucrātīvus, Adj., gewonnen, erübrigt, nur mit Gewinn und Vorteil verknüpft, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. lucrārī, V., gewinnen, profitieren, ersparen, erlangen; lat. lucrum, N., Gewinn, Vorteil, Gewinnsucht; idg. *lāu-, *leh₂u-, V., erbeuten, genießen, Pokorny 655 (1061/17) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. lukrativ, fehlt DW, EWD s. u. lukrativ, Duden s. u. lukrativ; Son.: vgl. nndl. lucratief, Adj., lukrativ; nschw. lukrativ, Adj., lukrativ; nnorw. lukrativ, Adj., lukrativ; poln. lukratywny, Adj., lukrativ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld für Menschen mögliches einträglich oder gewinnbringend; BM.: erbeuten; F.: lukrativ, lukrative, lukratives, lukrativem, lukrativen, lukrativer(, lukrativere, lukrativeres, lukrativerem, lukrativeren, lukrativerer, lukrativst, lukrativste, lukrativstes, lukrativstem, lukrativsten, lukrativster)+FW; Z.: lu-k-r-at-iv
lukullisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lukullisch, reichlich, wohlschmeckend, verschwenderisch; ne. Lucullian, Lucullan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: zu lat. Lūcullus, M.=PN; Lukullus (Familienname der gens Licinia); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. lukullisch, fehlt DW, EWD s. u. lukullisch, Duden s. u. lukullisch; Son.: vgl. nndl. lucullisch, Adj., lukullisch; nschw. lukullisk, Adj., lukullisch; nnorw. lukullis, Adj., lukullisch; kymr. Lwcwlaidd, Adj., lukullisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem lateinischen und in der weiteren Herkunft ungeklärten PN Lucull(us) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches reichlich oder wohlschmeckend oder verschwenderisch; BM.: PN Lucius Licinius Lucull(us) (117 v. Chr.-56. v. Chr.) der für seine verschwenderischen Gastmähler berühmt war; F.: lukullisch, lukullische, lukullisches, lukullischem, lukullischen, lukullischer(, lukullischere, lukullischeres, lukullischerem, lukullischeren, lukullischerer, lukullischst, lukullischste, lukullischstes, lukullischstem, lukullischsten, lukullischster)+FW(+EW); Z.: lukull-isch
$Lulatsch, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Lulatsch; E.: in dem ersten Teil (Bestimmungssilbe) etymologisch ungeklärt, s. latsch, Adj., schlaff; L.: Kluge s. u. Lulatsch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und in der Bestimmungssilbe ungeklärte Bezeichnung für einen groß gewachsenen und schlaksigen sowie ungelenk gehenden (latschenden) Menschen; F.: Lulatsch, Lulatsches, Lulatschs, Lulatsche, Lulatschen+FW?; Z.: Lulatsch
$Lulle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Lulle, Zigarette; Q.: um 1950; E.: s. lullen?; L.: fehlt DW, EWD s. u. lullen; F.: Lulle, Lullen+EW; Z.: Lull-e
lullen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lullen, einlullen, singend in einen entspannten Zustand versetzen; ne. lull (V.); Vw.: s. ein-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Lallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. lullen, Kluge s. u. lullen, DW 12, 1287, EWD s. u. lullen, Duden s. u. lullen, Bluhme s. u. einlullen; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Musik des Menschen mögliches leise und in einförmigem Rhythmus singend in einen entspannten Zustand versetzen; BM.: lautmalend; F.: lullen (!), lulle (!), lullst, lullt, lullest, lullet, lullte, lulltest, lullten, lulltet, gelullt, gelullte, ##gelullte, gelulltes, gelulltem, gelullten, gelullter##, lullend, ###lullend, lullende, lullendes, lullendem, lullenden, lullender###, lull (!)+EW; Z.: lull-en
...lumination, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...lumination, Erleuchtung; ne. ...lumination; Vw.: s. Il-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. lūminātio, F., Erleuchten, (5. Jh. n. Chr.?); lat. lūmen, N., leuchtendes Licht, Lichtkörper, Tageslicht, Tag; vgl. lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...luminatie, Suff., ...lumination; nschw. ...lumination, Suff., ...lumination; nnorw. ...luminasjon, Suff., ...lumination; poln. ...luminacja, Suff., ...lumination; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Erleuchtung verwendete Bezeichnung; BM.: hell; BM.: ...lumination, ...luminationen+FW; Z.: -lum-in-at-io-n
Lummel, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Lummel, Lendenstück, Lendenbraten; ne. sirloin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. lumbel, lummel, M., Lendenfleisch; mnd. lümmel (1), lumbel, N., Eingeweide des geschlachteten Tieres, Lunge, Leber, Lendenfleisch; mnl. lummel, M.?, Bauchfett von Tieren; ahd. lumbal*, st. M. (a?, i?), Lende, Lendenteil, Niere, kleine Niere; as. lumbal*, st. M. (a?, i?), Niere; lat. lumbulus, M., kleine Lende, kleine Rippe, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. lumbus, N., Lende; idg. lendʰ- (2), Sb., Lende, Niere, Pokorny 675 (1098/54) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Lummel, DW 12, 1289, EWD s. u. Lummel, EWAhd 5, 1507, Duden s. u. Lummel; GB.: (lumbal) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Lendenstück oder einen Lendenbraten; BM.: Lende; F.: Lummel, Lummels, Lummeln+FW(+EW); Z.: Lumm-el
Lümmel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Lümmel, Bengel, flegelhafter Mensch; ne. cad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. lümmel (2), M., Lümmel, Flegel, grober Kerl; mhd. lüemen, sw. V., erschlaffen, ermatten; mhd. lüeme, Adj., matt, sanft; germ. *lōma-, *lōmaz, Adj., weich, matt; s. idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lümmel, Kluge s. u. Lümmel, DW 1289, EWD s. u. Lümmel, Duden s. u. Lümmel, Bluhme s. u. Luemmel; Son.: vgl. nschw. lymmel, Sb., Lümmel; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bengel oder flegelhaften Menschen; BM.: matt; F.: Lümmel, Lümmels, Lümmeln+EW; Z.: Lüm-m-el
$Lümmelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lümmelei, Flegelei; E.: s. lümmel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 12, 1291, EWD s. u. Lümmel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lümmel und lümmel(n) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Flegelei; F.: Lümmelei, Lümmeleien+EW; Z.: Lüm-m-el-ei
$lümmeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lümmeln, sich wie ein Lümmel verhalten (V.); Vw.: s. herum-; E.: s. Lümmel, s.(e)n; L.: Kluge s. u. Lümmel, DW 12, 1291, EWD s. u. Lümmel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lümmel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sich wie ein Lümmel verhalten (V.); F.: lümmeln (!), lümmel (!), lümmle, lümmele, lümmelst, lümmelt, lümmelte, lümmeltest, lümmelten, lümmeltet, gelümmelt, ##gelümmelt, gelümmelte, gelümmeltes, gelümmeltem, gelümmelten, gelümmelter##, lümmelnd, ###lümmelnd, lümmelnde, lümmelndes, lümmelndem, lümmelnden, lümmelnder###, lümmel (!)+EW; Z.: lüm-m-el-n
Lump, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Lump, zerfetztes Stück Zeug, abgerissene Kleidung; ne. rascal; Vw.: -; Hw.: s. Lumpen, Lumpe; Q.: 17. Jh.; E.: mhd. *lump, st. M.; s. mhd. lumpe, sw. M., Lumpen (M.), Fetzen (M.); vgl. mhd. lampen, sw. V., welk niederliegen, niedergeschlagen sein (V.); vielleicht von ahd. lam, Adj., lahm, gelähmt, verkrüppelt, gebrechlich, abgestumpft, ermattet; germ. *lama-, *lamaz, Adj., lahm; idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lump, Kluge s. u. Lump, DW 12, 1292, EWD s. u. Lump, Duden s. u. Lump; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare als Schimpfwort für einen gewissenlosen Menschen gebrauchte Bezeichnung für ein zerfetztes Stück Zeug oder abgerissene Kleidung; BM.: weich?; F.: Lump, Lumpen+EW; Z.: Lum-p
Lumpe, nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Lumpe, Lumpen, kleines Tüchlein, Lappen, zerfetztes Stück Zeug, verschmutztes abgerissenes Stück Stoff; ne. rag; Vw.: -; Hw.: s. Lump, Lumpen; Q.: 1330-1360 (Seuse); E.: mhd. lumpe, sw. M., Lumpen (M.), Fetzen (M.); mnd. lumpe*, M., Lumpen (M.), Fetzen (M.); s. mhd. lampen, sw. V., welk niederliegen, niedergeschlagen sein (V.); vielleicht von ahd. lam, Adj., lahm, gelähmt, verkrüppelt, gebrechlich, abgestumpft, ermattet; germ. *lama-, *lamaz, Adj., lahm; idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 1293; GB.: seit 1330-1360 belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zerfetztes Stück Zeug oder ein verschmutztes abgerissenes Stück Stoff; BM.: weich?; F.: Lumpe, Lumpen+EW; Z.: Lum-p-e
$lumpen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. lumpen, sich wie ein Lumpe verhalten (V.; E.: s. Lump, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Lump, DW 12, 1294; F.: lumpen (!), lumpe (!), lumpst, lumpt, lumpest, lumpet, lumpte, lumptest, lumpten, lumptet, gelumpt, ##gelumpt, gelumpte, gelumptes, gelumptem, gelumpten, gelumpter##, lumpend, ###lumpend, lumpende, lumpendes, lumpendem, lumpenden, lumpender###, lump (!)+EW; Z.: lum-p-en
Lumpen, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Lumpen, Lumpe, kleines Tüchlein, Lappen, Zeug, Stoff; ne. rag; Vw.: -; Hw.: s. Lump, Lumpe; Q.: 1330-1360 (Seuse); E.: mhd. lumpe, sw. M., Lumpen (M.), Fetzen (M.); mnd. lumpe*, M., Lumpen (M.), Fetzen (M.); s. mhd. lampen, sw. V., welk niederliegen, niedergeschlagen sein (V.); vielleicht von ahd. lam, Adj., lahm, gelähmt, verkrüppelt, gebrechlich, abgestumpft, ermattet; germ. *lama-, *lamaz, Adj., lahm; idg. *lem- (1), *h₃lemH-, V., Adj., zerbrechen, zerbrochen, weich, Pokorny 674 (1095/51) (RB. idg. aus gr., ill., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lumpen, DW 12, 1293, EWD s. u. Lumpen, Duden s. u. Lumpen, Bluhme s. u. Lumpen; GB.: seit 1330-1360 belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zerfetztes Stück oder ein verschmutztes abgerissenes Stück Stoff; BM.: weich?; F.: Lumpen, Lumpens+EW; Z.: Lum-p-en
$Lumpenproletariat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lumpenproletariat; E.: s. Lump, s. en, s. Lumpen, s. Proletariat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Proletarier; GB.: seit 19. Jh. belegte und von Karl Marx aus Lump und en sowie Proletariat gebildete Bezeichnung für die unterste Schicht des Proletariats; F.: Lumpenproletariat, Lumpenproletariates, Lumpenproletariate, Lumpenproletariaten+EW+FW; Z.: Lum-p-en-pro-le-t-ar-i-at
$Lumperei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lumperei, lumpiges oder schädliches Verhalten; E.: s. Lump, s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 12, 1300, EWD s. u. Lump; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lump und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches lumpiges oder schädliches Verhalten von Menschen; F.: Lumperei, Lumpereien+EW; Z.: Lum-p-er-ei
$lumpig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. lumpig; E.: s. Lump, s. Lump(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Lumpen, DW 12, 1301 (lumpicht), EWD s. u. Lumpen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lump bzw. Lump(en) und ig gebildete Bezeichnung für Lump oder Lumpen betreffend, F.: lumpig, lumpige, lumpiges, lumpigem, lumpigen, lumpiger(, lumpigere, lumpigeres, lumpigerem, lumpigeren, lumpigerer, lumpigst, lumpigste, lumpigstes, lumpigstem, lumpigsten, lumpigster)+EW; Z.: lum-p-ig
lunar, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. lunar, den Mond betreffend; ne. lunar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. lūnāris; E.: s. lat. lūnāris, zu dem Mond gehörig, Mond..., mondähnlich, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. lūna, F., Mond, Nacht, Tag des Mondmonats; vgl. lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. lunar; Son.: vgl. nndl. lunair, Adj., lunar; frz. lunaire, Adj., lunar; poln. lunarny, Adj., lunar; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommen und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Mond betreffend; BM.: leuchten; F.: lunar, lunare, lunares, lunarem, lunaren, lunarer+FW(+EW); Z.: lun-ar
Lunch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lunch, kleines Mittagessen; ne. lunch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. lunch; E.: s. ne. lunch, N., Lunch, Mittagessen; abgekürzt von ne. luncheon, N., formelles Mittagessen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Spanischen, s. span. lonja, F., Scheibe; L.: fehlt DW, Kluge s. u. Lunch, Duden s. u. Lunch; Son.: vgl. nndl. lunch, Sb., Lunch; frz. lunch, M., Lunch; nschw. lunch, Sb., Lunch; nnorw. lunsj, M., Lunch; poln. lunch, M., Lunch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (abgekürzt) und mittelbar vielleicht aus dem Spanischen aufgenommene Bezeichnung für eine kleinere leichte von Menschen zu Mittag eingenommene Mahlzeit; BM.: Scheibe?; F.: Lunch, Lunches, Lunchs, Lunche, Lunchen+FW; Z.: Lunch
Lunge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lunge, Atemorgan; ne. lung; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. lunge, sw. F., Lunge; mnd. lunge (1), F., Lunge; mnl. longe, F., Lunge; ahd. lunga, sw. F. (n), Lunge; ahd. lungun, st. F. (jō), Lunge; ahd. lungina, lunginna, st. F. (ō?, jō?), Lunge; ahd. lunganna, st. F. (jō), Lunge; ahd. lungunna, st. F. (jō), Lunge; as. lunga, sw. F. (n), Lunge; anfrk. -; germ. *lungō-, *lungōn, *lunga-, *lungan, sw. N. (n), Lunge; vgl. idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, *h₁lengᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lunge, Kluge s. u. Lunge, EWD s. u. Lunge, DW 12, 1303, EWAhd 5, 1511, Falk/Torp 360, Seebold 331, Duden s. u. Lunge, Bluhme s. u. Lunge; Son.: vgl. afries. lungene, lungen, F., Lunge; ae. lungen, F., Lunge; an. lunga, sw. N. (n), Lunge; got. -; nndl. long, Sb., Lunge; nschw. lunga, Sb., Lunge; nnorw. lunge, M., F., Lunge; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das (bei dem Menschen rund 300 Millionen Bläschen umfassende) der Atmung dienende Organ (Atemorgan) bei Luft atmenden Wirbeltieren; BM.: leicht bzw. sich bewegen; F.: Lunge, Lungen+EW; Z.: Lu-n-g-e
lungern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lungern, herumlungern, lauern, sein (V.); ne. linger (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. lungeren, sw. V., lungern?, begierig lauern, verlangen?; genaue Herkunft unklar; am ehesten zu mhd. lunger, Adj., hurtig, schnell, gierig; ahd. lungar, Adj., tüchtig, leicht, schnell; germ. *lungura-, *lunguraz, *lungwra-, *lungwraz, Adj., schnell, kräftig; s. idg. *lengᵘ̯ʰ-, *lengᵘ̯ʰo-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. lungern, Kluge s. u. lungern, DW 12, 1306, EWD s. u. lungern, Duden s. u. lungern; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft unklare sowie mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches lauern oder sein (!); BM.: sich bewegen?; F.: lungern, lungere, lunger (!), lungre, lungerst, lungert, lungerte, lungertest, lungerten, lungertet, gelungert, ##gelungert, gelungertes, gelungertem, gelungerten, gelungerter##, lungernd, ###lungernd, lungernde, lungerndes, lungerndem, lungernden, lungernder###, lunger (!)+EW; Z.: lu-n-g-er-n
Lüning, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Lüning, Sperling, Spatz; ne. sparrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. lǖninc, lunink, luynynck, loeninck, lunig, M., Sperling, Bezeichnung für ein Heilkraut (Bedeutung örtlich beschränkt); as. hliuning*, st. M. (a), Sperling; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu an. hljōmr, st. M. (a?), starker Laut; germ. *hleumō-, *hleumōn, *hleuma-, *hleuman, sw. M. (n), Gehör, Laut; idg. *k̑leumen-, N., Gehör, Ruf, Leumund, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *k̑leu- (1), *k̑leu̯ə-, *k̑lū-, V., Sb., hören, Ruhm, Pokorny 605 (940/172) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lüning, Kluge s. u. Lüning, DW 12, 1306, Duden s. u. Lüning; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) mnd. und auch as. belegte sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Altnordischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Sperling oder Spatz; BM.: hören?; F.: Lüning, Lünings, Lüninge, Lüningen+FW?+EW?; Z.: Lü-n-ing
Lunker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Lunker, Hohlraum in Gussteilen; ne. blowhole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von einem rhein. lunken, V., hohl werden; L.: Kluge s. u. Lunker, fehlt DW, Duden s. u. Lunker; GB.: seit 20. Jh. belegte und von einem rheinischen lunken gebildete Bezeichnung für einen fehlerhaften Hohlraum in Gussstücken; BM.: hohl werden; F.: Lunker, Lunkers, Lunkern+EW; Z.: Lunk-er
Lünse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Lünse, Achsnagel; ne. linchpin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. lunse, luns, F., Lünse, Achsnagel; mnd. lünse, lüsse, lönse, loense, lontze, lutze, F., Lünse, Wagenlünse, Achsnagel, Bolzen mit Kappe zum Festhalten des Rades auf der Achse; ahd. lunis*, st. M. (a?, i?), Lünse, Achsnagel; as. lun*, st. F., Lünse; germ. *luni-, *luniz, st. F. (i), Achsennagel, Lünse; s. idg. *leudʰ- (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307? (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lünse, Kluge s. u. Lünse, DW 12, 1306, Duden s. u. Lünse; Son.: vgl. ae. lynis, M., Achsennagel, Lünse; ai. āṇí-, M., Lünse; GB.: (lunis) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Achsen von Fahrzeugen durch den Menschen geschaffenen und verwendeten Achsnagel; BM.: biegen; F.: Lünse, Lünsen+EW; Z.: Lü-n-s-e
Lunte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Lunte, Zündschnur; ne. fuse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. mnd. lunte, F., Lunte, Zündfaden, Zündstrick, Zündstock für die Feuerwaffe; weitere Herkunft unklar; vielleicht Anschluss an mhd. lünden, sw. V., brennen, glimmen; L.: Kluge 1. A. s. u. Lunte, Kluge s. u. Lunte, DW 12, 1307, EWD s. u. Lunte, Duden s. u. Lunte, Bluhme s. u. Lunte; Son.: vgl. nndl. lont, Sb., Lunte; nnorw. lunte, M., F., Lunte; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare Bezeichnung für eine von dem Menschen entwickelte langsam glimmende Zündschnur; BM.: brennen?; F.: Lunte, Lunten+EW; Z.: Lunt-e
Lupe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lupe, Vergrößerungsglas; ne. loupe, magnifier; Vw.: -; Hw.: s. Luppe; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. loupe; E.: s. frz. loupe, F., Lupe; wohl von einer Übertragung von frz. loupe, F., Geschwulst unter der Haut; lat. lupa, F., Wölfin, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lupus, M., Wolf (M.) (1); aus dem Sabinischen; idg. *u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lupe, DW 12, 1310, EWD s. u. Lupe, Duden s. u. Lupe, Bluhme s. u. Lupe; Son.: vgl. nndl. loep, Sb., Lupe; nschw. lupp, Sb., Lupe; nnorw. lupe, M., F., Lupe; poln. lupa, F., Lupe; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und dem Sabinischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 11. Jh. entwickeltes und seitdem verwendetes Vergrößerungsglas; BM.: Wolf als Hautkrankheit; F.: Lupe, Lupen+FW; Z.: Lup-e
lupfen, nhd., sw. V.: nhd. lupfen; Vw.: s. lüpfen
lüpfen, lupfen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. lupfen, lüpfen, hochheben, in die Höhe heben; ne. lift (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. mhd. lupfen, lüpfen, sw. V., lupfen, lüpfen, in die Höhe heben, sich erheben, sich schnell bewegen, hochspringen, hochhüpfen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von einer Lautgebärde lup-; L.: Kluge 1. A. s. u. lüpfen, Kluge s. u. lüpfen, DW 12, 1310, EWD s. u. lupfen, Duden s. u. lüpfen, Bluhme s. u. lupfen; GB.: seit 1190-1210 belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl nach natürlichem Vorbild seit Entstehung des Menschen mögliches in die Höhe heben; BM.: lautmalend?; F.: lüpfen, lüpfe, lüpfst, lüpft, lüpfest, lüpfet, lüpfte, lüpftest, lüpften, lüpftet, gelüpft, ##gelüpft, gelüpfte, gelüpftes, gelüpftem, gelüpften, gelüpfter##, lüpfend, ###lüpfend, lüpfende, lüpfendes, lüpfendem, lüpfenden, lüpfender###, lüpf, lupfen, lupfe, lupfst, lupft, lupfest, lupfet, lupfte, lupftest, lupften, lupftet, gelupft, ##gelupft, gelupfte, gelupftes, gelupftem, gelupften, gelupfter##, lupfend, ###lupfend, lupfende, lupfendes, lupfendem, lupfenden, lupfender###, lupf (!)+EW; Z.: lüpf-en
Lupine, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Lupine, Wolfsbohne, Feigbohne; ne. lupin, lupine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. ahd. luffina*, luvina*, sw. F. (n), Lupine; lat. lupīnus, M., Lupine, Feigbohne, Wolfsbohne, (234-149 v. Chr.); lat. lupīnus, Adj., von Wölfen, Wolfs...; vgl. lat. lupus, M., Wolf; idg. u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Lupine, fehlt DW, EWD s. u. Lupine, EWAhd 5, 1487, Duden s. u. Lupine; Son.: vgl. nndl. lupine, Sb., Lupine; frz. lupin, M., Lupine; nschw. lupin, Sb., Lupin; nnorw. lupin, M., Lupine; poln. łupin, M., Lupine; nir. lúipín, M., Lupine; atschech. lupin, Sb., Lupine; lit. lubinas, M., Lupine; GB.: (luffina) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Pflanze mit gefingerten Blättern und in dichten Trauben wachsenden verschiedenfarbigen Blüten; BM.: Wolf (M.) (1); F.: Lupine, Lupinen+FW; Z.: Lup-in-e
Luppe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Luppe, rohes und von Schlacken durchzogenes Eisen; ne. iron bloom (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lupe; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. loupe; E.: s. frz. loupe, F., Luppe; wohl von einer Übertragung von frz. loupe, F., Geschwulst unter der Haut; lat. lupa, F., Wölfin, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lupus, M., Wolf (M.) (1); aus dem Sabinischen; idg. *u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Luppe, DW 12, 1312, Duden s. u. Luppe; Son.: vgl. ndän. luppe, Sb., Luppe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen erzeugtes rohes und von Schlacken durchzogenes Eisen; BM.: Wolf als Hautkrankheit; F.: Luppe, Luppen+FW; Z.: Lup-p-e
Lurch, Lorch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lurch, eine Amphibie; ne. amphibian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; von einem nnd. lork, Sb., Kröte; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lurch, EWD s. u. Lurch, DW 12, 1313, Duden s. u. Lurch, Bluhme s. u. Lorch, Lurch; GB.: seit 17. Jh. neuniederdeutsch belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein zu den Amphibien gehörendes vielleicht seit mehr als 300 Millionen Jahren entwickeltes und meist in dem Wasser lebendes kleineres Tier; BM.: Kröte; F.: Lurch, Lurches, Lurchs, Lurche, Lurchen, Lorch, Lorches, Lorchs, Lorche, Lorchen+EW; Z.: Lurch
Lusche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lusche, Niete, schlechte Karte, Nichtskönner, Taugenichts, Schlampe; ne. dud (M.), low card; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Lusche, fehlt DW?, EWD s. u. Lusche, Duden s. u. Lusche; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine in den von Menschen entwickelten und verwendeten Kartenspielen keinen Wert zählende Spielkarte und davon abgeleitet Bezeichnung für einen Menschen als wertlosen Taugenichts; BM.: ?; F.: Lusche, Luschen+EW; Z.: Lusch-e
Lust, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Lust, Begierde; ne. lust (N.); Vw.: -; Hw.: s. lüstern; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. lust, st. M., st. F., Wohlgefallen, Freude, Vergnügen, Verlangen, Begierde, Gelüste; mnd. lust (1), luyst, luste, sw. M., st. M., F., Lust, Verlangen, Begierde, Gelüst, Begehren, körperlicher Trieb, Vergnügen, Freude, Genuss; mnl. lust, lost, list, F., Genuss, Vergnügen, Wollust; ahd. lust (1), st. M. (i), st. F. (i), Lust, Gelüste, Begierde, Verlangen, Begehren, Wunsch; as. lust* (1), st. F. (u), Lust; germ. *lusti-, *lustiz, st. F. (i), Lust, Ausgelassenheit, Begierde; anfrk. -; germ. *lusti-, *lustiz, st. F. (i), Lust, Ausgelassenheit, Begierde; germ. *lustu-, *lustuz, st. M. (u), Lust, Ausgelassenheit, Begierde; s. idg. las-, V., gierig sein (V.), mutwillig sein (V.), ausgelassen sein (V.), Pokorny 654 (1059/15) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Lust, Kluge s. u. Lust, DW 12, 1314, EWD s. u. Lust, EWAhd 5, 1530, Falk/Torp 378, Duden s. u. Lust, Bluhme s. u. Lust; Son.: vgl. afries. lust, st. F. (i), Lust; nfries. lust; ae. lust, st. M. (a), Lust, Verlangen, Vergnügen; an. losti, M., Lust, Begierde, Freude; got. lustus, st. M. (u), Lust, Begierde, Verlangen; nndl. lust, Sb., Lust; nschw. lust, Sb., Lust; nnorw. lyst, M., F., Lust; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder vielleicht auch schon vormenschlich mögliches starkes inneres Bedürfnis etwas Bestimmtes und meist Angenehmes und Befriedigendes tun zu wollen oder eine Begierde; BM.: gierig sein (V.); F.: Lust, Lüste, Lüsten+EW; Z.: Lus-t
$Lustbarkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Lustbarkeit, Wohlgefallen, Freude, Vergnügen; Q.: 14. Jh.; L.: DW 12, 1327, EWD s. u. Lust; GB.: (lustbæricheit*) seit 1343-1349) belegte und aus dem etwas früher belegten lustbær(e) und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Wohlgefallen oder Freude oder Vergnügen; F.: Lustbarkeit, Lustbarkeiten+EW; Z.: Lus-t—bar—kei-t
Lüster, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lüster, Kronleuchter; ne. lustre (N.), chandelier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. lustre; E.: s. frz. lustre, M., Glanz, Kronleuchter; it. lustro, M., Glanz, Leuchter; lat. lūstrāre, V., hell machen, beleuchten, betrachten, bedenken, erwägen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Lüster, fehlt DW, EWD s. u. Lüster, Duden s. u. Lüster, Bluhme s. u. Luester; Son.: vgl. nndl. luster, Sb., Lüster; nschw. lyster, Sb., Lüster; nnorw. lysekrone, M., F., Lüster; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dem 17. Jh. entwickelten und meist prunkvollen Kronleuchter; BM.: leuchten; F.: Lüster, Lüsters, Lüstern+FW; Z.: Lüs-t-er
lüstern, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. lüstern, begierig; ne. wanton (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Lust; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. lüsteren* (2), lüstern, lüsterne, Adj., lüstern, begierig; von mnd. lǖsteren?, sw. V., gelüsten, Lust haben, erfreuen; mnd. lust (1), luyst, luste, sw. M., st. M., F., Lust, Verlangen, Begierde, Gelüst, Begehren, körperlicher Trieb, Vergnügen, Freude, Genuss; as. lust (1), st. F. (u), Lust; germ. *lusti-, *lustiz, st. F. (i), Lust, Ausgelassenheit, Begierde; germ. *lustu-, *lustuz, st. M. (u), Lust, Ausgelassenheit, Begierde; vgl. idg. *las-, V., gierig sein (V.), mutwillig sein (V.), ausgelassen sein (V.), Pokorny 654 (1059/15) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lüstern, DW 12, 1332, EWD s. u. Lust, Duden s. u. lüstern; Son.: vgl. nschw. lysten, Adj., lüstern; nnorw. lysten, Adj., lüstern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Lust und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl schon vormenschlich mögliches begierig; BM.: gierig sein (V.); F.: lüstern, lüsterne, lüsternes, lüsternem, lüsternen, lüsterner(, lüsternere, lüsterneres, lüsternerem, lüsterneren, lüsternerer, lüsternst, lüsternste, lüsternstes, lüsternstem, lüsternsten, lüsternster)+EW; Z.: lüs-t-er-n
$Lüsternheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Lüsternheit, Begierde; E.: s. lüstern, s. heit; L.: DW 12, 1334, EWD s. u. Lust; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus lüstern und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Begierde; F.: Lüsternheit, Lüsternheiten+EW; Z.: Lüs-t-er-n—hei-t
$lustig, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.?): nhd. lustig, Lust habend, Wohlgefallen erregend, anmutig, froh, heiter; E.: s. Lust, s. ig; L.: Kluge s. u. Lust, EWD s. u. Lust; GB.: (lustīg*) seit 9. Jh. belegte und aus Lust und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Lust habend und seit dem Mittelhochdeutschen (lustic) mögliches Wohlgefallen erregend oder anmutig oder froh oder heiter; F.: lustig, lustige, lustiges, lustigem, lustigen, lustiger(, lustigere, lustigeres, lustigerem, lustigeren, lustigerer, lustigst, lustigste, lustigstes, lustigstem, lustigsten, lustigster)+EW; Z.: lus-t-ig
$Lüstling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lüstling; E.: s. Lust, s. ling; L.: Kluge s. u. Lust, DW 12, 1347, EWD s. u. Lust; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Lust und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen besonders Befriedigung der geschlechtlichen Begierde anstrebenden Menschen; F.: Lüstling, Lüstlings, Lüstlinge, Lüstlingen+EW; Z.: Lüs-t-ling
$Lustseuche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Lustseuche; E.: s. Lust, s. Seuche; L.: DW 12, 1350, EWD s. u. Lust; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lust und Seuche gebildete Bezeichnung für einen heftigen geschlechtlichen Trieb und etwas später auch für Geschlechtskrankheit (lat. morbus venereus); F.: Lustseuche, Lustseuchen+EW; Z.: Lus-t—seuch-e
$Lustspiel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lustspiel, Spiel zu dem Vergnügen von Menschen; E.: s. Lust, s. Spiel; L.: Kluge s. u. Lustspiel, DW 12, 1351, EWD s. u. Lust; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Lust und Spiel gebildete Bezeichnung für ein Spiel aus Lust und (1536) für die Wiedergabe von lat. comoedia und griech. komodia; F.: Lustspiel, Lustspiels, Lustspieles, Lustspiele, Lustspielen+EW; Z.: Lus-t—spiel
$Lustwandel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Lustwandel; Q.: 1645 (Zesen); E.: s. Lust, s. Wandel; L.: DW 12, 1352, EWD s. u. Lust; GB.: seit 1645 belegte und aus Lust und Wandel gebildete Bezeichnung für ein Verhalten von Menschen aus Lust und einen Spaziergang; F.: Lustwandel, Lustwandels, Lustwandeln+EW; Z.: Lus-t—wand-el
$lustwandeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. lustwandeln; Q.: 1645 (Zesen); E.: s. Lustwandel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. lustwandeln, DW 12, 1352, EWD s. u. Lust; GB.: seit 1645 belegte und aus Lustwandel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes hauptsächlich der Freude dienendes wandeln oder gehen; F.: lustwandeln, lustwandel (!), lustwandle, lustwandele, lustwandelst, lustwandelt, lustwandelte, lustwandeltest, lustwandelten, lustwandeltet, gelustwandelt, ##gelustwandelt, gelustwandelte, gelustwandeltes, gelustwandeltem, gelustwandelten, gelustwandelter##, lustwandelnd, ###lustwandelnd, lustwandelnde, lustwandelndes, lustwandelndem, lustwandelnden, lustwandelnder###, lustzuwandeln, ####lustzuwandeln, lustzuwandelnd, lustzuwandelnde, lustzuwandelndes, lustzuwandelndem, lustzuwandelnden, lustzuwandelnder####, lustwandel (!)+FW; Z.: lus-t—wand-el-n
Lutetium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Lutetium, ein Metall; ne. lutetium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem lat. Namen für Paris, s. lat. Lūtētia (Parisiorum), F.=ON, Lutetia, Paris; aus dem Kelt., von einem Wort für Sumpf?; L.: Duden s. u. Lutetium; Son.: vgl. nndl. lutetium, Sb., Lutetium; frz. lutetium, M., Lutetium; nschw. lutetium, N., Lutetium; nnorw. lutetium, N., Lutetium; kymr. lwtetiwm, M., Lutetium; nir. lúitéitiam, M., Lutetium; poln. lutet, M., Lutetium; lit. lutecis, M., Lutetium; GB.: seit 1. Viertel 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein um 1907 von Georges Urbain und Carl Auer von Welsbach sowie Charles James nahezu gleichzeitig und unabhängig entdecktes zu den Lanthanoiden und Seltenen Erden zählendes in der Natur in geringen Mengen etwa in den Mineralien Monazit und Xenotim vorkommendes radioaktives silberglänzendes reaktionsträges ziemlich teueres Metall (chemisches Element Nr. 71, abgekürzt Lu) das in der Medizin zu Krebsbekämpfung und in der chemischen Industrie bei der Erdölverarbeitung und bei Polymerisationsreaktionen verwendet wird ; BM.: ON; F.: Lutetium, Lutetiums+FW; Z.: Lu-te-ti-um
lutschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. lutschen, ablutschen, (mit dem Munde) saugen; ne. suck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; E.: wohl lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. lutschen, Kluge s. u. lutschen, DW 12, 1353, EWD s. u. lutschen, Duden s. u. lutschen, Bluhme s. u. lutschen; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Säugetieren oder schon früher mögliches (mit dem Mund) saugen; BM.: lautmalend; F.: lutschen, lutsche, lutschst, lutscht, lutschest, lutschet, lutschte, lutschtest, lutschten, lutschtet, gelutscht, ##gelutscht, gelutschte, gelutschtes, gelutschtem, gelutschten, gelutschter##, lutschend, ###lutschend, lutschende, lutschendes, lutschendem, lutschenden, lutschender###, lutsch (!)+EW; Z.: lutsch-en
$Lutscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Lutscher; E.: s. lutsch(en), s. er; L.: Kluge s. u. lutschen, DW 12, 1354, EWD s. u. lutschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lutsch(en) und er gebildete Bezeichnung für einen lutschenden Menschen wie beispielsweise einen Daumenlutscher und eine von Menschen entwickelte und verwendete und durch Lutschen essbare Süßigkeit an einem Stiel; F.: Lutscher, Lutschers, Lutschern+EW; Z.: Lutsch-er
lütt, nhd. (dial.), Adj., (19. Jh.): nhd. lütt, klein; ne. small (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. lützel; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. lüttel, luttel, Adj., klein, gering, wenig; as. luttil, Adj., wenig, klein, gering; germ. *lūtila-, *lūtilaz, *luttila-, *luttilaz, Adj., klein; s. idg. *leud-, V., Adj., sich ducken, heucheln, klein, Pokorny 684 (1121/77) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lütt, fehlt DW, Duden s. u. lütt; Son.: norddeutsch; vgl. ae. lȳt, Adv., wenig, klein; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für klein; BM.: klein; F.: lütt, lütte, lüttes, lüttem, lütten, lütter(, lüttere, lütteres, lütterem, lütteren, lütterer, lüttest, lütteste, lüttestes, lüttestem, lüttesten, lüttester)+EW; Z.: lüt-t
lützel, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. lützel, klein; ne. small (V.); Vw.: -; Hw.: s. lütt; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. lützel (1), lutzel, luzel, Adj., „lützel“, klein, gering, wenig; mnd. lüttel, luttel, Adj., klein, gering, wenig; mnl. luttel, Adj., klein, gering, wenig; ahd. luzzil (1), Adj., klein, wenig, gering, kurz, unbedeutend; as. luttil, Adj., wenig, klein, gering; anfrk. *luttil?, Adj., klein; germ. *lūtila-, *lūtilaz, *luttila-, *luttilaz, Adj., klein; s. idg. *leud-, V., Adj., sich ducken, heucheln, klein, Pokorny 684 (1121/77) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. lützel, DW 12, 1356, EWAhd 5, 1562, Falk/Torp 374; Son.: vgl. afries. -; ae. lȳtel, lītel, Adj., klein, gering, kurz; an. -; got. -; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für klein; BM.: klein; F.: lützel, lützele, lützeles, lützelem, lützelen, lützeler(, lützelere, lützeleres, lützelerem, lützeleren, lützelerer, lützelst, lützelste, lützelstes, lützelstem, lützelsten, lützelster)+EW; Z.: lütz-el
Luv, nhd., F., N., (17. Jh.): nhd. Luv, die dem Wind zugewandte Seite eines Schiffes; ne. luff, windward (N.); Vw.: -; Hw.: s. Lee; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. mnd. lōf (2), loef, M., Luv, Windseite, Wenden (N.) des Pferdes; vgl. an. lófi, M., Luv; germ. *lōfō-, *lōfōn, *lōfa-, *lōfan, sw. M. (n), flache Hand; idg. *lēp-, *lōp-, ləp-, V., Adj., Sb., flach sein (V.), flach, Fläche, Hand, Schaufel, Pokorny 679 (1107/63) (RB. idg. aus iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Luv, EWD s. u. Luv, DW 12, 1357, Duden s. u. Luv, Bluhme s. u. Luv; Son.: s. ahd. laffa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, flache Hand?, Ruderblatt; vgl. an. lōfi (2), sw. M. (n), flache Hand; got. lōfa, sw. M. (n), flache Hand; nndl. loef, Sb., Luf; frz. lof, M., Luf; nschw. lo, Sb., Luf; nnorw. lovart, luvart, Sb., Luv; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Altnordischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Segelschiffen durch den Menschen mögliche dem Wind zugekehrte Seite eines Schiffes; BM.: flach bzw. Fläche; F.: Luv, Luvs+EW; Z.: Luv
Luxation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Luxation, Verrenkung, Ausrenkung; ne. luxation, dislocation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. luxātio; E.: s. lat. luxātio, F., Verrenkung, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. luxus (1), Adj., verrenkt; idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Luxation; Son.: vgl. nnorw. luksasjon, M., Luxation; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Verrenkung eines Gelenks; BM.: biegen; F.: Luxation, Luxationen+FW(+EW); Z.: Lux-at-io-n
luxuriös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. luxuriös, prunkvoll, verschwenderisch, aufwendig; ne. luxurious, luxury (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Luxus; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. lūxūriōsus; E.: s. lat. lūxūriōsus, Adj., geil, üppig, ausgelassen, mutwillig, ausschweifend, schwelgerisch, wollüstig, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. lūxus, M., üppige Fruchtbarkeit, Geilheit, Ausschweifung, große Pracht, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Luxus, fehlt DW, EWD s. u. Luxus, Duden s. u. luxuriös; Son.: vgl. nndl. luxueus, Adj., luxuriös; frz. luxueux, Adj., luxuriös; nschw. lyxig, Adj., luxuriös; nnorw. luksuriøs, Adj., luxuriös; poln. luksusowy, Adj., luxuriös; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches prunkvoll oder verschwenderisch oder aufwendig; BM.: biegen; F.: luxuriös, luxuriöse, luxuriöses, luxuriösem, luxuriösen, luxuriöser(, luxuriösere, luxuriöseres, luxuriöserem, luxuriöseren, luxuriöserer, luxuriösest, luxuriöseste, luxuriösestes, luxuriösestem, luxuriösesten, luxuriösester)+FW(+EW); Z.: lux-ur-i-ös
Luxus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Luxus, besonderer Aufwand, Verschwendung, Prunk; ne. luxury; Vw.: -; Hw.: s. luxuriös; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. lūxus; E.: s. lat. lūxus, M., üppige Fruchtbarkeit, Geilheit, Ausschweifung, große Pracht, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *leug- (1), V., biegen, Pokorny 685 (1123/79) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Luxus, fehlt DW, EWD s. u. Luxus, Duden s. u. Luxus; Son.: vgl. nndl. luxe, Sb., Luxus; frz. luxe, M., Luxus; nschw. lyx, Sb., Luxus; nnorw. luksus, M., Luxus; poln. luksus, M., Luxus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen kostspieligen und verschwenderischen den durchschnittlichen Rahmen der Lebenshaltung übersteigenden nicht notwendigen und nur dem Vergnügen dienenden Aufwand oder eine Verschwendung oder einen Prunk; BM.: biegen; F.: Luxus+FW; Z.: Lux-us
Luzerne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Luzerne, Schneckenklee, ein Hülsenfrüchtler; ne. lucerne; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. luzerne; E.: s. frz. luzerne, F., Luzerne; prov. lucerno, M., Glühwürmchen; lat. lucerna, F., Leuchte, Lampe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. lūcēre, V., licht sein (V.), hell sein (V.), leuchten; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 12, 1222 (Lucerne), EWD s. u. Luzerne, Duden s. u. Luzerne; Son.: vgl. nndl. luzerne, Sb., Luzerne; nnorw. lusern, M., Luzerne; poln. lucerna, F., Luzerne; lit. liucerna, F., Luzerne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Provenzalischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche von den Menschen essbare und als Tierfutter genutzte zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Pflanze mit meist blauen bis violetten oder gelben Blüten und dreiteiligen Blättern; BM.: leuchten; F.: Luzerne, Luzernen+FW(+EW?); Z.: Luz-ern-e
Luzifer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Luzifer, Morgenstern (Venus); ne. Lucifer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. Lucifer, st. M., Lichtträger, Luzifer; mnl. Lucifer, Lucifeer, M., PN, Morgenstern, Luzifer; ahd. luzifer*, st. M. (a?), Morgenstern; lat. Lūcifer (2), Morgenstern; lat. Lūcifer, M., Morgenstern, (81-43 v. Chr.); lat. lūcifer, Adj., Licht bringend; vgl. lat. lūx, F., Licht, Sonnenlicht; vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Luzifer, fehlt DW, Duden s. u. Luzifer; Son.: vgl. nndl. Lucifer, Sb., Luzifer; frz. lucifér, M., Luzifer; nschw. Lucifer, Sb., Luzifer; nnorw. Lucifer, M., Luzifer; poln. Lucyfer, M., Luzifer; kymr. Lwsiffer, M., Luzifer; nir. Lúicifir, M., Luzifer; lit. Liuciferis, M., Luzifer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Morgenstern (Venus) und den sich gegen Gott auflehnenden und deswegen aus dem Himmel verstoßenen obersten Engel (Satan); BM.: Lichtbringer; F.: Luzifer, Luzifers+FW; Z.: Luz-i-fer
$Lymphdrüse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lymphdrüse; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Lymph(e), s. Drüse; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lymphe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lymph(e) und Drüse gebildete Bezeichnung für eine Lymphflüssigkeit (Lymphe) bildende Drüse höherer Lebewesen; F.: Lymphdrüse, Lymphdrüsen+FW+EW; Z.: Ly-mph—drü-s-e
Lymphe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Lymphe, Lymphflüssigkeit, Blutwasser; ne. lymph; Vw.: -; Hw.: s. Lymphom; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. lympha; E.: s. lat. lympha, F., Wasser, Wassergöttin, (220-130 v. Chr.); gr. νύμφη (nýmphē), F., Nymphe, Braut (F.) (1), Verlobte; vgl. idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Lymphe, fehlt DW, EWD s. u. Lymphe, Duden s. u. Lymphe; Son.: vgl. nndl. lymfe, Sb., Lymphe; frz. lymphe, F., Lymphe; nschw. lymfa, Sb., Lymphe; nnorw. lymfe, M., Lymphe; poln. limfa, F., Lymphe; kymr. lymff, M., Lymphe; nir. limfe, F., Lymphe; lit. limfa, F., Lymphe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in den Lymphgefäßen enthaltene wässerige hellgelbe Flüssigkeit als Zwischenglied zwischen Gewebsflüssigkeit und Blutplasma; BM.: bewegen?; F.: Lymphe, Lymphen+FW+EW; Z.: Ly-mph-e
$Lymphgefäß, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Lymphgefäß; E.: s. Lymph(e), s. Gefäß; L.: fehlt DW, EWD s. u. Lymphe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lymph(e) und Gefäß gebildete Bezeichnung für die in dem Körper höherer Lebewesen enthaltenen Gefäße (mit in dem Hals und in der Achsel sowie den Leisten gehäuften Lymphknoten) in denen bei dem Menschen täglich bis zu zwei Liter gelblich-weißer Zwischenflüssigkeit in das Venensystem geleitet und abgestorbene Zellen und Eiweißkörper und Fette sowie Stoffwechselenderzeugnisse und Bakterien abgeführt werden; F.: Lymphgefäß, Lymphgefäßes, Lymphgefäße, Lymphgefäßen+FW+EW; Z.: Ly-mph—ge—fäß
Lymphom, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Lymphom, Lymphoma, gutartige Geschwulst eines Lymphknotens; ne. lymphoma; Vw.: -; Hw.: s. Lymphe; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. lympha, F., Wasser, Wassergöttin, (220-130 v. Chr.); gr. νύμφη (nýmphē), F., Nymphe, Braut (F.) (1), Verlobte; vgl. idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Lymphom; Son.: vgl. nndl. lymfoom, Sb., Lymphom; frz. lymphome, M., Lymphom; kymr. lymffoma, M., Lymphom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine gutartige Geschwulst eines Lymphknotens; BM.: bewegen?; F.: Lymphom, Lymphoms, Lymphomes, Lymphome, Lymphomen+FW(+EW); Z.: Ly-mph-om
lynchen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. lynchen, töten; ne. lynch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. lynch; E.: s. ne. lynch, V., lynchen, von einem PN Lynch, wohl von William Lynch (um 1780); L.: Kluge s. u. lynchen, EWD s. u. lynchen, Duden s. u. lynchen; Son.: vgl. nndl. lynchen, V., lynchen; frz. lyncher, V., lynchen; nschw. lyncha, V., lynchen; nnorw. lynsje, V., lynchen; poln. linczować, V., lynchen; kymr. lynsio, V., lynchen; nir. linseálaim, V., lynchen; lit. linčiuoti, V., lynchen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wegen einer als Unrecht angesehenen Tat eines Menschen diesen Menschen grausam misshandeln oder töten; BM.: PN; F.: lynchen, lynche, lynchst, lyncht, lynchest, lynchet, lynchte, lynchtest, lynchten, lynchtet, gelyncht, ##gelyncht, gelynchte, gelynchtes, gelynchtem, gelynchten, gelynchter##, lynchend, ###lynchend, lynchende, lynchendes, lynchendem, lynchenden, lynchender###, lynch (!)+FW(+EW); Z.: lynch-en
$Lynchjustiz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lynchjustiz; I.: Lüs. ne. lynch law; E.: s. lynch(en), s. Justiz; L.: fehlt DW, EWD s. u. lynchen; GB.: seit 19. Jh. belegte nach ne. lynch law aus lynch(en) und Justiz gebildete Bezeichnung für das als Justiz eingeordnete rechtswidrige Lynchen eines als Straftäter ausgegebenen Menschen ohne Einhaltung rechtsstaatlicher Verfahrensregeln; F.: Lynchjustiz+FW(+EW?); Z.: Lynch—ju-st-iz
Lyrik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Lyrik, Poesie; ne. lyrics, poetry; Vw.: -; Hw.: s. lyrisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. (poésie) lyrique; E.: s. frz. (poésie) lyrique, F., Lyrik; lat. lyricus (1), Adj., lyrisch, zum Spiel der Lyra gehörig, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); s. gr. λυρικός (lyrikós), Adj., lyrisch; vgl. gr. λύρα (lýra), Lyra, Leier (F.) (1); technisches Lehnwort aus dem Mittelmeerraum; L.: Kluge s. u. Lyrik, fehlt DW, EWD s. u. Lyrik, Duden s. u. Lyrik; Son.: vgl. nndl. lyriek, Sb., Lyrik; nschw. lyrik, Sb., Lyrik; nnorw. lyrikk, M., Lyrik; poln. liryka, F., Lyrik; lit. lyrika, F., Lyrik; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dadurch mit dem Musikinstrument Leier verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Kunst mögliche literarische Gattung von Sprachwerken bei der mit den formalen Mitteln subjektive Empfindungen ausgedrückt werden; BM.: Lyra; F.: Lyrik+FW(+EW); Z.: Lyr-ik
$Lyriker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Lyriker; E.: s. Lyrik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Lyrik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Lyrik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Kunst möglichen Verfasser von Lyrik; F.: Lyriker, Lyrikers, Lyrikern+FW(+EW); Z.: Lyr-ik-er
lyrisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. lyrisch, poetisch, Dichtung betreffend; ne. lyric (Adj.), lyrical; Vw.: -; Hw.: s. Lyrik; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. lyrique; E.: s. frz. lyrique, Adj., lyrisch; vgl. frz. (poésie) lyrique, F., Lyrik; lat. lyricus (1), Adj., lyrisch, zum Spiel der Lyra gehörig, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); s. gr. λυρικός (lyrikós), Adj., lyrisch; vgl. gr. λύρα (lýra), Lyra, Leier (F.) (1); technisches Lehnwort aus dem Mittelmeerraum; L.: Kluge s. u. Lyrik, DW 12, 1358, EWD s. u. Lyrik, Duden s. u. lyrisch; Son.: vgl. nndl. lyrisch, Adj., lyrisch; nschw. lyrisk, Adj., lyrisch; nnorw. lyrisk, Adj., lyrisch; poln. liryczny, Adj., lyrisch; nir. liriceach, Adj., lyrisch; lit. lyrinis, Adj., lyrisch; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Kunst mögliches und mit dem Musikinstrument Leier verbindbares poetisch oder die Dichtung betreffend; BM.: Lyra; F.: lyrisch, lyrische, lyrisches, lyrischem, lyrischen, lyrischer, lyrischere, lyrischeres, lyrischerem, lyrischeren, lyrischerer, lyrischst, lyrischste, lyrischstes, lyrischstem, lyrischsten, lyrischster+FW(+EW); Z.: lyr-isch
...lyse, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. ...lyse; ne. ...lysis; Vw.: s. Ana-, Dia-, Para-; Hw.: s. ...lytik, ...lytisch; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. gr. λύσις (lýsis); E.: s. gr. λύσις (lýsis), F., Lösung, Auflösung; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1079; Son.: vgl. nndl. ...lyse, Suff., ...lyse; frz. ...lyse, Suff., ...lyse; nschw. ...lys, Suff., ...lyse; nnorw. ...lyse, Suff., ...lyse; poln. ...liza, Suff., ...lyse; nir. ...lís, Suff., ...lyse; lit. ...lizė, Suff., ...lyse; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Lösung verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...lyse, ...lysen+FW(+EW); Z.: -ly-s-e
...lytik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...lytik; ne. ...lytics; Vw.: s. Ana-; Hw.: s. ...lyse, ...lytisch; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λυτικός (lytikós), Adj., erlösbar, abführend; gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Lösung verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...lytik+FW(+EW); Z.: ly-t-ik
...lytisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. ...lytisch; ne. ...lytic, ...lytical; Vw.: s. ana-; Hw.: s. ...lyse, ...lytik; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. λυτικός (lytikós), Adj., erlösbar, abführend; gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...lytisch, Suff., ...lytisch; frz. ...lytique, Suff., ...lytisch; nschw. ...lytisk, Suff., ...lytisch; nnorw. ...lytisk, Suff., ...lytisch; poln. ...lityczny, Suff., ...lytisch; nir. ...líseach, Suff., ...lytisch; lit. ...litinis, Suff., ...lytisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven des Lösens verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...lytisch, ...lytische, ...lytisches, ...lytischem, ...lytischen, ...lytischer(, ...lytischere, ...lytischeres, ...lytischerem, ...lytischeren, ...lytischerer, ...lytischst, ...lytischste, ...lytischstes, ...lytischstem, ...lytischsten, ...lytischster)+FW(+EW); Z.: -ly-t-isch
Lyzeum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Lyzeum, höhere Schule für Mädchen; ne. lyceum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Lycēum; E.: s. lat. Lycēum, N., Lyzeum, Gymnasium, (81-43 v. Chr.); gr. Λύκειον (Lýkeion), N., Gymnasium östlich von Athen; vgl. gr. Λύκειος (Lýkeios), M., Lichtspender (Beiname Apollons); vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Lyzeum, fehlt DW, EWD s. u. Lyzeum, Duden s. u. Lyzeum; Son.: vgl. nndl. lyceum, Sb., Lyzeum; frz. lycée, M., Lyzeum; nschw. lyceum, Sb., Lyzeum; nnorw. lycé, lyceum, N., Lyzeum; poln. liceum, Sb., Lyzeum; nir. licéam, M., Lyzeum; lit. licėjus, M., Lyzeum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine höhere Schule vor allem bis in das spätere 20. Jh. für Mädchen; BM.: leuchten bzw. sehen; F.: Lyzeum, Lyzeums, Lyzeen+FW(+EW); Z.: Lyz-e-um
m, M, nhd., N.: nhd. m, M; ne. m (letter); Vw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. m; E.: s. lat. m, Buchstabe, M; von semit. Mem, Buchstabe, Sb., Wasser; L.: DW 12, 1, Duden s. u. M; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben m des lateinischen Alphabets; BM.: Wasser?; F.: M, Ms+FW; Z.: M
Mäander, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Mäander, Flusskrümmung, Flussschlinge, Krümmung; ne. meander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. Maeander; E.: s. lat. Maeander, M., Mäander (Fluss in Kleinasien), Mäandros (Fluss in Kleinasien), Mäander, Krümmung, Windung, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. Maeandrus, M., Mäander (Fluss in Kleinasien), Mäandros (Fluss in Kleinasien), Mäander, Krümmung, Windung; s. gr. Μαίανδρος (Maíandros), M.=FlN, Mäander (Fluss in Kleinasien), Mäandros (Fluss in Kleinasien); weitere Herkunft unklar?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mäander; Son.: vgl. nndl. meander, Sb., Mäander; frz. méandre, M., Mäander; nschw. meander, Sb., Mäander; nnorw. meander, M., Mäander; poln. meander, M., Mäander; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Namen eines Flusses in Kleinasien gebildete und umgebildete Bezeichnung für den in Windungen und Schleifen sowie Schlingen und Krümmungen erfolgenden Verlauf eines Flusses in flachem Gelände; BM.: FlN; F.: Mäander, Mäanders, Mäandern+FW(+EW); Z.: Mäander
Maar, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Maar, Kratersee; ne. maar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. mara; E.: s. lat. mara, F., See (F.); lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Maar, Duden s. u. Maar; Son.: vgl. nndl. maar, Sb., Maar; frz. maar, M., Maar; nschw. maar, Sb., Maar; nnorw. maar, M., Maar; poln. maar, Sb., Maar; lett. mārs, Sb., Maar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. mare und dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche kraterförmige und mit Wasser gefüllte Senke der Erdoberfläche; BM.: Meer bzw. See (F.); F.: Maar, Maares, Maars, Maare, Maaren+FW(+EW); Z.: Maar
Maat, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Maat, ein Unteroffizier bei der Marine; ne. maat, mate (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. māt (2), st. M., Genosse, Kamerad, Gehilfe, Schiffsgefährte, Matrose; s. ahd. gimazzo, Tischgenosse; vgl. germ. *matja-, *matjam, st. N. (a), Speise; vgl. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Maat, DW 12, 1751 (Mat), EWD s. u. Maat, Duden s. u. Maat, Bluhme s. u. Maat; Son.: vgl. nndl. maat, Sb., Kumpel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Bildung einer Marine eines Staates möglichen Unteroffizier; BM.: fett; F.: Maat, Maates, Maats, Maate, Maaten+EW; Z.: Maat
Macchiato, nhd., M., F., (20. Jh.): nhd. Macchiato, ein Kaffee; ne. macchiato; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. latte macchiato; E.: gekürzt aus it. Latte Macchiato, s. it. latte macchiato, F., befleckte Milch, Macchiato; vgl. it. macchiare, V., beflecken, besudeln; lat. maculāre, V., gefleckt machen, bunt machen, beflecken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. macula, F., Lücke, Loch, Masche (F.) (1), Fleck, Maser; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Macchiato; Son.: vgl. nndl. latte macchiato, Sb., Macchiato; frz. latte macchiato, M., Macchiato; nschw. latte macchiato, Sb., Macchiato; poln. latte macchiato, M., Macchiato; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes aus Milch und Espresso bestehendes Warmgetränk; BM.: schmieren; F.: Macchiato, Macchiatos+FW; Macch-i-at-o
Macchie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Macchie, eine Vegetationsart; ne. macchia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. macchia; E.: s. it. macchia, F. Pl., Macchie, Flecken; vgl. lat. macula, F., Lücke, Loch, Masche (F.) (1), Fleck, Maser; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Macchie; Son.: vgl. nndl. maquis, Sb., Macchie; frz. maquis, M., Macchie; nschw. macchia, Sb., Macchie; nnorw. maki, maquis, M., Macchie; poln. makia, Sb., Macchie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich möglichen immergrünen Buschwaldgebiete in dem Mittelmeerraum; BM.: Fleck; F.: Macchie, Macchien+FW(+EW); Z.: Ma-cch-i-e
Machandel, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Machandel, Wacholder; ne. juniper; Vw.: -; Hw.: s. Wacholder; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. machandel?, M., Machandel, Wacholder; s. as. wahsholondar, M., Holunder; vgl. as. wahs, st. N. (a), Wachs; germ. *wahsa-, *wahsam, st. N. (a), Wachs; idg. *u̯okso-, Sb., Wachs, Pokorny 1180 (2035/109) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *au̯eks-, *auks-, *u̯eks-, *uks-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); idg. u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); as. holondar, st. M. (a), Holunder; germ. *hulandra-, *hulandraz, st. M. (a), Holunder; vgl. idg. *kel- (4), Adj., fleckig, Pokorny 547 (844/76) (, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Machandel, DW 12, 1362, EWD s. u. Machandel, Duden s. u. Machandel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen hauptsächlich auf der Nordhalbkugel vorkommenden Wacholder; BM.: vermehren bzw. weben, fleckig; F.: Machandel, Machandels, Machandeln+EW; Z.: Ma-ch-and-el
$Mache, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Mache, Gehabe, Form; E.: s. mache(n); L.: Kluge s. u. Machenschaften, DW 12, 1362; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus mache(n) gebildete Bezeichnung für Gehabe oder Form; F.: Mache+EW; Z.: Mach-e
Macheier, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Macheier, Mohair, Angorawolle; ne. mohair; Vw.: -; Hw.: s. Mohair; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. macheier, macheyer, M., Mohair, billiger grober Wollstoff, eine Art grobes Wollenzeug; arab. muḫaiyar, Sb., Stoff aus Ziegenhaar; L.: Kluge s. u. Mohair; Son.: vgl. nndl. mohair, Sb., Mohair; frz. mohair, M., Mohair; nschw. mohair, Sb., Mohair; nnorw. mohair, M., N., Mohair; poln. moher, M., Mohair; kymr. moher, M., Mohair; nir. móihéar, M., Mohair; lit. moheris, M., Mohair; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon früher aus der Wolle der Angoraziege von Menschen hergestellten Stoff; BM.: Stoff aus Ziegenhaar; F.: Macheier, Macheiers, Macheire, Macheiren+FW(+EW); Z.: Macheier
machen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. machen, ausführen, tun; ne. make (V.); Vw.: -; Hw.: s. Macht, Macker, macklich, mäkeln, Makler, Macher; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. machen, sw. V., hervorbringen, erschaffen, erzeugen, machen, bewirken, bereiten, anstellen; mnd. māken (1), macken*, sw. V., machen, erzeugen, bewirken, zu Wege bringen, festsetzen, bestimmen, Geld aussetzen, vermachen; mnl. maken, V., machen; ahd. mahhōn, machōn, sw. V. (2), machen, tun, schaffen, erschaffen, erzeugen, herstellen, vollbringen, anfertigen, fertigen, verfertigen, anbringen; as. makōn*, sw. V. (2), machen, tun, errichten, festsetzen, bestimmen; anfrk. makon*, macon*, sw. V. (2), machen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. machen, Kluge s. u. machen, DW 12, 1363, EWAhd 6, 46, Falk/Torp 303, Duden s. u. machen, Bluhme s. u. machen; Son.: vgl. afries. makia, mekkia, maitia, sw. V. (2), machen, reparieren, bauen; nfries. maaikjen, V., machen; ae. macian, sw. V. (2), machen, bereiten, veranlassen, vorbereiten, verursachen; an. -; got. -; nndl. maken, V., machen; ? arm. macaw, V., klebt an, haftete, gerann; gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; kymr. maeddu, V., schlagen; bret. meza, V. knetten; lett. iz-muõzêt, V., anschmieren; ksl. mazati, V., bestreichen, beschmieren, salben; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder auch schon früher mögliches ausführen oder tun; BM.: kneten; F.: machen, mache, machst, macht (!), machest, machet, machte, machtest, machten, machtet, gemacht, ##gemacht, gemachte, gemachtes, gemachtem, gemachten, gemachter##, machend, ###machend, machende, machendes, machendem, machenden, machender###, mach (!)+EW; Z.: mach-en
$Machenschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Machenschaft; E.: s. machen, s. schaft; L.: Kluge s. u. Machenschaften, DW 12, 1395; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus machen und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Gemachtes mit sich verschlechternder Bedeutung; F.: Machenschaft, Machenschaften+EW; Z.: Mach-en-schaf-t
Macher, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Macher, Machender; ne. maker; Vw.: s. Buch-, Faxen-, Karriere-, Katzel-, Scharf-, Schuh-, Spaß-; Hw.: s. machen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. machære*, macher, mecher, st. M., Macher, Machender, Bewirker, Schöpfer (M.) (2); mnd. mākære*, maker, māker*, M., Macher, Verfertiger, Schöpfer, Hersteller, Veranlasser, Verursacher; mnl. makere, M., Bewirker, Verursacher, Handwerker; ahd. mahhāri*, machāri, st. M. (ja), Macher, Stifter, Anstifter, Urheber, Kuppler, Vermittler; s. nhd. machen; L.: DW 12, 1395, EWD s. u. machen, EWAhd 6, 46, Duden s. u. Macher; Son.: vgl. afries. mekere, st. M. (ja), Heiratsvermittler; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus mach(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen etwas machenden Menschen; BM.: kneten; F.: Macher, Machers, Machern+EW; Z.: Mach-er
$Macherei, nhd., F., 20. Jh.: nhd. Macherei, Machen, Tun; Vw.: s. Panik-; E.: s. mach(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.): L.: DW 12, 1396; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mach(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Machen oder Tun; F.: Macherei, Machereien+EW; Z.: Mach-er-ei
$Macherlohn, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Macherlohn, Lohn für ein Machen; E.: s. Macher, s. Lohn; L.: DW 12, 1396, EWD s. u. machen; GB.: vielleicht seit 1453 (mecherlon) belegte und aus Macher und Lohn gebildete Bezeichnung für den Lohn für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Machen; F.: Macherlohn, Macherlohns, Macherlöhne, Macherlöhnen+EW; Z.: Mach-er—loh-n
Machete, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Machete, Buschmesser, Haumesser; ne. machete; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. machete; E.: s. span. machete, M., Machete, Buschmesser; vielleicht zu span. macho, M., Hammer; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Machete; Son.: vgl. nndl. machete, Sb., Machete; frz. machette, F., Machete; nschw. machete, Sb., Machete; nnorw. machete, M., Machete; kymr. machete, F., Machete; poln. maczeta, F., Machete; lit. mačetė, F., Machete; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen verwendetes starkes Buschmesser zu einem Abhauen kräftiger Pflanzen; BM.: Hammer?; F.: Machete, Macheten; F.: Mach-et-e(+FW)
Machination, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Machination, listiger Anschlag, listiges Mittel, unlautere Handlung; ne. machination; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. māchinātio; E.: s. lat. māchinātio, F., mechanisches Getriebe, Mechanismus, künstliches listiges Mittel, Kunstgriff, Ränke, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. māchina, F., Maschine, Kriegsmaschine, Gerät, Gerüst, Baugerüst, Bühne, Kunstgriff, List; gr. μηχανή (mēchanḗ), dor. μᾶχανά (machaná), F., Maschine, Gerüst; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Machenschaften, fehlt DW, Duden s. u. Machination; Son.: meist in dem Plural verwendet; vgl. frz. machination, F., Intrige; lit. machinacija, F., Machenschaft; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mechanisches Getriebe oder ein listiges Mittel oder eine unlautere Handlung; BM.: können; F.: Machination, Machinationen+FW+EW?; Z.: Mach-in-at-io-n
Macho, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Macho, Pascha, Protz, sich übertrieben männlich gebender Mann; ne. macho; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. am.-ne. macho; E.: s. am.-ne. macho, M., Macho; span. macho, Adj., männlich; lat. masculus, Adj., männlich, männlichen Geschlechts seiend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mās, Adj., männlichen Geschlechts seiend, männlich, kräftig; Etymologie unsicher, vielleicht zu einem idg. *mā̆-, Adj., V., nass, fett, triefen, s. Walde/Hofmann 2, 46; L.: Kluge s. u. Macho, fehlt DW, Duden s. u. Macho; Son.: vgl. nndl. macho, Sb., Macho; frz. macho, M., Macho; ndän. macho, M., Macho; nnorw. macho, M., Macho; poln. macho, M., Macho; kymr. macho, M., Macho; lit. mačo, Sb. (indekl.), Macho; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen Amerikas aufgenommene Bezeichnung für einen sich übertrieben männlich gebenden Mann; BM.: männlich; F.: Macho, Machos+FW; Z.: Ma-ch-o
Machorka, nhd., M., F., (19. Jh.): nhd. Machorka, ein russischer Tabak; ne. makhorka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. russ. махорка (machórka); E.: s. russ. махорка (machórka), F., billiger Tabak, Bauerntabak; vielleicht von dem ON Amersfoort mit volksetymologischen Einfluss von russ. (ält.) мохор (mochór), Sb., Franse, Faser; L.: fehlt DW, EWD s. u. Machorka, Duden s. u. Machorka; Son.: vgl. lit. machorka, Sb., Machorka; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und vielleicht mit einem ON der Niederlande verbindbare Bezeichnung für einen russischen Tabak mit großen dicken Blattrippen; BM.: Tabak, ON?; F.: Machorka, Machorkas+FW; Z.: Machor-k-a
Macht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Macht, Kraft; ne. might (N.); Vw.: s. Ohn-; Hw.: s. Gemächt, machen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. maht, st. F., Vermögen, Kraft, Körperkraft, Anstrengung, Gewalt, Vollmacht, Menge, Fülle; mnd. macht (1), F., Macht, Vermögen, Kraft, Körperkraft, Stärke, Lebenskraft, Heilkraft, Können, Fähigkeit; mnl. macht, M., F., Kraft, Vermögen, Macht, Wichtigkeit; ahd. maht, st. F. (i), Macht, Kraft, Stärke (F.) (1), Vermögen, Fähigkeit, Können, Wille; as. maht (1), st. F. (i), Macht, Kraft; anfrk. -; germ. *mahti-, *mahtiz, st. F. (i), Macht, Kraft; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Macht, Kluge s. u. Macht, DW 12, 1397, EWD s. u. Macht, EWAhd 6, 54, Falk/Torp 304, Seebold 342, Duden s. u. Macht, Bluhme s. u. Macht; Son.: vgl. afries. mecht, macht, st. F. (i), Macht, Gemächt, Gemächte, Genitalien; nnordfries. macht; ae. meaht, miht, mæht, st. F. (i), Macht, Stärke, Kraft, Tüchtigkeit, Fähigkeit, Wunder; an. māttr, st. M. (u?, i?), Macht, Kraft, Gesundheit; an. makt, st. F. (i), Macht, Vermögen (as. Lw); got. mahts (1), st. F. (i), Macht, Kraft, Vermögen, Wundertat; nndl. macht, Sb., Macht; nschw. makt, Sb., Macht; nnorw. makt, M., F., Macht; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Mittel und Kräfte die jemandem oder einer Sache anderen gegenüber zu seiner Verfügung steht; BM.: kneten; F.: Macht, Mächte, Mächten+EW; Z.: Mach-t
$Machthaber, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Machthaber; E.: s. Macht, s. Haber; L.: DW 12, 1407, EWD s. u. Macht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Macht und Haber gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen eine Macht über andere oder etwas Habenden; F.: Machthaber, Machthabers, Machthabern+EW; Z.: Mach-t—hab-er
$mächtig, nhd., Adj., Adv,, (8. Jh.): nhd. mächtig, Macht habend; Vw.: s. all-, eigen-, groß-, ohn-, über-; E.: s. Macht, s. ig; GB.: seit um 765 belegte und aus Macht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Macht habend; L.: Kluge s. u. Macht, DW 12, 1407 EWD s. u. mächtig; F.: mächtig, mächtige, mächtiges, mächtigem, mächtigen, mächtiger(, mächtigere, mächtigeres, mächtigerem, mächtigeren, mächtigerer, mächtigst, mächtigste, mächtigstes, mächtigstem, mächtigsten, mächtigster)+EW; Z.: mäch-t-ig
$Machtprotz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Machtprotz; E.: s. Macht, s. Protz; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: EWD s. u. Protz, fehlt DW; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Macht und Protz gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen mit seiner Macht protzenden Menschen; F.: Machtprotz, Machtprotzes, Machtprotze, Machtprotzen+EW; Z.: Mach-t—protz
$machtvoll, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. machtvoll; E.: s. Macht, s. voll; L.: EWD s. u. Macht, DW 12, 1415; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Macht und voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Macht mögliches voll Macht; F.: machtvoll, machtvolle, machtvolles, machtvollem, machtvollen, machtvoller(, machtvollere, machtvolleres, machtvollerem, machtvolleren, machtvollerer, machtvollst, machtvollste, machtvollstes, machtvollstem, machtvollsten, machtvollster)+EW; Z.: mach-t—vol-l
$Machtwort, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Machtwort, Wort der Macht oder Gewalt; E.: s. Macht, s. Wort; L.: EWD s. u. Macht, DW 12, 1416; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Macht und Wort gebildete Bezeichnung für ein Wort der Macht oder Gewalt; F.: Machtwort, Machtwortes, Machtworts, Machtworte, Machtworten+EW; Z.: Mach-t—wor-t
machulle, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. machulle, erschöpft, pleite, bankrott, verrückt; ne. exhausted; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. machulle, Adj., erschöpft, bankrott; wjidd. mechulle, Sb., Bankrott; hebr. meḵūllāh, Adj., zu Ende gegangen, erledigt; vielleicht noch Einfluss von hebr. maḥalāh, Sb., Krankheit; L.: Kluge s. u. machulle, fehlt DW, Duden s. u. machulle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches erschöpft oder pleite oder bankrott oder verrückt; BM.: bankrott; F.: maschulle+FW; Z.: machulle
$Machung, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Machung, Machen; Vw.: s. Bekannt-; E.: s. mach(en), s. ung; L.: DW 12, 1416; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. (mahhunga) belegte und aus mach(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Machen; F.: Machung, Machungen+EW; Z.: Mach-ung
$Machwerk, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Machwerk; E.: s. mach(en), s. Werk; L.: Kluge s. u. Machenschaften, EWD s. u. machen, DW 12, 1416; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus mach(en) und Werk vielleicht nach frz. savoir faire gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gemachtes Werk; F.: Machwerk, Machwerks, Machwerkes, Machwerke, Machwerken+EW; Z.: Mach—werk
Macke, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Macke, Fehler, Tick; ne. kink (N.), quirk (N.), blemish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. wjidd. macke; E.: s. wjidd, Sb., Schlag, Fehler; hebr. makkāh, Sb., Schlag, Plage; L.: Kluge s. u. Macke, Duden s. u. Macke, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Fehler oder für eine sonderliche Eigenart (Tick) eines Lebewesens oder einer Maschine; BM.: Schlag; F.: Macke, Macken+FW; Z.: Mack-e
Macker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Macker, Freund, Bursche, Kerl, Angeber, Kollege; ne. squeeze (M.); Vw.: -; Hw.: s. machen, macklich; Q.: 20. Jh.; E.: von nd. Macker, M., Mitarbeiter, Macher; s. mnd. māken (1), macken*, sw. V., machen, erzeugen, bewirken, zu Wege bringen, festsetzen, bestimmen, Geld aussetzen, vermachen; as. makōn*, sw. V. (2), machen, tun, errichten, festsetzen, bestimmen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Macker, Duden s. u. Macker, fehlt DW; Son.: vgl. ae. gemaca, sw. M. (n), Genosse, Gefährte, Gatte; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende Bezeichnung für einen Freund oder Burschen oder Kerl oder Angeber; BM.: machen; F.: Macker, Mackers, Mackern+EW?; Z.: Mack-er
macklich, nhd. (ält.), Adj., (20. Jh.): nhd. macklich, bequem, gemütlich; ne. convenient; Vw.: -; Hw.: s. machen, Macker; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. māken (1), macken*, sw. V., machen, erzeugen, bewirken, zu Wege bringen, festsetzen, bestimmen, Geld aussetzen, vermachen; as. makōn*, sw. V. (2), machen, tun, errichten, festsetzen, bestimmen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. …lich; L.: Kluge s. u. macklich, fehlt DW, Duden s. u. macklich; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mit dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bequem oder gemütlich; BM.: machen, gleich; F.: macklich, mackliche, mackliches, macklichem, macklichen, macklicher(, macklichere, macklicheres, macklicherem, macklicheren, macklicherer, macklichest, macklicheste, macklichestes, macklichestem, macklichesten, macklichester)+EW?; Z.: mack-lich
Mädchen, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Mädchen, weibliches Kind; ne. girl, maid; Vw.: -; Hw.: s. Mädel, Magd, Matjeshering; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. magedichīn*, meidichīn, st. N., Maidchen, Mädchen; mnd. mēgedeken, megedekīn, megediken, megdiken, metgen, N., Mädchen, junges Mädchen, Jungfrau; mhd. maget, magt, st. F., Jungfrau, Dienerin, Magd; mnd. māget, mait, meit*, meyt, F., Magd, junges Mädchen, unverheiratete Frau, Jungfrau, jungfräuliches Mädchen; ahd. magad, st. F. (i), Mädchen, Jungfrau, junge unverheiratete Frau, Magd; as. magath*, st. F. (athem.), Magd, Jungfrau, Weib; germ. *magaþi-, *magaþiz, st. F. (i), Mädchen, Magd, Jungfrau; idg. *magʰoti-, F., Weiblichkeit, Pokorny 696; s. idg. *magʰ-, V., vermögen, können, helfen, Pokorny 695? (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); vgl. idg. mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. ken, sken, Suff., „...chen“; ahd. ...ihhīn, Suff., ...chen; L.: Kluge 1. A. s. u. Mädchen, Kluge s. u. Mädchen, DW 12, 1417, EWD s. u. Mädchen, Duden s. u. Mädchen; Son.: vgl. nndl. meide, Sb., Mädchen; GB.: (magedichīn) seit 1315/1323 belegte und aus ahd. magad und chen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches weibliches Kind; BM.: vermögen bzw. Mutter; F.: Mädchen, Mädchens+EW; Z.: Mä-d-chen
Made, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Made, Larve, fußlose Insektenlarve; ne. maggot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. made, sw. M., Made, Wurm, unentwickelte Leibesfrucht; mnd. māde (1), made, M., F., Made, Holzwurm, Bohrwurm, Regenwurm, Eingeweidewurm, Spulwurm, Fäulniswurm, Larve; mnl. made, F., Made; ahd. mado, sw. M. (n), Made, Wurm, Käferlarve; as. matho, sw. M. (n), Made, Wurm; anfrk. -; germ. *maþō-, *maþōn, *maþa-, *maþan, sw. M. (n), Made, Ungeziefer; idg. *mat- (1), *matʰ-, Sb., Made?, Wurm?, Pokorny 700 (1157/22) (RB. idg. aus arm., germ.); vielleicht von idg. *meth₂-, V., wegreißen, rauben, kauen, auffressen; L.: Kluge 1. A. s. u. Made, Kluge s. u. Made, DW 12, 1425, EWD s. u. Made, EWAhd 6, 6, Falk/Torp 306, Duden s. u. Made, Bluhme s. u. Made; Son.: vgl. afries. -; ae. maþa, sw. M. (n), Made, Wurm; an. maðkr, st. M. (a?), Made; got. maþa (1), sw. M. (n), Wurm, Made; russ. motýl, M., Schmetterling; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche fußlose Insektenlarve; BM.: Wurm; F.: Made, Maden+EW; Z.: Mad-e
Madeira, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Madeira (M.), ein Süßwein; ne. madeira wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: vom ON Madeira; s. port. madeira, F., Holz; lat. māteria, F., Stoff, Materie, Holz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Madeira; Son.: vgl. nndl. madeira, Sb., Madeira (M.); frz. madère, M., Madeira (M.); nschw. madeiravin, Sb., Madeira (M.); nnorw. madeira, M., Madaira (M.); poln. madera, F., Madeira (M.); kymr. madeira, M., Madeira (M.); nir. fíon maidéarach, M., Madeira (M.); lit. madaira, Sb., Madeira (M.); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (von Menschen hergestellten) von der Insel Madeira in dem Atlantik stammenden Süßwein; BM.: ON (nach der Herkunft des Weines); F.: Madeira, Madeiras+FW; Z.: Ma-d-eir-a
Mädel, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Mädel, Mädchen; ne. girl, lass; Vw.: -; Hw.: s. Mädchen, Magd; E.: von der Vollform Mägdlein; s. nhd. Magd; L.: Kluge s. u. Mädel, DW 12, 1426, EWD s. u. Mädchen, Duden s.u. Mädel, Bluhme s. u. Maedel; GB.: (magedel*) seit 1276-1318 belegte und aus Magd und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches weibliches Kind; BM.: vermögen bzw. Mutter; F.: Mädel, Mädels+EW; Z.: Mä-d-el
Mädesüß, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mädesüß, eine Pflanze; ne. meadowsweet; Vw.: -; Hw.: s. Met; Q.: 20. Jh.; E.: s. nd. medesoet, N., Mädesüß; vgl. mnd. mēde (5), medde, meit, meth, met, medo, st. M., Met, Honigbier; as. medo*, st. M. (wa)?, Met; germ. *medu-, *meduz, st. M. (u), Met, Honigwein; idg. médʰu, Adj., N., süß, Honig, Met, Pokorny 707 (1172/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); mnd. sȫte (2), soete, soyte, soute, suͤte, sůte, sote, sute, Adj., süß, nicht sauer, frisch, ungesäuert, nicht salzhaltig, milde, angenehm, lieblich, wohlschmeckend, schmackhaft; as. swōti, Adj., süß, angenehm, lieblich; germ. *swōtu-, *swōtuz, *swōtja-, *swōtjaz, Adj., süß; idg. *su̯ādús, *su̯éh₂du-, Adj., süß, Pokorny 1039; s. idg. *su̯ād-, Adj., V., süß, sich freuen, gefallen (V.), Pokorny 1039 (1790/262) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mädesüß, fehlt DW, Duden s. u. Mädesüß; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches auch als Würzkraut verwendetes weiß blühendes Rosengewächs; BM.: Met, süß; F.: Mädesüß+EW; Z.: Mäd-e—süß
Madonna, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Madonna, Gottesmutter Maria; ne. madonne; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. madonna; E.: s. it. madonna, F., Madonna, meine Herrin; lat. mea domina, F., meine Herrin; vgl. lat. meus, Poss.-Pron., mein, mir gehörig, mir eigen; idg. *me- (1), Pron., meiner, mir, mich, Pokorny 702 (1162/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. domina, F., Herrin, Hausherrin; vgl. lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Madonna, EWD s. u. Madonna, Duden s. u. Madonna; Son.: vgl. nndl. madonna, Sb., Madonna; frz. madone, F., Madonna; nschw. madonna, Sb., Madonna; nnorw. madonna, M., F., Madonna; poln. madonna, F., Madonna; lit. madonna, F., Madonna; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gottesmutter Maria des Christentums; BM.: mein, bauen; F.: Madonna, Madonnen+FW; Z.: Ma-don-n-a
Madrigal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Madrigal, mehrstimmiges Lied, Hirtenlied; ne. madrigal; Vw.: -; Hw.: s. Matrix; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. madrigale; E.: s. it. madrigale, F., Madrigal; mlat. matricale, F., Muster, Matrix; vgl. lat. mātrīx, F., Mutter (F.) (1), Muttertier, Zuchttier, Erzeugerin, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Madrigal, EWD s. u. Madrigal, Duden s. u. Madrigal; Son.: vgl. nndl. madrigaal, Sb., Madrigal; frz. madrigal, M., Madrigal; nschw. madrigal, Sb., Madrigal; nnorw. madrigal, M., Madrigal; poln. madrygal, M., Madrigal; kymr. madrigal, M., Madrigal; nir. madragal, M., Madrigal; lit. madrigalas, M., Madrigal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus der italienischen Schäferdichtung entwickeltes mehrstimmiges Lied oder Musikstück; BM.: Mutter; F.: Madrigal, Madrigals, Madrigale, Madrigalen+FW(+EW); Z.: Ma-d-ri-g-al
Mafia, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mafia, eine verbrecherische Geheimorganisation (von Menschen); ne. mafia, maffia; Vw.: -; Hw.: s. Mafioso; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. mafia; E.: s. it. mafia, maffia, F., Kühnheit, Überheblichkeit, Anmaßung; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus dem Sizialischen oder dem Arabischen; L.: Kluge s. u. Mafia, fehlt DW, Duden s. u. Mafia; Son.: vgl. nndl. maffia, Sb., Mafia; frz. mafia, maffia, F., Mafia; nschw. maffia, Sb., Mafia; nnorw. mafia, M., Mafia; poln. mafia, F., Mafia; kymr. maffia, M., Mafia; nir. maifia, M., Mafia; lit. mafija, F., Mafia; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Sizilianischen oder dem Arabischen kommende Bezeichnung für eine möglicherweise ab 1282 aus Süditalien stammende und weiter ausgreifende verbrecherische Geheimorganisation (von Menschen); BM.: Überheblichkeit; F.: Mafia, Mafias+FW; Z.: Maf-i-a
Mafioso, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mafioso, Angehöriger der Mafia, Gangster, Verbrecher; ne. mafioso, mobster; Vw.: -; Hw.: s. Mafia; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. mafioso; E.: s. it. mafioso, M., Mafioso, Mitglied der Mafia; vgl. it. mafia, maffia, F., Mafia, Überheblichkeit, Anmaßung; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus dem Sizialischen oder dem Arabischen; L.: Kluge s. u. Mafia, fehlt DW, Duden s. u. Mafioso; Son.: vgl. nndl. maffioso, Sb., Mafioso; frz. maffioso, maffieux, M., Mafioso; nschw. mafioso, Sb., Mafioso; nnorw. mafioso, M., Mafioso; poln. mafioso, M., Mafioso; kymr. maffioso, M., Mafioso; lit. mafijos narys, M., Mafioso; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für einen einer Verbrecherorganisation (Mafia) angehörenden Gangster oder Verbrecher; BM.: Überheblichkeit; F.: Mafioso, Mafiosos, Mafiosi+FW; Z.: Maf-i-os-o
Maga, nhd. (ält.), Sb., (18. Jh.?): nhd. Maga, Mahagoni, ein rotbraunes Edelholz; ne. mahogany; Vw.: -; Hw.: s. Mahagoni; Q.: ?; I.: Lw.; E.: aus einer mittelamerikanischen oder karibischen Eingeborenensprache; L.: Kluge s. u. Mahagoni, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus einer mittelamerikanischen oder karibischen Eingeborenensprache aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches wertvolles rotbraunes Edelholz; BM.: ?; F.: Maga, Magas?+FW; Z.: Mag-a
Magazin, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Magazin, Lager, Zeitschrift; ne. magazine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. magazzino; E.: s. it. magazzino, M., Magazin; s. arab. maḥāzin, Plural von arab. maḥzan, Sb., Warenlager; L.: Kluge s. u. Magazin, DW 12, 1429, EWD s. u. Magazin, Duden s. u. Magazin; Son.: vgl. nndl. magazijn, Sb., Magazin; frz. magasin, magazine, M., Magazin; nschw. magasin, Sb., Magazin; nnorw. magasin, N., Magazin; poln. magazyn, M., Magazin; nir. meagaisín, M., Magazin; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Lager und als Sammelstelle für Information auch für eine Zeitschrift; BM.: Warenlager; F.: Magazin, Magazins, Magazine, Magazinen+FW(+EW); Z.: Magazin
Magd, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Magd, Jungfrau, Mädchen; ne. maiden, girl, maid; Vw.: -; Hw.: s. Mädchen, Mädel, Metze (2); Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. maget, magt, st. F., Jungfrau, Dienerin, Magd; mnd. māget, mait, meit*, meyt, F., Magd, junges Mädchen, unverheiratete Frau, Jungfrau, jungfräuliches Mädchen; mnl. maget, M., Magd, junge Frau; ahd. magad, st. F. (i), Mädchen, Jungfrau, junge unverheiratete Frau, Magd; as. magath*, st. F. (athem.), Magd, Jungfrau, Weib; anfrk. magath, st. F. (i), „Magd“, Jungfrau; germ. *magaþi-, *magaþiz, st. F. (i), Mädchen, Magd, Jungfrau; idg. *magʰoti-, F., Weiblichkeit, Pokorny 696; s. idg. *magʰ-, V., vermögen, können, helfen, Pokorny 695? (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); vgl. idg. mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Magd, Kluge s. u. Magd, DW 12, 1430, EWD s. u. Magd, EWAhd 6, 15, Falk/Torp 304, Duden s. u. Magd, Bluhme s. u. Magd; Son.: vgl. afries. megith, megeth, mageth, st. F. (i), Magd, Mädchen, Jungfrau; nfries. maegd, F., Magd, Mädchen; ae. mægeþ, mægþ, st. F. (i), Mädchen, Jungfrau, Weib; ae. mægden, mǣden, st. N. (n), Mädchen, Dienerin; an. -; got. magaþs, st. F. (i), Jungfrau, Magd; nndl. maagd, Sb., Magd; nir. ingen maccdacht, F., junges erwachsenes Mädchen; bret. matez, F., Dienstmädchen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine vielleicht seit der Sesshaftigkeit mit Verrichtung grober Arbeiten besonders in Haus oder Landwirtschaft beschäftigte Frau; BM.: vermögen bzw. Mutter; F.: Magd, Mägde, Mägden+EW; Z.: Ma-g-d
$Mägdlein, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Mägdlein, Mädchen, junge Frau; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. Magd, s. lein; L.: DW 12, 1433, EWD s. u. Mädchen; GB.: um 1185 belegte und aus Magd und lein gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche junge Frau oder ein Mädchen; F.: Mägdlein, Mägdleins+EW; Z.: Mä-g-d—lein
Mage, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Mage, Seitenverwandter, Verwandter; ne. relative (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. māc, st. M., blutsverwandte Person in der Seitenlinie; mnd. māge (2), M., Mage, Verwandter; mnd. māch, maach, maech, M., Mage, Blutsverwandter, Blutsverwandte (F.), Verwandter, Verwandte (F.); mnl. maech, M., Mage; ahd. māg, st. M. (a), Mage, Verwandter; as. māg*, st. M. (a), Mage, Verwandter; anfrk. -; germ. *mēga-, *mēgaz, *mǣga-, *mǣgaz, st. M. (a), Verwandter, Mage; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695? (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Mage, Kluge s. u. Mage, DW 12, 1435, EWAhd 6, 12, Falk/Torp 304, Duden s. u. Magen; Son.: vgl. afries. mēch, mēg, mēi, st. M. (a), Verwandter; nnordfries. meeg, mag, M., Verwandter; ae. māga, sw. M. (n), Sohn, Nachkomme, Jüngling, Mann; ae. mǣg, māg (2), st. M. (a), Verwandter, Mage; an. māgr, st. M. (a), Verwandter durch Heirat; got. mēgs, st. M. (a), Eidam, Schwiegersohn; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verwandten; BM.: können; F.: Mage, Magen+FW; Z.: Mag-e
Magen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Magen (M.), ein Verdauungsorgan; ne. stomach (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mage, sw. M., Magen (M.); mnd. māge (1), mage, M., F.?, Magen (M.); mnl. maghe, mage, F., Magen; ahd. mago (1), sw. M. (n), Magen (M.), Bauch, Magengegend, Wanst; as. -; anfrk. -; germ. *magō-, *magōn, *maga-, *magan, sw. M. (n), Magen (M.); s. idg. *mak-, Sb., Balg, Beutel (F.) (1), Pokorny 698 (1146/11) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Magen, Kluge s. u. Magen, DW 12, 1436, EWD s. u. Magen, EWAhd 6, 32, Falk/Torp 304, Duden s. u. Magen, Bluhme s. u. Magen; Son.: s. lang. mago?, sw. M. (n), Magen (M.); afries. maga, sw. M. (n), Magen (M.); saterl. mage; ae. maga (1), sw. M. (n), Magen (M.); an. magi, sw. M. (n), Magen (M.), Leib; got. -; nndl. maag, Sb., Magen (M.); nschw. mage, Sb., Magen (M.); nnorw. mage, M., Magen (M.); kymr. megin, F., Blasebalg; lit. mãkas, M., Beutel; ksl. mošĭna, F., Beutel, Taschel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das beutelförmige Verdauungsorgan höherer Lebewesen in dem Körperinneren; BM.: Beutel; F.: Magen, Magens, Mägen+EW; Z.: Mag-en
$Magenbitter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Magenbitter; E.: s. Magen, s. bitter (Adj.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Magen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Magen und bitter (Adj.) gebildete Bezeichnung für ein alkoholisches Getränk mit bitteren zu der Anregung der Verdauung bestimmten Kräutern; F.: Magenbitter, Magenbitters, Magenbittern+EW; Z.: Mag-en—bi-tt-er
mager, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. mager, fettarm, fleischlos, dünn, dürr; ne. meagre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mager, meger, Adj., mager; mnd. māger (1), mager, Adj., mager, abgemagert, dürr, fettlos; mnl. magher, mager, Adj., mager; ahd. magar, Adj., mager, abgemagert, dünn, fettlos, entkräftet; as. -; anfrk. -; germ. *magra-, *magraz, Adj., mager; s. idg. *māk̑-, *mək̑-, *meh₂k̑-, Adj., lang, dünn, schlank, mager, Pokorny 699 (1151/16) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mager, Kluge s. u. mager, DW 12, 1442, EWD s. u. mager, EWAhd 6, 23, Falk/Torp 304, Heidermanns 393, Duden s. u. mager, Bluhme s. u. mager; Son.: vgl. afries. -; ae. mæger, Adj., mager; an. magr, Adj., mager; got. -; nndl. mager, Adj., mager; nschw. mager, Adj., mager; nnorw. mager, Adj., mager; gr. μακρός (makrós), Adj., lang, gewaltig, groß; lat. macer, Adj., mager; heth. maklant-, Adj., dünn, mager; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für wenig Fleisch und Fett an dem Körper habend; BM.: dünn; F.: mager, magere, mageres, magerem, mageren, magerer(, magerere, magereres, magererem, magereren, magererer, magerst, magerste, magerstes, magerstem, magersten, magerster)+EW; Z.: mag-er
$magern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. magern, mager werden, dünn werden; Vw.: s. ab-; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mager, s. (e)n (GB): L.: DW 12, 1445, EWD s. u. mager, EWAhd 6, 25; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus mager und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren Lebens gebildete Bezeichnung für mager werden oder dünn werden; F.: magern, magere (!), mager (!), magerst, magert, magerte, magertest, magerten, magertet, gemagert, gemagerte, gemagertes, gemagertem, gemagerten, gemagerter, magernd, magerndes, magerndem, magernden, magernder+EW; Z.: mag-er-n
Magie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Magie, Zauberei; ne. magic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Magier, magisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. magīa; E.: s. lat. magīa, F., Magie, Zauberei, (um 125-175 n. Chr.); gr. μαγεία (mageía), F., Zauberei, Blendwerk; vgl. gr. μαγεύειν (mageúein), V., Zauberer sein (V.), zaubern; gr. μάγος (mágos), M., Mitglied der medischen Priesterkaste, Magier (Sg.); apers. magus, M., Magier, Zauberer; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Magie, EWD s. u. Magier, DW 12, 1445, Duden s. u. Magie; Son.: vgl. nndl. magie, Sb., Magie; frz. magie, F., Magie; nschw. magi, Sb., Magie; nnorw. magi, M., Magie; poln. magia, F., Magie; lit. magija, F., Magie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Altpersischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums behauptete geheime Kunst sich übersinnliche Kräfte dienstbar zu machen; BM.: können; F.: Magie+FW; Z.: Mag-ie
Magier, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Magier, Zauberer, behauptete Zauberkünste Ausübender; ne. magician; Vw.: -; Hw.: s. Magie, magisch; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. magus; E.: s. lat. magus, M., Gelehrter, Magier (Sg.), Zauberer, Hexer, (81-43 v. Chr.); gr. μάγος (mágos), M., Mitglied der medischen Priesterkaste, Magier (Sg.); apers. magus, M., Magier, Zauberer; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Magie, fehlt DW, EWD s. u. Magier, Duden s. u. Magie; Son.: s. ahd. māgi, st. M. Pl. (i), Magier (Pl.), Weise (M. Pl.); frz. mage, M., Magier; nschw. magiker, Sb., Magier; nnorw. magiker, N., Magier; poln. magik, M., Magier; lit. magas, M., Magier; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Altpersischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl seit den Hochkulturen des Altertums behauptete Zauberkünste Ausübenden; BM.: können; F.: Magier, Magiers, Magiern+FW(+EW); Z.: Mag-i-er
magisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. magisch, zauberisch, Magie betreffend, Zauber betreffend; ne. magic (Adj.), magical; Vw.: -; Hw.: s. Magie, Magier; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. magicus; E.: s. lat. magicus (1), Adj., magisch, zauberisch, Zauberei betreffend, 65-8 v. Chr.); vgl. lat. magus, M., Gelehrter, Magier (Sg.), Zauberer, Hexer, (81-43 v. Chr.); gr. μάγος (mágos), M., Mitglied der medischen Priesterkaste, Magier (Sg.); apers. magus, M., Magier, Zauberer; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Magie, DW 12, 1445, EWD s. u. Magier, Duden s. u. magisch; Son.: vgl. nndl. magisch, Adj., magisch; frz. magique, Adj., magisch; nschw. magisk, Adj., magisch; nnorw. magisk, Adj., magisch; poln. magiczny, Adj., magisch; lit. magiškas, Adj., magisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und Altpersischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Magie oder Zauber betreffend; BM.: können; F.: magisch, magische, magisches, magischem, magischen, magischer(, magischere, magischeres, magischerem, magischeren, magischerer, magischst, magischste, magischstes, magischstem, magischsten, magischster)+FW+EW; Z.: mag-isch
Magister, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Magister, Bezeichnung einer Lehrerwürde?; ne. magister, master (M.); Vw.: -; Hw.: s. Magistrat, Meister; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. magister, M., Lehrer; mnd. magister, megister, M., Magister, Lehrer, Vorsteher eines Stiftes (N.); ahd. magister*, st. M. (a), „Meister“, Lehrer; lat. magister, M., Lehrer, Meister, (3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. magis, Adv., mehr; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Magister, DW 12, 1446, EWD s. u. Magister, EWAhd 6, 31, Duden s. u. Magister; Son.: vgl. nndl. magister, Sb., Magister; nschw. magister, Sb., Magister; nnorw. magister, M., Magister; poln. magister, M., Magister; kymr. meistr, M., Magister; nir. máistir, M., Magister; lit. magistras, M., Magister; GB.: seit 810-817 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ausgebildeten Lehrer und davon abgeleitet Bezeichnung für einen akademischen Grad; BM.: groß; F.: Magister, Magisters, Magistern+FW; Z.: Mag-ist-er
Magistrat, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Magistrat (M.), Beamter, Verwaltungsbeamter, Gesamtheit der höheren Bediensteten einer Behörde; ne. magistrate; Vw.: -; Hw.: s. Magister; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. magistrātus; E.: s. lat. magistrātus, M., Amt eines Magisters, Würde eines Magisters, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. magister, M., Lehrer, Meister; vgl. lat. magis, Adv., mehr; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Magistrat, fehlt DW, EWD s. u. Magistrat, Duden s. u. Magistrat; Son.: vgl. nndl. magistraat, Sb., Magistrat; frz. magistrat, M., Magistrat; nschw. magistrat, Sb., Magistrat; nnorw. magistrat, M., Magistrat; poln. magistrat, M., Magistrat; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der höheren Bediensteten einer Behörde und das Amt eines höheren Bediensteten in einer Behörde; BM.: groß; F.: Magistrat, Magistrats, Magistrates, Magistrate, Magistraten+FW(+EW); Z.: Mag-ist-r-at
Magma, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Magma, glühend flüssige Masse in dem Erdinneren; ne. magma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. magma; E.: s. lat. magma, N., Bodensatz der Salbe, (23/24-79 n. Chr.); gr. μάγμα (mágma), N.?, Bodensatz, geknetete Masse; vgl. gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Magma, fehlt DW, Duden s. u. Magma; Son.: vgl. nndl. magma, Sb., Magma; frz. magma, M., Magma; nschw. magma, Sb., Magma; nnorw. magma, M., N., Magma; poln. magma, F., Magma; kymr. magma, M., Magma; nir. magma, M., Magma; lit. magma, F., Magma; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschliche aus geschmolzenem Gestein bestehende glühend flüssige Masse in dem oder aus dem Erdinneren; BM.: kneten; F.: Magma, Magmas, Magmen+FW; Z.: Mag-m-a
Magnat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Magnat, mächtiger und einflussreicher Mensch; ne. magnate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. māgnās; E.: s. mnd. magnāt (1), M., hoher kirchlicher Würdenträger; lat. māgnās, M., Großer, Häuptling, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Magnat, fehlt DW, EWD s. u. Magnat, Duden s. u. Magnat; Son.: vgl. nndl. magnaat, Sb., Magnat; frz. magnat, M., Magnat; nschw. magnat, Sb., Magnat; nnorw. magnat, M., Magnat; poln. magnat, M., Magnat; lit. magnatas, M., Magnat; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung oder den Hochkulturen des Altertums möglichen mächtigen und einflussreichen Menschen; BM.: groß; F.: Magnat, Magnaten+FW; Z.: Mag-n-at
Magnesia, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Magnesia, Magnesiumcarbonat, Talkerde; ne. magnesia; Vw.: -; Hw.: s. Magnesium, Magnet; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. Māgnēsia; E.: s. mlat. Māgnēsia (2), F., Stein der Weisen, Quecksilber, Vitriol; vgl. lat. Māgnēsia, F.=ON, Magnesien; gr. Μαγνησία (Magnēsía), F.=ON, Magnesien; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Magnesia, fehlt DW, Duden s. u. Magnesia; Son.: vgl. nndl. magnesia, Sb., Magnesia; frz. magnésie, F., Magnesia; nschw. magnesia, Sb., Magnesia; nnorw. magnesia, F., Magnesia; poln. magnezja, F., Magnesia; kymr. magnesia, M., Magnesia; nir. maignéis, F., Magnesia; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für ein bei dem Verbrennen von Magnesium entstehendes und in Wasser unlösliches Pulver das von Menschen vor allem als Mittel gegen Übersäuerung des Magens und zu einem Einreiben und Trockenhalten der Handflächen bei dem Geräteturnen verwendet wird; BM.: ON; F.: Magnesia+FW; Z.: Magnes-i-a
Magnesium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Magnesium, ein Leichtmetall, ein Erdalkalimetall; ne. magnesium; Vw.: -; Hw.: s. Magnesia, Magnet; Q.: 18. Jh.; I.: aus dem Griechischen; E.: letztlich von gr. Μαγνησία (Magnēsía), F.=ON, Magnesien; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Magnesia, Duden s. u. Magnesium; Son.: vgl. nndl. magnesium, Sb., Magnesium; frz. magnésium, M., Magnesium; nschw. magnesium, N., Magnesium; nnorw. magnesium, M., N., Magnesium; kymr. magnesiwm, M., Magnesium; nir. maignéisiam, M., Magnesium; poln. magnez, M., Magnesium; lit. magnis, M., Magnesium; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach dem ON Magnesia in Thessalien nördlich Euböas und Böotiens gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein 1755 von Joseph Black entdecktes und nur in Verbindungen vorkommendes und mit etwa 1,94 Prozent Massenanteil der Erdhülle (Erdkruste und Ozeane sowie Atmosphäre bis 10 Kilometer Tiefe) und mit etwa 2 Prozent der Erdkruste achthäufigstes Element der Erdkruste bildendes sowie für den Organismus des Menschen für die Aktivierung vieler Enzyme und die Übertragung von Reizen von Nerven auf Muskeln sehr wichtiges silberweißes glänzendes dehnbares und weiches schon vormenschliches Leichtmetall das sich bei Erhitzung entzündet und mit blendend hellem Licht verbrennt (chemisches Element Nr. 12, abgekürzt Mg); BM.: ON; F.: Magnesium, Magnesium, Magnesiums+FW; Z.: Magnes-i-um
Magnet, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Magnet, Anziehungskraft ausübende Gegebenheit; ne. magnet; Vw.: -; Hw.: s. magnetisch, Magnesia, Magnesium, Mangan; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. magnes, M., Magnet; mnd. magnēt, magnāt, M., Magnetstein; lat. Māgnēs (2), Magnesier; s. gr. Μάγνης (Mágnēs), M., Magnesier; s. lat. Māgnēsia, F.=ON, Magnesien; gr. Μαγνησία (Magnēsía), F.=ON, Magnesien; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Magnet, DW 12, 1447, EWD s. u. Magnet, Duden s. u. Magnet; Son.: vgl. nndl. magneet, Sb., Magnet; frz. magnetit, M., Magnet; nschw. magnet, Sb., Magnet; nnorw. magnet, M., Magnet; poln. magnes, M., Magnet; kymr. magned, M., Magnet; nir. meighnéad, M., Magnet; lit. magnetas, M., Magnet; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und von einem ON Magnesia in Thessalien nördlich Euböas und Böotiens gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Eisenstück oder Stahlstück mit der Eigenschaft Eisen oder Kobalt oder Nickel anzuziehen und an sich haften zu lassen oder eine vergleichbare Gegebenheit; BM.: ON; F.: Magnet, Magneten, Magnets, Magnetes, Magnete+FW(+EW); Z.: Magne-t
magnetisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. magnetisch, Anziehungskraft ausübend, anziehend; ne. magnetic; Vw.: -; Hw.: s. Magnet; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. māgnēticus; E.: s. mlat. māgnēticus, Adj., magnetisch; vgl. lat. Māgnēticus, Adj., magnesisch, (um 400 n. Chr.); Igr. Μαγνητικός (Magnētikós), Adj., magnesisch; vgl. gr. Μαγνησία (Magnēsía), F.=ON, Magnesien; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Magnet, EWD s. u. Magnet, DW 12, 1447, Duden s. u. Magnet; Son.: vgl. nndl. magnetisch, Adj., magnetisch; frz. magnétique, Adj., magnetisch; nschw. magnetisk, Adj., magnetisch; nnorw. magnetisk, Adj., magnetisch; poln. magnetyczny, Adj., magnetisch; kymr. magnetic, Adj., magnetisch; nir. maighnéadach, Adj., magnetisch; lit. magnetinis, Adj., magnetisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Magnet und isch gebildete Bezeichnung für Anziehungskraft ausübend oder anziehend; BM.: ON; F.: magnetisch, magnetische, magnetisches, magnetischem, magnetischen, magnetischer(, magnetischere, magnetischeres, magnetischerem, magnetischeren, magnetischerer, magnetischst, magnetischste, magnetischstes, magnetischstem, magnetischsten, magnetischster) +FW+EW; Z.: magne-t-isch
$magnetisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. magnetisieren, magnetisch machen, anziehen; E.: s. Magnet, s. is, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. Magnet, fehlt DW, EWD s. u. Magnet; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Magnet und is und ier sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für magnetisch machen oder anziehen; F.: magnetisieren, magnetisiere, magnetisierst, magnetisiert, magnetisierest, magnetisieret, magnetisierte, magnetisiertest, magnetisierten, magnetisiertet, ##magnetisiert, magnetisierte, magnetisiertes, magnetisiertem, magnetisierten, magnetisierter##, magnetisierend, ###magnetisierend, magnetisierende, magnetisierendes, magnetisierendem, magnetisierenden, magnetisierender###, magnetisier (!)+FW(+EW); Z.: magne-t-is-ier-en
$Magnetismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Magnetismus, Anziehungskraft; E.: s. Magnet, s. ismus; L.: Kluge s. u. Magnet, fehlt DW, EWD s. u. Magnet; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Magnet und ismus gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche Anziehungskraft (von Magneten); F.: Magnetismus, Magnetismen+FW; Z.: Magne-t-ism-us
Magnifikat, Magnificat, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Magnifikat, Magnificat, ein christlicher Gesang; ne. magnificat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1330-1360 (Seuse); E.: s. mhd. magnificat, st. M., Magnifikat; mnd. magnificat, N., Magnificat, Lobgesang der Maria; s. lat. māgnificāre, V., hochhalten, hochschätzen, rühmen, erheben; vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, *mg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); lat. facere, V., machen, tun; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Magnifikat; Son.: vgl. nndl. magnificat, Sb., Magnifikat; frz. magnificat, M., Magnifikat; nschw. magnificat, Sb., Magnifikat; nir. magnificat, M., Magnifikat; poln. magnificat, M., Magnifikat; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen urchristlichen der Gottesmutter Maria zugeschriebenen Gesang (er sie es möge groß machen); BM.: groß, setzen; F.: Magnifikat, Magnifikats, Magnificat, Magnificats+FW; Z.: Mag-n-i—fi-k-at
Magnifizenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Magnifizenz, Anrede für einen Rektor; ne. Magnificence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. māgnificentia; E.: lat. māgnificentia, F., edler Charakter, Hoheit, Hochherzigkeit, (230/220-168 v. Chr.); vgl. lat. māgnificus, Adj., großartig, prachtliebend, glänzend, sich brüstend, prächtig; lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Magnifizenz, fehlt DW, EWD s. u. Magnifizenz, Duden s. u. Magnifizenz; Son.: vgl. frz. Magnificence, M., Magnifizenz; ndän. magnificens, M., Magnifizenz; poln. Magnificencja, M., Magnifizenz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare ehrende Bezeichnung für einen Rektor (einer Hochschule); BM.: groß, machen; F.: Magnifizenz, Magnifizenzen+FW(+EW); Z.: Mag-n-i-fi-z-enz
Magnitude, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Magnitude, Maß für die Stärke von Erdbeben; ne. magnitude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. māgnitūdo; E.: s. lat. māgnitūdo, F., Größe, große Menge, Würde. (81-43 v. Chr.); vgl. lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Magnitude; Son.: vgl. nndl. magnitude, Sb., Magnitude; frz. magnitude, F., Magnitude; nschw. magnitud, Sb., Magnitude; poln. magnituda, F., Magnitude; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Maß der Stärke von Erdbeben; BM.: groß; F.: Magnitude, Magnituden+FW+EW; Z.: Mag-n-i-tud-e
$Magnium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Magnium; Hw.: s. Magnesium; L.: Kluge s. u. Magnesia, fehlt DW; GB.: 1808 von H. Davy gegebene Bezeichnung für das später Magnesium genannte Element; F.: Magnium, Magniums+FW; Z.: Magn-i-um
Magnolie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Magnolie, Magnolienstrauch, Magnolienbaum; ne. magnolia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von dem PN des französischen Botanikers Pierre Magnol (1638-1715); L.: Kluge s. u. Magnolie, fehlt DW, EWD s. u. Magnolie, Duden s. u. Magnolie; Son.: vgl. nndl. magnolia, Sb., Magnolie; frz. magnolia, F., Magnolie; nschw. magnolia, Sb., Magnolie; nnorw. magnolia, M., Magnolie; poln. magnolia, F., Magnolie; kymr. magnolia, F., Magnolie; nir. magnóilia, F., Magnolie; lit. magnolija, F., Magnolie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem PN Magnol und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen aus Ostasien und Nordamerika sowie dem nördlichen Südamerika kommenden und vor den Eiszeiten auch in Mitteleuropa vorhandenen Strauch oder Baum mit sehr früh in dem Frühjahr erscheinenden großen weißen bis rosafarbenen an Tulpen erinnernden Blüten; BM.: PN; F.: Magnolie, Magnolien+FW+EW?; Z.: Magnol-ie
$Magsamen, nhd., M.: nhd. Magsamen; L.: Kluge s. u. Magsamen, fehlt DW; F.: Magsamen+EW; Z.: Mag—sa-m-e
Mahagoni, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mahagoni, Maga, ein Edelholz; ne. mahogany; Vw.: -; Hw.: s. Maga; Q.: 18. Jh.; I.: Lw.; E.: aus einer mittelamerikanischen oder karibischen Eingeborenensprache; L.: Kluge s. u. Mahagoni, fehlt DW, EWD s. u. Mahagoni, Duden s. u. Mahagoni; Son.: vgl. nndl. mahonie, Sb., Mahagoni; nschw. mahogny, Sb., Mahagoni; nnorw. mahogni, M., Mahagoni; poln. mahoń, M., Mahagoni; kymr. mahogani, M., Mahagoni; nir. mahagaine, M., Mahagoni; lit. mahagonis, M., Mahagoni; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus einer mittelamerikanischen oder karibischen Eingeborenensprache aufgenommene Bezeichnung für ein inzwischen selten gewordenes und geschütztes wertvolles rotbraunes Edelholz; BM.: ?; F.: Mahagoni+FW; Z.: Mahagoni
Maharadscha, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Maharadscha, indischer Großfürst; ne. maharaja, maharajah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. maharaja; E.: s. ne. maharaja, maharajah, M., Maharadscha; von hindi mahārājā, M., Maharadscha; ai. mahārājá, M., Maharadscha; vgl. ai. mahā, Adj., groß, ausgedehnt; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); ai. rā́jā, M., König; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Maharadscha, fehlt DW, Duden s. u. Maharadscha; Son.: vgl. nndl. maharadja, Sb., Maharadscha; frz. maharadja, M., Maharadscha; nschw. maharadja, Sb., Maharadscha; nnorw. maharaja, M., Maharadscha; poln. maharadża, M., Maharadscha; lit. maharadža, M., Maharadscha; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Hindi aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altindischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen indischen Großfürsten in der Nachfolge des Mogulreichs nach 1858; BM.: groß, richten bzw. lenken; F.: Maharadscha, Maharadschas+FW(+EW?); Z.: Mah-a-radsch-a
Mahd, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mahd, Schwaden bei dem Mähen; ne. mowing (n), mown grass; Vw.: -; Hw.: s. Öhmd; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. māde, sw. F., der Schwade beim Mähen; mnd. māde (3), F., Mahd, Gemähtes; mnl. made, F., Weideland, Heuland, Landmaß; mnl. mat, mad, madt, N., ein Landmaß; ahd. māda, sw. F. (n), Mahd, Schwade, gemähtes Gras; as. *mātha?, st. F. (ō), sw. F. (n), Mahd, Wiese; anfrk. -; germ. *māþa, *mǣþa, Sb., Mahd, Gemähtes; germ. *maþwō, st. F. (ō), Matte (F.) (2), Wiese; s. idg. *met-, V., mähen, Pokorny 703; vgl. idg. *mē- (2), *h₂meh₁-, V., mähen, Pokorny 703 (1165/30) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mahd, Kluge s. u. Mahd, DW 12, 1449, EWD s. u. Mahd, EWAhd 6, 1, Falk/Torp 301, Duden s. u. Mahd, Bluhme s. u. Mahd; Son.: vgl. afries. mēth, meth?, med?, N., Mahd, Maßeinheit für Grasland; ae. mǣd (1), mēd (2), st. F. (wō), Matte (F.) (2), Wiese, Weide (F.) (2); an. -; got. -; ae. aftermath, N., Nachwirkung; GB.: (ahd. māda) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit der Sesshaftigkeit mögliche Mähen von Gras beziehungsweise für das gemähte Gras; BM.: mähen; F.: Mahd, Mahden+EW; Z.: Mah-d
$Mähder, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Mähder; E.: s. Mahd, s. er (Suff.); L.: DW 12, 1450, EWD s. u. Mahd; GB.: (ahd. mādāri) seit um 1000 belegte und mit Mahd verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit möglichen Mähenden (oder für zu mähendes Gras); F.: Mähder, Mähders, Mähdern+EW; Z.: Mäh-d-er
$Mähdrescher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mähdrescher; E.: s. mäh(en), s. Drescher; L.: fehlt DW, EWD s. u. dreschen; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus mäh(en) und Drescher gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit 1826 allmählich entwickelte und 1928 aus den Vereinigten Staaten von Amerika in dem Deutschen Reich eingeführte Maschine für das (gemeinsame) Mähen und Dreschen von Getreide; F.: Mähdrescher, Mähdreschers, Mähdreschern+EW; Z.: Mäh-dresch-er
mähen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. mähen, Gras schneiden; ne. mow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mæn, sw. V., mähen; mnd. meien* (2), meyen, meygen, meigen, mēgen, sw. V., mähen; mnl. maeyen, V., mähen; ahd. māen*, sw. V. (1a), mähen, schneiden, ausraufen; as. -; anfrk. -; germ. *mējan, *mǣjan, sw. V., mähen; s. idg. mē- (2), h₂meh₁-, V., mähen, Pokorny 703 (1165/30) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. mähen, Kluge s. u. mähen, DW 12, 1450, EWD s. u. mähen, EWAhd 6, 10, Falk/Torp 301, Seebold 347, Duden s. u. mähen, Bluhme s. u. maehen; Son.: vgl. afries. miā, meā, st. V. (7)=red. V., mähen; saterl. mjana, V., mähen; ae. māwan, st. V. (7)=red. V., mähen; an. -; got. -; nndl. maaien, V., mähen; nschw. meja, V., mähen; nnorw. meie, V., mähen; gr. ἀμᾶν (aman) (1), V., schneiden, mähen, ernten; lat. metere, V., mähen, ernten, abmähen; kymr. medi, V., schneiden, ernten; ? heth. hameha, Sb., Frühling; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung der dafür erforderlichen Werkzeuge durch den Menschen mögliches Gras schneiden um Heu zu machen; BM.: ?; F.: mähen, mähe (!), mähst, mäht, mähest, mähet, mähte, mähtest, mähten, mähtet, gemäht, ##gemäht, gemähte, gemähtes, gemähtem, gemähten, gemähter##, mähend, ###mähend, mähende, mähendes, mähendem, mähenden, mähender###, mäh (!)+EW; Z.: mäh-en
$Mäher, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Mäher, Mähender; E.: s. mäh(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 1452, EWD s. u. mähen; GB.: seit 1347-1359 belegte und aus mäh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung der dafür erforderlichen Werkzeuge durch den Menschen möglichen Mähenden; F.: Mäher, Mähers, Mähern+EW; Z.: Mäh-er
Mahl (1), nhd., N., (?): nhd. Mahl (N.) (1), Essen (N.); ne. meal; Vw.: -; Hw.: s. Mal (1); E.: mhd. māl (2), st. N., Mahl (N.) (1), Mahlzeit; mnd. *māl? (5), N., Mahl (N.) (1), Essen (N.); s. mhd. māl (1), st. N., Mal (N.) (1), ...mal, Zeit, Zeichen, Merkmal, Beschaffenheit; ahd. māl (1), st. N. (a), Mal (N.) (1), Zeitpunkt, Zeit, Punkt; germ. *mēla-, *mēlam, *mǣla-, *mǣlam, st. N. (a), Maß, Zeit, Mahlzeit, Mal (N.) (2), Fleck; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mahl 2, Kluge s. u. Mahl 1, DW 12, 1452, EWD s. u. Mahl, Duden s. u. Mahl, Bluhme s. u. Mahl; Son.: vgl. nndl. maal, Sb., Mahl (N.) (1); nschw. mål, N., Mahl (N.) (1); nnorw. mål, N., Mahl (N.) (1); GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dunkel und eine Zeit sowie seit 1280 für eine von Menschen eingenommene Mahlzeit (Essen); BM.: Essenszeit bzw. dunkel; F.: Mahl, Mahles, Mahls, Mähler, Mählern, Mahle, Mahlen+EW; Z.: Mahl
Mahl (2), nhd. (ält.), N., (8. Jh.): nhd. Mahl (N.) (2), Gerichtsverhandlung, Versprechen, Vertrag; ne. trial; Vw.: -; Hw.: s. Gemahl; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mahel, māl, st. N., Gerichtsstätte, gerichtliche Verhandlung, Gericht (N.) (1), Vertrag; mnd. māl (2), N., Gerichtsversammlung, Versammlung; mnl. mael, N., Rechtshandlung, Gerichtsverhandlung; ahd. mahal (1), māl*, st. N. (a), Gericht (N.) (1), Gerichtstermin, Gerichtsstätte, Versammlung, Gerichtsversammlung, Ratsversammlung; as. mahal, st. N. (a), Gericht (N.) (1), Gerichtsstätte, Versammlung, Rede; anfrk. māl…, Suff., Versammlung?; germ. *mahla-, *mahlam, st. N. (a), Versammlung, Rede; vgl. idg. *mād-?, *məd-, V., begegnen, kommen, Pokorny 746; L.: Kluge 1. A. s. u. Mahl 1, Kluge s. u. Mahl 2, DW 12, 1452, EWAhd 6, 39; Son.: vgl. afries. *mēla, sw. V. (2), sprechen; ae. mǣl (4), F., Rede, Unterhaltung, Streit; W.: an. māl, st. N. (a), Versammlung, Verabredung, Verhandlung, Sprache; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche abgehaltene Gerichtsversammlung oder auch Versprechen oder Vertrag; BM.: begegnen; F.: Mahl, Mahles, Mahls, Mahle, Mahlen+EW; Z.: Mahl
mahlen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. mahlen, durch Reiben zerkleinern; ne. grind (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mahlstrom; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. malen, maln, st. V., mahlen; mnd. mālen (1), mēlen, st. V., mahlen, Mahlwerk laufen lassen, Mühlenarbeit verrichten; mnl. malen, sw. V., mahlen; ahd. malan, st. V. (6), mahlen, reiben, zerstoßen (V.), zerstampfen, zerkleinern; as. malan*, st. V. (6), mahlen; anfrk. *malan?, st. V. (6), mahlen; germ. *malan, st. V., mahlen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mahlen, Kluge s. u. mahlen, DW 12, 1454, EWD s. u. mahlen, EWAhd 6, 66, Falk/Torp 314, Seebold 344, Duden s. u. mahlen, Bluhme s. u. mahlen; Son.: vgl. afries. mela, māla, sw. V., Korn mahlen; ae. -; an. mala, st. V. (6), mahlen; got. malan, st. V. (6), mahlen; nndl. malen, V., mahlen; nschw. mala, V., mahlen; nnorw. male, V., mahlen; lat. molere, V., mahlen, kauen; air. meldi, V., mahlt; lit. málti, V., mahlen; ksl. mlěti, V., mahlen; toch. A malyw-, V., zerreibt, drückt, zerdrückt, bedrückt; toch. B mely-, V., zerreibt, drückt, zerdrückt, bedrückt; heth. malla-, V., zermalmen, mahlen; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit der Sesshaftigkeit entwickeltes und seitdem verwendetes durch Reiben beispielsweise Getreidekörner zerkleinern; BM.: zermalmen; F.: mahlen, mahle (!), mahlst, mahlt, mahlest, mahlet, mahlte, mahltest, mahlten, mahltet, gemahlt, ##gemahlt, gemahlte, gemahltes, gemahltem, gemahlten, gemahlter##, mahlend, ###mahlend, mahlende, mahlendes, mahlendem, mahlenden, mahlender###, mahl (!)+EW; Z.: mahl-en
mählen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. besprechen, versprechen, verloben; ne. promise (V.), pledge (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; I.: Lw.-; E.: mhd. mahelen, mehelen, mālen, mēlen, sw. V., vor Gericht laden, gerichtlich befragen, anklagen, versprechen, verloben, vermählen; mnd. mālen (4), sw. V., vermählen, verloben, verheiraten; mnl. malen, sw. V., heiraten, sich vermählen; ahd. mahalen*, sw. V. (1a), sprechen, reden, verloben, sich verloben, vermählen, heiraten, vereinbaren, zur Braut nehmen, zur Frau nehmen, ein Übereinkommen treffen, eine Übereinkunft treffen, einen Bund schließen, anklagen; L.: DW 12, 1455, EWAhd 6, 42; Son.: vgl. ae. mæþlan, sw. V. (1), reden, sprechen; an. mæla, sw. V. (1), reden, sprechen; got. maþljan*, sw. V. (1), reden; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches besprechen oder versprechen; F.: mählen, mähle (!), mählst, mählt, mählest, mählet, mählte, mähltest, mählten, mähltet, gemählt, ##gemählt, gemählte, gemähltes, gemähltem, gemählten, gemählter##, mählend, ###mählend, mählende, mählendes, mählendem, mählenden, mählender###, mähl (!)+EW; Z.: mähl-en
mählich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. mählich, allmählich, nach und nach fortschreitend; ne. gradually, bit by bit; Vw.: s. all-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; E.: s. ahd. *mahlīh?, Adj., mählich; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. …lich; L.: Kluge s. u. mählich, DW 12, 1456 (Adv.), Duden s. u. mählich; Son.: vgl. an. makligr, Adj., angemessen, geeignet, passend, gehörig, würdig, wert; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und für das Althochdeutsche erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach und nach fortschreitend; BM.: kneten, gleich; F.: mählich, mähliche, mähliches, mählichem, mählichen, mählicher+EW; Z.: mäh-lich
$Mahlschatz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Mahlschatz; E.: s. Mahl, s. Schatz; L.: Kluge s. u. Mahl 2, DW 12, 1458, DRW; GB.: seit Mitte 12. Jh. belegte und aus Mahl und Schatz gebildete Bezeichnung für ein Menschen seit Entwicklung der Eheschließung mögliches Pfand für eine Einhaltung eines Eheversprechens; F.: Mahlschatz, Mahlschatzes, Mahlschätze, Mahlschätzen+EW; Z.: Mahl—schatz
$Mahlstatt, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mahlstatt; E.: s. Mahl, s. Statt; L.: Kluge s. u. Mahl 2, DW 12, 1458; GB.: (mahalstat) vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Mahl und Statt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Gerichten mögliche Gerichtsstelle; F.: Mahlstatt+EW; Z.: Mahl—sta-t-t
Mahlstrom, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mahlstrom, Wasserstrudel, Meeresstrudel; ne. maelstrom; Vw.: -; Hw.: s. mahlen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. maalstroom; E.: s. nndl. maalstroom, Sb., Mahlstrom; gebildet zu nndl. malen, V., drehen, anfrk. *malan?, st. V. (6), mahlen; germ. *malan, st. V., mahlen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); nndl. stroom, Sb., Strom; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mahlstrom, fehlt DW, Duden s. u. Mahlstrom; Son.: vgl. frz. maelstrom, M., Mahlstrom; nschw. malström, Sb., Mahlstrom; nnorw. malstrøm, M., Mahlstrom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen gefährlichen Wasserstrudel; BM.: drehen bzw. strömen; F.: Mahlstrom, Mahlstroms, Mahlstromes, Mahlströme, Mahlströmen+FW+EW; Z.: Mahl-s-t-ro-m
$Mahlzeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Mahlzeit; Vw.: s. Henkers-; E.: s. Mahl, s. Zeit; L.: Kluge s. u. Mahl 1, DW 12, 1459, EWD s. u. Mahl; GB.: (mālzīt) seit 1378/1379 belegte und aus Mahl und Zeit gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Zeit eines Essens und das dort verwendete Essen sowie später einen Gruß zu diesem Essen; F.: Mahlzeit, Mahlzeiten+EW; Z.: Mahl—zei-t
Mähne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mähne, Behaarung, Langhaar; ne. mane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. man, mane, st. F., st. M., sw. M., Mähne; mnd. māne (3), M., Mähne; mnl. mane, F., Mähne; ahd. mana (1), manawa, st. F. (ō), sw. F. (n), Mähne, Muskelwulst, Helmbusch; anfrk. -; germ. *manō, st. F. (ō), Mähne; vgl. idg. *mono-, *moneh₂-?, Sb., Nacken, Hals, Schmuck, Pokorny 747 (1256/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mähne, Kluge s. u. Mähne, DW 12, 1461, EWD s. u. Mähne, EWAhd 6, 90, Falk/Torp 308, Duden s. u. Mähne, Bluhme s. u. Maehne; Son.: vgl. afries. mana, mona, sw. M. (n), Mähne; nnordfries. man; ae. manu, st. F. (ō), Mähne; an. mǫn (1), st. F. (ō), Mähne; got. -; nndl. manen, Sb., Mähne; nschw. man, Sb., Mähne; nnorw. man, M., F., Mähne; ai. mányā, Sb. Nacken; av. minauu-, Sb., Halsgeschmeide; lat. monīle, N., Halsband, Halsschmuck; kymr. mwng, M., Mähne; mir. muin, F., Nacken; mir. mong, M.?, Mähne; ksl. monisto, N., Halsband; GB.: (ahd. mana) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für langes herabhängendes Haar an dem Kopf und besonders an Hals und Nacken bestimmter Säugetiere wie etwa des Pferdes oder des Löwen; BM.: ragen; F.: Mähne, Mähnen+EW; Z.: Mähn-e
mahnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mahnen, auffordern, erinnern, drängen; ne. admonish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. manen, sw. V., erinnern, ermahnen, auffordern, antreiben; mnd. mānen (1), maynen, sw. V., mahnen, ermahnen, aufreizen, einmahnen, einfordern, vor Gericht Klage erheben wegen einer Forderung; mnl. manen, sw. V., mahnen, erinnern an, einmahnen, einfordern; ahd. manōn, sw. V. (2), mahnen, auffordern, mahnen wegen, ermahnen, ermahnen wegen, erinnern; ahd. manēn*, sw. V. (3), „mahnen“, warnen, erinnern, erinnern an, ermahnen, veranlassen, auffordern, aufmerksam machen; as. manōn, sw. V. (2), mahnen, treiben; anfrk. -; germ. *manōn, sw. V., mahnen; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mahnen, Kluge s. u. mahnen, DW 12, 1462, EWD s. u. mahnen, EWAhd 6, 134, Falk/Torp 308, Seebold 346, Duden s. u. mahnen, Bluhme s. u. mahnen; Son.: vgl. afries. mania, monia, sw. V. (2), mahnen, ermahnen, einfordern; saterl. mania, V., mahnen; ae. manian, sw. V. (2), mahnen, warnen, anstacheln, raten, lehren, verlangen, fordern; an. -; got. -; nndl. manen, V., mahnen; nschw. manna, V., mahnen; nnorw. mane, V., mahnen; ai. mányate, V., denkt; apers. maniyaiy, V., ich dünke mich, ich halte mich für; gr. μεμονέναι (memonénai), V. (Zustandsperfekt), im Sinn haben, gedenken, streben; lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; lat. meminisse, V., sich erinnern, sich besinnen können, eingedenk sein (V.); air. do-moinethar, V., glaubt, meint; lit. miñti, V., gedenken, sich erinnern; ksl. mĭněti, V., glauben, meinen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches auffordern oder erinnern oder drängen; BM.: denken; F.: mahnen, mahne, mahnst, mahnt, mahnest, mahnet, mahnte, mahntest, mahnten, mahntet, gemahnt, ##gemahnt, gemahnte, gemahntes, gemahntem, gemahnten, gemahnter##, mahnend, ###mahnend, mahnende, mahnendes, mahnendem, mahnenden, mahnender###, mahn (!)+EW; Z.: mahn-en
$Mahnmal, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mahnmal, als Mahnung von Menschen entwickeltes und verwendetes Denkmal; E.: s. mahn(en), s. Mal; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mal 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mahn(en) und Mal gebildete Bezeichnung für ein als Mahnung von Menschen entwickeltes und verwendetes Denkmal oder Mal; F.: Mahnmal, Mahnmals, Mahnmales, Mahnmale, Mahnmalen, Mahnmäler, Mahnmälern+EW; Z.: Mahn—mal
$Mahnung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Mahnung, Aufforderung, Erinnerung; E.: s. mahn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. mahnen, DW 12, 1466, EWD s. u. mahnen; GB.: seit um 800 belegte und aus mahn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Aufforderung oder Erinnerung; F.: Mahnung, Mahnungen+EW; Z.: Mahn-ung
Mahr, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Mahr, quälender Nachtgeist, Alptraum; ne. nightmare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. mar, mare, M., F., Nachtalp; mnd. māre (1), mār, mare, maer, M., F.?, Mahr, Alp, Alb, Menschen im Schlaf quälendes Gespenst; mnl. mare, M., Alb; ahd. mara, sw. F. (n), Mahr, Nachtmahr, Alb; as. mara, sw. F. (n), Mahr, Alp; anfrk. -; germ. *marō-, *marōn, sw. F. (n), Alp, Mahr, Nachtgespenst; vgl. idg.? *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mahr, Kluge s. u. Mahr, DW 12, 1466, EWD s. u. Mahr, EWAhd 6, 147, Falk/Torp 310, Duden s. u. Mahr, Bluhme s. u. Mahr; Son.: vgl. afries. -; ae. mare (2), mære, sw. F. (n), Mahr, Alp, Nachtgespenst; ae. mera, sw. M. (n), Mahr, Alp, Nachtgespenst, Incubus; ae. *mær, M., Mahr; an. mara (1), sw. F. (n), Mahr, Alp, Nachtgespenst; got. -; nndl. (ält.) maar, Sb., Alptraum Hexe; nndl. nachtmerrie, Sb., Alptraum; frz. cauchemar, M., Alptraum; air. mor-rígain, PN, Morrrigan (eine Schlachtendämonin); russ. kikímora, F., in der Nacht spinnendes Gespenst; ukr. móra, F., Alptraum; GB.: (ahd. mara) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen quälenden Nachtgeist oder Alptraum; BM.: packen; F.: Mahr, Mahres, Mahrs, Mahre, Mahren+EW; Z.: Mahr
Mähre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Mähre, Pferd, Stute; ne. old horse; Vw.: -; Hw.: s. Marschall; Q.: 712/725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. merehe*, merhe, sw. F., Stute, Mähre, Hure; mhd. mœre, mōre, mære, st. M., Mähre, Pachtpferd, Reitpferd, Pferd; mnd. mēre (3), meere, mērie, F., Mähre, Stute, Gaul, Pferd; mnl. merie, mery, marrie, merrie, F., Stute; mnl. maer..., Präf., Pferde...; ahd. meriha, merha, mariha*, marha, sw. F. (n), Stute; ahd. marh, marah*, st. M. (a)?, Pferd; as. mėrge*, mėriha, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Mähre; anfrk. -; germ. *marhī-, *marhīn, *marhjō-, *marhjōn, sw. F. (n), Mähre, Stute; germ. *marha-, *marhaz, st. M. (a), Pferd, Ross; vgl. idg. *markos?, M., Pferd, Pokorny 700 (1156/21) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mähre, Kluge s. u. Mähre, DW 12, 1467, EWD s. u. Mähre, EWAhd 6, 150, EWAhd 6, 333, Falk/Torp 313, Duden s. u. Mähre, Bluhme s. u. Mähre; Son.: s. lang. *marh, Sb., Pferd; vgl. afries. merie, F., Mähre, Stute; nnordfries. mar, F., Mähre, Pferd; afries. mar (1), st. M. (a), „Mähre“, Ross, Pferd; ae. míere, sw. F. (n), Mähre, Stute; ae. mearh (1), st. M. (a), Pferd, Ross, Mähre; an. merr, st. F. (jō?), Stute, Mähre; an. marr (2), st. M. (a), Pferd; got. *marhs, st. M. (a), Pferd; ai. márya-, M., Jüngling, junger Hengst; ait. marrone, M.?, Leitpferd (aus dem Germanischen); galat. μάρκαν (márkan), Sb. (Akk. Sg.), Pferd; gall. -marcos, Suff.; kymr. march, M., Pferd; nir. marc, M., Pferd; GB.: seit 712/725 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches (altes) Pferd; BM.: ?; F.: Mähre, Mähren+EW; Z.: Mähr-e
Mai, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Mai, Wonnemonat, fünfter Monat; ne. may; Vw.: -; Hw.: s. Maien, Maiensäß; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. meie, sw. M., Mai, Maibaum, Mailied, Frühlingsfest; mnd. mei, mey, meye, meyg, may, st. M., Mai (Monat), Frühling, Blüte, Flor, Maifest, Sinnbild des Blühenden, Blütezeit; mnl. meye, M., Mei; ahd. meio, sw. M. (n), Mai; s. lat. Māius, M., Mai; lat. māior, Adj. (Komp.), größer; vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mai, Kluge s. u. Mai, DW 12, 1469, EWD s. u. Mai, Duden s. u. Mai; Son.: vgl. afries. māia, sw. M. (n), Mai; nndl. mei, Sb., Mai; frz. mai, M., Mai; nschw. maj, Sb., Mai; nnorw. mai, M., Mai; poln. maj, M., Mai; kymr. Mai, M., Mai; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den fünften zwischen April und Juni liegenden Monat in dem von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten (julianischen und gregorianischen) Kalender; BM.: groß; F.: Mai, Maies, Mais, Maie, Maien+FW; Z.: Mai
$Maid, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Maid, Mädchen, Magd; L.: Kluge s. u. Maid, Magd; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit Mädchen und Magd verbindbare Bezeichnung für eine junge Frau; F.: Maid, Maiden+EW; Z.: Mai-d
Maien, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Maien, Blumenstrauß; ne. bunch of wild flowers; Vw.: -; Hw.: s. Mai, Maiensäß; Q.: 16. Jh.; E.: s. Mai; L.: Kluge 1. A. s. u. Maie, Kluge s. u. Maien, fehlt DW, Duden s. u. Maien; Son.: schweiz.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mai und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Blumenstrauß; BM.: Baumschmuck im Mai; F.: Maie, Maien, Maiens+FW; Z.: Mai-en
Maiensäß, nhd. (dial.), N., (20. Jh.): nhd. Maiensäß, unterste Stufe einer Alm, Almhütte; ne. alpine hut, lowest part of mountain pasture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. Mai; Hinterglied s. schweiz. Säß, N., Alm; germ. *sēti-, *sētiz, *sǣti-, *sǣtiz, st. N. (i), Sitz, Aufenthalt; germ. *sētra-, *sētram, *sǣtra-, *sǣtram, st. N. (a), Sitzen, Verweilen; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Maiensäß, fehlt DW, Duden s. u. Maiensäß; Son.: schweiz.; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Mai und en (Suff.) sowie säß gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vorübergehend in dem Frühjahr bewirtschaftete Bergweide als unterste Stufe einer Alm oder für eine Almhütte; BM.: Monat in dem die Tiere auf die Alm gebracht werden, sitzen; F.: Maiensäß, Maiensäßes, Maiensäße, Maiensäßen+EW; Z.: Mai-en—säß
$Maiglöckchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Maiglöckchen; Q.: um 1800; E.: s. Mai, s. Glöckchen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mai; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mai und Glöckchen gebildete Bezeichnung für ein meist in dem Mai mit weißen Blüten in Glöckchenform blühende kleine sehr giftige Pflanze; F.: Maiglöckchen, Maiglöckchens+FW+EW; Z.: Mai—glöck—chen
$Maikäfer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Maikäfer; E.: s. Mai, s. Käfer; L.: DW 12, 1481, EWD s. u. Mai; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mai und Käfer gebildete Bezeichnung für einen vielleicht vor 45 Millionen Jahren entwickelten nach zwei bis vier Jahren als Engerling (Larve) in dem Boden jeweils in dem Mai schlüpfenden sowie von Blättern von Laubbäumen lebenden und deswegen von Menschen zeitweise stark bekämpften Käfer in Eurasien; F.: Maikäfer, Maikäfers, Maikäfern+FW+EW; Z.: Mai—käf-er
mailen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. mailen, E-mail senden; ne. mail (V.), email (V.); Vw.: -; Hw.: s. E-mail; Q.: 4. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. ne. mail; E.: s. ne. mail, V., mailen, Brief senden; vgl. ne. mail, N., Post; über mittelenglisch von afrz. male, Sb., Geldbeutel; aus einer westgermanischen Sprache; vgl. ahd. malaha, st. F. (ō), Tasche, Ranzen, Sack, Quersack; germ. *malha, Sb., Ledersack; idg. *molko-?, Sb., Sack, Tasche, Pokorny 747 (1255/120) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. mailen; Son.: vgl. nndl. mailen, V., mailen; nschw. mejla, V., mailen; GB.: seit 4. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für elektronisch eine Post oder Mitteilung senden; BM.: Sack; F.: mailen, maile, mailst, mailt, mailest, mailet, mailte, mailtest, mailten, mailtet, gemailt, ##gemailt, gemailte, gemailtes, gemailtem, gemailten, gemailter##, mailend, ###mailend, mailende, mailendes, mailendem, mailenden, mailender###, mail (!)+FW; Z.: mail-en
Mais, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mais, Maisstaude; ne. corn (N.), maize (bot.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. maïs, span. maíz; E.: s. frz. maïs, M., Mais; span. maíz, M., Mais; aus Taino mays, Sb., Mais; L.: Kluge 1. A. s. u. Mais, Kluge s. u. Mais, DW 12, 1483, EWD s. u. Mais, Duden s. u. Mais, Bluhme s. u. Mais; Son.: vgl. nndl. maïs, Sb., Mais; nschw. majs, Sb., Mais; nnorw. mais, M., Mais; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar dem Taino aufgenommene (und geringfügig umgebildete) Bezeichnung für eine aus Mittelamerika stammende hochwachsende Pflanze (Teosinte) mit (breiten und langen) Blättern und einem (großen) als Kolben wachsenden Fruchtstand mit gelben Körnern die seit rund 9000 Jahren von Menschen zunehmend als Nahrungsmittel und vor allem als Viehfutter verwendet werden; BM.: ?; F.: Mais, Maises, Maise, Maisen+FW; Z.: Mais
Maisch, nhd., M., N., (14. Jh.): nhd. Maisch, Maische, stärkehaltiges und zuckerhaltiges Gemisch; ne. mash (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maische; Q.: vor 1312 (Apokalpyse von Heinrich von Hesler); E.: s. mhd. meisch, st. M., Maische; mnd. mēsch, M., Maische, Malzbrühe als Grundstoff für die Bierbereitung; germ. *maiska-, *maiskaz, st. M. (a), Mischung, Maische; westgerm. *maikskō, st. F. (ō), *maikskō-, *maikskōn, sw. F. (n), Maische; s. idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Maische, EWD s. u. Maisch, DW 12, 1483, Duden s. u. Maisch; Son.: vgl. ae. māsc, Sb., Maische; russ. mezgá, F., weicheres Holz zwischen Rinde und Kern; GB.: seit vor 1312 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen zu Bierherstellung oder Schnapsherstellung verwendetes Gemisch aus stärkehaltigen Rohstoffen mit auf der Darre getrocknetem Malz und Wasser; BM.: mischen; F.: Maisch, Maisches, Maischs, Maische, Maischen+EW; Z.: Mai-sch
Maische, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Maische, Maisch, stärkehaltiges und zuckerhaltiges Gemisch; ne. mash (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maisch; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. meisch, st. M., Maische; mnd. mēsch, M., Maische, Malzbrühe als Grundstoff für die Bierbereitung; germ. *maiska-, *maiskaz, st. M. (a), Mischung, Maische; westgerm. *maikskō, st. F. (ō), *maikskō-, *maikskōn, sw. F. (n), Maische; s. idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meisch, Kluge s. u. Maische, EWD s. u. Maisch, DW 12, 1945 (Meische), Falk/Torp 322, Duden s. u. Maische, Bluhme s. u. Maische; Son.: vgl. ae. māsc, Sb., Maische; russ. mezgá, F., weicheres Holz zwischen Rinde und Kern; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen zu Bierherstellung verwendetes Gemisch aus stärkehaltigen Rohstoffen mit auf der Darre getrocknetem Malz und Wasser; BM.: mischen; F.: Maische, Maischen+EW; Z.: Mai-sch-e
Majestät, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Majestät, König, Kaiser; ne. majesty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1200 (Barlaam des Otto von Freising); E.: mhd. majestāt, mājestāt, majestæt, meienstat, st. F., sw. F., M., Majestät, Herrlichkeit; mnd. majestāt, majestaet, majestēt, majesteit, F., Majestät, Hoheit, Größe, Herrlichkeit, Würde, Pracht, Ansehen; lat. māiestās, F., Größe, Hoheit, Erhabenheit, Würde, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Majestät, DW 12, 1485, EWD s. u. Majestät, Duden s. u. Majestät; Son.: vgl. nndl. majesteit, Sb., Majestät; frz. majesté, F., Majestät; nschw. majestät, Sb., Majestät; nnorw. majestet, M., Majestät; poln. majestat, M., Majestät; GB.: seit vor 1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Größe und Herrlichkeit sowie eine Anrede für Kaiser und Könige; BM.: groß; F.: Majestät, Majestäten+FW; Z.: Maj-est-ät
$majestätisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. majestätisch, großartig, erhaben, hoheitsvoll, würdevoll; E.: s. Majestät, s. isch; L.: Kluge s. u. Majestät, DW 12, 1487, EWD s. u. Majestät; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Majestät und isch gebildete Bezeichnung für großartig oder erhaben oder hoheitsvoll oder würdevoll; F.: majestätisch, majestätische, majestätisches, majestätischem, majestätischen, majestätischer(, majestätischere, majestätischeres, majestätischerem, majestätischeren, majestätischerer, majestätischst, majestätischste, majestätischstes, majestätischstem, majestätischsten, majestätischster)+FW(+EW); Z.: maj-est-ät-isch
Majolika, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Majolika, eine Keramik; ne. majolica; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. maiolica; E.: s. it. maiolica, F., Majolika; vom ON Mallorca, lat. īnsula māior; lat. māior, Adj. (Komp.), größer; vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Majolika, fehlt DW, EWD s. u. Majolika, Duden s. u. Majolika; Son.: vgl. nndl. majolica, Sb., Majolika; frz. majolique, F., Majolika; nschw. majolika, Sb., Majolika; nnorw. majolika, M., Majolika; poln. majolika, F., Majolika; kymr. maiolica, M., Majolika; nir. maisealaca, F., Majolika; lit. majolika, F., Majolika; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Ortsnamen Mallorca verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte mit einer Zinnglasur überzogene Keramik; BM.: Keramik von Mallorca; F.: Majolika, Majolikan, Majolikas, Majoliken+FW(+EW); Z.: Maj-ol-ik-a
Major, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Major, ein unterer Stabsoffiziersdienstgrad; ne. major (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. span. mayor; E.: s. span. mayor, M., Gößerer, Erhabener; lat. māior (2), M., Größerer, Vorfahr, Ahne, (81-43 v. Chr.); lat. māior, Adj. (Komp.), größer; vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Major, fehlt DW, EWD s. u. Major, Duden s. u. Major; Son.: vgl. nndl. majoor, Sb., Major; frz. major, M., Major; nschw. major, Sb., Major; nnorw. major, M., Major; poln. major, M., Major; nir. maor, M., Major; lit. majoras, M., Major; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unteren Dienstgrad von Stabsoffizieren; BM.: groß; F.: Major, Majors, Majore, Majoren+FW(+EW); Z.: Maj-or
Majoran, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Majoran, ein Kraut, eine Gewürzpflanze; ne. marjoram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. majeron, majoran, meigramme, M., Majoran; mnd. majorān, M., Majoran; mnl. mayeraen, M., Majoran; s. mlat. maiorana, M.?, Majoran; lat. amāracum, N., Majoran, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. ἀμάρακον (amárakon), N., Majoran; kulturelles Wanderwort; vgl. ai. maruva, Frisk 1, 86; L.: Kluge 1. A. s. u. Majoran, Kluge s. u. Majoran, DW 12, 1488, EWD s. u. Majoran, EWAhd 6, 58, Duden s. u. Majoran; Son.: vgl. nndl. majoraan, Sb., Majoran; frz. marjolaine, F., Majoran; nschw. mejram, Sb., Majoran; nnorw. merian, M., Majoran; poln. majeranek, M., Majoran; lit. mairūnas, M., Majoran; GB.: (ahd. meiolan*) seit 12. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen genutzte schon vormenschliche zu den Lippenblütlern gehörende Gewürzpflanze mit kleinen weißen Blüten; BM.: ?; F.: Majoran, Majorans, Majorane, Majoranen+FW(+EW); Z.: Maj-or-an
Majorität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Majorität, Mehrheit; ne. majority; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. māiōritās; E.: s. lat. māiōritās, F., Status des Höheren, (2. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. māior, Adj. (Komp.), größer; lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Majorität, Duden s. u. Majorität; Son.: vgl. frz. majorité, F., Majorität; nschw. majoritet, Sb., Majorität; nnorw. majoritet, M., Majorität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine politisch zunehmend bedeutsamere Mehrheit; BM.: groß; F.: Majorität, Majoritäten+FW(+EW); Z.: Maj-or-it-ät
Majuskel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Majuskel, Großbuchstabe; ne. majuscule; Vw.: -; Hw.: s. Minuskel; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. maiuscula (littera); E.: s. lat. maiuscula (littera), F., Majuskel, Großbuchstabe; vgl. lat. māior, Adj. (Komp.), größer; lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Majuskel, fehlt DW, Duden s. u. Majuskel; Son.: vgl. frz. majuscule, F., Majuskel; nschw. majuskel, Sb., Majuskel; nnorw. majuskel, M., Majuskel; poln. majuskuła, F., Majuskel; lit. majuskulai, Sb. Pl., Majuskeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen groß geschriebenen Buchstaben (Großbuchstaben) (des lateinischen) Alphabets in Gegensatz zu der Minuskel als dem klein geschrieben Buchstaben; BM.: groß; F.: Majuskel, Majuskeln+FW; Z.: Maj-usk-el
makaber, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. makaber, grausig, schaudererregend, unheimlich; ne. macabre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. macabre; E.: s. frz. macabre, Adj., makaber; von frz. danse macabre, F., Totentanz; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Semitischen, vgl. hebr. meqabbēr, Adj., begrabend; arab. maqābir, Sb., Gräber; oder auch vom PN Makkabäer, hebr. makkaba, Sb., Hammer; L.: Kluge s. u. makaber, fehlt DW, EWD s. u. makaber, Duden s. u. makaber; Son.: vgl. nndl. macaber, Adj., makaber; nschw. makaber, Adj., makaber; nnorw. makaber, Adj., makaber; poln. makabryczny, Adj., makaber; kymr. macâbr, Adj., makaber; lit. makabriškas, Adj., makaber; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Semitischen (Hebräischen oder Arabischen) kommende Bezeichnung für durch eine bestimmte Beziehung zu dem Tode unheimlich; BM.: ?; F.: makaber, makabere, makaberes, makaberem, makaberen, makaberer(, makaberere, makabereres, makabererem, makabereren, makabererer, makaberst, makaberste, makaberstes, makaberstem, makabersten, makaberster)+FW(+E; Z.: makaber
Makak, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Makak, mehrkatzenartiger Affe mit gedrungenem Körper; ne. macaque, macacao; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. port. macaco; E.: s. port. macaco, M., Makake; aus einer afrikanischen Sprache; L.: fehlt DW, Duden s. u. Makak; Son.: vgl. nndl. makak, Sb., Makak; frz. macaque, M., Makak; nschw. makak, Sb., Makak; nnorw. makak, M., Makak; poln. makak, M., Makak; kymr. macaco, M., Makak; nir. meacaic, F., Makak; lit. makaka, F., Makak; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen sowie mittelbar aus einer Sprache in Afrika aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen mehrkatzenartigen Affen mit gedrungenem Körper; BM.: ?; F.: Makak, Makaken, Makaks, Makkakes+FW(+EW); Z.: Makak
Makel, nhd., M., F., (13. Jh.): nhd. Makel, Fehler, Schandfleck; ne. flaw (N.), stigma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. makel, st. M., Makel, Sündenfall; mnd. mākel, F., Makel, Fehler, Schandfleck; lat. macula, F., Lücke, Loch, Masche (F.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Makel, Kluge s. u. Makel, EWD s. u. Makel, DW 12, 1488, Duden s. u. Makel, Bluhme s. u. Makel; Son.: vgl. ne. immaculate, Adj., makellos; frz. immaculé, Adj., makellos; GB.: vielleicht seit 1276-1318 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Fehler oder Schandfleck; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Makel, Makels, Makeln+FW(+EW); Z.: Ma-k-el
$makellos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. makellos, fehlerfrei; E.: s. Makel, s. los; L.: Kluge s. u. Makel, DW 12, 1489, EWD s. u. Makel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Makel und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fehlerfrei; F.: makellos, makellose, makelloses, makellosem, makellosen, makelloser(, makellosere, makelloseres, makelloserem, makelloseren, makelloserer, makellosest, makelloseste, makellosestes, makellosestem, makellosesten, makellosester)+FW+EW; Z.: ma-k-el—lo-s
$makeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. makeln, vermitteln; I.: Lw. nndl. makelen; E.: s. Makler; L.: DW 12, 1489, EWD s. u. Makler; Son.: daneben beflecken; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Makler verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Arbeitsteilung mögliches vermitteln; F.: makeln, makel (!), makle, makele, makelst, makelt, makelte, makeltest, makelten, makeltet, gemakelt, ##gemakelt, gemakelte, gemakeltes, gemakeltem, gemakelten, gemakelter##, makelnd, ###makelnd, makelnde, makelndes, makelndem, makelnden, makelnder###+FW; Z.: mak-el-n
mäkeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mäkeln, nörgeln, tadeln; ne. criticize; Vw.: -; Hw.: s. Makler, machen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. makelen, ndd. mäkeln; E.: s. ndd. mäkeln, sw. V., mäkeln; nndl. makelen, V., mäkeln; mnd. mēkelen, sw. V., mäkeln, makeln, als Makler tätig sein (V.), in Handel bringen, vermitteln; mnd. māken (1), macken*, sw. V., machen, erzeugen, bewirken, zu Wege bringen, festsetzen, bestimmen, Geld aussetzen, vermachen; as. makōn*, sw. V. (2), machen, tun, errichten, festsetzen, bestimmen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. mäkeln, Kluge s. u. mäkeln, DW 12, 1489, EWD s. u. Makler, Duden s. u. mäkeln, Bluhme s. u. mäkeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches nörgeln oder tadeln; BM.: machen bzw. kneten; F.: mäkeln (!), mäkel (!), mäkle, mäkelst, mäkelt, mäkelte, mäkeltest, mäkelten, mäkeltet, gemäkelt, ##gemäkelt, gemäkelte, gemäkeltes, gemäkeltem, gemäkelten, gemäkelter##, mäkelnd, ###mäkelnd, mäkelnde, mäkelndes, mäkelndem, mäkelnden, mäkelnder###, mäkel (!)+EW; Z.: mäk-el-n
Make-up, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Make-up, Schminke; ne. make-up (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. make-up; E.: s. ne. make-up, N., Make-up; vgl. ne. make up, V., sich zurechtmachen; ne. make, V., machen; ae. macian, sw. V. (2), machen, bereiten, veranlassen, vorbereiten, verursachen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); ne. up, Adv., Präp, auf, hinauf, oben, aufwärts; ae. upp, Adv., auf, hinauf, aufwärts; germ. *ūp, *upp, *upa, Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Make-up, fehlt DW, EWD s. u. Make-up, Duden s. u. Make-up; Son.: vgl. nndl. make-up, Sb., Make-up; nschw. make-up, Sb., Make-up; nnorw. make-up, M., Make-up; poln. make-up, Sb., Make-up; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums vor rund 4500 Jahren entwickelte und verwendete kosmetische Mittel der Verschönerung und Pflege des Aussehens, Schminke; BM.: machen, auf; F.: Make-up, Make-ups+FW; Z.: Mak-e—up
Makkaroni, nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Makkaroni, eine Nudel; ne. macaroni; Vw.: -; Hw.: s. Makrone; Q.: um 1610; I.: Lw. it. maccaroni; E.: s. it. maccaroni, Sb. Pl., Makkaroni; vgl. it. maccarone, N., Nudel, Kloß; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit spätgr. makaria, Sb., aus Gerste hergestelltes Essen; L.: Kluge s. u. Makkaroni, fehlt DW, EWD s. u. Makkaroni, Duden s. u. Makkaroni; Son.: vgl. nndl. macaroni, Sb. Pl., Makkaroni; frz. macaroni, Sb. Pl., Makkaroni; nschw. makaroner, Sb. Pl., Makkaroni; nnorw. makaroni, M. Pl., Makkaroni; poln. makaron, M., Makkaroni; kymr. macaroni, M., Makkaroni; nir. macarón, M., Makkaroni; lit. makaronai, M. Pl., Makkaroni, Nudeln; GB.: seit um 1610 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Spätgriechischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus Gerste hergestellte hohle längliche Nudel; BM.: ?; F.: Makkaroni, Makkaronis+FW; Z.: Makkar-on-i
Makler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Makler, Vermittler; ne. broker; Vw.: -; Hw.: s. mäkeln; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. mēkelære*, mēkeler, meykeler, mākeler, M., „Mäkler“, Makler, kaufmännischer Vermittler, Kaufmann der keine eigenen Geschäfte betreibt sondern auf obrigkeitliche Anordnung vor allem fremden Kaufleuten vermittelt; mnd. mēkelen, sw. V., „mäkeln“, makeln, als Makler tätig sein (V.), in Handel bringen, vermitteln; mnd. māken (1), macken*, sw. V., machen, erzeugen, bewirken, zu Wege bringen, festsetzen, bestimmen, Geld aussetzen, vermachen; as. makōn*, sw. V. (2), machen, tun, errichten, festsetzen, bestimmen; germ. *makōn, sw. V., machen, kneten; idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Makler, DW 12, 1490 (Mäkler), EWD s. u. Makler, Duden s. u. Makler; Son.: vgl. nndl. makelaar, Sb., Makler; nschw. mäklare, Sb., Makler; nnorw. megler, M., Makler; poln. makler, M., Makler; lit. makleris, M., Makler; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und über das Altsächsische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einen Verkauf oder eine Vermietung oder den Abschluss von Verträgen in verschiedenen Bereichen vermittelnden Menschen; BM.: machen; F.: Makler, Maklers, Maklern+EW; Z.: Mak-l-er
Makramee, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Makramee, eine Knüpftechnik; ne. macrame; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: türk.-arab. Lw.; E.: s. arab. migramaḫ, V., weben; L.: fehlt DW, Duden s. u. Makramee; Son.: vgl. nndl. macramé, Sb., Makramee; frz. macramé, M., Makramee; nschw. makramé, Sb., Makramee; nnorw. makramé, M., N., Makramee; poln. makrama, Sb., Makramee; kymr. macramé, M., Makramee; nir. macraime, F., Makramee; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete ursprünglich arabische Knüpftechnik bei der gedrehte Fäden und Fransen miteinander verknüpft werden; BM.: weben; F.: Makramee, Makramees+FW; Z.: Makramee
Makrele, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Makrele, ein Speisefisch; ne. mackerel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. makrēle, sw. F., Makrele; mnd. makkerele, mackerēle, F., Makrele; afrz. makerel, Sb., Makrele, weitere Herkunft nicht geklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Makrele, Kluge s. u. Makrele, EWD s. u. Makrele, DW 12, 1492, Duden s. u. Makrele; Son.: vgl. nndl. makreel, Sb., Makrele; frz. maquereau, M., Makrele; nschw. makrill, Sb., Makrele; nnorw. makrell, M., Makrele; poln. makrela, F., Makrele; kymr. macrell, M., Makrele; nir. maicréal, M., Makrele; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft nicht geklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Schwärmen in dem Meer lebenden größeren von Menschen als Speise geschätzten Raubfisch mit grünlich schimmerndem von blauen Querbändern bedecktem Rücken; BM.: ?; F.: Makrele, Makrelen+FW; Z.: Makrel-e
makro…, nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. makro..., lang, groß; ne. macro…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. μακρός (makrós); E.: s. gr. μακρός (makrós), Adj., lang, gewaltig, groß; idg. *māk̑-, *mək̑-, *meh₂k̑-, Adj., lang, dünn, schlank, mager, Pokorny 699 (1151/16) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. makro-, fehlt DW, EWD s. u. makro-, Duden s. u. makro-; Son.: vgl. nndl. macro…, Präf., makro…; nschw. makro…, Präf., makro…; nnorw. makro…, Präf., makro…; poln. makro…, Präf., makro…; kymr. macro…, Präf., makro…; nir. macra…, Präf., makro…; lit. makro…, Präf., makro…; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Großes verwendete Bezeichnung; BM.: groß; F.: makro…+FW; Z.: mak-r-o-
$Makrokosmos, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Makrokosmos; E.: s. makro…, s. Kosmos; L.: fehlt DW, EWD s. u. makro-; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt sich entwickelnde Welt des Großen oder die Welt als Ganzes in Gegensatz zu dem Mikrokosmos; L.: Makrokosmos+FW; Z.: Mak-r-o—kosm-os
Makrone, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Makrone, Mandelgebäck; ne. macaroon; Vw.: -; Hw.: s. Makkaroni; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. macaron; E.: s. frz. macaron, M., Makrone; it. maccarone, maccherone, M., Nudel, Kloß; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Makrone, fehlt DW, EWD s. u. Makrone, Duden s. u. Makrone; Son.: vgl. nndl. makron, Sb., Makrone; nschw. makron, Sb., Makrone; nnorw. makron, M., Makrone; poln. makaronik, M., Makrone; kymr. macarŵn, M., Makrone; nir. macarún, M., Makrone; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen (und Italienischen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus gemahlenen Mandeln oder Haselnüssen oder Kokosflocken mit Eiweiß und Zucker hergestelltes kleines Gebäck; BM.: Nudel bzw. Kloß; F.: Makrone, Makronen+FW(+EW); Z.: Makron-e
Makulatur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Makulatur, schadhafter Druckbogen, wertlos Gewordenes, Unsinn; ne. maculation, spoilage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. mlat. maculātūra; E.: mlat. maculātūra, F., beflecktes Stück, Makulatur; vgl. lat. maculāre, V., gefleckt machen, bunt machen, beflecken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. macula, F., Lücke, Loch, Masche (F.) (1), Fleck, Maser; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Makulatur, DW 12, 1492, EWD s. u. Makulatur, Duden s. u. Makulatur; Son.: vgl. frz. maculature, F., Makulatur; nschw. makulatur, Sb., Makulatur; nnorw. makulatur, M., Makulatur; poln. makulatura, F., Makulatur; nir. macúlacht, F., Makulatur; lit. makulatūra, F., Makulatur; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei dem Druck schadhaft gewordenen oder fehlerhaften Druckbogen und davon abgeleitet allgemein für wertlos Gewordenes; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Makulatur, Makulaturen+FW(+EW); Z.: Ma-k-ul-at-ur
Mal (1), nhd., N., (10. Jh.): nhd. Mal (N.) (1), Zeitpunkt, bestimmter Zeitteil in dem ein Ereignis eintritt; ne. time; Vw.: -; Hw.: s. Mal (2), Mahl (1), jemals, sintemal; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. māl, st. N., Zeichen, Merkmal, Fleck, Zeitpunkt, Mal (N.) (1); mnd. māl (1), mael, mayl, N., Mal (N.) (2), Fleck, Zeichen, Hautfleck, Augenfleck, fester Punkt, Endpunkt, Ziel; mnl. mael, N., Mail (N.) (1); ahd. māl, st. N. (a), Mal (N.) (1), Zeitpunkt, Zeit, Punkt, Fleck, Fleckchen; as. māl? (1), st. N. (a), Zeichen (N.), Bild, Mal (N.) (2); anfrk. -; germ. *mēla-, *mēlam, *mǣla-, *mǣlam, st. N. (a), Maß, Zeit, Mahlzeit, Mal (N.) (2), Fleck; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); oder von idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mal 1, DW 12, 1496, EWD s. u. Mal 1, EWAhd 6, 60, Falk/Torp 315, Duden s. u. Mal, Bluhme s. u. Mal 1; Son.: vgl. afries. mēl, st. N. (a), Mal (N.) (1), Mahl; ae. mǣl (3), māl (3), st. N. (a), Maß, Zeit, Zeitpunkt; an. māl (2), st. N. (a), Zeit, Termin, Mahlzeit, Maß; got. mēla, sw. M. (n), Scheffel, Maß; nndl. maal, Sb., Mal (N.) (1); nschw. mål, N., Mal (N.) (1), Ziel; nnorw. mål, N., Ziel; lit. tuomel, Adv., in einem fort; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch eine bestimmte Angabe oder Reihenfolge gekennzeichneten Zeitpunkt eines sich wiederholenden oder als wiederholbar geltenden Geschehens; BM.: dunkel bzw. messen?; F.: Mal, Males, Mals, Male, Malen+EW; Z.: Ma-l
Mal (2), nhd., N., (9. Jh.): nhd. Mal (N.) (2), Fleck, Markierung; ne. mark (N.); Vw.: s. Denk-; Hw.: s. Mal (1), malen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. māl, st. N., Zeichen, Merkmal, Fleck, Zeitpunkt, Mal (N.) (1); mnd. māl (1), mael, mayl, N., Mal (N.) (2), Fleck, Zeichen, Hautfleck, Augenfleck, fester Punkt, Endpunkt, Ziel; mnl. mael, N., Mail (N.) (1); ahd. māl, st. N. (a), Mal (N.) (1), Zeitpunkt, Zeit, Punkt, Fleck, Fleckchen; as. māl? (1), st. N. (a), Zeichen (N.), Bild, Mal (N.) (2); anfrk. -; germ. *mēla-, *mēlam, *mǣla-, *mǣlam, st. N. (a), Maß, Zeit, Mahlzeit, Mal (N.) (2), Fleck; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mal 1, Kluge s. u. Mal 2, DW 12, 1496, EWD s. u. Mal 2, EWAhd 6, 60, Duden s. u. Mal; Son.: vgl. afries. -; ae. māl (1), st. N. (a), Fleck, Makel, Merkmal; ae. mǣl (1), st. N. (a), Mal (N.) (2), Marke, Zeichen, Fleck; an. māl (3), st. N. (a), Zeichen, Fleck; got. mēl (2), st. N. (a), Schrift, Mal (M.) (2), Zeichen, Schriftzeichen; ai. mála-, Sb., Schmutz; apreuß. melne, F., blauer Fleck; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich für Menschen kennzeichnenden Fleck oder eine Markierung; BM.: dunkel?; F.: Mal, Males, Mals, Male, Malen+EW; Z.: Mal
…mal, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. …mal; ne. … times; Vw.: -; Hw.: s. Mal (1), ...mals; Q.: 12. Jh.?; E.: s. Mal (1); L.: Kluge 1. A. s. u. -mal, Kluge s. u. -mal, EWD s. u. -mal, Duden s. u. -mal; Son.: s. einmal, zweimal; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und zu Mal gehörige sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung um etwas öfter Geschehendes in seiner Häufigkeit genauer zu bestimmen; BM.: dunkel bzw. messen?; F.: …mal+EW; Z.: -mal
Malachit, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Malachit, Kupfergrün, ein Kupfererz; ne. malachite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. melochītes, st. M., Malachit; lat. molochītis, F., Malachit?, grüner Hornstein; gr. μολοχῖτις (molochitis), F., ein malvenfarbiger Stein; vgl. gr. μολόχη (molóchē), F., Malve; entlehnt aus einer Mittelmeersprache, Frisk 2, 166; L.: fehlt DW, Duden s. u. Malachit; Son.: vgl. nndl. malachiet, Sb., Malachit; frz. malachite, F., Malachit; nschw. malakit, Sb., Malachit; nnorw. malakitt, M., Malachit; poln. malachit, M., Malachit; kymr. malachit, M., Malachit; nir. malaicít, F., Malachit; lit. malachitas, M., Malachit; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus einer Mittelmeersprache stammende Bezeichnung für ein in schwärzlich grünen Kristallen smaragdgrüner Aggregate vorkommendes und von Menschen durchaus geschätztes Kupfererz (Kupferkarbonat); BM.: Malve; F.: Malachit, Malachits, Malachite, Malachiten+FW(+EW); Z.: Malach-it
malade, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. malade, unwohl, elend, krank; ne. unwell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Die gute Frau); E.: s. mhd. malāt, malāde, Adj., aussätzig; mfrz. malade, Adj., krank; s. mlat.? malatus, Adj., krank; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. malade, fehlt DW, Duden s. u. malade; Son.: vgl. frz. malade, Adj., krank; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und vielleicht dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unwohl oder elend oder krank; BM.: klein; F.: malade+FW; Z.: mal-ad-e
Malaise, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Malaise, Missstimmung, Unbehagen, unbefriedigende Lage; ne. malaise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. malaise; E.: s. frz. malaise, M., Mailaise; von frz. (être) mal à l’aise, V., missgestimmt sein (V.); vgl. frz. mal, Adj., schlecht; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); frz. aise, Adj., behaglich, ungezwungen, wohlhabend; afrz. aisier, V., behaglich unterbringen, für jemandes Behagen sorgen; von einem *adjacēns, Sb., Umgebung; lat. adiacēre, V., bei etwas liegen, bevorstehen, neben etwas liegen; lat. ad, zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. iacēre, V., liegen, ruhen, daliegen, schlafen; lat. icere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Malaise, Duden s. u. Malaise; Son.: vgl. nndl. malaise, Sb., Flaute; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Missstimmung oder ein Unbehagen oder eine unbefriedigende Lage; BM.: schlecht, behaglich; F.: Malaise, Malaises, Malaisen+FW; Z.: Mal-ais-e
Malaria, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Malaria, Wechselfieber, Sumpffieber; ne. malaria; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. malaria; E.: s. it. malaria, F., Malaria; von it. male, Adj., schlecht; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); it. aria, F., Luft; lat. āēr, M., untere Luftschicht, Atmosphäre, Dunstkreis, Luft; gr. ἀήρ (aḗr), M., F., Dunst, Nebel, Dunkel, untere Luftschicht; weitere Herkunft unbekannt, s. Frisk 1, 27; L.: Kluge s. u. Malaria, fehlt DW, EWD s. u. Malaria, Duden s. u. Malaria; Son.: vgl. nndl. malaria, Sb., Malaria; frz. malaria, F., Malaria; nschw. malaria, Sb., Malaria; nnorw. malaria, M., Malaria; poln. malaria, F., Malaria; kymr. malaria, M., Malaria; nir. maláire, F., Malaria; lit. malarija, F., Malaria; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung einer sachlich seit unbekannter vormenschlicher Zeit in Sumpfgebieten auftretenden und von Stechmücken (Anophelesmücken) übertragbaren und ohne medizinische Behandlung für Menschen ziemlich gefährlichen Infektionskrankheit (Sumpffieber); BM.: durch Erreger in der Luft verursachte Krankheit; F.: Malaria+FW; Z.: Mal-ar-i-a
maledeien, nhd., V.: nhd. maledeien, verfluchen, verwünschen; ne. damn (V.), curse (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. maledīen, sw. V., maledeien, verwünschen; mnd. maledīgen, maledien, sw. V., verwünschen, verfluchen; lat. maledīcere, V., lästern, schmähen, maledeien, verwünschen; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 12, 1499; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verfluchen oder verwünschen; BM.: schlecht, schimmern; F.: maledeien, maledeie (!), maledeist, maledeit, maledeiest, maledeiet, maledeite, maledeitest, maledeiten, maledeitet, ##maledeit, maledeite, maledeites, maledeitem, maledeiten, maledeiter##, maledeiend, ###maledeiend, maledeiende, maledeiendes, maledeiendem, maledeienden, maledeiender###, maledei (!)+FW(+EW); Z.: mal-e-dei-en
Malefiz, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Malefiz, Missetat, Übeltat, Straftat; ne. malfeasance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. malefiz, st. F., st. N., Malefiz, Verbrechen; s. lat. maleficium, maleficum, N., böse Tat, Übeltat, Frevel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht; idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Malefiz, DW 12, 1500, Duden s. u. Malefiz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Recht und Strafe mögliche Missetat oder Übeltat oder Straftat; BM.: schlecht, machen; F.: Malefiz, Malefizes, Malefize, Malefizen+FW(+EW?); Z.: Mal-e-fi-z
malen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. malen, mit Farben bestreichen; ne. draw (V.), paint (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gemälde, Mal (2); Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mālen, sw. V. ein Mal machen, ein Zeichen machen; mnd. mālen (3), maelen, sw. V., malen, abmalen, bildlich darstellen, anmalen, bemalen, anstreichen, mit Farbe versehen (V.); mnl. malen, molen, sw. V., malen, abmalen, anstreichen, bildhauern, meißeln; ahd. mālēn*, sw. V. (3), malen, darstellen, abbilden, bemalen, anstreichen, ausmalen, zeichnen, verzieren; ahd. mālōn, sw. V. (2), malen, zeichnen, bemalen, anstreichen, malend abbilden, darstellen, schmücken; as. mālon*, sw. V. (2), malen, zeichnen, färben; anfrk. -; germ. *mēlōn, *mǣlōn, sw. V., malen; germ. *mēlēn, *mǣlǣn, sw. V., malen; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mahlen, DW 12, 1500, EWD s. u. malen, EWAhd 6, 71, Falk/Torp 315, Duden s. u. mahlen, Bluhme s. u. malen; Son.: vgl. afries. mēlia, sw. V. (2), malen; saterl. malia, V., malen; ae. *mǣlan (1), sw. V. (2?), beflecken; an. mæla (3), sw. V. (3), malen; got. mēljan, sw. V. (1), schreiben, aufschreiben; nschw. måla, V., malen; nnorw. male, V., malen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich Menschen schon seit Entstehung von Kunst mögliches mit Farbe bestreichen; BM.: beschmutzen; F.: malen (!), male (!), malst, malt, malest, malet, malte, maltest, malten, maltet, gemalt, ##gemalt, gemalte, gemaltes, gemaltem, gemalten, gemalter##, malend, ###malend, malende, malendes, malendem, malenden, malender###, mal (1)+EW; Z.: mal-en
$Maler, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Maler, Malender; Vw.: s. Genre-; E.: s. mal(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. malen, EWD s. u. malen; GB.: (mālāri) seit Ende 8. Jh. belegte und wohl nach lat. pictor gebildete Bezeichnung für einen nach der Arbeitsteilung möglichen Malenden; F.: Maler, Malers, Malern+EW; Z.: Mal-er
$Malerei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Malerei; Vw.: s. Genre-, Lüftl-; E.: s. Maler, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. malen, DW 12, 1506, EWD s. u. malen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Maler und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Tätigkeit und Werk seines Malers; F.: Malerei, Malereien+EW; Z.: Mal-er-ei
$malerisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. malerisch, Malerei betreffend, sehr schön; E.: s. Maler, s. isch; L.: Kluge s. u. malen, DW 12, 1508, EWD s. u. malen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maler und isch gebildete Bezeichnung für Malerei betreffend oder sehr schön; F.: malerisch, malerische, malerisches, malerischem, malerischen, malerischer(, malerischere, malerischeres, malerischerem, malerischeren, malerischerer, malerischst, malerischste, malerischstes, malerischstem, malerischsten, malerischster)+EW; Z.: mal-er-isch
Malheur, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Malheur, Ungeschick, Unglück, Pech; ne. mishap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. malheur; E.: s. frz. malheur, M., Malheur, Unglück; vgl. frz. mal, Adj., schlecht; lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); frz. heur, M., glücklicher Umstand; lat. augurium, N., Beobachtung und Deutung der Wahrzeichen, Augurium, (um 250-184 v. Chr.); lat. augur, M., Weissager, Vogeldeuter, Augur; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ein römischer etymologischer Erklärungsversuch war eine Herleitung aus lat. avis, F., Vogel und lat. gerere, V., tragen, sich betragen; L.: Kluge s. u. Malheur, fehlt DW, EWD s. u. Malheur, Duden s. u. Malheur; Son.: vgl. nndl. malheur, Sb., Malheur; nschw. malör, Sb., Malheur; nnorw. malør, Sb., Malheur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Teilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Ungeschick oder Unglück oder Pech; BM.: Kleintier; F.: Malheur, Malheurs, Malheure, Malheuren+FW; Z.: Mal-heur
Malice, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Malice, Bosheit, Boshaftigkeit, boshafte Äußerung; ne. malice; Vw.: -; Hw.: s. maliziös; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. malice; E.: s. frz. malice, F., Malice, Bosheit; lat. malitia, F., schlechte Beschaffenheit, Schlechtigkeit, Nichtswürdigkeit, Bosheit, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht; idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. maliziös, fehlt DW, EWD s. u. Malice, Duden s. u. Malice; Son.: vgl. nnorw. malise, M., Malice, Schadenfreude; kymr. malais, M., Malice; nir. mailís, F., Malice; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bosheit oder Boshaftigkeit oder eine boshafte Äußerung; BM.: schlecht; F.: Malice, Malicen+FW; Z.: Mal-ic-e
maligne, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. maligne, bösartig; ne. malign; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. lat. malīgnus; E.: s. lat. malīgnus, Adj., bösartig, missgünstig, abgünstig, böse, boshaft, arglistig, schlimm, schädlich, knauserig, karg, unfruchtbar, sparsam; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. maligne; Son.: vgl. nndl. maligne, Adj., maligne; frz. malin, Adj., maligne; nschw. malign, Adj., maligne; nnorw. malign, Adj., maligne; kymr. malaen, Adj., maligne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bösartig; BM.: schlecht, erzeugen; F.: maligne, malignes, malignem, malignen, maligner+FW(+EW); Z.: mal-i-gn-e
maliziös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. maliziös, boshaft; ne. malicious; Vw.: -; Hw.: s. Malice; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. malicieux; E.: s. frz. malicieux, Adj., schelmisch, leicht boshaft; lat. malitiōsus, Adj., schelmisch, schurkisch, hinterlistig, arglistig, hämisch, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht; idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. maliziös, fehlt DW, EWD s. u. Malice, Duden s. u. maliziös; Son.: vgl. nnorw. malisiøs, Adj., maliziös; kymr. maleisus, Adj., maliziös; nir. meilíseach, Adj., maliziös; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches boshaft; BM.: schlecht; F.: maliziös, maliziöse, maliziöses, maliziösem, maliziösen, maliziöser(, maliziösere, maliziöseres, maliziöserem, maliziöseren, maliziöserer, maliziösest, maliziöseste, maliziösestes, maliziösestem, maliziösesten, maliziösester)+FW(+EW); Z.: mal-iz-i-ös
malmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. malmen, zermalmen, klein zerreiben; ne. crunch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: von einer Ableitung von germ. *malma-, *malmaz, st. M. (a), Sand, Erz; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. malmen, Kluge s. u. malmen, DW 12, 1510, EWD s. u. malmen, Duden s. u. malmen, Bluhme s. u. zermalmen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches klein zerreiben; BM.: mahlen; F.: malmen, malme, malmst (!), malmt, malmest, malmet, malmte, malmtest, malmten, malmtet, gemalmt, ##gemalmt, gemalmte, gemalmtes, gemalmtem, gemalmten, gemalmter##, malmend, ###malmend, malmende, malmendes, malmendem, malmenden, malmender###, malm (!)+EW; Z.: mal-m-en
Maloche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Maloche, schwere Arbeit; ne. hard work (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von jiddisch melōche, malōche, Sb., Arbeit; hebr. mĕlạ̄ḵạ̈, Sb., Arbeit; L.: Kluge s. u. Maloche, fehlt DW, Duden s. u. Maloche; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Jiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für eine für Menschen schwere Arbeit; BM.: Arbeit; F.: Maloche+FW; Z.: Maloche
...mals, nhd., Adv., (16. Jh.?): nhd. ...mals; ne. ...times; Vw.: s. je-; Hw.: s. Mal (1), ...mal; Q.: 16. Jh.?; E.: s. Mal (1); GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus mal und s gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adverbien verwendete Bezeichnung; BM.: dunkel bzw. messen?; F.: ...mals+EW; Z.: -mal-s
Malter, nhd. (ält.), M., N., (11. Jh.): nhd. Malter, Getreidemaß, Holzmaß, Zahlmaß; ne. mortar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. malter, malder, st. N., Malter (ein Getreidemaß), eine gewisse Zahl, Mahllohn; mnd. malder (1), N., Malter, Mahlmaß, Hohlmaß für Getreide; mnd. mōlder, malder, N., Malter, Mahlmaß, Hohlmaß für Getreide, Zählmaß, Mahlabgabe, Maß für Abgaben; mnl. mouter, Sb., Getreidemaß, Mahllohn; ahd. maltar*, st. M. (a), st. N. (a), Malter, Hohlmaß; as. maldar*, st. M. (a), st. N.? (a), Malter; anfrk. -; germ. *maldra-, *maldraz, st. M. (a), Mahlmaß, Malter?; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Malter, Kluge s. u. Malter, DW 12, 1511, EWD s. u. Malter, EWAhd 6, 74, Falk/Torp 314, Seebold 344, Duden s. u. Malter; Son.: vgl. an. meldr, *melðra, st. M. (a), Mahlung, Mehl; GB.: (maltar+) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich nach der Entwicklung von Ackerbau und Handel entwickeltes und verwendetes Getreidemaß, älter lat.-ahd. maldrum; BM.: mahlen; F.: Malter, Malters, Maltern+EW; Z.: Mal-t-er
Malteser, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Malteser (M.) (2), ein Hund; ne. Maltese dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: die Herkunft der Bezeichnung ist ungeklärt, wohl nicht von der Insel Malta, aber wohl von einem anderen Ort, dessen Name sich von semit. màlat, Sb., Zuflucht, Hafen als Grundlage vieler ON herleitet; L.: fehlt DW, Duden s. u. Malteser; Son.: vgl. nndl. maltezer, Sb., Malteser (M.) (2); frz. bichon maltais, M., Malteser (M.) (2); nschw. malteser, Sb., Malteser (M.) (2); nnorw. malteser, M., Malteser (M.) (2); poln. maltańczyk, M., Malteser (M.) (2); kymr. ci malta, M., Malteser (M.) (2); GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und wohl in der Herkunft ungeklärte sowie mit dem Semitischen verbindbare Bezeichnung für einen seit dem Altertum entwickelten kleineren weißen langhaarigen Schoßhund; BM.: ON (nach der Herkunft des Hundes); F.: Malteser, Maltesers, Maltesern+FW(+EW); Z.: Malt-es-er
malträtieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. malträtieren, misshandeln, schlecht behandeln; ne. maltreat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. maltraiter; E.: s. frz. maltraiter, V., misshandeln; vgl. frz. mal, Adj., schlecht; lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); frz. traiter, V., behandeln; lat. trahere, V., ziehen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. malträtieren, fehlt DW, EWD s. u. malträtieren, Duden s. u. malträtieren; Son.: vgl. nndl. maltraiteren, V., malträtieren; nschw. malträtera, V., malträtieren; nnorw. maltraktere, V., malträtieren; poln. maltretować, V., malträtieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für misshandeln oder schlecht behandeln; BM.: schlecht, ziehen; F.: malträtieren, malträtiere, malträtierst, malträtiert, malträtierest, malträtieret, malträtierte, malträtiertest, malträtierten, malträtiertet, ##malträtiert, malträtierte, malträtiertes, malträtiertem, malträtierten, malträtierter##, malträtierend, ###malträtierend, malträtierende, malträtierendes, malträtierendem, malträtierenden, malträtierender###, malträtier (!)+FW(+EW); Z.: mal-trä-t-ier-en
Malus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Malus, Abzug; ne. minus point; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: Gegensatzbildung zu Bonus; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Malus, fehlt DW, Duden s. u. Malus; Son.: vgl. frz. malus, M., Malus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Abzug eines Wertes in Gegensatz zu einem Bonus; BM.: schlecht; F.: Malus, Malusses, Malusse, Malussen+FW; Z.: Mal-us
Malvasier, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Malvasier, ein Wein, eine Birnensorte; ne. Malvasia, Malvasia wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16.. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. malvesīer, malmesīer, malvasīer, malveseer, malvesīære*, M., Malvesier, edler Wein, Wein aus dem östlichen Mittelmeergebiet (wichtiger Importartikel), Dessertwein, Wein für Festlichkeiten und Empfänge; s. mhd. malmasier, M., Malvasier, Wein von Neapel; von der Weinrebe Malvasia, vom gr. Μονεμβάσια (Monembasia), ON, einziger Zugang?; vgl. gr. μόνος (mónos), μοῦνος (munos), μῶνος (mōnos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., verkleinern, klein, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. ἐμβαίνειν (embaínein), V., hineingehen, an Bord gehen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βαίνειν (baínein), V., gehen, wandeln, weggehen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: DW 12, 1512, Duden s. z. Malvasier; Son.: vgl. nndl. malvasia, Sb., Malvasier; frz. malvoise, M., Malvasier; nschw. malvasia, Sb., Malvasier; nnorw. malvasir, M., Malvasier; poln. małmazja, Sb., Malvasier; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und wohl aus dem Italienischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für verschiedene Rotweinsorten und Weißweinsorten meist griechischen Ursprungs und eine Birnensorte; BM.: ON; F.: Malvasier, Malvasiers+FW(+EW); Z.: Mal-vas-ier
Malve, nhd., F., (11./12. Jh.): nhd. Malve, eine Pflanze; ne. mallow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. malve, male, F., Malve, Rosspappel, Käsepappel; mnd. malve (1), F., Malve, Rosspappel; mnl. maluwe, F., Malve; lat.-ahd. malva, sw. F., (n), Malve, Rosspappel; lat. malva, F., Malve, (116-27 v. Chr.); weitere Herkunft unklar, aus einer Substratsprache des Mittelmeerraums, Walde/Hofmann 1, 17; vielleicht von gr. μαλάχη (maláchē), F., Malve; L.: Kluge 1. A. s. u. Malve, Kluge s. u. Malve, DW 12, 1513, EWD s. u. Malve, EWAhd 6, 72, Duden s. u. Malve; Son.: vgl. ae. mealwe, sw. F. (n), Malve; me. malwe, malle, Sb., Malve; nndl. maluve, Sb., Malve; nndl. malve, Sb., Malve (Neuentlehnung); frz. mauve, F., Malve; nschw. malva, Sb., Malve; poln. malwa, F., Malwe; GB.: (lat.-ahd. malva) seit 11./12. Jh. belegte (und umgebildete) sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und wohl aus einer Substratsprache des Mittelmeerraums kommende Bezeichnung für eine kriechend oder aufrecht bis zu zwei Meter wachsende Pflanze mit tellerförmigen bis trichterförmigen rosa bis blasslila Blüten; BM.: ?; F.: Malve, Malven+FW(+EW); Z.: Malv-e
Malz, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Malz, gekeimtes und getrocknetes Getreide; ne. malt (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. malz, st. N., Malz; mnd. molt (1), malt, N., Malz, gequollenes und angekeimtes Getreide; mnl. mout, malt, N., Malz; ahd. malz (2), st. N. (a), Malz; ahd. malzi, st. N. (a)?, Malz; as. malt, st. N., Malz; anfrk. -; germ. *malta-, *maltam, st. N. (a), Malz; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Malz, Kluge s. u. Malz, DW 12, 1514, EWD s. u. Malz, EWAhd 6, 76, Falk/Torp 317, Duden s. u. Malz, Bluhme s. u. Malz; Son.: vgl. afries. malt, N., Malz; saterl. moalt, N., Malz; ae. mealt (1), st. N. (a), Malz; an. malt, st. N. (a), Malz, Aufgeweichtes; got. -; nndl. mout, Sb., Malz; nschw. malt, Sb., Malz; nnorw. malt, N., Malz; apreuß. -maltan, Sb., -malz (aus dem Germanischen); poln. młóto, Sb., Treber (aus dem Germanischen); GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gequollenes und angekeimtes sowie meist für die Bierherstellung von Menschen verwendetes Getreide; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: Malz, Malzes, Malze, Malzen+EW; Z.: Mal-z
Mama, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mama, Mutter; ne. mum, mama; Vw.: -; Hw.: s. Oma; Q.: 17. Jh.; E.: wohl unter Einfluss von frz. maman, F., Mutter von germ. *mōmō-, *mōmōn, sw. F. (n), Mama, Mutter (F.) (1), Muhme; idg. *mā̆mā, *mammā, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 694; s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mama, DW 12, 1517, EWD s. u. Mama, Duden s. u. Mama; Son.: vgl. nndl. mama, Sb., Mama; nschw. mamma, Sb., Mama; nnorw. mamma, M., Mama; poln. mama, F., Mama; kymr. mam, F., Mama; lit. mama, F., Mama; GB.: seit 17. Jh. belegte und durch das Französische beeinflusste sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare und vielleicht sachlich mit Brust verbindbare liebevolle Bezeichnung der sachlich seit Entstehung des Menschen oder noch früher möglichen Mutter; BM.: Brust?; F.: Mama, Mamas+EW; Z.: Ma-m-a
Mamba, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Mamba, eine Giftschlange; ne. mamba; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. Zulu im-amba; E.: s. Zulu im-amba, Sb., Mamba; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mamba; Son.: vgl. nndl. mamba, Sb., Mamba; frz. mamba, M., Mamba; nschw. mamba, Sb., Mamba; nnorw. mamba, M., Mamba; poln. mamba, F., Mamba; kymr. mamba, F., Mamba; lit. mamba, F.?, Mamba; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus der Sprache der Zulu aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche grüne oder schwarze auf Bäumen und in Gebüsch lebende giftige sowie bis zu 4,50 Meter lange Giftschlange (Natter); BM.: ?; F.: Mamba, Mambas+FW; Z.: M-amba
Mambo, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mambo, ein Tanz; ne. mambo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1938; I.: Lw. span. mambo; E.: s. span. mambo, M., Mambo; wohl aus einer Kreolsprache; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mambo; Son.: vgl. nndl. mambo, Sb., Mambo; frz. mambo, M., Mambo; nschw. mambo, Sb., Mambo; nnorw. mambo, M., Mambo; poln. mambo, M., Mambo; kymr. mabmo, M., F., Mambo; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar wohl einer Kreolsprache aufgenommene Bezeichnung für einen in Kuba um 1930 entwickelten mäßig schnellen Tanz; BM.: ?; F.: Mambo, Mambos+FW; Z.: Mamb-o
Mameluck, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mameluck, Mamluke, Abtrünniger; ne. mameluke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. mammeluk, mammeluck, mammeluke, mameluk, mammaluk, mamaluk, M., Mameluck, Abtrünniger, Glaubensabtrünniger, Glaubensverleugner, Treuloser, Heuchler, orientalische Maskengestalt (Bedeutung örtlich beschränkt); s. it. mammalucco, M., Mameluck, von christlichen Eltern geborener und im islamischen Glauben erzogener Sklave; arab. مملوك (mamlūk), M., Mameluck, Mamluke, in Besitz Befindlicher; von einem semitischen M-L-K, V., besitzen; L.: Kluge s. u. Mameluck, DW 12, 1518, Duden s. u. Mameluck; Son.: vgl. nndl. mammeluk, Sb., Mameluck; frz. mameluk, mamelouk, M., Mameluck; nschw. mameluk, Sb., Mameluck; nnorw. mamelukk, M., Mameluck; poln. mameluk, M., Mameluck, Fanatiker; kymr. mamelwc, M., Mameluck; nir. mamalúcach, M. Pl., Mamelucken; lit. mameliukas, M., Mameluck; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für christlichen Eltern entzogene und in dem islamischen Glauben erzogene Militärsklaven islamischer Herrscher; BM.: besitzen; F.: Mameluck, Mamelucken+FW; Z.: Mameluck
Mammographie, Mammografie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mammographie, eine Vorsorgeuntersuchung der weiblichen Brust; ne. mammography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. mamma, F., Mutterbrust, Busen, Brust, Euter, Zitze, Mutter (F.) (1), Amme; idg. *mā̆mā, *mammā, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 694; s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mammographie; Son.: vgl. nndl. mammogram, Sb., Mammographie; frz. mammographie, F., Mammographie; nschw. mammografi, Sb., Mammographie; nnorw. mammografi, M., Mammographie; kymr. mamograffeg, F., Mammographie; poln. mammografia, F., Mammographie; lit. mamografija, F., Mammographie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete röntgendiagnostische Vorsorgeuntersuchung einer Brust einer Frau zwecks Früherkennung von Brustkrebs; BM.: Mutter, ritzen; F.: Mammographie, Mammographien, Mammografie, Mammografien+FW; Z.: Ma-m-m-o—graph-ie
Mammon, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mammon, Geld; ne. mammon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mammōna; E.: s. lat. mammōna, M., Reichtum, Vermögen, Mammon, (um 160-220 n. Chr.); gr. μαμμωνᾶς (mammōnas), M., Mammon; aram. māmōnā, Sb., Besitz, Habe; L.: Kluge s. u. Mammon, DW 12, 1519, EWD s. u. Mammon, Duden s. u. Mammon; Son.: vgl. nndl. mammon, Sb., Mammon; frz. Mammon, M., Mammon; nschw. mammon, Sb., Mammon; nnorw. mammon, Sb., Mammon; poln. mamona, F., Mammon; kymr. mamon, M., Mammon; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Aramäischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Geld; BM.: Habe; F.: Mammon, Mammons+FW; Z.: Mam-m-on
Mammut, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mammut, ein großes Rüsseltier; ne. mammoth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1803; I.: Lw. frz. mammouth; E.: s. frz. mammouth, F., Mammut; russ. мамонт (mámut), M., Mammut; aus einer uralischen Sprache, s. waldjurakisch jěaŋ-ŋammurəttaə, Sb., Erdfresser; L.: Kluge s. u. Mammut, fehlt DW, EWD s. u. Mammut, Duden s. u. Mammut; Son.: das Vorderglied wird als Vorsilbe verwendet um etwas Riesiges anzuzeigen wie beispielsweise eine Mammutveranstaltung; vgl. nndl. mammoet, Sb., Mammut; nschw. mammut, Sb., Mammut; nnorw. mammut, M., Mammut; poln. mamut, M., Mamut; kymr. mamoth, M., Mammut; nir. mamat, M., Mammut; lit. mamutas, M., Mammut; GB.: seit 1803 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Russischen und einer Sprache des Urals (Waldjurakisch) aufgenommene und umgebildete sowie mit Erde verbindbare Bezeichnung für ein vor rund 7 Millionen Jahren entstandenes und gegen Ende der (letzten) Eiszeit auf der nordsibirischen Wrangelinsel (vor rund 4000 Jahren) ausgestorbenes großes und behaartes und mit dem Elefanten verwandtes sowie Pflanzen fressendes Rüsseltier; BM.: Erdfresser; F.: Mammut, Mammuts, Mammute, Mammuten+FW(+EW); Z.: Mamm-ut
mampfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mampfen, essen; ne. munch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. mampfen, Kluge s. u. mampfen, fehlt DW, Duden s. u. mampfen, Bluhme s. u. mampfen; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch vormenschlich mögliches behaglich mit vollen Backen essen; BM.: lautmalend; F.: mampfen, mampfe, mampfst, mampft, mampfest, mampfet, mampfte, mampftest, mampften, mampftet, gemampft, ##gemampft, gemampfte, gemampftes, gemampftem, gemampften, gemampfter##, mampfend, ###mampfend, mampfende, mampfendes, mampfendem, mampfenden, mampfender###, mampf (!)+EW; Z.: mampf-en
Mamsell, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Mamsell, Hausgehilfin; ne. damsel, housekeeper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mademoiselle; E.: s. frz. mademoiselle, F., Fräulein; von frz. ma demoiselle, F., mein Fräulein; frz. ma, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); lat. mea, Poss.-Pron. (F.), mein; idg. *me- (1), Pron., meiner, mir, mich, Pokorny 702 (1162/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); frz. damoiselle, F., Edelfräulein; vorroman. domnicella, F., kleine Herrin; letztlich von lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; vgl. lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mamsell, DW 12, 1520, EWD s. u. Mamsell, Duden s. u. Mamsell; Son.: vgl. nschw. mamsell, Sb., Mamsell; nnorw. mamsell, M., Mamsell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Angestellte in einer Gaststätte oder eine Hausgehilfin; BM.: mein, Herrin; F.: Mamsell, Mamsells+FW(+EW); Z.: Ma-m-s-ell
man (1), nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. man (Pron.), einer, jedermann; ne. one; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. man (2), me, men, min, wan, wen, Indef.-Pron., man; mnd. man (2), men, me, mam, Indef.-Pron., man, irgend jemand; mnl. men, Indef.-Pron., jemand, man; ahd. man, Indef.-Pron., jemand; as. man., Indef.-Pron., man; anfrk. man, Indef.-Pron., man; vgl. ahd. man (1), st. M. (athem.), Mann, Mensch, Krieger, Soldat, Gefolgsmann, Knecht, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. man, Kluge s. u. man 1, DW 12, 1520, EWD s. u. man, EWAhd 6, 88, Duden s. u. man; Son.: Indef.-Pron; vgl. afries. ma, me, mi, Indef.-Pron., man; ae. man, mon, Indef.-Pron., man; an. maðr, Indef.-Pron., man; nschw. man, Indef.-Pron., man; nnorw. man, Indef.-Pron., man; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein stellvertretend für jedermann von Menschen nach Entwicklung von Sprache gebildetes und verwendetes Pronomen; BM.: denken; F.: man+EW; Z.: man
man (2), nhd. (ält.), Adv., (18. Jh.): nhd. man (Adv.), nur; ne. only; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. man, Adv., aber, nur; vgl. as. newan*, niwan*, nowan*, Konj., nur, außer, sondern (Konj.), aber; germ. *nehw, Konj., dass nicht; vgl. idg. *nekᵘ̯e, Konj., und nicht, Pokorny 756; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. man 2, Duden s. u. man; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Adverb zu einer Bekräftigung von etwas (nur); BM.: nicht; F.: man+EW; Z.: man
Management, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Management, Betriebsführung; ne. management (N.); Vw.: -; Hw.: s. Manager; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. management; E.: s. ne. management, N., Management, Betriebsführung; vgl. ne. manage, V., bewerkstelligen, leiten; it. meneggiare, V., handhaben, mit etwas umgehen; it. mano, F., Hand; s. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manager, EWD s. u. Manager, Duden s. u. Management; Son.: vgl. nndl. management, Sb., Management; lit. menedžmentas, M., Management; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer Leitung eines wirtschaftlichen Unternehmens oder die Gesamtheit der Führungskräfte (Betriebsführung); BM.: Hand; F.: Management, Managements+FW; Z.: Man-ag-em-ent
Manager, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Manager, Unternehmensleiter, Führungskraft; ne. manager; Vw.: -; Hw.: s. Management; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. manager; E.: s. ne. manager, M., Manager; vgl. ne. manage, V., bewerkstelligen, leiten; it. meneggiare, V., handhaben, mit etwas umgehen; it. mano, F., Hand; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manager, fehlt DW, EWD s. u. Manager, Duden s. u. Manager; Son.: vgl. nndl. manager, Sb., Manager; frz. manager, M., Manager; nschw. manager, Sb., Manager; nnorw. manager, M., Manager; poln. menedżer, M., Manager; lit. menedžeris, M., Manager; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Unternehmensleiter oder eine Führungskraft in Industrie und Wirtschaft; BM.: Hand; F.: Manager, Managers, Managern+FW; Z.: Man-ag-er
$Managerkrankheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Managerkrankheit; Q.: um 1950; E.: s. Manager, s. Krankheit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Manager; GB.: seit um 1950 aus Manager und Krankheit gebildete Bezeichnung für eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems mit vegetativen Störungen infolge dauernder Überbeanspruchung von Menschen in verantwortlicher Stellung (Managern); F.: Managerkrankheit, Managerkrankheiten+FW+EW; Z.: Man-ag-er—kra-nk—hei-t
manch, nhd., Pron., Adj., (8. Jh.): nhd. manch, einige, mehrere, einzelne; ne. many a; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. manec, manic, menic, Adj., viel, manch, vielfach, vielgestaltig; mnd. mannich, mannig, mangich, manich, mannech, Adj., manch, manch ein, manch einer, viel, mannigfach, vielfältig, viele; mnl. menich, manech, Pron.-Adj., manch, viel; ahd. manag, manīg, Pron.-Adj., manch, viel, zahlreich, zahllos, lang, groß, mancherlei; as. manag, Adj., Pron., manch anfrk. manag*, maneg*, Adj., manch, viel; germ. *managa-, *managaz, Adj., manch, viel; idg. *menegʰ-, *mengʰ-, *monegʰ-, *mongʰ-, mn̥gʰ-, Adj., V., reichlich, viel, geben, Pokorny 730 (1219/84) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. manch, Kluge s. u. manch, DW 12, 1524, EWD s. u. manch(er), EWAhd 6, 94, Falk/Torp 309, Duden s. u. manch, Bluhme s. u. manch; Son.: vgl. afries. manich, monich, Pron., manch, viel; saterl. manich, Pron., manch; ae. manig, mėnig, monig, Adj., manch, viel; an. mangr, Pron., manch; got. manags, Pron., Adj., manch, viel, über; nndl. menig, Pron., manch; ? lat. omnis, Adj., all, jeder; air. menic, Adv., oft; kymr. mynych, Adv., oft; ksl. munogu, Adj., viel; ? heth. humant-, Adj., ganz, all, jeder; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einzelner Menschen oder Sachen; BM.: viel; F.: manch, manche, manches, manchem, manchen, mancher+EW; Z.: manch
$manchmal, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. manchmal, verschiedentlich, gelegentlich, ab und zu; E.: s. manch, s. mal; L.: DW 12, 1533, EWD s. u. manch(er); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus manch und mal durch Zusammenrückung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches verschiedentlich oder gelegentlich oder ab und zu; F.: manchmal+EW; Z.: manch—ma-l
...mand, nhd., Partikel, (8. Jh.): nhd. ...mand; ne. ...body, ...one; Vw.: s. je-, nie-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); GB.: seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Pronomen verwendete Bezeichnung (für Mann); F.: ...mand, ...mandes, ...mandem, ...manden+EW; Z.: -man-d
Mandala, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mandala, eine Kreiszeichnung zu Meditationszwecken, ein Traumbild, ein Schaubild; ne. mandala; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ai. maṇḍala; E.: s. ai. maṇḍala, Sb., Kreis; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mandala; Son.: vgl. nndl. mandala, Sb., Mandala; frz. mandala, F., Mandala; nschw. mandala, Sb., Mandala; nnorw. mandala, M., Mandala; poln. mandala, F., Mandala; kymr. mandala, M., Mandala; lit. mandala, F.?, Mandala; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Altindischen aufgenommene Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches kreisförmiges oder quadratisches symbolisches Gebilde mit einem Zentrum zu der Anregung der Meditation von Menschen; BM.: Kreis; F.: Mandala, Mandalas+FW; Z.: Mandal-a
Mandant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Mandant, Klient eines Rechtsanwalts, Auftraggeber eines Rechtsanwalts; ne. client, mandator; Vw.: s. Kom-; Hw.: s. kommandieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. mandāre; E.: s. lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mandant, fehlt DW, EWD s. u. Mandat, Duden s. u. Mandant; Son.: vgl. nndl. mandant, Sb., Mandant; frz. mandant, M., Mandant; nnorw. mandant, M., Mandant; kymr. mandadwr, M., Mandant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für den Klienten eines Rechtsanwalts oder Auftraggeber eines Rechtsanwalts; BM.: Hand, geben; F.: Mandant, Mandanten+FW(+EW); Z.: Man-d-ant
Mandarin, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mandarin (M.), ein chinesischer Würdenträger; ne. mandarin (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. port. mandarim; E.: s. port. mandarim, M., Mandarin (M.); ai. mantrín-, M., Ratgeber eines Fürsten, Minister; vgl. ai. mántra-, Sb., Rede, Ratschlag; lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen dürfte bei der Wortentwicklung mitgespielt haben; L.: Kluge s. u. Mandarin, fehlt DW, EWD s. u. Mandarine, Duden s. u. Mandarin; Son.: von indischen auf chinesische Verhältnisse übertragen (Adj.); vgl. nndl. mandarijn, Sb., Mandarin (M.); frz. mandarin, M., Mandarin (M.); nschw. mandarin, Sb., Mandarin (M.); nnorw. mandarin, M., Mandarin (M.); poln. mandaryn, M., Mandarin; kymr. mandarin, M., Mandarin (M.); nir. mandairín, M., Mandarin (M.); lit. mandarinas, M., Mandarin; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar dem Altindischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen chinesischen Würdenträger in der Verwaltung des Chinesischen Reiches zwischen 1368 und 1911; BM.: Ratschlag; F.: Mandarin, Mandarins, Mandarine (!), Mandarinen+FW; Z.: Mandarin
Mandarine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mandarine, eine Zitrusfrucht; ne. mandarin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. mandarine; E.: s. frz. mandarine, F., Mandarine; span. (naranja) mandarina, F., Mandarine; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit nhd. Mandarin (s. d.); L.: Kluge s. u. Mandarine, fehlt DW, EWD s. u. Mandarine, Duden s. u. Mandarine; Son.: vgl. nndl. mandarijn, Sb., Mandarine; nschw. mandarin, Sb., Mandarine; nnorw. mandarin, M., Mandarine; poln. mandarynka, F., Mandarine; kymr. mandarin, M., Mandarine; nir. mandairín, M., Mandarine; lit. mandarinas, F., Mandarine; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht über die orange Farbe mit Mandarin verbindbare Bezeichnung für eine in China seit mehr als 3000 Jahren von Menschen angebaute orangenfarbene kleinere Zitrusfrucht; BM.: ?; F.: Mandarine, Mandarinen+FW; Z.: Mandarine
Mandat, nhd., (Part. Prät.=)N., (13. Jh.): nhd. Mandat, Auftrag, Amt; ne. mandate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: mhd. mandāt, st. F., st. N., Abendmahl, Fußwaschung am grünen Donnerstag; mnd. mandāt, N., Mandat, schriftlicher Erlass an Untergebene; mnl. mandāte, Sb., Fußwaschung; s. ahd. mandāt*, st. N. (a), Fußwaschung; lat. mandātum, N., Auftrag, Befehl, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mandāre, V., übergeben (V.), anvertrauen, auftragen; idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mandat, EWD s. u. Mandat, DW 4, 1727?, EWAhd 6, 108, Duden s. u. Mandat; Son.: vgl. nndl. mandaat, Sb., Mandat; frz. mandat, M., Mandat; nschw. mandat, Sb., Mandat; nnorw. mandat, N., Mandat; poln. mandat, M., Mandat; kymr. pandat, M., Mandat; lit. mandatas, M., Mandat; GB.: seit um 1300 belegte und ahd. (als Fußwaschung) schon früher verwendete sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Auftrag (beispielsweise eines Mandanten an einen Rechtsanwalt) etwas auszuführen; BM.: Hand, geben; F.: Mandat, Mandats, Mandates, Mandate, Mandaten+FW(+EW); Z.: Man-d-at
Mande, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Mande, Korb ohne Henkel; ne. basket (N.) without a handle, maund; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. fnhd. mand, Sb., Mande; mnd. mande (1), F., henkelloser Korb; mnl. mande, Sb., Korb; vgl. idg. *mand?, Sb., Flechtwerk?, Hürde?; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Mande, DW 12, 1534; Son.: vgl. ? an. mondull, Sb., Handgriff des Mühlensteins; nndl. mand, Sb., Mande; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Korb ohne Henkel; BM.: Flechtwerk?; F.: Mande, Manden+EW; Z.: Mand-e
Mandel (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Mandel (F.), Mandelkern, Mandelbaum; ne. almond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. mandel, st. F., st. M., Mandel (F.); mnd. mandel (1), mandele*, F., Mandel (F.), Fruchtkern des Mandelbaums; mnl. mandel, mandel, amondelys, M., Mandel; ahd. mandala, sw. F. (n), Mandel (F.), Mandelbaum; as. mandala*, st. F. (ō), sw. F. (n), Mandel (F.); lat. amygdala, F., Mandel (F.), (23/24-79 n. Chr.); gr. ἀμυγδάλη (amygdálē), F., Mandel (F.); Lehnwort unbekannten Ursprungs; L.: Kluge 1. A. s. u. Mandel 2, Kluge s. u. Mandel 1, DW 12, 1535, EWD s. u. Mandel 1, EWAhd 6, 105, Duden s. u. Mandel, Bluhme s. u. Mandel; Son.: vgl. nndl. amandel, Sb., Mandel (F.); frz. amande, F., Mandel (F.); nschw. mandel, Sb., Mandel (F.); nnorw. mandel, M., Mandel (F.); poln. migdał, M., Mandel (F.); kymr. almon, M., F., Mandel (F.); nir. almóinn, F., Mandel (F.); lit. migdolas, M., Mandel (F.); GB.: (ahd. mandala) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den schon vormenschlichen von einer braunen Haut umgebenen gelblich weißen Samenkern der Steinfrüchte des Mandelbaums der als von Menschen solcher gegessen oder für die Herstellung von Süßwaren und Gebäck verwendet wird sowie wegen der Ähnlichkeit der Form auch für einen kleinen Körperteil des Menschen an Rachen und Gaumen; BM.: ?; F.: Mandel, Mandeln+EW; Z.: Mandel
Mandel (2), nhd. (ält.), M., F., N., (15. Jh.): nhd. Mandel (M./F./N.), Menge von fünfzehn Stück; ne. quantity of fifteen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. mandel, st. F., fünfzehn Stück; mnd. mandel (2), mandele, F., Mandel (F.) (2), eine Zahl von fünfzehn (Fruchthaufe von fünfzehn Garben); mnl. mandele, Sb., Garbenstand; mlat. mandala, Garbenstand; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Kelt., oder zu lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mandel 1, Kluge s. u. Mandel 2, DW 12, 1524, EWD s. u. Mandel 2, Duden s. u. Mandel, Bluhme s. u. Mandel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Keltischen oder dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Menge von fünfzehn (oder auch sechzehn) Stück; BM.: Garbenstand?; F.: Mandel, Mandeln+FW; Z.: Man-d-el
Mandoline, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mandoline, ein Zupfinstrument, ein Saiteninstrument; ne. mandolin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. mandoline; E.: s. frz. mandoline, F., Mandoline; it. mandolino, M., Mandoline; vgl. it. mandola, mandora, F., Zupfinstrument; letztlich von lat. pandūra, F., ein dreisaitiges Instrument, (116-27 v. Chr.); gr. πανδοῦρα (pandūra), F., ein dreisaitiges Instrument; weitere Herkunft unklar?; oder vielleicht zu frz. amande, F., Mandel (F.), s. u. nhd. Mandel (1); L.: Kluge s. u. Mandoline, EWD s. u. Mandoline, Duden s. u. Mandoline; Son.: vgl. nndl. mandoline, Sb., Mandoline; nschw. mandolin, Sb., Mandoline; nnorw. mandolin, M., Mandoline; poln. mandolina, F., Mandoline; nir. maindilín, M., Mandoline; lit. mandolina, F., Mandoline; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für ein von Assyrern und Arabern vielleicht schon seit 3000 v. Chr. entwickeltes und verwendetes lautenähnliches Musikinstrument mit bauchigem Schallkörper und kurzem Hals sowie vier Doppelsaiten aus Stahl die mit einem Plektron angerissen werden; BM.: ?; F.: Mandoline, Mandolinen+FW(+EW); Z.: Mandolin-e
Mandragora, nhd., F. (13. Jh.): nhd. Mandragora, Alraune; ne. mandragora, mandrake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. mandragōre, sw. F., Alraunwurzel, Alraune; ahd. mandragora, mandragōra, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Mandragora, Alraune; ne. mandrake; s. lat. mandragorās, M., Mandragora, Alraun; gr. μανδραγόρας (mandragóras), M., Mandragora, Alraun; weitere Herkunft unklar; L.: DW 4, 1728, EWAhd 6, 109, Duden s. u. Mandragora; Son.: vgl. nndl. mandragora, Sb., Mandragora; frz. mandragore, F., Mandragora; nschw. mandragora, Sb., Mandragora; kymr. mandragora, M., Mandragora; nir. mandrác, M., Mandragora; poln. mandragora, F., Mandragora; lit. mandragora, F., Mandragora; GB.: (mandragōre) seit 1277/1287 belegte Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen magisch gebrauchte ungefähr menschenförmige Wurzel aus der Familie der Nachtschattengewächse; BM.: ?; F.: Mandragora, Mandragoren+FW; Z.: Mandragora
Mandrill, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mandrill, ein Affe; ne. mandrill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. mandrill; E.: s. ne. mandrill, N., Mandrill, Schimpanse; zu ne. man, M., Mann; ae. mann, man, monn, mon, M. (kons.), Mensch, Mann, Held, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); ne. drill, N., Drill, Mandrill; wohl aus einer westafrikanischen Eingeborenensprache; L.: Kluge s. u. Mandrill, Duden s. u. Mandrill; Son.: vgl. nndl. mandril, Sb., Mandrill; frz. mandrill, M., Mandrill; nschw. mandrill, Sb., Mandrill; nnorw. mandrill, M., Mandrill; poln. mandryl, M., Mandrill; kymr. mandril, M., Mandrill; nir. maindrill, M., Mandrill; lit. mandrilas, M., Mandrill; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit Mann verbindbare Bezeichnung für einen in Westafrika in Herden lebenden schon vormenschlichen meerkatzenartigen Affen mit buntem Kopf und Stummelschwanz; BM.: (teilweise Mann)?; F.: Mandrill, Mandrills, Mandrille, Mandrillen+FW; Z.: Man-drill
...mane, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. ...mane; ne. ...maniac; Vw.: s. (Brah-,) Pyro-; Hw.: s. Manie; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Manie; Son.: vgl. nndl. ...maan, Suff., ...mane; frz. ...mane, Suff., ...mane; nschw. ...man, Suff., ...mane; nnorw. ...man, Suff., ...mane; poln. ...man, Suff., ...mane; lit. ...manas, Suff., ...mane; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und mit Manie sowie dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven (der Nachdrücklichkeit oder Besessenheit) verwendete Bezeichnung wie beispielsweise Kleptomane oder Pyromane; BM.: denken; F.: …mane, …manen+FW; Z.: -man-e
Manege, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Manege, Arena; ne. manège; Vw.: -; Hw.: -; Q.: frühes 18. Jh.; I.: Lw. frz. manège; E.: s. frz. manège, M., Manege; it. maneggio, M., Manege, Behandlung, Betrieb; vgl. it. maneggiare, V., mit etwas umgehen; vgl. it. mano, F., Hand; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manege, fehlt DW, EWD s. u. Manege, Duden s. u. Manege; Son.: vgl. nndl. manege, Sb., Manege; nschw. manege, Sb., Manege; nnorw. manesje, M., Manege; kymr. manège, M., Manege; lit. maniežas, M., Manege; GB.: seit frühes 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die runde und von Zuschauersitzen umgebene Vorführfläche in einem von Menschen entwickelten und verwendeten Zirkus; BM.: Hand; F.: Manege, Manegen+FW; Z.: Man-eg-e
...manent, nhd., (Part. Präs.=), (16. Jh.?): nhd. ...manent, ...bleibend; ne. ...manent; Vw.: s. im-, per-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. manēns, (Part. Präs.=)Adj., bleibend, dauernd; lat. manēre, V., bleiben; vgl. idg. *men- (5), V., bleiben, stehen, Pokorny 729 (1215/80) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...manent, Suff., ...manent; frz. ...manent, Suff., ...manent; nschw. ...manent, Suff., ...manent; nnorw. ...manent, Suff., ...manent; poln. ...manentny, Suff., ...manent; lit. ...manentinis, Suff., ...manent; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adjektiven des Bleibens oder Seins verwendete Bezeichnung; BM.: bleiben; F.: ...manent, ...manente, ...manentes, ...manentem, ...manenten, ...manenter(, ...manentere, ...manenteres, ...manenterem, ...manenteren, ...manenterer, ...manentest, ...manenteste, ...manentestes, ...manentestem, ...manentesten, ...manentester)+FW(+EW); Z.: -man-ent
mang, nhd. (ält.), Präp., (13. Jh.): nhd. mang, unter, zwischen, mitten unter; ne. among, below; Vw.: -; Hw.: s. Menge; Q.: 1221-1224 (Sachsenspiegel); E.: s. mnd. manc, Präp., Adv., zwischen, innerhalb einer Menge, mitten zwischen; as. an gimang, Präp., unter der Menge; as. gimang, st. N. (a), Menge, Schar (F.) (1), Haufe, Haufen, Gesellschaft; as. *mang?, st. N. (a); germ. *managja, *mangja, F., Menge; vgl. idg. *menegʰ-, *mengʰ-, *monegʰ-, *mongʰ-, *mn̥gʰ-, Adj., V., reichlich, viel, geben, Pokorny 730 (1219/84) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge s. u. mang, DW 12, 1539 (Adv.), EWD s. u. mengen, Duden s. u. mang; GB.: seit 1221-1224 mnd. belegte und mit dem erschließbaren Altsächsischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Präposition) für unter oder zwischen oder mitten unter; BM.: viel; F.: mang+EW; Z.: mang
Manga, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Manga, japanischer Comic, Bildergeschichte; ne. manga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. jap. manga; E.: s. jap. manga, Sb., Manga; vgl. jap. man, Adj., zwanglos; jap. ga, Sb., Bild; L.: fehlt DW, Duden s. u. Manga; Son.: vgl. nndl. manga, Sb., Manga; frz. manga, M., Manga; nschw. manga, Sb., Manga; nnorw. manga, Sb., Manga; poln. manga, Sb. Pl., Manga; kymr. manga, Sb., Manga; nir. manga, Sb., Manga; lit. manga, Sb., Manga; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für einen aus Japan stammenden handlungsreichen und durch besondere grafische Effekte gekennzeichneten Comic; BM.: zwanglos, Bild; F.: Manga, Mangas+FW; Z.: Man-ga
Mangan, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mangan, ein Übergangsmetall; ne. manganese; Vw.: -; Hw.: s. Magnet; Q.: 4. Viertel 18. Jh.; E.: gekürzt von Manganesium; s. frz. manganèse, M., Mangan; it. manganese, M., Mangan?; letztlich von von Māgnēsia, F.=ON, Magnesien; gr. Μαγνησία (Magnēsía), F.=ON, Magnesien; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Mangan, Magnesia, Duden s. u. Mangan; Son.: vgl. nndl. mangaan, Sb., Mangan; nschw. mangan, Sb., Mangan; nnorw. mangan, N., Mangan; poln. mangan, M., Mangan; kymr. manganîs, M., Mangan; nir. mangainéis, F., Mangan; lit. manganas, M., Mangan; GB.: seit 4. Viertel 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und mit dem ON Magnesia des Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein schon seit dem Altertum von Menschen verwendetes weltweit häufiges (beispielsweise in Südafrika und Georgien und Australien und Brasilien und Indien abgebautes) silberweißes und hartes sowie sehr sprödes Metall (chemisches Element Nr. 25, abgekürzt Mn) das vor allem Festigkeit und Härte von Legierungen (Stahl) verbessern soll und als Mikronährstoff für Knochenaufbau und Enzymfunktion sowie Stoffwechsel benötigt wird; BM.: ON; F.: Mangan, Mangans+FW; Z.: Mang-an
Mangel (1), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Mangel (F.), Mange, Glättrolle, Schleudermaschine im Mittelalter; ne. mangle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. mangel (3), mandel, F., Mangel (F.), Glättrolle; mnd. mangel, F., „Mangel“ (F.), Walze zum Glätten der Gewirke und der Wäsche; s. mhd. mange, sw. F., Glättrolle, Glättwalze, Kriegsmaschine (um Steine zu schleudern); ahd. mango, sw. M. (n), Wurfmaschine, Schleudermaschine; lat. manganum, N., Werkzeug, Maschine, (354-430 n. Chr.); gr. μάγγανον (mánganon), N., Zaubermittel, Kriegsmaschine; vgl. idg. *meng-, N., Verschönerung, Betrug, Pokorny 731 (1221/86) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mange, Kluge s. u. Mangel, DW 12, 1540, EWD s. u. Mangel, Duden s. u. Mangel, Bluhme s. u. Mangel; Son.: vgl. nndl. mangel, Sb., Mangel (F.); nschw. mangel, Sb., Mangel (F.); GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes größeres Gerät in dem Wäsche zwischen zwei rollend sich drehenden Walzen geglättet wird; BM.: Verschönerung; F.: Mangel, Mangeln+FW+EW?; Z.: Mang-el
Mangel (2), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Mangel (M.), Knappheit, Fehler, Fehlen; ne. lack (N.), shortage; Vw.: -; Hw.: s. mangeln; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. mangel (1), st. M., Mangel (M.), Entbehrung, Fehler, Unzulänglichkeit, Gebrechen, Nachteil; mnd. mangel (1), M., Mangel (M.), Fehler, Fehlendes, Unzureichendes, Mangel (M.), Nichtvorhandensein; s. mfrz. manque, Sb., Mangel (M.); vgl. mfrz. manquer, V., fehlen, mangeln; lat. mancāre, V., verstümmeln, mangeln, fehlen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. mangeln, DW 12, 1540, EWD s. u. mangeln, Duden s. u. Mangel; Son.: vgl. nndl. mangel, Sb., Mangel (M.); frz. manque, M., Mangel (M.); GB.: seit 1060-1080 belegte und mit dem Mittelfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine Knappheit oder ein Fehlen einer Gegebenheit; BM.: klein bzw. Hand; F.: Mangel, Mangels, Mängel, Mängeln+FW(+EW); Z.: Man-g-el
$mangelhaft, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. mangelhaft, fehlend, fehlerhaft, lückenhaft, schlecht; E.: s. Mangel, s. haft; L.: Kluge s. u. mangeln, EWD s. u. mangeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Mangel und haft gebildete Bezeichnung für fehlerhaft oder lückenhaft oder schlecht; F.: mangelhaft, mangelhafte, mangelhaftes, mangelhaftem, mangelhaften, mangelhafter(, mangelhaftere, mangelhafteres, mangelhafterem, mangelhafteren, mangelhafterer, mangelhaftest, mangelhafteste, mangelhaftestes, mangelhaftestem, mangelhaftesten, mangelhaftester)+FW+EW; Z.: mang-el—haf-t
mangeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. mangeln, entbehren, ermangeln, fehlen; ne. lack (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mangel (2); Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. mangelen, mangeln, sw. V., entbehren, vermissen, Mangel haben; mnd. mangelen (1), sw. V., mangeln (V.) (1), fehlen, nicht vorhanden sein (V.); mnl. mangelen, sw. V., mangeln, fehlen, nicht vorhanden sein (V.); ahd. mangolōn*, mangalōn*, sw. V. (2), ermangeln, etwas entbehren; s. germ. *mangjan, sw. V. entbehren, mangeln?; vgl. idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); und lat. mancāre, V., verstümmeln, mangeln (V.) (1), fehlen, (507-511?); vgl. lat. mancus, Adj., gebrechlich, kraftlos, mangelhaft; s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mangeln, Kluge s. u. mangeln, DW 12, 1546, EWD s. u. mangeln, EWAhd 6, 113, Duden s. u. mangeln, Bluhme s. u. mangeln; Son.: vgl. frz. manquer, V., mangeln; nschw. mangla, V., mangeln; nnorw. mangle, V., mangeln; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches entbehren oder ermangeln oder fehlen; BM.: klein bzw. Hand; F.: mangeln, mangel (!), mangle, mangele, mangelst, mangelt, mangelte, mangeltest, mangelten, mangeltet, gemangelt, ##gemangelt, gemangelte, gemangeltes, gemangeltem, gemangelten, gemangelter##, mangelnd, ###mangelnd, mangelnde, mangelndes, mangelndem, mangelnden, mangelnder###, mangel (!)+FW+EW; Z.: man-g-el-n
$mangeln (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. mangeln, glätten; E.: s. Mangel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 12, 1546, EWD s. u. Mangel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Mangel (F.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes glätten; F.: mangeln, mangel (!), mangle, mangele, mangelst, mangelt, mangelte, mangeltest, mangelten, mangeltet, gemangelt, ##gemangelt, gemangelte, gemangeltes, gemangeltem, gemangelten, gemangelter##, mangelnd, ###mangelnd, mangelnde, mangelndes, mangelndem, mangelnden, mangelnder###, mangel (!)+FW+EW?; Z.: man-g-el-n; Z.: mang-el-n
Mango, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Mango, eine Frucht; ne. mango; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.?; I.: Lw. port. manga; E.: s. port. manga, F., Mango; aus einer dravidischen Sprache; tamilisch mān-kāy; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mango; Son.: vgl. nndl. mango, Sb., Mango; frz. mangue, F., Mango; nschw. mango, Sb., Mango; nnorw. mango, M., Mango; poln. mango, Sb. Pl., Mango; kymr. mango, M., Mango; nir. mangó, M., Mango; lit. mangas, M., Mango; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen sowie mittelbar einer dravidischen Sprache (Tamilisch) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche große und bis zu zwei Kilogramm schwere rote oder grüne oder gelbe Frucht des Mangobaums mit saftigem Fruchtfleisch und einem großen flachen Steinkern; BM.: ?; F.: Mango, Mangos+FW(+EW); Z.: Man-go
Mangold, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Mangold, Beißkohl; ne. mangold, mangel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. mangolt, manegolt, st. M., Mangold; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Mangold, Kluge s. u. Mangold, EWD s. u. Mangold, DW 12, 1550, EWAhd 6, 117, Duden s. u. Mangold; Son.: vgl. nschw. mangold, Sb., Mangold; nnorw. mangold, M., Mangold; kymr. mangl, F., Mangold; nir. meaingil, M., Mangold; GB.: seit 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien kommende große hellgrüne gewellte Blätter aufweisende durch den Menschen aus einer Rübe entwickelte spinatartige Gemüsepflanze; BM.: ?; F.: Mangold, Mangolds, Mangoldes, Mangolde, Mangolden+FW?+EW?; Z.: Mangold
Manguste, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Manguste, Schleichkatze; ne. mongoose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. mangouste; E.: s. frz. mangouste, F., Manguste; port. mangu, manguço, M., Manguste; aus dem Dravidischen (muṅgisa, muṅgisi); L.: fehlt DW, Duden s. u. Manguste; Son.: vgl. nndl. mangoeste, Sb., Manguste; nschw. manguste, Sb., Manguste; nnorw. manguste, M., Manguste; kymr. mongŵs, M., Manguste; nir. mongús, M., Manguste; lit. mangusta, Sb., Manguste; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Portugiesischen sowie mittelbar dem Dravidischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche und südlich der Sahara und in Südasien lebende Schleichkatze mit schlankem Körper und oft kurzen Beinen und braunem bis grauem quer gestreiftem Fell; BM.: ?; F.: Manguste, Mangusten+FW(+EW?); Z.: Mangu-st-e
Manichäismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Manichäismus, eine dualistische Glaubensrichtung; ne. manichaeism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1797?; E.: nach dem Priester Mani (216-275/277); s. nhd. …ismus; L.: fehlt DW, Duden s. u. Manichäismus; Son.: vgl. nndl. manicheïsme, Sb., Manichäismus; frz. manichéisme, M., Manichäismus; nschw. manikeism, Sb., Manichäismus; nnorw. manikeisme, M., Manichäismus; poln. manicheizm, M., Manichäismus; nir. mainicéasaíocht, Sb., Manichäismus; lit. manicheizmas, M., Manichäismus; GB.: vielleicht seit 1797 belegte und aus dem PN Mani und chä(er) sowie ismus gebildete Bezeichnung für eine von Mani als behaupteter Nachfolger Zarathustras und Buddhas sowie Jesus Christus‘ aus deren Lehren synkretistisch entwickelte und von seinen Anhängern (wie beispielsweise anfangs Augustinus) ausgeübte gnostische Religion des späten Altertums und des frühen Mittelalters deren Ausgangspunkt ein radikaler Dualismus von gut und böse ist; BM.: PN (nach dem Gründer); F.: Manichäismus+FW; Z.: Mani-chä-ism-us
Manie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Manie, Besessenheit, krankhafte Sucht, menschlicher Zwang; ne. mania; Vw.: s. Klepto-, Nympho-; Hw.: s. manisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mania; E.: s. lat. mania, F., Wut, (um 400 n. Chr.); gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Manie, fehlt DW, EWD s. u. Manie, Duden s. u. Manie; Son.: vgl. nndl. manie, Sb., Manie; frz. manie, F., Manie; nschw. mani, Sb., Mani; nnorw. mani, M., Manie; poln. mania, F., Manie; kymr. mania, M., Manie; nir. máine, F., Manie; lit. manija, F., Manie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Besessenheit oder krankhafte Sucht oder einen menschlichen Zwang sich in bestimmter Weise zu verhalten; BM.: denken; F.: Manie, Manien+FW(+EW); Z.: Man-ie
Manier, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Manier, Benehmen, Art, menschliche Umgangsform; ne. manner; Vw.: -; Hw.: s. manieriert; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. maniere, st. F., sw. F. Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Manier, Betragen; mnd. manēr, maneyr, mannēr, manīr, manier, manēre, manīre, F., N., Manier, Art (F.) (1), Gattung, Sorte; afrz. manière, F., Art (F.) (1), Benehmen; gallo.-rom. manuarius, Adj., handlich, geschickt; lat. mānuārius (1), Adj., zu den Händen gehörig, handlich, geschickt, Hand..., (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Manier, Kluge s. u. Manier, DW 12, 1551, EWD s. u. Manier, Duden s. u. Manier; Son.: vgl. nndl. manier, Sb., Manier; frz. manière, F., Art (F.) (1); nschw. maner, Sb., Manier; nnorw. mannér, Sb., Manier; lit. manieros, F. Pl., Manieren; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Benehmen oder Art oder menschliche Umgangsform; BM.: Hand; F.: Manier, Manieren+FW(+EW); Z.: Man-ier
manieriert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. manieriert, gekünstelt, gesucht, gezwungen; ne. mannered, pretentious; Vw.: -; Hw.: s. Manier; Q.: 18. Jh.; I.: Hybridbildung, Lw. frz. maniéré; E.: s. frz. maniéré, Adj., manieriert; vgl. frz. manière, F., Art (F.) (1), Weise (F.) (1); afrz. manière, F., Art (F.) (1), Benehmen; gallo.-rom. manuarius, Adj., handlich, geschickt; lat. mānuārius (1), Adj., zu den Händen gehörig, handlich, geschickt, Hand..., (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. manieriert, fehlt DW, EWD s. u. Manier, Duden s. u. manieriert; Son.: vgl. nndl. gemaniëreed, Adj., manieriert; nschw. maniererad, Adj., manieriert; nnorw. maniert, Adj., manieriert; GB.: seit 18. Jh. belegte und teilweise aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gekünstelt oder gesucht oder gezwungen; BM.: Hand; F.: manieriert, manierierte, manieriertes, manieriertem, manierierten, manierierter(, manieriertere, manierierteres, manierierterem, manierierteren, manierierterer, manieriertest, manierierteste, manieriertestes, manieriertestem, manieriertesten, manieriertester)+FW(+EW); Z.: man-ier-ier-t
$Manierismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Manierismus, durch Überzeichnung einzelner Elemente gekennzeichneter Stil; E.: s. Manier, s. ismus; L.: Kluge s. u. manieriert, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Manier und ismus gebildete Bezeichnung für einen durch Überzeichnung einzelner Elemente gekennzeichneten Stil in Kunst und Literatur zwischen Renaissance und Barock; F.: Manierismus, Manierismen+FW; Z.: Man-ier-ism-us
$manierlich, nhd., Adj., Adv. (15. Jh.): nhd. manierlich, artig, anständig, ordentlich, gesittet, gut; E.: s. Manier, s. lich; L.: Kluge s. u. Manier, DW 12, 1553, EWD s. u. Manier; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Manier und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches artig oder anständig oder ordentlich oder gesittet oder gut; F.: manierlich, manierliche, manierliches, manierlichem, manierlichen, manierlicher(, manierlichere, manierlicheres, manierlicherem, manierlicheren, manierlicherer, manierlichst, manierlichste, manierlichstes, manierlichstem, manierlichsten, manierlichster)+FW+EW; Z.: man-ier-lich
Manifest, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Manifest, Programm einer Gruppe von Menschen; ne. manifest (N.), manifesto; Vw.: -; Hw.: s. manifestieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. manifēstum; E.: s. lat. manifēstum, N., Augenscheinlichkeit; vgl. lat. manifēstus, Adj., handgreiflich, offenbar, augenscheinlich, deutlich; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. *fendere, V., stoßen, sich verteidigen; idg. *gᵘ̯ʰenə-, *gᵘ̯ʰen- (2), V., schlagen, töten, Pokorny 491 (730/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Manifest, fehlt DW, EWD s. u. Manifest, Duden s. u. Manifest; Son.: vgl. nndl. manifest, Sb., Manifest; frz. manifeste, M., Manifest; nschw. manifest, N., Manifest; nnorw. manifest, N., Manifest; poln. manifest, M., Manifest; kymr. maniffest, M., Manifest; lit. manifestas, M., Manifest; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein öffentlich dargelegtes Programm einer Gruppe von Menschen wie beispielsweise das Kommunistische Manifest von 1848; BM.: Hand, schlagen; F.: Manifest, Manifests, Manifestes, Manifeste, Manifesten+FW; Z.: Man-i-fe-st
$Manifestation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Manifestation, Offenbarung, Darlegung; E.: s. lat. manifestatio (Offenbarung); L.: fehlt DW, EWD s. u. Manifest; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Offenbarung oder Darlegung; F.: Manifestation, Manifestationen+FW(+EW); Z.: Man-i-fe-st-at-io-n
manifestieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. manifestieren, zeigen, darlegen, offenbaren, offenbar werden; ne. manifest (V.); Vw.: -; Hw.: s. Manifest; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. manifēstāre; E.: s. lat. manifēstāre, V., sichtbar machen, deutlich zeigen, offenbaren, dartun, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. manifēstus, Adj., handgreiflich, offenbar, augenscheinlich, deutlich; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. *fendere, V., stoßen, sich verteidigen; idg. *gᵘ̯ʰenə-, *gᵘ̯ʰen- (2), V., schlagen, töten, Pokorny 491 (730/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Manifest, fehlt DW, EWD s. u. Manifest, Duden s. u. manifestieren; Son.: vgl. nndl. manifesteren, V., manifestieren; frz. manifester, V., manifestieren; nschw. manifestera, V., manifestieren; nnorw. manifestere, V., manifestieren; lit. manifestuoti, V., manifestieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches zeigen oder darlegen oder offenbaren; BM.: Hand, schlagen; F.: manifestieren, manifestiere, manifestierst, manifestiert, manifestierest, manifestieret, manifestierte, manifestiertest, manifestierten, manifestiertet, ##manifestiert, manifestierte, manifestiertes, manifestiertem, manifestierten, manifestierter##, manifestierend, ###manifestierend, manifestierende, manifestierendes, manifestierendem, manifestierenden, manifestierender###, manifestier (!)+FW(+EW); Z.: man-i-fe-st-ier-en
Maniküre, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Maniküre, Handpflege; ne. manicure (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pediküre; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. manucure; E.: s. frz. manucure, F., Maniküre; vgl. frz. main, F., Hand; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); frz. cure, F., Sorgfalt; lat. cūra, F., Sorge, Fürsorge, Sorgfalt, (204-169 v. Chr.); idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Maniküre, fehlt DW, EWD s. u. Maniküre, Duden s. u. Maniküre; Son.: vgl. nndl. manicure, Sb., Maniküre; nschw. manikyr, Sb., Maniküre; nnorw. manikyr, M., Maniküre; poln. manikiur, M., Maniküre; lit. manikiūras, M., Maniküre; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit etwa 1800 entwickelte besondere Pflege der Hände der Menschen; BM.: Hand, sorgen; F.: Maniküre, Maniküren+FW; Z.: Man-i-kür-e
$maniküren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. maniküren; E.: s. Manikür(e), s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Maniküre; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Manikür(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit etwa 1800 entwickeltes besonderes Hände der Menschen pflegen; F.: maniküren, maniküre (!), manikürst, manikürt, manikürest, maniküret, manikürte, manikürtest, manikürten, manikürtet, manikürte, ##manikürte, manikürtes, manikürtem, manikürten, manikürter##, manikürend, ###manikürend, manikürende, manikürendes, manikürendem, manikürenden, manikürender###, manikür (!)+EW; Z.: man-i-kür-en
Maniok, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Maniok, ein Wolfsmilchgewächs; ne. manioc, cassava; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. manioc; E.: s. frz. manioc, M., Maniok; span. mandioca, F., Maniok; von Tupí-Wort mãdiʻog, Sb., Maniok; L.: fehlt DW, Duden s. u. Maniok; Son.: vgl. nndl. maniok, Sb., Maniok; nschw. maniok, Sb., Maniok; nnorw. maniok, M., Maniok; poln. maniok, M., Maniok; kymr. manioc, M., Maniok; lit. manijokas, M., Maniok; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar aus der Sprache der Tupi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in den Tropen angebaute schon vormenschliche bis zu 5 Meter hohe Pflanze deren stärkereiche Wurzelknollen als Nahrungsmittel dienen; BM.: ?; F.: Maniok, Manioks+FW(+EW); Z.: Maniok
Manipel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Manipel, eine Unterabteilung der römischen Kohorte; ne. maniple; Vw.: -; Hw.: s. Manipulation, manipulieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. manipulus; E.: s. lat. manipulus, M., Handvoll, Bund, Bündel, Haufe, Haufen, Schar (F.) (1), Hantel, Armschiene, Wuchtkolben, Manipel, (um 250-184 v. Chr.); lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. *plēre, V., füllen; lat. plēnus, voll, stark, dick, schwanger; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Manipel; Son.: vgl. nndl. manipel, Sb., Manipel; frz. manipel, M., Manipel; nschw. manipel, Sb., Manipel; poln. manipuł, M., Manipel; kymr. manipl, M., Manipel; nir. mainipil, M., Manipel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterabteilung der römischen Kohorte; BM.: Hand, gießen; F.: Manipel, Manipels, Manipeln+FW(+EW); Z.: Man-i-pel
Manipulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Manipulation, Manipulieren, Beeinflussung; ne. manipulation; Vw.: -; Hw.: s. manipulieren, Manipel; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. manipulation; E.: s. frz. manipulation, F., Manipulation, Handhabung; frz. manipuler, V., handhaben; lat. manipulāre, V., zugesellen, sich anschließen, einen Blinden an der Hand führen; vgl. lat. manipulus, M., Handvoll, Bund, Bündel, Haufe, Haufen; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. *plēre, V., füllen; lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Manipulation, fehlt DW, EWD s. u. Manipulation, Duden s. u. Manipulation; Son.: vgl. nndl. manipulatie, Sb., Manipulation; nschw. manipulation, Sb., Manipulation; nnorw. manipulasjon, M., Manipulation; poln. manipulacja, F., Manipulation; lit. manipulacija, F., Manipulation; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein undurchschaubares und geschicktes Vorgehen mit dem sich jemand einen Vorteil verschafft oder zu verschaffen versucht; BM.: Hand, gießen; F.: Manipulation, Manipulationen+FW; Z.: Man-i-pul-at-io-n
$Manipulator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Manipulator, Manipulierender; E.: s. lat. manipulator (Zugeseller?); L.: EWD s. u. Manipulation; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Manipulierenden; F.: Manipulator, Manipulatoren+FW; Z.: Man-i-pul-at-or
manipulieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. manipulieren, beeinflussen; ne. manipulate; Vw.: -; Hw.: s. Manipulation, Manipel; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. manipuler; E.: s. frz. manipuler, V., handhaben; lat. manipulāre, V., zugesellen, sich anschließen, einen Blinden an der Hand führen; vgl. lat. manipulus, M., Handvoll, Bund, Bündel, Haufe, Haufen; lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. *plēre, V., füllen; lat. plēnus, voll, stark, dick, schwanger; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Manipulation, fehlt DW, EWD s. u. Manipulation, Duden s. u. manipulieren; Son.: vgl. nndl. manipuleren, V., manipulieren; nschw. manipulera, V., manipulieren; nnorw. manipulere, V., manipulieren; poln. manipulować, V., manipulieren; lit. manipuliuoti, V., manipulieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch geschickte Beeinflussung in eine bestimmte Richtung lenken oder zu lenken oder zu beeinflussen versuchen; BM.: Hand, gießen; F.: manipulieren, manipuliere, manipulierst, manipuliert, manipulierest, manipulieret, manipulierte, manipuliertest, manipulierten, manipuliertet, ##manipuliert, manipulierte, manipuliertes, manipuliertem, manipulierten, manipulierter##, manipulierend, ###manipulierend, manipulierende, manipulierendes, manipulierendem, manipulierenden, manipulierender###, manipulier (!)+FW+EW; Z.: man-i-pul-ier-en
manisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. manisch, krankhaft übersteigert, zwangshaft; ne. maniac (Adj.), manic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Manie; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. μανικός (manikós); E.: s. gr. μανικός (manikós), Adj., toll, wahnsinnig, rasend; vgl. gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Manie, fehlt DW, EWD s. u. Manie, Duden s. u. manisch; Son.: vgl. nndl. manisch, Adj., manisch; nnorw. manisk, Adj., manisch; poln. maniakalny, Adj., manisch; nir. máineach, Adj., manisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches krankhaft übersteigert oder zwangshaft; BM.: denken; F.: manisch, manische, manisches, manischem, manischen, manischer(, manischere, manischeres, manischerem, manischeren, manischerer, manischst, manischste, manischstes, manischstem, manischsten, manischste+FW+EW; Z.: man-isch
Manko, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Manko, Fehlendes, Fehlbetrag, Nachteil; ne. flaw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. manco; E.: s. it. manco, M., Manko, Unvollständiges; vgl. lat. mancus, Adj., gebrechlich, kraftlos, mangelhaft, verstümmelt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manko, fehlt DW, EWD s. u. Manko, Duden s. u. Manko; Son.: vgl. nndl. manco, Sb., Manko; frz. manque, M., Mangel; ndän. manko, Sb., Manko; nnorw. manko, M., Manko; poln. manko, Sb., Manko; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früh möglichen aus der Sicht des Menschen bestehenden Fehlbetrag oder Nachteil bei einer Gegebenheit; BM.: gebrechlich bzw. Hand; F.: Manko, Mankos+FW+EW; Z.: Mank-o
Mann, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mann, männlicher Mensch; ne. man (M.); Vw.: s. Dober-, Klabauter-, Ombuds-, Weid-; Hw.: s. Heinzelmännchen, jemand; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. man, st. M. (athem.), Mensch, Mensch männlichen Geschlechts in gereiftem Alter, Mann, Ehemann, Sohn, Dienstmann, Diener, Lehnsmann; mnd. man (1), M., Mensch, Mann, Ehemann, Erwachsener, streitbarer Mann, Arbeitsmann, Kriegsmann, Schiffsmann; mnl. man, M., Mann, Mensch, Ehemann, Lehensmann, Untergebener; ahd. man (1), st. M. (athem.), Mann, Mensch, Krieger, Soldat, Gefolgsmann, Knecht, Diener; as. man (1), mann, st. M. (athem. bzw. a), Pron., Mann, Mensch, Jüngling, Diener; anfrk. man, st. M. (athem.), Mann; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mann, Kluge s. u. Mann, DW 12, 1553, EWD s. u. Mann, EWAhd 6, 84, Falk/Torp 307, Duden s. u. Mann, Bluhme s. u. Mann; Son.: vgl. afries. mann, monn, man, mon, st. M. (a), Mensch, Mann, Ehemann, Dienstmann; saterl. man, M., Mann; ae. mann, man, monn, mon, M. (kons.), Mensch, Mann, Held, Diener; an. maðr, mannr, st. M. (a), Mann, Mensch; got. manna (1), unr. kons. M., Mensch, Mann, m-Rune; nndl. man, Sb., Mann; nschw. man, Sb., Mann; nnorw. mann, M., Mann; lit. žmogus, M., Mensch; apreuß. smunents, Sb., Mensch; ksl. mǫžъ, M., Mann?; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen erwachsenen Menschen männlichen Geschlechts (Mann); BM.: denken; F.: Mann, Manns, Mannes, Manne, Männer, Männern+EW; Z.: Man-n
Manna, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Manna, eine sagenhafte Nahrung; ne. manna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. manna, N., Manna, Himmelsbrot; mnd. manna, man, N., Manna, Himmelsbrot; mnl. manna, N., Manna; ahd. manna (1), st. N. (a)?, sw. N. (n)?, Manna; lat. manna, N., Manna, (um 160-220 n. Chr.); aus dem Hebräischen, aram. manna, arab. mann (= Ausdünstung des Tamarix gallica-Strauches); vielleicht von ägypt, menna, Sb., Pflanzensaft; L.: Kluge s. u. Manna, DW 12, 1569, EWAhd 6, 123, Duden s. u. Manna; Son.: vgl. afries. manna, Sb., Manna; ae. manna, Sb. (indekl.), Manna; got. manna, N. (indekl.), Manna; nndl. manna, Sb., Manna; frz. manne, F., Manna; nschw. manna, Sb., Manna; nnorw. manna, M., Manna; poln. biblijna manna, Sb., Manna; kymr. manna, M., Manna; nir. manna, M., Manna; alb. mënje, Sb., Manna; arm. mananay, Sb., Manna; ksl. mana, Sb., Manna; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für die nach der Vorstellung der Nutzer durch ein Wunder von dem Himmel gefallene (sagenhafte) Nahrung für die Israeliten in der Wüste Sinai; BM.: ?; F.: Manna, Mannas+FW; Z.: Manna
$mannbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. mannbar, eines Mannes fähig; E.: s. Mann, s. bar; L.: Kluge s. u. mannbar, DW 12, 1570, EWD s. u. Mann; GB.: seit 1190/1195 belegte und aus Mann und bar gebildete Bezeichnung für als Mann einstufbar oder mit einem Mann verbindbar; F.: mannbar, mannbare, mannbares, mannbarem, mannbaren, mannbarer(, mannbarere, mannbareres, mannbarerem, mannbareren, mannbarerer, mannbarst, mannbarste, mannbarstes, mannbarstem, mannbarsten, mannbarster)+EW; Z.: man-n—bar
Mannequin, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mannequin, Modell; ne. mannequin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mannequin; E.: s. frz. mannequin, M., Mannequin, Modepuppe; mnl. mannekijn, M., Männchen; vgl. mnl. man, M., Mann, Mensch, Ehemann, Lehensmann, Untergebener; anfrk. man, st. M. (athem.), Mann; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mannequin, fwhlt DW, EWD s. u. Mannequin, Duden s. u. Mannequin; Son.: vgl. nndl. mannequin, Sb., Mannequin; nschw. mannekäng, Sb., Mannequin; nnorw. mannekeng, M., Mannequin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit bewusst statt Puppen für eine Vorführung von Mode verwendete Frau; BM.: Mann; F.: Mannequin, Mannequins+FW; Z.: Man-n-e-qu-in
$Männertreu, nhd., F., N., (15. Jh.): nhd. Männertreu; L.: Kluge s. u. Männertreu, fehlt DW (Männertreue DW 12, 1577); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Mann und er (Suff.) und treu (oder Treue) gebildete Bezeichnung für eine kleine Blume aus den Glockenblumengewächsen deren Vergänglichkeit vielleicht mit der Zeitlichkeit von Treue verbunden werden kann; F.: Männertreu+EW; Z.: Män-n-er—treu
$mannhaft, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. mannhaft, standhaft, tapfer; E.: s. Mann, s. haft; L.: Kluge s. u. Mann, DW 12, 1585, EWD s. u. Mann; GB.: seit um 1185 belegte und aus Mann und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen mögliches standhaft oder tapfer; F.: mannhaft, mannhafte, mannhaftes, mannhaftem, mannhaften, mannhafter(, mannhaftere, mannhafteres, mannhafterem, mannhafteren, mannhafterer, mannhaftest, mannhafteste, mannhaftestes, mannhaftestem, mannhaftesten, mannhaftester)+EW; Z.: man-n—haf-t
$Mannheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Mannheit, Männlichkeit, Tapferkeit; E.: s. Mann, s. heit; L.: DW 12, 1586, EWD s. u. Mann; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus Mann und heit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Männlichkeit oder Tapferkeit; F.: Mannheit, Mannheiten+EW; Z.: Man-n—hei-t
$mannig, nhd., Adj.?, (18. Jh.): nhd. mannig, manch; E.: s. manch; L.: DW 12, 1588 (Goethe), Kluge s. u. mannig, manch; GB.: s. manch; F.: mannig, mannige, manniges, mannigem, mannigen, manniger(, mannigere, mannigeres, mannigerem, mannigeren, mannigerer, mannigst, mannigste, mannigstes, mannigstem, mannigsten, mannigster)+EW; Z.: mannig
$mannigfach, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. mannigfach, vielfältig, oft; E.: s. mannig, s. Fach, fach; L.: Kluge s. u. manch, EWD s. u. manch(er); GB.: seit um 1331 belegte und aus mannig und Fach (fach) gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vielfältig oder oft; F.: mannigfach, mannigfache, mannigfaches, mannigfachem, mannigfachen, mannigfacher, mannigfachere(, mannigfacheres, mannigfacherem, mannigfacheren, mannigfacherer, mannigfachst, mannigfachste, mannigfachstes, mannigfachstem, mannigfachsten, mannigfachster)+EW; Z.: mannig-fach
$mannigfaltig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. mannigfaltig, mannigfach, vielfältig, oft; E.: s. mannig, s. faltig; L.: Kluge s. u. manch, DW 12, 1589, EWD s. u. manch(er); GB.: (managfaltīg*) seit 10. Jh. belegte und aus mannig und faltig gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches mannigfach oder vielfältig oder oft; F.: mannigfaltig, mannigfaltige, mannigfaltiges, mannigfaltigem, mannigfaltigen, mannigfaltiger(, mannigfaltigere, mannigfaltigeres, mannigfaltigerem, mannigfaltigeren, mannigfaltigerer, mannigfaltigst, mannigfaltigste, mannigfaltigstes, mannigfaltigstem, mannigfaltigsten, mannigfaltigster)+EW; Z.: mannig—fal-t-ig
$männiglich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. männiglich, jeder, jedermann; E.: s. ahd. man (1), gilīh; L.: Kluge 1. A. s. u. männiglich, Kluge s. u. männiglich, DW 12, 1589; GB.: seit 863-871 belegte und aus ahd. man (1) und gilīh belegte sowie vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwickelung von Sprache mögliches jeder oder jedermann; F.: männiglich, männigliche, männigliches, männiglichem, männiglichen, männiglicher+EW; Z.: männig-lich
$männlich, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. männlich, mannhaft, tatkräftig, menschlich; E.: s. Mann, s. lich; L.: Kluge s. u. Mann, DW 12, 1598, EWD s. u. Mann; GB.: (manalīh* 1) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Mann und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mannhaft oder tatkräftig oder menschlich in Gegensatz vielleicht zu weiblich oder kindlich; F.: männlich, männliche, männliches, männlichem, männlichen, männlicher(, männlichere, männlicheres, männlicherem, männlicheren, männlicherer, männlichst, männlichste, männlichstes, männlichstem, männlichsten, männlichster)+EW; Z.: män-n-lich
$Mannsbild, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Mannsbild, Mensch männlichen Geschlechts; E.: s. Mann, s. s, s. Bild; L.: Kluge s. u. Mannsbild, DW 12, 1578 (Mannesbild), EWD s. u. Bild; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Mann und (e)s sowie Bild gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen Mann oder Menschen männlichen Geschlechts; F.: Mannsbild, Mannsbilds, Mannsbildes, Mannsbilder, Mannsbildern+EW; Z.: Man-n-s—bild
$Mannschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Mannschaft; E.: s. Mann, s. schaft; L.: Kluge s. u. Mannschaft, Mann, DW 12, 1602, EWD s. u. Mann; GB.: seit um 1210 belegte und aus Mann und schaft gebildete Bezeichnung für das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Lehnsmann sowie später für eine Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Ziel beispielsweise in dem Sport einschließlich von Frauen und Kindern; F.: Mannschaft, Mannschaften+EW; Z.: Man-n-schaf-t
$mannstoll, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. mannstoll, auf Männer toll; E.: s. Mann, s. s, s. toll; L.: Kluge s. u. mannstoll, DW 12, 1583 (mannestoll), EWD s. u. Mann; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Mann und es sowie toll durch Zusammenrückung gebildete Bezeichnung für auf einen Mann toll oder lüstern oder dem Geschlechtstrieb Männer betreffend freien Lauf lassend (einer Frau); F.: mannstoll, mannstolle, mannstolles, mannstollem, mannstollen, mannstoller(, mannstollere, mannstolleres, mannstollerem, mannstolleren, mannstollerer, mannstollst, mannstollste, mannstollstes, mannstollstem, mannstollsten, mannstollster)+EW; Z.: man-n-s—to-l-l
$Mannstreu, nhd., F., (?): nhd. Mannstreu, Treue eines Mannes(, Krausdistel); E.: s. Mann, s. s, s. treu; L.: Kluge s. u. Männertreu, DW 12, 1583 (Mannestreue); GB.: seit ? belegte und aus Mann und (e)s sowie Treu(e) gebildete Bezeichnung für die Treue eines Mannes und die Pflanze Krausdistel, s. Männertreu; F.: Mannstreu+EW; Z.: Man-n-s—treu
$Mannweib, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mannweib; E.: s. Mann, s. Weib; L.: Kluge s. u. Mannweib, DW 12, 1605, EWD s. u. Mann; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mann und Weib gebildete Bezeichnung für eine seit Entstehung des Menschen mögliche sich wie ein Mann verhaltende oder wie ein Mann aussehende Frau (Weib) F.: Mannweib, Mannweibs, Mannweibes, Mannweiber, Mannweibern+EW; Z.: Man-n—weib
Manöver, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Manöver, kriegsmäßige Übung (einer Armee); ne. manoeuvre (N.); Vw.: -; Hw.: s. manövrieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. manœvre; E.: s. frz. manœvre, F., Manöver; mlat. manūopera, F., N. Pl., Handdienst, Diebesgut; vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf, (um 250-184 v. Chr.); idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manöver, fehlt DW, EWD s. u. Manöver, Duden s. u. Manöver; Son.: vgl. nndl. manoeuvre, Sb., Manöver; nschw. manöver, Sb., Manöver; nnorw. manøver, M., Manöver; poln. manewry, M. Pl., Manöver; kymr. manwfr, M., Manöver; lit. manevras, M., Manöver; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche auf einen Krieg ausgerichtete Übung einer Armee; BM.: Hand, arbeiten; F.: Manöver, Manövers, Manövern+FW(+EW); Z.: Man-öv-er
manövrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. manövrieren, militärische Wendungen vornehmen, geschickt vorgehen, geschickt lenken; ne. manoeuvre (V.); Vw.: -; Hw.: s. Manöver; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. manœvrer; E.: s. frz. manœvrer, V., manövrieren; vgl. frz. manœvre, F., Manöver; mlat. manūopera, F., N. Pl., Handdienst, Diebesgut; vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf, (um 250-184 v. Chr.); idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manöver, fehlt DW, EWD s. u. Manöver, Duden s. u. manövrieren; Son.: vgl. nndl. manoeuvreren, V., manövrieren; nschw. manövrera, V., manövrieren; nnorw. manøvrere, V., manövrieren; poln. manewrować, V., manövrieren; kymr. manwfro, V., manövrieren; lit. manevruoti, V., manövrieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für geschickt (an einen Ort oder durch eine Strecke) lenken; BM.: Hand, arbeiten; F.: manövrieren, manövriere, manövrierst, manövriert, manövrierest, manövrieret, manövrierte, manövriertest, manövrierten, manövriertet, ##manövriert, manövrierte, manövriertes, manövriertem, manövrierten, manövrierter##, manövrierend, ###manövrierend, manövrierende, manövrierendes, manövrierendem, manövrierenden, manövrierender###, manövrier (!) +FW(; Z.: man-öv-r-ier-en
Mansarde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mansarde, ausgebautes Dachgeschoss; ne. mansard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. mansarde; E.: s. frz. mansarde, F., Mansarde; vo dem PN des Architekten François Mansart (1598-1666) dem fälschlicherweise die Erfindung dieser Bauart zugeschrieben wurde; L.: Kluge s. u. Mansarde, DW 12, 1605, EWD s. u. Mansarde, Duden s. u. Mansarde; Son.: vgl. poln. mansarda, F., Mansarde; nschw. mansardtak, Sb., Mandardendach; nnorw. mansard, M., Mansarde; kymr. to mansard, M., Mansardendach; nir. ceann mansardach, M., Mansardendach; lit. mansarda, F., Mansarde; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und von einem PN (fälschlich) abgeleitete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes ausgebautes Dachgeschoss; BM.: PN; F.: Mansarde, Mansarden+FW; Z.: Mansard-e
$Mansch, Mantsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mansch, Gemenge; L.: DW 12, 1605, EWD s. u. manschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit mantschen verbindbare Bezeichnung für Gemenge; F.: Mansch, Mansches, Mansche, Manschen+EW; Z.: Mansch
manschen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. manschen; Vw.: s. mantschen
Manschette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Manschette, verstärktes Ärmelende eines Hemdes, Handkrause; ne. cuff (N.), sleeve; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. s. frz. manchette; E.: s. frz. manchette, F., Manschette; vgl. frz. manche, F., Ärmel; lat. manica, F., langer Ärmel, Ärmel, Handeisen, Handfessel, Enterhaken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Manschette, EWD s. u. Manschette, DW 12, 1606, Duden s. u. Manschette; Son.: vgl. nndl. manchet, Sb., Manchette; nschw. manschett, Sb., Manchette; nnorw. mansjett, M., Manschette; poln. mankiet, M., Manschette; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten verstärkten Abschluss des Ärmels eines Kleidungsstücks wie beispielsweise eines Hemdes; BM.: Hand; F.: Manschette, Manschetten+FW(+EW); Z.: Man-schet-t-e
Mantel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Mantel, Umhüllung, Ummantelung; ne. mantle (N.), coat (N.), cloak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. mantel, st. M., Mantel; mnd. mantel (1), mandel, M., F., Mantel, Umhang, Ausrede, Bemäntelung, Schutzschirm, Pelzüberzug, Schutzmantel, Schirm; mnl. mantel, M., Mantel; ahd. mantal*, mantel, st. M. (a)?, Mantel, Überwurf; as. -; anfrk. -; germ. *mantil-?, Sb., Mantel; lat. mantellum, mantēlum, N., Tuch, Handtuch, Mantel, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. mantum, N., kurzer Mantel; vielleicht ibero-keltischer Herkunft?, oder s. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. tergere, V., abwischen, abtrocknen, rein machen; idg. *ter- (3), *terə-, terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mantel, Kluge s. u. Mantel, DW 12, 1607, EWD s. u. Mantel, EWAhd 6, 141, Duden s. u. Mantel, Bluhme s. u. Mantel; Son.: vgl. afries. mantel, mentel, st. M. (a), Mantel; ae. mėntel, st. M. (a), Mantel; an. mǫttull, st. M. (a), Mantel, ärmelloses Obergewand; got. -; nndl. mantel, Sb., Mantel; frz. manteau, M., Mantel; nschw. mantel, Sb., Mantel; nnorw. mantel, M., Mantel; kymr. mantell, F., Mantel; air. matal, M., Mantel (aus einer germ. Sprache); alb. mantel, Sb., Mantel; GB.: (mantal) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen zu dem Schutze vor Kälte und Nässe entwickeltes und verwendetes längeres über sonstiger Kleidung getragenes Kleidungsstück mit langen Ärmeln; BM.: Hand, reiben; F.: Mantel, Mantels, Mäntel, Mänteln+FW(+EW); Z.: Man-tel
$Manteltarif, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Manteltarif, Rahmentarif; E.: s. Mantel, s. Tarif; L.: Kluge s. u. Mantel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Mantel und Tarif gebildete Bezeichnung für einen Rahmentarif für einen (seit 1873) zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgeschlossenen oder abschließbaren umrahmenden oder einen loseren Rahmen bildenden Tarifvertrag; F.: Manteltarif, Manteltarifs, Manteltarifes, Manteltarife, Manteltarifen+FW; Z.: Man-tel—t-ar-if
...mantie, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. ...mantie; ne. ...mancy; Vw.: s. Nigro-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μαντεία (manteía), F., Weissagen, Gabe der Weissagung, Weissagung, Orakelspruch; gr. μαντεύεσθαι (manteúesthai), V., sich weissagen lassen, das Orakel befragen; vgl. gr. μάντις (mántis), M., F., Seher, Seherin, Wahrsager, Wahrsagerin; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1709; Son.: vgl. nndl. ...mantie, Suff., ...mantie; frz. ...mancie, Suff., ...mantie; nschw. ...manti, Suff., ...mantie; nnorw. ...manti, Suff., ...mantie; poln. ...mancja, Suff., ...mantie; kymr. ...mans, Suff., ...mantie; lett. ...mantika, Suff., ...mantie; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Weissagung betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: weissagen; F.: ...mantie+FW(+EW); Z.: -man-t-ie
Mantra, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mantra, Leitspruch, Schlagwort; ne. mantra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ai. māntra; E.: s. ai. māntra, Sb., Spruch, religiöse Formel; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mantra; Son.: vgl. nndl. mantra, Sb., Matra; frz. mantra, M., Mantra; nschw. mantra, N., Mantra; nnorw. mantra, N., Mantra; poln. mantra, F., Mantra; kymr. mantra, M., Mantra; lit. mantra, F.?, Mantra; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Altindischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten als wirkungsvoll geltenden religiösen Spruch wie beispielsweise Om mani padme hum (vollkommen erleuchteter Avalokiteshvara schenke mir dein unermessliches Mitgefühl – befreie mich von dem Leiden); BM.: Spruch bzw. denken; F.: Mantra, Mantras, Mantren+FW; Z.: Mantr-a
mantschen, manschen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. mantschen, manschen, plantschen, mischen; ne. splash (V.) around; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. manschen, Kluge s. u. mantschen, DW 12, 1606 (manschen), Duden s. u. mantschen, Bluhme s. u. mantschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in Wasser panschen oder plantschen oder mischen; BM.: lautmalend; F.: mantschen, mantsche, mantschst, mantscht, mantschest, mantschet, mantschte, mantschtest, mantschten, mantschtet, gemantscht, ##gemantscht, gemantschte, gemantschtes, gemantschtem, gemantschten, gemantschter##, mantschend, ###mantschend, mantschende, mantschendes, mantschendem, mantschenden, mantschender###, mantsch (!), manschen, mansche, manschst, manscht, manschest, manschet, manschte, manschtest, manschten, manschtet, gemanscht, ##gemanscht, gemanschte, gemanschtes, gemanschtem, gemanschten, gemanschter##, manschend, ###manschend, manschende, manschendes, manschendem, manschenden, manschender###, mansch (!)+EW; Z.: mantsch-en
Manual, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Manual, Handbuch, Tagebuch, Merkbuch, Bedienungsanleitung; ne. manual (N.); Vw.: -; Hw.: s. manuell; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. manuāle; E.: s. lat. manuāle, N., Bücherfutteral, Handtuch, Handbuch, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Manual; Son.: vgl. nschw. manual, Sb., Manual; nnorw. manual, M., Manual; poln. manuał, M., Manual; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes Handbuch oder Tagebuch oder Merkbuch oder eine (ausführliche schriftliche) Bedienungsanleitung; BM.: Hand; F.: Manual, Manuals, Manuales, Manuale, Manualen+FW(+EW); Z.: Man-u-al
manuell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. manuell, Hand betreffend, von Hand gemacht; ne. manual (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Manual; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. manuel; E.: s. frz. manuel, Adj., von Hand; lat. manuālis, Adj., zur Hand gehörig, mit der Hand gefasst, Hand..., (120-67 v. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. manuell, fehlt DW, EWD s. u. manuell, Duden s. u. manuell; Son.: vgl. nndl. manueel, Adj., manuell; nschw. manuell, Adj., manuell; nnorw. manuell, Adj., manuell; poln. manualny, Adj., manuell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Hand betreffend oder von Hand gemacht; BM.: Hand; F.: manuell, manuelle, manuelles, manuellem, manuellen, manueller+FW(+EW); Z.: man-u-ell
Manufaktur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Manufaktur, Werkstatt, Fabrik, gewerblicher Betrieb mit Fertigung in Handarbeit; ne. manufacture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. manufacture; E.: s. frz. manufacture, F., Manufaktur; von lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Manufaktur, fehlt DW, EWD s. u. Manufaktur, Duden s. u. Manufaktur; Son.: vgl. nndl. manufacturen, Sb., Manufaktur; nschw. manufaktur, Sb., Manufaktur; nnorw. manufaktur, M., Manufaktur; poln. manufaktura, F., Manufaktur; lit. manufaktūra, F., Manufaktur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen gewerblicher Betrieb mit Fertigung in Handarbeit; BM.: Hand, machen; F.: Manufaktur, Manufakturen+FW; Z.: Man-u-fa-k-t-ur
Manuskript, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Manuskript, handschriftlich verfasstes Werk, Vorlage zur Vervielfältigung; ne. manuscript; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. manuscriptum; E.: s. mlat. manuscriptum, N., Manuskript; zusammengezogen aus manū scrīptus, mit der Hand geschrieben; vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen, (um 235-200 v. Chr.); idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Manuskript, fehlt DW, EWD s. u. Manuskript, Duden s. u. Manuskript; Son.: vgl. nndl. manuscript, Sb., Manuskript; frz. manuscrit, M., Manuskript; nschw. manuskript, Sb., Manuskript; nnorw. manuskript, N., Manuskript; poln. manuskrypt, M., Manuskript; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine mit der Hand vorgenommene Niederschrift eines (literarischen oder wissenschaftlichen) Textes (als Vorlage für den Setzer einer möglicherweise gedruckten Fassung); BM.: Hand, schneiden; F.: Manuskript, Manuskriptes, Manuskripts, Manuskripte, Manuskripten+FW(+EW); Z.: Man-u-skri-p-t
Manzipation, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Manzipation, Verkauf, Übertragung; ne. „mancipation“; Vw.: s. E-; Hw.: -; Q.:; I.: Lw. lat. mancipātio; E.: s. lat. mancipātio, F., feierliche Übernahme einer Sache, Übergabe in Eigentum, förmliche Veräußerung, Verkauf, Kauf, Übertragung, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. manus, Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Verkauf oder eine Übertragung; BM.: Hand; F.: Manzipation, Manzipationen+FW(+EW); Z.: Man-zip-at-io-n
Mappe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Mappe, Umschlag; ne. map (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mop; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. mappa; E.: s. lat. mappa, F., Serviette, Flagge, Signaltuch, Vortuch, Landkarte (mittellateinische Bedeutung), (116-27 v. Chr.); aus dem Pun.; vgl. hebr. menafā, *manpā, Sb., Fächer; L.: Kluge s. u. Mappe, DW 12, 1615, EWD s. u. Mappe, Duden s. u. Mappe, Bluhme s. u. Mappe; Son.: vgl. nndl. map, Sb., Mappe; nschw. mapp, Sb., Mappe; nnorw. mappe, M., F., Mappe; kymr. map, M., Mappe; nir. mapa, M., Mappe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen sowie mittelbar dem Punischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher von Menschen entwickelte und verwendete aufklappbare Hülle aus zwei steifen durch einen Rücken verbundenen oder aneinandergehefteten Deckeln zu einem Aufbewahren von Papieren; BM.: Fächer?; F.: Mappe, Mappen+FW(+EW); Z.: Mapp-e
Mär, Märe, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Mär, Märe, Kunde (F.), Erzählung; ne. fable, myth; Vw.: s. -chen; Hw.: s. Märchen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. mære (3), māre, st. N., st. F., Märe, Kunde (F.), Nachricht, Botschaft, Auskunft, Bericht, Bescheid; mnd. mēre (1), N., F., Märe, Erzählung, Kunde (F.), Bericht, Gerede, Gerücht; mnl. mare, F., Bericht, Botschaft, Gerücht, Ruhm erstaunliches Ereignis, Tratsch; ahd. māri* (2), st. N. (ja), „Märe“, Kunde (F.), Erzählung, Nachricht; ahd. mārī, st. F. (ī), Ruhm, Berühmtheit, Gerücht; as. -; anfrk. -; germ. *mērja-, *mērjam, *mǣrja-, *mǣrjam, st. N. (a), Kunde (F.), Nachricht; germ. *mērī-, *mērīn, *mǣrī-, *mǣrīn, sw. F. (n), Kunde (F.), Ruf; s. idg. *mēros, *mōros, *meh₁ro-, *moh₁ro-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704; vgl. idg. *mē- (4), *mō-, *meh₂-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Märchen, Kluge s. u. Märchen, DW 12, 1623, EWD s. u. Märchen, EWAhd 6, 168, Duden s. u. Mär; Son.: vgl. afries. mēre (2), st. N. (ja), Kunde (F.); ae. -; an. -; got. *mērei, sw. F. (n), Kunde (F.), Ruf; GB.: seit 863-871 belegte Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung von Sprache entwickelte und verwendete vielfach merkwürdige Mitteilung oder Kunde (F.) oder Erzählung; BM.: groß; F.: Mär, Märe, Mären+EW; Z.: Mä-r
Marabu, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Marabu, eine Storchenart in Afrika; ne. marabou; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. marabout; E.: s. frz. marabout, M., Marabu; span. morabito, M., Marabu; port. marabuto, M., Marabu; von arab. murābiṭ, M., Einsiedler, Asket, Riesenstorch; L.: Kluge s. u. Marabu, fehlt DW, Duden s. u. Marabu; Son.: vgl. nndl. maraboe, Sb., Marabu; nschw. marabustork, Sb., Marabu; nnorw. marabustork, M., Marabu; poln. marabut, M., Marabut; kymr. marabŵ, M., Marabu; nir. marabú, M., Marabu; lit. marabu, M., Marabu; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer Storchenart in Afrika mit einem aufblasbaren Hautsack unter der Kehle; BM.: islamischer Einsiedler; F.: Marabu, Marabus+FW; Z.: Marab-u
*marachen?, nhd., sw. V.: nhd. *marachen?; Vw.: s. ab-; L.: fehlt DW; F.: marachen, marache, marachst, maracht, marachest, marachet, marachte, marachtest, marachten, marachtet, ##maracht, marachte, marachtes, marachtem, marachten, marachter##, marachend, ###marachend, marachende, marachendes, marachendem, marachenden, marachender###, marach (!)+FW?+EW?; Z.: marach-en
Maracuja, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Maracuja, Passionsblumenfrucht; ne. maracuya; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. port. maracujá; E.: s. port. maracujá, F., Maracuja; aus einer südamerikanischen Indianersprache, s. Tupí mara cujá, Sb., Nahrung aus der Schale; L.: fehlt DW, Duden s. u. Maracuja; Son.: vgl. frz. maracudja, Sb., Maracuja; poln. marajuka, F., Maracuja; lit. marakuja, F., Maracuja; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen sowie mittelbar einer Indianersprache in Südamerika aufgenommene Bezeichnung für die Frucht der Passionsblume; BM.: Nahrung aus der Schale; F.: Maracuja, Maracujas+FW; Z.: Mara-cuja
$Marathon, nhd., ON=N., (?): nhd. Marathon; Hw.: s. Marathonlauf: L.: fehlt DW; F.: Marathon, Marathons+FW
$Marathondiskussion, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Marathondiskussion; E.: s. Marathon, s. Diskussion, L.: Kluge s. u. Marathon, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Marathon und Diskussion gebildete Bezeichnung für eine sehr lange Diskussion; F.: Marathon-Diskussion, Marathon-Diskussionen+FW; Z.: Marathon—Di-s-kuss-io-n
Marathonlauf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Marathonlauf, langer Lauf; ne. marathon race (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: Vorderglied von dem ON Marathon, s. gr. Μαραθῶν (Marathōn), M.=ON, F.=ON, Marathon; vgl. gr. μάραθον (márathon), N., Fenchel; weitere Herkunft unklar, wohl Fremdwort, Frisk 2, 173; Hinterglied s. nhd. Lauf; L.: Kluge s. u. Marathonlauf, fehlt DW, Duden s. u. Marathonlauf; Son.: vgl. nndl. marathonloop, Sb., Marathonlauf; frz. marathon, M., Marathon; nschw. maratonlopp, Sb., Marathonlauf; nnorw. marathonløp, M., Marathonlauf; poln. maraton, M., Marathon; kymr. marathon, M., Marathon; nir. maratón, M., Marathon; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für die 1896 als olympische Disziplin eingeführte in dem Andenken an die geschichtlich nicht erwiesene Tat des Läufers der von Marathon nach Athen lief um dort den Sieg der Athener über die Perser (12. 9. 490 v. Chr.) zu verkünden; BM.: ON, traben; F.: Marathonlauf, Marathonlaufs, Marathonlaufes, Marathonläufe, Marathonläufen+FW+EW; Z.: Marathon—lauf
March, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. March, Flurgrenze; ne. march (N.), border of a meadow; Vw.: -; Hw.: s. Mark (2); Q.: 18. Jh.; E.: oberdeutsche Form von Mark (2); s. marke, st. F., Markgrafschaft, Grenze, Grenzland, Gau, Bezirk; ahd. marka*, marca*, st. F. (ō), Grenze, Ende, Mark (F.) (1), Land; germ. *mark, *markō, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. March, DW 12, 1618, Duden s. u. March; GB.: seit 18. Jh. belegte oberdeutsche und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftigkeit von Menschen entwickelte und verwendete Flurgrenze; BM.: Grenze; F.: March, Marchen+EW; Z.: March
Märchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Märchen, Erzählung; ne. fairy tale, myth, fable; Vw.: -; Hw.: s. Mär; Q.: 15. Jh.; E.: s. Mär, …chen; L.: Kluge 1. A. s. u. Märchen, Kluge s. u. Märchen, DW 12, 1618, EWD s. u. Märchen, Duden s. u. Märchen, Bluhme s. u. Mär; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Mär und chen gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche vor Entwicklung von Schrift nur mündlich (in dem Volk) überlieferte Erzählung in der übernatürliche Kräfte und Gestalten in das Leben der Menschen eingreifen und meist an dem Ende Gute belohnt und Böse bestraft werden; BM.: groß; F.: Märchen, Märchens+EW; Z.: Mär-chen
Marder, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Marder, ein kleines Raubtier; ne. marten; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. marder, mader, mart, merder, st. M., Marder, Marderfell; mnd. marder, mardel, mārder, F., Marder, Marderfell; mnd. mārt, mārte, M., Marder, Marderfell; mnl. marter, M., Marder; ahd. mardar, st. M. (a?, i?), Marder; ahd. mardaro (1), sw. M. (n), Marder; as. *marthar?, st. M. (a?, i?), Marder; anfrk. -; germ. *marþra-, *marþraz, st. M. (a), *marþu-, *marþuz, st. M. (u), Marder; aus dem idg.?; vielleicht von idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marder, Kluge s. u. Marder, DW 12, 1621, EWD s. u. Marder, EWAhd 6, 159, Falk/Torp 313, Duden s. u. Marder, Bluhme s. u. Marder; Son.: vgl. afries. -; ae. mearþ, st. M. (a), Marder; an. mǫrðr, st. M. (a), Marder; got. -; nndl. marter, Sb., Marder; nschw. mord, Sb., Marder; nnorw. mår, M., Marder; ? lit. martì, F., Braut (F.) (1); GB.: (mardaro) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleineres gewandt kletterndes Raubtier mit lang gestrecktem Körper und kurzen Beinen und langem Schwanz sowie dichtem feinem Fell das sein Revier mit einer oft übel riechenden Flüssigkeit kennzeichnet; BM.: funkeln? bzw. reiben?; F.: Marder, Marders, Mardern+EW; Z.: Mar-d-er
mären, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. mären, herumwühlen, trödeln, mischen, langsam reden; ne. scrabble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben); E.: s. mhd. meren*, mern, sw. V., Brot in Wein oder Wasser tauchen und einweichen, umrühren, mischen, eintunken; germ. *marjan, sw. V., zerstoßen (V.), zerreiben; s. idg. *mer- (5), *merə-, merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. mären, EWD s. u. mären, DW 12, 1624, Duden s. u. mären; Son.: vgl. gall. embrekton, Sb., eingetunkter Bissen; lit. merkti, V., Flachs einweichen; GB.: (meren) seit 1140-1160 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches herumwühlen oder mischen oder langsam reden; BM.: reiben?; F.: mähren, mähre, mährst, mährt, mährest, mähret, mährte, mährtest, mährten, mährtet, gemährt, ##gemährt, gemährte, gemährtes, gemährtem, gemährten, gemährter##, mährend, ###mährend, mährende, mährendes, mährendem, mährenden, mährender###, mähr (!)+EW; Z.: mär-en
Margarine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Margarine, gehärtet hergestelltes Pflanzenfett; ne. margarine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. margarine; E.: s. frz. margarine, F., Margarine; Nachbildung zu frz. margarique (acide); von gr. μάργαρος (márgaros), M., F., perlweiße Farbe, Perle, Margerite; Rückbildung von μαργαρίτης (margarítēs), M., Perle; orientalisches Lehnwort, Frisk 2, 174; L.: Kluge s. u. Margarine, fehlt DW, EWD s. u. Margarine, Duden s. u. Margarine; Son.: vgl. nndl. margarine, Sb., Margarine; nschw. margarin, Sb., Margarine; nnorw. margarin, M., Margarine; poln. margaryna, F., Margarine; kymr. marjarîn, margarîn, M., Margarine; nir. margairín, M., Margarine; lit. margarinas, M., Margarine; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und mittelbar einer Sprache des Orients verbindbare gesetzlich vorgeschriebene Bezeichnung für das aus pflanzlichem und manchmal auch aus tierischem Fett erstmals 1813 von dem französischen Chemiker Michel Chevreul (Angers 1786-Paris 1889!) durch Absättigung der ungesättigten Fettsäuren des flüssigen Speiseöls mit Wasserstoff gehärtet hergestelltes und mit Butter in Wettbewerb stehendes Speisefett; BM.: Perle; F.: Margarine, Margarinen+FW; Z.: Margar-in-e
Marge, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Marge, Differenz, Bereich, Spanne, Spielraum; ne. margin, marge; Vw.: -; Hw.: s. marginal; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. marge; E.: s. frz. marge, F., Rand, Spielraum; lat. margo, M., F., Rand, Grenze, Mark (F.) (1), Küste, (105 v. Chr.); idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Marge, fehlt DW, Duden s. u. Marge; Son.: vgl. nndl. marge, Sb., Marge; nschw. marginal, Sb., Marge; nnorw. margin, M., Marge; poln. marża, F., Marge; lit. marža, F., Marge; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Lebewesen möglichen gewissen Spielraum; BM.: Grenze; F.: Marge, Margen+FW+EW; Z.: Marg-e
Margerite, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Margerite, eine Blume; ne. marguerite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. marguerite; E.: s. frz. marguerite, F., Margerite; lat. margarīta, F., Perle, (81-43 v. Chr.); gr. μαργαρίτης (margarítēs), M., Perle; orientalisches Lehnwort, Frisk 2, 174; L.: Kluge s. u. Margerite, fehlt DW, EWD s. u. Margerite, Duden s. u. Margarite; Son.: vgl. nndl. margriet, Sb., Margarite; ndän. margerit, F., Margerite; nnorw. margeritt, M., Margarite; poln. margerytka, F., Margarite; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Korbblütlern gehörende Pflanze oder Blume mit sternförmiger Blüte deren großes gelbes Körbchen von einem Kranz zungenförmiger weißer Blütenblätter gesäumt ist; BM.: Perle; F.: Margerite, Margeriten+FW+EW; Z.: Margerit-e
marginal, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. marginal, am Rand liegend, nebensächlich; ne. marginal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Marginale, Marge; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. marginālis; E.: s. mlat. marginālis, Adj., marginal, randständig, nebensächlich; lat. margo, M., F., Rand, Grenze, Mark (F.) (1), (105 v. Chr.); idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. marginal, fehlt DW, EWD s. u. Marginale, Duden s. u. marginal; Son.: vgl. nndl. marginaal, Adj., marginal; frz. marginal, Adj., marginal; nschw. marginell, Adj., marginal; nnorw. marginal, Adj., marginal; poln. marginalny, Adj., marginal; lit. marginalus, Adj., marginal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an dem Rande liegend oder nebensächlich; BM.: Grenze; F.: marginal, marginale, marginales, marginalem, marginalen, marginaler(, marginalere, marginaleres, marginalerem, marginaleren, marginalerer, marginalst, marginalste, marginalstes, marginalstem, marginalsten, marginalster)+FW(+EW); Z.: marg-in-al
Marginalie, Marginale, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Marginalie, Marginale, Randbemerkung in einem Schriftwerk; ne. marginalia, marginal note; Vw.: -; Hw.: s. marginal; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nlat. marginale; E.: s. nlat. marginale, N., Randbemerkung; vgl. mlat. marginālis, Adj., marginal, randständig, nebensächlich; lat. margo, M., F., Rand, Grenze, Mark (F.) (1), (105 v. Chr.); idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. marginal, fehlt DW, EWD s. u. Marginale, Duden s. u. Marginale; Son.: vgl. nndl. marginalia, Sb., Marginalie; ne. marginal, N., Randwort; nschw. marginalia, Sb., Marginalie; poln. parginalia, F., Marginalie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche von Menschen angefertigte Randbemerkung in einem Schriftwerk; BM.: Grenze; F.: Marginalie, Marginale, Marginalien, Marginalen+FW(+EW); Z.: Marg-in-al-ie
marianisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. marianisch, Maria betreffend, auf die Gottesmutter Maria bezogen; ne. Marian (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. Maria, s. n, s. isch, gebildet zu dem PN Maria, von lat. Maria, F.=PN, Maria; aus dem Hebr., genaue Bedeutung ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. marianisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Maria und n sowie isch gebildete Bezeichnung für Maria betreffend, auf die Gottesmutter Maria bezogen; BM.: PN; F.: marianisch, marianische, marianisches, marianischem, marianischen, marianischer(, marianischere, marianischeres, marianischerem, marianischeren, marianischerer, marianischst, marianischste, marianischstes, marianischstem, marianischsten, marianischster)+FW+EW; Z.: mari-an-isch
$Marienglas, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Marienglas, Frauenglas, Spiegelstein; Hw.: s. Gips; E.: s. Mari(a), s. en, s. Glas; L.: Kluge s. u. Marienglas, DW 12, 1626; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mari(a) und en (Suff.) sowie Glas gebildete Bezeichnung für eine wasserhaltige durchsichtige und seht gut in dünne Blättchen spaltbare Varietät von Gips von besonders hoher Reinheit (Kalziumsulfat); F.: Marienglas, Marienglases, Mariengläser, Mariengläsern+FW+EW; Z.: Mar-ien—gla-s
$Marienkäfer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Marienkäfer, Junikäfer, Frauenkäfer, ein Insekt; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Mari(a) und en sowie Käfer gebildete sowie sich (hinsichtlich des Siebenpunktmarienkäfers) auf die sieben Schmerzen Marias beziehende Bezeichnung für einen weltweit verbreiteten sechs bis acht Millimeter großen roten sowie vor allem Blattläuse fressenden Käfer mit einer lebenslang gleichen Zahl schwarzer Punkte auf den Flügeln des Körpers (Junikäfer, Frauenkäfer); L.: Kluge s. u. Marienkäfer, DW 12, 1626; F.: Marienkäfer, Marienkäfers, Marienkäfern+FW +EW; Z.: Mar-ien—käf-er
$Marienmantel, nhd., M., (?): nhd. Marienmantel, Frauenmantel, Löwenfuß; Hw.: s. Frauenmantel; E.: s. Mari(a), s. en (Suff.), s. Mantel; L.: Kluge s. u. Marienmantel, DW 12, 1627; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Mari(a) und en (Suff.) sowie Mantel gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche Pflanze; F.: Marienmantel, Marienmantels, Marienmäntel, Marienmänteln+FW(+EW); Z.: Mar-ien—man-tel
Marihuana, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Marihuana, Kif, Dope, Pot, Gras; ne. marihuana; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. span. marihuana; E.: s. span. marihuana, F., Marihuana; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zusammengezogen von den PN María und Juana; oder nach der Bahamasinsel Mariguana; L.: fehlt DW, Duden s. u. Marihuana; Son.: vgl. nndl. marihuana, Sb., Marihuana; frz. marihuana, marijuana, F., Marihuana; nschw. marijuana, Sb., Marihuana; nnorw. marihuana, M., Marihuana; poln. marihuana, F., Marihuana; kymr. mariwana, M., Marihuana; lit. marihuana, F., Marihuana; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein weltweit vertriebenes und von Menschen verwendetes Rauschgift aus den getrockneten Blüten der Cannabispflanze; BM.: ?; F.: Marihuana, Marihuanas+FW; Z.: Marihuan-a
Marille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marille, Aprikose; ne. apricot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. armellino; E.: s. it. armellino, F., Marille, Aprikose; vgl. lat. armeniacum, N., Aprikose, Marille, (1. Jh. n. Chr.); von dem ON Armenia?, diese Beziehung ist aber vielleicht erst sekundär, s. Walde/Hofmann 1, 68; s. syr. hazzūrā armenâyâ, Sb., armenischer Apfel; vgl. assyr. armânu, Sb., Granatapfel; L.: Kluge s. u. Marille, DW 12, 1625 (in der Bedeutung Pastinake), Duden s. u. Marille; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen seit der Antike bekannten und vor allem in Armenien angebauten Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse; BM.: ON; F.: Marille, Marillen+FW(+EW); Z.: Marill-e
...marin, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. ...marin; ne. ...marine, ...mary; Vw.: s. Aqua-, (Ros-,) Ultra-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer...; vgl. lat. mare, N., Meer; s. idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...marijn, Suff., ...marin; frz. ...marin, Suff., ...marin; nschw. ...marin, Suff., ...marin; nnorw. ...marin, Suff., ...marin; poln. ...maryn, Suff., ...marin; kymr. ...mari, Suff., ...marin; nir. ... mhuire, Suff., ...marin; lit. ...marinas, Suff., ...marin; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Meer betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Meer; F.: ...marin, ...marins, ...marine, ...marinen+FW(+EW); Z.: -mar-in
Marinade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marinade, würzende ´Flüssigkeit, Salatsauce; ne. marinade (N.); Vw.: -; Hw.: s. marinieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. marinade; E.: s. frz. marinade, F., Marinade; s. frz. mariner, V., marinieren; vgl. frz. mariné, Adj., in Salzwasser eingelegt; frz. marine, F., Meerwasser, Marine; vgl. frz. marin, Adj., die See betreffend, das Meer betreffend; lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer..., (204-169 v. Chr.); vgl. lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher, Teich; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Marinade, marinieren, fehlt DW, EWD s. u. marinieren, Duden s. u. Marinade; Son.: vgl. nschw. marinad, Sb., Marinade; nnorw. marinade, M., Marinade; poln. marynata, F., Marinade; kymr. marinâd, M., Marinade; lit. marinates, M., Marinade; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und mit Essig und Zitronensaft sowie Kräutern und Gewürzen bereitete würzende Flüssigkeit zu einem Einlegen von Lebensmitteln oder Herstellen von Speisen; BM.: Meer; F.: Marinade, Marinaden+FW; Z.: Mar-in-ad-e
Marine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marine, Seestreitkräfte; ne. marine (N.); Vw.: -; Hw.: s. maritim; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. marine; E.: s. frz. marine, F., Marine; vgl. frz. marin, Adj., die See betreffend; lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer..., (204-169 v. Chr.); vgl. lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher, Teich; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Marine, DW 12, 1627, EWD s. u. Marine, Duden s. u. Marine; Son.: vgl. nndl. marine, Sb., Marine; nschw. marin, Sb., Marine; nnorw. marine, M., Marine; poln. marynarka handlowa, F., Marine; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Seeschiffe eines Staates mit den dazugehörigen Einrichtungen und Menschen als Seestreitkräfte; BM.: Meer; F.: Marine, Marinen+FW; Z.: Mar-in-e
marinieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. marinieren, (in eine Marinade) einlegen; ne. marinate, marinade; Vw.: -; Hw.: s. Marinade; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mariner; E.: s. frz. mariner, V., marinieren; vgl. frz. mariné, Adj., in Salzwasser eingelegt; frz. marine, F., Meerwasser, Marine; vgl. frz. marin, Adj., die See betreffend, das Meer betreffend; lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer..., (204-169 v. Chr.); vgl. lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher, Teich; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. marinieren, fehlt DW, EWD s. u. marinieren, Duden s. u. marinieren; Son.: vgl. nndl. marineren, V., marinieren; nschw. marinera, V., marinieren; nnorw. marinere, V., marinieren; poln. marynować, V., marinieren; kymr. marinadu, V., marinieren; lit. marinuoti, V., marinieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in eine Marinade (Salzwasser) einlegen; BM.: Meer; F.: marinieren, mariniere, marinierst, mariniert, marinierest, marinieret, marinierte, mariniertest, marinierten, mariniertet, ##mariniert, marinierte, mariniertes, mariniertem, marinierten, marinierter##, marinierend, ###marinierend, marinierende, marinierendes, marinierendem, marinierenden, marinierender###, marinier(!)+FW(+EW); Z.: mar-in-ier-en
Marionette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marionette, an Fäden bewegte Gliederpuppe; ne. marionette; Vw.: -; Hw.: s. Marotte; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. marionette; E.: s. frz. marionette, F., Marionette; vgl. mfrz. mariole, F., Figürchen; von lat. marīta, F., Ehefrau, Gattin, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. marītus (1), Adj., ehelich, verehelicht, zur Ehe gehörig, Ehe...; vgl. idg. *meri̯o-, M., junger Mann, Pokorny 738? (1236/101) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., balt.?); L.: Kluge s. u. Marionette, fehlt DW, EWD s. u. Marionette, Duden s. u. Marionette; Son.: vgl. nndl. marionet, Sb., Marionette; nschw. marionett, Sb., Marionette; nnorw. marionett, M., Marionette; poln. marionetka, F., Marionette; kymr. marionét, M., Marionette; nir. máireoigín, F., Marionette; lit. marionetė, F., Marionette; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Gliederpuppe die zu einem Theaterspielen die mit Hilfe vieler an den einzelnen Gelenken angebrachter und oben an sich kreuzenden Leisten befestigter Fäden oder Drähte geführt wird; BM.: junger Mann?; F.: Marionette, Marionetten+FW; Z.: Mario-net-t-e
maritim, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. maritim, Meer betreffend, Schifffahrt betreffend; ne. maritime; Vw.: -; Hw.: s. Marine; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. maritimus; E.: s. lat. maritimus, Adj., zum Meer gehörig, Meer betreffend, zur See gehörig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher, Teich; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. maritim, Duden s. u. maritim; Son.: vgl. nndl. maritiem, Adj., maritim; frz. maritime, Adj., maritim; nschw. maritim, Adj., maritim; nnorw. maritim, Adj., maritim; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Meer betreffend und Schifffahrt betreffend; BM.: Meer; F.: maritim, maritime, maritimes, maritimem, maritimen, maritimer+FW(+EW); Z.: mar-it-im
Mark (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Mark (N.), Knochenmark; ne. marrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. marc, st. N., Mark (N.); mnd. march (1), mark, margk, margh, N., Mark (N.), Knochenmark, Inneres der Knochen von Wirbeltieren; mnl. march, N., Mark (N.); ahd. marg, mark, st. N. (a), Mark (N.), Knochenmark, Pflanzenmark, Innerstes, Tiefe des Herzens, Bestes, Nahrhaftestes; as. marg, st. N. (a), Mark (N.); anfrk. -; germ. *mazga-, *mazgam, st. N. (a) Mark (N.); idg. *mozgo-, *mozgʰo-, *mozgen, *mosko-, Sb., Mark (N.), Hirn, Pokorny 750 (1264/129) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mark 3, Kluge s. u. Mark 1, DW 12, 1628, EWD s. u. Mark (N.), EWAhd 6, 161, Falk/Torp 304, 312, Duden s. u. Mark, Bluhme s. u. Mark 3; Son.: vgl. afries. merch, merg, st. N. (a), st. M. (a), Mark (N.); nfries. merge; ae. mearg (1), mearh (2), st. M. (a), st. N. (a), Mark (N.), Knochenmark; an. mergr, st. M. (a), Mark (N.) im Knochen; got. -; nndl. merg, Sb., Mark (N.); nschw. märg, Sb., Mark (N.); nisl. mergur, M., Mark (N.); ai. majján-, M., Mark (N.); mkymr. meidd M., Molke, Käsewasser; apreuß. muzgeno, F., Mark (N.); lit. smãgenės, F. Pl., Gehirn, Mark (N.); ksl. mozgu, M., Gehirn; poln. mózg, M., Gehirn; toch. A mässung, Sb., Mark (N.); GB.: (marg) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche Gewebe in Knochen von Tieren und in Stängeln von Pflanzen; BM.: Hirn; F.: Mark, Markes, Marks+EW; Z.: Mark
Mark (2), nhd., F., (7. Jh.): nhd. Mark (F.) (1), Zeichen, Grenze, Gebiet an Grenze, Land, Gewichtsstück, Geldstück; ne. march (N.); Vw.: -; Hw.: s. March, Telemark; Q.: 2. Hälfte 7. Jh. (Fredegar); E.: mhd. marke, st. F., Markgrafschaft, Grenze, Grenzland, Gau, Bezirk; mnd. mark (3), N., F., Mark (F.) (1), abgegrenztes Gebiet, Feldmark, Waldmark; mnl. marke, F., Grenze, Grenzland, begrenztes Gebiet; ahd. marka*, marca*, st. F. (ō), Grenze, Ende, Mark (F.) (1), Land; as. marka*, st. F. (ō), Marke, Grenze, Gebiet; anfrk. gimerki*, gemerke*, st. N. (ja), Grenze; germ. *mark, *markō, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mark 1, Kluge s. u. Mark 2, DW 12, 1633, EWD s. u. Mark (F.) 1, EWAhd 6, 172, Falk/Torp 312, Duden s. u. Mark, Bluhme s. u. Mark 1; Son.: vgl. afries. merke (2), Sb., Mark (F.) (1), Grenze; saterl. merc; ae. mearc (1), st. F. (ō), st. N. (a), Mark (F.), Scheidung, Grenze, Ende, Richtung, Bezirk; an. mǫrk (2), st. F. (ō), Wald; got. marka (1), st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; nndl. mark, Sb., Mark (F.) (1); nschw. mark, Sb., Mark (F.) (1); nnorw. mark, M., F., Feld; pers. marz, Sb., Landstrich, Mark (F.) (1); lat. margo, M., F., Rand, Grenze, Mark; air. mruig, Sb., Bezirk; kymr. bro, F., Bezirk; GB.: seit 2. Hälfte 7. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein seit der Sesshaftwerdung von Menschen eingerichtetes Gebiet an den Grenzen eines Reiches; BM.: Grenze; F.: Mark, Marken+EW; Z.: Mark
Mark (3), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Mark (F.) (2), Gewichtsstück, Geldstück; ne. mark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. marc (4), st. F., Mark (F.) (2), halbes Pfund Silber, halbes Pfund Gold; mhd. marke (3), marc, march, st. F., Mark (F.) (2), halbes Pfund; mnd. mark (2), margk, march, maric, F., Mark (F.) (2), Gewicht, Gewichtseinheit, Geldgewicht, ein halbes Pfund (16 Lot), Kontrollgewicht, Wert einer Mark (F.) in Einzelstücken, Münze von verschiedenem Wert; mnl. marc, F., Mark (F.) (2), Geldstück; ahd. -; as. mark* (2), st. F. (i), Mark (F.) (2), Münze; anfrk. marc, marka, F., Mark (F.); germ. *marka-, *markam, st. N. (a), Marke, Zeichen; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mark 2, Kluge s. u. Mark 3, DW 12, 1633, EWD s. u. Mark (F.) 2, EWAhd 6, 170, Duden s. u. Mark; Son.: vgl. afries. merke (1), F., Marke?, Kennzeichen?; ae. marc (1), st. N. (a), Mark (F.), Geldwert von einem halben Pfund; an. mark, st. N. (a), Zeichen, Kennzeichen; got. -; nndl. mark, Sb., Mark (F.) (2); nschw. mark, Sb., Mark (F.) (2); nnorw. mark, M., F., Sb., Mark (F.) (2); lit. markė, F., Mark (F.) (2); GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendete Geldstück; BM.: Grenze; F.: Mark, Märker, Märkern+EW; Z.: Mark
markant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. markant, ausgeprägt, auffallend; ne. distinctive; Vw.: -; Hw.: s. markieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. marquant; E.: s. frz. marquant, Adj., markant; vgl. frz. marquer, V., kennzeichnen; afrz. merchier, V., kennzeichnen; it. marcare, V., kennzeichnen; vgl. it. marco, M., Zeichen; von germ. *marka-, *markam, st. N. (a), Marke, Zeichen; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. markant, fehlt DW, EWD s. u. markant, Duden s. u. markant; Son.: vgl. nndl. markant, Adj., markant; nschw. markant, Adj., markant; nnorw. markant, Adj., markant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Sicht des Menschen ausgeprägt oder auffallend; BM.: Grenze; F.: markant, markante, markantes, markantem, markanten, markanter(, markantere, markanteres, markanterem, markanteren, markanterer, markantest, markanteste, markantestes, markantestem, markantesten, markantester)+FW(+EW); Z.: mark-ant
Marke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marke, Markierung, Kennzeichnung, Kennzeichen, Sorte; ne. mark (N.); Vw.: -; Hw.: s. Marker; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. marque; E.: s. frz. marque, F., Marke; vgl. frz. marquer, V., kennzeichnen; afrz. merchier, V., kennzeichnen; it. marcare, V., kennzeichnen; vgl. it. marco, M., Zeichen; von germ. *marka-, *markam, st. N. (a), Marke, Zeichen; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marke, Kluge s. u. Marke, DW 12, 1636, EWD s. u. Marke, Duden s. u. Marke, Bluhme s. u. Marke; Son.: vgl. nndl. merk, Sb., Marke; nschw. märke, N., Marke; nnorw. merke, N., Marke; poln. marka, F., Marke; kymr. marc, M., Marke; nir. marc, M., Marke; lit. markė, F., Marke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein zwecks Förderung der Bekanntheit und des Absatzes entwickeltes und verwendetes Kennzeichen einer Gegebenheit (wie beispielsweise Apple oder BMW oder Coca-Cola oder Mercedes oder Microsoft oder Volkswagen/VW); BM.: Grenze; F.: Marke, Marken+FW+EW; Z.: Mark-e
Marker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Marker, Merkmal, Stift zu dem Markieren; ne. marker; Vw.: -; Hw.: s. Marke, markieren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. marker; E.: s. ne. marker, N., Marker, Kennzeichen; vgl. ne. mark, V., markieren; ne. mark, N., Markierung, Kennzeichen; ae. mearc, st. F. (ō), Marke, Zeichen; germ. *markō, st. F. (ō), Marke, Zeichen, Mark (F.); idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Duden s. u. Marker; Son.: vgl. nschw. markör, Sb., Marker; nnorw. markør, M., Marker; poln. marker, M., Marker; kymr. marciwur, M., Marker; nir. marcóir, M., Marker; lit. markeris, M., Marker; GB.: (nach einer älteren Verwendung) seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung besonders für ein genetisches Merkmal oder einen Stift (M.); BM.: Rand; F.: Marker, Markers, Markern+FW; Z.: Mark-er
Marketender, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Marketender, ein Händler; ne. sutler (ält.), canteen proprietor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. mercantante; E.: s. it. mercantante, M., Händler; vgl. it. mercato, M., Handel, Markt; lat. mercātus, M., Handel, Markt, Markthandel, Kauf, Verkauf, (um 250-184 v. Chr.); lat. mercārī, V., Handel treiben, handeln, erkaufen, kaufen; merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Marketender, DW 12, 1638, EWD s. u. Marketender, Duden s. u. Marketender; Son.: vgl. nndl. marketenter, Sb., Marketender; nschw. marketentare, Sb., Marketender; nnorw. marketenter, M., Marketender; poln. markietan, M., Marketender; lit. markitantas, M., Marketender; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Truppe begleitenden und damit Absatz erstrebenden Händler; BM.: fassen; F.: Marketender, Marketenders, Marketendern+FW+EW; Z.: Mark-et-end-er
$Marketenderin, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Marketenderin, Händlerin, Prostituierte; E.: s. Marketender, s. in; L.: DW 12, 1638, EWD s. u. Marketender; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Marketender und in gebildete Bezeichnung für eine eine Truppe begleitende Händlerin oder Prostituierte; F.: Marketenderin, Marketenderinnen+FW; Z.: Mark-et-end-er-in
Marketing, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Marketing, Vermarktung; ne. marketing (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. marketing; E.: s. ne. marketing, N., Vermarktung, Marketing; vgl. ne. market, V., Handel treiben; ne. market (N.); ae. market, st. N. (a), Markt; germ. *merkāt-, Sb., Markt; lat. mercātus, M., Handel, Markt, Kauf; vgl. lat. mercārī, V., Handel treiben, handeln; lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Marketing; Son.: vgl. nndl. marketing, Sb., Marketing; frz. marketing, M., Marketing; nschw. marketing, Sb., Marketing; poln. marketing, M., Marketing; lit. marketingas, M., Marketing; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit bewusste Ausrichtung eines Unternehmens auf die Förderung des Absatzes durch Betreuung der Kunden und Werbung und Beobachtung und Lenkung des Marktes sowie durch entsprechende Steuerung der eigenen Herstellung; BM.: Markt bzw. fassen; F.: Marketing, Marketings+FW; Z.: Mark-et-ing
$Markgraf, nhd., M., (11./12. Jh.?): nhd. Markgraf; E.: s. Mark, s. Graf; L.: DW 12, 1639, EWD s. u. Mark 1; GB.: (markgrāfo*) seit 11./12. Jh. belegte und aus Mark und Graf gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Kaiser Karl dem Großen (lat.-ahd. marchio) erkennbaren Grafen über eine Mark oder einen von dem König bestellten Verwalter eines Grenzlands; F.: Markgraf, Markgrafen+EW; Z.: Mark—graf
markieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. markieren, kennzeichnen; ne. mark (V.); Vw.: -; Hw.: s. markant, Marker; Q.: 1607?; I.: Lw. frz. marquer; E.: s. frz. marquer, V., kennzeichnen; afrz. merchier, V., kennzeichnen; it. marcare, V., kennzeichnen; vgl. it. marco, M., Zeichen; von germ. *marka-, *markam, st. N. (a), Marke, Zeichen; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. markieren, fehlt DW, EWD s. u. markieren, Duden s. u. markieren; Son.: vgl. nndl. markeren, V., markieren; nschw. markera, V., markieren; nnorw. markere, V., markieren; kymr. marcio, V., markieren; nir. marcálaim, V., markieren; GB.: vielleicht seit 1607 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht nach dem Vorbild höherer Tiere entwickeltes und verwendetes mit einem Zeichen versehen (V.) oder kennzeichnen; BM.: Grenze; F.: markieren, markiere, markierst, markiert, markierest, markieret, markierte, markiertest, markierten, markiertet, ##markiert, markierte, markiertes, markiertem, markierten, markierter##, markierend, ###markierend, markierende, markierendes, markierendem, markierenden, markierender###, markier (!)+FW(+EW); Z.: mark-ier-en
$Markierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Markierung, Kennzeichnung; E.: s. markier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. markieren, fehlt DW, EWD s. u. markieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus markier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht nach dem Vorbild höherer Tiere entwickelte und verwendete Kennzeichnung; F.: Markierung, Markierungen+FW(+EW); Z.: Mark-ier-ung
$markig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. markig, kraftvoll, kräftig, kernig; E.: s. Mark, s. ig; L.: Kluge s. u. Mark 1, DW 12,1640, EWD s. u. Mark N.; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mark (N.) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches kraftvoll oder kräftig oder kernig; F.: markig, markige, markiges, markigem, markigen, markiger(, markigere, markigeres, markigerem, markigeren, markigerer, markigst, markigste, markigstes, markigstem, markigsten, markigster)+EW; Z.: mark-ig
Markise, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Markise, (bewegliches) Sonnendach; ne. marquee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 18. Jh.; I.: Lw. frz. marquise; E.: s. frz. marquise, F., Markise, Markgräfin; vgl. frz. marquis, M., Markgraf; vorroman. *markensis, M., Markgraf; vorroman. *marca, F., Grenzmark; vgl. lat.? marca (1), F., Mark (F.) (1), Grenzmark, Grenzland, Grenzgebiet; germ. *markō, *mark, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Markise,fehlt DW, EWD s. u. Markise, Duden s. u. Markise; Son.: vgl. nndl. markies, Sb., Markise; nschw. markis, Sb., Markise; nnorw. markise, M., F., Markise; poln. markiza, F., Markise; lit. markizė, F., Markise; GB.: seit 1. Drittel 18. Jh. belegte und aus dem Französischen (ohne erkennbaren Sachzusammenhang mit Markgräfin und Mark) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit zu einem Schutz gegen Sonne und wohl auch Neugier entwickeltes und verwendetes bewegliches Sonnendach; BM.: Grenze; F.: Markise, Markisen+FW; Z.: Mark-is-e
Markolf, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Markolf, Häher (Eichelhäher), Rabenvogel; ne. jay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Übertragung des PN auf das Tier; germ. *mark, *markō, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); germ. *wulfa-, *wulfaz, st. M. (a), Wolf (M.) (1); idg. *u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Markolf, Kluge s. u. Markolf, DW 12, 1642, Duden s. u. Markolf; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus einem PN auf ein Tier übertragene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Häher (Eichelhäher) oder Rabenvogel; BM.: nach dem Namen eines Spötters in der mittelalterlichen Dichtung; F.: Markolf, Markolfs, Markolfes, Markolfe, Markolfen+EW; Z.: Mark-olf
$Markscheide, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Markscheide, Grenzscheide; E.: seit 13. Jh. belegte und aus Mark und Scheide gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen in dem Bergbau entwickelte Grenze des Gebiets in dem ein Bergwerk Abbau betreiben darf; L.: DW 12, 1642, EWD s. u. Mark 1; F.: Markscheide, Markscheiden+EW; Z.: Mark—schei-d-e
$Markscheidekunst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Markscheidekunst; E.: s. Markscheide, s. Kunst; L.: DW 12, 1642, EWD s. u. Mark 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Markscheide und Kunst gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit dem Bergbau entwickelte und verwendete Kunst der Festlegung von Markscheiden oder Grenzscheiden; F.: Markscheidekunst, Markscheidekünste, Markscheidekünsten+EW; Z.: Mark—schei-d-e—kun-st
$Markscheider, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Markscheider, Grenzscheider; E.: s. Markscheid(e), s. er (Suff.), s. mhd. marcscheidære*; L.: DW 12, 1643, EWD s. u. Mark 1; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Markscheid(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Markscheiden (Grenzscheiden) erstellenden sachkundigen Menschen; F.: Markscheider, Markscheiders, Markscheidern+EW; Z.: Mark—schei-d-er
$Markstein, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Markstein; E.: s. Mark, s. Stein; L.: EWD s. u. Mark 1; GB.: wohl seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lapis terminalis aus Mark und Stein gebildete Bezeichnung für einen als Zeichen einer Grenze von Menschen möglicherweise schon seit 5000 Jahren entwickelten und verwendeten (gesetzten) Stein; F.: Markstein, Marksteins, Marksteines, Marksteine, Marksteinen+EW; Z.: Mark—stei-n
Markt, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Markt, Handelsplatz, Basar; ne. market (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. market, markt, mart, merket, merk, st. M., Markt, Marktplatz, Marktflecken, Marktort, Handelsort, Marktrecht, Handelsware, Marktpreis, Markthandel, Marktmaß, Handel; mnd. market, markt, mark, merket, M., N., Markt, Marktplatz, Ort mit Marktprivileg, Zusammenkunft zum Handel, Marktflecken, öffentlicher Platz, Versammlungsplatz; mnl. marct, market, marcte, marc, mart, M., Markt, Marktplatz; ahd. markāt*, marcāt*, st. M. (a?, i?), Markt, Marktplatz; ahd. merkāt*, mercāt, st. M. (a?, i?), Markt, Marktplatz; as. markāt*, st. M. (a?, i?), Markt; anfrk. -; germ. *merkāt-, Sb., Markt; lat. mercātus, M., Handel, Markt, Kauf; vgl. lat. mercārī, V., Handel treiben, handeln; lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Markt, Kluge s. u. Markt, EWD s. u. Markt, DW 12, 1644, EWAhd 6, 175, Duden s. u. Markt, Bluhme s. u. Markt; Son.: vgl. afries. merkad, merked, marked, st. M. (a?, i?), Markt; nfries. mercke; ae. market, st. N. (a), Markt; an. markaðr, st. M. (a) (i), Markt; got. -; nndl. markt, Sb., Markt; frz. marché, M., Markt; nschw. marknad, Sb., Markt; nnorw. marked, N., Markt; kymr. marchnad, F., Markt; nir. margadh, M., Markt; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Verkaufsveranstaltung zu der in regelmäßigen Abständen an einem bestimmten Platz (Handelsplatz) Händler (und Händlerinnen) zu Geschäften (mit Kunden) zusammenkommen; BM.: fassen; F.: Markt, Marktes, Markts, Märkte, Märkten+FW(+EW); Z.: Mark-t
$markten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. markten, sih auf einem Markt bewegen, handeln; Hw.: (s. ver-); E.: s. Markt, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Markt, DW 12, 1650; GB.: seit 13. Jh. (mhd. marketen) belegte und aus Markt und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes sich auf einem Markt bewegen oder handeln; F.: markten, markte, marktest, marktet, marktete, marktetest, markteten, marktetet, gemarktet, ##gemarktet, gemarktete, gemarktetes, gemarktetem, gemarkteten, gemarkteter##, marktend, ###marktend, marktende, marktendes, marktendem, marktenden, marktender###, markt (!) +FW+EW; Z.: mark-t-en
$Marktflecken, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Marktflecken; E.: s. Markt, s. Flecken (M.); L.: EWD s. u. Fleck; GB.: seit 1420 belegte und aus Markt und Flecken gebildete Bezeichnung für einen Ort (Flecken) mit dem Recht einen ständigen Markt abzuhalten; F.: Marktflecken, Marktfleckens+FW+EW; Z.: Mark-t—fle-ck-en
$Marktschreier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Marktschreier; E.: s. Markt, s. Schreier; L.: DW 12, 1655, EWD s. u. schreien; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Markt und Schreier gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Märkten möglichen seine Waren auf einem Markt laut anpreisenden Menschen; F.: Marktschreier, Marktschreiers, Marktschreiern+FW +EW; Z.: Mark-t—schrei-er
$marktschreierisch, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. marktschreierisch; E.: s. Marktschreier, s. isch; L.: DW 12, 1655, EWD s. u. schreien; GB.: wie ein Marktschreier Waren auf einem Markt laut anpreisend; F.: marktschreierisch, marktschreierische, marktschreierisches, marktschreierischem, marktschreierischen, marktschreierischer(, marktschreierischere, marktschreierischeres, marktschreierischerem, marktschreierischeren, marktschreierischerer, marktschreierischst, marktschreierischste, marktschreierischstes, marktschreierischstem, marktschreierischsten, marktschreierischster)+FW+EW; Z.: mark-t-schrei-er-isch
$Märlein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Märlein, Märchen, Erzählung; Hw.: s. Märchen; E.: s. Mär, s. lein; L.: Kluge s. u. Märchen, DW 12, 1658; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Mär und lein gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche vor Entwicklung von Schrift nur mündlich (in dem Volk) überlieferte Erzählung in der übernatürliche Kräfte und Gestalten in das Leben der Menschen eingreifen und meist an dem Ende Gute belohnt und Böse bestraft werden; F.: Märlein, Märleins+EW; Z.: Mär-lein
Marmel, Murmel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Marmel, Murmel, kleine Spielkugel; ne. marble (N.); Vw.: -; Hw.: s. Marmor; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. marmel, mermel, st. M., Marmor; mnd. mermel, M., Marmor; mnl. marbel, M., Marmor; ahd. marmul*, st. M. (a?, i?), Marmor; ahd. murmul*, st. M. (a?, i?), Marmor; lat. marmor, N., Marmor, (204-169 v. Chr.); vgl. gr. μάρμαρος (mármaros), M., weißer Stein, Felsblock; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marmel, Kluge s. u. Marmel, DW 12, 1659, EWD s. u. Murmel, EWAhd 6, 181, Duden s. u. Marmel, Bluhme s. u. Murmel; Son.: vgl. nschw. marmorkulla, Sb., Murmel; lit. marmulas, M., Marmor; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete kleine Spielkugel; BM.: Stein aus Marmor bzw. reiben; F.: Marmel, Marmeln, Murmel, Murmeln+FW; Z.: Mar-m-el
Marmelade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Marmelade, eingekochtes Fruchtmark, Fruchtaufstrich; ne. jam (N.), marmalade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. marmelade, port. marmelada; E.: s. frz. marmelade, F., Marmelade; port. marmelada, F., Quittenmus; vgl. port. marmelo, M., Honigapfel, Quitte; lat. melimēlum, N., Honigapfel, Mostapfel, Granatapfelwein, (116-27 v. Chr.); gr. μελίμηλον (melímēlon), N., Honigapfel; μέλι (méli), N., Honig; idg. *melit, N., Honig, Pokorny 723 (1203/68) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); s. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μῆλον (mēlon), N., Apfel, Kernobst; idg. *g̑ʰđem-, *g̑ʰđom-, Sb., Erde, Erdboden, Pokorny 414 (600/16) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Marmelade, fehlt DW, EWD s. u. Marmelade, Duden s. u. Marmelade; Son.: vgl. nschw. marmelad, Sb., Marmelade; nnorw. marmelade, M., Marmelade; kymr. marmaled, M., Marmelade; nir. marmaláid, F., Marmelade; lit. marmeladas, M., Marmelade; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Portugiesischen aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen aus (mit Zucker) eingekochten Früchten entwickelten und verwendeten Fruchtaufstrich; BM.: Apfel, Erde; F.: Marmelade, Marmeladen+FW; Z.: Mar-mel-ad-e
Marmor, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Marmor, Marmorstein; ne. marble (N.); Vw.: -; Hw.: s. Marmel; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. marme, M.?, Marmor; mnl. marmer, M., Marmor; vgl. ahd. marmul*, st. M. (a?, i?), Marmor; lat. marmor, N., Marmor, (204-169 v. Chr.); vgl. gr. μάρμαρος (mármaros), M., weißer Stein, Felsblock; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Marmor, EWD s. u. Marmor, DW 12, 1661, EWAhd 6, 181, Duden s. u. Marmor; Son.: vgl. nndl. marmer, Sb., Marmor; frz. marbre, M., Marmor; nschw. marmor, Sb., Marmor; nnorw. marmor, M., N., Marmor; poln. marmur, M., Marmor; kymr. marmor, M., Marmor; nir. marmar, M., Marmor; lit. marmuras, M., Marmor; GB.: (marmul) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches weißes oder farbiges sowie häufig geädertes und besonders in der Bildhauerei und als Baumaterial verwendetes sehr hartes Kalkgestein; BM.: zerreiben; F.: Marmor, Marmors, Marmore, Marmoren+FW(+EW?); Z.: Mar-m-or
$marmorieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. marmorieren, mit Marmor überziehen, Marmor nachbilden; I.: Lw. lat. marmorāre; E.: s. lat. marmor(are), s. ieren; L.: DW 12, 1666, EWD s. u. Marmor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Marmor überziehen oder in dem Aussehen Marmor nachbilden; F.: marmorieren, marmoriere, marmorierst, marmoriert, marmorierest, marmorieret, marmorierte, marmoriertest, marmorierten, marmoriertet, ##marmoriert, marmorierte, marmoriertes, marmoriertem, marmorierten, marmorierter##, marmorierend, ###marmorierend, marmorierende, marmorierendes, marmorierendem, marmorierenden, marmorierender###, marmorier (!)+FW(+EW); Z.: Mar-m-or-ier-en
$marmoriert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. marmoriert, wie Marmor aussehend; E.: s. marmorier(en), s. t; L.: fehlt DW (s. marmorieren), EWD s. u. Marmor; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus marmorier(en) und t gebildete Bezeichnung für wie Marmor aussehend wie beispielsweise bezüglich Fleisches; F.: marmoriert, marmorierte, marmoriertes, marmoriertem, marmorierten, marmorierter+FW(+EW); Z.: mar-m-or-ier-t
marode, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. marode, leicht krank, erschöpft; ne. ramshackle; Vw.: -; Hw.: s. Marodeur; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. frz. maraud, M., Marodeur, Bettler, Lump; weitere Herkunft ungeklärt?, Gamillscheg 597b; vielleicht von einem dial. mauraud, M., Kater, gebildet zu einer Schallwurzel *mar-; L.: Kluge s. u. marode, EWD s. u. marode, DW 12, 1669, Duden s. u. marode; Son.: s. nndl. maroderen, V., marodieren; ne. marod, V., marodieren; nnorw. maroder, V., marodieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches leicht krank oder erschöpft oder heruntergekommen; BM.: marschunfähig; F.: marode, marodes, marodem, maroden, maroder(, marodere, maroderes, maroderem, maroderen, maroderer, marodest, marodeste, marodestes, marodestem, marodesten, marodester)+FW(+EW?); Z.: marod-e
Marodeur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Marodeur, Plünderer; ne. marauder; Vw.: -; Hw.: s. marode; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: zu frz. marauder, V., herumstrolchen, plündern; vgl. frz. maraud, M., Marodeur, Bettler, Lump; weitere Herkunft ungeklärt?, Gamillscheg 597b; vielleicht von einem dial. mauraud, M., Kater, gebildet zu einer Schallwurzel *mar-; L.: Kluge s. u. Marodeur, fehlt DW, EWD s. u. marode, Duden s. u. Marodeur; Son.: vgl. nndl. marodeur, Sb., Marodeur; frz. maraudeur, M., Marodeur; nschw. marodör, Sb., Marodeur; nnorw. marodør, M., Marodeur; poln. maruder, M., Marodeur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon für einen sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen plündernden Nachzügler einer Truppe; BM.: plündern; F.: Marodeur, Marodeurs, Marodeure, Marodeuren+FW; Z.: Marod-eur
$marodieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. marodieren; I.: Lw. frz. marauder; E.: s. frz. marauder; L.: DW 12, 1670, EWD s. u. marode; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches plündern (als Nachzügler einer Truppe); F.: marodieren, marodiere, marodierst, marodiert, marodierest, marodieret, marodierte, marodiertest, marodierten, marodiertet, ##marodiert, marodierte, marodiertes, marodiertem, marodierten, marodierter##, marodierend, ###marodierend, marodierende, marodierendes, marodierendem, marodierenden, marodierender###, marodier+FW+EW?; Z.: marod-ier-en
Marone, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Marone, Esskastanie, Edelkastanie; ne. marron (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz. marron; E.: s. frz. marron, M., Marone; it. marrone, M., Marone; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Marone, fehlt DW, EWD s. u. Marone, Duden s. u. Marone; Son.: vgl. nschw. maron, Sb., Marone; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche essbare Frucht der Edelkastanie bzw. Bezeichnung für den zu der Familie der Buchengewächse gehörigen schon vormenschlichen Baum (Esskastanie oder Edelkastanie); BM.: ?; F.: Marone, Maronen+FW+EW; Z.: Maron-e
Marotte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Marotte, Schrulle; ne. quirk; Vw.: -; Hw.: s. Marionette; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. marotte; E.: s. frz. marotte, F., Marotte, Narrenkappe, Narrenzepter mit Puppenkopf; vgl. mfrz. mariole, F., Figürchen; von lat. marīta, F., Ehefrau, Gattin, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. marītus (1), Adj., ehelich, verehelicht, zur Ehe gehörig, Ehe...; vgl. idg. *meri̯o-, M., junger Mann, Pokorny 738? (1236/101) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., balt.?); L.: Kluge s. u. Marotte, fehlt DW, EWD s. u. Marotte, Duden s. u. Marotte; Son.: s. mnd. marót, marot, F., Schrulle, Marotte, Narrheit; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittelfranzösischen und unter Bedeutungsänderung mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früh mögliche seltsame menschliche oder tierische Eigenart; BM.: Mann?; F.: Marotte, Marotten+FW; Z.: Mar-ot-t-e
Marquis, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Marquis, ein Adeliger; ne. marquis, marquess; Vw.: -; Hw.: s. Markise; Q.: 1609?; I.: Lw. frz. marquis; E.: s. frz. marquis, M., Markgraf, Marquis; mlat. marchisus, markisus, marquisus, M., Grenzsoldat, Markgraf (9. Jh.); vgl. lat.? marca (1), F., Mark (F.) (1), Grenzmark, Grenzland, Grenzgebiet; germ. *markō, *mark, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); Son.: s. mnd. markēse, M., Markgraf, italienischer Markgraf (aus dem Ital.); vgl. nschw. markis, Sb., Marquis; nnorw. marki, M., Marquis; kymr. marcwis, M., Marquis; nir. marcas, M., Marquis; lit. markizas, M., Marquis; L.: fehlt DW, Duden s. u. Marquis; GB.: vielleicht seit 1609 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen französischen Adelstitel (Markgraf) in dem Rang zwischen Graf und Herzog; BM.: Grenze; F.: Marquis+FW; Z.: Marqu-is
Mars, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Mars, Mastkorb; ne. crow’s nest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. marse (1), martze, merse, mersch, F., Topkastell, Mastkorb des Segelschiffs; mnd. merse, F., Ware, Warenkorb, Korb; Herkunft ungeklärt?, vielleicht von lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Mars, DW 12, 1671, Duden s. u. Mars; Son.: vgl. nndl. mars, Sb., Mars; nschw. märs, Sb., Mars; nnorw. mers, N., Mars; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen für größere Schiffe entwickelte und verwendete an dem oberen Ende eines Mastes angebrachte korbähnliche Plattform; BM.: fassen?; F.: Mars, Marse, Marsen+FW?+EW?; Z.: Mars
Marsala, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Marsala, ein Süßwein; ne. marsala; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. marsala; E.: s. it. marsala; E.: s. it. marsala, F., Marsala; vom ON Marsala; aus dem Arabischen, entweder als Marsa Allāh, M., Hafen Allahs; vielleicht aus von Marsa Ali, Sb., Hafen Alis; vielleicht aus dem Lateinischen mare salis, Sb., Salzpfannen am Meer; L.: fehlt DW, Duden s. u. Marsala; Son.: vgl. nndl. marsala, Sb., Marsala; frz. marsala, M., Marsala; nschw. marsalavin, Sb., Marsala; nnorw. marsala, M., Marsala; poln. marsala, Sb., Marsala; lit. marsala, Sb., Marsala; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus einem ON gebildete sowie aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen oder dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen goldgelben Süßwein aus Sizilien; BM.: ON (Nach dem Herkunftsort); F.: Marsala, Marsalas+FW; Z.: Marsal-a
Marsch (1), nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Marsch (M.), soldatischer Zug; ne. march (N.); Vw.: -; Hw.: s. marschieren; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; E.: mhd. marsche, st. F., Marsch (M.), Reise, Grenze, Mark (F.) (1); afrz. marche, Sb., Marsch (M.), Gang, Schritt; afrz. marcher, V., marschieren, durchwandern; galloroman. *marcare, Gamillscheg 1, 598b; vgl. lat. marcus (1), M., großer eisener Schmiedehammer, (8. Jh. n. Chr.); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Marsch 1, DW 12, 1671, Duden, EWD s. u. Marsch (M.), s. u. Marsch, Bluhme s. u. Marsch (M.); Son.: vgl. nndl. mars, Sb., Marsch (M.); frz. marche, M., Marsch (M.); nschw. marsch, Sb., Marsch (M.); nnorw. marsj, M., Marsch (M.); poln. marsz, M., Marsch (M.); lit. maršas, M., Marsch (M.); GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Galloromanischen gebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen längeren Gang zu Fuß; BM.: schlagen; F.: Marsch, Marsches, Marschs, Märsche, Märschen+FW(+EW); Z.: Mar-sch
Marsch (2), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Marsch (F.), fruchtbare Niederung am Ufer des Meeres oder eines Flusses; ne. marsh, fen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. mersch (1), mers, mersche, marsch, F., N., M., Marsch (F.), fruchtbare Niederung an den Ufern des Meeres oder der Flüsse, niedrig gelegenes wasserreiches Weideland; mnl. maersche, Sb., Marsch (F.); ahd. mersk*, mersc*, st. F. (ī), „Marsch“ (F.), Sumpf; as. mėrsk*, st. F. (ī)?, „Marsch“ (F.), Marschland; germ. *mariskō, st. F. (ō), Marsch (F.), Morast; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marsch, Kluge s. u. Marsch 2, DW 12, 167, EWD s. u. Marsch (F.), Duden s. u. Marsch, Bluhme s. u. Marsch (F.); Son.: vgl. lang. *marisk, Sb., Sumpf, Marsch (F.); afries. mersk, st. F. (ō), Marsch (F.); ae. mėrsc, mėrisc, M., Marsch (F.), Marschland, Sumpfland; nndl. mars, Sb., Marsch (F.); GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und über das Althochdeutsche und das Altsächsische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschliche sehr fruchtbare Schwemmland (hinter den Deichen) an der Nordseeküste; BM.: Meer; F.: Marsch, Marschen+EW; Z.: Mar-sch
$Marsch (3), nhd., Interj.: nhd. Marsch; E.: s. Marsch (M.); L.: Kluge s. u. Marsch 1, DW 12, 1670; F.: Marsch+FW(+EW); Z.: Marsch
Marschall, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Marschall, eine Hofwürde; ne. marshal; Vw.: -; Hw.: s. Mähre, Schalk; Q.: 712/725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. marschalc, st. M., Pferdeknecht, Marschall; mnd. marschalk, marschallick, marschallik, M., „Marschall“, Pferdeknecht, Hufschmied, Stallmeister; mnl. maerscalc, M., Pferdeknecht, Stallmeister, Hufschmied, Stallmeister; ahd. marhskalk*, marahskalk*, marskalk*, marhscalc*, marscalc*, st. M. (a), Pferdeknecht, Pferdeverwalter, Stallmeister, Aufseher über Reittiere und Lasttiere; lat.-ahd. marscalcus*, marahscalcus*, marahscalcus*, M., Pferdeknecht; ahd. marhskalk*, st. M. (a)?, Pferdeknecht; s. ahd. marh, marah*, st. M. (a)?, Pferd; germ. *marhī-, *marhīn, *marhjō-, *marhjōn, sw. F. (n), Mähre, Stute; germ. *marha-, marhaz, st. M. (a), Pferd, Ross; vgl. idg. markos?, M., Pferd, Pokorny 700 (1156/21) (RB. idg. aus kelt., germ.); ahd. skalk, scalc, scalk, st. M. (a), Schalk, Knecht, Diener, Jünger, Sklave; germ. *skalka-, *skalkaz, *skalska-, *skalskaz, st. M. (a), Springer, Knecht, Diener; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marschall, Kluge s. u. Marschall, DW 12, 1676, EWD s. u. Marschall, EWAhd 6, 152, Duden s. u. Marschall; Son.: vgl. afries. marskalk, merskalk, M., Marschall; nndl. maarschalk, Sb., Marschall; frz. maréchal, M., Marschall; nschw. marskalk, Sb., Marschall; nnorw. marskalk, M., Marschall; poln. marszałek, M., Marschall; kymr. marsial, M., Marschall; nir. marascal, M., Marschall; lit. maršalas, M., Marschall; GB.: seit 712/725 belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit aus Wörtern für Pferd (ahd. marh) und Knecht (ahd. skalk) gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Benennung (Hofwürde) eines hohen höfischen Bediensteten (des Königs); BM.: Pferd, schneiden; F.: Marschall, Marschalls, Marschälle, Marschällen+EW; Z.: Mar-schal-l
marschieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. marschieren, einen Marsch (M.) unternehmen, wandern, gehen; ne. march (V.); Vw.: -; Hw.: s. Marsch (1); Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. marcher; E.: s. frz. marcher, V., marschieren; galloroman. *marcare, Gamillscheg 1, 598b; vgl. lat. marcus (1), M., großer eiserner Schmiedehammer, (8. Jh. n. Chr.); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Marsch 1, DW 12, 1675, EWD s. u. Marsch M., Duden s. u. marschieren; Son.: vgl. nndl. marcheren, V., marschieren; nschw. marschera, V., marschieren; nnorw. marsjere, V., marschieren; poln. maszerować, V., marschieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Lateinischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes in einer bestimmten Art und Weise gemeinsames zu Fuß gehen mehrerer Menschen; BM.: schlagen?; F.: marschieren, marschiere, marschierst, marschiert, marschierest, marschieret, marschierte, marschiertest, marschierten, marschiertet, ##marschiert, marschierte, marschiertes, marschiertem, marschierten, marschierter##, marschierend, ###marschierend, marschierende, marschierendes, marschierendem, marschierenden, marschierender###, marschier(!)+FW+EW; Z.: mar-sch-ier-en
Marstall, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Marstall, Rossstall, Gestüt; ne. stables; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. marstal, st. M., Pferdestall, Marstall; mnd. marstal, martstal, maerstal, meerstal, M., Pferdestall, großer Pferdestall insbesondere der Stadtverwaltung, Marstall; mnl. maerstal, M., Pferdestall; ahd. marhstal*, marahstal*, marstal, st. M. (a), Marstall, Pferdestall; s. ahd. marh, marah*, st. M. (a)?, Pferd; germ. *marhī-, *marhīn, *marhjō-, *marhjōn, sw. F. (n), „Mähre“, Stute; germ. *marha-, *marhaz, st. M. (a), Pferd, Ross; vgl. idg. *markos?, M., Pferd, Pokorny 700 (1156/21) (RB. idg. aus kelt., germ.); ahd. stal, st. M. (a?, i?), Stall, Stallung, Stelle, Stätte, Stellvertretung, Person, Gestalt; germ. *stalla-, *stallaz, st. M. (a), Standort, Stelle, Stall?; s. idg. stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marstall, Kluge s. u. Marstall, DW 12, 1676, EWD s. u. Marstall, EWAhd 6, 155, Duden s. u. Marstall; GB.: (marhstal) seit 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Stallung für Pferde und Wagen eines Fürsten; BM.: Pferd, stellen; F.: Marstall, Marstalls, Marstalles, Marställe, Marställen+EW; Z.: Mar-stal-l
Märte, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Märte, Kaltschale aus Milch und Brot; ne. a cold soup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. merāte, st. F., Abendmahl; mhd. merōt, mert, st. M., Abendmahl, flüssige Speise aus Brot und Wein; ahd. merāta, merda, st. F. (ō), Imbiss, Speise; ahd. merōd*, merōt, st. M. (a?, i?), Abendmahl, Imbiss, Stärkung; von einem *merōjan, sw. V. abgeleitet; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Märte, DW 12, 1677?, EWD s. u. mären, EWAhd 6 348, Duden s. u. Märte; GB.: seit um 800 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht entwickelte und verwendete Kaltschale aus Milch und Brot; BM.: reiben?; F.: Märte, Märten+EW?; Z.: Mär-t-e
Marter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Marter, Martyrium, Pein, Qual; ne. martyrdom; Vw.: -; Hw.: s. Marterl, Märtyrer; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. martere, st. F., Blutzeugnis, Passion, Qual, Pein, Verfolgung, Folter, Kruzifix; mnd. marter, martere, merter, mertere, martir, martire, martel, martele, F., Marter, Martyrium, Passion Christi, Quälerei, Schmerz, Misshandlung; mnl. marter, martele, F., Kreuzestod Christi; ahd. martira, martara*, martyra*, matra*, st. F. (ō), Marter, Leiden, Qual, Mühsal, Martyrium, Märtyrertum, Glaubenszeugnis, Zeugnis, Bekenntnis; as. martir*, st. M. (a), Märtyrer; anfrk. martir, F., Martyrium, Folter; lat. martyrium, N., Martyrium, Zeugnis; gr. μαρτύριον (martýrion), N., Zeugnis, Beweis; vgl. gr. μάρτυς (mártys), M., Zeuge, Märtyrer; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marter, Kluge s. u. Marter, DW 12, 1680, EWD s. u. Marter, EWAhd 6, 192, EWAhd 6, 193, Duden s. u. Marter, Bluhme s. u. Marter; Son.: vgl. nndl. marteling, Sb., Marter; frz. martyre, M., Marter; nnorw. marter, Sb., Marter; nnorw. martyrium, N., Marter; GB.: seit um 790 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine (seelische oder körperliche) Qual; BM.: gedenken; F.: Marter, Martern+FW+EW; Z.: Mar-t-er
Marterl, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Marterl, Gedenkkreuz, Gedenksäule; ne. wayside cross (N.); Vw.: -; Hw.: s. Marter; Q.: 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. Marter, s. (e)l (Suff.), von lat. martyrium, N., Martyrium, Zeugnis; gr. μαρτύριον (martýrion), N., Zeugnis, Beweis; vgl. gr. μάρτυς (mártys), M., Zeuge, Märtyrer; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Marterl, fehlt DW, EWD s. u. Marter, Duden s. u. Marterl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Marter und (e)l gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dem 15. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes sowie in der Aufklärung verbotenes und seit dem 19. Jh. wieder aufgegriffenes zur Erinnerung an einen verunglückten Menschen aufgestelltes kleines Denkmal; BM.: gedenken; F.: Marterl, Marterls, Marterln+FW(+EW); Z.: Mar-t-er-l
$martern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. martern, peinigen, quälen, foltern; E.: s. Marter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Marter, DW 12, 1684, EWD s. u. Marter; GB.: (martirōn*) vielleicht seit 790 belegte und aus Marter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches peinigen oder quälen oder foltern; F.: martern, martere, marter (!), marterst, martert, marterte, martertest, marterten, martertet, gemartert, ##gemartert, gemarterte, gemartertes, gemartertem, gemarterten, gemarterter##, marternd, ###marternd, marterndes, marterndem, marternden, marternder###, marter (!)+FW+EW; Z.: mar-t-er-n
martialisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. martialisch, kriegerisch, Kampf betreffend; ne. martial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Mārtiālis; E.: s. lat. Mārtiālis (1), Adj., zu Mars gehörig, martialisch, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. Mārs, M.=PN, Mars, Schicksal eines Prozesses; Herkunft unklar, da auch die ursprüngliche Funktion des Gottes unbekannt ist, s. Walde/Hofmann 1, 43; L.: Kluge s. u. martialisch, fehlt DW, Duden s. u. martialisch; Son.: vgl. nndl. martiaal, Adj., martialisch; frz. martial, Adj., martialisch; nschw. martialisk, Adj., martialisch; nnorw. martialsk, Adj., martialisch; kymr. marsial, Adj., Krieg betreffend; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für kriegerisch oder Kampf betreffend; BM.: PN; F.: martialisch, martialische, martialisches, martialischem, martialischen, martialischer(, martialischere, martialischeres, martialischerem, martialischeren, martialischerer, martialischst, martialischste, martialischstes, martialischstem, martialischsten, martialischster)+FW(+EW); Z.: mart-i-al-isch
Martin, nhd., PN=M., (?): nhd. Martin; Hw.: s. Martinsgans, s. Martinshorn; E.: s. lat. Mars
$Martinsgans, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Martinsgans; E.: s. Martin, s. s, s. Gans; L.: Kluge s. u. Martinsgans, DW 12, 1688; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Martin und s sowie Gans gebildete Bezeichnung für eine an dem 11. November als dem Gedenktag für den sich angeblich aus Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckenden und durch das Geschnatter der Gänse verratenen heiligen Martin als Abgabe abzuliefernde Gans; F.: Martinsgans, Martinsgänse, Martinsgänsen+FW+EW; Z.: Mart-in-s—ga-n-s
$Martinshorn, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Martinshorn; E.: s. Martin, s. s, s. Horn; L.: Kluge s. u. Martinshorn, (anders) DW 12, 1688 (etwas in Gestalt eines Horn in Butter Gebackenes); GB.: seit 1932 belegte und zunächst als Martin-Horn patentierte und später in der Umgangssprache durch eingeschobenes s erweiterte Bezeichnung für ein von dem Unternehmen Max Martin in Markneukirchen in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr entwickeltes und seitdem verwendetes als Tonfolge zwecks bestmöglicher Verhinderung von Verkehrsunfällen von möglichst schnell fahrenden Einsatzfahrzeugen bei Gefahrenlagen auszugebendes Signal von rund 100 Dezibel Lautstärke; F.: Martinshorn, Martinshorns, Martinshornes, Martinshörner, Martinshörnern+FW+EW; Z.: Mart-in-s—hor-n
Märtyrer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Märtyrer, Blutzeuge; ne. martyr (M.); Vw.: -; Hw.: s. Marter, Marterl; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. merterære*, mertelære*, merterer, merterāre, merteler, mertelære, mertære, st. M., sw. M., Märtyrer, Blutzeuge, Leidender, Dulder, Quäler; mhd. marterære, st. M., sw. M., Märtyrer, Blutzeuge; mnl. martelare, mertelare, martelere, marteler, M., Märtyrer; ahd. martirāri*, martarāri*, martrāri*, martilāri*, st. M. (ja), Märtyrer, Marterer, Folterknecht, Scharfrichter, Peiniger; lat. martyr, M., Märtyrer, Zeuge, Blutzeuge, (354-430 n. Chr.); gr. μάρτυς, M., Zeuge, Märtyrer; vgl. idg. *smer-, mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Marter, Kluge s. u. Märtyrer, Marter, DW 12, 1689, EWD s. u. Marter, EWAhd 6, 190, Duden s. u. Märtyrer; Son.: vgl. afries. martir, martil, st. M. (a), Märtyrer; afries. martilar, M., Märtyrer; ae. martir, st. M. (a), Märtyrer; got. martwr, st. M. (a)?, Märtyrer; nndl. martelaar, Sb., Märtyrer; frz. martyr, M., Märtyrer; nschw. martyr, Sb., Märtyrer; nnorw. martyr, M., Märtyrer; kymr. merthyr, M., Märtyrer; nir. mairtíreach, M., Märtyrer; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen für seinen Glauben oder eine Sache gestorbenen oder getöteten Menschen (Blutzeugen); BM.: gedenken; F.: Märtyrer, Märtyrers, Märtyrern, Martyrer, Martyrers, Martyrern, Marterer, Marterers, Marterern, Märterer, Märterers, Märterern, Märtrer, Märtrers, Märtrern+FW(+EW); Z.: Mär-t-yr-er
$Martyrium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Martyrium, Zeugnis (als Blutzeuge); E.: s. lat. martyrium, s. gr. μαρτύριον (martýrion); L.: fehlt DW, EWD s. u. Marter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein Zeugnis (als Blutzeuge) oder ein Leiden oder eine Qual; F.: Martyrium, Martyriums, Martyrien+FW; Z.: Mar-t-yr-i-um
März, Merz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. März, Merz; ne. march (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. merze, merz, sw. M., März; mnd. merse (2), mers, marse, mars, mersch, F., M., März, Frühlingsmonat; mnl. maerte, marte, maerte, M., März; ahd. merzo, sw. M. (n), März; s. lat. (mēnsem) Mārtium, M., Monat des Mars, März; vgl. lat. Mārs, M.=PN, Mars, Schicksal eines Prozesses; Herkunft unklar, da auch die ursprüngliche Funktion des Gottes unbekannt ist, s. Walde/Hofmann 1, 43; L.: Kluge 1. A. s. u. März, Kluge s. u. März, DW 12, 2109, EWD s. u. März, EWAhd 6, 358, Duden s. u. März; Son.: vgl. afries. mārtmōna, sw. M. (n), Märzmonat; nndl. maart, Sb., März; frz. mars, M., März; nschw. mars, Sb., März; nnorw. mars, M., März; poln. marzec, M., März; kymr. mawrth, M., März; nir. márta, M., März; GB.: (merzo) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den dritten zwischen Februar und April liegenden Monat in dem von Menschen entwickelten und verwendeten julianischen und gregorianischen Kalender; BM.: PN; F.: März, Märzes, Märze, Märzen+FW+EW; Z.: März
Marzipan, Marzapan, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Marzipan, Marzapan, Mandelpaste; ne. marzipan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. marcipān, martzepān, martzapān, Sb., Marzipan; s. it. marzapane, M., Marzipan, Schachtel (sizilianisch bzw. neapolitanisch bzw. provenzalisch); weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. Mārcī pānis, M., Markusbrot; lat. Mārcus, M.=PN, Markus; vgl. lat. Mārs, M.=PN, Mars; weitere Herkunft unklar, da auch die ursprüngliche Funktion des Gottes unbekannt ist; lat. pānis, M., Brot, Laib; idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); oder arab. martabān, Sb., Porzellangefäß zur Aufbewahrung kandierter Früchte; s. ON Martaban in Indien; Kluge s. u. Marzipan; oder von einem venez. matapan, Sb., eine Münze; von arab. mautaban; s. arab. wataba, V., stillsitzen; L.: Kluge s. u. Marzipan, DW 12, 1692, EWD s. u. Marzipan, Duden s. u. Marzipan; Son.: vgl. nndl. marsepein, Sb., Marzipan; nschw. marsipan, Sb., Marzipan; nnorw. marsipan, M., Marzipan; poln. marcepan, M., Marzipan; kymr. marsipán, M., Marzipan; lit. marcipanas, M., Marzipan; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen (Sizilianischen beziehungsweise Neapolitanischen) aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine für die von Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Süßigkeitenherstellung gebildete weiche Masse aus fein gemahlenen Mandeln und Puderzucker sowie Rosenwasser; BM.: PN, füttern bzw. ein Gefäß; F.: Marzipan, Marzipans, Marzipane, Marzipanen+FW(+EW); Z.: Marzip-an
Mascara, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mascara, Wimperntusche; ne. mascara (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maske, maskieren, Maskerade; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mascara; E.: s. ne. mascara, N., Mascara, Wimperntusche; span. máscara, F., Mascara; it. mascara, M., Mascara, Maske; lat. masca, F., Maske; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Arab. masḫara, Sb., Scherz, Maskerade; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mascara; Son.: vgl. nndl. mascara, Sb., Mascara; frz. mascara, F., Mascara; nschw. mascara, Sb., Mascara; nnorw. maskara, M., Maskara; poln. mascara, F., Mascara; kymr. masgara, M., Mascara; nir. mascára, M., Mascara; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Spanischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine Wimperntusche in Pastenform zu einem Färben und Verlängern sowie Betonen der Wimpern; BM.: Maske; F.: Mascara, Mascaras+FW; Z.: Masc-ar-a
Mascarpone, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Mascarpone, ein Doppelrahmfrischkäse; ne. mascarpone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. mascarpone; E.: s. it. mascarpone, M., Mascarpone; von lombard. mascarpa, M., Sahnekäse; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mascarpone; Son.: vgl. nndl. mascarpone, Sb., Mascarpone; frz. mascarpone, M., Mascarpone; nschw. mascarpone, Sb., Mascarpone; nnorw. mascarpone, M., Mascarpone; poln. mascarpone, M., Mascarpone; lit. maskarponė, F., Mascarpone; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lombardischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten aus Italien stammenden Doppelrahmfrischkäse; BM.: Sahnekäse; F.: Mascarpone, Mascarpones+FW; Z.: Mascarp-on-e
Masche (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Masche (F.) (1), Garnschlinge, Lücke, Netz; ne. mesh (N.), loop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. masche, sw. F., Masche (F.) (1), Schlinge; mnd. masche (1), mesch, F., Masche eines Gewebes, Garnschlinge des Fischnetzes; mnl. masch, PN; ahd. maska*, masca*, sw. F. (n), Masche (F.) (1), Schleife (F.) (1), Netz, Schlinge, feines Gewebe; as. maska*, māska*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Masche (F.) (1), Schlinge; anfrk. -; germ. *maskō-, *maskōn, *maskwō-, *maskwōn, sw. F. (n), Masche (F.) (1); idg. *mozgo-, Sb., Knoten, Masche (F.) (1), Pokorny 746; s. idg. mezg- (2), V., stricken, knüpfen, Pokorny 746 (1248/113) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Masche, Kluge s. u. Masche 1, DW 12, 1694, EWD s. u. Masche, EWAhd 6, 201, Falk/Torp 318, Duden s. u. Masche, Bluhme s. u. Masche; Son.: vgl. afries. -; ae. mǣscre, sw. F. (n), Masche (F.) (1); ae. masc, max, st. N. (a), Masche (F.) (1), Netz; an. mǫskvi, sw. M. (n), Masche (F.) (1); got. -; nndl. (dial.) maske, masche, Sb., Masche; lit. mãzgas, Sb., Knoten, Schlinge; toch. A masäk, Sb., Verbindung, Kette; GB.: (ahd. maska) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früh entwickelte und verwendete Garnschlinge; BM.: stricken; F.: Masche, Maschen+EW; Z.: Masch-e
Masche (2), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Masche (F.) (2), Lösung, Kniff, schlaue Vorgehensweise; ne. scam, ploy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. wjidd. mezio?; E.: vielleicht von wjidd. mezio, Sb., Gewinn, Lösung; L.: Kluge s. u. Masche 2, Masche, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus dem Westjiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schlaue Vorgehensweise eines Lebewesens; BM.: ?; F.: Masche, Maschen+FW?; Z.: Masch-e
Maschine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Maschine, Gerät, Apparat; ne. machine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maschinist, maschinell; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. machine; E.: s. frz. machine, F., Maschine; lat. māchina, F., Maschine, Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List, (204-169 v. Chr.); s. gr. μηχανή (mēchanḗ), dor. μᾶχανά (machaná), F., Maschine, Gerüst; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Maschine, DW 12, 1696, EWD s. u. Maschine, Duden s. u. Maschine; Son.: vgl. nndl. machine, Sb., Maschine; nschw. maskin, Sb., Maschine; nnorw. maskin, M., Maschine; poln. maszyna, F., Maschine; nir. meaisín, M., Maschine; lit. mašina, F., Maschine; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums hergestellte mechanische aus beweglichen Teilen bestehende Vorrichtung die Kraft oder Energie überträgt und mit deren Hilfe bestimmte Arbeiten unter Einsparung menschlicher Arbeitskraft ausgeführt werden können wobei als Beispiele für einfache Maschinen Seil und Stange oder Rolle oder Hebel angesehen werden; BM.: können; F.: Maschine, Maschinen+FW; Z.: Masch-in-e
maschinell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. maschinell, durch eine Maschine geschehend oder gemacht, mechanisch; ne. machine (Adj.), mechanical; Vw.: -; Hw.: s. Maschine, Maschinist; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. machinal; E.: s. frz. machinal, Adj., maschinell; lat. māchinālis, Adj., Maschine betreffend, Maschinen..., (23/24-79 n. Chr.); lat. māchina, Maschine, Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List; s. gr. μηχανή (mēchanḗ), dor. μᾶχανά (machaná), F., Maschine, Gerüst; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Maschine, fehlt DW, EWD s. u. Maschine, Duden s. u. maschinell; Son.: vgl. nndl. machinaal, Adj., maschinell; nschw. maskinell, Adj., maschinell; nnorw. maskinell, Adj., maschinell; poln. maszynowy, Adj., maschinell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch eine Maschine geschehend oder gemacht oder mechanisch; BM.: können; F.: maschinell, maschinelle, maschinelles, maschinellem, maschinellen, maschineller(, maschinellere, maschinelleres, maschinellerem, maschinelleren, maschinellerer, maschinellst, maschinellste, maschinellstes, maschinellstem, maschinellsten, maschinellster)+FW(+EW); Z.: masch-in-ell
$Maschinengewehr, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Maschinengewehr; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Maschin(e), s. en (Suff.), s. Gewehr; L.: fehlt DW, EWD s. u. Gewehr; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Maschin(e) und en (Suff.) sowie Gewehr gebildete Bezeichnung für ein seit 1885 von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes maschinelles Gewehr mit hoher Schussfolge ( bei dem beispielsweise von Hiram Maxim in Amerika der Rückstoß des Schusses genutzt wird um die infolge der Explosion des Pulvers leere Patronenhülse aus dem Gewehr auszuwerfen und die Feder zu spannen sowie eine neue Patrone in die Kammer zu laden); F.: Maschinengewehr, Maschinengewehrs, Maschinengewehres, Maschinengewehre, Maschinengewehren+FW+EW; Z.: Masch-in-en—ge-wehr
$Maschinerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Maschinerie; E.: s. Maschin(e), s. er (Suff.), s. ie (Suff.); L.: EWD s. u. Maschine; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Maschin(e) und er (Suff.) sowie ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie aus mehreren Teilen bestehende und Maschinen nutzende Einrichtung; F.: Maschinerie, Maschinerien+FW(+EW); Z.: Masch-in-er-ie
Maschinist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Maschinist, Bediener einer Maschine, Überwacher einer Maschine; ne. machinist; Vw.: -; Hw.: s. Maschine; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. machiniste; E.: s. frz. machiniste, M., Maschinist; vgl. frz. machine, F., Maschine; lat. māchina, F., Maschine, Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List, (204-169 v. Chr.); s. gr. μηχανή (mēchanḗ), dor. μᾶχανά (machaná), F., Maschine, Gerüst; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Maschine, fehlt DW, EWD s. u. Maschine, Duden s. u. Maschinist; Son.: vgl. nndl. machinist, Sb., Maschinist; nschw. maskinist, Sb., Maschinist; nnorw. maskinist, M., Maschinist; poln. maszynista, M., Maschinist; nir. meaisíneoir, M., Maschinist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen eine Maschine bedienenden Menschen; BM.: können; F.: Maschinist, Maschinisten+FW; Z.: Masch-in-ist
Maser, nhd., M., F., (9. Jh.): nhd. Maser, Muster, Musterung eines Holzes, Zeichnung; ne. vein of wood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. maser, st. M., Maser, knorriger Auswuchs an Ahorn und anderen Bäumen; mnd. māser, M., Maser, gemasertes Holz; mnl. maser, M., knorriger Auswuchs am Baum; ahd. masar, st. M. (a), Maser, Knorren, Auswuchs, Geschwulst, Beule, großer Fehler; as. masur, st. M. (a), Maser, Knolle; anfrk. -; germ. *masura-, *masuraz, st. M. (a), gemasertes Holz; L.: Kluge 1. A. s. u. Maser, Kluge s. u. Maser, EWD s. u. Maser, DW 12, 1700, EWAhd 6, 198, Falk/Torp 318, Duden s. u. Maser, Bluhme s. u. Maser; Son.: vgl. afries. -; ae. mæseren, Adj., gemasert; an. mǫsurr, st. M. (a), Waldahorn, geflammtes Holz; got. -; osorb. mosor, M., Narbe, Maserholz, Jahresring (aus einer germanischen Sprache); GB.: (ahd. masar) seit 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche aderähnliche Muster oder die Musterung eines Holzes; BM.: ?; F.: Maser, Masern+EW; Z.: Mas-er
$masern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. masern, mit Maser versehen (V.); E.: s. Maser, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Maser, DW 12, 1702, EWD s. u. Maser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Maser und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit Maser versehen (V.); F.: masern, masere, maser (!), maserst, masert, maserte, masertest, maserten, masertet, gemasert, ##gemasert, gemaserte, gemasertes, gemasertem, gemaserten, gemaserter##, masernd, ##masernd, maserndes, maserndem, masernden, masernder###, maser (!)+EW; Z.: mas-er-n
Masern, nhd., Sb. Pl., (15. Jh.): nhd. Masern, eine Virusinfektion; ne. measles; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. masele, māsel, masle, massele, M., roter juckender Hautfleck, Ausschlag, Pustel; mhd. masel, st. F., Weberschlichte, Blutgeschwulst an den Knöcheln; mnl. massel, F., Fleck, Makel; s. ahd. masala, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zellgewebsentzündung, Phlegmone; as. *masala?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?; germ. *masalō, st. F. (ō), Hautausschlag; L.: Kluge s. u. Masern, fehlt DW, EWD s. u. Masern, EWAhd 6, 197, Duden s. u. Masern; Son.: vgl. nndl. mazelen, Sb. Pl., Masern; nschw. mässling, Sb. Pl., Masern; nnorw. meslinger, Sb. Pl., Masern; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine vielleicht um 600 v. Chr. von dem Rind auf den Menschen übergegangene sehr ansteckende Virusinfektionskrankheit des Menschen mit hohem Fieber und rotem Hautausschlag; BM.: Hautausschlag; F.: Masern+EW; Z.: Mas-er-n
$Maserung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Maserung, Musterung; E.: s. maser(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Maser, fehlt DW, EWD s. u. Maser; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus maser(n) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Musterung in Holz oder Leder oder Fleisch oder Stein; F.: Maserung, Maserungen+EW; Z.: Mas-er-ung
Maske, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Maske, Larve, Kostüm; ne. mask (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maskerade, maskieren, Mascara; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. masque; E.: s. frz. masque, F., Maske; it. maschera, F., Maske; lat. masca, F., Maske; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Arab. masḫara, Sb., Scherz, Maskerade; L.: Kluge 1. A. s. u. Maske, Kluge s. u. Maske, DW 12, 1702, EWD s. u. Maske, Duden s. u. Maske, Bluhme s. u. Maske; Son.: vgl. nndl. masker, Sb., Maske; nschw. mask, Sb., Maske; nnorw. maske, M., F., Maske; poln. maska, F., Maske; kymr. masg, M., Maske; nir. masc, M., Maske; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Gegenstand der zu einem bestimmten Zweck vor oder auf dem Gesicht getragen wird; BM.: ?; F.: Maske, Masken+FW(+EW?); Z.: Mask-e
Maskerade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Maskerade, Verkleidung, Kostümierung; ne. masquerade; Vw.: -; Hw.: s. Maske, maskieren, Mascara; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. it. mascherata; E.: s. it. mascherata, F., Maskerade; vgl. it. maschera, F., Maske; lat. masca, F., Maske; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Arab. masḫara, Sb., Scherz, Maskerade; L.: Kluge s. u. Maske, DW 12, 1706, EWD s. u. Maske, Duden s. u. Maske; Son.: vgl. nndl. maskerade, Sb., Maskerade; frz. mascarade, F., Maskerade; nschw. maskerad, Sb., Maskerade; nnorw. maskerade, M., Maskerade; poln. maskarada, F., Maskerade; lit. maskaradas, M., Maskenball; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Verkleidung; BM.: ?; F.: Maskerade, Maskeraden+FW(+EW); Z.: Mask-er-ad-e
maskieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. maskieren, verdecken, durch Verdeckung verändern. unkenntlich machen; ne. mask (V.); Vw.: -; Hw.: s. Maske, Maskerade, Mascara; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. masquer; E.: s. frz. masquer, V., maskieren; vgl. frz. masque, F., Maske; it. maschera, F., Maske; lat. masca, F., Maske; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Arab. masḫara, Sb., Scherz, Maskerade; L.: Kluge s. u. Maske, DW 12, 1707, EWD s. u. Maske, Duden s. u. maskieren; Son.: vgl. nndl. maskeren, V., maskieren; nschw. maskera, V., maskieren; nnorw. maskere, V., maskieren; kymr. masgio, V., maskieren; nir. mascaim, V., maskieren; lit. maskuoti, V., maskieren; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für das Gesicht durch Verdeckung verändern oder unkenntlich machen; BM.: ?; F.: maskieren, maskiere, maskierst, maskiert, maskierest, maskieret, maskierte, maskiertest, maskierten, maskiertet, ##maskiert, maskierte, maskiertes, maskiertem, maskierten, maskierter##, maskierend, ###maskierend, maskierende, maskierendes, maskierendem, maskierenden, maskierender###, maskier(!)+FW+EW?; Z.: mask-ier-en
Maskottchen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Maskottchen, Glücksbringer; ne. mascot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. mascotte; E.: s. frz. mascotte, F., Glücksbringer im Spiel; prov. mascotto, Sb., Zauberei; vgl. prov. masco, F., Zauberin, Hexe; lang. maska, st. F. (ō), sw. F. (n), Hexe; weitere Herkunft ungeklärt?, Gamillscheg 605b; L.: Kluge s. u. Maskottchen, fehlt DW, EWD s. u. Maskottchen, Duden s. u. Maskottchen; Son.: vgl. nndl. mascotte, Sb., Maskottchen; nschw. maskot, Sb., Maskottchen; nnorw. maskot, M., Maskottchen; poln. maskotka, F., Maskottchen; kymr. masgot, M., Maskottchen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischem und dem Provenzalischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon früher als Glücksbringer verwendeten Gegenstand; BM.: Zauberin; F.: Maskottchen, Maskottchens+FW+EW; Z.: Mask-ott-chen
maskulin, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. maskulin, männlich, Mann betreffend; ne. masculine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. s. lat. masculīnus; E.: s. lat. masculīnus, Adj., männlich, männlichen Geschlechts seiend, (um 15 v. Chr.-um 50 n. Chr.); vgl. lat. masculus, Adj., männlich, männlichen Geschlechts seiend; lat. mās, Adj. (M.), männlichen Geschlechts seiend, männlich, kräftig; Etymologie unsicher, vielleicht zu einem idg. *mā̆-, Adj., V., nass, fett, triefen, s. Walde/Hofmann 2, 46; L.: Kluge s. u. maskulin, fehlt DW, EWD s. u. maskulin, Duden s. u. maskulin; Son.: vgl. nndl. masculien, Adj., maskulin; frz. masculin, Adj., maskulin; nschw. maskulin, Adj., maskulin; nnorw. maskulin, Adj., maskulin; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für männlich oder einen Mann betreffend in Gegensatz zu feminin; BM.: fett; F.: maskulin, maskuline, maskulines, maskulinem, maskulinen, maskuliner(, maskulinere, maskulineres, maskulinerem, maskulineren, maskulinerer, maskulinst, maskulinste, maskulinstes, maskulinstem, maskulinsten, maskulinster)+FW(+EW); Z.: mas-k-ul-in
$Maskulinum, nhd., N., (?): nhd. Maskulinum; E.: s. maskulin; L.: EWD s. u. maskulin; GB.: seit (?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie umgebildete für ein Hauptwort menschlichen Geschlechts wie Adel oder Baum oder Hund oder Löwe oder Stuhl oder Tisch oder Zug und für männliches Geschlecht eines Substantivs; F.: Maskulinum, Maskulinums, Maskulina+FW; Z.: Mas-k-ul-in-um
Masochismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Masochismus, Lust an körperlichem Schmerz; ne. masochism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1886; E.: nach dem PN Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895); L.: Kluge s. u. Masochismus, fehlt DW, EWD s. u. Masochismus, Duden s. u. Masochismus; Son.: vgl. nndl. masochisme, Sb., Masochismus; frz. masochisme, M., Masochismus; nschw. masochism, Sb., Masochismus; nnorw. masochisme, masokisme, M., Masochismus; poln. masochizm, M., Masochismus; kymr. masochistiaeth, masochyddiath, F., Masochismus; lit. mazochizmas, M., Masochismus; GB.: seit 1886 mit dem PN Masoch belegte Bezeichnung der besonderen Variante des menschlichen sexuellen Erlebens bei der die volle sexuelle Befriedigung mit dem Erleiden von Demütigung oder Schmerz oder Qual einhergeht; BM.: PN; F.: Masochismus+FW+EW; Z.: Masoch-ism-us
$Masochist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Masochist; E.: s. Masochis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Maske, fehlt DW; GB.: seit etwa 1886 belegte und aus Masochis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Masochismus; F.: Masochist, Masochisten+FW+EW; Z.: Masoch-ist
Maß, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Maß, Messgerät; ne. measure (N.); Vw.: s. -nahme; Hw.: s. messen; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. māze (1), māz, st. F., Maß, Mäßigkeit, Maßhalten, Zurückhaltung, Bescheidenheit; mhd. mëz, st. N., Maß, Ausdehnung, Richtung, Wendung, Ziel; mnd. mās? (2), F., Maß, Abmessung, Maßhalten, Mäßigung, Mäßigkeit, Angemessenheit, Art und Weise, Methode, Mittel; mnl. mate, M., F., Maß, Größe, Mäßigung; mnl. met, N., ein Flächenmaß; s. ahd. māza, st. F. (ō), sw. F. (n), Maß, Größe, Dimension, Ausmaß; ahd. mez (1), st. N. (a), Maß, Maßeinheit, Hohlmaß, Gefäß zum Messen, Mittel zum Messen, zugemessene Menge, Art (F.) (1), Größe, Umfang, Ordnung; as. met (1), st. N. (a), Maß; anfrk. met, N., ein Flächenmaß; germ. *meta-, *metam, st. N. (a), Maß; s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Masz, Kluge s. u. Maß, DW 12, 2134 (Masz), EWD s. u. Maß, EWAhd 6, 220, EWAhd 6, 375, Falk/Torp 353, Duden s. u. Maß, Bluhme s. u. Mass; Son.: ahd. mez um siebenhundertfünfundsechzig belegt, s. bair. Maß, F., Maß Bier; vgl. afries. -; ae. met (1), st. N. (a), Maß, Messung, Menge, Anteil, Entfernung, Grenze; an. met, st. N. (a), Messung, Schätzung, Gewicht (N.) (1); an. mjǫt, st. N. (a) Pl., Maß; got. *mēt?, st. N. (a), Maß?; GB.: seit um 1150 belegte Bezeichnung für eine von Menschen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache entwickelte und zu einem Messen einer Gegebenheit in Raum und Zeit verwendete Einheit wie beispielsweise Elle oder Faden oder Fuß oder Grad oder Klafter oder Knoten oder Liter oder Meter oder Schuh; BM.: messen; F.: Maß, Maßes, Maße, Maßen+EW; Z.: Ma-ß
Massage, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Massage, Knetkur; ne. massage (N.); Vw.: -; Hw.: s. massieren 1, Masseur, Masseuse; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. massage; E.: s. frz. massage, M., Massage; vgl. frz. masser, V., massieren; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von arab. mass, V., abtasten, Gamillscheg 606b; L.: Kluge s. u. massieren 1, fehlt DW, EWD s. u. massieren 2, Duden s. u. Massage; Son.: vgl. nndl. massage, Sb., Massage; nschw. massage, Sb., Massage; nnorw. massasje, M., Massage; poln. masaż, M., Massage; kymr. massage, M., Massage; lit. masažas, M., Massage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Griechischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich möglicherwise in den Hochkulturen des Altertums (China 2700 v. Chr.) entwickelte und seitdem verwendete der Lockerung und Kräftigung der Muskeln sowie der Förderung der Durchblutung dienende Behandlung des Körpergewebes anderer Menschen mit Händen oder mit Geräten; BM.: kneten?; F.: Massage, Massagen+FW; Z.: Mass-ag-e
Massaker, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Massaker, Blutbad; ne. massacre (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. massacre; E.: s. frz. massacre, M., Massaker; vgl. frz. massacrer, V., massakrieren, niedermetzeln; gallo-rom. *matteucculare, V., erschlagen (V.); lat. mateola, F., Werkzeug zum Einschlagen der Erde, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *mat- (2), Sb., Hacke (F.) (2), Schlegel, Pokorny 700 (1158/23) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Massaker, fehlt DW, EWD s. u. Massaker, Duden s. u. Massaker; Son.: vgl. nschw. massaker, Sb., Massaker; nnorw. massakre, M., Massaker; poln. masakra, F., Massaker; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entwicklung von Waffen des Menschen mögliche Hinmorden oder Abschlachten einer größeren Zahl von Menschen durch Menschen oder ein Blutbad; BM.: Hacke (F.) (2); F.: Massaker, Massakers, Massakern+FW+EW+; Z.: Mass-ak-er
$massakrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. massakrieren, hinmorden, abschlachten; E.: s. frz. massacr(er), s. ieren; L.: EWD s. u. Massaker, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und mit Massaker verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Waffen des Menschen mögliches hinmorden oder abschlachten; F.: massakrieren, massakriere, massakrierst, massakriert, massakrierest, massakrieret, massakrierte, massakriertest, massakrierten, massakriertet, ##massakriert, massakrierte, massakriertes, massakriertem, massakrierten, massakrierter##, massakrierend, ###massakrierend, massakrierende, massakrierendes, massakrierendem, massakrierenden, massakrierender###, massakrier (!)+FW+EW?; Z.: mass-ak-r-ier-en
Masse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Masse, Menge; ne. mass (N.), bulk (N.); Vw.: -; Hw.: s. massieren (2), Massel (2), massiv; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. masse, st. F., Masse, Metallklumpen, ungestalteter Stoff; mnd. masse, massie, F., Masse, Stück, Klumpen (M.); mnl. masse, F., Stück, Klumpen (M.); ahd. massa, st. F. (ō), sw. F. (n), Masse, Klumpen (M.); lat. māssa, F., zusammengeknetete Masse, Pflanzung, Landgut, (um 250-184 v. Chr.); gr. μάζα (máza), F., Teig, Gerstenbrot; gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Masse, Kluge s. u. Masse, DW 12, 1708, EWD s. u. Masse, EWAhd 6, 204, Duden s. u. Masse, Bluhme s. u. Masse; Son.: vgl. nndl. massa, Sb., Masse; frz. masse, F., Masse; nschw. massa, Sb., Masse; nnorw. masse, M., Masse; poln. masa, F., Masse; lit. masė, F., Masse; GB.: (ahd. massa) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter teilweiser Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche größere Menge oder für einen ungeformten und meist breiigen oder flüssigen oder gasförmigen Stoff; BM.: kneten; F.: Masse, Massen+FW(+EW); Z.: Mass-e
Massel (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Massel (M.), unverdientes und unerwartetes Glück; ne. good luck; Vw.: s. Schla-?; Hw.: s. vermasseln; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. wjidd. massel; E.: s. wjidd. massel, Sb., Massel (M.); hebr. mazzālot, Sb. Pl., Geschick, Sternbilder; L.: Kluge s. u. Massel 1, EWD s. u. vermasseln, Duden s. u. Massel; Son.: vgl. nndl. mazzel, Sb., Massel (M.); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unverdientes und unerwartetes Glück; BM.: Sternbild; F.: Massel, Massels+FW; Z.: Massel
Massel (2), nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Massel (F.), plattenförmiger Metallblock; ne. pig; Vw.: -; Hw.: s. Masse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. massello; E.: s. it. massello, M., Massel (F.); vgl. it. massa, F., Masse; lat. māssa, F., zusammengeknetete Masse, Pflanzung, Landgut, (um 250-184 v. Chr.); gr. μάζα (máza), F., Teig, Gerstenbrot; gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Massel 2, fehlt DW, Duden s. u. Massel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit durch Gießen in einer Form hergestellten plattenförmigen Metallblock; BM.: kneten; F.: Massel, Masseln+FW; Z.: Mass-el
$maßen, nhd., Konj., (17. Jh.): nhd. maßen; E.: s. Maß, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. maßen, DW 12, 1737 (maszen); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit Maß verbindbare Bezeichnung für weil; F.: maßen+EW; Z.: ma-ß-en
Masseur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Masseur, Knetkuren Ausführender; ne. masseur, massager; Vw.: -; Hw.: s. massieren 1, Massage, Masseuse; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. masseur; E.: s. frz. masseur, M., Masseur; vgl. frz. masser, V., massieren; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von arab. mass, V., abtasten, Gamillscheg 606b; L.: Kluge s. u. massieren 1, fehlt DW, EWD s. u. massieren 2, Duden s. u. Masseur; Son.: vgl. nndl. masseur, Sb., Masseur; nschw. massör, Sb., Masseur; nnorw. massør, M., Masseur; poln. masażysta, M., Masseur; kymr. masseur, M., Masseur; lit. masažistas, M., Masseur; GB.: seit der 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums (China 2700 v. Chr.) Massagen des Körpergewebes anderer Menschen mit den Händen oder mit Geräten ausführenden Menschen; BM.: kneten?; F.: Masseur, Masseurs, Masseures, Masseure, Masseuren+FW; Z.: Mass-eur
$Masseurin, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Masseurin; E.: s. Masseur, s. in; L.: Kluge s. u. massieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Masseur und in gebildete Bezeichnung für eine Massagen ausführende Frau; F.: Masseurin, Massseurinnen+FW+EW; Z.: Mass-eur-in
Masseuse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Masseuse, Masseurin, Massagen ausführende Frau; ne. masseuse; Vw.: -; Hw.: s. massieren 1, Massage, Masseur; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. masseuse; E.: s. frz. masseuse, F., Masseuse; vgl. frz. masser, V., massieren; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von arab. mass, V., abtasten, Gamillscheg 606b; L.: Kluge s. u. massieren 1, fehlt DW, EWD s. u. massieren 2, Duden s. u. Masseuse; Son.: vgl. nndl. masseuse, Sb., Masseuse; nschw. massös, Sb., Masseuse; nnorw. massøse, F., Masseuse; poln. masażystka, F., Masseuse; kymr. masseuse, F., Masseuse; lit. masažistė, F. Masseuse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine Massagen ausführende Frau; BM.: kneten?; F.: Masseuse, Masseusen+FW; Z.: Mass-eus-e
Maßholder, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Maßholder, Feldahorn; ne. field maple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mazalter, M., Maßholder; ahd. mazzoltar*, mazzaltar*, st. M. (a?, i?), Maßholder, Feldahorn; ahd. mazzoltra, mazzaltra, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, „Maßholder“, Feldahorn; as. mapulder*, st. M. (a), Ahorn, Maßholder; anfrk. -; germ. *matoldr-, Sb., Ahorn, Maßholder; L.: Kluge 1. A. s. u. Maszholder, Kluge s. u. Maßholder, DW 12, 1741 (Maszholder), EWAhd 6, 225, Falk/Torp 318, Duden s. u. Maßholder; Son.: vgl. afries. -; ae. mapuldor, M., Feldahorn; an. mǫpurr, st. M. (a), Bergahorn; got. -; GB.: (ahd. mazzoltra) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Feldahorn; BM.: eine Art von Baum?; F.: Maßholder, Maßholders, Maßholdern+EW; Z.: Maßholder
massieren (1), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. massieren (V.) (1), eine Massage verabreichen, Muskeln (anderer Menschen) lockern und stärken; ne. massage (V.); Vw.: -; Hw.: s. Massage, Masseur, Masseuse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. masser; E.: s. frz. masser, V., massieren; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von arab. mass, V., abtasten, Gamillscheg 606b; L.: Kluge s. u. massieren 1, fehlt DW, EWD s. u. massieren 2, Duden s. u. massieren; Son.: vgl. nndl. massere, V., massieren (V.) (1); nschw. massera, V., massieren (V.) (1); nnorw. massere, V., massieren (V.) (1); poln. masować, V., massieren (V.) (1); lit. masažuoti, V., massieren (V.) (1); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen ausgeführtes durch Kneten und andere Behandlungen die Muskeln (anderer Menschen) lockern und stärken; BM.: kneten?; F.: massieren, massiere, massierst, massiert, massierest, massieret, massierte, massiertest, massierten, massiertet, ##massiert, massierte, massiertes, massiertem, massierten, massierter##, massierend, ###massierend, massierende, massierendes, massierendem, massierenden, massierender###, massier (!)+FW(+EW); Z.: mass-ieren
massieren (2), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. massieren, konzentrieren, zusammensammeln, zusammenziehen; ne. mass (V.); Vw.: -; Hw.: s. Masse (2); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. masser; E.: s. frz. masser, V., anhäufen, zusammenballen; vgl. frz. masse, F., Masse; lat. māssa, F., zusammengeknetete Masse, Pflanzung, Landgut, (um 250-184 v. Chr.); gr. μάζα (máza), F., Teig, Gerstenbrot; gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. massieren 2, fehlt DW, EWD s. u. massieren 1, Duden s. u. massieren; Son.: vgl. ndän. massere, V., massieren (V.) (2); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches etwas oder Menschen an einem Ort konzentrieren oder zusammensammeln oder zusammenziehen; BM.: kneten; F.: massieren, massiere, massierst, massiert, massierest, massieret, massierte, massiertest, massierten, massiertet, ##massiert, massierte, massiertes, massiertem, massierten, massierter##, massierend, ###massierend, massierende, massierendes, massierendem, massierenden, massierender###, massier (!)+FW(+EW); Z.: mass-ier-en
mäßig, nhd., Adj., Adv., (11. Jh.): nhd. mäßig, Maß einhaltend, gering; ne. moderate (Adj.); Vw.: s. degen-; Hw.: s. …mäßig; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. mæzec, mæzic, Adj., mäßig, enthaltsam, gemäßigt; mnd. mātich (1), matich, Adj., mäßig, maßvoll, gemäßigt; mnd. mētich (1), Adj., mäßig, maßvoll, gemäßigt, mittelgroß, mäßig groß; mnl. matich, metich, Adj., mäßig; ahd. māzīg*, Adj., mäßig, durchschnittlich, enthaltsam; as. -; anfrk. -; germ. *mētīga-, *mētīgaz, *mǣtīga-, *mǣtīgaz, Adj., angemessen, mäßig, zu schätzen seiend; s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. mäszig, Kluge s. u. mäßig, DW 12, 1741 (mäszig), EWD s. u. Maß, EWAhd 6, 223, Duden s. u. mäßig; Son.: vgl. afries. *mētich, Adj., mäßig; ae. -; an. -; got. -; nndl. matig, Adj., mäßig; nschw. måttig, Adj., mäßig; GB.: seit dem Frühmittelalter (2. Viertel 11. Jh.) belegte und aus Maß und ig gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches das rechte Maß einhaltend oder gering; BM.: messen; F.: mäßig, mäßige, mäßiges, mäßigem, mäßigen, mäßiger+EW; Z.: mä-ß-ig
$massig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. massig, ausgiebig, wuchtig, Masse habend; E.: s. Mass(e), s. ig: L.: Kluge s. u. Masse, DW 12, 1711, EWD s. u. Masse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mass(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ausgiebig oder wuchtig oder Masse habend; F.: massig, massige, massiges, massigem, massigen, massiger(, massigere, massigeres, massigerem, massigeren, massigerer, massigst, massigste, massigstes, massigstem, massigsten, massigster)+FW+EW; Z.: mass-ig
$mäßigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. mäßigen, auf das rechte Maß bringen, mildern, schwächen; E.: s. mäßig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. mäßig, DW 12, 1744 (mäszigen), EWD s. u. Maß; GB.: (mæzigen) seit um 1300 belegte und aus mäßig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auf das rechte Maß bringen oder mildern oder schwächen; F.: mäßigen, mäßige, mäßigst, mäßigt, mäßigest, mäßiget, mäßigte, mäßigtest, mäßigten, mäßigtet, gemäßigt, ##gemäßigt, gemäßigte, gemäßigtes, gemäßigtem, gemäßigten, gemäßigter##, mäßigend, ###mäßigend, mäßigende, mäßigendes, mäßigendem, mäßigenden, mäßigender###, mäßig(!)+EW; Z.: mä-ß-ig-en
massiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. massiv, dicht, fest; ne. massive; Vw.: -; Hw.: s. Masse; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. massif; E.: s. frz. massif, Adj., massiv, dicht, gediegen; vgl. frz. masse, F., Masse; lat. māssa, F., zusammengeknetete Masse, Pflanzung, Landgut, (um 250-184 v. Chr.); gr. μάζα (máza), F., Teig, Gerstenbrot; gr. μάσσειν (mássein), V., drücken, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730? (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); oder von idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, schmieren, Pokorny 696? (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. massiv, DW 12, 1711, EWD s. u. Masse, Duden s. u. massiv; Son.: vgl. nndl. massief, Adj., massiv; nschw. massiv, Adj., massiv; nnorw. massiv, Adj., massiv; poln. masywny, Adj., massiv; lit. masyvus, Adj., massiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches dicht oder fest; BM.: kneten; F.: massiv, massive, massives, massivem, massiven, massiver(, massivere, massiveres, massiverem, massiveren, massiverer, massivst, massivste, massivstes, massivstem, massivsten, massivster)+FW(+EW); Z.: mass-iv
$Massiv, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Massiv, Felsmassiv; I.: Lw. frz. massif, M., Grundmauer, dichtes Gebüsch; E.: s. massiv, s. Masse; L.: fehlt DW, EWD s. u. Masse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Gebirge (Felsmassiv); F.: Massiv, Massivs, Massive, Massiven+FW(+EW); Z.: Mass-iv
Maßliebchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Maßliebchen, Gänseblümchen; ne. daisy; Vw.: -; Hw.: s. Gänseblümchen; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mnl. matelieve; E.: s. mnl. matelieve, Sb., Maßliebchen; Vorderglied von germ. *matja-, *matjam, st. N. (a), Speise; idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); Hinterglied s. nhd. lieb, s. chen; L.: Kluge 1. A. s. u. Maszlieb, Kluge s. u. Maßliebchen, DW 12, 1711 (Maszliebchen), EWD s. u. Maßliebchen, Falk/Torp 305, Duden s. u. Maßliebchen; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und wohl aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Korbblütlern gehörende und fast das ganze Jahr blühende kleine Pflanze deren Blüte aus einem gelben Körbchen und strahlenförmig darum angeordneten schmalen und weißen an der Spitze oft rosa gefärbten Blütenblättern besteht; BM.: Essliebe?; F.: Maßliebchen, Maßliebchens+EW?; Z.: Maß—lieb-chen
Maßnahme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Maßnahme, zweckbestimmte Handlung, Maßnehmung; ne. measure (N.), action; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. Maß, nehmen; L.: Kluge s. u. Maßnahme, EWD s. u. Maß, Duden s. u. Maßnahme; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Maß und Nahme (zu nehmen) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen ausgehende zweckbestimmte Handlung die etwas Bestimmtes bewirken soll; BM.: messen, nehmen; F.: Maßnahme, Maßnahmen+EW; Z.: Ma-ß—nahm-e
$Maßnehmung, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Maßnehmung, zweckbestimmte Handlung, Mßnahme; E.: Maß, s. nehm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Maßnahme, EWD s. u. Maß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Maß und Nehmung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen ausgehende zweckbestimmte Handlung die etwas Bestimmtes bewirken soll; F.: Maßnehmung, Maßnehmungen+EW; Z.: Ma-ß—nehm-ung
$Maßregel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Maßregel, Richtlinie, Vorschrift; E.: s. Maß, s. Regel; L.: DW 12, 1750 (Maszregel), EWD s. u. Maß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Maß und Regel gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche von Menschen erlassene Richtlinie oder Vorschrift; F.: Maßregel, Maßregeln+EW+FW; Z.: Ma-ß—reg-el
$maßregeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. maßregeln, vorschreiben, tadeln; E.: s. Maßregel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. maßregeln, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Maßregel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches eine Maßregel oder Richtlinie oder Vorschrift erlassen (V.) oder vorschreiben oder tadeln; F.: maßregeln, maßregel (!), maßregle, maßregele, maßregelst, maßregelt, maßregelte, maßregeltest, maßregelten, maßregelter, gemaßregelt, ##gemaßregelt, gemaßregelte, gemaßregeltes, gemaßregeltem, gemaßregelten, gemaßregelter##, maßregelnd, ###maßregelnd, maßregelnde, maßregelndes, maßregelndem, maßregelnden, maßregelnder###, maßzuregeln, ####maßzuregeln, maßzuregelnd, maßzuregelnde, maßzuregelndes, maßzuregelndem, maßzuregelnden, maßzuregelnder####, maßregel (!)+FW+EW; Z.: ma-ß-reg-el-n
$Maßstab, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Maßstab, Meterstab, Zollstock; E.: s. Maß, s. Stab; L.: DW 12, 1750 (Maszstab), EWD s. u. Maß; GB.: (māzstap) seit 1464-1475 belegte und aus Maß und Stab gebildete Bezeichnung für einen von Menschen als Maß für ein Abmessen der Größe einer Gegebenheit (Gliedermaßstab oder Meterstab oder Zollstock) entwickelten und tatsächlich oder übertragen (Adj.) (beispielsweise seit 1448 Andreas Walsperger für Landkarten) verwendeten Stab; F.: Maßstab, Maßstabs, Maßstabes, Maßstäbe, Maßstäben+EW; Z.: Ma-ß—sta-b
$maßvoll, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. maßvoll, mäßig, bescheiden (Adj.); E.: s. Maß, s. voll; L.: DW 12, 1751, EWD s. u. Maß; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Maß und voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mäßig oder bescheiden (Adj.); F.: maßvoll, maßvolle, maßvolles, maßvollem, maßvollen, maßvoller(, maßvollere, maßvolleres, maßvollerem, maßvolleren, maßvollerer, maßvollst, maßvollste, maßvollstes, maßvollstem, maßvollsten, maßvollster)+EW; Z.: ma-ß—vol-l
Mast (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mast (M.), pfeilerähnlicher Träger oder Rohr; ne. mast (N.) (1), pylon, pole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mast, st. M., Stange, Fahnenstange, Speerstange, Mastbaum; mnd. mast (1), F., M., Stange, Baum, Mast (M.) des Schiffes; mnl. mast, M., Mast; ahd. mast (2), st. M. (a), Stange, Mast (M.), Mastbaum; as. -; anfrk. -; germ. *masta-, *mastaz, st. M. (a), Mast (M.), Segelstange; vgl. idg. *mazdos, Sb., Stange, Mast (M.), Pokorny 701 (1161/26) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mast 1, Kluge s. u. Mast 1, EWD s. u. Mast (M.), DW 12, 1711, EWAhd 6, 205, Falk/Torp 318, Duden s. u. Mast, Bluhme s. u. Mast 1; Son.: vgl. afries. -; ae. mæst (1), st. M. (a), Mast (M.), Schiffsmast; an. -; got. *masts?, st. M. (a), Mast (M.); nndl. mast, Sb., Mast (M.); nschw. mast, Sb., Mast (M.); nnorw. mast, M., F., Mast (M.); poln. maszt, M., Mast (M.) (vielleicht Entlehnung aus einer germanischen Sprache); kymr. mast, M., Mast (N.); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich seit Entwicklung von Segelschiffen errichtetes senkrecht stehendes Rundholz oder Stahlrohr auf Schiffen an dem Segel oder Ladebäume befestigt sind; BM.: Stange; F.: Mast, Mastes, Masts, Maste, Masten+EW; Z.: Mast
Mast (2), nhd., F., (10./11. Jh.): nhd. Mast (F.), Mästen; ne. fattening (N.), mast (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. mast, st. M., st. F., st. N., Mästung, Mastrecht, Eichelmast, Futter (F.) (1), Frucht; mnd. mast (2), maist, maste, F., Mast (F.), Schweinemast, Austrieb der Schweine in den Eichenwald oder Buchenwald, Recht zu dem Schweinetrieb; ahd. mast* (1), st. F. (i), st. N. (a), Mast (F.), Mästung, Fütterung, Futter (N.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *mastō, st. F. (ō), Mästung, Mast (F.); germ. *masta-, *mastaz, st. M. (a), Mästung, Mast (F.); germ. *masta-, *mastam, st. N. (a), Mästung, Mast (F.); s. idg. *maddo-, Sb., Mästung, Fett?, Pokorny 694; vgl. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mast 2, Kluge s. u. Mast 2, EWD s. u. Mast (F.), DW 12, 1712, EWAhd 6, 208, Falk/Torp 318, Duden s. u. Mast, Bluhme s. u. Mast 2; Son.: vgl. afries. -; ae. mæst (2), st. M. (a), Mast (F.), Mästung; an. -; got. -; nndl. mast, Sb, Mast (F.); gr. μαζός (mazós), M., Brustwarze, Mutterbrust; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen durchgeführte besonders reichhaltige Fütterung von zu dem Schlachten bestimmten Haustieren; BM.: fett, geben; F.: Mast, Masten+EW; Z.: Mast
Mastaba, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Mastaba, kleinerer altägyptischer Grabbau; ne. mastaba; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. arab. maṣṭaba; E.: s. arab. maṣṭaba‘ Sb., Steinbank; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mastaba; Son.: vgl. nndl. mastaba, Sb., Mastaba; frz. mastaba, M., Mastaba; nschw. mastaba, Sb., Mastaba; nnorw. mastaba, M.?, Mastaba; poln. mastaba, F., Mastaba; lit. mastaba, Sb., Mastaba; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen in Ägypten zwischen 3000 v. Chr. und 1700 v. Chr. errichtetes Schachtgrab mit flachem Lehmhügel oder Steinhügel und Kammern; BM.: Steinbank; F.: Mastaba, Mastabas, Mastaben+FW; Z.: Mastaba
Mastdarm, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Mastdarm, letzter Abschnitt des Verdauungstrakts; ne. rectum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. mhd. mastdarm, st. M., Mastdarm; Vorderglied unklar, ursprünglich mhd. arsdarm; vielleicht von germ. *matja-, *matjam, st. N. (a), Speise; vgl. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.) vielleicht unter Einfluss von wjidd. morsch, Sb., Arsch; vielleicht auch von nhd. Mast (2); Hinterglied s. nhd. Darm; L.: Kluge s. u. Mastdarm, DW 12, 1714, EWD s. u. Mastdarm, Duden s. u. Mastdarm; GB.: (mhd. mastdarm, älter) seit Anfang 15. Jh. belegte und aus einem unklaren Bestimmungswort und Darm gebildete und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den letzten in dem After endenden Abschnitt des Dickdarms; BM.: Speisedarm?; F.: Mastdarm, Mastdarms, Mastdarmes, Mastdärme, Mastdärmen+EW; Z.: Mast—dar-m
$mästen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mästen, nähren, fett machen; E.: s. Mast (F.), s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mast 2, Kluge s. u. mästen, DW 12, 1724, EWD s. u. Mast F.; GB.: seit um 765 belegte und aus Mast (F.) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Tierzucht mögliches nähren oder fett machen; F.: mästen, mäste (!), mästest, mästet, mästete, mästetest, mästeten, mästetet, gemästet, ##gemästet, gemästete, gemästetes, gemästetem, gemästeten, gemästeter##, mästend, ###mästend, mästende, mästendes, mästendem, mästenden, mästender###, mäst (!)+EW; Z.: mäst-en
Mastiff, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Mastiff, ein Kampfhund; ne. mastiff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.?; I.: Lw. ne. mastiff; E.: s. ne. mastiff, N., Mastiff; über mittelenglisch von afrz. mastin, Adj., gezähmt; lat. mānsuētus, Adj., zahm, gezähmt, sanftmütig, gutmütig, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. suēscere, V., gewohnt werden, gewöhnen; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mastiff; Son.: vgl. nndl. mastiff, Sb., Mastiff; frz. mastiff, M., Mastiff; nschw. mastiff, Sb., Mastiff; nnorw. mastiff, M., Mastiff; poln. mastyf, M., Mastiff; kymr. mastiff, M., Mastiff; nir. maistín, M., Mastiff; lit. mastifas, M., Mastiff; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einer Dogge ähnlichen kurzhaarigen und glatthaarigen und meist als Schutzhund gehaltenen Hund mit kleinen Hängeohren; BM.: gezähmt; F.: Mastiff, Mastiffs+FW; Z.: Ma-s-t-iff
Mastix, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Mastix, das wohlriechende Harz des Mastixbaums; ne. gum mastic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. mastic, mastix, st. M., Mastix, Harz des Mastixstrauchs; mnd. mastik, mastix, Sb., Harz des Mastixbaums; mnl. mastic, M., Mastix; ahd. mastik*, mastic, st. M. (a?, i?), Mastix, Mastixbaum, Mastixstrauch, Harz von dem Mastixstrauch, Harz von dem Mastixbaum; lat. mastix, mastichē, F., Mastix, (um 47 n. Chr.); gr. μαστίχη (mastíchē), F., Mastix; vgl. gr. μάσταξ (mástax), F., Mund, Mundvoll, Atzung; vgl. idg. ment- (2), V., Sb., kauen, Gebiss, Mund (M.), Pokorny 732 (1225/90) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: DW 12, 1718, Duden s. u. Mastix; Son.: vgl. nndl. mastiek, Sb., Mastix; frz. mastic, M., Mastix; nschw. mastix, Sb., Mastix; nnorw. mastiks, M., Mastix; poln. mastyks, M., Mastix; kymr. mastig, M., Mastix; nir. maisteoig, F., Mastix; lit. mastika, F., Mastix; GB.: (ahd. mastik) seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das schon vormenschliche wohlriechende Harz des mindestens 6 Millionen Jahre alten und in dem Süden des Mittelmeerraums wachsenden kleinen immergrünen Mastixbaums; BM.: kauen; F.: Mastix, Mastixes+FW; Z.: Mast-ix
Masturbation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Masturbation, Onanie; ne. masturbation; Vw.: -; Hw.: s. masturbieren; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. masturbātio; E.: s. lat. masturbātio, F., Onanie, Masturbation, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. masturbārī, V., Onanie treiben, masturbieren; wohl von manus und stuprāre; s. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. stuprāre, V., schänden, entehren, schwächen; lat. stuprum, N., Schande, Schändung, Hurerei, Buhlerin, unehelicher Beischlaf; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Masturbation, fehlt DW, Duden s. u. Masturbation; Son.: vgl. nndl. masturbatie, Sb., Masturbation; frz. masturbation, F., Masturbation; nschw. masturbation, Sb., Masturbation; nnorw. masturbasjon, M., Masturbation; poln. masturbacja, F., Masturbation; kymr. mastyrbiad, M., Masturbation; lit. masturbacija, F., Masturbation; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus lat. manus und stuprare gebildete und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche menschliche sexuelle Selbstbefriedigung des vorgegebenen Sexualtriebs; BM.: Hand; F.: Masturbation, Masturbationen+FW(+EW); Z.: Mas-tu-r-b-at-io-n
masturbieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. masturbieren, onanieren, sich selbst befriedigen; ne. masturbate; Vw.: -; Hw.: s. Masturbation; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. masturbārī; E.: s. lat. masturbārī, V., Onanie treiben, masturbieren, (40-102/103 n. Chr.); wohl von manus und stuprāre; s. lat. manus, F., Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); lat. stuprāre, V., schänden, entehren, schwächen; lat. stuprum, N., Schande, Schändung, Hurerei, Buhlerin, unehelicher Beischlaf; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. masturbieren; Son.: vgl. nndl. masturberen, V., masturbieren; frz. masturber, V., masturbieren; nschw. masturbera, V., masturbieren; nnorw. masturbere, V., masturbieren; kymr. mastyrbio, V., masturbieren; poln. masturbować, V., masturbieren; lit. masturbuoti, V., masturbieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und lat. wohl aus manus und stuprāre (masturbare) gebildete und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches onanieren oder sich selbst befriedigen; BM.: Hand; F.: masturbieren, masturbiere, masturbierst, masturbiert, masturbierest, masturbieret, masturbierte, masturbiertest, masturbierten, masturbiertet, ##masturbiert, masturbierte, masturbiertes, masturbiertem, masturbierten, masturbierter##, masturbierend, ###masturbierend, masturbierende, masturbierendes, masturbierendem, masturbierenden, masturbierender###, masturbier (!)+FW+EW
Matador, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Matador, Stierkämpfer, Kämpfer; ne. matador; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. span. matador; E.: s. span. matador, M., Matador, Stierkämpfer; span. matar, V., töten; lat. mactāre, V., verherrlichen, beehren, beschenken, ehren, als Opfer weihen, töten, (204-169 v. Chr.); idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Matador, EWD s. u. Matador, Duden s. u. Matador; Son.: vgl. nndl. matador, Sb., Matador; frz. matador, M., Matador; nschw. matador, Sb., Matador; nnorw. matador, M., Matador; poln. matador, M., Matador; kymr. matadôr, M., Matador; nir. matadóir, M., Matador; lit. matadoras, M., Matador; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Stierkämpfer (oder auch allgemeiner einen Kämpfer [Lokalmatador]); BM.: schlachten bzw. groß?; F.: Matador, Matadors, Matadore, Matadoren+FW; Z.: Mat-ad-or
Match, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Match, sportlicher Wettkampf; ne. match (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. match; E.: s. ne. match, N., Wettkampf; vgl. ne. match, V., abgleichen vereinigen, gleich stark sein (V.); ne. match, N., Teil eines Paares, Gleichartiges; ae. maca, sw. M. (n), Genosse, Gefährte, Gatte; germ. *makō-, *makōn, *maka-, *makan, *makkō-, *makkōn, *makka-, *makkan, sw. M. (n), Genosse; vgl. idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Match, fehlt DW, EWD s. u. Match, Duden s. u. Match; Son.: vgl. nndl. match, Sb., Match; frz. match, M., Match; nschw. match, Sb., Match; nnorw. match, M., Match; poln. mecz, M., Match; GB.: seit 20. Jh. aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen ausgeübten sportlichen Wettkampf; BM.: Paar bzw. kneten?; F.: Match, Matches, Matche, Matchen+FW; Z.: Match
Material, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Material, Werkstoff, Rohstoff; ne. material (N.); Vw.: -; Hw.: s. Materie, Materialismus, Materialist, materiell; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. māteriālis; E.: von substantivierten N. von lat. māteriālis, Adj., zur Materie gehörig, materiell, aus Erde seiend, irden, irdisch, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Material, fehlt DW, EWD s. u. Material, Duden s. u. Material; Son.: vgl. nndl. materiaal, Sb., Material; frz. matériau, M., Material; nschw. material, N., Material; nnorw. materiale, N., Material; poln. materiał, M., Material; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Werkstoff oder Rohstoff aus dem von höheren Lebewesen meist etwas Wertvolleres gefertigt wird; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Material, Materials, Materiales, Materiale, Materialen+FW(+EW); Z.: Ma-t-er-i-al
Materialismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Materialismus, Streben (N.) nach materiellen Gütern; ne. materialism; Vw.: -; Hw.: s. Materialist, Materie, Material, materiell; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. matérialisme, ne. materialism; E.: s. frz. matérialisme, M., Materialismus; ne. materialism, N., Materialismus; vgl. lat. māteriālis, Adj., zur Materie gehörig, materiell, aus Erde seiend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Materialismus, fehlt DW, EWD s. u. Materialismus, Duden s. u. Materialismus; Son.: vgl. nndl. materialisme, Sb., Materialismus; nschw. materialism, Sb., Materialismus; nnorw. materialisme, M., Materialismus; poln. materializm, M., Materialismus; kymr. materoliath, F., Materialismus; lit. materializmas, M., Materialismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen (materialis) des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Streben (N.) nach materiellen Gütern oder die auf Besitz und Gewinn gerichtete menschliche Einstellung dem Leben gegenüber; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Materialismus+FW; Z.: Ma-t-er-i-al-ism-us
Materialist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Materialist, auf materielle Güter ausgerichteter Mensch, Anhänger des Materialismus; ne. materialist (M.); Vw.: -; Hw.: s. Materialismus, Materie, Material, materiell; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. matérialiste, ne. materialist; E.: s. frz. matérialiste, M., Materialist; ne. materialist, M., Materialist; vgl. lat. māteriālis, Adj., zur Materie gehörig, materiell, aus Erde seiend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Materialismus, fehlt DW, EWD s. u. Materialismus, Duden s. u. Materialist; Son.: vgl. nschw. materialist, Sb., Materialist; nnorw. materialist, M., Materialist; poln. materialista, M., Materialist; kymr. materolwr, M., Materialist; lit. materialistas, M., Materialist; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums (materialis) und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf Besitz und Gewinn ausgerichteten Menschen; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Materialist, Materialisten+FW(+EW?); Z.: Ma-t-er-i-al-ist
$materialistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. materialistisch; E.: s. Materialist, s. isch; L.: Kluge s. u. Materialismus, EWD s. u. Materialismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Materialist (und Materialis[mus] und t) und isch gebildete Bezeichnung für materielle Güter oder den Materialismus betreffend; F.: materialistisch, materialistische, materialistisches, materialistischem, materialistischen, materialistischer(, materialistischere, materialistischeres, materialistischerem, materialistischeren, materialistischerer, materialistischst, materialistischste, materialistischstes, materialistischstem, materialistischsten, materialistischster)+FW+EW; Z.: ma-t-er-i-al-ist-isch
Materie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Materie, Stoff; ne. matter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Materialusmus, Materialist, Material, materiell; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: mhd. materie, materje, materge, sw. F., st. F., Materie, Stoff, Gegenstand, Thema, Abhandlung, Stofflichkeit, Körper, Körperlichkeit; mnd. materie (1), sw. F., Stoff, Rohstoff, Grundstoff, Material, Gegenstand; lat. māteria, F., Stoff, Materie, Holz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Materie, EWD s. u. Materie, DW 12, 1751, Duden s. u. Materie; Son.: vgl. nndl. materie, Sb., Materie; frz. matière, F., Materie; nschw. materia, Sb., Materie; nnorw. materie, M., Materie; poln. materia, F., Materie; kymr. mater, M., Materie; GB.: seit um 1170 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Stoff (oder Grundstoff) aus dem eine Gegebenheit besteht; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Materie, Materien+FW(+EW); Z.: Ma-t-er-ie
materiell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. materiell, einen Stoff betreffend, tatsächlich vorhanden; ne. material (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Materie, Material, Materialismus, Materialist; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. matériel; E.: s. frz. matériel, Adj., materiell, stofflich; lat. māteriālis, Adj., zur Materie gehörig, materiell, aus Erde seiend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Materie, fehlt DW, EWD s. u. Materie, Duden s. u. materiell; Son.: vgl. nndl. materieel, Adj., materiell; nschw. materiell, Adj., materiell; nnorw. materiell, Adj., materiell; poln. materialny, Adj., materiell; kymr. materol, Adj., materiell; lit. materialus, Adj., materiell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Stoff (oder Grundstoff) oder ein Gut betreffend oder tatsächlich vorhanden; BM.: Mutter (F.) (1); F.: materiell, materielle, materielles, materiellem, materiellen, materieller(, materiellere, materielleres, materiellerem, materielleren, materiellerer, materiellst, materiellste, materiellstes, materiellstem, materiellsten, materiellster)+FW(+EW); Z.: ma-t-er-i-ell
Mathematik, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Mathematik, Größenlehre; ne. mathematics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. (ars) mathēmatica; E.: s. lat. (ars) mathēmatica, F., Mathematik, Astrologie; gr. μαθηματική (τέξνη) (mathēmatikḗ [téchnē), F., Mathematik; vgl. gr. μαθηματικός (mathēmatikós), Adj., zur Mathematik gehörig; vgl. gr. μάθημα (máthēma), N., Gelerntes, Kenntnis; gr. μανθάνειν (manthánein), V., lernen, erfahren (V.), verstehen; vgl. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730 (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mathematik, fehlt DW, EWD s. u. Mathematik, Duden s. u. Mathematik; Son.: vgl. nndl. mathematiek, Sb., Mathematik; frz. mathématiques, F. Pl., Mathematik; nschw. matematik, Sb., Mathematik; nnorw. matematikk, M., Mathematik; nnorw. matematyka, F., Mathematik; kymr. mahemateg, F., Mathematik; nir. matameitic, F., Mathematik; lit. matematika, F., Mathematik; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Größenlehre oder die daraus entwickelte Wissenschaft von Zahlen und Figuren und Mengen sowie ihren möglichen Verbindungen mit den Teilgebieten Algebra und Analysis und Arithmetik und Kombinatorik und Geometrie und Spieltheorie und Zahlentheorie und Optimierung und Wahrscheinlichkeitsrechnung und Mengenlehre und Statistik und Topologie sowie Trigonometrie; BM.: denken; F.: Mathematik+FW(+EW); Z.: Math-em-at-ik
$Mathematiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mathematiker; E.: s. Mathematik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Mathematik, ehlt DW, EWD s. u. Mathematik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mathematik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Mathematik betreibenden Menschen wie beispielsweise in Deutschland Carl Friedrich Gauß oder David Hilbert oder Bernhard Riemann oder Albert Einstein oder in Griechenland Archimedes oder Pythagoras oder in England Sir Isaac Newton; F.: Mathematiker, Mathematikers, Mathematikern+FW+EW; Z.: Math-em-at-ik-er
$mathematisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. mathematisch; E.: s. Mathemat(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Mathematik, fehlt DW, EWD s. u. Mathematik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Mathematik betreffend; F.: mathematisch, mathematische, mathematisches, mathematischem, mathematischen, mathematischer(, mathematischere, mathematischeres, mathematischerem, mathematischeren, mathematischerer, mathematischst, mathematischste, mathematischstes, mathematischstem, mathematischsten, mathematischster)+FW+EW; Z.: math-em-at-isch
Matinee, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Matinee, Vormittagsveranstaltung; ne. matinee; Vw.: -; Hw.: s. Mette; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. matinée; E.: s. frz. matinée, F., Vormittag, Vormittagsveranstaltung; vgl. frz. matin, M., Morgen; lat. mātūtīnus (tempus), N., morgendliche Zeit; lat. mātūtīnus, Adj., in der Frühe geschehend, morgendlich, Morgen..., (170-um 90 v. Chr.); vgl. idg. *mā- (2), gut, rechtzeitig, Pokorny 693 (1137/2) (RB. idg. aus phryg./dak.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Matinee, fehlt DW, EWD s. u. Matinee, Duden s. u. Matinee; Son.: vgl. nndl. matinée, Sb., Matinee; nschw. matiné, Sb., Matinee; nnorw. matiné, M., Matinee; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und leicht umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Vormittag oder eine von Menschen ausgeführte Vormittagsveranstaltung; BM.: rechtzeitig; F.: Matinee, Matinees+FW; Z.: Ma-t-in-ee
Matjeshering, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Matjeshering, ein Salzhering, gesalzener junger Hering; ne. sild, matjes herring; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. maatjesharing; E.: s. nndl. maatjesharing, Sb., Matjeshering; von medykenshering, Sb., Mädchenhering; s. nhd. Mädchen, Hering; L.: Kluge s. u. Matjeshering, fehlt DW, EWD s. u. Matjeshering, Duden s. u. Matjeshering; Son.: vgl. nschw. matjssill, Sb., Matjeshering; nnorw. matjessild, M., F., Matjeshering; poln. matias, M., Matjeshering; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus medykenshering (Mädchenhering) entwickelte sowie aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen gesalzenen jungen Hering; BM.: Mädchen-Hering; F.: Matjeshering, Matjesherings, Matjesheringe, Matjesheringen+FW+EW; Z.: Mat-jes—her-ing
Matratze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Matratze, Ruhepolster, Bettpolster; ne. mattress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. matraz, materaz, matreiz, st. M., N., Matratze, Ruhebett, Polster, Polsterbett; mnd. matrucie, F., Matratze; afrz. materas, M., Matratze; it. materasso, M., Matratze; arab. matrah, Sb., Kissen oder Teppich auf dem man schläft; L.: Kluge 1. A. s. u. Matratze, Kluge s. u. Matratze, DW 12, 1753, EWD s. u. Matraze, Duden s. u. Matraze; Son.: vgl. nndl. matras, Sb., Matratze; frz. matelas, M., Matratze; nschw. madrass, Sb., Matratze; nnorw. madrass, M., Matratze; poln. materac, M., Matratze; kymr. matres, M., F., Matratze; lit. matracas, M., Matratze; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Altfranzösischen und Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und (beispielsweise in einer Vorform in Südafrika vor vermutlich 77000 Jahren aus geflochtenen Pflanzenfasern gebildetes und) verwendetes mit Stoff überzogenes Polster das als Bettauflage zu dem Schlafen dient; BM.: ?; F.: Matratze, Matratzen+FW(+EW?); Z.: Matratz-e
Mätresse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mätresse, Geliebte; ne. mistress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. maîtresse; E.: s. frz. maîtresse, F., Geliebte, Gebieterin, Meisterin; vgl. frz. maître, M., Gebieter, Herr, Meister; lat. magister, M., Lehrer, Meister, (3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. magis, Adv., mehr; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mätresse, fehlt DW, EWD s. u. Mätresse, Duden s. u. Mätresse; Son.: vgl. nndl. maîtresse, Sb., Mätresse; nschw. mätress, Sb., Mätresse; poln. metresa, F., Mätresse; kymr. meistress, F., Mätresse; nir. máistreás, F., Mätresse; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (öffentlich bekannte) Geliebte (eines Fürsten); BM.: groß; F.: Mätresse, Mätressen+FW(+EW); Z.: Mät-r-es-s-e
Matriarchat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Matriarchat, Frauen bevorzugende Gesellschaftsform, von Frauen beherrschte Gesellschaftsform; ne. matriarchate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu Patriarchat; vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 571; L.: Kluge s. u. Matriarchat, fehlt DW, EWD s. u. Matriarchat, Duden s. u. Matriarchat; Son.: vgl. nndl. martriarchaat, Sb., Matriarchat; frz. matriarcat, M., Matriarchat; nschw. matriarkat, N., Matriarchat; nnorw. matriarkat, N., Matriarchat; poln. matriarchat, M., Matriarchat; kymr. matriarchaeth, F., Matriarchat; lit. matriarchatas, M., Matriarchat; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach Patriarchat und lat. patriarchatus aus lat. mater gebildete Bezeichnung für eine Frauen bevorzugende oder von Frauen beherrschte menschliche Gesellschaftsordnung; BM.: Mutter (F.) (1), vorangehen; F.: Matriarchat, Matriarchats, Matriarchates, Matriarchate, Matriarchaten+FW+EW; Z.: Ma-t-r-i-arch-at
Matrikel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Matrikel, Namensverzeichnis; ne. register; Vw.: -; Hw.: s. exmatrikulieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. mātrīcula; E.: s. mnd. mātrikel, F., Verzeichnis, Eintragungsbuch; lat. mātrīcula, F., öffentliches Verzeichnis, Matrikel, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Matrikel, fehlt DW, EWD s. u. Matrikel, Duden s. u. Matrikel; Son.: vgl. frz. matricule, F., Matrikel; nschw. matrikel, Sb., Matrikel; nnorw. matrikkel, M., Matrikel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht (sachlich) mit Athen und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Verzeichnis von Menschen und ihren Namen; BM.: Mutter (F.) (1), vielleicht von dem Tempel der Muttergottheit Kybele in Athen (μητρώιον [mētrṓion]) wo das Staatsarchiv Athens aufbewahrt war; F.: Matrikel, Matrikeln+FW; Z.: Ma-t-r-ik-el
Matrix, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Matrix, Schema, Grundsubstanz, Keimschicht; ne. matrix; Vw.: -; Hw.: s. Madrigal; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. mātrix; E.: s. mātrīx, F., Mutter (F.) (1), Muttertier, Zuchttier, Erzeugerin, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Matrix, fehlt DW, Duden s. u. Matrix; Son.: vgl. nndl. matrix, Sb., Matrix; frz. matrice, F., Matrix; nschw. matrix, matris, Sb., Matrix; nschw. matrise, M., Matrix; poln. matryca, F., Matrix; nir. maitrís, F., Matrix; lit. matrica, F., Matrix; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Grundsubstanz oder Keimschicht beziehungsweise für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes System von in einem Schema angeordneten mathematischen Größen; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Matrix, Matrizes, Matrices, Matrizen+FW; Z.: Ma-t-r-ix
Matrize, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Matrize, Hohlform in der Setzmaschine; ne. matrix; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. matrice; E.: s. frz. matrice, F., Matrize, Matrix; lat. mātrīx, F., Mutter (F.) (1), Muttertier, Zuchttier, Erzeugerin, Stammmutter, Gebärmutter, Mutterleib, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Matrize, fehlt DW, EWD s. u. Matrize, Duden s. u. Matrize; Son.: vgl. nndl. matrijs, Sb., Matrize; nschw. matris, Sb., Matrize; nschw. matrise, M., Matrix, Matrize; poln. matryca, F., Matrize; nir. maitrís, F., Matrize; lit. matrica, F., Matrize; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte Form aus Metall mit seitenverkehrt eingeprägten Buchstaben (Hohlform) welche die Lettern für einen Textdruck liefert; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Matrize, Matrizen+FW(+EW); Z.: Ma-t-r-iz-e
Matrone, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Matrone, ältere Frau; ne. matron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. mātrōna; E.: s. lat. mātrōna (1), F., Matrone, ehrbare verheiratete Frau, Dame (F.) (1), Ehefrau, (204-169 v. Chr.); vgl. māter, F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Matrone, fehlt DW, EWD s. u. Matrone, Duden s. u. Matrone; Son.: vgl. nndl. matrone, Sb., Matrone; frz. matrone, F., Matrone; nschw. matrona, Sb., Matrone; nnorw. matrone, M., F., Matrone; poln. matrona, F., Matrone; kymr. metron, F., Matrone; nir. mátrún, F., Matrone; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche (Würde ausstrahlende) ältere Frau; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Matrone, Matronen+FW(+EW); Z.: Ma-t-r-on-e
Matrose, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Matrose, Seemann; ne. sailor, seaman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. nndl. matroos; E.: s. nndl. matroos, Sb., Matrose; frz. matelots, M. Pl., Seemänner; frz. matelot, M., Seemann; vielleicht von mnl. mattenot, M., Mattengenosse, Schlafgenosse; oder mnd. matghenoot, M., Tischgenosse; s. entweder nhd. Matte, Maat; L.: Kluge 1. A. s. u. Matrose, Kluge s. u. Matrose, DW 12, 1754, EWD s. u. Matrose, Duden s. u. Matrose; Son.: vgl. nschw. matros, Sb., Matrose; nnorw. matros, M., Matrose; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Neuniederländischen und vielleicht dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den untersten Mannschaftsdienstgrad der Marine; BM.: Mattengenosse?, Essensgenosse?, Tischgenosse?; F.: Matrose, Matrosen+FW(+EW); Z.: Mat-ros-e
Matsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Matsch, Schlamm, feuchter und breiiger Schmutz; ne. mud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von nhd. matschen, V., mischen, sudeln; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Matsch, DW 12, 1755, EWD s. u. matschen, Duden s. u. Matsch, Bluhme s. u. Matsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus matsch(en) wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen feuchten und breiigen Schmutz; BM.: lautmalend; F.: Matsch, Matsches, Matschs, Matsche, Matschen+EW; Z.: Matsch
$matschig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. matschig, breiig, schlammig; E.: s. Matsch, s. ig; L.: Kluge s. u. Matsch, DW 12, 1756, EWD s. u. matschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Matsch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches breiig oder schlammig oder schmutzig; F.: matschig, matschige, matschiges, matschigem, matschigen, matschiger, matschigere, matschigeres, matschigerem, matschigeren, matschigerer, matschigst, matschigste, matschigstes, matschigstem, matschigsten, matschigster+EW; Z.: matsch-ig
matt, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. matt (Adj.) (1), schwach, kraftlos; ne. dull (Adj.), dim (Adj.), matt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: mhd. mat (3), Adj., matt gesetzt, matt, schachmatt, kraftlos, schwach, untätig, arm; mnd. mat (1), matt, Adj., matt (im Schachspiel); genaue Herkunft unklar; pers. māt, Adj., tot; die Bedeutung kraftlos kommt von afrz. mat, Adj., kraftlos; vielleicht von frz. mater, V., zerstören; lat. mactāre, V., verherrlichen, beehren, beschenken, ehren, als Opfer weihen, töten; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, *mg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); oder von einem *maditus, Adj., feucht, schwach, Gamillscheg 607b; zu lat. madēscere, V., nass werden, ganz feucht werden, betrunken werden, (70-19 v. Chr.); lat. madēre, V., nass sein (V.), feucht sein (V.), triefen, schmelzen, gar begossen sein (V.); idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. matt, Kluge s. u. matt, DW 12, 1756, EWD s. u. matt 1, Duden s. u. matt, Bluhme s. u. matt; Son.: vgl. nndl. mat, Adj., matt; frz. mat, Adj., matt; nschw. matt, Adj., matt; nnorw. matt, Adj., matt; lit. matinis, Adj., matt; GB.: seit um 1254 belegte und in der genauen Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Persischen und dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schwach oder kraftlos; BM.: nass; F.: matt, matte, mattes, mattem, matten, matter(, mattere, matteres, matterem, matteren, matterer, mattest, matteste, mattestes, mattestem, mattesten, mattester)+FW+EW; Z.: matt
$matt, nhd., Interj., (13. Jh.?): nhd. matt. Kraftlos; E.: s. matt; L.: Duden s. u. matt, DW 12, 1756, EWD s. u. matt 2, Duden s. u. matt; GB.: s. matt (Adj.); F.: matt+FW; Z.: matt
Matte (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Matte (F.) (1), geflochtene Decke; ne. mat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. matte, matze, sw. F., Decke aus Binsen oder aus Strohgeflecht; mnl. matte, F., Matte (F.) (1); mnd. matte (1), F., Matte (F.) (1), aus gröberen pflanzlichen Stoffen gewebte Decke, Unterlage, Teppich; mnl. matte, F., Matte (F.) (1); ahd. matta (1), sw. F. (n), Matte (F.) (1), Binsenmatte, Strohmatte; as. -; anfrk. -; germ. *matta, F., Matte (F.) (1), Decke; lat. matta, F., Matte (F.) (1), grobe Decke; aus dem Semitischen; s. phön. mṭṭ, Sb., Matte; hebr. miṭṭāh, Sb., Bett; vgl. hebr. nāṭāh, V., ausbreiten, ausstrecken, biegen; L.: Kluge 1. A. s. u. Matte 2, Kluge s. u. Matte 1, DW 12, 1763, EWD s. u. Matte 2, EWAhd 6, 214, Duden s. u. Matte, Bluhme s. u. Matte 2; Son.: vgl. afries. -; ae. matte, meatt, meatte, sw. F. (n), Matte (F.) (1), Matratze; an. -; got. -; nndl. mat, Sb., Matte (F.) (1); frz. matelas, M., Matte (F.) (1); nschw. matta, Sb., Matte (F.) (1); nnorw. matte, M., Matte (F.) (1); poln. mata, F., Matte (F.) (1); kymr. mat, M., Matte (F.) (1); nir. mata, M., Matte (F.) (1); GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Semitischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen (beispielsweise in einer Vorform in Südafrika vor vermutlich 77000 Jahren aus geflochtenen Pflanzenfasern) entwickelte und verwendete zu einem Daraufliegen gedachte Unterlage aus grobem Geflecht oder eine geflochtene Decke; BM.: ausbreiten; F.: Matte, Matten+FW+EW; Z.: Matt-e
Matte (2), nhd. (ält.-dial.), F., (11. Jh.): nhd. Matte (F.) (2), Wiese; ne. mountain meadow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. matte (2), st. F., Matte (F.) (2), Wiese; mhd. mate, matte, matze, sw. F., Wiese, Binsenmatte, Matte (F.) (2); s. ahd. māda, sw. F. (n), Mahd, Schwade; as. *mātha?, st. F. (ō), sw. F. (n), Mahd, Wiese; germ. *māþa, *mǣþa, Sb., Mahd, Gemähtes; germ. *maþwō, st. F. (ō), Matte (F.) (2), Wiese; s. idg. *met-, V., mähen, Pokorny 703; vgl. idg. *mē- (2), *h₂meh₁-, V., mähen, Pokorny 703 (1165/30) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Matte 1, Kluge s. u. Matte 2, DW 12, 1761, EWD s. u. Matte 1, EWAhd 6, 1, Duden s. u. Matte, Bluhme s. u. Matte 1; Son.: schweiz., österr., vgl. afries. mēde (1), st. F. (ō), Matte (F.) (2), Wiese; nnordfries. maade; ae. mǣdwa, sw. M. (n), Matte (F.) (2), Wiese, Weide (F.) (2); ae. mǣd (1), mēd (2), st. F. (wō), Matte (F.) (2), Wiese, Weide (F.) (2); an. -; got. -; nndl. mat, vloermat, Sb., Matte (F.) (2); GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Viehzucht durch Menschen und dem Mähen mögliche Wiese oder Bergwiese; BM.: mähen; F.: Matte, Matten+EW; Z.: Ma-tt-e
Matte (3), nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Matte (F.) (3), Quark, Topfen; ne. curd; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. matte (3), F., Käsematte, Quarkmasse; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von nhd. Matte (1); L.: Kluge s. u. Matte 3, DW 12, 1763, Duden s. u. Matte; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Matte (1) verbindbare Bezeichnung für geronnene Milch; BM.: ?; F.: Matte, Matten+EW; Z.: Matt-e
mattieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. mattieren, matt machen glanzlos machen; ne. tarnish (V.), mat (V.); Vw.: -; Hw.: s. matt (1); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. matir; E.: s. frz. matir, V., mattieren, glanzlos machen; vgl. afrz. mat, Adj., kraftlos; vielleicht von frz. mater, V., zerstören; lat. mactāre, V., verherrlichen, beehren, beschenken, ehren, als Opfer weihen, töten; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, *mg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); oder von einem *maditus, Adj., feucht, schwach, Gamillscheg 607b; zu lat. madēscere, V., nass werden, ganz feucht werden, betrunken werden, (70-19 v. Chr.); lat. madēre, V., nass sein (V.), feucht sein (V.), triefen, schmelzen, gar begossen sein (V.); idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. matt, fehlt DW, EWD s. u. matt 1, Duden s. u. mattieren; Son.: vgl. nndl. matteren, V., mattieren; nnorw. mattere, V., mattieren; poln. matować, V., mattieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für matt machen oder glanzlos machen oder undurchsichtig machen; BM.: töten; F.: mattieren, mattiere, mattierst, mattiert, mattierest, mattieret, mattierte, mattiertest, mattierten, mattiertet, ##mattiert, mattierte, mattiertes, mattiertem, mattierten, mattierter##, mattierend, ###mattierend, mattierende, mattierendes, mattierendem, mattierenden, mattierender###, mattier (!)+FW(+EW); Z.: mat-t-ier-en
Matura, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Matura, Abitur, Reifeprüfung, Abschlussprüfung; ne. Higher School Certificate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. mātūrus, Adj., reif, vollkommen, tauglich, erwachsen (Adj.), mannbar, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *mā- (2)?, Adj., gut, rechtzeitig, Pokorny 693 (1137/2) (RB. idg. aus phryg./dak.?, ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Matura, fehlt DW, EWD s. u. Matur, Duden s. u. Matura; Son.: österr.; vgl. ne. maturity, N., Reife; frz. maturité, F., Reife; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die von Schülern abgelegte Reifeprüfung (Abitur) an den Gymnasien in Österreich; BM.: reif bzw. gut; F.: Matura, Maturas+FW(+EW?); Z.: Ma-t-ur-a
Matz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Matz, kleiner Bub; ne. tiny tot; Vw.: s. Piep-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von dem PN Matthias; s. lat. Matthaeus, M.=PN, Matthäus; gr. Ματθαῖος (Matthaios), M.=PN, Matthäus; aus dem Hebr., s. Mattitjahu, M.=PN, „von Jahwe gegeben“; L.: Kluge 1. A. s. u. Matz, Kluge s. u. Matz 2, DW 12, 1768, EWD s. u. Matz, Duden s. u. Matz, Bluhme s. u. Matz; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus einem PN des Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen gebildete Bezeichnung für einen kleinen und niedlichen Jungen oder wohl auch einen kleinen Vogel; BM.: PN; F.: Matz, Matzes, Matze, Matzen, Mätze, Mätzen+FW(+EW); Z.: Matz
$Mätzchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mätzchen, Albernheit, Unsinn; E.: s. Matz, s. chen; L.: Kluge s. u. Matz 2, DW 12, 1770; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Matz und chen gebildete Bezeichnung für eine Albernheit oder einen Unsinn eines Menschen; F.: Mätzchen, Mätzchens+FW+EW; Z.: Mätz-chen
Matze, nhd., M., F., (15. Jh.): nhd. Matze, ungesäuertes Brot; ne. matzoh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. matze (1), F., ungesäuertes Brot; wjidd. mazo, hebr. maṣṣāh, Sb. Pl., ungesäuerte Brotfladen; L.: Kluge 1. A. s. u. Matzen, Kluge s. u. Matze 1, DW 12, 1770, EWD s. u. Matze, Duden s. u. Matze; Son.: vgl. nndl. matse, Sb., Matze; poln. maca, F., Matze; lit. macas, M., Matze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen gebackene ungesäuerte Brot (Passahbrot) der Juden; BM.: ?; F.: Matze, Matzen+FW; Z.: Matz-e
mau, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mau, schlecht, unwohl; ne. queasy; Vw.: -; Hw.: s. Mau-Mau; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht eine Kreuzung aus matt und flau (s. d.); L.: Kluge s. u. mau, EWD s. u. mau, DW 12, 1771?, Duden s. u. mau; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus matt und flau gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlecht oder unwohl; BM.: ?; F.: mau, maue, maues, mauem, mauen, mauer (!)+EW; Z.: mau
mauch, nhd., Adj.:, (?): nhd. morsch, matt, weich; Hw.: s. Mauke: L.: fehlt DW
maucheln (1), nhd., sw. V.: nhd. maucheln; Vw.: s. meucheln
maucheln (2), nhd., sw. V.: nhd. maucheln; Vw.: s. mogeln
mauen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. mauen, wie eine Katze schreien, miauen; ne. mew (V.); Vw.: -; Hw.: s. miauen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. mouen, sw. V., miauen; mnd. mauwen, mawen, mouwen, sw. V., miauen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. mauen, Kluge s. u. mauen, DW 12, 1772, EWD s. u. mau, Duden s. u. mauen; Son.: vgl. nndl. miauwen, V., mauen; GB.: seit 14. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wie eine Katze schreien; BM.: lautmalend; F.: mauen, maue, maust, maut (!), mauest, mauet, maute, mautest, mauten, mautet, gemaut, ##gemaut, gemaute, gemautes, gemautem, gemauten, gemauter##, mauend, ###mauend, mauende, mauendes, mauendem, mauenden, mauender###, mau (!)+EW; Z.: mau-en
Mauer, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Mauer, Steinwand, Lehmwand; ne. mural (N.), wall (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. mūre, miure, st. F., sw. F., Mauer; mnd. mūre, mǖre, muere, myre, more, moere, mūr, mǖr, moer, F., Mauer, steinerne Abgrenzung, Einfriedung, Hausmauer; mnl. muur, muer, muyr, F., M., Mauer; ahd. mūra, mūr, st. F. (ō), Mauer; ahd. mūrī, st. F. (ī), Mauer; as. mūra*, st. F. (ō)?, Mauer; anfrk. mūra*, st. F. (ō), Mauer; germ. *mūra, F., Mauer; lat. mūrus, M., Mauer, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (1), V., Sb., befestigen, Pfahl, Bau, Pokorny 709 (1175/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mauer, Kluge s. u. Mauer, DW 12, 1773, EWD s. u. Mauer, EWAhd 6, 676, Duden s. u. Mauer, Bluhme s. u. Mauer; Son.: vgl. afries. mūre, st. F. (ō), Mauer; saterl. mūre; ae. mūr, st. M. (a?), Mauer, Wand; an. mūrr, M., Mauer, Burg, Gefängnis; nndl. muur, Sb., Mauer; frz. mur, M., Mauer; nschw. mur, Sb., Mauer; nnorw. mur, M., Mauer; poln. mur, M., Mauer; kymr. mur, M., Mauer; nir. múr, M., Mauer; lit. mūras, M., Mauerwerk; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit von Menschen aus Steinen oder Lehm gebaute Wand, Steinwand, Lehmwand; BM.: befestigen; F.: Mauer, Mauern+FW(+EW); Z.: Mau-er
$Mauerblümchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mauerblümchen; E.: s. Mauer, s. Blümchen, s. Blum(e), s. chen; L.: Kluge s. u. Mauerblümchen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mauer und Blümchen gebildete Bezeichnung für ein an oder auf einer Mauer und damit ohne viel Erde blühendes Blümchen oder übertragen (Adj.) ein gesellschaftlich an dem Rande stehendes Mädchen; F.: Mauerblümchen, Mauerblümchens+FW+EW; Z.: Mau-er—blü-m-chen
$Maueresel, nhd., M., (?): nhd. Maueresel, Kellerassel; E.: s. Mauer, s. Esel, s. lat. asel(llus); L.: Kluge s. u. Maueresel, fehlt DW; E.: seit (?) belegte und aus Mauer und lat. asel(lus) gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vor dem Auseinanderdriften der Kontinente vor 160 Millionen Jahren weltweit verbreitetes kleines Tier (Kellerassel); F.: Maueresel, Maueresels, Mauereseln+FW; Z.: Mau-er—esel
$mauern (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. mauern; Vw.: s. unter-; L.: Kluge s. u. Mauer, DW 12, 1778, EWD s. u. Mauer; GB.: seit 1150 belegte und aus Mauer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit oder den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Mauer machen. Mauer bauen; F.: mauern (!), mauere, mauer (!), mauerst, mauert, mauerte, mauertest, mauerten, mauertet, gemauert, ##gemauert, gemauerte, gemauertes, gemauertem, gemauerten, gemauerter##, mauernd, ###mauernd, mauernde, mauerndes, mauerndem, mauernden, mauernder###, mauer (!)+FW+EW; Z.: mau-er-n
mauern (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. mauern, zurückhaltend sein (V.); ne. be reserved; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. z. T. rotw. Lw.; E.: wohl eine Übertragung von mauern, V., eine Mauer bauen unter Einfluss von rotw. maure, Sb., Furcht; von hebr. mōrā, Sb., Furcht; L.: Kluge s. u. mauern, DW 12, 1778, EWD s. u. mauern, Duden s. u. mauern, Bluhme s. u. mauern; GB.: seit 20. Jh. wohl aus mauern unter Einfluss des Rotwelschen und Hebräischen gebildete Bezeichnung für bei einem Kartenspiel zurückhaltend sein (V.); BM.: Mauer bzw. Furcht?; F.: mauern (!), mauere, mauer (!), maure, mauerst, mauert, mauerte, mauertest, mauerten, mauertet, gemauert, ##gemauert, gemauertes, gemauertem, gemauerten, gemauerter##, mauernd, ###mauernd, mauernde, mauerndes, mauerndem, mauernden, mauernder###, mauer (!)+FW; Z.: mau-er-n
$Mauerschau, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mauerschau, Botenbericht; E.: s. Mauer, s. Schau; L.: Kluge s. u. Mauerschau, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl nach dem Griechischen des Altertums (Teichoskopie) aus Mauer und Schau gebildete Bezeichnung für einen mündlichen Bericht eines Theaterdarstellers über ein meist wegen fehlenden Raumes auf der Bühne nicht dargestelltes oder darstellbares Ereignis; F.: Mauerschau, Mauerschauen+FW+EW; Z.: Mau-er—schau
Mauke, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Mauke, eine Pferdekrankheit, Versteck, eine Art Blattläuse; ne. malanders, mud fever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. mūche, sw. F., Mauke, Pferdekrankheit, Geschwulst an einem Fuß eines Pferdes; mnd. mūke (1), muike*, muyke, F., Mauke, Fußkrankheit der Pferde, Hautausschlag an einem Fuße des Pferdes; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht verwandt mit schweiz. mauch, Adj., morsch, matt, weich; L.: Kluge 1. A. s. u. Mauke, Kluge s. u. Mauke, DW 12, 1781, Duden s. u. Mauke; Son.: vgl. nndl. múkk, N., Mauke; GB.: seit 1276-1318 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Entzündung an einem Fesselgelenk bei Huftieren und Klauentieren; BM.: ?; F.: Mauke+EW; Z.: Mauk-e
Maul (1), nhd., N., (9. Jh.): nhd. Maul (N.) (1), Mund (M.); ne. mouth (N.), jaws; Vw.: s. -affe; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. mūle, sw. F., Maul (N.) (1), Mund (M.); mhd. mūl (1), mūle, st. N., Maul (N.) (1), Mund (M.); mnd. mūl (1), mūle, N., Maul (N.) (1), Rachen; mnl. muul, F., Maul; ahd. mūla, st. F. (ō), Maul (N.) (1), Schnauze; as. -; anfrk. -; germ. *mūla-, *mūlaz, st. M. (a), Maul (N.) (1), Mund (M.); germ. *mūla-, *mūlam, st. N. (a), Maul (N.) (1), Mund (M.); germ. *mūlō, st. F. (ō), Maul (N.) (1), Mund (M.); germ. *mūlō-, *mūlōn, *mūla-, *mūlan, sw. M. (n), sw. N. (n), *mūlō-, *mūlōn, sw. F. (n), Maul (N.) (1), Mund (M.); s. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Maul 1, Kluge s. u. Maul, DW 12, 1782, EWD s. u. Maul, EWAhd 6, 595, Falk/Torp 324, 325, Duden s. u. Maul, Bluhme s. u. Maul; Son.: vgl. afries. mūla, sw. M. (n), Maul (N.) (1), Mund (M.); nnordfries. mul; ae. -; an. mūli, sw. M. (n), obere Lippe eines Tieres, Maul, Landspitze; got. *mūlā?, st. F. (ō)?, sw. M. (n)?, Maul (N.) (1); nndl. muil, Sb., Maul (N.) (1); nschw. mule, Sb., Maul (N.) (1); gr. μύλλον (mýllon), N., Lippe; lett. smaule, Sb., Maul (N.) (1); GB.: (mūla) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche dem Aufnehmen der Nahrung dienende Öffnung an der Vorderseite des Kopfes höherer Tiere; BM.: murmeln?; F.: Maul, Maules, Mauls, Mäuler, Mäulern+EW; Z.: Mau-l
Maul (2), nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Maultier, Maul (N.) (2); ne. mule; Vw.: s. -esel; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mūl (2), muol, st. M., st. N., Maul (N.) (2), Maultier; mhd. mūle (2), sw. M., Maul (N.) (2), Maultier, Maulesel; mnd. mūl (2), mūle, muyle, M., F., N., Maul (N.) (2), Maultier, als Reittier oder Lasttier verwendeter Esel, Esel; mnl. muul, mule, M., Maultier; ahd. mūl (1), st. M. (a), Maulesel, Maultier; ahd. mūlō, sw. M. (n), Maulesel, Maultier germ. *mul-, M., Maulesel; lat. mūlus, M., Maulesel, Maultier, Kamel, Dummkopf; Etymologie unklar; L.: DW 12, 1795, EWAhd 6, 593; Son.: vgl. ae. mūl, st. M. (a), Maulesel; an. mūll, M., Maulesel (Lw. aus dem Mnd.); nnschw. mula, Sb., Maulesel; nisl. múll, M., Maulesel; GB.: (mūl) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare Bezeichnung für ein aus einem Pferd und einem Esel gekreuztes Tier; BM.: ?; F.: Maul, Mauls, Maule, Maulen+FW; Z.: Maul
Maulaffe, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Maulaffe, Affe mit großem Maule, Kienspanhalter, Gaffer, untätig Herumstehender; ne. gaper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Maul, Affe; L.: Kluge s. u. Maulaffe, DW 12, 1796, EWD s. u. Maul, Duden s. u. Maulaffe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Maul nd Affe gebildete Bezeichnung für einen Feen mit einem großen Maule oder einen untätig Herumstehenden; BM.: offener Mund, Affe; F.: Maulaffe, Maulaffen+EW; Z.: Mau-l—aff-e
Maulbeere, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Maulbeere, Maulbeerbaum, Maulbeerfrucht; ne. mulberry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mūlbere*, mūlber, mūlper, st. N., st. F., Maulbeere; mnl. moerbere, moerbeye, moerbesie, F., Maulbeere; mnd. mūlbēre, F., Maulbeere, Frucht des Maulbeerbaums, Maulbeerbaum; mnl. muulbere, muulber, moerbeye, moylbeere, F., Maulbeere; ahd. mūrberi, st. N. (ja), Maulbeere; ahd. mūrber*, mōrber*, mūlber*, st. N. (a), Maulbeere; s. lat. mōrus, F., Maulbeere, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); lat. mōrum, N., Maulbeere; gr. μόρον (móron), N., Maulbeere, Brombeere; idg. *moro-, Sb., Brombeere, Pokorny 749 (1260/125) (RB. idg. aus arm., gr., ital.); s. nhd. Beere; L.: Kluge 1. A. s. u. Maulbeere, Kluge s. u. Maulbeere, DW 12, 1798, EWD s. u. Maulbeere, EWAhd 6, 543, Duden s. u. Maulbeere, Bluhme s. u. Maulbeere; Son.: vgl. ae. mōrbėrie, mūrbėrie, sw. F. (n), Maulbeere; nndl. moerbei, Sb., Maulbeere; frz. mûre, F., Maulbeere; nschw. mulbär, N., Maulbeere; nnorw. morbær, N., Maulbeere; poln. morwa, F., Maulbeere; nir. maoildearg, F., Maulbeere; GB.: (mūrberi) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie aus Beere gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die brombeerartige Frucht des Maulbeerbaums; BM.: Brombeere; F.: Maulbeere, Maulbeeren+FW+EW; Z.: Maul—bee-r-e
$maulen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. maulen, murren; E.: s. Maul, s. en; L.: Kluge s. u. Maul, DW 12, 1801, EWD s. u. Maul; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maul und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches murren oder mürrisch sprechen; F.: maulen, maule (!), maulst, mault, maulest, maulet, maulte, maultest, maulten, maultet, gemault, ##gemault, gemaulte, gemaultes, gemaultem, gemaulten, gemaulter##, maulend, ###maulend, maulende, maulendes, maulendem, maulenden, maulender###, maul (!)+EW; Z.: mau-l-en
Maulesel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Maulesel, Maultier; ne. hinny, mule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. mūlēsel, muelēsel, M., Maulesel, Kreuzung zwischen Pferdehengst und Eselstute; Vorderglied s. mhd. mūl, st. M., st. N., Maultier; mnl. muul, M., Maultier; mnl. mule, M., F., Maultier; mnd. mūl (2), mūle, muyle, M., F., N., Maul (N.) (2), Maultier, als Reittier oder Lasttier verwendeter Esel, Esel; mnl. mūle, M., Maultier; ahd. mūl (1), st. M. (a), Maulesel, Maultier; germ. *mul-, M., Maulesel; lat. mūlus, M., Maulesel, Maultier, Kamel, (um 250-184 v. Chr.); weitere Etymologie unklar; Hinterglied s. nhd. Esel; L.: Kluge 1. A. s. u. Maul 2, Kluge s. u. Maulesel, DW 12, 1796, EWD s. u. Maulesel, EWAhd 6, 593, EWAhd 6, 605, Duden s. u. Maulesel, Bluhme s. u. Maulesel; Son.: vgl. ae. mūl, st. M. (a), Maulesel; nndl. muilezel, Sb., Maulesel; frz. mulet, M., Maultier; nschw. mulåsna, Sb., Maulesel; nnorw. mulesel, N., Maulesel; nisl. múlasni, M., Maulesel; poln. muł, M., Maulesel; kymr. mul, M., Maulesel; nir. miúil, F., Maulesel; lit. mulas, M., Maultier; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Maul (2) und Esel gebildete Bezeichnung für ein aus einem Pferdehengst und einer Eselstute gekreuztes und von Menschen als Reittier oder Lasttier verwendetes Tier in Gegensatz zu einem Maultier; BM.: ?; F.: Maulesel, Maulesels, Mauleseln+FW+EW?; Z.: Maul—esel
$Maulkorb, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Maulkorb, Beißkorb; E.: s. Maul, s. Korb; L.: Kluge s. u. Maulkorb, DW 12, 1806; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maul und Korb gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für Hunde vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes einem kleinen Korb ähnliches Gebilde als vor das Maul gebundene Vorkehrung gegen unerwünschtes Beißen; F.: Maulkorb, Maulkorbes, Maulkorbs, Maulkörbe, Maulkörben+EW+FW; Z.: Mau-l—kor-b
$Maulschelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Maulschelle, Ohrfeige; E.: s. Maul, s. Schelle; L.: Kluge s. u. Maulschelle, DW 12, 1807, EWD s. u. Schelle 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maul und Schelle gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen feindlichen Schlag mit der flachen Hand in das Gesicht eines anderen Menschen; F.: Maulschelle, Maulschellen+EW; Z.: Mau-l—schel-l-e
$Maultasche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Maultasche, eine kleine Teigtasche; E.: s. Maul, s. Tasche, E.: s. Maul(bronn)?, s. Tasche; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus Maul(bronner Teig)tasche gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und mit einer Füllung aus Fleisch oder Käse oder Gemüse versehene kleine aus Teig gebildete Tasche oder auch eine Maulschelle; L.: Kluge s. u. Maultasche; F.: Maultasche, Maultaschen+FW(+EW?); Z.: Mau-l—ta-sch-e
$Maultier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Maultier; E.: s. Maul (2), s. Tier; Q.: Anfang 16. Jh.; L.: Kluge s. u. Maulesel, EWD s. u. Maulesel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maul und Tier gebildete Bezeichnung für eine (Kreuzung aus Eselhengst und Pferdestute) in Gegensatz zu einem Maulesel; F.: Maultier, Maultiere, Maultieren+FW+EW; Z.: Maul—tie-r
Maulwurf, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Maulwurf, ein unterirdisch lebendes fast blindes insektenfressendes kleines Säugetier; ne. mole (N.), mouldwarp; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. moltwerf, mūlwerf, mūlwurf, mūrwerf, mūwerf, mūlwelf, st. M., „das die Erde aufwerfende Tier“, Maulwurf; mhd. moltwerfe, st. M., sw. M., „das die Erde aufwerfende Tier“, Maulwurf; mnl. moldewerp, moudewerp, M., Maulwurf; ahd. mūwerf* (2), muhwerf*, mulwerf, moltwerf, multwelf, st. M. (i)?, Maulwurf; ahd. mūwerfo*, mūwelfo*, mūworfo, moltwerfo*, sw. M. (n), Maulwurf; germ. *mūga-, *mūgaz, st. M. (a), Haufe, Haufen; germ. *mūgō-, *mūgōn, *mūga-, *mūgan, sw. M. (n), Haufe, Haufen; idg. mū̆k-, Sb., Haufe, Haufen, Zubehör, Pokorny 752 (1271/136) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); ahd. werfan, st. V. (3b), werfen, streuen, reißen, schieben; germ. *werpan, st. V., werfen, drehen; idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; s. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Maulwurf, Kluge s. u. Maulwurf, DW 12, 1811, EWAhd EWD s. u. Maulwurf, 6, 538, EWAhd 6, 721, Falk/Torp 325, Duden s. u. Maulwurf, Bluhme s. u. Maulwurf; Son.: vgl. me. mōldewerpe, mōldwerp, M., Maulwurf; nndl. mol, Sb., Maulwurf; nschw. mullvad, Sb., Maulwurf; nnorw. muldvarp, M., Maulwurf; nisl. moldvarpa, F., Maulwurf; GB.: (mūwerf) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus mū (Haufe) und werf(en) gebildete Bezeichnung für ein vielleicht vor etwa 45 Millionen Jahren entwickeltes unter der Erde lebendes sowie Insekten und Regenwürmer fressendes kleineres Säugetier mit kurzhaarigem dichtem Fell und kleinen Augen sowie kurzen Beinen von denen die vorderen zwei zu dem Graben (N.) ausgebildet sind; BM.: Haufen, werfen; F.: Maulwurf, Maulwurfs, Maulwurfes, Maulwürfe, Maulwürfen+EW; Z.: Mau-l—wur-f
Mau-Mau, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Mau-Mau, ein Kartenspiel; ne. mau-mau (N.); Vw.: -; Hw.: s. mau; Q.: 20. Jh.?; E.: benannt nach dem in seiner Herkunft ungeklärten Ruf mau-mau den ein Spieler bei dem Ablegen seiner letzten Karte rufen muss; L.: Duden s. u. Mau-Mau, fehlt DW; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.?) belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Kartenspiel bei dem in der Farbe oder in dem Kartenwert bedient werden muss und derjenige gewonnen hat der als erster keine Karte mehr hat (und mau-mau rufen muss); BM.: ?; F.: Mau-Mau, Mau-Maus+EW?; F.: Mau-Mau
maunzen, mauzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. maunzen, mauzen, miauen; ne. mew (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. maunzen, DW 12, 1814, EWD s. u. miauen, Duden s. u. maunzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für miauen oder klägliche Laute von sich geben; BM.: lautmalend; F.: maunzen, maunze, maunzst, maunzt, maunzest, maunzet, maunzte, maunztest, maunzten, maunztet, gemaunzt, ##gemaunzt, gemaunzte, gemaunztes, gemaunztem, gemaunzten, gemaunzter##, maunzend, ###maunzend, maunzende, maunzendes, maunzendem, maunzenden, maunzender###, maunz (!), mauzen, mauze, mauzst, mauzt, mauzest, mauzet, mauzte, mauztest, mauzten, mauztet, gemauzt, ##gemauzt, gemauzte, gemauztes, gemauztem, gemauzten, gemauzter###, mauzend, ###mauzend, mauzende, mauzendes, mauzendem, mauzenden, mauzender###, mauz (!)+EW; Z.: maunz-en
Maurer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Maurer, ein eine Mauer bauender Handwerker; ne. bricklayer; Vw.: -; Hw.: s. Mauer; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. mūrære, mūrer, st. M., Maurer; mnd. mūrære*, mūrer, M., Maurer; mnl. murer, muerer, M., Maurer; ahd. mūrāri, st. M. (ja), Maurer; ahd. mūrære*, mūrer, M., Maurer; lat. mūrārius?, M., Maurer, Steinmetz; vgl. lat. mūrus, M., Mauer; vgl. idg. *mei- (1), V., Sb., befestigen, Pfahl, Bau, Pokorny 709 (1175/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mauer, DW 12, 1814, EWD s. u. Mauer, EWAhd 6, 678, Duden s. u. Maurer; Son.: vgl. nschw. murare, Sb., Maurer; nnorw. murer, M., Maurer; poln. (dial.) murarz, M., Maurer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung und der Arbeitsteilung möglichen eine Mauer bauenden Handwerker; BM.: befestigen; F.: Maurer, Maurers, Maurern+FW(+EW); Z.: Mau-r-er
Maus, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Maus, Hausmaus, Feldmaus, Computermaus; ne. mouse (N.); Vw.: s. Fleder-; Hw.: s. Duckmäuser, mausen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mūs, st. F., Maus, Muskel besonders am Oberarm; mnd. mūs (1), mues, muys, muis*, F., Maus, Daumenmuskel, Handballen; mnl. muus, M., Maus; as. mūs, st. F. (i), Maus; ahd. mūs, st. F. (i), Maus, Muskel, Oberarmmuskel; anfrk. mūs, F., Maus; germ. *mūs, F., Maus, Oberarmmuskel; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Maus 1, Kluge s. u. Maus, DW 12, 1815, EWD s. u. Maus, EWAhd 6, 694, Falk/Torp 327, Duden s. u. Maus, Bluhme s. u. Maus; Son.: vgl. afries. mūs, st. F. (i), Maus; ae. mūs, F. (kons.), Maus, Muskel; an. mūs, st. F. (i), Maus, Muskel; got. *mūs, F. (kons.), Maus; nndl. muis, Sb., Maus; nschw. mus, Sb., Maus; nnorw. mus, M., F., Maus; poln. mysz, F., Maus; ai. mū́ṣ-, M., F., Maus, Ratte; mpers. mušk, Sb., Maus, Ratte; gr. μῦς (mys), F., Maus, Muskel, Muschel; lat. mūsculus, M., Muskel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches kleines graues Nagetier mit spitzer Schnauze das auf Feldern (Feldmaus) und in Wäldern sowie in menschlichen Behausungen (Hausmaus) lebt und ein ihm entfernt ähnliches digitales Steuerungsgerät (Computermaus); BM.: Muskel?; F.: Maus, Mäuse, Mäusen+EW; Z.: Maus
$Maus (2?), nhd., F.: nhd. Muskel; E.: s. Maus; L.: Kluge 1. A. s. u. Maus 2, DW 12, 1815ff. (Muskel an Arm und Fuß); GB.: ein seit Entstehung des Menschen oder schon der Primaten entwickelter Oberarmmuskel und auch die Wurzel des Daumens des Menschen; s. Maus; Z.: Maus
mauscheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. mauscheln, unlautere Geschäfte treiben, reden wie ein Jude und dabei betrügen; ne. sheme (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. rotw. mauschel; E.: s. rotw. mauschel, V., betrügen; von dem PN Moses, s. hebr. Mōšē, M., Moses, Mose; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. mauscheln, DW 12, 1820, EWD s. u. mauscheln, Duden s. u. mauscheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Hebräischen (Moses) aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare und umgebildete Bezeichnung für reden wie ein Jude und dabei betrügen; BM.: PN, Moses als Bezeichnung für einen Handelsjuden gebraucht; F.: mauscheln, mauschel (!), mauschle, mauschelst, mauschelt, mauschelte, mauscheltest, mauschelten, mauscheltet, gemauschelt, ##gemauschelt, gemauschelte, gemauscheltes, gemauscheltem, gemauschelten, gemauschelter##, mauschelnd, ###mauschelnd, mauschelnde, mauschelndes, mauschelndem, mauschelnden, mauschelnder###, mauschel (!)+FW; Z.: mausch-el-n
mausen, nhd., V., (16. Jh.): nhd. mausen, heimlich nehmen; ne. pilfer; Vw.: -; Hw.: s. Maus; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. mūsen, sw. V., mausen, auf die Mäusejagd ausgehen, Mäuse fangen, stehlen, plündern; mnd. mūs (1), mues, muys, muis*, F., Maus, Daumenmuskel, Handballen; mhd. mūs, st. F., Maus, Muskel besonders am Oberarm; mnl. muus, M., Maus; as. mūs, st. F. (i), Maus; ahd. mūs, st. F. (i), Maus, Muskel, Oberarmmuskel; anfrk. -; germ. *mūs, F., Maus, Oberarmmuskel; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); s. auch anfrk. chreomosida, Sb., Leichenraub; L.: Kluge 1. A. s. u. mausen, Kluge s. u. mausen, EWD s. u. Maus, DW 12, 1826, Duden s. u. mausen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Maus und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (wie eine Maus) heimlich nehmen; BM.: Maus?; F.: mausen, mause (!), mausst, maust, mausest, mauset, mauste, maustest, mausten, maustet, gemaust, ##gemaust, gemauste, gemaustes, gemaustem, gemausten, gemauster##, mausend, ###mausend, mausende, mausendes, mausendem, mausenden, mausender###, maus (!)+EW; Z.: maus-en
Mauser, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mauser, Federwechsel der Vögel; ne. moult; Vw.: -; Hw.: s. mausig, Mutterkrebs; Q.: 19. Jh.; E.: von mhd. mūze, st. F., das Mausern, Federwechsel der Vögel, Hautwechsel der Amphibien, Haarwechsel der Landtiere; ahd. *mūza?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wechsel, Mauser; germ. *mūta, Sb., Änderung, Mauser; ahd. mūzōn, sw. V. (2), verwechseln, wandeln, verwandeln, verändern, wechseln, tauschen, eintauschen, übergehen lassen; germ. *mūtōn, sw. V., ändern; s. lat. mūtāre, V., ändern, verändern, sich bewegen; idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mauser, Kluge s. u. Mauser, DW 12, 1831, EWD s. u. mausern, Duden s. u. Mauser, Bluhme s. u. Mauser; Son.: vgl. frz. mue, F., Mauser; nnorw. myte, V., in der Mauser sein (V.); GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den schon vormenschlichen jahreszeitlichen Wechsel des Federkleids bei Vögeln und vergleichbare Erscheinungen bei anderen höheren Lebewesen; BM.: wechseln; F.: Mauser+EW?; Z.: Mau-s-er
$mausern, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. mausern; L.: EWD s. u. mausern, DW 12, 1831; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Mauser und (e)n gebildete Bezeichnung für Federn wechseln (bei Vögeln) und vergleichbare Erscheinungen bei anderen höheren Lebewesen; F.: mausern, mausere, mauser (!), mauserst, mausert, mauserte, mausertest, mauserten, mausertet, gemausert, ##gemausert, gemauserte, gemausertes, gemausertem, gemauserten, gemauserter##, mausernd, ###mausernd, mauserndes, mauserndem, mausernden, mausernder###, mauser (!)+EW; Z.: mau-s-er-n
mausetot, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. mausetot, ganz und gar tot; ne. stonedead; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von nd. mursdot, Adj., mausetot; vgl. nd. murs, mors, Adj., gänzlich; weitere Herkunft ungeklärt?; Hinterglied s. nhd. tot; L.: Kluge s. u. mausetot, DW 12, 1832 (mausetodt), EWD s. u. mausetot, Duden s. u. mausetot, Bluhme s. u. mausetot; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Niederdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches ganz und gar tot; F.: mausetot, mausetote, mausetotes, mausetotem, mausetoten, mausetoter+EW; Z.: maus-e-to-t
mausig, nhd. (ält.), Adj., (16. Jh.): nhd. mausig, übermütig; ne. boisterous; Vw.: -; Hw.: s. Mauser; Q.: 16. Jh.; E.: vielleicht von Mauser?; L.: Kluge 1. A. s. u. mausig, Kluge s. u. mausig, DW 12, 1833, EWD s. u. mausern, Duden s. u. mausig; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit Mauser verbindbare sowie mit ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches übermütig; BM.: wechseln?, vielleicht von dem Greifvogel der die Mauser hinter sich hat; F.: mausig, mausige, mausiges, mausigem, mausigen, mausiger(, mausigere, mausigeres, mausigerem, mausigeren, mausigerer, mausigst, mausigste, mausigstes, mausigstem, mausigsten, mausigster)+EW; Z.: maus-ig
Mausoleum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mausoleum, prächtiges Grabmal; ne. mausoleum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Mausōlēum; E.: s. lat. Mausōlēum, N., Mausoleum, prächtiges Grabmal, (43/44 n. Chr.); gr. Μαυσώλειον (Maúsōleion), N., Mausoleion; vgl. gr. Μαύσωλος (Maúsōlos), M.=PN, Mausolos; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Mausoleum, fehlt DW, EWD s. u. Mausoleum, Duden s. u. Mausoleum; Son.: vgl. nndl. mausoleum, Sb., Mausoleum; frz. mausolée, M., Mausoleum; nschw. mausoleum, N., Mausoleum; nnorw. mausoleum, N., Mausoleum; poln. mauzoleum, Sb., Mausoleum; kymr. mawsolëwm, M., Mausoleum; nir. másailéam, M., Mausoleum; lit. mauzoliejus, M., Mausoleum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie von dem PN Mausolos gebildete und in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für ein monumentales Grabmal in Form eines Bauwerks; BM.: PN; F.: Mausoleum, Mausoleums, Mausoleen+FW; Z.: Mausol-e-um
Maut, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Maut, Zoll (M.) (2), Zollstätte; ne. toll (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Diplom); E.: mhd. mūte, st. F., Maut, Zoll (M.) (2), Mautstätte; ahd. mūta*?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Maut, Zoll (M.) (2); as. -; anfrk. -; germ. *mōtō, st. F. (ō), Abgabe, Entschädigung, Zuteilung?, Gewährung; mlat. mūta, F., Maut, Zoll (M.) (2); idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Maut, Kluge s. u. Maut, DW 12, 1835, EWD s. u. Maut, Duden s. u. Maut, Bluhme s. u. Maut; Son.: vgl. afries. -; ae. mōt (1), st. F. (ō), Zoll (M.) (2), Abgabe, Maut; an. mūta, sw. F. (n), Bestechung, Bezahlung; got. mōta, st. F. (ō), „Maut“, Zoll (M.) (2), Zollhaus; ksl. myto, N., Lohn, Geschenk; slowen. míto, N., Bestechungsgeld; slowen. muta, Sb., Maut; lit. miutas, M., Maut; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bei Benutzung einer Straße oder Brücke zu zahlende Gebühr (Zoll); BM.: messen; F.: Maut, Mauten+EW; Z.: Mau-t
mauzen, nhd., sw. V.: nhd. mauzen; Vw.: s. maunzen
maxi…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. maxi…, groß; ne. maxi…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. māximus, māxumus, Adj. (Superl.), größte, höchste, (204-169 v. Chr.); lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. maxi-, Duden s. u. maxi-; Son.: s. Maxigröße; vgl. nndl. maxi…, Präf., maxi…; nnorw. maksi…, Präf., maxi…; lit. maksi…, Präf., maxi…; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung um etwas (sehr) Großes anzuzeigen; BM.: groß; F.: maxi…+FW; Z.: max-i-
$Maxikleid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Maxikleid, sehr langes Kleid; E.: s. maxi…, s. Kleid; L.: Kluge s. u. maxi-, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus maxi… und Kleid gebildete Bezeichnung für ein vielleicht auch schon früher von Frauen entwickeltes und verwendetes sehr langes Kleid in Gegensatz zu einem Minikleid; F.: Maxikleid, Maxikleides, Maxikleids, Maxikleider, Maxikleidern+FW+EW; Z.: Max-i—kleid
$maximal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. maximal; E.: s. Maximum; L.: Kluge s. u. Maximum, EWD s. u. Maximum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und al(is) gebildete Bezeichnung für größte (Superl.); F.: maximal, maximale, maximales, maximalem, maximalen, maximaler(, Steigerungen fraglich)+FW+EW; Z.: max-im-al
Maxime, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Maxime, Motto, Leitsatz; ne. maxim (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maximum; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. māxima; E.: s. mlat. māxima, F., Maxime, oberster Grundsatz; gekürzt aus maxima sententia, F., oberster Grundsatz; vgl. lat. māximus, māxumus, Adj. (Superl.), größte, höchste, (204-169 v. Chr.); lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Maxime, fehlt DW, EWD s. u. Maxime, Duden s. u. Maxime; Son.: vgl. frz. maxime, F., Maxime; nschw. maxim, Sb., Maxime; nnorw. maksime, M., Maxime; poln. maksyma, F., Maxime; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes Motto oder einen Leitsatz; BM.: groß; F.: Maxime, Maximen+FW(+EW); Z.: Max-im-e
Maximum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Maximum, Höchstmaß, größtes Maß; ne. maximum (N.); Vw.: -; Hw.: s. Maxime; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. māximum; E.: s. lat. māximum, N., Größtes; vgl. lat. māximus, māxumus, Adj. (Superl.), größte, höchste; lat. māgnus (1), Adj., groß, weit, hoch, lang, bedeutend; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Maximum, fehlt DW, EWD s. u. Maximum, Duden s. u. Maximum; Son.: vgl. nndl. maximum, Sb., Maximum; frz. maximum, M., Maximum; nschw. maximum, N., Maximum; nnorw. maksimum, N., Maximum; poln. maksimum, Sb., Maximum; lit. maksimumas, M., Maximum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für das Höchstmaß oder größte Maß einer Gegebenheit; BM.: groß; F.: Maximum, Maximums, Maxima+FW; Z.: Max-im-um
$Maxirock, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Maxirock; E.: s. maxi…, s. Rock; L.: Kluge s. u. maxi..., fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht auch schon früher von Frauen entwickelten und verwendeten sehr langen Rock in Gegensatz zu einem Minirock; F.: Maxirock, Maxirockes, Maxirocks, Maxiröcke, Maxiröcken+FW+EW; Z.: Max-i—rock
Mayonnaise, Majonnaise, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mayonnaise, Majonnaise, dickflüssige Eigelbsoße; ne. mayonnaise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. mayonnaise; E.: s. mayonnaise, F., Mayonnaise; oft erklärt zu Puerto Mahon, einer Stadt auf Menorca; wohl eher von frz. mailler, V., schlagen, ausklopfen; vgl. frz. mail, M., Hammer, Schlägel; lat. malleus, M., Hammer, Schlegel; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mayonnaise, fehlt DW, EWD s. u. Mayonnaise, Duden s. u. Mayonnaise; Son.: vgl. nndl. mayonaise, Sb., Mayonnaise; nschw. majonnäs, Sb., Mayonnaise; nnorw. majones, M., Mayonnaise; poln. majonez, M., Mayonnaise; kymr. mayonnaise, M., Mayonnaise; nir. maonáis, F., Mayonnaise; lit. majonezas, M., Mayonnaise; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine von Menschen angeblich seit 1756 entwickelte und verwendete dickflüssige kalte Soße aus Eigelb und Öl und Zitronensaft sowie Gewürzen; BM.: ON?, schlagen?; F.: Mayonnaise, Mayonnaisen, Majonnaise, Majonnaisen+FW(+EW?); Z.: May-on-n-ais-e
Mäzen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mäzen, Förderer. unterstützender Mensch; ne. Maecenas, patron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: onomastische Bildung zum Namen Maecēnās, Mäzenas; aus dem Etr.?; L.: Kluge s. u. Mäzen, fehlt DW, Duden s. u. Mäzen; Son.: vgl. nndl. Maecenas, Sb., Mäzen; frz. mécène, M., Mäzen; nschw. mecenat, Sb., Mäzen; nnorw. mesen, M., Mäzen; poln. mecenas, M., Mäzen; kymr. Maecenas, M., Mäzen; nir. maecéanas, M., Mäzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar vielleicht dem Etruskischen aufgenommene und umgebildete sowie aus einem PN gebildete Bezeichnung für einen Förderer oder jemanden oder etwas mit Geld unterstützenden Menschen; BM.: ?; F.: Mäzen, Mäzens, Mäzene, Mäzenen+FW; Z.: Mäzen
Mazurka, Masurka, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mazurka, Masurka, ein Tanz; ne. mazourka, mazurka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: poln. Lw.; E.: von der poln. Wendung tańczyć mazurka, V., eine Mazurka tanzen; poln. mazurek, Sb., Volkstanz aus Masowien; von Mazur, M., Masowier, Masure; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mazurka, Duden s. u. Mazurka; Son.: vgl. nndl. mazurka, Sb., Mazurka; frz. mazurka, F., Mazurka; poln. mazurka, Sb., Mazurka; nnorw. masurka, M., Mazurka; poln. mazur, Sb., Mazurka; kymr. masyrca, F., Mazurka; nir. masúrca, M., Mazurka; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Polnischen aufgenommene und zu Masure gebildete Bezeichnung eines aus Polen stammenden menschlichen Tanzes in einem Dreivierteltakt oder Dreiachteltakt; BM.: ON?; F.: Mazurka, Mazurkas, Mazurken, Masurka, Masurkas, Masurken+FW; Z.: Mazur-k-a
Mechanik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mechanik, Mechanismus, mechanischer Teil eines Geräts; ne. mechanics; Vw.: -; Hw.: s. mechanisch, Mechanismus, mechanisieren, Mechaniker; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. (ars) mēchanica; E.: s. lat. (ars) mēchanica, F., Mechanik; s. lat. mēchanicus (1), mechanisch, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. μηχανικός (mēchanikós), Adj., mechanisch; vgl. gr. μηχανή (mēchanḗ), F., Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Maschine; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Mechanik, fehlt DW, EWD s. u. Mechanik, Duden s. u. Mechanik; Son.: vgl. nndl. mechanica, Sb., Mechanik; frz. mécanique, F., Mechanik; nschw. mekanik, N., Mechanik; nnorw. mekanik, M., Mechanik; poln. mechanik, M., Mechanik; kymr. mecaneg, F., Mechanik; nir. meicnic, F., Mechanik; lit. mechanika, F., Mechanik; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Lehre und Wissenschaft von den Maschinen und für den Mechanismus von Geräten; BM.: können; F.: Mechanik, Mechaniken+FW(+EW); Z.: Mech-an-ik
Mechaniker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mechaniker, Techniker; ne. mechanic; Vw.: -; Hw.: s. Mechanik, mechanisch, mechanisieren, Mechanismus; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. mēchanicus; E.: s. lat. mēchanicus (2), M., Handwerker, Mechaniker, Verfertiger von Maschinen; vgl. lat. mēchanicus (1), Adj., mechanisch, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. μηχανικός (mēchanikós), Adj., mechanisch; vgl. gr. μηχανή (mēchanḗ), F., Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Maschine; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Mechanik, fehlt DW, EWD s. u. Mechanik, Duden s. u. Mechaniker; Son.: vgl. nndl. mecanicien, Sb., Mechaniker; frz. mécanicien, M., Mechaniker; nschw. mekaniker, Sb., Mechaniker; nnorw. mekaniker, M., Mechaniker; poln. mechanik, M., Mechaniker; kymr. mecanig, M., Mechaniker; nir. meicneoir, M., Mechaniker; lit. mechanikas, M., Mechaniker; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Arbeitsteilung möglichen mit Maschinen oder Technik befassten Handwerker; BM.: können; F.: Mechaniker, Mechanikers, Mechanikern+FW(+EW); Z.: Mech-an-ik-er
mechanisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. mechanisch, maschinell; ne. mechanical; Vw.: -; Hw.: s. Mechanik, Mechanismus, mechanisieren, Mechaniker; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mēchanicus; E.: s. lat. mēchanicus (1), Adj., mechanisch, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. μηχανικός (mēchanikós), Adj., mechanisch; vgl. gr. μηχανή (mēchanḗ), F., Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Maschine; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Mechanik, fehlt DW, EWD s. u. Mechanik, Duden s. u. mechanisch; Son.: vgl. ae. mēchanisc, Adj., mechanisch; nndl. mechanisch, Adj., mechanisch; frz. mécanique, Adj., mechanisch; nschw. mekanisk, Adj., mechanisch; nnorw. mekanisk, Adj., mechanisch; poln. mechaniczny, Adj., mechanisch; kymr. mecanyddol, Adj., mechanisch; nir. meicniúil, Adj., mechanisch; lit. mechaniškas, Adj., mechanisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Mechanik oder Maschinen betreffend oder maschinell; BM.: können; F.: mechanisch, mechanische, mechanisches, mechanischem, mechanischen, mechanischer(, mechanischere, mechanischeres, mechanischerem, mechanischeren, mechanischerer, mechanischst, mechanischste, mechanischstes, mechanischstem, mechanischsten, mechanischster)+FW+EW; Z.: mech-an-isch
mechanisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. mechanisieren, auf Maschinenbetrieb umstellen, automatisieren; ne. mechanize; Vw.: -; Hw.: s. Mechanik, mechanisch, Mechanismus, Mechaniker; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. mécaniser; E.: s. frz. mécaniser, V., mechanisieren; vgl. frz. mécanique, Adj., mechanisch; lat. mēchanicus (1), Adj., mechanisch, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. μηχανικός (mēchanikós), Adj., mechanisch; vgl. gr. μηχανή (mēchanḗ), F., Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Maschine; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Mechanik, fehlt DW, EWD s. u. Mechanik, Duden s. u. mechanisieren; Son.: vgl. nndl. mekanisera, V., mechanisieren; nnorw. mekanisere, V., mechanisieren; poln. mechanizować, V., mechanisieren; kymr. mecaneiddio, V., mechanisieren; nir. meicním, V., mechanisieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes auf Maschinenbetrieb umstellen oder automatisieren; BM.: können; F.: mechanisieren, mechanisiere, mechanisierst, mechanisiert, mechanisierest, mechanisieret, mechanisierte, mechanisiertest, mechanisierten, mechanisiertet, ##mechanisiert, mechanisierte, mechanisiertes, mechanisiertem, mechanisierten, mechanisierter##, mechanisierend, ###mechanisierend, mechanisierende, mechanisierendes, mechanisierendem, mechanisierenden, mechanisierender###, mechanisier (!)+FW(+EW); Z.: mech-an-is-ier-en
Mechanismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mechanismus, Mechanik, Ablauf, Zusammenspiel; ne. mechanism; Vw.: -; Hw.: s. Mechanik, mechanisch, mechanisieren, Mechaniker; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mécanisme; E.: s. frz. mécanisme, M., Mechanismus; lat. mēchanisma, N., Kunststück, (um 485-um 580 n. Chr.); gr. μηχανή (mēchanḗ), F., Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Maschine; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Mechanik, fehlt DW, EWD s. u. Mechanik, Duden s. u. Mechanismus; Son.: vgl. nndl. mechanisme, Sb., Mechanismus; frz. mekanism, Sb., Mechanismus; nnorw. mekanisme, M., Mechanismus; poln. mechanizm, M., Mechanismus; kymr. mecanwaith, M., Mechanismus; nir. meicneachas, M., Mechanismus; lit. mechanizmas, M., Mechanismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das planmäßige Zusammenspiel (von allen Teilen) einer Maschine; BM.: können; F.: Mechanismus, Mechanismen+FW(+EW?); Z.: Mech-an-ism-us
$meckatzen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. meckatzen; E.: s. meckern; L.: Kluge s. u. meckern; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit meckern verbindbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches meckern; F.: meckatzen, meckatze, meckatzst, meckatzt, meckatzest, meckatzet, meckatzte, meckatztest, meckatzten, meckatztet, gemeckatzt, ##gemeckatzt, gemeckatzte, gemeckatztes, gemeckatztem, gemeckatzten, gemeckatzter##, meckatzend, ###meckatzend, meckatzende, meckatzendes, meckatzendem, meckatzenden, meckatzender###, meckatz (!) +EW; Z.: meck-atz-en
$mecken, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. mecken, meckern; E.: s. meckern; L.: Kluge s. u. meckern, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit meckern verbindbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches meckern; F.: mecken, mecke, meckst, meckt, meckest, mecket, meckte, mecktest, meckten, mecktet, gemeckt, ##gemeckt, gemeckte, gemecktes, gemecktem, gemeckten, gemeckter##, meckend, ###meckend, meckende, meckendes, meckendem, meckenden, meckender###, meck (!)+EW; Z.: meck-en
meckern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. meckern, sich beschweren; ne. beef (V.), grouse (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. meckern, Kluge s. u. meckern, DW 12, 1837, EWD s. u. meckern, Duden s. u. meckern, Bluhme s. u. meckern; Son.: vgl. ai. meká-, M., Bock; gr. μηκᾶσθαι (mēkasthai), V., meckern, blöken; lat. miccīre, V., meckern; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für Laute wie eine Ziege von sich geben oder übertragen (Adj.) für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich beschweren; BM.: lautmalend?; F.: meckern, meckere, mecker (!), meckre, meckerst, meckert, meckerte, meckertest, meckerten, meckertet, gemeckert, ##gemeckert, gemeckertes, gemeckertem, gemeckerten, gemeckerter##, meckernd, ###meckernd, meckernde, meckerndes, meckerndem, meckernden, meckernder###, mecker (!)+EW; Z.: meck-er-n
Medaille, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Medaille, Gedenkmünze; ne. medal (N.); Vw.: -; Hw.: s. Medaillon; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. médaille; E.: s. frz. médaille, F., Medaille, italienische Goldmünze; it. medaglia, F., Medaille, Goldmünze; frühroman. *metallia (monēta), F., metallene Münze; wohl zu lat. metallum, N., Metall, Gehalt (M.), Bergwerk, (96-55 v. Chr.); gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; L.: Kluge s. u. Medaille, EWD s. u. Medaille, Duden s. u. Medaille; Son.: vgl. nndl. medaille, Sb., Medaille; nschw. medalj, Sb., Medaille; nnorw. medalje, M., Medaille; poln. medal, M., Medaille; kymr. medal, F., Medaille; lit. medalis, M., Medaille; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Italienischen und dem erschließbaren Frühromanischen sowie wohl dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unsichere sowie möglicherweise mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete runde oder ovale Plakette mit Inschrift oder figürlicher Darstellung als Auszeichnung für besondere Leistungen oder zu dem Andenken an einen Menschen oder eine sonstige Gegebenheit (Gedenkmünze); BM.: Metall; F.: Medaille, Medaillen+FW; Z.: Medail-l-e
Medaillon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Medaillon, eine Kapsel, ein Kettenanhänger; ne. medallion; Vw.: -; Hw.: s. Medaille; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. médaillon; E.: s. frz. médaillon, M., Medaillon; it. medaglione, M., große Schaumünze; vgl. it. medaglia, F., Medaille, Goldmünze; frühroman. *metallia (monēta), F., metallene Münze; wohl zu lat. metallum, N., Metall, Gehalt (M.), Bergwerk, (96-55 v. Chr.); gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; L.: Kluge s. u. Medaille, fehlt DW, EWD s. u. Medaille, Duden s. u. Medaillon; Son.: vgl. nndl. medaillon, Sb., Medaillon; nschw. medaljong, Sb., Medaillon; nnorw. medaljong, M., Medaillon; poln. medalion, M., Medaillon; kymr. medaliwn, M., Medaillon; nir. meadáille, M., Medaillon; lit. medalionas, M., Medaillon; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Frühromanischen sowie wohl dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unsichere sowie möglicherweise mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete an einer Kette getragene kleine flache ein Bild oder ein Andenken enthaltende Kapsel oder ein Anhänger; BM.: Metall; F.: Medaillon, Medaillons+FW; Z.: Medail-l-on
Media, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Media, Mittellaut zwischen Tenuis (stimmloser unbehauchter Verschlusslaut wie k und p und t) und Aspirata (Hauchlaut wie h und behauchter Verschlusslaut wie bh, ph, dh, th, gh, kh); ne. media (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. media (vox); E.: s. lat. media (vox), F., Media; vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Media, fehlt DW, Duden s. u. Media; Son.: vgl. nndl. media, Sb., Media; nschw. media, Sb., Media; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen stimmhaften Explosivlaut (beispielsweise b, d, g); BM.: mitten; F.: Media, Mediä, Medien+FW; Z.: Me-d-i-a
median, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. median, mittlere, mittel, in der Mitte gelegen; ne. median (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. mediānus; E.: s. lat. mediānus, Adj., in der Mitte befindlich, mittel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. median; Son.: vgl. nndl. médian, Adj., halbierend; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mittlere oder mittel oder in der Mitte gelegen; BM.: mitten; F.: median, mediane, medianes, medianem, medianen, medianer+FW+EW; Z.: me-d-i-an
Mediation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Mediation, Vermittelung; ne. medation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. mediātio; E.: s. lat. mediātio, F., Vermittlung, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mediation; Son.: vgl. frz. médiation, F., Vermittlung; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche aussöhnende Vermittelung unter Menschen; BM.: mitten; F.: Mediation, Mediationen+FW (+EW); Z.: Me-d-i-at-io-n
Medien, nhd., N. Pl., (17. Jh.): nhd. Medien, Kommunikationsmittel, Trägersysteme zu einer Informationsvermittelung; ne. media (Sb. Pl.); Vw.: -; Hw.: s. Medium; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. medium; E.: s. lat. medium, N., Mitte, innerer Raum, Mittelpunkt, Hälfte, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Medien, Duden s. u. Medien; Son.: vgl. nndl. medie, Sb. Pl., Medien; frz. médias, M. Pl., Sb. Pl., Medien; nschw. media, Sb., Medien; nnorw. media, Sb. Pl., Medien; poln. media, Sb. Pl., Medien; lit. mediacija, F., Mediation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Trägersysteme zu einer Informationsvermittelung; BM.: mitten; F.: Medien+FW(+EW); Z.: Me-d-i-en
Medikament, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Medikament, Heilmittel, Arznei; ne. medicament, medicine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. medicāmentum; E.: s. mnd. medicament, N., Medikament; lat. medicāmentum, N., Arzneimittel, Arzneikörper, Heilmittel, Medikament, Medizin, Arznei, Salbe, (um 250-184 v. Chr.); lat. medicāmen, N., Arzneimittel, Arzneikörper, Heilmittel, Medikament; vgl. lat. medērī, V., helfen, heilen (V.) (1), zu Hilfe kommen, abhelfen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Medikament, fehlt DW, EWD s. u. Medizin, Duden s. u. Medikament; Son.: vgl. nndl. medicament, Sb., Medikament; frz. médicament, M., Medikament; nschw. medikament, Sb., Medikament; nnorw. medikament, N., Medikament; kymr. meddyginiaeth, F., Medikament; lit. medimanentas, M., Medikament; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Menschen für Lebewesen entwickeltes oder verwendetes Mittel das in bestimmter Dosierung der Heilung oder Vorbeugung oder Diagnose von Krankheiten dienen soll oder kann; BM.: messen; F.: Medikament, Medikaments, Medikamentes, Medikamente, Medikamenten+FW(+EW); Z.: Me-d-i-kam-ent
Medikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Medikation, Medikamentengabe; ne. medication; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. medicātio; E.: s. lat. medicātio, F., Heilung (F.) (1), Kur, Besprengen mit Pflanzensäften, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. medērī, V., helfen, heilen (V.) (1), zu Hilfe kommen, abhelfen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Medikation; Son.: vgl. nndl. medicatie, Sb., Medikation; frz. médication, F., Medikation; kymr. meddiginiaeth, F., Medikation; poln. medytacja, F., Medikation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Abgabe oder Verabreichung eines Medikaments an einen Patienten (Medikamentengabe); BM.: messen; F.: Medikation, Medikationen+FW(+EW); Z.: Me-d-i-ka-t-io-n
medioker, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. medioker, mittelmäßig; ne. mediocre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. mediocris; E.: s. lat. mediocris, Adj., nur einigermaßen das Maß haltend, mittelmäßig, nur so ziemlich, unbedeutend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); lat. ocris, M., steiniger Berg, Bergzacken; idg. *ok̑ri-, *ok̑ro-, Sb., Ecke, Spitze, Pokorny 21; s. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. medioker; Son.: vgl. nschw. medioker, Adj., medioker; nnorw. medioker, Adj., medioker; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches mittelmäßig; BM.: mitten, spitz; F.: medioker, mediokre, mediokres, mediokrem, mediokren, mediokrer+FW(+EW); Z.: me-d-i-ok-er
mediterran, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. mediterran, (Land um das) Mittelmeer betreffend, zu dem Mittelmeer gehörend; ne. Mediterranean (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: s. lat. mediterrāneus, Adj., mitten im Land befindlich, mittelländisch, binnenländisch, im Binnenland gelegen, fern vom Meer seiend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); lat. terra (1), F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper, Erdreich, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Duden s. u. mediterran; Son.: vgl. nndl. mediterraan, Adj., mediterran; frz. méditerranéen, Adj., mediterran; nschw. mediterran, Adj., mediterran; nnorw. mediterran, Adj., mediterran; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches das (Land um das) Mittelmeer betreffend; BM.: mitten, Erde; F.: mediterran, mediterrane, mediterranes, mediterranem, mediterranen, mediterraner+FW(+EW); Z.: me-d-i-terr-an
Meditation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Meditation, Meditieren, tiefes sinnendes Nachdenken, kontemplative Versenkung; ne. meditation; Vw.: -; Hw.: s. meditieren, meditativ; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. meditātio; E.: s. lat. meditātio, F., Nachdenken, Bedachtnahme, Denken, Sinnen, Betrachtung, Erwägung, Studieren, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. meditāri, V., nachdenken, nachsinnen, Bedacht nehmen, sinnen; vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. meditieren, fehlt DW, EWD s. u. meditieren; Son.: vgl. nndl. meditatie, Sb., Mediation; frz. méditation, F., Mediation; nschw. meditation, Sb., Mediation; nnorw. meditasjon, M., Mediation; poln. medytacja, F., Mediation; lit. meditacija, F., Meditation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches tiefes sinnendes Nachdenken oder eine von Menschen ausgeübte kontemplative Versenkung; BM.: messen; F.: Meditation, Meditationen+FW(+EW); Z.: Me-d-i-da-t-io-n
meditativ, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. meditativ, kontemplativ, versunken; ne. meditative; Vw.: -; Hw.: s. meditieren, Meditation; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. meditātīvus; E.: s. lat. meditātīvus, Adj., Sinnen auf etwas bezeichnend, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. meditāri, V., nachdenken, nachsinnen, Bedacht nehmen, sinnen; vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. meditieren, fehlt DW, Duden s. u. meditativ; Son.: vgl. frz. meditative, Adj., meditativ; nschw. meditativ, Adj., meditativ; nnorw. meditativ, Adj., meditativ; poln. medytacyjny, Adj., meditativ; lit. meditacinis, Adj., meditative; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kontemplativ oder versunken; BM.: messen; F.: meditativ, meditative, meditatives, meditativem, meditativen, meditativer(, meditativere, meditativeres, meditativerem, meditativeren, meditativerer, meditativst, meditativste, meditativstes, meditativstem, meditativsten, meditativster)+FW+EW; Z.: me-d-i-da-t-iv
meditieren, nhd., V., (13. Jh.?): nhd. meditieren, nachdenken, nachsinnen, sich der Meditation widmen; ne. meditate; Vw.: -; Hw.: s. Meditation, meditativ; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. meditieren, sw. V., nachsinnen; lat. meditāri, V., nachdenken, nachsinnen, Bedacht nehmen, sinnen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. meditieren, fehlt DW, EWD s. u. meditieren, Duden s. u. meditieren; Son.: vgl. nndl. mediteren, V., meditieren; frz. méditer, V., meditieren; nschw. meditera, V., meditieren; nnorw. meditere, V., meditieren; poln. medytować, V., meditieren; lit. medituoti, V., meditieren; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nachdenken oder nachsinnen; BM.: messen; F.: meditieren, meditiere, meditierst, meditiert, meditierest, meditieret, meditierte, meditiertest, meditierten, meditiertet, ##meditiert, meditierte, meditiertes, meditiertem, meditierten, meditierter##, meditierend, ###meditierend, meditierende, meditierendes, meditierendem, meditierenden, meditierender###, meditier (!)+FW(+EW); Z.: me-d-it-ier-en
Medium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Medium, Mittel, Kommunikationsmittel, vermittelnde Gegebenheit; ne. medium; Vw.: -; Hw.: s. Medien; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. medium; E.: s. lat. medium, N., Mitte, innerer Raum, Mittelpunkt, Hälfte, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Medium, fehlt DW, EWD s. u. Medium, Duden s. u. Medium; Son.: vgl. nndl. medium, Sb., Medium; frz. médium, M., Medium; nschw. medium, N., Medium; nnorw. medium, N., Medium; poln. medium, Sb., Medium; nir. meán, M., Medium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche vermittelnde Gegebenheit; BM.: mitten; F.: Medium, Mediums, Medien+FW; Z.: Me-d-i-um
Medizin, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Medizin, Heilkunst, Arznei, Heilmittel; ne. medicine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. (ars) medicīna; E.: mhd. *medizine, F., „Medizin“; mnd. medicīne, medicīn, medecīn, F., Medizin, Arzneimittel; lat. medicīna, Arzneikunst, Heilkunst, Arznei, Heilmittel; vgl. lat. medērī, V., helfen, heilen (V.) (1), zu Hilfe kommen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Medizin, DW 12, 1838, EWD s. u. Medizin, Duden s. u. Medizin; Son.: vgl. nndl. medicijn, Sb., Medizin; frz. médecine, F., Medizin; nschw. medicin, Sb., Medizin; nnorw. medisin, M., Medizin; poln. medycyna, F., Medizin; kymr. meddygaeth, F., Medizin; lit. medicina, F., Medizin; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen schon in der Steinzeit in einfacher Form und in den Hochkulturen des Altertums systematisch in Richtung auf Wissenschaft gesammelte und verwendete Wissen von dem gesunden und kranken Organismus des Menschen und von seinen Krankheiten und deren Verhütung und Heilung (Heilkunst) oder für ein dafür hilfreiches Heilmittel; BM.: messen; F.: Medizin, Medizinen+FW(+EW); Z.: Me-d-iz-in
$Mediziner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mediziner; E.: s. Medizin, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Medizin, fehlt DW, EWD s. u. Medizin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Medizin und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in dem Wissen oder in der Wissenschaft Medizin ausgebildeten Menschen (Arzt); F.: Mediziner, Mediziners, Medizinern+FW+EW; Z.: Me-d-iz-in-er
$medizinisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. medizinisch, Medizin betreffend; E.: s. Medizin, s. isch; L.: Kluge s. u. Medizin, fehlt DW, EWD s. u. Medizin, DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Medizin und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Medizin betreffend; F.: medizinisch, medizinische, medizinisches, medizinischem, medizinischen, medizinischer+FW+EW; Z.: me-d-iz-in-isch
Meduse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Meduse, Qualle, schreckliche Frauengestalt; ne. jellyfish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. Μέδουσα (Médusa); E.: s. gr. Μέδουσα (Médusa), F.=PN, Medusa; vgl. gr. μέδειν (médein), V., darauf bedacht sein (V.), schalten und walten; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705; s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Meduse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches in dem Meer lebendes aus einer gallertartigen Substanz bestehendes glockenförmiges bis schirmförmiges frei schwimmendes Nesseltier mit langen Tentakeln (Qualle) und übertragen (Adj.) eine schreckliche Frauengestalt; BM.: messen; F.: Meduse, Medusen+FW; Z.: Me-d-us-e
Meer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Meer, See (F.); ne. sea, mere (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mer, st. N., Meer; mnd. mēr (3), mere, mēre, mer, meer, st. N., großes Wasser, stehendes Gewässer, Meer, See (F.); mnl. mere, meer, F., N., See (F.), Meer; ahd. meri, st. M. (ja), st. N. (i?, ja?), Meer, See (F.), irdische Welt; as. mėri, st. F. (i), Meer, See (F.); anfrk. meri, N., Wasser, Meer; germ. *mari-, *mariz, st. N. (i), Meer, Wasser; germ. *marī-, *marīn, sw. F. (n), Meer, Wasser; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meer, Kluge s. u. Meer, DW 12, 1838, EWD s. u. Meer, EWAhd 6, 323, Falk/Torp 312, Duden s. u. Meer, Bluhme s. u. Meer; Son.: vgl. afries. mere, st. N. (i), Meer; ae. mėre, st. M. (i), Meer, See (M.), See (F.), Teich, Zisterne; an. marr (1), st. M. (i), See (F.); got. marei, sw. F. (n), Meer; nndl. meer, Sb., Meer; nschw. mar…, Präf., Meer…; kymr. môr, M., Meer; air. muir, M., N., Meer; ksl. morje, Sb., Meer; lit. mãrės, F. Pl., Meer; osset. mal, Sb., tiefes, stehendes Gewässer; apreuß. mary, Sb., Haff; polab. maráy, Sb., Meer; GB.: (meri) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche und damit schon vormenschliche sich weithin ausdehnende und das Festland umgebende Salzwassermasse der Erde (rund 71 Prozent der Erdoberfläche wobei mehr als 31 Prozent zwischen 4000 und 5000 Meter tief sind); BM.: ?; F.: Meer, Meeres, Meers, Meere, Meeren+EW; Z.: Meer
$Meerbusen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Meerbusen; E.: s. Meer, s. Busen; L.: Kluge s. u. Meerbusen, DW 12, 1845, EWD s. u. Busen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Meer und Busen gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche größere Bucht in einem Meer; F.: Meerbusen, Meerbusens+EW; Z.: Meer—bu-s-en
$Meerenge, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Meerenge; E.: s. Meer, s. Enge; L.: DW 12, 1846, EWD s. u. Meer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Meer und Enge gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche enge Stelle zwischen zwei Meeren oder zwei Teilen eines Meeres wie beispielsweise die Straße von Gibraltar oder die Beringstraße oder die Straße von Malakka; F.: Meerenge, Meerengen+EW; Z.: Meer—eng-e
Meerkatze, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Meerkatze, ein Altweltaffe; ne. guenon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. merkatze, sw. F., Meerkatze; mhd. merekatze, merkatze, sw. F., Meerkatze; mnd. mērkatte, F., Meerkatze, langgeschwänzter Affe; mnl. meercatte, F., Meerkatze; ahd. merikazza*, merkazza, sw. F. (n), Meerkatze; Herkunft ungeklärt, aufgefasst als „über das Meer gekommene Katze“, dies ist aber eher unwahrscheinlich; vgl. ai. markáta-, M., Affe; L.: Kluge s. u. Meerkatze, DW 12, 1852, EWD s. u. Meer, EWAhd 6, 336, Duden s. u. Meerkatze; Son.: vgl. nndl. meerkatte, Sb., Meerkatze; nschw. markatta, Sb., Meerkatze; nnorw. marekatt, M., Meerkatze; lit. markata, F., Meerkatze; GB.:(merikazza*) 11. Jh. belegte und bisher nicht überzeugend erklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Affen mit lebhaft gezeichnetem Fell und rundlichem Kopf sowie langem Schwanz; BM.: ?; F.: Meerkatze, Meerkatzen+EW; Z.: Meerkatz-e
Meerrettich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Meerrettich, Kren; ne. horseradish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. merretich, st. M., Meerrettich, Sumpfrettich; mnd. merrēdik, merreddik, mirrēdik, marrēdik, marrich, merdek, M., Meerrettich, Kren; mnl. meerradic, meerredic, M., Meerrettich; ahd. meriratih*, meriretih*, merratih, meriratīh*, meriretih*, mērretih*, mērretīh*, st. M. (a?, i?), Meerrettich, Kren; as. mėrirēdih*, mėrirēdich, mėrirēdik*, st. M. (a?, i?), Meerrettich; wohl umgebildet aus lat. armoracea, F., Meerrettich, Kren, wilder Rettich, Ackersenf, (1. Jh. n. Chr.); gr. ἀρμορακία (armorakía), F., Meerrettich?, Kren?; weitere Herkunft unklar?; vielleicht aus dem Gallischen, vgl. gall. Aremorika „Land am Meer“, *are, Präp., vor; kelt. *mori, Sb., Meer; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meerrettig, Kluge s. u. Meerrettich, DW 12, 1856, EWD s. u. Meerrettich, EWAhd 6, 338, Duden s. u. Meerrettich; Son.: vgl. nndl. mierredik, mierik, Sb., Meerrettich; lett. mārrutks, Sb., Meerrettich (entlehnt aus dem Mittelniederdeutschen); GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und möglicherweise gallische sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche Pflanze mit einer fleischigen scharf und würzig schmeckenden Pfahlwurzel; BM.: ON?; F.: Meerrettich, Meerrettichs, Meerrettiche, Meerrettichen+EW; Z.: Meer-rett-ich
$Meerschaum, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Meerschaum; I.: Lüs. lat. spuma maris; E.: s. Meer, s. Schaum; L.: Kluge s. u. Meerschaum, DW 12, 1857, EWD s. u. Meer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Meer und Schaum gebildete Bezeichnung für Schaum (Gischt) auf dem Meere und ein seltenes von Menschen für Pfeifenköpfe verwendetes Magnesiumsilikat (Sepiolith); F.: Meerschaum, Meerschaums, Meerschaumes+EW; Z.: Meer—schau-m
$Meerschoß, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Meerschoß, Meerbusen, Bucht; E.: s. Meer, s. Schoß; L.: Kluge s. u. Meerbusen, DW 12, 1859 (Meerschosz); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Meer und Schoß gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Meerbusen oder eine Bucht; F.: Meerschoß, Meerschoßes, Meerschöße, Meerschößen+EW; Z.: Meer—scho-ß
$Meerschwein, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Meerschwein, Delphin; I.: Lüs. lat. delphinus porcus marinus; E.: s. Meer, s. Schwein; L.: DW 12, 1859, EWD s. u. Meer; GB.: seit 9. Jh. belegte und nach lat. porcus marinus gebildete Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen Delphin; F.: Meerschwein, Meerschweines, Meerschweins, Meerschweine, Meerschweinen+EW; Z.: Meer—schwei-n
$Meerschweinchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Meerschweinchen; E.: s. Meer, s. Schweinchen; L.: Kluge s. u. Meerschweinchen, fehlt DW, EWD s. u. Meer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Meer und Schweinchen gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches kleineres aus den Anden stammendes und dort in großer Zahl verzehrtes sowie wohl wegen seiner Herkunft jenseits des Meeres und seinen Quieklauten als Meerschweinchen benanntes Nagetier; F.: Meerschweinchen, Meerschweinchens+EW; Z.: Meer—schwei-n—chen
Meeting, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Meeting, Treffen, Zusammenkunft; ne. meeting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. meeting; E.: s. ne. meeting, N., Meeting, Treffen; vgl. ne. meet, V., treffen; ae. mœ̄tan, mētan (2), sw. V. (1), begegnen, treffen, finden, stoßen auf; germ. *mōtjan, sw. V., begegnen, treffen; idg. *mōd-?, *məd-?, V., begegnen, kommen, Pokorny 746 (1251/116) (RB. idg. aus arm., germ.); L.: Kluge s. u. Meeting, fehlt DW, EWD s. u. Meeting, Duden s. u. Meeting; Son.: vgl. nndl. meeting, Sb., Meeting; frz. meeting, M., Meeting; ndän. meeting, Sb., Meeting; nschw. möte, N., Meeting; nnorw. møte, N., Treffen; poln. mityng, M., Meeting; lit. mitingas, M., Meeting; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Treffen oder eine Zusammenkunft von Menschen; BM.: begegnen; F.: Meeting, Meetings+FW; Z.: Meet-ing
mega…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. mega..., Million..., besonders groß; ne. mega…; Vw.: s. -lith, -phon; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: s. gr. μέγας (mégas), μέγα (méga), μεγάλη (megálē), Adj., groß, erwachsen (Adj.), hoch, schlank; s. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. mega-, DW, EWD s. u. mega-, Duden s. u. mega-; Son.: s. Megabyte, Megalith, Megaphon, Megawatt; vgl. nndl. mega…, Präf., mega…; frz. méga…, Präf., mega…; nschw. mega…, Präf., mega…; nnorw. mega…, Präf., mega…; poln. mega…, Präf., mega…; kymr. mega…, Präf., mega…; nir. meigi..., Präf., mega…; lit. mega…, Präf., mega…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für besonders groß verwendete Bezeichnung; BM.: groß; F.: mega…+FW; Z.: meg-a
Megalith, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Megalith, vorgeschichtlicher Riesensteinblock, großer Steinblock; ne. megalith; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέγας (mégas), μέγα (méga), μεγάλη (megálē), Adj., groß, erwachsen (Adj.), hoch, schlank; s. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Duden s. u. Megalith; Son.: vgl. nndl. megaliet, Sb., Megalith; frz. mégalithe, M., Megalith; nschw. metalit, Sb., Megalith; nnorw. megalitt, M., Megalith; kymr. megalith, M., Megalith; nir. meigiliot, M., Megalith; poln. megalit, M., Megalith; lit. megalitas, M., Megalith; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen ab der Jungsteinzeit (4000 v.Chr.) vielfach Gletscherablagerungen entnommenen als Monument oder für Grabanlagen verwendeten großen Steinblock; BM.: groß, Stein; F.: Meg-a—lith
Megaphon, Megafon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Megaphon, ein Sprachrohr; ne. megaphone; Vw.: -; Hw.: s. Mikrophon; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέγας (mégas), μέγα (méga), μεγάλη (megálē), Adj., groß, erwachsen (Adj.), hoch, schlank; s. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Megaphon; Son.: vgl. nndl. megafoon, Sb., Megaphon; frz. mégaphone, M., Megaphon; nschw. megafon, Sb., Megaphon; nnorw. megafon, M., Megaphon; kymr. megaffon, M., Megaphon; nir. meigeafón, M., Megaphon; poln. megafon, M., Megaphon; lit. megafonas, M., Megaphon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen (wie Samuel Morland 1670) entwickeltes und anfangs aus einem einfachen Trichter aus Glas oder Eisen bestehendes sowie später die Elektrizität zu einer Verstärkung von Tönen verwendendes Sprachrohr zu einer Lautverstärkung; BM.: groß, Stimme; F.: Megaphon, Megaphons, Megaphone, Megaphonen, Megafon, Megafons, Megafone, Megafonen+FW; Z.: Meg-a—pho-n
Mehl, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Mehl, gemahlenes Getreide, Getreidepulver; ne. flour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. mël, st. N., Mehl, Staub, Erde, Kehricht, ungelöschter Kalk; mnd. mēl (2), meel, mehel, mēle, N., Mehl, Getreidemehl; mnl. mele, N., Mehl; ahd. melo, st. N. (wa), Mehl, Schrot, Staub, Opfermehl; as. melo*, st. N. (wa), Mehl; anfrk. -; germ. *melwa-, *melwam, st. N. (a), Mehl; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mehl, Kluge s. u. Mehl, EWD s. u. Mehl, DW 12, 1864, EWAhd 6, 289, Falk/Torp 314, Seebold 345, Duden s. u. Mehl, Bluhme s. u. Mehl; Son.: vgl. afries. mele, mel, st. N. (a), Mehl; nnordfries. meel, mal; ae. melu, meolo, st. N. (a), Mehl; an. mjǫl, st. N. (a), Mehl; got. -; nndl. meel, Sb., Mehl; ne. meal, N., Mahlzeit, Schrot; nschw. mjöl, N., Mehl; nnorw. mel, N., Mehl; alb. miell, Sb., Mehl; air. kymr. blawd, M., Mehl; lit. mìltai, M. Pl., Mehl; wruss. molotъ, M., Mischmehl; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit vielleicht 6000 Jahren durch Mahlen oder Zerreiben von Getreidekörnern zwischen Mahlsteinen oder in Mühlen hergestelltes Getreidepulver oder pulverförmiges Nahrungsmittel; BM.: mahlen; F.: Mehl, Mehles, Mehls, Mehle, Mehlen+EW; Z.: Mehl
$mehlig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mehlig, Mehl betreffend; E.: s. Mehl, s. ig; L.: Kluge s. u. Mehl, DW 12, 1868 (mehlicht), EWD s. u. Mehl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mehl und ig gebildete Bezeichnung für Mehl betreffend; F.: mehlig, mehlige, mehliges, mehligem, mehligen, mehliger(, mehligere, mehligeres, mehligerem, mehligeren, mehligerer, mehligst, mehligste, mehligstes, mehligstem, mehligsten, mehligster)+EW; Z.: mehl-ig
Mehltau, Meltau, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mehltau, Meltau, weißlicher Schimmelüberzug der Pflanzen befällt und sie zerstört; ne. mildew; Vw.: -; Hw.: s. Tau (1); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. miltou, st. N., Meltau, (Mehltau)?; mnd. mēldouw, mēldouwe, mēledouw*?, M., Meltau, Mehltau?; ahd. militou, st. N. (wa), Mehltau, Meltau, Getreidebrand; as. milidou, st. M.? (wa), st. N.? (wa), Meltau, Rost (M.) (2); anfrk. -; germ. *melitdawwa-, *melitdawwaz, st. M. (a), Mehltau?, Meltau; s. idg. *melit, N., Honig, Pokorny 723; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *dʰeu- (1), V., laufen, rinnen, Pokorny 259 (393/41) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., kelt.?, germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Mehltau, Kluge s. u. Mehltau, DW 12, 1870? (Meltau), EWD s. u. Mehltau, EWAhd 6, 419, Duden s. u. Mehltau; Son.: vgl. afries. -; ae. meledéaw, mildéaw st. M. (a), st. N. (a), Honigtau, Nektar; an. -; got. -; nndl. meeldauw, Sb., Mehltau; nschw. mjöldagg, Sb., Mehltau; nnorw. mjøldogg, M., Mehltau; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen von verschiedenen winzigen Pilzen verursachten Pflanzen zerstörenden weißen Schimmelüberzug; BM.: mahlen, rinnen; F.: Mehltau, Mehltaus, Meltau, Meltaus+EW; Z.: Mehl-tau
mehr, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. mehr; ne. more; Vw.: -; Hw.: s. mehren, immer; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mēr, Adj., größere, bedeutendere; mnd. mēr (1), mē, Adj., mehr, größere, zahlreichere; mnl. mere, meer, Adv., mehr; ahd. mēro, mēra, Adj., mehr, größere, höhere, bessere, stärkere, bedeutendere, umfassendere, zahlreichere, ausgedehntere, intensivere, höherstehend, vornehmere, ältere; ahd. mēr, N. (indekl.), Adj., mehr, größere, bessere, weitere, stärkere, schnellere, zahlreichere, ferner, lieber; as. mêr, Adj., Adv., mehr, ferner; anfrk. mēro*, Adj., mehr, größere; germ. *maizōn, *maizōn, *maiza-, *maizan, Adj., mehr, größere; idg. *mēi̯es, *məi̯es, *məis, Adj., größere, mehr, Pokorny 704; vgl. idg. *mē- (4), *mō-, *meh₂-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. mehr, Kluge s. u. mehr, DW 12, 1870, EWD s. u. mehr, EWAhd 6, 317, Falk/Torp 300, Heidermanns 398, Duden s. u. mehr, Bluhme s. u. mehr; Son.: vgl. afries. mâra, Adj. (Komp.), größere; ae. māra, mǣra, Adv., mehr, größere, stärker; an. meiri, Adj., mehr, größere; got. maiza, Adj. (Komp.), größere; nndl. meer, Adj., mehr; nschw. mer, mera, Adv., mehr; nnorw. mer, Adv., mehr; osk. mais, Adj., mehr; kymr. mwy, Adj., mehr; air. mó, Adj., mehr; apreuß. muisieson, Adj. (Komp.), größer; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches über ein bestimmtes Maß hinausgehend oder größer; BM.: groß; F.: mehr+EW; Z.: meh-r
$mehrdeutig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mehrdeutig, mehrere Bedeutungen habend; E.: s. mehr, s. deutig; L.: Kluge s. u. deuten, DW 12, 1889; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus mehr und deutig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches mehrere Bedeutungen habend; F.: mehrdeutig, mehrdeutige, mehrdeutiges, mehrdeutigem, mehrdeutigen, mehrdeutiger(, mehrdeutigere, mehrdeutigeres, mehrdeutigerem, mehrdeutigeren, mehrdeutigerer, mehrdeutigst, mehrdeutigste, mehrdeutigstes, mehrdeutigstem, mehrdeutigsten, mehrdeutigster)+EW; Z.: meh-r—deu-t-en
mehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mehren, mehr machen, vermehren; ne. augment, enhance; Vw.: -; Hw.: s. mehr; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. mēren, sw. V., mehren, vergrößern, vermehren, stärken, verstärken, ausbreiten, hinzufügen, zufügen, fördern, steigern; mnd. mēren (1), sw. V., mehren, vermehren, verstärken, vergrößern, steigern, erweitern; mnl. meren, sw. V., mehren; ahd. mērēn*, sw. V. (3), mehren, hervorragen; ahd. mērōn, sw. V. (2), mehren, vermehren, erweitern; as. mêron*, sw. V. (2), mehren; anfrk. -; germ. *maizēn, *maizǣn, sw. V., größer sein (V.), mehr sein (V.); germ. *maizōn, sw. V., vermehren, vergrößern; s. idg. *mēi̯es, *məi̯əs, *məis, Adj., größer, mehr, Pokorny 704; vgl. idg. *mē- (4), *mō-, *meh₂-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. mehr, DW 12, 1889, EWD s. u. mehr, EWAhd 6, 321, Heidermanns 398, Duden s. u. mehren; Son.: vgl. afries. māria, sw. V., sich vermehren, sich vergrößern; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Leben mögliches mehr machen oder vermehren; BM.: groß; F.: mehren, mehre, mehrst, mehrt, mehrest, mehret, mehrte, mehrtest, mehrten, mehrtet, gemehrt, ##gemehrt, gemehrte, gemehrtes, gemehrtem, gemehrten, gemehrter##, mehrend, ###mehrend, mehrende, mehrendes, mehrendem, mehrenden, mehrender###, mehr+EW; Z.: meh-r-en
$mehrfach, nhd., Adj., Adv.. (18. Jh.): nhd. mehrfach, mehrmalig; Q.: um 1800; E.: s. mehr, s. fach; L.: DW 12, 1889, EWD s. u. mehr; GB.: seit um 1800 belegte und aus mehr und fach gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches mehrmalig; F.: mehrfach, mehrfache, mehrfaches, mehrfachem, mehrfachen, mehrfacher+EW; Z.: meh-r—fach
$Mehrheit, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Mehrheit; E.: s. mehr, s. heit; L.: DW 12, 1896, EWD s. u. mehr; GB.: seit um 1000 (mêrheite unde minnerheite) belegte und aus mehr und heit gebildete Bezeichnung für den größeren Teil einer Menge an Menschen oder anderen Gegebenheiten; F.: Mehrheit, Mehrheiten+EW; Z.: Meh-r—hei-t
$mehrstimmig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mehrstimmig, mehr als eine Stimme betreffend; E.: s. mehr, s. stimmig; L.: DW 12, 1897, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mehr und stimmig gebildete Bezeichnung für mehr als eine Stimme betreffend; F.: mehrstimmig, mehrstimmige, mehrstimmiges, mehrstimmigem, mehrstimmigen, mehrstimmiger+EW; Z.: meh-r—stimm-ig
$Mehrzahl, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mehrzahl, Plural; Q.: um 1800; E.: s. mehr, s. Zahl; seit um 1800 belegte und aus mehr und Zahl gebildete Bezeichnung einer sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche größere Zahl (Plural) in Gegensatz zu Einzahl (Singular); L.: DW 12, 1897, EWD s. u. Plural; F.: Mehrzahl, Mehrzahlen+EW; Z.: Meh-r—zah-l
meiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. meiden, vermeiden, ausweichen; ne. avoid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. mīden, st. V., meiden, verlassen (V.), unterlassen (V.), sich enthalten (refl.); mnd. mīden (1), st. V., sw. V., meiden, sich zurückziehen, vermeiden, einen Bogen um jemanden machen; mnl. miden, st. V., sw. V., meiden; ahd. mīdan, st. V. (1a), meiden, scheuen, ausweichen, verbergen, vermeiden, fliehen, entfliehen, umgehen, unterlassen (V.), verschonen, Abstand nehmen, nicht tun; as. mīthan, st. V. (1a), meiden, unterlassen (V.), verheimlichen; anfrk. *mīthan?, st. V. (1), meiden; germ. *meiþan, st. V., meiden; idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. meiden, Kluge s. u. meiden, DW 12, 1899, EWD s. u. meiden, EWAhd 6, 398, Falk/Torp 321, Seebold 348, Duden s. u. meiden, Bluhme s. u. meiden; Son.: vgl. afries. *mītha, st. V. (1), meiden; ae. mīþan, st. V. (1), verbergen, bewahren, heucheln, sich verbergen, meiden; an. -; got. -; nndl. mijden, V., meiden; ai. méthati, V., paart sich, trifft; lat. mūtāre, V., ändern, verändern, sich ändern, sich bewegen, bewegen; lit. mitêt, V., unterlassen (V.); ksl. mitě, Adj., abwechselnd; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vermeiden oder ausweichen; BM.: wechseln; F.: meiden, meide, meidest, meidet, mied, miedest, miedst, mieden, miedet, gemieden, ##gemieden, gemiedene, gemiedenes, gemiedenem, gemiedenen, gemiedener##, meidend, ###meidend, meidende, meidendes, meidendem, meidenden, meidender###, meid (!)+EW; Z.: mei-d-en
Meier, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Meier, Verwalter; ne. steward; Vw.: s. Bieder-; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. meier, meiger, st. M., Meier, Oberbauer, Amtmann, Haushälter; mnd. meier (1), meyer, meyger, meygger, meiger, meger, megger, M., Meier, Amtmann, Gutsverwalter oder Inhaber eines grundherrlichen Hofes, Haushälter; mnl. meyer, M., Meier; ahd. meior, meiur, meiger*, st. M. (a?, i?), Meier, Verwalter, Wirtschaftsverwalter, Gutsverwalter, Vorsteher, Bewirtschafter eines Hofes, Bewirtschafter eines Gutes, Aufseher, Vogt, Pächter; as. meier*, st. M. (a), Meier, Verwalter; anfrk. -; germ. *meiur, M., Meier, Verwalter?; verkürzt von māiōr domūs, M., Vorsteher der Dienerschaft eines Hauses; lat. māior, Adj. (Komp.), größer; vgl. lat. māgnus, Adj., groß; vgl. idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meier, Kluge s. u. Meier, DW 12, 1902, EWAhd 6, 252, Duden s. u. Meier, Bluhme s. u. Meier; Son.: vgl. afries. meier, M., Meier, Verwalter; ae. -; an. -; got. -; nschw. mejeri, Sb., Molkerei, Meierei; nnorw. meieri, N., Meierei, Molkerei; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (einen Größeren oder) den Verwalter eines Fronhofs oder Fronhofs; BM.: groß; F.: Meier, Meiers, Meiern+FW; Z.: Mei-er
$meiern, nhd., sw. V., (14. Jh?): nhd. meiern, Meier sein (V.); E.: s. Meier, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. gelackmeiert, DW 12, 1906; GB.: vielleicht seit 1348 belegte und aus Meier und (e)n gebildete Bezeichnung für Meier sein (V.) oder machen; F.: meiern, meiere, meier (!), meierst, meiert, meierte, meiertest, meierten, meiertet, gemeiert, ##gemeiert, gemeierte, gemeiertes, gemeiertem, gemeierten, gemeierter##, meiernd, ###meiernd, meierndes, meierndem, meiernden, meiernder###, meier (!)+EW; Z.: mei-er-n
Meile, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Meile, ein Längenmaß; ne. mile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. mīle, mīl, st. F., Meile; mnd. mīle (1), F., Meile, ein Längenmaß, Stunde?; mnl. mile, M., Meile; ahd. mīla, milla, st. F. (ō), Meile, Tausend; as. -; anfrk. -; germ. *milja, F., Meile; s. lat. miliarium, mīlia, F., Meile; lat. mīlle passum, N., tausend Doppelschritte; lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Meile, Kluge s. u. Meile, DW 12, 1907, EWD s. u. Meile, EWAhd 6, 416, Duden s. u. Meile, Bluhme s. u. Meile; Son.: vgl. afries. -; ae. mīl (1), st. F. (ō), Meile; an. -; got. -; nndl. mijl, Sb., Meile; nschw. mil, Sb., Meile; nnorw. mil, M., F., Meile; poln. mila, F., Meile; nir. míle, M., Meile; lit. mylia, F., Meile; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen (in Rom) als Längenmaß von Wegen oder Entfernungen entwickelte und verwendete Einheit von tausend Doppelschritten oder 1609,34 Metern; BM.: tausend Doppelschritte; F.: Meile, Meilen+FW; Z.: Mei-l-e
Meiler, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Meiler, Kohlenmeiler, Kernreaktor; ne. charcoal pile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. meiler, M., Meiler; mnd. mīlære*, mīler, M., Meiler, Kohlenmeiler; mnd. mīle (2), F., Meiler, Kohlenmeiler; s. lat. mīliārius (1), Adj., Tausend in sich begreifend, tausend Schritte enthaltend. (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Meiler, DW 12, 1911, EWD s. u. Meiler, Duden s. u. Meiler; Son.: vgl. nndl. meiler, Sb., Meiler; nschw. mila, Sb., Meiler; nnorw. mile, M., Meiler; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh.) belegte Bezeichnung für einen von Menschen rund aufgeschichteten und mit Erde und Rasenstücken gegen Sauerstoff der Luft abgedeckten Stapel von (tausend) Holzscheiten aus denen durch langsames Verschwelen Holzkohle entsteht; BM.: tausend Stück; F.: Meiler, Meilers, Meilern+FW(+EW); Z.: Mei-l-er
mein (1), nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. mein (Poss.-Pron.); ne. mine (Pron.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. mīn (1), Poss.-Pron., mein; mnd. mīn (2), mīne, mīneme, memme, mīme, Poss.-Pron., mein; mnl. mijn, Poss.-Pron., mein; ahd. mīn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); as. mīn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); anfrk. mīn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); germ. *mīna-, *mīnaz, Poss.-Pron., mein; vgl. idg. *me- (1), Pron., meiner, mir, mich, Pokorny 702 (1162/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mein, Kluge s. u. mein, EWD s. u. mein, DW 12, 1912, EWAhd 6, 444, Falk/Torp 300, Duden s. u. mein, Bluhme s. u. mein; Son.: Poss.-Pron.; vgl. afries. mīn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); saterl. min, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); ae. mīn, Poss.-Pron. (1. Pers. Sg.), mein (Poss.-Pron.); an. mīnn, minn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); got. meins, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); nndl. mijn, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); nschw. min, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); nnorw. min, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); lit. mano, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); lat. meus, Poss.-Pron., mein (Poss.-Pron.); GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung personaler Zuordnung (Possessivpronomen) zu dem Sprecher oder sich selbst (neben dein und sein); BM.: ?; F.: mein, meine, meines, meinem, meinen, meiner+EW; Z.: mei-n
mein (2), nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. mein (Adj.), verbrecherisch, falsch, schändlich, schlecht; ne. mean (Adj.), false (Adj.), unjust; Vw.: s. ge-, -eid; Hw.: -; Q.: Ende 9. Jh. (Lorscher Beichte); I.: Lw.-; E.: mhd. mein (1), meine, Adj., „mein“ (Adj.), falsch, betrügerisch; mnd. mēn (1), mein, Adj., falsch, betrügerisch; mnl. mein, Adj., falsch; ahd. mein* (1), Adj., falsch, unrecht; as. -; anfrk. mein..., Präf., mein...; germ. *maina-, *mainaz, Adj., falsch, schändlich; vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 12, 1912, EWAhd 6, 240; Son.: vgl. afries. mên (2), Adj., falsch; ae. mǣne (2), Adj., falsch, gemein, schlecht; ae. mān (2), Adj., schlecht, böse; an. meinn, Adj., schädlich, schlecht; got. -; GB.: seit Ende 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und des Rechtes mögliches verbrecherisch oder falsch oder schändlich oder schlecht; BM.: täuschen; F.: mein, meine, meines, meinem, meinen (!), meiner (!) (, meinere, meineres, meinerem, meineren, meinerer, meinste, meinstes, meinstem, meinsten, meinster)+EW; Z.: mei-n
Meineid, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Meineid, falscher Eid; ne. perjury; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. meineit, st. M., Meineid; mnd. mēnēt, meineit, meynet, mēnhet, mēnheit, M., Meineid, wissentlicher Falscheid; mnl. meineet, M., Meineid; ahd. meineid*, st. M. (a), Meineid, Falscheid; as. mênêth, st. M. (a), Meineid; germ. *mainaiþa-, *mainaiþaz, st. M. (a), Meineid; vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710; s. idg. *ai- (5), *oi-, Sb., bedeutsame Rede (?), Pokorny 11?; idg. *oito-, Sb., Weg, Pokorny 293; idg. *eidʰ-, V., gehen, Pokorny 295; idg. *ei- (1), *h₁ei-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meineid, Kluge s. u. Meineid, DW 12, 1922, EWD s. u. Meineid, EWAhd 6, 240, Falk/Torp 319, Duden s. u. Meineid; Son.: vgl. afries. mênêth, st. M. (a), Meineid; ae. mānāþ, st. M. (a), Meineid, falscher Eid; an. meineiðr, st. M. (a), Meineid; got. -; nndl. meineed, Sb., Meineid; nschw. mened, Sb., Meineid; nnorw. mened, M., Meineid; ai. menā̆-, Sb., Wechsel, Tausch; lit. maĩnas, Sb., Wechsel, Tasch; ksl. měna, F., Wechsel, Tausch; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht sowie Eiden möglichen Eid mit dem vorsätzlich (wissentlich und willentlich) etwas Unwahres beschworen wird; BM.: täuschen, gehen; F.: Meineid, Meineids, Meineides, Meineide, Meineiden+EW; Z.: Mei-n—ei-d
$meineidig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. meineidig, einen Meineid betreffend; E.: s. Meineid, s. ig; L.: Kluge s. u. Meineid, DW 12, 1912, EWD s. u. Meineid; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Meineid und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht sowie Eiden mögliches einen Meineid betreffend; F.: meineidig, meineidige, meineidiges, meineidigem, meineidiger+EW; Z.: mei-n—ei-d-ig
meinen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. meinen (V.) (1), Ansicht haben, glauben, äußern; ne. mean (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. meinen, sw. V., sinnen, denken, nachdenken, bedenken; mnd. mēnen, meinen, meynen, sw. V., meinen (V.) (1), glauben, der Meinung sein (V.), Gedanken auf etwas richten, zielen auf; mnl. menen, meinen, meenen, mienen, mēnen, sw. V., meinen, glauben, beabsichtigen; ahd. meinen (1), sw. V. (1a), meinen (V.) (1), glauben, vermuten, bedeuten, bezwecken, beabsichtigen, bezeichnen, im Sinn haben, deuten; as. mênian (1), sw. V. (1a), meinen (V.) (1), bedeuten, erwähnen, bezeichnen, verkünden; anfrk. *meinen?, sw. V., meinen (V.) (1); germ. *mainjan (1), sw. V., gesinnt sein (V.), meinen (V.) (1), erwähnen; vgl. idg. *meino-, Sb., Absicht, Meinung, Pokorny 714? (1186/51) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. meinen, Kluge s. u. meinen 1, DW 12, 1924, EWD s. u. meinen, EWAhd 6, 242, Falk/Torp 302, Duden s. u. meinen, Bluhme s. u. meinen; Son.: vgl. afries. mêna, sw. V. (1), meinen (V.) (1); saterl. mina, V., meinen (V.) (1); ae. mǣnan, sw. V. (1), meine (V.) (1)n, bedeuten, beabsichtigen, erwähnen, erzählen, erklären; an. -; got. -; nndl. menen, V., meinen (V.) (1); nschw. mena, V., meinen (V.) (1); nnorw. meine, V., meinen (V.) (1); lit. manyti, V., meinen; ksl. měniti, V., gedenken, meinen, glauben; GB.: um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches eine bestimmte Ansicht haben oder glauben; BM.: wechseln; F.: meinen, meine (!), meinst, meint, meinest, meinet, meinte, meintest, meinten, meintet, gemeint, ##gemeint, gemeinte, gemeintes, gemeintem, gemeinten, gemeinter##, meinend, ###meinend, meinende, meinendes, meinendem, meinenden, meinender###, mein (!)+EW; Z.: mei-n-en
meinen (2), nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. meinen (V.) (2), lieben, gernhaben; ne. love (V.); Vw.: -; Hw.: s. Minne?; Q.: 13. Jh.; E.: vielleicht s. nhd. Minne; L.: Kluge s. u. meinen 2, Duden s. u. meinen; GB.: jemanden sehr gernhaben; BM.: denken; F.: meinen (!), meine (!), meinst, meint, meinest, meinet, meinte, meintest, meinten, meintet, gemeint, ##gemeint, gemeinte, gemeintes, gemeintem, gemeinten, gemeinter##, meinend, ###meinend, meinende, meinendes, meinendem, meinenden, meinender###, mein (!)+EW; Z.: mein-en
$meinethalben, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. meinethalben, meinetwegen, meinetwillen; E.: s. mein, s. et, s. halben; L.: Kluge s. u. meinethalben, DW 12, 1935; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus mein und et sowie halben gebildete Bezeichnung für meinetwegen oder meinetwillen; F.: meinethalben+EW; Z.: mei-n-et—hal-b-en
$meinetwegen, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. meinetwegen, meinethalben, meinetwillen; E.: seit 17. Jh. belegte und aus mein und et sowie wegen gebildete Bezeichnung für meinethalben oder meinetwillen; L.: Kluge s. u. meinethalben, DW 12, 1936; F.: meinetwegen+EW; Z.: mei-n-et—weg-en
$meinetwillen, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. meinetwillen, meinethalben, meinetwegen; L.: Kluge s. u. meinethalben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mein und et sowie willen gebildete Bezeichnung für meinethalben oder meinetwegen; F.: meinetwillen+EW; Z.: mei-n-et—will-l-en
$Meinung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Meinung, Ansicht, Überzeugung, Auffassung; E.: s. mein(en), s. ung; L.: Kluge 1. A. s. u. meinen, Kluge s. u. meinen 1; GB.: seit um 1000 belegte und aus mein(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Ansicht oder Überzeugung oder Auffassung; F.: Meinung, Meinungen+EW; Z.: Mei-n-ung
Meise, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Meise (F.) (1), ein Singvogel; ne. tit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. meise (2), sw. F., Meise (F.) (1); mnd. mēse (2), meise, F., Meise; mnl. mese, meese, F., Meise (F.) (1); ahd. meisa (1), sw. F. (n), Meise; as. mēsa, st. F., sw. F., Meise; anfrk. mēsa, F., Meise (F.) (1); germ. *maisō-, *maisōn, sw. F. (n), Meise (F.) (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Meise, Kluge s. u. Meise, DW 12, 194, EWD s. u. Meise, EWAhd 6, 258, Falk/Torp 302, Duden s. u. Meise, Bluhme s. u. Meise; Son.: vgl. afries. -; ae. māse, sw. F. (n), Meise; an. meisingr, st. M. (a), Meise; got. -; nndl. mees, Sb., Meise; nschw. mes, Sb., Meise; nnorw. meis, M., F., Meise; ? air. smólach, Sb., Drossel (F.) (1); GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleineren Singvogel mit spitzem Schnabel und verschiedenfarbigem Gefieder; BM.: ?; F.: Meise, Meisen+EW; Z.: Meis-e
Meißel (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Meißel (M.) (1), ein Werkzeug; ne. chisel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. meizel, st. M., Meißel (M.) (1), Penis, Abgerupftes; mnd. mēssel, meissel, mezel, meytzel, M., Meißel (M.) (1), Bicke, scharfes Eisen zum Abtrennen; ahd. meizil, st. M. (a)?, Meißel (M.) (1), Haueisen, Stemmeisen, mit einer Schneide versehenes Werkzeug zum Behauen oder Abtrennen; as. -; anfrk. -; germ. *maitila-, *maitilaz, st. M. (a), Meißel (M.) (1); vgl. idg. *mai- (1), *məi-, V., hauen, schnitzen, Pokorny 697 (1144/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Meiszel, Kluge s. u. Meißel 1, DW 12, 1984 (Meiszel), EWD s. u. Meißel, EWAhd 6, 275, Falk/Torp 320, Seebold 344, Duden s. u. Meißel, Bluhme s. u. Meissel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. meitill, st. M. (a), Meißel (M.) (1); got. -; vgl. nschw. mejsel, Sb., Meißel (M.) (1); nnorw. meisel, M., Meißel (M.) (1); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes keilartig zugespitztes Werkzeug aus Metall zu einer Bearbeitung von Stein oder Holz durch Schlagen; BM.: hauen; F.: Meißel, Meißels, Meißeln+EW; Z.: Mei-ß-el
Meißel (2), nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Meißel (M.) (2), Scharpie; ne. canvas; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. meizel, st. M., Abgerupftes; letztlich von der Sippe germ. *maitan, st. V., hauen, schneiden, abtrennen; idg. *mait-, V., hauen, verletzen, Pokorny 697; s. idg. *mai- (1), *məi-, V., hauen, schnitzen, Pokorny 697 (1144/9) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Meißel 2, Duden s. u. Meißel, DW 12, 1984ff.; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte zerzupfte Leinwand oder Scharpie; BM.: hauen; F.: Meißel, Meißels, Meißeln+EW; Z.: Mei-ß-el
$meißeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. meißeln, mit einem Meißel bearbeiten; E.: s. Meißel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Meißel 1, DW 12, 1985, EWD s. u. Meißel; GB.: (meizelen) seit 1313 belegte und aus Meißel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwickleung des Meißels mögliches mit einem Meißel bearbeiten; F.: meißeln, meißel (!), meißle, meißele, meißelst, meißelt, meißelte, meißeltest, meißelten, meißeltet, gemeißelt, ##gemeißelt, gemeißelte, gemeißeltes, gemeißeltem, gemeißelten, gemeißelter##, meißelnd, ###meißelnd, meißelnde, meißelndes, meißelndem, meißelnden, meißelnder###, meißel (!)+FW; Z.: mei-ß-el-n
meiste, nhd., Adj. (Superl.), (8. Jh.): nhd. meiste, besondere, größte, in der Mehrzahl der Fälle zutreffend; ne. most; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. meiste, meist, Adv., meistens, höchstens, möglichst, am meisten; mnd. mēst (1), meist, mērst, mēste, Adj. (Superl.), meiste, größte; mnl. meest, Adv., meist; ahd. meist, Adv., meist, besonders, höchst, am meisten, am höchsten, am größten, vor allem, hauptsächlich, sehr; ahd. meisto, Adj., meiste, größte, höchste, reichste, sehr wichtig; as. mêste, Adj. (Superl.), Adv. (Superl.), meiste, größte; anfrk. meisto*, meist*, Adj., meiste; germ. *maistō-, *maistōn, *maista-, *maistan, Adj., meiste, größte; idg. *mēi̯es, *məi̯es, *məis, Adj., größer, mehr, Pokorny 704; s. idg. *mē- (4), *mō-, meh₂-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. meist, Kluge s. u. meist, DW 12, 1947, EWD s. u. meist, EWAhd 6, 260, Falk/Torp 300, Duden s. u. meist, Bluhme s. u. meist; Son.: Adj. (Superl.); vgl. afries. mâst, Adj. (Superl.), meiste; ae. māst, mǣst, mest, Adj., meiste, größte; an. mestr, Adj., meiste, größte, beste; got. maists, Adj. (a), (Superl.), meiste, größte, höchste; nndl. mest, Adj., meist; nschw. mest, Adj., meist; nnorw. mest, Adj., meist; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für größte oder in der Mehrzahl der Fälle zutreffend; BM.: groß; F.: meiste, meist, meistes, meistem, meisten, meister (!)+EW; Z.: mei-st
Meister, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Meister, Könner, Vorstand; ne. master (M.); Vw.: s. Walt-, Wasen-; Hw.: s. Magister; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. meister, st. M., Lehrer, Magister, Schullehrer, Gelehrter, Rechtsgelehrter; mnd. mēster, mēister, meister, meyster, maister, M., Meister, Magister als akademischer Grad, Gelehrter, Weisheitslehrer; mnl. meester, meister, M., Meister; ahd. meistar, st. M. (a)?, Meister, Lehrer, Lehrmeister, Erzieher, Verkünder, Kirchenlehrer, Seelsorger; as. mêster, st. M. (a?), Meister, Lehrer; lat. magister, M., Lehrer, Meister, (3. Jh. v. Chr.); vgl. lat. magis, Adv., mehr; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meister, Kluge s. u. Meister, DW 12, 1952, EWD s. u. Meister, EWAhd 6, 261, Duden s. u. Meister, Bluhme s. u. Meister; Son.: vgl. afries. mâstere, mêstere, st. M. (a?), Meister; ae. mǣgester, māgister, st. M. (a), Meister, Lehrer; an. meistari, st. M. (a), Meister, Kenner, Lehrer; nndl. meester, Sb., Meister; frz. maître, M., Meister; nschw. mästare, Sb., Meister; nnorw. mester, M., Meister; poln. majster, M., Meister; kymr. meistr, M., Magister; nir. máistir, M., Magister, lit. meistras, M., Meister; GB.: (meistar) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Könner oder Lehrer oder nach der Arbeitsteilung möglichen Handwerker der seine Ausbildung mit der höchsten Prüfung abgeschlossen hat und einem bestimmten Arbeitsbereich vorsteht; BM.: groß; F.: Meister, Meisters, Meistern (!)+FW(+EW); Z.: Mei-st-er
$meisterhaft, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. meisterhaft, meisterlich, vorzüglich; E.: s. Meister, s. haft; L.: DW 12, 1968, EWD s. u. Meister, fehlt DRW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Meister und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Können mögliches meisterlich; F.: meisterhaft, meisterhafte, meisterhaftes, meisterhaftem, meisterhaften, meisterhafter(, meisterhaftere, meisterhafteres, meisterhafterem, meisterhafteren, meisterhafterer, meisterhaftest, meisterhafteste, meisterhaftestes, meisterhaftestem, meisterhaftesten, meisterhaftester)+FW+EW; Z.: mei-st-er—haf-t
$meisterlich, nhd., Adj., Adv., (9./10. Jh.): nhd. meisterlich, meisterhaft, vorzüglich; L.: EWD s. u. Meister; GB.: seit 9./10. Jh. (meistarlīhho*) belegte und aus Meister und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Können mögliches meisterhaft oder vorzüglich; F.: meisterlich, meisterliche, meisterliches, meisterlichem, meisterlichen, meisterlicher(, meisterlichere, meisterlicheres, meisterlicherem, meisterlicheren, meisterlicherer, meisterlichst, meisterlichste, meisterlichstes, meisterlichstem, meisterlichsten, meisterlichster)+FW+EW; Z.: mei-st-er—lich
$meistern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. meistern, Meister sein (V.), leiten, bewältigen, können; E.: s. Meister, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Meister, DW 12, 1974, EWD s. u. Meister; GB.: (meistarōn*) seit 9. Jh. belegte und aus Meister und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Können mögliches Meister sein (V.) oder leiten oder bewältigen oder können; F.: meistern, meistere, meister (!), meisterst, meistert, meisterte, meistertest, meisterten, meistertet, gemeistert, ##gemeistert, gemeisterte, gemeistertes, gemeistertem, gemeisterten, gemeisterter##, meisternd, ###meisternd, meisterndes, meisterndem, meisternden, meisternder###, meister (!)+FW+EW; Z.: mei-st-er-n
$Meisterschaft, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Meisterschaft, Gelehrsamkeit, Fertigkeit; E.: s. Meister, s. schaft; L.: Kluge s. u. Meister, EWD s. u. Meister; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. doctrina aus Meister und schaft gebildete Bezeichnung für seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Können mögliche Gelehrsamkeit oder Fertigkeit; F.: Meisterschaft, Meisterschaften+FW+EW; Z.: Mei-st-er—schaf-t
$Meisterstück, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Meisterstück, als Nachweis besonderen Könnens angefertigtes Werkstück; E.: s. Meister, s. Stück; L.: DW 12, 1281, EWD s. u. Meister; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. Vorbild aus Meister und Stück gebildete Bezeichnung für ein als Nachweis besonderen Könnens angefertigtes Werkstück; F.: Meisterstück, Meisterstückes, Meisterstücks, Meisterstücke, Meisterstücken+FW+EW; Z.: Mei-st-er—stü-ck
Meitnerium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Meitnerium, ein Edelmetall; ne. meinterium; Vw.: -; Hw-; Q.: 1997; I.: neoklassische Bildung; E.: nach der österreichisch-schwedischen Physikerin Lise Meitner (1878-1968); L.: Duden s. u. Meitnerium; Son.: vgl. nndl. meitnerium, Sb., Meitnerium; frz. meitnérium, M., Meitnerium; nschw. meitnerium, N., Meitnerium; nnorw. meitnerium, N., Meitnerium; kymr. meitneriwm, M., Meitnerium; nir. meitniriam, M., Meitnerium; poln. meitner, M., Meitnerium; lit. meitneris, M., Meitnerium; GB.: seit 1997 belegte Bezeichnung für ein früher Eka-Iridium und Unilennium genanntes und von Menschen erstmals 1988 durch den Beschuss von Bismut mit Eisen erzeugtes äußerst kurzlebiges radioaktives Edelmetall (Transactinoid, chemisches Element Nr. 109, abgekürzt Mt); BM.: PN; F.: Meitnerium, Meitneriums+FW; Z.: Meitn-er-i-um
Melancholie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Melancholie, Schwermütigkeit, Trübsinn; ne. melancholy (N.), melancholia; Vw.: -; Hw.: s. melancholisch; Q.: um 1340 (die Minneburg); E.: mhd. melancolīe, st. F., Melancholie, Schwermütigkeit; mnd. melancolīe, F., Melancholie, melancholisches Temperament, seelische Erkrankung, Schwermut, Dysthymie; lat. melancholia, F., Schwermut, Melancholie, (81-43 v. Chr.); gr. μελαγχολία (melancholía), F., Tiefsinn, Wahnsinn, Schwarzgalligkeit; vgl. gr. μέλᾶς (mélas), Adj., schwarzblau, dunkel, düster; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Melancholie, DW 12, 1988, EWD s. u. Melancholie, Duden s. u. Melancholie; Son.: vgl. nndl. melancholie, Sb., Melancholie; frz. mélancolie, F., Melancholie; nschw. melankoli, Sb., Melancholie; nnorw. melankoli, M., Melancholie; poln. melancholia, F., Melancholie; lit. melancholija, F., Melancholie; GB.: (melancolīe) seit Anfang 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schwermütigkeit oder Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit oder Depressivität oder Trübsinn von Menschen; BM.: dunkel, glänzen; F.: Melancholie, Melancholien+FW(+EW); Z.: Mel-an-chol-ie
$Melancholiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Melancholiker, schwermütiger Mensch, trübsinniger Mensch; E.: s. Melanchol(ie), s. ik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Melancholie, fehlt DW, EWD s. u. Melancholie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene oder aus Melanchol(ie) und iker gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen schwermütigen oder trübsinnigen Menschen; F.: Melancholiker, Melancholikers, Melancholikern+FW(+EW); Z.: Mel-an-chol-ik-er
melancholisch, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. melancholisch, schwermütig, trübsinnig, niedergedrückt; ne. melancholy (Adj.), melancholic; Vw.: -; Hw.: s. Melancholie; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. melancholicus; E.: s. lat. melancholicus, Adj., schwarzgallig, melancholisch, (81-43 v. Chr.); gr. μελαγχολικός (melancholikós), Adj., zum Tiefsinn geneigt, zur Raserei geneigt; vgl. gr. μέλας (mélas), Adj., schwarzblau, dunkel, düster; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. χολή (cholḗ), F., Galle (F.) (1), Zorn; idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, V., Adj., glänzen, schimmern, gelb, grau, grün, blau, Pokorny 429 (617/33) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Melancholie, EWD s. u. Melancholie, Duden s. u. melancholisch; Son.: vgl. nndl. melancholiek, Adj., melancholisch; frz. mélancolique, Adj., melancholisch; nschw. melankilisk, Adj., melancholisch; nnorw. melankolsk, Adj., melancholisch; poln. melancholijny, Adj., melancholisch; kymr. melancolaidd, Adj., melancholisch; lit. melancholiškas, Adj., melancholisch; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schwermütig oder trübsinnig oder niedergedrückt; BM.: dunkel, glänzen; F.: melancholisch, melancholische, melancholisches, melancholischem, melancholischen, melancholischer(, melancholischere, melancholischeres, melancholischerem, melancholischeren, melancholischerer, melancholischst, melancholischste, melancholischstes, melancholischstem, melancholischsten, melancholischster)+FW(+EW); Z.: mel-an-chol-isch
Melange, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Melange, Mischung, Gemisch; ne. melange; Vw.: -; Hw.: s. meliert; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mélange; E.: s. frz. mélange, M., Mischung; vgl. frz. mêler, V., mischen; afrz. mesler, V., mischen; frühroman. *misuclare, V., mischen, sich vermischen; vgl. lat. mīscere, V., mischen, vermischen, vermengen, verschmelzen; idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. Melange, fehlt DW, EWD s. u. meliert, Duden s. u. Melange; Son.: vgl. nndl. melange, Sb., Melange; nschw. melange, Sb., Melange; poln. melanż, M., Melange; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliche Mischung oder ein Gemisch; BM.: mischen; F.: Melange, Melangen+FW; Z.: Mel-ang-e
Melanin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Melanin, dunkler Farbstoff; ne. melanin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέλας (mélas), Adj., schwarzblau, dunkel, düster; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Melanin; Son.: vgl. nndl. melanine, Sb., Melanin; frz. mélanine, F., Melanin; nschw. melanin, N., Melanin; kymr. melanin, M., Melanin; nir. meilinin, M.?, Melanin; poln. melanina, F., Melanin; lit. melaninas, M., Melanin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1958 durch Lerner entdecktes bei Menschen in der Zirbeldrüse des Zwischenhirns aus Serotonin hergestelltes Hormon beziehungsweise für einen sachlich schon vormenschlichen dunklen Farbstoff in Haaren und Haut und Federn von Lebewesen; BM.: dunkel; F.: Melanin, Melanins, Melanine, Melaninen+FW; Z.: Mel-an-in
Melanom, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Melanom, bösartige Geschwulst; ne. melanoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. μελάνωμα (melánōma); E.: s. gr. μελάνωμα (melánōma), N., Geschwärztes; vgl. gr. μέλας (mélas), Adj., schwarzblau, dunkel, düster; vgl. idg. *mel- (6), *melə-, *melh₂-, Adj., Sb., V., dunkel, schmutzig, Schmutz, beschmutzen, Pokorny 720 (1196/61) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Melanom; Son.: vgl. nndl. melanoom, Sb., Melanin; frz. mélanome, M., Melanin; nschw. melanom, N., Melanom; kymr. melanoma, M., Melanom; poln. melanoma, F., Melanom; lit. melanoma, F., Melanom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit erkannte bösartige braune bis schwärzliche Geschwulst; BM.: dunkel; F.: Melanom, Melanoms, Melanomes, Melanome, Melanomen+FW(+EW?); Z.: Mel-an-om
Melasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Melasse, Zuckersirup; ne. molasses, treacle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mélasse; E.: s. frz. mélasse, F., Melasse; span. melaza, F., Melasse; vgl. lat. mel, N., Honig, (um 250-184 v. Chr.); idg. *melit, N., Honig, Pokorny 723; s. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Melasse, fehlt DW, EWD s. u. Melasse, Duden s. u. Melasse; Son.: vgl. nndl. melasse, Sb., Melasse; nschw. melass, Sb., Melasse; nnorw. melasse, M., Melasse; poln. melasa, F., Melasse; nir. mólas, M., Melasse; lit. melasa, F., Melasse; GB.: seit 18. Jh. aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den bei der von Menschen beispielsweise aus Zuckerrohr durchgeführten Zuckergewinnung anfallenden zähflüssigen braunen Rückstand; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: Melasse, Melassen+FW; Z.: Mel-as-s-e
Melchter, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Melchter, Melkkübel, hölzernes Milchgeschirr, Melkemer; ne. milking-pot; Vw.: -; Hw.: s. melken, melk; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. ahd. kuomelhtra, st. F. (ō), sw. F. (n), Melkeimer; ahd. melkan*, melcan*, st. V. (3b), melken; germ. *melkan, st. V., melken; idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Melchter, fehlt DW, Duden s. u. Melchter; GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten zunächst wohl hölzernen Melkeimer; BM.: abstreifen; F.: Melchter, Melchtern+EW?; Z.: Melch-t-er
Melde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Melde, Gartenmelde; ne. orache, melde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. melde, st. F., Melde (eine Pflanze); mnd. milde (3), F.?, Melden, Mitteilung; mnl. melde, F., Melde; ahd. melta, melda, st. F. (ō), sw. F. (n), Melde, Gartenmelde; ahd. malta, st. F. (ō), sw. F. (n), Melde, Schutt-Bingelkraut; as. maldia, melde*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Melde (eine Pflanze); anfrk. -; germ. *meldō, st. F. (ō), *meldō-, *meldōn, sw. F. (n), Melde (eine Pflanze); vgl. idg. *meldʰ-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Melde, Kluge s. u. Melde, DW 12, 1991, EWD s. u. Melde, EWAhd 6, 293, Falk/Torp 317, Duden s. u. Melde, Bluhme s. u. Melde; Son.: vgl. afries. -; saterl. meelde, F., Melde; ae. melde, sw. F. (n), Melde (eine Pflanze); an. -; got. -; nndl. melde, Sb., Melde; nschw. målla, Sb., Melde; GB.: (melta) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in vielen Arten vorkommende schon vormenschliche kleinere Pflanze mit spitz zulaufenden Blättern die an der Unterseite oft hell bestäubt sind; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: Melde, Melden+EW; Z.: Mel-d-e
melden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. melden, berichten, mitteilen; ne. report (V.), announce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. mëlden, sw. V., angeben, verraten, zeigen, ankündigen, nennen; mnd. melden, meylden, sw. V., melden, verraten (V.), angeben, aufdecken, offenbaren; mnl. melden, sw. V., verraten (V.), anzeigen, bekannt machen, mitteilen, berichten; ahd. meldōn*, sw. V. (2), „melden“, anzeigen, kundtun, offenbaren, verraten; ahd. meldēn, sw. V. (3), melden, anzeigen, verraten (V.), verleumden, offenbaren, kundtun, anklagen; as. meldon, sw. V. (2), melden; anfrk. -; germ. *melþōn, *meldōn, sw. V., angeben, verraten; vgl. idg. *meldʰ- (1), V., bitten, beten, sprechen, Pokorny 722? (1199/64) (RB. idg. aus arm., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. melden, Kluge s. u. melden, DW 12, 1991, EWD s. u. melden, EWAhd 6, 278, Falk/Torp 317, Duden s. u. melden, Bluhme s. u. melden; Son.: vgl. afries. *meldia, sw. V. (2), melden, sprechen?; ae. meldian, meldan, sw. V. (2, 1), melden, verkünden, anzeigen, erklären, anklagen; an. -; got. -; nndl. melden, V., melden; nnorw. melde, V., melden; ? gr. μολεῖν (molein), V. (Aor.), gehen, kommen; ? air. mellaid, V., betrügt; ? lit. mel̃sti, V., bitten, beten; ? tschech. mýlit, V., täuschen, irreführen; ? slowen. molíti, V., hinstrecken, hinhalten; heth. mald-, V., rezitieren, geloben; GB.: (meldēn) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches berichten oder mitteilen; BM.: sprechen; F.: melden (!), melde (!), meldest, meldet, meldete, meldetest, meldeten, meldetet, gemeldet, ##gemeldet, gemeldete, gemeldetes, gemeldetem, gemeldeten, gemeldeter##, meldend, ###meldend, meldende, meldendes, meldendem, meldenden, meldender###, meld (!)+EW; Z.: meld-en
$Melder, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Melder, Meldender, Anzeigender, Berichtender; E.: s. meld(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. melden, DW 12, 1995, EWD s. u. melden; GB.: (meldāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus meld(en) und er (Suff.) gebildete sowie vielleicht lateinisch beeinflusste Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Meldenden oder Anzeigenden oder Berichtenden oder ein Gerät; F.: Melder, Melders, Meldern+EW; Z.: Meld-er
$Meldung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Meldung, Mitteilung, Anzeige; E.: s. meld(en), s. ung; L.: Kluge s. u. melden, DW 12, 1995, EWD s. u. melden; GB.: seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und aus meld(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Mitteilung oder Anzeige; F.: Meldung, Meldungen+EW; Z.: Meld-ung
meliert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. meliert, gemischt, leicht ergraut; ne. greying (Adj.), mottled; Vw.: -; Hw.: s. Melange; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: frz. Lw.; E.: gebildet zu frz. mêler, V., mischen; afrz. mesler, V., mischen; frühroman. *misuclare, V., mischen, sich vermischen; vgl. lat. mīscere, V., mischen, vermischen, vermengen, verschmelzen; idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. meliert, fehlt DW, EWD s. u. meliert, Duden s. u. meliert; Son.: vgl. nndl. mêleren, V., melieren; nschw. melerad, Adj., meliert; nnorw. melert, Adj., meliert; poln. melanż, Adj., meliert; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen (aufgenommene und um)gebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gemischt oder leicht ergraut; BM.: mischen; F.: meliert, melierte, meliertes, meliertem, melierten, melierter+FW+EW; Z.: mel-ier-t
Melioration, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Melioration, Verbesserung (der Ertragsfähigkeit); ne. melioration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. meliōrātio; E.: s. lat. meliōrātio, F., Besserung, Verbesserung, Wertzuwachs, (367-553 n. Chr.); vgl. lat. melior, Adj. (Komp.), bessere, trefflichere, tüchtigere, vorzüglichere; idg. *mel- (4), Adj., stark, groß, Pokorny 720 (1194/59) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Melioration, Duden s. u. Melioration; Son.: vgl. poln. melioracja, F., Melioration; frz. amélioration, F., Verbesserung; lit. melioracija, F., Melioration; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Verbesserung (der Ertragsfähigkeit von landwirtschaftlichem oder fortwirtschaftlichem Boden); BM.: stark; F.: Melioration, Meliorationen+FW(+EW); Z.: Mel-ior-at-io-n
$meliorieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. meliorieren, bessern, verbessern; I.: Lw. lat. meliōrāre, frz. meliorer; E.: s. lat. meliōrāre, frz. meliorer; L.: fehlt DW, EWD s. u. Melioration; Son.: vgl. frz. meliorer, V., verbessern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bessern oder verbessern; F.: meliorieren, melioriere, meliorierst, melioriert, meliorierest, meliorieret, meliorierte, melioriertest, meliorierten, melioriertet, ##melioriert, meliorierte, melioriertes, melioriertem, meliorierten, meliorierter##, meliorierend, ###meliorierend, meliorierende, meliorierendes, meliorierendem, meliorierenden, meliorierender###, meliorier (!)+FW(+EW); Z.: mel-ior-ier-en
Melisse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Melisse, Bienenkraut, eine Pflanze; ne. melissa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: mhd. *melisse, F., Melisse; lat. melissa, F., Melisse; mnd. melisse, melissie, F., Melisse; mlat. melissa, F., Melisse; gekürzt aus gr. μελισσόφυλλον (mellissóphyllon), N., Bienenkraut; vgl. gr. μέλισσα (mélissa), F., Biene; idg. *melit-, N., Honig, Pokorny 723; s. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. φύλλον (phýllon), N., Blatt; idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Melisse, DW 12, 1996, EWD s. u. Melisse, Duden s. u. Melisse; Son.: vgl. nndl. melisse, Sb., Melisse; frz. mélisse, F., Melisse; nnorw. melisse, M., Melisse; poln. melisa, F., Melisse; nir. meilise, F., Melisse; lit. melisa, F., Melisse; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Menschen zu dem Heilen und Würzen verwendete bis zu 80 Zentimeter hohe Pflanze mit unscheinbaren weißen Blüten und über Öle zitronenähnlich duftenden Blättern; BM.: schlagen bzw. mahlen, blühen; F.: Melisse, Melissen+FW(+EW); Z.: Melis-s-e
melk, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. melk, milchgebend, Milch gebend; ne. giving (Adj.) milk; Vw.: -; Hw.: s. melken, Melchter; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. melch, Adj., milchgebend; mnd. melk (2), malk, Adj., „milch“, milchgebend; mnl. mecl, Adj., melk, milchgebend; ahd. melk* (1) melc*, Adj., milchgebend, trächtig, fruchtbar; as. -; anfrk. -; germ. *melka-, *melkaz, *meluka-, *melukaz, Adj., milchig, milchgebend; s. idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. melk, Kluge s. u. melk, DW 12, 1996, EWAhd 6, 281, Falk/Torp 315, Seebold 350, Heidermanns 408, Duden s. u. melk; Son.: vgl. afries. -; ae. meolc (1), Adj., milchig, milchgebend, melk; ae. milcen, meolcen, Adj., Milch...; ae. mylcen, Adj., Milch..., aus Milch hergestellt; an. mjōlkr, Adj., melk; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für milchgebend; BM.: abstreifen; F.: melk (!), melke (!), melkes (!), melkem (!), melken (!), melker (!)+EW; Z.: melk
melken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. melken, Milch gewinnen, Milch aus einem Euter herauspressen; ne. milk (V.); Vw.: -; Hw.: s. Melchter, melk, Molke, Molken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. melken, mëlchen, st. V., melken, Milch geben; mnd. melken, st. V., sw. V., milchen, melken, Milch entnehmen zum Geburtsnachweis, „melken“ der Bäume als Hexenwerk?, ausbeuten, ausnehmen; mnl. melken, V., melken; ahd. melkan*, melcan*, st. V. (3b), melken; as. -; anfrk. -; germ. *melkan, st. V., melken; idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. melken, Kluge s. u. melken, DW 12, 1997, EWD s. u. melken, EWAhd 6, 281, Falk/Torp 315, Seebold 350, Duden s. u. melken, Bluhme s. u. melken; Son.: vgl. afries. melka, st. V. (3b), melken; nnordfries. molke; ae. melcan, st. V. (3b), melken; ae. meolcan, st. V. (3b), melken; an. mjolka, sw. V., melken; got. -; nndl. melken, V., melken; nschw. mjölka, V., melken; nnorw. melke, V., melken; ai. mā́rṣṭi, V., reibt, wischt, reinigt; gr. ἀμέλγειν (amélgein), V., melken, saugen; lat. mulgēre, V., melken; mir. bligid, V., melken; lit. mélžti, V., melken; ksl. mlěsti, V., melken; toch. A mālk-, V., melken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Viehzucht dem Menschen mögliches Milch (von Tieren) gewinnen oder Milch aus einem Euter herauspressen; BM.: abstreifen; F.: melken, melke (!), melkst, melkt, melkest, melket, melkte, melktest, melkten, melktet, molk, molkst, molken, molkt, gemelkt, ##gemelkt, gemelkte, gemelktes, gemelktem, gemelkten, gemelkter##, gemolken, ##gemolken, gemolkene, gemolkenes, gemolkenem, gemolkenen, gemolkener##, melkend, ###melkend, melkende, melkendes, melkendem, melkenden, melkender###, melk (!)+EW; Z.: melk-en
$Melker, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Melker, Melkender; E.: s. melk(en), s. er; L.: Kluge s. u. melken, DW 12, 1999, EWD s. u. melken; GB.: seit um 1470 (melchærinne*) belegte und aus melk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der diesbezüglichen Arbeitsteilung möglichen Melkenden; F.: Melker, Melkers, Melkern (!)+EW; Z.: Melk-er
Melodie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Melodie, Tonfolge, Abfolge von Tönen; ne. melody; Vw.: -; Hw.: s. melodiös; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. mēlodīe, st. F., Melodie; mnd. melodīe, F., Melodie, Gesang, Musik; lat. melōdia, F., Gesang, Melodie, (40-102/103 n. Chr.); gr. μελῳδία (melōdía), F., Gesang, Lied; vgl. gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Melodie, DW 12, 2000, EWD s. u. Melodie, Duden s. u. Melodie; Son.: vgl. nndl. melodie, Sb., Melodie; frz. mélodie, F., Melodie; nschw. melodi, Sb., Melodie; nnorw. melodie, M., Melodie; poln. melodia, F., Melodie; kymr. melodi, F., Melodie; lit. melodija, F., Melodie; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche und als Vorbild vielleicht das Gezwitscher von Singvögeln verwendende singbare in sich geschlossene Tonfolge oder Abfolge von Tönen; BM.: fügen, singen; F.: Melodie, Melodien+FW+EW; Z.: Mel-o-d-ie
melodiös, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. melodiös, melodisch, wohlklingend; ne. melodious; Vw.: -; Hw.: s. Melodie; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. melōdiōsus; E.: s. mlat. melōdiōsus, Adj., melodisch, harmonisch; vgl. lat. melōdia, F., Gesang, Melodie, (40-102/103 n. Chr.); gr. μελῳδία (melōidía), F., Gesang, Lied; vgl. gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Melodie, fehlt DW, Duden s. u. melodiös; Son.: vgl. nndl. melodieus, Adj., melodiös; frz. mélodieux, Adj., melodiös; nschw. melodiös, Adj., melodiös; nnorw. melidiøs, Adj., melodiös; poln. melodyjny, Adj., melodiös; kymr. melodaidd, Adj., melodiös; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Musik mögliches wohlklingend; BM.: fügen, singen; F.: melodiös, melodiöse, melodiöses, melodiösem, melodiösen, melodiöser(, melodiösere, melodiöseres, melodiöserem, melodiöseren, melodiöserer, melodiösest, melodiöseste, melodiösestes, melodiösestem, melodiösesten, melodiösester)+FW(+EW); Z.: mel-o-d-i-ös
$melodisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. melodisch, melodiös, wohlklingend; E.: s. Melod(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Melodie, EWD s. u. Melodie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Melod(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Musik mögliches melodiös oder wohlklingend; F.: melodisch, melodische, melodisches, melodischem, melodischen, melodischer(, melodischere, melodischeres, melodischerem, melodischeren, melodischerer, melodischst, melodischste, melodischstes, melodischstem, melodischsten, melodischster)+FW+EW; Z.: mel-o-d-isch
Melodram, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Melodram, mit Pathos vorgetragenes Schauspiel; ne. melodrama; Vw.: -; Hw.: s. Melodrama; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mélodrame; E.: s. frz. mélodrame, M., Singspiel; gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); vgl. gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); frz. drame, M., Drama; lat. drāma, N., Drama, (um 310-394 n. Chr.); gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. Melodram, fehlt DW, Duden s. u. Melodram; Son.: vgl. nndl. meldorama, Sb., Melodrama; frz. mélodrame, M., Melodrama; nschw. melodram, Sb., Melodram; nnorw. melodrama, N., Melodrama; poln. melodramat, M., Melodrama; kymr. melodrama, M., F., Melodrama; nir. méaldráma, M., Melodrama; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und mit Pathos vorgetragenes sowie innere Konflikte und Gefühle berücksichtigendes Schauspiel; BM.: fügen, arbeiten; F.: Melodram, Melodrams, Melodramen+FW+EW; Z.: Mel-o-dra-m
Melodrama, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Melodrama, rührseliges Schauspiel; ne. melodrama; Vw.: -; Hw.: s. Melodram; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. melodramma; E.: s. it. melodramma, M., Melodram, Melodrama; gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); vgl. gr. μέλος (mélos), N., Glied, Lied; vgl. idg. *mel- (5), Sb., V., Glied, fügen, Pokorny 720 (1195/60) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., balt., toch.); lat. drāma, N., Drama, (um 310-394 n. Chr.); gr. δρᾶμα (drama), N., Tat, Handlung, Schauspiel; vgl. gr. δράν (drán), V., handeln, tun; idg. *derə-, *drā-, idg., V., arbeiten, Pokorny 212; L.: Kluge s. u. Melodram, Duden s. u. Melodrama; Son.: vgl. nndl. meldorama, Sb., Melodrama; frz. mélodrame, M., Melodrama; nnorw. melodrama, N., Melodrama; poln. melodramat, M., Melodrama; kymr. melodrama, M., F., Melodrama; nir. méaldráma, M., Melodrama; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und mit Pathos vorgetragenes sowie innere Konflikte und Gefühle bis zu Rührseligkeit berücksichtigendes Schauspiel; BM.: fügen, arbeiten; F.: Melodrama, Melodramen+FW; Z.: Mel-o-dra-m-a
$melodramatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. melodramatisch; E.: s. Melodram, s. at., s. isch; L.: Kluge s. u. Melodram, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Melodram und at sowie isch gebildete Bezeichnung für ein Melodram oder Melodrama betreffend; F.: melodramatisch, melodramatische, melodramatisches, melodramatischem, melodramatischen, melodramatischer(, melodramatischere, melodramatischeres, melodramatischerem, melodramatischeren, melodramatischerer, melodramatischst, melodramatischste, melodramatischstes, melodramatischstem, melodramatischsten, melodramatischster)+FW+EW; Z.: mel-o-dra-m-at-isch
Melone, nhd., F., (13.-15. Jh.): nhd. Melone, eine Frucht; ne. melon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. melone, frz. melon; E.: s. mhd. melōne, melūne, F., Melone; mnd. melōne, F., Melone, Frucht der cucumis melo, Pfebe?; it. melone, F., Melone; frz. melon, F., Melone; lat. mēlo, M., Melone, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); gr. μηλοπέπων (mēlopépōn), N., Apfelpfebe; gr. μῆλον (mēlon), N., Apfel, Kernobst; weitere Herkunft unklar, wohl aus dem Mittelmeerraum, s. Walde/Hofmann 2, 18; gr. πέπων (pépōn), Adj., von der Sonne gekocht; vgl. idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Melone, DW 12, 2003, EWD s. u. Melone, Duden s. u. Melone; Son.: vgl. nndl. meloen, Sb., Melone; nschw. melon, Sb., Melone; nnorw. melon, M., Melone; poln. melon, M., Melone; kymr. melon, M., Melone; nir. mealbhacán, M., Melone; lit. melonias, F., Melone; GB.: seit 13.-15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Kürbisgewächsen gehörende Pflanze mit großen kugeligen und saftigen Früchten; BM.: Apfel, kochen; F.: Melone, Melonen+FW(+EW); Z.: Melon-e
Meltau, nhd., M.: nhd. Meltau; Vw.: s. Mehltau
Membran, nhd., F.: nhd. Membran; Vw.: s. Membrane
Membrane, Membran, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Membrane, Membran, Häutchen, dünne Trennschicht; ne. membrane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. mhd. membrāne, st. F., sw. F., Membrane, Stück Pergament; lat. membrāna, F., dünne Haut, Häutchen, (um 67-um 127 n. Chr.); idg. *mēmso-, *mēmsro-, *mēsro-, N., Fleisch, Pokorny 725 (1210/75) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Membrane, fehlt DW, EWD s. u. Membran(e), Duden s. u. Membrane; Son.: vgl. nndl. membran, Sb., Membrane; frz. membrane, F., Membrane; nschw. membran, Sb., Membrane; nnorw. membran, M., Membrane; poln. membrana, F., Membrane; lit. membrana, F., Membran; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dünnes feines und oft trennendes oder abgrenzendes Häutchen oder eine Trennschicht; BM.: Fleisch; F.: Membrane, Membranen+FW; Z.: Membr-an
Memme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Memme, feiger Mensch, Feigling; ne. coward; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: von mhd. mamme, memme, F., Mutterbrust; idg. *mā̆mā, *mammā, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 694; s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.)?; L.: Kluge 1. A. s. u. Memme, Kluge s. u. Memme, DW 12, 2004, EWD s. u. Memme, Duden s. u. Memme, Bluhme s. u. Memme; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen feigen Menschen oder Feigling; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Memme, Memmen+EW; Z.: Me-mm-e
Memoiren, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Memoiren, Lebenserinnerungen; ne. memoirs; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. mémoires; E.: s. frz. mémoires, Sb. Pl., Memoiren; frz. mémoire, F., Gedächtnis, Erinnerung; afrz. memoire, F., Erinnerung; lat. memoria, F., Gedächtnis, Gedenken, Andenken, Erinnerung, (um 250-184 v. Chr.); lat. memor, Adj., sich erinnernd, eingedenk; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Memoiren, fehlt DW, EWD s. u. Memoiren, Duden s. u. Memoiren; Son.: s. mhd. memōrje, st. F., „Memorie“, Erinnerung, Gedächtnisfeier, Totengedenkfeier; mnd. memōrie, F., menschliches Gedächtnis, Erinnerung, Erinnerungsvermögen, Gedenken; nndl. memoires, Sb., Memoiren; nschw. memoarer, Sb. Pl., Memoiren; nnorw. memoarer, Sb. Pl., Memoiren; lit. memuarai, M. Pl., Memoiren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche (menschliche) Lebenserinnerungen; BM.: sich erinnern; F.: Memoiren+FW(+EW); Z.: Mem-oir-en
Memorandum, nhd., (Gerund.=)N., (18. Jh.): nhd. Memorandum, Denkschrift; ne. memorandum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. memorāre, V., in Erinnerung bringen, gedenken, erwähnen, berichten, erzählen, darlegen, nennen, sagen, sprechen, erörtern, eingedenk sein (V.), (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. memor, Adj., sich erinnernd, eingedenk; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Memorandum, fehlt DW, EWD s. u. Memorandum, Duden s. u. Memorandum; Son.: vgl. nndl. memorandum, Sb., Memorandum; frz. mémorandum, M., Memorandum; nschw. memorandum, Sb., Memorandum; nnorw. memorandum, N., Memorandum; poln. memorandum, Sb., Memorandum; kymr. memorandwm, M., Memorandum; nir. meamram, M., Memorandum; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche von Menschen verfasste Denkschrift; BM.: sich erinnern; F.: Memorandum, Memorandums, Memoranden+FW; Z.: Mem-or-and-um
memorieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. memorieren, für sich wiederholen, auswendig lernen; ne. memorize; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. memorāre; E.: s. lat. memorāre, V., in Erinnerung bringen, gedenken, erwähnen, berichten, erzählen, darlegen, nennen, sagen, sprechen, erörtern, eingedenk sein (V.), (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. memor, Adj., sich erinnernd, eingedenk; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. memorieren, fehlt DW, EWD s. u. memorieren, Duden s. u. memorieren; Son.: vgl. nndl. memoriseren, V., memorieren; frz. mémoriser, V., memorieren; nschw. memorera, V., memorieren; nnorw. memorere, V., memorieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches (durch Wiederholen) auswendig lernen; BM.: sich erinnern; F.: memorieren, memoriere, memorierst, memoriert, memorierest, memorieret, memorierte, memoriertest, memorierten, memoriertet, ##memoriert, memorierte, memoriertes, memoriertem, memorierten, memorierter##, memorierend, ###memorierend, memorierende, memorierendes, memorierendem, memorierenden, memorierender###, memorier (!)+FW+EW; Z.: mem-or-ier-en
Menagerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Menagerie, Tiergehege; ne. menagerie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. ménagerie; E.: s. frz. ménagerie, F., Menagerie, Tiergehege; vgl. frz. ménage, M., Haushalt, Wirtschaft; lat. manēre, bleiben; idg. *men- (5), bleiben, stehen, Pokorny 729 (1215/80) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Menagerie, EWD s. u. Menage, Duden s. u. Menagerie; Son.: vgl. nndl. menagerie, Sb., Menagerie; nschw. menageri, N., Menagerie; nnorw. menasjeri, N., Menagerie; poln. menażeria, F., Menagerie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte Tiergehege (Tierschau); BM.: stehen; F.: Menagerie, Menagerien+FW; Z.: Men-ag-er-ie
Mendelevium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mendelevium, ein Metall; ne. mendelevium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem russischen Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (1834-1907); L.: Duden s. u. Mendelevium; Son.: vgl. nndl. mendelevium, Sb., Mendelevium; frz. mendélévium, M., Mendelevium; nschw. mendelevium, N., Mendelevium; nnorw. mendelevium, N., Mendelevium; kymr. mendelefiwm, M., Mendelevium; nir. meindiléiviam, M., Mendelevium; poln. mendelew, M., Mendelevium; lit. mendelevis, M., Mendelevium; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. Bezeichnung für ein von Glenn T. Seaborg 1955 entdecktes und 1994 endgültig nach Mendelejew benanntes künstlich hergestelltes sehr seltenes radioaktives Metall (Actinoid) (chemisches Element Nr. 101, abgekürzt Md); BM.: PN; F.: Mendelevium, Mendeleviums+FW; Z.: Mendelev-i-um
Menetekel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Menetekel, geheimnisvolles Vorzeichen, warnendes Vorzeichen; ne. warning sign (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: zu aram. mĕnē mĕne̱ tĕqel ûfarsîn, V., gezählt und gewogen und zerteilt; L.: Kluge s. u. Menetekel, EWD s. u. Menetekel, Duden s. u. Menetekel; Son.: vgl. nndl. mene-tekel, Sb., Menetekel; nnorw. menetekel, Sb., Menetekel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Aramäischen (mene tekel gezählt und gewogen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein geheimnisvolles Vorzeichen eines bevorstehenden Unglücks; BM.: Bibelstelle (Daniel 5, 25-28); F.: Menetekel, Menetekels, Menetekeln+FW(+EW?); Z.: Mene-tekel
Menge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Menge, Anzahl, Zahl; ne. crowd (N.); Vw.: -; Hw.: s. mang; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. menige, menge, st. F., Ausmaß; mhd. menge, st. F., Menge; mnd. mēnige, menige, mennige, menie, F., Menge, große Zahl, Schar (F.) (1), Mehrzahl, Mehrheit; mnl. menighe, menië, F., Menge, große Anzahl; ahd. managī, managīn, menigī, menigīn, st. F. (ī), Menge, Fülle, Vielheit, Anzahl, Quantum, Schar (F.) (1), Menschenmenge; as. menigi, st. F., Menge, Schar (F.) (1), Volk; anfrk. menigi*, st. F. (ī), Menge; germ. *mangja-, *managja, F., Menge; idg. *menegʰ-, *mengʰ-, *monegʰ-, *mongʰ-, *mn̥gʰ-, Adj., V., reichlich, viel, geben, Pokorny 730 (1219/84) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?, slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Menge, Kluge s. u. Menge, DW 12, 2006, EWD s. u. Menge, EWAhd 6, 304, Duden s. u. Menge, Bluhme s. u. Menge; Son.: vgl. afries. menie, F., Menge; ae. mėnigu, mænigu, mænigo, mėngo, sw. F. (īn), Menge, Gesellschaft, Heer; an. -; got. managei 141, sw. F. (n), Menge, Volk; nndl. menigte, Sb., Menge; nschw. mängd, Sb., Menge; nnorw. mengde, M., Menge; lit. minià, Sb., Menge; ksl. mŭnožĭstvo, N., Menge; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl sehr große Zahl von dicht beisammen befindlichen Menschen oder Gegebenheiten; BM.: viel; F.: Menge, Mengen+EW; Z.: Meng-e
mengen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mengen, mischen, vermischen; ne. mingle, blend (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. mengen, sw. V., mischen, mengen, einmischen, vereinigen, durchsetzen; mnd. mengen (1), sw. V., mengen, vermengen, mischen, verrühren, verwirren, versetzen; mnl. menghen, mengen, mingen, sw. V., mengen; ahd. mengen* (1), sw. V. (1a), mengen, mischen, vermischen, vermengen; as. mėngian*, sw. V. (1a), mengen; anfrk. -; germ. *mangjan (2), sw. V., mengen, kneten; idg. *menək-, *menk-, V., kneten, Pokorny 730 (1220/85) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. mengen, Kluge s. u. mengen, DW 12, 2015, EWD s. u. mengen, EWAhd 6, 300, Falk/Torp 309, Duden s. u. mengen, Bluhme s. u. mengen; Son.: vgl. afries. mendza, sw. V. (1), „mengen“, vermengen, mischen, verbinden; saterl. manga, V., mengen, mischen; ae. mėngan, sw. V. (1), mengen, mischen, vereinigen; an. -; got. -; nndl. mengen, V., mengen; ? ai. mácate, Adj., zermalmt; ? gr. μάσσειν (mássein), V., kneten, drücken, zubereiten; lit. mìnkyti, V., kneten, durcharbeiten; ksl. umękno̧ti, V., weich werden; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mischen oder vermischen oder ineinandermischen; BM.: kneten; F.: mengen, menge (!), mengst, mengt, mengest, menget, mengte, mengtest, mengten, mengtet, gemengt, ##gemengt, gemengte, gemengtes, gemengtem, gemengten, gemengter##, mengend, ###mengend, mengende, mengendes, mengendem, mengenden, mengender###, meng (!) +EW; Z.: meng-en
Menhir, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Menhir, aufrechtstehender Megalithstein; ne. menhir; Vw.: -; Hw.: s. Dolmen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. menhir; E.: s. frz. menhir, M., Menhir; s. bret. maen hir; bret. men, maen, Sb., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; bret. hir, Adj., lang; L.: Kluge s. u. Menhir, fehlt DW, Duden s. u. Menhir; Son.: vgl. nndl. menhir, Sb., Menhir; nnorw. (nynorsk) menhir, Sb., Menhir; poln. menhir, M., Menhir; kymr. maen hir, M., Menhir; lit. menhyras, M., Menhir; GB.: seit 20. Jh.) belegte und aus dem Französischen und Bretonischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen großen von Menschen in vorgeschichtlicher Zeit errichteten aufrechtstehenden unbehauenen kultischen Stein (in Frankreich 2068 vor allem in der Bretagne erhalten); s; BM.: Stein, lang; F.: Menhir, Menhirs, Menhire, Menhiren+FW; Z.: Men-hir
Meningitis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Meningitis, Hirnhautentzündung; ne. meningitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: gr. μηνιγγῖτις (mēningitis), F., Meningitis, Hirnhautentzündung; gr. μῆνιγξ (mēninx), F., Häutchen, Fleischhaut, Hirnhaut; idg. *mēmso-, *mēmsro-, *mēsro-, N., Fleisch, Pokorny 725 (1210/75) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Meningitis; Son.: vgl. nndl. meningitis, Sb., Meningitis; frz. méningite, F., Meningitis; nschw. meningit, Sb., Meningitis; nnorw. meningitt, M., Meningitis; nir. meiningíteas, M., Meningitis; lit. meningitas, M., Meningitis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliche Hirnhautentzündung; BM.: Fleisch; F.: Meningitis, Meningitiden+FW; Z.: Men-ing-it-is
Meniskus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Meniskus, knorpelige Scheibe in dem Kniegelenk; ne. meniscus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. gr. μηνίσκος (mēnískos); E.: s. gr. μηνίσκος (mēnískos), M., Mondsichel; vgl. gr. μήνη (mḗnē), F., Mond; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Meniskus, EWD s. u. Meniskus, Duden s. u. Meniskus; Son.: vgl. nndl. meniscus, Sb., Meniskus; frz. ménisque, M., Meniskus; nschw. menisk, Sb., Meniskus; nnorw. menisk, M., Meniskus; poln. menisk, M., Meniskus; kymr. menisgws, M., Meniskus; nir. meinisceas, M., Meniskus; lit. meniskas, M., Meniskus; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in der Gestalt einer Mondsichel ähnelnde knorpelige Scheibe in dem Kniegelenk (Innenmeniskus und Außenmeniskus in beiden Kniegelenken) des Menschen und mancher höherer Tiere; BM.: Mondsichel bzw. messen; F.: Meniskus, Menisken+FW+EW; Z.: Me-n-isk-us
Menkenke, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Menkenke, Durcheinander; ne. mess (N.), clutter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Umbildung von mengen (s. d.); L.: Kluge s. u. Menkenke, fehlt DW, EWD s. u. Menkenke, Duden s. u. Menkenke; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mengen umgebildete Bezeichnung für ein Durcheinander; BM.: mengen; F.: Menkenke+EW; Z.: Menk-enk-e
Mennige, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Mennige, Bleioxid, Bleirot; ne. minium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. minig, st. M., Mennige; mnd. mēnie, mennie, mennige, Sb., „Menning“ (Farbe?), Zinnober, Bleirot; mnl. minie, menie, F., Mennige, Bergzinnober; ahd. minio, sw. M. (n), Mennige, Zinnober; s. lat. minium, N., Bergzinnober, Mennige, (1. Jh. v. Chr.); aus dem Iber.; L.: Kluge 1. A. s. u. Mennig, Kluge s. u. Mennige, DW 12, 2020, EWD s. u. Mennige, EWAhd 6, 447, Duden s. u. Mennige; Son.: vgl. nndl. menie, Sb., Mennige; frz. minium, M., Mennige; nschw. mönja, Sb., Mennige; nnorw. monje, Sb., Mennige; poln. minia, F., Mennige; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Iberischen gebildete Bezeichnung für eine rote Malerfarbe aus Bleioxid (Bleirot); BM.: ?; F.: Mennige+FW(+EW); Z.: Menn-ig-e
meno..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. meno...; ne. meno...; Vw.: s. -pause; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μήν (mḗn), M., Monat, Mond; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1080; Son.: vgl. nndl. meno…, Präf., meno…; frz. meno…, Präf., meno…; nschw. meno…, Präf., meno…; nnorw. meno…, Präf., meno…; poln. meno…, Präf., meno…; lit. meno…, Präf., meno…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von Monat betreffenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: Monat; F.: meno…+FW; Z.: men-o-
Menopause, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Menopause, Wechseljahre, Aufhören der Menstruation; ne. menopause (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. neoklassische Bildung; E.: s. gr. μήν (mḗn), M., Monat, Mond; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Pause; L.: fehlt DW, Duden s. u. Menopause; Son.: vgl. nndl. menopauze, Sb., Menopause; frz. ménopause, F., Menopause; nschw. menopaus, Sb., Menopause; nnorw. menopause, M., Menopause; poln. menopauza, F., Menopause; lit. menopauzė, F., Menopause; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Aufhören der Monatsblutung der Frau in den Wechseljahren etwa zwischen 45 und 55; BM.: Monat bzw. messen, ablassen bzw. aufhören; F.: Menopause, Menopausen+FW; Z.: Men-o—paus-e
Menora, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Menora, siebenarmiger Leuchter der Juden; ne. menorah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. hebr. mēnōrā; E.: s. hebr. mĕnôrạ̈, Sb., Leuchter; L.: fehlt DW, Duden s. u. Menora; Son.: vgl. nndl. menora, Sb., Menora; frz. menorah, F., Menora; poln. menora, F., Menora; nschw. menora, Sb., Menora; nnorw. menora, M., Menora; kymr. menora, F., M., Menora; lit. menora, F.?, Menora; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für den kultisch gebrauchten siebenarmigen Leuchter der Juden (Exodus 25,31ff.); BM.: Leuchter; F.: Menora+FW; Z.: Menora
Mensa, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mensa, Kantine; ne. canteen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. mēnsa; E.: s. lat. mēnsa, F., Tisch, Tafel, Essen (N.), (204-169 v. Chr.); vgl. lat. mētīrī, V., messen, abmessen; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mensa, fehlt DW, EWD s. u. Mensa, Duden s. u. Mensa; Son.: vgl. nndl. mensa, Sb., Mensa; poln. mensa, F., Mensa; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine restaurantähnliche Einrichtung oder eine Kantine in einer Hochschule; BM.: messen; F.: Mensa, Mensen+FW; Z.: Me-n-s-a
Mensch, nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Mensch, Erdenbürger; ne. human (M.), man (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mensche, mensch, minsche, mennesche, mennische, sw. M., st. M., sw. N., st. N., Mensch, Person, Wesen, Mädchen, Frau, Buhlerin, Magd, Knecht, Menschengeschlecht, menschliches Geschlecht; mnd. minsche (1), minnesche, minsch, mensche, mensch*, mentsche, M., Mensch, männlicher Mensch, Menschengeschlecht, Mensch als Geschöpf Gottes; mnl. mensche, mensce, M., Mensch; ahd. mennisko, mennisco, sw. M. (n), Mensch; as. mėnisko*, mėnnisko*, sw. M. (n), Mensch; anfrk. mennisko, M., Mensch, menschliches Wesen; ahd. mennisk*, mennisc*, Adj., menschlich, zum Menschen gehörend; as. mėnisk*, mėnnisk*, manisk*, Adj., menschlich; germ. *manniska-, *manniskaz, Adj., menschlich; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700?; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mensch, Kluge s. u. Mensch, DW 12, 2021, EWD s. u. Mensch, EWAhd 6, 313, Duden s. u. Mensch, Bluhme s. u. Mensch; Son.: vgl. afries. manniska, menniska, mannska, mennska, sw. M. (n), Mensch; saterl. mansce; ae. mėnnisc, st. N. (a), Menschheit, Volk; nndl. mens, Sb., Mensch; nschw. mänska, Sb., Mensch; nnorw. menneske, N., Mensch; ai. manuṣyà-, Adj., Sb., menschlich, Mensch; ai. mánuṣ-, Sb., Mensch; lit. žmogus, M., Mensch; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (vor allem aus Sauerstoff und Kohlenstoff und Wasserstoff sowie Stickstoff bestehendes) mit der Fähigkeit zu logischem Denken und Sprache sowie zu sittlicher Entscheidung und Erkenntnis von gut und böse begabtes (aus derzeitiger Sicht vielleicht) höchstentwickeltes und in der weiblichen Vererbungslinie wohl auf eine in Afrika vor etwa 143000 Jahren lebende Frau zurückführbares Lebewesen; BM.: denken?; F.: Mensch, Menschen+EW; Z.: Men-sch
$Menschenfeind, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Menschenfeind, Menschenhasser; E.: s. Mensch, s. en (Suff.), s. Feind; L.: DW 12, 2044, EWD s. u. Mensch; GB.: seit 16. Jh. gebildete und aus Mensch und en (Suff.) sowie Feind nach lat. mīsanthrōpus und gr. μισάνθρωπος (misánthrōpos) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschenhasser; F.: Menschenfeind, Menschenfeinds, Menschenfeindes, Menschenfeinde, Menschenfeinden+EW; Z.: Men-sch-en—fei-nd
$Menschenfresser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Menschenfresser; E.: s. Mensch, s. en (Suff.), s. Fresser; L.: DW 12, 2045, EWD s. u. Mensch; GB.: seit 17. Jh. gebildete und aus Mensch und en (Suff.) sowie Fresser nach lat. anthrōpophagus und gr. ἀνδροφάγος (androphágos); gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung von Menschen möglichen (andere) Menschen essenden oder fressenden Menschen; F.: Menschenfresser, Menschenfressers, Menschenfressern+EW; Z.: Men-sch-en—fr-ess-er
$Menschenrecht, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Menschenrecht; E.: s. Mensch, s. en (Suff.), s. Recht; L.: DW 12, 2064, EWD s. u. Mensch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mensch und en (Suff.) sowie Recht gebildete Bezeichnung für ein jedem Menschen als solches zustehendes Recht wie beispielsweise das Recht auf Freiheit und Gleichheit wie es beispielsweise in der an dem 10. Dezember 1948 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten rechtlich nicht verbindlichen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte oder in der Virginia Bill of Rights von 1776 oder der Déclaration des Droits de l‘Homme et du Citoyen von 1789 in Frankreich enthalten ist; F.: Menschenrecht, Menschenrechtes, Menschenrechts, Menschenrechte, Menschenrechten+EW; Z.: Men-sch-en—rech-t
$Menschentum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Menschentum, Wesen des Menschen, die Menschen als Ganzes genommen; E.: s. Mensch, s. en (Suff.), s. tum; L.: Kluge s. u. Mensch, DW 12, 2070, EWD s. u. Mensch; GB.: vielleicht seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Mensch und en (Suff.) und tum gebildete Bezeichnung für das seit Entstehung des Menschen mögliche Wesen des Menschen; F.: Menschentum, Menschentums+EW; Z.: Men-sch-en—tum
$Menschheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Menschheit, Gesamtheit der Menschen; E.: s. Mensch, s. heit; L.: Kluge s. u. Mensch, EWD s. u. Mensch; GB.: seit um 1000 (menniskheit*) belegte und wohl nach lat. humanitas aus Mensch und heit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gesamtheit der Menschen (und die Gesamtheit der Werte des Menschen); F.: Menschheit+EW; Z.: Men-sch-hei-t
$menschlich, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. menschlich, den Menschen betreffend; Vw.: s. über-; E.: s. Mensch, s. lich; L.: Kluge s. u. Mensch, EWD s. u. Mensch; GB.: seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. humanus aus Mensch und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches den Menschen betreffend; F.: menschlich, menschliche, menschliches, menschlichem, menschlichen, menschlicher(, menschlichere, menschlicheres, menschlicherem, menschlicheren, menschlicherer, menschlichst, menschlichste, menschlichstes, menschlichstem, menschlichsten, menschlichster)+EW; Z.: men-sch—lich
$Menschlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Menschlichkeit, Sein als Mensch, die dem Menschen empfohlene Haltung und Gesinnung; E.: s. menschlich, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 2087, EWD s. u. Mensch; GB.: seit 1350-1365 belegte und vielleicht nach lat. humanitas gebildete Bezeichnung für das Sein als Mensch oder die dem Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums empfohlene Haltung und Gesinnung; F.: Menschlichkeit; Z.: Men-sch—lich—kei-t
Menstruation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Menstruation, Periode, Monatsblutung; ne. menstruation; Vw.: -; Hw.: s. menstruieren; Q.: 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. menstruieren; L.: Kluge s. u. Menstruation, fehlt DW, EWD s. u. menstruieren, Duden s. u. Menstruation; Son.: vgl. nndl. menstruatie, Sb., Menstruation; frz. menstruation, F., Menstruation; nschw. menstruation, Sb., Menstruation; nnorw. menstruasjon, M., Menstruation; poln. menstruacja, F., Menstruation; lit. menstruacija, F., Menstruation; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus lat menstrua(re) und tio sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Monatsblutung von Frauen; BM.: messen; F.: Mentruation, Mentruationen+FW; Z.: Me-n-str-u-at-io-n
menstruieren, nhd., V., (19. Jh.): nhd. menstruieren, Monatsblutung haben; ne. menstruate; Vw.: -; Hw.: s. Menstruation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. mēnstruāre; E.: s. lat. mēnstruāre, V., Monatsfluss haben, menstruieren, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. mēnsis, M., Monat, monatliche Reinigung, Menstruation; idg. *mēns, M., Monat, Mond, Pokorny 731; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Menstruation, fehlt DW, EWD s. u. mentruiseren, Duden s. u. menstruieren; Son.: vgl. nndl. mensrueren, V., menstruieren; nschw. menstruera, V., menstruieren; nnorw. menstruere, V., menstruieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Monatsfluss haben oder Monatsblutung haben; BM.: messen; F.: menstruieren, menstruiere, menstruierst, menstruiert, menstruierest, menstruieret, menstruierte, menstruiertest, menstruierten, menstruiertet, ##menstruiert, menstruierte, menstruiertes, menstruiertem, menstruierten, menstruierter##, menstruierend, ###menstruierend, menstruierende, menstruierendes, menstruierendem, menstruierenden, menstruierender###, menstruier (!)+FW+EW; Z.: me-n-str-u-ier-en
Mensur, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Mensur, Abstand von Fechtern, Zweikampf in Studentenverbindungen; ne. academic fencing (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: lat. mēnsūra, F., Messen (N.), Messung, Maß, Länge, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mētīrī, V., messen, abmessen; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mensur, fehlt DW, EWD s. u. Mensur, Duden s. u. Mensur; Son.: s. mhd. mensūr, st. F., Maß, Intervall; nndl. mensuur, Sb., Mensur; ne. measure, N., Maß; frz. mesure, F., Maß; nschw. mensur, Sb., Mensur; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den (gemessenen) Abstand zwischen zwei Fechtenden und davon abgeleitet für den vielleicht seit dem 16. Jh. möglichen studentischen Zweikampf mit Schläger(n) oder Säbel(n); BM.: messen; F.: Mensur, Mensuren+FW+EW; Z.: Me-ns-ur
…ment, nhd., Partikel, Sb., (12. Jh.?): nhd. …ment; ne. …ment; Vw.: s. Abonne-, Agree-, Ali-, Amüse-, Apparte-, Argu-, Arrange-, Attach-, Auripig-, Bombarde-, Departe-, Doku-, Ele-, Engage-, Equipe-, Establish-, Etablisse-, Exkre-, Experi-, Fer-, Firma-, Frag-, Funda-, Instru-, Kom-, Kompli-, Konsu-, Manage-, Medika-, Mo-, Monu-, Orna-, Parla-, Perga-, Pig-, Pi-, Posta-, Regi-, Regle-, Ressenti-, Rudi-, Sakra-, Sedi-, Seg-, Sorti-, Supple-, Tempera-, Testa-, Ze-; Q.: 12. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: über frz. oder ne. von lat. …mentum, Suff., …ment; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. …ment, Suff., …ment; frz. …ment, Suff., …ment; nschw. …ment, Suff., …ment; nnorw. …ment, Suff., …ment; poln. …ment, Suff., …ment; …méad, Suff., …ment; lit. …mentas, Suff., …ment; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und in aus dem Lateinischen oder Neuenglischen oder Französischen aufgenommenen Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ment, …ments, …mentes, …mente, …menten+FW; Z.: -m-ent
mental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mental, geistig, den Verstand betreffend; ne. mental; Vw.: -; Hw.: s. Mentalität; Q.: Ende 18. Jh.; E.: ne. mental, Adj., mental; lat. mentālis, Adj., mental, der Seele seiend, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. mēns, F., Sinn, Sinnesart, Denkart, Gesinnung, Charakter; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. mental, fehlt DW, EWD s. u. Mentalität, Duden s. u. mental; Son.: vgl. nndl. mentaal, Adj., mental; frz. mental, Adj., mental; nschw. mental, Adj., mental; nnorw. mental, Adj., mental; poln. mentalny, Adj., mental; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus (dem Neuenglischen beziehungsweise) dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Verstand betreffend; BM.: denken; F.: mental, mentale, mentales, mentalem, mentalen, mentaler+FW(+EW); Z.: men-t-al
Mentalität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mentalität, Geistesart, geistige Einstellung; ne. mentality; Vw.: -; Hw.: s. mental; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. mentality; E.: s. ne. mentality, N., Mentalität; vgl. ne. mental, Adj., mental; lat. mentālis, Adj., mental, der Seele seiend, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. mēns, F., Sinn, Sinnesart, Denkart, Gesinnung, Charakter; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. mental, fehlt DW, EWD s. u. Mentalität, Duden s. u. Mentalität; Son.: vgl. nndl. mentaliteit, Sb., Mentalität; frz. mentalité, F., Mentalität; nschw. mentalitet, Sb., Mentalität; nnorw. mentalitet, M., Mentalität; poln. mentalność, F., Mentalität; lit. mentalitetas, M., Mentalität; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche geistige Einstellung; BM.: denken; F.: Mentalität, Mentalitäten+FW(+EW); Z.: Men-tal-it-ät
Menthol, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Menthol, ein aus Pfefferminze gewinnbarer kühlend und erfrischend wirkender chemischer Stoff (Monoterpen-Alkohol); ne. menthol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. menta, mentha, mintha, F., Minzem (234-149 v. Chr.); gr. μίνθη (mínthē), F., Minze; weitere Herkunft unklar; lat. oleum, N., Öl, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Kluge s. u. Menthol, fehlt DW, EWD s. u. Menthol, Duden s. u. Menthol; Son.: vgl. nndl. menthol, Sb., Menthol; frz. menthol, M., Menthol; nschw. mentol, Sb., Menthol; nnorw. mentol, M., Menthol; poln. mentol, M., Menthol; kymr. menthol, M., Menthol; nir. miontal, M., Menthol; lit. mentolis, M., Menthol; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und in der weiteren Herkunft teilweise unbekannte Bezeichnung für eine von Menschen aus dem ätherischen Öl von Pfefferminze gewinnbarer weißer kristalliner Stoff; BM.: Minze, Öl; F.: Menthol+FW(+EW); Z.: Meth-ol
Mentor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mentor, Förderer, Ratgeber; ne. mentor (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mentor; E.: s. frz. mentor, M., Mentor, erfahrener Ratgeber; lat. Mentōr, M.=PN, M., Mentor (PN), Mentor; gr. Μέντωρ (Méntōr), M.=PN, M., Mentor (PN), Mentor; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mentor, fehlt DW, EWD s. u. Mentor, Duden s. u. Mentor; Son.: vgl. nndl. mentor, Sb., Mentor; frz. mentor, M., Mentor; nschw. mentor, Sb., Mentor; nnorw. mentor, M., Mentor; poln. mentor, M., Mentor; lit. mentorius, M., Mentor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen erfahrenen und fördernden Ratgeber; BM.: PN (in Gestalt eines Mentor wirkte Athene als Ratgeberin von Telemachos); F.: Mentor, Mentors, Mentoren+FW; Z.: Men-t-or
Menü, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Menü, Speisenfolge, Speisekarte; ne. menu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1860-1870; I.: Lw. frz. menu; E.: s. frz. menu, M., Menü; vgl. frz. menu, Adj., klein; lat. minūtus, Adj., ganz klein, winzig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. minuere, V., kleiner machen; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Menü, fehlt DW, EWD s. u. Menü, Duden s. u. Menü; Son.: vgl. nndl. menu, Sb., Menü; nschw. meny, Sb., Menü; nnorw. meny, M., Menü; poln. menu, N., Menü; lit. meniu, M., Menü; GB.: seit 1860/1870 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus mehreren Gängen bestehende Mahlzeit oder Speisenfolge; BM.: klein; F.: Menü, Menüs+FW(+EW); Z.: Me-n-ü
Menuett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Menuett, ein Musikstück; ne. minuet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. menuet; E.: s. frz. menuet, M. Menuet; vgl. frz. menuet, Adj., klein; frz. menu, Adj., klein; lat. minūtus, Adj., ganz klein, winzig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. minuere, V., kleiner machen; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Menuett, fehlt DW, EWD s. u. Menuett, Duden s. u. Menuett; Son.: vgl. nndl. menuet, Sb., Menuett; nschw. menuett, Sb., Menuett; nnorw. menuett, M., Menuett; poln. menuet, M., Menuett; kymr. miniwét, minwét, M., F., Menuett; nir. minit, F., Menuett; lett. menuets, M., Menuett; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten mäßig schnellen Tanz in dem Dreivierteltakt oder für den dritten Satz einer Sonate oder Sinfonie; BM.: klein; F.: Menuett, Menuetts, Menuettes, Menuette, Menuetten+FW(+EW); Z.: Me-n-u-ett
...mere, ...mer, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. ...mere, ...mer; ne. …meric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μέρος (méros), N., Anteil, Teil, Los, Rolle, Rang, Amt; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1080; Son.: vgl. nndl. …meer, Suff., …mer; frz. …mère, Suff., …mer; nschw. …mer, Suff., …mer; nnorw. …mer, Suff., …mer; kymr. …merig, Suff., …mer; nir. …méireach, Suff., …mer; poln. …meryczny, Suff., …mer; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; F.: …mer, …mere, …meres, …merem, …meren, …merer+FW(+EW); Z.: -mer
Mergel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Mergel, fette zu dem Düngen dienende Erdart; ne. marl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. mergel, st. M., Mergel; mnd. mergel (1), M.?, Mergel, zum Düngen verwendete fette Lehmart; mnl. mergel, merghel, F., Mergel; ahd. mergil, st. M. (a)?, Mergel, tonhaltige Erde, Tonerde, Ton (M.) (1); ahd. mergila, sw. F. (n), Mergel, tonhaltige Erde, Tonerde; as. mergil, st. M., Mergel; lat.-kelt. margila, F., Mergel; vgl. lat. marga, F., Mergel; aus dem Gallischen, Etymologie unklar, s. Walde/Hofmann 2, 39, nach Plinius dem Älteren Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Mergel, Kluge s. u. Mergel, DW 12, 2091, EWD s. u. Mergel, EWAhd 6, 321, Duden s. u. Mergel, Bluhme s. u. Mergel; Son.: vgl. nndl. mergel, Sb., Mergel; frz. marne, M., Mergel; nschw. märgel, Sb., Mergel; nnorw. mergel, M., Mergel; poln. margiel, M., Mergel; kymr. marl, M., Mergel; bret. marg; nir. marla, M., Mergel; lit. mergelis, M., Mergel; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinisch-Keltischen aufgenommene sowie in der Etymologie unklare Bezeichnung für ein schon vormenschliches hauptsächlich aus Ton (M.) (1) und Kalk bestehendes sowie für das Düngen geeignetes Sedimentgestein oder eine Erdart; BM.: ?; F.: Mergel, Mergels+FW(+EW); Son.; ält. lat.-kelt. margila achthundertvierundsechzig; Z.: Merg-el
$mergeln, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. mergeln, mit Mergel versehen (V.), düngen; Vw.: s. aus-; E.: s. Mergel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. mergeln, DW 12, 2091; GB.: seit 1385 belegte und aus Mergel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Mergel versehen (V.) oder düngen; F.: mergeln, mergel (!), mergle, mergele, mergelst, mergelt, mergelte, mergeltest, mergelten, mergeltet, gemergelt, ##gemergelt, gemergelte, gemergeltes, gemergeltem, gemergelten, gemergelter##, mergelnd, ###mergelnd, mergelnde, mergelndes, mergelndem, mergelnden, mergelnder###, mergel (!)+FW(+EW); Z.: merg-el-n
Meridian, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Meridian, Längenkreis; ne. meridian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. merīdiānus; E.: s. lat. merīdiānus (1), Adj., mittägig, mittäglich, Mittags..., 116-27 v. Chr.); vgl. lat. merīdiēs, M., F., Mittag, Mittagszeit, Südgegend, Süden; vgl. lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); lat. diēs, M., Tag, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, Tageslicht; idg. *dei̯eu-, *di̯éu-, *diu̯-, *di̯u-, Sb, Glänzender, Himmel, Tag, Pokorny 184; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Meridian, Duden s. u. Meridian; Son.: s. mhd. mērīdīan, st. M., st. F., Mittag; vgl. nndl. meridiaan, Sb., Meridian; frz. méridien, M., Meridian; nschw. meridian, Sb., Meridian; nnorw. meridian, M., Meridian; kymr. meridian, M., Meridian; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen über beide Pole laufenden und zu dem Äquator senkrechten Großkreis (Längenkreis) auf der Erdoberfläche; BM.: mitten, Tag; F.: Meridian, Meridiane+FW(+EW); Z.: Me-r-i-di-an
Meringe, Meringue, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Meringe, Meringue, Spanischer Wind; ne. meringue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. méringue; E.: s. frz. méringue, F., Meringe; vielleicht von frührom. *mellincia, F., Honigsüßes?; lat. mellinus, Adj., vom Honig stammend, honigsüß, (um 250-184 v. Chr.); lat. mel, N., Honig; idg. *melit, N., Honig, Pokorny 723; s. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Meringe, fehlt DW, Duden s. u. Meringe; Son.: vgl. nschw. maräng, Sb., Meringe; nnorw. marengs, M., Meringe; kymr. meringue, M., Meringue; nir. meireang, M., Meringue; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und vielleicht mittelbar aus dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schaumgebäck aus gezuckertem Eischnee das angeblich in Meiringen in der Schweiz erfunden und in dem 18. Jh. in seine jetzige Form verbessert worden war; BM.: Honig?; F.: Meringe, Meringen, Meringue, Meringuen+FW(+EW); Z.: Mer-ing-e
Merino, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Merino, Merinoschaf, Merinowolle; ne. merino; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 19. Jh.?; I.: Lw. span. merino; E.: s. span. merino, M., Merino; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von dem Namen Beni Merin bzw. Meriniden (einem Schafe züchtenden Berberstamm in Nordafrika); L.: fehlt DW, Duden s. u. Merino; Son.: vgl. nndl. merino, Sb., Merino; frz. mérino, M., Merino; nschw. merino, Sb., Merino; nnorw. merino, M., N., Merino; poln. merynos, M., Merino; kymr. merino, M., Merino; nir. meiríono, M., Merino; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein Schaf einer spanischen Rasse mit stark gekräuselter weicher Wolle und daraus abgeleitet Bezeichnung für einen Stoff aus der Wolle dieses Schafes; BM.: PN (nach einem Stamm der diese Schafe züchtete)?; F.: Merino, Merinos+FW; Z.: Merin-o
Meriten, nhd., Sb. Pl., (16. Jh.): nhd. Meriten, Verdienste; ne. merits; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. mérite; E.: s. frz. mérite, M., Verdienst; lat. meritum, N., Verdienst, Lohn, Wohltat, Großmut, Schuld, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. merēre, V., verdienen, erwerben, verlangen, erlangen, bekommen; idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Meriten, fehlt DW, EWD s. u. Meriten, Duden s. u. Meriten; Son.: vgl. nschw. merit, Sb., Merite; nnorw. meriter, Sb. Pl., Meriten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche von Menschen erworbene Verdienste; BM.: gedenken; F.: Meriten+FW(+EW); Z.: Mer-it-en
merkantil, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. merkantil, kaufmännisch; ne. mercantile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mercantile; E.: s. frz. mercantile, Adj., merkantil; vgl. frz. mercante, M., Händler; lat. mercārī, V., Handel treiben, handeln, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. merx, F., Ware, Warenpreis, Lohn; idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); L.: fehlt DW, EWD s. u. Merkantilismus, Duden s. u. merkantil; Son.: vgl. nschw. merkantil, Adj., merkantil; nnorw. merkantil, Adj., merkantil; poln. merkantylnyl, Adj., merkantil; kymr. mercantilaidd, Adj., merkantil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kaufmännisch oder den Handel (unter Menschen) betreffend; BM.: fassen; F.: merkantil, merkantile, merkantiles, merkantilem, merkantilen, merkantiler+FW(+EW); Z.: merk-ant-il
$Merkantilismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Merkantilismus; I.: Lw. frz. mercantilisme; E.: s. frz. mercantilisme; L.: fehlt DW, EWD s. u. Merkantilismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zwischen dem 16. Jh. und 18. Jh. in Europa von Herrschern beispielsweise in Frankreich aus eigennützigen Überlegungen der Einnahmepolitik betriebene Exporte fördernde und Importe ablehnende Wirtschaftspolitik; F.: Merkantilismus+FW(+EW); Z.: Merk-ant-il-ism-us
merken, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. merken, kennzeichnen, wahrnehmen, im Gedächtnis behalten (V.), spüren; ne. notice (V.), memorise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. merken, sw. V., achtgeben, beobachten, beachten, wahrnehmen; mnd. merken (1), marken, sw. V., merken, aufmerken, Acht (F.) (2) geben, beachten, erkennen, bedenken; mnl. merken, sw. V., merken, bemerken, mit einem Zeichen versehen (V.), Kenntnis nehmen; ahd. merken*, sw. V. (1a), bestimmen, wahrnehmen, verstehen, merken, bemerken, festsetzen, feststellen; s. as. tesamnamerkian, sw. V., verbinden; anfrk. merken, sw. V., bemerken, wahrnehmen; germ. *markjan, sw. V., merken, kennzeichnen, wahrnehmen; L.: Kluge 1. A. s. u. merken, Kluge s. u. merken, DW 12, 2093, EWD s. u. merken, EWAhd 6, 345, Falk/Torp 313, Duden s. u. merken, Bluhme s. u. merken; Son.: vgl. afries. merka, sw. V. (1), beachten, merken; nfries. merckjen, V., merken; ae. mearcian (2), sw. V. (1?), bezeichnen, markieren, einbrennen; an. merkja, sw. V. (1), kenntlich machen, bezeichnen; got. -; nndl. merken, V., merken; ne. mark, V., markieren; frz. marquer, V., markieren, prägen; nschw. märka, V., merken; nnorw. merke, V., merken; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kennzeichnen oder wahrnehmen oder in dem Gedächtnis behalten (V.) oder spüren; BM.: ?; F.: merken, merke, merkst, merkt, merkest, merket, merkte, merktest, merkten, merktet, gemerkt, ##gemerkt, gemerkte, gemerktes, gemerktem, gemerkten, gemerkter##, merkend, ###merkend, merkende, merkendes, merkendem, merkenden, merkender###, merk (!)+EW; Z.: merk-en
$merklich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. merklich, bemerkbar; E.: s. merk(en), s. lich; L.: Kluge s. u. merken, DW 12, 2103, EWD s. u. merken; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. notabilis aus merk(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches bemerkbar; F.: merklich, merkliche, merkliches, merklichem, merklichen, merklicher(, merklichere, merklicheres, merklicherem, merklicheren, merklicherer, merklichst, merklichste, merklichstes, merklichstem, merklichsten, merklichster)+EW; Z.: merk—lich
$Merkmal, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Merkmal, Kennzeichen; L.: DW 12, 2105, EWD s. u. Mal 2; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. notamen aus merk(en) und Mal gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Kennzeichen einer Gegebenheit; F.: Merkmal, Merkmales, Merkmals, Merkmale, Merkmalen+EW; Z.: Merk—mal
$Merkorn (?), nhd., N., (?): nhd. Emmer, Zweikorn; Hw.: s. Emmer; E.: s. mehr?, s. Korn; L.: Kluge s. u. Merkorn, fehlt DW; F.: Merkorn, Merkorns, Merkornes+EW; Z.: Mer-kor-n
$Merkung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Merkung, Handlung des Merkens, Kennzeichnung, Wahrnehmung; Vw.: s. An-, Be-; Q.: 1290-1300 (Renner); E.: s. merk(en), s. ung; L.: DW 12, 2106; GB.: seit 1290-1300 belegte und vielleicht nach lat. notātio aus merk(en) und ung gebildete für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Kennzeichnung oder Wahrnehmung; F.: Merkung, Merkungen+EW; Z.: Merk-ung
$merkwürdig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. merkwürdig, des Merkens würdig, erstaunlich, auffällig; E.: s. merk(en), s. würdig; L.: DW 12, 2107, EWD s. u. merken; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. memorabilis oder notatu dignus oder notābilis aus merk(en) und würdig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches des Merkens würdig oder erstaunlich oder auffällig; F.: merkwürdig, merkwürdige, merkwürdiges, merkwürdigem, merkwürdigen, merkwürdiger(, merkwürdigere, merkwürdigeres, merkwürdigerem, merkwürdigeren, merkwürdigerer, merkwürdigst, merkwürdigste, merkwürdigstes, merkwürdigstem, merkwürdigsten, merkwürdigster)+EW; Z.: merk—wür-d-ig
$Merkwürdigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Merkwürdigkeit, Merkwürdigsein, Erstaunlichkeit, Auffälligkeit; E.: s. merkwürdig, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 2106, EWD s. u. merken; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. cūriōsitās aus merkwürdig und keit gebildete Bezeichnung für Erstaunlichkeit oder Auffälligkeit; F.: Merkwürdigkeit, Merkwürdigkeiten+EW; Z.: Merk—wür-d-ig—kei-t
Merle, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Merle, Amsel; ne. merle; Vw.: -; Hw.: s. Merlot; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. merle, merl, F., Merle, Amsel; mnd. merle (2), F., Amsel, Goldammer; mnl. merle, F., Merle; ahd. merla, st. F. (ō), sw. F. (n), Amsel; germ. *merla, F., Amsel; lat. merula, F., Amsel, Meeramsel; Etymologie unklar, vielleicht zu idg. *ames-, Sb., Amsel, Pokorny 35 (67/67) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.), s. Walde/Hofmann 2, 77, Pokorny 35f.; L.: Kluge s. u. Merle, DW 12, 2109, EWAhd 6, 347, Duden s. u. Merle; Son.: vgl. nndl. merel, Sb., Merle; frz. merle, M., Merle, Amsel; GB.: (merla) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare und vielleicht über idg. *ames- mit Amsel verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen (männlich) schwarzen und (weiblich) grauen zu der Familie der Drosseln gehörenden weitverbreiteten mittelgroßen Singvogel; BM.: Amsel; F.: Merle, Merlen+FW; Z.: Merl-e
Merlot, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Merlot, Merlotwein, Merlottraube; ne. merlot; Vw.: -; Hw.: s. Merle; Q.: 1894; I.: Lw. frz. merlot; E.: s. frz. merlot, M., Merlot; von frz. merle, M., Amsel; lat. merula, F., Amsel, Meeramsel; Etymologie unklar, vielleicht zu idg. *ames-, Sb., Amsel, Pokorny 35 (67/67) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.), s. Walde/Hofmann 2, 77, Pokorny 35f.; L.: fehlt DW, Duden s. u. Merlot; Son.: vgl. nndl. merlot, Sb., Merlot; nschw. merlot, Sb., Merlot; nnorw. merlot, M., Merlot; GB.: seit 1894 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit lat. merula verbindbare Bezeichnung für eine ursprünglich seit dem Spätmittelalter in Bordeaux angebaute Rebsorte für Rotwein; BM.: Amsel (nach der angeblichen Vorliebe dieser Vögel für diese Traube); F.: Merlot+FW; Z.: Merl-ot
merzen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. merzen, ausmerzen, aussondern, austilgen, wegtun; ne. eradicate, delete (V.); Vw.: s. aus-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. nhd. aus; die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt, manchmal mit nhd. März in Zusammenhang gebracht da im Frühjahr die Schafherden verkleinert werden; eine andere mögliche Ableitung s. mhd. merzen, sw. V., handeln, schachern; vgl. lat. merx, F., Ware; vgl. idg. *merk̑-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 739? (1237/102) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?); vielleicht auch Zusammenhang mit nhd. merken, markieren oder Mark (aus der Mark schaffen); L.: Kluge s. u. merzen, DW 12, 2110; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus März und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für aussondern oder tilgen; BM.: ergreifen?; F.: merzen, merze (!), merzst (!), merzt, merzest, merzet, merzte, merztest, merzten, merztet, gemerzt, ##gemerzt, gemerzte, gemerztes, gemerztem, gemerzten, gemerzter##, merzend, ###merzend, merzende, merzendes, merzendem, merzenden, merzender###, merz (!)+EW; Z.: merz-en
mes…, nhd., Partikel, (?): nhd. mes…; Vw.: s. meso…; Hw.: s. miss…
Mesalliance, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mesalliance, unebenbürtige Verbindung; ne. misalliance; Vw.: -; Hw.: s. Allianz; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. mésalliance; E.: s. frz. mésalliance, F., Mesalliance; vgl. frz. més…, mé..., Präf., miss…, un...; anfrk. mis..., Präf., miss..., germ. *missa-, *missaz, *missja-, *missjaz, Adj., vertauscht, wechselseitig, abwechselnd, miss...; idg. *mitto, Adj., einander, wechselseitig; s. idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); frz. alliance, F., Allianz; vgl. frz. allier, V., verbinden; lat. alligāre, V., anbinden, binden, festbinden; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mesalliance, fehlt DW, EWD s. u. Allianz, Duden s. u. Mesalliance; Son.: vgl. nndl. mesalliance, Sb., Mesalliance; nschw. mesallians, Sb., Mesalliance; nnorw. mesallianse, M., Mesalliance; poln. mezalians, Sb., Mesalliance; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen sowie dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen geschlossene nicht standesgemäße Ehe (unebenbürtige Verbindung); BM.: wechseln, zu, binden; F.: Mesalliance, Mesalliancen+FW; Z.: Me-s-al-li-anc-e
meschugge, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. meschugge, verrückt, sinnlos; ne. meshugge, bonkers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche aus wjidd. meschugge, Adj., meschugge; hebr. mešugga, Adj., verrückt; hebr. sagā, V., irren, sich vergehen; L.: Kluge s. u. meschugge, fehlt DW, EWD s. u. meschugge, Duden s. u. meschugge; Son.: vgl. nndl. mesjoche, Adj., meschugge; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen sowie Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verrückt oder sinnlos; BM.: irren; F.: meschugge, meschugges, meschuggem, meschuggen, meschugger(, meschuggere, meschuggeres, meschuggerem, meschuggeren, meschuggerer, meschuggest, meschuggeste, meschuggestes, meschuggestem, meschuggesten, meschuggester)+FW; Z.: me-schugg-e
Mesner, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mesner, Kirchendiener, Küster; ne. sacristan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mesnære, st. M., Mesner, Küster; ahd. mesināri, st. M. (ja), Mesner, Küster, Kirchendiener; lat. mānsiōnārius, M., Mesner, Knecht, (um 500 n. Chr.); vgl. lat. mānsio, F., Aufenthalt, Bleiben, Nachtlager, Gebäude; lat. manēre, V., bleiben; vgl. idg. *men- (5), V., bleiben, stehen, Pokorny 729 (1215/80) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mesner, Kluge s. u. Mesner, DW 4, 1773?, EWD s. u. Mesner, EWAhd 6, 360, Duden s. u. Mesner, Bluhme s. u. Mesner; Son.: vgl. ne. mansion, N., Herrenhaus; frz. manse, M., F., Herrenhaus; kroat. mȅžnār, M., Mesner; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Christen entwickelten und verwendeten Messdiener; BM.: bleiben; F.: Mesner, Mesners, Mesnern+FW+EW; Z.: Mes-n-er
meso…, mes…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. meso…, mes…, mittel…, zwischen; ne. meso…; Vw.: s. -lithikum, -zoikum; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. μέσος (mésos); E.: s. gr. μέσος (mésos), Adj., mittel, mittlere; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. meso-; Son.: s. Mesozoikum, Mesoamerika; vgl. nndl. meso…, Präf., meso...; frz. méso…, Präf., meso...; nschw. meso…, Präf., meso...; nnorw. meso…, Präf., meso...; poln. mezo…, Präf., Präf., meso...; kymr. meso…, Präf., meso...; nir. méisi…, Präf., meso...; lit. meso…, Präf., meso...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für zwischen verwendete Bezeichnung; BM.: mitten; F.: meso…+FW; Z.: me-s-o-
Mesolithikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Mesolithikum, Mittelsteinzeit in Europa; ne. mesolithic (N.), mesolithic age (N.), middle stone age (N.); Vw.: -; Hw.: s. Paläolithikum, Neolithikum; Q.: um 1874; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέσος (mésos), Adj., mittel, mittlere; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, EWD s. u. paläo-, Duden s. u. Mesolithikum; Son.: vgl. nndl. mesolithicum, Sb., Mesolithikum; frz. mésolithique, M., Mesolithikum; nschw. mesolitikum, N., Mesolithikum; nnorw. mesolitikum, N., Mesolithikum; poln. mezolit, Sb., Mesolithikum; kymr. mesolithig, Sb., Mesolithikum; nir. méisiliteach, Sb., Mesolithikum; lit. mezolitas, M., Mesolithikum; GB.: seit um 1784 belegte und aus meso… und Lithikum gebildete Bezeichnung für die Zeit zwischen dem Ende der letzten Eiszeit in Europa um 9600 v. Chr. bis zu dem Beginn der Jungsteinzeit in Europa um 4500 v. Chr.; BM.: mitten, Stein; F.: Mesolithikum, Mesolithikums+FW(+EW?); Z.: Me-s-o-lith-ik-um
Mesozoikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Mesozoikum, Erdmittelalter, Erdmittelzeit; ne. Mesozoic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέσος (mésos), Adj., mittel, mittlere; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ζῆν (zēn), ζᾶν (zan), ζώειν (zṓein), V., leben, am Leben sein (V.); idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. mesozoïcum, Sb., Mesozoikum; frz. mésozoïque, M., Mesozoikum; nschw. mesozoikum, Sb., Mesozoikum; nnorw. mesozoikum, Sb., Mesozoikum; kymr. mesosoig, M., Mesozoikum; nir. méiseasóch, Sb., Mesozoikum; poln. mezozoik, M., Mesozoikum; lit. mezozojus, M., Mesozoikum; GB.: seit 19. Jh) belegte und aus meso… und Zoikum gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von vor 252 Millionen bis vor 100 Millionen Jahren dauernde und in Trias und Jura und Kreide eingeteilte Erdmittelalter; BM.: mitten, leben; L.: EWD s. u. paläo-, Duden s. u. Mesozoikum; F.: Mesozoikum, Mesozoikums+FW(+EW); Z.: Me-s-o-zo-ik-um
Messe (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Messe (F.) (1), Gottesdienst; ne. mass; Vw.: -; Hw.: s. Kirmes; Q.: Ende 9. Jh. (Vorauer Beichte); E.: mhd. messe, misse, st. F., Messe (F.) (1), Jahrmarkt; mnd. misse (2), messe, F., Messe, Messopfer, Gottesdienst mit dem kanonischen Aufbau, Hochmesse, Stiftung einer Messe, Datum bestimmter Festtage, Fest mit Markt das an bestimmten Tagen stattfindet, Handelsmesse; mnl. misse, messe, F., Messe, Kirchfest; ahd. missa* (1) st. F. (ō), Messe (F.) (1), Feiertag; as. missa*, st. F. (ō), Messe (F.) (1), Feiertag; lat. missa, F., Geschicktes, Messe (F.) (1), (3./5. Jh. n. Chr.); aus ite missa est, gehet, es ist entlassen; lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Messe, Kluge s. u. Messe 1, DW 12, 2110, EWD s. u. Messe 1, EWAhd 6, 480, Duden s. u. Messe, Bluhme s. u. Messe 1; Son.: vgl. afries. misse, missa, F., Messe (F.) (1), kirchliches Fest; ae. mæsse, sw. F. (n), Messe (F.) (1), Eucharistie; nndl. mis, Sb., Messe (F.) (1); frz. messe, F., Messe (F.) (1); nschw. mässa, Sb., Messe (F.) (1); nnorw. messe, M., F., Messe, (F.) (1); poln. msza, F., Messe (F.) (1); lit. mišios, F. Pl., Messe (F.) (1); GB.: (missa) seit Ende 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Christen seit Entwicklung des Christentums gefeierten Gottesdienst mit der Eucharistie; BM.: senden; F.: Messe, Messen+FW(+EW); Z.: Mess-e
Messe (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Messe (F.) (2), Speiseraum; ne. mess, officer’s mess; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. mess; E.: s. ne. mess, N., Messe (F.) (2), Gericht (N.) (1), Mahlzeit; vgl. frz. mets, M., Gericht (N.) (1), Mahlzeit; lat. missa, F., Geschicktes; lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Messe 2, fehlt DW, EWD s. u. Messe 3, Duden s. u. Messe, Bluhme s. u. Messe 2; Son.: vgl. nschw. mäss, Sb., Messe (F.) (2); nnorw. messe, M., F., Messe (F.) (2); poln. mesa, F., Messe (F.) (2); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den gemeinsamen Speiseraum (der Offiziere); BM.: schicken; F.: Messe, Messen+FW; Z.: Mess-e
messen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. messen, abmessen, Maße feststellen; ne. measure (V.), mete (ält.); Vw.: -; Hw.: s. Maß, Messer (2); Q.: 3. Viertel 8. Jh.; E.: mhd. mezzen, st. V., messen, abmessen, ausmessen, zielen; mnd. mēten (1), metten, st. V., messen, abmessen, erwägen, einschätzen, abschätzen, rechnen; mnl. meten, st. V., messen, ausmessen, zumessen; ahd. mezzan* (1), mezan*, st. V. (5), messen, wiegen (V.) (2), schätzen, zählen, vergleichen, zumessen, zuteilen; as. metan? (1), st. V. (5), messen; anfrk. metan, meton, st. V. (5), messen; germ. *metan, st. V., messen, zuteilen, erwägen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *met-, V., messen, Pokorny 703; s. idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. messen, Kluge s. u. messen, DW 12, 2115, EWD s. u. messen, EWAhd 6, 384, Falk/Torp 304, Seebold 354, Duden s. u. messen, Bluhme s. u. messen; Son.: vgl. afries. meta, st. V. (5), messen; nnordfries. meete; ae. metan, st. V. (5), messen, bezeichnen, vergleichen, schätzen; an. meta (2), st. V. (5), messen, abschätzen, rechnen; got. mitan, st. V. (5), messen; nndl. meten, V., messen; nschw. mäta, V., messen; nisl. meta, V., abschätzen; lit. matuoti, V., messen; lat. modius, M., Scheffel; ? air. midiur, midithir, V., denken, beurteilen; kymr. meddu, V., denken, kennen; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Maße einer tatsächlichen Gegebenheit feststellen; BM.: ?; F.: messen (!), messe (!), misst, messt, messest, messet, maß, maßt, maßest, maßen, maßet (!), mäße (!), mäßest, mäßen, mäßet, gemessen, ##gemessen, gemessene, gemessenes, gemessenem, gemessenen, gemessener##, messend, ###messend, messende, messendes, messendem, messenden, messender###, miss (!)+EW; Z.: me-ss-en
Messer (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Messer (N.), ein Schneidewerkzeug, Gerät zu einem Schneiden; ne. knife (N.); Vw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. mezzer (2), messer, mezzes, st. N., Messer (N.); mnd. messer, metzer, mesr*, N., Messer (N.), Waffe; mnl. mets, mes, N., Messer; ahd. mezzir*, mezir*, st. N. (a), Messer (N.); ahd. mezzisahs*, mezzirahs*, mezzeres, st. N. (a), Messer (N.); germ. *matisahsa-, *matisahsam, st. N. (a), Messer (N.); vgl. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Messer, Kluge s. u. Messer, DW 12, 2124, EWD s. u. Messer, EWAhd 6, 393, Falk/Torp 305, Duden s. u. Messer, Bluhme s. u. Messer; Son.: vgl. ae. mėteseax, st. N. (a), Essschwert, Messer (N.); nndl. mes, Sb., Messer (N.); GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht vor rund 2 Millionen Jahren erstmals von Menschen oder Vormenschen hergestelltes aus einer mit einer Schneide versehenen steinernen und später metallenen Klinge und einem Griff bestehendes Gerät zu einem Schneiden von Gegenständen; BM.: fett, schneiden; F.: Messer, Messers, Messern+EW; Z.: Mes-ser
Messer (2), nhd., M., (11./12. Jh.): nhd. Messer (M.), Messender, Messgerät; ne. analyser; Vw.: s. Beck-; Hw.: s. messen; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. mezzære (1), mezzer, st. M., Messer (M.), Messender, einer der misst; mnd. mētære*, mēter, meter, M., beeidigter Messer (M.), beeidigter Kornmesser (M.), beeidigter Hopfenmesser (M.), Landmesser; mnl. meter, metere, M., Messernder, Abwiegender, Mathematiker; ahd. mezzāri*, mezzari*, st. M. (ja), Messer (M.), einer der misst, Vermesser, Feldmesser; s. ahd. mezzan* (1), mezan*, st. V. (5), messen, wiegen (V.) (2), schätzen, zählen, vergleichen, zumessen, zuteilen; germ. *metan, st. V., messen, zuteilen, erwägen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *met-, V., messen, Pokorny 703; s. idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 12, 2123, EWAhd 6, 388, Duden s. u. Messer; Son.: vgl. afries. meter, M., Messender, Abwiegender; nschw. mätare, M., Messer (M.), Messgerät; GB.: (mezzāri) (11./12. Jh.) belegte und aus mess(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und wohl Entwicklung von Sprache möglichen Messenden oder ein Messgerät; BM.: messen; F.: Messer, Messers, Messern+EW; Z.: Me-ss-er
Messias, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Messias, Gesalbter, Heilbringer; ne. Messiah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. Messiās; E.: s. lat. Messiās, M.=PN, Messias; aus dem Hebr., s. aram. Meschiah, M., Gesalbter; hebr. mēšīaḥ, M., Gesalbter; L.: Kluge s. u. Messias, fehlt DW, EWD s. u. Messias, Duden s. u. Messias; Son.: vgl. nndl. Messias, Sb., Messias; frz. Messie, M., Messias; nschw. Messias, Sb., Messias; nnorw. Messias, M., Messias; poln. Mesjasz, M., Messias; kymr. Meseia, M., Messias; nir. Meisias, M., Messias; lit. Mesijas, M., Messias; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Aramäischen und Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Gesalbten oder Heilbringer; BM.: Gesalbter; F.: Messias, Messiasse, Messiassen+FW; Z.: Messia-s
Messing, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Messing, eine Kupferlegierung; ne. brass (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. messinc, st. M., Messing; mnd. missink*, missinc, messinc, M., N., Messing, Legierung aus Kupfer und Zink; mnl. messinc, messanc, messinge, missinc, N., Messing; ahd. messing, messinc, st. M. (a)?, Messing; as. messing, M., N., Messing; anfrk. messink, N., Messing; wohl Bildung zu dem gr. Stamm der Mossynöiken (Μοσσυνοίκοι), dieser soll besondere Kenntnisse der Metallverarbeitung besessen haben; L.: Kluge 1. A. s. u. Messing, Kluge s. u. Messing, DW 12, 2132, EWD s. u. Messing, EWAhd 6, 361, Duden s. u. Messing, Bluhme s. u. Messing; Son.: vgl. ae. mæstling, mæslen, Sb., Messing; an. messing, mersing, massing, N., F., Messing; nndl. messing, Sb., Messing; nschw. mässing, Sb., Messing; nnorw. messing, M., Messing; GB.: seit 11. Jh. belegte und vielleicht mit dem gr. Stamm der Mossynöiken (Μοσσυνοίκοι) verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit rund 1550 v. Chr. entwickelte und verwendete hellgelbe bis rotgelbe aus Kupfer und Zink bestehende Metalllegierung (Kupferlegierung); BM.: PN?; F.: Messing, Messings, Messinge, Messingen+FW; Z.: Mess-ing
messingisch, messingsch, missingisch, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. messingisch, meißnisch?, vermischt aus Niederdeutsch und Hochdeutsch; ne. mixed from High German und Low German; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl von nd. misench, Adj., meißnisch, von dem ON Meißen; s. westslaw. Mišno, ON, Meißen; Einfluss von Messing; L.: Kluge 1. A. s. u. messingisch, Kluge s. u. messing(i)sch, DW 12, 2133; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus meißnisch gebildete Bezeichnung einer Mischsprache aus Niederdeutsch und Hochdeutsch; BM.: ON?; F.: messingisch, messingische, messingisches, messingischem, messingischen, messingischer, messingsch, messingsche, messingsches, messingschem, messingschen, messingscher, missingisch, missingische, missingisches, missingischem, missingischen, missingischer+FW+EW; Z.: mess-ing-isch
messingsch, nhd. (ält.), Adj.: nhd. messingsch; Vw.: s. messingisch
$Messlehre, nhd., F. (?).: nhd. Messlehre, Messschieber, Schiebelehre, Schublehre; E.: s. mess(en), s. Lehre; L.: Kluge s. u. Lehre, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit dem 6. Jh. v.Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes kleineres Messgerät; F.: Messlehre, Messlehren+EW; Z.: Me-ss—lehr-e
Mestize, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mestize, Mensch mit einem weißen und einem indigenen Elter in Mittelamerika; ne. mestizo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: frz. Lw.; E.: über romanische Vermittlung letztlich von afrz. mestiz, Adj., von unreiner Abkunft, von niedriger Abkunft; port. mestiço, Adj., gemischtrassig; spätlat. *mixtīcius, Adj., gemischtfarbig; lat. mistīcius, M., Mischling; vgl. lat. mīscere, V., mischen, vermischen, vermengen, verschmelzen; idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mestize, Duden s. u. Mestize; Son.: vgl. nndl. mesties, Sb., Mestize; frz. métis, M., Mestize; nschw. mestis, Sb., Mestize; nnorw. mestis, M., Mestize; poln. metys, M., Mestize; kymr. mestiso, M., Mestize; lit. metisas, M., Mestize; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Nachkommen eines weißen und eines indianischen Elters in Mittelamerika; BM.: mischen; F.: Mestize, Mestizen+FW(+EW); Z.: Mest-iz-e
Met, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Met, Honigwein; ne. mead; Vw.: -; Hw.: s. Mädesüß; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Kapitular); E.: mhd. mëte, mët, st. M., Met; mnd. mēde (5), medde, meit, meth, met, medo, st. M., Met, Honigbier; mnl. mede, M., Met; ahd. metu*, mito*, meto, st. M. (u), Met, Honigwein, gegorenes Honiggetränk; ahd.? met (1), st. M. (i)?, Met, Honigwein; as. medo*, st. M. (wa)?, Met; anfrk. -; germ. *medu-, *meduz, st. M. (u), Met, Honigwein; idg. *médʰu, Adj., N., süß, Honig, Met, Pokorny 707 (1172/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Met, Kluge s. u. Met, DW 12, 214, EWD s. u. Met, EWAhd 6, 370, Falk/Torp 306, Duden s. u. Met, Bluhme s. u. Met; Son.: vgl. afries. mede (1), st. M. (u), Met; ae. medu, meodu, medo, meodo, st. M. (u), N., Met, Honigwein; an. mjǫðr, st. M. (u), Met; got. *midus, st. M. (u), Met; nndl. mede, Sb., Met; nschw. mjöd, N., Met; ai. mádhu-, N., süßer Trank; gr. μέθυ (méthy), N., Süßtrank, Rauschtrank, Wein; lat. medus, M., Met, Honigwein; air. mid, N., M., Met, Honigwein; kymr. medd, M., Met; apreuß. meddo, Sb., Honig; lit. medùs, M., Honig; ksl. medu, Sb., Honig; toch. B mit, Sb., Honig; luw. maddu-, Adj., Sb., süß, süßes, Getränk; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon vor mehr als 5000 Jahren aus vergorenem Honig und Würzstoffen entwickeltes und verwendetes alkoholisches Getränk; BM.: süß; F.: Met, Metes, Mets+EW; Z.: Met
meta…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. meta..., zwischen, nach, hinter; ne. meta…; Vw.: s. -bolismus, -morphose, -pher, -phorisch, -physik, -physisch, -stase; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. meta-, fehlt DW, EWD s. u. meta-, Duden s. u. meta-; Son.: vgl. nndl. meta…, Präf., meta…; frz. meta…, Präf., meta…; nschw. meta…, Präf., meta…; nnorw. meta…, Präf., meta…; poln. meta…, Präf., meta…; kymr. meta…, Präf., meta…; nir. meiti…, Präf., meta…; lit. meta…, Präf., meta…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und seitdem in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für zwischen oder nach oder hinter; BM.: mitten; F.: meta…+FW; Z.: me-t-a-
Metabolismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Metabolismus, Veränderung, Stoffwechsel; ne. metabolism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μεταβολή (metabolḗ), F., Veränderung, Umschwung; vgl. gr. μεταβάλλειν (metabállein), V., ändern, sich ändern; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Metabolismus; Son.: vgl. nndl. metabolisme, Sb., Metabolismus; frz. métabolisme, M., Metabolismus; nschw. metabolism, Sb., Metabolismus; nnorw. metabolisme, M., Metabolismus; kymr. metaboledd, M., Metabolismus; nir. meitibileacht, F., Metabolismus; poln. metabolizm, M., Metabolismus; lit. metabolizmas, M., Metabolismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Lebens bestehenden Stoffwechsel von Lebewesen aus Nahrung in Eiweiß und Fett und Kohlehydrat; BM.: mit, werfen; F.: Metabolismus+FW; Z.: Me-t-a—bol-ism-us
Metall, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Metall, ein fester Stoff; ne. metal (N.); Vw.: -; Hw.: s. metallisch, Metallurgie; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. metalle (1), metele, st. N., Metall; mnd. metal, metāl, mittal, N., Metall, Erz, Münzmetall, Edelmetall, Gussmaß; lat. metallum, N., Metall, Gehalt (M.), Bergwerk, (96-55 v. Chr.); gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; L.: Kluge s. u. Metall, EWD s. u. Metall, DW 12, 2142, Duden s. u. Metall; Son.: vgl. nndl. metaal, Sb., Metall; frz. métal, M., Metall; nschw. metall, Sb., Metall; nnorw. metall, N., Metall; nnorw. metal, M., Metall; kymr. metel, M., Metall; nir. miotal, M., Metall; lit. metalas, M., Metall; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und vielleicht dem Arabischen aufgenommene und umgebildete (übergeordnete) Bezeichnung für jedes chemische Element das sich durch einen charakteristischen Glanz und Undurchsichtigkeit und die Fähigkeit Legierungen zu bilden sowie Wärme und Elektrizität zu leiten auszeichnet und von den (17-18) Nichtmetallen Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Selen, den Halogenen Fluor, Chlor, Brom und Jod sowie den Edelgasen Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon und – ungewiss – Oganesson mit fließenden Übergängen einigermaßen getrennt werden kann; BM.: ?; F.: Metall, Metalls, Metalles, Metalle, Metallen+FW; Z.: Metall
metallisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. metallisch, aus Metall bestehend, Metall betreffend; ne. metallic; Vw.: -; Hw.: s. Metall; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. metallicus; E.: s. lat. metallicus, Adj., zum Metall gehörig, metallisch, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. metallum, N., Metall, Gehalt (M.), Bergwerk; gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; L.: Kluge s. u. Metall, DW 13, 2144, EWD s. u. Metall, Duden s. u. metallisch; Son.: vgl. nndl. metalen, Adj., metallisch; frz. métallique, Adj., metallisch; nschw. metallisk, Adj., metallisch; nnorw. metallisk, Adj., metallisch; poln. metalowy, Adj., metallisch; kymr. metelaidd, meteleg, Adj., metallisch; nir. miotalach, Adj., metallisch; lit. metalinis, Adj., metallisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus Metall bestehend oder Metall betreffend; BM.: ?; F.: metallisch, metallische, metallisches, metallischem, metallischen, metallischer(, metallischere, metallischeres, metallischerem, metallischeren, metallischerer, metallischst, metallischste, metallischstes, metallischstem, metallischsten, metallischster)+FW(+EW); Z.: metall-isch
$Metallurg, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Metallurg, Sachkenner des Hüttenwesens; I.: Lw. gr. μεταλλουργός (metallurgós); E.: s. gr. μεταλλουργός (metallurgós), M., Bergwerksarbeiter; vgl. gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Metall; L.: EWD s. u. Metall; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Sachkenner des Hüttenwesens; F.: Metallurg, Metallurgen+FW(+EW); Z.: Metall-urg
Metallurgie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Metallurgie, Lehre von der Gewinnung und Verarbeitung von Metallen, Hüttenkunde; ne. metallurgy; Vw.: -; Hw.: s. Metall; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. métallurgie; E.: s. frz. métallurgie, F., Metallurgie, Hüttenkunde; vgl. gr. μέταλλον (métallon), N., Metall; weitere Herkunft unsicher, aus dem Arab.?; gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Metall, Duden s. u. Metallurgie; Son.: vgl. nndl. metallurgie, Sb., Metallurgie; frz. métallurgie, F., Metallurgie; nschw. metallurgi, Sb., Metallurgie; nnorw. metallurgi, M., Metallurgie; kymr. meteleg, F., Metallurgie; nir. miotalóireacht, F., Metallurgie; poln. metalurgia, F., Metallurgie; lit. metalurgija, F., Metallurgie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit Metall und dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von der Gewinnung und Verarbeitung von Metallen oder die Hüttenkunde; BM.: Metall, wirken; F.: Metallurgie+FW; Z.: Metall—urg-ie
Metamorphose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Metamorphose, Verwandlung, Umgestaltung, Gestaltveränderung; ne. metamorphosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. metamorphōsis; E.: s. lat. metamorphōsis, F., Verwandlung, Metamorphose, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. μεταμόρφωσις (metamórphōsis), F., Umgestaltung; vgl. gr. μεταμορφοῦν (metamorphūn), V., umgestalten; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Metamorphose, fehlt DW, EWD s. u. meta-, Duden s. u. Metamorphose; Son.: vgl. nndl. metamorfose, Sb., Metamorphose; frz. métamorphose, F., Metamorphose; nschw. metamorfos, Sb., Metamorphose; nnorw. metamorfose, M., Metamorphose; poln. metamorfoza, F., Metamorphose; nir. meiteamorfóis, F., Metamorphose; lit. metamorfozė, F., Metamorphose; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Verwandlung oder Umgestaltung oder Gestaltveränderung einer Gegebenheit; BM.: mitten, Gestalt; F.: Metamorphose, Metamorphosen+FW(+EW); Z.: Me-t-a—mor-ph-os-e
Metapher, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Metapher, eine Redefigur, eine bildliche Übertragung; ne. metaphor; Vw.: -; Hw.: s. metaphorisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. metaphora; E.: s. lat. metaphora, F., Übertragung des Wortes in eine uneigentliche Bedeutung, Metapher, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. μεταφορά (metaphorá), F., Übertragung; vgl. gr. μεταφέρειν (metaphérein), V., übertragen (V.); gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702; gr. φέρειν (phérein), V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Metapher, EWD s. u. Metapher, Duden s. u. Metapher; Son.: vgl. nndl. metafoor, Sb., Metapher; frz. métaphore, F., Metapher; nschw. metafor, Sb., Metapher; nnorw. metafor, M., Metapher; poln. metafora, F., Metapher; kymr. metaffor, M., Metapher; nir. meafar, M., Metapher; lit. metafora, F., Metapher; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche bildliche Übertragung eines Wortes oder einer Wendung in einen anderen Sachzusammenhang wie beispielsweise ein Licht an dem Ende des Tunnels oder ein Tropfen auf dem heißen Stein oder die Nadel in dem Heuhaufen oder die Mauer des Schweigens oder Warteschlange oder Wüstenschiff oder Wasserhahn; BM.: mitten, tragen; F.: Metapher, Metaphern+FW(+EW); Z.: Met-a-pher
metaphorisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. metaphorisch, bildlich, übertragen (Adj.); ne. metaphorical; Vw.: -; Hw.: s. Metapher; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. métaphorique; E.: s. frz. métaphorique, Adj., metaphorisch; lat. metaphoricus, Adj., metaphorisch, übertragen (Adj.), bildlich, vergleichsweise; gr. μεταφορικός (metaphorikós), Adj., passend bei Metaphern; s. μεταφορεῖν (metaphorein); gr. μεταφορά (metaphorá), F., Übertragung; vgl. gr. μεταφέρειν (metaphérein), V., übertragen (V.); gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702; gr. φέρειν (phérein), V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Metapher, fehlt DW, EWD s. u. Metapher, Duden s. u. metaphorisch; Son.: vgl. nndl. metaforisch, Adj., metaphorisch; frz. métaphorique, Adj., metaphorisch; nschw. metaforisk, Adj., metaphorisch; nnorw. metaforisk, Adj., metaphorisch; poln. metaforyczny, Adj., metaphorisch; nir. meafarach, Adj., metaphorisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie von Metapher des Lateinischen und Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für bildlich oder übertragen (Adj.); BM.: mitten, tragen; F.: metaphorisch, metaphorische, metaphorisches, metaphorischem, metaphorischen, metaphorischer(, metaphorischere, metaphorischeres, metaphorischerem, metaphorischeren, metaphorischerer, metaphorischst, metaphorischste, metaphorischstes, metaphorischstem, metaphorischsten, metaphorischster)+FW(+EW); Z.: me-t-a-phor-isch
Metaphysik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Metaphysik, eine Teilrichtung der Philosophie; ne. metaphysics; Vw.: -; Hw.: s. metaphysisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. metaphysica; E.: s. mlat. metaphysica, Metaphysik; gr. μεταφυσικά (metaphysiká), F., Metaphysik; vgl. gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Metaphysik, fehlt DW, EWD s. u. Metaphysik, Duden s. u. Metaphysik; Son.: vgl. nndl. metafysica, Sb., Metaphysik; frz. métaphysique, F., Metaphysik; nschw. metafysik, Sb., Metaphysik; nnorw. metafysikk, M., Metaphysik; poln. metafizyka, F., Metaphysik; kymr. metaffiseg, F., Metaphysik; nir. meitfisic, F., Metaphysik; lit. metafizika, F., Metaphysik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die philosophische Lehre die (nach der Physik) das hinter der sinnlich erfahrbaren natürlichen Welt Liegende oder die letzten Gründe und Zusammenhänge des Seins behandelt; BM.: nach der Physik (τὰ μετὰ τὰ φυσικά [tà metà tà physiká]) das nach/neben der Physik genannte den acht Büchern über Physik des Philosophen Aristoteles folgende Werkes des Aristoteles; F.: Metaphysik+FW(+EW); Z.: Me-t-a-phy-s-ik
metaphysisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. metaphysisch, Metaphysik betreffend; ne. metaphysical; Vw.: -; Hw.: s. Metaphysik; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. metaphysicus; E.: s. mlat. metaphysicus (1), Adj., metaphysisch; vgl. mlat. metaphysica, Metaphysik; gr. μεταφυσικά (metaphysiká), F., Metaphysik; vgl. gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Metaphysik, fehlt DW, EWD s. u. Metyphysik, Duden s. u. metaphysisch; Son.: vgl. nndl. metafysisch, Adj., metaphysisch; frz. métaphysique, Adj., metaphysisch; nschw. metafysisk, Adj., metaphysisch; nnorw. metafysisk, Adj., metaphysisch; poln. metafizyczny, Adj., metaphysisch; kymr. metaffisegol, Adj., metaphysisch; nir. meitfisiciúil, Adj., metaphysisch; lit. metafizinis, Adj., metaphysisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für hinter der sinnlich erfahrbaren natürlichen Welt liegend oder die letzten Gründe und Zusammenhänge des Seins behandelnd oder Metaphysik betreffend; BM.: nach der Physik (τὰ μετὰ τὰ φυσικά [tà metà tà physiká]) das nach/neben der Physik genannte den acht Büchern über Physik des Philosophen Aristoteles folgende Werk des Aristoteles betreffend; F.: metaphysisch, metaphysische, metaphysisches, metaphysischem, metaphysischen, metaphysischer(, metaphysischere, metaphysischeres, metaphysischerem, metaphysischeren, metaphysischerer, metaphysischst, metaphysischste, metaphysischstes, metaphysischstem, metaphysischsten, metaphysischster)+FW(+EW); Z.: me-t-a-phy-s-isch
Metastase, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Metastase, Tochtergeschwulst; ne. metastasis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. μετάστασις (metástasis); E.: s. gr. μετάστασις (metástasis), F., Wegstellen, Verbannung, Wanderung, Umzug; vgl. gr. μεθιστάναι (methistánai), V., umstellen, versetzen; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Metastase, fehlt DW, EWD s. u. meta-, Duden s. u. Metastase; Son.: vgl. nndl. metastase, Sb., Metastase; frz. métastase, F., Metastase; nschw. metastas, Sb., Metastase; nnorw. metastase, M., Metastase; kymr. metastasis, M., Metastase; lit. metastazė, F., Metastase; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Tumor der sich durch Verschleppung von kranken Zellen besonders einer bösartigen Geschwulst an einer anderen von dem Ursprungsort entfernt gelegenen Körperstelle als Tochtergeschwulst bildet; BM.: zwischen, stellen; F.: Metastase, Metastasen+FW(+EW); Z.: Me-t-a-sta-s-e
Meteor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Meteor, eine Himmelserscheinung, eine Leuchterscheinung; ne. meteor; Vw.: -; Hw.: s. Meteorit; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. μετέωρον (metéōron); E.: s. gr. μετέωρον (metéōron), N., Himmelserscheinung; vgl. gr. μετέωρος (metéōros), Adj., in der Luft schwebend, in die Höhe gehoben, schwankend, ungewiss; gr. μεταίρειν (metaírein), V., wegheben, versetzen, aufbrechen; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. αἴρειν (aírein), V., heben, aufheben, hochheben, steigern, hintragen; idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Meteor, fehlt DW, EWD s. u. meteor, Duden s. u. Meteor; Son.: vgl. nndl. meteoor, Sb., Meteor; frz. météore, M., Meteor; nschw. meteor, Sb., Meteor; nnorw. meteor, M., Meteor; poln. meteor, M., Meteor; kymr. meteor, M., Meteor; lit. meteoras, M., Meteor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine durch in die Erdatmosphäre eindringende feste kosmische Körper hervorgerufene sachlich seit Entstehung der Erde und der Atmosphäre mögliche Himmelserscheinung oder Leuchterscheinung; BM.: mit, heben; F.: Meteor, Meteors, Meteores, Meteore, Meteoren+FW; Z.: Me-t-eor
Meteorit, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Meteorit, in die Erdatmosphäre eindringender Himmelskörper; ne. meteorite; Vw.: -; Hw.: s. Meteor; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μετέωρος (metéōros), Adj., in der Luft schwebend, in die Höhe gehoben, schwankend, ungewiss; gr. μεταίρειν (metaírein), V., wegheben, versetzen, aufbrechen; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. αἴρειν (aírein), V., heben, aufheben, hochheben, steigern, hintragen; idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Meteorit; Son.: vgl. nndl. meteoriet, Sb., Meteorit; frz. météorite, M., F., Meteorit; nschw. meteorit, Sb., Meteorit; nnorw. meteoritt, M., Meteorit; kymr. meteorit, M., Meteorit; poln. meteoryt, M., Meteorit; lit. meteoritas, M., Meteorit; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Meteor und it (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Erde und der Atmosphäre möglichen in die Erdatmosphäre eindringenden Himmelskörper des Universums; F.: Meteorit, Meteoriten+FW; Z.: Me-t-eor-it
$Meteorologe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Meteorologe, Wetterkundler, Wetterforscher; Hw.: s. Meteorologie; E.: s. Meteor, s. o, s. loge; L.: fehlt DW, EWD s. u. Meteor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Meteor und o sowie loge des Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Wetterkundler oder Wetterforscher; F.: Meteorologe, Meteorologen+FW; Z.: Me-t-eor-o-log-e
Meteorologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Meteorologie, Lehre von dem Wetter, Wetterlehre, Wetterkunde; ne. meteorology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. méteorologie; E.: s. frz. méteorologie, F., Meteorologie, Lehre vom Wetter; gr. μετεωρολογία (meteōrología), F., Lehre von den erhobenen Dingen; gr. μετέωρος (metéōros), Adj., in der Luft schwebend, in die Höhe gehoben, schwankend, ungewiss; gr. μεταίρειν (metaírein), V., wegheben, versetzen, aufbrechen; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. αἴρειν (aírein), V., heben, aufheben, hochheben, steigern, hintragen; idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Meteorologie, fehlt DW, EWD s. u. Meteor, Duden s. u. Meteorologie; Son.: vgl. nndl. meteorologie, Sb., Meteorologie; nschw. meteorologi, Sb., Meteorologie; nnorw. meteorologi, M., Meteorologie; poln. meteorologia, F., Meteorologie; kymr. meteoroleg, F., Meteorologie; nir. meitéareolaíocht, F., Meteorologie; lit. meteorologija, F., Meteorologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Wetterlehre oder das die Vorgänge und Gesetzmäßigkeiten in der Lufthülle der Erde sowie Wetterkunde und Klimatologie umfassende Teilgebiet der Geophysik; BM.: in der Luft schwebend, sammeln; F.: Meteorologie+FW+EW; Z.: Me-t-eor-o-log-ie
$meteorologisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. meteorologisch, Meteorologie betreffend, Wetter betreffend; E.: s. Meteorolog(ie), s. isch; L.: EWD s. u. Meteor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Meteorolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Meteorologie oder von Wetter mögliches Meteorologie betreffend oder Wetter betreffend; F.: meteorologisch, meteorologische, meteorologisches, meteorologischem, meteorologischen, meteorologischer+FW(+EW); Z.: me-t-eor-o-log-isch
Meter, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Meter, ein Längenmaß; ne. meter (N.); Vw.: s. (Dezi-), Ergo-, Geo-, Hexa, Para-, Penta-, Tacho-, Thermo-, Zenti-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. metrum; E.: s. lat. metrum, N., Metrum, (1. Jh. n. Chr.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Meter, EWD s. u. Meter, DW 12, 2146, EWAhd 6, 367, Duden s. u. Meter, Bluhme s. u. Meter; Son.: s. ahd. mētar, metar, mēter, st. N. (a), Metrum, Vers, Metrik, Maß, Versmaß, Gedicht, Abschnitt; vgl. ae. mēter, st. N. (a), Metrum, Dichtung; nndl. meter, Sb., Meter; nschw. meter, Sb., Meter; nnorw. meter, M., Meter; poln. metr, M., Meter; nir. méadar, M., Meter; lit. metras, M., Meter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein 1790 als Maßsystem in Frankreich empfohlenes und ab 1868 gesetzlich festgelegtes und von Menschen bewusst geschaffenes Längenmaß das beispielsweise zwischen 1983 und 2019 als die Länge der von Licht in Vakuum während der Dauer von 1/299792458 Sekunden durchlaufenen Strecke bestimmt wurde; BM.: messen; F.: Meter, Meters, Metern+FW(+EW); Z.: Me-t-er
...meter, nhd., M.?, (16. Jh.): nhd. ...meter; ne. ...meter; Vw.: s. Chrono-, Elf-, Gaso-, Geo-, Hexa-, (Kilo-,) (Mikro-,) (Milli-,) (Nano-,)Tacho-, (Sieben-,) Zenti-; Hw.: s. ...metrie, …metrisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. metrum; E.: s. lat. metrum, N., Metrum, (1. Jh. n. Chr.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. Meter, Kytzler/Redemund/Eberl 1080; Son.: vgl. nndl. …meter, Suff., …meter; frz. …mètre, …meter, Suff., …meter; nschw. …meter, Suff., …meter; nnorw. …meter, Suff., …meter; poln. …metr, Suff., …meter; kymr. …medr, Suff., …meter; nir. …méadar, Suff., …meter; lit. …meter, Suff., …metras; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von meist das Messen betreffenden Substantiven (Maskulinen); BM.: messen; F.: …meter, …meters, …metern+FW(+EW); Z.: -me-t-er
Methan, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Methan, ein Gas; ne. methane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. frz. méthylène, M., Methylen; vgl. gr. μέθυ (méthy), N., Süßtrank, Rauschtrank, Wein; idg. *médʰu, Adj., N., süß, Honig, Met, Pokorny 707 (1172/37) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: Duden s. u. Methan; Son.: vgl. nndl. methaan, Sb., Methan; frz. méthane, M., Methan; nschw. metan, N., Sb., Methan; nnorw. metan, N., Methan; kymr. methan, M., Methan; nir. meatán, M., Methan; poln. metan, M., Methan; lit. metanas, M., Methan; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Französischen sowie teilweise dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon nach dem Urknall vorhandenes und damit vormenschliches farbloses und geruchloses sowie 1667 von Thomas Shirley entdecktes vor allem bei Abbau organischen Materials unter Luftabschluss aus Kohlenstoff und Wasserstoff entstehendes und als Hauptbestandteil von Erdgas vorkommendes sehr entzündliches Gas (CH4) aus einem Kohlenstoffatom und vier Wasserstoffatomen; BM.: süß, Holz; F.: Methan, Methans+FW; Z.: Meth-an
Methode, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Methode, Vorgehen, Verfahren; ne. method; Vw.: Radiokarbon-; Hw.: s. methodisch, Methodik; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. methodus, gr. μέθοδος (méthodos); E.: s. lat. methodus, Methode, Lehrverfahren, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. μέθοδος (méthodos), F., Weg auf ein Ziel hin; vgl. gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Methode, fehlt DW, EWD s. u. Methode, Duden s. u. Methode; Son.: vgl. nndl. methode, Sb., Methode; frz. méthode, F., Methode; nschw. metod, Sb., Methode; nnorw. metode, M., Methode; poln. metoda, F., Methode; kymr. method, M., Methode; nir. modh, M., Methode; lit. metodas, M., Methode; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung von Sprache entwickeltes auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zu Erlangung von Erkenntnissen oder Ergebnissen; BM.: mitten, Weg; F.: Methode, Methoden+FW(+EW); Z.: Me-t-hod-e
Methodik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Methodik, Vorgehensweise, Verfahrensweise; ne. methodology, methods; Vw.: -; Hw.: s. Methode, methodisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. methodicē; E.: s. lat. methodicē, F., methodischer Teil der Grammatik, Methodik, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. μεθοδική (methodikḗ), F., Methodik; vgl. gr. μεθοδικός (methodikós), Adj., methodisch; vgl. gr. μέθοδος (méthodos), F., Weg auf ein Ziel hin; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Methode, fehlt DW, EWD s. u. Methode, Duden s. u. Methodik; Son.: vgl. nschw. metodik, Sb., Methodik; nnorw. methodikk, M., Methodik; poln. metodyka, F., Methodik; lit. metodika, F., Methodik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Lehre oder Wissenschaft von der Verfahrensweise einer Wissenschaft; BM.: mitten, Weg; F.: Methodik, Methodiken+FW+EW?; Z.: Me-t-hod-ik
methodisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. methodisch, planmäßig, systematisch, Methode betreffend, nach einer Methode vorgehend; ne. methodical; Vw.: -; Hw.: s. Methode, Methodik; Q.: 1616; I.: Lw. lat. methodicus; E.: s. lat. methodicus, Adj., methodisch, nach gewissen Grundsätzen verfahrend, auf gewissen Grundsätzen beruhend, (14-37 n. Chr.); gr. μεθοδικός (methodikós), Adj., methodisch; vgl. gr. μέθοδος (méthodos), F., Weg auf ein Ziel hin; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Methode, fehlt DW, EWD s. u. Methode, Duden s. u. methodisch; Son.: vgl. nndl. methodisch, Adj., methodisch; frz. méthodique, Adj., methodisch; nschw. metodisk, Adj., methodisch; nnorw. metodisk, Adj., methodisch; poln. metodyczny, Adj., methodisch; lit. metodinis, Adj., methodisch; GB.: seit 1618 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Methode betreffend oder nach einer Methode vorgehend; BM.: mitten, Weg; F.: methodisch, methodische, methodisches, methodischem, methodischen, methodischer(, methodischere, methodischeres, methodischerem, methodischeren, methodischerer, methodischst, methodischste, methodischstes, methodischstem, methodischsten, methodischster)+FW+EW; Z.: me-t-hod-isch
Methodist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Methodist, Mitglied einer Methodistenkirche; ne. methodist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. methodist; E.: s. ne. methodist, M., Methodist; vgl. gr. μέθοδος (méthodos), F., Weg auf ein Ziel hin; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Methodist; Son.: vgl. nndl. methodist, Sb., Methodist; frz. méthodiste, M., Methodist; nschw. metodist, Sb., Methodist; nnorw. metodist, M., Methodist; kymr. methodist, M., Methodist; nir. meitidisteach, M., Methodist; poln. metodysta, M., Methodist; lit. metodistas, M., Methodist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen Anhänger einer von der anglikanischen Kirche Englands in dem 18. Jahrhundert ausgegangenen christlichen Bewegung; BM.: mit, gehen; F.: Methodist, Methodisten+FW; Z.: Meth-od-ist
$Methodologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Methodologie, Methodik, Methodenlehre, Wissenschaft von den Methoden; Q.: um 1800; E.: s. Method(e), s. o., s. logie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Methode; GB.: seit um 1800 belegte und aus Method(e) und o sowie logie gebildete Bezeichnung für die Lehre oder Wissenschaft von den von Menschen entwickelten Methoden oder Verfahren; F.: Methodologie, Methodologien+FW; Z.: Me-t-hod-o-log-ie
Metier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Metier, Beruf, Bereich, Aufgabenbereich; ne. métier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1703; I.: Lw. frz. métier; E.: s. frz. métier, M., Dienst, Amt, Beruf; lat. ministerium, N., Dienst, Bedienung, Verrichtung, Arbeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Metier, fehlt DW, EWD s. u. Metier, Duden s. u. Metier; Son.: vgl. ndän. metier, Sb., Metier; nnorw. metier, M., N., Metier; GB.: seit 1703 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Beruf oder zu einem Beruf zugehörigen Bereich oder einen Aufgabenbereich; BM.: mindern; F.: Metier, Metiers+FW; Z.: Me-t-i-er
Metonymie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Metonymie, Ersetzung der Bezeichnung einer Gegebenheit durch eine Bezeichnung einer mit ihr zusammenhängenden Gegebenheit; ne. metonymy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1634?; I.: Lw. gr. μετωνυμία (metōnymía); E.: s. gr. μετωνυμία (metōnymía), F., Namenvertauschung, Umbenennung; vgl. gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; idg. *meta, Präp., mit, zwischen, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Metonymie, fehlt DW, Duden s. u. Metonymie; Son.: vgl. nndl. metonymia, Sb., Metonymie; frz. métonymie, F., Metonymie; nschw. metonymi, Sb., Metonymie; nnorw. metonymi, M., Metonymie; poln. metonimia, F., Metonymie; nir. meatainime, F., Metonymie; lit. metonimija, F., Metonymie; GB.: vielleicht seit 1634 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Ersetzung der Bezeichnung einer Gegebenheit durch eine Bezeichnung einer räumlich oder zeitlich oder logisch mit ihr zusammenhängenden Gegebenheit wie beispielsweise Deutschland spielt heute gegen Frankreich oder ich werde noch ein Glas trinken oder wir lesen bald Goethe; BM.: mit, Name; F.: Metonymie, Metonymien+FW; Z.: Me-t-onym-ie
…metrie, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …metrie, Messung; ne. …metry; Vw.: s. (Bio-,) Geo-, Sym-; Hw.: s. …meter, …metrisch; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. gr. …μετρία (metría); E.: s. gr. …μετρία (metría), Suff., …metrie; vgl. gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. -metrie, fehlt DW, EWD s. u. Meter, Duden s. u. -metrie; Son.: vgl. nndl. …metrie, Präf., ...metrie; frz. …métrie, Präf., ...metrie; nschw. …metri, Präf., ...metrie; nnorw. …metri, Präf., ...metrie; poln. …metria, Präf., ...metrie; lit. …metrija, Präf., ...metrie; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für Messung oder Ausmessung; BM.: messen; F.: …metrie, …metrien+FW; Z.: …me-tr-ie
Metrik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Metrik, Verslehre; ne. metrics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. (ars) metrica; E.: s. lat. (ars) metrica, F., Metrik; lat. metricus (1), Adj., zum Maße gehörig, Maß..., (23/24-79 n. Chr.); gr. μετρικός (metrikós), Adj., metrisch; vgl. gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Metrik, fehlt DW, EWD s. u. Metrik, Duden s. u. Metrik; Son.: vgl. nndl. metriek, Sb., Metrik; frz. métrique, F., Metrik; nschw. metrik, Sb., Metrik; nnorw. metrikk, M., Metrik; poln. metryka, F., Metrik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Lehre von den Gesetzmäßigkeiten oder Regeln des Versbaus und den Versmaßen oder der Verslehre; BM.: messen; F.: Metrik, Metriken+FW+EW?; Z.: Me-tr-ik
$metrisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. metrisch, Metrik betreffend, Messen (N.) betreffend; Vw.: s. bio-, geo-; Hw.: s. …meter, …metrie; I.: Lw. lat. metricus; E.: s. lat. metricus (1), Adj., zum Maße gehörig, Maß..., metrisch; gr. μετρικός (metrikós), Adj., metrisch; vgl. gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), V., messen, Pokorny 703 L.: fehlt DW, EWD s. u. Metrik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für Metrik betreffend oder das Messen betreffend; F.: metrisch, metrische, metrisches, metrischem, metrischen, metrischer+FW(+EW); Z.: me-tr-isch
Metro, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Metro, Untergrundbahn; ne. metro, subway; Vw.: -; Hw.: s. Metropole; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. métro; E.: s. frz. métro, F., Metro; gekürzt aus chemin de fer métropolitain, M., Eisenbahn in der Großstadt; lat. mētropolis (1), F., Mutterstadt, Hauptstadt, Metropole, (438 n. Chr.); gr. μητρόπολις (mētrópolis), F., Mutterstadt; vgl. gr. μήτηρ (mḗtēr), F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt; idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Metro; Son.: vgl. nndl. metro, Sb., Metro; nschw. metro, Sb., Metro; nnorw. metro, M., Metro; kymr. metro, M., Metro; nir. meitreo, M., Metro; Metro, Sb., Metro; lit. metro, M., Metro; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus (frz.) (chemin de fer) métro(politain) abgekürzte Bezeichnung für eine von Menschen vor allem in Großstädten entwickelte und verwendete oberirdischen Platz grundsätzlich unverändert belassende unter der Erdoberfläche fahrende Untergrundbahn; BM.: Mutterstadt; F.: Metro, Metros+FW; Z.: Me-t-r-o
Metronom, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Metronom, Gerät zu einer Taktvorgabe; ne. metronome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1816; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Metronom, fehlt DW, Duden s. u. Metronom; Son.: vgl. nndl. metronoom, Sb., Metronom; frz. métronome, M., Metronom; nschw. metronom, Sb., Metronom; nnorw. metronom, M., Metronom; poln. metronom, M., Metronom; kymr. metronom, M., Metronom; nir. méadranóm, M., Metronom; lit. metronomas, M., Metronom; GB.: seit 1816 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Dietrich Nikolaus Winkel entwickeltes und von Johann Nepomuk Mälzel verwendetes und patentiertes Gerät mit einer Skala das in dem zahlenmäßig vorgeschriebenen und eingestellten Tempo zu zusätzlicher Kontrolle für einen Musikanten mechanisch den Takt schlägt; BM.: messen, anordnen; F.: Metronom, Metronoms, Metronome, Metronomen+FW; Z.: Me-tr-o-nom
Metropole, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Metropole, Mutterstadt, Hauptstadt, Zentrum; ne. metropolis; Vw.: -; Hw.: s. Metro; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mētropolis; E.: s. lat. mētropolis (1), F., Mutterstadt, Hauptstadt, Metropole, (438 n. Chr.); gr. μητρόπολις (mētrópolis), F., Mutterstadt; vgl. gr. μήτηρ (mḗtēr), F., Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt; idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Metropole, fehlt DW, EWD s. u. Metropole, Duden s. u. Metropole; Son.: vgl. nndl. metropool, Sb., Metropole; frz. métropole, F., Metropole; nschw. metropol, Sb., Metropole; nnorw. metropol, M., Metropole; poln. metropolia, F., Metropole; kymr. metropolis, F., Metropole; lit. metropolija, F., Metropole; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sehr große Stadt (Mutterstadt oder Hauptstadt) oder ein Zentrum; BM.: Mutter, Stadt; F.: Metropole, Metropolen+FW(+EW); Z.: Me-tr-o-pol-e
Metrum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Metrum, Maß (N.), Versmaß; ne. metre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. metrum; E.: s. lat. metrum, N., Metrum, (1. Jh. n. Chr.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Metrum, EWD s. u. Metrum, Duden s. u. Metrum; Son.: vgl. nndl. metrum, Sb., Metrum; frz. mètre, M., Metrum; ndän. metrum, Sb., Metrum; nnorw. metrum, N., Metrum; poln. metrum, M., Metrum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches metrisches Schema eines Verses (Versmaß); BM.: messen; F.: Metrum, Metrums, Metren+FW; Z.: Me-tr-um
Mette, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mette, Frühgottesdienst; ne. matins; Vw.: -; Hw.: s. Matinee; Q.: 9. Jh. (Pariser Gespräche); E.: mhd. meten, st. F., Frühmesse, Mette; mhd. mettī, st. F., sw. F., Frühmesse, Mette; mhd. mettīn, mettī, st. F., Frühmesse, Mette; mhd. metten, mettīn, mete, sw. F., st. F., Mette, Frühmesse; mhd. mettene, F., Mette; mhd. mettīne, st. F., sw. F., Frühmesse, Mette; mnd. mette (2), metten, mettene, matte, F., Frühmesse, Mette, Zeit des Frühopfers, früher Morgen; mnl. mettine, mettene, mattene, metine, F., Mette; ahd. mettina*, mattina*, st. F. (ō), Matutin, Frühgottesdienst; ahd. met* (2), mette*, Sb., „Mette“, Gottesdienst, Kirchengesang; lat. mātūtīna, F., Morgenzeit, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. mātūtīnus, Adj., in der Frühe geschehend, morgendlich, Morgen..., (170-um 90 v. Chr.); vgl. idg. *mā- (2), gut, rechtzeitig, Pokorny 693 (1137/2) (RB. idg. aus phryg./dak.?, ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mette, Kluge s. u. Mette, fehlt DW, EWD s. u. Mette, EWAhd 6, 368, Duden s. u. Mette, Bluhme s. u. Mette; Son.: vgl. nndl. metten, Sb., Mette; frz. matines, Sb., Mette; nir. maitín, M., Mette; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mitternächtlichen oder frühmorgendlichen Gottesdienst (Frühgottesdienst) vor einem hohen kirchlichen Fest wie beispielsweise die Christmette an Weihnachten; BM.: rechtzeitig; F.: Mette, Metten+FW; Z.: Me-t-t-e
Metten, nhd. (ält.), Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Metten, Fäden des Altweibersommers, Sommerfäden; ne. gossamer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von nd. summermetjen, Sb., Metten; wohl zu nhd. Made (s. d.); L.: Kluge s. u. Metten, DW 12, 2148; GB.: seit 18. Jh. nd. belegte und vielleicht mit Made verbindbare Bezeichnung für die in dem Altweibersommer auftretenden Spinnweben; BM.: Gespinst von Maden?; F.: Metten+EW; Z.: Mett-en
Mettwurst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mettwurst, geräucherte Wurst aus gewürztem Hackfleisch; ne. mettwurst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. metworst, metwurst, F., Mettwurst, Wurst aus Schweinefleisch und Speck; vgl. mnd. met* (1), N., Speise, Essen (N.); germ. *mati-, *matiz, germ., st. M. (i), Speise; s. idg. mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); mnd. worst, F., Wurst; as. wurst, st. F. (i), Wurst; germ. *wursti-, *wurstiz, st. F. (i), Wurst; s. idg. *u̯ers-?, V., schleifen, Pokorny 1169 (2010/86) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mettwurst, Kluge s. u. Mettwurst, DW 12, 2149, EWD s. u. Mettwurst, Duden s. u. Mettwurst, Bluhme s. u. Mettwurst; Son.: vgl. nschw. medvurst, Sb., Mettwurst; lat. mattea, F., Leckerbissen, Wurst, Darm; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte geräucherte Wurst aus gewürztem Hackfleisch von Rind oder Schwein; BM.: fett, schleifen; F.: Mettwurst, Mettwürste, Mettwürsten+EW; Z.: Met-t—wurs-t
Metz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Metz, Hauer, Hauender, Schneidender; ne. stone-mason; Vw.: s. Stein-; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. ahd. mezzo, sw. M. (n), Steinmetz, Steinhauer, Arbeiter in einem Steinbruch; entweder unmittelbar aus germ. *mattjō-, *mattjōn, *mattja-, *mattjan, sw. M. (n), Haue, Metze (F.) (1), Meißel; idg. *mat- (2), Sb., Hacke (F.) (2), Schlegel, Pokorny 700 (1158/23) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.?); oder über einen Umweg über galloroman. *matsione; L.: DW 12, 2149, EWAhd 6, 395; GB.: (mezzo) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Galloromanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen etwas mit einer Haue abtrennenden Menschen (Hauer); BM.: Haue; F.: Metz, Metzes, Metze, Metzen+EW?; Z.: Metz
Metze (1), nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Metze (F.) (1), ein Getreidemaß; ne. a corn measure (N.); Vw.: -; Hw.: s. Himten?; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. metze (3), sw. M., Metze (F.) (1), kleineres Hohlmaß, kleineres Trockenmaß, kleineres Flüssigkeitsmaß; mnd. matte (2), mat, F., N., Metze (F.) (1), Trockenmaß, Maß für das Getreide, Maßgefäß für das Abendessen, vorgeschriebenes Hohlmaß für Abgaben, Maß für die Mahlabgabe; ahd. mezzo (2), sw. M. (n), eine Messeinheit; ahd. mezza (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Metze (F.) (1), Trockenmaß; as. metta*?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, „Miete“ (F.) (1), Metze (F.) (1), Mahllohn; anfrk. -; germ. *metjō-, *metjōn, *metja-, *metjan, sw. M. (n), Maß, Metze (F.) (1); s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Metze 2, Kluge s. u. Metze 1, DW 12, 2152, EWD s. u. Metze 1, EWAhd 6, 395, Duden s. u. Metze; Son.: vgl. afries. mēte, mette, miette, F., Maß, ein Längenmaß, ein Hohlmaß; ae. mitte, sw. F. (n), Maß, Scheffel; an. -; got. mitaþs, F. (kons.), Maß; GB.: (mezzo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Getreidemaß; BM.: messen; F.: Metze, Metzen+EW; Z.: Metz-e
Metze (2), nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Metze (F.) (2), Dirne; ne. harlot; Vw.: -; Hw.: s. Magd; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. metze (1), matze, sw. F., st. F., Metze (F.) (2), Mädchen niederen Standes oft mit der Nebenbedeutung der Leichtfertigkeit, Hure; mnd. metze (1), F., Metze, Weib, leichtfertiges Mädchen, Buhlerin junger Geistlicher; von dem PN Mechthild, einer Form des PN Mathilde; germ. *mahti-, *mahtiz, st. F. (i), Macht, Kraft; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); germ. *hildjō, st. F. (ō), Streit, Kampf; s. idg. *keləd-, *klād-, V., schlagen, hauen, Pokorny 546; vgl. idg. *kel- (3), *kelə-, *klā-, *kelh₂-, V., schlagen, hauen, Pokorny 545 (843/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder es handelt sich um eine Ableitung von Magd (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Metze 3, Kluge s. u. Metze 2, DW 12, 2149, EWD s. u. Metze 2, Duden s. u. Metze, Bluhme s. u. Metze 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht von dem PN Mechthild gebildete Bezeichnung für ein leichtfertiges Mädchen oder eine Dirne; BM.: PN Mathilde?; F.: Metze, Metzen+EW; Z.: Metz-e
metzeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. metzeln, schlachten, abschlachten; ne. slaughter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Metzger, Messer; Q.: 1300-1350 (Sankt Pauler Evangelienreimwerk); E.: mhd. metzelen*, metzeln, sw. V., metzeln, schlachten; mhd. metzelære*, metzeler, st. M., Metzler, Metzger, Fleischer; ahd. mezalāri*, st. M. (ja), Händler, Fleischer, Metzger; lat. macellārius, M., Fleischhändler, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. macellum, N., Fleischmarkt; gr. μάκελλον (mákellon), N., Gehege, Gitter, Fleischmarkt; wohl semitischen Ursprungs, vgl. hebr. miklā, Sb., Hürde, Umzäunung; L.: Kluge s. u. metzeln, DW 12, 2153, EWD s. u. metzeln, Duden s. u. metzeln, Bluhme s. u. metzeln; GB.: seit 1300-1350 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Semitischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schlachten oder abschlachten oder hinschlachten; BM.: schneiden; F.: metzeln, metzel (!), metzle, metzelst, metzelt, metzelte, metzeltest, metzelten, metzeltet, gemetzelt, ##gemetzelt, gemetzelte, gemetzeltes, gemetzeltem, gemetzelten, gemetzelter##, metzelnd, ###metzelnd, metzelnde, metzelndes, metzelndem, metzelnden, metzelnder###, metzel (!)+FW??+EW; Z.: metz-el-n
Metzger, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Metzger, Schlachter, Schlächter, Fleischer, Fleischhauer; ne. butcher (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. metzigære*, metziger, st. M., Metzger; mhd. metzjære, st. M., Metzger; mnl. metsiger, M., Metzger; ahd. meziāri* st. M. (ja), Metzger, Fleischer; mlat. mattiārius, M., Wurstler; vgl. lat. mattea, F., Leckerbissen, Wurst, Darm; gr. ματτύη (mattýē), F., Gericht aus gehacktem Fleich mit Zusatz von Gewürz und Kräutern; vgl. idg. *ment- (2), *mentʰ-, *menth₂-, V., Sb., kauen, Gebiss, Mund (M.), Pokorny 732 (1225/90) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); unter Einfluss von lat. macellārius, M., Fleischhändler, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. macellum, N., Fleischmarkt; gr. μάκελλον (mákellon), N., Gehege, Gitter, Fleischmarkt; wohl semitischen Ursprungs, vgl. hebr. miklā, Sb., Hürde, Umzäunung; vermischt mit germ. *mati-, *matiz, st. M. (i), Speise; vgl. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694? (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Metzger, Kluge s. u. Metzger, DW 12, 2156, EWD s. u. Metzger, EWAhd 6, 389, Duden s. u. Metzger, Bluhme s. u. Metzger; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Semitischen und dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Arbeitsteilung und den Hochkulturen des Altertums möglichen Schlachter oder Schlächter oder Fleischer oder Fleischhauer; BM.: Umzäunung?; F.: Metzger, Metzgers, Metzgern+FW(+EW); Z.: Metz-g-er
$Metzgerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Metzgerei; E.: s. Metzger, s. ei; L.: Kluge s. u. Metzger, DW 12, 2157, EWD s. u. Metzger; GB.; F.: Metzgerei, Metzgereien+FW(+EW); Z.: Metz-g-er-ei
$Meuchelmord, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Meuchelmord, hinterhältiger Mord, heimlicher Mord; E.: s. meuchel(n), s. Mord; L.: DW 12, 2160, EWD s. u. meucheln; GB.: seit 1589 belegte und vielleicht nach lat. caedes meditata aus meuchel(n) und Mord gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen hinterhältigen oder heimlichen Mord; F.: Meuchelmord, Meuchelmordes, Meuchelmords, Meuchelmorde, Meuchelmorden+EW; Z.: Meuch-el—mor-d
$Meuchelmörder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Meuchelmörder, hinterhältiger Mörder, heimlicher Mörder; E.: s. Meuchelmord, s. er; L.: DW 12, 2160, EWD s. u. meucheln; GB.: seit 1523 (Basel) belegte und aus Meuchelmord und er oder meuchel(n) und Mörder gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht möglichen hinterhältigen Mörder oder heimlichen Mörder; F.: Meuchelmörder, Meuchelmörders, Meuchelmördern+EW; Z.: Meuch-el—mör-d-er
meucheln, maucheln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. meucheln, maucheln, ermorden; ne. murder (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. miuchelære*, mūchelære*, miucheler, mūcheler, st. M., Meuchler; ahd. mūhhilāri*, mūchilāri, st. M. (ja), „Meuchler“, Meuchelmörder; vgl. ahd. mūhhōn, muchōn*, sw. V. (2), wegelagern, räubern; germ. *muk-, V., sich verbergen, auflauern; s. idg. *smeugʰ-, *meugʰ-, Adj., V., schlüpferig, schlüpfen, Pokorny 744; idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. meuchel-, Kluge s. u. meucheln, DW 12, 2161, EWD s. u. meucheln, Duden s. u. meucheln, Bluhme s. u. meucheln; Son.: vgl. ai. ru-mugsat, V., sie haben versteckt; lat. mūger, M., Falschspieler; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliches hinterhältig ermorden oder heimlich ermorden; BM.: schlüpferig; F.: meucheln, meuchel (!), meuchle, meuchelst, meuchelt, meuchelte, meucheltest, meuchelten, meucheltet, gemeuchelt, ##gemeuchelt, gemeuchelte, gemeucheltes, gemeucheltem, gemeuchelten, gemeuchelter##, meuchelnd, ###meuchelnd, meuchelnde, meuchelndes, meuchelndem, meuchelnden, meuchelnder###, meuchel (!), maucheln, mauchel (!), mauchle, mauchele, mauchelst, mauchelt, mauchelte, maucheltest, mauchelten, maucheltet, gemauchelt, ##gemauchelt, gemauchelte, gemaucheltes, gemaucheltem, gemauchelten, gemauchelter##, mauchelnd, ###mauchelnd, mauchelnde, mauchelndes, mauchelndem, mauchelnden, mauchelnder###, mauchel (!)+FW?+EW?; Z.: meuch-el-n
$meuchlings, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. meuchlings; E.: s. meuch(eln), s. lings; L.: DW 12, 2163, EWD s. u. meucheln; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus meuch(eln) und lings gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Recht mögliches hinterhältig oder heimlich, etwas älter das Adjektiv meuchling; F.: meuchlings+FW?+EW?; Z.: meuch—ling-s
Meute, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Meute, Gruppe; ne. mob (N.), pack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. meute; E.: s. frz. meute, F., Koppel, Jagdhund; afrz. muete, F., Bewegung, Aufruhr, Jagdzug; frührom. *movita, F., Bewegung; lat. *movita, Bewegung; lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meute 1, Kluge s. u. Meute, DW 12, 2164, EWD s. u. Meute, Duden s. u. Meute, Bluhme s. u. Meute; Son.: s. mnd. moite, moyte, F., Streit, Aufruhr, Aufstand; vgl. nndl. meute, Sb., Meute; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Zähmung des Wolfes mögliche Gruppe (Rudel) von Jagdhunden; BM.: bewegen; F.: Meute, Meuten+FW(+EW); Z.: Meu-t-e
Meuterei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Meuterei, Anstiftung zu einem Aufruhr, Aufruhr; ne. mutiny; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mfrz. meuterie; E.: s. mnd. mǖterīe, F., Meuterei, Aufruhr; mnd. moitærīe*, moiterīe, moyterīe, muiterīe, F., Aufruhr, Meuterei; mfrz. meuterie, F., Aufruhr, Refolte; vgl. afrz. mete, Sb., Bewegung, Aufruhr; frührom. *movita, F., Bewegung; lat. *movita, Bewegung; lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Meute 2, Kluge s. u. Meuterei, DW 12, 2165, EWD s. u. Meuterei, Duden s. u. Meuterei; Son.: vgl. nndl. muiterij, Sb., Meuterei; nschw. myteri, N., Meuterei; nnorw. mytteri, N., Meuterei; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufstand mehrerer Menschen gegenüber einem Vorgesetzten oder einen Aufruhr; BM.: bewegen; F.: Meuterei, Meutereien+FW+EW; Z.: Meu-t-er-ei
$Meuterer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Meuterer; E.: s. meuter(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Meuterei, DW 12, 2166, EWD s. u. Meute; GB. seit 16. Jh. belegte und aus meuter(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen meuternden Menschen; F.: Meuterer, Meuterers, Meuterern+FW+EW; Z.: Meu-t-er-er
$meutern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. meutern; E.: s. Meuter(ei), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Meuterei, DW 12, 2166, EWD s. u. Meute; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Meuterei und Meute gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einen Aufruhr ausführen; F.: meutern, meutere, meuter (!), meuterst, meutert, meuterte, meutertest, meuterten, meutertet, gemeutert, ##gemeutert, gemeuterte, gemeutertes, gemeutertem, gemeuterten, gemeuterter##, meuternd, ###meuternd, meuterndes, meuterndem, meuternden, meuternder###, meuter (!)+FW+EW; Z.: meu-t-er-n
mezzo…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. mezzo… mittel, halb, halb…; ne. mezzo…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. it. mezzo; E.: s. it. mezzo, Adj., halb; lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. mezzo-, Duden s. u. mezzo-; Son.: s. Mezzosopran, mezzoforte; vgl. nndl. mezzo…, Präf., mezzo…; frz. mezzo…, Präf., mezzo…; nschw. mezzo…, Präf., mezzo…; nnorw. mezzo…, Präf., mezzo…; poln. mezzo…, Präf., mezzo…; lit. meco…, Präf., mezzo…; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung um etwas dazwischen und knapp unter etwas Liegendes anzuzeigen; BM.: mit; F.: mezzo…+FW; Z.: me-zz-o-
miauen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. miauen, maunzen, schreien wie eine Katze; ne. mew (V.); Vw.: -; Hw.: s. mauen; Q.: 17. Jh.; E.: lautnachahmend; L.: Kluge s. u. miauen, DW 12, 2167, EWD s. u. miauen, Duden s. u. miauen, Bluhme s. u. miauen; Son.: vgl. nndl. miauwen, V., miauen; frz. miauler, V., miauen; poln. miauczeć, V., miauen; kymr. mewian, V., miauen; nir. meambhlach, V., miauen; lit. miaukti, V., miauen; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches maunzen oder schreien wie eine Katze; BM.: lautmalend; F.: miauen, miaue (!), miaust, miaut, miauest, miauet, miaute, miautest, miauten, miautet, ##miaut, miaute, miautes, miautem, miauten, miauter##, miauend, ###miauend, miauende, miauendes, miauendem, miauenden, miauender###, miau (!)+EW; Z.: miau-en
mich, nhd., Pron. (1. Pers. Sg. Akk.): nhd. mich; Hw.: s. ich
mickerig, mickrig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. mickrig, mickerig, klein, dünn; ne. little, shrimpy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von ostniederdeutsch mickern, V., kümmern, zurückbleiben; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. mick(e)rig, fehlt DW, Duden s. u. mickrig; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Ostniederdeutschen kommende sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches klein oder dünn; BM.: zurückbleiben?; F.: mickrig, mickrige, mickriges, mickrigem, mickrigen, mickriger(, mickrigere, mickrigeres, mickrigerem, mickrigeren, mickrigerer, mickrigst, mickrigste, mickrigstes, mickrigstem, mickrigsten, mickrigster), mickerig, mickerige, mickeriges, mickerigem, mickerigen, mickeriger(, mickerigere, mickerigeres, mickerigerem, mickerigeren, mickerigerer, mickerigest, mickerigeste, mickerigestes, mickerigestem, mickerigesten, mickerigester)+EW; Z.: mick-er-ig
mickrig, nhd., Adj.: nhd. mickrig; Vw.: s. mickerig
Midder, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Midder, Kalbsmilch, Kalbsbries; ne. sweetbread; Vw.: -; Hw.: s. Milken; Q.: 18. Jh.; E.: vielleicht s. Mitte, Garn; vgl. midgėrn, micgėrne, midgėrne, M., Eingeweidefett; L.: Kluge s. u. Midder, fehlt DW, Duden s. u. Midder; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit Mitte und Garn verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Rindern mögliche Kalbsmilch oder Kalbsbries; BM.: Mitte, Garn; F.: Midder, Midders+EW?; Z.: Mi-dd-er
Mieder, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Mieder, ein Kleidungsstück für Frauen; ne. bodice, corsage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. muoder, st. N., Bauch, rundlicher Leib, Leibesgestalt, Mieder; ahd. muodar*, st. N. (a), Bauch, Mieder, Leibchen; germ. *mōþra-, *mōþram, *mōþrja-, *mōþrjam, st. N. (a), Gebärmutter, Bauch; vgl. idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mieder, Kluge s. u. Mieder, DW 12, 217, EWAhd EWD s. u. Mieder, 6, 630, Falk/Torp 323, Duden s. u. Mieder, Bluhme s. u. Mieder; Son.: vgl. afries. mōther, st. N. (a), Mieder; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen von Menschen sachlich nach Entwicklung von Kleidung entwickelten und verwendeten Teil der Kleidung für Frauen mit stützender und formender Wirkung; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Mieder, Mieders, Miedern+EW; Z.: Mie-d-er
$Miederware, nhd. (ält.?), F., (20. Jh.): nhd. Miederware; E.: s. Mieder, s. Ware; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mieder; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Mieder und Ware gebildete und inzwischen seltener gebrauchte Bezeichnung für ein Kleidungsstück für Frauen mit stützender und formender Wirkung; F.: Miederware, Miederwaren+EW; Z.: Mie-d-er—war-e
Mief, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mief, schlechte Luft; ne. reek (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht Abwandlung von Muff (2) (s. d.); L.: Kluge s. u. Mief, EWD s. u. Mief, Duden s. u. Mief, Bluhme s. u. Mief; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht aus Muff abgewandelte Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung abgeschlossener Räume mögliche abgestandene und für Menschen schlechte oder schlecht riechende Luft; BM.: feucht?; F.: Mief, Miefes, Miefs+EW; Z.: Mief
Miene, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Miene, Gesichtsausdruck; ne. mien, facial expression; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mine; E.: s. mnd. mīne (1), F., Miene, Gesichtsausdruck; entlehnt aus frz. mine, F., Miene; bret. min, Sb., Mund; vielleicht aus lat. minium, N., Bergzinnober, Mennige; aus dem Iberischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Miene, Kluge s. u. Miene, DW 12, 2172, EWD s. u. Miene, Duden s. u. Miene, Bluhme s. u. Miene; Son.: vgl. nschw. min, Sb., Miene; nnorw. mine, M., F., Mine; poln. mina, F., Miene; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in einer bestimmten Lage gewisse Empfindungen wie Freude oder Glück oder Schmerz oder Trauer oder Überraschung oder Wut ausdrückendes Aussehen des Gesichts eines höheren Lebewesens; BM.: Mund?; F.: Miene, Mienen+FW(+EW); Z.: Mien-e
Miere (1), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Miere (F.) (1), Ameise; ne. ant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. mīr, Sb., Ameise; germ. *maura-, *mauraz, st. M. (a), Ameise; idg. *moru̯ī̆-, *mouro-, Sb., Ameise, Pokorny 749 (1261/126) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Miere 1, DW 12, 2175, Duden s. u. Miere; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. maurr, st. M. (a), Ameise; got. *muirjō, sw. F. (n), Ameise; krimgot. miera, F., Ameise; ai. vamrá-, M., Ameise; av. maoiri-, Sb., Ameise; gr. μύρμηξ (mýrmēx), M., Ameise; lat. formīca, F., Ameise; air. moirb, Sb., Ameise; aruss. morovij, M., Ameise; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht vor 130 Millionen Jahren entwickeltes weltweit in großer Zahl (10000 Billionen?) verbreitetes sozial lebendes zu der Familie der Hautflügler gehörendes Insekt; BM.: ?; F.: Miere, Mieren+EW; Z.: Mier-e
Miere (2), nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Miere (F.) (2), Hühnerdarm (eine Pflanze); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. myer, Sb., Miere (F.) (2); mnd. mīr, Sb., Miere, Hühnerdarm; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Miere 2, DW 12, 2175, Duden s. u. Miere; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Nelkengewächsen gehörende Pflanze mit weißen und roten Blüten in Trugdolden wie beispielsweise Vogelmiere; Son.: vgl. nndl. muur, Sb., Miere (F.) (2); BM.: ?; F.: Miere, Mieren+EW; Z.: Mier-e
mies, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mies, schlecht, verachtet; ne. lousy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche aus wjidd. mies, miess, Adj., mies; hebr. me’īs, Adj., widerlich, verachtet; vgl. hebr. me’as, V., verachten; L.: Kluge s. u. mies, fehlt DW, EWD s. u. mies, Duden s. u. mies, Bluhme s. u. mies; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für schlecht oder verachtet; BM.: verachten; F.: mies, miese, mieses, miesem, miesen, mieser(, miesere, mieseres, mieserem, mieseren, mieserer, miesest, mieseste, miesestes, miesestem, miesesten, miesester)+FW; Z.: mies
$Miesepeter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Miesepeter, Spaßverderber; E.: s. mies, s. e, s. Peter; L.: Kluge s. u. mies, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mies und e sowie Peter gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen schlecht gelaunten Menschen oder Spaßverderber; F.: Miesepeter, Miesepeters, Miesepetern+FW; Z.: Mies-e—pet-er
$Miesling, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Miesling, mieser Mensch; E.: s. mies, s. ling; L.: Kluge s. u. mies, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mies und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen miesen Menschen; F.: Miesling, Mieslings, Mieslinges, Mieslinge, Mieslingen+FW+EW; Z.: Mies-ling
$Miesmacher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Miesmacher; E.: s. mies, s. Macher; L.: Kluge s. u. mies, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mies und Macher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen alles mies oder schlecht machenden Menschen; F.: Miesmacher, Miesmachers, Miesmachern+FW+EW; Z.: Mies—mach-er
Miesmuschel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Miesmuschel, Pfahlmuschel; ne. mussel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: das Vorderglied stammt von einem regionalen Wort für Moos (1) (s. d.); für das Hinterglied s. Muschel; L.: Kluge s. u. Miesmuschel, DW 12, 2175, EWD s. u. Miesmuschel, Duden s. u. Miesmuschel, Bluhme s. u. Miesmuschel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Moos und Muschel gebildete Bezeichnung für eine vor allem in dem Atlantik vorkommende längliche blauschwarze sich an Steinen und Pfählen festsetzende Muschel; BM.: Moos (1), Muskel; F.: Miesmuschel, Miesmuscheln+EW(+FW); Z.: Mies—musch-el
Miete (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Miete (F.) (1), Lohn, Gegengabe, Gegenzahlung; ne. rent (N.), lease (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. miete, miet, st. F., sw. F., Lohn, Belohnung, Vergeltung, Begabung, Beschenkung, Bestechung; mhd. miet, st. F., Miete (F.) (1), Lohn, Entgelt, Belohnung, Vergeltung, Begabung; mnd. mēde (3), meide, meyde, myde, miede, st. F., Miete, Lohn, Bezahlung, Zins, Gabe, Geschenk; mnl. miede, mie, F., Lohn, Bezahlung, Geschenk; ahd. mieta, st. F. (ō), sw. F. (n), „Miete“ (F.) (1), Lohn, Arbeitslohn, Entgelt, Preis, Kampfpreis, Gewinn, Zinsgewinn, Ertrag, Belohnung; as. mēda*, st. F. (ō), sw. F. (n), „Miete“, Lohn; anfrk. mieda*, st. F. (ō), Lohn; germ. *mēzdō, *mizdō, st. F. (ō), Lohn, Entgelt; germ. *mēzdō-, *mēzdōn, *mizdō-, *mizdōn, sw. F. (n), Lohn, Entgelt, *meidō-, *meidōn, Sb., Lohn, Entgelt, Sold; s. idg. *mizdʰós, Sb., Lohn, Sold, Pokorny 746 (1249/114) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., slaw.); wohl zusammengesetzt aus *meios-, Sb., Tausch; und idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Miete, Kluge s. u. Miete 1, DW 12, 2175, EWD s. u. Miete 1, EWAhd 6, 405, Falk/Torp 322, Duden s. u. Miete, Bluhme s. u. Miete 1; Son.: vgl. afries. mēde, mīde, meide, st. F. (ō), Miete (F.) (1), Pacht, Geschenk; ae. mēd (1), st. F. (ō), Lohn, Miete (F.) (1), Bezahlung; an. -; got. mizdō, sw. F. (n), Lohn; ne. meed, N., Lohn; ai. mīḍhá-, N., Lohn; gr. μισθός (misthós), M., Lohn, Sold, Bezahlung, Miete (F.) (1); ksl. mĭzda, Sb., Lohn; GB.: um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich seit Entwicklung von Recht als Gegenleistung entwickelten und verwendeten für die Benutzung auf Zeit überlassener Einrichtungen oder Gegenstände zu zahlenden Preis; BM.: Tausch-Setzung; BM.: Lohn; F.: Miete, Mieten+EW; Z.: Mie-t-e
Miete (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Miete (F.) (2), Einlagerungsmöglichkeit für Früchte; ne. clamp (N.), storage clamp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mnl. mite; E.: mnl. mite, F., Miete (F.) (2), Einlagerungsmöglichkeit für Früchte; lat. mēta, F., kegelförmige Figur, Kegel, pyramidenförmige Figur, Schober, Heuschober, (96-55 v. Chr.); s. idg. *mēit-, *mēt-, *məit-, *mit-, V., Sb., befestigen, Pfahl, Pokorny 709; vgl. idg. *mei- (1), Sb., V., befestigen, Pfahl, Bau, Pokorny 709 (1175/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Miete 2, EWD s. u. Miete 2, DW 12, 2177, Duden s. u. Miete, Bluhme s. u. Miete 2; Son.: vgl. nndl. mijt, Sb., Miete (F.) (2); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Sesshaftwerdung mögliche von Menschen mit Stroh und Erde abgedeckte Grube in der Feldfrüchte zu einem Schutz gegen Frost aufbewahrt werden; BM.: befestigen; F.: Miete, Mieten+FW; Z.: Mie-t-e
$mieten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. mieten; Vw.: s. ver-; E.: s. Miet(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Miete 1, DW 12, 2175, EWD s. u. Miete 1; GB.: (mieten*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Miet(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld mögliches gegen Geld auf Zeit zu Nutzung überlassen (V.); F.: mieten, miete (!), mietest, mietet, mietete, mietetest, mieteten, mietetet, gemietet, ##gemietet, gemietete, gemietetes, gemietetem, gemieteten, gemieteter##, mietend, ###mietend, mietende, mietendes, mietendem, mietenden, mietender###, miet(!)+EW; Z.: mie-t-en
$Mieter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mieter, Mietender; Vw.: s. After-, Unter-; E.: s. Miet(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Miete 1, DW 12, 2175, EWD s. u. Miete 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus miet(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geld möglichen für die auf zeitweise Überlassung von Gegenständen zu Nutzung gegen Entgelt Geld zahlenden Menschen; F.: Mieter, Mieters, Mietern+EW; Z.: Mie-t-er
$Mietshaus, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mietshaus; E.: s. Miet(e), s. s, s. Haus; L.: fehlt DW (aber Miethaus DW 12, 2180), EWD s. u. Miete 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Miet(e) und s sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches gegen Geldzahlung zu Nutzung überlassbares Haus; F.: Mietshaus, Mietshauses, Mietshäuser Mietshäusern+EW; Z.: Mie-t-s—hau-s
$Mietskaserne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mietskaserne; Q.: nach 1870; E.: s. Miet(e), s. s, s. Kaserne; L.: EWD s. u. Kaserne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Miet(e) und s sowie Kaserne gebildete Bezeichnung für ein gegen Geldzahlung zu Nutzung vielen Mietern überlassbares großes und kasernenartiges Haus F.: Mietskaserne, Mietskasernen+EW+FW; Z.: Mie-t-s—kas-ern-e
Mieze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mieze, Katze, junge Frau; ne. puss, kitty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. Mieze, Kluge s. u. Mieze, EWD s. u. Mieze, Duden s. u. Mieze, Bluhme s. u. Mieze; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Katze oder übertragen (Adj.) auch für eine junge Frau; BM.: lautmalend; F.: Mieze, Miezen+EW; Z.: Mie-z-e
Migraine, Migräne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Migraine, Migräne, Kopfschmerz; ne. migraine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. migraine; E.: s. frz. migraine, F., Migraine; lat. hēmicrānia, Kopfschmerz in der Hälfte des Kopfes, Migräne; s. gr. ἡμικρανία (hēmikranía), F., Migräne, Kopfschmerz in einer Kopfhälfte; vgl. gr. ἡμι- (hēmi), Suff., halb...; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905; gr. κρᾶνίον (kraníon), N., Schädel; idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Migräne, fehlt DW, EWD s. u. Migräne, Duden s. u. Migräne; Son.: vgl. nndl. migraine, Sb., Migräne; nschw. migrän, Sb., Migräne; nnorw. migrene, M., Migräne; poln. migrena, F., Migräne; kymr. meigryn, M., Migräne; nir. mígréin, F., Migräne; lit. migrena, F., Migraine; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen starken und meist auf einer Seite oder Hälfte des Kopfes oder Gehirns von Menschen anfallsweise auftretenden Schmerz; BM.: halb, Kopf; F.: Migraine, Migrainen, Migräne, Migränen+FW(+EW); Z.: Mi-gr-ain-e
Migrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (20. Jh.?): nhd. Migrant, Zuwanderer; ne. migrant; Vw.: s. E-; Hw.: s. Migration, migrieren; Q.: 20. Jh.?); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. migrāns, (Part. Präs.=)Adj., wandernd, wegziehend; vgl. lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Migrant; Son.: vgl. nndl. migrant, Sb., Migrant; frz. migrant, M., Migrant; nschw. migrant, Sb., Migrant; nnorw. migrant, M., Migrant; poln. migrant, M., Migrant; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete (oder aufgenommene) und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von einem Ort zu einem anderen Ort wandernden oder umziehenden Menschen oder Zuwanderer; BM.: wechseln; F.: Migrant, Migranten+FW(+EW); Z.: Mi-g-r-an-t
Migration, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Migration, Wanderung, Bewegung; ne. migration; Vw.: s. E-; Hw.: s. Migrant, migrieren; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. migrātio; E.: s. lat. migrātio, F., Auswanderung, Umzug, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Migration; Son.: vgl. nndl. migratie, Sb., Migration; frz. migration, F., Migration; nschw. migration, Sb., Migration; nnorw. migrasjon, M., Migration; poln. migracja, F., Migration; lit. migracija, F., Migration; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Wanderung oder Bewegung von Tieren oder Menschen; BM.: wechseln; F.: Migration, Migrationen+FW(+EW); Z.: Mi-g-r-at-io-n
migrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. migrieren, umziehen, wandern, wechseln; ne. migrate; Vw.: s. e-, im-; Hw.: s. Migrant, Migration; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. migrāre; E.: s. lat. migrāre, V., wandern, wegziehen, übersiedeln, ausziehen; idg. *meigᵘ̯-?, V., wechseln, tauschen, wandern, Pokorny 713 (1184/49) (RB. idg. aus gr., ital.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. migrieren; Son.: vgl. nndl. migreren, sw. V., migrieren; frz. migrer, sw. V., migrieren; nschw. migrera, sw. V., migrieren; nnorw. migrere, sw. V., migrieren; poln. migrować, sw. V., migrieren; lit. migruoti, sw. V., migrieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches von einem Ort zu einem anderen umziehen oder wandern oder wechseln; BM.: wechseln; F.: migrieren, migriere, migrierst, migriert, migrierest, migrieret, migrierte, migriertest, migrierten, migriertet, ##migriert, migrierte, migriertes, migriertem, migrierten, migrierter##, migrierend, ###migrierend, migrierende, migrierendes, migrierendem, migrierenden, migrierender###, migrier (!)+FW(+EW); Z.: mi-g-r-ier-en
Mikado, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mikado, ein Geschicklichkeitsspiel; ne. jackstraws; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. jap. mikado; E.: s. jap. mikado, Sb., Kaiser; L.: Kluge s. u. Mikado, Duden s. u. Mikado; Son.: vgl. nndl. mikado, Sb., Mikado; nschw. mikado, Sb., Mikado; nnorw. mikado, M., Mikado; poln. mikado, Sb., Mikado; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene (ältere) Bezeichnung für (erhabene Pforte = Kaiser und) ein (danach benanntes) Geschicklichkeitsspiel mit dünnen (und ein besonders wichtiges Stäbchen umfassendes) Holzstäbchen; BM.: jap. erhabene Pforte = Kaiser; F.: Mikado, Mikados+FW; Z.: Mikado
mikro..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. mikro..., klein, sehr klein; ne. micro…; Vw.: s. -be, -fiche, -phon, -skop; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. μικρός (mikrós); E.: gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mikro-, fehlt DW, EWD s. u. mikro-, Duden s. u. mikro-; Son.: vgl. nndl. micro…, Präf., mikro…; frz. micro…, Präf., mikro…; nschw. mikro…, Präf., mikro…; nnorw. mikro…, Präf., mikro…; poln. mikro…, Präf., mikro…; kymr. micro…, Präf., mikro…; nir. micri…, Präf., mikro…; lit. mikro…, Präf., mikro…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen meist als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für klein oder sehr klein; BM.: schmieren (V.) (1); F.: mikro…+FW; Z.: mi-kr-o-
Mikrobe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mikrobe, ein Mikroorganismus oder Kleinstorganismus; ne. microbe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: Lw. frz. microbe; E.: s. frz. microbe, M., Mikrobe; gebildet zu gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mikrobe, fehlt DW, EWD s. u. Mikrobe, Duden s. u. Mikrobe; Son.: vgl. nndl. microbe, Sb., Mikrobe; nschw. mikrob, Sb., Mikrobe; nnorw. mikrobe, M., Mikrobe; poln. mikrob, M., Mikrobe; kymr. microb, M., Mikrobe; nir. miocrób, M., Mikrobe; lit. mikrobas, M., Mikrobe; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 Millimeter für das Auge des Menschen nicht (mehr) sichtbaren meist als Einzeller bestehenden und teils gefährlichen sowie teils hilfreichen Kleinstorganismus in Erde oder Luft oder Wasser wie beispielsweise Bakterien; BM.: klein, leben; F.: Mikrobe, Mikroben+FW; Z.: Mi-kr-ob-e
Mikrofiche, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Mikrofiche, eine Mikroform; ne. microfiche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. microfiche; E.: s. ne. microfiche, N., Mikrofiche; vgl. ne. micro…, Präf., mikro…, gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); frz. fiche, F., Stück Papier, Karteikarte; vgl. frz. ficher, V., festmachen; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mikrofiche, fehlt DW, Duden s. u. Mikrofiche; Son.: vgl. nndl. microfiche, Sb., Mikrofiche; frz. microfiche, F., Mikrofiche; nschw. microfiche, Sb., Mikrofiche; nnorw. mikrofiche, M., Mikrofiche; poln. mikrofisza, F., Mikrofiche; kymr. microfiche, M., Mikrofiche; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Griechischen und Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mikrofilm mit reihenweise angeordneten Mikrokopien (!) wie beispielsweise Zwiebelhäute oder Blutausstriche oder Textbausteine; BM.: klein, stechen; F.: Mikrofiche, Mikrofiches+FW; Z.: Mi-kr-o-fich-e
$Mikrokosmos, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mikrokosmos, eine Gesamtheit von Kleinlebewesen; E.: s. mikro, s. Kosmos; L.: EWD s. u. mikro-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mikro und Kosmos gebildete Bezeichnung für die in dem Vergleich zu dem Universum kleine Welt des Menschen oder eine Gesamtheit der Kleinlebewesen; F.: Mikrokosmos+FW; Z.: Mi-kr-o—kosm-os
Mikrophon, Mikrofon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mikrophon, ein Gerät zu einer Aufnahme von Tönen (Schallwandler); ne. microphone; Vw.: -; Hw.: s. Megaphon; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. microphone; E.: s. frz. microphone, M., Mikrophon; neoklassische Bildung zu gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mikrophon, fehlt DW, EWD s. u. mikor-, Duden s. u. Mikrophon; Son.: vgl. nndl. microfoon, Sb., Mikrophon; nschw. mikrofon, Sb., Mikrophon; nnorw. mikrofon, M., Mikrophon; poln. mikrofon, M., Mikrophon; kymr. meicroffon, M., Mikrophon; nir. micreafón, M., Mikrophon; lit. mikrofonas, M., Mikrophon; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Menschen (David Edward Hughes und Emil Berliner sowie Thomas Alva Edison) um 1878 entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu einer Übertragung von Schall; BM.: klein, Stimme; F.: Mikrophon, Mikrophones, Mikrophons, Mikrophone, Mikrophonen, Mikrofon, Mikrofones, Mikrofons, Mikrofone, Mikrofonen+FW(+EW); Z.: Mi-kr-o-pho-n
Mikroskop, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Mikroskop, ein Instrument zu einer für das Auge sichtbaren Betrachtung sehr kleiner Gegenstände; ne. microscope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von einem neu gebildeten microskopium, N., Microskop; vgl. gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Mikroskop, fehlt DW, EWD s. u. mikro-, Duden s. u. Mikroskop; Son.: vgl. nndl. microscoop, Sb., Mikroskop; frz. microscope, M., Mikroskop; nschw. mikroskop, N., Mikroskop; nnorw. mikroskop, N., Mikroskop; poln. mikroskop, M., Mikroskop; kymr. microsgop, M., Mikroskop; nir. micreascóp, M., Mikroskop; lit. mikroskopas, M., Mikroskop; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes optisches Gerät mit dem sehr kleine Objekte aus geringer Entfernung stark vergrößert für das Auge des Menschen sichtbar gemacht und dadurch betrachtet oder beobachtet werden können; BM.: klein, beobachten; F.: Mikroskop, Mikroskops, Mikroskopes, Mikroskope, Mikroskopen+FW(+EW?); Z.: Mi-kr-o-skop
Milan, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Milan, Gabelweihe, Weihe (F.); ne. milvine, kite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. milan; E.: s. frz. milan, M., Milan, Gabelweihe; prov. milan, M., Milan, Gabelweihe; lat. mīlvus, M., Weihe (F.) (1), Gabelweihe, Taubenfalke, Meerweihe (F.), (um 250-184 v. Chr.); weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. Milan, Duden s. u. 12, 2183, Duden s. u. Milan; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Provenzalischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) und in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Greifvogel mit dunkelbraunem bis rotbraunem Gefieder und langen schmalen Flügeln und einem langen gegabelten Schwanz; BM.: ?; F.: Milan, Milans, Milane, Milanen+FW; Z.: Mil-an
Milbe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Milbe, ein Spinnentier; ne. mite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. milwe, milewe, milve, sw. F., Milbe; mhd. mele (1), sw. F., Milbe; mnd. mēle (2), melde, F., Milbe; s. mhd. mele, sw. F., Milbe; mnl. milwe, Sb., Milbe; ahd. miliwa*, mila, st. F. (ō), sw. F. (n), Milbe, Motte (F.) (1), Mottenlarve; as. -; anfrk. -; germ. *melwjō-, *melwjōn, Sb., Milbe; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Milbe, Kluge s. u. Milbe, DW 12, 2183, EWD s. u. Milbe, EWAhd 6, 421, Falk/Torp 314, Duden s. u. Milbe, Bluhme s. u. Milbe; Son.: vgl. afries. -; ae. mǣlsceafa, M., Raupe; an. mǫlr, M., Motte; got. -; russ. мол (mol‘), F., Motte; GB.: (ahd. miliwa) um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches oft parasitäres oder blutsaugendes meist winziges zu den Spinnentieren gehörendes und auf dem Körper (und in einer geschätzten Zahl von 1,5 Millionen in dem Bett) des Menschen und anderer höherer Lebewesen lebendes Tier mit schätzungsweise 50000 Arten; BM.: schlagen; F.: Milbe, Milben+EW; Z.: Mil-b-e
Milch, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Milch, eine Nährflüssigkeit aus Wasser und Fett; ne. milk (N.); Vw.: -; Hw.: s. Milken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. milch, milich, st. F., Milch; mnd. melk (1), melik, mellik, F., Milch, Milch von Nutztieren als Nahrungsmittel, Muttermilch, pflanzlicher Saft, Harz; mnl. melc, N., F., Milch; ahd. miluh, milih*, st. F. (i), Milch, Wolfsmilch; as. miluk*, st. F. (i), Milch; anfrk. miluk, F., Milch; germ. *meluk, *meluks, F. (kons.), Milch; s. idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Milch, Kluge s. u. Milch, DW 12, 2184, EWD s. u. Milche, EWAhd 6, 434, Falk/Torp 315, Duden s. u. Milch, Bluhme s. u. Milch; Son.: vgl. afries. melok, F., Milch; nnordfries. molke; ae. mioluc, milc, F. (kons.?), Milch; ae. meolc (2), F. (kons.?), Milch; an. mjolk, F. (kons.), Milch; got. miluks, F. (kons.), Milch; nndl. melk, Sb., Milch; nschw. mjölk, Sb., Milch; nnorw. melk, mjölk, M., F., Milch; mir. melg, N., Milch; poln. mleko, N., Milch; toch. malke, M., Milch; toch. B malkwer, M., Milch; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Säugetieren mögliche aus den Milchdrüsen der weiblichen Säugetiere saugbare für die Ernährung der Nachkommen grundsätzlich notwendige und wohl erst seit der Gegenwart als so genannte Kulturmilch von Menschen auf molekularer Ebene herstellbare Flüssigkeit; F.: Milch, Milche, Milchen+EW; Z.: Milch
$Milchdieb, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Milchdieb, Kohlweißling; E.: s. Milch, s. Dieb; L.: Kluge s. u. Milchdieb; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Milch und Dieb gebildete Bezeichnung für einen tatsächlichen oder einen nur in der Vorstellung von Menschen bestehenden Dieb von Milch (wie angeblich der Kohlweißling); F.: Milchdieb, Milchdiebs, Milchdiebes, Milchdiebe, Milchdieben+EW; Z.: Milch—dieb
$Milchglas, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Milchglas; E.: s. Milch, s. Glas; L.: DW 12, 2194, EWD s. u. Milch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Milch und Glas gebildete Bezeichnung für ein Glas für Milch oder ein in Gegensatz zu Klarglas wie Milch lichtdurchlässiges und nicht durchsichtiges Glas; F.: Milchglas, Milchglases, Milchgläser, Milchgläsern+EW; Z.: Milch—gla-s
$milchig, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. milchig, wie Milch aussehend; E.: s. Milch, s. ig; L.: Kluge s. u. Milch, DW 12, 2194, EWD s. u. Milch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Milch und ig gebildete Bezeichnung für wie Milch aussehend oder hell oder weißlich; F.: milchig, milchige, milchiges, milchigem, milchigen, milchiger(, milchigere, milchigeres, milchigerem, milchigeren, milchigerer, milchigst, milchigste, milchigstes, milchigstem, milchigsten, milchigster)+EW; Z.: milch-ig
$Milchmädchenrechnung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Milchmädchenrechnung, leicht angreifbare Rechnung; E.: s. Milchmädchen, s. Rechnung; L.: Kluge s. u. Milchmädchenrechnung, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach einer von Gleim 1757 verbreiteten Fabel Lafontaines aus Milchmädchen und Rechnung gebildete Bezeichnung für die leichtsinnig verfrüht angestellte und später auch vielfach leicht angreifbare Rechnung (eines wenig gebildeten Milchmädchens); F.: Milchmädchenrechnung, Milchmädchenrechnungen+EW; Z.: Milch—mä-d-chen—rech-n-ung
Milchner, Milcher, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Milchner, Milcher, männlicher Fisch; ne. male fish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur); E.: s. mhd. milchære, milcher, M., Milcher, Milchmann; s. mhd. milch, milich, st. F., Milch; ahd. miluh, milih*, st. F. (i), Milch, Wolfsmilch; germ. *meluk, *meluks, F. (kons.), Milch; s. idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Milch(n)er, DW 12, 2192, Duden s. u. Milchner; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus Milch (und n) sowie er (Suff..) gebildete Bezeichnung für einen geschlechtsreifen männlichen (Milch oder Samen habenden) Fisch in Gegensatz zu dem Rogner (Rogener); BM.: abstreifen; F.: Milchner, Milchners, Milchnern, Milcher, Milchers, Milchern+EW; Z.: Milch-n-er
$Milchstraße, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Milchstraße; I.: Lüs. lat. via lactea; E.: s. Milch, s. Straße; L.: Kluge s. u. Milchstraße, DW 12, 2199, EWD s. u. Galaxis; GB.: seit 17. Jh. nach lat. via lactea aus Milch und Straße gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche von der Erde aus für den Menschen als ein breiter heller Streifen (Straße) an dem Himmel sichtbare geschätzt zwischen einhundert und vierhundert Milliarden von Sternen umfassende Erscheinung; F.: Milchstraße+EW; Z.: Milch—stra-ß-e
$Milchzahn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Milchzahn; E.: s. Milch, s. Zahn; L.: Kluge s. u. Milchzahn, DW 12, 2201, EWD s. u. Milch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Milch und Zahn gebildete Bezeichnung für die 20 Zähne des ersten (angeblich) nach Hippokrates während des Säugens aus Muttermilch gebildeten später durch die bis zu 32 Zähne eines grundsätzlich bleibenden Gebisses ersetzten Gebisses des Menschen; F.: Milchzahn, Milchzahns, Milchzahnes, Milchzähne, Milchzähnen+EW; Z.: Milch—z-ah-n
mild, nhd., Adj.: nhd. mild; Vw.: s. milde
milde, mild, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. milde, mild, sanft, freigebig, reichlich, gütig; ne. mild (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. milte, milde, Adj., freundlich, liebreich, gütig, wohltätig, freigebig, barmherzig; mnd. milde (1), Adj., „milde“, gnädig, zugeneigt, fürsorgend, gütig, freigebig, freundlich, mildtätig; mnl. milde, Adj., mild, wohlwollend, barmherzig; ahd. milti, Adj., barmherzig, mild, sanftmütig, friedfertig, gnädig, freigebig, freigebig mit, großzügig, gelinde, wohltätig, wohlwollend, gastfreundlich, freudig, heiter; as. mildi, Adj., „milde“, freundlich, freigebig, gnädig, barmherzig; anfrk. mildi, Adj., zahm, sanftmütig; germ. *meldja-, *meldjaz, *meldi-, *meldiz, *mildja-, *mildjaz, Adj., mild, sanft, barmherzig; vgl. idg. *meldʰ-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 719; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mild, Kluge s. u. mild, EWD s. u. mild, DW 12, 2201, EWAhd 6, 429, Falk/Torp 317, Duden s. u. mild, Bluhme s. u. mild; Son.: vgl. afries. milde, Adj., mild, milde, wohlwollend; saterl. milde, Adj., mild, milde; ae. milde, Adj. (ja), mild, milde, gnädig, freundlich, edelmütig; an. mildr, Adj., freigebig, gnädig, fromm; got. *mildeis, milds, Adj. (ja), mild, milde, freundlich; nndl. mild, Adj., mild; nschw. mild, Adj., mild; nisl. mildur, Adj., mild; ai. márdhati, Adj., vernachlässigt; gr. μαλθακός (malthakós), Adj., weich, weichlich, schwächlich, zart, mild; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches sanft oder freigebig oder reichlich oder gütig oder leicht in Gegensatz zu hart; BM.: schlagen; F.: milde, mild, mildes, mildem, milden, milder(, mildere, milderes, milderem, milderen, milderer, mildest, mildeste, mildestes, mildestem, mildesten, mildester)+EW; Z.: mil-d-e
$Milde, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Milde, Sanftheit, Freigebigkeit, Güte, Leichtigkeit; E.: s. mild(e), s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. mild, DW 12, 2208, EWD s. u. mild; GB.: (milta*) vielleicht seit Ende 9. Jh. belegte und aus mild(e) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Sanftheit oder Freigebigkeit oder Güte oder Leichtigkeit; F.: Milde+EW; Z.: Mil-d-e
$mildern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. mildern, milder machen, milder werden; E.: s. mild(e), s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. mild, DW 12, 2210; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus mild(e) und er (Suff.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches milder machen oder milder werden; F.: mildern, mildere, milder (!), milderst, mildert, milderte, mildertest, milderten, mildertet, gemildert, ##gemildert, gemilderte, gemildertes, gemildertem, gemilderten, gemilderter##, mildernd, ###mildernd, milderndes, milderndem, mildernden, mildernder###, milder (!)+EW; Z.: mil-d-er-n
$mildtätig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. mildtätig, wohltätig, barmherzig; E.: s. mild(e), s. tätig; L.: DW 12, 2216 (mildthätig), EWD s. u. mild; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus mild(e) und tätig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wohltätig oder barmherzig; F.: mildtätig, mildtätige, mildtätiges, mildtätigem, mildtätigen, mildtätiger(, mildtätigere, mildtätigeres, mildtätigerem, mildtätigeren, mildtätigerer, mildtätigst, mildtätigste, mildtätigstes, mildtätigstem, mildtätigsten, mildtätigster)+EW; Z.: mil-d—tä-t-ig
Milieu, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Milieu, Umgebung, Umfeld; ne. milieu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. milieu; E.: s. frz. milieu, M., Mitte, Umgebung, Milieu; frz. mi, Adj., mittlere, halb; lat. medius, Adj., mittel, in der Mitte befindlich, mitten, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); frz. lieu, M., Ort; lat. locus, M., Ort, Platz (M.) (1), Stelle, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Milieu, fehlt DW, EWD s. u. Milieu, Duden s. u. Milieu; Son.: vgl. nndl. milieu, Sb., Milieu; nschw. miljö, Sb., Milieu; nnorw. miljö, N., Milieu; kymr. milieu, M., Milieu; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ihn umgebendes und prägendes soziales Umfeld eines Menschen; BM.: mitten, stellen; F.: Milieu, Milieus+FW; Z.: Mil-i-eu
militant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.): nhd. militant, kämpferisch; ne. militant (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Militär, militärisch, Militarismus, Kommilitone; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. mīlitāns; E.: s. lat. mīlitāns, (Part. Präs.=)Adj., Soldat seiend, als Soldat dienend, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. mīlitāre, V., Soldat sein (V.), Kriegsdienst tun, Kriegsdienst leisten, als Soldat dienen; lat. mīles, M., Soldat, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. militant, fehlt DW, Duden s. u. militant; Son.: vgl. nndl. militant, Adj., militant; frz. militant, Adj., militant; nschw. militant, Adj., militant; nnorw. militant, Adj., militant; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für kämpferisch; BM.: Soldat; F.: militant, militante, militantes, militantem, militanten, militanter(, militantere, militanteres, militanterem, militanteren, militanterer, militantest, militanteste, militantestes, militantestem, militantesten, militantester)+FW(+EW); Z.: mil-it-ant
Militär, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Militär, Streitkräfte; ne. military (N.); Vw.: -; Hw.: s. militant, Militarismus, Kommilitone; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. militaire; E.: s. frz. militaire, M., hoher Offizier; lat. mīlitāris (1), Adj., Soldaten betreffend, Kriegsdienst betreffend, soldatisch, kriegerisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mīles, M., Soldat; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Militär, DW 12, 2216, EWD s. u. Militär, Duden s. u. Militär; Son.: vgl. nndl. militair, Sb., Militär; nschw. militär, Sb., Militär; nnorw. militær, N., Militär; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der von Menschen gebildeten Streitkräfte eines Staates; BM.: Soldat; F.: Militär, Militärs+FW(+EW); Z.: Mil-it-är
$Militär (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Militär, höherer Offizier; L.: Kluge s. u. Militär, DW 12, 2216ff., EWD s. u. Militär; F.: Militär, Militärs+FW; Z.: Mil-it-är
militärisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. militärisch, Militär betreffend; ne. military (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Militär, militant, Militarismus, Kommilitone; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mīlitāris; E.: s. lat. mīlitāris, Adj., Soldaten betreffend, Kriegsdienst betreffend, soldatisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mīles, M., Soldat; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Militär, DW 12, 2217, EWD s. u. Militär, Duden s. u. militärisch; Son.: vgl. nndl. militair, Adj., militärisch; frz. militaire, Adj., militärisch; nschw. militär, Adj., militärisch; nnorw. militær, Adj., militärisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach lat. militaris aus Militär und isch gebildete Bezeichnung für Militär betreffend; BM.: Soldat; F.: militärisch, militärische, militärisches, militärischem, militärischen, militärischer(, militärischere, militärischeres, militärischerem, militärischeren, militärischerer, militärischst, militärischste, militärischstes, militärischstem, militärischsten, militärischster)+FW(+EW); Z.: mil-it-är-isch
$militarisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. militarisieren; Vw.: s. ent-; E.: s. Militär, s. frz. militariser; L.: Kluge s. u. Militär, fehlt DW, EWD s. u. Militär; GB.: seit dem 20. Jh. belegte und mit Militär und frz. militariser verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Waffen mögliches mit Waffen versehen (V.); F.: militarisieren, militarisiere, militarisierst, militarisiert, militarisierest, militarisieret, militarisierte, militarisiertest, militarisierten, militarisiertet, ##militarisiert, militarisierte, militarisiertes, militarisiertem, militarisierten, militarisierter##, militarisierend, ###militarisierend, militarisierende, militarisierendes, militarisierendem, militarisierenden, militarisierender###, militarisier (!)+FW+EW?; Z.: mil-it-ar-is-ier-en
Militarismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Militarismus, Vorherrschen militärischen Denkens; ne. militarism; Vw.: -; Hw.: s. Militär, militärisch, militant, Kommilitone; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. militarisme; E.: s. frz. militarisme, M., Militärismus; vgl. frz. militaire, Adj., militärisch; lat. mīlitāris, Adj., Soldaten betreffend, Kriegsdienst betreffend, soldatisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mīles, M., Soldat; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Militär, fehlt DW, EWD s. u. Militär, Duden s. u. Militarismus; Son.: vgl. nndl. militarisme, Sb., Militarismus; nschw. militarism, Sb., Militarismus; nnorw. militarisme, M., Militarismus; poln. militaryzm, M., Militarismus; lit. militarizmas, M., Militarismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für das Vorherrschen militärischen Denkens in der Politik und Beherrschung des zivilen Lebens in einem Staat durch militärische Institutionen; BM.: Soldat; F.: Militarismus, Militarismen+FW; Z.: Mil-it-ar-ism-us
Miliz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Miliz, Bürgerwehr; ne. militia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. mīlitia; E.: s. lat. mīlitia, F., Kriegsdienst, Felddienst, Dienst, Feldzug, Soldaten, Miliz, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. mīles, M., Soldat, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Miliz, DW 12, 2217, EWD s. u. Miliz, EWAhd 6, 423, Duden s. u. Miliz; Son.: s. ahd. miliz*, mīliz*, st. M. (a?, i?), Krieger, Kämpfer, Soldat; vgl. ae. mīlite, M. Pl., Krieger, Soldaten; nndl. militie, Sb., Miliz; frz. milice, F., Miliz; nschw. milis, Sb., Miliz; nnorw. milits, M., Miliz; poln. milicja, F., Miliz; kymr. milisia, M., Miliz; nir. mílíste, M., Miliz; lit. milicija, F., Miliz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Bürgerwehr oder von Menschen aufgestellte Streitkräfte deren Angehörige eine nur kurzfristige militärische Ausbildung haben und erst in einem Kriegsfall einberufen (V.) werden; BM.: Soldat; F.: Miliz, Milizen+FW(+EW); Z.: Mil-iz
Milken, nhd. (dial.), M., (20. Jh.): nhd. Milken, Kalbsmilch, Kalbsbries; ne. sweetbread; Vw.: -; Hw.: s. Midder, Milch; Q.: 20. Jh.; E.: s. Milch; L.: Kluge s. u. Milken, fehlt DW, Duden s. u. Milken; Son.: schweiz.; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Milch verbindbare Bezeichnung für Kalbsmilch oder Kalbsbries; BM.: Milchiges wegen der Zartheit; F.: Milken, Milkens+EW; Z.: Milk-en
Mille, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mille, Tausend; ne. thousand; Vw.: s. Pro-; Hw.: s. milli-; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. mīlle; E.: s. lat. mīlle, Num. Kard., tausend, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Mille, fehlt DW, Duden s. u. Mille; Son.: vgl. nndl. mille, Sb., Mille; frz. mille, Num. Kard., Tausend; ndän. mille, Sb., Mille; nnorw. mille, M., Mille; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare umgangssprachliche Bezeichnung für Tausend; BM.: tausend; F.: Mille+FW; Z.: Mil-l-e
milli…, nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. milli…, tausend; ne. milli…; Vw.: -; Hw.: s. Mille; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. mīlle; E.: s. lat. mīlle, Num. Kard., tausend, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. milli-, fehlt DW, EWD s. u. milli-, Duden s. u. milli-; Son.: vgl. nndl. milli…, Präf., milli…; frz. milli…, Präf., milli…; nschw. milli…, Präf., milli…; nnorw. milli…, Präf., milli…; poln. mili…, Präf., milli…; kymr. mili…, Präf., milli…; nir. millea…, Präf., milli…; lit. mili…, Präf., milli…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für ein Tausendstel einer Menge; BM.: tausend; F.: milli...+FW(+EW); Z.: mil-l-i-
Milliardär, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Milliardär, eine oder mehrere Milliarden Habender; ne. billionaire; Vw.: -; Hw.: s. Milliarde, Millionär, Million; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. milliardaire; E.: s. frz. milliardaire, M., Milliardär; vgl. frz. milliard, M., Milliarde; prov. milhar, ein Tausend voll; lat. mīliārium, N., Tausend, Meilenstein, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Milliarde, fehlt DW, EWD s. u. Million, Duden s. u. Milliardär; Son.: vgl. nndl. miljardair, Sb., Milliardär; nschw. miljardär, Sb., Milliardär; nnorw. miliardær, M., Milliardär; poln. miliarder, M., Milliardär; lit. milijadierius, M., Milliardär; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Inhaber eines Vermögens in dem Wert von mindestens einer Milliarde (von Euro oder Dollar oder einer sonstigen Währung); BM.: tausend; F.: Milliardär, Milliardärs, Milliardäres, Milliardäre, Milliardären+FW(+EW); Z.: Mil-l-i-ard-är
Milliarde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Milliarde, tausend Millionen; ne. billion; Vw.: -; Hw.: s. Milliardär, Million, Millionär; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. milliard; E.: s. frz. milliard, M., Milliarde; prov. milhar, ein Tausend voll; lat. mīliārium, N., Tausend, Meilenstein, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Milliarde, DW 12, 2217, EWD s. u. Million, Duden s. u. Milliarde; Son.: vgl. nndl. miljard, Sb., Milliarde; nschw. milliard, Sb., Milliarde; nnorw. milliard, M., Milliarde; kymr. milfiliwn, F., Milliarde; poln. miliard, M., Milliarde; lit. milijardas, M., Milliarde; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Provenzalischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit verwendete tausend Millionen; BM.: tausend; F.: Milliarde, Milliarden+FW; Z.: Mil-l-i-ard-e
Million, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Million, tausend mal tausend; ne. million; Vw.: -; Hw.: s. Millionär, Milliarde, Milliardär; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. milione; E.: s. it. milione, miglione, F., Großtausend, sehr große Zahl, Gamillschegg 622a; vgl. it. mille, Num. Kard., tausend; lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Million, DW 12, 2218, EWD s. u. Million, Duden s. u. Million; Son.: vgl. miljoen, Sb., Million; frz. million, M., Million; nschw. miljon, Sb., Million; nnorw. million, M., Million; poln. milion, M., Million; kymr. miliwn, F., Million; nir. milliún, Sb., Million; lit. milijonas, M., Million; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit verwendetes tausend mal tausend; BM.: tausend; F.: Million, Millionen+FW(+EW); Z.: Mil-l-io-n
Millionär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Millionär, Eigentümer mindestens einer Million einer Geldeinheit, Million(en) Habender; ne. millionaire; Vw.: -; Hw.: s. Million, Milliardär, Milliarde; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. millionaire; E.: s. frz. millionaire, M., Millionär; vgl. frz. million, M., Million; vgl. it. mille, Num. Kard., tausend; lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Million, EWD s. u. Millionär, DW 12, 2219, Duden s. u. Millionär; Son.: vgl. nndl. miljonair, Sb., Millionär; nschw. miljonär, Sb., Millionär; nnorw. millionær, M., Millionär; poln. milioner, M., Millionär; kymr. milionêr, miliwnêr, M., Millionär; nir. milliúnaí, M., Millionär; lit. milijonierius, M., Millionär; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Inhaber eines Vermögens in einem Wert von mindestens einer Million Euro oder Dollar oder einer sonstigen Währung; BM.: tausend; F.: Millionär, Millionärs, Millionäres, Millionäre, Millionären+FW(+EW); Z.: Mil-l-io-n-är
Milz, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Milz, ein (für Immunabwehr und Blutreinigung bedeutsames) Körperorgan der Wirbeltiere; ne. milt, spleen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. milze, st. N., Milz; mhd. milz, sw. N., st. N., Milz; mnl. milte, milt, F., Milz; ahd. milza, st. F. (ō?), sw. F. (n)?, Milz; ahd. milz, st. N. (a), Milz; ahd. milzi, st. N. (ja), Milz, Niere?; ahd. milza, st. F. (ō?), sw. F. (n)?, Milz; as. -; anfrk. -; germ. *meltō-, *meltōn, *melta-, *meltan, sw. M. (a), Milz; germ. *meltja-, *meltjam, st. N. (a), Milz; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Milz, Kluge s. u. Milz, DW 12, 2219, EWD s. u. Milz, EWAhd 6, 438, Falk/Torp 317, Duden s. u. Milz, Bluhme s. u. Milz; Son.: s. lang. milzi, st. N. (ja)?, Milz; vgl. afries. milte, F., Milz; ae. milte, sw. F. (n), Milz; ae. milt, M., Milz; an. mjalti, sw. M. (n), Milz; an. milti, st. N. (ja), Milz; got. *milti, st. F. (i?), Milz; nndl. milt, Sb., Milz; nschw. mjälte, Sb., Milz; nnorw. milt, M., Milz; GB.: (ahd. milza) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Organ in dem Bauchraum des Menschen und der Wirbeltiere in dem beispielsweise Abwehrstoffe erzeugt und weiße Blutkörperchen aufgebaut und rote Blutkörperchen abgebaut werden; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: Milz, Milzen+EW; Z.: Mil-z
$Milzbrand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Milzbrand; E.: s. Milz, s. Brand; L.: DW 12, 2219, EWD s. u. Milz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Milz und Brand gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche und durch widerstandsfähige Sporen eines 1876 von Robert Koch nachgewiesenen Erregers verursachte gefährliche Erkrankung der Milz vor allem von Rindern und Schafen die bei Opfern schwarz und verbrannt aussieht und fließend wird; F.: Milzbrand, Milzbrandes, Milzbrands, Milzbrände, Milzbränden+EW; Z.: Mil-z—bran-d
Mime, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mime, Schauspieler; ne. actor; Vw.: s. Panto-; Hw.: s. Mimik, mimisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mīmus; E.: s. lat. mīmus, M., Mime, Schauspieler, Spielmann, Musiker, Kunststückemacher, (um 180-102 v. Chr.); gr. μῖμος (mīmos), M., Schauspieler; vgl. idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mime, Mimik, fehlt DW, EWD s. u. Mime, Duden s. u. Mime; Son.: vgl. frz. mime, M., Pantomime; nnorw. mime, M., Mime; lit. mimas, M., Mime; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schauspieler; BM.: wandern; F.: Mime, Mimen+FW(+EW); Z.: Mi-m-e
$mimen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. mimen, darstellen, vortäuschen; E.: s. Mim(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mimik, fehlt DW, EWD s. u. Mime; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mim(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches darstellen oder auch vortäuschen; F.: mimen (!), mime (!), mimst, mimt, mimest, mimet, mimte, mimtest, mimten, mimtet, gemimt, ##gemimt, gemimte, gemimtes, gemimtem, gemimten, gemimter##, mimend, ##mimend, mimende, mimendes, mimendem, mimenden, mimender###, mim (!)+EW; Z.: mi-m-en
Mimik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mimik, Mienenspiel; ne. mimic art; Vw.: -; Hw.: s. Mime, mimisch, Mimikry; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. (ars) mīmica; E.: s. lat. (ars) mīmica, F., Mimik; vgl. lat. mīmicus, Adj., mimisch, affektiert, nur scheinbar, Schein..., (4./5. Jh. n. Chr.); gr. μιμικός (mimikós), Adj., den Schauspieler betreffend; vgl. gr. μῖμος (mīmos), M., Schauspieler; vgl. idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mimik, fehlt DW, EWD s. u. Mime, Duden s. u. Mimik; Son.: vgl. nndl. mimiek, Sb., Mimik; frz. mimique, F., Mimik; nschw. mimik, Sb., Mimik; nnorw. mimikk, M., Mimik; poln. mimika, F., Mimik; lit. mimika, F., Mimik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Mienenspiel; BM.: wandern; F.: Mimik+FW; Z.: Mi-m-ik
Mimikry, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mimikry, Anpassung, Nachahmung; ne. mimicry; Vw.: -; Hw.: s. Mimik; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. mimicry; E.: s. ne. mimicry, N., Mimikry; gebildet aus ne. mimic, Adj., mimisch, nachahmend; lat. mīmicus, Adj., mimisch, affektiert, nur scheinbar, Schein..., (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. mīmus, M., Mime, Schauspieler; gr. μῖμος (mīmos), M., Schauspieler; vgl. idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mimikry, fehlt DW, EWD s. u. Mimikry, Duden s. u. Mimikry; Son.: vgl. nndl. mimimcry, Sb., Mimikry; nschw. mimicry, Sb., Mimikry; nnorw. mimikry, Sb., Mimikry; poln. mimikra, F., Mimikry; lit. mimikrija, F., Mimikry; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Fähigkeit bestimmter Tiere oder Pflanzen sich zu schützen indem sie sich der Gestalt oder Farbe solcher Tiere oder Pflanzen anpassen die von ihren Feinden gefürchtet werden oder sich auf irgendeine andere Art gegen Feinde schützen können; BM.: wandern; F.: Mimikry+FW(+EW?); Z.: Mi-m-ik-r-y
mimisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mimisch, darstellerisch; ne. mimic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Mimik, Mime; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mīmicus; E.: s. lat. mīmicus, Adj., mimisch, affektiert, nur scheinbar, Schein..., (4./5. Jh. n. Chr.); gr. μιμικός (mimikós), Adj., den Schauspieler betreffend; vgl. gr. μῖμος (mīmos), M., Schauspieler; vgl. idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mimik, fehlt DW, EWD s. u. Mime, Duden s. u. mimisch; Son.: vgl. frz. mimique, Adj., mimisch; nschw. mimisk, Adj., mimisch; nnorw. mimisk, Adj., mimisch; poln. mimiczny, Adj., mimisch; lit. mimikos, Adj., mimisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches darstellerisch; BM.: wandern; F.: mimisch, mimische, mimisches, mimischem, mimischen, mimischer+FW(+EW); Z.: mi-m-isch
Mimose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mimose, eine Pflanze, empfindlicher Mensch; ne. mimosa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. herbe mimose; E.: s. herbe mimose, F., Mimose; span. mimoso, Adj., zärtlich, empfindlich; vgl. lat. mīmus, M., Mime, Schauspieler, Spielmann, Musiker, Kunststückemacher, (um 180-102 v. Chr.); gr. μῖμος (mīmos), M., Schauspieler; vgl. idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mimose, fehlt DW, EWD s. u. Mimose, Duden s. u. Mimose; Son.: vgl. nndl. mimosa, Sb., Mimose; frz. mimosa, F., Mimose; nschw. mimose, Sb., Mimose; nnorw. mimose, M., F., Mimose; poln. mimoza, F., Mimose; kymr. mimosa, M., Mimose; lit. mimoza, F., Mimose; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche als bis 1 Meter großer Strauch wachsende rosaviolett blühende Pflanze die ihre gefiederten Blätter bei der geringsten Erschütterung abwärts klappt und übertragen (Adj.) für einen empfindlichen Menschen; BM.: wandern?; F.: Mimose, Mimosen+FW(+EW); Z.: Mi-m-os-e
$mimosenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mimosenhaft, mimosenartig; E.: s. Mimos(e), s. en, s. haft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mimose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mimos(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mimosenartig; F.: mimosenhaft, mimosenhafte, mimosenhaftes, mimosenhaftem, mimosenhaften, mimosenhafter(, mimosenhaftere, mimosenhafteres, mimosenhafterem, mimosenhafteren, mimosenhafterer, mimosenhaftest, mimosenhafteste, mimosenhaftestes, mimosenhaftestem, mimosenhaftesten, mimosenhaftester)+FW+EW; Z.: mi-m-os-en—haf-t
Minarett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Minarett, Leuchtturm, Turm einer Moschee; ne. minaret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. minaret; E.: s. frz. minaret, M., Minarett; türk. minaret, minarett, Sb., Minarett; arab. manāra, Sb., Leuchtturm; arab. nār, Sb., Feuer, Licht; L.: Kluge s. u. Minarett, EWD s. u. Minarett, Duden s. u. Minarett; Son.: vgl. nndl. minaret, Sb., Minarett; nschw. minaret, Sb., Minarett; nnorw. minaret, M., Minarett; poln. minaret, M., Minarett; kymr. minarét, M., Minarett; nir. miontúr, M., Minarett; lit. minaretas, M., Minarett; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Türkischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Leuchtturm und einen Turm einer Moschee; BM.: Leuchtturm oder Licht; F.: Minarett, Minaretts, Minarettes, Minarette, Minaretten+FW(+EW); Z.: Mi-nar-ett
minder, nhd., Adj.: nhd. minder; Vw.: s. mindere
mindere, minder, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. mindere, minder, kleinere, gering, schlecht; ne. lower, less; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. minre, Adj., kleinere, geringere; mnd. minnere (1), mindere, minre, minder, Adj., kleinere, geringere, wenigere; mnl. mindere, minder, Adj. (Komp.), mindere; ahd. minniro, Adj. (Komp.), mindere, kleinere, von geringerer Größe seiend, geringere, weniger, in geringerer Anzahl seiend, jüngere, von geringerer Dauer seiend, weniger bedeutend, von geringerem Wert seiend, niedriger stehend, geringer geachtet; as. minniro*, Adj. Komp., mindere, kleinere; anfrk. -; germ. *minnizō-, *minnizōn, *minniza-, *minnizan, sw. Adj., mindere, kleinere; s. idg. *minu-, Adj., klein, Pokorny 711; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. minder, Kluge s. u. minder, DW 12, 2222, EWD s. u. minder, EWAhd 6, 455, Falk/Torp 319, Heidermanns 412, Duden s. u. minder, Bluhme s. u. minder; Son.: Adj. (Komp.); vgl. afries. minnera, minra, Adj. (Komp.), jüngere, kleinere, wenigere, mindere; saterl. minder, Adj., mindere, jüngere; ae. -; an. minni (3), Adj. (Komp.), weniger; got. minniza, sw. Adj. (Komp.), kleinere, geringere; lat. minor, Adj., kleinere, geringere, wenigere; nndl. minder, Adj., minder; nschw. mindre, V., minder; nnorw. Adj., minder; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus menschlicher Sicht gering(er) oder schlecht(er) oder klein(er); BM.: verkleinern; F.: mindere, minder, minderes, minderem, minderen, minderer(, minderere, mindereres, mindererem, mindereren, mindererer, mindest, mindeste, mindestes, mindestem, mindesten, mindester)+EW; Z.: mi-nd-er
$Minderheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Minderheit; E.: s. minder(e), s. heit; L.: Kluge s. u. minder, DW 12, 2228, EWD s. u. minder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus minder(e) und heit gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen aus dessen Sicht möglichen kleineren Teil einer Gesamtheit in Gegensatz zu einer Mehrheit; F.: Minderheit, Minderheiten+EW; Z.: Mi-nd-er-hei-t
$minderjährig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. minderjährig; E.: s. minder(e), s. jährig; L.: DW 12, 2228, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl nach nlat. minorennis aus minder(e) und jährig gebildete Bezeichnung für noch nicht die für Geschäftsfähigkeit erforderliche Zahl von Jahren habend in Gegensatz zu volljährig; F.: minderjährig, minderjährige, minderjähriges, minderjährigem, minderjährigen, minderjähriger+EW; Z.: vol-mi-nd-er—jäh-r-ig
$mindern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mindern, verringern, weniger werden, weniger machen; ne. decrease (V.), lessen; Vw.: -; Hw.: -; Q.:; I.: Lw.-; E.: s. mhd. minneren*, minnern, minren, minderen*, mindern, sw. V., mindern, vermindern, sich vermindern, verringern, sich verringern, abnehmen, weniger werden, kleiner werden, verschwinden, schwinden, verkleinern; mnd. minneren, minderen, minren, sw. V., mindern, vermindern, an Zahl oder Wert geringer machen, kleiner machen, herabsetzen, kleiner werden, geringer werden; mnl. minderen, minneren, sw. V., vermindern, verkleinern, klein machen; ahd. minnirōn*, sw. V. (2), mindern, vermindern, verringern, verkleinern, zahlenmäßig verkleinern, kleiner werden, klein machen, geringer machen, verkürzen, abschwächen, einschränken; L.: Kluge s. u. minder, DW 12, 2229, EWD s. u. minder, EWAhd 6, 456; Son.: vgl. afries. minneria, minnria, sw. V., vermindern, verringern; GB.: (minnirōn*) seit Ende 8, Jh. belegte und aus minder(e) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches verringern oder weniger werden; F.: mindern, mindere (1), minder (!), minderst, mindert, minderte, mindertest, minderten, mindertet, gemindert, ##gemindert, geminderte, gemindertes, gemindertem, geminderten, geminderter##, mindernd, ###mindernd, minderndes, minderndem, mindernden, mindernder###, minder (!)+EW; Z.: mi-nd-er-n
$Minderung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Minderung, Verringerung; Vw.: s. Ver-; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. minder(n), s. ung; L.: DW 12, 2231; GB.: (minnirunga) seit 10. Jh. belegte und aus minder(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Verringerung (beispielsweise einer Helligkeit oder eines Vorrats oder eines Kaufpreises); F.: Minderung, Minderungen+EW; Z.: Mi-nd-er-ung
$minderwertig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. minderwertig, geringerwertig; E.: s. minder(e), s. wertig; L.: fehlt DW, EWD s. u. wert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus minder(e) und wertig oder Minderwert und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches geringeren Wert habend; F.: minderwertig, minderwertige, minderwertiges, minderwertigem, minderwertigen, minderwertiger(, minderwertigere, minderwertigeres, minderwertigerem, minderwertigeren, minderwertigerer, minderwertigst, minderwertigste, minderwertigstes, minderwertigstem, minderwertigsten, minderwertigster)+EW; Z.: mi-nd-er—wer-t-ig
$mindeste, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. mindeste; Hw.: s. mindere; E.: s. mindere; L.: fehlt DW, EWD s. u. minder; Son.: Adj. (Superl.); F.: mindest, mindeste, mindestes, mindestem, mindesten, mindester+EW; Z.: mi-nd-est
Mine, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mine (F.) (1), Bergwerksstollen; ne. mine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mineral, minieren, Mineur; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. mnd. mine, F., Mine, Erzgrube; frz. mine, F., Mine (F.) (1), Erzgang, Kohlengang; von einem keltischen Wort, vielleicht gall. *mīna; vgl. kymr. mwyn, Erz; air. mian, mēin, Erz; L.: Kluge s. u. Mine, DW 12, 2235, EWD s. u. Mine, Duden s. u. Mine, Bluhme s. u. Mine; Son.: vgl. nndl. mijn, Sb., Mine (F.) (1); nschw. mina, Sb., Mine (F.) (1); nnorw. mine, M., Mine (F.) (1); GB.: seit der frühen Neuzeit (Ende 16. Jh.) mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Keltischen aufgenommene Bezeichnung für ein unterirdisches Erzlager oder eine Metalader oder einen Bergwerksstollen; BM.: ?; F.: Mine, Minen+FW; Z.: Min-e
Mineral, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mineral, ein meist kristalliner und durch geologische Vorgänge entstandener grundsätzlich anorganischer Feststoff; ne. mineral (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mine; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. minerāle (aes); E.: s. lat. minerāle (aes), Sb., Erzgestein; vgl. lat. minārium, N., Grubenerz, Erzgrube, Erzmine; wohl keltischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Mineral, DW 12, 2237, EWD s. u. Mineral, Duden s. u. Mineral; Son.: vgl. nndl. mineraal, Sb., Mineral; frz. minéral, M., Mineral; nschw. mineral, N., Mineral; nnorw. mineral, N., Mineral; poln. minerał, M., Mineral; lit. mineralas, M., Mineral; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche seit Verfestigung der Erdoberfläche in der Erdkruste vorkommende meist anorganische homogene meist kristallisierte Substanz wie beispielsweise Gold oder Silber oder Kupfer oder Blei oder Eisen oder Mangan oder Platin oder Selen oder Zink oder Chrom oder Jod oder Fluor oder Chlor oder Arsen oder Rubidium oder Schwefel oder Diamant oder Natrium oder Kalzium oder Kalium oder Magnesium oder Phosphor oder Quecksilber oder Chlorid oder Fluorid oder Talk oder Painit oder Eis oder Bridgmanit (ein Silikat-Perowskit) (in dem Erdinneren [38 Prozent der Gesamtmasse] und in Meteoriten) oder Plagioklas oder Quarz oder Glimmer oder Kalzit oder Magnetit (insgesamt vielleicht 116? oder mehr als 5600? oder rund 6000?); BM.: Mine (F.) (1); F.: Mineral, Minerals, Minerales, Minerale, Mineralen+FW(+EW); Z.: Min-er-al
$mineralisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. mineralisch, Mineral betreffend, aus Mineral bestehend; E.: s. Mineral, s. isch; L.: Kluge s. u. Mineral, fehlt DW, EWD s. u. Mineral; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mineral und isch gebildete Bezeichnung für Mineral betreffend oder aus Mineral bestehend; F.: mineralisch, mineralische, mineralisches, mineralischem, mineralischen, mineralischer+FW(+EW); Z.: min-er-al-isch
$Mineraloge, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mineraloge, Sachkenner von Mineralen; E.: s. Minera(l), s. loge; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mineral; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Minera(l) und loge gebildete Bezeichnung für einen Sachkenner von Mineralen; F.: Mineraloge, Mineralogen+FW(+EW); Z.: Min-er-a-log-e
$Mineralogie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mineralogie, Kunde (F.) der Minerale; E.: s. Minera(l), s. logie; L.: Kluge s. u. Mineral, fehlt DW, EWD s. u. Mineral; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Minera(l) und logie gebildete Bezeichnung für die Kunde (F.) oder Wissenschaft der Minerale; F.: Mineralogie+FW(+EW); Z.: Min-er-a-log-ie
$mineralogisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mineralogisch, Mineralogie betreffend; E.: s. Mineralog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mineral; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mineralog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Mineralogie betreffend; F.: mineralogisch, mineralogische, mineralogisches, mineralogischem, mineralogischen, mineralogischer+FW(+EW); Z.: min-er-a-log-isch
Mineur, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mineur, Tunnelbauer; ne. miner; Vw.: -; Hw.: s. Mine, minieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mineur; E.: s. frz. mineur, M., Mineur, Tunnelbauer; vgl. frz. mine, F., Mine (F.) (1), Erzgang, Kohlengang; von einem keltischen Wort, vielleicht gall. *mīna; vgl. kymr. mwyn, Erz; air. mian, mēin, Erz; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mineur; Son.: vgl. nndl. mineur, Sb., Mineur; nschw. minör, Sb., Mineur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen verdeckte Gräben oder Tunnels für den Angriff gegen einen Feind anlegenden Soldaten (Tunnelbauer); BM.: Mine; F.: Mineur, Mineurs, Mineure, Mineuren+FW; Z.: Min-eur
mini…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. mini…, klein, sehr klein; ne. mini…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. ne. mini…; E.: s. ne. mini…, Präf., mini…; lat. minimus, Adj. (Superl.), kleinste, geringste, wenigste, sehr gering, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. mini-, fehlt DW, EWD s. u. mini-, Duden s. u. mini-; Son.: s. Minikleid; vgl. nndl. mini…, Präf., mini…; frz. mini…, Präf., mini…; nschw. mini…, Präf., mini…; nnorw. mini…, Präf., mini…; poln. mini…, Präf., mini…; lit. mini…, Präf., mini…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches klein oder sehr klein; BM.: verkleinern; F.: mini…+FW(+EW); Z.: mi-n-i-
Miniatur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Miniatur, kleines Bild; ne. miniature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. miniatura; E.: s. it. miniatura, F., mit Zinnoberrot Gemaltes, Miniatur; vgl. lat. miniāre, V., mit Zinnober anstreichen, (23/24-79 n. Chr.); lat. minium, N., Bergzinnober, Mennige; aus dem Iber.; L.: Kluge s. u. Miniatur, fehlt DW, EWD s. u. Miniatur, Duden s. u. Miniatur; Son.: vgl. nndl. miniatuur, Sb., Miniatur; frz. miniature, F., Miniatur; nschw. miniatyr, Sb., Miniatur; nnorw. miniatyr, M., Miniatur; poln. miniatura, F., Miniatur; kymr. miniatur, M., Miniatur; lit. miniatiūra, F., Miniatur; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Iberischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte verkleinerte Darstellung oder ein kleines Bild; BM.: anstreichen bzw. Bergzinnober; F.: Miniatur, Miniaturen+FW(+EW); Z.: Min-i-at-ur
minieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. minieren, unterirdische Gänge graben; ne. mine (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mine, Mineur; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. miner; E.: s. frz. miner, V., minieren, unterirdische Gänge graben; vgl. frz. mine, F., Mine, Erzgang, Kohlengang; von einem keltischen Wort, vielleicht gall. *mīna; L.: Kluge s. u. Mine, DW 12, 2338, EWD s. u. Mine, Duden s. u. minieren; Son.: vgl. nschw. minera, V., minieren; nnorw. minere, V., minieren; poln. minować, V., minieren; GB.: Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon etwas früher mögliches unterirdische Gänge graben; BM.: ?; F.: minieren, miniere, minierst, miniert, minierest, minieret, minierte, miniertest, minierten, miniertet, ##miniert, minierte, miniertes, miniertem, minierten, minierter##, minierend, ###minierend, minierende, minierendes, minierendem, minierenden, minierender###, minier (!)+FW(+EW); Z.: min-ier-en
$minimal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. minimal, sehr gering; E.: s. Minimum, s. lat. minim(us); L.: Kluge s. u. Minimum, fehlt DW, EWD s. u. Minimum; GB.: seit 19. Jh. belegte und lat. minim(us) und al (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sehr gering; F.: minimal, minimale, minimales, minimalem, minimalen, minimaler(, minimalere, minimaleres, minimalerem, minimaleren, minimalerer, minimalst, minimalste, minimalstes, minimalstem, minimalsten, minimalster)+FW(+EW?); Z.: mi-n-im-al
Minimum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Minimum, Minimalanforderung, Geringstes; ne. minimum; Vw.: -; Hw.: s. mini…; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. minimum; E.: s. lat. minimum, N., Geringstes; vgl. lat. minimus, Adj. (Superl.), kleinste, geringste, wenigste, sehr gering, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minimum, fehlt DW, EWD s. u. Minimum, Duden s. u. Minimum; Son.: vgl. nndl. ninimum, Sb., Minimum; frz. minimum, M., Minimum; nschw. minimum, N., Minimum; nnorw. minimum, N., Minimum; poln. minimum, Sb., Miminum; lit. minimumas, M., Minimum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Geringstes oder das geringste Maß in Gegensatz zu Maximum; BM.: verkleinern; F.: Minimum, Minimums, Minima+FW; Z.: Min-im-um
Minister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Minister, Leiter eines Ministeriums; ne. minister (M.); Vw.: -; Hw.: s. ministeriell, Ministrant, ministrieren, Ministerium; Q.: 1280 (Urkunde); E.: mhd. minister, st. M., „Verwalter“, Oberer einer Minoritenprovinz; mnd. minister, M., „Minister“, Vorsteher einer Provinz des Franziskanerordens; lat. minister, M., Untergebener, Diener, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minister, DW 12, 2238, EWD s. u. Minister, Duden s. u. Minister; Son.: vgl. nndl. minister, Sb., Minister; frz. ministre, M., Minister; nschw. minister, Sb., Minister; nnorw. minister, M., Minsister; poln. minister, M., Minister; nir. ministir, M., Geistlicher; lit. ministras, M., Minister; GB.: seit 1280 belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Staates möglichen Leiter (M.) eines Ministeriums oder ein Mitglied der Regierung eines Staates oder Landes das einen bestimmten Geschäftsbereich verwaltet; BM.: mindern; F.: Minister, Ministers, Ministern+FW; Z.: Mi-n-ist-er
ministeriell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ministeriell, einen Minister betreffend, ein Ministerium betreffend, von einem Ministerium ausgehend; ne. ministerial; Vw.: -; Hw.: s. Minister, Ministerium, Ministrant, ministrieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. ministériel; E.: s. frz. ministériel, Adj., von einem Ministerium ausgehend, von einer Verwaltungsbehörde ausgehend; lat. ministeriālis (2), Adj., zu einem Dienst beauftragt, zu einem Dienst verpflichtet, (nach 220 n. Chr.); lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minister, fehlt DW, EWD s. u. Minister, Duden s. u. ministeriell; Son.: vgl. nndl. ministerieel, Adj., ministeriell; nnorw. ministeriell, Adj., ministeriell; poln. ministerialny, Adj., ministeriell; lit. ministerijos, Adj., ministeriell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Ministern und Ministerien mögliches einen Minister betreffend oder ein Ministerium betreffend oder von einem Ministerium ausgehend; BM.: mindern; F.: ministeriell, ministerielle, ministerielles, ministeriellem, ministeriellen, ministerieller+FW(+EW); Z.: mi-n-ist-er-i-ell
Ministerium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ministerium, oberste Behörde eines Staates; ne. ministry; Vw.: -; Hw.: s. Minister, ministeriell, Ministrant, ministrieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. ministère; E.: s. frz. ministère, M., Ministerium; afrz. menistere, ministere, M., Dienst, Verwaltung, Amt; lat. ministerium, N., Dienst, Bedienung, Verrichtung, Arbeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minister, fehlt DW, EWD s. u. Minister, Duden s. u. Ministerium; Son.: vgl. nndl. ministerie, Sb., Ministerium; frz. ministère, M., Ministerium; nschw. ministerium, N., Ministerium; nnorw. ministerium, N., Ministerium; poln. ministerstwo, N., Ministerium; lit. ministerija, F., Ministerium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums (in anderer Bedeutung) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die oberste Verwaltungsbehörde eines Staates mit einem bestimmten Aufgabenbereich; BM.: mindern; F.: Ministerium, Ministeriums, Ministerien+FW(+EW); Z.: Mi-n-ist-er-i-um
Ministrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.?): nhd. Ministrant, Messdiener; ne. altar boy; Vw.: -; Hw.: s. Minister, ministeriell, Ministerium, ministrieren; Q.: 19. Jh.?; E.: s. mnd. ministrant, minstrant, M., Ministrant, Messdiener; mlat. ministrāns, M., Aufwärter, Diener, Beistand, Ratgeber; vgl. lat. minister, M., Untergebener, Diener, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minister, Duden s. u. Ministrant, fehlt DW; Son.: vgl. poln. ministrant, M. Ministrant; lit. ministrantas, M., Ministrant; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit etwa dem 8. Jh. möglichen dem katholischen Priester während der Messe bestimmte Handreichungen machenden Jungen oder Messdiener (und in der Gegenwart auch Mädchen); BM.: mindern; F.: Ministrant, Ministranten+FW; Z.: Mi-n-ist-r-ant
ministrieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ministrieren, Messdiener sein (V.); ne. be (V.) an altar boy; Vw.: s. ad-; Hw.: s. Minister, ministeriell, Ministerium, Ministrant; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. ministrieren (1), sw. V., ministrieren; mnd. ministrēren, minstreren, sw. V., Gottesdienst versehen (V.), Dienstleistung erbringen als Aufwendung für gottesdienstliche Leistungen; lat. ministrāre, V., zur Hand gehen, bedienen, aufwarten, (um 250-184 v. Chr.); lat. minister, M., Untergebener, Diener; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minister, fehlt DW, Duden s. u. ministrieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 8. Jh. entwickeltes dem Priester während der Messe bestimmte Handreichungen machen oder Messdiener sein (V.); BM.: mindern; F.: ministrieren, ministriere, ministrierst, ministriert, ministrierest, ministrieret, ministrierte, ministriertest, ministrierten, ministriertet, ##ministriert, ministrierte, ministriertes, ministriertem, ministrierten, ministrierter##, ministrierend, ###ministrierend, ministrierende, ministrierendes, ministrierendem, ministrierenden, ministrierender###, ministrier (!)+FW; Z.: mi-n-ist-r-ier-en
Mink, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mink, amerikanischer Zobel; ne. mink; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mink; E.: s. ne. mink, N., Zobel; wohl von ndän. mink, M., Zobel; nnorw. mink, N., Mink; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Mink, fehlt DW, Duden s. u. Mink; Son.: vgl. nndl. mink, Sb., Mink; kymr. minc, M., Mink, Zobel; nir. minc, F., Mink, Zobel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar wohl dem Neudänischen und Neunorwegischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen marderartigen Nerz oder amerikanischen Zobel mit tiefbraunem Fell und weißem Fleck an dem Kinn der wegen seines wertvollen Felles auch gezüchtet wird oder wurde; BM.: ?; F.: Mink, Minks, Minke, Minken+FW; Z.: Mink
Minna, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Minna, Dienstmädchen, Hausangestellte; ne. servant (F.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem PN Wilhelmine oder Wilhelmina; ahd. willo (1), sw. M. (n), Wille, Wunsch, Verlangen, Neigung, Willkür, Wollen, Wohlgefallen, Eifer, Entschluss; germ. *weljō-, *weljōn, *welja-, *weljan, *wiljō-, *wiljōn, *wilja-, *wiljan, sw. M. (n), Wille; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ahd. helm, st. M. (a), Helm (M.) (1), Sturmhaube; germ. *helma-, *helmaz, st. M. (a), Helm (M.) (1); s. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Minna, fehlt DW, Duden s. u. Minna; GB.: seit 19. Jh. belegte und von dem PN Wilhelmine oder Wilhelmina gebildete Bezeichnung für ein Dienstmädchen oder eine Hausangestellte und als grüne Minna auch für ein (grünes) Polizeikraftfahrzeug für Gefangenenbeförderung; BM.: von einem PN; F.: Minna, Minnas+EW; Z.: Minn-a
Minne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Minne, Liebe, höfische Liebe, Zuneigung; ne. courtly love; Vw.: -; Hw.: s. meinen (2); Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. minne, st. F., sw. F., Freundschaft, Liebe, Zuneigung, Wohlwollen; mnd. minne, F., „Minne“, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Verehrung, Geschlechterliebe; mnl. minne, F., Liebe, Freundschaft, Nächstenlieben, Leidenschaft; ahd. minna, st. F. (jō), Liebe, Zuneigung, Eifer, Verlangen, Lust, Gemeinschaft; ahd. minnī, st. F. (ī), Liebe; as. minnia*, minnea*, st. F. (jō), Minne, Liebe, Geliebte; anfrk. -; germ. *menjō, st. F. (ō), Erinnerung, Andenken, Liebe; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Minne, Kluge s. u. Minne, DW 12, 2238, EWD s. u. Minne, EWAhd 6, 450, EWAhd 6, 453, Falk/Torp 308, Duden s. u. Minne, Bluhme s. u. Minne; Son.: vgl. afries. minne, st. F. (ō), Liebe (F.) (1), Versöhnung; nfries. minne; ae. -; an. -; got. -; nndl. min, Sb., Minne; ai. máyan, Sb., Genuss, Vergnügen; av. maiiah-, N., Beischlaf; air. mían, M., N., Verlangen; lit. méilė, Sb., Liebe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Liebe oder Zuneigung; BM.: denken; F.: Minne+EW; Z.: Min-n-e
$minnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. minnen, lieben, schätzen, gernhaben; E.: s. Minn(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Minne, DW 12, 2244, EWD s. u. Minne; GB.: (minnōn) seit um 765 belegte und aus Minn(e) und en (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches lieben oder schätzen oder gernhaben; F.: minnen, minne (!), minnst, minnt, minnest, minnet, minnte, minntest, minnten, minntet, geminnt, ##geminnt, geminnte, geminntes, geminntem, geminnten, geminnter##, minnend, ###minnend, minnende, minnendes, minnendem, minnenden, minnender###, minn (!)+EW; Z.: min-n-en
$Minnesang, nhd., M., (12./Jh.?.): nhd. Minnesang, gesungene Liebeslyrik; E.: s. Minne, s. Sang; L.: DW 12, 2244, EWD s. u. Minne; GB.: seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus Minne und Sang gebildete Bezeichnung für die gesungene Liebeslyrik des westeuropäischen Adels zwischen der Mitte des 12. Jh. und der Mitte des 13. Jh.; F.: Minnesang, Minnesanges, Minnesangs+EW; Z.: Min-n-e—sang
$Minnesänger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Minnesänger, Minnesang ausübender Sänger; E.: s. Minne, s. Sänger; L.: DW 12, 2244, EWD s. u. Minne; GB.: (minnesengære*) seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus Minne und Sänger gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Minnesang ausübenden Sänger; F.: Minnesänger, Minnesängers, Minnesängern+EW; Z.: Min-n-e—säng-er
$Minnesinger, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Minnesinger, Minnesang Singender; E.: s. Minne, s. Singer; L.: DW 12, 2244, EWD s. u. Minne; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Minne und Singer gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Minnesang ausübenden Singenden; F.: Minnesinger, Minnesingers, Minnesingern+EW; Z.: Min-n-e—sing-er
Minorität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Minorität, Minderheit, kleinerer Teil einer Gesamtheit; ne. minority; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1765; I.: Lw. ne. minority; E.: s. ne. minority, N., Minorität, Minderheit; frz. minorité, F., Minorität, Minderheit; lat. minor, Adj., kleinere, geringere, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minorität, fehlt DW, EWD s. u. Minorität, Duden s. u. Minorität; Son.: vgl. nndl. minoriteit, Sb., Minorität; nschw. minoritet, Sb., Minorität; nnorw. minoritet, M., Minorität; kymr. minoriaeth, F., Minorität; GB.: seit 1765 belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen kleineren Teil einer Gesamtheit von Menschen in Gegensatz zu Majorität (Mehrheit); BM.: verkleinern; F.: Minorität, Minoritäten+FW; Z.: Mi-n-or-it-ät
Minotauros, nhd., M.=PN, (17. Jh.): nhd. Minotauros, eine Sagengestalt; ne. Minotaur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. gr. Μινώταυρος (Minṓtauros); E.: s. gr. Μινώταυρος (Minṓtauros), M.=PN, Minotauros; vgl. gr. Μίνως (Mínōs), M.=PN, Minos; Herkunft ungeklärt; gr. ταῦρος (tauros) (1), M., Stier; idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Minotauros; Son.: vgl. nndl. Minotaurus, Sb., Minotauros; frz. Minotaure, M., Minotauros; nschw. Minotauros, Sb., Minotauros; nnorw. Minotauros, M., Minotauros; kymr. Minotaur, M., Minotauros; nir. Míonótár, M., Minotauros; poln. Minotaur, M., Minotauros; lit. Minotauras, M., Minotauros; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen teilweise ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein altgriechisches halb Mensch halb Stier seiendes Fabelwesen (Sagengestalt); BM.: Stier des Minos; F.: Minotauros+FW; Z.: Min-o—tau-r-os
minus, nhd., Präp., Konj., (14. Jh.?): nhd. minus, weniger, ohne; ne. minus (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. minus; E.: s. lat. minus (1), Adj., kleinere, geringere, (um 450 v. Chr.); s. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. minus, fehlt DW, EWD s. u. minus, Duden s. u. minus; Son.: vgl. nndl. minus, Adj., minus; frz. moins, Präp., minus; nschw. minus, Adj., minus; nnorw. minus, Adv., minus; poln. minus, Adv., minus; lit. minus, Adv., minus; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weniger oder ohne; BM.: verkleinern; F.: minus+FW; Z.: mi-n-us
$Minus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Minus, Fehlen, Minuszeichen; L.: Kluge s. u. minus, fehlt DW, EWD s. u. minus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus minus des Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete Bezeichnung für ein Fehlen oder ein Minuszeichen; F.: Minus+FW; Z.: Mi-n-us
Minuskel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Minuskel, Kleinbuchstabe; ne. minuscle; Vw.: -; Hw.: s. Majuskel; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. minuscula; E.: mlat. minuscula, F., Minuskel, Kleinbuchstabe; vgl. lat. minusculus, Adj., etwas klein, sehr klein, etwas kleiner, (um 250-184 v. Chr.); lat. minus (1), Adj., kleinere, geringere; s. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minuskel, fehlt DW, Duden s. u. Minuskel; Son.: vgl. nschw. minuskel, Sb., Minuskel; nnorw. minuskel, M., Minuskel; poln. minuskuła, F., Minuskel; lit. minuskulai, Sb. Pl., Minuskeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen klein geschriebenen Buchstaben wie etwa die um 820 unter Kaiser Karl (dem Großen) eingeführte karolingische Minuskel mit in Gegensatz zu der Majuskel (Großbuchstaben) klein geschriebenen und schlanken sowie nach rechts geneigten Buchstaben für die 23 Buchstaben a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u x und y (sowie ohne v und w und z); BM.: verkleinern; F.: Minuskel, Minuskeln+FW; Z.: Mi-n-usk-el
Minute, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Minute, sechzigster Teil einer Stunde; ne. minute; Vw.: -; Hw.: s. minutiös; Q.: 1347-1350 (Die deutsche Sphaera des Konrad von Megenberg); E.: mhd. minūte, F., Minute; mnd. minute (1), F., Minute, kleine Zeiteinheit; lat. minūta, F., Kleines, Minute; s. lat. minūtus, Adj., ganz klein, winzig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. minuere, V., kleiner machen; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Minute, DW 12, 2246, EWD s. u. Minute, Duden s. u. Minute; Son.: vgl. nndl. minuut, Sb., Minute; frz. minute, F., Minute; nschw. minut, Sb., Minute; nnorw. minutt, N., Minute; poln. minuta, F., Minute; kymr. munud, M., Minute; lit. minutė, F., Minute; GB.: seit 1347-1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen in Babylonien des Altertums definierten Zeitraum von sechzig Sekunden oder den sechzigsten Teil einer Stunde; BM.: verkleinern; F.: Minute, Minuten+FW(+EW); Z.: Mi-n-ut-e
minutiös, minuziös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. minutiös, minuziös, sehr genau; ne. meticulous; Vw.: -; Hw.: s. Minute; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. minutieux; E.: s. frz. minutieux, Adj., peinlich genau; vgl. frz. minutie, F., Kleinigkeit, peinliche Genauigkeit; lat. minūta, F., Kleines, Minute; s. lat. minūtus, Adj., ganz klein, winzig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. minuere, V., kleiner machen; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. minuziös, fehlt DW, EWD s. u. minutiös, Duden s. u. minutiös; Son.: vgl. nndl. minutieus, Adj., minutiös; nschw. minutiös, Adj., minutiös; nnorw. minutiøs, Adj., minutiös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sehr genau; BM.: verkleinern; F.: minutiös, minutiöse, minutiöses, minutiösem, minutiösen, minutiöser, minuziös, minuziöse, minuziöses, minuziösem, minuziösen, minuziöser+FW(+EW); Z.: mi-n-ut-i-ös
minuziös, nhd., Adj.: nhd. minuziös; Vw.: s. minutiös
Minze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Minze, ein Kraut; ne. mint (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. minze, minz, sw. F., st. F., Minze; mnd. minte, F., Minze, Ackerminze; mnl. minte, mente, F., Minze; ahd. minza, sw. F. (n), st. F. (ō), Minze, Bachminze; as. minta*, sw. F., Minze; germ. *ment-, F., Minze; s. lat. menta, mintha, F., Minze; gr. μίνθη (mínthē), F., Minze; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Minze, Kluge s. u. Minze, DW 12, 2247, EWD s. u. Minze, EWAhd 6, 460, Duden s. u. Minze, Bluhme s. u. Minze; Son.: vgl. afries. -; ae. minte, sw. F. (n), Minze; an. -; got. -; nndl. munt, Sb., Minze; frz. menthe, F., Minze; nschw. mynta, Sb., Minze; nnorw. mynte, M., F., Minze; poln. mięta, F., Minze; kymr. mint, M., Minze; lit. mėta, F., Minze; GB.: (minza) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Pflanze mit vierkantigem Stängel und kleinen Blüten deren Stängel und Blätter stark duftende ätherische Öle enthalten; BM.: ?; F.: Minze, Minzen+FW; Z.: Minz-e
Miozän, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Miozän, ein Erdzeitalter der Erdneuzeit; ne. Miocene (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μεῖον (meion), Adj. (Komp.), geringere; idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Duden s. u. Miozän; Son.: vgl. nndl. mioceen, Sb., Miozän; frz. miocène, M., Miozän; nschw. miocen, Sb., Miozän; nnorw. miocen, M., Miozän; kymr. mïosen, M., Minotauros; nir. méicéineach, M., Miozän; poln. miocen, M., Miozän; lit. miocenas, M., Miozän; GB.: seit 19. Jh. aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die zweitjüngste Stufe des Tertiärs oder den ersten (zwischen vor 23,03 Millionen Jahren und vor 5,33 Millionen Jahren bestehenden) Abschnitt des in Miözän und Pliözäns geteilten Neogens; BM.: mindern, anfangen; F.: Miozän, Miozäns+FW; Z.: Mi-o—zän
mir, nhd., Pron. (1. Pers. Sg. Dat.): nhd. mir; Hw.: s. ich
Mirabelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mirabelle, Wachspflaume; ne. mirabelle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mirabelle; E.: s. frz. mirabelle, F., Mirabelle, weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem französischen Ortsnamen; vielleicht von gr. μυροβάλανος (myrobálanos), M., Gewürzeichel, Kytzler/Redemund/Eberl 628; vgl. gr. μύρον (mýron), N., wohlriechendes Salböl, Salbe, Balsam; idg. *smeru-, Sb., Schmer, Fett, Pokorny 970 (1675/147) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); gr. βάλανος (bálanos), M., Eichel, Zapfen (M.) am Türriegel, Verschluss an einer Halskette; vgl. idg. *gᵘ̯el- (3), *gᵘ̯ₑl-, *gᵘ̯lā-, Sb., (Eiche), Eichel, Pokorny 471 (692/14) (RB. idg. aus arm., gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mirabelle, fehlt DW, EWD s. u. Mirabelle, Duden s. u. Mirabelle; Son.: vgl. nndl. mirabel, Sb., Mirabelle; nschw. mirabell, Sb., Mirabelle; poln. mirabelka, F., Mirabelle; kymr. mirabelle, F., Mirabelle; nir. miribéal, F., Mirabelle; lit. mirabelė, F., Mirabelle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen durch Kreuzung vielleicht von Pflaume und Schlehe gezüchtete kleine runde gelbe oder grünliche sehr süße Steinfrucht (Wachspflaume); BM.: ON?; F.: Mirabelle, Mirabellen+FW; Z.: Mirabell-e
Mirakel, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Mirakel, Wunder, unwahrscheinliche Gegebenheit; ne. miracle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1370 (Buch von den zwei Mannen des Rulman Merswin); E.: mhd. mirākel, st. N., Mirakel, Wunder, Wunderzeichen; mnd. mirākel, miracul, N., Wunder, Wunderzeichen, Wundertat; lat. mīrāculum, N., Wunderbares, Wunder, Wunderding, Bewunderung, (234-149 v. Chr.); s. lat. mīrārī, V., sich wundern, sich verwundern; vgl. lat. mīrus, Adj., wunderbar, erstaunlich, auffallend, seltsam; idg. *smei- (1), *mei-, *smeu-, V., lächeln, staunen, Pokorny 967 (1667/139) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mirakel, DW 12, 2248, Duden s. u. Mirakel; Son.: vgl. nndl. mirakel, Sb., Mirakel; frz. miracle, F., Mirakel; nschw. mirakel, N., Mirakel; nnorw. mirakel, N., Mirakel; kymr. miragl, M., Mirakel; GB.: (mirākel) seit vor 1370 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich in der Vorstellung von Menschen als unwahrscheinlich und deswegen als Wunder erscheinende Gegebenheit; BM.: staunen; F.: Mirakel, Mirakels, Mirakeln+FW(+EW); Z.: Mi-r-ak-el
Misanthrop, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Misanthrop, Menschenfeind; ne. misanthrope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. misanthrope; E.: s. frz. misanthrope, M., Misanthrop, Menschenfeind; gr. μισάνθρωπος (misánthrōpos), M., Menschenfeind; gr. μισεῖν (misein), V., hassen, verabscheuen; Etymologie bisher ungeklärt; gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos), M., Mensch; Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 111, vielleicht als *ἀνθρο-ωπος (anthro-ōpos), Adj., mit bärtigem Gesicht aus idg. *andʰer-, *n̥dʰer-, Sb., Spitze, Stängel, Stengel, Pokorny 41?; L.: Kluge s. u. Misanthrop, fehlt DW, EWD s. u. Misanthrop, Duden s. u. Misanthrop; Son.: vgl. nndl. misantroop, Sb., Misanthrop; nschw. misantrop, Sb., Misanthrop; nnorw. misantrop, M., Misanthrop; poln. mizantrop, M., Misanthrop; lit. mizantropas, M., Misanthrop; GB.: seit 1666 (Molière) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie teilweise bisher ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Menschenfeind; BM.: hassen, Mensch; F.: Misanthrop, Misanthropen+FW(+EW); Z.: Mis-anthr-op
mischen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mischen, vermischen, mengen, vermengen, zusammenbringen; ne. mix (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mischmasch; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mischen, sw. V., mischen, mengen; mnd. mischen (1), meschen, mēschen, sw. V., mischen, vermischen, vermengen, miteinander mischen, untermischen, vereinigen; mnl. mischen, sw. V., mischen; ahd. misken*, miscen, sw. V. (1a), mischen, vermischen, mengen; as. -; anfrk. misken*, sw. V. (1), mischen; germ. *miskan, *miskjan, sw. V., mischen; lat. mīscēre, V., mischen, vermischen, vermengen, (204-169 v. Chr.); s. idg. *meig̑-?, meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge 1. A. s. u. mischen, Kluge s. u. mischen, DW 12, 2249, EWD s. u. mischen, EWAhd 6, 472, Falk/Torp 312, Duden s. u. mischen, Bluhme s. u. mischen; Son.: vgl. afries. -; ae. miscian, mixian, myscan?, sw. V., mischen; an. -; got. -; nndl. mixen, V., mischen; nnorw. mikse, V., mischen; ved. mimikṣú, V., mischen; gr. μειγνύναι (meignýnai), V., mischen, durchmischen, durcheinanderbringen; lit. miẽšti, V., mischen; GB.: (misken) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verschiedene Stoffe oder Gegebenheiten vermengen oder zusammenbringen; BM.: ?; F.: mischen, mische, mischst, mischt, mischest, mischet, mischte, mischtest, mischten, mischtet, gemischt, ##gemischt, gemischte, gemischtes, gemischtem, gemischten, gemischter##, mischend, ###mischend, mischende, mischendes, mischendem, mischenden, mischender###, misch (!)+FW(+EW); Z.: misch-en
$Mischer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Mischer, Mischender; Vw.: s. Gift-; E.: s. misch(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 2253; GB.: (mischære*) seit nach 1400 belegte und aus misch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Mischenden oder Vermengenden; F.: Mischer, Mischers, Mischern+FW(+EW); Z.: Misch-er
$Mischling, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Mischling, Ergebnis einer Mischung verschiedener Typen oder Rassen oder Gattungen; E.: s. misch(en), s. ling; L.: DW 12, 2254, EWD s. u. mischen; GB.: seit Anfang 14. Jh. belegte und aus misch(en) und ling gebildete Bezeichnung für das Ergebnis einer Vermischung beispielsweise von Menschen verschiedener Menschentypen oder von Tieren oder Pflanzen verschiedener Rassen oder Gattungen; F.: Mischling, Mischlinges, Mischlings, Mischlinge, Mischlingen+FW+EW; Z.: Misch—ling
Mischmasch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mischmasch, Gemisch, Mischung; ne. hotchpotch; Vw.: -; Hw.: s. mischen; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); E.: wohl von Paracelsus gebildet zu mischen (s. d.); L.: Kluge s. u. Mischmasch, DW 12, 2254, EWD s. u. mischen, Duden s. u. Mischmasch; GB.: seit der frühen Neuzeit (1. Hälfte 16. Jh.) belegte und wohl von Paracelsus aus misch(en) gebildete Bezeichnung für ein Gemisch aus nicht Zusammengehörendem oder eine Mischung; BM.: ?; F.: Mischmasch, Mischmaschs, Mischmasches, Mischmasche, Mischmaschen+EW; Z.: Misch-masch
Mischpoche, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Mischpoche, Familie, Verwandtschaft, Bande (F.) (1); ne. mishpocha, bunch; Vw.: -; Hw.: -; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche von mischpoche, Sb., Familie; hebr. mišpāḥāh, Sb., Familie; L.: Kluge s. u. Mischpoche, Duden s. u. Mischpoche; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Familie oder Verwandtschaft eines Menschen oder abwertend auch für Bande oder Gesindel; BM.: Familie; F.: Mischpoche, Mischpochen+FW; Z.: Mischpoch-e
$Mischung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mischung, Vermengung; E.: s. misch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. mischen, DW 12, 2256, EWD s. u. mischen; GB.: vielleicht seit Mitte 9. Jh. belegte und aus misch(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Vermengung verschiedener Gegebenheiten wie beispielsweise der verschiedenen Gase in der Luft; F.: Mischung, Mischungen+FW(+EW); Z.: Misch-ung
Misel, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Misel, (junges) Mädchen; ne. young girl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 18. Jh. (Goethe); E.: elsässische Verkleinerungsform Maus; L.: Kluge s. u. Misel, DW 12, 2257, Duden s. u. Misel; GB.: seit 4. Viertel 18. Jh. belegte und aus Maus und el gebildete Bezeichnung (Mäusel oder Mäuslein) für ein (junges) Mädchen; BM.: kleine Maus; F.: Misel, Misels+EW; Z.: Mis-el
Miselsucht, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Miselsucht, Lepra, Aussatz; ne. leprosy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. miselsuht, st. F., Aussatz; mnl. meselsucht, F., Aussatz; ahd. misalsuht, Adj., Aussatz; lat. misellus, Adj., gar elend, gar unglücklich, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. miser, Adj., elend, unglücklich, erbärmlich, ärmlich; weitere Herkunft ungeklärt; Hinterglied s. nhd. Sucht; L.: Kluge s. u. Miselsucht, DW 12, 2257, EWAhd 6, 471; Son.: s. mnd. māselsucht, F., Aussatz, mit Hautflecken verbundene Krankheit, Lepra, Fluch; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus lat. misel(lus) und Sucht gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie lat. lepra erklärende Bezeichnung für eine besonders zu Entstellungen der Haut führende Infektionskrankheit (Aussatz); BM.: elend, krank; F.: Miselsucht+FW+EW; Z.: Misel—such-t
miserabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. miserabel, elend, erbärmlich; ne. miserable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. misérable; E.: s. frz. misérable, Adj., miserabel, elend; lat. miserābilis, Adj., beklagenswert, kläglich, jämmerlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. miser, Adj., elend, unglücklich, erbärmlich, ärmlich; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. miserabel, DW 12, 2257, EWD s. u. Misere, Duden s. u. miserabel; Son.: vgl. nndl. miserabel, Adj., miserabel; nschw. miserabel, Adj., miserabel; nnorw. miserabel, Adj., miserabel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches elend oder erbärmlich; BM.: elend; F.: miserabel, miserabele, miserabeles, miserabelem, miserabelen, miserabeler(, miserabelere, miserabeleres, miserabelerem, miserabeleren, miserabelerer, miserabelst, miserabelste, miserabelstes, miserabelstem, miserabelsten, miserabelster)+FW(+EW); Z.: miser-ab-el
Misere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Misere, bedauernswerte Lage; ne. misery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. misère; E.: s. frz. misère, F., Misere, bedauernswerte Lage; lat. miseria, F., Elend, Jammer, unglücklicher Zustand, Not, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. miser, Adj., elend, unglücklich, erbärmlich, ärmlich; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Misere, EWD s. u. Misere, Duden s. u. Misere; Son.: vgl. nndl. misère, Sb., Misere; nschw. misär, Sb., Misere; nnorw. misere, M., Misere; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche bedauernswerte Lage oder eine erbärmliche Lage oder ein Elend; BM.: elend; F.: Misere, Miseren+FW; Z.: Miser-e
miso…, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. miso..., feindlich, hassend, Hass, Feindschaft; ne. miso…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. μῖσος (misos); E.: s. gr. μῖσος (misos), N., Hass; gr. μισεῖν (misein), V., hassen, verabscheuen; Etymologie bisher ungeklärt; L.: Kluge s. u. miso-, fehlt DW, Duden s. u. miso-; Son.: s. misogyn; vgl. frz. miso…, Präf., miso…; nschw. miso…, Präf., miso…; nnorw. miso…, Präf., miso…; poln. mizo…, Präf., miso…; lit. mizo…, Präf., miso…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Etymologie bisher ungeklärte sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für feindlich oder hassend; BM.: hassen; F.: miso…+FW; Z.: mis-o-
Mispel, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Mispel, Mispelbaum, Mispelfrucht; ne. medlar; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. mispel, mispele, F., Mispel, Mistel; mnd. mispel, mispele, M., Mispel; mnl. mespele, mispele, F., Mispel; ahd. mespila*, mispil*, mispila*, sw. F. (n), Mispel; lat. mespilum, N., Mispel, (23/24-79 n. Chr.); gr. μέσπιλον (méspilon), N., Mispel; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Mispel, Kluge s. u. Mispel, DW 12, 2258, EWD s. u. Mispel, EWAhd 6, 478, Duden s. u. Mispel, Bluhme s. u. Mispel; Son.: vgl. nwestfries. mispel, F., Mispel; an. mispill, F., Mispel; nndl. mispel, Sb., Mispel; nschw. mespel, Sb., Mispel; nnorw. mispel, M., Mispel; nir. meispeal, M., Mispel; GB.: (ahd. mespila*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine als Strauch oder kleiner Baum wachsende Pflanze mit langen schmalen Blättern und kleinen grünen oder bräunlichen birnenförmigen Früchten die in überreifem Zustand essbar sind; BM.: ?; F.: Mispel, Mispeln+FW; Z.: Mispel
miss…, misse…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. miss…, misse…, falsch, schlecht, nicht…; ne. mis…; Vw.: s. -lich; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. misse..., mis..., Präf., miss..., Wechsel bezeichnend, Irrtum bezeichnend; mnd. misse…, Präf., miss…, misse…; mnl. mis…, Präf., miss…; ahd. missi*, Adj., Präf., verschieden, fehlerhaft, unterschiedlich, fehl..., miss..., ver...; as. *mis?, Adj., Präf., miss...; mnd. mis-, Präf., miss...; anfrk. mis-, Präf., miss...; germ. *missa-, *missaz, *missja-, *missjaz, Adj., vertauscht, wechselseitig, abwechselnd, miss...; idg. *mitto, Adj., einander, wechselseitig; s. idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. mis-, Kluge s. u. miss-, DW 12, 2274 (misz-), EWD s. u. miss-, Falk/Torp 321, Seebold 349, Heidermanns 413, Duden s. u. miss-; Son.: s. misstrauisch, misslingen, missbilligen, Missgunst; vgl. afries. mis…, Präf., miss...; ae. mis…, Präf., miss...; an. miss, Adj., verkehrt, falsch, miss...; got. missa…, Präf., miss..., verschieden; nschw. miss…, Präf., miss…; nnorw. mis…, Präf., miss…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für falsch oder schlecht oder nicht; BM.: täuschen; F.: miss…, misse…+EW; Z.: mi-ss-
$missachten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. missachten, nicht achten, verachten; E.: s. miss, s. achten: L.: DW 12, 2275 (miszachten), EWD s. u. miß-; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus miss und achten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nicht achten oder verachten; F.: missachten, missachte, missachtest, missachtet, missachtete, missachtetest, missachteten, missachtetet, ##missachtet, missachtete, missachtetes, missachtetem, missachteten, missachteter##, missachtend, ###missachtend, missachtende, missachtendes, missachtendem, missachtenden, missachtender, missacht (!)###+EW; Z.: mi-ss—ach-t-en
$missbehagen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. missbehagen, nicht behagen, schlecht behagen; E.: s. miss, s. behagen; L.: DW 12,2277 (miszbehagen), EWD s. u. miß-; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und nach lat. displicere aus miss und behagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches nicht behagen oder schlecht behagen; F.: missbehagen, missbehage, missbehagst, missbehagt, missbehagest, missbehaget, missbehagte, missbehagtest, missbehagten, missbehagtet, ##missbehagt, missbehagte, missbehagtes, missbehagtem, missbehagten, missbehagter##, missbehagend, ###missbehagend, missbehagende, missbehagendes, missbehagendem, missbehagenden, missbehagender###, missbehag (!)+EW; Z.: mi-ss—be—hag-en
$Missbehagen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Missbehagen, Unbehagen, unangenehmes Gefühl; E.: s. missbehagen; L.: fehlt DW, EWD s. u. miß-; GB.: seit 17. Jh. belegte und durch Substantivierung von missbehagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches Unbehagen oder ein unangenehmes Gefühl; F.: Missbehagen, Missbehagens+EW; Z.: Mi-ss—be—hag-en
$missbilligen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. missbilligen, nicht billigen, ablehnen; E.: s. miss, s. billigen; L.: Kluge s. u. billig, DW 12, 2276 (miszbilligen). EWD s. u. billig, miß-; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus miss und billigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nicht billigen oder ablehnen; F.: missbilligen, missbillige, missbilligst, missbilligt, missbilligest, missbilliget, missbilligte, missbilligtest, missbilligten, missbilligtet, ##missbilligt, missbilligte, missbilligtes, missbilligtem, missbilligten, missbilligter##, missbilligend, ###missbilligend, missbilligende, missbilligendes, missbilligendem, missbilligenden, missbilligender###, missbillig (!)+EW; Z.: mi-ss—bil-l-ig-en
$Missbrauch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Missbrauch, falscher Gebrauch; E.: s. miss, s. Brauch; L.: DW 12, 2278 (Miszbrauch), EWD s. u. brauchen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus miss und (ge)Brauch gebildete Bezeichnung für einen falschen oder rechtwidrigen Gebrauch einer Gegebenheit; F.: Missbrauch, Missbrauches, Missbrauchs, Missbräuche, Missbräuchen+EW; Z.: Mi-ss—brau-ch
$missbrauchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. missbrauchen, falsch oder rechtswidrig gebrauchen; E.: s. miss, s. brauchen; L.: Kluge s. u. brauchen, DW 12, 2278, EWD s. u. brauchen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. abuti aus miss und brauchen gebildete Bezeichnung für falsch oder rechtswidrig gebrauchen; F.: missbrauchen, missbrauche, missbrauchst, missbraucht, missbrauchest, missbrauchet, missbrauchte, missbrauchtest, missbrauchten, missbrauchtet, ##missbraucht, missbrauchte, missbrauchtes, missbrauchtem, missbrauchten, missbrauchter##, missbrauchend, ###missbrauchend, missbrauchende, missbrauchendes, missbrauchendem, missbrauchenden, missbrauchender###, missbrauch (!)+EW; Z.: mi-ss—brau-ch-en
missen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. missen, sich verirren, entbehren, wünschen; ne. miss (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. missen, sw. V., verfehlen, entbehren, vermissen; mnd. missen (1), misten, sw. V., missen, fehlen, irren, falsch handeln, verfehlen; mnl. missen, messen, sw. V., fehlen, vermissen, sich irren, entbehren, fehlschlagen; ahd. missen*, sw. V. (1a), „missen“, vermissen, entbehren, verzichten; as. -; anfrk. -; germ. *missjan, sw. V., vermissen, missen; s. idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. missen, Kluge s. u. missen, DW 12, 2259, EWD s. u. missen, EWAhd 6, 485, Falk/Torp 321, Heidermanns 413, Duden s. u. missen, Bluhme s. u. missen; Son.: vgl. afries. missa (1), sw. V. (1), missen, entbehren; nfries. missen, V., missen, entbehren; ae. missan, sw. V. (1), missen, entgehen; an. missa (2), sw. V. (1), missen, verlieren; got. -; nndl. missen, V., missen; nnorw. misse, V., verfehlen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für entbehren oder wünschen; BM.: wechseln bzw. täuschen; F.: missen, misse (!), missst (!), misst, missest, misset, misste, misstest, missten, misstet, gemisst, ##gemisst, gemisste, gemisstes, gemisstem, gemissten, gemisster##, missend, ###missend, missende, missendes, missendem, missenden, missender###, miss (!)+EW; Z.: mi-ss-en
$Misserfolg, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Misserfolg, fehlender oder schlechter Erfolg; E.: s. miss, s. Erfolg; L.: DW 12, 2284 (Miszerfolg), EWD s. u. miß-; GB.: seit Anfang 19. Jh. (Campe) belegte und aus miss und Erfolg gebildete Bezeichnung für einen fehlenden oder schlechten Erfolg; F.: Misserfolg, Misserfolges, Misserfolgs, Misserfolge, Misserfolgen+EW; GB.: Z.: Mi-ss—er—fol-g
$Missernte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Missernte, schlechte Ernte, fehlende Ernte; E.: s. miss, s. Ernte; L.: DW 12, 2284 (Miszernte), EWD s. u. miß-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus miss und Ernte gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Ackerbau des Menschen mögliche meist durch ungünstige Witterung verursachte schlechte Ernte; F.: Missernte, Missernten+EW; Z.: Mi-ss—er-n-t-e
$Missetat, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Missetat, schlechte Tat, Untat, Straftat; E.: s. miss, s. e, s. Tat; L.: DW 12, 2261 (Missethat), EWD s. u. miß-; GB.: um 765 belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen des Altertums aus miss und e sowie Tat gebildete Bezeichnung für eine schlechte Tat oder Untat oder Straftat; F.: Missetat, Missetaten+EW; Z.: Mi-ss-e—ta-t
$Missgebären, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Missgebären, Missgeburt; E.: s. miss, s. Gebären; L.: Kluge s. u. Missgeburt, s. DW 12,2287 (miszgebären); GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und möglicherweise unter Einfluss des Lateinischen des Altertums aus miss und Gebären gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens von Tieren mögliche Missgeburt; F.: Missgebären, Missgebärens+EW; Z.: Mi-ss—ge-bär-en
$Missgeborenes, Missgeborene, nhd., N., (?): nhd. Missgeborene; E.: s. miss, s. geboren, s. es (Suff.); L.: Kluge s. u. Missgeborenes, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus miss und geboren sowie es gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens von Tieren mögliche Missgeburt; F.: Missgeborene, Missgeborenes, Missgeborenem, Missgeborenen+EW; Z.: Mi-ss—ge-bor-en-e
$Missgeburt, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Missgeburt; E.: s. miss, s. Geburt; L.: Kluge s. u. Missgeburt, DW 12, 2286 (Miszgeburt), EWD s. u. miß-; GB.: seit 16. Jh. belegte und möglicherweise unter lat. Einfluss aus miss und Geburt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche fehlerhafte Geburt oder einen fehlerhaft seit Geburt gebildeten Menschen; F.: Missgeburt, Missgeburten+EW; Z.: Miss—ge-bur-t
$Missgeschick, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Missgeschick, Fehler, mangelhaftes Geschick; E.: s. miss, s. Geschick; L.: Kluge s. u. Geschick, DW 12, 2289, EWD s. u. Geschick; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus miss und Geschick gebildete Bezeichnung für einen Fehler oder ein mangelhaftes Geschick; F.: Missgeschick, Missgeschicks, Missgeschickes, Missgeschicke, Missgeschicken+EW; Z.: Mi-ss—ge—schick
$Missgunst, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Missgunst, Neid; E.: s. miss, s. Gunst; L.: Kluge s. u. Gunst, DW 12,2295 (miszgunst), EWD s. u. Gunst, miß-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus miss und Gunst gebildete Bezeichnung für Neid; F.: Missgunst+EW; Z.: Mi-ss—g-un-s-t
$misshandeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. misshandeln, schlecht behandeln; E.: s. miss, s. handeln; L.: Kluge s. u. handeln, DW 12, 2295 (miszhandeln), EWD s. u. handeln; GB.: seit um 1185 belegte (mhd. missehandelen*) und aus miss und handeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schlecht behandeln; F.: misshandeln, misshandel !), misshandle, misshandelst, misshandelt, misshandelte, misshandeltest, misshandelten, misshandeltet, ##misshandelt, misshandelte, misshandeltes, misshandeltem, misshandelten, misshandelter##, misshandelnd, ###misshandelnd, misshandelnde, misshandelndes, misshandelndem, misshandelnden, misshandelnder###, misshandel (!)+EW; Z.: mi-ss—hand-el-n
$misshellig, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. misshellig, verschieden klingend, nicht übereinstimmend; L.: Kluge s. u. misshellig, DW 12, 2299, EWD s. u. miß-; GB.: (missehellic) seit um 1150 belegte und vielleicht nach lat. dissonans aus miss und hellig gebildete Bezeichnung für verschieden klingend oder nicht übereinstimmend; F.: misshellig, misshellige, misshelliges, misshelligem, misshelligen, misshelliger(, misshelligere, misshelligeres, misshelligerem, misshelligeren, misshelligerer, misshelligst, misshelligste, misshelligstes, misshelligstem, misshelligsten, misshelligster)+EW; Z.: mi-ss—hell-ig
missingisch, nhd. (ält.), Adj.: nhd. missingisch; Vw.: s. messingisch
Mission, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mission, Ziehenlassen, Absenden, Sendung, Auftrag; ne. mission; Vw.: s. De-, E-, Im-, Kom-, Re-; Hw.: s. Missionar; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. missio; E.: s. lat. missio, F., Ziehenlassen, Gehenlassen, Absenden, (81-43 v. Chr.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Mission, fehlt DW, EWD s. u. Mission, Duden s. u. Mission; Son.: vgl. nndl. missie, Sb., Mission; frz. mission, F., Mission; nschw. mission, Sb., Mission; nnorw. misjon, M., Mission; poln. misja, F., Mission; nir. misean, M., Mission; lit. misija, F., Mission; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sendung oder einen von Menschen ausgeführten mit einer Entsendung verbundenen Auftrag; BM.: schicken; F.: Mission, Missionen+FW; Z.: Miss-io-n
Missionar, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Missionar, in der Mission Tätiger; ne. missionary, missioner; Vw.: -; Hw.: s. Mission; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nlat. missionārius; E.: s. nlat. missionārius, M., Missionar; vgl. lat. missio, F., Ziehenlassen, Gehenlassen, Absenden, (81-43 v. Chr.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Mission, fehlt DW, EWD s. u. Mission, Duden s. u. Missionar; Son.: vgl. nndl. missionaris, Sb., Missionar; frz. missionaire, M., Missionar; nschw. missionär, Sb., Missionar; nnorw. misjonær, M., Missionar; poln. misjonarz, M., Missionar; nir. misinéir, M., Missionar; lit. misionierius, M., Misnionar; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Religionen möglichen seinen Glauben zu verbreiten versuchenden Menschen; BM.: schicken; F.: Missionar, Missionars, Missionares, Missionare, Missionaren; Z.: Miss-io-n-ar
$missionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. missionieren, eine Botschaft zu verbreiten versuchen; E.: s. Mission, s. ieren; L.: Kluge s. u. Mission, fehlt DW, EWD s. u. Mission; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mission und ieren gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Religion mögliches eine Botschaft zu verbreiten versuchen; F.: missionieren, missioniere, missionierst, missioniert, missionierest, missionieret, missionierte, missioniertest, missionierten, missioniertet, ##missioniert, missionierte, missioniertes, missioniertem, missionierten, missionierter##, missionierend, ###missionierend, missionierende, missionierendes, missionierendem, missionierenden, missionierender###, missionier (!)+FW+EW?; Z.: miss-io-n-ier-en
$Misskredit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Misskredit, fehlende Glaubwürdigkeit, fehlendes Ansehen; E.: s. miss, s. Kredit; L.: DW 12, 2302, EWD s. u. Kredit; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus miss und Kredit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche fehlende Glaubwürdigkeit oder Unglaubwürdigkeit oder fehlendes Ansehen oder schlechtes Ansehen; F.: Misskredit, Misskredites, Misskredits, Misskredite, Misskrediten+EW+FW; Z.: Mi-ss-kred-it
misslich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. misslich, zweifelhaft, unsicher; ne. unfortunate (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. misselich, mislich, Adj., verschieden, verschiedenartig, mannigfach; mnd. misselīk, miselīk, Adj., zweifelhaft, unsicher, verschiedenartig, ungewiss, ärgerlich, erbittert; mnl. misselijc, Adj., verschieden (Adj.) (2), unterschiedlich, ungewiss, unsicher; ahd. missilīh, missalīh, mislīh, Adj., verschieden (Adj.) (2), ungleich, unterschiedlich, vielfältig, verschiedenartig, verschiedenfarbig, vielerlei, farbig, bunt, befleckt; as. missilīk*, Adj., verschieden, zahlreich; as. mislīk*, Adj., verschieden, zahlreich; anfrk. -; germ. *missalīka-, *missalīkaz, Adj., verschieden, unterschiedlich; vgl. idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715; idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. misslich, DW 12, 2303 (miszlich), EWD s. u. misslich, EWAhd 6, 493, Falk/Torp 321, Heidermanns 413, Duden s. u. misslich; Son.: vgl. afries. mislik, Adj., ungleich, verschieden; nfries. mislijck, Adj., ungleich, verschieden; ae. mislic, mistlic, Adj., ungleich, verschieden, mannigfaltig; an. mislīkr, Adj.; got. missaleiks, Adj. (a), verschieden, mannigfaltig; GB.: (ahd. missilīh) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches zweifelhaft oder unsicher; BM.: täuschen; gleich; F.: misslich, missliche, missliches, misslichem, misslichen, misslicher(, misslichere, misslicheres, misslicherem, misslicheren, misslicherer, misslichst, misslichste, misslichstes, misslichstem, misslichsten, misslichster)+EW; Z.: mi-ss—lich
$Misslichkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Misslichkeit, Schwierigkeit, Fehlerhaftigkeit, Unsicherheit, Verschiedenheit; E.: s. miss, s. lich, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 2305 (Miszlichkeit), EWD s. u. mißlich; GB.: seit 1282 (misselichheit) belegte und aus misslich und keit gebildete Bezeichnung für eine Schwierigkeit oder Fehlerhaftigkeit oder Unsicherheit oder Verschiedenheit; F.: Misslichkeit, Misslichkeiten+EW; Z.: Mi-ss—lich—kei-t
$missliebig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. missliebig, ungeliebt, unbeliebt; E.: s. miss, s. lieb(en), s. ig; L.: DW 12, 2306 (miszliebig), EWD s. u. miß-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus miss und lieb(en) und ig gebildete Bezeichnung für ungeliebt oder unbeliebt; F.: missliebig, missliebige, missliebiges, missliebigem, missliebigen, missliebiger(, missliebigere, missliebigeres, missliebigerem, missliebigeren, missliebigerer, missliebigst, missliebigste, missliebigstes, missliebigstem, missliebigsten, missliebigster)+EW; Z.: mi-ss—lieb-ig
$misslingen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. misslingen, nicht gelingen; E.: s. miss, s. (ge)lingen; L.: Kluge s. u. misslingen, DW 12, 2306, EWD s. u. gelingen; GB.: (missilingan*) seit um 1000 belegte und aus miss und (ge)lingen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit sowie des Lebens mögliches nicht oder nur fehlerhaft gelingen; F.: misslingen, misslinge, misslingst, misslingt, misslingest, misslinget, misslang, misslangst (!), misslangen, misslangt, misslänge, misslängest, misslängen, misslänget, misslungen, ##misslungen, misslungene, misslungenes, misslungenem, misslungenen, misslungener##, misslingend, ###misslingend, misslingende, misslingendes, misslingendem, misslingenden, misslingender###, missling (!)+EW; Z.: mi-ss-ling-en
$Missmut, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Missmut, Feindseligkeit, Verstimmung, Verdrossenheit; E.: s. miss, s. Mut; L.: DW 12, 2306, EWD s. u. miß-; GB.: (missimuotī) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus miss und Mut gebildete Bezeichnung für Feindseligkeit oder Verstimmung oder Verdrossenheit; Son.: das Wort wurde in dem 17. Jh. neu gebildet; F.: Missmut, Missmutes, Missmuts+EW; Z.: Mi-ss—mu-t
$missmutig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. missmutig, verstimmt, verdrossen, schlecht gelaunt; E.: s. Missmut, s. ig; L.: DW 12, 2307 (miszmütig), EWD s. u. miß-; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Missmut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verstimmt oder verdrossen oder schlecht gelaunt; F.: missmutig, missmutige, missmutiges, missmutigem, missmutigen(, missmutiger, missmutigere, missmutigeres, missmutigerem, missmutigeren, missmutigerer, missmutigst, missmutigste, missmutigstes, missmutigstem, missmutigsten, missmutigster)+EW; Z.: mi-ss—mu-t-ig
Misspickel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Misspickel, Arsenkies, Arsenopyrit; ne. mispickel, arsenopyrite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu miss… und Buckel; L.: Kluge s. u. Misspickel, fehlt DW, Duden s. u. Misspickel; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus miss und Buckel gebildete Bezeichnung für ein für die Gewinnung von Arsen wichtiges Mineral (Arsenkies, Arsenopyrit); BM.: ?; F.: Misspickel, Misspickels+EW?; Z.: Mi-ss-pick-el
$Missstand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Missstand, fehlerhafter Stand; E.: s. miss, s. Stand; L.: DW 12, 2311 (Miszstand), EWD s. u. miß-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus miss und Stand gebildete Bezeichnung für einen aus der Sicht des Menschen schlechten oder fehlerhaften Stand oder Zustand einer Gegebenheit; F.: Missstand, Missstandes, Missstands, Missstände, Missständen+EW; Z.: Mi-ss—sta-n-d
$Missstimmung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Missstimmung, schlechte Stimmung; E.: s. miss, s. Stimmung; L.: DW 12, 2311 (Miszstimmung), EWD s. u. miß-; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus miss und Stimmung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche schlechte Stimmung eines oder mehrerer Menschen; F.: Missstimmung, Missstimmungen+EW; Z.: Mi-ss—stimm-ung
$misstrauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. misstrauen, nicht trauen; E.: s. miss, s. trauen; L.: DW 12, 2314 (misztrauen), EWD s. u. miß-; GB.: (missitrūēn*) seit 9. Jh. belegte und nach lat. diffīdere aus miss und trauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nicht trauen oder zweifeln oder argwöhnisch sein (V.); F.: misstrauen (!), misstraue, misstraust, misstraut, misstrauest, misstrauet, misstraute, misstrautest, misstrauten, misstrautet, ##misstraut, misstraute, misstrautes, misstrautem, misstrauten, misstrauter##, misstrauend, ###misstrauend, misstrauende, misstrauendes, misstrauendem, misstrauenden, misstrauender###, misstrau (!)+EW; Z.: mi-ss-trau-en
$Misstrauen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Misstrauen, fehlendes Vertrauen; E.: s. misstrauen: L.:, DW 12, 2315 (Misztrauen), EWD s. u. miß-; GB.: seit 14. Jh. belegte und (nach lat. diffīdentia) aus misstrauen gebildete Bezeichnung für fehlendes Vertrauen oder fehlerhaftes Vertrauen oder Zweifel oder Argwohn; L.: Misstrauen, Misstrauens+EW; Z.: Mi-ss—trau-en
$misstrauisch, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. misstrauisch, argwöhnisch, zweifelnd; E.: s. Misstrau(en), s. isch; L.: DW 12, 2316 (misztrauisch), EWD s. u. miß-; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach lat. diffīdus aus Misstrau(en) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches argwöhnisch oder zweifelnd; F.: misstrauisch, misstrauische, misstrauisches, misstrauischem, misstrauischen, misstrauischer(, misstrauischere, misstrauischeres, misstrauischerem, misstrauischeren, misstrauischerer, misstrauischst, misstrauischste, misstrauischstes, misstrauischstem, misstrauischsten, misstrauischster)+EW; Z.: mi-ss-trau-isch
Mist, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mist, Kot, Wust, Unrat; ne. tripe, dung (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. mist, st. M., st. N., Kot, Dünger, Misthaufen, Mistgrube, Unrat, Schmutz; mnd. mist (1), mest, M., tierischer Kot, Mist, Dünger, Stallmist, Misthaufe, Misthaufen; mnl. mest, mes, messche, missce, misse, mist, M., Mist; ahd. mist, st. M. (a)?, Mist, Schmutz, Dreck, Unrat, Kot, Dung, Dünger, Misthaufe, Misthaufen; as. mist, st. M. (a?), Mist; germ. *mihstu-, *mihstuz, st. M. (u), Mist, Harn; s. idg. *meig̑ʰ-, h₃mei̯g̑ʰ-, V., harnen, Pokorny 713 (1183/48) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mist, Kluge s. u. Mist, DW 12, 2263, EWD s. u. Mist, EWAhd 6, 501, Falk/Torp 320, Seebold 348, Duden s. u. Mist, Bluhme s. u. Mist; Son.: vgl. afries. -; ae. meox, st. N. (a), Schmutz, Mist, Dung; an. -; got. maíhstus, st. M. (u), Mist, Dünger; nndl. mest, Sb., Mist; ai. méhati, V., harnen; gr. ὀμιχεῖν (omichein), V., harnen; lat. mēiere, V., harnen, pissen; lit. mỹžti, V., harnen; serbo-kr. mìzati, V., harnen; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Stroh vermischten und als Dünger verwendeten Kot bestimmter Haustiere oder für Wust oder Unrat; BM.: harnen; F.: Mist, Mistes, Mists+EW; Z.: Mi-st
Mistel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mistel, eine auf Bäumen halbschmarotzende schädliche und für Vögel und Insekten nützliche kleinere Pflanze; ne. mistle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mistel, st. M., Mistel; mnd. mistel, F., Mistel; mnl. mistel, F., Mistel; ahd. mistil, st. M. (a?, i?), Mistel, klebriger Saft der Mistelbeere, Leim, Vogelleim, wilde Bergesche?, Manna-Esche?; as. mistil, st. M.? (a?, i?), st. F. (i), Mistel; anfrk. -; germ. *mihstila-, *mihstilaz, st. M. (a), Mistel; germ. *mistilō, st. F. (ō), Mistel; vgl. idg. *meig̑ʰ-, *h₃mei̯g̑ʰ-, V., harnen, Pokorny 713 (1183/48) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mistel, Kluge s. u. Mistel, DW 12, 2268, EWD s. u. Mistel, EWAhd 6, 505, Falk/Torp 320, Duden s. u. Mistel; Son.: vgl. afries. -; ae. mistel, st. M. (a), Mistel; an. Mistilteinn, st. M. (a), Mistel, Mistelzweig; got. -; nndl. mistel, Sb., Mistel; nschw. mistel, Sb., Mistel; nnorw. misteltein, M., Mistel; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche auf Bäumen halbschmarotzende und vor allem über Samen durch Vögel verbreitete Pflanze mit gelbgrünen länglichen lederigen Blättern und kleinen gelben Blüten sowie weißen beerenartigen Früchten; BM.: harnen; F.: Mistel, Misteln+EW; Z.: Mist-el
$misten, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. misten, Mist machen?, Mist verwerten; Vw.: s. aus-; E.: s. Mist, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mist, DW 12, 2269, EWD s. u. Mist; F.: misten, miste (!), mistest, mistet, mistete, mistetest, misteten, mistetet, gemistet, ##gemistet, gemistete, gemistetes, gemistetem, gemisteten, gemisteter##, mistend, ###mistend, mistende, mistendes, mistendem, mistenden, mistender###, mist (!)+EW; Z.: mi-st-en
$Mistfink, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Mistfink, Buchfink, (übertragen [Adj.]) schmutziger Mensch; E.: s. Mist, s. Fink; L.: DW 12, 2269 (Mistfinke) EWD s. u. Fink; GB.: (mistvinke) seit 13. Jh. belegte und aus Mist und Fink gebildete Bezeichnung für Buchfink oder Bergfink und später übertragen (Adj.) für einen schmutzigen oder niederträchtigen Menschen; F.: Mistfink, Mistfinken+EW; Z.: Mi-st—fink
$Mistkäfer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mistkäfer, ein kleiner Mist vertilgender Käfer (lat. scarabaeus); E.: s. Mist, s. Käfer; L.: DW 12, 2272, EWD s. u. Mist; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mist und Käfer gebildete Bezeichnung für einen Mist vertilgenden oder in Nährstoffe umwandelnden und dadurch nützlichen schwarzen und verhältnismäßig sehr kräftigen Käfer; F.: Mistkäfer, Mistkäfers, Mistkäfern+EW; Z.: Mi-st—käf-er
Miszelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Miszelle, Gemischtes, kleiner Aufsatz; ne. miscellany; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mīscilla; E.: s. lat. mīscilla, F., Gemischtes, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. mīscēre, V., mischen, vermischen, vermengen; s. idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. Miszellen, fehlt DW, Duden s. u. Miszelle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Gemischtes und später einen von Menschen (hierzu) verfassten kleinen Aufsatz; BM.: mischen; F.: Miszelle, Miszellen+FW; Z.: Misz-el-l-e
mit, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. mit, einschließlich, zusammen; ne. with; Vw.: s. -gift; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mit, Präp., mit, samt, bei, neben; mnd. mēde (2), medde, mede, me, miede, met, mit, midde, Adv., mit, auch, ebenfalls, gleich, zusammen, einschließlich, zugleich, gleichzeitig; mnd. mit (1), met, mide, Präp., mit, zusammen mit, begleitet von, durch, mit Hilfe von, mittels, in Bezug auf, in Hinblick auf, betreffend, bei, vermittelst; mnl. mede, met, Präp., Adv., mit; ahd. mit, Präp., Adv., Präf., mit, bei, unter, zusammen mit, von, vor, nach, gemäß, durch, um ... willen, wegen, auf, in Hinblick auf; ahd. miti*, Präp., Adv., Präf., mit, bei, zu, damit, dabei; as. mid, midi, mith, mit, met, Adv., mit; anfrk. *mithi?, Präp., Adv., Präf., mit, bei, zu; germ. *med, *medi, Präp., mit; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. mit, Kluge s. u. mit, DW 12, 2323, EWD s. u. mit, EWAhd 6, 509, Falk/Torp 306, Duden s. u. mit, Bluhme s. u. mit; Son.: vgl. afries. mith, mit, mei (1), Präp., Adv., mit, durch, vermittels, zugleich, ebenso; saterl. med, Präp., Adv., mit; afries. mithi, mithe, methe, Adv., mit, zugleich, ebenso; nfries. mits, Adv., mit; ae. mid (1), miþ (1), Adv., damit, zur selben Zeit, zusammen, zugleich, gleicherweise; ae. mid (2), miþ (2), Präp., mit, durch, mittels, inmitten, bei, in Gegenwart von, während (Präp.); an. með, meðr, Präp., mit; got. miþ, Präp., Präf., mit, bei, unter; gr. μετά (metá), Präp., mit, inmitten, zwischen, unter; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung um eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Gemeinsamkeit bzw. ein Zusammensein auszudrücken; BM.: mitten; F.: mit+EW; Z.: mi-t
$Mitarbeiter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mitarbeiter; E.: s. mit, s. Arbeiter; L.: DW 12, 2338, EWD s. u. mit; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. synergus aus mit und Arbeiter gebildete Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen zusammen mit anderen Menschen in einem Unternehmen arbeitenden Menschen; F.: Mitarbeiter, Mitarbeiters, Mitarbeitern+EW; Z.: Mi-t—arb-eit-er
$Mitbringsel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Mitbringsel, Geschenk; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. mitbring(en), s. sel; L.: Kluge s. u. bringen, fehlt DW, EWD s. u. bringen; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus mitbring(en) und s sowie el gebildet Bezeichnung für etwas einem anderen Menschen von einer Reise oder bei einem Besuch als Geschenk Mitbringbares wie eine Süßigkeiten oder ein Getränk; F.: Mitbringsel, Mitbringsels, Mitbringseln+EW; Z.: Mi-t—bri-ng-s-el
$Mitesser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mitesser, Mitessender; E.: s. mitess(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Mitesser, DW 12, 2343, EWD s. u. mit; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. comedo gebildete Bezeichnung für einen Mitessenden oder einen die Öffnung einer in der Haut befindlichen Talgdrüse des Menschen verstopfenden fettigen und sich an der Oberfläche schwärzlich verfärbenden sowie leicht Akne verursachenden kleinen Talgpfropf; F.: Mitesser, Mitessers, Mitessern+EW; Z.: Mi-t—ess-er
Mitgift, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Mitgift, Aussteuer; ne. dowry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. mitegift, F., Mitgift; mnd. mēdegift, middegift, mitgift, F., Mitgift, Gabe die der Vater oder Bruder der Braut übereignet, Brautschatz, Aussteuer; vgl. mhd. mit, Präp., mit, samt, bei, neben; mnd. mēde (2), medde, mede, me, miede, met, mit, midde, Adv., „mit“, auch, ebenfalls, gleich, zusammen, einschließlich, zugleich, gleichzeitig; mnd. mit (1), met, mide, Präp., mit, zusammen mit, begleitet von, durch, mit Hilfe von, mittels, in Bezug auf, in Hinblick auf, betreffend, bei, vermittelst; ahd. mit, Präp., Adv., Präf., mit, bei, unter, zusammen mit, von, vor, nach, gemäß, durch, um ... willen, wegen, auf, in Hinblick auf; ahd. miti*, Präp., Adv., Präf., mit, bei, zu, damit, dabei; as. mid, midi, mith, mit, met, Adv., mit; germ. *med, *medi, Präp., mit; idg. *medʰi-, Präp., mit, Pokorny 702; s. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); mhd. gift, st. F., Gift, Geben, Gabe, Geschenk; s. ahd. gift, st. F. (i), Gabe, Opfergabe, Geschenk, Spende, Gegebenes, Gnade, Unterstützung, Huld, Barmherzigkeit, Frucht, Eingebung, Gift, Gifttrank, Zaubertrank; germ. *gefti-, *geftiz, st. F. (i), Gabe; s. idg. *gʰabʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mitgift, DW 12, 2349, EWD s. u. Gift, Duden s. u. Mitgift; Son.: vgl. nnorw. medgift, M., F., Mitgift; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl nach lat. dōs aus mit und Gift (Gabe) gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielfach der Frau in die Ehe mitgegebene Aussteuer in Form von Geld und Haushaltsgütern; BM.: mit, Gabe; F.: Mitgift, Mitgiften+EW; Z.: Mi-t—gif-t
$Mitglied, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mitglied; E.: s. mit, s. Glied; L.: Kluge s. u. Mitglied, EWD s. u. Glied; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mit und Glied gebildete für einen einer Gruppe wie ein Glied einem Körper zugehörigen oder angehörigen Menschen; F.: Mitglied, Mitglieds, Mitgliedes, Mitglieder, Mitgliedern+EW; Z.: Mi-t-g-lie-d
$Mitlaut, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Mitlaut, Konsonant(, Mitlauter); ne. consonant; Vw.: -; Hw.: -; Q.:; I.: Lw.-; E.: mhd. mitelūt, st. M., Mitlaut; L.: Kluge s. u. Mitlaut, DW 12, 2355, EWD s. u. mit; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus mit und Laut nach lat. cōnsonāns gebildete Bezeichnung für die (21) Buchstaben b und c und d und f und g und h und (j) und k und l und m und n und p und q und r und s und t und (v und w) und x und (y) und z des (lateinischen und deutschen) Alphabets bei denen in Gegensatz zu den Vokalen a und e und i und o und u (und den aus ihnen gebildeten Diphthongen oder auch Umlauten wie ä und ö sowie ü) ein Laut (Vokal) bei der Aussprache mitklingt wie b(e) oder c(e) oder d(e) oder (e)f oder g(e) oder h(a) oder j(ot) oder k(a) oder e(l) oder e(m) oder (e)n oder p(e) oder k(u) oder (e)r oder (e)s oder t(e) oder v(au) oder w(e) oder (i)x oder (i)psilon oder z(et); F.: Mitlaut, Mitlauts, Mitlautes, Mitlaute, Mitlauten+EW; Z.: Mi-t—lau-t
$Mitlauter, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Mitlauter, Mitlaut, Konsonant; E.: s. Mitlaut, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Mitlaut, s. DW 12,2355; GB.: s. Mitlaut, s. er (Suff.), seit 1531 belegte und aus mit und Laut sowie er nach lat. cōnsonāns gebildete Bezeichnung für die (21) Mitlaute; F.: Mitlauter, Mitlauters, Mitlautern+EW; Z.: Mi-t—lau-t-er
$Mitleid, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Mitleid, Mitgefühl; L.: Kluge s. u. Mitleid, DW 12, 2356, EWD s. u. Mitleid; GB.: seit um 1300 (mitelīde) oder vor 1298 (mitelīden) belegte und wohl nach lat. compassio gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Mitleiden oder Mitgefühl; F.: Mitleid, Mitleids, Mitleides+EW; Z.: Mi-t—lei-d
$Mitleidenschaft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Mitleidenschaft, gemeinsames Leiden; E.: s. mit, s. Leidenschaft; L.: Kluge s. u. Mitleid, DW 12, 2359, EWD s. u. Mitleid; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und nach lat. compassio aus Mitleiden und schaft gebildete Bezeichnung für ein gemeinsames Leiden oder Gefühl des Leidens; F.: Mitleidenschaft, Mitleidenschaften+EW; Z.: Mi-t—lei-d-en-schaf-t
$mitleidig, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. mitleidig, barmherzig; E.: s. Mitleid, s. ig; L.: Kluge s. u. mitleidig, DW 12, 2360, EWD s. u. Mitleid; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Mitleid und ig gebildete Bezeichnung für barmherzig; F.: mitleidig, mitleidige, mitleidiges, mitleidigem, mitleidigen, mitleidiger(, mitleidigere, mitleidigeres, mitleidigerem, mitleidigeren, mitleidigerer, mitleidigst, mitleidigste, mitleidigstes, mitleidigstem, mitleidigsten, mitleidigster)+EW; Z.: mi-t—lei-d-ig
Mitochondrium, Mitochondrion, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mitochondrium, Mitochondrion, fadenförmiges Gewebe in Zellen; ne. mitochondrion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μίτος (mítos), M., Kettenfaden?, Kette (F.) (1)?, Faden?; vgl. idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *mei- (4), V., binden, verknüpfen, Pokorny 710? (1178/43) (RB. idg. aus ind., iran., gr., balt.); gr. χονδρίον (chondríon), N., kleines Korn, Körnchen, Körnlein; vgl. gr. χόνδρος (chóndros), M., Korn, Graupe, Knorpel, Brustknorpel; idg. *gʰrend-, V., zerreiben, streifen, Pokorny 459; vgl. idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mitochondrium; Son.: vgl. nndl. mitochondrion, Sb., Mitochondrium; frz. mitochondrie, F., Mitochondrium; nschw. mitokondrie, Sb., Mitochondrium; nnorw. mitochondium, N., Mitokondrium; kymr. mitocondrion, M., Mitochondrium; nir. miteachoindre, M., Mitokondrium; poln. mitochondrium, M., Mitokondrium; lit. mitochondrija, F., Mitokondrium; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Lebens mögliches schon vormenschliches fadenförmiges für die Atmung und den Stoffwechsel von Zellen notwendiges und die Herstellung von Adenosintriphosphat verantwortliches Gewebe besonders in Zellen mit großem Energieverbrauch wie Herzmuskelzellen; BM.: binden, Korn; F.: Mitochondrium, Mitochondriums, Mitochondrien+FW; Z.: Mi-t-o—cho-n-dr-i-um
Mitra, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Mitra, Bischofmütze; ne. mitre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. mitra; E.: s. lat. mitra, F., Mitra, Kopfbinde, (um 180-102 v. Chr.); gr. μίτρα (mítra), μίτρη (mítrē), F., erzbeschlagener Gurt, Mädchengürtel, Kopfbinde, Diadem; Herkunft unklar, vielleicht von idg. *mei- (4), V., binden, verknüpfen, Pokorny 710? (1178/43) (RB. idg. aus ind., iran., gr., balt.); L.: Kluge s. u. Mitra, fehlt DW, Duden s. u. Mitra; Son.: vgl. nndl. mijter, Sb., Mitra; frz. mitre, F., Mitra; nschw. mitra, Sb., Mitra; nnorw. mitra, M., Mitra; poln. mitra, F., Mitra; kymr. meitr, M., Mitra; nir. mítéar, M., Mitra; lit. mitra, Sb., Mitra; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft unklare Bezeichnung für eine Kopfbinde und später für eine Kopfbedeckung für einen hohen Würdenträger in dem Christentum (Bischofsmütze); BM.: binden; F.: Mitra, Mitren+FW; Z.: Mi-tr-a
Mittag, nhd., M., (9./10. Jh.?): nhd. Mittag, Mitte des Tages, Tagesmitte, Süden; ne. midday; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. mittac, M., Mittag; mhd. mittentac, Sb., Mittag; mnd. middach, mitdach, M., F.?, Mittag, Mittagszeit, Mittag als Himmelsrichtung, Süden; mnl. middach, M., Mittag; ahd. mittitag*, st. M. (a), Mittag; as. -; anfrk. middondag*, st. M. (a), Mittag; s. nhd. Mitte, Tag; L.: Kluge 1. A. s. u. Mittag, Kluge s. u. Mittag, DW 12, 237, EWD s. u. Mittag, EWAhd 6, 525, Duden s. u. Mittag; Son.: vgl. nndl. middag, Sb., Mittag; nschw. middag, Sb., Mittag; nnorw. middag, M., Mittag; ai. madhyámdina-, Sb., Mittagszeit; lat. merīdiēs, M., F., Mittag; GB.: (mittitag) seit 9./10. Jh. belegte und vielleicht mit lat. meridies verbindbare Bezeichnung für die Zeit der Mitte eines Tages in der die Sonne jeweils ihren höchsten Stand hat und örtlich damit für den Süden; BM.: mitten, Tag; F.: Mittag, Mittags, Mittages, Mittage, Mittagen+EW; Z.: Mi-t—t-ag
Mitte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mitte, Mittelpunkt, Zentrum; ne. middle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. mitte (2), st. F., Mitte; mnd. midde (1), mid, F., M., Mitte; mnl. midde, F., Mitte; ahd. mitti* (2), st. N. (ja), Mitte; ahd. mittī*, st. F. (ī), Mitte; as. middia*, sw. F. (n)?, Mitte; anfrk. -; germ. *medja-, *medjam, st. N. (a), Mitte; vgl. idg. *medʰi-, *medʰi̯os, Adj., mittlere, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Mitte, DW 12, 2378, EWD s. u. Mitte, EWAhd 6, 520, Duden s. u. Mitte; Son.: vgl. afries. -; ae. midde, sw. F. (n), Mitte; an. miðja, sw. F. (n), Mitte; an. mið, st. N. (a), Mitte, Fischplatz im Meer; got. -; nndl. midden, Sb., Mitte; nschw. mitt, Sb., Mitte; nnorw. midt, midte, M., Mitte; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Punkt oder Teil der von allen Enden einer Gegebenheit wie beispielsweise einer Linie oder einer Zeit gleich weit entfernt ist; BM.: ?; F.: Mitte, Mitten+EW; Z.: Mi-tt-e
$mitteilen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. mitteilen, sagen, unterrichten; E.: s. mit, s. teilen; L.: DW 12, 2421 (mittheilen), EWD s. u. Teil; GB.: (miteteilen) seit um 1190 belegte und aus mit und teilen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches sagen oder unterrichten; F.: mitteilen, teile mit, teilst mit, teilt mit, teilest mit, teilet mit, teilte mit, teiltest mit, teilten mit, teiltet mit, mitgeteilt, ##mitgeteilt, mitgeteilte, mitgeteiltes, mitgeteiltem, mitgeteilten, mitgeteilter##, mitteilend, ###mitteilend, mitteilende, mitteilendes, mitteilendem, mitteilenden, mitteilender###, mitzuteilen, ####mitzuteilen, mitzuteilend, mitzuteilende, mitzuteilendes, mitzuteilendem, mitzuteilenden, mitzuteilender####, teil (!) mit +EW; Z.: mi-t—tei-l-en
$Mitteilung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mitteilung, Unterrichtung, Bekanntgabe; E.: s. mitteil(en), s. ung; L.: DW 12, 2421 (Mittheilung), EWD s. u. Teil; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mitteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Unterrichtung oder Bekanntgabe; F.: Mitteilung, Mitteilungen+EW; Z.: Mi-t—tei-l-ung
mittel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. mittel, mittlere, in der Mitte befindlich, durchschnittlich; ne. middle (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. mittel, Adj., mittlere, in der Mitte; mnd. middel (1), Adj., mittel, mittlere, in der Mitte liegend, in die Mitte gehörend; mnl. middel, Adj., in der Mitte befindlich; ahd. mittil* (1), metal*, Adj., der mittlere, in der Mitte befindlich, in der Mitte gelegen; s. germ. *medala-, *medalam, st. N. (a), Mittel, Mitte; vgl. idg. *medʰi-, *medʰi̯os, Adj., mittlere, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. mittel, Kluge s. u. mittel, DW 12, 2390, EWD s. u. mittel, EWAhd 6, 522, Falk/Torp 307, Duden s. u. mittel, Bluhme s. u. Mittel; Son.: indeklinabel; afries. middel, Adj., mittlere; ae. mittel, Adj., mittel, mittlere; an. meðal, Adv., mittel; nndl. middel…, Präf., Mittel…; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Mitt(e) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus menschlicher Sicht in der Mitte befindlich oder durchschnittlich oder mittlere; BM.: ?; F.: mittel+EW; Z.: mi-tt-el
$Mittel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Mittel, Mittelding, Hilfsmittel; Vw.: s. Arznei-, Genieß-, Genuss-, Konsumtions-, Lebens-, Nahrungs-; E.: s. mittel; L.: Kluge 1. A. s. u. mittel, Kluge s. u. mittel, DW 12, 2381, EWD s. u. Mittel; GB.: seit vor 1190 belegte und aus mittel gebildete Bezeichnung für Mitte oder Mittelding oder Hilfsmittel; F.: Mittel, Mittels, Mitteln+EW; Z.: Mi-tt-el
$Mittelalter, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Mittelalter, mittleres Lebensalter, mittleres Zeitalter; E.: s. mittel. s. Alter; L.: DW 12, 2393, EWD s. u. mittel; GB.: seit 18. Jh. (Christoph Cellarius Historia tripartita 1702) belegte und nach lat. medium aevum von Humanisten in Italien in dem 14. Jh. aus mittel und Alter gebildete Bezeichnung für das mittlere Alter in der späteren Geschichte (des Menschen) zwischen Altertum und Neuzeit und damit etwa zwischen 500 (476) und 1500 (1492) und vielleicht das mittlere Lebensalter des Menschen etwa zwischen 33 und 66 Lebensjahren; F.: Mittelalter, Mittelalters+EW; Z.: EWD s. u. Mi-tt-el—al-t-er
$Mittelfinger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Mittelfinger; E.: s. mittel, s. Finger; L.: DW 12, 2397, EWD s. u. Finger; GB.: seit (1275-1276) (mittelvinger) belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen aus mittel und Finger gebildete Bezeichnung für den zwischen Zeigefinger und Ringfinger liegenden Finger der menschlichen Hand; F.: Mittelfinger, Mittelfingers, Mittelfingern+EW; Z.: Mi-tt-el—fing-er
$mittellos, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. mittellos; E.: s. Mittel, s. los; L.: Kluge s. u. mittel, DW 12, 2401, EWD s. u. Mittel; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus Mittel und los gebildete Bezeichnung für unmittelbar oder ungehindert und später für ohne Mittel befindlich oder arm; F.: mittellos, mittellose, mittelloses, mittellosem, mittellosen, mittelloser(, mittellosere, mittelloseres, mittelloserem, mittelloseren, mittelloserer, mittellosest, mittelloseste, mittellosestes, mittellosestem, mittellosesten, mittellosester)+EW; Z.: mi-tt-el-lo-s
mitteln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. mitteln, ein Mittel machen, den Mittelwert erstellen; ne. middel (V.); Vw.: s. er-: Hw.: -; Q.: vor 1326 (Meister Eckhard); E.: s. mhd. mittelen, sw. V., mitteln, in die Mitte stellen, vermitteln, noch nicht entschieden sein (V.); mnd. middelen, sw. V., in zwei Hälften teilen, in zwei gleiche Hälften teilen; vgl. mhd. mittel, Adj., mittlere, in der Mitte; ahd. mittil* (1), metal*, Adj., der mittlere, in der Mitte befindlich, in der Mitte gelegen; s. germ. *medala-, *medalam, st. N. (a), Mittel, Mitte; vgl. idg. *medʰi-, *medʰi̯os, Adj., mittlere, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: DW 12, 2404, EWD s. u. Mittel, Duden s. u. mitteln; GB.: (mittelen) seit vor 1326 belegte und aus Mittel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht nach lat. mediare des Lateinischen des Altertums (mitten voneinander teilen) aus mittel und (e)n gebildete Bezeichnung für auf einen Mittelwert bringen oder den Mittelwert erstellen; BM.: mitten; F.: mitteln, mittelt, mittelte, gemittelt, ##gemittelt, gemittelte, gemitteltes, gemitteltem, gemittelten, gemittelter##, mittelnde, ###mittelnde, mittelndes, mittelndem, mittelnden, mittelnder###, mittel (!)+EW; Z.: mi-tt-el-n
$Mittelpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (14. Jh.): nhd. Mittelpunkt; E.: s. mittel, s. Punkt; L.: DW 12, 2406, EWD s. u. mittel; GB.: seit vor 1326 belegte und aus mittel und Punkt gebildete Bezeichnung für einen in der Mitte einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Kreises oder einer Kugel befindlichen Punkt; F.: Mittelpunkt, Mittelpunktes, Mittelpunkts, Mittelpunkte, Mittelpunkten+EW+FW; Z.: Mi-tt-el—pu-n-k-t
$mittels, nhd., Adv., Präp., (13. Jh.): nhd. mittels, mit, mit Hilfe, mittelst; E.: s. Mittel, s. s; L.: Kluge 1. A. s. u. mittel, DW 12, 2407, EWD s. u. Mittel; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Mittel und s gebildete Bezeichnung für mit oder mit Hilfe von oder mit dem Mittel von; F.: mittels+EW; Z.: mi-tt-el-s
$mittelst, nhd. (ält.), Präp., (17. Jh.): nhd. mittelst, mittels, mit, mit Hilfe, mit dem Mittel von; E.: s. Mittel, s. st; L.: Kluge 1. A. s. u. mittel, DW 12, 2407 (mittels), EWD s. u. Mittel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mittel und st gebildete Bezeichnung für mit oder mit Hilfe von oder mit dem Mittel von; F.: mittelst+EW; Z.: mi-tt-el-st
$Mittelstand, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mittelstand; E.: s. mittel, s. Stand; L.: DW 12, 2409, EWD s. u. mittel; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. status medius aus mittel und Stand gebildete Bezeichnung für einen mittleren Stand einer sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen umfangreicheren Gesellschaft; F.: Mittelstand, Mittelstands, Mittelstandes+EW; Z.: Mi-tt-el—sta-n-d
$Mittelwort, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Mittelwort, Partizip; E.: s. mittel, s. Wort; L.: DW 12, 2414, EWD s. u. mittel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus mittel und Wort gebildete Bezeichnung für ein aus einem Zeitwort oder Tunswort (Verb) gebildetes und wie ein Eigenschaftswort (Adjektiv) oder Adverb verwendetes Wort wie beispielsweise gebildet oder verwendet oder zündend; F.: Mittelwort, Mittelwortes, Mittelworts, Mittelwörter, Mittelwörtern+EW; Z.: Mi-tt-el—wor-t
mitten, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. mitten, in der Mitte; ne. amidst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120/1130 (Die altdeutsche Exodus); E.: mhd. mitten (1), mittene, Adv., in die Mitte, in der Mitte, mitten; mnd. midden (1), Adv., mitten, in der Mitte; mhd. mitte (2), st. F., Mitte; mnd. midde (1), mid, F., M., Mitte; ahd. mitti* (2), st. N. (ja), Mitte; ahd. mittī*, st. F. (ī), Mitte; as. middia*, sw. F. (n)?, Mitte; germ. *medja-, *medjam, st. N. (a), Mitte; vgl. idg. *medʰi-, *medʰi̯os, Adj., mittlere, Pokorny 706 (1171/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *me- (2), Adv., mitten, Pokorny 702 (1163/28) (RB. idg. aus arm., gr., ill., alb., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. mitte, Kluge s. u. mitten, DW 12, 2415, EWD s. u. Mitte, Duden s. u. mitten; Son.: vgl. nschw. mitten, Adv., mitten; nnorw. midt, Adv., mitten; GB.: seit 1120/1130 belegte und aus Mitt(e) und en (Suff.) gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Mitte (befindlich); BM.: Mitte?; F.: mitten+EW; Z.: mi-tt-en
$Mitternacht, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Mitternacht; E.: s. Mitte, s. Nacht; L.: Kluge 1. A. s. u. mitte, Kluge s. u. Mitternacht, EWD s. u. Mitternacht; GB.: seit 14. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus ahd. ze mitteru naht wohl unter Einfluss des Lateinischen des Altertums (mesonyctium) gebildete Bezeichnung für die Mitte der Nacht in der aus der Sicht des Menschen die Sonne täglich (unsichtbar) den tiefsten Stand ihrer Bahn an dem Himmel erreicht; F.: Mitternacht, Mitternachts, Mitternächte, Mitternächten+EW; Z.: Mi-tt-er—nacht
$mitternächtlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. mitternächtlich, Mitternacht betreffend; E.: s. Mitternacht, s. lich; L.: DW 12, 2420, EWD s. u. Mitternacht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mitternacht und lich gebildete Bezeichnung für Mitternacht betreffend; F.: mitternächtlich, mitternächtliche, mitternächtliches, mitternächtlichem, mitternächtlichen, mitternächtlicher+EW; Z.: mi-tt-er—nächt—lich
$mittlerweile, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. mittlerweile, inzwischen, allmählich, seitdem; L.: Kluge s. u. mittlerweile, DW 12, 2425, EWD s. u. mittel; E.: seit 16. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus mittel und Weile gebildete Bezeichnung für inzwischen oder allmählich oder seitdem; F.: mittlerweile+EW; Z.: mi-tt-l-er—wei-l-e
$Mittwoch, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Mittwoch; Vw.: s. Ascher-; E.: s. Mitt(e), s. Woch(e); L.: Kluge 1. A. s. u. mitte, Kluge s. u. Mittwoch, DW 12, 2427; GB.: seit um 1000 belegte und aus Mitt(e) und Woch(e) gebildete Bezeichnung für den früher Wotanstag (ne. Wednesday, lat. dies Mercurii) genannten zwischen Dienstag und Donnerstag in der Mitte der von den Menschen entwickelten Woche befindlichen Tag der Woche; F.: Mittwoch, Mittwochs, Mittwoche, Mittwochen+EW; Z.: Mi-tt—woch
$mitunter, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. mitunter, manchmal, bisweilen, gelegentlich; E.: s. mit, s. unter; L.: Kluge s. u. mitunter, DW 12, 2428; GB.: seit 18. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus mit und unter gebildete Bezeichnung für manchmal oder bisweilen oder gelegentlich; F.: mitunter+EW; Z.: mi-t—unter
mixen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. mixen, mischen, zusammenmischen; ne. mix (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mixtur; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mix; E.: s. ne. mix, V., mixen; ne. mixed, mixt, Adj., gemischt; afrz. mixte, Adj., gemischt; lat. mīxtus (1), Adj., vermischt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mīscēre, V., mischen, vermischen, vermengen; s. idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. mixen, fehlt DW, EWD s. u. mixen, Duden s. u. mixen; Son.: vgl. nndl. mixen, V., mischen; frz. mixer, V., mixen; nschw. mixa, V., mixen; nnorw. mikse, V., mischen; poln. miksować, V., mixen; lit. miksuoti, V., mixen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder früher mögliches mischen oder zusammenmischen; BM.: mischen; F.: mixen, mixe, mixst (!), mixt (!), mixest, mixet, mixte, mixtest, mixten, mixtet, gemixt, ##gemixt, gemixte, gemixtes, gemixtem, gemixten, gemixter##, mixend, ###mixend, mixende, mixendes, mixendem, mixenden, mixender###, mix (!)+FW; Z.: mix-en
$Mixer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mixer; E.: s. mix(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. mixen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mix(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen etwas mixenden Menschen (beispielsweise Barkeeper) oder ein von ihm für das Mixen verwendetes Gerät; F.: Mixer, Mixers, Mixern+FW(+EW); Z.: Mix-er
Mixtur, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Mixtur, Mischung; ne. mixture; Vw.: -; Hw.: s. mixen; Q.: 1200-1210 (die urstende des Konrad von Heimesfurt); E.: mhd. mixtūre, st. F., Mixtur, Mischung, Zusammensetzung; mnd. mixtūre*, mixtūr, F., Mixtur, großes Orgelregister; lat. mīxtūra, F., Vermischen, Vermischung, Begattung, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. mīscēre, V., mischen, vermischen, vermengen; s. idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. Mixtur, DW 12, 2433, EWD s. u. Mixtur, Duden s. u. Mixtur; Son.: vgl. nndl. mixtuur, Sb., Mixtur; frz. mixture, F., Mixtur; nschw. mixtur, Sb., Mixtur; nnorw. mikstur, M., Mixtur; poln. mikstura, F., Mixtur; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Mischung; BM.: mischen; F.: Mixtur, Mixturen+FW(+EW); Z.: Mix-t-ur
Mob, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mob, auewiegelte Menge, Pöbel; ne. mob (N.); Vw.: -; Hw.: s. mobil; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. ne. mob; E.: s. ne. mob, N., Mob; gekürzt aus ne. mobile, Adj., mobil, beweglich; und von lat. mōb(ile vulgus, M., aufgewiegelte Menge); vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mob, fehlt DW, EWD s. u. Mob, Duden s. u. Mob; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und aus ne. mobile abgekürzte sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aufgewiegelte Menge von Menschen oder den Pöbel; Son.: vgl. nschw. mobb, Sb., Mob; nnorw. mobb, M., Mob; BM.: bewegen; F.: Mob, Mobs+FW; Z.: Mo-b
Mobbing, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mobbing, Mobben, gezielte Beeinträchtigung eines Arbeitnehmers an einem Arbeitsplatz durch Mitarbeiter; ne. bullying (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mobbing; E.: s. ne. mobbing, N., Bedrängen, Massenangriff von Vögeln; vgl. ne. mob, V., bedrängen; ne. mobile, Adj., beweglich; vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mobbing, fehlt DW, Duden s. u. Mobbing; Son.: vgl. frz. mobbing, M., Mobbing; nschw. mobbing, Sb., Mobbing; nnorw. mobbing, M., F., Mobbing; poln. mobbing, M., Mobbing; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine gezielte Beeinträchtigung eines Arbeitnehmers an einem Arbeitsplatz durch Mitarbeiter; BM.: bewegen; F.: Mobbing, Mobbings+FW; Z.: Mo-b-b-ing
Möbel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Möbel, Einrichtungsgegenstände, Mobiliar; ne. furniture; Vw.: -; Hw.: s. Mobiliar; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. meuble; E.: s. frz. meuble, M., Möbel; mlat. mobile, N., bewegliches Gut; vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Möbel, EWD s. u. Möbel, DW 12, 2433, Duden s. u. Möbel, Bluhme s. u. Moebel; Son.: s. mhd. mubel, mübel, möbel, st. M., fahrendes Gut; vgl. nndl. meubel, Sb., Möbel; nschw. möble, Sb., Möbel; nnorw. møbel, N., Möbel; poln. mebel, M., Möbel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten meist beweglichen Einrichtungsgegenstand eines damit ausgestatteten Raumes; BM.: bewegen; F.: Möbel, Möbeln+FW(+EW); Z.: Mö-b-el
mobil, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mobil, beweglich, bewegbar; ne. mobile (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Mobilität, mobilisieren, Mobilien, Mobiliar, Mob; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. mobile; E.: s. frz. mobile, Adj., mobil, beweglich; lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. mobil, fehlt DW, EWD s. u. mobil, Duden s. u. mobil; Son.: vgl. nndl. mobiel, Adj., mobil; frz. mobile, Adj., mobil; nschw. mobil, Adj., mobil; nnorw. mobil, Adj., mobil; poln. mobilny, Adj., mobil; nir. móibíleach, Adj., mobil; lit. mobilus, Adj., mobil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für beweglich oder bewegbar; BM.: bewegen; F.: mobil, mobile, mobiles, mobilem, mobilen, mobiler(, mobilere, mobileres, mobilerem, mobileren, mobilerer, mobilst, mobilste, mobilstes, mobilstem, mobilsten, mobilster)+FW(+EW); Z.: mo-b-il
Mobiliar, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mobiliar, Möbel, Mobilien, Einrichtungsgegenstände; ne. furnishings; Vw.: -; Hw.: s. mobil, Mobilien, Möbel; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. mobilier; E.: s. frz. mobilier, Adj., beweglich, bewegliche Sachen (= subst.); lat. mōbilium, N., bewegliches Gut; lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mobiliar, fehlt DW, EWD s. u. Mobilien, Duden s. u. Mobiliar; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Gesamtheit der Einrichtungsgegenstände einer Raumes oder einer Wohnung oder eines Hauses; BM.: bewegen; F.: Mobiliar, Mobiliars, Mobiliares, Mobiliare, Mobiliaren+FW(+EW); Z.: Mo-b-il-i-ar
Mobilien, nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Mobilien, Mobiliar, bewegliche Güter; ne. chattels; Vw.: -; Hw.: s. Mobiliar, mobil, Immobilie; Q.: 2. Drittel 17. Jh.; I.: Lw. mlat. mobilia; E.: s. mlat. mobilia, N. Pl., bewegliche Güter; vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Mobiliar, fehlt DW, EWD s. u. Mobilien, Duden s. u. Mobilien; Son.: Pluralwort; GB.: seit 2. Drittel 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die beweglichen Güter eines Menschen oder einer Person; BM.: bewegen; F.: Mobilien+FW(+EW); Z.: Mo-b-il-i-en
mobilisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mobilisieren, bereitstellen, in Bewegung setzen, aktivieren; ne. mobilize; Vw.: -; Hw.: s. mobil; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. mobiliser; E.: s. frz. mobiliser, V., mobilisieren; vgl. frz. mobile, Adj., mobil, beweglich; lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. mobil, fehlt DW, EWD s. u. mobil, Duden s. u. mobilisieren; Son.: vgl. nndl. mobilisieren, V., mobilisieren; frz. mobiliser, V., mobilisieren; nschw. mobilisera, V., mobilisieren; nnorw. mobilisere, V., mobilisieren; poln. mobilizować, V., mobilisieren; lit. mobilizuoti, V., mobilisieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Menschen in Bewegung setzen oder zu einer Handlung aktivieren; BM.: bewegen; F.: mobilisieren, mobilisiere, mobilisierst, mobilisiert, mobilisierest, mobilisieret, mobilisierte, mobilisiertest, mobilisierten, mobilisiertet, ##mobilisiert, mobilisierte, mobilisiertes, mobilisiertem, mobilisierter##, mobilisierend, ###mobilisierend, mobilisierende, mobilisierendes, mobilisierendem, mobilisierenden, mobilisierender###, mobilisier (!)+FW(+EW); Z.: mo-b-il-is-ier-en
$Mobilisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mobilisierung, Beweglichmachung, Aktivierung; E.: s. mobilisier(en); L.: fehlt DW, EWD s. u. mobil; GB.: s. mobilisier(en), s. ung; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mobilisier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Beweglichmachung; F.: Mobilisierung, Mobilisierungen+FW(+EW); Z.: Mo-b-il-is-ier-ung
Mobilität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Mobilität, Beweglichkeit; ne. mobility; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. mōbilitās; E.: s. lat. mōbilitās, F., Beweglichkeit, Veränderlichkeit, Unbeständigkeit, Wankelmut, Schnelligkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. mobil, fehlt DW, Duden s. u. Mobilität; Son.: vgl. nndl. mobiliteit, Sb., Mobilität; frz. mobilité, F., Mobilität; nschw. mobilitet, Sb., Mobilität; nnorw. mobilitet, M., Mobilität; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Lebewesen entwickelte und verwendete Beweglichkeit vor allem in Bezug auf einen Beruf oder einen Wohnsitz; BM.: bewegen; F.: Mobilität+FW(+EW); Z.: Mo-b-il-it-ät
$Mobilmachung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mobilmachung, Vorbereitung der Streitkräfte eines Staates auf einen Krieg; E.: s. mobil, s. mach(en), s. ung; L.: Kluge s. u. mobil, fehlt DW, EWD s. u. mobil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mobil und mach(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Staaten mögliche Vorbereitung der Streitkräfte eines Staates auf einen Krieg; F.: Mobilmachung, Mobilmachungen+FW+EW; Z.: Mo-b-il—mach-ung
möblieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. möblieren, einrichten, mit Möbeln ausstatten; ne. furnish; Vw.: -; Hw.: s. Möbel; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. meubler; E.: s. frz. meubler, V., möblieren; vgl. frz. meuble, M., Möbel; mlat. mobile, N., bewegliches Gut; vgl. lat. mōbilis, Adj., beweglich, leicht zu bewegen seiend, biegsam, (um 250-184 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Möbel, DW 12, 2434, EWD s. u. Möbel, Duden s. u. möblieren; Son.: vgl. nndl. meubileren, V., möblieren; nschw. möblera, V., möblieren; nschw. møblere, V., möblieren; poln. meblować, V., möblieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen und Entwicklung von Häusern mögliches mit Möbeln ausstatten; BM.: bewegen; F.: möblieren, möbliere, möblierst, möbliert, möblierest, möblieret, möblierte, möbliertest, möblierten, möbliertet, ##möbliert, möblierte, möbliertes, möbliertem, möblierten, möblierter##, möblierend, ###möblierend, möblierende, möblierendes, möblierendem, möblierenden, möblierender###, möblier(!)+FW(+EW?); Z.: mö-b-l-ier-en
modal, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. modal, durch Verhältnisse bedingt; ne. modal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Modus; Q.: 19. Jh.?; E.: s. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modal, fehlt DW, Duden s. u. modal; Son.: vgl. nndl. modaal, Adj., modal; frz. modal, Adj., modal; nschw. modal, Adj., modal; nnorw. modal, Adj., modal; poln. modalny, Adj., modal; kymr. moddol, Adj., modal; nir. módúil, Adj., modal; lit. modalinis, Adj., modal; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und wohl aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. modus und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit dem Dimensionen Raum und Zeit mögliches die Art und Weise einer Gegebenheit hinsichtlich von Raum oder Zeit oder Ziel oder Folge oder Abhängigkeit betreffend; BM.: messen; F.: modal, modale, modales, modalem, modalen, modaler+FW(+EW); Z.: mo-d-al
$Modalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Modalität oder Art oder Weise oder Umstand; E.: s. modal, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. Modus, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus modal und i sowie tät gebildete Bezeichnung für Art oder Weise oder Umstand oder Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit; F.: Modalität, Modalitäten+FW; Z.: Mo-d-al-it-ät
Mode, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mode, Gewohnheit, Zeitgeschmack; ne. fashion (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mode; E.: s. mnd. mōde (3), mood, F., Mode, neuester Brauch; frz. mode, M., F., Art, Mode; lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang, (um 235-200 v. Chr.); idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mode, DW 12, 2435, EWD s. u. Mode, Duden s. u. Mode, Bluhme s. u. Mode; Son.: vgl. nndl. mode, Sb., Mode; ne. mode, N., Form; nschw. mode, N., Mode; nnorw. mote, M., Mode; poln. moda, F., Mode; kymr. modd, M., Art (F.) (1); nir. modh, M., Mode; lit. mada, F., Mode; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine über einen bestimmten Zeitraum von allen oder vielen oder einzelnen Menschen bevorzugte und als zeitgemäß geltende Art sich zu kleiden oder sich zu frisieren oder sich auszustatten oder für Gewohnheit oder Zeitgeschmack; BM.: messen; F.: Mode, Moden+FW; Z.: Mo-d-e
Model, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Model (M.), Form, Backform; ne. mould (N.); Vw.: -; Hw.: s. Modell; Q.: 1000 (Notker); E.: s. mhd. model, st. N., M., Maß, Form, Vorbild, Modell; mnd. mōdel, mōdele, N., Maßgefäß, Form, kleines Maß; ahd. modul*, st. N. (a), Formel; lat. modulus, M., Maß, Rhythmus, Takt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge; vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Model, DW 12, 2438, EWAhd 6, 529, Duden s. u. Model; Son.: vgl. nndl. model, Sb., Vorbild, Vorlage, Modell, Model; frz. moule, M., Model (M.); GB.: vielleicht seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Form nach der etwas von Menschen gebildet wird; BM.: messen; F.: Model, Models, Modeln+FW(+EW); Z.: Mo-d-el
Modell, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Modell, Muster, Entwurf, Mannequin; ne. model (N.); Vw.: -; Hw.: s. Model, modellieren; Q.: um 1600; I.: Lw. it. modello; E.: s. it. modello, M., Muster; lat. modulus, M., Maß, Rhythmus, Takt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Modell, DW 12, 2439, EWD s. u. Modell, Duden s. u. Modell; Son.: vgl. nndl. model, Sb., Vorbild, Vorlage, Modell, Model; frz. modèle, M., Modell; nschw. modell, Sb., Modell; nnorw. modell, M., Modell; poln. model, M., Modell; kymr. model, M., Modell; lit. modelis, M., Modell; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Form oder später auch einen Entwurf oder ein Mannequin; BM.: messen; F.: Modell, Modells, Modelle, Modellen+FW(+EW); Z.: Mo-d-ell
modellieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. modellieren, formen; ne. shape (V.), model (V.); Vw.: -; Hw.: s. Modell; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. modellare; E.: s. it. modellare, V., modellieren; vgl. it. modello, M., Muster; lat. modulus, M., Mäßlein, Maß, Rhythmus, Takt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Modell, DW 12, 2440, EWD s. u. Modell, Duden s. u. modellieren; Son.: vgl. nndl. modelleren, V., modellieren; frz. modeler, V., modellieren; nschw. modellera, V., modellieren; nnorw. modellere, V., modellieren; poln. modelować, V., modellieren; kymr. modelu, V., modellieren; lit. modeliuoti, V., modellieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches formen; BM.: messen; F.: modellieren, modelliere, modellierst, modelliert, modellierest, modellieret, modellierte, modelliertest, modellierten, modelliertet, ##modelliert, modellierte, modelliertes, modelliertem, modellierten, modellierter##, modellierend, ###modellierend, modellierende, modellierendes, modellierendem, modellierenden, modellierender###, modellier (!)+FW(+EW); Z.: mo-d-el-l-ier-en
$Modellierer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Modellierer, Modellierender; E.: s. modellier(en), s. er (Suff.); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus modellier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Modellierenden; L.: DW 12, 2440, EWD s. u. Modell; F.: Modellierer, Modellierers, Modelliereren+FW(+EW); Z.: Mo-d-el-l-ier-er
$modeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. modeln, formen, bilden; Vw.: s. um-; E.: s. Model, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Modell, DW 12, 2440, EWD s. u. Modell; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus Model und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches etwas formen oder bilden; F.: modeln, model (!), modle, modele, modelst, modelt, modelte, modeltest, modelten, modeltet, gemodelt, ##gemodelt, gemodelte, gemodeltes, gemodeltem, gemodelten, gemodelter##, modelnd, ###modelnd, modelnde, modelndes, modelndem, modelnden, modelnder###, model (!)+FW(+EW); Z.: mo-d-el-n
Modem, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Modem, ein Gerät zu Übertragung digitaler Daten; ne. modem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. modem; E.: s. ne. modem, N., Modem; gebildet aus ne. modulation und demodulation; letztlich von lat. modulārī, V., messen, abmessen, einrichten, regeln; vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Modem; Son.: vgl. nndl. modem, Sb., Modem; frz. modem, M., Modem; nschw. modem, N., Modem; nnorw. modem, N., Modem; poln. modem, M., Modem; kymr. modem, M., Modem; nir. mídeim, M., Modem; lit. modemas., M., Modem; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein elektronisches Gerät für die Datenübertragung auf einer Fernsprechleitung zwischen einem Router in einem Heimnetzwerk und einer Gegenstelle bei einem Internetprovider; BM.: messen, weg; F.: Modem, Modems+FW; Z.: Mo-de-m
Moder, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Moder, Zerfallendes, Verwesendes; ne. mustiness; Vw.: -; Hw.: s. modern (2), Essigmutter; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. moder, st. M., Moder, in Verwesung übergegangener Körper, Sumpfland, Moor; mnd. modder (1), mōder*, M., Schlamm, Dreck, Moder, Modder, in stehendem Wasser abgesetzter Dreck; mnl. moder, modder, moeder, M., Moder; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *muþra-, *muþraz, *mudra-, *mudraz, st. M. (a), Moder, Sumpf; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Moder, Kluge s. u. Moder, EWD s. u. Moder, DW 12, 2442, Duden s. u. Moder, Bluhme s. u. Moder; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *mudw, st. Sb., Moder; nndl. modder, moer, Sb., Moder; ? ai. mū́tra-, N., Harn; ? av. mū̆θra-, N., Exkremente, Schmutz; lett. mudêt, V., schimmelig werden; GB.: seit 14. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches durch Fäulnis und Verwesung entstehendes Zerfallendes oder Verwesendes; BM.: feucht; F.: Moder, Moders+EW; Z.: Mo-der
moderat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. moderat, gemäßigt; ne. moderate (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. moderātus; E.: s. lat. moderātus, Adj., gemäßigt, Maß haltend, besonnen (Adj.), gefasst, ruhig, taktvoll, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. moderāre, V., mäßigen, in Schranken halten, beschränken, regeln; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. moderat, fehlt DW, Duden s. u. moderat; Son.: vgl. nschw. moderat, Adj., moderat; nnorw. moderat, Adj., moderat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gemäßigt; BM.: messen; F.: moderat, moderate, moderates, moderatem, moderaten, moderater(, moderatere, moderateres, moderaterem, moderateren, moderaterer, moderatest, moderateste, moderatestes, moderatestem, moderatesten, moderatester)+FW(+EW); Z.: mo-d-er-at
Moderator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Moderator, eine Veranstaltung Führender; ne. presenter, moderator; Vw.: -; Hw.: s. moderieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. moderātor; E.: s. lat. moderātor, M., Mäßiger, Einhalter, Lenker, Leiter (M.), Handhaber, Regierer, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. moderārī, V., Maß setzen, Maß bestimmen, mäßigen, ermäßigen, in Schranken halten; s. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. moderieren, fehlt DW, EWD s. u. Moderator, Duden s. u. Moderator; Son.: vgl. poln. moderator, M., Moderator; lit. moderatorius, M., Moderator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen eine Veranstaltung für die Teilnehmer führenden Menschen; BM.: messen; F.: Moderator, Moderatoren+FW; Z.: Mo-d-er-at-or
moderieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. moderieren, eine Veranstaltung führen; ne. moderate; Vw.: -; Hw.: s. Moderator; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. moderārī; E.: s. lat. moderārī, V., Maß setzen, Maß bestimmen, mäßigen, ermäßigen, in Schranken halten, (um 250-184 v. Chr.); lat. moderāre, V., mäßigen, in Schranken halten, regeln, einrichten; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. moderieren, fehlt DW, EWD s. u. Moderator, Duden s. u. moderieren; Son.: vgl. nndl. modereren, V., moderieren; frz. modérer, V., moderieren; nschw. moderera, V., moderieren; nnorw. moderere, V., moderieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit mögliches eine Veranstaltung durch einführende Worte und verbindende Kommentare in ihrem Ablauf führen; BM.: messen; F.: moderieren, moderiere, moderierst, moderiert, moderierest, moderieret, moderierte, moderiertest, moderierten, moderiertet, ##moderiert, moderierte, moderiertes, moderiertem, moderierten, moderierter##, moderierend, ###moderierend, moderierende, moderierendes, moderierendem, moderierenden, moderierender###, moderier (!)+FW+EW; Z.: mo-d-er-ier-en
modern (1), nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. modern (Adj.), zeitgemäß, der Mode entsprechend; ne. modern; Vw.: -; Hw.: s. modernisieren, Modernität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. moderne; E.: s. frz. moderne, Adj., modern (Adj.), neu; lat. modernus, Adj., neu, neuere, (492-496 n. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modern, DW 12, 2446, EWD s. u. modern, Duden s. u. modern, Bluhme s. u. modern; Son.: vgl. nndl. modern, Adj., modern (Adj.); nschw. modern, Adj., modern (Adj.); nnorw. modern, Adj., modern (Adj.); poln. modny, Adj., modern (Adj.); kymr. modern, Adj., modern (Adj.); lit. modernus, Adj., modern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zeitgemäß oder der Mode entsprechend; BM.: messen; F.: modern, moderne, modernes, modernem, modernen, moderner(, modernere, moderneres, modernerem, moderneren, modernerer, modernste, modernstes, modernstem, modernsten, modernster, modernst)+FW(+EW); Z.: mo-d-ern
modern (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. modern, faul riechen, verfaulen; ne. moulder (V.), rot; Vw.: -; Hw.: s. Moder; Q.: 17. Jh.; E.: s. nhd. Moder; L.: Kluge s. u. Moder, DW 12, 2445, EWD s. u. Moder, Duden s. u. modern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Moder und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Lebens mögliches faul riechen oder verfaulen oder durch Verfaulen zerfallen (V.); BM.: feucht; F.: modern, modere, moder (!), moderst, modert, moderte, modertest, moderten, modertet, gemodert, ##gemodert, gemoderte, gemodertes, gemodertem, gemoderten, gemoderter##, modernd, ###modernd, moderndes, moderndem, modernden, modernder###, moder (!)+EW; Z.: mo-der-n
$Moderne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Moderne; Q.: 1890 (H. Bahr); E.: s. modern (Adj.); L.: fehlt DW, EWD s. u. modern; GB.: seit 1890 belegte und aus modern (Adj.) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für die seinerzeit als modern angesehene Zeit zwischen 1890 und 1920; F.: Moderne+FW(+EW); Z.: Mo-d-ern-e
modernisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. modernisieren, modern machen, erneuern; ne. modernize; Vw.: -; Hw.: s. modern, Moderinität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. moderniser; E.: s. frz. moderniser, V., modernisieren; vgl. frz. modern, Adj., modern (Adj.), neu; lat. modernus, Adj., neu, neuere, (492-496 n. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modern, fehlt DW, EWD s. u. modern, Duden s. u. modernisieren; Son.: vgl. nndl. moderniseren, V., modernisieren; nschw. modernisera, V., modernisieren; nnorw. modernisere, V., modernisieren; poln. modernizować, V., modernisieren; kymr. moderneiddio, V., modernisieren; lit. modernizuoti, V., modernisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches etwas durch Umgestaltung erneuern oder modern (Adj.) machen oder einer neuen Mode angleichen; BM.: messen; F.: modernisieren, modernisiere, modernisierst, modernisiert, modernisierest, modernisieret, modernisierte, modernisiertest, modernisierten, modernisiertet, ##modernisiert, modernisierte, modernisiertes, modernisiertem, modernisierten, modernisierter##, modernisierend, ###modernisierend, modernisierende, modernisierendes, modernisierendem, modernisierenden, modernisierender###, modernisier (!)+FW(+EW); Z.: mo-d-ern-is-ier-en
Modernität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Modernität, Zeitgemäßheit, neue undzeitgemäße Beschaffenheit; ne. modernity; Vw.: -; Hw.: s. modern, modernisieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. modernitās; E.: s. mlat. modernitās, F., Gegenwart, moderne Zeit; vgl. lat. modernus, Adj., neu, neuere, (492-496 n. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modern, fehlt DW, Duden s. u. Modernität; Son.: vgl. nndl. moderniteit, Sb., Modernität; frz. modernité, F., Modernität; nnorw. modernitet, M., Modernität; kymr. modernedd, M., Modernität; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zeitgemäßheit oder eine neue und zeitgemäße Beschaffenheit; BM.: messen; F.: Modernität, Modernitäten+FW(+EW); Z.: Mo-d-ern-it-ät
Modifikation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Modifikation, Veränderung, Umgestaltung, andere Gestaltung; ne. modification; Vw.: -; Hw.: s. modifizieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. modificātio; E.: lat. modificātio, F., Abmessung, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. modificāre, V., gehörig abmessen, Maß setzen, mäßigen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. modifizieren, fehlt DW, EWD s. u. modifizieren, Duden s. u. Modifikation; Son.: vgl. frz. modification, F., Modifikation; nschw. modifikation, Sb., Modifikation; nnorw. modifikasjon, M., Modifikation; poln. modyfikacja, F., Modifikation; lit. modifikacija, F., Modifikation; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Veränderung oder Umgestaltung; BM.: messen, machen; F.: Modifikation, Modifikationen+FW(+EW); Z.: Mo-d-i-fi-k-at-io-n
modifizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. modifizieren, verändern, anders gestalten; ne. modify; Vw.: -; Hw.: s. Modifikation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. modificāre; E.: s. lat. modificāre, V., gehörig abmessen, Maß setzen, mäßigen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. modifizieren, fehlt DW, EWD s. u. modifizieren, Duden s. u. modifizieren; Son.: vgl. nndl. modificeren, V., modifizieren; frz. modifier, V., modifizieren; nschw. modifiera, V., modifizieren; nnorw. modifisere, V., modifizieren; poln. modyfikować, V., modifizieren; lit. modifikuoti, V., modifizieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verändern oder anders gestalten; BM.: messen, machen; F.: modifizieren, modifiziere, modifizierst, modifiziert, modifizierest, modifizieret, modifizierte, modifiziertest, modifizierten, modifiziertet, ##modifiziert, modifiziertes, modifiziertem, modifizierten, modifizierter##, modifizierend, ###modifizierend, modifizierende, modifizierendes, modifizierendem, modifizierenden, modifizierender###, modifizier (!)+FW(+EW); Z.: mo-d-i-fi-z-ier-en
$modisch, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. modisch, Mode betreffend, der Mode entsprechend; Vw.: s. alt-, neu-; E.: s. Mod(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Mode, DW 12, 2447, EWD s. u. Mode; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mod(e) und isch gebildete Bezeichnung für Mode betreffend oder der Mode entsprechend; F.: modisch, modische, modisches, modischem, modischen, modischer(, modischere, modischeres, modischerem, modischeren, modischerer, modischst, modischste, modischstes, modischstem, modischsten, modischster)+FW(+EW); Z.: mo-d-isch
$modrig, moderig, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. modrig, Moder betreffend, zerfallend, verwesend; E.: s. Mod(e)r, s. ig; L.: Kluge s. u. Moder, DW 12, 2445 (moderig), EWD s. u. Moder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mod(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche oder seit Entstehung des Lebens mögliches Moder betreffend oder zerfallend oder verwesend; F.: modrig, modrige, modriges, modrigem, modrigen, modriger(, modrigere, modrigeres, modrigerem, modrigeren, modrigerer, modrigst, modrigste, modrigstes, modrigstem, modrigsten, modrigster)+EW; Z.: mo-dr-ig
Modulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Modulation, Modulieren, gestaltende Abwandlung; ne. modulation; Vw.: -; Hw.: s. modulieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. modulātio; E.: s. lat. modulātio, F., Maß, proportioniertes Maß, Modelmaß, Grundmaß, Melodisches, Melodie, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. modulārī, V., messen, abmessen, einrichten, regeln; lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modulieren, fehlt DW, EWD s. u. modulieren, Duden s. u. Modulation; Son.: vgl. nndl. modulatie, Sb., Modulation; frz. modulation, F., Modulation; nschw. modulation, Sb., Modulation; nnorw. modulasjon, M., Modulation; poln. modulacja, F., Modulation; kymr. modyliad, M., Modulation; lit. moduliacija, F., Modulation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche gestaltende Abwandlung; BM.: messen; F.: Modulation, Modulationen+FW(+EW); Z.: Mo-d-ul-at-io-n
modulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. modulieren, in eine andere Lage umsetzen, gestaltend abwandeln; ne. modulate; Vw.: -; Hw.: s. Modulation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. modulārī; E.: s. lat. modulārī, V., messen, abmessen, einrichten, regeln, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. modulieren, fehlt DW, EWD s. u. modulieren, Duden s. u. modulieren; Son.: vgl. nndl. moduleren, V., modulieren; frz. moduler, V., modulieren; nschw. modulera, V., modulieren; nnorw. modulere, V., modulieren; poln. modulować, V., modulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in eine andere Lage umsetzen oder gestaltend abwandeln; BM.: messen; F.: modulieren, moduliere, modulierst, moduliert, modulierest, modulieret, modulierte, moduliertest, modulierten, moduliertet, ##moduliert, modulierte, moduliertes, moduliertem, modulierten, modulierter##, modulierend, ###modulierend, modulierende, modulierendes, modulierendem, modulierenden, modulierender###, modulier (!)+FW(+EW); Z.: mo-d-ul-ier-en
Modus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Modus, Art (F.) (1) und Weise, Verfahrensweise; ne. mode, modus; Vw.: -; Hw.: s. modal; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. modus; E.: s. lat. modus, M., Maß, Größe, Länge, Quantität, Umfang, (um 235-200 v. Chr.); idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Modus, fehlt DW, EWD s. u. Modus, Duden s. u. Modus; Son.: vgl. nndl. modus, Sb., Modus; frz. mode, M., Modus; nschw. modus, N., Modus; nnorw. modus, M., Modus; poln. modus, M., Modus; kymr. modd, M., Modus; nir. mód, M., Modus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Art (F.) (1) und Weise; BM.: messen; F.: Modus, Modi+FW; Z.: Mo-d-us
Mofa, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Mofa, Motorfahrrad, Fahrrad mit Hilfsmotor, schwaches Kraftrad; ne. small moped; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Kürzung von Motorfahrrad, s. Motor, fahren, Rad; L.: Kluge s. u. Mofa, fehlt DW, Duden s. u. Mofa; GB.: vielleicht seit 1929 belegte Bezeichnung für ein seit etwa dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Fahrrad mit Hilfsmotor; BM.: Abkürzung; F.: Mofa, Mofas+FW+EW; Z.: Mo-fa
mogeln, maucheln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mogeln, maucheln, (in kleinen Angelegenheiten) schwindeln; ne. bluff (V.), cheat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem maugeln, sw. V., heimlich tun, verstecken; letztlich von germ. *muk-, V., sich verbergen, auflauern; s. idg. *smeugʰ-, *meugʰ-, Adj., V., schlüpferig, schlüpfen, Pokorny 744; idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mogeln, fehlt DW, EWD s. u. mogeln, Duden s. u. mogeln, Bluhme s. u. mogeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (in kleinen Angelegenheiten) schwindeln; BM.: sich verstecken; F.: mogeln, mogel (!), mogle, mogelst, mogelt, mogelte, mogeltest, mogelten, mogeltet, gemogelt, ##gemogelt, gemogelte, gemogeltes, gemogeltem, gemogelten, gemogelter##, mogelnd, ###mogelnd, mogelnde, mogelndes, mogelndem, mogelnden, mogelnder###, mogel (!), maucheln, mauchel (!), mauchle, mauchele, mauchelst, mauchelt, mauchelte, maucheltest, mauchelten, maucheltet, gemauchelt, ###gemauchelt, gemauchelte, gemaucheltes, gemaucheltem, gemauchelten, gemauchelter##, mauchelnd, ###mauchelnd, mauchelnde, mauchelndes, mauchelndem, mauchelnden, mauchelnder###, mauchel (!)+EW; Z.: mog-el-n
mögen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. mögen, können, vermögen, wollen (V.), dürfen; ne. may (V.), like (V.); Vw.: -; Hw.: s. möglich; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mügen, mugen, anom. V., vermögen, gelten; mnd. mȫgen, mogen, st. V., mögen, können, vermögen, Macht haben, im Stande sein (V.), absolute Kraft haben, stark sein (V.); mnl. mogen, V., dürfen, gern haben, mögen; ahd. mugan, magan, Prät.-Präs., können, vermögen, mögen, in der Lage sein (V.), müssen, sollen, dürfen; as. mugan*, Prät. Präs., vermögen, Ursache haben; anfrk. mugan*, mugon*, Prät. Präs., vermögen, können; germ. *mugan, Prät.-Präs., können, vermögen; germ. *mag-, Prät.-Präs., er kann, er vermag; idg. magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695? (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. mögen, Kluge s. u. mögen, DW 12, 2449, EWD s. u. mögen, EWAhd 6, 18, Falk/Torp 303, Seebold 343, Duden s. u. mögen, Bluhme s. u. moegen; Son.: unreg. V.; vgl. afries. muga, moga, Prät. Präs., mögen, vermögen, können; saterl. muga, mej, V., mögen, können; ae. magan, Prät. Präs., vermögen, können, mögen, dürfen, helfen, nützen; an. mega, Prät.-Präs., vermögen, können, dürfen; got. magan, Prät. Präs. (5), können, vermögen; nndl. mogen, V., mögen; nschw. mo, V., mögen; nisl. mega, V., dürfen; ? gr. μηχανή (mēchanḗ), μᾶχανά (machaná), F., Einfall, Erfindung, Maschine; lit. mė́gti, V., lieben, mögen; lett. mêgt, V., vemögen; ksl. mosti., V., können, vermögen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für können oder vermögen oder wollen (V.) oder dürfen
Möglichkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Möglichkeit, Verwirklichbarkeit; E.: s. mög(en), s. lich, s. heit, s. keit; L.: DW 12, 2449, EWD s. u. mögen; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. possibilitas aus mög(en) und lich und keit gebildete Bezeichnung für eine Verwirklichbarkeit einer sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens möglichen Vorstellung; F.: Möglichkeit, Möglichkeiten+EW; Z.: Mög—lich—kei-t
Mogul, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mogul, Mogulkaiser, Herrscher in dem Mogulreich; ne. mogul; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. mogul; E.: s. ne. mogul, M., Mogul; pers. مغول (?) (moģul), M., Mogul, Mongole; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mogul; Son.: vgl. nndl. mogul, Sb., Mogul; frz. mogul, M., Mogul; nschw. mogul, Sb., Mogul; nnorw. mogul, M., Mogul; poln. mogoł, M., Mogul; GB.: vielleicht seit um 1650 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Persischen aufgenommene Bezeichnung für einen Herrscher in dem Mogulreich der muslimischen Moguldynastie in Indien (1526-1858) (oder wohl einen Mongolen?); BM.: Mongole; F.: Mogul, Moguls, Moguln+FW; Z.: Mogul
Mohair, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mohair, Angorawolle; ne. mohair; Vw.: -; Hw.: s. Macheier; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. mohair; E.: s. ne. mohair, N., Mohair; arab. muḫaiyar, Sb., Stoff aus Ziegenhaar; L.: Kluge s. u. Mohair, fehlt DW, Duden s. u. Mohair; Son.: vgl. nndl. mohair, Sb., Mohair; frz. mohair, M., Mohair; nschw. mohair, Sb., Mohair; nnorw. mohair, M., N., Mohair; poln. moher, M., Mohair; kymr. moher, M., Mohair; nir. móihéar, M., Mohair; lit. moheris, M., Mohair; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen aus der Wolle der Angoraziege hergestellten Stoff; BM.: Stoff aus Ziegenhaar; F.: Mohair, Mohairs, Mohaire, Mohairen+FW; Z.: Mohair
Mohn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mohn, Mohnblume, Mohnsame; ne. poppy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 817? (Glosse); E.: mhd. māge (1), māhe, sw. M., st. M., Mohn, Mohnsamen; mhd. māgen, māhen, st. M., Mohn; mnd. mān (1), M., Mohn, Same (M.) (1) der Mohnpflanze, Samen (M.) der Mohnpflanze; mnl. maen, M., Mohn; ahd. mago (2), sw. M. (n), Mohn; ahd. māho, mon*, sw. M. (n), Mohn; as. māho, sw. M., Mohn; anfrk. -; germ. *megō-, *megōn, *mega-, *megan, *magō-, *magōn, *maga-, *magan, sw. M. (n), Mohn; germ. *mēhō-, *mēhōn, *mēha-, *mēhan, sw. M. (n), Mohn; idg. *mā̆ken-, *mā̆k-, *méh₂kon-, *mh₂kn-, Sb., Mohn, Pokorny 698 (1149/14) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mohn, Kluge s. u. Mohn, DW 12, 2469, EWD s. u. Mohn, EWAhd 6, 35, Duden s. u. Mohn, Bluhme s. u. Mohn; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. maankop, Sb., Mohnkopf; nschw. vallmo, Sb., Mohn; gr. μήκων (mḗkōn), μάκων (mákon), F., Mohn, Mohnkopf; ksl. maku, Sb., Mohn; russ. мак (mák), M., Mohn; GB.: vielleicht seit 817 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine wohl aus Vorderasien kommende und schon vormenschliche Milchsaft enthaltende Pflanze mit roten oder violetten oder gelben oder weißen Blüten und Kapselfrüchten aus deren ölhaltigen kleinen Samen von Menschen beruhigende und betäubende Stoffe gewonnen werden; BM.: ?; F.: Mohn, Mohnes, Mohns, Mohne, Mohnen+EW?; Z.: Mohn
Mohr, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mohr, Neger, Schwarzer, Maure; ne. moor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. more (1), sw. M., Mohr, Neger, Schwarzer, Teufel; mhd. Mōr, Mōre, st. M., sw. M., Mohr, Teufel; mnd. mōre, M., Mohr, Mensch mit dunkler Hautfarbe, schwarzes Pferd?, Rappe?; mnl. moor, M., Mohr, Mensch mit dunkler Hautfarbe; ahd. Mōr (1), Mōri (Pl.), st. M. (i), Mohr, Neger, Schwarzer; as. Môr, st. M. (i), Mohr; anfrk. Mōr*, st. M. (a?, i?), Mohr; germ. *Mōr, M., Mohr; s. lat. Maurus, M., Maure; gr. Μαῦρος (Mauros), M., Maure; wahrscheinlich Lehnwort aus einer nordafrikanischen Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Mohr, Kluge s. u. Mohr, DW 12, 2472, EWD s. u. Mohr, EWAhd 6, 542, Duden s. u. Mohr, Bluhme s. u. Mohr; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. Moriaan, Sb., Mohr; frz. More, M., Mohr; nschw. mor, Sb., Mohr; nnorw. mor, M., Mohr; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mittelbar wohl aus einer Sprache von in Nordafrika lebenden Menschen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich schon früh möglichen dunkelhäutigen Menschen; BM.: PN; F.: Mohr, Mohren+FW(+EW); Z.: Mohr
Möhre, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Möhre, Karotte, gelbe Rübe, Muschel; ne. carrot; Vw.: -; Hw.: s. Morchel; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. morhe, morche, more, mauroch, sw. F., st. F., Möhre, Mohrrübe, Morchel; mnd. mȫre (1), more, F., Möhre, Mohrrübe, Karotte, Pastinake, wilde Möhre; mnl. more, F., Möhre, Karotte; ahd. moraha, sw. F. (n), Möhre; as. morha, F., Möhre, Karotte; anfrk. -; germ. *murhō-, *murhōn, Sb., Möhre; idg. *mrk-?, *mr̥keh₂-?, Sb., Wurzel?, Möhre?, Pokorny 750 (1266/131) (RB. idg. aus gr., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Möhre, Kluge s. u. Möhre, DW 12, 2473, EWD s. u. Möhre, EWAhd 6, 545, Duden s. u. Möhre, Bluhme s. u. Moehre; Son.: vgl. afries. -; ae. more (1), moru (1), sw. F. (n), Möhre; an. -; got. -; gr. βράκανα (brákana), Sb., wildes Gemüse; ? lit. morka, F., Möhre; russ. морковь (morkov), F., Möhre; GB.: (moraha) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht aus dem südlichen Vorderasien kommende schon vormenschliche Pflanze mit mehrfach gefiederten Blättern und orangefarbener und spindelförmiger sowie kräftiger Wurzel die von Menschen besonders als Gemüse gegessen wird; BM.: Wurzel?; F.: Möhre, Möhren+EW; Z.: Möhr-e
$Mohrenkopf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mohrenkopf; Hw.: s. Mohrenkopf; E.: s. Mohr, s. en (Suff.), s. Kopf; L.: DW 12, 2474, EWD s. u. Mohr; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach frz. téte de nègre aus Mohr und en (Suff.) und Kopf gebildete inzwischen als abwertend abgelehnte Bezeichnung für eine (von Menschen) in Frankreich entwickelte und danach allgemeiner verwendete Süßigkeit; F.: Mohrenkopf, Mohrenkopfes, Mohrenköpfe, Mohrenköpfen+FW(+EW?); Z.: Mohr-en—ko-pf
$Mohrrübe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mohrrübe, Karotte, gelbe Rübe; E.: s. Möhr(e), s. Rübe; L.: Kluge 1. A. s. u. Möhre, Kluge s. u. Möhre, DW 12, 2476, EWD s. u. Möhre; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Möhr(e) und Rübe gebildete Bezeichnung für eine Karotte oder Möhre oder gelbe Rübe; F.: Mohrrübe, Mohrrüben+EW; Z.: Mohr—rüb-e
mokant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. mokant, spöttisch; ne. mocking (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. mokieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. moquant; E.: s. frz. moquant, Adj., mokant; vgl. frz. moquer, V., spöttisch äußern, lächerlich machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem *moccare, einer Ableitung von *mocca, F., Grimasse?, Gamillscheg 630b; L.: Kluge s. u. mokieren, fehlt DW, EWD s. u. mokieren, Duden s. u. mokant; Son.: vgl. nndl. moquant, Adj., mokant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches spöttisch; BM.: Grimasse?; F.: mokant, mokante, mokantes, mokantem, mokanten, mokanter(, mokantere, mokanteres, mokanterem, mokanteren, mokanterer, mokantest, mokanteste, mokantestes, mokantestem, mokantesten, mokantester)+FW(+EW); Z.: mok-ant
Mokassin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mokassin, ein Wildlederschuh ohne Absatz; ne. moccasin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. moccasin; E.: s. ne. moccasin, N., Mokassin; aus der Indianersprache Powhtan mockasin; L.: Kluge s. u. Mokassin, fehlt DW, Duden s. u. Mokassin; Son.: vgl. nndl. mocassin, Sb., Mokassin; frz. mocassin, M., Mokassin; nschw. mockasin, Sb., Mokassin; nnorw. mokasin, M., Mokassin; poln. mokasyn, M., Mokassin; kymr. mocasin, M., Mokassin; nir. mocaisín, M., Mokassin; lit. mokasinas, M., Mokassin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar der Indianersprache Powhtan aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines ursprünglich von Indianern in Nordamerika entwickelten und verwendeten bequemen Wildlederschuhs ohne Absatz; BM.: ?; F.: Mokassin, Mokassins+FW; Z.: Mokassin
mokieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. mokieren, sich abfällig äußern, sich lustig machen; ne. mock; Vw.: -; Hw.: s. mokant; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. moquer; E.: s. frz. moquer, V., spöttisch äußern, lächerlich machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem *moccare, einer Ableitung von *mocca, F., Grimasse?, Gamillscheg 630b; L.: Kluge s. u. mokieren, fehlt DW, EWD s. u. mokieren, Duden s. u. mokieren; mokieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. mokieren, abfällig äußern; ne. mock; Vw.: -; Hw.: s. mokant; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. moquer; E.: s. frz. moquer, V., spöttisch äußern, lächerlich machen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem *moccare, einer Ableitung von *mocca, F., Grimasse?, Gamillscheg 630b; L.: Kluge s. u. mokieren, EWD s. u. mokieren, Duden s. u. mokieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich abfällig äußern oder lustig machen; BM.: Grimasse?; F.: mokieren, mokiere, mokierst, mokiert, mokierest, mokieret, mokierte, mokiertest, mokierten, mokiertet, ##mokiert, mokierte, mokiertes, mokiertem, mokierten, mokierter##, mokierend, ###mokierend, mokierende, mokierendes, mokierendem, mokierenden, mokierender###, mokier (!)+FW(+EW); Z.: mok-ier-en
Mokka, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mokka, sehr starker Kaffee; ne. mocha (N.); Vw.: -; Hw.: s. Muckefuck; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. moka, ne. mocha; E.: entweder von frz. moka, M., Mokka; oder ne. mocha, N., Mokka; von arab. Muḫā, ON, Mokka; L.: Kluge s. u. Mokka, fehlt DW, EWD s. u. Mokka, Duden s. u. Mokka; Son.: vgl. nndl. mokka, Sb., Mokka; nschw. mocka, Sb., Mokka; nnorw. mokka, M., Mokka; poln. mokka, F., Mokka; kymr. coffi moca, M., Mokka; nir. caife mhoca, M., Mokka; lit. moka kava, Sb., Mokka; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen oder Neuenglischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen aus kleinen Tassen getrunkenen sehr starken Kaffee; BM.: ON, nach dem jemenitischen Hauptausfuhrplatz einer besonders feinen Kaffeesorte; F.: Mokka, Mokkas+FW; Z.: Mokka
Molar, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Molar, Backenzahn, Mahlzahn; ne. molar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. molāris; E.: lat. molāris (2), Steinblock, Felsblock, Backenzahn, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. molere, V., mahlen, kauen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Molar; Son.: vgl. frz. molaire, F., Molar; nschw. molar, Sb., Molar; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Backenzahn oder einen Mahlzahn des Menschen; BM.: mahlen; F.: Molar, Molars, Molaren+FW(+EW); Z.: Mol-ar
Molasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Molasse, ein Sandstein; ne. molasses; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. molasse; E.: s. frz. molasse, F., Molasse; vgl. frz. molasse, mollasse, Adj., schlaff, sehr weich; vgl. lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart, (204-169 v. Chr.); idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Molasse; Son.: vgl. nndl. molasse, Sb., Molasse; nschw. molass, Sb., Molasse; nnorw. molasse, M., Molasse; poln. molasa, F., Molasse; nir. molás, M., Molasse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den aus dem Tertiär stammenden weichen lockeren Sandstein in dem Alpenvorland; BM.: weich; F.: Molasse+FW; Z.: Mol-ass-e
Molch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Molch, Eidechse, Salamander, ein Schwanzlurch; ne. newt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mol, molle, st. M., sw. M., Eidechse, Molch; mnd. mol, mul, moll, M., Molch, Maulwurf, eine Eidechsenart, Sterneidechse; mnl. mol, M., Maulwurf; ahd. mol, st. M. (a), Molch, Salamander, Eidechse; ahd. mollo*, molo*, sw. M. (n), Molch, Salamander, Eidechse; as. mol, st. M. (a)?, Molch, Eidechse; germ. *mula-, *mulaz, st. M. (a), Maulwurf, Molch; germ. *mulō-, *mulōn, *mula-, *mulan, *mullō-, *mullōn, *mulla-, *mullan, sw. M. (n), Maulwurf, Molch; s. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Molch, Kluge s. u. Molch, DW 12, 2476, EWD s. u. Molch, EWAhd 6, 531, Falk/Torp 314, Duden s. u. Molch, Bluhme s. u. Molch; Son.: vgl. mr̥gá-, M., Wildtier, Gazelle; jav. mərəγa-, M., Vogel; gr. μόλουρος (móluros), M., eine Art Schlange; arm. mołέz, Sb., Eidechse; GB.: (mol) seit Ende 8. Jh. belegte und später umgebildete Bezeichnung für einen in dem Wasser lebenden schon vormenschlichen Schwanzlurch; BM.: schlagen; F.: Molch, Molchs, Molches, Molche, Molchen+EW; Z.: Mol-ch
Mole, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mole, Hafendamm; ne. mole (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. molo; E.: s. it. molo, M., Mole; lat. mōlēs, F., Damm, Wehr (N.), Masse, Last; idg. *mō, *molo-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 746 (1250/115) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mole, fehlt DW, EWD s. u. Mole, Duden s. u. Mole, Bluhme s. u. Mole; Son.: vgl. ndän. mole, Sb., Mole; nnorw. molo, M., Mole; poln. molo, Sb., Mole; lit. molas, M., Mole; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und errichteten Hafendamm; BM.: streben bzw. sich mühen; F.: Mole, Molen+FW(+EW); Z.: Mol-e
Molekül, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Molekül, Atomverknüpfung; ne. molecule; Vw.: -; Hw.: s. molekular; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. molécule; E.: s. frz. molécule, F., Molekül; lat. mōlēs, F., Masse, Last, Schwere, Wucht, Schwierigkeit, Mühe, Not, (170-um 90 v. Chr.); idg. *mō-, *molo-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 746 (1250/115) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Molekül, fehlt DW, EWD s. u. Molekül, Duden s. u. Molekül; Son.: vgl. nndl. molecule, Sb., Molekül; nschw. molekyl, Sb., Molekül; nnorw. molekyl, N., Molekül; poln. molekuła, F., Molekül; kymr. molecwl, M., Molekül; lit. molekulė, F., Molekül; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die kleinste (für das Auge des Menschen nicht mehr sichtbare) aus verschiedenen und auch verschieden vielen Atomen bestehende Einheit einer chemischen Verbindung die noch die charakteristischen Merkmale dieser Verbindung aufweist wie beispielsweise das aus einem Heliumatom und dem Kern eines Wasserstoffatoms (Proton) bestehende Heliumhydrid oder das zweiatomige Sauerstoffmolekül oder das Wasserstoffmolekül oder das dreiatomige Wassermolekül oder vielatomige Moleküle wie Zellulose oder Eiweiß (nicht dagegen Edelgase); BM.: streben bzw. Mut; F.: Molekül, Moleküls, Moleküles, Moleküle, Molekülen+FW(+EW); Z.: Mo-l-e-kül
molekular, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. molekular, Moleküle betreffend, Atomverbindungen betreffend; ne. molecular; Vw.: -; Hw.: s. Molekül; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. moléculaire; E.: s. frz. moléculaire, Adj., molekular; vgl. frz. molécule, F., Molekül; lat. mōlēs, F., Masse, Last, Schwere, Wucht, Schwierigkeit, Mühe, Not, (170-um 90 v. Chr.); idg. *mō-, *molo-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 746 (1250/115) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Molekül, fehlt DW, EWD s. u. Molekül, Duden s. u. molekular; Son.: vgl. nndl. moleculair, Adj., molekular; frz. moléculaire, Adj., molekular; nschw. molekylär, Adj., molekular; nnorw. molekylær, Adj., molekular; poln. molekularny, Adj., molekular; kymr. molecwlaidd, Adj., molekular; lit. molekulinis, Adj., molekular; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Molekül(e) betreffend; BM.: streben bzw. Mut; F.: molekular, molekulare, molekulares, molekularem, molekularen, molekularer+FW(+EW); Z.: mo-l-e-kul-ar
Molke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Molke, Molken, Käsewasser; ne. whey; Vw.: -; Hw.: s. Molken, melken; Q.: Mitte 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. molken, molchen, mulchen, mulken, st. N., Molken, Molke, Milch, Käse, Zieger, Butter, Käsewasser, Milchprodukt; mnd. molken, N., Molken, Milch, Milchspeise, Milchprodukt; mnl. molken, Sb., Molke; ahd. molken*, Sb., Quark; as. molken, Sb., Quark, Topfen; s. as. molegen, Sb., Quark, Topfen; anfrk. -; germ. *mulkana-, *mulkanam, st. N. (a), Milch, Molken; s. idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Molke, Kluge s. u. Molke, DW 12, 2478, EWD s. u. Molke, Falk/Torp 316, Duden s. u. Molke, Bluhme s. u. Molke; Son.: vgl. afries. molken, st. M. (a), Molke, Käsemilch; ae. molcen, st. N. (a), Molke, geronnene Milch; an. -; got. -; GB.: seit Mitte 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Milch bei Gerinnen sich absondernde grünlich gelbe nur noch geringe Mengen von Eiweiß enthaltende Flüssigkeit (Käsewasser); BM.: abstreifen; F.: Molke+EW; Z.: Molk-e
Molken, nhd., M., N., (12. Jh.): nhd. Molken, Molke, Käsewasser; ne. whey; Vw.: -; Hw.: s. Molke, melken; Q.: Mitte 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. molken, molchen, mulchen, mulken, st. N., Molken, Molke, Milch, Käse, Zieger, Butter, Käsewasser, Milchprodukt; mnd. molken, N., Molken, Milch, Milchspeise, Milchprodukt; mnl. molken, Sb., Molke; ahd. molken*, Sb., Quark; as. molken, Sb., Quark, Topfen; s. as. molegen, Sb., Quark, Topfen; germ. *mulkana-, *mulkanam, st. N. (a), Milch, Molken; s. idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 722 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Molke, DW 12, 2478, EWD s. u. Molke, Falk/Torp 316, Duden s. u. Molken; Son.: vgl. afries. molken, st. M. (a), Molke, Käsemilch, Käsewasser; ae. molcen, st. N. (a), Molke, geronnene Milch; an. -; got. -; GB.: seit Mitte 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Milch bei Gerinnen sich absondernde grünlich gelbe nur noch geringe Mengen von Eiweiß enthaltende Flüssigkeit; BM.: abstreifen; F.: Molken+EW; Z.: Molk-en
$Molkendieb, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Molkendieb; E.: s. Molk(e), s. en (Suff.), s. Dieb; L.: Kluge s. u. Molke, DW 12, 2479; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Molk(e) und en (Suff.) sowie Dieb gebildete Bezeichnung für den Schmetterling; F.: Molkendieb, Molkendiebes, Molkendiebs, Molkendiebe, Molkendieben+EW; Son.: als Molkendieb wird in der Vorstellung von Menschen der Schmetterling eingestuft; Z.: Molk-en—dieb
$Molkerei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Molkerei, Milchverarbeitungsunternehmen; E.: s. Molk(e), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Molke, DW 12, 2479, EWD s. u. Molke; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Molk(e) und er (Suff.) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Milch zu Butter und Käse sowie Joghurt verarbeitendes Unternehmen; F.: Molkerei, Molkereien+EW; Z.: Molk-er-ei
Moll, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Moll, ein Tongeschlecht; ne. minor (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. molle; E.: s. lat. molle, N., Weiches, Weichling, Moluske, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Moll, DW 12, 1480, EWD s. u. Dur, Duden s. u. Moll; Son.: vgl. nndl. mol, Sb., Moll; nschw. moll, Sb., Moll; nnorw. moll, M., Moll; poln. mol, Sb., Moll; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (in Gegensatz zu Dur weiches) Tongeschlecht aller Tonarten mit einem Halbton zwischen der zweiten und dritten Stufe so dass der Dreiklang der Tonika mit einer kleinen Terz beginnt; BM.: weich; F.: Moll, Molls+FW; Z.: Mol-l
Molle, nhd. (dial.), F., (19. Jh.): nhd. Molle, Glas (Bier); ne. pint of beer; Vw.: -; Hw.: s. Mulde; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. molde, mōlde, moulde, molle, malde, melde, F., Mulde (F.), länglich ausgehöhltes Gefäß, hölzernes Gefäß; as. molda, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Mulde; lat. mulctra, F., Melkfass, Melkkübel; vgl. lat. mulgēre, V., melken; idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 22 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Molle, fehlt DW, EWD s. u. Mulde, Duden s. u. Molle; Son.: niederdeutsche Form von Mulde; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem mnd. molde (Mulde) kommendes sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Glas (Bier); BM.: melken; F.: Molle, Mollen+EW; Z.: Moll-e
mollig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mollig, dicklich, weich, rund; ne. plump (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. fnhd. mollicht, Adj., mollig, weich; mhd. molwig, Adj., weich; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht in Anlehnung an lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. mollig, fehlt DW, EWD s. u. mollig, Duden s. u. mollig, Bluhme s. u. mollig; Son.: vgl. nndl. mollig, Adj., mollig; nschw. mullig, Adj., mollig; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und möglicherweise mit lat. mollis und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dicklich oder weich oder rund; BM.: weich; F.: mollig, mollige, molliges, molligem, molligen, molliger(, molligere, molligeres, molligerem, molligeren, molligerer, molligst, molligste, molligstes, molligstem, molligsten, molligster)+FW?+EW?; Z.: mol-l-ig
Molluske, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Molluske, Weichtier; ne. mollusc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. molluscus; E.: s. lat. molluscus, Adj., weich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Molluske; Son.: vgl. nndl. mollusk, Sb., Molluske; nnorw. mollusk, M., Molluske; kymr. molwsg, M., Molluske; nir. moileasc, M., Molluske; lit. moliuskas, M., Molluske; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches vor allem in dem Meer lebendes Weichtier wie beispielsweise Muscheln oder Schnecken oder Kopffüßer; BM.: weich; F.: Molluske, Mollusken+FW; Z.: Mol-l-usk-e
Moloch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Moloch, eine grausame Macht; ne. Moloch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Moloch; E.: s. lat. Moloch, M.=PN, Moloch; gr. Μολόχ (Molóch), M.=PN, Moloch; s. hebr. (ham)moläk, M.=PN, Moloch, König; L.: Kluge s. u. Moloch, fehlt DW, Duden s. u. Moloch; Son.: vgl. nndl. moloch, Sb., Moloch; frz. moloch, M., Moloch; nschw. molok, Sb., Moloch; nnorw. molok, M., Moloch; poln. moloch, M., Moloch; kymr. moloch, M., Moloch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie mittelbar dem Semitischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine grausame Macht die immer wieder neue Opfer fordert und alles zu verschlingen droht; BM.: PN; F.: Moloch, Molochs+FW; Z.: Moloch
molsch, nhd. (ält.), Adj.: nhd. molsch; Vw.: s. mulsch
molum, nhd. (ält.), Adj., (18. Jh.): nhd. molum, angetrunken; ne. half-drunk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. molum, Sb., Rausch; zu wjidd. mole, Adj., voll; hebr. māle, Adj., voll; L.: Kluge s. u. molum, fehlt DW, Duden s. u. molum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Alkohol durch den Menschen mögliches angetrunken; BM.: voll; F.: molum+FW; Z.: mol-um
Molybdän, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Molybdän, ein Schwermetall; ne. molybdenum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. μολύβδαινα (molýbdaina); E.: s. gr. μολύβδαινα (molýbdaina), F., Bleikugel, Bleigewicht, Bleikraut; vgl. gr. μόλυβδος (mólybdos), M., Blei; Fremdwort unbekannter Herkunft; L.: fehlt DW, Duden s. u. Molybdän; Son.: vgl. nndl. molybdeen, Sb., Molybdän; frz. moybdène, M., Molybdän; nschw. molybden, N., Sb., Molybdän; nnorw. molybden, N., Molybdän; kymr. molybdenwm, N., Molybdän; nir. molaibdéineam, M., Molybdän; poln molibden, M., Molybdän; lit. molibdenas, M., Molybdän; GB.: 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches von Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) entdecktes gediegen sehr seltenes silberweißes schwer schmelzbares und für Legierungen geeignetes sowie in manchen Lebensmitteln wie Linsen oder Erbsen oder Sojabohnen oder Hafer oder Nüssen oder Rinderleber oder Milch oder Spinat oder Kohl oder in dem Mineral Molybdänit enthaltenes Schwermetall (chemisches Element Nr. 42, abgekürzt Mo); BM.: Blei; F.: Molybdän, Molybdäns+FW(+EW?); Z.: Molybd-än
Moment, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Moment, Augenblick, Zeitabschnitt, Beweggrund, Gesichtspunkt; ne. moment; Vw.: -; Hw.: s. momentan; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. mōmente, st. F., Moment, Augenblick, Zeiteinteilung; s. mfrz. moment, F., Moment, Augenblick; lat. mōmentum, N., Moment, Augenblick, (190-159 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Moment, DW 12, 282, EWD s. u. Moment (N.), Duden s. u. Moment; Son.: vgl. nndl. moment, Sb., Moment; frz. moment, M., Moment; nschw. moment, N., Molment; nnorw. moment, N., Moment; poln. moment, M., Moment; kymr. moment, F., Moment; nir. móimint, F., Moment; lit. momenatas, M., Moment; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen kurz dauernden Zeitraum (von früher etwa 90 Sekunden) oder Zeitabschnitt oder Augenblick; BM.: bewegen; F.: Moment, Moments, Momentes, Momente, Momenten+FW(+EW); Z.: Mo-m-ent
momentan, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. momentan, augenblicklich, gegenwärtig; ne. momentaneous, current (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Moment; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. mōmentāneus; E.: s. lat. mōmentāneus, Adj., nur augenblicklich, zeitlich vorübergehend, zum augenblicklichen Bedürfnis erbaut, vergänglich, sofort, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. mōmentum, N., Moment, Augenblick; lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Moment, fehlt DW, Duden s. u. momentan; Son.: vgl. nndl. momenteel, Adj., momentan; frz. momentané, Adj., momentan; lit. momentalus, Adj., momentan; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit dem Dimensionen Raum und Zeit mögliches augenblicklich oder gegenwärtig; BM.: bewegen; F.: momentan, momentane, momentanes, momentanem, momentanen, momentaner+FW(+EW); Z.: mo-m-ent-an
Monarch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Monarch, Alleinherrscher, (alleiniger) Herrscher; ne. monarch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. monarcha; E.: mlat. monarcha, M., Monarch, Alleinherrscher, (um 560-636 n. Chr.); gr. μονάρχης (monárchēs), M., Alleinherrscher; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. ἀρχός (archós), M., Führer; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Monarch, DW 12, 2482, EWD s. u. Monarch, Duden s. u. Monarch; Son.: vgl. nndl. monarch, Sb., Monarch; frz. monarque, M., Monarch; nschw. monark, Sb., Monarch; nnorw. monark, M., Monarch; poln. monarch, M., Monarch; nir. monarc, M., Monarch; lit. monarchas, M., Monarch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen (alleinigen) Herrscher in einem Staat (mit materieller oder später auch formeller entsprechender Verfassung); BM.: allein, vorangehen; F.: Monarch, Monarchen+FW(+EW); Z.: Mon-arch
Monarchie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Monarchie, Alleinherrschaft; ne. monarchy; Vw.: -; Hw.: s. Monarch; E.: mhd. monarchīe, st. F., Herrschaft, Monarchie; mnd. monarchīe, F., Kaisertum; lat. monarchia, F., Alleinherrschaft, Monarchie; gr. μοναρχία (monarchía), F., Alleinherrschaft; s. gr. μονάρχης (monárchēs), M., Alleinherrscher; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; vgl. idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. ἀρχός (archós), M., Führer; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft von ἄρχειν (árchein) unklar; L.: Kluge s. u. Monarch, DW 12, 2483, EWD s. u. Monarch, Duden s. u. Monarchie; Son.: vgl. nndl. monarchie, Sb., Monarchie; frz. monarchie, F., Monarchie; nschw. monarki, Sb., Monarchie; nnorw. monarki, N., Monarchie; poln. monarchia, F., Monarchie; kymr. monarchiaeth, F., Monarchie; nir. monarcacht, F., Monarchie; lit. monarchija, F., Monarchie; GB.: vielleicht seit dem 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Staatsform der Alleinherrschaft mit einem durch seine Herkunft (oder Gewalt) legitimierten Herrscher (Monarchen) an der Spitze; BM.: allein, vorangehen; F.: Monarchie, Monarchien+FW(+EW); Z.: Mon-arch-ie
$monarchistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. monarchistisch; E.: s. Monarch, s. ist (Suff.), s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Monarch, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Monarch und ist sowie isch gebildete Bezeichnung für Monarchie oder Monarchist betreffend; F.: monarchistisch, monarchistische, monarchistisches, monarchistischem, monarchistischen, monarchistischer+FW(+EW); Z.: mon-arch-ist-isch
Monat, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Monat, zwölfter Teil eines Jahres, Zeitraum von durchschnittlich rund dreißig Tagen; ne. month; Vw.: -; Hw.: s. Mond; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mānōt, st. M., N., Monat; mnd. mānet, manet, M., F., Monat; mnd. mānt, maent, mand, mānde, M., F., N., Monat; mnl. maent, M., F., Monat; ahd. mānōd, st. M. (a) (athem.), Monat; as. mānuth*, mānoth*, st. M. (a), Monat; anfrk. *mānōth?, st. M. (a?, z. T. athem.?), Monat; germ. *mēnōþ, *mǣnōþ, M. (kons.), Monat; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Monat, Kluge s. u. Monat, DW 12, 2483, EWD s. u. Monat, EWAhd 6, 129, Falk/Torp 309, Duden s. u. Monat, Bluhme s. u. Monat; Son.: vgl. afries. mōnath, M. (kons.), Monat; nfries. moanne; ae. mōnaþ, M. (kons.), Mond, Monat; an. mānaðr, M. (kons.), Monat; got. mēnōþs, M. (kons.), Monat; nndl. maand, Sb., Monat; nschw. månad, Sb., Monat; nnorw. måned, M., Monat; ai. ma-, Sb., Mond, Monat; ved. mas-, Sb., Mond, Monat; gr. μήν (mḗn), M., Monat, Mond; lat. mēnsis, M., Monat, Menstruation; air. mí, Sb., Monat; kymr. mis, M., Monat; lit. mė́nuo, M., Mond, Monat; ksl. měsęcĭ, Sb., Mond, Monat; toch. A man, Sb., Monat; toch. B meine, Sb., Monat; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt mit Sonne und Erde sowie Mond möglichen zwölften Teil der von Menschen erkannten oder gebildeten Zeiteinheit eines Jahres oder die Zeit eines vollständigen Umlaufs des Mondes um die Erde von etwa zwischen 27 und 29 Tagen; BM.: messen; F.: Monat, Monats, Monate, Monaten+EW; Z.: Mo-nat
$monatlich, nhd., Adj., Adv., (10./11. Jh.): nhd. monatlich; E.: s. Monat, s. lich; L.: Kluge s. u. Monat, DW 12, 2486, EWD s. u. Monat; GB.: (mānōdlīh*) seit 10./11. Jh. belegte und aus Monat und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Sonne und Erde sowie Mond mögliches den Mond oder die Zeit seines Umlaufs um die Erde betreffend; F.: monatlich, monatliche, monatliches, monatlichem, monatlichen, monatlicher+EW; Z.: mo-nat-lich
Mönch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mönch, Mitglied eines Männerordens, Ordensmann; ne. monk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. münech, münich, munich, st. M., Mönch, Wallach; mhd. müneche, sw. M., Mönch; mnd. mȫnik (1), mȫnek, mȫnnik, mȫnnek, mȫnk, M., Mönch, Klostergeistlicher; mnl. monec, monic, moenc, moonc, monech, M., Mönch; ahd. munih, st. M. (a), Mönch; as. *munik?, st. M. (a), Mönch; anfrk. -; germ. *munik, M., Mönch; lat. monachus (1), M., Mönch; gr. μοναχός (monachós), M., Einsiedler; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mönch, Kluge s. u. Mönch, DW 12, 2487, EWD s. u. Mönch, EWAhd 6, 610, Duden s. u. Mönch, Bluhme s. u. Moench; Son.: vgl. afries. munek, monink, st. M. (a), Mönch; ae. munuc, munec, st. M. (a), Mönch; an. munkr, st. M. (a), Mönch; an. munki, st. M. (a), Mönch; nndl. monnik, Sb., Mönch; frz. moine, M., Mönch; nschw. munk, Sb., Mönch; nnorw. munk, M., Mönch; poln. mnich, M., Mönch; kymr. mynach, M., Mönch; nir. manach, M., Mönch; GB.: (munih) seit um765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des Christentums mögliches Mitglied eines Männerordens; BM.: allein; F.: Mönch, Mönchs, Mönches, Mönche, Mönchen+FW(+EW?); Z.: Mön-ch
Mond, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mond, Monat; ne. moon (N.); Vw.: -; Hw.: s. Montag, Monat; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. māne, mān, mōne, mōn, sw. M., st. M., F., Mond, Monat; mhd. mānde, mānt, sw. M., Mond, Monat; mnd. māne (1), mān, maen, mahn, mōne, sw. M., F., Mond, Monat, Mondring, Ring; mnl. mane, M., F., Mond; ahd. māno, sw. M. (n), Mond; as. māno*, sw. M. (n), Mond; anfrk. māno, sw. M. (n), Mond; germ. *mēnō-, *mēnōn, *mēna-, *mēnan, *mǣnō-, *mǣnōn, *mǣna-, *mǣnan, sw. M. (n), Mond; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mond, Kluge s. u. Mond, EWD s. u. Mond, DW 12, 2497, EWAhd 6, 125, Falk/Torp 309, Duden s. u. Mond, Bluhme s. u. Mond; Son.: vgl. afries. mōna, sw. M. (n), Mond; saterl. mane; ae. mōna, sw. M. (n), Mond; an. māni, sw. M. (n), Mond; got. mēna, krimgot. mine, sw. M. (n), Mond; nndl. maan, Sb., Mond; nschw. måne., Sb., Mond; nnorw. måne., M., Mond; ai. mā́s-, M., Mond, Monat; ved. mas-, Sb., Mond, Monat; gr. μήν (mḗn), M., Monat, Mond; lat. mēnsis, M., Monat, Menstruation; air. mí, Sb., Monat; kymr. mis, M., Monat; lit. mė́nuo, M., Mond, Monat; ksl. měsęcĭ, Sb., Mond, Monat; toch. A mañ, Sb., Monat; toch. B meñe, Sb., Monat; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen natürlichen schon vormenschlichen die Erde als Satellit umkreisenden und zu bestimmten Zeiten für Menschen an dem Himmel infolge Anstrahlung durch Sonnenlicht sichtbaren Himmelskörper aus Gestein und Staub der vielleicht vor 4,5 Milliarden Jahren infolge eines Aufpralls eines marsgroßen Himmelskörpers Theia auf die noch junge Erde entstand; BM.: messen; F.: Mond, Mondes, Monds, Monde, Monden+EW; Z.: Mo-n-d
mondän, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mondän, extravagant, elegant, erlesen (Adj.); ne. chic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw.; E.: s. frz. mondain, Adj., weltlich, mondän; lat. mundānus (1), Adj., zur Welt gehörig, Welt..., körperlich, materiell, himmlisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mundus (2), M., Toilettengerät, Putz, Weltordnung, Weltall, Himmelskörper, Welt, Erdball, Erdkreis; lat. mundus (1), Adj., schmuck, sauber, rein, reinlich, nett, fein; idg. *meud-, *mudro-, Adj., munter, Pokorny 741; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mondän, fehlt DW, EWD s. u. mondän, Duden s. u. mondän; Son.: vgl. nndl. mondain, Adj., mondän; nschw. mondän, Adj., mondän; nnorw. monden, Adj., mondän; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches extravagant oder elegant oder erlesen (Adj,); BM.: munter; F.: mondän, mondäne, mondänes, mondänem, mondänen, mondäner(, mondänere, mondäneres, mondänerem, mondäneren, mondänerer, mondänst, mondänste, mondänstes, mondänstem, mondänsten, mondänster)+FW; Z.: mo-n-d-än
$Mondfinsternis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mondfinsternis; E.: s. Mond, s. Finsternis; L.: DW 12, 2507, EWD s. u. Mond; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mond und Finsternis gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung von Sonne und Erde sowie Mond mögliche Eintreten des Mondes in den Schatten der von der Sonne beleuchteten Erde in dem Weltraum; F.: Mondfinsternis, Mondfinsternisse+EW; Z.: Mo-n-d—fin-st-er-nis
$Mondkalb, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mondkalb; E.: s. Mond, s. Kalb; L.: Kluge s. u. Mondkalb, DW 12, 2508, EWD s. u. Mond; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mond und Kalb gebildete Bezeichnung für eine nach der zu unbekannter Zeit entstandenen Vorstellung von Menschen durch den Mond verursachte Fehlbildung oder Missgeburt eines Kalbes; F.: Mondkalb, Mondkalbs, Mondkalbes, Mondkälber, Mondkälbern+EW; Z.: Mo-n-d—kal-b
$mondsüchtig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. mondsüchtig, schlafwandelnd, schlafwandlerisch; I.: Lüs. lat. lunaticus; E.: s. Mond, s. süchtig; L.: Kluge s. u. mondsüchtig, DW 12, 2512, EWD s. u. Mond; GB.: (mānsühtic) seit 1347-1359 belegte und nach lat. lunaticus aus Mond und süchtig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bei Mondschein schlafwandelnd oder schlafwandlerisch; F.: mondsüchtig, mondsüchtige, mondsüchtiges, mondsüchtigem, mondsüchtigen, mondsüchtiger+EW; Z.: mo-n-d—süch-t-ig
Moneten, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Moneten, Geld; ne. money; Vw.: -; Hw.: s. Münze; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. monētae; E.: s. lat. monēta, F., Münzstätte, gemünztes Geld, Mutter der Musen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); von Jūno Monēta in deren Tempel sich eine Münzprägestätte befand, weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Moneten, fehlt DW, EWD s. u. Moneten, Duden s. u. Moneten; Son.: vgl. frz. monnaie, F., Geld; nnorw. moneter, Sb. Pl., Moneten; poln. moneta, F., Münze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare umgangssprachliche Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Geld; BM.: denken; F.: Moneten+FW(+EW); Z.: Mon-et-en
…monie, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …monie; ne. …mony; Vw.: s. Har-, Hege-, Si-, Zere-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: lat.-gr. Lw.; E.: s. lat. …mōnia, Suff., …monie; gr. …μονία (monía), Suff., …monie; weitere Herkunft ungeklärt?; Son.: vgl. nndl. …monie, Suff., …monie; frz. …monie, Suff., …monie; nschw. …moni, Suff., …monie; nnorw. …moni, Suff., …monie; poln. …monia, Suff., …monie; kymr. …moni, Suff., …monie; nir. …móin, Suff., …monie; lit. …monija, Suff., …monie; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung; BM.: ?; F.: …monie, …monien+FW(+EW); Z.: -mon-ie
monieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. monieren, mahnen, bemängeln, beanstanden, zurückdenken, sich besinnen, sich erinnern; ne. admonish, censure (V.), criticise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. monēre; E.: s. mnd. monēren, monieren, sw. V., mahnen, erinnern; lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben, (204-169 v. Chr.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. monieren, fehlt DW, EWD s. u. monieren, Duden s. u. monieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (mahnen oder) bemängeln oder beanstanden; BM.: denken; F.: monieren, moniere, monierst, moniert, monierest, monieret, monierte, moniertest, monierten, moniertet, ##moniert, monierte, moniertes, moniertem, monierten, monierter##, monierend, ###monierend, monierende, monierendes, monierendem, monierenden, monierender###, monier (!)+FW(+EW); Z.: mon-ier-en
Monitor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Monitor, Bildschirm; ne. monitor (N.); Vw.: -; Hw.: s. Monitoring; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. monitor; E.: s. ne. monitor, M., Aufseher, Monitor; lat. monitor, M., Erinnerer, Mahner, Konsulent, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monitor, fehlt DW, Duden s. u. Monitor; Son.: vgl. nndl. monitor, Sb., Monitor; frz. moniteur, M., Monitor; nschw. monitor, Sb., Monitor; nnorw. monitor, M., Monitor; poln. monitor, M., Monitor; kymr. monitor, M., Monitor; nir. monatóir, M., Monitor; lit. monitories, M., Monitor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene Bezeichnung für einen Bildschirm; BM.: denken; F.: Monitor, Monitors, Monitore, Monitoren+FW(+EW?); Z.: Mon-it-or
Monitoring, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Monitoring, Beobachtung, Kontrolle; ne. monitoring (N.); Vw.: -; Hw.: s. Monitor; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. monitoring; E.: s. ne. monitoring, N., Überwachung, Beobachtung; ne. monitor, V., beobachten; ne. monitor, M., Aufseher, Monitor; lat. monitor, M., Erinnerer, Mahner, Konsulent, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Monitoring; Son.: vgl. nschw. monitorering, Sb., Monitoring; nir. monatóireacht, F., Monitoring; poln. monitoring, M., Monitoring; lit. monitoringas, M., Monitoring; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte Beobachtung oder Dauerbeobachtung eines bestimmten Systems oder bestimmter Vorgänge; BM.: denken; F.: Monitoring, Monitorings+FW; Z.: Mon-it-or-ing
mono…, nhd., Partikel, (15. Jh.): nhd. mono..., ein, einmalig, allein; ne. mono…; Vw.: s. -gamie, -gramm, -graphie, -kel, -kini, -lith, -log, -pol, -polisieren, -theismus, -ton, -tonie; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. gr. μόνος (mónos); E.: s. gr. μόνος (mónos), μοῦνος (munos), μῶνος (mōnos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., verkleinern, klein, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. mono-, fehlt DW, EWD s. u. mono-, Duden s. u. mono-; Son.: vgl. nndl. mono…, Präf., mono…; frz. mono…, Präf., mono…; nschw. mono…, Präf., mono…; nnorw. mono…, Präf., mono…; poln. mono…, Präf., mono…; kymr. mono…, Präf., mono…; nir. mona…, Präf., mono…; lit. mono…, Präf., mono…; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für ein oder einmalig oder allein; BM.: allein; F.: mono…+FW; Z.: mon-o-
Monogamie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Monogamie, Einehe; ne. monogamy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. monogamia; E.: s. lat. monogamia, F., Monogamie, Sich-Verheiraten mit einer Frau, (um 160-220 n. Chr.); gr. μονογαμία (monogamía), F., Monogamie, Sich-Verheiraten mit einer Frau; gr. μόνος (mónos), μοῦνος (munos), μῶνος (mōnos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., verkleinern, klein, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. γαμεῖν (gamein), V., heiraten, eine Frau heiraten; idg. *g̑eme-, *g̑em-, V., Sb., heiraten, Verwandter, Pokorny 369 (545/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Monogamie; Son.: vgl. nndl. monogamie, Sb., Monogamie; frz. monogamie, F., Monogamie; nschw. monogami, Sb., Monogamie; nnorw. monogami, N., Monogamie; poln. monogamia, F., Monogamie; kymr. monogami, M., Monogamie; nir. monogamas, M., Monogamie; lit. monogamija, F., Monogamie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein (sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen mögliches) Zusammenleben oder eine Ehe mit nur einem Partner bzw. einer Partnerin; BM.: klein, heiraten; F.: Monogamie+FW(+EW); Z.: Mon-o-gam-ie
Monogramm, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Monogramm, Namenszeichen aus den Anfangsbuchstaben; ne. monogram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. monogramma; E.: s. lat. monogramma, N., Monogramm, verschlungener Name, Namenszeichen, (um 353-431 n. Chr.); vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. γάρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Monogramm, fehlt DW, EWD s. u. Monogramm, Duden s. u. Monogramm; Son.: vgl. nndl. monogram, Sb., Monogramm; frz. mongramme, N., Monogramm; nschw. monogram, Sb., Monogramm; nnorw. monogram, N., Monogramm; poln. monogram, M., Monogramm; kymr. monogram, M., Monogramm; nir. monagram, M., Monogramm; lit. monograma, Sb., Monogramm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist aus den Anfangsbuchstaben eines Namens eines Menschen bestehendes Namenszeichen; BM.: allein, Buchstabe; F.: Monogramm, Monogramms, Monogrammes, Monogramme, Monogrammen+FW(+EW); Z.: Mon-o-gramm
Monographie, Monografie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Monographie, ein einzelnes Thema behandelndes Buch; ne. monograph, monography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Monographie; Son.: vgl. nndl. monografie, Sb., Monographie; frz. monographie, F., Monographie; nschw. monografi, Sb., Monographie; nnorw. monografi, M., Monographie; kymr. monograff, M., Monographie; nir. monograf, M., Monographie; poln. monografia, F., Monographie; lit. monografija, F., Monographie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine selbstständige von (einem) Menschen geschriebene wissenschaftliche Veröffentlichung die einen bestimmten einzelnen Gegenstand (möglichst vollständig) behandelt; BM.: allein, schreiben; F.: Monographie, Monographien+FW(+EW); Z.: Mon-o—graph-ie
Monokel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Monokel, Einglas; ne. monocle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. monocle; E.: s. frz. monocle, M., Monokel; vgl. lat. monoculus, Adj., einäugig, (334/337 n. Chr.); gr. μόνος (mónos), Adj., allein; vgl. idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); lat. oculus, M., Auge, Blick, Knospe, Knolle; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Monokel, fehlt DW, EWD s. u. Monokel, Duden s. u. Monokel; Son.: vgl. nndl. monocle, Sb., Monokel; nschw. monokel, Sb., Monokel; nnorw. monokkel, M., Monokel; poln. monokl, M., Monokel; kymr. monocl, M., Monokel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (ein sachlich nach dem Lesestein von etwa 1240 seit dem 14. Jh. von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Einglas oder) eine vor allem um 1900 verwendete menschliche Sehhilfe für nur ein Auge; BM.: allein, Auge; F.: Monokel, Monokels, Monokeln+FW(+EW); Z.: Mon-ok-el
Monokini, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Monokini, einteiliger Badeanzug; ne. monokini; Vw.: -; Hw.: s. Bikini; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. monokini; E.: s. ne. monokini, N., Monokini; parallel gebildet zu Bikini (s. d.); Vorderglied s. gr. μόνος (mónos), μοῦνος (munos), μῶνος (mōnos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., verkleinern, klein, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monokini, fehlt DW, Duden s. u. Monokini; Son.: vgl. nndl. monokini, Sb., Monokoni; frz. monokini, M., Monokini; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Englischen aufgenommene sowie teilweise aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einteiligen Damenbadeanzug; BM.: scherzhafte Bildung zu Bikini; F.: Monokini, Monokinis+FW; Z.: Mon-o-kin-i
Monolith, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Monolith, Steinblock, Steinsäule; ne. monolith; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Monolith; Son.: vgl. nndl. monoliet, Sb., Monolith; frz. monolithe, M., Monolith; nschw. monolit, Sb., Monolith; nnorw. monolitt, M., Monolith; kymr. monolith, M., Monolith; nir. monailit, F., Monolith; poln. monolit, M., Monolith; lit. monolitas, M., Monolith; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielfach von Menschen errichteten Steinblock oder eine Steinsäule oder auch einen von der Natur gebildeten einzelnen großen Stein; BM.: allein, Stein; F.: Monolith, Monoliths, Monolithe, Monolithen+FW; Z.: Mon-o—lith
Monolog, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Monolog, Selbstgespräch; ne. monologue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. monologue; E.: s. frz. monologue, M., Monolog; als Gegenstück zu Dialog gebildet; s. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Monolog, EWD s. u. Monolog, Duden s. u. Monolog; Son.: vgl. nndl. monoloog, Sb., Monolog; nschw. monolog, Sb., Monolog; nnorw. monolog, M., Monolog; poln. monolog, M., Monolog; kymr. monolog, M., F., Monolog; nir. monalóg, F., Monolog; lit. monologas, M., Monolog; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (von einem Schauspieler laut geführtes) Selbstgespräch (einer Figur auf der Bühne); BM.: allein, zählen; F.: Monolog, Monologs, Monologes, Monologe, Monologen+FW(+EW); Z.: Mon-o-log
Monopol, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Monopol, Alleinstellung; ne. monopole; Vw.: -; Hw.: s. monopolisieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. monopōlium; E.: s. lat. monopōlium, N., Monopol, Recht des Alleinhandels, Alleinverkauf, (23/24-79 n. Chr.); gr. μονοπώλιον (monopōlion), N., Monopol, Recht des Alleinhandels; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. πωλεῖν (pōlein), V., verkaufen, feilbieten; idg. *pel- (5)?, V., verkaufen, verdienen, Pokorny 804 (1389/31) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Monopol, EWD s. u. Monopol, Duden s. u. Monopol; Son.: vgl. nndl. monopolie, Sb., Monopol; frz. monopole, M., Monopol; nschw. monopol, N., Monopol; nnorw. monopol, N., Monopol; poln. monopol, M., Monopol; kymr. monopol, M., Monopol; lit. monopolis, M., Monopol; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das alleinige Recht auf den Verkauf von Ware(n) oder eine Alleinstellung; BM.: allein, verkaufen; F.: Monopol, Monopols, Monopoles, Monopole, Monopolen+FW(+EW); Z.: Mon-o-pol
monopolisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. monopolisieren, ein Monopol bilden; ne. monopolize; Vw.: -; Hw.: s. Monopol; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. monopoliser; E.: s. frz. monopoliser, V., monopolisieren; frz. monopole, M., Monopol; lat. monopōlium, N., Monopol, Recht des Alleinhandels, Alleinverkauf, (23/24-79 n. Chr.); gr. μονοπώλιον (monopōlion), N., Monopol, Recht des Alleinhandels; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. πωλεῖν (pōlein), V., verkaufen, feilbieten; idg. *pel- (5)?, V., verkaufen, verdienen, Pokorny 804 (1389/31) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Monopol, fehlt DW, EWD s. u. Monopol, Duden s. u. monopolisieren; Son.: vgl. nndl. monopoliseren, V., monopolisieren; frz. monopoliser, V., monopolisieren; nschw. monopolisera, V., monopolisieren; nnorw. monopolisere, V., monopolisieren; poln. monopolizować, V., monopolisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung ein Monopol bilden; BM.: allein, verkaufen; F.: monopolisieren, monopolisiere, monopolisierst, monopolisiert, monopolisierest, monopolisieret, monopolisierte, monopolisiertest, monopolisierten, monopolisiertet, ##monopolisiert, monopolisierte, monopolisiertes, monopolisiertem, monopolisierten, monopolisierter##, monopolisierend, ##monopolisierend, monopolisierende, monopolisierendes, monopolisierendem, monopolisierenden, monopolisierender##, monopolisier (!)+FW(+EW); Z.: mon-o-pol-is-ier-en
$Monopolist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Monopolist, Inhaber eines Monopols; E.: s. Monopol, s. ist; L.: Kluge s. u. Monopol, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Monopol und ist gebildete Bezeichnung für den Inhaber eines Monopols; F.: Monopolist, Monopolisten+FW; Z.: Mon-o-pol-ist
Monotheismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Monotheismus, Glaube an nur einen Gott; ne. monotheism; Vw.: -; Hw.: s. Polytheismus; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Monotheismus; Son.: vgl. nndl. monotheïsme, Sb., Monotheismus; frz. monothéisme, M., Monotheismus; nschw. monoteism, Sb., Monotheismus; nnorw. monoteisme, M., Monotheismus; kymr. monotheistiaeth, F., Monotheismus; poln. monoteizm, M., Monotheismus; lit. monoteizmas, M., Monotheismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit unbekannter Zeit möglichen menschlichen Glauben an nur einen und damit andere Götter ausschließenden Gott in Gegensatz beispielsweise zu dem Polytheismus; BM.: allein, Gott; F.: Monotheismus+FW; Z.: Mon-o—the-ism-us
monoton, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. monoton, eintönig, gleichförmig; ne. monotonous; Vw.: -; Hw.: s. Monotonie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. monotone; E.: s. frz. monotone, Adj., monoton, eintönig; lat. monotonus, Adj., eintönig; gr. μονοτόνος (monotónos), Adj., eintönig; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. monoton, fehlt DW, EWD s. u. monoton, Duden s. u. monoton; Son.: vgl. nndl. monotoon, Adj., monoton; frz. monotone, Adj., monoton; nschw. monoton, Adj., monoton; nnorw. monoton, Adj., monoton; poln. monotonny, Adj., monoton; lit. monotoniškas, Adj., monoton; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh auch mögliches eintönig oder gleichförmig (und daher manchen Menschen langweilig); BM.: klein, dehnen; F.: monoton, monotone, monotones, monotonem, monotonen, monotoner(, monotonere, monotoneres, monotonerem, monotoneren, monotonerer, monotonst, monotonste, monotonstes, monotonstem, monotonsten, monotonster)+FW(+EW); Z.: mon-o-ton
Monotonie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Monotonie, Eintönigkeit, Gleichförmigkeit; ne. monotony; Vw.: -; Hw.: s. monoton; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. monotonie; E.: s. frz. monotonie, F., Monotonie; gr. μονοτονία (monotonía), F., Eintönigkeit; gr. μονοτόνος (monotónos), Adj., eintönig; vgl. gr. μόνος (mónos), Adj., allein; idg. *men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. monoton, EWD s. u. monoton, Duden s. u. Monotonie; Son.: vgl. nndl. monotonie, Sb., Monotonie; nschw. monotoni, Sb., Monotonie; nnorw. monotoni, M., Monotonie; poln. monotonia, F., Monotonie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früh auch mögliche Eintönigkeit oder Gleichförmigkeit; BM.: klein, dehnen; F.: Monotonie, Monotonien+FW; Z.: Mon-o-ton-ie
Monster, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Monster, Monstrum, Bestie, Ungeheuer; ne. monster (N.); Vw.: -; Hw.: s. Monstrum, monströs; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. ne. monster, frz. monstre; E.: s. ne. monster, N., Monster, Monstrum; frz. monstre, M., Monster; lat. mōnstrum, N., Wahrzeichen der Götter als naturwidrige Erscheinung, Ungeheuer, Unhold, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monstrum, fehlt DW, EWD s. u. Monstrum, Duden s. u. Monster; Son.: vgl. nndl. monster, Sb., Monster; nschw. monster, N., Monster; nnorw. Monster, N., Monster; poln. monstrum, Sb., Monster; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein Ungeheuer oder ein in der Vorstellung des Menschen mögliches großes furchterregendes Fabelwesen; BM.: denken; F.: Monster, Monsters, Monstern+FW(+EW); Z.: Mon-st-er
Monstranz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Monstranz, Gefäß zu dem Zeigen der Hostie; ne. monstrance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. mlat. mōnstrantia; E.: s. mhd. monstranz, st. F., Monstranz; mhd. monstranze, sw. F., Monstranz; mlat. mōnstrantia, F., Monstranz; vgl. lat. mōnstrāre, V., zeigen, anzeigen, weisen, unterweisen, lehren, vorzeigen, andeuten; monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monstranz, fehlt DW, EWD s. u. Monstranz, Duden s. u. Monstranz; Son.: vgl. nndl. monstrans, Sb., Monstranz; nschw. monstrans, Sb., Monstranz; nnorw. monstrans, M., Monstranz; poln. monstrancja, F., Monstranz; lit. monstrancija, F., Montranz; GB.: (monstranze) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kostbar verziertes Behältnis in dem (in dem Christentum) die Hostie zu ihrer Verehrung gezeigt wird; BM.: denken; F.: Monstranz, Monstranzen+FW(+EW); Z.: Mon-str-anz
monströs, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. monströs, riesengroß, schrecklich, furchterregend; ne. monstrous; Vw.: -; Hw.: s. Monstrum, Monster; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. mōnstruōsus; E.: s. lat. mōnstruōsus, Adj., widernatürlich, unnatürlich, scheußlich, missgestaltet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monstrum, EWD s. u. Monstrum, Duden s. u. monströs; Son.: vgl. frz. monstrueux, Adj., monströs; nnorw. monstrøs, Adj., monströs; poln. monstrualny, Adj., monströs; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen mögliches riesengroß oder schrecklich oder furchterregend; BM.: denken; F.: monströs, monströse, monströses, monströsem, monströsen, monströser(, monströsere, monströseres, monströserem, monströseren, monströserer, monströsest, monströseste, monströsestes, monströsestem, monströsesten, monströsester)+FW(+EW); Z.: mon-str-ös
Monstrum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Monstrum, Monster, Ungeheuer, Bestie; ne. monster (N.); Vw.: -; Hw.: s. Monster, monströs; Q.: 16. Jh.; E.: lat. mōnstrum, N., Wahrzeichen der Götter als naturwidrige Erscheinung, Ungeheuer, Unhold, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monstrum, EWD s. u. Monstrum, Duden s. u. Monstrum; Son.: vgl. poln. monstrum, Sb., Monster; lit. monstras, M., Monstrum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches Ungeheuer oder eine Bestie; BM.: denken; F.: Monstrum, Monstrums, Monstren, Monstra+FW; Z.: Mon-str-um
Monsun, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Monsun, ein subtropischer Wind; ne. monsoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. monsoon; E.: s. ne. monsoon, N., Monsun; port. monção, F., Monsun; arab. mausim, Sb., Jahreszeit, für die Seefahrt geeignete Jahreszeit; L.: Kluge s. u. Monsun, EWD s. u. Monsun, Duden s. u. Monsun; Son.: vgl. nndl. moesson, Sb., Monsun; frz. mousson, F., Monsun; nschw. monsun, Sb., Monsun; nnorw. monsun, M., Monsun; poln. monsun, M., Monsun; kymr. monsŵn, M., Monsun; nir. monsún, M., Monsun; lit. musonas, M., Monsun; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Portugiesischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die für die Seefahrt geeignete Jahreszeit und den dafür geeigneten beständig wehenden halbjährlich die Richtung wechselnden sehr regenreichen Wind besonders Südasiens und Ostasiens; BM.: geeignete Jahreszeit; F.: Monsun, Monsuns, Monsune, Monsunen+FW; Z.: Monsun
Montag, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Montag, erster Wochentag; ne. monday; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); I.: Lüs. lat. diēs lūnae; E.: mhd. māntac, mōntac, mēntac, st. M., Montag; mnd. māndach, maendach, M., Mondtag, Montag; mnd. mōndach, M., Montag; mnl. maendach, manedach, manendach, M., Montag; ahd. mānitag*, māntag*, st. M. (a), Montag; anfrk. Mānodag, st. M.=ON; s. nhd. Mond, Tag; L.: Kluge 1. A. s. u. Montag, Kluge s. u. Montag, DW 12, 2514, EWD s. u. Montag, EWAhd 6, 139, Duden s. u. Montag; Son.: vgl. afries. mōnandei, mōnandî, st. M. (a), Montag; ae. mōnandæg, st. M. (a), Montag; an. mānudagr, st. M. (a), Montag; nndl. maandag, Sb., Montag; nschw. måndag, Sb., Montag; nnorw. mandag, M., Montag; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. dies lunae gebildete Bezeichnung für den (ersten) Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Sonntag und Dienstag; BM.: Mond, Tag; F.: Montag, Montags, Montage, Montagen+EW; Z.: Mon-t-ag
Montage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Montage, Aufstellen, Zusammenbau; ne. installation, montage; Vw.: -; Hw.: s. montieren, Monteur, Montur; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. montage; E.: s. frz. montage, M., Montage; vgl. frz. monter, V., aufsteigen, ansteigen, ausstatten; lat. montāre, V., Berg besteigen, aufsteigen, steigen; vgl. lat. mōns, M., Berg, Gebirge, Berggestein, Felsgestein; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. montieren, fehlt DW, EWD s. u. montieren, Duden s. u. Montage; Son.: vgl. nndl. montage, Sb., Montage; nnorw. montasje, M., Montage; poln. montaż, M., Montage; lit. montažas, M., Montage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen durch Menschen erfolgenden Zusammenbau; BM.: ragen; F.: Montage, Montagen+FW; Z.: Mon-t-ag-e
montan, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. montan, zu dem Bergbau gehörig, Hüttenwesen betreffend; ne. montane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. montānus; E.: s. lat. montānus (1), Adj., auf Bergen befindlich, Berg..., Gebirgs..., gebirgig, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. mōns, M., Berg, Gebirge, Berggestein, Felsgestein, Bergbaugebiet; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. montan, fehlt DW, EWD s. u. montan, Duden s. u. montan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zu dem Bergbau gehörig oder das Hüttenwesen betreffend; BM.: ragen; F.: montan, montane, montanes, montanem, montanen, montaner+FW(+EW); Z.: mon-t-an
$Montanindustrie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Montanindustrie, industriell betriebenes Hüttenwesen; E.: s. montan, s. Industrie; L.: fehlt DW, EWD s. u. montan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus montan und Industrie gebildete Bezeichnung für das wohl seit dieser Zeit mögliche von Menschen entwickelte und industriell betriebene Hüttenwesen; F.: Montanindustrie, Montanindustrien+FW; Z.: Mon-t-an—in-du-str-ie
Monteur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Monteur, Installierer, Aufsteller; ne. installer; Vw.: -; Hw.: s. montieren, Montage, Montur; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. monteur; E.: s. frz. monteur, M., Monteur; vgl. frz. monter, V., aufsteigen, ansteigen, ausstatten; lat. montāre, V., Berg besteigen, aufsteigen, steigen; vgl. lat. mōns, M., Berg, Gebirge, Berggestein, Felsgestein; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. montieren, fehlt DW, EWD s. u. montieren, Duden s. u. Monteur; Son.: vgl. nschw. montör, Sb., Monteur; nnorw. montør, M., Monteur; poln. monterka, M., Monteur; lit. monteris, M., Monteur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen einen Zusammenbau (Montage) durchführenden Handwerker; BM.: ragen; F.: Monteur, Monteures, Monteurs, Monteure, Monteuren+FW; Z.: Mon-t-eur
montieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. montieren, befestigen, zusammenbauen; ne. mount (V.), install; Vw.: -; Hw.: s. Montage, Monteur, Montur; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. muntieren, sw. V., rüsten; frz. monter, V., aufsteigen, ansteigen, ausstatten; lat. montāre, V., Berg besteigen, aufsteigen, steigen; vgl. lat. mōns, M., Berg, Gebirge, Berggestein, Felsgestein; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. montieren, fehlt DW, EWD s. u. montieren, Duden s. u. montieren; Son.: vgl. nndl. monteren, V., montieren; besteigen; nschw. montera, V., montieren; nnorw. montere, V., montieren; poln. montować, V., montieren; lit. sumontuoti, V., zusammenbauen; GB.: (muntieren) seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches befestigen oder zusammenbauen; BM.: ragen; F.: montieren, montiere, montierst, montiert, montierest, montieret, montierte, montiertest, montierten, montiertet, ##montiert, montierte, montiertes, montiertem, montierten, montierter##, montierend, ###montierend, montierende, montierendes, montierendem, montierenden, montierender###, montier (!)+FW(+EW); Z.: mon-t-ier-en
Montur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Montur, Dienstkleidung, Kleidung, Ausrüstung; ne. gear; Vw.: -; Hw.: s. montieren, Montage, Monteur; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. monture; E.: s. frz. monture, F., Ausrüstung, Reitpferd; vgl. frz. monter, V., aufsteigen, ansteigen, ausstatten; lat. montāre, V., Berg besteigen, aufsteigen, steigen; vgl. lat. mōns, M., Berg, Gebirge, Berggestein, Felsgestein; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. montieren, fehlt DW, EWD s. u. montieren, Duden s. u. Montur; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früher entwickelte und genutzte Kleidung die besonders als Ausrüstung für einen bestimmten Zweck verwendet wird; BM.: ragen; F.: Montur, Monturen+FW+EW; Z.: Mon-t-ur
Monument, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Monument, Denkmal; ne. monument; Vw.: -; Hw.: s. monumental; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. monumentum; E.: s. lat. monumentum, N., Erinnerungszeichen, Denkzeichen, Denkmal, Andenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monument, fehlt DW, EWD s. u. Monument, Duden s. u. Monument; Son.: vgl. nndl. monument, Sb., Monument; frz. monument, M., Monument; nschw. monument, N., Monument; nnorw. monument, N., Monument; poln. monument, M., Monument; lit. monumentas, M., Monument; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein oft von Menschen entwickeltes und errichtetes Denkmal; BM.: denken; F.: Monument, Monuments, Monumentes, Monumente, Monumenten+FW(+EW); Z.: Mon-um-ent
monumental, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. monumental, Monument betreffend, riesengroß, gewaltig; ne. monumental; Vw.: -; Hw.: s. Monument; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. monumentālis; E.: s. lat. monumentālis, Adj., bloß als Denkzeichen dienend; vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Monument, fehlt DW, EWD s. u. Monument, Duden s. u. monumental; Son.: vgl. nndl. monumentaal, Adj., monumental; frz. monumental, Adj., monumental; nschw. monumental, Adj., monumental; nnorw. monumental, Adj., monumental; poln. monumentalny, Adj., monumental; lit. monumentalus, Adj., monumental; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für für Menschen riesengroß oder gewaltig; BM.: denken; F.: monumental, monumentale, monumentales, monumentalem, monumentalen, monumentaler(, monumentalere, monumentaleres, monumentalerem, monumentaleren, monumentalerer, monumentalst, monumentalste, monumentalstes, monumentalstem, monumentalsten, monumentalster)+FW(+EW); Z.: mon-um-ent-al
Moor, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Moor, Sumpfland, nasses Torfland; ne. moor (N.), bog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Muspili); E.: mhd. muor, st. N., Sumpf, Morast, Meer, Moor; mnd. mōr, moer, moir, muͤr, muer, M., N., Moor, Sumpf, feuchter Landstrich, sumpfiger Landstrich; mnl. moer, moor, M., Moor, Torfmoor; ahd. muor, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Moor, Sumpf; as. mōr, st. M. (a?, i ?)?, st. N. (a)?, Moor, Sumpf; anfrk. Muor, Mōr, ON; germ. *mōra-, *mōraz, st. M. (a), Sumpf, Wasser; germ. *mōra-, *mōram, st. N. (a), Moor, Sumpf, Wasser; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Moor, Kluge s. u. Moor, DW 12, 2515, EWD s. u. Moor, EWAhd 6, 644, Falk/Torp 312, Duden s. u. Moor, Bluhme s. u. Moor; Son.: vgl. afries. mōr, st. N. (a), Moor; ae. mōr, st. M. (a), Moor, Heide (F.) (1), wüstes Land; an. mœrr, F., Sumpfland; got. -; nndl. moer, Sb., Moor; nschw. myr, Sb., Moor; nnorw. myr, M., F., Moor; GB.: (muor) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sumpfähnliches Gelände mit weichem schwammartigem und großenteils aus unvollständig zersetzten Pflanzen bestehendem Boden und einer kennzeichnenden Vegetation; BM.: Meer; F.: Moor, Moores, Moors, Moore, Mooren+EW; Z.: Moor
$moorig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. moorig, aus Moor bestehend, Moor betreffend; E.: s. Moor, s. ig; L.: Kluge s. u. Moor, DW 12, 2517, EWD s. u. Moor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Moor und ig gebildete Bezeichnung für aus Moor bestehend oder Moor betreffend; F.: moorig, moorige, mooriges, moorigem, moorigen, mooriger(, moorigere, moorigeres, moorigerem, moorigeren, moorigerer, moorigst, moorigste, moorigstes, moorigstem, moorigsten, moorigster)+EW; Z.: moor-ig
Moos (1), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Moos (N.) (1), eine Pflanze, Sumpf; ne. moss; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mos, st. N., Moos (N.) (1), Sumpf, Moor; mnd. mos, mōs, mors?, N., Moos (N.) (1), auf feuchtem Boden wachsende bzw. auf Baumrinde schmarotzende Pflanzenkolonie, Flechte; mnl. mos, N., Moos (N.) (1), Sumpf, Moor; ahd. mos, st. N. (a), Moos (N.) (1), Sumpf, Moor, Flaum?; as. -; anfrk. Mos-, Präf. in ON; germ. *musa-, *musam, st. N. (a), Moos (N.) (1), Sumpf, Moor; idg. *meus-, *mūs-, Adj., Sb., feucht, Sumpf, Moos, Schimmel, Pokorny 742; L.: Kluge 1. A. s. u. Moos, Kluge s. u. Moos 1, DW 12, 2518, EWD s. u. Moos 1, EWAhd 6, 570, Falk/Torp 327, Duden s. u. Moos, Bluhme s. u. Moos 1; Son.: s. ahd. mios, st. M. (a)?, st. N. (a), Moos (N.) (1), Flaum, Alge, Meergras, Wolle; mhd. mies, st. N., st. M., Moos (N.) (1), Zunder; mnl. mies, N.?, Moos (N.) (1); vgl. ae. mos, st. N. (a), Moos (N.) (1), Sumpf, Marsch (F.); an. mosi, sw. M. (n), Moor, Moos (N.) (1); an. mȳrr, st. F. (ō), Sumpf; nndl. mos, Sb., Moos (N.) (1); nschw. mossa, Sb., Moos (N.) (1); nnorw. mose, M., Moos (N.) (1); lat. mūscus, N., Moos; lit. mūsaĩ, M. Pl., Schimmel, Kahm; aruss. mŭchŭ, M., Moos (N.) (1); GB.: (mos) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich schon seit mehr als 400 Millionen Jahren auf der Erde bestehende und damit vormenschliche kleine dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanze; BM.: feucht; F.: Moos, Mooses, Moose, Moosen, Möser, Mösern+EW; Z.: Moos
Moos (2), nhd., N., (15. Jh.): nhd. Moos (N.) (2), Geld; ne. dosh, money; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von wjidd. moes, Sb., Geld; hebr. māʻōth, Sb., kleiner Münzen, Geld; L.: Kluge s. u. Moos 2, DW 12, 2518ff,, EWD s. u. Moos 2, Duden s. u. Moos, Bluhme s. u. Moos 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete umgangssprachliche Bezeichnung für Geld; BM.: Geld; F.: Moos, Mooses+FW; Z.: Moos
$moosig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. moosig, Moos betreffend, Moos enthaltend; E.: s. Moos, s. ig; L.: Kluge s. u. Moos, DW 12, 2522, EWD s. u. Moos 1; GB.: (mosīg*) seit 12. Jh. belegte und aus Moos und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit mehr als 400 Millionen Jahren mögliches Moos betreffend; F.: moosig, moosige, moosiges, moosigem, moosigen, moosiger(, moosigere, moosigeres, moosigerem, moosigeren, moosigerer, moosigst, moosigste, moosigstes, moosigstem, moosigsten, moosigster)+EW; Z.: moos-ig
Mop, Mopp, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mop, Mopp, Staubbesen; ne. mop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mappe; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mop; E.: s. ne. mop, N., Mop; vgl. afrz. mappe, F., Tuch; lat. mappa, F., Serviette, Flagge, Signaltuch, (116-27 v. Chr.); aus dem Pun.; vgl. hebr. menafā, *manpā, Sb., Fächer; L.: Kluge s. u. Mop, fehlt DW, EWD s. u. Mop, Duden s. u. Mop; Son.: vgl. nschw. mopp, Sb., Mop; nnorw. mopp, M., Mop; poln. mop, M., Mopp; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und wohl dem Punischen und Hebräischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit 1837 (Jacob Howe aus Worcester/Massachusetts) entwickeltes und verwendetes einem Besen ähnliches Gerät mit Stiel und langen Fransen zu einem Auffegen und Aufnehmen von Staub und Schmutz von dem Fußboden; BM.: Fächer; F.: Mop, Mops, Mopp, Mopps+FW(+EW?); Z.: Mop
Moped, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Moped, kleines Kraftrad; ne. moped; Vw.: -; Hw.: -; E.: zusammengezogen aus Motor und Pedal (s. d.); L.: Kluge s. u. Moped, EWD s. u. Moped, Duden s. u. Moped; Son.: vgl. nschw. moped, Sb., Moped; nnorw. moped, M., Moped; poln. moped, M., Moped; kymr. moped, M., Moped; lit. mopedas, M., Moped; GB.: seit nach 1951 belegte und aus Mo(tor) und Ped(al) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Fahrrad (Pedalfahrzeug) mit Motor (Hilfsmotor); BM.: Zusammenziehung zweier Wörter; F.: Moped, Mopeds+FW; Z.: Mo-ped
$moppen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. moppen, auffegen, aufkehren; E.: s. Mopp, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mop, EWD s. u. Mop; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Mopp und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit dem Mopp Staub und Schmutz von dem Fußboden auffegen und aufkehren; F.: moppen, moppe, moppst, moppt, moppest, moppet, moppte, mopptest, moppten, mopptet, gemoppt, ##gemoppt, gemoppte, gemopptes, gemopptem, gemoppten, gemoppter##, moppend, ###moppend, moppende, moppendes, moppendem, moppenden, moppender###, mopp (!)+EW; Z.: mopp-en
Mops, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mops, träger und stumpfer Mensch, ein kleiner Hund; ne. pug dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. nd. mops, mop, M., Mops?; nndl mops, mop, Sb., Mops?; vgl. nndl. moppen, V., ein verdrießliches Gesicht machen; L.: Kluge 1. A. s. u. Mops, Kluge s. u. Mops, DW 12, 2524, EWD s. u. Mops, Duden s. u. Mops, Bluhme s. u. Mops; Son.: vgl. nschw. mops, Sb., Mops; nnorw. mops, M., Mops; poln. mops, M., Mops; GB.: seit Anfang 18. Jh. nd. belegte und vielleicht aus dem Neuniederländischen aufgenommene Bezeichnung für einen trägen und stumpfen Menschen und einen von Menschen entwickelten kleinen dicklichen ursprünglich aus den Niederlanden eingeführten Hund mit kurzen Beinen; BM.: verdrießlicher Gesichtsausdruck?; F.: Mops, Mopse, Mopses, Möpse, Möpsen+EW; Z.: Mop-s
mopsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. mopsen, entwenden, wegnehmen, stehlen; ne. swipe (V.), filch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit Mop (s. d.); L.: Kluge s. u. mopsen, DW 12, 2525, EWD s. u. Mops, Duden s. u. mopsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Mop verbindbare Bezeichnung für entwenden oder wegnehmen oder stehlen; BM.: Mop?; F.: mopsen, mopse, mopsst (!), mopst, mopsest, mopset, mopste, mopstest, mopsten, mopstet, gemopst, ##gemopst, gemopste, gemopstes, gemopstem, gemopsten, gemopster##, mopsend, ###mopsend, mopsende, mopsendes, mopsendem, mopsenden, mopsender###, mops (!)+EW; Z.: mop-s-en
Moral, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Moral, Gesamtheit ethisch-sittlicher Normen, Wertvorstellung für das Zusammenleben; ne. morals; Vw.: -; Hw.: s. moralisch, moralisieren, Moralist, Moralität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. morale; E.: s. frz. morale, F., Moral; lat. mōrālis, Adj., Sitte betreffend, moralisch, ethisch, symbolisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn; vgl. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moral, DW 12, 2526, EWD s. u. Moral, Duden s. u. Moral; Son.: vgl. nndl. moraal, Sb., Moral; nschw. moral, Sb., Moral; nnorw. moral, M., Moral; poln. moralność, F., Moral; nir. moráil, F., Moral, Moralität; lit. moralė, F., Moral; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von durch Menschen aufgestellter ethisch-sittlicher Normen oder die Wertvorstellung für das menschliche Zusammenleben; BM.: streben; F.: Moral, Moralen+FW(+EW); Z.: Mo-r-al
moralisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. moralisch, ethisch, sittlich, gut; ne. moral (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Moral, Moralist, Moralität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mōrālis; E.: s. lat. mōrālis, Adj., Sitte betreffend, moralisch, ethisch, symbolisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn; vgl. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moral, DW 12, 2527, EWD s. u. Moral, Duden s. u. moralisch; Son.: vgl. nndl. moreel, Adj., moralisch; frz. moral, Adj., moralisch; nschw. moralisk, Adj., moralisch; nnorw. moralsk, Adj., moralisch; poln. moralny, Adj., moralisch; nir. morálta, Adj., moralisch; lit. moralinis, Adj., moralisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch isch umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes ethisch oder sittlich oder gut; BM.: streben; F.: moralisch, moralische, moralisches, moralischem, moralischen, moralischer(, moralischere, moralischeres, moralischerem, moralischeren, moralischerer, moralischst, moralischste, moralischstes, moralischstem, moralischsten, moralischster)+FW(+EW); Z.: mo-r-al-isch
moralisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. moralisieren, tugendhafte Reden führen, die Moral betreffende Betrachtungen anstellen; ne. moralize; Vw.: -; Hw.: s. Moral, moralisch, Moralist, Moralität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. moraliser; E.: s. frz. moraliser, V., moralisieren; mlat. mōrālizāre, mōrālisāre, V., moralisieren, (1344); lat. mōrālis, Adj., Sitte betreffend, moralisch, ethisch, symbolisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn; vgl. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moral, fehlt DW, EWD s. u. Moral, Duden s. u. moralisieren; Son.: vgl. nndl. mmoraliseren, V., moralisieren; nschw. moralisera, V., moralisieren; nnorw. moralisere, V., moralisieren; poln. moralizoważ, V., moralisieren; lit. moralizuoti, V., moralisieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die Moral betreffende Betrachtungen anstellen; BM.: streben; F.: moralisieren, moralisiere, moralisierst, moralisiert, moralisierest, moralisieret, moralisierte, moralisiertest, moralisierten, moralisiertet, ##moralisiert, moralisierte, moralisiertes, moralisiertem, moralisierten, moralisierter##, moralisierend, ###moralisierend, moralisierende, moralisierendes, moralisierendem, moralisierenden, moralisierender###, moralisier (!)+FW(+EW); Z.: mo-r-al-is-ier-en
Moralist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Moralist, für Moral Eintretender, Moral betreffende Betrachtungen Anstellender; ne. moralist; Vw.: -; Hw.: s. Moral, moralisch, moralisieren, Moralität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. moraliste; E.: s. frz. moraliste, M., Moralist; vgl. frz. morale, F., Moral; lat. mōrālis, Adj., Sitte betreffend, moralisch, ethisch, symbolisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn; vgl. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moral, fehlt DW, EWD s. u. Moral, Duden s. u. Moralist; Son.: vgl. nndl. moralist, Sb., Moralist; nschw. moralist, Sb., Moralist; nnorw. moralist, M., Moralist; poln. moralista, M., Moralist; nir. morálaí, M., Moralist; lit. moralistas, M., Moralist; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen für Moral eintretenden Menschen oder die Moral betreffende Betrachtungen Anstellenden; BM.: streben; F.: Moralist, Moralisten+FW(+EW); Z.: Mo-r-al-ist
Moralität, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Moralität, sittliches Empfinden; ne. morality; Vw.: -; Hw.: s. Moral, moralisch, moralisieren, Moralist, Moritat?; Q.: um 1210 (Tristan des Gottfried von Straßburg); E.: mhd. mōrāliteit, st. F., Moral, Sittenlehre; s. mlat. moralitas, F., Moral; lat. mōrālis, Adj., Sitte betreffend, moralisch, ethisch, symbolisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn; vgl. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moral, fehlt DW, Duden s. u. Moralität; Son.: vgl. nndl. moraliteit, Sb., Moralität; nnorw. moralitet, M., Moralität; poln. moralitet, M., Moralität; nir. moráltacht, F., Moralität; GB.: (mōrāliteit) seit um 1210 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte sittliche Empfinden; BM.: streben; F.: Moralität, Moralitäten+FW(+EW); Z.: Mo-r-al-it-ät
Moräne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Moräne, Gletscherablagerung; ne. moraine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. moraine; E.: s. frz. moraine, F., Moräne, Geröll; aus einer südostfrz. Mundart, Gamillscheg 631a; prov. mourre, Sb., Felsvorsprung; vielleicht von einem voridg. *murr-, Sb., Geröll, Hügel; L.: Kluge s. u. Moräne, fehlt DW, EWD s. u. Moräne, Duden s. u. Moräne; Son.: vgl. nndl. morene, Sb., Moräne; nschw. morän, Sb., Moräne; nnorw. morene, M., Moräne; poln. morena, F., Moräne; kymr. marian, M., Moräne; nir. moréan, M., Moräne; lit. morena, F., Moräne; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche von einem Gletscher abwärts bewegte und abgelagerte Masse von Gestein (Gletscherablagerung); BM.: Geröll; F.: Moräne, Moränen+FW(+EW); Z.: Morän-e
Morast, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Morast, schlammiges Stück Land, Sumpffläche; ne. morass, mire; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; E.: vgl. mnd. mōrás, moras, M., Morast, Sumpf, sumpfige Gegend; s. mōr; s. mnl. maras, marasch; s. afrz. marois, M., Sumpf; awfrk. *marisk, Sb., Sumpfland; germ. *mariskō, st. F. (ō), Marsch (F.), Morast; vgl. idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Morast, Kluge s. u. Morast, DW 12, 2527, EWD s. u. Morast, Duden s. u. Morast; Son.: vgl. nndl. moeras, Sb., Morast; nschw. moras, Sb., Morast; nnorw. morass, N., Morast; GB.: seit um 1600 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und Mittelniederländischen sowie dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches sumpfiges Gelände; BM.: Meer; F.: Morast, Morastes, Morasts, Moraste, Moräste (!), Morasten, Morästen (!)+FW+EW; Z.: Mor-ast
$morastig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. morastig, sumpfig, kotig; E.: s. Morast, s. ig; L.: DW 12, 2528, EWD s. u. Morast; F.: morastig, morastige, morastiges, morastigem, morastigen, morastiger(, morastigere, morastigeres, morastigerem, morastigeren, morastigerer, morastigst, morastigste, morastigstes, morastigstem, morastigsten, morastigster)+FW+EW; Z.: mor-ast-ig
Moratorium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Moratorium, Aufschub einer fälligen Zahlung, Fristgewährung, Stillhalteabkommen; ne. moratorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. morātōrius, Adj., säumend, verzögernd, (438 n. Chr.); vgl. lat. morārī, V., Verzug machen, verzögern, verweilen, verbleiben, sich aufhalten; lat. mora, F., Verzug, Verzögerung, Aufenthalt, Aufschub, Frist, Zeit, Rast; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Moratorium, fehlt DW, Duden s. u. Moratorium; Son.: vgl. nndl. moratorium, Sb., Moratorium; frz. moratoire, M., Moratorium; nschw. moratorium, N., Moratorium; nnorw. moratorium, N., Moratorium; poln. moratorium, N., Moratorium; kymr. moratorium, M., Moratorium; lit. moratoriumas, M., Moratorium; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Aufschub einer fälligen Zahlung oder eine Fristgewährung oder ein Stillhalteabkommen; BM.: denken bzw. zögern; F.: Moratorium, Moratoriums, Moratorien+FW(+EW?); Z.: Mor-at-or-i-um
morbid, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. morbid, kränklich, in einem Verfall begriffen; ne. morbid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. morbide; E.: s. frz. morbide, Adj., morbid, krankhaft; lat. morbidus, Adj., krank, siech, krank machend, ungesund, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. morbus, M., Krankheit, Verdruss, Kummer, Leidenschaft, Sucht; vgl. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. morbid, fehlt DW, Duden s. u. morbid; Son.: vgl. nndl. morbide, Adj., morbid; nschw. morbid, Adj., morbid; nnorw. morbid, Adj., morbid; kymr. morbid, Adj., morbid; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kränklich oder in einem Verfall begriffen; BM.: reiben bzw. zerdrücken; F.: morbid, morbide, morbides, morbidem, morbiden, morbider+FW(+EW?); Z.: mor-b-id
$Morbidität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Morbidität, Kränklichkeit, Sterblichkeit; E.: s. morbid; L.: Kluge s. u. morbid, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus morbid und i sowie tät gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Kränklichkeit oder Sterblichkeit; F.: Morbidität+FW+EW?; Z.: Mor-b-id-it-ät
Morchel, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Morchel, ein sehr gesunder Speisepilz; ne. morel; Vw.: -; Hw.: s. Möhre; E.: vgl. mhd. morhel, morchel, st. F., Morchel; mnd. morke, Sb., Morchel; vgl. ahd. morahila*, morhila*, st. F. (ō), Möhre, Karotte; ahd. moraha, sw. F. (n), Möhre; as. morha, F., Möhre, Karotte; anfrk. -; germ. *murhō-, *murhōn, Sb., Möhre; idg. *mrk-?, *mr̥keh₂-?, Sb., Wurzel?, Möhre?, Pokorny 750 (1266/131) (RB. idg. aus gr., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Morchel, Kluge s. u. Morchel, DW 12, 2529, EWD s. u. Morchel, EWAhd 6, 550, Duden s. u. Morchel; Son.: vgl. ? nndl. morille, Sb., Morchel; ? frz. morille, F., Morchel; nschw. murkla, Sb., Morchel; nnorw. morkel, M., Morchel; kymr. morel, M., Morchel; nir. morchal, M., Morchel; GB.: (morhel) seit 1348/1350 belegte und mit Möhre verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen sehr gesunden aber roh giftigen Pilz mit weißlichem Stiel und kegelförmigem bis birnenförmigem bräunlichem wabenartig gezeichnetem Hut; BM.: Wurzel?; F.: Morchel, Morcheln+EW; Z.: Morch-el
Mord, nhd., st. M., (9. Jh.): nhd. Mord, Tötung, Umbringen; ne. murder (N.), homicide; Vw.: -; Hw.: s. morden, mordio; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mort (1), st. N., st. M., Mord, Totschlag, Tod, Morden, Blutbad, Untat, Missetat, treulose Tötung, Verrat, Pferdekrankheit; mnd. mōrt, mort, moert, M., F., Mord, Ermordung, Morden, Metzelei, Blutbad, Tötung, Schlaganfall; mnl. mort, moort, mord, moirt, F., M., Mord, Tod, Gemetzel, Missetat; ahd. mord*, st. M. (a), st. N. (a), Mord, Totschlag, Tod; as. morth*, st. M. (a), st. N. (a)?, Mord, Tötung, Todesstrafe; anfrk. morth, M., F., Mord, Totschlag; germ. *murþa-, *murþam, st. N. (a), Tötung, Mord; s. idg. mer- (4), merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mord, Kluge s. u. Mord, DW 12, 2530, EWD s. u. Mord, EWAhd 6, 552, Falk/Torp 311, Duden s. u. Mord, Bluhme s. u. Mord; Son.: vgl. afries. morth, st. N. (a), Verbrechen, Frevel, Mord; saterl. morde; ae. morþ, st. M. (a), st. N. (a), Mord, Tod, Todsünde; an. morð (1), st. N. (a), Tod, Mord; got. maúrþr, st. N. (a), Mord; nndl. moord, Sb., Mord; frz. meurtre, M., Mord; nschw. mord, N., Mord; nnorw. mord, N., Mord; ai. márate, mriyáte, V., stirbt; gr. βροτός (brotós), Adj., sterblich; lat. morī, V., sterben; poln. morderstwo, N., Mord; air. marw, Adj., tot; nir. murdar, M., Mord; GB.: (mord) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (heimliche) vorsätzliche Tötung eines oder mehrerer Menschen in besonders abgelehnter oder abzulehnender Art; BM.: sterben; F.: Mord, Mordes, Mords, Morde, Morden+EW; Z.: Mor-d
morden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. morden, Mord verüben, umbringen; ne. murder (V.); Vw.: -; Hw.: s. Mord, mordio; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. mürden (1), mörden, morden, sw. V., morden, ermorden; mnd. mōrden (1), sw. V., morden, schlachten, Mord verüben, Mord begehen, töten, ermorden; mnl. morden, sw. V., ermorden, umbringen; ahd. murden*, morden*, sw. V. (1a), morden, ermorden; as. -; anfrk. -; germ. *murþjan, sw. V., ermorden; s. idg. *mer- (4), merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mord, DW 12, 2536, EWD s. u. Mord, EWAhd 6, 679, Duden s. u. morden; Son.: vgl. afries. morthia, sw. V. (2), ermorden, töten; ae. myrþran, sw. V. (1), töten, ermorden; an. myrða, sw. V. (1), morden; got. maúrþrjan, sw. V. (1), morden; Son.: vgl. nndl. moorden, V., morden; nschw. mörda, V., morden; ksl. mrěti, V., sterben; poln. mordować, V., morden; kymr. mwrdro, V., morden; GB.: (murden) seit um 765 belegte und aus Mord und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen anderen Menschen in besonders abgelehnter oder abzulehnender Art vorsätzlich töten; BM.: sterben; F.: morden (!), morde (!), mordest, mordet, mordete, mordetest, mordeten, mordetet, gemordet, ##gemordet, gemordete, gemordetes, gemordetem, gemordeten, gemordeter##, mordend, ###mordend, mordende, mordendes, mordendem, mordenden, mordender###, mord (!)+EW; Z.: mor-d-en
$Mörder, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Mörder; Vw.: s. Meuchel-, Selbst-, Vater-; E.: s. Mord, s. mord(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Mord, DW 12, 2536, EWD s. u. Mord; GB.: (mordære) seit 1150-1170 belegte und aus Mord oder mord(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen einen anderen Menschen in bestimmter abgelehnter oder abzulehnender Art vorsätzlich tötenden Menschen; F.: Mörder, Mörders, Mördern+EW; Z.: Mör-d-er
$Mördergrube, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Mördergrube; E.: s. Mörder, s. Grube; L.: DW 12, 2540, EWD s. u. Mord; GB.: (mordæregruobe*) seit 1347-1349 belegte und wohl nach lat. Vorbild (spelunca latronum, fossa latronum) aus Mörder und Grube gebildete Bezeichnung für eine Höhle als Schlupfwinkel für Mörder (und Räuber; F.: Mördergrube, Mördergruben+EW; Z.: Mör-d-er—grub-e
$mörderisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. mörderisch, als Mörder handelnd, grausam tötend; E.: s. Mörder, s. isch;L.: Kluge s. u. Mord, DW 12, 2541, EWD s. u. Mord; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Mörder und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in besonders abgelehnter Art vorsätzlich tötend; F.: mörderisch, mörderische, mörderisches, mörderischem, mörderischen, mörderischer(, mörderischere, mörderischeres, mörderischerem, mörderischeren, mörderischerer, mörderischst, mörderischste, mörderischstes, mörderischstem, mörderischsten, mörderischster)+EW; Z.: mör-d-er-isch
mordio, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. mordio; ne. bloody murder (Interj.)?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. Mord; L.: Kluge s. u. mordio, DW 12, 2547, Duden s. u. mordio; Son.: in der Wendung Zeter und mordio; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mord und io gebildete Bezeichnung für einen Hilfeschrei vor oder bei einem Mord; BM.: sterben; F.: mordio+FW; Z.: mor-d-io
$Mords..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. Mords..., groß, Riesen; E.: s. Mord, s. s; L.: Kluge s. u. Mord, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Mord und s gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort gebildete Bezeichnung für groß oder Riesen…F.: Mords...+EW; Z.: Mor-d-s-
Morelle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Morelle, Weichsel, Weichselkirsche, Sauerkirsche, Aprikose; ne. morello; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. amarellum; E.: mnd. morelle, morele, M.?, N.?, F.?, Morelle, Sauerkirsche; mlat. amarellum, N., Sauerkirsche; lat. amarellus, Adj., sauer, bitter; vgl. lat. amārus, Adj., bitter; vgl. idg. *om-, *ₒm-, Adj., roh, bitter, Pokorny 777 (1334/14), ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); wohl Vermischung mit nhd. Marille; L.: Kluge s. u. Morelle, DW 12, 2555, Duden s. u. Morelle; Son.: vgl. nndl. morel, Sb., Morelle; frz. morelle, Sb., Morelle; nschw. morell, Sb., Morelle; nnorw. morell, M., Sauerkirsche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Weichselkirsche oder Sauerkirsche oder auch Aprikose; BM.: bitter; F.: Morelle, Morellen+FW; Z.: Mor-ell-e
Mores, nhd., Sb. Pl., (15. Jh.): nhd. Mores, Sitten; ne. mores; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. mōrēs; E.: s. lat. mōs, Wille, Eigenwille, Eigensinn, Sitte, Gewohnheit, Brauch, Gebrauch; s. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mores, DW 12, 2555, EWD s. u. Moral, Duden s. u. Mores; Son.: vgl. nndl. mores, Sb. Pl., Mores; nschw. mores, Sb. Pl., Mores; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Sitten oder auch menschliche Machtausübung; BM.: streben bzw. sich mühen; F.: Mores+FW; Z.: Mo-r-es
morganatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. morganatisch, nicht standesgemäß, ohne Morgengabe erfolgend; ne. morganatic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. mātrimōnium ad morganāticam; E.: s. mlat. mātrimōnium ad morganāticam, N., morganatische Ehe; zu ahd. morgan, st. M. (a), Morgen, der folgende Tag, Frühe, Morgen (Landmaß); germ. *murgana-, *murganaz, st. M. (a), Morgen; idg. *merək-, *merk-, V., flimmern, funkeln, sich verdunkeln, Pokorny 733; vgl. idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733 (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. morganatisch, fehlt DW, Duden s. u. morganatisch; Son.: vgl. nndl. morganatisch, Adj., morganatisch; frz. morganatique, Adj., morganatisch; nschw. morganatisk, Adj., morganatisch; nnorw. morganatisk, Adj., morganatisch; poln. morganatyczny, Adj., morganatisch; kymr. morganatig, Adj., morganatisch; nir. morganátach, Adj., morganatisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und über das Mittellateinischen aus dem Althochdeutschen gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nicht standesgemäß, ohne Morgengabe erfolgend; BM.: Morgen (von Morgengabe); F.: morganatisch, morganatische, morganatisches, morganatischem, morganatischen, morganatischer+FW+EW?; Z.: mor-g-an-at-isch
morgen, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. morgen, an dem folgenden Tag, an dem nächsten Tag; ne. tomorrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. morgen (3), morn, morne, mornendes, Adv., morgens, am Morgen, morgen, am nächsten Tag, am folgenden Tag; mhd. morgene (2), morgen, morne, morn, mornen, Adv., morgens, morgen, tags darauf, am folgenden Tag; mnd. morgen (2), morgene, morne, morn, Adv., morgen, am folgenden Tage; ahd. morgan, st. M. (a), Morgen, der folgende Tag, Frühe, Morgen (Landmaß); as. morgan, st. M. (a), Morgen; germ. *murgana-, *murganaz, st. M. (a), Morgen; idg. *merək-, *merk-, V., flimmern, funkeln, sich verdunkeln, Pokorny 733; vgl. idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733 (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Morgen 1, Kluge s. u. morgen, DW 12, 2564, EWD s. u. Morgen, Duden s. u. morgen; Son.: vgl. nndl. morgen, Adv., morgen; nschw. imorgon, Adv., morgen; nnorw. imorgen, Adv., morgen; GB.: (morgane) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an dem an dem folgenden Tag oder an dem nächsten Tag (in Gegensatz zu heute oder gestern); BM.: flimmern bzw. funkeln; F.: morgen+EW; Z.: mor-g-en
Morgen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Morgen, Frühe; ne. morning (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. morgen, st. M., Morgen, Vormittag; mnd. morgen (1), M., Morgen, frühe Tageszeit, Tagesbeginn, Osten, Orient; mnl. morghin, morgen, margen, morgijn, M., Morgen; ahd. morgan, st. M. (a), Morgen, der folgende Tag, Frühe, Morgen (Landmaß); as. morgan, st. M. (a), Morgen; anfrk. morgan*, st. M. (a), Morgen; germ. *murgana-, *murganaz, st. M. (a), Morgen; idg. *merək-, *merk-, V., flimmern, funkeln, sich verdunkeln, Pokorny 733; vgl. idg. *mer- (2), *merH-, HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733 (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Morgen 1, Kluge s. u. Morgen, DW 12, 2556, EWD s. u. Morgen, EWAhd 6, 557, Falk/Torp 326, Duden s. u. Morgen, Bluhme s. u. Morgen; Son.: vgl. afries. morgen, mergen, morn, mern, st. M. (a), Morgen; nnordfries. miern; ae. morgen (1), margen (1), mergen (1), st. M. (ja), Morgen, Vormittag; an. morginn, merginn, morgunn, st. M. (a), Morgen; an. myrginn, st. M. (a), Morgen; got. maúrgins, st. M. (a), Morgen; nndl. morgen, Sb., Morgen; nschw. morgon, Sb., Morgen; nnorw. morgen, M., Morgen; ai. márīci-, Sb., Lichtstrahl; air. mrecht, Adj., buntscheckig; lit. mérkti, V., blinzeln; atschech. mrknúti, V., dämmern; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Tageszeit zwischen Nacht und Mittag in der es nach der (dunklen) Nacht hell wird und hell ist; BM.: flimmern bzw. funkeln; F.: Morgen, Morgens+EW; Z.: Mor-g-en
$Morgen (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Morgen, ein in der Landwirtschaft von einem Bauern erfahrungsgemäß durchschnittlich an einem Morgen bearbeitbares Stück Land oder Feldmaß; L.: Kluge 1. A. s. u. Morgen 2, DW 12, 2555; F.: Morgen, Morgens+EW; Z.: Mor-g-en
$Morgenessen, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Morgenessen, Frühstück; E.: s. Morgen, s. Essen; L.: Kluge s. u. Frühstück, DW 12, 2567; GB.: seit 1300-1350 belegte und aus Morgen und Essen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen an dem Morgen eingenommenes Essen (Frühstück) in Gegensatz zu dem Mittagessen oder Abendessen,; F.: Morgenessen, Morgenessens+EW; Z.: Mor-g-en—ess-en
$Morgengabe, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Morgengabe; E.: s. Morgen, s. Gabe; L.: Kluge s. u. Morgengabe, DW 12, 2567; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Morgen und Gabe gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher entwickelte und verwendete Gabe des Mannes an die Frau an dem Morgen nach der Hochzeitsnacht; F.: Morgengabe, Morgengaben+EW; Son.: ält. lat.-ahd. morgangeba* LBurg u. ö.; Z.: Mor-g-en—gab-e
$Morgenland, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Morgenland, Orient; E.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. oriens des Altertums aus Morgen und Land gebildete Bezeichnung für das in Richtung Sonnenaufgang an dem Morgen gelegene Land (Orient); L.: Kluge s. u. Morgenland, DW 12, 2572, EWD s. u. Morgen; F.: Morgenland, Morgenlandes, Morgenlands+EW; Z.: Mor-g-en—lan-d
$Morgenmuffel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Morgenmuffel, an dem Morgen unfreundlicher Mensch; E.: s. Morgen, s. Muffel; L.: Kluge s. u. muffeln 2, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Morgen und Muffel gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht erst in der Überflussgesellschaft der Gegenwart möglichen an dem Morgen wegen fehlenden Schlafes noch unfreundlichen Menschen; F.: Morgenmuffel, Morgenmuffels, Morgenmuffeln+EW; Z.: Mor-g-en—muff-el
$Morgenrot, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Morgenrot; E.: s. Morgen, s. Rot; L.: DW 12, 2575 (Morgenroth), EWD s. u. Morgen; GB.: seit um 1065 belegte und aus Morgen und Rot gebildete Bezeichnung für das aus der Sicht des Menschen vielfach auftretende Rot des Himmels an dem Morgen in Gegensatz zu Abendrot; F.: Morgenrot, Morgenrotes+EW; Z.: Mor-g-en-rot
$Morgenröte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Morgenröte; E.: s. Morgen, s. Röte; L.: DW 12, 2577 (Morgenröthe), EWD s. u. Morgen; GB. seit 12. Jh. belegte und aus Morgen und Röte gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen vielfach auftretende Röte des Himmels an dem Morgen in Gegensatz zu Abendröte; F.: Morgenröte, Morgenröten+EW; Z.: Mor-g-en-röt-e
$Morgenstern, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Morgenstern; E.: s. Morgen, s. Stern; L.: Kluge s. u. Morgenstern, DW 12, 2581, EWD s. u. Morgen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Morgen und Stern gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon an dem Morgen vor Sonnenaufgang (für den Menschen) an dem Himmel sichtbaren Stern (Planet Venus) in Gegensatz zu dem ebenfalls von der Venus bei der Annäherung an die Erde gebildeten östlich der Erde stehenden Abendstern sowie daneben auch für eine von Menschen entwickelte Waffe; F.: Morgenstern, Morgensterns, Morgensternes, Morgensterne, Morgensternen+EW; Z.: Mor-g-en—ster-n
$morgig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. morgig, morgen betreffend; E.: s. morg(en), s.ig; L.: Kluge s. u. Morgen, DW 12, 2587; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl nach lat. crastinus aus morg(en) und ig gebildete Bezeichnung für morgen betreffend in Gegensatz zu heutig oder gestrig; F.: morgig, morgige, morgiges, morgigem, morgigen, morgiger+EW; Z.: mor-g-ig
Moritat, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Moritat, Lied über eine Mordtat, Lied über schauerliche oder rührselige Geschichte; ne. murder ballad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft unklar, vielleicht Umformung von Moralität (s. d.), später als Verballhornung von Mordtat aufgefasst; L.: Kluge s. u. Moritat, fehlt DW, EWD s. u. Moritat, Duden s. u. Moritat; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft unklare Bezeichnung für ein von einem Bänkelsänger mit Drehorgelbegleitung vorgetragenes Lied mit meist eintöniger Melodie das eine schauerliche oder rührselige auf einer Tafel in Bildern dargestellte Geschichte zu dem Inhalt hat und mit einer belehrenden Moral endet; BM.: streben; F.: Moritat, Moritaten+FW; Z.: Mo-r-it-at
morph..., nhd., Partikel: nhd. morph...; Vw.: s. morpho...
...morph, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. ...morph; ne. ...morphous, ...morphic; Vw.: s. a-; Hw.: s. morpho...; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1081; Son.: vgl. nndl. …morf, Suff., …morph; frz. …morphe, Suff., …morph; nschw. …morf, Suff., …morph; nnorw. …morf, Suff., …morph; kymr. …morfaidd, Suff., …morph; poln. …morficzny, Suff., …morph; lit. …morfinis, Suff., …morph; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: flimmern; F.: …morph, …morphe, …morphes, …morphem, …morphen, …morpher+FW(+EW); Z.: -mor-ph
Morphem, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Morphem, Glossem; ne. morpheme; Vw.: -; Hw.: s. Morphologie; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. morphème; E.: s. frz. morphème, M., Morphem; μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Morphologie, fehlt DW, Duden s. u. Morphem; Son.: vgl. nndl. morfeem, Sb., Morphem; nschw. morfem, N., Morphem; nnorw. morfem, N., Morphem; poln. morfem, M., Morphem; kymr. morffem, M., F., Morphem; lit. morfema, F., Morphem; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die kleinste bedeutungstragende Einheit in einem Sprachsystem wie beispielsweise Baum oder ig oder heit oder geh oder en oder t von denen es in dem Deutschen rund 3000 lexikalische Morpheme und 16 unterschiedliche grammatische Morpheme sowie 100 Wortbildungsmorpheme gibt; BM.: flimmern; F.: Morphem, Morphems, Morpheme, Morphemen+FW(+EM); Z.: Mor-ph-em
$Morphin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Morphin, ein Schmerzmittel; Q.: 1818; Hw.: s. Opiat; E.: s. Morph(ium), s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Morphium; GB.: seit 1818 belegte und aus Morph(ium) und damit aus dem Griechischen des Altertums und in gebildete Bezeichnung für ein von Menschen (Friedrich Wilhelm Anton Sertürner um 1805 in Paderborn) aus Opium gewonnenes und als starkes Schmerzmittel verwendetes Alkaloid; F.: Morphin, Morphins, Morphine, Morphinen+FW; Z.: Mor-ph-in
Morphium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Morphium, ein Schmerzmittel, ein Rauschgift; ne. morphine; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: zu gr. Μορφεύς (Morpheús), M.=PN, Morpheus; vgl. gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Morphium, fehlt DW, EWD s. u. Morphium, Duden s. u. Morphium; Son.: vgl. nndl. morfine, Sb., Morphium; frz. morphine, F., Morphium; nschw. morfin, N., Morphium; nnorw. mmorfin, M., N., Morphium; poln. morfina, F., Morphium; kymr. morffin, M., Morphium; nir. moirfín, M., Morpium; lit. morfijus, M., Morphium; GB.: seit um 1805 belegte und aus dem Griechischen des Altertums und ium gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus dem seit Jahrtausenden verwendeten Opium gewonnenes und als schmerzlinderndes Mittel eingesetztes Rauschgift; BM.: PN; F.: Morphium, Morphiums+FW(+EW?); Z.: Mor-ph-i-um
morpho..., morph..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. morpho..., morph..., Gestalt betreffend; ne. morpho..., morph...; Vw.: s. -logie; Hw.: s. ...morph; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1081; Son.: vgl. nndl. morfo…, Präf., morpho…; frz. morpho…, Präf., morpho…; nschw. morfo…, Präf., morpho…; nnorw. morfo…, Präf., morpho…; poln. morfo…, Präf., morpho…; kymr. morffo…, Präf., morpho…; nir. moirfeo…, Präf., morpho…; lit. morfo…, Präf., morpho…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für die Gestalt betreffend; BM.: flimmern; F.: morpho…, morph…+FW(+EW); Z.: mor-ph-o-
$Morphologe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Morphologe, Fachmann für Formenkunde; E.: s. Morpholog(ie), s. e; L.: Kluge s. u. Morphologie, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und verwendete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon etwas früher möglichen Fachmann für Formenkunde in Biologie und Linguistik; F.: Morphologe, Morphologen+FW(+EW); Z.: Mor-ph-o-log-e
Morphologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Morphologie, Formenlehre; ne. morphology; Vw.: -; Hw.: s. Morphem; Q.: 1796 (Goethe); I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Morphologie, fehlt DW, EWD s. u. Morphologie, Duden s. u. Morphologie; Son.: vgl. nndl. morfologie, Sb., Morphologie; frz. morphologie, F., Morphologie; nschw. morfologi, Sb., Morphologie; nnorw. morfologi, M., Morphologie; poln. morfologia, F., Morphologie; kymr. morffoleg, F., Morphologie; nir. moirfeolaíocht, F., Morphologie; lit. morfologija, F., Morphologie; GB.: seit 1796 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen entwickelte Lehre und Wissenschaft von den Gestalten und Formen in Bezug auf ihre Eigenarten und Entwicklungen und Gesetzmäßigkeiten in Biologie und Linguistik; BM.: Gestalt bzw. flimmern, sammeln; F.: Morphologie+FW(+EW); Z.: Mor-ph-o-log-ie
$morphologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. morphologisch, Morphologie betreffend; E.: s. Morpholog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Morphologie, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Morpholog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Morphologie betreffend; F.: morphologisch, morphologische, morphologisches, morphologischem, morphologischen, morphologischer+FW(+EW); Z.: mor-ph-o-log-isch
...morphose, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...morphose, Verwandlung; ne. ...morphosis; Vw.: s. Meta-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. μόρφωσις (mórphōsis); E.: s. gr. μόρφωσις (mórphōsis), F., Gestaltung, Gestalt, Bild, Schein, wahres Wesen; gr. μορφή (morphḗ), F., Gestalt, Leibesbildung; idg. *mer- (2), *merH-, *HmerH-, V., flimmern, funkeln, Pokorny 733? (1227/92) (RB. idg. aus ind., gr., ital., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1081; Son.: vgl. nndl. …morfose, Suff., …morphose; frz. …morphose, Suff., …morphose; nschw. …morfos, Suff., …morphose; nnorw. …morfose, Suff., …morphose; poln. …morfoza, Suff., …morphose; nir. …morfóis, Suff., …morphose; lit. …morfozė, Suff., …morphose; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Verwandlung betreffenden Substantiven; BM.: flimmern; F.: …morphose, …morphosen+FW(+EW); Z.: -mor-ph-os-e
morsch, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.?): nhd. morsch, mürbe, leicht zerfallend; ne. brittle, rotten; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. nndl. mors; E.: s. nndl. mors, Adj., morsch; mhd. mursch, Adj., morsch; vgl. nhd. mürsen, V., zerstoßen (V.); germ. *murs-, V., zerbröckeln; vgl. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. morsch, Kluge s. u. morsch, DW 12, 2590, EWD s. u. morsch, Duden s. u. morsch, Bluhme s. u. morsch; GB.: (mhd. mursch) seit 14. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches besonders durch Fäulnis hervorgerufenes mürbe oder leicht zerfallend; BM.: reiben; F.: morsch, morsche, morsches, morschem, morschen, morscher(, morschere, morscheres, morscherem, morscheren, morscherer, morschest, morscheste, morschestes, morschestem, morschesten, morschester)+FW+EW; Z.: mor-sch
morsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. morsen, in dem Morsealphabet mit elektrischen Signalen Mitteilungen versenden, telegraphieren; ne. morse (V.), send a Morse code; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. morse; E.: s. ne. morse, V., morsen; von dem PN Samuel F. B. Morse (1791-1872); L.: Kluge s. u. morsen, EWD s. u. morsen, Duden s. u. morsen; Son.: vgl. nisl. morsa, V., morsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mors(e) (PN) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für in dem Morsealphabet mit elektrischen Signalen Mitteilungen versenden oder mit einem binären Alphabet Nachrichten übermitteln oder telegraphieren; BM.: PN, von dem Erfinder des Morsealphabets und eines Schreibtelegraphen; F.: morsen, morse (!), morsst (!), morst (!), morsest, morset, morste, morstest, morsten, morstet, gemorst, ##gemorst, gemorste, gemorstes, gemorstem, gemorsten, gemorster##, morsend, ###morsend, morsende, morsendes, morsendem, morsenden, morsender###, mors (!)+FW+EW; Z.: mors-en
Mörser, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Mörser, Gefäß zu dem Zerstoßen, ein Geschütz; ne. mortar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. morsære, mörser, st. M., Mörser, Geschütz; mnd. mȫsære*, möser, moeser, moyser, mörser, M., Mörser, metallenes Gefäß zum Zerstoßen, schweres Geschütz, Haubitze; mnd. mōrtære*, mōrtēr, mōrteer, mōrtier, martēr, M., Mörser, Gefäß zum Zerstoßen, Feuergeschütz, Wurfgeschütz; ahd. morsāri, st. M. (ja), Mörser; lat. mortārium, N., Mörser, Mörtelpfanne, Mörtel, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *mr̥tós, Adj., zerrieben, Pokorny 736; vgl. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mörser, Kluge s. u. Mörser, DW 12, 2592, EWD s. u. Mörser, EWAhd 6, 568, Falk/Torp 312, Duden s. u. Mörser, Bluhme s. u. Moerser; Son.: vgl. ae. mortere, st. M. (ja), Mörser; nndl. mortier, Sb., Mörser; frz. mortier, M., Mörser; nschw. mortel, Sb., Mörser; nnorw. morter, M., Mörser; kymr. mortar, M., Mörser; nir. moirtéar, M., Mörser; GB.: (ahd. morsāri) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes dickwandiges schalenförmiges Gefäß mit gerundetem innerem Boden zu dem Zerstoßen oder Zerreiben fester Substanzen mit Hilfe eines Stößels oder auch für ein Geschütz; BM.: reiben; F.: Mörser, Mörsers, Mörsern+FW; Z.: Mör-s-er
Mortadella, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Mortadella, eine Wurst; ne. mortadella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.?; I.: Lw. it. mortadella; E.: s. it. mortadella, F., Mortadella; gebildet zu lat. murtātum, N., eine Art Wurst, mit Myrte gewürzte Wurst, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. murtus, myrtus, F., Myrte, Myrtenbaum; gr. μύρτος (mýrtos), F., Myrtenbaum, Myrtenzweig; vgl. altsemitisch murr, Adj., bitter; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mortadella; Son.: vgl. frz. mortadelle, F., Mortadella; nschw. mortadella, Sb., Mortadella; nnorw. mortadella, M., Mortadella; poln. mortadela, F., Mortadella; kymr. mortadela, M., F., Mortadella; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Griechischen sowie dem Semitischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und aus Kalbfleisch und Speckwürfeln sowie Zunge zusammengesetzte Brühwurst; BM.: mit Myrte gewürzte Wurst; F.: Mortadella, Mortadellas+FW; Z.: Mort-a-del-l-a
Mortalität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Mortalität, Sterblichkeit, Todesrate; ne. mortality; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. mortālitās; E.: s. lat. mortālitās, F., Sterblichkeit, Sterben, Vergänglichkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mortālis (1), Adj., zum Tode gehörig, dem Tode unterworfen, sterblich; lat. mors, F., Tod, Todesfall, Todesart, Absterben, Erlöschen; idg. *mr̥tis, Sb., Tod, Pokorny 735; vgl. idg. *mer- (4), *merə-, V., sterben, Pokorny 735 (1229/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Mortalität; Son.: vgl. nndl. mortaliteit, Sb., Mortalität; frz. mortalité, F., Mortalität; nschw. mortalitet, Sb., Mortalität; nnorw. mortalitet, M., Mortalität; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Sterblichkeit oder die Todesrate oder das Verhältnis der Zahl der Todesfälle in einer Zeiteinheit zu der Zahl der statistisch berücksichtigten Menschen; BM.: sterben; F.: Mortalität, Mortalitäten+FW(+EW); Z.: Mor-t-al-it-ät
Mörtel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mörtel, ein Gemisch aus Sand und Wasser und Zement und Kalk; ne. mortar, grout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. mortære*, morter, mortel, st. M., Mörtel; mnd. mörtære*, mörter, morter, M., Mörtel, Bindematerial aus zerstoßenem Kalk und Sand, Zement; mnl. morter, M., N., Mörtel; ahd. mortāri, st. M. (ja), Mörser, Mörtel; germ. *mortari, M., Mörser; s. lat. mortārium, N., Mörser, Mörtelpfanne, Mörtel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *mr̥tós, Adj., zerrieben, Pokorny 736; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mörtel, Kluge s. u. Mörtel, EWD s. u. Mörtel, DW 12, 2594, EWAhd 6, 569, Duden s. u. Mörtel, Bluhme s. u. Moertel; Son.: vgl. ae. mortere, st. M. (ja), Mörtel; frz. mortier, M., Mörtel; nschw. mortel, Sb., Mörtel; nnorw. mørtel, M., Mörtel; kymr. mortar, M., Mörtel; GB.: (ahd. mortāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes breiartiges und innerhalb kürzerer Zeit sich erhärtendes Gemisch aus Sand und Wasser und Zement und Kalk und anderen Bestandteilen das als Bindemittel bei Bausteinen oder zu dem Verputzen von Wänden und Decken dient; BM.: reiben; F.: Mörtel, Mörtels, Mörteln+FW+EW; Z.: Mör-t-el
Mosaik, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Mosaik, Bild aus kleinen Steinen oder Glasstücken; ne. mosaic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mosaïque; E.: s. frz. mosaïque, M., Mosaik; it. mosaico, M., Mosaik; vgl. lat. mūsīvum, N., Musen Gehöriges; gr. μουσεῖος (museios), Adj., die Musen betreffend, Musen...; gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; Herkunft unklar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mosaik, fehlt DW, EWD s. u. Mosaik, Duden s. u. Mosaik; Son.: vgl. nndl. mozanek, Sb., Mosaik; nschw. mosaik, Sb., Mosaik; nnorw. mosaikk, M., Mosaik; poln. mozaika, F. Mosaik; kymr. mosaïg, M., Mosaik; nir. mósáic, F., Mosaik; lit. mozaika, F., Mosaik; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und aus kleinen bunten Steinen oder Glasstücken zusammengesetztes Bild; BM.: Muse; F.: Mosaik, Mosaiks, Mosaikes, Mosaike, Mosaiken+FW(+EW); Z.: Mo-s-a-ik
Moschee, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Moschee, islamisches Gotteshaus oder Gebetshaus; ne. mosque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. mosquée; E.: s. frz. mosquée, F., Moschee; it. moschea, F. Moschee; span. mezquita, F., Moschee; arab. masğid, Sb., Gebestshaus; arab. sağada, V., sich niederwerfen, anbeten; L.: Kluge s. u. Moschee, fehlt DW, EWD s. u. Moschee, Duden s. u. Moschee; Son.: vgl. nndl. moskee, Sb., Moschee; nschw. moské, Sb., Moschee; nnorw. moské, M., Moschee; poln. meczet, M., Moschee; kymr. mosg, M., Moschee; nir. mosc, M., Moschee; lit. mečetė, F., Moschee; GB.: (machumbrīe) seit vor 1312 belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein islamisches Gotteshaus oder Gebetshaus; BM.: sich niederwerfen, anbeten; F.: Moschee, Moscheen+FW(+EW); Z.: Mo-schee
Moschus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Moschus, Moschussekret; ne. musk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. mūscus; E.: s. mnd. mosches, moskes, M., Moschus, Bisam, ein wohlriechendes Duftmittel; mnd. musch, M.?, Moschus; lat. mūscus, M., Moschus, Bisam, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. μόσχος (móschos), M., Moschus; pers. musk, Sb., Moschus; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Moschus, DW 12, 2595, EWD s. u. Moschus, Duden s. u. Moschus; Son.: vgl. nndl. muskus, Sb., Moschus; frz. musc, M., Moschus; nschw. mysk, Sb., Moschus; nnorw. moskus, M., Moschus; ai. muşkáḥ, Sb., Hoden; kymr. mwsg, M., Moschus; nir. musc, M., Moschus; lit. muskusas, M., Moschus; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl schon vor 15 Millionen Jahren mögliche stark riechende und von Menschen zu der Herstellung von Parfüms verwendete Sekret der männlichen Moschustiere; F.: Moschus+FW; Z.: Mosch-us
Moscovium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Moscovium, ein chemisches Element; ne. moscovium; Vw.: -; Hw. -; Q.: 2016; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem Oblast Moskau, wo das Forschungsinstitut der Entdecker beheimatet ist; dieses von dem ON Moskau, dessen Name von dem FlN Moskwa; dessen Herkunft ungeklärt, vielleicht von finno-ugrisch mustajoki, FlN, schwarzer Fluss; Son.: vgl. nndl. moscovium, Sb., Moscovium; frz. moscovium, M., Moscovium; nschw. moscovium, N., Moscovium; nnorw. moscovium, N., Moscovium; kymr. moscofiwm, M., Moscovium; nir. moscóiviam, M., Moscovium; poln. moskow, M., Moscovium; lit. moskovis, M., Moscovium; L.: fehlt DW; GB.: seit 2016 belegte Bezeichnung für ein 2006 entdecktes von Menschen künstlich erzeugtes radioaktives zu der Stickstoffgruppe gehörendes chemisches Element mit einer Halbwertszeit von höchstens 0,65 Sekunden (Transactinoid) (chemisches Element Nr. 115, abgekürzt Mc) das nur wissenschaftlich verwendet wird; BM.: ON; F.: Moscovium, Moscoviums+FW; Z.: Moscov-i-um
Möse, Mutze, Mutz, Musche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Möse, Mutze, Mutz, Musche, Vagina; ne. pussy, cunt; Vw.: -; Hw.: s. Muschi; Q.: 19. Jh.; E.: von einem mūze, musche, Sb., weibliches Geschlechtsorgan; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von lat. mūsculus, M., Mäuschen, Muskel, Miesmuschel; vgl. lat. mūs, M., Maus; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Möse, fehlt DW, Duden s. u. Möse; Son.: nschw. mus, Sb., Möse; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan Vagina; BM.: ?; F.: Möse, Mösen, Mutz, Mutze, Mutzen, Musche, Muschen+FW?+EW?; Z.: Mös-e
mosern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mosern, nörgeln; ne. grouse (V.) about; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.?; E.: wohl von rotw. mosern, massern, V., verraten (V.), angeben, schsatzen; wjidd. massern, V., verraten (V.); hebr. limsār, V., übergeben, überliefern; assyr. muššurum, V., wegschicken; L.: Kluge s. u. mosern, fehlt DW, Duden s. u. mosern; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen sowie Assyrischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches nörgeln; BM.: wegschicken; F.: mosern, mosere, moser (!), mosre, moserst, mosert, moserte, mosertest, moserten, mosertet, gemosert, ##gemosert, gemosertes, gemosertem, gemoserten, gemoserter##, mosernd, ###mosernd, mosernde, moserndes, moserndem, mosernden, mosernder###, moser (!)+FW(+EW); Z.: mos-er-n
Moskito, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Moskito, eine tropische Stechmücke; ne. mosquito; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 16. Jh.; I.: Lw. span. mosquito; E.: s. span. mosquito, M., Moskito; vgl. span. mosca, F., Fliege; lat. musca, F., Fliege; idg. *mū- (2), *mus-, Sb., Mücke, Fliege, Pokorny 752 (1270/135) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Moskito, Duden s. u. Moskito; Son.: vgl. nndl. muskiet, Sb., Moskito; frz. moustique, M., Moskito; nschw. moskit, Sb., Moskito; nnorw. mosikto, M., Moskito; poln. moskit, M., Moskito; kymr. mosgito, M., Moskito; nir. muiscít, F., Moskito; lit. moskitas, M., Moskito; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor mindestens 40 Millionen Jahren entstandene tropische Steckmücke; BM.: Fliege; F.: Moskito, Moskitos+FW(+EW?); Z.: Mo-sk-it-o
Moslem, Muslim, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Moslem, Muslim, Muselman, Muselmann; ne. muslim; Vw.: -; Hw.: s. Muselman; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. arab. muslim; E.: s. arab. muslim, M., sich Gott ergeben Habender; L.: Kluge s. u. Moslem, fehlt DW, Duden s. u. Moslem; Son.: vgl. nndl. moslim, Sb., Moslem; frz. musulman, M., Moslem; nschw. muslim, Sb., Moslem; nnorw. muslim, M., Moslem; poln. muzułmanin, M., Moslem; kymr. moslem, M., Moslem; lit. musulmonas, M., Moslem; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Anhänger der von dem Propheten Mohammed in Arabien in der ersten Hälfte des 7. Jh. n. Chr. (632) begründeten (monotheistischen) Religion (Islam); BM.: sich Gott ergeben Habender; F.: Moslem, Moslems, Muslim, Muslime+FW; Z.: Moslem
Most, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Most, Obstsaft, Obstwein; ne. must (N.), cider; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. most, st. M., Most, Weinmost, Obstwein; mnd. most, must, M., Most, frisch ausgepresster ungeklärter Obstsaft (besonders Weinbeeren); mnl. most, must, M., Most; ahd. most, st. M. (a?, i?), Most, junger Wein, Wein; as. -; anfrk. most, M., Most; germ. *must-, M., Most; lat. mustum, N., Most, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. mustus, Adj., jung, neu, frisch; idg. *meud-, *mudro-, Adj., munter, Pokorny 741; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Most, Kluge s. u. Most, DW 12, 2597, EWD s. u. Most, EWAhd 6, 574, Duden s. u. Most, Bluhme s. u. Most; Son.: vgl. afries. most, M., Most, Obstwein; ae. must, st. M. (a?), Most; an. -; got. -; nndl. most, Sb., Most; frz. moût, M., Most; nschw. most, Sb., Most; nnorw. most, M., Most; poln. moszcz, M., Most; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht schon früher hergestellten und zu der Gärung bestimmten Obstsaft oder für Obstwein; BM.: neu bzw. frisch; F.: Most, Mostes, Mosts, Moste, Mosten+FW; Z.: Mo-st
Mostrich, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Mostrich, Senf; ne. mustard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Glosse); E.: mhd. mostert, mustart, musthart, st. M., Senf, Mostrich; mfrz. mostarde, Sb., Senf; wohl von lat. mustāceus, M., Mostkuchen, Lorbeerkuchen, Hochzeitskuchen, Gamillscheg 1, 637; vgl. lat. mustum, N., Most; vgl. lat. mustus, Adj., jung, neu, frisch; idg. *meud-, *mudro-, Adj., munter, Pokorny 741; idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mostert, Kluge s. u. Mostrich, DW 12, 2600, EWD s. u. Mostrich, Duden s. u. Mostrich; Son.: vgl. nndl. mosterd, Sb., Mostrich; frz. moutarde, F., Senf; nisl. mustardður, M., Senf; GB.: (mostert) seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus den Körnern der Senfpflanze von Menschen hergestellten und in China mindestens seit 3000 Jahren verwendeten angemachten Senf der zu der Würze menschlicher Speisen dient; BM.: waschen; F.: Mostrich, Mostrichs+FW; Z.: Mo-st-r-ich
Motel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Motel, ein Hotel; ne. motel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1950; I.: Lw. ne. motel; E.: s. ne. motel, N., Motel; zusammengezogen von motor-hotel; s. ne. motor, N., Motor; lat. mōtor, M., Beweger, Fortrücker der Grenzsteine, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); ne. hotel, N., Hotel; frz. hôtel, M., Hotel; s. hospitāle, N., Gastzimmer, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; von lat. *hosti-potis, M., Gastherr; vgl. idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; L.: Kluge s. u. Motel, fehlt DW, EWD s. u. Motel, Duden s. u. Motel; Son.: vgl. nndl. motel, Sb., Motel; frz. motel, M., Motel; nschw. motell, N., Motell; nnorw. motell, N., Motel; poln. motel, M., Motel; kymr. motél, F., M., Motel; lit. motelis, M., Motel; GB.: seit nach 1950 belegte und aus dem Neuenglischen (zusammengezogen aus motor-hotel) aufgenommene Bezeichnung für ein seit 1925 in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickeltes und verwendetes an einer Autostraße gelegenes und dadurch mit Motorfahrzeugen leicht erreichbares Hotel; BM.: Zusammenziehung aus motor-hotel; F.: Motel, Motels+FW; Z.: Mo-t-el
Motette, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Motette, ein mehrstimmiges Gesangsstück; ne. motet; Vw.: -; Hw.: s. Motto; Q.: 1. Hälfte 14. Jh.; I.: Lw. frz. motet; E.: s. mhd. motet, st. M., Mottete; frz. motet, Sb., Motette; vgl. frz. mot, M., Wort; lat. muttum, N., Muckser, Mucksen, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. muttīre, mūtīre, V., mucken, mucksen, kleinlaut reden; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Motette, fehlt DW, EWD s. u. Motette, Duden s. u. Motette; Son.: vgl. nndl. motet, Sb., Motette; nschw. motett, Sb., Motette; nnorw. motett, M., Motette; kymr. motét, M., Motette; lit. motetas, M., Motette; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit geschaffenes mehrstimmiges Gesangsstück; BM.: murmeln; F.: Motette, Motetten+FW(+EW?); Z.: Mo-t-ett-e
Motherboard, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Motherboard, Hauptplatine; ne. motherboard, mainboard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. motherboard; E.: s. ne. motherboard, N., Motherboard, Hauptplatine; ne. mother, F., Mutter (F.) (1); ae. mōdor, mōder, ae, F. (kons.), Mutter (F.) (1); germ. *mōder, F. (kons.), Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ne. board, N., Brett; ae. bord (2), st. N. (a), Brett, Planke, Tafel, Tisch; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Motherboard; Son.: vgl. nndl. moederboard, Sb., Motherboard; nschw. moderbord, Sb., Motherboard; nir. máthairchlár, M., Motherboard; GB.: seit Ende 20. Jh. aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für die von Menschen seit dem 20. Jh. entwickelte und verwendete Hauptplatine des Computers auf der alle wesentlichen Bauteile angeordnet sind; BM.: Brust, schneiden; F.: Motherboard, Motherboards+FW; Z.: Mo-th-er—boar-d
Motion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Motion, Bewegung, Petition; ne. motion; Vw.: s. E-, Pro-; Hw.: s. movieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. mōtio; E.: s. lat. mōtio, F., Bewegung, Fieberbewegung, Ausschließen, (81-43 v. Chr.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Motion; Son.: schweiz.; vgl. frz. motion, F., Motion; nschw. motion, Sb., Motion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schriftlichen Antrag in einem Parlament oder allgemeiner für eine Bewegung; BM.: bewegen; F.: Motion, Motione+FW(+EW); Z.: Mo-t-io-n
Motiv, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Motiv, Anreiz, Grund, Beweggrund; ne. motive (N.); Vw.: -; Hw.: s. motivieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. mōtīvum; E.: mlat. mōtīvum, N., Beweggrund, Antrieb, (nach 1323); vgl. lat. mōtīvus, Adj., zur Bewegung geeignet, beweglich, bewegend, packend, um 300 n. Chr.); lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Motiv, fehlt DW, EWD s. u. Motiv, Duden s. u. Motiv; Son.: vgl. nndl. motief, Sb., Motiv; frz. motif, M., Motiv; nschw. motiv, N., Motiv; nnorw. motiv, N., Motiv; poln. motyw, M., Motiv; kymr. motiff, M., Motiv; lit. motyvas, M., Motiv; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen menschlichen Anreiz oder Grund oder Beweggrund für ein Verhalten; BM.: bewegen; F.: Motiv, Motivs, Motives, Motive, Motiven+FW(+EW?); Z.: Mo-t-iv
$Motivation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Motivation; E.: s. motiv(ieren), s. ation; L.: Kluge s. u. motivieren, fehlt DW, EWD s. u. Motiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus motiv(ieren) und a sowie tion gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Anreiz oder Reiz oder Grund oder Beweggrund für ein Verhalten; F.: Motivation, Motivationen+FW(+EW); Z.: Mo-t-iv-at-io-n
motivieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. motivieren, anregen, animieren, (zu einem Verhalten) bewegen; ne. motivate; Vw.: -; Hw.: s. Motiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. motiver; E.: s. frz. motiver, V., motivieren; vgl. frz. motif, M., Motiv; mlat. mōtīvum, N., Beweggrund, Antrieb, (nach 1323); vgl. lat. mōtīvus, Adj., zur Bewegung geeignet, beweglich, bewegend, packend, um 300 n. Chr.); lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. motivieren, fehlt DW, EWD s. u. Motiv, Duden s. u. motivieren; Son.: vgl. nndl. motiveren, V., motivieren; nschw. motivera, V., motivieren; nnorw. motivere, V., motivieren; poln. motywować, V., motivieren; lit. motyvuoti, V., motivieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen Menschen zu einem Verhalten bewegen; BM.: bewegen; F.: motivieren, motiviere, motivierst, motiviert, motivierest, motivieret, motivierte, motiviertest, motivierten, motiviertet, ##motiviert, motivierte, motiviertes, motiviertem, motivierten, motivierter##, motivierend, ###motivierend, motivierende, motivierendes, motivierendem, motivierenden, motivierender###, motivier (!)+FW(+EW); Z.: mo-t-iv-ier-en
$Motivierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Motivierung, Motivation, Anregung, Grund, Beweggrund; E.: s. motivier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. motivieren, fehlt DW, EWD s. u. Motiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus motivier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Motivation zu einem Verhalten; F.: Motivierung, Motivierungen+FW(+EW); Z.: Mo-t-iv-ier-ung
Motor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Motor, Antreiber; ne. motor (N.); Vw.: -; Hw.: s. motorisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. mōtor; E.: s. lat. mōtor, M., Beweger, Fortrücker der Grenzsteine, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Motor, fehlt DW, EWD s. u. Motor, Duden s. u. Motor; Son.: vgl. nndl. motor, Sb., Motor; frz. moteur, M., Motor; nschw. motor, Sb., Motor; nnorw. motor, M., Motor; poln. motor, M., Motor; poln. motor, M., Motor; kymr. motor, M., Motor; nir. mótar, M., Motor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit etwa 1850 entwickelte und seitdem weltweit vielfach verwendete Maschine die durch Umwandlung von Energie Kraft zu einem Antrieb erzeugt wie beispielsweise in einem Kraftfahrzeug zu einer Fortbewegung; BM.: bewegen; F.: Motor, Motors, Motoren+FW; Z.: Mo-t-or; Son.: s. a. Verbiest Astronomia Europaea (sechzehnhunderteindundachtzig)
motorisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. motorisch, bewegungsmäßig, Motor betreffend, Bewegungsablauf betreffend; ne. motoric, motor (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Motor; Q.: 19. Jh.?; E.: s. Motor, s. isch; s. lat. mōtōrius, Adj., voll Bewegung seiend, voll Handlung seiend, lebhaft, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. movēre, V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, sich bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Duden s. u. motorisch; Son.: vgl. nndl. motorisch, Adj., motorisch; frz. moteur, Adj., motorisch; nschw. motorisk, Adj., motorisch; nnorw. motorisk, Adj., motorisch; poln. motoryczny, Adj., motorisch; lit. motorinis, Adj., motorisch; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Motor und isch gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Motor betreffend oder einen Bewegungsablauf betreffend; BM.: bewegen; F.: motorisch, motorische, motorisches, motorischem, motorischen, motorischer+FW+EW; Z.: mo-t-or-isch
$motorisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. motorisieren, mit einem Motor versehen (V.), bewegen machen; E.: s. Motor, s. is. s. ieren; L.: Kluge s. u. Motor, fehlt DW, EWD s. u. Motor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Motor und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl schon etwas früher mögliches mit einem Motor versehen (V.) oder bewegen machen; F.: motorisieren, motorisiere, motorisierst, motorisiert, motorisierest, motorisieret, motorisierte, motorisiertest, motorisierten, motorisiertet, ##motorisiert, motorisierte, motorisiertes, motorisiertem, motorisierten, motorisierter##, motorisierend, ###motorisierend, motorisierende, motorisierendes, motorisierendem, motorisierenden, motorisierender###, motorisier (!)+FW+EW; Z.: mo-t-or-is-ier-en
$Motorroller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Motorroller; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Motor, s. Roller; L.: fehlt DW, EWD s. u. rollen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Motor und Roller gebildete Bezeichnung für ein seit 1915 in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickeltes und seitdem verwendetes sowie einem Roller nachempfundenes gegenüber einem Motorrad etwas eleganteres Kraftfahrzeug mit zwei Rädern; F.: Motorroller, Motorrollers, Motorrollern+FW+EW; Z.: Mo-t-or—ro-ll-er
Motte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Motte (F.) (1), Nachtfalter; ne. moth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. matte, mutte, motte, F., Motte (F.) (1); mnd. mutte (2), motte?, F., Motte (F.) (1); mnl. motte, F., Motte (F.) (1); s. germ. *muttō-, *muttōn, *mutta-, *muttan, *muþþō-, *muþþōn, *muþþa-, *muþþan, Sb., Motte (F.) (1), Ungeziefer; vgl. idg. *mat- (1), *matʰ-, *meth₂-, Sb., Made?, Wurm?, Pokorny 700 (1157/22) (RB. idg. aus arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Motte, Kluge s. u. Motte, DW 12, 2601, EWD s. u. Motte, Falk/Torp 326, Duden s. u. Motte, Bluhme s. u. Motte; Son.: vgl. ae. moþþe, sw. F. (n), Motte (F.) (1); an. motti, sw. M., Motte (F.) (1); nndl. mot, Sb., Motte (F.) (1); nschw. mott, N., Motte (F.) (1); GB.: (matte) seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und von dem Menschen als schädlich empfundenen kleinen Lebensmittel oder Kleidung fressenden Schmetterling mit dicht behaartem Körper (Nachtfalter); BM.: Made?; F.: Motte, Motten+EW; Z.: Mott-e
Motto, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Motto, Wahlspruch; ne. motto; Vw.: -; Hw.: s. Motette; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. motto; E.: s. it. motto, M., Witzwort, Wahlspruch, Motto; weitere Herkunft ungeklärt?, wohl lautmalenden Ursprungs, vgl. lat. muttīre, mucken, mucksen, kleinlaut reden; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Motto, fehlt DW, EWD s. u. Motto, Duden s. u. Motto; Son.: vgl. nndl. motto, Sb., Motto; nschw. motto, M., Motto; nschw. motto, N., Motto; nnorw. motto, N., Motto; poln. motto, M., Motto; lit. moto, M., Motto; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Wahlspruch wie beispielsweise Ein Tag ohne Lachen ist ein verschwendeter Tag oder Wo ein Wille ist ist auch ein Weg oder (lat.) dum spiro spero; BM.: murmeln bzw. lautmalend; F.: Motto, Mottos+FW; Z.: Mo-tt-o
motzen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. motzen, zögern, nörgeln; ne. grumble (V.), grouch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mucken (s. d.); L.: Kluge s. u. motzen, DW 12, 2603, Duden s. u. motzen, Bluhme s. u. motzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit mucken verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zögern oder nörgeln; BM.: ?; F.: motzen, motze (!), motzst, motzt, motzest, motzet, motzte, motztest, motzten, motztet, gemotzt, ##gemotzt, gemotzte, gemotztes, gemotztem, gemotzten, gemotzter##, motzend, ###motzend, motzende, motzendes, motzendem, motzenden, motzender###, motz (!)+EW; Z.: motz-en
Möwe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Möwe, ein Vogel; ne. seagull; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. mew, Sb., Möwe; mnd. mēwe, mēve, F., Möwe; mnl. meeuwe, meeu, mēwe, F., Möwe; germ. mewō, F., Möwe; germ. *maihwa-, *maihwaz, *maigwa-, *maigwaz, st. M. (a), Möwe; weitere Herkunft ungeklärt?; wohl lautmalerisch?; L.: Kluge 1. A. s. u. Möwe, Kluge s. u. Möwe, DW 12, 2603, EWD s. u. Möwe, Falk/Torp 301, Duden s. u. Möwe, Bluhme s. u. Moewe; Son.: vgl. ae. mǣw, māw, mēw, st. M. (i), Möwe; an. mār, st. M. (a), Möwe; nndl. meeuw, Sb., Möwe; GB.: seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen an dem Meer und an Seen oder Flüssen lebenden mittelgroßen Vogel mit vorwiegend weißem Gefieder und Schwimmhäuten zwischen den Vorderzehen; BM.: lautmalend?; F.: Möwe, Möwen+EW; Z.: Möw-e
Mozzarella, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Mozzarella, ein Pizzakäse; ne. mozzarella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. mozzarella; E.: s. it. mozzarella, F., Mozzarella; vgl. it. mozza, F., Frischkäse; oder von mozzare, V., trennen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Mozzarella; Son.: vgl. nndl. mozzarella, Sb., Mozzarella; frz. mozzarella, F., Mozzarella; nschw. mozzarella, Sb., Mozzarella; nnorw. mozzarella, M., Mozzarella; poln. mozzarella, F., Mozzarella; kymr. mosarela, M., Mozzarella; lit. mocarela, F., Mozzarella; GB.: (in Italien seit fünfzehnhundertundsiebzig und deutsch vielleicht) seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen aus Kuhmilch oder Büffelmilch hergestellten kugelförmigen weichen (italienischen) Käse (Pizzakäse); F.: Mozzarella, Mozzarellas+FW; Z.: Mozza-rell-a
Mucke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mucke, Laune, Eigensinnigkeit; ne. bug (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vielleicht von Mücke (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mucke, Kluge s. u. Mucken, DW 12, 2605, Duden s. u. Mucken; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit Mücke verbindbare Bezeichnung für eine merkwürdige und eigensinnige sowie als unangenehm empfundene menschliche Laune; BM.: Mücke?; F.: Mucke, Mucken+EW; Z.: Mu-ck-e
Mücke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Mücke, ein Stechinsekt; ne. midge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mücke, mucke, sw. F., Mücke, Fliege; mnd. mügge, mugge, F., Mücke; mnl. mugge, F., Mücke; ahd. mugga*, mukka*, mucka*, st. F. (ō), sw. F. (n), Mücke, Stechmücke, Fliege; as. muggia, mugga, sw. F. (n), Mücke; anfrk. Muggo, PN; germ. *muja-, *mujam, st. N. (a), Mücke; vgl. idg. *mū- (2), *mus-, Sb., Mücke, Fliege, Pokorny 752 (1270/135) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mücke, Kluge s. u. Mücke, DW 12, 2606, EWD s. u. Mücke, EWAhd 6, 580, Falk/Torp 327, Duden s. u. Mücke, Bluhme s. u. Muecke; Son.: s. mnl. Mugge..., Präf. in Ortsnamen; afries. -; ae. mycg, F., Mücke; an. mȳ, *mūia, mūwia, st. N. (ja), Mücke; got. -; nndl. mug, Sb., Mücke; nschw. mygga, Sb., Mücke; nnorw. mygg, M., Mücke; ai. mákṣ-, Sb., Mückenschwarm; GB.: (mugga) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches weltweit vorkommendes kleines als Weibchen stechendes und blutsaugendes Insekt das oft in größeren Schwärmen auftritt; BM.: Fliege; F.: Mücke, Mücken+EW; Z.: Mü-ck-e
Muckefuck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Muckefuck, dünner und schlechter Kaffee, Ersatzkaffee; ne. coffee substitute; Vw.: -; Hw.: s. Mokka; Q.: 19. Jh.; E.: wohl zu einem mundartlichen Wort Mucke, Sb., Mulm in hohlen und verfaulenden Baumstümpfen; rhein. mucken, Sb., braune Stauberde, und fuck, Adj., faul; die angebliche Eindeutschung von frz. mocca faux, M., falscher Mokka ist wohl falsch; L.: Kluge s. u. Muckefuck, fehlt DW, EWD s. u. Muckefuck, Duden s. u. Muckefuck; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus mucke(n) und fuck gebildete Bezeichnung für einen dünnen und schlechten Kaffee oder Ersatzkaffee; BM.: Stauberde, faul; F.: Muckefuck, Muckefucks+EW; Z.: Muck-e—fuck
mucken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. mucken, brummen, murmeln, sich rühren, eine Bewegung machen; ne. gig (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. *mucken, V., mucken; mnd. mucken (2), sw. V., murren, mucken, aufmucken, muckisch sein (V.), Mund kaum auftun und halblaut murren; wohl lautmalend zu muck, Sb., kurzer unterdrückter Ton (M.) (2); L.: Kluge 1. A. s. u. mucken, Kluge s. u. mucken, DW 12, 2611, EWD s. u. mucken, Duden s. u. mucken, Bluhme s. u. mucken; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches kurz aufbegehren; BM.: lautmalend?; F.: mucken, mucke (!), muckst, muckt, muckest, mucket, muckte, mucktest, muckten, mucktet, gemuckt, ##gemuckt, gemuckte, gemucktes, gemucktem, gemuckten, gemuckter##, muckend, ###muckend, muckende, muckendes, muckendem, muckenden, muckender###, muck (!)+EW; Z.: muck-en
$Mucker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mucker, Muckender; E.: s. muck(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. mucken, EWD s. u. mucken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus muck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Muckenden; F.: Mucker, Muckers, Muckern+EW; Z.: Muck-er
$mucks, nhd., Interj., (17. Jh.?): nhd. mucks; E.: s. mucksen; L.: Kluge s. u. mucksen, DW 12, 2615; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus mucks(en) gebildete Bezeichnung; F.: mucks+EW; Z.: muck-s
$Mucks, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mucks, ein Geräusch; E.: s. mucks(en); L.: Kluge s. u. mucksen, DW 12, 2615, EWD s. u. mucksen; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus mucks(en) rückgebildete Bezeichnung für ein von einem Menschen verursachtes Geräusch; F.: Mucks (!), Muckses, Muckse, Mucksen+EW; Z.: Muck-s
mucksen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. mucksen, kurz aufbegehren, sich bemerkbar machen; ne. twitch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. muchzen, V., mucksen; E.: s. ahd. irmukkezzen*, irmuckezzen*, irmuckazzen*, sw. V. (1a), mucksen, mucken, aufmucken, aufbegehren; germ. *muh-, muk-, V., muhen, brüllen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. mucksen, DW 12, 2615, EWD s. u. mucksen, EWAhd 6, 588, Duden s. u. mucksen; GB.: (mukkezzen) seit 12. Jh. belegte und teilweise für das Germanische und teilweise für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für kurz aufbegehren bzw. sich durch einen Laut bemerkbar machen; BM.: murmeln; F.: mucksen, muckse, mucksst (!), muckst, mucksest, muckset, muckste, muckstest, mucksten, muckstet, gemuckst, ##gemuckst##, mucksend, ###mucksend, mucksende, mucksendes, mucksendem, mucksenden, mucksender###, mucks (!)+EW; Z.: muck-s-en
$Muckser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Muckser, Mucksender, ein Geräusch; E.: s. mucks(en), s. er (Suff.); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus mucks(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches Geräusch; L.: Kluge s. u. mucksen, DW 12, 2615, EWD s. u. mucksen; F.: Muckser, Mucksers, Mucksern+EW; Z.: Muck-s-er
müde, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. müde, mürbe, matt, schläferig; ne. tired; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. müede (1), muode, muode, mūde, Adj., verdrossen, müde, erschöpft, abgemattet, elend, unglücklich, unglückselig; mnd. mȫde (1), Adj., müde, abgespannt, ruhebedürftig, unlustig, überdrüssig; mnl. moede, Adj., müde, ermattet; ahd. muodi*, Adj., müde, matt, unglücklich, arm; as. mōthi, Adj., müde; anfrk. muothi*, Adj., müde; germ. *mōþa-, *mōþaz, *mōþja-, *mōþjaz, Adj., müde; s. idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. müde, Kluge s. u. müde, DW 12, 2616, EWD s. u. müde, EWAhd 6, 632, Falk/Torp 322, Heidermanns 414, Duden s. u. müde, Bluhme s. u. muede; Son.: vgl. afries. -; ae. mœ̄þe, mēþe, Adj. (ja), müde, matt, traurig, unruhig; an. mōðr (3), Adj., müde, ermüdet, ermattet; got. -, nndl. moe, moede, Adj., müde; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches mürbe oder matt oder schläferig; BM.: sich mühen; F.: müde, müdes, müdem, müden, müder(, müdere, müderes, müderem, müderen, müderer, müdest, müdeste, müdestes, müdestem, müdesten, müdester)+EW; Z.: mü-d-e
$Müdigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Müdigkeit, Mürbheit, Mattigkeit, Schläferigkeit; E.: s. müd(e), s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. müde, DW 12, 2621, EWD s. u. müde; GB.: (müedicheit*) seit 1170-1180 belegte und aus müd(e) und ig (Suff.) sowie keit (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Mürbheit oder Mattigkeit oder Schläferigkeit; F.: Müdigkeit+EW; Z.: Mü-d-ig-kei-t
Muff (1), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Muff (M.) (1), Handwärmer, Handpelz; ne. muff (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: fnhd. muffe, Sb., Muff (M.) (1); mnl. moffel, muffel, Sb., Pelzhandschuh, Muff (M.) (1); frz. moufle, F., dicker Handschuh, Fäustling; afrz. mofle, F., Fäustling, Handfessel; mlat. muffula, F., Handschuh, Pelzhandschuh, Muff; vielleicht von einem lat.-germ. *molfell, Sb., weiches Fell; ? lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); germ. *fella-, *fellam, st. N. (a), Haut; idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Muff 1, Kluge s. u. Muff 1, DW 12, 2623, EWD s. u. Muff 2, Duden s. u. Muff, Bluhme s. u. Muff 2; Son.: vgl. nndl. mof, Sb., Muff (M.) (1); nschw. muff, Sb., Muff (M.) (1); nisl. múffa, F., Muff (M.) (1); poln. mufka, F., Muff (M.) (1); kymr. mwff, M., Muff (M.) (1); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen sowie dem erschließbaren Germanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und aus Pelz gefertigten Handwärmer (Handpelz); BM.: schlagen bzw. verhüllen?; F.: Muff, Muffes, Muffs, Muffe, Muffen+FW(+EW?); Z.: Muf-f
Muff (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Muff (M.) (2), moderiger Geruch, Gestank; ne. mustiness; Vw.: -; Hw.: s. Mief?, muffeln (1); Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. muffen, V., muffig riechen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Muff 2, Kluge s. u. Muff 2, DW 12, 2622, EWD s. u. Muff 1, Duden s. u. Muff, Bluhme s. u. muffig; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit Mief und muffeln sowie nd. muffen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens möglichen moderigen Geruch oder Gestank; BM.: ?; F.: Muff, Muffes, Muffs+EW; Z.: Muff
Muffe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Muffe, Verbindungsstück; ne. coupling, closure; Vw.: -; Hw.: s. Muff (1); Q.: 18. Jh.; E.: s. mnl. moffel, muffel, Sb., Pelzhandschuh, Muff; frz. moufle, F., dicker Handschuh, Fäustling; afrz. mofle, F., Fäustling, Handfessel; mlat. muffula, F., Handschuh, Pelzhandschuh, Muff; vielleicht von einem lat.-germ. *molfell, Sb., weiches Fell; ? lat. mollis, Adj., beweglich, geschmeidig, biegsam, weich, zart; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); germ. *fella-, *fellam, st. N. (a), Haut; idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Muff 1, EWD s. u. Muff 2, DW 12, 2623, Duden s. u. Muffe; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit dem Mittelniederländischen und dem Französischen sowie dem Mittellateinischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon etwas früher entwickeltes und verwendetes Verbindungsstück für oder zwischen mehreren Rohrenden oder Kabelenden; BM.: verhüllen?, feucht?; F.: Muffe, Muffen+FW; Z.: Muf-f-e
$Muffel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Muffel, etwas ablehnender Mensch; Vw.: s. Morgen-; E.: s. muffeln; L.: Kluge s. u. muffeln 2, fehlt DW, EWD s. u. muffeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit muffeln verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen etwas ablehnenden Menschen; F.: Muffel, Muffels, Muffeln+EW; Z.: Muff-el
$muffelig, mufflig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. muffelig, verdrießlich; E.: s. muffel(n), s. ig; L.: DW 12, 2624, EWD s. u. muffeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus muffel(n) und ig gebildete Bezeichnung für verdrießlich; F.: muffelig, muffelige, muffeliges, muffeligem, muffeligen, muffeliger(, muffeligere, muffeligeres, muffeligerem, muffeligeren, muffeligerer, muffeligst, muffeligste, muffeligstes, muffeligstem, muffeligsten, muffeligster, mufflig, mufflige, muffliges, muffligem, muffligen, muffliger, muffligere, muffligeres, muffligerem, muffligeren, muffligerer, muffligst, muffligste, muffligstes, muffligstem, muffligsten, muffligster)+EW; Z.: muff-el-ig
muffeln (1), müffeln, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. muffeln, müffeln, faulig riechen; ne. smell (V.) musty; Vw.: -; Hw.: s. Muff (2); Q.: 17. Jh.?; E.: mhd. müffelen*, müffeln, sw. V., müffeln, faulig riechen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. muffeln 1, DW 12, 2624, Duden s. u. muffeln, Bluhme s. u. muffig; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen (müffelen) verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches faulig und moderig riechen; BM.: ?; F.: muffeln (!), muffel (!), muffle, muffele, muffelst, muffelt, muffelte, muffeltest, muffelten, muffeltet, gemuffelt, ##gemuffelt, gemuffelte, gemuffeltes, gemuffeltem, gemuffelten, gemuffelter##, muffelnd, ###muffelnd, muffelnde, muffelndes, muffelndem, muffelnden, muffelnder###, muffel (!), müffeln (!), müffel (!), müffle, müffelst, müffelt, müffelte, müffeltest, müffelten, müffeltet, gemüffelt, ##gemüffelt, gemüffelte, gemüffeltes, gemüffeltem, gemüffelten, gemüffelter###, müffelnd, ###müffelnd, müffelnde, müffelndes, müffelndem, müffelnden, müffelnder###, müffel (!)+EW; Z.: muff-el-n
muffeln (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. muffeln, verdrießlich sein (V.); ne. be (V.) grumpy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. mupf, muff, st. M., Mundverziehen, Verziehen des Mundes, Hängemaul; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. muffeln 2, DW 12, 2624?, EWD s. u. muffeln, Duden s. u. muffeln; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit mhd. mupf verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verdrießlich sein (V.); BM.: Mund verziehen; F.: muffeln, muffel (!), muffle, muffelst, muffelt, muffelte, muffeltest, muffelten, muffeltet, gemuffelt, ##gemuffelt, gemuffelte, gemuffeltes, gemuffeltem, gemuffelten, gemuffelter##, muffelnd, ###muffelnd, muffelnde, muffelndes, muffelndem, muffelnden, muffelnder###, muffel (!) +EW; Z.: muff-el-n
müffeln, nhd., sw. V.: nhd. müffeln; Vw.: s. muffeln (1)
$muffen, müffen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. muffen, dumpf riechen; E.: s. Muff; L.: DW 12, 2624, EWD s. u. Muff 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Muff und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches dumpf riechen; F.: muffen, muffe, muffst, mufft, muffest, muffet, muffte, mufftest, mufften, mufftet, gemufft, ##gemufft, gemuffte, gemufftes, gemufftem, gemufften, gemuffter##, muffend, ###muffend, muffende, muffendes, muffendem, muffenden, muffender###, muff (!), müffen, müffe, müffst, müfft, müffest, müffet, müffte, müfftest, müfften, müfftet, gemüfft, ##gemüfft, gemüffte, gemüfftes, gemüfftem, gemüfften, gemüffter##, müffend, ###müffend, müffende, müffendes, müffendem, müffenden, müffender###, müff (!)+EW; Z.: muff-en
$muffig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. muffig, Muff betreffend; E.: s. Muff, s. ig; L.: Kluge s. u. Muff 2, DW 12, 2624, EWD s. u. Muff 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Muff und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Muff betreffend; F.: muffig, muffige, muffiges, muffigem, muffigen, muffiger(, muffigere, muffigeres, muffigerem, muffigeren, muffigerer, muffigst, muffigste, muffigstes, muffigstem, muffigsten, muffigster)+EW; Z.: muff-ig
Muffin, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Muffin, Küchlein; ne. muffin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. muffin; E.: s. ne. muffin, N., Muffin, Küchlein; weitere Herkunft des Wortes ungeklärt; vielleicht aus dem Französischen, vgl. frz. moufflet, M. ein Brot; oder aus dem Niederländischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Muffin; Son.: vgl. nndl. muffin, Sb., Muffin; frz. muffin, M., Muffin; nschw. muffins, Sb., N., Muffin; nnorw. muffins, M., Muffin; kymr. myffin, M., Muffin; nir. muifín, M., Muffin; poln. muffin, M., Muffin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Französischen oder dem Niederländischen verbindbare Bezeichnung für kleine in besonderen Backformen gebackene Küchlein; BM.: ?; F.: Muffin, Muffins+FW; Z.: Muff-in
Mufti, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mufti, Rechtsgelehrter des Islam; ne. mufti; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: frz. Lw.; E.: über das Französische von arab. muftī, M., Erklärer des islamischen Rechtes; von arab. fatwa, Sb., rechtsverbindliche Gutachten; L.: Kluge s. u. Mufti, fehlt DW, Duden s. u. Mufti; Son.: vgl. nndl. moefti, Sb., Mufti; frz. mufti, M., Mufti; nschw. mufti, Sb., Mufti; nnorw. mufti, M., Mufti; poln. mufti, M., Mufti; kymr. myffti, M., Mufti; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung des Islam wohl nach 632 möglichen islamischen Rechtsgelehrten; BM.: Verfasser von rechtsverbindlichen Gutachten; F.: Mufti, Muftis+FW; Z.: Muft-i
$Mühe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Mühe, Mühsal, Anstrengung, Plage; E.: s. mühe(n); L.: Kluge 1. A. s. u. mühen, Kluge s. u. mühen, DW 12, 2626, EWD s. u. mühen; GB.: (muoī*) seit um 1000 belegte und mit mühen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Mühsal oder Anstrengung oder Plage; F.: Mühe, Mühen+EW; Z.: Müh-e
muhen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. muhen, schreien wie eine Kuh; ne. moo (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: lautmalend; idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. muen, Kluge s. u. muhen, DW 12, 2626, EWD s. u. muhen, Duden s. u. muhen, Bluhme s. u. muhen; Son.: vgl. nschw. mua, V., muhen; gr. μυκᾶσθαι (mykasthai), V., brüllen, dröhnen, knarren; lat. mūgīre, V., brüllen, dröhnen, krachen, tosen; lit. mūkti, V., muhen; ksl. mykati, V., brüllen; russ. myčat, V., brüllen; heth. mu-u-ga-ā-m-i, V., spreche Klagegebete; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Rindern mögliches schreien wie eine Kuh oder brüllen wie eine Kuh; BM.: lautmalend bzw. murmeln; F.: muhen, muhe, muhst, muht, muhest, muhet, muhte, muhtest, muhten, muhtet, gemuht, ##gemuht, gemuhte, gemuhtes, gemuhtem, gemuhten, gemuhter##, muhend, ###muhend, muhende, muhendes, muhendem, muhenden, muhender###, muh (!)+EW; Z.: muh-en
mühen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. mühen, beschweren, bedrücken, beschäftigen; ne. strive (V.), struggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. müejen, müewen, müen, muon, sw. V., „mühen“, beschweren, quälen, kümmern, verdrießen, sich bemühen; mnd. mȫien (1), mȫyen, moigen, mogen, sw. V., Mühe machen, bemühen, abmühen, beunruhigen, belästigen, bedrängen, quälen, plagen; mnl. moeyen, moeyhen, moien, moihen, sw. V., schädigen, peinigen, ermüden, beunruhigen; ahd. muoen*, sw. V. (1a), „mühen“, anstrengen, bedrängen, abmühen, sich abmühen, beunruhigen, quälen, treiben; as. -; anfrk. -; germ. *mōjan, *mōwjan, sw. V., mühen, bemühen; idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. mühen, Kluge s. u. mühen, DW 12, 2633, EWD s. u. mühen, EWAhd 6, 635, Falk/Torp 322, Duden s. u. mühen, Bluhme s. u. muehen; Son.: vgl. afries. mōia, sw. V. (2), belästigen, hindern; ae. -; an. -; got. mōjan, sw. V. (1), ermüden; nndl. moeien, V., mühen; lat. mōlīrī, V., in Bewegung setzen, von der Stelle bewegen, fortbewegen; russ. májat, V., ermüden; GB.: (ahd. muoen) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens mögliches beschweren oder bedrücken oder beschäftigen; BM.: streben; F.: mühen, mühe (!), mühst, müht, mühest, mühet, mühte, mühtest, mühten, mühtet, gemüht, ###gemüht, gemühte, gemühtes, gemühtem, gemühten, gemühter###, mühend, ###mühend, mühende, mühendes, mühendem, mühenden, mühender###, müh (!)+EW; Z.: müh-en
Mühle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mühle, Mahlwerk; ne. mill (N.); Vw.: s. Zwick-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. mūl, müle, st. F., sw. F., Mühle; mnd. mȫle, möle, moele, moyle, molle, F., Mühle, Wassermühle, Windmühle, Handmühle, Getreidemühle, Fischmühle, Mühlengerechtigkeit; mnl. muelin, molene, molen, moele, F., Mühle; ahd. mulīn, mulī, st. F. (ī), Mühle, Mühlstein; ahd. mula*, st. F. (ō)?, Mühle; as. *mulina?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Mühle; anfrk. molin-, Präf.; germ. *muli-, F., Mühle; lat. molīna, F., Mühle, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. molere, V., mahlen; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mühle, Kluge s. u. Mühle, EWD s. u. Mühle, DW 12, 2636, EWAhd 6, 599, Duden s. u. Mühle, Bluhme s. u. Muehle; Son.: vgl. afries. mole, molene, monle, mokn?, F., Mühle; nfries. molne; ae. mylen, myln, st. M. (a), st. F. (ō), Mühle; an. mylna, sw. F. (n), Mühle, Wassermühle; got. -; nndl. molen, Sb., Mühle; frz. moulin, M., Mühle; ndän. mølle, F., Mühle; nisl. mylla, F., Mühle; poln. młyn, M., Mühle; kymr. melin, F., Mühle; nir. muileann, M., Mühle; lit. malūnas, M., Mühle; GB.: (mūlin) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit vor 23000 Jahren entwickelte und seitdem verwendete durch Menschen oder Wind oder Wasser oder Motorkraft angetriebene Anlage zu einem Zermahlen und Zerkleinern von körnigem bzw. bröckeligem Material wie besonders Getreide; BM.: mahlen; F.: Mühle, Mühlen+FW(+EW); Z.: Mühl-e
$Mühlrad, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Mühlrad, Antriebsrad einer Mühle; E.: s. Mühl(e), s. Rad; L.: DW 12, 2642, EWD s. u. Mühle; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Mühl(e) und Rad gebildete Bezeichnung für das von Menschen für den Betrieb einer Mühle schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und seitdem verwendete Antriebsrad einer Mühle; F.: Mühlrad, Mühlrades, Mühlrads, Mühlräder, Mühlrädern+FW+EW; Z.: Mühl—rad
Muhme, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Muhme, Tante, weibliche Seitenverwandte; ne. aunt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. muome, sw. F., Muhme, Mutterschwester, weibliche Verwandte überhaupt; mnd. mȫie (1), mȫye, mȫme, moige, mȫge, mune, F., Muhme, Mutterschwester, Tante, andere weibliche Verwandte; mnl. moene, F., Tante, Mutterschwester; ahd. muoma, sw. F. (n), Muhme, Tante, Tante mütterlicherseits, Schwester der Mutter; as. moma, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Muhme; anfrk. -; germ. *mōmō-, *mōmōn, sw. F. (n), Mama, Mutter (F.) (1), Muhme; idg. *mā̆mā, *mammā, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 694; s. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Muhme, Kluge s. u. Muhme, EWD s. u. Muhme, DW 12, 2644, EWAhd 6, 641, Falk/Torp 323, Duden s. u. Muhme, Bluhme s. u. Muhme; Son.: vgl. afries. mōie, sw. F. (n), Muhme; ae. -; an. mōna, sw. F. (n), Mutter (F.) (1); got. -; nndl. moei, F., Tante, ältere Frau; GB.: (muoma) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare inzwischen veraltete Bezeichnung für eine Tante oder weibliche Seitenverwandte; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Muhme, Muhmen+EW; Z.: Muh-m-e
$Mühsal, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Mühsal, Mühseligkeit, Mühe, Bedrängnis, Belastung, Beeinträchtigung; E.: s. Müh(e), s. sal; L.: Kluge 1. A. s. u. Mühsal, mühen, DW 12, 2647, EWD s. u. mühen; GB.: (müejesal) seit 13. Jh. belegte und aus Müh(e) und sal gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliche Mühe oder Bedrängnis oder Belastung oder Beeinträchtigung; F.: Mühsal, Mühsale, Mühsalen+EW; Z.: Müh-sal
$mühsam, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. mühsam, mühevoll, mühselig, Mühe bereitend; E.: s. Müh(e), s. sam; L.: Kluge s. u. mühen, EWD s. u. mühen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Müh(e) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches mühevoll oder mühselig oder Mühe bereitend; F.: mühsam, mühsame, mühsames, mühsamem, mühsamen, mühsamer(, mühsamere, mühsameres, mühsamerem, mühsameren, mühsamerer, mühsamst, mühsamste, mühsamstes, mühsamstem, mühsamsten, mühsamster)+EW; Z.: müh-sam
$mühselig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. mühselig, mühsam, mühevoll, Mühe bereitend; E.: s. Mühsal, s. ig; L.: DW 12, 2647, EWD s. u. mühen; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und aus Mühsal und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliches mühsam oder mühevoll oder Mühe bereitend; F.: mühselig, mühselige, mühseliges, mühseligem, mühseligen, mühseliger(, mühseligere, mühseligeres, mühseligerem, mühseligeren, mühseligerer, mühseligst, mühseligste, mühseligstes, mühseligstem, mühseligsten, mühseligster)+EW; Z.: müh—sel-ig
$Mühseligkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mühseligkeit, Mühe, Mühsal, Bedrängnis, Belastung, Beeinträchtigung; E.: s. mühselig; L.: EWD s. u. mühen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mühselig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliche Mühe oder Mühsal; F.: Mühseligkeit, Mühseligkeiten+EW; Z.: Müh—sel-ig—kei-t
Mulatte, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mulatte, Mischling mit einem dunkelhäutigen und einem hellhäutigen Elter; ne. mulatto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. mulato; E.: s. span. mulato, M., Mulatte; vgl. span. mulo, M., Maultier; lat. mūlus, M., Maulesel, Maultier, Kamel, (um 250-184 v. Chr.); weitere Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Mulatte, fehlt DW, EWD s. u. Mulatte, Duden s. u. Mulatte; Son.: vgl. nndl. mulat, Sb., Mulatte; frz. mulâtre, M., Mulatte; nschw. mulatt, Sb., Mulatte; nnorw. mulatt, M., Mulatte; poln. mulat, M., Mulatte; kymr. mylato, M., Mulatte; poln. mulató, M., Mulatte; lit. mulatas, M., Mulatte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für einen sachlich wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen mit jeweils einem dunkelhäutigen und einem hellhäutigen Elter; BM.: Maultier; F.: Mulatte, Mulatten+FW(+EW); Z.: Mul-att-e
Mulch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Mulch, eine Bodenbedeckung; ne. mulch (N.); Vw.: -; Hw.: -.; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. mulch; E.: s. ne. mulch, N., Mulch; von ae. melsc, mylsc, letztlich von idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mulch, fehlt DW, Duden s. u. Mulch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit nach natürlichem Vorbild gebildete und ausgestreute Bodenbedeckung aus Stroh und Gras und Ähnlichem zu einer Förderung der Bodengare; BM.: mahlen; F.: Mulch, Mulches, Mulchs, Mulche, Mulchen+FW(+EW); Z.: Mul-ch
Mulde, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Mulde (F.), längliches ausgehöhltes Gefäß, längliche Aushöhlung, Vertiefung; ne. trough, hollow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Molle; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. mulde, st. F., sw. F., Mulde, Getreidetrog, halbrundes ausgehöhltes Gefäß namentlich zum Reinigen des Getreides, Mehltrog, Backtrog; mnd. molde, mōlde, moulde, molle, malde, melde, F., Mulde (F.), länglich ausgehöhltes Gefäß, hölzernes Gefäß; mnl. moude, F., längliches ausgehöltes Gefäß, Trog, Backtrog; ahd. muoltra, muoltera, mulhtra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schüssel, Trog, Mulde (F.); as. molda, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Mulde; lat. mulctra, F., Melkfass, Melkkübel, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. mulgēre, V., melken; idg. *mē̆lg̑-, *meləg̑-?, *h₂melg̑-, V., abstreifen, wischen, melken, Pokorny 22 (1201/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mulde, Kluge s. u. Mulde, DW 12, 2652, EWD s. u. Mulde, EWAhd 6, 638, EWAhd 6, 639, Duden s. u. Mulde, Bluhme s. u. Mulde; GB.: (muoltra) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vertiefung in dem Boden oder auch ein Gefäß; BM.: Melkfass; F.: Mulde, Mulden+FW+EW; Z.: Muld-e
Mull, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mull, feines Baumwollgewebe; ne. mull (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. mull; E.: s. ne. mull, N., Mull; gekürzt aus ne. mulmull, N., Mull; von Hindi malmal, Sb., feines Baumwollgewebe; L.: Kluge s. u. Mull, fehlt DW (s. aber Müll), EWD s. u. Mull, Duden s. u. Mull, Bluhme s. u. Mull; Son.: vgl. nndl. mul, Sb., Mull; nschw. mull, moll, Sb., Mull; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (abgekürzt) und mittelbar aus dem Hindi aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit hergestelltes und verwendetes feines und weitmaschiges Baumwollgewebe; BM.: ?; F.: Mull, Mulles, Mulls, Mulle, Mullen+FW; Z.: Mull
Müll, Mull, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Müll, Staub, Unrat, Abfall; ne. garbage, rubbish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. mulle, mul, st. F., Staub, Müll; mnd. mul? (1), M., Mull, Müll, Abfall; mnl. mul, N., Staub, Sand; s. mhd. mulle, st. F., Staub, Müll; mnl. mul, N., Staub, Sand, lockere Erde; ahd. mulli, st. N. (ja), Müll, Abfall, Schutt; s. ahd. mullen, sw. V. (1a), plagen, zermalmen, zermahlen (V.), zerstören; germ. *muljan, sw. V., mahlen, zermalmen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Müll, DW 12, 2653, EWD s. u. Müll, EWAhd 6, 605, Duden s. u. Müll, Bluhme s. u. Muell; Son.: vgl. ae. myl, N., Staub; nndl. mul, Sb., Erde; nschw. mull, Sb., Erde; GB.: (mulli) seit 11. Jh. belegte und mit dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den festen seit dem 15. Jh. nicht mehr auf Straßen und in Gewässern entsorgten sondern auf (besonderen) Feldern gelagerten Abfall menschlicher Haushalte oder Betriebe; BM.: mahlen; F.: Müll, Mülls, Mull, Mulls+EW; Z.: Mül-l
$Mullbinde, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Mullbinde; E.: s. Mull, s. Binde; L.: fehlt DW, EWD s. u. Mull; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Mull und Binde gebildete Bezeichnung für eine wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Binde aus Mull zu dem Befestigen keimfreier Wundauflagen; F.: Mullbinde, Mullbinden+FW+EW; Z.: Mull—bind-e
Müller, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Müller, Betreiber einer Mühle; ne. miller; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. mülnære, st. M., Müller; mnd. mölnære*, mȫlenære*, mȫlenēr, mȫlenēre, mölner, M., Möllner, Müller, Mühlenbesitzer, Mühlenpächter; mnl. molenare, M., Müller; ahd. mulināri, st. M. (ja), Müller; as. mulināri*, st. M., Müller; lat. molīnārius (1), M., Müller, (538/539-594 n. Chr.); vgl. lat. molīna, F., Mühle; vgl. lat. molere, V., mahlen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Müller, Kluge s. u. Müller, DW 12, 2654, EWD s. u. Müller, EWAhd 6, 601, Duden s. u. Müller, Bluhme s. u. Mueller; Son.: vgl. afries. molener, molner, M., Müller; an. mylnari, M., Müller; nndl. molenaar, Sb., Müller; afrz. meunier, M., Müller; nschw. mjölnare, Sb., Müller; nisl. malari, M., Müller; nir. muilleoir, M., Müller; lit. malūnininkas, M., Müller; GB.: (mulināri) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Betreiber einer von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Mühle; BM.: mahlen; F.: Müller, Müllers, Müllern+FW(+EW); Z.: Mül-l-er
Mulm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mulm, zerfallene Erde, Staub, Stauberde; ne. duff; Vw.: -; Hw.: s. mulmig; Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. molm, Sb., Mulm; mhd. müllen, sw. V., zerstoßen (V.), zermalmen; ahd. mullen, sw. V. (1a), plagen, zermalmen, zermahlen (V.), zerstören; germ. *muljan, sw. V., mahlen, zermalmen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, mlē-, melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mulm, Kluge s. u. Mulm, DW 12, 2657, EWD s. u. mulmig, Duden s. u. Mulm, Bluhme s. u. Mulm; Son.: s. ahd. ahd. melm, st. M. (a?), Staub; mhd. melm, st. M., Staub, Sand; as. melm, st. M. (a?), Staub; mnd. melm, milm, M., aufgewirbelter Staub, Sandstaub; vgl. ae. *mealm, Sb., Sand; GB.: seit 17. Jh. nd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche zerfallene Erde oder Staub oder Stauberde; BM.: mahlen; F.: Mulm, Mulms, Mulmes+EW; Z.: Mul-m
mulmig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. mulmig, zerfallen (Adj.), unbehaglich; ne. queasy; Vw.: -; Hw.: s. Mulm; Q.: 20. Jh.; E.: wohl übertragen von mulmig, Adj., zerfallen (Adj.); letztlich zu Mulm (s. d.); L.: Kluge s. u. mulmig, DW 12, 2657, EWD s. u. mulmig, Duden s. u. mulmig; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Mulm und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unbehaglich oder bedenklich oder locker oder faulig; BM.: mahlen; F.: mulmig, mulmige, mulmiges, mulmigem, mulmigen, mulmiger(, mulmigere, mulmigeres, mulmigerem, mulmigeren, mulmigerer, mulmigst, mulmigste, mulmigstes, mulmigstem, mulmigsten, mulmigster)+EW; Z.: mul-m-ig
mulsch, nhd. (ält.), Adj., (16. Jh.): nhd. mulsch, angefault, weich; ne. putrid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einem oberdeutsch mölsch, molsch, Adj., mulsch; letztlich zu mahlen (s. d.); L.: Kluge s. u. mulsch, DW 12, 2658 (mulsch), Duden s. u. mulsch; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit mahlen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches angefault oder weich; BM.: mahlen; F.: mulsch, mulsche, mulsches, mulschem, mulschen, mulscher+EW; Z.: mul-sch
multi…, nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. multi...; ne. multi…; Vw.: s. -plikation, -plizieren; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. multus; E.: s. lat. multus, Adj., viel, zahlreich, (um 450 v. Chr.); s. idg. *mel- (4)?, Adj., stark, groß, Pokorny 720 (1194/59) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. multi-, fehlt DW, EWD s. u. multi-, Duden s. u. multi-; Son.: s. multipel, multikausal, multilateral, Multitalent; vgl. nschw. multi…, Präf., multi…; frz. multi…, Präf., multi…; nschw. multi…, Präf., multi…; nnorw. multi…, Präf., multi…; poln. multi…, Präf., multi…; lit. multi…, Präf., multi…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für viel oder groß oder eine Vervielfachung; BM.: viel bzw. stark; F.: multi…+FW; Z.: mul-t-i-
Multiplikation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Multiplikation, Vervielfachung, Malnehmen; ne. multiplication; Vw.: -; Hw.: s. multiplizieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. multiplicātio; E.: s. lat. multiplicātio, F., Vervielfältigung, Vervielfachung, Vermehrung, Multiplizieren, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. multiplicāre, vervielfältigen, vermehren, vergrößern, multiplizieren, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. multus, Adj., viel, zahlreich; idg. *mel- (4)?, Adj., stark, groß, Pokorny 720 (1194/59) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. multiplizieren, fehlt DW, EWD s. u. multiplizieren, Duden s. u. Multiplikation; Son.: vgl. frz. multiplication, F., Multiplikation; nschw. multiplikation, Sb., Multiplikation; nnorw. multiplikasjon, M., Multiplikation; lit. multiplikacija, F., Multiplikation; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Vervielfachung einer Zahl durch eine andere Zahl wie beispielsweise ein mal eins oder zwei mal drei oder hundert x tausend; BM.: viel, falten; F.: Multiplikation, Multiplikationen+FW(+EW); Z.: Mul-t-i-pli-k-at-io-n
multiplizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. multiplizieren, malnehmen, vervielfachen; ne. multiply; Vw.: -; Hw.: s. Multiplikation; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. multiplicāre; E.: s. lat. multiplicāre, vervielfältigen, vermehren, vergrößern, multiplizieren, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. multus, Adj., viel, zahlreich; idg. *mel- (4)?, Adj., stark, groß, Pokorny 720 (1194/59) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. multiplizieren, fehlt DW, EWD s. u. multiplizieren, Duden s. u. multiplizieren; Son.: vgl. frz. multiplier, V., multiplizieren; nschw. multiplicera, V., multiplizieren; nschw. multiplisere, V., multiplizieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches eine Zahl mit einer anderem mal nehmen wie beispielsweise 10 mal 10 oder hundert mal hundert oder eine Million x eine Million; BM.: viel, falten; F.: multiplizieren, multipliziere, multiplizierst, multipliziert, multiplizierest, multiplizieret, multiplizierte, multipliziertest, multiplizierten, multipliziertet, ##multipliziert, multiplizierte, multipliziertes, multipliziertem, multiplizierten, multiplizierter##, multiplizierend, ###multiplizierend, multiplizierende, multiplizierendes, multiplizierendem, multiplizierenden, multiplizierender###, multiplizier (!) +FW; Z.: mul-t-i-pli-z-ier-en
Mumie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mumie, mumifizierter Körper; ne. mummy (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. it. mummia; E.: s. it. mummia, F., Mumie; arab. mūmiyā, Sb., Mumie, Erdpech; von pers. mūm, Sb., Wachs; L.: Kluge s. u. Mumie, DW 12, 2659, EWD s. u. Mumie, Duden s. u. Mumie; Son.: vgl. nndl. mummie, Sb., Mumie; frz. momie, F., Mumie; nschw. mumie, Sb., Mumie; nnorw. mumie, M., Mumie; poln. mumia, F., Mumie; kymr. mymi, M., Mumie; lit. mumija, F., Mumie; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Persischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliche durch Austrocknung oder Einbalsamierung vor Verwesung geschützte Leiche eines (toten) Menschen; BM.: Wachs; F.: Mumie, Mumien+FW; Z.: Mum-i-e
$mumifizieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. mumifizieren, zu einer Mumie machen; E.: s. Mumi(e), s. fizieren (lat. facere); L.: Kluge s. u. Mumie, fehlt DW, EWD s. u. Mumie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mumi(e) und fizieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches durch Austrocknung oder Einbalsamierung eine vergängliche (verwesliche) Leiche eines Menschen zu einer Mumie (als einem dauerhafteren Gegenstand) machen; F.: mumifizieren, mumifiziere, mumifizierst, mumifiziert, mumifizierest, mumifizieret, mumifizierte, mumifiziertest, mumifizierten, mumifiziertet, ##mumifiziert, mumifizierte, mumifiziertes, mumifiziertem, mumifizierten, mumifizierter##, mumifizierend, ###mumifizierend, mumifizierende, mumifizierendes, mumifizierendem, mumifizierenden, mumifizierender###, mumifizier+FW; Z.: mum-i-fi-z-ier-en
Mumm, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mumm, Mut; ne. courage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht in der Studentensprache gekürzt aus lateinisch animum (in der Wendung: keinen Animum haben); s. lat. animus, M., Seele, Geist, Sinn, Aufmerksamkeit; idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mumm, fehlt DW, EWD s. u. Mumm, Duden s. u. Mumm, Bluhme s. u. Mumm; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht aus lat. (ani)mum und m gebildete Bezeichnung für Mut oder eine große und mutige menschliche Entschlossenheit und Tatkraft; BM.: Seele?; F.: Mumm, Mumms+FW+EW?; Z.: Mu-m-m
Mumme, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Mumme, vermummter Mensch; ne. mummer, masked person; Vw.: -; Hw.: s. Mummenschanz; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: s. mhd. mumme, F., Mumme (F.) (1), Maske?; afrz. momon, F., Maske; zu span. momo, M., Grimasse; Kinderwort?; L.: Kluge 1. A. s. u. Mumme 2, Kluge s. u. Mumme, DW 12, 2661, EWD s. u. mummen, Duden s. u. Mumme, Bluhme s. u. vermummen; Son.: vgl. nndl. mom, Sb., Mumme?; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Spanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche verkleidete menschliche Gestalt; BM.: Grimasse; F.: Mumme, Mummen+FW; Z.: Mum-m-e
$Mumme (2), nhd., F., (15. Jh.?): nhd. eine vielleicht nach dem PN Christian Mumme (Braunschweig 1492) gebildete Bezeichnung für ein Bier; L.: Kluge 1. A. s. u. Mumme 1, DW 12, 2660; F.: Mumme, Mummen+FW; Z.: Mumm-e
$Mummelgreis, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mummelgreis; E.: s. mummel(n), s. Greis; L.: Kluge s. u. mummeln, fehlt DW, EWD s. u. mummen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mummel(n) und Greis gebildete Bezeichnung für einen mummelnden (zahnlosen) Greis; F.: Mummelgreis, Mummelgreises, Mummelgreise, Mummelgreisen+EW; Z.: Mumm-el—grei-s
mummeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. mummeln, mümmeln, unverständlich murmeln, brummeln; ne. mumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. mummelen, sw. V., murmeln, leise die Lippen bewegen, brummen, heimlich reden; s. ahd. murmulōn*, sw. V. (2), murren, murmeln; germ. *murmurōn, sw. V., murmeln; s. lat. murmurāre, V., murmeln, brummen; idg. *mormor-, *murmur-, V., murmeln, rauschen, Pokorny 748 (1258/123) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. mummeln, Kluge s. u. mummeln, DW 12, 2662, EWD s. u. mummen, Duden s. u. mummeln; Son.: vgl. nndl. mummelen, V., murmeln; nschw. mumla, V., murmeln; nnorw. mumle, V., murmeln; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches unverständlich murmeln oder brummeln; BM.: murmeln; F.: mummeln, mummel (!), mummle, mummele, mummelst, mummelt, mummelte, mummeltest, mummelten, mummeltet, gemummelt, ##gemummelt, gemummelte, gemummeltes, gemummeltem, gemummelten, gemummelter##, mummelnd, ###mummelnd, mummelnde, mummelndes, mummelndem, mummelnden, mummelnder###, mummel (!)+EW; Z.: mumm-el-n
$mummen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. mummen, hüllen, kleiden; Vw.: s. ein-, ver-; E.: s. Mumm(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mumme, DW 12, 2663, EWD s. u. mummen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mumm(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hüllen oder kleiden; F.: mummen, mumme (!), mummst, mummt, mummest, mummet, mummte, mummtest, mummten, mummtet, gemummt, ##gemummt, gemummte, gemummtes, gemummtem, gemummten, gemummter##, mummend, ###mummend, mummende, mummendes, mummendem, mummenden, mummender###, mumm (!)+EW; Z.: mum-m-en
Mummenschanz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Mummenschanz, Maskenfest, Verkleidung; ne. mummery, masquerade; Vw.: -; Hw.: s. Mumme; Q.: 16. Jh.; E.: Vorderglied s. Mumme; Hinterglied s. fnhd. schanz, Sb., Glückswurf beim Würfelspiel; afrz. cheance, F., Glückswurf, Einsatz; frühroman. *cadentia, F., Fallen der Würfel; vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Mummenschanz, DW 12, 2664, EWD s. u. mummen, Duden s. u. Mummenschanz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mumm(e) und en (Suff.) sowie Schanz oder frz. chance gebildete Bezeichnung für ein von Menschen veranstaltetes Maskenfest oder für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verkleidung; BM.: Grimasse, fallen; F.: Mummenschanz, Mummenschanzes+FW+EW; Z.: Mum-m-en—scha-n-z
$Mummerei, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Mummerei, Vermummung, Verkleidung; E.: s. Mumm(e), s. er, s. ei; L.: Kluge s. u. Mumme, DW 12, 2666; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Mumm(e) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Kleidung mögliche Vermummung oder Verkleidung; F.: Mummerei, Mummereien+FW; Z.: Mum-m-er-ei
Mumpitz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mumpitz, Unsinn, Schwindel; ne. bogus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: wohl von einem volkstümlichen Wort für Schreckgespenst; s. Mumme, Butz; L.: Kluge s. u. Mumpitz, fehlt DW, EWD s. u. mummen, Duden s. u. Mumpitz; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Mum(me) und Butz gebildete Bezeichnung für einen für Menschen nicht beachtenswerten Unsinn oder Schwindel; BM.: Grimasse, schlagen?; F.: Mumpitz, Mumpitzes+EW?; Z.: Mum—pitz
Mumps, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mumps, eine Infektionskrankheit; ne. mumps; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. ne. mumps; E.: s. ne. mumps, N., Mumps; vgl. ne. mump, V., ein verdrossenes Gesicht machen; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit nhd. mucksen (s. d.); L.: Kluge s. u. Mumps, DW 12, 2669, EWD s. u. Mumps, Duden s. u. Mumps; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit mucksen verbindbare Bezeichnung für eine fieberhafte Infektionskrankheit mit schmerzhafter Schwellung der Ohrspeicheldrüse durch ein erst 1945 näher bestimmtes Virus; BM.: ein verzogenes Gesicht machen; F.: Mumps+FW; Z.: Mumps
Mund (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mund (M.), Maul; ne. mouth (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mündung; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. munt, st. M., Mund (M.), Maul (N.) (1), Mündung, Öffnung; mnd. munt (1), mont, mund, M., F., Mund, Mundhöhle, Maul (N.) (1), Mundwerk, mundähnliche Öffnung, Mundloch, Ofenloch; mnl. mont, M., Mund, Maul (N.) (1), Öffnung, Eingang; ahd. mund (1), st. M. (a), Mund (M.), Maul (N.) (1), Rede, Beredsamkeit; as. mūth*, mund, st. M. (a), Mund; anfrk. mund*, munt, st. M. (a), Mund (M.); germ. *munþa-, *munþaz, st. M. (a), Mund (M.); idg. *ment- (2), *mentʰ-, *menth₂-, V., Sb., kauen, Gebiss, Mund (M.), Pokorny 732 (1225/90) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mund, Kluge s. u. Mund 1, DW 12, 2669, EWD s. u. Mund, EWAhd 6, 606, Falk/Torp 310, Duden s. u. Mund, Bluhme s. u. Mund (der); Son.: vgl. afries. mūth, st. M. (a), Mund (M.); nordfries. müd, müth, müss; ae. mūþ, st. M. (a), Mund (M.), Öffnung, Tor (N.), Tür; an. munnr, muðr, st. M. (a), Mund (M.); got. munþs, st. M. (a), Mund (M.); nndl. mund, Sb., Mund (M.); nschw. mun, Sb., Mund (M.); nnorw. munn, M., Mund (N.); lat. mentum, N., Kinn, Kinnbart; kymr. mant, Sb., Kinnlade; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die durch Unterkiefer und Oberkiefer gebildete und durch die Lippen verschließbare Öffnung in dem unteren Teil des Gesichts von Primaten die zu der Nahrungsaufnahme und bei der Hervorbringung sprachlicher Laute verwendet wird; BM.: kauen; F.: Mund, Munde, Mundes, Munds, Münder, Mündern+EW; Z.: Mund
Mund (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Mund (F.), Schutz, Schirm, Gewalt; ne. shelter (N.), protection; Vw.: -; Hw.: s. mündig, Mündel; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. munt, st. M., F., Schutz, Bevormundung, Einwilligung, Erlaubnis; mnd. munt? (4), M.?, F.?, Mund (F.), Hand, Schutz, Bevormundung, Vormundschaft; mnl. mont, M., Macht, Vormund; ahd. munt (1)?, st. F. (i), Schutz, Munt; as. mund* (2)?, st. F. (i), Hand, Schutz; anfrk. -; germ. *mundō, st. F. (ō), Hand, Schutz; germ. *mundi- (1), *mundiz, st. F. (i), Hand, Schutz; idg. *mn̥tós, Sb., Hand, Pokorny 740; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mund 2, Kluge s. u. Mund 2, DW 12, 2683, EWAhd 6, 620, Falk/Torp 326, Duden s. u. Mund, Bluhme s. u. Mund (die); Son.: vgl. afries. mund (3), mond (2), st. M. (a), Vormund; saterl. mond; ae. mund (2), st. F. (ō), Hand, Schutz, Vormund, Vormundschaft, Sicherheit, Königsfriede, Strafe für Bruch des Königsfriedens; an. mund (1), st. F. (ō), Hand; got. *munds (1), st. F. (i), Schutz; got. *munda, st. F. (ō), Schutz; gr. μάρη (márē), F., Hand; lat. manus, F., Hand; mir. muntar, Sb., Familie; heth. manijahh-, V., einhändigen, verwalten; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für die Gewalt des Hausherrn über die in der Hausgemeinschaft lebenden und von ihm zu schützenden Menschen wie Ehefrau und Kinder sowie Gesinde; BM.: Hand; F.: Mund+EW; Z.: Mun-d
$Mundart, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mundart; E.: s. Mund, s. Art; L.: Kluge s. u. Mundart, DW 12, 2669, EWD s. u. Mund; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mund und Art gebildete Bezeichnung für eine örtlich bestimmte Variation einer Sprache wie Hessisch oder Bayerisch oder Österreichisch in dem Verhältnis zu Deutsch (insgesamt bis zu 20 deutsche Mundarten in den drei Hauptgruppen niederdeutsch und mitteldeutsch sowie oberdeutsch; F.: Mundart, Mundarten+EW; Z.: Mun-d—art
Mündel, nhd., M., N., F., (15. Jh.): nhd. Mündel, schutzbefohlener Mensch, unter Vormundschaft stehender Mensch; ne. ward; Vw.: -; Hw.: s. Mund (2), mündig; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. mündel, M., Mündel, minderjähriges Kind in dem Verhältnis zu seinem Vormund; s. ahd. muntōn*, sw. V. (2), schützen, jemanden schützen, verteidigen; ahd. munt* (1)?, st. F. (i), Schutz, Munt; ahd. munt (2)? 13, st. F. (i), Hand, Palme (Handfläche als Längenmaß); germ. *mundō, st. F. (ō), Hand, Schutz; germ. *mundi- (1), *mundiz, st. F. (i), Hand, Schutz; idg. *mn̥tós, Sb., Hand, Pokorny 740; s. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mündel, Kluge s. u. Mündel, EWD s. u. Mündel, DW 12, 2685, Duden s. u. Mündel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unter einer Vormundschaft eines anderen Menschen stehenden Menschen; BM.: Hand; F.: Mündel, Mündels, Mündeln+EW; Z.: Mün-d-el
$mündelsicher, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. mündelsicher, besonders sicher; E.: s. Mündel, s. sicher; L.: Kluge s. u. Mündel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Mündel und sicher gebildete Bezeichnung für zu dem Schutz von Mündeln besonders sicher (ausgebildet); F.: mündelsicher, mündelsichere, mündelsicheres, mündelsicherem, mündelsicheren, mündelsicherer+EW(+FW); Z.: mün-d-el—si-ch-er
$munden, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. munden, schmecken; E.: s. Mund, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mund 1, DW 12, 2686, EWD s. u. Mund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mund und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von (höheren?) Tieren mögliches schmecken; F.: munden, munde (!), mundest, mundet, mundete, mundetest, mundeten, mundetet, gemundet, ##gemundet, gemundete, gemundetes, gemundetem, gemundeten, gemundeter##, mundend, ###mundend, mundende, mundendes, mundendem, mundenden, mundender###, mund (!)+EW; Z.: mund-en
$münden, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. münden, einen Einfluss bilden; E.: s. Münd(ung), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Mündung, EWD s. u. Mund; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mund und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches einen Einfluss bilden; F.: münden, münde, mündest, mündet, mündete, mündetest, mündeten, mündetet, gemündet, ##gemündet, gemündete, gemündetes, gemündetem, gemündeten, gemündeter##, mündend, ###mündend, mündende, mündendes, mündendem, mündenden, mündender###, münd (!)+EW; Z.: münd-en
$mundfaul, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. mundfaul, maulfaul, schweigsam, wortkarg; E.: s. Mund, s. faul; L.: DW 12, 2687, EWD s. u. Mund; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mund und faul gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mit dem Munde faul oder schweigsam oder wortkarg; F.: mundfaul, mundfaule, mundfaules, mundfaulem, mundfaulen, mundfauler(, mundfaulere, mundfauleres, mundfaulerem, mundfauleren, mundfaulerer, mundfaulst, mundfaulste, mundfaulstes, mundfaulstem, mundfaulsten, mundfaulster)+EW; Z.: mund-fau-l
$Mundharmonika, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mundharmonika; E.: s. Mund, s. Harmonika; L.: Kluge s. u. Harmonika, DW 12, 2687; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Mund und Harmonika gebildete Bezeichnung für ein um 1820 von Menschen entwickeltes und mit dem Mund (und den Händen) zu spielendes Musikinstrument; F.: Mundharmonika, Mundharmonikas+EW+FW; Z.: Mund—har-mon-ik-a
mündig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. mündig, volljährig, erwachsen (Adj.), Gewalt habend; ne. being (Adj.) of age, mature (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Mund (2), Mündel; Q.: 1315/1323 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: mhd. mündic*, mündec, Adj., mündig; mnd. mündich, mundich, Adj., mündig, seiner Sinne mächtig, verständig, vernünftig, vernunftbegabt, volljährig, bevollmächtigt; vgl. mnd. munt? (4), M.?, F.?, „Mund“ (F.), Hand, Schutz, Bevormundung, Vormundschaft; ahd. munt (1)?, st. F. (i), Schutz, Munt; as. mund* (2)?, st. F. (i), Hand, Schutz; germ. *mundō, st. F. (ō), Hand, Schutz; germ. *mundi- (1), *mundiz, st. F. (i), Hand, Schutz; idg. *mn̥tós, Sb., Hand, Pokorny 740; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mündig, Kluge s. u. mündig, DW 12, 2688, EWD s. u. mündig, Duden s. u. mündig; Son.: vgl. nschw. myndig, Adj., mündig; nnorw. myndig, Adj., mündig; GB.: seit 1315/1322 belegte und aus Mund (F.) und ig gebildete Bezeichnung für volljährig oder erwachsen (Adj.) oder das Erreichthaben eines bestimmten Alters das gesetzlich zu der eigenen Vornahme von Rechtshandlungen berechtigt; BM.: Hand; F.: mündig, mündige, mündiges, mündigem, mündigen, mündiger(, mündigere, mündigeres, mündigerem, mündigeren, mündigerer, mündigst, mündigste, mündigstes, mündigstem, mündigsten, mündigster)+EW; Z.: mün-d-ig
$mündlich, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. mündlich, mit dem Mund ausgeführt, sprachlich, gesprochen; E.: s. Mund, s. lich; L.: Kluge s. u. Mund 1, DW 12, 2690, EWD s. u. Mund; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Mund und lich gebildete Bezeichnung für mit dem Mund und damit sprachlich ausgeführt oder gesprochen in Gegensatz zu schriftlich; F.: mündlich, mündliche, mündliches, mündlichem, mündlichen, mündlicher+EW; Z.: münd-lich
$Mundraub, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mundraub, Raub von wenigen Esswaren ; E.: s. Mund, s. Raub; L.: Kluge s. u. Mundraub, DW 12, 2692, EWD s. u. Mund; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mund und Raub gebildete Bezeichnung für einen geringer strafbaren Raub von wenigen für den Mund bestimmten Esswaren; F.: Mundraub, Mundraubes, Mundraubs+EW; Z.: Mund—rau-b
$mundtot, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. mundtot; E.: s. Mund, s. tot; L.: Kluge s. u. mundtot, EWD s. u. mundtot; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mund und tot gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches hinsichtlich des Mundes und damit des Sprechens tot; RW.: jemanden mundtot machen; F.: mundtot+EW; Z.: mund—to-t
Mündung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mündung, Öffnung; ne. mouth (of a river); Vw.: -; Hw.: s. Mund (1); Q.: 18. Jh.; E.: s. ahd. gimundi, st. N. (ja), Mündung, Hfen (M.) (1); vgl. ahd. mund (1), st. M. (a), Mund (M.), Maul (N.) (1), Rede, Beredsamkeit; germ. *munþa-, *munþaz, st. M. (a), Mund (M.); idg. *ment- (2), *mentʰ-, *menth₂-, V., Sb., kauen, Gebiss, Mund (M.), Pokorny 732 (1225/90) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Mündung, EWD s. u. Mund, DW 12, 2693, Duden s. u. Mündung; Son.: vgl. nndl. monding, Sb., Mündung; nschw. mynning, Sb., Mündung; nnorw. munning, M., F., Mündung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus münd(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Stelle an der ein Fluss oder ein anderes Gewässer in ein (anderes) Gewässer fließt; BM.: Mund (M.); F.: Mündung, Mündungen+EW; Z.: Münd-ung
$Mundwerk, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mundwerk, Werk das mit dem Munde gemacht wird, Wort, Rede; E.: s. Mund, s. Werk; L.: DW 12, 2694, EWD s. u. Mund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mund und Werk gebildete Bezeichnung für Sprechfähigkeit; F.: Mundwerk, Mundwerkes, Mundwerks, Mundwerke, Mundwerken+EW; Z.: Mund—werk
Muni, nhd. (dial.), M., (19. Jh.): nhd. Muni, Zuchtstier; ne. bull; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht lautmalend; L.: Kluge s. u. Muni, fehlt DW, Duden s. u. Muni; Son.: schweiz.; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen für die Zucht verwendeten Stier sowie umgangssprachlich für Munition; BM.: lautmalend?; F.: Muni, Munis+EW?; Z.: Muni
Munition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Munition, Geschoss, Patronen, Schießmaterial für Feuerwaffen; ne. ammunition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. munition; E.: s. mnd. munitiōn, monitiōn, F., Munition, Kriegsgerät, Schießbedarf; frz. munition, F., Munition, Kriegsmaterial; lat. mūnītio, F., Befestigung, Verwahrung, Befestigungsmittel, (120-67 v. Chr.); vgl. lat. mūnīre, V., mauern, schanzen, verschanzen, aufbauen; vgl. idg. *mei- (1), Sb., V., befestigen, Pfahl, Bau, Pokorny 709 (1175/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Munition, fehlt DW, EWD s. u. Munition, Duden s. u. Munition; Son.: vgl. nndl. munitie, Sb., Munition; nschw. ammunition, Sb., Munition; nnorw. ammunisjon, M., Munition; poln. amunicja, F., Munition; lit. amunicija, F., Munition; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen etwa seit dieser Zeit aus Schießpulver und anderen Sprengladungen entwickeltes und verwendetes Schießmaterial für Feuerwaffen; BM.: befestigen; F.: Munition, Munitionen+FW; Z.: Mu-n-it-io-n
munizipal, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. munizipal, städtisch, Stadt betreffend; ne. municipal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1617?; I.: Lw. lat. mūnicipālis; E.: s. lat. mūnicipālis, Adj., zu einem Munizipium gehörig, Munizipal..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mūnicipium, N., Munizipium, Bundesstadt, Landstadt; lat. mūniceps, M., Bürger eines Munizipiums, Munizipalbürger, Mitbürger; vgl. lat. mūnia, N. Pl., Pflichten, Rechte, Geschäfte, Tagwerk; lat. mūnis, Adj., gefällig, dienstfertig; idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Duden s. u. munizipal; Son.: vgl. frz. municipal, Adj., munizipal; poln. municypalny, Adj., municipal; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für städtisch oder Stadt betreffend; BM.: dienstfertig; F.: munizipal, munizipale, munizipales, munizipalem, munizipalen, munizipaler+FW(+EW); Z.: mu-n-i-zip-al
munkeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. munkeln, flüstern, heimlich reden, in dem Geheimen reden; ne. rumour (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. munkelen, sw. V., munkeln, insgeheim reden, im Stillen reden, im Stillen handeln, heimlich im Gange sein (V.); übernommen aus ndd. munkelen, älter ist oberdeutsch die einfache Form munken; vielleicht eine Lautgebärde von mummelen; L.: Kluge 1. A. s. u. munkeln, Kluge s. u. munkeln, DW 12, 2696, EWD s. u. munkeln, Duden s. u. munkeln, Bluhme s. u. munkeln; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und vielleicht mit mummeln verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches in dem Geheimen reden; BM.: lautmalend?; F.: munkeln, munkel (!), munkle, munkelst, munkelt, munkelte, munkeltest, munkelten, munkeltet, gemunkelt, ##gemunkelt, gemunkelte, gemunkeltes, gemunkeltem, gemunkelten, gemunkelter##, munkelnd, ###munkelnd, munkelnde, munkelndes, munkelndem, munkelnden, munkelnder###, munkel (!)+EW; Z.: munk-el-n
Münne, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Münne, ein Fisch, Raubalet, Döbel; ne. chub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mnd. mȫne, mone, mome, M., Barbe (ein Fisch), Rotbarbe; mnl. moene, Sb., Münne; ahd. muniwa*, munuwa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Münne (ein Fisch), Munne, Aland (ein Fisch), ein karpfenähnlicher Fisch?; as. -; anfrk. -; germ. *muniwō, *munewō, st. F. (ō), Münne (ein Fisch), Munne; vgl. idg. *men- (4), Adj., V., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Münne, DW 12, 2698, EWAhd 6, 615, Falk/Torp 310, Duden s. u. Münne; Son.: vgl. afries. -; ae. myne (2), sw. F. (n), Elritze, Münne (ein Fisch), Munne (ein Fisch); an. -; got. -; nndl. meun, Sb., ein Fisch; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen Karpfenfisch mit großen Schuppen und dunklem grün glänzendem Rücken; BM.: klein; F.: Münne, Münnen+EW; Z.: Mün-n-e
Münster, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Münster, Klosterkirche, Stiftskirche, Dom (M.) (1); ne. minster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. münster, munster, st. N., Klosterkirche, Stiftskirche, Dom (M.) (1), Münster, Kloster; mnd. münster (1), munster, mönster, N., Kloster, Klosterkirche, Stiftskirche, Münster; mnl. monster, M., Tempel, Kloster, Klosterkirche; ahd. munster, monster, st. N. (a)?, Münster, Kloster; ahd. munistri*, munistiuri, st. M. (ja), st. N. (ja), „Münster“, Kloster; as. -; anfrk. munster, Bestandtteil von ON; germ. *munistri, N., Kloster; lat. monastērium, N., Einsiedelei, Kloster, (nach 384 n. Chr.); gr. μοναστήριον (mónastḗrion), N., Eremitenzelle, Kloster; μονάστῆς (monástēs), M., Einsiedler; gr. μόνος (mónos), Adj., allein; vgl. idg. men- (4), V., Adj., klein, verkleinern, vereinzelt, Pokorny 728 (1214/79) (RB. idg. aus ind., arm., gr., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Münster, Kluge s. u. Münster, DW 12, 2698, EWD s. u. Münster, EWAhd 6, 612, Duden s. u. Münster, Bluhme s. u. Muenster; Son.: vgl. afries. menster, st. N. (a), Münster; ae. mynster, mynstær, st. N. (a), Münster, Kathedrale, Kloster; an. mynstr, st. N. (a), Kirche; an. mustari, musteri, mysteri, st. N. (a), Kloster, Stiftskirche; got. -; nndl. munster, Sb., Münster; frz. monastère, M., Kloster; nschw. mynster, Sb., Kloster, Klosterkirche; nnorw. mynster, Sb., Münster; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Christen entwickelte und errichtete große Kirche eines Klosters oder Domkapitels; BM.: allein; F.: Münster, Münsters, Münstern+FW(+EW); Z.: Mün-st-er
munter, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. munter, rege, wach, heiter, lebhaft; ne. awake, lively; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. munter, munder, Adj., munter, wach, wachsam, frisch, eifrig, lebhaft, aufgeweckt; ahd. muntar, Adj., munter, lebhaft, behende, leicht, wach, aufgeweckt; as. -; anfrk. -; germ. *mundra-, *mundraz, Adj., wach, munter, lebhaft, eifrig; s. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730 (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. munter, Kluge s. u. munter, DW 12, 2699, EWD s. u. munter, EWAhd 6, 624, Falk/Torp 308, Heidermanns 416, Duden s. u. munter, Bluhme s. u. munter; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *mundrs?, Adj. (a), eifrig, zielstrebig; nndl. monter, Adj., munter (deutsches Lehnwort); lit. mañdras, Adj., munter, aufgeweckt; ksl. mo̧drŭ, Adj., gescheit, klug; gr. μανθάνειν (manthánein), V., lernen, erfahren (V.), verstehen, bemerken; kymr. mynnu, V., wünschen, verlangen; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rege oder wach oder heiter oder lebhaft; BM.: denken; F.: munter, muntere, munteres, munterem, munteren, munterer(, munterere, muntereres, muntererem, muntereren, muntererer, munterste, munterstes, munterstem, muntersten, munterster)+EW; Z.: mun-t-er
$Munterkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Munterkeit, Regheit, Wachheit, Heiterkeit; E.: s. munter, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. munter, DW 12, 2702, EWD s. u. munter; GB.: (mundericheit*?) vielleicht seit 1390 belegte und aus munter und keit gebildete Bezeichnung für Regheit oder Wachheit oder Heiterkeit; F.: Munterkeit, Munterkeiten+EW; Z.: Mun-t-er-kei-t
$muntern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. muntern, munter sein (V.), munter machen; Vw.: s. auf-, er-; E.: s. munter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. munter, DW 12, 2702, EWD s. u. munter; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus munter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches munter sein (V) oder munter machen; F.: muntern, muntere (!), munter (!), munterst, muntert, munterte, muntertest, munterten, muntertet, gemuntert, ##gemuntert, gemunterte, gemuntertes, gemuntertem, gemunterten, gemunterter##, munternd, ###munternd, munterndes, munterndem, munternden, munternder###, munter (!)+EW; Z.: mun-t-er-n
Münze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Münze, Geldstück, Münzprägestätte; ne. coin (N.), mint (N.); Vw.: -; Hw.: s. Moneten; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. münze, st. F., Münze, Silbermünze, Münzrecht, Münzstätte, Münzhaus; mnd. münte, mönte, F., Münze, Geldstück, Geld, Kleingeld, Geldwert, Währung, Münzrecht; mnl. munte, muynte, monte, moente, F., Münze; ahd. muniza, munizza, st. F. (ō), Münze, Geldstück, Geld; as. munita*, st. F. (ō), Münze; anfrk. munita, F., Münze; germ. *munita, F., Münze; lat. monēta, F., Münzstätte, gemünztes Geld, Mutter der Musen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); von Jūno Monēta in deren Tempel sich eine Münzprägestätte befand; L.: Kluge 1. A. s. u. Münze, Kluge s. u. Münze, DW 12, 2703, EWD s. u. Münze, EWAhd 6, 616, EWAhd 6, 617, Duden s. u. Münze, Bluhme s. u. Muenze; Son.: vgl. afries. mente, meneta, menote, F., Münze; afries. munte, st. F. (ō), Münze; ae. mynet, st. N. (a), Münze; an. mynt, st. F. (ō), Münze (Lw. aus dem Mnd.); nndl. munt, Sb., Münze; frz. monnaie, F., Geld; nschw. mynt, N., Münze; nnorw. mynt, M., Münze; poln. moneta, F., Münze; lit. moneta, F., Münze; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein seit erstmals um 640 v. Chr. in Lydien (um Izmir/Türkei) von König Alyattes II. herausgegebenes und aus Metall hergestelltes scheibenförmiges und meist geprägtes Geldstück; BM.: ON, Münzprägestätte; F.: Münze, Münzen+FW(+EW); Z.: Mün-z-e
$münzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. münzen, eine Münze prägen; E.: s. Münz(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Münze, EWD s. u. Münze; GB.: (munizōn*) seit 863-871 belegte und aus Münz(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums (640 v. Chr.) mögliches eine Münze prägen; F.: münzen (!), münze (!), münzst (!), münzt, münzest, münzet, münzte, münztest, münzten, münztet, gemünzt, ##gemünzt, gemünzte, gemünztes, gemünztem, gemünzten, gemünzter##, münzend, ###münzend, münzende, münzendes, münzendem, münzenden, münzender###, münz (!)+FW(+EW); Z.: mün-z-en
$Münzer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Münzer, Hersteller von Münzen; Vw.: s. Falsch-; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. münz(en), s. er (Suff.); L.: DW 12, 2708, EWAhd 6, 619; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus münz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums (640 v. Chr.) möglichen Hersteller von Münzen; F.: Münzer, Münzers, Münzern+FW; Z.: Mün-z-er
Muräne, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Muräne, ein Knochenfisch; ne. moray; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur); E.: vgl. mhd. murēn, st. F., Muräne; mnd. morēne, F.?, Muräne, Lamprete; lat. mūrēna, mūraena, F., Muräne, (um 250-184 v. Chr.); gr. μύραινα (mýraina), F., Muräne; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Muräne, DW 12, 2712, Duden s. u. Muräne; Son.: vgl. nndl. murene, Sb., Muräne; frz. murène, F., Muräne; nschw. muräna, Sb., Muräne; nnorw. murene, M.?, Muräne; poln. murena, F., Muräne; lit. murena, F., Muräne; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in warmen Meeren heimischen gelbbraunen und teilweise lebhaft gezeichneten nach Kochen essbaren (Knochen)Fisch; BM.: ?; F.: Muräne, Muränen+FW; Z.: Murän-e
mürb, nhd., Adj.: nhd. mürb; Vw.: s. mürbe
mürbe, mürb, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. mürbe, mürb, weich, zart, zerbrechlich, leicht in seine Teile zerfallend; ne. tender (Adj.), mellow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. mürwe, Adj., zerbrechlich, mürbe, dünn, zart, schwach, welk; mnd. mȫre (2), mȫr, mare, more, mor, morwe, Adj., mürbe, zerbrechlich, zerreißbar, morsch, weich, nachgiebig; mnl. morwe, Adj., weich, zart, sanft, mürbe, verweichlicht; ahd. muruwi*, Adj., zart, jung, weich; as. -; anfrk. -; germ. *murwa-, *murwaz, *murwja-, *murwjaz, Adj., mürbe, zart, fein; vgl. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735 (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. mürbe, Kluge s. u. mürbe, DW 12, 2713, EWD s. u. mürbe, EWAhd 6, 690, Heidermanns 418, Duden s. u. mürbe, Bluhme s. u. muerbe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. murw, Adj., mürb; nschw. mör, Adj., mürb; nnorw. mør, Adj., mürb; kymr. merw, Adj., schlaff; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weich oder zart oder zerbrechlich oder leicht in seine Teile zerfallend; BM.: reiben; F.: mürbe, mürb, mürbes, mürbem, mürben, mürber(, mürbere, mürberes, mürberem, mürberen, mürberer, mürbst, mürbste, mürbstes, mürbstem, mürbsten, mürbster)+EW; Z.: mür-b
$mürben, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. mürben, mürbe machen; Vw.: s. zer-; E.: s. mürb(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. mürb, DW 12, 2715; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus mürb(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mürbe machen; F.: mürben (!), mürbe, mürbst(!), mürbt (!), mürbest, mürbet, mürbte, mürbtest, mürbten, mürbtet, gemürbt, ##gemürbt, gemürbte, gemürbtes, gemürbtem, gemürbten, gemürbter##, mürbend, ###mürbend, mürbende, mürbendes, mürbendem, mürbenden, mürbender###, mürb (!)+EW; Z.: mür-b-en
Mure, Mur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Mure, Mur, Schuttmasse, Lawine aus Schlamm oder Steinen; ne. mudslide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Mur(e), DW 12, 2712 (Mur), Duden s. u. Mure, Bluhme s. u. Mure; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine aus Schlamm oder Steinen bestehende Schuttmasse oder Lawine; BM.: ?; F.: Mure, Mur, Muren+EW; Z.: Mur-e
Murk, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Murk, kleiner Brocken, kleines Kind; ne. small child, small piece; Vw.: -; Hw.: s. murksen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. morken, sw. V., zerdrücken; wahrscheinlich zurückführbar auf idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Murk, DW 12, 2716; GB.: seit 15. Jh. belegte und wahrscheinlich teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines abgebrochenes Stück (Brocken) oder für ein kleines Kind; BM.: reiben; F.: Murk, Murks, Murkse?, Murksen?+EW; Z.: Mur-k
$Murkel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Murkel, Mürkel, kleines Kind; E.: s. Murk, s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. murksen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Murk und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein kleines Kind; F.: Murkel, Murkels, Murkeln+EW; Z.: Mur-k-el
$Mürkel, nhd., N.: nhd. Mürkel, Murkel, kleines Kind; E.: s. Murk, s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. Murk; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Murk und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein kleines Kind; F.: Mürkel, Mürkels, Mürkeln+EW; Z.: Mür-k-el
$murkelig, murklig, nhd., Adj., (?): nhd. murkelig, Murkel betreffend; E.: s. Murkel, s. ig; L.: Kluge s. u. Murk, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Murkel und ig gebildete Bezeichnung für Murkel betreffend; F.: murkelig, murkelige, murkeliges, murkeligem, murkeligen, murkeliger(, murkeligere, murkeligeres, murkeligerem, murkeligeren, murkeligerer, murkeligst, murkeligste, murkeligstes, murkeligstem, murkeligsten, murkeligster, murklig, murklige, murkliges, murkligem, murkligen, murkliger(, murkligere, murkligeres, murkligerem, murkligeren, murkligerer, murkligst, murkligste, murkligstes, murkligstem, murkligsten, murkligste)+EW; Z.: mur-k-el-ig
$murken, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. murken, zerdrücken, tun; E.: s. Murk, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Murk, DW 12, 2716; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Murk und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für zerdrücken oder tun; F.: murken (!), murke (!), murkst, murkt, murkest, murket, murkte, murktest, murkten, murktet, gemurkt, ##gemurkt, gemurkte, gemurktes, gemurktem, gemurkten, gemurkter##, murkend, ##murkend, murkende, murkendes, murkendem, murkenden, murkender####, murk (!)+EW; Z.: mur-k-en
$Mürklein, nhd., N.: nhd. Mürklein, kleines Kind, Stück; E.: s. Murk, s. lein; L.: Kluge s. u. Murk, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Murk und lein gebildete Bezeichnung für ein kleines Kind oder Stück; F.: Mürklein, Mürkleins+EW; Z.: Mür-k-lein
$Murks, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Murks; E.: s. Murk; L.: Kluge s. u. Murk, DW 12, 2716, EWD s. u. murksen; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Murk verbindbare Bezeichnung für schlechte Arbeit und früher seit dem achtzehnten Jahrhundert für den Grunzton von Schweinen oder einen kleinen verdrießlichen Menschen, F.: Murks, Murkses, Murkse, Murksen+EW; Z.: Mur-k-s
murksen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. murksen, schlecht arbeiten, fehlerhaft arbeiten; ne. blunder (V.); Vw.: s. ab-; Hw.: s. Murk; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. morken, sw. V., zerdrücken; wahrscheinlich zurückführbar auf idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735? (1230/95) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. murksen, DW 12, 2716, EWD s. u. murksen, Duden s. u. murksen, Bluhme s. u. Murks; Son.: vielleicht vergleichbar mit ai. marcáyati, Adj., beschädigt, versehrt; lat. murcus, Adj., verstümmelt; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus Murks und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für schlecht arbeiten (oder töten) oder sich ohne sichtbaren Erfolg mit etwas beschäftigen; BM.: packen?, versehren?; F.: murksen, murkse, murkst, murksest, murkset, murkste, murkstest, murksten, murkstet, gemurkst, ##gemurkst, gemurkste, gemurkstes, gemurkstem, gemurksten, gemurkster##, murksend, ###murksend, murksende, murksendes, murksendem, murksenden, murksender###, murks (!)+EW; Z.: mur-k-s-en
murmeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. murmeln, leise und undeutlich sprechen, undeutlich reden, leise reden; ne. murmur (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. murmeln, sw. V., murren, murmeln, heimlich untereinander erzählen, verstohlen als Gerücht verbreiten; mnd. murmelen (1), murmulen, murlemen, sw. V., murmeln, murren, heimlich unzufrieden reden; ahd. murmulōn*, sw. V. (2), murren, murmeln; as. -; anfrk. murmulon*, sw. V. (2), murmeln, murren; germ. *murmurōn, sw. V., murmeln; lat. murmurāre, murmeln, brummen; idg. *mormor-, murmur-, V., murmeln, rauschen, Pokorny 748 (1258/123) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. murmeln, Kluge s. u. murmeln, DW 12, 2718, EWD s. u. murmeln, EWAhd 6, 685, Falk/Torp 326, Duden s. u. murmeln, Bluhme s. u. murmeln; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; gr. μορμύρειν (mormýrein), V., dahinbrausen, rauschen; lit. murmėti, V., murmeln; GB.: (ahd. murmulōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und vielleicht aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches leise und undeutlich sprechen oder reden oder raunen; BM.: rauschen; F.: murmeln (!), murmel (!), murmle, murmele, murmelst, murmelt, murmelte, murmeltest, murmelten, murmeltet, gemurmelt, ##gemurmelt, gemurmelte, gemurmeltes, gemurmeltem, gemurmelten, gemurmelter##, murmelnd, ###murmelnd, murmelnde, murmelndes, murmelndem, murmelnden, murmelnder###, murmel (!)+EW; Z.: murm-el-n
Murmeltier, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Murmeltier, Murmel, Schlafmütze; ne. marmot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. murmeltier, st. N., Murmeltier; mhd. mürmendīn, murmendīn, st. N., Murmeltier; ahd. murmento*, murmunto*, sw. M. (n), Murmeltier; aus einer romanischen Alpensprache, Kluge s. u. Murmeltier; die Erklärung einer Abstammung von lat. mūrem mōntis, M., Gebirgsmaus ist eine Sekundärmotivation und nicht überzeugend; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Tier; L.: Kluge 1. A. s. u. Murmeltier, Kluge s. u. Murmeltier, DW 12, 2722 (Murmelthier), EWD s. u. Murmeltier, EWAhd 6, 685, Duden s. u. Murmeltier; Son.: vgl. nndl. marmot, Sb., Murmeltier; frz. marmotte, F., Murmeltier; nschw. mumeldjur, Sb., Murmetier; nir. múrmeldýr, N., Murmeltier; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus einer romanischen Alpensprache aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seit vor rund 23 bis 5 Millionen Jahren aus Nordamerika belegtes und weltweit in Hochgebirgen lebendes Nagetier mit buschigem Schwanz; BM.: ?; F.: Murmeltier, Murmeltiers, Murmeltieres, Murmeltiere, Murmeltieren+FW+EW; Z.: Murm-el—tie-r
murren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. murren, grummeln, Unzufriedenheit mitteilen; ne. grumble (V.), complain (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1365 (Gedichte von Heinrich dem Teichner); E.: mhd. murren, sw. V., murren, stöhnen; mnd. murren (1), sw. V., murren, grollen, heimlich Unzufriedenheit zeigen, surren, summen, brummen, schnurren (von Katzen); mnl. morren, sw. V., murren; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. murren, Kluge s. u. murren, DW 12, 2723, EWD s. u. murren, Duden s. u. murren, Bluhme s. u. murren; Son.: vgl. nndl. morren, V., murren; nschw. morra, murra, V., murren; nnorw. murre, V., murren; GB.: seit 1350-1365 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für grummeln oder seine Unzufriedenheit mit brummender Stimme und unfreundlichen Worten mitteilen; BM.: lautmalend; F.: murren, murre (!), murrst, murrt, murrest, murret, murrte, murrtest, murrten, murrtet, gemurrt, ##gemurrt, gemurrte, gemurrtes, gemurrtem, gemurrten, gemurrter##, murrend, ###murrend, murrende, murrendes, murrendem, murrenden, murrender###, murr (!)+EW; Z.: murr-en
$mürrisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. mürrisch, grummelnd, abweisend; E.: s. murr(en), s. isch; L.: Kluge s. u. murren, EWD s. u. murren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus murr(en) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches grummelnd oder abweisend; F.: mürrisch, mürrische, mürrisches, mürrischem, mürrischen, mürrischer(, mürrischere, mürrischeres, mürrischerem, mürrischeren, mürrischerer, mürrischst, mürrischste, mürrischstes, mürrischstem, mürrischsten, mürrischster)+EW; Z.: mürr-isch
Mus, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Mus, dicker Brei; ne. pulp (N.), mash (N.); Vw.: (s. Lack-😉 Hw.: s. Gemüse; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. muos, st. N., Mus, Essen (N.), Mahlzeit, Speise, breiartige Speise; mnd. mōs (1), moes, mois, moys, mous, muͤs, N., Mus, Kohl, Gemüse, breiartige Speise, Essen (N.), Gericht (N.) (2), Mahlzeit, Arznei in Breiform; mnl. moes, mois, N., Mus, Brei; ahd. muos, st. N. (a), Mus, Brei, Speise, Essen (N.), Mahl, Mahlzeit, Gericht (N.) (2); as. mōs*, st. N. (a), Mus, Speise; anfrk. muos*, st. N. (a), Mus, Speise, Essen (N.); germ. *mōsa-, *mōsam, st. N. (a), Essen (N.), Speise, Mus; s. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mus, Kluge s. u. Mus, DW 12, 2728, EWD s. u. Mus, EWAhd 6, 646, Falk/Torp 305, Duden s. u. Mus, Bluhme s. u. Mus; Son.: vgl. afries. mōs, st. N. (a), Essen (N.), Speise, Mus; ae. mōs, st. N. (a), „Mus“, Nahrung, Speise, Essen (N.); an. -; got. -; nndl. moes, Sb., Mus; nschw. mos, Sb., Mus; nnorw. mos, M., Mus; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete eingekochte breiartige Speise meist aus Obst; BM.: nass bzw. fett; F.: Mus, Muses, Muse, Musen+EW; Z.: Mus-e
...mus, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ...mus; ne. ...m; Vw.: s. Algorith-, Altruis-, Anachorism-, Antagonis-, Aphoris-, Archais-, Atheis-, Behavioris-, Chauvinis-, Dadais-, Darwinis-, Defätis-, Dualis-, Egois-, Egotis-, Eklektizis-, Enthusias-, Euphemis-, Exhibitionis-, Exoris-, Expressionis-, Faschis-, Feminis-, Föderalis-, Formalis-, Galvanis-, Hellenis-, Idiotis-, Imperialis-, Impressionis-, Individualis-, Katechis-, Kommunis-, Manichäis-, Materialis-, Mechanis-, Militaris-, Nationalis-, Nepotis-, Nihilis-, Nudis-, (Optimis-), Pazifis-, Pessimis-, Realis-, Rheumatis-, Sadis-, Salafis-, Sarkas-, Sexis-, Snobis-, Sozialis-, Spas-, Spiritis-, Syllogis-, Terroris-, Theis-, Vandalis-, Voyeuris-, Wahhabis-, Zion-, Zyn-; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. …mus; E.: s. lat. …mus, Suff., …mus; gr. …μός (mós), Suff., …mus; Son.: vgl. nndl. …me, Suff., …mus; frz. …me, Suff., …mus; nschw. …m, Suff., …mus; nnorw. …me, Suff., …mus; poln. …m, Suff., …mus; lit. …maz, Suff., …mus; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und seitdem in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung um Substantive zu bilden; BM.: ?; F.: ...mus, ...musses, ...men+FW; Z.: -m-us
Musche, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Musche, Mouche, Schönheitspflästerchen; ne. small patch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. mouche; E.: s. frz. mouche, F., Fliege, Schönheitspflästerchen; lat. musca, F., Fliege (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *mū- (2), *mus-, Sb., Mücke, Fliege, Pokorny 752 (1270/135) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Musche, DW 12, 2730, Duden s. u. Musche; Son.: vgl. nndl. mouche, moesje, Sb., Musche; nschw. musch, Sb., Musche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verwendetes Schönheitspflästerchen; BM.: Fliege; F.: Musche, Muschen+FW; Z.: Musch-e
$Musche (2), nhd., F.: nhd. Musche; L.: Kluge s. u. Muschi; F.: Musche, Muschen+EW; Z.: Musch-e
Muschel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Muschel, ein Schalentier; ne. mussel, shell; Vw.: s. Mies-; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. muschel, sw. F. Muschel; mnd. mussel, F.?, Muschel; mnl. mosscle, moschel, muschele, F., Muschel; ahd. muskula*, muscula, st. F. (ō), sw. F. (n), Muschel; as. muskula*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Muschel; anfrk. -; germ. *muskula, Sb., Muschel; lat. mūsculus, M., Mäuschen, Muskel, Miesmuschel; vgl. lat. mūs, M., Maus; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Muschel, Kluge s. u. Muschel, DW 12, 2731, EWD s. u. Muschel, EWAhd 6, 710, Duden s. u. Muschel, Bluhme s. u. Muschel; Son.: vgl. afries. -; ae. muscelle, muscle, muxle, sw. F. (n), Muschel; an. -; got. -; nndl. mossel, Sb., Muschel; frz. moule, F., Muschel; nschw. mussla, Sb., Muschel; nnorw. musling, Sb., Muschel; poln. muzla, F., Muschel; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches in zahlreichen Arten in Gewässern lebendes teilweise essbares Weichtier dessen Körper von zwei durch Muskeln verschließbaren Kalkschalen umschlossen ist; BM.: Maus; F.: Muschel, Muscheln+FW; Z.: Musch-el
Muschi, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Muschi, Katze, ein weibliches Geschlechtsorgan; ne. pussy; Vw.: -; Hw.: s. Möse; Q.: 15. Jh.; E.: von einem mūze, musche, Sb., weibliches Geschlechtsorgan; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Muschi, Duden s. u. Muschi; Son.: vgl. nschw. mus, Sb., Muschi; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich entwickelte Katze; BM.: ?; F.: Muschi, Muschis+EW; Z.: Musch-i
Muse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Muse, Inspiration, eine menschliche Inspirationsquelle; ne. muse (N.); Vw.: -; Hw.: s. musisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. Μοῦσα (Musa); E.: s. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; Herkunft unklar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Muse, EWD s. u. Muse, DW 12, 2735, Duden s. u. Muse; Son.: vgl. nndl. muze, Sb., Muse; frz. muse, F., Muse; nschw. muse, Sb., Muse; nnorw. muse, M., Muse; poln. muza, F., Muse; lit. mūza, F., Muse; GB.: seit der 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unklare und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche Inspirationsquelle; BM.: streben oder denken; F.: Muse, Musen+FW; Z.: Mu-s-e
$museal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. museal, Museum betreffend; E.: s. Muse(um), s. al; L.: Kluge s. u. Museum, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Muse(um) und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für Museum betreffend; F.: museal, museale, museales, musealem, musealen, musealer+FW(+EW?); Z.: mu-s-e-al
Muselman, Muselmann, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Muselman, Muselmann, Moslem, Muslim; ne. musulman (ält.), muslim; Vw.: -; Hw.: s. Moslem; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. musulmano; E.: s. it. musulmano, M., Muselman; frz. musulman, M., Musulman; türk. müslüman, Muselmann; pers. muslimmān, M. Pl., Muselmanen; arab. muslim, M., sich Gott ergeben Habender; L.: Kluge s. u. Muselman(n), DW 12, 2737 (Muselmann), Duden s. u. Muselman; Son.: vgl. nndl. muzelman, Sb., Muselman; nschw. muselman, Sb., Muselman; nnorw. muselman, M., Muselman; poln. muzłumanin, M., Muselman; lit. musulmonas, M., Moslem; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Türkischen und Persischen sowie Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Muslim oder einen Anhänger des Islam; BM.: sich Gott ergeben Habender; F.: Muselman, Muselmanen, Muselmann, Muselmannen+FW(+EW); Z.: Musel-man
Museum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Museum, Ausstellungshaus; ne. museum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mūsēum; E.: s. lat. mūsēum, N., Museum, Musensitz, Bibliothek, Akademie, (116-27 v. Chr.); s. gr. μουσεῖον (museion), N., Musensitz; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; weitere Herkunft unklar, Frisk 2, 261; vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Museum, fehlt DW, EWD s. u. Museum, Duden s. u. Museum; Son.: vgl. nndl. museum, Sb., Museum; frz. musée, M., Museum; nschw. museum, N., Museum; nnorw. museum, N., Museum; poln. muzeum, N., Museum; nir. músaem, M., Museum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und mit Muse und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Gebäude oder Haus in dem Kunstwerke sowie kunstgewerbliche oder wissenschaftliche oder technische Sammlungen aufbewahrt und ausgestellt werden; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Museum, Museums, Museen+FW; Z.: Mu-s-e-um
Musical, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Musical, ein Singtheater; ne. musical (N.); Vw.: -; Hw.: s. Musik, musikalisch, Musikant, Musikus, musizieren; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. musical; E.: s. ne. musical, N., Musical; gekürzt aus musical comedy, N., musikalisches Lustspiel; vgl. lat. mūsica, F., Musenkunst, Musik; vgl. gr. μουσική τέχνη (musikḗ téchnē), F., Musenkunst; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; gr. τέχνη (téchnē), F., Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058; die Herkunft von gr. Μοῦσα ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musical, fehlt DW, EWD s. u. Musik, Duden s. u. Musical; Son.: vgl. nndl. musical, Sb., Musical; frz. musical, M., Musical; nschw. musikal, Sb., Musikal; nnorw. musikal, M., Musikal; poln. musical, M., Musical; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen abgekürzt aus musical comedy aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit The Black Crook von achtzehnhundertundsechsundsechzig entwickeltes und die früheren Operetten allmählich verdrängendes mit Gesang und Tanz vorgetragenes Singtheater; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Musical, Musicals+FW; Z.: Mu-s-ic-al
Musik, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Musik, Musikstück; ne. music (N.); Vw.: s. Schrammel-, (Volks-); Hw.: s. Musical, musikalisch, Musikant, Musikus, musizieren; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. mūsic, st. F., Musik; mnd. mūsike, mūseke, museken, F., Musik, Musikstück, Musikzeichen, Note; mnl. musike, F., Musik; ahd. musika*, musica*, st. F. (ō), Musik; lat. mūsica, F., Musenkunst, Musik, (81-43 v. Chr.); vgl. gr. μουσική τέχνη (musikḗ téchnē), F., Musenkunst; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; gr. τέχνη (téchnē), F., Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058; die Herkunft von gr. Μοῦσα ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musik, DW 12, 2740, EWD s. u. Musik,EWAhd 6, 701, Duden s. u. Musik; Son.: vgl. nndl. muziek, Sb., Musik; frz. musique, F., Musik; nschw. musik, Sb., Musik; nnorw. musikk, M., Musik; poln. muzyka, F., Musik; kymr. miwsig, M., Musik; GB.: (musika) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickelte und gepflegte Kunst Töne in einer bestimmten als angenehm empfundenen Reihenfolge zu ordnen und mit Werkzeugen wie Trommeln oder Flöten oder Streichinstrumenten oder Tasteninstrumenten zu erzeugen; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Musik, Musiken+FW(+EW); Z.: Mu-s-ik
musikalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. musikalisch, Musik betreffend, für Musik begabt; ne. musical (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Musik, Musikant, Musical, Musikus, musizieren; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. mlat. *mūsicālis; E.: mlat. *mūsicālis (2), Adj., musikalisch; vgl. lat. mūsica, F., Musenkunst, Musik; vgl. gr. μουσική τέχνη (musikḗ téchnē), F., Musenkunst; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; gr. τέχνη (téchnē), F., Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058; die Herkunft von gr. Μοῦσα ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musik, DW 12, 2741, EWD s. u. Musik, Duden s. u. musikalisch; Son.: vgl. nndl. muzikaal, Adj., musikalisch; frz. musical, Adj., musikalisch; nschw. musikalisk, Adj., musikalisch; nnorw. musikalsk, Adj., musikalisch; poln. muzykalny, Adj., musikalisch; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie aus Musik und al (Suff.) sowie isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für Musik betreffend oder für Musik begabt; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: musikalisch, musikalische, musikalisches, musikalischem, musikalischen, musikalischer(, musikalischere, musikalischeres, musikalischerem, musikalischeren, musikalischerer, musikalischst, musikalischste, musikalischstes, musikalischstem, musikalischsten, musikalischster)+FW(+EW); Z.: mu-s-ik-al-isch
Musikant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Musikant, Musiker, Musik spielender Mensch; ne. musician; Vw.: -; Hw.: s. Musik, musikalisch, Musikus, musizieren, Musical; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. mūsicāns; E.: s. lat. mūsicāns, (Part. Präs.=)M., Musikant, Musizierender; vgl. lat. mūsicāre, V., musikalisch einrichten, melodisch einrichten, musizieren, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. mūsica, F., Musenkunst, Musik; vgl. gr. μουσική τέχνη (musikḗ téchnē), F., Musenkunst; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; gr. τέχνη (téchnē), F., Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058; die Herkunft von gr. Μοῦσα ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musik, DW 12, 2741, EWD s. u. Musik, Duden s. u. Musikant; Son.: vgl. nndl. muzikant, Sb., Musikant; nschw. musikant, Sb., Musikant; nnorw. musikant, M., Musikant; poln. muzykant, M., Musikant; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen mit einem Musikinstrument Musik spielenden Menschen; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Musikant, Musikanten+FW; Z.: Mu-s-ik-ant
$Musiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Musiker, Musikant, Musikus; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Musik, s. er (Suff.); L.: DW 12, 2741, EWD s. u. Musik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen mit einem Musikinstrument Musik spielenden Menschen; F.: Musiker, Musikers, Musikern+FW; Z.: M u-s-ik-er
Musikus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Musikus, Musiker, Musikant; ne. musician; Vw.: -; Hw.: s. Musik, Musikant, musikalisch, muzizieren, Musical; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. mūsicus; E.: s. lat. mūsicus, M., Musiker, Tonkünstler, Dichter, Fachmann der Musiktheorie, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. mūsicus, Adj., Musik betreffend, musikalisch, Musik...; gr. μουσικός (musikós), Adj., musisch, Musen betreffend, Musen...; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; die weitere Herkunft ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musik, DW 12, 2743, EWD s. u. Musik, Duden s. u. Musikus; Son.: vgl. nndl. musicus, Sb., Musikus; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen mit einem Musikinstrument Musik spielenden Menschen; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Musikus, Musikusse, Musikussen+FW; Z.: Mu-s-ik-us
musisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. musisch, die schönen Künste betreffend, künstlerisch talentiert; ne. artistic; Vw.: -; Hw.: s. Muse; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. μουσικός (musikós); E.: s. gr. μουσικός (musikós), Adj., musisch, Musen betreffend, Musen...; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; die weitere Herkunft ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Muse, EWD s. u. Muse, Duden s. u. musisch; Son.: vgl. nndl. muszisch, Adj., musisch; nnorw. musisk, Adj., musisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise unklare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches die schönen Künste betreffend; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: musisch, musische, musisches, musischem, musischen, musischer(, musischere, musischeres, musischerem, musischeren, musischerer, musischst, musischste, musischstes, musischstem, musischsten, musischster)+FW(+EW); Z.: mu-s-isch
Musivarbeit, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Musivarbeit, Mosaik, Einlegearbeit; ne. mosaic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: vgl. lat. mūsīvum, N., Musen Gehöriges; gr. μουσεῖος (museios), Adj., die Musen betreffend, Musen...; gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; Herkunft unklar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Arbeit; L.: fehlt DW, Duden s. u. Musivarbeit; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus musiv und Arbeit gebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aus kleinen bunten Steinen oder Glasstücken zusammengesetztes Bild oder ein Mosaik oder eine Einlegearbeit; BM.: Muse, Mühe; F.: Musivarbeit, Musivarbeiten+FW+EW; Z.: Mu-s-iv—arb-eit
musizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. musizieren, Musik machen, ein Musikinstrument spielen; ne. make (V.) music, play (V.) music; Vw.: -; Hw.: s. Musik, Musikant, musikalisch, Musikus, Musical; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. mūsicāre; E.: s. lat. mūsicāre, V., musikalisch einrichten, melodisch einrichten, musizieren, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. mūsica, F., Musenkunst, Musik; vgl. gr. μουσική τέχνη (musikḗ téchnē), F., Musenkunst; vgl. gr. Μοῦσα (Musa), F., Muse, Bergfrau, Gesang, Musik, Poesie; gr. τέχνη (téchnē), F., Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058; die Herkunft von gr. Μοῦσα ist nicht klar, vgl. Frisk 2, 261, vielleicht von idg. *mē- (5), *mō-, *mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704? (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); oder auch von idg. idg. *mendʰ-, V., sehen, streben, lebhaft sein (V.), seinen Sinn richten, Pokorny 730? (1218/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Musik, DW 12, 2743, EWD s. u. Musik, Duden s. u. musizieren; Son.: vgl. nndl. musiceren, V., musizieren; nschw. musicera, V., musizieren; nnorw. musisere, V., musizieren; poln. muzykować, V., musizieren; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Musik machen oder ein Musikinstrument spielen; BM.: Muse bzw. streben; F.: musizieren, musiziere, musizierst, musiziert, musizierest, musizieret, musizierte, musiziertest, musizierten, musiziertet, ##musiziert, musizierte, musiziertes, musiziertem, musizierten, musizierter##, musizierend, ###musizierend, musizierende, musizierendes, musizierendem, musizierenden, musizierender###, musizier (!)+FW(+EW); Z.: mu-s-iz-ier-en
Muskat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Muskat, Muskatnuss, Kern der Muskatfrucht, Muskatpulver; ne. nutmeg; Vw.: -; Hw.: s. Muskateller; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. muscāt, muschāt, st. F., st. M., Muskat, Muskatnuss; mnd. muscāte, muschate, muscate, muschette, muschte, moschāte, moscāte, F., Muskat, Muskatnuss, Frucht vom Muskatnussbau, Arzneimittel; mlat. muscāta, F., Muskatnuss; vgl. lat. mūscus, M., Moschus; gr. μόσχος (móschos), M., Moschus; pers. musk, Sb., Moschus; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Muskat, EWD s. u. Muskat, DW 12, 2744 (Muskate), Duden s. u. Muskat; Son.: vgl. nndl. muskaat, Sb., Muskat; frz. muscade, F., Muskat; frz. muscat, M., Muskat; nschw. muskot, Sb., Muskat; nnorw. muskat, M., Muskat; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Mittellateinischen (muscata) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den als Gewürz verwendeten Kern der wohl schon vormenschlichen und aus Indonesien kommenden Muskatfrucht; BM.: Maus; F.: Muskat, Muskats, Muskates, Muskate, Muskaten+FW(+EW); Z.: Mus-k-at
Muskateller, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Muskateller, Muskatellertraube, Muskatellerwein; ne. muscatel; Vw.: -; Hw.: s. Muskat; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); I.: Lw. it. moscatello; E.: s. mhd. muscātel, st. M., Muskateller; it. moscatello, M., Muskateller; mlat. muscātellum, N., Muskateller; mlat. muscāta, F., Muskatnuss; vgl. lat. mūscus, M., Moschus; gr. μόσχος (móschos), M., Moschus; pers. musk, Sb., Moschus; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: DW 12, 2744, EWD s. u. Muskat, Duden s. u. Muskateller; Son.: vgl. nndl. muskaatwijn, Sb., Muskateller; frz. muscat, M., Muskateller; nschw. muskatdruva, Sb., Muskattraube; nnorw. muskateller, M., Muskateller; poln. muszkatel, M., Muskateller; kymr. mysgatél, M., Muskateller; nir. muscrísíní, M. Pl., Muskatellertrauben; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Persischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Sammelbezeichnung für zu der seit rund 3000 v. Chr. bekannten Traubensorte Muskat gehörende Weintrauben; BM.: Muskat (nach dem Geschmack); F.: Muskateller, Muskateller, Muskatellern+FW(+EW); Z.: Musk-at-el-l-er
Muskel, nhd., M., F.,(18. Jh.): nhd. Muskel, ein Körperorgan; ne. muscle (N.); Vw.: -; Hw.: s. muskulös; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. mūsculus; E.: s. lat. mūsculus (1), M., Mäuslein, Mäuschen, Muskel, Miesmuschel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mūs, M., Maus, Mäuschen; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Muskel, Kluge s. u. Muskel, DW 12, 2745, EWD s. u. Muskel, Duden s. u. Muskel; Son.: vgl. frz. muscle, M., Muskel; nschw. muskel, Sb., Muskel; nnorw. muskel, M., Muskel; nir. muscail, F., Muskel; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung höherer Tiere möglichen meist über Sehnen an den Knochen angewachsenen Teil des menschlichen und tierischen aus Eiweiß und Kohlenhydraten gebildeten Körpers der aus von Bindegewebe umhüllten Fasern besteht und der Bewegung von Gliedmaßen und Körperteilen dient (rund 640 größere Muskeln des Menschen); BM.: Maus; F.: Muskel, Muskels, Muskeln+FW; Z.: Mus-k-el
$Muskelkater, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Muskelkater; E.: s. Muskel, s. Kater (Katarrh); L.: Kluge s. u. Muskelkater, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Muskel und Kater (gr. Katarrh) gebildete Bezeichnung für wohl durch kleine Risse in einem Muskel in den Myofibrillen bei Überanstrengung oder großer Anstrengung verursachte zu Entzündungen führende meist tagelang anhaltende leichtere Schmerzen in diesem Muskel; F.: Muskelkater, Muskelkaters, Muskelkatern+FW(+EW); Z.: Mus-k-el—kat-er
$Muskelprotz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Muskelprotz; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Muskel, s. Protz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Protz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Muskel und Protz gebildete Bezeichnung für einen mit seinen (stattlichen) Muskeln protzenden oder prahlenden Menschen; F.: Muskelprotz, Muskelprotzes, Muskelprotze, Muskelprotzen+FW+EW?; Z.: Mus-k-el—protz
Muskete, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Muskete, ein Vorderladergewehr; ne. musket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. muschette (1), muskete, musquette, muschütte, F.?, M.?, Muskete, Hakenbüchse; s. span. mosquete, M., Muskete?; frz. mousquet, M., Muskete; it. moschetto, M., Muskete?; vgl. lat. musca, F., Fliege, (um 250-184 v. Chr.); idg. *mū- (2), *mus-, Sb., Mücke, Fliege, Pokorny 752; L.: Kluge s. u. Muskete DW 12, 2747,, EWD s. u. Muskete, Duden s. u. Muskete; Son.: vgl. nndl. musket, Sb., Muskete; nschw. musköt, Sb., Muskete; nnorw. muskett, M., Muskete; kymr. mwsged, M., F., Muskete; nir. muscaed, M., Muskete; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Spanischen und Französischen sowie Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete großkaliberige mit einer Lunte gezündete frühere Handfeuerwaffe; BM.: Fliege; F.: Muskete, Musketen+FW(+EW); Z.: Mus-k-et-e
$Musketier, Musketierer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Musketier, musketeführender Soldat; Q.: um 1600; E.: s. Musket(e), s. ier Suff.); L.: DW 12, 2747, EWD s. u. Muskete; GB.: seit um 1600 belegte und aus Musket(e) und ier (Suff.) (sowie er) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen eine Muskete führenden Soldaten; F.: Musketier, Musketieres, Musketiers, Musketiere, Musketieren+FW; Z.: Mus-k-et-ier
$Muskulatur, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Muskulatur, Gesamtheit der Muskeln eines tierischen Lebewesens; E.: s. Musk(el), s. at (Suff.), s. ur (Suff.); L.: Kluge s. u. Muskel, EWD s. u. Muskel, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Musk(el) und ul und at (Suff.) sowie ur (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit von Muskeln eines höheren Lebewesens; F.: Muskulatur, Muskulaturen+FW(+EW); Z.: Mus-k-ul-at-ur
muskulös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. muskulös, viele Muskeln habend, stark; ne. muscular; Vw.: -; Hw.: s. Muskel; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mūsculōsus; E.: s. lat. mūsculōsus, Adj., muskulös, fleischig, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. mūsculus (1), M., Mäuslein, Mäuschen, Muskel, Miesmuschel; vgl. lat. mūs, M., Maus, Mäuschen; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Muskel, fehlt DW, EWD s. u. Muskel, Duden s. u. muskulös; Son.: vgl. frz. musclé, Adj., muskulös; nschw. muskulös, Adj., muskulös; nnorw. muskuløs, Adj., muskulös; poln. muskjularny, Adj., muskulös; nir. muscalach, Adj., muskulös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für viele Muskeln habend oder stark; BM.: Maus; F.: muskulös, muskulöse, muskulöses, muskulösem, muskulösen, muskulöser(, muskulösere, muskulöseres, muskulöserem, muskulöseren, muskulöserer, muskulösest, muskulöseste, muskulösestes, muskulösestem, muskulösesten, muskulösester)+FW(+EW); Z.: mus-k-ul-ös
$Muss, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Muss, Müssen (N.), Pflicht; E.: s. müssen; L.: DW 12, 2271 (Musz), EWD s. u. müssen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Verb müssen gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Verhaltensregeln mögliche Pflicht; F.: Muss+EW; Z.: Mu-ss
Muße, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Muße, Müßiggang, Entspannung, arbeitsfreie Zeit; ne. leisure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. muoze, st. F., Muße, freie Zeit, Bequemlichkeit, Unbeschädigtheit, Untätigkeit; mnd. mȫte, mȫde*, mote, mute, muete, F., zufällige Begegnung, vorbedeutsamer Angang, absichtliche Zusammenkunft, freundliche Zusammenkunft; mnl. moete, F., freie Zeit, Zeit, passende Gelegenheit; ahd. muoza, st. F. (ō), Gelegenheit, Möglichkeit, Willkür, das Erlaubtsein, Muße, Freiheit, Nachsicht; as. mōta*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Muße; anfrk. -; germ. *mōtō-, *mōtōn, sw. F. (n), Muße, Gelegenheit; vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.), Seebold 354; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Musze, Kluge s. u. Muße, DW 12, 2771 (Musze), EWD s. u. Muße, EWAhd 6, 668, Seebold 354, Duden s. u. Muße, Bluhme s. u. Musse; Son.: vgl. afries. -; ae. *metta, *mœ̄tta, sw. M. (n), Muße; an. -; got. -; GB.: (muoza) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen bewusste (arbeits)freie Zeit und die innere Ruhe um den eigenen Interessen nachgehen zu können sowie Entspannung; BM.: messen; F.: Muße+EW; Z.: Mu-ß-e
Musselin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Musselin, ein leichtes Wollgewebe, ein Baumwollgewebe; ne. muslin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mousseline; E.: s. frz. mousseline, Sb., Musselin; frz. mussolina, F., Musselin; arab. mauşilī, Adj., aus Mossul stammend; arab. Mauşil, ON, Mossul (Herstellungsort leichter Gewebe); L.: DW 12, 2748, EWD s. u. Musselin, Duden s. u. Musselin; Son.: vgl. nschw. muslin, N., Musselin; nnorw. musselin, M., N., Musselin; poln. muślin, Sb., Musselin; kymr. mwslin, M., Muselin; nir. muislín, M., Muslin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein mit dem ON Mossul verbindbare Bezeichnung für ein feines leichtes Wollgewebe oder Baumwollgewebe; BM.: ON; F.: Musselin, Musselins, Musseline, Musselinen+FW(+EW); Z.: Muss-el-in
müssen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. müssen, gezwungen sein (V.), geziemen; ne. must (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. müezen, Prät.-Präs., göttlich bestimmt sein (V.), sollen, mögen, können, dürfen, notwendigerweise tun müssen; mnd. mȫten (3), moeten, st. V., müssen, gezwungen sein (V.), gezwungen werden, verpflichtet sein (V.), sollen, nötig sein (V.); mnl. moeten, moten, mueten, V., müssen, mögen, verlangen, wollen (V.); ahd. muozan*, Prät.-Präs., können, dürfen, mögen, müssen, in der Lage sein (V.); as. mōtan*, Prät.-Präs., dürfen, vermögen; anfrk. nuotan, Prät.-Präs., können, die Möglichkeit haben, mögen, müssen; germ. *mōtan, Prät.-Präs., Raum haben, können, dürfen, vermögen; idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705, Seebold 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); idg. *mē- (3), meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. müssen, Kluge s. u. müssen, DW 12, 2748, EWD s. u. müssen, EWAhd 6, 670, Falk/Torp 323, Seebold 354, Duden s. u. müssen, Bluhme s. u. muessen; Son.: unreg. V.; vgl. afries. mōta, Prät. Präs., müssen, dürfen, können; nfries. moatten, V., müssen; ae. mōtan, Prät. Präs., dürfen, können, müssen; an. -; got. *mōtan, Prät. Präs. (6), Raum finden, Erlaubnis haben, dürfen; nndl. moeten, V., müssen; ? arm. matčcim, V., trete heran, nähere mich; ? heth. mat-, V., aushalten, ertragen (V.), wagen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Gegebenheiten gezwungen sein (V.) etwas zu tun oder zu lassen; BM.: messen; F.: müssen, muss (!), musst, müsst, müsse, müssest, müsset, musste, musstest, mussten, musstet, müsste, müsstest, müssten, müsstet, gemusst, ##gemusst, gemusste, gemusstes, gemusstem, gemussten, gemusster##, müssend, ###müssend, müssende, müssendes, müssendem, müssenden, müssender###, musst, müsst+EW; Z.: mü-ss-en
$müßig, nhd., Adj., Adj., (8. Jh.): nhd. müßig, Muße habend, entspannt; E.: s. Muß(e), s. ig (Suff.); L.: Kluge s. u. Muße, DW 12, 2773; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Muß(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bewusstes Muße habend; F.: müßig, müßige, müßiges, müßigem, müßigen, müßiger(, müßigere, müßigeres, müßigerem, müßigeren, müßigerer, müßigst, müßigste, müßigstes, müßigstem, müßigsten, müßigster)+EW; Z.: mü-ß-ig
$Müßiggang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Müßiggang, Nichtstun, Muße, Entspannung; E.: s. müßig, s. Gang; L.: DW 12, 2779 (Müsziggang), EWD s. u. Muße; GB.: (müezicgang*) seit 1233-1267 belegte und aus müßig und Gang gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bewusstes Nichtstun oder Müßiggehen oder Muße oder Entspannung; F.: Müßiggang+EW; Z.: Mü-ß-ig—ga-ng
$Müßiggänger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Müßiggänger, bewusst nichts tuender Mensch; E.: s. müßig, s. Gänger; L.: EWD s. u. Muße, DW 12, 2780 (Müsziggänger); GB.: seit 1338 (müezicgengære*) belegte und aus müßig und Gänger gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen bewusst nichts tuenden Menschen; F.: Müßiggänger, Müßiggängers, Müßiggängern+EW; Z.: Mü-ß-ig—gä-ng-er
Mustang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Mustang, Präriepferd; ne. mustang; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. mustang; E.: s. ne. mustang, N., Mustang; vermischt von span. (mex.) mesteno, M., herrenloses Vieh; und span. mostrenco, M., herrenloses Vieh; vgl. lat. mīxtus, Adj., vermischt, gemischt; lat. mīscere, V., mischen, vermischen, vermengen, verschmelzen; idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; L.: Kluge s. u. Mustang, fehlt DW, Duden s. u. Mustang; Son.: vgl. nndl. mustang, Sb., Mustang; frz. mustang, M., Mustang; nschw. mustang, Sb., Mustang; nschw. mustang, M., Mustang; poln. mustang, M., Mustang; nir. mustang, M., Mustang; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Spanischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das in der Prärie Nordamerikas seit Beginn der Neuzeit verwildert lebende aus Europa von Siedlern mitgebrachte Pferd; BM.: mischen; F.: Mustang, Mustangs+FW; Z.: Must-ang
$Musteil, nhd., M., N., (13. Jh.?): nhd. Musteil; E.: s. Mus, s. Teil; L.: Kluge 1. A. s. u. Musteil, DW 12, 2771 (Mustheil); GB.: seit 1221/1224 belegte und aus Mus und Teil gebildete Bezeichnung für den einer Frau bei Auflösung der Ehe oder an dem dreißigsten Tage nach dem Tode des Mannes zustehende Hälfte des jeweils vorhandenen Speisevorrats; F.: Musteil, Musteiles, Musteils, Musteile, Musteilen+EW; Z.: Mus—tei-l
muster, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. muster, frisch, kräftig, erfreulich; ne. fresh (Adj.), strong (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von mhd. *munstbære, Adj., Freude bringen; vgl. mhd. munst, st. F., Liebe (F.) (1), Wohlwollen, Freude; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. muster, DW 12, 2764, Duden s. u. muster; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für frisch oder kräftig oder erfreulich; BM.: Freude; F.: muster, mustere, musteres, musterem, musteren, musterer(, musterere, mustereres, mustererem, mustereren, mustererer, musterst, musterste, musterstes, musterstem, mustersten, musterster)+EW; Z.: mu-st-er
$musterhaft, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. musterhaft, mustergültig, beispielhaft, vorbildlich; L.: Kluge s. u. Muster, EWD s. u. Muster, DW 12, 2764; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Muster und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mustergültig oder beispielhaft oder vorbildlich; F.: musterhaft, musterhafte, musterhaftes, musterhaftem, musterhaften, musterhafter(, musterhaftere, musterhafteres, musterhafterem, musterhafteren, musterhafterer, musterhaftest, musterhafteste, musterhaftestes, musterhaftestem, musterhaftesten, musterhaftester)FW+EW; Z.: mu-st-er—haf-t
$mustern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. mustern, betrachten, verzieren, untersuchen, herrichten, besichtigen; E.: s. Muster, s. n; L.: Kluge s. u. Muster, DW 12, 2766, EWD s. u. Muster; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Muster und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches betrachten oder verzieren oder untersuchen oder herrichten oder besichtigen; F.: mustern, mustere, muster (!), musterst, mustert, musterte, mustertest, musterten, mustertet, gemustert, ##gemustert, gemusterte, gemustertes, gemustertem, gemusterten, gemusterter##, musternd, ###musternd, musterndes, musterndem, musternden, musternder###, muster (!)+FW(+EW); Z.: mu-st-er-n
$Musterung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Musterung, Betrachtung, Verzierung, Untersuchung; E.: s. muster(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Muster, DW 12, 2770, EWD s. u. Muster; GB: seit 15. Jh. belegte und aus muster(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Betrachtung oder Verzierung oder Untersuchung (insbesondere einer Tauglichkeit); F.: Musterung, Musterungen+EW; Z.: Mu-st-er-ung
Mut, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mut, Tapferkeit, Entschlossenheit, Furchtlosigkeit; ne. courage; Vw.: -; Hw.: s. muten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. muot, st. M., Sinn, Seele, Geist, Gemüt, Gemütszustand, Stimmung, Gesinnung, Mut, Hoffnung, Vermutung; mnd. mōt, mot, moet, moyt, moit, mout, muot, muyt, mūt, M., F., „Mut“, Denken (N.), Sinnen (N.), Gemütszustand, Stimmung, Gesinnung, Seelenhaltung, innere Einstellung; mnl. moet, moed, moit, mut, M., Leidenschaft, Selbstvertrauen, Stolz, Stimmung, Gemüt; ahd. muot (1), st. M. (a), st. N. (a), Mut, Gemüt, Herz, Seele, Sinn, Geist, Verstand, Gesinnung, Sinnesart, Gemütsverfassung, Erregung; as. mōd (1), st. M., st. N., Gemüt, Sinn, Mut; anfrk. muot, M., Gemüt, Geist; germ. *mōþa-, *mōþaz, *mōda-, *mōdaz, st. M. (a), Sinn, Mut, Zorn; s. idg. *mē- (5), *mō-, mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mut, Kluge s. u. Mut, DW 12, 2781, EWD s. u. Mut, EWAhd 6, 651, Falk/Torp 322, Duden s. u. Mut, Bluhme s. u. Mut; Son.: vgl. afries. mōd, st. N. (a), Gemüt, Sinn, Mut, Wille, Absicht; nfries. moed; ae. mōd (1), st. N. (a), Mut, Gemüt, Sinn, Geist; an. mōðr (1), st. M. (a), aufgeregter Sinn, Zorn; got. mōþs, st. M. (a), Zorn, Mut; nndl. moed, Sb., Mut; ne. mood, N., Stimmung, Laune; nschw. mod, N., Mut; nnorw. mot, N., Mut; ? lat. mōs, M., Wille, Eigenwille, Eigensinn, Sitte; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Fähigkeit in einer gefährlichen und riskanten Lage seine Angst zu überwinden oder für Tapferkeit oder für Entschlossenheit oder für Furchtlosigkeit; BM.: streben; F.: Mut, Mutes, Muts+EW; Z.: Mu-t
Mutation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mutation, Änderung, Veränderung; ne. mutation; Vw.: -; Hw.: s. mutieren; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. mūtātio; E.: s. lat. mūtātio, F., Änderung, Veränderung, Vertauschung, Wechsel, Umtausch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. mūtāre, V., ändern, verändern, sich bewegen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *meit- (2), V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mutieren, fehlt DW, Duden s. u. Mutation; Son.: vgl. nndl. mutatie, Sb., Mutation; frz. mutation, F., Mutation; nschw. mutation, Sb., Mutation; nnorw. mutasjon, M., Mutation; poln. mutacja, F., Mutation; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine grundsätzlich in Zeit und Art von Menschen nicht vorhersehbare Änderung oder Veränderung vor allem von Genen von Lebewesen; BM.: ändern; F.: Mutation, Mutationen+FW(+EW); Z.: Mu-t-at-io-n
muten, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. muten, begehren, verlangen, Mut machen, Stimmung machen, beleben, stärken, um eine Erlaubnis ansuchen; ne. claim (V.), covet; Vw.: -; Hw.: s. Mut; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); I.: Lw.: -; E.: mhd. muoten, sw. V., etwas haben wollen, begehren, verlangen; mhd. müeten, sw. V., muten, stärken; mnd. mōden (1), moyden, muoden, muden, sw. V., muten, begehren, verlangen, fordern, vermuten, meinen, annehmen; mnl. moeden, sw. V., ermuntern, ermutigen, böse werden; ahd. muoten, sw. V. (1a), ermahnen, verlangen, begehren, wünschen; ahd. muotōn, sw. V. (2), verlangen, verlangen nach; as. mōdon*, sw. V. (2), begehren; s. ahd. muot (1), st. M. (a), st. N. (a), Mut, Gemüt, Herz, Seele, Sinn, Geist, Verstand, Gesinnung, Sinnesart; germ. *mōþa-, *mōþaz, *mōda-, *mōdaz, st. M. (a), Sinn, Mut, Zorn; s. idg. *mē- (5), mō-, mə-, V., Sb., streben, wollen (V.), sich mühen, Mut, Pokorny 704 (1168/33) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. muten, Mut, DW 12, 2795, EWD s. u. Mut, EWAhd 6, 655, EWAhd 6, 665, Duden s. u. muten; Son.: vgl. as. farmōdian, sw. V. (1a), verachten, verschmähen; afries. formōdia, sw. V. (2), vermuten, beabsichtigen; GB.: seit 810-817 belegte und mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für begehren oder verlangen oder Mut machen oder Stimmung machen oder beleben oder stärken oder um eine Erlaubnis ansuchen; BM.: streben; F.: muten, mute (!), mutest, mutet, mutete, mutetest, muteten, mutetet, gemutet, ##gemutet, gemutete, gemutetes, gemutetem, gemuteten, gemuteter##, mutend, ###mutend, mutende, mutendes, mutendem, mutenden, mutender###, mut (!)+EW; Z.: mu-t-en
mutieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. mutieren, ändern, sich plötzlich verändern; ne. mutate; Vw.: -; Hw.: s. Mutation; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. mūtāre; E.: mhd. mūtieren, sw. V., wechseln, verändern; lat. mūtāre, V., ändern, verändern, sich bewegen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *meit- (2), V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. mutieren, fehlt DW, Duden s. u. mutieren; Son.: vgl. nndl. muteren, V., mutieren; frz. muter, V., mutieren; nschw. mutera, V., mutieren; nnorw. mutere, V., mutieren; poln. mutować, V., mutieren; kymr. mwtadu, V., mutieren; lit. mutuoti, V., mutieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ändern oder sich plötzlich verändern; BM.: ändern; F.: mutieren, mutiere, mutierst, mutiert, mutierest, mutieret, mutierte, mutiertest, mutierten, mutiertet, ##mutiert, mutierte, mutiertes, mutiertem, mutierten, mutierter##, mutierend, ###mutierend, mutierende, mutierendes, mutierendem, mutierenden, mutierender###, mutier (!)+FW(+EW?); Z.: mu-t-ier-en
$mutig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. mutig, tapfer, entschlossen; Vw.: s. an-, miss-; E.: s. Mut, s. ig; L.: Kluge s. u. Mut, DW ?, EWD s. u. Mut; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Mut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches tapfer oder entschlossen; F.: mutig, mutige, mutiges, mutigem, mutigen, mutiger(, mutigere, mutigeres, mutigerem, mutigeren, mutigerer, mutigst, mutigste, mutigstes, mutigstem, mutigsten, mutigster)+EW; Z.: mu-t-ig
$mutmaßen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. mutmaßen, abschätzen, vermuten, annehmen, meinen; E.: s. Mut, s. maßen; L.: Kluge s. u. mutmaßen, DW ?, EWD s. u. Mut; GB.: (muotmāzen) seit (1373) belegte und aus Mut und maßen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abschätzen oder vermuten oder annehmen oder meinen; F.: mutmaßen, mutmaße, mutmaßst (!), mutmaßt, mutmaßest, mutmaßet, mutmaßte, mutmaßtest, mutmaßten, mutmaßtet, gemutmaßt, ##gemutmaßt, gemutmaßte, gemutmaßtes, gemutmaßtem, gemutmaßten, gemutmaßter##, mutmaßend, ###mutmaßend, mutmaßende, mutmaßendes, mutmaßendem, mutmaßenden, mutmaßender###, mutmaß (!)+EW; Z.: mu-t-ma-ß-en
Mütt, Mutt, nhd. (ält.), M., N., (8. Jh.): nhd. Mütt, Mutt, ein Trockenmaß, Scheffel; ne. bushel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. mütte, mutte, müt, mut, st. N., st. M., sw. M., Scheffel; mnd. müdde, N., F., Mütt, Trockenmaß für Getreide oder Salz; mnl. mudde, F., N., ein Hohlmaß; ahd. mutti, st. N. (ja), Scheffel; as. muddi*, st. N. (ja), Mütt, Maß; anfrk. muddi, N., ein Hohlmaß; germ. *mudjuz, Sb., Scheffel; s. lat. modius, M., Scheffel; vgl. idg. *med- (1), V., messen, Pokorny 705 (1169/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Mutt, DW 12, 2803, EWAhd 6, 718; Son.: vgl. afries. mod, N., Scheffel; ae. mydd, st. N. (ja), Scheffel, Mütte; an. -; got. -; nndl. mud, Sb., ein Hohlmaß für trockene Waren; frz. muet, M., in den Salinen gebräuchliches Hohlmaß; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Trockenmaß; BM.: messen; F.: Mutt (!), Muttes (!), Mutts (!), Mütt (!), Müttes (!), Mütts (!), Mütte?, Mütten?+EW; Z.: Mu-tt
Mutter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Mutter (F.) (1), weiblicher Elter, Schraubenmutter; ne. mother (F.); Vw.: s. Perl-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); Hw.: s. Schrauben-; E.: mhd. muoter, st. F. (er), Mutter (F.) (1), Urheberin, Anstifterin, Gebärmutter, Bachbett, Flussbett; mnd. mōder (1), moeder, moyder, muoder, mȫder, F., Mutter, Gebärmutter, Mutterpferd, Stute, Muttertier; mnl. moeder, moider, moder, modre, mouder, F., Mutter, Gebärmutter, Muttertier; ahd. muoter, st. F. (er), Mutter (F.) (1), Mutterschoß; as. mōdar, st. F. (er), Mutter (F.) (1); anfrk. muoder, muodir*, st. F. ®, Mutter (F.) (1); germ. *mōder, F. (kons.), Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mutter, Kluge s. u. Mutter, EWD s. u. Mutter, DW 12, 2804, EWAhd 6, 655, Falk/Torp 323, Duden s. u. Mutter, Bluhme s. u. Mutter; Son.: vgl. afries. mōder, F. (kons.), Mutter (F.) (1); ae. mōdor, mōder, ae, F. (kons.), Mutter (F.) (1); an. mōðir, F. (kons.), Mutter (F.) (1); got. -; nndl. moeder, Sb., Mutter (F.) (1); nschw. moder, Sb., Mutter (F.) (1); nnorw. mor, M., F., Mutter (F.) (1); nnorw. (ält.) moder, M., Mutter (F.) (1); ai. mātár-, F., Mutter (F.) (1); mpers. mādar, F., Mutter (F.) (1); arm. mayr, F., Mutter (F.) (1); gr. μήτηρ (mḗtēr), μάτηρ (mátēr), F., Mutter (F.) (1); alb. motër, F., Schwester; lat. māter, F., Mutter (F.) (1); air. māthir, F., Mutter (F.) (1); apreuß. mothe, muthi, F., Mutter (F.) (1)?; lit. mótė, F., Frau, Ehefrau; lit. móteris, F., Frau; lett. mãte, F., Mutter (F.) (1); ksl. mati, F., Mutter (F.) (1); toch. A mācar, F., Mutter (F.) (1); toch. B mācer, F., Mutter (F.) (1); GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen (oder der Primaten) mögliche Frau die mindestens ein Kind geboren hat (oder auch für eine Perlen erzeugende innerste Schicht einer Muschelschale oder auch für eine Mutter[schraube] in Gegensatz zu der [Vater]Schraube); BM.: Brust; F.: Mutter, Mutters, Mütter, Müttern+EW; Z.: Mu-tt-er
$Mütterchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mütterchen; E.: s. Mutter, s. chen; Vw.: s. Stief-; L.: DW 12, 2814; GB.: seit 18. Jh. (Frisch) belegte und vielleicht nach lat. mātercula aus Mutter und chen gebildete Bezeichnung für ein Mütterlein und (aus nicht sicher bekanntem Grund) als Stiefmütterchen für eine kleine Blume aus der Familie der Veilchengewächse; F.: Mütterchen, Mütterchens+EW; Z.: Mü-tt-er—chen
$Mutterkorn, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Mutterkorn, ein kornähnlicher Getreidepilzauswuchs; E.: s. Mutter, s. Korn; L.: Kluge s. u. Mutterkorn, DW 12, 2819, EWD s. u. Mutter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mutter und Korn gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche längliche kornähnliche und bis zu vier Zentimeter lange Dauerform des aus Ähren von Getreide herauswachsenden Mutterkornpilzes; F.: Mutterkorn, Mutterkornes, Mutterkorns, Mutterkorne, Mutterkornen+EW; Z.: Mu-tt-er—kor-n
Mutterkrebs, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mutterkrebs, schalenloser Krebs; ne. a crab without shell; Vw.: -; Hw.: s. Mauser; Q.: 18. Jh.; E.: Vorderglied von nd. muter, Sb., Mauser; germ. *mūta, Sb., Änderung, Mauser; vgl. lat. mūtāre, V., ändern, verändern, sich bewegen; idg. *meit- (2), *meith₂-, V., wechseln, tauschen, Pokorny 715 (1189/54) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Krebs; L.: Kluge 1. A. s. u. Mutter, Kluge s. u. Mutterkrebs, DW 12, 2819 (krebsartige Krankheit der Gebärmutter und Krebs in der Mause), Duden s. u. Mutterkrebs, Bluhme s. u. Mutterkrebs; GB.: seit der mittleren Neuzeit Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen Krebs ohne Schale; BM.: wechseln, ritzen; F.: Mutterkrebs, Mutterkrebses, Mutterkrebse, Mutterkrebsen+EW; Z.: Mu-tt-er—kreb-s
$Mutterkuchen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mutterkuchen, Nachgeburt, Plazenta; E.: s. Mutter, s. Kuchen; L.: Kluge s. u. Mutterkuchen, DW 12, 2819; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mutter und Kuchen gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches an der Gebärmutterwand in der Form einer Scheibe wachsendes und bei Geburt des Kindes binnen meist 30 Minuten ausgestoßenes Stoffwechselorgan der schwangeren Frau; F.: Mutterkuchen, Mutterkuchens+EW; Z.: Mu-tt-er—kuch-en
$mütterlich, nhd., Adj., Adv. (11. Jh.): nhd. mütterlich; Vw.: s. stief-; E.: s. Mutter, s. lich; L.: DW 12, 2821, EWD s. u. Mutter; GB.: seit um 1065 belegte und aus Mutter und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Mutter betreffend; F.: mütterlich, mütterliche, mütterliches, mütterlichem, mütterlichen, mütterlicher(, mütterlichere, mütterlicheres, mütterlicherem, mütterlicheren, mütterlicherer, mütterlichst, mütterlichste, mütterlichstes, mütterlichstem, mütterlichsten, mütterlichster)+EW; Z.: mü-tt-er—lich
$Muttermal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Muttermal, Leberfleck; E.: s. Mutter, s. Mal; L.: Kluge s. u. Muttermal, DW 12, 2821, EWD s. u. Mal 2; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Mutter und Mal gebildete Bezeichnung für eine in der früheren Vorstellung von Menschen durch unbefriedigte Verlangen einer Mutter während der Schwangerschaft verursachte Hautveränderung eines Menschen; F.: Muttermal, Muttermales, Muttermals, Muttermale, Muttermalen+EW; Z.: Mu-tt-er—mal
$mutterseelenallein, nhd., Adj.?, Adv., (18. Jh.): nhd. mutterseelenallein, ganz allein; E.: s. Mutter, s. Seele, s. n, s. allein; L.: Kluge s. u. mutterseelenallein; GB.: seit 18. Jh. belegte und möglicherweise unter Einfluss des Französischen aus Mutterseel(e) und en (Suff.) sowie allein gebildete Bezeichnung für sachlich wohl auch schon früher mögliches ohne Mutter ganz allein; F.: mutterseelenallein, mutterseelenalleine, mutterseelenalleines, mutterseelenalleinem, mutterseelenalleinen, mutterseelenalleiner+EW?; Z.: mu-tt-er—seel-en—al-l-ei-n
$Muttersprache, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Muttersprache; Q.: 1424; E.: s. Mutter, s. Sprache; L.: DW 12, 2827, EWD s. u. Mutter; GB.: seit 1424 belegte und aus Mutter und Sprache gebildete Bezeichnung für die als Kind (meist von der Mutter) gelernte Sprache eines Menschen; F.: Muttersprache, Muttersprachen+EW; Z.: Mu-tt-er—s-pra-ch-e
$Mutterwitz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Mutterwitz, Schlagfertigkeit, sehr schnelle Auffassungsgabe; E.: s. Mutter, s. Witz; L.: Kluge s. u. Mutterwitz, DW 12, 2830, EWD s. u. Mutter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Mutter und Witz gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche vielleicht von der Mutter her angeborene Schlagfertigkeit oder sehr schnelle Auffassungsgabe; F.: Mutterwitz, Mutterwitzes+EW; Z.: Mu-tt-er—wi-tz
$Mutung, nhd. (ält.), F., (14./15. Jh.): nhd. Mutung; Vw.: s. Ver-; E.: s. mut(en), s. ung; L.: DW 12, 2831; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus mut(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen Antrag auf Erteilung eines Abbaurechts in dem Bergbau; F.: Mutung, Mutungen+EW; Z.: Mu-t-ung
$Mutwille, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Mutwille, Wille, Absicht, Gesinnung; E.: s. Mut, s. Wille; L.: Kluge s. u. Mutwille, DW 12, 2832, EWD s. u. Mut; GB.: (muotwillo*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Mut und Wille gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Willen oder Absicht oder Gesinnung; F.: Mutwille, Mutwillens+EW; Z.: Mu-t—wil-l-e
$mutwillig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. mutwillig, freiwillig, absichtlich; E.: s. Mutwill(e), s. ig; L.: DW 12, 2831, EWD s. u. Mut; GB.: (muotwillic) nach 1231 belegte und aus Mutwill(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches freiwillig oder absichtlich; F.: mutwillig, mutwillige, mutwilliges, mutwilligem, mutwilligen, mutwilliger(, mutwilligere, mutwilligeres, mutwilligerem, mutwilligeren, mutwilligerer, mutwilligst, mutwilligste, mutwilligstes, mutwilligstem, mutwilligsten, mutwilligster)+EW; Z.: mu-t-wil-l-ig
Mutz, nhd. (ält.), F.: nhd. Mutz; Vw.: s. Möse
Mutze, nhd. (ält.), F.: nhd. Mutze; Vw.: s. Möse
Mütze, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Mütze, Kappe, Kopfbedeckung; ne. cap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. mütze, st. F., Mütze; mnd. mütze, mutze, mutse, mötze, müsse, musse, musche, mussche, F., Mütze, Haube, Kopfbedeckung, Chorkappe eines Ordensgeistlichen, Chorkapuze eines Geistlichen, Tiara; mnl. mutse, mutse, mutsche, F., Mütze; s. mhd. almuz, st. N., Chorkappe der Geistlichen, Mütze; mnd. malmüsse, malmutze, M., Chormütze, Chorkappe, Chorhut; mlat. almucia, almicia, F., Almutia, Kapuzenmäntelchen, Kapuze, Chorkappe der Geistlichen; früh-rom. *muttius, Adj., abgeschnitten; s. lat. mutilus, Adj., verstümmelt, gehackt, (81-43 v. Chr.); s. idg. *mutos?, Adj., gestutzt, Pokorny 753 (1273/138) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Mütze, Kluge s. u. Mütze, DW 12, 2839, EWD s. u. Mütze, Duden s. u. Mütze, Bluhme s. u. Muetze; Son.: vgl. nndl. muts, Sb., Mütze; nschw. mössa, Sb., Mütze; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums aus einem weichen Stoff hergestellte und verwendete Kopfbedeckung; BM.: gestutzt; F.: Mütze, Mützen+FW(+EW); Z.: Mütz-e
$mutzen, nhd., st. V., (17. Jh.?): nhd. mutzen, verdrießlich sein (V.), putzen; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. mutzen, DW 12, 2841; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und möglicherweise aus mucksen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verdrießlich sein (V.); F.: mutzen, mutze (!), mutzst (!), mutzt, mutzest, mutzet, mutzte, mutztest, mutzten, mutztet, gemutzt, ##gemutzt, gemutzte, gemutztes, gemutztem, gemutzten, gemutzter##, mutzend, ###mutzend, mutzende, mutzendes, mutzendem, mutzenden, mutzender###, mutz (!)+EW; Z.: mutz-en
My, nhd., N.: nhd. My, zwölftes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. mu; Vw.: -; Hw.: s. M; Q.: ?; I.: Lw. lat. mȳ, gr. μῦ (my); E.: s. lat. mȳ, N., My, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); gr. μῦ (my), N., My; nach Vorbild von Ny von hebr. mēm abgeleitet, Wasser, Frisk 2, 262; L.: fehlt DW, Duden s. u. My; Son.: nndl. mu, Sb., My; frz. mu, M., My; nschw. my, N., My; nnorw. my, M., My; kymr. mu, F., My; nir. mú, M.?, My; poln. my, F.?, My; lit. miu, Sb., My; GB.: seit (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.?) aus dem Lateinischen und Griechischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für den sachlich mit Wasser verbindbaren zwölften Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: Wasser; F.: My, Mys+FW; Z.: My
Myelitis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Myelitis, Rückenmarksentzündung; ne. myelitis; Vw.: s. Polio-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μυελός (myelós), M., Mark (N.), Gehirn; vgl. gr. μυών (myṓn), N., Muskelknoten; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Myelitis, Kytzler/Redemund/Eberl Nr. 3875; Son.: vgl. nndl. myelitis, Sb., Mylelitis; frz. myélite, F., Mylelitis; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Wirbeltieren mögliche Entzündung des Rückenmarks oder Knochenmarks; BM.: Muskel; F.: Myelitis, Myelititiden+FW; Z.: Mye-lit-is
myko..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. myko..., pilz…; ne. myco...; Vw.: s. -logie; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. μύκης (mýkēs), M., Pilz, Knauf am unteren Ende der Schwertscheide, Schnuppe an dem Lampendocht; idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. myco..., Präf., myko...; frz. myco..., Präf., myko...; nschw. myko..., Präf., myko...; nnorw. myko..., Präf., myko...; poln. miko..., Präf., myko...; kymr. myco..., Präf., myko...; nir. miceo..., Präf., myko...; lit. mico..., Präf., myko...; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu der Bildung von mit Pilzen zusammenhängenden Wörtern; BM.: schleimig; F.: myko...+FW; Z.: myk-o-
Mykologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Mykologie, Pilzkunde; ne. mycology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1794; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μύκης (mýkēs), M., Pilz, Knauf am unteren Ende der Schwertscheide, Schnuppe am Lampendocht; idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Mykologie, Duden s. u. Mykologie; Son.: vgl. nndl. mycologie, Sb., Mykologie; frz. mycologie, F., Mykologie; nschw. mykologi, Sb., Mykologie; nnorw. mykologi, M., Mykologie; poln. mikologia, F., Mykologie; kymr. mycoleg, F., Mykologie; nir. miceolaíocht, F., Mykologie; lit. mikologija, F., Mykologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich in den das Alltagswissen überschreitenden Anfängen in den Hochkulturen des Altertums sichtbare Pilzkunde oder Lehre von Pilzen; BM.: schleimig, sammeln; F.: Mykologie+FW; Z.: Myk-o-log-ie
Myom, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Myom, Muskelgeschwulst, gutartige Geschwulst des Muskelgewebes; ne. myoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. μῦς (mys), F., Maus, Muskel, Muschel; 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Myom; Son.: vgl. nndl. myoom, Sb., Myom; frz. myome, M., Myom; nschw. myom, Sb., Myom; kymr. myoma, M., Myom; lit. mioma, Sb., Myom; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine gutartige Geschwulst des Muskelgewebes; BM.: Muskel; F.: Myom, Myoms, Myome, Myomen+FW; Z.: My-om
Myriade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Myriade, unzählig große Menge; ne. myriad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1682; I.: Lw. ne. myriad; E.: s. ne. myriad, N., Myriade, unzählig große Menge; lat. mȳrias, Myriade; gr. μυριάς (myriás), F., Zahl von zehntausend, Menge von zehntausend; vgl. gr. μῦρίος (myríos), Adj., unendlich, unzählig; weitere Herkunft nicht sicher geklärt, s. Frisk 2, 271f.; vielleicht von idg. *meuro-, *meur-, Adj., Sb., feucht, Sumpf, Moos, Pokorny 742?; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741? (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Myriade, fehlt DW, EWD s. u. Myriade, Duden s. u. Myriade; Son.: vgl. nndl. myriade, Sb., Myriade; frz. myriade, Adj., unzählig; nschw. myriad, Sb., Myriade; nnorw. myriade, M., Myriade; poln. miriady, Sb. Pl., Myriade; kymr. myrdd, M., Myriade; GB.: seit 1682 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft nicht sicher geklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine unzählig große Menge; BM.: unzählig; F.: Myriade, Myriaden+FW(+EW); Z.: My-r-iad-e
Myrrhe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Myrrhe, Myrrhenbaum, wohlriechendes Gummiharz; ne. myrrh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. mirre, sw. M., sw. F., Myrrhe; mnl. mirre, marre, mere, myrre, F., Myrrhe, Myrrhenbaum; mnd. mirre, myrre, myere, myure, merre, F., M., Myrrhe, bittere Myrrhe, Harz; mnl. mirre, marre, merre, F., Myyhre, Myrrhenbaum; ahd. mirra, murra, sw. F. (n), Myrrhe; as. myrra*, st. F. (ō), Myrrhe; anfrk. mirra, F., wohlriechendes Harz; lat. myrrha (1), F., Myrrhe, Myrrhenbaum, (um 250-184 v. Chr.); gr. μύρρα (mýrrha), F., Myrrhe; semitischen Ursprungs; vgl. aram. mōrā, hebr. mōr, arab. murr, Sb., Myrrhe; arab. marru, V., bitter sein (V.); L.: Kluge s. u. Myrrhe, DW 12, 2843, EWD s. u. Myrrhe, Duden s. u. Myrrhe, EWAhd 6, 465, Bluhme s. u. Myrrhe; Son.: vgl. ae. myrra, murra, sw. M. (n), Kerbel, Myrrhe; ae. myrre, sw. F. (n), Kerbel, Myrrhe; an. mirra, sw. F. (n), Myrrhe; nndl. mirre, Sb., Myrrhe; frz. myrrhe, F., Myrrhe; nschw. myrra, Sb., Myrrhe; nnorw. myrra, M., Myrrhe; poln. mirra, mira, F., Myrrhe; nir. miorr, M., Myrrhe; GB.: (mirra) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches von Menschen aus verschiedenen Bäumen in Afrika und Indien wie etwa der Myrrhe gewonnenes wohlriechendes Gummiharz; BM.: bitter sein (V.)?; F.: Myrrhe, Myrrhen+FW; Z.: Myrrh-e
Myrte, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Myrte, Myrtenbaum; ne. myrtle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. mirtelboum, st. M., Myrrhenbaum; ahd. mirtilboum*, st. M. (a), „Myrtenbaum“, Myrte, Gagel; ahd. mirtil, st. M. (a)?, Gagel, Gagelstrauch, Myrte; anfrk. mirtele, F., Myrte (Lw. von afrz. myrtille); lat. murtus, F., Myrte, Myrtenbaum, (um 250-184 v. Chr.); gr. μύρτος (mýrtos), F., Myrtenbaum, Myrtenzweig; vgl. altsemitisch murr, Adj., bitter; L.: Kluge s. u. Myrte, DW 12, 2845, EWD s. u. Myrte, EWAhd 6, 467, Duden s. u. Myrte; Son.: vgl. nndl. mirte, Sb., Myrte; frz. myrte, M., Myrte; nschw. myrten, Sb., Myrte; nnorw. myrt, M., Myrte; poln. mirt, M., Myrte; kymr. myrtwydden, F., Myrte; nir. miortal, M., Myrte; GB.: (mirtil) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche als Strauch oder kleiner Baum wachsende Pflanze mit lederigen Blättern und weißen einzeln oder in kleinen Trauben stehenden Blüten deren Zweige von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums zu dem Binden eines Brautkranzes verwendet werden; BM.: bitter; F.: Myrte, Myrten+FW(+EW); Z.: Myrt-e
mysteriös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mysteriös, geheimnisvoll; ne. mysterious (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Mysterium, mystifizieren, mystisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. mysterieux; E.: s. frz. mysterieux, Adj., mysteriös, geheimnisvoll; vgl. frz. mystère, M., Mysterium, Rätsel; lat. mystērium, N., Geheimnis, Geheimlehre, Symbol, Satzung, (81-43 v. Chr.); gr. μυστήριον (mystḗrion), N., Geheimnis, Geheimlehre; vgl. gr. μύστης (mýstēs), M., Geweihter, Eingeweihter; gr. μυειν (myein), V., sich schließen, die Lippen zusammenpressen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mysterium, fehlt DW, EWD s. u. Mysterium, Duden s. u. mysteriös; Son.: vgl. nndl. mysterieus, Adj., mysteriös; nnorw. mysteriøs, Adj., mysteriös; nir. mistéireach, Adj., mysteriös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für für Menschen geheimnisvoll; BM.: murmeln; F.: mysteriös, mysteriöse, mysteriöses, mysteriösem, mysteriösen, mysteriöser(, mysteriösere, mysteriöseres, mysteriöserem, mysteriöseren, mysteriöserer, mysteriösest, mysteriöseste, mysteriösestes, mysteriösestem, mysteriösesten, mysteriösester)+FW(+EW?); Z.: my-st-er-i-ös
Mysterium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Mysterium, Geheimnis; ne. mystery; Vw.: -; Hw.: s. mysteriös, mystifizieren, Mystik, mystisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. mystērium; E.: s. lat. mystērium, N., Geheimnis, Geheimlehre, Symbol, Satzung, (81-43 v. Chr.); gr. μυστήριον (mystḗrion), N., Geheimnis, Geheimlehre; vgl. gr. μύστης (mýstēs), M., Geweihter, Eingeweihter; gr. μυειν (myein), V., sich schließen, die Lippen zusammenpressen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mysterium, fehlt DW, EWD s. u. Mysterium, Duden s. u. Mysterium; Son.: vgl. nndl. mysterie, Sb., Mysterium; frz. mystère, M., Mysterium; nschw. mysterium, N., Mysterium; nnorw. mysterium, N., Mysterium; poln. misterium, Sb., Mysterium; nir. mistéir, F., Mysterium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auffällige und mit dem menschlichen Verstand nicht erklärbare Gegebenheit; BM.: murmeln; F.: Mysterium, Mysteriums, Mysterien+FW; Z.: My-st-er-i-um
mystifizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. mystifizieren, geheimnisvoll machen; ne. mystify; Vw.: -; Hw.: s. Mysterium, mysteriös, Mystik, mystisch; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. mystificāre; E.: s. mlat. mystificāre, V., symbolisieren, eine mystische Handlung bezeichnen; vgl. gr. μύστις (mýstis), F., in die Mysterien eingeweihte Frau; vgl. gr. μύειν (mýein), V., sich schließen, die Lippen zusammenpressen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Mysterium, fehlt DW, Duden s. u. mystifizieren; Son.: vgl. nschw. mystifiera, V., mystifzieren; frz. mystifier, V., mystifzieren; nnorw. mystifisere, V., mystifzieren; poln. mistyfikować, V., mystifzieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gegebenheit geheimnisvoll machen; BM.: murmeln, machen; F.: mystifizieren, mystifiziere, mystifizierst, mystifiziert, mystifizierest, mystifizieret, mystifizierte, mystifiziertest, mystifizierten, mystifiziertet, ##mystifiziert, mystifizierte, mystifiziertes, mystifiziertem, mystifizierten, mystifizierter##, mystifizierend, ###mystifizierend, mystifizierende, mystifizierendes, mystifizierendem, mystifizierenden, mystifizierender###, mystifizier (!)+FW(+EW); Z.: my-st-i-fi-z-ier-en
Mystik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Mystik, Mystizismus; ne. mysticism; Vw.: -; Hw.: s. Mysterium, mysteriös, mystifizieren, mystisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. unio mystica; E.: s. mlat. unio mystica, F., geheimnisvolle Einswerdung; lat. mysticus, Adj., zum Geheimkultus gehörig, zu den Mysterien gehörig, geheim, mystisch, geheimnisvoll, (70-19 v. Chr.); gr. μυστικός (mystikós), Adj., Geheimlehre betreffend, geheimnisvoll; s. μυειν (myein), V., sich schließen, die Lippen zusammenpressen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mystik, fehlt DW, EWD s. u. Mysterium, Duden s. u. Mystik; Son.: vgl. nndl. mystiek, Sb., Mystik; frz. mystique, F., Mystik; nschw. mystik, Sb., Mystik; nnorw. mystikk, M., Mystik; poln. mistyka, F., Mystik; nir. misteachas, F., Mystik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Form der menschlichen Religiosität bei der durch Versenkung und Hingabe sowie Askese eine persönliche und erfahrbare Verbindung mit dem von Menschen vermuteten Göttlichen gesucht wird; BM.: murmeln; F.: Mystik+FW(+EW); Z.: My-st-ik
$Mystiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mystiker, Anhänger von Mystik; E.: s. Mystik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Mystik, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Mystik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich unter Menschen wohl schon früher möglichen Anhänger von Mystik; F.: Mystiker, Mystikers, Mystikern+FW+EW; Z.: My-st-ik-er
mystisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mystisch, zu Mystik gehörig, Mystik betreffend, geheimnisvoll; ne. mystic (Adj.), mystical; Vw.: -; Hw.: s. Mysterium, mysteriös, mystifizieren, Mystik; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mysticus; E.: s. lat. mysticus, Adj., zum Geheimkultus gehörig, zu den Mysterien gehörig, geheim, mystisch, geheimnisvoll, (70-19 v. Chr.); gr. μυστικός (mystikós), Adj., Geheimlehre betreffend, geheimnisvoll; s. μυειν (myein), V., sich schließen, die Lippen zusammenpressen; vgl. idg. *mū̆- (1), V., Sb., murmeln, Mund (M.), Maul (N.) (1), Pokorny 751 (1269/134) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Mystik, DW 12, 2848, EWD s. u. Mysterium, Duden s. u. mythisch; Son.: vgl. nndl. mystiek, Adj., mystisch; frz. mystique, Adj., mystisch; nschw. mystisk, Adj., mystisch; nnorw. mystisk, Adj., mystisch; poln. mistyczny, Adj., mystisch; nir. mistiúil, Adj., mystisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Mystik betreffend oder geheimnisvoll; BM.: murmeln; F.: mystisch, mystische, mystisches, mystischem, mystischen, mystischer(, mystischere, mystischeres, mystischerem, mystischeren, mystischerer, mystischst, mystischste, mystischstes, mystischstem, mystischsten, mystischster)+FW(+EW); Z.: my-st-isch
$Mystizismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mystizismus; E.: s. Myst(ik), s. izismus; L.: Kluge s. u. Mystik, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Myst(ik) und izismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche auf Mystik beruhende und mit dem Verstand des Menschen nicht begründbare Weltanschauung, F.: Mystizismus, Mystizismen+FW; Z.: My-st-iz-ism-us
mythisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. mythisch, Mythen betreffend, sagenhaft, legendär; ne. mythic, mythical; Vw.: -; Hw.: s. Mythos, Mythologie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. mȳthicus; E.: s. Myth(os), s. isch; vgl. lat. mȳthicus, M., Mythendichter, Mythograph, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); gr. μυθικός (mythikós), M., Mythendichter, Mythograph; vgl. gr. μῦθος (mythos), M., Wort, Rede, Erzählung, Sage; vgl. idg. *mēudʰ-, *məudʰ-, *mūdʰ-, V., begehren, verlangen, Pokorny 743 (1243/108) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mythos, DW 12, 2848, EWD s. u. Mythos, Duden s. u. mythisch; Son.: vgl. nndl. mythisch, Adj., mythisch; frz. mythique, Adj., mythisch; nschw. mytisk, Adj., mythisch; nnorw. mytisk, Adj., mythisch; poln. mityczny, Adj., mythisch; nir. miotasach, Adj., mythisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Mythen betreffend oder sagenhaft; BM.: begehren; F.: mythisch, mythische, mythisches, mythischem, mythischen, mythischer(, mythischere, mythischeres, mythischerem, mythischeren, mythischerer, mythischst, mythischste, mythischstes, mythischstem, mythischsten, mythischster)+FW(+EW); Z.: myth-isch
Mythologie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Mythologie, Mythenkunde, Gesamtheit der Mythen, Gesamtheit von Sagen; ne. mythology; Vw.: -; Hw.: s. Mythos, mythisch; Q.: 1695; I.: Lw. lat. mȳthologia; E.: s. lat. mȳthologia, F., Mythe, Sage, (um 500 n. Chr.); gr. μυθολογία (mythología), F., Fabelerzählung, Sagengeschichte; vgl. gr. μῦθος (mythos), M., Wort, Rede, Erzählung, Sage; vgl. idg. *mēudʰ-, *məudʰ-, *mūdʰ-, V., begehren, verlangen, Pokorny 743 (1243/108) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Mythos, EWD s. u. Mythos, Duden s. u. Mythologie; Son.: vgl. nndl. mythologie, Sb., Mythologie; frz. mythologie, F., Mythologie; nschw. mytologie, Sb., Mythologie; nnorw. mytologi, M., Mythologie; poln. mitologia, F., Mythologie; kymr. mytholeg, F., Mythologie; nir. miotesealaíocht, F., Mythologie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Mythenkunde und die Gesamtheit der sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen möglichen Mythen; BM.: begehren, sammeln; F.: Mythologie, Mythologien+FW(+EW); Z.: Myth-o-log-ie
Mythos, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Mythos, Legende, Sage; ne. myth; Vw.: -; Hw.: s. mythisch, Mythologie; Q.: um 1800; I.: Lw. gr. μῦθος (mythos); E.: s. gr. μῦθος (mythos), M., Wort, Rede, Erzählung, Sage; s. idg. *mēudʰ-, *məudʰ-, *mūdʰ-, V., begehren, verlangen, Pokorny 743 (1243/108) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Mythos, fehlt DW, EWD s. u. Mythos, Duden s. u. Mythos; Son.: vgl. nndl. mythe, Sb., Mythos; frz. mythe, F., Mythos; nschw. myt, Sb., Mythos; nnorw. myte, M., Mythos; poln. mit, M., Mythos; kymr. myth, M., Mythos; nir. miotas, M., Mythos; lit. mitas, M., Mythos; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Überlieferung von Vorstellungen von Menschen aus einer früheren Zeit in Form von Legenden oder Sagen; BM.: begehren; F.: Mythos, Mythen+FW; Z.: Myth-os
n, N, nhd., N., (?): nhd. n, N; ne. n (letter); Vw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. n; E.: s. lat. n, Buchstabe, N; aus dem Semitischen, vgl. phön. nun, Sb., Schlange; hebr. nūn, Sb., Fisch; L.: DW 13, 1, Duden s. u. n; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben n des lateinischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung einer Schlange entwickeltes Zeichen; F.: N, Ns+FW; Z.: N
na, nhd., Interj., (10. Jh.): nhd. na, ja nicht, doch nicht; ne. well?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: ahd. na, Interj., nicht, etwa nicht, ja nicht, doch nicht; Herkunft ungeklärt, vielleicht Umdeutung von germ. *ne, Negationspartikel, Adv., nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. na, Kluge s. u. na, DW 13, 3, EWD s. u. na, EWAhd 6, 731, Duden s. u. na; Son.: vgl. gr. νή (nḗ), Partikel, ja, wahrhaftig; lit. nà, Interj., na; russ. na, Interj., na; lit. na, Interj., na; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf des Staunens oder der Verneinung; BM.: nicht?; F.: na+EW; Z.: na
Nabe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nabe, Radnabe; ne. nave (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Nabel; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nabe, st. F., sw. F., Nabe, Mittelpunkt; mnd. nāve (1), nave, F., M.?, Nabe, Nabe am Wagenrad, Radnabe; mnl. nave, M., F., Nabe; ahd. naba, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nabe, Radnabe; as. nava, naƀa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nabe; anfrk. -; germ. *nabō, st. F. (ō), Nabe; vgl. idg. *enebʰ- (1), *nō̆bʰ-, Sb., Nabel, Pokorny 314 (461/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nabe, Kluge s. u. Nabe, DW 13, 4, EWD s. u. Nabe, EWAhd 6, 732, Falk/Torp 293, Duden s. u. Nabe, Bluhme s. u. Nabe; Son.: vgl. afries. -; ae. nafu, st. F. (ō), Nabe; ae. nafa, sw. M. (n), Nabe; an. nǫf (1), st. F. (ō), Nabe; got. -; nndl. naaf, Sb., Nabe; nschw. nav, N., Nabe; nnorw. nav, N., Nabe; ai. nabhi-, Sb., Nabel, Nabe; ai. nábhya-, N., Nabe des Rades; gr. ὀμφαλός (omphalós), M., Nabel, Nabelschnur, nabelförmige Erhebung; lat. umbilīcus, M., Nabel; lat. umbo, M., Schildbuckel; air. imliu, imbliu, Sb., Nabel; lett. naba, Sb. Nabel; apreuß. nabis, Sb., Nabel, Nabe; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für das hohle die Achse aufnehmende Mittelstück des von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten Rades; BM.: Nabel; F.: Nabe, Naben+EW; Z.: Nab-e
Nabel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nabel, Bauchnabel, Mittelpunkt; ne. navel, umbilicus; Vw.: -; Hw.: s. Nabe; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nabel, nabele, st. M., sw. M., Nabel; mnd. nāvel (1), nāgel, M., Nabel, Bauchnabel; mnl. navel, navele, M., F., Nabel; ahd. nabalo, nabulo, sw. M. (n), Nabel, Mitte; ahd. nabal*, st. M., Nabel, Bauch, Mittelpunkt; as. -; anfrk. nabalo*, sw. M. (n), Nabel; germ. *nabalō-, *nabalōn, *nabala-, *nabalan, M., Nabel; s. idg. *enebʰ- (1), *nō̆bʰ-, Sb., Nabel, Pokorny 314 (461/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nabel, Kluge s. u. Nabel, DW 13, 5, EWD s. u. Nabel, EWAhd 6, 736, Falk/Torp 293, Duden s. u. Nabel; Son.: vgl. afries. navla, sw. M. (n), Nabel; nnordfries. nawel; ae. nafela, nafula, sw. M. (n), Nabel; an. nafli, sw. M. (n), Nabel; got. -; nndl. navel, Sb., Nabel; nschw. navel, Sb., Nabel; nnorw. navle, M., Nabel; ai. nabhi-, Sb., Nabel, Nabe; ai. nábhya-, N., Nabe des Rades; gr. ὀμφαλός (omphalós), M., Nabel, Nabelschnur, nabelförmige Erhebung; lat. umbilīcus, M., Nabel; lat. umbo, M., Schildbuckel; air. imliu, imbliu, Sb., Nabel; lett. naba, Sb. Nabel; apreuß. nabis, Sb., Nabel, Nabe; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für die bei Säugetieren vorhandene kleine und runde Vertiefung mit einer mehr oder weniger wulstigen Vernarbung darin in der Mitte des Bauches wo während der Tragezeit oder Schwangerschaft die ei der Geburt abgestoßene Nabelschnur ansetzt; BM.: ?; F.: Nabel, Nabels, Näbel, Näbeln+EW; Z.: Nab-el
$Nabelschnur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nabelschnur; L.: DW 13, 7, EWD s. u. Nabel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nabel und Schnur (F.) (1) gebildete Bezeichnung für die während der Tragezeit die Leibesfrucht eines Säugetiers mit dem Mutterkuchen in der Gebärmutter der Mutter verbindende und nach der Geburt absterbende Gefäßschnur; F.: Nabelschnur, Nabelschnüre, Nabelschnüren+EW; Z.: Nab-el—schnu-r
Näber, Naber, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Näber, Bohrer, Nabenbohrer; ne. drill (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. nabegēr, nebegēr, negbēr, nagber, negeber, st. M., Nabenspeer, spitzes Eisengerät zu einem Umdrehen, Bohrer, Dreheisen, Bohreisen; mnd. nēvegēr, nēver, neviger, nevyer, nevinger, nebeger, M., Nabenbohrer, großer Bohrer, Näber; mnl. navegeer, navegheer, M., großer Bohrer; ahd. nabagēr, nabugēr, nagaber, st. M. (a?), Nabenspeer, Bohrer; as. navugêr*, st. M. (a), Nabenger, Nabenbohrer, anfrk. -; germ. *nabōgaiza-, *nabōgaizaz, st. M. (a), Nabenspeer, Nabenbohrer; vgl. idg. *enebʰ- (1), *nō̆bʰ-, Sb., Nabel, Pokorny 314 (461/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *g̑ʰaiso-, *g̑ʰəiso-, *g̑ʰēiso-, *g̑ʰeh₂iso-, Sb., Stecken (M.), Spieß, Speer, Pokorny 410; s. idg. *g̑ʰei- (1), V., Sb., antreiben, bewegen, schleudern, Geschoss, Pokorny 424 (611/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Näber, Kluge s. u. Näber, DW 13, 8, EWAhd 6, 734, Falk/Torp 293; Son.: vgl. afries. -; ae. nafogār, st. M. (a), Näber, Nabenbohrer; an. nafarr, st. M. (a), Nabenbohrer; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Nab(e) und Ger gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten (Naben-)Bohrer; BM.: Nabel, Speer; F.: Näber, Näbers, Näbern, Naber, Nabers, Nabern+EW; Z.: Näb-er
Nabob, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nabob, reicher Mann; ne. nabob; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. nabob; E.: s. ne. nabob, M., Nabob, große Reichtümer erworben Habender; aus Hindi nuwwāb, Sb. Pl., Stellvertreter (Pl.), Statthalter (Pl.); arab. nāʾib, Sb., Stellvertreter, Statthalter; L.: Kluge s. u. Nabob, fehlt DW, Duden s. u. Nabob; Son.: vgl. nndl. nabob, Sb., Nabob; frz. nabab, M., Nabob; ndän. nabob, M., Nabob; nnorw. nabob, M., Nabob; poln. nabab, M., Nabob, kymr. nabob, M., Nabob; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Hindi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (einen Provinzgouverneur in Indien oder) einen Stellvertreter oder Statthalter und davon abgeleitet für einen reichen Mann; BM.: Statthalter; F.: Nabob, Nabobs+FW; Z.: Nab-ob
nach, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. nach, danach, neben, nahe, gen, folgend; ne. after, to, towards; Vw.: s. -ahmen, -bar, -richt; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nāch (3), nā, Präp., nach, auf ... hin, hinter, wegen, um, um ... willen, gemäß, entsprechend, nach hinten, hinten, danach, später, dann, hinterher, nachher; mnd. nā (1), nāch, noch, nār, Präp., Adv., nach, in Richtung auf, folgend, folgend auf, gemäß, entsprechend, hinsichtlich, auf Grund von; mnl. na, Adv., in der Nähe; ahd. nāh, Adv., Präp., Präf., nahe, bei, neben, zu, hinter; as. nāh (2), Adv., nahe; anfrk. *nā?, Adj., nahe; germ. *nēhwa-, *nēhwaz, *nǣhwa-, *nǣhwaz, Adj., nahe; vgl. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nach, Kluge s. u. nach, EWD s. u. nach, DW 13, 9, EWAhd 6, 756, EWAhd 6, 759, Falk/Torp 298, Duden s. u. nach, Bluhme s. u. nach; Son.: vgl. afries. nâ (2), Präp., nach; saterl. nei, Präp., nach; ae. néah (1), néa (1), nēh (1), Adj., nah, dicht, spät; an. nær, Adv., nahe, beinahe; got. nēƕa, Adv., Präp., nahe; got. nēƕ, Adv., nahe; nndl. na, Präp., nach (zeitlich); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung (Fürwort) um eine bestimmte Richtung (neben oder nahe oder hinter oder gen oder folgend) anzuzeigen; BM.: reichen; F.: nach+EW; Z.: nach
$nachäffen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. nachäffen, nachahmen, nachbilden, nachmachen; L.: Kluge s. u. nachäffen, DW 13, 16; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und Aff(e) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches nachahmen oder nachbilden oder nachmachen; F.: nachäffen, äffe (!) nach, äffst nach, äfft nach, äffen nach, äffest nach, äffet nach, äffte nach, äfftest nach, äfften nach, äfftet nach, nachgeäfft, ##nachgeäfft, nachgeäffte, nachgeäfftes, nachgeäfftem, nachgeäfften, nachgeäffter##, nachäffend, ##nachäffend, nachäffende, nachäffendes, nachäffendem, nachäffenden, nachäffender###, äff (!) nach+EW; Z.: nach—äff-en
nachahmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. nachahmen, nachmachen, nachbilden, nachäffen; ne. imitate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Vorsilbe s. nach; Hinterglied s. mhd. āmen (2), æmen, sw. V., ahmen, visieren, eichen (V.), prüfen, messen einer Flüssigkeitsmenge, füllen; vgl. mhd. āme, ōme, st. F., sw. M., sw. N., Ohm, Maß, Hohlmaß, Flüssigkeitsmaß für Wein; lat. hama, ama, F., Eimer, Feuereimer; gr. ἄμη (ámē), F., Wassereimer; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. nachahmen, Kluge 1. A. s. u. ahmen, Kluge s. u. nachahmen, DW 13, 17, EWD s. u. nach, Duden s. u. nachahmen, Bluhme s. u. nachahmen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und ahmen gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches nachmachen oder nachbilden oder nachäffen; BM.: reichen, gießen; F.: nachahmen, ahme nach, ahmst nach, ahmt nach, ahmen nach, ahmest nach, ahmet (!) nach, ahmte nach, ahmtest nach, ahmten nach, ahmtet nach, nachgeahmt, ##nachgeahmt, nachgeahmte, nachgeahmtes, nachgeahmtem, nachgeahmten, nachgeahmter##, nachahmend, ###nachahmend, nachahmende, nachahmendes, nachahmendem, nachahmenden, nachahmender###, nachzuahmen, ####nachzuahmen, nachzuahmend, nachzuahmende, nachzuahmendes, nachzuahmendem, nachzuahmenden, nachzuahmender####, ahm (!) nach+EW; Z.: nach—ahm-en
Nachbar, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nachbar, Anrainer, Anwohner; ne. neighbour (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. nāchbūre, nābūre, sw. M., Nachbar, Anwohner, Nächster, Begleiter, Gegner, Nachbarin; mhd. nāchgebūr, st. M., sw. M., Nachbar; mnd. nābūr, nābuer, nahbūr, nābor, nachbūr, nākebūr, M., Nachbar, Hausnachbar, nächstbewohnender Mitbürger, Hofnachbar, Anlieger, Angrenzer; mnd. nāber (2), naber, nahber, nāver, nēber, M., Nachbar, Hausnachbar, nächstwohnender Mitbürger, Hofnachbar, Anlieger mnl. naghebuur, nagebuur, M., Nachbar; ahd. nāhgibūr*, st. M. (a), Nachbar; ahd. nāhgibūro*, sw. M. (n), Nachbar; as. nāhbūr*, st. M. (a), Nachbar; anfrk. -; westgerm. *nēhwagabūrō-, *nēhwagabūrōn, *nēhwagabūra-, *nēhwagabūran, *nǣhwagabūrō-, *nǣhwagabūrōn, *nǣhwagabūra-, *nǣhwagabūran sw. M., Nachbar, einer der nahe wohnt; st. M., einer der nahe wohnt; germ. *nēhwa-, *nēhwaz, *nǣhwa-, *nǣhwaz, Adj., nahe; vgl. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.); germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *būwan, st. V., bauen, wohnen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Nachbar, Kluge s. u. Nachbar, EWD s. u. Nachbar, DW 13, 22, EWAhd 6, 764, Duden s. u. Nachbar; Son.: s. Nach, bar; vgl. afries. neibur, M., Nachbar; ae. néahgebūr, st. M. (a), Nachbar; an. -; got. -; nndl. nabuur, Sb., Nachbar; nnorw. nabo, M., Nachbar; GB.: seit um 765 belegte und aus nach und Bauer gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach der Sesshaftwerdung möglichen neben einem Menschen bauenden oder wohnenden Menschen; BM.: nach, mit, wohnen; F.: Nachbar, Nachbarn, Nachbaren+EW; Z.: Nach—bar
$nachbarlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nachbarlich, einen Nachbarn betreffend; E.: s. Nachbar, s. lich; L.: Kluge s. u. Nachbar, DW 13, 26, EWD s. u. Nachbar; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Nachbar und lich gebildete für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung möglichen Nachbarn betreffend; F.: nachbarlich, nachbarliche, nachbarliches, nachbarlichem, nachbarlichen, nachbarlicher+EW; Z.: nach—bar-lich
$Nachbarschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Nachbarschaft, Gesamtheit von Nachbarn, Verhältnis unter Nachbarn; E.: s. Nachbar, s. schaft; L.: Kluge s. u. Nachbar, DW 13, 27, EWD s. u. Nachbar; GB.: (nāchbūrschaft) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Nachbar und schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliche Gesamtheit von Nachbarn und das Verhältnis unter Nachbarn; F.: Nachbarschaft, Nachbarschaften+EW; Z.: Nach—bar-kei-t
$nachdem, nhd., Konj., Adv., (15. Jh.): nhd. nachdem, nach, danach; E.: s. nach, s. dem; L.: DW 13, 34, EWD s. u. nach; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus nach und dem gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nach oder danach; F.: nachdem+EW; Z.: nach—de-m
$nachdenken, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. nachdenken, nachsinnen, überlegen (V.); E.: s. nach, s. denken; L.: DW 13, 36, EWD s. u. denken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus nach und denken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nachsinnen oder überlegen (V.); F.: nachdenken, denke nach, denkst nach, denkt nach, denkest nach, denket nach, dachte nach, dachtest nach, dachten nach, dachtet nach, dächte nach, dächtest nach, dächten nach, dächtet nach, nachgedacht, ##nachgedacht, nachgedachte, nachgedachtes, nachgedachtem, nachgedachten, nachgedachter##, nachdenkend, ###nachdenkend, nachdenkende, nachdenkendes, nachdenkendem, nachdenkenden, nachdenkender###, nachzudenken, ####nachzudenken, nachzudenkend, nachzudenkende, nachzudenkendes, nachzudenkendem, nachzudenkenden, nachzudenkender####, denk (!) nach+EW; Z.: nach—denk-en
$nachdenklich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. nachdenklich, bedächtig, sorgsam, geneigt nachzudenken; E.: s. nachdenk(en), s. lich; L.: Kluge s. u. denken, DW 13, 38, EWD s. u. denken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nachdenk(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bedächtig oder sorgsam oder geneigt nachzudenken; F.: nachdenklich, nachdenkliche, nachdenkliches, nachdenklichem, nachdenklichen, nachdenklicher(, nachdenklichere, nachdenklicheres, nachdenklicherem, nachdenklicheren, nachdenklicherer, nachdenklichst, nachdenklichste, nachdenklichstes, nachdenklichstem, nachdenklichsten, nachdenklichster)+EW; Z.: nach—denk-lich
Nache, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Nache, Nachen, Kahn, kleines Boot; ne. bark (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nachen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. nache, sw. M., Nachen; mnd. nacke (2), Sb., Nachen, kleines Schiff; mnl. āke, M., Lastschiff; ahd. nahho*, nacho*, sw. M. (n), Nachen, Boot, Flussschiff; as. nako*, sw. M. (n), Nachen, Schiff; anfrk. -; germ. *nakwō-, *nakwōn, *nakwa-, *nakwan, Sb., Nachen, Kahn; s. idg. *nogᵘ̯o-?, Sb., Baum, Pokorny 770 (1315/42) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: DW 13, 43, EWAhd 6, 766, Falk/Torp 289; Son.: vgl. afries. -; ae. naca, sw. M. (n), Nachen, Kahn, Boot, Schiff; an. nǫkkvi (1), sw. M. (n), Boot, ausgehöhlter Baumstamm; got. -; nndl. aak, Sb., Nache, Nachen; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vor mindestens 8300 Jahren entwickeltes und verwendetes kleines Boot; BM.: Baum; F.: Nache, Nachen+EW; Z.: Nach-e
$nacheifern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. nacheifern, mit Eifer nachmachen oder folgen; E.: s. nach, s. Eifer, s. (e)n; L.: DW 13, 43, EWD s. u. Eifer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und Eifer sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Eifer nachmachen oder folgen; F.: nacheifern, eifere nach, eifer (!) nach, eiferst nach, eifert nach, eiferte nach, eifertest nach, eiferten nach, eifertet nach, nachgeeifert, ##nachgeeifert, nachgeeiferte, nachgeeifertes, nachgeeifertem, nachgeeiferten, nachgeeiferter##, nacheifernd, ###nacheifernd, nacheiferndes, nacheiferndem, nacheifernden, nacheifernder###, nachzueifern, ####nachzueifern, nachzueifernd, nachzueifernde, nachzueiferndes, nachzueiferndem, nachzueifernden, nachzueifernder####, eifer (!) nach+EW; Z.: nach—ei-f-er-n
$nacheinander, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. nacheinander, hintereinander, das eine nach dem anderen; E.: s. nach, s. einander; L.: DW 1, 44, EWD s. u. nach; GB.: seit 1482 belegte und aus nach und einander gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches hintereinander oder das eine nach dem anderen; F.: nacheinander+EW; Z.: nach—ei-n—an-d-er
Nachen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Nachen, Kahn, kleines Boot; ne. bark (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nache; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. nache, sw. M., Nachen; mnd. nacke (2), Sb., Nachen, kleines Schiff; mnl. āke, M., Lastschiff; ahd. nahho*, nacho*, sw. M. (n), Nachen, Boot, Flussschiff; as. nako*, sw. M. (n), Nachen, Schiff; anfrk. -; germ. *nakwō-, *nakwōn, *nakwa-, *nakwan, Sb., Nachen, Kahn; s. idg. *nogᵘ̯o-?, Sb., Baum, Pokorny 770 (1315/42) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nachen, Kluge s. u. Nachen, DW 13, 44, EWD s. u. Nachen, EWAhd 6, 766, Falk/Torp 289, Duden s. u. Nachen, Bluhme s. u. Nachen; Son.: vgl. afries. -; ae. naca, sw. M. (n), Nachen, Kahn, Boot, Schiff; an. nǫkkvi (1), sw. M. (n), Boot, ausgehöhlter Baumstamm; got. -; nndl. aak, Sb., Nachen; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vor mindestens 8300 Jahren entwickeltes und verwendetes kleines Boot; BM.: Baum; F.: Nachen, Nachens+EW; Z.: Nach-en
$Nachfahre, Nachfahr, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Nachfahre, Nachkomme; E.: s. nach, s. fahre(n); L.: Kluge s. u. Nachfahr(e), DW Nachfahr(e), EWD s. u. fahren; GB.: seit 1303 belegte und aus nach und Fahre gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Nachkommen; F.: Nachfahre, Nachfahr, Nachfahren#EW; Z.: Nach—fahr-e
$nachgeben, nhd., st. V., (15. Jh.?): nhd. nachgeben, mehr geben, einlenken; E.: s. nach, s. geben; L.: DW 13, 57, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus nach und geben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mehr geben oder einlenken; F.: nachgeben, gebe nach, gibst nach, gibt nach, gebt nach, gebest nach, gebet nach, gab nach, gabst nach, gaben nach, gabt nach, gäbe nach, gäbest nach, gäben nach, gäbet nach, nachgegeben, ##nachgegeben, nachgegebene, nachgegebenes, nachgegebenem, nachgegebenen, nachgegebener##, nachgebend, ###nachgebend, nachgebende, nachgebendes, nachgebendem, nachgebenden, nachgebender###, nachzugeben, ###nachzugeben, nachzugebend, nachzugebende, nachzugebendes, nachzugebendem, nachzugebenden, nachzugebender####, gib (!) nach+EW; Z.: nach—geb-en
$nachgerade, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. nachgerade, allmählich, geradezu; E.: s. nach, s. gerade; L.: Kluge s. u. nachgerade, EWD s. u. nach; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und gerade gebildete Bezeichnung für allmählich oder geradezu; F.: nachgerade(, nachgerades, nachgeradem, nachgeraden, nachgerader)+EW; Z.: nach—ge-ra-d-e
$Nachgeburt, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nachgeburt; E.: s. nach, s. Geburt; L.: Kluge s. u. Geburt, EWD s. u. Geburt, DW 13, 59; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nach und Geburt gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Geburten von Lebewesen mögliche meist schmerzfreie Abstoßung von Anhangsgebilden eines Neugeborenen wie der Nabelschnur oder des Mutterkuchens; F.: Nachgeburt, Nachgeburten+EW; Z.: Nach—ge-bur-t
$nachgiebig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nachgiebig, nachgebend; E.: s. nach, s. giebig; L.: DW 13, 64, EWD s. u. geben; GB.: seit 1716 belegte und aus nach und giebig gebildete (zusammengeschobene) Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches nachgebend; F.: nachgiebig, nachgiebige, nachgiebiges, nachgiebigem, nachgiebigen, nachgiebiger(, nachgiebigere, nachgiebigeres, nachgiebigerem, nachgiebigeren, nachgiebigerer, nachgiebigst, nachgiebigste, nachgiebigstes, nachgiebigstem, nachgiebigsten, nachgiebigster)+EW; Z.: nach—gieb-ig
$Nachhall, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nachhall, Nachklang, Widerhall; E.: s. nach, s. Hall; L.: Kluge s. u. hallen, DW 13, 67; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nach und Hall gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Klanges möglichen Nachklang oder Widerhall von Schallwellen; F.: Nachhall, Nachhalls, Nachhalle, Nachhallen+EW; Z.: Nach—hal-l
$Nachhalt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nachhalt, Rückhalt, Fortdauer, Dauer; E.: s. nach, s. Halt; L.: Kluge s. u. nachhaltig, DW 13m 67; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nach und Halt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Rückhalt oder mögliche Fortdauer oder Dauer; F.: Nachhalt, Nachhaltes, Nachhalte, Nachhalten+EW; Z.: Nach—hal-t
$nachhalten, nhd., st. V., (17. Jh.?): nhd. nachhalten, wirken, fortdauern; E.: s. nach, s. halten; L.: Kluge s. u. nachhaltig, DW 13, 68; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Nachhalt und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches wirken oder fortdauern; F.: nachhalten, halte nach, hältst nach, hält nach, haltet nach, haltest nach, halten nach, hielt nach, hieltest nach, hieltst nach, hielten nach, hieltet nach, nachgehalten, ##nachgehalten, nachgehaltene, nachgehaltenes, nachgehaltenem, nachgehaltenen, nachgehaltener##, nachhaltend, ###nachhaltend, nachhaltende, nachhaltendes, nachhaltendem, nachhaltenden, nachhaltender###, nachzuhalten, ####nachzuhalten, nachzuhaltend, nachzuhaltende, nachzuhaltendes, nachzuhaltendem, nachzuhaltenden, nachzuhaltender####, halt (!) nach+EW; Z.: nach—hal-t-en
$nachhaltig, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. nachhaltig, Nachhalt bewirkend, fortdauernd; E.: s. Nachhalt, s. ig; L.: Kluge s. u. nachhaltig, EWD s. u. nach, DW 13, 69; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nachhalt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Nachhalt bewirkend oder fortdauernd; F.: nachhaltig, nachhaltige, nachhaltiges, nachhaltigem, nachhaltigen, nachhaltiger(, nachhaltigere, nachhaltigeres, nachhaltigerem, nachhaltigeren, nachhaltigerer, nachhaltigst, nachhaltigste, nachhaltigstes, nachhaltigstem, nachhaltigsten, nachhaltigster)+EW; Z.: nach—hal-t-ig
$nachholen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. nachholen, nachträglich holen, nachträglich erledigen; E.: s. nach, s. holen; L.: DW 13, 74, EWD s. u. holen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und holen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nachträglich holen oder nachträglich erledigen; F.: nachholen, hole nach, holst nach, holt nach, holest nach, holet nach, holte nach, holtest nach, holten nach, holtet nach, nachgeholt, ##nachgeholt, nachgeholte, nachgeholtes, nachgeholtem, nachgeholten, nachgeholter##, nachholend, ###nachholend, nachholende, nachholendes, nachholendem, nachholenden, nachholender###, nachzuholen, ####nachzuholen, nachzuholend, nachzuholende, nachzuholendes, nachzuholendem, nachzuholenden, nachzuholender####, hol (!) nach+EW; Z.: nach—hol-en
$Nachhut, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nachhut; E.: s. nach, s. Hut (F.); L.: Kluge s. u. Hut 2, DW 13,75, EWD s. u. Hut; F.; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und Hut (F.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und eine Truppe hinten sichernden Teil in Gegensatz zu der Vorhut; F.: Nachhut, Nachhuten+EW; Z.: Nach—hut
$Nachkomme, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Nachkomme, Nachfahre, Nachkömmling; E.: s. nach, s. Komme, s. komm(en); L.: DW 13,80, EWD s. u. kommen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus nach und Komme gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Nachfahren oder Nachkömmling; F.: Nachkomme, Nachkommens, Nachkommen+EW; Z.: Nach—kom-m-e
$nachkommen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. nachkommen, später kommen, danach kommen; E.: s. nach, s. kommen; L.: DW 13,80, EWD s. u. kommen; GB.: um 1000 belegte und aus nach und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches später kommen oder danach kommen; F.: nachkommen, komme nach, kommst nach, kommt nach, kommest nach, kommet nach, kam nach, kamst nach, kamen nach, kamt nach, käme nach, kämest nach, kämen nach, kämet nach, nachgekommen, ##nachgekommen, nachgekommene, nachgekommenes, nachgekommenem, nachgekommenen, nachgekommener##, nachkommend, ###nachkommend, nachkommende, nachkommendes, nachkommendem, nachkommenden, nachkommender###, komm (!) nach+EW; Z.: nach—kom-m-en
$Nachkommenschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nachkommenschaft, Gesamtheit von Nachkommen; E.: s. Nachkomm(e), s. en, s. schaft; L.: EWD s. u. kommen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nachkomm(e) und en (Suff.) sowie schaft gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Gesamtheit von Nachkommen; F.: Nachkommenschaft, Nachkommenschaften+EW; Z.: Nach—kom-m-en—schaf-t
$Nachkömmling, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Nachkömmling, Nachkomme, Nachfahre; L.: DW 13, 82, EWD s. u. kommen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus nach und Kömmling gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Nachkommen oder Nachfahren; F.: Nachkömmling, Nachkömmlings, Nachkömmlinge, Nachkömmlingen+EW; Z.: Nach—köm-m—ling
$Nachlass, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nachlass, Hinterlassenschaft(, Erbe); E.: s. nachlass(en); L.: DW 13, 89 (Nachlasz), EWD s. u. lassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nachlass(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Besitz und Eigentum von Menschen mögliche Hinterlassenschaft (Erbe); F.: Nachlass, Nachlasses, Nachlässe, Nachlässen+EW; Z.: Nach—la-ss
$nachlassen, nhd., st. V., (14./15. Jh.): nhd. nachlassen, weniger werden; E.: s. nach, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, DW 13, 85, EWD s. u. lassen; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus nach und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches weniger werden oder weniger berechnen; F.: nachlassen, lasse nach, lässt nach, lasst nach, lassen nach, lassest nach, lasset nach, ließ nach, ließest nach, ließt (!) nach, ließen nach, ließet nach, nachgelassen, nachgelassene, ##nachgelassene, nachgelassenes, nachgelassenem, nachgelassenen, nachgelassener##, nachlassend, ###nachlassend, nachlassende, nachlassendes, nachlassendem, nachlassenden, nachlassender###, nachzulassen, ####nachzulassen, nachzulassend, nachzulassende, nachzulassendes, nachzulassendem, nachzulassenden, nachzulassender####, lass (!) nach+EW; Z.: nach—la-ss-en
$nachlässig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nachlässig, nachlassend; E.: s. nach, s. lass(en), s. ig; L.: DW 13, 88, EWD s. u. lassen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus nach und lass(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (in der Sorgfalt oder Aufmerksamkeit) nachlassend; F.: nachlässig, nachlässige, nachlässiges, nachlässigem, nachlässigen, nachlässiger(, nachlässigere, nachlässigeres, nachlässigerem, nachlässigeren, nachlässigerer, nachlässigst, nachlässigste, nachlässigstes, nachlässigstem, nachlässigsten, nachlässigster)+EW; Z.: nach—lä-ss-ig
$Nachlese, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nachlese, nachträgliche Lese, nachträgliche Sammlung; E.: s. nach, s. Lese; L.: DW 13, 91, EWD s. u. lesen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und Lese gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche nachträgliche Lese; F.: Nachlese, Nachlesen+EW; Z.: Nach—les-e
$Nachmittag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nachmittag; E.: s. nach, s. Mittag; L.: DW 12, 95, EWD s. u. Mittag; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und Mittag gebildete Bezeichnung für die von Menschen als beachtlich angesehene Zeit nach dem Mittag eines Tages in Gegensatz zu dem Vormittag; F.: Nachmittag, Nachmittags, Nachmittages, Nachmittage, Nachmittagen+EW; Z.: Nach—mi-t—t-ag
$Nachnahme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nachnahme, nachträglich genommene Gebühr; E.: s. nach, s. Nahme; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 13, 96, EWD s. u. nach; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus nach und Nahme gebildete Bezeichnung für eine nachträglich genommene Gebühr für eine Leistung; F.: Nachnahme, Nachnahmen+EW; Z.: Nach-nahm-e
Nachricht, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nachricht, Mitteilung; ne. message; Vw.: s. Tartaren-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. nach, richten; L.: Kluge s. u. Nachricht, DW 13, 103, EWD s. u. nach, Duden s. u. Nachricht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und richt(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Mitteilung eines Menschen die jemandem die Kenntnis eines neuen Sachverhalts vermittelt nach der er sich zu richten hat oder richten kann; BM.: reichen, gerade (Adj.) (2); F.: Nachricht, Nachrichten+EW; Z.: Nach-rich-t
$Nachrichter, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Nachrichter, Nachahmer; E.: s. nach, s. Richter; L.: Kluge s. u. Nachrichter, DW 13, 103; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus nach und Richter gebildete Bezeichnung für einen dem Richter nachgeordneten Gehilfen des Richters; F.: Nachrichter, Nachrichters, Nachrichtern+EW; Z.: Nach—rich-t-er
$Nachruf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nachruf; E.: s. nach, s. Ruf; L.: DW 13, 106, EWD s. u. nach; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus nach und Ruf oder nachruf(en) gebildete Bezeichnung für eine möglicherweise nach lat. Vorbild (prōsecūtio) von Menschen sachlich vielleicht schon früher entwickelte und verwendete Würdigung eines Menschen nach seinem Tode; F.: Nachruf, Nachrufs, Nachrufes, Nachrufe, Nachrufen+EW; Z.: Nach—ru-f
$nachschaffen, nhd., st. V., sw. V., (17. Jh.): nhd. nachschaffen, nachbilden, nachahmen; E.: s. nach, s. schaffen; L.: DW 13, 109, EWD s. u. schaffen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus nach und schaffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nachbilden oder nachahmen; F.: nachschaffen, schaffe (!) nach, schaffst nach, schafft nach, schaffest nach, schaffet nach, schaffte nach, schafftest nach, schafften nach, schafftet nach, schuf nach, schufst nach, schufen nach, schuft nach, schüfe nach, schüfest nach, schüfen nach, schüfet, nachgeschafft, ##nachgeschafft, nachgeschaffte, nachgeschafftes, nachgeschafftem, nachgeschafften, nachgeschaffter##, nachgeschaffen, ##nachgeschaffen, nachgeschaffene, nachgeschaffenes, nachgeschaffenem, nachgeschaffenen, nachgeschaffener## nachschaffend, ###nachschaffend, nachschaffende, nachschaffendes, nachschaffendem, nachschaffenden, nachschaffender###, nachzuschaffen, ####nachzuschaffen, nachzuschaffend, nachzuschaffende, nachzuschaffendes, nachzuschaffendem, nachzuschaffenden, nachzuschaffender####, schaff (!) nach+EW; Z.: nach—schaff-en
$nachschlagen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. nachschlagen; E.: s. nach, s. schlagen; L.: Kluge s. u. nachschlagen, W 12, 114; GB.: (nāchslahen) seit 1339 belegte und aus nach und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nachträglich schlagen oder schlagen nach oder durch Aufschlagen einer Buchseite suchen; F.: nachschlagen, schlage nach, schlägst nach, schlägt nach, schlagt nach, schlagest nach, schlaget nach, schlug nach, schlugst nach, schlugen nach, schlugt nach, schlüge nach, schlügest nach, schlügen nach, schlüget nach, nachgeschlagen, ##nachgeschlagen, nachgeschlagene, nachgeschlagenes, nachgeschlagenem, nachgeschlagenen, nachgeschlagener##, nachschlagend, ###nachschlagend, nachschlagende, nachschlagendes, nachschlagendem, nachschlagenden, nachschlagender###, nachzuschlagen, ####nachzuschlagen, nachzuschlagend, nachzuschlagende, nachzuschlagendes, nachzuschlagendem, nachzuschlagenden, nachzuschlagender####, schlag (!) nach+EW; Z.: nach—schlag-en
$Nachschub, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Nachschub, Nachschieben, Nachgeschobenes; E.: s. nach, s. Schub; L.: DW 13, 119, EWD s. u. Schub; GB.: seit 1402 belegte und aus nach und Schub gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen ausgeführtes Nachschieben und Nachgeschobenes; F.: Nachschub, Nachschubes, Nachschubs, Nachschübe, Nachschüben+EW; Z.: Nach—schub
$nachsehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. nachsehen, nachblicken, hinterhersehen, Nachsicht haben; E.: s. nach, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 13, 121. EWD s. u. sehen; GB.: seit um 1200 belegte und aus nach und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches nachblicken oder hinterhersehen oder Nachsicht haben; F.: nachsehen, sehe nach, siehst nach, sieht nach, sehen nach, seht nach, sehest nach, sehet nach, sah nach, sahst nach, sahen nach, saht nach, sähe nach, sähest nach, sähst nach, sähen nach, sähet nach, säht nach, nachgesehen, ###nachgesehen, nachgesehene, nachgesehenes, nachgesehenem, nachgesehenen, nachgesehener###, nachsehend, ###nachsehend, nachsehende, nachsehendes, nachsehendem, nachsehenden, nachsehender###, nachzusehen, ####nachzusehen, nachzusehend, nachzusehende, nachzusehendes, nachzusehendem, nachzusehenden, nachzusehender####, sieh (!) nach, siehe nach+EW; Z.: nach—seh-en
$nachsetzen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. nachsetzen, folgen, verfolgen; E.: s. nach, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 13, 123, EWD s. u. setzen; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus nach und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches folgen oder verfolgen; F.: nachsetzen, setze nach, setzt nach, setzen nach, setzest nach, setzet nach, setzte nach, setztest nach, setzten nach, setztet nach, nachgesetzt, ##nachgesetzt, nachgesetzte, nachgesetztes, nachgesetztem, nachgesetzten, nachgesetzter##, nachsetzend, ###nachsetzend, nachsetzende, nachsetzendes, nachsetzendem, nachsetzenden, nachsetzender###, nachzusetzen, ####nachzusetzen, nachzusetzend, nachzusetzende, nachzusetzendes, nachzusetzendem, nachzusetzenden, nachzusetzender####, setz (!) nach+EW; Z.: nach—setz-en
$Nachsicht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nachsicht, Nachsehen, Verständnis; E.: s. nach, Sicht; L.: DW 13, 125, EWD s. u. sehen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nach und Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Nachsehen oder Verständnis; F.: Nachsicht, Nachsichten+EW; Z.: Nach—sich-t
$nachspicken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. nachspicken, nachwerfen, nachspähen; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. nach, s. spicken; L.: EWD s. u. spicken; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus nach und spicken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nachwerfen oder nachspähen; F.: nachspicken, spicke nach, spickt nach, spicken nach, spickest nach, spicket nach, spickte nach, spicktest nach, spickten nach, spicktet nach, nachgespickt, ##nachgespickt, nachgespickte, nachgespicktes, nachgespicktem, nachgespickten, nachgespickter##, nachspickend, ###nachspickend, nachspickende, nachspickendes, nachspickendem, nachspickenden, nachspickender###, nachzuspicken, ####nachzuspicken, nachzuspickend, nachzuspickende, nachzuspickendes, nachzuspickendem, nachzuspickenden, nachzuspickender####, spick (!) nach+EW; Z.: nach—spi-ck-en
$Nächste, Nächster, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nächste; E.: s. nah(e), s. ste; L.: DW 12, 135, EWD s. u. nahe; GB.: seit vor Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. proximus aus nah(e) und ste gebildete Bezeichnung für einen einem Menschen sehr nahe stehenden Menschen; F.: Nächste, Nächster, Nächsten+EW; Z.: nahe
$nachstellen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. nachstellen, verfolgen; E.: s. nah, s. stellen, L.: Kluge s. u. nachstellen, DW 13, 138, EWD s. u. stellen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verfolgen; F.: nachstellen, stelle nach, stellst nach, stellt nach, stellest nach, stellet nach, stellte nach, stelltest nach, stellten nach, stelltet nach, nachgestellt, ##nachgestellt, nachgestellte, nachgestelltes, nachgestelltem, nachgestellten, nachgestellter##, nachstellend, ####nachstellend, nachstellende, nachstellendes, nachstellendem, nachstellenden, nachstellender####, nachzustellen, ####nachzustellen, nachzustellend, nachzustellende, nachzustellendes, nachzustellendem, nachzustellenden, nachzustellender####, stell (!) nach +EW; Z.: nach—stel-l-en
$Nächstenliebe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nächstenliebe, Liebe zu Mitmenschen; E.: s. Nächst(e), s. en (Suff.), s. Liebe; L.: DW 13, 140, EWD s. u. nahe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nächst(e) und en (Suff.) sowie Liebe gebildete Bezeichnung für die von Jesus Christus verlangte Liebe (caritas) des Menschen zu Mitmenschen wie zu sich selbst; F.: Nächstenliebe; F.: Näch-st-en—lieb-e
Nacht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Nacht, Dunkel; ne. night; Vw.: s. Fast-, Walpurgis-; Hw.: s. heint; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. naht, st. F., Nacht, Abend; mnd. nacht (1), nayct, M., F., Nacht, Nachtzeit; mnl. nacht, M., F., Nacht; ahd. naht, st. F. (athem.), Nacht, Abend; as. naht, st. F. (athem.), Nacht; anfrk. naht, st. F. (athem.), Nacht; germ. *naht-, *nahti-, *nahtiz, st. F. (i), Nacht; vgl. idg. *nekᵘ̯t-, *nekᵘ̯-, *nokᵘ̯ts, *nokᵘ̯t-, F., Nacht, Abend, Dämmerung, Pokorny 762 (1298/25) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nacht, Kluge s. u. Nacht, DW 13, 145, EWD s. u. Nacht, EWAhd 6, 772, Falk/Torp 290, Duden s. u. Nacht, Bluhme s. u. Nacht; Son.: vgl. afries. nacht, F. (kons.), Nacht; nfries. nacht; ae. niht (1), nieht, næht, neaht, F. (kons.), Nacht, Dunkelheit; an. nātt, nōtt, F. (kons.), Nacht; got. nahts, F. (kons. Wurzelnomen), Nacht; nndl. nacht, Sb., Nacht; nschw. natt, Sb., Nacht; nnorw. natt, M., F., Nacht; ai. nákt-, Sb., Nacht; gr. νύξ (nýx), F., Nacht; natē, F. Pl., Morgendämmerung, Nacht, früher Morgen; lat. nox, F., Nacht, Nachtzeit; air. nocht, Sb., Nacht; kymr. nos, F., Nacht; apreuß. naktin, Sb. (Akk. Sb.), Nacht; lit. naktìs, F., Nacht; ksl. nosti, Sb., Nacht; toch. A noktim, Adv., abends; toch. B nekcīye, Adv., abends; heth. nekut-, Sb., Nacht; heth. neku-, V., es wird Abend, es dämmert; GB.: (ahd. naht) seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den schon vormenschlichen und durch die Drehung der Erde um ihre Achse bestimmten und in dem Laufe des Jahres unterschiedlich langen Zeitraum etwa zwischen einem Sonnenuntergang und einem folgenden Sonnenaufgang in Gegensatz zu dem Tag oder der Helligkeit des Tages; BM.: Dämmerung; F.: Nacht, Nächte, Nächten+EW; Z.: Nacht
$Nachteil, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Nachteil; E.: s. nach, s. Teil; L.: DW 13, 184 (Nachtheil), EWD s. u. Teil; GB.: (nāchteil) seit 1449 belegte und aus nach und Teil gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen schlechten Teil in Gegensatz zu einem Vorteil; F.: Nachteil, Nachteils, Nachteiles, Nachteile, Nachteilen+EW; Z.: Nach—tei-l
$nachteilig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nachteilig; E.: s. Nachteil, s. ig; L.: DW 13, 185, EWD s. u. Teil; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Nachteil und ig gebildete Bezeichnung für einen Nachteil betreffend in Gegensatz zu vorteilhaft; F.: nachteilig, nachteilige, nachteiliges, nachteiligem, nachteiligen, nachteiliger(, nachteiligere, nachteiligeres, nachteiligerem, nachteiligeren, nachteiligerer, nachteiligst, nachteiligste, nachteiligstes, nachteiligstem, nachteiligsten, nachteiligster)+EW; Z.: nach-tei-l-ig
$nachten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. nachten, Nacht sein (V.), Nacht werden; Vw.: s. über-, um-; E.: s. Nacht, s. en; L.: Kluge s. u. Nacht, DW 13, 172; GB.: (nahtēn*) seit 1000 belegte und aus Nacht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Nacht sein (V.) oder Nacht werden in Gegensatz zu tagen; F.: nachten, nachte, nachtest, nachtet, nachtete, nachtetest, nachteten, nachtetet, genachtet, ##genachtet, genachtete, genachtetes, genachtetem, genachteten, genachteter##, nachtend, ###nachtend, nachtende, nachtendes, nachtendem, nachtenden, nachtender###, nacht (!)+EW; Z.: nacht-en
$nächten, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. nächten, nachts; E.: s. Nacht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. nächten, DW 13, 173; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus Nacht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für nachts; F.: nächten+EW; Z.: nächt-en
$Nachtfalter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nachtfalter, Nachtschmetterling; E.: s. Nacht, s. Falter; L.: DW 13, 176, EWD s. u. Falter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nacht und Falter gebildete Bezeichnung für einen während der Nacht fliegenden und während des Tages ruhenden Falter (etwa 70 Prozent aller Falter) oder Nachtschmetterling; F.: Nachtfalter, Nachtfalters, Nachtfaltern+EW; Z.: Nacht—fal-t-er
Nachtigall, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Nachtigall, ein Singvogel; ne. nightingale; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nahtegal, nahtgal, sw. F., st. F., Nachtigall; mhd. nahtegale, sw. F., Nachtigall; mnd. nachtegāle, nachtegāl, nachtegalle, nachtigāl, F., M., Nachtigall; mnl. nachtegale, nachtegael, F., Nachtigall; ahd. nahtgala*, nahtagala, st. F. (ō), sw. F. (n), Nachtigall; as. nahtagala*, nahtigala, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Nachtigall; anfrk. -; germ. *nahtagalō-, *nahtagalōn, sw. F. (n), Nachtigall; vgl. idg. *nekᵘ̯t-, *nokᵘ̯ts, Sb., Nacht, Pokorny 762 (1298/25) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *gʰel-, V., rufen, schreien, Pokorny 428 (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nachtigall, Kluge s. u. Nachtigal, DW 13, 188, EWD s. u. Nachtigall,EWAhd 6, 777, Duden s. u. Nachtigal; Son.: vgl. afries. -; ae. nihtegale, nihtegæle, sw. F. (n), Nachtigall; an. -; got. -; nndl. nachtegaal, Sb., Nachtigal; nnorw. nattergal, M., Nachtigal; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen unscheinbar rötlich braunen Singvogel dessen besonders nachts ertönender Gesang sehr melodisch klingt; BM.: Nacht, rufen; F.: Nachtigal, Nachtigallen+EW; Z.: Nacht-i-gal-l
$nächtigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. nächtigen, übernachten, schlafen; E.: s. Nacht, s. ig. s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Nacht, DW 13, 193, EWD s. u. Nacht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nacht und ig und en gebildete Bezeichnung für übernachten oder schlafen; F.: nächtigen, nächtige, nächtigst, nächtigt, nächtigest, nächtiget, nächtigte, nächtigtest, nächtigten, nächtigtet, genächtigt, ##genächtigt, genächtigte, genächtigtes, genächtigtem, genächtigten, genächtigter##, nächtigend, ###nächtigend, nächtigende, nächtigendes, nächtigendem, nächtigenden, nächtigender###, nächtig (!)+EW; Z.: nächt-ig-en
$Nachtisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nachtisch, Nachspeise; E.: s. nach, s. Tisch, L.: DW 13, 193, EWD s. u. nach; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nach und Tisch gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche dem eigentlichen Essen folgende Speise (beispielsweise Eis oder Obst oder Pudding); F.: Nachtisch, Nachtisches, Nachtische, Nachtischen+EW+FW; Z.: Nach—ti-sch
$nächtlich, nhd., Adv., (10. Jh.?): nhd. nächtlich, nachts; E.: s. Nacht, s. lich; L.: Kluge s. u. Nacht, DW 13, 197, EWD s. u. Nacht; GB.: (nahtelīhhes*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. per singulas noctes aus Nacht und lich gebildete Bezeichnung für nachts; F.: nächtlich +EW; Z.: nächt-lich
$Nachtrag, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nachtrag, Zusatz eines Eintrags, Ergänzung eines Eintrags; E.: s. nach, s. trag(en); L.: DW 13, 206, EWD s. u. nach; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nach und trag(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen späteren Zusatz oder eine Ergänzung eines Eintrags; F.: Nachtrag, Nachtrags, Nachtrages, Nachträge, Nachträgen+EW; Z.: Nach—trag
$Nachtrupp, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nachtrupp, Nachhut; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. nach, s. Trupp, L.: fehlt DW, EWD s. u. Trupp; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen einem Trupp folgenden Trupp oder eine Nachhut; F.: Nachtrupp, Nachtrupps+EW+FW; Z.: Nach—tru-pp
$nachts, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. nachts; E.: s. Nacht, s. (e)s; L.: Kluge s. u. Nacht, DW 13, 211, EWD s. u. Nacht; GB.: (nahtes) seit um 800 belegte und nach lat. noctū aus Nacht und (e)s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches während einer Nacht in Gegensatz zu tags oder während des Tages; F.: nachts+EW; Z.: nacht-s
$Nachtschatten, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Nachtschatten; E.: s. Nacht, s. Schatten; L.: Kluge s. u. Nachtschatten, DW 13, 213 (Nachtschatte), EWD s. u. Nacht; GB.: seit 11. Jh. belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen aus Nacht und Schatten gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Schatten der Nacht; F.: Nachtschatten, Nachtschattens+EW; Z.: Nacht—schatt-en
$Nachtschattengewächs, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Nachtschattengewächs; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nacht; GB.: seit 19. Jh. belegte und (vielleicht nach lat. trychnos oder trychnum) aus Nachtschatten und Gewächs gebildete Bezeichnung für hauptsächlich nachts Zuckermoleküle in Biomasse verwandelnde Pflanzen wie Tomaten oder Kartoffeln oder Gras oder Bäume; F.: Nachtschattengewächs, Nachtschattengewächses, Nachtschattengewächse, Nachtschattengewächsen+EW; Z.: Nacht—schatt-en—ge—wäch-s
$Nachttrut, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Nachttrut; E.: s. Nacht, s. Trut; L.: Kluge s. u. Nachttrut, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Nacht und Trut gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche nachts wirkende und Alpdruck erzeugende Gestalt; F.: Nachttrut, Nachttrute, Nachttruten+EW; Z.: Nacht—trut
$nachwachsen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. nachwachsen; E.: s. nach, s. wachsen; L.: DW 13, 227EWD s. u. wachsen 2; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus nach und wachsen gebildete Bezeichnung für vielleicht nach lat. Vorbild gebildetes sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches später wachsen (V.) (1); F.: nachwachsen, wachse (!) nach, wächst nach, wachst nach, wachsest nach, wachset nach, wuchs nach, wuchst nach, wuchsen nach, wüchse nach, wüchsest nach, wüchsen nach, wüchset nach, nachgewachsen, ##nachgewachsen, nachgewachsene, nachgewachsenes, nachgewachsenem, nachgewachsenen, nachgewachsener##, nachwachsend, ###nachwachsend, nachwachsende, nachwachsendes, nachwachsendem, nachwachsenden, nachwachsender###, nachzuwachsen, ####nachzuwachsen, nachzuwachsend, nachzuwachsende, nachzuwachsendes, nachzuwachsendem, nachzuwachsenden, nachzuwachsender####, wachs (!) nach+EW; Z.: nach—wach-s-en
$Nachwelt, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nachwelt; E.: s. nach, s. Welt; L.: DW 13, 230, EWD s. u. nach; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. posterioritās aus nach und Welt gebildete Bezeichnung für die nach einem bestimmten Ereignis wie beispielsweise dem Tode eines Menschen bestehende Welt; F.: Nachwelt, Nachwelten+EW; Z.: Nach—w-el-t
$Nachwort, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Nachwort; E.: s. nach, s. Wort; L.: DW 13, 233, EWD s. u. nach; GB.: seit 1359 belegte und aus nach und Wort gebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliches nachträgliches Wort in Gegensatz zu einem Vorwort oder auch eine nachträgliche Geltendmachung einer Forderung; F.: Nachwort, Nachworts, Nachwortes, Nachworte, Nachworten, Nachwörter, Nachwörtern+EW; Z.: Nach—wor-t
$Nachwuchs, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nachwuchs, Nachwachsen, Nachgewachsenes, Gesamtheit der Nachkommen; E.: s. nach, s. Wuchs, s. wachsen (V.) (1); L.: DW 13, 234, EWD s. u. wachsen 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus nach und Wuchs gebildete Bezeichnung für das Nachwachsen und das Nachgewachsene sowie das Nachwachsende wie beispielsweise die Gesamtheit der Nachkommen; F.: Nachwuchs Nachwuchses+EW; Z.: Nach—wuch-s
$nachziehen, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. nachziehen, folgen, ziehen nach; E.: s. nach, s. ziehen; L.: EWD s. u. ziehen, DW 13, 235; GB.: seit um 1185 belegte und aus nach und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches folgen oder ziehen nach; F.: nachziehen, ziehe nach, ziehst nach, zieht nach, ziehen nach, ziehest nach, ziehet nach, zog nach, zogst nach, zogen nach, zogt nach, zöge nach, zögest nach, zögst nach, zögen nach, zöget nach, nachgezogen, ##nachgezogen, nachgezogene, nachgezogenes, nachgezogenem, nachgezogenen, nachgezogener##, nachziehend, ###nachziehend, nachziehende, nachziehendes, nachziehendem, nachziehenden, nachziehender###, nachzuziehen, ####nachzuziehen, nachzuziehend, nachzuziehende, nachzuziehendes, nachzuziehendem, nachzuziehenden, nachzuziehender####, zieh (!) nach+EW; Z.: nach—zie-h-en
$Nachzügler, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Nachzügler, Nachziehender; Q.: 1792 (Goethe); E.: s. nach, s. Zug, s. l, s. er (Suff.); L.: DW 13, 238, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 1792 belegte und aus Nachzug und l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Nachziehenden oder sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen an dem Ende einer Gesamtheit ziehenden Menschen; F.: Nachzügler, Nachzüglers, Nachzüglern+EW; Z.: Nach—zü-g-l-er
Nack, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nack, Nacken; ne. neck (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nacken, Nacke; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. nac (1), st. M., Nack, Hinterhaupt, Nacken, Hals, Hinterkopf, Haupt, Rücken (M.); ahd. nak, nac, hnac, st. M. (a), Gipfel, Spitze, Scheitel, Haupt, Nacken, Hinterkopf, Hirnschale; as. -; anfrk. -; germ. *hnakkō-, *hnakkōn, *hnakka-, *hnakkan, sw. M. (n), Nacken, Genick; vgl. idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: DW 13, 238, EWAhd 6, 791, Falk/Torp 97, Kluge s. u. Nacken: Son.: vgl. afries. hnekka, sw. M. (n), Nacken; nnordfries. neek; ae. hnecca, sw. M. (n), Nacken, Hals; an. hnakki, sw. M. (n), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; an. hnakkr, st. M. (a), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; got. -; nndl. nek, Sb., Nacke, Nacken; nschw. nacke, Sb., Genick; nnorw. nakke, M., Genick; air. cnocc, Sb., Buckel, Hügel; kymr. cnwch, Sb., Buckel, Hügel; ? toch. A knuk, Sb., Hals, Nacken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteren Teil des Halses höherer Lebewesen; BM.: knicken?; F.: Nack. Nackes, Nacken+EW; Z.: Nack
Nacke, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nacke, Nacken, Genick; ne. neck; Vw.: -; Hw.: s. Nacken, Nack, Genick, nicken, neigen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nacke, sw. M., Hinterhaupt, Nacken; mhd. nac, st. M., Hinterhaupt, Nacken; mnd. nacke (1), nachke, necke, sw. M., Nacken, Genick, hinterer Teil des Halses, Nackenfell; mnl. nacke, M., Nacken; mnl. nac, M., Nacken; ahd. nakko*, nacko*, sw. M. (n), Nacken, Hinterkopf; ahd. nak, nac, st. M. (a), Gipfel, Scheitel, Haupt, Nacken, Hinterkopf; as. *hnakko?, sw. M. (n), Nacken, Genick; anfrk. -; germ. *hnakkō-, *hnakkōn, *hnakka-, *hnakkan, sw. M. (n), Nacken, Genick; vgl. idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nacken, Kluge s. u. Nacken, DW 13, 238, EWD s. u. Nacken, EWAhd 6, 791, Falk/Torp 97; Son.: vgl. afries. hnekka, sw. M. (n), Nacken; nnordfries. neek; ae. hnecca, sw. M. (n), Nacken, Hals; an. hnakki, sw. M. (n), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; an. hnakkr, st. M. (a), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; got. -; nndl. nek, Sb., Nacke, Nacken; nschw. nacke, Sb., Genick; nnorw. nakke, M., Genick; air. cnocc, Sb., Buckel, Hügel; kymr. cnwch, Sb., Buckel, Hügel; ? toch. A knuk, Sb., Hals, Nacken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteren Teil des Halses höherer Lebewesen; BM.: knicken?; F.: Nacke, Nackens, Nacken+EW; Z.: Nack-e
$Nackedei, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nackedei, nacktes kleines Kind; E.: s. nack(t), L.: Kluge s. u. nackt, fehlt DW, EWD s. u. nackt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus nack(t) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nackten Menschen und insbesondere ein nacktes kleines Kind; F.: Nackedei, Nackedeis+EW; Z.: Nack-ed-ei
Nacken, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nacken, Genick; ne. neck; Vw.: -; Hw.: s. Nacke, Nack, Genick, nicken, neigen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nacke, sw. M., Hinterhaupt, Nacken; mhd. nac, st. M., Hinterhaupt, Nacken; mnd. nacke (1), nachke, necke, sw. M., Nacken, Genick, hinterer Teil des Halses, Nackenfell; mnl. nacke, M., Nacken; mnl. nac, M., Nacken; ahd. nakko*, nacko*, sw. M. (n), Nacken, Hinterkopf; ahd. nak, nac, st. M. (a), Gipfel, Scheitel, Haupt, Nacken, Hinterkopf; as. *hnakko?, sw. M. (n), Nacken, Genick; anfrk. -; germ. *hnakkō-, *hnakkōn, *hnakka-, *hnakkan, sw. M. (n), Nacken, Genick; vgl. idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nacken, Kluge s. u. Nacken, DW 13, 238, EWD s. u. Nacken, EWAhd 6, 791, Falk/Torp 97, Duden s. u. Nacken, Bluhme s. u. Nacken; Son.: vgl. afries. hnekka, sw. M. (n), Nacken; nnordfries. neek; ae. hnecca, sw. M. (n), Nacken, Hals; an. hnakki, sw. M. (n), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; an. hnakkr, st. M. (a), Nacken, krummer Nacken eines Tieres; got. -; nndl. nek, Sb., Nacken; nschw. nacke, Sb., Genick; nnorw. nakke, M., Genick; air. cnocc, Sb., Buckel, Hügel; kymr. cnwch, Sb., Buckel, Hügel; ? toch. A knuk, Sb., Hals, Nacken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteren Teil des Halses höherer Lebewesen; BM.: knicken?; F.: Nacken, Nackens+EW; Z.: Nack-en
$nackend, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. nackend, nackt; E.: s. nackt; L.: DW 13, 243, EWD s. u. nackt; GB.: (nackent) seit 1190-1229 belegte und mit nackt verbindbare sowie vielleicht mit einem Nasalinfix erweiterte Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Kleidung des Menschen auffälliges nackt; F.: nackend+EW; Z.: nack-en-d
$Nackenschlag, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nackenschlag, Schlag auf den Nacken, unangenehmes Ereignis; E.: s. Nacken, s. Schlag; L.: DW 13, 243, EWD s. u. Nacken; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Nacken und Schlag gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Schlag auf den Nacken oder eine Erhöhung auf dem Rücken (M.) von Tieren oder einen unsicheren Knoten (M.) oder ein unangenehmes Ereignis; F.: Nackenschlag, Nackenschlags, Nackenschlages, Nackenschläge, Nackenschlägen+EW; Z.: Nack-en—schlag
nackt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. nackt, bloß, unbekleidet; ne. nacked; Vw.: s. splitter-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. nacket, Adj., unbekleidet, nackt, entblößt; mhd. nach, Adj., unbekleidet, nackt, entblößt, ledig, frei; mhd. nackent, neckent, Adj., nackt; mnd. nāket, nacket, Adj., nackt, ohne Kleidung seiend, unbekleidet, unbewaffnet, ungeschützt, unversorgt, armselig, kahl; mnl. nacet, naect, makent, Adj., nackt; ahd. nakkot*, nackot, nakot*, nakkut, nackut, Adj., nackt; as. -; anfrk. nakot, Adj., nackt, unbekleidet; germ. *nakwada-, *nakwadaz, *nakana-, *nakanaz, Adj., nackt, unbekleidet; idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nackt, Kluge s. u. nackt, DW 12, 244, EWD s. u. nackt, EWAhd 6, 793, Falk/Torp 289, Heidermanns 419, Duden s. u. nackt, Bluhme s. u. nackt; Son.: vgl. afries. naked, naken, Adj., nackt, nackend; nnordfries. naken, nackend, nackt, Adj., nackt; ae. nacod, nacud, Adj., nackt, bloß, leer; an. nakinn, Adj., nackt; an. nøkkviðr, Adj., nackt; got. naqaþs, Adj. (a), nackt; nndl. naakt, Adj., nackt; nschw. naken, Adj., nackt; nnorw. naken, Adj., nackt; ai. nagná-, Adj., nackt; gr. γυμνός (gymnós), Adj., nackt, unbekleidet, bloß, leicht bekleidet, unbewaffnet; lat. nūdus, Adj., nackt; air. nocht, Adj., nackt; kymr. noeth, Adj., nackt; lit. núogas, Adj., nackt; ksl. nagu, Adj., nackt; GB.: (nakkot) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für bloß oder sachlich seit Entwicklung von Kleidung durch den Menschen mögliches auffälliges unbekleidet; BM.: ?; F.: nackt, nackte, nacktes, nacktem, nackten, nackter(, nacktere, nackteres, nackterem, nackteren, nackterer, nacktest, nackteste, nacktestes, nacktestem, nacktesten, nacktester)+EW; Z.: nackt
Nadel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nadel, Dorn, Stift; ne. needle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. nādel, nādele, st. F., sw. F., Nadel, Nähnadel; mnd. nātel, nattek, nādel, nātele, nātle, F., Nadel, Nähnadel, Schmucknadel, Anstecknadel; mnl. naelde, F., Nadel; ahd. nādala, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nadel; as. nāthla*, sw. F. (n), Nadel; anfrk. Nadel-, Nalt-, Präf. in ON; germ. *nēþlō, *nǣþlō, st. F. (ō), Nadel; s. idg. *snē-, nē-, *sneh₁-, neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nadel, Kluge s. u. Nadel, DW 13, 250, EWD s. u. Nadel, EWAhd 6, 738, Falk/Torp 288, Duden s. u. Nadel, Bluhme s. u. Nadel; Son.: vgl. afries. nēdle, nēlde, st. F. (ō), Nadel; saterl. nedle; ae. nǣdl, nǣþl, nētl, nēþl, st. F. (ō), Nadel; an. nāl, st. F. (ō), Nadel; an. nāl, st. F. (ō), Nadel; got. nēþla, st. F. (ō), Nadel; nndl. naald, Sb., Nadel; nschw. nål, Sb., Nadel; nnorw. nål, M., F., Nadel; air. snáthat; kymr. nodwydd, F., Nadel; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild vor etwa 16000 Jahren zunächst aus Knochen und spätestens vor rund 5500 Jahren aus Metall (Kupfer, Iran) entwickelten mehr oder weniger feinen spitzen Gegenstand oder Werkzeug zu einem Stechen und Nähen; BM.: drehen bzw. nähen; F.: Nadel, Nadeln+EW; Z.: Na-d-el
$Nadelbaum, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nadelbaum; E.: s. Nadel, s. Baum; L.: DW 13, 253, EWD s. u. Nadel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nadel und Baum gebildete Bezeichnung für einen vor rund 270 Millionen Jahren entstandenen durch dünne Nadeln statt durch flache Blätter gekennzeichneten Baum wie beispielsweise Fichte oder Tanne oder Kiefer (F.) oder Lärche in Gegensatz zu dem Laubbaum; F.: Nadelbaum, Nadelbaums, Nadelbaumes, Nadelbäume, Nadelbäumen+EW; Z.: Na-d-el—bau-m
$nadeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. nadeln, Nadeln abwerfen, nähen; E.: s. Nadel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Nadel, DW 13, 255, EWD s. u. Nadel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Nadel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Nadeln abwerfen oder auch nähen; F.: nadeln, nadel (!), nadle, nadele, nadelst, nadelt, nadelte, nadeltest, nadelten, nadeltet, genadelt, ##genadelt, genadelte, genadeltes, genadeltem, genadelten, genadelter##, nadelnd, ###genadelt, nadelnde, nadelndes, nadelndem, nadelnden, nadelnder###, nadel (!)+EW; Z.: na-d-el-n
nafzen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. nafzen, in Schlaf liegen, schlummern; ne. nap (V.), slumber (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nafzen, sw. V., schlummern; ahd. naffezzen*, sw. V. (1a), schlafen, schläfrig werden, einschlafen, schlummern; as. -; anfrk. -; germ. *hnap-, *hnapp-, V., schlummern; L.: Kluge s. u. nafzen, DW 13, 257, EWAhd 6, 744, Falk/Torp 97, Duden s. u. nafzen, Pokorny 561; Son.: vgl. afries. -; ae. hnappian, sw. V. (2), schlummern, schlafen; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches in Schlaf liegen oder schlummern; BM.: ?; F.: nafzen, nafze (!), nafzst, nafzt, nafzest, nafzet, nafzte, nafztest, nafzten, nafztet, genafzt, ##genafzt, genafzte, genafztes, genafztem, genafzten, genafzter##, nafzend, ###nafzend, nafzende, nafzendes, nafzendem, nafzenden, nafzender###, nafz (!)+EW; Z.: naf-z-en
Nagel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nagel, Metallstift; ne. nail (N.); Vw.: s. Neid-, -fluh; Hw.: s. nageln, Nelke; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nagel, st. M., Nagel an Händen und Füßen, Nagel von Metall oder Holz um etwas zu befestigen; mnd. nāgel (1), M., Nagel, Fingernagel, Zehennagel, Fingerspitze, Schmiedenagel, Pflock, Nietnagel, Hufnagel; mnl. nagel, M., Nagel, Fingernagel, Fußnagel, Pflock, Metallnagel; ahd. nagal, st. M. (a, i?), Nagel, Steuer (N.), Ruderpinne, Pflock, Riegel; as. nagal, st. M. (a), Nagel, Kralle, Ruderpinne; anfrk. -; germ. *nagla-, *naglaz, st. M. (a), Nagel; s. germ. *nagli-, *nagliz, st. M. (i), Nagel; vgl. idg. *onogʰ-, *ongʰ-, *nogʰ-, *h₃n̥gᵘ̯ʰ-, Sb., Nagel, Kralle, Pokorny 780 (1342/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nagel, Kluge s. u. Nagel, DW 13, 257, EWD s. u. Nagel, EWAhd 6, 748, Falk/Torp 290, Duden s. u. Nagel, Bluhme s. u. Nagel; Son.: vgl. afries. neil, nīl, st. M. (a), Nagel; nnordfries. najel; ae. nægl, nægel, st. M. (a), Nagel, Pflock, Klaue; an. nagl, st. M. (a), Nagel; got. -; nndl. nagel, Sb., Nagel; nschw. nagel, Sb., Nagel; nnorw. negl, M., Nagel; ? ai. nakhá, M., N., Nagel, Zehen, Kralle; ? mpers. nāxun, Sb., Fingernagel; gr. ὄνυξ (ónyx), M., Nagel, Klaue, Kralle; lat. unguis, M., Nagel, Fingernagel, Zehennagel; air. ingen, Sb., Nagel; kymr. ewin, M., Nagel; apreuß. nage, F., Fuß; lit. nãgas, M., Fingernagel; ksl. noga, Sb., Fuß, Bein; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleine schildförmige Platte aus Horn auf dem vordersten Fingerglied oder Zehenglied des Menschen und höherer Tiere sowie danach einen mindestens seit etwa 5100 v. Chr. von Menschen hergestellten an dem unteren Ende zugespitzten und an dem oberen Ende abgeplatteten oder abgerundeten Stift (vielleicht anfangs aus Knochen und dann aus Metall) der in etwas hineingetrieben werden kann oder wird; BM.: Kralle?; F.: Nagel, Nagels, Nägel, Nägeln+EW; Z.: Nag-el
$Nägelchen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Nägelchen, Nelke; E.: s. Nagel, s. chen; L.: Kluge s. u. Nägelchen, DW 13, 264; GB.: nach 1231 belegte und vielleicht aus Nagel und chen gebildete Bezeichnung für die sachlich schon früher mögliche Nelke und später auch für einen kleinen Nagel; F.: Nägelchen, Nägelchens+EW; Z.: Näg-el-chen
$Nägelein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Nägelein; E.: s. Nagel, s. lein; L.: Kluge s. u. Nägelchen/Nägelein, DW 13, 264; GB.: nach 1231 belegte und vielleicht aus Nagel und lein (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich schon früher mögliche Nelke und später auch für einen kleinen Nagel; F.: Nägellein, Nägelleins+EW; Z.: Näg-el-ein
Nagelfluh, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nagelfluh, Felswand, eine Gesteinsart; ne. a conglomerate of stone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Nagel, Fluh; L.: Kluge s. u. Nagelfluh, DW 13, 266, Duden s. u. Nagelfluh; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches aus geologisch jungen Konglomeraten bestehendes Gestein; BM.: von Kieseln die wie Nagelköpfe aus Wänden hervorstehen; F.: Nagelfluh, Nagelfluhs+EW; Z.: Nag-el—fluh
nageln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nageln, Nagel einschlagen, einhämmern; ne. nail (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nagel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nagelen, negelen, sw. V., nageln, mit Nägeln beschlagen (V.), mit Stiften beschlagen (V.), heften; mnd. nāgelen (1), nāgeln, sw. V., nageln, festnageln, annageln, benageln, beschlagen (V.), mit Nägeln befestigen; mnl. naghelen, nagelen, sw. V., festnageln, nageln; ahd. nagalen*, negilen*, sw. V. (1a), nageln, befestigen, mit Nägeln befestigen, annageln, anheften, mit Nägeln versehen (V.); as. nėglian*, sw. V. (1a), nageln; anfrk. -; germ. *nagljan, sw. V., nageln; s. idg. *onogʰ-, *ongʰ-, *nogʰ-, *h₃n̥gᵘ̯ʰ-, Sb., Nagel, Kralle, Pokorny 780 (1342/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nagel, DW 13, 268, EWD s. u. Nagel, EWAhd 6, 752, Duden s. u. nageln; Son.: vgl. afries. -; ae. næglan, sw. V. (1), nageln; ae. næglan, sw. V. (1), nageln; got. *nagljan?, sw. V. (1), nageln; nndl. nagelen, V., nageln; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen mindestens seit etwa 5100 v. Chr. entwickeltes und verwendetes einen Nagel einschlagen oder einhämmern; BM.: Kralle; F.: nageln (!), nagel (!), nagle, nagele, nagelst, nagelt, nagelte, nageltest, nagelten, nageltet, genagelt, ##genagelt, genagelte, genageltes, genageltem, genagelten, genagelter##, nagelnd, ###nagelnd, nagelnde, nagelndes, nagelndem, nagelnden, nagelnder###, nagel (!)+EW; Z.: nag-el-n
$nagelneu, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nagelneu, ganz neu; E.: s. Nagel, s. neu; L.: Kluge s. u. nagelneu, EWD s. u. Nagel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Nagel und neu gebildete Bezeichnung für wie ein gerade aus der Schmiede kommender Nagel neu oder ganz neu; F.: nagelneu, nagelneue, nagelneues, nagelneuem, nagelneuen, nagelneuer+EW; Z.: nag-el—neu
$Nagelprobe, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. Nagelprobe; E.: s. nagel, s. Probe; L.: Kluge s. u. Nagelprobe; GB.: seit vor 1611 belegte und aus Nagel und Probe gebildete Bezeichnung für eine mit dem Fingernagel vorgenommene sorgfältige Prüfung beispielsweise der Kreislauflage eines Kranken oder des Inhalts eines Trinkglases; F.: Nagelprobe, Nagelproben+EW+FW; Z.: Nag-el—pro-b-e
nagen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. nagen, annagen, knabbern, mit den Schneidezähnen kleine Stücke abbeißen, ; ne. gnaw (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gnagi, necken; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nagen, st. V., nagen, benagen, zernagen, abnagen; mnd. nagen? (1), sw. V., nagen; mnl. cnāgen, sw. V., nagen, knabbern, kneifen; ahd. gnagan, nagan*, st. V. (6), nagen, zerreißen, verzehren, zernagen, abnagen, zerstören; as. knagan*, nagan*, st. V. (6), nagen; anfrk. -; germ. *gnagan, st. V., nagen; idg. *gʰnēgʰ-, *gʰneh₁gʰ-, V., nagen, kratzen, Pokorny 436; s. idg. *gʰen-, V., Adj., zernagen, zerreiben, kratzen, bisschen, Pokorny 436 (628/44) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. nagen, Kluge s. u. nagen, DW 13, 270, EWD s. u. nagen, EWAhd 4, 506, Falk/Torp 137, Seebold 233, Duden s. u. nagen, Bluhme s. u. nagen; Son.: vgl. afries. -; ae. gnagan, st. V. (6), nagen; an. gnaga, st. V., sw. V., nagen; got. -; nndl. knagen, V., nagen; nschw. gnaga, V., nagen; nnorw. gnage, V., nagen; av. aiβi-γnixta-, Adj., angenagt, angefressen; lett. gņẽga, M., mit langen Zähnen Essender; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit den Schneidezähnen von etwas kleine Stücke abbeißen; BM.: zerreiben; F.: nagen, nage, nagst, nagt, nagest, naget, nagte, nagtest, nagten, nagtet, genagt, ##genagt, genagte, genagtes, genagtem, genagten, genagter##, nagend, ###nagend, nagende, nagendes, nagendem, nagenden, nagender###, nag (!)+EW; Z.: nag-en
$Nager, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Nager, Nagender; E.: s. nag(en), s. er (Suff.); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus nag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Nagenden; L.: Kluge s. u. nagen, DW 13, 275, EWD s. u. nagen; F.: Nager, Nagers, Nagern+EW; Z.: Nag-er
$Nagetier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Nagetier; E.: s. nage(n), s. Tier; L.: DW 13, 275 (Nagethier), EWD s. u. nagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nage(n) und Tier gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches durch Nagen und Nachwachsen von Schneidezähnen gekennzeichnetes Tier wie Biber oder Eichhörnchen oder Hamster oder Maus oder Meerschweinchen oder Ratte; F.: Nagetier, Nagetieres, Nagetiers, Nagetiere, Nagetieren+EW; Z.: Nag-e—tie-r
nah, nhd., Adj.: nhd. nah; Vw.: s. nahe
nahe (1), nah, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. nahe, nah, benachbart, nicht weit entfernt; ne. near (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nāch, Adj., nahe; mnd. nā (2), nār, Adj., nach (Adj.), nahe, verwandt, nähere, näher stehend, näher berechtigt, nächste, näher; mnl. na, Adj., nahe, eng verwandt; ahd. nāh (1), Adj., nahe, benachbart, in der Nähe, angrenzend, Nachbar (= nāh subst.); as. nāh (1) Adj., nahe; anfrk. *nā?, Adj., nahe; germ. *nēhwa-, *nēhwaz, *nǣhwa-, *nǣhwaz, Adj., nahe; germ. *nēhwi-, *nēhwiz, *nǣhwi-, *nǣhwiz, Adj., näher; vgl. idg. *nō-, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 319; idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nah, Kluge s. u. nah(e), DW 13, 275, EWD s. u. nahe, EWAhd 6, 760, Falk/Torp 290, Duden s. u. nahe, Bluhme s. u. nah; Son.: vgl. afries. nēi, nī (1), Adj., nah, nahe; ae. néar, níer, Adj. (Komp.), Adv. (Komp.), nähere; an. nær, Adv., nahe, beinahe; got. nēƕis, Adv. (Komp.), näher; nndl. na, Adj., nahe; nschw. nära, Adj., nahe; nnorw. nær, Adj., nahe; GB.: (nāh) seit um 765 (s. a. nāhi) belegte Bezeichnung für aus menschlicher Sicht benachbart und deshalb nicht weit entfernt; BM.: reichen; F.: nahe, nah, nahes, nahem, nahen, naher, näher(, nähere, näheres, näherem, näheren, näherer, nächst, nächste, nächstes, nächstem, nächsten, nächster)+EW; Z.: nah
$Nähe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nähe, Nachbarschaft; E.: s. nah(e), s. e; L.: DW 13, 288, EWD s. u. nahe; GB.: (nāhī) seit um 830 belegte und mit nahe verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Nachbarschaft; F.: Nähe, Nähen (!)+EW; Z.: Näh-e
$nahebei, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. nahebei, benachbart; E.: s. nahe, s. bei; L.:DW 13, 288, EWD s. u. nahe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nahe und bei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches benachbart; F.: nahebei+EW; Z.: nah-e—bei
$nahen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nahen, nähern, nahe kommen; E.: s. nah, s. en (Suff.); L.: DW 13, 289, EWD s. u. nahe; GB.: seit um 765 belegte und aus nah und nah(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nähern oder nahe kommen; F.: nahen (!), nahe (!), nahst, naht, nahest, nahet, nahte, nahtest, nahten, nahtet, genaht, ##genaht, genahte, genahtes, genahtem, genahten, genahter##, nahend, ###nahend, nahende, nahendes, nahendem, nahenden, nahender###, nah (!)+EW; Z.: nah-en
nähen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. nähen, flicken; ne. sew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. næjen, næn, sw. V., nähen, kunstreich nähen, steppen, sticken; mnd. neien (1), nēgen, neigen, neggen, neyen, neygen, sw. V., nähen, durch Nähen herstellen, aufnähen, einnähen; mnl. naeyen, sw. V., nähen; ahd. nāen*, nājen*, nāwen*, sw. V. (1a), nähen, flicken, ausbessern; as. -; anfrk. -; germ. *nēan, *nǣan, *nējan, *nǣjan, sw. V., nähen; s. idg. *snēi-, *nēi-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973; vgl. idg. *snē-, *nē-, *sneh₁-, *neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. nähen, Kluge s. u. nähen, DW 13, 292, EWD s. u. nähen, EWAhd 6, 742, Falk/Torp 288, Duden s. u. nähen, Bluhme s. u. naehen; Son.: vgl. afries. naia, sw. V., nähen; ae. -; an. -; got. -; nndl. naaien, V., nähen; ? ai. snāyate, V., umwindet, bekleidet; gr. νεῖν (nein), V., spinnen; lat. nēre, V., spinnen; kymr. nyddu, V., nähen; mir. snīid, V., dreht, bindet; lett. snāt, V., locker zusammendrehen, spinnen; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vor mehr als 20000 Jahren von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes flicken oder mit Nadel und Faden oder Fasern oder Haaren oder Sehnen (Pl.) bearbeiten; BM.: drehen?; F.: nähen (!), nähe (!), nähst, näht, nähest, nähet, nähte, nähtest, nähten, nähtet, genäht, ##genäht, genähte, genähtes, genähtem, genähten, genähter##, nähend, ###nähend, nähende, nähendes, nähendem, nähenden, nähender###, näh (!)+EW; Z.: näh-en
$Näherin, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Näherin; E.: s. näh(en), s. er (Suff.), s. in (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Naht, EWD s. u. nähen; GB.: seit 1470 belegte und aus näh(en) und er sowie in gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit mögliche für andere Menschen nähende Frau; F.: Näherin, Näherinnen+EW; Z.: Näh-er-in
$nähern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. nähern, näher kommen; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. nah(e), s. er (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 297, EWD s. u. nahe; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus nah(e) und er (Suff.) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches näher kommen; F.: nähern (!), nähere (!), näher (!), näherst, nähert, näherte, nähertest, näherten, nähertet, genähert, ##genähert, genäherte, genähertes, genähertem, genäherten, genäherter##, nähernd, ###nähernd, näherndes, näherndem, nähernden, nähernder###, näher (!)+EW; Z.: näh-er-n
$nahezu, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. nahezu, fast, beinahe; E.: s. nahe, s. zu; L.: DW 13, 299, EWD s. u. nahe; GB.: seit 18. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus nahe und zu gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches fast oder beinahe; F.: nahezu+EW; Z.: nah-e—zu
$Nähmaschine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nähmaschine; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. näh(en), s. Maschine; L.: DW 13,302, EWD s. u. Maschine, nähen; GB.: vielleicht seit Mitte 19. Jh. belegte und aus näh(en) und Maschine gebildete Bezeichnung für eine 1790 erstmals (für den Engländer Thomas Saint) patentierte und seitdem von Menschen verwendete Maschine (aus Holz und später aus Metall und Kunststoff) für das Nähen; F.: Nähmaschine, Nähmaschinen+EW+FW; Z.: Wa-sch—masch-in-e
Nahme, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Nahme, Nehmen, Genommenes; ne. taking (N.); Vw.: s. Maß-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. nāme, st. F., gewaltsames Nehmen, Raub, Beraubung; mnd. nāme (2), M., Nahme, Wegnahme, Raub, Raubüberfall; mnl. name, F., Nehmen; ahd. nāma*, st. F. (ō), Wegnahme, Beute (F.) (1), Beschlagnahme, Beschlagnahmung, Inbesitznahme, Ergreifung, Besitzergreifung; as. -; anfrk. -; germ. *nēmō, st. F. (ō), Nehmen; s. idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 13, 301, EWD s. u. nehmen, Falk/Torp 293, Seebold 358, Duden s. u. Nahme; Son.: vgl. afries. nōme, st. F. (ō), Nahme, Einnahme; ae. nām, st. F. (ō), Ergreifung; ae. nǣm, st. F. (ō), Nehmung, Nehmen, Empfang; an. -; got. -; GB.: (ahd. nāma) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Nehmen einer Gegebenheit; BM.: zuteilen; F.: Nahme, Nahmen+EW; Z.: Nahm-e
$Nähnadel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nähnadel; E.: s. näh(en), s. Nadel; L.: DW 13,302, EWD s. u. Nadel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus näh(en) und Nadel gebildete für ein sachlich von Menschen schon vor mehr als 20000 Jahren zunächst aus Knochen und später aus Metall entwickeltes und seitdem verwendetes kleines Gerät für das Nähen oder eine Gegebenheit mit Faden oder Fasern oder Haaren oder Sehnen (Pl.) bearbeiten F.: Nähnadel, Nähnadeln+EW; Z.: Näh—na-d-el
nähren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nähren, aufziehen, genesen machen, Leben erhalten (V.); ne. nurture; Vw.: -; Hw.: s. genesen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. nerren (1), neren*, nern, nerigen, nergen, sw. V., heilen (V.) (1), gesund machen, retten, retten aus, retten vor, erretten, schützen, schützen vor, beschützen; mnd. nēren (1), sw. V., nähren, retten, davonbringen, ernähren; mnl. neren, V., ernähren, füttern; ahd. nerien*, nerren*, sw. V. (1b), nähren, füttern, retten, erlösen; as. nėrian, sw. V. (1b), retten, heilen (V.) (1), nähren; anfrk. *neren?, sw. V. (1), retten, erretten, befreien; germ. *nazjan, sw. V., heilen (V.) (1), retten, überstehen machen; idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. nähren, Kluge s. u. nähren, DW 13, 303, EWD s. u. nähren, EWAhd 6, 898, Falk/Torp 396, Seebold 360, Duden s. u. nähren, Bluhme s. u. naehren; Son.: vgl. afries. nera (2), sw. V. (1), nähren; ae. nėrian, sw. V. (1), retten, schützen, befreien, verteidigen; an. næra, sw. V. (1), nähren, Nahrung geben; got. nasjan, sw. V. (1), retten; nnorw. nøra, V., stärken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Zuführung von Lebensmitteln an Lebewesen oder Aufnahme von Nahrungsmitteln durch Lebewesen Leben erhalten (V.); BM.: geborgen sein (V.); F.: nähren, nähre, nährst, nährt, nährest, nähret, nährte, nährtest, nährten, nährtet, genährt, ##genährt, genährte, genährtes, genährtem, genährten, genährter##, nährend, ###nährend, nährende, nährendes, nährendem, nährenden, nährender###, nähr (!)+EW; Z.: nähr-en
$nahrhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. nahrhaft, Nahrung bietend; E.: s. nähr(en), s. Nahr(ung), s. haft; L.: Kluge 1. A. s. u. nähren, Kluge s. u. nähren, DW, EWD s. u. nähren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nahr(ung) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Tieren und Pflanzen auf der Erde mögliches Nahrung bietend, F.: nahrhaft, nahrhafte, nahrhaftes, nahrhaftem, nahrhaften, nahrhafter(, nahrhaftere, nahrhafteres, nahrhafterem, nahrhafteren, nahrhafterer, nahrhaftest, nahrhafteste, nahrhaftestes, nahrhaftestem, nahrhaftesten, nahrhaftester)+EW; Z.: nahr-haf-t
$Nahrung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Nahrung; E.: s. nähr(en), s. ung; L.: Kluge s. u. nähren, DW 13, 311, EWD s. u. nähren; GB.: (narunga) seit 10. Jh. belegte und aus nar(a) und ung gebildete Bezeichnung für ein der Erhaltung des Lebens von Lebewesen dienendes und seit der Entwicklung von Pflanzen und Tieren dafür vorhandenes oder entstehendes Mittel wie (Wasser oder) Obst oder Gemüse oder Milch oder Käse oder Fisch oder Fleisch; F.: Nahrung, Nahrungen+EW; Z.: Nahr-ung
$Nahrungsmittel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Nahrungsmittel; E.: s. Nahrung, s. s, s. Mittel; L.: DW 13, 315, EWD s. u. nähren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Nahrung und s sowie Mittel gebildete Bezeichnung für ein der Erhaltung des Lebens von Lebewesen dienendes und seit der Entwicklung von Pflanzen und Tieren dafür vorhandenes oder entstehendes Mittel wie (Wasser oder) Obst oder Gemüse oder Milch oder Käse oder Fisch oder Fleisch; F.: Nahrungsmittel, Nahrungsmittels, Nahrungsmitteln+EW; Z.: Nahr-ung-s—mi-tt-el
Naht, nhd., F., (11./12. Jh.): nhd. Naht, Verbindung, Verbindungslinie; ne. suture (N.), seam (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. nāt (1), st. F., Naht, kunstreiche Naht, Stickerei, Zusammenheftung, Zusammenschnürung; mnd. nāt, naet, nåt, F., Naht, Nähen (N.), Näharbeit, Fuge (F.) (1) am Panzer, Wundnaht; mnl. naet, M., Naht, Ziernaht; ahd. nāt, st. F. (i), Naht, Saum (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *nēdi-, *nēdiz, *nǣdi-, *nǣdiz, st. F. (i), nhd. Naht; idg. *snēi-, *nēi-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973; vgl. idg. *snē-, *nē-, *sneh₁-, *neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Naht, Kluge s. u. Naht, DW 13, 318, EWD s. u. nähen, EWAhd 6, 834, Falk/Torp 288, Duden s. u. Naht; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (ahd. nāt) seit 11./12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bei einem sachlich schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten Nähen entstehende Verbindung oder Verbindungslinie meist zweier Gegebenheiten; BM.: drehen bzw. nähen; F.: Naht, Nähte, Nähten+EW; Z.: Nah-t
naiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. naiv, kindlich, treuherzig, arglos; ne. naïve; Vw.: -; Hw.: s. Naivität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. naïf; E.: s. frz. naïf, Adj., naiv; afrz. naif, Adj., gebürtig, ursprünglich; lat. nātīvus, Adj., durch Geburt entstanden, geboren, von Natur entstanden, angeboren, natürlich, ursprünglich, stammend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. nātus, Adj., geboren, geschaffen; lat. nāscī, V., gezeugt werden, geboren werden, erzeugt werden, wachsen (V.) (1), hervorwachsen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. naiv, Kluge s. u. naiv, DW 13, 321, EWD s. u. naiv, Duden s. u. naiv; Son.: vgl. nndl. naïef, Adj., naiv; nschw. naiv, Adj., naiv; nnorwl. naiv, Adj., naiv; poln. naiwny, Adj., naiv; kymr. naïf, Adj., naiv; lit. naivus, Adj., naiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches kindlich oder treuherzig oder arglos oder unbefangen; BM.: erzeugen; F.: naiv, naive, naives, naivem, naiven, naiver(, naivere, naiveres, naiverem, naiveren, naiverer, naivst, naivste, naivstes, naivstem, naivsten, naivster)+FW(+EW); Z.: na-iv
Naivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Naivität, Kindlichkeit, Arglosigkeit; ne. naivety, naivity; Vw.: -; Hw.: s. naiv; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. naïvité; E.: s. frz. naïvité, F., Naivität; vgl. frz. naïf, Adj., naiv; afrz. naif, Adj., gebürtig, ursprünglich; lat. nātīvus, Adj., durch Geburt entstanden, geboren, von Natur entstanden, angeboren, natürlich, ursprünglich, stammend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. nātus, Adj., geboren, geschaffen; lat. nāscī, V., gezeugt werden, geboren werden, erzeugt werden, wachsen (V.) (1), hervorwachsen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. naiv, DW 13, 331 (Naivetät), EWD s. u. naiv, Duden s. u. Naivität; Son.: vgl. nndl. naïviteit, Sb., Naivität; nschw. naivitet, Sb., Naivität; nnorw. naivitet, M., Naivität; poln. naiwność, F., Naivität; kymr. naïfrwydd, M., Naivität; lit. naivumas, M., Naivität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens von Tieren und Menschen mögliche Kindlichkeit oder Arglosigkeit oder eine kindlich unbefangene direkte und unkritische Gemütsart; BM.: erzeugen; F.: Naivität+FW(+EW); Z.: Na-iv-it-ät
Najade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Najade, eine Nymphe, Flussmuschel; ne. naiad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 17. Jh.; I.: Lw. lat. nāias, gr. νηιάς (nēiás); E.: s. lat. nāias, nāis, F., Wassernymphe, Neiade, Najade; gr. νηιάς (nēiás), ναιάς (naiás), F., Neiade, Najade, Nymphe; vgl. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Najade; Son.: vgl. nndl. najade, Sb., Najade; frz. naïade, F., Najade; nschw. najad, Sb., Najade; nnorw. najade, M., F., Najade; kymr. naiad, F., Najade; nir. náiad, F., Najade; poln. naiady, F. Pl., Naiaden; lit. najadė, F., Najade; GB.: seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach der Vorstellung von Menschen der Hochkulturen des Altertums in Quellen und Flüssen lebende Nymphe; BM.: fließen; F.: Najade, Najaden+FW(+EW); Z.: Na-j-ad-e
Name, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Name, Bezeichnung, Benennung; ne. name (N.); Vw.: -; Hw.: s. Knan; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. name, sw. M., Name, Benennung, Geschlecht; mhd. nam (1), st. M., Name, Benennung, Geschlecht, Rang, Würde; mnd. nāme (1), nām, name, nōme, M., Name, Eigenname, Rufname, Vorname, Taufname; mnl. name, M., Name, Abstammung, Titel; ahd. namo (1), sw. M. (n), Name, Wort, Bezeichnung, Bedeutung, Nomen, Stellung; as. namo, sw. M. (n), Name; anfrk. namo, sw. M. (n), Name; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. M. (n), Name; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. N. (n), Name; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Name, Kluge s. u. Name, DW 13, 322, EWD s. u. Name, EWAhd 6, 803, Duden s. u. Name, Bluhme s. u. Name; Son.: vgl. afries. nama (1), noma (1), sw. M. (n), Name, Person; nnordfries. nom; ae. nama, noma, sw. M. (n), Name; an. nafn, st. N. (a), Name; got. namō, sw. N. (n), Name; nndl. naam, Sb., Name; nschw. namn, N., Name; nnorw. navn, N., Name; ai. nama, N., Name; gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; lat. nōmen, N., Name, Benennung; air. ainm, ainmm, N., Name, kymr. enw, M., Name; apreuß. emnens, M., Name; ksl. ime, N., Name; toch. A nom, Sb., Name, toch. B nem, Sb., Name; heth. laman-, N., Name; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine besondere Benennung (beispielsweise Vorname oder Nachname) eines einzelnen Wesens durch die es seit Entwicklung von Sprache von Menschen zwecks Herstellung zwischenmenschlichen Verständnisses von anderen Wesen unterschieden werden kann; BM.: ?; F.: Name, Namen+EW; Z.: Nam-e
$namentlich, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.?): nhd. namentlich; E.: s. Nam(e), s. ent, s. lich; L.: Kluge s. u. namentlich, DW 13, 342, EWD s. u. Name; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus Nam(e) und en und t und lich(e) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches besondere und besonders; F.: namentlich+EW; Z.: nam-ent-lich
$Namenstag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Namenstag; E.: s. Nam(e), s. ens (Suff.), s. Tag; L.: Kluge s. u. Name, DW 13, 341, EWD s. u. Name; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nam(e) und ens (Suff.) sowie Tag gebildete Bezeichnung für den mit dem Vornamen eines Menschen übereinstimmenden Tag eines Heiligen (wie beispielsweise Paul oder Peter oder Wilhelm oder Alma oder Emma oder Erika oder Gerda oder Maria oder Ulrike oder Sophie in dem (oder in einem) Kalender; F.: Namenstag, Namenstages, Namenstags, Namenstage, Namenstagen+EW; Z.: Nam-en-s—t-ag
$Namensvetter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Namensvetter, Namensbruder; E.: s. Nam(e), s. ens (Suff.), s. Vetter; L.: Kluge s. u. Name, DW 13,342, EWD s. u. Name; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nam(e) und ens (Suff.) sowie Vetter gebildete Bezeichnung für einen nicht verwandten Menschen mit (zufällig) gleichem Namen; F.: Namensvetter, Namensvetters, Namensvettern+EW; Z.: Nam-en-s—vet-t-er
$namhaft, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. namhaft, einen Namen habend, bekannt, berühmt, wichtig; E.: s. Nam(e), s. haft; L.: Kluge s. u. Name, DW 13, 343, EWD s. u. Name; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Nam(e) und haft gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Namen habend oder bekannt oder berühmt oder wichtig; F.: namhaft, namhafte, namhaftes, namhaftem, namhaften, namhafter(, namhaftere, namhafteres, namhafterem, namhafteren, namhafterer, namhaftest, namhafteste, namhaftestes, namhaftestem, namhaftesten, namhaftester)+EW; Z.: nam-haf-t
nämlich, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. nämlich, mit Namen bestimmt, bekanntlich, ausdrücklich mit Namen genannt; ne. namely, in particular; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. namelīche, nemelīche, Adv. ausdrücklich, insbesondere, vor allem, nämlich, nachdrücklich, namentlich, mit Namen, vorzugsweise; mnd. nēmelīke, Adv., nämlich, amentlich, besonders, vornehmlich; mnl. namelike, nemelike, Adv., nämlich, inbesondere, ebenso; s. ahd. namalīhho*, namalīcho*, nemenlīhho*, Adv., namentlich, dem Namen nach; ahd. namo (1), sw. M. (n), Name, Wort, Bezeichnung, Bedeutung, Nomen, Stellung; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. M. (n), Name; germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. N. (n), Name; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. nämlich, DW 13, 345, EWD s. u. Name, EWAhd 6, 802, Duden s. u. nämlich; Son.: vgl. an. nafnliga, Adv., namentlich, mit Namen; nndl. namelijk, Adv., nämlich; nschw. nämligen, Adv., nämlich; nnorw. nemlig, Adv., nämlich; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus Nam(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches bekanntlich oder ausdrücklich mit Namen genannt; BM.: Name, gleich; F.: nämlich+EW; Z.: näm-lich
$nanu, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. nanu, wirklich; E.: s. na, s. Nu; L.: Kluge s. u. na, DW 13, 348, EWD s. u. na; GB.: seit 19. Jh. belegte und durch Zusammenrückung gebildete Bezeichnung für wirklich?; F.: nanu+EW; Z.: na-nu
Napf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Napf, kleine runde Schüssel, ein Gefäß; ne. bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. napf, naph, st. M., hochfüßiges Trinkgefäß, Speisenapf; mnd. nap, M., Napf, Schale (F.) (2), Schüssel, Becher, rundes flaches Gefäß, Trinkschale; mnl. nap, M., Becher, Trinkbecher, Schale (F.) (1), Schüssel; ahd. napf, naph, st. M. (a, i?), Napf, Becher, Schüssel, Schale (F.) (1), Trinkschale; ahd. napfo, sw. M. (n), Becher; as. hnap, hnapp*, st. M. (a), Napf, Schale (F.) (2); anfrk. nap, M., Becher, Napf; germ. *hnappa-, *hnappaz, st. M. (a), Schale (F.) (1), Napf; L.: Kluge 1. A. s. u. Napf, Kluge s. u. Napf, DW 13, 348, EWD s. u. Napf, EWAhd 6, 811, Falk/Torp 97, Duden s. u. Napf, Bluhme s. u. Napf; Son.: vgl. afries. -; ae. hnæpp, st. M. (a), Napf, Schale (F.) (2); an. hnappr, st. M. (a), Schale (F.) (2), Schüssel; got. *hnapps?, st. M. (a), Napf; nndl. nap, Sb., Napf; nschw. (dial.) napp, Sb., Napf; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums hergestellte und verwendete kleine runde Schüssel; BM.: ?; F.: Napf, Napfe, Napfes, Napfs, Näpfe, Näpfen+EW; Z.: Napf
Näpfchen, nhd., N., 19. Jh.: nhd. Näpfchen, kleiner Napf; Vw.: s. Fett-; E.: s. Napf, s. chen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Napf und chen gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen hergestellten und verwendeten kleinen Napf
$Napfkuchen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Napfkuchen, Gugelhupf; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Napf, s. Kuchen; L.: DW 13,350, EWD s. u. Napf; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen in einem (hohen) Napf gebackenen Kuchen in Gegensatz zu einem Blechkuchen; F.: Napfkuchen, Napfkuchens+EW; Z.: Napf—kuch-en
Naphtha, Naphta, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Naphtha, Naphta, ein feines Bergöl; ne. naphtha; Vw.: -; Hw.: s. Naphthalin; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. gr. νάφθα (náphtha); E.: s. gr. νάφθα (náphtha), F., Naphtha (ein feines Bergöl); s. pers. naft, Sb., Erdharz, Erdöl; vielleicht von idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Naphtha, fehlt DW, EWD s. u. Naphta, Duden s. u. Naphtha; Son.: vgl. nndl. nafta, Sb., Naphtha; frz. naphte, N., Naphtha; nschw. nafta, Sb., Naphtha; nnorw. M., Naphtha; kymr. nafftha, M., Naphtha; nir. nafta, M., Naphtha; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Persischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches Schwerbenzin als derzeit wichtigen Rohstoff für die petrochemische Industrie und ein feines Bergöl; BM.: Erdöl?; F.: Naphtha, Naphthas, Naphta, Naphtas+FW; Z.: Naphth-a
Naphthalin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Naphthalin, ein Kohlenwasserstoff; ne. naphthalene; Vw.: -; Hw.: s. Naphtha; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νάφθα (náphtha), F., Naphtha (ein feines Bergöl); s. pers. naft, Sb., Erdharz, Erdöl; vielleicht von idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: fehlt DW, Duden s. u. Naphthalin; Son.: vgl. nndl. naftaleen, Sb., Naphthalin; frz. naphtaline, F., Naphthalin; nschw. naftalen, Sb., Naphthalin; nnorw. naftalen, N., Naphthalin; poln. naftalen, naftalina, Sb., Naphthalin; kymr. naffthalin, M., Naphthalin; nir. naftailéin, F., Naphthalin; lit. naftalenas, M., Naphthalin; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen seit 1819 aus Steinkohlenteer gewonnenen durchdringend riechenden aromatischen Kohlenwasserstoff; BM.: Erdöl?; F.: Naphthalin, Naphthalins+FW; Z.: Naphth-a-lin
Nappaleder, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nappaleder, weiches Leder; ne. nappa, nappa leather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. nappa leather; E.: s. ne. nappa leather, N., Nappaleder; Vorderglied von dem ON Napa in Kalifornien; vielleicht aus einer Indianersprache; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Leder; L.: Kluge s. u. Nappaleder, fehlt DW, Duden s. u. Nappaleder; Son.: vgl. nndl. nappa, Sb., Nappaleder; nschw. nappa, Sb., Nappaleder; nnorw. nappaskinn, N., Nappaleder; kymr. lledr napa, M., Nappaleder; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und teilweise mittelbar vielleicht einer Indianersprache Nordamerikas aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes feines und weiches durch Narben gekennzeichnetes Leder; BM.: ON nach dem Ort an dem das entsprechende Bearbeitungsverfahren entwickelt wurde; F.: Nappaleder, Nappaleders, Nappaledern+FW+EW; Z.: Nap-p-a-led-er
Narbe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Narbe, Wundmal, Spur einer verheilten Wunde; ne. scar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. narwe, nare, nar, F., Narbe; mnd. nāre (1), nare, narwe, M., Narbe, Brandmal, Zeichen, Fleck auf der Haut, Bündel, bestimmte Menge Strauchwerk; mnl. nerwe, F., Narbe, Wundrückstand; ahd. narawa*, narwa, sw. F. (n), Schlinge, Öse, Schlaufe, Narbe, Schramme; as. -; anfrk. -; germ. *narwō-, *narwōn, sw. F. (n), Narbe, Verengung, Verschnürung, Schrumpfung; s. idg. *sner- (2), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975? (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *snē-, nē-, *sneh₁-, neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Narbe, Kluge s. u. Narbe, DW 13, 351, EWD s. u. Narbe, EWAhd 6, 814, Falk/Torp 294, Heidermanns 421, Duden s. u. Narbe, Bluhme s. u. Narbe; GB.: (narawa) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche wegen der Tiefe der Verletzung auf einer Hautoberfläche sichtbare Spur einer verheilten Wunde oder ein Wundmal; BM.: drehen; F.: Narbe, Narben+EW; Z.: Na-r-b-e
$narben, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. narben, eine Narbe werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Narb(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Narbe, DW 13, 353; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Narb(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches eine Narbe werden oder eine Narbe bilden; F.: narben (!), narbe (!), narbst, narbt, narbest, narbet, narbte, narbtest, narbten, narbtet, genarbt, ##genarbt, genarbte, genarbtes, genarbtem, genarbten, genarbter##, narbend, ###narbend, narbende, narbendes, narbendem, narbenden, narbender###, narb (!)+EW; Z.: na-r-b-en
$narbig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. narbig, Narbe habend; L.: Kluge s. u. Narbe, DW 13,353, EWD s. u. Narbe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Narb(e) und ig gebildete Bezeichnung für eine Narbe habend; F.: narbig, narbige, narbiges, narbigem, narbigen, narbiger(, narbigere, narbigeres, narbigerem, narbigeren, narbigerer, narbigst, narbigste, narbigstes, narbigstem, narbigsten, narbigster)+EW; Z.: na-r-b-ig
Narde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Narde, eine wohlriechende Pflanze; ne. nard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. narde, F., Narde; mnd. nardes, nardus, F., Narde; mnl. narde, M., F.?, Narde; mnl. nardus, M., Narde; ahd. narda*, st. F. (ō), sw. F. (n), Narde, Nardenöl; lat. nardus, M., Narde, (um 250-184 v. Chr.); gr. νάρδος (nárdos), M., Narde; Lehnwort aus dem Semitischen, vgl. hebr. nērd, aram. nirdā, Sb., Narde; ai. nálada-, N., Narde; L.: Kluge 1. A. s. u. Narde, Kluge s. u. Narde, DW 13, 353, EWAhd 6, 816, Duden s. u. Narde; Son.: vgl. ae. nard, st. M. (a), Narde, Salbe; got. nardus*, st. M. (u), Narde; nndl. nardus, Sb., Narde; frz. nard, F., Narde; nschw. nardus, Sb., Narde; nnorw. nardus, M., Narde; poln. nard, Sb., Narde; kymr. nard, nardus, M., Narde; nir. nard, M., Narde; lit. nardas, Sb., Borstengras; ksl. nardъ, Sb., Narde, Nardenöl; GB.: (narda*) seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohlriechende schon vormenschliche Pflanze die seit den Hochkulturen des Altertums für die Herstellung von Salbölen verwendet wird; BM.: ?; F.: Narde, Narden+FW; Z.: Nard-e
Narkose, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Narkose, Bewusstseinsausschaltung durch Zufuhr eines Betäubungsmittels; ne. narcosis, anaesthesia; Vw.: -; Hw.: s. narkotisch; Q.: um 1700; I.: Lw. gr. νάρκωσις (nárkōsis); E.: s. gr. νάρκωσις (nárkōsis), F., Narkose; vgl. gr. ναρκοῦν (narkūn), V., lähmen, erstarren; vgl. gr. νάρκη (nárkē), F., Erstarrung Krampf; vgl. idg. *snerk-, *nerk-, V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 976; idg. *ner- (5), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975 (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Narkose, fehlt DW, EWD s. u. Narkose, Duden s. u. Narkose; Son.: vgl. nndl. narcose, Sb., Narose; frz. narcose, Sb., Narkose; nschw. narkos, Sb., Narkose; nnorw. narkose, M., Narkose; poln. narkoza, F., Narkose; kymr. narcosis, M., Narkose; lit. narkozė, F., Narkose; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch ein dafür von Menschen entwickeltes und verwendetes Betäubungsmittel bewirkten schlafähnlichen Zustand eines höheren Lebewesens mit Ausschaltung des Bewusstseins und damit der Schmerzempfindung; BM.: drehen bzw. schnüren; F.: Narkose, Narkosen+FW(+EW); Z.: Nar-k-os-e
$Narkotikum, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Narkotikum, Betäubungsmittel; E.: s. lat. narcōticu(s9, s. m; L.: Kluge s. u. Narkose, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit und später (Lachgas und Äther sowie Chloroform) entwickeltes und verwendetes Betäubungsmittel; F.: Narkotikum, Narkotikums, Narkotika+FW(+EW); Z.: Nar-k-ot-ik-um
narkotisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. narkotisch, Narkose betreffend, einschläfernd, betäubend; ne. narcotic; Vw.: -; Hw.: s. Narkose; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. narcōticus; E.: s. lat. narcōticus, Adj., lähmend, erstarrend, (um 325-um 403 n. Chr.); gr. ναρκωτικός (narkōtikós), Adj., lähmend, erstarrend; vgl. gr. νάρκη (nárkē), F., Erstarrung Krampf; vgl. idg. *snerk-, *nerk-, V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 976; idg. *sner- (2), *ner- (5), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975 (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Narkose, fehlt DW, EWD s. u. Narkose, Duden s. u. narkotisch; Son.: vgl. frz. narcotique, Adj., narkotisch; nschw. narkotisk, Adj., narkotisch; nnorw. narkotisk, Adj., narkotisch; poln. narkotyczny, Adj., narkotisch; lit. narkotinis, Adj., narkotisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Narkose betreffend oder einschläfernd oder betäubend; BM.: drehen bzw. schnüren; F.: narkotisch, narkotische, narkotisches, narkotischem, narkotischen, narkotischer(, narkotischere, narkotischeres, narkotischerem, narkotischeren, narkotischerer, narkotischst, narkotischste, narkotischstes, narkotischstem, narkotischsten, narkotischster)+FW(+EW); Z.: nar-k-ot-isch
$Narkotiseur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Narkotiseur, Narkosefacharzt, Anästhesist; E.: s. narkotis(ch), s. eur; L.: fehlt DW, EWD s. u. Narkose; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus narkotis(ch) und frz. eur gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit möglichen Narkosefacharzt oder Anästhesisten; F.: Narkotiseur, Narkotiseurs, Narkotiseure, Narkotiseuren+FW; Z.: Nar-k-ot-is-eur
$narkotisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. narkotisieren, durch Narkosemittel betäuben; E.: s. narkotis(ch), s. ieren; L.: Kluge s. u. Narkose, fehlt DW, EWD s. u. Narkose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus narkotis(ch) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes durch Narkosemittel betäuben; F.: narkotisieren, narkotisiere, narkotisierst, narkotisiert, narkotisierest, narkotisieret, narkotisierte, narkotisiertest, narkotisierten, narkotisiertet, ##narkotisiert, narkotisierte, narkotisiertes, narkotisiertem, narkotisierten, narkotisierter##, narkotisierend, ###narkotisierend, narkotisierende, narkotisierendes, narkotisierendem, narkotisierenden, narkotisierender###, narkotisier (!)+FW(+EW); Z.: nar-k-ot-is-ier-en
Narr, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Narr, Spaßmacher, Dummkopf, törichter Mensch; ne. fool (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. narre, sw. M., Tor, Narr; mnd. narre (1), nar, M., Narr, Tor (M.), dummer Mensch, unvernünftiger Mensch, Schalksnarr, Possenreißer, Gaukler, lustiger Mensch; mnl. narre, M., Geck, Tor (M.), Dummkopf; ahd. narro, sw. M. (n), Narr, Tor (M.); s. lat. nario?, M., Verspotter, Verspottender, Verhöhnender; vgl. lat. nāris, nār, F., Nasenloch, Nüster, Nase; idg. *nas-, *h₂n̥h₁os-, Sb., Nasenloch, Nase, Pokorny 755; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder aus dem Germ.?; L.: Kluge 1. A. s. u. Narr, Kluge s. u. Narr, DW 13, 354, EWD s. u. Narr, EWAhd 6, 820, Duden s. u. Narr, Bluhme s. u. Narr; Son.: vgl. nndl. nar, Sb., Narr, Dummkopf; nschw. narr, Sb., Narr; nnorw. narr, M., Narr; GB.: seit um 765 belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Spaßmacher oder Dummkopf oder törichten Menschen; BM.: Nase; F.: Narr, Narren+FW?; Z.: Narr
narrativ, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. narrativ, erzählend; ne. narrative (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. nārrātīvus; E.: s. lat. nārrātīvus, Adj., zum Erzählen geeignet, erzählender Art seiend; vgl. lat. nārrāre, V., kundtun, Nachricht geben, erzählen, schildern, berichten; idg. *g̑nōro-, *g̑n̥ró-, Adj., bekannt, angesehen, Pokorny 378; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. narrativ; Son.: vgl. nndl. narratieve, Adj., narrativ; frz. narratif, Adj., narrativ; nschw. narrativ, Adj., narrativ; nnorw. narrativ, Adj., narrativ; poln. narracyjny, Adj., narrativ; kymr. naratif, Adj., narrativ; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches erzählend; BM.: erkennen; F.: narrativ, narrative, narratives, narrativem, narrativen, narrativer+FW(+EW); Z.: nar-r-at-iv
$narren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. narren, zu einem Narren machen; Vw.: s. ver-; E.: s. Narr, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Narr, DW 13,369, EWD s. u. Narr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Narr und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht den Hochkulturen des Altertums mögliches zu einem Narren machen oder für einen Narren halten; F.: narren, narre (!), narrst, narrt, narrest, narret, narrte, narrtest, narrten, narrtet, genarrt, ##genarrt, genarrte, genarrtes, genarrtem, genarrten, genarrter##, narrend, ###narrend, narrende, narrendes, narrendem, narrenden, narrender###, narr (!)+EW; Z.: narr-en
$Narrenheil, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Narrenheil, eine Pflanze; E.: s. Narr, s. en (Suff.), s. Heil; L.: Kluge s. u. Gauchheil, DW 13, 373; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Narr und en sowie Heil gebildete Bezeichnung für Gauchheil; F.: Narrenheil, Narrenheils, Narrenheiles, Narrenheile, Narrenheilen+FW+EW; Z.: Narr-en—hei-l
$Narretei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Narretei, Narrheit, Scherz, Unsinn; E.: s. Narr, s. et, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Narretei, EWD s. u. Narr, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Narr und et sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Narrheit oder Scherz oder Unsinn; F.: Narretei, Narreteien+EW; Z.: Narr-et-ei
$Narrheit, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Narrheit, Narretei, Scherz, Unsinn, Dummheit, Wahnsinn; E.: s. Narr, s. heit; L.: Kluge s. u. Narr, EWD s. u. Narr; GB.: (narraheit) seit um 765 belegte und aus Narr und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Narretei oder Scherz oder Unsinn oder Dummheit oder Wahnsinn; F.: Narrheit, Narrheiten+FW+EW; Z.: Narr-hei-t
$Narrifex, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Narrifex, ein Sonderling; E.: s. Narr, s. Fex; L.: Kluge s. u. Fex, Narrifex, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Narr und i sowie Fex gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Sonderling; F.: Narrifex, Narrifexes, Narrifexe, Narrifexen+FW; Z.: Narr-i-fe-x
$närrisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. närrisch, wie ein Narr handelnd, töricht; Vw.: s. pudel-; E.: s. Narr, s. isch; L.: Kluge s. u. Narr, DW 13, 389, EWD s. u. Narr; GB.: seit 1233-1267 belegte und aus Narr und isch gebildete Bezeichnung für wie ein Narr handelnd oder töricht; F.: närrisch, närrische, närrisches, närrischem, närrischen, närrischer(, närrischere, närrischeres, närrischerem, närrischeren, närrischerer, närrischst, närrischste, närrischstes, närrischstem, närrischsten, närrischster)+FW(+EW); Z.: närr-isch
Narthex, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Narthex, Binnenvorhalle in einer Kirche und eine Pflanze; ne. narthex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. narthēx; E.: s. lat. narthēx, M., Pfriemenkraut, (23/24-79 n. Chr.); gr. νάρθηξ (nárthēx), M., Steckenkraut, Gerte, Stock; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus Kleinasien, Frisk 2, 289; L.: fehlt DW, Duden s. u. Narthex; Son.: vgl. nndl. narthex, Sb., Narthex; frz. narthex, M., Narthex; kymr. narthecs, M., Narthex; poln. narteks, M., Narthex; lett. nartekss, M., Narthex; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus Kleinasien kommende Bezeichnung für eine schmale Binnenvorhalle altchristlicher und byzantinischer Kirchen und eine Pflanze; BM.: Gerte; F.: Narthex, Narthizes+FW; Z.: Narthex
Narwal, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Narwal, Einhornwal; ne. narwal, narwhal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nschw. narval; E.: s. nschw. narval, Sb., Narwal; an. nārhvalr, M., Narwal; die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt; Hinterglied s. an. hvalr, st. M. (a), Wal; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Narwal, Kluge s. u. Narwal, DW 13, 392, Duden s. u. Narwal; Son.: vgl. nndl. narwal, Sb., Narwal; frz. narval, M., Narval; nnorw. narhval, M., Narval; poln. narwal, M., Narwal; nir. narbhal, M., Narwal; lit. narvalas, M., Narwal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem in seiner Herkunft ungeklärten Bestimmungswort und Wal gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in arktischen Gewässern lebenden grauweiß und dunkelbraun gefleckten Wal bei dem das Männchen einen langen als Waffe dienenden Stoßzahn hat; BM.: ?; F.: Narwal, Narwals, Narwales, Narwale, Narwalen+FW+EW; Z.: Nar—wal
Narzisse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Narzisse, Osterglocke, ein Amaryllisgewächs; ne. narcissus, jonquil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. narcissus; E.: s. lat. narcissus (1), M., F.?, Narzisse; gr. νάρκισσος (nárkissos), M., F., Narzisse; wahrscheinlich Lehnwort; L.: Kluge s. u. Narzisse, DW 13, 353, EWD s. u. Narzisse, Duden s. u. Narzisse; Son.: vgl. nndl. narcis, Sb., Narzisse; frz. narcisse, M., Narzisse; nschw. narciss, Sb., Narzisse; nnorw. narsiss, M., Narzisse; poln. narcyz, M., Narzisse; kymr. narsisws, M., Narzisse; nir. nairciseas, M., Narzisse; lit. narcizas, M., Narzisse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche ursprünglich in Südeuropa beheimatete in dem Frühling blühende Blume mit langen und schmalen Blättern und meist glockenförmigen großen duftenden gelben oder weißen Blüten auf hohen Stielen; BM.: ?; F.: Narzisse, Narzissen+FW(+EW); Z.: Narziss-e
Narzissmus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Narzissmus, übersteigerte menschliche Selbstliebe, krankhafte Eigenliebe; ne. narcissism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; nach dem PN Narkissos; L.: Kluge s. u. Narzissmus, fehlt DW, Duden s. u. Narzissmus; Son.: vgl. nndl. narcisme, Sb., Narzissmus; frz. narcissisme, M., Narzissmus; nschw. narcissism, Sb., Narzissmus; nnorw. narsissisme, M., Narzissmus; poln. narcyzm, M., Narzissmus; kymr. narsisiaeth, F., Narzissmus; nir. naírcisíocht, F., Narzissmus; lit. narcisizmas, M., Narzissmus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus einem PN Narkiss(os) und mus gebildete Bezeichnung für eine übersteigerte menschliche Selbstliebe oder krankhafte Eigenliebe; BM.: nach dem PN lat. Narcissus und gr. Narkissos der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte und vor Sehnsucht dahinschwand sowie zu einer Narzisse wurde; F.: Narzissmus+FW; Z.: Narziss-m-us
nasal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nasal, die Nase betreffend, zu der Nase gehörend; ne. nasal (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. nāsālis; E.: s. lat. nāsālis, Adj., „nasal“, Nase betreffend; vgl. lat. nāsus (1), M., Nase; idg. *nas-, *h₂n̥h₁os-, Sb., Nasenloch, Nase, Pokorny 755 (1280/7) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *anə-, *an- (3), V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nase, fehlt DW, EWD s. u. nasal, Duden s. u. nasal; Son.: vgl. nndl. nasaal, Adj., nasal; frz. nasal, Adj., nasal; nschw. nasal, Adj., nasal; nnorw. nasal, Adj., nasal; lit. nosinis, Adj., nasal; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Nase betreffend wie beispielsweise nasale Sprachen wie das Französische (oder das Portugiesische oder das Bretonische oder das Polnische oder das Kasubische oder das Sino-tibetische); BM.: atmen; F.: nasal, nasale, nasales, nasalem, nasalen, nasaler+FW(+EW); Z.: na-s-al
$Nasal, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nasal, Nasallaut; E.: s. nasal; L.: EWD s. u. nasal, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nasal und Laut gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen durch die Nase gesprochenen Laut wie m oder n (oder ng); F.: Nasal, Nasals, Nasales, Nasale, Nasalen+FW(+EW); Z.: Na-s-al
$nasalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. nasalieren, nasal sprechen, näseln; E.: s. Nasal, s. ieren; L.: Kluge s. u. Nase, EWD s. u. nasal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nasal und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches nasal sprechen oder näseln; F.: nasalieren, nasaliere, nasalierst, nasaliert, nasalierest, nasalieret, nasalierte, nasaliertest, nasalierten, nasaliertet, ##nasaliert, nasalierte, nasaliertes, nasaliertem, nasalierten, nasalierter##, nasalierend, ###nasalierend, nasalierende, nasalierendes, nasalierendem, nasalierenden, nasalierender###, nasalier (!)+FW(+EW); Z.: na-s-al-ier-en
naschen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. naschen, leckend genießen; ne. nibble (V.), snack (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. naschen, neschen, sw. V., Leckerbissen genießen, naschen, verbotene Liebesfreuden genießen; mnd. naschen, nasken, sw. V., einstecken, heimlich an sich bringen, schmarotzen, betteln, naschen; mnl. naschen, sw. V., naschen, aus der Tasche essen; ahd. naskōn*, nascōn, sw. V. (2), naschen, schmarotzen, verprassen; vgl. germ. *hnaskwu, *hnaskwuz, Adj., weich; vgl. idg. *kenes-, V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 561?; idg. ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben?, Pokorny 559 (868/100) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. naschen, Kluge s. u. naschen, DW 13, 393, EWD s. u. naschen, EWAhd 6, 831, Duden s. u. naschen, Bluhme s. u. naschen; Son.: vgl. nschw. naska, V., nagen, knabbern (aus dem Frühneuhochdeutschen); nnorw. naske, V., naschen (aus dem Frühneuhochdeutschen); GB.: (naskōn) seit 11. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für heimlich kleine Mengen von etwas für erstrebenswert Gehaltenem essen; BM.: kratzen; F.: naschen, nasche, naschst, nascht, naschest, naschet, naschte, naschtest, naschten, naschtet, genascht, ##genascht, genaschte, genaschtes, genaschtem, genaschten, genaschter##, naschend, ###naschend, naschende, naschendes, naschendem, naschenden, naschender###, nasch (!)+EW; Z.: na-sch-en
$naschhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. naschhaft, gerne naschend, naschsüchtig; E.: s. nasch(en), s. haft; L.: Kluge s. u. naschen, DW 13, 395, EWD s. u. naschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nasch(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gerne naschend oder naschsüchtig; F.: naschhaft, naschhafte, naschhaftes, naschhaftem, naschhaften, naschhafter(, naschhaftere, naschhafteres, naschhafterem, naschhafteren, naschhafterer, naschhaftest, naschhafteste, naschhaftestes, naschhaftestem, naschhaftesten, naschhaftester)+EW; Z.: na-sch-haf-t
$Naschwerk, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Naschwerk, Näscherei, Süßigkeit; E.: s. nasch(en), s. Werk; L.: DW 13, 396, EWD s. u. naschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nasch(en) und Werk gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Näscherei oder Süßigkeit wie beispielsweise Bonbon oder Keks oder Marzipan; F.: Naschwerk, Naschwerkes, Naschwerks, Naschwerke, Naschwerken+EW; Z.: Na-sch—werk
Nase, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Nase, Geruchsorgan, Riechorgan, Riecher; ne. nose (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nase, sw. F., st. F., Nase, Nüster, Schneppe; mnd. nēse (1), nāse, nōse, st. F., sw. F., Nase, Geruchsorgan, Vorgebirge (in Ortsnamen), Gesichtsteil des Visiers (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. nase, nese, nose, neuse, nuese, F., Nase; ahd. nasa, st. F. (ō), sw. F. (n), Nase, Näsling; as. *nasa?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nase; anfrk. nasa, F., Nase; germ. *nasō, st. F. (ō), Nase; idg. *nas-, *h₂n̥h₁os-, Sb., Nasenloch, Nase, Pokorny 755 (1280/7) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *anə-, *an- (3), V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nase, Kluge s. u. Nase, DW 13, 396, EWD s. u. Nase, EWAhd 6, 824, Falk/Torp 295, Duden s. u. Nase, Bluhme s. u. Nase; Son.: vgl. afries. nose, st. F. (ō), Nase; nnordfries. naas, nös; ae. nosu, st. F. (ō), Nase; ae. nasu, næs, st. F. (ō), Nase; an. nǫs, st. F. (ō?, i?), Nase, vorspringende Klippe; got. -; nndl. neus, Sb., Nase; nschw. näsa, Sb., Nase; nnorw. nese, M., F., Nase; ai. nas-, F., Nase; apers. nāh-, F., Nase; lat. nāris, F., Nasenloch, Nüster, Nase; apreuß. nozy, Sb., Nase; lit. nósis, F., Nase; ksl. nosum, Sb., Nase; poln. nos, M., Nase; GB.: (nasa) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das Geruchsorgan oder Riechorgan von Menschen und höheren Tieren; BM.: atmen; F.: Nase, Nasen+EW; Z.: Na-s-e
$näseln, nhd., sw. V., (11./12. Jh.): nhd. näseln, unter Einbeziehung der Nase sprechen; E.: s. Nas(e), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Nase, EWD s. u. Nase; GB.: seit 11./12. Jh. (neselen) belegte und aus Nas(e) und el und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches unter Einbeziehung der Nase sprechen; F.: näseln, näsel (!), näsle, näsele, näselst, näselt, näselte, näseltest, näselten, näselter, genäselt, ##genäselt, genäselte, genäseltes, genäseltem, genäselten, genäselter##, näselnd, ###näselnd, näselnde, näselndes, näselndem, näselnden, näselnder###, näsel (!)+EW; Z.: nä-s-el-n
$Nasenklemmer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nasenklemmer, Klemmbrille; E.: s. Nas(e), s. en (Suff.), s. Klemmer; L.: Kluge s. u. Klemmer, DW 13,413; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nas(e) und en sowie Klemmer gebildete Bezeichnung für eine die Nase klemmende Gegebenheit wie beispielsweise ein enges Glas oder plattdeutsch auch eine Klemmbrille; F.: Nasenklemmer, Nasenklemmers, Nasenklemmern+EW; Z.: Na-s-en—kle-m-m-er
$Nasenkneifer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nasenkneifer, Kneifer; L.: Kluge s. u. Kneifer, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nas(e) und en sowie Kneifer gebildete Bezeichnung für eine die Nase kneifende Gegebenheit wie beispielsweise eine zwischen um 1840 und um 1940 verwendete Klemmbrille F.: Nasenkneifer, Nasenkneifers, Nasenkneifern+EW; Z.: Na-s-en—knei-f-er
$Nasenloch, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Nasenloch; E.: s. Nas(e), s. en (Suff.), s. Loch; L.: DW 13,413, EWD s. u. Nase; GB.: (naseloch) um 1150 belegte und aus Nase und Loch gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Öffnung der Nase nach außen; F.: Nasenloch, Nasenlochs, Nasenloches, Nasenlöcher, Nasenlöchern+EW; Z.: Na-s-en—loch
$Nasenstüber, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nasenstüber; E.: s. Nas(e), s. en. s. Stüber; L.: Kluge s. u. Nasenstüber, DW 13, 416, EWD s. u. Nase; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nas(e) und en und Stüber gebildete Bezeichnung für einen leichten Schlag gegen die Nase eines anderen Menschen; F.: Nasenstüber, Nasenstübers, Nasenstübern+EW; Z.: Na-s-en-stüb-er
$naseweis, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. naseweis, mit feinem Geruch begabt, besserwisserisch, vorlaut; E.: s. Nase, s. weis(e); L.: Kluge s. u. naseweis, DW 13, 417 (nasenweis), EWD s. u. Nase; GB.: seit 1227-1248 belegte und aus Nase und weise gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit feinem Geruch begabt oder auch besserwisserisch; F.: naseweis, naseweise, naseweises, naseweisem, naseweisen, naseweiser(, naseweisere, naseweiseres, naseweiserem, naseweiseren, naseweiserer, naseweisest, naseweiseste, naseweisestes, naseweisestem, naseweisesten, naseweisester)+EW; Z.: na-s-e—wei-s
$Nashorn, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Nashorn; E.: s. Nas(e), s. Horn; L.: Kluge s. u. Nashorn, DW 13, 419, EWD s. u. Nase; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach dem Lateinischen (rhīnocerōs) und Griechischen des Altertums aus Nas(e) und Horn gebildete Bezeichnung für ein vor 50 Millionen Jahren entwickeltes größeres Säugetier mit einem waffenartign Horn auf der Nase; F.: Nashorn, Nashorns, Nashornes, Nashörner, Nashörnern+EW; Z.: Na-s—hor-n
nass, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. nass, feucht; ne. wet (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Nässe; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. naz, Adj., nass, durchnässt; mnd. nat (1), natte, Adj., nass, durchfeuchtet, durch Wasser verdorben, regnerisch (Bedeutung örtlich beschränkt), flüssig; mnl. nat, Adj., nass, feucht, durchweicht; ahd. naz, Adj., nass, feucht, triefend, flüssig; as. -; anfrk. nat, Adj., nass; germ. *nata-, *nataz, Adj., nass; aus dem Idg.?; L.: Kluge 1. A. s. u. nass, Kluge s. u. nass, DW 13, 421 (nasz), EWD s. u. nass, Falk/Torp 291, EWAhd 6, 842, Heidermanns 422, Duden s. u. nass, Bluhme s. u. nass; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *nats?, Adj. (a), nass; nndl. nat, Adj., nass; ai. nadī́, F., Fluss; ? gr. νότιος (nótios), Adj., nass, feucht, regnerisch; GB.: (naz) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und womöglich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches von Feuchtigkeit durchtränkt; BM.: ?; F.: nass, nasse, nasses, nassem, nassen, nasser, nässer(, nässere, nässeres, nässerem, nässeren, nässerer, nässeste, nässestes, nässestem, nässesten, nässester)+EW; Z.: nass
$Nass, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Nass, Nässe; E.: s. nass; L.: Kluge 1. A. s. u. nasz, DW 13, 421; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus nass gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Feuchtigkeit oder Nässe; F.: Nass, Nasses+EW; Z.: Nass
Nassauer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nassauer, bei anderen Menschen ohne Entgelt essender Mensch; ne. moocher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: scherzhaft vom ON Nassau und von berlinerisch nass, Adj., umsonst; vielleicht von rotw. nassenen, V., schenken; wjidd. nossenen, V., schenken; L.: Kluge s. u. Nassauer, fehlt DW, EWD s. u. Nassauer, Duden s. u. Nassauer; GB.: seit 19. Jh. belegte und von dem ON Nassau abgeleitete und vielleicht mit dem Rotwelschen und dem Westjiddischen verbindbare Bezeichnung für einen ständig bei anderen Menschen ohne Entgelt essenden und diese dadurch in Anspruch nehmenden Menschen; BM.: umsonst; F.: Nassauer, Nassauers, Nassauern+EW; Z.: Nass-au-er
$nassauern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. nassauern, wie ein Nassauer leben; E.: s. Nassauer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Nassauer, fehlt DW, EWD s. u. Nassauer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nassauer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches (wie ein so genannter) Nassauer leben; F.: nassauern, nassauere, nassauer (!), nassauerst, nassauert, nassauerte, nassauertest, nassauerten, nassauertet, genassauert, ##genassauert, genassauerte, genassauertes, genassauertem, genassauerten, genassauerter##, nassauernd, ###nassauernd, nassauerndes, nassauerndem, nassauernden, nassauernder###, nassauer (!)+EW; Z.: nass-au-er-n
Nässe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nässe, Nass, Nasssein, nässende Feuchtigkeit; ne. moisture, wetness; Vw.: -; Hw.: s. nass; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nezze, st. F., Nässe, Feuchtigkeit; mnl. nette, F., Harn, Urin; ahd. nazzī, st. F. (ī), Feuchtigkeit, Nässe, Wasser, Flüssigkeit; as. -; anfrk. -; germ. *natī-, *natīn, sw. F. (n), Nässe; L.: Kluge 1. A. s. u. nasz, Kluge s. u. nass, DW 13, 420, EWD s. u. naß, EWAhd 6, 920, Duden s. u. Nässe; Son.: vgl. nndl. nat, Sb., Nässe; GB.: (nazzī) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für Nass oder Nasssein oder Feuchtigkeit; BM.: ?; F.: Nässe+EW; Z.: Näss-e
$nassen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nassen, nässen, nass werden; E.: s. nass, s. en; L.: DW 13, 420, EWD s. u. nass; GB.: (nazzēn*) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches nass werden; F.: nassen, nasse (!), nassst (!), nasst, nassest, nasset, nasste, nasstest, nassten, nasstet, genasst, ##genasst, genasste, genasstes, genasstem, genassten, genasster##, nassend, ###nassend, nassende, nassendes, nassendem, nassenden, nassender###, nass (!)+EW; Z.: nass-en
Nation, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Nation, Völkerschaft, Land, Staat; ne. nation; Vw.: -; Hw.: s. national, Nationalismus, international; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. nātio; E.: s. mnd. nātiōn, nacion, F., Nation, Volk, Volksstamm, Korporation, kaufmännische Korporation; lat. nātio, F., Geborenwerden, Geburt, Geschlecht, Art (F.) (1), Rasse, Nation, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nation, DW 13, 425, EWD s. u. Nation, Duden s. u. Nation; Son.: s. mhd. nacie, sw. V., Nation; vgl. nndl. natie, Sb., Nation; frz. nation, F., Nation; nschw. nation, Sb., Nation; nnorw. nasjon, M., Nation; nir. náisiún, M., Nation; lit. nacija, F., Nation; GB.: um 1400 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Entwicklungsform der Gesellschaft der Menschen gekennzeichnet durch eine Gemeinsamkeit des Wirtschaftslebens und des Territoriums sowie der Sprache und der Kultur; BM.: erzeugen; F.: Nation, Nationen+FW(+EW); Z.: Na-t-io-n
national, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. national, Nation betreffend, ein Land betreffend, staatlich; ne. national; Vw.: s. inter-; Hw.: s. Nation, Nationalismus; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. nlat. nātiōnālis; E.: s. nlat. nātiōnālis, Adj., national; vgl. lat. nātio, F., Geborenwerden, Geburt, Geschlecht, Art (F.) (1), Rasse, Nation, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nation, EWD s. u. Nation, DW 13, 425, Duden s. u. national; Son.: vgl. nndl. nationaal, Adj., national; frz. national, Adj., national; nschw. nationell, Adj., national; nnorw. nasjonal, Adj., national; nir. náisiúnta, Adj., national; lit. nationalinis, Adj., national; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Nation betreffend; BM.: erzeugen; F.: national, nationale, nationales, nationalem, nationalen, nationaler(, nationalere, nationaleres, nationalerem, nationaleren, nationalerer, nationalst, nationalste, nationalstes, nationalstem, nationalsten, nationalster)+FW(+EW); Z.: na-t-io-n-al
Nationalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nationalismus, großes und manchmal übersteigertes Nationalbewusstsein; ne. nationalism; Vw.: -; Hw.: s. Nation, national; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. nationalisme; E.: s. frz. nationalisme, M., Nationalismus; frz. national, Adj., national; nlat. nātiōnālis, Adj., national; vgl. lat. nātio, F., Geborenwerden, Geburt, Geschlecht, Art (F.) (1), Rasse, Nation, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nation, fehlt DW, EWD s. u. Nation, Duden s. u. Nationalismus; Son.: vgl. nndl. nationalisme, Sb., Nationalsmus; frz. nationalisme, M., Nationalsmus; nschw. nationalism, Sb., Nationalsmus; nnorw. nasjonalisme, M., Nationalsmus; poln. nacjonalizm, M., Nationalsmus; nir. náisiúnachas, M., Nationalsmus; lit. nationalizmas, M., Nationalismus; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein großes und manchmal übersteigertes menschliches Nationalbewusstsein; BM.: erzeugen; F.: Nationalismus, Nationalismen+FW(+EW); Z.: Na-t-io-n-al-ism-us
$Nationalist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nationalist; E.: s. Nationalis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Nation, fehlt DW, EWD s. u. Nation; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Nationalis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Anhänger des Nationalismus; F.: Nationalist, Nationalisten+FW; Z.: Na-t-io-n-al-ist
$Nationalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nationalität, Staatsangehörigkeit; E.: s. national, s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. Nation, fehlt DW, EWD s. u. Nation; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Zugehörigkeit zu einer Nation oder die Staatsangehörigkeit; F.: Nationalität, Nationalitäten+FW; Z.: Na-t-io-n-al-it-ät
Natrium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Natrium, ein Alkalimetall; ne. natrium, sodium; Vw.: -; Hw.: s. Natron; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu Natron (s. d.); L.: Kluge s. u. Natron, fehlt DW, EWD s. u. Natron; Son.: vgl. nndl. natrium, Sb., Natrium; nschw. natrium, N., Natrium; nnorw. natrium, N., Natrium; lit. natris, M., Natrium; GB.: seit 19. Jh. belegte und zu Natron gebildete Bezeichnung für ein 1807 erstmals (von Humphry Davy) elementar gewonnenes und Sodium genanntes und 1811 von Jöns Jakob Berzelius in Natrium umbenanntes sehr häufiges (beispielsweise Natriumchlorid oder Speisesalz) schon vormenschliches sehr weiches und an Schnittstellen silberweiß glänzendes sowie sehr reaktionsfähiges Alkalimetall und Leichtmetall (chemisches Element Nr. 11, abgekürzt Na) das zu dem Würzen und Konservieren und für Infusionen und zu der Herstellung etwa von Natronlauge und Chlor verwendet wird und für den menschlichen Elektrolythaushalt lebensnotwendig ist; BM.: ?; F.: Natrium, Natriums+FW; Z.: Natr-i-um
Natron, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Natron, ein Natriumsalz; ne. natron; Vw.: -; Hw.: s. Natrium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. arab. anatrūn; E.: s. arab. anatrūn, Sb., Natron; L.: Kluge s. u. Natron, fehlt DW, EWD s. u. Natron, Duden s. u. Natron; Son.: vgl. nndl. natron, Sb., Natron; frz. natro, M., Natron; nschw. natron, Sb., Natron; nnorw. natron, N., Natron; kymr. natron, M., Natron; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein wegen seiner Gas erzeugenden Wirkung als Backpulver und als Arzneimittel verwendetes weißes kristallines Natriumsalz; BM.: ?; F.: Natron, Natrons+FW; Z.: Natr-on
Natter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Natter, Schlange; ne. adder; Vw.: -; Hw.: s. Otter (2); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nātere, nāter, sw. F., Natter; mnd. nāder, nadder*, nader, F., Natter; mnl. nadere, addder, adre, F., Natter; ahd. nātara, nātra, sw. F. (n), Natter, Schlange; as. nādra, nādara, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Natter, Schlange; anfrk. -; s. germ. *nadra-, *nadraz, st. M. (a), Natter, Schlange; idg. *nētr, *nətr, néh₁tōr, Sb., Natter, Schlange, Pokorny 767 (1306/33) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Natter, Kluge s. u. Natter, DW 13, 426, EWD s. u. Natter, EWAhd 6, 835, Falk/Torp 291, Duden s. u. Natter, Bluhme s. u. Natter; Son.: vgl. afries. -; ae. nǣdre, nēdre, sw. F. (n), Natter, Schlange; an. naðra, sw. F. (n), Schlange, Eidechse; an. naðr, st. M. (a), Schlange; got. nadrs, st. M. (?) (a), Natter; got. *nēdrō?, sw. F. (n), Natter, Schlange; nndl. adder, V., Viper, Schlange; lat. natrix, F., Wasserschlange, Schlange; air. nathair, nathir, Sb., Natter; kymr. neidr, F., Schlange; GB.: (ahd. nātara) um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche meist ungiftige Schlange mit deutlich von dem Hals abgesetztem Kopf wie beispielsweise die ziemlich seltene bis zu zwei Meter lange Äskulapnatter oder die Schlingnatter oder die Gelbgrüne Zornnatter (oder innerhalb der Wassernattern die Ringelnatter oder die Würfelnatter oder die Vipernatter); BM.: ?; F.: Natter, Nattern+EW; Z.: Nat-t-er
$Natterngezücht, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Natterngezücht; E.: s. mhd. nāterengesihet*; L.: Kluge s. u. Gezücht, DW 13, 428 (Nattergezücht); GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Natter und (e)n und Gezücht gebildete Bezeichnung für Schlangen und ihre Nachkommen; F.: Natterngezücht, Natterngezüchts, Natterngezüchtes, Natterngezüchte, Natterngezüchten+EW; Z.: Nat-t-er-n—ge-zü-ch-t
Natur, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Natur, Kosmos, Welt (in Gegensatz zu Kultur); ne. nature; Vw.: -; Hw.: s. Naturalie, naturalisieren, Naturell; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. natūre, st. F., Natur, angeborene Art, Beschaffenheit; mnd. natūr, natūre, natuer, F., Natur, Wesen, Wesensart, Veranlagung, Art (F.) (1), angeborene Art, Eigenschaft; mnl. nature, F., Natur; ahd. natūra, st. F. (ō), Natur, Wesen; lat. nātūra, F., Geburt, Natur, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Natur, EWD s. u. Natur, DW 13, 429, EWAhd 6, 838, Duden s. u. Natur; Son.: vgl. afries. natūre, st. F. (ō), Natur, natürliche Weltordnung, angeborene Beschaffenheit des Menschen; an. nāttūra, F., Natur, Beschaffenheit; nndl. natuur, Sb., Natur; frz. nature, F., Natur; nschw. natur, Sb., Natur; nnorw. natur, M., Natur; poln. natura, F., Natur; kymr. natur, F., Natur; nir. nádúr, M., Natur; GB.: (nātūra) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für alles was seit Entstehung des Universums an organischen und anorganischen Erscheinungen ohne Zutun des Menschen besteht oder sich entwickelt oder der Kosmos oder die Welt (in Gegensatz zu Kultur); BM.: erzeugen; F.: Natur, Naturen+FW(+EW); Z.: Na-t-ur
Naturalie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Naturalie, landwirtschaftliches Erzeugnis; ne. natural produce; Vw.: -; Hw.: s. Natur, naturalisieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. nātūrālium; E.: lat. nātūrālium, N., zur Natur Gehöriges; vgl. lat. nātūra, F., Geburt, Natur; s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Naturalien, fehlt DW, EWD s. u. Natur, Duden s. u. Naturalien; Son.: vgl. nndl. naturaliën, Sb. Pl., naturalien; nschw. natualie, Sb., Naturalie; nnorw. naturalia, M., Naturalie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein landwirtschaftliches Erzeugnis oder einen Rohstoff die als Zahlungsmittel oder zu einem Tauschen als Tauschmittel verwendet werden; BM.: erzeugen; F.: Naturalie, Naturalien+FW(+EW); Z.: Na-t-ur-al-i-e
$Naturalienkabinett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Naturalienkabinett; E.: s. Naturali(e), s. en (Suff.), s. Kabinett; L.: Kluge s. u. Naturalien, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Naturali(e) und en und Kabinett gebildete Sammlung natürlicher Gegenstände durch Menschen; F.: Naturalienkabinett, Naturalienkabinetts, Naturalienkabinettes, Naturalienkabinette, Naturalienkabinetten+FW; Z.: Na-t-ur-al-i-en—kab-in-ett
naturalisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. naturalisieren, einbürgern; ne. naturalize; Vw.: -; Hw.: s. Natur, Naturalie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. naturaliser; E.: s. frz. naturaliser, V., naturalisieren; vgl. frz. nature, F., Natur, lat. nātūra, F., Geburt, Natur, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. naturalisieren, DW 13, 441, EWD s. u. Natur, Duden s. u. naturalisieren; Son.: vgl. nndl. naturaliseren, V., naturalisieren; nschw. naturalisera, V., naturalisieren; nnorw. naturalisere, V., naturalisieren; poln. naturalizować, V., naturalisieren; kymr. naturioli, V., naturalisieren; lit. natūralizuoti, V., naturalisieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Staatsbürgerschaft mögliches einbürgern; BM.: erzeugen; F.: naturalisieren, naturalisiere, naturalisierst, naturalisiert, naturalisierest, naturalisieret, naturalisierte, naturalisiertest, naturalisierten, naturalisiertet, ##naturalisiert, naturalisierte, naturalisiertes, naturalisiertem, naturalisierten, naturalisierter##, naturalisierend, ###naturalisierend, naturalisierende, naturalisierendes, naturalisierendem, naturalisierenden, naturalisierender###, naturalisier (!)+FW(+EW); Z.: na-t-ur-al-is-ier-en
$Naturalismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Naturalismus, Wirklichkeitstreue, Naturnähe; Q.: um 1800; E.: s. Natur, s. al., s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Natur; GB.: seit um 1800 belegte und aus Natur und al sowie ismus gebildete Bezeichnung für eine mit Wirklichkeitstreue oder Naturnähe verbundene Strömung in der Geistesgeschichte des sich von der Natur durch Kultur und Zivilisation allmählich mehr und mehr entfernenden Menschen; F.: Naturalismus, Naturalismen+FW(+EW); Z.: Na-t-ur-al-ism-us
$Naturalist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Naturalist; I.: Lw. frz. naturaliste; E.: s. frz. naturaliste, L.: DW 13, 441, EWD s. u. Natur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Anhänger von Natürlichkeit oder Naturnähe; F.: Naturalist, Naturalisten+FW(+EW); Z.: Na-t-ur-al-ist
Naturell, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Naturell, natürliche Veranlagung, Wesensart; ne. disposition, temper; Vw.: -; Hw.: s. Natur; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. naturel; E.: s. frz. naturel, M., Naturell; vgl. frz. naturel, Adj., natürlich; lat. nātūrālis, Adj., zur Geburt gehörig, Geburts..., leiblich, außerehelich, natürlich, (86/82 v. Chr.); lat. nātūra, F., Geburt, Natur; s. idg. *g̑enti-, *g̑enəti-, *g̑n̥ti-, Sb., Geburt, Familie, Pokorny 373; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Naturell, DW 13, 445, EWD s. u. Natur, Duden s. u. Naturell; Son.: vgl. nndl. naturel, Sb., Naturell; nschw. naturell, Sb., Naturell; nnorw. naturell, Sb., Naturell; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine natürliche Veranlagung oder Wesensart eines Menschen; BM.: erzeugen; F.: Naturell, Naturells, Naturelle, Naturellen+FW(+EW); Z.: Na-t-ur-ell
$Naturforscher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Naturforscher; E.: s. Natur, s. Forscher; L.: DW 13,448, EWD s. u. Natur, E.: seit 17. Jh. belegte und aus Natur und Forscher gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Vorläufern in dem Altertum wie Aristoteles vielleicht seit dieser Zeit möglichen die Natur bewusst erforschenden Menschen wie beispielsweise (Galileo Galilei oder) Conrad Gesner (Gessner) oder (Maria Sybilla Merian oder) Carl von Linné oder Alexander von Humboldt oder Charles Darwin; F.: Naturforscher, Naturforschers, Naturforschern+FW+EW; Z.: Na-t-ur—forsch-er
$Naturgeschichte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Naturgeschichte; I.: Lüs. lat. historia naturalis; E.: s. Natur, s. Geschichte; L.: EWD s. u. Natur, DW 13,450; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl nach lat. historia naturalis gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung der Welt mögliche Geschichte der Natur in Gegensatz beispielsweise zu der sehr viel kürzeren Menschheitsgeschichte oder der Kulturgeschichte; F.: Naturgeschichte, Naturgeschichten+FW+EW; Z.: Na-t-ur—ge—schich-t-e
$Naturkunde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Naturkunde; E.: s. Natur, s. Kunde (F.); L.: DW 13, 452, EWD s. u. Natur; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl unter Einfluss des Griechischen des Altertums aus Natur und Kunde (F.) gebildete Kenntnis und Lehre der Natur durch den Menschen; F.: Naturkunde, Naturkunden+FW+EW; Z.: Na-t-ur—kun-d-e
$natürlich, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. natürlich, Natur betreffend; E.: s. Natur, s. lich; L.: Kluge s. u. Natur, DW 13, 455, EWD s. u. Natur; GB.: seit um 1000 belegte und nach lat. naturalis aus Natur und lich gebildete Bezeichnung für Natur betreffend beispielsweise in Gegensatz zu künstlich; F.: natürlich, natürliche, natürliches, natürlichem, natürlichen, natürlicher(, natürlichere, natürlicheres, natürlicherem, natürlicheren, natürlicherer, natürlichst, natürlichste, natürlichstes, natürlichstem, natürlichsten, natürlichster)+FW+EW; Z.: na-t-ür-lich
$Naturwissenschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Naturwissenschaft; E.: s. Natur, s. Wissenschaft; L.: EWD s. u. Natur; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht unter lat. Einfluss aus Natur und Wissenschaft gebildete Bezeichnung für die die Natur betreffende Wissenschaft wie beispielsweise Physik oder Chemie oder Biologie in Gegensatz zu Geisteswissenschaft (oder Humanwissenschaft); F.: Naturwissenschaft, Naturwissenschaften+FW+EW; Z.: Na-t-ur—wi-ss-en—schaf-t
$naturwüchsig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. naturwüchsig, urwüchsig; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Natur, s. wüchsig; L.: DW 13,471; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Natur und wüchsig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches nur durch die Natur wachsend oder gewachsen in Gegensatz beispielsweise zu künstlich gebildet; F.: naturwüchsig, naturwüchsige, naturwüchsiges, naturwüchsigem, naturwüchsigen, naturwüchsiger(, naturwüchsigere, naturwüchsigeres, naturwüchsigerem, naturwüchsigeren, naturwüchsigerer, naturwüchsigst, naturwüchsigste, naturwüchsigstes, naturwüchsigstem, naturwüchsigsten, naturwüchsigster)+FW+EW; Z.: na-t-ur—wüch-s-ig
Naue, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Naue, Lastkahn, Lastboot; ne. a boat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Die Krone); E.: mhd. nāwe (1), næwe, nēwe, sw. F., sw. M., Naue, kleineres Schiff, Fährschiff; mnd. nāve (2), F., großes Schiff; lat. nāvis, F., Schiff, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Naue, Kluge s. u. Naue, DW 13, 472, Duden s. u. Naue; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Lastkahn oder ein Lastboot; BM.: Schiff; F.: Naue, Nauen+FW; Z.: Nau-e
nauen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. nauen, in die Enge treiben; ne. drive (V.) into a corner; Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. mnd. nouwen, nowen, nauwen, sw. V., beengen, drängen, bedrängen, bedrücken; mnd. nouwe, Adj., genau, knapp, streng, scharf; mhd. nouwe, Adj., eng, genau, sorgfältig, knapp, kaum; germ. *hnawwa-, *hnawwaz, *hnawwu-, *hnawwuz, Adj., knapp, eng, karg; s. idg. *kenu-, *kneu-, V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 562; vgl. idg. *ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 559 (868/100) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 13, 473; GB.: möglicherweise seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in die Enge treiben; BM.: eng machen; F.: nauen (!), naue (!), naust (!), naut (!), nauest, nauet, naute, nautest, nauten, nautet, ##naut, naute, nautes, nautem, nauten, nauter##, nauend, ###nauend, nauende, nauendes, nauendem, nauenden, nauender###, nau (!)+EW; Z.: nau-en
...naut, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. ...naut, Reisender, Fahrer; ne. ...naut; Vw.: s. Astro-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ναύτης (naútēs), M., Seemann; vgl. gr. ναῦς (naus), F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1081; Son.: vgl. nndl. ...naut, Suff., ...naut; frz. ...naut, Suff., ...naut; nschw. ...naut, Suff., ...naut; nnorw. ...naut, Suff., ...naut; poln. ...nauta, Suff., ...naut; lit. ...nautas, Suff., ...naut; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von einen Reisenden oder Fahrer anzeigenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: Schiff; F.: ...naut, ...nauten+FW(+EW); Z.: -naut
Nautik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nautik, Schifffahrtskunde; ne. nautics; Vw.: -; Hw.: s. nautisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. gr. ναυτική (τέξνη) (nautikḗ [téchnē]); E.: s. gr. ναυτική (τέξνη) (nautikḗ [téchnē]), F., Nautik; vgl. gr. ναυτικός (nautikós), Adj., zu den Schiffen gehörig; gr. ναῦς (naus), νηῦς (nēys), F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nautik, fehlt DW, EWD s. u. Nautik, Duden s. u. Nautik; Son.: vgl. nndl. nautiek, Sb., Nautik; frz. art nautique, F., Nautik; nschw. nautik, Sb., Nautik; nnorw. nautikk, M., Nautik; poln. nautyka, F., Nautik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Schiffen durch Menschen mögliche Schifffahrtskunde; BM.: Schiff; F.: Nautik+FW(+EW); Z.: Nau-t-ik
nautisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. nautisch, Seefahrt betreffend, Seewesen betreffend; ne. nautical; Vw.: -; Hw.: s. Nautik; Q.: um 1900; I.: Lw. lat. nauticus; E.: s. lat. nauticus (1), Adj., zu den Schiffen gehörig, zu den Schiffsleuten gehörig, schiffsmännisch, Schiffe betreffend, Schiffs..., Schiffer betreffend, (81-43 v. Chr.); gr. ναυτικός (nautikós), Adj., zu den Schiffen gehörig; vgl. gr. ναῦς (naus), νηῦς (nēys), F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nautik, EWD s. u. nautisch, Duden s. u. nautisch; Son.: vgl. nndl. nautisch, Adj., nautisch; frz. nautique, Adj., nautisch; nschw. nautisk, Adj., nautisch; nnorw. nautisk, Adj., nautisch; poln. nautyczny, Adj., nautisch; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Seefahrt oder das Seewesen betreffend; BM.: Schiff; F.: nautisch, nautische, nautisches, nautischem, nautischen, nautischer+FW(+EW); Z.: nau-t-isch
Navigation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Navigation, Steuerung; ne. navigation; Vw.: -; Hw.: s. navigieren; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. nāvigātio; E.: s. lat. nāvigātio, F., Schiffen, Schifffahrt, Seereise, (81-43 v. Chr.); vgl. nāvigāre, V., schiffen, Schifffahrt treiben, segeln, fahren, in See (F.) gehen, zur See fahren, schwimmen, fließen, strömen; vgl. lat. nāvis, F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Navigation, fehlt DW, EWD s. u. Navigation, Duden s. u. Navigation; Son.: vgl. nndl. navigatie, Sb., Navigation; frz. navigation, F., Navigation; nschw. navigation, Sb., Navigation; nnorw. navigasjon, M., Navigation; poln nawigacja, F., Navigation; lit. navigacija, F., Navigation; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der von Menschen getroffenen Maßnahmen zu einer Bestimmung des Standorts und zu einer Einhaltung eines gewählten Kurses; BM.: Schiff, treiben; F.: Navigation+FW(+EW); Z.: Nav-ig-at-io-n
$Navigator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Navigator; I.: Lw. lat. nāvigātor; E.: s. lat. navigator; L.: EWD s. u. Navigation, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und selten verwendete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Booten oder Schiffen möglichen zu der See fahrenden Menschen; F.: Navigator, Navigators, Navigatoren+FW; Z.: Nav-ig-at-or
navigieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. navigieren, steuern; ne. navigate; Vw.: -; Hw.: s. Navigation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. nāvigāre; E.: s. lat. nāvigāre, V., schiffen, Schifffahrt treiben, segeln, fahren, in See (F.) gehen, zur See fahren, schwimmen, fließen, strömen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. nāvis, F., Schiff; idg. *nāus- (1), *neh₂u-, F., Schiff, Pokorny 755 (1281/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Navigation, fehlt DW, EWD s. u. Navigation, Duden s. u. navigieren; Son.: vgl. nndl. navigeren, V., navigieren; frz. naviguer, V., navigieren; nschw. navigera, V., navigieren; nnorw. navigere, V., navigieren; poln. nawigować, V., navigieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schiffen durch den Menschen mögliches den Standort eines Schiffes oder Flugzeugs bestimmen und es auf dem richtigen Weg halten; BM.: Schiff, treiben; F.: navigieren, navigiere, navigierst, navigiert, navigierest, navigieret, navigierte, navigiertest, navigierten, navigiertet, ##navigiert, navigierte, navigiertes, navigiertem, navigierten, navigierter##, navigierend, ###navigierend, navigierende, navigierendes, navigierendem, navigierenden, navigierender###, navigier (!)+FW+EW; Z.: nav-ig-ier-en
Nazi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nazi, Nationalsozialist; ne. Nazi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Analogiebildung zu Sozi für Sozialist; von Nationalsozialismus, s. nhd. national, Sozialismus; L.: Kluge s. u. Nazi, fehlt DW, Duden s. u. Nazi; Son.: vgl. nndl. nazi, Sb., Nazi; frz. nazi, M., Nazi; nschw. nazist, Sb., Nazi; nnorw. nazi, M., Nazi; poln. nazista, M., Nazi; kymr. Natsi, M., F., Nazi; nir. naitsí, M., Nazi; lit. nacistas, M., Nazi; GB.: seit 20. Jh. belegte und als Abkürzung für einen Nationalsozialisten gebildete und davon abgeleitet für einen Rechtsradikalen verwendete Bezeichnung; BM.: Abkürzung; F.: Nazi, Nazis+FW+EW; Z.: Na-z-i
Nebbich, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nebbich, unbedeutender Mensch, dummes Zeug; ne. nebbish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: wjidd. nebech; E.: s. wjidd. nebech, Sb., armes Ding; jidd. nebbich, Sb., armes Ding; poln. nieboga, Sb., armes Ding; L.: Kluge s. u. Nebbich, fehlt DW, Duden s. u. Nebbich; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Jiddischen aufgenommene Bezeichnung für einen unbedeutenden Menschen oder dummes Zeug; BM.: armes Ding; F.: Nebbich, Nebbichs, Nebbiche, Nebbichen+FW; Z.: Nebb-ich
Nebel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nebel, Dunst; ne. mist, fog; Vw.: -; Hw.: s. nebulos, nibeln; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nëbel, st. M., Nebel, Dunkel, Staubwolke; mnd. nēvel, neffel, M., Nebel, undurchsichtige Luft, feine Brotart?, Waffel?; mnl. nevel, M., Nebel, Dunkelheit; ahd. nebul, st. M. (a), Nebel, Dunkel, Dunst, Nebelschleier; as. neval*, st. M. (a), Nebel, Dunkel; anfrk. -; germ. *nebula-, *nebulaz, *nebala-, *nebalaz, *nibula-, *nibulaz, st. M. (a), Nebel; s. idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nebel, Kluge s. u. Nebel, DW 13, 474, EWD s. u. Nebel, EWAhd 6, 850, Falk/Torp 293, Duden s. u. Nebel, Bluhme s. u. Nebel; Son.: vgl. afries. nevil, st. M. (a), Nebel; ae. nifol, Adj., dunkel; an. *nifl-, st. N. (a); got. -; nndl. nevel, Sb., Nebel; nschw. nebulosa, Sb., kosmischer Nebel; ai. nábhas-, N., Nebel, Dunst, Gewölk; gr. νεφέλη (nephélē), F., Wolke, Nebel, Dunkel; lat. nebula, F., Dunst, Nebel, Dampf (M.) (1); ksl. nebo, N., Himmel; hetz. nepiš-, N., Himmel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen hauptsächlich aus unzähligen Wassertröpfchen gebildeten dichten weißen Dunst über dem Erdboden; BM.: Wolke; F.: Nebel, Nebels, Nebeln+EW; Z.: Neb-el
$nebelhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. nebelhaft, nebelig, nebelähnlich; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Nebel, s. haft; L.: DW 13, 481, EWD s. u. Nebel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nebel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Nebel habend oder nebelig oder nebelähnlich; F.: nebelhaft, nebelhafte, nebelhaftes, nebelhaftem, nebelhaften, nebelhafter(, nebelhaftere, nebelhafteres, nebelhafterem, nebelhafteren, nebelhafterer, nebelhaftest, nebelhafteste, nebelhaftestes, nebelhaftestem, nebelhaftesten, nebelhaftester)+EW; Z.: neb-el—haf-t
$nebelig, neblig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. nebelig, Nebel habend, nebelhaft; E.: s. Nebel, s. ig; L.: Kluge s. u. Nebel, DW 13, 482, EWD s. u. Nebel; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. nebulosus aus Nebel und ig gebildete Bezeichnung für Nebel habend oder nebelhaft; F.: nebelig, nebelige, nebeliges, nebeligem, nebeligen, nebeliger(, nebeligere, nebeligeres, nebeligerem, nebeligeren, nebeligerer, nebeligst, nebeligste, nebeligstes, nebeligstem, nebeligsten, nebeligster, neblig, neblige, nebliges, nebligem, nebligen, nebliger, nebligere, nebligeres, nebligerem, nebligeren, nebligerer, nebligst, nebligste, nebligstes, nebligstem, nebligsten, nebligster)+EW; Z.: neb-el-ig
$nebeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nebeln, nebelig werden, nebelig machen; Vw.: s. be-, ver-; L.: Kluge s. u. Nebel, DW 13, 485, EWD s. u. Nebel; GB.: (firnibulen*) seit um 765 belegte und aus Nebel und (e)n gebildete Bezeichnung für Nebel bilden oder nebelig werden oder nebelig machen; F.: nebeln (!), nebel (!), neble, nebele, nebelst, nebelt, nebelte, nebeltest, nebelten, nebelter, genebelt, ##genebelt, genebelte, genebeltes, genebeltem, genebelten, genebelter##, nebelnd, ###nebelnd, nebelnde, nebelndes, nebelndem, nebelnden, nebelnder###, nebel (!)+EW; Z.: neb-el-n
neben, nhd., Adv., Präp., (11. Jh.): nhd. neben, an der Seite seiend, seitlich; ne. beside, by; Vw.: -; Hw.: s. nebst; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. neben (1), Adv., neben, in der Nähe, in die Nähe, daneben; mhd. nebent (1), Präp., neben; s. mhd. eneben, ineben, neben, nebent, nement, Adv., Präp., neben, in gleicher Linie, daneben, an der Seite, an die Seite, in der Nähe, in die Nähe, ebenfalls, auf der Seite von, auf die Seite von; mnd. nēven (2), neffen, Präp., neben, nebst, nebenan von, mitsamt, zugleich mit, außer, ausgenommen; ahd. ineben, Adv., Präp., neben; as. aneban, Präp., neben; ahd. in (1), Präp., Präf., in, an, auf, zu, bei, unter, zwischen, vor, durch; as. in, Adv., Präp., Präf., in, hinein, ein; germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), n̥, h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. eban (1), ebani, Adj., eben, gleich, ähnlich; as. evan? (2), Adj., eben; as. efni emni, Adj., eben, flach, zuvorkommend; germ. *ebna-, *ebnaz, *ibna-, *ibnaz, Adj., eben, gleich; vgl. idg. *i̯em-, V., halten, paaren, bezwingen, Pokorny 505? (752/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.?); L.: Kluge 1. A. s. u. neben, Kluge s. u. neben, DW 13, 490, EWD s. u. neben, EWAhd 6, 847, Duden s. u. neben, Bluhme s. u. neben; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus in und eben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches unmittelbar an der Seite seiend oder seitlich; BM.: in gleicher Weise; F.: neben+EW; Z.: ne-b-en
$nebenbei, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. nebenbei, nebenher, beiläufig; E.: s. neben, s. bei; L.: DW 13, 495, EWD s. u. neben; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus neben und bei gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches nebenher oder beiläufig; F.: nebenbei+EW; Z.: neben—bei
$Nebenbuhler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nebenbuhler, Wettbewerber; E.: s. neben, s. Buhler; L.: Kluge s. u. Nebenbuhler, DW 13, 496, EWD s. u. Buhle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus neben und Buhler gebildete Bezeichnung für einen neben jemandem Buhlenden oder für einen Wettbewerber; F.: Nebenbuhler, Nebenbuhlers, Nebenbuhlern+EW; Z.: Z.: Neben—buhl-er
$Nebensache, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nebensache; E.: s. neben, s. Sache; L.: Kluge s. u. Nebensache, DW 13,505, EWD s. u. neben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus neben und Sache gebildete Bezeichnung für eine weniger wichtige Sache oder Gegebenheit in Gegensatz zu einer Hauptsache; F.: Nebensache, Nebensachen+EW; Z.: Neben—sach-e
$nebensächlich, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. nebensächlich, Nebensache betreffend; E.: s. Nebensach(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Nebensache, DW 13, 504, EWD s. u. neben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nebensach(e) und lich gebildete Bezeichnung für eine Nebensache betreffend in Gegensatz zu hauptsächlich; F.: nebensächlich, nebensächliche, nebensächliches, nebensächlichem, nebensächlichen, nebensächlicher(, nebensächlichere, nebensächlicheres, nebensächlicherem, nebensächlicheren, nebensächlicherer, nebensächlichst, nebensächlichste, nebensächlichstes, nebensächlichstem, nebensächlichsten, nebensächlichster)+EW; Z.: neben—säch-lich
nebst, nhd., Präp., (17. Jh.): nhd. nebst, neben; ne. along with; Vw.: -; Hw.: s. neben; Q.: 17. Jh.; E.: s. neb(en), s. st; L.: Kluge 1. A. s. u. nebst, Kluge s. u. nebst, DW 13, 511 (Präp.), EWD s. u. neben, Duden s. u. nebst; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus neb(en) und st gebildete Bezeichnung für neben oder an der Seite seiend; BM.: in gleicher Weise; F.: nebst+EW; Z.: neb-st
nebulos, nebulös, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. nebulos, nebelig, nebelhaft; ne. nebulous; Vw.: -; Hw.: s. Nebel; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. nebulōsus; E.: s. lat. nebulōsus, Adj., von Nebel bedeckt, nebelig, Nebel..., finster, dunkel, schwer verständlich, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. nebula, F., Dunst, Nebel, Dampf (M.) (1), Rauch, Wolke, Staubwolke; *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Nebel, fehlt DW, EWD s. u. Nebel, Duden s. u. nebulos, nebulös; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nebelig oder nebelhaft oder verschwommen oder undurchsichtig; BM.: Wolke; F.: nebulos, nebulose, nebuloses, nebulosem, nebulosen, nebuloser, nebulös, nebulöse, nebulöses, nebulösem, nebulösen, nebulöser+FW(+EW?); Z.: neb-ul-os
nebulös, nhd., Adj.: nhd. nebulös; Vw.: s. nebulos
Necessaire, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Necessaire, Kulturbeutel, Reiseutensilien; ne. necessary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. nécessaire; E.: s. frz. nécessaire, M., Notwendiges, Auskommen; vgl. frz. nécessaire, Adj., notwendig; lat. necessārius (1), Adj., unumgänglich, unvermeidlich, unausweichlich, notwendig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. necesse, Adj., unausweichlich, unumgänglich, notwendig, erforderlich; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Necessaire, fehlt DW, EWD s. u. Necessaire, Duden s. u. Necessaire; Son.: vgl. nndl. necessaire, Sb., Necessaire; nschw. necessär, Sb., Necessaire; nnorw. necessær, M., Necessaire; poln. neseser, M., Necessaire; lit. neseseras, M., Necessaire; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen kleinen Beutel oder Behälter zu einer Aufbewahrung nützlicher Sachen wie beispielsweise von Reiseutensilien; BM.: notwendig bzw. nicht gehen; F.: Necessaire, Necessaires+FW; Z.: Ne-cess-air-e
necken, nhd., V., (11. Jh.): nhd. necken, Scherz treiben; ne. tease (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. necken (1), neggen, sw. V., necken, beunruhigen, quälen, plagen, reizen; s. mhd. nagen, st. V., nagen, benagen, zernagen, abnagen; ahd. gnagan*, nagan*, st. V. (6), nagen, zerreißen, verzehren, zernagen, abnagen, zerstören; s. germ. *gnagan, st. V., nagen; idg. *gʰnēgʰ-, *gʰneh₁gʰ-, V., nagen, kratzen, Pokorny 436; s. idg. *gʰen-, V., Adj., zernagen, zerreiben, kratzen, bisschen, Pokorny 436 (628/44) (RB. idg. aus iran., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. necken, Kluge s. u. necken, DW 13, 515, EWD s. u. necken, EWAhd 4, 506, Duden s. u. necken, Bluhme s. u. necken; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches durch scherzende Bemerkungen oder Anspielungen seinen Scherz mit jemandem treiben; BM.: nagen; F.: necken, necke (!), neckst, neckt, neckest, necket, neckte, necktest, neckten, necktet, geneckt, ##geneckt, geneckte, genecktes, genecktem, geneckten, geneckter##, neckend, ###neckend, neckende, neckendes, neckendem, neckenden, neckender###, neck (!)+EW; Z.: neck-en
$Neckerei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Neckerei, Necken, Hänseln; E.: s. neck(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. necken, DW 13, 517, EWD s. u. necken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neck(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Necken oder Hänseln; F.: Neckerei, Neckereien+EW; Z.: Neck-er-ei
$neckisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. neckisch, neckend; E.: s. neck(en), s. isch; L.: Kluge s. u. necken, DW 13, 518, EWD s. u. necken; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus neck(en) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches neckend; F.: neckisch, neckische, neckisches, neckischem, neckischen, neckischer(, neckischere, neckischeres, neckischerem, neckischeren, neckischerer, neckischst, neckischste, neckischstes, neckischstem, neckischsten, neckischster)+EW; Z.: neck-isch
Neffe, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Neffe, Sohn eines Geschwisters; ne. nephew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nëve, sw. M., Neffe, Schwestersohn, Mutterbruder; mnd. nēve (1), M., Neffe, Nichte, Brudersohn, Schwestersohn, Enkel, Kindeskind; mnl. neve, M., Neffe, männlicher Verwandter; ahd. nefo, nevo, sw. M. (n), Enkel (M.) (1), Verwandter, Nachkomme, Vetter, Neffe; as. nevo*, sw. M. (n), Neffe; anfrk. -; germ. *nefō-, *nefōn, *nefa-, *nefan, sw. M. (n), Nachkomme, Verwandter, Enkel (M.) (1), Neffe; s. idg. *nepōt-, M., Abkömmling, Enkel (M.) (1), Neffe?, Pokorny 764 (1301/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Neffe, Kluge s. u. Neffe, DW 13, 519, EWD s. u. Neffe, EWAhd 6, 856, Falk/Torp 292, Duden s. u. Neffe, Bluhme s. u. Neffe; Son.: vgl. afries. neva, sw. M. (n), Neffe; ae. nefa, sw. M. (n), Neffe, Enkel (M.) (1), Stiefsohn; an. nefi, sw. M. (n), Neffe, Verwandter; got. -; nndl. neef, Sb., Neffe; nschw. nevö, Sb., Neffe; nnorw. nevø, M., Neffe; ai. nápāt, M., Neffe; jav. napāt-, M., Enkel (M.) (1); gr. ἀνεψιός (anepsiós), M., Geschwistersohn, Vetter; alb. nip, M., Enkel (M.) (1), Neffe; lat. nepōs, M., Enkelkind, Enkel (M.) (1), Brudersohn; lit. nepuotis, M., Neffe; air. nia, niae, M., Schwestersohn; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Sohn eines Geschwisters; BM.: Abkömmling; F.: Neffe, Neffen+EW; Z.: Neff-e
Negation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Negation, Verneinung, Ablehnung, Aufhebung; ne. negation; Vw.: -; Hw.: s. negieren, negativ; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. negātio; E.: s. lat. negātio, F., Verneinung, Verleugnen, Verleugnung, Leugnung, Weigerung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. negāre, V., nein sagen, verneinen, leugnen, verleugnen, ableugnen; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied vielleicht von lat. āiāre, V., ja sagen, bejahen, behaupten, sagen, sprechen, zeugen für, sprechen für; idg. *ēg̑-, *ōg̑-, *əg̑-, V., sprechen, sagen, Pokorny 290 (428/9) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. negieren, fehlt DW, EWD s. u. negieren, Duden s. u. Negation, fehlt DW; Son.: vgl. frz. négation, F., Negation; nschw. negation, Sb., Negation; nnorw. negasjon, M., Negation; poln. negacja, F., Negation; kymr. negyddiad, M., Negation; lit. negacija, F., Negation; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verneinung oder die Ablehnung oder Aufhebung einer Aussage; BM.: nicht, sagen; F.: Negation, Negationen+FW(+EW); Z.: Ne-g-at-io-n
negativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. negativ, verneinend, ablehnend; ne. negative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. negieren, Negation; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. negātīvus; E.: s. lat. negātīvus, Adj., verneinend, (140-180 n. Chr.); vgl. lat. negāre, V., nein sagen, verneinen, leugnen, verleugnen, ableugnen; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied vielleicht von lat. āiāre, V., ja sagen, bejahen, behaupten, sagen, sprechen, zeugen für, sprechen für; idg. *ēg̑-, *ōg̑-, *əg̑-, V., sprechen, sagen, Pokorny 290 (428/9) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. negativ, negieren, fehlt DW, EWD s. u. negieren, Duden s. u. negativ, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. negatief, Adj., negativ; frz. négatif, Adj., negativ; nschw. negativ, Adj., negativ; nnorw. negativ, Adj., negativ; kymr. negatif, Adj., negativ; lit. negatyvus, Adj., negativ; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verneinend oder ablehnend in Gegensatz zu positiv; BM.: nicht, sagen; F.: negativ, negative, negatives, negativem, negativen, negativer (, negativere, negativeres, negativerem, negativeren, negativerer, negativst, negativste, negativstes, negativstem, negativsten, negativster)+FW(+EW); Z.: ne-g-at-iv
$Negativ, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Negativ; E.: s. negativ; Q.: Ende 19. Jh.; L.: EWD s. u. negieren, fehlt DW; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus negativ gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit Entwicklung und Verwendung von Fotografie aus einem belichteten Film entwickeltes negatives Bild von dem Abzüge hergestellt werden (können); F.: Negativ, Negativs, Negatives, Negative, Negativen+FW(+EW?); Z.: Ne-g-at-iv
Neger, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Neger, Schwarzer, Schwarzafrikaner; ne. negro (M.); Vw.: -; Hw.: s. negroid; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. nègre; E.: s. frz. nègre, M., Neger; vgl. span. negro, Adj., schwarz; s. lat. niger (1), Adj., schwarz, schwärzlich, dunkelfarbig, düster, (204-169 v. Chr.); weitere Etymologie ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 168; L.: Kluge s. u. Neger, DW 13, 520, EWD s. u. Neger, Duden s. u. Neger, Bluhme s. u. Neger; Son.: vgl. nndl. neger, Sb., Neger; nschw. neger, Sb., Neger; nnorw. neger, M., Neger; kymr. negro, M., Neger; GB.: vielleicht seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen durch Sonneneinstrahlung und folgender Pigmentierung von innen heraus gebräunten ursprünglich vor allem aus Schwarzafrika stammenden Menschen; BM.: schwarz; F.: Neger, Negers, Negern+FW; Z.: Neg-er
$Negerkuss, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Negerkuss; Hw.: s. Mohrenkopf; L.: Kluge s. u. Negerkuss, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl nach französischem Vorbild aus Neger und Kuss gebildete sowie später als rassistisch abgelehnte Bezeichnung für eine vielleicht um 1800 in Dänemark und später in Frankreich entwickelte und verwendete sowie als tête de nègre bezeichnete Süßigkeit aus einer baiserartigen Masse und einem Überguss aus dunkeler Schokolade; F.: Negerkuss, Negerkusses, Negerküsse, Negerküssen+FW+EW; Z.: Neg-er—kuss
negieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. negieren, verneinen, verleugnen, leugnen, abstreiten, nicht sagen; ne. negate; Vw.: -; Hw.: s. Negation, negativ; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. negāre; E.: s. mnd. nēgeren, sw. V., negieren, verneinen; lat. negāre, V., nein sagen, verneinen, behaupten, versichern, (um 450 v. Chr.); idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied vielleicht von lat. āiāre, V., ja sagen, bejahen, behaupten, sagen, sprechen, zeugen für, sprechen für; idg. *ēg̑-, *ōg̑-, *əg̑-, V., sprechen, sagen, Pokorny 290 (428/9) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. negieren, fehlt DW, EWD s. u. negieren, Duden s. u. negieren; Son.: vgl. nndl. negéren, V., negieren; frz. nier, V., negieren; nschw. negera, V., negieren; nnorw. negere, V., negieren; poln. negować, V., negieren; ? lit. neigti, V., negieren; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verneinen oder verleugnen oder leugnen oder abstreiten oder nicht sagen; BM.: nicht, sagen; F.: negieren, negiere, negierst, negiert, negierest, negieret, negierte, negiertest, negierten, negiertet, ##negiert, negierte, negiertes, negiertem, negierten, negierter##, negierend, ###negierend, negierende, negierendes, negierendem, negierenden, negierender###, negier(!)+FW(+EW); Z.: ne-g-ier-en
Negligé, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Negligé, leichter Morgenrock; ne. negligee, négligé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. (habillement) négligé; E.: s. frz. (habillement) négligé, M., nachlässige Kleidung; vgl. frz. négliger, V., vernachlässigen; s. lat. neglegere, V., nicht achten, nicht beachten, vernachlässigen, außer acht lassen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. nec, Partikel, und nicht, auch nicht, nicht einmal, nämlich nicht; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Negligé, fehlt DW, EWD s. u. Negligé, Duden s. u. Negligé; Son.: vgl. nndl. negligé, Sb., Negligé; nnorw. negligé, Sb., Negligé; nnorw. neglisjé, M., N., Negligé; poln. negliż, M., Negligé; lit. negližė, F., Negligé; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten (das sachgerechte Aussehen vernachlässigenden) leichten (eleganten) Morgenrock; BM.: nicht, sammeln; F.: Negligé, Negligés+FW; Z.: Ne-g-lig-é
negroid, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. negroid, dunkelhäutig, negerartig; ne. negroid; Vw.: -; Hw.: s. Neger; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: span. und. gr. Lw.; E.: s. span. negro, Adj., schwarz; s. lat. niger (1), Adj., schwarz, schwärzlich, dunkelfarbig, düster, (204-169 v. Chr.); weitere Etymologie ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 168; gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. negroid; Son.: vgl. nndl. negroïde, Adj., negroid; frz. négroïde, Adj., negroid; nschw. negroid, Adj., negroid; nnorw. negroid, Adj., negroid; poln. ngroidalny, Adj., negroid; kymr. negroaidd, Adj., negroid; lit. negridų, Adj., negroid; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise in der weiteren Etymologie ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen in Afrika mögliches dunkelhäutig oder negerartig; BM.: schwarz, wahrnehmen; F.: negroid, negroide, negroides, negroidem, negroiden, negroider+FW(+EW); Z.: negr-oi-d
nehmen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. nehmen, ergreifen, fassen, an sich reißen; ne. take (V.); Vw.: s. hopp-; Hw.: s. Maßnahme; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nemen, st. V., fassen, ergreifen, sich aneignen; mnd. nēmen (1), neymen, nemmen, nȫmen, nemen, nomen, st. V., nehmen, annehmen, entgegennehmen, bekommen (V.), rauben, plündern, Beute machen, aufnehmen; mnl. nemen, V., nehmen, ergreifen, wegnehmen; ahd. neman, st. V. (4), nehmen, wegnehmen, ergreifen, fassen, gefangen nehmen, wegreißen, hinwegnehmen, beseitigen, wegbringen; as. niman, neman, st. V. (4), nehmen, fassen, ergreifen, erhalten (V.); anfrk. niman*, nimon*, st. V. (4), nehmen; germ. *neman, st. V., nehmen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. nehmen, Kluge s. u. nehmen, DW 13, 521, EWD s. u. nehmen, EWAhd 6, 875, Falk/Torp 293, Seebold 357, Duden s. u. nehmen, Bluhme s. u. nehmen; Son.: vgl. afries. nima, nema, st. V. (4), nehmen, ergreifen, rauben, hinnehmen; nnordfries. namme, V., nehmen; ae. niman, neoman, nioman, st. V. (4), nehmen, annehmen, unternehmen; an. nema (1), st. V. (4), nehmen, bekommen, auffassen, lernen; got. niman, st. V. (4), nehmen, annehmen, aufnehmen, empfangen; nndl. nemen, V., nehmen; nschw. (dial.) nimma, V., nehmen; nisl. nema, V., nehmen; av. nemah-, Sb., Darlehen; gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; lat. emere, V., nehmen, kaufen; air. fo-eim, V., nimmt an; lit. imti, V., nehmen, ergreifen; ksl. jeti, V., nehmen, fassen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Primaten mögliches ergreifen oder fassen; BM.: zuteilen; F.: nehmen, nehme, nimmst, nimmt, nehmt, nehmest, nehmet, nahm, nahmst, nahmen, nahmt, nähme, nähmst, nähmest, nähmen, nähmt, nähmet, genommen, ##genommen, genommene, genommenes, genommenem, genommenen, genommener##, nehmend, ###nehmend, nehmende, nehmendes, nehmendem, nehmenden, nehmender###, nimm (!)+EW; Z.: nehm-en
$Nehmen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Nehmen; Vw.: s. Be-; E.: s. nehmen; L.: DW 13, 521; GB.: seit 1273 belegte und aus nehmen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Primaten mögliches Ergreifen oder Fassen, F.: Nehmen, Nehmens+EW; Z.: Nehm-en
$Nehmer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Nehmer, Nehmender; Vw.: s. Subunter-, Unter-; E.: s. nehm(en), s. er (Suff.); L.: DW 13,549; GB.: (nemāri*) seit 10. Jh. belegte und aus nehm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Primaten möglichen Nehmenden; F.: Nehmer, Nehmers, Nehmern+EW; Z.: Nehm-er
Nehrung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nehrung, schmaler Landstreifen; ne. spit (N.) of land; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: letztlich von germ. *narwa-, *narwaz, *nerwa-, *nerwaz, Adj., eng, schmal, eingeschnürt; idg. *sner- (2), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975? (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *snē-, nē-, *sneh₁-, *neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nehrung, Kluge s. u. Nehrung, DW 13, 549, EWD s. u. Nehrung, Duden s. u. Nehrung; Son.: vgl. lit. nerija, F., Nehrung; GB.: seit 16. Jh. belegte und letztlich mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schmalen lang gestreckten Landstreifen der ein Haff (oder eine Lagune) von dem offenen Meer trennt; BM.: eng; F.: Nehrung, Nehrungen+EW; Z.: Ne-h-r-ung
Neid, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Neid, Hass; ne. envy (N.); Vw.: -; Hw.: s. neiden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nīt, st. M., Groll, Eifersucht, Missgunst, Neid; mnd. nīt (1), nyet, M., Hass, Feindschaft, Feindseligkeit, feindliche Handlung, Gehässigkeit, Neid; mnl. nijt, nijd, M., Zorn, Hass, Groll, Kampfeslust, Bösartigkeit, Neid; ahd. nīd, st. M. (a), Feindschaft, Hass, Zorn, Bosheit, Schlechtheit, Neid, Eifer; as. nīth*, st. M. (a), Eifer, Anstrengung, Hass, Neid, Verfolgung; anfrk. nīth*, st. M. (a), st. F.?, Feindschaft, Missgunst; germ. *neiþa-, *neiþaz, *nīþa-, *nīþaz, st. M. (a), Eifer, Neid, Hass, Feindseligkeit; germ. *nīþa-, *nīþam, st. N. (a), Eifer, Neid, Hass, Feindseligkeit; s. idg. *neid- (1), *h₃nei̯d-, V., schmähen, Pokorny 760 (1292/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt.); vgl. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., nieder, in; idg. *en (1), *n̥, h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Neid, Kluge s. u. Neid, DW 13, 550, EWD s. u. Neid, EWAhd 6, 928, Falk/Torp 297, Duden s. u. Neid, Bluhme s. u. Neid; Son.: vgl. afries. nīth, st. M. (a), Neid, Hass; nfries. nijd; ae. nīþ, st. M. (a), Streit, Feindschaft, Angriff, Krieg, Hass, Übel; an. nīð, st. N. (a), Schmähung, Verhöhnung; got. neiþ, st. N. (a), Neid; air. níth, Sb., Kampf; kymr. nwyd, M., F., Leidenschaft; ? toch. A und toch. B. nātse, Sb., Gefahr; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche weit verbreitete menschliche Empfindung nach oder bei der ein Mensch einem anderen Menschen dessen Gut oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte; BM.: schmähen; F.: Neid, Neides, Neids+EW; Z.: Nei-d
neiden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. neiden, mit Hass verfolgen, Neid empfinden, durch Neid vorenthalten (V.); ne. begrudge; Vw.: -; Hw.: s. Neid; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. nīden (1), st. V., sw. V., „neiden“, missgönnen, eifersüchtig sein (V.), beneiden, gehässig werden, hassen, anfeinden, verfolgen, neidisch sein (V.) auf, mit Hass verfolgen; mnd. nīden (1), sw. V., neiden, hassen, feindlich sein (V.), beneiden, neidisch sein (V.); mnl. niden, sw. V., beneiden, neidisch sein (V.); ahd. nīden*, sw. V. (1a), hassen; as. -; anfrk. nīthen, sw. V., feidnlich gesinnt sein (V.), verabscheuen; germ. *nīþjan, sw. V., neiden, beneiden, missgönnen; idg. *neid- (1), *h₃nei̯d-, V., schmähen, Pokorny 760 (1292/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt.); vgl. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., nieder, in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Neid, DW 13, 554, EWD, EWAhd 6, 947, Duden s. u. Neid; Son.: vgl. afries. -; ae. nīþan, sw. V., hassen, beneiden; an. nīða, sw. V. (1), schmähen; got. -; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Neid empfinden oder durch Neid vorenthalten (V.); BM.: schmähen; F.: neiden, neide (!), neidest, neidet, neidete, neidetest, neideten, neidetet, geneidet, ##geneidet, geneidete, geneidetes, geneidetem, geneideten, geneideter##, neidend, ###neidend, neidende, neidendes, neidendem, neidenden, neidender###, neid (!)+EW; Z.: nei-d-en
$Neidhammel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Neidhammel, Neidender; E.: s. Neid, s. Hammel; L.: DW 13,559, EWD s. u. Neid; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Neid und Hammel gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen durch Neid gekennzeichneten Menschen; F.: Neidhammel, Neidhammels, Neidhammeln+EW; Z.: Nei-d-ham-m-el
$neidig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. neidig, Neid habend; E.: s. Neid, s. ig; L.: DW 13, 560, EWD s. u. Neid; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus Neid und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Neid habend; F.: neidig, neidige, neidiges, neidigem, neidigen, neidiger(, neidigere, neidigeres, neidigerem, neidigeren, neidigerer, neidigst, neidigste, neidigstes, neidigstem, neidigsten, neidigster)+EW; Z.: nei-d-ig
$neidisch, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. neidisch, Neid habend; L.: Kluge s. u. Neid, EWD s. u. Neid; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Neid und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Neid habend; F.: neidisch, neidische, neidisches, neidischem, neidischen, neidischer(, neidischere, neidischeres, neidischerem, neidischeren, neidischerer, neidischst, neidischste, neidischstes, neidischstem, neidischsten, neidischster)+EW; Z.: nei-d-isch
Neidnagel, Niednagel, Nietnagel, Notnagel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Neidnagel, ins Fleisch eingewachsener Nagel; ne. hangnail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. nijdnagel; E.: s. Neid, Nagel; L.: Kluge 1. A. s. u. Niet, Kluge s. u. Neidnagel, DW 13,564, EWD s. u. Neidnagel, Duden s. u. Neidnagel; Son.: vgl. nndl. nijdnagel, Sb., Neidnagel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete beziehungsweise aus Neid und Nagel gebildete Bezeichnung für einen in das umgebende Fleisch eines Menschen eingewachsenen Nagel bzw. für den losgelösten aber noch festsitzender Teil eines Fingernagels beziehungsweise für die Haut um den Fingernagel; BM.: angeblich durch Neid eines anderen verursacht; F.: Neidnagel, Neidnagels, Neidnägel, Neidnägeln, Niednagel, Niednagels, Niednägel, Niednägeln, Niednagel, Nietnagels, Nietnägel, Nietnägeln, Notnagel, Notnagels, Notnägel, Notnägeln+FW+EW?; Z.: Nei-d—nag-el
Neige, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Neige, Handlung des Neigens, Handlung des Beugens, letzter Inhalt eines Gefäßes; ne. remains; Vw.: -; Hw.: s. neigen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. neige, st. F., Neige, Neigung, Senkung, Endschaft, Tiefe; mnd. nēge, F., Neigen des Kopfes, Bücken des Hauptes, Neige, Rest; ahd. neiga*, hneiga*, st. F. (ō), „Neige“, Schräglage, Krümmung; ahd. neigī, hneigī, st. F. (ī), „Neige“, Abhang; s. ahd. nīgan*, st. V. (1a), sich neigen vor, verbeugen, niederbücken, sich niederwerfen, sich verneigen; germ. *hneigwan, st. V., sich neigen; idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Neige, DW 13, 565, Duden EWD s. u. neigen, s. u. Neige; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Neigen und den bei Neigen eines Gefäßes für Menschen sichtbaren Rest eines flüssigen Inhalts; BM.: drücken; F.: Neige, Neigen+EW; Z.: Nei-g-e
neigen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. neigen, beugen; ne. bend (V.), bow (V.); Vw.: -; Hw.: s. nicken, Neige; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. neigen (1), sw. V., neigen, senken, erniedrigen, richten, wenden, hinneigen, zuwenden; mhd. nīgen, st. V., sich neigen, sinken, danken; mnd. nīgen (1), st. V., sw. V., sich neigen, sich verneigen, durch Verneigung grüßen, sich verbeugen, sich niederbeugen; mnd. nēgen (1), neigen, neygen, sw. V., neigen, niederbeugen, senken, beugen, gefügig machen, sich neigen; mnl. neighen, neigen, sw. V., biegen, beugen; ahd. nīgōn*, sw. V. (2), sich niederbücken; ahd. neigen* (1), hneigen*, sw. V. (1a), neigen, abwenden, beugen, unterwerfen, abbringen, senken; ahd. nīgan*, st. V. (1a), sich neigen vor, verbeugen, niederbücken, sich niederwerfen, sich verneigen; as. hnīgōn, sw. V.? (2), sich niederbücken; as. hnêgian? (1), sw. V. (1a) sich neigen; as. hnīgan, st. V. (1a), sich neigen, anbeten; anfrk. neigen, neigon*, sw. V. (1), neigen; germ. *hnaigwjan, sw. V., neigen; germ. *hneigwan, st. V., sich neigen; idg. kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); idg. ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. neigen, Kluge s. u. neigen, DW 13, 568, EWD s. u. neigen, EWAhd 6, 952, EWAhd 6, 865, Falk/Torp 98, Seebold 266, Heidermanns 298, Duden s. u. neigen, Bluhme s. u. neigen; Son.: vgl. afries. hnīga, st. V. (1), neigen, sich neigen, wenden; nnordfries. neege, V., neigen; ae. hnigian, sw. V. (2), neigen, das Haupt neigen; ae. hnīgan, st. V. (1), sich neigen, beugen, fallen, sinken; an. hnīga (1), st. V. (1), sich neigen, sinken, fallen; an. hneigja, sw. V. (1), neigen, beugen; got. hnaiwjan, sw. V. (1), niedrig machen, erniedrigen; got. hneiwan, st. V. (1), sich neigen; nndl. neigen, V., neigen; nschw. niga, V., neigen; nisl. hniga, V., fallen; lat. nictāre, V., zwinkern, zwinken, blinzeln; lat. cōnīvēre, V., sich schließen, sich verschließen, sich zusammenneigen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches beugen; BM.: drücken; F.: neigen (!), neige (!), neigst, neigt, neigest, neiget, neigte, neigtest, neigten, neigtet, geneigt, ##geneigt, geneigte, geneigtes, geneigtem, geneigten, geneigter##, neigend, ###neigend, neigende, neigendes, neigendem, neigenden, neigender###, neig (!)+EW; Z.: nei-g-en
$Neigung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Neigung, Beugung, Zuneigung, Vorliebe; Vw.: s. Ab-, Ver-, Zu-; E.: s. neig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. neigen, DW 13,578, EWD s. u. neigen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus neig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Beugung oder auch eine menschliche Zuneigung oder Vorliebe; F.: Neigung, Neigungen+EW; Z.: Nei-g-ung
nein, nhd., Adv., Interj., Partikel, (9. Jh.): nhd. nein; ne. no, nay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. nein (1), Adv., nein; mhd. nein (2) 2, Interj., nein; mnd. nēn (2), nein, neyn, ney, Adv., nein; mnl. neen, Partikel, nein, nicht; ahd. nein, Adv., Interj., nein, nicht, keineswegs, verneinend, ablehnend; as. nên, neên*, nian, Negationspartikel, nein, kein; vgl. ahd. ni, Konj., Negationspartikel, nein, nicht, dass nicht, und nicht, aber nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nein, Kluge s. u. nein, DW 13, 586, EWD s. u. nein, EWAhd 6, 868, Duden s. u. nein, Bluhme s. u. nein; Son.: vgl. afries. nān, nē, nēn, Interj., nein; an. nā, nō, Adv., Konj, nie, nicht, nein; an. neinn, Pron., irgendein, kein; nndl. neen, nee, Adv., nein; nschw. nej, Adv., nein; nnorw. nej, Adv., nein; GB.: seit um 830 belegte und aus n und ein gebildete sowie für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Interjektion) für eine Verneinung oder Ablehnung; BM.: nicht, ein; F.: nein+EW; Z.: n-ei-n
$neinen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. neinen, ablehnen; Vw.: s. ver-; E.: s. nein, s. en; L.: DW 13, 592; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus nein und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nein sagen oder ablehnen; F.: neinen, neine (!), neinst, neint, neinest, neinet, neinte, neintest, neinten, neintet, geneint, ##geneint, geneinte, geneintes, geneintem, geneinten, geneinter##, neinend, ###neinend, neinende, neinendes, neinendem, neinenden, neinender###, nein (!)+EW; Z.: n-ei-n-en
Nekrolog, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nekrolog, Nachruf, Totenverzeichnis; ne. necrologue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. nécrologue; E.: s. frz. nécrologue, M., Totenliste; mlat. necrologium, N., Nekrolog; gr. νεκρός (nekros), M., Toter, Leichnam; idg. *nek̑-, V., Sb., vergehen, verschwinden, töten, Vernichtung, Tod, Pokorny 762 (1297/24) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Nekrolog, fehlt DW, EWD s. u. Nekrolog, Duden s. u. Nekrolog; Son.: vgl. nndl. necrologie, Sb., Nekrolog; nschw. nekrolog, Sb., Nekrolog, nnorw. nekrolog, M., Nekrolog; poln. nekrolog, M., Nekrolog; lit. nekrologas, M., Nekrolog; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nachruf auf einen verstorbenen Menschen oder ein Verzeichnis Toter; BM.: vergehen, sammeln; F.: Nekrolog, Nekrologs, Nekrologe, Nekrologen+FW(+EW); Z.: Nek-r-o-log
Nekrophilie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nekrophilie, Liebe zu Leichen; ne. necrophilia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νεκρός (nekros), M., Toter, Leichnam; idg. *nek̑-, V., Sb., vergehen, verschwinden, töten, Vernichtung, Tod, Pokorny 762 (1297/24) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW, Duden s. u. nekrophil; Son.: vgl. nndl. necrofilie, Sb., Nekrophilie; frz. nécrophilie, F., Nekrophilie; nschw. nekrofili, Sb., Nekrophilie; nnorw. nekrofili, M., Nekrophilie; poln. nekrofilia, F., Nekrophilie; lit. nekrofilija, F., Nekrophilie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung eines auf Leichen gerichteten menschlichen Sexualtriebs oder eine Liebe zu Leichen; BM.: vergehen, lieb; F.: Nekrophilie+FW(+EW); Z.: Nek-r-o-phil-ie
Nekropole, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nekropole, Totenstadt; ne. necropole, necropolis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. necropolis; E.: s. lat. necropolis, F., Nekropole, Totenstadt; gr. νεκρόπολις (nekrópolis), F., Totenstadt; gr. νεκρός (nekros), M., Toter, Leichnam; idg. *nek̑-, V., Sb., vergehen, verschwinden, töten, Vernichtung, Tod, Pokorny 762; gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798; L.: fehlt DW, Duden s. u. Nekropole; Son.: vgl. nndl. necropolis, Sb., Nekropole; frz. nécropole, F., Nekropole; nschw. nekropol, Sb., Nekropole; nnorw. nekropolis, Sb., Nekropole; poln. nekropola, F., Nekropole; lit. nekropolis, F.?, Nekropole; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große Begräbnisstätte oder Totenstadt des Altertums; BM.: vergehen, Stadt; F.: Nekropole, Nekropolen+FW(+EW); Z.: Nek-r-o-pol-e
Nekrose, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Nekrose, Absterben von Gewebe; ne. necrosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. νέκρωσις (nékrōsis); E.: s. gr. νέκρωσις (nékrōsis), F., Töten, Absterben; vgl. gr. νεκροῦν (nekrūn), V., töten, ertöten, abstumpfen; gr. νεκρός (nekros), M., Toter, Leichnam; idg. *nek̑-, V., Sb., vergehen, verschwinden, töten, Vernichtung, Tod, Pokorny 762 (1297/24) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Nekrose; Son.: vgl. nndl. necrose, Sb., Nekrose; frz. nécrose, F., Nekrose; nschw. nekros, Sb., Nekrose; nnorw. nekrose, M., Nekrose; kymr. necrosis, M., Nekrose; nir. neacróis, F., Nekrose; poln. nekroza, F., Nekrose; lit. nekrozė, F., Nekrose; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches Absterben von Zellen oder Gewebebezirken oder Organbezirken als pathologische Reaktion auf bestimmte Einwirkungen; BM.: vergehen; F.: Nekrose, Nekrosen+FW(+EW); Z.: Nek-r-os-e
Nektar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nektar, Blütenhonig; ne. nectar; Vw.: -; Hw.: s. Nektarine; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. nectar; E.: s. lat. nectar, N., Nektar, Göttertrank, (96-55 v. Chr.); gr. νέκταρ (néktar), N., Nektar; die weitere Herkunft ist ungeklärt; L.: Kluge s. u. Nektar, DW 13, 594, EWD s. u. Nektar, Duden s. u. Nektar; Son.: vgl. nndl. nectar, Sb., Nektar; frz. nectar, M., Nektar; nschw. nektar, Sb., Nektar; nnorw. nektar, M., Nektar; poln. nektar, M., Nektar; kymr. neithdar, M., Nektar; nir. neachtar, F., Nektar; lit. nektaras, M., Nektar; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Unsterblichkeit verleihenden Trank der Götter beziehungsweise davon abgeleitet für den sachlich seit Entstehung von Pflanzen möglichen Blütenhonig; BM.: ?; F.: Nektar, Nektars, Nektare, Nektaren+FW(+EW); Z.: Nektar
Nektarine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nektarine, eine dem Pfirsich ähnliche Frucht; ne. nectarine; Vw.: -; Hw.: s. Nektar; Q.: 1. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. nectarīnus, Adj., süß wie Nektar; lat. nectar, N., Nektar, Göttertrank, (96-55 v. Chr.); gr. νέκταρ (néktar), N., Nektar; die weitere Herkunft ist ungeklärt; L.: Duden s. u. Nektarine; Son.: vgl. nndl. nectarine, Sb., Nektarine; frz. nectarine, F., Nektarine; nschw. nektarin, Sb., Nektarine; nnorw. nektarin, M., Nektarine; kymr. nectarîn, F., Nektarine; nir. neachtairín, F., Nektarine; poln. nektarynka, F., Nektarine; lit. nektarinas, M., Nektarine; GB.: seit 1. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen gebildete und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen seit dem Altertum in China und Persien sowie Griechenland bekannte dem Pfirsich ähnliche glatthäutige Frucht; BM.: Nektar; F.: Nektarine, Nektarinen+FW(+EW); Z.: Nektar-in-e
nektieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. nektieren, verbinden, verknüpfen; ne. connect; Vw.: s. an-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. nectere; E.: s. lat. nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. nektieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gegebenheiten verbinden oder verknüpfen; BM.: knüpfen; F.: nektieren, nektiere, nektierst, nektiert, nektierest, nektieret, nektierte, nektiertest, nektierten, nektiertet, ##nektiert, nektierte, nektiertes, nektiertem, nektierten, nektierter##, nektierend, ###nektierend, nektierende, nektierendes, nektierendem, nektierenden, nektierender###, nektier (!)+FW+EW; Z.: nek-t-ier-en
Nelke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Nelke, eine Blume, ein Gewürz; ne. carnation, clove; Vw.: -; Hw.: s. Nagel; Q.: 13. Jh.; E.: vgl. mnd. nēgelken, nēgliken, neylikin, negelen, N., Nägelchen, kleiner Nagel, Nelke, Gewürznelke, getrocknete Frucht der Gewürznelke; ahd.? negillīn*, negillī*, st. N. (a), Nelke, Gewürznelke; ahd. nagal, st. M. (a, i?), Nagel, Steuer (N.), Ruderpinne, Pflock, Riegel; as. nagal, st. M. (a), Nagel, Kralle, Ruderpinne; germ. *nagla-, *naglaz, st. M. (a), Nagel; s. germ. *nagli-, *nagliz, st. M. (i), Nagel; vgl. idg. *onogʰ-, *ongʰ-, *nogʰ-, *h₃n̥gᵘ̯ʰ-, Sb., Nagel, Kralle, Pokorny 780 (1342/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. nhd. …chen; L.: Kluge 1. A. s. u. Nelke, Kluge s. u. Nelke, DW 13, 596, EWD s. u. Nelke, Duden s. u. Nelke; Son.: vgl. nschw. nejlika, Sb., Nelke; nnorw. nellik, M., Nelke; GB.: (negelkīn) seit nach 1231 belegte und mit Nagel verbindbare Bezeichnung für eine Pflanze mit schmalen Blättern an knotigen Stängeln und würzig duftenden Blüten mit gefransten oder geschlitzten Blütenblättern sowie ein Gewürz; BM.: Nagel nach dem Aussehen der Gewürznelke; F.: Nelke, Nelken+EW; Z.: Nel-k-e
Nell, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nell, Trumpfneun; ne. trump nine; Vw.: -; Hw.: s. Jass; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. nndl. nel; E.: s. nndl. nel, Sb., Nell, Trumpfneun; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Französischen, s. frz. manille, F., Trumpfkarte; über Provençalisch von lat. manicula, F., Händchen, Händlein, Pflugsterz; (um 250-184 v. Chr.); lat. manus, Hand, Faust, Tapferkeit, Tätlichkeit, Hieb, Stoß; vgl. idg. *mər, Sb., Hand, Pokorny 740 (1240/105) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Nell, fehlt DW, Duden s. u. Nell; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht über das Französische und Provençalische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Trumpfneun bei dem menschlichen Kartenspiel Jass; BM.: Trumpfkarte bzw. Hand?; F.: Nell, Nells, Nellen+FW?; Z.: Ne-ll
Nemesis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nemesis, strafende Gerechtigkeit, Erzfeind; ne. nemesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Nemesis; E.: s. lat. Nemesis, F.=ON, F., Nemesis, Rache, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. Νέμεσις (Némesis), F.=ON, Nemesis; vgl. gr. νέμεσις (némesis), F., gerechter Unwille, Tadel, Zorn, göttliche Rache; vgl. idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Duden s. u. Nemesis; Son.: vgl. nschw. nemesis, Sb., Nemesis; nnorw. nemesis, M., Nemesis; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ausgleichende und vergeltende strafende Gerechtigkeit; BM.: PN; F.: Nemesis+FW; Z.: Nem-es-is
nennen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. nennen, benennen; ne. name (V.), call (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nenner; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nemnen, nennen, sw. V., nennen, festsetzen, bestimmen, ausrufen, bekanntmachen; mnd. nennen, sw. V., nennen, taufen, mit einer Bezeichnung versehen (V.), erwähnen; mnl. nennen, sw. V., nennen, benennen, aufzählen; ahd. nemnen*, nemmen, nennen*, sw. V. (1a), nennen, sagen, bezeichnen, rufen, heißen, benennen, beim Namen nennen; as. nėmnian*, sw. V. (1a), nennen; anfrk. -; germ. *namnjan, sw. V., nennen, heißen, benennen, bezeichnen; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nennen, Kluge s. u. nennen, DW 13, 598, EWD s. u. nennen, EWAhd 6, 890, Falk/Torp 294, Duden s. u. nennen, Bluhme s. u. nennen; Son.: vgl. afries. namna, nemna, nomna, nanna, nenna, sw. V. (1), nennen; afries. namia, nomia, sw. V. (2), nennen; saterl. nama, V., nennen; ae. nėmnan, sw. V. (1), nennen, rufen, aufzählen, anreden, ernennen, erwähnen; ae. namian, sw. V. (2), nennen, erwähnen, ernennen; an. nefna, sw. V. (1), nennen; got. namnjan, sw. V. (1), nennen; nschw. nämna, V., nennen, nnorw. nevne, V., nennen; lat. nōmināre, V., nennen, benennen, beim Namen nennen; gr. ὀνομάζειν (onomázein), V., nennen, benennen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches eine Gegebenheit zwecks zwischenmenschlichen Verständnisses mit einer bestimmten allgemein verwendeten Benennung versehen (V.) wie beispielsweise Arm oder Birne oder essen oder Fisch oder Gans oder Haus oder Igel oder Kampf oder Mensch oder Nase oder Ofen oder Pferd oder rutschen oder Sonne oder Tor oder Vater oder weinen oder zischen; BM.: Name; F.: nennen, nenne, nennst, nennt, nennest, nennet, nannte, nanntest, nannten, nanntet, nennte, nenntest, nennten, nenntet, genannt, ##genannt, genannte, genanntes, genanntem, genannten, genannter##, nennend, ###nennend, nennende, nennendes, nennendem, nennenden, nennender###, nenn (!)+EW; Z.: nen-n-en
Nenner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Nenner, Zahl unter dem Bruchstrich einer Bruchzahl; ne. denominator; Vw.: -; Hw.: s. nennen, s. Zähler; Q.: 15. Jh.; I.: Lüs. lat. denominator; E.: s. nennen; L.: Kluge s. u. Nenner, EWD s. u. nennen, DW 13, 608, Duden s. u. Nenner; Son.: vgl. nschw. nämnare, Sb., Nenner, nnorw. nevner, M., Nenner; GB.: (nennære*) seit 15. Jh. belegte und (teilweise) aus lat. denominator gebildete Bezeichnung für die Zahl unter dem Bruchstrich einer Bruchzahl in Gegensatz zu dem Zähler als der Zahl über dem Bruchstrich; BM.: nennen bzw. Name; F.: Nenner, Nenners, Nennern+EW; Z.: Nen-n-er
neo…, nhd., Präf., (19. Jh.?): nhd. neo…, neu…; ne. neo…; Vw.: -; Hw.: s. -dym, -lithikum, -phyt; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. νέος (néos); E.: s. gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; idg. *neu̯os, *neu̯i̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. neo-, EWD s. u. neo-, Duden s. u. neo-, Kytzler/Redemund/Eberl 1081; Son.: s. Neonathologie, Neokolonialismus, Neogotik; vgl. nndl. neo…, Präf., neo…; frz. neo…, Präf., neo…; nschw. neo…, Präf., neo…; nnorw. neo…, Präf., neo…; poln. neo…, Präf., neo…; nir. nua…, Präf., neo…; lit. neo…, Präf., neo…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe für neu verwendete Bezeichnung; BM.: neu; F.: neo…+FW; Z.: neo-
Neodym, Neodymium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Neodym, ein Metall; ne. neodymium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; idg. *neu̯os, *neu̯i̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. δίδυμος (dídymos), M., Zwilling; vgl. gr. δύο (dýo), δύω (dýō), Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. Neodym, Kytzler/Redemund/Eberl Nr. 3962; Son.: vgl. nndl. neodymium, Sb., Neodym; frz. néodyme, M., Neodym; nschw. neodym, N., Neodym; nnorw. neodym, N., Neodym; kymr. neodymiwm, M., Neodym; nir. neoidimiam, M., Neodym; poln. neodym, M., Neodym; lit. neodimis, M., Neodym; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Griechischen des Altertums wegen seiner nahen Verwandtschaft mit dem Praseodym gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und 1895 entdecktes und zu den Lanthanoiden und damit zu den Seltenen Erden gehörendes vor allem in China abgebautes und von Menschen für hochwertige Geräte verwendetes Metall (chemisches Element Nr. 60, abgekürzt Nd); BM.: neu, Zwilling bzw. zwei; F.: Neodym, Neodyms, Neodymium, Neodymiums+FW; Z.: Neo—dy-m
Neolithikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Neolithikum, Jungsteinzeit; ne. neolithic, neolithic age; Vw.: -; Hw.: s. Paläolithikum, Mesolithikum; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; idg. *neu̯os, *neu̯i̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Neolithikum; Son.: vgl. nndl. neolithicum, Sb., Neolithikum; frz. néolithique, M., Neolithikum; nschw. neolitikum, N., Neolithikum; nnorw. neolitikum, N., Neolithikum; poln. neolit, Sb., Neolithikum; kymr. cyfnod neolithig, M., Neolithikum; nir. neoiliteach, Sb., Neolithikum; lit. neolitas, M., Neolithikum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Zeit von dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht bis zu dem Anfang der Kupferverarbeitung ausgehend von Mesopotamien und der Levante und in Kleinasien um 11500 v. Chr. bis um 2200 v. Chr. in Europa; BM.: neu, Stein; F.: Neolithikum, Neolithikums+FW(+EW); Z.: Neo-lith-ik-um
Neon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Neon; ne. neon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; idg. *neu̯os, *neu̯i̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Neon, EWD s. u. Neon, Duden s. u. Neon; Son.: vgl. nndl. neon, Sb., Neon; frz. néon, M., Neon; nschw. neon, N., Neon; nnorw. neon, N., Neon; poln. neon, M., Neon; kymr. neon, M., Neon; nir. neon, M., Neon; lit. neonas, M., Neon; GB.: seit 1. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein auf der Erde seltenes (77.-häufigstes) und in dem Universum sehr häufiges und einatomiges in der Luft atomar vorhandenes vielleicht 1898 von Lord Rayleigh und William Ramsay durch Fraktion flüssiger Luft entdecktes farbloses und geruchloses von Menschen besonders für Leuchtröhren (in denen es durch Gasentladungen orangerötlich zu einem Leuchten angeregt wird) verwendetes Edelgas (chemisches Element Nr. 10, abgekürzt Ne); BM.: neu bzw. neu entdeckt(es Gas); F.: Neon, Neons+FW(+EW); Z.: Neo-n
Neophyt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Neophyt, in dem Erwachsenenalter Getaufter, eingewanderte Pflanzenart oder Tierart; ne. neophyte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. neophytus; E.: s. lat. neophytus, neofitus, M., Neubekehrter, Neophyt; s. gr. νεόφυτος (neóphytos), M., Neuling; gr. νεόφυτος (neóphytos), Adj., neu gepflanzt; gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; idg. *neu̯os, *neu̯i̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. φυτόν (phytón), N., Gewächs, Pflanze; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Neophyt; Son.: vgl. nndl. neofiet, Sb., Neophyt; frz. néophyte, M., Neophyt; nschw. neofyt, Sb., Neophyt; nnorw. neofyt, M.?, Neophyt; poln. neofita, M., Neophyt; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen später hinzugekommenen neugetauften Christen oder eine eingewanderte oder eingeführte Pflanze wie beispielsweise Kartoffel oder Mais oder Tomate oder ein Tier wie den Buchsbaumzünsler oder den Maiswurzelbohrer oder den Waschbären; BM.: neu gepflanzt; F.: Neophyt, Neophyten+FW(+EW); Z.: Neo—phy-t
Nepotismus, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Nepotismus, Vetternwirtschaft; ne. nepotism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. it. nepotismo; E.: s. it. nepotismo, M., Vettenwirtschaft; vgl. lat. nepōs (1), Enkelkind, Enkel (M.) (1), Brudersohn, Schwestersohn, Neffe, (204-169 v. Chr.); idg. *nepōt-, M., Abkömmling, Enkel (M.) (1), Neffe?, Pokorny 764 (1301/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Nepotismus; Son.: vgl. nndl. nepotisme, Sb., Nepotismus; frz. népotisme, M., Nepotismus; nschw. nepotism, Sb., Nepotismus; nnorw. nepotisme, M., Nepotismus; poln. nepotyzm, M., Nepotismus; kymr. nepotiath, F., Nepotismus; lit. nepotizmas, M., Nepotismus; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vetternwirtschaft; BM.: Abkömmling; F.: Nepotismus+FW(+EW); Z.: Nepot-ism-us
$Nepp, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nepp, Betrug; E.: s. nepp(en); L.: Kluge s. u. neppen, fehlt DW, EWD s. u. neppen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit neppen aus dem Rotwelschen und mittelbar möglicherweise aus dem Mittellateinischen und Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums und dem Punischen und Hebräischen aufgenommene und gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Vermögen und Geld möglichen Betrug; F.: Nepp, Neppes, Nepps, Neppe, Neppen+FW(+EW); Z.: Nepp
neppen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. neppen, betrügen; ne. gouge, fleece (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. Nepper, M., Gauner der mit unechten Ringen oder Uhren betrügt; vielleicht zu mlat. nappārius, M., Diener der für die Tischwäsche zuständig; vgl. mlat nappa, F., Tischtuch, Schürze; afrz. nappe, F., Tischtuch, Gamillscheg 643a; s. lat. mappa, F., Serviette, Flagge, Signaltuch, Vortuch, Landkarte (mittellateinische Bedeutung), (116-27 v. Chr.); aus dem Pun.; vgl. hebr. menafā, *manpā, Sb., Fächer; L.: Kluge s. u. neppen, fehlt DW, EWD s. u. neppen, Duden s. u. neppen, Bluhme s. u. neppen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar vielleicht aus dem Mittellateinischen und Altfranzösischen sowie dem Lateinischen des Altertums und dem Punischen und Hebräischen aufgenommene und gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Vermögen und Geld mögliches betrügen; BM.: Serviette?; F.: neppen, neppe, neppst, neppt, neppest, neppet, neppte, nepptest, neppten, nepptet, geneppt, ##geneppt, geneppte, genepptes, genepptem, geneppten, geneppter##, neppend, ###neppend, neppende, neppendes, neppendem, neppenden, neppender###, nepp (!)+FW(+EW); Z.: nepp-en
$Nepperei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nepperei; E.: s. Nepp, s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: EWD s. u. neppen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nepp und nepp(en) sowie er (Suff.) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Vermögen und Geld möglichen Betrug; F.: Nepperei, Neppereien+FW(+EW); Z.: Nepp-er-ei
$Nepplokal, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nepplokal, Ausnehmlokal; E.: s. Nepp, s. Lokal; L.: fehlt DW, EWD s. u. neppen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Nepp und Lokal gebildete Bezeichnung für ein Lokal in dem Gäste durch hohe Preise ausgenommen und so betrogen werden; F.: Nepplokal, Nepplokals, Nepplokales, Nepplokale, Nepplokalen+FW(+EW); Z.: Nepp—lo-k-al
Neptunium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Neptunium, ein Schwermetall; ne. neptunium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: seit 20. Jh. belegte und aus Neptun(us) und ium nach dem in dem Periodensystem vorangehenden Vorbild von Uran und Uranos gebildete Bezeichnung; s. lat. Neptūnus, M.=PN, Neptun, Meeresgott, (um 235-200 v. Chr.), N; vgl. idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Neptunium; Son.: vgl. nndl. neptunium, Sb., Neptunium; frz. neptunium, M., Neptunium; nschw. neptunium, N., Neptunium; nnorw. neptunium, N. , Neptunium; kymr. neptwniwm, M., Neptunium; nir. neiptiúiniam, M., Neptunium; poln. neptun, M., Neptunium; lit. neptūnis, M., Neptunium; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein 1940 entdecktes von Menschen künstlich hergestelltes giftiges radioaktives silberig glänzendes und sehr reaktionsfähiges unedeles und auf der Erde bis auf Spuren nicht mehr vorkommendes sowie als Zwischenerzeugnis bei der Herstellung von Plutonium für Kernwaffen und als Brennstoff für Generatoren in Raumfahrzeugen verwendetes Schwermetall (Transuran, Actinoid) (chemisches Element Nr. 93, abgekürzt Np); BM.: PN; F.: Neptunium, Neptuniums+FW; Z.: Nep-t-un-i-um
Nerv, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nerv; ne. nerve (N.); Vw.: -; Hw.: s. enervieren, nervös; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz., lat. nervus; E.: s. lat. nervus, M., Sehne, Flachse, männliches Glied, (um 450 v. Chr.); s. idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nerv, Kluge s. u. Nerv, DW 13, 610, EWD s. u. Nerv, Duden s. u. Nerv, Bluhme s. u. Nerv; Son.: vgl. frz. nerf, M., Nerv; nschw. nerv, Sb., Nerv; nnorw. nerve, M., Nerv; poln. nerw, M., Nerv; kymr. nerf, F., M., Nerv; gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; lit. nervas, M., Nerv; GB.: seit 1538 (Herr) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den aus parallel angeordneten Fasern bestehenden und in einer Bindegewebshülle liegenden Strang der seit Entwicklung höheren tierischen Lebens der Reizleitung zwischen Gehirn und Rückenmark und Körperorgan oder Körperteil höherer tierischer Lebewesen dient (bei jedem Menschen mehr als 100 Milliarden Nervenzellen); BM.: drehen bzw. knüpfen; F.: Nerv, Nervs, Nerves, Nerven+FW(+EW); Z.: Nerv
$nerven, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. nerven, Nerven nutzen, Nerven belasten; Vw.: s. ent-; E.: s. Nerv, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Nerv, DW 13,612, EWD s. u. Nerv; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Nerv und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Nervenzellen mögliches Nerven nutzen oder belasten; F.: nerven, nerve (!), nervst, nervt, nervest, nervet, nervte, nervtest, nervten, nervtet, genervt, ##genervt, genervte, genervtes, genervtem, genervten, genervter##, nervend, ###nervend, nervende, nervendes, nervendem, nervenden, nervender###, nerv (!)+FW+EW; Z.: nerv-en
$nervig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nervig, Nerv betreffend; L.: DW 13, 616, EWD s. u. Nerv; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Nerv und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für Nerv(en) betreffend; F.: nervig, nervige, nerviges, nervigem, nervigen, nerviger(, nervigere, nervigeres, nervigerem, nervigeren, nervigerer, nervigst, nervigste, nervigstes, nervigstem, nervigsten, nervigster)+FW+EW; Z.: nerv-ig
nervös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nervös, Nerv betreffend, angespannt, unruhig; ne. nervous; Vw.: -; Hw.: s. Nerv, enervieren; Q.: 1758; I.: Lw. frz. nerveux, lat. nervōsus; E.: s. lat. nervōsus, Adj., sehnig, muskulös, nervig, kernhaft, kraftvoll, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. nervus, M., Sehne, Flachse, männliches Glied; idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Nerv, DW 13, 617, EWD s. u. Nerv, Duden s. u. nervös; Son.: vgl. nndl. nerveus, Adj., nervös; frz. nerveux, Adj., nervös; nschw. nervös, Adj., nervös; nnorw. nervøs, Adj., nervös; poln. nerwowy, Adj., nervös; kymr. nerfus, Adj., nervös; nir. neirbhíseach, Adj., nervös; lit. nervingas, Adj., nervös; GB.: seit 1758 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Nerven betreffend oder von innerer Unruhe geprägt; BM.: drehen bzw. knüpfen; F.: nervös, nervöse, nervöses, nervösem, nervösen, nervöser(, nervösere, nervöseres, nervöserem, nervöseren, nervöserer, nervösest, nervöseste, nervösestes, nervösestem, nervösesten, nervösester)+FW+EW; Z.: nerv-ös
$Nervosität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nervosität, Angespanntheit, Tätigkeit des Nervensystems; E.: s. frz. nervosité; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nerv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliche Angespanntheit und Tätigkeit des Nervensystems; F.: Nervosität, Nervositäten+FW(+EW); Z.: Nerv-os-it-ät
Nerz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Nerz, ein kleines Pelztier; ne. mink; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. osorb. nórc; E.: s. obersorb. nórc, M., Nerz; ukrain. noryca, Sb., Nerz, Nerzfell, Taucher; L.: Kluge s. u. Nerz, EWD s. u. Nerz, DW 13,617 (Nörz), Duden s. u. Nerz, Bluhme s. u. Nerz; Son.: vgl. nndl. nerts, Sb., Nerz; nschw. nerts, Sb., Nerz; nnorw. nerts, M., Nerz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Obersorbischen und dem Ukrainischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches zu den Mardern gehörendes kleines ein braunes Fell und Schwimmhäute habendes und von Menschen wegen seines wertvollen Pelzes (zeitweise) für die Kürschnerei gezüchtetes und genutztes Raubtier; BM.: Taucher; F.: Nerz, Nerzes, Nerze, Nerzen+FW; Z.: Nerz
nesen, nhd. (ält.), st. V., (10. Jh.): nhd. genesen, gesunden, gesund werden; ne. recover (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. nähren; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. nesen, st. V., retten; mnl. nesen, sw. V., am Leben bleiben gerettet werden, benüten, bewaren; ahd. nesan*, st. V. (5), genesen, erlöst werden, sich retten; as. *nesan?, st. V. (5); anfrk. -; germ. *nesan, st. V., gerettet werden, sich nähren; idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: fehlt DW, EWAhd 900; Son.: vgl. afries. -; ae. genesan, st. V. (5), gerettet werden, überleben, entkommen; an. -; got. ganisan, st. V. (5), genesen, gerettet werden, selig werden; ai. násate, V., tritt heran, sucht auf; gr. νέομαι (néomai), V., ich komme davon, ich gelange glücklich wohin; ? toch. A nas-, sein (V.); ? toch. B sein (V.); GB.: einen Zustand überstehen und wieder gesund werden; GB.: (ahd. *nesan) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens und der Krankheit mögliches gesunden; BM.: geborgen sein (V.); F.: nesen (!), nest (!), nesest (!), neset (!), nas (!), nasest (!), nast (!), nasen (!), naset (!), näse (!), näsest (!), näsen (!), näset (!), genesen, ##genesen, genesene, genesenes, genesenem, genesenen, genesener##, nesend, ###nesend, nesende, nesendes, nesendem, nesenden, nesender###, nes (!)+EW; Z.: nes-en
Nessel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nessel, Nesselgewächs; ne. nettle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. nezzel, sw. F., Nessel; mnd. nettele, nettel, nētele, F., Nessel, Brennnessel; mnl. netele, F., M., Nessel; ahd. nezzila, sw. F. (n), Nessel, Brennnessel; as. nėtila*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nessel; anfrk. -; germ. *natilō-, *natilōn, sw. F. (n), Nessel; s. idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nessel, Kluge s. u. Nessel, DW 13, 618, EWD s. u. Nessel, EWAhd 6, 921, Falk/Torp 291, Duden s. u. Nessel, Bluhme s. u. Nessel; Son.: vgl. afries. -; ae. nėtel, F., Nessel; an. -; got. -; nndl. netel, Sb., Nessel; nschw. nässla, Sb. Nessel; nisl. netla, F., Brennnessel; ? gr. ἀδίκη (adíkē), F., Nessel?; ? gr. κνίδη (knídē), F., Brennnessel; mir. nenaid, Sb., Nessel; lit. nõterė, Sb., Nessel; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleinere schon vormenschliche krautige Pflanze; BM.: drehen; F.: Nessel, Nesseln+EW; Z.: Ness-el
Nest, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Nest, Vogelnest, Wohnstätte, kleiner Ort; ne. nest (N.); Vw.: -; Hw.: s. nisten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nest, st. N., Nest, Vogelnest, Lager; mnd. nest, N., Nest, Vogelnest, Lager, Stall, Versteck, Höhle eines Säugetiers; mnl. nest, M., Nest, Vogelnest, Behausung; ahd. nest, st. N. (a), Nest; as. *nėst?, st. N. (a), Nest; anfrk. -; germ. *nesta- (1), *nestam, *nista-, *nistam, st. N. (a), Nest; s. idg. *nizdos, Sb., Nest, Pokorny 769, 887; vgl. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., nieder, Pokorny, 312; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nest, Kluge s. u. Nest, DW 13, 621, EWD s. u. Nest, EWAhd 6, 909, Falk/Torp 297, Duden s. u. Nest, Bluhme s. u. Nest; Son.: vgl. afries. -; ae. nest (1), st. N. (a), Nest, Brut; an. -; got. -; nndl. nest, Sb., Nest; ai. nīḍá-, M., Nest; arm. nist, Sb., Nest; lat. nīdus, M., Nest; air. net, M., Nest; lit. lìzdas, M., Nest; ksl. gnězdo, Sb., Nest; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare sowie mit sitzen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich entwickelte aus Zweigen und Gräsern oder Moos oder Lehm meist rund geformte Wohnstätte und Brutstätte besonders von Vögeln und Insekten und kleineren Säugetieren wie Igel oder Maus; BM.: nieder, sitzen?; F.: Nest, Nests, Nestes, Nester, Nestern+EW; Z.: Ne-st
Nestel, nhd., F., M., (8. Jh.): nhd. Nestel, Band (N.), Schnur (F.) (1); ne. ribbon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. nestel, st. F., Bandschleife, Schnürriemen, Binde; mnd. nestele*, nestel, F., „Nestel“, Schnur (F.) (1), schmales Band oder Riemen um etwas fest zu binden; mnl. nestel, M., Riemen (M.) (1), Schnur zum Befestigen; ahd. nestila, st. F. (ō), sw. F. (n), Nestel, Band (N.), Binde, Kopfbinde, Stirnband, Borte, Schlaufe, Schleife; ahd. nestilo, sw. M. (n), Nestel, Band (N.), Binde, Kopfbinde, Stirnband, Kopfband; as. nėstila, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Nestel, Band (N.); s. germ. *nasta, Sb., Band, Nestel, Zopf; vgl. idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nestel, Kluge s. u. Nestel, DW 13, 626, EWD s. u. nesteln, EWAhd 6, 912, Duden s. u. Nestel, Bluhme s. u. nesteln; Son.: vgl. afries. nēstla, sw. M. (n), Nestel, Binde; ae. nostle, sw. F., (n), Band (N.); an. nisti, N., Heftnadel; nndl. nestel, Sb., geflochtene Schnur (F.) (1), Schnürsenkel; GB.: (ahd. nestila) seit um 765 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelte und verwendete Schnur (F.) (1) zu einem Zubinden; BM.: drehen bzw. knoten; F.: Nestel, Nesteln+EW; Z.: Nest-el
$nesteln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. nesteln, schnüren, binden; E.: s. Nestel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Nestel, DW 13,629, EWD s. u. nesteln; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Nestel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes schnüren oder binden; F.: nesteln, nestel (!), nestle, nestele, nestelst, nestelt, nestelte, nesteltest, nestelten, nesteltet, genestelt, ##genestelt, genestelte, genesteltes, genesteltem, genestelten, genestelter###, nestelnd, ###nestelnd, nestelnde, nestelndes, nestelndem, nestelnden###, nestelnder, nestel (!)+EW; Z.: nest-el-n
$Nesthäkchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Nesthäkchen, längstmöglich bei den Eltern verbleibendes Kind; E.: s. Nest, s. Häkchen; L.: Kluge s. u. Nesthäkchen, fehlt DW, EWD s. u. Nest; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Nest und Häkchen gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche längstmöglich nach dem Vorbild des in einem Nest bleibenden Vogelkükens bei den Eltern verbleibendes Kind; F.: Nesthäkchen, Nesthäkchens+EW; Z.: Ne-st—häk-chen
$Nesthocker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nesthocker; E.: s. Nest, s. Hocker; L.: Kluge s. u. Nesthäkchen, DW 13, 630; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Nest und Hocker gebildete Bezeichnung für möglichst lange in einem Nest bleibendes Tierjunges und danach auch für Kinder in Gegensatz zu Nestflüchter; F.: Nesthocker, Nesthockers, Nesthockern+EW; Z.: Ne-st-ho-ck-er
Nestor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nestor, alter und weiser Berater; ne. nestor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. Νέστωρ (Néstōr); E.: s. gr. Νέστωρ (Néstōr), M.=PN, „immer wieder Heimkehrender“, Nestor; idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Nestor, Duden s. u. Nestor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums nach einem PN aufgenommene Bezeichnung für einen ältesten und hervorragenden Vertreter einer Gemeinschaft oder sonstigen Gruppe von Menschen; BM.: PN (nach dem sehr alten Berater der Griechen vor Troja); F.: Nestor, Nestors+FW; Z.: Nes-t-or
nett, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nett, freundlich, liebenswert, umgänglich; ne. kind (Adj.), nice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: frz. net, nette, Adj., sauber, rein; mndl. net, nett, Adj., nett; vgl. lat. nitidus, Adj., glänzend, gleißend, blinkend, blank, hell, schön, feist, blühend, strotzend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. nitēre, V., blinken, gleißen, glänzen, hervorstechen; idg. *nei- (2), *nei̯ə-, *nī-, V., bewegt sein (V.), erregt sein (V.), glänzen, Pokorny 760 (1291/18) (RB. idg. aus ind.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. nett, Kluge s. u. nett, DW 13, 632, Duden EWD s. u. nett, s. u. nett, Bluhme s. u. nett; Son.: vgl. nschw. nätt, Adj., nett; nnorw. nett, Adj., nett; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches freundlich oder liebenswert oder umgänglich; BM.: glänzen; F.: nett, nette, nettes, nettem, netten, netter(, nettere, netteres, netterem, netteren, netterer, nettest, netteste, nettestes, nettestem, nettesten, nettester)+FW(EW); Z.: Ne-tt
$Nettigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nettigkeit, Freundlichkeit, Umgänglichkeit, Zierlichkeit; E.: s. nett, s. ig. s. heit, s. keit; L.: DW 13, 640, EWD s. u. nett; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nett und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Freundlichkeit oder Umgänglichkeit oder Zierlichkeit; F.: Nettigkeit, Nettigkeiten+EW; Z.: Ne-tt-ig—kei-t
netto, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. netto, rein, ohne Verpackung; ne. net (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. it. (peso) netto; E.: s. it. (peso) netto, M., reines (Gewicht); vgl. lat. nitidus, Adj., glänzend, gleißend, blinkend, blank, hell, schön, feist, blühend, strotzend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. nitēre, V., blinken, gleißen, glänzen, hervorstechen; idg. *nei- (2), *nei̯ə-, *nī-, V., bewegt sein (V.), erregt sein (V.), glänzen, Pokorny 760 (1291/18) (RB. idg. aus ind.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. netto, DW 13, 635, EWD s. u. netto, Duden s. u. netto; Son.: vgl. nndl. netto, Adv., netto; frz. netto, Adv., netto; nschw. netto, Adv., netto; nnorw. netto, Adv., netto; lit. neto, Adj., netto; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für rein oder etwas nach Abzug von Kosten oder Steuern oder Gewicht Übrigbleibendes; BM.: glänzen; F.: netto+FW; Z.: ne-t-t-o
$Nettogewicht, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Nettogewicht, Reingewicht; E.: s. netto, s. Gewicht; L.: fehlt DW, EWD s. u. netto; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus netto und Gewicht gebildete Bezeichnung für das nach Abzug der Verpackung verbleibende Gewicht einer Ware; F.: Nettogewicht, Nettogewichts, Nettogewichtes, Nettogewichte, Nettogewichten+FW+EW; Z.: Ne-t-t-o—ge-wich-t
Netz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Netz, geknüpftes Maschenwerk; ne. net (N.); Vw.: -; Hw.: s. Internet; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. netze, st. N., Netz; mnd. nette (2), N., Netz, Fischnetz, Netz zum Vogelfang, netzartiges Gewebe, Haarnetz, Netzwerk; mnl. nette, net, N., Netz; ahd. nezzi, st. N. (ja), Netz, Fischnetz, Flechtwerk; ahd. nezza*?, st. N. (ja)?, Netz, Flechtwerk; as. netti, N., Netz; anfrk. netti, st. N., Netz; germ. *natja-, *natjam, st. N. (a), Netz; s. idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Netz, Kluge s. u. Netz, EWD s. u. Netz, DW 13, 635, EWAhd 6, 917, Falk/Torp 291, Duden s. u. Netz, Bluhme s. u. Netz; Son.: vgl. afries. net, st. N. (a), Netz; afries. nette (1), nitte, F., Netz, Netzhaut; nnordfries. net; ae. nėtt, st. N. (ja), Netz; an. net, st. N. (a), Netz; got. nati, st. N. (ja), Netz, kreisrundes Wurfnetz; nndl. net, Sb., Netz; nschw. nät, N., Netz; nnorw. nett, N., Netz; lat.nōdus, M., Knoten (M.); GB.: (nezzi) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen schon früher entwickeltes und zu einem Fangen und Befördern verwendetes Gebilde aus von Menschen zu Maschen geknüpften Fäden die seit der späten Neuzeit auch elektrischer Art sein können; BM.: drehen bzw. knoten; F.: Netz, Netzes, Netze, Netzen+EW; Z.: Netz
netzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. netzen, nässen, wässern, nass machen; ne. wet (V.), net (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. netzen, sw. V., netzen, benetzen, pissen; mnd. netten (1), sw. V., nässen, nass machen, benetzen, pissen, urinieren; mnl. netten, sw. V., benetzen, netzen; ahd. nezzen (1), sw. V. (1a), netzen, benetzen, feuchten, feucht werden, befeuchten, nass machen, in eine Flüssigkeit tauchen, tränken; ahd. nazzēn*, sw. V. (3), „nässen“, regnen, nass werden, feucht werden; as. -; anfrk. -; germ. *natjan, sw. V., nass machen, benetzen; germ. *nata-, *nataz, Adj., nass; aus dem Idg.?; L.: Kluge 1. A. s. u. netzen, Kluge s. u. netzen, DW 13, 640, EWD s. u. netzen, EWAhd 6, 916, Heidermanns 420, Duden s. u. netzen, Bluhme s. u. netzen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. natjan, sw. V. (1), netzen, benetzen; GB.: (ahd. nezzen) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht aus dem Indogermanischen kommende Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches nässen oder wässern oder nass machen; BM.: nass; F.: netzen (!), netze (!), netzst (!), netzt, netzest, netzet, netzte, netztest, netzten, netztet, genetzt, ##genetzt, genetzte, genetztes, genetztem, genetzten, genetzter##, netzend, ###netzend, netzende, netzendes, netzendem, netzenden, netzender###, netz (!)+EW; Z.: netz-en
$Netzhaut, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Netzhaut; E.: s. Netz, s. Haut; L.: Kluge s. u. Netzhaut, DW 13, 642, EWD s. u. Netz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Netz und Haut gebildete Bezeichnung für eine nur wenige Millimeter große mehrschichtige und sehr dünne lichtempfindliche netzartige sachlich seit Entwicklung von Augen mögliche Haut an dem Augenhintergrund deren Zellen bei Lichteinfall angeregt werden und über den Sehnerv aus Bildern sehr schnell geschaffene elektrische Signale an das Gehirn leiten; F.: Netzhaut, Netzhäute, Netzhäuten+EW; Z.: Netz—hau-t
neu, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. neu, aus jüngster Zeit stammend, noch nicht benutzt; ne. new (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. niuwe, Adj., neu, frisch; mnd. nīe (1), nige, nigge, ney, neye, neie, neyge, Adj., neu, vorher nicht vorhanden gewesen, neugeschaffen, frisch; mnl. nieuwe, Adj., neu, jung, frisch; ahd. niuwi*, Adj., neu, jung, frisch; as. niuwi*, nīi*, Adj., neu; anfrk. nūwi*, Adj., neu; germ. *neuja-, *neujaz, *niwja-, *niwjaz, Adj., neu; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769 (1313/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. neu, Kluge s. u. neu, DW 13, 644, EWD s. u. neu, EWAhd 6, 998, Falk/Torp 298, Heidermanns 425, Duden s. u. neu, Bluhme s. u. neu; Son.: vgl. afries. nīe, nī (3), Adj., neu; saterl. nuj, Adj., neu; ae. níewe, nīwe, néowe, Adj. (ja), neu, frisch, unerhört, unversucht; an. nȳr, Adj., neu; got. niujis, Adj. (ja), neu, jung; nndl. nieuw, Adj., neu; nschw. ny, Adj., neu; nnorw. ny, Adj., neu; ai. návya-, Adj., neu; gr. νέος (néos), Adj., neu, frisch; lat novus, Adj., neu; air. ná, Adj., neu; kymr. newydd, Adj., neu; lit. naujas, Adj., neu; ksl. novu, Adj., neu; poln. nowy, Adj., neu; heth. newa-, Adj., neu; toch. A ñu, Adj., neu; toch. B nuwe, Adj., neu; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches erst vor kurzer Zeit hergestellt oder entstanden in Gegensatz zu alt; BM.: ?; F.: neu, neue, neues, neuem, neuen, neuer(, neuere, neueres, neuerem, neueren, neuerer, neuest, neueste, neuestes, neuestem, neuesten, neuester)+EW; Z.: neu
$Neubau, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Neubau; E.: s. neu, s. Bau; L.: DW 13, 656, EWD s. u. Bau; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neu und Bau gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit möglichen neuen Bau in Gegensatz zu einem Altbau; F.: Neubau, Neubaus, Neubaues, Neubaue, Neubauen+EW; Z.: Neu—bau
$Neubauer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Neubauer; E.: s. neu, s. Bauer; L.: DW 13, 656, EWD s. u. Bauer 3; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neu und Bauer gebildet Bezeichnung für einen neuen Bauern n Gegensatz zu einem Altbauern; F.: Neubauer, Neubauers, Neubauern+EW; Z.: Neu—bau-er
$neuerdings, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. neuerdings, neuerlich, neu, kürzlich; E.: s. neu, s. er (Suff.), s. Ding, s. (e)s; L.: DW 13,660, EWD s. u. neu; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neu und er (Suff.), sowie Ding und (e)s (Suff.) gebildete Bezeichnung für neu oder neuerlich oder kürzlich; F.: neuerdings+EW; Z.: neu-er—din-g-s
$Neuerer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Neuerer; E.: neuer(n), s. er (Suff.); L.: DW 13,660, EWD s. u. neu; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neuer(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Neuernden; F.: Neuerer, Neuerers, Neuerern+EW; Z.: Neu-er-er
$neuerlich, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. neuerlich, neulich, neuerdings, kürzlich; E.: s. neu, s. er (Suff.), s. lich; L.: DW 13, 660, EWD s. u. neu; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und neben neulich aus neuer und lich gebildete Bezeichnung für kürzlich; F.: neuerlich, neuerliche, neuerliches, neuerlichem, neuerlichen, neuerlicher(, neuerlichere, neuerlicheres, neuerlicherem, neuerlicheren, neuerlicherer, neuerlichst, neuerlichste, neuerlichstes, neuerlichstem, neuerlichsten, neuerlichster)+EW; Z.: neu-er—lich
$neuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. neuern, neuer werden, neuer machen; Vw.: s. er-; E.: s. neuer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. neu, DW 13, 661, EWD s. u. neu; GB.: (niuweren) seit 1235-1240 belegte und aus neuer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches neuer werden oder neuer machen; F.: neuern, neuere (!), neuer (!), neuerst, neuert, neuerte, neuertest, neuerten, neuertet, geneuert, ##geneuert, geneuerte, geneuertes, geneuertem, geneuerten, geneuerter##, neuernd, ###neuernd, neuerndes, neuerndem, neuernden, neuernder###, neuer (!)+EW; Z.: neu-er-n
$Neuerung, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Neuerung, Neuermachung; E.: s. neuer(n), s. ung; L.: DW 13, 662, EWD s. u. neu; GB.: (niuwerunge) seit um 1293 belegte und aus neuer(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Neuermachung; F.: Neuerung, Neuerungen+EW; Z.: Neu-er-ung
Neufundländer, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Neufundländer, ein Hund; ne. newfoundlander, Newfoundland dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.?; I.: -; E.: von dem ON Neufundland, von New Found Land; s. nhd. neu, finden, Land; L.: fehlt DW, Duden s. u. Neufundländer; Son.: vgl. nndl. newfoundlander, Sb., Neufundländer; frz. terre-neuve, M., Neufundländer; nschw. newfoundlandshund, Sb., Neufundländer; nnorw. newfoundlender, M., Neufundländer; lit. niufaundlendas, M., Neufundländer; GB.: vielleicht seit Ende 19. Jh. belegte und nach Neufundland als neu gefundenem Land vor der Ostküste Kanadas und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen dort von Menschen gezüchteten großen Hund mit breitem kräftigem Kopf und Hängeohren und langem buschigem Schwanz und dichtem langhaarigem meist schwarzem Fell; BM.: ON (nach dem Herkunftsort der Hunderasse); F.: Neufundländer, Neufundländers, Neufundländern(+FW)+EW; Z.: Neu—fu-n-d—län-d-er
$Neugier, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Neugier, Neugierde, Gier nach neuem Wissen; E.: s. neu, s. Gier; L.: Kluge s. u. Gier, DW 13, 666, EWD s. u. Gier; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus neu und Gier gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlichen Wunsch von Lebewesen nach neuem Wissen; F.: Neugier+EW; Z.: Neu—gier
$Neugierde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Neugierde, Neugier, Gier nach neuem Wissen; E.: s. neu, s. Gierde; L.: DW 13, 667EWD s. u. Gier; vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus neu und Gierde belegte Bezeichnung für den sachlich wohl schon vormenschlichen Wunsch von Lebewesen nach neuem Wissen; F.: Neugierde, Neugierden+EW; Z.: Neu—gier-d-e
$neugierig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. neugierig, Neugier habend; E.: s. Neugier, s. ig; L.: Kluge s. u. Gier, DW 13, 667, EWD s. u. Gier; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Neugier und ig gebildete Bezeichnung für Neugier habend; F.: neugierig, neugierige, neugieriges, neugierigem, neugierigen, neugieriger(, neugierigere, neugierigeres, neugierigerem, neugierigeren, neugierigerer, neugierigst, neugierigste, neugierigstes, neugierigstem, neugierigsten, neugierigster)+EW; Z.: neu—gier-ig
$Neuheit, nhd., F.: nhd. Neuheit; E.: s. neu, s. heit; L.: DW 13,668, EWD s. u. neu; GB.: seit 1573 belegte und vielleicht nach lat. novitas aus neu und heit gebildete Bezeichnung für etwas sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches Neues; F.: Neuheit, Neuheiten+EW; Z.: Neu—hei-t
$Neuigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Neuigkeit, Neuheit, Neuerung, Mitteilung von etwa Neuem; E.: s. neu, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. neu, DW 13, 669, EWD s. u. neu; GB.: (niuwicheit) seit vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. novitas aus neu und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliche Neuheit oder Neuerung oder Mitteilung von etwas Neuem; F.: Neuigkeit, Neuigkeiten+EW; Z.: Neu-ig-kei-t
$Neujahr, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Neujahr; E.: s. neu(es), s. Jahr; L.: DW 13, 670, EWD s. u. neu; GB.: seit 16. Jh. gebildet aus neu(es) Jahr durch Aufgabe der Endung (es); F.: Neujahr, Neujahrs, Neujahre, Neujahren+EW; Z.: Neu—jah-r
$neulich, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. neulich, erneut, neuerlich, kürzlich; E.: s. neu, s. lich; L.: Kluge s. u. neu, DW 13, 674, EWD s. u. neu; GB.: (niuwilīh*) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. novellus aus neu und lich gebildete Bezeichnung für erneut oder neuerlich oder kürzlich; F.: neulich+EW; Z.: neu-lich
$Neuling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Neuling, Anfänger, Novize; E.: s. neu, s. ling; L.: Kluge s. u. neu, DW 13,674, EWD s. u. neu; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. novitius aus neu und ling gebildete Bezeichnung für einen Anfänger; F.: Neuling, Neulings, Neulinges, Neulinge, Neulingen+EW; Z.: Neu—ling
$neumodisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. neumodisch, einer neuen Mode entsprechend; E.: s. neu, s. modisch; L.: DW 13, 678, EWD s. u. Mode; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus neu und modisch gebildete Bezeichnung für einer neuen Mode entsprechend in Gegensatz zu altmodisch; F.: neumodisch, neumodische, neumodisches, neumodischem, neumodischen, neumodischer(, neumodischere, neumodischeres, neumodischerem, neumodischeren, neumodischerer, neumodischst, neumodischste, neumodischstes, neumodischstem, neumodischsten, neumodischster)+EW+FW; Z.: neu—mo-d-isch
neun, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. neun; ne. nine (Num. Kard.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. niun, Num. Kard., neun; mnd. nēgen (3), nēgene, neggen, Num. Kard., neun; mnl. neghen, negen, Num. Kard, neun; ahd. niun, Num. Kard., neun; as. nigun, Num. Kard., neun; anfrk. nigon, Num. Kard., neun; germ. *newun, *neun, Num. Kard., neun; idg. *eneu̯en, *neu̯n̥, *enu̯n̥, *h₁néu̯n̥-, Num. Kard., neun, Pokorny 318 (465/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. neun, Kluge s. u. neun, DW 13, 679, EWD s. u. neun, EWAhd 6, 985, Falk/Torp 295, Duden s. u. neun, Bluhme s. u. neun; Son.: vgl. afries. nigun, niugun, niogen, Num. Kard., neun; saterl. njugen, Num. Kard., neun; ae. nigun, nigon, Num. Kard., neun; an. nīu, Num. Kard., neun; got. niun, krimgot. nyne, Num. Kard., neun; nndl. negen, Num. Kard., neun; nschw nio, Num. Kard., neun; nnorw. ni, Num. Kard., neun; ai. náva, Num. Kard., neun; gr. ἐννέα (ennéa), Num. Kard., neun; lat. novem, Num. Kard., neun; air. noí Num. Kard., neun; kymr. naw Num. Kard., neun; lit devynì, Num. Kard., neun; ksl. deveti Num. Kard., neun; toch. A nu Num. Kard., neun; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung der Grundzahl zwischen acht und zehn; BM.: ?; F.: neun, neune+FW; Z.: neun
$Neunauge, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Neunauge; E.: s. neun, s. Auge; L.: Kluge s. u. Neunauge, DW 13, 680, EWD s. u. neun; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus neun (für sieben fälschlich als Augen eingeordnete Kiemenspalten und zwei Augen) und Auge gebildete Bezeichnung für ein weit verbreitetes schon vormenschliches und seit 500 Millionen Jahren kaum verändertes fischähnliches essbares Wirbeltier mit einer einfachen Wirbelsäule aus Bindegewebe und ohne Knochen und Kiefer in einem aalartigen Körper mit einem flossenartigen Rückensaum und Schwanzsaum; F.: Neunauge, Neunaugen+EW; Z.: Neun—aug-e
$neunte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. neunte; E.: s. neun, s. te; L.: DW 13, 684, EWD s. u. neun; GB.: wohl um 765 belegte und aus neun und te gebildete sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die Ordnungszahl zwischen achte und zehnte; F.: neunte, neuntes, neuntem, neunten, neunter+EW; Z.: neun-t-e
$Neuntöter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Neuntöter; L.: Kluge s. u. Neuntöter, DW 13, 685 (Neuntödter); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus neun und Töter gebildete Bezeichnung für einen kleinen Vogel (Dorndreher) der Beutetiere auf Dornen aufspießt und angeblich alle Tage neun Vögel töten soll; F.: Neuntöter, Neuntöters, Neuntötern+EW; Z.: Neun—tö-t-er
$neunzehn, nhd., Num. Kard., (10. Jh.): nhd. neunzehn; E.: s. neun, s. zehn; L.: DW 13, 685 (neunzehen), EWD s. u. neun; GB.: seit um 1000 belegte und aus neun und zehn gebildete sowie für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die Grundzahl zwischen achtzehn und zwanzig; F.: neunzehn+EW; Z.: neun—zehn
$neunzig, nhd., Num. Kard., (9. Jh.): nhd. neunzig; E.: s. neun, s. zig; L.: DW 13, 686, EWD s. u. neun; F.: neunzig+EW; GB.: seit um 830 belegte und aus neun und zig gebildete sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Zehnerzahl zwischen achtzig und hundert; Z.: neun—zig
Neuralgie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Neuralgie, Nervenschmerz; ne. neuralgia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἄλγος (álgos), M., Schmerz, Leid, Kummer; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich von gr. ἀλέγειν (alégein) (1), V., kümmern um, auf etwas achten; idg. *leg- (2), V., sich kümmern?, Pokorny 658 (1065/21) (RB. idg. aus gr., alb.); L.: Kluge s. u. Neuralgie, fehlt DW, EWD s. u. Neuralgie, Duden s. u. Neuralgie, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. neuralgie, Sb., Neuralgie; frz. névralgie, F., Neuralgie; nschw. neuralgi, Sb., Neuralgie; nnorw. neuralgi, M., Neuralgie; poln. neuralgia, F., Neuralgie; kymr. niwralgia, M., Neuralgie; nir. néarailge, F., Neuralgie; lit. neuralgija, F., Neuralgie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früh möglicherweise anfallsweise auftretende Schmerzen (von Menschen) in dem Bereich sensibler menschlicher Nerven (Nervenschmerz); BM.: Sehne, Schmerz; F.: Neuralgie, Neuralgien+FW; Z.: Neu-r-alg-ie
$neuralgisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. neuralgisch; E.: s. Neuralg(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Neuralgie, fehlt DW, EWD s. u. Neuralgie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Neuralg(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Neuralgie betreffend; F.: neuralgisch, neuralgische, neuralgisches, neuralgischem, neuralgischen, neuralgischer+FW(+EW); Z.: neu-r-alg-isch; Z.: neu-r-alg-isch
Neurodermitis, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Neurodermitis, eine Hautkrankheit; ne. neurodermatitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); gr. δέρμα (dérma), N., abgezogene Haut, Fell, Leder; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Neurodermitis, Kytzler/Redemund/Eberl 678; Son.: vgl. nndl. neurodermitis, Sb., Neurodermitis; poln. neurodermia, F., Neurodermitis; lit. neurodermitas, M., Neurodermitis; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in den Ursachen wohl nicht völlig klare juckende und schuppende Hauterkrankung mit Bläschenbildung; BM.: Sehne bzw. drehen, Haut; F.: Neurodermitis, Neurodermitiden+FW; N.: Neu-r-o—der-m-it-is
Neurologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Neurologie, Nervenkunde, Wissenschaft von dem Nervensystem; ne. neurology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Neurologie, fehlt DW, Duden s. u. Neurologie; Son.: vgl. nndl. neurologie, Sb., Neurologie; frz. neurologie, F., Neurologie; nnorw. neurologi, Sb., Neurologie; nnorw. neurologi, M., Neurologie; poln. neurologia, F., Neurologie; kymr. niwroleg, F., Neurologie; lit. neurologija, F., Neurologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen entwickelte Wissenschaft von dem Aufbau und der Funktion des Nervensystems von Lebewesen; BM.: Nerven, sammeln; F.: Neurologie+FW; Z.: Neu-r-o-log-ie
Neuron, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Neuron, eine Nervenzelle; ne. neuron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. gr. νεῦρον (neuron); E.: s. gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; idg. snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Neuron; Son.: vgl. nndl. neuron, Sb., Neuron; frz. neurone, M., Neuron; nschw. neuron, Sb., Neuron; nnorw. nevron, M., Neuron; kymr. niwron, M., Neuron; nir. néarón, M., Neuron; poln. neuron, Sb., Neuron; lit. neuronas, M., Neuron; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche Nervenzelle mit einem Zellkörper und Fortsätzen wobei das Gehirn des Menschen 100 Milliarden Nervenzellen und ein Vielfaches davon an Konktaktpunkten aufweist die als eine seiner wichtigsten Eigenschaften die besondere Lernfähigkeit des Menschen begründen.; BM.: Sehne bzw. drehen; F.: Neuron, Neurons, Neuronen+FW; Z.: Neu-r-on
Neurose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Neurose, eine Nervenerkrankung; ne. neurosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. νεῦρον (neuron), N., Sehne, Muskelband, Pflanzenfaser; idg. snēu-, *neu-, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Neurose, fehlt DW, EWD s. u. Neurose, Duden s. u. Neurose; Son.: vgl. nndl. neurose, Sb., Neurose; frz. névrose, F., Neurose; nschw. neuros, Sb., Neurose; nnorw. neurose, nevrose, M., Neurose; poln. neuroza, F., Neurose; kymr. niwrosis, M., Neurose; nir. néaróis, F., Neurose; lit. neurozė, F., Neurose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine hauptsächlich durch unverarbeitete Erlebnisse entstandene psychische Störung höherer Lebewesen (Nervenerkrankung) die sich auch in körperlichen Funktionsstörungen äußern kann; BM.: Sehne; F.: Neurose, Neurosen+FW; Z.: Neu-r-os-e
$Neurotiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Neurotiker, an einer Neurose leidender Mensch; E.: s. Neuro(se), s. t, s. ik. s. (er) (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Neurose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Neuro(se) und t und ik sowie er gebildete Bezeichnung für einen an einer Neurose leidenden Menschen; F.: Neurotiker, Neurotikers, Neurotikern+FW(+EW); Z.: Neu-r-ot-ik-er
$neurotisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. neurotisch, Neurose betreffend; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Neurot(iker), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Neurose; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Neurot(iker) und isch gebildete Bezeichnung für Neurose betreffend; F.: neurotisch, neurotische, neurotisches, neurotischem, neurotischen, neurotischer(, neurotischere, neurotischeres, neurotischerem, neurotischeren, neurotischerer, neurotischst, neurotischste, neurotischstes, neurotischstem, neurotischsten, neurotischster)+FW+EW; Z.: neu-r-ot-isch
neutral, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. neutral, unbeteiligt, unparteiisch; ne. neutral; Vw.: -; Hw.: s. Neutralität, neutralisieren, Neutrum; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. neutrālis; E.: s. lat. neutrālis, Adj., neutral, sächlich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. neuter, Pron., keiner von beiden, kein Geschlecht habend; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. uter (2), Pron., welcher von beiden, welcher, wer immer von beiden; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. neutral, DW 13, 688, EWD s. u. neutral, Duden s. u. neutral; Son.: vgl. nndl. neutraal, Adj., neutral; frz. neutre, Adj., neutral; nschw. neutral, Adj., neutral; nnorw. nøytral, Adj., neutral; poln. neutralny, Adj., neutral; kymr. niwtral, Adj., neutral; nir. neodrach, Adj., neutral; lit. neutralus, Adj., neutral; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches keiner Partei angehörend; BM.: nicht, wer; F.: neutral, neutrale, neutrales, neutralem, neutralen, neutraler(, neutralere, neutraleres, neutralerem, neutraleren, neutralerer, neutralst, neutralste, neutralstes, neutralstem, neutralsten, neutralster)+FW(+EW); Z.: ne-ut-r-al
$Neutralisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Neutralisation, Neutralmachung; E.: s. neutralis(ieren), s. ation; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. neutral; GB.: seit um 1800 belegte und aus neutralis(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für Neutralmachung; F.: Neutralisation, Neutralisationen+FW; Z.: Ne-ut-r-al-is-at-io-n
neutralisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. neutralisieren, aufheben, neutral machen, unwirksam machen; ne. neutralize, neuter; Vw.: -; Hw.: s. neutral, Neutralität; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. neutraliser; E.: s. frz. neutraliser, V., neutralisieren; vgl. frz. neutre, Adj., neutral; lat. neutrālis, Adj., neutral, sächlich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. neuter, Pron., keiner von beiden, kein Geschlecht habend; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. uter (2), Pron., welcher von beiden, welcher, wer immer von beiden; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. neutral, fehlt DW, EWD s. u. neutral, Duden s. u. neutralisieren; Son.: vgl. nndl. neutraliseren, V., neutralisieren; frz. neutraliser, V., neutralisieren; nschw. neutralisera, V., neutralisieren; nnorw. nøytralisere, V., neutralisieren; poln. neutralizować, V., neutralisieren; kymr. niwtraleiddio, V., neutralisieren; lit. neutralizuoti, V., neutralisieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches eine Wirkung von etwas durch etwas anderes aufheben oder unwirksam machen; BM.: nicht, wer; F.: neutralisieren, neutralisiere, neutralisierst, neutralisiert, neutralisierest, neutralisieret, neutralisierte, neutralisiertest, neutralisierten, neutralisiertet, ##neutralisiert, neutralisierte, neutralisiertes, neutralisiertem, neutralisierten, neutralisierter##, neutralisierend, ###neutralisierend, neutralisierende, neutralisierendes, neutralisierendem, neutralisierenden, neutralisierender###, neutralisier(!)+FW(+EW); Z.: ne-ut-r-al-is-ier-en
Neutralität, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Neutralität, Nichteinmischung, Unparteilichkeit; ne. neutrality; Vw.: -; Hw.: s. neutral, neutralisieren; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. mlat. neutrālitās; E.: s. mlat. neutrālitās, F., Neutralität; vgl. lat. neutrālis, Adj., neutral, sächlich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. neuter, Pron., keiner von beiden, kein Geschlecht habend; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. uter (2), Pron., welcher von beiden, welcher, wer immer von beiden; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. neutral, DW 13, 688, EWD s. u. neutral, Duden s. u. Neutralität; Son.: vgl. nndl. neutraliteit, Sb., Neutralität; frz. neutralité, F., Neutralität; nschw. neutralitet, Sb., Neutralität; nnorw. nøytralitet, M., Neutralität; poln. neutralność, F., Neutralität; kymr. niwtraledd, M., Neutralität; nir. neotracht, F., Neutralität; lit. neutralitetas, M., Neutralität; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Nichteinmischung unter Menschen oder eine menschliche Unparteilichkeit; BM.: nicht, wer; F.: Neutralität+FW(+EW); Z.: Ne-ut-r-al-it-ät
Neutron, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Neutron, Elementarteilchen ohne elektrische Ladung; ne. neutron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1932; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. neuter, Pron., keiner von beiden, kein Geschlecht habend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. uter (2), Pron., welcher von beiden, welcher, wer immer von beiden; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Neutron, fehlt DW, EWD s. u. Neutron, Duden s. u. Neutron; Son.: vgl. nndl. neutron, Sb., Neutron; frz. neutron, M., Neutron; nschw. neutron, Sb., Neutron; nnorw. nøytron, N., Neutron; poln. neutron, M., Neutron; kymr. niwtron, M., Neutron; nir. neodrón, M., Neutron; lit. neutronas, M., Neutron; GB.: nach 1932 aus lat. neuter gebildete Bezeichnung für das 1932 von dem Physiker James Chadwick (1891-1974) entdeckte Elementarteilchen ohne elektrische Ladung; BM.: nicht, wer; F.: Neutron, Neutrons, Neutronen+FW(+EW); Z.: Ne-ut-r-on
Neutrum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Neutrum, sächliches Geschlecht; ne. neuter (N.); Vw.: -; Hw.: s. neutral; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. neutrum; E.: s. mlat. neutrum, Adv., entweder ... oder, (nach 1323); vgl. lat. neuter, Pron., keiner von beiden, kein Geschlecht habend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. uter (2), Pron., welcher von beiden, welcher, wer immer von beiden; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Neutrum, fehlt DW, EWD s. u. Neutrum, Duden s. u. Neutrum; Son.: vgl. nndl. neutrum, Sb., Neutrum; frz. neutre, M., Neutrum; nnorw. neutrum, N., Neutrum; nnorw. nøytrum, N., Neutrum; nir. neodrach, Sb., Neutrum; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das (grammatikalische) sächliche Geschlecht wie beispielsweise das Kind oder es; BM.: nicht, wer; F.: Neutrum, Neutrums, Neutra, Neutren+FW(+EW); Z.: Ne-ut-r-um
Nexus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nexus, Verbindung, Zusammensetzung, Verflechtung; ne. nexus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. nexus; E.: s. lat. nexus, M., Zusammenknüpfen, Zusammenschlingen, Umschlingung, Windung, Schuldverpflichtung, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. nectere, V., knüpfen, binden, anknüpfen, anbinden; idg. *ned- (1), V., drehen, knoten, knüpfen, Pokorny 758 (1286/13) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nexus, fehlt DW, Duden s. u. Nexus; Son.: vgl. nschw. nexus, Sb., Nexus; nnorw. neksus, M., Nexus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Verbindung oder Zusammensetzung oder Verflechtung; BM.: knüpfen; F.: Nexus+FW; Z.: Nex-us
nibbeln, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. nibbeln, Bleche schneiden; ne. nibble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. nibble; E.: s. ne. nibble, V., knabbern; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen oder Mittelniederländischen; L.: Kluge s. u. nibbeln, Duden s. u. nibbeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen oder Mittelniederländischen kommende Bezeichnung für durch Ausstanzen kleiner Stücke Bleche trennen; BM.: knabbern; F.: nibbeln, nibbel (!), nibble, nibbelst, nibbelt, nibbelte, nibbeltest, nibbelten, nibbeltet, genibbelt, ##genibbelt, genibbelte, genibbeltes, genibbeltem, genibbelten, genibbelter##, nibbelnd, ###nibbelnd, nibbelnde, nibbelndes, nibbelndem, nibbelnden, nibbelnder###, nibbel (!) +FW(+EW); Z.: nibb-el-n
nibeln, nebeln, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. nibeln, nebeln, nebelig sein (V.), neblicht sein (V.), mit Nebel erfüllen; ne. drizzle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nebel; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nibelen, nebelen, sw. V., „nebeln“, nebelig machen, nebelig sein (V.), nebelig werden; mnd. nēvelen, sw. V., „nebeln“, neblig sein (V.); s. mhd. nibelen, sw. V., nebeln, ahd. nibulen*, sw. V. (1a), verdunkeln, vernebeln, sich verfinstern; s. germ. *nibula, *nibulaz, *nebula, *nebulaz, st. M. (a), Nebel; idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: DW 13, 485 (nebeln), Duden s. u. nibeln; GB.: (nibulen) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches fein regnen; BM.: Wolke; F.: nibeln, nibel (!), nible (!), nibele (!), nibelst, nibelt, nibelte, nibeltest, nibelten, nibeltet, genibelt, ##genibelt, genibelte, genibeltes, genibeltem, genibelten, genibelter##, nibelnd, ###nibelnd, nibelnde, nibelndes, nibelndem, nibelnden, nibelnder###, nibel (!)+EW; Z.: nib-el-n
nicht, nhd., Pron., Adv., Partikel, (8. Jh.): nhd. nicht, eine Verneinung (das negtive icht); ne. not; Vw.: s. Vergissmein -; Hw.: s. nichts; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. niht, st. N., Pron., Adv., nicht irgend etwas, nicht, nein; mnd. nicht (1), nichit, nich, ni, nichte, nīt, Adv., nicht, nichts, nicht im geringsten; mnl. niet, Indef.-Pron., nichts, nicht; ahd. niowiht*, nieht, niht, niwiht*, Indef.-Pron., Adv., st. N. (a), nicht, nichts, nichtig, kein, nicht nur, Nichts; as. neowiht*, Adv., Indef.-Pron., nichts, nicht; anfrk. niewiht, niet, Indef.-Pron., nicht, nichts, nichtig; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); germ. *wihti-, *wihtiz, *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Wesen, Sache, Ding; idg. *u̯ekti-, Sb., Sache, Ding, Pokorny 1136; s. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); vgl. idg. *u̯eg-?, *u̯eig-?, Sb., Sache?; L.: Kluge 1. A. s. u. nicht, Kluge s. u. nicht, DW 13, 690, EWD s. u. nicht, EWAhd 6, 1009, Duden s. u. nicht, Bluhme s. u. nicht; Son.: vgl. afries. nāwet, nōwet, nāt, nēt, Pron., nichts, nicht; ae. nāwiht, Adv., nicht; got. ni waiht, N., nichts; nndl. niet, Adv., nicht; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische in Bestandteilen erschließbare Bezeichnung für eine Verneinung (das negative icht); BM.: keine Sache; F.: nicht+EW; Z.: n-ich-t
Nichte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nichte, Niftel, Tochter eines Geschwisters; ne. niece; Vw.: -; Hw.: s. Niftel; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. nichte (1), F., Nichte, Brudertochter, Schwestertochter, Enkelin, Base (F.) (1), weibliche Verwandte; mnl. nichte, nifte, F., Nichte; mhd. niftele, sw. F., Schwestertochter, Nichte, Mutterschwester, Verwandte (F.); mhd. niftel, nuftel, nihte, st. F., Niftel, Nichte, Tante, Kusine (mütterlicherseits), Verwandte (F.), nahe weibliche Verwandte, Base (F.) (1); mnd. niftele, niftel, F., Nichte, Brudertochter, Schwestertochter, weibliche Verwandte, Base (F.) (1), Enkelin; mnl. nichte, nifte, F., Nichte; ahd. niftila*, sw. F. (n), Nichte, Mutterschwester, Geschwisterkind, Enkelin, Verwandte (F.); ahd. nift, st. F. (i), Nichte, Geschwisterkind, Enkelin, Verwandte (F.); germ. *nefti-, *neftiz, st. F. (i), Nachkomme, Verwandte; s. idg. *neptī-, *neptiə-, *neptíh₂-, M., F., Abkömmling, Enkelin, Nichte, Pokorny 764; L.: Kluge 1. A. s. u. Nichte, Kluge s. u. Nichte, EWD s. u. Nichte, DW 13, 713?, DW 13, 845 (Niftel), EWAhd 6, 949, Duden s. u. Nichte, Bluhme s. u. Nichte; Son.: vgl. afries. nift, st. F. (i), Nichte; saterl. nichte, F., Nichte; ae. nift, st. F. (ō), Nichte, Enkelin, Stieftochter; an. nipt, st. F. (i), nahe Verwandte (F.), Schwestertochter, Nichte; nndl. nicht, Sb., Nichte; ai. naitpi-, F., Nichte; lat. neptis, F., Enkelin, Nichte, Base, Verwandte (F.); air. necht, F., Nichte; alit. nepte, F., Nichte; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Tochter eines Bruders oder einer Schwester; BM.: Abkömmling; F.: Nichte, Nichten+EW; Z.: Nicht-e
$nichtig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. nichtig; E.: s. nicht, s. ig; L.: Kluge s. u. nicht, DW 13, 715, EWD s. u. nicht; GB.: seit 15. Jh. belegte und (vielleicht unter Einfluss des Lateinischen) aus nicht und ig gebildete Bezeichnung für nicht entstanden und deswegen auch nicht bestehend; F.: nichtig, nichtige, nichtiges, nichtigem, nichtigen, nichtiger+EW; Z.: n-ich-t-ig
$Nichtigkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Nichtigkeit, Nichtigsein, Nichtbestehen, Belanglosigkeit; E.: s. nichtig, s. heit, s. keit; L.: DW 13, 716, EWD s. u. nicht; GB.: (nihticheit*) seit vor 1350 belegte und (vielleicht unter Einfluss des Lateinischen) aus nichtig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Nichtigsein oder Nichtbestehen oder auch für Belanglosigkeit oder Kleinigkeit; F.: Nichtigkeit, Nichtigkeiten+EW; Z.: N-ich-t-ig—kei-t
$Nichtraucher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nichtraucher; E.: s. nicht, s. Raucher; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rauch; GB.: seit 19. Jh. belegte und in Gegensatz zu dem Raucher gebildete Bezeichnung für den ursprünglich seit Entstehung des Menschen bis etwa vor 12000 Jahren selbverständlichen Zustand des Nichtrauchens von Tabak; F.: Nichtraucher, Nichtrauchers, Nichtrauchern+EW; Z.: N-ich-t-rau-ch-er
nichts, nhd., Pron., (13. Jh.): nhd. nichts, nicht (irgend)(etwa)s; ne. nothing, none; Vw.: -; Hw.: s. nicht; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. nihtes (1), nihts, nihsnit, niutsniut, niutsiut, nutzit, nutzwert, nutznut, nuschet, Indef.-Pron., nichts, nicht irgend etwas, etwas, nicht, nein; mnd. nichtes (2), nichts, nits, (subst. Adv.=)N., Nichts, nichts; ahd. niowiht*, nieht, niht, niwiht*, Indef.-Pron., Adv., st. N. (a), nicht, nichts, nichtig, kein, nicht nur, Nichts; as. neowiht*, Adv., Indef.-Pron., nichts, nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); germ. *wihti-, *wihtiz, *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Wesen, Sache, Ding; idg. *u̯ekti-, Sb., Sache, Ding, Pokorny 1136; s. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); vgl. idg. *u̯eg-?, *u̯eig-?, Sb., Sache?; L.: Kluge 1. A. s. u. nichts, Kluge s. u. nichts, DW 13, 718, EWD s. u. nicht, Duden s. u. nichts; Son.: vgl. nndl. niets, Pron., nichts; nndl. niks, Pron., nichts; GB.: vielleicht seit dem 13. Jh. belegte und aus nicht und etwas gebildete Bezeichnung für nicht (irgendetwa)s; BM.: keine Sache; F.: nichts+EW; Z.: n-ich-t-s
$nichtsdestoweniger, nhd., Konj., (15. Jh.): nhd. nichtsdestoweniger, dessenungeachtet, trotzdem; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. nichts, s. desto, s. weniger; L.: EWD s. u. nicht(, DW 13,727); GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und (vielleicht nach lat. nihilōminus) aus nichts und desto sowie weniger gebildete Bezeichnung für dessenungeachtet oder trotzdem; F.: nichtsdestoweniger+EW; Z.: n-ich-t-s—de-st-o—we-n-ig-er
$Nichtsnutz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Nichtsnutz, Taugenichts, für nichts wertvoller Mensch; E.: s. nichts, s. nutz(e); L.: DW 13, 729, EWD s. u. nütze; GB.: seit 1482 belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen aus nichts und nutz(e) gebildete Bezeichnung für einen Taugenichts oder für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen für nichts wertvollen Menschen; F.: Nichtsnutz, Nichtsnutzes, Nichtsnutze, Nichtsnutzen+EW; Z.: N-ich-t-s—nutz
$nichtswürdig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. nichtswürdig, gemein, wertlos; E.: s. nichts, s. würdig; L.: DW 13, 731, EWD s. u. nicht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nichts und würdig gebildete Bezeichnung für gemein oder wertlos; F.: nichtswürdig, nichtswürdige, nichtswürdiges, nichtswürdigem, nichtswürdigen, nichtswürdiger(, nichtswürdigere, nichtswürdigeres, nichtswürdigerem, nichtswürdigeren, nichtswürdigerer, nichtswürdigst, nichtswürdigste, nichtswürdigstes, nichtswürdigstem, nichtswürdigsten, nichtswürdigster)+EW; Z.: n-ich-t-s—wür-d-ig
Nickel, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Nickel, ein Metall; ne. nickel (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1754; I.: Lw. nschw. nickel; E.: s. nschw. nickel, Sb., Nickel; Abkürzung von kopparnickel, Sb., Kupfernickel; der Bestandteil Nickel kommt von einer Schreckgestalt die am Vorabend des Nikolaustags die Kinder besucht; L.: Kluge 1. A. s. u. Nickel, Kluge s. u. Nickel, EWD s. u. Nickel, Duden s. u. Nickel, Bluhme s. u. Nickel; Son.: vgl. nndl. nikkel, Sb., Nickel; frz. nickel, M., Nickel; nnorw. nikkel, M., Nickel; poln. nikiel, M., Nickel; kymr. nicel, M., Nickel; nir. nicil, F., Nickel; lit. nikelis, M., Nickel; GB.: seit nach 1754 belegte und aus dem Neuschwedischen aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches silberweiß glänzendes und vor allem aus nickelhaltigem Eisenerz gewinnbares und in der Erdkruste 0,008 Prozent ausmachenden sowie in erster Linie in dem Erdkern enthaltenes Schwermetall (chemisches Element Nr. 28, abgekürzt Ni) das vor allem Für die Herstellung von Edelstahl und Batterien sowie Legierungen und Schmuck verwendetwird; BM.: PN nach einer zu Nikolaus gebildeten Schreckgestalt Nickel; F.: Nickel, Nickels+EW; Z.: Nick-el
nicken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. nicken, niederdrücken, sich neigen, eine nickende Bewegung machen, den Kopf aufbewegen und abbewegen; ne. nod (V.); Vw.: -; Hw.: s. Genick, neigen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nicken, sw. V., beugen, sich neigen; mnd. nicken (1), sw. V., nicken, vornüberbeugen, niedersinken, niederbewegen, blinzeln, winken; mnl. nicken, sw. V., bücken, knien, beugen, sich beugen; nicken, winken; ahd. nikken*, nicken*, sw. V. (1a), beugen, nicken, unterwerfen, niederbeugen, niederstrecken, zuerkennen, zusagen; vgl. ahd. nīgan, st. V. (1a), sich neigen vor, verbeugen, niederbücken, sich niederwerfen; germ. *hneigwan, st. V., sich neigen; idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. nicken, Kluge s. u. nicken, DW 13, 735, EWD s. u. nicken 1, EWAhd 6, 959, Duden s. u. nicken, Bluhme s. u. nicken; Son.: vgl. nndl. knikken, V., nicken; nschw. nicka, V., nicken; nnorw. nikke, V., nicken; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie teilweise für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches den Kopf aufbewegen und abbewegen; BM.: neigen; F.: nicken, nicke, nickst, nickt, nickest, nicket, nickte, nicktest, nickten, nicktet, genickt, ##genickt, genickte, genicktes, genicktem, genickten, genickter##, nickend, ###nickend, nickende, nickendes, nickendem, nickenden, nickender###, nick (!)+EW; Z.: nick-en
$Nickerchen, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Nickerchen, Schläfchen, Schlummerchen; E.: s. nick(en), s. er, s. chen; L.: Kluge s. u. nicken, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus mhd. nück(en) und er (Suff.) sowie chen gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches leichtes Schlummerchen; F.: Nickerchen, Nickerchens+EW; Z.: Nick-er-chen
Nicki, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nicki, ein Pullover; ne. plush pullover; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1950-1960; E.: von dem PN Nikolaus; lat. Nīcolāus, M.=PN, Nikolaus; gr. Νικόλαος (Nikólaos), M.=PN, Nikolaus; vgl. gr. νικᾶν (nikan), V., siegen, besiegen; idg. *nēik-, *nīk-, *nik-, V., anfallen, streiten, beginnen, Pokorny 761? (1296/23) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ., balt., slaw.?); gr. λαός (laós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Nicki, Duden s. u. Nicki; GB.: seit 1950-1960 belegte und aus einer Koseform (Nicki) des PN Nikolaus gebildete Bezeichnung für einen leichten und hemdähnlichen aus plüschartigem Baumwollmaterial hergestellten Pullover; BM.: PN Nikolaus; F.: Nicki, Nickis+EW; Z.: Nick-i
nie, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. nie, niemals, zu keiner Zeit; ne. never; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. nie, Adv., nie; mnd. nē, nī, ny, nie, nǖ, nu, nue, nuy, nei, nuͤ, Adv., nie, niemals; mnl. nie, Adv., nie, niemals, nicht; ahd. nio, Adv., Konj., nie, niemals, keineswegs, nicht, durchaus nicht, und nicht, damit nicht, dass nicht; as. neo, nio, nia, Adv., nie; anfrk. nie, Adv., nie, niemals; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. nie, Kluge s. u. nie, DW 13, 738, EWD s. u. nie, EWAhd 6, 961, Duden s. u. nie, Bluhme s. u. nie; Son.. vgl. afries. nā, nei, Adv., nie, nicht; ae. nā, nō, Adv., nie, nicht nein; an. nei, Adv., nein; got. ni aiw, Adv., niemals; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für niemals oder zu keiner Zeit; BM.: nicht, je; F.: nie+EW; Z.: n-ie
$nied, nhd. (ält.), Präp., Adv., (8. Jh.?): nhd. nied, unter, nieder; E.: s. germ. *niþai, Adv., nieder, unter; vgl. idg. *ni-, *nei-, Präp., Adj., in, nieder; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 312; L.: Kluge 1. A. s. u. nied, DW 13, 741; GB.: (nida) vielleicht seit 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches unter oder nieder; F.: nied+EW; Z.: nie-d
nieden, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. nieden, von unten, unten; ne. down here; Vw.: -; Hw.: s. nieder; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. niden, Adv., nieden, unten; mhd. nidene, Adv., „nieden“, unten, nach unten, hernieder, hinunter; mnd. nēden (3), nedden, niden, Adv., „nieden“, unten, an der Unterseite, unterhalb; mnd. nēdene, neddene, Adv., unten, an der Unterseite, unterhalb; mnl. nedene, Adv., unten, hinunter, nieden; ahd. nidana, Adv., unten, unterhalb; as. nithana, Adv., von unten; anfrk. nithana, Adv., unten; germ. *niþanō, Adv., von unten; germ. *niþanō, Adv., von unten; vgl. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., in, nieder; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. nieden, Kluge s. u. nieden, DW 13, 742, EWAhd 6, 933, Falk/Torp 297; Son.: vgl. afries. -; ae. niþan, Adv., nieden, unten, von unten; an. neðan, Adv., von unten her; got. -; GB.: (nidana) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches von unten oder unten; BM.: in; F.: nieden+EW; Z.: nie-d-en
nieder, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. nieder, hinunter, zu Boden geneigt; ne. nether, down (Adv.); Vw.: -; Hw.: s. nieden; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nider, Adv., hinab, hinunter, herunter, nieder; mhd. nidere (2), Adv., nieder, niedrig, unterhalb; mnd. nēder (1), nider, nedder, Adv., nieder, abwärts, unten, niederwärts; mnl. neder, Adv., Präp., nieder; ahd. nidaro*, Adv., nieder, tief, darunter; ahd. nidar, Präp., Adv., Präf., unter, nieder, abwärts, unten, nach unten, herab; as. nithar, nither, Adv., Suff., herab, nieder; anfrk. nither..., Präf., nieder...; germ. *niþra, Adv., nieder; s. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., in, nieder; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. nieder, Kluge s. u. nieder, DW 13, 743, EWD s. u. nieder, EWAhd 6, 941, Falk/Torp 297, Duden s. u. nieder, Bluhme s. u. nieder; Son.: vgl. afries. nither, nether, nethre, Präf., nieder...; ae. niþer, neþer, neoþer, Adv., unten; an. niðr (2), Adv., nieder, abwärts; got. -; nndl. neder, Adv., nieder; nschw. ned, Adv., nieder, nnorw. ned, Adv., nieder; ai. ní, Adv., nieder; ksl. nizi, Adv., hinab, hinunter; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches hinunter oder zu Boden geneigt; BM.: in; F.: nieder+EW; Z.: nie-d-er
$niederdeutsch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. niederdeutsch; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. nieder, s. deutsch; L.: DW 13, 752, EWD s. u. nieder; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus nieder und deutsch gebildete Bezeichnung für in dem nieder gelegenen nördlichen Deutschland nördlich der Mittelgebirge (entwickelten und) verwendetes deutsch; F.: niederdeutsch, niederdeutsche, niederdeutsches, niederdeutschem, niederdeutschen, niederdeutscher+EW; Z.: nie-d-er—deu-t-sch
$niederkommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. niederkommen, gebären; E.: s. nieder, s. kommen; L.: Kluge s. u. niederkommen, EWD s. u. kommen; GB.: (nidarkweman*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus nieder und kommen gebildete Bezeichnung für herunterkommen und auch gebären; F.: niederkommen, komme nieder, kommst nieder, kommt nieder, kommest nieder, kommet nieder, kam nieder, kamst nieder, kamen nieder, kamt nieder, käme nieder, kämest nieder, kämen nieder, kämet nieder, niedergekommen, ##niedergekommen, niedergekommene, niedergekommenes, niedergekommenem, niedergekommenen, niedergekommener##, niederkommend, ###niederkommend, niederkommende, niederkommendes, niederkommendem, niederkommenden, niederkommender###, niederzukommen, ####niederzukommen, niederzukommend, niederzukommende, niederzukommendes, niederzukommendem, niederzukommenden, niederzukommender####, komm (!) nieder +EW; Z.: nie-d-er—ko-m-m-en
$niederknüppeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. niederknüppeln, mit einem Knüppel niederschlagen; E.: s. nieder, s. knüppeln; L.: Kluge s. u. Knüppel, fehlt DW, EWD s. u. Knüppel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus nieder und knüppeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Knüppel niederschlagen; F.: niederknüppeln, knüppel (!) nieder, knüpple nieder, knüppele nieder, knüppelst nieder, knüppelt nieder, knüppeln nieder, knüppelte nieder, knüppeltest nieder, knüppelten nieder, knüppeltet nieder, niedergeknüppelt, ##niedergeknüppelt, niedergeknüppelte, niedergeknüppeltes, niedergeknüppeltem, niedergeknüppelten, niedergeknüppelter##, niederknüppelnd, ###niederknüppelnd, niederknüppelnde, niederknüppelndes, niederknüppelndem, niederknüppelnden, niederknüppelnder###, niederzuknüppeln, ####niederzuknüppeln, niederzuknüppelnd, niederzuknüppelnde, niederzuknüppelndes, niederzuknüppelndem, niederzuknüppelnden, niederzuknüppelnder####, knüppel (!) nieder+EW; Z.: nie-d-er—knü-p-p-el-n
$Niederkunft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Niederkunft, Geburt, Entbindung; E.: s. nieder, s. kunft; L.: Kluge s. u. niederkommen, DW 13, 769, EWD s. u. kommen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nieder und kunft gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Geburt eines höheren Lebewesens (oder die Entbindung der schwangeren Frau); F.: Niederkunft, Niederkünfte, Niederkünften+EW; Z.: Nie-d-er—kun-f-t
$Niederlage, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Niederlage, Unterliegen, Niederlassung; E.: s. nieder, s. Lage; L.: EWD s. u. legen; GB.: (niderlāge) seit 1275-1300 belegte und aus nieder und Lage gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Niederlegen oder Unterliegen in Gegensatz zu einem Sieg sowie auch eine Niederlassung eines Unternehmens; F.: Niederlage, Niederlagen+EW; Z.: Nie-d-er—lag-e
$niederlassen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. niederlassen, sinken lassen; E.: s. nieder, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, DW 13, 772, EWD s. u. lassen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus nieder und lassen gebildete Bezeichnung für sinken lassen; F.: niederlassen, lasse nieder, lässt nieder, lasst nieder, lassen nieder, lassest nieder, lasset nieder, ließ nieder, ließest nieder, ließt (!) nieder, ließen nieder, ließet nieder, niedergelassen, ##niedergelassen, niedergelassene, niedergelassenes, niedergelassenem, niedergelassenen, niedergelassener##, niederlassend, ###niederlassend, niederlassende, niederlassendes, niederlassendem, niederlassenden, niederlassender###, niederzulassen, ####niederzulassen, niederzulassend, niederzulassende, niederzulassendes, niederzulassendem, niederzulassenden, niederzulassender####, lass (!) nieder+EW; Z.: nie-d-er—la-ss-en
$Niederlassung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Niederlassung, Niederlassen, Standort; E.: s. niederlass(en), s. ung; L.: EWD s. u. lassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus niederlass(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches Niederlassen oder einen Standort; F.: Niederlassung, Niederlassungen+EW; Z.: Nie-d-er—la-ss-ung
$niederlegen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. niederlegen, hinlegen, nach unten legen, nach unten beugen, vernichten; E.: s. nieder, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 13, 774, EWD s. u. legen; GB.: (nidarleggen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus nieder und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinlegen oder nach unten legen oder beugen oder vernichten; F.: niederlegen, lege nieder, legst nieder, legt nieder, legen nieder, legest nieder, leget nieder, legte nieder, legtest nieder, legten nieder, legtet nieder, niedergelegt, ##niedergelegt, niedergelegte, niedergelegtes, niedergelegtem, niedergelegten, niedergelegter##, niederlegend, ###niederlegend, niederlegende, niederlegendes, niederlegendem, niederlegenden, niederlegender###, niederzulegen, ####niederzulegen, niederzulegend, niederzulegendes, niederzulegendem, niederzulegenden, niederzulegender####, leg (!) nieder+EW; Z.: nie-d-er—leg-en
$niedermetzeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. niedermetzeln, schlachten, töten; E.: s. nieder, s. metzeln; L.: Kluge s. u. metzeln, DW 13, 780, EWD s. u. metzeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nieder und metzeln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung erforderlicher Werkzeuge mögliches metzelnd niederhauen oder schlachten oder töten; F.: niedermetzeln, metzel (!) nieder, metzle nieder, metzelst nieder, metzelt nieder, metzeln nieder, metzelte nieder, metzeltest nieder, metzelten nieder, metzeltet nieder, niedergemetzelt, ##niedergemetzelt, niedergemetzelte, niedergemetzeltes, niedergemetzeltem, niedergemetzelten, niedergemetzelter##, niedermetzelnd, ###niedermetzelnd, niedermetzelnde, niedermetzelndes, niedermetzelndem, niedermetzelnden, niedermetzelnder###, niederzumetzeln, ####niederzumetzeln, niederzumetzelnd, niederzumetzelnde, niederzumetzelndes, niederzumetzelndem, niederzumetzelnden, niederzumetzelnder####+EW(+FW); Z.: nie-d-er—metz-el-n
$niederringen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. niederringen, nach unten ringen, besiegen; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. nieder, s. ringen; L.: DW 13, 784, EWD s. u. ringen 2; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus nieder und ringen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nach unten ringen oder besiegen; F.: niederringen, ringe (!) nieder, ringst nieder, ringt nieder, ringen (!) nieder, ringest nieder, ringet nieder, rang (!) nieder, rangst nieder, rangen nieder, rangt nieder, ränge (!) nieder, rängest nieder, rängen nieder, ränget nieder, niedergerungen, ##niedergerungen, niedergerungene, niedergerungenes, niedergerungenem, niedergerungenen, niedergerungener##, niederringend, ###niederringend, niederringende, niederringendes, niederringendem, niederringenden, niederringender###, niederzuringen, ####niederzuringen, niederzuringend, niederzuringende, niederzuringendes, niederzuringendem, niederzuringenden, niederzuringender####, ring (!) nieder+EW; Z.: nie-d-er—ri-ng-en
$niederstrecken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. niederstrecken, niederbeugen, niederschlagen; E.: s. nieder, s. strecken; L.: Kluge s. u. strecken, DW 13, 801, EWD s. u. strecken; GB.: seit 810-817 belegte und vielleicht nach lat. prosternere aus nieder und strecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches niederbeugen oder niederschlagen; F.: niederstrecken, strecke (!) nieder, streckst nieder, streckt nieder, strecken (!) nieder, streckest nieder, strecket nieder, streckte nieder, strecktest nieder, streckten nieder, strecktet nieder, niedergestreckt, ##niedergestreckt, niedergestreckte, niedergestrecktes, niedergestrecktem, niedergestreckten, niedergestreckter##, niederstreckend, ###niederstreckend, niederstreckende, niederstreckendes, niederstreckendem, niederstreckenden, niederstreckender###, niederzustrecken, ####niederzustrecken, niederzustreckend, niederzustreckende, niederzustreckendes, niederzustreckendem, niederzustreckenden, niederzustreckender####, streck (!) nieder+EW; Z.: nie-d-er—stre-ck-en
$Niedertracht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Niedertracht, Niedrigkeit, Bosheit, Gemeinheit; E.: s. nieder, s. Tracht; L.: Kluge s. u. niederträchtig, DW 13, 805, EWD s. u. nieder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nieder und Tracht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Bosheit oder Gemeinheit; F.: Niedertracht, Niedertrachten+EW; Z.: Nie-d-er—trach-t
$niederträchtig, nhd., Adj., Adv., (13. Jh.): nhd. niederträchtig, böse, gemein; E.: s. Niedertracht, s. ig; L.: Kluge s. u. niederträchtig, DW 13,809, EWD s. u. nieder; GB.: seit 1267-1317 belegte und aus Niedertracht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches böse oder gemein; F.: niederträchtig, niederträchtige, niederträchtiges, niederträchtigem, niederträchtigen, niederträchtiger(, niederträchtigere, niederträchtigeres, niederträchtigerem, niederträchtigeren, niederträchtigerer, niederträchtigst, niederträchtigste, niederträchtigstes, niederträchtigstem, niederträchtigsten, niederträchtigster)+EW; Z.: nie-d-er-träch-t-ig
$Niederung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Niederung, Verdammung, Verurteilung, tief gelegenes Gebiet; E.: s. nieder(n), s. ung; L.: Kluge s. u. Niederung, DW 13,810, EWD s. u. nieder; GB.: seit um 830 belegte und vielleicht nach lat. damnatio aus nieder(n) und ung gebildete Bezeichnung für Verdammung oder Verurteilung oder später auch ein tief gelegenes Gebiet; F.: Niederung, Niederungen+EW; Z.: Nie-d-er-ung
niedlich, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. niedlich, klein und hübsch, süß, nett; ne. cute; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. nietlich, Adj., niedlich, verlangend, angenehm; aus dem Niederdeutschen; s. as. niudlīko*, Adv., eifrig, sorgfältig; germ. *neuda-, *neudaz, st. M. (a), Drang, Verlangen; s. idg. *neu- (2), *néh₂u-, V., bewegen, stoßen, rücken, nicken, winken, Pokorny 767 (1308/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. niedlich, Kluge s. u. niedlich, DW 13, 816, EWD s. u. niedlich, Duden s. u. niedlich, Bluhme s. u. niedlich; Son.: vgl. ae. níedlic, *néodlic, Adj., eifrig, ernsthaft; nnorw. nydelig, Adj., niedlich; GB.: (nietlich) seit um 1331 belegte (Adverb zwölfhundertzwanzig-zwölfhundertdreißig) Bezeichnung für (aus Sicht von Menschen) wohl schon früher mögliches klein und hübsch oder süß oder nett; BM.: bewegen, gleich; F.: niedlich, niedliche, niedliches, niedlichem, niedlichen, niedlicher (, niedlichere, niedlicheres, niedlicherem, niedlicheren, niedlicherer, niedlichst, niedlichste, niedlichstes, niedlichstem, niedlichsten, niedlichster, nietlich, nietliche, nietliches, nietlichem, nietlichen, nietlicher, nietlichere, nietlicheres, nietlicherem, nietlicheren, nietlicherer, nietlichst, nietlichste, nietlichstes, nietlichstem, nietlichsten, nietlichster)+EW; Z.: nie-d-lich
$Niedlichkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Niedlichkeit, Kleinheit und Hübschheit; E.: s. niedlich, s. keit, s. heit; L.: DW 13, 817, EWD s. u. niedlich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus niedlich und keit gebildete Bezeichnung für (aus Sicht von Menschen) schon früher mögliche Kleinheit und Hübschheit; F.: Niedlichkeit, Niedlichkeiten+EW; Z.: Nie-d-lich—kei-t
$niedrig, niederig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. niedrig, unten befindlich, gering; E.: s. nieder(e), s. ig, L.: Kluge s. u. nieder, EWD s. u. nieder; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nied(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches unten befindlich oder gering; F.: niedrig, niedrige, niedriges, niedrigem, niedrigen, niedriger(, niedrigere, niedrigeres, niedrigerem, niedrigeren, niedrigerer, niedrigst, niedrigste, niedrigstes, niedrigstem, niedrigsten, niedrigster)+EW; Z.: nie-d-r-ig
$niedrigen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. niedrigen, niedrig machen, gering machen; Vw.: s. er-; E. s. niedrig, s. en (Suff.); L.: DW 13, 820, EWD s. u. nieder; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus niedrig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches niedrig machen oder gering machen; F.: niedrigen (!), niedrige (!), niedrigst (!), niedrigt, niedrigest, niedriget, niedrigte, niedrigtest, niedrigten, niedrigtet, geniedrigt, ##geniedrigt, geniedrigte, geniedrigtes, geniedrigtem, geniedrigten, geniedrigter##, niedrigend, ###niedrigend, niedrigende, niedrigendes, niedrigendem, niedrigenden, niedrigender###, niedrig (!)+EW; Z.: nie-d-r-ig-en
$niemals, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. niemals, nie; E.: s. nie, s. mal, s. s; L.: DW 13, 824, EWD s. u. nie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nie und mal sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nie; F.: niemals+EW; Z.: nie—mal-s
niemand, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. niemand, nicht einer, keiner; ne. nobody; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. nieman, niemen, niemant, nīman, nēman, nēmen, niemt, niempt, Indef.-Pron., niemand, keiner; mnd. nēmant, nēman, neimant, nēment, nēmet, nēmid, neiment, Pron., niemand, keiner; mnl. nieman, niemant, Indef.-Pron., niemand, keiner; ahd. nioman, Pron., niemand, keiner; as. nioman, Indef.-Prof., niemand; anfrk. nieman, Indef.-Pron., niemand, keiner; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. niemand, Mann, Kluge s. u. niemand, DW 13, 824, EWD s. u. nie, EWAhd 6, 962, Duden s. u. niemand; Son.: vgl. afries. nammon, nemman, nemmen, nemmand, nemant, Pron., niemand; nndl. niemand, Pron., niemand; GB.: seit um 765 belegte und aus ni(cht) und (je)mand gebildete Bezeichnung (Pronomen) für nicht einen (Betroffenen); BM.: kein Mann; F.: niemand, niemandes, niemands, niemandem, niemanden+EW; Z.: n-ie-man-d
Niere, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Niere, ein Körperorgan höherer Lebewesen für die Bildung und Ausscheidung des Harnes; ne. kidney; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. niere, sw. M., Niere, Lende; mhd. nier, st. M., Niere, Lende; mnd. nēre (1), neyre, nīre, nyere, sw. F., Niere; mnl. niere, nier, F., Niere; ahd. nioro*, sw. M. (n), Niere, Lende, Hode, Hoden; as. -; anfrk. -; germ. *neurō-, *neurōn, *neura-, *neuran, sw. N. (n), Niere; s. idg. *negᵘ̯ʰrós, Sb., Niere, Hode; vgl. idg. *engᵘ̯-, Sb., Geschwulst, Leistengegend, Pokorny 319 (466/47) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Niere, Kluge s. u. Niere, DW 13, 831, EWD s. u. Niere, EWAhd 6, 964, Falk/Torp 289, Duden s. u. Niere, Bluhme s. u. Niere; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. nȳra, sw. N. (n), Niere; aschwed. niure, N.?, Niere; got. -; nndl. nier, Sb., Niere; nschw. njure, Sb., Niere; nnorw. nyre, M., F., Niere; gr. νεφρός (nephrós), M., Niere; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein paarig auftretendes bei höheren Lebewesen bohnenförmiges hinten in der oberen Bauchhöhle gelegenes Organ für die Bildung und Ausscheidung des Harnes; BM.: Leistengegend; F.: Niere, Nieren+EW; Z.: Nie-r-e
nieseln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. nieseln, leicht regnen; ne. drizzle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. nieseln, DW 13, 835, EWD s. u. nieseln, Duden s. u. nieseln, Bluhme s. u. nieseln; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches in kleinen Tröpfchen leicht regnen; BM.: ?; F.: nieseln, niesel (!), niesle (!), nieselst, nieselt, nieselte, nieseltest, nieselten, nieseltet, genieselt, ##genieselt, genieselte, genieseltes, genieseltem, genieselten, genieselter##, nieselnd, ###nieselnd, nieselnde, nieselndes, nieselndem, nieselnden, nieselnder###, niesel (!)+EW; Z.: nies-el-n
$Nieselregen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nieselregen; E.: s. niesel(n), s. Regen (M.); L.: fehlt DW, EWD s. u. nieseln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus niesel(n) und Regen (M.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen leichten Regen (M.); F.: Nieselregen, Nieselregens+EW; Z.: Nies-el—reg-en
niesen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. niesen; ne. sneeze (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. niesen, st. V., niesen; mnd. nēsen (2), neisen?, st. V., niesen; mnl. niesen, sw. V., niesen; ahd. niosan*, st. V. (2b), niesen; as. *hniosan?, st. V. (2b), niesen; anfrk. -; germ. *hneusan, st. V., niesen; idg. *pneu-, *pneh₁u-, *pnuh₁-, V., keuchen, atmen, Pokorny 838 (1448/90) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. niesen, Kluge s. u. niesen, DW 13, 835, EWD s. u. niesen, EWAhd 6, 967, Falk/Torp 100, Seebold 269, Duden s. u. niesen, Bluhme s. u. niesen; Son.: vgl. afries. -; ae. hnora, sw. M. (n), Niesen; an. hnjōsa, st. V. (2), niesen, blasen; got. -; nndl. niezen, V., niesen; nschw. nysa, V., niesen; nnorw. nyse, V., niesen; gr. πνεῖν (pnein), V., wehen, keuchen, atmen, riechen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches grundsätzlich unwillkürlich die Luft zusammen meist mit etwas Feuchtigkeit ruckartig und mit einem lauten Geräusch durch Nase und Mund ausstoßen; BM.: keuchen bzw. atmen; F.: niesen (!), niese, niest, niesest, nieset, nieste, niestest, niesten, niestet, geniest, ##geniest, genieste, geniestes, geniestem, geniesten, geniester##, niesend, ###niesend, niesende, niesendes, niesendem, niesenden, niesender###, nies (!)+EW; Z.: nie-s-en
Nießbrauch, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Nießbrauch; ne. usufruct; Vw.: -; Hw.: s. genießen, nießen, Nutzen; Q.: Bern 1496; I.: Lüs. lat. usus fructus; E.: s. nutzen, Brauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Nieszbrauch, Kluge s. u. Nießbrauch, DW 13, 838 (Nieszbrauch), EWD s. u. genießen, Duden s. u. Nießbrauch; GB.: seit 1496 belegte und nach lat. ususfructus als Lehnübersetzung aus nieß(en) und Brauch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes grundsätzlich lebenslanges Nutzungsrecht (Gebrauch mit Fruchtgenuss ohne Recht auf Umgestaltung oder wesentliche Veränderung) an Grundstücken und Wertpapieren und Kapitalbeteiligungen sowie Unternehmen; BM.: greifen, schneiden?; F.: Nießbrauch, Nießbrauchs, Nießbrauches+EW; Z.: Nieß—brau-ch
nießen, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.): nhd. nießen, genießen; ne. enjoy (V.), relish (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. Nießbrauch, Nutzen, Genosse?; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. niezen (1), niezzen, st. V., nießen, innehaben, sich zu Nutze machen, gebrauchen, benutzen, genießen, sich erfreuen an, erleben, erfahren (V.), in den Genuss kommen von; mnd. nēten, st. V., genießen, sich; mnl. nieten, V., genießen; ahd. niozan, st. V. (2b), nutzen, genießen, gebrauchen; as. niotan, neotan, st. V. (2b), genießen, benutzen, sich erfreuen; anfrk. nietan*, nieton, st. V. (2), genießen, nutzen, besitzen; germ. *neutan, st. V., einfangen, genießen, nutzen; idg. *neud-?, V., greifen, nutzen, ergreifen, Pokorny 768? (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: DW 13, 838 (nieszen), EWAhd 6, 976, Falk/Torp 299, Seebold 361, Duden s. u. nießen, Bluhme s. u. geniessen; Son.: vgl. afries. niāta, st. V. (2), genießen; ae. néotan, st. V. (2), genießen, gebrauchen; an. njōta, st. V. (2), genießen, benutzen; got. niutan, st. V. (2), treffen, erreichen, einer Sache froh sein (V.); nschw. njuta, V., genießen; nnorw. nyte, V., genießen; GB.: (niozan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches mit Freude auf sich wirken lassen; BM.: greifen; F.: nießen, nieße, nießt, nießest, nießet, noss (!), nossest (!), nosst (!), nossen (!), nosset (!), nösse, nössest (!), nössen (!), nösset (!), genossen, ##genossen, genossene, genossenes, genossenem, genossener, genossener##, nießend, ###nießend, nießende, nießendes, nießendem, nießenden, nießender###, nieß (!)+EW; Z.: nieß-en
$Nießnutz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nießnutz, Nießbrauch; E.: s. nieß(en), s. nutz(en); L.: EWD s. u. genießen, fehlt DW, fehlt DRW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus nieß(en) und Nutz oder nutz(en) gebildete Bezeichnung für Nießbrauch; F.: Nießnutz, Nießnutzes, Nießnutze, Nießnutzen+EW; Z.: Nieß—nutz
$Nießung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Nießung, Nutznießung, Nießbrauch; Vw.: s. Nutz-; E.: s. nieß(en), s. ung; L.: DW 13, 841 (Nieszung), DRW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus nieß(en) und ung gebildete Bezeichnung für Nutznießung oder Nießbrauch; F.: Nießung, Nießungen+EW; Son.: DRW Erstbeleg Hagenau vierzehnhundertunddreiundsechzig; Z.: Nieß-ung
$Nieswurz, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Nieswurz, Christrose, Schneerose, Lenzrose; E.: s. nies(en), s. wurz; L.: Kluge s. u. Nieswurz, DW 13, 837, EWD s. u. niesen; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus nies(en) und Wurz gebildete Bezeichnung für eine auch Christrose oder Schneerose oder Lenzrose genannte und von Europa bis Asien verbreite kleine stark giftige und früher in dem getrockneten Wurzelstock als Niespulver verwendete Blume der Hahnenfußgewächse F.: Nieswurz, Nieswurzen+EW; Z.: Nie-s—wurz
Niete (1), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Niete (F.) (1), Nagel, Stift (M.); ne. rivet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Virginal Dietrichs Abenteuer von Albrecht von Kemenaten); E.: mhd. niete (1), sw. M., sw. F., Niete, Nagel; mhd. niet (4), st. M., st. F., Niet, Nagel, Nietnagel, Bolzen (M.); mnd. nēt (3), M., F., Niet, Stift (M.), Nagel zum Vernieten; aus dem Althochdeutschen, s. ahd. biniotan, st. V. (2b)?, germ. *hneudan, st. V., stoßen, hämmern, nieten; vgl. idg. *kenu-, *kneu-, V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 562; idg. *ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny schaben, reiben, Pokorny 561?; idg. *ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben?, Pokorny 559 (868/100) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Niet, Kluge s. u. Niete 1, DW 13, 841, EWD s. u. Niete 1, Duden s. u. Niete, Bluhme s. u. Niete 1; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte Bezeichnung für einen von Menschen seit der Verwendung von Metall entwickelten und seit rund 2500 v.Chr. verwendeten Metallbolzen oder Nagel oder Stift (M.) mit verdicktem Ende zu einem Verbinden von Metallstücken; BM.: kratzen; F.: Niete, Nieten+EW; Z.: Nie-t-e
Niete (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Niete (F.) (2), schlechtes Los; ne. blank (N.), wimp (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nndl. niet; E.: s. nndl. niet, Sb., Niete (F.) (2), Nichts; vgl. nndl. niet, Adv., nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); germ. *wihti-, *wihtiz, *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Wesen, Sache, Ding; idg. *u̯ekti-, Sb., Sache, Ding, Pokorny 1136; s. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); vgl. idg. *u̯eg-?, *u̯eig-?, Sb., Sache?; L.: Kluge 1. A. s. u. Niete, Kluge s. u. Niete 2, Niete 2, DW 13, 842, Duden s. u. Niete, Bluhme s. u. Niete 2; Son.: vgl. nschw. nit, Sb., Niete (F.) (2); nnorw. nite, M., Niete (F.) (2); GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nicht gewinnenden Loses oder für Nichts; BM.: keine Sache; F.: Niete, Nieten+EW?; Z.: N-ie-t-e
$nieten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. nieten; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. Niet(e), s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Niete 1, DW 13,842; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Niet(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit rund 2500 v. Chr. entwickeltes und verwendetes mit einer Niete versehen (V.); F.: nieten (!), niete (!), nietest, nietet, nietete, nietetest, nieteten, nietetet, genietet, ##genietet, genietete, genietetes, genietetem, genieteten, genieteter##, nietend, ###nietend, nietende, nietendes, nietendem, nietenden, nietender###, niet (!)+EW; Z.: nie-t-en
Niftel, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Niftel, Nichte; ne. niece; Vw.: -; Hw.: s. Nichte; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. niftele, sw. F., Schwestertochter, Nichte, Mutterschwester, Verwandte (F.); mhd. niftel, nuftel, nihte, st. F., Niftel, Nichte, Tante, Kusine (mütterlicherseits), Verwandte (F.), nahe weibliche Verwandte, Base (F.) (1); mnd. niftele, niftel, F., Nichte, Brudertochter, Schwestertochter, weibliche Verwandte, Base (F.) (1), Enkelin; mnl. nichtele, F., Nichte; ahd. niftila*, sw. F. (n), Nichte, Mutterschwester, Geschwisterkind, Enkelin, Verwandte (F.); ahd. nift, st. F. (i), Nichte, Geschwisterkind, Enkelin, Verwandte (F.); as. -; anfrk. -; germ. *nefti-, *neftiz, st. F. (i), Nachkomme, Verwandte; s. idg. *neptī-, *neptiə-, *neptíh₂-, M., F., Abkömmling, Enkelin, Nichte, Pokorny 764; L.: Kluge 1. A. s. u. Niftel, Nichte, Kluge s. u. Niftel, DW 13, 845, EWAhd 6, 952; Son.: vgl. afries. nift, st. F. (i), Nichte; saterl. nichte, F., Nichte; ae. nift, st. F. (ō), Nichte, Enkelin, Stieftochter; an. nipt, st. F. (i), nahe Verwandte (F.), Schwestertochter, Nichte; got. -; ai. naitpi-, F., Nichte; lat. neptis, F., Enkelin, Nichte, Base, Verwandte (F.); alit. nepte, F., Nichte; GB.: (niftila) seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Tochter eines Bruders oder einer Schwester; BM.: Abkömmling; F.: Niftel, Nifteln+EW; Z.: Nift-el
Nigromantie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Nigromantie, schwarze Kunst, Magie, Zauberei; ne. necromancy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. nigromanzīe, nigromanzī, st. F., Nigromantie, schwarze Kunst, Zauberei; mnd. nigromancie, nigromantīe, F., schwarze Kunst, Teufelsbeschwörung; mfrz. nigromancie, F., schwarze Kunst; lat. negromantīa, F., Hervorrufen der Toten, Befragen der Toten, Totenbeschwörung, (2. Jh. n. Chr.); gr. νεκρομαντεία (nekromanteía), F., Hervorrufen der Toten, Befragen der Toten, Totenbeschwörung; vgl. gr. νεκρός (nekros), M., Toter, Leichnam; idg. *nek̑-, V., Sb., vergehen, verschwinden, töten, Vernichtung, Tod, Pokorny 762 (1297/24) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); gr. μαντεύεσθαι (manteúesthai), V., sich weissagen lassen, das Orakel befragen; vgl. gr. μάντις (mántis), M., F., Seher, Seherin, Wahrsager, Wahrsagerin; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Nigromantie; Son.: vgl. nndl. necromantie, Sb., Nigromantie; frz. nécromancie, F., Nigromantie; nschw. negromanti, Sb., Nigromantie; nnorw. nekromanti, M., Nigromantie; poln. nekromancja, F., Nigromantie; kymr. nigromans, M., Nigromantie; lett. nekromantika, F., Nigromatie; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Mittelfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen auf Grund ihrer Vorstellung betriebene und rational fragwürdige schwarze Kunst oder Magie oder Zauberei; BM.: vergehen, weissagen; F.: Nigromantie+FW(+EW); Z.: Nig-r-o-man-t-ie
Nihilismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nihilismus, eine Weltanschauung; ne. nihilism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1786; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. nihil, Adv., nichts, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. nē, Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. hīlum, M., Geringes, Geringstes; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Nihilismus, fehlt DW, EWD s. u. Nihilismus, Duden s. u. Nihilismus; Son.: vgl. nndl. nihilisme, Sb., Nihilismus; frz. nihilisme, M., Nihilismus; nschw. nihilism, Sb., Nihilismus; nnorw. nihilisme, M., Nihilismus; poln. nihilizm, M., Nihilismus; kymr. nihiliaeth, F., Nihilismus; nir. nihileachas, M., Nihilismus; lit. nihilizmas, M., Nihilismus; GB.: seit 1786 belegte und aus lat. nihil und ismus gebildete Bezeichnung für die von Menschen einschließlich der Bolschewisten entwickelte und vertretene Weltanschauung von der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit aller Werte und allen Seins; BM.: nicht, Geringes; F.: Nihilismus+FW(+EW); Z.: Ni-hil-ism-us
$Nihilist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nihilist; E.: s. frz. nihiliste; I.: Lw. frz. nihiliste; L.: DW 13, 845, EWD s. u. Nihilismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus lat. nihil und ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger der seit 1786 von Menschen vertretenen Weltanschauung des Nihilismus wie beispielsweise Sören Kierkegaard oder Friedrich Nietzsche oder Jean-Paul Sartre; F.: Nihilist, Nihilisten+FW(+EW); Z.: Ni-hil-ist
Nihonium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Nihonium, ein chemisches Element; ne. nihonium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2016; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Nihon (Japan) (ein japanisches Forschungsinstitut durfte das Element benennen); Son.: vgl. nndl. nihonium, Sb., Nihonium; frz. nihonium, M., Nihonium; nschw. nihonium, N., Nihonium; nnorw. nihonium, N., Nihonium; kymr. nihoniwm, M., Nihonium; nir. niohóiniam, M., Nihonium; poln. nihon, M., Nihonium; lit. nihonis, M., Nihonium; GB.: seit 2016 belegte und von Forschern nach Japan benannte und aus dem Japanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein 2003 durch den Beschuss von Americium mit Kalzium erzeugtes (entdecktes) und von Menschen künstlich hergestelltes zu der Borgruppe gehörendes superschweres radioaktives chemisches Element mit einer maximalen Halbwertszeit von etwa zehn Sekunden und ohne praktische oder technische Anwendung (chemisches Element Nr. 113, abgekürzt Nh); BM.: Nihonium, Nihoniums+FW; Z.: Nihon-i-um
Nikotin, Nicotin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Nikotin, Nicotin, ein Nervengift; ne. nicotine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. nicotine; E.: s. frz. nicotine, F., Nikotin; vgl. frz. nicotiane, F., Tabakpflanze; von dem PN Jean Nicot (1530-1604); L.: Kluge s. u. Nikotin, fehlt DW, EWD s. u. Nikotin, Duden s. u. Nikotin; Son.: vgl. nndl. nicotine, Sb., Nikotin; nschw. nikotin, Sb., N., Nikotin; nnorw. nikotin, M., N., Nikotin; poln. nikotyna, F., Nikotin; kymr. nicotin, M., Nikotin; nir. nicitín, M., Nikotin; lit. nikotinas, M., Nikotin; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen besonders in der Tabakpflanze enthaltenen öligen und farblosen sehr giftigen Stoff; BM.: von dem PN Jean Nicot der als französischer Gesandter in Portugal Tabaksamen mit der Beschreibung der Heilwirkung des Tabaks an den Hof des Königs von Frankreich sandte; F.: Nikotin, Nikotins, Nicotin, Nicotins+FW; Z.: Nikot-in
Nille, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Nille, Penis, männliches Geschlechtsglied; ne. penis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht von mhd. nel, st. M., Spitze, Scheitel; ahd. nel, hnel, st. M. (a?), Gipfel, Spitze; germ. *hnella, *hnellaz, st. M. (a), Spitze, Gipfel; s. idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Nille, fehlt DW, Duden s. u. Nille; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das männliche Geschlechtsglied; BM.: Spitze?; F.: Nille, Nillen+EW?; Z.: Nill-e
Nimbus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nimbus, besonderes Ansehen, Strahlenglanz; ne. nimbus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. nimbus; E.: s. lat. nimbus, Regenguss, Sturzregen, Platzregen, Regenschauer, Heiligenschein, strahlender Glanz, (220-130 v. Chr.); idg. *nembʰ, Adj., Sb., feucht, Wasser, Regen (M.), Pokorny 316; s. idg. *enebʰ- (2), *nebʰelā, *nébʰelh₂-, Sb., Nebel, Wolke, Pokorny 315 (462/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Nimbus, fehlt DW, EWD s. u. Nimbus, Duden s. u. Nimbus; Son.: vgl. nndl. nimbus, Sb., Nimbus; frz. nimbe, M., Nimbus; nschw. nimbus, Sb., Nimbus, nnorw. nimbus, M., Nimbus; poln. nimb, M., Nimbus; lit. nimbas, M., Nimbus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsverlagerung aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für besonderes Ansehen; BM.: Nebel; F.: Nimbus, Nimbusse, Nimbussen+FW; Z.: Nimb-us
nimmer, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. nimmer, verneintes immer, nie, niemals, zu keiner Zeit stattfindend; ne. never; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. niemēr, Adv., nicht mehr, nicht wieder, nicht länger, keineswegs; mnd. nümmer, numer, number, nimmer, nimber, nummert, Adv., nimmer, nie, niemals, zu keiner Zeit, niemals wieder, nie mehr; mnl. niemeer, nemmer, nember, nemmere, nimmer, Adv., nie, niemals, nie wieder; ahd. niomēr, Adv., niemals, nie mehr, nie, nicht mehr; as.? niemēr, Adv., niemals; anfrk. niemēr, Adv., nie, niemals, nie wieder; vgl. ahd. nio, Adv., Konj., nie, niemals, keineswegs, nicht, durchaus nicht, und nicht; ahd. ni, Konj., Negationspartikel, nein, nicht, dass nicht, und nicht, aber nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. io, Adv., immer, je, stets, jemals, einmal, auch immer, immer weiter, zu jeder Zeit, für immer, schon immer, immerfort; germ. *aiw-, Adv., je; s. idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); ahd. mēr, N. (indekl.), Adj., mehr, größere, bessere, weitere, stärkere, schnellere, zahlreichere, fernere, liebere; germ. *maizōn, *maizōn, *maiza-, *maizan, Adj., mehr, größere; idg. *mēi̯es, *məi̯es, *məis, Adj., größer, mehr, Pokorny 704; vgl. idg. *mē- (4), *mō-, *meh₂-, Adj., groß, ansehnlich, Pokorny 704 (1167/32) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. nimmer, Kluge s. u. nimmer, DW 13, 845, EWD s. u. nie, EWAhd 6, 962, Duden s. u. nimmer, Bluhme s. u. nimmer; Son.: vgl. afries. anmmer, nemmer, nimmer, Adv., nie, niemals; ae. nā mā, Adv., nie, niemals; nndl. nimmer, Adv., nie, niemals; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nie oder niemals oder nimmer oder zu keiner Zeit stattfindend; BM.: nie, nicht, mehr; F.: nimmer+EW; Z.: ni-m-me-r
$nimmermehr, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. nimmermehr, nie, niemals, nimmer, zu keiner Zeit mehr stattfindend; E.: s. nimmer, s. mehr; L.: Kluge 1. A. s. u. nimmer, DW 13, 849; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus nimmer und mehr gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nie oder niemals oder nimmer oder zu keiner Zeit mehr stattfindend F.: nimmermehr+EW; Z.: ni-m-me-r-meh-r
$Nimmersatt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nimmersatt, niemals satter Mensch, Vielfraß; E.: s. nimmer, s. satt; L.: DW 13, 850 nimmersatt (Adj.), EWD s. u. nie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus nimmer und satt gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen (angeblich) niemals satten Menschen oder einen Vielfraß; F.: Nimmersatt, Nimmersattes, Nimmersatts, Nimmersatte, Nimmersatten+EW; Son.: älter bei Notker (getrennt) niomêr sat; Z.: ni-m-me-r—sa-t-t
Niob, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Niob, ein Metall; ne. niobium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von gr. Νιόβη (Nióbē), F.=PN, Niobe; weitere Herkunft unklar?; L.: Duden s. u. Niob; Son.: vgl. nndl. niobium, Sb., Niob; frz. niobium, M., Niob; nschw. niob, N., Niob; nnorw. niob, N., Niob; kymr. niobiwm, M., Niob; nir. niaibiam, M., Niob; poln. niob, M., Niob; lit. niobis, M., Niob; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus einem PN des Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches 1801 entdecktes hellgraues glänzendes gut formbares und zu Härtungen und damit Legierungen verwendbares und in Brasilien und Kanada und in Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo und Uganda und in Australien und den Vereinigten Staaten von Amerika abgebautes Übergangsmetall der Vanadiumgruppe (chemisches Element Nr. 41, abgekürzt Nb); BM.: PN; F.: Niob, Niobs+FW(+EW); Z.: Niob-i-um
nipfen, nhd. (dial.), sw. V.: nhd. nipfen; Vw.: s. nippen
Nippel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nippel, kurzes Anschlussstück, Brustwarze; ne. nipple; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. nipple; E.: s. ne. nipple, N., Brustwarze, kurzes Anschlußstück; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu ae. nėbb, nėb, st. N. (ja), Schnabel, Nase, Gesicht, Farbe; germ. *nabja-, *nabjam, st. N. (a), Schnabel, Nase; L.: Kluge s. u. Nippel, fehlt DW, EWD s. u. Nippel, Duden s. u. Nippel, Bluhme s. u. Nippflut; Son.: vgl. nndl. nippel, Sb., Nippel; nschw. nippel, Sb., Nippel; nnorw. nippel, M., Nippel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein kurzes Stück Rohr mit Gewinde zu einem Verbinden von Rohren und für die Brustwarze (von Frauen); BM.: Schnabel?; F.: Nippel, Nippels, Nippeln+FW(+EW); Z.: Nipp-el
nippen, nipfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. nippen, nipfen, einen kleinen Schluck trinken; ne. nip (V.), sip (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. nippen, sw. V., nippen; nndl. nippen, V., nippen; vielleicht von mnd. *nīpen? (1), V., kneifen, bedrängen; vgl. mnd. knīpen (1), st. V., kneifen, klemmen, abkneifen, herauskneifen, einklemmen; germ. *kneipan, *knīpan, st. V., kneifen, idg. *gneibʰ-, V., kneifen; vgl. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. nippen, Kluge s. u. nippen, DW 13, 852, EWD s. u. nippen, Duden s. u. nippen; Son.: vgl. nndl. nippen, V., nippen; nnorw. nippe, V., nippen; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches einen kleinen Schluck trinken; BM.: kneifen?; F.: nippen, nippe, nippst, nippt, nippest, nippet, nippte, nipptest, nippten, nipptet, genippt, ##genippt, genippte, genipptes, genipptem, genippten, genippter##, nippend, ###nippend, nippende, nippendes, nippendem, nippenden, nippender###, nipp(!), nipfen, nipfe, nipfst, nipft, nipfest, nipfet, nipfte, nipftest, nipften, nipftet, genipft, ##genipft, genipfte, genipftes, genipftem, genipften, genipfter###, nipfend, ###nipfend, nipfende, nipfendes, nipfendem, nipfenden, nipfender###, nipf (!)+EW; Z.: ni-p-p-en
Nippes, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Nippes, Ziergegenstände; ne. trinkets; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. nippes; E.: s. frz. nippes, Sb. Pl., Nippes; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Nippsache, Kluge s. u. Nippes, fehlt DW, EWD s. u. Nippes, Duden s. u. Nippes, Bluhme s. u. Nippsache; Son.: vgl. nschw. nipper, Sb. Pl., Nippes; nnow. nips, M., Nippes; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für kleine von Menschen sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums als Zierde gesammelte und verwendete Gegenstände; BM.: ?; F.: Nippes+FW; Z.: Nipp-es
$nirgend, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. nirgend, nicht näher bestimmbar, überhaupt, nur; E.: s. n, s. irgend; L.: Kluge 1. A. s. u. nirgend, DW 13, 853, EWD s. u. irgend; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus n und irgend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches nicht näher bestimmbar oder überhaupt oder nur; F.: nirgend+EW; Z.: n-i-rg-end
$nirgends, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. nirgends, nirgendwo, nicht näher bestimmbar, an keiner Stelle, überhaupt, nur; E.: s. nirgend, s. s; L.: DW 13, 854, EWD s. u. irgend; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus nirgend und s gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches nirgendwo oder an keiner Stelle oder an keinem Orte; F.: nirgends+EW; Z.: n-i-rg-end-s
…nis, nhd., Sb.., (8. Jh.): nhd. ...nis; ne. ?; Vw.: s. Fahr-, Gedächt-, Gefäng-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. *nis, Suff.; mnd. nis, Suff.; mnd. nisse, nis, Suff.; s. ahd. nissi, Suff., ...nis; as. nėssi, Suff.; anfrk. -nussi, st. N. (ja), Suff., ...nis; germ. *-assuz, Suff., ...is; vgl. idg. *-tu-, Suff.; L.: Kluge s. u. -nis, Duden s. u. -nis, EWAhd 6, 905; Son.: vgl. afries. *-nisse, st. F. (jō), ...nis; ae. -nėss, -nės, -niss, -nis, -nyss, -nys, Suff., st. F. (jō); an. -; got. *-assus?, Suff. M.; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von vielfältigen teils abstrakten und teils konkreten Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...nis, ...nisses, ...nisse, ...nissen+EW; Z.: -nis
Nische, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Nische, muschelartige Wandvertiefung, Blende zu Aufstellung von etwas; ne. niche; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400 (Marienlieder aus dem 14. Jh.); I.: Lw. frz. niche; E.: s. frz. niche, F., Nische; s. afrz. nichier, niegier, V., Nest bauen, hausen, Gamillscheg 1, 646b; gallo-rom. *nīdicara, V., Nest bauen; lat. nīdus, M., Nest, junge Vögel im Nest, Wohnsitz, Schrank, Winkel, Becher; idg. *nizdos, Sb., Nest, Pokorny 769, 887; L.: Kluge s. u. Nische, DW 13, 855, EWD s. u. Nische, Duden s. u. Nische, Bluhme s. u. Nische; Son.: s. mhd. nische, sw. F., Nische; vgl. nndl. nis, Sb., Nische; nschw. nisch, Sb., Nische; nnorw. nisje, M., Nische; lit. niša, F., Nische; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche muschelartige Vertiefung in einer Wand oder eine Blende; BM.: Nest; F.: Nische, Nischen+FW(+EW); Z.: Nisch-e
Niss, Nisse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Niss, Nisse, Lausei; ne. nit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nizze, sw. F., Nisse, Lausei; mhd. niz, st. F., Lausei, Nisse; mnd. nit (1), Sb., Nisse, Lausei; mnl. neet, F., Nisse, Lausei; ahd. niz, st. F. (i), Niss, Nisse, Lausei; as. -; anfrk. -; germ. *hnit, *hnitō, st. F. (ō), Niss, Nisse, Lausei; idg. *knid-, *k̑nid-, Sb., Laus, Niss, Nisse, Pokorny 608 (945/177) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nisz, Kluge s. u. Niss, DW 13, 860 (Nisz), EWD s. u. Nisse, EWAhd 6, 1012, Falk/Torp 98, Duden s. u. Nisse, Bluhme s. u. Nisse; Son.: vgl. afries. -; ae. hnitu, F. (kons.), Niss, Nisse, Lausei; an. nit, st. F. (i?), Lausei; got. -; nndl. neet, Sb., Niss, Nisse; arm. anic, Sb., Niss, Nisse, Lausei, Laus; gr. κονίς (konís), F., Niss, Nisse, Lausei; alb. thëni, Sb., Nisse; air. sned, F., Niss, Nisse; mkymr. nedd, Sb., Niss, Nisse; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das an den Haaren eines Wirtstiers oder Menschen festgeklebte Ei einer sachlich wohl schon vormenschlichen Laus; BM.: ?; F.: Niss, Nisse, Nissen+EW; Z.: Niss
nisten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. nisten, ein Nest bauen, ein Nest bewohnen, in einem Nest brüten; ne. nest (V.), nestle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nest; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. nisten, sw. V., nisten, ein Nest bauen; mnd. nesten, sw. V., nisten, Nest machen, einnisten, festsetzen, in seinem Nest oder Haus hocken, niederlassen; mnl. nesten, nisten, sw. V., ein Nest bauen, nisten; ahd. nisten*, sw. V. (1a), nisten, wohnen; as. -; anfrk. -; germ. *nestjan (1), *nistjan, sw. V., nisten, Nest bauen; s. idg. *nizdos, Sb., Nest, Pokorny 769, 887; vgl. idg. *ni-, *nei- (3), Präp., Adj., nieder, Pokorny, 312; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. nisteln, Duden s. u. nisten, DW 13, 858, EWD s. u. nisten, Nest, EWAhd 6, 982, Duden s. u. nisten, Bluhme s. u. nisten; Son.: vgl. afries. -; ae. nistan, sw. V. (1), nisten; an. -; got. -; nndl. nestelen, V., nisten; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschliches weltweit verbreitetes ein Nest bauen oder ein Nest bewohnen oder in einem Nest brüten; BM.: nieder, sitzen; F.: nisten, niste (!), nistest, nistet, nistete, nistetest, nisteten, nistetet, genistet, ##genistet, genistete, genistetes, genistetem, genisteten, genisteter##, nistend, ###nistend, nistende, nistendes, nistendem, nistenden, nistender###, nist (!)+EW; Z.: ni-st-en
Nitrat, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Nitrat, ein Salz der Salpetersäure; ne. nitrate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. nitrum, N., Laugensalz, Natron, Soda, (81-43 v. Chr.); gr. νίτρον (nítron), N., Natrium; aus altägypt. ntr, ntrj, Sb., Natron; L.: fehlt DW, Duden s. u. Nitrat; Son.: vgl. nndl. nitraat, Sb., Nitrat; frz. nitrate, M., Nitrat; nschw. nitrat, N., Nitrat; nnorw. nitrat, N., Nitrat; kymr. nitrad, M., Nitrat; nir. níotráit, F., Nitrat; lit. nitratas, M., Nitrat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Ägyptischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein Salz der Salpetersäure; BM.: Lauge; F.: Nitrat, Nitrates, Nitrats, Nitrate, Nitraten+FW(+EW); Z.: Nitr-at
$Nitro…, nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. Nitro…, Salpeter…; E.: s. Nitrat; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nitro-; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Salpeterverbindungen; F.: Nitro…; Z.: Nitr-o-
Niveau, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Niveau, Ebene; ne. level (N.); Vw.: -; Hw.: s. nivellieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. niveau; E.: s. frz. niveau, M., Niveau; vgl. afrz. livel, nivel, Sb., Wasserwaage; früh-rom. *libellum, N., Wasserwaage; lat. lībella, F., Wäglein, Pfennig, Heller, Bleiwaage, Setzwaage; lat. lībra, F., Waage, Pfund, Gewogenes, Gleichgewicht; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Niveau, fehlt DW, EWD s. u. Niveau, Duden s. u. Niveau; Son.: vgl. nndl. niveau, Sb., Niveau; nschw. nivå, Sb., Niveau; nnorw. nivå, N., Niveau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem erschließbaren Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche und in der Vorstellung des Menschen mögliche waagerechte ebene Fläche in bestimmter Höhe; BM.: Waage; F.: Niveau, Niveaus+FW; Z.: Niv-eau
nivellieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. nivellieren, ausgleichen, Unterschiede durch Ausgleichung aufheben; ne. level (V.); Vw.: -; Hw.: s. Niveau; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. niveler; E.: s. frz. niveler, V., mit der Wasserwaage abmessen, nivellieren; vgl. afrz. livel, nivel, Sb., Wasserwaage; früh-rom. *libellum, N., Wasserwaage; lat. lībella, F., Wäglein, Pfennig, Heller, Bleiwaage, Setzwaage; lat. lībra, F., Waage, Pfund, Gewogenes, Gleichgewicht; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. nivellieren, fehlt DW, EWD s. u. Niveau, Duden s. u. nivellieren; Son.: vgl. nndl. nivelleren, V., nivellieren; nschw. nivellera, V., nivellieren; nnorw. nivellere, V., nivellieren; poln. niwelować, V., nivellieren; lit. niveliuoti, V., nivellieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Unterschiede durch Ausgleichung aufheben; BM.: Waage; F.: nivellieren, nivelliere, nivellierst, nivelliert, nivellierest, nivellieret, nivellierte, nivelliertest, nivellierten, nivelliertet, ##nivelliert, nivellierte, nivelliertes, nivelliertem, nivellierten, nivellierter##, nivellierend, ###nivellierend, nivellierende, nivellierendes, nivellierendem, nivellierenden, nivellierender###, nivellier+FW(+EW); Z.: nivel-l-ier-en
Nix, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Nix, Wassergeist; ne. merman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. nickes, nickus, st. N., Wassergeist, Nix, Krokodil; mnd. nix (2), nixe?, M.?, N.?, Nix, Wassergeist; mnd. necker, M., Wasserelf, Nix; mnl. nicker, M., Wassergeist, Wasserelf; ahd. nihhus, nichus, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Nix, Flussungeheuer, Wassergeist, Krokodil; as. -; anfrk. -; germ. *nikwis, nikwisi, Sb., Nixe, Wassergeist; vgl. idg. *neigᵘ̯-, V., waschen, Pokorny 761 (1294/21) (RB. idg. ind., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nix, Kluge s. u. Nix, DW 13, 861, EWD s. u. Nix, Falk/ EWAhd 6, 956, Torp 297, Duden s. u. Nix, Bluhme s. u. Nixe; Son.: vgl. afries. -; ae. nicor, M., Wassergeist, Flusspferd, Walross; an. nykr (1), M., Wasserdämon, Nilpferd; got. -; nndl. nikker, Sb., Nix; nschw. näck, Sb., Wassergeist; ai. nenikté, V., wäscht sich; gr. νίζειν (nízein), V., waschen, abwaschen; lat. noegēum, N., Schweißtuch; air. nigid, V., waschen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen sowie Nixe verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen vielleicht schon seit dem Altertum bestehenden männlichen Wassergeist; BM.: waschen; F.: Nix, Nixes, Nixe, Nixen+EW; Z.: Nix
$Nixe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Nixe; E.: s. Nix; L.: Kluge 1. A. s. u. Nix, Kluge s. u. Nixe, DW 13, 861, EWD s. u. Nix; GB.: (nikkessa*) seit um 1000 belegte und mit Nix verbindbare Bezeichnung für einen in der menschlichen Vorstellung vielleicht schon seit dem Altertum bestehenden weiblichen Wassergeist; F.: Nixe, Nixen+EW; Z.: Nix-e
nobel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. nobel, vornehm, adelig, edel; ne. noble (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. noble; E.: s. frz. noble, Adj., adlig, vornehm; lat. nōbilis, Adj., kennbar, kenntlich, bekannt, merklich, sichtbar, berühmt, namhaft, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *g̑enətlo-, *g̑nōtlo-, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. nobel, DW 13, 862, EWD s. u. nobel, Duden s. u. nobel; Son.: s. mnd. nōbel (1), Adj., nobel, vornehm; vgl. nndl. nobel, Adj., nobel; nschw. nobel, Adj., nobel; nnorw. nobel, Adj., nobel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vornehm oder adelig oder edel; BM.: kennen; F.: nobel, noble, nobles, noblem, noblen, nobler(, noblere, nobleres, noblerem, nobleren, noblerer, nobelst, nobelste, nobelstes, nobelstem, nobelsten, nobelster)+FW(+EW); Z.: no-b-el
Nobelium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nobelium, ein Metall; ne. nobelium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: aus dem PN Alfred Nobel (1833-1896) und ium (Suff.) gebildet; L.: Duden s. u. Nobelium; Son.: vgl. nndl. nobelium, Sb., Nobelium; frz. nobélium, M., Nobelium; nnorw. nobelium, N., Nobelium; kymr. nobeliwm, M., Nobelium; nir. nóbailiam, M., Nobelium; poln. nobel, M., Nobelium; lit. nobelis, M., Nobelium; GB.: seit 1957ff. belegte und 1994 bestätigte Bezeichnung für ein 1957 entdecktes von Menschen künstlich hergestelltes radioaktives Metall (Actinoid und Transuran, wegen der geringen verfügbaren Mende bisher nicht als Metall dargestellt) (chemisches Element Nr. 102, abgekürzt No); BM.: PN; F.: Nobelium, Nobeliums+FW; Z.: Nobel-i-um
$Nobelpreis, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nobelpreis; E.: s. Nobel, s. Preis; L.: fehlt DW, EWD s. u. Preis; GB.: vielleicht seit 1901 belegte und aus dem PN Nobel und Preis gebildete Bezeichnung für den von dem Erfinder und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896) auf der Grundlage seiner wirtschaftlichen Erfolge wie beispielsweise seiner mit Dynamit erzielten Gewinne gestifteten jährlich für Physik oder Chemie oder Physiologie (Medizin) oder Literatur oder Frieden vergebenen Preis; F.: Nobelpreis, Nobelpreises, Nobelpreise, Nobelpreisen+FW; Z.: Nobel—prei-s
$Nobishaus, nhd. (ält.), N., (15. Jh.?): nhd. Nobishaus, Hölle; ne. hell; E.: s. Nobis, s. Haus; L.: Kluge s. u. Nobiskrug, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Nobis (s. Nobiskrug) und Haus gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches Wirtshaus des Teufels oder die Hölle; F.: Nobishaus, Nobishauses+FW+EW; Z.: No-b-is—hau-s
Nobiskrug, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Nobiskrug, Hölle; ne. hell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. nōbiskrōch, N., schlechte abgelegene Schenke, Hölle; Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt?; vielleicht von it. nobiso, M., Wildfang; und it. orco, M., Menschenfresser; oder von lat. nōn, Adv., nicht, nein; idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied s. nhd. Krug (2); L.: Kluge 1. A. s. u. Nobiskrug, Kluge s. u. Nobiskrug, DW 13, 862 (Nobis), Duden s. u. Nobiskrug; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus Nobis und Krug gebildete und teilweise ungeklärte sowie vielleicht mit dem Italienischen oder dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in der Vorstellung von Menschen mögliche Hölle und auch für eine abgelegene und schlechte Gastwirtschaft; BM.: schlechte Gastwirtschaft?; F.: Nobiskrug, Nobiskrugs, Nobiskruges, Nobiskrüge, Nobiskrügen+FW?+EW; Z.: No-b-is—krug
noch (1), nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. noch, außerdem, bis jetzt; ne. still (Adv.), yet (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. noch, Adv., Konj., noch, noch heute, gleichwohl, dennoch; mnd. noch (1), noych, nok, no, nocht, nochte, nach, Adv., noch, bis jetzt, auch jetzt, noch dazu, außerdem, dennoch, trotzdem; mnl. noch, nocht, Adv., noch, nochmals, später noch; ahd. noh, Adv., Konj., noch, auch, weiter, außerdem, außerdem noch, und auch, noch dazu, bis jetzt, noch immer, und nicht; as. noh, Adv., noch, bis jetzt, künftig, außerdem; anfrk. noh, Adv., Konj., noch; germ. *nuhta-, *nuhtaz, Adj., erreicht, genug; vgl. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. noch 1, Kluge s. u. noch 1, DW 13, 866, EWD s. u. noch (Adv.), EWAhd 6, 1015, Duden s. u. noch, Bluhme s. u. noch 1; Son.: vgl. afries. noch, nach, Adv., noch; nfries. nog, Adv., noch; ae. -; an. -; got. naúh, Adv., noch; nndl. nog, Adv., noch; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für außerdem oder bis jetzt; BM.: reichen; F.: noch+EW; Z.: no-ch
noch (2), nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. noch, und nicht, auch nicht, und auch nicht; ne. nor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. noch (2), nog, Konj., noch, und nicht, auch wenn, doch, auch außerdem; mnd. noch (2), noych, nok, no, nocht, nochte, nach, Konj., noch; mnl. noch, nochte, Konj., noch, und nicht; ahd. noh, Adv., Konj., noch, auch, weiter, außerdem, außerdem noch, und auch, noch dazu, bis jetzt, noch immer, und nicht; as. noh (1), Konj., noch, und nicht; anfrk. noh, Adv., Konj., noch; germ. *nuhta-, *nuhtaz, Adj., erreicht, genug; vgl. idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. noch 2, Kluge s. u. noch 2, DW 13, 872, EWD s. u. noch (Konj.), EWAhd 6, 1017, Duden s. u. noch, Bluhme s. u. noch 2; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Verbindungswort für auch nicht; BM.: reichen; F.: noch+EW; Z.: no-ch
Nock, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nock, Knödel, Vorsprung an einer Welle; ne. dumpling; Vw.: -; Hw.: s. Gnocchi; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von Wörtern die etwas Kurzes bzw. Gedrungenes anzeigen; L.: Kluge 1. A. s. u. Nock, Kluge s. u. Nock, DW 13, 877 (Nock), EWD s. u. Nocken, Duden s. u. Nock, Bluhme s. u. Nock; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen knollig geformten Berg oder für einen Knödel; BM.: kurz?; F.: Nock, Nocks, Nocke, Nocken+EW; Z.: Nock
$Nocken, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Nocken; E.: s. Nock; L.: Kluge s. u. Nock, DW 13, 877 (Nock); GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Nock verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Vorsprung an einer Welle oder einen eine Ausbuchtung aufweisenden Ring zu einer Übertragung von Impulsen oder auch einen Profilzapfen an einer Schuhsohle oder auch eine Speise; F.: Nocken, Nockens+EW; Z.: Nock-en
$Nockerl, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Nockerl, Klößchen; E.: s. Nock, s. erl; L.: Kluge s. u. Nock, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Nock und erl gebildete Bezeichnung für ein Klößchen aus Mehl oder Grieß als von Menschen seit dieser Zeit entwickelte Speise; F.: Nockerl, Nockerls, Nockerln+EW; Z.: Nock-er-l
...noia, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...noia; ne. ...noia; Vw.: s. Para-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ...νοια (...noia), Suff., ...noia; vgl. gr. νόος (nóos), νοῦς (nūs), M., Sinn, Geist, Verstand, Vernunft; es handelt sich wohl um ein altererbtes Verbalnomen ungeklärter Herkunft; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...noia, Suff., ...noia; frz. ...noïa, Suff., ...noia; nschw. ...noia, Suff., ...noia; nnorw. ...noia, Suff., ...noia; poln. ...noja, Suff., ...noia; ...noia, Suff., ...noia; nir. ...nóia, Suff., ...noia; ...noja, Suff., ...noia; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Verstand; F.: ...noia+FW; Z.: -no-i-a
...nom (1), nhd., M., (12. Jh.?): nhd. …nom; ne. …nomer; Vw.: s. Agro-, Astro-, (Gastro-); Hw.: s. …nomie; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. …nomus; E.: s. lat. …nomus, Suff., …nom; gr. …νόμος (nómos), Suff., …nom; gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. -nom, fehlt DW, EWD s. u. -nom, Duden s. u. -nom, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. …noom, Suff., …nom; frz. …nome, Suff., …nom; nschw. …nom, Suff., …nom; nnorw. …nom, Suff., …nom; poln. …nom, Suff., …nom; lit. …nomas, Suff., …nom; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für einen in einem Gebiet Sachkundigen; BM.: nehmen; F.: …nom, …nomen+FW(+EW); Z.: -nom
...nom (2), nhd., (N.), (19. Jh.?): nhd. …nom; ne. …noma; Vw.: s. Metro-; Hw.: s. …nomie; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. …nomus; E.: s. lat. …nomus, Suff., …nom; gr. …νόμος (nómos), Suff., …nom; gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. …noom, Suff., …nom; frz. …nome, Suff., …nom; nschw. …nom, Suff., …nom; nnorw. …nom, Suff., …nom; poln. …nom, Suff., …nom; kymr. …nom, Suff., …nom; nir. ...nóm, Suff., ...nom; lit. …nomas, Suff., …nom; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für eine Bildung von Substantiven; BM.: nehmen; F.: …nom, ...noms, …nome, ...nomen+FW(+EW); Z.: -nom
...nom (3), nhd., (N.), (18. Jh.?): nhd. …nom; ne. …noma; Vw.: s. Karzi-, Mela-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ...νωμα (...nōma), Suff., ...nom; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW; Son.: vgl. …noom, Suff., …nom; frz. …nome, Suff., …nom; nschw. …nom, Suff., …nom; nnorw. …nom, Suff., …nom; poln. …nom, Suff., …nom; kymr. …noma, Suff., …nom; nir. ...nóm, Suff., ...nom; lit. …noma, Suff., …nom; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: nehmen; F.: …nom, ...noms, …nome, ...nomen+FW(+EW); Z.: -nom
...nom (4), nhd., (Adj.), (19. Jh.?): nhd. ...nom; ...nomous, ...nomic; Vw.: s. auto-; Hw.: s. ...nomie; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...noom, Suff., ...nom; frz. ...nome, Suff., ...nom; nschw. ...nom, Suff., ...nom; nnorw. ...nom, Suff., ...nom; poln. ...nomiczny, Suff., ...nom; kymr. ...nomaidd, Suff., ...nom; lit. ...nominis, Suff., ...nom; lit. ...nomiškas, Suff., ...nom; GB.: vielleicht 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: nehmen; F.: ...nom, ...nome, ...nomes, ...nomem, ...nomen, ...nomer(, ...nomere, ...nomeres, ...nomerem, ...nomeren, ...nomerer, ...nomst, ...nomste, ...nomstes, ...nomstem, ...nomsten, ...nomster)+FW(+EW); Z.: -nom
Nomade, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nomade, Angehöriger eines Hirtenvolks, Umherziehender; ne. nomad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. Nomas; E.: s. lat. Nomas, M., Numidier, Nomade, (70-19 v. Chr.); gr. νομάς (nomás), Part. Präs. subst.=M., Hirtenvolk, Nomade; vgl. gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nomade, DW 13, 880, EWD s. u. Nomade, Duden s. u. Nomade; Son.: vgl. nndl. nomade, Sb., Nomade; frz. nomade, M., Nomade; nschw. nomad, Sb., Nomade; nnorw. nomade, M., Nomade; poln. nomada, M., Nomade; kymr. nomad, M., Nomade; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen eines sachlich vor der Sesshaftwerdung möglichen innerhalb eines begrenzten Gebiets umherziehenden Volkes; BM.: nehmen; F.: Nomade, Nomaden+FW(+EW); Z.: Nom-ad-e
$nomadisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nomadisch; E.: s. Nomad(e), s. isch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nomade; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Nomad(e) und isch gebildete Bezeichnung für Nomaden betreffend; F.: nomadisch, nomadische, nomadisches, nomadischem, nomadischen, nomadischer+FW(+EW); Z.: nom-ad-isch
Nomen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nomen, Substantiv, Nennwort, Hauptwort; ne. noun; Vw.: s. Pro-, -klatur; Hw.: s. nominal, nominell, nominieren, Nominativ; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. nōmen; E.: s. lat. nōmen, N., Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht, (204-169 v. Chr.); idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Nomen, fehlt DW, Duden s. u. Nomen; Son.: vgl. nndl. nomen, Sb., Nomen; frz. nom, M., Name, Nomen; nschw. nomen, Sb., Nomen; nnorw. nomen, N., Nomen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Substantiv oder Nennwort oder Hauptwort wie beispielsweise Mann oder Frau oder Kind oder Kaufhaus oder Spielplatz oder Sonnenblende oder Automobil oder Klavier oder Trampolin; BM.: Name; F.: Nomen, Nomens, Nomina+FW; Z.: Nom-en
Nomenklatur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nomenklatur, Fachsprache, Terminologie; ne. nomenclature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. nōmenclātūra; E.: s. lat. nōmenclātūra, F., Namensverzeichnis, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. nōmen, Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht, (204-169 v. Chr.); s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. calāre, V., ausrufen, zusammenrufen; vgl. gr. καλεῖν (kalein), V., rufen, nennen, herbeirufen; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Nomenklatur, fehlt DW, Duden s. u. Nomenklatur; Son.: vgl. nndl. nomenclatuur, Sb., Nomenklatur; frz. nomenclature, F., Nomenklatur; nschw. nomenklatur, Sb., Nomenklatur; nnorw. nomenklatur, M., N., Nomenklatur; poln. nomenklatura, F., Nomenklatur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das System der Namen und Bezeichnungen die für ein bestimmtes Fachgebiet wie die Biologie oder die Jurisprudenz oder die Religion oder die Mathematik Gültigkeit haben; BM.: Name, rufen; F.: Nomenklatur, Nomenklaturen+FW(+EW); Z.: Nom-en-kla-t-ur
...nomie, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …nomie; ne. …nomy; Vw.: s. Astro-, Auto-, Ergo-, Gastro-, Öko-, Taxo-; Hw.: s. …nom, nomo...; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. …nomia; E.: s. lat. …nomia, Suff., …nomie; gr. …νομία (nomía), Suff., …nomie; vgl. gr. νόμος (nómos), M., Sitte, Brauch, Recht, Ordnung; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. -nom, Duden s. u. -nomie, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. nndl. …nomie, Suff., …nomie; frz. …nomie, Suff., …nomie; nschw. …nomi, Suff., …nomie; nnorw. …nomi, Suff., …nomie; poln. …nomia, Suff., …nomie; kymr. …nomeg, Suff., …nomie; lit. …nomija, Suff., …nomie; GB.: vielleicht seit 12. Jh. aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung um Substantive für abstrakte Sachgebiete zu bilden; BM.: zuteilen; BM.: zuteilen; F.: …nomie, …nomien+FW; Z.: -nom-ie
nominal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nominal, zu dem Namen gehörig, ein Nomen betreffend, ein Nennwort betreffend; ne. nominal; Vw.: -; Hw.: s. Nomen, nominell, nominieren, Nominativ; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. nōminālis; E.: s. lat. nōminālis (1), Adj., zum Namen gehörig, Namens..., nominalistisch, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. nōmen, Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Nomen, fehlt DW, EWD s. u. Nominativ, Duden s. u. nominal; Son.: vgl. nndl. nominaal, Adj., nominal; frz. nominal, Adj., nominal; nschw. nominal, Adj., nominal; nnorw. nominell, Adj., nominal; poln. nominalny, Adj., nominal; lit. nominalus, Adj., nominal; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu dem Namen gehörig oder ein Nomen betreffend oder ein Nennwort betreffend; BM.: Name; F.: nominal, nominale, nominales, nominalem, nominalen, nominaler+FW; Z.: nom-in-al
Nominativ, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nominativ, Werfall, erster Fall der Deklination; ne. nominative; Vw.: -; Hw.: s. Nomen, nominal, nominell, nominieren, Nominativ; Q.: 1691; I.: Lw. lat. nōminātīvus; E.: s. lat. nōminātīvus, M., Nominativ, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. nōmen, Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Nominativ, fehlt DW, EWD s. u. Nominativ, Duden s. u. Nominativ; Son.: vgl. nndl. nominatief, Sb., Nominativ; frz. nominatif, M., Nominativ; nschw. nominativ, Sb., Nominativ; nnorw. nominativ, M., Nominativ; GB.: seit 1691 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen grammatikalischen Fall in dem als Grundform gegenüber anderen deklinierten Fällen vor allem die den Kern eines grammatischen Subjekts betreffenden Gegebenheiten angezeigt werden wie beispielsweise Art oder Ball oder Chance oder Dosis oder Esel oder Frau oder Geschenk oder Haus oder Indianer oder Jagd oder Kiel oder Liebe oder Mund oder Nase oder Oase oder Pfirsich oder Rad oder Silbe oder Teer oder Ufer oder Wiese oder Zäsur; BM.: Nomen; F.: Nominativ, Nominativs, Nominatives, Nominative, Nominativen+FW(+EW); Z.: Nom-in-at-iv
nominell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. nominell, dem Namen nach gemeint; ne. nominal; Vw.: -; Hw.: s. Nomen, nominal, nominieren, Nominativ; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. nōminālis; E.: s. lat. nōminālis (1), Adj., zum Namen gehörig, Namens..., nominalistisch, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. nōmen, Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Nomen, fehlt DW, EWD s. u. Nominativ, Duden s. u. nominell; Son.: vgl. nnorw. nominell, Adj., nominell; GB.: seit Anfang 19. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Namen nach gemeint oder bestehend in Gegensatz zu wirklich oder tatsächlich oder real; BM.: Name; F.: nominell, nominelle, nominelles, nominellem, nominellen, nomineller+FW(+EW); Z.: nom-in-el-l
nominieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. nominieren, zu einer Wahl vorschlagen, als Anwärter für ein Am tbenennen; ne. nominate; Vw.: -; Hw.: s. Nomen, Nominativ, nominal, nominell; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. nōmināre; E.: s. lat. nōmināre, V., nennen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. nōmen, Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. nominieren, Nomen, fehlt DW, EWD s. u. Nominativ, Duden s. u. nominieren; Son.: vgl. nschw. nominera, V., nominieren; nnorw. nominere, V., nominieren; lit. nominuoti, V., nominieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen zu einer Wahl vorschlagen oder als Anwärter für ein Amt benennen; BM.: Name; F.: nominieren, nominiere, nominierst, nominiert, nominierest, nominieret, nominierte, nominiertest, nominierten, nominiertet, ##nominiert, nominierte, nominiertes, nominiertem, nominierten, nominierter##, nominierend, ###nominierend, nominierende, nominierendes, nominierendem, nominierenden, nominierender###, nominier (!)+FW(+EW); Z.: nom-in-ier-en
non…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. non..., nicht...; ne. non…; Vw.: s. -chalance, -chalant; Hw.: s. Nonplusultra; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. nōn; E.: s. lat. nōn, Adv., nicht, nein, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. non-, fehlt DW, Duden s. u. non-; Son.: vgl. nndl. non…, Präf., non…; frz. non…, Präf., non…; nschw. non…, Präf., non…; nnorw. non…, Präf., non…; poln. non…, Präf., non…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe für eine Verneinung verwendete Bezeichnung; BM.: nicht; F.: non…+FW; Z.: no-n-
Nonchalance, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nonchalance, Unbekümmertheit, liebenswürdige Ungezwungenheit; ne. nonchalance; Vw.: -; Hw.: nonchalant; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. nonchalance; E.: s. frz. nonchalance, F., Nonchalance, Unbekümmertheit, Nachlässigkeit; vgl. frz. nonchalant, Adj., nachlässig, unbekümmert, sich nicht kümmernd; frz. non, Adv., nein; lat. nōn, Adv., nicht, nein, (um 235-200 v. Chr.); idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); afrz. chalant, Adj., angelegen; vgl. afrz. chaloir, V., wichtig sein (V.), am Herzen liegen; lat. calēre, V., warm sein (V.), heiß sein (V.), glühen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nonchalance, fehlt DW, EWD s. u. Nonchalance, Duden s. u. Nonchalance; Son.: vgl. nndl. nonchalance, Sb., Nonchalance; nschw. nonchalans, Sb., Nonchalance; nnorw. nonchalanse, nonsjalanse, M., Nonchalance; poln. nonszalancja, F., Nonchalance; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Unbekümmertheit oder liebenswürdige Ungezwungenheit; BM.: nicht, warm; F.: Nonchalance+FW; Z.: No-n-chal-anc-e
nonchalant, nhd., (Part. Präs.=Adj., (18. Jh.): nhd. nonchalant, unbekümmert, liebenswürdig ungezwungen; ne. nonchalant; Vw.: -; Hw.: s. Nonchalance; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. nonchalant; E.: s. frz. nonchalant, Adj., nachlässig, unbekümmert, sich nicht kümmernd; frz. non, Adv., nein; lat. nōn, Adv., nicht, nein, (um 235-200 v. Chr.); idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); afrz. chalant, Adj., angelegen; vgl. afrz. chaloir, V., wichtig sein (V.), am Herzen liegen; lat. calēre, V., warm sein (V.), heiß sein (V.), glühen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *k̑el- (1), V., Adj., frieren, kalt, warm, Pokorny 551 (849/81) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nonchalance, fehlt DW, EWD s. u. Nonchalance, Duden s. u. nonchalant; Son.: vgl. nndl. nonchalant, Adj., nonchalant; nschw. nonchalant, Adj., nonchalant; nnorw. nonchalant, nonsjalant, Adj., nonchalant; poln. nonszalancki, Adj., nonchalant; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes unbekümmert oder liebenswürdig ungezwungen; BM.: nicht, warm; F.: nonchalant, nonchalante, nonchalantes, nonchalantem, nonchalanten, nonchalanter(, nonchalantere, nonchalanteres, nonchalanterem, nonchalanteren, nonchalanterer, nonchalantest, nonchalanteste, nonchalantestes, nonchalantestem, nonchalantesten, nonchalantester)+FW; Z.: no-n-chal-ant
None, Non, nhd., F., (9. Jh.): nhd. None, Non, neunte Stunde des Tages, neunter Ton (M.) (2); ne. nones, ninth (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. nōne, st. F., neunte Stunde des Tages; mnd. nōne, none, F., None, neunte Stunde; mnl. none, noene, Sb., drei Uhr nachmittags, nachmittägliche Gebetsstunde; ahd. nōna*, st. F. (ō), None, neunte Stunde des Tages; lat. nōna, F., Non; lat. nōnus, Num. Ord., neunte; idg. *neu̯eno-, Num. Ord., neunte, Pokorny 319; L.: Kluge 1. A. s. u. None, Kluge s. u. None, DW 13, 880, EWAhd 6, 1023, Duden s. u. None; Son.: vgl. ae. nōn, F., M., Non, neunte Gebetsstunde; an. nōna, F., drei Uhr nachmittags; an. nōn, N., drei Uhr nachmittags; nndl. none, Sb., None; ne. noon, N., Mittag; frz. none, F., None; nschw. nona, Sb., None; nnorw. none, M., None; poln. nona, F., None; kymr. nonau, Sb. Pl., None; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Stundengebet der neunten Stunde oder für den neunten Ton (M.) (2) der diatonischen Tonleiter; BM.: neun; F.: None, Non, Nonen+FW(+EW); Z.: Non-e
Nonne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nonne, Klosterfrau; ne. nun; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. nunne, nonne, sw. F., Nonne; mnd. nunne, nonne, F., Nonne, Klosterschwester, Klosterfrau; mnl. nonne, F., Nonne; ahd. nunna, sw. F. (n), Nonne, Ordensfrau; lat. nonna, F., Nonne, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. idg. *nana, *nena, F., Mutter (F.) (1), Tante, Amme, Pokorny 754 (1278/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nonne, Kluge s. u. Nonne, DW 13, 881, EWD s. u. Nonne, EWAhd 6, 1068, Duden s. u. Nonne, Bluhme s. u. Nonne; Son.: vgl. afries. nonne, F., Nonne; ae. nunne, sw. F. (n), Nonne; an. nunna, sw. F. (n), Nonne; nndl. non, Sb., Nonne, frz. nonne, F., Nonne; nschw. nunna, Sb., Nonne; nnow. nonne, M., F., Nonne; GB.: seit 3.Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (sachlich nach der Entstehung des Christentums) in einem Kloster lebende Frau (Klosterfrau); BM.: Mutter (F.) (1); F.: Nonne, Nonnen+FW(+EW); Z.: Non-n-e
Nonplusultra, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Nonplusultra, Unübertreffliches, Unvergleichliches; ne. non plus ultra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1803; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. nōn, Adv., nicht, nein, (um 235-200 v. Chr.); s. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. plūs, Adj., (Komp.), mehr, zahlreichere, weiter, darüber hinaus; idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); lat. ultrā, Adv., jenseits, darüber hinaus, weiter hinaus, weiterhin, weiter, ferner, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Nonplusultra; GB.: vielleicht seit 1803 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas aus menschlicher Sicht Unübertreffliches oder Unvergleichliches; BM.: und noch weiter; F.: Nonplusultra+FW; Z.: No-n-plu-s-ul-tr-a
Nonsens, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nonsens, Blödsinn, Unsinn, unsinniges Zeug; ne. nonsense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. ne. nonsense; E.: s. ne. nonsense, N., Nonsens; vgl. ne. non, Adv., nicht, un-; lat. nōn, Adv., nicht, nein, (um 235-200 v. Chr.); idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ne. sense, N., Sinn; lat. sēnsus, M., Wahrnehmen, Wahrnehmung, Empfindung, Empfindungsvermögen, Gefühl, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Nonsens, fehlt DW, EWD s. u. Nonsens, Duden s. u. Nonsens; Son.: vgl. nndl. nonsens, Sb., Nonsens, frz. non-sens, M., Nonsens; nschw. nonsens, N., Nonsens; nnorw. nonsens, N., Nonsens; poln. nonsens, M., Nonsens; kymr. nonsens, M., Nonsens; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und über das Neuenglische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von dem Menschen möglicherweise seit seiner Entstehung entwickelten Blödsinn oder Unsinn oder unsinniges Zeug; BM.: kein Sinn; F.: Nonsens, Nonsenses+FW(+EW); Z.: No-n-sens
Noppe, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Noppe, Wollflocke, Knoten (M.) in der Wolle; ne. nub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400 (Marienlieder aus dem 14. Jh.); E.: mhd. noppe, sw. F., Noppe, Wollknötchen, Tuchflocke, nichts; mhd. nop, st. F., Noppe, Wollknötchen, Tuchflocke; mnd. noppe, F., Noppe, Wollflocke, Zotte, Knötchen im Gewebe; wohl eine Lautvariante von Knopf (s. d.); L.: Kluge s. u. Noppe, DW 13, 886, EWD s. u. Noppe, Duden s. u. Noppe; Son.: vgl. nschw. noppa, Sb., Noppe; GB.: seit um 1400 belegte Bezeichnung für eine Wollflocke oder einen Knoten (M.) in der Wolle oder ein Knötchen in einem Gewebe; BM.: Knopf?; F.: Noppe, Noppen+EW; Z.: Nopp-e
$noppen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. noppen; E.: s. Nopp(e), s. en (Suff.); L.: DW 13,886, EWD s. u. Noppe; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Nopp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Gewebe mögliches Noppen aus einem Gewebe herauszupfen oder mit Noppen versehen (V.); F.: noppen, noppe (!), noppst, noppt, noppest, noppet, noppte, nopptest, noppten, nopptet, genoppt, ##genoppt, genoppte, genopptes, genopptem, genoppten, genoppter##, noppend, ###noppend, noppende, noppendes, noppendem, noppenden, noppender###, nopp (!)+EW; Z.: nopp-en
Nord, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Nord, Norden, nördliche Länder, Nordwind; ne. north (N.); Vw.: -; Hw.: s. Norden; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. norden (1), st. N., Norden; mnd. nōrt, nort, N., Norden; mnd. nōrden (1), noerden, norden, N., Norden, Nordseite, nördlicher Teil; mnl. norden, N., Norden; ahd. nord* (1), st. N. (a), st. M. (a)?, Norden, Nordwind; ahd. nordan (1), st. N. (a), Norden; as. north*, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Norden; anfrk. *north?, st. N. (a), st. M. (a), Norden; germ. *nurþa-, *nurþaz, *nurþra-, *nurþraz, st. M. (a), Norden; vgl. idg. ner- (2), Adv., unten, Pokorny 765 (1303/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nord, Kluge s. u. Nord, DW 13, 887, EWD s. u. Nord, EWAhd 6, 1026, Falk/Torp 295, Duden s. u. Norden, Bluhme s. u. Nord; Son.: vgl. afries. north (1), st. M. (a), Norden; nfries. noard; ae. -; an. norðr (1), st. N. (a), Norden; got. -; nndl. noorden, Sb., Norden; frz. nord, M., Norden; nschw. nord, Sb., Nord; nnorw. nord, N., Nord; ai. nāraká-, M., Hölle, Unterwelt; arm. nerk, nerkʿin, Adj., untere; gr. νέρτερος (nérteros), Adj., unten befindlich, unterirdisch; umbr. nertru, Adj., links; russ. нора (norá), F., Grube, Höhle, Bau; GB.: (nord) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für die dem Süden entgegengesetzte Himmelsrichtung in der die Sonne aus menschlicher bzw. irdischer Sicht nachts ihren tiefsten Stand bezüglich des Horizonts erreicht; BM.: unten; F.: Nord, Norden+EW; Z.: Nor-d
Norden, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Norden, Nord; ne. north (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nord; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: mhd. norden, st. N., Norden; mnd. nōrden (1), noerden, norden, N., Norden, Nordseite, nördlicher Teil; mnl. norden, N., Norden; ahd. nordan (1), st. N. (a), Norden, Nordwind; s. as. north*, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Norden; anfrk. *north?, st. N. (a), st. M. (a), Norden; germ. *nurþa-, *nurþaz, *nurþra-, *nurþraz, st. M. (a), Norden; vgl. idg. *ner- (2), Adv., unten, Pokorny 765 (1303/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nord, Kluge s. u. Nord, DW 13, 889, EWD s. u. Nord, EWAhd 6, 1029; Son.: vgl. afries. north (1), st. M. (a), Norden; nfries. noard; ae. -; an. norðr (1), st. N. (a), Norden; got. -; nndl. noorden, Sb., Norden; frz. nord, M., Norden; nschw. nord, Sb., Nord; nnorw. nord, N., Nord; ai. nāraká-, M., Hölle, Unterwelt; arm. nerk, nerkʿin, Adj., untere; gr. νέρτερος (nérteros), Adj., unten befindlich, unterirdisch; umbr. nertru, Adj., links; russ. нора (norá), F., Grube, Höhle, Bau; GB.: (nordan) seit um 1000) belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für die dem Süden entgegengesetzte Himmelsrichtung in der die Sonne aus menschlicher bzw. irdischer Sicht nachts ihren tiefsten Stand bezüglich des Horizonts erreicht; BM.: unten; F.: Norden, Nordens+EW; Z.: Nor-d-en
$nordisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. nordisch; E.: s. Nord, s. isch; L.: Kluge s. u. Nord, DW 13, 892, EWD s. u. Nord; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Nord(en) und isch gebildete Bezeichnung für Nord(en) betreffend; F.: nordisch, nordische, nordisches, nordischem, nordischen, nordischer+EW; Z.: nor-d-isch
$nördlich, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. nördlich; E.: s. Nord(en), s. lich; L.: Kluge s. u. Nord, DW 13, 893, EWD s. u. Nord; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nord(en) und lich gebildete Bezeichnung für Nord(en) betreffend; F.: nördlich, nördliche, nördliches, nördlichem, nördlichen, nördlicher(, nördlichere, nördlicheres, nördlicherem, nördlicheren, nördlicherer, nördlichst, nördlichste, nördlichstes, nördlichstem, nördlichsten, nördlichster)+EW; Z.: nör-d-lich
$Nordlicht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Nordlicht, Polarlicht; Q.: 1716; E.: s. Nord(en), s. Licht; L.: DW 13, 894, EWD s. u. Nord; GB.: seit 1716 belegte und aus Nord(en) und Licht gebildete Bezeichnung für eine Leuchterscheinung durch angeregte Stickstoffatome und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre in Bändern nahe den Magnetpolen und übertragen (Adj.) für eine norddeutsche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens aus süddeutscher Sicht; F.: Nordlicht, Nordlichtes, Nordlichts, Nordlichter, Nordlichtern+EW; Z.: Nor-d—lich-t
$Nordost, nhd., M., (?): nhd. Nordost, zwischen Norden und Ost gelegene Himmelsrichtung und Windrichtung; E.: s. Nord, s. Ost; L.: DW 13, 895, EWD s. u. Nord, DW; GB.: seit (?) belegte und aus Nord und Ost gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen zwischen Nord und Ost gelegene Himmelsrichtung und Windrichtung; F.: Nordost, Nordosten+EW; Z.: Nor-d—os-t
$Nordosten, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Nordosten, zwischen Nord und Osten gelegene Himmelsrichtung; E.: s. Nord(en), s. Osten; L.: EWD s. u. Nord; GB.: seit um 1000 belegte und aus Nord(en) und Osten gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen zwischen Nord und Osten gelegene Himmelsrichtung; F.: Nordosten, Nordostens+EW; Z.: Nor-d—os-t-en
$Nordpol, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nordpol; Q.: 1678; Hw.: s. Südpol; E.: s. Nord (oder Nord[en]), s. Pol; L.: DW 13, 896, EWD s. u. Nord; GB.: seit 1678 belegte und aus Nord(en) und Pol gebildete Bezeichnung für den aus der Sicht des Menschen in dem Norden gelegenen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Pol der Erde an dem sich wie an dem Gegenstück Südpol Erdachse und Erdoberfläche sowie Meridiane schneiden; F.: Nordpol, Nordpols, Nordpoles+EW+FW; Z.: Nor-d—pol
$Nordsee, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nordsee; E.: s. Nord(en), s. See (F.); L.: DW 13, 897, EWD s. u. Nord; GB.: seit 17. Jh. (Stieler) belegte und aus Nord und See (für lat. mare Germanicum) gebildete Bezeichnung für das nordwestlich Deutschlands um Großbritannien gelegene und in der gegenwärtigen Form vor etwa 11000 Jahren entstandene Randmeer des Atlantischen Ozeans; F.: Nordsee+EW; Z.: Nor-d—see
$nordwärts, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. nordwärts, nach Nord(en) gerichtet; E.: s. Nord(en), s. wärts; L.: DW 13, 898, EWD s. u. Nord; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Nord(en) und wärts gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Erkenntnis der Himmelsrichtungen aus der Sicht des Menschen nach Norden gerichtet; F.: nordwärts+EW; Z.: nor-d—wär-t-s
$Nordwest, nhd., M., (?): nhd. Nordwest; L.: DW 13, 898, EWD s. u. Nord; GB. seit (?) belegte und aus Nord(en) und West(en) gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen zwischen Nord(en) und West(en) gelegene Himmelsrichtung; F.: Nordwest, Nordwesten+EW; Z.: Nor-d-we-st
$Nordwesten, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Nordwesten; L.: DW 13, 898, EWD s. u. Nord; GB. seit 10. Jh. belegte und aus Nord(en) und Westen gebildete Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen zwischen Nord(en) und Westen gelegene Himmelsrichtung; F.: Nordwesten+EW; Z.: Nor-d-we-st-en
$Nörgelei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nörgelei, Nörgeln; E.: s. nörgel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. nörgeln, DW 13, 609 (Nergelei), EWD s. u. nörgeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nörgel(n) und ei gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache mögliche störende Unmutsäußerung von Menschen; F.: Nörgelei, Nörgeleien+EW; Z.: Nörg-el-ei
nörgeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. nörgeln, störend seinen Unmut äußern, mürrisch und kleinlich Kritik üben; ne. nag (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; E.: von einem *sner- als Grundlage von Schallverben; L.: Kluge 1. A. s. u. nergeln, Kluge s. u. nörgeln, DW 13, 609 (nergeln), EWD s. u. nörgeln, Duden s. u. nörgeln, Bluhme s. u. noergeln; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mit nichts zufrieden sein (V.) und störend seinen Unmut äußern sowie mürrisch und kleinlich Kritik üben; BM.: lautmalend?; F.: nörgeln, nörgel (!), nörgle, nörgelst, nörgelt, nörgelte, nörgeltest, nörgelten, nörgeltet, genörgelt, ##genörgelt, genörgelte, genörgeltes, genörgeltem, genörgelten, genörgelter##, nörgelnd, ###nörgelnd, nörgelnde, nörgelndes, nörgelndem, nörgelnden, nörgelnder###, nörgel (!)+EW; Z.: nörg-el-n
$Nörgler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nörgler, Nörgelnder; E.: s. nörg(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. nörgeln, DW 13, 609 (Nergler), EWD s. u. nörgeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nörg(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen mit nichts zufriedenen und ständig mürrisch und kleinlich Kritik übenden Menschen; F.: Nörgler, Nörglers, Nörglern+EW; Z.: Nörg-l-er
Noriker, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Noriker, ein Pferd; ne. Noriker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: gebildet zu dem ON Norikum; von lat. Nōricum, N.=ON, Norikum; weitere Herkunft unklar?, Kelt.?; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. noriker, Sb., Noriker; frz. noriker, M., Noriker; nschw. noriker, Sb., Noriker; poln. noriker, M., Noriker; GB.: vielleicht seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus lat. Noric(um) und er (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für ein seit der mittleren Neuzeit gezüchtetes mittelschweres ausdauerndes Gebirgskaltblutpferd; BM.: ON (nach dem Herkunftsgebiet der Rasse); F.: Noriker, Norikers, Norikern+FW(+EW); Z.: Norik-er
Norm, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Norm, Richtschnur, Regel; ne. norm, standard (N.); Vw.: -; Hw.: s. abnorm, normal, normieren; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: s. mhd. norme, st. F., sw. F., „Norm“, Regel, Vorbild; mnd. norme, F., Norm, Richtschnur, Regel; lat. nōrma, F., Winkelmaß, Richtschnur, Regel, Vorschrift, Norm, (81-43 v. Chr.); gr. γνώμονα (gnōmona), Akk. F., gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Norm, DW 13, 899, EWD s. u. Norm, Duden s. u. Norm, Bluhme s. u. Norm; Son.: vgl. nndl. norm, Sb., Norm; frz. norme, F., Norm; nschw. norm, Sb., Norm; nnorw. norm, M., F., Norm; poln. norma, F., Norm; kymr. norm, M., Norm; nir. norm, M., Norm; lit. norma, F., Norm; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums allgemein anerkannte und als verbindlich geltende Regel; BM.: erkennen; F.: Norm, Normen+FW(+EW); Z.: No-r-m
...norm, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...norm, normal, richtig; ne. ...normous, ...normal; Vw.: s. ab-, e-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. nschw. ...norm, Suff., ...norm; frz. ...norme, Suff., ...norm; nschw. ...norm, Suff., ...norm; frz. ...norme, Suff., ...norm; nnorw. ...norm, Suff., ...norm; frz. ...norme, Suff., ...norm; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven für normal oder richtig; BM.: erkennen; F.: ...norm, ...norme, ...normes, ...normem, ...normen, ...normer(, ...normere, ...normeres, ...normerem, ...normeren, ...normerer, ...normste, ...normstes, ...normstem, ...normsten, ...normster)+FW(+EW); Z.: -no-r-m
normal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. normal, gewöhnlich, einer Richtschnur entsprechend, regelrecht, üblich; ne. normal; Vw.: -; Hw.: s. Norm, normieren; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. ne. normal; E.: s. ne. normal, Adj., normal; lat. nōrmālis, Adj., nach dem Winkelmaß gemacht, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. nōrma, F., Winkelmaß, Richtschnur, Regel, Vorschrift, Norm; gr. γνώμονα (gnōmona), Akk. F., gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Norm, DW 13, 899, EWD s. u. Norm, Duden s. u. normal; Son.: vgl. nndl. normaal, Adj., normal; frz. normal, Adj., normal; nschw. normal, Adj., normal; nnorw. normal, Adj., normal; poln. normalny, Adj., normal; kymr. normal, Adj., normal; nir. normalach, Adj., normal; nir. normálta, Adj., normal; lit. normalus, Adj., normal; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh aus menschlicher Sicht gewöhnlich oder einer Richtschnur entsprechend oder regelrecht oder üblich; BM.: erkennen; F.: normal, normale, normales, normalem, normalen, normaler(, normalere, normaleres, normalerem, normaleren, normalerer, normalst, normalste, normalstes, normalstem, normalsten, normalster)+FW(+EW); Z.: no-r-m-al
$normalisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. normalisieren, normal werden, normal machen; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. frz. normaliser; E.: s. frz. normaliser, s. normal; L.: fehlt DW; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches normal werden oder normal machen; F.: normalisieren, normalisiere, normalisierst, normalisiert, normalisierest, normalisieret, normalisierte, normalisiertest, normalisierten, normalisiertet, ##normalisiert, normalisierte, normalisiertes, normalisiertem, normalisierten, normalisierter##, normalisierend, ###normalisierend, normalisierende, normalisierendes, normalisierendem, normalisierenden, normalisierender###, normalisier(!)+FW(+EW); Z.: no-r-m-al-is-ier-en
$normativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. normativ, der Regel entsprechend; E.: s. Norm; L.: Kluge s. u. Norm, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit lat. normat(us), Adj., mit dem Winkelmaß abgemessen und iv (Suff.) verbindbare und umgebildete Bezeichnung für der Regel entsprechend; F.: normativ, normative, normatives, normativem, normativen, normativer+FW(+EW); Z.: no-r-m-at-iv
$normen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. normen, als Norm oder Regel festlegen; E.: s. Norm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Norm, fehlt DW, EWD s. u. Norm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Norm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches als Norm oder Regel festlegen; F.: normen (!), norme, normst, normt, normest, normet, normte, normtest, normten, normtet, genormt, ##genormt, genormte, genormtes, genormtem, genormten, genormter##, normend, ###normend, normende, normendes, normendem, normenden, normender###, norm(!)+FW(+EW); Z.: no-r-m-en
normieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. normieren, normen, vereinheitlichen; ne. normalize, scale (V.); Vw.: -; Hw.: s. Norm, normal; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. nōrmāre; E.: s. lat. nōrmāre, V., abmessen, gehörig einrichten; vgl. lat. nōrma, F., Winkelmaß, Richtschnur, Regel, Vorschrift, Norm; gr. γνώμονα (gnōmona), Akk. F., gr. γνῶμα (gnoma), F., Erkennungszeichen, Winkelmaß; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Norm, DW 13, 899, EWD s. u. Norm, Duden s. u. normieren; Son.: vgl. nschw. normera, V., normieren; nnorw. normere, V., normieren; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches normen oder vereinheitlichen oder an eine einheitliche Gestaltung anpassen; BM.: erkennen; F.: normieren, normiere, normierst, normiert, normierest, normieret, normierte, normiertest, normierten, normiertet, ##normiert, normierte, normiertes, normiertem, normierten, normierter##, normierend, ###normierend, normierende, normierendes, normierendem, normierenden, normierender###, normier(!)+FW(+EW); Z.: no-r-m-ier-en
$Normung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Normung, Vereinheitlichung, Anpassung an eine Norm; E.: s. norm(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Norm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus norm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vereinheitlichung oder Anpassung an eine Norm; F.: Normung, Normungen+FW(+EW); Z.: No-r-m-ung
Norne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Norne, Schicksalsgöttin; ne. norn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. an. norn; E.: s. an. norn, st. F. (ō), Schicksalsgöttin; germ. *nurnō?, st. F. (ō), Norne; vgl. idg. *sner- (1), *ner- (4), *snur-, *nur-, V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975 (1685/157) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Norne, Kluge s. u. Norne, DW 13, 899, EWD s. u. Norne, Falk/Torp 204, Duden s. u. Norne; Son.: vgl. nndl. norne, Sb., Norne; nschw. norna, Sb., Norne; nisl. norn, F., Norne; lit. nornos, F. Pl., Nornen; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (der drei?) Schicksalsgöttinnen der germanischen Mythologie (Urd – Schicksal – und Verdandi – Werdendes - sowie Skuld – Schuld); BM.: tönen; F.: Norne, Nornen+FW(+EW); Z.: Nor-n-e
Nößel, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Nößel, kleineres Flüssigkeits- und Trockenmaß; ne. a measure (N.) of capacity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. nözzelīn, N., Nößel; mnd. nōtsel, sw. M.?, Nößel, ein kleines Hohlmaß; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Verkleinerung von Nuss (1)?; L.: Kluge 1. A. s. u. Nöszel, Kluge s. u. Nößel, DW 13, 900 (Nöszel), EWAhd 6, 1089, Duden s. u. Nößel; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl mit dem Frühneuhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen verbindbare und in der weiteren Herkunft vielleicht ungeklärte und möglicherweise mit Nuss verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Hohlmaß (kleineres Flüssigkeits- und Trockenmaß); BM.: ?; F.: Nößel, Nößels, Nößeln+EW; Z.: Nöß-el
Nostalgie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Nostalgie, von Sehnsucht erfüllte Rückwendung zu der Vergangenheit; ne. nostalgia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1688; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. νόστος (nóstos), M., Heimkehr, Rückkehr; vgl. idg. *nes-, V., sich vereinigen, geborgen sein (V.), Pokorny 766 (1305/32) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., toch.); gr. ἄλγος (álgos), M., Schmerz, Leid, Kummer; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich von gr. ἀλέγειν (alégein) (1), V., kümmern um, auf etwas achten; idg. *leg- (2), V., sich kümmern?, Pokorny 658 (1065/21) (RB. idg. aus gr., alb.); L.: Kluge s. u. Nostalgie, fehlt DW, EWD s. u. Nostalgie, Duden s. u. Nostalgie; Son.: vgl. nndl. nostalgie, Sb., Nostalgie; frz. nostalgie, F., Nostalgie; nschw. nostalgi, Sb., Nostalgie; nnorw. nostalgi, M., Nostalgie; poln. nostalgia, F., Nostalgie; lit. nostalgija, F., Nostalgie; GB.: seit 1688 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche von Sehnsucht erfüllte Rückwendung zu der Vergangenheit; BM.: geborgen sein (V.), sich kümmern; F.: Nostalgie, Nostalgien+FW(+EW); Z.: Nos-t-a-lg-ie
nostrifizieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. nostrifizieren, einbürgern, anerkennen (lassen); ne. notify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. noster, Poss.-Pron., unser, uns zugehörig, uns anhängend, uns günstig; vgl. lat. nōs, Pers.-Pron., wir, idg. *nē̆s-, *nō̆s-, Pron., wir, Pokorny 758; s. idg. *ne- (3), *nō-, Pron., wir, Pokorny 758 (1284/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. nostrifizieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ausländisches Diplom in einem Inland auf Antrag anerkennen (lassen); BM.: unser, machen; F.: nostrifizieren, nostrifiziere, nostrifizierst, nostrifiziert, nostrifizierest, nostrifizieret, nostrifizierte, nostrifiziertest, nostrifizierten, nostrifiziertet, ##nostrifiziert, nostrifizierte, nostrifiziertes, nostrifiziertem, nostrifizierten, nostrifizierter##, nostrifizierend, ###nostrifizierend, nostrifizierende, nostrifizierendes, nostrifizierendem, nostrifizierenden, nostrifizierender###, nostrifizier (!)+FW(+EW); Z.: no-st-r-i-fi-z-ier-en
Not, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Not, Notlage, Leid, Armut; ne. need (N.); Vw.: s. -durft; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. nōt, st. F., M., Reibung, Drangsal, Mühe, Not; mnd. nōt (1), noet, noit, noyt, M., F., Not, Bedrängnis, Beschwernis, Zwang, Mühe, Anstrengung, Bedürfnis; mnl. noot, F., M., Not, Gewalt, Zwang; ahd. nōt, st. M. (i), st. F. (i), Zwang, Gewalt, Bedürfnis, Not, Notwendigkeit, Notlage, Bedrängnis, Bedarf, Bedürftigkeit; as. nôd*, st. F. (i), Not; anfrk. nōd*, st. F. (i), „Not“, Pein, Notwendigkeit; germ. *naudi-, *naudiz, st. F. (i), Not, Zwang, Bedrängnis, n-Rune; idg. *nəuti-, Sb., Not, Zwang, Ermüdung; s. idg. (*nāus-) (2), *nāu-, *nəu-, *nū-, Sb., V., Tod, Leiche, abquälen, zusammensinken, Pokorny 756? (1282/9) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); idg. *neu- (2), *néh₂u-, V., bewegen, stoßen, rücken, nicken, winken, Pokorny 767? (1308/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Not, Kluge s. u. Not, DW 13, 905, EWD s. u. Not, EWAhd 6, 1036, Falk/Torp 298, Duden s. u. Not, Bluhme s. u. Not; Son.: vgl. afries. nêd, nâd, st. F. (i), Not, Gefahr, Angst, Notwehr, Zwang, Gewalt; nnordfries. nud; ae. níed (1), néad, nȳd, st. F. (i), Not, Zwang, Fessel (F.) (1), Pflicht (F.) (1); an. nauð, nauðr, st. F. (i), Not; got. nauþs, st. F. (i), Not, Zwang; nndl. nood, Sb., Not; nschw. nöd, Sb., Not; nnorw. nød, M., F., Not; air. naunae, F., Hunger, Hungersnot; mkymr. neuynn, M., Hunger, Hungersnot; apreuß. nautins, Sb. (Akk. Pl.), Not; lit. nõvė, F., Bedrückung, Qual, Tod; lit. panū́sti, V., verlangen, gelüsten; ksl. nudit, V., zwingen; atschech. náv, Sb., Nachwelt, Hölle; toch. A nut-, V., verschwinden, zerstört werden; toch. B naut-, V., verschwinden, zerstört werden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entstehung des Menschen mögliche Notlage in der ein Mensch dringend Hilfe benötigt; BM.: bewegen; F.: Not, Nöte, Nöten+EW; Z.: No-t
Notar, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Notar, ein zu Aufnahme und Beglaubigung von Rechtsakten besonders bestellter oder sonst dafür tätiger Amtsträger; ne. notary; Vw.: -; Hw.: s. Notariat; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. notære, noder, notarje, M., Notar, Schreiber; mnd. notārius*, notāries, notarius, M., Notar, Schreiber der öffentlich glaubwürdige Urkunden vidimieren darf; mnl. notere, M., Schreiber; mnl. notarius, M., Schreiber; ahd. notāri, st. M. (ja), Notar, Schreiber; lat. notārius, M., Schreiber, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. nota, F., Zeichen, Kennzeichen, Merkmal; vgl. idg. *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377?; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376? (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder von idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Notar, DW 13, 901, EWD s. u. Notar, Duden s. u. Notar; Son.: vgl. afries. notārius, M., Notar; nnwestfries. notaris, M., Notar; nndl. notaris, Sb., Notar; frz. notaire, M., Notar; nschw. notarius publicus, Sb., Notar; nnorw. notar, M., Notar; poln. notariusz, M., Notar; kymr. notari, M., Notar; nir. nótaire, M., Notar; lit. notaras, M., Notar; GB.: (ahd. notāri) seit 10. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu Aufnahme und Beglaubigung von Rechtsakten besonders bestellten oder sonst dafür tätigen Amtsträger; BM.: erkennen?, wahrnehmen?; F.: Notar, Notars, Notare, Notaren+FW(+EW); Z.: No-t-ar
Notariat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Notariat; ne. notaryship; Vw.: -; Hw.: s. Notar; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. notāriātus; E.: s. mlat. notāriātus, M., Notariat; vgl. lat. notārius, Adj., zum Schreiben gehörig, zum Geschwindschreiben gehörig, schriftlich, Quint. (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. nota, F., Zeichen, Kennzeichen, Merkmal; vgl. idg. *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377?; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376? (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder von idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Notar, DW 13, 902, EWD s. u. Notar, Duden s. u. Notariat; Son.: vgl. lit. notariatas, M., Notariat; GB.: seit 16. Jh. belegte und (über das Mittellateinische mit dem Lateinischen des Altertums sowie) in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amt und die Räumlichkeit eines unparteiischen zu Aufnahme und Beglaubigung von Rechtsakten bestellten Amtsträgers; BM.: erkennen?, wahrnehmen?; F.: Notariat, Notariats, Notariates, Notariate, Notariaten+FW(+EW); Z.: No-t-ar-i-at
$notariell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. notariell, einen Notar betreffend; E.: s. Notar, s. iell; L.: Kluge s. u. Notar, EWD s. u. Notar, DRW-Archiv, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Notar und iell (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Notar betreffend; F.: notariell, notarielle, notarielles, notariellem, notariellen, notarieller+FW(+EW); Z.: no-t-ar-i-ell
$notarisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. notarisch, einen Notar betreffend; E.: s. Notar, s. isch; L.: EWD s. u. Notar, fehlt DRW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Notar und isch gebildete Bezeichnung für einen Notar betreffend; F.: notarisch, notarische, notarisches, notarischem, notarischen, notarischer+FW(+EW); Z.: no-t-ar-isch
$Notbehelf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Notbehelf, Ersatzbehelf, Notlösung; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Not, s. Behelf; L.: DW 13, 922 (Nothbehelf), EWD s. u. Not, DRW-Archiv; GB.: vielleicht seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Not und Behelf gebildete Bezeichnung für einen Ersatzbehelf oder eine Notlösung; F.: Notbehelf, Notbehelfes, Notbehelfs, Notbehelfe, Notbehelfen+EW; Z.: No-t—be—hel-f
Notdurft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Notdurft, notwendiges dringendes Bedürfnis; ne. nature’s call (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. nōtdurft, st. F., „Notdurft“, Notwendigkeit, Not, Bedürfnis; mnd. nōttorft (1), nōtorft, nōtrocht, nōtroft, nōtraft, nōtturft, nōturft, F., Notdurft, Bedürfnis, Notwendigkeit, dringende Angelegenheit, notwendiger Gegenstand, zum Leben Notwendiges, Notstand, Mangel; mnl. nootdorft, noottorft, nootdroft, F., Notdurft, dringendes Bedürfnis, Notwendigkeit, Lebensbedarf; ahd. nōtdurft, st. F. (i), Bedürfnis, Notwendigkeit, Not, Gehorsam, Notwendiges, Bedarf; as. nôdthurft*, st. F. (i), Notdurft, Notwendigkeit; anfrk. -; germ. *naudiþurfti-, *naudiþurftiz, st. F. (i), Notdurft, Notwendigkeit; s. idg. (*nāus-) (2), *nāu-, *nəu-, *nū-, Sb., V., Tod, Leiche, abquälen, zusammensinken, Pokorny 756? (1282/9) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); idg. *neu- (2), *néh₂u-, V., bewegen, stoßen, rücken, nicken, winken, Pokorny 767? (1308/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.)germ. *þerban, *þurban, *þarban, Prät.-Präs., dürfen, bedürfen, entbehren; idg. *terp-, *trep-, V., sättigen, genießen, Pokorny 1077 (1869/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Not, Kluge s. u. Notdurft, DW 13, 924, EWD s. u. Not, EWAhd 6, 1047, Falk/Torp 299, Duden s. u. Notdurft; Son.: vgl. afries. nêdthreft, st. F. (i), Notdurft, Bedürfnis; ae. níedþearf, st. F. (ō), Not, Notwendigkeit; an. -; got. naudiþaúrfts (2), st. F. (i), Notwendigkeit; nschw. nödtorft, N., Notdurft; GB.: (nōtdurft) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein notwendiges dringendes menschliches Bedürfnis und davon abgeleitet für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche menschliche Ausscheidungen verdauter Nahrungsmittel (Kot); BM.: bewegen, dürfen; F.: Notdurft+EW; Z.: No-t-durf-t
$notdürftig, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.): nhd. notdürftig; L.: Kluge s. u. Notdurft, DW 13,928 (nothdürftig), EWD s. u. Not; GB.: (nōtdurftic) seit 1172-1190 belegte und aus Notdurft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Notdurft betreffend oder nötig oder bedürftig oder behelfsmäßig; F.: notdürftig, notdürftige, notdürftiges, notdürftigem, notdürftigen, notdürftiger(, notdürftigere, notdürftigeres, notdürftigerem, notdürftigeren, notdürftigerer, notdürftigst, notdürftigste, notdürftigstes, notdürftigstem, notdürftigsten, notdürftigster)+EW; Z.: no-t-dürf-t-ig
$Notdürftigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Notdürftigkeit, Bedürfnis, Notwendigkeit; E.: s. notdürftig, s. heit, s. keit; L.: DW 13, 930 (Nothdürftigkeit), EWD s. u. Not; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus notdürftig und keit gebildete Bezeichnung (nōtdurfticheit) für Bedürfnis oder Notwendigkeit; F.: Notdürftigkeit, Notdürftigkeiten+EW; Z.: No-t—dürf-t-ig—kei-t
Note, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Note, Notenzeichen, schriftliche Mitteilung; ne. note (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. note, st. F., sw. F., musikalische Note; mnd. nōte (2), F., Note in der Musik, Ton (M.) (2), Tonfolge; mnl. note, F., Schriftstücke, Notiz, Musiknote; ahd. nōta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Zeichen, Note, Punkt; as. nota*, sw. F. (n), Stich, Punkt; lat. nota, Zeichen, Kennzeichen, Merkmal, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *g̑nōtós, *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377?; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376? (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder von idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Note, Kluge s. u. Note, DW 13, 902, EWD s. u. Note, EWAhd 6, 1041, Duden s. u. Note, Bluhme s. u. Note; Son.: vgl. ae. nōt, st. M. (a), Note, Zeichen; an. nōti, sw. M. (n), Zeichen, Note; nndl. noot, Sb., Note; frz. note, F., Note; nschw. not, Sb., Note; nnorw. note, M., Note; poln. nuta, F., Note; kymr. nodyn, M., Note; nir. nóta, M., Note; lit. nata, F., Note; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für einen Ton (M.) (2) stehendes grafisches Zeichen in einem System von Linien und für eine kurze schriftliche menschliche Mitteilung beispielsweise auch über eine Güte einer Leistung; BM.: erkennen; F.: Note, Noten+FW(+EW); Z.: No-t-e
$notgedrungen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. notgedrungen, durch Not gezwungen; E.: s. Not, s. gedrungen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Not; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Not und gedrungen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliches durch Not gezwungen; F.: notgedrungen, notgedrungene, notgedrungenes, notgedrungenem, notgedrungenen, notgedrungener(, notgedrungenere, notgedrungeneres, notgedrungenerem, notgedrungeneren, notgedrungenerer, notgedrungenst, notgedrungenste, notgedrungenstes, notgedrungenstem, notgedrungensten, notgedrungenster)+EW; Z.: no-t—ge—dru-ng-en
notieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. notieren, aufzeichnen; ne. notate, note (V.) down; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. notāre; E.: s. mhd. notieren, sw. V., anmerken, in Noten setzen; mnd. notēren, notīren, sw. V., vermerken, feststellen, aufschreiben, in Noten setzen, Gesang anstimmen; lat. notāre, V., kennzeichnen, bezeichnen, mit Kennzeichen versehen (V.), sich anmerken, unterscheiden, (81-43 v. Chr.); idg. *g̑nōtós, *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder von idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. notieren, DW 13, 965, EWD s. u. notieren, Duden s. u. notieren; Son.: vgl. nndl. noteren, V., notieren; frz noter, V., notieren; nschw. notera, V., notieren; nnorw. notere, V., notieren; poln. notować, V., notieren; kym.r nodiannu, V., notieren; GB.: seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aufzeichnen oder eine kurze Aufzeichnung machen; BM.: erkennen? bzw. wahrnehmen?; F.: notieren, notiere, notierst, notiert, notierest, notieret, notierte, notiertest, notierten, notiertet, ##notiert, notierte, notiertes, notiertem, notierten, notierter##, notierend, ###notierend, notierende, notierendes, notierendem, notierenden, notierender###, notier (!)+FW(+EW); Z.: no-t-ier-en
$Notierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Notierung, Aufzeichnung; E.: s. notier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. notieren, fehlt DW, EWD s. u. notieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus notier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche Aufzeichnung einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Kurses einer Aktie an einer Börse; F.: Notierung, Notierungen+FW(+EW); Z.: No-t-ier-ung
$nötig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. nötig, notwendig, erforderlich; E.: s. Not, s. ig; L.: Kluge s. u. Not, DW 13, 940 (nöthig), EWD s. u. Not; GB.: (nōtag) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Not und ag bzw. ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliches notwendig oder erforderlich; F.: nötig, nötige, nötiges, nötigem, nötigen, nötiger(, nötigere, nötigeres, nötigerem, nötigeren, nötigerer, nötigst, nötigste, nötigstes, nötigstem, nötigsten, nötigster)+EW; Z.: nö-t-ig
$nötigen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. nötigen, zwingen, Gewalt antun, notwendig machen; E.: s. nötig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. nötigen, DW 13, 942 (nöthigen), EWD s. u. Not; GB.: (nōtagōn*) seit um 1000 belegte und aus nötig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Recht mögliches zwingen oder Gewalt antun oder notwendig machen; F.: nötigen (!), nötige (!), nötigst, nötigt, nötigest, nötiget, nötigte, nötigtest, nötigten, nötigtet, genötigt, ##genötigt, genötigte, genötigtes, genötigtem, genötigten, genötigter##, nötigend, ###nötigend, nötigende, nötigendes, nötigendem, nötigenden, nötigender###, nötig (!)+EW; Z.: nö-t-ig-en
Notiz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Notiz, Aufzeichnung, Auflistung, Nachricht; ne. notice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. nōtitia; E.: s. lat. nōtitia, F., Bekanntsein, Ruf, Kenntnishaben, Bekanntschaft, Wissen, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Notiz, DW 13,965, EWD s. u. Notiz, Duden s. u. Notiz; Son.: vgl. nndl. notitie, Sb., Notiz; nschw. notice, F., Notiz; nschw. notis, Sb., Notiz; nnorw. notis, M., Notiz; poln. notatka, F., Notiz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliche von Menschen angefertigte kurze stichwortartige Aufzeichnung oder Auflistung oder Nachricht; BM.: kennen; F.: Notiz, Notizen+FW(+EW); Z.: No-t-iz
$Notizbuch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Notizbuch; E.: s. Notiz, s. Buch; L.: DW 13, 965, EWD s. u. Notiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Notiz und Buch gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für Notizen oder Aufzeichnungen entwickeltes und verwendetes Buch; F.: Notizbuch, Notizbuchs, Notizbuches, Notizbücher, Notizbüchern+FW+EW; Z.: No-t-iz—buch
$Notlüge, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Notlüge, aus Not geäußerte Lüge, mit Not begründete Lüge; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. Not, s. Lüge; L.: DW 13, 947 (Nothlüge), EWD s. u. Not; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. belegte und aus Not und Lüge gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche und von Menschen aus Not geäußerte Lüge oder mit Not begründete Lüge; F.: Notlüge, Notlügen+EW; Z.: No-t—lüg-e
$Notnagel (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Notnagel, als Notbehelf dienender Nagel, aushelfender Mensch; Q.: 1282 (Urkunde); E.: s. Not, s. Nagel; L.: DW 13, 948 (Nothnagel), EWD s. u. Not; GB.: seit 1282 belegte und aus Not und Nagel gebildete Bezeichnung für einen als Notbehelf dienenden Nagel oder übertragen (Adj.) auch für einen aushelfenden Menschen; F.: Notnagel, Notnagels, Notnägel, Notnägeln+EW; Z.: No-t—nag-el
notorisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. notorisch, bekannt, berüchtigt; ne. notorious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. lat. nōtōrius, Adj., anzeigend, kundtuend, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. notāre, V., kennzeichnen, bezeichnen, mit Kennzeichen versehen (V.), sich anmerken, unterscheiden; s. idg. *g̑nōtós, *g̑n̥tós, *g̑n̥h₃tós, Adj., bekannt, Pokorny 377; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. notorisch, DW 13, 965, EWD s. u. notorisch, Duden s. u. notorisch; Son.: vgl. nndl. notoir, Adj., notorisch; frz. notoire, Adj., notorisch; nschw. notorisk, Adj., notorisch; nnorw. notorisk, Adj., notorisch; poln. notoryczna, Adj., notorisch; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für bekannt oder berüchtigt; BM.: kennen; F.: notorisch, notorische, notorisches, notorischem, notorischen, notorischer(, notorischere, notorischeres, notorischerem, notorischeren, notorischerer, notorischst, notorischste, notorischstes, notorischstem, notorischsten, notorischster)+FW(+EW); Z.: no-t-or-isch
$Notpfennig, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Notpfennig, Notgroschen; E.: s. Not, s. Pfennig; L.: DW 13, 948 (Nothpfennig), EWD s. u. Not; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Not und Pfennig gebildete Bezeichnung für einen Pfennig für einen Notfall; F.: Notpfennig, Notpfennigs, Notpfennige, Notpfennigen+EW+FW; Z.: No-t—pfen-n-ig
$Notstand, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Notstand, Zustand der Not; E.: s. Not, s. Stand; L.: DW 13, 953 (Nothstand), EWD s. u. Not; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Not und Stand gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen und später auch in dem Recht entschuldigend berücksichtigten Zustand der Not; F.: Notstand, Notstands, Notstandes, Notstände, Notständen+EW; Z.: No-t—sta-n-d
$Notwehr, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Notwehr, anerkannte Gewaltabwehr, notwendige Verteidigung; E.: s. Not, s. Wehr (F.); L.: Kluge s. u. Notwehr, DW 13, 955 (Nothwehr), EWD s. u. Not; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus Not und Wehr (F.) gebildete Bezeichnung für eine in dem von Menschen entwickelten Recht allmählich als Rechtfertigungsgrund für eine Rechtsverletzung anerkannte Gewaltabwehr oder notwendige Verteidigung; F.: Notwehr+EW; Z.: No-t—wehr
$notwendig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. notwendig, nötig, erforderlich; E.: s. Not, s. wendig; L.: Kluge s. u. notwendig, DW 13, 956 (nothwendig), EWD s. u. Not; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Not und wendig gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Menschen nötig oder erforderlich; F.: notwendig, notwendige, notwendiges, notwendigem, notwendigen, notwendiger(, notwendigere, notwendigeres, notwendigerem, notwendigeren, notwendigerer, notwendigst, notwendigste, notwendigstes, notwendigstem, notwendigsten, notwendigster+EW; Z.: no-t—we-nd-ig
$Notwendigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Notwendigkeit, Erforderlichkeit; E.: s. notwendig, s. heit, s. keit; L.: DW 13, 956 (Nothwendigkeit), EWD s. u. Not; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus notwendig und keit gebildete Bezeichnung für eine aus Sicht des Menschen bestehende Erforderlichkeit; F.: Notwendigkeit, Notwendigkeiten+EW; Z.: No-t—we-nd-ig—kei-t
$Notzucht, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Notzucht, Vergewaltigung einer Frau; L.: Kluge 1. A. s. u. Not, Kluge s. u. Notzucht, DW 13, 963 (Nothzucht), EWD s. u. Not; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Not und Zucht gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl allmählich als rechtswidrig angesehene Vergewaltigung einer Frau; F.: Notzucht+EW; Son.: älter ahd. nōtzogōn* (Ende zehntes Jh.); Z.: No-t—zu-ch-t
$notzüchtigen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. notzüchtigen, vergewaltigen; E.: s. Notzucht, s. ig (Suff.), s. en (Suff.); L.: DW 13, 962 (nothzüchtigen), EWD s. u. Not; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Notzucht und ig (Suff.) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl allmählich als rechtswidrig angesehenes vergewaltigen einer Frau F.: notzüchtigen, notzüchtige, notzüchtigst, notzüchtigt, notzüchtigest, notzüchtiget, notzüchtigte, notzüchtigtest, notzüchtigten, notzüchtigtet, genotzüchtigt, ##genotzüchtigt, genotzüchtigte, genotzüchtigtes, genotzüchtigtem, genotzüchtigten, genotzüchtigter##, notzüchtigend, ###notzüchtigend, notzüchtigende, notzüchtigendes, notzüchtigendem, notzüchtigenden, notzüchtigender###, notzüchtig (!)+EW; Son.: älter ahd. nōtzogōn* (Ende zehntes Jh.); Z.: no-t-zü-ch-t-ig-en
Nougat, Nugat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Nougat, Nugat, Haselnussmasse, Nusskonfekt; ne. nougat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. nougat; E.: s. frz. nougat, M., Nougat; prov. nogat, M., Nusskuchen; vgl. prov. noga, F., Nuss; lat. nux, Nuss (F.) (1), Nussbaum, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Nougat, fehlt DW, EWD s. u. Nugat, Duden s. u. Nougat; Son.: vgl. nndl. noga, Sb., Nougat; nschw. nougat, Sb., Nougat; nnorw. nugat, M., Nugat; poln. nugat, M., Nougat; kymr. nyget, M., Nougat; lit. nuga, F., Nougat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Provenzalischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen erstmals in Oberitalien aus fein zerkleinerten gerösteten Nüssen oder Mandeln und Zucker und Kakao zubereitete Masse; F.: Nougat, Nougats, Nugat, Nugats+FW; Z.: Nou-g-at
Novelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Novelle, Neuigkeit, Nachtragsgesetz; ne. novel (N.); Vw.: -; Hw.: s. novellieren; Q.: 18. Jh. (Lessing); I.: Lw. it. novella; E.: s. it. novella, F., kleine Neuigkeit; vgl. lat. novellus (1), Adj., neu, jung, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Novelle, DW 13, 966, EWD s. u. Novelle, Duden s. u. Novelle; Son.: vgl. nndl. novelle, Sb., Novelle; frz. nouvelle, F., Novelle; nschw. novell, Sb., Novelle; nnorw. novelle, M., F., Novelle; poln. nowela, F., Novelle; kymr. nofel, F., Novelle, Roman; lit. novelė, F., Novelle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (eine Neuigkeit oder Neuerung und) eine Erzählung kürzeren Umfangs und für ein Gesetz das in einem ergänzenden oder abändernden Nachtrag zu einem bereits geltenden Gesetz besteht; BM.: neu; F.: Novelle, Novellen+FW(+EW); Z.: Nov-el-l-e
novellieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. novellieren, ein Gesetz erneuern, ein Gesetz ändern ein Gesetz ergänzen; ne. amend; Vw.: -; Hw.: s. Novelle; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. novellāre; E.: s. lat. novellāre, V., neue Weinstöcke setzen, bearbeiten, neu anpflanzen, urbar machen, roden, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Novelle, fehlt DW, Duden s. u. Novelle; Son.: vgl. poln. nowelizować, V., novellieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gesetz durch eine Novelle ändern oder ergänzen; BM.: neu; F.: novellieren, novelliere, novellierst, novelliert, novellierest, novellieret, novellierte, novelliertest, novellierten, novelliertet, ##novelliert, novellierte, novelliertes, novelliertem, novellierten, novellierter##, novellierend, ###novellierend, novellierende, novellierendes, novellierendem, novellierenden, novellierender###, novellier (!)+FW(+EW); Z.: nov-el-l-ier-en
$Novellist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Novellist; E.: s. Novell(e), s. ist; L.: Kluge s. u. Novelle, DW 13, 966; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Novell(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Verfasser einer Novelle oder mehrerer Novellen; F.: Novellist, Novellisten+FW(+EW); Z.: Nov-el-l-ist
November, nhd., M., (11. Jh.): nhd. November, elfter Monat im Jahr; ne. November; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. november, st. M., November; s. lat. November, M., November; vgl. lat. novem, Num. Kard., neun; idg. *eneu̯en, *neu̯n̥, *enu̯n̥, *h₁néu̯n̥-, Num. Kard., neun, Pokorny 318 (465/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. November, Kluge s. u. November, DW 13, 966, EWD s. u. November, Duden s. u. November; Son.: vgl. got. naubaimbair, st. M. (a)?, November; nndl. november, Sb., November; frz. novembre, M., November; nschw. november, Sb., November; nnorw. november, M., November; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus novem und ber oder bris (Suff.) gebildete Bezeichnung für den elften Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender der in Rom ursprünglich bei einem Beginn des Jahres in dem März als neunter Monat gezählt worden war; BM.: neun; F.: November, Novembers, Novembern+FW; Z.: Novem-ber
Novität, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Novität, Neuheit; ne. novelty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. novitās; E.: s. lat. novitās, F., Neuheit, Neues, Ungewöhnliches, Ungewohntes, Überraschendes, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Novität; Son.: vgl. nndl. noviteit, Sb., Novität; frz. nouveauté, F., Novität; nnorw. novitet, M., Novität, M., Novität; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Neuheit; BM.: neu; F.: Novität, Novitäten+FW; Z.: Nov-it-ät
Novize, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Novize, Neuling; ne. novice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1250-1300 (Sankt Georgener Prediger); E.: mhd. novize, sw. M., Novize; mnd. novicie, novitie, F., Novize, Nonne auf Probezeit; mlat. novicius, M., Novize; vgl. lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Novize, Kluge s. u. Novize, DW 13, 967, EWD s. u. Novize, Duden s. u. Novize; Son.: vgl. nndl. novice, Sb., Novize; frz. novice, M., Novize; nschw. novis, Sb., Novize; nnorw. novise, M., Novize; poln. nowicjusz, M., Novize; kymr. nofydd, M., Novize; nir. nóibhíseach, M., Novize; GB.: seit 1250-1300 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen noch kein Ordensgelübde abgelegt habenden Mönch und davon abgeleitet für einen Neuling (auf einem Gebiet); BM.: neu; F.: Novize, Novizen+FW(+EW); Z.: Nov-iz-e
Novum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Novum, Neuheit, noch nie Dagewesenes; ne. novelty; Vw.: -; Hw.: s. Novelle, Novität, Novize; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. novum; E.: s. lat. novum, N., Neues, Neuigkeit, (81-43 v. Chr.); lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Novum, fehlt DW, EWD s. u. Novum, Duden s. u. Novum; Son.: vgl. nndl. novum, Sb., Novum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Neuheit oder etwas noch nie Dagewesenes; BM.: neu; F.: Novum, Nova+FW; Z.: Nov-um
Nu, nhd., M., N., (11. Jh.?): nhd. Nu, jeweilige Gegenwart, Augenblick; ne. moment; Vw.: -; Hw.: s. nun; Q.: 13. Jh.; E.: von mhd. nū (1), nu, nuo, nuon, nūn, nun, Adv., nun, jetzt, zu diesem Zeitpunkt, gerade eben, eben jetzt, da, dann, als, während (Adv.); ahd. nū, nu, no, Adv., nun, jetzt, also, eben, eben jetzt, gerade (Adv.); germ. *nū, Adv., nun, jetzt; idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Nu, DW 13, 993 (Nun), Duden s. u. Nu, Bluhme s. u. Nu; Son.: nur noch in der Redewendung im Nu; GB.: seit 1060-1065 belegte und wohl aus dem Adverb nu gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jeweilige Gegenwart oder den Augenblick; BM.: jetzt; F.: Nu, Nus+EW; Z.: Nu
Nuance, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nuance, sehr feiner Unterschied, Abstufung; ne. nuance (N.); Vw.: -; Hw.: s. nuancieren; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. nuance; E.: s. frz. nuance, F., Nuance; vgl. frz. nuer, V., abschattieren; vgl. lat. nūbēs, F., Wolke, Rauchwolke, Staubwolke, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. nūbere, V., bedecken, verhüllen, sich vermählen, sich verheiraten, heiraten; idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); vgl. idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Nuance, fehlt DW, EWD s. u. Nuance, Duden s. u. Nuance; Son.: vgl. nndl. nuance, Sb., Nuance; nschw. nyans, Sb., Nuance; nnorw. nyanse, M., Nuance; poln. niuans, M., Nuance; lit. niuansas, M., Nuance; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen noch wahrgenommenen sehr feinen Unterschied oder eine Abstufung; BM.: drehen; F.: Nuance, Nuancen+FW; Z.: Nu-anc-e
nuancieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. nuancieren, fein abstufen, fein differenzieren, kaum merklich ändern; ne. nuance (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nuance; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. nuancer; E.: s. frz. nuancer, V., differenzieren; vgl. frz. nuer, V., abschattieren; vgl. lat. nūbēs, F., Wolke, Rauchwolke, Staubwolke, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. nūbere, V., bedecken, verhüllen, sich vermählen, sich verheiraten, heiraten; idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); vgl. idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Nuance, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. nuanceren, V., nuancieren; nschw. nyansera, V., nuancieren; nnorw. nyansere, V., nuancieren; poln. niuansować, V., nuancieren; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches fein abstufen oder sehr feine Unterschiede darstellen; BM.: drehen; F.: nuancieren, nuanciere, nuancierst, nuanciert, nuancierest, nuancieret, nuancierte, nuanciertest, nuancierten, nuanciertet, ##nuanciert, nuancierte, nuanciertes, nuanciertem, nuancierten, nuancierter##, nuancierend, ###nuancierend, nuancierende, nuancierendes, nuancierendem, nuancierenden, nuancierender###, nuancier (!)+FW(+EW); Z.: nu-anc-ier-en
$Nuancierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nuancierung, sehr feine Abstufung; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. nuancier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nuance; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus nuancier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sehr feine Abstufung; F.: Nuancierung, Nuancierungen+FW(+EW); Z.: Nu-anc-ier-ung
nüchtern, nhd., Adj., Adv., (10./11. Jh.): nhd. nüchtern, einfach, nächtlich; ne. sober, prosaic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. nüehtern, Adj., nüchtern; mnd. nöchteren (1), nüchteren, nöchtern, nüchtern, nuchtern, nuchterne, nochtern, nochterne, Adj., nüchtern, nicht berauscht, enthaltsam; mnl. nuchteren, nuechteren, nochteren, Adj., nüchtern, noch nichts gegessen habend; ahd. nuohtarn*, nuohturn*, Adj., nüchtern, mit leerem Magen, ungesättigt; lat. nocturnus, Adj., nächtlich; vgl. lat. nox, F., Nacht; vgl. idg. *nokt-, *nekᵘ̯t, *nokᵘ̯ts, F., Nacht, Abend, Dämmerung, Pokorny 762 (1298/25) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nüchtern, Kluge s. u. nüchtern, DW 13, 968, EWD s. u. nüchtern, EWAhd 6, 1073, Duden s. u. nüchtern, Bluhme s. u. nuechtern; Son.: vgl. afries. nūchteren, Adj., nüchtern; nndl. nuchter, Adj., nüchtern; nschw. nykter, Adj., nüchtern; nnorw. nøktern, Adj., nüchtern; arm. nawtʿi, Adj., nüchtern; gr. νήφειν (nḗphein), V., nüchtern sein (V.), besonnen sein (V.); GB.: seit 10./11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einfach oder nächtlich oder in der Nacht nichts gegessen und getrunken habend oder auf das Zweckmäßige beschränkt; BM.: Nacht; F.: nüchtern, nüchterne, nüchternes, nüchternem, nüchternen, nüchterner(, nüchternere, nüchterneres, nüchternerem, nüchterneren, nüchternerer, nüchternst, nüchternste, nüchternstes, nüchternstem, nüchternsten, nüchternster)+FW(+EW); Z.: nücht-ern
$Nüchternheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Nüchternheit; E.: s. nüchtern, s. heit; L.: Kluge s. u. nüchtern, DW 13, 972, EWD s. u. nüchtern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus nüchtern und heit gebildete Bezeichnung für Einfachheit und den Zustand des für viele Lebewesen vielleicht selbverständlichen während der Nacht nichts gegessen und getrunken habend; F.: Nüchternheit+FW+EW; Z.: Nücht-ern-hei-t
$Nüchterung, nhd., F., (Mitte 19. Jh.): nhd. Nüchterung, nüchtern Werden; Vw.: s. Aus-, Er-; E.: nüchter(n) (V.), s. ung; L.: DW 13, 973; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus nüchter(n) (V.) und ung belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nüchtern Werden nach vorangegangenem Essen oder Trinken; F.: Nüchterung, Nüchterungen+FW+EW; Z.: Nücht-er-ung
$Nück, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Nück, Aufsässigkeit, Bosheit; E.: s. Nücke; L.: Kluge s. u. Nücke, DW 13, 973 (Nück); GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Nücke verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Aufsässigkeit oder Bosheit; F.: Nück, Nückes, Nücks, Nücke, Nücken+EW; Z.: Nück
Nücke, Nucke, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Nücke, Nucke, Nück, versteckte Bosheit; ne. hidden malice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. nicke, nücke, Sb., Nücke; mhd. nücke*, nucke, nükke, F., Tücke, übler Streich, tückischer Anschlag, schlechte Absicht, arglistiger Sinn, Heimtücke, Charakterfehler; mndl. nucke, Sb., Nücke; vielleicht von mnd. nicken (1), sw. V., nicken, vornüberbeugen, niedersinken, niederbewegen, blinzeln, winken; mnl. nicken, sw. V., bücken, knien, beugen, sich beugen; nicken, winken; germ. *hneigwan, st. V., sich neigen; idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nücke, Kluge s. u. Nücke, DW 13, 973, Duden s. u. Nücke; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen sowie dem Mittelniederländischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früh mögliche nicht vorauszuahnende unangenehme Eigenheit die in dem Umgang mit einer Sache oder einem Menschen Ungelegenheit bereitet; BM.: drücken?; F.: Nücke, Nücken, Nucke, Nucken+EW; Z.: Nück-e
$Nuckel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Nuckel, Sauger, Schnuller; E.: s. nuckel(n); L.: DW 13, 974 (Nückel), EWD s. u. Nuckel; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit nuckeln verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen für Säuglinge nach dem Vorbild der weiblichen Brust entwickelten und verwendeten Sauger oder Schnuller; F.: Nuckel, Nuckels, Nuckeln+EW; Z.: Nuck-el
nuckeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. nuckeln, langsam saugen, schnullen; ne. suck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; E.: wohl Ableitung von saugen (s. d.); L.: Kluge s. u. nuckeln, DW 13, 974, EWD s. u. Nuckel, Duden s. u. nuckeln; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Nuckel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Säugetieren mögliches langsam saugen oder schnullen; BM.: saugen bzw. feucht; F.: nuckeln, nuckel (!), nuckle, nuckelst, nuckelt, nuckelte, nuckeltest, nuckelten, nuckeltet, genuckelt, ##genuckelt, genuckelte, genuckeltes, genuckeltem, genuckelten, genuckelter##, nuckelnd, ##nuckelnd, nuckelnde, nuckelndes, nuckelndem, nuckelnden, nuckelnder###, nuckel (!)+EW; Z.: nuck-el-n
Nudel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nudel, eine Teigware; ne. noodle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. nudel, Sb., Nudel?; Lautvariante von Knödel?, Nudel; oder aus dem Grödnerischen menùdli, Sb., viereckige Teigplätzchen in der Suppe; von lat. minūtulus, Adj., ganz klein, sehr klein, ganz unbedeutend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. minūtus, Adj., ganz klein, winzig; vgl. lat. minuere, V., kleiner machen; vgl. idg. *mei- (5), *meiH-, V., mindern, verkleinern, Pokorny 711 (1179/44) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nudel, Kluge s. u. Nudel, DW 13, 975, EWD s. u. Nudel, Duden s. u. Nudel, Bluhme s. u. Nudel; Son.: vgl. nndl. noedel, Sb., Nudel; frz. nouille, F., Nudel; nschw. nudel, Sb., Nudel; nnorw. nudel, M., Nudel; GB.: seit 16. Jh. belegte und möglicherweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen beispielsweise in China seit rund 4000 Jahren vor allem aus Mehl und Ei hergestellte und durch Kochen zubereitete verschiedenartig geformte Teigware; BM.: verkleinern?; F.: Nudel, Nudeln+FW?+EW?; Z.: Nu-d-el
$nudeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. nudeln, wie eine Nudel behandeln; Q.: Ende 18. Jh.?; E.: s. Nudel, s. (e)n; L.: s. Nudel, DW 13, 976; GB.: vielleicht seit Ende 18. Jh. belegte und aus Nudel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Nudeln mögliches wie eine Nudel behandeln; F.: nudeln (!), nudel (!), nudle, nudele, nudelst, nudelt, nudelte, nudeltest, nudelten, nudeltet, genudelt, ##genudelt, genudelte, genudeltes, genudeltem, genudelten, genudelter##, nudelnd, ###nudelnd, nudelnde, nudelndes, nudelndem, nudelnden, nudelnder###, nudel (!)+FW?+EW?; Z.: nu-d-el-n
Nudismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nudismus, Freikörperkultur; ne. nudism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. nūdus, Adj., bloß, nackt, entkleidet, unbedeckt, unbeschirmt, (204-169 v. Chr.); idg. *nogᵘ̯-, *nogᵘ̯dʰo-, *nogᵘ̯dʰh₁o-, Adj., nackt, Pokorny 769 (1314/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Nudismus, fehlt DW, EWD s. u. Nudismus, Duden s. u. Nudismus; Son.: vgl. nndl. nudisme, Sb., Nudismus; frz. nudisme, M., Nudismus; nschw. nudism, Sb., Nudismus; nnorw. nudisme, M., Nudismus; poln. nudyzm, M., Nudismus; lit. nudizmas, M., Nudismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem lateinischen nud(us) des Altertums und ismus gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen nach jahrtausendelanger Entwicklung von Bekleidung in der Gegenwart entwickelte Lebensanschauung nach der die gemeinsame Betätigung beider Geschlechter in dem Freien ohne Bekleidung der physischen und psychischen Gesundung dient und Freikörperkultur zumindest in der Freizeit vorzuziehen ist; BM.: nackt; F.: Nudismus+FW; Z.: Nud-ism-us
$Nudist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Nudist; E.: s. Nudis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Nudismus, fehlt DW, EWD s. u. Nudismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Nudis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Nudismus oder der Freikörperkultur; F.: Nudist, Nudisten+FW(+EW); Z.: Nud-ist
$nudistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. nudistisch, Freikörperkultur betreffend; E.: s. Nudist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nudismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Nudist und isch gebildete Bezeichnung für Nudismus und Nudisten betreffend; F.: nudistisch, nudistische, nudistisches, nudistischem, nudistischen, nudistischer+FW(+EW); Z.: nud-ist-isch
nuklear, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. nuklear, Atomkern betreffend; ne. nuclear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung nach englischem Vorbild; E.: s. lat. nucleus, M., Kern, Nusskern; vgl. lat. nux, F., Nuss (F.) (1), Nussbaum, Kern, Inbegriff; idg. *ken- (1), V., drücken, kneifen, knicken, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. nuklear, fehlt DW, EWD s. u. nuklear, Duden s. u. nuklear; Son.: vgl. nndl. nucleair, Adj., nuklear; frz. nucléaire, Adj., nuklear; nschw. nukleär, Adj., nuklear; nnorw. nukleær, Adj., nuklear; poln. nuklearny, Adj., nuklear; kymr. niwclear, Adj., nuklear; nir. núicléach, Adj., nuklear; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl nach ne. nuclear aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Kern von Atomen betreffend; BM.: drücken; F.: nuklear, nukleare, nukleares, nuklearem, nuklearen, nuklearer+FW(+EW); Z.: nuk-l-e-ar
$null (1), nhd., Num. Kard., (16. Jh.): nhd. null, nichts; E.: s. Null; L.: DW 13, 978?, EWD s. u. Null; GB.: die vielleicht aus dem Babylonischen oder vielleicht aus dem Arabischen und Indischen nach dem 7. Jh. n. Chr. aufgenommene Zahl für nichts F.: null+FW; Z.: n-ul-l
$null (2), nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. null, nichtig, nichts; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; L.: DW 13, 978, EWD s. u. Null; F.: null+FW; Z.: n-ul-l
Null, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Null, Nullpunkt, Nichts; ne. nil, zero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. nūlla; E.: s. lat. nūlla, F., Null, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. nūllus, Pron., Adj., Adv., kein, gar nicht, durchaus nicht, unbedeutend; lat. nē (2), Konj., dass nicht, damit nicht, doch nicht, nicht etwa nicht; idg. *nē? (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. ūllus (1), Pron., irgend ein, irgendein, irgendjemand; lat. ūnus, Adj., ein, einzig, alleinig; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Null, DW 13, 979, EWD s. u. Null, Duden s. u. Null, Bluhme s. u. Null; Son.: vgl. nndl. nul, Sb., Null; frz. nul, Adj., null; nschw. nolla, Sb., Null; nnorw. null, M., N., Null; lit. nulis, M., Null; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Universums mögliches Nichts; BM.: kein; F.: Null, Nullen+FW(+EW); Z.: N-ul-l
$null-acht-fuffzehn, nhd., Redewendung, (20. Jh.?): nhd. null-acht-fuffzehn; E.: s. null, s. acht, s. fünfzehn; L.: Kluge s. u. Null, fehlt DW; GB.: wohl seit dem Ersten Weltkrieg aus null und acht und fünfzehn gebildete Bezeichnung für ein seit diesen Jahren entwickeltes und verbessertes Maschinengewehr des Deutschen Reiches das als ganz gewöhnlich und nicht besonders beachtenswert eingestuft wird; F.: null-acht-fuffzehn+EW; Z.: n-ul-l—acht—fuff—zehn
Nulpe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Nulpe, Dummkopf; ne. wimp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht s. nhd. Null?; L.: DW 13, 981? (Tabakspfeife), EWD s. u. Nulpe, Duden s. u. Nulpe; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Null verbindbare Bezeichnung für einen langweiligen und dummen sowie unbedeutenden Menschen oder Dummkopf; BM.: Null?; F.: Nulpe, Nulpen+FW?+EW?; Z.: Nulp-e
Numen, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Numen, Gottheit, göttliches Wesen; ne. numen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. nūmen; E.: s. lat. nūmen, N., Wink, Wille, Geheiß, wirkende Macht, göttliches Walten, (um 180-102 v. Chr.); idg. *neu- (2), *néh₂u-, V., bewegen, stoßen, rücken, nicken, winken, Pokorny 767 (1308/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Numen; Son.: vgl. frz. numen, M., Numen; nschw. numen, Sb., Numen; poln. numen, Sb., Numen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches göttliches Wesen als wirkende Kraft; BM.: bewegen; F.: Numen, Numens+FW; Z.: Nu-m-en
Numeral, Numerale, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Numeral, Numerale, Zahlwort; ne. numeral (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nummer, nummerieren, numerisch, Numerus; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. numerālis; E.: s. lat. numerālis, Adj., zu den Zahlen gehörig, Zahl..., (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. numerus, M., Zahl, Anzahl, Reihe, Menge, Vorrat, Masse; vgl. idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nummer, fehlt DW, EWD s. u. Nummer, Duden s. u. Numeral; Son.: vgl. frz. numéral, M., Numeral; nnorw. numeral, N., Numeral; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen mit der Entwicklung von Sprache in immer größerer Zahl gebildete Zahlwort (von eins oder null bis (fast) unendlich positiv und negativ); BM.: rechnen bzw. zählen; F.: Numeral, Numerale, Numerales, Numeralien, Numeralia+FW(+EW); Z.: Num-er-al
Numerale, nhd., N.: nhd. Numerale; Vw.: s. Numeral
numerieren, nhd., sw. V.: nhd. numerieren; Vw.: s. nummerieren
numerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. numerisch, auf Zahlen bezogen, Zahlen betreffend, unter Verwendung von Zahlen erfolgend; ne. numeric, numerical; Vw.: -; Hw.: s. Nummer, nummerieren, Numeral, Numerus; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. numericus; E.: s. mlat. numericus, Adj., zur Zahl gehörig, Zahl...; vgl. lat. numerus, M., Zahl, Anzahl, Reihe, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nummer, fehlt DW, EWD s. u. Nummer; Son.: vgl. nndl. numeriek, Adj., numerisch; frz. numérique, Adj., numerisch; nschw. numerisk, Adj., numerisch; nnorw. numerisk, Adj., numerisch; poln. numeryczny, Adj., numerisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für auf Zahlen bezogen oder Zahlen betreffend oder unter Verwendung von Zahlen erfolgend; BM.: rechnen bzw. zählen; F.: numerisch, numerische, numerisches, numerischem, numerischen, numerischer+FW(+EW); Z.: num-er-isch
Numerus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Numerus, grammatikalische Zahlbestimmung; ne. number (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nummer, Numeral, nummerieren, numerisch; Q.: 1607?; I.: lat. numerus; E.: s. lat. numerus, M., Zahl, Anzahl, Reihe, Menge, Vorrat, Masse, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nummer, fehlt DW, Duden s. u. Numerus; Son.: vgl. nnorw. numerus, M., Numerus; GB.: vielleicht seit 1607 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine grammatische Kategorie die abstrakt die Zahl (Einzahl/Singular oder Mehrzahl/Plural daneben auch Zweizahl/Dual möglich) der bezeichneten Gegebenheiten (Gegenstände oder Menschen) angibt (grammatikalische Zahlbestimmung); BM.: rechnen bzw. zählen; F.: Numerus, Numeri+FW; Z.: Num-er-us
Numismatik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Numismatik, Münzkunde; ne. numismatics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. numismatique; E.: s. frz. numismatique, F., Numusmatik; vgl. lat. nomisma, numisma, N., Münze, Geldstück, (65-8 v. Chr.); gr. νόμισμα (nómisma), N., gültige Einrichtung, Brauch, Sitte; vgl. gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Numismatik, fehlt DW, EWD s. u. Numismatik, Duden s. u. Numismatik; Son.: vgl. nndl. numismatiek, Sb., Numismatik; nschw. numismatik, Sb., Numismatik; nnorw. numismatikk, M., Numismatik; poln. numizmatyka, F., Numismatik; kymr. nwmismateg, F., Numismatik; lit. numizmatika, F., Numismatik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit der Entwicklung von Münzen gebildete sich mit Münzen beschäftigende (Sachkunde und) Wissenschaft; BM.: nehmen; F.: Numismatik+FW(+EW); Z.: Num-ism-at-ik
$numismatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. numismatisch; Q.: um 1800; E.: s. Numismat(ik), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Numismatik; GB.: seit um 1800 belegte und aus Numismat(ik) und isch gebildete Bezeichnung für die Numismatik oder Münzkunde betreffend, F.: numismatisch, numismatische, numismatisches, numismatischem, numismatischen, numismatischer+FW(+EW); Z.: num-ism-at-isch
Nummer, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nummer, Zahl; ne. number (N.); Vw.: -; Hw.: s. nummerieren, numerisch, Numeral, Numerus; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: mnd. nummer, F.?, Nummer, aufgezählte Zahl; it. numero, M., Nummer; lat. numerus, M., Zahl, Anzahl, Reihe, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. nummer, Sb., Nummer; frz. numéro, M., Nummer; nschw. nummer, N., Nummer; nnorw. nummer, N., Nummer; poln. numer, M., Nummer; lit. numeris, M., Nummer; L.: Kluge s. u. Nummer, DW 13, 981, EWD s. u. Nummer, Duden s. u. Nummer, Bluhme s. u. Nummer; GB.: seit Mitte 16. Jh. mittelniederdeutsch belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem (Ablativ des) Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine etwas kennzeichnende Zahl wie beispielsweise ein oder zwei oder drei; BM.: rechnen bzw. zählen; F.: Nummer, Nummern+FW(+EW); Z.: Num-m-er
nummerieren, numerieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. nummerieren, numerieren, beziffern; ne. number (V.); Vw.: -; Hw.: s. Numeral, Nummer, numerisch, Numerus; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. numerāre; E.: s. lat. numerāre, V., zählen, rechnen, aufzählen, anführen, schätzen, hinzählen, auszahlen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. numerus, M., Zahl, Anzahl, Reihe; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nummer, DW 13, 981, EWD s. u. Nummer, Duden s. u. numerieren; Son.: vgl. nndl. nummeren, V., nummerieren; frz. numéroter, V., nummerieren; nschw. numrera, V., nummerieren; nnorw. nummerere, V., nummerieren, poln. numerować, V., nummerieren; lit. numeruoti, V., nummerieren; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Zahlen durch den Menschen mögliches mit Nummern oder Zahlen oder Ziffern versehen (V.) um eine bestimmte eindeutige Ordnung oder Reihenfolge festzulegen; BM.: rechnen bzw. zählen; F.: nummerieren, nummeriere, nummerierst, nummeriert, nummerierest, nummerieret, nummerierte, nummeriertest, nummerierten, nummeriertet, ##nummeriert, nummerierte, nummeriertes, nummeriertem, nummerierten, nummerierter##, nummerierend, ###nummerierend, nummerierende, nummerierendes, nummerierendem, nummerierenden, nummerierender###, nummerier (!), numerieren, numeriere, numerierst, numeriert, numerierest, numerieret, numerierte, numeriertest, numerierten, numeriertet, ##numeriert, numerierte, numeriertes, numeriertem, numerierten, numerierter##, numerierend, ###numerierend, numerierende, numerierendes, numerierendem, numerierenden, numerierender###, numerier !)+FW(+EW); Z.: num-m-er-ier-en
nun, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. nun, nunmehr, jetzt, gegenwärtig; ne. now; Vw.: -; Hw.: s. Nu; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. nuone, Adv., nun, jetzt, zu diesem Zeitpunkt, gerade eben, eben jetzt, da, dann, als, während (Adv.); mhd. nū (1), nu, nuo, nuon, nūn, nun, Adv., nun, jetzt, zu diesem Zeitpunkt, gerade eben, eben jetzt; mnd. nū (1), nw?, Adv., jetzt, nun, gegenwärtig, in diesem Augenblick, bald, gleich, nunmehr, zu dieser Zeit, heutzutage, nun mal; mnl. nu, nou, Adv., nun, jetzt, in diesem Moment, nun da; ahd. nū, nu, no, Adv., nun, jetzt, also, eben; as. nū, Adv., Konj., nun, jetzt, da nun, wenn nun, da; anfrk. nū, Adv., nun; germ. *nū, Adv., nun, jetzt; idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. nun, Kluge s. u. nun, DW 13, 982, EWD s. u. nun, EWAhd 6, 1059, Falk/Torp 298, Duden s. u. nun; Son.: vgl. afries. nū, Adv., nun, dann; saterl. nu, Adv., nun, dann; ae. nū (1), Adv., nun, jetzt, soeben; an. nū, Adv., nun, jetzt; got. nū, Adv., Konj., nun, jetzt, also, folglich, demnach; nndl. nu, Adv., nun; nschw. nu, Adv., nun; nisl. nú, Adv., nun; ai. nú, Adv., nun, jetzt, soeben; jav. nō, Adv., jetzt, nun; alb. nu, Adv., wann; lat. nūper, Adv., neulich, vor kurzem, kürzlich; air. nu, Adv., jetzt, kürzlich; kymr. nu, Adv., jetzt, kürzlich; lit. nù, Adv., nun, denn; apreuß. ...nu, Suff., jetzt, nun; toch. A nu, Adv., aber, dennoch; toch. B no, Adv., aber, dennoch; heth. nu, Adv., und, aber; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für nunmehr oder jetzt oder gegenwärtig oder in der Gegenwart geschehend; BM.: jetzt; F.: nun+EW; Z.: nu-n
$Nun, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Nun, Jetzt, Gegenwart; E.: s. nun; L.: EWD s. u. nun; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit nun verbindbare Bezeichnung für Jetzt oder Gegenwart; F.: Nun, Nuns+EW; Z.: Nu-n
$nunmehr, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. nunmehr, nun, jetzt; E.: s. nun, s. mehr; L.: EWD s. u. nun; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus nun und mehr gebildete Bezeichnung für nun oder jetzt oder in der Gegenwart; F.: nunmehr+EW; Z.: nu-n—meh-r
Nuntiatur, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Nuntiatur, Amt eines Boten oder Abgesandten; ne. nunciature; Vw.: -; Hw.: s. Nuntius; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. nunziatura; E.: s. it. nunziatura, F., Nuntiatur; vgl. it. nunziare, V., verkündigen; lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden, anzeigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige, Auftrag; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. Nuntius, fehlt DW, Duden s. u. Nuntiatur; Son.: vgl. frz. nonciature, F., Nuntiatur; poln. nuncjatura, F., Nuntiatur; nir. nuinteasacht, F., Nuntiatur; lit. nunciatūra, F., Nuntiatur; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amt eines Boten (Nuntius) oder Abgesandten (insbesondere des Papstes); BM.: rufen?; F.: Nuntiatur, Nuntiaturen+FW(+EW); Z.: Nu-n-t-i-at-ur
Nuntius, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Nuntius, Botschafter, Bote, Himmelsbote, Engel; ne. nuncio; Vw.: -; Hw.: s. Nuntiatur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. nūntius; E.: s. lat. nūntius, M., Verkünder, Melder, Bote, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige, Auftrag; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. Nuntius, fehlt DW, EWD s. u. Nuntius, Duden s. u. Nuntius; Son.: vgl. nndl. nuntius, Sb., Nuntius; frz. nonce, M., Nuntius; nschw. nuntie, Sb., Nuntius; nnorw. nuntius, M., Nuntius; poln. nuncjusz, M., Nuntius; nir. nuinteas, M., Nuntius; lit. nuncijus, M., Nuntius; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Botschafter oder Boten (insbesondere des Papstes); BM.: rufen?; F.: Nuntius, Nuntien+FW(+EW); Z.: Nu-n-t-i-us
nur, nhd., Adv., (11. Jh.): nhd. nur, bloß, ausschließlich; ne. only; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. nūr (1), nür, Adv., nur; mnl. newaer, newāre, Adv., nur; von ahd. ni wāri; ahd. ni, Konj., Negationspartikel, nein, nicht, dass nicht, und nicht, aber nicht; germ. *ni, Konj., dass nicht, nicht; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170; s. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. nur, Kluge s. u. nur, DW 13, 998, EWD s. u. nur, Duden s. u. nur, Bluhme s. u. nur; Son.: vgl. as. ni wāri, Adv., wäre es nicht; afries. newēre, Konj., nicht wäre, es wäre denn, sondern (Konj.); nndl. naar, Präp., nach, zu; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus ahd. ni wāri gebildete Bezeichnung um sich bloß oder ausschließlich auf das Genannte zu beschränken; BM.: wäre es nicht; F.: nur+EW; Z.: nu-r
nuscheln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. nuscheln, (durch die Nase) undeutlich sprechen; ne. mumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: fnhd. nuseln, V., näseln; vgl. ahd. nasa, st. F. (ō), sw. F. (n), Nase, Näsling; germ. *nasō, st. F. (ō), Nase; idg. *nas-, *h₂n̥h₁os-, Sb., Nasenloch, Nase, Pokorny 755 (1280/7) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *anə-, *an- (3), V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. nuscheln, EWD s. u. nuscheln, DW 13, 1009 (nüscheln), Duden s. u. nuscheln, Bluhme s. u. nuscheln; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus Nas(e) und el (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für (durch die Nase) undeutlich sprechen; BM.: Nase; F.: nuscheln, nuschel (!), nuschle, nuschele, nuschelst, nuschelt, nuschelte, nuscheltest, nuschelten, nuscheltet, genuschelt, ##genuschelt, genuschelte, genuscheltes, genuscheltem, genuschelten, genuschelter##, nuschelnd, ###nuschelnd, nuschelnde, nuschelndes, nuschelndem, nuschelnden, nuschelnder###, nuschel (!)+EW; Z.: nusch-el-n
Nuss (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Nuss (F.) (1), essbarer nahrhafter Same (Kern) verschiedener Nussbaumarten mit harter Schale (F.) (1); ne. nut; Vw.: s. (Hasel-,) Koka-, Kokos-, Wal-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. nuz (2), st. F., Nuss (F.) (1), Schalenfrucht, Mandel, Nusskern, Geringstes, Kerbe am Armbrustschaft; mnd. nut (2), not, note, F., Nuss (F.) (1), Handelsgut für Nahrungsmittel, Schalenfrucht, Mandel, Nusskern; mnl. not, note, F., Nuss, Becher in Form einer Nuss; ahd. nuz (2), st. F. (i), Nuss (F.) (1), Nusskern; as. hnut*, st. F. (i), Nuss (1); anfrk. *nut?, F., Nuss (F.) (1); mnl. not, Sb., Nuss; germ. *hnut, *hnutu, F., Nuss (F.) (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Nusz 1, Kluge s. u. Nuss 1, DW 13, 1012 (Nusz), EWD s. u. Nuss, EWAhd 6, 1084, Falk/Torp 100, Duden s. u. Nuss, Bluhme s. u. Nuss; Son.: vgl. afries. -; ae. hnutu, F. (kons.), Nuss (F.) (1); an. hnot, st. F. (ō?, u?), Nuss (F.) (1); got. -; nndl. noot, Sb., Nuss (F.) (1); nschw. nöt, Sb., Nuss (F.) (1); nnorw. nøtt, M., F., Nuss (F.) (1); ? lat. nux, F., Nuss (F.) (1), Nussbaum; mir. cnú, Sb., Nuss (F.) (1); kymr. cneuen, F., Nuss (F.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche Frucht verschiedener Baumarten mit harter Schale und essbarem nahrhaftem Kern; BM.: ?; F.: Nuss, Nüsse, Nüssen+EW; Z.: Nuss
Nuss (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nuss (F.) (2), Stoß, Schlag; ne. knock (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit Nuss (1); oder von einem nicht mehr fassbaren Verb mit der Bedeutung schlagen; L.: Kluge 1. A. s. u. Nusz 2, Kluge s. u. Nuss 2, DW 13, 1011 (Nusz), Duden s. u. Nuss; GB.: seit der frühen Neuzeit Bezeichnung für einen von Menschen ausgeführten Stoß oder Schlag mit der Hand oder der Faust auf den Kopf eines anderen Menschen; BM.: schlagen?; F.: Nuss, Nüsse, Nüssen+EW; Z.: Nuss
$Nussknacker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Nussknacker; E.: s. Nussknacker; L.: DW 13, 1017 (Nuszknacker), EWD s. u. Nuß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nuss und Knacker gebildete Bezeichnung für ein von Menschen statt der bloßen Hand oder eines Steines vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät aus Metall für das Aufbrechen oder Knacken der harten Schale einer Nuss zwecks Verzehrs des Kernes; F.: Nussknacker, Nussknackers, Nussknackern+EW; Z.: Nuss—knack-er
Nüster, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nüster; ne. nostril; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. mnd. nüster, nusterik?, F., Nasenloch, Nüster; afries. noster, F., Nüster, Nasenloch; s. germ. *nustri-, *nustriz, st. F. (i), Nüster; idg. *nas-, *h₂n̥h₁os-, Sb., Nasenloch, Nase, Pokorny 755; vgl. idg. *anə-, *an- (3), *h₂enh₁-, V., atmen, hauchen, Pokorny 38 (71/71) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nüster, Kluge s. u. Nüster, DW 13, 1011, EWD s. u. Nüster, Duden s. u. Nüster, Bluhme s. u. Nuester; Son.: vgl. lit. nastrai, nasrai, M. Pl., Rachen, Schlund, Maul; lit. apìnastris, apìnasris, M., Kopfstück an dem Pferdezaum, Maulkorb; ksl. nozdri, Pl., Nüstern; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Nasenloch bei größeren Tieren wie beispielsweise Pferden; BM.: atmen; F.: Nüster, Nüstern+EW; Z.: Nü-s-t-er
Nut, Nute, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Nut, Nute, Rinne; ne. groove (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nutte; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. nuot, st. F., Fuge (F.) (1); mnl. nōt, Sb., Kerbe in der Armbrust für die gespannte Sehne; ahd. nuot, st. F. (i), Nut, Spalt, Ausschnitt, Fuge (F.) (1), Verbindung, Ritze; vgl. ahd. nuoen*, sw. V. (1a), glätten, fügen, hobeln, einfügen; germ. *hnōjan, sw. V., glätten, fügen; idg. *kenə-, *knē-, *kneh₂e-, *kneh₂o-, V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 560; s. idg. *ken- (2), V., kratzen, schaben, reiben, Pokorny 559 (868/100) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Nute, Kluge s. u. Nut(te), DW 13, 1020 (Nuth), EWD s. u. Nut, EWAhd 6, 1078, Duden s. u. Nut, Bluhme s. u. Nut; Son.: vgl. nnorw. not, M., F., Nut; lit. kniótis, V., sich abschälen, sich loslösen; GB.: (nuot) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früh von Menschen entwickelte und verwendete rinnenförmige Vertiefung (Rinne oder Rille) in der Oberfläche von Werkstoffen; BM.: kratzen; F.: Nut, Nute, Nuten+EW; Z.: Nu-t
nutschen, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. nutschen, lutschen; ne. suck; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl Lautgebärde; L.: Kluge s. u. nutschen, DW 13, 1020, EWD s. u. nutschen, Duden s. u. nutschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend entwickelte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder anderer Primaten mögliches (an etwas) lutschen; BM.: lautmalend?; F.: nutschen, nutsche (!), nutschst, nutscht, nutschest, nutschet, nutschte, nutschtest, nutschten, nutschtet, genutscht, ##genutscht, genutschte, genutschtes, genutschtem, genutschten, genutschter##, nutschend, ###nutschend, nutschende, nutschendes, nutschendem, nutschenden, nutschender###, nutsch (*)+EW; Z.: nutsch-en
Nutte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nutte, Dirne, Prostituierte; ne. hooker; Vw.: -; Hw.: s. Nut; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Nut, als vulgäre Bezeichnung der Vagina; L.: Kluge s. u. Nutte, fehlt DW, EWD s. u. Nutte, Duden s. u. Nutte, Bluhme s. u. Nutte; GB.: seit der späteren Neuzeit (1. Hälfte 19. Jh.) belegte und wohl aus Nut für Rinne oder Scheide gebildete Bezeichnung für eine Dirne oder Prostituierte; BM.: Rinne; F.: Nutte, Nutten+EW; Z.: Nu-t-t-e
Nutz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nutz, Nutzen (M.), Vorteil; ne. use (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nutzen, nutzen; Q.: nach 765? (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. nuz (1), nutz, st. M., Gebrauch, Genuss, Nutzen (M.), Gewinn, Vorteil; mnd. nut (1), nüt, nütte, F., M., N., Nutzen (M.), Nutzung, Nützlichkeit, Genuss, Vorteil; mnl. nut, M., F.?, Ertrag; ahd. nuz (1), st. M. (a?, i?), Nutzen (M.), Heil, Wohl, Benutzung, Gebrauch, Verwendung, Ertrag, Gewinn; s. germ. *nutī-, *nutīn, sw. F. (n), Nutzen (M.), Ertrag; s. idg. *neud-?, V., greifen, ergreifen, nutzen, Pokorny 768? (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: DW 13, 1025, EWAhd 6, 1083, Duden s. u. Nutz, Bluhme s. u. Nutz; Son.: vgl. afries. nut, net, M., F., N.?, Nutzen (M.); ae. -; an. -; got. -; nndl. nut, Sb., Nutz, Nutzen (M.); nschw. nytta, Sb., Nutz, Nutzen (M.); nnorw. nytte, M., F., Nutz, Nutzen (M.); GB.: (nuz) seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nutzen oder Vorteil; BM.: greifen; F.: Nutz, Nutzes+EW; Z.: Nutz
$Nutzanwendung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nutzanwendung; E.: s. Nutz, s. Anwendung: L.: DW 13, 1020, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nutz und Anwendung gebildete Bezeichnung für die Anwendung einer Gegebenheit zu einem Nutz oder Nutzen (von Menschen); F.: Nutzanwendung, Nutzanwendungen+EW; Z.: Nutz—an—we-nd-ung
$nutzbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. nutzbar, nützlich, nutzbringend; E.: s. Nutz, s. bar; L.: DW 13,1021, EWD s. u. Nutzen; GB.: (nutzebære) seit um 1277 belegte und aus Nutz und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches nützlich oder nutzbringend; F.: nutzbar, nutzbare, nutzbares, nutzbarem, nutzbaren, nutzbarer(, nutzbarere, nutzbareres, nutzbarerem, nutzbareren, nutzbarerer, nutzbarst, nutzbarste, nutzbarstes, nutzbarstem, nutzbarsten, nutzbarster)+EW; Z.: nutz—bar
$nutzbringend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. nutzbringend, nützlich, Nutzen bewirkend; L.: DW 13,1022, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Nutz und bringend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches nützlich oder Nutzen bewirkend; F.: nutzbringend, nutzbringende, nutzbringendes, nutzbringendem, nutzbringenden, nutzbringender(, nutzbringendere, nutzbringenderes, nutzbringenderem, nutzbringenderen, nutzbringenderer, nutzbringendst, nutzbringendste, nutzbringendstes, nutzbringendstem, nutzbringendsten, nutzbringendster)+EW; Z.: nutz—bri-ng-en-d
nütze, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. nütze, Nutzen bringend, Nutzen bewirkend, nützlich, brauchbar; ne. useful; Vw.: -; Hw.: s. Nutzen, nützen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. nütze, Adj., nützlich, nütze, nutzbringend; mnd. nütte (2), Adj., nützlich, von Nutzen (M.) seiend, geeignet, brauchbar, tüchtig; mnl. nutte, Adj., nützlich, vorteilhaft, von Nutzen seiend; ahd. nuzzi*, Adj., nütze, nützlich, dienlich, nutzbringend, geeignet, geeignet für, brauchbar; as. nutti*, Adj., nütze, nützlich, brauchbar; anfrk. -; germ. *nuti-, *nutiz, Adj., nützlich, nütze, brauchbar; westgerm. *neutja-, *neutjaz?, *nutja-, *nutjaz, Adj., nützlich, nütze, brauchbar; s. idg. *neud-?, V., greifen, ergreifen, nutzen, Pokorny 768 (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. nütze, Kluge s. u. nütze, DW 13, 1022, EWD s. u. nütze, EWAhd 6, 1088, Falk/Torp 299, Seebold 361, Heidermanns 426, 429, Duden s. u. nütze, Bluhme s. u. Nutz; Son.: vgl. afries. nette (2), Adj., nützlich, brauchbar; saterl. nut, Adj., nützlich; ae. nytt (2), Adj., nütze, nützlich, wohltätig, hilfreich; an. nȳtr, Adj., nützlich; got. nuts?, Adj. (i), nütz, nützlich, brauchbar; GB.: (nuzzi) seit 863-871 belegte und für das Germanische und das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Nutzen bringend oder Nutzen bewirkend oder nützlich oder für einen bestimmten Zweck brauchbar; BM.: greifen; F.: nütze+EW; Z.: nütz-e
nutzen, nützen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. nutzen, nützen, gebrauchen, Gebrauch machen; ne. benefit (V.), avail, use (V.); Vw.: -; Hw.: s. Nutz, Nutzen, nütze; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. nutzen, sw. V., gebrauchen, benützen; mnd. nütten, nuytten, sw. V., nützen, genießen, zu sich nehmen, essen, trinken, gebrauchen, benutzen, verwenden, ausnutzen, Gebrauch machen von; mnl. nutten, sw. V., nutzen, nützen, Gebrauch machen von; ahd. nuzzen*, sw. V. (1a), nutzen, bebauen; ahd. nuzzōn*, sw. V. (2), nutzen, genießen, verbringen; as. nôtian*?, as, sw. V. (1a?), zugesellen; anfrk. -; germ. *nutjan, sw. V., ergreifen, nützen, nutzen; germ. *nutōn, sw. V., benutzen, gebrauchen; s. idg. *neud-?, V., greifen, nutzen, ergreifen, Pokorny 768? (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nutzen, DW 13, 1029, EWD s. u. Nutzen, EWAhd 6, 1087, EWAhd 6, 1090, Duden s. u. nutzen, nützen; Son.: vgl. afries. netta, sw. V. (1), nutzen, genießen; afries. notia, sw. V. (2), nutzen, benutzen; ae. nyttian, sw. V. (2), benützen, benutzen, nutzen, genießen; an. nȳta, sw. V. (1), benutzen, Vorteil haben; got. -; nschw. utnyttja, V., nutzen; nnorw nytte, V., nutzen, nützen; GB.: (nuzzen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches von einer bestimmten Gegebenheit Gebrauch machen; BM.: greifen; F.: nutzen (!), nutze, nutzst, nutzt, nutzest, nutzet, nutzte, nutztest, nutzten, nutztet, genutzt, ##genutzt, genutzte, genutztes, genutztem, genutzten, genutzter##, nutzend, ###nutzend, nutzende, nutzendes, nutzendem, nutzenden, nutzender###, nutz (!), nützen, nütze, nützst, nützt, nützest, nützet, nützte, nütztest, nützten, nütztet, genützt, ##genützt, genützte, genütztes, genütztem, genützten, genützter##, nützend, ###nützend, nützende, nützendes, nützendem, nützenden, nützender###, nütz (!)+EW; Z.: nutz-en
Nutzen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Nutzen (M.), Vorteil, Gebrauch, Benutzung, Anwendung; ne. benefit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Nutz, nütze, nutzen, genießen, Nießbrauch, nießen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. nuz, nutz, st. M., Gebrauch, Genuss, Nutzen, Vorteil, Ertrag, Einkommen; mnd. nut (1), nüt, nütte, F., M., N., Nutzen (M.), Nutzung, Nützlichkeit, Genuss, Vorteil; mnl. nut, M., F.?, Ertrag; ahd. nuz (1), st. M. (a?, i?), Nutzen, Heil, Benutzung, Gebrauch, Ertrag; as. -; anfrk. -; germ. *nutī-, *nutīn, sw. F. (n), Nutzen (M.), Ertrag; s. idg. *neud-?, V., greifen, ergreifen, nutzen, Pokorny 768? (1309/36) (RB. idg. aus ital.?, kelt.?, germ., balt.); L.: Kluge s. u. Nutzen, DW 13, 1025, EWD s. u. Nutzen, EWAhd 6, 1083, Duden s. u. Nutzen, Bluhme s. u. Nutz; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. nut, Sb., Nutzen (M.); nschw. nytta, Sb., Nutzen (M.); nnorw. nytte, M., F., Nutzen (M.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben möglichen Vorteil oder einen Gebrauch einer Gegebenheit; BM.: greifen; F.: Nutzen, Nutzens+EW; Z.: Nutz-en
nützen, nhd., sw. V.: nhd. nützen; Vw.: s. nutzen
$Nutzholz, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Nutzholz; E.: s. Nutz(en), s. Holz; L.: DW 13,1034, EWD s. u. Nutzen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Nutz(en) und Holz gebildete Bezeichnung für ein dem Menschen beispielsweise für einen Bau nützliches Holz in Gegensatz vielleicht zu Abfallholz oder Altholz oder Restholz oder Brennholz; F.: Nutzholz, Nutzholzes, Nutzhölzer, Nutzhölzern+EW; Z.: Nutz—hol-z
$nützlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. nützlich, nutzbringend, brauchbar, geeignet, vorteilhaft; E.: s. Nutz(en), s. lich; L.: Kluge s. u. Nutzen, EWD s. u. Nutzen; GB.: (nuzlīh) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Nutz(en) und lich gebildete Bezeichnung für aus der Sicht von Menschen und anderer Lebewesen nutzbringend oder brauchbar oder geeignet oder vorteilhaft in Gegensatz zu nutzlos oder schädlich; F.: nützlich, nützliche, nützliches, nützlichem, nützlichen, nützlicher(, nützlichere, nützlicheres, nützlicherem, nützlicheren, nützlicherer, nützlichst, nützlichste, nützlichstes, nützlichstem, nützlichsten, nützlichster)+EW; Z.: nütz-lich
$nutzlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. nutzlos; E.: s. Nutz(en), s. los; L.: DW 13,1036, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Nutz(en) und los gebildete Bezeichnung für ohne Nutzen (für den Menschen) seiend in Gegensatz zu nützlich; F.: nutzlos, nutzlose, nutzloses, nutzlosem, nutzlosen, nutzloser(, nutzlosere, nutzloseres, nutzloserem, nutzloseren, nutzloserer, nutzlosest, nutzloseste, nutzlosestes, nutzlosestem, nutzlosesten, nutzlosester)+EW; Z.: nutz—lo-s
$Nutznießung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Nutznießung, Nießbrauch, Nutznießungsrecht; E.: s. Nutz(en), s. nieß(en), s. ung; L.: DW 13, 1036, EWD s. u. Nutzen; GB.: seit 1738 (Haymen) belegte und wohl nach lat. ususfructus aus Nutz(en) und nieß(en) sowie ung gebildete Bezeichnung für Nießbrauch oder Nutznießungsrecht; F.: Nutznießung, Nutznießungen+EW; Z.: Nutz—nieß-ung
Ny, nhd., N.: nhd. Ny, dreizehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. ny; Vw.: -; Hw.: s. N; Q.: ?; I.: Lw. gr. νῦ (ny); E.: s. gr. νῦ (ny), N., Ny; aus dem Semit, vgl. phön. nun, Sb., Schlange; hebr. nūn, Sb., Fisch, Frisk 1, 325; L.: Duden s. u. Ny; nndl. nu, Sb., Ny; frz. nu, M., Ny; nschw. ny, N., Ny; nnorw. ny, M., Ny; kymr. nu, F., Ny; nir. nú, M.?, Ny; poln. ny, F.?, Ny; lit. niu, Sb., Ny; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen (Phönizischen und Hebräischen) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben n des lateinischen Alphabets und ny des griechischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen; F.: Ny, Nys+FW(+EW); Z.: Ny
Nylon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Nylon, eine Kunstfaser; ne. nylon; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. ne. nylon; E.: s. ne. nylon, N., Nylon; von dem Unternehmen Du Pont in den Vereinigten Staaten von Amerika geprägtes Kunstwort; L.: fehlt DW, EWD s. u. Nylon, Duden s. u. Nylon; Son.: vgl. nndl. nylon, Sb., Nylon; frz. nylon, M., Nylon; nschw. nylon, N., Nylon; nnorw. nylon, N., Nylon; poln. nylon, M., Nylon; kymr. neilon, M., Nylon; nir. níolón, M., Nylon; lit. nailonas, M., Nylon; GB.: seit vor 1940 belegte und angeblich aus New (York) und Lon(don) oder aus den Anfangsbuchstaben von Now You Lousy Old Nippon oder aus no run (keine Laufmasche) gebildete Bezeichnung für eine zu den Polyamiden gehörende von Menschen um Wallace Hume Carothers in den Vereinigten Staaten von Amerika ausschließlich aus anorganischen Stoffen wie Kohlenstoff und Wasser sowie Luft hergestellte und verwendete sowie mit einem verkaufsfördernden Namen versehene und in Form der Nylonstrümpfe an dem 16. Mai 1940 in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückte Kunstfaser (Plastikfaser) (kein Markenname); BM.: Kunstwort; F.: Nylon, Nylons+FW; Z.: Nyl-on
...nym (1), nhd., (N.), (17. Jh.?): nhd. ...nym, Name(n betreffend); ne. ...nym; Vw.: s. Akro-, Anto-, Epo-, Pseudo-; Hw.: s. ...nym (1); Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. nndl. ...niem, Suff., ...nym; frz. ...nyme, Suff., ...nym; nschw. ...nym, Suff., ...nym; nnorw. ...nym, Suff., ...nym; poln. ...nim, Suff., ...nym; kymr. ...nym, Suff., ...nym; lit. ...nimas, Suff., ...nym; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu der Bildung von Namen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Name; F.: ...nym, ...nyms, ...nymes, ...nyme, ...nymen+FW(+EW); Z.: -n-ym
...nym (2), nhd., Suff. (Adj.), (17. Jh.?): nhd. ...nym, Name(n betreffend); ne. ...nymous; Vw.: s. ano-, homo-, syno-; Hw.: s. ...nym (2); Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *enmn̥-, *onomn̥-, *nomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. ...niem, Suff., ...nym; frz. ...nym, Suff., ...nym; nschw. ...nym, Suff., ...nym; nnorw. ...nym, Suff., ...nym; poln. ...nimiczny, Suff., ...nym; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu der Bildung von Namen betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: Name; F.: ...nym, ...nyme, ...nymes, ...nymem, ...nymen, ...nymer+FW(+EW); Z.: -n-ym
Nymphe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Nymphe, eine Naturgottheit, Braut; ne. nymph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. lat. nympha, nymphē; E.: s. mnd. nimphe, F.?, Nymphe, Nachtgöttin (angeblich); lat. nympha, F., Nymphe, Verhüllte, Braut (F.) (1), (280/260-vor 200 v. Chr.); gr. νύμφη (nýmphē), F., Nymphe, Braut (F.) (1), Verlobte; vgl. idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Nymphe, DW 13, 1037, EWD s. u. Nymphe, Duden s. u. Nymphe; Son.: vgl. nndl. nimf, Sb., Nymphe; frz. nymphe, F., Nymphe; nschw. nymf, Sb., Nymphe; nnorwl. nymfe, M., F., Nymphe, poln. nimfa, F., Nymphe; kymr. nymff, F., Nymphe; nir. nimfeach, F., Nymphe; lit. nimfa, F., Nymphe; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd, belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung der Hochkulturen des Altertums anmutige weibliche Naturgottheit oder eine Braut; BM.: heiraten; F.: Nymphe, Nymphen+FW(+EW); Z.: Ny-mph-e
nympho..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. nympho..., nymph...; ne. nympho..., nymph...; Vw.: s. -manie; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. νύμφη (nýmphē), F., Nymphe, Braut (F.) (1), Verlobte; vgl. idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1082; Son.: vgl. nndl. nymfo…, Präf., nympho…; frz. nympho…, Präf., nympho…; nschw. nymfo…, Präf., nympho…; nnorw. nymfo…, Präf., nympho…; poln. nimfo…, Präf., nympho…; kymr. nymffo…, Präf., nympho…; poln. nimfo…, Präf., nympho…; lit. nimfo…, Präf., nympho…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von mit Nymphen zusammenhängenden Wörtern; F.: nympho…+FW(+EW); Z.: ny-mph-o-
Nymphomanie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Nymphomanie, Mannstollheit; ne. nymphomania; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nlat. nymphomania; E.: s. nlat. nymphomania, F., Nymphomanie; lat. nympha, F., F., Nymphe, Verhüllte, Braut (F.) (1); gr. νύμφη (nýmphē), F., Nymphe, Braut (F.) (1), Verlobte; vgl. idg. *sneubʰ-, V., freien, heiraten, Pokorny 977 (1689/161) (RB. idg. aus. gr., ital., slaw.); idg. *snēu-?, *neu-?, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977 (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); lat. mania, F., Wut, (um 400 n. Chr.); gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW (dort abernymphomanisch), EWD s. u. Manie, Duden s. u. Nymphomanie; Son.: vgl. nndl. nymfomanie, Sb., Nymphomanie; frz. nymphomanie, F., Nymphomanie; nschw. nymfomani, Sb., Nymphomanie; nnorw. nymfomani, M., Nymphomanie; poln. nimfomania, F., Nymphomanie; kymr. nymffomania, M., Nymphomanie; poln. nimfomanija, F., Nymphomanie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gesteigertes weibliches Verlangen nach Geschlechtsverkehr oder Mannstollheit; BM.: Nymphe, Raserei; F.: Nymphomanie+FW; Z.: Ny-mph-o-man-ie
o (1), O, nhd., N.: nhd. o, O; ne. o (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. o; E.: s. lat. O, o, Buchstabe, o; gr. ὀμικρον (omikron), Buchstabe, Omikron, kleines O; aus dem Semitischen, aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen; L.: DW 13, 1039, Duden s. u. O; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben o des lateinischen (und griechischen) Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen; F.: O, Os+FW(+EW); Z.: O
o (2), oh, nhd., Interj., (9. Jh.): nhd. o, oh; ne. oh!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ō, Interj., Ausruf der Überraschung oder Verwunderung; mnd. ō (2), Interj., oh, heil-o!; mnl. o, Interj., oh; ahd. ō, oh, Interj., oh, o, ah; as. ō, Interj., ojs; lautmalend; L.: Kluge s. u. o, DW 13, 1041, EWAhd 6, 1093, Duden s. u. oh; Son.: vgl. afries. o, Interj., oh; ne. oh; ae. ō, Interj., oh!; an. o, Interj., oh!; got. ō, Interj., ach, oh, pfui; nndl. o, Interj., o!; frz. ah, Interj., o!; nschw. åh, Interj., o!; nnorw. å, Interj., o!; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf der Überraschung oder Verwunderung; BM.: lautmalend; F.: o, oh+EW; Z.: o
ö, Ö, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ö, Ö; ne. oe (letter), ö (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. O, E; L.: fehlt DW?, Duden s. u. Ö; GB.: wohl seit 16. Jh. belegte und aus einer Zusammenziehung der zwei Buchstaben o und e des Umlauts oe zu einem das e über den o zu zwei Punkten oder zwei kleinen Strichen über dem o (ö) vereinfachenden Buchstaben(teil) entstandene Bezeichnung; BM.: Haken?; F.: ö, ös, Ö, Ös+FW(+EW); Z.: Ö
Oase, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Oase, Wasserstelle; ne. oasis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. Oasis; E.: s. lat. Oasis, F.=ON, Oasis (fruchtbare Stelle in der libyschen Wüste), Oase; s. gr. Ὄασις (Oasis), F.=ON, Oasis, aus dem Ägypt.; L.: Kluge s. u. Oase, DW 13, 1046, EWD s. u. Oase, Duden s. u. Oase; Son.: vgl. nndl. oase, Sb., Oase; frz. oasis, F., Oase; nschw. oas, Sb., Oase; nnorw. oase, M., Oase; poln. oaza, F., Oase; lit. oazė, F., Oase; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche in einer Wüste liegende Stelle mit einer Quelle von Wasser und um diese sprießende üppige Vegetation; BM.: ON; F.: Oase, Oasen+FW(+EW); Z.: Oas-e
ob (1), nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. ob, als wenn, wenn auch; ne. if, whether; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. obe, Konj., wenn, falls, ob; mhd. ob (1), Konj.; mnd. of (1), oft, ocht, ofte, ochte, öfte, øfte, ōve, ofe, Konj., wenn, unter der Bedingung dass, falls, für den Fall dass, ob, als ob, als wenn, oder; mnl. oj, jof, Konj., ob; ahd. ibu, oba, uba, ubi, Konj., wenn, ob, falls, außer aber, wenn auch, aber auch, obgleich, sofern, hinwiederum, demnach, gesetzt den Fall, angenommen dass; as. of (1), Konj., wenn; anfrk. of, Konj., wenn; germ. *jabai, *ibai, Konj., wenn; s. idg. *e-, ē-, *h₂é-, Adv., dann, damals, Pokorny 283; idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *bʰē̆ (2), Partikel, fürwahr, etwa, freilich, Pokorny 113 (185/18) (RB. idg. aus ind.?, iran., arm., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ob 2, Kluge s. u. ob 1, DW 13, 1050, EWD s. u. ob (Konj.), EWAhd 5, 6, Falk/Torp 328, Duden s. u. ob, Bluhme s. u. ob; Son.: vgl. afries. jef (2), jeft (3), ef (2), jof (1), of (3), Konj., wenn; ae. gief (2), gif, Konj., wenn, ob; an. ef (2), Konj., wenn; got. ibai, iba, Partikel, ob, etwa, wohl, ob denn, doch wohl, doch nicht; nndl. of, Konj, ob; nschw. om, Konj., ob; nnorw. om, Konj., ob; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Verbindungswort) um einen indirekten Fragesatz oder Satz einzuleiten der Ungewissheit ausdrücken soll; BM.: dann, freilich; F.: ob+EW; Z.: ob
ob (2), nhd. (ält.), Adv., Präp., (8. Jh.): nhd. ob, oberhalb; ne. above; Vw.: -; Hw.: s. oben; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. obe, Präp., über, oberhalb, auf; mnl. of, ob, Adv., ob; ahd. oba (1), ob, Präp., Adv., Präf., auf, über, an, oben, oberhalb, as. *ovan? (2), Adv., oben; anfrk. of, Konj., ob, wenn; germ. *uba, Präp., über, unter; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ob 1, Kluge s. u. ob 2, DW 13, 1046, EWD s. u. ob (Präp.), EWAhd 6, 1095, Duden s. u. ob; Son.: vgl. afries. ova, Adv., auf, oben; ae. ufan, ufane, Adv., von oben, über, oben; an. of (2), Präp., Adv., auf, über, durch, zwischen, wegen, gegen; got. uf, Präp., unter; nisl. of, Präp., über; ai. úpa, Adv., gegen, hin, zu; lat. superus, Adj., obere; GB.: seit dem Frühmittelalter (8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für oberhalb oder oben befindlich; BM.: hinauf; F.: ob+EW; Z.: ob
ob…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ob...; ne. ob…; Vw.: -duktion, -jekt, -jektiv, -late, -ligat, -ligation, -ligatorisch, -servatorium, -servieren, -session, -skur, -solet, -stinat, -struieren, -struktion, -szön, -szönität; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. ob; E.: s. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen, (um 450 v. Chr.); idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: Kluge s. u. ob-, fehlt DW, Duden s. u. ob-; Son.: vgl. nndl. ob…, Präf., ob…; frz. ob…, Präf., ob…; nschw. ob…, Präf., ob…; nnorw. ob…, Präf., ob…; poln. ob…, Präf., ob…; lit. ob…, Präf., ob…; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Vorsilbe aufgenommene Bezeichnung um etwas gegen etwas hin Gerichtetes anzuzeigen; BM.: nahe; F.: ob…+FW; Z.: ob-
$Obacht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Obacht, Vorsicht, Achtung; E.: s. ob, s. Acht bzw. acht(en); L.: Kluge 1. A. s. u. ob 1, Kluge s. u. Obacht, DW 13, 1063, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ob und Acht bzw. acht(en) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung höherer Lebewesen mögliche Vorsicht oder Achtung; F.: Obacht+EW; Z.: Ob—ach-t
$obberührt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. obberührt, oben erwähnt; E.: s. ob, s. berührt; L.: fehlt DW, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ob und berührt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches (bereits) oben erwähnt; F.: obberührt, obberührte, obberührtes, obberührtem, obberührten, obberührter+EW; Z.: ob—be—rühr-t
$Obdach, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Obdach, Dach, Unterkunft; E.: s. ob, s. Dach; L.: Kluge 1. A. s. u. ob 1, Kluge s. u. Obdach, DW 13, 1064, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ob und Dach gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliches hauptsächlich Menschen vor Kälte und Nässe sowie Hitze und Sonne schützendes Dach oder eine Unterkunft; F.: Obdach, Obdachs, Obdaches+EW; Z.: Ob—dach
$obdachlos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. obdachlos, ohne Obdach seiend; E.: s. Obdach, s. los; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 13, 1065, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Obdach und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor der Sesshaftwerdung als selbverständlich angesehenes und seit der Sesshaftwerdung zunehmend als problematisch betrachtetes ohne Obdach seiend; F.: obdachlos, obdachlose, obdachloses, obdachlosem, obdachlosen, obdachloser+EW; Z.: ob—dach—lo-s
Obduktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Obduktion, Leichenöffnung; ne. obduction, autopsy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. obductio; E.: s. lat. obductio, F., Verhüllen, Bedecken, Trübsal, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obdūcere, V., vor etwas ziehen, vorziehen, überziehen, bedecken, umgeben (V.); lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Obduktion, fehlt DW, EWD s. u. Obduktion, Duden s. u. Obduktion; Son.: vgl. nndl. obductie, Sb., Obduktion; nschw. obduktion, Sb., Obduktion; nnorw. obduksjon, M., Obduktion; poln. obdukcja, F., Obduktion; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Öffnung einer Leiche zu einer Feststellung einer Todesursache; BM.: nahe, ziehen; F.: Obduktion, Obduktionen+FW(+EW); Z.: Ob-du-k-t-io-n
Obelisk, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Obelisk, rechteckiger Steinpfeiler; ne. obelisk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. obeliscus; E.: s. lat. obeliscus, M., Obelisk, (23/24-79 n. Chr.); gr. ὀβελίσκος (obelískos), M., kleiner Spieß (M.) (1); vgl. gr. ὀβελός (obelós), M., Spitzsäule, Bratspieß, Obelisk; gr. βέλος (bélos), M., Spitze, Pfeil, Wurfgeschoss; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Obelisk, DW 13, 1065, EWD s. u. Obelisk, Duden s. u. Obelisk; Son.: vgl. nndl. obelisk, Sb., Obelisk; frz. obélisque, M., Obelisk; nschw. obelisk, Sb., Obelisk; nnorw. obelisk, M., Obelisk; poln. obelisk, M., Obelisk; kymr. obelisg, N., Obelisk; nir. oibilisc, F., Obelisk; lit. obeliskas, M., Obelisk; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und vor allem in dem Altertum errichtete freistehende und nach oben sich verjüngende vierkantige und eine pyramidenförmige Spitze habende Säule (Steinpfeiler); BM.: Pfeil; F.: Obelisk, Obelisken+FW; Z.: O-bel-isk
oben, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. oben, darüber befindlich; ne. above, up; Vw.: -; Hw.: s. erobern, ob (2); Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. obene, oben, Adv., oben, von oben; mnd. ōvene (1), ōven, Adv., oben; mnl. oven, Adv., oben; ahd. obana, Adv., oben, von oben, früher, vorher; as. ovana*, oƀana, Adv., oben, von oben her; anfrk. ovana*, Adv., oben; germ. *uba, Präp., über, unter; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. oben, Kluge s. u. oben, DW 13, 1065, EWD s. u. oben, EWAhd 6, 1098, Falk/Torp 31, Duden s. u. oben, Bluhme s. u. oben; Son.: vgl. afries. ova, Adv., auf, oben; ae. ufan, ufane, Adv., von oben, über, oben; an. ofan, Adv., oben, von oben; nschw. ovan, Adv., oben; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ober oder oberhalb oder darüber befindlich; BM.: hinauf; F.: oben+EW; Z.: ob-en
ober, nhd., Präp., (18. Jh.): nhd. ober (Präp.), darüber befindlich; ne. above; Vw.: -; Hw.: s. über; Q.: 18. Jh.; E.: s. as. ovar* (1), oƀar, Adv., Präp., über, jenseits; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105; s. idg. *upo, up, eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ober 2, Kluge s. u. ober 2, DW 13, 1080, Duden s. u. ober; Son.: niederdeutsche Entsprechung zu über; s. ahd. ubar (1) 515?, Präp., Präf., über, gegenüber, jenseits, über ... hin, über ... hinaus; anfrk. over (1), ovir, Präp., über, überall; vgl. afries. over, ūr, Präp., über, gegen, wider; ae. ofer, ofor (1), Präp., Adv., oben, oberhalb, jenseits, quer, über; an. yfir, Adv., Präp., oben, über; got. ufar, Präp., Präf., über; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fürwort) für darüber befindlich; BM.: hinauf bzw. über; F.: ober+EW; Z.: ob-er
Ober, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ober, Kellner; ne. waiter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: gekürzt aus dem spätmittelalterlichen Oberkellner (von dreizehnhundertdreiunddreißig); s. ober (1); L.: Kluge s. u. Ober, fehlt DW, EWD s. u. ober, Duden s. u. Ober; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem spätmittelalterlichen Oberkellner (von dreizehnhundertdreiunddreißig) abgekürzte sowie mit ober verbindbare Bezeichnung für einen Kellner; BM.: Abkürzung; F.: Ober, Obers, Obern+EW; Z.: Ob-er
obere, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. obere (Adj.), darüber liegend, höhere, höchste; ne. highest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ober, Adj., obere, oberste, höchste; mnd. ȫvere* (1), ȫver, oͤver, ōver, āver, Adj., „obere“, äußere, ältere, oberhalb gelegen, höher gelegen; mnd. oppere*, Adj., obere; mnl. overe, Adj., obere; ahd. obaro*, Adj., höhere, obere, übergeordnet obig; as. ovaro*, oƀaro*, oboro, Adj., obere; s. ahd. oba (1), ob, Präp., Adv., Präf., auf, über, an, oben, oberhalb, as. *ovan? (2), Adv., oben; germ. *uba, Präp., über, unter; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ober 1, Kluge s. u. ober 1, DW 13, 1073, EWD s. u. ober, EWAhd 6, 1101, Duden s. u. ober; Son.: vgl. ae. uferra, Adj., obere, höhere, äußere, spätere, zukünftigere; got. *ufara, sw. Adj., obere; a. úpara-, Adj., untere, hintere, spätere; av. upara, Adj., obere; lat. superus, Adj., obere; GB.: (obaro+) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für darüber liegend oder höhere; BM.: hinauf bzw. über; F.: ober, obere, oberes, oberem, oberen, oberer(, oberst, oberste, oberstes, oberstem, oberster, oberster)+EW; Z.: ob-er
$Oberfläche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Oberfläche; E.: s. ober(e), s. Fläche; L.: DW 13, 1084, EWD s. u. flach; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl nach lat. superficies aus ober(e) und Fläche gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglich obere Begrenzung einer Flüssigkeit und die Gesamtheit der Außenseiten eines Körpers; F.: Oberfläche, Oberflächen+EW; Z.: Ob-er—fläch-e
$oberflächlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. oberflächlich, Oberfläche betreffend; E: s. Oberfläch(e), s. lich; L.: DW 13, 1084, EWD s. u. flach; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. superficialis aus Oberfläche und lich gebildete Bezeichnung für die Oberfläche einer Flüssigkeit oder eines Körpers betreffend; F.: oberflächlich, oberflächliche, oberflächliches, oberflächlichem, oberflächlichen, oberflächlicher(, oberflächlichere, oberflächlicheres, oberflächlicherem, oberflächlicheren, oberflächlicherer, oberflächlichst, oberflächlichste, oberflächlichstes, oberflächlichstem, oberflächlichsten, oberflächlichster+)EW; Z.: ob-er—fläch—lich
$oberhalb, nhd., Adv., Präp., (11. Jh.?): nhd. oberhalb, oben befindlich; E.: s. ober, s. halb; L.: Kluge s. u. oberhalb, DW 13, 1087, EWD s. u. ober; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus ober und halb gebildete Bezeichnung für ober(halb) in Gegensatz zu unterhalb; F.: oberhalb+EW; Z.: ob-er-hal-b
$Oberhand, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Oberhand, Übermacht, Überlegenheit; E.: s. ober, s. Hand; L.: Kluge s. u. Oberhand, DW 13, 1088, EWD s. u. Hand; GB.: (oberhant) seit um 1185 belegte und aus ober(e) und Hand gebildete Bezeichnung für Übermacht oder Überlegenheit; F.: Oberhand+EW; Z.: Ob-er—hand
$Oberin, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Oberin; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. ober(e), s. in; L.: DW 12, 1063, EWD s. u. ober; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. priorissa aus ober(e) und in gebildete Bezeichnung für eine Leiterin eines Nonnenklosters oder eine Oberschwester; F.: Oberin, Oberinnen+EW; Z.: Ob-er-in
$Oberkeit, nhd. (ält.), F., (13. Jh.?): nhd. Oberkeit, Obrigkeit, Herrschaftsgewalt; E.: s. ober(e), s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. Obrigkeit, DW 13, 1093; GB.: vielleicht seit 1296 belegte und aus ober(e) (und ig) und keit gebildete Bezeichnung für Obrigkeit oder Herrschaftsgewalt; F.: Oberkeit, Oberkeiten+EW; Z.: Ob-er-kei-t
$Oberländer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Oberländer; E.: s. Oberland, s. er; L.: Kluge s. u. Ländler, DW 13,1995; GB.: seit um 1275 belegte und aus Oberland und er gebildete Bezeichnung für einen Bewohner des Oberlands oder eine andere Gegebenheit eines Oberlands; F.: Oberländer, Oberländers, Oberländern+EW; Z.: Ob-er—län-d-er
obern, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. obern, oberer sein (V.), (die) Oberhand haben; ne. prevail; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. oberen, sw. V., siegen über, Oberhand haben; ahd. obarōn*, sw. V. (2), verzögern, beseitigen, aufheben; vgl. ahd. obaro*, Adj., höhere, obere, übergeordnet, obig; ahd. oba (1), Präp., Adv., Präf., auf, über, an, oben, oberhalb, über ... hinaus, hervor...; germ. *uba, Präp., über, unter; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: DW 13, 1098, EWAhd 6, 1102; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus obar(o) und (e)n gebildete Bezeichnung für ober(er) sein oder oberer sein (V.) oder Oberhand haben oder über etwas stehen; Son.: vgl. an. ofra, sw. V., emporheben, schwingen; BM.: hinauf bzw. über; F.: obern, obere (!), ober (!), oberst (!), obert (!), oberte (!), obertest (!), oberten (!), obertet (!), geobert (!), ##geobert, geoberte, geobertes, geobertem, geoberten, geoberter##, obernd, ###obernd, oberndes, oberndem, obernden, obernder###, ober (!)+EW; Z.: ob-er-n
Obers, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Obers, Schlagobers, Süßrahm, Sahne; ne. cream (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. obere, von das Obere der Milch; L.: Kluge s. u. Obers, DW 13, 1100, Duden s. u. Obers; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ober(e) und s gebildete österreichische Bezeichnung für vielleicht seit 5000 Jahren von Menschen genutzten auf der Oberfläche einer aus Wasser und Fett gebildeten Milch entstehenden Rahm (oder Süßrahm oder Schlagrahm oder Sahne); BM.: hinauf bzw. über; F.: Obers+EW; Z.: Ob-er-s
Oberst, Obrist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Oberst, Obrist; ne. colonel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Superlativ von obere (s. d.); L.: Kluge s. u. Oberst, DW 13, 1102, EWD s. u. ober, Duden s. u. Oberst; Son.: vgl. nschw. överste, Sb., Oberst; nschw. oberst, M., Oberst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Superlativ von obere gebildete Bezeichnung für den höchsten Dienstgrad der Stabsoffiziere bei Heer und Luftwaffe; BM.: hinauf bzw. über; F.: Oberst, Obersten, Obersts, Oberste+EW; Z.: Ob-er-st
$Oberwasser, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Oberwasser, Oberhand; E.: s. ober(e), s. Wasser; L.: Kluge s. u. Oberwasser, DW 13, 1106, EWD s. u. ober; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ober(e) und Wasser gebildete Bezeichnung für das oberhalb einer Staustufe gestaute Wasser dem auf Grund der Erdanziehungskraft mehr Energie oder Bedeutung zukommt als dem Unterwasser; F.: Oberwasser, Oberwassers, Oberwassern+EW; Z.: Ob-er—wa-s-s-er
$obgedacht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. obgedacht, oben berührt, oben erwähnt; E.: s. ob(en), s. gedacht; L.: fehlt DW, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ob(en) und gedacht gebildete Bezeichnung für früher und damit zeitlich oben gedanklich berührt oder erwähnt; F.: obgedacht, obgedachte, obgedachtes, obgedachtem, obgedachten, obgedachter+EW; Z.: ob—ge—dach-t
$obgemeldet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. obgemeldet, oben berührt, oben erwähnt; E.: s. ob(en), s. gemeldet; L.: fehlt DW, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ob(en) und gemeldet gebildete Bezeichnung für früher und damit zeitlich oben gedanklich berührt oder erwähnt F.: obgemeldet, obgemeldete, obgemeldetes, obgemeldetem, obgemeldeten, obgemeldeter+EW; Z.: ob—ge—meld-et
$obgenannt, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. obgenannt, oben berührt, oben erwähnt; L.: fehlt DW, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ob(en) und genannt gebildete Bezeichnung für früher und damit zeitlich oben genannt oder obenerwähnt F.: obgenannt, obgenannte, obgenanntes, obgenanntem, obgenannten, obgenannter+EW; Z.: ob—ge—nan-n-t
$obgleich, nhd., Konj., (16. Jh.): nhd. obgleich, obwohl; L.: DW 4, 1054ff., EWD s. u. ob Konj.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ob und gleich gebildete Bezeichnung für obwohl; F.: obgleich; F.: ob—g-leich
$Obhut, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Obhut, Schutz, Fürsorge; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. ob, s. Hut (F.); L.: DW 13, 1108, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ob und Hut (F.) gebildete Bezeichnung für Schutz oder Fürsorge; F.: Obhut; F.: Ob—hut
Objekt, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Objekt, Gegenstand; ne. object (N.); Vw.: -; Hw.: s. Objektiv; Q.: 14. Jh. (Altdeutsche Predigten); I.: Lw. lat. obiectum; E.: s. mhd. object, st. N., Objekt; lat. obiectum, N., Vorgesetztes, Vorwurf, Einwand, Ausflucht, Objekt, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. obicere, V., entgegenwerfen, entgegensetzen, entgegenstellen, entgegnen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Objekt, DW 13, 1109 (Object), EWD s. u. Objekt, Duden s. u. Objekt; Son.: vgl. nndl. object, Sb., Objekt; frz. objet, M., Objekt; nschw. objekt, N., Objekt; nnorw. objekt, N., Objekt; poln. objekt, M., Objekt; lit. objektas, M., Objekt; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Gegenstand auf den das Interesse eines Betrachters gerichtet ist in Gegensatz zu dem Subjekt oder dem Betrachter; BM.: nahe, werfen; F.: Objekt, Objekts, Objektes, Objekte, Objekten+FW(+EW); Z.: Ob-je-k-t
$objektiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. objektiv, sachlich, tatsächlich; E.: s. Objekt, s. iv (Suff.); L.: Kluge s. u. Objekt, fehlt DW, EWD s. u. Objekt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Objekt und iv gebildete Bezeichnung für sachlich oder tatsächlich in Gegensatz zu subjektiv; F.: objektiv, objektive, objektives, objektivem, objektiven, objektiver(, objektivere, objektiveres, objektiverem, objektiveren, objektiverer, objektivst, objektivste, objektivstes, objektivstem, objektivsten, objektivster)+FW(+EW?); Z.: ob-je-k-t-iv
Objektiv, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Objektiv, Teil eines optischen Systems; ne. objective (N.); Vw.: -; Hw.: s. Objekt; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. obicere, V., entgegenwerfen, entgegensetzen, entgegenstellen, entgegnen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Objektiv, fehlt DW, EWD s. u. Objekt, Duden s. u. Objektiv; Son.: vgl. nndl. objektief, Sb., Objektiv; frz. objectif, M., Objektiv; nschw. objektiv, N., Objektiv; nnorw. objektiv, N., Objektiv; poln. obiektyw, M., Objektiv; lit. objektyvas, M., Objektiv; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Objekt und iv bzw. als Abkürzung von Objektivglas gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete dem Gegenstand zugewandte Linse oder Linsengruppe eines optischen Geräts wie beispielsweise einer Kamera oder eines Fernglases oder eines Mikroskops oder eines Teleskops oder eines Projektors; BM.: nahe, werfen; F.: Objektiv, Objektivs, Objektives, Objektive, Objektiven+FW; Z.: Ob-je-k-t-iv
$Objektivglas, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Objektivglas; E.: s. Objektiv, s. Glas; L.: Kluge s. u. Objektiv, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Objektiv und Glas gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes zwischen einem Objekt und einer Abbildung stehendes Glas mit mindestens einer gekrümmten Oberfläche; F.: Objektivglas, Objektivglases, Objektivgläser, Objektivgläsern+FW+EW; Z.: Ob-je-k-t-iv—gla-s
$Objektivismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Objektivismus; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. objektiv, s. ismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus objektiv und ismus gebildete Bezeichnung für eine Erkenntnistheorie in der Philosophie die davon ausgeht dass es von dem subjektiven Betrachter unabhängige Wahrheiten und Werte oder Wirklichkeit gibt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Objekt; F.: Objektivismus, Objektivismen+FW; Z.: Ob-je-kt-iv-ism-us
$Objektivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Objektivität, objektive Betrachtungsweise; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. objektiv, s. i, s. tät; L.: fehlt DW, EWD s. u. Objekt; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus objektiv und i sowie tät gebildete Bezeichnung für eine von dem Subjekt eines einzelnen Betrachters losgelöste und wertfreie und unvoreingenommene sowie dadurch der Wirklichkeit bestmöglich nahe Betrachtungsweise; F.: Objektivität, Objektivitäten+FW(+EW); Z.: Ob-je-kt-iv-it-ät
Oblate, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Oblate, dünne Teigplatte, kleine Teigscheibe; ne. wafer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. oblāte, sw. F., st. F., Oblate, Hostie, eine Art Backwerk; mhd. oblāt, sw. F., sw. N., st. F., st. N., Oblate, Hostie, Backwerk; mnd. oblāte, ovelte, ōvelte, F., Oblate, Hostie, dünnes Gebäck zu Arzneizwecken; mnl. oblate, F., Oblate, Hostie; ahd. oblāta, sw. F. (n), Opfergabe, Hostie; mlat. oblāta, F., dargebrachtes Abendmahlsbrot; lat. oblātus, Adj., dargebracht; vgl. lat. offerre, V., entgegentragen, darbringen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Oblate, Kluge s. u. Oblate, DW 13, 1109, EWD s. u. Oblate, EWAhd 6, 1108, Duden s. u. Oblate; Son.: vgl. afries. oflāte, F.?, Oblate; ae. oflǣte, ofelēte, oflāte, sw. F. (n), Oblate, Opfer, Darbringung; an. oflāta, sw. F. (n), Hostie; nndl. oblaat, Sb., Oblate; frz. oblat, Sb., Oblate; nschw. oblat, Sb., Oblate; nisl. obláta, Sb., Oblate; poln. opłatek, M., Oblate; GB.: (oblāta) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und später umgebildete Bezeichnung für eine in dem Christentum den Leib Christi vertretende blattartig dünne aus Weizenmehl und Wasser gebackene kleine Scheibe oder Platte; BM.: nahe, tragen; F.: Oblate, Oblaten+FW(+EW); Z.: Ob-la-t-e
$obliegen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. obliegen, oben liegen, befassen; E.: s. ob, s. liegen; L.: Kluge s. u. obliegen, DW 13,1110, EWD s. u. ob Präp.; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ahd. oba liggen zusammengerückte Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches oben liegen oder sich befassen oder sollen in Gegensatz zu unterliegen; F.: obliegen, obliege, obliegst, obliegt, obliegest, oblieget, oblag, oblagst, oblagen, oblagt, obläge, oblägest, oblägen, obläget, oblegen, ##oblegen, oblegene, oblegenes, oblegenem, oblegenen, oblegener##, obgelegen, ##obgelegen, obgelegene, obgelegenes, obgelegenem, obgelegenen, obgelegener##, obliegend, ###obliegend, obliegende, obliegendes, obliegendem, obliegenden, obliegender###, oblieg (!)+EW; Z.: ob—lieg-en
$Obliegenheit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Obliegenheit, (Verbindlichkeit,) Pflicht gegen sich selbst; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. obliegen, s. heit; L.: DW 13, 1113, EWD s. u. ob Präp.; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus obliegen und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht des Menschen mögliche (Verbindlichkeit oder) Pflicht gegen sich selbst; F.: Obliegenheit, Obliegenheiten+EW; Z.: Ob—lieg-en—hei-t
obligat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. obligat, erforderlich, verpflichtet; ne. obligatory; Vw.: -; Hw.: s. Obligation, obligatorisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. obligātus; E.: s. lat. obligātus, Adj., verbindlich, verpflichtend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obligāre, V., anbinden, befestigen, binden, verhindern, einschränken; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. obligat, fehlt DW, EWD s. u. obligat, Duden s. u. obligat; Son.: vgl. nndl. obligaat, Adj., obligat; frz. obligatoire, Adj., obligat; nschw. obligat, Adj., obligat; nnorw. obligat, Adj., obligat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht des Menschen mögliches erforderlich oder verpflichtet oder gebunden; BM.: nahe, binden; F.: obligat, obligate, obligates, obligatem, obligaten, obligater+FW(+EW); Z.: ob-lig-at
Obligation, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Obligation, Verbindlichkeit, Verpflichtung, Schuld; ne. obligation; Vw.: -; Hw.: s. obligat, obligatorisch; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. obligātio; E.: s. mnd. obligātie, obligācie, sw. F., Schuldschein, Schuld; lat. obligātio, F., Binde, Verbindlichmachung, Verbürgung, Verpflichtung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obligāre, V., anbinden, befestigen, binden, verhindern, einschränken; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. obligat, fehlt DW, EWD s. u. obligat, Duden s. u. Obligation; Son.: zuerst in das Mittelniederdeutsche entlehnt, dann erneut um 1500 in das Neuhochdeutsche; vgl. nndl. obligatie, Sb., Obligation; frz. obligation, F., Obligation; nschw. obligation, Sb., Obligation; nnorw. obligasjon, M., Obligation; poln. obligacja, F., Obligation; nir. oibleagáid, F., Obligation; lit. obligacija, F., Obligation; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine (persönliche) Verbindlichkeit oder Verpflichtung oder Schuld; BM.: nahe, binden; F.: Obligation, Obligationen+FW(+EW); Z.: Ob-lig-at-io-n
obligatorisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. obligatorisch, erforderlich, verpflichtet, schuldrechtlich; ne. obligatory; Vw.: -; Hw.: s. obligat, Obligation; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. obligātōrius; E.: s. lat. obligātōrius, Adj., verbindend, verbindlich, rechtliche Verpflichtung betreffend, Schuldverbindlichkeit erzeugend; vgl. lat. obligāre, V., anbinden, befestigen, binden, verhindern, einschränken; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. obligat, fehlt DW, EWD s. u. obligat, Duden s. u. obligatorisch; Son.: vgl. nndl. obligatoir, Adj., obligatorisch; frz. obligatoire, Adj., obligatorisch; nschw. obligatorisk, Adj., obligatorisch; nnorw. obligatorisk, Adj., obligatorisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für erforderlich oder verpflichtet oder schuldrechtlich in Gegensatz zu dinglich oder sachenrechtlich; BM.: nahe, binden; F.: obligatorisch, obligatorische, obligatorisches, obligatorischem, obligatorischen, obligatorischer+FW(+EW); Z.: ob-lig-at-or-isch
$Obmann, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Obmann, Vorsitzender, Leiter (M.); Q.: 1273 (Urkunde); E.: s. ob(e), s. Mann; L.: DW 13,1113, EWD s. u. ob Präp.; GB.: (obeman) seit 1273 belegte und aus ob und Mann gebildete Bezeichnung für einen Vorsitzenden oder Leiter (M.) einer von Menschen entwickelten und verwendeten Einrichtung; F.: Obmann, Obmannes, Obmanns, Obmänner, Obmännern+EW; Z.: Ob—man-n
Oboe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Oboe, ein Musikinstrument; ne. oboe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. it. oboe; E.: s. it. oboe, M., Oboe; frz. hautbois, M., Oboe; vgl. frz. haut, Adj., hoch klingend; lat. altus, Adj., hoch; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); frz. bois, M., Holz; über Altfränkisch von germ. *busk, *buska, *buskaz, st. M. (a), Busch; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Oboe, fehlt DW, EWD s. u. Oboe, Duden s. u. Oboe; Son.: vgl. nndl. hobo, Sb., Oboe; nschw. oboe, Sb., Oboe; nnorw. obo, M., Oboe; poln. obój, M., Oboe; kymr. obo, M., Oboe; nir. óbó, M., Oboe; lit. obojus, M., Oboe; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Italienischen und dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in der Mitte des 17. Jh. aus der Schalmei entwickeltes und seitdem verwendetes leicht näselnd klingendes Holzblasinstrument; BM.: hohes Holz; F.: Oboe, Oboen+FW; Z.: O-bo-e
Obolus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Obolus, kleine Geldspende; ne. obol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. obolus; E.: s. lat. obolus, M., Obolus, (190-159 v. Chr.); gr. ὀβολός (obolós), M., eine attische Münze; vgl. gr. βέλος (bélos), M., Spitze, Pfeil, Wurfgeschoss; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Obolus, fehlt DW, EWD s. u. Obolus, Duden s. u. Obolus; Son.: vgl. nndl. obool, Sb., Obolus; frz. obole, M., Obolus; nschw. obol, Sb., Obolus; kymr. obol, M., Obolus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene (und teilweise umgebildete) Bezeichnung für eine kleine von Menschen gegebene Geldspende; BM.: träufeln bzw. werfen; F.: Obolus, Obolusse, Obolussen+FW; Z.: O-bol-us
Obrigkeit, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Obrigkeit, Administration, Hoheitsgewalt, Amtsgewalt; ne. authority; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1296; E.: s. mhd. obericheit*, oberecheit, oberkeit, st. F., Herrschaftsgewalt, Obrigkeit; s. nhd. obere, …heit; L.: Kluge s. u. Obrigkeit, DW 13, 1115, EWD s. u. ober, Duden s. u. Obrigkeit;Son.: vgl. nschw. överhet, Sb., Obrigkeit; nnorw. øvrighet, M., F., Obrigkeit; GB.: (obericheit*) seit 1296 belegte und aus ober und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für einen menschlichen Träger von Hoheitsgewalt oder Amtsgewalt (oder einer sonstigen Macht); BM.: hinauf bzw. über, leuchten; F.: Obrigkeit, Obrigkeiten+EW; Z.: Ob-r-ig-kei-t
$obschon, nhd., Konj., (16. Jh.): nhd. obschon, obwohl, obgleich; L.: EWD s. u. ob Konj., DW s. ob; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ob und schon gebildete Bezeichnung für obwohl oder obgleich; F.: obschon+EW; Z.: ob—scho-n
Observanz, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Observanz, Ausprägung, Herkommen, Gebrauch, Brauch; ne. observance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mhd. observanz, st. F., Observanz; mnd. observancie, observantie, observantzie, F., „Observanz“, strenge Befolgung der franziskanischen Klosterregel; lat. observantia, F., Beobachtung, Wahrnehmung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. observāre, V., beobachten, achtgeben, merken, lauern, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: DW 13, 1117, Duden s. u. Observanz; Son.: vgl. frz. observance, F., Observance; nnorw. observans, M., Observanz; GB.: vielleicht seit 1453-1458 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und beachtetes Herkommen oder einen Gebrauch oder einen Brauch; BM.: nahe, dienen; F.: Observanz, Observanzen+FW(+EW); Z.: Ob-serv-an-z
Observatorium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Observatorium, Beobachtungsstation (für den natürlichen Sternenhimmel); ne. observatory; Vw.: -; Hw.: s. observieren; Q.: 1699 (Leibniz); I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. observāre, V., beobachten, achtgeben, merken, lauern, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Observatorium, fehlt DW, EWD s. u. Observatorium, Duden s. u. Observatorium; Son.: vgl. nndl. observatorium, Sb., Observatorium; frz. observatoire, M., Observatorium; nschw. observatorium, N., Observatorium; nnorw. observatorium, N., Observatorium; poln. obserwatorium, M., Observatorium; lit. observatorija, F., Observatorium; GB.: seit 1699 belegte und mit lat. observator und observare sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und seit etwa 150 v. Chr. auf Rhodos errichtete Beobachtungsstation vor allem von Sternen; BM.: nahe, dienen; F.: Observatorium, Observatoriums, Observatorien+FW; Z.: Ob-serv-at-or-i-um
observieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. observieren, beobachten, überwachen; ne. observe; Vw.: -; Hw.: s. Observatorium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. observāre; E.: s. lat. observāre, V., beobachten, achtgeben, merken, lauern, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener, Knecht, Unfreier; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Observatorium, DW 13, 1118, EWD s. u. Observatorium, Duden s. u. observieren; Son.: vgl. nndl. observeren, V., observieren; nschw. observera, V., observieren; nnorw. observere, V., observieren; poln. obserwować, V., observieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beobachten oder überwachen; BM.: nahe, dienen; F.: observieren, observiere, observierst, observiert, observierest, observieret, observierte, observiertest, observierten, observiertet, ##observiert, observierte, observiertes, observiertem, observierten, observierter##, observierend, ###observierend, observierende, observierendes, observierendem, observierenden, observierender###, observier (!)+FW(+EW); Z.: ob-serv-ier-en
Obsession, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Obsession, Zwangsvorstellung; ne. obsession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. obsessio; E.: s. lat. obsessio, F., Besetztsein, Einschließung, Blockade, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obsidēre, V., dasitzen, sich aufhalten, auf etwas sitzen, vor etwas sitzen, besetzt halten, besetzen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt FW, Duden s. u. Obsession; Son.: vgl. nndl. obsessie, Sb., Obsession; frz. obsession, F., Obsession; poln. obsesja, F., Obsession; kymr. obsesiwn, M., Obsession; lit. obsesija, F., Obsession; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelbare Zwangsvorstellung; BM.: nahe, sitzen; F.: Obsession, Obsessionen+FW(+EW); Z.: Ob-sess-io-n
$obsiegen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. obsiegen, siegen, gewinnen; E.: s. ob, s. siegen; L.: DW 13, 1118, EWD s. u. ob Präp.; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ob und siegen (vielleicht nach lat. triumphari) gebildete Bezeichnung für siegen oder gewinnen; F.: obsiegen, obsiege (!), obsiegst, obsiegt, obsiegest, obsieget, obsiegte, obsiegtest, obsiegten, obsiegtet, obgesiegt, ##obgesiegt, obgesiegte, obgesiegtes, obgesiegtem, obgesiegten, obgesiegter##, obsiegend, ###obsiegend, obsiegende, obsiegendes, obsiegendem, obsiegenden, obsiegender###, obsieg (!)+EW; Z.: ob—sieg-en
obskur, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. obskur, fragwürdig, sonderbar; ne. obscure (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. obscūrus; E.: s. lat. obscūrus, Adj., dunkel, ohne Licht seiend, schattig, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); s. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. obskur, fehlt DW, EWD s. u. obskur, Duden s. u. obskur; Son.: vgl. nndl. obscuur, Adj., obskur; frz. obscure, Adj., obskur; nschw. obskyr, Adj., obskur; nnorw. obskur, Adj., obskur; poln. obskurny, Adj., obskur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menschen dunkel oder fragwürdig oder sonderbar; BM.: nahe, umhüllen; F.: obskur, obskure, obskures, obskurem, obskuren, obskurer(, obskurere, obskureres, obskurerem, obskureren, obskurerer, obskurst, obskurste, obskurstes, obskurstem, obskursten, obskurster)+FW(+EW); Z.: ob-sku-r
obsolet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. obsolet, vergangen, veraltet; ne. obsolete; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. obsolētus; E.: s. lat. obsolētus, Adj., unscheinbar, abgenutzt, abgetragen, veraltet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obsolēscere, V., nach und nach vergehen, sich abnutzen, unscheinbar werden, veralten, verschwinden; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. alere, V., nähren, ernähren, großnähren, füttern, speisen; idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. obsolet, fehlt DW, Duden s. u. obsolet; Son.: vgl. nndl. obsolet, Adj., obsolet; frz. obsolète, Adj., obsolet; nschw. obsolet, Adj., obsolet; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vergangen oder veraltet; BM.: nahe, nähren; F.: obsolet, obsolete, obsoletes, obsoletem, obsoleten, obsoleter+FW(+EW); Z.: ob-s-ol-et
Obst, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Obst, Frucht, Baumfrucht; ne. fruit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. obez, st. N., Baumfrucht, Obst; mnd. ōvet, ovet, ovit, oeuet, avet, ȫvet, N., Obst, Baumfrucht, Strauchfrucht, essbare Früchte von Bäumen und Sträuchern, Obstsorte, Pflanzung mit Obstbäumen, Obstgarten; mnl. ooft, ovet, Sb., Obst, essbare Früchte von Bäumen; ahd. obaz, st. N. (a), Zukost, Obst, Frucht, Baumfrucht; as. -; anfrk. ovit*, st. N. (a), Obst, Frucht; germ. *obat-, *uba-ēta-, Sb., Zukost, Obst; vgl. idg. *ebʰi?, *obʰi, *bʰi, *h₂mbʰi, Präp., Präf., auf, zu, hin, bei, Pokorny 287 (423/4) (RB. idg. aus ind., iran., ital.?, germ., balt.?, slaw.?); idg. *ēdā, F., Essen, Speise, Pokorny 288; idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Obst, Kluge s. u. Obst, DW 13, 1121, EWD s. u. Obst, EWAhd 6 1106, Duden s. u. Obst, Bluhme s. u. Obst; Son.: vgl. afries. -; ae. ofet, st. N. (a), Obst, Frucht, Gemüse; an. -; got. -; nndl. ooft, Sb., Obst; ? ksl. ovoštъ, Sb., Gemüse?; GB.: (obaz) seit um 765 belegte und aus ob und az gebildete sowie für das Germanische erschließbare und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche von Bäumen und Sträuchern stammende essbare und ihren Fortbestand durch Samen oder Kerne sichernde Früchte wie beispielsweise Äpfel oder Birnen oder Pflaumen oder Beeren; BM.: essen; F.: Obst, Obstes, Obsts+EW; Z.: Ob-st
obstinat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. obstinat, hartnäckig, starrsinnig, unbelehrbar; ne. obstinate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. obstinātus; E.: s. lat. obstinātus, Adj., darauf bestehend, fest entschlossen, hartnäckig, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. obstināre, V., mit Beharrlichkeit vornehmen, sich vornehmen, auf etwas bestehen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. obstinat, fehlt DW, Duden s. u. obstinat; Son.: vgl. nndl. obstinaat, Adj., obstinat; frz. obstiné, Adj., obstinat; nschw. obstinat, Adj., obstinat; nnorw obstanasig, Adj., obstinat; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für hartnäckig oder starrsinnig oder unbelehrbar; BM.: nahe, stehen; F.: obstinat, obstinate, obstinates, obstinatem, obstinaten, obstinater(, obstinatere, obstinateres, obstinaterem, obstinateren, obstinaterer, obstinatest, obstinateste, obstinatestes, obstinatestem, obstinatesten, obstinatester)+FW(+EW); Z.: ob-sti-n-at
obstruieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. obstruieren, hemmen, zu verhindern suchen; ne. obstruct; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1616; I.: Lw. lat. obstruere; E.: s. lat. obstruere, V., entgegenbauen, vorbauen, versperren, (81-43 v. Chr.); lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. obstruieren, fehlt DW, Duden s. u. obstruieren; Son.: vgl. frz. obstruer, V., obstruieren; nschw. obstruera, V., obstruieren; nnorw. obstruere, V., obstruieren; GB.: seit 1616 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entgegenbauen oder hemmen oder zu verhindern suchen; BM.: nahe, streuen; F.: obstruieren, obstruiere, obstruierst, obstruiert, obstruierest, obstruieret, obstruierte, obstruiertest, obstruierten, obstruiertet, ##obstruiert, obstruierte, obstruiertes, obstruiertem, obstruierten, obstruierter##, obstruierend, ###obstruierend, obstruierende, obstruierendes, obstruierendem, obstruierenden, obstruierender###, obstruier (!)+FW(+EW); Z.: ob-stru-ier-en
Obstruktion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Obstruktion, Behinderung, Entgegenbauen, Verhindern, Zuverhindernsuchen; ne. obstruction; Vw.: -; Hw.: s. obstruieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. obstrūctio; E.: s. lat. obstrūctio, F., Verbauen, Verschließen, Verschluss, Einschließen, Vorbau, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. obstruere, V., entgegenbauen, vorbauen, versperren; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. obstrurieren, fehlt DW, Duden s. u. Obstruktion; Son.: vgl. obstructie, Sb., Obstruktion; frz. obstruction, F., Obstruktion; nschw. obstruktion, Sb., Obstruktion; nnorw. obstruksjon, M., Obstruktion; lit. obstrukcja, F., Obstruktion; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Entgegenbauen oder Verhindern oder Zuverhindernsuchen; BM.: nahe, streuen; F.: Obstruktion, Obstruktionen+FW(+EW); Z.: Ob-stru-k-t-io-n
obszön, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. obszön, kotig, anstößig, unsittlich; ne. obscene; Vw.: -; Hw.: Obszönität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. obscaenus; E.: s. lat. obscaenus, Adj., kotig, schmutzig, ekelhaft, garstig, unsittlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. caenum, N., Schmutz, Kot, Unrat, Schlamm, Morast; idg. *k̑u̯ei- (1), V., Sb., beschmutzen, Schlamm, Kot, Pokorny 628 (1006/238) (RB. idg. aus arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. obszön, fehlt DW, Duden s. u. obszön; Son.: vgl. nndl. obsceen, Adj., obszön; frz. obscène, Adj., obszön; nschw. obscen, Adj., obszön; nnorw. obskøn, Adj., obszön; poln. obsceniczny, Adj., obszön; lit. obsceniškas, Adj., obszön; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich teilweise schon vormenschlich mögliches kotig oder von Menschen entwickeltes unsittlich; BM.: nahe, beschmutzen; F.: obszön, obszöne, obszönes, obszönem, obszönen, obszöner(, obszönere, obszöneres, obszönerem, obszöneren, obszönerer, obszönst, obszönste, obszönstes, obszönstem, obszönsten, obszönster)+FW(+EW); Z.: ob-szön
Obszönität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Obszönität, Unanständigkeit, Schamlosigkeit; ne. obscenity; Vw.: -; Hw.: s. obszön; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. obscaenitās; E.: s. lat. obscaenitās, F., Garstigkeit, Hässlichkeit, Unflätiges, Unzüchtigkeit, Missklang; vgl. lat. obscaenus, Adj., kotig, schmutzig, ekelhaft, garstig, unsittlich; vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. caenum, N., Schmutz, Kot, Unrat, Schlamm, Morast; idg. *k̑u̯ei- (1), V., Sb., beschmutzen, Schlamm, Kot, Pokorny 628 (1006/238) (RB. idg. aus arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. obszön, fehlt DW, EWD s. u. obszön, Duden s. u. Obszönität; Son.: vgl. nndl. obsceniteit, Sb., Obszönität; frz. obscénité, F., Obszönität; nschw. obscenitet, Sb., Obszönität; nnorw. obskønitet, M., Obszönität; poln. obsceniczność, F., Obszönität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Unanständigkeit oder Schamlosigkeit; BM.: nahe, beschmutzen; F.: Obszönität, Obszönitäten+FW(+EW); Z.: Ob-szön-it-ät
$obwohl, nhd., Konj., (14. Jh.): nhd. obwohl, obgleich, obschon, obzwar; E.: s. ob, s. wohl; L.: EWD s. u. ob Konj., DW 13, 1128 (obwol); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ob und wohl gebildete Bezeichnung für obgleich oder obschon; F.: obwohl+EW; Z.: ob—woh-l
$obzwar, nhd., Konj., (18. Jh.): nhd. obzwar, obgleich, obschon, obwohl; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. ob, s. zwar; L.: EWD s. u. ob Konj., DW; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus ob und zwar gebildete Bezeichnung für obgleich oder obwohl; F.: obzwar; F.: ob-zwar
Ochse, Ochs, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ochs, Ochse, kastrierter Stier; ne. ox; Vw.: s. Auer-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ohse, ochse, sw. M., Ochse; mnd. osse (1), osce, ochse*, M., Ochse, Stier, Zuchtstier, Stier als Tierkreiszeichen; mnl. osse, M., Ochse; ahd. ohso, sw. M. (n), Ochs, Ochse; as. ohso?, sw. M., Ochse; anfrk. ohso, sw. M. (n), Ochs, Ochse; germ. *uhsō-, *uhsōn, *uhsa-, *uhsan, sw. M. (a), Stier; idg. *ukᵘ̯sen-, *h₂ukᵘ̯sḗn, M., Stier, Pokorny 1118; vgl. idg. u̯egᵘ̯-, ū̆gᵘ̯-, Adj., V., feucht, netzen, Pokorny 1118 (1950/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ochse, Kluge s. u. Ochse, DW 13, 1129, EWAhd EWD s. u. Ochse, 6, 1152, Falk/Torp 29, Duden s. u. Ochse, Bluhme s. u. Ochse; Son.: vgl. afries. oxa, sw. M. (n), Ochs, Ochse; nnordfries. oxse, M., Ochs, Ochse; ae. oxa, sw. M. (n), Ochse; an. oxi, sw. M. (n), Ochs, Ochse; an. uxi, sw. M. (n), Ochs, Ochse; got. aúhsa, sw. M. (n), Ochs, Ochse, Rind; got. aúhsus, st. M. (u), Ochs, Ochse, Rind; nndl. os, Sb., Ochse; nschw. oxe, Sb., Ochse; nnorw. okse, M., Ochse; ai. ukṣā́, M., Stier; av. uxšā, M., Stier; air. os, oss, M., Rind jeder Art; kymr. ych, M., Ochse, toch. B okso, M., Stier; GB.: (ohso) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische in anderer Bedeutung erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen kastrierten Stier; BM.: Stier; F.: Ochse, Ochs, Ochsen+EW; Z.: Och-s-e
$ochsen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. ochsen, rindern, büffeln, einen Stier kastrieren; L.: Kluge s. u. ochsen, DW 13,1131, EWD s. u. Ochse; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Ochs(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für rindern oder büffeln oder einen Stier kastrieren; F.: ochsen (!), ochse (!), ochsst (!), ochst, ochsest, ochset, ochste, ochstest, ochsten, ochstet, geochst, ##geochst, geochste, geochstes, geochstem, geochsten, geochster##, ochsend, ###ochsend, ochsende, ochsendes, ochsendem, ochsenden, ochsender###, ochs (!)+EW; Z.: och-s-en
$Ochsenauge, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Ochsenauge; E.: s. Ochs(e), s. en (Suff.), s. Auge; L.: Kluge s. u. Ochsenauge, DW 13, 1132; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus Ochs(e) und en (Suff.) sowie Auge gebildete Bezeichnung für das Auge eines Ochsen und übertragen (Adj.) für das ähnlich aussehende Spiegelei mit cremigem Eigelb in der Mitte und festem und weichem Eiweiß ringsum; F.: Ochsenauge, Ochsenauges, Ochsenaugen+EW; Z.: Och-s-e-n—aug-e
Ochsenziemer, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Ochsenziemer, Schlagstock, Klopfpeitsche; ne. bull’s pizzle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Hybridbildung, s. Ochse, Ziemer; L.: Kluge s. u. Ochsenziemer, DW 13,1138, Duden s. u. Ochsenziemer, Bluhme s. u. Ochsenziemer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ochs(e) und en (Suff.) sowie Ziemer gebildete Bezeichnung für einen aus einer getrockneten etwa 30 Zentimeter langen Rute eines Stieres hergestellten Schlagstock oder Klopfpeitsche; BM.: Stier, Schwanz; F.: Ochsenziemer, Ochsenziemers, Ochsenziemern+EW(+FW); Z.: Och-s-en—ziem-er
$ocker, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. ocker, gelbbraun; E.: s. Ocker; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ocker; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Ocker gebildete Bezeichnung für gelbbraun; F.: ocker+FW; Z.: ock-er
Ocker, nhd., M., N., (10. Jh.): nhd. Ocker, Berggelb; ne. ochre (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ocker, ogger, st. N., st. M., Ocker; mnd. ocker, M., Ocker; ahd. ogar*, st. M. (a)?, Ocker; lat. ōchra, F., Ocker, Berggelb, (um 84-um 25 v. Chr.); s. gr. ὤχρα (ōchra), F., Ocker; vgl. gr. ωχρός (ōchrós), Adj., gelblich; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Ocker, Kluge s. u. Ocker, DW 13, 1140, EWD s. u. Ocker, EWAhd 6, 1144, Duden s. u. Ocker, Bluhme s. u. Ocker; Son.: vgl. nndl. oker, Sb., Ocker; frz. ocre, M., Ocker; nschw. ockra, Sb., Ocker; nschw. ocker, N., Ocker; nnorw. oker, M., Ocker; poln. ochra, F., Ocker; kymr. ocr, M., Ocker; nir. ócar, M., Ocker; lit. ochra, F., Ocker; GB.: (ogar) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus bestimmten weltweit verbreiteten eisenoxidhaltigen Mineralien gewonnenes gelbbraunes Gemisch und eine ihm entsprechende Farbe (Berggelb); BM.: gelblich; F.: Ocker, Ockers, Ockern+FW(+EW); Z.: Ock-er
Ode, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ode, ein Gedicht; ne. ode; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. ōdē; E.: s. lat. ōdē, F., Gesang, Lied, Ode; gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; vgl. idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ode, DW 13, 1141, EWD s. u. Ode, Duden s. u. Ode; Son.: vgl. nndl. ode, Sb., Ode; frz. ode, F., Ode; nschw. ode, F., Ode; nnorw. ode, M., Ode; poln. oda, F., Ode; nir. óid, F., Ode; lit. odė, F., Ode; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen in einem bestimmten Versmaß ohne Reim verfasstes feierliches Gedicht; BM.: sprechen; F.: Ode, Oden+FW; Z.: O-d-e
...ode, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...ode; ne. ...od; Vw.: s. An-, Di-, Elektr-, Epis-, Kath-, Meth-, Peri-, (Radiokarbon)meth-, Syn-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; Son.: vgl. nndl. ...ode, Suff., ...ode; frz. ...ode, Suff., ...ode; nschw. ...od, Suff., ...ode; nnorw. ...ode, Suff., ...ode; poln. ...oda, Suff., ...ode; kymr. ...od, Suff., ...ode; nir. ...óid, Suff., ...ode; lit. ...odas, Suff., ...ode; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Weg; F.: ...ode, ...oden+FW(+EW); Z.: -od-e
öde, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. öde, leer, menschenleer, verlassen (Adj.); ne. dull (Adj.), bleak (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Öde; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. œde, Adj., leer, öde, unbebaut, leicht; mnd. ȫde (1), Adj., öde, wüst; ahd. ōdi, Adj., leer, verlassen (Adj.), öde, leicht, möglich; as. ôthi*, Adj., leicht, mühelos, einfach; anfrk. -; germ. *auþa- (2), *auþaz, *auþja- (2), *auþjaz, Adj., öde, verlassen (Adj.); idg. *autio-, *auto-, *Háuto-, Adj., verlassen (Adj.), öde, Pokorny 73; vgl. idg. *au- (3), *au̯e-, *u̯ē̆- (4), u̯o-, u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. öde, Kluge s. u. öde, DW 13, 1142, EWD s. u. öde, EWAhd 6, 1114, Duden s. u. öde, Falk/Torp 5, Heidermanns 111, Bluhme s. u. oede; Son.: vgl. afries. -; ae. íeþe (2), ȳþe, Adj., öde, wüst, leer; an. auðr (3), Adj., öde, verlassen (Adj.), leer; got. auþeis, auþs?, Adj. (ja/i), öde, kinderlos, unfruchtbar, wüst, verlassen (Adj.); nschw. öde, Adj., öde; nnorw. øde, Adj., öde; gr. αὔτως (autōs), Adv., vergeblich, lediglich; GB.: (ōdi) seit um 830 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für leer oder menschenleer oder verlassen (Adj.); BM.: weg; F.: öde, öd, ödes, ödem, öden, öder(, ödere, öderes, öderem, öderen, öderer, ödest, ödeste, ödestes, ödestem, ödesten, ödester)+EW; Z.: ö-d-e
Öde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Öde, Leere, Ödesein, verlassener Ort; ne. wasteland, desolation; Vw.: -; Hw.: s. öde; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. œde, st. F., Wüste; mnd. ȫde (2), F., Öde; ahd. ōdī, st. F. (ī), Öde, Verwüstung, Einöde, Wüste, Leichtigkeit; as. -; anfrk. -; germ. *auþī- (2), *auþīn, sw. F. (n), Einöde; idg. *autio-, *auto-, *Háuto-, Adj., verlassen (Adj.), öde, Pokorny 73; vgl. idg. *au- (3), *au̯e-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. öde, Kluge s. u. Öde, DW 13, 1145, EWAhd 6. 119, EWD s. u. öde, Heidermanns 111, Duden s. u. Öde; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; air. úathad, Sb., Einzelheit, Vereinzelung; GB.: (ōdī) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine leere oder menschenleere oder verlassene Gegend oder eine Leere oder ein Ödesein oder einen verlassenen Ort; BM.: weg; F.: Öde, Öden+EW; Z.: Ö-d-e
Odeion, nhd., N.: nhd. Odeion; Vw.: s. Odeon
Odel, nhd., M. (ält.): nhd. Odel; Vw.: s. Adel (2)
Odem, nhd. (ält.), M.: nhd. Odem; Vw.: s. Atem
Ödem, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ödem, Flüssigkeitsansammlung in einem organischen Gewebe; ne. oedema, edema; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. οἴδημα (oídēma); E.: s. gr. οἴδημα (oídēma), N., Geschwulst; vgl. gr. οἰδᾶν (oidan), V., schwellen, gedunsen sein (V.); idg. *oid-, *aid-, *h₂oid-, *h₂eid-, V., schwellen, Pokorny 774 (1328/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ödem, fehlt DW, EWD s. u. Ödem, Duden s. u. Ödem, Bluhme s. u. Oedem; Son.: vgl. nndl. oedeem, Sb., Ödem; frz. œdème, M., Ödem; nschw. ödem, N., Ödem; nnorw. ødem, N., Ödem; kymr. edema, M., Ödem; nir. éidíme, F., Ödem; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Flüssigkeitsansammlung in einem (dadurch schwellenden) Gewebe (höherer Lebewesen); BM.: schwellen; F.: Ödem, Ödems, Ödemes, Ödeme, Ödemen+FW; Z.: Öd-em
Odeon, Odeion, Odeum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Odeon, Odeion, Odeum, Sangeshalle, Konzertsaal; ne. odeon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. odéon; E.: s. frz. odéon, M., Odeon; lat. ōdēum, N., Odeum, Gebäude für einen musikalischen und poetischen Wettstreit; gr. ᾠδεῖον (ōideion), N., Konzerthaus; vgl. gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; vgl. idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Odeon; Son.: vgl. nndl. odeion, Sb., Odeon; frz. odéon, M., Odeon; nschw. odeion, Sb., Odeon; poln. odeon, M., Odeon; lit. odeonas, M., Odeon; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vor allem für musikalische Darbietungen oder Filmvorführungen verwendeten von Menschen errichteten größeren Bau; BM.: sprechen; F.: Odeon, Odeons, Odeion, Odeions, Odeum, Odeums+FW(+EW?); Z.: Od-e-on
oder, nhd., Konj., (8. Jh./10. Jh.): nhd. oder, andernfalls; ne. or; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. ode, od, oder, Konj., oder, oder sonst; mnd. ōder, odher, odder, Konj., oder; mnl. eder, edder, oder, Konj., oder; ahd. odo, odar, edo, erdu, Konj., oder, und, sonst; as. -; anfrk. -; germ. efþan, Konj., oder; das „r“ wurde unter Einfluss von „weder“ angefügt; L.: Kluge 1. A. s. u. oder, Kluge s. u. oder, DW 13, 1148, EWD s. u. oder, EWAhd 2, 950, Duden s. u. oder, Bluhme s. u. oder; Son.: s. anfrk. otha, Konj., oder; vgl. ae. ofþe, Konj., oder; an. eðr, Konj., oder; got. aíþþau, Konj., oder, wo nicht, sonst; nndl. of, Konj., oder; GB.: (odo) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und später um r erweiterte Bezeichnung (Verbindungswort oder Konjunktion) dafür dass von zwei oder mehreren Möglichkeiten jeweils nur eine als Tatsache zutrifft; BM.: diese beiden; F.: oder+EW; Z.: od-er
Odermennig, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Odermennig, eine Pflanze; ne. agrimony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. odermenie, Sb., Odermennig; mnd. odermenige, odermenge, Sb., Odermennig, eine Pflanze; ahd. afermonia*, avermonia*, F., Odermennig; lat. agrimōnia, F., Odermennig; vgl. lat. ager, M., Acker, Feld, Flur (F.), Grundstück; s. idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; s. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder von gr. ἄργεμον (árgemon), N., weißer Fleck im Auge, eine Pflanze; vgl. gr. ἀργός (argós), Adj., weiß, schimmernd, schnell; idg. *areg̑- (Kreuzung von idg. *arg̑- mit *erk- denkbar), *arg̑- (?), h₂rg̑o-, Adj., glänzend, weißlich, Pokorny 64 (105/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ.?, balt.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Odermennig, Kluge s. u. Odermennig, DW 13, 1153, Duden s. u. Odermennig; Son.: vgl. agrimonie, Sb., Odermennig; frz. aigremoine, F., Odermennig; ndän. agermaane, Sb., Odermennig; GB.: (afermonia) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich an trockeneren Standorten vorhandene und gefiederte Blätter und gelbe in ährenförmigen Trauben angeordnete Blüten habende Pflanze; BM.: treiben bzw. bewegen bzw. weiß (Pflanze wird als Behandlung gegen den weißen Fleck in dem Auge benutzt); F.: Odermennig, Odermenniges, Odermennigs, Odermennige, Odermennigen+FW(+EW); Z.: Od-er-men-n-ig
...odie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...odie; ne. ...ody; Vw.: s. Mel-, Par-, Pros-, Rhaps-; Hw.: s. ...ödie; Q.: 13. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἀοιδή (aoidḗ), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...odie, Suff., ...odie; frz. ...odie, Suff., ...odie; nschw. ...odi, Suff., ...odie; nnorw. ...odie, Suff., ...odie; poln. ...odia, Suff., ...odie; kymr. ...odi, Suff., ...odie; lit. ...odija, Suff., ...odie; GB.: vielleicht seit dem 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Sprache und Gesang betreffenden Substantiven; BM.: sprechen; F.: ...odie, ...odien+FW; Z.: -o-d-ie
...ödie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...ödie; ne. ...edy; Vw.: s. Kom-, Trag-; Hw.: s. ...odie; Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ἀοιδή (aoidḗ), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...edie, Suff., ...ödie; frz. ...édie, Suff., ...ödie; nschw. ...edi, Suff., ...ödie; nnorw. ...edie, Suff., ...ödie; poln. ...edia, Suff., ...ödie; kymr. ...edi, Suff., ...ödie; nir. ...éide, Suff., ...ödie; lit. ...edija, Suff., ...ödie; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Sprache betreffenden Substantiven; BM.: sprechen; F.: ...ödie, ...ödien+FW; Z.: -ö-d-i-e
Ödipuskomplex, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ödipuskomplex, übersteigerte Mutterliebe; ne. Oedipus complex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Οἰδίπους (Oidípous), M.=PN, „Schwellfuß“, Ödipus; vgl. idg. *oid-, *aid-, *h₂oid-, *h₂eid-, V., schwellen, Pokorny 774 (1328/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill.?, germ., balt., slaw.); gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ödipuskomplex; Son.: vgl. nndl. oedipuscomplex, Sb., Ödipuskomplex; frz. complexe d’Œdipe, M., Ödipuskomplex; nschw. oidipuskomplex, N., Ödipuskomplex; nnorw. ødipuskompleks, N., Ödipuskomplex; kymr. cymhleth Oidipos, M., Ödipuskomplex; nir. Coimpléasc Éideapúis, M., Ödipuskomplex; poln. kompleks Edypa, M., Ödipuskomplex; lit. Edipo komplexas, M., Ödipuskomplex; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN Ödipus und Komplex gebildete Bezeichnung für eine frühkindliche übersteigerte und mit Hassgefühlen gegenüber dem Vater verbundene Bindung eines Sohnes an die Mutter; GB.: PN, mit, flechten; F.: Ödipuskomplex, Ödipuskomplexe+FW; Z.: Öd-i-pus—kom-ple-x
Odyssee, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Odyssee, Irrfahrt, Geschichte der Irrfahrten des Odysseus; ne. odyssey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. odyssée; E.: s. frz. odyssée, F., Odyssee; gr. Ὀδύσσεια (Odýsseia), F., Odyssee; vgl. gr. Ὀδυσσεύς (Odysseús), M.=PN, Odysseus; weitere Herkunft bisher ungeklärt; Son.: vgl. nndl. odyssee, Sb., Odyssee; nschw. odysséen, Sb., Odyssee; nnorw. odyssé, M., Odyssee; poln. odyseja, F., Odyssee; kymr. odyseia, F., Odyssee; nir. odaisé, F., Odyssee; lit. odisėja, F., Odyssee; L.: Kluge s. u. Odyssee, fehlt DW, EWD s. u. Odyssee, Duden s. u. Odyssee; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft bisher nicht klare Bezeichnung für eine lange Irrfahrt; BM.: PN, nach der Irrfahrt des Odysseus; F.: Odyssee, Odysseen+FW(+EW?); Z.: Odyss-ee
Ofen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ofen, ein Heizkörper; ne. oven, stove (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. oven, st. M., Ofen, Felsenhöhle; mnd. ōven (1), ōvent, ōve, āven, aven, avent, M., Ofen, Heizofen, Kachelofen, Küchenherd, Backofen, Brennofen; mnl. oven, ouen, ovend, ovent, M., Ofen; ahd. ofan, ovan*, st. M. (a), Ofen, Schmelzofen; as. ovan* (1), st. M. (a), Ofen; anfrk. -; germ. *ugna-, *ugnaz, *uhna-, *uhnaz, *uhwna-, *uhwnaz, st. M. (a), Ofen; vgl. idg. *aukᵘ̯-, ukᵘ̯-, Sb., Kochtopf, Wärmepfanne, Pokorny 88 (136/136) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ofen, Kluge s. u. Ofen, DW 13, 1154, EWD s. u. Ofen, EWAhd 6, 1123, Falk/Torp 29, Duden s. u. Ofen, Bluhme s. u. Ofen; Son.: vgl. afries. oven, st. M. (a), Ofen; nnordfries. oven, ouvn; ae. ō̆fen, st. M. (a), Ofen; an. ofn, st. M. (a), Ofen; got. aúhns, st. M. (a), Ofen; nndl. oven, Sb., Ofen; nschw. ugn, Sb., Ofen; nnorw. ovn, M., Ofen; ai. ukha, F., Topf, Kochtopf; GB.: (ofan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit rund 29000 v. Chr. aus feuerfesten keramischen Baustoffen und später Metall gefertigte Vorrichtung mit einer Feuerung in der durch Verbrennung von festen oder später flüssigen oder noch später gasförmigen Brennstoffen oder nochmals später durch elektrischen Strom Wärme erzeugt wird die zu einem Heizen oder Kochen oder Backen dient; BM.: Kochtopf; F.: Ofen, Ofens, Öfen+EW; Z.: Of-en
offen, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. offen, geöffnet, zugänglich, nicht verhüllt; ne. open (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. öffnen, öffentlich; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. offen, Adj., offen, geöffnet, nicht geschlossen; mnd. ōpen (1), open, āpen, oppen, Adj., offen, unverschlossen, offen stehend, unbedeckt, unverhüllt; mnl. open, ōpen, oppen, apen, Adj., offen, zugängich, geöffnet, frei, offenbar; ahd. offan, Adj., offen, offenbar, hell, deutlich, öffentlich, klar, einleuchtend, geöffnet, sichtbar; as. opan*, Adj., offen, deutlich, aufrichtig, klar, aufgeschlossen; anfrk. opan, ophan, Adj., offen, nicht geschlossen, zugänglich; germ. *upena-, *upenaz, *upana-, *upanaz, Adj., offen; s. germ. *ūp, *ūpp, Präp., Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. offen, Kluge s. u. offen, DW 13, 1163, EWD s. u. offen, EWAhd 6, 1131, Falk/Torp 31, Heidermanns 639, Duden s. u. offen, Bluhme s. u. offen; Son.: vgl. afries. epen, epern, open, Adj., offen, offenbar, klar, deutlich; nnordfries. apen, aben, äben, Adj., offen; ae. open, Adj., offen, offenbar, offenkundig, klar; an. opinn, Adj., offen, auf dem Rücken liegend; nndl. open, Adj., offen; nschw. öppen, Adj., offen; nnorw. åpen, Adj., offen; GB.: (offan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zugänglich; BM.: unten; F.: offen, offene, offenes, offenem, offenen, offener(, offenere, offeneres, offenerem, offeneren, offenerer, offenst, offenste, offenstes, offenstem, offensten, offenster)+EW; Z.: off-en
$offenbar, nhd., Adj., (10./11. Jh.): nhd. offenbar, offenkundig, offensichtlich; E.: s. offen, s. bar; L.: Kluge s. u. offenbar, DW 13, 1172, EWD s. u. offen; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und aus offen und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches offenkundig oder offensichtlich; F.: offenbar, offenbare, offenbares, offenbarem, offenbaren, offenbarer(, offenbarere, offenbareres, offenbarerem, offenbareren, offenbarerer, offenbarst, offenbarste, offenbarstes, offenbarstem, offenbarsten, offenbarster)+EW; Z.: off-en—bar
$offenbaren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. offenbaren, offenlegen, mitteilen; E.: s. offenbar, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. offenbar, DW 13, 1174, EWD s. u. offen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus offenbar und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches offenlegen oder mitteilen; F.: offenbaren (!), offenbare (!), offenbarst, offenbart, offenbarest, offenbaret, offenbarte (!), offenbartest, offenbarten, offenbartet, ##offenbart, offenbarte, offenbartes, offenbartem, offenbarten, offenbarter##, offenbarend, ###offenbarend, offenbarende, offenbarendes, offenbarendem, offenbarenden, offenbarender###, offenbar (!)+EW; Z.: off-en—bar-en
$Offenbarung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Offenbarung, Offenlegung, Mitteilung; E.: s. offenbar(en), s. ung; L.: Kluge s. u. offenbar, DW 13, 1172, EWD s. u. offen; GB.: seit vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. revelatio aus offenbar(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine für das Christentum wichtige Offenlegung oder Mitteilung; F.: Offenbarung, Offenbarungen+EW; Z.: Off-en—bar-ung
$Offenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Offenheit, Offensein, Aufrichtigkeit, Bereitschaft, Aufgeschlossenheit; E.: s. offen, s. heit; L.: DW 13, 1179, EWD s. u. offen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus offen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Offensein oder seit Entstehung des Menschen mögliche Aufrichtigkeit oder Bereitschaft oder Aufgeschlossenheit; F.: Offenheit, Offenheiten+EW; Z.: Off-en—hei-t
$offenherzig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. offenherzig, offen, freimütig, ehrlich; E.: s. offen, s. Herz, s. ig; L.: DW 13, 1179, EWD s. u. offen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus offen und Herz sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches offen oder freimütig oder ehrlich; F.: offenherzig, offenherzige, offenherziges, offenherzigem, offenherzigen, offenherziger(, offenherzigere, offenherzigeres, offenherzigerem, offenherzigeren, offenherzigerer, offenherzigst, offenherzigste, offenherzigstes, offenherzigstem, offenherzigsten, offenherzigster)+EW; Z.: off-en—herz-ig
offensiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. offensiv, angreifend; ne. offensive (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Offensive; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. offensif; E.: s. frz. offensif, Adj., offensiv; vgl. frz. offendre, V., anstoßen, angreifen; lat. offendere, V., anstoßen, anschlagen, Schaden leiden, verunglücken, verletzen, beschädigen, belästigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. fendere, V., stoßen, sich verteidigen; idg. *gᵘ̯ʰenə-, *gᵘ̯ʰen- (2), V., schlagen, töten, Pokorny 491 (730/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. offensiv, fehlt DW, EWD s. u. offensiv, EWD s. u. offensiv; Son.: vgl. nndl. offensief, Adj., offensiv; frz. offensif, Adj., offensiv; nschw. offensiv, Adj., offensiv; nnorw. offensiv, Adj., offensiv; poln. ofensywny, Adj., offensiv; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für angreifend oder ein einen Angriff bevorzugendes Verhalten in Gegensatz zu defensiv; BM.: vor, stoßen; F.: offensiv, offensive, offensives, offensivem, offensiven, offensiver(, offensivere, offensiveres, offensiverem, offensiveren, offensiverer, offensivst, offensivste, offensivstes, offensivstem, offensivsten, offensivster)+FW(+EW?); Z.: of-fen-s-iv
Offensive, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Offensive, Angriff; ne. offensive (N.); Vw.: -; Hw.: s. offensiv; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. offensive; E.: s. frz. offensive, F., Offensive; vgl. frz. frz. offensif, Adj., offensiv; frz. offendre, V., anstoßen, angreifen; lat. offendere, V., anstoßen, anschlagen, Schaden leiden, verunglücken, verletzen, beschädigen, belästigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. fendere, V., stoßen, sich verteidigen; idg. *gᵘ̯ʰenə-, *gᵘ̯ʰen- (2), V., schlagen, töten, Pokorny 491 (730/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. offensiv, fehlt DW, EWD s. u. offensiv, Duden s. u. Offensive; Son.: vgl. nndl. offensief, Sb., Offensive; frz. offensive, F., Offensive; nschw. offensiv, Sb., Offensive; nnorw. offensiv, M., Offensive; poln. ofensywa, F., Offensive; lit. ofenzyva, F., Offensive; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angriff oder eine den Angriff bevorzugende menschliche Kampfweise in Gegensatz zu Defensive; BM.: vor, stoßen; F.: Offensive, Offensiven+FW; Z.: Of-fen-s-iv-e
öffentlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. öffentlich, allgemein hörbar und sichtbar; ne. public (Adj.), official; Vw.: -; Hw.: s. offen; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. offenlich, öffenlich, offelich, offentlich, Adj., öffentlich, für die Öffentlichkeit bestimmt, in der Öffentlichkeit stattfindend, offen, offenbar, offenkundig, bekannt, unverhohlen, sichtbar, laut, deutlich, sicher; mnd. öffentlīk (1), Adj., öffentlich; mnl. openlijc, Adj., deutlich, offenkundig; ahd. offanlīh, Adj., öffentlich, sichtbar; as. -; anfrk. -; germ. *upenalīka-, *upenalīkaz, *upanalīka-, *upanalīkaz, Adj., offen; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. öffentlich, DW 13, 1182, EWAhd EWD s. u. offen, 6, 1135, Heidermanns 640, Duden s. u. öffentlich; Son.: vgl. afries. epentlik, Ad., öffentlich; ae. openlic, Adj., öffentlich, offen; an. -; got. -; nndl. obenlijk, Adj., öffentlich; nschw. offentlig, Adj., öffentlich; nnorw. offentlig, Adj., öffentlich; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches allgemein hörbar und sichtbar; BM.: unten, gleich; F.: öffentlich, öffentliche, öffentliches, öffentlichem, öffentlichen, öffentlicher(, öffentlichere, öffentlicheres, öffentlicherem, öffentlicheren, öffentlicherer, öffentlichst, öffentlichste, öffentlichstes, öffentlichstem, öffentlichsten, öffentlichster)+EW; Z.: öff-ent-lich
$*öffentlichen?, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. *öffentlichen?, öffentlich machen, mitteilen; Vw.: s. ver-; E.: s. öffentlich, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. öffentlich, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus öffentlich und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches öffentlich machen oder mitteilen; F.: öffentlichen (!), öffentliche (!), öffentlichst, öffentlicht, öffentlichest, öffentlichet, öffentlichte, öffentlichtest, öffentlichten, öffentlichtet, geöffentlicht, ##geöffentlicht, geöffentlichte, geöffentlichtes, geöffentlichtem, geöffentlichten, geöffentlichter##, öffentlichend, ###öffentlichend, öffentlichende, öffentlichendes, öffentlichendem, öffentlichenden, öffentlichender###, öffentlich (!)+EW; Z.: öff-ent-lich-en
$Öffentlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Öffentlichkeit, Allgemeinheit, Gesamtheit von Menschen, was öffentlich ist oder geschieht; E.: s. öffentlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. öffentlich, DW 13, 1183, EWD s. u. offen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus öffentlich und keit gebildete Bezeichnung für die Allgemeinheit oder Gesamtheit von Menschen; F.: Öffentlichkeit, Öffentlichkeiten+EW; Z.: Öff-ent-lich-kei-t
offerieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. offerieren, anbieten; ne. offer (V.); Vw.: -; Hw.: s. Offerte, Offertorium; Q.: um 1400 (Marienlieder aus dem 14. Jh. des Bruder Hans); I.: Lw. frz. offrir, lat. offerre; E.: mhd. offerieren, sw. V., opfern; mnd. offerēren, sw. V., darbieten, anbieten, darbringen, geben, schenken, verehren, opfern; lat. offerre, V., entgegenbringen, darbringen, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. offerieren, DW 13, 1183, EWD s. u. offerieren, Duden s. u. offerieren; Son.: vgl. nndl. offreren, V., offerieren; frz. offrir, V., offerieren; nschw. offerera, V., offerieren; nnorw. offerere, V., offerieren; poln. oferować, V., offerieren; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches anbieten; BM.: vor, tragen; F.: offerieren, offeriere, offerierst, offeriert, offerierest, offerieret, offerierte, offeriertest, offerierten, offeriertet, ##offeriert, offerierte, offeriertes, offeriertem, offerierten, offerierter##, offerierend, ###offerierend, offerierende, offerierendes, offerierendem, offerierenden, offerierender###, offerier (!)+FW(+EW); Z.: of-fer-ier-en
Offerte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Offerte, Angebot, Anbieten; ne. offer (N.); Vw.: -; Hw.: s. offerieren, Offertorium; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. offerte; E.: s. frz. offerte F., Offerte, Angebot; vgl. frz. offre, V., anbieten; afrz. ofrir, V., anbieten, bieten, darbringen; lat. offerre, V., entgegenbringen, darbringen, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. offerieren, DW 13, 1183, EWD s. u. offerieren, Duden s. u. Offerte; Son.: vgl. nndl. offerte, Sb., Offerte; nschw. offert, Sb., Offerte; nnorw. offerte, M., Offerte; poln. oferta, F., Offerte; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen abgegebenes Angebot (zu einem Vertrag) oder Anbieten; BM.: vor, tragen; F.: Offerte, Offerten+FW; Z.: Of-fer-t-e
Offertorium, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Offertorium, Darbringung der Opfergaben; ne. offertory; Vw.: -; Hw.: s. offerieren, Offerte; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. offertōrium; E.: s. lat. offertōrium, N., Opferstätte, Darbietung, Opfer, Opferungsgesang, Opferungsgebet, (um 560-636 n. Chr.); vgl. lat. offerre, V., entgegenbringen, darbringen, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. offerieren, fehlt DW, Duden s. u. Offertorium; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen durchgeführte Darbringung der Opfergaben als Teil der katholischen Messe; BM.: vor, tragen; F.: Offertorium, Offertoriums, Offertorien+FW; Z.: Of-fer-t-or-i-um
Offizial, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Offizial, ein Beamter, ein Amtsträger; ne. judicial vicar, episcopal official; Vw.: -; Hw.: s. offiziell; Q.: 1263 (Urkunde); E.: s. mhd. official, st. M., Offizial, Leiter der bischöflichen Gerichtsbehörde; mnd. officiāl, offitial, M., Offizial, geistlicher Beamter, Richter des geistlichen Gerichts, Gerichtsverwalter, Amtsverwalter einer weltlichen Obrigkeit; lat. officiālis, M., Diener der Obrigkeit, Subalternbeamter, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. officium, N., Pflicht (F.) (1), Obliegenheit, Schuldigkeit, Verbindlichkeit, Dienst; lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 13, 1183 (Official), Duden s. u. Offizial; Son.: vgl. nndl. officiaal, M., Offizial; frz. official, M., Offizial; GB.: seit 1263 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Amtsträger oder einen Vertreter des Bischofs als Vorsteher einer kirchlichen Gerichtsbehörde; BM.: arbeiten, machen; F.: Offizial, Offizials, Offiziale, Offizialen+FW(+EW); Z.: Of-fi-z-i-al
offiziell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. offiziell, amtlich, behördlich, öffentlich; ne. official (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Offizial; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. officiel; E.: s. frz. officiel, Adj., offiziell, amtlich; lat. officiālis (1), Adj., zur Pflicht gehörig, zum Amt gehörig, zum Dienst gehörig, (um 250-317 n. Chr.); vgl. lat. officium, N., Pflicht (F.) (1), Obliegenheit, Schuldigkeit, Verbindlichkeit, Dienst; lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. offiziell, DW 13, 1184 (officiéll), EWD s. u. offiziell, Duden s. u. offiziell; Son.: vgl. nndl. officieel, Adj., offiziell; nschw. officiell, Adj., offiziell; nnorw. offisiell, Adj., offiziell; poln. oficjalny, Adj., offiziell; nir. oifigiúil, Adj., offiziell; lit. oficialus, Adj., offiziell; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Staates mögliches amtlich oder behördlich oder öffentlich; BM.: arbeiten, machen; F.: offiziell, offizielle, offizielles, offiziellem, offiziellen, offizieller(, offiziellere, offizielleres, offiziellerem, offizielleren, offiziellerer, offiziellst, offiziellste, offiziellstes, offiziellstem, offiziellsten, offiziellster)+FW(+EW); Z.: of-fi-z-i-ell
Offizier, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Offizier, ein militärischer Rang; ne. officer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. frz. officier; E.: s. mnd. officier, M., Offizier, höherer fürstlicher oder städtischer Beamter; frz. officier, M., Offizier; mlat. officiārius, M., Inhaber eines Amtes; vgl. lat. officium, N., Pflicht (F.) (1), Obliegenheit, Schuldigkeit, Verbindlichkeit, Dienst, (um 250-184 v. Chr.); lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Offizier, DW 13, 1184 (Officier), EWD s. u. Offizier, Duden s. u. Offizier; Son.: vgl. nndl. officier, Sb., Offizier; nschw. officer, Sb., Offizier; nnorw. offiser, M., Offizier; poln. oficer, M., Offizier; nir. oifigeach, M., Offizier; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten höheren militärischen Rang für Anführer von dem Leutnant bis zu dem General; BM.: arbeiten, machen; F.: Offizier, Offiziers, Offizieres, Offiziere, Offizieren+FW(+EW?); Z.: Of-fi-z-ier
Offizin, nhd. (ält.), F., (17. Jh.?): nhd. Offizin, Werkstätte mit nicht-handwerklicher Arbeit; ne. a workshop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. - lat. officīna E.: s. lat. officīna, F., Werkstatt, Werkstätte, Herd, Sitz, Quelle, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Offizin, fehlt DW, Duden s. u. Offizin; Son.: vgl. nschw. officin, Sb., Offizin; nnorw. offisin, M., Offizin; GB.: vielleicht 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer von Menschen betriebenen Werkstätte mit nicht-handwerklicher Arbeit wie beispielsweise in einer Apotheke; BM.: arbeiten, machen; F.: Offizin, Offizinen+FW(+EW?); Z.: Of-fi-z-in
offiziös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. offiziös, halbamtlich; ne. semiofficial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. officieux; E.: s. frz. officieux, Adj., dienstbeflissen, verbindlich; lat. officiōsus (1), Adj., voll Diensteifer seiend, gefällig, dienstbeflissen, zuvorkommend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. officium, N., Pflicht (F.) (1), Obliegenheit, Schuldigkeit, Verbindlichkeit, Dienst; lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. offiziös, fehlt DW, EWD s. u. offiziell, Duden s. u. offiziös; Son.: vgl. nndl. officieus, Adj., offiziös; nschw. officiös, Adj., offiziös; nnorw. offisiøs, Adj., offiziös; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Staates mögliches halbamtlich; BM.: arbeiten, machen; F.: offiziös, offiziöse, offiziöses, offiziösem, offiziösen, offiziöser+FW(+EW); Z.: of-fi-z-i-ös
öffnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. öffnen, offen machen, aufmachen, aufschließen, aufsperren; ne. open (V.); Vw.: -; Hw.: s. offen, Öffnung; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. offenen, offnen, uffenen, uffenen, mmd., sw. V., öffnen, öffentlich verkünden, veröffentlichen, eröffnen, offenbaren, zeigen, verheißen (V.), enthüllen, aufdecken, bekannt machen, verbreiten, kundtun, verständlich machen, darlegen; mnd. ȫpenen, ōpenen, āpenen, öppenen, uppenen, sw. V., öffnen, aufschließen, freimachen, abführen, aufmachen, eröffnen, mitteilen, Beschlagnahme aufheben, Testament eröffnen; mnl. openen, sw. V., öffnen, aufmachen; ahd. offanōn, sw. V. (2), eröffnen, offenbaren, enthüllen, öffnen; as. opanōn*, oponōn*, sw. V. (2), öffnen; anfrk. opanen, sw. V., öffnen, aufmachen, offenbaren; germ. *upenōn, *upanōn, sw. V., öffnen; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106; L.: Kluge s. u. offen, DW 13, 1185, EWAhd 6, 1137, Duden s. u. öffnen; Son.: vgl. afries. epenia, epernia, sw. V. (2), öffnen; saterl EWD s. u. offen, epena, V., öffnen; ae. openian, sw. V. (2), öffnen, deutlich machen, verdeutlichen; an. opna (2), sw. V. (2), öffnen; got. -; nndl. openen, V., öffnen; nschw. öppna, V., öffnen; nnorw. åpne, V., öffnen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufmachen oder aufschließen oder aufsperren; BM.: unten; F.: öffnen, öffne, öffnest, öffnet, öffnete, öffnetest, öffneten, öffnetet, geöffnet, ##geöffnet, geöffnete, geöffnetes, geöffnetem, geöffneten, geöffneter##, öffnend, ###öffnend, öffnende, öffnendes, öffnendem, öffnenden, öffnender###, öffne (!)+EW; Z.: öff-n-en
Öffnung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Öffnung, offene Stelle, Öffnen, Aufmachen, Offensein; ne. opening (N.); Vw.: -; Hw.: s. offen, öffnen; Q.: 8. Jh.; I.: Lw.-; E.: mhd. offenunge (1), st. F., Öffnung, Offenbarung, Enthüllung, Eröffnung, Erscheinung, Eintritt, Verdeutlichung, Erleuchtung, Darlegung der Rechtsverhältnisse, Weistum; mnd. ȫpeninge, oppeninge, F., Eröffnung, Verkündigung, Aufschließung, Öffnung, Offenhaltung, Öffnen; mnl. openinge, F., Öffnen, Öffnung, Eröffnung, Mitteilung; ahd. offanunga*, st. F. (ō), Offenbarung, Bekanntmachung, Sichtbarmachung, Anzeichen, Erscheinen, Andeutung, Beweis, Spur; s. nhd. öffnen; L.: DW 13, 1190, EWD s. u. offen, EWAhd 6, 1138, Duden s. u. Öffnung; Son.: vgl. afries. epeninge*, F., Bekanntmachung; ae. openung, st. F. (ō), Eröffnung; nndl. opening, Sb., Öffnung; nschw. öppning, Sb., Öffnung; nnorw. åpning, M. F., Öffnung; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus öffn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine offene Stelle oder ein Öffnen oder Aufmachen oder ein Offensein; BM.: unten; F.: Öffnung, Öffnungen+EW; Z.: Öff-n-ung
Offsetdruck, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Offsetdruck, ein indirektes Flachdruckverfahren; ne. offset (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. Lw. ne. offset; E.: s. ne. offset, N., Offsetdruck; vgl. ne. set off, V., abziehen, entfernen; vgl. ne. off, Adv., Präp, ab, weg; vgl. ae. of-, Präf., ob…, über; germ. *uba, Präp., über, unter; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ne. set, V. setzen, legen; ae. sėttan, sw. V. (1), setzen, legen, stellen, aufstellen, gründen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Druck; L.: Kluge s. u. Offsetdruck, fehlt DW, Duden s. u. Offsetdruck; Son.: vgl. nndl. offsetdruk, Sb., Offsetdruck; frz. offset, M., Offsetdruck; nschw. offset, Sb., Offsetdruck; nnorw. offsetprent, N., Offsetdruck; poln. druk offsetowy, M., Offsetdruck; lit. ofsetas, M., Offsetdruck; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus (ne.) offset und Druck gebildete Bezeichnung für ein Flachdruckverfahren bei dem der Druck in Gegensatz zu dem Bilderdruckverfahren indirekt von der Druckplatte über ein Gummituch auf das hochweiße und matte sowie die Farbe sehr gut aufnehmende Offsetpapier erfolgt; BM.: weg, setzen, reiben?, bohren?; F.: Offsetdruck, Offsetdruckes, Offsetdrucks, Offsetdrucke, Offsetdrucken+FW+EW; Z.: Off-set—dru-ck
oft, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. oft, oftmalig, häufig, vielmalig, vielmals; ne. often; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ofte, oft, Adv., oft; mnl. ofte, Adv., oft; mnd. oft (2), ofte, off, Adv., oft, häufig; mnl. oft, ofte, Adv., oft; ahd. ofto, Adv., oft, häufig, immer wieder, zuweilen; as. oft, Adv., oft; anfrk. -; germ. *ufta, *uftō, Adv., oft; L.: Kluge 1. A. s. u. oft, Kluge s. u. oft, DW 13, 1192, EWD s. u. oft, EWAhd 6 1142, Falk/Torp 31, Duden s. u. oft, Bluhme s. u. oft; Son.: vgl. afries. ofta (1), Adv., oft; nnordfries. oftem, oft, Adv., oft; ae. oft, Adv., oft, häufig; an. opt, Adv., oft; got. ufta, Adv., oft; nschw. ofta, Adv., oft; nnorw. ofte, Adv., oft; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit dem Dimensionen Raum und Zeit mögliches häufig oder vielmalig oder vielmals; BM.: ?; F.: oft+EW; Z.: oft
$öfters, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. öfters, öfter, häufiger; E.: s. oft; L.: DW 13, 1196, EWD s. u. oft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Genetiv des Komparativs öfter (von oft) gebildete und aus öfters (Mals durch Weglassung von Mals) entstandene Bezeichnung für öfter; F.: öfters+EW; Z.: öft-er-s
$oftmalig, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. oftmalig, häufig, mehrmalig; E.: s. oft, s. Mal, s. ig; L.: DW 13, 1198, EWD s. u. oft; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus oft und Mal und ig gebildete Bezeichnung für häufig oder mehrmalig; F.: oftmalig, oftmalige, oftmaliges, oftmaligem, oftmaligen, oftmaliger+EW; Z.: oft—ma-l-ig
$oftmals, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. oftmals, mehrmals, oft; E.: s. oft, s. Mal, s. s; L.: DW 13, 1196 (oftmal), EWD s. u. oft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus oft und Mal sowie (e)s durch Zusammenrückung und Auslassung gebildete Bezeichnung für mehrmals oder oft; F.: oftmals+EW; Z.: oft—ma-l-s
Oganesson, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Oganesson, ein Edelgas; ne. oganesson; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2016; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem Namen des das Element entdeckenden russischen Kernphysikers Juri Oganesjan (geb. 1933); Son.: vgl. nndl. oganesson, Sb., Oganesson; frz. oganesson, M., Oganesson; nschw. oganesson, N., Oganesson; nnorw. oganesson, N., Oganesson; kymr. oganesson, M., Oganesson; nir. óganasan, M., Oganesson; poln. oganeson, M., Oganesson; lit. oganesonas, M., Oganesson; GB.: seit 2016 belegte und aus dem PN Oganes(jan) und son gebildete Bezeichnung für ein in Dubna in Russland 2002 durch künstliche Erzeugung (Synthetisierung) entdecktes (formales) Edelgas (in der IUPAC-Gruppe) (und ohne praktische oder technische Anwendung) (chemisches Element Nr. 118 [mit der – bis 2024 - höchsten nachgewiesenen Ordnungszahl], abgekürzt Og); BM.: PN; F.: Oganesson, Oganessons+FW; Z.: Oganes-s-on
oh, nhd., Interj.: nhd. oh; Vw.: s. o (2)
Oheim, Ohm, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Oheim, Mutterbruder, Bruder der Mutter, Onkel; ne. uncle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ōheim, œheim, ōhein, ōm, st. M., Oheim, Mutterbruder, Neffe, Onkel, Schwestersohn, Vetter; mhd. ōheime, œheime, œme, sw. M., Oheim, Onkel, Neffe, Verwandter; mnd. ōm, oem, ohm, ȫme, ohēm, oheim, M., Oheim, Onkel, Mutterbruder, Schwestersohn, männlicher Verwandter, Vetter, Cousin; mnl. oom, oem, ome, hoem, homs, oome, ohem, M., Muterbruder, Vaterbruder, Verwandter; ahd. ōheim, st. M. (a?, i?), „Mutterbruder“, Oheim, Onkel; as. -; anfrk. -; westgerm. *awahaima-, *awahaimaz, *awunhaima-, *awunhaimaz, *auhaima-, *auhaimaz, st. M. (a), Onkel, Oheim; s. idg. *au̯os, M., Großvater (mütterlicherseits), Pokorny 89 (138/138) (RB. idg. aus arm.?, gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *k̑eimo-, *k̑oimo-, Adj., Sb., vertraut, Lager, Heim, Pokorny 539; vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Oheim, Kluge s. u. Oheim, EWD s. u. Oheim, DW 13, 1198, EWAhd 6, 1147, Duden s. u. Oheim, Bluhme s. u. Ohm; Son.: vgl. afries. êm, st. M. (a), Oheim, Onkel, Mutterbruder; nfries. yem, yeme, M., Oheim, Onkel; saterl. ome, M., Oheim, Onkel; nnordfries. ohm, M., Oheim, Onkel; ae. éam, st. M. (a), mütterlicher Onkel, Mutterbruder, Oheim; an. -; got. -; nndl. oom, Sb., Oheim, Onkel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Bruder der Mutter in Gegensatz zu dem Vetter als dem Bruder des Vaters; BM.: in dem Haus des Großvaters Lebender; F.: Oheim, Oheims, Oheimes, Oheime, Oheimen, Ohm, Ohms, Ohme, Ohmen+EW; Z.: O-hei-m
Ohm (2), nhd. (ält.), N., M., (12. Jh.): nhd. Ohm (M./N.), ein Flüssigkeitsmaß; ne. a liquid measure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. āme (1), ōme, st. F., sw. M., sw. N., Ohm, Maß, Hohlmaß, Flüssigkeitsmaß für Wein; mnd. āme, ām, F., M., Ahm, Ohm, Hohlmaß, Flüssigkeitenmaß, Tonnenmaß für Wein oder Bier; mnl. ame, āme, aeme, F., ein Flüssigkeitsmaß; lat. hama, ama, F., Eimer, Feuereimer, (234-149 v. Chr.); gr. ἄμη (ámē), F., Wassereimer; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ohm, Kluge s. u. Ohm 2, DW 13, 1200, EWAhd 1, 201, Duden s. u. Ohm, Bluhme s. u. Ohm; Son.: vgl. ae. ōme, sw. F. (n), Ohm; an. ama, sw. F. (n), große Tonne; nndl. aam, Sb., Ohm (M./N.); GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verwendetes Flüssigkeitsmaß von etwa anderthalb oder eineinhalb Hektolitern; BM.: schöpfen (V.) (1) bzw. gießen; F.: Ohm, Ohmes, Ohms, Ohme, Ohmen+FW(+EW); Z.: Ohm
Ohm (3), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ohm (N.), Maßeinheit des elektrischen Widerstands; ne. ohm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1881; E.: von dem PN des Physikers Georg Simon Ohm (1789-1854); L.: Kluge s. u. Ohm 3, fehlt DW, Duden s. u. Ohm; Son.: vgl. nndl. ohm, Sb., Ohm; frz. ohm, M., Ohm; nschw. ohm, Sb., Ohm; nnorw. ohm, M., Ohm; poln. om, M., Ohm; kymr. ohm, M., F., Ohm; nir. óm, M., Ohm; lit. omas, M., Ohm; GB.: seit 1881 belegte und aus einem PN gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Maßeinheit des elektrischen Widerstands; BM.: PN Ohm; F.: Ohm, Ohmes, Ohms+FW?+EW?); Z.: Ohm
Öhmd, nhd. (dial.), N., (11./12. Jh.): nhd. Öhmd, Grasschnitt nach der Heuernte, zweiter Grasschnitt, Grummet; ne. latergrass, rowen; Vw.: -; Hw.: s. Mahd; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. āmāt, st. N., Zweitmahd, zweites Mähen, Omet, Ohmet, Grummet; ahd. āmād, st. N. (a), Grummet, Öhmd, Omet, Zweitmahd; ahd. ā, Präf., von, weg, fort, fehlend, verkehrt; vgl. germ. *ē, *ǣ, Präf., un...; idg. *ē, (*ō), Präp., Postp., Präf., an, hinzu, von ... weg, annähernd; ahd. māda, sw. F. (n), Mahd, Schwade, gemähtes Gras; germ. *māþa, *mǣþa, Sb., Mahd, Gemähtes; germ. *maþwō, st. F. (ō), Matte (F.) (2), Wiese; s. idg. *met-, V., mähen, Pokorny 703; vgl. idg. *mē- (2), *h₂meh₁-, V., mähen, Pokorny 703 (1165/30) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ohmet, Kluge s. u. Öhmd, DW 13, 1200, EWAhd 1, 190, Duden s. u. Öhmd; Son.: südwestdeutsch; GB.: seit 11./12. Jh. belegte Bezeichnung für den (zweiten) Grasschnitt nach der (ersten) Heuernte oder das Grummet; BM.: übrig, mähen; F.: Öhmd, Öhmdes, Öhmds+EW; Z.: Öh-md
ohne, nhd., Präp., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. ohne, ausgenommen, außer; ne. without; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. āne, ān, Präp., Konj., Adv., ohne, außer, ausgenommen, unabhängig von, abgesehen von; mnd. āne, Adv., Konj., ohne; mnl. aen, ane, Präp., Adv., ohne; ahd. ānu, āne, Präp., Adv., Konj., ohne, außer; as. āno, Präp., ohne, frei von; anfrk. āna, Präp., außer; germ. *ēnu, *ēnau, Präp., ohne; idg. *ē̆neu̯, *ēnu, Präp., ohne, Pokorny 318 (464/45) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. ohne, Kluge s. u. ohne, DW 13, 1210, EWD s. u. ohne, EWAhd 1, 289, Falk/Torp 25, Duden s. u. ohne, Bluhme s. u. ohne; Son.: vgl. afries. ōne, ōni, Präp., ohne; nfries. on, Präp., ohne; ae. -; an. ān, ōn, Präp., ohne; got. inuh, inu, Präp., ohne, außer; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung (Fürwort) für ausgenommen oder außer oder an einer Gegebenheit nicht beteiligt oder nicht vorhanden; BM.: ?; F.: ohne+EW; Z.: ohn-e
$ohngeachtet, nhd. (ält.), Adj, (?).: nhd. ohngeachtet, ungeachtet, nicht berücksichtigt; E.: s. ohn(e)?, s. un?, s. geachtet; L.: Kluge 1. A. s. u. ohne, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und wohl unter dem Einfluss von ndl. on aus un und geachtet gebildete Bezeichnung für ungeachtet oder nicht berücksichtigt; F.: ohngeachtet, ohngeachtete, ohngeachtetes, ohngeachtetem, ohngeachteten, ohngeachteter+EW; Z.: ohn—ge-ach-t-et
$ohngefähr, nhd. (ält.), Adv., (16. Jh.): nhd. ohngefähr, ohne Gefahr, ohne Absicht, ohne Betrug; E.: s. ohn(e), s. gevær(e); L.: Kluge 1. A. s. u. ohne, EWD s. u. ungefähr; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ohn(e) und mhd. gevær(e) gebildete Bezeichnung für ohne Gefahr oder Absicht oder Betrug (seiend oder handelnd); F.: ohngefähr+EW; Z.: ohn—ge-fähr
$ohnlängst, nhd. (ält.), Adv., (?): nhd. ohnlängst, kürzlich, neulich, jüngst; E.: s. ohn(e)?, s. un?, s. längst; L.: Kluge 1. A. s. u. ohne, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und wohl unter dem Einfluss von ndl. on aus un und längst gebildete Bezeichnung für kürzlich oder neulich oder jüngst; F.: ohnlängst+EW; Z.: ohn—lä-ng-st
Ohnmacht, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ohnmacht, Bewusstlosigkeit; ne. faint (N.), palsy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1220 (Floire et Blanscheflor); E.: s. mhd. āmaht, ānmaht, st. F., „Amahd“, Schwäche, Ohnmacht; vgl. mhd. ā (2), Präf., un...; ahd. ā, Präf., von, weg, fort, fehlend, verkehrt; vgl. germ. *ē, *ǣ, Präf., un...; idg. *ē, (*ō), Präp., Postp., Präf., an, hinzu, von ... weg, annähernd; mhd. maht, st. F., Vermögen, Kraft, Körperkraft, Anstrengung, Gewalt, Vollmacht, Menge, Fülle; ahd. maht, st. F. (i), Macht, Kraft, Stärke (F.) (1), Vermögen, Fähigkeit, Können, Wille; germ. *mahti-, *mahtiz, st. F. (i), Macht, Kraft; vgl. idg. *magʰ-, V., können, vermögen, helfen, Pokorny 695 (1140/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Ohnmacht, DW 13, 1222, EWD s. u. Ohnmacht, Duden s. u. Ohnmacht; GB.: seit 1220 belegte und aus mhd. ā (2), Präf., un... und Macht gebildete Bezeichnung für eine meist durch Sauerstoffmangel in dem Gehirn verursachte (kurze) Bewusstlosigkeit von Lebewesen; BM.: von … weg, können; F.: Ohnmacht, Ohnmachten+EW; Z.: Oh-n—mach-t
$ohnmächtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ohnmächtig, bewusstlos; E.: s. Ohnmacht, s. ig; L.: DW 13, 1223, EWD s. u. Ohnmacht; GB.: (āmahtīg seit um 1000) belegte und aus Ohnmacht und ig gebildete Bezeichnung für meist durch Sauerstoffmangel in dem Gehirn verursachte (kurzes) bewusstlos von Lebewesen; F.: ohnmächtig, ohnmächtige, ohnmächtiges, ohnmächtigem, ohnmächtigen, ohnmächtiger+EW; Z.: oh-n-mäch-t-ig
Ohr, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ohr, Hörorgan; ne. ear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. ōre, ōr, sw. N., st. N., Ohr; mnd. ōre (1), ȫre, oere, ohre, are, ōr, ȫr, N., Ohr, ohrenförmiger Zipfel an Kleidung, Henkel, Griff, Aussparung im Griff zum Aufhängen; mnl. ōre, N., Ohr; ahd. ōra, sw. N. (n), Ohr; as. ôra, sw. N. (n), Ohr; anfrk. ōra*, sw. N. (n), Ohr; germ. *auzō-, *auzōn, *auza-, *auzan, sw. N. (n), Ohr; idg. *ōus- (2), *əus-, *us-, *h₂eu̯s-, Sb., Ohr, Pokorny 785 (1356/36) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ohr, Kluge s. u. Ohr, DW 13, 1224, EWD s. u. Ohr, EWAhd 6, 1182, Duden s. u. Ohr, Falk/Torp 7, Bluhme s. u. Ohr; Son.: vgl. afries. âre, âr-, sw. N. (n), Ohr; nnordfries. ur; ae. éare, sw. N. (n), Ohr; an. eyra, sw. N. (n), Ohr; got. ausō, sw. N. (n), Ohr; nndl. oor, Sb., Ohr; nschw. öra, Sb., Ohr; nnorw. øre, N., Ohr; av. us-, Sb., Ohr; gr. οὖς (us), ὦς (ōs), N., Ohr, Öhr, Henkel; lat. auris, F., Ohr; air. ó, Sb., Ohr; lit. ausìs, F., Ohr; aslaw. ucho, Sb., Ohr; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das Hörorgan bei vielen Lebewesen wie Mensch und Wirbeltieren oder vielen Insekten; BM.: ?; F.: Ohr, Ohres, Ohrs, Ohren+EW; Z.: Ohr
Öhr, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Öhr, Nadelöhr; ne. eye (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. ōre, st. N., ohrartige Öffnung, Nadelöhr; mnd. ȫre (1), ȫr, mnd.?, N., Öhr, ohrartige Handhabe an Gefäßen, ohrartige Handhabe an Glocken; ahd. ōri*, st. N. (ja), ohrartige Öffnung, Nadelöhr; s. ahd. ōra, sw. N. (n), Ohr; germ. *auzō-, *auzōn, *auza-, *auzan, sw. N. (n), Ohr; idg. *ōus- (2), *əus-, *us-, *h₂eu̯s-, Sb., Ohr, Pokorny 785 (1356/36) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Öhr, Kluge s. u. Öhr, DW 13, 1251, EWD s. u. Öhr, EWAhd 6, 1200, Duden s. u. Öhr, Bluhme s. u. Oehr; Son.: vgl. nndl. oor, Sb., Öhr; gr. οὖς (us), ὦς (ōs), N., Ohr, Öhr, Henkel; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen vor rund 40000 Jahren wohl an Knochen entwickeltes und seitdem verwendetes an dem oberen Ende der Nähnadel und an dem vorderen Ende der Maschinennadel angebrachtes und zu einem Durchziehen eines Fadens und später auch eines Drahtes oder einer Leitung dienendes kleines meist längliches Loch; BM.: Ohr; F.: Öhr, Öhres, Öhrs, Öhre, Öhren+EW; Z.: Öh-r
$Ohrenschliefer, nhd., M., (?): nhd. Ohrenschliefer, Ohrenkneifer, Ohrenkriecher, Ohrwurm; E.: s. Ohr, s. en (Suff.), s. Schliefer bzw. schliefen; L.: Kluge s. u. Ohrenschliefer, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus Ohr und en (Suff.) und Schliefer gebildete Bezeichnung für ein weltweit verbreitetes meist kleines und bis zu acht Zentimeter langes für den Menschen nützliches und auch als Ohrenkneifer oder Ohrenkriecher oder Ohrwurm bezeichnetes Insekt; F.: Ohrenschliefer, Ohrenschliefers, Ohrenschliefern+EW; Z.: Ohr-en—schlie-f-er
$Ohrenschmalz, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Ohrenschmalz, eine Absonderung von Drüsen des äußeren Gehörgangs aller Säugetiere; E.: s. Ohr, s. en, s. Schmalz; vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Ohr und en (Suff.) sowie Schmalz gebildete für eine wohl schon vormenschliche gelb-bräunliche fettige und bittere sowie Pilze und Bakterien entfernende und durch Sprechen und Kauen nach außen geschobene schützende Absonderung der Ohrenschmalzdrüsen des äußeren Gehörgangs das durch warmes Olivenöl oder Babyöl aufgeweicht werden kann; L.: DW 13,1259, EWD s. u. Schmalz; F.: Ohrenschmalz, Ohrenschmalzes, Ohrenschmalze, Ohrenschmalzen+EW; Z.: Ohr-en—schmal-z
$Ohrfeige, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ohrfeige, Backpfeife, Backenstreich, Backenschlag; E.: s. Ohr, s. Feige; L.: Kluge 1. A. s. u. Ohrfeige, Kluge s. u. Ohrfeige, DW 13,1262, EWD s. u. Ohr; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und aus Ohr und Feige (für eine unförmige Schwellung?) oder veeg (Schlag oder Hieb) gebildete Bezeichnung für einen früher wohl häufigeren eine Veränderung anstrebenden grundsätzlich seit dem 20. Jh. als Körperverletzung strafbaren Schlag mit der flachen Hand auf ein Ohr oder eine Wange eines anderen Menschen; F.: Ohrfeige, Ohrfeigen, Ohrenfeige, Ohrenfeigen+EW; Z.: Ohr—feig-e
$ohrfeigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ohrfeigen, Ohrfeige geben; E.: s. Ohrfeig(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ohrfeige, DW 13, 1261, EWD s. u. Ohr; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ohrfeig(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Ohrfeige geben; F.: ohrfeigen (!), ohrfeige (!), ohrfeigst, ohrfeigt, ohrfeigest, ohrfeiget, ohrfeigte, ohrfeigtest, ohrfeigten, ohrfeigtet, geohrfeigt, ##geohrfeigt, geohrfeigte, geohrfeigtes, geohrfeigtem, geohrfeigten, geohrfeigter##, ohrfeigend, ###ohrfeigend, ohrfeigende, ohrfeigendes, ohrfeigendem, ohrfeigenden, ohrfeigender###, ohrfeig (!)+EW; Z.: ohr—feig-en
$Ohrläppchen, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Ohrläppchen; E.: s. Ohr, s. Läppchen; L.: DW 13, 1264, EWD s. u. Lappen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Ohr und Läppchen gebildete Bezeichnung für einen an der Ohrmuschel unten ansetzenden aus Haut und Fettgewebe sowie Bindegewerbe (und nicht aus Knorpel) bestehenden Teil des Ohres des Menschen; F.: Ohrläppchen, Ohrläppchens+EW; Z.: Ohr—läp-p—chen
$Ohrwurm, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ohrwurm; E.: s. Ohr, s. Wurm; L.: Kluge s. u. Ohrwurm, EWD s. u. Ohr; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Ohr und Wurm gebildete Bezeichnung für ein wohl in dem späten Altertum aus getrockneten Würmern gegen Ohrkrankheiten hergestelltes Heilmittel sowie später auch für einen Ohrenkriecher und noch später für einen nicht mehr aus dem Gedächtnis des Menschen gehenden Musiktitel; F.: Ohrwurm, Ohrwurms, Ohrwurmes, Ohrwürmer, Ohrwürmern+EW; Z.: Ohr—wur-m
…oid, nhd., N., Adj., (19. Jh.?): nhd. …oid; ne. …oid; Vw.: s. negr-, Zellul-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. -oid, fehlt DW, Duden s. u. -oid, Kytzler/Redemund/Eberl 1063; Son.: s. anthropoid; vgl. nndl. …oïde, Suff., …oid; frz. …oïde, Suff., …oid; nschw. …oid, Suff., …oid; poln. …oid, Suff., …oid; kymr. …oid, Suff., …oid; nir. …óideach, Suff., …oid; lit. …oidas, Suff., …oid; lit. …idų, Suff., …oid; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung um Substantive und Adjektive für Vergleichbares oder Ähnliches zu bilden; BM.: auffassen; F.: …oid, …oide, …oiden+FW; Z.: -oi-d
Okarina, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Okarina, ein Blasinstrument; ne. ocarina; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. it. ocarina; E.: s. it. ocarina, F., Okarina; vgl. it. oca, F., Gans; lat. auca, F., Vogel, Gans; lat. avis, F., Vogel, Geflügel, Weissagevogel, geflügeltes Tier; idg. *au̯ei-, *əu̯ei-?, Sb., Vogel, Pokorny 86 (131/131) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Okarina; Son.: vgl. nndl. ocarina, Sb., Okarina; frz. ocarina, F., Okarina; nschw. okarina, Sb., Okarina; nnorw. okarina, M., Okarina; poln. okaryna, F., Okarina; kymr. ocarina, F., Okarina; lit. okarina, F., Okarina; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon seit 12000 Jahren von Menschen hergestelltes und verwendetes Blasinstrument aus Ton (M.) (1) oder später Porzellan in Form beispielsweise eines Gänseeis mit einem Schnabel und acht bis zwölf Grifflöchern; BM.: Vogel; F.: Okarina, Okarinas, Okarinen+FW; Z.: Ok-ar-in-a
okay, nhd., Interj., Adv., (20. Jh.): nhd. okay, in Ordnung; ne. okay, o.k.; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. okay; E.: s. ne. okay, Interj., okay; eine scherzhafte Bildung für eine möglicherweise falsche Abkürzung von all correct; L.: Kluge s. u. okay, fehlt DW, EWD s. u. okay, Duden s. u. okay; Son.: vgl. nndl. okay, Adv., okay; nschw. okej, Interj., Adv., okay; nisl. ókei, Adv., okay; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine möglicherweise falsche Abkürzung von all correct oder in Ordnung (seiend); BM.: Abkürzung; F.: okay+FW; Z.: o-kay
Okkasion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Okkasion, günstige Gelegenheit; ne. occasion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. occāsio; E.: s. lat. occāsio (1), F., Gelegenheit, günstiger Zeitpunkt, Vermögen, Möglichkeit, anständiger Mensch, Vorwand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. occidere, V., niederfallen, hinfallen, umkommen, untergehen, Ende erreichen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Okkasion; Son.: vgl. frz. occasion, F., Okkasion, nschw. ockasion, Sb., Okkasion; poln. okazja, F., Okkasion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sich Menschen bietende günstige Gelegenheit; BM.: nahe, fallen; F.: Okkasion, Okkasionen+FW(+EW); Ok-kas-io-n
okkasionell, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. okkasionell, gelegentlich, gelegentlich vorkommend; ne. occasional; Vw.: -; Hw.: s. Okkasion; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. occasionnel; E.: s. frz. occasionnel, Adj., okkasionell; vgl. frz. occasion, F., Gelegenheit; lat. occāsio, F., Gelegenheit, günstiger Zeitpunkt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. occidere, V., niederfallen, hinfallen, umkommen, untergehen, Ende erreichen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. okkasionell, Duden s. u. okkasionell; Son.: vgl. nndl. occasioneel, Adj., okkasionell; ndän. okkasionel, Adj., okkasionell; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gelegentlich oder gelegentlich vorkommend; BM.: nahe, fallen; F.: okkasionell, okkasionelle, okkasionelles, okkasionellem, okkasionellen, okkasioneller(, okkasionellere, okkasionelleres, okkasionellerem, okkasionelleren, okkasionellerer, okkasionellst, okkasionellste, okkasionellstes, okkasionellstem, okkasionellsten, okkasionellster)+FW(+EW?); Z.: ok-kas-io-n-ell
okkult, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. okkult, verborgen, versteckt, heimlich, geheim; ne. occult; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. occultus; E.: s. lat. occultus, Adj., verborgen, versteckt, heimlich, geheim, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. occulere, V., verdecken, verbergen, verheimlichen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. cēlāre, V., hehlen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen; idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. okkult, fehlt DW, EWD s. u. okkult, Duden s. u. okkult; Son.: vgl. nndl. occult, Adj., okkult; frz. oculte, Adj., okkult; nschw ockult, Adj., okkult; nnorw. okkult, Adj., okkult; kymr. ocwlt, Adj., okkult; lit. okultinis, Adj., okult; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus menschlicher Sicht verborgen oder versteckt oder heimlich oder geheim; BM.: nahe, verheimlichen; F.: okkult, okkulte, okkultes, okkultem, okkulten, okkulter(, okkultere, okkulteres, okkulterem, okkulteren, okkulterer, okkultest, okkulteste, okkultestes, okkultestem, okkultesten, okkultester)+FW(+EW); Z.: ok-kul-t
$Okkultismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Okkultismus, Lehre von geheimen Gegebenheiten; E.: s. okkult, s. ismus; L.: Kluge s. u. okkult, fehlt DW, EWD s. u. okkult; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus okkult und ismus gebildete unscharfe Sammelbezeichnung für eine Lehre von geheimen Gegebenheiten; F.: Okkultismus+FW; Z.: Ok-kul-t-ism-us
$Okkupant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Okkupant, Besetzender, Besetzer, Besatzer; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. okkupieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. okkupieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus lat. occupare aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen etwas besetzenden Menschen; F.: Okkupant, Okkupanten+FW(+EW); Z.: Ok-kup-ant
Okkupation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Okkupation, Besetzung, Aneignung; ne. occupation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. occupātio; E.: s. lat. occupātio, F., Besetzung, Einnahme, Beschäftigung, Abhaltung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. occupāre, V., einnehmen, besetzen, bemächtigen, überrumpeln; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: EWD s. u. okkupieren, Duden s. u. Okkupation; Son.: vgl. nndl. occupatie, Sb., Okkupation; frz. occupation, F., Okkupation; nschw. ockupation, Sb., Okkupation; nnorw. okkupasjon, M., Okkupation; poln. okupacja, F. Okkupation; lit. okupacija, F., Okkupation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit von Menschen durchgeführte Besetzung oder Aneignung einer fremden Gegebenheit; BM.: nahe, fassen; F.: Okkupation, Okkupationen+FW; Z.: Ok-kup-at-io-n
okkupieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. okkupieren, einnehmen, besetzen; ne. occupy; Vw.: -; Hw.: s. okkupieren; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. occupāre; E.: s. lat. occupāre, V., einnehmen, besetzen, bemächtigen, überrumpeln, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. okkupieren, DW 13, 1128 (occupieren), EWD s. u. okkupieren, Duden s. u. okkupieren; Son.: vgl. nndl. occuperen, V., okkupieren; frz. occuper, V., okkupieren; nschw. ockupera, V., okkupieren; nnorw. okkupere, V., okkupieren; poln. okupować, V., okkupieren; lit. okupuoti, V., okkupieren; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit von Menschen mögliches eine fremde Gegebenheit einnehmen und besetzen; BM.: nahe, fassen; F.: okkupieren, okkupiere, okkupierst, okkupiert, okkupierest, okkupieret, okkupierte, okkupiertest, okkupierten, okkupiertet, ##okkupiert, okkupierte, okkupiertes, okkupiertem, okkupierten, okkupierter##, okkupierend, ###okkupierend, okkupierende, okkupierendes, okkupierendem, okkupierenden, okkupierender###, okkupier (!)+FW(+EW); Z.: ok-kup-ier-en
$öko..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. öko...; E.: s. Ökologie, Ökonomie; L.: Kluge s. u. Ökologie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Haus; F.: öko…+FW(+EW); Z.: ök-o…
$Öko, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Öko; E.: s. Ökologie; L.: Kluge s. u. Ökologie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Haus; F.: Öko, Ökos+FW(+EW); Z.: Ök-o…
Ökologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ökologie, Umweltbiologie; ne. oecology, ecology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1866; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. οῖκος (oikos), M., Haus, Wohnung; idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Ökologie, fehlt DW, EWD s. u. Ökologie, Duden s. u. Ökologie; Son.: vgl. nndl. oecologie, Sb., Ökologie; frz. écologie, F., Ökologie; nschw. ekologi, Sb., Ökologie; nnorw. økologi, M., Ökologie; poln. ekologia, F., Ökologie; kymr. ecoleg, F., Ökologie; nir. éiceolaíocht, F., Ökologie; lit. ekologija, F., Ökologie; GB.: seit 1866 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und betriebene Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt (Umweltbiologie); BM.: Haus, sammeln; F.: Ökologie+FW(+EW); Z.: Ök-o-log-ie
$Ökonom, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ökonom, Landwirt, Wirtschaftswissenschaftler; E.: s. Ökonomie; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 13, 1268, EWD s. u. Ökonomie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Ökonomie gebildete Bezeichnung für einen Landwirt und später einen Wirtschaftswissenschaftler; F.: Ökonom, Ökonomen+FW(+EW); Z.: Ök-o-nom
Ökonomie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ökonomie, Wirtschaftlichkeit, Wirtschaftswissenschaft; ne. economy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. oeconomia; E.: s. lat. oeconomia, F., Ökonomie, (um 35-95/96 n. Chr.); gr. οἰκονομία (oikonomía), F., Ökonomie, Verwaltung des Hauses; vgl. gr. οῖκος (oikos), M., Haus; idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Ökonomie, DW 13, 1268, EWD s. u. Ökonomie, Duden s. u. Ökonomie; Son.: vgl. nndl. economie, Sb., Ökonomie; frz. économie, F., Ökonomie; nschw. ekonomi, Sb., Ökonomie; nnorw. økonomi, M., Ökonomie; poln. ekonomia, F., Ökonomie; lit. ekonomika, F., Ökonomie; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung angestrebte Wirtschaftlichkeit und später die von Menschen betriebene Wirtschaftswissenschaft; BM.: Haus, nehmen; F.: Ökonomie, Ökonomien+FW(+EW); Z.: Ök-o-nom-ie
$ökonomisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ökonomisch, die Wirtschaft betreffend, wirtschaftlich, sparsam; E.: s. Ökonom(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Ökonomie, DW 13, 1269, EWD s. u. Ökonomie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Wirtschaft betreffend oder wirtschaftlich oder sparsam; F.: ökonomisch, ökonomische, ökonomisches, ökonomischem, ökonomischen, ökonomischer(, ökonomischere, ökonomischeres, ökonomischerem, ökonomischeren, ökonomischerer, ökonomischst, ökonomischste, ökonomischstes, ökonomischstem, ökonomischsten, ökonomischster)+FW(+EW); Z.: ök-o-nom-isch
$Ökosystem, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Ökosystem; E.: s. Öko, s. System; L.: Kluge s. u. Ökologie, fehlt DW; GB.: seit dem späteren 20. Jh. aus Öko und System gebildete Bezeichnung für eine kleine ökologische Einheit eines Lebensraums mit den in ihm vorhandenen Lebewesen wie beispielsweise ein Wald oder eine Wiese oder ein Teich oder ein Bach; F.: Ökosystem, Ökosystems, Ökosystemes, Ökosysteme, Ökosystemen+FW(+EW); Z.: Ök-o—sy-st-em
Okra, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Okra, Okraschote, Gemüse-Eibisch, Ladyfinger, Rosenapfel; ne. okra, lady’s fingers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: afrikanisches Lw.; E.: aus einer westafrikanischen Sprache, s. Igbo ọ́kụ̀rụ̀; L.: Duden s. u. Okra; Son.: vgl. nndl. okra, Sb., Okra; frz. okra, M., Okra; nschw. okra, Sb., Okra; nnorw. okra, M.?, Okra; kymr. ocra, M., Okra; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus einer westafrikanischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche essbare längliche bohnenähnliche Frucht einer Eibischart aus der Familie der Malvengewächse; BM.: ?; F.: Okra, Okras+FW(+EW); Z.: Okra
Oktan, Octan, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Oktan, Octan, eine zu den Alkanen zählende farblose Flüssigkeit; ne. octane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὀκτώ (oktō), Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oktan, fehlt DW, Duden s. u. Oktan; Son.: vgl. nndl. octaan, Sb. Oktan; frz. octane, M., Oktan; nschw. oktan, N., Sb., Oktan; nnorw. oktan, N., Oktan; poln. oktan, Sb., Oktan; kymr. octan, M., Oktan; lett. oktāns, M., Oktan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in verschiedenen Isomeren als farblose und leicht brennbare Flüssigkeit sachlich wohl schon früh in Erdöl und später auch in Benzin enthaltenen Kohlenwasserstoff; BM.: acht; F.: Oktan, Oktans, Oktane, Oktanen, Octan, Octans, Octane, Octanen+FW; Z.: Okt-an
Oktav, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Oktav, Achtelbogengröße, ein Buchformat; ne. octavo, octave; Vw.: -; Hw.: s. Oktave; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. in octāvō; E.: s. lat. in octāvō, Adj., in Achteln; lat. octāvus, Num. Ord., achte; vgl. lat. octō, Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oktav, DW 13, 1141 (Octav), EWD s. u. Oktave, Duden s. u. Oktav; Son.: vgl. nndl. octavo, Sb., Oktav; frz. octave, M., Oktav; nschw. oktave, Sb., Oktav; nnorw. oktav, M., Oktav; poln. oktawa, F., Oktav; nir. ochtáibh, F., Oktav; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein Buchformat (114 x 172 Millimeter) in der Größe eines Achtels (250 x 375 Millimeter) (eines Bogens Papier von 750 mal 1000 Millimeter), Achtelbogengröße; BM.: acht; F.: Oktav, Oktavs+FW(+EW?); Z.: Okt-av
Oktave, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Oktave, ein Tonintervall, achtdimensionale Zahl; ne. octave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1280 (Urkunde); E.: s. mhd. octāv, octāve, sw. F., st. F., Oktave, Sopran, achter Tag des Festes, achter Tag nach einem Fest; mnd. octāve, F., Oktave, achter Tag nach einem Fest, achter Ton (M.) (2) der siebentonigen Tonleiter, Stammtöne c bis h, bestimmte Orgelstimme, Achtel Pfennig; lat. octāva, F., achte Stunde, achter Teil, Achtel; lat. octāvus, Num. Ord., achte; vgl. lat. octō, Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oktave, DW 13, 1141 (Octave), EWD s. u. Oktave, Duden s. u. Oktave; Son.: vgl. nndl. octaaf, Sb., Oktave; frz. octave, F., Oktave; nschw. oktav, Sb., Oktave; nnorw. oktav, M., Oktave; nir. ochtach, M., Oktave; lit. oktava, F., Oktave; GB.: seit 1280 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Intervall von acht diatonischen Tonstufen beispielsweise von einem Ton (M.) (2) C bis zu dem (um eine Oktave) nächsthöheren oder (um eine Oktave) nächsttieferen Ton C; BM.: acht; F.: Oktave, Oktaven+FW(+EW?); Z.: Okt-av-e
$Oktett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Oktett, eine Gruppe von acht; I.: Lw. it. octetto; E.: s. it. octetto; L.: fehlt DW, EWD s. u. Oktave; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. octo, Num. Kard., acht, verbindbare Bezeichnung für eine Gruppe von acht Musikern oder ein Musikstück für acht Instrumente oder Stimmen; F.: Oktett, Oktettes, Oktetts, Oktette, Oktetten+FW(+EW); Z.: Okt-et-t
Oktober, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Oktober, zehnter Monat; ne. october; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. october, st. M., Oktober; lat. Octōber, M., Oktober, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. octō, Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oktober, DW 13, 1141, EWD s. u. Oktober, Duden s. u. Oktober; Son.: vgl. nndl. oktober, Sb., Oktober; frz. octobre, M., Oktober; nschw. oktober, Sb., Oktober; nnorw. oktober, M., Oktober; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus octo und ber oder bris (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den zehnten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender der in Rom ursprünglich bei einem Beginn des Jahres in dem März als achter Monat gezählt worden war; BM.: acht; F.: Oktober, Oktobers, Oktobern+FW(+EW); Z.: Okto-ber
Oktopus, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Oktopus, ein Tintenfisch; ne. octopus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. ὀκτώπους (oktōpous); E.: s. gr. ὀκτώπους (oktōpous), Adj., achtfüßig; vgl. gr. ὀκτώ (oktṓ), Num. Kard., acht; idg. *ok̑tōu, *ok̑tō, *h₃ek̑teh₂, Num. Kard., acht, Pokorny 775 (1330/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Oktopus; Son.: vgl. nndl. octopus, Sb., Oktopus; frz. octopus, M., Oktopus; kymr. octopws, M., Oktopus; nir. ochtapas, M., Oktopus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Gattung von achtarmigen oder achtfüßigen Kraken oder Tintenfischen; BM.: acht, Fuß; F.: Oktopus, Oktopusse, Oktopussen, Oktopoden?+FW(+EW); Z.: Okto-pus
oktroyieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. oktroyieren, aufzwingen, aufdrängen; ne. force (V.), impose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. mlat. auctorizare; E.: s. mlat. auctorizare, V., bestätigen; frz. octroyer, afrz. otroiier, vlat. und lat. auctōrāre, V., sich verbürgen, bekräftigen, verdingen, sich vermieten, verpflichten; lat. augēre, V., wachsen lassen, fördern, befruchten, vermehren, stärken; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. aufoktroyieren, oktroyieren, fehlt DW, EWD s. u. oktroyieren, Duden s. u. oktroyieren; Son.: vgl. nschw. oktrojera, V., oktroyieren; nnorw. oktrojere, V., oktroyieren; poln. oktrojować, V., oktroyieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus frz. octroyer aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen (auctorizare) und dem Vulgärlateinischen und dem Lateinischen des Altertums (auctorare) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen wohl seit Bildung von Staaten oder Herrschern durchgeführtes aufzwingen oder aufdrängen (beispielsweise einer Verfassung); BM.: vermehren; F.: oktroyieren, oktroyiere, oktroyierst, oktroyiert, oktroyierest, oktroyieret, oktroyierte, oktroyiertest, oktroyierten, oktroyiertet, ##oktroyiert, oktroyierte, oktroyiertes, oktroyiertem, oktroyierten, oktroyierter##, oktroyierend, ###oktroyierend, oktroyierende, oktroyierendes, oktroyierendem, oktroyierenden, oktroyierender###, oktroyier (!)+FW(+EW); Z.: ok-t-r-oy-ier-en
$Okular, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Okular; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. lat. oculāris, Adj., zu den Augen gehörig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Okular; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus lat. ocularis aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen augenseitig optisch wirksamen Teil eines optischen Systems wie beispielsweise eines Fernglases oder Mikroskops oder für eine Linse; BM.: Auge; F.: Okular, Okulars, Okulares, Okulare, Okularen+FW(+EW); Z.: Ok-ul-ar
$Okularglas, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Okularglas, Augenglas, Linse; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Okular, s. Glas; L.: fehlt DW, EWD s. u. Okular; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Okular und Glas gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als Okular verwendetes Glas (Augenglas) oder eine Linse; F.: Okularglas, Okularglases, Okulargläser, Okulargläsern+FW+EW; Z.: Ok-ul-ar—gla-s
okulieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. okulieren, Bäume veredeln; ne. bud (V.); Vw.: s. in-; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. inoculāre; E.: s. lat. inoculāre, V., okulieren, einpflanzen, schmücken, (1. Jh. n. Chr.); s. lat. oculāre. V.; mit Augen versehen (V.), lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. oculus, M., Auge, Blick; s. idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; s. idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. okulieren, EWD s. u. Okular, DW 13, 1269, Duden s. u. okulieren; Son.: vgl. nndl. oculeren, V., okulieren; nschw. okulera, V., okulieren; nnorw. okulere, V., okulieren; poln. okulizować, V., okulieren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (Bäume) veredeln; BM.: Auge; F.: okulieren, okuliere, okulierst, okuliert, okulierest, okulieret, okulierte, okuliertest, okulierten, okuliertet, ##okuliert, okulierte, okuliertes, okuliertem, okulierten, okulierter##, okulierend, ###okulierend, okulierende, okulierendes, okulierendem, okulierenden, okulierender###, okulier (!)+FW(+EW); Z.: ok-ul-ier-en
Ökumene, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ökumene, Siedlungsraum des Menschen, Gesamtheit der Christen; ne. oecumene, ecumene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. oecūmenē; E.: s. lat. oecūmenē, F., bewohnte Erde, (4./5. Jh. n. Chr.); gr. οἰκομένη (oikoménē), F., bewohnter Teil der Erde; vgl. gr. οῖκος (oikos), M., Haus; vgl. idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ökumene, EWD s. u. Ökumene, Duden s. u. Ökumene, fehlt DW; Son.: vgl. frz. œcumène, F., Ökumene; lit. ekumenizmas, M., Ökumene; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von naturgegebenen Grenzen bestimmten Lebensraum und Siedlungsraum des Menschen auf der Erde und übertragen (Adj.) für die Gesamtheit der Christen und der christlichen Kirchen; BM.: Haus; F.: Ökumene, Ökumenen+FW(+EW); Z.: Ök-u-men-e
$ökumenisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ökumenisch; E.: s. Ökumen(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Ökumene, EWD s. u. Ökumene, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ökumen(e) und isch gebildete Bezeichnung für die Ökumene oder die Gesamtheit der Christen betreffend; F.: ökumenisch, ökumenische, ökumenisches, ökumenischem, ökumenischen, ökumenischer(, ökumenischere, ökumenischeres, ökumenischerem, ökumenischeren, ökumenischerer, ökumenischst, ökumenischste, ökumenischstes, ökumenischstem, ökumenischsten, ökumenischster)+EW; Z.: ök-u-men-isch
Okzident, nhd., (Part. Präs.=)M., (13. Jh.): nhd. Okzident, Abendland, Westen; ne. Occident; Vw.: -; Hw.: s. okzidental; Q.: 1227-1248 (Gedichte des Reinmar von Zweter); E.: s. mhd. occident, st. M., Okzident, Westen; mnd. occident, M., Okzident, Westen; mfrz. occident, M., Okzident, Westen; vgl. lat. occidere, V., niederfallen, hinfallen, umkommen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu; vgl. idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Okzident, DW 13, 1128 (Occident), EWD s. u. Okzident, Duden s. u. Okzident; Son.: vgl. nndl. occident, Sb., Okzident; frz. occident, M., Okzident; nschw. occident, Sb., Okzident; nnorw. oksidenten, M., Okzident; GB.: seit 1227-1248 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Abendland (Sonnenuntergang) in Gegensatz zu dem Morgenland (Sonnenaufgang oder Orient); BM.: nahe, fallen; F.: Okzident, Okzidents+FW(+EW); Z.: Ok-zid-ent
okzidental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. okzidental, den Okzident betreffend, abendländisch, westlich; ne. occidental; Vw.: -; Hw.: s. Okzident; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. occidentālis; E.: s. lat. occidentālis, Adj., abendlich, westlich, abendländlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. occidere, V., niederfallen, hinfallen, umkommen; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu; vgl. idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Okzident, fehlt DW, EWD s. u. Okzident, Duden s. u. okzidental; Son.: vgl. frz. occidental, Adj., okzidental; nnorw. oksidental, Adj., okzidental; poln. okcydentalny, Adj., okzidental; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Abendland oder den Sonnenuntergang oder den Westen betreffend; BM.: nahe, fallen; F.: okzidental, okzidentale, okzidentales, okzidentalem, okzidentalen, okzidentaler+FW(+EW); Z.: ok-zid-ent-al
Öl, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Öl, eine dickflüssige fettige Flüssigkeit; ne. oil (N.); Vw.: -; Hw.: s. Olive, Linoleum; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. oli, st. N., Öl; mhd. olei, st. N., Öl; mhd. öle, öl, ole, ol, oli, st. N., Öl; mnd. ȫlie, ollige, olge, olige, ȫli, olij, ollich, ȫley, olee, ȫl, oel, M., N., Öl, flüssiges pflanzliches Fett (als Handelsartikel), Speiseöl, heilendes Öl, Verfeinerungsmittel, Nährmittel; mnl. oli, olie, olej, F., Öl; ahd. oli, ole, st. N. (ja), Öl; ahd. olei, st. N. (ja), Öl; as. -; anfrk. olig*, st. N. (a), Öl; germ. *olei, oli, N., Öl; lat. oleum, N., Öl, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Kluge 1. A. s. u. Öl, Kluge s. u. Öl, DW 13, 1269, EWD s. u. Öl, EWAhd 6, 1163, Duden s. u. Öl, Bluhme s. u. Oel; Son.: vgl. afries. olie, Sb., Öl; nnordfries. oel; afries. ele, N., Öl; ae. œle, st. M. (i), Öl; an. olea, olia, F., Öl (Lw. aus dem Mnd.); got. -; nndl. olie, Sb., Öl; frz. huile, F., Öl; nschw. olja, Sb., Öl; nnorw. olja, M., F., Öl; arm. ewł, iwł, Sb., Öl; alb. vaj, Sb., Löl; kymr. olew, M., Öl; air. olae, F., Olive, Öl; aks. olĕi, Sb., Öl; poln. olej, M., Öl; lit. aliẽjus, Sb., Öl; lit. aliejus, M., Öl; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und einer unbekannten Sprache des Mittelmeerraums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche mehr oder weniger (auch bei Raumtemperatur noch) dickflüssige fettige Flüssigkeit; BM.: ?; F.: Öl, Öls, Öles, Öle, Ölen+FW(+EW); Z.: Öl
$Ölbaum, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ölbaum, Olivenbaum; L.: DW 13, 1274, EWD s. u. Öl; GB.: (oliboum) seit um 830 belegte und aus Öl und Baum gebildete Bezeichnung für den ölreiche Früchte (Oliven) tragenden Olivenbaum; F.: Ölbaum, Ölbaumes, Ölbaums, Ölbäume, Ölbäumen+FW+EW; Z.: Öl—bau-m
Oldie, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Oldie, Oldtimer, altes Lied, älterer Mensch; ne. oldie; Vw.: -; Hw.: s. Oldtimer, alt; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. oldie; E.: s. ne. oldie, oldy, N., Oldie; vgl. ne. old, Adj., alt; ae. eald, Adj., alt; wgerm. *alda-, *aldaz, Adj., alt; germ. *alþja-, *alþjaz, Adj., alt; s. idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Oldie, fehlt DW, Duden s. u. Oldie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas Altes wie ein altes Lied oder einen älteren Menschen; BM.: alt; F.: Oldie, Oldies+FW; Z.: Ol-d-ie
Oldtimer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Oldtimer, altes Auto; ne. classic car, vintage car; Vw.: -; Hw.: s. Oldie, alt; Q.: 20. Jh.; I.: ne. Lw.; E.: s. ne. old, Adj., alt; ae. eald, Adj., alt; wgerm. *alda-, *aldaz, Adj., alt; germ. *alþja-, *alþjaz, Adj., alt; s. idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); ne. time, N., Zeit; ae. tīma, sw. M. (n), Zeit, Zeitabschnitt, Zeitalter, Termin; germ. *timō-, *timōn, *tima-, *timan, sw. M. (n), Zeit; idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Oldtimer, Oldie, fehlt DW, Duden s. u. Oldtimer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein altes gut gepflegtes Auto mit Sammlerwert oder Liebhaberwert; BM.: alt, Zeit; F.: Oldtimer, Oldtimers, Oldtimern+FW(+EW); Z.: Ol-d—ti-m-er
Oleander, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Oleander, Rosenlorbeer, ein Strauch; ne. oleander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. oleandro; E.: s. it. oleandro, M., Oleander; lat. lorandrum, N., Rhododendron, (um 560-636 n. Chr.); vulgäre Entwicklung aus rhododendrum; vgl. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; gr. δένδρον (déndron), N., Baum; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Oleander, Kluge s. u. Oleander, DW 13, 1276, Duden s. u. Oleander; Son.: vgl. nndl. oleander, Sb., Oleander; frz. oléandre, M., Oleander; nschw. oleander, Sb., Oleander; nnorw. oleander, M., Oleander; poln. oleander, M., Oleander; nir. oiliandar, M., Oleander; lit. oleandras, M., Oleander; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche als Strauch wachsende Pflanze mit länglichen schmalen lederigen Blättern und verschiedenfarbigen in Dolden wachsenden Blüten; BM.: Rose, Baum; F.: Oleander, Oleanders, Oleandern+FW(EW); Z.: Ol-e-and-er
$ölen, nhd., V., (12. Jh.): nhd. ölen, mit Öl versehen (V.); E.: s. Öl, s. en; L.: Kluge s. u. Öl, DW 13, 1276, EWD s. u. Öl; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Öl und en (Suff.) gebildet Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Öl versehen (V.); F.: ölen (!), öle (!), ölst, ölt, ölest, ölet, ölte, öltest, ölten, öltet, geölt, ##geölt, geölte, geöltes, geöltem, geölten, geölter##, ölend, ###ölend, ölende, ölendes, ölendem, ölenden, ölender###, öl (!)+FW(+EW); Z.: öl-en
Oleum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Oleum, Öl, rauchende Schwefelsäure; ne. oleum; Vw.: s. Lin-, Petr-; Hw.: s. Öl; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. oleum; E.: lat. oleum, N., Öl, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Duden s. u. Oleum; Son.: vgl. nschw. oleum, Sb., Oleum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche farblose oder dunkelbraune und sich zu einem Ätzen eignende ölige Flüssigkeit; BM.: Öl; F.: Oleum, Oleums, Olea+FW; Z.: Ol-e-um
$Ölgötze, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ölgötze; E.: s. Öl, s. Götze; L.: Kluge s. u. Ölgötze, DW 13, 1278, EWD s. u. Öl; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Öl und Götze gebildete Bezeichnung für ein mit Öl gesalbtes oder mit Ölfarben angestrichenes Götzenbild oder einen teilnahmslos wirkenden Menschen; F.: Ölgötze, Ölgötzen+FW+EW; Z.: Öl—gö-tz-e
$ölig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ölig, ölhaltig, ölartig; E.: s. Öl, s. ig (Suff.); L.: Kluge s. u. Öl, DW 13, 1280, EWD s. u. Öl; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Öl und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ölhaltig oder ölartig; F.: ölig, ölige, öliges, öligem, öligen, öliger(, öligere, öligeres, öligerem, öligeren, öligerer, öligst, öligste, öligstes, öligstem, öligsten, öligster)+FW+EW; Z.: öl-ig
Oligarchie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Oligarchie, Gemeinwesen in dem einige wenige die Herrschaft ausüben; ne. oligarchy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr. ὀλιγαρχία (oligarchía); E.: s. gr. ὀλιγαρχία (oligarchía), F., Herrschaft weniger Familien, Oligarchie; s. gr. ὀλίγος (olígos), Adj., klein, kurz, gering, wenig; idg. *leig- (1), *oleig-, Adj., Sb., dürftig, elend, Krankheit, Pokorny 667; vgl. idg. *lei- (2), *leih₂-, V., Adj., eingehen, abnehmen, schwinden, mager, schlank, Pokorny 661 (1071/27) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 159; L.: Kluge s. u. Oligarchie, fehlt DW, EWD s. u. Oligarchie, Duden s. u. Oligarchie; Son.: vgl. nndl. oligarchie, Sb., Oligarchie; frz. oligarchie, F., Oligarchie; nschw. oligarki, Sb., Oligarchie; nnorw. oligarki, N., Oligarchie; poln. oligarchia, F., Oligarchie; kymr. oligarchiaeth, F., Oligarchie; nir. olagarcacht, F., Oligarchie; lit. oligarchija, F., Oligarchie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine menschliche Staatsform oder ein Gemeinwesen in der oder dem nur einige oder wenige die politische Herrschaft ausüben; BM.: eingehen, vorangehen; F.: Oligarchie, Oligarchien+FW(+EW); Z.: O-lig-arch-ie
$oliv, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. oliv; E.: s. Olive; L.: Kluge s. u. Olive, fehlt DW, EWD s. u. Olive; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Olive verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wahrgenommene Farbe von Licht mit einer Wellenlänge zwischen etwa 520 und 565 Nanometern; F.: oliv, olive, olives, olivem, oliven, oliver+FW; Z.: ol-iv
Olive, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Olive, Frucht des Ölbaums; ne. olive (N.); Vw.: -; Hw.: s. Öl; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mhd. olīve, sw. F., st. F., sw. M., „Olive“, Ölbaum, Olivenbaum; mnd. olīve, F., Olive, Frucht des Ölbaums, Olivenbaum; lat. olīva, F., Olive, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. olea, F., Olive; gr. ἐλαία (elaía), F., Ölbaum; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Kluge 1. A. s. u. Olive, Kluge s. u. Olive, DW 13, 1281, EWD s. u. Olive, Duden s. u. Olive; Son.: vgl. nndl. olijf, Sb., Olive; frz. olive, F., Olive; nschw. oliv, Sb., Olive; nnorw. oliven, M., Olive; poln. oliwka, F., Olive; kymr. olewydden, F., Olive; nir. ológ, F., Olive; lit. alyva, F., Olive; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die schon vormenschliche ovale fest-fleischige und ölhaltige sowie meist bräunlich gelbgrün gefärbte und sehr gesunde kleine Frucht des in dem Norden Afrikas bereits in der mittleren Steinzeit wachsenden Ölbaums; BM.: Ölbaum; F.: Olive, Oliven+FW; Z.: Ol-iv-e
$olivengrün, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. olivengrün; E.: s. Oliv(e), s. en (Suff.), s. grün; L.: fehlt DW (aber Olivengrün, N.), EWD s. u. Olive; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Oliv(e) und en (Suff.) sowie grün gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Oliven mögliches wie Oliven grün; F.: olivengrün, olivengrüne, olivengrünes, olivengrünem, olivengrünen, olivengrüner+FW+EW; Z.: ol-iv-en—grü-n
$olivgrün, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. olivgrün; E.: s. Oliv(e), s. grün; L.:fehlt DW, EWD s. u. Olive; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Oliv(e) und grün gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Oliven mögliches wie (eine) Oliv(e) grün; F.: olivgrün, olivgrüne, olivgrünes, olivgrünem, olivgrünen, olivgrüner+FW+EW; Z.: ol-iv—grü-n
Olm, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Olm, Molch, Schwanzlurch; ne. olm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. olm, M., Olm, Salamander; mnl. olm, M., Olm; ahd. olm, st. M. (a?, i?), Olm, Molch, Eidechse, Salamander; weitere Herkunft ungeklärt, von einem germ. *ulma-; L.: Kluge s. u. Olm, DW 13, 128, EWD s. u. Olm, EWAhd 6, 1167, Duden s. u. Olm; Son.: vgl. nschw. olm, Sb., Olm; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Wasser lebenden und mit Lunge und Kiemen atmenden Schwanzlurch mit verkümmerten Gliedmaßen; BM.: ?; F.: Olm, Olmes, Olms, Olme, Olmen+EW?; Z.: Olm
Olymp, nhd., M.=ON, M., (17. Jh.): nhd. Olymp, oberster Rang, Höhepunkt; ne. Mount Olympus; Hw.: s. Olympiade, Olympionike; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. Ὄλυμπος (Ólympos); E.: s. gr. Ὄλυμπος (Ólympos), M.=ON, Olymp, wohl von einem vorgr. Appellativ mit der Bedeutung „Berg, Fels“; L.: fehlt DW, Duden s. u. Olymp; Son.: vgl. nndl. Olympus, Sb., Olymp; nschw. Olympen, Sb., Olymp; poln. Olimp, M., Olymp; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl von einer vorgriechischen Bezeichnung für Berg oder Fels kommenden Bezeichnung für den höchsten angeblich als Göttersitz dienenden Berg Griechenlands und davon abgeleitet für einen durch Leistung erreichten obersten Rang; BM.: ON; F.: Olymp, Olymps+FW; Z.: Olymp
Olympiade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Olympiade, Olympische Spiele; ne. Olympiad; Vw.: -; Hw.: s. Olymp, Olympionike; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. olympiade; E.: s. frz. olympiade, F., Olympiade; gr. Ὀλυμπιάς (Olympiás), F., Olympiade, Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen; gr. Ὀλυμπία (Olympía), F.=PN, Olympia; vgl. gr. Ὄλυμπος (Ólympos), M.=ON, Olymp, wohl von einem vorgr. Appellativ mit der Bedeutung Berg, Fels; L.: Kluge s. u. Olympiade, fehlt DW, EWD s. u. Olympiade, Duden s. u. Olympiade; Son.: vgl. nndl. olympiade, Sb., Olympiade; nschw. olympiad, Sb., Olympiade; nnorw. olympiade, M., Olympiade; poln. olimpiada, F., Olympiade; kymr. olympiad, M., Olympiade; nir. oilimpiad, M., Olympiade; lit. olimpiada, F., Olympiade; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums und dem Vorgriechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei olympischen Spielen und davon abgeleitet Bezeichnung für Olympische Spiele selbst; BM.: ON; F.: Olympiade, Olympiaden+FW; Z.: Olymp-iad-e
Olympionike, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Olympionike, Olympiateilnehmer; ne. olympian (M.); Vw.: -; Hw.: s. Olymp, Olympiade; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. Olympionīcēs; E.: s. lat. Olympionīcēs, M., Sieger bei den Olympischen Spielen, (81-43 v. Chr.); gr. Ὀλυμπιονίκης (Olympioníkēs), M., Sieger bei den Olympischen Spielen; vgl. gr. Ὄλυμπος (Ólympos), M.=ON, Olymp, wohl von einem vorgr. Appellativ mit der Bedeutung „Berg, Fels“; gr. νικᾶν (nikan), V., siegen, besiegen; idg. *nēik-, *nīk-, *nik-, V., anfallen, streiten, beginnen, Pokorny 761? (1296/23) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Olympiade, fehlt DW, Duden s. u. Olympionike; Son.: vgl. lit. olimpiadininkas, M., Olympionike; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an den Olympischen Spielen teilnehmenden Sportler; BM.: ON, siegen; F.: Olympionike, Olympioniken+FW; Z.: Olymp-io-nik-e
$Ölzweig, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Ölzweig; E.: s. Öl, s. Zweig; L.: Kluge s. u. Ölzweig, DW 13, 1287; GB.: (ölezwī) seit 1077-1081 belegte und aus Öl und Zwei(g) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Zweig des Ölbaums; F.: Ölzweig, Ölzweigs, Ölzweiges, Ölzweige, Ölzweigen+FW+EW; Z.: Öl—zwei-g
...om, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ...om, ...oma; ne. ...oma; Vw.: s. Axi-, Dipl-, Glauk-, Idi-, Karzin-, Lymph-, Melan-, My-, Sark-, Sympt-, Trach-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ...ōma, gr. ...ωμα (ōma); E.: s. lat. ...ōma, Suff., ...om, ...oma; gr. ...ωμα (ōma), Suff., ...om, ...oma; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1063; Son.: vgl. nndl. ...oom, Suff., ...om; frz. ...ome, Suff., ...om; nschw. ...om, Suff., ...om; nnorw. ...om, Suff., ...om; kymr. ...oma, Suff., ...om; lit. ...oma, Suff., ...om; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für unterschiedliche Gegebenheiten; BM.: ?; F.: ...om, ...oms, ...ome, ...omen+FW(+EW); Z.: -om
Oma, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Oma, Großmutter; ne. grandma, granny; Vw.: -; Hw.: s. Mama; Q.: 19. Jh.; E.: kindersprachliche Form für Großmama, s. groß, Mama; L.: Kluge s. u. Oma, fehlt DW, EWD s. u. Oma, Duden s. u. Oma; Son.: vgl. nndl. oma, Sb., Oma; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl kindersprachlich aus Großmama gebildete Bezeichnung für eine Großmutter oder eine Mutter eines Elters; BM.: kindersprachliche Abkürzung; F.: Oma, Omas+EW; Z.: O-ma
Ombudsmann, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Ombudsmann, außergerichtlicher Streitschlichter; ne. ombudsman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. E.: s. mnd. umbōdesman, umbodesman, umbōtsman, umbōsman, umbesman, unbōtesman, unbōtsman, M., Ombudsmann, Bevollmächtigter; mnd. ombosman, umbosman, M., Hardesvogt; s. dän. ombudsmand, M., Bevollmächtigter, Beauftragter zur Wahrung der Interessen; nschw. ombudsman, Sb., Vertreter, Bevollmächtigter; vgl. nschw. ombud, M., Vertreter, Bevollmächtigter; an. umbod, Sb., Vollmacht; von an. bjōða um, V., seine Vollmacht übertragen (V.); an. bjōða, st. V. (2), bieten; germ. *beudan, st. V., bieten, gebieten, verkünden; idg. *bʰeudʰ-, V., wach sein (V.), wecken, beobachten, erkennen, erkennen machen, Pokorny 150 (233/66) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); an. um, umb, Präp, Adv., um, herum; germ. *umbi, Adv., Präp., um; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34? (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s.nschw. man, Sb., Mann; an. maðr, mannr, st. M. (a), Mann, Mensch; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ombudsmann, fehlt DW, Duden s. u. Ombudsmann; Son.: vgl. nndl. ombudsman, Sb., Ombudsmann; nnorw. ombudsman, M., Ombudsmann; poln. ombudsman, M., Ombudsmann; lit. ombudsmenas, M., Ombudsmann; GB.: seit späterem 20. Jh. belegte und nach mnd. Vorläufern aus dem Skandinavischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielfach besonders bestellten Menschen der Rechte von Bürgerinnen und Bürger gegenüber Behörden wahrnimmt oder einen außergerichtlichen Streitschlichter; BM.: Vertreter, denken; F.: Ombudsmann, Ombudsmannes, Ombudsmanns, Ombudsmänner, Ombudsmännern+FW(+EW); Z.: Om-bud-s—man-n
Omega, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Omega, vierundzwanzigstes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. omega; Vw.: -; Hw.: s. Omikron, O; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. omega, gr. Ὄ μέγα (O méga); E.: s. mlat. omega, Sb., Omega, Ende; gr. Ὄ μέγα (O méga), Sb., großes O; gr. μέγας (mégas), Adj., groß, erwachsen (Adj.), hoch, schlank; idg. *meg̑ʰ-, *meg̑-, *mₑg̑ʰ-, *mₑg̑-, *meg̑h₂-, Adj., groß, Pokorny 708 (1174/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., toch., heth.); L.: Duden s. u. Omega; Son.: nndl. omega, Sb., Omega; frz. oméga, M., Omega; nschw. omega, N., Omega; nnorw. omega, M., Omega; kymr. omega, F., Omega; nir. óimige, M.?, Omega; poln. omega, F., Omega; lit. omega, Sb., Omega; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich bei der Bildung des griechischen Alphabets aufgenommenen vierundzwanzigsten Buchstaben des griechischen Alphabets (großes oder langes o in Gegensatz zu dem Omikron oder kleinen oder kurzen o); BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen für o; F.: Omega, Omegas+FW; Z.: O-meg-a
Omelett, Omelette, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Omelett, Omelette, Eierkuchen, Pfannkuchen, Eierpfannkuchen; ne. omelet, omelette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. omelette; E.: s. frz. omelette, F., Omelett; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Omelett(e), EWD s. u. Omelett, Duden s. u. Omelett, Omelette; Son.: vgl. nndl. omelet, Sb., Omelett; nschw. omelett, Sb., Omelett; nnorw. omelett, M., Omelett; poln. omlet, M., Omelett; kymr. omled, M., F., Omelett; lit. omletas, M., Omlett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Altfranzösischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen aus Ei und Mehl sowie Milch hergestellten und in einer Pfanne gebackenen Eierpfannkuchen; BM.: ?; F.: Omelett, Omelette, Omelettes, Omeletts, Omeletten+FW(+EW); Z.: Omel-ett
Omen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Omen, Vorzeichen; ne. omen; Vw.: -; Hw.: s. ominös; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. ōmen; E.: s. lat. ōmen (1), N., Anzeichen, Vorzeichen, Vorbedeutung, Omen, Wunsch, Andeutung, (um 250-184 v. Chr.); weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. Omen, EWD s. u. Omen, DW 13, 1288, Duden s. u. Omen; Son.: vgl. nndl. omen, Sb., Omen; nschw. omen, N., Omen; nnorw. omen, N., Omen; poln. omen, M., Omen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Etymologie unbekannte Bezeichnung für ein von Menschen als für eine weitere Entwicklung bedeutsam gesehenes Vorzeichen; BM.: ?; F.: Omen, Omens+FW; Z.: Omen
Omikron, nhd., N.: nhd. Omikron, fünfzehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. omicron; Vw.: -; Hw.: s. Omega, O; I.: Lw. gr. ὂμικρόν (òmikrón); E.: s. ὂμικρόν (òmikrón), ὂ μικρόν (ò mikrón), N., Omikron, kleines O; aus dem Semitischen, aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen; gr. μικρός (mikrós), σμικρός (smikrós), μικκός (mikkós), Adj., klein, kurz, gering, wenig; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Omikron; nndl. omikron, Sb., Omikron; frz. omicron, M., Omikron; nschw. omikron, N., Omikron; nnorw. omikron, M., Omikron; kymr. omicron, F., Omikron; nir. oimeacrón, M.?, Omikron; poln. omikron, Sb., Omikron; lit. omikron, Sb., Omikron; GB.: aus dem Griechischen des Altertums als kleines oder kurzes o in Gegensatz zu dem Omega (großes oder langes o) aufgenommene Bezeichnung für den fünfzehnten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: aus der stilisierten Darstellung eines Auges entwickeltes Zeichen für o; F.: Omikron, Omikrons+FW; Z.: O-mi-kr-on
ominös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ominös, geheimnisvoll, unheilvoll; ne. ominous; Vw.: -; Hw.: s. Omen; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ōminōsus; E.: s. lat. ōminōsus, Adj., voll von Vorbedeutungen seiend, Unglück vorbedeutend, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ōmen (1), N., Anzeichen, Vorzeichen, Vorbedeutung, Omen, Wunsch, Andeutung, Bedingung; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. Omen, DW 13, 1288, EWD s. u. Omen, Duden s. u. ominös; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus den Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für geheimnisvoll oder unheilvoll; BM.: ?; F.: ominös, ominöse, ominöses, ominösem, ominösen, ominöser(, ominösere, ominöseres, ominöserem, ominöseren, ominöserer, ominösest, ominöseste, ominösestes, ominösestem, ominösesten, ominösester)+FW(+EW); Z.: omin-ös
Omnibus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Omnibus, Autobus, Bus; ne. bus; Vw.: -; Hw.: s. Bus; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. (voiture) omnibus; E.: s. frz. (voiture) omnibus, M., Fahrzeug für alle; vgl. lat. omnis, Adj., all, jeder, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Omnibus, DW 13, 1288, EWD s. u. Omnibus, Duden s. u. Omnibus, Bluhme s. u. Bus; Son.: vgl. nndl. omnibus, Sb., Omnibus; nschw. omnibus, Sb., Omnibus; nnorw. omnibus, M., Omnibus; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes größeres Kraftfahrzeug mit vielen Sitzen zu der Menschenbeförderung; BM.: alle; F.: Omnibus, Omnibusses, Omnibusse, Omnibussen+FW(+EW); Z.: Omn-ib-us
omnipotent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. omnipotent, allmächtig; ne. omnipotent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. omnipotēns; E.: s. lat. omnipotēns, Adj., allmächtig, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. omnis, Adj., all, jeder; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); lat. potēns (1), Adj., mächtig, vermögend, könnend, fähig, einflussreich, herrschend; vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. omnipotent, fehlt DW, Duden s. u. omnipotent; Son.: vgl. frz. omnipotent, Adj., omnipotent; nschw. omnipotent, Adj., omnipotent; nnorw. omnipotent, Adj., omnipotent; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für allmächtig; BM.: all, können; F.: omnipotent, omnipotente, omnipotentes, omnipotentem, omnipotenten, omnipotenter+FW(+EW); Z.: omn-i-po-t-ent
Onager, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Onager, Wildesel, ein Katapult; ne. onager; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. onager; E.: s. lat. onager, M., Wildesel, (14-37 n. Chr.); gr. ὄναγρος (ónagros), M., Wildesel; vgl. gr. ὄνος (ónos), M., F., Esel, Eselin; Fremdwort unbekannter Herkunft, Pokorny 301, Frisk 2, 397; gr. ἄγριος (ágrios), Adj., auf dem Felde lebend, im Freien wachsend, ländlich, wild, unkultiviert; idg. *ag̑ros, *h₂eg̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Onager; Son.: vgl. nndl. onager, Sb., Onager; nnorw. onager, M., Onager; kymr. onagr, M., Onager; nir. onagair, F., Onager; lit. onagras, M., Onager; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft teilweise unbekannte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Südwestasien heimischen Wildesel bzw. eine in Rom in dem Altertum entwickelte und verwendete entfernt einem Esel ähnelnde Wurfmaschine; BM.: Esel, wild; F.: Onager, Onagers, Onagern+FW; Z.: On-ag-er
Onanie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Onanie, geschlechtliche Selbstbefriedigung; ne. onanism; Vw.: -; Hw.: s. Masturbation; Q.: 18. Jh.; I.: ne. Lw.; E.: über das Englische von dem alttestamentlichen PN Onan; L.: Kluge s. u. Onanie, DW 13, 1288, EWD s. u. Onanie, Duden s. u. Onanie; Son.: vgl. nndl. onanie, Sb., Onanie; frz. onanisme, M., Onanie; nschw. onani, Sb., Onanie; nnorw. onani, M., Onanie; poln. onanizm, M., Onanie; kymr. onaniaeth, Sb., Onanie; lit. onanizmas, M., Onanie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen sowie Aramäischen des Altertums aufgenommene und aus einem PN gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche menschliche sexuelle Selbstbefriedigung des zwecks Selbsterhaltung vorgegebenen Sexualtriebs von Männern und Frauen; BM.: PN; F.: Onanie+FW; Z.: Onan-ie
$onanieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. onanieren; Hw.: s. Masturbation; E.: s. Onanie, s. r, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Onanie, fehlt DW, EWD s. u. Onanie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Onanie und r sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches den vorgegebenen Sexualtrieb von Männern und Frauen selbst befriedigen; F.: onanieren, onaniere, onanierst, onaniert, onanierest, onanieret, onanierte, onaniertest, onanierten, onaniertet, ##onaniert, onanierte, onaniertes, onaniertem, onanierten, onanierter##, onanierend, ###onanierend, onanierende, onanierendes, onanierendem, onanierenden, onanierender###, onanier (!)+FW(+EW); Z.: onan-ier-en
$Ondulation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Ondulation; Hw.: s. ondulieren, Undulation, undulieren; I.: Lw. frz. ondulation; E.: s. frz. ondulation; L.: fehlt DW, EWD s. u. ondulieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete künstliche Lockenbildung der Kopfhaare beispielsweise mit einer Brennschere; F.: Ondulation, Ondulationen+FW; Z.: O-n-d-ul-at-io-n
ondulieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. ondulieren, Haare wellen, Haare lockig formen; ne. undulate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. frz. onduler; E.: s. frz. onduler, V., wellen; vgl. frz. ondulation, F., Wallen, Wogen; von lat. undula, F., „Welllein“, kleine Welle; vgl. lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. ondulieren, fehlt DW, EWD s. u. ondulieren, Duden s. u. ondulieren; Son.: vgl. nndl. onduleren, V., ondulieren; nschw. ondulera, V., ondulieren; nnorw. ondulere, V., ondulieren; poln. ondulować, V., ondulieren; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Haare mit einer Brennschere wellen oder lockig formen; BM.: Welle; F.: ondulieren, onduliere, ondulierst, onduliert, ondulierest, ondulieret, ondulierte, onduliertest, ondulierten, onduliertet, ##onduliert, ondulierte, onduliertes, onduliertem, ondulierten, ondulierter##, ondulierend, ###ondulierend, ondulierende, ondulierendes, ondulierendem, ondulierenden, ondulierender###, ondulier (!)+FW+EW; Z.: o-n-d-ul-ier-en
Onkel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Onkel, Oheim, Bruder eines Elters; ne. uncle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. oncle; E.: s. frz. oncle, M., Onkel; lat. avunculus, M., Oheim, Großoheim, Mutterbruder, Bruder der Mutter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. avus, M., Ahn, Großvater, Vorfahr, Vorfahre, Vorvater; idg. *au̯os, M., Großvater (mütterlicherseits), Pokorny 89 (138/138) (RB. idg. aus arm.?, gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Onkel, Kluge s. u. Onkel, DW 13, 1289, EWD s. u. Onkel, Duden s. u. Onkel, Bluhme s. u. Onkel; Son.: vgl. nndl. nonkel, Sb., Onkel; nschw. onkel, Sb., Onkel; nnorw. onkel, M., Onkel; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Bruder eines Elters; BM.: Großvater; F.: Onkel, Onkels, Onkeln+FW; Z.: On-k-el
Onkologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Onkologie, Lehre von den Geschwülsten (Tumoren), onkologische Abteilung; ne. oncology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὄγκος (ónkos), M., Getragenes, Last, Umfang, Masse; idg. *enek̑-, *nek̑-, *enk̑-, *n̥k̑-, *h₁nek̑-, V., reichen, erreichen, erlangen, Pokorny 316 (463/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Onkologie; Son.: vgl. nndl. oncologie, Sb., Onkologie; frz. oncologie, F., Onkologie; nschw. onkologi, Sb., Onkologie; nnorw. onkologi, M., Onkologie; kymr. oncoleg, F., Onkologie; nir. oinceolaíocht, F., Onkologie; poln. onkologia, F., Onkologie; lit. onkologija, F., Onkologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sich mit Tumoren befassende Teilgebiet der Medizin und die entsprechende Abteilung in einem Krankenhaus oder einer Klinik; BM.: Last, sammeln; F.: Onkologie+FW; Z.: Onk-o-log-ie
online, nhd., Adj., Adv., (20. Jh.): nhd. online, in dem Internet befindlich, an das Internet angeschlossen; ne. online; Vw.: -; Hw.: s. Linie; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. online; E.: s. ne. online, Adj., online; vgl. ne. on, Präp., auf, an, bei; ae. on, Präp., auf, zu, hin; germ. *ana, Adv., Präp., an; idg. *an (4), *anu, *anō, *nō, Präp., an, hin, hinan, Pokorny 39 (72/72) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); ne. line, N., Linie, Schnur (F.) (1); ae. līne, st. F. (ō), Leine, Seil, Reihe, Linie, Richtschnur, Regel; lat. līnea, F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne, (um 250-184 v. Chr.); lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. online; Son.: vgl. nndl. online, Adj., online; frz. en ligne, Adv., online; nschw. online, Adj., Adv., online; nnorw. online, Adj., Adv., online; poln. online, Adj., online; lit. online, Adj., online; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in dem Internet befindlich oder an das Internet angeschlossen; BM.: an, Faden; F.: online+FW; Z.: on—lin-e
Önologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Önologie, Weinbaukunde; ne. oenology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. οἶνος (oinos), M., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Önologie; Son.: vgl. nndl. oenologie, Sb., Önologie; frz. œnologie, F., Önologie; nschw. oenologi, Sb., Önologie; nnorw. ønologi, M., Önologie; poln. enologia, F., Önologie; lit. enologija, F., Önologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit der Befassung mit der Weinrebe entwickelte und verwendete Lehre von dem Weinbau (Weinbaukunde); BM.: Wein, sammeln; F.: Önologie+FW; Z.: Ö-n-o-log-ie
Onomastik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Onomastik, Namenkunde; ne. onomastics, onomatology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. onomasticē, gr. ὀνομαστική (onomastikḗ); E.: s. lat. onomasticē, F., Nominativ; gr. ὀνομαστική (onomastikḗ), F., Nominativ, Kunst des Namengebens; vgl. gr. ὀνομαστικός (onomastikós), Adj., zum Nennen dienend; gr. ὀνομάζειν (onomázein), V., nennen, benennen; gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Onomastik; Son.: vgl. nndl. onomastiek, Sb., Onomastik; frz. onomastique, F., Onomastik; nschw. onomastik, Sb., Onomastik; nnorw. onomastikk, M., Onomastik; kymr. onomasteg, F., Onomastik; poln. onomastyka, F., Onomastik; lit. onomastika, F., Onomastik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Namenkunde oder Wissenschaft von den (Eigen)Namen; BM.: Name; F.: Onomastik+FW; Z.: Onom-ast-ik
onomatopoetisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. onomatopoetisch, lautnachahmend; ne. onomatopoetic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ποιητικός (poiētikós), Adj., schaffend, zur Dichtkunst gehörig; gr. ποιητής (poiētḗs), M., Verfertiger, Schöpfer (M.) (2), Urheber; vgl. gr. ποιεῖν (poiein), V., schaffen, verschaffen, machen, dichten (V.) (1); idg. *kᵘ̯ei- (2), V., schichten, häufen, sammeln, machen, Pokorny 637 (1028/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. onomatopoetisch; Son.: vgl. frz. onomatopéique, Adj., onomatopoetisch; nschw. onomatopoetisk, Adj., onomatopoetisch; nnorw. onomatopoetisk, Adj., onomatopoetisch; kymr. onomatopëig, Adj., onomatopoetisch; nir. onamataipéach, Adj., onomatopoetisch; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lautnachahmend wie beispielsweise brabbeln oder flüstern oder klatschen oder knurren oder murmeln oder rieseln oder summen oder wispern oder zischen; BM.: Name, sammeln bzw. machen; F.: onomatopoetisch, onomatopoetische, onomatopoetisches, onomatopoetischem, onomatopoetischen, onomatopoetischer+FW(+EW); Z.: onom-at-o-poe-t-isch
onto..., nhd., (Part. Präs.=)Partikel, (18. Jh.?): nhd. onto..., auf das Sein bezogen, das Sein betreffend; ne. onto…; Vw.: s. -logie; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὄν (ón), (Part. Präs.=)Adj., seiend; gr. εἶναι (einai), V., sein (V.); idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1084; Son.: vgl. nndl. onto…, Präf., onto…; frz. onto…, Präf., onto…; nschw. onto…, Präf., onto…; nnorw. onto…, Präf., onto…; poln. onto…, Präf., onto…; kymr. onto…, Präf., onto…; nir. ointeo…, Präf., onto…; lit. onto…, Präf., onto…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von das Sein betreffenden Wörtern; BM.: sein (V.); F.: onto…+FW; Z.: o-n-t-o-
Ontologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ontologie, Seinskunde, Metaphysik; ne. ontology; Vw.: s. Palä-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.); I.: Lw. mlat. ontologia; E.: s. mlat. ontologia, F., Ontologie, Transzendenz; vgl. gr. ὄν (ón), (Part. Präs.=)Adj., seiend; gr. εἶναι (einai), V., sein (V.); idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Erzählung, Ausspruch; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ontologie; Son.: vgl. nndl. ontologie, Sb., Ontologie; frz. ontologie, F., Ontologie; nschw. ontologie, Sb., Ontologie; nnorw. ontologie, M., Ontologie; poln. ontologia, F., Ontologie; kymr. ontoleg, F., Ontologie; nir. ointeolaíocht, F., Ontologie; lit. ontologija, F., Ontologie; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Seinskunde oder Lehre von dem Sein oder Metaphysik; BM.: sein (V.), sammeln; F.: Ontologie+FW(+EW); Z.: O-n-t-o-log-ie
Onyx, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Onyx, ein Halbedelstein; ne. onyx; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. ōnich, ōnix, sw. M., st. M., Onich, Onyx; mhd. onizēn, st. M., Onyx; mhd. onichūs, st. M., Onyx; mnd. onix, M., Onyx; lat. onyx, M., Onyx; gr. ὄνυξ (ónyx) (1), M., Nagel, Klaue, Kralle; idg. *onogʰ-, *ongʰ-, *nogʰ-, *h₃n̥gᵘ̯ʰ-, Sb., Nagel, Kralle, Pokorny 780 (1342/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Onyx, DW 13, 1289 (Onich), EWD s. u. Onyx, Duden s. u. Onyx; Son.: vgl. nndl. onyx, Sb., Onyx; frz. onyx, M., Onyx; nschw. onyx, Sb., Onyx; nschw. onyks, M., Onyx; poln. onyks, M., Onyx; kymr. onics, onycs, M., Onyx; nir. oinisc, F., Onyx; lit. oniksas, M., Onyx; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches aus unterschiedlich gefärbten Lagen bestehendes und als Schmuckstein (Halbedelstein) verwendetes Mineral; BM.: Nagel; F.: Onyx, Onyxes, Onyxe, Onyxen+FW; Z.: On-yx
Opa, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Opa, Großvater; ne. grandpa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: kindersprachlich für Großpapa; s. nhd. Papa; L.: Kluge s. u. Opa, fehlt DW, EWD s. u. Opa, Duden s. u. Opa; Son.: vgl. nndl. opa, Sb., Opa; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl kindersprachlich aus Großpapa gebildete Bezeichnung für einen Großvater oder einen Vater eines Elters; BM.: seit der späteren Neuzeit kindersprachliche Bezeichnung für einen Großvater; BM.: Kindersprache; F.: Opa, Opas+EW; Z.: O-pa
opak, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. opak, dunkel, undurchsichtig; ne. opaque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. opācus; E.: s. lat. opācus, Adj., beschattet, dunkel, finster, schattig, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. opak; Son.: vgl. frz. opaque, Adj., opak; nschw. opak, Adj., opak; nnorw. opak, Adj., opak; GB.: vielleicht seit der früheren Neuzeit (1. Hälfte 17. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dunkel und undurchsichtig; BM.: nahe; F.: opak, opake, opakes, opakem, opaken, opaker(, opakere, opakeres, opakerem, opakeren, opakerer, opakst, opakste, opakstes, opakstem, opaksten, opakster)+FW(+EW); Z.: op-ak
Opal, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Opal, ein Edelstein; ne. opal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. opalus; E.: s. lat. opalus, M., Opal, (23/24-79 n. Chr.); über gr. ὀπάλλιος (opállios), M., Opal von ai. úpalah, Sb., Stein; L.: Kluge s. u. Opal, DW 13, 1289, EWD s. u. Opal, Duden s. u. Opal; Son.: vgl. nndl. opaal, Sb., Opal; frz. opale, M., Opal; nschw. opal, Sb., Opal; nnorw. pal, M., Opal; poln. opal, M., Opal; kymr. opal, M., Opal; nir. opal, F., Opal; lit. opalas, M., Opal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie dem Griechischen und Indischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches glasig bis wächsern glänzendes milchig weißes oder verschieden gefärbtes Mineral das eine Abart des Quarzes ist und als Schmuckstein verwendet wird; BM.: Stein; F.: Opal, Opales, Opals, Opale, Opalen+FW(+EW); Z.: Opal
$Opalglas, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Opalglas, Milchglas, Kryolithglas; E.: s. Opal, s. Glas; L.: Kluge s. u. Opal, fehlt DW, EWD s. u. Opal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Opal und Glas gebildete Bezeichnung für ein durch Natriumhexafluoraluminat getrübtes Glas (Kryolithglas); F.: Opalglas, Opalglases, Opalgläser, Opalgläsern+FW+EW; Z.: Opal—gla-s
Oper, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Oper, Musikwerk, ein Bühnenwerk; ne. opera; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. opera; E.: s. it. opera, F., Oper, Musikwerk; lat. opera, F., Arbeit, Mühe, Bemühung, Bestrebung, Tätigkeit, Opfer, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Oper, DW 13, 1289, EWD s. u. Oper, Duden s. u. Oper, Bluhme s. u. Oper; Son.: vgl. nndl. opera, Sb., Oper; frz. opéra, F., Oper; nschw. opera, Sb., Oper; nnorw. opera, M., Oper; poln. opera, F., Oper; kymr. opera, F., Oper; lit. opera, F., Oper; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in Musik gesetztes und von einem Orchester begleitetes mit Gesang dargebotenes Bühnenwerk; BM.: arbeiten; F.: Oper, Opern+FW(+EW); Z.: Op-er
operabel, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. operabel, operierbar; ne. operable; Vw.: -; Hw.: s. operieren, Operateur, Operation, operativ; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. opérable; E.: s. frz. opérable, Adj., operabel; vgl. frz. opérer, V., operieren; lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW, Duden s. u. operabel; Son.: vgl. frz. opérable, Adj., operabel; nschw. operabel, Adj., operabel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines eine Operation ermöglichenden (operierbaren) Zustands; BM.: arbeiten; F.: operabel, operable, operables, operablem, operablen, operabler+FW(+EW); Z.: op-er-ab-el
Operateur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Operateur, operierender Arzt, Wundarzt; ne. operator; Vw.: -; Hw.: s. operieren, operabel, Operation, operativ; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. opérateur; E.: s. frz. opérateur, M., Operateur; lat. operātor, M., Arbeiter, Verrichter, Verfertiger, Schöpfer (M.) (2), (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern; vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW, EWD s. u. operieren, Duden s. u. Operateur; Son.: vgl. nndl. operator, M., Operateur; nschw. operatör, Sb., Operateur; nnorw. operatør, M., Operateur; poln. operator, M., Operateur; nir oibritheoir, M., Operateur; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen eine bestimmte Handlung Ausführenden; BM.: arbeiten; F.: Operateur, Operateurs, Operateures, Operateure, Operateuren+FW; Z.: Op-er-at-eur
Operation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Operation, chirurgischer Eingriff, geplante Handlung; ne. operation, surgery; Vw.: s. Ko-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. operātio; E.: s. lat. operātio, F., Arbeiten, Arbeit, Verrichtung, Gewerbe, Werktätigkeit, Wirken, Mildtätigkeit, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern; vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, DW 13, 1290, EWD s. u. operieren, Duden s. u. Operation; Son.: vgl. nndl. operatie, Sb., Operation; frz. opération, F., Operation; nschw. operation, Sb., Operation; nnorw. operasjon, M., Operation; poln. operacja, F., Operation; lit. operacija, F., Operation; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen geplante Handlung sowie für einen chirurgischen Eingriff; BM.: arbeiten; F.: Operation, Operationen+FW; Z.: Op-er-at-io-n
operativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. operativ, einen chirurgischen Eingriff betreffend, durch Operation erfolgend, unmittelbar wirksam; ne. operative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. operieren, operabel, Operateur, Operation; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. operātīvus; E.: s. lat. operātīvus, Adj., wirksam, (um 325-um 403 n. Chr.); vgl. lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern; vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW, EWD s. u. operieren, Duden s. u. operativ; Son.: vgl. nschw. operativ, Adj., operativ; nnorw. operativ, Adj., operativ; poln. operacyjny, Adj., operativ; lit. operatyvus, Adj., operativ; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch Operation erfolgend; BM.: arbeiten; F.: operativ, operative, operatives, operativem, operativen, operativer+FW(+EW); Z.: op-er-at-iv
$operationalisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. operationalisieren; E.: s. operational, s. isier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. operieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Operation und al sowie isier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für durch Angabe der Operationen bestimmen oder Lernziele in Verhaltensänderungen Lernender umsetzen; F.: operationalisieren, operationalisiere, operationalisierst, operationalisiert, operationalisierest, operationalisieret, operationalisierte, operationalisiertest, operationalisierten, operationalisiertet, ##operationalisiert, operationalisierte, operationalisiertes, operationalisiertem, operationalisierten, operationalisierter##, operationalisierend, ###operationalisierend, operationalisierende, operationalisierendes, operationalisierendem, operationalisierenden, operationalisierender###, operationalisier(!)+FW(+EW);Z.: oop-er-at-io-n-al-is-ier-en
$Operette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Operette; E.: s. frz. opérette (bouffe); L.: Kluge s. u. Oper, DW 13, 1291, EWD s. u. Oper; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus frz. opérette (bouffe) aufgenommene und umgebildete sowie mit Oper verbindbare Bezeichnung für ein sachlich in Paris seit der Mitte 19. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes kurzes musikalisches Bühnenwerk mit oft groteskem oder frivolem Inhalt wie beispielsweise Der Zigeunerbaron oder Eine Nacht in Venedig oder Das Land des Lächelns oder Eine Frau die weiß was sie will oder Die Fledermaus; F.: Operette, Operetten+FW(+EW); Z.: Op-er-ett-e
operieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. operieren, geplant auf etwas einwirken lassen, eine Operation durchführen; ne. operate; Vw.: -; Hw.: s. operabel, Operateur, Operation, operativ; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. operārī; E.: s. lat. operārī, V., werktätig sein (V.), arbeiten, beschäftigt sein (V.), dienen, opfern, (um 180-102 v. Chr.); vgl. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. operieren, DW 13, 1291, EWD s. u. operieren, Duden s. u. operieren; Son.: vgl. nndl. opereren, V., operieren; frz. opérer, V., operieren; nschw. operera, V., operieren; nnorw. operere, V., operieren; poln. operować, V., operieren; lit. operuoti, V., operieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus lat. operari aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für in einer bestimmten geplanten Weise vorgehen oder eine Operation vornehmen oder eine Operation durchführen; BM.: arbeiten; F.: operieren, operiere, operierst, operiert, operierest, operieret, operierte, operiertest, operierten, operiertet, ##operiert, operierte, operiertes, operiertem, operierten, operierter##, operierend, ###operierend, operierende, operierendes, operierendem, operierenden, operierender###, operier (!)+FW(+EW); Z.: op-er-ier-en
$Opernhaus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Opernhaus; E.: s. Oper, s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 1292, EWD s. u. Oper; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Oper und (e)n (Suff.) sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Haus zu der Aufführung von Opern beispielsweise in Neapel oder in Venedig oder in Mailand oder in Wien oder in Berlin oder in London oder in New York oder in Sydney; F.: Opernhaus, Opernhauses, Opernhäuser, Opernhäusern+FW+EW; Z.: Op-er-n—hau-s
Opfer, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Opfer, Opfergabe, Gabe an einen Gott; ne. sacrifice (N.); Vw.: -; Hw.: s. opfern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. opfer, offer, st. N., Opfer, Opfergabe, Messfeier, Messopfer, Hostie, Oblation bei einem Gottesdienst, Spende, Gabe, Stiftung; mnd. offer, N., M., Opfer, Messopfer, Kirchenspende, Altarspende; mnd. opper, N., Opfer, Opfergabe, Kirchenspende, heidnisches Götzenopfer, Hingabe; mnl. offer, opper, N., Opfer, Schlachtopfer, Angebot; ahd. opfar, ophar, st. N. (a), Opfer, Opfergabe, Dienst; ahd. offar, st. N. (a), Opfer, Dienst; as. offar*, st. N. (a), Opfer; anfrk. offar, N., Opfer; lat. offerre, V., darbringen; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. opfern, Kluge s. u. opfern, DW 13, 1293, EWD s. u. opfern, EWAhd 6, 1175, Duden s. u. Opfer; Son.: vgl. nndl. offer, Sb., Opfer; frz. offrande, F., Opfergabe; nschw. offer, N., Opfer (Geschädigter); nnorw. offer, N., Opfer; apoln. ofiera, F., Opfer, Opferhandlung; GB.: (opfar) seit um 765 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl spätestens seit den Hochkulturen des Altertums in einer kultischen Handlung vollzogenen Hingabe oder Gabe von jemandem oder etwas an einen Gott oder eine Gottheit; BM.: arbeiten, tragen; F.: Opfer, Opfers, Opfern+FW; Z.: Opf-er
opfern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. opfern, darbringen, aufgeben; ne. sacrifice (V.); Vw.: -; Hw.: s. Opfer; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. offern, opfern, sw. V., opfern; mhd. opferen, opfern, opfren, oppern, obfern, sw. V., opfern, einer kirchlichen Einrichtung eine Seelgerätschaftsstiftung darbringen, Opfer darbringen; mnd. opperen (1), oppern, opern, sw. V., opfern, als kirchliche Spende geben, Opfer darbringen, Götzenopfer darbringen; mnd. offeren, offern, opfern, sw. V., opfern, geben, als kirchliche Spende geben, darbringen, hingeben, sich erbieten und bereit erklären; mnl. offeren, sw. V., opfern, anbieten; ahd. offarōn*, sw. V. (2), opfern, Opfer darbringen; ahd. opfarōn*, opharōn*, sw. V. (2), opfern, dienen; as. oppraian*, sw. V. (2?, 1?), opfern; anfrk. offron, sw. V. (2), opfern; germ. *offrōn, *offerōn, sw. V., opfern; s. lat. offerre, V., darbringen; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. opfern, Kluge s. u. opfern, DW 13, 1305, EWD s. u. opfern, EWAhd 6, 1178, Duden s. u. opfern, Bluhme s. u. opfern; Son.: vgl. afries. offeria, offria, sw. V. (2), opfern; ae. offrian, V., opfern; an. offra, sw. V., opfern; got. -; nndl. opofferen, V., opfern; frz. offrir, V., anbieten; nschw. offra, V., opfern; nnorw. ofre, V., opfern; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas in einer Zeremonie darbringen beziehungsweise etwas für einen bestimmten Zweck aufgeben; BM.: darbringen; F.: opfern, opfere, opfer (!), opfre (!), opferst, opfert, opferte, opfertest, opferten, opfertet, geopfert, ##geopfert, geopferte, geopfertes, geopfertem, geopferten, geopferter##, opfernd, ###opfernd, opfernde, opferndes, opferndem, opfernden, opfernder###, opfer (!)+FW; Z.: opf-er-n
$Opferstock, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Opferstock; E.: s. Opfer, s. Stock; L.: DW 13, 1309, EWD s. u. Stock; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Opfer und Stock gebildete Bezeichnung für ein von Menschen (vielleicht aus einem Baumstumpf) entwickeltes und verwendetes Behältnis in das Geldgaben als Opfer in einer Kirche der Christen eingelegt werden können; F.: Opferstock, Opferstocks, Opferstockes, Opferstöcke, Opferstöcken+FW+EW; Z.: Opf-er—sto-ck
$Opiat, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Opiat; L.: DW 13,1312, EWD s. u. Opium; GB: seit 1348/1350 belegte und aus Opi(um) und at gebildete Bezeichnung für eine sachlich bereits um 4000 v. Chr. in Sumer und Ägypten von Menschen aus dem Saft unreifer Samenkapseln des Schlafmohns entwickelte und verwendete Mischung aus der erst um 1805 der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner in Paderborn das Akaloid Morphin gewinnen konnte; F.: Opiat, Opiats, Opiates, Opiate, Opiaten+FW; Z.: Op-i-at
Opium, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Opium, ein Rauschgift; ne. opium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. opium; E.: s. lat. opium, N., Opium, Mohnsaft, (23/24-79 n. Chr.); gr. ὄπιον (ópion), N., Opium, Mohnsaft; vgl. gr. ὀπός (opós), M., Pflanzensaft; vgl. idg. *su̯ekᵘ̯os, *sekᵘ̯os, Sb., Saft, Harz, Pokorny 1044 (1800/272) (RB. idg. aus gr., alb., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Opium, DW 13, 1312, EWD s. u. Opium, Duden s. u. Opium; Son.: vgl. nndl. opium, Sb., Opium; frz. opium, M., Opium; nschw. opium, N., Opium; nnorw. opium, M., Opium; poln. opium, N., Opium; kymr. opiwm, M., Opium; lit. opiumas, M., Opium; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den als schmerzstillendes Arzneimittel und als Rauschgift von Menschen verwendeten eingetrockneten milchigen Saft der Fruchtkapseln des Schlafmohns; BM.: Saft; F.: Opium, Opiums+FW; Z.: Op-i-um
Opponent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Opponent, Gegner, Widersacher, eine gegenteilige Meinung Vertretender; ne. opponent (M.); Vw.: -; Hw.: s. opponieren, Opposition; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. oppōnens; E.: s. mlat. oppōnens, (Part. Präs.=)M., Widersetzender, Streitgegner in einer akademischen Disputation; vgl. lat. oppōnere, V., gegen etwas hinsetzen, vor etwas hinsetzen, entgegenhalten, preisgeben, aussetzen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Opposition, fehlt DW, EWD s. u. opponieren, Duden s. u. Opponent; Son.: vgl. nndl. opponent, Sb., Opponent; nschw. opponent, Sb., Opponent; nnorw. opponent, M., Opponent; poln. oponent, M., Opponent; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Gegner oder Widersacher oder einen nach Entwicklung von Sprache möglichen eine gegenteilige Meinung vertretenden Menschen; BM.: vor, setzen; F.: Opponent, Opponenten+FW; Z.: Op-po-n-ent
opponieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. opponieren, eine gegensätzliche Meinung vertreten; ne. oppose; Vw.: -; Hw.: s. Opponent, Opposition; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. oppōnēren, sw. V., opponieren, sich widersetzen, Einspruch erheben; lat. oppōnere, V., gegen etwas hinsetzen, vor etwas hinsetzen, entgegenhalten, preisgeben, aussetzen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. opponieren, Opposition, DW 13, 1312, EWD s. u. opponieren, Duden s. u. opponieren; Son.: vgl. nschw. opponera, V., opponieren; nnorw. opponere, V., opponieren; poln. oponować, V., opponieren; lit. oponuoti, V., opponieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches gegen etwas hinsetzen oder gegen jemanden arbeiten oder eine gegensätzliche Meinung vertreten (V.); BM.: vor, setzen; F.: opponieren, opponiere, opponierst, opponiert, opponierest, opponieret, opponierte, opponiertest, opponierten, opponiertet, ##opponiert, opponierte, opponiertes, opponiertem, opponierten, opponierter##, opponierend, ###opponierend, opponierende, opponierendes, opponierendem, opponierenden, opponierender###, opponier(!)+FW(+EW); Z.: op-po-n-ier-en
opportun, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. opportun, gelegen, angebracht, vorteilhaft; ne. opportune; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. opportūnus; E.: s. lat. opportūnus, Adj., bequem, gelegen, günstig, (um 250-184 v. Chr.); lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. portus, M., Hafen (M.) (1); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. opportun, fehlt DW, EWD s. u. opportun, Duden s. u. opportun; Son.: vgl. nndl. opportuun, Adj., opportun; frz. opportun, Adj., opportun; nschw. opportun, Adj., opportun; nnorw. opportun, Adj., opportun; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit Hafen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gelegen oder angebracht oder vorteilhaft; BM.: nahe, hinüberführen; F.: opportun, opportune, opportunes, opportunem, opportunen, opportuner(, opportunere, opportuneres, opportunerem, opportuneren, opportunerer, opportunst, opportunste, opportunstes, opportunstem, opportunsten, opportunster)+FW(+EW); Z.: op-por-t-un
$Opportunismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Opportunismus, an der Vorteilhaftigkeit des Ergebnisses ausgerichtetes Verhalten; E.: s. opportun, s. ismus; L.: Kluge s. u. opportun, fehlt DW, EWD s. u. opportun; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus opportun und ismus gebildete Bezeichnung für eine sich grundsätzlich an der Vorteilhaftigkeit des Ergebnisses ausrichtenden Verhaltens eines Menschen wie beispielsweise Galileo Galilei; F.: Opportunismus+FW; Z.: Op-por-t-un-ism-us
$Opportunist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Opportunist, Anhänger des Opportunismus; E.: s. opportun, s. ist (Suff.); L.: Kluge s. u. opportun, fehlt DW, EWD s. u. opportun; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus opportun und ist gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen sehr häufig möglichen Anhänger des Opportunismus; F.: Opportunist, Opportunisten+FW(+EW); Z.: Op-por-t-un-ist
$Opportunität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Opportunität, Vorteilhaftigkeit; L.: EWD s. u. opportun; E.: s. opportun, s. i, s. tät; F.: Opportunität, Opportunitäten+FW(+EW?); Z.: Op-por-t-un-it-ät
Opposition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Opposition, Gegenpartei, gegenspielende Partei; ne. opposition; Vw.: -; Hw.: s. opponieren, Opponent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. oppositio; E.: s. lat. oppositio, F., Entgegensetzen, Widerstand, Widerspruch, Besteuerung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. oppōnere, V., gegen etwas hinsetzen, vor etwas hinsetzen, entgegenhalten, preisgeben, aussetzen; vgl. lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Opposition, DW 13, 1312, EWD s. u. opponieren, Duden s. u. Opposition; Son.: vgl. nndl. oppositie, Sb., Opposition; frz. opposition, F., Opposition; nschw. opposition, Sb., Opposition; nnorw. opposisjon, M., Opposition; poln. opozycja, F., Opposition; lit. opozicija, F., Opposition; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche sich in einem entsprechenden Verhalten oder Widerstand äußernde gegensätzliche Einstellung zu jemandem oder etwas; BM.: vor, setzen; F.: Opposition, Oppositionen+FW(+EW); Z.: Op-po-s-it-io-n
$oppositionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. oppositionell, Opposition betreffend, gegensätzlich; E.: s. Opposition, s. ell (Suff.); L.: Kluge s. u. Opposition, EWD s. u. opponieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Opposition und ell gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Opposition betreffend oder gegensätzlich; F.: oppositionell, oppositionelle, oppositionelles, oppositionellem, oppositionellen, oppositioneller(, oppositionellere, oppositionelleres, oppositionellerem, oppositionelleren, oppositionellerer, oppositionellst, oppositionellste, oppositionellstes, oppositionellstem, oppositionellsten, oppositionellster)+FW(+EW); Z.: op-po-s-it-io-n-ell
...opse, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...opse; ne. ...opsis; Vw.: s. Syn-; Hw.: s. ...opsie; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὄψις (ópsis), F., Sehen, Anblick; gr. ὄψεσθαι (ópsesthai), V., sehen; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. ...opsis, Suff., ...opse; frz. ...opsis, Suff., ...opse; nschw. ...ops, Suff., ...opse; nnorw. ...opsis, Suff., ...opse; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Sehens verwendete Bezeichnung; BM.: Auge bzw. sehen; F.: ...opse, ...opsen+FW(+EW); Z.: -op-s-e
...opsie, nhd., F, (18. Jh.?): nhd. ...opsie; ne. ...opsy; Vw.: s. Aut-, Bi-; Hw.: s. ...opse; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὄψις (ópsis), F., Sehen, Anblick; gr. ὄψεσθαι (ópsesthai), V., sehen; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1084; Son.: vgl. nndl. ...opsie, Suff., ...opsie; frz. ...opsie, Suff., ...opsie; nschw. ...opsi, Suff., ...opsie; nnorw. ...opsi, Suff., ...opsie; poln. ...opsja, Suff., ...opsie; kymr. ...opsia, Suff., ...opsie; lit. ...opsija, Suff., ...opsie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Sehens verwendete Bezeichnung; BM.: Auge bzw. sehen; F.: ...opsie, ...opsien+FW; Z.: -op-s-ie
Optativ, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Optativ, einen Wunsch ausdrückende Form eines Verbes, Wunschform; ne. optative (N.); Vw.: -; Hw.: s. optieren, Option; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. optātīvus; E.: s. lat. optātīvus (2), M., Optativ, (2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. optāre, V., sich ersehen, aussuchen, wählen, wünschen; idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Optativ, Duden s. u. Optativ; Son.: vgl. nndl. optatief, Sb., Optativ; frz. optatif, M., Optativ; nschw. optativ, Sb., Optativ; nnorw. optativ, M., Optativ; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine einen Wunsch ausdrückende Form eines Verbes oder Wunschform; BM.: wählen; F.: Optativ, Optativs, Optatives, Optative, Optativen+FW; Z.: Op-t-at-iv
optieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. optieren, auswählen, aussuchen, sich für eine Möglichkeit entscheiden; ne. opt; Vw.: s. ad-; Hw.: s. Optativ, Option; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. optāre; E.: s. mnd. optēren, sw. V., über etwas verfügen, in Anspruch nehmen, Rechte (N. Pl.) über etwas ausüben; lat. optāre, V., sich ersehen, aussuchen, wählen, wünschen, (204-169 v. Chr.); idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. optieren; Son.: vgl. nnorw. optere, V., optieren; poln. optować, V., optieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für auswählen oder aussuchen oder sich für eine Möglichkeit entscheiden; BM.: wählen; F.: optieren, optiere, optierst, optiert, optierest, optieret, optierte, optiertest, optierten, optiertet, ##optiert, optierte, optiertes, optiertem, optierten, optierter##, optierend, ###optierend, optierende, optierendes, optierendem, optierenden, optierender###, optier (!)+FW+EW?; Z.: op-t-ier-en
Optik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Optik, sich mit der Ausbreitung von Licht beschäftigende Wissenschaft; ne. optics; Vw.: -; Hw.: s. optisch; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. opticē; E.: s. lat. opticē, F., Optik; gr. ὀπτική (optikḗ), F., Optik; vgl. gr. ὀπτικός (optikós), Adj., die Optik betreffend; gr. ὄσσε (ósse), Dual, Augen; vgl. idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Optik, DW 13, 1313, EWD s. u. Optik, Duden s. u. Optik; Son.: vgl. nndl. optica, Sb., Optik; frz. optique, F., Optik; nschw. optik, Sb., Optik; nnorw. optikk, M., Optik; poln. optyka, F., Optik; kymr. opteg, F., Optik; nir. optaic, F., Optik; lit. optika, F., Optik; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums betriebene Lehre und spätere Wissenschaft von dem Licht als dem für das Auge sichtbaren Teil der elektromagnetischen Strahlung selbst sowie seiner Entstehung und Ausbreitung und seiner Wahrnehmung durch den Menschen; BM.: Auge; F.: Optik, Optiken+FW(+EW); Z.: Op-t-ik
$Optiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Optiker; E.: s. Optik, s. er (Suff.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Optik, DW 13, 1313, EWD s. u. Optik; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Optik und er gebildete Bezeichnung für einen sich mit Optik befassenden Handwerker oder Kenner der Optik; F.: Optiker, Optikers, Optikern+FW; Z.: Op-t-ik-er
optimal, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. optimal, so gut wie möglich, bestmöglich; ne. optimal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. lat. optimus, Adj., beste, vorzüglichste; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Optimum, fehlt DW, EWD s. u. Optimum, Duden s. u. optimal; Son.: vgl. nndl. optimaal, Adj., optimal; frz. optimal, Adj., optimal; nschw. optimal, Adj., optimal; nnorw. optimal, Adj., optimal; poln. optymalny, Adj., optimal; kymr. optimaidd, Adj., optimal; lit. optimalus, Adj., optimal; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für so gut wie möglich oder bestmöglich; BM.: arbeiten; F.: optimal, optimale, optimales, optimalem, optimalen, optimaler(, optimalere, optimaleres, optimalerem, optimaleren, optimalerer, optimalst, optimalste, optimalstes, optimalstem, optimalsten, optimalster)+FW; Z.: op-t-im-al
$optimieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. optimieren, bestmöglich gestalten; E.: s. lat. optim(us), s. ieren; L.: Kluge s. u. Optimum, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus lat. optim(us) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bestmöglich gestalten; F.: optimieren, optimiere, optimierst, optimiert, optimierest, optimieret, optimierte, optimiertest, optimierten, optimiertet, ##optimiert, optimierte, optimiertes, optimiertem, optimierten, optimierter##, optimierend, ###optimierend, optimierende, optimierendes, optimierendem, optimierenden, optimierender###, optimier (!)+FW(+EW); Z.: op-t-im-ier-en
Optimismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Optimismus, alles von der besten Seite aus betrachtende Lebensauffassung, Lebensmut; ne. optimism; Vw.: -; Hw.: s. Optimist, Pessimismus; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. optimus, Adj., beste, vorzüglichste; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Optimismus, fehlt DW, EWD s. u. Optimismus, Duden s. u. Optimismus; Son.: vgl. nndl. optimisme, Sb., Optimismus; frz. optimisme, M., Optimismus; nschw. optimisme, Sb., Optimismus; nnorw. optimisme, M., Optimismus; poln. optymizm, M., Optimismus; kymr. optimistiath, F., Optimismus; lit. optimizmas, M., Optimismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar von Jesuiten in Bezug auf Leibniz aus lat. optim(us) und ismus (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche alles von der besten Seite aus betrachtende Lebensauffassung von Menschen in Gegensatz zu Pessimismus; BM.: arbeiten; F.: Optimismus+FW; Z.: Op-t-im-ism-us
Optimist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Optimist, Frohnatur, Idealist; ne. optimist; Vw.: -; Hw.: s. Optimismus; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. optimiste; E.: s. frz. optimiste, M., Optimist; vgl. lat. optimus, Adj., beste, vorzüglichste; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Optimismus, fehlt DW, EWD s. u. Optimismus, Duden s. u. Optimist; Son.: vgl. nndl. optimist, Sb., Optimist; nschw. optimist, Sb., Optimist; nnorw. optimist, M., Optimist; poln. optymista, M., Optimist; kymr. optimist, M., Optimist; lit. optimistas, M., Optimist; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. optimus und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen alles von der besten Seite aus betrachtenden und von Lebensmut erfüllten Menschen in Gegensatz zu einem Pessimisten; BM.: arbeiten; F.: Optimist, Optimisten+FW(+EW); Z.: Op-t-im-ist
$optimistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. optimistisch, von Optimismus geprägt; E.: s. Optimist, s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Optimismus, fehlt DW, EWD s. u. Optimismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Optimist und isch gebildete Bezeichnung für von Optimismus geprägt in Gegensatz zu pessimistisch; F.: optimistisch, optimistische, optimistisches, optimistischem, optimistischen, optimistischer(, optimistischere, optimistischeres, optimistischerem, optimistischeren, optimistischerer, optimistischst, optimistischste, optimistischstes, optimistischstem, optimistischsten, optimistischster)+FW(+EW); Z.: op-t-im-ist-isch
Optimum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Optimum, Höchstmaß, Bestwert; ne. optimum (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. optimum; E.: s. lat. optimum, N., Bestes; vgl. lat. optimus, Adj., beste, vorzüglichste; vgl. idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Optimum, fehlt DW, EWD s. u. Optimum, Duden s. u. Optimum; Son.: vgl. nndl. optimum, Sb., Optimum; frz. optimum, M., Optimum; nschw. optimum, N., Optimum; nnorw. optimum, N., Optimum; poln. optimum, N., Optimum; kymr. optimwm, M., Optimum; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den günstigsten oder besten erreichbaren Wert einer Gegebenheit; BM.: arbeiten; F.: Optimum, Optimums, Optima+FW; Z.: Op-t-im-um
Option, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Option, Wahlmöglichkeit; ne. option; Vw.: s. Ad-; Hw.: s. optieren, Optativ; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. optio (F.); E.: s. mnd. optie, opcie, F., Anspruch auf Verfügungsgewalt, Recht über ein Gut; lat. optio, F., freier Wille, freie Wahl, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. *opere, V., wählen; idg. *op- (2), V., wählen, vorziehen, vermuten, Pokorny 781 (1344/24) (RB. idg. aus gr., ital., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Option, fehlt DW, Duden s. u. Option; Son.: vgl. nndl. optie, Sb., Option; frz. option, F., Option; nschw. option, Sb., Option; nnorw. opsjon, M., Option; poln. opcja, F., Option; kymr. opsiwn, N., Option; lit. optacija, F., Option; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit lat. *opere (V.) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für Menschen als Lebewesen bestehende Wahlmöglichkeit; BM.: wählen; F.: Option, Optionen+FW; Z.: Op-t-io-n
optisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. optisch, Optik betreffend, Sehen betreffend; ne. optical; Vw.: -; Hw.: s. Optik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr. ὀπτικός (optikós); E.: s. gr. ὀπτικός (optikós), Adj., die Optik betreffend, Optik..., Seh...; vgl. gr. ὄσσε (ósse), Dual, Augen; vgl. idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Optik, DW 13, 1313, EWD s. u. Optik, Duden s. u. optisch; Son.: vgl. nndl. optisch, Adj., optisch; frz. optique, Adj., optisch; nschw. optisk, Adj., optisch; nnorw. optisk, Adj., optisch; poln. optyczny, Adj., optisch; kymr. optegol, Adj., optisch; nir. optúil, Adj., optisch; lit. optinis; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (die Technik des) Sehen(s) betreffend; BM.: Auge; F.: optisch, optische, optisches, optischem, optischen, optischer+FW; Z.: op-t-isch
opulent, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. opulent, reich, reichlich, reichhaltig; ne. opulent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. opulentus; E.: s. lat. opulentus, Adj., reich, vermögend, wohlhabend, reichlich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ops (1), F., Bemühung, Dienst, Werk, Macht, Vermögen; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. opulent, fehlt DW, EWD s. u. opulent, Duden s. u. opulent; Son.: vgl. nndl. opulent, Adj., opulent; frz. opulent, Adj., opulent; ndän. opulent, Adj., opulent; nnorw. opulent, Adj., opulent; GB.: seit Anfang 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für reich oder reichlich oder reichhaltig; BM.: arbeiten; F.: opulent, opulente, opulentes, opulentem, opulenten, opulenter(, opulentere, opulenteres, opulenterem, opulenteren, opulenterer, opulentest, opulenteste, opulentestes, opulentestem, opulentesten, opulentester)+FW(+EW); Z.: op-ul-ent
$Opulenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Opulenz, Reichtum, Macht; E.: s. lat. opulentia, s. opulent; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. opulent; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Reichtum oder Macht; F.: Opulenz, Opulenzen+FW(+EW); Z.: Op-ul-enz
Opus, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Opus, Werk; ne. opus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. opus; E.: s. lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung, Beruf, (um 250-184 v. Chr.); idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge s. u. Opus, DW 13, 1313, EWD s. u. Opus, Duden s. u. Opus; Son.: vgl. nndl. opus, Sb., Opus; frz. opus, M., Opus; nschw. opus, Sb., Opus; nnorw. opus, N., Opus; kymr. opws, M., Opus; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches von einem Menschen geschaffenes (größeres künstlerisches oder wissenschaftliches) Werk; BM.: arbeiten; F.: Opus, Opera+FW; Z.: Op-us
…or, nhd., Suff.: nhd. …or; Vw.: s. …ator
…ör, nhd., Suff.: nhd. …ör; Vw.: s. …eur
Orakel, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Orakel, Götterspruch, Weissagung; ne. oracle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. orakel, st. M., Orakel; lat. ōrāculum, N., Sprechstätte, Orakel, Orakelspruch, Götterspruch, Ausspruch, Erlass, Entscheidung, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. ōrāre, V., vernehmen lassen, reden, sprechen, besprechen; idg. *ōr-, *ər-, V., reden, rufen, Pokorny 781 (1345/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.?, slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Orakel, DW 13, 1313, EWD s. u. Orakel, Duden s. u. Orakel; Son.: vgl. nndl. orakel, Sb., Orakel; frz. oracle, M., Orakel; nschw. orakel, N., Orakel; nnorw. orakel, N., Orakel; kymr. oracl, M., Orakel; nir. oracal, M., Orakel; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Stätte an der besondere Menschen als Götterspruch Weissagungen verkünden und diese Weissagung; BM.: reden; F.: Orakel, Orakels, Orakeln+FW; Z.: Or-ak-el
$orakeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. orakeln, weissagen; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Orakel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Orakel, DW 13, 1314, EWD s. u. Orakel; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Orakel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches orakelhafte Aussprüche tun oder weissagen; F.: orakeln, orakel (!), orakle, orakele, orakelst, orakelt, orakelte, orakeltest, orakelten, orakeltet, georakelt, ##georakelt, georakelte, georakeltes, georakeltem, georakelten, georakelter##, orakelnd, ###orakelnd, orakelnde, orakelndes, orakelndem, orakelnden, orakelnder###, orakel (!)+FW(+EW); Z.: or-ak-el-n
oral, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. oral, mündlich, Mund (M.) betreffend; ne. oral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. ōrālis; E.: s. lat. ōrālis, Adj., mündlich, Mund betreffend, (447 n. Chr.); vgl. lat. ōs, N., Antlitz, Gesicht, Gestalt, Mund (M.), Maul, Gesicht; idg. *ōus- (1), *əus-, *h₃óh₁s-, Sb., Mund (M.), Mündung, Rand, Pokorny 784 (1355/35) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. oral; Son.: vgl. nndl. oraal, Adj., oral; frz. oral, Adj., oral; nschw. oral, Adj., oral; nnorw. oral, Adj., oral; poln. oralny, Adj., oral; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mündlich oder den Mund betreffend beispielsweise in Gegensatz zu schriftlich; BM.: Mund; F.: oral, orale, orales, oralem, oralen, oraler+FW(+EW); Z.: or-al
$orange, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. orange; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Orange; L.: Kluge s. u. Orange, DW 13, 1315, EWD s. u. Orange; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Orange gebildete Bezeichnung für der Farbe der Orange entsprechend oder gelbrot oder in das Auge fallendes Licht mit einer Wellenlänge zwischen 575 und 595 Nanometer betreffend; F.: orange, oranges, orangem, orangen, oranger+FW; Z.: orang-e
Orange, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Orange, Apfelsine; ne. orange (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pomeranze; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. (pomme d’)orange; E.: s. frz. (pomme d’)orange, F., Orange; span. naranja, F., Orange; pers. نارنج (nārendsch, nāranğ), und نارنگ (nāreng), „von Elefanten bevorzugt“; s. sanskr. nāranga?; L.: Kluge s. u. Orange, DW 13, 1314, Duden EWD s. u. Orange, s. u. Orange; Son.: s. mnd. ōrānie, F., Orangenbaum; vgl. nndl. oranje, Sb., Orange; nschw. orange, N., Orange; nnorw. oransje, M., orange Farbe; kymr. oren, M., F., Orange; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie mittelbar dem Persischen und dem Sanskrit aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine rötlich gelbe runde Zitrusfrucht mit saftreichem und wohlschmeckendem Fruchtfleisch und etwas dickerer Schale (F.) (1); BM.: ?; F.: Orange, Orangen+FW; Z.: Orang-e
$Orangerie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Orangerie, Gewächshaus für Orangenbäume; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. orangerie; E.: s. frz. orangerie; L.: Kluge s. u. Orange, DW 13, 1315, EWD s. u. Orange; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gewächshaus für ein Züchten und Überwintern von Orangenbäumen (und anderen südlichen Pflanzen); F.: Orangerie, Orangerien+FW; Z.: Orang-er-ie
Orang-Utan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Orang-Utan, ein Menschenaffe; ne. orangutan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. malay. orang utan; E.: s. malay. orang utan, Sb., Dschungel-Mensch, Mann aus dem Wald; L.: Kluge s. u. Orang-Utan, DW 13, 1315 (Orangutan), Duden EWD s. u. Orang-Utan, s. u. Orang-Utan; Son.: vgl. nndl. orang-oetan, orang-oetang, Sb., Orang-Utan; frz. orang-outan, orang-outang, M., Orang-Utan; nschw. orangutang, Sb., Orang-Utan; nnorw. orangutang, M., Orang-Utan; poln. orangutan, M., Orang-Utan; lit. orangutanas, M., Orang-Utan; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Malaiischen aufgenommene Bezeichnung (Mann aus dem Wald) für einen seit 3,4 Millionen Jahren in Asien heimischen Menschenaffen mit kurzen Beinen und langen Armen und langhaarigem dichtem braunem Fell; BM.: Dschungel-Mensch; F.: Orang-Utan, Orang-Utans+FW; Z.: Orang-utan
Oratorium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Oratorium, ein Musikstück; ne. oratory, oratorio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ōrātōrium; E.: lat. ōrātōrium, N., Bethaus, Betkammer, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. ōrāre, V., vernehmen lassen, reden, sprechen, besprechen, vortragen; idg. *ōr-, *ər-, V., reden, rufen, Pokorny 781 (1345/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.?, slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Oratorium, DW 13, 1316, EWD s. u. Oratorium, Duden s. u. Oratorium; Son.: vgl. nndl. oratorium, Sb., Oratorium; frz. oratoire, M., Oratorium; nschw. oratorium, N., Oratorium; nnorw. oratorium, N., Oratorium; poln. oratorium, M., Oratorium; kymr. oratori, M., Oratorium; nir.óráidíocht, F., Oratorium; lit. oratorija, F., Oratorium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gattung von Menschen geschriebener opernartiger Musikwerke ohne szenische Handlung mit meist religiösen oder episch-dramatischen Stoffen; BM.: reden; F.: Oratorium, Oratoriums, Oratorien+FW; Z.: Or-at-or-i-um
Orbit, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Orbit, Umlaufbahn; ne. orbit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. orbita; E.: s. lat. orbita, F., Wagengeleise, Fahrgeleise, Bahn, Pfad, Spur, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. orbis, M., Rundung, Kreis, runde Fläche, Karre; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW, Duden s. u. Orbit; Son.: vgl. poln. orbita, F., Orbit; kymr. orbit, M., F., Orbit; lit. orbita, F., Orbit; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für die oft elliptische und durch die Schwerkraft in dem freien Fall bestimmte periodische Umlaufbahn eines Himmelskörpers um einen Himmelskörper; BM.: Rundung bzw. Kreis; F.: Orbit, Orbits+FW; Z.: Orb-it
Orca, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Orca, Schwertwal, Killerwal; ne. orca; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. orca?, lat. orca?; E.: entweder von ne. orca, N., Orca, Schwertwal; oder direkt von lat. orca, F., Art Walfisch, Orca?, (8. Jh. n. Chr.); gr. ὄρυγα (óryga) (Akk. von.) gr. ὄρυξ (óryx), F., eine Walfischart; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Orca; Son.: vgl. nndl. orka, Sb., Orca; frz. orque, M., Orca; poln. orka, M.?, Orka; lit. orka, F., Orka; GB.: seit 20. Jh. belegte und entweder aus dem Neuenglischen oder unmittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen schwarz und besonders an der Unterseite weiß gefärbten kleineren Wal mit hoher schwertförmiger Rückenfinne; BM.: ?; F.: Orca, Orcas+FW; Z.: Orc-a
Orchester, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Orchester, großes Musikerensemble; ne. orchestra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. orchestre; E.: s. frz. orchestre, M., Orchester, Musikkapelle; lat. orchēstra, F., Orchestra, (116-27 v. Chr.); gr. ὀρχήστρα (orchḗstra), F., Orchestra, Tanzplatz, Platz zwischen Bühne und Zuschauerraum; vgl. gr. ὀρχέσθαι (orchésthai), V., tanzen, hüpfen, springen; vgl. idg. *ergʰ-, V., schütteln, erregen, beben, Pokorny 339 (495/76) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt.); idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Orchester, DW 13, 1316, EWD s. u. Orchester, Duden s. u. Orchester; Son.: vgl. nndl. orkest, Sb., Orchester; nschw. orkester, Sb., Orchester; nnorw. orkester, N., Orchester; poln. orkiestra, F., Orchester; lit. orkestras, M., Orchester; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten vertieften Raum vor der Bühne für die Musiker und davon abgeleitet für eine größere Zahl von in einer Gruppe auftretenden Musikern; BM.: sich bewegen; F.: Orchester, Orchesters, Orchestern+FW(+EW); Z.: Orch-est-er
Orchidee, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Orchidee, ein Knabenkrautgewächs; ne. orchid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. orchidée; E.: s. frz. orchidée, F., Orchidee; gr. ὄρχις (órchis), M., Hode, Hoden; idg. *org̑ʰi-, *r̥g̑ʰi-, M., Hode, Hoden, Pokorny 782 (1348/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Orchidee, fehlt DW, EWD s. u. Orchidee, Duden s. u. Orchidee; Son.: vgl. nndl. orchidee, Sb., Orchidee; nschw. orkidé, Sb., Orchidee; nschw. orkidé, M., Orchidee; poln. orchidea, F., Orchidee; lit. orchidėja, F., Orchidee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in Südostasien (Indonesien) vor rund 60 Millionen Jahren entwickelte Pflanze mit länglichen fleischigen Blättern und farbenprächtigen kompliziert gebauten einzelnen oder in Ähren oder Trauben angeordneten Blüten (Knabenkrautgewächs); BM.: Hoden; F.: Orchidee, Orchideen+FW; Z.: Orch-id-ee
Ordal, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ordal, Gottesurteil; ne. ordeal; Vw.: -; Hw.: s. Urteil; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. mlat. ordālium; E.: s. mlat. ordālium, ordēlum, ordāldum, N., Ordal, Gottesurteil; ae. ordāl, st. M. (a), st. N. (a), Gottesurteil, Ordal, Instrument des Gottesurteils; germ. *us, *uz, Präf., aus..., heraus...; idg. *ū̆d-, Adv., empor, hinauf, hinaus, Pokorny 1103 (1920/3) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *daila-, *dailam, st. N. (a), Teil; idg. *dəilo-, Sb., Teil, Pokorny 175?; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: DW 13, 1313, Duden s. u. Ordal; Son.: vgl. nndl. ordalie, Sb., Ordal; frz. ordalie, F., Ordal; nschw. ordal, Sb., Ordal; poln. ordalia, F., Ordal; lit. ordalija, F., Ordal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Altenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in früheren Zeiten durchgeführtes und nach ihrer Vorstellung mögliches oder hilfreiches Gottesurteil als Entscheidung in einem ansonsten nicht lösbaren Streit; BM.: hinauf, teilen; F.: Ordal, Ordals, Ordale, Ordalen+FW(+EW); Z.: Ord-da-l
Orden, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Orden, Ehrenzeichen; ne. order (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. orden (1), ordel, st. M., Regel, Ordnung, Satzung, Gesetz, Gebot, Bestimmung, Auftrag, Stand, Orden; mnd. ōrden (1), ordin, F., Ordnung, Ablauf, Anordnung, Vorschrift, Anweisung zum Handeln, Reihe, Reihenfolge; mnl. oorde, M., Orden; ahd. ordina*, st. F. (ō), Ordnung, Reihenfolge, Reihe; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Orden, Kluge s. u. Orden, DW 13, 1316, EWD s. u. Orden, EWAhd 6, 1188, Duden s. u. Orden, Bluhme s. u. Orden; Son.: vgl. nndl. orde, Sb., Orden, Ordnung; frz. ordre, M., Orden; nschw. orden, Sb., Orden; nnorw. orden, M., Orden, Ordnung; lit. ordinas, M., Orden; GB.: seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gemeinschaft deren Mitglieder nach Leistung bestimmter Gelübde unter einem gemeinsamen Oberen oder einer gemeinsamen Oberin nach bestimmten Vorschriften oder Regeln leben und davon abgeleitet die Bezeichnung für ein Ehrenzeichen; BM.: fügen; F.: Orden, Ordens+FW(+EW); Z.: Or-d-en
ordentlich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. ordentlich, Ordnung betreffend, geordnet, regelrecht; ne. orderly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. ordenlich, ordentlich, Adj., ordentlich, geordnet, geregelt, rechtmäßig, vorschriftsmäßig, angemessen, standesgemäß, vorgeschrieben, recht, richtig, genau, ordnungsgemäß, regelmäßig; mnd. ōrdentlīk, ȫrdentlīk, ōrdentlich, oerdentlich, Adj., ordentlich, der Vorschrift gemäß, gesetzmäßig, entsprechend der geistlichen oder christlichen Ordnung (Bedeutung jünger), dem Herkommen entsprechend, gebührend, gründlich; s. mnl. ordenlike, Adv., ordentlich; s. ahd. ordinlīhho*, ordinlīcho*, Adv., geordnet, ordentlich, wohlgeordnet, einer festgesetzten Ordnung gemäß; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. ordentlich, DW 13, 1319, 1324, EWD s. u. Orden, EWAhd 6, 1192, Duden s. u. ordentlich; Son.: vgl. afries. ordentlik, Adj., ordnungsgemäß; nndl. ordentelijk, Adj., ordentlich; frz. ordonné, Adj., ordentlich; nschw. ordentlig, Adj., ordentlich; nnorw. ordentlig, Adj., ordentlich; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Orden und t und lich gebildete Bezeichnung für auf Ordnung bedacht oder Ordnung betreffend oder geordnet oder regelgerecht; BM.: fügen, gleich; F.: ordentlich, ordentliche, ordentliches, ordentlichem, ordentlichen, ordentlicher(, ordentlichere, ordentlicheres, ordentlicherem, ordentlicheren, ordentlicherer, ordentlichst, ordentlichste, ordentlichstes, ordentlichstem, ordentlichsten, ordentlichster)+FW+EW; Z.: or-d-ent-lich
Order, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Order, Befehl, Anordnung, Anweisung; ne. order (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. ordre; E.: s. mnd. ōrder, F.?, Auftrag, Befehl; frz. ordre, F., Befehl; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Order, DW 13, 1326, EWD s. u. Order, Duden s. u. Order; Son.: vgl. nndl. order, Sb., Order; nschw. order, Sb., Order; nnorw. ordre, M., Order; lit. orderis, M., Berechtigung; GB.: seit Mitte 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Befehl oder mögliche Anordnung oder Anweisung; BM.: fügen; F.: Order, Ordern+FW(+EW); Z.: Or-d-er
$ordern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ordern, bestellen, anfordern; Vw.: s. be-; E.: s. Order, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Order, EWD s. u. Order; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Order und (e)n (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bestellen oder anfordern; F.: ordern (!), ordere, order (!), orderst, ordert, orderte, ordertest, orderten, ordertet, geordert, ##geordert, georderte, geordertes, geordertem, georderten, georderter##, ordernd, ###ordernd, orderndes, orderndem, ordernden, ordernder###, order (!)+FW(+EW); Z.: or-d-er-n
ordinär, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ordinär, gewöhnlich, gemein; ne. ordinary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. ordinaire; E.: s. frz. ordinaire, Adj., ordinär, gewohnt, normal; lat. ōrdinārius, Adj., in gehöriger Reihe und Ordnung stehend, ordentlich, gewöhnlich, eigentlich, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. ordinär, DW 13, 1326, EWD s. u. ordinär, Duden s. u. ordinär; Son.: vgl. nndl. ordinair, Adj., ordinär; nschw. ordinär, Adj., ordinär; nnorw. ordinär, Adj., ordinär; poln. ordynarny, Adj., ordinär; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gewöhnlich oder gemein; BM.: fügen; F.: ordinär, ordinäre, ordinäres, ordinärem, ordinären, ordinärer(, ordinärere, ordinäreres, ordinärerem, ordinäreren, ordinärerer, ordinärst, ordinärste, ordinärstes, ordinärstem, ordinärsten, ordinärster)+FW(+EW); Z.: or-d-in-är
$Ordinariat, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Ordinariat; E.: s. Ordinarius; L.: Kluge s. u. Ordinarius, DW 13,1327; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Ordinari(us) und at (Suff.) gebildete Bezeichnung für die oberste Verwaltungsstelle eines katholischen Bistums und das Amt eines ordentlichen Professors (Ordinarius) einer wissenschaftlichen Hochschule; F.: Ordinariat, Ordinariates, Ordinariats, Ordinariate, Ordinariaten+FW; Z.: Or-d-in-ar-i-at
Ordinarius, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ordinarius, ordentlicher Professor; ne. ordinary (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ōrdinārius, Adj., in gehöriger Reihe und Ordnung stehend, ordentlich, gewöhnlich, eigentlich, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ordinarius, fehlt DW, EWD s. u. Ordinarius, Duden s. u. Ordinarius; Son.: vgl. nndl. ordinarius, Sb., Ordinarius; frz. ordinaire, M., Ordinarius; nschw. ordinarie professor, M., Ordinarius; poln. ordynariusz, M., Ordinarius; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Inhaber eines ordentlichen Lehrstuhls an einer Universität (Ordinarius); BM.: fügen; F.: Ordinarius, Ordinarien+FW; Z.: Or-d-in-ar-i-us
Ordinate, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Ordinate, Abstand von der horizontalen Achse in einem Koordinatensystem; ne. ordinate; Vw.: s. Ko-; Hw.: -; Q.: 1676; I.: Lw. lat. (līnea) ōrdināta; E.: s. lat. (līnea) ōrdināta, F., geordnete Linie; vgl. lat. ōrdinātus (1), Adj., geordnet, ordentlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ordinate, fehlt DW, Duden s. u. Ordinate; Son.: vgl. nndl. ordinaat, Sb., Ordinate; frz. ordonnée, F., Ordinate; nschw. ordinata, Sb., Ordinate; nnorw. ordinat, M., Ordinate; nir. ordanáid, F., Ordinate; GB.: seit 1676 in einem Brief Gottfried Wilhelm Leibnizs an Henry Oldenburg von dem 27. August 1676 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in der Vorstellung des Menschen möglichen und von René Descartes verwirklichten Abstand von der horizontalen Achse gemessen auf der vertikalen Achse eines rechtwinkeligen Koordinatensystems; BM.: fügen; F.: Ordinate, Ordinaten+FW; Z.: Or-d-in-at-e
Ordination, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ordination, Ordinierung, Einsetzung, Weihe, Arztpraxis; ne. ordination; Vw.: s. Ko-, Sub-; Hw.: s. ordinieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: vgl. mnd. ōrdinātion, F., Ordnung, Regel, Anordnung, Verfügung, Befehl, Einrichtung, Verordnung, Gesetzesordnung; lat. ōrdinātio, F., Aufstellung der Reihe nach, Anordnung, Befehl, Ordnung, Verordnung, Auftrag, Aufgabe, schriftlicher Befehl, Anlage, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 13, 1327, EWD s. u. ordinieren, Duden s. u. Ordination; Son.: vgl. frz. ordination, F., Ordination; nschw. ordination, Sb., Ordination; nnorw. ordinasjon, M., Ordination; kymr. ordinhad, M., Ordination; nir. oirniú, M., Ordination; poln. ordynacja, F., Ordination; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die feierliche Einsetzung eines Pfarrers in sein Amt oder eine Weihe oder eine Praxis eines Arztes; BM.: fügen; F.: Ordination, Ordinationen+FW(+EW); Z.: Or-d-in-at-io-n
ordinieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. ordinieren, in ein geistliches Amt einsetzen, Sprechstunde halten; ne. ordain; Vw.: s. ko-, sub-; Hw.: s. Ordination; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: mhd. ordinieren, ordenieren, sw. V., ordinieren, ordnen, in Ordnung bringen, einrichten, ausrüsten, ausstatten, zuordnen zu, anordnen, regeln, anweisen, verordnen; mnd. ōrdinēren, ordenēren, ōrdinīren, ōrdenīren, sw. V., ordinieren, anordnen, beschließen, bestimmen, festsetzen, vorsehen, einplanen, einbringen, vorschreiben, vereinbaren, einsetzen, beauftragen, ordnen, einrichten; lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. ordinieren, DW 13, 1327, EWD s. u. ordinieren, Duden s. u. ordinieren; Son.: vgl. frz. ordonner, V., ordinieren; nschw. orinera, V., ordinieren; nnorw. ordinere, V., ordinieren; poln. ordynować, V., ordinieren; GB.: seit 1220-1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Kleriker weihen und in ein geistliches Amt einsetzen; BM.: fügen; F.: ordinieren, ordiniere, ordinierst, ordiniert, ordinierest, ordinieret, ordinierte, ordiniertest, ordinierten, ordiniertet, ##ordiniert, ordinierte, ordiniertes, ordiniertem, ordinierten, ordinierter##, ordinierend, ###ordinierend, ordinierende, ordinierendes, ordinierendem, ordinierenden, ordinierender###, ordinier (!)+FW(+EW); Z.: or-d-in-ier-en
$Ordinierung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ordinierung, Ordination; E.: s. ordinier(en), s. ung; L.: DW 13,1328, EWD s. u. ordinieren; GB.: (ordinierunge) seit 1483-1486 belegte und aus ordinier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Einsetzung in ein kirchliches Amt; F.: Ordinierung, Ordinierungen+EW; Z.: Or-d-in-ier-ung
ordnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ordnen, in eine einleuchtende Reihenfolge stellen, ordentlich besorgen, anordnen; ne. array, order (V.), put in order; Vw.: -; Hw.: s. Abgeordneter; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. ordenen, sw. V., ordnen, einrichten; mnd. ōrdenen, V., ordnen, Ordnung festlegen, anordnen, befehlen, festlegen, einsetzen, bestimmen, bereiten, vorsehen; mnl. ordenen, orden, sw. V., ordnen, anordnen, regeln; ahd. ordinōn*, sw. V. (2), ordnen, einteilen, anordnen, ordnungsgemäß erfüllen, einreihen; s. lat. ōrdināre, V., ordnen, in Reih und Glied aufstellen; vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Orden, Kluge s. u. ordnen, DW 13, 1328, EWD s. u. ordnen, EWAhd 6, 1192, Duden s. u. ordnen; Son.: vgl. nndl. ordenen, V., ordnen, frz. ordonner, V., ordnen; nschw. ordna, V., ordnen; nnorw. ordne, V., ordnen; GB.: (ordinōn) seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches mehrere Gegebenheiten in eine einleuchtende Reihenfolge stellen; BM.: fügen; F.: ordnen, ordne (!), ordnest, ordnet, ordnete, ordnetest, ordneten, ordnetet, geordnet, ##geordnet, geordnete, geordnetes, geordnetem, geordneten, geordneter##, ordnend, ###ordnend, ordnende, ordnendes, ordnendem, ordnenden, ordnender###, ordne (!)+FW(+EW); Z.: or-d-n-en
$Ordner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ordnender, Ordner; E.: s. ordn(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. ordnen, DW 13,1339, EWD s. u. ordnen; GB.: (ordenære) seit 13. Jh. belegte und aus ordn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Ordnenden und seit 1886 für ein von Friedrich Soennecken in Bonn entwickeltes und von Louis Leitz in Stuttgart-Feuerbach weitergebildetes Hilfsgerät für die möglichst übersichtliche Ordnung ungefähr gleichförmiger Schriftstücke; F.: Ordner, Ordners, Ordnern+FW; Z.: Or-d-n-er
$Ordnung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Ordnung, eine Rechtsquelle; Vw.: s. Gesellschafts-, Tages-(, Ver-); E.: s. ordn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. ordnen, EWD s. u. ordnen; GB.: (ordinunga*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. ordinatio aus ordn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vorgenommene Einteilung und Reihung mehrerer Gegebenheiten und eine sie vorschreibende Übereinkunft oder sonstige Rechtsquelle; F.: Ordnung, Ordnungen+FW+EW; Z.: Or-d-n-ung
Ordonnanz, Ordonanz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ordonnanz, Ordonanz, Befehl, Offiziersanwärter, abkommandierter Soldat; ne. orderly, ordinance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. frz. ordonnance; E.: s. frz. ordonnance, F., Befehl, Anordnung; vgl. frz. ordonner, V., anordnen; vgl. lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ordonanz, DW 13, 1326, EWD s. u. Ordonanz, Duden s. u. Ordonanz; Son.: vgl. nndl. ordonnans, Sb., Ordonnanz; nnorw. ordonnans, M., Ordonnanz; poln. ordynans, Sb. Ordonnanz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Befehl oder für einen Offiziersanwärter der in einem Offizierskasino bedient oder für einen zu Hilfsdiensten abkommandierten Soldaten; BM.: fügen; F.: Ordonanz, Ordonanzen, Ordonanz, Ordonanzen+FW(+EW); Z.: Or-d-on-n-anz
Öre, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Öre, kleinste skandinavische Münzeinheit; ne. öre, øre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. ȫre (3), ȫr, oer, oͤr, ore, ere, oehr, M., Öre, eine kleine skandinavische Münze; über eine skandinavische Sprache von lat. aureus, M., Aureus, Goldmünze, Goldstück, (280/260-vor 200 v. Chr.); lat. aurum, N., Gold; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, *u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Öre; Son.: vgl. nndl. øre, Sb., Öre; frz. øre, M., Öre; nschw. öre, N., Öre; nnorw. øre, M., N., Öre; poln. øre, Sb., Öre; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die kleinste skandinavische Münzeinheit; BM.: Gold; F.: Öre, Öres+FW(+EW); Z.: Ör-e
Oregano, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Oregano, Oreganopflanze, Oreganogewürz; ne. oregano; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. span. orégano, it. origano; E.: s. span. orégano, M., Oregano; it. origano, M., Oregano; lat. orīganum, orīganon, N., Wohlgemut, Dosten, (23/24-79 n. Chr.); gr. ὀρείγανον (oreíganon), N., bitter schmeckendes Kraut, Dosten; vgl. gr. ὄρος (óros) (1), M., Berg, Gebirge; idg. *eros-, Sb., Erhebung, Pokorny 326; s. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γάνυσθαι (gánysthai), gr., V., nhd. sich freuen, sich ergötzen; vgl. idg. *gāu-, V., sich freuen, sich brüsten, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: Duden s. u. Oregano; Son.: vgl. nndl. oregano, Sb., Oregano; frz. origan, M., Oregano; nschw. oregano, Sb., Oregano; nnorw. oregano, M., Oregano; poln. oregano, M., Oregano; kymr. oregano, M., Oregano; lit. oregano, M., Oregano; GB.: seit 17. Jh. belegte sowie aus dem Spanischen und Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Menschen seit rund 400 Jahren als Gewürz verwendete Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Wilder Majoran); BM.: sich bewegen, sich freuen; F.: Oregano+FW; Z.: Or-e-ga-n-o
Organ, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Organ, Körperorgan, Körperschaft; ne. organ (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. organisch, organisieren, Organisation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. organum; E.: s. lat. organum, N., Werkzeug in der Landwirtschaft, Musikinstrument, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug, Instrument; s. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Organ, DW 13, 1338, EWD s. u. Organ, Duden s. u. Organ; Son.: vgl. nndl. orgaan, Sb., Organ; frz. organe, M., Organ; nschw. organ, N., Organ; nnorw. organ, N., Organ; poln. organ, M., Organ; kymr. organ, F., Organ; lit. organas, M., Organ; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen aus verschiedenen Geweben zusammengesetzten einheitlichen Teil des menschlichen oder tierischen und pflanzlichen Körpers mit einer bestimmten Funktion wie beispielsweise Gehirn oder Herz oder Lunge oder Schilddrüse oder Mund mit Zunge und Speicheldrüse und Speiseröhre oder Magen (M.) oder Auge oder Ohr oder Nase oder Bauchspeicheldrüse oder Leber oder Darm oder Haut mit knapp zwei Quadratmetern Fläche und den drei Schichten oder Teilen Oberhaut (mit Hornhaut) und Lederhaut und Unterhaut (insgesamt vielleicht 79 Organe des Menschen); BM.: wirken; F.: Organ, Organes, Organs, Organe, Organen+FW; Z.: Org-an
Organisation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Organisation, Organisieren, Zusammenschluss, eine der Funktionstüchtigkeit einer Einrichtung dienende Struktur; ne. organization; Vw.: -; Hw.: s. organisieren, Organ; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. organisation; E.: s. frz. organisation, F., Organisation; vgl. frz. organiser, V., organisieren; lat. organizāre, organisāre, V., mit einem Musikinstrument begleiten?, Orgel spielen, einen Körper mit Organen ausstatten, ersinnen, einrichten; vgl. lat. organum, N., Werkzeug in der Landwirtschaft, Musikinstrument; gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. organisieren, DW 13, 1339, EWD s. u. Organ, Duden s. u. Organisation; Son.: vgl. nndl. organisatie, Sb., Organisation; nschw. organisation, Sb., Organisation; nnorw. organisasjon, M., Organisation; poln. organizacja, F., Organisation; lit. organizacija, F., Organisation; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine der Funktionstüchtigkeit einer Einrichtung dienende Struktur; BM.: wirken; F.: Organisation, Organisationen+FW; Z.: Org-an-is-at-io-n
$Organisator, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Organisator, Organisierender; E.: s. organis(ieren), s. ator (Suff.); L.: Kluge s. u. organisieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus organis(ieren) und ator (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Organisierenden; F.: Organisator, Organisatoren+FW; Z.: Org-an-is-at-or
organisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. organisch, körperlich, belebt; ne. organic; Vw.: -; Hw.: s. Organ, organisieren, Organisation; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. organicus; E.: s. lat. organicus, Adj., organisch, mechanisch, musikalisch, mehrstimmig singend, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὀργανικός (organikós), Adj., kriegsmaschinenmäßig, stürmisch losfahrend; vgl. gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Organ, EWD s. u. Organ, DW 13, 1339, Duden s. u. organisch; Son.: vgl. nndl. organisch, Adj., organisch; frz. organique, Adj., organisch; nschw. organisk, Adj., organisch; nnorw. organisk, Adj., organisch; poln. organiczny, Adj., organisch; kymr. organig, Adj., organisch; nir. orgánach, Adj., organisch; lit. organinis, Adj., organisch; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu dem belebten Teil der Natur gehörend oder Verbindungen des Kohlenstoffs wie beispielsweise Alkohol oder Fett oder Kohlenhydrat oder Protein betreffend; BM.: wirken; F.: organisch, organische, organisches, organischem, organischen, organischer+FW(+EW); Z.: org-an-isch
organisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. organisieren, systematisch vorbereiten; ne. organize; Vw.: -; Hw.: s. Organisation, Organ, organisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. organiser; E.: s. frz. organiser, V., organisieren; lat. organizāre, organisāre, V., mit einem Musikinstrument begleiten?, Orgel spielen, einen Körper mit Organen ausstatten, ersinnen, einrichten; vgl. lat. organum, N., Werkzeug in der Landwirtschaft, Musikinstrument; gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. organisieren, DW 13, 1339, EWD s. u. Organ, Duden s. u. organisieren; Son.: vgl. nndl. organiseren, V., organisieren; nschw. organisera, V., organisieren; nnorw. organisere, V., organisieren; poln. organizować, V., organisieren; lit. organizuoti, V., organisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der Bedeutung geänderte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches sorgfältig und systematisch vorbereiten; BM.: wirken; F.: organisieren, organisiere, organisierst, organisiert, organisierest, organisieret, organisierte, organisiertest, organisierten, organisiertet, ##organisiert, organisierte, organisiertes, organisiertem, organisierten, organisierter##, organisierend, ###organisierend, organisierende, organisierendes, organisierendem, organisierenden, organisierender###, organisier(!)+FW(+EW); Z.: org-an-is-ier-en
$Organismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Organismus, Lebewesen; E.: s. Organ, s. ismus; L.: Kluge s. u. Organ, DW 13, 1339, EWD s. u. Organ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Organ und ismus gebildete Bezeichnung für ein System von Organen oder ein Lebewesen wie beispielsweise ein (schon vormenschliches) Bakterium; F.: Organismus, Organismen+FW; Z.: Org-an-ism-us
Organist, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Organist, Orgelspieler; ne. organist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Marienleben des Walther von Rheinau); E.: mhd. organiste, sw. M., Organist; mnd. organist, organiste, organista, orgenist, orgeniste, M., Organist, Orgelspieler; mlat. organista, M., Orgelspieler; lat. organum, N., Werkzeug in der Landwirtschaft, Musikinstrument, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug, Instrument; s. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Orgel, DW 13, 1340, Duden EWD s. u. Orgel, s. u. Organist; Son.: vgl. nndl. organist, Sb., Organist; frz. organiste, M., Organist; nschw. organist, Sb., Organist; nnorw. organist, M., Organist; poln. organista, M., Organist; kymr. organydd, M., Organist; nir. orgánaií, M., Organist; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Organ und ist (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Orgel möglichen Spieler einer Orgel+FW(+EW); BM.: wirken; F.: Organist, Organisten+FW; Z.: Org-an-ist
Organza, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Organza, ein sehr dünner Stoff; ne. organza; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. organza; E.: s. it. organza, F., Organza; vielleicht von dem ON Urgench, Köneürgenç in Turkmenistan; von pers. Kuhna Urgandsch, ON, Alt-Urgandsch; von einem älteren Gurgandsch; L.: fehlt DW, Duden s. u. Organza; Son.: vgl. nndl. organza, Sb., Organza; frz. organza, M., Organza; nschw. organza, Sb., Organza; nnorw. organsa, M., Organza; poln. organza, Sb., Organza; kymr. organsa, M., Organza; lit. organza, Sb., Organza; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und möglicherweise aus einem ON des Persischen in Turkmenistan gebildete Bezeichnung für ein steifes hauchzartes Gewebe aus nichtentbasteter Naturseide oder auch aus Chemiefasern; BM.: ON (nach dem Herkunftsort?); F.: Organza, Organzas+FW; Z.: Organz-a
Orgasmus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Orgasmus, Höhepunkt; ne. orgasm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nlat. orgasmus, gr. ὀργασμός (orgasmós); E.: s. nlat. orgasmus, M., Orgasmus; gr. ὀργασμός (orgasmós), F., heftige Erregung; vgl. gr. ὀργᾶν (organ) (1), V., schwellen, strotzen; idg. *u̯erg̑- (3), *u̯org̑-, V., strotzen, schwellen, Pokorny 1169 (2008/84) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Orgasmus, fehlt DW, EWD s. u. Orgasmus, Duden s. u. Orgasmus; Son.: vgl. nndl. orgasme, Sb., Orgasmus; frz. orgasme, M., Orgasmus; nschw. orgasm, Sb., Orgasmus; nnorw. orgasme, M., Orgasmus; poln. orgazm, M., Orgasmus; kymr. orgasm, M., Orgasmus; lit. orgazmas, M., Orgasmus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen und Griechischen aufgenommene und teilweise mit gr. ὀργᾶν (organ) (1), V., schwellen, strotzen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den durch vermehrten Blutandrang in den Geschlechtsorganen und erhöhten Puls und Blutdruck sowie beschleunigte Atmung und Anspannung von Muskeln und Schwellung von Geschlechtsorganen und Bildung flüssiger Körpersekrete gekennzeichneten in dem Verhältnis zu der längeren Erregung nur wenige Sekunden dauernden und von etwa fünf bis etwa fünfzehn unwillkürlichen rhythmischen Muskelkontraktionen in dem Unterleib mit einem Abstand von weniger als einer Sekunde geprägten Höhepunkt der sexuellen Lust des Menschen (mit Ejakulation von Samenflüssigkeit bei Männern) und wohl auch anderer Lebewesen; BM.: strotzen bzw. schwellen; F.: Orgasmus, Orgasmusen+FW; Z.: Org-asm-us
$orgastisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. orgastisch, Orgasmus betreffend; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Orgas(mus), s. t, s. isch; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Orgas(mus) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für Orgasmus betreffend; F.: orgastisch, orgastische, orgastisches, orgastischem, orgastischen, orgastischer(, orgastischere, orgastischeres, orgastischerem, orgastischeren, orgastischerer, orgastischst, orgastischste, orgastischstes, orgastischstem, orgastischsten, orgastischster)+FW(+EW); Z.: org-ast-isch
Orgel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Orgel, ein Tasteninstrument zu Erzeugung von Musik; ne. organ; Vw.: s. Stalin-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. orgele, st. F., sw. F., Orgel; mhd. orgel, sw. F., st. F., Orgel; mnd. orgel, orgele, örgel, oregel, orgal, orgule, M., F., N., Orgel; mnl. orgale, orgele, F., Orgel; ahd. orgela*, sw. F. (n), Orgel; ahd. organa*, sw. F. (n), Orgel, Musikinstrument; lat. organum, N., Werkzeug in der Landwirtschaft, Musikinstrument, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. ὄργανον (órganon), N., Werkzeug, Instrument; s. idg. u̯erg̑- (2), u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Orgel, Kluge s. u. Orgel, DW 13, 1340, EWD s. u. Orgel, EWAhd 6, 1194, Duden s. u. Orgel, Bluhme s. u. Orgel; Son.: vgl. afries. orgel, F.?, N., Orgel; ae. orgel, orgol, Sb., Orgel; nndl. orgel, Sb., Orgel; frz. orgue, M., Orgel; nschw. orgel, Sb., Orgel; nnorw. orgel, N., Orgel; poln. organy, Sb. Pl., Orgel; kymr. organ, F., Orgel; nir. orgán, M., Orgel; GB.: (organa) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sehr großes in Vorläufern schon seit dem 3. Jh. v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes Tasteninstrument zu Erzeugung von Musik mit mehreren Manualen und einer Klaviatur für die Füße und verschieden großen Pfeifen die Registern zugeordnet sind welche die verschiedensten Instrumente nachahmen und die verschiedensten Klangfarben erzeugen können; BM.: wirken; F.: Orgel, Orgeln+FW(+EW); Son.: orgela zwölftes Jh.; Z.: Org-el
$orgeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. orgeln, Orgel spielen; E.: s. Orgel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Orgel, DW 13, 1339, EWD s. u. Orgel; GB.: (orgelen) seit 1350-1365 belegte und aus Orgel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für orgeln oder Orgel spielen; F.: orgeln, orgel (!), orgle, orgele, orgelst, orgelt, orgelte, orgeltest, orgelten, orgeltet, georgelt, ##georgelt, georgelte, georgeltes, georgeltem, georgelten, georgelter##, orgelnd, ###orgelnd, orgelnde, orgelndes, orgelndem, orgelnden, orgelnder###, orgel (!)+FW(+EW); Son.: jünger orgenen 15. Jh.?; Z.: org-el-n
$Orgelpfeife, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Orgelpfeife; E.: s. Orgel, s. Pfeife; L.: DW 13, 1343, EWD s. u. Orgel; GB.: (mhd. orgelpfīfe) seit 15. Jh. belegte und aus Orgel und Pfeife gebildete Bezeichnung für den einzelnen einen Ton (M.) (2) erzeugenden Teil einer Orgel die durchschnittlich 200 bis 300 Pfeifen hat aber auch mehr als 17000 Pfeifen haben kann; F.: Orgelpfeife, Orgelpfeifen+FW(+EW); Z.: Org-el—pfeif-e
$orgiastisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. orgiastisch, Orgie betreffend, zügellos, hemmungslos, ausschweifend; E.: s. Orgi(e), s. ast, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Orgie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Orgi(e) und ast sowie isch gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Orgie betreffend oder zügellos oder hemmungslos oder ausschweifend; F.: orgiastisch, orgiastische, orgiastisches, orgiastischem, orgiastischen, orgiastischer(, orgiastischere, orgiastischeres, orgiastischerem, orgiastischeren, orgiastischerer, orgiastischst, orgiastischste, orgiastischstes, orgiastischstem, orgiastischsten, orgiastischster)+FW(+EW); Z.: org-i-ast-isch
Orgie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Orgie, hemmungslose Ausschweifungen; ne. orgy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. orgia; E.: s. lat. orgia, F., Orgie, nächtlicher Geheimkult, Bacchusfeier, Geheimnis, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. ὄργια (órgia), N. Pl., geheimer religiöser Brauch; vgl. gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Orgie, DW 13, 1345 (Orgien), EWD s. u. Orgie, Duden s. u. Orgie; Son.: vgl. nndl. orgie, Sb., Orgie; frz. orgie, F., Orgie; nschw. orgie, Sb., Orgie; nnorw. orgie, M., Orgie; kymr. orgia, F., Orgie; lit. orgija, F., Orgie; GB.: seit 17. Jh. aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Fest mit hemmungslosen Ausschweifungen; BM.: wirken; F.: Orgie, Orgien+FW(+EW); Z.: Org-i-e
Orient, nhd., (Part. Präs.=)M., (12. Jh.): nhd. Orient, Morgenland; ne. Orient (N.); Vw.: -; Hw.: s. orientalisch, orientieren; Q.: um 1185 (Klagebüchlein des Hartmann von Aue); E.: mhd. ōrīent, ōrient, ōrjent, st. M., Orient, Osten; mnd. orient, M.?, Orient, Morgenland, Osten; mfrz. orient, M., Orient, Osten; lat. oriēns, (Part. Präs.=)M., aufgehende Sonne, Sonnengott, Tagesgott, Morgen, Osten, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Orient, DW 13, 1345, EWD s. u. Orient, Duden s. u. Orient; Son.: vgl. nndl. Oriënt, Sb., Orient; frz. Orient, M., Orient; nschw. orient, Sb., Orient; nnorw. orient, M., Orient; poln. orient, M., Orient; lit. orientas, M., Orient; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die aus europäischer Sicht in dem Nahen Osten und Vorderasien sowie Mittelasien und damit in Richtung Osten oder Sonnenaufgang oder Morgen liegenden Länder in Gegensatz zu Sonnenuntergang oder Westen; BM.: aufgehen bzw. sich bewegen; F.: Orient, Orients+FW(+EW); Z.: Or-i-ent
$Orientale, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Orientale, Morgenländer; I.: s. Lw. lat. orientalis; E.: s. lat. orientalis; L.: DW 13, 1346, EWD s. u. Orient; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in dem Osten oder Morgenland geborenen und geformten Menschen in Gegensatz zu einem Okzidentalen oder Abendländer; F.: Orientale, Orientalen+FW(+EW); Z.: Or-i-ent-al-e
orientalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. orientalisch, Orient betreffend, morgenländisch; ne. oriental; Vw.: -; Hw.: s. Orient, orientieren; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. orientālis; E.: s. lat. orientālis (1), Adj., orientalisch, morgenländisch, aus dem Orient stammend, östlich, (3. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Orient, DW 13, 1346, EWD s. u. Orient, Duden s. u. orientalisch; Son.: vgl. frz. oriental, Adj., orientalisch; nschw. orientalisk, Adj., orientalisch; nnorw. orienatlisk, Adj., orientalisch; poln. orientalny, Adj., orientalisch; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Orient oder das Morgenland betreffend oder morgenländisch; BM.: aufgehen bzw. sich bewegen; F.: orientalisch, orientalische, orientalisches, orientalischem, orientalischen, orientalischer(, orientalischere, orientalischeres, orientalischerem, orientalischeren, orientalischerer, orientalischst, orientalischste, orientalischstes, orientalischstem, orientalischsten, orientalischster)+FW(+EW); Z.: or-i-ent-al-isch
$Orientalist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Orientalist; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. oriental(isch), s. ist; L.: DW 13, 1346, EWD s. u. Orient; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen (orientaliste) aufgenommene und umgebildete und aus oriental(isch) und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Sachkenner des Orients oder einen Gelehrten der Orientwissenschaft; F.: Orientalist, Orientalisten+FW(+EW); Z.: Or-i-ent-al-ist
orientieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. orientieren, ausrichten, die richtige Richtung finden, sich erkundigen; ne. orientate, orient (V.); Vw.: -; Hw.: s. Orient, orientalisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. orienter; E.: s. frz. orienter, V., orientieren; vgl. frz. orient, M., Sonnenaufgang, Orient; lat. oriēns, (Part. Präs.=)M., aufgehende Sonne, Sonnengott, Tagesgott, Morgen, Osten, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. orientieren, DW 13, 1346, EWD s. u. Orient, Duden s. u. orientieren; Son.: vgl. nndl. orienteren, V., orientieren; nschw. orientera, V., orientieren; nnorw. orientere, V., orientieren; poln. orientować, V., orientieren; lit. orientuoti, V., orientieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (den Sonnenaufgang oder Osten als die Grundlage für) die richtige Richtung (in der gesamten Welt) finden; BM.: aufgehen bzw. sich bewegen; F.: orientieren, orientiere, orientierst, orientiert, orientierest, orientieret, orientierte, orientiertest, orientierten, orientiertet, ##orientiert, orientierte, orientiertes, orientiertem, orientierten, orientierter##, orientierend, ###orientierend, orientierende, orientierendes, orientierendem, orientierenden, orientierender###, orientier(!)+FW(+EW); Z.: or-i-ent-ier-en
$Orientierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Orientierung, Ausrichtung über grundlegende Gegebenheiten; E.: s. orientier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. orientieren, fehlt DW, EWD s. u. Orient; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus orientier(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Wissen und Vermittelung mögliche Ausrichtung oder Unterrichtung des Menschen oder auch anderer Lebewesen über grundlegende Gegebenheiten in der Welt; F.: Orientierung, Orientierungen+FW(+EW); Z.: Or-i-ent-ier-ung
Origami, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Origami, Papierfaltkunst; ne. origami; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. jap. origami; E.: s. jap. origami, Sb., Origami; vgl. jap. oru, V., falten; jap. kami, Sb., Papier; L.: fehlt DW, Duden s. u. Origami; Son.: vgl. nndl. origami, Sb., Origami; frz. origami, M., Origami; nschw. origami, Sb., Origami; nnorw. origami, M., Origami; poln. origami, N., Origami; kymr. origami, M., Origami; lit. origami, M.?, Origami; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für die von Menschen in Japan seit Erfindung des Papiers aus Bambusfasern rund 100 v. Chr. entwickelte und verwendete japanische Kunst des Papierfaltens zu unterschiedlichen Figuren wie beispielsweise Flamingo oder Frosch oder Hase oder Kranich; BM.: falten, Papier; F.: Origami, Origamis+FW; Z.: Or-i-gami
original, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. original, ursprünglich, echt; ne. original (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Original, Originalität, originell; Q.: Mitte 18. Jh.?; I.: Lw. lat. orīginālis; E.: s. mnd. orīgināl (1), orīgenāl, Adj., original, urschriftlich; lat. orīginālis, Adj., ursprünglich, vom Ursprung an bestehend, Ursprungs..., (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Original, DW 13, 1347, EWD s. u. original, Duden s. u. original; Son.: vgl. nndl. origineel, Adj., original; frz. original, Adj., Neues begründend, neuartig; nschw. originell, Adj., original; nnorw. original, Adj., original; poln. oryginalny, Adj., original; lit. originalus, Adj., original; GB.: vielleicht seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches ursprünglich oder echt oder unverfälscht in Gegensatz zu nachgebildet oder verfälscht; BM.: sich bewegen bzw. wachsen (V.) (1); F.: original, originale, originales, originalem, originalen, originaler+FW(+EW); Z.: or-ig-in-al
Original, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Original, Urschrift, Urfassung, Vorlage, selbst geschaffenes Werk; ne. original (N.); Vw.: -; Hw.: s. original, Originalität, originell; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. orīgināle (exemplar); E.: s. mhd. origināle, Sb., Original; mnd. orīgināl (2), N., Original, Urschrift, Vorbild, Muster; lat. orīgiāle (exemplar), N., Original; vgl. lat. orīginālis, Adj., ursprünglich, vom Ursprung an bestehend, Ursprungs..., (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Original, EWD s. u. original, DW 13, 1347, Duden s. u. Original; Son.: vgl. nndl. origineel, Sb., Original; nschw. original, N., Original; nnorw. original, M., Original; poln. oryginał, M., Original; lit originalas, M., Original; GB.: vielleicht seit Mitte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von einem Künstler oder Verfasser selbst geschaffenes unverändertes Werk; BM.: sich bewegen bzw. wachsen (V.) (1); F.: Original, Originals, Originales, Originale, Originalen+FW(+EW); Z.: Or-ig-in-al
Originalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Originalität, Ursprünglichkeit, Eigenart, Echtheit, Besonderheit; ne. originality; Vw.: -; Hw.: s. original, Original, originell; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. originalité; E.: s. frz. originalité, F., Originalität; vgl. frz. original, Adj., Neues begründend, neuartig; lat. orīginālis, Adj., ursprünglich, vom Ursprung an bestehend, Ursprungs..., (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Original, DW 13, 1348, EWD s. u. original, Duden s. u. Originalität; Son.: vgl. nschw. originalitet, Sb., Originalität; nnorw. originalitet, M., Originalität; poln. oryginalność, F., Originalität; lit. originalumas, M., Originalität; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf bestimmten schöpferischen Einfällen und eigenständigen Gedanken beruhende Ursprünglichkeit oder Echtheit oder Besonderheit eines von einem Menschen geschaffenen Werkes; BM.: sich bewegen bzw. wachsen (V.) (1); F.: Originalität+FW(+EW); Z.: Or-ig-in-al-it-ät
originell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. originell, original, ursprünglich, eigenartig, besondere; ne. original (Adj.), original; Vw.: -; Hw.: s. original, Original, Originalität; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. originellement; E.: s. frz. originellement, Adv., neuartig; frz. original, Adj., Neues begründend, neuartig; lat. orīginālis, Adj., ursprünglich, vom Ursprung an bestehend, Ursprungs..., (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. orīrī, V., sich erheben, aufsteigen, sichtbar werden, aufgehen; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Original, DW 13, 1348, EWD s. u. original, Duden s. u. originell; Son.: vgl. nndl. origineel, Adj., original; frz. original, Adj., Neues begründend, neuartig; nschw. originell, Adj., original; nnorw. original, Adj., original; poln. oryginalny, Adj., original; lit. originalus, Adj., originell; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ursprünglich oder eigenartig oder besondere oder auch komisch; BM.: sich bewegen bzw. wachsen (V.) (1); F.: originell, originelle, originelles, originellem, originellen, origineller(, originellere, originelleres, originellerem, originelleren, originellerer, originellst, originellste, originellstes, originellstem, originellsten, originellster)+FW(+EW); Z.: or-ig-in-ell
Orkan, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Orkan, heftiger Sturm; ne. hurricane; Vw.: -; Hw.: s. Hurrikan; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. orkaan; E.: s. nndl. orkaan, Sb., Orkan; span. huracán, M., Wirbelsturm; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem Mayawort hunraken, Sb., Einbein (Sternbild des großen Wagens), da unter dessen Sternbild die Herbststürme auftreten; oder von Taino hurakán, PN, Sturmgott; L.: Kluge 1. A. s. u. Orkan, Kluge s. u. Orkan, DW 13, 1349, EWD s. u. Orkan, Duden s. u. Orkan; Son.: vgl. frz. ouragan, M., Orkan; nschw. orkan, Sb., Orkan; nnorw. orkan, M., Orkan; poln. orkan, M., Orkan; lit. uraganas, M., Orkan; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise aus der Mayasprache oder dem Taino kommende Bezeichnung für einen sachlich schon seit Entstehung der Welt oder der Erde möglichen heftigen Sturm; BM.: ?; F.: Orkan, Orkans, Orkanes, Orkane, Orkanen+FW(+EW); Z.: Orkan
Ork, Orke, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ork, Orke, elbisches Wesen, böse Gestalt in Fantasyromanen; ne. orc; Vw.: -; Hw.: s. Orkus; E.: mhd. orke, sw. M., Orke, Org, Ork, elbisches Wesen; it. orco, M., Org, Orc; wohl von lat. Orcus, M., Unterwelt, Gott der Unterwelt; vgl. idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (GB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); L.: DW 13, 1349, Duden s. u. Ork; Son.: vgl. nndl. ork, Sb., Ork; frz. orque, M., Ork; nschw. ork (2), Sb., Ork; nnorw. ork, M., Ork; kymr. orch, M., Ork; nir. orc, M., Ork; poln. ork, M., Ork; lit. orkas, M., Ork; GB.: (orke) seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Sagenfigur die seit dem 20. Jh. vor allem durch die Fantasyromane (Herr der Ringe) von John Ronald Reuel Tolkien (Bloemfontein/Südafrika 1892-Bournemouth/England 1973) bekannt wurde; BM.: Unterwelt; F.: Ork, Orke, Orks, Orkes, Orken+FW; Z.: Ork
Orkus, Orcus, nhd., M.: nhd. Orkus, Orcus, Unterwelt; ne. Orcus, underworld; Vw.: -; Hw.: s. Ork; Q.: ?; I.: Lw. lat. Orcus; E.: s. lat. Orcus, M., Unterwelt, Gott der Unterwelt, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (GB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); L.: Kluge s. u. Orkus, Duden s. u. Orkus, fehlt DW; Son.: vgl. frz. orcus, M., Orkus; nschw. orcus, Sb., Orkus; nnorw. orcus, M., Orkus; poln. orkus, M., Orkus; GB.: seit (?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in der Vorstellung von Menschen mögliche Unterwelt; BM.: schützen; F.: Orkus, Orcus+FW; Z.: Ork-us
$Orlogschiff, Orlogsschiff, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Orlogschiff, Kriegsschiff; L.: Kluge 1. A. s. u. Orlogschiff, DW 13, 1349; GB.: vielleicht seit 1696 belegte und aus Orlog und Schiff gebildete sowie aus dem Neuniederländischen aufgenommene Bezeichnung für Kriegsschiff; F.: Orlogschiff, Orlogschiffes, Orlogschiffs, Orlogschiffe, Orlogschiffen+FW+EW; Z.: Or-log—schi-f-f
Ornament, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Ornament, Verzierung; ne. ornament (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. ōrnāmentum; E.: s. mhd. ornament, N., Ornament, Amtsschmuck, Amtstracht; mnd. ornāment, N., Ornament, Schmuck, Kirchengerät, Altartuch; lat. ōrnāmentum, N., Zurüstung, Ausrüstung, Rüstung, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. ōrnāre, V., ausstatten, ausrüsten, zubereiten, schmücken; lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ornament, DW 13, 1350, EWD s. u. Ornament, Duden s. u. Ornament; Son.: vgl. nndl. ornament, Sb., Ornament; frz. ornement, M., Ornament; nschw. ornament, N., Ornament; nnorw. ornament, N., Ornament; poln. ornament, M., Ornament; kymr. ornament, M., Ornament; nir. ornáid, F., Ornament; lit. ornamentas, M., Ornament; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl schon früh entwickelte und verwendete Verzierung eines Gegenstands; BM.: fügen; F.: Ornament, Ornaments, Ornamentes, Ornamente, Ornamenten+FW(+EW); Z.: Or-n-am-ent
$ornamental, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ornamental, Ornament betreffend, Verzierung betreffend; E.: s. Ornament, s. al (Suff.); L.: Kluge s. u. Ornament, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Ornament und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen sachlich wohl schon früh entwickeltes und verwendetes ein Ornament betreffend; F.: ornamental, ornamentale, ornamentales, ornamentalem, ornamentalen, ornamentaler(, ornamentalere, ornamentaleres, ornamentalerem, ornamentaleren, ornamentalerer, ornamentalst, ornamentalste, ornamentalstes, ornamentalstem, ornamentalsten, ornamentalster)+FW(+DW); Z.: or-n-am-ent-al
Ornat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ornat, Amtstracht; ne. regalia, vestment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. ornāt, st. M., st. F., Ornat, Schmuck, Amtsschmuck, Amtstracht, Kirchengewand, Kirchenschmuck; mnd. ornāt, ornaet, N., Ornat, Kirchengerät, Kirchenschmuck, Gesamtausstattung des Altars oder einzelner Teile davon, Amtskleidung, Messgewand; lat. ornātus, M., Zurüstung, Ausstattung, Kleidung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ornāre, V., ausstatten, ausrüsten; lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ornat, DW 13, 1350, EWD s. u. Ornat, Duden s. u. Ornat; Son.: vgl. nndl. ornat, Sb., Ornat; nschw. ornat, Sb., Ornat; nnorw. ornat, N., Ornat; poln. ornat, M., Ornat; GB.: seit 1285-1290 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte getragene feierliche Amtstracht; BM.: fügen; F.: Ornat, Ornats, Ornates, Ornate, Ornaten+FW(+EW); Z.: Or-n-at
Ornithologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ornithologie, Vogelkunde; ne. ornithology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὄρνις (órnis), M., F., Vogel, Hahn, Huhn; idg. *er- (1), Sb., Aar, Adler, Pokorny 325 (452/33) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Ornithologie, Duden s. u. Ornithologie; Son.: vgl. nndl. ornithologie, Sb., Ornithologie; frz. ornithologie, F., Ornithologie; nschw. ornitologi, Sb., Ornithologie; nnorw. ornitologi, M., Ornithologie; poln. ornitologia, F., Ornithologie; lit. ornitologija, F., Ornithologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen spätestens seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und betriebene Vogelkunde und spätere Wissenschaft von den Vögeln; BM.: Adler, sammeln; F.: Ornithologie+FW; Z.: Orni-tho-log-ie
Ort, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ort, Stelle; ne. place (N.), location; Vw.: s. -band; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); E.: mhd. ort, st. N., st. M., Ende, Ecke, Spitze; mnd. ōrt (1), ȫrt, ort, oort, oert, oyrt, M., N., F., Ort, Gegend, Stelle, Platz, äußerster Punkt, Ecke, Ende, Grenze, Richtung, Ausschnitt, Schneide, Winkel, Straßenecke; mnl. ort, oort, oerd, M., N., Rand, Ecke, Spitze; ahd. ort (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Spitze, Ecke, Ende, Endpunkt, Rand, Speer, Saum (M.) (1); as. ord*, st. M. (a), Spitze; anfrk. ort, Sb., Spitze Landzunge (nur in Ortsnamen); germ. *uzda-, *uzdaz, st. M. (a), Spitze; vgl. idg. *u̯es- (4), V., stechen?, Pokorny 1172 (2015/91) (RB. idg. aus ind., alb., kelt., germ., balt., slaw.?; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ort 2, Kluge s. u. Ort, DW 13, 1350, EWD s. u. Ort, EWAhd 6, 1210, Falk/Torp 33, Duden s. u. Ort, Bluhme s. u. Ort; Son.: vgl. afries. ord, st. N. (a), Spitze, Ort, Stelle, Anfang; nnordfries. od; ae. ord, st. M. (a), Spitze, Speer, Quelle, Anfang, Front, Anführer; an. oddr, st. M. (a), Spitze, Speer, Anführer; got. *uzds, st. M. (a), Spitze; nndl. oort, Sb., Ort; nschw. ort, Sb., Ort; nisl. oddur, M., Ort; alb. usht, ushtër, Sb., Ähre; lit. usnìs, F., Distel; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte und oft auch in Hinblick auf seine Lage und Beschaffenheit bestimmbare Stelle; BM.: setzen; F.: Ort, Ortes, Orts, Orte, Orten+EW; Z.: Or-t
$Ort (2), nhd., M., ?: nhd. Ahle; E.: s. Ort (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Ort 1, DW 13, 1349; F.: Ort, Ortes, Orts, Orte, Orten+EW; Z.: Ort
$Ort (3), nhd., M., ?: nhd. ein Maß; L.: Kluge 1. A. s. u. Ort 3; F.: Ort, Ortes, Orts, Orte, Orten+EW; Z.: Ort
Ortband, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Ortband, Scheidenbeschlag; ne. chape; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1272 (Jans von Wien Werke); E.: mhd. ortbant, st. N., „Ortband“, eisernes Band an der Spitze der Schwertscheide; mnd. ōrtbant, ōrbant, ōrebant, M., metallene Einfassung, metallene Einfassung der Schwertscheide oder der Messerschneide, Kantenbeschlag von hölzernen Gegenständen; s. nhd. Ort, Band (2) L.: DW 13, 1362, Duden s. u. Ortband; GB.: seit um 1272 belegte und aus Ort und Band gebildete Bezeichnung für den metallenen Beschlag an der Scheide eines Schwertes oder Dolches oder Messers; BM.: setzen, binden; F.: Ortband, Ortbandes, Ortbands, Ortbänder, Ortbändern+EW; Z.: Or-t—band
$Örtchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Örtchen, Abort, Toilette; E.: s. Ort, s. chen; L.: Kluge s. u. Ort, DW 13, 1362, EWD s. u. Ort; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ort und chen (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen kleinen Ort und verhüllend für einen Abort oder eine Toilette; F.: Örtchen, Örtchens+EW; Z.: Ör-t-chen
$orten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. orten, Grenzen geben, Ort bestimmen; ne. determine; E.: s. Ort, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ort, DW 12, 1362, EWD s. u. Ort; GB.: (ortōn*) seit um 1000 belegte und aus Ort und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einer Gegebenheit Grenzen geben oder einen Ort bestimmen; F.: orten (!), orte (!), ortest, ortet, ortete, ortetest, orteten, ortetet, geortet, ##geortet, geortete, geortetes, geortetem, georteten, georteter##, ortend, ###ortend, ortende, ortendes, ortendem, ortenden, ortender###, ort (!)+EW; Z.: or-t-en
örtern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. örtern, Grenzen geben, Strecken anlegen; ne. determine; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: ?; E.: mnd. ȫrteren, sw. V., erörtern, entscheiden; s. nhd. Ort; L.: Kluge s. u. örtern, DW 13, 1363, Duden s. u. örtern; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Ort gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes Grenzen geben oder Strecken anlegen; BM.: setzen; F.: örtern, örtere, örter (!), örtre (!), örterst, örtert, örterte, örtertest, örterten, örtertet, geörtert, ##geörtert, geörtertes, geörtertem, geörterten, geörterter##, örternd, ###örternd, örternde, örterndes, örterndem, örternden, örternder###, örter (!)+EW; Z.: ör-t-er-n
orth..., nhd., Partikel: nhd. orth...; Vw.: s. ortho...
ortho..., orth..., nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. ortho..., aufrecht, richtig; ne. ortho…; Vw.: -dox, -graphie, -pädie; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. gr. ὀρθός (orthós); E.: s. gr. ὀρθός (orthós), βορθός (borthós), Adj., richtig, recht, aufrecht, wahr; s. idg. *u̯erdʰ-, *u̯redʰ-, V., Adj., wachsen (V.) (1), steigen, hoch, Pokorny 1167 (2005/81) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ.?, balt., slaw.); vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. ortho-, DW s. Orthographie, EWD s. u. ortho-, Duden s. u. ortho-; Son.: vgl. nndl. ortho…, Präf., ortho…; frz. ortho…, Präf., ortho…; nschw. orto…, Präf., ortho…; nnorw. orto…, Präf., ortho…; kymr. ortho…, Präf., ortho…; nir. orto…, Präf., ortho…; lit. nir. orto…, Präf., ortho…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für aufrecht oder richtig verwendete Bezeichnung; BM.: drehen; F.: ortho…, orth…+FW(+EW); Z.: or-th-o-
orthodox, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. orthodox, rechtgläubig, strenggläubig; ne. orthodox; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. orthodoxus; E.: s. lat. orthodoxus, Adj., rechtgläubig, (528-534 n. Chr.); s. gr. ὀρθόδοξος (orthódoxos), Adj., rechtgläubig; vgl. gr. ὀρθός (orthós), Adj., richtig, recht; vgl. idg. *u̯erdʰ-, *u̯redʰ-, V., Adj., wachsen (V.) (1), steigen, hoch, Pokorny 1167 (2005/81) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ.?, balt., slaw.); idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. orthodox, fehlt DW, EWD s. u. orthodox, Duden s. u. orthodox; Son.: vgl. nndl. orthodox, Adj., orthodox; frz. orthodoxe, Adj., orthodox; nschw. ortodox, Adj., orthodox; nnorw. ortodoks, Adj., orthodox; poln. ortodoksyjny, Adj., orthodox; lit. ortodoksinis, Adj., orthodox; GB.: 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach Vorstellung von Menschen rechtgläubig; BM.: drehen, nehmen; F.: orthodox, orthodoxe, orthodoxes, orthodoxem, orthodoxen, orthodoxer(, orthodoxere, orthodoxeres, orthodoxerem, orthodoxeren, orthodoxerer, orthodoxest, orthodoxeste, orthodoxestes, orthodoxestem, orthodoxesten, orthodoxester)+FW(+EW); Z.: or-th-o-dox
Orthografie, nhd., F.: nhd. Orthografie; Vw.: s. Orthographie
$orthografisch, nhd., Adj.: nhd. orthografisch; Vw.: s. orthographisch
Orthographie, Orthografie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Orthographie, Rechtschreibung; ne. orthography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: lat. orthographia, Orthographie, Rechtschreibung; s. gr. ὀρθογραφία (orthographía), F., Orthographie, Rechtschreibung; vgl. gr. ὀρθός (orthós), Adj., richtig, recht; vgl. idg. *u̯erdʰ-, *u̯redʰ-, V., Adj., wachsen (V.) (1), steigen, hoch, Pokorny 1167 (2005/81) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ.?, balt., slaw.); idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. *gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Orthographie, DW 13, 1364, EWD s. u. Orthographie, Duden s. u. Orthografie; Son.: vgl. nndl. orthografie, Sb., Orthographie; frz. orthographe, F., Orthographie; nschw. ortografi, Sb., Orthographie; nnorw. ortografi, M., Orthographie; poln. ortografia, F., Orthographie; kymr. ortograff, F., Orthographie; lit. ortografija, F., Orthographie; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen als richtig angesehene und festgelegte Schreibweise oder Orthographie (Rechtschreibung) der einzelnen Wörter einer Sprache; BM.: richtig, ritzen; F.: Orthographie, Orthographien, Orthografie, Orthografien+FW(+EW); Z.: Or-th-o-graph-ie
$orthographisch, orthografisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. orthographisch, der Orthographie entsprechend; E.: s. Orthograph(ie), s. isch; L.: DW 13, 1364, EWD s. u. Orthographie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Orthograph(ie) und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für (den von Menschen entwickelten) Regeln der Orthographie entsprechend; F.: orthographisch, orthographische, orthographisches, orthographischem, orthographischen, orthographischer, orthografisch, orthografische, orthografisches, orthografischem, orthografischen, orthografischer+FW+EW; Z.: or-th-o-graph-isch
Orthopädie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Orthopädie, Wissen von dem menschlichen Bewegungsapparat; ne. orthopaedics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. orthopédie; E.: s. frz. orthopédie, F., Orthopädie; vgl. gr. ὀρθός (orthós), Adj., richtig, recht; vgl. idg. *u̯erdʰ-, *u̯redʰ-, V., Adj., wachsen (V.) (1), steigen, hoch, Pokorny 1167 (2005/81) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ.?, balt., slaw.); idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. παιδεία (paideía), F., Erziehung, Bildung; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Orthopädie, fehlt DW, EWD s. u. Orthopädie, Duden s. u. Orthopädie; Son.: vgl. nndl. orthopedie, Sb., Orthopädie; nschw. ortopedi, Sb., Orthopädie; nnorw. ortopedi, M., Orthopädie; poln. ortopedia, F., Orthopädie; kymr. orthopedeg, F., Orthopädie; lit. ortopedija, F., Orthopädie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte Lehre oder Wissenschaft von der Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Fehler des menschlichen Bewegungsapparats wie beispielsweise Arthritis oder Arthrose oder Knochenbrüche oder Rückenschmerzen oder Osteoporose oder Sehnenverletzungen oder Muskelverletzungen (einschließlich beispielsweise des Kiefers); BM.: richtig, Junges; F.: Orthopädie+FW; Z.: Or-th-o-pä-d-ie
$örtlich, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. örtlich, Ort betreffend; E.: s. Ort, s. lich; L.: Kluge s. u. Ort, DW 13, 1365, EWD s. u. Ort; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. locālis aus Ort und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Raum mögliches einen Ort betreffend; F.: örtlich, örtliche, örtliches, örtlichem, örtlichen, örtlicher+EW; Z.: ör-t-lich
$Örtlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Örtlichkeit, Lage und Beschaffenheit eines Ortes, Ort; E.: s. örtlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. Ort; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. locālitās aus örtlich und keit gebildete Bezeichnung für die Lage und Beschaffenheit eines Ortes; F.: Örtlichkeit, Örtlichkeiten+EW; Z.: Ör-t—lich—kei-t
$Ortschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ortschaft, bewohnter Ort; E.: s. Ort, s. schaft; L.: Kluge s. u. Ort, DW 13, 1366, EWD s. u. Ort; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ort und schaft gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Sesshaftwerdung von Menschen möglichen bewohnten Ort; F.: Ortschaft, Ortschaften+EW; Z.: Or-t-schaf-t
...os, ...ös, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. …os, …ös; ne. …ous; Vw.: s. dubi-, fam-, furi-, glori-, grandi-, rigor-, tuberkul-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. …ōsus, frz. …eux; E.: s. frz. …eux, Suff., …os, …ös; lat. …ōsus, Suff., …os, …ös; L.: Kluge s. u. -os, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …eus, Suff., …os, …ös; nschw. …ös, Suff., …os, …ös; nnorw. …øs, Suff., Adj., …os, …ös; lit. …ozinis, Suff., …os; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für die Bildung von aus dem Lateinischen oder Französischen entlehnten Adjektiven; BM.: ?; F.: ...os, ...ose, ...oses, ...osem, ...osen, ...oser, ...osere(, ...oseres, ...oserem, ...oseren, ...oserer, ...osest, ...oseste, ...osestes, ...osestem, ...osesten, ...osester,) ...ös, ...öse, ...öses, ...ösem, ...ösen, ...öser(, ...ösere, ...öseres, ...öserem, ...öseren, ...öserer, ...ösest, ...öseste, ...ösestes, ...ösestem, ...ösesten, ...ösester)+FW(+EW); Z.: -os
...ose, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. …ose; ne. …osis; Vw.: s. Apothe-, (Arterioskler-,) Arthr-, Diagn-, Lord-, Metarmorph-, Nark-, Nekr-, Neur-, Osm-, Phim-, Progn-, Psych-, Skler-, Skoli-, Spondyl-, Symbi-, Thromb-, Tuberkul-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. …ωσις (ōsis); E.: s. gr. …ωσις (ōsis), Suff., …ose; L.: Kluge s. u. -ose, fehlt DW, EWD s. u. Thrombose; Son.: vgl. nndl. …ose, Suff., …ose; frz. …ose, Suff., …ose; nschw. …os, Suff., …ose; nnorw. …ose, Suff., …ose; kymr. …osis, Suff., …ose; lit. …ozė, Suff., …ose; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe beispielsweise für eine Erkrankung verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …ose, …osen+FW; Z.: -os-e
Öse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Öse, Haftel; ne. eyelet, lug (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1432; E.: mhd. ōse, sw. F., st. F., Öse, Griff, Henkel, Schlinge, Schöpfeimer; mnd. ȫse (1), oese, oͤse, ouse, osse, F., Öse, kleiner Metallring zum Einhängen des Hakens, ringförmiger Handgriff, Schlinge zum Festhalten; lat. ānsa, F., Griff, Henkel, Handhabe, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ansā, *ansi-, Sb., Schlinge, Schleife, Pokorny 48 (84/84) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Öse, Kluge s. u. Öse, DW 13, 1368, EWD s. u. Öse, Duden s. u. Öse, Bluhme s. u. Oese; Son.: vgl. gr. ἡνία (hēnía), ἁνία (hanía), F., Zügel, Lenkung, Leitung; lit. ąsā, F., Henkel, Handhabe; GB.: seit 1432 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine kleine meist aus Metall bestehende Schlinge zu einem Einhängen eines Hakens oder zu einem Durchziehen einer Schnur (F.) (1); BM.: Schlinge; F.: Öse, Ösen+FW; Z.: Ös-e
ösen, nhd. (ält.-dial.), sw. V., (10. Jh.): nhd. ösen, leer machen, ausschöpfen; ne. empty (V.), clear (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. œsen, sw. V., leer machen, vernichten, berauben; mnd. ȫsen (1), oesen, oͤsen, sw. V., schöpfen, ausschöpfen, Wasser aus einem Schiff schöpfen, ein Schiff durch Ausschöpfen heben; ahd. ōsen*, sw. V. (1a), verwüsten, verderben, verheeren, zerstören, plündern, zugrunderichten; an. ausa (1), st. V., schöpfen (V.) (1); germ. *ausan, st. V., schöpfen (V.) (1); idg. *aus-, *us-, V., schöpfen (V.) (1), Pokorny 90 (139/139) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. ösen, DW 13, 1369, EWAhd 6, 1216, Duden s. u. ösen; Son.: vgl. ae. éase, sw. F. (n), Becher, Schale (F.) (2); lat. haurīre, V., schöpfen; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Booten durch Menschen mögliches in ein Boot eingedrungenes Wasser ausschöpfen; BM.: schöpfen; F.: ösen (!), öse (!), ösest, öset, ösete, ösetest, öseten, ösetet, geöst, ##geöst, geöste, geöstes, geöstem, geösten, geöster##, ösend, ###ösend, ösende, ösendes, ösendem, ösenden, ösender###, ös (!)+EW; Z.: ös-en
Osmium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Osmium, ein Metall; ne. osmium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὀδμή (odmḗ), ὀσμή (osmḗ), F., Geruch, Duft; E.: s. idg. *od- (1), V., riechen, Pokorny 772 (1324/4) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Osmium; Son.: vgl. nndl. osmium, Sb., Osmium; frz. osmium, M., Osmium; nschw. osmium, N., Osmium; nnorw. osmium, N., Osmium; kymr. osmiwm, M., Osmium; nir. oismiam, M., Osmium; poln. osm, M., Osmium; lit. osmis, M., Osmium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches in natürlicher Form in vielen Teilen der Erde in sehr geringen Mengen vorhandenes sehr schweres und dichtes sowie hartes und sprödes bläulich weißes sehr seltenes und dementsprechend teueres sowie um 1803 durch Smithson Tenant zusammen mit Iridium in dem Rückstand von in Königswasser aufgelöstem Platin entdecktes Metall (Übergangsmetall und Edelmetall sowie Platinmetall der Eisengruppe) (chemisches Element Nr. 76, abgekürzt Os) dessen abbaubarer Bestand einen Würfel mit einer Kantenlänge von gut zwei Metern bildet und das zuerst in den Glühfäden der Glühbirnen des Unternehmens Osram verwendet wurde; BM.: Geruch (nach dem rettichartigen oder knoblauchähnlichen Geruch); F.: Osmium, Osmiums+FW; Z.: Os-m-i-um
Osmose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Osmose, Hindurchdringen; ne. osmosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1870-1880; I.: neoklassische Bildung; E.: rückgebildet von frz. endosmose, F., Eindringen; frz. exosmose, F., Hinausdringen; zu gr. ὠσμός (ōsmós), M., Stoß, Stoßen; vgl. ὠθεῖν (ōthein), V., stoßen, drängen, verdrängen, vertreiben, verjagen, übereilen; idg. *u̯edʰ- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1115 (1946/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Osmose, fehlt DW, EWD s. u. Osmose, Duden s. u. Osmose; Son.: vgl. nndl. osmose, Sb., Osmose; frz. osmose, F., Osmose; nschw. osmos, Sb., Osmose; nnorw. osmose, M., Osmose; poln. osmoza, F., Osmose; kymr. osmosis, M., Osmose; nir. osmóis, F., Osmose; lit. osmosas, M., Osmose; GB.: seit 1870-1880 belegte und aus frz. endosmose und exosmose aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das an vielen Stellen mögliche Hindurchdringen von Molekülen eines Lösungsmittels wie beispielsweise häufig Wasser durch eine einseitig durchlässige sehr feinporige Scheidewand in eine gleichartige aber stärker konzentrierte Lösung; BM.: stoßen; F.: Osmose, Osmosen+FW(+EW); Z.: Os-m-os-e
$osmotisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. osmotisch, Osmose betreffend; E.: s. Osmo(se), s. t, s. isch; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Osmose; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Osmo(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für Osmose betreffend sowie durch Osmose erfolgend; F.: osmotisch, osmotische, osmotisches, osmotischem, osmotischen, osmotischer+FW(+EW); Z.: os-m-ot-isch
$Ossi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ossi; E.: s. Os(tdeutscher), s. s, s. i; L.: Kluge s. u. Ossi, fehlt DW; GB.: seit dem späteren 20. Jh. belegte und aus Os(stdeutscher) und s und i gebildete abkürzende Bezeichnung für einen in der früheren Deutschen Demokratischen Republik und ihren nachfolgenden Gebieten kommenden Menschen; F.: Ossi, Ossis+EW; Z.: Os-s-i
Ost, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ost, Osten; ne. east (N.); Vw.: -; Hw.: s. Osten; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: s. mhd. ōst (1), st. M., Osten; mnd. ōsten (1), oesten, oisten, ōstene, N., F., Osten, Gegend des Sonnenaufgangs, östlich gelegener Teil eines Landes, östliche Gegend, Orient; mnd. ōst (3), ōste, oist, N., F., Osten; mnl. oosten, M. Osten, Ostwind; ahd. ōstan (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Osten; as. *ôst?, st. M., Osten; germ. *austano, Adv., von Osten; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Osten, DW 13, 1369; Son.: vgl. afries. āsta, āste, N., Osten; nndl. oosten, Sb., Osten; frz. est, M., Osten; nschw. öster, Sb., Osten; nnorw. østen, M., Osten; ai. uṣás-, F., Morgenröte, Morgen, Abendröte; av. ušah-, F., Morgenröte, Morgen; av. ušastara-, Adv., gegen Morgen, östlich; gr. ἠώς (ēṓs), ἕως (héōs), F., F.=PN, Morgenröte; lat. aurōra, F., Morgenrot, Morgenröte, Morgendämmerung, Morgenland; lit. aušrà, F., Morgenröte, Morgendämmerung; lett. àustra, F., Morgenröte, Morgendämmerung; GB.: seit um 1340 belegte und mit Osten sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit Entstehung der Erde mögliche in Richtung des Sonnenaufgangs liegende Himmelsrichtung; BM.: leuchten; F.: Osten+EW; Z.: Os-t-en
Osten, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Osten, Ost; ne. east (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. ōsten, st. M., st. N., Osten; mhd. ōst (1), st. M., Osten; mnd. ōsten (1), oesten, oisten, ōstene, N., F., Osten, Gegend des Sonnenaufgangs, östlich gelegener Teil eines Landes, östliche Gegend, Orient; mnd. ōst (3), ōste, oist, N., F., Osten; mnl. oosten, M. Osten, Ostwind; ahd. ōstan (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Osten; as. *ôst?, st. M., Osten; germ. *austano, Adv., von Osten; vgl. idg. *au̯es-, *ā̆us-, u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Osten, Kluge s. u. Osten, DW 13, 1370, EWD s. u. Osten, EWAhd 6, 1221, Duden s. u. Osten, Falk/Torp 6, Bluhme s. u. Ost; Son.: vgl. afries. āsta, āste, N., Osten; nndl. oosten, Sb., Osten; frz. est, M., Osten; nschw. öster, Sb., Osten; nnorw. østen, M., Osten; ai. uṣás-, F., Morgenröte, Morgen, Abendröte; av. ušah-, F., Morgenröte, Morgen; av. ušastara-, Adv., gegen Morgen, östlich; gr. ἠώς (ēṓs), ἕως (héōs), F., F.=PN, Morgenröte; lat. aurōra, F., Morgenrot, Morgenröte, Morgendämmerung, Morgenland; lit. aušrà, F., Morgenröte, Morgendämmerung; lett. àustra, F., Morgenröte, Morgendämmerung; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische als Adverb erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen infolge der Umdrehung der Erde um ihre Achse in Richtung des Sonnenaufgangs liegende Himmelsrichtung; BM.: leuchten; F.: Osten, Ostens+EW; Z.: Os-t-en
$osten, nhd., Adv., (10. Jh.?): nhd. osten; E.: s. Osten; L.: Kluge 1. A. s. u. Osten; GB.: s. Osten; F.: osten+EW; Z.: os-t-en
Ostentation, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Ostentation, Zur-Schau-Stellen, Zur-Schau-Stellung, Prahlerei; ne. ostentation; Vw.: -; Hw.: s. ostentativ; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. ostentātio; E.: s. lat. ostentātio, F., Zeigen, Zur-Schau-Tragen, Zur-Schau-Stellen, Sehenlassen, Prahlerei, Verstellung, Täuschung, Schein, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. ostentāre, V., entgegenhalten, hinhalten, darbieten, zeigen, prahlen; lat. ostendere, V., entgegenstrecken, entgegenhalten, aussetzen, darbieten; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ostentativ, fehlt DW, EWD s. u. ostentativ, Duden s. u. Ostentation; Son.: vgl. frz. ostentation, F., Ostentation; nnorw. ostentasjon, M., Ostentation; poln. ostentacja, F., Ostentation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches demonstratives Zur-Schau-Stellen oder eine Prahlerei; BM.: nahe, spannen; F.: Ostentation, Ostentationen+FW(+EW); Z.: Os-ten-t-at-io-n
ostentativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ostentativ, absichtlich, auffällig; ne. ostentatious; Vw.: -; Hw.: s. Ostentation; Q.: um 1900; I.: Lw. lat. ostentātīvus; E.: s. lat. ostentātīvus, Adj., hinzeigend, hinweisend, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. ostentāre, V., entgegenhalten, hinhalten, darbieten, zeigen, prahlen; lat. ostendere, V., entgegenstrecken, entgegenhalten, aussetzen, darbieten; lat. ob, Präp., vor, über, hin, gegen ... hin, nach ... zu, nach, über ... hin, um ... willen, wegen, entgegen; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. ostentativ, fehlt DW, EWD s. u. ostentativ, Duden s. u. ostentativ; Son.: vgl. nndl. ostentatief, Adj., ostentativ; frz. ostentatoire, Adj., ostentativ; nschw. ostentativ, Adj., ostentativ; nnorw. ostentativ, Adj., ostentativ; poln. ostentacyjny, Adj., ostentativ; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches absichtlich oder auffällig; BM.: nahe, spannen; F.: ostentativ, ostentative, ostentatives, ostentativem, ostentativen, ostentativer(, ostentativere, ostentativeres, ostentativerem, ostentativeren, ostentativerer, ostentativst, ostentativste, ostentativstes, ostentativstem, ostentativsten, ostentativster)+FW(+EW); Z.: os-ten-t-at-iv
Osteopathie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Ostheopathie, Knochenleiden, eine physiotherapeutische Methode; ne. osteopathy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὀστέον (ostéon), N., Knochen, Bein; idg. *ost-, *ast-, *osti, *ostʰi, *ostr̥g, *ostr̥, *ostʰr̥g, *ostʰr̥, Sb., Knochen, Pokorny 783 (1351/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); gr. πάθος (páthos), N., Gemütsbewegung, Leid; s. idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Osteopathie; Son.: nndl. osteopathie, Sb., Osteopathie; frz. ostéopathie, F., Osteopathie; nschw. osteopati, Sb., Osteopathie; nnorw. osteopati, M., Osteopathie; kymr. osteopatheg, F., Osteopathie; nir. oistéapaite, F., Osteopathie; poln. osteopatia, F., Osteopathie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Knochenleiden und eine Gruppe vielfältiger primär manueller diagnostischer und physiotherapeutischer Verfahren zu einer Stärkung der Selbstheilungskräfte eines Kranken; BM.: Knochen, leiden; F.: Osteopathie, Osteopathien+FW; Z.: Ost-eo—path-ie
Osteoporose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Osteoporose, Knochenschwund; ne. osteoporosis, N., Osteoporose; Vw.: -; Hw.: s. porös; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὀστέον (ostéon), N., Knochen, Bein; idg. *ost-, *ast-, *osti, *ostʰi, *ostr̥g, *ostr̥, *ostʰr̥g, *ostʰr̥, Sb., Knochen, Pokorny 783 (1351/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.); gr. πόρος (póros), M., Durchgang, Furt; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW, Duden s. u. Osteoporose; Son.: vgl. nndl. osteoporose, Sb., Osteoporose; frz. ostéoporose, F., Osteoporose; nschw. osteoporos, Sb., Osteoporose; nnorw. osteoporose, M., Osteoporose; kymr. osteoporosis, M., Osteoporose; nir. oistéapóróis, F.?, Osteoporose; poln. osteoporoza, F., Osteoporose; lit. osteoporozė, F., Osteoporose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das vor allem durch den Stoffwechsel während des Alterns bedingte krankhafte Poröswerden von Knochen; BM.: Knochen, durchdringen; F.: Osteoporose, Osteoporosen+FW; Z.: Ost-eo—por-os-e
$Osterei, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Osterei; E.: s. Oster(n), s. Ei; L.: DW 13, 1373, EWD s. u. Ostern; GB.: seit 1407 belegte und aus Oster(n) und Ei gebildete Bezeichnung für eine an Ostern zu leistende Abgabe in Form von Eiern und daneben für von Christen an Ostern als Zeichen der Auferstehung geschenktes gekochtes und vielleicht anfangs zu einer Verhinderung von Verwechslungen (außen) gefärbtes Ei; F.: Osterei, Ostereis, Ostereies, Ostereier, Ostereiern+EW; Z.: Os-t-er—ei
$Osterhase, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Osterhase; Q.: Ende 17. Jh.; L.: DW 13, 1375, EWD s. u. Ostern; GB.: seit 1682 bei einem Arzt aus Heidelberg belegte und aus Oster(n) und Hase gebildete Bezeichnung für die von Menschen für Kinder entwickelte falsche Vorstellung dass Ostereier von dem Osterhasen gelegt werden; F.: Osterhase, Osterhasen+EW; Z.: Os-t-er—has-e
$österlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. österlich, Ostern betreffend; E.: s. Oster(n), s. lich; L.: Kluge s. u. Ostern, EWD s. u. Ostern; GB.: seit 810-817 belegte und vielleicht nach lat. paschalis aus Oster(n) und lich gebildete Bezeichnung für Ostern betreffend; F.: österlich, österliche, österliches, österlichem, österlichen, österlicher(, österlichere, österlicheres, österlicherem, österlicheren, österlicherer, österlichst, österlichste, österlichstes, österlichstem, österlichsten, österlichster)+EW; Z.: ös-t-er-lich
Osterluzei, nhd., F., (12./13. Jh.): nhd. Osterluzei, Pfeifenblume, eine Pflanze; ne. hollowroot, smearwort; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. ostirluzie, osterluzei*, F., Osterluzei; mnd. ōsterlūsie, ōsterlucie, ōsterlussie, ōsterlōsie, ōsterlossie, F., Osterluzei; gebildet aus ahd. astriza, F., Strenze, Meisterwurz, Osterluzei; lat. aristolochia, F., Osterluzei, (81-43 v. Chr.); gr. ἀριστολοχία (aristolochía), F., Osterluzei; vgl. gr. ἄριστος (áristos), Adj., beste, edelste; vgl. λόχος (lóchos), M., Lager, Hinterhalt, Kindbett; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *legʰ-, V., sich legen, liegen, Pokorny 658 (1067/23) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Osterluzei, Kluge s. u. Osterluzei, DW 13, 1377, EWAhd 1, 375, Duden s. u. Osterluzei; GB.: vielleicht seit 12./13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und zeitweise als Heilpflanze verwendetes Schlinggewächs; BM.: liegen; F.: Osterluzei, Osterluzeien+FW(+EW); Z.: Oster-luz-ei
Ostern, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ostern, Osterfest; ne. Easter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: mhd. ōstere, ōstre, ōster, st. F., sw. F., Ostern, Osterfest, Frühling; mnd. ōsteren (2), oesteren, ousteren, ōstern, F. Pl., Ostern, christliches Osterfest am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, Ostersonntag, Osterwoche, Woche nach Ostern, jüdisches Passahfest am vierzehnten Nissan; ahd. ōstara*, sw. F. (n), Ostern, Osterfest; ahd. ōstarūn, sw. F. Pl. (n), Ostern; as. *ôstar? (2), Sb., Ostern; anfrk. -; germ. *austrō-, *austrōn, sw. F. (n), Frühlingsgöttin?; s. idg. *au̯es-, *ā̆us-, *u̯es-, *us-, *h₂eu̯s-, *h₂au̯s-, V., leuchten, Pokorny 86 (132/132) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ostern, Kluge s. u. Ostern, DW 13, 1371 (Oster), EWD s. u. Ostern, EWAhd 6, 1225, Duden s. u. Ostern, Falk/Torp 6; Son.: vgl. afries. -; ae. éastre, *éaster-, sw. F. (n), Ostern; an. -; got. -; GB.: seit 8. Jh. belegte und wohl fälschlich mit einem erschließbaren Germanischen und teilweise einem Indogermanischen verbundene Bezeichnung für das von Menschen als nach der Vorstellung mögliche Auferstehung des gekreuzigten Jesus Christus gefeierte Fest; BM.: leuchten; F.: Ostern+EW; Z.: Os-t-er-n
$Ostertag, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ostertag; E.: s. Oster(n), s. Tag; L.: DW 13, 1280, EWD s. u. Ostern; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Oster(n) und Tag gebildete Bezeichnung für den in der christlichen Kirche in dem 4. Jh. n. Chr. festgelegten Zeitpunkt des ersten Sonntags nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang einer Taggleiche und Nachtgleiche (auf der Nordhalbkugel der Erde) an dem 20./21. März (also zwischen dem 21. März und 18. April eines Jahres) an dem das Osterfest der westlichen Christenheit (jeweils) gefeiert wird; F.: Ostertag, Ostertags, Ostertages, Ostertage, Ostertagen+EW?; Z.: Os-t-er-n—t-ag
$östlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. östlich, Ost oder Ost(en) betreffend; E.: s. Ost(en), s. lich; L.: Kluge s. u. Osten, DW 13, 1381, EWD s. u. Osten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ost(en) und lich gebildete Bezeichnung für (den) Ost(en) betreffend; F.: östlich, östliche, östliches, östlichem, östlichen, östlicher(, östlichere, östlicheres, östlicherem, östlicheren, östlicherer, östlichst, östlichste, östlichstes, östlichstem, östlichsten, östlichster)+EW; Z.: ös-t-lich
Östrogen, Estrogen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Östrogen, Estrogen, weibliches Geschlechtshormon; ne. oestrogen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. οἶστρος (oistros), M., Wut, Wutanfall, Leidenschaft, Stich, Stachel, Bremse (M.) (2); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Östrogen; Son.: vgl. nndl. oestrogeen, Sb., Östrogen; frz. œstrogène, M., Östrogen; nschw. östrogen, N., Östrogen; nnorw. østrogen, N., Östrogen; poln. estrogen, M., Östrogen; kymr. estrogen, M., Östrogen; nir. éastraigin, M., Östrogen; lit. estrogenas, M., Östrogen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich mindestens seit Entstehung von Frauen oder des weiblichen Geschlechts mögliche weibliche Geschlechtshormon; BM.: Leidenschaft bzw. drehen; F.: Östrogen, Östrogens, Östrogene, Östrogenen, Estrogen, Estrogens, Estrogene, Estrogenen+FW; Z.: Ö-str-og-en
oszillieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. oszillieren, schwingen, schwanken, schaukeln; ne. oscillate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. oscillāre; E.: s. lat. oscillāre, V., schaukeln, (2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. oscillum, N., Schaukel, Hängematte; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. oszillieren, fehlt DW, Duden s. u. oszillieren; Son.: vgl. nndl. oscilleren, V., oszillieren; frz. osciller, V., oszillieren; nschw. oscillera, V., oszillieren; nnorw. oscillere, V., oszillieren; poln. oscylować, V., oszillieren; kymr. odgiladu, V., oszillieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für schwingen oder schwanken oder schaukeln; BM.: Schaukel; F.: oszillieren, oszilliere, oszillierst, oszilliert, oszillierest, oszillieret, oszillierte, oszilliertest, oszillierten, oszilliertet, ##oszilliert, oszillierte, oszilliertes, oszilliertem, oszillierten, oszillierter##, oszillierend, ###oszillierend, oszillierende, oszillierendes, oszillierendem, oszillierenden, oszillierender###, oszillier (!)+FW+EW?; Z.: oszill-ier-en
Otter (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Otter (M.), Fischotter, ein Marder; ne. otter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. otter, st. M., Otter (M.), Fischotter; mnd. otter, atter, M., Otter (M.), Fischotter, Otterfell; mnl. otter, M., Otter; ahd. ottar, st. M. (a?, i?), Otter (M.), Fischotter; as. otter, otar, st. M., Otter (M.); anfrk. ottar-, Präf., Otter...; germ. *utra-, *utraz, st. M. (a), Otter (M.); idg. *udros, M., Wassertier, Pokorny 79; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Otter, Kluge s. u. Otter 1, DW 13, 1384, EWD s. u. Otter (M.), EWAhd 6, 1243, Falk/Torp 384, Duden s. u. Otter, Bluhme s. u. Otter 1; Son.: vgl. afries. -; ae. oter, otor, st. M. (a), Otter (M.); an. otr, st. M. (a), Otter (M.); got. -; nndl. otter, Sb., Otter (M.); nschw. utter, Sb., Otter (M.); nnorw. oter, M., Otter (M.); ai. udrá-, M., ein Wassertier; jav. udra-, M., Otter, Fischotter; gr. ὕδρα (hýdra), F., Wasserschlange, Hydra; air. odran, M., Otter (M.)?; apreuß. udro, F., Otter (M.), lit. ū́dras, M., Otter (M.); lett. ûdrs. M., Otter (M.); ksl. vydra, F., Otter (M.); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare (und wegen seiner Jagd nach Fischen noch durch Fisch besonders bestimmte) Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und vielleicht vor 5 Millionen Jahren entwickelten in und an dem Wasser lebenden Marder; BM.: benetzen bzw. fließen; F.: Otter, Otters, Ottern+EW; Z.: O-tt-er
Otter (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Otter (F.) (2), Viper, eine Schlange; ne. adder; Vw.: -; Hw.: s. Natter; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. mnd. adder (2), āder, F., Otter (F.), Natter, Giftschlange; s. ahd. nātara, nātra, sw. F. (n), Natter, Schlange; s. germ. *nādra-, *nādraz, st. M. (a), Natter, Schlange; idg. *nētr, *nətr-, Sb., Natter, Schlange, Pokorny 767 (1306/33) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Otter, Kluge s. u. Otter 2, DW 13, 1384, EWD s. u. Otter (F.), Duden s. u. Otter, Bluhme s. u. Otter 2; Son.: vgl. nndl. adder, Sb., Otter (F.) (2); GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche gefährliche Giftschlange wie beispielsweise die Kreuzotter (oder die Aspisviper); BM.: Schlange; F.: Otter, Ottern+EW; Z.: Ott-er
$Otterngezücht, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Otterngezücht; E.: s. Otter (F.), s. (e)n, s. Gezücht; L.: Kluge s. u. Gezücht, DW 13, 1385, EWD s. u. Otter (F).; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Otter (F.) und (e)n sowie Gezücht gebildete Bezeichnung für Gezücht oder Brut oder Nachkommenschaft von Ottern oder Schlangen; F.: Otterngezücht, Otterngezüchts, Otterngezüchtes, Otterngezüchte, Otterngezüchten+EW; Z.: Ott-er-n—ge-züch-t
Ottomane, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Ottomane, sofaähnliche Sitzbank ohne Rückenlehne; ne. ottoman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. ottomane; E.: s. frz. ottomane, F., Ottomane; vgl. frz. ottoman, Adj., türkisch; vgl. arab. Uṯmān, PN, Otman (Gründer des osmanischen Reiches); L.: Kluge s. u. Ottomane, DW 13, 1387, Duden s. u. Ottomane; Son.: vgl. nndl. ottomane, Sb., Ottomane; nschw. ottoman, Sb., Ottomane; nnorw. ottoman, M., Ottomane, poln. otomana, Sb., Ottomane; kymr. otoman, M., F., Ottomane; nir. otamán, M., Ottomane; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Türkischen und dem arabischen PN Uṯmān (Osman) verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete gepolsterte Liege ohne Rückenlehne; BM.: PN Otman; F.: Ottomane, Ottomanen+FW; Z.: Ottom-an-e
$Outsider, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Outsider, Außenseiter; E.: s. ne. outsid(e), s. er; L.: Kluge s. u. Outsider, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. outsider aufgenommene Bezeichnung für einen Außenseiter in einem Wettbewerb mit nur geringen Erfolgswahrscheinlichkeiten oder in einer Gesellschaft ohne vollständige Aufnahme; F.: Outsider, Outsiders, Outsidern+FW; Z.: Out-si-d-er
Ouvertüre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ouvertüre, Eröffnung, Einleitung zu einem Musikstück, Vorspiel; ne. overture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. ouverture; E.: s. frz. ouverture, F., Ouvertüre, Eröffnung; lat. apertūra, F., Öffnung, Eröffnung, Luke, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. aperīre, V., sichtbar machen, öffnen, aufdecken, aufschließen; lat. ab, abs, Präp., von, von ... weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ouvertüre, fehlt DW, EWD s. u. Ouvertüre, Duden s. u. Ouvertüre; Son.: vgl. nndl. ouverture, Sb., Ouvertüre; nschw. uvertyr, Sb., Ouvertüre; nnorw. ouverture, M., Ouvertüre; poln. uwertura, F., Ouvertüre; lit. uvertiūra, F., Ouvertüre; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes instrumentales Musikstück als Eröffnung oder Einleitung zu von Menschen geschaffenen größeren Musikwerken; BM.: öffnen; F.: Ouvertüre, Ouvertüren+FW(+EW); Z.: Ou-ver-tür-e
oval, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. oval, eiförmig, elliptisch; ne. oval (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. ōvālis; E.: s. lat. ōvālis, Adj., eiförmig; vgl. lat. ōvum, N., Ei, Eigestalt, ovale Gestalt; idg. *ōu̯i̯om, *ōi̯om, Adj., N., Vogel..., Ei, Pokorny 783 (1353/33) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. oval, DW 13, 1387, EWD s. u. oval, Duden s. u. oval; Son.: vgl. nndl. ovaal, Adj., oval; frz. ovale, Adj., oval; nschw. oval, Adj., oval; nnorw. oval, Adj., oval; poln. owalny, Adj., oval; lit. ovalus, Adj., oval; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches eiförmig oder elliptisch einer Gegebenheit; BM.: Ei; F.: oval, ovale, ovales, ovalem, ovalen, ovaler+FW+EW?; Z.: ov-al
$Oval, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Oval; E.: s. lat. oval(is); L.: DW 13, 1387, EWD s. u. oval; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (oval[is]) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eiförmig und daraus abgeleitet für eine ovale Form etwa (eines Eies oder) einer Radrennbahn oder einer sonstigen Gegebenheit; F.: Oval, Ovals, Ovale, Ovalen+FW*EW?; Z.: Ov-al
Ovation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ovation, heftiger begeisternder Beifall; ne. ovation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. ovātio; E.: s. lat. ovātio, F., Ovation, Geschenk, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. ovāre, frohlocken, jubeln, eine Ovation halten, freuen, preisen; idg. *eu- (4), V., jubeln, Pokorny 347 (512/93) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Ovation, fehlt DW, EWD s. u. Ovation, Duden s. u. Ovation; Son.: vgl. nndl. ovatie, Sb., Ovation; frz. ovation, F., Ovation; nschw. ovation, Sb., Ovation; nnorw. ovasjon, M., Ovation; poln. owacja, F., Ovation; lit. ovacija, F., Ovation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen heftigen und begeisternden Beifall; BM.: jubeln; F.: Ovation, Ovationen+FW(+EW); Z.: Ov-at-io-n
Overall, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Overall, Schutzanzug, Arbeitsanzug; ne. overall (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. overall; E.: s. ne. overall, N., Overall; vgl. ne. over all, Adv. über alles; ne. over, Adv., Präp., über; ae. ofer, ofor (1), Präp., Adv., oben, oberhalb, jenseits, quer; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ne. all, Adj., alle; ae. eall, Adv., Adj., all, ganz, jeder; germ. *alla-, *allaz, Adj., all, ganz, jeder; s. germ. *ala, Adv., ganz, völlig; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Overall, fehlt DW, EWD s. u. Overall, Duden s. u. Overall; Son.: vgl. nndl. overall, Sb., Overall; nschw. overall, Sb., Overall; nnorw. overall, M., Overall; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einteiligen von Menschen auch als Schutz von Kleidung und Körper getragenen Arbeitsanzug; BM.: über alles; F.: Overall, Overalls+FW; Z.: Ov-er-al-l
Ovulation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Ovulation, Eisprung; ne. ovulation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. mlat. ovulum, N., kleines Ei; vgl. lat. ōvum, N., Ei, Eigestalt, ovale Gestalt; idg. *ōu̯i̯om, *ōi̯om, Adj., N., Vogel..., Ei, Pokorny 783 (1353/33) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ovulation; Son.: vgl. frz. ovulation, F., Ovulation; nschw. ovulation, Sb., Ovulation; nnorw. ovulsajon, M., Ovulation; poln. owulacja, F., Ovulation; kymr. ofyliad, M., Ovulation; lit. ovuliacija, F., Ovulation; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den für die Befruchtung einer Eizelle erforderlichen und sie aus dem Eierstock der Frau lösenden Eisprung; BM.: Ei; F.: Ovulation, Ovulationen+FW(+EW); Z.: Ov-ul-at-io-n
$Oxhoft, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Oxhoft; E.: s. Ochse, s. Haupt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Oxhoft, DW 13, 1388; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Ochse und Haupt in einem norddeutschen Dialekt gebildete Bezeichnung für ein kleines Eichenfass in dem aus den Rebsorten Blaufränkisch und Zweigelt sowie Cabernet Sauvignon ein Wein hergestellt oder verschnitten wird und für dieses Getränk; F.: Oxhoft, Oxhoftes, Oxhofts, Oxhofte, Oxhoften+EW?; Z.: Ox-hof-t
Oxid, nhd., N.: nhd. Oxid; Vw.: s. Oxyd, seit 1959 aber auf Empfehlung der Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie Schreibweise Oxid
...oxid, nhd., Partikel: nhd. ...oxid; Vw.: s. ...oxyd, seit 1959 aber auf Empfehlung der Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie r Schreibweise Oxid
oxidieren, nhd., sw. V.: nhd. oxidieren; Vw.: s. oxydieren, seit 1959 aber auf Empfehlung der Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie Schreibweise oxidieren
Oxyd, Oxid, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Oxyd, Sauerstoffverbindung; ne. oxide; Vw.: s. Di-; Hw.: s. oxydieren; Q.: nach 1787; I.: Lw. frz. oxyde; E.: s. frz. oxyde, M., Oxyd; gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; s. idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oxyd, fehlt DW, EWD s. u. Oxid, Duden s. u. Oxyd; Son.: vgl. nndl. oxyde, Sb., Oxyd; nschw. oxid, Sb., Oxyd; nnorw. oksid, N., Oxyd; kymr. ocsid, M., Oxyd; lit. oksidas, M., Oxyd; GB.: seit nach 1787 aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Sauerstoff nach dem Urknall mögliche Verbindung eines chemischen Elements mit Sauerstoff; BM.: scharf; F.: Oxyd, Oxyds, Oxydes, Oxyde, Oxyden, Oxid, Oxids, Oxides, Oxide, Oxiden+FW(+EW); Z.: Ox-yd
...oxyd, ...oxid, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. ...oxyd, ...oxid; ne. ...oxide; Vw.: s. Di-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; s. idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1085; Son.: vgl. nndl. ...oxide, Suff., ...oxyd; frz. ...oxyde, ...oxide, Suff., ...oxyd; nschw. ...oxid, ...oxide, Suff., ...oxyd; nnorw. ...oksid, ...oxide, Suff., ...oxyd; kymr. ...ocsid, ...oxide, Suff., ...oxyd; nir. ...ocsaíd, ...oxide, Suff., ...oxyd; lit. ...oksidas, ...oxide, Suff., ...oxyd; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Oxyd gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Sauerstoff betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: scharf; F.: ...oxyd, ...oxyds, ...oxydes, ...oxyde, ...oxyden, ...oxid, ...oxids, ...oxides, ...oxide, ...oxiden+FW(+EW); Z.: -ox-yd
$Oxydation, Oxidation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Oxydation, Oxidation; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Oxid; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus oxyd(ieren) und ation gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Sauerstoff nach dem Urknall mögliche Verbindung eines chemischen Elements mit Sauerstoff; F.: Oxydation, Oxydationen+FW(+EW); Z.: Ox-yd-at-io-n
oxydieren, oxidieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. oxydieren, eine Sauerstoffverbindung eingehen; ne. oxidate, oxidize; Vw.: -; Hw.: s. Oxyd; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. oxyder; E.: s. frz. oxyder, V., oxydieren; vgl. frz. oxyde, M., Oxyd; gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; s. idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Oxyd, fehlt DW, EWD s. u. Oxid, Duden s. u. oxydieren; Son.: vgl. nndl. oxideren, V., oxydieren; frz. oxyder, V., oxydieren; nschw. oxidera, V., oxydieren; nnorw. oksidere, V., oxydieren; kymr. oscideiddio, V., oxydieren; nir. ocaídím, V., oxydieren; lit. oksiduotis, Adj., oxydieren; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Sauerstoff nach dem Urknall eines chemischen Element mögliches sich mit Sauerstoff verbinden; BM.: scharf; F.: oxydieren, oxydiere, oxydierst, oxydiert, oxydierest, oxydieret, oxydierte, oxydiertest, oxydierten, oxydiertet, ##oxydiert, oxydierte, oxydiertes, oxydiertem, oxydierten, oxydierter##, oxydierend, ###oxydierend, oxydierende, oxydierendes, oxydierendem, oxydierenden, oxydierender###, oxydier, oxidieren, oxidiere, oxidierst, oxidiert, oxidierest, oxidieret, oxidierte, oxidiertest, oxidierten, oxidiertet, ##oxidiert, oxidierte, oxidiertes, oxidiertem, oxidierten, oxidierter##, oxidierend, ###oxidierend, oxidierende, oxidierendes, oxidierendem, oxidierenden, oxidierender###, oxidier (!)+FW(+EW); Z.: ox-yd-ier-en
Oxymoron, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Oxymoron, Verbindung von zwei sich widersprechenden Wörtern oder Begriffen; ne. oxymoron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. ὀξύμωρον (oxýmōron); E.: s. gr. ὀξύμωρον (oxýmōron), N., Oxymoron, geistreicher Spruch; gr. ὀξύμωρος (oxýmōros), Adj., scharfsinnig-närrisch; vgl. gr. ὀξύς (oxýs), Adj., scharf, spitz, schmerzhaft, heftig; s. idg. *ak̑es-, *ak̑s-, Sb., Spitze, Ähre, Pokorny 21; vgl. idg. *ak̑- (2), *ok̑-, *h₂ek̑-, *h₂ak̑-, *h₂ok̑-, Adj., Sb., scharf, spitz, kantig, Stein, Pokorny 18 (44/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. μῶρος (mōros), Adj., dumm, töricht; idg. *mōuro-?, *mōro-?, *mūro-?, Adj., stumpfsinnig, töricht, Pokorny 750 (1263/128) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Duden s. u. Oxymoron, fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 724; Son.: vgl. nschw. oxymoron, Sb., Oxymoron; frz. oxymoron, M., Oxymoron; nschw. oxymoron, Sb., Oxymoron; nnorw. oskymoron, N.?, Oxymoron; kymr. ocsimoron, M., Oxymoron; poln. oksymoron, M., Oxymoron; lit. oksimoronas, M., Oxymoron; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Zusammenstellung zweier sich (eigentlich) widersprechender Wörter oder Begriffe wie beispielsweise oxýs (scharf) und mōros (dumm oder stumpf) in einem Kompositum (wie Oxymoron) oder in einer rhetorischen Figur (beispielsweise bittersüß oder offenes Geheimnis oder Hassliebe oder lebender Leichnam); BM.: scharf, stumpf oder töricht; F.: Oxymoron, Oxymorons, Oxymora+FW; F.: Ox-y—mor-on
Ozean, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Ozean, Weltmeer, Meer; ne. ocean; Vw.: -; Hw.: s. ozeanisch; E.: mhd. occēne, M., Ozean; lat. Óceanus, M., Weltmeer, Ozean, (81-43 v. Chr.); gr. Ὠκεανός (Ókeanos), M., Ozean, Weltmeer; Lehnwort unbekannter Herkunft, s. Frisk 2, 1145, vielleicht von idg. *u̯erg̑- (3), *u̯org̑-, V., strotzen, schwellen, Pokorny 1169? (2008/84) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Ozean, EWD s. u. Ozean, DW 13, 1128 (Ocean), Duden s. u. Ozean; Son.: vgl. nndl. oceaan, Sb., Ozean; frz. océan, M., Ozean; nschw. ocean, Sb., Ozean; nnorw osean, N., Ozean; poln. ocean, M., Ozean; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche und damit schon vormenschlich mögliche große zusammenhängende Wasserfläche zwischen (den) Kontinenten wie Atlantischer Ozean; BM.: strotzen; F.: Ozean, Ozeans, Ozeanes, Ozeane, Ozeanen+FW(+EW); Z.: Ozean
ozeanisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ozeanisch, den Ozean betreffend; ne. oceanic; Vw.: -; Hw.: s. Ozean; Q.: um 1350 (Mahrenberger Psalter); I.: Lw. lat. Ōceanicus; E.: mhd. occēanisch, Adj., „oceanisch“, ozeanisch; lat. Ōceanicus, Adj., zum Ozean gehörig, Ozean betreffend, ozeanisch, (43/44 n. Chr.); vgl. lat. Oceanus, M., Weltmeer, Ozean; gr. Ὠκεανός (Okeanos), M., Ozean, Weltmeer; Lehnwort unbekannter Herkunft, s. Frisk 2, 1145, vielleicht von idg. *u̯erg̑- (3), *u̯org̑-, V., strotzen, schwellen, Pokorny 1169? (2008/84) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Ozean, DW 13, 1129 (oceanisch), EWD s. u. Ozean, Duden s. u. ozeanisch; Son.: vgl. nndl. oceanisch, Adj., ozeanisch; frz. océanique, Adj., ozeanisch; nnorw. oseanisk, Adj., ozeanisch; poln. oceaniczny, Adj., ozeanisch; lit. okeaninis, Adj., ozeanisch; GB.: seit um 1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Ozean betreffend; BM.: strotzen; F.: ozeanisch, ozeanische, ozeanisches, ozeanischem, ozeanischen, ozeanischer(, ozeanischere, ozeanischeres, ozeanischerem, ozeanischeren, ozeanischerer, ozeanischst, ozeanischste, ozeanischstes, ozeanischstem, ozeanischsten, ozeanischster)+FW(+EW); Z.: ozean-isch
Ozelot, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Ozelot, eine Wildkatze; ne. ocelot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. ocelot; E.: s. frz. ocelot, M., Ozelot; von Nahuatl ōcēlōtl, Sb., Ozelot, Jaguar; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ozelot; Son.: vgl. nndl. ocelot, Sb., Ozelot; nschw. ozelot, Sb., Ozelot; nnorw. ozelot, M., Ozelot; poln. ocelot, M., Ozelot; kymr. oselot, M., Ozelot; nir. osalat, M., Ozelot; lit. ocelotas, M., Ozelot; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Nahuatl aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in Mittelamerika und Südamerika beheimatete schon vormenschlich mögliche kleinere Wildkatze mit gelbem bis ockerfarbenem Fell mit schwarzbraunen Flecken und einem Bestand von vielleicht noch 50000 Tieren mit bis zu 15 Kilogramm Gewicht; BM.: ?; F.: Ozelot, Ozelots, Ozelote, Ozeloten+FW; Z.: Ozelot
Ozon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ozon, ein Gas; ne. ozone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1839; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ὄζον (ózon), N., Duftendes; vgl. gr. ὄζειν (ózein), V., riechen, Geruch verbreiten; idg. *od- (1), V., riechen, Pokorny 772 (1324/4) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ozon, fehlt DW, EWD s. u. Ozon, Duden s. u. Ozon; Son.: vgl. nndl. ozon, Sb., Ozon; frz. ozone, M., Ozon; nschw. ozon, N., Sb., Ozon; nnorw. ozon, N., Ozon; poln. ozon, M., Ozon; kymr. osôn, M., Ozon; nir. ózón, M., Ozon; lit. ozonas, M., Ozon; GB.: seit 1839 von dem Chemiker Christian Friedrich Schönbein (1799-1868) aus dem Griechischen des Altertums geschaffene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit drei Milliarden Jahren allmählich aus dem neu entstandenen Sauerstoff gebildeten und von Menschen erst spät nachgewiesenen dreiatomigen giftigen Sauerstoff (O3); BM.: riechen oder duften; F.: Ozon, Ozons+FW; Z.: Oz-on
p, P, nhd., N., (10. Jh.): nhd. p, P; ne. p (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); I.: Lw. lat. p; E.: s. lat. p, Buchstabe, P, p; aus dem Semitischen, vielleicht aus einem Symbol für einen Wurfstock; L.: DW 13, 1389, Duden s. u. P; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen des Altertums aufgenommene und um 1000 (ahd.) besonders belegte Bezeichnung für den Buchstaben p des lateinischen Alphabets; BM.: Wurfstock?; F.: P, Ps+FW; Z.: P
$paar, nhd., Pron., (16. Jh.): nhd. paar, einige; E.: s. Paar; L.: DW 13. 1389, EWD s. u. Paar; Son.: Indef.-Pron.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einige zusammengehörende oder eng miteinander verbundene Gegebenheiten; F.: paar+FW; Z.: paar
Paar, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Paar, Zweiergruppe; ne. pair (N.); Vw.: -; Hw.: s. paaren; Q.: 13. Jh. (Der Wartburgkrieg); E.: mhd. pār, par, N., Paar; mnd. pār (1), paͤr, paar, pahr, N., Paar, eine Menge von zwei Gegenständen oder Menschen, Ehepaar; mnl. paer, N., Paar; lat. pār (2), N., Gleiches, Abbild, Paar, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pār (1), Adj., gleichkommend, gleich; ? vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge 1. A. s. u. Paar, Kluge s. u. Paar, EWD s. u. Paar, DW 13, 1359, Duden s. u. Paar, Bluhme s. u. Paar; Son.: vgl. nndl. paar, Sb., Paar; frz. paire, F., Paar; nschw. par, N., Paar; nnorw. par, N., Paar; poln. para, F., Paar; kymr. pâr, M., Paar; nir. péire, M., Paar; lit. pora, F., Paar; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zwei zusammengehörende oder eng miteinander verbundene Menschen oder Gegebenheiten; BM.: gleichkommend bzw. bringen?; F.: Paar, Paares, Paars, Paare, Paaren+FW; Z.: Paar
paaren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. paaren, Paar bilden, sich fortpflanzen; ne. pair (V.); Vw.: -; Hw.: s. Paar; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. pāren, sw. V., paaren, sich zu zweit zusammentun, sich zu zweit zusammenfügen, sich paarweise aufstellen, sich vermählen (Bedeutung jünger), heiraten (Bedeutung jünger); vgl. mnd. pār (1), paͤr, paar, pahr, N., Paar, eine Menge von zwei Gegenständen oder Menschen, Ehepaar; lat. pār (2), N., Gleiches, Abbild, Paar, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pār (1), Adj., gleichkommend, gleich; ? vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. paaren, DW 13, 1392, EWD s. u. Paar, Duden s. u. paaren; Son.: vgl. nndl. paren, V., paaren; frz. apparier, V., paaren; nschw. para, V., paaren; nnorw. pare, V., paaren; kymr. paru, V., paaren; nir. péireálaim, V., paaren; lit. poruotis, V., sich paaren; GB.: seit 1421/1434 belegte und aus Paar und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Paar bilden; BM.: gleichkommend bzw. bringen?; F.: paaren (!), paare (!), paarst, paart, paarest, paaret, paarte, paartest, paarten, paartet, gepaart, ##gepaart, gepaarte, gepaartes, gepaartem, gepaarten, gepaarter##, paarend, ###paarend, paarende, paarendes, paarendem, paarenden, paarender###, paar (!)+FW(+EW); Z.: paar-en
$Paarung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Paarung, Bildung eines Paares, geschlechtliche Vereinigung, Begattung, Befruchtung; E.: s. paar(en), s. ung; L.: Kluge s. u. paaren, DW 13, 1394, EWD s. u. Paar; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus paar(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Bildung eines Paares oder eine geschlechtliche Vereinigung eines männlichen und eines weiblichen Lebewesens oder eine Begattung oder Befruchtung; F.: Paarung, Paarungen+FW+EW; Z.: Paar-ung
Pacht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pacht, Miete; ne. lease (N.), tenancy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 867 (Urkunde); E.: mhd. pfaht*, phaht, pfahte, phāt, phahte, phaht, st. F., st. M., „Pfacht“, Abgabe, Pacht, Recht, Gesetz, Gesetzesrang, Stand, Abgabe von einem Zinsgut; mnd. pacht, pact, F., M., Pacht, Zins, das für die Nutzung eines Gegenstands zu zahlende Geld, Pachtverhältnis; mnl. pacht, Sb., Pacht; ahd. pfāht, phāht*, st. M. (a?, i?), Vertrag, Recht, Abgabe; ahd. *pfāhta?, *phāhta?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Vertrag, Recht, Abgabe; as. -; anfrk. -; germ. *pakt-, Sb., Vertrag; lat. pactum, N., Vertrag, Übereinkunft, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pacht, Kluge s. u. Pacht, DW 13, 1395, EWD s. u. Pacht, Duden s. u. Pacht, Bluhme s. u. Pacht; Son.: vgl. afries. pacht, Sb., Pacht; ae. -; an. -; got. -; nndl. pacht, Sb., Pacht; GB.: seit 867 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine mit dem Eigentümer gegen Entgelt vertraglich vereinbarte zeitlich befristete Nutzung einer Sache; BM.: festmachen; F.: Pacht, Pachten+FW; Z.: Pach-t
$pachten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. pachten, Pacht vereinbaren; Vw.: s. ver-; E.: s. Pacht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Pacht, DW 13, 1396, EWD s. u. Pacht; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Pacht und en gebildete Bezeichnung für eine Pacht vereinbaren; F.: pachten (!), pachte (!), pachtest, pachtet, pachtete, pachtetest, pachteten, pachtetet, gepachtet, ##gepachtet, gepachtete, gepachtetes, gepachtetem, gepachteten, gepachteter##, pachtend, ###pachtend, pachtende, pachtendes, pachtendem, pachtenden, pachtender###, pacht (!)+FW(+EW); Z.: pach-t-en
$Pächter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pächter, Pachtender; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. pacht(en), s. er (Suff.); L.: DW 13, 1396. EWD s. u. Pacht; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus pacht(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Pacht möglichen Pachtenden; F.: Pächter, Pächters, Pächtern+FW(+EW); Z.: Päch-t-er
$Pachtgeld, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Pachtgeld, Pachtzins; E.: s. Pacht, s. Geld; L.: DW 13, 1397, EWD s. u. Pacht; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pacht und Geld gebildete Bezeichnung für das von dem Pächter an den Verpächter als Gegenleistung für die Nutzung des Pachtgegenstands zu zahlende Entgelt (Pachtzins); F.: Pachtgeld, Pachtgeldes, Pachtgelds, Pachtgelder, Pachtgeldern+FW+EW; Z.: Pach-t—geld
$Pachtzins, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pachtzins, Pachtgeld; E.: s. Pacht, s. Zins; L.: EWD s. u. Pacht; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Pacht und Zins gebildete Bezeichnung für das von dem Pächter an den Verpächter als Gegenleistung für die Nutzung des Pachtgegenstands zu zahlende Entgelt (Pachtgeld); F.: Pachtzins, Pachtzinses, Pachtzinse, Pachtzinsen+FW(+EW); Z.: Pach-t—zins
Pack, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Pack (M.), Bündel; ne. bundle (N.), pack (N.); Vw.: s. -eis; Hw.: s. Gepäck, Packen, packen, Paket; Q.: 16. Jh.?; E.: s. mhd. *packe, F., Pack, Packen (M.), Bündel; mnd. pak, pecken, N., F., Pack, Packen (M.), Gepäck, Warengebinde, Warenbündel, Verpackungseinheit; mnd. packe, N., F., Pack, Packen (M.), Gepäck, Warengebinde, Warenbündel, Verpackungseinheit, Ladungsanteil eines Kaufmanns, Gesindel; aus mnl. pac, Sb., Pack, Bündel; weitere Herkunft ungeklärt?; ursprünglich ein Wort des flämischen Wollhandels; L.: Kluge 1. A. s. u. Pack, Kluge s. u. Pack, DW 13, 1398, EWD s. u. Pack, Duden s. u. Pack, Bluhme s. u. Pack; Son.: vgl. nndl. pack, N., Pack; nnorw. pakk, N., Pack; kymr. pecyn, M., Pack; kymr. pac, M., Pack; nir. paca, M., Pack; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Bündel; BM.: ?; F.: Pack; Packes, Packs+FW; Z.: Pack
$Pack (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Pack (N.), Gesindel; L.: DW 13, 1398ff., EWD s. u. Pack; GB.: vielleicht seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Bündel und davon abgeleitet für ein Gesindel oder eine Gruppe verkommener Menschen; F.: Pack, Packs, Packes+FW; Z.: Pack
$Päckchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Päckchen, Bündelchen, kleines Paket; E.: s. Pack, s. chen; L.: Kluge s. u. Pack, DW 13, 1400, EWD s. u. Pack; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Pack und chen gebildete Bezeichnung für ein Bündelchen oder kleines Paket; F.: Päckchen, Päckchens+EW; Z.: Päck-chen
Packeis, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Packeis, Toross, aufeinander geschobene Eisschollen; ne. pack ice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl von Pack, Eis; L.: Kluge s. u. Packeis, DW 13, 1400, EWD s. u. packen, Duden s. u. Packeis; Son.: vgl. nndl. pakijs, Sb., Packeis; nschw. packis, Sb., Packeis; nnorw. pakkis, M., Packeis; poln. pak, M., Packeis; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pack und Eis gebildete Bezeichnung für die aufeinander geschobenen Eisschollen des Polarmeers in Gegensatz zu dem in Wasser lose treibenden Treibeis; BM.: Ballen von Eis?; F.: Packeis, Packeises, Packeise, Packeisen+EW; Z.: Pack—eis
packen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. packen, einpacken, fassen, greifen; ne. pack (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pack, Packen, Paket; Q.: 1369; E.: mnd. packen (1), poken, sw. V., packen, Sachen für die Beförderung verpacken, auf engem Raum zusammenbringen, versammeln; mhd. backen (1), packen, sw. V., packen, verpacken; mnd. packe, N., F., Pack, Packen (M.), Gepäck, Warengebinde, Warenbündel, Verpackungseinheit, Ladungsanteil eines Kaufmanns, Gesindel; aus mnl. pac, Sb., Pack, Bündel; weitere Herkunft ungeklärt?; ursprünglich ein Wort des flämischen Wollhandels; L.: Kluge s. u. packen, DW 13, 1400, EWD s. u. packen, Duden s. u. packen; Son.: vgl. nndl. pakken, V., packen; nschw. packa, V., packen; nnorw. pakke, V., packen; poln. pakować, V., einpacken; kymr. pacio, V., packen; nir. pacálaim, V., packen; lit. pakuoti, V., packen; GB.: seit 1369 mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen des Menschen mögliches ein Bündel machen; BM.: Pack; F.: packen (!), packe (!), packst, packt, packest, packet, packte, packtest, packten, packtet, gepackt, ##gepackt, gepackte, gepacktes, gepacktem, gepackten, gepackter##, packend, ###packend, packende, packendes, packendem, packenden, packender###, pack (!)+FW?+EW?; Z.: pack-en
Packen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Packen, großer Pack, Bündel; ne. bundle (N.), package; Vw.: -; Hw.: s. Pack, Gepäck, Paket, packen; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. packen (2), payken, paecken, pecken, N., F., Pack, Packen (M.), Gepäck, Warengebinde, Warenbündel, Verpackungseinheit, Ladungsanteil eines Kaufmanns, Gesindel, in dem Mastdarm befindlicher Verdauungsrückstand, Kot; s. aus mnl. pac, Sb., Pack, Bündel; weitere Herkunft trotz weiter Verbreitung ungeklärt; ursprünglich ein Wort des flämischen Wollhandels; L.: Kluge s. u. Pack, DW 13, 1400, EWD s. u. Pack, Duden s. u. Packen; Son.: vgl. nndl. pack, N., Pack; nnorw. pakk, N., Pack; kymr. pecyn, M., Pack; kymr. pac, M., Pack; nir. paca, M., Pack; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen des Menschen mögliches Bündel; BM.: ?; F.: Packen, Packens+FW?; Z.: Pack-en
$packend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. packend, erfassend, ergreifend, fesselnd, spannend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. packen, fehlt DW, EWD s. u. packen; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus pack(en) und end (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches erfassend oder ergreifend oder fesselnd oder spannend; F.: packend, packende, packendes, packendem, packenden, packender(, packendere, packenderes, packenderem, packenderen, packenderer, packendst, packendste, packendstes, packendstem, packendsten, packendster)+FW?+EW?; Z.: pack-end
päd..., nhd., Partikel: nhd. päd...; Vw.: s. pädo-
Pädagoge, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pädagoge, ausgebildeter Erzieher; ne. educator, pedagogue; Vw.: -; Hw.: s. Pädagogik, pädagogisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. paedagōgus; E.: s. mnd. pēdagōge, M., Pädagoge, Erzieher, Schullehrer; lat. paedagōgus, M., Kinderführer, Knabenführer, Hofmeister, Mentor, Lehrer, (um 250-184 v. Chr.); gr. παιδαγωγός (paidagōgós) M., Knabenführer, Kinderführer, Leiter (M.); vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pädagogik, DW 13, 1406 (Pädagog), EWD s. u. Pädagoge, Duden s. u. Pädagogik; Son.: vgl. nndl. pedagoog, Sb., Pädagoge; frz. pédagogue, M., Pädagoge; nschw. pedagog, Sb., Pädagoge; nnorw. pedagog, M., Pädagoge; poln. pedagog, M., Pädagoge; lit. pedagogas, M., Pädagoge; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete?) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ausgebildeten Erzieher; BM.: Junges, treiben; F.: Pädagoge, Pädagogen+FW; Z.: Pä-d-ag-og-e
Pädagogik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pädagogik, Erziehungswissenschaft; ne. pedagogics; Vw.: -; Hw.: s. Pädagoge, pä0dagogisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. παιδαγωγική (paidagōgikḗ); E.: gr. παιδαγωγική (paidagōgikḗ), F., Erziehungskunst; oder gleich neoklassische Bildung zu Pädagoge, gr. παιδαγωγός (paidagōgós) M., Knabenführer, Kinderführer, Leiter (M.); vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pädagogik, DW 13, 1406, EWD s. u. Pädagoge, Duden s. u. Pädagogik; Son.: vgl. nndl. pedagogie, Sb., Pädagogik; frz. pédagogie, F., Pädagogik; nschw. pedagogik, Sb., Pädagogik; nnorw. pedagogikk, M., Pädagogik; nnorw. pedagogika, F., Pädagogik; lit. pedagogika, F., Pädagogik; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit dem Altertum entwickelte und verwendete Lehre und Wissenschaft von der Erziehung und Bildung des Menschen (Erziehungswissenschaft); BM.: Junges, treiben; F.: Pädagogik, Pädagogiken+FW(+EW); Z.: Pä-d-ag-og-ik
pädagogisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pädagogisch, erzieherisch, Erziehung betreffend; ne. pedagogical, pedagogic; Vw.: -; Hw.: s. Pädagogik, Pädagoge; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. paedagōgicus; E.: s. mlat. paedagōgicus, pēdagōgicus, Adj., pädagogisch, erzieherisch, erziehend; vgl. lat. paedagōgus, M., Kinderführer, Knabenführer, Hofmeister, Mentor, Lehrer; gr. παιδαγωγός (paidagōgós) M., Knabenführer, Kinderführer, Leiter (M.); vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pädagogik, DW 13, 1406, EWD s. u. Pädagoge, Duden s. u. pädagogisch; Son.: vgl. nndl. pedagogisch, Adj., pädagogisch; frz. pédagogique, Adj., pädagogisch; nschw. pedagogisk, Adj., pädagogisch; nnorw. pedagogisk, Adj., pädagogisch; poln. pedagogiczny, Adj., pädagogisch; lit. pedagoginis, Adj., pädagogisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pädagog(ik) und isch gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erzieherisch oder Erziehung betreffend; BM.: Junges, treiben; F.: pädagogisch, pädagogische, pädagogisches, pädagogischem, pädagogischen, pädagogischer(, pädagogischere, pädagogischeres, pädagogischerem, pädagogischeren, pädagogischerer, pädagogischst, pädagogischste, pädagogischstes, pädagogischstem, pädagogischsten, pädagogischster)+FW+EW; Z.: pä-d-ag-og-isch
Padde, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Padde, Kröte, Frosch; ne. toad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mnd. padde, pedde, pet, sw. F., Kröte, Frosch, eine Lurchart; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Padde, DW 13, 1406, EWD s. u. paddeln 2, Duden s. u. Padde, Bluhme s. u. Padde; Son.: vgl. nnorw. padde, M., F., Kröte; ? gr. βάτραχος (bátrachos), M., Frosch; GB.: seit 12. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschliches dem Frosch ähnliches kleineres plumpes Tier mit breitem Kopf und vorquellenden Augen sowie warziger und Giftstoffe absondernder Haut; BM.: ?; F.: Padde, Padden+EW; Z.: Padd-e
Paddel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Paddel, Ruder; ne. paddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. paddle; E.: s. ne. paddle, N., Paddel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Paddel, fehlt DW (dort aber paddeln? DW 13, 1406), EWD s. u. Paddel, Duden s. u. Paddel, Bluhme s. u. Paddel; Son.: vgl. nndl. peddel, Sb., Paddel; nschw. paddel, Sb., Paddel; nnorw. paddel, M., Paddel; kymr. padl, F., Paddel; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von einem Menschen in einem Boot mit beiden Händen zu haltendes einblätteriges oder zweiblätteriges Ruder; BM.: ?; F.: Paddel, Paddels, Paddeln+FW?; Z.: Padd-el
$Paddelboot, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Paddelboot; Q.: 1883; E.: s. Paddel, s. Boot; L.: EWD s. u. Paddel, fehlt DW; GB.: seit 1883 belegte und aus Paddel und Boot gebildete Bezeichnung für ein von Menschen mittels Paddel bewegtes Boot; F.: Padd-el—boo-t
$paddeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. paddeln, mittels Paddel oder Paddelns in Wasser bewegen; E.: s. Paddel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Paddel, DW 13, 1406?, EWD s. u. Paddel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Paddel und (e)n gebildete Bezeichnung für mittels Paddel oder Paddelns in Wasser bewegen; F.: paddeln, paddel (!), paddle, paddele, paddelst, paddelt, paddelte, paddeltest, paddelten, paddeltet, gepaddelt, ##gepaddelt, gepaddelte, gepaddeltes, gepaddeltem, gepaddelten, gepaddelter##, paddelnd, ###paddelnd, paddelnde, paddelndes, paddelndem, paddelnden, paddelnder###, paddel (!)+FW(+EW); Z.: padd-el-n
Päderastie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Päderastie, Knabenliebe; ne. pederasty, paederasty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. παιδεραστία (paiderastía); E.: s. gr. παιδεραστία (paiderastía), F., Päderastie, Knabenliebe; vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. ἔρασθαι (érasthai), V., leidenschaftlich lieben; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht Zusammenhang mit gr. ἔρα (éra), F., Erde; idg. *er- (4), Sb., Erde, Pokorny 332 (480/61) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt., germ.); oder vielleicht zu idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338? (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Päderastie, fehlt DW, Duden s. u. Päderastie; Son.: vgl. nndl. pederastie, Sb., Päderastie; frz. pédérastie, F., Päderastie; nschw. pederasti, Sb., Päderastie; nnorw. pederasti, M., Päderastie; poln. pederastia, F., Päderastie; kymr. pederastiaeth, F., Päderastie; lit. pederastija, F., Päderastie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die geschlechtliche Liebe von Männern zu kleinen Knaben (vor allem in Griechenland).; BM.: klein bzw. Junges, lieben; F.: Päderastie+FW; Z.: Pä-d-er-ast-ie
Pädiatrie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pädiatrie, Kinderheilkunde; ne. paediatrics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. ιατρός (iatrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pädiatrie; Son.: vgl. nndl. pediatrie, Sb., Pädiatrie; frz. pédiatrie, F., Pädiatrie; nschw. pediatrik, Sb., Pädiatrie; nnorw. pediatria, F., Pädiatrie; kymr. pediatreg, F., Pädiatrie; nir. péidiatraic, F., Pädiatrie; poln. pediatria, F., Pädiatrie; lit. pediatrija, F., Pädiatrie; GB.: seit 20. Jh. belegte sowie in den Bestandteilen mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sich mit Kindern (einschließlich Säuglingen) beschäftigende Heilkunde (Kinderheilkunde); BM.: Junges, bewegen; F.: Pädiatrie+FW; Z.: Pä-d-ia-tr-ie
...pädie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...pädie; ne. ...paedia; Vw.: s. Enzyklo-, Logo-, Ortho-; Hw.: s. ...pädo; Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. παιδεία (paideía), F., Erziehung, Bildung; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1085; Son.: vgl. nndl. ...pedie, Suff., ...pädie; frz. ...pédie, Suff., ...pädie; nschw. ...pedi, Suff., ...pädie; nnorw. ...pedi, Suff., ...pädie; poln. ...pedia, Suff., ...pädie; nir. ...péid, Suff., ...pädie; lit. ...pedija, Suff., ...pädie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung um Erziehung oder Kinder betreffende Substantive zu bilden; BM.: Junges; F.: ...pädie, ...pädien+FW(+EW); Z.: -pä-d-ie
pädo..., päd..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. pädo..., päd...; ne. paedo...; Vw.: s. -phil; Hw.: s. ...pädie; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1085; Son.: vgl. nndl. pedo..., Präf., pädo...; frz. pédo..., Präf., pädo...; nschw. pedo..., Präf., pädo...; nnorw. pedo..., Präf., pädo...; poln. pedo..., Präf., pädo...; kymr. pedo..., Präf., pädo...; nir. péidi..., pedo..., Präf., pädo...; lit. pedo..., Präf., pädo...; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung um Erziehung oder Kinder betreffende Wörter zu bilden; BM.: Junges; F.: pädo-+FW(+EW); Z.: pä-d-o-
pädophil, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. pädophil, Kindern erotisch zugeneigt; ne. paedophilic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; L.: Duden s. u. pädophil; Son.: vgl. nndl. pedofiel, Adj., pädophil; frz. pédophile, Adj., pädophil; nschw. pedofil, Adj., pädophil; nnorw. pedofil, Adj., pädophil; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie teilweise in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für Kindern erotisch zugeneigt; BM.: Junges, lieb; F.: pädophil, pädophile, pädophiles, pädophilem, pädophilen, pädophiler+FW(+EW); Z.: pä-d-o—phil
Paella, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Paella, ein spanisches Gericht; ne. paella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. span. paella; E.: s. span. paella, F., Paella, Kasserolle; afrz. paële, F., Kasserolle; lat. patella, F., „Schüssellein“, Schüssel, Platte, Opferteller, Opferplatte, Salzplatte, Pfanne, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. patera, F., flache Schale (F.) (2), Opferschale; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Paella; Son.: vgl. nndl. paella, Sb., Paella; frz. paella, F., Paella; nschw. paella, Sb., Paella; nnorw. paella, M., Paella; poln. paella, F., Paella; kymr. paëla, M., Paella; lit. paelja, F., Paella; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein hauptsächlich aus Reis und Fleisch oder Fisch oder Meeresfrüchten bestehendes spanisches Gericht; BM.: Pfanne bzw. ausbreiten; F.: Paella, Paellas+FW; Z.: Pa-ell-a
paff, baff, nhd., Interj., Adj.?, (17. Jh.): nhd. paff, erstaunt; ne. paff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1641; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. paff, Kluge s. u. paff, DW 13, 1407, EWD s. u. paff, Duden s. u. paff; Son.: vgl. nschw. paff, Interj., paff; nnorw. paff, Interj., paff; GB.: seit 1641 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für (einen Knall und dadurch) erstaunt; BM.: lautmalend; F.: paff, baff+EW; Z.: paff
paffen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. paffen, stark rauchen; ne. puff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend zum starken Ziehen an der Pfeife; L.: Kluge s. u. paffen, DW 13, 1407, EWD s. u. paff, Duden s. u. paffen, Bluhme s. u. paffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für dem Menschen vielleicht schon früher mögliches stark rauchen (mittels einer Pfeife); BM.: lautmalend; F.: paffen, paffe (!), paffst, pafft, paffest, paffet, paffte, pafftest, pafften, pafftet, gepafft, ##gepafft, gepaffte, gepafftes, gepafftem, gepafften, gepaffter##, paffend, ###paffend, paffende, paffendes, paffendem, paffenden, paffender###, paff (!)+EW; Z.: paff-en
Page, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Page, Edelknabe; ne. page (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. page; E.: s. frz. page, M., Page, Edelknabe; it. paggio, M., Page; gr. παιδίον (paidíon), N., Kindlein, kleines Kind; vgl. gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Page, DW 13, 1407, EWD s. u. Page, Duden s. u. Page; Son.: vgl. nndl. page, Sb., Page; nschw. page, Sb., Page; nnorw. pasje, M., Page; poln. paź, M., Page; nir. péitse, M., Page; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen jungen Adeligen in einem Dienst an einem Fürstenhof (Edelknabe); BM.: klein bzw. Junges; F.: Page, Pagen+FW; Z.: Pa-g-e
paginieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. paginieren, mit Seitenzahlen versehen (V.); ne. paginate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. pāgināre; E.: s. mnd. pāginēren, pāgemēren, sw. V., ausmalen, verzieren, Buch mit Miniaturen versehen (V.); lat. pāgināre, V., zusammenfügen, abfassen, schreiben, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. paginieren, fehlt DW, Duden s. u. paginieren; Son.: vgl. nndl. pagineren, V., paginieren; frz. paginer, V., paginieren; nschw. paginera, V., paginieren; nnorw. paginere, V., paginieren; poln. paginować, V., paginieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Seiten eines Textes mit Seitenzahlen versehen (V.); BM.: festmachen; F.: paginieren, paginiere, paginierst, paginiert, paginierest, paginieret, paginierte, paginiertest, paginierten, paginiertet, ##paginiert, paginierte, paginiertes, paginiertem, paginierten, paginierter##, paginierend, ###paginierend, paginierende, paginierendes, paginierendem, paginierenden, paginierender###, paginier (!)+FW(+EW); Z.: pag-in-ier-en
Pagode, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pagode, turmartiger Tempel, ein buddhistisches Bauwerk; ne. pagoda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. port. pagode; E.: s. port. pagode, F., Pagode, Götzentempel, Götzenbild; wohl über das Malayische von einem indischen Wort, s. in Südindien (dravidisch) pagōdi; bhágavat, Adj., heilig, göttlich, ai. bhágaḥ-, Sb., Wohlstand, Glück, Besitz, Vermögen; idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); oder von pers. butkada, Sb., Götzentempel; L.: Kluge s. u. Pagode, DW 13, 1408, EWD s. u. Pagode, Duden s. u. Pagode; Son.: vgl. nndl. pagode, Sb., Pagode; frz. pagode, F., Pagode; nschw. pagod, Sb., Pagode; nnorw. pagode, M., Pagode; poln. pagoda, F., Pagode; kymr. pagoda, M., Pagode; nir. pagóda, M., Pagode; lit. pagoda, F., Pagode; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen sowie mittelbar über das Malaiische und das Indische aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten ostasiatischen turmartigen buddhistischen Tempel; BM.: göttlich?; F.: Pagode, Pagoden+FW; Z.: Pagod-e
pah, nhd., Interj., (18. Jh.?): nhd. pah, bäh; ne. boo!; Vw.: -; Hw.: s. paff; Q.: 18. Jh.?; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. pah, DW 13, 1408, Duden s. u. pah; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich vermutlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausruf der Geringschätzung; BM.: lautmalend; F.: pah+EW; Z.: pah
Paillette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Paillette, Metallplättchen, ein feiner Seidenstoff; ne. paillette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. paillette; E.: s. frz. paillette, F., Paillette; vgl. frz. paille, F., Stroh; lat. palea, F., Spreu, Stroh, Getreide, Futter (N.) (1), Stoff; idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Paillette, fehlt DW, Duden s. u. Paillette; Son.: vgl. nndl. pailetten, Sb., Paillette; nschw. paljett, Sb., Paillette; nnorw. paljett, M., Paillette; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit auf einem Stoff angebrachtes glänzendes Metallplättchen vielfach aus Gold oder Silber; BM.: Staub; F.: Paillette, Pailletten+FW; Z.: Pail-ett-e
Paket, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Paket, Verpacktes, Zusammenstellung; ne. packet (N.), parcel; Vw.: -; Hw.: s. Pack, Packen, packen; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. paquet; E.: s. mnd. packet, pocket, Sb., „Paket“, Warengebinde, Warenbündel; frz. paquet, M., Paket; vgl. frz. baque, Sb., Bündel, Packen; s. mnl. pac, Sb., Pack, Bündel; weitere Herkunft trotz weiter Verbreitung ungeklärt, Kluge s. u. Pack, ursprünglich ein Wort des flämischen Wollhandels; L.: Kluge s. u. Paket, DW 13, 1408, EWD s. u. Paket, Duden s. u. Paket; Son.: vgl. nndl. pakket, Sb., Paket; nschw. paket, N., Paket; nnorw. pakke, M., F., Paket; kymr. paced, M., Pailette; nir. paicéad, M., Paket; lit. pakelis, M., Paket; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete größere Packung die eine bestimmte Menge einer Ware fertig abgepackt enthält; BM.: Bündel; F.: Paket, Pakets, Paketes, Pakete, Paketen+FW(+EW); Z.: Pak-et
Pakt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pakt, Vertrag, Übereinkunft; ne. pact; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. lat. pactum; E.: s. lat. pactum, N., Vertrag, Übereinkunft, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Pacht, DW 13, 1408, EWD s. u. Pakt, Duden s. u. Pakt; Son.: vgl. nndl. pact, Sb., Pakt; frz. pacte, M., Pakt; nschw. pakt, Sb., Pakt; nnorw. pakt, M., F., Pakt; poln. pakt, M., Pakt; lit. paktas, M., Pakt; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliche Übereinkunft zwischen mindestens zwei Menschen oder zwei Staaten; BM.: festmachen; F.: Pakt, Paktes, Pakts, Pakte, Pakten+FW; Z.: Pak-t
$paktieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. paktieren, Pakt schließen, vereinbaren; I.: Lw. lat. pactāre; E.: s. lat. pact(are), s. ieren; L.: EWD s. u. Pakt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Pakt schließen oder vereinbaren; F.: paktieren, paktiere, paktierst, paktiert, paktierest, paktieret, paktierte, paktiertest, paktierten, paktiertet, ##paktiert, paktierte, paktiertes, paktiertem, paktierten, paktierter##, paktierend, ###paktierend, paktierende, paktierendes, paktierendem, paktierenden, paktierender###, paktier (!)+FW(+EW); Z.: pak-t-ier-en
palä…, nhd., Partikel: nhd. palä…; Vw.: s. paläo…
Paladin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Paladin, Palastritter, treuer Gefolgsmann; ne. paladin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. paladin; E.: s. frz. paladin, M., Paladin, Palastritter; it. palatino, M., Paladin, Palastritter; vgl. lat. palātīnus (2), Adj., zum Palatin gehörig, palatinisch, kaiserlich, zum Palast gehörig, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. Palātīnus, M.=ON, Palatin; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht von lat. palātum, N., Gaumen, Gewölbe; L.: Kluge s. u. Paladin, DW 13, 1409, Duden s. u. Paladin; Son.: vgl. nndl. paladijn, Sb., Paladin; nschw. paladin, Sb., Paladin; nnorw. paladin, M., Paladin; nir. pailidín, M., Paladin; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit lat. palatum (Gaumen) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich nach Entstehung des Menschen entwickelten treuen Gefolgsmann; BM.: Palast bzw. ON Palatin; F.: Paladin, Paladins, Paladine, Paladinen+FW; Z.: Palad-in
Palais, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Palais, Ansitz, schlossartiges Wohngebäude; ne. palace; Vw.: -; Hw.: s. Palast; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. palais; E.: s. frz. palais, M., Palast; mfrz. palais, M., Palast; lat. palātium, N., Palast, Kaiserschloss, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. Palātīnus, M.=ON, Palatin; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht von lat. palātum, N., Gaumen, Gewölbe; L.: Kluge s. u. Palais, fehlt DW, EWD s. u. Palast, Duden s. u. Palais; Son.: vgl. nndl. paleis, Sb., Palast; kymr. palas, M., Palast; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit lat. palatum (Gaumen) verbindbare Bezeichnung für einen Ansitz oder ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches repräsentatives schlossartiges Wohngebäude; BM.: Palast bzw. ON Palatin; F.: Palais+FW; Z.: Palais
paläo…, palä…, nhd., Partikel, (18. Jh.): nhd. paläo..., alt, vor langer Zeit bestehend, urgeschichtlich; ne. paleo…; Vw.: -; Hw.: s. -lithikum, -zän, -zoikum; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. παλαιός (palaiós); E.: s. gr. παλαιός (palaiós), Adj., alt, veraltet, langjährig; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. paläo-, fehlt DW, EWD s. u. Kluge s. u. paläo-, Duden s. u. paläo-; Son.: s. Paläographie, Paläozoikum; vgl. nndl. paleo…, Präf., paläo…; frz. paléo…, Präf., paläo…; nschw. paleo…, Präf., paläo…; nnorw. paleo…, Präf., paläo…; poln. paleo…, Präf., paläo…; kymr. paleo…, Präf., paläo…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für alt oder vor langer Zeit bestehend; BM.: fern; F.: paläo…, palä…+FW; Z.: pal-ä-o-
$Paläographie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Paläographie, Lehre alter Schriften; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. paläo, s. Graphie; L.: fehlt DW, EWD s. u. paläo-; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Lehre und Wissenschaft von den Formen und Mitteln früher von Menschen entwickelter und verwendeter alter Schriften; F.: Paläographie+FW; Z.: Pal-ä-o-graph-ie
Paläolithikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Paläolithikum, Altsteinzeit; ne. palaeolithic (N.), palaeolithic age (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mesolithikum, Neolithikum; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παλαιός (palaiós), Adj., alt, veraltet, langjährig; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. λίθος (líthos), M., F., Stein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Paläolithikum; Son.: vgl. nndl. paleolothicum, Sb., Paläolithikum; frz. paléolothique, M., Paläolithikum; nschw. paleolitikum, N., Paläolithikum; nnorw. paleolitikum, N., Paläolithikum; poln. paleolit, Sb., Paläolithikum; kymr. paleolithig, Sb., Paläolithikum; nir. an Ré Phailéiliteach, M., Paläolithikum; lit. paleolitas, M., Paläolithikum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den ältesten Abschnitt der Menschheitsgeschichte von der Entstehung des Menschen vor möglicherweise bis zu 3,4 Millionen Jahren (oder ein mit der Fähigkeit zu logischem Denken und Sprache vor möglicherweise 50000 Jahren sowie zu sittlicher Entscheidung und Erkenntnis von gut und böse ausgestattetes aus derzeitiger Sicht höchstentwickeltes und in der weiblichen Vererbungslinie auf eine in Afrika vor etwa 143000 Jahren lebende Frau zurückführbares Lebewesen) bis zum Ende der letzten Eiszeit um 12000 v. Chr.; BM.: alt, Stein; F.: Paläolithikum, Paläolithikums+FW; Z.: Pal-ä-o-lith-ik-um
Paläontologie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Paläontologie, Lehre von den (ausgestorbenen) Pflanzen und Tieren vergangener Erdzeitalter und von ihrer Entwicklung; ne. palaeontology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παλαιός (palaiós), Adj., alt, veraltet, langjährig; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. ὄν (ón), N., Seiendes; vgl. gr. εἶναι (einai), V., sein (V.), existieren, vorhanden sein (V.), stattfinden; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Paläontologie; Son.: vgl. nndl. paleontologie, Sb., Paläontologie; frz. paléontologie, F., Paläontologie; nschw. paleontologie, Sb., Paläontologie; nnorw. paleontologi, M., Paläontologie; kymr. paleontoleg, F., Paläontologie; nir. pailé-ointeolaíocht, F., Paläontologie; poln. paleontologia, F., Paläontologie; lit. paleontologija, F., Paläontologie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Wissenschaft von den (ausgestorbenen) Pflanzen und Tieren vergangener Erdzeitalter und von ihrer Entwicklung in dem Laufe der Erdgeschichte; BM.: alt bzw. fern, sein (V.), sammeln; F.: Paläontologie+FW(+EW); Z.: Pal-ä-on-t-o—log-ie
Paläozän, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Paläozän, ein Erdzeitalter; ne. paleocene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παλαιός (palaiós), Adj., alt, veraltet, langjährig; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Paläozän; Son.: vgl. nndl. paleoceen, Sb., Paläozän; frz. paléocène, M., Paläozän; nschw. paleocen, Sb., Paläozän; nnorw. paleocen, M., Paläozän; kymr. paleocen, M., Paläozän; poln. paleocen, M., Paläozän; lett. paleocēns, M., Paläozän; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für die älteste Abteilung des Tertiärs in der Zeit von vor 66 Millionen Jahren bis vor 56 Millionen Jahren zwischen Kreidezeit und Eozän; BM.: alt bzw. fern, entspringen; F.: Paläozän, Paläozäns+FW; Z.: Pal-ä-o—zän
Paläozoikum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Paläozoikum, Erdaltzeit; ne. palaeozoic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παλαιός (palaiós), Adj., alt, veraltet, langjährig; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. ζῳικός (zōiikós), Adj., tierisch, Lebewesen betreffend; gr. ζωός (zōós), ζῳός (zōios), Adj., lebendig; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Paläozoikum; Son.: vgl. nndl. paleozoïcum, Sb., Paläozoikum; frz. paléozoïque, M., Paläozoikum; nschw. paleozoikum, Sb., Paläozoikum; nnorw. paleozoikum, Sb., Paläozoikum; kymr. paleosoïg, M., Paläozoikum; nir. pailéasóch, M., Paläozoikum; poln. paleozoik, M., Paläozoikum; lit. paloezojus, M., Paläozoikum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen (und Lateinischen) des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das älteste der Erdzeitalter von vor 541 Millionen Jahren bis vor 251 Millionen Jahren (mit den Perioden Perm und Karbon und Devon und Silur und Ordovizium sowie Kambrium) in dessen Gesteinsschichten erstmals mit dem Auge des Menschen erkennbare tierische Fossilien in großer Zahl enthalten sind; BM.: alt bzw. fern, leben; F.: Paläozoikum, Paläozoikums+FW; Z.: Pal-ä-o-z
$Palas, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Palas, Palast, Herrschaftssitz, Prachtbau; Hw.: s. Palast; L.: fehlt, DW, EWD s. u. Palast; GB.: um 1150 belegte Bezeichnung für einen von Menschen errichteten großen Prachtbau; F.: Palas, Palasse, Palassen+FW; Z.: Palas
Palast, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Palast, Palas, Herrschaftssitz, Prachtbau; ne. palace; Vw.: -; Hw.: s. Palais, s. Palas; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. palas, palast, paleis, balast, st. N., st. M., Palast, Festsaal, Saal, Empfangsgebäude, Wohngebäude einer Burg, Schloss, eine Art blasser oder auch weißer Rubine; mnd. palās, pallas, pallās, pallaes, pallaas, palas, palāz, palast, M., N., Saal (insbesondere eines öffentlichen oder fürstlichen Gebäudes), Speisesaal, größeres prächtiges Gebäude, größeres fürstliches oder öffentliches Gebäude; mnl. palais, M., Palast; germ. *palat-, Sb., Palatin, Pfalz, Burg; lat. palātium, N., Palast, Kaiserschloss, (um 235-200 v. Chr.); s. lat. Palātīnus, M.=ON, Palatin; weitere Herkunft unbekannt, vielleicht von lat. palātum, N., Gaumen, Gewölbe, EWAhd 6, 1283; L.: Kluge 1. A. s. u. Palast, Kluge s. u. Palast, DW 13, 1409, EWD s. u. Palast, EWAhd 6, 1283, Duden s. u. Palast; Son.: vgl. afries. palas, st. N. (a), Palast; an. palati, sw. M. (n), Palast; an. palata, F., Palast; nndl. paleis, Sb., Palast; frz. palais, M., Palast; nschw. palats, N., Palast; nnorw. palass, N., Palast; poln. pałac, M., Palast; kymr. palas, M., Palast; nir. peláit, piláit, F., Palast; ksl. paláta, F., Palast, Gemach, Zelt; GB.: seit um 1150 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem ON Palatinus verbindbare und in der weiteren Herkunft unbekannte und vielleicht mit lat. palatum (Gaumen) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen von Menschen errichteten Prachtbau; BM.: Palatin; F.: Palast, Palastes, Palasts, Paläste, Palästen+FW; Z.: Palast
Palatal, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Palatal, Vordergaumenlaut; ne. palatal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. palātum, N., Gaumen, Mund, Geschmack; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Palatal, fehlt DW, Duden s. u. Palatal; Son.: vgl. nndl. palataal, Sb., Palatal; frz. palatale, M., Palatal; nschw. palatal, Sb., Palatal; nnorw. palatal, M., Palatal; lit. palatalinis garsas, M., Palatal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lat. palat(um) und al gebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen in dem vorderen Mundraum des Menschen gebildeten Laut wie beispielsweise k (oder in dem Sanskrit ein palataler Vokal und ein palataler Semivokal und ein palataler Plosiv und ein palataler Nasal und ein palataler Frikativ); BM.: Gaumen; F.: Palatal, Palatals, Palatales, Palatale, Palatalen+FW; Z.: Palat-al
Palatschinke, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Palatschinke, Pfannkuchen, gefüllter Eierkuchen; ne. pancake; Vw.: -; Hw.: s. Placenta; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. tschech. palačinka; E.: s. tschech. palačinka, Sb. Palatschinke, Eierkuchen; ungar. palascinta, Sb., Eierkuchen; rumän. plăcintă, Sb., Pastete; vgl. lat. placenta, F., flacher Kuchen, 234-149 v. Chr.); s. gr. πλακοῦς (plakous), M., flacher Kuchen; vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Palatschinke, fehlt DW, EWD s. u. Palatschinke, Duden s. u. Palatschinke; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Tschechischen und mittelbar vielleicht dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Pfannkuchen (gefüllter Eierkuchen); BM.: flach; F.: Palatschinke, Palatschinken+FW(+EW?); Z.: Pal-at-schink-e
Palaver, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Palaver, langwierige Verhandlung, langes Gerede; ne. palaver (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. port. palavreado, port. palavra; E.: s. port. palavreado, M., Wort; port. palavra, F., Wort; lat. parabolē, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinanderstellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; vgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Palaver, fehlt DW, EWD s. u. Palaver, Duden s. u. Palaver; Son.: vgl. nschw. palaver, Sb., Palaver; nnorw. palaver, M., Palaver; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches langes und oft überflüssiges Gerede; BM.: vorwärts, werfen; F.: Palaver, Palavers, Palavern+FW(+EW?); Z.: Pal-a-ver
$palavern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. palavern, lang und oft überflüssig reden; E.: s. Palaver, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Palaver, fehlt DW, EWD s. u. Palaver; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Palaver und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches lang und oft überflüssig reden; F.: palavern (!), palavere, palaver (!), palaverst, palavert, palaverte, palavertest, palaverten, palavertet, ##palavert, palaverte, palavertes, palavertem, palaverten, palaverter###, palavernd, ###palavernd, palaverndes, palaverndem, palavernden, palavernder###, palaver (!)+FW(+EW?); Z.: pal-a-ver-n
Pale, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pale, Schote, Erbsenschote; ne. peapod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pale, fehlt DW, Duden s. u. Pale; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche längliche Kapselfrucht aus zwei miteinander verwachsenen Fruchtblättern mit mehreren Samen an einer Mittelwand (Erbsenschote); BM.: ?; F.: Pale, Palen+EW; Z.: Pal-e
Paletot, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Paletot, ein Mantel; ne. paletot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1840; I.: Lw. frz. paletot; E.: s. frz. paletot, M., Paletot, Obergewand; ne. paletot, N., Paletot; anglo-normannisch paletok (Strohhaufe); vgl. frz. paille, F., Stroh; lat. palea, F., Spreu, Stroh, Getreide, Futter (N.) (1), Stoff; idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Paletot, fehlt DW, EWD s. u. Paletot, Duden s. u. Paletot; Son.: vgl. nndl. paletot, Sb., Paletot; nschw. paletå, Sb., Paletot; nnorw. paletot, M., Paletot; GB.: seit um 1840 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zeitweise besonders modernen leicht taillierten zweireihigen Herrenmantel oder einen dreiviertellangen Mantel; BM.: Stroh; F.: Paletot, Paletots+FW; Z.: Pal-et-ot
Palette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Palette, Stapelunterlage, Farbenmischbrett, Auswahl; ne. palett; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. palette; E.: s. frz. palette, F., Palette, kleine Schaufel; it. paletta, F., Palette; vgl. lat. pāla, F., Spaten (M.), Grabscheit, (um 250-184 v. Chr.); vielleicht von lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Palette, DW 13, 1412, EWD s. u. Palette, Duden s. u. Palette; Son.: vgl. nndl. palet, pallet, Sb., Palette; nschw. palett, Sb., Palette; nnorw. palett, M., Palette; lit. paletė, F., Palette; GB.: seit Anfang17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterlage (aus Holz) und für eine Auswahl; BM.: festmachen?; F.: Palette, Paletten+FW; Z.: Pal-ett-e
paletti, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. palletti, in Ordnung; ne. all right; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. paletti, fehlt DW, Duden s. u. paletti; Son.: hauptsächlich in der Redewendung alles paletti; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für in Ordnung seiend; BM.: ?; F.: paletti+EW?; Z.: palett-i
Palimpsest, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Palimpsest, nach Abkratzen einer Beschriftung wieder beschriebenes Pergamentstück; ne. palimpsest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. palimpsēstos; E.: s. lat. palimpsēstos, M., Palimpsest, nach Abkratzen wieder beschriebenes Pergamentstück, (81/79-52/50 v. Chr.); gr. παλίμψηστος (palímpsestos), M., Palimpsest, nach Abkratzen wieder beschriebene Pergamenthandschrift; vgl. gr. πάλιν (pálin), Adv., zurück, dagegen, wieder, noch einmal; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ψάειν (psáein), V., schaben, reiben; idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Palimpsest, fehlt DW, Duden s. u. Palimpsest; Son.: vgl. nndl. palimpsest, Sb., Palimpsest; frz. palimpseste, M., Palimpsest; nschw. palimpsest, Sb., Palimpsest; nnorw. palimpsest, M., Palimpsest; poln. palimpsest, M., Palimpsest; kymr. palimpsest, M., Palimpsest; nir. pailmseist, F., Palimpsest; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Schrift mögliche beschriebene sowie nach Abkratzen der Schrift nochmals beschriebene Pergamenthandschrift deren erster Text vielfach wegen der bei dem Abkratzen verbliebenen Spuren noch (teilweise) erkennbar ist; BM.: sich drehen, schaben; F.: Palimpsest, Palimpsests, Palimpsestes, Palimpseste, Palimpsesten+FW(+EW?); Z.: Pal-im-pse-st
Palindrom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Palindrom, ausgesuchte Wortfolge die vorwärts und rückwärts gelesen sinnvoll ist; ne. palindrome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παλίνδρομος (palíndromos), Adj., zurücklaufend; vgl. gr. πάλιν (pálin), Adv., zurück, dagegen, wieder, noch einmal; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. δρόμος (drómos), M., Lauf, Wettlauf, Laufbahn, Rennbahn; idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Palindrom, fehlt DW, Duden s. u. Palindrom; Son.: vgl. nndl. palindroom, Sb., Palindrom; frz. palindrome, M., Palindrom; nschw. palindrom, Sb., Palindrom; nnorw. palindrom, N., Palindrom; kymr. palindrom, M., Palindrom; nir. palandróm, M., Palindrom; poln. palindrom, M., Palindrom; lett. palindroms, M., Palindrom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sinnvolle Folge von Buchstaben oder Wörtern oder Versen die vorwärtsgelesen wie rückwärtsgelesen den gleichen Sinn ergeben (z. B. Ehe oder Kajak oder Rentner oder ein Neger mit Gaz/elle/ zagt im Regen nie oder Geist ziert Leben Mut hegt Siege Beileid trägt belegbare Reue Neid dient nie nun eint Neid die Neuerer abgelebt gärt die Liebe Geist geht umnebelt reizt Sieg); BM.: zurücklaufen bzw. sich drehen, laufen; F.: Palindrom, Palindroms, Palindrome, Palindromen+FW; Z.: Pal-in-dro-m
Palisade, Palissade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Palisade, Palissade, Pfahlzaun; ne. palisade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. mnd. palisāde, F.?, Palisade; frz. palissade, F., Pfahlzaun, Hecke; prov. palissada, F., Palisade, Pfahlzaun; prov. palissa, F., Palisade, Pfahlzaun; gallo-rom. *palīcea, F., Palisade, Pfahlzaun; vgl. lat. pālus, M., Pfahl, Pfahlholz; vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pallisade, Kluge s. u. Palisade, DW 13, 1412, EWD s. u. Palisade, Duden s. u. Palisade; Son.: vgl. nndl. palissade, Sb., Palisade; nschw. palissad, Sb., Palisade; nnorw. palisade, M., Palisade; poln. palisada, F., Palisade; kymr. palisâd, M., Palisade; nir. pailis, F., Palisade; lit. palisadas, M., Palisade; GB.: seit Ende 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Provenzalischen und dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus langen und oben zugespitzten Pfählen errichtete Wand; BM.: festmachen?; F.: Palisade, Palisaden, Palissade, Palissaden+FW; Z.: Pal-is-ad-e
Palisander, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Palisander, Rosenholz, ein Edelholz; ne. palisander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. palissandre; E.: s. frz. palissandre, M., Palisander; aus einer Mundart in Guyana; L.: Kluge s. u. Palisander, fehlt DW, Duden s. u. Palisander; Son.: vgl. nndl. palissander, Sb., Palisander; nnorw. palisander, M., Palisander; poln. palisander, M., Palisander; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus einer Mundart in Guyana aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein rötlich braunes und von dunklen Streifen durchzogenes sowie hauptsächlich aus Brasilien stammendes hartes Edelholz dessen Bewirtschaftung aus Schutzgründen inzwischen verboten ist; BM.: ?; F.: Palisander, Palisanders, Palisandern+FW; Z.: Palisand-er
Pall, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Pall, Sperrklinke; ne. pawl; Vw.: -; Hw.: s. Pfahl; Q.: 20. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: niederdeutsche oder niederländische Form von Pfahl; s. mnd. pāl (1), pael, pahl, paal, pall, pōl, M., Pfahl, zugespitzter Pflock, langes zylindrisches oder kantiges Holzstück, lange Metallstange; mnl. pael, pale, M., F., N., Pfahl, Grenze, Territorium, Grenze; ahd. pfāl, phāl, st. M. (a?, i?), Pfahl, Pflock; as. pāl, st. M., Pfahl; anfrk. -; germ. *pal-, Sb., Pfahl; lat. pālus, M., Pfahl, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Pall, fehlt DW, Duden s. u. Pall; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen verwendete Sperrklinke zu einen Blockieren des Zahnrads einer Winde oder eines Spills; Son.: festmachen; F.: Pall, Palles, Palls, Pallen+FW; Z.: Pall
Palladium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Palladium, ein Edelmetall; ne. palladium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. palladium; E.: s. ne. palladium, N., Palladium; von dem Planteoiden Pallas, dieser wiederum benannt nach Pallas Athene, s. gr. Παλλάς (Pallás), F.=PN, Pallas (Beiname der Athene); weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 468; L.: fehlt DW, Duden s. u. Palladium; Son.: vgl. nndl. palladium, Sb., Palladium; frz. palladium, M., Palladium; nschw. palladium, N., Palladium; nnorw. palladium, N., Palladium; kymr. paladiwm, M., Palladium; nir. pallaidiam, M., Palladium; poln. pallad, M., Palladium; lit. paladis, M., Palladium; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seltenes (in der Erdhülle etwas häufiger als Gold und Platin vorkommendes) und 1802 von William Hyde Wollaston zufällig entdecktes sowie nach Pallas und Pallas Athene benanntes silberweißes farbbeständiges zu den Platinmetallen gezähltes Edelmetall (chemisches Element Nr. 46, abgekürzt Pd) das für Katalysatoren oder Schmuck oder die Zahnmedizin oder Kondensatoren und vielleicht die Speicherung von Wasserstoff verwendet werden kann; BM.: ON (zu dem in dem Jahre 1802 entdeckten Planetoiden Pallas) und PN (Pallas Athene); F.: Palladium, Palladiums+FW; Z.: Pallad-i-um
$Pallasch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. ein langes breites einschneidiges Schwert; L.: Kluge 1. A. s. u. Pallasch, fehlt DW, ; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Russischen und Polnischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes langes und breites einschneidiges Schwert; F.: Pallasch, Pallasches, Pallaschs, Pallasche, Pallaschen+FW; Z.: Pallasch
Palme, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Palme, Palmbaum, Palmzweig, Palmweide; ne. palm (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. palme, sw. M., sw. F., st. F., Palmbaum, Palmenzweig; mnd. palme, palm, pallem, palle, M., Palme, Palmbaum, Palmzweig (als Zeichen des Sieges), Weide (F.) (1), Salweide; mnl. palme, F., Handfläche, Dattelpalme, Palmenzweig; ahd. palma, st. F. (ō), Palme, Palmenzweig; as. palma, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Palme; anfrk. -; germ. *palma, F., Palme; lat. palma, F., flache Hand, Palme, (um 250-184 v. Chr.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Palme, Kluge s. u. Palme, DW 13, 1413, EWD s. u. Palme, EWAhd 6, 1287, Duden s. u. Palme, Bluhme s. u. Palme; Son.: vgl. afries. palm, palme, F., Palme; ae. palm, pælm, palma, st. M. (a), Palme, Palmzweig; s. an. palmi, sw. M. (n), Palme; an. palma, F., Palme; got. -; nndl. palm, Sb., Palme; frz. palme, F., Palme; nschw. palm, Sb., Palme; nnorw. palme, M., Palme; poln. palma, F., Palme; kymr. palmydden, F., Palme; nir. pailm, F., Palme; osorb. palma, F., Palme; lit. palmė, F., Palme; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und später umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (eine flache Hand und) einen schon vormenschlichen und seit vor rund 70 Millionen Jahren weit verbreiteten in tropischen und subtropischen Gebieten beheimateten und in zahlreichen Arten vorkommenden Baum mit meist langem unverzweigtem Stamm und großen gefiederten oder handförmig gefächerten Blättern; BM.: breit; F.: Palme, Palmen+FW; Z.: Palm-e
$Palmsonntag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Palmsonntag; Q.: um 1700; I.: Lüs. lat. dominica palmarum, dominica in palmis; L.: GB 16, 1715, EWD s. u. Palme; GB.: seit um 1700 belegte und nach lat. dominica palmarum und dominica in palmis und dominica in ramis palmarum aus Palm(e) und Sonntag gebildete Bezeichnung für den jedes Jahr auf ein anderes Tagesdatum fallenden (letzten) Sonntag vor dem Ostersonntag an dem Jesus Christus nach der Lehre des Christentums in Jerusalem einzog; F.: Palmsonntag, Palmsonntage, Palmsonntages, Palmsonntags; Z.: Palm—son-n—t-ag
Pampa, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pampa, baumarme Grasebene, Einöde, Provinz; ne. pampa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. span. pampa; E.: s. span. pampa, F., Pampa, Grasebene; von Ketschua pampa, Sb., Ebene; nnorw. pampas, M., Pampa; kymr. pampas, Sb., Pampa; lit. pampa, F., Pampa; L.: fehlt DW, EWD s. u. Savanne, Duden s. u. Pampa; Son.: vgl. nschw. pampa, Sb., Pampa; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Ketschua aufgenommene Bezeichnung für die baumarme Grasebene in Brasilien und Uruguay und Argentinien in Südamerika und davon abgeleitet für ein abgelegenes Gebiet oder Einöde oder Provinz; F.: Pampa, Pampas+FW; Z.: Pampa
Pampe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pampe, Pampf, Brei, dicke breiige Masse; ne. mush (N.); Vw.: -; Hw.: s. pampig; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. Pampe, EWD s. u. pampig, Duden s. u. Pampe, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine dicke breiige Masse; BM.: lautmalend; F.: Pampe, Pampen+EW; Z.: Pamp-e
Pampelmuse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pampelmuse, Grapefruit; ne. grapefruit, pomelo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nndl. pompelmoes; E.: s. nndl. pompelmoes, Sb., Pampelmuse; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pampelmuse, DW 13, 1997 (Pompelmus), EWD s. u. Pampelmuse, Duden s. u. Pampelmuse; Son.: vgl. frz. pamplemousse, M., Pampelmuse; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine ursprünglich aus Südostasien kommende und als natürliche Hybride in Mittelamerika weiterentwickelte große runde Zitrusfrucht mit dicker und gelber Schale und saftreichem säuerlich-bitter schmeckendem Fruchtfleisch; BM.: ?; F.: Pampelmuse, Pampelmusen+FW(+EW); Z.: Pampelmus-e
$pampen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pampen, den Mund bei dem Essen zu voll nehmen; E.: s. Pamp(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. papp, DW 13, 1421 (pampfen); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pamp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Mund bei dem Essen zu voll nehmen; F.: pampen, pampe (!), pampst, pampt, pampest, pampet, pampte, pamptest, pampten, pamptet, gepampt, ##gepampt, gepampte, gepamptes, gepamptem, gepampten, gepampter##, pampend, ###pampend, pampende, pampendes, pampendem, pampenden, pampender###, pamp (!)+EW; Z.: pamp-en
$Pampf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pampf, dicke breiige Masse; Hw.: s. pampen; E.: s. Pampe; L.: Kluge s. u. Pampe, DW 13, 1421; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine dicke breiige Masse; BM.: lautmalend; F.: Pampf, Pampfes, Pampfs+EW; Z.: Pampf
Pamphlet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pamphlet, Streitschrift, Flugschrift, Schmähschrift; ne. pamphlet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. pamphlet; E.: s. frz. pamphlet, M., Pamphlet; (als gebildet zu dem Romantitel Pamphilus; L.: Kluge 1. A. s. u. Pamphlet, Kluge s. u. Pamphlet, fehlt DW, EWD s. u. Pamphlet, Duden s. u. Pamphlet; Son.: vgl. nndl. pamflet, Sb., Pamphlet; nschw. pamflett, Sb., Pamphlet; nnorw. pampflett, M., Pamphlet; poln. pamflet, M., Pamphlet; kymr. pamffled, M., Pamphlet; nir. paimfléad, M., Pamphlet; lit. pamflett, M., Pamphlet; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie über afrz. pamphilet und me. pamflet zu Pamph(ilus) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen verfasste Schmähschrift; BM.: Name eines Romans; F.: Pamphlet, Pamphlets, Pamphletes, Pamphlete, Pamphleten+FW; Z.: Pamphl-et
pampig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. pampig, frech, unverschämt, klumpig; ne. snotty; Vw.: -; Hw.: s. Pampe; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: von nd. pampig, Adj., breiig; zu nhd. Pampe; L.: Kluge s. u. pampig, fehlt DW, EWD s. u. pampig, Duden s. u. pampig; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Pamp(e) und ig gebildete Bezeichnung für frech oder unverschämt oder klumpig; BM.: lautmalend; F.: pampig, pampige, pampiges, pampigem, pampigen, pampiger(, pampigere, pampigeres, pampigerem, pampigeren, pampigerer, pampigst, pampigste, pampigstes, pampigstem, pampigsten, pampigster)+EW; Z.: pamp-ig
$Pamps, Pams, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pamps, Brei; E.: s. Pamp(e), s. s; L.: Kluge s. u. Pampe, DW 13, 1421; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pamp(e) und s gebildete Bezeichnung für Pampe oder Pampf oder Brei; F.: Pamps, Pampses+EW; Z.: Pamp-s
Pan, nhd., M.=PN, (?): nhd. Pan, griechischer Hirtengott; ne. Pan; Vw.: s. -flöte; Hw.: -; Q.:; I.: Lw. gr. Πάν (Pán); E.: s. gr. Πάν (Pán), Πάων (Páōn), M.=PN, Pan; vgl. idg. *pāuson-, *pūson-, M., ein Gott, Mehrer?, Pokorny 790; vgl. idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pan; Son.: vgl. nndl. Pan, M.=PN, Pan; frz. Pan, M.=PN, Pan; nschw. Pan, M.=PN, Pan; nnorw. Pan, M.=PN, Pan; kymr. Pan, M.=PN, Pan; nir. Pan, M.=PN, Pan; poln. Pan, M.=PN, Pan; lit. Panas, M.=PN, Pan; GB.: seit (?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den griechischen Schutzgott der Hirten (Hirtengott) und Jäger; BM.: schwellen; F.: Pan, Pans+FW; Z.: Pa-n
pan…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. pan..., gesamt, völlig, alles umfassend; ne. pan…; Vw.: s. -demie, -optikum, -orama, -tomime; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. παν- (pan-); E.: gr. παν… (pan-), παντο (panto), Adj., Präf., alles; s. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. pan-, fehlt DW, EWD s. u. pan-, Duden s. u. pan-; Son.: s. panarabisch, paneuropäisch; vgl. nndl. pan…, Präf., pan…; frz. pan…, Präf., pan…; nschw. pan…, Präf., pan…; nnorw. pan…, Präf., pan…; poln. pan…, Präf., pan…; lit. pan…, Präf., pan…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für gesamt oder völlig oder alles umfassend; BM.: alles bzw. schwellen; F.: pan…+FW; Z.: pa-n-
Panade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Panade, Panier; ne. coating (N.); Vw.: -; Hw.: s. panieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. panade; E.: s. frz. panade, F., Panade, Brotsuppe; prov. panada, F., Panade; prov. pan, M., Brot; lat. pānis, M., Brot, Laib, Masse in Gestalt eines Brotes, Getreide zum Brotbacken, Nahrung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. panieren, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Provenzalischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus Paniermehl und Ei sowie Semmelbröseln gebildete durch Braten (N.) oder Backen (N.) zu einer Kruste werdenden Umhüllung eines Lebensmittels wie beispielsweise eines Schnitzels oder eines Fisches oder Blumenkohls; BM.: Brot; F.: Panade, Panaden+FW; Z.: Pa-n-ier
panaschieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. panaschieren, bei dem Wählen Kandidaten verschiedener Parteien zusammenstellen; ne. panache (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. panacher; E.: s. frz. panacher, V., panaschieren; vgl. frz. panache, M., Federbusch; vgl. lat. penna, F., Feder, Schreibfeder, Pfeil, (204-169 v. Chr.); idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. panaschieren, fehlt DW, Duden s. u. panaschieren; Son.: vgl. nndl. panacheren, V., panaschieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bei dem Wählen Kandidaten verschiedener Parteien zusammenstellen; BM.: fliegen; F.: panaschieren, panaschiere, panaschierst, panaschiert, panaschierest, panaschieret, panaschierte, panaschiertest, panaschierten, panaschiertet, ##panaschiert, panaschierte, panaschiertes, panaschiertem, panaschierten, panaschierter##, panaschierend, ###panaschierend, panaschierende, panaschierendes, panaschierendem, panaschierenden, panaschierender###, panaschier (!)+FW; Z.: pan-asch-ier-en
Pandekte, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Pandekte(n), Sammlung von Fallentscheidungen römischer Rechtskundiger, Auszug aus Schriften römischer Rechtskundiger; ne. Pandects; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. pandectae; E.: lat. pandectae, F. Pl., Pandekten. Allumfassendes; vgl. lat. pandectēs, M., alles in sich Enthaltender, Allumfassender, schriftliche Sammlung, Pandekten; gr. πανδέκτης (pandéktēs), M., alles in sich Enthaltender, Allumfassender; vgl. gr. παν- (pan-), Adj., Präf., alles; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. δέχεσθαι (déchesthai), V., annehmen, hinnehmen, erwarten; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pandekten; Son.: vgl. nndl. pandekten, Sb. Pl., Pandekten; lit. pandektos, M. Pl., Pandekten; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Sammlung von Fallentscheidungen römischer Rechtskundiger als Grundlage der mittelalterlichen und neuzeitlichen Rechtswissenschaft; BM.: schwellen, nehmen; F.: Pandekte, Pandekten+FW; Z.: Pa-n-dek-t-en
Pandemie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Pandemie, Seuche, Krankheit, Epidemie großen Ausmaßes; ne. pandemia, pandemic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Epidemie, epidemisch; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παν… (pan-), παντο (panto), Adj., Präf., alles; s. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. δῆμος (dēmos), M., Land, Gebiet, Volk, Gemeinde; idg. *dāmos, F., Volksabteilung, Volk, Pokorny 175; vgl. idg. *dā-, *dāi-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pandemie; Son.: vgl. nndl. pandemie, Sb., Pandemie; frz. pandémie, F., Pandemie; nschw. pandemi, Sb., Pandemie; nnorw. pandemi, M., Pandemie; poln. pandemia, F., Pandemie; kymr. clefyd pandemig, M., Pandemie; lit. pandemi, M., Pandemie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich weit verbreitende viele Landstriche erfassende Seuche oder Krankheit oder Epidemie; BM.: alles, Land bzw. Volk; F.: Pandemie, Pandemien+FW; Z.: Pa-n—de-m-ie
Pandur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pandur, bewaffneter Leibdiener, Fußsoldat; ne. pandur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ungar. pandúr; E.: s. ungar. pandúr, M., Pandur; nach dem ON Pandúr in Ungarn; L.: Kluge s. u. Pandur, DW 13, 1421, Duden s. u. Pandur; Son.: vgl. nndl. pandoer, Sb., Pandur; nschw. pandur, Sb., Pandur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene sowie nach einem ON gebildete Bezeichnung für einen bewaffneten Leibdiener bzw. für einen Fußsoldaten; BM.: ON; F.: Pandur, Panduren+FW; Z.: Pandur
Paneel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Paneel, Wandverkleidung; ne. panel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Panel; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. mnd. panēl, panēle, panneel, pannēl, M., Paneel, Holzverkleidung, Täfelung, Rahmen (M.) für Fenster und Türen; mnd. pannēl, N., Wandverkleidung; mnl. panneel, paneel, N., Sattelkissen, Tafelwerk, hölzerne Wandverkleidung; afrz. panel, Sb., Lappen (M.), Kissen, Tafel; mlat. panellum, N., Täfelchen, Lappen? (M.), Kissen?; lat. pānnus, M., Stückchen Tuch, Lappen (M.), Lumpen (M.), Fahne, (204-169 v. Chr.); idg. *pā̆n-, Sb., Gewebe, Pokorny 788 (1361/3) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Paneel, fehlt DW, EWD s. u. Paneel, Duden s. u. Paneel; Son.: vgl. nndl. paneel, Sb., Paneel; frz. panneau, M., Paneel; nschw. panel, Sb., Paneel; nnorw. panel, N., Paneel; poln. panel, M., Paneel; kymr. panel, M., Paneel; nir. painéal, M., Paneel; lit. panel, N., Paneel; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen sowie dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vertieft liegendes Feld einer von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und hergestellten Holztäfelung oder Wandverkleidung; BM.: Gewebe; F.: Paneel, Paneels, Paneele, Paneelen+FW; Z.: Pan-eel
Panel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Panel, Diskussionsrunde; ne. panel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Paneel; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. panel; E.: s. ne. panel, N., Panel, Diskussionsrunde; afrz. panel, M., Stück Stoff; mlat. panellum, N., Täfelchen, Lappen? (M.), Kissen?; lat. pānnus, M., Stückchen Tuch, Lappen (M.), Lumpen (M.), Fahne, (204-169 v. Chr.); idg. *pā̆n-, Sb., Gewebe, Pokorny 788 (1361/3) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Panel, fehlt DW, Duden s. u. Panel; Son.: vgl. nndl. panel, Sb., Panel; frz. panel, M., Panel; nschw. panel, Sb., Panel; nnorw. panel, N., Panel; poln. panel, M., Panel; kymr. panel, M., Panel; nir. painéal, M., Panel; lit. panel, N., Panel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ausgewählte repräsentative Menschengruppe die etwas diskutieren oder untersuchen oder entscheiden soll (Diskussionsrunde); BM.: Gewebe; F.: Panel, Panels+FW; Z.: Pan-el
Panettone, nhd., M., F., (20. Jh.): nhd. Panettone, ein Hefekuchen; ne. panettone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. panettone; E.: s. it. panettone, M., Panettone; vgl. lat. pane, M., Brot; lat. pānis, M., Brot, Laib, Masse in Gestalt eines Brotes, Getreide zum Brotbacken, Nahrung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Panettone; Son.: vgl. nndl. panettone, Sb., Panettone; frz. panettone, M., Panettone; nschw. panettone, Sb., Panettone; nnorw. panettone, M., Panettone; poln. panettone, M., Panettone; kymr. panettone, M.?, Panettone; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Italien traditionell zu Weihnachten gebackenen Hefekuchen mit kandierten Früchten; BM.: füttern bzw. nähren; F.: Panettone, Panettones, Panettoni+FW; Z.: Pa-n-et-t-on-e
Panflöte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Panflöte, eine mehrrohrige Flöte (Holzblasinstrument); ne. panpipes, pan flute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. lat. Pān, M.=PN, Pan; gr. Πάν (Pán), M.=PN, Pan; idg. *pāuson-, *pūson-, M., ein Gott, Mehrer?, Pokorny 790; vgl. idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. nhd. Flöte; L.: Duden s. u. Panflöte, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. panfluit, Sb., Panflöte; frz. flûte de Pan, F., Panflöte; nschw. panflöjt, Sb., Panflöte; nnorw. panfløyte, M., F., Panflöte; poln. fletnia Pan, F., Panflöte; lit. pano fleita, F., Panflöte; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pan und Flöte gebildete Bezeichnung für ein seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. von Menschen entwickeltes und verwendetes aus verschieden langen und nebeneinandergereihten Pfeifen mit jeweils einem Ton (M.) (2) ohne Grifflöcher bestehendes Holzblasinstrument; BM.: PN, aufblasen; F.: Panflöte, Panflöten+FW; Z.: Pan—flö-t-e
Panier, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Panier, Banner, Feldzeichen; ne. banner (N.); Vw.: -; Hw.: s. Banner; Q.: 1170 (Rolandslied des Pfaffen Konrad); E.: s. mhd. baniere, banier, baner, panier, paner, st. F., st. N., Banner, Fahne, Lanzenfahne, Fähnlein, Stück des weiblichen Kopfschutzes, Wimpel, Feldzeichen; mnd. banner, N., F., M., Banner, Fahne, Feldzeichen, Hoheitszeichen; s. frz. bannière, Sb. Heeresfahne; vermischt aus frk. *bannjan, V., Zeichen geben und dem gleichlautenden frk. *bannjan, verbannen, Gamillscheg 1, 80; germ. *bandwō-, *bandwōn, sw. F. (n), Zeichen, Feldzeichen, Gamillscheg 79a; vgl. idg. *bʰā- (1), V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Panier, Banner, DW 13, 1421, EWD s. u. Banner, Duden s. u. Panier; Son.: vgl. nndl. banier, Sb., Panier; GB.: seit 1170 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Fränkischen und dem Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in einer Schlacht verwendetes Banner oder Feldzeichen; BM.: glänzen; F.: Panier, Paniers, Paniere, Panieren+FW?+EW; Z.: Pa-n-ier
panieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. panieren, bestreuen, mit Panade versehen (V.); ne. bread (V.), crumb (V.); Vw.: -; Hw.: s. Panade; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. paner; E.: s. frz. paner, V., mit Brotbröseln bestreuen; vgl. frz. pain, M., Brot; lat. pānis, M., Brot, Laib, Masse in Gestalt eines Brotes, Getreide zum Brotbacken, Nahrung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. panieren, fehlt DW, EWD s. u. panieren, Duden s. u. panieren; Son.: vgl. nndl. paneren, V., panieren; nschw. panera, V., panieren; nnorw. panere, V., panieren; poln. panierować, V., panieren; lit. panere, V., panieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Semmelbröseln bestreuen oder mit Panade versehen (V.); BM.: Brot; F.: panieren, paniere, panierst, paniert, panierest, panieret, panierte, paniertest, panierten, paniertet, ##paniert, panierte, paniertes, paniertem, panierten, panierter##, panierend, ###panierend, panierende, panierendes, panierendem, panierenden, panierender###, panier (!)+FW; Z.: pa-n-ier-en
Panik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Panik, sehr große und nicht mehr vernünftig beherrschbare Angst; ne. panic (N.); Vw.: -; Hw.: s. panisch; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. panique; E.: s. frz. panique, F., Panik; vgl. frz. panique, Adj., panisch; gr. πανικός (panikós), Adj., Pan betreffend, von Pan herrührend; vgl. gr. Πάν (Pán), M.=PN, Pan; idg. *pāuson-, *pūson-, M., ein Gott, Mehrer?, Pokorny 790; vgl. idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. panisch, fehlt DW, EWD s. u. panisch, Duden s. u. Panik; Son.: vgl. nndl. paniek, Sb., Panik; frz. panique, F., Panik; nschw. panik, Sb., Panik; nnorw. panikk, M., Panik; poln. panika, F., Panik; kymr. panig, M., Panik; nir. painic, F., Panik; lit. panika, F., Panik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche durch ein plötzliches beunruhigendes Ereignis ausgelöste sehr große und nicht mehr vernünftig beherrschbare Angst; BM.: durch den Gott Pan verursachter Schrecken; F.: Panik, Paniken+FW; Z.: Pa-n-ik
$panikartig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. panikartig; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Panik, s. artig; L.: fehlt DW, EWD s. u. panisch; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Panik und artig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in der Art einer Panik verlaufend; F.: panikartig, panikartige, panikartiges, panikartigem, panikartigen, panikartiger(, panikartigere, panikartigeres, panikartigerem, panikartigeren, panikartigerer, panikartigst, panikartigste, panikartigstes, panikartigstem, panikartigsten, panikartigster)+FW+EW; Z.: pa-n-ik-ar-t-ig
$Panikmacherei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Panikmacherei; E.: s. Panik, s. Macherei; L.: fehlt DW, EWD s. u. panisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Panik und Macherei gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Verursachung einer Panikstimmung durch eine übertriebene Darstellung; F.: Panikmacherei, Panikmachereien+FW+EW; Z.: Pa-n-ik—mach-er-ei
$Panikstimmung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Panikstimmung; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Panik, s. Stimmung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Panik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Panik und Stimmung gebildete Bezeichnung für eine einer möglichen Panik vorhergehende Stimmung (von Lebewesen); F.: Panikstimmung, Panikstimmungen+FW+EW; Z.: Pa-n-ik—stimm-ung
panisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. panisch, angsterfüllt, von sehr großer Angst erfüllt; ne. panic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Panik; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. panique; E.: s. frz. panique, Adj., panisch; gr. πανικός (panikós), Adj., Pan betreffend, von Pan herrührend; vgl. gr. Πάν (Pán), M.=PN, Pan; idg. *pāuson-, *pūson-, M., ein Gott, Mehrer?, Pokorny 790; vgl. idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. panisch, DW 13, 1422, EWD s. u. panisch, Duden s. u. panisch; Son.: vgl. nndl. panisch, Adj., panisch; nschw. panisk, Adj., panisch; nnorw. panisk, Adj., panisch; poln. paniczny, Adj., panisch; lit. paniškas, Adj., panisch; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von sehr großer Angst erfüllt; BM.: durch den Gott Pan verursachter Schrecken; F.: panisch, panische, panisches, panischem, panischen, panischer(, panischere, panischeres, panischerem, panischeren, panischerer, panischst, panischste, panischstes, panischstem, panischsten, panischster)+FW+EW; Z.: pa-n-isch
Panne, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Panne, Störung, Schaden (M.); ne. motorstopp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. panne; E.: s. frz. panne, F., Panne, Betriebsstörung; lat. patena, F., Krippe, (um 400 n. Chr.); gr. φάτνη (phátnē), F., Krippe; vgl. idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Panne, fehlt DW, EWD s. u. Panne, Duden s. u. Panne, Bluhme s. u. Panne; Son.: vgl. nndl. panne, Sb., Panne; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Technik mögliche durch eine plötzliche Unterbrechung eines technischen Vorgangs entstandene Störung und den daraus folgenden Schaden; BM.: binden; F.: Panne, Pannen+FW; Z.: Pann-e
Panoptikum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Panoptikum, Kuriositätenkabinett, Vielzahl von Sehenswürdigkeiten; ne. panopticon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παν- (pan-), Adj., Präf., alles; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ὀπτικός (optikós), Adj., die Optik betreffend, Optik..., Seh...; vgl. gr. ὄσσε (ósse), Dual, Augen; vgl. idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Panoptikum, fehlt DW, EWD s. u. Panoptikum, Duden s. u. Panoptikum; Son.: vgl. nndl. panopticum, Sb., Panoptikum; nschw. panoptikon, Sb., Panoptikum; nnorw. panoptikon, N., Panoptikum; poln. panoptikum, Sb., Panoptikum; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Kuriositätenkabinett; BM.: schwellen, Auge; F.: Panoptikum, Panoptikums, Panoptiken+FW; Z.: Pa-n-op-t-ik-um
Panorama, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Panorama, Ausblick, Rundschau; ne. panorama; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1796; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παν- (pan-), Adj., Präf., alles; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ὅραμα (hórama), N., Anblick, Erscheinung, Vision; vgl. gr. ὁρᾶν (horan), V., sehen, achten; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Panorama, fehlt DW, EWD s. u. Panorama, Duden s. u. Panorama; Son.: vgl. nndl. panorama, Sb., Panorama; frz. panorama, M., Panorama; nschw. panorama, N., Panorama; nnorw. panorama, N., Panorama; poln. panorama, F., Panorama; kymr. panorama, M., F., Panorama; lit. panorama, F., Panorama; GB.: seit nach 1796 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und verwendete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ausblick oder eine Rundschau von einem erhöhten Punkt aus; BM.: schwellen, gewahren; F.: Panorama, Panoramas, Panoramen+FW; Z.: Pa-n-or-am-a
panschen, nhd., sw. V.: nhd. panschen; Vw.: s. pantschen
$Panscher, nhd., M.: nhd. Panscher; Vw.: s. Pantscher
Pansen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pansen, ein Tiermagen; ne. paunch; Vw.: -; Hw.: s. Panzer; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. panse; E.: s. frz. panse, F., Wanst, Bauch; lat. pantex, M., Wanst, Leib, Gedärme, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *pank-, *pang-, V., schwellen, Pokorny 789 (1363/5) (RB. idg. aus gr., slaw.); L.: Kluge s. u. Pansen, fehlt DW, EWD s. u. Pansen, Duden s. u. Pansen; Son.: vgl. nndl. pens, Sb., Pansen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen ersten Magen von Wiederkäuern; BM.: schwellen; F.: Pansen, Pansens+FW; Z.: Pans-en
Pantalons, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Pantalons, eine lange Männerhose; ne. trousers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pantalons; E.: s. frz. pantalons, Sb. Pl., Pantalons, eine Hose; gekürzt von vestu en pantalon, Adj., gekleidet wie Pantalone; it. pantaloni, M., Pantalone; it. Pantaleone, M.=PN, Pantaleon; gr. Πανταλέων (Pantaléōn), M.=PN, Pantaleon; vgl. gr. πᾶς (pas), Adv., ganz, all, jeder; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λέων (léōn), M., Löwe; dieses wurde vielleicht aus einer semitischen Sprache übernommen, vgl. assyr. labbu, hebr. leva; L.: Duden s. u. Pantalons, fehlt DW; Son.: vgl. nnorw. pantalong, M., Pantalons; poln. pantalony, Sb. Pl., Unterhose; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Italienischen sowie dem Griechischen des Altertums und vielleicht dem Semitischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Französischen Revolution aufgekommene lange Männerhose; BM.: PN; F.: Pantalons+FW; Z.: Pan-t-a-lon-s
$Pantheismus, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pantheismus; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Panthe(on), s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pantheist; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Panthe(on) und ismus gebildete und verwendete Bezeichnung für Lehren welche die Allheit des Seins als Natur oder Kosmos oder Welt mit Gott gleichsetzen; F.: Pantheismus+FW; Z.: Pan-the-ism-us
$Pantheist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pantheist; Q.: 1705; E.: s. Pantheis(mus), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pantheist; GB.: seit 1705 belegte und (ähnlich wie Pantheismus) aus Panthe(on) und ist gebildete Bezeichnung für einen Menschen der die Allheit des Seins als Natur oder Kosmos oder Welt mit Gott gleichsetzt; F.: Pantheist, Pantheisten+FW(+EW); Z.: Pan-the-ist
$pantheistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pantheistisch; Q.: 1705; E.: s. Pantheist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pantheist; GB.: seit 1705 belegte und aus Pantheist und isch gebildete Bezeichnung für die Allheit des Seins als Natur oder Kosmos oder Welt mit Gott gleichsetzend; F.: pantheistisch, pantheistische, pantheistisches, pantheistischem, pantheistischen, pantheistischer+FW(+EW); Z.: pan-the-ist-isch
Pantheon, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Pantheon, antiker Tempel, Ruhmeshalle, Gesamtheit der Götter; ne. pantheon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Panthēum, gr. πάνθειον (pántheion); E.: s. lat. Panthēum, Panthēon, N.=ON, Pantheon (großer Jupitertempel in Rom), Pantheon (eine Götterstatue); gr. πάνθειον (pántheion), N., Tempel der allen Göttern geweiht ist; vgl. gr. πᾶς (pas), Adv., ganz, all, jeder; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592; gr. θεός (theós), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259?; oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268?; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Pantheon; Son.: s. lat.-as.? pantheon, Sb., Pantheon; vgl. nndl. pantheon, Sb., Pantheon; frz. panthéon, M., Pantheon; nschw. pantheon, Sb., Pantheon; nnorw. panteon, N., Pantheon; kymr. pantheon, M., Pantheon; nir. painteon, M., Pantheon; poln. panteon, M., Pantheon; lit. panteonas, M., Pantheon; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Rom in dem Altertum von Menschen errichteten allen Göttern dienenden antiken 43 Meter hohen Tempel; BM.: all, Heiliges bzw. stieben; F.: Pan-the-on
Panther, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Panther, Leopard; ne. panther; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. panter, pantel, M., Panther; mnd. pantēr, panteer, pantīr, pantēger, N., Panther, Leopard, ein Raubtier; mnl. panter, panteer, pantēre, M., Panther; ahd. panter, st. M., Panther, große Raubkatze, Leopard; lat. panthēr, M., Panther, Panthertier; gr. πάνθηρ (pánther), M., Panther; weitere Herkunft unklar, vielleicht aus einer iran. Sprache, s. pers. palang, Sb., Leopard; L.: Kluge 1. A. s. u. Panther, Kluge s. u. Panther, EWD s. u. Panther, DW 13,1424, EWAhd 6, 1291, Duden s. u. Panther; Son.: vgl. nndl. panter, Sb., Panther; frz. panthère, M., Panther; nschw. panter, Sb., Panther; nnorw. panter, M., Panther; poln. pantera, F., Panther; kymr. panther, M., Panther; nir. pantar, M., Panther; lit. pantera, F., Panther; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht aus einer Sprache in dem späteren Iran gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche rötlich-gelbe und schwarz gefleckte Großkatze; BM.: ?; F.: Panther, Panthers, Panthern+FW; Z.: Panth-er
Pantoffel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pantoffel, Hausschuh ohne Fersenteil, Schlapfe; ne. clog (N.), slipper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. mnd. pantüffel, pantůfel, pantueffel, pantuyfel, pantoffel, pattüffel, pattuffel, M., Pantoffel, Halbschuh aus feinerem Leder oder Stoff (manchmal ohne Fersenteil); it. pantofola, F., Pantoffel; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. pānnus, M., Stückchen Tuch, Lappen (M.), Lumpen (M.), Fahne, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pā̆n-, Sb., Gewebe, Pokorny 788 (1361/3) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pantoffel, Kluge s. u. Pantoffel, DW 13, 1425, EWD s. u. Pantoffel, Duden s. u. Pantoffel; Son.: vgl. nndl. pantoffel, Sb., Pantoffel; frz. pantoufle, F., Pantoffel; nschw. toffel, Sb., Pantoffel; nnorw. tøffel, M., Pantoffel; poln. pantofel, M., Pantoffel; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Zeitenwende von Menschen hergestellten und verwendeten Hausschuh ohne Fersenteil; BM.: Gewebe; F.: Pantoffel, Pantoffels, Pantoffeln+FW; Z.: Pan-t-off-el
$Pantoffelheld, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pantoffelheld; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Pantoffel, s. Held; L.: DW 13, 1426, EWD s. u. Pantoffel; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Pantoffel und Held gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung von Mann und Frau möglichen Ehemann der sich gegenüber seiner Ehefrau nicht durchsetzen kann; F.: Pantoffelheld, Pantoffelhelden+FW+EW; Z.: Pan-t-off-el—hel-d
$Pantofflenbaum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pantofflenbaum, Korkeiche; E.: s. Pantoffel, s. Baum; L.: fehlt DW, Kluge s. u. Kork; GB.: seit 16. Jh. zeitweise belegte und aus Pantoffel und Baum gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschliche Korkeiche deren Rinde Menschen zeitweise für die Herstellung von Pantoffeln verwendeten; F.: Pantofflenbaum, Pantofflenbaums, Pantofflenbaumes, Pantofflenbäume, Pantofflenbäumen+FW+EW; Z.: Pan-t-off-l-en—bau-m
$Pantolette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pantolette; Q.: Mitte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pantolette; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und wohl mit Pantoffel verbindbare Bezeichnung für einen leichten Schuh mit offenem Fersenbereich (ohne Fersenteil); F.: Pantolette, Pantoletten+FW; Z.: Pan-t-ol-et-t-e
Pantomime, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pantomime (M.), Gebärdenspieler; ne. pantomime (M.), mime (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. pantomīmus; E.: s. lat. pantomīmus, M., Pantomime (M.), pantomimisches Stück, Kunsttänzer, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παντόμιμος (pantómimos), M., Pantomime (M.); vgl. gr. παν- (pan-), παντο (panto), Adj., Präf., alles; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592? (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. μιμεισθαι (mimeisthai), V., nachahmen, schauspielern; idg. *mei- (3), V., wandern, gehen, Pokorny 710? (1177/42) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pantomime, fehlt DW, EWD s. u. Pantomime, Duden s. u. Pantomime; Son.: vgl. nndl. pamtomime, Sb., Pantomime; frz. mime, M., Pantomime; nschw. pantomim, Sb., Pantomime; nnorw. pantomime, M., Pantomime; poln. pantomima, F., Pantomime; kymr. pantomeim, M., Pantomime; nir. pantaimeoir, M., Pantomime; lit. pantomima, F., Pantomime; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Mittelalters aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nur mit Körperbewegungen und Mimik und damit ohne Sprache eine Geschichte darstellenden Künstler; BM.: schwellen, gehen; F.: Pantomime, Pantomimen+FW(+EW); Z.: Pa-n-t-o-mi-m-e
$Pantomime (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pantomime (F.), Pantomimik; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Pantomime (M.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Pantomime; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Pantomime (M.) gebildete Bezeichnung für das Verhalten eines Pantomimen; F.: Pantomime, Pantomimen+FW(+EW); Z.: Pa-n-t-o-mi-m-e
$Pantomimik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pantomimik, Pantomime (F.); E.: s. Pantomim(e), s. ik; L.: Kluge s. u. Pantomime; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pantomim(e) und ik gebildete Bezeichnung für die Kunst der Pantomime und die Gesamtheit der Ausdrucksbewegungen eines Pantomimen; F.: Pantomimik+FW(+EW); Z.: Pa-n-t-o-mi-m-ik
$pantomimisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pantomimisch; E.: s. Pantomim(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Pantomime, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pantomim(e) und isch gebildete Bezeichnung für Pantomime (F.) und Pantomimen betreffend; F.: pantomimisch, pantomimische, pantomimisches, pantomimischem, pantomimischen, pantomimischer+FW(+EW); Z.: pa-n-t-o-mi-m-isch
pantschen, panschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pantschen, alkoholisches Getränk verfälschen; ne. adulterate, water (V.) down; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: vielleicht lautmalend für in dem Wasser herumstampfen; L.: Kluge s. u. pantschen, DW 13, 1423, EWD s. u. panschen, Duden s. u. pantschen, Bluhme s. u. panschen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung alkoholischer Getränke mögliches ein alkoholisches Getränk mit schlechten Zutaten zusammenmischen und dadurch verfälschen; BM.: lautmalend?; F.: pantschen, pantsche, pantschst, pantscht, pantschest, pantschet, pantschte, pantschtest, pantschten, pantschtet, gepantscht, ##gepantscht, gepantschte, gepantschtes, gepantschtem, gepantschten, gepantschter##, pantschend, ###pantschend, pantschende, pantschendes, pantschendem, pantschenden, pantschender###, pantsch (!), panschen, pansche, panschst, panscht, panschest, panschet, panschte, panschtest, panschten, panschtet, gepanscht, ##gepanscht, gepanschte, gepanschtes, gepanschtem, gepanschten, gepanschter##, panschend, ###panschend, panschende, panschendes, panschendem, panschenden, panschender###, pansch (!)+EW; Z.: pantsch-en
$Pantscher, Panscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pantscher, Pantschender; E.: s. pantsch(en), s. er; L.: DW 13, 1423, EWD s. u. panschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus pantsch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen möglichen ein alkoholisches Getränk durch Mischung verfälschenden Menschen; F.: Pantscher, Pantschers, Pantschern, Panscher, Panschers, Panschern+EW; Z.: Pantsch-er
Panzer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Panzer, Rüstung, gepanzertes Kampffahrzeug; ne. armour (N.), shell (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pansen; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: s. mhd. panzier, panzer, pantzer, banzer, st. F., st. N., Panzer, Rüstung, Harnisch; mnd. panser, pansir, pansser, panzer, pantzer, pantseer, N., M., Panzer, Kettenhemd, Brünne, metallener Topfreiniger; mnl. panser, pansier, panstier, N., Panzer, Rüstung, Brustpanzer; frz. pancier, M., Panzer, Rüstung für den Leib; vgl. frz. panse, F., Wanst, Bauch, Pansen; lat. pantex, M., Wanst, Leib, Gedärme, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *pank-, *pang-, V., schwellen, Pokorny 789 (1363/5) (RB. idg. aus gr., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Panzer, Kluge s. u. Panzer, DW 13, 1428, EWD s. u. Panzer, EWAhd 6, 1294, Duden s. u. Panzer, Bluhme s. u. Panzer; Son.: vgl. afries. panser, st. M. (a), Panzer; an. panzari, M., leinener Panzer; nndl. pantser, Sb., Panzer; nschw. pansar, Sb., Panzer; nnorw. panser, M., Panzer; poln. pancerz, M., Panzer; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Mittelniederländischen und dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus Metall entwickelte und verwendete Ritterrüstung beziehungsweise später für ein schweres und dick gepanzertes Kampffahrzeug; BM.: schwellen; F.: Panzer, Panzers, Panzern+FW(+EW); Z.: Panz-er
$Panzerabwehrkanone, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Panzerabwehrkanone; E.: s. Panzerabwehr, s. Kanone; L.: fehlt DW, EWD s. u. Panzer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Panzer und Abwehr und Kanone gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete sowie danach durch die Panzerabwehrrakete ersetzte Kanone für die Abwehr von Panzern; Son.: abgekürzt Pak; F.: Panzerabwehrkanone, Panzerabwehrkanonen+FW+EW+FW; Z.: Panz-er—ab—wehr—kan-on-e
$panzern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. panzern; E.: s. Panzer, s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 1431, EWD s. u. Panzer; GB.: seit 1748 belegte und aus Panzer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Panzern mögliches einen Menschen oder ein Fahrzeug mit einem Panzer versehen (V.); F.: panzern (!), panzere, panzer (!), panzerst, panzert, panzerte, panzertest, panzerten, panzertet, gepanzert, ##gepanzert, gepanzerte, gepanzertes, gepanzertem, gepanzerten, gepanzerter##, panzernd, ###panzernd, panzerndes, panzerndem, panzernden, panzernder###, panzer (!)+FW(+EW); Z.: panz-er-n
Papa, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Papa, Vater; ne. dad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. papa; E.: s. frz. papa, M., Papa; Lallwort aus der Kindersprache; idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Papa, DW 13, 1433, EWD s. u. Papa, Duden s. u. Papa, Bluhme s. u. Papa; Son.: vgl. nndl. papa, Sb., Papa; nschw. pappa, Sb., Papa; nnorw. pappa, M., Papa; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie wohl als Lallwort in der Kindersprache gebildete Bezeichnung für einen Vater; BM.: Lallwort; F.: Papa, Papas+FW; Z.: Papa
Papagallo, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Papagallo, Latin Lover; ne. latin lover; Vw.: -; Hw.: s. Papagei; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. pappagallo; E.: s. it. pappagallo, M., Papagallo; arab. babaġâ, Sb., Papagei?; L.: Kluge s. u. Papagallo, Papagei, fehlt DW, Duden s. u. Papagallo; GB.: vielleicht seit 20. Jh.) belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar möglicherweise dem Arabischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit allgemeiner erkennbar auf erotische Abenteuer bei Touristinnen abzielenden südländischen jungen Mann; BM.: Papagei; F.: Papagallo, Papagallos, Papagalli+FW; Z.: Papag-all-o
Papagei, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Papagei, ein großer tropischer Vogel; ne. parrot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sittich, s. Papagallo; Q.: um 1210 (Tristan); E.: vgl. mhd. papegān, papigān, babīan, st. M., Papagei, ein Vogel; mnd. papengōie, M., Papagei, tropischer Vogel, Vogel als Ziel der Schützen, Schützengilde, Schützenbruderschaft; mnd. papegōie, papegoye, papegeye, papegōde, papege, papegoie, papageye, M., Papagei, tropischer Vogel, Vogel als Ziel der Schützen, Schützengilde; afrz. papegai, M., Papagei; span. papagyo, M., Papagei; arab. babaġâ, Sb., Papagei?; L.: Kluge 1. A. s. u. Papagei, Kluge s. u. Papagei, DW 13, 1433, EWD s. u. Papagei, Duden s. u. Papagei; Son.: vgl. nndl. papegaai, Sb., Papagei; nschw. papegoja, Sb., Papagei; nnorw. papegøye, M., Papagei; poln. papuga, F., Papagei; lit. papūga, F., Papagei; GB.: seit um 1210 belegte und wohl aus dem Altfranzösischen und dem Spanischen sowie vielleicht aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen großen bunt gefiederten tropischen Vogel mit kurzem abwärtsgebogenem Schnabel der ohne eigentlichen Verstand die Fähigkeit hat Wörter menschlicher Sprachen nachzusprechen oder lautlich nachzubilden; BM.: ?; F.: Papagei, Papageien+FW; Z.: Papag-ei
Papaya, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Papaya, Papayabaum, Melonenbaum; ne. papaya; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. span. papaya; E.: s. span. papaya, F., Papaya; aus einer Sprache der Karibik; L.: fehlt DW, Duden s. u. Papaya; Son.: vgl. nndl. papaja, Sb., Papaya; frz. papaye, F., Papaya; nschw. papaya, Sb., Papaya; nnorw. papaya, M., Papaya; poln. papaja, F., Papaya; kymr. papaia, M., Papaya; lit. papaja, F., Papaya; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar einer Sprache der Karibik aufgenommene Bezeichnung für die schon vormenschliche einer Mischung von Melone und Aprikose ähnlich schmeckende kugelige bis eiförmige Frucht des in Mittelamerika beheimateten Papayabaums oder Melonenbaums oder bis zu zehn Metern hohen baumähnlichen Strauches mit orangefarbenem Fleisch und gelblich weißem Milchsaft; BM.: ?; F.: Papaya, Papayas+FW; Z.: Papaya
Paperback, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Paperback, Taschenbuch; ne. paperback; Vw.: -; Hw.: s. Papier; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. paperback; E.: s. ne. paperback, N., Taschenbuch; vgl. ne. paper, N., Papier, Zeitung; ae. paper, M., Papyrus; lat. papȳrus, M., Papyrus; s. gr. πάπῦρος (pápȳros), M., F., Papyrusstaude; s. ägypt. papyros, Sb., Papyrusstaude, Staude, Papier; vgl. ägypt. pa-peraa, Adj., pharaonisch, Pharao-, was zum Pharao gehört; ne. back, Adv., hinten; vgl. ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: fehlt DW, EWD s. u. Paperback, Duden s. u. Paperback; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen und Ägyptischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kartoniertes und meist in einfacher Klebebindung hergestelltes und dadurch billigeres Taschenbuch; BM.: Papyrus, Rücken bzw. biegen; F.: Paperback, Paperbacks+FW; Z.: Paper-back
Papier, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Papier, Blatt, Bogen; ne. paper (N.); Vw.: -; Hw.: s. Papyrus, Paperbäck; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. papier, st. N., Papier; mnd. papīr, pappīr, popīr, pompīr, pupīr, N., Papier; mnl. papier, pappier, N., Register in dem offizielle Entscheidunge erfasst werden, Papier, Blatt, Buchseite; ahd. papir, st. N. (a), Papier; lat. papȳrus, M., Papyrus, (2./1. Jh. v. Chr.); gr. πάπῦρος (pápȳros), M., F., Papyrusstaude; s. ägypt. papyros, Sb., Papyrusstaude, Staude, Papier; vgl. ägypt. pa-per-aa, Adj., was zum Pharao gehört, königlich; L.: Kluge 1. A. s. u. Papier, Kluge s. u. Papier, DW 13,1435, EWD s. u. Papier, EWAhd 6, 1296, EWAhd 6, 1283, Duden s. u. Papier; Son.: vgl. afries. papīr, Sb., Papier; ae. paper, M., Papyrus; an. pappīr, M., Papier; nndl. papier, Sb., Papier; frz. papier, M., Papier; nschw. papper, N., Papier; nnorw. papir, N., Papier; poln. papier, M., Papier; kymr. papur, M., Papier; nir. péipéar, M., Papier; lit. popierius, M., Papier; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Ägyptischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vielleicht vor mehr als 2000 Jahren in China aus Bambusfasern entwickelten dünngepressten und später durch Payprus und aus Textilien hergestelltes Papier ersetzten Werkstoff für ein Beschreiben mit einem Text; BM.: Papyrus bzw. was zu dem Pharao gehört; F.: Papier, Papiers, Papieres, Papiere, Papieren+FW; Z.: Papier
$Papiergeld, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Papiergeld, Geld für Papier, Geld aus Papier; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Papier, s. Geld; L.: DW 13, 1438, EWD s. u. Geld; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Papier und Geld gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit statt aus Metall aus Papier hergestelltes und dadurch leichteres und billigeres sowie in (fast) beliebig hohem Werte herstellbares Geld; F.: Papiergeld, Papiergeldes, Papiergelds, Papiergelder, Papiergeldern+FW+EW; Z.: Papier—geld
papp, nhd., Interj., (15. Jh.): nhd. papp, mpf; ne. pap; Vw.: -; Hw.: s. Papp, Pappe, Pappel (2), päppeln; Q.: 15. Jh.; E.: s. Papp; L.: Kluge s. u. papp, fehlt DW, Duden s. u. papp; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung um zu zeigen dass man den Mund voll hat; BM.: lautmalend; F.: papp+EW; Z.: papp
Papp, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Papp, Brei zum Essen oder Kleben; ne. mush (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pappe, Papp, papp, Pappel (2), päppeln; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mnd. pap, M., Papp, Mehlbrei, Kinderbrei; ahd. pap*, Sb.?, dicker Brei, Pappe; germ. *papp-, Sb., Brei; lat. pāpa, pappa, F., dicker Brei; idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Pappe, DW 13, 1442, EWD s. u. Papp, Pappe, Duden s. u. Papp; GB.: seit 13. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen dickflüssigen Brei zu einem Essen (N.) oder Kleben; BM.: Speise; F.: Papp, Papps, Pappe, Pappen+FW+EW; Z.: Papp
Pappe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pappe, Pappkarton, Brei zu dem Essen, Brei zu dem Kleben; ne. cardboard, carton; Vw.: -; Hw.: s. Papp, papp, pappen, Pappel (2), päppeln; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. pappe, Sb., Pappe, Kleister, Leim, Gluten, Kleber; ahd. pap*, Sb.?, dicker Brei, Pappe; germ. *papp-, Sb., Brei; s. lat. pāpa, pappa, F., dicker Brei; idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pappe, Kluge s. u. Pappe, DW 13,1442, EWD s. u. Papp, Pappe, Duden s. u. Pappe, Bluhme s. u. Papp; Son.: vgl. nschw. papp, Sb., Pappe; nnorw. papp, M., Pappe; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Kinderbrei bzw. daraus abgeleitet für einen starken aus grobem Papierteig hergestellten Werkstoff; BM.: Speise; F.: Pappe, Pappen+FW(+EW); Z.: Papp-e
Pappel (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pappel (F.) (1), Pappelbaum; ne. poplar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. papele, sw. F., Pappel, Malve; mnd. poppele (2), popele, pöppele, F., Pappel (F.) (1), Baum aus der Familie der Weidengewächse; mnl. pappele, pappel, F., Malve, Pappel; ahd. papela?, pappula, sw. F. (n), Pappel (F.) (1), Malve, Rosspappel, Eibisch; as. pappilla*, papula, sw. F. (N.), Pappel, Malve; spätlat. papulus, F?., Pappel?; vgl. lat. pōpulus, F., Pappel (F.) (1), (234-149 v. Chr.); wohl von gr. πτελέᾶ (pteléa), F., Ulme, Rüster; idg. *ptelei̯ā, *pteli̯ā, F., ein Baum?, Pokorny 847 (1470/112) (RB. idg. aus gr., ill., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pappel 2, Kluge s. u. Pappel 1, DW 13, 1443, EWD s. u. Pappel 2, EWAhd 6, 1299, Duden s. u. Pappel, Bluhme s. u. Pappel; Son.: vgl. nndl. pappel, Sb., Pappel (F.) (1); nndl. populier, Sb., Pappel (F.) (1); frz. peuplier, M., Pappel (F.) (1); nschw. poppel, Sb., Pappel (F.) (1); nnorw. poppel, M., Pappel (F.) (1); kymr. poplysen, F., Pappel (F.) (1); nir. poibleog, F., Pappel (F.) (1); GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und wohl dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen und vielleicht seit rund 58 Millionen Jahren nachweisbaren Laubbaum von schlankem und meist sehr hohem Wuchs; BM.: ?; F.: Pappel, Pappeln+FW; Z.: Pappel
Pappel (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pappel (F.) (2), Malve; ne. mallow, malva, hollyhock; Vw.: -; Hw.: s. Pappe, Papp, papp, päppeln; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. papele, sw. F., Pappel, Malve, Rosspappel, Eibisch; mnd. poppele (1), popele, pöppele, poͤppele, poppile, popile, popule, F., eine Malvenart, wilde Malve, Rosspappel, Käsepappel, Eibisch; mnd. poppel (1), N., eine Malvenart, wilde Malve, Rosspappel, Käsepappel, Eibisch; ahd. papela?, sw. F. (n), Pappel, Malve, Rosspappel; vielleicht eine Weiterbildung von Pappe da aus Malvenblättern oft ein Brei zubereitet wurde; L.: Kluge 1. A. s. u. Pappel 1, Kluge s. u. Pappel 2, DW 13, 1443, EWD s. u. Pappel 1, EWAhd 6, 1299, Duden s. u. Pappel; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und vielleicht mit Pappe verbindbare Bezeichnung für eine möglicherweise schon vormenschliche kriechend oder aufrecht wachsende Pflanze mit tellerförmigen bis trichterförmigen rosa bis blasslila Blüten; BM.: Brei?; F.: Pappel, Pappeln+FW; Z.: Papp-el
pappeln, nhd., sw. V.: nhd. pappeln; Vw.: s. babbeln
päppeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. päppeln, wie einem Kinde zu essen geben, zärtlich umgehen, füttern, pflegen; ne. feed (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. pepelen, sw. V., päppeln, füttern, zärtlich umgehen, pflegen; mlat. pappāre, V., pappen, essen, (34-62 n. Chr.); vgl. idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. päppeln, DW 13, 1445, EWD s. u. Papp, Duden s. u. päppeln, Bluhme s. u. paeppeln; GB.: (pepelen) seit 1290-1300 belegte und aus dem Mittellateinischen (pappare) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für füttern oder pflegen oder mit Brei aufziehen; BM.: Vater bzw. Speise; F.: päppeln, päppel (!), päpple, päppelst, päppelt, päppelte, päppeltest, päppelten, päppeltet, gepäppelt, ##gepäppelt, gepäppelte, gepäppeltes, gepäppeltem, gepäppelten, gepäppelter##, päppelnd, ###päppelnd, päppelnde, päppelndes, päppelndem, päppelnden, päppelnder###, päppel(!)+FW(+EW); Z.: päpp-el-n
pappen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. pappen, kleistern, kleben; ne. be sticky; Vw.: -; Hw.: s. Pappe; Q.: 15. Jh.; E.: (lautmalend bzw.) mhd. pappen, papen, sw. V., pappen, essen, zu essen geben; mnd. pappen, sw. V., füttern, Mehlbrei zurechtmachen und füttern, sich vollstopfen, Stoffe mit Mehlkleister stärken, Nahrung zu sich nehmen; s. lat. pappāre, V., pappen, essen; s. idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789; L.: Kluge s. u. pappen, DW 13, 1446, EWD s. u. Papp, Duden s. u. pappen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kleistern oder kleben; BM.: lautmalend?; F.: pappen (!), pappe (!), pappst, pappt, pappest, pappet (!), pappte, papptest, pappten, papptet, gepappt, ##gepappt, gepappte, gepapptes, gepapptem, gepappten, gepappter##, pappend, ###pappend, pappende, pappendes, pappendem, pappenden, pappender###, papp (!)+FW(+EW); Z.: papp-en
$Pappendeckel, Pappdeckel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Pappendeckel, Kleinigkeit, geringwertiges Zeug; E.: s. Papp(e), s. en (Suff.), s. Deckel; L.: Kluge s. u. Pappe, DW 13, 1447; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Papp(e) und en (Suff.) sowie Deckel gebildete Bezeichnung für einen Buchdeckel aus Pappe oder für Karton oder festes Papier oder für eine Kleinigkeit oder für geringwertiges Zeug; F.: Pappendeckel, Pappendeckels, Pappendeckeln+FW+EW; Z.: Papp-en—deck-el
Pappenstiel, Pappelstiel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pappenstiel, Löwenzahn, Kleinigkeit, geringwertiges Zeug; ne. dandelion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. pappus, M., Mann, Alte (M.), Samenkrone, Distelkopf, (116-27 v. Chr.); gr. πάππος (páppos), M., Großvater, Ahn; idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); Hinterglied s. nhd. Stiel; L.: Kluge s. u. Pappenstiel, EWD s. u. Pappenstiel, DW 13, 1447, Duden s. u. Pappenstiel; Son.: vor allem in der Redewendung kein Pappenstiel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Papp(e) und en (Suff.) sowie Stiel gebildete und dadurch mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Pappenblumenstiel oder Löwenzahn(stiel) und davon abgeleitet für eine Kleinigkeit oder geringwertiges Zeug; BM.: Vater, spitzig; F.: Pappenstiel, Pappenstiele, Pappenstiels, Pappenstieles, Pappelstiel, Pappelstiele, Pappelstiels, Pappelstieles+FW+EW; Z.: Papp-en—stie-l
papperlapapp, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. papperlapapp, nichts da; ne. balderdash!, pish-posh!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Nachbildung sinnloser Silben; L.: Kluge s. u. papperlapapp, fehlt DW, EWD s. u. papperlapapp, Duden s. u. papperlapapp; Son.: vgl. lat. babae, papae, Interj., potztausend!, zum Kuckuck!, oh je!; GB.: seit 18. Jh. belegter und aus sinnlosen Silben gebildeter und möglicherweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbarer Ausruf der Abweisung einer Aussage; BM.: Aneinanderreihung sinnloser Silben; F.: papperlapapp+EW; Z.: papp-er-la-papp
$Papperlapapp, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Papperlapapp, Geschwätz; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. papperlapapp; L.: fehlt DW, EWD s. u. papperlapapp; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus papperlapapp gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Geschwätz; F.: Papperlapapp, Papperlapapps+EW; Z.: Papp-er-la-papp
$pappig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pappig, dickflüssig, breiig, kleberig; E.: s. Papp und papp(en) sowie ig; L.: Kluge s. u. pappen, DW 13, 1448 (pappicht), EWD s. u. Papp; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Papp(e) und ig gebildete Bezeichnung für dickflüssig oder breiig oder kleberig; F.: pappig, pappige, pappiges, pappigem, pappigen, pappiger(, pappigere, pappigeres, pappigerem, pappigeren, pappigerer, pappigst, pappigste, pappigstes, pappigstem, pappigsten, pappigster)+FW+EW; Z.: papp-ig
Paprika, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Paprika, eine Gemüsepflanze; ne. paprika; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. serb. pàprika; E.: s. serb. pàprika, M., Paprika; serb. pàpar, Sb., Pfeffer; lat. piper, Pfeffer; s. gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Paprika, fehlt DW, EWD s. u. Paprika, Duden s. u. Paprika; Son.: vgl. nndl. paprika, Sb., Paprika; frz. paprika, M., Paprika; nschw. paprika, Sb., Paprika; nnorw. paprika, M., Paprika; poln. papryka, F., Paprika; kymr. paprica, M., Paprika; nir. paiprice, M., Paprika; lit. paprika, F., Paprika; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Serbischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen und Indischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Nachtschattengewächsen gehörende Pflanze mit länglichen oder rundlichen ziemlich hohlen Früchten von sehr verschiedener Größe und grüner oder roter oder gelber Farbe die als Gemüse gegessen oder als Gewürz verwendet werden; BM.: Pfeffer bzw. schwellen; F.: Paprika, Paprikas+FW; Z.: Pap-rik-a
Papst, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Papst, Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche; ne. Pope; Vw.: -; Hw.: s. Pfaffe; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Urkunde); E.: s. mhd. bābest, bābes, bābst, pābes, pābest, pābis, st. M., Papst; mnd. pāwes (1), pauwes, pāves, pāfs, pavs, pāwest, pauwest, M., Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch; mnl. paves, paefes, paefs, paewes, M., Papst; ahd. bābes*, st. M. (a?, i?), Papst; as. pāvos*, st. M. (a), Papst; lat. pāpa, M., Vater, Ehrenname, (um 160-220 n. Chr.); idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Papst, Kluge s. u. Papst, DW 13, 1448, EWD s. u. Papst, EWAhd 1, 413, Duden s. u. Papst, Bluhme s. u. Papst; Son.: vgl. afries. pāus, pāvs, pāgus, st. M. (a), Papst; ae. pāpa, sw. M. (n), Papst; an. pāfi, sw. M. (n), Papst; an. pāpa, M., Papst; nndl. paus, Sb., Papst; frz. pape, M., Papst; nschw. påve, Sb., Papst; nnorw. pave, M., Papst; poln. papież, M., Papst; kymr. pab, M., Papst; nir. pápa, M., Papst; lit. popiežius, M., Papst; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Bischof von Rom und das aus ihm erwachsende Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche; BM.: Vater; F.: Papst, Papstes, Papsts, Päpste, Päpsten+FW; Z.: Pap-st
$päpstlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. päpstlich, Papst betreffend; E.: s. Papst, s. lich; L.: DW 13, 1451, EWD s. u. Papst; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Papst und lich gebildete Bezeichnung für den Papst betreffend; F.: päpstlich, päpstliche, päpstliches, päpstlichem, päpstlichen, päpstlicher+FW(+EW); Z.: päp-st—lich
$Papsttum, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Papsttum, Einrichtung und Amt des Papstes; L.: DW 13, 1451 (Papstthum), EWD s. u. Papst; GB.: (bābesttuom*) vielleicht seit 15. Jh. belegte und nach lat. papatus aus Papst und tum gebildete Bezeichnung für die Einrichtung und das Amt des Papstes; F.: Papsttum+FW+EW; Z.: Pap-st—tum
$Papyrologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Papyrologie; Q.: um 1900; E.: s. Papyr(us), s. o, s. logie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Papyrus; GB.: seit um 1900 belegte und aus Papyr(us) und o sowie logie gebildete Bezeichnung für die Lehre und Wissenschaft von den sachlich seit der Entwicklung von Schrift möglichen auf Papyrus geschriebenen Texten; F.: Papyrologie+FW(+EW); Z.: Papyr-o-log-ie
Papyrus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Papyrus, Papyrusstaude, Papyrusschrift; ne. papyrus; Vw.: -; Hw.: s. Papier; Q.: um 1760 (Winckelmann); I.: Lw. lat. papȳrus; E.: s. lat. papȳrus, M., Papyrus, (2./1. Jh. v. Chr.); gr. πάπῦρος (pápȳros), M., F., Papyrusstaude; s. ägypt. papyros, Sb., Papyrusstaude, Staude, Papier; vgl. ägypt. pa-per-aa, Adj., was zum Pharao gehört; L.: Kluge s. u. Papyrus, fehlt DW (aber Papyrusstaude DW 17, 1145), EWD s. u. Papier, EWAhd 6, 1296, Duden s. u. Papyrus; Son.: vgl. nndl. papyrus, Sb., Papyrus; frz. papyrus, M., Papyrus; nschw. papyrus, Sb., Papyrus; nnorw. papyrus, M., N., Papyrus; poln. papirus, M., Papyrus; kymr. papyrws, M., Papyrus; nir. paípír, F., Papyrus; lit. papirusas, M., Papyrus; GB.: seit um 1760 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein seit den Hochkulturen des Altertums aus dem Mark (N.) der Papyrusstaude von Menschen gewonnenes und zu Blättern verarbeitetes Schreibmaterial und die darauf geschriebene Schrift; BM.: was zu dem Pharao gehört; F.: Papyrus, Papyri+FW; Z.: Papyr-us
par..., nhd., Partikel: nhd. par...; Vw.: s. para...
para..., par..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. para..., entlang, bei, abweichend; ne. para…; Vw.: s. -bel, -bolisch, -digma, -digmatisch, -dox, -doxie, -doxon, -graph, -llel, -llele, -lyse, -meter, -noia, -phrase, -pluie, -sit, -sitär, -sol, -taxe, -zentese; Hw.: -; I.: Lw. gr. παρά (pará); E.: s. gr. παρά (pará), πάρα (pára), Präp., Präf., bei, neben, her, hin, entlang an, gegen; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. para-, fehlt DW als solches , s. aber Parabel, EWD s. u. para-, Duden s. u. para-; Son.: s. Parataxe, Paramilitär; vgl. nndl. para…, Präf., para…; frz. para…, Präf., para…; nschw. para…, Präf., para…; nnorw. para…, Präf., para…; poln. para…, Präf., para…; kymr. para…, Präf., para…; nir. para…, Präf., para…; lit. para…, Präf., para…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven oder Substantiven; BM.: vorwärts; F.: para…, par…+FW; Z.: par-a-
Parabel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Parabel, Gleichnis, eine Art des Kegelschnitts; ne. parable, parabola; Vw.: -; Hw.: s. parabolisch; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. parabelle, sw. F., Parabel, Gleichnis; mnd. parabole, parabel, F., Parabel, lehrhafte Erzählung mit verdeutlichenden Beispielen, Gleichnis; ahd. parabola*, F., Parabel; lat. parabolē, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinanderstellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, neben; vgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parabel, DW 13, 1452, EWD s. u. Parabel, Duden s. u. Parabel; Son.: vgl. nndl. parabel, parabool, Sb., Parabel; frz. parabole, F., Parabel; nschw. parabel, Sb., Parabel; nnorw. parabel, M., Parabel; poln. parabola, F., Parabel; lit. parabolė, F., Parabel; GB.: (parabola) seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen geschaffene sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche gleichnishafte belehrende Erzählung (Gleichnis) oder eine Art des Kegelschnitts; BM.: vorwärts, werfen; F.: Parabel, Parabeln+FW; Z.: Par-a-bel
parabolisch, nhd., Adj., Adj., (17. Jh.): nhd. parabolisch, geschwungen, symbolisch, Parabel betreffend, gleichnisweise; ne. parabolic; Vw.: -; Hw.: s. Parabel; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. gr. παραβολικός (parabolikós); E.: s. gr. παραβολικός (parabolikós), Adj., gleichnisweise?, Spruch betreffend?; vgl. gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinanderstellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parabel, DW 13, 1452, EWD s. u. Parabel; Son.: vgl. frz. parabolique, Adj., parabolisch; nschw. parabolisk, Adj., parabolisch; nnorw. parabolsk, Adj., parabolisch; poln. paraboliczny, Adj., parabolisch; nir. parabóileach, Adj., parabolisch; lit. parabolinis, Adj., parabolisch; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Parabel betreffend; BM.: vorwärts, werfen; F.: parabolisch, parabolische, parabolisches, parabolischem, parabolischen, parabolischer+FW+EW; Z.: par-a-bol-isch
Parade (1), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Parade (F.) (1), Aufstellung des Heeres, Truppenschau, gutes stattliches Aussehen, Gepränge; ne. parade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. parade; E.: s. frz. parade, F., Parade (F.) (1); span. parada, F., Parade (F.) (1); span. parár, V., zieren, schmücken; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten, (204-169 v. Chr.); lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Parade, DW 13, 1452, EWD s. u. parieren, Duden s. u. Parade; Son.: vgl. nndl. parade, Sb., Parade (F.) (1); nschw. parad, Sb., Parade (F.) (1); nnorw. parade, M., Parade (F.) (1); kymr. parêd, M., Parade (F.) (1); nir. paráid, F., Parade (F.) (1); lit. parade, M., Parade (F.) (1); GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen prunkvollen Aufmarsch militärischer Einheiten oder eine Truppenschau; BM.: erzeugen; F.: Parade, Paraden+FW(+EW?); Z.: Par-ad-e
Parade (2), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parade (F.) (2), Abwehr; ne. parry (N.); Vw.: -; Hw.: s. parieren (1); Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. parata, frz. parade; E.: s. it. parata, F., Parade (F.) (2); frz. parade, F., Parade (F.) (2); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten, rüsten, sich anschicken, (204-169 v. Chr.); lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. parieren 1, EWD s. u. parieren, Duden s. u. Parade; Son.: vgl. poln. parada, F., Parade (F.) (2); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Abwehr eines Angriffs; BM.: erzeugen; F.: Parade, Paraden+FW(+EW?); Z.: Par-ad-e
Parade (3), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Parade (F.) (3), Vorführung eines Pferdes; ne. parry (N.); Vw.: -; Hw.: s. parieren (2); Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. parade, span. parada; E.: s. span. parada, F., Parade (F.) (3); span. parar, V., Vorkehrung treffen; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten, rüsten, sich anschicken; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. parieren 2, fehlt DW?, EWD s. u. parieren, Duden s. u. Parade; GB.: seit (17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu einer Verhaltensänderung eines Pferdes führende Einwirkung des Reiters auf das Pferd; BM.: hervorbringen; F.: Parade, Paraden+FW(+EW?); Z.: Par-ad-e
$Paradebett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Paradebett; E.: s. Parade, s. Bett; L.: Kluge s. u. Parade, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Parade und Bett gebildete Bezeichnung für ein Empfangsbett eines Herrschers oder ein sonstiges prunkvolles Bett oder Aufbahrungsgerüst; F.: Paradebett, Paradebettes, Paradebetts, Paradebetten+FW+EW; Z.: Par-ad-e—bett
$Paradeiser, nhd., M., (?): nhd. Paradeiser; E.: s. Parad(ies), s. eis, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Paradiesapfel, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus Parad(ies) und eis sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine (sonnengereifte wohlschmeckende) Tomate; F.: Paradeiser, Paradeisern+EW; Z.: Parad-eis-er
$paradieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. paradieren, Parade vornehmen; E.: s. Parad(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Parade, DW 13, 1453, EWD s. u. parieren 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Parad(e) und ieren gebildete Bezeichnung für eine Parade vornehmen; F.: paradieren, paradiere, paradierst, paradiert, paradierest, paradieret, paradierte, paradiertest, paradierten, paradiertet, ##paradiert, paradierte, paradiertes, paradiertem, paradierten, paradierter##, paradierend, ###paradierend, paradierende, paradierendes, paradierendem, paradierenden, paradierender###, paradier (!)+FW(+EW); Z.: par-ad-ier-en
Paradies, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Paradies, Garten Eden, Himmelreich; ne. paradise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. paradīs, pardīs, baradīs, st. N., Paradies; mhd. paradīse, pardīse, st. N., Paradies, Liebhaber; mnd. paradīs, paradijs, paradyes, pardīs, N., M., Paradies, Lebensraum der ersten Menschen, Garten Eden, himmlisches Paradies als Jenseitsvorstellung nach dem Tod, Himmel, Vorhof; mnl. paradijs, N., Paradies, Garten Eden, Lustgarten; ahd. paradīs*, st. N. (a), Paradies; ahd. paradīsi*, st. N. (ja), Paradies; as. paradīs*, st. N. (a), Paradies; anfrk. paradīs, M., N., Paradies; lat. paradīsus, M., Garten, großer Baum, (um 160-220 n. Chr.); gr. παράδεισος (parádeisos), M., eingehegtes Gebiet, Garten; s. pers. paridaida-, M., Garten; L.: Kluge 1. A. s. u. Paradies, Kluge s. u. Paradies, DW 13, 1453, EWD s. u. Paradies, EWAhd 6, 1303, Duden s. u. Paradies; Son.: vgl. afries. paradīs, N., Paradies; ae. paradīs, st. M. (a), Paradies; an. paradis, F., Paradies; nndl. paradijs, Sb., Paradies; frz. paradis, M., Paradies; nschw. paradis, N., Paradies; nnorw. paradis, N., Paradies; kymr. paradwys, F., Paradies; nir. parthas, M., Paradies; GB.: (paradīs*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie vielleicht dem Persischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schönen Garten und davon abgeleitet für einen Ort der durch seine Gegebenheiten alle Voraussetzungen für ein schönes und glückliches sowie friedliches Dasein ohne Gefahren und Sorgen und Nöte erfüllt (Himmelreich); BM.: Garten; F.: Paradies, Paradieses, Paradiese, Paradiesen+FW; Z.: Paradies
$Paradiesapfel, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Paradiesapfel, Granatapfel; E.: s. Paradies, s. Apfel; L.: Kluge s. u. Paradiesapfel, EWD s. u. Paradies; GB.: (paradīsapfel) seit 1290-1300 belegte und aus Paradies und Apfel gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen und in Persien seit mehr als 3000 Jahren von Menschen angebauten Granatapfel; F.: Paradiesapfel, Paradiesapfels, Paradiesäpfel, Paradiesäpfeln+FW+EW; Z.: Paradies—apfel
$paradiesisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. paradiesisch, dem Paradies entsprechend; E.: s. Paradies, s. isch; L.: DW 13, 1458, EWD s. u. Paradies; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. paradiseus und paradisiacus aus Paradies und isch gebildete Bezeichnung für dem Paradies entsprechend; F.: paradiesisch, paradiesische, paradiesisches, paradiesischem, paradiesischen, paradiesischer(, paradiesischere, paradiesischeres, paradiesischerem, paradiesischeren, paradiesischerer, paradiesischst, paradiesischste, paradiesischstes, paradiesischstem, paradiesischsten, paradiesischster)+FW+EW; Z.: paradis-isch
Paradigma, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Paradigma, Muster, Beispiel, wissenschaftliche Erklärung; ne. paradigm; Vw.: -; Hw.: s. paradigmatisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. paradīgma; E.: s. lat. paradīgma, F., Beispiel, Paradigma, (um 160-220 n. Chr.); s. gr. παράδειγμα (parádeigma), M., Beispiel, Paradigme; vgl. gr. παραδεικνυναι (paradeiknynai), V., als Beispiel hinstellen, als Beispiel zeigen; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Paradigma, fehlt DW, Duden s. u. Paradigma; Son.: vgl. nndl. paradigma, Sb., Paradigma; frz. paradigme, M., Paradigma; nschw. paradigm, N., Paradigma; nnorw. paradigma, paradigme, N., Paradigma; poln. paradygmat, M., Paradigma; lit. paradigma, F., Paradigma; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Muster oder ein Beispiel oder eine Erzählung; BM.: vorwärts, glänzen; F.: Paradigma, Paradigmas, Paradigmen+FW; Z.: Par-a-di-g-m-a
paradigmatisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. paradigmatisch, beispielhaft, als Beispiel dienend; ne. paratigmatic; Vw.: -; Hw.: s. Paradigma; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr.-lat. paradīgmaticos; E.: s. gr.-lat. paradīgmaticos, Adj., zum Beispiel dienend, in Form eines Beispieles dargebracht, (4. Jh. n. Chr.?); gr. παραδειγματικός (paradeigmatikós), Adj., zum Beispiel dienend; gr. παράδειγμα (parádeigma), M., Beispiel, Paradigme; vgl. gr. παραδεικνυναι (paradeiknynai), V., als Beispiel hinstellen, als Beispiel zeigen; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Paradigma, fehlt DW, Duden s. u. paradigmatisch; Son.: vgl. frz. paradigmatique, Adj., paradigamtisch; nschw. paradigmatisk, Adj., paradigamtisch; nnorw. paradigmatisk, Adj., paradigamtisch; poln. paradygmatyczny, Adj., paradigamtisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen (paradigmaticos) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für beispielhaft oder als ein Beispiel dienend; BM.: vorwärts, glänzen; F.: paradigmatisch, paradigmatische, paradigmatisches, paradigmatischem, paradigmatischen, paradigmatischer(, paradigmatischere, paradigmatischeres, paradigmatischerem, paradigmatischeren, paradigmatischerer, paradigmatischst, paradigmatischste, paradigmatischstes, paradigmatischstem, paradigmatischsten, paradigmatischster)+FW+EW; Z.: par-a-di-g-m-at-isch
paradox, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. paradox, widersprüchlich, seltsam; ne. paradoxical; Vw.: -; Hw.: s. Paradoxon, Paradoxie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr.-lat. paradoxos; E.: s. gr.-lat. paradoxos, Adj., wunderbar, seltsam, paradox, (354-430 n. Chr.); s. gr. παράδοξος (parádoxos), Adj., unerwartet, wunderbar; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. paradox, DW 13, 1458, EWD s. u. Paradoxon, Duden s. u. paradox; Son.: vgl. nndl. paradox, paradoxaal, Adj., paradox; frz. paradoxal, Adj., paradox; nschw. paradox, paradoxal, Adj., paradox; nnorw. paradoksal, Adj., paradox; poln. paradoksalny, Adj., paradox; kymr. paradocsaidd, Adj., paradox; nir. paradacsúil, Adj., paradox; lit. paradoksalus, Adj., paradox; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für widersprüchlich oder seltsam; BM.: vorwärts, nehmen; F.: paradox, paradoxe, paradoxes, paradoxem, paradoxen, paradoxer(, paradoxere, paradoxeres, paradoxerem, paradoxeren, paradoxerer, paradoxest, paradoxeste, paradoxestes, paradoxestem, paradoxesten, paradoxester)+FW(+EW); Z.: par-a-dox
Paradoxie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Paradoxie, Widersprüchlichkeit; ne. paradoxy, paradoxicality; Vw.: -; Hw.: s. paradox, Paradoxon; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. παραδοξία (paradoxía); E.: s. gr. παραδοξία (paradoxía), F., Wunderbares, Unfassbares; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. paradox, fehlt DW, Duden s. u. Paradoxie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliche Widersprüchlichkeit; BM.: vorwärts, nehmen; F.: Paradoxie, Paradoxien+FW; Z.: Par-a-dox-ie
Paradoxon, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Paradoxon, Paradox, unauflösbarer Widerspruch; ne. paradox (N.); Vw.: -; Hw.: s. paradox, Paradoxie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr.-lat. paradoxon; E.: s. gr.-lat. paradoxon, N., Hinhalten, Spannung, paradoxer Satz, (um 560-636 n. Chr.); παράδοξον (parádoxon), N., Seltenheit, Ausnahme; vgl. gr. παράδοξος (parádoxos), Adj., unerwartet, wunderbar; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. δοκειν (dokein), V., Meinung annehmen, meinen, glauben, beschließen; idg. *dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. paradox, fehlt DW, EWD s. u. Paradoxon, Duden s. u. Paradoxon; Son.: vgl. nndl. paradox, Sb., Paradoxon; frz. paradoxe, M., Paradoxon; nschw. paradox, Sb., Paradoxon; nnorw. paradoks, N., Paradoxon; poln. paradoks, M., Paradoxon; kymr. paradocs, M., Paradoxon; nir. paradacsa, M., Paradoxon; lit. paradoksas, M., Paradoxon; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen unauflösbaren Widerspruch oder eine von Menschen getätigte scheinbar unsinnige falsche Behauptung oder Aussage die aber bei genauerer Betrachtung auf eine höhere Wahrheit hinweist; BM.: vorwärts, nehmen; F.: Paradoxon, Paradoxons, Paradoxa+FW; Z.: Par-a-dox-on
Paraffin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Paraffin, wachsartige Masse zu Herstellung von Kerzen; ne. paraffin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1830; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. parum, Adv., zu wenig, nicht genug, nicht sonderlich, nicht viel, nicht; vgl. lat. parvus, Adj., klein, gering, unbeträchtlich, schwach, ärmlich; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. affīnis, Adj., angrenzend, durch Heirat anverwandt, verschwägert, vertraut, (um 250-184 v. Chr.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Land, Ziel; vgl. lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Paraffin, fehlt DW, EWD s. u. Paraffin, Duden s. u. Paraffin; Son.: vgl. nndl. paraffine, Sb., Paraffin; frz. paraffine, M., Paraffin; nschw. paraffin, N., Paraffin; nnorw. parafin, M., Paraffin; poln. parafina, F., Paraffin; kymr. paraffîn, M., Paraffin; nir. pairifín, M., Paraffin; lit. parafinas, M., Paraffin; GB.: seit 1830 belegte und aus lat. par(um) und lat. affin(is) gebildete Bezeichnung für eine von Karl von Reichenbach in Württemberg 1830 während einer Versuchsreihe zu der Ermittelung der Bestandteile des Holzteers entdeckte aus einem Gemisch wasserunlöslicher Kohlenwasserstoffe bestehende wachsartige und als krebserregend eingestufte Masse zu Herstellung von Kerzen; BM.: klein, bei, heften; F.: Paraffin, Paraffins, Paraffine, Paraffinen+FW; Z.: Pa-r-af-fi-n
Paragraph, Paragraf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Paragraph, Paragraf, Abschnitt, Absatz; ne. paragraph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. paragraf, M., Zeichen, Buchstabe, Abschnitt; mnd. paragraf, M., Paragraf, Markierungszeichen, Buchstabe; lat. paragraphus, F., Paragraph, (um 560-636 n. Chr.); gr. παράγραφος (parágraphos), F., Trennungslinie; vgl. gr. παραγράφειν (paragráphein), V., danebenschreiben, dazuschreiben; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Paragraph, DW 13, 1458, EWD s. u. Paragraph, Duden s. u. Paragraph; Son.: vgl. nndl. paragraaf, Sb., Paragraph; frz. paragraphe, M., Paragraph; nschw. paragraf, Sb., Paragraph; nnorw. paragraf, M., Paragraph; poln. paragraf, M., Paragraph; kymr. paragraff, M., Paragraph; nir. paragraf, M., Paragraph; lit. paragrafas, M., Paragraph; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit dem in seiner Entstehung nicht sicher erklärten Paragrafzeichen und der Zahl einer fortlaufenden Nummerierung gekennzeichneten Abschnitt oder Absatz in einem Text von Gesetzen oder anderen Schriftstücken; BM.: vorwärts, ritzen; F.: Paragraph, Paragraphs, Paragraphen, Paragraf, Paragrafs, Paragrafen+FW; Z.: Par-a-graph
parallel, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. parallel, analog, gleichzeitig, in (genau) gleicher Richtung nebeneinander verlaufend; ne. parallel (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Parallele; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. gr.-lat. parallēlos; E.: s. mnd. *parallel?, Adj., parallel; s. gr.-lat. parallēlos, Adj., parallel, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. παράλληλος (parállēlos), Adj., nebeneinander, parallel; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀλλήλλων (allḗllōn), Adv., einander, gegenseitig; gr. ἄλλος (állos), Adj., Pron., andere; idg. *ali̯os, Adj., andere, Pokorny 25; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. parallel, DW 13, 1460, EWD s. u. parallel, Duden s. u. parallel; Son.: vgl. nndl. parallel, Adj., parallel; frz. parallèl, Adj., parallel; nschw. parallel, Adj., parallel; nnorw. parallell, Adj., parallel; nir. parailéalach, Adj., parallel; lit. paralelinis, Adj., parallel; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in (genau) gleicher Richtung nebeneinander verlaufend; BM.: vorwärts, andere; F.: parallel, parallele, paralleles, parallelem, parallelen, paralleler+FW(+EW?); Z.: par-al-l-el
Parallele, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parallele, Gleichheit; ne. parallel (N.); Vw.: -; Hw.: s. parallel; Q.: um 1460 (Meisterlieder der Kolmarer Handschrift); E.: s. mhd. parallele*, parlelle, sw. F., Paralelle; mnd. parallēle*, F., Parallele, gleichlaufende an jedem Punkt in gleichem Abstand zu einer anderen Linie befindliche Linie; frz. parallèle, F., Parallele; frz. parallèl, Adj., parallel; s. gr.-lat. parallēlos, Adj., parallel, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. παράλληλος (parállēlos), Adj., nebeneinander, parallel; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀλλήλλων (allḗllōn), Adv., einander, gegenseitig; gr. ἄλλος (állos), Adj., Pron., andere; idg. *ali̯os, Adj., andere, Pokorny 25; idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. parallel, fehlt DW, EWD s. u. parallel, Duden s. u. Parallele; Son.: vgl. nndl. parallel, Sb., Parallele; nschw. parallell, Sb., Parallele; nnorw. parallell, M., Parallele; poln. paralela, F., Parallele; lit. paralelė, F., Parallele; GB.: seit um 1460 belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Gerade die zu einer anderen Geraden in stets gleichem Abstand (Gleichheit) verläuft und davon abgeleitet Bezeichnung für zwei andere vergleichbare Gegebenheiten; BM.: vorwärts, andere; F.: Parallele, Parallelen+FW; Z.: Par-al-l-el-e
$Parallelogramm, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Parallelogramm, Rhomboid; I.: Lw. lat. parallēlogrammum; E.: s. lat. parallēlogrammum; L.: fehlt DW, EWD s. u. parallel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine bereits den Hochkulturen des Altertums bekannte geometrische Figur eines Vierecks bei dem die jeweils gegenüberliegenden Seiten dieselbe Länge haben und parallel sind (Rhomboid) wofür Quadrat oder Rechteck oder Raute besondere Fälle sind; F.: Parallelogramm, Parallelogrammes, Parallelogramms, Parallelogramme, Parallelogrammen+FW; Z.: Par-al-l-o-gramm
Paralyse, nhd., F., (12./13. Jh.?): nhd. Paralyse, Lähmung, Auflösung; ne. paralysis; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. paralysis; E.: s. lat. paralysis, F., Paralyse, Nervenlähmung, Auflösung, Erklärung, (23/24-79 n. Chr.); gr. παράλυσις (parálysis), F., Lähmung; vgl. gr. παραλύειν (paralýein), V., wegnehmen, auflösen, lähmen; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; idg. *leu- (2), V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Paralyse, fehlt DW, EWD s. u. Paralyse, Duden s. u. Paralyse; Son.: vgl. nndl. paralysie, Sb., Paralyse; frz. paralysie, F., Paralyse; nschw. paralys, Sb., Paralyse; nnorw. paralyse, M., Paralyse; poln. paraliż, M., Paralyse; kymr. parlys, M., Paralyse; nir. pairilis, F., Paralyse; lit. paralyžius, M., Paralyse; GB.: vielleicht seit 12./13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine (aus unterschiedlichen Gründen mögliche) Lähmung (Bewegungslähmung) eines Lebewesens oder eine Auflösung; BM.: vorwärts, lösen; F.: Paralyse, Paralysen+FW(+EW); Z.: Par-a-ly-s-e
$paralysieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. paralysieren, lähmen, auflösen; E.: s. Paralys(e), s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Paralyse, fehlt DW, EWD s. u. Paralyse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Paralys(e) und ieren gebildete Bezeichnung für (aus unterschiedlichen Gründen mögliches) lähmen oder auflösen; F.: paralysieren, paralysiere, paralysierst, paralysiert, paralysierest, paralysieret, paralysierte, paralysiertest, paralysierten, paralysiertet, ##paralysiert, paralysierte, paralysiertes, paralysiertem, paralysierten, paralysierter##, paralysierend, ###paralysierend, paralysierende, paralysierendes, paralysierendem, paralysierenden, paralysierender###, paralysier (!)+FW(+EW); Z.: par-a-ly-s-ier-en
$paralytisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. paralytisch, gelähmt, durch Paralyse verursacht; E.: s. Paraly(se), s. t, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Paralyse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Paraly(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für gelähmt oder durch Paralyse verursacht; F.: paralytisch, paralytische, paralytisches, paralytischem, paralytischen, paralytischer+FW+EW; Z.: par-a-ly-t-isch
Parameter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Parameter, veränderliche Größe, Rahmenbedingung; ne. parameter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. para..., Meter; L.: fehlt DW, Duden s. u. Parameter; Son.: vgl. nndl. parameter, Sb., Parameter; frz. paramètre, M., Parameter; nschw. parameter, Sb., Parameter; nnorw. parameter, M., Parameter; kymr. paramedr, M., Parameter; nir. paraiméadar, M., Parameter; poln. parametr, M., Parameter; lit. parametras, M., Parameter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus para und Meter gebildete Bezeichnung für eine in Funktionen und Gleichungen neben den eigentlichen Variablen auftretende entweder unbestimmt gelassene oder konstant gehaltene Größe wie beispielsweise das arithmetische Mittel oder der Median oder die Standardabweichung oder eine Rahmenbedingung; BM.: vorwärts, messen; F.: Parameter, Parameters, Parametern+FW; Z.: Par-a—me-t-er
Paranoia, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Paranoia, Geistesgestörtheit die zu Wahnvorstellungen führt; ne. paranoia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. παράνοια (paránoia); E.: s. gr. παράνοια (paránoia), F., Wahnsinn, Verrücktheit; vgl. gr. παράνοος (paránoos), παράνους (paránus), Adj., wahnsinnig, verstört; gr. παρά (pará), πάρα (pára), Präp., Präf., bei, neben, her, hin, entlang an, gegen; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. νόος (nóos), νοῦς (nūs), M., Sinn, Geist, Verstand, Vernunft; es handelt sich wohl um ein altererbtes Verbalnomen ungeklärter Herkunft; L.: Kluge s. u. Paranoia, fehlt DW, Duden s. u. Paranoia; Son.: vgl. nndl. paranoia, Sb., Paranoia; frz. paranoïa, F., Paranoia; nschw. paranoia, Sb., Paranoia; nnorw. paranoia, M., Paranoia; poln. paranoja, F., Paranoia; kymr. paranoia, M., Paranoia; nir. paranóia, F., Paranoia; lit. paranoja, F., Paranoia; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche sich in Wahnvorstellungen ausdrückende Geistesgestörtheit; BM.: vorwärts, Verstand; F.: Paranoia+FW; Z.: Par-a-no-i-a
$paranoid, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. paranoid, geistesgestört; E.: s. Paranoi(a), s. d; L.: Kluge s. u. Paranoia, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Paranoi(a) und d gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geistesgestört; F.: paranoid, paranoide, paranoides, paranoidem, paranoiden, paranoider(, paranoidere, paranoideres, paranoiderem, paranoideren, paranoiderer, paranoidest, paranoideste, paranoidestes, paranoidestem, paranoidesten, paranoidester)+FW(+EW?); Z.: par-a-no-id
$paranoisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. paranoisch, geistesgestört; E.: s. Parano(ia), s. isch; L.: Kluge s. u. Paranoia; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Parano(ia) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geistesgestört; F.: paranoisch, paranoische, paranoisches, paranoischem, paranoischen, paranoischer(, paranoischere, paranoischeres, paranoischerem, paranoischeren, paranoischerer, paranoischst, paranoischste, paranoischstes, paranoischstem, paranoischsten, paranoischster)+FW(+EW); Z.: par-a-no-isch
Paraphrase, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Paraphrase, Umschreibung, Wiedergabe mit anderen Wörtern oder Ausdrücken; ne. paraphrase; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. paraphrasis; E.: s. mlat. paraphrasis, F., Paraphrase, Umschreibung; gr. παράφρασις (paráphrasis), F., Paraphrase, Umschreibung; vgl. gr. παρά (pará), πάρα (pára), Präp., Präf., bei, neben, her, hin, entlang an, gegen; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φράσις (phrásis), F., Reden (N.), Ausdrucksweise; vgl. gr. φράζειν (phrázein), V., wahrnehmen lassen, anzeigen, andeuten; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Paraphrase, fehlt DW, EWD s. u. Phrase, Duden s. u. Paraphrase; Son.: vgl. nndl. parafrase, Sb., Paraphrase; frz. paraphrase, F., Paraphrase; nschw. parafras, Sb., Paraphrase; nnorw. parafrase, M., Paraphrase; poln. parafraza, F., Paraphrase; lit. parafrazė, F., Paraphrase; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine Umschreibung oder eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Wiedergabe eines sprachlichen Ausdrucks für eine sachliche Gegebenheit mit anderen Wörtern oder Ausdrücken; BM.: vorwärts, wahrnehmen lassen; F.: Paraphrase, Paraphrasen+FW(+EW); Z.: Par-a-phras-e
$paraphrasieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. paraphrasieren, umschreiben, mit anderen Wörtern wiedergeben; E.: s. Paraphras(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Phrase; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Paraphras(e) und ieren gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches umschreiben oder mit anderen Wörtern wiedergeben; F.: paraphrasieren, paraphrasiere, paraphrasierst, paraphrasiert, paraphrasierest, paraphrasieret, paraphrasierte, paraphrasiertest, paraphrasierten, paraphrasiertet, ##paraphrasiert, paraphrasierte, paraphrasiertes, paraphrasiertem, paraphrasierten, paraphrasierter##, paraphrasierend, ###paraphrasierend, paraphrasierende, paraphrasierendes, paraphrasierendem, paraphrasierenden, paraphrasierender###, paraphrasier (!)+FW(+EW); Z.: par-a-phras-ier-en
Parapluie, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Parapluie, Regenschirm; ne. umbrella; Vw.: -; Hw.: s. Parasol; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. parapluie; E.: s. frz. parapluie, M., Parapluie; vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; frz. pluie, F., Regen (M.); vgl. lat. pluvia, F., Regen (M.), Regenguss, Regenwasser, (um 450 v. Chr.); lat. pluere, V., regnen, strömen lassen; idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Parapluie, fehlt DW, Duden s. u. Parapluie; Son.: vgl. nndl. paraplu, Sb., Parapluie; nschw. paraply, Sb., Parapluie; nnorw. paraply, M., Parapluie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon vor 5000 Jahren in Ägypten und Griechenland sowie China entwickelten und verwendeten Schutz gegen Regen (Regenschirm); BM.: hervorbringen, gießen; F.: Parapluie, Parapluies+FW; Z.: Par-a-plu-ie
Parasit, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Parasit, Schmarotzer; ne. parasite; Vw.: -; Hw.: s. parasitär; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. parasītus; E.: s. lat. parasītus, M., Tischgenosse, Gast, (116-27 v. Chr.); gr. παράσιτος (parásitos), M., Tischgenosse; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. σῖτος (sitos), M., Getreide, Korn, Mehl, Speise; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 711; L.: Kluge s. u. Parasit, DW 13, 1459, EWD s. u. Parasit, Duden s. u. Parasit; Son.: vgl. nndl. parasiet, Sb., Parasit; frz. parasite, M., Parasit; nschw. parasit, Sb., Parasit; nnorw. parasitt, M., Parasit; poln. pasożyt, M., Parasit; kymr. parasit, M., Parasit; nir. paraisít, F., Parasit; lit. parazitas, M., Parasit; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein meist schon vormenschlich mögliches Lebewesen das aus dem Zusammenleben mit anderen Lebewesen einseitig Nutzen zieht wie beispielsweise der Bandwurm oder der Floh oder der Hallimasch oder die Kopflaus oder die Mistel oder die Motte oder die Plasmodie oder der Teufelszwirn oder die Toxoplasme oder die Zecke; BM.: vorwärts, Speise; F.: Parasit, Parasiten+FW(+EW); Z.: Par-a-sit
parasitär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. parasitär, parasitisch, schmarotzerisch; ne. parasitic, parasitical; Vw.: -; Hw.: s. Parasit; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. parasitaire; E.: s. frz. parasitaire, Adj., parasitär; vgl. frz. parasite, M., Parasit; lat. parasītus, M., Tischgenosse, Gast, (116-27 v. Chr.); gr. παράσιτος (parásitos), M., Tischgenosse; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. σῖτος (sitos), M., Getreide, Korn, Mehl, Speise; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 711; L.: Kluge s. u. Parasit, fehlt DW, EWD s. u. Parasit, Duden s. u. parasitär; Son.: vgl. nndl. parasitair, Adj., parasitär; poln. parasitisk, Adj., parasitär; nnorw. parasittær, Adj., parasitär; poln. pasożytniczy, Adj., parasitär; kymr. parasitig, Adj., parasitär; lit. parazitinis, Adj., parasitär; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schmarotzerisch; BM.: vorwärts, Speise; F.: parasitär, parasitäre, parasitäres, parasitärem, parasitären, parasitärer(, parasitärere, parasitäreres, parasitärerem, parasitäreren, parasitärerer, parasitärst, parasitärste, parasitärstes, parasitärstem, parasitärsten, parasitärster)+FW(+EW); Z.: par-a-sit-är
$parasitisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. parasitisch, parasitär, schmarotzerisch; E.: s. Parasit, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Parasit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Parasit und isch gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches parasitär oder schmarotzerisch F.: parasitisch, parasitische, parasitisches, parasitischem, parasitischen, parasitischer(, parasitischere, parasitischeres, parasitischerem, parasitischeren, parasitischerer, parasitischst, parasitischste, parasitischstes, parasitischstem, parasitischsten, parasitischster)+FW+EW; Z.: par-a-sit-isch
Parasol, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Parasol, Sonnenschirm, Gemeiner Riesenschirmling; ne. parasol; Vw.: -; Hw.: s. Parapluie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. parasol; E.: s. frz. parasol, M., Parasol; it. parasole, M., Parasol; von it. para il sole, V., halte die Sonne ab; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; vgl. lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein, Sonnenhitze; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Parasol, fehlt DW, Duden s. u. Parasol; Son.: vgl. nndl. parasol, Sb., Parasol; nschw. parasoll, N., Sb., Parasol; nnorw. parasoll, M., Parasol; kymr. parasol, M., Parasol; nir. parasólm, M., Parasol; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon vor 5000 Jahren in Ägypten und Griechenland sowie China entwickelten und als Schutz gegen Sonne verwendeten Sonnenschirm (und wegen der Form auch den Speisepilz Gemeiner Riesenschirmling); BM.: hervorbringen, Sonne; F.: Parasol, Parasols+FW(+EW?); Z.: Par-a-sol
parat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. parat, bereit, bereitet; ne. prepared, ready; Vw.: s. dis-, se-; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. parātus; E.: s. lat. parātus, Adj., bereit, bereitstehend, gerüstet, geneigt, bereitwillig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. parat, DW 13, 1459, EWD s. u. parat, Duden s. u. parat; Son.: vgl. nndl. paraat, Adj., parat; nschw. parat, Adj., parat; nnorw. parat, Adj., parat; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bereit (oder bereitet); BM.: hervorbringen; F.: parat, parate, parates, paratem, paraten, parater+FW(+EW); Z.: par-at
...parat, nhd., Sb., (14. Jh.?): nhd. ...parat; ne. ...paratus; Vw.: s. Ap-, Prä-; Hw.: ...paration, ...parator, ...paratur; Q.: 14. Jh.?; I.: Lw. lat. parātus; E.: s. lat. parātus, M., Zubereitung, Zurüstung, Einrichtung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; Son.: vgl. nndl. ...paraat, Suff., ...parat; frz. ...pareil, Suff., ...parat; nschw. ...parat, Suff., ...parat; nnorw. ...parat, Suff., ...parat; poln. ...parat, Suff., ...parat; kymr. ...paratws, Suff., ...parat; lit. ...paratas, Suff., ...parat; GB.: vielleicht seit dem 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Bereitung verwendete Bezeichnung; BM.: hervorbringen; F.: ...parat, ...parats, ...parates, ...parate, ...paraten+FW(+EW); Z.: -par-at
Parataxe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Parataxe, Satzreihe, Gleichordnung, Nebenordnung; ne. parataxis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παρατάσσειν (paratássein), V., danebenstellen, nebeinander stellen, in Schlachtordnung stellen; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. τάσσειν (tássein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Parataxe, fehlt DW, Duden s. u. Parataxe; Son.: vgl. frz. parataxe, F.?, Parataxe; nnorw. paratakse, M., Parataxe; poln. parataksa, F., Parataxe; kymr. paratacsis, M., Parataxe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gleichordnung oder Nebenordnung von Sätzen oder Satzgliedern (Satzreihe) in Gegensatz zu einer Hypotaxe (Unterordnung); BM.: vorwärts, stellen; F.: Parataxe, Parataxen+FW; Z.: Par-a-tax-e
...paration, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...paration; ne. ...paration; Vw.: s. Prä-, Re-, Se-; Hw.: ...parat, ...parator, ...paratur; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. parātio; E.: s. lat. parātio, F., Erwerbung, Zubereitung, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; Son.: vgl. nndl. ...paratie, Suff., ...paration; frz. ...paration, Suff., ...paration; nschw. ...paration, Suff., ...paration; nnorw. ...parasjon, Suff., ...paration; poln. ...paracja, Suff., ...paration; lit. ...paracija, Suff., ...paration; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung femininer Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: hervorbringen; F.: ...paration, ...parationen+FW(+EW); Z.: -par-at-io-n
...parator, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...parator; ne. ...paratus, ...pair; Vw.: s. Prä-; Hw.: ...paration, ...paratur, ...parat; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. parātor; E.: s. lat. parātor, M., Erwerber, Schöpfer (M.) (2), (354-430 n. Chr.); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; Son.: vgl. frz. ...parateur, Suff., ...parator; poln. ...parator, Suff., ...parator; GB.: vielleicht 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: hervorbringen; F.: ...parator, ...parators, ...paratoren+FW; Z.: -par-at-or
...paratur, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...paratur; ne. ...paratus, ...pair; Vw.: s. Ap, Re-; Hw.: ...paration, ...parator, ...parat; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. parātūra; E.: s. lat. parātūra, F., Zubereitung, Zurüstung, Vorbereitung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; Son.: vgl. nndl. ...paratuur, Suff., ...paratur; nschw. ...paratur, Suff., ...paratur; nnorw. ...paratur, Suff., ...paratur; poln. ...paratura, Suff., ...paratur; lit. ...paratūra, Suff., ...paratur; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: hervorbringen; F.: ...paratur, ...paraturen+FW(+EW); Z.: -par-at-ur
Parazentese, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Parazentese, Durchstoßen oder Durchstechen (des Trommelfells bei Mittelohrvereiterung); ne. paracentesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. paracentēsis; E.: s. lat. paracentēsis, F., Durchstechen, Inzision, (23/24-79 n. Chr.); gr. παρακέντησις (parakéntēsis), F., Durchstechen; vgl. gr. παρά (pará), πάρα (pára), Präp., Präf., bei, neben, her, hin, entlang an, gegen; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Parazentese; Son.: vgl. frz. paracentèse, F., Parazentese; poln. paracenteza, F., Parazentese; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Durchstoßen oder Durchstechen (des Trommelfells bei Mittelohrvereiterung); BM.: vorwärts, stechen; F.: Parazentese, Parazentesen+FW; Z.: Par-a-zent-es-e
Parcours, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Parcours, festgelegte Hindernisstrecke oder Laufstrecke; ne. course (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. parcours; E.: s. frz. parcours, M., Parcours, festgelegte Hindernisstrecke; lat. percursus, M., Durchlaufen, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. percurrere, V., durchlaufen (V.), hinlaufen, hinüberlaufen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Parcours, fehlt DW, EWD s. u. Parcours, Duden s. u. Parcours; Son.: vgl. nndl. parcours, Sb., Parcours; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen festgelegte Hindernisstrecke oder Laufstrecke; BM.: vorwärts, laufen; F.: Parcours+FW; Z.: Par-cours
pardauz, bardauz, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. pardauz, oha; ne. upsy-daisy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, Schallwort; L.: Kluge s. u. pardauz, fehlt DW, EWD s. u. pardauz, Duden s. u. pardauz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Ausruf der Überraschung bei einem plötzlichen Fall; BM.: lautmalend; F.: pardauz, bardauz, +EW; Z.: pardauz
Pardel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pardel, Panther; ne. panther; Vw.: -; Hw.: s. Leopard; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. pardalis; E.: s. mnd. pardēl, pardeel, M., Pardel, ein Raubtier, Panther, Leopard; lat. pardalis, F., weiblicher Pardel, weiblicher Panther, (1. Jh. n. Chr.); gr. πάρδαλις (párdalis), F., weiblicher Pardel, weiblicher Panther; vgl. gr. πάρδος (párdos), M., Pardel, Panther; iran. *parda-, Sb.?, Panther?; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Pardel, Kluge s. u. Pardel, DW 13, 1460, Duden s. u. Pardel; Son.: s. ahd. pardo, sw. M. (n), Parder, Pard, Panther; mhd. parde, sw. M., Parder; vgl. nndl. pardel, Sb., Pardel; nisl. pardusdýr, N., Panther; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche rötlich-gelbe und schwarz gefleckte Großkatze; BM.: ?; F.: Pardel, Pardels, Pardeln+FW; Z.: Pard-el
Pardon, nhd., M., N., (15. Jh.): nhd. Pardon, Verzeihung, Entschuldigung; ne. pardon (N.); Vw.: -; Hw.: s. pardonieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. pardon; E.: s. frz. pardon, M., Verzeihung; vgl. frz. pardonner, V., verzeihen; spätlat. perdōnāre, V., vergeben (V.), verzeihen, einräumen, Forderung abtreten, Forderung aufgeben, Leben schenken, geben, schicken; vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dōnāre, V., schenken, beschenken, übergeben (V.), geben, darbieten; lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pardon, DW 13, 1460, EWD s. u. Pardon, Duden s. u. Pardon; Son.: vgl. nndl. pardon, Sb., Pardon; nschw. pardon, Sb., Pardon; nnorw. pardong, M., Pardon; kymr. pardwn, M., Pardon; nir. pardún, M., Pardon; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Verzeihung oder Entschuldigung oder ein verzeihendes menschliches Verständnis; BM.: vorwärts, geben; F.: Pardon, Pardons+FW; Z.: Par-do-n
pardonieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. pardonieren, entschuldigen, begnadigen; ne. pardon (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pardon; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. frz. pardonner; E.: s. frz. pardonner, V., verzeihen; spätlat. perdōnāre, V., vergeben (V.), verzeihen, einräumen, Forderung abtreten, Forderung aufgeben, Leben schenken, geben, schicken; vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dōnāre, V., schenken, beschenken, übergeben (V.), geben, darbieten; lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pardon, DW 13, 1461, Duden s. u. pardonieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches entschuldigen oder begnadigen; BM.: vorwärts, geben; F.: pardonieren, pardoniere, pardonierst, pardoniert, pardonierest, pardonieret, pardonierte, pardoniertest, pardonierten, pardoniertet, ##pardoniert, pardonierte, pardoniertes, pardoniertem, pardonierten, pardonierter##, pardonierend, ###pardonierend, pardonierende, pardonierendes, pardonierendem, pardonierenden, pardonierender###, pardonier+FW(+EW); Z.: par-do-n-ier-en
Parenthese, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parenthese, Einschub; ne. parenthesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. parenthesis; E.: s. lat. parenthesis, F., Zwischensatz, Parenthese, Einschieben, (um 362 n. Chr.); gr. παρένθεσις (parénthesis), F., Zwischensatz, Dazwischenstellen; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Parenthese, fehlt DW, EWD s. u. Parenthese, Duden s. u. Parenthese; Son.: vgl. nndl. parenthese, Sb., Parenthese; frz. parenthèse, F., Parenthese; nschw. parentes, Sb., Parenthese; nnorw. parentes, M., Parenthese; poln. parenteza, F., Parenthese; kymr. parenthesis, M., Parenthese; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Einschub oder einen eingeschobenen Satz oder Teil eines Satzes; BM.: vorwärts, setzen; F.: Parenthese, Parenthesen+FW(+EW); Z.: Par-en-the-s-e
$parenthetisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. parenthetisch, eingeschoben, in Parenthese gesetzt; E.: s. Parenthe(se), s. t, s. isch: L.: fehlt DW, EWD s. u. Parenthese; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Parenthe(se) und t sowie isch gebildete Bezeichnung für eingeschoben oder in Parenthese gesetzt F.: parenthetisch, parenthetische, parenthetisches, parenthetischem, parenthetischen, parenthetischer+FW+EW; Z.: par-en-the-t-isch
Parfum, Parfüm, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Parfum, Duftwasser; ne. perfume (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. parfum; E.: s. mnd. *parfum?, Sb., Parfum; frz. parfum, M., Parfum; vgl. frz. parfumer, V., mit Duft erfüllen; it. perfumare, V., stark duften, mit Duft erfüllen; früh-rom. *perfumare, V., stark duften; lat. fūmāre, V., rauchen, dampfen, qualmen; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Parfum, fehlt DW (aber parfümieren DW 13, 1461), EWD s. u. Parfüm, Duden s. u. Parfum; Son.: vgl. nndl. parfum, Sb., Parfum; nschw. parfym, Sb., Parfum; nnorw. parfyme, M., Parfum; poln. perfumy, Sb. Pl., Parfum; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und in das Mnd. aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Italienischen sowie dem Frühromanischen und teilweise dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte alkoholische Flüssigkeit in der Duftstoffe für Körpergeruch gelöst sind (Duftwasser); BM.: wehen bzw. stinken; F.: Parfum, Parfums, Parfüm, Parfüms+FW; Z.: Par-fu-m
$Parfümerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Parfümerie, Geschäft eines Parfümhändlers; E.: s. Parfüm, s. er Suff.), s. ie (Suff.); L.: Kluge s. u. Parfüm, fehlt DW, EWD s. u. Parfüm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Parfum/Parfüm und er sowie ie gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Unternehmen oder Geschäft eines Parfümherstellers oder Parfümhändlers; F.: Parfümerie, Parfümerien+FW; Z.: Par-fü-m-er-ie
parfümieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. parfümieren, mit Parfüm besprühen, Parfüm auflegen; ne. perfume (V.); Vw.: -; Hw.: s. Parfum; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. parfumer; E.: s. mnd. parfǖmēren, parfümeeren, sw. V., parfümieren, mit einem Duftstoff versehen (V.); frz. parfumer, V., parfümieren; it. perfumare, V., stark duften, mit Duft erfüllen; früh-rom. *perfumare, V., stark duften; lat. fūmāre, V., rauchen, dampfen, qualmen; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Parfüm, DW 13, 1461, EWD s. u. Parfüm, Duden s. u. parfümieren; Son.: vgl. nndl. parfumeren, V., parfümieren; nschw. parfymera, V., parfümieren; nnorw. parfymere, V., parfümieren; poln. perfumować, V., parfümieren; GB.: um 1600 (mnd.) belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen sowie dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Parfüm besprühen oder Parfum auflegen; BM.: wehen bzw. stinken; F.: parfümieren, parfümiere, parfümierst, parfümiert, parfümierest, parfümieret, parfümierte, parfümiertest, parfümierten, parfümiertet, ##parfümiert, parfümierte, parfümiertes, parfümiertem, parfümierten, parfümierter##, parfümierend, ###parfümierend, parfümierende, parfümierendes, parfümierendem, parfümierenden, parfümierender###, parfümier (!)+FW; Z.: par-fü-m-ier-eni
Paria, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Paria, Kastenloser, Ausgestoßener; ne. pariah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. paria, ne. pariah; E.: s. frz. paria, M., Paria; ne. pariah, M., Paria; angloind. parriar, pariah, Sb., niederste Kaste bei den Hindus; tamil. paṛaiyar, M. Pl., einer niederen Kaste gehörende Trommelschläger; tamil. paṛai, Sb., große Trommel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Paria, Duden s. u. Paria; Son.: vgl. paraiyar, Sb. Pl., Parias; nschw. paria, Sb., Paria; nnorw. paria, M., Paria; poln. parias, M., Paria; kymr. parïa, M., Paria; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen sowie mittelbar dem Tamilischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen einer niederen Kaste von Landarbeitern und Tagelöhnern in Ostindien und davon abgeleitet allgemeiner für einen an dem unteren Rande der Gesellschaft stehenden Menschen; BM.: Trommler als Angehöriger einer niederen Kaste; F.: Paria, Parias+FW; Z.: Paria
parieren (1), nhd., V.: nhd. parieren (V.) (1), abwehren; ne. parry (V.); Vw.: -; Hw.: s. Parade (2); Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. it. parare; E.: s. it. parare, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), lat. parāre (1), bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, (204-169 v. Chr.); idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. parieren 1, DW 13,1461, EWD s. u. parieren 1, Duden s. u. parieren; Son.: vgl. nndl. pareren, V., parieren (V.) (1); frz. parer, V., parieren (V.) (1); nschw. parera, V., parieren (V.) (1); nnorw. parere, V., parieren (V.) (1); GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für (sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen gegnerischen Angriff) abwehren; BM.: hervorbringen; F.: parieren, pariere, parierst, pariert, parierest, parieret, parierte, pariertest, parierten, pariertet, ##pariert, parierte, pariertes, pariertem, parierten, parierter##, parierend, ###parierend, parierende, parierendes, parierendem, parierenden, parierender###, parier (!)+FW(+EW); Z.: par-ier-en
parieren (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. parieren (V.) (2), ein Pferd mäßigen, anhalten; ne. stop (V.) a horse; Vw.: -; Hw.: s. Parade (3); Q.: 16. Jh.; I.: Lw. span. parar; E.: s. span. parar, V., Vorkehrung treffen; frz. parer, V., parieren (V.) (2); span. parar, V., parieren, Vorkehrungen treffen; lat. parāre (1), bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. parieren 2, DW 13,1461, Duden s. u. parieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen und Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Zähmung des Pferdes mögliches ein Pferd mäßigen; BM.: hervorbringen; F.: parieren, pariere, parierst, pariert, parierest, parieret, parierte, pariertest, parierten, pariertet, ##pariert, parierte, pariertes, pariertem, parierten, parierter##, parierend, ###parierend, parierende, parierendes, parierendem, parierenden, parierender###, parier (!)+FW(+EW); Z.: par-ier-en
parieren (3), nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. parieren (V.) (3), gehorchen; ne. obey; Vw.: s. prä-, re-, se-; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. parieren (1), sw. V., „parieren“, gehorchen; mnd. pārēren, parīren, sw. V., parieren, gehorchen, Folge leisten; lat. pārēre, erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen, (204-169 v. Chr.); idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. parieren 3, DW 13, 1461, EWD s. u. parieren 2, Duden s. u. parieren; GB.: um 1340 belegte aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches gehorchen oder einem Befehl Folge leisten; BM.: zeigen; F.: parieren, pariere, parierst, pariert, parierest, parieret, parierte, pariertest, parierten, pariertet, ##pariert, parierte, pariertes, pariertem, parierten, parierter##, parierend, ###parierend, parierende, parierendes, parierendem, parierenden, parierender###, parier (!)+FW(+EW); Z.: par-ier-en
Parität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Parität, Gleichsetzung, Gleichstellung, ungefähre zahlenmäßige Gleichheit, Ausgewogenheit; ne. parity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. paritās; E.: s. lat. paritās, F., Gleichheit, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. pār (1), Adj., gleichkommend, gleich; ? vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Duden s. u. Parität, fehlt DW, EWD s. u. Parität, Duden s. u. Parität; Son.: vgl. nndl. pariteit, Sb., Parität; frz. parité, F., Parität; nschw. paritet, Sb., Parität; nnorw. paritet, M., Parität; poln. parytet, M., Parität; kymr. paredd, M., Parität; lit. paritetas, M., Parität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früh mögliche ungefähre zahlenmäßige Gleichheit oder Ausgewogenheit; BM.: bringen; F.: Parität, Paritäten+FW(+EW); Z.: Par-it-ät
$paritätisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. paritätisch, gleichgestellt, gleichwertig, gleich; E.: s. Parität, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Parität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Parität und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches gleichgestellt oder gleichwertig oder gleich; F.: paritätisch, paritätische, paritätisches, paritätischem, paritätischen, paritätischer(, paritätischere, paritätischeres, paritätischerem, paritätischeren, paritätischerer, paritätischst, paritätischste, paritätischstes, paritätischstem, paritätischsten, paritätischster)+FW(+EW); Z.: par-it-ät-isch
Park, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Park, Gartenanlage; ne. park (N.); Vw.: -; Hw.: s. parken, Parkett; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. parc (unter Einfluss von ne. park); E.: s. frz. parc, M., Park; afrz. parc, M., Park; mlat. parricus, M., Einfriedung; vgl. iberisch *parra, Sb., Spalier; L.: Kluge 1. A. s. u. Park, Kluge s. u. Park, DW 13, 1462, EWD s. u. Park, Duden s. u. Park, Bluhme s. u. Park; Son.: s. mhd. parc, parchan, parkam, st. M., „Park“, eingehegter Ort, Umzäunung; nndl. park, Sb., Park; nschw. park, Sb., Park; nnorw. park, M., Park; poln. park, M., Park; kymr. parc, M., Park; nir. páirc, F., Park; lit. parkas, M., Park; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Englischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen und vielleicht dem Iberischen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums angelegte größere einer natürlichen Landschaft ähnliche Anlage mit Bäumen und Sträuchern und Rasenflächen sowie Wegen; BM.: Spalier; F.: Park, Parks+FW; Z.: Park
Parka, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Parka, gefütterter Anorak; ne. parka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. parka; E.: s. ne. parka, N., Parka; russ. парка (párka), F., Parka, Pelz aus Schaffellen; aus dem Samojedischen; L.: Kluge s. u. Parka, fehlt DW, Duden s. u. Parka; Son.: vgl. nndl. parka, Sb., Parka; frz. parka, M., F., Parka; nschw. parkas, Sb., Parka; nnorw. parkas, M., Parka; poln. parka, F., Parka; kymr. parca, M., Parka; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Russischen sowie mittelbar dem Samojedischen aufgenommene Bezeichnung für einen gefütterten Anorak; BM.: Pelz aus Schaffellen; F.: Parka, Parkas+FW; Z.: Parka
parken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. parken, einparken, ein Fahrzeug nicht nur ganz kurz abstellen; ne. park (V.); Vw.: -; Hw.: s. Park, Parkett; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. park; E.: s. ne. park, V., parken; vgl. ne. park, N., Park; frz. parc, M., Park; afrz. parc, M., Park; mlat. parricus, M., Einfriedung; vgl. iberisch *parra, Sb., Spalier; L.: Kluge s. u. parken, fehlt DW, EWD s. u. Park, Duden s. u. parken; Son.: vgl. nndl. parkeren, V., parken; nschw. parkera, V., parken; nnorw. parkere, V., parken; poln. parkować, V., parken; kymr. parcio, V., parken; nir. páirceálaim, V., parken; GB.: seit 1920-1930 aus dem Neuenglischen aufgenommen und mit Park verbindbare Bezeichnung für ein Fahrzeug auf fremden Grund zumindest nicht nur ganz kurz abstellen; BM.: Spalier; F.: parken, parke (!), parkst, parkt, parkest, parket, parkte, parktest, parkten, parktet, geparkt, ##geparkt, geparkte, geparktes, geparktem, geparkten, geparkter##, parkend, ###parkend, parkende, parkendes, parkendem, parkenden, parkender###, park (!)+FW; Z.: park-en
Parkett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Parkett, Holzfußboden; ne. parquet; Vw.: -; Hw.: s. Park, parken; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. parquet; E.: s. frz. parquet, M., Parkett; vgl. frz. parc, M., Park, abgeschlossener Raum; afrz. parc, M., Park; mlat. parricus, M., Einfriedung; vgl. iberisch *parra, Sb., Spalier; L.: Kluge s. u. Parkett, fehlt DW, EWD s. u. Parkett, Duden s. u. Parkett; Son.: vgl. nndl. parket, Sb., Parkett; nschw. parkett, Sb., Parkett; nnorw. parkett, M., Parkett; poln. parkiet, M., Parkett; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten aus schmalen Brettern zusammengesetzten Holzfußboden; BM.: abgeteilte Stücke in dem Fußboden bzw. Spalier; F.: Parkett, Parketts, Parkettes, Parkette, Parketten+FW; Z.: Par-k-ett
$Parkplatz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Parkplatz; Q.: 1920-1930; E.: s. Park, s. Platz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Park; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus park(en) und Platz gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen für das Parken von Fahrzeugen bestimmten und verwendeten Platz in Gegensatz beispielsweise zu einer Fahrbahn einer Straße oder sonstigem Freigelände; F.: Parkplatz, Parkplatzes, Parkplätze, Parkplätzen+FW; Z.: Park-pla-tz
Parlament, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Parlament, Parlamentsversammlung, Parlamentsgebäude; ne. parliament; Vw.: -; Hw.: s. Parlamentär, Parlamentarier, parlieren, Parole; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. parlament, st. N., Parlament, Besprechung, Rede, Disputation, Versammlung; mnd. parlament, parliament, parlement, parelmönt, perlament, perlement, N., Parlament, Zusammenkunft, Besprechung, Parlamentssitzung, Wortwechsel; afrz. parlement, M., Unterredung, Versammlung; afrz. parler, V., sprechen; vgl. lat. parabolē, parabola, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinandestellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, nebenvgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parlament, DW 13, 1463, EWD s. u. Parlament, Duden s. u. Parlament; Son.: das Wort wurde noch einmal im 17. Jahrhundert von ne. parliament entlehnt; vgl. nndl. parlement, Sb., Parlament; frz. parlement, M., Parlament; nschw. parlament, N., Parlament; nnorw. parlament, N., Parlament; poln. parlament, M., Parlament; nir. parlaimint, F., Parlament; lit. parlamentas, M., Parlament; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen gewählte Volksvertretung mit beratender und gesetzgebender Funktion sowie das zugehörige Gebäude (Parlamentsgebäude); BM.: vorwärts, werfen; F.: Parlament, Parlaments, Parlamentes, Parlamente, Parlamenten+FW(+EW); Z.: Par-l-am-ent
Parlamentär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Parlamentär, Parlamentarier, Unterhändler mit einem Feind; ne. parliamentary; Vw.: -; Hw.: s. Parlament, Parlamentarier; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. parlementaire; E.: s. frz. parlementaire, M., Parlamentär; frz. parlement, M., Parlament; afrz. parlement, M., Unterredung, Versammlung; afrz. parler, V., sprechen; vgl. lat. parabolē, parabola, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinanderstellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, nebenvgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parlament, EWD s. u. Parlamentär, Duden s. u. Parlamentär; Son.: vgl. nndl. parlementair, Sb., Parlamentär; nnorw. parlamentær, M., Parlamentär; poln. parlamentariusz, M., Parlamentär; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Parlament verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen beauftragten Unterhändler mit einem Feind; BM.: vorwärts, werfen; F.: Parlamentär, Parlamentärs, Parlamentäres, Parlamentäre, Parlamentären+FW(+EW); Z.: Par-l-am-ent-är
Parlamentarier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Parlamentarier, Mitglied eines Parlaments; ne. parlamentarian; Vw.: -; Hw.: s. Parlament, Parlamentär; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mlat. parlamentārius; E.: s. mlat. parlamentārius* (2), parliamentārius, M., Mitglied des Parlaments, Parlamentsmitglied; mlat. parlamentāre, V., beraten (V.), beratschlagen, eine Parlamentssitzung abhalten; afrz. parler, V., sprechen; vgl. lat. parabolē, parabola, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinandestellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, nebenvgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parlament, fehlt DW, EWD s. u. Parlament, Duden s. u. Parlamentarier; Son.: vgl. nndl. parlementariër, Sb., Parlamentarier; frz. parlementaire, M., Parlamentarier; nschw. parlamentariker, Sb., Parlamentarier; nnorw. parlamentariker, M., Parlamentarier; poln. parlamentyrzysta, M., Parlamentarier; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Bildung von Parlamenten mögliches Mitglied eines Parlaments; BM.: vorwärts, werfen; F.: Parlamentarier, Parlamentariers, Parlamentariern+FW(+EW); Z.: Par-l-am-ent-ar-i-er
$parlamentarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. parlamentarisch, Parlament betreffend, Parlamentarier betreffend; Vw.: s. un-; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Parlament, s. ar, s. isch; L.: EWD s. u. Parlament, DW 13, 1463; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Parlament und ar sowie isch gebildete Bezeichnung für Parlament betreffend, Parlamentarier betreffend; F.: parlamentarisch, parlamentarische, parlamentarisches, parlamentarischem, parlamentarischen, parlamentarischer+FW(+EW); Z.: par-l-am-ent-ar-isch
$Parlamentarismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Parlamentarismus, Regierungsform in der die Regierung dem Parlament des Staates verantwortlich ist; E.: s. parlamentar(isch), s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Parlament; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus parlamentar(isch) und ismus (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Regierungsform in der die Regierung dem Parlament des Staates verantwortlich ist; F.: Parlamentarismus+FW; Z.: Par-l-am-ent-ar-ism-us
parlieren, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. parlieren, sprechen, reden, schwatzen; ne. chat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Parlament; Q.: nach 1243 (Rennewart des Ulrich von Türheim); E.: s. mhd. parlieren, sw. V., parlieren, reden, tuscheln, sich äußern; mnd. parlēren, sw. V., sprechen, reden, große Reden führen; mnd. palleren, pallēren, sw. V., parlieren, laut schreien, lärmen; frz. parler, V., sprechen; vgl. lat. parabolē, parabola, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinandestellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, nebenvgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Parlament, DW 13, 1464, EWD s. u. parlieren, Duden s. u. parlieren; Son.: vgl. nnorw. parlere, V., parlieren; GB.: seit nach 1243 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprechen oder reden oder schwatzen; BM.: vorwärts, werfen; F.: parlieren, parliere, parlierst, parliert, parlierest, parlieret, parlierte, parliertest, parlierten, parliertet, ##parliert, parlierte, parliertes, parliertem, parlierten, parlierter##, parlierend, ###parlierend, parlierende, parlierendes, parlierendem, parlierenden, parlierender###, parlier (!)+FW(+EW); Z.: par-l-ier-en
Parmesan, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Parmesan, Parmesankäse, ein sehr fester Hartkäse; ne. Parmesan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. parmesan; E.: s. mnd. parmesān, M., Parmesan, aus Parma stammender harter fetter Käse; frz. parmesan, M., Parmesan; it. parmagiano, M., Parmesan; vgl. lat. Parma, F.=ON, Parma; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Parmesan, fehlt DW, Duden s. u. Parmesan; Son.: vgl. nndl. parmezaanse kaas, Sb., Parmesan; nschw. parmesan, Sb., Parmesan; nnorw. parmesanost, M., Parmesan; poln. parmezan, M., Parmesan; kymr. caws Parma, M., Parmesan; nir. cais Pharmach, F., Parmesan; lit. parmezanas, M., Parmesan; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen aus der Region Parma in Italien stammenden schon seit dem Mittelalter aus Rohmilch mit einer Verarbeitungszeit von bis zu drei Jahren hergestellten und besonders zu einem Reiben als Würzkäse geeigneten sehr festen Hartkäse mit mindestens 32 Prozent Fett in der Trockenmasse; BM.: ON nach dem Herkunftsort des Käses; F.: Parmesan, Parmesans+FW; Z.: Parm-es-an
Parodie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Parodie, Persiflage, Satire; ne. parody (N.); Vw.: -; Hw.: s. parodieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. parodie; E.: s. frz. parodie, F., Parodie; lat. parōdia, F., Gegenrede, (81-43 v. Chr.); gr. παρῳδία (parōidía), παρῃδία (parēidía), F., Gegenrede; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Parodie, DW 13, 1464, EWD s. u. Parodie, Duden s. u. Parodie; Son.: vgl. nndl. parodie, Sb., Parodie; frz. parodie, F., Parodie; nschw. parodi, Sb., Parodie; nnorw. parodi, M., Parodie; poln. parodia, F., Parodie; kymr. parodi, M., F., Parodie; lit. parodija, F., Parodie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche komisch-satirische Nachahmung oder Umbildung von künstlerischen Werken oder Menschen (Persiflage, Satire); BM.: sprechen; F.: Parodie, Parodien+FW(+EW); Z.: Par-od-ie
parodieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. parodieren, nachäffen, sich lustig machen; ne. parody (V.); Vw.: -; Hw.: s. Parodie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. parodier; E.: s. frz. parodier, V., parodieren; vgl. frz. parodie, F., Parodie; lat. parōdia, F., Gegenrede, (81-43 v. Chr.); gr. παρῳδία (parōidía), παρῃδία (parēidía), F., Gegenrede; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Parodie, DW 13, 1465, EWD s. u. Parodie, Duden s. u. parodieren; Son.: vgl. nndl. parodiëren, V., parodieren; frz. parodier, V., parodieren; nschw. parodiera, V., parodieren; nnorw. parodiere, V., parodieren; poln. parodiować, V., parodieren; kymr. parodi, V., parodieren; lit. parodijuoti, V., parodieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches nachahmen oder nachäffen oder sich lustig machen; BM.: sprechen; F.: parodieren, parodiere, parodierst, parodiert, parodierest, parodieret, parodierte, parodiertest, parodierten, parodiertet, ##parodiert, parodierte, parodiertes, parodiertem, parodierten, parodierter##, parodierend, ###parodierend, parodierende, parodierendes, parodierendem, parodierenden, parodierender###, parodier (!)+FW(+EW?); Z.: par-od-ier-en
Parodontose, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Parodontose, Paradontitis, eine Zahnbetterkrankung; ne. parodontosos; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ὀδούς (odús), ὀδών (odṓn), M., Zahn; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289; s. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 288 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Parodontose, fehlt DW, Duden s. u. Parodontose; Son.: vgl. nndl. paradontose, Sb., Parodontose; frz. parodontose, F., Parodontose; nschw. parodontit, Sb., Parodontose; poln. paradentoza, F., Parodontose; lit. parodontozė, F., Paradontose; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zahnbetterkrankung bei der das Zahnfleisch zurücktritt und sich die Zähne lockern; BM.: vorwärts, Zahn; F.: Parodontose, Parodontosen+FW; Z.: Par-od-ont-os-e
Parole, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Parole, Wort, Rede, mündliche Zusicherung, Ehrenwort, Erkennungswort, Losungswort, einprägsamer Spruch; ne. parole, watchword; Vw.: -; Hw.: s. Parlament; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: mhd. parole*, parolle, sw. M., „Parole“, Wort, Rede; mhd. parol, st. M., „Parole“, Wort, Rede; mfrz. parole, F., Wort, Rede; lat. parabolē, parabola, F., Wort, Spruch, (4 v.-65 n. Chr.); gr. παραβολή (parabolḗ), F., Nebeneinandestellung, Vergleichung, Gleichnis; vgl. gr. παρά, Präp., bei, nebenvgl. idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βολή (bolḗ), F., Werfen, Wurf, Blick; gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: DW 13, 1464, EWD s. u. Parole, Duden s. u. Parole; Son.: vgl. nndl. parool, Sb., Parole; frz. parole, F., Parole, Wort; nschw. paroll, Sb., Parole; nnorw. parole, M., Parole; kymr. parôl, M., Bewährung; nir. parúl, M., Parole; GB.: seit 1237-1252 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Wort oder eine Rede oder einen einprägsamen Spruch; BM.: vorwärts, werfen; F.: Parole, Parolen+FW; Z.: Par-ol-e
Paroli, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Paroli, Gleichwertiges, Gleiches, gleich Starkes; ne. the same; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. paroli; E.: s. frz. paroli, F., Doppeltes des ersten Einsatzes in einem Kartenspiel; it. paroli, Sb. Pl., Gleiches; vgl. it. paro, Adj., gleich; lat. pār (2), N., Gleiches, Abbild, Paar, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pār (1), Adj., gleichkommend, gleich; ? vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Paroli, EWD s. u. Paroli, DW 13, 1465, Duden s. u. Paroli; Son.: vor allem in der Redewendung Paroli bieten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas Gleichwertiges oder Gleiches oder gleich Starkes; BM.: gleichkommend; F.: Paroli+FW; Z.: Par-ol-i
Part, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Part, Teil, Mitgeteiltes, Zugeteiltes, Anteil, Abteilung, Partei, Rolle, Stimme; ne. part (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. part (2), st. N., Part, Teil, Menge, Anteil, Zugeteiltes, Abteilung, Partei, geteiltes Feld im Wappen; mnd. part (1), pārt, paert, pert, N., Part, Teil, Anteil, Bestandteil, Teil eines Ganzen; afrz. parte, F., Teil; lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Part, DW 13, 1465 (Parte), EWD s. u. Part, Duden s. u. Part; Son.: vgl. frz. part, F., Teil; nschw. part, Sb., Partei; nnorw. part, M., Part; poln. partia, F., Part; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen ausgeübte Rolle in einem Theaterstück oder Film oder eine Stimme in einem Musikstück; BM.: bringen; F.: Part, Parts+FW(+EW); Z.: Par-t
Parte, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Parte, Todesanzeige; ne. obituary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: gekürzt aus Partezettel, entlehnt von frz. donner part, V., Nachricht geben; vgl. afrz. parte, F., Teil; lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Parte, DW 13, 1465, Duden s. u. Parte; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Partezettel gekürzte sowie aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Todesanzeige; BM.: bringen; F.: Parte, Parten+FW(+EW); Z.: Par-t-e
Partei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Partei, Gruppe; ne. party (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Party; Q.: 1278 (partīe) (Urkunde); E.: mhd. partīe, st. F., Abteilung, Partei, Gruppe; mnd. partīe (1), parti, partīge, partije, parteye, pertīe, pertīge, pertenīge, F., „Partie“, Bestandteil, Teil eines Ganzen, Gruppe von Menschen, Sekte, Schar (F.) (1); afrz. partie, F., Partei, Teil; afrz. partier, V., teilen; lat. partīrī, V., teilen, zerlegen (V.), trennen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge 1. A. s. u. Partei, Kluge s. u. Partei, DW 13, 1466, EWD s. u. Partei, Duden s. u. Partei; Son.: vgl. nndl. partij, Sb., Partei; frz. parti, M., Partei; nschw. parti, N., Partei; nnorw. parti, N., Partei; poln. partia, F., Partei; nir. páirtí, M., Partei; lit. partija, F., Partei; GB.: seit 1278 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine politische Gruppe oder Organisation oder für eine Seite in einem Rechtsstreit wie beispielsweise den Kläger und den Beklagten; BM.: teilen bzw. verkaufen; F.: Partei, Parteien+FW(+EW); Z.: Par-t-ei
$Parteigänger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Parteigänger, Anhänger einer Partei; E.: s. Partei, s. Gänger; L.: DW 13, 1470, EWD s. u. Partei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Partei und Gänger gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer Partei der entschieden ihre Interessen verfolgt oder vertritt; F.: Parteigänger, Parteigängers, Parteigängern+FW+EW; Z.: Par-t-ei—gä-ng-er
$Parteigenosse, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Parteigenosse; E.: s. Partei, s. Genosse; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 13, 1471, EWD s. u. Partei; GB.: vielleicht seit Anfang 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen Genossen oder ein Mitglied einer Partei; F.: Parteigenosse, Parteigenossen+FW+EW; Z.: Par-t-ei—ge-noss-e
$parteiisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. parteiisch, parteilich; Vw.: s. un-; E.: s. Partei, s. isch; L.: Kluge s. u. Partei, DW 13, 1471, EWD s. u. Partei; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Partei und isch gebildete Bezeichnung für eine Partei betreffend oder für eine Partei eintretend oder für parteilich; F.: parteiisch, parteiische, parteiisches, parteiischem, parteiischen, parteiischer(, parteiischere, parteiischeres, parteiischerem, parteiischeren, parteiischerer, parteiischst, parteiischste, parteiischstes, parteiischstem, parteiischsten, parteiischster)+FW+EW; Z.: par-t-ei-i-sch
$parteilich, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. parteilich, Partei betreffend, für eine Partei eintretend, parteiisch; E.: s. Partei, s. lich; L.: Kluge s. u. Partei, DW 13, 1472, EWD s. u. Partei; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Partei und lich gebildete Bezeichnung für eine Partei betreffend oder für eine Partei eintretend oder für parteiisch; F.: parteilich, parteiliche, parteiliches, parteilichem, parteilichen, parteilicher(, parteilichere, parteilicheres, parteilicherem, parteilicheren, parteilicherer, parteilichst, parteilichste, parteilichstes, parteilichstem, parteilichsten, parteilichster)+FW+EW; Z.: par-t-ei-lich
$Parteilichkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parteilichkeit, Parteilichsein, Eintreten für eine Partei; Q.: um 1500; E.: s. parteilich, s. heit, s. keit; L.: DW 13, 1472, EWD s. u. Partei; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus parteilich und keit gebildete Bezeichnung für Parteilichsein oder Eintreten für eine Partei; F.: Parteilichkeit+FW+EW; Z.: Par-t-ei-lich—kei-t
$Parteiung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parteiung, Bildung einer Partei, Teilung in Parteien, Eintreten für eine Partei; Q.: Ende 15. Jh.; E.: Partei, s. ung; L.: DW 13, 1474, EWD s. u. Partei; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Partei und ung gebildete Bezeichnung für die Bildung einer Partei oder eine Teilung in Parteien oder das Eintreten für eine Partei; F.: Parteiung, Parteiungen+FW; Z.: Par-t-ei-ung
Parterre, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Parterre, Erdgeschoss; ne. parterre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. parterre; E.: s. frz. parterre, M., Parterre; vgl. frz. par terre, Adv., in der Höhe der Erde; vgl. lat. pār (1), Adj., gleichkommend, gleich; ? vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Parterre, DW 13, 1476 (Partérre), EWD s. u. Parterre, Duden s. u. Parterre; Son.: vgl. nndl. parterre, Sb., Parterre; nschw. parterr, Sb., Parterre; nnorw. parterr, N., Parterre; poln. parter, M., Parterre; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Erdgeschoss eines Hauses in Gegensatz zu einem höher oder tiefer gelegenen Stockwerk; BM.: gleich, Erde; F.: Parterre, Parterres+FW(+EW); Z.: Par-terr-e
partial, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. partial, einen Teil betreffend, teilweise; ne. partial (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. partiālis; E.: s. lat. partiālis, Adj., teilig, partiell, einer Partei zugehörig, parteiisch, (1. Hälfte 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: DW 13, 1477, EWD s. u. partial, Duden s. u. partial; Son.: vgl. nschw. partiell, Adj., partial; nnorw. partiell, Adj., partial; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Teil betreffend oder teilweise; BM.: teilen bzw. bringen; F.: partial, partiale, partiales, partialem, partialen, partialer+FW(+EW); Z.: par-t-i-al
$Partialbruch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Partialbruch; E.: s. partial, s. Bruch; L.: fehlt DW, EWD s. u. partial; GB.: seit um 1700 belegte und aus partial und Bruch gebildete Bezeichnung für einen bei Zerlegung eines Bruches mit zusammengesetztem Nenner entstehenden Bruch; F.: Partialbruch, Partialbruches, Partialbruchs, Partialbrüche, Partialbrüchen+FW+EW; Z.: Par-t-i-al—bruch
Partie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Partie, Teil, Spiel, Ausflug; ne. party (N.), game (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. partie; E.: s. frz. partie, F., Partei, Partie; vgl. afrz. partir, V., teilen; lat. partīrī, V., teilen, zerlegen (V.), trennen, abteilen, einteilen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partie, DW 13, 1477, EWD s. u. Partie, Duden s. u. Partie; Son.: vgl. nndl. partij, Sb., Partie; nschw. parti, N., Partie; nnorw. parti, N., Partie; poln. partia, F., Partie; lit. partija, F., Partie (im Spiel); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ausschnitt aus einem größeren Ganzen oder für eine Runde in einem Spiel oder für einen Ausflug; BM.: teilen bzw. bringen; F.: Partie, Partien+FW; Z.: Par-t-ie
$partiell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. partiell, teilweise; I.: Lw. frz. partiel; E.: s. frz. partiel, s. lat. partial(is); L.: EWD s. u. partial; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für teilweise; F.: partiell, partielle, partielles, partiellem, partiellen, partieller+FW(+EW); Z.: par-t-i-el-l
Partikel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Partikel, Teilchen; ne. particle; Vw.: -; Hw.: s. partikulär, Parzelle; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. partikel, N., Partikel, kleines Stück, kleiner Teil, Teilchen, Teillein; lat. particula, F., Teillein, kleiner Teil, Teilchen, Stückchen, Stücklein, Redeteilchen, Partikel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partikel, DW 13, 1478, EWD s. u. Partikel, Duden s. u. Partikel; Son.: vgl. nndl. partikel, Sb., Partikel; frz. particule, M., Partikel; nschw. partikel, Sb., Partikel; nnorw. partikkel, M., Partikel; poln. partykuła, F., Partikel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Teilchen oder für ein unflektierbares Wort das eine Aussage oder einen Ausdruck modifiziert und selbst kein Satzglied ist wie beispielsweise bloß oder halt oder ja oder mal oder überhaupt oder wohl oder eben oder gerade oder aber oder ganz oder nur oder denn oder selbst; BM.: teilen bzw. bringen; F.: Partikel, Partikels, Partikeln+FW(+EW); Z.: Par-t-ik-el
partikular, nhd., Adj.: nhd. partikular; Vw.: s. partikulär
partikulär, partikular, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. partikulär, partikular, einen Teil betreffend; ne. particular; Vw.: -; Hw.: s. Partikel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. particulāris; E.: s. mnd. *partikulār?, Adj., partikulär, partikular, einen Teil betreffend, sonderlich, einzeln, besonderes; lat. particulāris, Adj., einen Teil betreffend, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partikel, DW 13, 1479, EWD s. u. Partikel, Duden s. u. partikulär; Son.: vgl. frz. particulier, Adj., partikulär; nnorw. partikulær, Adj., partikulär; poln. partykularny, Adj., partikulär; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Teil betreffend; BM.: teilen bzw. bringen; F.: partikulär, partikuläre, partikuläres, partikulärem, partikulären, partikulärer, partikular, partikulare, partikulares, partikularem, partikularen, partikularer+FW(+EW); Z.: par-t-ik-ul-är
$Partikularismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Partikularismus; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. partikular, s. ismus; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus partikular und ismus gebildete Bezeichnung für eine politische Strömung die besondere Interessen gegenüber allgemeinen Interessen durchsetzen will: L.: fehlt DW, EWD s. u. Partikel; F.: Partikularismus, Partikularismen+FW; Z.: Par-t-ik-ul-ar-ism-us
Partisan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Partisan, Untergrundkämpfer; ne. partisan (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. partisan; E.: s. frz. partisan, M., Parteigänger; it. partigiano, M., Parteigänger, Verfechter; vgl. it. parte, F., Teil; pars, F., Teil, Stück, Abteilung, Portion Essen (N.), Bestandteil; idg. *per- (2C), *perə-, V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partisan, DW 13, 1479, EWD s. u. Partisan, Duden s. u. Partisan; Son.: vgl. nndl. partizaan, Sb., Partisan; nschw. partisan, Sb., Partisan; nnorw. partisan, M., Partisan; poln. partysant, M., Partisan; nir. páirtíneach, M., Partisan; lit. partizanas, M., Partisan; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen der nicht als regulärer Soldat sondern als Angehöriger bewaffneter aus dem Hinterhalt oder Untergrund handelnder Gruppen oder Verbände gegen einen in sein Land eingedrungenen Feind kämpft (Untergrundkämpfer); BM.: teilen bzw. bringen; F.: Partisan, Partisanen+FW; Z.: Par-t-is-an
Partitur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Partitur, Aufzeichnung in Notenschrift; ne. score (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. partitura; E.: s. it. partitura, F., Partitur; mlat. partitura, F., Verteilung, Einteilung; vgl. pars, F., Teil, Stück, Abteilung, Portion Essen (N.), Bestandteil; idg. *per- (2C), *perə-, V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partitur, DW 13, 1480, EWD s. u. Partitur, EWD s. u. Partitur, Duden s. u. Partitur; Son.: vgl. nndl. partituur, Sb., Partitur; nschw. partitur, Sb., Partitur; nnorw. partitur, N., Partitur; poln. partytura, F., Partitur; lit. partitūra, F., Partitur; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Zusammenstellung aller Stimmen eines mehrstimmigen Musikwerks in (einer hauptsächlich Musikern leicht lesbaren) Aufzeichnung in Notenschrift; BM.: teilen bzw. bringen; F.: Partitur, Partituren+FW; Z.: Par-t-it-ur
Partizip, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Partizip, infinite Verbform; ne. participle; Vw.: -; Hw.: s. partizipial, partizipieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. participium; E.: s. lat. participium, N., Teilnehmen, Partizipium, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. particeps, Adj., Anteil habend, Anteil nehmend, beteiligt, teilnehmend; pars, F., Teil, Stück, Abteilung, Portion Essen (N.), Bestandteil; idg. *per- (2C), *perə-, V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Partizip, fehlt DW, EWD s. u. Partizip, Duden s. u. Partizip; Son.: vgl. nndl. participium, Sb., Partizip; frz. participe, M., Partizip; nschw. particip, N., Partizip; nnorw. partisipp, N., Partizip; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine eine Mittelstellung zwischen Verb und Adjektiv einnehmende Verbform wie beispielsweise agierend und agiert bei agieren oder entwendend und entwendet bei entwenden oder liebend und geliebt bei lieben oder spielend und gespielt bei spielen oder zwingend und gezwungen bei zwingen; BM.: teilen bzw. bringen, fassen; F.: Partizip, Partizips, Partizipien+FW; Z.: Par-t-i-zip
partizipial, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. partizipial, Partizip betreffend; ne. participial; Vw.: -; Hw.: s. Partizip, partizipieren; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. participiālis; E.: s. lat. participiālis, Adj., zum Partizip gehörig, Partizipial...; vgl. lat. participium, N., Teilnehmen, Partizipium, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. particeps, Adj., Anteil habend, Anteil nehmend, beteiligt, teilnehmend; pars, F., Teil, Stück, Abteilung, Portion Essen (N.), Bestandteil; idg. *per- (2C), *perə-, V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Partizip, fehlt DW, Duden s. u. partizipial; Son.: vgl. frz. particpial, Adj., partizipial; nnorw. partisipial, Adj., partizipial; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Partizip und ial gebildete Bezeichnung für Partizip betreffend; BM.: teilen bzw. bringen, fassen; F.: partizipial, partizipiale, partizipiales, partizipialem, partizipialen, partizipialer+FW(+EW); Z.: par-t-i-zip-al
partizipieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. partizipieren, teilhaben, Anteil haben; ne. participate; Vw.: -; Hw.: s. Partizip, partizipial; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. participāre; E.: s. lat. participāre, V., teilhaft machen, teilhaftig machen, teilnehmen lassen, mitteilen, teilnehmen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. particeps, Adj., Anteil habend, Anteil nehmend, beteiligt, teilnehmend; pars, F., Teil, Stück, Abteilung, Portion Essen (N.), Bestandteil; idg. *per- (2C), *perə-, V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Partizip, fehlt DW, EWD s. u. Partizip, Duden s. u. partizipieren; Son.: vgl. nndl. participeren, V., partizipieren; frz. participer, V., partizipieren; nnorw. partisipere, V., partizipieren; poln. partycypować, V., partizipieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an etwas teilhaben oder Anteil haben; BM.: teilen bzw. bringen, fassen; F.: partizipieren, partizipiere, partizipierst, partizipiert, partizipierest, partizipieret, partizipierte, partizipiertest, partizipierten, partizipiertet, ##partizipiert, partizipierte, partizipiertes, partizipierten, partizipiertem, partizipierter, partizipierend, ###partizipierend, partizipierende, partizipierendes, partizipierendem, partizipierenden, partizipierender###, partizipier (!)+FW(+EW?); Z.: par-t-i-zip-ier-en
Partner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Partner, Kamerad, Kollege; ne. partner (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1814 (Goethe); I.: Lw. ne. partner; E.: s. ne. partner, M., Partner; vgl. ne. part, N., Teil; und me. parcenēr, M., Teilhaber; afrz. parçonier, M., Teilhaber; mlat. partiōnārius, M., Miteigentümer, Miterbe (M.), Mitpächter; lat. partīre, V., teilen, zerlegen (V.), trennen, abteilen, einteilen, mitteilen; lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Partner, DW 13, 1480, EWD s. u. Partner, Duden s. u. Partner; Son.: s. mnd. partenære, partenēre, M., „Partner“, Anteilseigner, Teilhaber; vgl. nndl. partner, Sb., Partner; frz. partenaire, M., Partner; nschw. partner, Sb., Partner; nnorw. partner, M., Partner; poln. partner, M., Partner; kymr. partner, M., Partner; nir. páirtí, M., Partner; lit. partneris, M., Partner; GB.: seit 1814 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Mittelenglischen und dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen der sich mit anderen Menschen zusammentut und dadurch Kamerad oder Kollege wird und ist; BM.: teilen bzw. bringen; F.: Partner, Partners, Partnern+FW; Z.: Par-t-n-er
partout, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. partout, durchaus, unter allen Umständen; ne. absolutely; Vw.: s. Passe-; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. partout; E.: s. frz. partout, Adj., überall; vgl. frz. par, Präp., durch, über, von; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. tout, Adj., ganz; lat. tōtus, Adj., ganz, völlig, mit Leib und Seele seiend, (um 250-184 v. Chr.); idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. partout, fehlt DW, EWD s. u. partout, Duden s. u. partout; Son.: vgl. nnorw. partout, Adv., partout; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durchaus oder unter allen Umständen; BM.: vorwärts, schwellen; F.: partout+FW; Z.: par-tou-t
Party, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Party, ausgelassene gesellige Feier; ne. party (N.); Vw.: -; Hw.: s. Partei; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. party; E.: s. ne. party, N., Party, Fest; frz. partie, F., Partie, Teil; lat. pars, F., Teil, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Party, fehlt DW, EWD s. u. Party, Duden s. u. Party; Son.: vgl. nndl. party, Sb., Party; nschw. party, N., Party; nnorw. party, N., Party; kymr. parti, M., Party; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ausgelassene gesellige Feier; BM.: vorwärts; F.: Party, Partys+FW; Z.: Par-t-y
Parvenü, Parvenu, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Parvenü, Parvenu, Emporkömmling; ne. parvenu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. parvenu; E.: s. frz. parvenu, M., Emporkömmling; vgl. frz. parvenir, V., hinkommen, gelangen; lat. pervenīre, hinkommen, hingelangen, ankommen, (190-159 v. Chr.); lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Parvenü, fehlt DW, EWD s. u. Parvenü, Duden s. u. Parvenü; Son.: vgl. nndl. parvenu, Sb., Parvenü; nschw. parveny, Sb., Parvenü; nnorw. parveny, M., Parvenü; poln. parweniusz, M., Parvenü; kymr. parvenu, M., Parvenü; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen als Ausnahme in einer Gesellschaft immer möglichen Emporkömmling; BM.: vorwärts, kommen; F.: Parvenü, Parvenüs, Parvenu, Parvenus+FW; Z.: Par-ven-ü
Parze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Parze, Schicksalsgöttin; ne. parca; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. Parca; E.: s. lat. Parca, F.=PN, Parze, Schicksalsgöttin, Geburtsgöttin, (116-27 v. Chr.); idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Parze, DW 13, 1480, EWD s. u. Parze, Duden s. u. Parze; Son.: vgl. nndl. parce, Sb., Parze; frz. parque, F., Parze; nschw. parce, Sb., Parze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Schicksalsgöttin; BM.: gebären; F.: Parze, Parzen+FW; Z.: Par-z-e
Parzelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Parzelle, kleines Stück Land; ne. parcel of land; Vw.: -; Hw.: s. Partikel; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. parcelle; E.: s. frz. parcelle, F., Parzelle; lat. particella, parcella, F., kleiner Teil, Teilchen, Stückchen, Anteil, Stück, Einzelheit, einzelner Gegenstand, (493-496 n. Chr.); lat. particula, F., Teillein, kleiner Teil, Teilchen, Stückchen, Stücklein, Redeteilchen, Partikel; vgl. lat. pars, F., Teil; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Parzelle, fehlt DW, EWD s. u. Parzelle, Duden s. u. Parzelle; Son.: vgl. nndl. perceel, Sb., Parzelle; nschw. parcell, Sb., Parzelle; nnorw. parsell, M., Parzelle; poln. parcela, F., Parzella; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines Stück Land zu landwirtschaftlicher oder baulicher oder sonstiger Nutzung; BM.: bringen; F.: Parzelle, Parzellen+FW; Z.: Par-zel-l-e
$parzellieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. parzellieren, in Parzellen teilen; Q.: um 1800; E.: s. Parzell(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Parzelle; GB.: seit um 1800 belegte und aus Parzell(e) und ieren gebildete Bezeichnung für Land aus wirtschaftlichen Überlegungen in Parzellen teilen; F.: parzellieren, parzelliere, parzellierst, parzelliert, parzellierest, parzellieret, parzellierte, parzelliertest, parzellierten, parzelliertet, ##parzelliert, parzellierte, parzelliertes, parzelliertem, parzellierten, parzellierter##, parzellierend, ###parzellierend, parzellierende, parzellierendes, parzellierendem, parzellierenden, parzellierender###, parzellier (!)+FW(+EW?); Z.: par-zel-l-ier-en
Pasch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pasch, ein Wurf mehrerer Würfel mit gleicher Augenzahl; ne. double (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. passe-dix; E.: über das Niederländische von frz. passe-dix, V., überschreite zehn; vgl. frz. passer, V., überschreiten, vorbeigehen, vergehen; afrz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); frz. dix, Num. Kard., zehn; lat. decem, Num. Kard., zehn; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pasch, Kluge s. u. Pasch, DW 13, 1481, Duden s. u. Pasch; GB.: seit 17. Jh. belegte und über das Niederländische aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Wurf mehrerer Würfel mit gleicher Augenzahl; BM.: ausbreiten, zehn; F.: Pasch, Pasches, Paschs, Pasche, Paschen, Päsche, Päschen+FW; Z.: Pa-sch
Pascha, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pascha, sich gerne bedienen lassender herrischer Mann; ne. pasha; Vw.: -; Hw.: s. Schah; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. türk. paša; E.: s. türk. paša, Sb., Pascha, ein Titel; pers. pādi-šāh, M., Oberkönig; pers. šah, M., König; idg. *ktēi-?, *ktē-?, *ktəi-?, *ktə-?, *kþēi-?, *kþē-?, *kþəi-?, *kþə-?, V., erwerben, beherrschen, Pokorny 626 (998/230) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Kluge s. u. Pascha, fehlt DW, Duden s. u. Pascha; Son.: vgl. nndl. pasja, Sb., Pascha; frz. pacha, M., Pascha; nschw. pascha, Sb., Pascha; nnorw. pasja, Sb., Pascha; lit. paša, M., Pascha; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Türkischen und Persischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich gerne bedienen lassenden herrischen Mann; BM.: erwerben; F.: Pascha, Paschas+FW; Z.: Pa-scha
paschen (1), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. paschen (V.) (2), schmuggeln; ne. smuggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1755; E.: zu einem passen, paaschen, V., kaufen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem romani pāš, F., Teil; L.: Kluge 1. A. s. u. paschen, Kluge s. u. paschen 2, DW 13, 1482, EWD s. u. paschen, Duden s. u. paschen, Bluhme s. u. paschen; GB.: seit 1755 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Romani aufgenommene Bezeichnung für Waren gesetzwidrig unter Umgehung eines Zolles einführen oder ausführen (schmuggeln); BM.: ?; F.: paschen, pasche (!), paschst, pascht, paschest, paschet, paschte, paschtest, paschten, paschtet, gepascht, ##gepascht, gepaschte, gepaschtes, gepaschtem, gepaschten, gepaschter##, paschend, ###paschend, paschende, paschendes, paschendem, paschenden, paschender###, pasch (!)+FW(+EW?); Z.: pasch-en
$paschen (2), nhd., sw. V.: nhd. paschen, würfeln; E.: s. Pasch, s. en; L.: Kluge s. u. paschen 1, DW 13, 1481; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Pasch und en gebildete Bezeichnung für würfeln; F.: paschen, pasche (!), paschst, pascht, paschest, paschet, paschte, paschtest, paschten, paschtet, gepascht, ##gepascht, gepaschte, gepaschtes, gepaschtem, gepaschten, gepaschter##, paschend, ###paschend, paschende, paschendes, paschendem, paschenden, paschender###, pasch (!)+FW+EW; Z.: pasch-en
Paspel, nhd., F., M., (19. Jh.): nhd. Paspel, Litze; ne. pimping (N.), edging (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. passepoil; E.: s. frz. passepoil, M., Paspel, über das Gewebe Hinausgehendes; vgl. frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); frz. poil, M., Haar, Fell; lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs, Härchen, (2./1. Jh. v. Chr.); idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Paspel, Kluge s. u. Paspel, fehlt DW, EWD s. u. Paspel, Duden s. u. Paspel, Bluhme s. u. Paspel; Son.: vgl. nndl. passepoil, Sb., Paspel; nschw. passpoal, Sb., Paspel; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte schmale farblich meist abstechende Borte in Form eines kleinen Wulstes besonders an Nähten und Rändern von Kleidungsstücken; BM.: ausbreiten, Haar; F.: Paspel, Paspeln, Paspels+FW; Z.: Pas-pel
$paspelieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. paspelieren, mit einer Paspel versehen (V.); I.: Lw. frz. passepoiler; E.: s. frz. passepoiler; L.: fehlt DW, EWD s. u. Paspel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Paspel und ieren und passepoil(er) und ieren gebildete Bezeichnung für (ein Kleidungsstück) mit einer Paspel versehen (V.); F.: paspelieren, paspeliere (!), paspelierst, paspeliert, paspelierest, paspelieret, paspelierte, paspeliertest, paspelierten, paspeliertet, ##paspeliert, paspelierte, paspeliertes, paspeliertem, paspelierten, paspelierter##, paspelierend, ###paspelierend, paspelierende, paspelierendes, paspelierendem, paspelierenden, paspelierender###, paspelier (!)+FW(+EW); Z.: pas-pel-ier-en
Pass (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pass (M.) (1), Durchgang, Durchzug, Übergang, enger Weg; ne. pass (N.); Vw.: -; Hw.: s. zupass; Q.: um 1390? (Berleburger Versübersetzung der Pilgerfahrt des träumenden Mönches); E.: s. mhd. pas (3), st. M., Pass, schmaler Weg, Bergpass; mnd. pas, M., N., Schritt, Tritt, Pass, Passage, bestimmtes Maß, Mal, Normalmaß eines Wasserstands, Normalmaß der Ladungsfähigkeit oder des Tiefgangs eines Schiffes; frz. pas, M., Schritt, Gang; lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pasz, Kluge s. u. Pass 1, DW 13, 1494 (Pasz), EWD s. u. Pass 1, Duden s. u. Pass; Son.: vgl. nndl. pas, Sb., Pass (M.) (1); frz. pas, M., Schritt, Gang; nschw. pass, N., Pass (M.) (1); nnorw. pass, N., Pass (M.) (1); GB.: vielleicht seit um 1390 belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen in einem Gebirge gelegenen niedrigsten Punkt zwischen zwei Bergrücken oder Bergkämmen wo ein Übergang verhältnismäßig leicht möglich ist; BM.: ausbreiten; F.: Pass, Passes, Pässe, Pässen+EW; Z.: Pass
Pass (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pass (M.) (2), Ausweis; ne. passeport; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gekürzt aus fnhd. paßbrief bzw. fnhd. paßport; vgl. frz. passeport, M., Pass (M.) (2); vgl. frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Pass 2, (DW 13, 1497 Paszbrief), EWD s. u. Pass 2, Duden s. u. Pass; Son.: vgl. nndl. pas, Sb., Pass (M.) (2); nschw. pass, N., Pass (M.) (2); nnorw. pass, N., Pass (M.) (2); poln. paszport, M., Pass (M.) (2); kymr. pasport, M., Pass (M.) (2); lit. pasas, M., Pass (M.) (2); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Passbrief und Passport durch Abkürzung gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Ausweis zu einer Legitimation für Reisende in einem an der Grenze beginnenden Ausland; BM.: ausbreiten; F.: Pass, Passes, Pässe, Pässen+EW; Z.: Pass
passabel, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. passabel, leidlich, annehmbar, erträglich; ne. passable; Vw.: -; Hw.: s. passen, passieren, Passant; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. passable; E.: s. frz. passable, Adj., passabel; vgl. frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passen, passieren, DW 13, 1483, EWD s. u. passabel, Duden s. u. passabel; Son.: vgl. frz. passable, Adj., passabel; nnorw. passabel, Adj., passabel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leidlich oder annehmbar oder erträglich; BM.: ausbreiten; F.: passabel, passable, passables, passablem, passablen, passabler(, passablere, passableres, passablerem, passableren, passablerer, passabelst, passabelste, passabelstes, passabelstem, passabelsten, passabelster)+FW; Z.: pass-ab-el
Passage, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Passage, Durchgang, Weg, Furt; ne. passage; Vw.: -; Hw.: s. passieren, Passagier; E.: mhd. passāsche, sw. F., Passage, Weg, Furt; mnd. passāge, passāgie, passāsie, passasie, passasi, passaje, F., Passage, Durchgang, Durchfahrt, Durchreise zu Wasser und zu Lande; frz. passage, F., Passage, Durchgang; mlat. passātgium, passāgium, N., Fährgeld, Wegezoll, Brückenzoll; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstaßfen; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passieren, DW 13, 1483, Duden EWD s. u. passieren, s. u. Passage; Son.: vgl. nndl. passage, Sb., Passage; nschw. passage, Sb., Passage; nnorw. passasje, M., Passage; poln. pasaż, M., Passage; nir. pasáiste, M., Passage; lit. pasažas, M., Passage; GB.: vielleicht seit 1200-1210 belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl oft schon vormenschlich mögliche Stelle zu einem Durchgehen; BM.: ausbreiten; F.: Passage, Passagen+FW(+EW); Z.: Pass-ag-e
Passagier, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Passagier, Reisender; ne. passenger (M.); Vw.: -; Hw.: s. passieren, Passage, Passant; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. passager; E.: s. frz. passager, M., passagier; afrz. passagier, M., Fährmann, Schiffer; afrz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passieren, DW 13, 1484, EWD s. u. passieren, Duden s. u. Passagier; Son.: vgl. nndl. passagier, Sb., Passagier; nschw. passagerare, Sb., Passagier; nnorw. passasjer, M., Passagier; poln. pasażer, M., Passagier; nir. paisinéir, M., Passagier; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in einem Fahrzeug (beispielsweise Kraftfahrzeug oder Schiff oder Flugzeug) Reisenden; BM.: ausbreiten; F.: Passagier, Passagiers, Passagieres, Passagiere, Passagieren+FW; Z.: Pass-ag-ier
Passant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Passant, Vorübergehender, Fußgänger; ne. passerby, passer-by; Vw.: -; Hw.: s. passieren, Passage, Passagier; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. passant, it. passante; E.: s. frz. passant, M., Passant; it. passante, M., Passant; vgl. frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passieren, DW 13,1484, EWD s. u. passieren, Duden s. u. Passant; Son.: vgl. nndl. passant, Sb., Passant; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Vorübergehenden oder Fußgänger; BM.: ausbreiten; F.: Passant, Passanten+FW; Z.: Pass-ant
Passat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Passat, ein Ostwind in den Tropen; ne. tradewind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mnl. passaat; E.: über das Niederdeutsche von mnl. passaat, Sb., Passat; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von port. passar, V., passieren, vorbeilaufen; oder von it. passata, F., Überfahrt; lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Passat, DW 13, 1484, EWD s. u. Passat, Duden s. u. Passat; Son.: vgl. nndl. passaat, Sb., Passat; nschw. passad, Sb., Passat; nnorw. passat, M., Passat; poln. pasat, M., Passat; lit. pasatas, M., Passat; GB.: seit 17. Jh. belegte und über das Niederdeutsche aus dem Mittelniederländischen aufgenommene (und umgebildete) sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht aus dem Portugiesischen oder dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen infolge der starken Sonneneinstrahlung schon vormenschlich entstandenen in Richtung Äquator gleichmäßig wehenden Ostwind in den Tropen; BM.: ausbreiten; F.: Passat, Passats, Passates, Passate, Passaten+FW(+EW?); Z.: Pass-at
$Passe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Passe; E.: s. passe(n); L.: fehlt DW, EWD s. u. passen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus passe(n)n gebildete Bezeichnung für einen in ein Kleidungsstück wie beispielsweise ein Hemd eingenähten Teil; F.: Passe, Passen+EW+FW; Z.: Pass-e
passé, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. passé, vorbeigegangen, veraltet; ne. passé; Vw.: -; Hw.: s. passieren; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. passé; E.: s. passé, Adj., gegangen, gefahren; vgl. frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passieren, Duden s. u. passé, fehlt DW; Son.: vgl. nschw. passé, Adj., passé; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vorbeigegangen oder veraltet; BM.: ausbreiten; F.: passé+FW; Z.: pass-é
passen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. passen, zu dem Ziel kommen, den Passgang gehen, müßig zuwarten, gut sitzen; ne. pass (V.); Vw.: -; Hw.: s. passieren, unpässlich; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. passen, sw. V., passen, zu dem Ziel kommen, erreichen; mnd. passen (1), sw. V., „passen“, passieren, an einer Stelle vorüberfahren, passend machen, einrichten; mnl. passen, sw. V., zumessen; frz. passer, V., gehen, fahren; s. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. passen 2, Kluge s. u. passen, DW 13, 1484, EWD s. u. passen, Duden s. u. passen, Bluhme s. u. passen; Son.: vgl. nndl. passen, V., passen; nschw. passa, V., passen; nnorw. passe, V., passen; poln. pasować, V., passen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich von einem Ort zu einem anderen Ort bewegen gut sitzen; BM.: ausbreiten; F.: passen, passe, passst (!), passt, passest, passet, passte, passtest, passten, passtet, gepasst, ##gepasst, gepasste, gepasstes, gepasstem, gepassten, gepasster##, passend, ###passend, passende, passendes, passendem, passenden, passender###, pass (!)+FW+EW; Z.: pass-en
$passen (2), nhd., st. V., (?): nhd. nicht spielen; L.: Kluge 1. A. s. u. passen 1, DW 13, 1484ff.; E.: s. frz. passer; GB.: wohl seit der Neuzeit belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für nicht spielen; F.: passen, passe, passst (!), passt, passest, passet, passte, passtest, passten, passtet, gepasst, ##gepasst, gepasste, gepasstes, gepasstem, gepassten, gepasster##, passend, ###passend, passende, passendes, passendem, passenden, passender###, pass (!)+FW?; Z.: pass-en
Passepartout, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Passepartout, Wechselrahmen, auswechselbarer Rahmen, überall geltender Pass (M.) (2); ne. passe-partout, matt (N.); Vw.: -; Hw.: s. partout; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. passepartout; E.: s. frz. passepartout, M., Passepartout; vgl. frz. passepartout, Adv., passt überall; frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); frz. par, Präp., durch, über, von; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. tout, Adj., ganz; lat. tōtus, Adj., ganz, völlig, mit Leib und Seele seiend, (um 250-184 v. Chr.); idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Passepartout, fehlt DW, EWD s. u. Passepartout, Duden s. u. Passepartout; Son.: vgl. nndl. passe-partout, Sb., Passepartout; nschw. passepartout, Sb., Passepartout; nnorw. passepartout, M., Passepartout; poln. passe-partout, M., Passepartout; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Umrahmung aus leichter Pappe für Grafiken oder Zeichnungen oder Fotos die meist unter dem Glas eines Rahmens liegt und vielleicht einen überall geltenden Pass; BM.: ausbreiten, vorwärts, schwellen; F.: Passepartout, Passepartouts+FW; Z.: Pass-par-tou-t
$Passglas, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Passglas; E.: s. Pass, s. Glas; L.: Kluge s. u. Passglas, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pass und Glas gebildete Bezeichnung für ein Trinkglas mit außen aufgebrachten Angaben von Mengen; F.: Passglas, Passglases, Passgläser, Passgläsern+FW+EW; Z.: Pass—gla-s
passieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. passieren, vorbeigehen, durchgehen, begegnen, ereignen, erlauben; ne. pass (V.); Vw.: -; Hw.: s. passen, Passage, Passagier, Passant, passé, passim; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein; E.: s. mhd. passieren, sw. V., passieren, gehen, sich ereignen; mhd. passēren, sw. V., passieren, ablaufen; mnd. passēren, passērn, passeren, patzern, passīren, sw. V., passieren, Raum durchschreiten (V.), durchfahren (V.), vorbeigehen, vorbeifahren; frz. passer, V., gehen, fahren; vgl. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. passieren, Kluge s. u. passieren, DW 13, 1487, EWD s. u. passieren, Duden s. u. passieren; Son.: vgl. nndl. passeren, V., passieren; nschw. passera, V., passieren; nnorw. passere, V., passieren; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich von einem Ort zum anderen bewegen oder auch geschehen; BM.: ausbreiten; F.: passieren, passiere, passierst, passiert, passierest, passieret, passierte, passiertest, passierten, passiertet, ##passiert, passierte, passiertes, passiertem, passierten, passierter##, passierend, ###passierend, passierende, passierendes, passierendem, passierenden, passierender###, passier (!)+FW(+EW); Z.: pass-ier-en
passim, nhd., Adv., (19. Jh.?): nhd. passim, allenthalben, allerorten, da und dort; ne. passim; Vw.: -; Hw.: s. passieren, passé; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. passim; E.: s. lat. passim, Adv., weit und breit zerstreut, allenthalben, allerorten, überall, ohne Ordnung, ohne Unterschied, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pandere, V., auseinanderbreiten, ausbreiten, ausspannen, aufsperren; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. passieren, fehlt DW, Duden s. u. passim; Son.: vgl. frz. passim, Adv., passim; nnorw. passim, Adv., passim; poln. passim, Adv., passim; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weit und breit zerstreut oder allenthalben oder allerorten oder da und dort; BM.: ausbreiten; F.: passim+FW; Z.: pass-im
Passion, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Passion, Neigung, Leidenschaft, Leiden, Leiden Christi; ne. passion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300; E.: mhd. passie, sw. F., Leidensgeschichte; mhd. passiōn, st. M., Passion, Leidensgeschichte, Leidensgeschichte Christi, Erzählung, theatralische Darstellung; mnd. passiōn, F., Passion, Leiden, Leidensgeschichte Christi bzw. eines Märtyrers, theatralische Darstellung, Schmerz in der Seite, Leidenschaft, Affekt; mnd. passie, passi, passe, passīge, F., Passion, Leiden (N.), Leidensgeschichte Christi bzw. eines Märtyrers, theatralische Darstellung; ahd.? passio*, F., Passion, Leiden; lat. passio, F., Leiden, Dulden, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. patī, V., erdulden, hinnehmen; vgl. idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Passion, DW 13, 1489, EWD s. u. Passion, Duden s. u. Passion; Son.: vgl. nndl. passie, Sb., Passion; frz. passion, F., Passion; nschw. passion, Sb., Passion; nnorw. pasjon, M., Passion; poln. pasja, F., Passion; kymr. pasiwm, M., Leiden Christi; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine starke leidenschaftliche menschliche Neigung zu etwas bzw. für ein Leiden; BM.: erdulden bzw. beschädigen; F.: Passion, Passionen+FW(+EW); Z.: Pa-ss-io-n
$passioniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. passioniert, begeistert; E.: s. Passion, s. passionieren; L.: Kluge s. u. Passion, EWD s. u. Passion; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Passion verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches begeistert oder leidenschaftlich; F.: passioniert, passionierte, passioniertes, passioniertem, passionierten, passionierter(, passioniertere, passionierteres, passionierterem, passionierteren, passionierterer, passioniertest, passionierteste, passioniertestes, passioniertestem, passioniertesten, passioniertester)+FW(+EW); Z.: pa-ss-io-n-ier-t
passiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. passiv, erleidend, erduldend, duldsam; ne. passive (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Passiv, Passivität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. passif; E.: s. frz. passif, Adj., passiv; lat. passīvus (2), Adj., passiv, empfindsam, leidend, empfänglich für Leiden, verletzlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. patī, V., erdulden, hinnehmen, sich preisgeben, aushalten; idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: DW 13, 1491, EWD s. u. Passiv, Duden s. u. passiv; Son.: vgl. nndl. passive, Adj., passiv; nschw. passiv, Adj., passiv; nnorw. passiv, Adj., passiv; lit. pasyvus, Adj., passiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches erleidend oder erduldend in Gegensatz zu aktiv oder handelnd oder selbst tätig (wie beispielsweise ich werde gesucht in Gegensatz zu ich suche); F.: passiv, passive, passives, passivem, passiven, passiver(, passivere, passiveres, passiverem, passiveren, passiverer, passivst, passivste, passivstes, passivstem, passivsten, passivster)+FW; Z.: pa-ss-iv
Passiv, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Passiv, Leideform, leidende Handlungsform; ne. passive (N.); Vw.: -; Hw.: s. passiv, Passivität; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. passīvum; E.: s. lat. passīvum, N., leidende Handlungsweise; vgl. lat. passīvus (2), Adj., passiv, empfindsam, leidend, empfänglich für Leiden, verletzlich, leidensfähig; lat. patī, V., erdulden, hinnehmen, sich preisgeben, aushalten; idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Passiv, (DW 13, 1491 Passivform,) EWD s. u. Passiv, Duden s. u. Passiv; Son.: vgl. nndl. passief, Sb., Passiv; frz. passif, M., Passiv; nschw. passiv, Sb., Passiv; nnorw. passiv, M., Passiv; lit. pasyvas, M., Passiv; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Verhaltensrichtung des Verbs die von der in dem Satzgegenstand genannten Person oder Sache her gesehen wird die von einer Handlung betroffen wird (in Gegensatz beispielsweise zu dem Aktiv also beispielsweise ich wurde gelobt in Gegensatz zu ich lobte); BM.: erdulden bzw. beschädigen; F.: Passiv, Passivs, Passive, Passiven+FW(+EW); Z.: Pa-ss-iv
Passivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Passivität, passives Verhalten; ne. passivity; Vw.: -; Hw.: s. passiv, Passiv, s. aktiv, Aktivität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. passivité, lat. passīvitās; E.: s. frz. passivité, F., Passivität; lat. passīvitās (1), F., Unstetigkeit, Unbeständigkeit, Mangel des Unterschiedes, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. patī, V., erdulden, hinnehmen, sich preisgeben, aushalten; idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Passiv, fehlt DW, EWD s. u. Passiv, Duden s. u. Passivität; Son.: vgl. nndl. passiviteit, Sb., Passivität; nschw. passivitet, Sb., Passivität; nnorw. passivitet, M., Passivität; lit. pasyvumas, M., Passivität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein passives Verhalten in Gegensatz zu Aktivität; BM.: erdulden bzw. beschädigen; F.: Passivität+FW(+EW); Z.: Pa-ss-iv-it-ät
Passus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Passus, Abschnitt, Textstelle einer Schrift; ne. passus, passage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. passus; E.: s. lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Passus, fehlt DW, EWD s. u. Passus, Duden s. u. Passus; Son.: vgl. nndl. passus, Sb., Passus; nschw. passus, Sb., Passus; nnorw. passus, M., Passus; poln. passus, M., Passus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Abschnitt oder eine Textstelle einer Schrift; BM.: ausbreiten; F.: Passus+FW; Z.: Pass-us
Pasta, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Pasta, Teigware, Nudel; ne. pasta; Vw.: -; Hw.: s. Paste, Pastell, Pastete; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. pasta; E.: s. it. pasta, F., Pasta, Teig; lat. pasta, F., Teig, Pastete, (5. Jh. n. Chr.); gr. πάστη (pástē), F., Teig; L.: Kluge s. u. Paste, fehlt DW, EWD s. u. Paste, Duden s. u. Pasta; Son.: vgl. nndl. pasta, Sb., Pasta; frz. pâte, F., Pasta, Teig; nschw. pasta, Sb., Pasta, Paste; nnorw. pasta, M., Nudeln, Paste; kymr. pasta, M., Pasta, Paste; lit. pasta, F., Pasta; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für vor allem aus Italien stammende Teigwaren (Nudeln); BM.: Teig; F.: Pasta, Pasten, Pastas+FW; Z.: Past-a
Paste, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Paste, streichfähige teigartige Masse; ne. paste (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pasta, Pastell, Pastete; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. pasta; E.: s. it. pasta, F., Pasta, Teig; lat. pasta, F., Teig, Pastete, (5. Jh. n. Chr.); gr. πάστη (pástē), F., Teig; L.: Kluge s. u. Paste, DW 13, 1491, EWD s. u. Paste, Duden s. u. Paste, Bluhme s. u. Paste; Son.: vgl. nndl. paste, Sb., Paste; frz. pâte, F., Paste; nschw. pasta, Sb., Paste, Pasta; nnorw. pasta, M., Paste, Pasta; poln. pasta, F., Paste, Pasta; kymr. pâst, M., Paste; nir. paist, F., Paste; lit. pasta, F., Paste; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine streichfähige teigartige Masse wie beispielsweise eine Zinkpaste oder eine Hautschutzpaste oder eine Kokapaste; BM.: Teig; F.: Paste, Pasten+FW(+EW); Z.: Past-e
Pastell, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pastell, mit Pastellfarbe gemaltes Bild; ne. pastel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Paste, Pastete, Pasta; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. it. pastello, frz. pastel; E.: s. it. pastello, M., Malerstift; frz. pastel, M., Pastell; vgl. it. pasta, F., Teig, Brei; lat. pasta, F., Teig, Pastete, (5. Jh. n. Chr.); gr. πάστη (pástē), F., Teig; L.: Kluge s. u. Pastell, DW 13, 1491 (Pastéll), EWD s. u. Pastell, Duden s. u. Pastell; Son.: vgl. nndl. pastel, Sb., Pastell; nschw. pastell, Sb., Pastell; nnorw. pastell, M., Pastell; poln. pastel, M., Pastell; kymr. pastel, M., Pastell; nir. pastal, M., Pastell; lit. pastelė, F., Pastell; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen mit aus Gips oder Kreide und Bindemitteln sowie Farbpulver hergestellten Farben (Pastellfarben) gemaltes Bild; BM.: Teig; F.: Pastell, Pastells, Pastelle, Pastellen+FW; Z.: Past-ell
Pastete, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pastete, eine gefüllte gebackene Speise; ne. pâté, pasty; Vw.: -; Hw.: s. Paste, Pasta, Pastell; Q.: um 1350 (Buch von guter Speise); E.: mhd. pastēte, sw. F., Pastete; mnd. pastēte, potsteyde, F., Pastete; mnd. posteide (1), posteige, posteie, posteyde, poststeyde, F., Pastete, in einer Teighülle zubereitetes Fleischgericht oder Fischgericht; über das Mittelniederdeutsche aus mfrz. pastée, F., Pastete; lat. pasta, F., Teig, Pastete, (5. Jh. n. Chr.); gr. πάστη (pástē), F., Teig; L.: Kluge 1. A. s. u. Pastete, Kluge s. u. Pastete, DW 13, 1492, EWD s. u. Pastete, Duden s. u. Pastete; Son.: vgl. nndl. pastei, Sb., Pastete; frz. pâté, M., Pastete, Teig; nschw. pastej, Sb., Pastete; nnorw. postei, M., Pastete; poln. pasztet, M., Pastete; kymr. pate, M., Pastete; nir. pastae, F., Pastete; lit. paštetas, M., Pastete; GB.: seit um 1350 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte mit feinem Fleisch oder Fisch oder Gemüse gefüllte gebackene Speise; BM.: Teig; F.: Pastete, Pasteten+FW; Z.: Past-et-e
pasteurisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pasteurisieren, keimfrei und haltbar machen; ne. pasteurize; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von dem PN Louis Pasteur (1822-1895) der die Grundlagen des Pasteurisierens entwickelte; L.: Kluge s. u. pasteurisieren, fehlt DW, Duden s. u. pasteurisieren; Son.: vgl. nndl. pasteuriseren, V., pasteurisieren; frz. pasteuriser, V., pasteurisieren; nschw. pastörisera, V., pasteurisieren; nnorw. pasteurisere, V., pasteurisieren; poln. pasteryzować, V., pasteurisieren; kymr. pasteureiddio, V., pasteurisieren; nir. paistéaraim, V., pasteurisieren; lit. pasterizuoti, V., pasteurisieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN von Louis Pasteur und isieren gebildete Bezeichnung für durch Erhitzen keimfrei und haltbar machen; BM.: PN; F.: pasteurisieren, pasteurisiere, pasteurisierst, pasteurisiert, pasteurisierest, pasteurisieret, pasteurisierte, pasteurisiertest, pasteurisierten, pasteurisiertet, ##pasteurisiert, pasteurisierte, pasteurisiertes, pasteurisiertem, pasteurisierten, pasteurisierter##, pasteurisierend, ###pasteurisierend, pasteurisierende, pasteurisierendes, pasteurisierendem, pasteurisierenden, pasteurisierender###, pasteurisier (!)+FW(+EW?); Z.: pateur-is-ier-en
Pastille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pastille, Tablette, Kügelchen; ne. pastille, pastil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. pāstillus; E.: s. lat. pāstillus, M., Kügelchen, Pille, Pastille, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. pānis, M., Brot, Laib, Masse in Gestalt eines Brotes, Getreide zum Brotbacken; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pastille, fehlt DW, EWD s. u. Pastille, Duden s. u. Pastille; Son.: vgl. nndl. pastille, Sb., Pastille; frz. pastille, F., Pastille; nschw. pastill, Sb., Patille; nnorw. pastill, M., Pastille; poln. pastylka, F., Pastille; kymr. pastil, M., Pastille; nir. paistil, F., Pastille; lit. pastilė, F., Pastille; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen lange nach ihrer Entstehung entwickeltes Kügelchen zu einem Lutschen; BM.: füttern; F.: Pastille, Pastillen+FW; Z.: Pa-st-ill-e
Pastinake, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pastinake, Pastinak, ein Wurzelgemüse; ne. parsnip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pasternac, st. M., Pastinak, Pastinake; mnd. pastināke, F., Pastinake; mnd. pasternāk, pasternack, pasternāke, pasternake, pastenāk, pastenāke, pastarnak, F., Pastinake (Rübenart); mnl. pastenake, pasternāk, pasternake, pastinake, postinake, F., Pastinak, Pastinake; ahd. pastinak*, pastinac*, pestinak*, pestinac*, pasternak*, st. M. (a?, i?), Pastinak; ahd. pastinaka*, pastinaca*, pasternaka*, pasternaca*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Möhre, Pastinak; lat. pastināca, F., Pastinak, (301 n. Chr.); wohl von lat. pastinum, N., Weinhacke, umgehackter Boden; vgl. lat. pāla, F., Spaten, Grabscheit; vielleicht von lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW 13, 1493 (Pastinak), EWAhd 6, 1314, Duden s. u. Pastinake; Son.: vgl. nndl. pastinaak, Sb., Pastinake; nschw. pasternacka, Sb., Pastinake; nnorw. pastinakk, M., Pastinake; poln. pasternak, M., Pastinake; lit. pastarnokas, M., Pastinake; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit lat. pangere und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche hochwachsende Pflanze mit weißer fleischiger Pfahlwurzel (Wurzelgemüse) und kantigem gefurchtem Stängel und gefiederten Blättern und kleinen goldgelben in strahliger Dolde wachsenden Blüten; BM.: festmachen?; F.: Pastinake, Pastinaken+FW(+EW); Z.: Past-in-ak-e
Pastor, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pastor, Geistlicher, Pfarrer; ne. pastor; Vw.: -; Hw.: s. pastoral, Pastorelle; Q.: um 1390? (Berleburger Versübersetzung der Pilgerfahrt des träumenden Mönches); E.: mhd. pastor, st. M., Pfarrer; mnd. pāstōr, pastor, pastōr, pastoer, M., Pastor, Pfarrer; lat. pāstor, M., Hirte, Hühnerwärter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pastor, DW 13, 1493, EWD s. u. Pastor, Duden s. u. Pastor; Son.: vgl. nndl. pastoor, Sb., Pastor; frz. pasteur, M., Pastor; nschw. pastor, Sb., Pastor; nnorw. pastor, M., Pastor; poln. pastor, M., Pastor; lit. pastorius, M., Pastor; GB.: vielleicht seit um 1390 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einer christlichen Gemeinde vorstehenden Geistlichen oder Pfarrer; BM.: nähren; F.: Pastor, Pastors, Pastoren+FW; Z.: Pa-st-or
pastoral, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. pastoral, Hirten betreffend, ländlich; ne. pastoral (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Pastor, Pastorelle; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. pāstōrālis; E.: s. lat. pāstōrālis (1), Adj., zu den Hirten gehörig, Hirten..., (116-27 v. Chr.); vgl. lat. pāstor, M., Hirte, Hirt, Hühnerwärter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pastor, fehlt DW, Duden s. u. pastoral; Son.: vgl. frz. pastoral, Adj., pastoral; nschw. pastoral, Adj., pastoral; nnorw. pastoral, Adj., pastoral; poln. pastoralny, Adj., pastoral; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Hirten betreffend oder ländlich; BM.: nähren; F.: pastoral, pastorale, pastorales, pastoralem, pastoralen, pastoraler+FW(+EW); Z.: pa-st-or-al
Pastorelle, Pastourelle, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Pastorelle, Pastourelle, Schäferinnendichtung, Schäferdichtung; ne. pastourelle; Vw.: -; Hw.: s. Pastor, pastoral; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. mlat. pāstōrella; E.: s. mlat. pāstōrella, F., Hirtenlied; vgl. lat. pāstor, M., Hirte, Hirt, Hühnerwärter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pastor, fehlt DW, Duden s. u. Pastorelle; Son.: vgl. frz. pastourelle, F., Pastorelle; nnorw. pastourelle, Sb., Pastorelle; poln. pastorella, Sb., Pastorelle; GB.: (pasturēle) vielleicht seit um 1210 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine das Werben eines Ritters um eine Schäferin (Schäferinnendichtung) oder ein Landmädchen betreffende mittelalterliche Gedichtform; BM.: nähren; F.: Pastorelle, Pastorellen, Pastourelle, Pastourellen+FW; Z.: Pa-st-or-ell-e
Pastourelle, nhd., F.: nhd. Pastourelle; Vw.: s. Pastorelle
Patate, nhd., F.: nhd. Patate; Vw.: s. Batate
Pate, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pate, Gote, Taufpate; ne. godfather; Vw.: -; Hw.: s. Pfetter; Q.: Ende 12. Jh. (Graf Rudolf); E.: mhd. bate (2), pate, sw. M., Pate, Patenkind; mnd. pāde, pade, M., F., Pate, Taufzeuge, Patenkind; lat. pater, M., Vater, Urheber, Vorsteher, (um 450 v. Chr.); idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pate, Kluge s. u. Pate, DW 13, 1499 (auch zeitweise Pathe?), EWD s. u. Pate, Duden s. u. Pate, Bluhme s. u. Pate; Son.: vgl. nndl. peet, Sb., Pate; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und mit lat. pater und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei der Taufe eines Kindes als Zeuge anwesenden und in der Folge für die christliche Erziehung des Kindes mitverantwortlichen Menschen (Taufpaten); BM.: nähren; F.: Pate, Paten+FW; Z.: Pat-e
Patene, Paten, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Patene, der zugleich als Deckel des zugehörigen Kelches dienende Hostienteller; ne. paten; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. patēn, st. F., Patene, Oblatentellerchen; mhd. patēne, sw. F., Patene, Oblatentellerchen; mnd. patene, patēne, pattēne, pattene, F., Abendmahlsgerät, Oblatenteller der zugleich als Kelchdeckel dient; mnl. patene, F., Patene, Abandmahlgerät, Hostienteller; ahd. pfatena, phatena, fatina*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Pfanne, Schüssel, Hostienteller, Patene; lat. patina, patena, F., Schüssel, Pfanne; gr. πατάνη (patánē), F., Schüssel; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: DW 13, 1500 (Patene), Duden s. u. Patene; Son.: vgl. nndl. pateen, Sb., Patene; frz. patène, F., Patene; nschw. paten, Sb., N., Patene; kymr. paten, M., Patene; nir. paiteana, M., Patene; poln. patena, F., Patene; GB.: (pfatena) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen flachen goldenen Teller für die Hostien oder das Abendmahlsbrot des Christentums; BM.: ausbreiten; F.: Patene, Paten, Patenen+FW; Z.: Pat-en-e
$Patenschaft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Patenschaft; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. Pat(e), s. en (Suff.), s. schaft; L.: DW 13, 1501, EWD s. u. Pate; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Pat(e) und en (Suff.) sowie schaft gebildete Bezeichnung für die sachlich in dem Christentum entwickelte Stellung als Pate eines neugetauften Menschen; F.: Patenschaft, Patenschaften+FW+EW; Z.: Pat-en—schaf-t
patent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. patent, offen, geschickt, tüchtig; ne. useful, capable; Vw.: -; Hw.: s. Patent; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. patēns; E.: s. lat. patēns, (Part. Präs.=)Adj., offen, gangbar, unversperrt, frei, offenbar, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. patēre, V., offen sein (V.), offenstehen, klaffen, gangbar sein (V.), zu Diensten stehen, ausgesetzt sein (V.); vgl. idg. *pet- (1), *pet-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. patent, Duden s. u. patent; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus lat. patens aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für offen oder geschickt oder tüchtig; BM.: ausbreiten; F.: patent, patente, patentes, patentem, patenten, patenter(, patentere, patenteres, patenterem, patenteren, patenterer, patentest, patenteste, patentestes, patentestem, patentesten, patentester)+FW(+EW); Z.: pat-ent
Patent, nhd., (Part. Präs.=)N., (16. Jh.): nhd. Patent, Berechtigungsurkunde, Recht zu der ausschließlichen Benutzung und gewerblichen Verwertung einer Erfindung; ne. patent (N.); Vw.: -; Hw.: s. patent; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. patente; E.: s. mnd. patent, N., „Patent“, Schriftstück, Urkunde, Brief; frz. patente, F., Bestallungsbrief, Gewerbeschein; lat. patēns, (Part. Präs.=)Adj., offen, gangbar, unversperrt, frei, offenbar, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. patēre, V., offen sein (V.), offenstehen, klaffen, gangbar sein (V.), zu Diensten stehen, ausgesetzt sein (V.); vgl. idg. *pet- (1), *pet-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Patent, DW 13, 1501, EWD s. u. Patent, Duden s. u. Patent; Son.: vgl. nndl. patent, Sb., Patent; nschw. patent, N., Patent; nnorw. patent, N., Patent; nir. paitinn, F., Patent; lit. patentas, M., Patent; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gewerbeschein oder eine Berechtigungsurkunde und davon abgeleitet für das Recht zu der ausschließlichen Benutzung und gewerblichen Verwertung einer Erfindung; BM.: ausbreiten; F.: Patent, Patents, Patentes, Patente, Patenten+FW(+EW); Z.: Pat-ent
$patentieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. patentieren, Patent erwerben, Patent verliehen bekommen (V.); Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Patent, s. ieren; L.: Kluge s. u. Patent, DW 13, 1503, EWD s. u. Patent; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Patent und ieren gebildete Bezeichnung für ein Patent erwerben oder ein Patent verliehen bekommen (V.); F.: patentieren, patentiere, patentierst, patentiert, patentierest, patentieret, patentierte, patentiertest, patentierten, patentiertet, ##patentiert, patentiertes, patentiertem, patentierten, patentierter##, patentierend, ###patentierend, patentierende, patentierendes, patentierendem, patentierenden, patentierender###, patentier (!)+FW; Z.: pat-ent-ier-en
Pater, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pater, Klostergeistlicher; ne. padre, Father; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. pater; E.: s. mnd. pater, M., Pater, Geistlicher eines Klosters, Rektor eines Klosters, Vorsteher eines Kloster, Abt eines Klosters; lat. pater, M., Vater, (um 450 v. Chr.); idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pater, DW 13, 1502, EWD s. u. Pater, Duden s. u. Pater; Son.: vgl. nndl. pater, Sb., Pater; nschw. pater, Sb., Pater; nnorw. pater, M., Pater; GB.: seit der frühen Neuzeit mnd. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (katholischen) Geistlichen in einem Kloster; BM.: nähren; F.: Pater, Paters, Patern+FW; Z.: Pat-er
Paternoster, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Paternoster, Vaterunser, ein Lift, Schöpfwerk, ein Hebewerk; ne. paternoster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. pater noster; E.: s. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); lat. noster, Poss.-Pron., unser; vgl. lat. nōs, Pers.-Pron., wir; idg. *nē̆s-, *nō̆s-, Pron., wir, Pokorny 758; s. idg. *ne- (3), *nō-, Pron., wir, Pokorny 758; L.: Kluge s. u. Paternoster, DW 13, 1502, EWD s. u. Pater, Duden s. u. Paternoster; Son.: vgl. nndl. paternoster, Sb., Paternoster; frz. pater-noster, M., Paternoster; nschw. paternosterverk, Sb., Paternoster; nnorw. paternoster, N., Paternoster; poln. paternoster, M., Paternoster; GB.: seit 18. Jh. außer als Vaterunser in dem wichtigsten Gebet der Christen als Bezeichnung für einen umlaufenden offenen Aufzug belegt; BM.: Vater unser zum Vater unser in einem Rosenkranzgebet, das endlos gebetet werden kann; F.: Paternoster, Paternosters, Paternostern+FW; Z.: Pat-er—no-s-t-er
$Paternoster (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Paternoster; E.: s. lat. pater, s. lat. noster; L.: EWD s. u. Pater; Son.: Kurzform für Paternosterwerk; GB.: seit 18. Jh. als Kurzform für Paternosterwerk belegt; F.: Paternoster, Paternosters, Paternostern+FW; Z.: Pat-er—no-s-t-er
path..., nhd., Partikel: nhd. path...; Vw.: s. patho...
pathetisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. pathetisch, gefühlvoll; ne. pathetic; Vw.: -; Hw.: s. Pathos; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. pathēticus, gr. παθητικός (pathētikós); E.: s. lat. pathēticus, Adj., pathetisch, affektvoll, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); gr. παθητικός (pathētikós), Adj., leidensfähig, gefühlvoll, passivisch; vgl. gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Pathos, DW 13, 1503, EWD s. u. pathetisch, Duden s. u. pathetisch; Son.: vgl. nndl. pathetisch, Adj., pathetisch; nschw. patetisk, Adj., pathetisch; nnorw. patetisk, Adj., pathetisch; poln. patetyczny, Adj., pathetisch; kymr. pathetig, Adj., pathetisch; lit. patetiškas, Adj., pathetisch; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gefühlvoll; BM.: leiden; F.: pathetisch, pathetische, pathetisches, pathetischem, pathetischen, pathetischer(, pathetischere, pathetischeres, pathetischerem, pathetischeren, pathetischerer, pathetischst, pathetischste, pathetischstes, pathetischstem, pathetischsten, pathetischster)+FW+EW; Z.: path-et-isch
...pathie, nhd., F, (16. Jh.?): nhd. ...pathie; ne. ...pathy; Vw.: s. Allo-, Anti-, A-, Em-, Homöo-, Osteo-, Sym-, Tele-; Hw.: s. patho...; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1086; Son.: vgl. nndl. ...pathie, Suff., ...pathie; frz. ...pathie, Suff., ...pathie; nschw. ...pati, Suff., ...pathie; ...pati, Suff., ...pathie; poln. ...patia, Suff., ...pathie; ...pathi, Suff., ...pathie; nir. ...peite, Suff., ...pathie; lit. ...patije, Suff., ...pathie; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Gemüt oder Krankheiten betreffenden Substantiven; BM.: leiden; F.: ...pathie, ...pathien+FW; Z.: -path-ie
patho..., path..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. patho... path...; ne. patho..., path...; Vw.: s. -logie; Hw.: s. ...pathie; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1086; Son.: vgl. nndl. patho..., Präf., patho..., frz. patho..., Präf., patho..., nschw. pato..., Präf., patho..., nnorw. pato..., Präf., patho..., poln. pato..., Präf., patho..., kymr. patho..., Präf., patho..., nir. paiteo..., Präf., patho..., lit. pato..., Präf., patho...; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von das Gemüt oder Krankheiten betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: leiden; F.: patho...+FW; Z.: path-o-
$Pathologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pathologe; Q.: um 1800; E.: s. Pathologie; L.: fehlt DW EWD s. u. Pathologie; GB.: seit um 1800 belegte und aus Pathologie gebildete Bezeichnung für einen auf Grund von präparatorischen oder mikroskopischen oder molekularbiologischen Untersuchungen eine geweblich begründete Aussage erstellenden Facharzt für Pathologie; F.: Pathologe, Pathologen+FW; Z.: Path-o-log-e
Pathologie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pathologie, Lehre von den Krankheiten; ne. pathology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. pathologia, gr. παθολογία (pathología); E.: s. mlat. pathologia, F., Lehre von den Krankheiten?; gr. παθολογία (pathología), F., Lehre von den Krankheiten?; vgl. gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Pathologie, fehlt DW, EWD s. u. Pathologie, Duden s. u. Pathologie; Son.: vgl. nndl. pathologie, Sb., Pathologie; frz. pathologie, F., Pathologie; nschw. patologi, Sb., Pathologie; nnorw. patologi, M., Pathologie; poln. patologia, F., Pathologie; kymr. patholeg, F., Pathologie; nir. paiteolaíocht, F., Pathologie; lit. patologas, M., Pathologe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von den Krankheiten; BM.: leiden, sammeln; F.: Pathologie, Pathologien+FW(+EW); Z.: Path-o-log-ie
$pathologisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pathologisch, Pathologie betreffend, krankhaft; E.: s. Patholog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Pathologie, fehlt DW, EWD s. u. Pathologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Patholog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Pathologie betreffend oder krankhaft; F.: pathologisch, pathologische, pathologisches, pathologischem, pathologischen, pathologischer+FW+EW; Z.: path-o-log-isch
Pathos, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Pathos, Leidenschaft; ne. pathos, emotionalism; Vw.: -; Hw.: s. Homöopathie, pathethisch, Pathologie; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. gr, πάθος (páthos); E.: s. gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Pathos, DW 13, 1503, EWD s. u. pathetisch, Duden s. u. Pathos; Son.: vgl. nndl. pathos, Sb., Pathos; frz. pathos, M., Pathos; nschw. patos, N., Pathos; nnorw. patos, M., Pathos; poln. patos, M., Pathos; lit. patosas, M., Pathos; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen leidenschaftlich-bewegten Gefühlsausdruck oder eine Leidenschaft; BM.: leiden; F.: Pathos+FW; Z.: Path-os
Patience, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Patience, ein Kartenspiel; ne. solitaire (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. patience; E.: s. frz. patience, F., Geduld; lat. patientia, F., Erleiden, Erdulden, Ertragen, Ausdauer, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. patī, V., erdulden, hinnehmen; vgl. idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Patience, fehlt DW, EWD s. u. Patience, Duden s. u. Patience; Son.: vgl. ne. patience, N., Geduld; nschw. patiens, Sb., Patience; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Kartenspiel bei dem die Karten so gelegt werden dass Sequenzen in einer bestimmten Reihenfolge entstehen; BM.: erdulden bzw. beschädigen; F.: Patience, Patiencen+FW; Z.: Pa-t-i-enc-e
Patient, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Patient, Kranker; ne. patient (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. patiēns; E.: s. mnd. paciente, patiente, M., Patient; lat. patiēns, Adj., erduldend, ertragend, hart, nicht nachgiebig, geduldig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. patī, V., erdulden, hinnehmen; vgl. idg. *pēi-, *pē-, *pī-, *peiə-, V., weh tun, beschädigen, schmähen, Pokorny 792 (1374/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Patient, DW 13, 1503, EWD s. u. Patient, Duden s. u. Patient; Son.: vgl. nndl. patiënt, Sb., Patient; frz. patient, M., Patient; nschw. patient, Sb., Patient; nnorw. pasient, M., Patient; poln. pacjent, M., Patient; poln. pacjent, M., Patient; lit. pacientas, M., Patient; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich in einer Behandlung befindenden Kranken; BM.: erdulden bzw. beschädigen; F.: Patient, Patienten+FW; Z.: Pa-t-i-ent
$Patin, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Patin; E.: s. Pat(e), s. in; L.: DW 13, 1504 (Pathin), EWD s. u. Pate; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. commater aus Pat(e) und in gebildete Bezeichnung für eine Frau als (Ehefrau eines) Paten oder als Patin; F.: Patin, Patinnen+FW(EW); Z.: Pat-in
Patina, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Patina, Edelrost; ne. patina; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1762 (Winckelmann); I.: Lw. it. patina; E.: s. patina, F., Patina, Firnis; lat. patina, F., Schüssel, Pfanne; gr. πατάνη (patánē), F., Schüssel; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Patina, fehlt DW, EWD s. u. Patina, Duden s. u. Patina; Son.: vgl. nndl. patina, Sb., Patina; frz. patine, F., Patina; nschw. patina, Sb., Patina; nnorw. patina, M., Patina; poln. patyna, F., Patina; kymr. patina, M., Patina; nir. paitean, M., Patina; GB.: seit 1762 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die meist unter Einfluss der Witterung (Luftfeuchtigkeit) auf Kupfer und Kupferlegierungen sowie anderen Metallen (und Holz) entstehende vielfach grünliche Schicht; BM.: ausbreiten; F.: Patina+FW; Z.: Pat-in-a
Patisserie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Patisserie, Konditorei, Feingebäck; ne. patisserie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. pâtisserie; E.: s. frz. pâtisserie, F., Patisserie; frz. pâte, F., Teig; lat. pasta, F., Teig, Pastete, (5. Jh. n. Chr.); gr. πάστη (pástē), F., Teig; L.: fehlt DW, Duden s. u. Patisserie; Son.: vgl. nndl. patisserie, Sb., Patisserie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine feines Backwerk herstellende Bäckerei (Konditorei) und für das aus einer solchen Bäckerei stammende Feingebäck; BM.: Teig; F.: Patisserie, Patisserien+FW; Z.: Pat-iss-er-ie
Patriarch, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Patriarch, Bischof, hoher Geistlicher, Familienoberhaupt; ne. partiarch; Vw.: -; Hw.: s. patriarchalisch, Patriarchat; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. patriarche, patriarke, sw. M., Patriarch, Kirchenoberhaupt, Erzvater, Amtsbereich des Patriarchen; mhd. patriarc, st. M., Patriarch, Kirchenoberhaupt, Erzvater, Amtsbereich des Patriarchen; mnd. patriarche, patrierche, patriarsch, patriarcha, M., Patriarch, Stammvater Israels, Erzvater Israels, oberster Bischof der orthodoxen Kirche, Patron der morgenländischen Kirche; mnl. patriarke, M., Patriarch; ahd. patriarcho*, sw. M., Patriarch, Erzvater, Stammvater des jüdischen Volkes, Kirchenoberhaupt; lat. patriarcha, M., Patriarch, (um 160-220 n. Chr.); gr. πατριάρχης (patriárchēs), M., Patriarch; vgl. gr. πατήρ (patḗr), M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft unklar, s. Frisk 1, 571; L.: Kluge s. u. Patriarch, DW 13, 1504, EWD s. u. Patriarch, EWAhd 6, 1320, Duden s. u. Patriarch; Son.: vgl. afries. patriaracha, M., Patriarch; ae. patriarcha, M., Erzvater, hoher Bischof, Patriarch; an. patriarki, M., Patriarch; nndl. patriarch, Sb., Patriarch; frz. patriarche, M., Patriarch; nschw. patriark, Sb., Patriarch; nnorw. patriark, M., Patriarch; poln. patriarcha, M., Patriarch; kymr. patriarch, M., Patriarch; nir. patrarc, M., Patriarch; lit. partriarchas, M., Patriarch; GB.: seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ehrentitel innerhalb der katholischen Kirche oder auch für ein Familienoberhaupt; BM.: Vater, Erster sein (V.); F.: Patriarch, Patriarchen+FW(+EW); Z.: Pat-r-i-arch
patriarchalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. patriarchalisch, Patriarch betreffend, Patriarchat betreffend; ne. patriarchal, paternalistic; Vw.: -; Hw.: s. Patriarch, Patriarchat; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. patriarchālis; E.: lat. patriarchālis (1), Adj., patriarchalisch, zum Patriarchen gehörig, (um 451-518 n. Chr.); vgl. lat. patriarcha, M., Patriarch, Stammvater, Stammesoberhaupt; gr. πατριάρχης (patriárchēs), M., Patriarch; vgl. gr. πατήρ (patḗr), M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden (V.), Pokorny 787; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft unklar; s. Frisk 1, 571; L.: Kluge s. u. Patriarch, DW 13, 1504, EWD s. u. Patriarch, Duden s. u. patriarchalisch; Son.: vgl. nndl. patriarchaal, Adj., patriarchal; frz. patriarcal, Adj., patriarchal; nschw. patriarkalisk, Adj., patriarchal; nnorw. patriarkalsk, Adj., patriarchal; poln. patriarchalny, Adj., patriarchal; kymr. patriarchaidd, Adj., patriarchal; nir. patrarcach, Adj., patriarchal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Patriarch betreffend oder Patriarchat betreffend; BM.: Vater, Erster sein (V.); F.: patriarchalisch, patriarchalische, patriarchalisches, patriarchalischem, patriarchalischen, patriarchalischer(, patriarchalischere, patriarchalischeres, patriarchalischerem, patriarchalischeren, patriarchalischerer, patriarchalischst, patriarchalischste, patriarchalischstes, patriarchalischstem, patriarchalischsten, patriarchalischster)+FW(+EW); Z.: pat-r-i-arch-al-isch
Patriarchat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Patriarchat, Vaterherrschaft; ne. patriarchy, patriarchate; Vw.: -; Hw.: s. Patriarch, patriarchalisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. patriarchātus; E.: s. lat. patriarchātus, M., Amt des Patriarchen, Würde eines Patriarchen, Patriarchat, Patriarchenwürde, Patriarchensitz, (360 n. Chr.); vgl. lat. patriarcha, M., Patriarch, Stammvater, Stammesoberhaupt; gr. πατριάρχης (patriárchēs), M., Patriarch; vgl. gr. πατήρ (patḗr), M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829; vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden (V.), Pokorny 787; gr. ἄρχειν (árchein), V., vorangehen, der Erste sein (V.); weitere Herkunft unklar; s. Frisk 1, 571; L.: Kluge s. u. Patriarch, fehlt DW, EWD s. u. Patriarch, Duden s. u. Patriarchat; Son.: vgl. nndl. patriarchaat, Sb., Patriarchat; frz. patriarcat, M., Patriarchat; nschw. patriarkat, N., Patriarchat; nnorw. patriarkat, N., Patriarchat; poln. partriarchat, M., Patriarchat; kymr. patriarchaeth, F., Patriarchat; lit. partriarchatas, M., Patriarchat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesellschaftsordnung bei welcher der Mann eine bevorzugte Stellung in Staat und Familie hat und bei der in Erbfolge und sozialer Stellung die männliche Linie ausschlaggebend ist und. Bezeichnung für den Amtsbereich und die Tätigkeit eines Patriarchen; BM.: Vater, Erster sein (V.); F.: Patriarchat, Patriarchates, Patriarchats, Patriarchate, Patriarchaten+FW(+EW); Z.: Pat-r-i-arch-at
$patriarchisch, nhd., Adj.: nhd., (16. Jh.): nhd. patriarchalisch, Patriarchen betreffend, Patriarchat betreffend; ne. patriarchical; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. Patriarch, s. isch; L.: DW 13, 1504, EWD s. u. Patriarch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Patriarch und isch gebildete Bezeichnung für einen Patriarchen betreffend oder das Patriarchat betreffend; F.: patriarchisch, patriarchische, patriarchisches, patriarchischem, patriarchischen, patriarchischer(, patriarchischere, patriarchischeres, patriarchischerem, patriarchischeren, patriarchischerer, patriarchischst, patriarchischste, patriarchischstes, patriarchischstem, patriarchischsten, patriarchischster)+FW+EW; Z.: pat-r-i-arch-isch
patrimonial, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. patrimonial, Patrimonium betreffend, väterliches Erbgut betreffend, von dem Vater ererbt, väterlich; ne. patrimonial; Vw.: -; Hw.: s. Patrimonium; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. patrimōniālis; E.: s. lat. patrimōniālis (1), Adj., zum Erbgut gehörig, zum Erbvermögen gehörig, erblich, (438 n. Chr.); vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. patrimonial; Son.: vgl. frz. patrimonial, Adj., patrimonial; poln. patrymonialny, Adj., patrimonial; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das väterliche Erbgut betreffend; BM.: nähren; F.: patrimonial, patrimoniale, patrimoniales, patrimonialem, patrimonialen, patrimonialer+FW(+EW); Z.: pat-r-i-mon-i-al
Patrimonium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Patrimonium, Privatvermögen eines Herrschers, väterliches Erbgut; ne. patrimony; Vw.: -; Hw.: s. patrimonial; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.; E.: vgl. mnd. patermoniī, patrimoniī, N., väterliches Erbe; lat. patrimōnium, N., Erbgut, Erbvermögen, Vermögen, (106-43 v. Chr.); vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Patrimonium; Son.: vgl. nndl. patrimonium, Sb., Patrimonium; frz. patrimoine, M., Patrimonium; poln. patrymonium, M., Patrimonium; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Privatvermögen des Herrschers in Gegensatz zu dem Staatsvermögen und für das väterliche Erbgut; BM.: nähren; F.: Patrimonium, Patrimoniums, Patrimonien+FW; Z.: Pat-r-i-mon-i-um
Patriot, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Patriot, Vaterlandsliebhaber; ne. patriot; Vw.: -; Hw.: s. patriotisch; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. patriote; E.: s. frz. patriote, M., Patriot, Landsmann; lat. patriōta, M., Landsmann; gr. πατριώτης (patriōtēs), M., Landsmann; vgl. gr. πατήρ (patēr), M., Vater, Stammvater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patriot, DW 13, 1504, EWD s. u. Patriot, Duden s. u. Patriot; Son.: vgl. nndl. patriot, Sb., Patriot; frz. patriote, M., Patriot; nschw. patriot, Sb., Patriot; nnorw. patriot, M., Patriot; poln. patriota, M., Patriot; lit. patriotas, M., Patriot; GB.: seit der frühen Neuzeit (2. Hälfte 16. Jh.) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von großer Vaterlandsliebe erfüllten Menschen (Vaterlandsliebhaber); BM.: nähren; F.: Patriot, Patrioten+FW; Z.: Pat-r-i-ot
patriotisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. patriotisch, heimatverbunden, vaterlandsliebend; ne. patriotic; Vw.: -; Hw.: s. Patriot; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. patriōticus; E.: s. lat. patriōticus (1), Adj., vaterländisch, heimatlich, einheimisch, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. patriōta, M., Landsmann; gr. πατριώτης (patriōtēs), M., Landsmann; vgl. gr. πατήρ (patēr), M., Vater, Stammvater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patriot, DW 13, 1505, EWD s. u. Patriot, Duden s. u. patriotisch; Son.: vgl. nndl. patriottisch, Adj., patriotisch; frz. patriotique, Adj., patriotisch; nschw. patriotisk, Adj., patriotisch; nnorw. patriotisk, Adj., patriotisch; poln. patriotyczny, Adj., patriotisch; lit. patriotinis, Adj., patriotisch; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches heimatverbunden oder vaterlandsliebend; BM.: nähren; F.: patriotisch, patriotische, patriotisches, patriotischem, patriotischen, patriotischer(, patriotischere, patriotischeres, patriotischerem, patriotischeren, patriotischerer, patriotischst, patriotischste, patriotischstes, patriotischstem, patriotischsten, patriotischster)+FW+EW; Z.: pat-r-i-ot-isch
$Patriotismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Patriotismus, Heimatverbundenheit, Vaterlandsliebe; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Patriot, s. ismus; L.: DW 13, 1505, EWD s. u. Patriot; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Patriot und ismus gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Heimatverbundenheit oder Vaterlandsliebe; F.: Patriotismus; Z.: Pat-r-i-ot-ism-us
Patrizier, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Patrizier, Angehöriger der Oberschicht, vornehmer wohlhabender Bürger; ne. patrician (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. patricius; E.: lat. patricius (2), M., Patrizier, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patrizier, DW 13, 1504 (Patricier), Duden EWD s. u. Patrizier, s. u. Patrizier; Son.: vgl. nndl. patricier, Sb., Patrizier; frz. patricien, M., Patrizier; nschw. patricier, Sb., Patrizier; nnorw. patrisier, M., Patrizier; poln. patrycjusz, M., Patrizier; nir. paitríoch, M., Patrizier; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen des Adels in Rom und davon abgeleitet für einen vornehmen wohlhabenden Bürger seit dem Hochmittelalter in Städten; BM.: nähren; F.: Patrizier, Patriziers, Patriziern+FW(+EW); Z.: Pat-r-iz-i-er
Patron, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Patron, Schutzheiliger, Schutzherr, Schutzherr einer Kirche, Patron eines Schiffes, Schirmherr, Beschützer, Verteidiger; ne. patron; Vw.: -; Hw.: s. Patronat, Patrozinium; Q.: 1160-1180 (Linzer Antichrist); E.: s. mhd. patrōne, sw. M., Patron, Schiffspatron, Kapitän; mnd. patrōne (1), patrōn, patroen, patroͤn, M., „Patron“, Schutzheiliger, Schutzherr, Heiligenfigur, Heiligenstatue, oberste Instanz, Aufseher einer Bruderschaft, Schiffseigner, Kapitän; lat. patrōnus, M., Patron, Schutzherr, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patron, DW 13, 1505, EWD s. u. Patron, Duden s. u. Patron; Son.: vgl. nndl. patroon, Sb., Patron; frz. patron, Sb., Patron; nschw. patron, Sb., Patron; nnorw. patron, M., Patron; poln. patron, M., Patron; nir. patrún, M., Patron; lit. patronas, M., Patron; GB.: seit 1160-1180 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach Vorstellung von Menschen möglichen menschlichen Schutzherrn oder Schirmherrn; BM.: nähren; F.: Patron, Patrons, Patrone, Patronen+FW(+EW); Z.: Pat-r-on
Patronat, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Patronat, Schirmherrschaft, Schutzherrschaft, Würde eines Schutzherrn; ne. patronage; Vw.: -; Hw.: s. Patron, Patrozinium; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. patrōnātus; E.: s. lat. patrōnātus (1), M., Patronat, Würde eines Patrons, Schutzherrschaft eines Herrn, Verhältnis des Freilassers zu dem Freigelassenen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. patrōnus, M., Patron, Schutzherr; vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patron, DW 15, 1506, Duden s. u. Patronat; Son.: vgl. frz. patronat, M., Patronat; poln. patronat, M., Patronat; lit. patronatas, M., Patronat; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach Vorstellung von Menschen mögliche Schirmherrschaft oder Schutzherrschaft; BM.: nähren; F.: Patronat, Patronates, Patronats, Patronate, Patronaten+FW(+EW); Z.: Pat-r-on-at
Patrone, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Patrone, Ladung, Kugel, Behälter, fest schließende Hülle von Schießpulver; ne. cartridge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. patrōne (2), patrōn, paterōne, N., Patrone, Muster, Musterzeichnung, Aufriss (M.), plastisches Modell für ein Bauwerk oder ein technisches Produkt, mit Schießpulver gefüllte Papierhülle bzw. Metallhülle, Munition; frz. patron, M., Form, Muster, Modell, Gamillscheg 687b; vgl. frz. patron, M., Patron; lat. patrōnus, M., Patron, Schutzherr, (um 450 v. Chr.); vgl. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Patrone, DW 13, 1506, EWD s. u. Patrone, Duden s. u. Patrone; Son.: vgl. nndl. patroon, Sb., Patrone; ne. pattern, N., Muster; nschw. patron, Sb., Patrone; nnorw. patron, M., Patrone; lit. patronas, M., Patrone; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen (und Lateinischen des Altertums) aufgenommene und umgebildete (sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare) Bezeichnung für eine fest schließende Hülle von Schießpulver; BM.: nähren; F.: Patrone, Patronen+FW; Z.: Pat-r-on-e
Patrouille, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Patrouille, Erkundung, Kontrollgang; ne. patrol (N.); Vw.: -; Hw.: s. patrouillieren; Q.: um 1600; I.: s. Lw. frz. patrouiller; E.: s. frz. patrouiller, V., patrouillieren, im Schlamm patschen; afrz. patoillier, V., im Schlamm patschen, in Wasser patschen; von einem *patt-, Sb., Pfote, Tatze; weitere Herkunft ungeklärt, wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Patrouille, (DW 13, 1505 Patrolle,) EWD s. u. Patrouille, Duden s. u. Patrouille; Son.: vgl. nndl. patrouille, Sb., Patrouille; nschw. patrull, Sb., Patrouille; nnorw. patrulje, M., Patrouille; poln. patrol, M., Patrouille; kymr. patrôl, M., Patrouille; nir. patról, M., Patrouille; GB.: vielleicht seit um 1600 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Bildung von Heeren mögliche von Soldaten durchgeführte Erkundung oder einen Kontrollgang; BM.: Pfote bzw. lautmalend; F.: Patrouille, Patrouillen+FW; Z.: Patr-ouill-e
patrouillieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. patrouillieren, Wache schieben, Kontrolle machen; ne. patrol (V.); Vw.: -; Hw.: s. Patrouille; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. patrouiller; E.: s. frz. patrouiller, V., patrouilleren, in Schlamm patschen; afrz. patoillier, V., in Schlamm patschen, in Wasser patschen; von einem *patt-, Sb., Pfote, Tatze; weitere Herkunft ungeklärt, wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Patrouille, (DW 13, 1504 patrollieren,) EWD s. u. Patrouille, Duden s. u. patrouillieren; Son.: vgl. nndl. patrouilleren, V., patrouillieren; nschw. patrullera, V., patrouillieren; nnorw. patruljere, V., patrouillieren; poln. patrolować, V., patrouillieren; kymr. patrolio, V., patrouillieren; nir. patrólaim, V., patrouillieren; lit. patruliuoti, V., patrouillieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Bildung von Heeren mögliche von Soldaten durchgeführte Erkundung machen oder Kontrolle machen oder einen Kontrollgang machen; BM.: Pfote bzw. lautmalend; F.: patrouillieren, patrouilliere, patrouillierst, patrouilliert, patrouillierest, patrouillieret, patrouillierte, patrouilliertest, patrouillierten, patrouilliertet, ##patrouilliert, patrouillierte, patrouilliertes, patrouilliertem, patrouillierten, patrouillierter##, patrouillierend, ###patrouillierend, patrouillierende, patrouillierendes, patrouillierendem, patrouillierenden, patrouillierender###, patrouillier (!)+FW; Z.: patr-ouill-ier-en
Patrozinium, nhd., N., (?): nhd. Patrozinium, Schutzherrschaft, Patronatsfest; ne. patrocinium; Vw.: -; Hw.: s. Patron, Patronat; Q.: ?; I.: Lw. lat. patrōcinium; E.: s. lat. patrōcinium, N., Vertretung, Beschützung, Verteidigung, Schutz, Schutz durch einen Schutzheiligen, (81-43 v. Chr.); lat. pater, M., Vater, Urheber, Vorsteher, (um 450 v. Chr.); idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Patrozinium; GB.: seit (?) aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Schutzherrschaft oder ein Patronatsfest; BM.: nähren; F.: Patrozinium, Patroziniums, Patrozinien+FW(+EW); Z.: Pat-r-o-cin-i-um
$Patsch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Patsch, Schlag, Fall; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. patsch(en); L.: DW 13, 1507, EWD s. u. patschen; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Schlag oder Fall; F.: Patsch, Patsches, Patsche, Patschen+EW; Z.: Patsch-e
$Patsche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Patsche, Hand, ein Werkzeug, eine Niederlage; E.: s. patsch(en); L.: DW 13, 1507?, EWD s. u. Patsche; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit patschen verbindbare Bezeichnung für Hand oder ein Werkzeug oder eine Niederlage; F.: Patsche, Patschen+EW; Z.: Patsch-en
patschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. patschen, in das Wasser schlagen; ne. splash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. patschen, EWD s. u. patschen, DW 13,1508, Duden s. u. patschen, Bluhme s. u. Patsche; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit den Händen in das Wasser schlagen; BM.: lautmalend; F.: patschen, patsche, patschst, patscht, patschest, patschet, patschte, patschtest, patschten, patschtet, gepatscht, ##gepatscht, gepatschte, gepatschtes, gepatschtem, gepatschten, gepatschter##, patschend, ###patschend, patschende, patschendes, patschendem, patschenden, patschender###, patsch (!)+EW; Z.: patsch-en
$Patschhand, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Patschhand, kleine weiche Hand; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. patsch(en), s. Hand; L.: DW 13, 1509, EWD s. u. patschen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus patsch(en) und Hand gebildete Bezeichnung für eine kleine weiche Hand; F.: Patschhand, Patschhände, Patschhänden+EW; Z.: Patsch-hand
Patschuli, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Patschuli, Patschuliöl, Patschuliduft; ne. patschouli; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. patschouli, frz. patschouli; E.: s. ne. patschouli, N., Patschuli; frz. patschouli, M., Patschuli; tamil. pacc̣uli, Sb., Patschuli; wohl von tamil. pachai, Adj., grün; tamil. ilai, Sb., Blatt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Patschuli; Son.: vgl. nndl. patschouli, Sb., Patschuli; nschw. patschouli, Sb., Patschuli; nnorw. patschouli, M.?, Patschuli; kymr. patsiwli, M., Patschuli; nir. paitsiúlaí, M., Patschuli; lit. pačiulis, M.?, Patschuli; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen sowie mittelbar dem Tamilischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Lippenblütlern gehörende krautige für die Parfümherstellung verwendete und vielleicht in Indonesien nach grün und Blatt benannte Pflanze mit kleinen weißen und violetten Blüten; BM.: grün, Blatt?; F.: Patschuli, Patschulis+FW; Z.: Patsch-uli
patt, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. patt, unentschieden; ne. in stalemate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. pat; E.: s. frz. pat, Adj., patt; vgl. frz. pat, M., Patt; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. patt, fehlt DW, EWD s. u. patt, Duden s. u. patt, Bluhme s. u. patt; Son.: vgl. nndl. pat, Adj., patt; nschw. pat, Adj., patt; nnorw. patt, Adj., patt; poln. patowy, Adj., patt; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung eines Menschen der in dem Schachspiel nicht mehr in der Lage ist einen Zug zu machen; BM.: ?; F.: patt, patte, pattes, pattem, patten, patter+FW(+EW); Z.: patt
patzen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. patzen, schlecht arbeiten, einen Fleck machen; ne. make (V.) a mess; Vw.: -; Hw.: s. patzig; Q.: 19. Jh.; E.: wohl von einem regionalen Patzen, M., Fleck, Klecks; lautmalend?; von nhd. Batzen?; L.: Kluge s. u. patzen, fehlt DW, EWD s. u. patzen, Duden s. u. patzen; GB.: schlecht arbeiten; BM.: lautmalend?; F.: patzen, patze (!), patzst, patzt, patzest, patzet, patzte, patztest, patzten, patztet, gepatzt, ##gepatzt, gepatzte, gepatztes, gepatztem, gepatzten, gepatzter##, patzend, ###patzend, patzende, patzendes, patzendem, patzenden, patzender##, patz (!)+EW; Z.: patz-en
$Patzer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Patzer, Fehler; E.: s. patz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. patzen, fehlt DW, EWD s. u. patzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus patz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen möglichen Fehler; F.: Patzer, Patzers, Patzern+EW; Z.: Patz-er
patzig, batzig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. patzig, schroff; ne. notty; Vw.: -; Hw.: s. patzen; Q.: 16. Jh.; E.: s. Batzen; L.: Kluge s. u. patzig, DW 13, 1509, EWD s. u. patzig, Duden s. u. patzig, Bluhme s. u. patzig; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete sowie mit Batzen verbindbare Bezeichnung für schroff oder grob; BM.: lautmalend?; F.: patzig, patzige, patziges, patzigem, patzigen, patziger(, patzigere, patzigeres, patzigerem, patzigeren, patzigerer, patzigst, patzigste, patzigstes, patzigstem, patzigsten, patzigster,) batzig, batzige, batziges, batzigem, batzigen, batziger(, batzigere, batzigeres, batzigerem, batzigeren, batzigerer, batzigst, batzigste, batzigstes, batzigstem, batzigsten, batzigster)+EW; Z.: patz-ig
Pauke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Pauke, Trommel; ne. kettledrum, timpano; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. mhd. pūke, sw. F., Pauke; mhd. bouke, sw. F., Pauke; mnd. *pūke? (1), *pucke?, F., Pauke; lautmalend); L.: Kluge 1. A. s. u. Pauke, Kluge s. u. Pauke, DW 13, 1510, EWD s. u. Pauke, Duden s. u. Pauke, Bluhme s. u. Pauke; Son.: vgl. nndl. pauk, Sb., Pauke; nschw. puka, Sb., Pauke; nnorw. pauke, M., Pauke; GB.: (pūke) seit 1190-1200 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für ein einen kesselähnlichen Resonanzkörper und eine meist aus gegerbtem Kalbfell bestehende Membran habendes Schlaginstrument bei dem die Töne mit zwei hölzernen Schlägeln hervorgebracht werden; BM.: lautmalend; F.: Pauke, Pauken+EW; Z.: Pauk-e
$pauken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pauken, Pauke spielen, auch lernen; E.: s. Pauk(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Pauke, DW 13, 1511, EWD s. u. Pauke; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für Pauke spielen und lernen; F.: pauken (!), pauke (!), paukst, paukt, paukest, pauket, paukte, pauktest, paukten, pauktet, gepaukt, ##gepaukt, gepaukte, gepauktes, gepauktem, gepaukten, gepaukter##, paukend, ###paukend, paukende, paukendes, paukendem, paukenden, paukender###, pauk (!)+EW; Z.: pauk-en
$Pauker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pauker, Paukenschläger, Lehrer; E.: s. Pauk(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Pauke, DW 13, 1512, EWD s. u. Pauke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pauk(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Paukenschläger oder einen Lehrer; F.: Pauker, Paukers, Paukern+EW; Z.: Pauk-er
$Pausback, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pausback; E.: s. Pausbacke; L.: Kluge s. u. Pausbacken, fehlt DW (aber Pausbacke DW 13, 1513), EWD s. u. Pausback; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus paus(en) und Back teils lautmalend gebildete Bezeichnung für einen pausbäckigen Menschen; F.: Pausback, Pausbacken+EW; Z.: Paus—back
Pausbacke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pausbacke, dicke Backe; ne. chubby cheek; Vw.: -; Hw.: s. Pfausback; Q.: 18. Jh.; E.: von einem pausen, pfausen, V., blasen, aufblasen; lautmalender Herkunft; und von nhd. Backe (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Pauspack, Kluge s. u. Pausbacken, EWD s. u. Pausback, DW 13,1513, Duden s. u. Pausbacken; Son.: meist nur im Plural verwendet; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus paus(en) und Backe teils lautmalend gebildete Bezeichnung für eine runde und meist rote Backe vor allem bei einem Kind; BM.: lautmalend, Kauen?; F.: Pausbacke, Pausbacken+EW?; Z.: Paus—back-e
$pausbäckig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pausbäckig; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Pauspack und ig gebildete Bezeichnung für mit Pausbacken versehen (Adj.); L.: DW 13, 1513 (pausbackig); F.: pausbäckig, pausbäckige, pausbäckiges, pausbäckigem, pausbäckigen, pausbäckiger(, pausbäckigere, pausbäckigeres, pausbäckigerem, pausbäckigeren, pausbäckigerer, pausbäckigst, pausbäckigste, pausbäckigstes, pausbäckigstem, pausbäckigsten, pausbäckigster)+EW?; Z.: paus—bäck-ig
pauschal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pauschal, gesamt, undifferenziert, sehr allgemein beurteilt; ne. general (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassisch nlat. pauschalis; E.: s. nlat. pauschalis, Adj., pauschal; abgeleitet von einem Pauschquantum, N., Gesamtabfindung; von nhd. Bausch (s. d.); L.: Kluge s. u. pauschal, fehlt DW, EWD s. u. Pauschale, Duden s. u. pauschal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sehr allgemein beurteilt; BM.: Bausch bzw. schwellen?; F.: pauschal, pauschale, pauschales, pauschalem, pauschalen, pauschaler+FW(+EW); Z.: pau-sch-al
$Pauschale, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pauschale, Gesamtbetrag; E.: s. pauschal; L.: Kluge s. u. pauschal, fehlt DW, EWD s. u. Pauschale; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus pauschal und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geld möglichen Gesamtbetrag als Entgelt für Leistungen; F.: Pauschale, Pauschalen+FW(+EW); Z.: Pau-sch-al-e
$pauschalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pauschalieren; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Pauschal(e), s. ieren; L.: EWD s. u. Pauschale, fehlt DW; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Pauschal(e) und ieren gebildete Bezeichnung für gesamt berechnen; F.: pauschalieren, pauschaliere, pauschalierst, pauschaliert, pauschalierest, pauschalieret, pauschalierte, pauschaliertest, pauschalierten, pauschaliertet, ##pauschaliert, pauschalierte, pauschaliertes, pauschaliertem, pauschalierten, pauschalierter##, pauschalierend, ###pauschalierend, pauschalierende, pauschalierendes, pauschalierendem, pauschalierenden, pauschalierender###, pauschalier (!)+FW(+EW); Z.: pau-sch-al-ier-en
Pause, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Pause (F.) (1), Unterbrechung; ne. pause (N.); Vw.: s. Meno-; Hw.: s. pausieren; Q.: 1275 (Urkunde); E.: mhd. pūse, F., Pause (F.) (1), Unterbrechung; mnd. pause, F., Pause (F.) (1), Unterbrechung, Zeitraum, Intervall, Dauer eines Vorganges; mnd. pōse (2), F., „Pause“, Ruhe, Unterbrechung, Weile, Intervall, Zeitraum; lat. pausa, f., Pause (F.) (1), Innehalten, Stillstand, (204-169 v. Chr.); gr. παῦσις (pausis), F., Ruhe, Rast; vgl. gr. παύειν (paúein), V., aufhören machen, zur Ruhe bringen, beenden; vgl. idg. *paus-?, V., lassen, ablassen, aufhören, Pokorny 790 (1369/11) (RB. idg. aus arm., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pause, Kluge s. u. Pause, DW 13, 1514, EWD s. u. Pause 1, Duden s. u. Pause, Bluhme s. u. Pause; Son.: vgl. nndl. pauze, Sb., Pause; frz. pause, F., Pause; nschw. paus, Sb., Pause; nnorw. pause, M., Pause; lit. pauzė, F., Pause; GB.: (pūse) seit 1275 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche kurze Unterbrechung einer Tätigkeit zwecks Rast und Erholung; BM.: ablassen bzw. aufhören; F.: Pause, Pausen+FW(+EW); Z.: Paus-e
$Pause (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pause, Durchzeichnung; E.: s. pausen; L.: Kluge s. u. Pause 2, pausen, fehlt DW, EWD s. u. pausen; F.: Pause, Pausen+FW; Z.: Pau-s-e
pausen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pausen, durchzeichnen, durch Durchpausen abbilden oder vervielfachen; ne. calk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. poncer; E.: s. frz. poncer, abschleifen, schmirgeln; vgl. frz. ponce, F., Bimsstein; lat. pūmex, M., Bimsstein, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spoimno-, *poimno-, Sb., spoimnā-, *poimnā, F., Schaum, Gischt, Pokorny 1001 (1730/202) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. pauschen, Kluge s. u. pausen, EWD s. u. pausen, DW 13, 1514, Duden s. u. pausen, Bluhme s. u. pausen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches durch Durchzeichnen abbilden oder vervielfachen; BM.: Bimsstein bzw. Gischt, ursprünglich wurden die gezeichneten Linien durchstochen und mit Kohlestaub bestäubt und auf eine Unterlage durchgerieben; F.: pausen (!), pause (!), pausst (!), paust, pausest, pauset, pauste, paustest, pausten, paustet, gepaust, ##gepaust, gepauste, gepaustes, gepaustem, gepausten, gepauster##, pausend, ###pausend, pausende, pausendes, pausendem, pausenden, pausender###, paus (!)+FW(+EW); Z.: pau-s-en
pausieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. pausieren, unterbrechen, innehalten; ne. pause (N.), have (V.) a break; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. pausāre; E.: mnd. pausēren, pausīren, sw. V., pausieren, innehalten, ruhen, Pause (F.) (1) einlegen, Unterbrechung einlegen, müßig sein (V.), verweilen; mnd. pōsēren, sw. V., pausieren, innehalten, Pause machen, müßig sein (V.), verweilen, sich aufhalten; lat. pausāre, V., innehalten, ruhen, ausruhen, (2. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. pausa, F., Pause (F.) (1), Innehalten, Stillstand; gr. παῦσις (pausis), F., Ruhe, Rast; vgl. gr. παύειν (paúein), V., aufhören machen, zur Ruhe bringen, beenden; vgl. idg. *paus-?, V., lassen, ablassen, aufhören, Pokorny 790 (1369/11) (RB. idg. aus arm., gr., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Pause, DW 13, 1515, Duden s. u. pausieren; Son.: vgl. nndl. pauzeren, V., pausieren; frz. pauser, V., pausieren; nschw. pausera, V., pausieren; nnorw. pausere, V., pausieren; poln. pauzować, V., pausieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen (und dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches eine Tätigkeit für eine kurze Zeit unterbrechen; BM.: ablassen bzw. aufhören; F.: pausieren, pausiere, pausierst, pausiert, pausierest, pausieret, pausierte, pausiertest, pausierten, pausiertet, ##pausiert, pausierte, pausiertes, pausiertem, pausierten, pausierter##, pausierend, ###pausierend, pausierende, pausierendes, pausierendem, pausierenden, pausierender###, pausier (!)+FW(+EW); Z.: paus-ier-en
$Pauspapier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pauspapier, Papier für Durchzeichnungen; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. paus(en), s. Papier; L.: fehlt DW, EWD s. u. pausen; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus paus(en) und Paus(e) (2) sowie Papier gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Papier für Durchzeichnungen; F.: Pauspapier, Pauspapieres, Pauspapiers, Pauspapiere, Pauspapieren+FW(+EW); Z.: Pau-s—papier
Pavese, Pafese, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pavese, eine Art großes Schild mit langer Spitze; ne. pavise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1408/1410 (Der Ring des Heinrich von Wittenweiler); E.: mhd. pavese, pavēse, pafese, sw. F., Pavese, eine Art großes Schild mit langer eiserner Speerspitze zu einem Feststecken in der Erde und zur Deckung des Schützen, schildförmige Semmelschnitte; s. it. pavese, F., Holzschild; von it. Pavia, ON, Pavia; weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW 13, 1515 (Verweis auf Pafese), Duden s. u. Pavese; Son.: vgl. frz. pavois, M., Pavese; poln. pawęż, Sb., Pavese; GB.: seit 1408/1410 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie aus dem ON Pavia gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen großen Schild mit einem an dem unteren Ende befestigten Stachel für ein Einsetzen in die Erde; BM.: ON; F.: Pavese, Pavesen, Pafese, Pafesen+FW; Z.: Pav-es-e
Pavian, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pavian, ein Affe; ne. baboon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. baviaan; E.: s. nndl. baviaan, Sb., Pavian; frz. babouin, M., Pavian, Dummkopf; vielleicht von afrz. babine?, Sb., Lefze, Lippe; zusammengesetzt von einer Schallwurzel bab- und frz. moue, F., Gesichtsverzerrung; von frk. *mauwa, Gamillscheg 635a; L.: Kluge 1. A. s. u. Pavian, Kluge s. u. Pavian, DW 13, 1515, EWD s. u. Pavian, Duden s. u. Pavian; Son.: s. mnd. papiōn, M., eine Affenart, Pavian?; vgl. nschw. babian, Sb., Pavian; nnorw. bavian, M., Pavian; poln. pawian, M., Pavian; kymr. babŵn, M., Pavian; nir. babún, M., Pavian; lit. pavianas, M., Pavian; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuniederländischen und Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus einer Schallwurzel und frk. *mauwa gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Afrika beheimateten großen Affen mit vorspringender Schnauze und meist langer Mähne an Kopf und Rücken und einem unbehaarten roten Hinterteil (Gesäß); BM.: Lippe?; F.: Pavian, Pavians, Paviane, Pavianen+FW; Z.: Pav-i-an
Pavillon, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pavillon, leichtgebautes freistehendes Gebäude, Gartenhäuschen; ne. pavillion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); I.: Lw. frz. pavillon; E.: mhd. pavelūn, pavilūn, poulūn, st. N., Pavillon, Zelt; mhd. pavelūne, pavilūne, poulūn, poulūne, palūne, balūne, st. F., sw. F., Pavillon, Zelt; mnd. pāwlūn (1), pawlūn, pavlūn, pavlūne, paulun, pauluyn, pauluun, M., N., F., Pavillion“, aus Stoffbahnen oder Fellen und Stützstangen gefertigte Behausung, Zelt; afrz. pavillon, M., Zelt; afrz. pavillion, M., Zelt; lat. pāpilio, Schmetterling, Falter; s. idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pavillon, EWD s. u. Pavillon, DW 13, 1515, Duden s. u. Pavillon; Son.: vgl. nndl. paviljoen, Sb., Pavillon; nschw. paviljong, Sb., Pavillon; nnorw. paviljong, M., Pavillon; poln. pawilon, M., Pavillon; lit. paviljonas, M., Pavillon; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus dem Französischen und dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes leichtgebautes freistehendes Gebäude in einem Garten und auf Ausstellungen; BM.: gießen; F.: Pavillon, Pavillons+FW(+EW?); Z.: Pav-ill-on
Pazifik, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pazifik, Stiller Ozean; ne. Pacific Ocean; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. Pacific (Ocean); E.: s. Pacific Ocean, N., Pazifik; port. Mar Pacifico, M., Pazifik; lat. pācificus, Adj., Frieden schließend, Frieden stiftend, friedlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pāx, F., Friede, öffentlicher Friede, Friedensvertrag; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Pazifik, Duden s. u. Pazifik; Son.: vgl. frz. Pacifique, M., Pazifik; poln. Pacyfik, M., Pazifik; kymr. Pasiffig, Sb., Pazifik; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Portugiesischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zwischen Amerika und Asien und Australien gelegenen schon vormenschlichen und seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Ozean; BM.: seit 1520 von dem erstmals die Welt umsegelnden Seefahrer Ferdinand Magellan (vor 1485-1521) aus Portugal so benannt; F.: Pazifik, Pazifiks+FW; Z.: Paz-i-fi-k
Pazifismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pazifismus, Gewaltlosigkeit, Friedensliebe, Gewalt ablehnende weltanschauliche Strömung; ne. pacifism; Vw.: -; Hw.: s. Pazifist; Q.: um 1900; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. pācificus, Adj., Frieden schließend, Frieden stiftend, friedlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pāx, F., Friede, öffentlicher Friede, Friedensvertrag; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pazifismus, fehlt DW, EWD s. u. Pazifismus, Duden s. u. Pazifismus; Son.: vgl. nndl. pacifisme, Sb., Pazifismus; frz. pacifisme, M., Pazifismus; nschw. pacifism, Sb., Pazifismus; nnorw. pasifisme, M., Pazifismus; poln. pacyfizm, M., Pazifismus; kymr. pasiffistiath, F., Pazifismus; lit. pacifizmas, M., Pazifismus; GB.: seit um 1900 belegte und aus lat. pacifi(cus) und ismus gebildete und mit dem (Lateinischen des Altertums und teilweise dem) Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jeden Krieg als Mittel einer Auseinandersetzung ablehnende weltanschauliche Strömung; BM.: festmachen, machen; F.: Pazifismus+FW; Z.: Paz-i-f-ism-us
Pazifist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pazifist, Kriegsgegner; ne. pacifist; Vw.: -; Hw.: s. Pazifismus; Q.: um 1900; I.: Lw. frz. pacifiste; E.: s. frz. pacifiste, M., Pazifist; vgl. lat. pācificus, Adj., Frieden schließend, Frieden stiftend, friedlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pāx, F., Friede, öffentlicher Friede, Friedensvertrag; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pazifismus, fehlt DW, EWD s. u. Pazifismus, Duden s. u. Pazifist; Son.: vgl. nndl. pacifist, Sb., Pazifist; nschw. pacifist, Sb., Pazifist; nnorw. pasifist, M., Pazifist; poln. pacyfista, M., Pazifist; kymr. pasiffist, M., Pazifist; lit. pacifistas, M., Pazifist; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen den Krieg als Mittel einer Auseinandersetzung ablehnenden Menschen (Kriegsgegner); BM.: festmachen, machen; F.: Pazifist, Pazifisten+FW(+EW); Z.: Paz-i-f-ist
$pazifistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pazifistisch, Pazifisten und Pazifismus betreffend; Q.: um 1900; E.: s. Pazifist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pazifismus; GB.: seit um 1900 belegte und aus Pazifist und isch gebildete Bezeichnung für einen Pazifisten und den Pazifismus betreffend; F.: pazifistisch, pazifistische, pazifistisches, pazifistischem, pazifistischen, pazifistischer(, pazifistischere, pazifistischeres, pazifistischerem, pazifistischeren, pazifistischerer, pazifistischst, pazifistischste, pazifistischstes, pazifistischstem, pazifistischsten, pazifistischster)+FW+EW; Z.: paz-i-f-ist-isch
Pech, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Pech, ein Rückstand bei der Teerherstellung, seit dem achtzehnten Jh. auch Unglück; ne. pitch (N.); Vw.: -; Hw.: s. pichen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. bech, pech, st. N., Pech; mnd. pik, pick, pijk, pijck, pek, peck, N., Pech, Harz, Baumharz, Destillationsrückstand des Teeres oder Harzes verschiedener Laubhölzer und Nadelhölzer (besonders Kieferarten); mnl. pec, pic, N., Pech; ahd. peh, st. N. (a), Pech, Harz, Hölle, Höllenfeuer; as. pik, st. N., Pech; anfrk. pek, N., Pech; germ. *pik-, Sb., Pech; lat. pix, F., Pech, Teer, (um 250-184 v. Chr.); idg. *peitu-, *pī̆tu-, *poitu-, Sb., Fett, Saft, Trank, Pokorny 793; vgl. idg. *pei̯ə-, *pei-, pī̆-, V., fett sein, strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pech, Kluge s. u. Pech, DW 13, 1516, EWD s. u. Pech, EWAhd 6, 1323, Duden s. u. Pech, Bluhme s. u. Pech; Son.: vgl. afries. pik, Sb., Pech, Teer; nnordfries. pack; ae. pic, st. N. (a), Pech, Teer; an. -; got. -; nndl. pek, pik, Sb., Pech; frz. poix, F., Pech; nschw. beck, N., Pech; nnorw. bek, N., Pech; poln. pech, M., Pech; ksl. pьkъlъ, M:, Pech; GB.: (peh) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit etwa vor 80000 Jahren nachweisbare als Rückstand bei der Destillation von Erdöl und Teer abfallende zähflüssig-kleberige braune bis schwarze Masse; BM.: fett sein (V.); F.: Pech, Pechs, Peches, Peche, Pechen+FW; Z.: Pe-ch
$Pechvogel, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Pechvogel; E.: s. Pech, s. Vogel; L.: EWD s. u. Pech, DW 13, 1521; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Pech und Vogel gebildete Bezeichnung für einen wie ein mit Leimruten oder Pechruten gefangener Vogel viel Unglück erleidenden Menschen; F.: Pechvogel, Pechvogels, Pechvögel, Pechvögeln+FW+EW; Z.: Pe-ch—vo-g-el
$pecken, nhd., sw. V.: nhd. pecken, stark trinken, picken; L.: Kluge s. u. pecken, DW 13, 1522 s. picken; F.: pecken, pecke (!), peckst, peckt, peckest, pecket, peckte, pecktest, peckten, pecktet, gepeckt, ##gepeckt, gepeckte, gepecktes, gepecktem, gepeckten, gepeckter##, peckend, ###peckend, peckende, peckendes, peckendem, peckenden, peckender###, peck (!)+EW?; Z.: peck-en
Pedal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Pedal, Fußhebel, Tretkurbel; ne. pedal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. mnd. pedāl, N., Pedal, mit dem Fuß bediente Tastatur für Bassstimmen der Orgel; lat. pedālis, Adj., zum Fuß gehörig, Fuß..., einen Fuß lang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pedal, DW 13, 1522, EWD s. u. Pedal, Duden s. u. Pedal; Son.: vgl. nndl. pedaal, Sb., Pedal; frz. pédale, F., Pedal; nschw. pedal, Sb., Pedal; nnorw. pedal, M., Pedal; poln. pedał, M., Pedal; kymr. pedal, M., Pedal; lit. pedalas, M., Pedal; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus lat. pedal(is) aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. pes und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen mit dem Fuß zu bedienenden Fußhebel oder eine Tretkurbel; BM.: Fuß; F.: Pedal, Pedals, Pedale, Pedalen+FW(+EW); Z.: Ped-al
Pedant, nhd., (Part. Präs.?=)M., (16. Jh.): nhd. Pedant, übertrieben genauer Mensch, Prinzipienreiter; ne. pedant, stickler; Vw.: -; Hw.: s. Pedanterie; Q.: um 1600; I.: Lw. it. pedante; E.: s. it. pedante, M., Pedant; vielleicht von gr. παιδεύειν (paideúein), V., erziehen, bilden; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pedant, Kluge s. u. Pedant, DW 13, 1522, EWD s. u. Pedant, Duden s. u. Pedant; Son.: vgl. nndl. pedant, Sb., Pedant; nschw. pedant, Sb., Pedant; nnorw. pedant, M., Pedant; poln. pedant, M., Pedant; kymr. pedant, M., Pedant; lit. pedantas, M., Pedant; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen übertrieben genauen Menschen; BM.: klein bzw. Junges; F.: Pedant, Pedanten+FW; Z.: Pe-d-ant
Pedanterie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pedanterie, pedantisches Verhalten, übertriebene Genauigkeit menschlichen Verhaltens, Besserwisserei; ne. pedantry; Vw.: -; Hw.: s. Pedant; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. pédanterie, it. pedanteria; E.: s. frz. pédanterie, F., Pedanterie; it. pedanteria, F., Pedanterie; vgl. it. pedante, M., Pedant; vielleicht von gr. παιδεύειν (paideúein), V., erziehen, bilden; gr. παῖς (pais), M., F., Kind, Knabe, Mädchen, Sklave; idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pedant, DW 13, 1522, EWD s. u. Pedant, Duden s. u. Pedanterie; Son.: vgl. nschw. pedanteri, N., Pedanterie; nnorw. pedanteri, N., Pedanterie; poln. pedanteria, F., Pedanterie; kymr. pedantiaeth, F., Pedanterie; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche übertriebene Genauigkeit menschlichen Verhalten; BM.: klein bzw. Junges; F.: Pedanterie, Pedanterien+FW(+EW?); Z.: Ped-ant-er-ie
$pedantisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. pedantisch, übertrieben genau; E.: s. frz. pédantesque, s. it. pedantesco; L.: Kluge s. u. Pedant, DW 13, 1522, EWD s. u. Pedant; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches übertrieben genau; F.: pedantisch, pedantische, pedantisches, pedantischem, pedantischen, pedantischer(, pedantischere, pedantischeres, pedantischerem, pedantischeren, pedantischerer, pedantischst, pedantischste, pedantischstes, pedantischstem, pedantischsten, pedantischster)+FW(+EW); Z.: ped-ant-isch
Pedell, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Pedell, Hausmeister; ne. janitor, porter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. bedell, pedell, sw. M., Gerichtsbote, Pedell; mnd. bedell, bidell, M., Pedell der Universität, Häscher, Gerichtsbote; mnd. pedel, M., Schuldiener, Pedell; mlat. bedellus, M., Amtsgehilfe, Gerichtsdiener; ahd. bitil, st. M. (a), „Bitter“, Freier (M.) (2), Werber; as. -; anfrk. -; germ. *bedila-, *bedilaz, st. M. (a), Bitter, Freier (M.) (2); s. idg. *gᵘ̯ʰedʰ-, V., bitten, begehren, Pokorny 488 (721/3) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.?, balt., slaw.?), Seebold 92?; oder zu *bʰedʰ- (2), V., krümmen, beugen, drücken, plagen, Pokorny 113? (187/20) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Pedell, Kluge s. u. Pedell, DW 13, 1522, EWD s. u. Pedell, EWAhd 2, 128, Duden s. u. Pedell; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. biðell, st. M. (a), Freier (M.) (2), Werber; got. -; nndl. pedel, Sb., Pedell; nschw. pedell, Sb., Pedell; nnorw. pedell, M., Pedell; poln. pedel, M., Pedell; GB.: (bitil) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Brautwerber und davon abgeleitet für einen Hausmeister einer Schule oder Hochschule; BM.: bitten?, krümmen?; F.: Pedell, Pedells, Pedelle, Pedellen+EW; Z.: Ped-ell
Pediküre, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pediküre, Fußpflege; ne. pedicure; Vw.: -; Hw.: s. Maniküre; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. pédicure; E.: s. frz. pédicure, F., Pediküre; gebildet zu lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); frz. cure, F., Sorgfalt; lat. cūra, F., Sorge, Fürsorge, Sorgfalt, (204-169 v. Chr.); idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Pediküre, fehlt DW, EWD s. u. Pediküre, Duden s. u. Pediküre; Son.: vgl. nndl. pedicure, Sb., Pediküre; nschw. pedikyr, Sb., Pediküre; nnorw. pedikyr, M., Pediküre; poln. pedikiur, M., Pediküre; lit. pedikiūras, M., Pediküre; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche besondere Fußpflege; BM.: Fuß, sorgen; F.: Pediküre, Pediküren+FW; Z.: Ped-ik-ür-e
$pediküren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pediküren, Pediküre ausführen, Fußpflege machen; E.: s. Pedikür(e), s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Pediküre; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Pedikür(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Pediküre ausführen oder Fußpflege machen; F.: pediküren (!), pediküre (!), pedikürest, pediküret, pedikürete, pediküretest, pediküreten, pediküretet, gepediküret, ##gepediküret, gepedikürete, gepediküretes, gepediküretem, gepediküreten, gepediküreter##, pedikürend, ###pedikürend, pedikürende, pedikürendes, pedikürendem, pedikürenden, pedikürender###, pedikür (!)+FW; Z.: ped-ik-ür-en
Peeling, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Peeling, kosmetisches Schälen der Haut, ein kosmetisches Produkt; ne. peeling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. peeling; E.: s. ne. peeling, N., Peeling, Abschälen; vgl. ne. peel, V., schälen; über Mittelenglisch von lat. pilāre, V., Haare ausraufen, enthaaren, rupfen, skalpieren, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs, Härchen; idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); vermischt mit lat. pellis, Haut, Fell, Pelz; s. idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Peeling; Son.: vgl. nndl. peeling, Sb., Peeling; poln. peelng, M., Peeling; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in dem Ägypten des Altertums und danach in der Türkei begonnene mit unterschiedlichen Wirkstoffen vorgenommene und gesundheitlich grundsätzlich nicht erforderliche Schälung der Haut zu einer Beseitigung von Hautunreinheiten; BM.: schälen; F.: Peeling, Peelings+FW; Z.: Peel-ing
Peep-Show, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Peep-Show, entgeltliche Betrachtung einer Nacktvorstellung einer Frau; ne. peep-show; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. peep-show; E.: s. peep-show, N., Peep-show; vgl. ne. peep, V., durch eine kleine Öffnung sehen; weitere Herkunft ungeklärt?; ne. show, N., Schau; vgl. ne. show, V., schauen; ae. scéawian, sw. V. (2), schauen, blicken, betrachten, beobachten; germ. *skawwōn, sw. V., schauen; s. idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Peep-Show, fehlt DW, Duden s. u. Peep-Show; Son.: vgl. nndl. peepshow, Sb., Peep-Show; ndän. peep-show, Sb., Peep-Show; poln. peep show, M., Peep-Show; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft teilweise wohl ungeklärte Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Kabinen mit einer durch ein kleines Fenster gegen Entgelt zu betrachtenden nackten Frau; BM.: schauen; F.: Peep-Show, Peep-Shows+FW; Z.: Peep—show
Pegel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pegel, Wasserstandsmessgerät; ne. peg (N.), level (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. pegel, peil, M., Pegel, Wasserstand; mnd. pēgel, peegell, pegel, M., Pegel, fest installiertes Maßzeichen, Anzeiger einer bestimmten Quantität; mnl. pegel, Sb., Wasserstandsmarke; lat. pāgella, F., Seitlein, Seite, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, einsenken, bepflanzen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pegel, Kluge s. u. Pegel, DW 13, 1523, EWD s. u. Pegel, Duden s. u. Pegel, Bluhme s. u. Pegel; Son.: vgl. nndl. peil, Sb., Pegel; nschw. pegel, Sb., Pegel; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Messgerät eines Wasserstands; BM.: festmachen; F.: Pegel, Pegels, Pegeln+FW; Z.: Peg-el
peilen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. peilen, einen Standort oder eine Wassertiefe bestimmen; ne. take a bearing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen und Niederdeutschen; Ableitung von Pegel (s. d.); L.: Kluge s. u. peilen, EWD s. u. peilen, DW 13, 1524 (peigeln), Duden s. u. peilen, Bluhme s. u. peilen; Son.: vgl. nndl. peilen, V., peilen; nschw. pejla, V., peilen; nnorw. peile, V., peilen; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und mit Pegel verbindbare Bezeichnung für einen Standort oder eine Wassertiefe bestimmen; BM.: festmachen; F.: peilen, peile, peilst, peilt, peilest, peilet, peilte, peiltest, peilten, peiltet, gepeilt, ##gepeilt, gepeilte, gepeiltes, gepeiltem, gepeilten, gepeilter##, peilend, ###peilend, peilende, peilendes, peilendem, peilenden, peilender###, peil (!)+FW?+EW; Z.: peil-en
Pein, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pein, Unbehagen, Not, Schmerz, Strafe für die Sünden, harte Leibesstrafe, großer leiblicher Schmerz, bedrängende äußere oder innere Not; ne. agony, pain; Vw.: -; Hw.: s. verpönt; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. pīne, st. F., sw. F., Qual, Pein, Eifer, Strafe, Bestrafung; mhd. pīn (1), st. F., st. M., Strafe, Leibesstrafe, Pein, Schmerz, Qual; mnd. pīne, pīn, F., Leid, Qual, Pein, Plage, Strafe, Bestrafung, Höllenstrafe, körperlicher Schmerz, anhaltendes Leiden, Krankheit; mnl. pine, F., Straf, Qual, Lied, Elend, Pein; ahd. pīna, st. F. (ō), sw. F. (n), Schmerz, Qual, Pein, Not; as. pīna*, st. F. (ō), Pein, Qual; anfrk. pīna, F., Qual, Pein, Strafe; germ. *pīna?, F., Pein, Qual, Strafe; lat. poena, F., Buße, Strafe, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pein, Kluge s. u. Pein, DW 13, 1524, EWD s. u. Pein, EWAhd 6, 1520, Duden s. u. Pein, Bluhme s. u. Pein; Son.: vgl. afries. pīne, st. F. (ō), Pein, Marter, Strafe; nfries. pyn, pynne; ae. pīn, F., Pein, Strafe; an. pīn, st. F. (ō?), Qual, Strafe; got. -; nndl. pijn, Sb., Pein; frz. peine, F., Strafe; nschw. pina, Sb., Pein; nnorw. pine, M., F., Pein; kymr. poen, M., F., Schmerz, Pein; nir. pían, F., Schmerz; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Lebewesen empfundenes heftiges körperliches und seelisches Unbehagen oder eine Not oder einen Schmerz; BM.: strafen; F.: Pein+FW(+EW); Z.: Pei-n
$peinigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. peinigen, quälen; E.: s. Pein, s. ig (Suff.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Pein, DW 13, 1527, EWD s. u. Pein; GB.: (pīnegen) seit 1282 belegte und mit lat. poena verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches quälen; F.: peinigen, peinige, peinigst, peinigt, peinigest, peiniget, peinigte, peinigtest, peinigten, peinigtet, gepeinigt, ##gepeinigt, gepeinigte, gepeinigtes, gepeinigtem, gepeinigten, gepeinigter##, peinigend, ###peinigend, peinigende, peinigendes, peinigendem, peinigenden, peinigender###, peinig (!)+FW(+EW); Z.: pei-n-ig-en
$Peinigung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Peinigung, Quälen, Foltern; E.: s. peinig(en), s. ung; L.: DW 13, 1528, EWD s. u. Pein; GB.: seit nach 1330 belegte und aus peinig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches Quälen oder Foltern; F.: Peinigung, Peinigungen+FW(+EW); Z.: Pei-n-ig-ung
$peinlich, nhd., Adj., Adv. (12. Jh.): nhd. peinlich, qualvoll, schmerzlich, grausam, unangenehm; L.: Kluge s. u. peinlich, EWD s. u. Pein; GB.: (pīnlich) seit 1150-1170 belegte und aus Pein und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches qualvoll oder schmerzlich oder grausam oder unangenehm; F.: peinlich, peinliche, peinliches, peinlichem, peinlichen, peinlicher(, peinlichere, peinlicheres, peinlicherem, peinlicheren, peinlicherer, peinlichst, peinlichste, peinlichstes, peinlichstem, peinlichsten, peinlichster)+FW+EW; Z.: pei-n-lich
Peitsche, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Peitsche, Dreschflegel; ne. whip (N.), lash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1338-1345 (Historien der Alden E); E.: mhd. pītsche, sw. F., Peitsche; mnd. pītsche, pitzsche, pitzke, F., Peitsche; aus dem Slaw., von einem akirchenslaw. biči, Sb., Geißel; vgl. akirchenslaw. biti, V., schlagen; vgl. idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Peitsche, Kluge s. u. Peitsche, DW 13, 1530, EWD s. u. Peitsche, Duden s. u. Peitsche, Bluhme s. u. Peitsche; Son.: vgl. nschw. piska, Sb., Peitsche; nnorw. pisk, M., Peitsche; poln. bicz, M., Peitsche; GB.: seit 1338-1345 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und aus einem längeren biegsamen Stock und einer an dessen einem Ende befestigten Schnur (F.) (1) bestehenden Gegenstand der besonders zu einem Antreiben von Tieren verwendet wird; BM.: schlagen; F.: Peitsche, Peitschen+FW(+EW); Z.: Pei-tsch-e
$peitschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. peitschen, schlagen mit einer Peitsche; E.: s. Peitsch(e), s. en (Suff.); Q.: Ende 16. Jh.; L.: DW 13, 1530, EWD s. u. Peitsche; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus Peitsch(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Peitschen durch Menschen mögliches schlagen von Tieren und Menschen mit einer Peitsche; F.: peitschen, peitsche, peitschst, peitscht, peitschest, peitschet, peitschte, peitschtest, peitschten, peitschtet, gepeitscht, ##gepeitscht, gepeitschte, gepeitschtes, gepeitschtem, gepeitschten, gepeitschter##, peitschend, ###peitschend, peitschende, peitschendes, peitschendem, peitschenden, peitschender###, peitsch(!)+FW(+EW); Z.: pei-tsch-en
Peitzker, Beißker, Beitscher, Beitzker, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Peitzker, Beißker, Beitscher, Beitzker, ein Süßwasserfisch; ne. a freshwater fish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. pitsiker, M., ein Süßwasserfisch, Peitzker, Schlammpeitzker; aus dem Slawischen, vgl. poln. piskorz, M., Pfeifer; vgl. poln. pisk, M., Pfeifen (N.), Quietschen (N.); L.: Kluge 1. A. s. u. Beitzker, Kluge s. u. Peitzker, fehlt DW; GB.: seit 14. Jh. mnd. (pitsiker) belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen bis 30 Zentimeter langen mitteleuropäischen und nach einem Ton (M.) (M.) (2) benannten Süßwasserfisch; BM.: Pfeifen (N.); F.: Peitzker, Peitzkers, Peitzkern, Beißker, Beißkers, Beißkern, Beitscher, Beitschers, Beitschern, Beitzker, Beitzkers, Beitzkern+FW(+EW?); Z.: Peitzk-er
pejorativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pejorativ, schlechter gemacht, abwertend; ne. pejorative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. lat. pēiōrātus; E.: s. lat. pēiōrātus, (Part. Prät.=)Adj.), schlechter gemacht; vgl. lat. pēiōrāre, V., schlechter machen, verschlimmern, sich verschlimmern, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pēior, Adj. (Komp.), schlechtere, geringere, schlimmere, ungünstigere; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. pejorativ, fehlt DW, EWD s. u. pejorativ, Duden s. u. pejorativ; Son.: vgl. nndl. pejoratief, Adj., pejorativ; frz. péjoratif, Adj., pejorativ; nschw. pejorativ, Adj., pejorativ; nnorw. pejorativ, Adj., pejorativ; poln. pejoratywny, Adj., pejorativ; lit. pejoratyvinis, Adj., pejorativ; GB.: seit um 1900 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schlechter gemacht oder abwertend; BM.: gehen; F.: pejorativ, pejorative, pejoratives, pejorativem, pejorativen, pejorativer+FW+EW; Z.: pe-jor-at-iv
$Pekesche, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Pekesche, verschnürte Jacke, Überrock; E.: s. polnisch bekiesza; L.: Kluge 1. A. s. u. Pekesche, DW 13, 1532; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine nach der Art von Husaren verschnürte Jacke von Studenten; F.: Pekesche, Pekeschen+FW(+EW); Z.: Pekesch-e
Pektin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pektin, ein zu dem Gelieren von Obstsäften verwendete Substanz, ein kohlenhydratähnlicher Stoff; ne. pectin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πηκτός (pēktós), Adj., festgemacht; vgl. gr. πηγνύναι (pēgnýnai), gr., V., festmachen, anheften; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pektin; Son.: vgl. nndl. pectin, Sb., Pektin; frz. pectine, M., Pektin; nschw. pektin, Sb., Pektin; nnorw. pektin, N., Pektin; kymr. pectin, M., Pektin; nir. peictin, M., Pektin; poln. pektyna, F., Pektin; lit. pektinas, M., Pektin; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen das Gelieren von Obstsaft fördernden oder bewirkenden Stoff (Polysaccharid oder Hydrokolloid oder langkettiger Zucker) in den Zellwänden vieler höherer Landpflanzen wie beispielsweise Äpfeln oder Aprikosen oder Bananen oder Birnen oder Quitten oder Johannisbeeren oder Stachelbeeren oder den Schalen von Orangen oder Zitronen; BM.: festmachen; F.: Pektin, Pektins, Pektine, Pektinen+FW; Z.: Pek-t-in
pekuniär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pekuniär, Geld betreffend, geldlich; ne. pecuniary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. pécuniaire; E.: s. frz. pécuniaire, Adj., pekuniär, das Geld betreffend; lat. pecūniārius, Adj., zum Geld gehörig, Geld..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pecus (1), N., Vieh, Kleinvieh, Herdentier, Schaf, Junges; idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. pekuniär, fehlt DW, EWD s. u. pekuniär, Duden s. u. pekuniär; Son.: vgl. nndl. pecuniair, Adj., pekuniär; nschw. pekuniär, Adj., pekuniär; nnorw. pekuniär, Adj., pekuniär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Geld betreffend oder geldlich; BM.: scheren (V.) (1); F.: pekuniär, pekuniäre, pekuniäres, pekuniärem, pekuniären, pekuniärer+FW(+EW); Z.: pek-un-i-är
Pelargonie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Pelargonie, Geranie; ne. pelargonium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πελαργός (pelargós), M., Schwarzweißer, Storch, Schwan; vgl. gr. πελιός (peliós), Adj., dunkelfarbig, schwärzlich, grau, farblos, bleich; idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἀργής (argḗs), ἀργέτα (argéta), Adj., weiß, glänzend, weißschimmernd; idg. *areg̑- (Kreuzung von idg. *arg̑- mit *erk- denkbar), *arg̑- (?), *h₂rg̑o-, Adj., glänzend, weißlich, Pokorny 64 (105/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ.?, balt.?, toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Geranie, Duden s. u. Pelargonie; Son.: vgl. nndl. pelargonium, Sb., Pelargonie; frz. pélargonium, Sb., Pelargonie; nschw. pelargon, Sb., Pelargonie; nnorw. pelargonia, M., Pelargonie; poln. pelargonia, F., Pelargonie; lit. pelargonija, F., Pelargonie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche aufrecht wachsende oder hängende Pflanze mit runden und gekerbten Blättern und in großen und meist kugeligen Dolden wachsenden Blüten in verschiedenen leuchtenden Farben; BM.: Storch bzw. Storchenschnabel (nach der Form der Samen); F.: Pelargonie, Pelargonien+FW; Z.: Pel-arg-on-i-e
Pelerine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pelerine, Umhang; ne. pelerine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. pèlerine; E.: s. frz. pèlerine, F., Pelerine, von Pilgern getragener Umhang; vgl. frz. pèlerin, M., Pilger; vgl. lat. peregrīnus, Adj., fremd, ausländisch, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. per, Präp., durch, über; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ager, M., Feld, Grundstück; idg. *ag̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pelerine, fehlt DW, EWD s. u. Pelerine, Duden s. u. Pelerine; Son.: vgl. nndl. pelerine, Sb., Pelerine; nschw. pelerin, Sb., Pelerine; poln. peleryna, F., Pelerine; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und getragenes ärmelloses Kleidungsstück zu einem Umhängen (Umhang); BM.: Pilger; F.: Pelerine, Pelerinen+FW(+EW?); Z.: Pel-er-in-e
Pelikan, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pelikan, ein Vogel; ne. pelican; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. pelikān, pellikān, pellicān, pelikīn, pellikīn, st. M., Pelikan; mnd. pelikān, pellican, M., Pelikan, ein großer Wasservogel, zweiteiliges Prunkgefäß (Bedeutung örtlich beschränkt), ein Geschütz; mnl. pellicaen, pelicaen, M., Pelikan; lat. pelicānus, M., Pelikan, (390-406 n. Chr.); gr. πελεκᾶνος (pelekanos), M., Pelikan; vgl. gr. πέλεκυς (pélekys), M., Axt, Doppelaxt; Erbwort aus dem Indogermanischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Pelikan, Kluge s. u. Pelikan, DW 13, 1533, EWD s. u. Pelikan, EWAhd 6, 1329, Duden s. u. Pelikan; Son.: vgl. nndl. pelikaan, Sb., Pelikan; frz. pélican, M., Pelikan; nschw. pelikan, Sb., Pelikan; nnorw. pelikan, M., Pelikan; poln. pelikan, M., Pelikan; kymr. pelican, M., Pelikan; nir. peileacán, M., Pelikan; lit. pelikanas, M., Pelikan; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen und weit verbreiteten großen Schwimmvogel mit breiten Flügeln und langem an der Unterseite mit einem Kehlsack versehenem Schnabel; BM.: Doppelaxt; F.: Pelikan, Pelikans, Pelikane, Pelikanen+FW(+EW?); Z.: Pelik-an
Pelle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pelle, Haut, Fruchtschale; ne. skin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Mnd., vgl. mnd. pellen, V., schälen; mnl. pellen, V., schälen; afrz. peler, V., schälen; vgl. lat. pilāre, V., Haare ausraufen, enthaaren, rupfen, skalpieren, Haare bekommen, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs, Härchen; idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); vermischt mit lat. pellis, Haut, Fell, Pelz; s. idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pelle, fehlt DW, EWD s. u. Pelle, Duden s. u. Pelle, Bluhme s. u. Pelle; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschliche dünne Schale (F.) (1) von Lebensmitteln wie beispielsweise Kartoffeln oder eine Haut; BM.: Haar bzw. verhüllen bzw. Haut; F.: Pelle, Pellen+FW(+EW?); Z.: Pel-l-e
$pellen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pellen, Schale oder Haut abziehen oder abmachen; E.: s. Pell(e), s. en (Suff.).; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pelle; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus Pell(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes eine dünne Schale (F.) (1) oder Haut abziehen oder abmachen; F.: pellen, pelle (!), pellst, pellt, pellest, pellet, pellte, pelltest, pellten, pelltet, gepellt, ##gepellt, gepellte, gepelltes, gepelltem, gepellten, gepellter##, pellend, ###pellend, pellende, pellendes, pellendem, pellenden, pellender###, pell (!)+EW; Z.: pel-l-en
$Pellkartoffel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pellkartoffel; E.: s. pell(en), s. Kartoffel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pelle, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus pell(en) und Kartoffel gebildete Bezeichnung für eine gekochte Kartoffel deren Schale leicht abgeschält werden kann; F.: Pellkartoffeln+FW+EW; Z.: Pel-l—kar-toff-el
Pelz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Pelz, Fell; ne. pelt (N.), fur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. belliz, bellīz, bellez, belz, pellez, pelliz, pelz, pletz, st. M., Pelz, aus Pelzen gefertigtes Bekleidungsstück; mnd. pels, peltz, pells, pelß, pelz, pelsch, pils, M., Pelz, Fell, behaarte Tierhaut, eigene Haut; mnl. pels, M., Pelz, Tierhaut, Haut; ahd. pelliz, st. M. (a), Pelz, Schafspelz, Schaffell; as. pelliz, M., Pelz; mlat. pellīcium, Fellkleid, Kleidungsstück aus Fell; vgl. lat. pellis, F., Haut, Fell, Pelz; vgl. idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pelz, Kluge s. u. Pelz, EWD s. u. Pelz, DW 13, 1533, EWAhd 6, 1331, Duden s. u. Pelz, Bluhme s. u. Pelz; Son.: vgl. afries. *pels, M., Pelz; ae. pilece, sw. F. (n), Pelzrock; an. piliza, F., Chormantel; nndl. pels, Sb., Pelz; frz. pelage, M., Pelz; nschw. päls, Sb., Pelz; nnorw. pels, M., Pelz; GB.: (pelliz) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche behaarte Fell eines Tieres; BM.: verhüllen bzw. Haut; F.: Pelz, Pelze, Pelzes, Pelzen+FW(+EW?); Z.: Pel-z
pelzen, belzen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. pelzen, belzen, pfropfen, veredeln; ne. graft (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. belzen, pelzen, sw. V., pelzen, pfropfen, veredeln; ahd. pelzōn*, sw. V. (2), pelzen, anpflanzen, pfropfen, veredeln; germ. *pelten?, sw. V., pelzen, veredeln; früh-rom. *impeltare, V., einpfropfen; vgl. lat. pelta, F., kleiner leichter Schild; gr. πέλτη (péltē), F., kleiner leichter Schild; vgl. idg. *pel- (3b), *pelə-, plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. belzen, Kluge s. u. pelzen, DW 13, 1535, EWAhd 1, 537, Duden s. u. pelzen; GB.: (pelzōn) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Frühromanischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes pfropfen oder Pflanzen veredeln; BM.: kleiner Schild bzw. verdecken; F.: pelzen (!), pelze (1), pelzst, pelzt, pelzest, pelzet, pelzte, pelztest, pelzten, pelztet, gepelzt, ##gepelzt, gepelzte, gepelztes, gepelztem, gepelzten, gepelzter##, pelzend, ###pelzend, pelzende, pelzendes, pelzendem, pelzenden, pelzender###, pelz (!), belzen, belze, belzst, belzt, belzest, belzet, belzte, belztest, belzten, belztet, gebelzt, ##gebelzt, gebelzte, gebelztes, gebelztem, gebelzten, gebelzter##, belzend, ###belzend, belzende, belzendes, belzendem, belzenden, belzender###, belz (!)+FW+EW; Z.: pel-z-en
Penalty, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Penalty, Strafstoß; ne. penalty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. penalty; E.: s. ne. penalty, N., Penalty, Strafe, Sanktion, Strafstoß; mlat. poenālitās, pēnālitās, F., Bestrafung, Strafe; vgl. lat. poena, F., Buße, Strafe, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Penalty; Son.: vgl. nndl. penalty, Sb., Penalty; frz. penalty, pénalty, M., Penalty; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Strafstoß in Sportarten wie Eishockey und Fußball; BM.: strafen; F.: Penalty, Penaltys+FW; Z.: Pe-n-al-t-y
Pendant, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.): nhd. Pendant, Gegenstück, Entsprechung, Herabhängendes; ne. pendant (N.), counterpart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pendant; E.: s. frz. pendant, M., Herabhängendes, passendes Gegenstück; vgl. frz. pendre, V., herabhängen; lat. pendēre, V., hängen, herabhängen; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pendant, fehlt DW, Duden s. u. Pendant; Son.: vgl. nndl. pendant, Sb., Pendant; nschw. pendang, Sb., Pendant; nnorw. pendant, M., Pendant; lit. pedantas, M., Pedant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen passendes Gegenstück oder eine Entsprechung; BM.: ziehen; F.: Pendant, Pendants+FW; Z.: Pen-d-ant
Pendel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pendel, Herabhängendes, Perpendikel; ne. pendulum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. pendulum; E.: s. lat. pendulum, N., Schwingegewicht, Pendel; vgl. lat. pendēre, hängen, herabhängen; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pendel, DW 13, 1540, EWD s. u. Pendel, Duden s. u. Pendel, Bluhme s. u. Pendel; Son.: vgl. nndl. pendel, Sb., Pendel; frz. pendule, M., Pendel; nschw. pendel, Sb., Pendel; nnorw. pendel, M., Pendel; kymr. pendil, M., Pendel; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an einem Punkt drehbar aufgehängten starren Körper der unter dem Einfluss der Schwerkraft Schwingungen um eine horizontale Achse ausführen kann wie beispielsweise eine Schaukel; BM.: ziehen; F.: Pendel, Pendels, Pendeln+FW(+EW); Z.: Pen-d-el
$pendeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pendeln, sich wie ein Pendel bewegen; E.: s. Pendel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pendel, DW 13, 1541; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pendel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches sich wie ein Pendel bewegen; F.: pendeln (!), pendel (!), pendle, pendele, pendelst, pendelt, pendelte, pendeltest, pendelten, pendeltet, gependelt, ##gependelt, gependelte, gependeltes, gependeltem, gependelten, gependelter##, pendelnd, ###pendelnd, pendelnde, pendelndes, pendelndem, pendelnden, pendelnder###, pendel (!)+FW+EW; Z.: Pen-d-el
$Pendeluhr, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pendeluhr; E.: s. Pendel, s. Uhr; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: DW 13, 1541, EWD s. u. Pendel; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Pendel und Uhr gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Uhr mit einem Pendel; F.: Pendeluhr, Pendeluhren+FW(+EW?); Z.: Pen-d-el—uhr
$Pendler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pendler; E.: s. pend(e)ln, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Pendel, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus pend(e)l(n) und er gebildete Bezeichnung für einen sich zwischen Tätigkeitsort und Wohnortpendelartig bewegenden Menschen (Arbeitnehmer); F.: Pendler, Pendlers, Pendlern+FW+EW; Z.: Pen-d-l-er
penetrant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. penetrant, durchdringend, hartnäckig, unangenehm; ne. penetrating (Adj.), pungent, obtrusive; Vw.: -; Hw.: s. penetrieren; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. pénétrant; E.: s. frz. pénétrant, Adj., durchdringend; vgl. frz. pénétrer, sw. V., durchdringen; lat. penetrāre, V., hineinfügen, hineintun, hineinsetzen, eindringen, durchdringen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *pen- (1), V., Sb., füttern, Nahrung, Hausinneres, Pokorny 807 (1396/38) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. penetrant, fehlt DW, EWD s. u. penetrant, Duden s. u. penetrant; Son.: vgl. nndl. penetrant, Adj., penetrant; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches durchdringend oder hartnäckig oder unangenehm; BM.: nähren; F.: penetrant, penetrante, penetrantes, penetrantem, penetranten, penetranter(, penetrantere, penetranteres, penetranterem, penetranteren, penetranterer, penetrantest, penetranteste, penetrantestes, penetrantestem, penetrantesten, penetrantester)+FW; Z.: pen-etr-ant
penetrieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. penetrieren, durchdringen, eindringen; ne. penetrate; Vw.: -; Hw.: s. penetrant; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. penetrāre; E.: s. lat. penetrāre, V., hineinfügen, hineintun, hineinsetzen, eindringen, durchdringen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *pen- (1), V., Sb., füttern, Nahrung, Hausinneres, Pokorny 807 (1396/38) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. penetrant, fehlt DW, EWD s. u. penetrant, Duden s. u. penetrieren; Son.: vgl. nndl. penetreren, V., penetrieren; frz. pénétrer, V., penetrieren; nschw. penetrera, V., penetrieren; nnorw. penetrere, V., penetrieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches durchdringen oder eindringen; BM.: nähren; F.: penetrieren, penetriere, penetrierst, penetriert, penetrierest, penetrieret, penetrierte, penetriertest, penetrierten, penetriertet, ##penetriert, penetrierte, penetriertes, penetriertem, penetrierten, penetrierter##, penetrierend, ###penetrierend, penetrierende, penetrierendes, penetrierendem, penetrierenden, penetrierender###, penetrier (!)+FW(+EW); Z.: pen-etr-ier-en
penibel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. penibel, genau, kleinlich; ne. fastidious, fussy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. pénible; E.: s. frz. pénible, Adj., mühsam, schmerzlich; vgl. afrz. peine, F., Strafe, Schmerz; lat. poena, F., Buße, Strafe, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. penibel, DW 13, 1541, EWD s. u. penibel, Duden s. u. penibel; Son.: vgl. nndl. penibel, Adj., penibel; nschw. penibel, Adj., penibel; nnorw. penibel, Adj., penibel; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für genau oder kleinlich; BM.: strafen; F.: penibel, penible, penibles, peniblem, peniblen, penibler(, peniblere, penibleres, peniblerem, penibleren, peniblerer, penibelst, penibelste, penibelstes, penibelstem, penibelsten, penibelster)+FW(+EW); Z.: pen-ib-el
Penis, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Penis, männliches Glied, männliches Geschlechtsorgan; ne. penis; Vw.: -; Hw.: s. Penizillin; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. pēnis; E.: s. lat. pēnis, M., Schwanz, Penis, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *pes- (3), N., Glied, Pokorny 824 (1418/60) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Penis, fehlt DW, EWD s. u. Penis, Duden s. u. Penis; Son.: vgl. nndl. penis, Sb., Penis; frz. pénis, M., Penis; nschw. penis, Sb., Penis; nnorw. penis, M., Penis; poln. penis, M., Penis; nir. péineas, M., Penis; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung höherer tierischer Lebewesen mögliche männliche Glied oder Geschlechtsorgan; BM.: Glied; F.: Penis, Penisse, Penissen+FW; Z.: Pen-is
Penizillin, Penicillin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Penizillin, Antibiotikum; ne. penicillin; Vw.: -; Hw.: s. Pinsel (1), Penis; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. penicillin; E.: s. ne. penicillin, N., Penizillin; lat. pēnicillum, Schwänzlein, Pinsel, Malerei, Wundfaden, Schwamm, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. pēnis, M., Schwanz, Penis; vgl. idg. *pes- (3), N., Glied, Pokorny 824 (1418/60) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Penicillin, fehlt DW, Duden s. u. Penizillin; Son.: vgl. nndl. penicilline, Sb., Penizillin; frz. pénicilline, F., Penizillin; nschw. penicillin, N., Penizillin; nnorw. penicillin, N., Penizillin; poln. penicylina, F., Penizillin; kymr. penisilin, M., Penizillin; nir. peinicillin, F., Penizillin; lit. penicilinas, M., Penizilin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon 1874 von Theodor Billroth (1829-1894) entdeckten und 1928 von Alexander Fleming (1881-1551) wiederentdeckten besonders gegen Bakterien wirkenden und als Medikament verwendbaren und verwendeten Pilz (Antibiotikum); BM.: Pinsel bzw. Glied; F.: Penizillin, Penizillins, Penizilline, Penizillinen, Penicillin, Penicillins, Penicilline, Penicillinen+FW(+EW?); Z.: Pen-iz-ill-in
Pennal (1), nhd., N., (15. Jh.): nhd. Pennal (N.) (1), Federmappe, Federbüchse; ne. pencil case; Vw.: -; Hw.: s. Pennal (2), Pennal (3); Q.: 15. Jh.; E.: mnd. pennāl, pennael, pinnāl, pinnael, N., ledernes Pennal zur Bewahrung der Schreibutensilien, Utensil zur Aufbewahrung von Schreibzubehör, Federkasten, Federbüchse, Federmappe; lat. pennāle, N., Federbüchse; vgl. lat. penna, F., Feder, Schreibfeder, Pfeil; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pennal, Kluge s. u. Pennal 1, DW 13, 1541, EWD s. u. Penne 1, Duden s. u. Pennal; Son.: vgl. nndl. pennenkoker, Sb., Pennal (N.) (1); nschw. pennfodral, Sb., Pennal (N.) (1); nnorw. pennal, N., Pennal (N.) (1); lit. penalas, M., pennal (N.) (1); GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten kleinen Kasten oder eine Mappe oder eine Büchse als Aufbewahrungsort für Federn für das Schreiben oder Schreibfedern (Federmappe oder Federbüchse); BM.: Feder bzw. fliegen; F.: Pennal, Pennals, Pennale, Pennalen+FW(+EW); Z.: Pen-n-al
Pennal (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pennal (M.), neuer Student, Gymnasiast; ne. high scholl student, grammar school pupil; Vw.: -; Hw.: s. Pennal (1), Pennal (3); Q.: 17. Jh.; E.: wohl gebildet zu Pennal (1); L.: Kluge s. u. Pennal 2, DW 13, 1541, EWD s. u. Penne 1, Duden s. u. Pennal; GB.: seit 17. Jh.) belegte und aus Pennal (1) gebildete Bezeichnung für einen Studenten in dem ersten Semester; BM.: Feder bzw. fliegen; F.: Pennal, Pennals, Pennäler, Pennälern+FW(+EW); Z.: Pen-n-al
Pennal (3), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pennal (N.) (2), Gymnasium; ne. grammar school; Vw.: -; Hw.: s. Pennal (1), Pennal (2); Q.: 19. Jh.; E.: wohl rückgebildet von Pennäler, s. Pennal (2) bzw. Pennal (1), unter Einfluss von Penne; L.: Kluge s. u. Pennal 3, s, DW 13, 1541, Duden s. u. Pennal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pennal (2) gebildete Bezeichnung für eine höhere Lehranstalt oder Schule; BM.: Feder bzw. fliegen; F.: Pennal, Pennals, Pennale, Pennalen+FW(+EW); Z.: Pen-n-al
$Pennäler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pennäler; E.: s. Pennal 2, s. er; L.: Kluge s. u. Pennal 2, fehlt DW, EWD s. u. Penne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pennal und er gebildete Bezeichnung für einen spätestens seit dieser Zeit entwickelten Gymnasiasten; F.: Pennäler, Pennälers, Pennälern+FW+EW; Z.: Pen-n-äl-er
$Pennbruder, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pennbruder; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. penn(en), s. Bruder; L.: fehlt DW, EWD s. u. pennen; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus penn(en) und Bruder gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen möglichen Landstreicher oder einen Penner; F.: Pennbruder, Pennbruders, Pennbrüder, Pennbrüdern+FW+EW; Z.: Penn—bruder
Penne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Penne, Herberge; ne. flophouse; Vw.: -; Hw.: s. pennen; Q.: 17. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche von wjidd. binjan, Sb., Gebäude; unter Einfluss der Bedeutung von pennen (s. d.); L.: Kluge s. u. Penne, EWD s. u. Penne 1, pennen, Duden s. u. Penne, Bluhme s. u. Penne 1; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar aus dem Westjiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliches seitbehelfsmäßiges menschliches Nachtquartier; BM.: Gebäude; F.: Penne, Pennen+FW; Z.: Penn-e
pennen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pennen, schlafen; ne. sleep (V.); Vw.: -; Hw.: s. Penne; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. rotw. pennen; E.: s. rotw. pennen, V., schlafen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von wjidd. pannai, Adj., müßig; L.: Kluge s. u. pennen, EWD s. u. pennen, Duden s. u. pennen, Bluhme s. u. Penne 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Westjiddischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren Lebens mögliches schlafen; BM.: müßig?; F.: pennen, penne (!), pennst, pennt, pennest, pennet, pennte, penntest, pennten, penntet, gepennt, ##gepennt, gepennte, gepenntes, gepenntem, gepennten, gepennter##, pennend, ###pennend, pennende, pennendes, pennendem, pennenden, pennender###, penn (!)+FW; Z.: penn-en
$Penner, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Penner, Pennender, Schlafender, Pennbruder; E.: s. penn(en), s. er (Suff.); Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. pennen; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus penn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Schlafenden oder Pennenden; F.: Penner, Penners, Pennern+FW+EW?; Z.: Penn-er
Pension, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pension, Ruhestandsgeld, Fremdenunterkunft; ne. pension (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pensionat; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. frz. pension; E.: mnd. pēnsiōn, pensiōn, pēnse, pense, F., Pension, in regelmäßigen Abständen zu entrichtende wiederkehrende Leistung, Jahrgeld, Rente, Grundheuer, Zins, Einkunft; mnd. pēnsie, F., Pension, in regelmäßigen Abständen zu entrichtende wiederkehrende Leistung, Jahrgeld, Rente; frz. pension, F., Gehalt, Ruhegehalt, Pension; lat. pēnsio, F., Wägen, Abwägen, Gewicht (N.) (1), Last, Zahlung, Rate, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pension, DW 13, 1542, EWD s. u. Pension, Duden s. u. Pension; Son.: vgl. nndl. pensioen, Sb., Pension; nschw. pension, Sb., Pension; nnorw. pensjon, M., Pension; poln. pensjonat, M., Pension; kymr. pensiwn, M., Pension; nir. pinsean, M., Pension; lit. pensija, F., Pension; GB.: seit Anfang 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich spätestens seit dieser Zeit möglichen Bezug von Beamten oder Beamtinnen in dem Ruhestand und für eine Fremdenunterkunft; BM.: abwägen bzw. ziehen; F.: Pension, Pensionen+FW; Z.: Pen-s-io-n
$Pensionär, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pensionär, Pensionist; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pension; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Pension und är gebildete Bezeichnung für einen sachlich spätestens seit Entwicklung von Pension möglichen Bezieher einer Pension (Ruhestandsgehaltempfänger oder Pensionisten); F.: Pensionär, Pensionäres, Pensionärs, Pensionäre, Pensionären+FW(+EW?); Z.: Pen-s-io-n-är
Pensionat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pensionat, Erziehungsanstalt, Internat (besonders für Mädchen); ne. boarding school (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pension; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pensionnat; E.: s. frz. pensionnat, M., Pensionat; vgl. frz. pension, F., Gehalt, Ruhegehalt, Pension; lat. pēnsio, F., Wägen, Abwägen, Gewicht (N.) (1), Last, Zahlung, Rate, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pension, fehlt DW, EWD s. u. Pension, Duden s. u. Pensionat; Son.: vgl. nschw. pensionat, N., Pensionat; nnorw. pensjonat, M., Pensionat; poln. (ält.) pensja, F., Pensionat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches Internat besonders für Mädchen; BM.: abwägen bzw. ziehen; F.: Pensionat, Pensionates, Pensionats, Pensionate, Pensionaten+FW(+EW?); Z.: Pen-s-io-n-at
$pensionieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pensionieren; I.: Lw. frz. pensionner; E.: s. frz. pension(ner), s. ieren; L.: DW 13, 1542, EWD s. u. Pension; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht spätestens seit dieser Zeit mögliches einen Bediensteten in den Ruhestand versetzen und ihm ein Ruhestandsgehalt (Pension) gewähren; F.: pensionieren, pensioniere, pensionierst, pensioniert, pensionierest, pensionieret, pensionierte, pensioniertest, pensionierten, pensioniertet, ##pensioniert, pensionierte, pensioniertes, pensioniertem, pensionierten, pensionierter##, pensionierend, ###pensionierend, pensionierende, pensionierendes, pensionierendem, pensionierenden, pensionierender###, pensionier+FW(+EW); Z.: pen-s-io-n-ier-en
$Pensionieren, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Pensionieren; E.: s. Pension, s. pensionieren; L.: Kluge s. u. Pension, fehlt DW (s. pensionieren DW 13, 1542); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus pensionieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches einen Bediensteten in den Ruhestand Versetzen und ihm ein Ruhestandsgehalt (Pension) Gewähren; F.: Pensionieren, Pensionierens+FW(+EW); Z.: Pen-s-io-n-ier-en
Pensum, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.): nhd. Pensum, Aufgabe, Arbeit; ne. workload; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. pēnsum; E.: s. lat. pēnsum, N., Wolle, Wollarbeit, Tagesarbeit, Pensum, Aufgabe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pensum, DW 13, 1543, EWD s. u. Pensum, Duden s. u. Pensum; Son.: vgl. nndl. pensum, Sb., Pensum; nschw. pensum, N., Pensum; nnorw. pensum, N., Pensum; poln. pensum, Sb., Pensum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche in einer bestimmten Zeit zu erledigende Aufgabe; BM.: wägen bzw. ziehen; F.: Pensum, Pensums, Pensen, Pensa+FW; Z.: Pen-s-um
Pentameter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pentameter, ein Versmaß; ne. pentameter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. pentameter; E.: s. lat. pentameter, M., Pentameter; gr. πεντάμετρος (pentámetros), M., Pentameter; vgl. gr. πέντε (pénte), Num. Kard., fünf; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pentameter; Son.: vgl. nndl. pentameter, Sb., Pentameter; frz. pentamètre, M., Pentameter; nschw. pentameter, Sb., Pentameter; nnorw. pentameter, N., Pentameter; nir. peintiméadar, M., Pentameter; poln. pentametr, M., Pentameter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen (nach deutscher Messung) aus (nicht nur aus fünf sondern) sechs Versfüßen bestehenden und durch eine Zäsur in zwei Hälften geteilten epischen Vers; BM.: fünf, messen; F.: Pentameter, Pentameters, Pentametern+FW; Z.: Pent—a-me-t-er
Pentateuch, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Pentateuch, fünf Bücher Mose, Tora; ne. Pentateuch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. πεντάτευχος (pentáteuchos); E.: s. gr. πεντάτευχος (pentáteuchos), M., Fünfgefäß, fünf Bücher Mose, Pentateuch; vgl. gr. πέντε (pénte), Num. Kard., fünf; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. τεῦχος (teuchos), N., Waffe, Gerät, Gefäß; vgl. idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pentateuch; Son.: vgl. nndl. Pentateuch, Sb., Pentateuch; frz. Pentateuque, M., Pentateuch; nschw. pentateuken, Sb., Pentateuch; nnorw. Pentateuk, Sb., Pentateuch; poln. pentateuch, Sb., Pentateuch; nir. peintiteoch, M., Pentateuch; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die fünf Bücher (Gefäße) Mose in dem Alten Testament; BM.: fünf, Gefäß; F.: Pentateuch, Pentateuchs+FW(+EW?); Z.: Pent-a-teuch
Pentathlon, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Pentathlon, Fünfkampf; ne. pentathlon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. πένταθλον (péntathlon); E.: s. gr. πένταθλον (péntathlon), N., Fünfkampf; vgl. gr. πέντε (pénte), Num. Kard., fünf; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Biathlon, fehlt DW, Duden s. u. Pentathlon; Son.: vgl. nndl. pentatlon, Sb., Pentathlon; frz. pentathlon, M., Penthatlon; poln. pentatlon, Sb., Pentathlon; nnorw. penthathlon, N.?, Pentathlon; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus fünf Bewerben wie beispielsweise in dem Griechenland des Altertums aus Speerwurf und Diskuswurf und Weitsprung und Lauf und Ringen (N.) bestehenden von Menschen ausgeübten Wettkampf; BM.: fünf, Pfand; F.: Pentathlon, Pentathlons+FW; Z.: Pent-ath-l-on
Penthouse, Penthaus, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Penthouse, Penthaus, oberstes Stockwerk; ne. penthouse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. penthouse; E.: s. ne. penthouse, N., Penthouse; vgl. me. pentis, N., kleiner Anbau; afrz. apentis, Sb., Anhang; vgl. lat. appendicium, N., Anhang, Anhängen, Zugabe, Zubehör, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. appendere, V., aufhängen, anhängen, zuwägen, aushängen; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); ne. house, N., Haus; ae. hūs, st. N. (a), Haus, Wohnplatz, Haushalt, Familie; germ. *hūs-, *hūsa-, *hūsam, *hūza-, *hūzam, st. N. (a), Haus; s. idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Penthouse, fehlt DW, Duden s. u. Penthouse; Son.: vgl. nndl. penthouse, Sb., Penthouse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes auf dem Flachdach eines Etagenhauses oder Hochhauses befindliches exklusives oberstes Stockwerk oder Apartment; BM.: anhängen, bedecken; F.: Penthouse, Penthouses, Penthaus, Penthauses, Penthäuser, Penthäusern+FW; Z.: Pen-t—hou-s-e
Penunze, Penunse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Penunze, Geld; ne. money; Vw.: -; Hw.: s. Pfennig; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. poln. pieniadze; E.: s. poln. pieniadze, Sb. Pl., Penunze; von nhd. Pfennig, M., Pfennig; mhd. pfenninc, pfennic, phenninc, penninc, pennic, phennic, st. M., Pfennig, Silberpfennig, Geld, Münze, Bargeld, Geldforderung; mnl. penninc, peninc, pennic, penning, pennengh, M., Pfennig, Münzstück, Geld; ahd. pfending*, phending*, pfenning*, st. M. (a), Pfennig, Denar, Münze; wgerm. *panninga-, EWAhd 6, 1397; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Anlehnung an germ. *pand-, *pant-?, Sb., Pfand?; s. lat. pannus?, pondus?, M., Gewicht (N.) (1); vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Penunze, fehlt DW, EWD s. u. Pinke, Duden s. u. Penunze; Son.: berlinerisch und nordostdeutsch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Polnischen und mittelbar aus Pfennig (s. d.) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Geld; BM.: abwägen bzw. ziehen; F.: Penunze, Penunzen, Penunse, Penunsen+FW(+EW); Z.: Pen-unz-e
Pep, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pep, Schwung, Pfiff; ne. pep; Vw.: -; Hw.: s. Pfeffer, Peperoni; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pep; E.: s. ne. pep, N., Pep, Elan; Kürzung von ne. pepper, N., Pfeffer; ae. pipor, M., Pfeffer; lat. piper, N., Pfeffer, (116-27 v. Chr.); gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, pippalī́, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pep, fehlt DW, Duden s. u. Pep; Son.: vgl. nndl. pep, Sb., Pep; frz. pep, Sb., Pep; ndän. pep, Sb., Pep; nnorw. pep, pepp, M., Pepp; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem neuenglischen pep(per) aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Indischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schwung oder Pfiff; BM.: Pfeffer bzw. schwellen; F.: Pep, Peps+FW; Z.: Pep
Peperoni, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Peperoni, kleine scharfe Paprikaschote, scharfer Paprika; ne. pepperoni, hot pepper; Vw.: -; Hw.: s. Pfeffer, Pep; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. peperone; E.: s. it. peperone, M., Pfefferschote, Paprika; vgl. it. pepe, M., Pfeffer; lat. piper, N., Pfeffer, (116-27 v. Chr.); gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, pippalī́, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Peperoni, fehlt DW, Duden s. u. Peperoni; Son.: vgl. nndl. peperoni, Sb., Peperoni; nschw. peperoni, Sb., Peperoni; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen sowie Indischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu unbekannter Zeit entwickelte kleine scharfe Paprikaschote; BM.: Pfeffer bzw. schwellen; F.: Peperoni, Peperonis+FW(+EW?); Z.: Peper-on-i
$peppig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. peppig, schwungvoll; E.: s. Pep, s. p., s. ig; L.: Kluge s. u. Pep, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Pep und p sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schwungvoll; F.: peppig, peppige, peppiges, peppigem, peppigen, peppiger(, peppigere, peppigeres, peppigerem, peppigeren, peppigerer, peppigst, peppigste, peppigstes, peppigstem, peppigsten, peppigster)+FW(+EW); Z.: pep-p-ig
$per, nhd., Präp., (15. Jh.): nhd. per, durch; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: s. lat. per; L.: fehlt DW, EWD s. u. per; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch; F.: per+FW; Z.: per
per…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. per..., hindurch, während; ne. per…; Vw.: -fekt, -fide, -foration, -formativ, -kutan, -manent, -pendikel, -plex, -siflieren, -spektive, -vers; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; E.: lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch, (um 450 v. Chr.); idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. per-, EWD s. u. per-, Duden s. u. per-; Son.: vgl. nndl. per…, Präf., per…; frz. per…, par…, Präf., per…; nschw. per…, Präf., per…; nnorw. per…, Präf., per…; poln. per…, Präf., per…; kymr. per…, Präf., per…; lit. per…, Präf., per…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe für durch verwendete Bezeichnung; BM.: vorwärts; F.: per…+FW; Z.: per-
Percht, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Percht, ein dämonisches Wesen; ne. a mask (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: -; E.: von einem Kobold Berhte; wohl von mhd. berht, pert, Adj., strahlend, hell, leuchtend; ahd. beraht*, Adj., hell, glänzend, klar, strahlend; germ. *berhta-, *berhtaz, Adj., licht, hell, glänzend; s. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141; vgl. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Perchten, fehlt DW, Duden s. u. Perchten; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl von mhd. berht gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine volkstümliche Maske an Fasching und Neujahr für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches dämonisches Wesen; BM.: glänzen?; F.: Percht, Perchten+EW; Z.: Per-ch-t
peremptorisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. peremptorisch, aufhebend, endgültig; ne. peremptory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. perēmptōrius; E.: s. lat. perēmptōrius, Adj., tötend, tödlich, nötigend, unvermeidlich, entschieden, endgültig, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. perimere, V., gänzlich wegnehmen, vernichten, zerstören, zugrunde richten, aufreiben, töten; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. peremptorisch; Son.: vgl. frz. péremptoire, Adj., peremptorisch; poln. peremptoryjny, Adj., peremptorisch; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufhebend oder endgültig wie beispielsweise die Wirkung der Verjährung in Gegensatz zu (nur) hinausschiebend oder dilatorisch; BM.: vorwärts, nehmen; F.: peremptorisch, peremptorische, peremptorisches, peremptorischem, peremptorischen, peremptorischer+FW+EW; Z.: per-em-pt-or-isch
perfekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. perfekt, vollkommen, vollendet; ne. perfect (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Perfekt, Imperfekt, Perfektion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. perfectus; E.: s. lat. perfectus (1), Adj., vollkommen, vollendet, tüchtig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. perficere, V., fertig machen, zustande bringen, vollenden, ausführen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. perfekt, DW 13, 1543 (perfect), EWD s. u. perfekt, Duden s. u. perfekt; Son.: vgl. nndl. perfect, Adj., perfekt; frz. parfait, Adj., perfekt; nschw. perfekt, Adj., perfekt; nnorw. perfekt, Adj., perfekt; poln. perfekcyjny, Adj., perfekt; kymr. perffaith, Adj., perfekt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vollkommen oder vollendet; BM.: vorwärts, machen; F.: perfekt, perfekte, perfektes, perfektem, perfekten, perfekter(, perfektere, perfekteres, perfekterem, perfekteren, perfekterer, perfektest, perfekteste, perfektestes, perfektestem, perfektesten, perfektester)+FW(+EW); Z.: per-fe-k-t
Perfekt, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Perfekt, vollendete Vergangenheit; ne. perfect tense; Vw.: s. Im-, Plusquam-; Hw.: s. perfekt, Perfektion; Q.: 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: von lat. tempus praeteritum perfectum, N., völlig vergangene Zeit; s. nhd. perfekt; L.: EWD s. u. perfekt, DW 13, 1543 (perfect), Duden s. u. Perfekt; Son.: vgl. nndl. perfect aspekt, Sb., Perfekt; nschw. perfekt, N., Perfekt; nnorw. perfektum, Perfekt; poln. perfectum, N., Perfekt; lit. perfektas, M., Perfekt; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) Bezeichnung für die Zeitform der (aus der Sicht des Sprechenden) vollendet vergangenen Zeit (Präsenzperfekt) wie beispielsweise ich habe gelesen oder wir sind gelaufen; BM.: vorwärts, machen; F.: Perfekt, Perfekts, Perfekte, Perfekten+FW(+EW); Z.: Per-fe-k-t
Perfektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Perfektion, Vollkommenheit, höchste Vollendung; ne. perfection; Vw.: -; Hw.: s. perfekt, Perfekt, Imperfekt; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. perfectio; E.: s. lat. perfectio, F., Ausführung, Vollendung, Vervollkommnung, Vollkommenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. perficere, V., fertig machen, zustande bringen, vollenden, ausführen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. perfekt, fehlt DW, EWD s. u. perfekt, Duden s. u. Perfektion; Son.: vgl. nndl. perfectie, Sb., Perfektion; frz. perfection, F., Perfektion; nschw. perfektion, Sb., Perfektion; nnorw. perfeksjon, M., Perfektion; poln. perfekcja, F., Perfektion; kymr. perffeithiad, M., Perfektion; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Vollkommenheit oder höchste Vollendung; BM.: vorwärts, machen; F.: Perfektion, Perfektionen+FW(+EW); Z.: Per-fe-k-t-io-n
$perfektionieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. perfektionieren, vervollkommnen; I.: Lw. frz. perfectionner; E.: s. frz. perfectionner; L.: fehlt DW, EWD s. u. perfekt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vervollkommnen; F.: perfektionieren, perfektioniere, perfektionierst, perfektioniert, perfektionierest, perfektionieret, perfektionierte, perfektioniertest, perfektionierten, perfektioniertet, ##perfektioniert, perfektionierte, perfektioniertes, perfektioniertem, perfektionierten, perfektionierter##, perfektionierend, ###perfektionierend, perfektionierende, perfektionierendes, perfektionierendem, perfektionierenden, perfektionierender###, perfektionier (!)+FW(+EW); Z.: per-fe-k-t-io-n-ier-en
perfid, nhd., Adj.: nhd. perfid; Vw.: s. perfide
perfide, perfid, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. perfide, treulos, heimtückisch; ne. perfidious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. perfidus; E.: s. lat. perfidus, Adj., wortbrüchig, treulos, unredlich, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fidēs, F., Vertrauen, Zutrauen, Zuversicht, Glaube; idg. *bʰeidʰ- (1), V., zureden, zwingen, Pokorny 117 (194/27) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. perfide, EWD s. u. perfid(e), DW 13, 1543 (perfid), Duden s. u. perfide; Son.: vgl. nndl. perfide, Adj., perfide; frz. perfide, Adj., perfide; nschw. perfid, Adj., perfide; nnorw. perfid, Adj., perfide; poln. perfidny, Adj., perfide; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches treulos oder heimtückisch; BM.: über, zureden; F.: perfid, perfide, perfides, perfidem, perfiden, perfider(, perfidere, perfideres, perfiderem, perfideren, perfiderer, perfidest, perfideste, perfidestes, perfidestem, perfidesten, perfidester)+FW(+EW); Z.: per-fid-e
$Perfidie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Perfidie; I.: Lw. frz. perfidie; E.: s. perfide; L.: fehlt DW, EWD s. u. perfid(e); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Treulosigkeit oder Unredlichkeit; F.: Perfidie, Perfidien+FW(+EW?); Z.: Per-fid-ie
Perforation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Perforation, Durchbohrung, Reißlinie, Trennlinie; ne. perforation; Vw.: -; Hw.: s. perforieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. perforātio; E.: s. lat. perforātio, F., (5. Jh. n. Chr.), Durchbohrung, Durchstich, Trepanation; vgl. lat. perforāre. V., durchlöchern, durchbohren, durchstoßen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. forāre, V., bohren, durchbohren; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Perforation, fehlt DW, EWD s. u. Perforation, Duden s. u. Perforation; Son.: vgl. nndl. perforatie, Sb., Perforation; frz. perforation, F., Perforation; nschw. perforation, Sb., Perforation; nnorw. perforasjon, M., Perforation; poln. perforacja, F., Perforation; lit. perforacija, F., Perforation; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Durchbohrung oder eine durch kleine Durchbohrungen gekennzeichnete Reißlinie oder Trennlinie; BM.: vorwärts, schneiden; F.: Perforation, Perforationen+FW+EW; Z.: Per-for-at-io-n
perforieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. perforieren, durchlöchern, durchbohren, mit Löchern versehen (V.); ne. perforate; Vw.: -; Hw.: s. Perforation; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. perforāre; E.: s. lat. perforāre, V., durchlöchern, durchbohren, durchstoßen, ein Loch in etwas machen, (96-55 v. Chr.); lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. forāre, V., bohren, durchbohren; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Perforation, fehlt DW, EWD s. u. Perforation, Duden s. u. perforieren; Son.: vgl. nndl. perforeren, V., perforieren; frz. perforer, V., perforieren; nschw. perforera, V., perforieren; nnorw. perforere, V., perforieren; poln. perforować, V., perforieren; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durchlöchern oder durchbohren oder mit Löchern versehen (V.); BM.: vorwärts, schneiden; F.: perforieren, perforiere, perforierst, perforiert, perforierest, perforieret, perforierte, perforiertest, perforierten, perforiertet, ##perforiert, perforierte, perforiertes, perforiertem, perforierten, perforierter##, perforierend, ###perforierend, perforierende, perforierendes, perforierendem, perforierenden, perforierender###, perforier(!)+FW+EW; Z.: per-for-ier-en
performativ, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. performativ, ausführend; ne. performative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. performative; E.: s. ne. performative, Adj., performativ; vgl. afrz. parfournier, V., erlangen, vollenden; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); afrz. fournier, V., versehen, ausstatten; awfrk. *frummjan, V., vollbringen, fördern; germ. *frumjan, sw. V., befördern, fördern; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. performativ, fehlt DW, Duden s. u. performativ; Son.: vgl. frz. performatif, Adj., performativ; ndän. performativ, Adj., performativ; kymr. perfformiadol, Adj., performativ; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ausführend; BM.: vorwärts; F.: performativ, performative, performatives, performativem, performativen, performativer+FW(+EW); Z.: per-for-m-at-iv
Pergament, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Pergament, Tierhaut; ne. parchment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. pergamente, st. N., Pergament; mnd. pergamēn, pergamein, pergament, parkelment, perment, permēt, permet, N., Pergament, von den Haaren und Fleischresten gesäuberte getrocknete und geglättete Tierhaut; mnl. perchemein, pergameen, pargameen, Sb., Pergament; ahd. pergamin*, pergamīn*, st. N. (a), Pergament; lat. Pergamēnum, N., Pergament?, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. Pergamum, N.=ON, Pergamon; gr. Πέργαμον (Pérgamon), N.=ON, Pergamon, Hochburg; idg. bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140; vgl. idg. bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Pergament, EWD s. u. Pergament, DW 13, 1544, EWAhd 6 1338, Duden s. u. Pergament; Son.: vgl. nndl. perkament, Sb., Pergament; frz. parchemin, M., Pergament; nschw. pergament, N., Pergament; nnorw. pergament, N., Pergament; poln. pergamin, M., Pergament; lit. pergamentas, M., Pergament; GB.: (pergamin) seit 9. Jh. (9. Jh.) belegte und mit lat. Pergamēnum, N., Pergament? und dem ON Pergamum sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine enthaarte und geglättete sowie zu einem Beschreiben hergerichtete Tierhaut eines etwas größeren Tieres; BM.: ON des Ortes an dem Pergament als Schreibmaterial erfunden worden sein soll; F.: Pergament, Pergaments, Pergamentes, Pergamente, Pergamenten+FW(+EW); Z.: Per-g-am-ent
$pergamenten, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pergamenten, aus Pergament bestehend, Pergament betreffend, pergamentartig; E.: DW 13 s. Pergament, s. en (Suff.); L.: DW 13, 1544, EWD s. u. Pergament; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pergament und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Pergament bestehend oder pergamentartig; F.: pergamenten, pergamentene, pergamentenes, pergamentenem, pergamentenen, pergamentener+FW(+EW); Z.: per-g-am-ent-en
$Pergamentpapier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pergamentpapier, pergamentartiges Papier, Backpapier; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Pergament, s. Papier; L.: DW 13, 1545, EWD s. u. Pergament; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Pergament und Papier gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes fettundurchlässiges pergamentartiges Papier oder Backpapier; F.: Pergamentpapier, Pergamentpapieres, Pergamentpapiers, Pergamentpapiere, Pergamentpapieren+FW(+EW); Z.: Per-g-am-ent—papier
Pergola, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pergola, Pfeilergang, berankter Laubengang, Säulengang; ne. pergola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. pergola; E.: s. it. pergola, F., Pergola; lat. pergula, F., Vorsprung, Vorbau, Anbau, Bude, Laden, (um 250-184 v. Chr.); idg. *perg- (1), Sb., Stange, Stamm, Pokorny 819? (1404/46); oder von lat. pergere, V., verfolgen, vordringen, fortsetzen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pergola, fehlt DW, EWD s. u. Pergola, Duden s. u. Pergola; Son.: vgl. nndl. pergola, Sb., Pergola; frz. pergola, F., Pergola; nschw. pergola, Sb., Pergola; nnorw. pergola, M., Pergola; kymr. pergola, M., Pergola; poln. pergola, F., Pergola; lit. pergolė, F., Pergola; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Pfeilergang oder berankten Laubengang; BM.: Stange?, vorwärts und richten?; F.: Pergola, Pergolen+FW; Z.: Per-g-ol-a
peri…, nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. peri..., umher, über ... hinaus, um(gebend); ne. peri…; Vw.: -ode-, -odisch, -pher, -pherie, -skop; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: gr. περί (perí), πέρι (péri), πέρ (pér), Präp., Präf., um, wegen, bezüglich, betreffs, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. peri-, fehlt DW, Duden s. u. peri-; Son.: vgl. nndl. peri…, Präf., peri…; frz. péri…, Präf., peri…; nschw. peri…, Präf., peri…; nnorw. peri…, Präf., peri…; poln. pery…, Präf., peri…; kymr. peri…, Präf., peri…; nir. peirea…, Präf., peri…; lit. peri…, Präf., peri…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für um(gebend); BM.: vorwärts; F.: peri…+FW; Z.: per-i-
Periode, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Periode, Abschnitt, Zeitabschnitt, sich zyklisch Wiederholendes; ne. period; Vw.: -; Hw.: s. periodisch; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. periodus; E.: s. mnd. periode, F., Periode, Zeitdauer; lat. periodus, Gliedersatz, Satzgefüge, Periode, (81-43 v. Chr.); gr. περίοδος (períodos), F., Herumgehen, Herumgang; vgl. gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Periode, DW 13, 1545, EWD s. u. Periode, Duden s. u. Periode; Son.: vgl. nndl. periode, Sb., Periode; frz. période, F., Periode; nschw. period, Sb., Periode; nnorw. periode, M., Periode; lit. periodas, M., Periode; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen geprägten Zeitabschnitt der mit der Entstehung der Welt beginnenden Zeit wie beispielsweise die sich zyklisch wiederholende Monatsblutung von Frauen; BM.: um, gehen; F.: Periode, Perioden+FW(+EW?); Z.: Per-i-od-e
periodisch, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. periodisch, regelmäßig wiederholend; ne. periodical (Adj.), cyclic; Vw.: -; Hw.: s. Periode; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. periodicus; E.: s. lat. periodicus, Adj., periodisch, zeitweilig, (23/24-79 n. Chr.); gr. περιοδικός (periodikós), Adj., periodisch, Herumgehen betreffend; vgl. gr. περίοδος (períodos), F., Herumgehen, Herumgang; gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (1); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Periode, DW 13, 1546, EWD s. u. Periode, Duden s. u. periodisch; Son.: vgl. nndl. periodisch, Adj., periodisch; frz. périodique, Adj., periodisch; nschw. periodisk, Adj., periodisch; nnorw. periodisk, Adj., periodisch; lit. periodinis, Adj., periodisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches regemäßig wiederholend oder in regelmäßigen Abständen geschehend oder erfolgend; BM.: um, gehen; F.: periodisch, periodische, periodisches, periodischem, periodischen, periodischer+FW(+EW); Z.: per-i-od-isch
$periodisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. periodisieren, in Perioden enteilen, Perioden bilden; E.: s. Period(e), s. is, s. ieren¸ L.: Kluge s. u. Periode, fehlt DW, EWD s. u. Periode; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Period(e) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in Perioden einteilen oder Perioden bilden; F.: periodisieren, periodisiere, periodisierst, periodisiert, periodisierest, periodisieret, periodisierte, periodisiertest, periodisierten, periodisiertet, ##periodisiert, periodisierte, periodisiertes, periodisiertem, periodisierten, periodisierter##, periodisierend, ###periodisierend, periodisierende, periodisierendes, periodisierendem, periodisierenden, periodisierender###, periodisier (!)+FW(+EW); Z.: per-i-od-is-ier-en
$Periodisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Periodisierung, Periodenbildung, Bildung von Zeitabschnitten; E.: periodisier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Periode; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus periodisier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zeitrechnung des Menschen mögliche Periodenbildung oder Bildung von Zeitabschnitten; F.: Periodisierung, Periodisierungen+FW(+EW); Z.: Per-i-od-is-ier-ung
peripher, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. peripher, sich herumbewegend, sich herumdrehend, marginal, nebensächlich; ne. peripheral; Vw.: -; Hw.: s. Peripherie; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. lat. peripherēs; E.: s. lat. peripherēs, Adj., sich herumbewegend, (5. Jh. n. Chr.); gr. περιφερής (peripherḗs), Adj., sich herumdrehend, rund; vgl. gr. περιφέρειν (periphérein), V., herumtragen, herumgeben, im Kreis bewegen; gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Peripherie, fehlt DW, EWD s. u. Peripherie, Duden s. u. peripher; Son.: vgl. frz. périphérique, Adj., peripher; nschw. perifer, Adj., peripher; nnorw. perifer, Adj., peripher; kymr. perifferol, Adj., peripher; lit. periferinis, Adj., peripher; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich herumbewegend oder sich herumdrehend oder rund oder an dem Rande liegend oder nebensächlich; BM.: vorwärts, tragen; F.: peripher, periphere, peripheres, peripherem, peripheren, peripherer+FW(+EW); Z.: per-i-pher
Peripherie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Peripherie, Randgebiet, Randzone; ne. periphery; Vw.: -; Hw.: s. peripher; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. peripherīa; E.: s. lat. peripherīa, F., Kreislinie, (5. Jh. n. Chr.); gr. περιφέρεια (periphéreia), F., Umkreis, Peripherie; vgl. gr. περιφέρειν (periphérein), V., herumtragen, herumgeben, im Kreis bewegen; gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Peripherie, fehlt DW, EWD s. u. Peripherie, Duden s. u. Peripherie; Son.: vgl. nndl. periferie, Sb., Peripherie; frz. périphérie, F., Peripherie; nschw. periferi, Sb., Peripherie; nnorw. periferi, M., Peripherie; poln. periferie, Sb., Pl., Peripherie; kymr. perifferi, M., Peripherie; lit. periferija, F., Peripherie; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Randgebiet oder eine Randzone; BM.: vorwärts, tragen; F.: Peripherie, Peripherien+FW+EW; Z.: Per-i-pher-ie
Periskop, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Periskop, Sehrohr; ne. periscope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, sehen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Periskop; Son.: vgl. nndl. periscoop, Sb., Periskop; frz. périscope, M., Periskop; nschw. periskop, N., Periskop; nnorw. periskop, N., Periskop; poln. peryskop, M., Periskop; kymr. perisgop, M., Periskop; nir. peireascóp, M., Periskop; lit. periskopas, M., Periskop; GB.: vielleicht seit 3. Drittel 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und verwendete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen (wie Johannes Hevelius in Danzig als Polemoskop) entwickelte und genutzte über die Wasseroberfläche ausfahrbare und drehbare Fernrohr (Sehrohr) eines Unterwasserfahrzeugs; BM.: vorwärts, spähen; F.: Periskop, Periskops, Periskope, Periskopen+FW(+EW?); Z.: Per-i-skop
perkutan, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. perkutan, durch die Haut hindurch (wirkend); ne. percutaneous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cutis, F., Haut, Leder, gegerbte Haut, geschmeidige Haut, Fell, Pergament, Oberfläche; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. perkutan; Son.: vgl. nndl. pecutane, Adj., perkutan; frz. percutané, Adj., perkutan; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch die Haut hindurch (wirkend); BM.: vorwärts, Haut bzw. umhüllen; F.: perkutan, perkutane, perkutanes, perkutanem, perkutanen, perkutaner+FW(+EW); Z.: per-ku-t-an
Perle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Perle, ein Abfallerzeugnis bestimmter Muschelarten, perlenförmiges Gebilde; ne. pearl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. berle, berele, perle, st. F., sw. F., Perle; mnd. parle, perle, pērle, peerle, perlin, perlīn, F., Perle, im Inneren der Perlmuschel gebildetes Kügelchen, Bestandteil von Schmuck, Gerstenkorn?; mnl. perle, F., Perle; ahd. perala, perla, st. F. (ō), sw. F. (n), Perle; as. perula, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Perle; spätlat. pērula, F., Perle; vermutlich zu lat. perna, F., Art Muschel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Perle, Kluge s. u. Perle, DW 13, 1547, EWD s. u. Perle, EWAhd 6, 1335, Duden s. u. Perle, Bluhme s. u. Perle; Son.: vgl. nndl. parel, Sb., Perle; frz. perle, F., Perle; nschw. pärla, Sb., Perle; nnorw. perle, M., Perle; poln. perła, F., Perle; kymr. perl, M., Perle; nir. péarla, M., Perle; lit. perlas, M., Perle; GB.: seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches glänzendes und schimmerndes von Perlmuscheln um eingedrungene Fremdkörper während zwei bis drei Jahren in unterschiedlichen Farben gebildetes hartes Kügelchen das von Menschen als Schmuck verwendet wird und von Menschen in der Gegenwart auch künstlich gebildet werden kann; BM.: ?; F.: Perle, Perlen+FW(+EW?); Z.: Perl-e
$perlen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. perlen, Form einer Perle annehmen; Q.: um 1800; E.: s. Perl(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Perle, EWD s. u. Perle; GB.: seit um 1800 belegte und aus Perl(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Form einer Perle annehmen; F.: perlen, perle, perlst, perlt, perlest, perlet, perlte, perltest, perlten, perltet, geperlt, ##geperlt, geperlte, geperltes, geperltem, geperlten, geperlter##, perlend, ###perlend, perlende, perlendes, perlendem, perlenden, perlender###, perl (!)+EW?; Z.: perl-en
Perlmutt, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Perlmutt, Perlmutter, Perlmuschel; ne. nacre, mother-of-pearl; Vw.: -; Hw.: s. Perlmutter; Q.: 14. Jh.?; E.: s. Perlmutter; L.: Kluge s. u. Perlmutter, Duden s. u. Perlmutt; Son.: vgl. nndl. parlemoer, Sb., Perlmutter, Perlmutt; nschw. pärlemor, Sb., Perlmutter, Perlmutt; nnorw. perlemor, M., N., Perlmutter, Perlmutt; poln. pacica perłowa, F., Perlmutter, Perlmutt; lit. perlamutras, M., Perlmutt; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Perl(e) und Mutt(er) gebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche harte und glänzende schimmernde innerste Schicht der Schale (F.) (1) von Perlmuscheln und Seeschnecken aus der Perlen um eingedrungene Fremdkörper gebildet werden können; BM.: Perle, Mutter; F.: Perlmutt, Perlmutts, Perlmuttes+FW+EW; Z.: Perl-mu-t-t
Perlmutter, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Perlmutter, Perlenmutter, Perlmutt, Perlmuschel; ne. nacre, mother-of-pearl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lüs. mater perlarum; E.: s. mhd. perlinmuoter, F., Perlmutter; mnd. parlenmōder, F., Perlenmutter, Perlmuschel, Perlmutt; mnd. parlemōder, parlemoder, perlemōder, F., Perlenmutter, Perlmuschel, Perlmutt; vgl. mhd. berle, berele, perle, st. F., sw. F., Perle; mnd. parle, perle, pērle, peerle, perlin, perlīn, F., Perle, im Inneren der Perlmuschel gebildetes Kügelchen, Bestandteil von Schmuck, Gerstenkorn?; mnl. perle, F., Perle; ahd. perala, perla, st. F. (ō), sw. F. (n), Perle; as. perula, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Perle; spätlat. pērula, F., Perle; vermutlich zu lat. perna, F., Art Muschel; weitere Herkunft ungeklärt?; mhd. muoter, st. F. (er), Mutter (F.) (1), Urheberin, Anstifterin, Gebärmutter, Bachbett, Flussbett; mnd. mōder (1), moeder, moyder, muoder, mȫder, F., Mutter, Gebärmutter, Mutterpferd, Stute, Muttertier; ahd. muoter, st. F. (er), Mutter (F.) (1), Mutterschoß; as. mōdar, st. F. (er), Mutter (F.) (1); germ. *mōder, F. (kons.), Mutter (F.) (1); idg. *mātér, *meh₂tèr, *méh₂tōr, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 700 (1159/24) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *mā- (3), F., Mutter (F.) (1), Brust?, Pokorny 694 (11138/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Perle, Kluge s. u. Perlmutter, DW 13, 1554, EWD s. u. Perle, Duden s. u. Perlmutter; Son.: vgl. nndl. parlemoer, Sb., Perlmutter, Perlmutt; nschw. pärlemor, Sb., Perlmutter, Perlmutt; nnorw. perlemor, M., N., Perlmutter, Perlmutt; poln. pacica perłowa, F., Perlmutter, Perlmutt; lit. perlamutras, F., Perlmutter; GB.: seit 14. Jh. nach lat. mater perlarum aus Perl(e) und Mutter gebildete Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche harte und glänzende schimmernde innerste Schicht der Schale von Perlmuscheln und Seeschnecken aus der Perlen um eingedrungene Fremdkörper gebildet werden können; BM.: Perle, Mutter; F.: Perlmutter, Perlmutters+FW+EW; Z.: Perl-mu-t-t-er
$Perlon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Perlon, eine Kunstfaser; Hw.: s. Nylon; Q.: 1950-1960; L.: fehlt DW, EWD s. u. Perlon; GB.: seit 1950-1960 gebildete Bezeichnung für eine zu den Polyamiden gehörende von Menschen ausschließlich aus anorganischen Stoffen wie Kohlenstoff und Wasser sowie Luft hergestellte und verwendete sowie (wie Nylon) mit einem verkaufsfördernden Namen versehene etwas leichtere und sehr feste Kunstfaser (Plastikfaser) (kein Markenname); F.: Perlon, Perlons+FW; Z.: Per-lon
permanent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (16. Jh.): nhd. permanent, dauernd, ständig; ne. permanent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. permanent; E.: s. frz. permanent, Adj., permanent; lat. permanēns, Adj., verbleibend, bleibend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. permanēre, V., fort und fort bleiben, verbleiben, ausharren, fortdauern; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. manēre, V., bleiben; vgl. idg. *men- (5), V., bleiben, stehen, Pokorny 729 (1215/80) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. permanent, fehlt DW, EWD s. u. permanent, Duden s. u. permanent; Son.: vgl. nndl. permanent, Adj., permanent; nschw. permanent, Adj., permanent; nnorw. permanent, Adj., permanent; poln. permanentny, Adj., permanent; lit. permanentinis, Adj., permanent; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches dauernd oder ständig; BM.: vorwärts, bleiben; F.: permanent, permanente, permanentes, permanentem, permanenten, permanenter(, permanentere, permanenteres, permanenterem, permanenteren, permanenterer, permanentest, permanenteste, permanentestes, permanentestem, permanentesten, permanentester)+FW(+EW); Z.: per-man-ent
$Permanenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Permanenz, Dauer, Beständigkeit; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. permancence; L.: EWD s. u. permanent, fehlt DW; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Dauer oder Beständigkeit; F.: Permanenz, Permanenzen+FW(+EW); Z.: Per-man-enz
Perpendikel, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Perpendikel, (Senkblei, lot)Pendel, Uhrpendel; ne. perpendicular (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. perpendiculum; E.: s. lat. perpendiculum, N., Senkblei, Richtblei, Lot; vgl. lat. perpendere, V., genau abwägen, genau untersuchen, erwägen, prüfen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Perpendikel, DW 13, 1560, EWD s. u. Perpendikel, Duden s. u. Perpendikel; Son.: vgl. frz. perpendiculaire, F., Perpendikel; nschw. perpendikel, Sb., Perpendikel; nnorw. perpendikkel, M., Perpendikel; kymr. perpendicwlar, M., Perpendikel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Senkblei oder Lot und das (1640 von Galileo Galilei daraus entwickelte) Pendel einer Uhr; BM.: vorwärts, wägen bzw. ziehen; F.: Perpendikel, Perpendikels, Perpendikeln+FW(+EW); Z.: Per-pen-d-ik-el
perpetuieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. perpetuieren, festschreiben; ne. perpetuate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?; E.: s. mnd. perpetuēren, perpetuīren, sw. V., „perpetuieren“, andauern, festschreiben, bestätigen; lat. perpetuāre, V., fortdauern, fortdauern lassen, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. lat. petere, V., langen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. perpetuieren; Son.: vgl. frz. perpétuer, V., perpetuieren; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches festschreiben oder bewirken dass etwas Dauer gewinnt; BM.: vorwärts, stürzen; F.: perpetuieren, perpetuiere, perpetuierst, perpetuiert, perpetuierest, perpetuieret, perpetuierte, perpetuiertest, perpetuierten, perpetuiertet, ##perpetuiert, perpetuierte, perpetuiertes, perpetuiertem, perpetuierten, perpetuierter##, perpetuierend, ###perpetuierend, perpetuierende, perpetuierendes, perpetuierendem, perpetuierenden, perpetuierender###, perpetuier (!)+FW(+EW); Z.: per-pet-u-ier-en
perplex, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. perplex, verwirrt, verblüfft, überrascht, erstaunt; ne. perplexed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. perplexe; E.: s. frz. perplexe, Adj., perplex, verwirrt; lat. perplexus, verflochten, verschlungen, verworren, wirr durcheinander, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten, ineinander fügen; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. perplex, DW 13, 1560, EWD s. u. perplex, Duden s. u. perplex; Son.: vgl. nndl. perplex, Adj., perplex; nschw. perplex, Adj., perplex; nnorw. perpleks, Adj., perplex; GB.: seit der früheren Neuzeit belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verwirrt oder verblüfft oder überrascht oder erstaunt; BM.: vorwärts, flechten bzw. falten; F.: perplex, perplexe, perplexes, perplexem, perplexen, perplexer(, perplexere, perplexeres, perplexerem, perplexeren, perplexerer, perplexest, perplexeste, perplexestes, perplexestem, perplexesten, perplexester)+FW(+EW); Z.: per-ple-x
Perron, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Perron, Bahnsteig, Plattform; ne. perron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. perron; E.: s. frz. perron, M., Freitreppe; s. früh-rom. *petrātum, N., großer Stein?; lat. petra (1), F., Stein, Felsstein, Fels; gr. πέτρα (pétra), F., Fels, Felsgebirge, Klippe; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Perron, fehlt DW, Duden s. u. Perron; Son.: vgl. nndl. perron, Sb., Perron; nschw. perrong, Sb., Perron; nnorw. perrong, M., Perron; poln. peron, M., Perron; kymr. perron, M., Perron; lit. peronas, M., Bahnsteig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und errichtete erhöhte Plattform oder für einen Bahnsteig; BM.: Stein; F.: Perron, Perrons+FW; Z.: Perr-on
perseverieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. perseverieren, verharren, beharren, wiederholen; ne. persevere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. persevērāre; E.: s. lat. persevērāre, V., verharren, standhaft bleiben, beharren, fortfahren, fortsetzen, fortbestehen, bestehen, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.?); vgl. lat. persevērus, Adj., sehr streng; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sevērus, Adj., ernsthaft, gesetzt, streng, genau, hart, grausam; idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. perseverieren; Son.: vgl. frz. persévérer, V. perseverieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches verharren oder beharren oder wiederholen; BM.: vorwärts, ernst; F.: perseverieren, perseveriere, perseverierst, perseveriert, perseverierest, perseverieret, perseverierte, perseveriertest, perseverierten, perseveriertet, ##perseveriert, perseverierte, perseveriertes, perseveriertem, perseverierten, perseverierter##, perseverierend, ###perseverierend, perseverierende, perseverierendes, perseverierendem, perseverierenden, perseverierender###, perseverier (!)+FW(+EW); Z.: per-se-ver-ier-en
Persianer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Persianer, fein gelocktes Fell; ne. Persian lamb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Bildung zu dem ON Persien; vgl. gr. Πέρσης (Pérsēs), M. Pl., Perser (M. Pl.); L.: Kluge s. u. Persianer, fehlt DW, Duden s. u. Persianer; Son.: vgl. nndl. persianer, Sb., Persianer; nschw. persianpäls, Sb., Persianer; nnorw. persianer, M., Persianer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem ON Persien gebildete Bezeichnung für einen Pelz aus dem kleingelockten Fell von Lämmern des von Menschen seit mehr als 4500 Jahren gehaltenen Karakulschafs; BM.: ON nach dem Herkunftsland des Pelzes; F.: Persianer, Persianers, Persianern+FW(+EW); Z.: Pers-i-an-er
Persiflage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Persiflage, Spott, Spöttelei; ne. persiflage; Vw.: -; Hw.: s. persiflieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. persiflage; E.: s. frz. persiflage, M., Persiflage; vgl. frz. persifler, V., persiflieren, nachahmen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. siffler, V., auspfeifen; lat. sībilāre, zischen, pfeifen; s. idg. *su̯ei-, *su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. persiflieren, fehlt DW, EWD s. u. persiflieren, Duden s. u. Persiflage; Son.: vgl. nndl. persiflage, Sb., Persiflage; nnorw. persiflasj, M., Persiflage; poln. persyflaż, M., Persiflage; GB.: seit der mittleren Neuzeit (2. Hälfte 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche feine und geistreiche Verspottung durch übertreibende oder ironisierende Darstellung oder Nachahmung Spott oder Spöttelei); BM.: durch, pfeifen; F.: Persiflage, Persiflagen+FW; Z.: Per-si-f-l-ag-e
persiflieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. V., persiflieren, ironsierend nachahmen, durch Nachmachen verspotten; ne. satirize; Vw.: -; Hw.: s. Persiflage; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. persifler; E.: s. frz. persifler, V., persiflieren, nachahmen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. siffler, V., auspfeifen; lat. sībilāre, zischen, pfeifen; s. idg. *su̯ei-, *su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. persiflieren, fehlt DW, EWD s. u. persiflieren, Duden s. u. persiflieren; Son.: vgl. nndl. persifleren, V., persiflieren; ndän. persiflere, V., persiflieren; nnorw. persiflere, V., persiflieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ironisierend nachahmen oder durch Nachmachen verspotten; BM.: durch, pfeifen; F.: persiflieren, persifliere, persiflierst, persifliert, persiflierest, persiflieret, persiflierte, persifliertest, persiflierten, persifliertet, ##persifliert, persiflierte, persifliertes, persifliertem, persiflierten, persiflierter##, persiflierend, ###persiflierend, persiflierende, persiflierendes, persiflierendem, persiflierenden, persiflierender###, persiflier (!)+FW(+EW?); Z.: per-si-f-l-ier-en
persistieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. persistieren, beharren, bestehen; ne. persist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. persistere; E.: s. lat. persistere, V., stehen bleiben, fest bleiben, verbleiben, verharren, bleiben, für immer gehören, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. persistieren; Son.: vgl. nnorw. persistere, V., persistieren; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches beharren oder bestehen; BM.: vorwärts, stehen; F.: persistieren, persistiere, persistierst, persistiert, persistierest, persistieret, persistierte, persistiertest, persistierten, persistiertet, ##persistiert, persistierte, persistiertes, persistiertem, persistierten, persistierter##, persistierend, ###persistierend, persistierende, persistierendes, persistierendem, persistierenden, persistierender###, persistier+FW(+EW?); Z.: per-si-st-ier-en
Person, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Person, Mensch, Individuum; ne. person; Vw.: -; Hw.: s. Personal, personal, personell; Q.: 1160-1180 (Linzer Antichrist); E.: mhd. persōn, st. F., Person, Gestalt, Ansehen; mhd. persōne, sw. F., Person, Gestalt, Ansehen; mnd. persōne (1), persōn, perschōn, parsōne, F., M., „Person”, Charakter, Rolle oder Figur im Schauspiel, individuelle menschliche Existenz, äußere Erscheinung; lat. persōna, F., Maske, Person; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. per, Präp., durch, über; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Person, DW 13, 1561, EWD s. u. Person, Duden s. u. Person; Son.: vgl. nndl. persoon, Sb., Person; frz. personne, F., Person; nschw. person, Sb., Person; nnorw. person, M., Person; GB.: seit 1160-1180 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen als Individuum; BM.: vorwärts?, tönen?; F.: Person, Personen+FW(+EW); Z.: Per-son
personal, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. personal, Person betreffend; ne. personal; Vw.: -; Hw.: s. Person, Personal, personell; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. persōnālis; E.: s. lat. persōnālis, Adj., persönlich, Person betreffend, eigen, von Rang und Namen seiend, (2. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. persōna, F., Maske, Person; vgl. lat. per, Präp., durch, über; lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Person, DW 13, 1565, Duden s. u. personal; Son.: vgl. nndl. personeel, Adj., personal; frz. personnel, Adj., persönlich; lit. personalo, Adj., personal; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Person betreffend oder einen bestimmten Menschen betreffend; BM.: durch?, tönen?; F.: personal, personale, personales, personalem, personalen, personaler+FW(+EW); Z.: per-son-al
Personal, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Personal, Belegschaft; ne. personnel, staff (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. persōnālis, Adj., persönlich, Person betreffend, eigen, von Rang und Namen seiend, (2. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. persōna, F., Maske, Person; vgl. lat. per, Präp., durch, über; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 13, 1565, EWD s. u. Personal, Duden s. u. Personal; Son.: vgl. nndl. personeel, Sb., Personal; frz. personnel, M., Personal; nschw. personal, Sb., Personal; nnorw. personell, N., Personal; poln. personel, M., Personal; kymr. personél, M., Personal; lit. personalas, M., Personal; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Beschäftigten eines Haushalts oder Unternehmens; BM.: vorwärts?, tönen?; F.: Personal, Personals+FW(+EW?); Z.: Per-son-al
$Personalie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Personalie; Personalangelegenheit, Angabe zu einer Person; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Personal, s. ie; L.: DW 13, 1565 (Personalien), EWD s. u. Personal; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Personal und ie gebildete Bezeichnung für eine Personalangelegenheit oder eine Angabe zu einer Person; F.: Personalie, Personalien+FW(+EW?); Z.: Per-son-al-ie
personell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. personell, Personal betreffend, Person betreffend; ne. personnel (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Person, personal, Personal; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. personnel; E.: s. frz. personnel, Adj., persönlich, an eine Person gebunden; lat. persōnālis, Adj., nlich, Person betreffend, eigen, von Rang und Namen seiend, (2. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. persōna, F., Maske, Person; vgl. lat. per, Präp., durch, über; lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Person, fehlt DW, EWD s. u. Personal, Duden s. u. personell; Son.: vgl. nndl. personeel, Adj., personal; nnorw. personell, Adj., personell; poln. personalny, Adj., personell; lit. personalo, Adj., personal; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Personal oder eine Person betreffend; BM.: durch?, tönen?; F.: personell, personelle, personelles, personellem, personellen, personeller+FW(+EW?); Z.: per-son-ell
$Personifikation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Personifikation, Vermenschlichung; I.: Lw. frz. personification; E.: s. Person, s. i, s. fikation; L.: fehlt DW, EWD s. u. personifizieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Identifikation mit einer Person wie beispielsweise die Verbindung einer nichtmenschlichen Gegebenheit mit menschlichem Verhalten wie beispielsweise die Sonne lacht oder der Himmel weint; F.: Personifikation, Personifikationen+FW(+EW); Z.: Per-son-i-fi-k-at-io-n
personifizieren, nhd., V., (18. Jh.): nhd. personifizieren, vermenschlichen, verkörpern; ne. personify, personate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. personnifier; E.: s. frz. personnifier, V., personifizieren; frz. personne, F., Person; lat. persōna, F., Maske, Person; vgl. lat. per, Präp., durch, über; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonāre, V., tönen, ertören, schallen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); lat. facere, V., machen; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 13, 1566 (personificieren), EWD s. u. personifizieren, Duden s. u. personifizieren; Son.: vgl. nschw. personifiera, V., personifizieren; nnorw. personifisere, V., personifizieren; poln. personifikować, V., personifizieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vermenschlichen oder verkörpern; BM.: durch?, tönen? und machen; F.: personifizieren, personifiziere, personifizierst, personifiziert, personifizierest, personifizieret, personifizierte, personifiziertest, personifizierten, personifiziertet, ##personifiziert, personifizierte, personifiziertes, personifiziertem, personifizierten, personifizierter##, personifizierend, ###personifizierend, personifizierende, personifizierendes, personifizierendem, personifizierenden, personifizierender###, personifizier (!)+FW+EW; Z.: per-son-i-fi-z-ier-en
$persönlich, nhd., Adj., Adv. (14. Jh.): nhd. persönlich, eine Person betreffend, wesenhaft; E.: s. Person, s. lich; L.: Kluge s. u. Person, DW 13, 1566, EWD s. u. Person; GB.: (persœnlich) vor 1326 belegte und nach lat. personalis aus Person und lich gebildete Bezeichnung für eine Person betreffend oder wesenhaft; F.: persönlich, persönliche, persönliches, persönlichem, persönlichen, persönlicher(, persönlichere, persönlicheres, persönlicherem, persönlicheren, persönlicherer, persönlichst, persönlichste, persönlichstes, persönlichstem, persönlichsten, persönlichster)+FW+EW; Z.: per-sön—lich
$Persönlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Persönlichkeit, Gesamtheit der Eigenschaften eines einzelnen Menschen, Mensch mit besonderer Eigenart; E.: s. persönlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. Person, DW 13,1567; GB.: (persōnlīchheit*) vor 1326 belegte und nach lat. personalitas aus persönlich und keit gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Eigenschaften eines einzelnen Menschen oder einen Menschen mit besonderer Eigenart; F.: Persönlichkeit, Persönlichkeiten+FW+EW; Z.: Per-sön—lich—kei-t
Perspektive, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Perspektive, Blickwinkel, Betrachtungsweise; ne. perspective; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. perspective; E.: s. frz. perspective, F., Sehkunst, Fernsicht; mlat. perspectīvus, Adj., durchschauend; vgl. lat. perspectus (1), Adj., durchschaut, wohl bekannt, bewährt; lat. perspicere, V., mit dem Blick durchdringen, hineinsehen, deutlich; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Perspektive, DW 13, 1568 (Perspective), EWD s. u. Perspektive, Duden s. u. Perspektive; Son.: vgl. nndl. perspectief, Sb., Perspektive; nschw. perspektiv, N., Perspektive; nnorw. perspektiv, N., Perspektive; poln. perspektywa, F., Perspektive; kymr. persbectif, M., Perspektive; nir. peirspictíocht, F., Perspektive; lit. perspektyva, F., Perspektive; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Augen möglichen Blickwinkel oder eine den Eindruck des Räumlichen hervorrufende Form der Abbildung oder für eine Betrachtungsweise; BM.: vorwärts; F.: Perspektive, Perspektiven+FW(+EW); Z.: Per-spek-t-iv-e
$perspektivisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. perspektivisch, Perspektive betreffend; E.: s. Perspektiv(e), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Perspektive; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Perspektiv(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches die Perspektive betreffend oder auf der Betrachtungsweise beruhend; F.: perspektivisch, perspektivische, perspektivisches, perspektivischem, perspektivischen, perspektivischer+FW(+EW); Z.: per-spek-t-iv-isch
Pertinenz, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Pertinenz, Zugehörigkeit, Zusammengehörigkeit, Zubehör; ne. pertinence; Vw.: s. Im-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. pertincence; E.: s. frz. pertinence, F., Pertinenz, Zutreffen, Aussagewert; lat. pertinentia, F., Schicklichkeit?, Zubehör, Vorwerk, (5./6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pertinēre, V., sich hin erstrecken, sich erstrecken, sich hinziehen, sich verbreiten, dienen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pertinenz; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und vor allem von Gelehrten und in der Rechtssprache verwendete Bezeichnung für Zugehörigkeit oder Zusammengehörigkeit oder Zubehör; BM.: sich erstrecken; F.: Pertinenz, Pertinenzen+FW(+EW); Z.: Per-tin-enz
Perücke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Perücke, unechtes Haar, künstliches Haarteil; ne. wig (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. perrüke, prüke, F., Perücke, künstliches Haarteil; frz. perruque, F., Perücke, Haaraufsatz; span. peluca, F., Perrücke; vgl. span. pelo, M., Haar; lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs; idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); nach Gamillscheg 696a leitet sich perruque von prov. *perruca, F. Sittich; L.: Kluge s. u. Perücke, DW 13, 1569, EWD s. u. Perücke, Duden s. u. Perücke; Son.: vgl. nndl. pruik, Sb., Perücke; nschw. peruk, Sb., Perücke; nnorw. parykk, M., Perücke; poln. peruka, F., Perücke; lit. perukas, M., Perücke; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und Spanischen sowie vielleicht dem Provenzalischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unechtes Haar oder ein künstliches Haarteil das wie eine Kappe auf dem Kopf von Menschen getragen wird; BM.: Haar (N.); F.: Perücke, Perücken+FW+EW?; Z.: Per-ück-e
pervers, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. pervers, verkehrt, abartig, widernatürlich, schlecht; ne. perverse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. pervers; E.: s. frz. pervers, Adj., pervers, schlecht, entartet; lat. perversus, Adj., umgedreht, verkehrt, unrecht, schlecht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pervertere, V., um und um kehren (V.) (1), ganz umkehren, völlig umwerfen, niederstürzen, umstürzen, ein Bein stellen, vernichten; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. pervers, fehlt DW, EWD s. u. pervers, Duden s. u. pervers; Son.: vgl. nndl. pervers, Adj., pervers; nschw. pervers, Adj., pervers; nnorw. pervers, Adj., pervers; poln. perwersyjny, Adj., pervers; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen als verkehrt oder abartig oder widernatürlich oder schlecht empfunden; BM.: vorwärts, wenden; F.: pervers, perverse, perverses, perversem, perversen, perverser(, perversere, perverseres, perverserem, perverseren, perverserer, perversest, perverseste, perversestes, perversestem, perversesten, perversester)+FW(+EW?); Z.: per-ver-s
Perversion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Perversion, Verkehrtheit, Abartigkeit, Widernatürlichkeit, Perversität; ne. perversion; Vw.: -; Hw.: s. pervers, pervertieren; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. perversio; E.: s. lat. perversio, F., Umdrehung, Verdrehung, Verderbtheit, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. pervertere, V., um und um kehren (V.) (1), ganz umkehren, völlig umwerfen, um um niederstürzen, ein Bein stellen, umstürzen, vernichten; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. pervers, fehlt DW, EWD s. u. pervers, Duden s. u. Perversion; Son.: vgl. nndl. perversie, Sb., Perversion; frz. perversion, F., Perversion; nschw. perversion, Sb., Perversion; nnorw. perversjon, M., Perversion; poln. perwersja, F., Perversion; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen empfundene Abartigkeit oder Widernatürlichkeit; BM.: vorwärts, wenden; F.: Perversion, Perversionen+FW(+EW); Z.: Per-ver-s-io-n
$Perversität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Perversität, Verkehrtheit, Abartigkeit, Widernatürlichkeit, Perversion; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. lat. perversitās; L.: EWD s. u. pervers; E.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen empfundene Verkehrtheit oder Abartigkeit oder Widernatürlichkeit oder Perversion; F.: Perversität, Perversitäten+FW(+EW); Z.: Per-ver-s-it-ät
pervertieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pervertieren, verderben, verkehren, verfälschen; ne. pervert (V.); Vw.: -; Hw.: s. pervers, Perversion; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. pervertere; E.: s. lat. pervertere, V., um und um kehren (V.) (1), ganz umkehren, völlig umwerfen, um um niederstürzen, ein Bein stellen, umstürzen, vernichten, (81-43 v. Chr.); lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. pervers, fehlt DW, EWD s. u. pervers, Duden s. u. pervertieren; Son.: vgl. frz. pervertir, V., pervertieren; nnorw. pervertere, V., pervertieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches verderben oder verkehren oder in das Abartige kehren (V.) (1) oder verfälschen; BM.: vorwärts, wenden; F.: pervertieren, pervertiere, pervertierst, pervertiert, pervertierest, pervertieret, pervertierte, pervertiertest, pervertierten, pervertiertet, ##pervertiert, pervertierte, pervertiertes, pervertiertem, pervertierten, pervertierter##, pervertierend, ###pervertierend, pervertierende, pervertierendes, pervertierendem, pervertierenden, pervertierender###, pervertier (!)+FW(+EW); Z.: per-ver-t-ier-en
Pese, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pese, Treibriemen, endlose Spiralfeder; ne. driving belt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. nndl. pees; E.: s. nndl. pees, Sb., Sehne?; oder zu nhd. pesen (s. d.); L.: Kluge s. u. Pese, fehlt DW, Duden s. u. Pese; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine endlose Spiralfeder zu einer Übertragung von Drehmomenten bei parallelen Wellen besonders bei dem Antrieb von Filmprojektoren; BM.: Sehne? bzw. rennen?; F.: Pese, Pesen+FW(+EW); Z.: Pes-e
Pesel, Pisel, Pfiesel, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Pesel, Pisel, heizbarer Wohnraum; ne. heatable room; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. phiesel, st. M., st. N., beheizbares Frauengemach; mnd. pīsel, pisel, pyßel, pytzel, pēsel, M., Pesel, Schlot, Schornstein, Kachelofen?, ein heizbares Gemach, große Stube, Staatsstube; mnl. pisel, M., beheizbarer Raum, Küche; ahd. pfiesal*, phiesal, st. M. (a)?, Wohnraum, Pesel, heizbares Zimmer, heizbarer Raum; as. piosal*, piasal, st. M. (a?), Pesel, Wohnraum, Frauengemach; anfrk. -; germ. *pesel, Sb., Pesel, Wohnraum; s. lat. pēnsilis, Sb., Gemach, Pesel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pēnsilis, Adj., hängend, herabhängend, schwebend; vgl. lat. pendēre, hängen, herabhängen; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pesel, DW 13, 1868 (Pisel), EWAhd 6, 1412, Duden s. u. Pesel; Son.: vgl. afries. pīsel, M., Stube; ae. pīsle, sw. F. (n), Pesel, heizbares Zimmer; an. -; got. -; GB.: (pfiesal) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach der Sesshaftigkeit entwickelten und verwendeten heizbaren Wohnraum; BM.: ziehen; F.: Pesel, Pesels, Peseln, Pisel, Pisels, Piseln, Pfiesel, Pfiesels, Pfieseln+FW(+EW?); Z.: Pes-el
pesen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pesen, rennen, laufen; ne. run (V.), dash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pace; E.: s. pace, V., gehen, im Passschritt reiten; über das Mittelenglische von afrz. pas, Sb., Schritt; lat. passus, M., Schritt, Fußstapfen, Tritt, Doppelschritt; vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. pesen, DW 13, 1570, Duden s. u. pesen; Son.: vgl. nndl. pezen, V., pesen?; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schnell laufen; BM.: ausbreiten; F.: pesen, pese (!), pesst (!), pest (!), pesest, peset, peste (!), pestest, pesten (!), pestet, gepest, ##gepest, gepeste, gepestes, gepestem, gepesten, gepester##, pesend, ###pesend, pesende, pesendes, pesendem, pesenden, pesender###, pes (!)+FW(+EW); Z.: pes-en
Pessar, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pessar, Diaphragma, Spirale; ne. diaphragm, pessary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. pessārium; E.: s. lat. pessārium, N., Mutterzäpfchen, Mutterkranz, (5. Jh. n. Chr.); gr. πεσσάριον (pessárion), N., Pessar; vgl. gr. πέσσος (péssos), M., länglicher Spielstein; weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 2, 519; L.: fehlt DW, Duden s. u. Pessar; Son.: vgl. nndl. pessarium, Sb., Pessar; frz. pessaire, M., Pessar; nschw. pessar, N., Pessar; nnorw. pessar, N., Pessar; poln. pesarium, Sb., Pessar; kymr. pesari, M., Pessar; lit. pesaras, M., Pessar; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen (Hugh Lennox Hodge 1796-1873 Vereinigte Staaten von Amerika) entwickelten und verwendeten meist ringförmigen und besonders aus Kunststoff (Silikon) bestehenden und alle sechs bis acht Wochen auszuwechselnden Gegenstand (Diaphragma oder Spirale) der stützend den Muttermund einer Frau umschließt und (auch) der Empfängnisverhütung dient; BM.: länglicher Spielstein; F.: Pessar, Pessars, Pessare, Pessaren+FW(+EW); Z.: Pess-ar
Pessimismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pessimismus, verneinende Lebensauffassung; ne. pessimism; Vw.: -; Hw.: s. Optimismus; Q.: 1776 (Lichtenberg); I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. pessimus, Adj. (Superl.), schlechteste, geringste, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pessimismus, fehlt DW, EWD s. u. Pessimismus, Duden s. u. Pessimismus; Son.: vgl. nndl. pessimisme, Sb., Pessimismus; frz. pessimisme, M., Pessimismus; nnorw. pessimism, Sb., Pessimismus; nnorw. pessimisme, M., Pessimismus; poln. pesymizm, M., Pessimismus; kymr. pesimistiath, F., Pessimismus; lit. pesimizmas, M., Pessimismus; GB.: seit 1776 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aus dem Superlativ von lat. malus Adj. schlecht und ismus gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums bekannte und seit dem späten 19. Jh. bedeutendere menschliche alles von der schlechtesten Seite betrachtende Lebensauffassung, verneinende Lebensauffassung; BM.: gehen; F.: Pessimismus+FW; Z.: Pess-im-ism-us
$Pessimist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pessimist; E.: s. Pessimis(mus), s. t; L.: Kluge s. u. Pessimismus, fehlt DW, EWD s. u. Pessimismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pessimis(mus) und t gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Pessimismus in Gegensatz zu einem Optimisten; F.: Pessimist, Pessimisten+FW(+EW); Z.: Pess-im-ist
$pessimistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pessimistisch; E.: s. Pessimist, s. isch; L.: Kluge s. u. Pessimismus, fehlt DW, EWD s. u. Pessimismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pessimist und isch gebildete Bezeichnung für Pessimismus betreffend in Gegensatz zu optimistisch; F.: pessimistisch, pessimistische, pessimistisches, pessimistischem, pessimistischen, pessimistischer(, pessimistischere, pessimistischeres, pessimistischerem, pessimistischeren, pessimistischerer, pessimistischst, pessimistischste, pessimistischstes, pessimistischstem, pessimistischsten, pessimistischster)+FW(+EW); Z.: pess-im-ist-isch
Pest, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pest, Pestilenz, Schwarzer Tod; ne. pestilence, pest; Vw.: -; Hw.: s. Pestilenz; Q.: 14. Jh.; E.: mnd. pest (1), F., Pest (F.) (1), epidemische Infektionskrankheit, Seuche; mhd. pestilenz, M., F., Pestilenz, Pest; lat. pestilentia, F., Seuche, ansteckende Krankheit, Pest, ungesunde Luft, (116-27 v. Chr.); lat. pestis, F., ansteckende Krankheit, Seuche, Pest; Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Pest, Kluge s. u. Pest, DW 13, 1570, EWD s. u. Pest, Duden s. u. Pest, Bluhme s. u. Pest; Son.: vgl. nndl. pest, Sb., Pest; frz. peste, F., Pest; nschw. pest, Sb., Pest; nnorw. pest, M., F., Pest; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (unter Abkürzung) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vor allem bei Ratten verbreitete von dem Bakterium Yersinia pestis ausgelöste ansteckende und epidemisch (beispielsweise zwischen 1346 und 1353 mit etwa 25 Millionen Todesopfern) auftretende und mit hohem Fieber und eiterigen Entzündungen verbundene und oft tödlich verlaufende Krankheit; BM.: Seuche?; F.: Pest+FW(+EW); Z.: Pest
Pestilenz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pestilenz, Pest, schwere Seuche; ne. pestilence; Vw.: -; Hw.: s. Pest; Q.: 1315/1325 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: mhd. pestilencie, pestilenz, sw. F., st. F., st. M., Pestilenz, Pest (F.) (1), Seuche; mnd. pestilencie, pestilenciie, pestilentie, pestilentzie, pestilenci, pestilensi, F., Pestilenz, Pest (F.) (1), Seuche, epidemische Infektionskrankheit, Zeit in der die Pest (F.) (1) oder eine andere Seuche umgeht; lat. pestilentia, F., Seuche, ansteckende Krankheit, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. pestis, F., ansteckende Krankheit, Seuche; weitere Herkunft unklar; L.: EWD s. u. Pest, DW 13, 1573, Duden s. u. Pestilenz; Son.: vgl. frz. pestilence, F., Pestilenz; nnorw. pestilens, M., Pestilenz; GB.: seit 1315/1325 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine vor allem bei Ratten verbreitete von dem Bakterium Yersinia pestis ausgelöste ansteckende und epidemisch (beispielsweise zwischen 1346 und 1353 mit etwa 25 Millionen Todesopfern) auftretende und mit hohem Fieber und eiterigen Entzündungen verbundene und oft tödlich verlaufende Krankheit; BM.: Seuche?; F.: Pestilenz, Pestilenzen+FW; Z.: Pest-il-enz
Petarde, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Petarde, mit Sprengpulver gefülltes Metallgefäß; ne. petard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. pétard; E.: s. mnd. petarde, F., Petarde, Sprengbombe; frz. pétard, M., Petarde, mit Sprengpulver gefülltes Metallgefäß; vgl. frz. péter, V., furzen, knallen; frz. pet, M., Furz, Wind, Blähung; lat. pēditum, N., Furz, Wind; vgl. lat. pēdere, V., furzen, Wind lassen; idg. *pezd-, V., furzen, Pokorny 829 (1426/68) (RB. idg. aus gr., ital., balt., slaw.); vgl. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Petarde, DW 13, 1577, Duden s. u. Petarde; Son.: vgl. nndl. petarde, Sb., Petarde; nschw. petard, Sb., Petarde; poln. petarda, F., Petarde; kymr. petard, M., Petarde; nir. peatard, M., Petarde; lit. petarda, F., Petarde; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in abweichender Bedeutung mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines mit Sprengpulver gefüllten und mit einer Zündschnur versehenen Metallgefäßes; BM.: blasen; F.: Petarde, Petarden+FW(+EW); Z.: Pet-ard-e
Petent, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Petent, Verlangender, eine Eingabe Machender; ne. petitioner; Vw.: s. Re-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mlat. petēns; E.: s. mlat. petēns, (Part. Präs.=)M., Kläger; vgl. lat. petere, V., langen, reichen, zielen, werfen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Petent; Son.: Beamtensprache; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen etwas verlangenden oder eine Eingabe machenden Menschen; BM.: stürzen; F.: Petent, Petenten+FW(+EW); Z.: Pet-ent
Petersilie, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Petersilie, Peterling, Peterle, ein Kraut; ne. parsley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. pētersil, st. M., Petersilie; mhd. pētersilje, pētersilie, pfitersele, federscella, sw. F., Petersilie; mnd. pētersilie, peetersilie, pētersillye, pētercilie, pētercyllye, pettercillige, sw. F., Petersilie, Pferdeeppich?, eine Pflanze; mnd. persele, Sb., Petersilie; mnl. peterselie, petercelle, peterselle, F., M., Petersilie; ahd. petersil, st. M. (a?, i?), Petersilie; as. *petersili?, st. M. (a?, i?)?, sw.? M., Petersilie; lat. petroselīnum, N., Petersilie; gr. πετροσέλινον (petrosélinon), N., Petersilie, Steineppich; vgl. gr. πέτρος (pétros), M., Stein, Felsblock; von einer idg. Wurzel *per-; gr. σέλινον (sélinon), N., Eppich; weitere Herkunft unklar, aus dem Mittelmeerraum; L.: Kluge 1. A. s. u. Petersilie, Kluge s. u. Petersilie, DW 13,1578EWD s. u. Petersilie, EWAhd 6, 1343, Duden s. u. Petersilie; Son.: vgl. ae. petersilie, sw. F. (n), Petersilie; nndl. peterselie, Sb., Petersilie; frz. persil, M., Petersilie; nschw. persilja, Sb., Petersilie; nnorw. persille, M., F., Petersilie; kymr. persli, M., Petersilie; nir. peirsil, F., Petersilie; lit. petražolė, F., Petersilie; GB.: (petersil) seit 9./10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine aus Nordafrika kommende und von Menschen zu dem Würzen und Garnieren von Speisen verwendete und mit dunkelgrünen glatten oder krausen mehrfach gefiederten Blättern und schlanker Pfahlwurzel versehene viel Vitamin C enthaltende kleinere und auch Peterle genannte Pflanze; BM.: Stein, Eppich; F.: Petersilie, Petersilien+FW(+EW); Z.: Pet-er-sil-i-e
Petition, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Petition, Eingabe, Ansuchen; ne. petition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. petītio; E.: s. mhd. peticiōn, st. F., Petition, Ansuchen; mnd. petītiōn, F., Petition, Bittschrift, Gesuch; mnd. petīcie, F., Petition, Bittschrift, Gesuch; lat. petītio, F., Langen, Angriff, Hieb, Stoß, Verlangen, Ansuchen, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. petere, V., langen, reichen, greifen, zielen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Petition, fehlt DW, EWD s. u. Petition, Duden s. u. Petition; Son.: vgl. nndl. petitie, Sb., Petition; frz. pétition, F., Petition; nschw. petition, Sb., Petition; nnorw. petisjon, M., Petition; poln. petycja, F., Petition; lit. peticija, F., Petition; GB.: (peticiōn) seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Eingabe oder ein Ansuchen an eine amtliche Stelle; BM.: stürzen bzw. fliegen; F.: Petition, Petitionen+FW(+EW?); Z.: Pet-it-io-n
Petroleum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Petroleum, Steinöl; ne. petroleum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. petroleum; E.: mnd. petrōlium, N., M., Steinöl, Petroleum; mnd. petrōlie, N., M., Steinöl, Petroleum; mlat. petroleum, petroleon, N., Petroleum, Steinöl, Mineralöl; vgl. gr. πέτρος (pétros), M., F., Fels, Stein; von einer idg. Wurzel *per-; lat. oleum, N., Öl, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: Kluge s. u. Petroleum, DW 13, 1579, EWD s. u. Petroleum, Duden s. u. Petroleum; Son.: vgl. nndl. petroleum, Sb., Petroleum; ne. petrol, N., Benzin; frz. pétrole, M., Petroleum; nschw. petroleum, Sb., Petroleum; nnorw. petroleum, M., Petroleum; kymr. petrol, M., Petroleum, Benzin; nir. peitreal, M., Petroleum, Benzin; GB.: (petrōlium) seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen und Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen teilweise verbindbare und teilweise aus unbekannter mediterraner Quelle aufgenommene Bezeichnung für eine natürlich in der oberen Erdkruste vorkommende und vor allem aus Kohlenwasserstoffen bestehende sowie von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums verwendete farblose brennbare und deswegen in der Gegenwart als umweltschädlich eingeordnete Flüssigkeit (Steinöl); BM.: Stein, Öl; F.: Petroleum, Petroleums+FW; Z.: Petr-ol-e-um
Petschaft, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Petschaft, zu einem Versiegeln von Schriftstücken entwickelten und verwendeten Siegelring, Siegel, Siegelabdruck; ne. seal (N.), signet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1296 (Urkunde); E.: mhd. petschat, betschat, petschaft*, st. N., Petschaft, Handstempel zum Siegeln; mnd. petschaft, petscheft, pitschaft, M., F., N., Petschaft, Stempel zum Versiegeln; aus dem Slawischen, vgl. slowen. pečát, Sb., Siegel, Stempel; oder atschech. pečat, Sb., Siegel; wohl zu ksl. pešti, V., braten; L.: Kluge 1. A. s. u. Petschaft, Kluge s. u. Petschaft, DW 13, 1579, EWD s. u. Petschaft, Duden s. u. Petschaft; GB.: seit 1296 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums zu einem Versiegeln von Schriftstücken entwickelten und verwendeten Stempel; BM.: ?; F.: Petschaft, Petschafts, Petschafte, Petschaften+FW; Z.: Petschaft
Petticoat, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Petticoat, Unterrock; ne. petticoat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. petticoat; E.: s. ne. petticoat, N., Petticoat, kleiner Rock; vgl. me. pety, Adj., klein; frz. petit, Adj., klein; von vulgärlat. *pittitus, Adj., klein; vielleicht aus einem Kinderwort pit-; ne. coat, M., Mantel; afrz. cote, M., Mantel; vielleicht von awfr. *kotta, F., grobes Wollzeug?; L.: Kluge s. u. Petticoat, fehlt DW, EWD s. u. Petticoat, Duden s. u. Petticoat; Son.: vgl. nndl. petticoat, Sb., Petticoat; nschw. petticoat, Sb., Petticoat; GB.: seit 20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise aus dem Mittelenglischen und dem Französischen und dem erschließbaren Vulgärlateinischen sowie teilweise dem erschließbaren Altwestfränkischen gebildete Bezeichnung für einen weiten versteiften Unterrock; BM.: klein, Mantel; F.: Petticoat, Petticoats+FW; Z.: Petti-coat
Petting, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Petting, Liebesspiel; ne. petting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. petting; E.: s. ne. petting, N., Petting; vgl. ne. pet, V., verzärteln, wie ein Haustier behandeln; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Petting, fehlt DW, EWD s. u. Petting, Duden s. u. Petting; Son.: vgl. nndl. petting, Sb., Petting; nschw. petting, Sb., Petting; nnorw. petting, M., F., Petting; poln. petting, M., Petting; lit. petingas, M., Petting; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche gegenseitige sexuelle Stimulierung von Männern und Frauen bei der gegenseitig die Genitalien berührt werden es aber nicht zu einer genitalen Vereinigung kommt; BM.: wie ein Haustier spielerisch behandeln; F.: Petting, Pettings+FW; Z.: Pet-t-ing
Petunie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Petunie, ein Nachtschattengewächs; ne. petunia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. pétunia; E.: s. frz. pétunia, F., Petunie; gebildet zu frz. pétun, M., Tabak; wohl über das Portugiesische aus einer südamerikanischen Indianersprache, von petume; L.: Kluge s. u. Petunie, fehlt DW, EWD s. u. Petunie, Duden s. u. Petunie; Son.: vgl. nndl. petunia, Sb., Petunie; nschw. petunia, Sb., Petunie; nnorw. petunia, M., Petunie; poln. petunia, F., Petunie; kymr. petwnia, M., Petunie; nir. pitiúnia, F., Petunie; lit. petunija, F., Petunie; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl über das Portugiesische aus einer Indianersprache Südamerikas kommende Bezeichnung für eine zu den Nachtschattengewächsen wie Tabak gehörende kleinere Pflanze mit kleberigen weich behaarten Stängeln und Blättern und violetten oder roten oder weißen trichterförmigen Blüten; BM.: Tabak; F.: Petunie, Petunien+FW+EW?; Z.: Petun-i-e
Petz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Petz, Bär; ne. bear (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einer Koseform für Bernhard; germ. *berō- (1), *berōn, *bera-, *beran, sw. M. (n), Brauner, Bär (M.) (1); s. idg. *bʰē̆ros, *bʰerus, Adj., braun, Pokorny 136; s. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); germ. *hardu-, *harduz, Adj., hart, stark, tapfer, rau, rauh; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Petz, DW 13, 1580, Duden s. u. Petz; Son.: meist in der Fügung Meister Petz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus einer abgekürzten Koseform des PN Bernhard gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bären und für braun; BM.: abgekürzter PN; F.: Petz, Petzes, Petze, Petzen+EW; Z.: Petz
Petze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Petze, Hündin; ne. bitch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit ae. bicce, sw. F. (n), Hündin; germ. *bekjō-, *bekjōn, sw. F. (n), Hündin; L.: Kluge 1. A. s. u. Petze, Kluge s. u. Petze, DW 13, 1580 (Petz), EWD s. u. petzen, Duden s. u. Petze; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Zähmung des Wolfes möglichen weiblichen Hund (Hündin); BM.: ?; F.: Petze, Petzen+FW; Z.: Petz-e
petzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. petzen, verraten (V.); ne. snitch (V.), tell tales; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu nd. inpetzen, V., beschuldigen; von lat. impetere, V., auf jemanden losgehen, anfallen, angreifen, attackieren, beschuldigen, (39-65 n. Chr.); lat. in, Präp., Präf., in, innerhalb, an, drin, dran, drauf; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. petere, V., langen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. petzen, DW 13, 1580, EWD s. u. petzen, Duden s. u. petzen, Bluhme s. u. petzen; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte und vielleicht mit lat. impetere und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jemanden verraten (V.); BM.: in?, stürzen?; F.: petzen, petze (!), petzest, petzet, petzete, petzetest, petzeten, petzetet, gepetzt, ##gepetzt, gepetzte, gepetztes, gepetztem, gepetzten, gepetzter##, petzend, ###petzend, petzende, petzendes, petzendem, petzenden, petzender###, petz (!)+FW?+EW?; Z.: petz-en
Pfad, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pfad, schmaler Weg, Fußweg; ne. path (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. pfat, pat, phat, st. M., st. N., Pfad, Weg; mnd. pat (1), pāt, paet, M., Pfad, Weg; mnl. pat, pad, M., Pfad, Spur, Fußweg, Fußspur, schmaler Weg; ahd. pfad, phad, st. M. (i?), st. N. (a); Pfad, Weg; as. -; anfrk. patz, M., Weg; germ. *paþa-, *paþaz, M., Pfad; direkt aus dem idg.?, vielleicht von kelt. *ba-to-, Sb., Durchgang, Gang; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfad, Kluge s. u. Pfad, DW 13, 1582, EWD s. u. Pfad, EWAhd 6, 1346, Duden s. u. Pfad, Bluhme s. u. Pfad; Son.: vgl. afries. path, st. N. (a), Pfad; saterl. pad; ae. pæþ, st. M. (a), F., st. N. (a), Pfad, Spur, Tal; an. -; got. -; nndl. pad, Sb., Pfad; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Keltischen oder dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen schmalen Weg; BM.: Durchgang?; F.: Pfad, Pfades, Pfads, Pfade, Pfaden+FW?+EW?; Z.: Pfa-d
$Pfadfinder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pfadfinder; Q.: um 1911; I.: Lüs. lat. pathfinder; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pfad; GB.: seit um 1911 belegte und nach ne. pathfinder aus Pfad und Finder gebildete Bezeichnung für ein Mitglied der in England 1907 von Lord Robert Baden-Powell gegründeten und 1911 in dem Deutschen Reich übernommenen Jugendlichenorganisation mit derzeit mehr als 50 Millionen Mitgliedern; F.: Pfadfinder, Pfadfinders, Pfadfindern+EW; Z.: Pfa-d—fi-n-d-er
Pfaffe, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Pfaffe, Pfarrer, Geistlicher; ne. parson, priest; Vw.: -; Hw.: s. Papst; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. phaffe, sw. M., Pfaffe, Priester, Geistlicher; mnd. pāpe, pāp, paffe, poppe, sw. M., Pfaffe, Geistlicher, christlicher Geistlicher, Priester; mnl. pape, paep, M., Priester, Pastor; ahd. pfaffo, phaffo, sw. M. (n), Pfaffe, Priester, Geistlicher, Pfarrer; as. papo?, sw. M., Pfaffe; anfrk. pap, M., Geistlicher, Priester; lat. pāpa, M., Vater, Ehrenname, (um 160-220 n. Chr.); gr. παπᾶς (papās), M., Papa, Vater, Bischof; gr. πάππας (páppas), M., Papa, Vater, Bischof; vgl. idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfaffe, Kluge s. u. Pfaffe DW 13, 1584, EWD s. u. Pfaffe, EWAhd 6, 1352, Duden s. u. Pfaffe, Bluhme s. u. Pfaffe; Son.: vgl. afries. pāpa, pāppa, sw. M. (n), Pfaffe, Geistlicher; ae. pāpa, sw. M. (n), Papst; an. pāpa, M., Papst; got. papa, sw. M. (n), Presbyter, Geistlicher; nndl. paap, Sb., Pfaffe; GB.: (pfaffo) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Gründung des Christentums durch Jesus Christus möglichen Geistlichen; BM.: Vater; F.: Pfaffe, Pfaffen+FW; Z.: Pfaff-e
$Pfaffenplatte, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Pfaffenplatte, Glatze eines Pfaffen, Löwenzahn; E.: s. Pfaff(e), s. en (Suff.), s. Platte; L.: Kluge s. u. Pfaffenplatte, DW 13, 1592; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pfaff(e) und en (Suff.) sowie Platte gebildete Bezeichnung für eine Platte (Glatze) eines Pfaffen und einen sachlich schon vormenschlich möglichen Löwenzahn; F.: Pfaffenplatte, Pfaffenplatten+FW(+EW); Z.: Pfaff-en—pla-t-t-e
$Pfaffenröhrlein, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Pfaffenröhrlein; E.: s. Pfaff(e), s. en (Suff.), s. Röhrlein; L.: Kluge s. u. Pfaffenplatte; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pfaff(e) und en (Suff.) sowie Röhrlein gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Löwenzahn; F.: Pfaffenröhrlein, Pfaffenröhrleins+FW+EW; Z.: Pfaff-en—öhr-lein
$Pfaffenstiel, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Pfaffenstiel, hohler Stiel des Löwenzahns; E.: s. Pfaff(e), s. en (Suff.), s. Stiel; L.: Kluge s. u. Pfaffenplatte; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pfaff(e) und en (Suff.) sowie Röhrlein gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen hohlen Stiel eines Löwenzahns; F.: Pfaffenstiel, Pfaffenstieles, Pfaffenstiels, Pfaffenstiele, Pfaffenstielen+FW+EW; Z.: Pfaff-en—stiel
Pfahl, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Pfahl, Pfosten, zugespitztes Holzstück; ne. pole (N.), stake (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pall; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. phāl, st. M., Pfahl; mnd. pāl (1), pael, pahl, paal, pall, pōl, M., Pfahl, zugespitzter Pflock, langes zylindrisches oder kantiges Holzstück, lange Metallstange; mnl. pael, pale, M., F., N., Pfahl, Grenze, Territorium, Grenze; ahd. pfāl, phāl, st. M. (a?, i?), Pfahl, Pflock; as. pāl, st. M., Pfahl; anfrk. -; germ. *pal-, Sb., Pfahl; lat. pālus, M., Pfahl, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfahl, Kluge s. u. Pfahl, DW 13, 1597, EWD s. u. Pfahl, EWAhd 6, 1356, Duden s. u. Pfahl, Bluhme s. u. Pfahl; Son.: vgl. afries. pāl, pēl (1), st. M. (a), Pfahl; nnordfries. pul, pil; ae. pǣl, pāl (1), st. M. (a), Stange, Pfahl, Pfosten; an. pāll, st. M. (a), Spaten, Hacke (F.) (2); got. -; nndl. paal, Sb., Pfahl; frz. pal, M., Pfahl; nschw. påle, Sb., Pfahl; nnorw. påle, M., Pfahl; poln. pal, M., Pfahl; kymr. polyn, M., Pfahl; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langes und rundes oder kantiges zugespitztes Holzstück als Bauteil; BM.: festmachen; F.: Pfahl, Pfahles, Pfahls, Pfähle, Pfählen+FW(+EW); Z.: Pfahl
$Pfahlbürger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pfahlbürger, Ausbürger; E.: s. Pfahl, s. Bürger; L.: Kluge s. u. Pfahlbürger, DW 13, 1598, EWD s. u. Pfahl; GB.: (pfalburgære*) seit 1292 belegte und aus Pfahl und Bürger gebildete Bezeichnung für einen außerhalb der Stadtmauer zwischen den Pfählen lebenden Bürger einer Stadt; F.: Pfahlbürger, Pfahlbürgers, Pfahlbürgern+FW+EW; Z.: Pfahl—bür-g-er
Pfalz, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pfalz, Palast, Burg; ne. palace, palatinate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. phalenze, st. F., Pfalz, Wohnung eines geistlichen oder weltlichen Fürsten; mnd. palanze, palenze, palanzie, pelenze, pelentze, palz, paltz, F., Saal, Speisesaal (im Kloster), Gerichtsstätte des Königs, Gerichtshof, Gerichtsversammlung, Gebiet des Pfalzgrafen bei Rhein, Pfalz, Kurpfalz; mnl. paland, palant, F., Pfalz; ahd. pfaliz, phaliz, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Pfalz; ahd. pfalinza, pfalanza*, falenza*, phalinza, st. F. (ō), Pfalz, Palast, Residenz, Hof, Haus, Tempel, Praetorium; as. palencea*, palenzea*, st. F. (ō), Pfalz; germ. *palat-, Sb., Palatin, Pfalz, Burg; s. lat. palātium, N., Palast, Kaiserschloss; s. lat. Palātīnus, M.=ON, Palatinus; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von palātum, EWAhd 6, 1283; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfalz, Kluge s. u. Pfalz, DW 13, 1602, EWD s. u. Pfalz, 6, 1358, Duden s. u. Pfalz, Bluhme s. u. Pfalz; Son.: vgl. afries. palense, F., Pfalz; ae. pālant, pālent, st. M. (a)?, Pfalz, Palast; nndl. palts, Sb., Pfalz; frz. palatinat, F., Pfalz; nschw. pfalz, Sb., Pfalz; poln. pałac, M., Pfalz; lit. pfalcas, M., Pfalz; GB.: (pfalinza) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit lat. Palatinus und vielleicht lat. palatum verbindbare Bezeichnung für die dem deutschen König bzw. Kaiser jeweils auf Zeit als Aufenthaltsort dienende Burg (Palast); BM.: ON als Standort des Kaiserpalastes; F.: Pfalz, Pfalzen+FW(+EW); Z.: Pfalz
Pfand, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Pfand, Versatzstück, Pfandsache; ne. pawn, pledge (N.); Vw.: Unter-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. phant, st. N., Pfand, Unterpfand, Bürgschaft; mnd. pant (1), pan, pande, N., M., Pfand, Pfand als Sicherheit für Darlehen, Einsatz bei einer Wette; mnl. pant, M., Sicherheit, Pfand; ahd. pfant, phant, st. N. (a), Pfand, Unterpfand; as. pand*, pant, st. N. (a), Pfand; anfrk. pant, Sb., Pfand, Kaution; germ. *pant-, Sb., Pfand; s. lat. pannus?, M., Lappen; s. lat. pondus?, M., Gewicht, Gleichgewicht; vgl. lat. pendere, V., wägen, schätzen, zahlen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfand, Kluge s. u. Pfand, DW 13, 1603, EWD s. u. Pfand, EWAhd 6, 1366, Duden s. u. Pfand, Bluhme s. u. Pfand; Son.: vgl. afries. pand, pond, st. N. (a), Pfand; an. pantr, st. M. (a), Pfand; nndl. pand, Sb., Pfand; nschw. pant, Sb., Pfand; nnorw. pant, N., Pfand; GB.: (pfant) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen als Sicherheitsleistung für einen Anspruch gegebenen Gegenstand; BM.: wägen bzw. ziehen; F.: Pfand, Pfandes, Pfands, Pfande, Pfanden, Pfänder, Pfändern+FW(+EW); Z.: Pfan-d
$pfänden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. pfänden, Pfand nehmen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Pfand, DW 13, 1609, EWD s. u. Pfand; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Pfand und en (Suff.) vielleicht nach lat. pignerare gebildete Bezeichnung für Pfand nehmen (und Pfand geben); F.: pfänden, pfände, pfändest, pfändet, pfändete, pfändetest, pfändeten, pfändetet, gepfändet, ##gepfändet, gepfändete, gepfändetes, gepfändetem, gepfändeten, gepfändeter##, pfändend, ###pfändend, pfändende, pfändendes, pfändendem, pfändenden, pfändender###, pfänd (!)+FW(+EW); Z.: pfän-d-en
$Pfändung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Pfändung; E.: s. pfänd(en), s. ung; L.: DW 13, 1613, EWD s. u. Pfand; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus pfänd(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Beschlagnahme (oder Gabe) eines Gegenstands zu einer Sicherung eines Anspruchs; F.: Pfändung, Pfändungen+FW+EW; Z.: Pfän-d-ung
Pfanne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pfanne, Bratpfanne, Tiegel; ne. pan (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. phanne, sw. F., st. F., Pfanne; mnd. panne, pan, pannen, F., Pfanne, flaches metallenes Gefäß über einer Feuerstelle; mnl. panne, F., Pfanne, Röstpfanne; ahd. pfanna (1), phanna, sw. F. (n), Pfanne, Platte, Röstpfanne, Ofenplatte; as. panna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Pfanne; anfrk. -; germ. *panna, F., Pfanne; lat. panna, F., Pfanne, (1. Jh. n. Chr.); vgl. idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfanne, Kluge s. u. Pfanne, DW 13, 1614, EWD s. u. Pfanne, EWAhd 6, 1363, Duden s. u. Pfanne, Bluhme s. u. Pfanne; Son.: vgl. afries. panne, ponne, sw. F. (n), Pfanne, Schale (F.) (2); ae. panne, sw. F. (n), Pfanne; an. panna, sw. F. (n), Pfanne; nndl. pan, Sb., Pfanne; nschw. panna, Sb., Pfanne; nnorw. panne, M., F., Pfanne; nir. panna, M., Pfanne; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Nutzung von Metall und der Beherrschung des Feuers mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes flaches zu dem Braten (N.) oder Backen (N.) von Speisen auf einer Feuerstelle verwendetes Gefäß; BM.: ausbreiten; F.: Pfanne, Pfannen+FW(+EW); Z.: Pfann-e
$Pfannkuchen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Pfannkuchen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. Pfann(e), s. Kuchen; L.: EWD s. u. Pfanne, DW 13,1616; GB.: seit Anfang 9. Jh. (pfankuohho*) belegte und aus Pfann(e) und Kuchen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus Mehl und Milch sowie Ei entwickelte und in einer Pfanne gebackene oder gebratene Speise; F.: Pfannkuchen, Pfannkuchens+FW+EW; Z.: Pfann—kuch-en
Pfarre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pfarre, Pfarrei, Pfarrsprengel, Gemeinde eines Pfarrers; ne. parish; Vw.: -; Hw.: s. Pfarrer; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pharre, st. F., sw. F., Pfarre, Pfarrkirche; mnd. parre (1), pāre, par, pār, paͤr, perre, F., Pfarre, Pfarrei, Pfarrkirche, Amt des Pfarrers; mnl. parre, F., Pfarre, Pfarrei, Pfarrkirche; ahd. pfarra*, pharra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Pfarre, Sprengel, Parochie; lat. paroecia, F., Parochie, Pfarre, Sprengel, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. παροικία (paroikía), F., Nachbarschaft, Gemeinde; vgl. gr. πάροικος (pároikos), M., Nachbar; vgl. gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. οῖκος (oikos), F., Haus; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *u̯eik̑-, u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfarre, Kluge s. u. Pfarre, DW 13, 1619, EWD s. u. Pfarre, EWAhd 6, 1375, Duden s. u. Pfarre, Bluhme s. u. Pfarre; Son.: vgl. nndl. parochie, Sb., Pfarre; frz. paroisse, F., Pfarre; GB.: (pfarra) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den seit Entwicklung des Christentums in den Hochkulturen des Altertums allmählich gebildeten Amtsbezirk eines Pfarrers (Pfarrsprengel); BM.: vorwärts, Haus; F.: Pfarre, Pfarren+FW(+EW); Z.: Pfar-r-e
$Pfarrei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pfarrei, Pfarre, Pfarrsprengel; E.: s. Pfarr(e). s. ei (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfarre, EWD s. u. Pfarre, DW 13, 1621; GB.: seit 17. Jh. oberdeutsch belegte und nach Propstei und Kaplanei aus Pfarr(e) und ei gebildete Bezeichnung für den seit Entwicklung des Christentums in den Hochkulturen des Altertums allmählich gebildeten Amtsbezirk eines Pfarrers; F.: Pfarrei, Pfarreien+FW(+EW); Z.: Pfar-r-ei
Pfarrer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pfarrer, mit der Seelsorge in einer Pfarre beauftragter Geistlicher; ne. parson; Vw.: -; Hw.: s. Pfarre; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfarrære, pfarrer, pferrer, pharrære, pharrer, st. M., Pfarrer; mnd. parrære*, parrer, perrer, perrere, pherrer, parre, perre, M., Pfarrer; mnl. parhere, M., Pfarrer, Pfarrherr; ?ahd. pfarrāri*, pharrāri, st. M. (ja), Pfarrer; mlat. paroeciānus, parochiānus, M., Pfarrer; vgl. lat. paroecia, F., Parochie; gr. παροικία (pariokía), F., Nachbarschaft, Gemeinde; vgl. gr. πάροικος (pároikos), M., Nachbar; vgl. gr. παρά, Präp., bei, neben; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. οῖκος (oikos), F., Haus; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfarre, Kluge s. u. Pfarre, DW 13, 1621, EWD s. u. Pfarre, EWAhd 6, 1377, Duden s. u. Pfarrer; GB.: (pfarrære) seit 12. Jh. belegte und nach dem Mittellateinischen aus Pfarr(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums in dem Christentum entwickelten einer christlichen Gemeinde vorstehenden Geistlichen; BM.: vorwärts, Haus; F.: Pfarrer, Pfarrers, Pfarrern+FW(+EW); Z.: Pfar-r-er
Pfau, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Pfau, ein Vogel; ne. peacock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. phāwe, sw. M., Pfau; mnd. pāwe, pauwe, pāw, M., Fasanenvogel, Pfau, Nachbildung eines Pfaues als Teil eines Schmuckstücks; mnl. pau, M., Pfau; ahd. pfāwo*, phāwo*, pfāho*, phāho, phāo, sw. M. (n), Pfau; as. pāo, sw. M. (n), Pfau; anfrk. -; germ. paw-, M., Pfau; lat. pāvo, M., Pfau, (116-27 v. Chr.); Entlehnung aus dem Osten; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfau, Kluge s. u. Pfau, EWD s. u. Pfau, DW 13, 1626, EWAhd 6, 1370, Duden s. u. Pfau, Bluhme s. u. Pfau; Son.: vgl. afries. -; ae. péa, sw. M. (n), Pfau; ae. pāwa, sw. M. (n), Pfau; an. pāi, M., Pfau; got. -; nndl. pauw, Sb., Pfau; frz. paon, M., Pfau; nschw. påfågel, Sb., Pfau; nnorw. påfugl, M., Pfau; poln. paw, M., Pfau; kymr. paun, M., Pfau; lit. povas, M., Pfau; GB.: (pfāwo) vielleicht seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen aus Indien kommenden großen auf dem Boden lebenden und vielleicht seit etwa 145 Millionen Jahren entwickelten Hühnervogel bei dem das männliche Tier lange von großen schillernden augenähnlichen Flecken gezierte zu einem Rad aufrichtbare Schwanzfedern hat; BM.: ?; F.: Pfau, Pfaus, Pfaues, Pfaue, Pfauen+FW; Z.: Pfau
pfauchen, nhd., sw. V.: nhd. pfauchen; Vw.: s. fauchen
$Pfausback, nhd. (ält.), st. M., (16. Jh.?): nhd. Pfausback; Hw.: s. Pausbacke; L.: Kluge s. u. Pfausback, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pfaus und Back(e) gebildete Bezeichnung für Pausbacke; F.: Pfausback, Pfausbacken+EW; Z.: Pfaus—back
Pfebe, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Pfebe, ein Kürbis; ne. pumpkin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mnd. pfēbe, F., Pfebe, große Frucht melonenartiger oder kürbisartiger Gewächse; mhd. pfedeme, F., M., Melone, Kürbis; ahd. pedemo*, pfedemo, sw. M. (n), Pfebe, Melone, Kürbis; ahd. pepano*, bebano*, sw. M. (n), Pfebe, Kürbis, Melone; lat. pepo, M., große Melonenart, Pfebe; gr. πέπων (pépōn), M., F., Melone?; gr. πέπων (pépōn), Adj., reif; vgl. idg. pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfebe, Kluge s. u. Pfebe, DW 13, 1633, EWAhd 1, 506, EWAhd 6, 1384; Son.: vgl. nndl. pompoen, Sb., Pfebe?; frz. pépon, M., Pfebe?; GB.: (pepano) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Kürbis; BM.: kochen; F.: Pfebe, Pfeben+FW(+EW?); Z.: Pfeb-e
Pfeffer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pfeffer, Pfefferstrauch, ein Gewürz; ne. pepper (M.); Vw.: -; Hw.: s. Pep, Peperoni; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. pfëffer, st. M., st. N., Pfeffer; mnd. pēper, pepper, pfeffer, pipper, pöpper, M., Pfeffer, Pfefferpflanze, stark gewürzte Brühe, Ragout, Doldenblütler, Bärwurz; mnl. peper, M., Pfeffer; ahd. pfeffar*, pheffar*, pfeffur*, pheffur*, st. M. (a)?, Pfeffer, Schwarzer Pfeffer; as. *piperi?, st. M. (ja), Pfeffer; anfrk. -; germ. *piper, M., Pfeffer; lat. piper, N., Pfeffer, (116-27 v. Chr.); gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, pippalī́, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeffer, Kluge s. u. Pfeffer, DW 13, 1633, EWD s. u. Pfeffer, EWAhd 6, 1386, Duden s. u. Pfeffer, Bluhme s. u. Pfeffer; Son.: vgl. afries. piper, st. M. (a?), Pfeffer; ae. pipor, M., Pfeffer; an. pipari, piparr, M., Pfeffer; got. -; nndl. peper, Sb., Pfeffer; frz. poivre, M., Pfeffer; nschw. peppar, Sb., Pfeffer; nnorw. pepper, M., Pfeffer; poln. pieprz, M., Pfeffer; kymr. pupur, M., Pfeffer; nir. piobar, M., Pfeffer; lit. pipirai, M. Pl., Pfeffer; GB.: (pfeffar) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altindischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus Indien kommende vielleicht schon vormenschliche Pflanze deren Früchte der Mensch als scharfes Gewürz verwendet; BM.: schwellen; F.: Pfeffer, Pfeffers, Pfeffern+FW+EW?; Z.: Pfeff-er
$Pfefferkuchen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pfefferkuchen; E.: s. Pfeffer, s. Kuchen; L.: DW 13, 1637, EWD s. u. Pfeffer; GB.: seit 1470 belegte und aus Pfeffer und Kuchen gebildete Bezeichnung für einen mit unterschiedlichen Gewürzen (Pfeffer) versehenen Kuchen; F.: Pfefferkuchen, Pfefferkuchens+FW+EW; Z.: Pfeff-er—kuch-en
$Pfefferminze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pfefferminze; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeffer (in der Form Pfeffermünz), Kluge s. u. Pfefferminze, fehlt DW, EWD s. u. Minze; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. menta piperita aus Pfeffer und Minze gebildete Bezeichnung für eine an dem Ende des 18. Jh. in dem Heilgen Römischen Reich in Deutschland eingeführte kleinere stark mentholhaltige Pflanze; F.: Pfefferminze, Pfefferminzen+FW+EW; Z.: Pfeff-er—minz-e
$pfeffern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pfeffern, mit Pfeffer würzen, werfen, schleudern; E.: s. Pfeffer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Pfeffer, fehlt DW, EWD s. u. Pfeffer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pfeffer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Pfeffer würzen oder (übertragen) (Adj.) werfen oder schleudern; F.: pfeffern, pfeffere, pfeffer (!), pfefferst, pfeffert, pfefferte, pfeffertest, pfefferten, pfeffertet, gepfeffert, ##gepfeffert, gepfefferte, gepfeffertes, gepfeffertem, gepfefferten, gepfefferter##, pfeffernd, ###pfeffernd, pfefferndes, pfefferndem, pfeffernden, pfeffernder###, pfeffer (!)+FW+EW; Z.: pfeff-er-n
Pfeidler, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Pfeidler, Hemdenmacher, Hemdenhändler; ne. shirtmaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: zu mhd. pheit, st. N., st. F., Hemd; ahd. pfeit*, pheit*, st. F. (i), Hemd, Überwurf, Schlitzüberwurf; germ. *paidō, st. F. (ō), Rock, Hemd; s. skyth.-gr. baite; nach Lidell/Scott thrakisch; idg. *baitā, F., Ziegenfell, Rock, Pokorny 92 (143/4) (RB. idg. aus phryg./dak., ill.?); L.: Kluge s. u. Pfeidler, DW 13, 1641, EWAhd 6, 1391, Falk/Torp 217, Duden s. u. Pfeidler; Son.: vgl. ne. pedlar, M., Hausierer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus einem von dem Mittelhochdeutschen bis zu dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verfolgbaren Pfeid (Hemd) und (e)l (Suff.), sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Verfertiger von Hemden oder Hemdenmacher; BM.: Ziegenfell bzw. Rock; F.: Pfeidler, Pfeidlers, Pfeidlern+FW?+EW?; Z.: Pfeid-l-er
Pfeife, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pfeife, ein Blasinstrument; ne. pipe (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pippe; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. phife, sw. F., st. F., Pfeife, Blasinstrument; mnd. pīpe (1), pfiffe, pippe, pibe, F., Pfeife, Röhre, Rohr, zylindrischer Hohlkörper, Blasinstrument, Signalpfeife; mnl. pipe, F., Pfeife, Rohr, Flöte; ahd. pfīfa*, phīfa, sw. F. (n), Pfeife, Flöte, Hirtenpfeife; as. pīpa*, sw. F. (n), Pfeife, Röhre; anfrk. pīpe, F., Flöte, Pfeife; germ. *pīpa, F., Pfeife; lat. pīpa, F., Pfeife, Röhre, Schalmei; vgl. lat. pīpāre, V., pfeifen; vgl. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeife, Kluge s. u. Pfeife, DW 13, 1641, EWD s. u. Pfeife, EWAhd 6, 1415, Duden s. u. Pfeife; Son.: vgl. afries. pīpe, sw. F. (n), Pfeife, Armröhre; ae. pīpe, sw. F. (n), Pfeife, Röhre, Kanal; an. pīpa, F., Röhre, Pfeife; nndl. pijp, Sb., Pfeife; frz. pipe, F., Pfeife; nschw. pipa, Sb., Pfeife; nnorw. pipe, M., F., Pfeife; kymr. pib, F., Pfeife; nir. píb, F., Pfeife; lit. pypkė, F., Pfeife zum Rauchen; GB.: seit 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes der Flöte ähnliches einfaches kleines aus einer Röhre mit Mundstück (und Grifflöchern) bestehendes Blasinstrument; BM.: piepen; F.: Pfeife, Pfeifen+FW+EW?; Z.: Pfeif-e; Z.: Pfeif-e
pfeifen, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. pfeifen, Pfeife blasen; ne. pipe (V.), whistle (V.); Vw.: -; Hw.: s. piepen; E.: s. mhd. pfīfen (1), phīfen, st. V., sw. V., blasen, pfeifen, auf der Pfeife spielen, vorpfeifen; mnd. pīpen (1), st. V., sw. V., piepen, pfeifen, musizieren, Blasinstrument spielen, Flöte bzw. Pfeife blasen; mnl. pipen, pijpen, sw. V., pfeifen; ahd. pfīfan, st. V., pfeifen; ahd. pfīfōn*, phīfōn*, sw. V. (2), pfeifen; lat. pīpāre, V., pfeifen., (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeife, Kluge s. u. pfeifen, DW 13, 1645, EWD s. u. pfeifen, EWAhd 6, 1420, Duden s. u. pfeifen, Bluhme s. u. pfeifen; Son.: vgl. nndl. pijpen, V., pfeifen; nschw. pipa, V., pfeifen; nnorw. pipe, V., pfeifen; kymr. pipian, V., pfeifen; GB.: vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (oder Entwicklung von Sprache) mögliches mit dem gespitzten Mund durch Ausstoßen und Einziehen von Atemluft einen Pfeifton hervorbringen oder Pfeife blasen; BM.: piepen; F.: pfeifen (!), pfeife (!), pfeifst, pfeift, pfeifest, pfeifet, pfiff, pfiffst, pfiffen, pfifft, pfiffest, pfiffet, gepfiffen, ##gepfiffen, gepfiffene, gepfiffenes, gepfiffenem, gepfiffenen, gepfiffener##, pfeifend, ###pfeifend, pfeifende, pfeifendes, pfeifendem, pfeifenden, pfeifender###, pfeif (!)+FW+EW; Z.: pfeif-en
Pfeil, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pfeil, Pfeilgeschoss; ne. arrow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. phīl, st. M., Pfeil; mnd. pīl (1), piil, phil, piell, pīle, M., Pfeil, Pfeilspitze, zugespitzter Stab, größeres Wurfgeschoss, Wurfspieß; mnl. pijl, pile, M., Pfeil; ahd. pfīl, phīl, st. M. (a?, i?), Pfeil, Wurfspieß, Lanze, Geschoss?; as. *pīl?, st. M. (a?, i?); anfrk. Pīl, PN, ein Beiname; germ. *pīl-, Sb., Pfeil, Spieß; lat. pīlum, N., Wurfspieß, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. (*peis-) (1)?, pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeil, Kluge s. u. Pfeil, DW 13, 1655, EWD s. u. Pfeil, EWAhd 6, 1421, Duden s. u. Pfeil, Bluhme s. u. Pfeil; Son.: vgl. afries. pīl, st. M. (a), Pfeil; ae. pīl, st. M. (a), Spitze, Nagel, Schaft, Pfeil, Wurfspieß; an. pīla, sw. F. (n), Pfeil; got. -; nndl. pijl, Sb., Pfeil; ne. pile, N., Pfahl; nschw. pil, Sb., Pfeil; nnorw. pil, M., F., Pfeil; GB.: (pfīl) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes meist aus einem langen dünnen Schaft und einer daran befestigten Spitze bestehendes Geschoss (Pfeilgeschoss); BM.: zerstampfen bzw. zermalmen; F.: Pfeil, Pfeiles, Pfeils, Pfeile, Pfeilen+FW; Z.: Pfeil
Pfeiler, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Pfeiler, massive Stütze; ne. pillar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. phīlære, st. M., Pfeiler; mnd. pīlere*, pīler, piiler, pyler, pīleree, pīlre, M., Pfeiler, Stützkonstruktion für Bauwerke bzw. Mauern, Säule, Wegweiser, Podest; mnl. pilare, pilāre, pīler, pīlere, M., N., Pfeiler, Säule; ahd. pfīlāri, phīlāri, st. M. (ja), Pfeiler, Ständer; as. pīliri, st. M. (ja), Pfeiler, Gitter; anfrk. -; germ. *pīlare, M., Pfeiler; spätlat. pīlāre (N.)?, Pfeiler; s. lat. pīla, F., Pfeiler; vgl. lat. pangere, V., befestigen, einschlagen, schriftlich verfassen; idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfeiler, Kluge s. u. Pfeiler, DW 13, 1659, EWD s. u. Pfeiler, EWAhd 6, 1424, Duden s. u. Pfeiler, Bluhme s. u. Pfeiler; Son.: vgl. afries. pīler, M., Pfeiler; ae. -; an. pilārr, M:, Säule, Pfeiler; got. -; nndl. pilaar, pijler, Sb., Pfeiler; frz. pilier, M., Pfeiler; nschw. pelare, Sb., Pfeiler; nnorw. pilar, M., Pfeiler; poln. filar, M., Pfeiler; kymr. piler, M., Pfeiler; nir. piléar, M., Pfeiler; lit. piliorius, M., Pfeiler; GB.: vielleicht seit dem 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Spätlateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach der Sesshaftwerdung seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete senkrechte massive Stütze mit meist eckigem Querschnitt zu einem Tragen von Teilen eines größeren Bauwerks; BM.: festmachen; F.: Pfeiler, Pfeilers, Pfeilern+FW; Z.: Pfei-l-er
Pfennig, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pfennig, eine Währungseinheit; ne. penny, pfennig; Vw.: -; Hw.: s. Penunze; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. pfenninc, pfennic, phenninc, penninc, pennic, phennic, st. M., Pfennig, Silberpfennig, Geld, Münze, Bargeld, Geldforderung; mnd. penninc, pennink, penning, penningk, penninch, pennigh, M., Währungsmünze, Währungseinheit, kleine geprägte Metallscheibe, gemünztes Geld, Geldstück; mnl. penninc, peninc, pennic, penning, pennengh, M., Pfennig, Münzstück, Geld; ahd. pfending*, phending*, pfenning*, st. M. (a), Pfennig, Denar, Münze; as. pėnning*, pėning, pinning*, st. M. (a), Pfennig; anfrk. pennink, M., Pfennig, Münze; wgerm. *panninga-, EWAhd 6, 1397; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht Anlehnung an germ. *pand-, *pant-?, Sb., Pfand?; s. lat. pannus?, pondus?, M., Gewicht (N.) (1); vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfennig, Kluge s. u. Pfennig, DW 13, 1665, EWD s. u. Pfennig, EWAhd 6, 1397, Duden s. u. Pfennig, Bluhme s. u. Pfennig; Son.: vgl. afries. panning, penning, pannig, ponnig, st. M. (a), Pfennig; ae. pæneg, pæning, pėnding, pėnig, st. M. (a), Pfennig, Denar, Münze, Geld; an. pengr, penningr, st. M. (a), kleine Münze; got. -; nndl. pfennig, Sb., Pfennig; frz. pfennig, M., Pfennig; nschw. pfennig, Sb., Pfennig; nnorw. pfennig, M., Pfennig; poln. fenig, M., Pfennig; kymr. pfennig, M., F., Pfennig; GB.: (pfending) seit um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bis zu der Einführung des Euros in Deutschland (2002) verwendete (kleinere) Währungseinheit; BM.: abwägen bzw. ziehen; F.: Pfennig, Pfennigs, Pfennige, Pfennigen+FW?+EW?; Z.: Pfen-n-ig
$Pfennigfuchser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pfennigfuchser, Geizhals, Knauser; E.: s. Pfennig, s. Fuchser; L.: Kluge s. u. Pfennigfuchser, DW 13, 1668; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pfennig und Fuchser gebildete Bezeichnung für einen mit dem Pfennig sehr sparsam umgehenden Menschen oder einen Geizhals oder einen Knauser; F.: Pfennigfuchser, Pfennigfuchsers, Pfennigfuchsern+FW?+EW; Z.: Pfen-n-ig—fuchs-er
Pferch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Pferch, Umzäunung, enger Raum, eingepferchte Herde; ne. enclosure, pen (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pferrich, pherrich, M., Einfriedung; mnd. perk, park, N.?, M., abgegrenzter Platz, abgegrenztes Gebiet, abgepferchter Platz, Kampfplatz; mnl. parc, perc, parric, perric, N., abgegrenzter Raum, Umzäunung, Lager, Garten; ahd. pfarrih*, pharrih*, pferrih*, st. M. (a?, i?), Pferch, Gehege, Hürde; as. -; anfrk. parik, perk, ON; germ. *parrik-, Sb., Pferch, Gehege; s. mlat. parricus, M., Einfriedung; vgl. iberisch *parra, Sb., Spalier, Kluge s. u. Pferch; oder von einem kelt. *barro-, Spitze, Gipfel, EWAhd 6, 1378; idg. *bʰares-, *bʰores-, *bʰars-, Sb., Emporstehendes, Spitze, Borste, Pokorny 109; vgl. idg. *bʰar-, bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pferch, Kluge s. u. Pferch, DW 13, 1673, EWD s. u. Pferch, EWAhd 6, 1378, Duden s. u. Pferch, Bluhme s. u. Pferch; Son.: vgl. afries. -; ae. pearroc, st. M. (a), Pferch, Hürde, Einschließung, Einfriedung, eingezäuntes Land; an. parrak, st. N. (a), Not, Beklemmung; got. -; ne. park, N., Park; frz. parc, M., Park; GB.: (pfarrih) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und vielleicht mit dem Iberischen oder Keltischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Hürden oder Zäunen oder sonstigen Begrenzungen eingeschlossene Fläche auf der Vieh für die Nacht während der Ruhe des Hirten zusammengetrieben und festgehalten wird; BM.: Hervorstehendes; F.: Pferch, Pferches, Pferchs, Pferche, Pferchen (!)+FW(+EW?); Z.: Pfer-ch
$pferchen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pferchen. zusammendrängen und festhalten; Vw.: s. ein-, zusammen-; E.: s. Pferch, s. en; L.: Kluge s. u. Pferch, DW 13, 1654, EWD s. u. Pferch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pferch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes zusammendrängen und festhalten; F.: pferchen (!), pferche (!), pferchst, pfercht, pferchest, pferchet, pferchte, pferchtest, pferchten, pferchtet, gepfercht, ##gepfercht, gepferchte, gepferchtes, gepferchtem, gepferchten, gepferchter##, pferchend, ###pferchend, pferchende, pferchendes, pferchendem, pferchenden, pferchender###, pferch (!)+FW+EW; Z.: pfer-ch-en
Pferd, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Pferd, Gaul, Ross; ne. horse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfert, pferit, phert, pert, parit, pferfrit, pferift, st. N., Pferd, Kurierpferd; mnd. pērt (1), peert, pherd, perht, peret, perit, port, N., M., Pferd, Hengst, Wallach, abgezogenes Fell des Pferdes (metonymisch), Großwild; mnl. pert, part, paert, N., Pferd, Kurierpferd, domestiziertes Pferd; ahd. pfarifrit*, pharifrit*, pferit*, st. N. (a), Pferd, Kurierpferd; as. parafreth, Pferd, st. N.?, Pferd; anfrk. -; germ. *parafrid-, Sb., Pferd, Ross; lat. paraverēdus, M., Beipferd, Nebenpferd, Extrapferd, Postpferd, (um 485-um 580 n. Chr.); gr. παρά, Präp., bei, neben; idg. *perā̆, Adv., Präp., vor, vorher, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. verēdus, M., Pferd; aus dem Keltischen; idg. *reidʰo-, Sb., Reiten, Pokorny 861; vgl. idg. reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861 (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pferd, Kluge s. u. Pferd, DW 13, 1675, EWD s. u. Pferd, EWAhd 6, 1373, Duden s. u. Pferd, Bluhme s. u. Pferd; Son.: vgl. afries. perd, N., Pferd; ae. -; an. -; got. -; nndl. paard, Sb., Pferd; ne. palfrey, N., Zelter; frz. palefroi, M., Zelter; kymr. gorwdd, Sb., Pferd; kymr. palffrai, M., Zelter; GB.: (pfarifrit) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein vor rund 60 Millionen Jahren entstandenes von Menschen als Reittier oder Zugtier gehaltenes hochbeiniges Säugetier mit Hufen und meist glattem kurzem Fell und länglichem großem Kopf und einer Mähne und langhaarigem Schwanz; BM.: vorwärts, sich bewegen; F.: Pferd, Pferdes, Pferds, Pferde, Pferden+FW(+EW?); Z.: P-fe-rd
$Pferdekur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pferdekur; Hw.: s. Rosskur; E.: s. Pferd, s. e, s. Kur; L.: DW 13, 1687, EWD s. u. Kur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pferd und e sowie Kur gebildete Bezeichnung für eine Behandlung eines Pferdes durch einen Arzt; F.: Pferdekur, Pferdekuren+FW+EW; Z.: P-fe-rd-e—kur
$Pferdestärke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pferdestärke; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Pferd, s. e, s. Stärke; I.: Lüs. ne. horse-power; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pferd; Son.: abgekürzt PS; GB.: seit 19. Jh. belegte und (ungefähr) nach ne. horse-power (James Watt 1783) gebildete Bezeichnung für die Stärke oder Kraft eines Pferdes das in einer Sekunde 75 Kilogramm einen Meter ziehen kann; F.: Pferdestärke, Pferdestärken+FW+EW; Z.: P-fe-rd-e—stär-k-e
Pfette, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pfette, Längsbalken in einem Dachstuhl; ne. purlin, stringer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. pfette, F., Pfette; lat. patena, F., Krippe, Firstbaum; gr. φάτνη (phátnē), F., Krippe; vgl. idg. *bʰendʰ-, V., binden, Pokorny 127 (210/43) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pfette, DW 13, 1694, Duden s. u. Pfette; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich nach der Sesshaftwerdung und dem Hausbau möglichen Längsbalken in einem Dachstuhl; BM.: binden; F.: Pfette, Pfetten+FW(+EW); Z.: Pfet-t-e
Pfetter, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Pfetter, Pate, Taufpate, Taufkind; ne. godfather; Vw.: -; Hw.: s. Pate; Q.: Mitte 12. Jh. (Summarium Heinrici); E.: mhd. pfetter*, phetter, st. M., Pfetter, Taufpate, Taufkind; mhd. pfetterin*, pfeterin*, pheterin, st. M., Pate; mnd. petter, peter, M., Gevatter, Taufpate, Taufkind?; mnl. peter, M., Taufpate; ahd.? pfetiro*, phetiro*, sw. M. (n), Pate; as. peterīn, st. M. (a), Taufpate; lat. patrīnus?, M., Pate?; vgl. lat. pater, M., Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pfetter, DW 13, 1694; GB.: seit Mitte 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach dem Christentum bei der Taufe eines Kindes als Zeuge anwesenden und für die christliche Erziehung des Kindes mitverantwortlichen Menschen oder Paten; BM.: nähren; F.: Pfetter, Pfetters, Pfettern+FW; Z.: Pfet-t-er
pfetzen, nhd. (dial.), sw. V., (12. Jh.?): nhd. pfetzen, zwicken, kneifen; ne. pinch (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: fnhd. pfetzen, V., pfetzen; mhd. pfetzen*, phetzen, sw. V., pfetzen, zupfen, zwicken, kitzeln; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von mlat. (dial.) petium, N., Stück, Fetzen (M.); L.: Kluge s. u. pfetzen, DW 13,1694, Duden s. u. pfetzen; GB.: (pfetzen*) seit 1140-1160 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit mlat. petium (Stück oder Fetzen) verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zwicken oder kneifen; BM.: ?; F.: pfetzen, pfetze (!), pfetzst, pfetzt, pfetzest, pfetzet, pfetzte, pfetztest, pfetzten, pfetztet, gepfetzt, ##gepfetzt, gepfetzte, gepfetztes, gepfetztem, gepfetzten, gepfetzter##, pfetzend, ###pfetzend, pfetzende, pfetzendes, pfetzendem, pfetzenden, pfetzender###, pfetz (!)+FW?+EW; Z.: pfetz-en
$Pfiff, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pfiff, Kniff, Trick; E.: s. pfeifen; L.: Kluge s. u. pfeifen, DW 13, 1396, EWD s. u. pfeifen; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und mit pfeifen verbindbare Bezeichnung für Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung oder der Entwicklung von Sprache mögliches nach dem Vorbild mancher höherer Tiere mit dem Mund und der Luftröhre einen kurzen schrillen Ton (M.) (2) zwecks einer Art Mitteilung bilden sowie später auch für Kniff oder Trick; F.: Pfiff, Pfiffs, Pfiffes, Pfiffe, Pfiffen+FW?; Z.: Pfif-f
Pfiffer, nhd., M., 11. Jh.: nhd. Pfiffer, Pilz; Hw.: s. ahd. pfiffera*, F., Pfifferling
Pfifferling, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Pfifferling, Eierschwammerl; ne. girolle; Vw.: -; Hw.: s. Rehling; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. pfefferlinc*, phefferlinc, phifferlinc, st. M. Pfefferling, Pfifferling, Pfefferschwamm, Gelbling; mhd. pfiferlinc, phiferlinc*, st. M., Pfifferling; mnd. pēperlinc, pepperlinc, pifferlinc, pfifferlinc, peperlink, M., Pfifferling, ein Speisepilz, echter Gelbling, Rettich, Radieschen; mnl. peperlinc M., Pfifferling; ahd. pfifferling*, phifferling, pfiffarling*, st. M. (a), ein Speisepilz, Pfeffer-Milchling, Gelbling; ahd. pfiffera*, phiffera*, pfifera*, st. F. (æ)?, sw. F. (n)?, „Pfiffer“, Pfifferling, Gelbling; vgl. germ. *piper, M., Pfeffer; s. lat. piper, N., Pfeffer; gr. πέπερι (péperi), N., Beere, Pfeffer; ai. pippala, F., Beere, Pfefferkorn; vgl. idg. *baˣb-, *bʰaˣbʰ-, *paˣp-, V., schwellen, Pokorny 91 (140/1) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfifferling, Kluge s. u. Pfifferling, DW 13, 1697, EWD s. u. Pfifferling, EWAhd 6, 1419, Duden s. u. Pfifferling, Bluhme s. u. Pfifferling; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus Pfiffer und ling gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Altindischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Vorformen vielleicht seit mehr als eine Milliarde Jahren entwickelten und danach in Wäldern vorkommenden blassgelben bis dottergelben Pilz mit trichterförmig vertieftem unregelmäßig gerändertem Hut (M.); BM.: schwellen; F.: Pfifferling, Pfifferlings, Pfifferlinges, Pfifferlinge, Pfifferlingen+FW+EW; Z.: Pfiffer-ling
$Pfifferstiel, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Pfifferstiel, Stiel eines Pfiffers, wertlose Gegebenheit; E.: s. Pfiffer, s. Stiel; L.: Kluge s. u. Pfifferstiel, DW 13, 1698; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pfiffer und Stiel gebildete Bezeichnung für den Stiel eines Pfiffer(ling)s als einer wertlosen Gegebenheit; F.: Pfifferstiel, Pfifferstiels, Pfifferstieles, Pfifferstiele, Pfifferstielen+FW+EW; Z.: Pfiffer—stiel
pfiffig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pfiffig, schlau, gewitzt; ne. smart (Adj.), clever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von Pfiff, s. nhd. pfeifen; L.: Kluge s. u. pfiffig, DW 13, 1698, EWD s. u. pfeifen, Duden s. u. pfiffig; Son.: vgl. nschw. fiffig, Adj., pfiffig; nnorw. fiffig, Adj., pfiffig; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus Pfiff und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches schlau oder gewitzt; BM.: piepen bzw. anlocken von Tiere durch eine Lockpfeife; F.: pfiffig, pfiffige, pfiffiges, pfiffigem, pfiffigen, pfiffiger(, pfiffigere, pfiffigeres, pfiffigerem, pfiffigeren, pfiffigerer, pfiffigst, pfiffigste, pfiffigstes, pfiffigstem, pfiffigsten, pfiffigster) FW+EW; Z.: pfif-f-ig
$Pfiffikus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pfiffikus, schlauer Mensch; Q.: um 1700; E.: s. pfiffig, s. us; L.: DW 13, 1699,kEWD s. u. pfeifen; GB.: seit um 1700 belegte und in der Studentensprache aus pfiffi(g) und der latinisierenden Endung cus gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen schlauen und deswegen seit dieser Zeit bemerkenswerten Menschen (oder Mann); F.: Pfiffikus, Pfiffikusses, Pfiffikusse, Pfiffikussen+EW(+FW); Z.: Pfif-f-ik-us
Pfingsten, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Pfingsten, Pfingstfest; ne. Pentecost; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: s. mhd. pfingesten, pfinsten, pinketen, pfinxten, st. F., Pfingsten; mhd. pfingeste*, phingeste, phingste, st. F., sw. F., Pfingsten; mnd. pingesten, pinksten, phinksten, pingsgesten, pinkesten, pinkexten, pinseten, M., Pfingsten, Pfingstsonntag, der fünfzigste Tag nach Ostern; mnd. pingeste*, pingste, pynxte, pinkest, pinxte, M., Pfingsten, Pfingstsonntag, der fünfzigste Tag nach Ostern; as. pinkoston*, sw. F. (n), Pfingsten; lat. pentēcostē, F., Zeitraum von fünfzig Tagen, (um 160-220 n. Chr.); gr. πεντηκοστή (pentekostḗ), fünfzigster Tag; vgl. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfingsten, Kluge s. u. Pfingsten, DW 13, 1700, EWD s. u. Pfingsten, Duden s. u. Pfingsten, Bluhme s. u. Pfingsten; Son.: vgl. nndl. Pinksteren, Sb., Pfingsten; frz. Pentecôte, F., Pfingsten; nschw. pingst, Sb., Pfingsten; nnorw. pinse, M., F., Pfingsten; kymr. pentecost, M., Pfingsten; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in den christlichen Kirchen gefeierte Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes an dem fünfzigsten Tage nach Ostern (Pfingstfest); BM.: fünf; F.: Pfingsten+FW(+EW); Z.: Pfin-gst-en
Pfinztag, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Pfinztag, Donnerstag; ne. Thursday; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. pfinztac*, phinztac, st. M., Donnerstag; mhd. pfingesten, pfinsten, pinketen, pfinxten, st. F., Pfingsten; gr. πεντηκοστη (pentekoste), fünfzigster Tag; vgl. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. tag, st. M., Tag, Tageszeit; ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge s. u. Pfinztag, DW 13, 1703, Duden s. u. Pfinztag; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und Tag gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den (bei Berücksichtigung des Sonntags als ersten Tag) fünften Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche; BM.: fünf, brennen?; F.: Pfinztag, Pfinztags, Pfinztages, Pfinztage, Pfinztagen+FW+EW; Z.: Pfinz—t-ag
Pfirsich, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Pfirsich, eine Frucht; ne. peach (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. phersich, st. M., Pfirsich; mhd. persich, st. M., „Pfirsich“ (?); mnd. persik, pērsik, persek, persike, M., Pfirsich, persischer Apfel, Pfirsichbaum, ein Steinobstgewächs; mnl. perseke, persike, M., F., Pfirsich; ahd. pfersih*, phersih*, st. M. (a?, i?), Pfirsich, Pfirsichbaum; germ. persik-, Sb., Pfirsich; s. lat. Persicum, N., persischer Apfel; vgl. Persae, M. Pl., Perser (M. Pl.); gr. Πέρσης (Pérsēs), M. Pl., Perser (M. Pl.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfirsich, Kluge s. u. Pfirsich, EWD s. u. Pfirsich, DW 13,1704, EWAhd 6, 1406, Duden s. u. Pfirsich, Bluhme s. u. Pfirsich; Son.: vgl. ae. persic, persoc, st. M. (a), Pfirsich; nndl. perzik, Sb., Pfirsich; frz. pêche, F., Pfirsich; nschw. persika, Sb., Pfirsich; nnorw. fersken, M., Pfirsich; kymr. pitsien, F., Pfirsich; nir. péitseog, F., Pfirsich; lit. persikas, M., Pfirsich; GB.: (pfersih) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine nach den Persern benannte rundliche saftige und aromatische Frucht mit samtiger Haut und großem Stein; BM.: PN als Herkunftsort des Pfirsichs; F.: Pfirsich, Pfirsichs, Pfirsiche, Pfirsichen+FW(+EW?); Z.: Pfirs-ich
Pfister, nhd. (ält.-dial.), M., (9. Jh.): nhd. Pfister, Bäcker; ne. baker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. phister, st. M., Bäcker; mnl. pester, M., Bäcker; ahd. pfistur*, phistur, st. M. (a)?, Bäcker, Bäcker von Pasteten; germ. *pister, M., Bäcker; s. lat. pīstor, M., Stampfer, Müller, Bäcker; vgl. lat. pīnsāre, V., zerstampfen, zerstoßen; idg. (*peis-) (1)?, pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pfister, DW 13, 1707, EWAhd 6, 1432, Duden s. u. Pfister, Bluhme s. u. Pfister; GB.: (pfistur) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Hersteller von Backwaren oder Bäcker; BM.: zerstampfen bzw. zermalmen; F.: Pfister, Pfisters, Pfistern+FW(+EW); Z.: Pfis-t-er
Pflanze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pflanze, Gewächs; ne. plant (N.); Vw.: -; Hw.: s. pflanzen, Plantage, implantieren, transplantieren; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pflanze, st. F., Pflanze; mnd. plante, plant, F., Pflanze, Setzling, Steckling; mnl. plante, F., Pflanze, Fußsohle; ahd. pflanza, phlanza, st. F. (ō), sw. F. (n), Pflanze, Schössling; as. -; anfrk. -; germ. *planta, F., Pflanze; lat. planta, F., Setzling, Pfropfreis, Pflanze; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pflanze, Kluge s. u. Pflanze, DW 13, 1709, EWD s. u. Pflanze, EWAhd 6, 1434, Duden s. u. Pflanze, Bluhme s. u. Pflanze; Son.: vgl. afries. *plante, *plonte, st. F. (ō), Pflanze; ae. plante, sw. F. (n), Pflanze; an. -; got. -; nndl. plant, Sb., Pflanze; frz. plante, F., Pflanze; nschw. planta, Sb., Pflanze; nnorw. plante, M., F., Pflanze; kymr. plant, M., Kind, Nachfahre; nir. planda, M., Pflanze; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und vor rund 500 Millionen Jahren entstandenen aus Wurzeln und Stiel und Blättern bestehenden Organismus (Gewächs) der im Allgemeinen mit Hilfe des Sonnenlichts seine organische Substanz aus anorganischen Stoffen wie Wasser und Kohlenstoff aufbaut; BM.: breit; F.: Pflanze, Pflanzen+FW(+EW); Z.: Pfla-n-z-e
pflanzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. pflanzen, Pflänzlinge setzen, pelzen; ne. plant (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pflanze; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pflanzen, phlanzen, sw. V., pflanzen, verpflanzen, zieren, schmücken, Schößlinge treiben mnd. planten, sw. V., pflanzen, Pflanzen setzen, einsetzen, gründen auf, umpflanzen, umsetzen, ansiedeln, Ackerbau betreiben, anbauen; mnl. planten, sw. V., pflanzen; ahd. pflanzōn*, phlanzōn*, flanzōn*, sw. V. (2), pflanzen, einsetzen, fortpflanzen, ausbreiten, gründen; anfrk. pflanton, sw. V., bepflanzen, gründen, stiften; lat. plantāre, V., pflanzen; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pflanze, DW 13, 1710, EWD s. u. Pflanze, EWAhd 6, 1437, Duden s. u. pflanzen; Son.: vgl. afries. plantia, plontia, sw. V. (2), pflanzen; ae. plantian, sw. V. (2), pflanzen, anpflanzen; an. planta, sw. V., pflanzen, bepflanzen; nndl. planten, V., pflanzen; frz. planter, V., pflanzen; nschw. planta, V., pflanzen; nnorw. plante, V., pflanzen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Pflanz(e) und en (Suff.) gebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu einem Anwachsen mit den Wurzeln in Erde setzen; BM.: breit; F.: pflanzen (!), pflanze (!), pflanzst, pflanzt, pflanzest, pflanzet, pflanzte, pflanztest, pflanzten, pflanztet, gepflanzt, ##gepflanzt, gepflanzte, gepflanztes, gepflanztem, gepflanzten, gepflanzter##, pflanzend, ###pflanzend, pflanzende, pflanzendes, pflanzendem, pflanzenden, pflanzender###, pflanz (!)+FW(+EW); Z.: pfla-n-z-en
$Pflanzenreich, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pflanzenreich; E.: s. Pflanz(e), s. en (Suff.), s. Reich; L.: DW 15, 1717, EWD s. u. Reich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pflanz(e) und en (Suff.) sowie Reich gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit aller Pflanzen in Gegensatz beispielsweise zu dem Tierreich oder dem Himmelreich; F.: Pflanzenreich, Pflanzenreichs, Pflanzenreiches+FW+EW; Z.: Pfla-n-z-en—rei-ch
$Pflanzer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pflanzer, Pflanzender; E.: s. pflanz(en), s. er; L.: DW 13, 1719, EWD s. u. Pflanze; GB.: (pflanzāri*) seit um 765belegte und aus pflanz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Pflanzenden; F.: Pflanzer, Pflanzers, Pflanzern+FW(+EW); Z.: Pfla-n-z-er
$Pflanzung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pflanzung; E.: s. pflanz(en),s. ung; L.: DW 13, 1722, EWD s. u. Pflanze; GB.: (pflanzunga) seit Ende 8. Jh. belegte und aus pflanz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Setzung einer oder mehrerer Pflanzen und das Angepflanzte; F.: Pflanzung, Pflanzungen+FW+EW; Z.: Pfla-n-z-ung
Pflaster, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Pflaster, Straßenbelag, Heftpflaster; ne. plaster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pflaster*, phlaster, plaster, blaster, st. N., Pflaster, Salbe, Zement, Mörtel, Wundpflaster, Straßenpflaster, Steinboden, Fußboden; mnd. plaster, plastere, plāster, pflaster, N., Pflaster, Wundauflage, Verband der mit einem Heilmittel versehen (V.) ist, dünner Abschnitt organischen Materials; mnl. plaster, plaester plastre, M., medizinisches Pflaster, Putz; ahd. pflastar*, phlastar*, st. N. (a), Pflaster, Heilpflaster, Fußboden; as. plāstar, st. N. (a), Pflaster; anfrk. plastar, M., Wundpflanster, Pflasterkalk; germ. *plastar, N., Pflaster; lat. emplastrum, M., Pflaster, Wundpflaster; gr. ἔμπλαστρον (émplastron), N., Wundpflaster; vgl. gr. ἐμπλάσσειν (emplássein), V., beschmieren, einhüllen; gr. ἐν (en), Präp., in; idg. *en (1), Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. πλάσσειν (plassein), V., kneten, formen; idg. *pelə-, *plā-, pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pflaster, Kluge s. u. Pflaster, DW 13, 1723, EWD s. u. Pflaster, EWAhd 6, 1438, Duden s. u. Pflaster, Bluhme s. u. Pflaster; Son.: vgl. afries. -; ae. plaster, st. N. (a), Pflaster; an. plāstr, st. M. (a), st. N. (a)m Pflaster; got. -; nndl. pleister, Sb., Pflaster; frz. emplâtre, M., Pflaster; nschw. plåster, N., Pflaster; nnorw. plaster, N., Pflaster; poln. plaster, M., Pflaster; kymr. plastr, M., Pflaster; nir. plástar, M., Pflaster; lit. pleistras, M., Pflaster (Verband); GB.: (pflastar) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen festen Belag für Straßen oder Gehwege oder für eine von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte (selbst)klebende Wundauflage; BM.: breit; F.: Pflaster, Pflasters, Pflastern+FW(+EW); Z.: Pfla-st-er
$pflastern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. pflastern, (eine Fläche) mit Pflaster versehen (V.); E.: Pflaster, s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 1726, EWD s. u. Pflaster; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Pflaster und (e)n gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Pflaster versehen (V.); F.: pflastern, pflastere, pflaster (!), pflasterst, pflastert, pflasterte, pflastertest, pflasterten, pflastertet, gepflastert, ##gepflastert, gepflasterte, gepflastertes, gepflastertem, gepflasterten, gepflasterter##, pflasternd, ###pflasternd, pflasterndes, pflasterndem, pflasternden, pflasternder###, pflaster (!)+FW+EW; Z.: pfla-st-er-n
$Pflastertreter, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Pflastertreter, Müßiggänger; E.: s. Pflaster, s. Treter: L.: Kluge s. u. Gassentreter, DW 13, 1728; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Pflaster und Treter gebildete Bezeichnung für Müßiggänger; F.: Pflastertreter, Pflastertreters, Pflastertretern+FW+EW; Z.: Pfla-st-er—tre-t-er
pflatsch, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. pflatsch, patsch; ne. splat!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalende Bildung; L.: Kluge s. u. pflatsch, fehlt DW, Duden s. u. pflatsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen starken Regenguss oder einen kräftigen Aufschlag; BM.: lautmalend; F.: pflatsch+EW; Z.: pflatsch
$pflatschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pflatschen, stark regnen, heftig aufschlagen; E.: s. pflatsch; L.: Kluge s. u. pflatsch, DW 13, 1729; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus pflatsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für stark regnen oder heftig aufschlagen; F.: pflatschen, pflatsche (!), pflatschst, pflatscht, pflatschest, pflatschet, pflatschte, pflatschtest, pflatschten, pflatschtet, gepflatscht, ##gepflatscht, gepflatschte, gepflatschtes, gepflatschtem, gepflatschten, gepflatschter##, pflatschend, ###pflatschend, pflatschende, pflatschendes, pflatschendem, pflatschenden, pflatschender###, pflatsch (!)+EW; Z.: pflatsch-en
Pflaume, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pflaume, Zwetschge, Zwetschke; ne. plum (N.); Vw.: -; Hw.: s. Priem; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. pflūme* (2), phlūme, sw. F., Pflaume (F.) (2); mnd. plūme (1), plumme, plomme, prūme, prume, F., Pflaume, ein Steinobstgewächs, Pflaumenbaum, rundliche Baumfrucht, Aprikose; mnl. prume, prūme, pruum, pruym, pruyme, F., Pflaume; ahd. pfrūma*, phrūma*, pflūma, phlūma*, sw. F. (n), Pflaume; as. *prūma?, sw. F. (n), Pflaume; anfrk. -; germ. prūma, F., Pflaume; lat. prūnum, N., Pflaume, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. prūnus, F., Pflaumenbaum; gr. προύνη (proúnē), F., Pflaumenbaum; wohl Lehnwort aus Kleinasien; L.: Kluge 1. A. s. u. Pflaume, Kluge s. u. Pflaume, DW 13, 1730, EWD s. u. Pflaume, EWAhd 6, 1490, Pflaume, Bluhme s. u. Pflaume; Son.: vgl. ae. plūme, sw. F. (n), Pflaume; nndl. pruim, Sb., Pflaume; frz. prune, F., Pflaume; nschw. plommon, N., Pflaume; nnorw. plomme, M., F., Pflaume; kymr. plwmws, F., Pflaume; nir. pluma, M., Pflaume; GB.: (pfrūma) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar aus einer Sprache Kleinasiens aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche eiförmige dunkelblaue (oder gelbe) Frucht des Pflaumenbaums mit gelblich grünem aromatischem Fruchtfleisch und länglichem Stein; BM.: ?; F.: Pflaume, Pflaumen+FW(+EW?); Z.: Pflaum-e
pflaumen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pflaumen, spotten; ne. joke (V.) caustically; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu Pflaume?; oder von nd. plumen, V., rupfen; mnd. plūmen, sw. V., federn (V.), von Flaumen befreien, von Fäserchen; as. plūmon*, sw. V. (2), mit Federn stopfen; as. *plūma?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Feder; lat. plūma, F., Feder; vgl. idg. *pleus-, V., Sb., rupfen, Flocke, Feder, Haar (N.), Vlies, Pokorny 838? (1445/87) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985? (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. pflaumen, DW 13, 1730, Duden s. u. pflaumen; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit Pflaume oder lat. pluma und idg. *pleus- verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches spotten oder spöttische Bemerkungen machen; BM.: Pflaume bzw. rupfen?; F.: pflaumen, pflaume (!), pflaumst, pflaumt, pflaumest, pflaumet, pflaumte, pflaumtest, pflaumten, pflaumtet, gepflaumt, ##gepflaumt, gepflaumte, gepflaumtes, gepflaumtem, gepflaumten, gepflaumter##, pflaumend, ###pflaumend, pflaumende, pflaumendes, pflaumendem, pflaumenden, pflaumender###, pflaum (!)+FW?+EW?; Z.: pflaum-en
$pflaumenweich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pflaumenweich, sehr weich; E.: s. Pflaum(e)?, s. Flaum?, s. en (Suff.), s. weich; L.: DW 13, 1732, EWD s. u. Flaum; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus Pflaum(e) und en (Suff.) sowie weich gebildete Bezeichnung für sehr weich; F.: pflaumenweich, pflaumenweiche, pflaumenweiches, pflaumenweichem, pflaumenweichen, pflaumenweicher+FW+EW; Z.: pflaum-en—wei-ch
$Pflege, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Pflege, Pflegerin; E.: s. pflegen; L.: Kluge s. u. pflegen, DW 13, 1733, EWD s. u. pflegen; GB.: seit 10. Jh. (gurtilpflega*) belegte und mit pflegen verbindbare Bezeichnung für Pflege oder Pflegerin; F.: Pflege, Pflegen+EW; Z.: Pfle-g-e
pflegen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. pflegen, sich sorgend kümmern, gewöhnlich tun; ne. maintain, care (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. phlëgen, st. V. (5), pflegen, behüten, beschützen; mnd. plēgen (1), plegin, pleyghen, pleggen, pleyen, plēhen, st. V., sw. V., pflegen, tun, handeln, sich betätigen, ausführen, verrichten, arbeiten; mnl. plegen, pleghen, st. V., versorgen, Sorge tragen für, gewohnt sein zu tun, gebrauchen, anwenden; ahd. pflegan*, phlegan*, st. V. (5), „pflegen“, sorgen, sorgen für, Sorge tragen für, zu tun haben mit, Verantwortung tragen für, leiten, etwas leiten, unter sich haben, einstehen; as. plegan, st. V. (4), „pflegen“, verantwortlich sein (V.), einstehen für; anfrk. plegan, st. V., sorgen für, versorgen, sich kümmern, gebrauchen; westgerm. *plegan, st. V., einstehen, pflegen; weitere Herkunft ungeklärt, es gibt den Versuch einer Ableitung von einem mlat. plebire, V., pflegen?; vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. pflegen, Kluge s. u. pflegen, DW 13, 1736, EWD s. u. pflegen, EWAhd 6, 1442, Falk/Torp 221, Seebold 363, Duden s. u. pflegen, Bluhme s. u. pflegen; Son.: vgl. afries. plega (1)?, st. V. (5), pflegen, gewohnt sein (V.); ae. pléon, st. V. (5), der Gefahr aussetzen, sich wagen; an. -; got. -; nndl. plegen, V., pflegen; nschw. pläga, V., pflegen (als Hilfsverb); GB.: um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich sorgend kümmern oder gewöhnlich tun; BM.: Volk?; F.: pflegen, pflege (!), pflegst, pflegt, pflegest, pfleget, pflegte, pflegtest, pflegten, pflegtet, gepflegt, ##gepflegt, gepflegte, gepflegtes, gepflegtem, gepflegten, gepflegter##, pflegend, ###pflegend, pflegende, pflegendes, pflegendem, pflegenden, pflegender###, pfleg (!)+EW; Z.: pfle-g-en
$Pfleger, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Pfleger, Hüter, Betreuer; E.: s. pflegen; L.: Kluge s. u. pflegen, DW 13,1747, EWD s. u. pflegen; GB.: seit um 1000 belegte und aus pfleg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Hüter oder Betreuer; F.: Pfleger, Pfleger+EW; Z.: Pfle-g-er
$pfleglich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. pfleglich, hergebracht, sorgsam; E.: s. Pfleg(e), s. lich; L.: Kluge s. u. pflegen, DW 13, 1751, EWD s. u. pflegen; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Pfleg(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hergebracht oder sorgsam; F.: pfleglich, pflegliche, pflegliches, pfleglichem, pfleglichen, pfleglicher(, pfleglichere, pfleglicheres, pfleglicherem, pfleglicheren, pfleglicherer, pfleglichst, pfleglichste, pfleglichstes, pfleglichstem, pfleglichsten, pfleglichster)+EW; Z.: pfle-g-lich
$Pflegung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Pflegung, Pflege, Obhut, Fürsorge, Betreuung; Vw.: s. Ver-; E.: s. pfleg(en), s. ung; L.: DW 13, 1752; GB.: seit 1250-1300 belegte und aus pfleg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Pflege oder Obhut oder Fürsorge oder Betreuung; Z.: Pflegung, Pflegungen+EW; Z.: Pfle-g-ung
Pflicht (1), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Pflicht (F.) (1), Verpflichtung, Aufgabe, Muss; ne. duty, obligation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. pfliht, st. F., Fürsorge, Pflege, Obhut, Dienst; mnd. plicht (1), plich, F., M., Pflicht (F.) (1), Norm, verbindliche Zusage, Gemeinsamkeit im Handeln, Verbindung, Verkehr, Gemeinschaft, Obliegenheit; mnl. plicht, M., F., Verantwortlichkeit, Sorge, Aufsicht, Schuld; ahd. pfliht*, phliht*, st. F. (i), Fürsorge, Sorgfalt, Obhut, Gebot, Pflege; as. -; anfrk. -; westgerm. *plehti-, *plehtiz, st. M. (i), st. F. (i), Pflege, Pflicht (F.) (1), Sorgfalt; L.: Kluge 1. A. s. u. Pflicht, Kluge s. u. Pflicht 1, DW 13, 1752, EWD s. u. Pflicht, EWAhd 6, 1447, Falk/Torp 221, Seebold 363, Duden s. u. Pflicht, Bluhme s. u. Pflicht; Son.: vgl. afries. plicht, st. F. (i), Obhut, Fürsorge, Sorgfalt; ae. pliht, st. M. (i), Gefahr, Wagnis, Schaden; an. -; got. -; nndl. plicht, Sb., Pflicht (F.) (1); nschw. plikt, Sb., Pflicht (F.) (1); nnorw. plikt, M., F., Pflicht (F.) (1); GB.: seit um 1000 belegte und für das Westgermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche für Menschen bestehende Verpflichtung oder Aufgabe; BM.: pflegen?; F.: Pflicht, Pflichten+EW; Z.: Pflicht
Pflicht (2), nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Pflicht (F.) (2), Schutzdach an einem Vorderschiff; ne. a canopy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. phlihte, sw. F., Schiffsschnabel; mnd. plicht, F., Verdeck, Pflicht (F.) (2); mnl. plecht. F., Verdeck, Achterdeck; ahd. pflihta, phlihta*, sw. F. (n), Schutzdach im Vorderschiff, Schiffsschnabel, Vorderschiff; lat. plecta, geflochtene Leiste, gewundene Leiste, Geflecht; as. plehta, st. F. (ō), Vorderdeck; germ. *plehtō, st. F. (ō), Verdeck, Pflicht (F.) (2); vgl. lat. plectere, V., flechten, ineinanderflechten, ineinanderfügen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Pflicht 2, DW Pflicht (1) 13, 1762, EWAhd 6, 1448, Falk/Torp 222, Duden s. u. Pflicht; Son.: vgl. afries. -; ? ae. plihtere, st. M. (ja), Ausguckmann; an. -; got. -; nndl. plecht, Sb., Verdeck, Achterdeck; nschw. plikt, Sb., Schutzdach; nnorw. pligt, Sb., Schutzdach; GB.: seit 3. Drittel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und errichtetes Schutzdach an einem Vorderschiff; BM.: flechten; F.: Pflicht, Pflichten+FW(+EW?); Z.: Pflich-t
$pflichten, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. pflichten, sagen, als Pflicht gestalten; Vw.: s. bei-, ver-; E.: s. Pflicht (1), s. en; L.: DW 13, 1763; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Pflicht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sagen; F.: pflichten, pflichte, pflichtest, pflichtet, pflichtete, pflichtetest, pflichteten, pflichtetet, gepflichtet, ##gepflichtet, gepflichtete, gepflichtetes, gepflichtetem, gepflichteten, gepflichteter##, pflichtend, ###pflichtend, pflichtende, pflichtendes, pflichtendem, pflichtenden, pflichtender###, pflicht (!)+EW; Z.: pflicht-en
Pflock, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pflock, kurzer zugespitzter Stab, starker hölzerner Nagel; ne. stake (N.), peg (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: mhd. pfloc*, phloc, st. M., Pflock; mnd. pluk, plok, M., Pflock, Zapfen (M.), Spund, Nagel, Verschluss des Zündlochs an Schusswaffen; Herkunft unklar, vielleicht von germ. *pleggu-, *plegguz, st. M. (u), Pflock; L.: Kluge 1. A. s. u. Pflock, Kluge s. u. Pflock, DW 13, 1769, EWD s. u. Pflock, Falk/Torp 222, Duden s. u. Pflock, Bluhme s. u. Pflock; Son.: vgl. ne. nndl. plug, Sb., Dübel; ne. plug, N., Stöpsel; nnorw. plugg, M., Pflock; GB.: seit 1347-1359 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen an dem unteren Ende zugespitzten Stab; BM.: ?; F.: Pflock, Pflocks, Pflockes, Pflöcke, Pflöcken+EW?; Z.: Pflock
$pflocken, nhd., sw. V., (14./15. Jh.): nhd. pflocken; E.: s. Pflock. s. en (Suff.); L.: fehlt DW?, EWD s. u. Pflock; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus Pflock und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Pflöcken und Befestigungen mögliches an einem Pflock oder mit einem Pflock befestigen; F.: pflocken, pflocke (!), pflockst, pflockt, pflockest, pflocket, pflockte, pflocktest, pflockten, pflocktet, gepflockt, ##gepflockt, gepflockte, gepflocktes, gepflocktem, gepflockten, gepflockter##, pflockend, ###pflockend, pflockende, pflockendes, pflockendem, pflockenden, pflockender###, pflock (!)+EW; Z.: pflock-en
$pflöcken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pflöcken; E.: s. Plock, s. en (Suff.); L.: DW 13, 1770, EWD s. u. Pflock; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pflock und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Pflöcken und Befestigungen mögliches an einem Pflock oder mit einem Pflock befestigen; F.: pflöcken, pflöcke (!), pflöckst, pflöckt, pflöckest, pflöcket, pflöckte, pflöcktest, pflöckten, pflöcktet, gepflöckt, ##gepflöckt, gepflöckte, gepflöcktes, gepflöcktem, gepflöckten, gepflöckter##, pflöckend, ###pflöckend, pflöckende, pflöckendes, pflöckendem, pflöckenden, pflöckender###, pflöck (!)+EW; Z.: pflöck-en
pflücken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. pflücken, spitz angefasst ausziehen, von einer Pflanze abnehmen, abbrechen; ne. pluck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. pflücken*, phlücken, sw. V., pflücken; mnd. plücken (1), pluͤcken, plukken, plöcken, plocken, sw. V., pflücken, rupfen, zupfen, zausen, ziehen, reißen; mnl. plocken, V., abreißen, abbrechen; ahd. pflokkōn*, phlockōn*, plokkōn*, plockōn*, sw. V. (2), pflücken, an sich raffen; as. -; anfrk. -; germ. *plukk-, sw. V., pflücken; lat. piluccāre, V., pflücken; vgl. lat. pilāre, V., Haare ausraufen, enthaaren, Kluge s. u. pflücken; lat. pilus, M., Haar (N.); idg. pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. pflücken, Kluge s. u. pflücken, DW 13, 1771, EWD s. u. pflücken, EWAhd 6, 1451, Duden s. u. pflücken, Bluhme s. u. pfluecken; Son.: vgl. ae. afries. hērplokkia, sw. V., die Haare ausreißen; ploccian, pluccian, sw. V., pflücken, reißen; an. plokka, plukka, sw. V. (2?), pflücken, reißen, rauben; nndl. plukken, V., pflücken; nschw. plocka, V., pflücken; nnorw. plukke, V., pflücken; GB.: (pflokkōn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für etwas von einer Pflanze abnehmen oder abbrechen; BM.: Haar (N.); F.: pflücken, pflücke, pflückst, pflückt, pflückest, pflücket, pflückte, pflücktest, pflückten, pflücktet, gepflückt, ##gepflückt, gepflückte, gepflücktes, gepflücktem, gepflückten, gepflückter##, pflückend, ###pflückend, pflückende, pflückendes, pflückendem, pflückenden, pflückender###, pflück (!)+FW; Z.: pflü-ck-en
Pflug, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pflug, ein Ackergerät; ne. plough (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. phluoc, st. M., Pflug, Geschäft, Lebensunterhalt; mnd. plōch, plūch, M., F., Pflug, Gerät zur Bodenbearbeitung, Ackerland, Nutzland, Lebensunterhalt, Erwerb; mnl. ploech, F., M., Pflug, Abteilung, zusammengehörende Gesellschaft; ahd. pfluog, phluog*, st. M. (a?, i?), Pflug; as. plōg*, st. M. (a?, i?), Pflug; anfrk. -; germ. *plōga- (2), *plōgaz, st. M. (a), *plōgu-, *plōguz, *plōhu-, *plōhuz, st. M. (u), Pflug; s. vorröm. *plog-; von idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.), EWAhd 6, 1459; weniger von vgl. idg. *u̯elk- (1), V., ziehen, Pokorny 1145? (1981/57) (RB. idg. aus iran., gr., balt., slaw.); idg. *u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144? (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pflug, Kluge s. u. Pflug, DW 13, 1773, EWD s. u. Pflug, EWAhd 6, 1459, Falk/Torp 222, Seebold 363, Duden s. u. Pflug, Bluhme s. u. Pflug; Son.: s. langob. plovum, Sb., Pflug; vgl. afries. plōch (2), plōg (2), st. M. (a), Pflug; nnordfries. plog; ae. plōg, plōh, st. M. (u?), Pflug, Pflugland, soviel ein Joch Ochsen an einem Tag pflügt, Tagwerk; ae. plōg, plōh, st. M. (u?), „Pflug“, Pflugland, soviel ein Joch Ochsen an einem Tag pflügt, Tagwerk; got. *plōgs, st. M. (a), Pflug; nndl. ploeg, Sb., Pflug; nschw. plug, Sb., Pflug; nnorw. plog, M., Pflug; poln. pług, M., Pflug; lit. plūgas, M., Pflug; gr. εὐλάκα (euláka), F., Pflug; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Vorrömische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung vielleicht vor mehr als 5000 Jahren zu einem Umpflügen oder Umbrechen von Erde und damit den Ackerbau entwickeltes und verwendetes landwirtschaftliches Gerät (Ackergerät) anfangs aus Holz und später aus Metall; BM.: reißen; F.: Pflug, Pfluges, Pflugs, Pflüge, Pflügen+FW; Z.: Pflu-g
$pflügen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. pflügen, mit dem Pflug bearbeiten; E.: s. Pflug, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Pflug; DW 13, 1779, EWD s. u. Pflug; GB.; F.: pflügen, pflüge, pflügst, pflügt, pflügest, pflüget, pflügte, pflügtest, pflügten, pflügtet, gepflügt, ##gepflügt, gepflügte, gepflügtes, gepflügtem, gepflügten, gepflügter##, pflügend, ###pflügend, pflügende, pflügendes, pflügendem, pflügenden, pflügender###, pflüg (!)+FW+EW; Z.: pflü-g-en
$Pflüger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pflüger, Pflügender; Q.: 1283 (Urkunde); L.: DW 13, 1780, EWD s. u. Pflug; GB.: seit 1283 belegte und aus pflüg(en)und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Pflügenden; F.: Pflüger, Pflügers, Pflügern+FW+EW; Z.: Pflü-g-er
$Pflugschar, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Pflugschar; E.: s. Pflug, s. Schar (F.) (2); L.: Kluge 1. A. s. u. Pflug, Kluge s. u. Pflugschar, DW 13, 1783, EWD s. u. Schar 2; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Pflug und Schar (F.) (2) gebildete Bezeichnung für das von Menschen sachlich wohl seit Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Eisen an dem unteren Ende des Pfluges mit dem bei dem Pflügen die Erde umgebrochen wird; F.: Pflugschar, Pflugscharen+FW+EW; Z.: Pflu-g—schar
$Pflugsterz, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Pflugsterz; Q.: 11. Jh.; E.: s. Pflug, s. Sterz; L.: EWD s. u. Sterz, DW 13,1784; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Pflug und Sterz gebildete Bezeichnung für das von Menschen sachlich wohl seit Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete hintere Ende des Pfluges mit dessen Hilfe der Pflug von dem Pflüger durch die von der Pflugschar aufgerissene und umgewendete Erde geführt wird; F.: Pflugsterz, Pflugsterzes, Pflugsterze, Pflugsterzen+FW+EW; Z.: Pflu-g—ster-z
Pfnüsel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Pfnüsel, Schnupfen (M.); ne. cold (N.), sniffles; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. pfniusel, pfiusel, Sb., Schnupfen (M.); letztlich von ahd. fnehan, st. V. (5), schnauben, keuchen, hauchen, gierig trachten auf; germ. *fnehan, st. V., atmen, schnauben, schnaufen; s. idg. *pneu-, V., keuchen, atmen, Pokorny 838 (1448/90) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Pfnüsel, DW 13, 1786; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Schleimhautentzündung besonders der Atmungsorgane; BM.: keuchen; F.: Pfnüsel, Pfnüsels, Pfnüseln+EW; Z.: Pfnü-s-el
Pforte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pforte, Türe, Portal; ne. portal, gate (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pförtner; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pforte*, phorte, sw. F., st. F., Pforte; mnd. pōrte (1), poerte, poirte, porte, pōrze, pārte, F., Pforte, Stadttor, Eingang, Zugang, Falltor; mnl. porte, poorte, F., Tor, Torbau, Zugang; ahd. pforta*, phorta*, porta, porza, st. F. (ō), sw. F. (n), Pforte, Tor (N.), Tür; as. porta*, sw. F. (n), Pforte; anfrk. porta, F., Pforte, Tor (N.), Stadttor; germ. *porta, F., Tor (N.); lat. porta, F., Eingang, Tor (N.), Tür, (204-169 v. Chr.); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Pforte, Kluge s. u. Pforte, EWD s. u. Pforte, DW 13,1787, EWAhd 6, 1469, Duden s. u. Pforte, Bluhme s. u. Pforte; Son.: vgl. afries. porte, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Pforte; nfries. portte; ae. port (2), st. M. (a), Portal, Tor (N.); an. port (1), st. N. (a), Pforte, Tür; got. -; nndl. poort, Sb., Pforte; frz. porte, F., Tür; nschw. port, Sb., Pforte; nnorw. port, M., Pforte; kymr. porth, M., Pforte; GB.: (pforta) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelte und verwendete kleinere Türe zu einem Garten oder einem Hof; BM.: hinüberführen; F.: Pforte, Pforten+FW(+EW); Z.: Pfor-t-e
Pförtner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pförtner, Türhüter; ne. janitor, porter; Vw.: -; Hw.: s. Pforte; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. portenære, st. M. Pförtner; mhd. pfortenære*, phortenære, st. M., Pförtner; mnd. pōrtenære*, pōrtenēr, pōrtenēre, pȫrtener, pōrtener, M., Pförtner, Torwächter, Gehilfe bei Verladearbeiten, Träger; ahd. portināri*, st. M. (ja), Pförtner; lat. portārius, M., Türwächter, Pförtner; vgl. lat. porta, F., Eingang, Tor (N.), Tür; idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Pförtner DW 13, 1789, EWD s. u. Pforte, Duden s. u. Pförtner, EWAhd 6, 1548; Son.: vgl. ndän. portner, M., Pförtner; nnorw. portner, M., Pförtner; GB.: seit dem 12. Jh. (portināri) belegte und vielleicht nach lat. Vorbild zu (lat.) porta gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Pforte bewachenden Menschen (Türhüter); BM.: hinüberführen; F.: Pförtner, Pförtners, Pförtnern+FW(+EW); Z.: Pför-t-n-er
Pfosten, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pfosten, Pfahl; ne. post (N.), pole (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. phoste, st. M., sw. M., Pfosten, Stütze, Balken; mhd. phost, st. M., sw. M., Pfosten, Stütze, Balken; mnd. post (1), M., F., Pfosten, Pfahl, senkrecht aufgestellter freistehender Holzpfahl, Markierungspfahl; mnl. post, M., Pfosten, Planke, Balken, Türpfosten; ahd. pfosto*, phosto, sw. M. (n), Pfosten; ahd. pfost*, phost*, st. M. (a?, i?), Pfosten; as. -; anfrk. -; germ. *post-, Sb., Pfosten, Türpfosten; lat. postis, M., Pfosten, Pfeiler, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813?; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810? (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *stā-, *stə-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfosten, Kluge s. u. Pfosten, DW 13, 1790, EWD s. u. Pfosten, EWAhd 6, 1475, Duden s. u. Pfosten, Bluhme s. u. Pfosten; Son.: vgl. nndl. post, Sb., Posten; frz. poteau, M., Pfosten; nschw. post, Sb., Pfosten; nnorw. post, M., Pfosten; kymr. post, M., Pfosten; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes senkrecht stehendes rundes oder kantiges Stück Holz (Pfahl); BM.: vorwärts; F.: Pfosten, Pfostens+FW+EW; Z.: Pfo-st-en
Pfote, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pfote, Tatze; ne. paw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1320-1340 (Karl Meinet); E.: s. mhd. pfote*, phote, st. F., Pfote; mnd. pōte (1), F., Pfote, Tatze, Fuß eines Tieres, in Zehen geteilter Fuß, Huf, Hand des Menschen; mnl. poot, Sb., Pfote; früh-rom. *pauta, F., Pfote; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfote, Kluge s. u. Pfote, EWD s. u. Pfote, DW 13, 1791, Duden s. u. Pfote, Bluhme s. u. Pfote; Son.: vgl. nndl. poot, Sb., Pfote; afrz. poue, F., Pfote; nnorw. pote, M., Pfote; GB.: seit 1320-1340 belegte und für das Frühromanische erschließbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen an dem unteren Ende in Zehen gespaltenen Fuß verschiedener Säugetiere wie beispielsweise Hund oder Katze; BM.: lautmalend; F.: Pfote, Pfoten+EW; Z.: Pfot-e
Pfriem (1), Pfriemen, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Pfriem, Ahle; ne. awl; Vw.: -; Hw.: s. Pfriem (2); Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: s. mhd. pfrieme, prieme, phrieme, sw. M., Pfriem, Pflock, Pfriemen, Ahle, Pfriemenkraut, Ginster; mnd. prēm, preme, prēme, M., Pfriem, kleines Stechwerkzeug, Ahle; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *preuna-, *preunaz, st. M. (a), Pfriem, Ahle?; vielleicht von idg. *bʰreuk̑-, V., streichen, streifen, Pokorny 170? (285/118) (RB. idg. aus ill.?, kelt.?, balt., slaw.?); oder von idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß (M.) (1), Pokorny 479 (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfriem 1, Kluge s. u. Pfriem(en), DW 13, 1793, EWD s. u. Pfriem, EWAhd 6, 1483 (pfriemen), Duden s. u. Pfriem, Bluhme s. u. Pfriem; Son.: vgl. afries. -; ae. préon, st. M. (a), Pfriem, Nadel, Spange; an. -; got. -; nndl. priem, Sb, Ahle; nisl. prjónn, M., Nadel, Stricknadel; GB.: vielleicht seit 1187/1189 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon früher entwickelte und verwendete Eisenspitze zu einem Bohren; BM.: streifen?, Spieß (M.) (1); F.: Pfriem, Pfriemes, Pfriems, Pfrieme, Pfriemen, Pfriemens+EW; Z.: Pfriem
Pfriem (2), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Pfriem (M.) (2), Ginster; ne. heather; Vw.: -; Hw.: s. Pfriem (1); Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. pfriem*, phriem, st. M., Pfriem, Pfriemen, Ahle, Pfriemenkraut, Ginster; mhd. pfrieme, prieme, phrieme, sw. M., Pfriem, Pflock, Pfriemen, Ahle, Pfriemenkraut, Ginster; mnd. prīm, M., Pfriem, kleines Stechwerkzeug, Ahle; mnd. prēm, preme, prēme, M., Pfriem, kleines Stechwerkzeug, Ahle; mnd. pfrimme, F., Besenginster; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *preuna-, *preunaz, st. M. (a), Pfriem, Ahle?; vielleicht von idg. *bʰreuk̑-, V., streichen, streifen, Pokorny 170? (285/118) (RB. idg. aus ill.?, kelt.?, balt., slaw.?); oder von idg. *gᵘ̯eru-, *gᵘ̯erHu-, Sb., Stange, Spieß (M.) (1), Pokorny 479 (700/22) (RB. idg. aus iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfriem 2; GB.: vielleicht seit 1187/1189 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen in vielen Arten vorkommenden und besonders auf trockenen Böden wachsenden und grüne dornige Zweige habenden und vorwiegend gelb blühenden Strauch; BM.: streifen?, Spieß (M.) (1); F.: Pfriem, Pfriemes, Pfriems, Pfrieme, Pfriemen+EW; Z.: Pfrie-m
Pfriemen, nhd., M.: nhd. Pfriemen; Vw.: s. Pfriem (1)
Pfropf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pfropf, Öffnung fest verstopfende Masse, Stöpsel; ne. plug (N.), stopper; Vw.: -; Hw.: s. Pfropfen, Proppen; Q.: 18. Jh.; E.: s. ahd. pfropfa*, proba, sw. F. (n), Propfreis, Ableger, Setzling; lat. propāgo, F., Ableger, Setzling, Sprössling, Kind, Geschlecht, Nachkommenschaft; s. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW 13, 1796, EWD s. u. Pfropf(en), Duden s. u. Pfropf; Son.: vgl. nndl. prop, Sb., Pfropfen; nschw. propp, Sb., Pfropfen; nnorw. propp, M., Pfropfen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen zylinderförmigen oder kegelförmigen Gegenstand aus einem weicheren Material zu dem Verschließen einer Öffnung; BM.: vorwärts, festmachen; F.: Pfropf, Pfropfen+FW?+EW?; Z.: Pfro-pf
pfropfen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. propfen, ein Edelreis aufsetzen; ne. plug (V.), graft (V.); Vw.: -; Hw.: s. -; E.: mhd. phrophen, sw. V., pfropfen, veredeln; mnd. proppen, sw. V., stopfen, hineinstopfen, zustopfen, Feuerwaffen laden; mnl. proppen, sw. V., pfropfen?; ahd. pfropfōn*, phrophōn*, sw. V. (2), pfropfen, veredeln; lat. propāgināre, V., durch Senker fortpflanzen, fortpflanzen, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. pfropfen, Kluge s. u. pfropfen, DW 13, 1796, EWD s. u. pfropfen 2, EWAhd 6, 1489, Duden s. u. pfropfen, Bluhme s. u. pfropfen; Son.: vgl. nndl. proppen, V., propfen; ne. prop, V., sprießen; nschw. proppa, V., propfen; nnorw. proppe, V., propfen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Spross eines wertvolleren Gewächses (Edelreis) auf ein weniger wertvolles zu einer Veredelung aufsetzen; BM.: vorwärts, festmachen; F.: pfropfen (!), pfropfe (!), pfropfst, pfropft, pfropfest, pfropfet, pfropfte, pfropftest, pfropften, pfropftet, gepfropft, ##gepfropft, gepfropfte, gepfropftes, gepfropftem, gepfropften, gepfropfter##, pfropfend, ###pfropfend, pfropfende, pfropfendes, pfropfendem, pfropfenden, pfropfender###, pfropf (!)+FW+EW; Z.: pfro-pf-en
$pfropfen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pfropfen, eine Öffnung mit einem Pfropfen verschließen; Hw.: s. Propf; Q.: um 1800; L.: DW 13, 1797, EWD s. u. Pfropf(en); GB.: seit um 1800 belegte und aus Propf(en) und (en) Suff. gebildete Bezeichnung für eine Öffnung mit einem Pfropf(en) verschließen; F.: pfropfen (!), pfropfe (!), pfropfst, pfropft, pfropfest, pfropfet, pfropfte, pfropftest, pfropften, pfropftet, gepfropft, ##gepfropft, gepfropfte, gepfropftes, gepfropftem, gepfropften, gepfropfter##, pfropfend, ###pfropfend, pfropfende, pfropfendes, pfropfendem, pfropfenden, pfropfender###, pfropf (!)+FW?+EW?; Z.: pro-pf-en
Pfropfen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pfropfen, Öffnung fest verstopfende Masse, Stöpsel; ne. plug (N.), stopper; Vw.: -; Hw.: s. Pfropf, Proppen; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. lat. propāgo, F., Ableger, Setzling, Sprössling, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfropfen, Kluge s. u. Pfropfen, DW 13, 1796, EWD s. u. Pfropf(en), Duden s. u. Pfropfen, Bluhme s. u. Pfropf; Son.: vgl. nndl. prop, Sb., Pfropfen; nschw. propp, Sb., Pfropfen; nnorw. propp, M., Pfropfen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten kleinen zylinderförmigen oder kegelförmigen Gegenstand aus einem weicheren Material zu einem Verschließen einer Öffnung; BM.: vorwärts, festmachen; F.: Pfropfen, Pfropfens+FW?+E?; Z.: Pfro-pf-en
$Pfropfreis, nhd., N., (12./13. Jh.): nhd. Pfropfreis; E.: s. propf(en), s. Reis (N.); L.: DW 13, 1798, EWD s. u. pfropfen; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus propf(en) und Reis (N.) gebildete Bezeichnung (pfropfrīs*) für ein von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes zu dem Pfropfen bestimmtes oder gepfropftes Reis; F.: Pfropfreis, Pfropfreises, Pfropfreise, Pfropfreisen+FW+EW; Z.: Pfro-pf—rei-s
Pfründe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Pfründe, Präbende, Einkommen aus einem Kirchenamt; ne. prebend; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. pfrüende, pfruonde, phrüende, pfruonde, phruonde, st. F., Nahrung, Unterhalt; mhd. pruovende, st. F., Pfründe; mnd. prȫvende, prōvende, prōvente, prȫvene, prēvene, F., M., Präbende, Pfründe, Benefizium, Zuwendung, Spende in Naturalien oder Geld; mnl. provande, F., Vorrat, Proviant, Lebensunterhalt; ahd. pfruonta*, phruonta*, st. F. (ō), Pfründe, Lebensmittel, Nahrung, Aufwand, Getreideversorgung, Vorrat, Lebensunterhalt, Entgelt, Pfründe; as. pravendi*, st. F. (i?)?, Pfründe; lat. praebenda, F., zu Gewährendes; vgl. lat. praebēre, V., hinhalten, hinreichen, darreichen, geben, überlassen (V.), preisgeben; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfründe, Kluge s. u. Pfründe, DW 13, 1799, EWD s. u. Pfründe, EWAhd 6, 1494, Duden s. u. Pfründe, Bluhme s. u. Pfruende; Son.: vgl. afries. prōvenda, F., Lebensunterhalt für Geistliche; nndl. prove, Sb., Pfründe; frz. prébende, F., Pfründe; nschw. prebende, Sb., Pfründe; nnorw. prebende, M., Pfründe; kymr. prebend, M., Pfründe; GB.: (pfruonta) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung des Christentums mögliches Kirchenamt und das aus ihm gezogene Einkommen; BM.: vorwärts, fassen; F.: Pfründe, Pfründen+FW(+EW); Z.: Pfr-ünd-e
Pfuhl, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pfuhl, Tümpel; ne. puddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben); E.: mhd. pfuol, phuol, st. M., Pfuhl; mnd. pōl (1), poell, poyl, poll, pūl, M., Pfuhl, Lache, Pfütze, stehende Ansammlung von Flüssigkeit; mnl. poel, M., Pfuhl, Teich, Sumpf, stehendes Gewässer; ahd. pfuol*, phuol*, st. M. (a?, i?), Pfuhl, Sumpf, Morast, Suhle, Gosse; as. -; anfrk. puol, M., Teich, Pfuhl; germ. *pōla-, *pōlaz, st. M. (a), Pfuhl; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfuhl, Kluge s. u. Pfuhl, DW 13, 1804, EWD s. u. Pfuhl, EWAhd 6, 1505, Falk/Torp 218, Duden s. u. Pfuhl, Bluhme s. u. Pfuhl; Son.: vgl. afries. pōl, st. M. (a), Pfuhl; saterl. pol; ae. pōl, st. M. (a), Pfuhl; an. pollr, st. M. (a), runde Bucht, Teich; got. -; nnorw. pøl, M., Pfuhl; kyrm. pwull, M., Loch, Grube, Teich; GB.: seit 1140-1160 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche kleine Ansammlung von stehendem und deswegen leicht schmutzigem und fauligem Wasser (Tümpel); BM.: weiß bzw. glänzen; F.: Pfuhl, Pfuhles, Pfuhls, Pfuhle, Pfuhlen+EW; Z.: Pfuhl
Pfühl, nhd. (ält.), M., N., (8. Jh.): nhd. Pfühl, Polster, Kissen; ne. cushion (N.), pillow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pfulmen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfulwe, pfülwe, phulwe, phülwe, sw. M., Polster, Kissen, Federkissen, Pfühl; mnd. pȫl (1), pol, pȫle, poil, poll, pēl, pǖle, pule, M., Pfühl, dickes weich gefülltes Kissen, Polster, Bettpolster; mnl. poluwe, M., F., Federkissen, Unterkissen, Stoff der auf eine Wunde gelegt wird; ahd. pfuluwi*, phuluwi*, st. N. (ja), Pfühl, Kissen, Kopfkissen; ahd. pfuluwīn*, phuluwīn*, st. N. (a), Pfühl, Kissen, Kopfkissen; ahd. pfuluwīn*, phuluwīn*, pfuluwī*, pfuliwīn*, st. N. (a), Pfühl, Kissen, Kopfkissen, kleines Kissen; ahd. pfuluwo*, phuluwo*, pfuliwo*, phuliwo*, sw. M. (n), Pfühl, Kissen, Kopfkissen; as. *puli?, st. N. (ja), Kissen, Pfühl; germ. *pulw-, Sb., Pfühl; lat. pulvīnus, M., Kissen, Polster, (um 250-184 v. Chr.); Etymologie unklar, Walde/Hofmann 2, 388; L.: Kluge 1. A. s. u. Pfühl, Kluge s. u. Pfühl, DW 13, 1805, EWAhd 6, 1498, Duden s. u. Pfühl, Bluhme s. u. Pfuehl; Son.: vgl. afries. pele, pel, N. Pfühl, Kissen; ae. pylwe, pyle, pylu, st. M. (i), Pfühl, Kissen; ae. pylewer, Sb., Pfühl, Kissen, Kissenüberzug; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie unklare Bezeichnung für ein Kissen; BM.: ?; F.: Pfühl, Pfühles, Pfühls, Pfühle, Pfühlen+FW(+EW?); Z.: Pfühl
pfui, nhd., Interj., (13. Jh.): nhd. pfui, wäh; ne. fie!, yikes!, yuck!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Nibelungenlied); E.: s. mhd. pfiu, phiu, phī, fī, pfui, pfū, Interj., pfui; mnd. fī (1), phi, fīg, fīgh, Interj., pfui; mnd. pfū, phu, Interj., pfui; lautmalend, Lautgebärde; L.: Kluge s. u. pfui, DW 13, 1808, EWD s. u. pfui, Duden s. u. pfui; Son.: vgl. nndl. foei, Interj., pfui; frz. fi, Interj., pfui; nschw. fy, Interj., pfui; nnorw. fy, Interj., pfui; lat. fū, Interj., pfui; GB.: seit 13. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Ausruf des Abscheus oder Ekels; BM.: lautmalend; F.: pfui+EW; Z.: pfui
Pfulmen, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Pfulmen, Kopfkissen; ne. pillow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pfühl; Q.: 16. Jh.; E.: s. Pfühl; L.: Kluge s. u. Pfulmen, fehlt DW?, Duden s. u. Pfulmen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Kopfkissen; BM.: ?; F.: Pfulmen, Pfulmens+FW(+EW?); Z.: Pful-m-en
Pfund, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Pfund, bestimmtes Geldmaß; ne. pound (N.); Vw.: -; Hw.: s. pfundig; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfunt*, phunt, punt, st. N., Pfund, Gabe, Gewicht (N.) (1), Geldpfund; mnd. punt (1), půnt, pont, N., Pfund, Gewichtseinheit, ein Gewicht von wechselnder Größe, Handelsgewicht, Flüssigkeitsmaß; mnl. pont, pond, pondt, punt, N., eine Gewichtseinheit, eine Geldeinheit, einen Münzeinheit; ahd. pfunt, phunt, st. N. (a), Pfund, römisches Pfund, Gewicht (N.) (1); as. pund*, st. N. (a), Pfund; anfrk. punt, N., Pfund; germ. *pund-, Sb., Pfund, Gewicht (N.) (1)?; lat. pondus, M., Gewicht (N.) (1), Gleichgewicht; vgl. lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfund, Kluge s. u. Pfund, DW 13, 1810, EWD s. u. Pfund, EWAhd 6, 1502, Duden s. u. Pfund, Bluhme s. u. Pfund; Son.: vgl. afries. pund, st. N. (a), Pfund, Münzeinheit; ae. pund (1), st. N. (a), Pfund, Nößel; an. pund, st. N. (a), Pfund; got. pund, st. N. (a), Pfund; nndl. pond, Sb., Pfund; nschw. pund, N., Pfund; nnorw. pund, N., Pfund; kymr. pownd, M., Pfund; nir. punt, M., Pfund; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gewichtseinheit und. eine danach bestimmte Geldeinheit; BM.: hängen bzw. ziehen; F.: Pfund, Pfundes, Pfunds, Pfunde, Pfunden+FW(+EW?); Z.: Pfun-d
pfundig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. pfundig, gewichtig, prima, ausgezeichnet, hervorragend, großartig; ne. topnotch; Vw.: -; Hw.: s. Pfund; Q.: 20. Jh.; E.: von Pfund (s. d.) in der Bedeutung voll gewichtig; L.: Kluge s. u. pfundig, EWD s. u. Pfund, fehlt DW, Duden s. u. pfundig; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Pfund und ig gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen ausgezeichnet oder hervorragend oder großartig; BM.: hängen bzw. ziehen; F.: pfundig, pfundige, pfundiges, pfundigem, pfundigen, pfundiger(, pfundigere, pfundigeres, pfundigerem, pfundigeren, pfundigerer, pfundigst, pfundigste, pfundigstes, pfundigstem, pfundigsten, pfundigster)+FW+EW; Z.: pfun-d-ig
pfuschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pfuschen, schlecht arbeiten; ne. muddle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vielleicht lautmalender Herkunft, von einem pfutsch, futsch, Interj., kaputt; L.: Kluge 1. A. s. u. pfuschen, Kluge s. u. pfuschen, DW 13, 1814, EWD s. u. pfuschen, Duden s. u. pfuschen, Bluhme s. u. pfuschen; Son.: vgl. nschw. fuska, V., pfuschen; nnorw. fuske, V., pfuschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend zu futsch gebildete Bezeichnung für etwas handwerklich nicht sorgfältig und sachgerecht sondern nur schnell und oberflächlich ausführen oder machen und deswegen schlecht arbeiten; BM.: lautmalend?; F.: pfuschen, pfusche, pfuschst, pfuscht, pfuschest, pfuschet, pfuschte, pfuschtest, pfuschten, pfuschtet, gepfuscht, ##gepfuscht, gepfuschte, gepfuschtes, gepfuschtem, gepfuschten, gepfuschter##, pfuschend, ###pfuschend, pfuschende, pfuschendes, pfuschendem, pfuschenden, pfuschender###, pfusch (!) +EW; Z.: pfusch-en
$Pfuscher, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Pfuscher, Pfuschender; Vw.: s. Kur-; E.: s. pfusch(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. pfuschen, DW 13, 1815, EWD s. u. pfuschen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus pfusch(en) und er gebildete Bezeichnung für einen etwas handwerklich nicht sorgfältig und sachgerecht sondern nur schnell und oberflächlich ausführenden oder machenden Menschen F.: Pfuscher, Pfuschers, Pfuschern+EW; Z.: Pfusch-er
$Pfuscherei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pfuscherei, schlechte Arbeit; E.: s. Pfuscher, s. ei; L.: Kluge s. u. pfuschen, DW 13, 1815; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Pfuscher und ei gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Tätigkeit als Pfuscher; F.: Pfuscherei, Pfuschereien+EW; Z.: Pfusch-er-ei
pfusen, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. pfusen, schwer atmen, schlafen; ne. breathe hard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl Lautgebärde; letztlich von vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. pfusen, fehlt DW, Duden s. u. pfusen; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete und letztlich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung atmender Lebewesen mögliches schwer atmen; BM.: lautmalend bzw. schwellen; F.: pfusen, pfuse (!), pfusst, pfust, pfusest, pfuset, pfuste, pfustest, pfusten, pfustet, gepfust, ##gepfust, gepfuste, gepfustes, gepfustem, gepfusten, gepfuster##, pfusend, ###pfusend, pfusende, pfusendes, pfusendem, pfusenden, pfusender###, pfus (!)+EW; Z.: pfu-s-en
Pfütze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pfütze, Lache, kleine Wasserlache; ne. puddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. pfütze, phütze, pfutze, pütze, putze, pfuoze, puze, phutze*, st. F., sw. F., Brunnen, Zisterne, Lache (F.) (1), Pfütze, Kloake, Schmutz; mhd. bütze (1), st. M., st. F., „Pfütze“, Brunnen, Lache (F.) (1), Pfuhle, Grube; mnd. pütte, putte, pute, pot, pütten, M., F., Pfütze, Grube, Vertiefung, Wasserloch, Gosse, Mulde, Morast; mnl. putte, put, M., Pfütze, Grube, Graben (M.); ahd. pfuzzi, phuzzi, puzzi*, st. M. (ja), Brunnen, Grube, Wasserbehälter, Wassergrube, Pfuhl, Suhle; ahd. pfuzza*, phuzza*, puzza, st. F. (jō), Brunnen, Grube; as. -; anfrk. putte, st. M. (ja), Pfütze, Brunnen, Grube; germ. *puti-, Sb., Brunnen, Grube; lat. puteus, M., Graben (M.), Grube, Brunnen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pfütze, Kluge s. u. Pfütze, DW 13, 1817, EWD s. u. Pfütze, EWAhd 6, 1507, Duden s. u. Pfütze, Bluhme s. u. Pfuetze; Son.: vgl. afries. pett, pet, fries., M., Pfütze; saterl. put; ae. pytt, st. M. (a), Grube, Pütt, Grab, Loch, Höhle, Pfütze, Brunnen; an. pyttr, st. M. (a), Pfütze, Lache (F.) (1); got. -; nndl. put, Sb., Grube; ne. pit, N., Grube; nschw. puss, Sb., Pfütze?; nnorw. pytt, M., Pfütze; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleine Wasserlache; BM.: hauen; F.: Pfütze, Pfützen+FW(+EW); Z.: Pfü-tz-e
...phage, ...phag, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. ...phage, ...phag; ne. ...phagus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φαγεῖν (phagein), V., essen, fressen; idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl; Son.: vgl. nndl. ...faag, Suff., ...phag; frz. ...phage, Suff., ...phag; nschw. ...fag, Suff., ...phag; nnorw. ...fag, Suff., ...phag; poln. ...fag, Suff., ...phag; nir. ...fagas, Suff., ...phag; lit. ...fagas, Suff., ...phag; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von das Essen (N.) betreffenden Substantiven; BM.: essen; F.: ...phage, ...phag, ...phagen+FW; Z.: -phag-e
Phalanx, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Phalanx, geschlossene Schlachtreihe; ne. phalanx, phalange; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. phalanx; E.: s. lat. phalanx, F., Schlachtreihe, Schar (F.) (1), Phalanx, (um 50 v. Chr.); gr. φάλαγξ (phálanx), F., Walze, Rundholz, Phalanx; vgl. idg. *bʰeleg̑-, Sb., Vorsprung, Balken, Bohle, Pokorny 122; idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Phalanx, DW 13, 1820, EWD s. u. Phalanx, Duden s. u. Phalanx; Son.: vgl. nndl. falanx, Sb., Phalanx; frz. phalange, F., Phalanx; nschw. falang, Sb., Phalanx; nnorw. falanks, M., Phalanx; poln. falanga, F., Phalanx; kymr. ffalang, M., F., Phalanx; nir. falang, M., Phalanx; lit. falanga, F., Phalanx; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus mehreren Gliedern bestehende und dichtgeschlossene lineare Kampfformation (Schlachtreihe) schwerbewaffneter Fußtruppen; BM.: Balken; F.: Phalanx, Phalangen+FW; Z.: Phal-anx
$phallisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. phallisch, das männliche Glied betreffend; E.: s. Phall(us), s. isch; L.: Kluge s. u. Phallus, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Phall(us) und isch gebildete Bezeichnung für das männliche Glied betreffend; F.: phallisch, phallische, phallisches, phallischem, phallischen, phallischer(, phallischere, phallischeres, phallischerem, phallischeren, phallischerer, phallischst, phallischste, phallischstes, phallischstem, phallischsten, phallischster)+FW+EW; Z.: phal-l-isch
Phallus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Phallus, erigierter Penis, erigiertes männliches Glied; ne. phallus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. phallus; E.: s. lat. phallus, M., Phallus, (297-310 n. Chr.); gr. φαλλός (phallós), M., Phallus, Holzpfahl; vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Phallus, EWD s. u. Phallus, Duden s. u. Phallus; Son.: vgl. nndl. fallus, Sb., Phallus; frz. phallus, M., Phallus; nschw. fallos, Sb., Phallus; nnorw. fallos, M., Phallus; poln. fallus, M., Phallus; kymr. ffalws, M., Phallus; lit. falas, M., Phallus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das erigierte männliche Glied; BM.: aufschwellen; F.: Phallus, Phalli, Phallen+FW; Z.: Phal-l-us
Phänomen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Phänomen, Erscheinung, Ungewöhnliches; ne. phenomenon; Vw.: -; Hw.: s. phänomenal; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. phaenomenon; E.: s. lat. phaenomenon, N., Erscheinung, Lufterscheinung, (um 400 n. Chr.); vgl. gr. φαινόμενον (phainómenon), N., Erscheinung; vgl. gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phänomen, DW 13, 1821, EWD s. u. Phänomen, Duden s. u. Phänomen; Son.: vgl. nndl. fenomeen, Sb., Phänomen; frz. phénomène, M., Phänomen; nschw. fenomen, N., Phänomen; nnorw. fenomen, N., Phänomen; poln. fenomen, M., Phänomen; kymr. ffenomen, F., Phänomen; kymr. ffenomenon, M., Phänomen; nir. feiniméan, M., Phänomen; lit. fenomenas, M., Phänomen; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Erscheinung; BM.: glänzen; F.: Phänomen, Phänomens, Phänomene, Phänomenen+FW; Z.: Phä-n-om-en
phänomenal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. phänomenal, außerordentlich, fabelhaft, bewundernswert, einzigartig; ne. phenomenal; Vw.: -; Hw.: s. Phänomen; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw frz. phénoménal; E.: s. frz. phénoménal, Adj., phänomenal; vgl. frz. phénomène, M., Phänomen; lat. phaenomenon, N., Erscheinung, Lufterscheinung, (um 400 n. Chr.); vgl. gr. φαινόμενον (phainómenon), N., Erscheinung; vgl. gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phänomen, EWD s. u. Phänomen, Duden s. u. phänomenal; Son.: vgl. nndl. fenomenaal, Adj., phänomenal; nschw. fenomenal, Adj., phänomenal; nnorw. feonomenal, Adj., phänomenal; poln. fenomenalny, Adj., phänomenal; kymr. ffenomenaidd, Adj., phänomenal; nir. feiniméanach, Adj., phänomenal; lit. fenomenalus, Adj., phänomenal; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für außerordentlich oder fabelhaft oder bewundernswert oder einzigartig; BM.: glänzen; F.: phänomenal, phänomenale, phänomenales, phänomenalem, phänomenalen, phänomenaler(, phänomenalere, phänomenaleres, phänomenalerem, phänomenaleren, phänomenalerer, phänomenalst, phänomenalste, phänomenalstes, phänomenalstem, phänomenalsten, phänomenalster)+FW(+EW); Z.: phä-n-om-en-al
Phantasie, nhd., F.: nhd. Phantasie; Vw.: s. Fantasie
phantasieren, nhd., sw. V.: nhd. phantasieren; Vw.: s. fantasieren
Phantast, nhd., M.: nhd. Phantast; Vw.: s. Fantast
phantastisch, nhd., Adj.: nhd. phantastisch; Vw.: s. fantastisch
Phantom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Phantom, Einbildung, Hirngespinst, unwirkliche Erscheinung; ne. phantom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. fantôme; E.: s. frz. fantôme, M., Phantom; lat. phantasma, F., Erscheinung, Gespenst, Vorstellung, (23/24-79 n. Chr.); gr. φάντασμα (phántasma), F., Erscheinung, Vorstellung, Traumgesicht; vgl. gr. φαντάζεσθαι (phantázesthai), V., erscheinen, sichtbar werden; gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phantom DW 13, 1825, EWD s. u. Phantom, Duden s. u. Phantom; Son.: vgl. nndl. fantoom, Sb., Phantom; nschw. fantom, Sb., Phantom; nnorw. fantom, N., Phantom; poln. fantom, M., Phantom; lit. fantomas, M., Phantom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche unwirkliche Erscheinung; BM.: glänzen; F.: Phantom, Phantoms, Phantome, Phantomen+FW(+EW); Z.: Pha-n-t-om
Pharao, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pharao, ägyptischer König; ne. pharaoh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: ahd. pharao*, M., Pharao; lat. Pharao, M., Pharao; gr. Φαραώ (Pharaó), M., Pharao; ägypt. parōh, Sb., Pharao, großes Haus; L.: DW 13, 1826, Duden s. u. Pharao; Son.: vgl. nndl. farao, Sb., Pharao; frz. pharaon, M., Pharao; nschw. farao, Sb., Pharao; nnorw. farao, M., Pharao; poln. faraon, M., Pharao; kymr. pharo, M., Pharao; nir. fáró, M., Pharao; lit. faraonas, M., Pharao; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den Titel der Könige Ägyptens des Altertums; BM.: großes Haus; F.: Pharao, Pharaos, Pharaonen+FW; Z.: Pharao
Pharisäer, nhd., M., (8 Jh.?): nhd. Pharisäer, Heuchler; ne. Pharisee, hypocrite; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. phariseus, pharisēus, M., Pharisäer; mnd. pharisēer, pharisēære*?, M., Pharisäer, scheinheiliger Mensch; ahd. pharisāri*, st. M. (ja), Pharisäer (Sg.); s. lat. Pharisaeus, M., Pharisäer (Sg.); gr. Φαρισαῖοι (Pharisaioi), M. Pl., Pharisäer (Pl.); aram. p’rīshayā, M. Pl., Pharisäier (Pl.); hebr. pārūsh, M., Separatist, Abgesonderter, Spalter; L.: Kluge s. u. Pharisäer, fehlt DW, EWD s. u. Pharisäer, Duden s. u. Pharisäer; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Aramäischen und Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Heuchler oder selbstgerechten heuchlerischen Menschen oder spaltenden Menschen; BM.: PN aus dem Neuen Testament; F.: Pharisäer, Pharisäers, Pharisäern+FW(+EW); Z.: Pharis-ä-er
$pharisäisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. pharisäisch, heuchlerisch, spalterisch; Q.: 1520 (Luther); E.: s. Pharisä(er), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pharisäer; GB.: seit 1520 (Luther) belegte und aus Pharisä(er) und isch gebildete Bezeichnung für heuchlerisch oder spalterisch; F.: pharisäisch, pharisäische, pharisäisches, pharisäischem, pharisäischen, pharisäischer+FW(+EW); Z.: pharis-ä-isch
Pharmazeut, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pharmazeut, Hersteller von Arzneimitteln, Apotheker; ne. pharmacist; Vw.: -; Hw.: s. Pharmazie, pharmazeutisch; Q.: um 1800; I.: Lw. gr. φαρμακευτής (pharmakeutḗs); E.: s. gr. φαρμακευτής (pharmakeutḗs), M., Hersteller von Arzneimitteln, Giftmischer; vgl. gr. φαρμακεύειν (pharmakeúein), V., Heilmitteln anwenden, Zaubermittel anwenden, bezaubern, vergiften; gr. φάρμακον (phármakon), N., Zaubermittel, Heilmittel; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pharmazie, fehlt DW, EWD s. u. Pharmazie, Duden s. u. Pharmazeut; Son.: vgl. nndl. farmaceut, Sb., Pharmazeut; frz. pharmacien, M., Pharmazeut; nschw. farmaceut, Sb., Pharamezeut; nnorw. farmasøyt, M., Pharmazeut; lit. farmacininkas, M., Pharmazeut; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Hersteller von Arzneimitteln oder Apotheker; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Pharmazeut, Pharmazeuten+FW(+EW); Z.: Phar-m-az-eut
pharmazeutisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pharmazeutisch, Pharmazeut betreffend, Pharmazie betreffend, Arzneimittel betreffend; ne. pharmaceutical, pharmaceutic; Vw.: -; Hw.: s. Pharmazie, Pharmazeut; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. pharmaceuticus; E.: s. Pharmazeut, s. isch, s. lat. pharmaceuticus, Adj., zu den Arzneimitteln gehörig, pharmazeutisch, (5. Jh. n. Chr.); gr. φαρμακευτικός (pharmakeutikós), Adj., die Arzneibereitung betreffend; vgl. gr. φάρμακον (phármakon), N., Zaubermittel, Heilmittel; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pharmazie, fehlt DW, EWD s. u. Pharmazie, Duden s. u. pharmazeutisch; Son.: vgl. nndl. farmaceutisch, Adj., pharamzeutisch; frz. pharmaceutique, Adj., pharamzeutisch; nschw. farmaceutisk, Adj., pharamzeutisch; nnorw. farmasøytisk, Adj., pharamzeutisch; poln. faramceutyczny, Adj., pharamzeutisch; lit. farmacijos, Adj., pharmazeutisch; GB.: seit um 1800 belegte und aus Pharmazeut und isch gebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Pharmazeut betreffend oder Pharmazie betreffend oder Arzneimittel betreffend; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: pharmazeutisch, pharmazeutische, pharmazeutisches, pharmazeutischem, pharmazeutischen, pharmazeutischer+FW(+EW); Z.: phar-m-az-eut-isch
Pharmazie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pharmazie, Lehre von den Arzneimitteln; ne. pharmacy; Vw.: -; Hw.: s. Pharmazeut, pharmazeutisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. pharmacia; E.: s. lat. pharmacia, F. Medikamentenkunde, Giftmischerei; gr. φαρμακεία (pharmakeía), F., Gebrauch von Heilmitteln, Gebrauch von Arznei, Giftmischerei, Zauberei; vgl. gr. φάρμακον (phármakon), N., Zaubermittel, Heilmittel; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pharmazie, EWD s. u. Pharmazie, Duden s. u. Pharmazie; Son.: vgl. nndl. farmacie, Sb., Pharmazie; frz. pharmacie, F., Pharmazie; nschw. farmaci, Sb., Pharmazie; nnorw. farmasi, M., Pharmazie; poln. farmacja, F., Pharmazie; lit. farmacija, F., Pharmazie; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von den Arzneimitteln und später die Wissenschaft von den Arzneimitteln; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Pharmazie+FW(+EW); Z.: Phar-m-az-ie
Phase, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Phase, Abschnitt, Stufe; ne. phase; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. phase; E.: s. frz. phase, F., Phase, Abschnitt; gr. φάσις (phásis), F., Anzeige, Anzeichen, Erscheinung, Aufgang eines Gestirns, Rede, Gerücht; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.) und idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phase, DW 13, 1826, EWD s. u. Phase, Duden s. u. Phase; Son.: vgl. nndl. fase, Sb., Phase; frz. phase, F., Phase; nschw. fas, Sb., Phase; nnorw. fase, M., Phase; poln. faza, F., Phase; lit. fazė, F., Phase; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Abschnitt oder eine Stufe innerhalb einer stetig verlaufenden Entwicklung oder eines Ablaufs; BM.: glänzen, sprechen; F.: Phase, Phasen+FW; Z.: Pha-s-e
...phase, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. ...phase; ne. ...phasis; Vw.: Em-; Hw.: s. ...phasie, ...phatisch; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φάσις (phásis), F., Anzeige, Anzeichen, Erscheinung, Aufgang eines Gestirns, Rede, Gerücht; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.) und idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...faze, Suff., ...hase; nschw. ...fas, Suff., ...hase; nnorw. ...fase, Suff., ...hase; poln. ...faza, Suff., ...hase; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: glänzen, sprechen; F.: ...phase, ...phasen+FW(+EW); Z.: -pha-s-e
...phasie, nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. ...phasie; ne. ...phasia; Vw.: s. A-; Hw.: s. ...phase, ...phatisch; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φάσις (phásis), F., Anzeige, Anzeichen, Erscheinung, Aufgang eines Gestirns, Rede, Gerücht; vgl. idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.) und idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...fasie, Suff., ...phasie; frz. ...phasie, Suff., ...phasie; nschw. ...fasi, Suff., ...phasie; nnorw. ...fasi, Suff., ...phasie; poln. ...fazja, Suff., ...phasie; kymr. ...fasia, Suff., ...phasie; nir. ...fáise, Suff., ...phasie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: glänzen, sprechen; F.: ...phasie, ...phasien+FW(+EW); Z.: -pha-s-ie
...phatisch, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. ...phatisch; ne. ...phatic; Vw.: em-; Hw.: s. ...phase, ...phasie; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φαίνειν (phaínein), V., ans Licht bringen, zeigen, verkünden; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...phatisch, Suff., ...phatisch; frz. ...phatique, Suff., ...phatisch; nschw. ...fatisk, Suff., ...phatisch; nnorw. ...fatisk, Suff., ...phatisch; poln. ...fatyczny, Suff., ...phatisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und isch gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven; BM.: glänzen; F.: ...phatisch, ...phatische, ...phatisches, ...phatischem, ...phatischen, ...phatischer(, ...phatischere, ...phatischeres, ...phatischerem, ...phatischeren, ...phatischerer, ...phatischst, ...phatischste, ...phatischstes, ...phatischstem, ...phatischsten, ...phatischster)+FW(+EW); Z.: -pha-t-isch
...pher (1), nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...pher; ne. ...pher, ...phora; Vw.: s. Ana-, Meta-; Hw.: s. ...pher (2); Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ...φορά (phorá), Suff., ...pher; vgl. gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...foor, Suff., ...pher; frz. ...phore, Suff., ...pher; nschw. ...for, Suff., ...pher; nnorw. ...for, Suff., ...pher; poln. ...fora, Suff., ...pher; kymr. ...ffor, Suff., ...pher; nir. ...far, Suff., ...pher; lit. ...fora, Suff., ...pher; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: tragen; F.: ...pher, ...phern+FW; Z.: -pher
...pher (2), nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. ...pher; ne. ...pheral; Vw.: s. peri-; Hw.: s. ...pher (1); Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Son.: vgl. frz. ...phérique, Suff., ...pher; nschw. ...fer, Suff., ...pher; nnorw. ...fer, Suff., ...pher; kymr. ...fferol, Suff., ...pher; lit. ...ferinis, Suff., ...pher; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven; BM.: tragen; F.: ...pher, ...phere, ...pheres, ...pherem, ...pheren, ...pherer+FW; Z.: -pher
Pheromon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pheromon, ein Duftstoff, ein Wirkstoff, ein Botenstoff; ne. pheromone; Vw.: -; Hw.: s. Hormon; Q.: 1959; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. ὁρμᾶν (horman), V., in Bewegung setzen, Angriff erregen, antreiben, aufbrechen; vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pheromon; Son.: vgl. nndl. feromoon, Sb., Pheromon; frz. phéromone, F., Pheromon; nschw. feromon, N., Pheromon; nnorw. feromon, N., Pheromon; kymr. fferomon, M., Pheromon; nir. fearamón, M.?, Pheromon; poln. feromon, M., Pheromon; lit. feromonas, M., Pheromon; GB.: seit 1959 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von einem Lebewesen wie beispielsweise einer Ameise oder einer Bienenkönigin oder einem Meeresborstenwurm oder einem Seidenspinner abgegebenen Duftstoff oder Wirkstoff oder Botenstoff mit Einfluss auf andere Lebewesen der gleichen Art; BM.: tragen, strömen; F.: Pheromon, Pheromons, Pheromones, Pheromone, Pheromonen+FW; Z.: Pher—o-m-on
Phi, nhd., N.: nhd. Phi, einundzwanzigstes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. phi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. phī, gr. φῖ (phi); E.: s. lat. phī, Sb., Phi, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. φῖ (phi), N., Phi; s. Hebr. Pe; L.: fehlt DW, Duden s. u. Phi; Son.: nndl. phi, Sb., Phi; frz. phi, M., Phi; nschw. fi, phei, N., Phi; nnorw. phi, M., Phi; kymr. ffi, F., Phi; nir. fí, M.?, Phi; poln. phi, F.?, Phi; lit. fi, Sb., Phi; GB.: aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den einundzwanzigsten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Phi, Phis+FW; Z.: Phi
phil..., philo..., nhd., Partikel, (12. Jh.): nhd. phil…, philo…; ne. phil…, philo…; Vw.: s. -anthrop, -atelie, -harmonisch, -osophie, -osoph, -osophie, -osophieren, -osophisch; Hw.: s. ...phil, ...philie; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. gr. φίλος (phílos; E.: s. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. fil…, filo…, Präf., phil…, philo…; frz. phil…, philo…, Präf., phil…, philo…; nschw. fil…, filo…, Präf., phil…, philo…; nnorw. fil…, filo…, Präf., phil…, philo…; poln. fil…, filo…, Präf., phil…, philo…; kymr. ffil…, ffilo…, Präf., phil…, philo…; nir. feal…, fiol…, Präf., phil…, philo…; lit. fil…, filo…, Präf., phil…, philo…; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Wörtern für eine freundliche oder liebe Beziehung; BM.: freundlich bzw. lieb; F.: phil…, philo…+FW; Z.: phil-
…phil, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. …phil, liebend; ne. …philic; Vw.: s. pädo-; Hw.: s. phil..., ...philie; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. φίλος (phílos); E.: s. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. -phil-, fehlt DW, EWD s. u. phil-, Duden s. u. -phil; Son.: s. homophil, pädophil; vgl. nndl. …fiel, Suff., …phil; frz. …phile, Suff., …phil; nschw. …fil, Suff., …phil; nnorw. …fil, Suff., …phil; poln. …filny, Suff., …phil; poln. …filski, Suff., …phil; GB.: vielleicht seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe für freundlich oder lieb verwendete Bezeichnung; BM.: freundlich bzw. lieb; F.: ...phil, ...phile, ...philes, ...philem, ...philen, ...philer(, ...philere, ...phileres, ...philerem, ...phileren, ...philerer, ...philst, ...philste, ...philstes, ...philstem, ...philsten, ...philster)+FW(+EW); Z.: -phil
Philanthrop, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Philanthrop, Menschenfreund; ne. philanthropist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. philanthrōpos; E.: s. mlat. philanthrōpos (2), M., filantrōpos, filantrōpus, M., Menschenfreund; gr. φιλάνθρωπος (philánthrōpos), M., Menschenfreund; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. ἄνθρωπος (ánthrōpos), M., Mensch; weitere Herkunft ungeklärt, s. Frisk 1, 111, vielleicht als *ἀνθρο-ωπος (anthro-ōpos), Adj., mit bärtigem Gesicht aus idg. *andʰer-, *n̥dʰer-, Sb., Spitze, Stängel, Stengel, Pokorny 41?; L.: Kluge s. u. Philanthrop, fehlt DW, Duden s. u. Philanthrop; Son.: vgl. nndl. filantroop, Sb., Philanthrop; frz. philanthrope, M., Philanthrop; nschw. filantrop, Sb., Philanthrop; nnorw. filantrop, M., Philanthrop; poln. filantrop, M., Philanthrop; lit. filantropas, M., Philantrop; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft teilweise unklare Bezeichnung für einen Menschenfreund; BM.: freundlich, Mensch; F.: Philanthrop, Philanthropen+FW; Z.: Phil-anthr-op
Philatelie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Philatelie, Briefmarkenkunde; ne. philately; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. philatélie; E.: s. frz. philatélie, F., Philatelie; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. ἀτέλεια (atéleia), F., Freiheit von Abgaben und Leistungen; gr. ἀτελής (atelḗs), Adj., frei von Abgaben seiend, abgabenfrei; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. τέλος (télos) (2), M.?, Zahlung, Abgabe, Steuer (F.), Ausgabe, Ende; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Philatelie, fehlt DW, EWD s. u. Philatelie, Duden s. u. Philatelie; Son.: vgl. nndl. filatelie, Sb., Philatelie; nschw. filateli, Sb., Philatelie; nnorw. filateli, M., Philatelie; poln. filatelistyka, F., Philatelie; kymr. ffilateleg, F., Philatelie; lit. filatelija, F., Philatelie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar in Teilen aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen in Zusammenhang mit der Entwicklung des gesicherten Nachrichtenversands entwickelte und verwendete Briefmarkenkunde; BM.: freundlich, nicht, Zahlung; F.: Philatelie+FW(+EW?); Z.: Phil-a-tel-ie
$Philatelist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Philatelist, Briefmarkenkenner, Briefmarkensammler; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. philatéliste; E.: s. Philatel(ie), s. ist; L.: EWD s. u. Philatelie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Philatel(ie) und ist gebildete (und mittelbar in Teilen aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare) Bezeichnung für seit dieser Zeit in Zusammenhang mit der Entwicklung des gesicherten Nachrichtenversands entwickelten Briefmarkenkenner und Briefmarkensammler; F.: Philatelist, Philatelisten+FW+EW; Z.: Phil-a-tel-ist
$Philharmonie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Philharmonie, Liebe zu Übereinstimmung, philharmonisches Orchester; E.: s. philharmon(isch), s. ie; L.: Kluge s. u. philharmonisch, fehlt DW, EWD s. u. philharmonisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für Liebe zu Übereinstimmung oder philharmonisches Orchester; F.: Philharmonie, Philharmonien+FW(+EW); Z.: Phil-har-m-on-ie
$Philharmoniker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Philharmoniker, Anhänger oder Mitglied eines philharmonischen Orchesters; Q.: 1786 (Goethe); E.: s. Philharmon(ie), s. ik (Suff.), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. philharmonisch; GB.: seit 1786 belegte und aus Philharmon(ie) und ik (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger oder ein Mitglied von Philharmonie oder eines philharmonischen Orchesters; F.: Philharmoniker, Philharmonikers, Philharmonikern+FW(+EW); Z.: Phil-har-m-on-ik-er
philharmonisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. philharmonisch, Philharmonie betreffend; ne. philharmonic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. philharmonique; E.: s. frz. philharmonique, Adj., philharmonisch; gebildet zu gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. ἁρμονία (harmonia), F., Verbindung, Fügung; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. philharmonisch, fehlt DW, EWD s. u. philharmonisch, Duden s. u. philharmonisch; Son.: vgl. nndl. filharmonisch, Adj., philharmonisch; nschw. filharmonisk, Adj., philharmonisch; nnorw. filharmonisk, Adj., philharmonisch; poln. filharmoniczny, Adj., philharmonisch; poln. filharmonijny, Adj., philharmonisch; kymr. ffilharmonig, Adj., philharmonisch; nir. fiolarmónach, Adj., philharmonisch; lit. filharmonijos, Adj., philharmonisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Philharmonie oder ein philharmonisches Orchester betreffend; BM.: freundlich, fügen; F.: philharmonisch, philharmonische, philharmonisches, philharmonischem, philharmonischen, philharmonischer+FW(+EW); Z.: phil-har-m-on-isch
…philie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. …philie; ne. ...philia; Vw.: s. Nekro-; Hw.: s. ...phil, phil...; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...filie, Suff., ...philie; frz. ...philie, Suff., ...philie; nschw. ...fili, Suff., ...philie; nnorw. ...fili, Suff., ...philie; poln. ...filia, Suff., ...philie; lit. ...filija, Suff., ...philie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von die Neigung zu etwas betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: freundlich bzw. lieb; F.: ...philie+FW(+EW); Z.: -phil-ie
Philippika, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Philippika, leidenschaftliche Rede; ne. philippic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: entlehnt von gr. (τὰ) Φιλιππικά ([tà] Philippiká), nach den Kampfreden des Demosthenes gegen König Philipp von Makedonien (etwa 382-336 v. Chr.); vgl. gr. Φίλιππος (Philippos), M.=PN, Philippus; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. ἵππος (híppos), M., Pferd; idg. *ek̑u̯os, *h₁ék̑u̯os, M., Pferd, Pokorny 301 (444/25) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Philippika, fehlt DW, Duden s. u. Philippika; Son.: vgl. nndl. filippica, Sb., Philippika; frz. philippique, M., Philippika; nschw. filippik, Sb., Philippika; poln. Filipika, Sb., Philippika; nir. filipicí, M. Pl., philippische Reden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Sprache möglichen von Menschen gehaltene leidenschaftliche Rede; BM.: PN als Empfänger von Kampfreden; F.: Philippika, Philippiken+FW; Z.: Phi-ipp-ik-a
Philister, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Philister, Spießbürger; ne. philistine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Philistīnus; E.: s. lat. Philistīnus, M., Philister, (390-406 n. Chr.); hebr. pelistīm, M. Pl., Philister; L.: Kluge s. u. Philister, DW 13, 1826, EWD s. u. Philister, Duden s. u. Philister; Son.: vgl. nndl. filister, Sb., Philister; frz. philistine, M., Philister; nschw. filister, Sb., Philister; nnorw. filister, Sb., Philister; poln. filister, M., Philister; kymr. philistiad, M., Philister; nir. filistíneach, M., Philister; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen kleinbürgerlich-engstirnigen Menschen oder Spießbürger; BM.: PN; F.: Philister, Philisters, Philistern+FW(+EW); Z.: Philist-er
$philiströs, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. philiströs, philisterhaft, spießbürgerlich; E.: s. Philist(e)r, s. ös; L.: DW 13, 1829, EWD s. u. Philister; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Philist(e)r und ös gebildete Bezeichnung für sich wie ein Philister verhaltend oder philisterhaft oder spießbürgerlich; F.: philiströs, philiströse, philiströses, philiströsem, philiströsen, philiströser+FW; Z.: philist-r-ös
philo…, nhd., Partikel: nhd. philo…; Vw.: s. phil…
Philodendron, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Philodendron, ein Aronstabgewächs; ne. philodendron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. δένδρον (déndron), N., Baum; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Philodendron; Son.: vgl. nndl. philodendron, Sb., Philodendron; frz. philodendron, M., Philodendron; nschw. philodendron, Sb., Philodendron; kymr. ffilodendron, F., Philodendron; nir. filidéandran, M.?, Philodendron; poln. filodendron, M., Philodendron; lit. filodendras, M., Philodendron; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und aus Tropenwäldern Amerikas kommende bis zu zwei Meter große Blattpflanze mit Luftwurzeln; BM.: lieb, Baum; F.: Philodendron, Philodendrons, Philodendren+FW; Z.: Phil-o—den-dr-on
$Philologe, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Philologe, Sprachgelehrter, Sprachwissenschaftler; E.: s. Philologie; L.: DW 13, 1829, EWD s. u. Philologie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Gelehrten (Sprachgelehrten) oder sprachkundigen Menschen oder Sprachwissenschaftler; F.: Philologe, Philologen+FW; Z.: Phil-o-log-e
Philologie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Philologie, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft; ne. philology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. philologia; E.: s. lat. philologia, Philologie, Liebe zu den Wissenschaften, Beschäftigung mit der Literatur, (81-43 v. Chr.); gr. φιλολογία (philología), F., Philologie, Liebe zum Sprechen; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; weitere Herkunft unklar; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Philologie, DW 13, 1829, EWD s. u. Philologie, Duden s. u. Philologie; Son.: vgl. nndl. filologie, Sb., Philologie; frz. philologie, F., Philologie; nschw. filologi, Sb., Philologie; nnorw. filologi, M., Philologie; poln. filologia, F., Philologie; kymr. ffiloleg, F., Philologie; lit. filologija, F., Philologie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise in der weiteren Herkunft unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen nach Entwicklung von Sprache ausgeübte sich mit der Erforschung von Texten in einer bestimmten Sprache beschäftigende Wissenschaft (Sprachwissenschaft); BM.: freundlich, sammeln; F.: Philologie, Philologien+FW(+EW?); Z.: Phil-o-log-ie
$philologisch, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. philologisch, Philologie betreffend, sprachwissenschaftlich; E.: s. Philolog(ie), s. isch; L.: Kluge s. u. Philologie, DW 13, 1829, EWD s. u. Philologie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Philolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Philologie mögliches Philologie betreffend oder sprachwissenschaftlich; F.: philologisch, philologische, philologisches, philologischem, philologischen, philologischer+FW(+EW); Z.: phil-o-log-isch
Philosoph, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Philosoph, Denker, Gelehrter; ne. philosopher; Vw.: -; Hw.: s. Philosophie, philosophieren, philosophisch; Q.: 1200-1210 (Parzifal); I.: Lw. lat. philosophus; E.: mhd. philosophe, sw. M., Philosoph, Gelehrter, Weltweiser; mnd. philosophīe (2), M., Philosoph, Gelehrter; lat. philosophus, M., Philosoph, (204-169 v. Chr.); gr. φιλόσοφος (philósophos), M., Philosoph; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Philosophie, DW 13, 1830, EWD s. u. Philosoph, Duden s. u. Philosoph; Son.: vgl. nndl. filosoof, Sb., Philosoph; frz. philosophe, M., Philosoph; nschw. filosof, Sb., Philosoph; nnorw. filosof, M., Philosoph; poln. filozof, M., Philosoph; lit. filosofas, M., Philosoph; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich mit Philosophie beschäftigenden Menschen oder einen Denker oder einen Gelehrten; BM.: freundlich, weise; F.: Philosoph, Philosophen+FW(+EW?); Z.: Phil-o-soph
Philosophie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Philosophie, Lehre über die Erkenntnis und die Wahrheit, Lehre über den Sinn des Lebens und des Wesens der Welt; ne. philosophy; Vw.: -; Hw.: s. Philosoph, philosophieren, philosophisch; Q.: 1338 (Hiob); E.: s. mhd. philosophīe, st. F., Philosophie, philosophischer Gegenstand; mnd. philosophīe (1), F., Philosophie, Gelehrsamkeit; lat. philosophia, F., Philosophie, (204-169 v. Chr.); gr. φιλοσοφία (philosophía), F., Philosophie; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Philosophie, DW 13, 1830, EWD s. u. Philosoph, Duden s. u. Philosophie; Son.: vgl. nndl. filosofie, Sb., Philosophie; frz. philosophie, F., Philosophie; nschw. filosofi, Sb., Philosophie; nnorw. filosofi, M., Philosophie; poln. filozofia, F., Philosophie; lit. filosofija, F., Philosophie; GB.: seit 1338 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für das nach Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliche Streben (N.) nach Erkenntnis über den Sinn des Lebens und des Wesens der Welt; BM.: freundlich, weise; F.: Philosophie, Philosophien+FW(+EW); Z.: Phil-o-soph-ie
philosophieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. philosophieren, nachdenken; ne. philosophise; Vw.: -; Hw.: s. Philosoph, Philosophie, philosophisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. philosophārī; E.: s. lat. philosophārī, V., philosophieren, der Weltweisheit obliegen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. philosophus, M., Philosoph; gr. φιλόσοφος (philósophos), M., Philosoph; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Philosophie, DW 13, 1831, EWD s. u. Philosoph, Duden s. u. philosophieren; Son.: vgl. nndl. filosoferen, V., philosophieren; frz. philosopher, V., philosophieren; nschw. filosofera, V., philosophieren; nnorw. filosofere, V., philosophieren; poln. filozofować, V., philosophieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für das wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliche (über philosophische Probleme) nachdenken und reden; BM.: freundlich, weise; F.: philosophieren, philosophiere, philosophierst, philosophiert, philosophierest, philosophieret, philosophierte, philosophiertest, philosophierten, philosophiertet, ##philosophiert, philosophierte, philosophiertes, philosophiertem, philosophierten, philosophierter##, philosophierend, ###philosophierend, philosophierende, philosophierendes, philosophierendem, philosophierenden, philosophierender###, philosophier (!)+FW(+EW); Z.: phil-o-sophi-ier-en
philosophisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. philosophisch, Philosophie betreffend, auf Nachdenken beruhend; ne. philosophic, philosophical; Vw.: -; Hw.: s. Philosoph, Philosophie, philosophieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. philosophicus; E.: s. lat. philosophicus, Adj., philosophisch, asketisch, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. philosophus, M., Philosoph; gr. φιλόσοφος (philósophos), M., Philosoph; vgl. gr. φίλος (phílos), Adj., M., freundlich, lieb, Freund; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Philosophie, DW 13, 1832, EWD s. u. Philosoph, Duden s. u. philosophisch; Son.: vgl. nndl. filosofisch, Adj., philosophisch; frz. philosophique, Adj., philosophisch; nschw. filosofisk, Adj., philosophisch; nnorw. filosofisk, Adj., philosophisch; poln. filozoficzny, Adj., philosophisch; kymr. ffilosoffaidd, Adj., philosophisch; lit. filosofinis, Adj., philosophisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft teilweise unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches Philosophie betreffend oder auf Nachdenken beruhend; BM.: freundlich, weise; F.: philosophisch, philosophische, philosophisches, philosophischem, philosophischen, philosophischer(, philosophischere, philosophischeres, philosophischerem, philosophischeren, philosophischerer, philosophischst, philosophischste, philosophischstes, philosophischstem, philosophischsten, philosophischster+FW+EW; Z.: phil-o-soph-isch
Phimose, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Phimose, Vorhautverengung; ne. phimosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. phīmōsis; E.: s. lat. phīmōsis, F., Zusammenziehen, Zusammendrängen, Knebeln, (14-37 n. Chr.); gr. φίμωσις (phímōsis), F., Verschnüren, Knebeln; vgl. gr. φιμοῦν (phimūn), V., mit einem Maulkorb verschließen, knebeln; gr. φιμός (phimós), M., Maulkorb, Knebel; idg. *bʰeiə-, *bʰei-, *bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117 (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Phimose; Son.: vgl. nndl. fimosis, Sb., Phimose; frz. phimosis, M., Phimose; kymr. ffimosis, M., Phimose; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete medizinische Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verengung der Penisvorhaut männlicher Kinder (Vorhautverengung); BM.: Knebel bzw. schlagen; F.: Phimose, Phimosen+FW(+EW); Z.: Phi-m-os-e
Phiole, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Phiole, kugelförmige Glasflasche mit langem Hals; ne. phial; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vīole (1), viole, fīole*, sw. F., Phiole; mnl. viole, F., Phiole; s. ahd. fiala, sw. F. (n), Schale (F.) (2), Becher, Schöpfgefäß; s. lat. phiala, F., Tasse, Schale (F.) (2), (23/24-79 n. Chr.); gr. φιάλη (phiálē), F., flaches Gefäß, Schüssel; technisches Lehnwort unbekannter Herkunft; L.: Kluge s. u. Phiole, DW 13, 1833, EWD s. u. Phiole, EWAhd 3, 199, Duden s. u. Phiole; Son.: vgl. nndl. fiool, Sb., Phiole; frz. fiole, F., Phiole; nschw. vial, Sb., Phiole; poln. fiolka, F., Phiole; kymr. ffiol, F., Phiole; GB.: (fiala) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie unbekannter Herkunft aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete kugelförmige Glasflasche mit langem Halse; BM.: flaches Gefäß; F.: Phiole, Phiolen+FW(+EW); Z.: Phiol-e
Phlegma, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Phlegma, unerschütterliche Ruhe; ne. phlegm, apathy; Vw.: -; Hw.: s. phlegmatisch, Phlegmatiker; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. fleuma, N., Phlegma; lat. phlegma, N., Schleim, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); gr. φλέγμα (phlégma), N., Brand, Hitze, Schleim; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. phlegmatisch, DW 13, 1833, EWD s. u. Phlegma, Duden s. u. Phlegma; Son.: vgl. nndl. flegma, Sb., Phlegma; frz. flegme, M., Phlegma; nschw. flegma, Sb., Phlegma; nnorw. flegma, N., Phlegma; poln. flegma, F., Phlegma; kymr. fflem, F., Phlegma; GB.: (fleuma) seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nur schwer zu erregende und zu irgendwelchen Aktivitäten zu bewegende Gemütsart oder unerschütterliche Ruhe; BM.: glänzen; F.: Phlegma, Phlegmas+FW(+EW?); Z.: Phle-g-m-a
Phlegmatiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Phlegmatiker, langsamer Mensch, schwerfälliger Mensch; ne. phlegmatic (M.); Vw.: -; Hw.: s. Phlegma, phlegmatisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. phlegmaticus; E.: s. mlat. phlegmaticus, M., Rotznase; vgl. lat. phlegmaticus, Adj., voll Schleim seiend, schleimig; gr. φλεγματικός (phlegmatikós), Adj., voll Schleim seiend, schleimig; vgl. gr. φλέγμα (phlégma), N., Brand, Hitze, Schleim; gr. φλέγειν (phlégein), V., brennen, flammen, leuchten; vgl. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. phlegmatisch, fehlt DW, EWD s. u. Phlegma, Duden s. u. Phlegmatiker; Son.: s. mhd. fleckmatikus, M., Phlegmatiker; vgl. nnorw. flegmatiker, M., Phlegmatiker; poln. flegmtayk, M., Phlegmatiker; lit. flegmatikas, M., Phlegmatiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen nur schwer zu Handlungen zu bewegenden Menschen; BM.: glänzen; F.: Phlegmatiker, Phlegmatikers, Phlegmatikern+FW(+EW?); Z.: Phle-g-m-at-ik-er
phlegmatisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. phlegmatisch, träge, schwerfällig, antriebslos; ne. phlegmatic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Phlegma, Phlegmatiker; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. phlegmaticus; E.: s. lat. phlegmaticus, Adj., voll Schleim seiend, schleimig, (um 400 n. Chr.); gr. φλεγματικός (phlegmatikós), Adj., voll Schleim seiend, schleimig; vgl. gr. φλέγμα (phlégma), N., Brand, Hitze, Schleim; gr. φλέγειν (phlégein), V., brennen, flammen, leuchten; vgl. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. phlegmatisch, fehlt DW, EWD s. u. Phlegma, Duden s. u. phlegmatisch; Son.: vgl. nndl. flegmatisch, Adj., phlegmatisch; frz. flegmatique, Adj., phlegmatisch; nschw. flegmatisk, Adj., phlegmatisch; nnorw. flegmatisk, Adj., phlegmatisch; poln. flegmatyczny, Adj., phlegmatisch; lit. flegmatiškas, Adj., phlegmatisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches träge oder schwerfällig oder antriebslos; BM.: glänzen; F.: phlegmatisch, phlegmatische, phlegmatisches, phlegmatischem, phlegmatischen, phlegmatischer(, phlegmatischere, phlegmatischeres, phlegmatischerem, phlegmatischeren, phlegmatischerer, phlegmatischst, phlegmatischste, phlegmatischstes, phlegmatischstem, phlegmatischsten, phlegmatischster)+FW+EW; Z.: phle-g-m-at-isch
Phlox, nhd., M., F., (18. Jh.): nhd. Phlox, Flammenblume; ne. phlox; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1737 (Linné); I.: Lw. lat. phlox, gr. φλόξ (phlóx).: E.: s. lat. phlox, F., eine Blume; s. gr. φλόξ (phlóx), F., Flamme, Brand, Feuer; vgl. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118; L.: Frisk 2, 1023; L.: fehlt DW, EWD s. u. Phlox, Duden s. u. Phlox; Son.: vgl. nndl. flox, Sb., Phlox; frz. phlox, Sb., Phlox; nschw. flox, Sb., Phlox; nnorw. floks, M., Phlox; kymr. floks, M., Phlox; kymr. fflocsen, F., Phlox; GB.: seit 1737 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche schmale und ganzrandige Blätter und rispenartige oder doldenähnliche Blütenstände habende Pflanze (Flammenblume); BM.: glänzen; F.: Phlox, Phloxes, Phloxe, Phloxen+FW; Z.: Phlox
$...phob, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. ...phob, fürchtend; E.: s. Phobie; L.: Kluge s. u. Phobie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und Phobie verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für fürchtend; F.: ...phob, ...phobe, ...phobes, ...phobem, ...phoben, ...phober(, ...phobere, ...phoberes, ...phoberem, ...phoberen, ...phoberer, ...phobst, ...phobste, ...phobstes, ...phobstem, ...phobsten, ...phobster)+FW; Z.: -phob
Phobie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Phobie, krankhafte Furcht, Angst; ne. phobia; Vw.: s. Agora-, Homo-, Klaustro-, Xeno-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: s. gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phobie, fehlt DW, EWD s. u. Phobie, Duden s. u. Phobie; Son.: vgl. nndl. fobie, Sb., Phobie; frz. phobie, F., Phobie; nschw. fobi, Sb., Phobie; nnorw. fobi, M., Phobie; poln. fobia, F., Phobie; kymr. ffobia, M., Phobie; nir. fóibe, F., Phobie; lit. fobija, F., Phobie; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht sachlich seit ihrer Entstehung empfundene krankhafte Furcht oder Angst vor bestimmten Gegebenheiten; BM.: davonlaufen; F.: Phobie, Phobien+FW(+EW); Z.: Phob-ie
...phobie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...phobie, ...angst; ne. ...phobia; Vw.: s. Agora-, Homo-, Klaustro-, Xeno-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...fobie, Suff., ...phobie; frz. ...phobie, Suff., ...phobie; nschw. ...fobi, Suff., ...phobie; nnorw. ...fobie, Suff., ...phobie; kymr. ...ffobia, Suff., ...phobie; nir. ...fóibe, Suff., ...phobie; poln. ...fobia, Suff., ...phobie; lit. ...fobija, Suff., ...phobie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von krankhafte Furcht oder Angst betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: davonlaufen; F.: ...phobie, ...phobien+FW(+EW?); Z.: phob-ie
$Phon, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Phon; E.: s. Phonem; L.: Kluge s. u. Phonem, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Phonem verbindbare Bezeichnung für eine Maßeinheit der subjektiv empfundenen Lautstärke eines Tones; F.: Phon, Phons+FW; Z.: Pho-n
phon..., nhd., Präf.: nhd. phon...; Vw.: s. phono...
…phon, ...fon, nhd., N., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...phon, sprachig, gesprochen; ne. …phone; Vw.: s. Grammo-, homo-, Saxo-; Hw.: s. Phonem, Phonetik, Phonologie, ...phonie, phono...; Q.: 19. Jh.?; E.: s. gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. -phon, fehlt DW, Duden s. u. -phon; Son.: s. frankophon; vgl. frz. …phone, Suff., …phon; poln. …foński, Suff., …phon; lit. …fonas, Suff., …phon; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für sprachig oder gesprochen; BM.: sprechen; F.: …phon, …phons, …phones, …phone, …phonen, …phonem, …phoner+FW(+EW?); Z.: -pho-n
Phonem, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Phonem, Lauteinheit; ne. phoneme; Vw.: -; Hw.: s. …phon, Phonetik, Phonologie; Q.: 1920-1930; I.: Lw. frz. phonème; E.: s. frz. phonème, M., Phonem; 1873 gebildet zu gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phonem, fehlt DW, EWD s. u. Phonetik, Duden s. u. Phonem; Son.: vgl. nndl. foneem, Sb., Phonem; nschw. fonem, N., Phonem; nnorw. fonem, N., Phonem; poln. fonem, M., Phonem; kymr. ffonem, M., F., Phonem; nir. fóinéim, M., Phonem; lit. fonema, F., Phonem; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine strukturelle Lauteinheit wie beispielsweise b in Bein oder p in Pein; BM.: sprechen; F.: Phonem, Phonems, Phonemes, Phoneme, Phonemen+FW(+EW?); Z.: Pho-n-em
Phonetik, Fonetik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Phonetik, Wissenschaft von den sprachlichen Lauten; ne. phonetics; Vw.: -; Hw.: s. Phonem, …phon, Phonologie; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φωνητικός (phōnētikós), Adj., zur Stimme gehörig; vgl. gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Phonetik, fehlt DW, EWD s. u. Phonetik, Duden s. u. Phonetik; Son.: vgl. nndl. fonetiek, Sb., Phonetik; frz. phonétique, F., Phonetik; nschw. fonetik, Sb., Phonetik; nnorw. fonetikk, M., Phonetik; poln. fonetyka, F., Phonetik; lit. fonetika, F., Phonetik; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen entwickelte Lautlehre oder Wissenschaft von den sprachlichen Lauten; BM.: sprechen; F.: Phonetik, Fonetik+FW(+EW); Z.: Pho-n-et-ik
$phonetisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. phonetisch, lautlich, Phonetik betreffend; E.: s. Phonet(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Phonetik, EWD s. u. Phonetik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Phonet(ik) und isch gebildete Bezeichnung für lautlich oder Phonetik betreffend; F.: phonetisch, phonetische, phonetisches, phonetischem, phonetischen, phonetischer+FW+EW; Z.: pho-n-et-isch
...phonie, ...fonie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...phonie, ...fonie; ne. ...phony; Vw.: s. Kako-, Poly-, Sym-; Hw.: s. ...phon, phono...; Q.: 13. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...fonie, Suff., ...phonie, ...fonie; frz. ...phonie, Suff., ...phonie, ...fonie; nschw. ...foni, Suff., ...phonie, ...fonie; nnorw. ...foni, Suff., ...phonie, ...fonie; poln. ...fonia, Suff., ...phonie, ...fonie; kymr. ...ffoni, Suff., ...phonie, ...fonie; lit. ...fonija, Suff., ...phonie, ...fonie; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von (den) Klang betreffenden Substantiven; BM.: sprechen; F.: ...phonie, ...phonien, ...fonie, ...fonien+FW(+EW); Z.: -pho-n-ie
Phönix, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Phönix, ein mythischer Vogel; ne. phoenix; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. fēnix, fēnīs, st. M., Phönix; mnd. Fēnix, fēnix, M., Phönix; lat. Phoenīx, M., Phönix; gr. Φοίνιξ (Phoínix), M., Phönix; weitere Herkunft unbekannt, Frisk 2, 1032; vielleicht von gr. φοινός (phoinós), Adj., rot, weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Phönix, DW 13, 1833, Duden s. u. Phönix; Son.: vgl. nndl. feniks, Sb., Phönix; frz. phénix, M., Phönix; nschw. fenix, Sb., Phönix; nnorw. føniks, M., Phönix; poln. feniks, M., Phönix; kymr. ffenics, M., Phönix; nir. féinics, M., Phönix; lit. feniksas, M., Phönix; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen und zu dem Sinnbild der Unsterblichkeit gewordenen Vogel der sich selbst verbrennt und aus der Asche verjüngt aufsteigt; BM.: rot?; F.: Phönix, Phönixes, Phönixe, Phönixen+FW; Z.: Phön-ix
phönizisch, nhd., Adj., (?): nhd. phönizisch, Phönizier betreffend; E.: s. Phöniz(ier), s. isch; L.: fehlt DW; GB.: seit ? belegte und aus Phöniz(ier) und isch gebildete Bezeichnung für eine vor dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. in dem Gebiet des heutigen Libanon und Syrien und Israel von den mit den Hebräern eng verwandten für den Purpurfarbstoff berühmten Phöniziern (zu gr. phoinike F. Purpurland) entwickelte westsemitische Sprache und eine in dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. dafür entwickelte linksläufige Konsonantenschrift mit 22 Zeichen von Aleph bis Taw (ältestes Zeugnis eine Inschrift auf dem Sarkophag des Ahiram von Byblos in dem heutigen Libanon um 1000 v. Chr.) die zu der Grundlage etwa des lateinischen und griechischen (und deutschen) sowie arabischen Alphabets wurde
$Phonograph, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Phonograph; E.: s. phono, s. Graph; L.: Kluge s. u. Grammophon, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus phono und Graph gebildete Bezeichnung für ein von Thomas Edison (1877) entwickeltes und verwendetes Gerät für die über Elektrizität erfolgende Aufzeichnung und Wiedergabe von Ton (M.) (2); F.: Phonograph, Phonographen+FW; Z.: Pho-n-o-graph
phono..., phon..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. phono..., phon...; ne. phono...; Vw.: s. -logie; Hw.: s. ...phon, ...phonie; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. fono..., Präf., phono...; nschw. fono..., Präf., phono...; nnorw. fono..., Präf., phono...; poln. fono..., Präf., phono...; kymr. ffono..., Präf., phono...; lit. fono..., Präf., phono...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu der Bildung von Klang oder Laut oder Ton (M.) (2) betreffenden Substantiven; BM.: sprechen; F.: phono..., phon...+FW(+EW?); Z.: pho-n-o-
Phonologie, Fonologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Phonologie, Lautlehre; ne. phonology; Vw.: -; Hw.: s. Phonem, Phonetik, …phon; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. phonologie; E.: s. frz. phonologie, F., Phonologie; gebildet aus gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Phonologie, fehlt DW, Duden s. u. Phonologie; Son.: vgl. nndl. fonologie, Sb., Phonologie; nschw. fonologie, Sb., Phonologie; nnorw. fonologi, M., Phonologie; poln. fonologia, F., Phonologie; kymr. ffonoleg, F., Phonologie; lit. fonologija, F., Phonologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sich mit der Funktion von Lauten in einem Sprachsystem beschäftigende Teilgebiet (Lautlehre) der Sprachwissenschaft; BM.: sprechen, sammeln; F.: Phonologie, Fonologie+FW(+EW?); Z.: Pho-n-o-log-ie
...phor, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. ...phor, ...träger; ne. ...phor; Vw.: s. Phos-; Hw.: s. ...phorie; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φoρός (phorós), Adj., Suff., tragend; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...for, Suff., ...phor; frz. ...phore, Suff., ...phor; nschw. ...for, Suff., ...phor; nnorw. ...for, Suff., ...phor; poln. ...for, Suff., ...phor; kymr. ...ffor, Suff., ...phor; nir. ...far, Suff., ...phor; lit. ...foras, Suff., ...phor; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Träger betreffenden Substantiven; BM.: tragen; F.: ....phor, ...phors+FW; Z.: -phor
...phorie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...phorie; ne. ...phoria; Vw.: s. Eu-; Hw.: s. ...phor; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...forie, Suff., ...phorie; frz. ...phorie, Suff., ...phorie; nschw. ...fori, Suff., ...phorie; nnorw. ...fori, Suff., ...phorie; poln. ...foria, Suff., ...phorie; kymr. ...fforia, Suff., ...phorie; lit. ...forija, Suff., ...phorie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Trägerschaft betreffenden Substantiven; BM.: tragen; F.: ....phorie, ...phorien+FW; Z.: -phor-ie
phos..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. phos..., Licht (betreffend); ne. phos...; Vw.: s. –phat, -phor; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. fos…, Präf., phos…; frz. phos…, Präf., phos…; nschw. fos…, Präf., phos…; nnorw. …for, Präf., phos…; poln. fos…, Präf., phos…; kymr. ffos…, Präf., phos…; nir. fos…, Präf., phos…; lit. fos…, Präf., phos…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe zu einer Bildung von mit Licht zusammenhängenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: glänzen; F.: phos…+FW; Z.: pho-s-
Phosphat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Phosphat, Salz der Phosphorsäure; ne. phosphate; Vw.: -; Hw.: s. Phosphor; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Phosphat; Son.: vgl. nndl. fosfaat, Sb., Phosphat; frz. phosphate, M., Phosphat; nschw. fosfat, N., Phosphat; nnorw. fosfat, N., Phosphat; kymr. ffosffad, M., Phosphat; nir. fosfáit, F., Phosphat; lit. fosfatas, M., Phosphat; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in der Erdkruste in großen Lagerstätten von Mineralien in China und Marokko und Jordanien und Russland vorfindbare und von Menschen zu einer Herstellung von Düngemitteln und Waschmitteln verwendete sowie auch in fast allen Lebensmitteln wie Leber oder Fleisch oder Fisch oder Milch oder Brot oder Ei oder Hülsenfrüchten oder Nüssen enthaltene Salz der Phosphorsäure; BM.: glänzen; F.: Phosphat, Phosphats, Phosphates, Phosphate, Phosphaten+FW; Z.: Pho-s-ph-at
Phosphor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Phosphor, ein Nichtmetall; ne. phosphor; Vw.: -; Hw.: s. Phosphat; Q.: um 1676; I.: Lw. gr. φωσφόρος (phōsphóros); E.: s. gr. φωσφόρος (phōsphóros), Adj., lichtbringend, fackeltragend; vgl. gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Phosphor, DW 13, 1834, EWD s. u. Phosphor, Duden s. u. Phosphor; Son.: vgl. nndl. fosfor, Sb., Phosphor; frz. phosphore, M., Phosphor; nschw. fosfor, Sb., Phosphor; nnorw. fosfor, M., N., Phosphor; poln. fosfor, M., Phosphor; kymr. ffosffor, M., Phosphor; nir. fosfar, M., Phosphor; lit. fosforas, M., Phosphor; GB.: seit um 1676 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen 1669 von dem Apotheker Hennig (!) Brand bei einem Eindampfen von Urin entdeckten schon vormenschlichen und vielleicht bei der Geburt der Sonne in einer Sterngeburtsregion entstandenen und durch Kometen auf die Erde gebrachten nichtmetallischen und in verschiedenen Farben auftretenden Stoff (chemisches Element Nr. 15, abgekürzt P) der von Menschen vor allem als Düngemittel und daneben als Korrosionsschutz und Flammschutzmittel und Reinigungsmittel und Backtriebsmittel sowie in der Medizin und der Elektronik und bei dem Militär verwendet wird; BM.: glänzen, tragen; F.: Phosphor, Phosphors+FW; Z.: Pho-s-phor
$Phosphoreszenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Phosphoreszenz; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. phosphoresz(ieren), s. enz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Phosphor; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus phosphoreszieren gebildete Bezeichnung für ein längeres Nachleuchten eines beleuchteten Gegenstands; F.: Phosphoreszenz, Phosphoreszenzen+FW; Z.: Pho-s-phor-esz-enz
$phosphoreszieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. phosphoreszieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Phosphor; L.: Kluge s. u. Phosphor, EWD s. u. Phosphor; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und mit Phosphor verbindbare Bezeichnung für länger nachleuchten eines beleuchteten Gegenstands nach Ende der Beleuchtung; F.: phosphoreszieren, phosphoresziere, phosphoreszierst, phosphoresziert, phosphoreszierest, phosphoreszieret, phosphoreszierte, phosphoresziertest, phosphoreszierten, phosphoresziertet, ##phosphoresziert, phosphoreszierte, phosphoresziertes, phosphoresziertem, phosphoreszierten, phosphoreszierter##, phosphoreszierend, ###phosphoreszierend, phosphoreszierende, phosphoreszierendes, phosphoreszierendem, phosphoreszierenden, phosphoreszierender###, phosphoreszier (!)+FW+EW; Z.: pho-s-phor-esz-ier-en
photo..., nhd., Partikel: nhd. photo...; Vw.: s. foto...
Photofinish, nhd., N.: nhd. Photofinish; Vw.: s. Fotofinish
photogen, nhd., Adj.: nhd. photogen; Vw.: s. fotogen
$Photograph, nhd., M.: nhd. Photograph; Vw.: s. Fotograf
Photographie, nhd., F.: nhd. Photographie; Vw.: s. Fotografie
$photographieren, nhd., sw. V.: nhd. photographieren; Vw.: s. fotografieren
$photographisch, nhd., Adj.: nhd. photographisch; Vw.: s. fotografisch
Photon, Foton, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Photon, Foton, ein Elementarteilchen; ne. photon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φάος (pháos), φῶς (phōs), N., Licht, Licht der Himmelskörper; idg. *bʰā- (1), *bʰō-, *bʰə-, *bʰeh₂- *bʰoh₂-, *bʰh₂-, V., glänzen, leuchten, scheinen, Pokorny 104 (168/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., kelt., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Photon; Son.: vgl. nndl. foton, Sb., Photon; frz. photon, M., Photon; nschw. foton, Sb., Photon; nnorw. foton, N., Photon; kymr. ffoton, M., Photon; nir. fótón, M., Photon; poln. foton, M., Photon; lit. fotonas, M., Photon; GB.: seit 1926 (Chemiker Gilbert Newton Lewis in den Vereinigten Staaten von Amerika) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches Elementarteilchen der sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegenden elektromagnetischen Strahlung ohne Masse; BM.: glänzen; F.: Photon, Photons, Photonen, Foton, Fotons, Fotonen+FW; Z.: Pho-t-on
Phrase, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Phrase, Aussage, Redensart; ne. phrase (N.); Vw.: s. Para-; Hw.: s. Phraseologie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. phrasis; E.: s. lat. phrasis, F., Ausdrucksweise, Diktion, Stil, (um 55 v.-40 n. Chr.); gr. φράσις (phrásis), F., Reden (N.), Ausdrucksweise; vgl. gr. φράζειν (phrázein), V., wahrnehmen lassen, anzeigen, andeuten; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Phrase, DW 13, 1834, EWD s. u. Phrase, Duden s. u. Phrase; Son.: vgl. nndl. frase, Sb., Phrase; frz. phrase, F., Phrase; nschw. fras, Sb., Phrase; nnorw. frase, M., Phrase; poln. fraza, F., Phrase; lit. frazė, F., Phrase; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine inhaltlich nichtssagende menschliche Aussage oder Redensart; BM.: anzeigen; F.: Phrase, Phrasen+FW(+EW); Z.: Phras-e
Phraseologie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Phraseologie, Redensart, Wortschatz; ne. phraseology; Vw.: -; Hw.: s. Phrase; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. nlat. phraseologia; E.: s. nlat. phraseologia, F., Phraseologie; vgl. lat. phrasis, Ausdrucksweise, Diktion, Stil, (um 55 v.-40 n. Chr.); gr. φράσις (phrásis), F., Reden (N.), Ausdrucksweise; vgl. gr. φράζειν (phrázein), V., wahrnehmen lassen, anzeigen, andeuten; weitere Herkunft unklar; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Phrase, fehlt DW, EWD s. u. Phrase, Duden s. u. Phraseologie; Son.: vgl. frz. phraséologie, F., Phraseologie; nnorw. fraseologe, M., Phraseologie; poln. frazeologia, F., Phraseologie; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in Teilen aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie teilweise in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für die Lehre von den Redewendungen einer Sprache und ihrer Typologie oder eine Gesamtheit typischer Wortverbindungen; BM.: anzeigen, sammeln; F.: Phraseologie, Phraseologien+FW(+EW); Z.: Phras-e-o-log-ie
...phrenie, nhd., F, (20. Jh.?): nhd. ...phrenie, verstand…; ne. ...phrenia; Vw.: s. Schizo-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φρήν (phrḗn), F., Zwerchfell, Brust; idg. *gᵘ̯ʰren-, Sb., Zwerchfell, Geist, Verstand, Pokorny 496; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1087; Son.: vgl. nndl. ...frenie, Suff., ...phrenie; frz. ...phrénie, Suff., ...phrenie; nschw. ...freni, Suff., ...phrenie; nnorw. ...frenie, Suff., ...phrenie; poln. ...frenia, Suff., ...phrenie; kymr. ...ffrenia, Suff., ...phrenie; nir. ...fréine, Suff., ...phrenie; lit. ...frenija, Suff., ...phrenie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von den Verstand betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Verstand; F.: ...phrenie, ...phrenien+FW(+EW); Z.: -phren-ie
Physik, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Physik, Lehre von den Grundgegebenheiten der Natur, eine Naturwissenschaft; ne. physics; Vw.: s. Meta-; Hw.: s. physikalisch; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. fisike, F., Physik; lat. physica, F., Physik, Naturlehre, (81-43 v. Chr.); gr. φυσική τέχνη (physikḗ téchne), F., Physik; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Physik, DW 13, 1835, EWD s. u. Physik, Duden s. u. Physik; Son.: vgl. nndl. fysica, Sb., Physik; frz. physique, F., Physik; nschw. fysik, Sb., Physik; nnorw. fysikk, M., Physik; poln. fizyka, F., Physik; kymr. ffiseg, F., Physik; nir. fisic, F., Physik; lit. fizika, F., Physik; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen (und dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und ausgeübte sich mit den Grundgegebenheiten der Natur befassende Lehre oder Wissenschaft; BM.: wachsen (V.) (1) bzw. werden; F.: Physik+FW(+EW); Z.: Phy-s-ik
physikalisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. physikalisch, Physik betreffend, zu Physik gehörend; ne. physical; Vw.: -; Hw.: s. Physik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. physicālis; E.: mlat. physicālis, Adj., Medizin betreffend, Medizin..., physisch; vgl. lat. physica, Physik, Naturlehre; gr. φυσική τέχνη (physikḗ téchne), F., Physik; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Physik, fehlt DW, EWD s. u. Physik, Duden s. u. physikalisch; Son.: vgl. nschw. fysikalisk, Adj., physikalisch; nnorw. fysikalsk, Adj., physikalisch; poln. fizykalny, Adj., physikalisch; kymr. ffisegol, Adj., physikalisch; lit. fizikinis, Adj., physikalisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Physik betreffend; BM.: wachsen (V.) (1) bzw. werden; F.: physikalisch, physikalische, physikalisches, physikalischem, physikalischen, physikalischer(, physikalischere, physikalischeres, physikalischerem, physikalischeren, physikalischerer, physikalischst, physikalischste, physikalischstes, physikalischstem, physikalischsten, physikalischster)+FW+EW; Z.: phy-s-ik-a-lisch
$Physiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Physiker, Naturwissenschaftler; E.: s. Physik, s. er (Suff.); L.: DW 13, 1835, EWD s. u. Physik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Physik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in der Physik ausgebildeten Gelehrten oder Naturwissenschaftler; F.: Physiker, Physikers, Physikern+FW(+EW); Z.: Phy-s-ik-er
physio..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. physio…; ne. physio…; Vw.: s. -gnomie, -gnomisch, -logie, -logisch; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φυσιο... (physio), Präf..., physio; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1088; Son.: vgl. nndl. fysio…, Präf., physio…; frz. physio…, Präf., physio…; nschw. fysio…, Präf., physio…; nnorw. fysio…, Präf., physio…; poln. fizjo…, Präf., physio…; kymr. ffisio…, Präf., physio…; lit. fizio…, Präf., physio…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von mit einer Beschaffenheit zusammenhängenden Wörtern; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: physio…+FW; Z.: phy-s-i-o-
Physiognomie, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Physiognomie, Gesichtszüge, Aussehen, äußere Erscheinung; ne. physiognomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. physiognōmia; E.: mnd. phisonomie, F., Physiognomie, Physiognomik; mlat. physiognōmia, F., Physiognomie, Erscheinung; gr. φυσιογνωμία (physiognōmía), F., Physiognomie; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); gr. γνώμη (gnṓmē), F., Einsicht, Erkenntnis, Verstand, Ansicht; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Physiognomie, DW 13, 1835, EWD s. u. Physiognomie, Duden s. u. Physiognomie; Son.: vgl. nndl. fysionomie, Sb., Physiognomie; frz. physionomie, F., Physiognomie; nschw. fysionomi, Sb., Physiognomie; nnorw. fysiognomie, M., N., Physiognomie; poln. fizjonomia, F., Physiognomie; kymr. ffisiognomi, M., F., Physiognomie; lit. fizionomija, F., Physiognomie; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die äußere Erscheinung eines Lebewesens; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1), erkennen; F.: Physiognomie, Physiognomien+FW(+EW); Z.: Phy-s-i-o-gno-m-ie
physiognomisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. physiognomisch, die Physiognomie betreffend, die äußere Erscheinung betreffend; ne. physiognomic; Vw.: -; Hw.: s. Physiognomie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. physiognōmicus; E.: s. lat. physiognōmicus, Adj., physiognomisch, (um 500 n. Chr.); gr. φυσιογνωμικός (physiognōmikós), Adj., physiognomisch; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); gr. γνώμη (gnṓmē), F., Einsicht, Erkenntnis, Verstand, Ansicht; idg. *g̑nōmn̥, Sb., Kennzeichen, Pokorny 377; idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Physiognomie, DW 13, 1835, EWD s. u. Physiognomie, Duden s. u. physiognomisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die äußere Erscheinung betreffend; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1), erkennen; F.: physiognomisch, physiognomische, physiognomisches, physiognomischem, physiognomischen, physiognomischer+FW+EW; Z.: phy-s-i-o-gno-m-isch
$Physiologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Physiologe; E.: s. Physiolog(ie), s. e (Suff.); L.: EWD s. u. Physiologie, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sich mit den Stoffwechselvorgängen in dem Körper des Menschen befassenden Arzt; F.: Physiologe, Physiologen+FW(+EW); Z.: Phy-s-i-o-log-e
Physiologie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Physiologie, Lehre von den organischen Vorgängen; ne. physiology; Vw.: -; Hw.: s. physiologisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. physiologia; E.: s. lat. physiologia, F., Naturkunde, Naturphilosophie, Physiologie, (81-43 v. Chr.); gr. φυσιολογία (physiología), F., Naturlehre; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Physiologie, DW 13, 1836, EWD s. u. Physiologie, Duden s. u. Physiologie; Son.: vgl. nndl. fysiologie, Sb., Physiologie; frz. physiologie, F., Physiologie; nschw. fysiologi, Sb., Physiologie; nnorw. fysiologi, M., Physiologie; poln. fizjologia, F., Physiologie; kymr. ffisioleg, F., Physiologie; nir. fiseolaíocht, F., Physiologie; lit. fiziologija, F., Physiologie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sich mit den (Lebensvorgängen und den) organischen Vorgängen in dem Körper des Menschen befassende Lehre und Wissenschaft; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1), sammeln; F.: Physiologie, Physiologien+FW+EW; Z.: Phy-s-i-o-log-ie
physiologisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. physiologisch, Physiologie betreffend; ne. physiological, physiologic; Vw.: -; Hw.: s. Physiologie; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. physiologicus; E.: s. lat. physiologicus, Adj., physiologisch, naturwissenschaftlich, (um 160-220 n. Chr.); gr. φυσιολογικός (physiologikós), Adj., physiologisch; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Physiologie, DW 13, 1836, EWD s. u. Physiologie, Duden s. u. physiologisch; Son.: vgl. frz. physiologique, Adj., physiologisch; nschw. fysiologisk, Adj., physiologisch; nnorw. fysiologisk, Adj., physiologisch; poln. fizjologiczny, Adj., physiologisch; kymr. ffisolegol, Adj., physiologisch; nir. fiseolaíoch, Adj., physiologisch; lit. fiziologinis, Adj., physiologisch; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Physiologie betreffend; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1), sammeln; F.: physiologisch, physiologische, physiologisches, physiologischem, physiologischen, physiologischer+FW+EW; Z.: phy-s-i-o-log-isch
$Physiotherapeut, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Physiotherapeut, Fachmann für Bewegungsvorgänge; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Physio, s. Therapeut; L.: fehlt DW, EWD s. u. Physiotherapie; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Physio und Therapeut gebildete Bezeichnung für einen Physiotherapie ausführenden Menschen oder einen Fachmann für Bewegungsvorgänge; F.: Physiotherapeut, Physiotherapeuten+FW; Z.: Phy-s-i-o-therap-eut
$Physiotherapie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Physiotherapie, Bewegungstherapie; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Physio, s. Therapie; L.: EWD s. u. Physiotherapie; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Physio und Therapie gebildete Bezeichnung für die Heilung oder Förderung gestörter oder schwacher Bewegungsvorgänge von Menschen durch einen Physiotherapeuten (Bewegungstherapie); F.: Physiotherapie, Physiotherapien+FW; Z.: Phy-s-i-o-therap-ie
Physis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Physis, Natur, (körperliche) Beschaffenheit; ne. physique; Vw.: -; Hw.: s. physisch; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. gr. φύσις (phýsis); E.: s. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Physis, fehlt DW, EWD s. u. Physis, Duden s. u. Physis; Son.: vgl. frz. physique, F., Physis; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche (körperliche) Beschaffenheit (eines Menschen); BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: Physis+FW; Z.: Phy-s-is
physisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. physisch, körperlich, natürlich, in der Natur begründet; ne. physical; Vw.: -; Hw.: s. Physis; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. physicus; E.: s. lat. physicus (1), Adj., Natur betreffend, physisch, physikalisch, der Natur zuträglich, (81-43 v. Chr.); gr. φυσικός (physikós), Adj., Natur betreffend; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Physis, DW 13, 1836; Son.: vgl. nndl. fysisch, Adj., physisch; frz. physique, Adj., physisch; nschw. fysisk, Adj., physisch; nnorw. fysisk, Adj., phyisch; poln. fizyczny, Adj., physisch; lit. fiziškas, Adj., physisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches körperlich oder natürlich; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: physisch, physische, physisches, physischem, physischen, physischer(, physischere, physischeres, physischerem, physischeren, physischerer, physischst, physischste, physischstes, physischstem, physischsten, physischster)+FW+EW; Z.: phy-s-isch
...physisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...physisch; ne. ...physical; Vw.: s. meta-; Hw.: s. physisch; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. physicus; E.: s. lat. physicus (1), Adj., Natur betreffend, physisch, physikalisch, der Natur zuträglich, (81-43 v. Chr.); gr. φυσικός (physikós), Adj., Natur betreffend; vgl. gr. φύσις (phýsis), F., Natur, Erzeugung, Geburt; gr. φύειν (phýein), V., erzeugen, wachsen (V.) (1) lassen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: DW 13, 1836, Kytzler/Redemund/Eberl 1088; Son.: vgl. nndl. ...fysisch, Suff., ...physisch; frz. ...physique, Suff., ...physisch; nschw. ...fysisk, Suff., ...physisch; nnorw. ...fysisk, Suff., ...physisch; poln. ...fizyczny, Suff., ...physisch; kymr. ...ffisegol, Suff., ...physisch; nir. ...fisiciúil, Suff., ...physisch; lit. ...fizinis, Suff., ...physisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von die körperliche Beschaffenheit betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: ...physisch, ...physische, ...physisches, ...physischem, ...physischen, ...physischer+FW+EW; Z.: ...phy-s-isch
...phyt, nhd., M.., (19. Jh.?): nhd. ...phyt; ne. …phyte; Vw.: s. Neo-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. φυτόν (phytón), N., Gewächs, Pflanze; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1088; Son.: vgl. nndl. ...fiet, Suff., ...phyt; frz. ...phyte, Suff., ...phyt; nschw. ...fyt, Suff., ...phyt; nnorw. ...fyt, Suff., ...phyt; poln. ...fita, Suff., ...phyt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von eine Beschaffenheit betreffenden Substantiven; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: ...phyt, ...phyten+FW(+EW); Z.: -phy-t
Pi, nhd., N., (?): nhd. Pi, sechzehntes Zeichen des griechischen Alphabets, Kreiszahl; ne. pi; Vw.: -; Hw.: s. P; Q.: ?; I.: Lw. lat. pī, gr. πεῖ (pei); E.: s. lat. pī, N., Pi; gr. πεῖ (pei), πῖ (pi), N., Pi; aus dem Semit.; L.: Duden s. u. Pi; Son.: nndl. pi, Sb., Pi; frz. pi, M., Pi; nschw. pi, N., Pi; nnorw. pi, M., Pi; kymr. pi, F., Pi; nir. pi, M.?, Pi; poln. pi, F.?, Pi; lit. pi, Sb., Pi; GB.: seit (?) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen (sowie mittelbar dem Semitischen) des Altertums aufgenommene und wohl aus dem Bild eines Wurfstocks entstandene Bezeichnung für den sechzehnten Buchstaben des griechischen Alphabets und in der Mathematik für das unendliche und bisher auf die 62,8-billionste Stelle berechnete Verhältnis zwischen dem Umfang eines Kreises und seinem Durchmesser (von 3,14159265359…); BM.: Wurfstock?; F.: Pi, Pis+FW; Z.: Pi
Pianist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pianist, Klavierspieler; ne. pianist; Vw.: -; Hw.: s. Piano; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pianiste; E.: s. frz. pianiste, M., Pianist; vgl. frz. piano, M., Piano; vgl. it. piano, Adj., leise, schwach; s. it. pianoforte, Adj., leise-laut; frz. piano-forte, Adj., leise-laut; s. frz. piano-forte, M., Piano, Klavier; lat. plānus, platt, eben, flach; idg. plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; s. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Piano, fehlt DW, EWD s. u. piano, Duden s. u. Pianist; Son.: vgl. nndl. pianist, Sb., Pianist; nschw. pianist, Sb., Pianist; nnorw. pianist, M., Pianist; poln. pianista, M., Pianist; kymr. pianydd, M., Pianist; nir. pianadóir, M., Pianist; lit. pianistas, M., Pianist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jemand der berufsmäßig Klavier (oder Piano) spielt (Klavierspieler); BM.: flach; F.: Pianist, Pianisten+FW(+EW); Z.: Pia-n-ist
Piano, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Piano, Klavier; ne. piano (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pianist; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. piano-forte; E.: s. frz. piano-forte, M., Piano; frz. piano-forte, Adj., leise-laut; it. pianoforte, Adj., leise-laut; vgl. it. piano, Adj., leise, schwach; lat. plānus, platt, eben, flach; idg. plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; s. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); it. forte, Adj., stark, kräftig; lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Piano, fehlt DW, EWD s. u. piano, Duden s. u. Piano; Son.: vgl. nndl. piano, Sb., Piano; frz. piano, M., Piano; nschw. piano, N., Piano; nnorw. piano, N., Piano; poln. pianino, Sb., Piano; kymr. piano, F., Piano; nir. pianó, M., Piano; lit. pianinas, M., Piano; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes größeres Musikinstrument mit Tasten mit denen die senkrecht zu der Tastatur gespannten Saiten über eine Mechanik mittels mit Filz überzogener Hämmerchen für Töne angeschlagen werden; BM.: flach, tragen; F.: Piano, Pianos+FW; Z.: Pia-n-o
$piano, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. piano, leise; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. it. piano, Adj., leise, schwach; lat. plānus, platt, eben, flach; idg. plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; s. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); it. forte, Adj., stark, kräftig; lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang, (um 450 v. Chr.); idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Piano, DW 13, 1386, EWD s. u. piano, Duden s. u. Piano; L.: EWD s. u. piano; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leise; F.: piano+FW; Z.: pia-n-o
picheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. picheln, (gerne) trinken; ne. booze (V.); Vw.: -; Hw.: s. picken (3); Q.: 17. Jh.; E.: zu rhein. Pick, Sb., Tresterwein, Schnaps; letztlich von frz. piquer, V., stechen; über ein vulgärlat. *pikkare letztlich von einer lautmalenden Wurzel *pikk-; L.: Kluge s. u. picheln, DW 13,1836, EWD s. u. picheln, Duden s. u. picheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und über rhein. Pick, Sb., Tresterwein, Schnaps, frz. piquer, V., stechen; über ein vulgärlat. *pikkare letztlich von einer lautmalenden Wurzel *pikk- gebildete Bezeichnung für (gerne alkoholische Getränke) trinken; BM.: stechen bzw. lautmalend?; F.: picheln, pichel (!), pichle, pichele, pichelst, pichelt, pichelte, picheltest, pichelten, pichelter, gepichelt, ##gepichelt, gepichelte, gepicheltes, gepicheltem, gepichelten, gepichelter##, pichelnd, ###pichelnd, pichelnde, pichelndes, pichelndem, pichelnden, pichelnder###, pichel (!)+FW+EW; Z.: pich-el-n
pichen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. pichen, mit Pech bestreichen, kleben, heften; ne. dab with pitch; Vw.: -; Hw.: s. Pech, Pick (2), picken (2); Q.: 1240-1250 (Lancelot die Karrenritter Episode); E.: s. mhd. bichen, sw. V., verpichen, verkleben, mit Pech bestreichen; mnd. pēken, pecken, sw. V., pichen, mit Pech überziehen, verpichen, Eisenwaren mit Pech schwarzglänzend und unempfindlich machen; s. mhd. bech, pech, st. N., Pech; mnd. pik, pick, pijk, pijck, pek, peck, N., Pech, Harz, Baumharz, Destillationsrückstand des Teeres oder Harzes verschiedener Laubhölzer und Nadelhölzer (besonders Kieferarten); ahd. peh, st. N. (a), Pech, Harz, Hölle, Höllenfeuer; as. pik, st. N., Pech; germ. *pik-, Sb., Pech; lat. pix, F., Pech, Teer, (um 250-184 v. Chr.); idg. *peitu-, *pī̆tu-, *poitu-, Sb., Fett, Saft, Trank, Pokorny 793; vgl. idg. *pei̯ə-, *pei-, *pī̆-, V., fett sein, strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. pichen, DW 13, 1836, Duden s. u. pichen; Son.: vgl. nndl. pekken, V., pichen; nschw. becka, V., pichen; nnorw. beke, V., pichen; GB.: seit 1240-1250 belegte und mit Pech sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Pech bestreichen; BM.: fett sein (V.); F.: pichen, piche (!), pichst, picht, pichest, pichet, pichte, pichtest, pichten, pichtet, gepicht, ##gepicht, gepichte, gepichtes, gepichtem, gepichten, gepichter##, pichend, ###pichend, pichende, pichendes, pichendem, pichenden, pichender###, pich (!)+EW; Z.: pi-ch-en
Pick (1), Piek, Pik, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pick (M.) (1), Piek, heimlicher Groll; ne. secret grudge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pike; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. pique; E.: über das Niederdeutsche aus frz. pique, F., Spitze, Groll; vgl. frz. piquer, V., stechen; vgl. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pick, Kluge s. u. Pick 1, DW 13, 1846 (Pik), Duden s. u. Pik, Bluhme s. u. Piek; Son.: vgl. nndl. pik, Sb., Pick (M.) (1); nnorw. pik, N., Pick (M.) (1); GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und über das Niederdeutsche aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen heimlichen und auf Vergeltung ausgerichteten menschlichen Groll; BM.: Specht; F.: Pick, Pickes, Picks, Piek, Piekes, Pieks, Pik, Pikes, Piks+FW(+EW); Z.: Pick
Pick (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pick (M.) (2), Klebstoff; ne. glue (N.); Vw.: -; Hw.: s. picken (2), pichen, Pech; Q.: 20. Jh.; E.: Rückbildung von picken (2), pichen; L.: Kluge s. u. Pick 2, fehlt DW, Duden s. u. Pick; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus picken und pichen rückgebildete Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten Klebstoff; BM.: fett sein (V.); F.: Pick, Pickes, Picks+FW; Z.: Pi-ck
$Picke, Bicke, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Picke; E.: s. Pickel; L.: DW 13, 1838, EWD s. u. Pickel 1; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit Pickel und picken verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Nutzung von Metall entwickelte und verwendete Hacke; F.: Picke, Picken, Bicke, Bicken+FW; Z.: Pick-e
Pickel (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pickel (M.) (1), Spitzhacke; ne. pick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. bickel, st. M., Spitzhacke, Pickel (M.) (1), Knöchel, Würfel; mnd. bickel, M., Pickel (M.) (1), Spitzhacke, Hacke (F.) (2), Knöchel; mnd. pēkel? (2), Sb.?, Pickel?, Spieß (M.) (1); ahd. bikkil, bickil*, st. M. (a), Pickel (M.) (1), Hacke (F.) (2), Holzkäfer; kelt.-roman. Beziehungen s. lat. beccus, M., Schnabel; vielleicht von idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; oder verwandt mit lat. baculum?; L.: Kluge 1. A. s. u. Bickel, Kluge s. u. Pickel 1, DW 13, 1809, 13, 1838, EWD s. u. Pickel 1, EWAhd 2, 21, Duden s. u. Pickel; Son.: vgl. nndl. pikhouweel, Sb., Pickel; frz. pic, M., Pickel (M.) (1); nschw. pikhacka, Sb., Pickel (M.) (1); GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht mit dem Lateinischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach Nutzung von Metall durch den Menschen entwickelte und verwendete Spitzhacke; BM.: biegen?; F.: Pickel, Pickels, Pickeln+FW?+EW?; Z.: Pick-el
Pickel (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pickel (M.) (2), Pustel; ne. pimple, spot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vgl. mnd. pocke, poche, F., Pocke, krankheitsbedingte mit Flüssigkeit gefüllte Hautblase, Pustel, Windpocke, Rinderpocke, Schafpocke, metallener Zierbuckel auf Bucheinbänden; s. letztlich von germ. *pukko, *pukon, *puko, Schwellung; vgl. idg. *beu- (2), *bū̆-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pickel 2, fehlt DW, EWD s. u. Pickel 2, Duden s. u. Pickel, Bluhme s. u. Pickel; Son.: vgl. nndl. pukkel, Sb., Pickel (M.) (2); GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine infolge Entzündung mit Eiter gefüllte und bei Berührung meist schmerzende Pustel; BM.: schwellen; F.: Pickel, Pickels, Pickeln+EW; Z.: Pi-ck-el
Pickelhaube, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Pickelhaube, mit einer nach oben gerichteten Spitze versehener Helm (Haube); ne. spiked helmet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. bickelhūbe, beckelhūbe, peckelhūbe, sw. F., Beckenhelm, Pickelhaube, Eisenhaube; vgl. mhd. becke, becken, st. N., Becken, Waagschale, Schüssel; ahd. bekkīn*, bekkī*, beckīn, st. N. (a), Becken, Schale (F.) (2); germ. bakkin, Sb., Becken; s. lat. baccinium, N., Wassergefäß; gall. bacca, F., Wassergefäß; weitere Herkunft unklar; mhd. hūbe, hoube, sw. F., Haube, Helm (M.) (1); ahd. hūba, sw. F. (n), Haube, Hut (M.), Mütze, Kopfbedeckung, Turban, Mitra; as. hūva, sw. F. (n), Haube; anfrk. -; germ. *hūbō-, *hūbōn, sw. F. (n), Haube; s. idg. *keup-, V., Sb., biegen, wölben, Biegung, Wölbung, Pokorny 591; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pickelhaube, Kluge s. u. Pickelhaube, DW 13, 1838, EWD s. u. Pickelhaube, Duden s. u. Pickelhaube; Son.: vgl. nschw. pickelhuva, Sb., Pickelhaube; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Pickel und Haube gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft teilweise unklare Bezeichnung für einen von Menschen nach Nutzung von Metall entwickelten und mit einer längeren Spitze aus Metall versehenem Helm (Haube); BM.: Becken, biegen; F.: Pickelhaube, Pickelhauben+EW; Z.: Pick-el-hau-b-e
Pickelhering, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pickelhering, eingepökelter Hering; ne. marinated herring; Vw.: -; Hw.: s. Pökel; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. pēkelhērinc, peckelhērinc, pekelherink, pickelhērinc, M., Pökelhering, durch Einlegen in Salzlake haltbar gemachter Hering; vgl. ne. pickle, N., Salzbrühe; von frührom. *piccare, V., stechen; s. lat. picus, M., Specht, Baumhacker; idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); Hinterglied s. nhd. Hering; L.: Kluge 1. A. s. u. Pickelhering, Kluge s. u. Pickelhering, DW 13, 1839; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus pökel(n) und Hering gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in Salzlake eingelegten und dadurch haltbar gemachten Hering; BM.: Specht; F.: Pickelhering, Pickelherings, Pickelheringe, Pickelheringen+FW+EW; Z.: Pick-el-her-ing
picken (1), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. picken (V.) (1), hacken; ne. peck (V.), pick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. bicken, becken, sw. V., bicken, angreifen, stechen, versehen (V.) mit; mnd. bocken, sw. V., bicken, behauen (V.), dengeln, mit einer Spitze klopfen, picken; mnl. bicken, becken, sw. V., behauen, stechen, picken; ahd. bikken*, bicken*, sw. V. (1b), bicken, angreifen?; vgl. lat. beccus, M., Schnabel; vielleicht von idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben, EWAhd 2, 21; oder verwandt mit lat. baculum?; L.: Kluge s. u. picken 1, DW 13, 1840, EWD s. u. picken, EWAhd 2, 19, Duden s. u. picken, Bluhme s. u. picken; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schnäbeln mögliches mit dem Schnabel Nahrung aufnehmen oder mit dem Schnabel schlagen; BM.: biegen?; F.: picken, picke (!), pickst, pickt, pickest, picket, pickte, picktest, pickten, picktet, gepickt, ##gepickt, gepickte, gepicktes, gepicktem, gepickten, gepickter##, pickend, ###pickend, pickende, pickendes, pickendem, pickenden, pickender###, pick (!)+FW?+EW?; Z.: pick-en
picken (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. picken (V.) (2), kleben; ne. glue (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pick (2), Pech, pichen; Q.: 20. Jh.; E.: Nebenform von pichen (s. d.); L.: Kluge s. u. picken 2, fehlt DW, Duden s. u. picken; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit pichen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sowie von dem Menschen zusätzlich entwickeltes kleben; BM.: fett sein (V.); F.: picken, picke (!), pickst, pickt, pickest, picket, pickte, picktest, pickten, picktet, gepickt, ##gepickt, gepickte, gepicktes, gepicktem, gepickten, gepickter##, pickend, ###pickend, pickende, pickendes, pickendem, pickenden, pickender###, pick (!)+FW(+EW?); Z.: pi-ck-en
picken (3), nhd. (ält.), sw. V., (?): nhd. picken (V.) (3), stark trinken; ne. booze (V.); Vw.: -; Hw.: s. picheln; Q.: ?; E.: zu rhein. Pick, Sb., Tresterwein, Schnaps; letztlich von frz. piquer, V., stechen; über ein vulgärlat. *pikkare letztlich von einer lautmalenden Wurzel *pikk-; L.: Kluge s. u. picken (3), fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und über das Französische und das Vulgärlateinische aufgenommene sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen mögliches stark trinken; BM.: lautmalend?; F.: picken, picke (!), pickst, pickt, pickest, picket, pickte, picktest, pickten, picktet, gepickt, ##gepickt, gepickte, gepicktes, gepicktem, gepickten, gepickter##, pickend, ###pickend, pickende, pickendes, pickendem, pickenden, pickender###, pick (!)+FW?+EW?; Z.: pick-en
Picknick, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Picknick, besonderer Verzehr mitgebrachter Speisen in dem Freien; ne. picnic (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. piquenique; E.: s. frz. piquenique, M., Picknick; vgl. frz. piquer, V., aufspießen; vulgärlat. *pikkare, V., aufspießen; vgl. germ. *pīka-, *pīkaz, st. M. (a), Spitze; L.: Kluge 1. A. s. u. Picknick, Kluge s. u. Picknick, DW 13, 1841 (Pickenick), EWD s. u. Picknick, Duden s. u. Picknick; Son.: vgl. nndl. picknick, Sb., Picknick; nschw. picknick, Sb., Picknick; nnorw. piknik, M., Picknick; poln. piknik, M., Picknick; kymr. picnic, M., Picknick; nir. picnic, F., Picknick; lit. piknikas, M., Picknick; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Vulgärlateinischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen lange nach der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten besonderen Verzehr mitgebrachter Speisen in dem Freien; BM.: aufspießen; F.: Picknick, Picknicks, Picknicke, Picknicken+FW?+EW?; Z.: Pick-nick
$picknicken, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. picknicken, Picknick halten; L.: Kluge s. u. Picknick, fehlt DW; GB.: wohl seit 20. Jh. belegte und aus Picknick und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit 1. Hälfte 18. Jh. von Menschen abgehaltenen besonderen Verzehr mitgebrachter Speisen in dem Freien; F.: picknicken (!), picknicke, picknickst, picknickt, picknickest, picknicket, picknickte, picknicktest, picknickten, picknicktet, gepicknickt, ##gepicknickt, gepicknickte, gepicknicktes, gepicknicktem, gepicknickten, gepicknickter##, picknickend, ###picknickend, picknickende, picknickendes, picknickendem, picknickenden, picknickender###, picknick (!)+FW+EW; Z.: pick-nick-en
picobello, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. picobello, piekfein, tadellos; ne. immaculate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: scherzhafte Italienisierung von piekfein; das Vorderglied ist ohne Entsprechung in dem Italienischen; für das Hinterglied s. it. bello, Adj., schön; lat. bellus, Adj., hübsch, allerliebst, lieblich, niedlich, (um 250-184 v. Chr.); idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. picobello, fehlt DW, Duden s. u. picobello; Son.: indeklinabel; GB.: seit 20. Jh. belegte und teilweise aus dem Italienischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für piekfein oder tadellos; BM.: schön; F.: picobello+FW?; Z.: pic-o-be-ll-o
Pidgin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pidgin, eine Mischsprache; ne. pidgin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pidgin; E.: s. ne. pidgin, N., Pidgin; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht chinesisch für ne. business, N., Geschäft, Unternehmen; ae. bisignėss, st. F. (jō), Geschäftigkeit; vgl. ae. bisig, Adj., geschäftig, beschäftigt; weitere Herkunft ungeklärt; ae. -nėss, -niss, Suff.; germ. *-assuz, Suff., ...is; vgl. idg. *-tu-, Suff.; Son.: vgl. nndl. pidgin, Sb., Pidgin; frz. pidgin, M., Pidgin; nschw. pidgin, Sb., Pidgin; nnorw. pidgin, M., Pidgin; poln. pidgin, pidżin, M., Pidgin; lit. pidžinas, M., Pidgin; L.: Kluge s. u. Pidgin, fehlt DW, Duden s. u. Pidgin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht chinesisch für ne. business gebildete Bezeichnung für eine aus Elementen einer Ausgangssprache (wie beispielsweise Neuenglisch) und einer Zielsprache bestehende Mischsprache die vor allem durch eine stark vereinfachte Morphologie der Zielsprache (Pidgin) gekennzeichnet ist; BM.: Geschäft?; F.: Pidgin+FW; Z.: Pid-gin
Piek, nhd., M.: nhd. Piek; Vw.: s. Pick (1)
piekfein, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. piekfein, sehr fein; ne. posh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. mnl. Lw.; E.: s. mnl. puik; vgl. nndl. pūken, V., pflücken; Hinterglied s. nhd. fein; L.: Kluge s. u. piekfein, fehlt DW, EWD s. u. piekfein, Duden s. u. piekfein, Bluhme s. u. piekfein; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch den Menschen seit dieser Zeit (sachlich) entwickeltes in der Ausstattung ausgesucht fein oder sehr fein; BM.: stechen?; F.: piekfein, piekfeine, piekfeines, piekfeinem, piekfeinen, piekfeiner+FW(+EW?); Z.: piek-fein
piepen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. piepen, piepsen; ne. beep (V.), cheep (V.); Vw.: -; Hw.: s. pfeifen; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend; s. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. piepen, Kluge s. u. piepen, DW 13, 1843, EWD s. u. piepen, Duden s. u. piepen, Bluhme s. u. piepen; Son.: vgl. nndl. piepen, V., piepen; nschw. pipa, V., piepen; nnorw. pipe, V., piepen; lat. pīpāre, V., pfeifen; lit. pypti, V., piepen; GB.: seit 16. Jh. belegte und für das Indogermanische erschließbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit der Entstehung höherer Tiere mögliches in kurzen Abständen feine hohe Pfeiftöne hervorbringen; BM.: lautmalend?; F.: piepen, piepe (!), piepst, piept, piepest, piepet, piepte, pieptest, piepten, pieptet, gepiept, ##gepiept, gepiepte, gepieptes, gepieptem, gepiepten, gepiepter##, piepend, ###piepend, piepende, piependes, piependem, piependen, piepender###, piep (!)+EW; Z.: piep-en
$Piephahn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Piephahn(, Glied); E.: s. piep(en), s. Hahn; L.: Kluge s. u. Piephahn, DW 13, 1844; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus piep(en) und Hahn gebildete Bezeichnung für einen piependen Hahn und verhüllend für das männliche Glied; F.: Piephahn, Piephahns, Piephahnes, Piephähne, Piephähnen+EW; Z.: Piep—hahn
Piepmatz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Piepmatz, junger Vogel; ne. young bird, birdie; Vw.: -; Hw.: s. Matz; Q.: 20. Jh.; E.: onomastische Bildung; s. piepen, Matz; L.: Kluge s. u. Piepmatz, DW 13, 1844, Duden s. u. Piepmatz; Son.: vgl. nschw. pippi, Sb., Piepmatz; GB.: seit 20. Jh.) belegte und vielleicht teilweise lautmalend aus piep(en) und Matz oder dem PN Mat(thia)s gebildete Bezeichnung für einen (piependen) jungen Vogel; BM.: lautmalend?, PN Matthias?; F.: Piepmatz, Piepmatzes, Piepmätze, Piepmätzen+FW+EW; Z.: Piep—matz
piepsen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. piepsen, piepen; ne. cheep (V.), chirp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Piepmatz; Q.: 17. Jh.; E.: vielleicht von einer lautnachahmenden Interjektion; L.: Kluge s. u. piepsen, DW 13, 1844, EWD s. u. piepen, Duden s. u. piepsen; Son.: vgl. nnorw. pipe, V., piepsen; lit. pypsėti, V., piepsen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit piepen verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für piepen oder mit feiner und hoher Stimme und deshalb schlechter verständlich sprechen oder singen; BM.: lautmalend; F.: piepsen, piepse, piepsst (!), piepst, piepsest, piepset, piepste, piepstest, piepsten, piepstet, gepiepst, ##gepiepst, gepiepste, gepiepstes, gepiepstem, gepiepsten, gepiepster##, piepsend, ###piepsend, piepsende, piepsendes, piepsendem, piepsenden, piepsender###, pieps (!)+EW; Z.: piep-s-en
$piepsig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. piepsig, piepsend; E.: s. pieps(en), s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. piepen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus pieps(en) und ig gebildete Bezeichnung für hoch und fein oder klein und zart; F.: piepsig, piepsige, piepsiges, piepsigem, piepsigen, piepsiger(, piepsigere, piepsigeres, piepsigerem, piepsigeren, piepsigerer, piepsigst, piepsigste, piepsigstes, piepsigstem, piepsigsten, piepsigster)+EW; Z.: piep-s-ig
$Piepvogel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Piepvogel; E.: s. piep(en), s. Vogel; L.: DW 13, 1844, EWD s. u. piepen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus piep(en) und Vogel gebildete Bezeichnung für einen piependen Vogel; F.: Piepvogel, Piepvogels, Piepvögel, Piepvögeln+EW; Z.: Piep—vo-g-el
Pier (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pier (M.) (1), Landungsbrücke, Anlegestelle für Schiffe, ein Hafenbauwerk; ne. pier, jetty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. pier; E.: s. ne. pier, N., Pier (M.) (1); frz. puiere, Sb., Pier (M.) (1), Stütze; afrz. appuye, Sb., Stütze; von frühroman. *podiāre, V., stützen, gründen; vgl. lat. podium, N., Tritt, trittartige Erhöhung, Postament, Podium, Wandverkleidung, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. πόδιον (pódion), N., Standplatz, Füßchen; vgl. gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von mlat. pera, F., Pier (M.) (1)?; L.: Kluge s. u. Pier 1, EWD s. u. Pier, Duden s. u. Pier; Son.: vgl. nndl. pier, Sb., Pier (M.) (1); nschw. pir, Sb., Pier (M.) (1); nnorw. pir, M., Pier (M.) (1); poln. pirs, M., Pier (M.) (1); kymr. pier, M., Pier (M.) (1); nir. piara, M., Pier (M.) (1); lit. pirsas, M., Pier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und über das Französische und das Altfranzösische sowie das erschließbare Frühromanische mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen nach Entwicklung größerer Wasserfahrzeuge entwickelte und verwendete Anlegestelle für Schiffe; BM.: gehen bzw. Fuß; F.: Pier, Piers, Pieres, Piere, Pieren+FW; Z.: Pier
Pier (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pier (M.) (2), Wurm als Köder; ne. worm (N.) as bait; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. pīrās, N.?, Wurm als Aas, Regenwurm als Aas (Köder) an der Angel; mnd. pīr, Sb., Wurm, Regenwurm; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pier 2, DW 13, 1844, Duden s. u. Pier; Son.: vgl. nnorw. pir, M., kleine Makrele; GB.: seit (15. Jh.) mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Anglern als Köder verwendeten Wurm; BM.: Wurm; F.: Pier, Piers, Pieres, Piere, Pieren+EW?; Z.: Pier
$Pieraas, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Pieraas; E.: s. Pier, s. Aas; L.: Kluge s. u. Pier 2, DW 13, 1844; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Pier und Aas gebildete Bezeichnung für einen Wurm als Köder (Aas) für Fische an der Angel; F.: Pieraas, Pieraases, Pieraase, Pieraasen+EW?; Z.: Pier-aas
piesacken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. piesacken, plagen, ärgern; ne. pester (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von niederdeutsch (ossen)pesek, Sb., Ochsenziemer; nd. pese, Sb., Sehne; mnd. pēse (2), peise, F., Sehne, Bogensehne; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. piesacken, fehlt DW, EWD s. u. piesacken, Duden s. u. piesacken; Son.: vgl. ne. pizzle, N., Geschlechtsglied der Tiere; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches plagen oder ärgern; BM.: Ochsenziemer; F.: piesacken, piesacke, piesackst, piesackt, piesackest, piesacket, piesackte, piesacktest, piesackten, piesacktet, gepiesackt, ##gepiesackt, gepiesackte, gepiesacktes, gepiesacktem, gepiesackten, gepiesackter##, piesackend, ###piesackend, piesackende, piesackendes, piesackendem, piesackenden, piesackender###, piesack (!)+EW; Z.: piesack-en
pieseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pieseln, harnen, urinieren, Wasser lassen; ne. pee (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Mischung aus pissen und nieseln (s. d.); L.: Kluge s. u. pieseln, Duden s. u. pieseln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus pi(ssen) und (ni)eseln gebildete Bezeichnung für harnen oder urinieren oder Wasser lassen; BM.: Wortkreuzung; F.: pieseln, piesel (!), piesle, pieselst, pieselt, pieselte, pieseltest, pieselten, pieseltet, gepieselt, ##gepieselt, gepieselte, gepieseltes, gepieseltem, gepieselten, gepieselter##, pieselnd, ###pieselnd, pieselnde, pieselndes, pieselndem, pieselnden, pieselnder###, piesel (!)+EW; Z.: pies-el-n
Pietät, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pietät, dankbares Gedenken, Frömmigkeit, Rücksichtnahme; ne. piety; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. piété, lat. pietās; E.: s. frz. piété, s. lat. pietās, F., Pflichtgefühl, Frömmigkeit, Anhänglichkeit, Zärtlichkeit, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pius, Adj., pflichtmäßig handelnd, pflichtgemäß gesinnt; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. pūrus, Adj., rein, lauter, klar, hell; vgl. idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Pietät, DW 13, 1845, EWD s. u. Pietät, Duden s. u. Pietät; Son.: vgl. nndl. piëteit, Sb., Pietät; frz. piété, F., Pietät; nschw. pietet, Sb., Pietät; nnorw. pietet, M., Pietät; poln. pietyzm, M., Pietät; lit. pietetas, M., Pietät; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. pius verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit lat. purus und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches dankbares Gedenken oder Frömmigkeit oder Rücksichtnahme; BM.: pflichtmäßig handelnd bzw. reinigen?; F.: Pietät+FW(+EW); Z.: Pie-t-ät
$Pietismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pietismus; E.: s. Piet(ät), s. ismus; L.: DW 13, 1845, EWD s. u. Pietät; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Piet(ät) und ismus von Gegnern P. Speners gebildete neulateinische Bezeichnung für die um 1670 entwickelte in lat. collegia pietatis gelehrte evangelische Glaubensrichtung; F.: Pietismus+FW; Z.: Pie-t-ism-us
$Pietist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pietist, Anhänger des Pietismus; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; L.: DW 13, 1845, EWD s. u. Pietät; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus neulateinisch pietista und mittelbar frz. pietiste aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. pietas und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger des Pietismus; F.: Pietist, Pietisten+FW+EW?; Z.: Pie-t-ist
$pietistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pietistisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Pietist, s. isch; L.: DW 13, 1846, EWD s. u. Pietät; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Pietist und isch gebildete Bezeichnung für Pietisten oder Pietismus betreffend; F.: pietistisch, pietistische, pietistisches, pietistischem, pietistischen, pietistischer+FW(+EW); Z.: pie-t-ist-isch
Pigment, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Pigment, die Färbung bestimmender Farbstoff; ne. pigment (N.); Vw.: s. Auri-; Hw.: s. Piment; E.: mhd. pigmënt, st. N., Gewürz, Spezerei; mnl. pigment, N., Pigment, Farbstoff; s. ahd. pigment, st. N. (a), wohlriechende Spezerei, Balsam; s. lat. pīgmentum, N., Farbe; vgl. lat. pingere, V., malen; idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pigment, fehlt DW, EWD s. u. Pigment, EWAhd 6, 1514, Duden s. u. Pigment; Son.: vgl. ae. pigment, Sb., Pigment; nndl. pigment, Sb., Pigment; frz. pigment, N., Pigment; nschw. pigment, N., Pigment; nnorw. pigment, N., Pigment; poln. pigment, M., Pigment; lit. pigmentas, M., Pigment; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen die Färbung (der Gewebe) bestimmender Farbstoff; BM.: färben; F.: Pigment, Pigments, Pigmentes, Pigmente, Pigmenten+FW(+EW); Z.: Pig-m-ent
Pik (1), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pik, eine Farbe in Kartenspielen; ne. spade (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pike; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pique; E.: s. frz. pique, M., Pik, Spieß (M.) (1); vgl. frz. piquer, V., stechen; vgl. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pik, DW 13, 1846, EWD s. u. Pik, Duden s. u. Pik, Bluhme s. u. Pik; Son.: vgl. nndl. piek, Sb., Pik; ne. pike, N., Spieß (M.) (1); nschw. pik, Sb., Spieß (M.) (1); nnorw. pik, N., Spieß (M.) (1); poln. pik, M., Pik; lit. pikai, M. Pl., Pik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schwarze oder grüne Blattfarbe in Kartenspielen; BM.: dargestellt mit einer stilisierten Spitze eines Spießes; F.: Pik, Piks+FW; Z.: Pik
Pik (2), nhd., M.: nhd. Pik; Vw.: s. Pick (1)
pikant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. pikant, angenehm scharf, würzig; ne. piquant, spicy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. piquant; E.: s. frz. piquant, Adj., pikant; vgl. frz. piquer, V., stechen; vgl. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. pikant, DW 13, 1846, EWD s. u. pikant, Duden s. u. pikant; Son.: vgl. nndl. pikant, Adj., pikant; nnorw. pikant, Adj., pikant; poln. pikantny, Adj., pikant; lit. pikantiškas, Adj., pikant; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für angenehm scharf oder würzig; BM.: Specht; F.: pikant, pikante, pikantes, pikantem, pikanten, pikanter(, pikantere, pikanteres, pikanterem, pikanteren, pikanterer, pikantest, pikanteste, pikantestes, pikantestem, pikantesten, pikantester)+FW; Z.: pik-ant
$Pikanterie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pikanterie, Würze, Auffälligkeit; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. pikant, s. erie (Suff.); L.: Kluge s. u. pikant, fehlt DW, EWD s. u. pikant; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und von pikant französisierend abgeleitete Bezeichnung für Würze oder Auffälligkeit; F.: Pikanterie, Pikanterien+FW+EW?; Z.: Pik-ant-er-ie
Pike, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pike, langer Spieß, Lanze; ne. pike (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pick (1), Pik (1); Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. pēke (1), F., Pike, Langspieß, Lanze, spitzes eisernes Gerät, eine Art (F.) (1) Bohrer, Türangel, Spitze des Bootshakens, eiserne Spitze zur Verbindung von Bauteilen (Bedeutung örtlich beschränkt); mnd. pēk (1), peek, peeck, peik, peck*, peyk, pīk, pick, M., N., Pike, Langspieß, Lanze, spitzes eisernes Gerät, eine Art (F.) (1) Bohrer, Türangel; frz. pique, M., Spieß (M.) (1); vgl. frz. piquer, V., stechen; vgl. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pike, DW 13, 1847, EWD s. u. Pike, Duden s. u. Pike; Son.: vgl. nndl. piek, Sb., Pike?; nschw. pik, Sb., Pike; nnorw. pik, N., Pike; poln. pica, F., Pike; kymr. picell, F., Pike; nir. píce, F., Pike; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen langen Spieß (M.) (1) oder eine Lanze; BM.: Specht; F.: Pike, Piken+FW; Z.: Pik-e
$pikieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. pikieren, reizen, verstimmen, stechen; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. frz. piquer; L.: DW 13, 1847, EWD s. u. pikiert; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für reizen oder verstimmen oder stechen beispielsweise mit der Pike oder vereinzeln; F.: pikieren, pikiere, pikierst, pikiert, pikierest, pikieret, pikierte, pikiertest, pikierten, pikiertet, ##pikiert, pikierte, pikiertes, pikiertem, pikierten, pikierter##, pikierend, ###pikierend, pikierende, pikierendes, pikierendem, pikierenden, pikierender###, pikier (!)+FW+EW; Z.: pik-ier-en
pikiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. pikiert, beleidigt, gekränkt, verärgert, verletzt; ne. piqued; Vw.: -; Hw.: s. pikieren; Q.: 17. Jh.; E.: von einem pikieren, V., reizen, verstimmen, stechen; frz. piquer, V., stechen; vgl. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. pikiert, s. pikieren DW 13, 1847, EWD s. u. pikiert, Duden s. u. pikiert; Son.: vgl. nndl. gepikeerd, Adj., pikiert; frz. piqué, Adj., pikiert; nschw. pikerad, Adj., pikiert; nnorw. pikeret, Adj., pikiert; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus pikieren und frz. piquer gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beleidigt oder gekränkt oder verärgert oder verletzt; BM.: Specht; F.: pikiert, pikierte, pikiertes, pikiertem, pikierten, pikierter(, pikiertere, pikierteres, pikierterem, pikierteren, pikierterer, pikiertest, pikierteste, pikiertestes, pikiertestem, pikiertesten, pikiertester)+FW(+EW); Z.: pik-ier-t
Pikkolo, nhd., M., F., N., (19. Jh.): nhd. Pikkolo, Kellner, eine Flöte, kleine Sektflasche; ne. piccolo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. piccolo; E.: s. it. piccolo, Adj., klein; lautmalerisch?; L.: Kluge s. u. Pikkolo, fehlt DW, EWD s. u. Pikkolo 1, Duden s. u. Pikkolo; Son.: vgl. nndl. piccolo, Sb., Pikkolo; frz. piccolo, M., Pikkolo; nschw. pickola, Sb., Pikkolo; nnorw. pikkolo, M., Pikkolo; poln. pikolo, M., Pikkolo (Flöte); kymr. picolo, M., Pikkolo (Flöte); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Kellner oder für eine Flöte oder für eine kleine Sektflasche; BM.: klein; F.: Pikkolo, Pikkolos+FW(+EW); Z.: Pikk-ol-o
$Pikkoloflöte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pikkoloflöte; Q.: 1813 (Campe); E.: s. Pikkolo, s. Flöte; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pikkolo; GB.: seit 1813 belegte und aus Pikkolo (it. piccolo) und Flöte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete bis zu 32 Zentimeter lange kleinere Flöte aus Holz oder Metall; F.: Pikkoloflöte, Pikkoloflöten+FW+EW?; Z.: Pikk-ol-o-flö-t-e
Piktogramm, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Piktogramm, Bildsymbol; ne. pictogram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. pictūra, pinctūra, F., Malen, Malerei, Schminken (N.), Gemälde; vgl. lat. pingere, V., malen; idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); gr. γράρμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Gewicht von 1/24 Unze; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); I.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. pictogram, Sb., Piktogramm; frz. pictogramme, M., Piktogramm; nschw. piktogram, N., Piktogramm; nnorw. piktogram, N., Piktogramm; kymr. pictogram, M., Piktogramm; nir. picteagram, M., Piktogramm; poln. piktogram, M., Piktogramm; lett. piktogrammas, M., Piktogramm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes formelhaftes Bildsymbol (beispielsweise Verkehrszeichen) mit (internationaler) festgelegter Bedeutung als dessen sehr frühe Vorläufer die Bilder und Buchstaben der Schrift angesehen werden können; BM.: färben, ritzen; F.: Piktogramm, Piktogramms, Piktogramme, Piktogrammen+FW; Z.: Pik-t-o—gram-m
Pilates, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pilates, ein Fitnesstraining; ne. pilates; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pilates; E.: s. ne. pilates, N., Pilates; nach dem Erfinder Joseph Hubert(us) Pilates (1883-1967); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pilates; Son.: vgl. nndl. pilates, Sb., Pilates; frz. pilates, M., Pilates; nschw. pilates, Sb., Pilates; nnorw. pilates, Sb., Pilates; poln. pilates, Sb., Pilates; nir. pilates, Sb., Pilates; lit. pilatesas, M., Pilates; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN des Erfinders gebildete Bezeichnung für ein die fehlende natürliche Bewegung des Menschen der Gegenwart ausgleichendes oder ersetzendes Ganzkörpertraining der Muskulatur vor allen von Becken und Bauch und Rücken des Menschen mit gymnastischen Übungen oder besonderen Übungsgeräten; BM.: PN (nach dem Erfinder); F.: Pilates+FW; Z.: Pilates
Pilger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pilger, Pilgrim, einen heiligen Ort aufsuchender Gläubiger des Christentums (oder auch einer anderen Religion); ne. pilgrim (M.); Vw.: -; Hw.: s. Pilgrim; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. pilgerim, st. M., Pilger, Kreuzfahrer; mnd. pēlegrīm, pēlegrīme, pēlegrīn, pēlegrīne, pēlegrēme, sw. M., Pilger, Fremder, Ausländer, Zugereister, Auswärtiger, Wallfahrer; mnl. pelegrim, pelgrijm, peilegrime, M., Fremder, Pilger; ahd. piligrīm, st. M. (a?, i?), Pilger, Reisender, Fremder, Ausländer; lat. peregrīnus, Adj., fremd, ausländisch, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. per, Präp., durch, über; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ager, M., Feld, Grundstück; idg. *ag̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pilger, Kluge s. u. Pilger, DW 13, 1854, EWD s. u. Pilger, 6, 1515, Duden s. u. Pilger, Bluhme s. u. Pilger; Son.: vgl. afries. pilegrīm, pilugrīm, st. M. (a?), Pilger; an. pīlagrimr, pelagrīmr, st. M. (a?), Pilger; nndl. pelgrim, Sb., Pilger; frz. pèlerin, M., Pilger; nschw. pilgrim, Sb., Pilger; nnorw. pilegrim, M., Pilger; poln. pielgrzym, M., Pilger; kymr. pererin, M., Pilger; lit. piligrimas, M., Pilger; GB.: (piligrīm) seit um 765 belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Religion möglichen eine längere Reise zu einer religiös besonders verehrten Stätte des Christentums (oder einer anderen Religion) machenden Menschen; BM.: fremd bzw. durch, bewegen; F.: Pilger, Pilgers, Pilgern+FW(+EW); Z.: Pil-g-er
$pilgern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. pilgern; E.: s. Pilger, s.(e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pilger, DW 13, 1854, EWD s. u. Pilger; Q.: 1343 (Evangelienbuch in mitteldeutscher Sprache des Matthias von Beheim); GB.: seit 1343 belegte und aus Pilger und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Religion mögliches als Pilger eine heilige Stätte des Christentums oder einer anderen Religion aufsuchen; F.: pilgern, pilgere, pilger (!), pilgerst, pilgert, pilgerte, pilgertest, pilgerten, pilgertet, gepilgert, ##gepilgert, gepilgerte, gepilgertes, gepilgertem, gepilgerten, gepilgerter##, pilgernd, ###pilgernd, pilgerndes, pilgerndem, pilgernden, pilgernder###, pilger (!)+FW(+EW); Z.: pil-g-er-n
Pilgrim, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Pilgrim, Pilger; ne. pilgrim; Vw.: -; Hw.: s. Pilger; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. pilgerim, st. M., Pilger, Kreuzfahrer; mhd. bilgerīm, pilgerim, pilgrīm, pilegrīm, pelegrīm, bilgerīn, bilgrīn, pilgerīn, st. M., Pilger, Kreuzfahrer, Wanderfalke; mnd. pēlegrīm, pēlegrīme, pēlegrīn, pēlegrīne, pēlegrēme, pēlegerīm, pellegrīm, pelgrīm, sw. M., Pilger, Fremder, Ausländer, Zugereister, Auswärtiger, Wallfahrer; mnl. pelegrim, pelgrijm, peilegrime, M., Fremder, Pilger; ahd. piligrīm, st. M. (a?, i?), Pilger, Fremder, Ausländer; s. lat. peregrīnus, Adj., fremd, ausländisch, (um 160-220 n. Chr.); lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ager, M., Feld, Grundstück; idg. *ag̑ros, Sb., Weide (F.) (2), Feld, Flur (F.), Pokorny 6; vgl. idg. *ag̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pilger, DW 13, 1854, EWAhd 6, 1515, Duden s. u. Pilgrim; Son.: vgl. afries. pilegrīm, pilugrīm, st. M. (a?), Pilger; an. pīlagrimr, pelagrīmr, st. M. (a?), Pilger; nndl. pelgrim, Sb., Pilgrim; frz. pèlerin, M., Pilgrim; nschw. pilgrim, Sb., Pilgrim; nnorw. pilegrim, M., Pilgrim; poln. pielgrzym, M., Pilgrim; kymr. pererin, M., Pilgrim; lit. piligrimas, M., Pilger; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Religion möglichen eine längere Reise zu einer religiös besonders verehrten Stätte des Christentums (oder einer anderen Religion) machenden Menschen; BM.: fremd bzw. durch, bewegen; F.: Pilgrim, Pilgrims, Pilgrime, Pilgrimen+FW; Z.: Pil-g-r-im
Pille, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pille, Tablette, ein Arzneimittel; ne. pill; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: fnhd. pillele, F., Pille; mhd. pillule, F., Pille; mnd. pille (1), pillen, F., Pille, Arzneimittel, runde bzw. längliche Masse aus heilenden Stoffen; lat. pilula, pillula, F., kleiner Ball, Kinderspielzeug, (um 47 n. Chr.); vgl. lat. pila, F., Ball (M.) (1), Spielball, Ballen (M.), Strohpuppe; lat. pilus, M., Haar (N.); idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pille, Kluge s. u. Pille, DW 13, 1855, EWD s. u. Pille, Duden s. u. Pille, Bluhme s. u. Pille; Son.: vgl. nndl. pil, Sb., Pille; frz. pilule, F., Pille; nschw. piller, N., Pille; nnorw. pille, M., F., Pille; kymr. pilsen, F., Pille; nir. piolla, M., Pille; lit. piliulė, F., Pille; GB.: (pillule) seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus heilenden Stoffen hergestelltes und mit einem Überzug versehenes rundes oder längliches Arzneimittel; BM.: Haar (N.); F.: Pille, Pillen+FW(+EW); Z.: Pil-l-e
Pilot, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Pilot, Steuermann, Luftfahrzeugführer; ne. pilot (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. nndl. piloot; E.: s. mnd. pilōte, pilōt, M., Pilot, Steuermann, Lotse, für die Navigation verantwortlicher Angehöriger der Schiffsbesatzung, Navigationskundiger; nndl. piloot, Sb., Steuermann, Lotse; frz. pilote, M., Pilot; it. pilota, M., Pilot; über mittelgriechische Zwischenstufen von gr. πηδόν (pēdón), N., Ruderblatt, Steuerruder; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pilot, Kluge s. u. Pilot, DW 13, 1857, EWD s. u. Pilot, Duden s. u. Pilot; Son.: vgl. nschw. pilot, Sb., Pilot; nnorw. pilot, M., Pilot; poln. pilot, M., Pilot; kymr. peilot, M., Pilot; nir. píolóta, M., Pilot; lit. pilotas, M., Pilot; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Französische und Italienische und mittelgriechische Zwischenstufen mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Steuermann und danach für einen Luftfahrzeugführer; BM.: fallen bzw. Fuß; F.: Pilot, Piloten+FW; Z.: Pil-ot
$Pilotprojekt, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pilotprojekt. Versuchsprojekt; E.: s. Pilot, s. Projekt; L.: Kluge s. u. Pilot, fehlt DW; GB.: seit dem späteren 20. Jh. belegte und nach ne. pilot project aus Pilot und Projekt gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Versuchsprojekt; F.: Pilotprojekt, Pilotprojekts, Pilotprojektes, Pilotprojekte, Pilotprojekten+FW; Z.: Pil-ot—pro-je-k-t
Pils, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pils, Pilsener Bier; ne. pils; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gekürzt aus Pilsener Bier; von dem ON Pilsen; tschech. Plzeň; L.: Kluge s. u. Pils, fehlt DW, Duden s. u. Pils; Son.: vgl. nndl. pils, Sb., Pils; frz. pils, M.?, Pils; nschw. ppilsner, Sb., Pils; nnorw. pils, M., Pils; poln. pilzner, M., Pils; lit. pilzenas, M., Pils; GB.: seit 19. Jh. durch Abkürzung aus Pilsener Bier gebildete Bezeichnung für ein von Menschen gebrautes helles untergäriges Bier (anfangs nur aus Pilsen); BM.: ON eines Brauereiorts; F.: Pils+FW; Z.: Pils
Pilz, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Pilz, Schwammerl; ne. mushroom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: nhd. Bülz, Bilz (ält.), Pilz, M., Pilz; mhd. bülez, bülz, M., Pilz; ahd. buliz, st. M. (a)?, Pilz; as. bulit, st. M. (a?), Pilz; lat. bōlētus, M., Pilz, Champignon; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Pilz, DW 13, 1857, EWD s. u. Pilz, EWAhd 2, 427, Duden s. u. Pilz, Bluhme s. u. Pilz; GB.: (buliz) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen schon vor mehr als einer Milliarde Jahren (auf der Erde) entwickelten meist kleinen blattlosen und blütenlosen fleischigen Organismus der grundsätzlich aus einem schlauchförmigen bis keulenförmigen Stiel und einem flachen oder kugelförmigen bis kegelförmigen Hut (M.) besteht; BM.: ?; F.: Pilz, Pilzes, Pilze, Pilzen+FW(+EW); Z.: Pilz
Piment, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Piment, ein Gewürz; ne. allspice, pimento; Vw.: -; Hw.: s. Pigment; -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. pigment, pīment, bīment, st. N., Gewürz, Spezerei, Piment, Gewürzwein, Gewürzduft; mnl. piment, N., Piment, ahd. pīmenta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Gewürz, Spezerei, Balsam, Gewürzkraut, pflanzlicher Duft, pflanzlicher Würzstoff, Räucherwerk; ahd. pigment, st. N. (a), wohlriechende Spezerei; anfrk. pimenta, F., Gewürz, Kraut; s. lat. pīgmentum, N., Farbe, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. pingere, V., malen; idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 13, 1858, EWAhd 6, 1518, Duden s. u. Piment; Son.: vgl. nndl. piment, Sb., Piment; frz. piment, M., Peperoni; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen als Gewürz verwendeten und großen Pfefferkörnern ähnlichen Samen eines in dem heutigen Mittelamerika wachsenden Baumes; BM.: färben; F.: Piment, Piments, Pimentes, Pimente, Pimenten+FW(+EW); Z.: Pi-m-ent
Pimmel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pimmel, männliches Geschlechtsglied; ne. penis, cock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von bimmeln; L.: Kluge s. u. Pimmel, fehlt DW, Duden s. u. Pimmel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus bimmeln vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für das schon vormenschliche männliche Geschlechtsglied; BM.: lautmalend?; F.: Pimmel, Pimmels, Pimmeln+EW; Z.: Pimm-el
pimpeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pimpeln, wehleidig sein (V.); ne. snivel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. pimpeln, DW 13, 1858, Duden s. u. pimpeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl laumalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wehleidig sein (V.); BM.: lautmalend?; F.: pimpeln, pimpel (!), pimple, pimpelst, pimpelt, pimpelte, pimpeltest, pimpelten, pimpeltet, gepimpelt, ##gepimpelt, gepimpelte, gepimpeltes, gepimpeltem, gepimpelten, gepimpelter##, pimpelnd, ###pimpelnd, pimpelnde, pimpelndes, pimpelndem, pimpelnden, pimpelnder###, pimpel (!)+EW; Z.: pimp-el-n
pimpern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pimpern, Geschlechtsverkehr haben; ne. shag (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend, wohl über mit dem Stößel in dem Mörser bearbeiten; L.: Kluge s. u. pimpern, DW 13, 1858, Duden s. u. pimpern; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Geschlechter mögliches Geschlechtsverkehr haben; BM.: lautmalend?; F.: pimpern, pimpere, pimper (!), pimperst, pimpert, pimperte, pimpertest, pimperten, pimpertet, gepimpert, ##gepimpert, gepimpertes, gepimpertem, gepimperten, gepimperter##, pimpernd, ###pimpernd, pimpernde, pimperndes, pimperndem, pimpernden, pimpernder###, pimper (!)+EW; Z.: pimp-er-n
Pimpernell, nhd., M.: nhd. Pimpernell; Vw.: s. Bibernelle
Pimpernelle, nhd., F.: nhd. Pimpernelle; Vw.: s. Bibernelle
Pimpf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pimpf, Halbwüchsiger, Kleiner; ne. squirt, kid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: ursprünglich ein Schimpfwort, lautmalend für Furz; L.: Kluge s. u. Pimpf, fehlt DW, EWD s. u. Pumpernickel, Duden s. u. Pimpf, Bluhme s. u. Pimpf; GB.: seit 19. Jh. belegte und lautmalend ursprünglich als Schimpfwort gebildet Bezeichnung für einen kleinen Burschen und für einen jüngsten Angehörigen der (so genannten) Jugendbewegung; BM.: lautmalend?; F.: Pimpf, Pimpfes, Pimpfs, Pimpfe, Pimpfen+EW; Z.: Pimpf
Pinakothek, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pinakothek, Gemäldesammlung; ne. pinacotheca; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. pinacothēca; E.: s. lat. pinacothēca, Bildergalerie, Bildersaal; gr. πινακοθήκη (pinakothḗkē), F., Bildergalerie; vgl. gr. πίναξ (pínax), M., Brett, Teller, Gemälde; vgl. idg. *pin-, Sb., Holzstück, Pokorny 830 (1431/73) (RB. idg. aus ind., gr., germ., slaw.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pinakothek, fehlt DW, Duden s. u. Pinakothek; Son.: vgl. nndl. pinacotheek, Sb., Pinakothek; frz. pinacotèque, F., Pinakothek; nschw. pinakotek, Sb., Pinakothek; nnorw. pinakotek, N., Pinakothek; poln. pinakoteka, F., Pinakothek; lit. pinakoteka, F., Pinakothek; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und errichtete Gemäldesammlung; BM.: Holzstück, stellen; F.: Pinakothek, Pinakotheken+FW(+EW); Z.: Pin-a-ko-the-k
pingelig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pingelig, zimperlich, kleinlich, übertrieben gewissenhaft; ne. fussy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: rheinisch für peinlich, s. nhd. Pein, …lich; L.: Kluge s. u. pingelig, fehlt DW, EWD s. u. Pein, Duden s. u. pingelig; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Pein und lich oder ig verbindbare Bezeichnung für zimperlich oder kleinlich oder übertrieben gewissenhaft; BM.: strafen, gleich; F.: pingelig, pingelige, pingeliges, pingeligem, pingeligen, pingeliger(, pingeligere, pingeligeres, pingeligerem, pingeligeren, pingeligerer, pingeligst, pingeligste, pingeligstes, pingeligstem, pingeligsten, pingeligster)+FW+EW; Z.: pin-g-e-lig
Pingpong, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pingpong, Tischtennis; ne. ping-pong; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. ping-pong; E.: s. ne. ping-pong, N., Pingpong; lautmalende Reduplikationsbildung; L.: Kluge s. u. Pingpong, fehlt DW, EWD s. u. Pingpong, Duden s. u. Pingpong; Son.: vgl. nndl. pingpong, Sb., Pingpong; frz. ping-pong, M., Pingpong; nschw. pingpong, Sb., Pingpong; nnorw. pingpong, M., Pingpong; poln. ping-pong, M., Pingpong; kymr. ping-pong, M., Pingpong; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie lautmalend nach den dabei entstehenden Tönen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wegen des oft regnerischen Wetters in England seit dem späteren 19. Jh. in einem Raum auf einem Tisch gespieltes Tennisspiel, achtzehnhundertvierundsiebzig erstmals schriftlich erwähnt; BM.: lautmalend; F.: Pingpong, Pingpongs+FW; Z.: Ping-pong
Pinguin, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pinguin, ein flugunfähiger Vogel; ne. penguin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. ne. penguin; E.: s. ne. penguin, N., Pinguin; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pinguin, fehlt DW, EWD s. u. Pinguin, Duden s. u. Pinguin; Son.: vgl. nndl. pinguïn, Sb., Pinguin; frz. pingouin, M., Pinguin; nschw. pingvin, Sb., Pinguin; nnorw. pingvin, M., Pinguin; poln. pingwin, M., Pinguin; kymr. pengwin, M., Pinguin; nir. piongain, F., Pinguin; lit. pingvinas, M., Pinguin; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und seit mindestens 55 Millionen Jahren auf der Erde lebenden flugunfähigen aufrecht gehenden oder mehr watschelnden und in Wasser geschickt schwimmenden Vogel der Antarktis mit flossenähnlichen Flügeln und meist schwarzem auf dem Bauch weißem Gefieder; BM.: ?; F.: Pinguin, Pinguins, Pinguine, Pinguinen+FW(+EW?); Z.: Pinguin
Pinie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pinie, Pinienbaum; ne. pine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. pīnea; E.: s. lat. pīnea, F., Fichtenkern, Fichtennuss, Pinie, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pīnus, F., wilde Fichte, Föhre, Kiefer (F.), Pinie; lat. pīx, M., Greif; Herkunft s. Walde/Hofmann 2, 300, die Benennung soll vom gekrümmten Schnabel kommen, s. lat. pīcus, M., Specht, Baumhacker; idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: EWD s. u. Pinie, DW 13, 1859, Duden s. u. Pinie; Son.: vgl. nndl. pinus, Sb., Pinie; frz. pin, Sb., Pinie; nschw. pinje, Sb., Pinie; nnorw. pinje, M., Pinie; poln. pinia, F., Pinie; kymr. pinwydden, F., Pinie; nir. péine, M., Pinie; GB.: seit der mittleren Neuzeit (Ende 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. pix (Greif) wegen dessen gekrümmten Schnabel verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen hochwachsenden und der Gattung der Kiefern angehörigen Nadelbaum des Mittelmeerraums mit schirmartiger Krone und langen Nadeln sowie großen Zapfen mit essbaren und wegen der Seltenheit etwas teuereren Samen; BM.: Specht; F.: Pinie, Pinien+FW(+EW?); Z.: Pin-i-e
Pinke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pinke, Geld; ne. money, lolly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, lautmalend nach dem Klang der Münzen; L.: Kluge s. u. Pinke, EWD s. u. Pinke, DW 13, 1860, Duden s. u. Pinke, Bluhme s. u. Pinke; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene sowie vielleicht nach dem Klang der Münzen lautmalend gebildete vulgäre Bezeichnung für Geld; BM.: lautmalend; F.: Pinke+FW; Z.: Pink-e
Pinkel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pinkel, unbedeutender Mann, Geck; ne. nob, toff; Vw.: -; Hw.: s. pinkeln; Q.: 20. Jh.; E.: von ostfränkisch pink, Sb., kleiner, Finger, Geschlechtsglied; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pinkel, fehlt DW, Duden s. u. Pinkel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem ostfränkischen pink und el (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen unbedeutenden Mann oder Geck; BM.: kleiner Finger; F.: Pinkel, Pinkels, Pinkeln+EW; Z.: Pink-el
pinkeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pinkeln, harnen, urinieren; ne. pee (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pinkel; Q.: 16. Jh.; E.: von nhd. Pinkel (s. d.) mit der Bedeutung Geschlechtsglied; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. pinkeln, DW 13, 1860, EWD s. u. pinkeln, Duden s. u. pinkeln, Bluhme s. u. pinkeln; Son.: vgl. nschw. pinka, V., pinkeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pinkel und (e)n (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tiere mögliches harnen oder urinieren oder Wasser lassen; BM.: Geschlechtsglied; F.: pinkeln, pinkel (!), pinkle, pinkelst, pinkelt, pinkelte, pinkeltest, pinkelten, pinkeltet, gepinkelt, ##gepinkelt, gepinkelte, gepinkeltes, gepinkeltem, gepinkelten, gepinkelter##, pinkelnd, ###pinkelnd, pinkelnde, pinkelndes, pinkelndem, pinkelnden, pinkelnder###, pinkel (!)+EW; Z.: pink-el-n
Pinne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pinne, kleiner spitzer Pflock, Holznagel; ne. pin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. pinne, pyne, F., Pinne (M.), kleiner länglich-spitzer Gegenstand, Schusterahle, Pfriem, Pflock; lat.-ahd. pinna, Sb., Stift (M.), Pflock; germ. *penna-, *pennaz, *pinna-, *pinnaz, st. M. (a), Spitze, Rinne; germ. *pennō, *pīnnō, st. F. (ō), Nagel; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); Herkunft von lat. pinna eher unwahrscheinlich, EWAhd 6, 1425; L.: Kluge 1. A. s. u. Pinn, Kluge s. u. Pinne, DW 13, 1861, EWAhd 6, 1425, Duden s. u. Pinne, Bluhme s. u. Pinne; Son.: vgl. an. pinni, sw. M. (n), Stift (M.), Pflock, Nagel; ae. pinn (1), Sb., Pflock, Stift (M.); nndl. pin, Sb., Pinne; nschw. pinne, Sb., Pinne, Stange; nnorw. pinne, M., Pinne; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen wohl aber kaum mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen kleinen spitzen Pflock oder Holznagel; BM.: spitz; F.: Pinne, Pinnen+EW?; Z.: Pi-nn-e
Pinscher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pinscher, ein Hund; ne. pinscher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. pinscher; E.: s. ne. pinscher, N., Pinscher; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von ne. pinch, V., kneifen, abkneifen; afrz. pincier, V., kneifen; gallorom. *pinctiare, V., kneifen; vermischt aus lat. pūnctuāre, V., punktieren, schärfen, festgesetzt werden; vgl. lat. pungere, V., stechen, eindringen, empfindlich berühren; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); und einem *pīkk-, eine Schallbildung; auch als Namensherkunft als Pinzgauer gedeutet, EWD s. u. Pinscher; L.: Kluge s. u. Pinscher, DW 13, 1861, EWD s. u. Pinscher, Duden s. u. Pinscher, Bluhme s. u. Pinscher; Son.: vgl. nndl. pincher, Sb., Pinscher; nschw. pinscher, Sb., Pinscher; nnorw. pinsjer, M., Pinscher; poln. pinczer, M., Pinscher; lit. pinčeris, M., Pinscher; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und vielleicht mit ne. pinscher verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung und vielleicht mit dem Neuenglischen und dem Altfranzösischen sowie dem Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mittelgroßer Hund mit braunem bis schwarzem meist kurzem glattem Fell und kupierten Stehohren und kupiertem Schwanz; BM.: kneifen vom Stutzen der Ohren und des Schwanzes; F.: Pinscher, Pinschers, Pinschern+FW; Z.: Pinsch-er
Pinsel (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pinsel (M.) (1), Malwerkzeug; ne. brush (N.); Vw.: -; Hw.: s. Penizillin; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. pensel, bensel, pinsel, pensil, st. M., Pinsel (M.) (1); mnd. pinsel, M., Pinsel (M.) (1); mnl. pinceel, M., Pinsel (M.) (1); ahd.? pensil, st. M. (a?), Pinsel; mlat. penicellus, M., Schwänzlein, Pinsel; vgl. lat. pēnis, M., Schwanz, Penis, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *pes- (3), N., Glied, Pokorny 824 (1418/60) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pinsel, Kluge s. u. Pinsel 1, Pinsel 1, DW 13, 1861, EWAhd 6, 1334, Duden s. u. Pinsel, Bluhme s. u. Pinsel; Son.: vgl. nndl. penseel, Sb., Pinsel (M.) (1); frz. pinceau, M., Pinsel (M.) (1); nschw. pensel, Sb., Pinsel (M.) (1); nnorw. pensel, M., Pinsel (M.) (1); GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon in den Höhlenmalereien der Steinzeit (vor 13000 v. Chr.) zu einem Auftragen von Farbe auf eine Gegebenheit wie beispielsweise eine Höhlenwand entwickeltes und verwendetes Werkzeug mit eingesetzten Borsten vielfach aus Tierhaaren; BM.: Glied; F.: Pinsel, Pinsels, Pinseln+FW; Z.: Pins-el
Pinsel (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pinsel (M.) (2), dummer Mensch; ne. simpleton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: von einem pinsule, Sb., Pfriem; zusammengesetzt aus Pinne und Säule (2) (s. d.); L.: Kluge s. u. Pinsel 2, DW 13, 1861ff., EWD s. u. Pinsel 2, Duden s. u. Pinsel; GB.: seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.) belegte und aus Pinne und Säule gebildete Bezeichnung für einen dummen Menschen (Einfaltspinsel); BM.: Pfriem; F.: Pinsel, Pinsels, Pinseln+FW; Z.: Pin-sel
$pinseln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. pinseln; E.: s. Pinsel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pinsel 1, EWD s. u. Pinsel 1, DW 13, 1864; GB.: (pinselen) seit 1276-1318 belegte und aus Pinsel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Pinsel bestreichen oder malen; F.: pinseln, pinsel (!), pinsle, pinsele, pinselst, pinselt, pinselte, pinseltest, pinselten, pinseltet, gepinselt, ##gepinselt, gepinselte, gepinseltes, gepinseltem, gepinselten, gepinselter##, pinselnd, ###pinselnd, pinselnde, pinselndes, pinselndem, pinselnden, pinselnder###, pinsel (!)+FW+EW; Z.: pins-el-n
Pinte, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Pinte, ein Flüssigkeitsmaß, Kanne, Lokal; ne. pint; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1365 (Heinrich der Teichner); E.: mhd. pinte, pint, F., Pinte (ein Flüssigkeitsmaß); mnd. pint (2), pinte, M.?, Pinte, ein Flüssigkeitsmaß; afrz. pinte, F., Flüssigkeitsmaß; Herkunft nicht geklärt, Gamillscheg 2, 704b; vielleicht aus lat. pincta zu lat. pingere, V., malen; idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pinte, DW 13, 1866, Duden s. u. Pinte, Bluhme s. u. Pinte; Son.: vgl. nndl. pint, Sb., Pinte; frz. pinte, F., Pinte, ein Flüssigkeitsmaß; nnorw. pint, M., Pint; lit. pinta, F., Pinte; GB.: seit 1350-1365 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und in der Herkunft wohl nicht geklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Flüssigkeitsmaß oder eine Kanne oder ein Lokal; BM.: färben bzw. ritzen; F.: Pinte, Pinten+FW; Z.: Pin-t-e
Pinzette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pinzette, ein kleines Greifinstrument; ne. pincers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. pincette; E.: s. frz. pincette, F., Pinzette; vgl. frz. pince, F., Zange; frz. pincer, V., kneifen; afrz. pincier, V., kneifen; gallorom. *pinctiare, V., kneifen; vermischt aus lat. pūnctuāre, V., punktieren, schärfen, festgesetzt werden; vgl. lat. pungere, V., stechen, eindringen, empfindlich berühren; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); und einem *pīkk-, eine Schallbildung; L.: Kluge s. u. Pinzette, fehlt DW, EWD s. u. Pinzette, Duden s. u. Pinzette; Son.: vgl. nndl. pincet, Sb., Pinzette; nschw. pincett, Sb., Pinzette; nnorw. pinsett, M., Pinzette; kymr. pinsiwrn, M., Pinzette; nir. pionsúr, M., Pinzette; lit. pincetas, M., Pinzette; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und Galloromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit aus Metall entwickeltes und verwendetes kleines Greifinstrument zu dem Fassen kleiner Gegebenheiten wie beispielsweise Wundrändern in der Chirurgie; BM.: kneifen; F.: Pinzette, Pinzetten+FW(+EW?); Z.: Pinz-ett-e
Pionier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pionier, Fußsoldat, Schanzenbauer, Wegbereiter; ne. pioneer (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. peonier; E.: s. frz. peonier, M., Fußsoldat; vgl. afrz. peon, M., Fußsoldat; vgl. frz. pionnier, M., Pionier; lat. pedo, M., Fußsoldat, Fußkämpfer; vgl. lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pionier, fehlt DW, EWD s. u. Pionier, Duden s. u. Pionier; Son.: vgl. nndl. pionier, Sb., Pionier; frz. pionnier, M., Pionier; nschw. pionjär, Sb., Pionier; nnorw. pioner, M., Pionier; poln. pionier, M., Pionier; lit. pionerius, M., Pionier; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fußsoldaten und danach ab etwa 1500 für Schanzenbauer und allgemein für einen auf einem bestimmten Gebiet infolge von Kreativität oder Durchsetzungsfähigkeit oder Eigeninitiative bahnbrechenden Menschen; BM.: Fuß bzw. gehen; F.: Pionier, Pioniers, Pionieres, Pioniere, Pionieren+FW+EW; Z.: Pion-ier
Pipapo, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pipapo, (überflüssiges) Drum und Dran; ne. trimmings; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht von der Abkürzung p. p. (praemissis praemittendis, nach Vorausschickung des Vorauszuschickenden); L.: Kluge s. u. Pipapo, fehlt DW, Duden s. u. Pipapo; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein (überflüssiges) Drum und Dran; BM.: ?; F.: Pipapo, Pipapos+FW?; Z.: Pi-pa-po
Pipeline, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pipeline, große Rohrleitung; ne. pipeline (N.); Vw.: -; Hw.: s. Linie; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. pipeline; E.: s. ne. pipeline, N., Pipeline; vgl. ne. pipe, N., Röhre, Pfeife; ae. pīpe, sw. F. (n), Pfeife, Röhre, Kanal; lat. pīpa, F., Pfeife, Röhre, Schalmei; vgl. lat. pīpāre, V., pfeifen; vgl. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. line, N., Linie, Strecke; lat. līnea, F., Leine, Schnur (F.) (1), Richtschnur, Angelschnur, Bogensehne, (um 250-184 v. Chr.); lat. līnum?, N., Lein, Flachs, Leinen, Faden, Schnur (F.) (1); idg. *lī̆no-, Sb., Lein?, Pokorny 691? (1131/87) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pipeline, fehlt DW, EWD s. u. Pipeline, Duden s. u. Pipeline; Son.: vgl. nndl. pijpleiding, Sb., Pipeline; frz. pipeline, M., Pipeline; nschw. pipeline, Sb., Pipeline; nnorw. pipeline, Sb., Pipeline; kymr. piblinell, F., Pipeline; nir. píblíne, F., Pipeline; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und vielleicht mittelbar in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine große Rohrleitung für den Transport von Flüssigkeiten oder Gasen wie beispielsweise Erdöl oder Erdgas; BM.: Röhre, Faden; F.: Pipeline, Pipelines+FW; Z.: Pip-e-lin-e
Pipette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pipette, kleines Röhrchen; ne. pipette (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pipette; E.: s. frz. pipette, F., Pipette; vgl. frz. pipe, F., Pfeife, Röhre; lat. pīpa, F., Pfeife, Röhre, Schalmei; vgl. lat. pīpāre, V., pfeifen; vgl. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pipette, fehlt DW, EWD s. u. Pipette, Duden s. u. Pipette; Son.: vgl. nndl. pipet, Sb., Pipette; nschw. pipett, Sb., Pipette; nnorw. pipette, M., Pipette; poln. pipeta, pipetka, F., Pipette; kymr. piped, F., Pipette; nir. pípéad, M., Pipette; lit. pipetė, F., Pipette; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines an seiner Spitze meist verengtes und an seinem hinteren Ende oft durch einen durch Druck zusammenpressbaren Pipettierball abgeschlossenes Röhrchen aus Glas oder Plastik zu einer beispielsweise tropfenweise Entnahme und Abgabe kleiner Flüssigkeitsmengen wie etwa Augentropfen; BM.: piepen; F.: Pipette, Pipetten+FW; Z.: Pip-ett-e
Pipi, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pipi, Urin, Harn; ne. pee (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Kinderlaut für das Wasserlassen; L.: Kluge s. u. Pipi, fehlt DW, Duden s. u. Pipi; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete kindersprachliche Bezeichnung für die in den Nieren des Menschen und höherer Tiere natürlich gebildete klare gelbliche Flüssigkeit mit der ein Teil der Stoffwechselschlacken aus dem Körper ausgeschieden wird; BM.: lautmalend; F.: Pipi, Pipis+EW; Z.: Pip-i
Pippe, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Pippe, Zapfhahn, Fasshahn, Wasserhahn; ne. tap; Vw.: -; Hw.: s. Pfeife; Q.: 1482 (Vokabular); E.: mhd. pippe, F., Pippe, Zapfhahn; ahd. pfīfa*, phīfa, sw. F. (n), Pfeife, Flöte; germ. *pīpa, F., Pfeife; s. lat. pīpa, F., Pfeife, Röhre, Schalmei; vgl. lat. pīpāre, V., pfeifen; vgl. idg. *pī̆pp-, *pī̆p-, *pī̆-, V., piepen, Pokorny 830 (1432/74) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 13, 1842, Duden s. u. Pippe; GB.: seit 1482 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit vor mehr als 2000 Jahren für das Abteilen von Flüssigkeitsmengen entwickelte und verwendete Röhre mit einem Drehhahn oder Zapfhahn; BM.: piepen; F.: Pippe, Pippen+FW+EW?; Z.: Pipp-e
Pips, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Pips, Verstopfung der Nase mit verhärteter Zungenspitze bei dem Federvieh mit einem ähnlichen Krankheitsbild bei Menschen; ne. pip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. pfipfiz*, pfiphiz*, phiphiz, st. M., Pips, Verhärtung der Zungenspitze des Federviehs; mnd. pip, M., Pips, Zipf, eine Geflügelkrankheit, ein Schnupfen (M.) der Vögel, eine Krankheit der Menschen; mnl. pippe, pip, F., Rotz und Schleim bei Vögeln; ahd. pfipfiz*, phiphiz, pfiphiz, st. M. (a?, i?), Pips (eine Geflügelkrankheit); germ. *pipit-, Sb., Pips, Verschleimung; lat. pīpuīta, pītuīta F., zähe Feuchtigkeit, Schleim, Schnupfen (M.), eiterartige Flüssigkeit; vgl. idg. *peitu-, *pī̆tu-, *poitu-, Sb., Fett, Saft, Trank, Pokorny 793; idg. *pei̯ə-, *pei-, *pī̆-, V., fett sein (V.), strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pips, Kluge s. u. Pips, DW 13, 1866, EWAhd 6, 1429, Duden s. u. Pips; Son.: vgl. nndl. pips, Sb., Pips; frz. pépie, F.?, Pips; nschw. pips, Sb., Pips; poln. pypeć, M., Pips; kymr. y big, F., Pips; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen krankhaften Belag auf der Zunge mit einhergehender Verschleimung der Schnabelhöhle bei Geflügel; BM.: strotzen; F.: Pips, Pipses+FW+EW?; Z.: Pi-p-s
Piranha, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Piranha, ein Raubfisch; ne. piranha; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. port. piranha; E.: s. port. piranha, F., Piranha; aus der südamerikanischen Indianersprache Tupi piranha, Sb., Piranha; vgl. Tupi pirá, Sb., Fisch; Tupi sainha, Sb., Zahn; L.: Kluge s. u. Piranha, fehlt DW, Duden s. u. Piranha; Son.: vgl. nndl. piranha, Sb., Piranha; frz. piranha, M., Piranha; nschw. piraya, Sb., Piranha; nnorw. piraja, M., Piranha; poln. pirania, F., Piranha; kymr. pirana, M., Piranha; lit. piranija, F., Piranha; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar der Indianersprache Tupi in Südamerika aufgenommene und aus Fisch und Zahn gebildete Bezeichnung für einen kleinen Raubfisch mit sehr scharfen Zähnen der in einem Schwarm jagt und seine Beute in kürzester Zeit bis auf das Skelett frisst; BM.: Fisch, Zahn; F.: Piranha, Piranhas+FW; Z.: Piranha
Pirat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pirat, Seeräuber; ne. pirate (M.); Vw.: -; Hw.: s. Piraterie; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. pīrāte, sw. M., Pirat, Seeräuber; mnd. pīrāte, pīrotte, M., Seeräuber, Pirat; afrz. pirate, M., Pirat, Seeräuber; it. pirata, M., Pirat, Seeräuber; lat. pīrāta, M., Seeräuber, Pirat, Korsar, (81-43 v. Chr.); gr. πειρατής (peiratḗs), M., Seeräuber, Pirat; gr. πειρᾶν (peirān), V., wagen, unternehmen, streben; vgl. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Pirat, DW 13, 1867, EWD s. u. Pirat, Duden s. u. Pirat; Son.: vgl. nndl. piraat, Sb., Pirat; nschw. pirat, Sb., Pirat; nnorw. pirat, M., Pirat; poln. pirat, M., Pirat; kymr. peirat, M., Pirat; nir. píoráid, M., Pirat; lit. piratas, M., Pirat; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Altfranzösischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Schiffen durch den Menschen möglichen Seeräuber; BM.: wagen; F.: Pirat, Piraten+FW+EW?; Z.: Pir-at
Piraterie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Piraterie, Seeräuberei; ne. piracy; Vw.: -; Hw.: s. Pirat; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. piraterie; E.: s. frz. piraterie, F., Piraterie; vgl. frz. pirate, M., Pirat; it. pirata, M., Pirat, Seeräuber; gr. πειρατής (peiratḗs), M., Seeräuber, Pirat; vgl. gr. πειρᾶν (peirān), V., wagen, unternehmen, streben; vgl. idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Pirat, fehlt DW, EWD s. u. Pirat, Duden s. u. Piraterie; Son.: vgl. nndl. piraterij, Sb., Piraterie; poln. piractwo, Sb., Piraterie; nir. píoráideacht, F., Piraterie; lit. piratavimas, M., Piraterie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Schiffen durch den Menschen mögliche Seeräuberei; BM.: wagen; F.: Piraterie, Piraterien+FW; Z.: Pir-at-er-ie
Pirogge, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pirogge, eine gefüllte Teigtasche; ne. pirog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. russ. пирожок; E.: s. russ. пирожок, mruss. porigъ, Sb., Pirogge, aruss. pirъ, Sb., Gastmahl, Schmaus; ksl. pirъ, Sb., Gastmahl, Schmaus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pirogge, Duden s. u. Pirogge; Son.: vgl. nschw. pirog, Sb., Pirogge; nnorw. pirog, M., Pirogge; poln. pieróg, M., Pirogge; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Kirchenslawischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte und mit Fleisch und Pilzen und Kräutern gefüllte Teigtasche; BM.: Gastmahl; F.: Pirogge, Piroggen+FW(+EW?); Z.: Pir-ogg-e
Pirol, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pirol, ein Singvogel; ne. oriole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. birolt*, byrolt, M., Pirol (ein Vogel); s. frz. loriot, M., Pirol; vgl. gr. πυρρός (pyrrós)?, Adj., feuerfarbig, feuerrot, rot; vgl. gr. πῦρ (pýr), N., Feuer; idg. *pehu̯r̥, *pʰu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer, Pokorny 828 (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Pirol, DW 13, 1867, EWD s. u. Pirol, Duden s. u. Pirol; Son.: vgl. nnorw. pirol, M., Pirol; kymr. oriol, M., Pirol; nir. oiréal, M., Pirol; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und mit dem Französischen und dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen scheuen und etwa amselgroßen Singvogel mit flötender Stimme bei dem das Männchen ein leuchtend gelbes Gefieder mit schwarzen Flügeln und das Weibchen ein grünliches oder graues Gefieder hat; BM.: Feuer; F.: Pirol, Pirols, Pirole, Pirolen+FW; Z.: Pir-ol
Pirouette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pirouette, schnelle Drehung eines Menschen auf einem Standbein um die (senkrechte) Achse; ne. pirouette (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. pirouette; E.: s. frz. pirouette, F., Pirouette; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem Stamm *pir-, Sb., Pflock, Gamillscheg 705b; L.: Kluge s. u. Pirouette, fehlt DW, EWD s. u. Pirouette, Duden s. u. Pirouette; Son.: vgl. nndl. pirouette, Sb., Pirouette; nschw. piruett, Sb., Pirouette; nnorw. piruett, M., Pirouette; poln. piruet, M., Pirouette; kymr. pirwét, M., Pirouette; lit. piruetas, M., Piruette; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche schnelle Drehung eines Menschen um die eigene Achse auf dem Standbein unter Beibehaltung des Gleichgewichts; BM.: ?; F.: Pirouette, Pirouetten+FW; Z.: Pirouett-e
$Pirsch, Birsch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pirsch, schleichender vorsichtiger Gang; E.: s. pirsch(en); L.: Kluge s. u. pirschen, DW 13, 1867, EWD s. u. pirschen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus pirsch(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung höherer Tiere möglichen schleichenden vorsichtigen Gang; F.: Pirsch, Pirschen+FW; Z.: Pirsch
pirschen, birschen, pürschen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. pirschen, sich vorsichtig anschleichen; ne. stalk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: s. mhd. birsen (1), pirsen, sw. V., pirschen, jagen, Jagd machen; afrz. berser, V., pirschen, jagen; mlat. bersare, V., pirschen?; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. birschen, Kluge s. u. birschen, EWD s. u. pirschen, DW 13, 1867, Duden s. u. pirschen, Bluhme s. u. pirschen; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare und sachlich vielleicht seit der Entwicklung höherer Tiere mögliches sich möglichst unbemerkt vorsichtig anschleichen; BM.: mit dem Pfeil jagen; F.: pirschen, pirsche, pirschst, pirscht, pirschest, pirschet, pirschte, pirschtest, pirschten, pirschtet, gepirscht, ##gepirscht, gepirschte, gepirschtes, gepirschtem, gepirschten, gepirschter##, pirschend, ###pirschend, pirschende, pirschendes, pirschendem, pirschenden, pirschender###, pirsch, birschen, birsche, birschst, birscht, birschest, birschet, birschte, birschtest, birschten, birschtet, gebirscht, ##gebirscht, gebirschte, gebirschtes, gebirschtem, gebirschten, gebirschter##, birschend, ###birschend, birschende, birschendes, birschendem, birschenden, birschender###, birsch (!), pürschen, pürsche, pürschst, pürscht, pürschest, pürschet, pürschte, pürschtest, pürschten, pürschtet, gepürscht, ##gepürscht, gepürschte, gepürschtes, gepürschtem, gepürschten, gepürschter##, pürschend, ###pürschend, pürschende, pürschendes, pürschendem, pürschenden, pürschender###, pürsch (!)+FW; Z.: pirsch-en
$Piss, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Piss, Harn, Urin; Hw.: s. Pisse, s. pissen; E.: s. pissen; L.: DW 13, 1868, EWD s. u. pissen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit piss(en) verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Tiere möglichen Harn oder Urin; F.: Piss, Pisses, Pisse, Pissen+FW; Z.: Piss
$Pisse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pisse; L.: EWD s. u. pissen, DW 13, 1868; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit piss(en) und Piss verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Tiere möglichen Harn oder Urin; F.: Pisse, Pissen+FW; Z.: Piss-e
pissen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. pissen, pieseln, harnen, urinieren, Wasser lassen; ne. piss (V.), pee (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pissoir; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. pisser; E.: über das Niederdeutsche von frz. pisser, V., pissen; mhd. pissen, sw. V., pissen; lautmalend aus der Ammensprache; L.: Kluge 1. A. s. u. pissen, Kluge s. u. pissen, EWD s. u. pissen, DW 13, 1869, Duden s. u. pissen, Bluhme s. u. pissen; Son.: vgl. nndl. pissen, V., pissen; nschw. pissa, V., pissen; nnorw. pisse, V., pissen; kymr. piso, V., pissen; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend vielleicht in dem 12. J. in der Ammensprache gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Tiere mögliches pieseln oder harnen oder urinieren oder Wasser lassen; BM.: aus der Ammensprache bzw. lautmalend?; F.: pissen, pisse, pissst (!), pisst, pissest, pisset, pisste, pisstest, pissten, pisstet, gepisst, ##gepisst, gepisste, gepisstes, gepisstem, gepissten, gepisster##, pissend, ###pissend, pissende, pissendes, pissendem, pissenden, pissender###, pis (!)s+FW(+EW); Z.: piss-en
Pissoir, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pissoir, Urinal; ne. pissoir, urinal; Vw.: -; Hw.: s. pissen; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pissoir; E.: s. frz. pissoir, M., Pissoir; vgl. frz. pisser, V., pissen; aus der Ammensprache; L.: Kluge s. u. Pissoir, fehlt DW, EWD s. u. pissen, Duden s. u. Pissoir; Son.: vgl. nndl. pissoir, Sb., Pissoir; nschw. pissoar, Sb., Pissoar; nnorw. pissoar, N., Pissoar; poln. pisuar, M., Pissoir; kymr. pisdy, M., Pissoir; lit. pisuaras, M., Pissoir; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit pissen verbindbare Bezeichnung für eine ab 1834 in Paris von dem Präfekten Claude-Philibert de Rambuteau zwecks verstärkter Bemühungen um Sauberkeit errichtete öffentliche Bedürfnisanstalt für Männer; BM.: aus der Ammensprache bzw. lautmalend?; F.: Pissoir, Pissoirs, Pissoire+FW; Z.: Piss-o-ir
Pistazie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pistazie, Pistazienbaum; ne. pistachio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. pistacia; E.: mnd. pistācie*, piscācie, piscācee, F., Pistazie, Pimpernuss; s. lat. pistacia, F., Pistazie, Pistazienbaum, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); gr. πιστάκη (pistákē), F., Pistazienbaum; Fremdwort aus dem Orient; L.: Kluge s. u. Pistazie, DW 13, 1870 (Pistacie), Duden s. u. Pistazie; Son.: vgl. nndl. pistache, Sb., Pistazie; frz. pistache, F., Pistazie; nschw. pistasch, Sb., Pistazie; nnorw. pistasie, M., Pistazie; poln. pistacja, F., Pistazie; lit. pistacija, F., Pistazie; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen aus dem Nahen Osten stammenden Strauch oder Baum mit gefiederten Blättern und ölreichen essbaren Samenkernen (Nüssen); BM.: ?; F.: Pistazie, Pistazien+FW+EW; Z.: Pistaz-i-e
Piste, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Piste, Straße; ne. piste; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. piste; E.: s. frz. piste, F., Piste; it. pesta, F., gestampfter Weg, Spur; vgl. it. pestare, V., stampfen; lat. pīstāre, V., stampfen, (Ende 4. Jh. n. Chr.); lat. pīnsāre, V., zerstampfen, zerstoßen (V.), keltern, backen; idg. (*peis-) (1)?, *pis-, V., zerstampfen, zermalmen, Pokorny 796 (1379/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Piste, fehlt DW, EWD s. u. Piste, Duden s. u. Piste, Bluhme s. u. Piste; Son.: vgl. nndl. piste, Sb., Piste; nschw. pist, Sb., Piste; nnorw. pist, M., Piste; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und mit dem Italienischen und Lateinischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nur gestampfte Strecke für eine Abfahrt oder für einen Verkehrsweg; BM.: zerstampfen; F.: Piste, Pisten+FW; Z.: Pis-t-e
Pistole, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pistole, eine kurzläufige einhändige Handfeuerwaffe; ne. pistol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. tschech. pistole; E.: s. tschech. pistole, F., Pistole; tschech. píst‘ala, F., Pfeife, Rohr; atschech. pīščala, píšt’ala, V., pfeifen; L.: Kluge s. u. Pistole, DW 13, 1870, EWD s. u. Pistole, Duden s. u. Pistole; Son.: vgl. nndl. pistool, Sb., Pistole; frz. pistolet, M., Pistole; nschw. pistol, Sb., Pistole; nnorw. pistol, M., Pistole; poln. pistole, M., Pistole; kymr. pistol, M., Pistole; nir. piostal, M., Pistole; lit. pistoletas, M., Pistole; GB.: vielleicht seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene sowie mit dem Alttschechischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit etwa dieser Zeit für Reiter entwickelte und verwendete kurzläufige und einhändige Handfeuerwaffe; BM.: Rohr; F.: Pistole, Pistolen+FW; Z.: Pistol-e
...pithecus, ...pithekus, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. ...pithecus, ...pithekus, Affe; ne. ...pithecus; Vw.: s. Australo-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. (mlat.? oder) lat. pithēcus, gr. πίθηκος (píthēkos); E.: s. gr. πίθηκος (píthēkos), M., Affe, hässlicher Mensch; vgl. idg. *bʰōi-, *bʰəi-, *bʰī-, V., sich fürchten, Pokorny 161 (263/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1088; Son.: vgl. nndl. ...pithecus, Suff., ...pithecus; frz. ...pithèque, Suff., ...pithecus; nschw. ...pithecus, Suff., ...pithecus; nnorw. ...pithecus, Suff., ...pithecus; kymr. ...pithecus, Suff., ...pithecus; nir. ...piotacas, Suff., ...pithecus; poln. ...pitek, Suff., ...pithecus; poln. ...pitekai, Suff., ...pithecus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Affen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Affe; ...pithecus, ...pithekus+FW; Z.: -pi-th-ec-us
pittoresk, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pittoresk, malerisch, reizvoll, schön; ne. picturesque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pittoresque; E.: s. frz. pittoresque, Adj., pittoresk; it. pittoresco, Adj., pittoresk; vgl. it. pittore, M., Maler; lat. pictor, M., Maler, (um 250-184 v. Chr.); lat. pingere, V., malen; idg. *peig- (1), V., Adj., kennzeichnen, färben, ritzen, bunt, farbig, Pokorny 794 (1376/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. pittoresk, fehlt DW, Duden s. u. pittoresk; Son.: vgl. nndl. pittoresk, Adj., pittoresk; nschw. pittoresk, Adj., pittoresk; nnorw. pittoresk, Adj., pittoresk; nir. pictiúrtha, Adj., pittoresk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus Sicht des Menschen malerisch oder reizvoll oder schön; BM.: färben; F.: pittoresk, pittoreske, pittoreskes, pittoreskem, pittoresken, pittoresker(, pittoreskere, pittoreskeres, pittoreskerem, pittoreskeren, pittoreskerer, pittoreskest, pittoreskeste, pittoreskestes, pittoreskestem, pittoreskesten, pittoreskester)+FW(+EW?); Z.: pitt-or-esk
Pizza, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pizza, belegter Teigfladen; ne. pizza; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. pizza; E.: s. pizza, F., Pizza; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pizza, fehlt DW, Duden s. u. Pizza; Son.: vgl. nndl. pizza, Sb., Pizza; frz. pizza, F., Pizza; nschw. pizza, Sb., Pizza; nnorw. pizza, M., Pizza; poln. pizza, F., Pizza; kymr. pitsa, M., Pizza; lit. pica, F., Pizza; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein vielleicht in Neapel 1889 entwickeltes Gericht aus Hefeteig und einem Belag mit Käse und Tomaten; BM.: ?; F.: Pizza, Pizzas, Pizze, Pizzen+FW; Z.: Pizz-a
$Pizzeria, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pizzeria, eine Speisewirtschaft; E.: s. Pizza; L.: Kluge s. u. Pizza, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie aus Pizza gebildete Bezeichnung für ein Pizzen herstellendes und als Speisewirtschaft anbietendes Unternehmen; F.: Pizzeria, Pizzerias, Pizzerien+FW; Z.: Pizz-er-i-a
Placebo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Placebo, wirkstofflose Imitation eines Medikaments; ne. placebo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. ne. placebo, N., Placebo, wirkstofflose Imitation eines Medikaments; vgl., lat. placēre, V., gefallen (V.), gefällig sein (V.), (204-169 v. Chr.), lat. placebo, 1. Pers. Sg. Akt. Fut., ich werde gefallen; idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Placebo, Duden s. u. Placebo; Son.: vgl. nndl. placebo, Sb., Placebo; frz. placebo, M., Placebo; nschw. placebo, Sb., N., Placebo; nnorw. placebo, N., Placebo; poln. placebo, Sb., Placebo; kymr. plasebo, M., Placebo; lit. placebas, M., Placebo; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen hergestellte und verwendete wirkstofflose und trotzdem vielleicht bei manchen Menschen aus psychischen Gründen Wirkungen entfaltende Imitation eines Medikaments; BM.: breit; F.: Placebo, Placebos+FW; Z.: Plac-eb-o
placken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. placken, sich abplagen; ne. struggle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Plage, plagen; Q.: 15. Jh.; E.: Intensivbildung von plagen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. placken, Kluge s. u. placken, DW 13, 1873, EWD s. u. plagen, Duden s. u. placken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus plagen gebildete Bezeichnung für sich abplagen; BM.: breit bzw. schlagen; F.: placken, placke (!), plackst, plackt, plackest, placket, plackte, placktest, plackten, placktet, geplackt, ##geplackt##, plackend, ###plackend, plackende, plackendes, plackendem, plackenden, plackender###, plack (!)+EW; Z.: plack-en
Placken, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Placken, Fleck, Flecken, Mal (N.) (2), andersfarbige Stelle, Lappen, Flicklappen; ne. stain (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. placke, pflacke*, phlacke, sw. M., Placke, Fleck, Gegend, Flicklappen; mhd. pflacke, phlacke*, sw. M., Lumpen (M.); mnd. placke, plagge, plak, plache, plaghe, sw. M., Placke, kleiner Fleck, Mal, Schmutzfleck, Hautverfärbung, Hautausschlag, kleiner Teil, Ausschnitt, Lappen (M.); lat. plaga, F., Platte, Blatt, Fläche, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Placken, Kluge s. u. Placken, DW 13, 1872, Duden s. u. Placken; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Fleck oder ein Mal (N.); BM.: breit bzw. schlagen; F.: Placken, Plackens+FW; Z.: Plack-en
$Plackerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Plackerei, Mühsal, Quälerei; E.: s. plack(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 13, 1874, EWD s. u. Plage; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus plack(en) und er (Suff.) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Mühsal oder Quälerei; F.: Plackerei, Plackereien+EW; Z.: Plack-er-ei
pladdern, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. pladdern, heftig regnen; ne. patter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: EWD s. u. pladdern, DW 13, 1876, Duden s. u. pladdern; Son.: norddeutsch; GB.: seit 16. Jh. norddeutsch belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches heftig regnen; BM.: lautmalend; F.: pladdern, pladdere, pladder (!), pladdre, pladderst, pladdert, pladderte, pladdertest, pladderten, pladdertet, gepladdert, ##gepladdert, gepladderte, gepladdertes, gepladdertem, gepladderten, gepladderter##, pladdernd, ###pladdernd, pladdernde, pladderndes, pladderndem, pladdernden, pladdernder###, pladder (!)+EW; Z.: pladd-er-n
plädieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plädieren, befürworten, sich aussprechen für; ne. plead; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. plādēren, plādērn, pladderen, plādīren, sw. V., plaidieren, Rechtsstreit führen, Rechtsstreit haben, prozessieren; frz. plaider, V., plädieren; vgl. afrz. plaidoier, plaidoiier, V., vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen, Gamillscheg 708a (plaid); vgl. lat. placitāre, V., durchaus gefallen (V.); vgl. lat. placere, V., gefallen (V.), gefällig sein (V.); idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. plädieren, DW 13, 1876, EWD s. u. plädieren, Duden s. u. plädieren; Son.: vgl. nndl. pleiten, V., plädieren; nschw. plädera, V., plädieren; nnorw. pledere, V., plädieren; kymr. pledio, V., plädieren; nir. pléadálaim, V., plädieren; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches befürworten oder sich aussprechen für; BM.: breit; F.: plädieren, plädiere, plädierst, plädiert, plädierest, plädieret, plädierte, plädiertest, plädierten, plädiertet, ##plädiert, plädierte, plädiertes, plädiertem, plädierten, plädierter##, plädierend, ###plädierend, plädierende, plädierendes, plädierendem, plädierenden, plädierender###, plädier (!)+FW(+EW); Z.: pläd-ier-en
Plädoyer, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Plädoyer, ausführlicher Appell, Vortrag einer Prozesspartei in einer Hauptverhandlung vor Gericht; ne. plea; Vw.: -; Hw.: s. plädieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. plaidoyer; E.: s. frz. plaidoyer, M., Plädoyer; afrz. plaidoiié, Sb., Verhandlung vor Gericht; vgl. frz. plaidoiier, V., vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen; lat. placitāre, V., durchaus gefallen (V.); vgl. lat. placere, V., gefallen (V.), gefällig sein (V.); idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. plädieren, EWD s. u. Plädoyer, Duden s. u. Plädoyer; Son.: vgl. nndl. pleidooi, Sb., Plädoyer; nschw. plädering, Sb., Plädoyer; kymr. ple, M., Plädoyer; nir. pléadáil, F., Plädoyer; GBEnde 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Vortrag einer Prozesspartei in einer Hauptverhandlung vor Gericht; BM.: breit; F.: Plädoyer, Plädoyers+FW; Z.: Pläd-oy-er
Plafond, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Plafond, Decke eines Raumes oder Zimmers, Zimmerdecke; ne. plafond, ceiling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. plafond; E.: s. frz. plafond, M., Plafond; vgl. frz. plat, Adj., platt; lat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); frz. fond, M., Grund, Grundstock; lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau, unterer Teil, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Plafond, DW 13, 1876, Duden s. u. Plafond; Son.: vgl. nndl. plafond, plafon, Sb., Plafond; nschw. plafond, Sb., Plafond; nnorw. plafond…, Präf., Plafond…; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Errichtung von Gebäuden durch den Menschen mögliche flache Decke eines Raumes oder Zimmers; BM.: breit bzw. schlagen, Boden; F.: Plafond, Plafonds+FW(+EW); Z.: Pla-fond
Plage, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Plage, Schlag, Stoß, Missgeschick; ne. plague (N.); Vw.: -; Hw.: s. plagen, placken; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. plāge (1), pflāge, st. F., sw. F., Plage, Unglück, Strafe, Missgeschick, Qual, Not; s. mhd. pflāc*, phlāc, st. M. Unglück, Strafe, Missgeschick, Qual, Not; mnd. plāge (1), plāch, F., Plage (bes. von Gott verhängte), Bedrängnis, Kampfnot, schwere Belastung; lat. plāga, F., Schlag, Stoß, Hieb, (um 250-184 v. Chr.); idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Plage, Kluge s. u. Plage, EWD s. u. Plage, DW 13, 1876, Duden s. u. Plage, Bluhme s. u. Plage; Son.: vgl. nndl. plaag, Sb., Plage; frz. plaie, F., Plage; nschw. plåga, Sb., Pflage; nnorw. plage, M., F., Plage; poln. plaga, F., Plage; kymr. pla, M., Plage; nir. plá, F., Plage; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen Schlag oder Stoß oder etwas was einem Lebewesen anhaltend zusetzt und als unangenehm empfunden wird; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plage, Plagen+FW(+EW?); Z.: Pla-g-e
plagen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. plagen, belästigen, lästig werden; ne. plague (V.), bother; Vw.: -; Hw.: s. Plage, placken; Q.: um 1331 (Daniel); E.: s. mhd. plāgen (1), sw. V., strafen, züchtigen, sich abmühen, plagen; mnd. plāgen (2), plogen, sw. V., plagen, quälen, in Not oder Bedrängnis bringen, Lebensumstände erschweren, Schwierigkeiten machen; lat. plāgāre, V., hauen, schlagen, verwunden, treffen, verletzen, lästig werden, (um 100 n. Chr.); vgl. lat. plāga, F., Schlag, Hieb, Stoß; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plage, DW 13, 1879, EWD s. u. plagen, Duden s. u. plagen; Son.: vgl. nndl. plagen, V., plagen; nschw. plåga, V., plagen; nnorw. plage, V., plagen; GB.: seit um 1331 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches belästigen oder lästig werden; BM.: breit bzw. schlagen; F.: plagen (!), plage (!), plagst, plagt, plagest, plaget, plagte, plagtest, plagten, plagtet, geplagt, ##geplagt, geplagte, geplagtes, geplagtem, geplagten, geplagter##, plagend, ###plagend, plagende, plagendes, plagendem, plagenden, plagender###, plag(!)+FW(+EW); Z.: pla-g-en
Plagiat, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Plagiat, Fälschung, rechtswidrige Nachahmung; ne. plagiarism, plagiarization; Vw.: -; Hw.: s. Plagiator; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. plagiat; E.: s. frz. plagiat, M., Plagiat, Fälschung; lat. plagiārius, M., Menschendieb, Seelenverkäufer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. plaga, F., Platte, Blatt, Fläche, Netz; vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Plagiat, DW 13, 1881, EWD s. u. Plagiat, Duden s. u. Plagiat; Son.: vgl. nndl. plagiaat, Sb., Plagiat; nschw. plagiat, N., Plagiat; nnorw. plagiat, N., Plagiat; poln. plagiat, M., Plagiat; lit. plagiatas, M., Plagiat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rechtswidrige Nachahmung oder rechtwidrige Aneignung eines fremden Werkes durch Fälschung oder Nachahmung; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plagiat, Plagiats, Plagiates, Plagiate, Plagiaten+FW; Z.: Plag-i-at
Plagiator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Plagiator, Nachahmer, Fälscher; ne. plagiarist, plagiariser; Vw.: -; Hw.: s. Plagiat; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. plagiātor; E.: s. lat. plagiātor, M., Menschendieb, Menschenräuber, Dieb, Seelenverkäufer, Knabenverführer, Verführer, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. plaga, F., Platte, Blatt, Fläche, Netz; vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Plagiat, EWD s. u. Plagiat, Duden s. u. Plagiator; Son.: vgl. nndl. plagiator, Sb., Plagiator; frz. plagiaire, M., Plagiator; nnorw. plagiator, M., Plagiator; poln. plagiator, M., Plagiator; lit. plagiatorius, M., Plagiator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen seit der Anerkennung des Urheberrechts rechtswidrig eine Erfindung eines anderen Menschen fälschenden oder nachahmenden Menschen; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plagiator, Plagiators, Plagiatoren+FW; Z.: Plag-i-at-or
Plaid, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Plaid, Decke; ne. plaid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. plaid; E.: s. ne. plaid, N., Plaid; vielleicht von gäl. plaide, Sb., Plaid, Decke; es kann aber auch eine umgekehrte Entlehnung vorliegen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Plaid, fehlt DW, EWD s. u. Plaid, Duden s. u. Plaid; Son.: vgl. nndl. plaid, Sb., Plaid; frz. plaid, M., Plaid; nschw. pläd, Sb., Plaid; nnorw. pledd, N., Plaid; poln. pled, Sb., Plaid; kymr. plod, M., Plaid; nir. plaid, F., Plaid; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Gälischen (oder umgekehrt) aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen seit der Entwicklung des Webens hergestelltes und verwendetes großes Umhängetuch aus Wolle oder eine Decke; BM.: Decke; F.: Plaid, Plaids+FW; Z.: Plaid
Plakat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Plakat, Poster, Aushang; ne. placard (N.); Vw.: -; Hw.: s. Plakette; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. plakāt, N., Plakat, gedruckter Aushang, öffentlich aushängende Schrift; nndl. plakkat, plakkaat, Sb., Plakat; frz. placard, N., Druckfahne, Fahnenabzug; vgl. prov. placa, Sb., Platte, Täfelchen; frz. plaquer, V., mörteln, furnieren; mnl. placken, V., ankleben, flicken, placken; vielleicht lautmalerisch?; L.: Kluge s. u. Plakat, DW 13, 1882, EWD s. u. Plakat, Duden s. u. Plakat; Son.: vgl. nschw. plakat, N., Plakat; nnorw. plakat, N., Plakat; poln. plakat, M., Plakat; kymr. placard, M., Plakat; lit. plakatas, M., Plakat; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Französischen und Provenzalischen aufgenommene und umgebildete sowie möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes großformatiges Stück festes Papier mit einem Text und vielleicht Bildern das zu dem Zwecke der Information öffentlich an gut sichtbaren Stellen befestigt wird oder ein Poster oder einen Aushang; BM.: lautmalend?; F.: Plakat, Plakats, Plakates, Plakate, Plakaten+FW; Z.: Plak-at
$plakatieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. plakatieren, durch Plakat öffentlich bekannt machen, anschlagen; E.: s. Plakat, s. ieren; L.: Kluge s. u. Plakat, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Plakat und ieren gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Plakaten mögliches durch Plakat öffentlich bekannt machen; F.: plakatieren, plakatiere, plakatierst, plakatiert, plakatierest, plakatieret, plakatierte, plakatiertest, plakatierten, plakatiertet, ##plakatiert, plakatierte, plakatiertes, plakatiertem, plakatierten, plakatierter##, plakatierend, ###plakatierend, plakatierende, plakatierendes, plakatierendem, plakatierenden, plakatierender###, plakatier (!)+FW(+EW); Z.: plak-at-ier-en
$plakativ, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. plakativ, auffällig; E.: s. Plakat, s. iv (Suff.); L.: Kluge s. u. Plakat, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Plakat und iv gebildete Bezeichnung für auffällig; F.: plakativ, plakative, plakatives, plakativem, plakativen, plakativer(, plakativere, plakativeres, plakativerem, plakativeren, plakativerer, plakativst, plakativste, plakativstes, plakativstem, plakativsten, plakativster)+FW(+EW?); Z.: plak-at-iv
Plakette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Plakette, Täfelchen, kleines Schild; ne. badge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Plakat; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. plaquette; E.: s. frz. plaquette, F., Plakette, kleine Platte; vgl. frz. plaque, M., Platte, Metallplatte; frz. plaquer, V., mörteln, furnieren; mnl. placken, V., ankleben, flicken; placken; vielleicht lautmalerisch; L.: Kluge s. u. Plakat, fehlt DW, EWD s. u. Plakat, Duden s. u. Plakette; Son.: vgl. nschw. plakett, Sb., Plakette; nnorw. plakett, M., Plakette; poln. plaktietka, F., Plakette; lit. plakėtė, F., Plakette; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach Entwicklung von Schrift erfundenes kleines flaches mit einer Inschrift oder figürlichen Darstellung versehenes Schild zu einem Anstecken oder Aufkleben beispielsweise auf einem Kraftfahrzeug; BM.: lautmalend?; F.: Plakette, Plaketten+FW(+EW); Z.: Plak-ett-e
plan, nhd., Adj., Adv., Adv., (16. Jh.): nhd. plan, eben; ne. flat (Adj.), level (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Plan (1), planieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. plānus; E.: s. mhd. plān (1), Adj., „plan“, flach, glatt, eben (Adj.); lat. plānus, Adj., platt, eben, flach, klar, deutlich, vernehmlich, verständlich, (um 250-184 v. Chr.); idg. *plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plan 1, EWD s. u. plan, Duden s. u. plan; Son.: vgl. frz. plan, Adj., eben; nschw. plan, Adj., plan; nnorw. plan, Adj., eben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches eben; BM.: breit bzw. schlagen; F.: plan, plane, planes, planem, planen, planer+FW(+EW?); Z.: pla-n
Plan (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Plan (M.) (1), Ebene, Fläche; ne. plain (N.); Vw.: -; Hw.: s. plan, planieren; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget vom Priester Wernher); E.: mhd. plān (2), st. M., st. F., „Plan“ (M.) (1), Platz (M.) (1), Ort, Ebene, Aue, freier Platz, Feld, Wiese, Boden, Kampfplatz, Turnierplatz, Schlachtfeld; mnd. plān, plāne, M., „Plan“ (M.) (1), freie ebene Fläche, flacher offener Platz, Kampfplatz, freies Feld, Lichtung, Ebene; s. mhd. plān, Adj., „plan“, flach, glatt, eben (Adj.); lat. plānus, Adj., platt, eben, flach, (um 250-184 v. Chr.); idg. *plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Plan, Kluge s. u. Plan 1, DW 13, 1883, Duden EWD s. u. plan, s. u. Plan, Bluhme s. u. Plan 1; Son.: vgl. nndl. plan, Sb., Plan (M.) (1); frz. plan, M., Plan (M.) (1); nschw. plan, N., Plan (M.) (1); nnorw. plan, M., Plan (M.) (1); poln. plan, M., Plan (M.) (1); nir. plan, M., Plan (M.) (1); lit. planelis, M., Plan (M.) (1); GB.: seit 1172-1190 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Ebene oder einen ebenen Platz; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plan, Plans, Planes, Pläne, Plänen+FW(+EW?); Z.: Pla-n
Plan (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Plan (M.) (2), Grundriss, Vorhaben; ne. plan (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. plan; E.: s. frz. plan, M., Plan (M.) (2), Grundriss, Vorhaben; lat. planta (2), F., Fußsohle, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plan 2, EWD s. u. Plan 1, Duden s. u. Plan, Bluhme s. u. Plan 2; Son.: vgl. nndl. plan, Sb., Plan (M.) (2); frz. plan, M., Plan (M.) (2); nschw. plan, Sb., Plan (M.) (2); nnorw. plan, M., Plan (M.) (1); poln. plan, M., Plan (M.) (2); lit. planas, M., Plan (M.) (2); GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich von Menschen vielleicht seit Entwicklung von Sprache gebildete Vorstellung von der Art und Weise in der ein bestimmtes Vorhaben wie beispielsweise ein Bauvorhaben verwirklicht werden soll; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plan, Plans, Planes, Pläne, Plänen+FW(+EW?); Z.: Pla-n
Plane, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Plane, grobes Leintuch, Schutzdach. Schutzdecke; ne. tarpaulin; Vw.: -; Hw.: s. Blahe; Q.: 11. Jh.; E.: gekürzt aus Plahene; mhd. blahe, sw. F., grobes Leintuch, Plane; mhd. blā (1), blāwe, sw. F., Blahe, grobes Leintuch, Plane; ahd. blaha*, sw. F. (n), Blahe, Leintuch, Zelttuch, Plane; ahd. blah* (1), Sb., Blahe, Leintuch, Gewand; germ. *blahō-, *blahōn, *blahjō-, *blahjōn, sw. F. (n), Laken, Plane, Tuch; idg. *bʰlō̆k-, Sb., Wollflocke (?), Gewebe (?), Pokorny 161 (259/92) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. Plane, DW 13, 1887, EWD s. u. Plane, Duden s. u. Plane, Bluhme s. u. Plane; Son.: vgl. ? an. blæja, blægja, sw. F. (n), Tuch, Laken, Kopfbinde; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für ein aus dichtem Stoff bestehendes grobes Leintuch oder Schutzdach oder eine Schutzdecke; BM.: Wollflocke?; F.: Plane, Planen+FW+EW?; Z.: Plan-e
$planen (1), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. planen, ebnen, glätten; E.: s. Plan, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Plan 2, DW 13, 1887, EWD s. u. plan; GB.: seit um 1000 (plānōn*) belegte und aus Plan und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches ebnen oder glätten; F.: planen (!), plane (!), planst, plant, planest, planet, plante, plantest, planten, plantet, geplant, ##geplant, geplante, geplantes, geplantem, geplanten, geplanter##, planend, ###planend, planende, planendes, planendem, planenden, planender###, plan (!)+FW(+EW); Z.: pla-n-en
$planen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. planen, ein Vorhaben entwickeln; E.: s. Plan, s. en (Suff.); L.: DW 13, 1887, EWD s. u. Plan 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Plan und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches ein Vorhaben entwickeln; F.: planen (!), plane (!), planst, plant, planest, planet, plante, plantest, planten, plantet, geplant, ##geplant, geplante, geplantes, geplantem, geplanten, geplanter##, planend, ###planend, planende, planendes, planendem, planenden, planender###, plan (!)+FW(+EW); Z.: pla-n-en
Planet, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Planet, Wandelstern; ne. planet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. plānēte, plānēt, M., Planet; mhd. plānēt, st. M., st. N., Planet; mnd. planēte, plannete, planēt, blanēte, M., Planet, beweglicher Himmelskörper; lat. planēta, M., Planet, (343/350 n. Chr.); gr. πλανήτης (planḗtēs), M., Umherwandernder; vgl. gr. πλανᾶν (planan), V., irreführen, täuschen, herumirren; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Planet, DW 13, 1888, EWD s. u. Planet, Duden s. u. Planet; Son.: vgl. nndl. planeet, Sb., Planet; frz. planète, M., Planet; nschw. planet, Sb., Planet; nnorw. planet, M., Planet; poln. planeta, F., Planet; kymr. planed, F., Planet; nir. pláinéad, M., Planet; lit. planeta, F., Planet; GB.: seit (1190-1195) belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen nicht selbst leuchtenden und sich um die Sonne drehenden 4 großen Himmelskörper (wie) Merkur und Venus und Erde und Mars sowie die 3 äußeren gasförmigen Planeten Jupiter und Saturn und Uranus und Neptun (Merkvers für die Anfangsbuchstaben Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel) sowie zahlreiche so genannte Exoplaneten außerhalb des Sonnensystems; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Planet, Planeten+FW(+EW); Z.: Pla-n-et
$Planetarium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Planetarium; E.: s. Planet, s. arium (Suff.); L.: Kluge s. u. Planet, fehlt DW, EWD s. u. Planet; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Planet und arium (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Gerät mit dem der Mensch die Lage und Größe sowie Bewegung von Sternen darstellen kann und ein Gebäude mit halbkugelförmiger Kuppel in dem dieses Gerät steht; F.: Planetarium, Planetariums, Planetarien+FW; Z.: Pla-n-et-ar-i-um
planieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. planieren, ebnen, eben machen; ne. plane (V.); Vw.: -; Hw.: s. Plan (1), plan; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. plānāre; E.: s. mnd. planēren, pladēren, sw. V., planieren, ebnen, glätten, schlicht machen, polieren; lat. plānāre, V., ebnen, eben machen, einebnen, glätten, glatthobeln, abkratzen, ausradieren, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. plānus, Adj., platt, eben, flach, klar, deutlich, vernehmlich, verständlich; idg. *plāno-, *pl̥h₂nó-, Adj., eben, flach, Pokorny 805; idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plan 1, EWD s. u. planieren, DW 13, 1891, Duden s. u. planieren; Son.: vgl. frz. aplanir, V., planieren; nnorw. planere, V., planieren; GB.: seit Anfang 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ebnen oder eben machen; BM.: breit bzw. schlagen; F.: planieren, planiere, planierst, planiert, planierest, planieret, planierte, planiertest, planierten, planiertet, ##planiert, planierte, planiertes, planiertem, planierten, planierter##, planierend, ###planierend, planierende, planierendes, planierendem, planierenden, planierender###, planier (!)+FW(+EW); Z.: pla-n-ier-en
Planke, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Planke, langes dickes Brett (zur Umfassung von Räumen); ne. plank (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. planke, blanke, sw. F., dickes Brett, Planke, Palisade, Bohle, Befestigungspfahl, Plankenzaun, Umplankung, Befestigung, Umzäunung; mnd. planke (2), F., Planke, Bohle, Brett, Palisade, hölzerne Umzäunung, Grundstücksumfriedung, Stadtbefestigung, Plankengang an der Außenwand des Schiffes, Deckplanke, lat. planca, F., Planke, Brett, Bohle, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); gr. φάλαγξ (phálanx), F., rundes Stück Holz, Stamm, Balken, Phalanx; vgl. idg. *bʰel- (5), Sb., Arme, Vorsprung, Pokorny 122 (201/34) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Planke, Kluge s. u. Planke, DW 13, 1892, EWD s. u. Planke, Duden s. u. Planke, Bluhme s. u. Planke; Son.: vgl. nndl. plank, Sb., Planke; frz. planche, F., Planke; nschw. planka, Sb., Planke; nnorw. planke, M., Planke; poln. planka, F., Planke; nir. pleanc, M., Planke; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langes dickes Brett (das als Bauholz besonders für den Schiffsbau und Verschalungen verwendet wird); BM.: Vorsprung; F.: Planke, Planken+FW(+EW); Z.: Pla-nk-e
plänkeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. plänkeln, auf Kleinigkeiten schießen, einen leichten Streit führen; ne. skirmish (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. blenkelen*, blenkeln, sw. V., hin und her bewegen, wiederholt klingen machen; vgl. mhd. blenken, sw. V., glänzend machen, weiß machen, hell sein (V.), weiß sein (V.); afrz. blanc, Adj., weiß; frk. *blank, Adj., weiß; germ. *blanka-, *blankaz, Adj., weiß, blank, schwach glänzend; s. idg. *bʰleg-, V., glänzen, brennen, sengen, Pokorny 124; vgl. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. plänkeln, DW 13, 1893, EWD s. u. plänkeln, Duden s. u. plänkeln, Bluhme s. u. plaenkeln; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit dem Altfranzösischen und dem Fränkischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen leichten Streit führen oder ein verhältnismäßig unbedeutendes Gefecht austragen; BM.: glänzen; F.: plänkeln, plänkel (!), plänkle, plänkelst, plänkelt, plänkelte, plänkeltest, plänkelten, plänkeltet, geplänkelt, ##geplänkelt, geplänkelte, geplänkeltes, geplänkeltem, geplänkelten, geplänkelter##, plänkelnd, ###plänkelnd, plänkelnde, plänkelndes, plänkelndem, plänkelnden, plänkelnder###, plänkel (!)+EW; Z.: plä-n-k-el-n
$Plänkler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Plänkler, Plänkelnder; E.: s. plänk(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 12, 1893, EWD s. u. plänkeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus plänkeln und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Plänkelnden; F.: Plänkler, Plänklers, Plänklern+EW; Z.: Plä-n-k-l-er
Plankton, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plankton, frei im Waser treibende Organismen; ne. plankton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πλαγκτόν (planktón), N., Umherirrendes; vgl. gr. πλανκτός (planktós), Adj., umhergetrieben; gr. πλάζειν (plázein) (1), V., schlagen, verschlagen (V.), abprallen machen; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plankton, fehlt DW, Duden s. u. Plankton; Son.: vgl. nndl. plankton, Sb., Plankton; frz. plancton, M., Plankton; nschw. plankton, N., Plankton; nnorw. plankton, N., Plankton; poln. plankton, M., Plankton; kymr. plancton, M., Plankton; nir. planctón, M., Plankton; lit. planktonas, M., Plankton; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der schon vormenschlich möglichen in dem Wasser lebenden tierischen und pflanzlichen Lebewesen die sich nicht selbst fortbewegen sondern durch das Wasser bewegt werden; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plankton, Planktons+FW; Z.: Pla-n-k-t-on
$planlos, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. planlos; E.: s. Plan, s. los; L.: EWD s. u. Plan 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Plan und los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches ohne Plan oder Ziel handelnd; F.: planlos, planlose, planloses, planlosem, planlosen, planloser(, planlosere, planloseres, planloserem, planloseren, planloserer, planlosest, planloseste, planlosestes, planlosestem, planlosesten, planlosester)+FW+EW; Z.: pla-n—lo-s
$Planschbecken, Plantschbecken, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Planschbecken; E.: s. plantsch(en), s. Becken; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. planschen; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus plantsch(en) und Becken gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Wasserbehältnis aus Plastik zu einem Planschen (für Kinder); F.: Planschbecken, Planschbeckens+EW+FW; Z.: Plansch—beck-en
planschen, nhd., sw. V.: nhd. planschen; Vw.: s. plantschen
Plantage, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Plantage, Großpflanzung; ne. plantation; Vw.: -; Hw.: s. Pflanze, implantieren, transplantieren; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. plantage; E.: s. frz. plantage, F., Plantage; vgl. frz. planter, V., pflanzen; lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plantage, fehlt DW, EWD s. u. Plantage, Duden s. u. Plantage; Son.: vgl. nndl. plantage, Sb., Plantage; nschw. plantage, Sb., N., Plantage; nnorw. plantasje, M., Plantage; poln. plantacja, F., Plantage; nir. plandáil, F., Plantage; lit. plantacija, F., Plantage; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit nach Vorbildern des Altertums entwickelten und verwendeten landwirtschaftlichen Großbetrieb (Großpflanzung) vor allem in tropischen Ländern beispielsweise für Soja oder Zuckerrohr; BM.: breit; F.: Plantage, Plantagen+FW; Z.: Pla-nt-ag-e
plantieren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. plantieren, pflanzen; ne. plant (V.); Vw.: s. im-, trans-; Hw.: s. Plantage, Pflanze; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. planter; E.: s. frz. planter, V., pflanzen; lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 13, 1895; Son.: vgl. nschw. plantera, V., pflanzen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches pflanzen oder eine Pflanze einsetzen; BM.: breit; F.: plantieren, plantiere (!), plantierst, plantiert, plantierest, plantieret, plantierte, plantiertest, plantierten, plantiertet, ##plantiert, plantierte, plantiertes, plantiertem, plantierten, plantierter##, plantierend, ###plantierend, plantierende, plantierendes, plantierendem, plantierenden, plantierender###, plantier (!)+FW+EW; Z.: pla-nt-ier-en
plantschen, planschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plantschen, planschen, umherspritzen; ne. splash (V.), dabble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. plantschen, EWD s. u. planschen, fehlt DW, Duden s. u. plantschen, Bluhme s. u. planschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für spielerisch Wasser mit Armen und Beinen in Bewegung bringen oder umherspritzen; BM.: lautmalend; F.: plantschen, plantsche, plantschst, plantscht, plantschest, plantschet, plantschte, plantschtest, plantschten, plantschtet, geplantscht, ##geplantscht, geplantschte, geplantschtes, geplantschtem, geplantschten, geplantschter##, plantschend, ##plantschend, plantschende, plantschendes, plantschendem, plantschenden, plantschender##, plantsch (!), planschen, plansche, planschst, planscht, planschest, planschet, planschte, planschtest, planschten, planschtet, geplanscht, ##geplanscht, geplanschte, geplanschtes, geplanschtem, geplanschten, geplanschter##, planschend, ##planschend, planschende, planschendes, planschendem, planschenden, planschender###, plansch (!)+EW; Z.: plantsch-en
$planvoll, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. planvoll, nach einem vorher überlegten Plan handelnd; E.: s. Plan, s. voll; L.: DW 13, 1895, EWD s. u. Plan 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Plan und voll gebildete Bezeichnung für nach einem vorher überlegten Plan handelnd; F.: planvoll, planvolle, planvolles, planvollem, planvollen, planvoller(, planvollere, planvolleres, planvollerem, planvolleren, planvollerer, planvollst, planvollste, planvollstes, planvollstem, planvollsten, planvollster)+EW; Z.: pla-n—vol-l
plappern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. plappern, viel und schnell reden; ne. babble (V.), blather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. plapperen (1), plappern, plabberen, sw. V., plappern, schwatzen, unnützes Gerede machen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. plappern, Kluge s. u. plappern, DW 13, 1896, EWD s. u. plappern, Duden s. u. plappern, Bluhme s. u. plappern; Son.: s. ahd. blabazzen*, sw. V., stammeln, plappern; vgl. nnorw. plapre, V., plappern; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliches viel und schnell reden; BM.: lautmalend; F.: plappern, plappere, plapper (!), plappre, plapperst, plappert, plapperte, plappertest, plapperten, plappertet, geplappert, ##geplappert, geplapperte, geplappertes, geplappertem, geplapperten, geplapperter##, plappernd, ###plappernd, plappernde, plapperndes, plapperndem, plappernden, plappernder###, plapper (!)+EW; Z.: plapp-er-n
Plappert, Blaffert, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Plappert, Blaffert, eine Münze; ne. a coin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh. (Chronik der deutschen Städte); E.: s. mhd. blaphart, st. M., Groschen, Geldstück; mhd. blaffert, blafferd, M., Blaffert, kleine Münze ohne Bild und Zeichen, Brakteat von geringem Silbergehalt, Plapperei; mnl. blaffaert, Sb., Weißpfennig; vgl. frz. blafard, Adj., bleich, fahl, bleifarben; awfrk. *blaffardus, wohl von einem ahd. bleihvaro, Adj., bleichfarbig; vgl. ahd. bleih, Adj., bleich, blass, gelblich; germ. *blaika-, *blaikaz, Adj., bleich, glänzend; idg. *bʰlē̆ig̑-?, V., schimmern, glänzen, Pokorny 156 (247/80) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰlē̆i- (1), *bʰləi-, *bʰlī-, V., glänzen, Pokorny 155 (245/78) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); ahd. faro, Adj., farbig, gefärbt, farbenprächtig; germ. *farwa-, *farwaz, Adj., farbig, bunt; idg. *perk̑- (2), Adj., gesprenkelt, bunt, Pokorny 820? (1409/51) (RB. idg. aus ind., phryg./dak.?, gr., ill., ital.?, kelt., germ.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plappert, DW 13, 1895 (Plaphart), Duden s. u. Blaffert; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte und von dem 14. bis zu dem 16. Jahrhundert verwendete groschenartige Silbermünze in einem Wert von acht Pfennigen; BM.: bleich, farbig; F.: Plappert, Plapperts, Plapperte, Plapperten, Blaffert, Blafferts, Blafferte, Blafferten+FW+EW?; Z.: Pla-p-p-ert
plärren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. plärren, heulen, jammern; ne. blare (V.), whine (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: s. mhd. blēren, blerren, sw. V., plärren, blöken, schreien; mnd. plerren, sw. V., plärren, heulen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. plärren, Kluge s. u. plärren, DW 13, 1898, EWD s. u. plärren, Duden s. u. plärren, Bluhme s. u. plaerren; GB.: seit 1281-1287 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches in unangenehm und unschön empfundener Weise laut und breit gezogen-gequetscht reden oder laut jammernd weinen; BM.: lautmalend; F.: plärren, plärre, plärrst, plärrt, plärrest, plärret, plärrte, plärrtest, plärrten, plärrtet, geplärrt, ##geplärrt, geplärrte, geplärrtes, geplärrtem, geplärrten, geplärrter##, plärrend, ###plärrend, plärrende, plärrendes, plärrendem, plärrenden, plärrender###, plärr (!)+EW; Z.: plärr-en
Pläsier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Pläsier, Vergnügen; ne. pleasure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. plaisir; E.: s. frz. plaisir, M., Pläsir, Vergnügen; afrz. plaisir, V., gefallen; lat. placēre, V., gefallen (V.), gefällig sein (V.), genehm sein (V.), belieben, (204-169 v. Chr.); idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pläsier, DW 13, 1899, EWD s. u. Pläsier, Duden s. u. Pläsier; Son.: vgl. nndl. plezier, Sb., Pläsier; GB.: seit der frühen Neuzeit (um 1600) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (besonderes) von Menschen empfundenes Vergnügen; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Pläsier, Pläsiers, Pläsiere, Pläsieren+FW(+EW?); Z.: Pläs-ier
Plasma, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plasma, Blutflüssigkeit, ein Gasgemisch; ne. plasm, plasma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. plasma; E.: s. lat. plasma, N., F., Gebilde, Gemächte, Geschöpf, Kreatur, (34-62 n. Chr.); gr. πλάσμα (plásma), N., Gebilde, Erdichtung; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plasma, fehlt DW, EWD s. u. Plasma, Duden s. u. Plasma; Son.: vgl. nndl. plasma, Sb., Plasme; frz. plasma, M., Plasma; nschw. plasma, Sb., Plasma; nnorw. plasma, N., Plasma; poln. plazma, F., Plasma; kymr. plasma, M., Plasma; nir. plasma, M., Plasma; lit. plazma, F., Plasma; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Blutflüssigkeit beziehungsweise für ein leuchtendes und elektrisch leitendes Gasgemisch; BM.: breit; F.: Plasma, Plasmen+FW; Z.: Pla-sm-a
Plast, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Plast, Plastik, ein Kunststoff; ne. plastic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Plastik, plastisch; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. πλαστός (plastós), Adj., gebildet, erdichtet; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plastik, fehlt DW?, EWD s. u. Plast, Duden s. u. Plast; Son.: vgl. nschw. plast, Sb., Plast; nnorw. plast, M., Plast; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Kunststoff; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plaste, Plastes, Plasts, Plaste, Plasten+FW; Z.: Pla-st
$Plaste, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Plaste, ein Kunststoff; E.: s. Plast, s. Plastik; L.: Kluge s. u. Plastik, fehlt DW, EWD s. u. Plast; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Plaste und Plastik verbindbare und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Kunststoff; F.: Plaste, Plasten (!)+FW; Z.: Pla-st-e
Plastik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Plastik (F.), Werk der Bildhauerkunst; ne. plastic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Plast, plastisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. plastique; E.: s. frz. plastique, F., Plastik (F.), Bildhauerkunst; vgl. frz. plastique, Adj., formbar; lat. plasticus, Adj., zur Plastik gehörig, plastisch, (343/350 n. Chr.); gr. πλαστικός (plastikós), Adj., zur Formung geeignet, plastisch; vgl. gr. πλάστης (plástēs), M., Bildner; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plastik, DW 13, 1900, EWD s. u. Plastik, Duden s. u. Plastik; Son.: vgl. nndl. plastiek, Sb., Plastik (F.); nschw. plastik, Sb., Plastik (F.); nnorw. plastikk, M., Plastik (F.); poln. plastyka, F., Plastik; lit. plastika, F., Plastik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vor allem seit den Hochkulturen des Altertums geschaffenes Werk der Bildhauerkunst; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plastik, Plastiken+FW(+EW?); Z.: Pla-st-ik
Plastilin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plastilin, Knete, farbige Knetmasse zu einem Modellieren, Knetgummi; ne. plasticine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. it. plastelina; E.: s. it. plastelina, F., Knete?; lat. plasticus, Adj., zur Plastik gehörig, plastisch, (343/350 n. Chr.); gr. πλαστικός (plastikós), Adj., zur Formung geeignet, plastisch; vgl. gr. πλάστης (plástēs), M., Bildner; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Plastilin; Son.: vgl. nndl. plasticine, Sb., Plastilin; frz. plastiline, N., Plastilin; nschw. plastellina, Sb., Plastelin; nnorw. plastilin, N., Plastiline; poln. plastelina, F., Knete; lit. plastilinas, M., Plastilin; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von dem Apotheker Franz Kolb 1880 erfundene dem Kitt ähnliche farbige Knetmasse (Knete oder Knetgummi) zu einem Modellieren; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plastilin, Plastilins+FW(+EW); Z.: Pla-st-il-in
plastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. plastisch, bildhauerisch, formbar, anschaulich; ne. plastic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Plastik, Plast; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. plastique; E.: s. frz. plastique, Adj., plastisch, formbar; lat. plasticus, Adj., zur Plastik gehörig, plastisch, (343/350 n. Chr.); gr. πλαστικός (plastikós), Adj., zur Formung geeignet, plastisch; vgl. gr. πλάστης (plástēs), M., Bildner; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plastik, DW 13, 1900, EWD s. u. Plastik, Duden s. u. plastisch; Son.: vgl. nndl. plstic, Adj., plastisch; nndl. plastiek, Adj., plastisch; nschw. plastisk, Adj., plastisch; nnorw. plastisk, Adj., plastisch; poln. plastyczny, Adj., plastisch; kymr. plastig, Adj., plastisch; nir. plaisteach, Adj., plastisch; lit. plastinis, Adj., plastisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischem und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für bildhauerisch oder anschaulich; BM.: breit bzw. schlagen; F.: plastisch, plastische, plastisches, plastischem, plastischen, plastischer(, plastischere, plastischeres, plastischerem, plastischeren, plastischerer, plastischst, plastischste, plastischstes, plastischstem, plastischsten, plastischster)+FW(+EW); Z.: pla-st-isch
Platane, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Platane, ein Laubbaum; ne. plane tree, plane (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. platanus; E.: s. lat. platanus, F., Platane, (234-149 v. Chr.); gr. πλάτανος (plátanos), F., Platane; vgl. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Platane, DW 13, 1900, EWD s. u. Platane, Duden s. u. Platane; Son.: vgl. nndl. plataan, Sb., Platane; frz. platane, M., Platane; nschw. platan, Sb., Platane; nnorw. platan, M., Platane; poln. platan, M., Platane; lit. platanas, M., Platane; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen hochwachsenden Laubbaum der gemäßigten Nordhalbkugel mit großen gelappten Blättern und kugeligen Früchten sowie heller glatter sich in größeren Teilen ablösender Borke; BM.: breit; F.: Platane, Platanen+FW(+EW); Z.: Pla-t-an-e
Plateau, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Plateau, hoch gelegene Ebene, Hochebene, Aufsatzplatte; ne. plateau; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. plateau; E.: s. frz. plateau, M., Plateau; vgl. frz. plat, Adj., platt; lat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plateau, fehlt DW, EWD s. u. Plateau, Duden s. u. Plateau; Son.: vgl. nndl. plateau, Sb., Plateau; nschw. platå, Sb., Plateau; nnorw. platå, N., Plateau; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine hoch gelegene Ebene; BM.: breit; F.: Plateau, Plateaus+FW; Z.: Pla-t-eau
Platin, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Platin, ein Edelmetall; ne. platinum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. span. platina; E.: s. span. platina, F., Platin, Silberplättchen; vgl. span. plata, F., Metallplatte, Silber; lat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Platin, fehlt DW, EWD s. u. Platin, Duden s. u. Platin; Son.: vgl. nndl. platina, Sb., Platin; frz. platine, M., Platin; nschw. platina, Sb., Platin; nnorw. platina, N., Platin; poln. platyna, F., Platin; kymr. platinwm, M., Platin; nir. platanam, M., Platin; lit. platina, F., Platin; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches silbergrau glänzendes selteneres und wahrscheinlich schon um 3000 v. Chr. in Ägypten verwendetes und auch gediegen vorkommendes Edelmetall und Übergangsmetall (chemisches Element Nr. 78, abgekürzt Pt) das vor allem in Südafrika und Russland sowie Kanada bei der Erzeugung von Nickel und Kupfer gewonnen wird und für Katalysatoren und Laborgeräte und in der Medizin und in Elektroden und für Schmuck verwendet wird; BM.: flach bzw. schlagen, ursprünglich benannt platina di Pinto, nach dem FlN Pinto in Peru; F.: Platin, Platins+FW(+EW); Z.: Pla-t-in
Platitüde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Platitüde, Worthülse, nichtssagende Bemerkung; ne. platitude, truism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. platitude; E.: s. frz. platitude, F., Platitüde; vgl. frz. plat, Adj., flach; lat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Platitüde, Duden s. u. Platitüde; Son.: vgl. nschw. platitude, Sb., Platitüde; nschw. plattityd, Sb., Platitüde; nnorw. platityde, M., Platitüde; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Worthülse oder nichtssagende Bemerkung; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Platitüde, Platitüden+FW(+EW?); Z.: Pla-t-it-üd-e
platonisch, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. platonisch, Plato betreffend, von Plato herrührend, rein seelisch-geistig, ungeschlechtlich; ne. platonic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Platōnicus; E.: s. lat. Platōnicus, Adj., platonisch, (81-43 v. Chr.); gr. Πλατωνικός (Platōnikós), Adj., platonisch; gr. Πλάτων (Plátōn), M.=PN, Plato, Platon; vgl. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 13, 1900, EWD s. u. platonisch, Duden s. u. platonisch; Son.: vgl. nndl. platonisch, Adj., platonisch; frz. platonique, Adj., platonisch; nschw. platonisk, Adj., platonisch; nnorw. platonisk, Adj., platonisch; poln. platoniczny, Adj., platonisch; kymr. platonig, Adj., platonisch; nir. phlatónach, Adj., platonisch; lit. platoniškas, Adj., platonisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für rein seelisch-geistig; BM.: PN; F.: platonisch, platonische, platonisches, platonischem, platonischen, platonischer(, platonischere, platonischeres, platonischerem, platonischeren, platonischerer, platonischst, platonischste, platonischstes, platonischstem, platonischsten, platonischster)+FW(+EW); Z.: pla-t-on-isch
plätschern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. plätschern, mit gleichmäßig tönendem oder klatschendem Geräusch fließen, dahinplätschern, murmeln; ne. dabble (V.), ripple (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. plätschern, DW 13, 1902, EWD s. u. plätschern, Duden s. u. plätschern, Bluhme s. u. plaetschern; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für mit gleichmäßig tönendem oder klatschendem Geräusch fließen; BM.: lautmalend; F.: plätschern, plätschere, plätscher (!), plätschre, plätscherst, plätschert, plätscherte, plätschertest, plätscherten, plätschertet, geplätschert, ##geplätschert, geplätscherte, geplätschertes, geplätschertem, geplätscherten, geplätscherter##, plätschernd, ###plätschernd, plätschernde, plätscherndes, plätscherndem, plätschernden, plätschernder###, plätscher (!)+EW; Z.: plätsch-er-n
platt, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. platt, flach; ne. flat (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Platte; Q.: Ende 13. Jh. (Bruder Hermanns Leben der Gräfin Iolande von Vianden); E.: mhd. blat (2), Adj., „platt“, blach; mnd. plat (2), platt, plet, Adj., platt, ganz flach, flach, eben, nicht erhaben, plan; lat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. platt, Kluge s. u. platt, DW 13, 1903, EWD s. u. platt, Duden s. u. platt, Bluhme s. u. platt; Son.: vgl. nndl. plat, Adj., platt; ne. plate, N., Platte; frz. plat, Adj., platt; nschw. platt, Adj., platt; nnorw. platt, Adj., platt; lit. platus, Adj., breit, ausgedehnt; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches flach oder eben; BM.: breit; F.: platt, platte, plattes, plattem, platten, platter(, plattere, platteres, platterem, platteren, platterer, plattest, platteste, plattestes, plattestem, plattesten, plattester)+FW+EW?; Z.: pla-t-t
$plattdeutsch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. plattdeutsch; E.: s. platt, s. deutsch; L.: Kluge s. u. plattdeutsch, DW 13, 1906, EWD s. u. platt; F.: plattdeutsch, plattdeutsche, plattdeutsches, plattdeutschem, plattdeutschen, plattdeutscher+FW+EW; Z.: pla-t-t—deu-t-sch
Platte, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Platte, eine ebene und flache Gegebenheit; ne. plate (N.); Vw.: -; Hw.: s. platt; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. plate, sw. F., Glatze; mhd. blate, sw. F., Platte, Felsplatte, Steinplatte, Brustharnisch, Brustplatte, Plattenpanzer; mnd. plāte, plaete, plate, F., Platte, flache Scheibe, plattgeschlagenes Metall, metallener Schmuck, metallene Schüssel; mnd. platte, F., Platte, Münzrohling, Rüstung, Teil der Rüstung, Harnisch; mnl. plate, F., Platte, Metallplatte, dicke Planke, Burstharnisch; ahd. platta, sw. F. (n), Tonsur, Platte, Glatze, glatter Stein; mlat. platta, F., Platte; vgl. spätlat. plattus, Adj., flach; gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pelə-, *plā-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. platt, Kluge s. u. Platte, DW 13, 1903, EWD s. u. Platte, EWAhd 6, 1532, Duden s. u. Platte; Son.: vgl. nndl. plaat, Sb., Platte; frz. plat, M., Platte; nschw. platta, Sb., Platte; nnorw. plate, M., F., Platte; poln. płyta, F., Platte; kymr. plât, M., Platte; nir. pláta, M., Platte; GB.: (platta) seit 9./10. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine ebene und flache Gegebenheit; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Platte, Platten+FW(+EW); Z.: Pla-t-t-e
$Plätte, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Plätte, Bügeleisen; E.: s. platt, s. e (Suff.); L.: DW 13, 1906, EWD s. u. plat; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus platt und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete zu einem Plätten geeignete Gegebenheit oder ein Bügeleisen; F.: Plätte, Plätten+FW(+EW); Z.: Plä-t-t-e
Platteise, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Platteise, Scholle (F.) (2), Flachfisch, Plattfisch; ne. plaice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. platteise, F., Plattfisch, Scholle, Flunder; mlat. platessa, F., Plattfisch, Plattelse; s. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833; idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Platteise, Kluge s. u. Platteise, DW 13, 1909; GB.: seit dem 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Knochenfisch mit seitlich stark abgeflachtem asymmetrischem Körper der beide Augen und die Nasenlöcher auf der pigmentierten dem Licht zugekehrten Körperseite hat und mit der hellen Körperseite auf dem Grund liegt oder sich in den Sand eingräbt; BM.: breit bzw. schlagen; F.: Platteise, Platteisen+FW(+EW); Z.: Pla-t-t-eis-e
$Platteisen, Plätteisen,nhd., N., (18. Jh.): nhd. Platteisen; E.: s. plätt(en), s. Eisen; L.: DW 13, 1906, EWD s. u. platt; GB. seit 18. Jh. belegte und aus plätt(en) und Eisen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete zu einem Plätten geeignete Gegebenheit (Eisen); F.: Platteisen, Platteisens+FW+EW; Z.: Pla-t-t—eis-en
$plätten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plätten, platt machen; L.: Kluge s. u. plätten, DW 13, 1906, EWD s. u. platt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus platt und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches platt machen; F.: plätten, plätte (!), plättest, plättet, plättete, plättetest, plätteten, plättetet, geplättet, ##geplättet, geplättete, geplättetes, geplättetem, geplätteten, geplätteter##, plättend, ###plättend, plättende, plättendes, plättendem, plättenden, plättender###, plätt (!)+FW(+EW); Z.: plä-t-t-en
$Plattform, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Plattform, eine platte Form; E.: s. platt, s. Form; L.: Kluge s. u. Plattform, DW 13, 1911, EWD s. u. Plattform; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine platte Form; F.: Plattform, Plattformen+FW+EW; Z.: Pla-t-t—for-m
Platz (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Platz (M.) (1), Stelle, offene und meist ebene Fläche; ne. place (N.); Vw.: -; Hw.: s. plazieren, deplaziert; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: mhd. plaz, platz, blatz, st. M., Freiraum, Platz (M.) (1), Tanzplatz, Tanz, Spiel; mnd. plas (1), plats, platz, M., Platz, freie Fläche, Stelle, öffentlicher Platz, Straße, Arbeitsfläche, Pflanzstelle, Schlachtfeld, Waldstück, Bauplatz; mnd. plāze, plaetze, plaetsse, plāz, plaats, F., M., Platz, freie Fläche, freier Raum, Zwischenraum, Entfernung, Ortspunkt, Örtlichkeit, Ort, Stelle, Gelegenheit; frz. place, M., Platz (M.) (1); mlat. placea, F., breiter Weg, freie öffentliche Fläche in der Stadt; gr. πλατεῖα (plateia), F., Breite; vgl. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Platz 1, Kluge s. u. Platz 1, DW 13, 1916, EWD s. u. Platz 1, Duden s. u. Platz, Bluhme s. u. Platz; Son.: vgl. nndl. plaats, Sb., Platz (M.) (1); nschw. plats, Sb., Platz (M.) (1); nnorw. plass, M., Platz (M.) (1); nnorw. plac, M., Platz (M.) (1); GB.: (plaz) seit 1281-1287 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Stelle oder offene und meist ebene Fläche; BM.: breit bzw. schlagen?; F.: Platz, Platzes, Plätze, Plätzen+FW(+EW); Z.: Pla-tz
Platz (2), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Platz (M.) (2), dünner Kuchen; ne. biscuit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. plats (1), M., kleines flaches Backwerk, dünner Fladen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von lat. placenta?, F., flacher Kuchen; vgl. gr. πλακοῦς (plakus), M., flacher Kuchen; vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Platz 2, Kluge s. u. Platz 2, DW 13, 1916, EWD s. u. Platz 1, Duden s. u. Platz; Son.: in der Gegenwart ist vor allem die Verkleinerungsform Plätzchen (für Keks) in Gebrauch; GB.: seit dem Spätmittelalter (14. Jh.) mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich möglicherweise seit mehr als 5000 Jahren hergestellten kleinen flachen Kuchen; BM.: breit bzw. flach; F.: Platz, Platzes, Plätze, Plätzen+FW; Z.: Platz
Plätz, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Plätz, Lappen, Scheuerlappen, Fleck, Flicken (M.); ne. patch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. mhd. blez, bletze, plez, st. M., st. N., sw. M., Lappen (M.), Flicken (M.), Fetzen (M.), Streifen (M.), Flecken; mnd. plets, pletz, Sb., eine Tuchsorte; mnl. plets, Sb., Lappen, Stück; ahd. blez, st. M. (a?, i?), Stück, Flicken (M.), Stücklein, Stückchen; germ. *platja, M., Lappen (M.), Fetzen (M.); oder von aks. platu, Sb., Tuch, Leinwand; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Plätz, DW 13, 1933 (Pletz), Duden s. u. Plätz; GB.: (blez) seit 1290-1300 belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen oder dem Altkirchenslawischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen möglicherweise seit der Sesshaftigkeit entwickelten und verwendeten Lappen oder Scheuerlappen; BM.: ?; F.: Plätz+EW+FW?; Z.: Plätz
$Plätzchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Plätzchen, ein kleiner flacher Kuchen; E.: s. Platz, s. chen; L.: Kluge s. u. Platz 2, DW 13, 1291, EWD s. u. Platz 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Platz und chen gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich möglicherweise seit mehr als 5000 Jahren hergestellten kleinen flachen Kuchen; F.: Plätzchen, Plätzchens+FW+EW; Z.: Plätz-chen
platzen, nhd., V., (13. Jh.?): nhd. platzen, aufplatzen, durch Druck von innen auseinandergerissen werden, explodieren; ne. burst (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. blatzen, platzen, sw. V., platzen, auffallen, schlagen; mnd. plassen (2), plassn, sw. V., platzen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. platzen, Kluge s. u. platzen, DW 13, 1921, EWD s. u. platzen, Duden s. u. platzen, Bluhme s. u. platzen; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches durch Druck von innen plötzlich und gewöhnlich unter lautem Geräusch auseinandergerissen werden; BM.: lautmalend; F.: platzen, platze, platzst (!), platzt, platzest, platzet, platzte, platztest, platzten, platztet, geplatzt, ##geplatzt, geplatzte, geplatztes, geplatztem, geplatzten, geplatzter##, platzend, ###platzend, platzende, platzendes, platzendem, platzenden, platzender###, platz (!)+EW; Z.: platz-en
$Platzhirsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Platzhirsch; E.: s. Platz, s. Hirsch; L.: Kluge s. u. Platzhirsch, DW 13, 1294; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Platz und Hirsch gebildete Bezeichnung für einen einen Brunftplatz behauptenden stärksten Hirsch(en); F.: Platzhirsch, Platzhirsches, Platzhirschs, Platzhirsche, Platzhirschen+FW+EW; Z.: Pla-tz—hir-sch
platzieren, plazieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plazieren, einen Platz zuweisen, hinstellen; ne. place (V.); Vw.: -; Hw.: s. deplatziert, Platz (1); Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. placer; E.: s. frz. placer, V., plazieren, setzen, stellen; vgl. frz. place, M., Platz (M.) (1); mlat. placea, F., breiter Weg, freie öffentliche Fläche in der Stadt; gr. πλατεῖα (plateia), F., Breite; vgl. gr. πλατύς (platýs), Adj., flach; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. plazieren, fehlt DW, EWD s. u. plazieren, Duden s. u. plazieren; Son.: vgl. nnhd. plaatsen, V., plazieren; nschw. placera, V., plazieren; nnorw. plassere, V., plazieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Platz zuweisen oder hinstellen; BM.: breit bzw. schlagen; F.: platzieren, plazieren, plaziere, plazierst, plaziert, plazierest, plazieret, plazierte, plaziertest, plazierten, plaziertet, ##plaziert, plazierte, plaziertes, plaziertem, plazierten, plazierter##, plazierend, ###plazierend, plazierende, plazierendes, plazierendem, plazierenden, plazierender###, platzier (!), plazier (!)+FW(+EW); Z.: pla-z-ier-en
$Platzierung, Plazierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Platzierung, Plazierung, Stellenerlangung; E.: s. platzier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. plazieren, fehlt DW, EWD s. u. plazieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus platzier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Stellenerlangung; F.: Platzierung, Platzierungen, Plazierung, Plazierungen+FW+EW; Z.: Pla-z-ier-ung
$Platzpatrone, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Platzpatrone; L.: DW 13, 1926, EWD s. u. platzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus platz(en) und Patrone gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete keine Kugel sondern nur Pulver enthaltende und deshalb nur knallende und grundsätzlich nicht verletzende oder tötende Patrone; F.: Platzpatrone, Platzpatronen+EW+FW; Z.: Platz—pat-r-on-e
$Platzregen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Platzregen, plötzlich in großen Tropfen niederfallender Regen (M.); E.: L.: Kluge s. u. platzen, DW 13, 1926, EWD s. u. platzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus platz(en) und Regen (M.) gebildete wohl lautmalende Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen plötzlich in großen Tropfen niederfallenden Regen; F.: Platzregen, Platzregens+EW; Z.: Platz—reg-en
$Plauderei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Plauderei, Gespräch, Unterhaltung; E.: s. plauder(n), s. ei (Suff.); L.: DW 13, 1927, EWD s. u. plaudern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus plauder(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Gespräch oder Unterhaltung; F.: Plauderei, Plaudereien+FW?+EW; Z.: Plaud-er-ei
plaudern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. plaudern, sich unterhalten (V.), sprechen, schwatzen; ne. chat (V.), chatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. plauschen; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Der Weinschwelg); E.: mhd. blōderen, blōdern, sw. V., plaudern; s. lat. blaterāre, plappern, schwafeln, dumm daherschwatzen; mnd. plūderen, plūdern, plauderen, sw. V., plaudern, unbedacht daherreden, plappern, schwatzen; idg. *blat-, V., plappern, Pokorny 102 (160/21) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. plaudern, Kluge s. u. plaudern, EWD s. u. plaudern, DW 13, 1928, Duden s. u. plaudern, Bluhme s. u. plaudern; Son.: vgl. nnorw. pludre, V., plaudern; lat. blaterāre, blatterāre, V., plappern, schwafeln, dumm daherschwatzen; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und wohl mit lat. blaterāre sich gemütlich und zwanglos unterhalten (V.) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht lautmalend gebildetes sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprechen oder schwatzen; BM.: plappern bzw. lautmalend?; F.: plaudern, plaudere, plauder (!), plaudre, plauderst, plaudert, plauderte, plaudertest, plauderten, plaudertet, geplaudert, ##geplaudert, geplauderte, geplaudertes, geplaudertem, geplauderten, geplauderter##, plaudernd, ###plaudernd, plaudernde, plauderndes, plauderndem, plaudernden, plaudernder###, plauder (!)+FW?+EW; Z.: plaud-er-n
$Plausch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Plausch; E.: s. plausch(en); L.: EWD s. u. plauschen, s. DW 13, 1390; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus plausch(en) gebildete Bezeichnung für Geplauder oder Gespräch; F.: Plausch, Plausches, Plauschs, Plausche, Plauschen+EW; Z.: Plausch
plauschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. plauschen, plaudern, miteinander sprechen; ne. chat (V.); Vw.: -; Hw.: s. plaudern; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: Abwandlung von plaudern (s. d.); L.: Kluge s. u. plauschen, DW 13, 1930, EWD s. u. plauschen, Duden s. u. plauschen, Bluhme s. u. Plausch; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und wohl aus plaudern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches vertraulich miteinander plaudern oder sprechen; BM.: plappern bzw. lautmalend?; F.: plauschen, plausche (!), plauschst, plauscht, plauschest, plauschet, plauschte, plauschtest, plauschten, plauschtet, geplauscht, ##geplauscht, geplauschte, geplauschtes, geplauschtem, geplauschten, geplauschter##, plauschend, ###plauschend, plauschende, plauschendes, plauschendem, plauschenden, plauschender###, plausch (!)+EW; Z.: plausch-en
plausibel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. plausibel, einleuchtend, verständlich; ne. plausible; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. plausibilis; E.: s. lat. plausibilis, Adj., Beifall verdienend, auf Beifall berechnet, einleuchtend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. plausibel, DW 13, 1931, EWD s. u. plausibel, Duden s. u. plausibel; Son.: vgl. nndl. plausibel, Adj., plausibel; frz. plausible, Adj., plausibel; nschw. plausibel, Adj., plausibel; nnorw. plausibel, Adj., plausibel; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einleuchtend oder verständlich; BM.: breit bzw. schlagen; F.: plausibel, plausibele (!), plausible, plausibeles (!), plausibles, plausibelem (!), plausiblem, plausibelen (!), plausiblen, plausibeler (!), plausibler(, plausibelere, plausibeleres, plausibelerem, plausibeleren, plausibelerer, plausibelst, plausibelste, plausibelstes, plausibelstem, plausibelsten, plausibelster)+FW(+EW); Z.: plau-s-ib-el
$Plausibilität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Plausibilität, Verständlichkeit, Wahrscheinlichkeit; E.: s. plausib(el), s. i, s. tät; L.: Kluge s. u. plausibel, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Verständlichkeit oder Wahrscheinlichkeit; F.: Plausibilität, Plausibilitäten+FW(+EW); Z.: Plau-s-ib-il-it-ät
Plauze, nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Plauze, Eingeweide, Lunge; ne. intestines; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. sorb. pluco; E.: s. sorb. pluco, N., Lungenflügel; asorb. *bluco, Sb., Lunge; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Plauze, DW 13, 1931, EWD s. u. Plauze, Duden s. u. Plauze; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Sorbischen und Altsorbischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein bei Wirbeltieren und Menschen in den Körperhöhlen von Brust und Bauch liegendes inneres Organ wie Eingeweide oder Lunge; BM.: Lunge; F.: Plauze, Plauzen+FW(+EW?); Z.: Plauz-e
Play-back, Playback, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Play-back, Playback, Wiedergabe, Abspielen; ne. playback; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. playback; E.: s. ne. playback, N., Playback, Wiedergabe; vgl. ne. play, V., spielen; ae. plagian, plægian, plegian, sw. V. (2), sich bewegen, üben, beschäftigen, spielen, tanzen, fechten, klatschen; germ. *plegōn, sw. V., sich einsetzen, bewegen; ne. back, Adv., hinten; vgl. ae. bæc, st. N. (a), Rücken (M.); germ. *baka-, *bakam, st. N. (a), Rücken (M.); idg. *bʰeg-, *bʰog-, V., biegen, wölben; L.: fehlt DW, Duden s. u. Play-back; Son.: vgl. nschw. playback, Sb., Playback; nnorw. playback, M., Playback; poln. playback, M., Playback; lit. playback, M., Playback; lit. pleibekas, M., Playback; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für Aufzeichnungen oder Sendungen nach dem Play-back-Verfahren verwendete Tonaufnahme; BM.: spielen, hinten; F.: Play-back, Play-backs, Playback, Playbacks+FW; Z.: Play—back
Playboy, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Playboy, Schürzenjäger, Vergnügungssüchtiger; ne. playboy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. playboy; E.: s. ne. playboy, M., Playboy; vgl. ne. play, V., spielen; ae. plagian, plægian, plegian, sw. V. (2), sich bewegen, üben, beschäftigen, spielen, tanzen, fechten, klatschen; germ. *plegōn, sw. V., sich einsetzen, bewegen; ne. boy, M., Bub, Knabe; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Playboy, fehlt DW, Duden s. u. Playboy; Son.: vgl. nndl. playboy, Sb., Playboy; frz. play-boy, M., Playboy; nschw. playboy, Sb., Playboy; nnorw. playboy, M., Playboy; poln. playboy, M., Playboy; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen teils für das Germanische erschließbare und teils in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der jüngeren Vergangenheit möglichen Mann der aufgrund seiner wirtschaftlichen Unabhängigkeit vor allem seinem Vergnügen oder dem Spielen lebt; BM.: sich bewegen, Bub; F.: Playboy, Playboys+FW; Z.: Play-boy
Plazenta, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Plazenta, Mutterkuchen; ne. placenta; Vw.: -; Hw.: s. Palatschinke; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. placenta; E.: s. lat. placenta, F., flacher Kuchen, 234-149 v. Chr.); s. gr. πλακοῦς (plakous), M., flacher Kuchen; vgl. idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Plazenta, fehlt DW, EWD s. u. Plazenta, Duden s. u. Plazenta; Son.: vgl. nndl. placenta, Sb., Plazenta; frz. placenta, M., Plazenta; nschw. placenta, Sb., Plazenta; nir. placaint, F., Plazenta; lit. placenta, F., Plazenta; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schwammige dem Stoffaustausch zwischen Mutter und Embryo dienende Organ (Mutterkuchen) aller Säugetiere das sich während der Schwangerschaft ausbildet und nach der Geburt als überflüssig ausgestoßen wird; BM.: flach; F.: Plazenta, Plazentas+FW(+EW); Z.: Plaz-ent-a
Plazet, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Plazet, Einwilligung, Einverständnis; ne. placet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. placet, V., es gefällt(, ich stimme zu); vgl. lat. placēre, V., gefallen (V.), gefällig sein (V.), (204-169 v. Chr.); idg. *plāk- (1), *plək-, *plek-, *plō̆k-, *pleik-, Adj., breit, flach, Pokorny 831 (1435/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Plazet, fehlt DW, Duden s. u. Plazet; Son.: vgl. nndl. placet, Sb., Plazet; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus der 3. Pers. Sg. Aktiv der Gegenwart von lat. placere (gefallen) gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (es gefällt) für eine Einwilligung oder ein Einverständnis mit einem Verhalten durch eine entscheidende Instanz; BM.: breit bzw. flach; F.: Plazet, Plazets+FW(+EW); Z.: Plaz-et
Plebejer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Plebejer, gemeiner Mann, ungebildeter Mensch; ne. plebeian (M.); Vw.: -; Hw.: s. plebejisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. plēbēius; E.: s. lat. plēbēius (2), M., Plebejer, Angehöriger des einfachen Volkes, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Plebejer, DW 13, 1931, EWD s. u. Plebejer, Duden s. u. Plebejer; Son.: vgl. nndl. plebejer, Sb., Plebejer; frz. plébéien, M., Plebejer; nschw. plebej, Sb., Plebejer; nnorw. plebeier, M., Plebejer; poln. plebejusz, M., Plebejer; nir. pleibeach, M., Plebejer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen des einfachen Volkes in dem Rom des Altertums in Gegensatz zu dem Patrizier (Vornehmen); BM.: Volksmenge bzw. gießen; F.: Plebejer, Plebejers, Plebejern+FW+EW; Z.: Ple-b-ej-er
plebejisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. plebejisch, ungebildet, pöbelhaft; ne. plebeian; Vw.: -; Hw.: s. Plebejer; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. plēbēius; E.: s. lat. plēbēius, Adj., bürgerlich, nicht patrizisch, aus der Plebs stammend, Plebs betreffend, plebejisch, gemein, niedrig, gering, ärmlich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Plebejer, fehlt DW, EWD s. u. Plebejer, Duden s. u. plebejisch; Son.: vgl. nnorw. plebeiisk, Adj., plebejisch; poln. plebejski, Adj., plebejisch; nnorw. plebejuszkowski, Adj., plebejisch; nir. pleibeach, Adj., plebejisch; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu dem einfachen Volk gehörig; BM.: gießen; F.: plebejisch, plebejische, plebejisches, plebejischem, plebejischen, plebejischer(, plebejischere, plebejischeres, plebejischerem, plebejischeren, plebejischerer, plebejischst, plebejischste, plebejischstes, plebejischstem, plebejischsten, plebejischster)+FW+EW; Z.: ple-b-ej-isch
Plebiszit, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Plebiszit, Volksbefragung, Volksabstimmung, Volksentscheidung; ne. plebiscite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. plēbiscītum; E.: s. mnd. plebiscīt, N., Plebiszit, Mitbestimmung des Volkes bei Entscheidungen welche die Gemeinschaft betreffen; lat. plēbiscītum, N., vom Volk gefällte Entscheidung, Volksentscheid, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand, Bürgerliche (M. Pl.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. scītum, N., Verordnung, Beschluss, Lehrsatz, Grundsatz; vgl. lat. scīscere, V., zu erfahren (V.) suchen, sich erkundigen, erforschen, genehmigen, entscheiden, beschließen, verordnen; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Plebiszit, fehlt DW, EWD s. u. Plebs, Duden s. u. Plebiszit; Son.: vgl. nndl. plebisciet, Sb., Plebiszit; frz. plébiscite, M., Plebiszit; nschw. plebiscit, Sb., Plebiszit; nnorw. plebisitt, M., N., Plebiszit; poln. plebiscyt, M., Plebiszit; GB.: seit 19. Jh.? belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Volksabstimmung oder Volksbefragung oder für eine von dem Volke getroffene Entscheidung (Volksentscheidung); BM.: gießen, schneiden; F.: Plebiszit, Plebiszits, Plebiszites, Plebiszite, Plebisziten+FW(+EW); Z.: Ple-b-isz-it
$Plebs, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Plebs; E.: s. lat. plebs, F., Volksmenge, Bürgerstand, Bürgerliche (M. Pl.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Plebs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Volksmenge oder den Bürgerstand in dem Rom des Altertums in Gegensatz zu den Patriziern; F.: Plebs+FW; Z.: Ple-b-s
Pleistozän, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pleistozän, ein Erdzeitalter; ne. pleistocene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πλεῖστος (pleistos), Adj. (Superl.), meiste, größte; idg. *pelu, N., Adj., Menge, viel, Pokorny 798; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pleistozän; Son.: vgl. nndl. pleistoceen, Sb., Pleistozän; frz. pléistocène, M., Pleistozän; nschw. pleistocen, Sb., Pleistozän; nnorw. pleistocen, N.?, Pleistozän; nir. pléisticéineach, M., Pleistozän; poln. plejstocen, M., Pleistozän; lit. pleistocenas, M., Pleistozän; GB.: seit 19. Jh. belegte und in den Bestandteilen aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die ältere Zeitstufe der Erdneuzeit von etwa vor 2,6 Millionen Jahren bis vor etwa 11700 Jahren vor dem Holozän (oder der Jetztzeit); BM.: größte, anfangen; F.: Pleistozän, Pleistozäns+FW; Z.: Pl-eist-o-zän
Pleite, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pleite, Bankrott, Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners; ne. bankruptcy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von wjidd. pleite, Sb., Präp., Bankrott, fort, weg; hebr. pelēṭā(h), Sb., Rest, Überbleibsel; L.: Kluge s. u. Pleite, fehlt DW, EWD s. u. Pleite, Duden s. u. Pleite, Bluhme s. u. Pleite; Son.: vgl. nndl. pleite, Sb., Pleite; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Geld mögliche Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners; BM.: Rest; F.: Pleite, Pleiten+FW; Z.: Pleit-e
$Pleitegeier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pleitegeier; E.: s. Pleite, s. Geier; L.: Kluge s. u. Pleite,fehlt DW, EWD s. u. Pleite; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pleite und Geier gebildete Bezeichnung für einen über einem zahlungsunfähigen Schuldner wie über Aas schwebenden und sich auf die Verwendung der Insolvenzmasse wie auf den Verzehr von Aas vorbereitenden Geier; F.: Pleitegeier, Pleitegeiers, Pleitegeiern+FW+EW; Z.: Pleit-e—gei-er
Plektrum, Plektron, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Plektrum, Plektron, Spielplättchen; ne. plectrum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: vgl. mhd. plecter, st. N., Plektrum, Plektron, Saitenzieher, Stimmschlüssel; gr. πλῆκτρον (plēktron), N., Werkzeug zum Schlagen, Schlägel, Ruderstange; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Plektrum; Son.: vgl. nndl. plectrum, Sb., Plektrum; nschw. plektrum, N., Plektrum; nnorw. plekter, N., Plektrum; poln. plektron, Sb., Plektrum; kymr. plectrwm, M., Plektrum; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein Plättchen oder Stäbchen aus Metall oder Plastik mit dem die Saiten von Zupfinstrumenten angeschlagen oder angerissen werden (können); BM.: breit bzw. schlagen; F.: Plektrum, Plektrums, Plektron, Plektrons, Plektren, Plektra+FW; Z.: Ple-k-tr-um
...plement, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. ...plement; ne. ...plement; Vw.: s. Sup-; Hw.: s. ...plementär; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...plement, Suff., ...plement; frz. ...plément, Suff., ...plement; nschw. ...plement, Suff., ...plement; nnorw. ...plement, Suff., ...plement; poln. ...plement, Suff., ...plement; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: gießen; F.: ...plement, ...plementes, ...plements, ...plemente, ...plementen+FW(+EW); Z.: -ple-m-ent
...plementär, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...plementär; ne. ...plementary; Vw.: s. kom-; Hw.: s. ...plement; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. *plēre, V., füllen; vgl. lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...plementair, Suff., ...plementär; frz. ...plémentaire, ...plementair, Suff., ...plementär; nschw. ...plementär, ...plementair, Suff., ...plementär; nnorw. ...plementär, ...plementair, Suff., ...plementär; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: gießen; F.: ...plementär, ...plementäre, ...plementäres, ...plementärem, ...plementären, ...plementärer+FW(+EW); Z.: -ple-m-ent-är
Plempe, Plampe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Plempe, Plampe, Seitengewehr, fades Getränk; ne. a rifle, swipes; Vw.: -; Hw.: s. plempern, verplempern; Q.: 17. Jh.; E.: zu einem plampen, V., baumeln, hängen, hängend schwanken; lautmalend?; L.: Kluge s. u. Plempe, DW 13, 1932, EWD s. u. plempern, Duden s. u. Plempe, Bluhme s. u. plempern; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und auf der Seite getragenes Gewehr und für ein fades Getränk; BM.: lautmalend?; F.: Plempe, Plempen, Plampe, Plampen+EW; Z.: Plemp-e
plempern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. plempern, bummeln, durch sinnloses Tun schwenden oder schütten; ne. fritter away; Vw.: s. ver-; Hw.: s. Plempe; Q.: 19. Jh.; E.: nd. plempern, V., verschütten; zu einem plampen, V., baumeln, hängen, hängend schwanken, wohl lautmalend gebildete; L.: DW 13, 1932 (plempeln), EWD s. u. plempern; GB.: seit 19. Jh. nd. belegte und wohl zu plampen lautmalend gebildete Bezeichnung für bummeln oder durch sinnloses Tun schwenden oder schütten; BM.: lautmalend?; F.: plempern, plempere, plemper (!), plemperst, plempert, plemperte, plempertest, plemperten, plempertet, geplempert, ##geplempert, geplemperte, geplempertes, geplempertem, geplemperten, geplemperter##, plempernd, ###plempernd, plemperndes, plemperndem, plempernden, plempernder###, plemper (!)+EW; Z.: plemp-er-n
$Plenar..., nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. Plenar..., vollständig; E.: s. lat. plēnārius, Adj., vollständig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Plenum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für vollständig; F.: Plenar...+FW; Z.: Ple-n-ar-
plentern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. plentern, aushauen; ne. cut (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: zu einem Blender, M., lichtraubender Baum; letztlich s. ahd. blint, Adj., blind, ohne Sehvermögen seiend, verblendet, dunkel; as. blind*, Adj., blind; anfrk. -; germ. *blenda-, *blendaz, *blinda-, *blindaz, Adj., blind; idg. *bʰlendʰ-, Adj., V., fahl, rötlich, schimmern, dämmern, undeutlich sehen, irren, Pokorny 157 (249/82) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. plentern, fehlt DW, Duden s. u. plentern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit ahd. blint und dem für das Germanische erschließbare *blenda sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lichtraubende Bäume aushauen; BM.: blind bzw. undeutlich sehen; F.: plentern, plentere (!), plenter (!), plentre (!), plenterst, plentert, plenterte, plentertest, plenterten, plentertet, geplentert, ##geplentert, geplenterte, geplentertes, geplentertem, geplenterten, geplenterter##, plenternd, ###plenternd, plenternde, plenterndes, plenterndem, plenternden, plenternder###, plenter (!)+EW; Z.: ple-nt-er-n
Plenum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plenum, Volksversammlung, Vollversammlung; ne. plenum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. plenum; E.: s. ne. plenum, N., Plenum, Volksversammlung; neoklassische Bildung zu lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Plenum, fehlt DW, EWD s. u. Plenum, Duden s. u. Plenum; Son.: vgl. nndl. plenum, Sb., Plenum; frz. plénum, M., Plenum; nschw. plenum, N., Plenum; nnorw. plenum, N., Plenum; poln. plenum, Sb., Plenum; kymr. plenwm, M., Plenum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Volksversammlung oder Vollversammlung einer menschlichen Gemeinschaft; BM.: gießen; F.: Plenum, Plenums, Plenen+FW; Z.: Ple-n-um
Pleonasmus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Pleonasmus, Verbindung sinnverwandter Wörter in einer Wortgruppe; ne. pleonasm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; E.: gr.-lat. pleonasmos, M., Überfluss, Pleonasmus, (um 400 n. Chr.); gr. πλεονασμός (pleonasmós), M., Überfluss; vgl. gr. πλεονάζειν (pleonázein), V., reichlich vorhanden sein (V.), vermehren; vgl. gr. πλέως (pléōs), Adj., voll; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pleonasmus; Son.: vgl. nndl. pleonasme, Sb., Pleonasmus; frz. pléonasme, M., Pleonasmus; nschw. pleonasm, Sb., Pleonasmus; nnorw. pleonasme, M., Pleonasmus; poln. pleonazm, M., Pleonasmus; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Häufung sinngleicher oder sinnähnlicher oder sinnverwandter Wörter oder Ausdrücke in einer Wortgruppe wie beispielsweise runde Kugel oder tote Leiche oder weißer Schimmel; BM.: gießen; F.: Pleonasmus, Pleonasmen+FW; Z.: Ple-o-n-asm-us
Pleuelstange, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pleuelstange, Schubstange; ne. conrod, driving rod; Vw.: -; Hw.: s. bläuen; Q.: 19. Jh.; E.: Vorderglied von Bleuel, Sb, Stampfer; mhd. bliuwen, st. M., bläuen, schlagen; mnd. blûwen, bluwen, sw. V., bleuen, schlagen; ahd. bliuwan*, st. V. (2a), bläuen, prügeln, schlagen, geißeln, hauen; as. *bliuwan?, st. V. (2a), bleuen, schlagen; anfrk. -; germ. *blewwan, st. V., bläuen, schlagen; idg. *bʰeleu-, V., Adj., schlagen, kraftlos machen, schwach, krank, Pokorny 125 (206/39); Hinterglied s. nhd. Stange; L.: Kluge s. u. Pleuelstange, fehlt DW, EWD s. u. bleuen, Duden s. u. Pleuelstange; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pleuel und Stange gebildete und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten Teil eines Kraftfahrzeugs oder einer ihm ähnlichen Maschine das Kolben und Kurbelwelle verbindet und die Hin-und-her-Bewegung des Kolbens in dem Zylinder in die Kreisbewegung der Kurbelwelle für die Räder umsetzt; BM.: schlagen, stechen bzw. spitz; F.: Pleuelstange, Pleuelstangen+EW; Z.: Pleu-el—stang-e
...plex, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. ...plex; ne. ...plex; Vw.: s. kom-, per-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...plexus, Suff., ...plex; lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...plex, Suff., ...plex; frz. ...plexe, Suff., ...plex; nschw. ...plex, Suff., ...plex; nnorw. ...pleks, Suff., ...plex; poln. ...pleksowo, Suff., ...plex; nir. ...pléascach, Suff., ...plex; lit. ...pleksiškas, Suff., ...plex; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: flechten; F.: ...plex, ...plexe, ...plexes, ...plexem, ...plexen, ...plexer(, ...plexere, ...plexeres, ...plexerem, ...plexeren, ...plexerer, ...plexest, ...plexeste, ...plexestes, ...plexestem, ...plexesten, ...plexester)+FW(+EW); Z.: -ple-x
...plexie, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...plexie; ne. ...plexy; Vw.: s. Apo-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. lat. ...plēxia, Suff., ...plexie; gr. ...πληξία (plēxía), Suff., ...plexie; idg. *plāk- (2), *plāg-, V., schlagen, Pokorny 832 (1436/78) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...plexie, Suff., ...plexie; frz. ...plexie, Suff., ...plexie; poln. ...pleksja, Suff., ...plexie; nir. ...pléis, Suff., ...plexie; lit. ...pleksija, Suff., ...plexie; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schlagen; F.: ...plexie, ...plexien+FW; Z.: -ple-x-ie
Plexiglas, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Plexiglas, Acrylglas, ein Kunststoffglas; ne. plexiglas, plexiglass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. plectere, V., flechten, ineinanderflechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Glas; L.: fehlt DW, Duden s. u. Plexiglas; Son.: vgl. frz. Plexiglas, M., Plexiglas; nnorw. pleksiglas, N., Plexiglas; poln. pleksiglas, M., Plexiglas; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen (Otto Röhm) 1933 vorgelegten glasartigen nicht splitternden Kunststoff zu einer Bildung durchsichtiger Scheiben; BM.: falten, glänzen; F.: Plexiglas, Plexiglases+FW+EW; Z.: Ple-x-i—gla-s
Plexus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Plexus, Gefäßgeflecht, Nervengeflecht, Geflecht, Netzwerk; ne. plexus; Vw.: s. Solar-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. plectere, V., flechten, ineinander flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Plexus, Kytzler/Redemund/Eberl 826; Son.: vgl. frz. plexus, M., Plexus; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer netzartigen und nicht willentlich steuerbaren Verknüpfung (Geflecht) von Nerven oder Blutgefäßen von Lebewesen; BM.: falten; F.: Plexus+FW; Z.: Ple-x-us
plietsch, nhd. (dial.), Adj., (20. Jh.): nhd. plietsch, pfiffig, schlau; ne. clever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: zusammengezogen von mnd. polietsch, s. mnd. polītisch, Adj., „politisch“, soziale Normen und Regeln betreffend, Rechtsordnung betreffend; frz. politique, Adj., politisch; lat. polīticus (1), Adj., zum Staat gehörig, zur Staatswissenschaft gehörig, politisch, (81-43 v. Chr.); gr. πολῖτικός (polītikós), Adj., bürgerlich, staatsbürgerlich, die Staatsverwaltung betreffend; vgl. gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. plietsch, fehlt DW, Duden s. u. plietsch; GB.: seit 20. Jh. mnd. belegte und aus polietsch zusammengezogene sowie aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches pfiffig oder schlau; Son.: norddeutsch; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: plietsch, plietsche, plietsches, plietschem, plietschen, plietscher(, plietschere, plietscheres, plietscherem, plietscheren, plietscherer, plietschest, plietscheste, plietschestes, plietschestem, plietschesten, plietschester)+FW(+EW); Z.: plie-tsch
...plikation, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...plikation; ne. ...plication; Vw.: s. Ap-, Ex-, Im-, Kom-, Multi-, Redu-; Hw.: s. ...plizieren; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mlat. plicātio, F., Zerknittern, Zusammenlegen, Zahlung; lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...plicatie, Suff., ...plikation; frz. ...plication, Suff., ...plikation; nschw. ...plikation, Suff., ...plikation; nnorw. ...plikasjon, Suff., ...plikation; poln. ...plikacja, Suff., ...plikation; lit. ...plikacija, Suff., ...plikation; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: flechten; F.: ...plikation, ...plikationen+FW; Z.: -pli-k-at-i-on
Plinse, Flinse, Flins, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Plinse, Flinse, Flins, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer; ne. blintz, pancake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. sorb. blinc; E.: s. sorb. blinc, Sb., dünner Buchweizenkuchen; L.: Kluge 1. A. s. u. Plinze, Kluge s. u. Plinse, DW 13, 1934, EWD s. u. Plinse, Duden s. u. Plinse, Bluhme s. u. Plinse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Sorbischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten und gefüllten Pfannkuchen oder Kartoffelpuffer; BM.: ?; F.: Plinse, Plinsen, Flins, Flinse, Flinsen+FW; Z.: Plins-e
Pliozän, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Pliozän, ein Erdzeitalter; ne. pliocene; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πλείων (pleíōn), Adj. (Komp.), mehr, länger, größer; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pliozän; Son.: vgl. nndl. plioceen, Sb., Pliozän; frz. pliocène, M., Pliozän; nschw. pliocen, Sb., Pliozän; nnorw. pliocen, N.?, Pliozän; kymr. plïosen, M., Pliozän; nir. pléicéineach, M., Pliozän; poln. pliocen, M., Pliozän; lit. pliocenas, M., Pliozän; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jüngste Stufe des Tertiärs von vor rund 5,3 Millionen Jahren bis vor 2,6 Millionen Jahren; BM.: mehr bzw. fließen, anfangen; F.: Pliozän, Pliozäns+FW; Z.: Pli-o—zän
Plissée, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plissée, Gewebe mit vielen schmalen Falten; ne. plissee, pleats; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. plissé; E.: s. frz. plissé, M., Plissée; frz. plissé, Adj., gefaltet; vgl. frz. plisser, V., in Falten legen; frz. pli, M., Falte; frz. plier, V., falten; frz. plier, V., falten; lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, (96-55 v. Chr.); gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Plissée, fehlt DW, EWD s. u. Plissee, Duden s. u. Plissee; Son.: vgl. nndl. plissé, Sb., Plissée; nschw. plissé, Sb., Plissée; nnorw. plissé, M., Plissée; poln. plisa, F., Plissée; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gewebe mit vielen schmalen Falten; BM.: flechten; F.: Plissée, Plissées, Plissee, Plissees+FW(+EW); Z.: Pli-ss-ée
plissieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. plissieren, Falten machen; ne. pleat (V.), goffer; Vw.: -; Hw.: s. Plissée; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. plisser; E.: s. frz. plisser, V., plissieren, falten; vgl. frz. pli, M., Falte; frz. plier, V., falten; lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen, (96-55 v. Chr.); gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Plissée, fehlt DW, EWD s. u. Plissee, Duden s. u. plissieren; Son.: vgl. nschw. plissera, V., plissieren; nnorw. plissere, V., plissieren; poln. plisować, V., plissieren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes (ein Gewebe) mit einer großen Zahl dauerhafter Falten versehen (V.); BM.: flechten; F.: plissieren, plissiere, plissierst, plissiert, plissierest, plissieret, plissierte, plissiertest, plissierten, plissiertet, ##plissiert, plissierte, plissiertes, plissiertem, plissierten, plissierter##, plissierend, ###plissierend, plissierende, plissierendes, plissierendem, plissierenden, plissierender###, plissier+FW(+EW?); Z.: pli-ss-ier-en
...plizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. ...plizieren; ne. ...plicate; Vw.: s. du-, ex-, im-, kom-, multi-, re-; Hw.: s. ...plikation, ...plizit; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Son.: vgl. nndl. ...pliceren, Suff., ...plizieren; frz. ...pliquer, Suff., ...plizieren; nschw. ...plicera, Suff., ...plizieren; nnorw. ...plisere, Suff., ...plizieren; poln. ...plikować, Suff., ...plizieren; kymr. ...blygy, Suff., ...plizieren; lit. ...plikuoti, Suff., ...plizieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Faltens verwendbare Bezeichnung; BM.: flechten; F.: ...plizieren, ...pliziere, ...plizierst, ...pliziert, ...plizierest, ...plizieret, ...plizierte, ...pliziertest, ...plizierten, ...pliziertet, ...pliziert, ...plizierte, ...pliziertes, ...pliziertem, ...plizierten, ...plizierter, ...plizierend, ...plizierend, ...plizierende, ...plizierendes, ...plizierendem, ...plizierenden, ...plizierender, ...plizier (!)+FW(+EW); Z.: -pli-z-ier-en
...plizit, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...plizit; ne. ...plicit; Vw.: s. ex-, im-; Hw.: s. ...plizieren, ...plikation; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...plicitus, Suff., ...plizit; vgl. . lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Son.: vgl. nndl. ...pliciet, Suff., ...plizit; frz. ...plicite, Suff., ...plizit; nschw. ...plicit, Suff., ...plizit; nnorw. ...plisitt, Suff., ...plizit; poln. ...plizite, Suff., ...plizit; lit. ...plicitinis, Suff., ...plizit; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven für gefaltet verwendete Bezeichnung; BM.: flechten; F.: ...plizit, ...plizite, ...plizites, ...plizitem, ...pliziten, ...pliziter(, ...plizitere, ...pliziteres, ...pliziterem, ...pliziteren, ...pliziterer, ...pliziteste, ...plizitestes, ...plizitestem, ...plizitesten, ...plizitester)+FW(+EW); Z.: ...pli-z-it
...plodieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...plodieren; ne. ...plode; Vw.: s. ex-; Hw.: s. ...plosion, ...plosiv; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ploderen, Suff., ...plodieren; frz. ...ploser, ...ploderen, Suff., ...plodieren; nschw. ...plodera, ...ploderen, Suff., ...plodieren; nschw. ...plodere, ...ploderen, Suff., ...plodieren; poln. ...plodowa, ...ploderen, Suff., ...plodieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen zu einer Bildung von Verben des Schlagens verwendete Bezeichnung; BM.: schlagen bzw. breit; F.: ...plodieren, ...plodiere, ...plodierst, ...plodiert, ...plodierest, ...plodieret, ...plodierte, ...plodiertest, ...plodierten, ...plodiertet, ##...plodiert, ...plodierte, ...plodiertes, ...plodiertem, ...plodierten, ...plodierter##, ...plodierend, ###...plodierend, ...plodierende, ...plodierendes, ...plodierendem, ...plodierenden, ...plodierender###, ...plodier (!)+FW(+EW); Z.: -plo-d-ier-en
Plombe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Plombe, Bleisiegel, Zahnfüllung; ne. filling, inlay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: Rückbildung von dem Verb plombieren, von frz. plomber, V., plombieren, mit Blei verschließen; vgl. frz. plomb, M., Blei (N.); lat. plumbum, N., Blei (N.), Bleikugel, Bleiröhre, (220-130 v. Chr.); aus dem iberischen Mittelmeerraum; L.: Kluge s. u. Plombe, fehlt DW, EWD s. u. plombieren, Duden s. u. Plombe, Bluhme s. u. Plombe; Son.: vgl. nndl. plombe, Sb., Plombe; nschw. plomb, Sb., Plombe; nnorw. plombe, M., Plombe; poln. plomba, F., Plombe; lit. plomba, F., Plombe (Zahnfüllung); GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums sowie einer Sprache in dem iberischen Mittelmeerraum aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Klümpchen aus Blei oder Ähnlichem durch das die beiden Enden eines Drahtes laufen so dass dieser eine geschlossene Schlaufe bildet die nur unter Beschädigung des Bleiklumpens oder des Drahtes geöffnet werden kann sowie auch für eine sachlich seit rund 6500 Jahren mögliche Füllung eines Loches in einem Zahn von Menschen; BM.: Blei; F.: Plombe, Plomben+FW; Z.: Plomb-e
$plombieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plombieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Plomb(e), s. ieren; L.: DW 13, 1936, EWD s. u. plombieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Plomb(e) und ieren gebildete und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes mit Blei versehen (V.); F.: plombieren, plombiere, plombierst, plombiert, plombierest, plombieret, plombierte, plombiertest, plombierten, plombiertet, ##plombiert, plombierte, plombiertes, plombiertem, plombierten, plombierter##, plombierend, ###plombierend, plombierende, plombierendes, plombierendem, plombierenden, plombierender###, plombier (!)+FW+EW; Z.: plomb-ier-en
...plosion, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...plosion; ne. ...plosion; Vw.: s. Ex-; Hw.: s. ...plodieren, ...plosiv; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...plōsio, Suff., ...plosion; vgl. lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...plosie, Suff., ...plosion; frz. ...plosion, Suff., ...plosion; nschw. ...plosion, Suff., ...plosion; nnorw. ...plosjon, Suff., ...plosion; poln. ...plozja, Suff., ...plosion; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Schlagens verwendete Bezeichnung; BM.: schlagen bzw. breit; F.: ...plosion, ...plosionen+FW(+EW); Z.: -plo-s-io-n
...plosiv, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...plosiv; ne. ...plosive; Vw.: s. ex-; Hw.: s. ...plosion, ...plodieren; Q.: 18. Jh.?; E.: vgl. lat. plaudere, plaudēre, V., klatschen, schlagen, Beifall klatschen, Beifall spenden, huldigen; idg. *pləud-, *pləut-, V., Adj., schlagen, breit, Pokorny 838; s. idg. *pləi-, *pləu-, V., breit, schlagen, Pokorny 838 (1446/88) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); I.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...plosief, Suff., ...plosiv; frz. ...plosif, Suff., ...plosiv; nschw. ...plosiv, Suff., ...plosiv; nnorw. ...plosiv, Suff., ...plosiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zur Bildung von Adjektiven des Schlagens verwendete Bezeichnung; BM.: schlagen bzw. breit; F.: ...plosiv, ...plosive, ...plosives, ...plosivem, ...plosiven, ...plosiver(, ...plosivere, ...plosiveres, ...plosiverem, ...plosiveren, ...plosiverer, ...plosivst, ...plosivste, ...plosivstes, ...plosivstem, ...plosivsten, ...plosivster)+FW(+EW); Z.: -plo-s-iv
$Plotz, nhd., M., (?): nhd. Plotz; E.: s. plotz(en); L.: Kluge s. u. plotzen, DW 13, 936; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit plotz(en) und plötz(lich) verbindbare Bezeichnung für Aufprall; F.: Plotz, Plotzes, Plotze, Plotzen+EW; Z.: Plotz
Plötze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Plötze, ein karpfenartiger Fisch; ne. roach; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. ploz, plotze, plutze, sw. F., Plotze, Plötze, ein karpfenartiger Fisch; mnd. plötse, ploͤtze, plottze, plösse, ploscze, pletse, pleze, F., Plötze, ein Speisefisch aus der Familie der Karpfen, Rotauge, Rotfeder; s. obsorb. płoćica, Sb., Plötze?, Plattfisch; vgl. idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, *pleth₂-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Plötze, DW 13, 1937, EWD s. u. Plötze, Duden s. u. Plötze, Bluhme s. u. Ploetze; GB.: (ploz) seit 1470) belegte und mit dem Obersorbischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen besonders in Süßwasser vorkommenden karpfenartigen Fisch von silberiger auf dem Rücken grauer Färbung mit rötlichen Flossen und rotem Augenring; BM.: flach; F.: Plötze, Plötzen+FW(+EW); Z.: Plö-tz-e
plotzen, nhd. (ält.), V., (17. Jh.): nhd. plotzen, schwer mit Geräusch fallen, aufstoßen, stoßen, schlagen, hauen; ne. drop (V.); Vw.: -; Hw.: s. plötzlich; Q.: 17. Jh.?; E.: mhd. plotzen, sw. V., plotzen, blotschen; mnd. *plotsen? (2), sw. V., plotzen, aufprallen; lautmalend?; L.: Kluge s. u. plotzen, DW 13, 1937, vgl. DW 2, 153 (blotzen), Duden s. u. plotzen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie mit Plotz (Aufprall) verbindbare Bezeichnung für schwer mit Geräusch zu Boden fallen; BM.: lautmalend; F.: plotzen, plotze (!), plotzst, plotzt, plotzest, plotzet, plotzte, plotztest, plotzten, plotztet, geplotzt, ##geplotzt, geplotzte, geplotztes, geplotztem, geplotzten, geplotzter##, plotzend, ###plotzend, plotzende, plotzendes, plotzendem, plotzenden, plotzender###, plotz (!)+EW; Z.: plotz-en
plötzlich, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. plötzlich, schlagartig, unerwartet, abrupt; ne. sudden, abrupt; Vw.: -; Hw.: s. plotzen; Q.: 1315/1325 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: s. mhd. plozlich, Adj., plötzlich (?); mnd. plotslīk, ploslīk, plötslīk, Adj., plötzlich, unvorhersehbar, unvermittelt; s. mhd. plotzen, sw. V., plotzen, blotschen; mnd. *plotsen? (2), sw. V., plotzen, aufprallen; lautmalend; mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. plötzlich, Kluge s. u. plötzlich, DW 13, 1937, EWD s. u. plötzlich, Duden s. u. plötzlich, Bluhme s. u. ploetzlich; Son.: vgl. nndl. plotseling, Adj., plötzlich; nschw. plötslig, Adj., plötzlich; nnorw. plutselig, Adj., plötzlich; GB.: (plozlich) 1315/1325 belegte und aus Plotz und lich gebildete Bezeichnung für schlagartig oder unerwartet geschehend; BM.: lautmalend, gleich; F.: plötzlich, plötzliche, plötzliches, plötzlichem, plötzlichen, plötzlicher(, plötzlichere, plötzlicheres, plötzlicherem, plötzlicheren, plötzlicherer, plötzlichst, plötzlichste, plötzlichstes, plötzlichstem, plötzlichsten, plötzlichste)+EW; Z.: plötz-lich
Pluderhose, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pluderhose; ne. pantaloons, bloomers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. plūderhōse*, F., Pluderhose, weites faltiges Männerbeinkleid, knielange Überfallhose; Vorderglied wohl lautmalender Herkunft, Hinterglied s. nhd. Hose; L.: Kluge 1. A. s. u. Pluderhose, Kluge s. u. Pluderhose, DW 13, 1938, Duden s. u. Pluderhose; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete lange oder halblange weite bauschige Hose mit einem Bund unter den Knien oder an den Fesseln; BM.: lautmalend; F.: Pluderhose, Pluderhosen+EW; Z.: Plud-er—hos-e
plümerant, nhd. (ält.), Adj.: nhd. plümerant; Vw.: s. blümerant
plump, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. plump, pummelig, schwerfällig, ungeschickt, unverblümt; ne. plump (Adj.); Vw.: s. -sack; Hw.: -; Q.: um 1400 (Marienlieder aus dem 14. Jh. des Bruder Hans); E.: s. mhd. plumpf* (1), plumph, plump, Adj., roh, plump, stumpf; mnd. plump (2), Adj., plump, grob, sehr einfach, massig, nicht scharf, stumpf, unfein, dumm, ungebildet, ungeschliffen; schallnachahmend, Kluge s. u. plump; L.: Kluge 1. A. s. u. plump, Kluge s. u. plump, DW 13, 1939, EWD s. u. plump, Duden s. u. plump, Bluhme s. u. plump; Son.: vgl. nschw. plump, Adj., plump; nnorw. plump, Adj., plump; GB.: seit um 1400 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für schwerfällig oder ungeschickt oder unförmig; BM.: lautmalend?; F.: plump, plumpe, plumpes, plumpem, plumpen, plumper(, plumpere, plumperes, plumperem, plumperen, plumperer, plumpste, plumpstes, plumpstem, plumpsten, plumpster, plumpest, plumpeste, plumpestes, plumpestem, plumpesten, plumpester)+EW; Z.: plump
Plumpe, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Plumpe, Pumpe; ne. pump (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. Plumpe, DW 13, 1941, Duden s. u. Plumpe; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Ansaugen oder Absaugen von Flüssigkeiten oder Gasen; BM.: lautmalend?; F.: Plumpe, Plumpen+EW; Z.: Plump-e
Plumpsack, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Plumpsack, ein Kinderspiel; ne. a child’s play; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl Kinderbezeichnung für schwerer Sack, s. nhd. plump, Sack; L.: Kluge s. u. Plumpsack, DW 13, 1943, Duden s. u. Plumpsack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus plump und Sack gebildete Bezeichnung für einen schweren Sack und für ein Kinderspiel; BM.: schwerer Sack; F.: Plumpsack, Plumpsacks, Plumpsackes, Plumpsäcke, Plumpsäcken+EW+FW; Z.: Plump—sack
plumpsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. plumpsen; ne. plop (V.), slump (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. plumpsen, DW 13, 1943, Duden s. u. plumpsen; GB.: seit 18. Jh. niederdeutsch belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches ein dumpfes klatschendes Geräusch machen oder mit einem Plumps oder Schlag oder Fall auftreffen; BM.: lautmalend; F.: plumpsen (!), plumpse (!), plumpsst (!), plumpst, plumpsest, plumpset, plumpste, plumpstest, plumpsten, plumpstet, geplumpst, ##geplumpst, geplumpste, geplumpstes, geplumpstem, geplumpsten, geplumpster##, plumpsend, ###plumpsend, plumpsende, plumpsendes, plumpsendem, plumpsenden, plumpsender###, plumps (!)+EW; Z.: plumps-en
Plunder, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Plunder, Kleidung, Bettzeug, sonstiges Hausgerät, wertlose Sache; ne. trinkets, rubbish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: s. mhd. plunder, st. M., sw. M., Plunder, Hausgerät, Kleider, Wäsche, Bettzeug; mnd. plunder (1), M., Plunder, Sache, Zeug; mnl. plunder, plonder, F., gebrauchter Hausrat, Bettzeug, Kleider; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. Plunder, Kluge s. u. Plunder, DW 13, 1945, EWD s. u. Plunder, Duden s. u. Plunder, Bluhme s. u. Plunder; GB.: seit um 1340 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für von Menschen als wertlos angesehene Sache; BM.: ?; F.: Plunder, Plunders, Plundern+EW; Z.: Plund-er
$Plünderer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Plünderer, Plündernder; E.: s. plünder(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. plündern, DW 13, 1947, EWD s. u. Plunder; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus plünder(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder vielleicht auch schon früher möglichen Plündernden; F.: Plünderer, Plünderers+EW; Z.: Plünd-er-er
plündern, nhd., V., (14. Jh.): nhd. plündern, gewaltsam wegnehmen, ausrauben, etwas als Beute oder Raub sich aneignen; ne. plunder (V.), loot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: s. mhd. plunderen*, plundern, sw. V., plündern; mnd. plunderen, plünderen, plünren, sw. V., plündern, sich unrechtmäßig Dinge aneignen, rauben; s. mhd. plunder, st. M., sw. M., Hausgerät, Kleider, Wäsche, Bettzeug; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. plündern, DW 13, 1948, EWD s. u. Plunder, Duden s. u. plündern; Son.: vgl. nndl. plunderen, V., plündern; nschw. plundra, V., plündern; nnorw. plyndre, V., plündern; GB.: seit 1314 belegte und mit Plunder verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für gewaltsam wegnehmen oder ausrauben; BM.: Plunder wegnehmen; F.: plündern, plündere, plünder (!), plündre, plünderst, plündert, plünderte, plündertest, plünderten, plündertet, geplündert, ##geplündert, geplünderte, geplündertes, geplündertem, geplünderten, geplünderter##, plündernd, ###plündernd, plündernde, plünderndes, plünderndem, plündernden, plündernder###, plünder (!)+EW; Z.: plünd-er-n
$Plünderung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Plünderung, gewaltsame Wegnahme, Raub; E.: s. plünder(n), s. ung (Suff).; L.: Kluge s. u. plündern, DW 13, 1948, EWD s. u. Plunder; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus plünder(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder vielleicht auch schon früher mögliche gewaltsame Wegnahme oder Raub; F.: Plünderung, Plünderungen+EW; Z.: Plünd-er-ung
Plural, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Plural, Mehrzahl; ne. plural (N.); Vw.: -; Hw.: s. plus, Pluralität; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. plūrālis; E.: s. lat. plūrālis (2), M., Plural, Mehrzahl, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. plūs, Adj. (Komp.), mehr, zahlreichere, weiter, darüber hinaus; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Plural, DW 13, 1949, EWD s. u. Plural, Duden s. u. Plural; Son.: vgl. nndl. pluralis, Sb., Plural; frz. pluriel, M., Plural; nschw. plural, Sb., Plural; nschw. pluralis, Sb., Plural; nnorw. plural, M., N., Plural; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Mehrzahl in Gegensatz zu Singular oder Einzahl; BM.: gießen; F.: Plural, Plurals, Plurale, Pluralen+FW(+EW?); Z.: Plu-r-al
$pluralisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. pluralisch, Plural betreffend; E.: s. Plural, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Plural; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Plural und isch gebildete Bezeichnung für Plural betreffend; F.: pluralisch, pluralische, pluralisches, pluralischem, pluralischen, pluralischer+FW+EW; Z.: plu-r-al-isch
$Pluralismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pluralismus, Vielfalt bejahende Vorstellung; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Plural, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Plural; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Plural und ismus gebildete Bezeichnung für eine als erstrebenswert angesehene Vielfalt von Gegebenheiten wie beispielsweise Meinungen oder Werte in Gegensatz etwa zu Monismus oder Dualismus; F.: Pluralismus, Pluralismen+FW; Z.: Plu-r-al-ism-us
Pluralität, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Pluralität, mehrfaches Vorhandensein, Vielzahl; ne. plurality; Vw.: -; Hw.: s. Plural, plus; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. plūrālitās; E.: s. lat. plūrālitās, F., Mehrzahl, Plural, Vielheit, Menge, große Zahl, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. plūs, Adj. (Komp.), mehr, zahlreichere, weiter, darüber hinaus; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pluralität; Son.: vgl. frz. pluralité, F., Pluralität; nschw. pluralitet, Sb., Pluralität; nnorw. pluralitet, M., Pluralität; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mehrfaches Vorhandensein einer Gegebenheit oder eine Vielzahl in Gegensatz zu Singularität oder Einzigartigkeit; BM.: gießen; F.: Pluralität, Pluralitäten+FW(+EW); Z.: Plu-r-al-it-ät
plus, nhd., Konj., Adv., Präp., (15. Jh.): nhd. plus, mehr, zusätzlich, positiv geladen; ne. plus; Vw.: -; Hw.: s. Plural, Pluralität, Nonplusultra; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. plūs; E.: mnd. plus, Konj., plus, mehr, vermehrt um; lat. plūs, Adj., (Komp.), mehr, zahlreichere, weiter, darüber hinaus; idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. plus, DW 13, 1949, EWD s. u. plus, Duden s. u. plus; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches mehr oder zusätzlich um auszudrücken dass eine Gegebenheit oder Zahl um eine andere Gegebenheit oder Zahl vermehrt wird; Son.: vgl. nndl. plus, Konj., Adv., plus; frz. plus, Adv., Präp., Konj., plus, mehr; nschw. plus, Adv., plus; nnorw. pluss, Adv., plus; poln. plus, Adv., Konj., plus; lit. plius, Adv., plus; BM.: gießen; F.: plus+FW; Z.: plu-s
$Plus, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Plus, Zuwachs, Pluszeichen; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. plus; L.: fehlt DW, EWD s. u. plus; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus lat. plus gebildete Bezeichnung für einen Zuwachs wie beispielsweise einen Überschuss oder ein Pluszeichen in Gegensatz zu einem Minus, F.: Plus, Plusses, Plusse, Plussen+FW; Z.: Plu-s
Plüsch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Plüsch, samtähnlicher hochfloriger weicher Stoff; ne. plush (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. mnd. plüs, M., Plüsch, Halbsamt; afrz. peluche, F., Fluse; vgl. afrz. peluchir, sw. V., zupfen; lat. piluccāre, V., pflücken; lat. pilāre, V., Haare ausraufen, enthaaren, rupfen, berauben, plündern; vgl. lat. pilus, M., Haar (N.), Haarwuchs; idg. *pilo-, Sb., Haar (N.), Pokorny 830 (1430/72) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Plüsch, Kluge s. u. Plüsch, DW 13, 1949, EWD s. u. Plüsch, Duden s. u. Plüsch, Bluhme s. u. Pluesch; Son.: vgl. nndl. pluche, Sb., Plüsch; frz. peluche, F., Plüsch; nschw. plysch, Sb., Plüsch; nnorw. plysj, M., Plüsch; poln. plusz, M., Plüsch; kymr. plwsh, M., Plüsch; nir. pluis, F., Plüsch; GB.: seit Anfang 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten samtähnlichen hochflorigen weichen Stoff; BM.: Haar; F.: Plüsch, Plüsches, Plüschs, Plüsche, Plüschen+FW(+EW?); Z.: Plu-sch
Plusquamperfekt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Plusquamperfekt, Vorvergangenheit; ne. pluperfect (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. plūsquamperfectum; E.: s. lat. plūsquamperfectum, N., Plusquamperfekt, Vorvergangenheit, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. plūs, Adj., (Komp.), mehr, zahlreichere, weiter, darüber hinaus; idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); lat. quam, Adv., auf welche Weise (F.) (2), wie, wie sehr; lat. qui, Pron., welch, was für einer; s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. perfectus (1), Adj., vollkommen, vollendet, tüchtig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. perficere, V., fertig machen, zustande bringen, vollenden, ausführen; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: EWD s. u. perfekt, Duden s. u. Plusquamperfekt; Son.: vgl. frz. plus-que-parfait, M., Plusquamperfekt; nschw. pluskvamperfekt, Sb., Plusquamperfekt; nnorw. pluskvamperfektum, N., Plusquamperfekt; lit. pliuskvamperfektas, M., Plusquamperfekt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die eine Vorzeitigkeit anzeigende Zeitform der Vorvergangenheit (wie beispielsweise ich hatte gelesen oder du hattest geschrieben oder er war gelaufen) in Gegensatz zu dem Imperfekt (Präteritum) oder dem Perfekt (Vergangenheit oder Vorgegenwart); BM.: falten, wer, vorwärts, machen; F.: Plusquamperfekt, Plusquamperfekts, Plusquamperfektes, Plusquamperfekte, Plusquamperfekten+FW(+EW?); Z.: Plu-s-qua-m-per-fe-k-t
plustern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. plustern, die Federn sträuben, aufplustern; ne. fluff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; E.: s. mnd. plūsteren, plūstern, sw. V., plustern, zerzausen, durchwühlen, plündern, ausplündern; mnd. pluysen, V., zupfen; L.: Kluge s. u. plustern, DW 13, 1950, EWD s. u. plustern, Duden s. u. plustern, Bluhme s. u. plustern; GB.: seit um 1600 mnd. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches die Federn sträuben und sich durch Luftpolster vor Kälte und Gefahr schützen; BM.: zupfen; F.: plustern, plustere, pluster (!), plustre, plusterst, plustert, plusterte, plustertest, plusterten, plustertet, geplustert, ##geplustert, geplusterte, geplustertes, geplustertem, geplusterten, geplusterter##, plusternd, ###plusternd, plusternde, plusterndes, plusterndem, plusternden, plusternder###, pluster (!)+EW; Z.: plust-er-n
Plutokratie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Plutokratie, Herrschaft der Reichen; ne. plutocracy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1817; I.: Lw. gr. πλουτοκρατία (plutokratía); E.: vielleicht unter frz. Einfluss von gr. πλουτοκρατία (plutokratía), F., Plutokratie, Herrschaft der Reichen, die Reichen begünstigende Verfassung; vgl. gr. πλοῦτος (plutos), M., Fülle, Überfluss, Reichtum; idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Plutokratie; Son.: vgl. nndl. plutocratie, Sb., Plutokratie; frz. ploutocratie, F., Plutokratie; nschw. plutokrati, Sb., Plutokratie; nnorw. plutokrati, N., Plutokratie; poln. plutokracja, F., Plutokratie; kymr. plwtocratiaeth, F., Plutkratie; nir. plutacratachas, M., Plutokratie; lett. plutokrātija, F., Plutokratie; GB.: seit 1817 belegte und vielleicht unter französischem Einfluss aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Staatsform in der die Reichen die Herrschaft ausüben; BM.: Überfluss bzw. fließen, Stärke; F.: Plutokratie, Plutokratien+FW(+EW); Z.: Plu-t-o-kra-t-ie
Plutonium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Plutonium, ein radioaktives Metall; ne. plutonium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1942; I.: Lw. ne. plutonium; E.: s. ne. plutonium, N., Plutonium; gebildet zu dem Namen des Planeten Pluto, der nach dem Gott Pluton benannt ist; s. gr. Πλούτων (Plútōn), M.=PN, Pluton, Pluto; vgl. gr. πλοῦτος (plutos), M., Fülle, Überfluss, Reichtum; idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Plutonium; Son.: vgl. nndl. plutonium, Sb., Plutonium; frz. plutonium, M., Plutonium; nschw. plutonium, N., Plutonium; nnorw. plutonium, N., Plutonium; poln. pluton, M., Plutonium; kymr. plwtoniwm, M., Plutonium; nir. plutóiniam, M., Plutonium; lit. plutonis, M., Plutonium; GB.: seit März 1942 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene oder gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches natürlich in kleinsten Spuren in sehr alten Gesteinen vorkommendes giftiges radioaktives metallisches und von Menschen durch Kernumwandlung gebildetes und aus Uran bildbares und von Arthur Wahl und Glenn T. Seaborg und Edwin Mattison MacMillan sowie Joseph William Kennedy in den Vereinigten Staaten von Amerika entdecktes Transuran (Actinoid) (chemisches Element Nr. 94, abgekürzt Pu) das vor allem als Kernbrennstoff in Kernkraftwerken und für die Herstellung von Atomwaffen sowie als langlebige Wärmequelle für Raumsonden oder für die Herstellung von Batterien in Herzschrittmachern verwendet wird; BM.: nach dem damals als äußerster Planet des Sonnensystems geltenden Planeten Pluto; F.: Plutonium, Plutoniums+FW; Z.: Plu-t-on-i-um
Pneu, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pneu, Reifen (M.), mit Luft gefüllter Fahrzeugreifen; ne. tyre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: gekürzt aus Pneumatik, Sb., Luftreifen; gr. πνεῦμα (pneuma), N., Hauch, Luftstrom, Fahrwind, Atem; s. idg. *pneu-, *pneh₁u-, *pnuh₁-, V., keuchen, atmen, Pokorny 838 (1448/90) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Pneu, fehlt DW; Son.: vgl. frz. pneu, M., Pneu, Reifen (M.); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pneumatik abgekürzte sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten mit Luft gefüllten Fahrzeugreifen; BM.: keuchen bzw. atmen; F.: Pneu, Pneus+FW(+EW); Z.: Pneu
Po, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Po, Popo, Gesäß, Hinterteil, Hintern, Arsch; ne. bottom; Vw.: -; Hw.: s. Po; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.?; E.: Abkürzung von Popo (s. d.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Po; GB.: seit 20. Jh. belegte und kindersprachlich gebildete Bezeichnung des sachlich seit Entstehung des Menschen vorhandenen menschlichen Hinterns; BM.: furzen bzw. blasen; F.: Po, Pos+FW; Z.: Po
Pöbel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pöbel, Volksmenge, Gelichter; ne. populace, mob (N.); Vw.: -; Hw.: s. popelig; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. bovel, povel, bofel*, pofel*, st. M., st. N., Pöbel, Volk, Volksmenge, Leute, Tross; mnd. pōfel, poffel, puffel, pulfel, pōpel, popel, M., N., gemeines Volk, niederes Volk, Haufe, Haufen, Pöbel; mfrz. peuble, M., Volk; afrz. pueble, pueple poblus, M., Volk; lat. populus, M., Volk, Gemeinde, Staat, Gebiet, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pöbel, Kluge s. u. Pöbel, DW 13, 1950, EWD s. u. Pöbel, Duden s. u. Pöbel, Bluhme s. u. Pöbel; Son.: vgl. nndl. gepeupel, Sb., Pöbel; frz. populace, F., Pöbel; nschw. pöbel, Sb., Pöbel; nnorw. pøbel, M., Pöbel; kymr. poblogaeth, F., Pöbel; GB.: bovel seit um 1190 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus ungebildeten und unkultivierten Menschen bestehende Menge einfacher Menschen (Volksmenge); BM.: gießen; F.: Pöbel, Pöbels+FW; Z.: Pö-bel
$pöbelhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pöbelhaft, armselig, gemein; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Pöbel, s. haft; L.: DW 13, 1948, EWD s. u. Pöbel; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Pöbel und haft gebildete Bezeichnung für armselig oder gemein oder unzivilisiert; F.: pöbelhaft, pöbelhafte, pöbelhaftes, pöbelhaftem, pöbelhaften, pöbelhafter(, pöbelhaftere, pöbelhafteres, pöbelhafterem, pöbelhafteren, pöbelhafterer, pöbelhaftest, pöbelhafteste, pöbelhaftestes, pöbelhaftestem, pöbelhaftesten, pöbelhaftester, +FW+EW; Z.: pö-bel—haf-t
$pöbeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pöbeln; Vw.: s. an-; E.: s. Pöbel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pöbel, fehlt DW, EWD s. u. Pöbel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pöbel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sich wie Pöbel verhalten; F.: pöbeln (!), pöbel (!), pöble (!), pöbele, pöbelst, pöbelt, pöbelte, pöbeltest, pöbelten, pöbeltet, gepöbelt, ##gepöbelt, gepöbelte, gepöbeltes, gepöbeltem, gepöbelten, gepöbelter##, pöbelnd, ###pöbelnd, pöbelnde, pöbelndes, pöbelndem, pöbelnden, pöbelnder###, pöbel (!)+FW+EW; Z.: pö-bel-n
pochen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. pochen, klopfen; ne. knock (V.); Vw.: -; Hw.: s. puckern; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. bochen, puchen, sw. V., pochen, trotzen, ertrotzen, einen Anspruch durchzusetzen versuchen; mnd. puchen, pucchen, puchghen, pugchen, pughen, sw. V., pochen, auf etwas pochen, ungestüm reden, unbeherrscht reden, prahlen, laut schimpfen, keifen, trotzen, Widerstand leisten; mnl. boken, bueken, V., pochen; lautmalerisch?; L.: Kluge 1. A. s. u. pochen, Kluge s. u. pochen, DW 13, 1956, EWD s. u. pochen, Duden s. u. pochen, Bluhme s. u. pochen; GB.: (bochen) um 1254 belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches (auf etwas) klopfen; BM.: lautmalend; F.: pochen, poche (!), pochst, pocht, pochest, pochet, pochte, pochtest, pochten, pochtet, gepocht, ##gepocht, gepochte, gepochtes, gepochtem, gepochten, gepochter##, pochend, ###pochend, pochende, pochendes, pochendem, pochenden, pochender###, poch (!)+EW; Z.: poch-en
pochieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pochieren, sieden, kochen; ne. poach (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pocher; E.: s. frz. pocher, V., pochieren; vgl. frz. poche, F., Tasche; frk. *pokka, F., Tasche, Gamillscheg 712a; germ. *pūkō-, *pūkōn, *pūka-, *pūkan, Sb., Beutel (M.) (1); vgl. idg. *beu- (2), *bū̆-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. pochieren, fehlt DW, Duden s. u. pochieren; Son.: vgl. nndl. pocheren, V., pochieren; nschw. pochera, V., pochieren; nnorw. posjere, V., pochieren; kymr. potsio, V., pochieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Fränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sieden oder kochen; BM.: Tasche wegen des von dem Eiweiß wie von einer Tasche umschlossenen Eigelbs; F.: pochieren, pochiere, pochierst, pochiert, pochierest, pochieret, pochierte, pochiertest, pochierten, pochiertet, ##pochiert, pochierte, pochiertes, pochiertem, pochierten, pochierter##, pochierend, ###pochierend, pochierende, pochierendes, pochierendem, pochierenden, pochierender###, pochier(!)+FW+EW; Z.: poch-ier-en
Pocke, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pocke, Bläschen; ne. pock; Vw.: s. Wind-; Hw.: s. Pickel (2); Q.: 1422 (Vocabularius vratislawensis); E.: s. mhd. pocke, sw. F., Pocke, Blatter; mnd. pocke, poche, F., Pocke, krankheitsbedingte mit Flüssigkeit gefüllte Hautblase, Pustel, Windpocke, Rinderpocke, Schafpocke, metallener Zierbuckel auf Bucheinbänden; mnd. pok, M., „Pocke“, mit Hautausschlag und Pustelbildung verbundene Krankheit; letztlich von germ. *pukkō, *pukōn, *pukō, Sb., Schwellung; vgl. idg. *beu- (2), *bū̆-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pocke, Kluge s. u. Pocke, DW 13, 1964, EWD s. u. Pocke, Duden s. u. Pocke, Bluhme s. u. Pocke; GB.: (pocke) seit 1422 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Eiterbläschen auf der Haut; BM.: schwellen; F.: Pocke, Pocken+EW; Z.: Po-ck-e
Podagra, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Podagra, Fußgicht, Zipperlein; ne. podagra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. pōdāgrā, pōdōgrā, pōgrāt, st. F., st. N., Podagra, Gicht; mnd. podāgel, padāgel, pedāgel, pudāgel, puddagel, podāger, pudāger, M., F., N., Podagra, Gicht, Fußgicht, rheumatische Gelenkserkrankung, Arthritis; lat. podagra, F., Fußgicht, Podagra; gr. ποδάγρα (podágra), F., Fußfalle, Fußschlinge, Fußgicht, (81-43 v. Chr.); vgl. gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); und idg. *ag̑ra-, Sb., Hetze, Jagd, Pokorny 6; idg. *ag̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Podagra, DW 13, 1966, Duden s. u. Podagra; Son.: vgl. nschw. podager, Sb., Podagra; nnorw. podagra, M., Podagra; poln. podagra, F., Podagra; lit. podagra, F., Podagra, Gicht; GB.: (pōdāgrā) seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich 1761 von Giovanni Battista Morgagni als Krankheit der Reichen beschriebene durch einen hohen Harnsäurespiegel infolge Überernährung und Bewegungsmangel verursachte Fußgicht; BM.: Fuß; F.: Podagra, Podagras+FW; Z.: Pod-agr-a
Podcast, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Podcast, Audiobeitrag in dem Internet; ne. podcast (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. podcast; E.: s. ne. podcast, N., Podcast; zusammengezogen aus iPod und Broadcast; ne. iPod, N., iPod, ein MP3-Player der Firma Apple; ne. pod, N., Behälter, Schale (F.) (1); genaue Herkunft ungeklärt, vgl. ne. podder, N., Feldfrüchte; ne. broadcast, N., Rundfunk; ne. cast, V., werfen, gießen, abgeben; über Mittelenglisch von an. kasta, sw. V. (2), werfen, abwerfen, umwerfen; germ. *kastōn, sw. V., werfen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Podcast; Son.: vgl. nndl. podcast, Sb., Podcast; frz. podcast, M., Podcast; nschw. podcast, Sb., Podcast; nnorw. poddkast, M., Podcast; poln. podcast, M., Podcast; lit. podkastas, M., Podcast; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus iPod und (broad)cast durch Zusammenziehung gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit hergestellten in dem Internet abonnierbaren und herunterladbaren Audiobeitrag oder Videobeitrag wie beispielsweise Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood oder Judging Amanda Knox oder MORD AUF EX; BM.: Behälter, werfen; F.: Podcast, Podcasts+FW; Z.: Pod—cast
Podest, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Podest, kleine Plattform, niedriges kleines Podium; ne. pedestal; Vw.: -; Hw.: s. Podium; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: wohl von einem Pedest mit einer Anlehnung an „Podium“, s. lat. pedester, Adj., zu Fuß, Fuß..., zu Lande, als Infanterist, gewöhnlich, einfach, (1. Jh. v. Chr.); pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Podest, Podium, EWD s. u. Podest, Duden s. u. Podest; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und wohl aus einem Pedest mit Anlehnung an Podium aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes niedriges kleines Podium; BM.: Fuß; F.: Podest, Podests, Podestes, Podeste, Podesten+FW(+EW); Z.: Pod-est
Podex, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Podex, Gesäß, Hintern, Arsch; ne. buttocks; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. pōdex; E.: s. lat. pōdex, M., Öffnung des Mastdarms, Hintere, (um 180-102 v. Chr.); vgl. idg. *pezd-, V., furzen, Pokorny 829 (1426/68) (RB. idg. aus gr., ital., balt., slaw.); vgl. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Podex, DW 13, 1966, EWD s. u. Podex, Duden s. u. Podex; Son.: vgl. ndän. podeks, Sb., Podex; nnorw. podeks, M., Podex; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Gesäß; BM.: furzen; F.: Podex, Podexes, Podexe, Podexen+FW; Z.: Pod-ex
Podium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Podium, erhöhte Plattform; ne. podium, platform; Vw.: -; Hw.: s. Podest; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. podium; E.: s. lat. podium, N., Tritt, trittartige Erhöhung, Postament, Podium, Wandverkleidung, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. πόδιον (pódion), N., Standplatz, Füßchen; vgl. gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Podium, fehlt DW, EWD s. u. Podium, Duden s. u. Podium; Son.: vgl. nndl. podium, Sb., Podium; frz. podium, M., Podium; nschw. podium, N., Podium; nnorw. podium, N., Podium; poln. podium, Sb., Podium; kymr. podiwm, M., Podium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete erhöhte Plattform; BM.: Fuß; F.: Podium, Podiums, Podien+FW; Z.: Pod-i-um
Poesie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Poesie, Dichtkunst; ne. poetry; Vw.: -; Hw.: s. Poet, poetisch; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. frz. poésie; E.: s. frz. poésie, F., Poesie, Dichtkunst; lat. poēsis, F., Dichtkunst, Dichtung, Poesie, um 180-102 v. Chr.); gr. ποίησις (poíēsis), F., Machen, Tun, Schöpfung; vgl. gr. ποιεῖν (poiein), V., schaffen, verschaffen, machen, dichten (V.) (1); idg. *kᵘ̯ei- (2), V., schichten, häufen, sammeln, machen, Pokorny 637 (1028/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., slaw.); L.: Kluge s. u. Poesie, DW 13, 1967, EWD s. u. Poesie, Duden s. u. Poesie; Son.: vgl. nndl. poezie, Sb., Poesie; nschw. poesi, Sb., Poesie; nnorw. poesi, M., Poesie; poln. poezja, F., Poesie; lit. poezija, F., Poesie; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die von Menschen nach Entwicklung von Sprache wohl in den Hochkulturen des Altertums geschaffene Kunstgattung der Dichtung (Dichtkunst); BM.: sammeln bzw. machen; F.: Poesie, Poesien+FW; Z.: Poe-s-ie
Poet, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Poet, Dichter; ne. poet; Vw.: -; Hw.: s. Poesie, poetisch; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. pōēte, sw. M., Poet, Dichter; mnd. poēte, powete, M., Poet, Verfasser eines sprachlichen Kunstwerks, Dichter; lat. poēta, M., Dichter, Erfinder, Schöpfer (M.) (2), (204-169 v. Chr.); gr. ποιητής (poiētḗs), M., Verfertiger, Schöpfer (M.) (2), Urheber; vgl. gr. ποιεῖν (poiein), V., schaffen, verschaffen, machen, dichten (V.) (1); idg. *kᵘ̯ei- (2), V., schichten, häufen, sammeln, machen, Pokorny 637 (1028/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., slaw.); L.: Kluge s. u. Poesie, DW 13, 1969, EWD s. u. Poesie, Duden s. u. Poet; Son.: vgl. frz. poète, M., Poet; nschw. poet, Sb., Poet; nnorw. poet, M., Poet; poln. poeta, M., Poet; lit. poetas, M., Poet; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen nach Entwicklung von Sprache vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Dichter; BM.: sammeln bzw. machen; F.: Poet, Poeten+FW(+EW?); Z.: Poe-t
$Poeterei, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Poeterei, Poetik, Dichtkunst; I.: Lw. mlat. poëtrie; E.: s. Poet, s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 13, 1970, EWD s. u. Poesie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Poet und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für nach Entwicklung von Sprache wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Dichtkunst; F.: Poeterei, Poetereien+FW; Z.: Poe-t-er-ei
$Poetik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Poetik, Poeterei, Dichtkunst; Q.: Mitte 17. Jh.; L.: DW 13, 1971, EWD s. u. Poesie; GB. vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Poet und ik (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Sprache wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Dichtkunst; F.: Poe-t-ik
poetisch, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. poetisch, dichterisch, die Dichtkunst betreffend; ne. poetic; Vw.: s. onomato-; Hw.: s. Poesie, Poet; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. poēticus; E.: s. lat. poēticus, Adj., dichterisch, poetisch, (234-149 v. Chr.); gr. ποιητικός (poiētikós), Adj., schaffend, zur Dichtkunst gehörig; gr. ποιητής (poiētḗs), M., Verfertiger, Schöpfer (M.) (2), Urheber; vgl. gr. ποιεῖν (poiein), V., schaffen, verschaffen, machen, dichten (V.) (1); idg. *kᵘ̯ei- (2), V., schichten, häufen, sammeln, machen, Pokorny 637 (1028/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., slaw.); L.: Kluge s. u. Poesie, DW 13, 1971, EWD s. u. Poesie, Duden s. u. poetisch; Son.: vgl. nndl. poëtisch, Adj., poetisch; frz. poétique, Adj., poetisch; frz. poetisk, Adj., poetisch; nnorw. poetisk, Adj., poetisch; poln. poetyczny, Adj., poetisch; lit. poetinis, Adj., poetisch; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Sprache vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches dichterisch oder die Dichtkunst betreffend; BM.: sammeln bzw. machen; F.: poetisch, poetische, poetisches, poetischem, poetischen, poetischer(, poetischere, poetischeres, poetischerem, poetischeren, poetischerer, poetischst, poetischste, poetischstes, poetischstem, poetischsten, poetischster)+FW+EW; Z.: poe-t-isch
Pogge, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Pogge, Frosch; ne. frog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. pogge, poge, pugge, F., M., Frosch, Froschlurch, Kröte, sackartiges Behältnis (Bedeutung örtlich beschränkt), Geldbeutel (Bedeutung örtlich beschränkt); letztlich von idg. *preu-, V., springen, hüpfen, Pokorny 845 (1464/106) (RB. idg. aus ind., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Pogge, DW 13, 1971; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Frosch; BM.: springen?; F.: Pogge, Poggen+EW; Z.: Po-gg-e
Pogrom, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Pogrom, Verfolgung; ne. pogrom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. russ. погром (pogróm); E.: s. russ. погром (pogróm), Sb., Pogrom, Verwüstung, Unwetter; vgl. russ. по (po), Präp., nach, hinterher; russ. громить (gromít), V., zerstören; russ. гром (grom), M., Donner; L.: Kluge s. u. Pogrom, fehlt DW, EWD s. u. Pogrom, Duden s. u. Pogrom; Son.: vgl. nndl. pogrom, Sb., Pogrom; frz. pogrome, pogrom., Pogrom; nschw. pogrom, Sb., Pogrom; nnorw. pogrom, M., Pogrom; poln. pogrom, M., Pogrom; kymr. pogrom, M., Pogrom; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Russischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen ausgeführte Verfolgung oder für Ausschreitungen gegen Minderheiten; BM.: Donner, nach; F.: Pogrom, Pogroms, Pogromes, Pogrome, Pogromen+FW; Z.: Po-grom
Pointe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pointe, Schlusswitz, geistreicher Schlusseffekt; ne. punchline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pointe; E.: s. frz. pointe, F., Spitze; vgl. lat. pūnctum, N., Stich, kleines Loch, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. pungere, V., stechen; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pointe, fehlt DW, EWD s. u. Pointe, Duden s. u. Pointe; Son.: vgl. ne. point, N., Punkt; nschw. poäng, Sb., Pointe; nnorw. poeng, N., Point; poln. pointa, F., Pointe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen gebildeten Schlusswitz oder geistreichen Schlusseffekt; BM.: stechen bzw. Spitze; F.: Pointe, Pointen+FW; Z.: Poin-t-e
$pointieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. pointieren; E.: s. Point(e), s. ieren; L.: EWD s. u. Pointe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Point(e) und ieren gebildete Bezeichnung für mit einem von Menschen gebildeten Schlusswitz (Pointe) oder geistreichen Schlusseffekt versehen (V.); F.: pointieren, pointiere, pointierst, pointiert, pointierest, pointieret, pointierte, pointiertest, pointierten, pointiertet, ##pointiert, pointierte, pointiertes, pointiertem, pointierten, pointierter##, pointierend, ###pointierend, pointierende, pointierendes, pointierendem, pointierenden, pointierender###, pointier (!)+FW+EW; Z.: poin-t-ier-en
$pointiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. pointiert; E.: s. Ponte, pointier(en), s. t; L.: Kluge s. u. Pointe, fehlt DW, EWD s. u. Pointe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus pointieren gebildete Bezeichnung für mit einem von Menschen gebildeten Schlusswitz oder geistreichen Schlusseffekt versehen (Adj.); F.: pointiert, pointierte, pointiertes, pointiertem, pointierten, pointierter(, pointiertere, pointierteres, pointierterem, pointierteren, pointierterer, pointiertest, pointierteste, pointiertestes, pointiertestem, pointiertesten, pointiertester)+FW+EW; Z.: poin-t-ier-t
Pokal, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Pokal, Kelch, kelchartiges Trinkgefäß; ne. goblet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. bocalle; E.: s. it. bocalle, M., Krug (M.) (1), Becher; lat. baucalis, F., tönernes Kühlgefäß, (um 360-um 435 n. Chr.); gr. βαύκαλις (baúkalis), F., enghalsiges Kühlgefäß; aus dem Ägypt., s. Frisk 1, 228; L.: Kluge 1. A. s. u. Pokal, Kluge s. u. Pokal, DW 13, 1972, EWD s. u. Pokal, Duden s. u. Pokal; Son.: vgl. nndl. bokaal, Sb., Pokal; nschw. pokal, Sb., Pokal; nnorw. pokal, M., Pokal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes kelchartiges Trinkgefäß; BM.: ein Gefäß; F.: Pokal, Pokals, Pokales, Pokale, Pokalen+FW+EW; Z.: Pokal
Pökel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Pökel, Salzlake; ne. brine, pickle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pickelhering; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. pēkel (1), pekel, peckel, pickel, F., Pökel, Salzbrühe zu der Erhaltung von Fleisch und Fisch, Lake in der Fleisch oder Fisch durch Einlegen haltbar gemacht werden; von frührom. *piccare, V., stechen; vgl. lat. picus, M., Specht, Baumhacker; idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pökel, Kluge s. u. Pökel, DW 13, 1973, EWD s. u. Pökel, Duden s. u. Pökel, Bluhme s. u. Poekel; Son.: vgl. nndl. pekel, Sb., Pökel; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen für die Haltbarmachung von Fleisch oder Fisch entwickelte und verwendete sowie sachlich seit dem Altertum verwendete und um 1300 in hanseatischen Urkunden bereits erwähnte Salzlake; BM.: Specht; F.: Pökel, Pökels, Pökeln+FW(EW?); Z.: Pök-el
$pökeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pökeln; Vw.: s. ein-; E.: s. Pökel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Pökel, s. DW 13, 1973, EWD s. u. Pökel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pökel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes zwecks Haltbarmachung in Salzlake einlegen; F.: pökeln, pökel (!), pökle (!), pökele (!), pökelst, pökelt, pökelte, pökeltest, pökelten, pökeltet, gepökelt, ##gepökelt, gepökelte, gepökeltes, gepökeltem, gepökelten, gepökelter##, pökelnd, ###pökelnd, pökelnde, pökelndes, pökelndem, pökelnden, pökelnder###, pökel (!)+FW(+EW); Z.: pök-el-n
Poker, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Poker, ein Kartenglücksspiel; ne. poker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. poker; E.: s. ne. poker, N., Pocker; frz. poque, poche, F., Tasche; frk. *pokka, F., Tasche, Gamillscheg 712a; germ. *pūkō-, *pūkōn, *pūka-, *pūkan, Sb., Beutel (M.) (1); vgl. idg. *beu- (2), *bū̆-, *bʰeū̆-, *bʰū̆-, V., blasen, schwellen, Pokorny 98 (158/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Poker, EWD s. u. Poker, fehlt DW, Duden s. u. Poker, Bluhme s. u. pokern; Son.: vgl. nndl. poker, Sb., Poker; frz. poker, M., Poker; nschw. poker, Sb., Poker; nnorw. poker, M., Poker; poln. poker, M., Poker; kymr. pocer, M., Poker; nir. pócar, M., Poker; lit. pokeris, M., Poker; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen und dem erschließbaren Fränkischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Goldgräberkreisen Kaliforniens von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Kartenglücksspiel; BM.: Tasche; F.: Poker, Pokers+FW; Z.: Pok-er
$pokern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pokern; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Poker, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Poker, EWD s. u. Poker, fehlt DW; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Poker und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für (das Glücksspiel) Poker spielen; F.: pokern, pokere (!), poker (!), pokerst, pokert, pokerte, pokertest, pokerten, pokertet, gepokert, ##gepokert, gepokerte, gepokertes, gepokertem, gepokerten, gepokerter##, pokernd, ###pokernd, pokerndes, pokerndem, pokernden, pokernder###, poker (!)+FW+EW; Z.: pok-er-n
Pol, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pol, Erdpol, Himmelspol; ne. pole (N.); Vw.: -; Hw.: s. polarisieren, s. Nordpol, s. Südpol; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: mhd. pol, pōl, st. M., Spitze, Pol; mnd. pōl (2), M., Pol, Erdpol, Endpunkt der Drehachse einer Kugel, Endpunkt der Drehachse, Angelpunkt; lat. polus, M., Pol, Himmel, (170-um 90 v. Chr.); gr. πόλος (pólos), M., Achse, Weltachse, Pol; vgl. gr. πέλεσθαι (pélesthai), V., sich bewegen, sich regen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pol, DW 13, 1973, EWD s. u. Pol, Duden s. u. Pol, Bluhme s. u. Pol; Son.: vgl. nndl. pool, Sb., Pol; frz. pôle, M., Pol; nschw. pol, Sb., Pol; nnorw. pol, M., Pol; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jeden der zwei Endpunkte der in der Vorstellung des Menschen gedachten und wohl seit einem etwas seitlichen Zusammenstoß mit einem großen Asteroiden in einem Winkel von etwa 23° 27‘ (mit der Nordhalbkugel oder der Südhalbkugel) zu der Ekliptik geneigten Erdachse; BM.: ragen; F.: Pol, Poles, Pols, Pole, Polen+FW; Z.: Pol
$polar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. polar, einen Pol betreffend; Vw.: s. sub-; E.: s. Pol, s. ar (Suff.); L.: Kluge s. u. Pol, DW 13, 1975, EWD s. u. Pol; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus nlat. polar(is), Adj., den Pol betreffend aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Pol betreffend; F.: polar, polare, polares, polarem, polaren, polarer+FW; Z.: pol-ar
polarisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. polarisieren, polar machen, Gegensätze schaffen; ne. polarize; Vw.: -; Hw.: s. Pol; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. polariser; E.: s. frz. polariser, V., polarisieren; vgl. frz. polaire, Adj., polar; frz. pôle, M., Pol; lat. polus, M., Pol, Himmel, (170-um 90 v. Chr.); gr. πόλος (pólos), M., Achse, Weltachse, Pol; vgl. gr. πέλεσθαι (pélesthai), V., sich bewegen, sich regen; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 13, 1975, Duden s. u. polarisieren; Son.: vgl. nndl. polariseren, V., polarisieren; nschw. polarisera, V., polarisieren; nnorw. polarisere, V., polarisieren; kymr. polareiddio, V., polarisieren; nir. polaraím, V., polarisieren; poln. polaryzować, V., polarisieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gegensätze schaffen oder in seiner Gegensätzlichkeit immer stärker hervortreten; BM.: ragen; F.: polarisieren, polarisiere, polarisierst, polarisiert, polarisierest, polarisieret, polarisierte, polarisiertest, polarisierten, polarisiertet, ##polarisiert, polarisierte, polarisiertes, polarisiertem, polarisierten, polarisierter##, polarisierend, ###polarisierend, polarisierende, polarisierendes, polarisierendem, polarisierenden, polarisierender###, polarisier (!)+FW; Z.: pol-ar-is-ier-en
$Polarität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Polarität, Gegensätzlichkeit; Q.: um 1800; E.: s. polar, s. i, s. tät; L.: DW 13, 1975, EWD s. u. Pol; GB.: seit um 1800 belegte und aus polar und i sowie tät gebildete Bezeichnung für Gegensätzlichkeit (bei wesenhafter Zusammengehörigkeit) wie beispielsweise schwarz und weiß oder Mann und Frau oder krank und gesund oder tot und lebendig oder Katze und Hund; F.: Polarität, Polaritäten+FW(+EW); Z.: Pol-ar-it-ät
$Polarkreis, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Polarkreis; Q.: um 1800; E.: s. polar, s. Kreis; L.: DW 13, 1975, EWD s. u. Pol; GB.: seit um 1800 belegte und nach lat. circulus polaris aus polar und Kreis gebildete Bezeichnung für eine von Menschen in der Vorstellung entwickelte um die Erde als Kreis beispielsweise in dem Norden (durch Norwegen und Schweden und Finnland und Russland und Kanada und Nordamerika und Grönland sowie Island bei 66° 33‘ (nördlicher Breite) führende und herumreichende Linie zwischen dem Gebiet um einen Pol und der übrigen Welt; F.: Polarkreis, Polarkreises, Polarkreise, Polarkreisen+FW+EW; Z.: Pol-ar—kreis
$Polarstern, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Polarstern; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. polar, s. Stern; L.: EWD s. u. Pol; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus polar und Stern gebildete Bezeichnung für den immer an derselben Stelle genau in dem Norden in der Verlängerung der Erdachse in dem Sternbild Kleiner Bär oder Kleiner Wagen in einer Entfernung von fast 450 Lichtjahren von der Erde stehende (47hellste) Stern an dem nächtlichen Himmel in dem Norden); F.: Polarstern, Polarsternes, Polarsterns, Polarsterne, Polarsternen+FW+EW; Z.: Pol-ar—ster-n
Polder, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Polder, eingedeichtes Land; ne. polder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nndl. polder; E.: nndl. polder, M., Polder, Hühnerstall; über frz. poulailler, M., Geflügelhof von lat. pullārium (1), Hühnerstall; vgl. lat. pullus (1), Adj., jung, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polder, DW 13, 1976, EWD s. u. Polder, Duden s. u. Polder, Bluhme s. u. Polder; Son.: vgl. frz. polder, M., Polder; nschw. polder, Sb., Polder; nnorw. polder, M., Polder; poln. poldery, M. Pl., Polder; kymr. polder, M., Polder; lit. polderis, M., Polder; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für das hinter einem Deich gelegene und bei Bedarf zu flutende (eingedeichte) Land; BM.: Junges; F.: Polder, Polders, Poldern+FW; Z.: Po-l-d-er
...pole, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...pole, Stadt, Staat; ne. ...polis; Vw.: s. Metro-, Nekro-; Hw.: s. poli..., ...polis, ...polit; Q.: 16. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1089; Son.: vgl. nndl. ...pool, Suff., ...pole; frz. ...pole, Suff., ...pole; nschw. ...pol, Suff., ...pole; nnorw. ...pol, Suff., ...pole; poln. ...polia, Suff., ...pole; kymr. ...polis, Suff., ...pole; lit. ...polija, Suff., ...pole; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Stadt betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Burg; F.: ...pole, ...polen+FW; Z.: -pol-e
Polei, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Polei, Flohkraut; ne. pennyroyal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. polei, st. N., Polei, Flöhkraut, Flohkraut, Minze; mhd. poleie, sw. F., Polei; mnd. polleie* (1), polleye, poleyge, poleije, pollēge, pōley, F., Polei-Minze, Flohkraut; mnl. polleye, poleye, F., Polei; ahd. polei, pulei, st. N. (ja), Polei; ahd. poleia, poleie*, sw. F. (n), Polei; lat. pūlēgium, N., Polei, Flöhkraut; Herkunft unklar; vielleicht von lat. pūlex, M., Floh, Erdfloh; idg. *blou-, (*bʰlou-?), *plou-, Sb., Floh, Pokorny 102 (162/23) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Polei, DW 13, 1976, EWAhd 6, 1535, Duden s. u. Polei; Son.: vgl. ae. pollegie, sw. F. (n), Flöhkraut; it. poleggio, M., Polei; frz. pouliot, Sb., Polei; GB.: (polei) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unklare und vielleicht mit lat. pulex und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschliche Arzneipflanzen und Gewürzpflanzen verschiedener Art; BM.: Floh?; F.: Polei, Poleies, Poleis, Poleie, Poleien+FW(+EW?); Z.: Pol-ei
Polemik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Polemik, scharfer verunglimpfender sprachlicher Angriff; ne. polemic (N.); Vw.: -; Hw.: s. polemisch, polemisieren; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. frz. polémique, F., Polemik; vgl. frz. polémique, Adj., den Krieg betreffend, kriegerisch; gr. πολεμικός (polemikós), Adj., den Krieg betreffend, kriegskundig, Kriegs...; vgl. gr. πόλεμος (pólemos), M., Kampf, Krieg; idg. *pelem-, V., schwingen, schütteln, zittern, Pokorny 801; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polemik, DW 13, 1977 (Polémik), Duden EWD s. u. Polemik, s. u. Polemik; Son.: vgl. nndl. polemiek, Sb., Polemik; nschw. polemik, Sb., Polemik; nnorw. polemikk, M., Polemik; poln. polemika, F., Polemik; kymr. polemeg, F., Polemik; lit. polemika, F., Polemik; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen scharfen und keine sachlichen Ausführungen enthaltenden sprachlichen verunglimpfenden Angriff eines Menschen; BM.: Kampf bzw. gießen; F.: Polemik, Polemiken+FW; Z.: Pol-em-ik
polemisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. polemisch, feindselig, unsachlich; ne. polemic (Adj), polemical; Vw.: -; Hw.: s. Polemik, polemisieren; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. polémique; E.: s. frz. polémique, Adj., den Krieg betreffend, kriegerisch; gr. πολεμικός (polemikós), Adj., den Krieg betreffend, kriegskundig, Kriegs...; vgl. gr. πόλεμος (pólemos), M., Kampf, Krieg; idg. *pelem-, V., schwingen, schütteln, zittern, Pokorny 801; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polemik, DW 13, 1977, EWD s. u. Polemik, Duden s. u. polemisch; Son.: vgl. nndl. polemisch, Adj., polemisch; nschw. polemisk, Adj., polemisch; nnorw. polemisk, Adj., polemisch; poln. polemiczny, Adj., polemisch; kymr. polemig, Adj., polemisch; lit. poleminis, Adj., polemisch; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für feindselig oder unsachlich; BM.: Kampf bzw. gießen; F.: polemisch, polemische, polemisches, polemischem, polemischen, polemischer(, polemischere, polemischeres, polemischerem, polemischeren, polemischerer, polemischst, polemischste, polemischstes, polemischstem, polemischsten, polemischster)+FW+EW; Z.: pol-em-isch
polemisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. polemisieren, bekämpfen, herabwürdigen; ne. polemicise, polemize; Vw.: -; Hw.: s. Polemik, polemisch; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. polemiser; E.: s. frz. polemiser, V., polemisieren; frz. polemiquer, V., polemisieren; vgl. gr. πολεμεῖν (polemein), V., Krieg führen, kämpfen, streiten; vgl. gr. πόλεμος (pólemos), M., Kampf, Krieg; idg. *pelem-, V., schwingen, schütteln, zittern, Pokorny 801; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polemik, DW 13, 1977, Duden EWD s. u. Polemik, s. u. polemisieren; Son.: vgl. nschw. polemisera, V., polemisieren; nnorw. polemisere, V., polemisieren; poln. polemizować, V., polemisieren; lit. polemizuoti, V., polemisieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches sich in einer ungenauen aber scharfen Art äußern oder bekämpfen oder herabwürdigen; BM.: Kampf bzw. gießen; F.: polemisieren, polemisiere, polemisierst, polemisiert, polemisierest, polemisieret, polemisierte, polemisiertest, polemisierten, polemisiertet, ##polemisiert, polemisierte, polemisiertes, polemisiertem, polemisierten, polemisierter##, polemisierend, ###polemisierend, polemisierende, polemisierendes, polemisierendem, polemisierenden, polemisierender###, polemisier (!)+FW+EW; Z.: pol-em-is-ier-en
Polenta, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Polenta, Sterz, Maisgrießmus, ein fester Brei; ne. polenta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. polente, pollente, F., Polenta, aus Gerstengraupen hergestellter Fladen; it. polenta, F., Polenta, Gerstengraupen; lat. polenta, F., Gerstengraupen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. pollen, N., feines Mehl, Staubmehl; vgl. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Polenta; Son.: vgl. nschw. polenta, Sb., Polenta; nnorw. polenta, M., Polenta; poln. polenta, F., Polenta; kymr. polenta, M., Polenta; lit. polenata, F., Polenta; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen aus Maismehl oder Maisgrieß sowie früher aus Gerstengraupen entwickelten und hergestellten festen Brei; BM.: Mehl bzw. Brei; F.: Polenta, Polentas, Polenten+FW; Z.: Pol-en-t-a
Polente, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Polente, Polizei; ne. cops; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus der Gaunersprache, Abwandlung des Wortes Polizei; vielleicht von jidd. paltin, Sb., Burg, Palast; L.: Kluge s. u. Polente, fehlt DW, Duden s. u. Polente; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete umgangssprachliche Bezeichnung für Polizei; BM.: ?; F.: Polente+FW; Z.: Polent-e
poli..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. poli..., Stadt betreffend, Staat betreffend; ne. poly...; Vw.: s. -klinik; Hw.: s. ...pole, ...polis, ...polit; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798; L.: fehlt DW,Kytzler/Redemund/Eberl 1089; Son.: vgl. nndl. poli..., Präf., poli...; nnorw. poli..., Präf., poli...; kymr. poly..., Präf., poli...; lit. poli..., Präf., poli...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von die Stadt betreffenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: Burg; F.: poli...+FW; Z.: pol-i-
Police, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Police, Versicherungsurkunde; ne. policy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. polizza; E.: s. it. polizza, F., Police, Versicherungsurkunde; mlat. apodīxa, F., Quittung, Bestätigungsurkunde, Anklageschrift; gr. ἀπόδειξις (apódeixis), F., Nachweis, Beweis, Probe; gr. ἀποδεικνύναι (apodeiknýnai), V., vorzeigen, aufzeigen, ernennen, beweisen; gr. ἀπό (apó), Adv., ab, weg; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Police, fehlt DW, EWD s. u. Police, Duden s. u. Police; Son.: vgl. nndl. polis, Sb., Police; frz. police, F., Police; nschw. polis, Sb., Police; nnorw. polise, M., Police; poln. polisa, F., Police; kymr. polisi, M., Police; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Urkunde über eine abgeschlossene Versicherung (Versicherungsurkunde); BM.: weg, glänzen; F.: Police, Policen+FW(+EW); Z.: Po-l-ic-e
Polier, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Polier, Vorarbeiter; ne. foreman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. polītor; E.: s. lat. polītor, M., Polierer, Glätter, Besteller, Kultivierer, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. polīre, V., feilen, glätten, polieren, reinigen, abweißen; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polier, DW 13, 1977, EWD s. u. Polier, Duden s. u. Polier; Son.: vgl. nschw. polera, Sb., Polier; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vorarbeiter dem von dem Bauunternehmer die Verantwortung für die sachgemäße Durchführung der Arbeiten an einem Bau übertragen wurde; BM.: glätten bzw. streichen; F.: Polier, Poliers, Polieres, Poliere, Polieren+FW(+EW); Z.: Po-l-ier
polieren, nhd., V., (12. Jh.): nhd. polieren, glatt und glänzend machen durch abreiben, fegen, feilen, verschönern, läutern; ne. polish (V.); Vw.: -; Hw.: s. Politur; Q.: 1190-1200 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. polieren, palieren, sw. V., schleifen (V.) (1), polieren, schmücken, herausputzen, glätten, abschleifen; mnd. polēren, polleren, pollēren, polīren, poliēren, pollyeren, palīren, sw. V., polieren, schleifen, glätten, durch mechanische Bearbeitung glatt und glänzend machen, blank machen; afrz. polir, V., polieren; lat. polīre, V., feilen, glätten, polieren, reinigen, abweißen, (um 450 v. Chr.); idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. polieren, DW 13, 1977, EWD s. u. polieren, Duden s. u. polieren; Son.: vgl. nndl. polijsten, V., polieren; frz. polir, V., polieren; nschw. polera, V., polieren; nnorw. polere, V., polieren; poln. polerować, V., polieren; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch ein bestimmtes von Menschen entwickeltes und verwendetes Verfahren glatt machen und glänzend machen; BM.: glätten bzw. streichen; F.: polieren, poliere (!), polierst, poliert, polierest, polieret, polierte, poliertest, polierten, poliertet, ##poliert, polierte, poliertes, poliertem, polierten, polierter##, polierend, ###polierend, polierende, polierendes, polierendem, polierenden, polierender###, polier (!)+FW(+EW); Z.: po-lier-en
Poliklinik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Poliklinik, Krankenhaus, medizinische Einrichtung für eine ambulante Krankenbehandlung; ne. polyclinic; Vw.: -; Hw.: s. Klinik; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. gr. κλινική (klinikḗ), F., Klinik; vgl. gr. κλίνη (klínē), F., Bett, Lager; vgl. idg. *k̑lei-, V., neigen, lehnen (V.) (1), Pokorny 600 (931/163) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Poliklinik, Duden s. u. Poliklinik; Son.: vgl. nndl. poliklinik, Sb., Poliklinik; nnorw. poliklinikk, M., Poliklinik; kymr. polyclinig, M., Poliklinik; lit. poliklinika, F., Poliklinik; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete medizinische Einrichtung für eine ambulante Krankenbehandlung; BM.: Stadtklinik; F.: Poliklinik, Polikliniken+FW; Z.: Pol-i-kli-n-ik
Poliomyelitis, Polio, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Poliomyelitis, spinale Kinderlähmung; ne. poliomyelitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πολιός (poliós), Adj., grau, graublau, weiß; idg. *pel- (6), Adj., fahl, grau, scheckig, Pokorny 804 (1390/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. μυελός (myelós), M., Mark (N.), Gehirn; vgl. gr. μυών (myṓn), N., Muskelknoten; idg. *mūs, *muHs-, Sb., Maus, Muskel, Pokorny 752 (1272/137) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Poliomyelitis, Duden s. u. Poliomyelitis; Son.: meist abgekürzt zu Polio; vgl. nndl. poliomyelitis, Sb., Poliomyelitis; frz. poliomyélite, F., Poliomyelitis; nschw. polio, Sb., Poliomyelitis; nnorw. poliomyelitt, M., Poliomyelitis; kymr. poliomyelitis, M., Poliomyelitis; nir. polaimiailíteas, M., Poliomyelitis; lit. poliomielitas, M., Poliomyelitis; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die erstmals von dem Arzt Michael Underwood (1736-1820) in dem 18. Jh. beschriebene durch ein sehr ansteckendes und von Karl Landsteiner und Erwin Popper 1908 entdecktes Virus in verunreinigtem Wasser vor allem an jüngere Kinder übertragbare inzwischen durch Impfung weitgehend ausgerottete spinale Kinderlähmung; BM.: grau, Muskel; F.: Poliomyelitis, Poliomyelititiden, Polio+FW; Z.: Pol-i-o-mye-lit-is
...polis, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...polis, Burg, Stadt, Staat; ne. ...polis; Vw.: s. Akro-; Hw.: s. poli..., ...pole, ...polit; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. πόλις (pólis); E.: s. gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1089; Son.: vgl. nndl. ...polis, Suff., ...polis; frz. ...pole, Suff., ...polis; nschw. ...pol, Suff., ...polis; nnorw. ...polis, Suff., ...polis; poln. ...pol, Suff., ...polis; lit. ...polis, Suff., ...polis; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für die Bildung von Stadt betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Burg; F.: ...polis+FW; Z.: -pol-is
$Polit..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Polit...; Vw.: s. -büro-, -ökonomie; L.: Kluge s. u. politisch, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Substantive verwendete Bezeichnung; F.: Polit...+FW; Z.: Pol-it-
...polit, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. ...polit, ...bürger; ne. ...polite; Vw.: s. Kosmo-; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. ...πολῖτης (polītēs), Suff., ...polit; vgl. gr. πόλις (pólis), F., Burg, Stadt, Staat; idg. *pel-, Sb., Burg; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...poliet, Suff., ...polit; frz. ...polite, Suff., ...polit; nschw. ...polit, Suff., ...polit; nnorw. ...politt, Suff., ...polit; poln. ...polita, Suff., ...polit; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für den Bürger betreffende Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Burg; F.: ...polit, ...politen+FW(+EW); Z.: -pol-it
$Politbüro, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Politbüro; Q.: 1925; E.: s. Polit…, s. Büro; L.: fehlt DW, EWD s. u. Politik; GB.: seit 1925 belegte und aus Polit… und Büro gebildete Bezeichnung für das oberste politische Führungsorgan einer kommunistischen Herrschaft wie beispielsweise der Sowjetunion oder der Deutschen Demokratischen Republik oder Chinas; Partei F.: Politbüro, Politbüros+FW; Z.: Pol-it—bür-o
Politesse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Politesse, Hilfspolizistin; ne. paring attendant (F.); Vw.: -; Hw.: s. Polizei; Q.: 20. Jh.; E.: Neubildung zu Polizist (s. d.) mit französisierender femininer Endung; L.: Kluge s. u. Politesse, fehlt DW, Duden s. u. Politesse; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und mit französisierender Endung zu Polit… gebildete Bezeichnung für eine Angestellte des öffentlichen Dienstes für bestimmte Aufgabenbereiche wie besonders für die Kontrolle der Einhaltung des Parkverbots; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: Politesse, Politessen+FW; Z.: Pol-it-ess-e
Politik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Politik, Staatskunst, Staatsführung; ne. politics; Vw.: -; Hw.: s. politisch; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. politique; E.: s. frz. politique, F., Politik; letztlich von πολιτική (τέχνη) (polītikḗ [téchnē]); vgl. gr. πολιτικός (polītikós), Adj., bürgerlich, staatsbürgerlich, die Staatsverwaltung betreffend; vgl. gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. politisch, DW 13, 1979, EWD s. u. Politik, Duden s. u. Politik; Son.: vgl. nndl. politiek, Sb., Politik; frz. politique, F., Politik; nschw. politik, Sb., Politik; nnorw. politikk, M., Politik; poln. polityka, F., Politik; kymr. politics, Sb. Pl., Politik; nir. polaitíocht, F., Politik; lit. politika, F., Politik; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das auf die Durchsetzung bestimmter Ziele besonders in dem staatlichen Bereich und auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens gerichtete Handeln von Regierungen oder Parteien; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: Politik, Politiken+FW(+EW); Z.: Pol-it-ik
Politiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Politiker, in der Politik tätiger Mensch; ne. politician; Vw.: -; Hw.: s. Politik, politisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. polīticus; E.: s. lat. polīticus, M., Staatsmann, Politiker; vgl. lat. polīticus, Adj., zum Staat gehörig, zur Staatswissenschaft gehörig, politisch, (81-43 v. Chr.); gr. πολιτικός (polītikós), Adj., bürgerlich, staatsbürgerlich, die Staatsverwaltung betreffend; vgl. gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. politisch, DW 13, 1979, EWD s. u. Politik, Duden s. u. Politiker; Son.: vgl. nndl. politicus, Sb., Politiker; frz. politicien, M., Politiker; nschw. politiker, Sb., Politiker; nnorw. politiker, M., Politiker; poln. polityk, M., Politiker; nir. polaiteoir, M., Politiker; lit. politikas, M., Politiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Suffix er umgebildete Bezeichnung für einen in dem Bereich Politik tätigen Menschen; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: Politiker, Politikers, Politikern+FW+EW; Z.: Pol-it-ik-er
politisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. politisch, Politik betreffend; ne. political; Vw.: -; Hw.: s. Politik, plietsch; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. frz. politique; E.: s. mnd. polītisch, Adj., politisch, soziale Normen und Regeln betreffend, Rechtsordnung betreffend; frz. politique, Adj., politisch; lat. polīticus (1), Adj., zum Staat gehörig, zur Staatswissenschaft gehörig, politisch, (81-43 v. Chr.); gr. πολῖτικός (polītikós), Adj., bürgerlich, staatsbürgerlich, die Staatsverwaltung betreffend; vgl. gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. politisch, DW 13, 1977, EWD s. u. Politik, Duden s. u. politisch; Son.: vgl. politiek, Adj., politisch; nschw. politisk, Adj., politisch; nnorw. politisk, Adj., politisch; poln. polityczny, Adj., politisch; kymr. politicaidd, Adj., politisch; nir. polaitiúil, Adj., politisch; lit. politinis, Adj., politisch; GB.: seit Mitte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Politik betreffend; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: politisch, politische, politisches, politischem, politischen, politischer(, politischere, politischeres, politischerem, politischeren, politischerer, politischst, politischste, politischstes, politischstem, politischsten, politischster)+FW+EW; Z.: pol-it-isch
$politisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. politisieren, politisch handeln, über Politik laienhaft sprechen; E.: s. polit(isch), s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. politisch, DW 13, 1980; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus polit(isch) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für politisch handeln oder über Politik laienhaft sprechen; F.: politisieren, politisiere, politisierst, politisiert, politisierest, politisieret, politisierte, politisiertest, politisierten, politisiertet, ##politisiert, politisierte, politisiertes, politisiertem, politisierten, politisierter##, politisierend, ###politisierend, politisierende, politisierendes, politisierendem, politisierenden, politisierender###, politisier (!)+FW(+EW?); Z.: pol-it-is-ier-en
$Politökonomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Politökonomie; E.: s. Polit…, s. Ökonomie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Politik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Polit und Ökonomie gebildete Bezeichnung für die allgemeine Gewinnung und Verteilung von Mitteln in einer Gesellschaft oder einem Staat oder einem politischen System; F.: Politökonomie, Politökonomien+FW+EW?; Z.: Pol-it—ök-o-nom-ie
Politur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Politur, Poliermittel; ne. polish (N.); Vw.: -; Hw.: s. polieren; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. polītūra; E.: s. lat. polītūra, F., Polieren, Glätten, Verfeinern, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. polīre, V., feilen, glätten, polieren, reinigen, abweißen; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. linere, V., schmieren (V.) (1), bestreichen; lat. linīre, V., schmieren (V.) (1), aufschmieren, bestreichen; vgl. idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. polieren, DW 13, 1981, EWD s. u. polieren, Duden s. u. Politur; Son.: vgl. frz. polissage, M., Politur; nschw. polityr, Sb., Politur; nnorw. politur, M., Politur; poln. politura, F., Politur; lit. politūra, F., Politur; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen besonders aus Gemischen von Harzen entwickeltes und verwendetes Mittel das von Menschen auf Holz oder Metall oder Kunststoff aufgetragen wird und einen dünnen schützenden und glänzenden Überzug hinterlässt (Poliermittel); BM.: glätten bzw. streichen; F.: Politur, Polituren+FW(+EW?); Z.: Po-li-t-ur
Polizei, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Polizei, für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in einem Staate zuständige Behörde; ne. police; Vw.: -; Hw.: s. Politesse, Schupo; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. polizī, st. F., Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit; mnd. polītīe, pollitie, polīcīe, pollicie, polīzī, F., Rechtsordnung, soziales Regelwerk, institutionell veranlasste und gesicherte Ordnung, öffentliche Ordnung; mlat. policia, F., Staatsverwaltung; lat. polītīa, Staatsverwaltung, Staatsverfassung; s. gr. πολιτεία (politeía), F., Bürgerrecht, Staatsverwaltung; vgl. gr. πολίτης (polītēs), M., Staatsbürger, Stadtbürger; gr. πόλις (pólis), F., Burg, befestigte Stadt, Stadtgemeinde; vgl. idg. *pel-, Sb., Burg, Pokorny 799; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Polizei, DW 13, 1981, EWD s. u. Polizei, Duden s. u. Polizei; Son.: vgl. nndl. politie, Sb., Polizei; frz. police, F., Polizei; nschw. polis, Sb., Polizei; nnorw. politi, N., Polizei; poln. policja, F., Polizei; lit. policija, F., Polizei; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine staatliche oder kommunale Einrichtung für öffentliche Sicherheit und Ordnung; BM.: Stadtgemeinde bzw. gießen; F.: Polizei, Polizeien+FW; Z.: Pol-iz-ei
$polizeilich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. polizeilich, Polizei betreffend; E.: s. Polizei, s. lich; L.: Kluge s. u. Polizei Polizei, EWD s. u. Polizei, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Polizei und lich gebildete Bezeichnung für Polizei betreffend; F.: polizeilich, polizeiliche, polizeiliches, polizeilichem, polizeilichen, polizeilicher+FW+EW; Z.: pol-iz-ei-lich
$Polizeikommissar, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Polizeikommissar; E.: s. Polizei, s. Kommissar; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kommissar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Polizei und Kommissar gebildete Bezeichnung für einen Beamten des gehobenen Dienstes in der Polizei; F.: Polizeikommissar, Polizeikommissares, Polizeikommissars, Polizeikommissare, Polizeikommissaren+FW; Z.: Pol-iz-ei—kom-miss-ar
$Polizist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Polizist; L.: Kluge s. u. Polizei, EWD s. u. Polizei, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Poliz(ei) und ist gebildete Bezeichnung für einen bei der Polizei tätigen Beamten; F.: Polizist, Polizisten+FW; Z.: Pol-iz-ist
Polka, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Polka, ein Tanz; ne. polka; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. tschech. polka; E.: s. tschech. polka, Sb., Polka, Polin; poln. Polanie, Sb., der Stamm der Polanen; von Polane, M., Feldbewohner; slaw. Pole, Sb., Feld; ksl. polje, Sb., Feld; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 13, 1985, EWD s. u. Polka, Duden s. u. Polka; Son.: vgl. nndl. polka, Sb., Polka; frz. polka, F., Polka; nschw. polka, Sb., Polka; nnorw. polka, M., Polka; poln. polka, F., Polka; kymr. polca, M., F., Polka; nir. polca, M., Polka; lit. polka, F., Polka; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl in Tschechien entwickelten schnellen Gesellschaftstanz; BM.: der ursprüngliche Name Pulka (Hälfte) wurde 1835 in Prag wohl aus Sympathie für das unterdrückte Polen zu Polka geändert; F.: Polka, Polkas+FW; Z.: Pol-k-a
Polle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Polle, Pollen (M.), Blütenstaub; ne. pollen; Vw.: -; Hw.: s. Pollen; Q.: 14. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. polle (1), F., Polle, feiner Samen (M.) einer Pflanze, feiner Same (M.) (1) einer Pflanze; s. lat. pollen, N., feines Mehl, Staubmehl; s. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 13, 1985; Son.: s. ahd. polla, sw. F. (n), feines Mehl, Staubmehl; vgl. nndl. pollen, Sb., Polle; frz. pollen, M., Polle; nschw. pollen, N., Polle; nnorw. pollen, N., Polle; kymr. paill, M., Polle; nir. pailin, F., Polle; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen und seit Entstehung von Blüten möglichen Blütenstaub; BM.: Staub bzw. Mehl; F.: Polle, Pollen+FW; Z.: Pol-l-e
Pollen, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pollen (M.), Polle, Blütenstaub; ne. pollen; Vw.: -; Hw.: s. Polle; Q.: 14. Jh.; E.: mnd. polle (1), F., Polle, feiner Samen (M.) einer Pflanze, feiner Same (M.) (1) einer Pflanze; s. lat. pollen, N., feines Mehl, Staubmehl, (um 50 v. Chr.); vgl. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pollen, EWD s. u. Pollen, DW 13, 1985, Duden s. u. Pollen, Bluhme s. u. Pollen; Son.: s. ahd. polla, sw. F. (n), feines Mehl, Staubmehl; vgl. nndl. pollen, Sb., Pollen (M.); frz. pollen, M., Pollen (M.); nschw. pollen, N., Pollen (M.); nnorw. pollen, N., Pollen (M.); kymr. paill, M., Pollen (M.); nir. pailin, F., Pollen (M.); GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen und seit Entstehung von Blüten möglichen Blütenstaub; BM.: Staub bzw. Mehl; F.: Pollen, Pollens+FW; Z.: Pol-l-en
Polo, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Polo, Pferdehockey; ne. polo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. polo; E.: s. ne. polo, N., Polo; von Balti (Sprache in dem Tal des Indus) polo, Sb., Ball; L.: fehlt DW, EWD s. u. Polo, Duden s. u. Polo; Son.: vgl. nndl. polo, Sb., Polo; frz. polo, M., Polo; nschw. hästpolo, Sb., Polo; nnorw. polo, M., Polo; poln. polo, Sb., Polo; kymr. polo, M., Polo; nir. póló, M., Polo; lit. polas, M., Polo; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus der Sprache Balti in dem Tal des Indus aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen in Asien entwickeltes und verwendetes Treibballspiel zwischen zwei Mannschaften zu je vier Spielern die reitend von Pferden aus versuchen einen Ball auf dem Boden mit langen Schlägern in das jeweilige gegnerische Tor zu treiben; BM.: Ball; F.: Polo, Polos+FW; Z.: Polo
$Polohemd, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Polohemd; E.: s. Polo, s. Hemd; L.: fehlt DW, EWD s. u. Polo; GB.: seit dem früheren 20. Jh. belegte und nach ne. poloshirt aus Polo und Hemd gebildete Bezeichnung für ein meist kurzärmeliges leichtes Hemd in Schlupfform für den in Asien entwickelten Sport Polo oder Pferdehockey; F.: Polohemd, Polohemds, Polohemdes, Polohemden+FW+EW; Z.: Polo—hem-d
Polonaise, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Polonaise, festlicher Gruppentanz, Balleröffnung; ne. polonaise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. (danse) polonaise; E.: s. frz. (danse) polonaise, F., polnischer Tanz; vgl. frz. polonais, Adj., polnisch; vom ON Polen; poln. Polanie, Sb., der Stamm der Polanen; von Polane, M., „Feldbewohner“; slaw. Pole, Sb., Feld; ksl. polje, Sb., Feld; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Polonaise, Duden s. u. Polonaise; Son.: vgl. nndl. polonez, Sb., Polonaise; frz. polonaise, F., Polonaise; nschw. polonesse, Sb., Polonaise; nnorw. polonese, M., Polonaise; poln. polonez, M., Polonaise; lit. polonezas, M., Polonaise; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung (polnisch) für einen festlichen und meist zu der Eröffnung von Bällen (Balleröffnung) eingesetzten Gruppentanz und Schreittanz; BM.: ON nach dem Herkunftsort des Tanzes (aus Polen); F.: Polonaise, Polonaisen+FW; Z.: Pol-on-ais-e
Polonium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Polonium, ein Schwermetall; ne. polonium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Polen; poln. Polanie, Sb., der Stamm der Polanen; von Polane, M., Feldbewohner; slaw. Pole, Sb., Feld; ksl. polje, Sb., Feld; vgl. idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Polonium; Son.: vgl. nndl. polonium, Sb., Polonium; frz. polonium, M., Polonium; nschw. polonium, N., Polonium; nnorw. polonium, N., Polonium; kymr. poloniwm, M., Polonium; nir. polóiniam, M., Polonium; poln. polon, M., Polonium; lit. polonis, M., Polonium; GB.: seit nach 1898 belegte und aus dem ON Polen gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr seltenes silberiges radioaktives in geringen Mengen in der Natur vor allem als Zerfallsprodukt von Uran 238 in Uranerzen und durch Anreicherung in Fisch und Meeresfrüchten vorkommendes 1898 von Marie Curie und Pierre Curie entdecktes und in Kernkraftwerken und Kernwaffen sowie in Satelliten und in Batterien verwendetes Schwermetall (chemisches Element Nr. 84, abgekürzt Po) das künstlich vor allem in Kernreaktoren durch Bestrahlung von Bismut mit Neutronen hergestellt wird und das in Neutronenquellen und zu einer Beseitigung statischer Aufladungen und als Wärmequelle in der Raumfahrt und in der Strahlenchemie und Radiobiologie und Gasanalysatoren verwendet wird; BM.: ON (nach dem Herkunftsland Polen der Mitentdeckerin Marie Curie); F.: Polonium, Poloniums+FW; Z.: Pol-on-i-um
Polster, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Polster, Kissen; ne. cushion (N.), bolster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. polster, st. M., Polster; mhd. bolster, st. M., Polster, Polsterer (?); mnd. pulster, N., M., Polster, dickes weiches Kissen; mnd. bulster, bolster, M., Polster, Fruchthülse, Schale (F.) (1), Schote, Hülle; mnl. bolster, M., Polster, Fruchthülse; ahd. bolstar*, polstar, st. M. (a?, i?), Polster, Kissen, Kopfkissen; as. -; anfrk. -; germ. *bulstra-, *bulstraz, *bulhstra-, *bulhstraz, st. M. (a), Polster; germ. *bulstra-, *bulstram, *bulhstra-, *bulhstram, st. N. (a), Polster; s. idg. *bʰelg̑ʰ-, V., Sb., schwellen, Balg, Kissen, Polster, Pokorny 125 (207/40) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. bʰel- (3), V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Polster, Kluge s. u. Polster, DW 13, 1986, EWD s. u. Polster, EWAhd 2, 232, Falk/Torp 268, Seebold 100, Duden s. u. Polster, Bluhme s. u. Polster; Son.: vgl. afries. -; ae. bolster, st. M. (a), st. N. (a), Polster, Kopfkissen, Pfühl; an. bolstr, st. M. (a), Polster, Kissen; got. -; av. barezis-, Sb., Kissen; apreuß. balsinis, M., Kissen; serbo-kr. blázina, F., Kissen; GB.: (bolstar) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete mit festem Stoffbezug oder Lederbezug versehene elastische Auflage auf Sitzmöbeln und Liegemöbeln; BM.: schwellen; F.: Polster, Polsters, Polstern+EW; Z.: Pol-st-er
$Polsterer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Polsterer, Polsternder; E.: s. polster(n), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Polster, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Polster und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen Polsternden; F.: Polsterer, Polsterers, Polsterern+EW; Z.: Pol-st-er-er
$polstern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. polstern, Polster herstellen und verwenden; E.: s. Polster, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Polster, DW 13, 1988, EWD s. u. Polster; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Polster und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Polster herstellen und verwenden; F.: polstern, polstere, polster (!), polsterst, polstert, polsterte, polstertest, polsterten, polstertet, gepolstert, ##gepolstert, gepolsterte, gepolstertes, gepolstertem, gepolsterten, gepolsterter##, polsternd, ###polsternd, polsterndes, polsterndem, polsternden, polsternder###, polster (!)+EW; Z.: pol-st-er-n
$Polterabend, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Polterabend; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. polter(n), s. Abend; L.: Kluge s. u. Polterabend, DW 13, 1989, EWD s. u. poltern; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus polter(n) und Abend gebildete Bezeichnung für den durch Essen und Tanz sowie Scherze (Poltern) gefeierten Abend vor einer Hochzeit; F.: Polterabend, Polterabends, Polterabende, Polterabenden+EW; Z.: Pol-st-er—ab-end
poltern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. poltern, grob schimpfen, rumpeln; ne. clatter (V.), rumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. polteren, poltern, pölteren, polderen, sw. V., poltern, sich geräuschvoll bewegen, stolpern, laut reden, schimpfen; mnd. bulderen, sw. V., poltern, lärmen; lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. poltern, Kluge s. u. poltern, DW 13, 1991, EWD s. u. poltern, Duden s. u. poltern, Bluhme s. u. poltern; Son.: vgl. nndl. balderen, V., poltern; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches mehrmals hintereinander ein dumpfes Geräusch verursachen oder grob schimpfen; BM.: lautmalend?; F.: poltern, poltere, polter (!), poltre, polterst, poltert, polterte, poltertest, polterten, poltertet, gepoltert, ##gepoltert, gepolterte, gepoltertes, gepoltertem, gepolterten, gepolterter##, polternd, ###polternd, polternde, polterndes, polterndem, polternden, polternder###, polter (!)+EW; Z.: polt-er-n
poly…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. poly..., viel; ne. poly…; Vw.: s. -amid, -ester, -gam, -glott, -mer, -phonie, -theismus; Hw.: s. viel; Q.: ?; I.: Lw. gr. πολύς (polýs); E.: gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. poly-, fehlt DW, EWD s. u. Kluge s. u. poly-, Duden s. u. poly-; Son.: vgl. nndl. poly…, Präf., poly…; frz. poly…, Präf., poly…; nschw. poly…, Präf., poly…; nnorw. poly…, Präf., poly…; poln. poli…, Präf., poly…; lit. poli…, Präf., poly…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für viel oder vielfach vorkommend verwendete Bezeichnung; BM.: gießen; F.: poly…+FW; Z.: pol-y-
Polyamid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Polyamid, ein Kunststoff, eine Kunstfaser; ne. polyamide; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. gr. ἀμμωνιακός (ammōniakós), M., ein pflanzliches Gummiharz aus Libyen; gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Polyamid; Son.: vgl. nndl. polyamide, Sb., Polyamid; frz. polyamide, M., Polyamid; nschw. polyamid, Sb., Polyamid; nnorw. poliamid, N., Polyamid; kymr. polyamid, M., Polyamid; poln. poliamid, M., Polyamid; lit. poliamidas, M., Polyamid; GB.: seit 1935-1940 belegte und aus dem Griechischen und mittelbar dem Ägyptischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen um Wallace Hume Carothers in den Vereinigten Staaten von Amerika ab 1935 ausschließlich aus anorganischen Stoffen wie Kohlenstoff und Wasser sowie Luft hergestellte und verwendete und mit einem verkaufsfördernden Namen versehene und in Form der Nylonstrümpfe an dem 16. Mai 1940 in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückte Kunstfaser (Plastikfaser) aus meist farblosem verformbarem Kunststoff wie Nylon oder etwas später Perlon; BM.: gießen, Ammon; F.: Polyamid, Polyamids, Polyamides, Polyamide, Polyamiden+FW; Z.: Pol-y—am-id
Polyester, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Polyester, eine Verknüpfung eines Alkohols mit einer Säure; ne. polyester; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Ester (1850) von dem Chemiker Leopold Gmelin (1788-1853) in Heidelberg aus Essig und Äther gebildete Bezeichnung für eine Stoffgruppe chemischer Verbindungen die durch die Reaktion einer Säure und eines Alkohols oder Phenols unter Abspaltung von Wasser entstehen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Polyester; Son.: vgl. nndl. polyester, Sb., frz. polyester, M., Polyester; nschw. polyester, Sb., Polyester; nnorw. polyester, M., Polyester; kymr. polyester, M., Polyester; nir. poileistear, M., Polyester; poln. poliestry, M., Polyester; lit. poliesteris, M., Polyester; GB.: seit 20. Jh. belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie teilweise 1850 als Ester aus Essig und Äther gebildete Bezeichnung für eine seit etwa 1830 als natürliche Gegebenheit beispielsweise in Bienenwachs oder Fruchtaromen bekannte und seit dem frühen 20. Jh. von Menschen auch zu der Herstellung von aus fossilen Brennstoffen chemisch erzeugten leichten und festen aber nicht atmungsaktiven Kunstfasern verwendete künstliche Verbindung von Säuren und Alkoholen wie beispielsweise Nitroglyzerin oder Kieselsäureester oder Kohlensäurediethylester; BM.: viel, sauer, brennen; F.: Polyester, Polyesters, Polyestern+FW; Z.: Pol-y—ester
polygam, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. polygam, promisk; ne. polygame; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: mlat. polygamus, Adj., polygam; gr. πολύγαμος (polýgamos), Adj., oft verheiratet; vgl. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798; gr. γαμεῖν (gamein), V., heiraten, eine Frau heiraten; idg. *g̑eme-, *g̑em-, V., Sb., heiraten, Verwandter, Pokorny 369 (545/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.); L.: Kluge s. u. polygam, fehlt DW, Duden s. u. polygam; Son.: vgl. nndl. polygaam, Adj., polygam; frz. polygame, Adj., polygam; nschw. polygam, Adj., polygam; nnorw. polygam, Adj., polygam; poln. poligamiczny, Adj., polygam; lit. poligaminis, Adj., polygam; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer ehelichen Beziehung zwischen mehr als zwei Menschen wie der Vielmännerei (mindestens) einer Frau oder der Vielweiberei (mindestens) eines Mannes; BM.: gießen, heiraten; F.: polygam, polygame, polygames, polygamem, polygamen, polygamer+FW(+EW?); Z.: pol-y-gam
$Polygamie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Polygamie; E.: s. polygam, s. ie; Q.: Mitte 16. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. poly-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine eheliche Verbindung mindestens eines Mannes mit mehreren Frauen (Vielweiberei) oder mindestens einer Frau mit mehreren Männern (Vielmännerei); F.: Polygamie+FW(+EW?); Z.: Pol-y-gam-ie
polyglott, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. polyglott, mehrsprachig; ne. polyglot; Vw.: -; Hw.: s. Glosse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. πολύγλωσσος (polýglōssos); E.: gr. πολύγλωσσος (polýglōssos), πολύγλωττος (polýglōttos), Adj., vielzüngig; vgl. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. γλῶσσα (glōssa), F., Zunge; idg. *glōgʰ-, *gləgʰ-, Sb., Stachel, Spitze, Pokorny 402 (571/55) (RB. idg. aus gr., germ.?, slaw.); L.: Kluge s. u. polyglott, fehlt DW, EWD s. u. poly-, Duden s. u. polyglott; Son.: vgl. nndl. polyglot, Adj., polyglott; frz. polyglotte, Adj., polyglott; nschw. polyglott, Adj., polyglott; nnorw. polyglott, Adj., polyglott; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mehrsprachig; BM.: gießen, Zunge; F.: polyglott, polyglotte, polyglottes, polyglottem, polyglotten, polyglotter+FW(+EW?); Z.: pol-y-glott
Polygon, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Polygon, Vieleck; ne. polygon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. polygōnum; E.: s. lat. polygōnum, N., Vieleck, (1. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); gr. πολύγωνον (polýgōnon), N., Vieleck; vgl. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); L.: Duden s. u. Polygon; Son.: vgl. nndl. polygoon, Sb., Polygon; frz. polygone, M., Polygon; nschw. polygon, Sb., Polygon; nnorw. polygon, M., Polygon; kymr. polygon, M., Polygon; nir. polagán, M., Polygon; poln. polygon, M., Polygon; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in der Natur und danach in der Vorstellung des Menschen genau mögliche zweidimensionale geometrische Figur mit mehreren Ecken wie (eine Linie oder) ein Dreieck oder ein Viereck oder ein Fünfeck oder ein Sechseck oder ein Siebeneck oder ein Achteck oder ein Zwölfeck; BM.: gießen, Knie; F.: Polygon, Polygons, Polygone, Polygonen+FW(+EW?); Z.: Pol-y-gon
$Polyhistor, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Polyhistor, Vielwisser, Universalgelehrter; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. poly, s. Histor; L.: fehlt DW, EWD s. u. poly-; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (polyhistōr) und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Vielwisser oder Universalgelehrten; F.: Polyhistor, Polyhistors, Polyhistoren+FW; Z.: Pol-y—hi-stor
polymer, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. polymer, vielteilig; ne. polymeric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. πολυμερής (polymerḗs); E.: s. gr. πολυμερής (polymerḗs), Adj., vielfältig, aus vielen Teilen bestehend; vgl. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. μέρος (méros), N., Anteil, Teil, Los, Rolle, Rang, Amt; vgl. idg. *smer-, *mer-, V., gedenken, sich erinnern, sorgen, versorgen, zögern, Pokorny 969 (1673/145) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. polymer; Son.: vgl. nndl. polymeer, Adj., polymer; frz. polymère, Adj., polymer; nschw. polymer, Adj., polymer; nnorw. polymer, Adj., polymer; kymr. polymerig, Adj., polymer; nir. polaiméireach, Adj., polymer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vielfältig oder vielteilig wie beispielsweise einen aus Makromolekülen bestehenden chemischen Stoff wie beispielsweise Polyethylen oder Polystyrol oder Polyvinylchrorid oder natürlich vorkommend Protein oder DNA oder Stärke; BM.: viel, Teil; F.: polymer, polymere, polymeres, polymerem, polymeren, polymerer+FW(+EW); Z.: pol-y—mer
Polyp, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Polyp, Krake, Nesseltier; ne. polyp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. polypus; E.: s. lat. polypus, M., Vielfuß, Polyp, Nasenpolyp, Meerpolyp, (um 250-184 v. Chr.); gr. πολύπους (polýpus), M., Polyp; vgl. gr. πολύπους (polýpus), Adj., vielfüßig; gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Polyp, DW 13, 1993, EWD s. u. Polyp Duden s. u. Polyp; Son.: vgl. nndl. poliep, Sb., Polyp; frz. polype, M., Polyp; nschw. polyp, Sb., Polyp; nnorw. polypp, M., Polyp; poln. polip, M., Polyp; kymr. polyp, M., Polyp; nir. polaip, F., Polyp; lit. polipas, M., Polyp; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches vielfüßiges Meerestier und davon abgeleitet für eine fleischige grundsätzlich gutartige Wucherung der Schleimhaut beispielsweise in Nase oder Darm oder Blase; BM.: viel, Fuß; F.: Polyp, Polypen+FW(+EW); Z.: Pol-yp
Polyphonie, Polyfonie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Polyphonie, Mehrstimmigkeit; ne. polyphony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. πολυφωνία (polyphōnía); E.: s. gr. πολυφωνία (polyphōnía), F., Vielstimmigkeit, Vieltönigkeit; vgl. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Polyphonie; Son.: vgl. nndl. polyfonie, Sb., Polyphonie; frz. polyphonie, F., Polyphonie; nschw. polyfoni, Sb., Polyphonie; nnorw. polifoni, M., Polyphonie; kymr. polyffoni, M., Polyphonie; poln. polifonia, F., Polyphonie; lit. polifonija, F., Polyphonie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Kompositionsweise bei der verschiedene Stimmen selbständig linear geführt werden und die melodische Eigenständigkeit der Stimmen Vorrang vor der harmonischen Bindung hat; BM.: viel, sprechen; F.: Polyphonie, Polyphonien, Polyfonie, Polyfonien+FW(+EW); Z.: Pol-y—pho-n-ie
$polytechnisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. polytechnisch; E.: s. poly, s. technisch; Q.: Ende 18. Jh.; L.: EWD s. u. poly-, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus poly und technisch gebildete Bezeichnung für mehrere Zweige der Technik und anderer Gebiete umfassend; F.: polytechnisch, polytechnische, polytechnisches, polytechnischem, polytechnischen, polytechnischer+FW+EW; Z.: pol-y—tech-n-isch
Polytheismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Polytheismus, Vielgötterei; ne. polytheism; Vw.: -; Hw.: s. Monotheismus; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; idg. *pₑlú-, Adj., viel, Pokorny 800; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Polytheismus; Son.: vgl. nndl. polytheïsme, Sb., Polytheismus; frz. polythéisme, M., Polytheismus; nschw. polyteism, Sb., Polytheismus; nnorw. polyteisme, M., Polytheismus; poln. politeizm, M., Polytheismus; lit. politeizmas, M., Polytheismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den von Menschen ausgeübten Glauben an mehrere Gottheiten oder Götter (Vielgötterei); BM.: viel, Gott; F.: Polytheismus+FW; Z.: Pol-y—the-ism-us
Pomade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pomade, Salbe, Fett; ne. pomade (N.), pomatum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. pommade; E.: s. frz. pommade, F., Pomade, Salbe; it. pomata, F., Pomade, Salbe; früh-rom. *pomata, F., Salbe; lat. pōmum, N., Obstfrucht, Baumfrucht, Obstbaum, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. pōmus, F., Obstbaum, Baumfrucht; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pomade, DW 13, 1994, EWD s. u. Pomade, Duden s. u. Pomade; Son.: vgl. nndl. pommade, Sb., Pomade; nschw. pomada, Sb., Pomade; nnorw. pomade, M., Pomade; poln. pomada, F., Pomade; kymr. pomâd, M., Pomade; lit. pomada, F., Pomade; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Italienischen und dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine fetthaltige salbenähnliche und besonders seit dem 18. Jahrhundert zu der Festigung des Haares verwendete Substanz (Salbe oder Fett); BM.: Baumfrucht; F.: Pomade, Pomaden+FW(+EW?); Z.: Pom-ad-e
pomadig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. pomadig, träge, langsam, blasiert; ne. pomaded, blasé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: an Pomade angelehnt, von poln. und obsorb. pomalu, tschech. pomalu, Adj., langsam; po- und urslaw *malo-, Adv., wenig, urslaw. *malъ, Adj., klein; L.: Kluge 1. A. s. u. pomadig, Kluge s. u. Pomade, DW 13, 1994, Duden s. u. pomadig, EWD s. u. pomadig; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und an Pomade angelehnte aber aus dem Slawischen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches träge oder langsam oder blasiert; BM.: klein; F.: pomadig, pomadige, pomadiges, pomadigem, pomadigen, pomadiger(, pomadigere, pomadigeres, pomadigerem, pomadigeren, pomadigerer, pomadigst, pomadigste, pomadigstes, pomadigstem, pomadigsten, pomadigster)+FW(+EW?); Z.: pom-ad-ig
Pomeranze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pomeranze, Bitterorange; ne. bitter orange (N.); Vw.: s. Land-; ; Hw.: s. Orange; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. pomeranze, F., Pomeranze; mnd. pōmerancie, pōmerantie, pōmerance, pōmerans, pōmerantz, F., Pomeranze, eine Zitrusfrucht, Bitterorange; it. pomorancia, F., Pomeranze; vgl. it. pomo, M., Apfel; lat. pōmus, F., Obstbaum, Baumfrucht; Etymologie unklar; it. arancia, F., bittere Orange; altprovenz. auranja, F., Orange; span. naranja, F., Orange; pers. نارنج (nārendsch, nāranğ), und نارنگ (nāreng), „von Elefanten bevorzugt“; s. sanskr. nāranga?; L.: Kluge 1. A. s. u. Pomeranze, Kluge s. u. Pomeranze, DW 13, 1994, EWD s. u. Pomeranze, Duden s. u. Pomeranze; Son.: vgl. nndl. pomerans, Sb., Pomeranze; nschw. pomerans, Sb., Pomeranze; nnorw. pomerans, M., Pomeranze; poln. pomerańcza gorzka, F., Pomeranze; GB.: (pomeranze) seit 15. Jh. (mnd. pōmerancie) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der Etymologie unklare und vielleicht mit dem Arabischen und Persischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine orangefarbene und runde sowie der Apfelsine (Orange) ähnliche aber kleinere Zitrusfrucht; BM.: Baumfrucht; F.: Pomeranze, Pomeranzen+FW; Z.: Pom-er-anz-e
Pommes frites, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.): nhd. Pommes frites, Pommes(, Kartoffelstäbchen); ne. chips, French fries; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. pommes frites; E.: s. frz. pommes frites, Sb. Pl., Pommes frites; vgl. frz. pomme de terre, F., Kartoffel; lat. pōmum, N., Obstfrucht, Baumfrucht, Obstbaum, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. pōmus, F., Obstbaum, Baumfrucht; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. frz. frire, V., backen, braten; lat. frīgere, V., rösten (V.) (1), dörren, trocknen, braten, kochen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰer- (6), V., rösten (V.) (1), backen, kochen, Pokorny 137 (217/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., germ.?, balt.); L.: Duden s. u. Pommes frites, EWD s. u. Frikadelle; Son.: vgl. nschw. pommes frites, Sb. Pl., Pommes frites; nnorw. pommes frites, Sb. Pl., Pommes frites; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht in Frankreich seit kurz vor 1789 entwickelte in Fett herausgebackene und deswegen eher ungesunde schmale Kartoffelstäbchen; BM.: Baumfrucht, backen; F.: Pommes frites+FW; Z.: Pom-m-es fri-t-es
Pomp, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Pomp, feierliches großartiges Gepränge, prachtvolle menschliche Aufmachung, Prachtentfaltung, Prunk; ne. pomp; Vw.: -; Hw.: s. pompös; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. pomp, st. F., M., Gepränge, Pracht, Pomp; mhd. pompe, sw. F., Pompe, Pomp, Gepränge, Pracht; mnd. pompe (1), F., Pomp, großer Aufwand, Pracht, Prunk, Protz; lat. pompa, F., öffentlicher feierlicher Aufzug, Prozession, Pracht, Pomp, (um 250-184 v. Chr.); gr. πομπή (pompḗ), F., feierlicher Aufzug, Sendung, Heimsendung; vgl. gr. πέμπειν (pémpein), V., entsenden, schicken; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 503; L.: Kluge 1. A. s. u. Pomp, Kluge s. u. Pomp, DW 13, 1996, EWD s. u. Pomp, Duden s. u. Pomp, Bluhme s. u. Pomp; Son.: vgl. frz. pompe, F., Pomp; nschw. pompa, Sb., Pomp; nnorw. pomp, Sb., Pomp; poln. pompa, F., Pomp; nir. poimp, F., Pomp; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes feierliches großartiges Gepränge oder eine prachtvolle menschliche Aufmachung; BM.: entsenden; F.: Pomp, Pompes, Pomps+FW; Z.: Pomp
pompös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. pompös, prunkvoll, wuchtig; ne. pompous; Vw.: -; Hw.: s. Pomp; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. pompōsus; E.: s. lat. pompōsus, Adj., prächtig, pompös, hoheitsvoll, schwülstig, hochtrabend, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pompa, F., öffentlicher feierlicher Aufzug, Prozession, Pracht, Pomp; gr. πομπή (pompḗ), F., feierlicher Aufzug, Sendung, Heimsendung; vgl. gr. πέμπειν (pémpein), V., entsenden, schicken; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 503; L.: Kluge s. u. Pomp, DW 13, 1997, EWD s. u. Pomp, Duden s. u. pompös; Son.: vgl. nndl. pompeus, Adj., pompös; frz. pompeux, Adj., pompös; nschw. pompös, Adj., pompös; nnorw. pompøs, Adj., pompös; poln. pompatyczny, Adj., pompös; lit. pompastiškas, Adj., pompös; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für prunkvoll oder wuchtig; BM.: entsenden; F.: pompös, pompöse, pompöses, pompösem, pompösen, pompöser(, pompösere, pompöseres, pompöserem, pompöseren, pompöserer, pompösest, pompöseste, pompösestes, pompösestem, pompösesten, pompösester)+FW(+EW?); Z.: pomp-ös
Pönale, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Pönale, vertraglich vereinbartes Strafgeld, Vertragsstrafe, Strafgebühr; ne. contractual penalty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. poenālis; E.: s. lat. poenālis, Adj., zur Strafe gehörig, Straf..., peinlich, qualvoll, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. poena, F., Buße, Strafe; vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pönale; Son.: vgl. it. penale, F., Pönale; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vertraglich vereinbartes Strafgeld oder eine Vertragsstrafe; BM.: strafen; F.: Pönale, Pönalen+FW; Z.: Pö-n-al-e
Poncho, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Poncho, Umhang; ne. poncho; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. poncho; E.: s. span. poncho, M., Poncho; aus der südamerikanischen Sprache Arauka poncho, Sb., Wollgewebe; L.: Kluge s. u. Poncho, fehlt DW, Duden s. u. Poncho; Son.: vgl. nndl. poncho, Sb., Poncho; frz. poncho, M., Poncho; nschw. poncho, Sb., Poncho; nnorw. poncho, M., Poncho; poln. poncho, M., Poncho; kymr. ponsio, M., F., Poncho; lit. pončas, M., Poncho; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar aus der südamerikanischen Sprache Arauka aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen als Umhang getragene viereckige Decke mit einem Schlitz in der Mitte für den Kopf; BM.: Wollgewebe; F.: Poncho, Ponchos+FW; Z.: Ponch-o
...ponens, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.?): nhd. ...ponens; ne. ...ponent; Vw.: s. De-; Hw.: s. ...ponent, ...ponieren; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...ponens, Suff., ...ponens; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: setzen; F.: ...ponens, ...ponentia, ...ponenzien+FW; Z.: -po-n-ens
...ponent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.?): nhd. ...ponent; ne. ...ponent; Vw.: s. Ex-, Op-, Pro-; Hw.: s. ...ponens, ...ponieren; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...ponent, Suff., ...ponent; nschw. ...ponent, Suff., ...ponent; nnorw. ...ponent, Suff., ...ponent; poln. ...ponent, Suff., ...ponent; kymr. ...boniwr, Suff., ...ponent; nir. ...pónant, Suff., ...ponent; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Substantiven; BM.: setzen; F.: ...ponent, ...ponenten+FW; Z.: -po-n-ent
...ponieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...ponieren; ne. ...posit; Vw.: s. de-, dis-, ex-, im-, kom-, op-, trans-; Hw.: s. ...ponens, ...ponent; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...poneren, Suff., ...ponieren; nschw. ...ponera, Suff., ...ponieren; nnorw. ...ponere, Suff., ...ponieren; poln. ...ponować, Suff., ...ponieren; lit. ...ponuoti, Suff., ...ponieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für mit setzen und stellen sowie legen zusammenhängenden Verben; BM.: setzen; F.: ...ponieren, ...poniere, ...ponierst, ...poniert, ...ponierest, ...ponieret, ...ponierte, ...poniertest, ...ponierten, ...poniertet, ##...poniert, ...ponierte, ...poniertes, ...poniertem, ...ponierten, ...ponierter##, ...ponierend, ###...ponierend, ...ponierende, ...ponierendes, ...ponierendem, ...ponierenden, ...ponierender###, ...ponier(!) +FW(+EW); Z.: -po-n-ier-en
$Pontifikalamt, nhd., N., (?): nhd. Pontifikalamt; E.: s. pontifikal, s. Pontifikat, s. Amt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pontifikat; GB.: seit (?) belegte und nach lat. sacrum pontificale aus pontifikal und Amt gebildete Bezeichnung für ein in der katholischen Kirche von einem Bischof oder einem Abt oder einem Prälaten zu haltendes besonders feierlich gestaltetes Amt; F.: Pontifikalamt, Pontifikalamts, Pontifikalamtes, Pontifikalämter, Pontifikalämtern+FW; Z.: Pont-i-fi-k-al—am-t
Pontifikat, nhd., M., N., (15. Jh.): nhd. Pontifikat, Amtszeit eines Papstes; Bischofsamt; ne. pontificate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. pontificātus; E.: s. lat. pontificātus, M., Bischofsamt, Bischofswürde, Oberpriestertum, Pontifikat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pontifex, M., Pontifex, Oberpriester, Bischof; lat. pōns (1), M., Brücke, Landungsbrücke, Fallbrücke; idg. *pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808 (1399/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pontifikat, fehlt DW, EWD s. u. Pontifikat, Duden s. u. Pontifikat; Son.: vgl. frz. pontificat, M., Pontifikat; nnorw. pontifikat, N., Pontifikat; poln. pontyfikat, M., Pontifikat; nir. pointifeacht, F., Pontifikat; lit. pontifikatas, M., Pontifikat; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Amtszeit eines Papstes oder ein Bischofsamt; BM.: Brücke machen oder gehen machen; F.: Pontifikat, Pontifikats, Pontifikates, Pontifikate, Pontifikaten+FW(+EW?); Z.: Pont-i-fi-k-at
Ponton, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ponton, Brückenschiff; ne. pontoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. ponton; E.: s. frz. ponton, M., Ponton, Brückenschiff; lat. ponto, M., gallisches Transportschiff, flaches Schiff, Brückenschiff, Brückenfahrzeug, Ponton, (536-um 610 n. Chr.); vgl. lat. pōns (1), M., Brücke, Landungsbrücke, Fallbrücke; idg. *pent-, V., treten, gehen, Pokorny 808 (1399/41) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ponton, fehlt DW, EWD s. u. Ponton, Duden s. u. Ponton; Son.: vgl. nndl. ponton, Sb., Ponton; nschw. ponton, Sb., Ponton; nnorw. pongtong, M., Ponton; poln. ponton, M., Ponton; kymr. pontŵn, M., Ponton; lit. pontonas, M., Ponton; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einem von Menschen entwickelten und verwendeten breiten und flachen Kahn ähnlichen offenen oder geschlossenen schwimmenden Hohlkörper zu einem Bau behelfsmäßiger Brücken (Brückenschiff); BM.: Brücke bzw. gehen; F.: Ponton, Pontons+FW; Z.: Pont-on
$Pontonbrücke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pontonbrücke; E.: s. Ponton, s. Brücke; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ponton; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ponton und Brücke gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete aus Pontons zusammengesetzte schwimmende Brücke; F.: Pontonbrücke, Pontonbrücken+FW+EW; Z.: Pont-on—brü-ck-e
Pony, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pony, ein kleines Pferd, Stirnfransen; ne. pony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. pony; E.: s. ne. pony, N., Pony; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von frz. poulenete, M., kleines Fohlen; vgl. mlat. pullenus, M., Fohlen (N.) (1), Füllen (N.) (1); gr. πῶλος (pōlos), M., Fohlen (N.) (1), Füllen (N.) (1); vgl. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pony, fehlt DW, EWD s. u. Pony, Duden s. u. Pony; Son.: vgl. nndl. pony, Sb., Pony; frz. poney, M., Pony; nschw. ponny, Sb., Pony; nnorw. ponni, M., Pony; kymr. poni, M., F., Pony; nir. pónaí, M., Pony; lit. ponis, M., Pony; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Französischen und dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleine unter dürftigen Bedingungen entstandene Pferderasse mit einem Stockmaß bis 1,49 Metern und davon abgeleitet für Stirnfransen als Frisur von Menschen; BM.: Junges?; F.: Pony, Ponys+FW; Z.: Po-n-y
$Pony (2), nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Pony; E.: s. Pony; L.: EWD s. u. Pony; F.: Pony, Ponys+FW; Z.: Po-n-y
$Ponyfranse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ponyfranse; Q.: um 1800; E.: s. Pony, s. Franse; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pony; GB.: seit um 1800 belegte und aus Pony und Franse gebildete Bezeichnung für eine Franse einer von Menschen den Stirnhaaren eines Ponys nachgebildeten Ponyfrisur; F.: Ponyfranse, Ponyfransen+FW+EW; Z.: Po-n-y—fra-n-s-e
Pool, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pool, Schwimmbecken; ne. pool (N.); Vw.: s. Swimming-; Hw.: s. Pfuhl; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. pool; E.: s. ne. pool, N., Schwimmbecken, Teich, Lache (F.); ae. pōl, st. M. (a), Pfuhl; germ. *pōla-, *pōlaz, st. M. (a), Pfuhl; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pool; Son.: vgl. nschw. pool, Sb., Pool; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit für das Schwimmen entwickeltes und verwendetes Wasserbecken (Schwimmbecken); BM.: glänzen; F.: Pool, Pools, Poole+FW; Z.: Pool
Popanz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Popanz, Wichtigtuer, Schreckgestalt, Strohpuppe; ne. puppet, bogey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: slaw. Lw.; E.: aus dem Slawischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Popanz, Kluge s. u. Popanz, EWD s. u. Popanz, DW 13, 1999 (Pópanz), Duden s. u. Popanz; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für etwas künstlich Hergestelltes das aufgrund vermeintlicher Bedeutung Einschüchterung hervorrufen soll oder eine Schreckgestalt oder für einen willenlosen Menschen oder eine Strohpuppe; BM.: ?; F.: Popanz, Popanzes, Popanze, Popanzen+FW(+EW?); Z.: Popanz
Popcorn, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Popkorn, Popcorn, Puffmais; ne. popcorn; Vw.: -; Hw.: s. Korn; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. popcorn; E.: s. ne. popcorn, N., Popcorn; vgl. ne. pop, V., knallen, knallend aufplatzen; lautmalender Herkunft; ne. corn, N., Korn, Getreide; ae. corn, st. N. (a), Korn, Same, Samen, Beere, Geschwulst; germ. *kurna-, *kurnam, st. N. (a), Korn; s. idg. *g̑er-, *g̑erə-, *g̑rē-, *g̑erh₂-, V., reiben, morsch werden, reif werden, altern, Pokorny 390 (559/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Popcorn, fehlt DW, Duden s. u. Popcorn; Son.: vgl. nndl. popcorn, Sb., Popcorn; frz. pop-corn, M., Popcorn; nschw. popcorn, N., Popcorn; nnorw. popkorn, M., N., Popcorn; poln. popcorn, M., Popcorn; kymr. popgorn, M., Popcorn; lit. popkornai, M. Pl., Popcorn; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Knuspergebäck aus vor allem Kohlenhydrat enthaltendem geröstetem Mais einer besonderen Maissorte; BM.: lautmalend, reif werden; F.: Popcorn, Popcorns+FW; Z.: Pop—cor-n
Pope, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pope, orthodoxer Priester; ne. orthodox priest; Vw.: -; Hw.: s. Papst; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. russ. поп (pop); E.: s. russ. поп (pop), M., Pope; lat. pāpa, M., Vater, Ehrenname, (um 160-220 n. Chr.); gr. παπᾶς (papās), M., Papa, Vater, Bischof; gr. πάππας (páppas), M., Papa, Vater, Bischof; vgl. idg. *pappa, *papa, M., Vater, Speise, Pokorny 789 (1364/6) (RB. idg. aus iran., gr., ital., germ.); L.: DW 13, 2000, Duden s. u. Pope; Son.: vgl. nschw. pop, Sb., Pope; nnorw. pope, M., Pope; poln. pop, M., Pope; lit. popas, M., Pope; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Russischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Priester des orthodoxen Christentums oder orthodoxen Priester; BM.: Vater; F.: Pope, Popen+FW(EW?); Z.: Pop-e
Popel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Popel, getrockneter und verhärteter Nasenschleim (Rotz); ne. bit of snot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Mitteldeutschen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Popel, DW 13, 2000, Duden s. u. Popel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mitteldeutschen kommende sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für den sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen getrockneten und verhärteten Nasenschleim oder Rotz; BM.: ?; F.: Popel, Popels, Popeln+EW; Z.: Pop-el
popelig, poplig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. popelig, armselig, schäbig; ne. crummy; Vw.: -; Hw.: s. Pöbel; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft unklar, vielleicht Bildung zu Pöbel (s. d.); L.: Kluge s. u. popelig, EWD s. u. Pöbel, fehlt DW, Duden s. u. popelig; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit Pöbel verbindbare und mit ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches armselig oder schäbig; BM.: Volk.?; F.: popelig, popelige, popeliges, popeligem, popeligen, popeliger(, popeligere, popeligeres, popeligerem, popeligeren, popeligerer, popeligst, popeligste, popeligstes, popeligstem, popeligsten, popeligster, poplig, poplige, popliges, popligem, popligen, popliger, popligere, popligeres, popligerem, popligeren, popligerer, popligst, popligste, popligstes, popligstem, popligsten, popligster)+FW; Z.: pop-el-ig
Popelin, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Popelin, Popeline, ein Gewebe, ein Stoff; ne. poplin; Vw.: -; Hw.: s. Popeline; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. popeline; E.: s. frz. popeline, F., Popeline; wohl von drap de Poperingue, M., Stoff aus Poperingue; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Popelin, fehlt DW, EWD s. u. Popeline, Duden s. u. Popelin; Son.: vgl. nndl. popeline, Sb., Popelin, Popeline; nschw. poplin, Sb., Popelin, Popeline; nnorw. poplin, N., Popelin, Popeline; poln. popelina, F., Popelin, Popeline; kymr. poplin, M., Popelin, Popeline; nir. poiplín, M., Popelin, Popeline; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem ON Poperingue verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sehr fein geripptes und aus feinen Garnen bestehendes festes Gewebe; BM.: ON nach dem Herkunftsort des Stoffes?; F.: Popelin, Popelins, Popeline, Popelinen+FW; Z.: Pop-el-in
Popeline, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Popeline, Popelin, ein Gewebe, ein Stoff; ne. poplin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. popeline; E.: s. frz. popeline, F., Popeline; wohl von drap de Poperingue, M., Stoff aus Poperingue; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Popelin, EWD s. u. Popeline, Duden s. u. Popeline; Son.: vgl. nndl. popeline, Sb., Popelin, Popeline; nschw. poplin, Sb., Popelin, Popeline; nnorw. poplin, N., Popelin, Popeline; poln. popelina, F., Popelin, Popeline; kymr. poplin, M., Popelin, Popeline; nir. poiplín, M., Popelin, Popeline; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem ON Poperingue verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sehr fein geripptes und aus feinen Garnen bestehendes festes Gewebe; BM.: ON nach dem Herkunftsort des Stoffes?; F.: Popeline, Popelinen+FW; Z.: Pop-el-in-e
poplig, nhd., Adj.: nhd. poplig; Vw.: s. popelig
Popo, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Popo, Po, Hintern, Hinterteil, Gesäß, Arsch; ne. bottom; Vw.: -; Hw.: s. Po; Q.: 18. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: kindersprachliche Reduplikation von lat. pōdex, M., Öffnung des Mastdarms, Hintere, (um 180-102 v. Chr.); idg. *pezd-, V., furzen, Pokorny 829 (1426/68) (RB. idg. aus gr., ital., balt., slaw.); vgl. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Popo, fehlt DW, Duden s. u. Popo; GB.: seit 18. Jh. belegte kindersprachlich aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den menschlichen Po oder Hintern oder das Hinterteil oder das Gesäß oder den Arsch; BM.: furzen bzw. blasen; F.: Popo, Popos+FW(+EW); Z.: Pop-o
populär, nhd., Adj., Adv. (18. Jh.): nhd. populär, bekannt, beliebt; ne. popular; Vw.: -; Hw.: s. Popularität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. populaire; E.: s. frz. populaire, Adj., populär; lat. populāris (1), Adj., zum selben Volk gehörig, landsmännisch, einheimisch, inländisch, vom Volk ausgehend, Volks..., (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. populus, M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft; lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. populär, EWD s. u. populär, DW 13, 2001, Duden s. u. populär; Son.: vgl. nndl. populair, Adj., populär; nschw. populär, Adj., populär; nnorw. populær, Adj., populär; poln. popularny, Adj., populär; lit. populiarus, Adj., populär; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Völkern mögliches (bei dem Volke) bekannt oder beliebt; BM.: Volk bzw. gießen; F.: populär, populäre, populäres, populärem, populären, populärer(, populärere, populäreres, populärerem, populäreren, populärerer, populärst, populärste, populärstes, populärstem, populärsten, populärster)+FW(+EW); Z.: po-pul-är
Popularität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Popularität, Bekanntheit und Beliebtheit bei einem Volk; ne. popularity; Vw.: -; Hw.: s. populär; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. popularité; E.: s. frz. popularité, F., Popularität; lat. populāritās, F., Landsmannschaft, Genossenschaft, Popularität, volkstümliches Benehmen, Bevölkerung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. populus, M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft; lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. populär, EWD s. u. populär, Duden s. u. Popularität; Son.: vgl. nndl. populariteit, Sb., Popularität; nschw. popularitet, Sb., Popularität; nnorw. pupularitet, M., Popularität; poln. popularność, F., Popularität; kymr. poblogrwydd, M., Popularität; lit. populiarumas, M., Popularität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Völkern mögliche Bekanntheit und Beliebtheit bei einem Volk; BM.: Volk bzw. gießen; F.: Popularität+FW(+EW); Z.: Po-pul-ar-it-ät
Population, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Population, Bevölkerung Gesamtheit der an einem Ort vorhandenen Lebewesen einer Art; ne. population; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. populātio; E.: s. lat. populātio (2), F., Bevölkerung, Volksmenge, Menschenmenge, Pöbel, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. populus, M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft; lat. plēbs, F., Volksmenge, Menschenmenge, Volk, Leute, Bürgerstand; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Population; Son.: vgl. nndl. populatie, Sb., Population; frz. population, F., Population; nschw. population, Sb., Population; nnorw. populasjon, M., Population; kymr. poblogaeth, F., Population; nir. pobal, M., Population; poln. populacja, F., Population; lit. populiacija, F., Population; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Bevölkerung oder die Gesamtheit der an einem Ort vorhandenen Lebewesen einer Art; BM.: Volk bzw. gießen; F.: Population, Populationen+FW(+EW); Z.: Po-pul-at-io-n
Pore, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pore, kleine Öffnung; ne. pore (N.); Vw.: -; Hw.: s. porös; Q.: 15. Jh.; E.: s. lat. porus, M., Kanal, Röhre, Pore, (um 340-397 n. Chr.); gr. πόρος (póros), M., Durchgang, Furt; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Pore, DW 13, 2002, EWD s. u. Pore, Duden s. u. Pore, Bluhme s. u. Pore; Son.: vgl. nndl. porie, Sb., Pore; frz. pore, M., Pore; nschw. por, Sb., Pore; nnorw. pore, M., F., Pore; poln. por, M., Pore; nir. póir, F., Pore; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sehr kleine Öffnung in einer Oberfläche (wie beispielsweise die rund 300000 Poren in der Haut in dem Gesicht eines Menschen); BM.: hinüberführen; F.: Pore, Poren+FW(+EW?); Z.: Por-e
Pornographie, Pornografie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pornographie, Pornografie, sexuelle Darstellung; ne. pornography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. pornographie; E.: s. frz. pornographie, F., Pornographie; vgl. frz. pornographe, M., Autor erotischer Schriften; gr. πορνογράφος (pornográphos), Adj., von Huren schreibend; vgl. gr. πόρνη (pórnē), F., Hure; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pornographie, fehlt DW, EWD s. u. Pornographie, Duden s. u. Pornographie; Son.: vgl. nndl. pornografie, Sb., Pornographie; nschw. pornografi, Sb., Pornographie; nnorw. pornografi, M., Pornographie; poln. pornografia, F., Pornographie; kymr. pornograffi, M., Pornographie; nir. pornografaíocht, F., Pornographie; lit. pornografija, F., Pornographie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich Menschen vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche und verwendete obszöne Darstellungen natürlich seit Entstehung von Geschlechtern vorgegebener sexueller Akte; BM.: verkaufen, ritzen; F.: Pornographie, Pornographien, Pornografie, Pornografien+FW; Z.: Por-n-o-graph-ie
porös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. porös, porig, Poren habend, durchlässig; ne. porous; Vw.: -; Hw.: s. Pore, Osteoporose; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. mlat. porōsus; E.: s. mlat. porōsus, Adj., porös, löcherig; vgl. lat. porus, Kanal, Röhre, Pore; gr. πόρος (póros), M., Durchgang, Furt; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Pore, DW 13, 2002, EWD s. u. Pore, Duden s. u. porös; Son.: vgl. nndl. poreus, Adj., porös; frz. poreux, Adj., porös; nschw. porös, Adj., porös; nnorw. porøs, Adj., porös; poln. porowaty, Adj., porös; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Lebens mögliches Poren habend und durchlässig; BM.: durchdringen; F.: porös, poröse, poröses, porösem, porösen, poröser(, porösere, poröseres, poröserem, poröseren, poröserer, porösest, poröseste, porösestes, porösestem, porösesten, porösester)+FW(+EW); Z.: por-ös
Porphyr, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Porphyr, eine Gesteinsart von dunkelroter Grundfarbe, ein feingekörntes und mit eingesprengten größeren Mineralkristallen versehenes Eruptivgestein; ne. porphyry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; E.: mhd. porfier, Sb., Porphyr; s. gr. πορφυρίτης (porphyrítēs), M., roter Granit, Porphyr; vgl. gr. πορφύρα (porphýra), F., Purpurfarbe, Purpurschnecke; weitere Herkunft unklar; L.: DW 13, 2003, EWD s. u. Porphyr, vgl. DW 13, 2002 (Porfir), Duden s. u. Porphyr; Son.: vgl. nndl. porfier, Sb., Porphyr; frz. porphyre, M., Porphyr; nschw. porfyr, Sb., Porphyr; nnorw. porfyr, M., Porphyr; poln. porfir, M., Porphyr; kymr. porffyri, M., Porphyr; nir. porfairí, F., Porphyr; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches feingekörntes und mit eingesprengten größeren Mineralkristallen versehenes Eruptivgestein; BM.: ?; F.: Porphyr, Porphyrs, Porphyres, Porphyre, Porphyren+FW; Z.: Porphyr
Porree, nhd., sw. M., (19. Jh.): nhd. Porree, Lauch; ne. leek; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. porrée; E.: s. frz. porrée, M., Porree, Lauch; lat. porrum, N., Schnittlauch, Lauch, Porree, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.); idg. pr̥so-?, Sb., Lauch, Pokorny 846 (1468/110) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. Porree, DW 13, 2003 (Porre), EWD s. u. Porree, EWAhd 6, 1467, Duden s. u. Porree; Son.: s. mhd. phorre, sw. M., Porree, Lauch; mnd. por, M., Lauch, Porree; ahd. pforro, phorro, sw. M. (n), Lauch, Porree; as. porro, sw. M. (n), Porree, Lauch; vgl. ae. porr, st. N. (a), Lauch; nndl. prei, Sb., Porree; frz. poireau, M., Porree; nschw. purjolök, Sb., Porree; nnorw. purre, M., Porree; poln. por, M., Porree; lit. poras, M., Porree; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer vielleicht schon vormenschlichen zu den Zwiebeln gehörenden Pflanze mit Doldenblüten an dem Ende eines röhrenförmigen Schaftes; BM.: Lauch; F.: Porree, Porrees+FW; Z.: Porr-ee
Porst, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Porst, Wilder Rosmarin?; ne. Dutch myrtle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. borse, bors, st. M., Porsch, Bors, Sumpf-Porst; mnd. borse, Sb., Flachsbündel, Bündel, Bose; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *pursa-, *pursaz, st. M. (a), Struppiges, Porsch; L.: Kluge s. u. Porst, fehlt DW, Duden s. u. Porst; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. pors, st. M. (a), Porst; got. -; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Heidekrautgewächsen gehörende immergrüne Pflanze (Wilder Rosmarin?) mit aromatisch nach Fichte und Pinienwald duftenden Blättern und kleinen weißen bis rötlichen Blüten; BM.: ?; F.: Porst, Porstes, Porsts, Porste, Porsten+EW; Z.: Pors-t
Port, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Port, Hafen (M.) (1), Ruheziel, Zufluchtsort; ne. port; Vw.: s. Car-; Hw.: s. Portwein; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: mhd. port (1), st. M., st. N., „Port“, Hafen (M.) (1); lat. portus, M., Hafen (M.) (1), Seeeinfahrt, Mündung, (um 450 v. Chr.); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Port, Kluge s. u. Port, DW 13, 2003, Duden s. u. Port; Son.: vgl. frz. port, M., Hafen (M.) (1); nnorw. port, M., Port; GB.: seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Sicherheit bietenden Hafen (M.) (1) oder Zufluchtsort; BM.: hinüberführen; F.: Port, Ports, Porte, Porten+FW(+EW?); Z.: Por-t
...port, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...port; ne. ...port; Vw.: s. Ex-, Im-, Rap-, Re-, Trans-; Hw.: s. portieren, …porteur; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); Son.: vgl. nndl. ...port, Suff., ...port; frz. ...port, Suff., ...port; nschw. ...port, Suff., ...port; nnorw. ...port, Suff., ...port; poln. ...port, Suff., ...port; nir. ...pórtalacha, Suff. (Pl.), ...port; lit. ...portas, Suff., ...port; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Fuhren betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: hinüberbringen; F.: ...port, ...portes, ...ports, ...porte, ...porten+FW(+EW?); Z.: -por-t
Portal, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Portal, Eingang, Zugang, Tor (N.); ne. portal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1442; I.: Lw. lat. portāle; E.: s. mhd. portāl, st. N., Portal; mnd. portāl, N., Portal, schmückender Vorbau, Umbau einer Türöffnung; lat. portāle, N., Tor (N.), Pforte; vgl. lat. porta, F., Eingang, Tor (N.), Türe, Ausgang, Zugang; idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Portal, DW 13, 2004 (Portál), EWD s. u. Portal, Duden s. u. Portal; Son.: vgl. nndl. portaal, Sb., Portal; frz. portail, M., Portal; nschw. portal, Sb., Portal; nnorw. portal, M., Portal; poln. portal, M., Portal; lit. portalas, M., Portal; GB.: seit 1442 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen baulich hervorgehobenen und repräsentativ gestalteten größeren Eingang oder Zugang an einem Gebäude; BM.: hinüberführen; F.: Portal, Portals, Portales, Portale, Portalen+FW(+EW?); Z.: Por-t-al
Portativ, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Portativ, tragbares Musikinstrument, Handorgel; ne. portative, portativ organ; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Peter Suchenwirts Werke); E.: s. mhd. portativ, st. N., Portativ, Handorgel; mnd. portātīf, portīf, portiff, portatīf, partīf, portitīf, N., Portativ, kleine tragbare Orgel; mlat. portātīvum, N., kleine Orgel; vgl. lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen, darbringen, mitnehmen, herbeitragen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: DW 13, 2005, Duden s. u. Portativ; Son.: vgl. nndl. portatief, Sb., Portativ; frz. orgue portatif, M., Portativ; nschw. portativ, Sb., Portativ; lit. portatyvas, M., Portativ; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht in dem späten 12. Jh. von Menschen entwickelte und seitdem verwendete kleine tragbare Handorgel; BM.: hinüberführen; F.: Portativ, Portativs, Portative, Portativen+FW; Z.: Por-t-at-iv
Portemonnaie, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Portemonnaie, Geldbeutel, Geldtasche, Geldbörse; ne. wallet, purse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1850; I.: Lw. frz. portemonnaie; E.: s. frz. portemonnaie, M., Portemonnaie; vgl. frz. porte, V., ich trage; frz. porter, V., tragen; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); frz. monnaie, F., Geld, Münze; lat. monēta, F., Münzstätte, gemünztes Geld, Mutter der Musen, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. monēre, V., denken machen, erinnern, mahnen, ermahnen, zu bedenken geben; idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); von Jūno Monēta in deren Tempel sich eine Münzprägestätte befand, weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Portemonnaie, fehlt DW, EWD s. u. Portemonnaie, Duden s. u. Portemonnaie; Son.: vgl. nndl. portemonnaie, Sb., Portemonnaie; nschw. portmonnä, Sb., Portemonnaie; nnorw. portemoné, M., Portemonnaie; poln. portmonetka, F., Portemonnaie; GB.: seit um 1850 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen in Vorformen vielleicht seit mehr als 5300 Jahren entwickelten und verwendeten Geldbeutel oder eine Geldtasche oder eine Geldbörse; BM.: hinüberführen, erinnern; F.: Portemonnaie, Portemonnaies+FW; Z.: Por-t-e-mon-n-ai-e
…porteur, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. …porteur, …träger; nhd. …porter; Vw.: s. Im-, Kol-; Hw.: s. …port, portieren; Q.: 19. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: s. frz. …porteur, Suff., …porteur; lat. …portātor, M., …porteur; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …porteur, Suff., …porteur; nschw. …portör, Suff., …porteur; nnorw. …portør, Suff., …porteur; poln. …porter, Suff., …porteur; nir. …pórtálai, Suff., …porteur; lit. …portuotojas, Suff., …porteur; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von das Tragen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: hinüberbringen; F.: …porteur, …porteurs, …porteure, …porteuren+FW; Z.: -por-t-eur
Portier, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Portier, Pförtner, Türhüter; ne. porter, janitor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1325-1330 (Schachgedicht Heinrich von Beringen); E.: mhd. portier, st. M., Portier, Pförtner, Torwächter, siebenter vende im Schachspiel; mnd. pōrtære* (1), pōrter, pūrter, M., Pförtner, Torwächter; vgl. mhd. porte, st. F., sw. F., „Porte“, Pforte, Tor (N.), Öffnung, Mündung; lat. porta, F., Eingang, Tor (N.), Tür, (204-169 v. Chr.); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Portier, DW 13, 2005, EWD s. u. Portier, Duden s. u. Portier; Son.: vgl. nndl. portier, Sb., Portier; frz. portier, M., Portier; nschw. portier, Sb., Portier; nnorw. portier, M., Portier; poln. portier, M., Portier; kymr. porthor, M., Portier; GB.: seit 1325-1330 belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Türhüter; BM.: hinüberführen; F.: Portier, Portiers, Portiere, Portieren+FW; Z.: Por-t-ier
$Portiere, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Portiere, Vorhang vor einer Türe; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Portiere; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Vorhang vor einer Türe; F.: Portiere, Portieren+FW; Z.: Por-t-ier-e
portieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. portieren, tragen, aufstellen, nennen; ne. port (V.), nominate; Vw.: s. ap-, de-, ex-, im-, kol-, rap-, trans-; Hw.: s. Portier, ...port, …porteur; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. porter; E.: s. frz. porter, V., portieren, tragen; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW, Duden s. u. portieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für tragen; BM.: hinüberbringen; F.: portieren, portiere (!), portierst, portiert, portierest, portieret, portierte, portiertest, portierten, portiertet, ##portiert, portierte, portiertes, portiertem, portierten, portierter##, portierend, ###portierend, portierende, portierendes, portierendem, portierenden, portierender###, portier (!)+FW(+EW?); Z.: por-t-ier-en
Portion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Portion, bestimmte abgemessene Menge, Teil; ne. portion (N.); Vw.: s. Pro-; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. portio; E.: fnhd. Portz, F., Portion; mnd. portiōn, F., „Portion“, Teil, Anteil eines Ganzen, Zuwendung an Geistliche; mnd. portie (1), porcie, porszie, F., „Portion“, Teil, Anteil eines Ganzen, Zuwendung an Geistliche; lat. portio, F., Abteilung, Teil, Anteil, Verhältnis, Proportion, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Portion, DW 13, 2005, EWD s. u. Portion, Duden s. u. Portion; Son.: vgl. nndl. portie, Sb., Portion; frz. portion, F., Portion; nschw. portion, Sb., Portion; nnorw. porsjon, M., Portion; poln. procja, F., Portion; lit. porcija, F., Portion; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte abgemessene Menge oder einen Teil; BM.: bringen; F.: Portion, Portionen+FW; Z.: Por-t-io-n
…portional, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. proportional, anteilig; ne. …portional; Vw.: s. pro-; Hw.: s. Portion; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. portiōnālis, Adj. partikulär (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. portio, F., Abteilung, Teil, Anteil, Verhältnis, Proportion; vgl. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …portioneel, Suff., …portional; frz. …portionnel, Suff., …portional; nschw. …portionell, Suff., …portional; nnorw. …porsjonal, Suff., …portional; poln. …porcjonalny, Suff., …portional; lit. …porcingai, Suff., …portional; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von einen Anteil betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: bringen; F.: ...portional, ...portionale, ...portionales, ...portionalem, ...portionalen, ...portionaler(, ...portionalere, ...portionaleres, ...portionalerem, ...portionaleren, ...portionalerer, ...portionalst, ...portionalste, ...portionalstes, ...portionalstem, ...portionalsten, ...portionalster)+FW(+EW?); Z.: -por-t-io-n-al
Porto, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Porto, Postgeld, Beförderungsgebühr; ne. postage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. porto; E.: s. it. porto, M., Porto, Tragen (N.); vgl. it. portare, V., tragen; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Porto, DW 13, 2006, EWD s. u. Porto, Duden s. u. Porto; Son.: vgl. nndl. porto, port, Sb., Porto; frz. port, M., Tragen; nschw. porto, N., Porto; nnorw. porto, M., Porto; poln. porto, Sb., Porto; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das beispielsweise der Post für die Beförderung eines Briefes oder Pakets geschuldete Geld oder Entgelt (Beförderungsgebühr); BM.: hinüberführen; F.: Porto, Portos+FW; Z.: Por-t-o
Porträt, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Porträt, Gemälde eines Menschen, Darstellung eines Menschen; ne. portrait; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. *portrēt?, N., Porträt; s. afrz. portrait, M., Bild; vgl. frz. portraire, V., bilden, entwerfen, darstellen; lat. prōtrahere, V., hinziehen, hinschleppen, mit Gewalt hinbringen, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Porträt, DW 13, 2006, EWD s. u. Porträt; Duden s. u. Porträt; Son.: vgl. nndl. portret, Sb., Porträt; frz. portrait, M., Porträt; nschw. porträtt, N., Porträt; nnorw. portrett, N., Porträt; poln. portret, M., Porträt; kymr. portread, M., Porträt; nir. portráid, F., Porträt; lit. portretas, M., Porträt; GB.: seit 17. Jh. für das Mittelniederdeutsche erschließbare und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Bild und Schrift mögliche bildliche oder schriftliche Darstellung eines Menschen oder einer sonstigen Gegebenheit; BM.: vorwärts, ziehen; F.: Porträt, Porträts+FW; Z.: Por-trä-t
$porträtieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. porträtieren, malen, darstellen; E.: s. Porträt, s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Porträt, DW 13, 2007, EWD s. u. Porträt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Porträt und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bildern mögliches einen Menschen oder eine sonstige Gegebenheit malen oder darstellen; F.: porträtieren, porträtiere, porträtierst, porträtiert, porträtierest, porträtieret, porträtierte, porträtiertest, porträtierten, porträtiertet, ##porträtiert, porträtierte, porträtiertes, porträtiertem, porträtierten, porträtierter##, porträtierend, ###porträtierend, porträtierende, porträtierendes, porträtierendem, porträtierenden, porträtierender###, porträtier (!)+FW; Z.: por-trä-t-ier-en
Portwein, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Portwein, ein Dessertwein; ne. port wine, port (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: das Vorderglied stammt von dem ON Porto, von lat. portus, M., Hafen (M.) (1), Seeeinfahrt, Mündung, (um 450 v. Chr.); idg. *pertu-, *portu-, Sb., Durchgang, Furt, Pokorny 817; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Wein; L.: DW 13, 2007, Duden s. u. Portwein; Son.: oft abgekürzt zu Port; vgl. nndl. portwijn, Sb., Portwein; frz. porto, M., Portwein; nschw. portvin, N., Portwein; nnorw. portvin, M., Portwein; poln. portwajn, M., Portwein; kymr. port, M., Portwein; nir. pórt, M., Portwein; lit. portveinas, M., Portwein; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Port(o) und Wein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen gekelterten lange meist in Eichenfässern gelagerten schweren Wein aus Porto in Portugal; BM.: ON (nach der Herkunft des Weines); F.: Portwein, Portweins, Portweines, Portweine, Portweinen+FW(+EW?); Z.: Por-t—wei-n
Porzellan, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Porzellan, eine feine Keramik aus einem zerbrechlichen weißen Werkstoff; ne. porcelain (N.), china (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1477; I.: Lw. it. porcellana; E.: s. it. porcellana, F., Porzellanschnecke, Kaurischnecke, Porzellan; vgl. it. porcellano, M., weibliches Geschlechtsorgan; vgl. lat. porcus (1), Schwein, zahmes Schwein; idg. *pork̑os, Sb., Wühler, Schwein, Pokorny 841 (1453/95) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *perk̑- (3), *pr̥k̑-, V., Sb., reißen, wühlen, kratzen, Furche, Pokorny 821 (1410/52) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Porzellan, Kluge s. u. Porzellan, DW 13, 2007 (Porzellán), EWD s. u. Porzellan, Duden s. u. Porzellan; Son.: vgl. nndl. porselein, Sb., Porzellan; frz. porcelaine, F., Porzellan; nschw. porslin, N., Porzellan; nnorw. porselen, N., Porzellan; poln. porcelana, F., Porzellan; kymr. porslen, M., Porzellan; nir. poirceallán, M., Porzellan; lit. porcelianas, M., Porzellan; GB.: seit 1477 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit ungefähr 600 n. Chr. aus einem Kaolin-Feldspat-Quarz-Gemisch durch Brennen und Glasieren hergestellte feine Keramik; BM.: Schwein; F.: Porzellan, Porzellans, Porzellane, Porzellanen+FW(+EW?); Z.: Porz-el-l-an
Posaune, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Posaune, ein größeres Blechblasinstrument; ne. trombone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. mhd. busīne, busūne, posunne, pusīne, st. F., sw. F., Posaune; mnd. bosūne*, bosune, F., Posaune, Blasinstrument; mfrz. buisine, F., Horn, Waldhorn; lat. bucina, F., Horn, Waldhorn, Hirtenhorn, Kuhhorn; vgl. lat. bōs, F., Rind, Kuh, Ochse; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Posaune, Kluge s. u. Posaune, DW 13, 2009, EWD s. u. Posaune, Duden s. u. Posaune; Son.: vgl. nndl. bazuin, Sb., Posaune; nschw. basun, Sb., Posaune; nnorw. basun, M., Posaune; poln. puzon, M., Posaune; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon in (dem Neuen Testament) der Bibel des Christentums erwähntes von Menschen ab 1450 aus der Zugtrompete entwickeltes und verwendetes größeres Blechblasinstrument mit kesselförmigem Mundstück und dreiteiliger doppelt U-förmig gebogener sehr langer enger Schallröhre die durch einen ausziehbaren Mittelteil in der Länge veränderbar ist so dass Töne verschiedener Höhe hervorgebracht werden können; BM.: Kuh, singen; F.: Posaune, Posaunen+FW; Z.: Po-s-aun-e
$posaunen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. posaunen, Posaune blasen; Vw.: s. aus-; L.: Kluge s. u. Posaune, DW 13, 2010, EWD s. u. Posaune; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Posaun(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Posaune blasen oder laut mitteilen; F.: posaunen (!), posaune (!), posaunst, posaunt, posaunest, posaunet, posaunte, posauntest, posaunten, posauntet, ##posaunt, posaunte, posauntes, posauntem, posaunten, posaunter##, posaunend, ###posaunend, posaunende, posaunendes, posaunendem, posaunenden, posaunender###, posaun (!)+FW+EW; Z.: po-s-aun-en
$Posaunenbläser, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Posaunenbläser, Posaunenspieler, Posaunist; L.: DW 13, 2010, EWD s. u. Posaune; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Posaun(e) und en (Suff.) sowie Bläser gebildete Bezeichnung für einen Posaunenspieler oder Posaunisten; F.: Posaunenbläser, Posaunenbläsers, Posaunenbläsern+FW+EW; Z.: Po-s-aun-en—blä-s-er
$Posaunist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Posaunist, Posaunenbläser, Posaunenspieler, DW 13, 2011; L.: Kluge s. u. Posaune, DW 13, 2010, EWD s. u. Posaune; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Posaun(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen Posaunenbläser oder Posaunenspieler; F.: Posaunist, Posaunisten+FW(+EW?); Z.: Po-s-aun-ist
Pose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pose, gekünstelte Körperhaltung; ne. pose (N.); Vw.: -; Hw.: s. posieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. pose; E.: s. frz. pose, F., Stellung; vgl. frz. poser, V., legen, stellen; lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pose, DW 13, 2012?, EWD s. u. Pose, Duden s. u. Pose; Son.: vgl. nndl. pose, Sb., Pose; nschw. pose, Sb., Pose; nnorw. pose, M., Pose; poln. poza, F., Pose; lit. poza, F., Pose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine auf Wirkung abzielende oft gekünstelte Körperhaltung eines Menschen oder vielleicht auch eines Tieres; BM.: senden bzw. werfen; F.: Pose, Posen+FW; Z.: Po-s-e
$posen, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. posen, sich zu einer Schau stellen, eine gekünstelte Körperhaltung einnehmen, posieren; L.: Kluge s. u. Pose, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Pos(e) und en (Suff.) gebildete und mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches sich zu einer Schau stellen; F.: posen (!), pose (!), posst (!), post (!), posest, poset, poste, postest, posten, postet, gepost, ##gepost, geposte, gepostes, gepostem, geposten, geposter##, posend, ###posend, posende, posendes, posendem, posenden, posender###, pos (!)+EW; Z.: po-s-en
posieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. posieren, posen, sich zu einer Schau stellen,sich präsentieren, eine Pose einnehmen; ne. pose (V.); Vw.: -; Hw.: s. Pose; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. poser; E.: s. frz. poser, V., posieren; lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten, (um 235-200 v. Chr.); lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pose, fehlt DW, Duden s. u. posieren; Son.: vgl. nndl. poseren, V., posieren; nschw. posera, V., posieren; nnorw. posere, V., posieren; poln. pozować, V., posieren; lit. pozuoti, V., posieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches sich zu einer Schau stellen oder eine Pose einnehmen; BM.: senden bzw. werfen; F.: posieren, posiere, posierst, posiert, posierest, posieret, posierte, posiertest, posierten, posiertet, ##posiert, posierte, posiertes, posiertem, posierten, posierter##, posierend, ###posierend, posierende, posierendes, posierendem, posierenden, posierender###, posier (!)+FW(+EW); Z.: po-s-ier-en
Position, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Position, Lage, Stelle, Stellung; ne. position; Vw.: s. Ap-, Dis-, Ex-, Indis-, Kom-, Op-, Prä-, Trans-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. positio; E.: s. mnd. positiōn, F., Position, Darlegung eines Standpunkts; mnd. positie, posicie, F., Position, Darlegung eines Standpunkts, Darlegung der Stellung; lat. positio, F., Setzen, Stellen, Aufgabe, Thema, Herablassen, Niederschlag, Lage, Stellung, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Position, DW 13, 2012, Duden EWD s. u. Position, s. u. Position; Son.: vgl. nndl. positie, Sb., Position; frz. position, F., Position; nschw. position, Sb., Position; nnorw. posisjon, M., Position; poln. pozycja, F., Position; lit. pozicija, F., Position; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früh mögliche Stelle innerhalb einer Institution oder eines Betriebes oder einer vorgegebenen Ordnung oder für eine bestimmte räumliche Lage sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für eine Beschreibung einer Lage oder Stelle oder Stellung; BM.: setzen bzw. senden; F.: Position, Positionen+FW(+EW); Z.: Po-s-it-io-n
$positionell, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. positionell, Position betreffend; E.: s. Position, s. ell; L.: Kluge s. u. Position, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Position und ell gebildete Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches eine Position betreffend; F.: positionell, positionelle, positionelles, positionellem, positionellen, positioneller+FW; Z.: po-s-it-io-n-ell
positiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. positiv, zustimmend, erfreulich, wünschenswert; ne. positive; Hw.: s. Dia-; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. positīvus; E.: lat. positīvus, Adj., gesetzt, gegeben, (370-380 n. Chr.); vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. positiv, DW 13, 2012, EWD s. u. positiv, Duden s. u. positiv; Son.: vgl. nndl. positief, Adj., positiv; frz. positif, Adj., positiv; nschw. positiv, Adj., positiv; nnorw. positiv, Adj., positiv; poln. pozytywny, Adj., positiv; lit. pozityvus, Adj., positiv; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zustimmend oder erfreulich oder wünschenswert; BM.: vorwärts, senden; F.: positiv, positive, positives, positivem, positiven, positiver(, positivere, positiveres, positiverem, positiveren, positiverer, positivst, positivste, positivstes, positivstem, positivsten, positivster)+FW(+EW?); Z.: po-s-it-iv
$Positiv (1), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Positiv; Q.: Ende 19. Jh.; Vw.: s. Dia-; L.: (DW 13, 2012,) EWD s. u. positiv; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und mit positiv verbindbare Bezeichnung in Gegensatz zu Negativ; F.: Positiv, Positivs, Positives, Positive, Positiven+FW(+EW?); Z.: Po-s-it-iv
$Positiv (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Positiv, Grundform (des Adjektivs); Hw.: s. Komparativ, s. Superlativ; L.: EWD s. u. positiv(, DW 13, 2011); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die (von dem Komparativ und Superlativ verschiedene) Grundform des Adjektivs wie beispielsweise arm oder gelangweilt oder gut oder klug oder verharmlosend; F.: Positiv, Positivs, Positives, Positive, Positiven+FW(+EW?); Z.: Po-s-it-iv
Positur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Positur, Stellung, Lage, Körperhaltung; ne. posture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. positūra; E.: s. lat. positūra, F., Stellung, Lage, (96-55 v. Chr.); vgl. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Positur, DW 13, 2012, EWD s. u. Positur, Duden s. u. Positur; Son.: vgl. nndl. postuur, Sb., Positur; frz. posture, F., Positur; nschw. positur, Sb., Positur; nnorw. positur, M., Positur; poln. postawa, F., Positur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bewusst eingenommene Stellung oder Lage oder Körperhaltung (eines Lebewesens); BM.: setzen; F.: Positur, Posituren+FW; Z.: Po-s-it-ur
Posse, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Posse, Posz, Possen, lustiges Ding, Scherz, Spaß, Streich, Schabernack, derbkomisches volkstümliches Bühnenstück; ne. farce, burlesque; Vw.: -; Hw.: s. putzig; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. posse, sw. F., sw. M., Streich, Posse; mnd. posse, mnd.?, M., Posse, Streich; mnd. bosse (1), botze, mnd.?, F., Posse; mnd. pusse, putse, puts, putze, M., belustigende Handlung, Unfug, Posse; as. bôsa*, st. F. (ō), Posse, nichtswürdiges Zeug; frz. bosse, F., Erhabenheit, Beule; gallorom. *bottia, F., Beule; frk. *bottja, Sb., Spross; vgl. frk. *bōtan, V., ausschlagen; germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Posse, Kluge s. u. Posse, DW 13, 2013, EWD s. u. Possen, EWAhd 2, 270, Duden s. u. Posse, Bluhme s. u. Posse; GB.: seit 1276-1318 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verfasstes derbkomisches volkstümliches Bühnenstück; BM.: schlagen; F.: Posse, Possen+FW; Z.: Po-ss-e
$Possen, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Possen, Posse; E.: s. Possen; L.: DW 13, 2013, EWD s. u. Possen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verfasstes derbkomisches volkstümliches Bühnenstück; F.: Possen+FW; Z.: Po-ss-en
$Possenspiel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Possenspiel; E.: s. Possen, s. Spiel; L.: DW 13, 2015, EWD s. u. Possen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Possen und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen verfasstes derbkomisches volkstümliches Bühnenstück oder ein derbkomisches Spiel unter Menschen; F.: Possenspiel, Possenspieles, Possenspiels, Possenspiele, Possenspielen+FW+EW; Z.: Po-ss-en—spiel
$Possenreißer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Possenreißer, Verursacher von Possen; E.: s. Possen, s. Reißer; L.: DW 13, 2015, EWD s. u. Possen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Possen und Reißer gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verursacher von Possen; F.: Possenreißer, Possenreißers, Possenreißern+FW+EW; Z.: Po-ss-en—rei-ß-er
possessiv, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. possessiv, besitzanzeigend; ne. possessive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. possessīvus; E.: s. lat. possessīvus (1), Adj., Besitz anzeigend, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. possidēre, V., besitzen, im Besitz haben, innehaben, besetzt halten; lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. possessiv, fehlt DW, Duden s. u. possessiv; Son.: vgl. nndl. possessief, Adj., possessiv; frz. possessif, Adj., possessiv; nschw. possessiv, Adj., possessiv; nnorw. possessiv, Adj., possessiv; poln. posesywny, Adj., possessiv; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für besitzanzeigend oder beherrschen wollend; F.: possessiv, possessive, possessives, possessivem, possessiven, possessiver(, possessivere, possessiveres, possessiverem, possessiveren, possessiverer, possessivst, possessivste, possessivstes, possessivstem, possessivsten, possessivster)+FW(+EW?); Z.: po-s-sess-iv
$possierlich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. possierlich, drollig, niedlich; E.: s. Poss(e), s. ier, s. lich; L.: Kluge s. u. Posse, possierlich, DW 13, 2017, EWD s. u. Possen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Poss(e) und ier sowie lich gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen mögliches drollig oder niedlich; F.: possierlich, possierliche, possierliches, possierlichem, possierlichen, possierlicher(, possierlichere, possierlicheres, possierlicherem, possierlicheren, possierlicherer, possierlichst, possierlichste, possierlichstes, possierlichstem, possierlichsten, possierlichster)+FW+EW; Z.: po-ss-ier-lich
Post, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Post, Nachrichtenbeförderung; ne. post (N.); Vw.: -; Hw.: s. Posting; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. post (2), F., Post, Nachrichtenbeförderung durch wechselnde reitende Boten, Botenstation, Poststation; it. posta, F., festgelegter Ort“, Wechselstation des frühen Postwesens an denen Boten und Pferde gewechselt wurden; vgl. lat. positus, Adj., festgelegt; lat. pōnere, V., setzen, stellen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Post, Kluge s. u. Post, DW 13, 2021, EWD s. u. Post, Duden s. u. Post, Bluhme s. u. Post; Son.: vgl. nndl. post, Sb., Post; frz. poste, F., Post; nschw. post, Sb., Post; nnorw. post, M., Post; poln. poczta, F., Post; kymr. post, M., Post; nir. post, M., Post; lit. paštas, M., Post; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Nachrichtenbeförderung oder ein von Menschen nach Vorläufern in dem Altertum um 1500 eingerichtetes Dienstleistungsunternehmen zu einer möglichst zuverlässigen Beförderung von Briefen und Paketen sowie Geldsendungen; BM.: vorwärts, senden; F.: Post, Posten+FW; Z.: Po-s-t
post..., nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. hinter, nach, post...; ne. post…; Vw.: s. -skript; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. lat. post, Adv., Präp., hinten, hinter, hintennach, hernach, nachher, zuletzt, nach, (um 450 v. Chr.); idg. *posti, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841; s. idg. *pos-, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841 (1454/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. post-, Duden s. u. post-; Son.: s. Postskriptum; vgl. nndl. post…, Präf., post…; frz. post…, Präf., post…; nschw. post…, Präf., post…; nnorw. post…, Präf., post…; poln. post…, Präf., post…; lit. post…, Präf., post…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung um etwas hinter oder nach oder danach Geschehenes oder Geschehendes anzuzeigen; BM.: hinter bzw. nach; F.: post…+FW; Z.: pos-t-
$postalisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. postalisch, Post betreffend; E.: s. Post, s. al, s. isch; L.: EWD s. u. Post, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Post und al sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Post mögliches die Post betreffend oder durch Post erfolgend; F.: postalisch, postalische, postalisches, postalischem, postalischen, postalischer+FW(+EW); Z.: po-s-t-al-isch
Postament, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Postament, Unterbau, Sockel; ne. pedestal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. it. postare, V., histellen; vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Postament, DW 13, 2021, Duden s. u. Postament; Son.: vgl. nndl. postament, Sb., Postament; nschw. postament, Sb., Postament; nnorw. postament, N., Postament; poln. postument, Sb., Postament; lit. postamentas, M., Postament; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen errichteten Unterbau oder einen Sockel; BM.: vorwärts, senden; F.: Postament, Postaments, Postamentes, Postamente, Postamenten+FW; Z.: Po-st-am-ent
$Postamt, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Postamt; E.: s. Post, s. Amt; L.: EWD s. u. Post, DW 13, 2021; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Post und Amt gebildete Bezeichnung für die einzelne örtliche Dienststelle der Post; F.: Postamt, Postamtes, Postamts, Postämter, Postämtern+FW(+EW?); Z.: Po-s-t—am-t
$Postanweisung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Postanweisung; E.: s. Post, s. Anweisung; L.: EWD s. u. Post, DW 13, 2021; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Post und Anweisung gebildete Bezeichnung für eine von der Post auszuführende Geldanweisung; F.: Postanweisung, Postanweisungen+FW+EW; Z.: Po-s-t—an—wei-s-ung
$Postbote, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Postbote, Briefträger, Postzusteller; E.: s. Post, s. Bote; L.: EWD s. u. Post, DW 13, 2022; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Post und Bote gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung der Post möglichen Boten oder Zusteller einer einzelnen Postsendung; F.: Postbote, Postboten+FW+EW; Z.: Po-s-t—bot-e
Posten, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Posten, Kontrollstelle, Teil einer Gesamtmenge; ne. post (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. it. posta; E.: s. it. posta, Adj., festgesetzt; vgl. lat. positus (1), Adj., gesetzt, gestellt, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Posten, DW 13, 2021 (Post), EWD s. u. Posten 1, Posten 2, Duden s. u. Posten; Son.: vgl. nndl. post, Sb., Posten; frz. poste, M., Posten; nschw. post, Sb., Posten; nnorw. post, M., Posten; kymr. post, M., Posten; kymr. postyn, M., Posten; nir. post, M., Posten; lit. postas, M., Posten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Kontrollstelle oder berufliche Stellung oder eine Stelle die man während eines bestimmten Zeitraums nicht verlassen darf oder auch einen Teil einer Gesamtmenge; BM.: vorwärts, setzen; F.: Posten, Postens+FW; Z.: Po-s-t-en
Poster, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Poster, Plakat; ne. poster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1960-1970; I.: Lw. ne. poster; E.: s. ne. poster, N., Poster; vgl. ne. post, V., an einem Pfosten anschlagen; ne. post, N., Pfosten, Pfahl; lat. postis, M., Pfosten, Pfeiler, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813?; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810? (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *stā-, *stə-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Poster, fehlt DW, EWD s. u. Poster, Duden s. u. Poster; Son.: vgl. nndl. poster, Sb., Poster; frz. poster, M., Poster; nschw. poster, Sb., Poster; nnorw. poster, M., Poster; kymr. poster, M., Poster; nir. póestaer, M., Poster; GB.: seit 1960-1970 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen hergestelltes und zu einer Verschönerung von Wänden aufgehängtes Plakat; BM.: vorwärts, stellen; F.: Poster, Posters, Postern+FW; Z.: Po-st-er
posthum, nhd., Adj.: nhd. posthum; Vw.: s. postum
postieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. postieren, aufstellen, aufbauen; ne. post (V.), position (V.); Vw.: -; Hw.: s. Posten; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. poster; E.: s. frz. poster, V., postieren; vgl. lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Posten, DW 13, 2028, EWD s. u. Posten 1, Duden s. u. postieren; Son.: vgl. nschw. postera, V., postieren; nnorw. postere, V., postieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufstellen oder aufbauen; BM.: vorwärts, senden; F.: postieren, postiere, postierst, postiert, postierest, postieret, postierte, postiertest, postierten, postiertet, ##postiert, postierte, postiertes, postiertem, postierten, postierter##, postierend, ###postierend, postierende, postierendes, postierendem, postierenden, postierender###, postier (!)+FW(+EW?); Z.: po-s-t-ier-en
Postille, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Postille, Predigtbuch; ne. postil, sheet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. postille (1), postelle, postile, F., Postille, Predigtsammlung, Schriftstück das verschiedene Sachverhalte erläutert und zusammenfasst, geistliche Schrift, Predigtsammlung über die Evangelien und ihre Auslegung; mlat. postilla, Sb., Postille; s. lat. post illa verba sacrae scripturae, „nach diesen Worten der Heiligen Schrift“ (üblicher Anfang der Predigt nach dem zuvor verlesenen Text); lat. post, Adv., Präp., hinten, hinter, hintennach, hernach, nachher, zuletzt, nach, (um 450 v. Chr.); idg. *posti, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841; s. idg. *pos-, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841 (1454/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., balt., slaw.); lat. ille, Dem.-Pron., jener, jener Wohlbekannte, jener Berühmte; von einem *is-le; L.: Kluge s. u. Postille, DW 13, 2029, Duden s. u. Postille; Son.: vgl. nndl. postille, Sb., Postille; nschw. postilla, Sb., Postille; nnorw. postill, M., Postille; nisl. pistlla, F., Postille; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen verfasstes religiöses Erbauungsbuch oder Predigtbuch und davon abgeleitet für eine eine bestimmte Gruppe ansprechende oder eine bestimmte Thematik behandelnde Zeitschrift; BM.: hinter; F.: Postille, Postillen+FW(+EW); Z.: Po-s-t-il-l-e
Postillion, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Postillion, Kutscher einer Postkutsche; ne. postilion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. postillon; E.: s. frz. postillon, M., Postillion; it. postiglione, M., Postillion; vgl. it. posta, F., festgelegter Ort, Wechselstation des frühen Postwesens an denen Boten und Pferde gewechselt wurden; vgl. lat. positus, Adj., festgelegt; lat. pōnere, V., setzen, stellen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Postillion, DW 13, 2029, EWD s. u. Postillion, Duden s. u. Postillion; Son.: vgl. nndl. postiljon, Sb., Postillion; nschw. postiljon, Sb., Postillion; nnorw. postiljong, M., Postillion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit dieser Zeit möglichen Kutscher einer Postkutsche; BM.: vorwärts, senden; F.: Postillion, Postillions, Postillione, Postillionen+FW; Z.: Po-s-t-il-l-on
Posting, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Posting, Beitrag in einem Onlineforum; ne. posting (N.); Vw.: -; Hw.: s. Post; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. posting; E.: s. ne. posting, N., Posting, Aushang, Entsendung; vgl. ne. post, V., senden; vgl. frz. poste, F., Post; it. posta, F., festgelegter Ort, Wechselstation des frühen Postwesens an denen Boten und Pferde gewechselt wurden; vgl. lat. positus, Adj., festgelegt; lat. pōnere, V., setzen, stellen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Posting; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen und Italienischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verfassten Beitrag (zu einer Veröffentlichung) in einem Onlineforum( oder Onlinemedium); BM.: vorwärts, senden; F.: Posting, Postings+FW; Z.: Po-s-t-ing
$Postkarte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Postkarte; Vw.: s. Feld-; Q.: 1869; E.: s. Post, s. Karte; L.: DW 13, 2030, EWD s. u. Post; GB.: seit 1869 zunächst in Österreich-Ungarn und 1870 in dem Gebiet des Norddeutschen Bundes belegte und aus Post und Karte gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von der Post für die Versendung einer kürzeren Mitteilung entwickelte und (bis 2025) von Nutzern gegen Zahlung einer (etwas geringeren) Beförderungsgebühr verwendbare standardisierte Karte ohne einen bei Briefen üblichen Umschlag; F.: Postkarte, Postkarten+FW(+EW?); Z.: Po-s-t—kart-e
$postlagernd, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. postlagernd; Q.: 1875; E.: s. Post, s. lagernd; L.: DW 13, 2032 EWD s. u. Post; GB.: seit 1875 belegte und nach frz. poste restante aus Post und lagernd gebildete Bezeichnung für eine Postsendung die dem Empfänger nicht an eine Adresse zugestellt sondern bei einem dem Empfänger bekannten Postamt für den Empfänger bis zu einer Abholung gelagert werden soll; F.: postlagernd, postlagernde, postlagerndes, postlagerndem, postlagernden, postlagernder+FW+EW; Z.: po-s-t—lag-er-n-d
$Postmeister, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Postmeister; Q.: 1489; I.: Lüs. it. maestro delle poste; E.: s. Post, s. Meister; L.: DW 13, 2032, EWD s. u. Post; GB.: seit 1489 belegte und nach italienisch maestro delle poste aus Post und Meister gebildete Bezeichnung für einen Leiter eines Postwesens; F.: Postmeister, Postmeisters, Postmeistern+FW; Z.: Po-s-t—mei-st-er
Postskript, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Postskript, Postskriptum, Nachsatz; ne. postscript; Vw.: -; Hw.: s. Postskriptum; Q.: 16. Jh.; E.: ?s. lat. postscrīptum, N., Nachgeschriebenes; vgl. lat. postscrībere, V., hinter etwas schreiben, im Schreiben nachsetzen; lat. post, Adv., Präp., hinten, hinter, hintennach, hernach, nachher, zuletzt, nach, (um 450 v. Chr.); idg. *posti, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841; s. idg. *pos-, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841 (1454/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., balt., slaw.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Postskript, Duden s. u. Postskript; Son.: vgl. frz. post-scriptum, M., Postskript; nschw. postscriptum, Sb., Postskript; nnorw. postskriptum, N., Postskript; poln. postscriptum, Sb., Postskript; lett. post scriptum, M., Postskript; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (postscribere) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Nachtrag unter etwas von Menschen Geschriebenem; BM.: nach, schneiden; F.: Postskript, Postskripts, Postskripte, Postskripten+FW+EW; Z.: Pos-t-skri-p-t
Postskriptum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Postskriptum, Postskript, Nachsatz; ne. postscript; Vw.: -; Hw.: s. Postskript; Q.: 16. Jh.; E.: ? s. lat. postscrīptum, N., Nachgeschriebenes; vgl. lat. postscrībere, V., hinter etwas schreiben, in einem Schreiben nachsetzen; lat. post, Adv., Präp., hinten, hinter, hintennach, hernach, nachher, zuletzt, nach, (um 450 v. Chr.); idg. *posti, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841; s. idg. *pos-, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841 (1454/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., balt., slaw.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: EWD s. u. Postskript, Duden s. u. Postskript; Son.: vgl. frz. post-scriptum, M., Postskript; nschw. postscriptum, Sb., Postskript; nnorw. postskriptum, N., Postskript; poln. postscriptum, Sb., Postskript; lett. post scriptum, M., Postskript; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (postscribere) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nachtrag unter etwas von Menschen Geschriebenem; BM.: nach, schneiden; F.: Postskriptum, Postskriptums, Postskripte, Postskripten+FW; Z.: Pos-t-skri-p-t-um
Postulat, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Postulat, sittliche Forderung, Verlangen; ne. postulate (N.); Vw.: -; Hw.: s. postulieren; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. pōstulātum; E.: s. lat. pōstulātum, N., Verlangtes, Gefordertes, Forderung, Gesuch, Klagegesuch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pōscere, V., haben wollen (V.), verlangen, fordern, erheischen; idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. postulieren, fehlt DW, EWD s. u. postulieren, Duden s. u. Postulat; Son.: vgl. nndl. postulaat, Sb., Postulat; frz. postulat, M., Postulat; nschw. postulat, N., Postulat; nnorw. postulat, N., Postulat; poln. postulat, M., Postulat; lit. postulatas, M., Postulat; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für etwas was von einem bestimmten Standpunkt aus oder aufgrund bestimmter Umstände erforderlich oder unabdingbar erscheint oder eine Forderung oder ein Verlangen; BM.: bitten; F.: Postulat, Postulats, Postulates, Postulate, Postulaten+FW(+EW); Z.: Pos-t-ul-at
postulieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. postulieren, verlangen, fordern; ne. postulate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Postulat; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. pōstulāre; E.: s. mnd. pōstulēren, pōstulīren, sw. V., in ein Amt einsetzen, einen geistlichen Würdenträger entgegen den Vorschriften des kanonischen Rechts in sein Amt einsetzen oder wählen; lat. pōstulāre, V., verlangen, begehren, fordern, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. pōscere, V., haben wollen (V.), verlangen, fordern, erheischen; idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. postulieren, DW 13, 2036, EWD s. u. postulieren, Duden s. u. postulieren; Son.: vgl. nndl. postuleren, V., postulieren; frz. postuler, V., postulieren; nschw. postulera, V., postulieren; nnorw. postulere, V., postulieren; poln. postulować, V., postulieren; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verlangen oder fordern; BM.: bitten; F.: postulieren, postuliere, postulierst, postuliert, postulierest, postulieret, postulierte, postuliertest, postulierten, postuliertet, ##postuliert, postulierte, postuliertes, postuliertem, postulierten, postulierter##, postulierend, ###postulierend, postulierende, postulierendes, postulierendem, postulierenden, postulierender###, postulier (!)+FW(+EW); Z.: pos-t-ul-ier-en
postum, posthum, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. postum, posthum, nach dem Tode eintretend; ne. posthumous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. postumus; E.: s. lat. postumus (1), Adj., letzte, nach dem Tode eintretend, nach dem Tode erfolgend, nachgeboren, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. post, Adv., Präp., hinten, hinter, hintennach, hernach, nachher, zuletzt, nach, seit; idg. *posti, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841; s. idg. *pos-, Präp., bei, hinter, nach, Pokorny 841 (1454/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. postum, fehlt DW, EWD s. u. postum, Duden s. u. postum; Son.: vgl. nndl. postuum, Adj., postum; frz. posthume, Adj., postum; nschw. postum, Adj., postum; nnorw. posthum, Adj., postum; GB.: seit der mittleren Neuzeit (Ende 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für etwas nach dem Tode eines Menschen eintretend oder erfolgend; BM.: hinter; F.: postum, postume, postumes, postumem, postumen, postumer, posthum, posthume, posthumes, posthumem, posthumen, posthumer+FW(+EW?); Z.: pos-t-um
$postwendend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. postwendend, sofortig; E.: s. Post, s. wendend; L.: Kluge s. u. postwendend, DW 13, 2037, EWD s. u. Post; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus mit zeitgleicher Wendung (Beantwortung) der jeweils erhaltenen Post gebildete Bezeichnung für sofortig; F.: postwendend+FW+EW; Z.: pos-t-we-nd-end
Pot (1), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pot (M.), Topf, Kasse, Gefäß; ne. pot (N.) (1); Vw.: s. Jack-, -pourri; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. pot; E.: s. ne. pot, N., Topf, Einsatz; ae. pott, st. M. (a), Topf; germ. *putta, Sb., Topf; lat. *pottus, mlat.-kelt. pottus, potus, M., Topf; vgl. idg. *pōi- (1), *pō-, *pī-, (*pəi-?), V., hüten, schützen, bedecken, Pokorny 839? (1450/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pot; Son.: vgl. nndl. pot, Sb., Pot (M.), Topf; frz. pot. M., Pot (M.), Topf; nschw. pott, Sb., Pot (M.), Summe der Einsätze; nnorw. potte, M., F., Pot (M.), Topf; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Topf oder Kasse oder Gefäß und davon abgeleitet für die Summe aller Einsätze bei einem Glücksspiel; BM.: Topf; F.: Pot, Potes, Pots+FW; Z.: Po-t
Pot (2), nhd., N., (20. Jh.): nhd. Pot (N.), Marihuana; ne. pot (N.) (2), weed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pot; E.: s. ne. pot, N., Pot (N.), Marihuana; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Pot; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht in China seit 2700 v. Chr. verwendetes Rauschgift aus den getrockneten Blüten der Cannabispflanze; BM.: ?; F.: Pot, Pots+FW; Z.: Pot
...pot, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. …pot; ne. …pot; Vw.: s. Des-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. …πότης (pótēs), Suff., …pot; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …poot, Suff., …pot; frz. …pote, Suff., …pot; nschw. …pot, Suff., …pot; nnorw. …pot, Suff., …pot; poln. …pota, Suff., …pot; lit. …potas, Suff., …pot; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für eine Bildung von Herrschaft betreffenden Substantiven; BM.: Herr; F.: …pot, …poten+FW; Z.: -pot
potent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. potent, stark, mächtig; ne. potent; Vw.: s. im-, omni-, prä-; Hw.: s. Potenz, potentiell, Potential, Potentat, potenzieren; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. potēns; E.: s. lat. potēns (1), Adj., mächtig, vermögend, könnend, fähig, einflussreich, herrschend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. potent, fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. potent; Son.: vgl. nndl. potent, Adj., potent; nschw. potent, Adj., potent; nnorw. potent, Adj., potent; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches stark oder mächtig; BM.: selbst, sein (V.); F.: potent, potente, potentes, potentem, potenten, potenter(, potentere, potenteres, potenterem, potenteren, potenterer, potentest, potenteste, potentestes, potentestem, potentesten, potentester)+FW(+EW?); Z.: pot-ent
Potentat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Potentat, Machthaber, Herrscher; ne. potentate; Vw.: -; Hw.: s. potent, Potenz, potentiell, Potential, potenzieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. potentātus; E.: mnd. potentāte, potentānte, M., Potentat, höchster geistlicher oder weltlicher Herrscher, Machthaber; lat. potentātus, M., Vermögen, Kraft, Macht, Oberherrschaft, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Potentat, DW 13, 2038, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. Potentat; Son.: vgl. nndl. potentaat, Sb., Potentat; frz. potentat, M., Potentat; nschw. potentat, Sb., Potentat; nnorw. potentat, M., Potentat; lit. potentatas, M., Potentat; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Machthaber oder Herrscher; BM.: selbst, sein (V.); F.: Potentat, Potentaten+FW(+EW?); Z.: Pot-ent-at
Potential, Potenzial, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Potential, Potenzial, Mittel, Möglichkeit, Wirkungsmöglichkeit; ne. potential (N.); Vw.: -; Hw.: s. potent, Potenz, potentiell, Potentat, potenzieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. potentiālis; E.: s. lat. potentiālis, Adj., mächtig, wirksam; lat. potēns (1), Adj., mächtig, vermögend, könnend, fähig, einflussreich, herrschend; vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Potential, fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. Potential; Son.: vgl. nndl. potentiaal, Sb., Potential; frz. potentiel, M., Potential; nschw. potential, Sb., Potential; nnorw. potensial, N., Potential; poln. potentcjał, M., Potential; kymr. potensial, M., Potenzial; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Gesamtheit aller vorhandenen verfügbaren Mittel oder Möglichkeiten oder Wirkungsmöglichkeiten; BM.: selbst, sein (V.); F.: Potential, Potentials, Potentiales, Potentiale, Potentialen, Potenzial, Potenzials, Potenziales, Potenziale, Potenzialen+FW(+EW?); Z.: Pot-ent-i-al
potentiell, potenziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. potentiell, potenziell, möglich; ne. potential (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. potent, Potenz, Potential, Potentat, potenzieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. potentiel; E.: s. frz. potentiel, Adj., potentiell, potenziell; lat. potentiālis, Adj., mächtig, wirksam; lat. potēns (1), Adj., mächtig, vermögend, könnend, fähig, einflussreich, herrschend; vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Potential, fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. potenziell; Son.: vgl. nndl. potentieel, Adj., potentiell; nschw. potentiell, Adj., potentiell; nnorw. potensiell, Adj., potentiell; poln. potencjalny, Adj., potentiell; kymr. potensial, Adj., potentiell; lit. potencialus, Adj., potenziell; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für möglich; BM.: selbst, sein (V.); F.: potentiell, potentielle, potentielles, potentiellem, potentiellen, potentieller(, potentiellere, potentielleres, potentiellerem, potentielleren, potentiellerer, potentiellst, potentiellste, potentiellstes, potentiellstem, potentiellsten, potentiellster,) potenziell, potenzielle, potenzielles, potenziellem, potenziellen, potenzieller(, potenziellere, potenzielleres, potenziellerem, potenzielleren, potenziellerer, potenziellst, potenziellste, potenziellstes, potenziellstem, potenziellsten, potenziellster)+FW(+EW?); Z.: pot-ent-i-ell
Potenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Potenz, Kraft, Stärke, Leistungsfähigkeit; ne. virility, potency; Vw.: s. Im-; Hw.: s. potent, Potential, potentiell, Potentat, potenzieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. potentia; E.: s. lat. potentia, F., Vermögen, Kraft, Macht, Stärke, Gewalt, Sehkraft, Wirkung, Wirksamkeit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. potent, DW 13, 2039, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. Potenz; Son.: vgl. nndl. potentie, Sb., Potenz; nschw. potens, Sb., Potenz; nnorw. potens, M., Potenz; poln. potentcja, F., Potenz; lit. potencija, F., Potenz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer hohen vor allem sexuellen Kraft oder Stärke oder Leistungsfähigkeit; BM.: selbst, sein (V.); F.: Potenz, Potenzen+FW(+EW?); Z.: Pot-enz
Potenzial, nhd., N.: nhd. Potenzial; Vw.: s. Potential
potenziell, nhd., Adj.: nhd. potenziell; Vw.: s. potentiell
potenzieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. potenzieren, verstärken, erhöhen, steigern; ne. potentiate; Vw.: -; Hw.: s. potent, Potenz, potentiell, Potential, Potentat; Q.: 19. Jh.; E.: s. Potenz; L.: Kluge s. u. potenzieren, fehlt DW, EWD s. u. Potenz, Duden s. u. potenzieren; Son.: vgl. frz. potentialiser, V., potenzieren; nschw. potentiera, V., potenzieren; nnorw. potensere, V., potenzieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und unter Einfluss von frz. potentialiser aus Potenz und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches verstärken oder erhöhen oder steigern; BM.: selbst, sein (V.); F.: potenzieren, potenziere, potenzierst, potenziert, potenzierest, potenzieret, potenzierte, potenziertest, potenzierten, potenziertet, ##potenziert, potenzierte, potenziertes, potenziertem, potenzierten, potenzierter##, potenzierend, ###potenzierend, potenzierende, potenzierendes, potenzierendem, potenzierenden, potenzierender###, potenzier (!)+FW(+EW); Z.: pot-enz-ier-en
Potpourri, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Potpourri, Zusammenstellung verschiedener Dinge, Ansammlung unterschiedlicher Gegebenheiten; ne. potpourri; Vw.: -; Hw.: s. Pott; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. potpourri; E.: s. frz. potpourri, M., Potpourri, Eintopf, Topf mit Verfaultem; vgl. frz. pot, M., Topf; mlat.-kelt. pottus, potus, M., Topf; vgl. idg. *pōi- (1), *pō-, *pī-, (*pəi-?), *peh₂-, V., hüten, schützen, bedecken, Pokorny 839 (1450/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt.); oder von lat. pōtus (1), M., Trinken, Trank, Getränk, Urin, (um 450 v. Chr.); lat. pōtāre, V., trinken, kräftig trinken, zechen, saufen, einsaugen, betrinken; idg. *pōi- (2), *pō-, *pī-, *pₒ-, *peh₃-, *poh₃-, *peh₃i-, V., trinken, Pokorny 839 (1451/93) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., balt., slaw.); Hinterglied s. frz. pourrir, V., faulen; von einem vulgärlat. *putrīre, V., faulen; vgl. lat. puter, Adj., in Verwesung übergegangen, verwest, faul, morsch, ranzig; idg. *pū̆- (2), *peu̯ə-, V., faulen, stinken, Pokorny 848 (1472/114) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Potpourri, fehlt DW, EWD s. u. Potpourri, Duden s. u. Potpourri; Son.: vgl. nndl. potpourri, Sb., Potpourri; nschw. potpurri, N., Potpourri; nnorw. potpurri, M., N., Potpourri; poln. potpourri, Sb., Potpourri; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine menschliche Zusammenstellung verschiedener Dinge oder eine Ansammlung unterschiedlicher Gegebenheiten; BM.: Topf, faulen; F.: Potpourri, Potpourris+FW; Z.: Po-t-pou-rr-i
Pott, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Pott, Topf; ne. pot (N.); Vw.: s. -asche; Hw.: s. Potpourri; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. pot, st. M. Pott, Topf; mnd. pot (1), put, pat, puts, putz, M., Pott, Topf, Becher, rundliches Gefäß, bauchiges Gefäß, Krug (M.) (1), Kanne, ein irdener Ofentopf in den Kachelöfen; mnl. pot, M.?, Pott; germ. *putta, Sb., Topf; mlat.-kelt. pottus, potus, M., Topf; vgl. idg. *pōi- (1), *pō-, *pī-, (*pəi-?), *peh₂-, V., hüten, schützen, bedecken, Pokorny 839 (1450/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt.); oder von lat. pōtus (1), M., Trinken, Trank, Getränk, Urin, (um 450 v. Chr.); lat. pōtāre, V., trinken, kräftig trinken, zechen, saufen, einsaugen, betrinken; idg. *pōi- (2), *pō-, *pī-, *pₒ-, *peh₃-, *poh₃-, *peh₃i-, V., trinken, Pokorny 839 (1451/93) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pott, Kluge s. u. Pott, DW 13, 2039, EWD s. u. Pott, Duden s. u. Pott, Bluhme s. u. Pott; Son.: vgl. afries. pott, M., Topf; ae. pott, st. M. (a), Topf; an. pottr, st. M. (a?), Topf; nschw. potta, Sb., Pott; nnorw. pott, M., Pott; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Mittellateinisch-Keltischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen oder mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes topfartiges Gefäß; BM.: hüten? bzw. trinken?; F.: Pott, Pottes, Potts, Pötte, Pötten+FW; Z.: Po-tt
Pottasche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pottasche, aus Pflanzenasche ausgelaugtes Kaliumkarbonat; ne. potash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. mnd. potaschke, potaske, F., aus Pflanzenasche gewonnenes Laugensalz, Kaliumkarbonat; nndl. potasch, Sb., Pottasche; s. nhd. Pott, Asche; L.: Kluge 1. A. s. u. Pott, Kluge s. u. Pottasche, DW 13, 2039, EWD s. u. Pott, Duden s. u. Pottasche; Son.: vgl. frz. potasse, F., Pottasche; nschw. pottaska, Sb., Pottasche; nnorw. pottaske, M., F., Pottasche; poln. potaż, M., Pottasche; kymr. potash, M., Pottasche; nir. potais, F., Pottasche; lit. potašas, M., Pottasche; GB.: seit Anfang 18. Jh. mnd. und nndl. belegte und aus Pott und Asche gebildete Bezeichnung für aus Pflanzenasche ausgelaugtes Kaliumkarbonat; BM.: von dem Kochen gebrannter Pflanzenteile in einem Topf; F.: Pottasche+FW+EW; Z.: Po-tt—asch-e
Pottwal, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pottwal; ne. sperm whale; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. postswal; E.: s. nndl. postswal, Sb., Pottwal; die Herkunft des Vorderglieds ist unklar, wohl nicht von Pott; vielleicht von germ. *pūta-, Sb., Frosch; Hinterglied s. Wal; L.: Kluge s. u. Pottwal, EWD s. u. Pottfisch, DW 13, 2039, Duden s. u. Pottwal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus einem für das Germanische erschließbaren Wort für Frosch und Wal gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen großen Wal mit plumpem und kantigem Kopf; BM.: Frosch?; F.: Pottwal, Pottwals, Pottwales, Pottwale, Pottwalen+FW+EW; Z.: Pot-t—wal
potz, nhd., Interj., (15. Jh.): nhd. potz, potztausend; ne. Holy Moses!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Entstellung von Gottes Marter als Potz Marter, s. nhd. Gott; L.: Kluge s. u. potz, DW 13, 2039, EWD s. u. potz, Duden s. u. potz; GB.: seit 15. Jh. belegter und vielleicht aus Gottes gebildeter Ausruf des Erstaunens?; BM.: Gottes Marter; F.: potz+EW; Z.: potz
$potztausend, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. potztausend; E.: s. potz, s. tausend; L.: fehlt DW, EWD s. u. potz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus potz und tausend gebildete und als Ausruf verwendete Bezeichnung für Verwunderung oder Erstaunen; F.: potztausend+EW; Z.: potz-tau-s-end
Poularde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Poularde, junges Masthuhn; ne. poulard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. poularde; E.: s. frz. poularde, F., Poularde, junges Masthuhn; vgl. frz. poule, F., Huhn; lat. pullus (2), M., junges Tier, junges Huhn, Hühnchen; s. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Poularde, fehlt DW, Duden s. u. Poularde; Son.: vgl. nndl. poularde, Sb., Poularde; nnorw. poulard, Sb., Poularde; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein junges Masthuhn; BM.: Junges; F.: Poularde, Poularden+FW; Z.: Pou-l-ard-e
poussieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. poussieren, flirten; ne. flirt (V.), flatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. pulsieren; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. pousser; E.: s. frz. pousser, V., stoßen, vorantreiben; lat. pulsāre, V., stoßen, stampfen, schlagen, klopfen, knuffen, misshandeln, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pulsus, M., Stoßen, Stampfen, Schlagen, Stoß, Schlag, Pulsschlag; vgl. lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. poussieren, fehlt DW, EWD s. u. poussieren, Duden s. u. poussieren; Son.: vgl. ne. push, V., stoßen; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches flirten oder den Hof machen; BM.: stoßen; F.: poussieren, poussiere (!), poussierst, poussiert, poussierest, poussieret, poussierte, poussiertest, poussierten, poussiertet, ##poussiert, poussierte, poussiertes, poussiertem, poussierten, poussierter##, poussierend, ###poussierend, poussierende, poussierendes, poussierendem, poussierenden, poussierender###, poussier (!)+FW(+EW); Z.: pou-s-ier-en
Powidl, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Powidl, Pflaumenmus, Zwetschgenmus; ne. plum jam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. tschech. povidla; E.: s. tschech. povidla, Sb. Pl., Powidl; L.: Duden s. u. Powidl; Son.: österr.; vgl. poln. powidła, Sb. Pl., Powidl; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes dickeres vor allem für Füllungen von Teigwaren verwendetes Zwetschgenmus; F.: Powidl, Powidls+FW(+EW); Z.: Powidl
prä…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. prä..., vorher, voraus, voran; ne. pre…; Vw.: s. -ambel, -destination, -dikat, -dikativ, -fekt, -ferenz, -figieren, -fix, -lat, -liminarien, -ludium, -misse, -parator, -parieren, -position, -sens, -sent, -sentieren, -senz, -servativ, -sident, -sidium, -tentiös, -vention, -ventiv, -zedenzfall, -zise, -zision; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; E.: lat. prae, voran, voraus, (um 250-184 v. Chr.); idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prä-, fehlt DW, EWD s. u. prä-, Duden s. u. prä-; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für vorher oder voraus oder voran; Son.: vgl. nndl. pre…, Präf., prä…; frz. pré…, Präf., prä…; nschw. pre..., Präf., prä…; nnorw. pre…, Präf., prä…; poln. pre…, Präf., prä…; lit. pre…, Präf., prä…; BM.: vorwärts; F.: prä…+FW(+EW); Z.: prä-
Präambel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Präambel, Vorspruch, feierliche Erklärung als Einleitung einer Urkunde; ne. preamble (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. praeambulum; E.: s. lat. praeambulum, N., Vorangehendes; vgl. lat. praeambulus, Adj., vorangehend, vorweg gehend, vorherig, letzte, überhastet; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ambulāre, V., umhergehen, hingehen und hergehen, gehen, weit reisen, wandeln; lat. amb, Präp., herum um, ringsherum; vgl. idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34 (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *ā̆l- (3), V., umherschweifen, irren, irre sein (V.), Pokorny 27 (51/51) (RB. idg. aus gr., ital., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Präambel, DW 13, 2040, Duden s. u. Präambel; Son.: vgl. nndl. preambule, Sb., Präambel; frz. préambule, M., Präambel; nschw. preambel, Sb., Präambel; nnorw. preambel, M., N., Präambel; poln. preambula, F., Präambel; lit. preambulė, F., Präambel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Vorspruch oder eine Einleitung; BM.: vorwärts, um herum; F.: Präambel, Präambeln+FW; Z.: Prä-amb-el
Pracher, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Pracher, Geizhals, Bettler; ne. importunate beggar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. prachære*, pracher, pragger, M., Bettler; mnl. pracher, M., Bettler; wohl von poln. procha, N., Betteln (N.); idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Pracher, DW 13, 2041, Duden s. u. Pracher; Son.: vgl. ndän. prakker, Sb., Bettler; nschw. pracka, V., aufschwatzen; nisl. prakkari, M., Lausbub, Spitzbube; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und wohl aus dem Polnischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld möglichen Geizhals oder zudringlichen Bettler; BM.: fragen bzw. bitten; F.: Pracher, Prachers, Prachern+FW(+EW); Z.: Prach-er
Pracht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Pracht, Prunk; ne. splendour, pomp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. braht, breht, st. M., st. F., Lärm, Schall, Krach, Geschrei; mnd. pracht, M., Pracht, großer Aufwand, Prunk, Herrlichkeit, Schönheit; ahd. braht* (1), st. M. (a?, i?), Lärm, Getöse; as. braht (1), st. M. (a?, i?), Lärm; anfrk. -; germ. *brahta-, *brahtaz, st. M. (a), Lärm; germ. *brahti-, *brahtiz, st. M. (i), Lärm; vgl. idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); idg. bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pracht, Kluge s. u. Pracht, DW 13, 2042, EWD s. u. Pracht, Seebold 133, EWAhd 2, 283, Duden s. u. Pracht, Bluhme s. u. Pracht; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. pracht, Sb., Pracht; nschw. prakt, Sb., Pracht; nnorw. prakt, M., F., Pracht; GB.: (braht) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Prunk oder durch großen Aufwand in der Ausstattung erreichte starke und strahlende optische Wirkung einer Gegebenheit; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Pracht+EW; Z.: Pra-ch-t
$prächtig, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. prächtig, prachtvoll, prunkvoll; E.: s. Pracht, s. ig; L.: EWD s. u. Pracht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pracht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches prachtvoll oder prunkvoll; F.: prächtig, prächtige, prächtiges, prächtigem, prächtigen, prächtiger(, prächtigere, prächtigeres, prächtigerem, prächtigeren, prächtigerer, prächtigst, prächtigste, prächtigstes, prächtigstem, prächtigsten, prächtigster)+EW; Z.: prä-ch-t-ig
$prachtvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. prachtvoll, prächtig, prunkvoll; E.: s. Pracht, s. voll; L.: DW 13, 2051, EWD s. u. Pracht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pracht und voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches prächtig oder prunkvoll; F.: prachtvoll, prachtvolle, prachtvolles, prachtvollem, prachtvollen, prachtvoller(, prachtvollere, prachtvolleres, prachtvollerem, prachtvolleren, prachtvollerer, prachtvollst, prachtvollste, prachtvollstes, prachtvollstem, prachtvollsten, prachtvollster)+EW; Z.: pra-ch-t—vol-l
Prädestination, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Prädestination, (göttliche) Vorherbestimmung; ne. predestination; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. praedēstinātio; E.: lat. praedēstinātio, F., Vorherbestimmung, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. praedēstināre, V., im Voraus bestimmen, vorherbestimmen, im Voraus vornehmen, vorher anschaffen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dēstināre, V., festmachen, festbinden, befestigen, anbinden, entschieden bestimmen; lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Prädestination; Son.: vgl. nndl. predestinatie, Sb., Prädestination; frz. prédestination, F., Prädestination; nschw. predestination, Sb., Prädestination; nnorw. predestinasjon, M., Prädestination; poln. predestynacja, F., Prädestination; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die (göttliche) Vorherbestimmung oder das Vorherbestimmtsein (von Seligkeit oder Verdammnis); BM.: vorwärts, von, bleiben; F.: Prädestination, Prädestinationen+FW(+EW); Z.: Prä-de-st-in-at-io-n
Prädikat, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.): nhd. Prädikat, Bewertung, Satzaussage; ne. predicate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. lat. praedicatum, N., Rangbezeichnung, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. praedicāre, V., aufrufen, preisen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Prädikat, DW 13, 2055 (Prädicat), EWD s. u. Prädikat, Duden s. u. Prädikat; Son.: vgl. nndl. predikaat, Sb., Prädikat; frz. prédicat, M., Prädikat; nschw. predikat, N., Prädikat; nnorw. predikat, N., Prädikat; nir. preideacháid, F., Prädikat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in einer bestimmten schriftlichen Formulierung ausgedrückte auszeichnende Bewertung einer Leistung oder eine Satzaussage wie beispielsweise (ich) arbeite oder (du) betest oder (er) druckt oder (wir) lachen oder (ihr) schweigt oder (sie) zischen; BM.: vorwärts, glänzen; F.: Prädikat, Prädikats, Prädikates, Prädikate, Prädikaten+FW(+EW?); Z.: Prä-di-k-at
prädikativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prädikativ, zu einem Prädikat gehörend, ein Prädikat betreffend; ne. predicative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. praedicātīvus; E.: s. lat. praedicātīvus, Adj., behauptend, bejahend, kategorisch, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. praedicāre, V., aufrufen, preisen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Prädikat, fehlt DW, EWD s. u. Prädikat, Duden s. u. prädikativ; Son.: vgl. nndl. predicatief, Adj., prädikativ; nschw. predikativ, Adj., prädikativ; nnorw. predikativ, Adj., prädikativ; nir. preideacháideach, Adj., prädikativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Prädikat betreffend; BM.: vorwärts, glänzen; F.: prädikativ, prädikative, prädikatives, prädikativem, prädikativen, prädikativer+FW(+EW?); Z.: prä-di-k-at-iv
Präfekt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Präfekt, ein hoher Beamter; ne. prefect; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. prēfecte, M., Präfekt, römischer Statthalter; lat. praefectus, M., Vorgesetzter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. praeficere, V., vorsetzen; lat. prae, Präp., voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Präfekt, fehlt DW, Duden s. u. Präfekt; Son.: vgl. nndl. prefect, Sb., Präfekt; frz. préfet, M., Präfekt; nschw. prefekt, Sb., Präfekt; nnorw. prefekt, M., Präfekt; poln. prefekt, M., Präfekt; kymr. prif, M., Präfekt; lit. prefektas, M., Präfekt; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen (vorgesetzten) hohen Beamten; BM.: vorwärts, setzen; F.: Präfekt, Präfekten+FW; Z.: Prä-fe-k-t
Präferenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Präferenz, Vorliebe, Vorzug; ne. preference; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Kh.; I.: Lw. frz. préférence; E.: s. frz. préférence, F., Präferenz, Vorliebe; vgl. frz. préférer, V., vorziehen; lat. praeferre, V., vorziehen, vortragen, (120-67 v. Chr.); vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Präferenz, fehlt DW, Duden s. u. Präferenz; Son.: vgl. nndl. preferentie, Sb, Präferenz; nschw. preferens, Sb., Präferenz; nnorw. preferanse, M., Präferenz; poln. preferencja, F., Präferenz; lit. preferencija, F., Präferenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (ausgeprägte) Vorliebe (für etwas9; BM.: vorwärts, tregen; F.: Präferenz, Präferenzen+FW(+EW); Z.: Prä-fer-enz
präfigieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. präfigieren, mit einem Präfix oder einer Vorsilbe versehen (V.); ne. prefix (V.); Vw.: -; Hw.: s. Präfix; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. praefīgere; E.: s. lat. praefīgere, V., vorn anheften, vorstecken, vorne mit etwas versehen (V.), verschließen, (um 50 v. Chr.); lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Präfix, fehlt DW, EWD s. u. Präfix, Duden s. u. präfigieren; Son.: vgl. frz. préfixer, V., präfigieren; nschw. prefigera, V., präfigieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vorstecken oder mit einer Vorsilbe versehen (V.) wie beispielsweise vor zu stecken oder ver zu sehen oder prä zu figieren oder zu fix; BM.: vorwärts, stechen; F.: präfigieren, präfigiere, präfigierst, präfigiert, präfigierest, präfigieret, präfigierte, präfigiertest, präfigierten, präfigiertet, ##präfigiert, präfigierte, präfigiertes, präfigiertem, präfigierten, präfigierter##, präfigierend, ###präfigierend, präfigierende, präfigierendes, präfigierendem, präfigierenden, präfigierender###, präfigier (!)+FW; Z.: prä-fig-ier-en
Präfix, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Präfix, Vorsilbe; ne. prefix (N.); Vw.: -; Hw.: s. präfigieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. praefixum; E.: mlat. praefixum, N., Präfix, vorn Angeheftetes; vgl. lat. praefīgere, V., vorn anheften, vorstecken, vorne mit etwas versehen (V.), verschließen, (um 50 v. Chr.); lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Präfix, fehlt DW, EWD s. u. Präfix, Duden s. u. Präfix; Son.: vgl. nndl. prefix, Sb., Präfix; frz. préfixe, M., Präfix; nschw. prefix, N., Präfix; nnorw. prefiks, N., Präfix; poln. prefiks, M., Präfix; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches der Wurzel oder dem Stamm vorangestelltes oder präfigiertes Wortbildungselement in Gegensatz zu Affix (angefügtes Sprachelement) oder Infix (eingefügtes Sprachelement) oder Suffix (angehängtes Sprachelement oder Nachsilbe); BM.: vorwärts, stechen; F.: Präfix, Präfixes, Präfixe, Präfixen+FW(+EW?); Z.: Prä-fix
prägen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. prägen, abdrücken, schlagen, formen, mit einem Schriftzeichen versehen (V.); ne. coin (V.), shape (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. bræchen, præchen, sw. V., prägen, eindrücken; mnd. prēgen, sw. V., prägen; ahd. brāhhen*, brāchen*, sw. V. (1a), graben, schnitzen, prägen; as. -; anfrk. -; germ. *brahhjan, sw. V., brechen machen, brechen?; idg. bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. prägen, Kluge s. u. prägen, DW 13, 2055, EWD s. u. prägen, EWAhd 2, 273, Duden s. u. prägen, Bluhme s. u. praegen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. prägla, V., prägen; nnorw. prege, V., prägen; GB.: (brāhhen) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abdrücken oder mit einem Bild oder Schriftzeichen versehen (V.); BM.: brechen; F.: prägen, präge, prägst, prägt, prägest, präget, prägte, prägtest, prägten, prägtet, geprägt, ##geprägt, geprägte, geprägtes, geprägtem, geprägten, geprägter##, prägend, ###prägend, prägende, prägendes, prägendem, prägenden, prägender###, präg (!)+EW; Z.: präg-en
Pragmatik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pragmatik, Ausrichtung auf Nützliches oder Sachbezogenheit; ne. pragmatism; Vw.: -; Hw.: s. pragmatisch; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. πραγματική (τέχνη) (pragmatikḗ [téchnē]); E.: s. gr. πραγματική (τέχνη) (pragmatikḗ [téchnē]), F., Pragmatik; vgl. gr. πραγματικός (pragmatikós), Adj., staatsmännisch, tüchtig; vgl. gr. πράσσειν (prássein), V., durchdringen, betreiben, tun, bewirken, vollbringen; vgl. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pragmatik, fehlt DW (dort aber Pragmatiker), EWD s. u. pragmatisch, Duden s. u. Pragmatik; Son.: vgl. nndl. pragmatisme, Sb., Pragmatik; frz. pragmatisme, M., Pragmatik; nschw. pragmatik, Sb., Pragmatik; nnorw. pragmatikk, M., Pragmatik; poln. pragmatyka, F., Pragmatik; kymr. pragmatiaeth, F., Pragmatik; nir. pragmatachas, M., Pragmatik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ausrichtung auf Nützliches oder Sachbezogenheit; BM.: vorwärts; F.: Pragmatik, Pragmatiken+FW; Z.: Pra-gm-at-ik
pragmatisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. pragmatisch, sachbezogen, praktisch; ne. pragmatic; Vw.: -; Hw.: s. Pragmatik; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. prāgmaticus; E.: s. lat. prāgmaticus, Adj., in Staatsgeschäften erfahren (Adj.), fachkundig, geschäftskundig, praktisch, (81-43 v. Chr.); gr. πραγματικός (pragmatikós), Adj., staatsmännisch, tüchtig; vgl. gr. πράσσειν (prássein), V., durchdringen, betreiben, tun, bewirken, vollbringen; vgl. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pragmatik, DW 13, 2057, EWD s. u. pragmatisch, Duden s. u. pragmatisch; Son.: vgl. nndl. pragmatisch, Adj., pragmatisch; frz. pragmatique, Adj., pragmatisch; nschw. pragmatisk, Adj., pragmatisch; nnorw. pragmatisk, Adj., pragmatisch; poln. pragmatyczny, Adj., pragmatisch; nir. pragmatach, Adj., pragmatisch; lit. pragmatinis, Adj., pragmatisch; lit. pragmatiškas, Adj., pragmatisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachbezogen oder praktisch; BM.: vorwärts; F.: pragmatisch, pragmatische, pragmatisches, pragmatischem, pragmatischen, pragmatischer(, pragmatischere, pragmatischeres, pragmatischerem, pragmatischeren, pragmatischerer, pragmatischst, pragmatischste, pragmatischstes, pragmatischstem, pragmatischsten, pragmatischster)+FW(+EW); Z.: pra-gm-at-isch
prägnant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. prägnant, treffend, genau, griffig; ne. concise, pregnant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. prégnant; E.: s. frz. prégnant, Adj., schwanger, prägnant; lat. praegnāns, Adj., schwanger, trächtig, voll strotzend, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. nāscī, V., gezeugt werden, geboren werden, erzeugt werden, wachsen (V.) (1), hervorwachsen; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. prägnant, DW 13, 2057, EWD s. u. prägnant, Duden s. u. prägnant; Son.: vgl. nndl. pregnant, Adj., prägnant; nschw. pregnant, Adj., prägnant; nnorw. pregnant, Adj., prägnant; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für treffend oder genau oder griffig; BM.: vorwärts, erzeugen; F.: prägnant, prägnante, prägnantes, prägnantem, prägnanten, prägnanter(, prägnantere, prägnanteres, prägnanterem, prägnanteren, prägnanterer, prägnantest, prägnanteste, prägnantestes, prägnantestem, prägnantesten, prägnantester)+FW; Z.: prä-gn-ant
$Prägnanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Prägnanz, Genauigkeit, Griffigkeit; E.: s. prägnan(t), s. z; L.: Kluge s. u. prägnant, DW 13, 2057, EWD s. u. prägnant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus prägnant gebildete Bezeichnung für Genauigkeit oder Griffigkeit; F.: Prägnanz+FW; Z.: Prä-gn-anz
$Prägung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prägung, Prägen (N.), Formung, Gestaltung; E.: s. präg(en), s. ung; L.: Kluge s. u. prägen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus präg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben oder früher mögliche Formung oder Gestaltung durch Druck oder Lernen; F.: Prägung, Prägungen+EW; Z.: Präg-ung
prahlen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. prahlen, sich großsprechend und überhebend zeigen, hochstapeln, schallen, schreien, lärmen; ne. boast; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: mhd. prālen, sw. V., prahlen, lärmen, hoffärtig tun, groß tun; mnd. prālen, prāln, sw. V., prahlen, großen Aufwand betreiben, prunken, protzen, große Worte führen, rühmen, unmäßige Worte führen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von einem Schallwort?; L.: Kluge 1. A. s. u. prahlen, Kluge s. u. prahlen, DW 13, 2058, EWD s. u. prahlen, Duden s. u. prahlen, Bluhme s. u. prahlen; Son.: vgl. nschw. pråla, V., prahlen; GB.: seit 1331-1341 belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich großsprechend und überhebend zeigen oder hochstapeln oder schallen oder schreien oder lärmen; BM.: lautmalend?; F.: prahlen, prahle, prahlst, prahlt, prahlest, prahlet, prahlte, prahltest, prahlten, prahltet, geprahlt, ##geprahlt, geprahlte, geprahltes, geprahltem, geprahlten, geprahlter##, prahlend, ###prahlend, prahlende, prahlendes, prahlendem, prahlenden, prahlender###, prahl (!)+EW; Z.: prahl-en
$Prahler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Prahler, Prahlender; E.: s. prahl(en), s. er (Suff.); L.: DW 13, 2059, EWD s. u. prahlen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus prahl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Prahlenden; F.: Prahler, Prahlers, Prahlern+EW; Z.: Prahl-er
$Prahlerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prahlerei, Prahlen (N.); E.: s. Prahler, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. prahlen, DW 13, 2059. EWD s. u. prahlen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Prahler und ei (Suff.) gebildete und sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Prahlen oder Überbetonen der eigenen Gegebenheiten; F.: Prahlerei, Prahlereien+EW; Z.: Prahl-er-ei
$prahlerisch, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. prahlerisch, prahlend; E.: s. Prahler, s. isch; L.: Kluge s. u. prahlen, EWD s. u. prahlen, DW 13, 2061; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Prahler und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches prahlend oder großsprecherisch; F.: prahlerisch, prahlerische, prahlerisches, prahlerischem, prahlerischen, prahlerischer(, prahlerischere, prahlerischeres, prahlerischerem, prahlerischeren, prahlerischerer, prahlerischst, prahlerischste, prahlerischstes, prahlerischstem, prahlerischsten, prahlerischster)+EW; Z.: prahl-er-isch
$Prahlhans, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Prahlhans, Prahlender; E.: s. prahl(en), s. Hans; L.: Kluge s. u. Prahlhans, DW 13, 2060, EWD s. u. Hans; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus prahl(en) und dem PN Hans gebildete Bezeichnung für einen allgemein personifizierten Prahlenden; F.: Prahlhans, Prahlhanses, Prahlhänse, Prahlhänsen+EW; Z.: Prahl—hans
Prahm, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prahm, ein Wasserfahrzeug; ne. barge, pram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh.; E.: mhd. brām*, prām, st. M., Prahm, flachbordiges Flussschiff mit geringem Tiefgang; mnd. prām, praam, M., F., Prahm; tschech. prám, Sb., Fahrzeug; idg. *per- (2B), perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge 1. A. s. u. Prahm, Kluge s. u. Prahm, EWD s. u. Prahm, DW 13, 2061, Duden s. u. Prahm, Bluhme s. u. Prahm; Son.: vgl. nndl. praam, Sb., Prahm; nschw. prom, Sb., Prahm; nnorw. pram, M., Prahm; GB.: (brām) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen flachbordigen und flachen Lastkahn und Fährkahn; BM.: hinüberführen; F.: Prahm, Prahmes, Prahme, Prahmen, Prähme, Prähmen+FW; Z.: Prah-m
$Prähme, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Prähme; E.: s. Prahm; L.: Kluge s. u. Prahm, fehlt DW; GB.: s. Prahm; F.: Prähme, Prähmen+FW; Z.: Präh-m-e
präjudizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. präjudizieren, ein Präjudiz schaffen; ne. prejudge, predetermine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. prējūdicēren, sw. V., beeinträchtigen, zum Nachteil eines anderen handeln; lat. praeiūdicāre, V., vorentscheiden, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prae, Präp., voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iūdicāre, V., Recht sprechen; vgl. iūs, N., Recht; idg. *i̯eu̯os-, Sb., Satzung, Verbindlichkeit?, Pokorny 512; idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. dīcere, V., sagen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. präjudizieren; Son.: vgl. nnorw. (Nynorsk) prejudisere V., präjudizieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Gerichten in den Hochkulturen des Altertums mögliches eine maßgebende Entscheidung (Präjudiz) schaffen; BM.: vorwärts, bewegen, glänzen; F.: präjudizieren, präjudiziere, präjudizierst, präjudiziert, präjudizierest, präjudizieret, präjudizierte, präjudiziertest, präjudizierten, präjudiziertet, ##präjudiziert, präjudizierte, präjudiziertes, präjudiziertem, präjudizierten, präjudizierter##, präjudizierend, ###präjudizierend, präjudizierende, präjudizierendes, präjudizierendem, präjudizierenden, präjudizierender###, präjudizier (!)+FW(+EW?); Z.: prä-ju-di-z-ier-en
Praktik, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Praktik, Ausübung, Verfahrensweise; ne. practice (N.); Vw.: -; Hw.: s. praktisch, praktizieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mlat. practica; E.: s. mhd. practik, st. F., Kunst, Kniff; mhd. practike, sw. F., Kunst, Kniff; mnd. praktike, prakticke, pracktike, praktiche, practice, practike, praktik, praktika, F., Praktik, Art der Ausführung, geschicktes Handeln, Kniff, Schlich, Ausübung einer Tätigkeit, Praxis (F.); gr. πρακτικός (praktikós), Adj., tätig, zu Geschäften tauglich; vgl. gr. πράσσειν (prássein), V., durchdringen, betreiben, tun, bewirken, vollbringen; vgl. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Praktik, DW 13, 2052 (Practik), EWD s. u. Praktik, Duden s. u. Praktik; Son.: vgl. nndl. praktijk, Sb., Praktik; frz. pratique, F., Praxis; nschw. praktik, Sb., Praktik; nnorw. praktikk, M., Praktik; poln. praktyka, F., Praktik; lit. praktika, F., Praktik; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche bestimmte Art der menschlichen Ausübung und Verfahrensweise; BM.: betreiben bzw. vorwärts; F.: Praktik, Praktiken+FW; Z.: Pra-kt-ik
$praktikabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. praktikabel, nutzbar, brauchbar; E.: s. frz. practicable; I.: Lw. frz. practicable; L.: fehlt DW, EWD s. u. Praktik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches nutzbar oder brauchbar; F.: praktikabel, praktikabele, praktikabeles, praktikabelem, praktikabelen, praktikabeler(, praktikabelere, praktikabeleres, praktikabelerem, praktikabeleren, praktikabelerer, praktikabelst, praktikabelste, praktikabelstes, praktikabelstem, praktikabelsten, praktikabelster)+FW(+EW?); Z.: pra-kt-ik-ab-el
$Praktikant, nhd., (Part. Präs.?=) M., (16. Jh.): nhd. Praktikant; E.: s. Praktik, s. and (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Praktik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Praktik und ant (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen eine Praktik lernenden und dafür in einer Ausbildung übenden Menschen; F.: Praktikant, Praktikanten+FW(+EW?); Z.: Pra-kt-ik-ant
$Praktiker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Praktiker; E.: s. Praktik, s. er (Suff.); L.: DW 13, 2054 (Practiker), EWD s. u. Praktik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Praktik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen praktisch tätigen Menschen in Gegensatz zu einem Theoretiker; F.: Praktiker, Praktikers, Praktikern+FW(+EW); Z.: Pra-kt-ik-er
$Praktikum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Praktikum, zwecks Gewinnung praktischer Erfahrung übungshalber durchgeführte praktische Tätigkeit; E.: s. Praktik, s. um; L.: Kluge s. u. Praktik, fehlt DW, EWD s. u. Praktik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Praktik und um gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine durch praktische Tätigkeit in einer Ausbildung zu gewinnende praktische Erfahrung; F.: Praktikum, Praktikums, Praktika+FW(+EW?); Z.: Pra-kt-ik-um
praktisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. praktisch, nützlich, tatsächlich, brauchbar; ne. practical, convenient; Vw.: -; Hw.: s. Praktik, praktizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. practicus; E.: s. lat. practicus, Adj., tätig, wirksam, erfahren (Adj.), zweckdienlich, (um 500 n. Chr.); gr. πρακτικός (praktikós), Adj., tätig, zu Geschäften tauglich; vgl. gr. πράσσειν (prássein), V., durchdringen, betreiben, tun, bewirken, vollbringen; vgl. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Praktik, DW 13, 2054 (practisch), EWD s. u. Praktik, Duden s. u. praktisch; Son.: vgl. nndl. praktisch, Adj., praktisch; frz. pratique, Adj., praktisch; nschw. praktisk, Adj., praktisch; nnorw. praktisk, Adj., praktisch; poln. praktyczny, Adj., praktisch; nir. praiticiúil, Adj., praktisch; lit. praktiškas, Adj., praktisch; lit. praktinis, Adj., praktisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für nützlich oder tatsächlich oder brauchbar in Gegensatz zu theoretisch; BM.: betreiben bzw. vorwärts; F.: praktisch, praktische, praktisches, praktischem, praktischen, praktischer(, praktischere, praktischeres, praktischerem, praktischeren, praktischerer, praktischst, praktischste, praktischstes, praktischstem, praktischsten, praktischster)+FW(+EW); Z.: pra-kt-isch
praktizieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. praktizieren, ausüben, in der Praxis anwenden; ne. practise; Vw.: -; Hw.: s. Praktik, praktisch; I.: Lw. mlat. practicāre, mlat. practizāre; E.: s. mhd. practizieren, sw. V., praktizieren; mnd. prakticēren, praktisēren*, practiseren, prakticīren, sw. V., praktizieren, ausführen, ausüben, in Ausübung bringen, handeln, als Arzt praktizieren, zuwege bringen, zustande bringen; mlat. practicāre, V., als Arzt praktizieren, als Rechtsanwalt praktizieren, eine praktische Übung an der medizinischen Fakultät leiten; mlat. practizāre, V., ausüben; vgl. lat. practicus, Adj., tätig; gr. πρακτικός (praktikós), Adj., tätig, zu Geschäften tauglich; vgl. gr. πράσσειν (prássein), V., durchdringen, betreiben, tun, bewirken, vollbringen; vgl. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Praktik, fehlt DW, EWD s. u. Praktik, Duden s. u. praktizieren; Son.: vgl. frz. pratiquer, V., praktizieren; nschw. praktisera, V., praktizieren; nnorw. praktisere, V., praktizieren; poln. praktykować, V., praktizieren; kymr. practeisio, practisio, V., praktizieren; lit. praktikuoti, V., praktizieren; GB.: practizieren um 1340 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (seinen Beruf) ausüben und in der Praxis anwenden; BM.: betreiben bzw. vorwärts; F.: praktizieren, praktiziere, praktizierst, praktiziert, praktizierest, praktizieret, praktizierte, praktiziertest, praktizierten, praktiziertet, ##praktiziert, praktizierte, praktiziertes, praktiziertem, praktizierten, praktizierter##, praktizierend, ###praktizierend, praktizierende, praktizierendes, praktizierendem, praktizierenden, praktizierender###, praktizier (!)+FW(+EW?); Z.: pra-kt-iz-ier-en
Prälat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prälat, hoher vornehmer Geistlicher, Inhaber von Kirchengewalt; ne. prelate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Tristan); E.: mhd. prēlāt, prēlāte, st. M., sw. M., Geistlicher, Prälat, Prior; mnd. prēlāte, prēlāt, prīlāte, M., Prälat, höhergestellter Mensch, Geistlicher, Träger bedeutender Aufgaben, Vorgesetzter; lat. praelātus, M., Mann in leitender Position; vgl. lat. praeferre, V., vorziehen, vortragen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen, ertragen (V.), bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Prälat, DW 13, 2062, EWD s. u. Prälat, Duden s. u. Prälat; Son.: vgl. nndl. prelaat, Sb., Prälat; frz. prélat, M., Prälat; nschw. prelat, Sb., Prälat; nnorwe. prelat, M., Prälat; poln. prałat, M., Prälat; kymr. prelad, M., Prälat; nir. préaláid, F., Prälat; lit. prelatas, M., Prälat; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen hohen vornehmen Geistlichen oder einen Inhaber von Kirchengewalt; BM.: vorwärts, tragen; F.: Prälat, Prälaten+FW(+EW); Z.: Prä-l-at
Präliminarien, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Präliminiarien, Vorgegebenheiten, Vorverhandlungen; ne. preliminary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. praelīminārium; E.: s. lat. praelīminārium, N., Vorverhandlung; vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. līmen, N., Schwelle, Türschwelle, Wohnung, Behausung; vgl. idg. *el- (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), *h₂el-, *leiH-, *liH-, V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Präliminiarien, fehlt DW, EWD s. u. Präliminiarien, Duden s. u. Präliminiarien; Son.: vgl. nndl. preliminair, Sb., Präliminarie; frz. préliminaire, M., F., Präliminarie; poln. preliminaria, Sb. Pl., Präliminarien; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Vorgegebenheit oder Vorverhandlung oder etwas was einer in das Auge gefassten Gegebenheit einleitend oder vorbereitend vorausgeschickt wird; BM.: vorwärts, Schwelle bzw. biegen; F.: Präliminiarien+FW(+EW); Z.: Prä-li-m-in-ar-i-en
Praline, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Praline, gefülltes Konfekt; ne. choc; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. praline; E.: s. frz. praline, M., Praline, Nougat, gebrannte Mandel; von dem PN César de Choiseul Comte de Plessis-Praslin (1598-1675); Son.: vgl. nndl. praline, Sb., Praline; ne. praline, N., gebrannte Nuss; nschw. pralin, Sb., Praline; nnorw. praline, M., Praline; poln. pralina, pralinka, F., Praline; kymr. pralin, M., Praline; lit. pralinė, F., Praline; L.: Kluge s. u. Praline, fehlt DW, EWD s. u. Praline, Duden s. u. Praline; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und vielleicht nach einem PN gebildete Bezeichnung für ein von Menschen unter Verwendung des vielleicht seit 5500 Jahren genutzten Kakaos entwickeltes und verwendetes gefülltes Schokoladenkonfekt; BM.: PN nach dem Erfinder der Praline; F.: Praline, Pralinen+FW; Z.: Pralin-e
prall, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. prall, gefüllt, voll; ne. bulging (Adj.), tight (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; letztlich von mnd. prallen, sw. V., „prallen“, auf bedrückende Weise eintreten, hereinbrechen; Herkunft ungeklärt?, vielleicht Schallwort; L.: Kluge s. u. prall, DW 13, 2062, EWD s. u. prall, Duden s. u. prall, Bluhme s. u. prall; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ganz mit etwas gefüllt; BM.: lautmalend?; F.: prall, pralle, pralles, prallem, prallen, praller(, prallere, pralleres, prallerem, pralleren, prallerer, prallst, prallste, prallstes, prallstem, prallsten, prallster)+EW; Z.: prall
prallen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. prallen, stoßen; ne. bounce (V.), clash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: ? mnd. prallen, sw. V., prallen, auf bedrückende Weise eintreten, hereinbrechen; Herkunft ungeklärt?, vielleicht Schallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. prallen, Kluge s. u. prallen, DW 13, 2063, EWD s. u. prallen, Duden s. u. prallen, Bluhme s. u. prallen; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für stoßen; BM.: lautmalend?; F.: prallen (!), pralle (!), prallst, prallt, prallest, prallet, prallte, pralltest, prallten, pralltet, geprallt, ##geprallt, geprallte, gepralltes, gepralltem, geprallten, geprallter##, prallend, ###prallend, prallende, prallendes, prallendem, prallenden, prallender###, prall (!)+EW; Z.: prall-en
Präludium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Präludium, Vorspiel, Einleitung; ne. prelude; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1618?; I.: Lw. lat. praelūdium; E.: s. lat. praelūdium, N., Vorspiel, Ursprung; vgl. lat. praelūdere, V., vorspielen, ein Vorspiel halten, Probe halten; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lūdere, V., spielen, zum Besten halten, schäkern, tändeln, vergnügen; idg. *leid-?, V., spielen, scherzen, necken, Pokorny 666 (1077/33) (gr., ital., kelt.?); L.: Kluge s. u. Präludium, fehlt DW, EWD s. u. Präludium, Duden s. u. Präludium; Son.: vgl. nndl. prelude, Sb., Präludium; frz. prélude, M., Präludium; nschw. prelidium, N., Präludium; nnorw. preludium, N., Präludium; poln. preludium, N., Präludium; kymr. preliwd, M., Präludium; lit. preliudas, M., Präludium; GB.: vielleicht seit 1618 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Vorspiel oder eine Einleitung; BM.: vorwärts, spielen; F.: Präludium, Präludiums, Präludien+FW?+EW?; Z.: Prä-lud-i-um
Prämie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Prämie, zusätzliche Vergütung, Bonus; ne. premium, bonus; Vw.: -; Hw.: s. prämiieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. praemium; E.: s. lat. praemium, N., Vorteil, Vorrecht, Auszeichnung, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Prämie, DW 13, 2064, EWD s. u. Prämie, Duden s. u. Prämie; Son.: vgl. nndl. premie, Sb., Prämie; frz. prime, F., Prämie; nschw. premie, Sb., Premie; nnorw. premie, M., Prämie; poln. premia, F., Prämie; kymr. premiwm, M., Prämie; lit. premija, F., Preis; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zusätzliche Vergütung für eine von Menschen erbrachte bestimmte Leistung; BM.: vorwärts, nehmen; F.: Prämie, Prämien+FW(+EW); Z.: Prä-m-i-e
prämieren, nhd., sw. V.: nhd. prämieren; Vw.: s. prämiieren
prämiieren, prämieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. prämiieren, prämieren, belohnen, mit einem Preis auszeichnen; ne. reward (V.); Vw.: -; Hw.: s. Prämie; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. praemiāre; E.: s. lat. praemiāre, V., belohnen, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. praemium, N., Vorteil, Vorrecht, Auszeichnung; vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Prämie, fehlt DW, EWD s. u. Prämie, Duden s. u. prämiieren; Son.: vgl. frz. primer, V., prämieren; nschw. premiera, V., prämieren; nnorw. premiere, V., prämieren; poln. premiować, V., prämieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl spätestens seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes belohnen oder mit einem Preis auszeichnen; BM.: vorwärts, nehmen; F.: prämiieren, prämiiere, prämiierst, prämiiert, prämiierest, prämiieret, prämiierte, prämiiertest, prämiierten, prämiiertet, ##prämiiert, prämiierte, prämiiertes, prämiiertem, prämiierten, prämiierter##, prämiierend, ###prämiierend, prämiierende, prämiierendes, prämiierendem, prämiierenden, prämiierender###, prämiier (!), prämieren, prämiere, prämierst, prämiert, prämierest, prämieret, prämierte, prämiertest, prämierten, prämiertet, ##prämiert, prämierte, prämiertes, prämiertem, prämierten, prämierter##, prämierend, ###prämierend, prämierende, prämierendes, prämierendem, prämierenden, prämierender###, prämier (!)+FW(+EW); Z.: prä-m-i-ier-en
Prämisse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Prämisse, Voraussetzung; ne. premise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. praemissio; E.: lat. praemissio, F., Voraussendung, Vorbeischicken, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. praemittere, V., vorherschicken, vorausschicken, vorher gehen lassen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. Prämisse, fehlt DW, Duden s. u. Prämisse; Son.: vgl. nndl. premisse, Sb., Prämisse; frz. prémisse, F., Prämisse; nschw. premiss, Sb., Prämisse; nnorw. premiss, M., N., Prämisse; lit. premisa, F., Prämisse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Voraussetzung oder etwas einem bestimmten Gedanken oder Vorhaben Zugrundeliegendes; BM.: vorwärts, werfen; F.: Prämisse, Prämissen+FW(+EW?); Z.: Prä-miss-e
prangen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. prangen, brangen (!), hinweisen, prahlen, zeigen, zu der Schau stellen, in auffälliger Weise sichtbar sein (!); ne. flaunt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. prangen, sw. V., „prangen“; mhd. brangen (1), prangen, sw. V., prangen, prahlen, prunken, glänzen, sich zieren; mnd. prangen (2), sw. V., prangen, prunken, Aufsehen betreiben, Aufwand betreiben, protzen; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von idg. *gᵘ̯rendʰ-, V., Sb., schwellen, Schwellung, Erhöhung, Brust, Pokorny 485 (716/38) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. prangen, Kluge s. u. prangen, DW 13, 2064, EWD s. u. prangen, Duden s. u. prangen, Bluhme s. u. prangen; Son.: vgl. gr. βρενθύεσθαι (brenthýesthai), V., sich brüsten, sich stolz gebärden; GB.: seit 1290-1300 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches in auffälliger Weise sichtbar sein (V.); BM.: schwellen?; F.: prangen, prange, prangst, prangt, prangest, pranget, prangte, prangtest, prangten, prangtet, geprangt, ##geprangt, geprangte, geprangtes, geprangtem, geprangten, geprangter##, prangend, ###prangend, prangende, prangendes, prangendem, prangenden, prangender###, prang (!)+EW; Z.: prang-en
Pranger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pranger, Schandpfahl; ne. pillory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Stadtrecht Prag); E.: mhd. prangære*, pranger, branger, st. M., Pranger, Zwangsbehälter zu einer Zuschaustellung des Verbrechers, Pfahl; mnd. pranger (2), prangære?, M., Pranger, Schandpfahl; vgl. mhd. pfrengen, phrengen, sw. V., pfrengen, drängen, nötigen, bedrücken, pressen an; mnd. prangen, sw. V., streiten, Auseinandersetzung führen, kämpfen, Krieg führen; vielleicht von lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Pranger, Kluge s. u. Pranger, DW 13, 2067, EWD s. u. Pranger, Duden s. u. Pranger, Bluhme s. u. Pranger; Son.: vgl. lit. sprengti, V., pressen, drängen; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Stelle auf einem öffentlichen Platz mit einem Pfahl an dem ein Mensch wegen einer als strafwürdig oder abzulehnend empfundenen Tat angebunden stehen muss und so der allgemeinen Verachtung ausgesetzt ist; BM.: schlagen?; F.: Pranger, Prangers, Prangern+FW(+EW?); Z.: Pra-ng-er
$prangern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. prangern, an den Pranger stellen; Vw.: s. an-; Q.: 1760; L.: DW 13, 2068; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pranger und en (Suff,) gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes an den Pranger stellen; F.: prangern (!), prangere, pranger (!), prangerst, prangert, prangerte, prangertest, prangerten, prangertet, geprangert, ##geprangert, geprangerte, geprangertes, geprangertem, geprangerten, geprangerter##, prangernd, ###prangernd, prangerndes, prangerndem, prangernden, prangernder###, pranger (!)+FW(+EW?); Z.: pra-ng-er-n
Pranke, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pranke, große Pfote, Tatze; ne. paw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1304 (Der Seele Rat des Heinrich von Burgeis); E.: s. mhd. pranke, sw. M., Pranke, Tatze; lat. branca, F., Pfote, Pranke, (354-430 n. Chr.); wohl aus dem Keltischen; vgl. idg. *u̯renk-, *u̯ronk-, V., drehen, winden, Pokorny 1155; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Pranke, DW 13, 2069, EWD s. u. Pranke, Duden s. u. Pranke, Bluhme s. u. Pranke; Son.: vgl. lit. rankà, Sb., Hand; ks. rōka, Sb., Hand; GB.: seit 1301-1304 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und wohl mittelbar aus dem Keltischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine große Pfote oder Tatze eines größeren Tieres wie beispielsweise eines Löwen oder Bären; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Pranke, Pranken+FW(+EW); Z.: Pra-nk-e
Präparat, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Präparat, Arznei, Arzneimittel, Medikament; ne. compound, preparation; Vw.: -; Hw.: s. präparieren, Präparation, Präparator; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. praeparātum; E.: s. lat. praeparātum, N., Vorbereitetes, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. praeparāre, V., vorbereiten, im Voraus bereiten, bereithalten; vgl. lat. prae, Präp., voraus; s. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. präparieren, EWD s. u. präparieren, Duden s. u. Präparat; Son.: vgl. nschw. preparat, N., Präparat; nnorw. preparat, N., Präparat; poln. preparat, M., Präparat; lit. preparatas, M., Präparat; GB.: seit 18. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für einen bestimmten Zweck hergestellte Substanz wie beispielsweise eine Arznei; BM.: vorwärts, zeigen; F.: Präparat, Präparats, Präparates, Präparate, Präparaten+FW(+EW); Z.: Prä-par-at
Präparation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Präparation, Vorbereitung; ne. preparation; Vw.: -; Hw.: s. präparieren, Präparat, Präparator; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. praeparātio; E.: s. lat. praeparātio, F., Vorbereitung, Rüstung, Zubereitung, Einrichtung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. praeparāre, V., vorbereiten, im Voraus bereiten, bereithalten; vgl. lat. prae, Präp., voraus; s. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. präparieren, fehlt DW, Duden s. u. Präparation; Son.: vgl. frz. préparation, F., Präparation; nschw. preparation, Sb., Präparation; poln. preparacja, F., Präparation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen und vielleicht auch anderen Lebewesen betriebene Vorbereitung für etwas; BM.: vorwärts, zeigen; F.: Präparation, Präparationen+FW(+EW?); Z.: Prä-par-at-io-n
Präparator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Präparator, Präparate Herstellender; ne. preparer, preparateur; Vw.: -; Hw.: s. präparieren, Präparat, Präparation; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. praeparātor; E.: s. lat. praeparātor, M., Vorbereiter, Bereitender, Bereiter, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. praeparāre, V., vorbereiten, im Voraus bereiten, bereithalten; vgl. lat. prae, Präp., voraus; s. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. präparieren, fehlt DW, Duden s. u. Präparator; Son.: vgl. frz. préparateur, F., Präparator; poln. preparator, M., Präparator; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen wissenschaftliche Präparate beispielsweise von Tieren herstellenden Menschen; BM.: vorwärts, zeigen; F.: Präparator, Präparators, Präparatoren+FW(+EW); Z.: Prä-par-at-or
präparieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. präparieren, haltbar machen, vorbereiten, bearbeiten; ne. prepare; Vw.: -; Hw.: s. Präparat, Präparation, Präparator; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. praeparāre; E.: s. mnd. prēparēren, sw. V., präparieren, vorbereiten, rüsten; lat. praeparāre, V., vorbereiten, im Voraus bereiten, bereithalten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prae, Präp., voraus; s. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; vgl. lat. parēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. präparieren, DW 13, 2070, EWD s. u. präparieren, Duden s. u. präparieren; Son.: vgl. nndl. prepareren, V., präparieren; frz. préparer, V., präparieren; nschw. preparera, V., präparieren; nnorw. preparere, V., präparieren; poln. preparować, V., präparieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vorbereiten oder zu einem bestimmten Zweck bearbeiten; BM.: vorwärts, zeigen; F.: präparieren, präpariere, präparierst, präpariert, präparierest, präparieret, präparierte, präpariertest, präparierten, präpariertet, ##präpariert, präparierte, präpariertes, präpariertem, präparierten, präparierter##, präparierend, ###präparierend, präparierende, präparierendes, präparierendem, präparierenden, präparierender###, präparier (!)+FW(+EW?); Z.: prä-par-ier-en
Präposition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Präposition, Vorwort, Verhältniswort; ne. preposition; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. praepositio; E.: s. lat. praepositio, F., Vorsetzen, Voransetzen, Anstellung, Vorwort, Präposition, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. praepōnere, V., voransetzen, vorsetzen, aufstellen, aufpflanzen, vorlegen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Präposition, EWD s. u. Präposition, fehlt DW, Duden s. u. Präposition; Son.: vgl. nndl. prepositie, Sb., Präposition; frz. préposition, F., Präposition; nschw. preposition, Sb., Präposition; nnorw. preposisjon, M., Präposition; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein unter Nutzung bestimmter bestimmte Fälle nutzendes Wörter zueinander in Beziehung setzendes Wort oder ein Verhältniswort wie beispielsweise an oder auf oder außer oder bei oder durch oder entgegen oder für oder gegen oder gemäß oder hinter oder in oder mit oder nach oder neben oder nebst ohne oder seit oder statt oder über oder um oder unter oder von oder vor oder wegen oder wider oder zu oder zwischen); BM.: vorwärts, senden; F.: Präposition, Präpositionen+FW(+EW?); Z.: Prä-po-s-it-io-n
präpotent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. präpotent, arrogant, hochmütig, herablassend; ne. prepotent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. praepotēns; E.: s. lat. praepotēns (1), Adj., sehr mächtig, sehr viel vermögend, übermächtig, vornehm, in Amt und Würden seiend, durch Macht ausgezeichnet; vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); potēns (1), Adj., mächtig, vermögend, könnend, fähig, einflussreich, herrschend; vgl. lat. posse, V., können, vermögen, imstande sein (V.), (um 235-200 v. Chr.); lat. potis, Adj., vermögend, mächtig, möglich, vorzüglich; idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. präpotent; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches hochmütig oder herablassend; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: präpotent, präpotente, präpotentes, präpotentem, präpotenten, präpotenter(, präpotentere, präpotenteres, präpotenterem, präpotenteren, präpotenterer, präpotentest, präpotenteste, präpotentestes, präpotentestem, präpotentesten, präpotentester)+FW); Z.: präp-o-t-ent
Prärie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Prärie, Grassteppe in Nordamerika; ne. prairie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1826; I.: Lw. frz. prairie; E.: s. frz. prairie, F., Prärie, Grassteppe; frz. pré, M., Wiese; lat. prātum, N., Wiese, Wiesengras; vgl. idg. *prā-?, V., biegen?, Pokorny 843 (1459/101) (RB. idg. aus ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Prärie, fehlt DW, EWD s. u. Prärie, Duden s. u. Prärie; Son.: s. mhd. prāerīe, st. F., Wiese; vgl. nndl. prairie, Sb., Prärie; nschw. prärie, Sb., Prärie; nnorw. prærie, M., Prärie; poln. preria, F., Prärie; lit. prerija, F., Prärie; GB.: seit 1826 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Grassteppe in Nordamerika; BM.: biegen?; F.: Prärie, Prärien+FW; Z.: Prä-r-ie
Prärogative, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Prärogative, Prärogativ, Vorrecht; ne. prerogative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. prērogātīf, F., Prärogative, Vorzugsrecht, Vortrittsrecht; lat. praerogātīva, F., zuerst zustimmende Zenturie, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. praerogāre, V., vorauszahlen, verteilen, austeilen; lat. prae, Präp., voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. rogāre, V., holen, fragen, befragen, Gesetzesvorschlag machen, vorschlagen, ersuchen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Prärogative; Son.: vgl. nndl. prerogatif, Sb., Prärogative; poln. prerogatywa, F., Prärogative; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein besonderes Vorrecht (besonders von Herrschern); F.: Prärogative, Prärogativen+FW(+EW); Z.: Prä-rog-at-iv-e
Präsens, nhd., (Part. Präs.=)N., (16. Jh.): nhd. Präsens, Gegenwart; ne. present (N.); Vw.: -; Hw.: s. Präsent, präsentieren, Präsenz; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. (tempus) praesēns; E.: s. lat. (tempus) praesēns, M., gegenwärtige Zeit; vgl. lat. praesēns, (Part. Präs.=)Adj.; gegenwärtig; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Präsens, EWD s. u. Präsens, fehlt DW, Duden s. u. Präsens; Son.: vgl. nndl. presens, Sb., Präsens; frz. présent, M., Präsens; nschw. presens, N., Präsens; nnorw. presens, N., Präsens; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jeweils die Gegenwart betreffende und ausdrückende Zeitform des Zeitworts (Verbs) wie beispielsweise ich arbeite oder du bildest oder er dient oder wir gehen oder ihr steht oder sie züchten in Gegensatz zu Vergangenheit und Zukunft; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: Präsens, Präsentia, Präsenzien+FW; Z.: Prä-s-ens
$präsent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. präsent, gegenwärtig; E.: s. lat. praesens; L.: fehlt DW, EWD s. u. Präsens; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gegenwärtig; F.: präsent, präsente, präsentes, präsentem, präsenten, präsenter(, präsentere, präsenteres, präsenterem, präsenteren, präsenterer, präsentest, präsenteste, präsentestes, präsentestem, präsentesten, präsentester)+FW(+EW); Z.: prä-s-ent
Präsent, nhd., (Part. Präs.?=)N., (12. Jh.): nhd. Präsent, Geschenk; ne. present (N.) (2); Hw.: s. Präsens, präsentieren, Präsenz; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: s. mhd. prēsant (1), prēsent, prēsente, prīsent, prīsant, st. M., st. N., st. F., Präsent, Geschenk, Gabe; mnd. prēsant, prēsent, N., Präsent, Geschenk, Gabe, Zuwendung, Aufwandsentschädigung; afrz. presant, M., Geschenk, Gabe; lat. praesentia, F., Gegenwart, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.); idg. *es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 13, 2070, EWD s. u. Präsent, Duden s. u. Präsent; Son.: vgl. nndl. present, Sb., Präsent; frz. présent, M., Präsent; nschw. present, Sb., Präsent; kymr. presant, M., Präsent; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen gegebenes (kleineres) Geschenk; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: Präsent, Präsents, Präsentes, Präsente, Präsenten+FW(+EW?); Z.: Prä-s-ent
Präsentant, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)M., (20. Jh.?): nhd. Präsentant, Präsentierender, einen Wechsel Vorlegender; ne. bearer; Vw.: s. Re-; Hw.: s. präsentieren; Q.: 20. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. praesentāre, V., gegenwärtig machen, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, Präp., voran, voraus; lat. esse, V., sein (V.); idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Präsentant; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Wechsels möglichen einen Wechsel zu einer Annahme oder Bezahlung Vorlegenden; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: Präsentant, Präsentanten+FW(+EW); Z.: Prä-s-ent-ant
präsentieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. präsentieren, überreichen, anbieten, zeigen, vorführen, vorlegen; ne. present (V.); Vw.: s. re-; Hw.: s. Präsens, Präsent, Präsenz, Präsentant; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. prēsentieren, sw. V., darlegen, vorlegen, präsentieren; mnd. prēsenteren, prēsentīren, persentēren, sw. V., präsentieren, vorweisen, vorzeigen, vorlegen, vorführen, zeigen; lat. praesentāre, V., gegenwärtig machen, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, Präp., voran, voraus; lat. esse, V., sein (V.); idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Präsens, DW 13, 2071, EWD s. u. Präsent, Duden s. u. präsentieren; Son.: vgl. nndl. presenteren, V., präsentieren; frz. présenter, V., präsentieren; nschw. presentera, V., präsentieren; nnorw. presentere, V., präsentieren; poln. prezentować, V., präsentieren; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches überreichen oder vorführen oder vorlegen; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: präsentieren, präsentiere, präsentierst, präsentiert, präsentierest, präsentieret, präsentierte, präsentiertest, präsentierten, präsentiertet, ##präsentiert, präsentierte, präsentiertes, präsentiertem, präsentierten, präsentierter##, präsentierend, ###präsentierend, präsentierende, präsentierendes, präsentierendem, präsentierenden, präsentierender###, präsentier (!)+FW(+EW?); Z.: prä-s-ent-ier-en
$Präsentierteller, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Präsentierteller, Vorlegeteller, Schauteller; E.: s. präsentier(en), s. Teller; L.: EWD s. u. Präsent, DW 13, 2072; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus präsentier(en) und Teller gebildete Bezeichnung für einen Vorlegeteller oder Schauteller; F.: Präsentierteller, Präsentiertellers, Präsentiertellern+FW(+EW?); Z.: Prä-s-ent-ier—tel-l-er
Präsenz, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Präsenz, Gegenwärtigkeit, Anwesenheit; ne. presence; Vw.: -; Hw.: s. Präsens, Präsent, präsentieren; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. prēsenz, st. F., sw. F., Anwesenheit, Präsenzgeld; mhd. prēsencīe, sw. F., Anwesenheitsvergütung, Vergütung; lat. praesentia, F., Gegenwart, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. praeesse, V., vorn sein (V.), verwalten; lat. prae, Präp., voran, voraus; lat. esse, V., sein (V.); idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Präsens, EWD s. u. Präsens, DW 13, 2072, Duden s. u. Präsenz; Son.: vgl. frz. présence, F., Präsenz; kymr. presenoldeb, M., Präsenz; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Gegenwärtigkeit oder Anwesenheit; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: Präsenz, Präsenzen+FW; Z.: Prä-s-enz
Praseodym, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Praseodym, eine Seltene Erde; ne. praseodymium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πράσινος (prásinos), Adj., lauchgrün; vgl. gr. πράσον (práson), N., Lauch, eine Art Seetang; idg. *pr̥so-?, Sb., Lauch, Pokorny 846 (1468/110) (RB. idg. aus gr., ital.); gr. δίδυμος (dídymos), M., Zwilling; vgl. gr. δύο (dýo), δύω (dýō), Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. Praseodym; Son.: vgl. nndl. praseodymium, Sb., Praseodym; frz. praséodyme, M., Praseodym; nschw. praseodym, N., Praseodym; nnorw. praseodym, N., Praseodym; kymr. praseodymiwm, M., Praseodym; nir. praiséidimiam, M., Praseodym; poln. prazeodym, M., Praseodym; lit. prazeodimis, M., Praseodym; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ab 1841 (Carl Gustsv Mosander) bis 1895 (Carl Auer von Welsbach) entdecktes in China und Vietnam und Brasilien und Russland und Australien sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika abgebautes weiches grauweißes zu den Lanthanoiden und Seltenen Erden gehörendes und in Legierungen verwendetes chemisches Element (chemisches Element Nr. 59, abgekürzt Pr); BM.: Lauch, Zwilling bzw. zwei; F.: Praseodym, Praseodyms+FW; F.: Pras-eo—dy-m
Präservativ, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Präservativ, Kondom; ne. preservative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. préservatif; E.: s. frz. préservatif, M., Präservativ, Kondom; vgl. frz. préserver, V., schützen, bewahren; lat. praeservāre, V., vorher beobachten, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. servāre, V., erretten, erhalten (V.), bewahren; idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Präservativ, fehlt DW, Duden s. u. Präservativ; Son.: s. mnd. prēservātīf, N., Schutz, vorbeugendes Arzneimittel; s. mlat. praeservātīvum, N., Schutz, vorbeugendes Arzneimittel; nndl. preservatief, Sb., Präservativ; nschw. preservativ, Sb., Präservativ; nnorw. preservativ, N., Präservativ; poln. prezerwatywa, F., Präservativ; lit. perzervatyvas, M., Präservativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes und verwendetes meist aus Kautschuk bestehendes Verhütungsmittel für eine Empfängnis von männlichem Samen durch eine weibliche Eizelle des Menschen; BM.: vorwärts, sorgen; F.: Präservativ, Präservativs, Präservatives, Präservative, Präservativen+FW(+EW?); Z.: Prä-ser-v-at-iv
$Präses, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Präses, Vorsitzender, Vorsteher; E.: s. lat. praeses; L.: fehlt DW, EWD s. u. präsidieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Bildung von Gesellschaften möglichen Vorsitzenden oder Vorsteher; F.: Präses, Präsides, Präsiden+FW(+EW); Z.: Prä-s-es
Präsident, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Präsident, Staatsoberhaupt, Vorsitzender, Vorsteher; ne. president; Vw.: -; Hw.: s. präsidieren, Präsidium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. président; E.: s. mnd. prēsident (1), prēsidente, M., Präsident, Vorsitzender, Leiter (M.); frz. président, M., Präsident, Vorsitzender; afrz. président, M., Vorsitzender; vgl. lat. praesidēns, Adj., vorsitzend, voranstehend, schützend; lat. praesidēre, V., vornsitzen, beschützen, vorsitzen, Vorsitz haben; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Präsident, EWD s. u. präsidieren, DW 13, 2073, Duden s. u. Präsident; Son.: vgl. nndl. president, Sb., Präsident; nschw. president, Sb., Präsident; nnorw. president, M., Präsident; poln. prezydent, M., Präsident; lit. prezidentas, M., Präsident; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Bildung von Gesellschaften möglichen Vorsitzenden oder Vorsteher; BM.: vorwärts, sitzen; F.: Präsident, Präsidenten+FW(+EW?); Z.: Prä-sid-ent
präsidieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. präsidieren, vorsitzen, vorstehen; ne. preside; Vw.: -; Hw.: s. Präsident, Präsidium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. présider, lat. praesidēre; E.: s. frz. présider, V., den Vorsitz haben; lat. praesidēre, V., vornsitzen, beschützen, vorsitzen, Vorsitz haben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Präsident, DW 13, 2073, EWD s. u. präsidieren, Duden s. u. präsidieren; Son.: vgl. nndl. presideren, V., präsidieren; frz. présider, V., präsidieren; nnorw. presidere, V., präsidieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Bildung von Gesellschaften mögliches den Vorsitz in einem Gremium haben oder vorsitzen oder vorstehen; BM.: vorwärts, sitzen; F.: präsidieren, präsidiere, präsidierst, präsidiert, präsidierest, präsidieret, präsidierte, präsidiertest, präsidierten, präsidiertet, ##präsidiert, präsidierte, präsidiertes, präsidiertem, präsidierten, präsidierter##, präsidierend, ###präsidierend, präsidierende, präsidierendes, präsidierendem, präsidierenden, präsidierender###, präsidier (!)+FW(+EW); Z.: prä-sid-ier-en
Präsidium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Präsidium, leitendes Gremium; ne. presidium, headquarters; Vw.: -; Hw.: s. Präsident, präsidieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. praesidium; E.: s. lat. praesidium, N., Schutz, Hilfe, Bedeckung, Geleit, Verstärkung, Vorhut, Posten, Hilfsmittel, (um 250-184 v. Chr.); lat. praesidēre, V., vornsitzen, beschützen, vorsitzen, Vorsitz haben; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Präsident, EWD s. u. präsidieren, Duden s. u. Präsidium; Son.: vgl. nschw. presidium, N., Präsidium; nnorw. presidium, N., Präsidium; poln. prezydium, Sb., Präsidium; kymr. presidiwm, M., Präsidium; lit. prezidiumas, M., Präsidium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Bildung von Gesellschaften mögliches leitendes Gremium einer Versammlung von Menschen; BM.: vorwärts, sitzen; F.: Präsidium, Präsidiums, Präsidien+FW(+EW?); Z.: Prä-sid-i-um
prasseln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. prasseln, herunterprasseln, trommelartig tönen; ne. crackle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. prasselen (1), sw. V., prasseln?, beständige Geräusche hervorrufen, rasseln, lärmen; ahd. brastōn*, sw. V. (2), lärmen, tönen, krachen, prasseln; germ. *brastōn, sw. V., bersten, krachen, prasseln; s. idg. *bʰres-, V., bersten, brechen, krachen, prasseln, Pokorny 169 (281/114) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. prasseln, Kluge s. u. prasseln, DW 13, 2074, EWD s. u. prasseln, Duden s. u. prasseln, Bluhme s. u. prasseln; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches längere Zeit mit einem dumpfen klopfenden oder trommelnden Geräusch sehr schnell hintereinander aufprallen; BM.: krachen; F.: prasseln, prassel (!), prassle, prasselst, prasselt, prasselte, prasseltest, prasselten, prasseltet, geprasselt, ##geprasselt, geprasselte, geprasseltes, geprasseltem, geprasselten, geprasselter##, prasselnd, ###prasselnd, prasselnde, prasselndes, prasselndem, prasselnden, prasselnder###, prassel (!)+EW; Z.: pras-s-el-n
prassen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. prassen, frönen, genießen; ne. feast (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: s. mnd. prassēren, prassen*, sw. V., prassen, verschwenden, verschwenderisch leben; mnd. brassen (1), bratzen, sw. V., prassen, schlemmen, lärmen; Herkunft unsicher, vielleicht aus mfrz. brasser, V., brauen, vermengen; Vermengung mit einer Schallwurzel?; L.: Kluge 1. A. s. u. prassen, Kluge s. u. prassen, EWD s. u. prassen, DW 13, 2074, DW 2, 307 (brassen), Duden s. u. prassen, Bluhme s. u. prassen; GB.: um 1500 mnd. belegte und in der Herkunft unsichere sowie vielleicht aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verschwenderisch leben; BM.: von einer Schallwurzel?; F.: prassen, prasse (!), prassst (!), prasst, prassest, prasset, prasste, prasstest, prassten, prasstet, geprasst, ##geprasst, geprasste, geprasstes, geprasstem, geprassten, geprasster##, prassend, ###prassend, prassende, prassendes, prassendem, prassenden, prassender###, prass (!)+FW?+EW?; Z.: prass-en
$Prasser, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Prasser, Prassender; E.: s. prass(en), s.er (Suff.); L.: Kluge s. u. prassen, EWD s. u. prassen, DW 2, 307 (Brasser); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus prass(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Prassenden; F.: Prasser, Prassers, Prassern+EW; Z.: Prass-er
prätentiös, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prätentiös, anmaßend, prahlerisch; ne. pretentious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. prétentieux; E.: s. frz. prétentieux, Adj., anmaßend; vgl. frz. prétendre, V., behaupten, Anspruch erheben; lat. praetendere, V., hervorstrecken, herausragen lassen, vor sich hinhalten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tendere, V., spannen, ausspannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. prätentiös, fehlt DW, Duden s. u. prätentiös; Son.: vgl. nndl. pretentieus, Adj., prätentiös; nschw. pretentiös, Adj., prätentiös; nnorw. pretensiøs, Adj., prätentiös; poln. pretensjonalny, Adj., prätentiös; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anmaßend oder prahlerisch; BM.: vorwärts, spannen; F.: prätentiös, prätentiöse, prätentiöses, prätentiösem, prätentiösen, prätentiöser(, prätentiösere, prätentiöseres, prätentiöserem, prätentiöseren, prätentiöserer, prätentiösest, prätentiöseste, prätentiösestes, prätentiösestem, prätentiösesten, prätentiösester)+FW(+EW?); Z.: prä-ten-t-i-ös
Präteritum, nhd., (Part. Prät.)=N., (17. Jh.): nhd. Präteritum, Vergangenheit; ne. preterit, preterite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. praeteritum; E.: s. lat. praeteritum, N., vergangenes Ding, Vergangenes, vorhergehende Begebenheit; vgl. lat. praeterīre, V., vorbeigehen, vorübergehen, vergehen, verfließen, vorbeikommen; lat. praeter, Adv., Präp., außer, ausgenommen, vor über, mehr als, wider; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Präteritum, fehlt DW, EWD s. u. Präteritum, Duden s. u. Präteritum; Son.: vgl. frz. prétérit, M., Präteritum; nschw. preteritum, N., Präteritum; nnorw. preteritum, N., Präteritum; nir. préitiríteach, M., Präteritum; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Zeitform der Vergangenheit bei Zeitwörtern bei der das Sein als vergangen und ohne Bezug zu der Gegenwart dargestellt wird wie beispielsweise ich aß oder du batst oder er dachte oder wir grüßten oder ihr halft oder sie kämpften in Gegensatz zu (der Zukunft und der Gegenwart sowie) dem Perfekt (vollendete Vergangenheit oder Präsenzperfekt) und dem Plusquamperfekt (Vorvergangenheit); BM.: vorwärts, gehen; F.: Präteritum, Präteritums, Präterita+FW(+EW?); Z.: Prä-ter-it-um
Prätor, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Prätor, höchster Amtsträger in Rom in dem Altertum; ne. praetor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. praetor; E.: s. lat. praetor, M., Prätor, Anführer, Vorgesetzter, Kriegsoberster, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. praeīre, V., vorangehen, vorausgehen, vorsagen, vorspielen, vorsprechen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Prätor, fehlt DW, Duden s. u. Prätor; Son.: vgl. nndl. praetor, Sb., Prätor; frz. préteur, M., Prätor; nnorw. pretor, M., Prätor; kymr. praetor, pretor, M., Prätor; nir. praetóir, M., Prätor; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den höchsten Amtsträger in Rom in dem Altertum; BM.: vorwärts, gehen; F.: Prätor, Prätoren+FW(+EW?); Z.: Prä-t-or
Pratze, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pratze, Pranke, Tatze; ne. paw, clamp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1600; I.: Lw. it. braccio; E.: s. it. braccio, M., Arm; lat. bracchium, brachium, N., Unterarm, Arm; gr. βραχίων (brachíōn), M., Oberarm, Arm; idg. *mreg̑ʰu-, *mr̥g̑ʰu-, Adj., kurz, Pokorny 750 (1268/133) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Pratze, DW 13, 2078, EWD s. u. Pratze, Duden s. u. Pratze, Bluhme s. u. Pratze; Son.: vgl. frz. bras, M., Arm; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche große Pfote oder Pranke oder Tatze eines höheren und größeren Säugetiers; BM.: Arm bzw. kurz; F.: Pratze, Pratzen+FW; Z.: Pratz-e
Prävention, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prävention, Vorbeugung, Verhütung; ne. prevention; Vw.: -; Hw.: s. präventiv; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. praeventio; E.: s. lat. praeventio, F., Zuvorkommen, Falle, Betrügerei, (um 345-411/412 n. Chr.); lat. praevenīre, V., zuvorkommen, übertreffen, vorzüglicher sein (V.), zu Hilfe kommen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. präventiv, fehlt DW, Duden s. u. Prävention; Son.: vgl. nndl. preventie, Sb., Prävention; frz. prévention, F., Prävention; nschw. prevention, Sb., Prävention; nnorw. prevensjon, M., Prävention; poln. prewencja, F., Prävention; lit. prevencija, F., Prävention; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Vorbeugung oder Verhütung eines Schadens oder Verlusts; BM.: vorwärts, kommen; F.: Prävention, Präventionen+FW(+EW?); Z.: Prä-ven-t-io-n
präventiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. präventiv, vorbeugend, verhütend; ne. preventive; Vw.: -; Hw.: s. Prävention; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. préventif; E.: s. frz. préventif, Adj., präventiv, vorbeugend; vgl. lat. praevenīre, V., zuvorkommen, übertreffen, vorzüglicher sein (V.), zu Hilfe kommen, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. präventiv, fehlt DW, EWD s. u. präventiv, Duden s. u. präventiv; Son.: vgl. nndl. preventief, Adj., präventiv; nschw. preventiv, Adj., präventiv; nnorw. preventiv, Adj., präventiv; poln. prewencyjny, Adj., präventiv; lit. prevencinis, Adj., präventiv; GB.: seit der 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches vorbeugend oder verhütend; BM.: vorwärts, kommen; F.: präventiv, präventive, präventives, präventivem, präventiven, präventiver(, präventivere, präventiveres, präventiverem, präventiveren, präventiverer, präventivst, präventivste, präventivstes, präventivstem, präventivsten, präventivster)+FW(+EW?); Z.: prä-ven-t-iv
Praxis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Praxis, Ausübung, Durchführung, Verfahren, Behandlungsraum; ne. practice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prāxis; E.: lat. prāxis, F., Verfahren, Tun, Amt, (vor 66 n. Chr.); gr. πρᾶξις (praxis), F., Handeln, Tun, Beschäftigung; vgl. gr. πρασσειν (prassein), V., durchdringen, betreiben, tun, vollbringen; idg. idg. *peros, Adj., fernere, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Praxis, DW 13, 2078, EWD s. u. Praxis, Duden s. u. Praxis; Son.: vgl. nndl. praktijk, Sb., Praxis; frz. pratique, F., Praxis; nschw. praxis, Sb., Praxis; nnorw. praksis, M., Praxis; poln. praktyka, F., Praxis; lit. praktika, F., Praxis; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ausübung oder Durchführung einer Tätigkeit durch Menschen oder ein Verfahren in Gegensatz zu Theorie und davon abgeleitet für einen dazu verwendeten Behandlungsraum; BM.: vorwärts; F.: Praxis, Praxen+FW; Z.: Pra-x-is
Präzedenz, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Präzedenz, Voranschreiten, Vorrang, Vorzug; E.: s. lat. praecedentia, F., Vorwärtsgehen, Fortschreiten, (um 485-um 580 n. Chr.); L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1705 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches Voranschreiten oder einen Vorrang oder Vorzug; Hw.: s. Präzedenzfall
Präzedenzfall, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Präzedenzfall, früherer Fall, beispielhaftes Vorkommnis; ne. precedent (N.), precedence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: s. lat. praecēdēns, (Part. Präs.=)Adj., vorhergehend, vorangehend; vgl. lat. praecēdere, V., vorhergehen, vorangehen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; für die Herkunft des Hinterglied s. nhd. Fall; L.: Kluge s. u. Präzedenzfall, fehlt DW, EWD s. u. Präzedenzfall, Duden s. u. Präzedenzfall; Son.: vgl. nndl. precedent, Sb., Präzendenzfall; frz. précédent, M., Präzendenzfall; nschw. precedensfall, N., Präzdenzfall; nnorw. presedens, M., Präzendenzfall; poln. precedens, M., Präzedenzfall; lit. precedentas, M., Präzedenzfall; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Präzedenz und Fall gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Entwicklung von Recht möglichen als Muster für die Lösung späterer Fälle dienenden ersten oder früheren Fall; BM.: vorwärts, gehen; F.: Präzedenzfall, Präzedenzfalls, Präzedenzfalles, Präzedenzfälle, Präzedenzfällen+FW+EW; Z.: Prä-zed-enz-fal-l
präzis, nhd., Adj.: nhd. präzis; Vw.: s. präzise
präzise, präzis, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. präzise, präzis, genau, abgeschnitten; ne. precise (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. präzisieren, Präzision; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. précis; E.: s. mnd. prēcīse, präcise, Adv., „präzise“, genau, stimmig; frz. précis, Adj., präzise, genau; lat. praecīsus, Adj., steil, abschüssig, jäh, abgebrochen, kurz gefasst, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. praecīdere, V., vorn abschneiden; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. präzise, fehlt DW, EWD s. u. präzis(e), Duden s. u. präzise; Son.: vgl. nndl. precies, Adj., präzise; frz. précis, Adj., präzise; nschw. precis, Adj., präzise; nnorw. presis, Adj., präzise; poln. precyzyjny, Adj., präzise; lit. precizinis, Adj., präzise; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommen und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für genau oder abgeschnitten; BM.: vorwärts, schlagen; F.: präzise, präzis, präzises, präzisem, präzisen, präziser(, präzisere, präziseres, präziserem, präziseren, präziserer, präzisest, präziseste, präzisestes, präzisestem, präzisesten, präzisester)+FW+EW?; Z.: prä-zi-s-e
präzisieren, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. präzisieren, verdeutlichen, genauer bestimmen, konkretisieren; ne. specify, define more precisely; Vw.: -; Hw.: s. präzise, Präzision; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. préciser; E.: s. frz. préciser, V., präzisieren; frz. précis, Adj., präzise, genau; lat. praecīsus, Adj., steil, abschüssig, jäh, abgebrochen, kurz gefasst, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. praecīdere, V., vorn abschneiden; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. präzise, fehlt DW, EWD s. u. präzis(e), Duden s. u. präzisieren; Son.: vgl. nndl. preciseren, V., präzisieren; nschw. precisera, V., präzisieren; nnorw. presisere, V., präzisieren; poln. precyzować, V., präzisieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verdeutlichen oder genauer bestimmen; BM.: vorwärts, schlagen; F.: präzisieren, präzisiere, präzisierst, präzisiert, präzisierest, präzisieret, präzisierte, präzisiertest, präzisierten, präzisiertet, ##präzisiert, präzisierte, präzisiertes, präzisiertem, präzisierten, präzisierter##, präzisierend, ###präzisierend, präzisierende, präzisierendes, präzisierendem, präzisierenden, präzisierender###, präzisier (!)+FW(+EW?); Z.: prä-z-is-ier-en
Präzision, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Präzision, Genauigkeit, Bestimmtheit; ne. precision; Vw.: -; Hw.: s. präzise, präzisieren; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. praecīsio; E.: s. lat. praecīsio, F., Abschneiden, Abschnitt, Ausschnitt, Schisma, (3. Viertel 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. praecīdere, V., vorn abschneiden; lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. präzise, fehlt DW, EWD s. u. präzis(e), Duden s. u. Präzision; Son.: vgl. nndl. precisie, Sb., Präzision; nschw. precision, Sb., Präzision; nnorw. presisjon, M., Präzision; poln. precyzja, F., Präzision; lit. preciziškumas, M., Präzision; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Genauigkeit oder Bestimmtheit; BM.: vorwärts, schlagen; F.: Präzision, Präzisionen+FW(+EW?); Z.: Prä-z-is-io-n
predigen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. predigen, Gottes Wort öffentlich verkünden, belehren; ne. preach; Vw.: -; Hw.: s. Prediger, Predigt; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. predigen, sw. V., predigen; mnd. prēdigen* (1), prēdiken, prēdeken, prēddeken, prēdegen, preddiken, preddeken, sw. V., „predigen“, religiöse Inhalte und Lehren mitteilen, verkünden, im Gottesdienst predigen; mnl. prediken, preken, V., predigen; ahd. predigōn, sw. V. (2), predigen, jemandem predigen, verkünden, verkündigen, jemandem verkündigen, lehren; anfrk. predikon, sw. V., das Wort Gottes verkünden; lat. praedicāre, V., aufrufen, preisen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. predigen, Kluge s. u. predigen, DW 13, 2079, EWD s. u. predigen, EWAhd 6, 1554, Duden s. u. predigen, Bluhme s. u. predigen; Son.: vgl. afries. prēdikia, sw. V., predigen; ae. predician, sw. V., predigen; an. prēdika, sw. V., predigen; nndl. prediken, V., predigen; frz. prêcher, V., predigen; nschw. predika, V., predigen; nnorw. predikere, V., predigen; GB.: (predigōn) seit Ende 8. Jh; belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (in dem Christentum) Gottes Wort öffentlich verkünden oder belehren oder nachdrücklich in belehrendem Ton (M.) (2) sagen; BM.: vor, sagen; F.: predigen, predige (!), predigst, predigt, predigest, prediget, predigte, predigtest, predigten, predigtet, gepredigt, ##gepredigt, gepredigte, gepredigtes, gepredigtem, gepredigten, gepredigter##, predigend, ###predigend, predigende, predigendes, predigendem, predigenden, predigender###, predig (!)+FW(+EW?); Z.: pre-di-g-en
Prediger, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Prediger, einer der predigt; ne. preacher; Vw.: -; Hw.: s. predigen, Prediger; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. predigære, bredigære, berdiger, brēger, bridigāre, predigāre, bredier, predier, st. M., Prediger, Predigermönch, Angehöriger des Predigerordens, Dominikaner; mnd. prēdigære*, prēdiger, prēdiker, prēdeker, predecar, predeger, prēdeger, M., „Prediger“, Mönch des Predigerordens, Dominikaner; mnl. predicare, M., Prediger; ahd. predigāri*, st. M. (ja), Prediger, Lehrer, Verkündiger; lat. praedicātor, M., öffentlicher Ausrufer, Verkünder, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. praedicāre, V., aufrufen, preisen; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. predigen, DW 13, 2081, EWD s. u. predigen, EWAhd 6, 1553, Duden s. u. Prediger; Son.: vgl. afries. prēdiker, prēker, preiker, M., Prediger; ae. predicere, st. M. (a), Prediger; an. prēdikari, st. M. (ja), Prediger; nndl. prediker, Sb., Prediger; frz. prédicateur, M., Prediger; nschw. predikant, Sb., Prediger; nnorw. predikant, M., Prediger; GB.: (predigāri) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in dem Auftrag einer Religionsgemeinschaft belehrenden Menschen; BM.: vor, sagen; F.: Prediger, Predigers, Predigern+FW(+EW?); Z.: Pre-di-g-er
Predigt, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Predigt, Sermon, Belehrung, Tadel; ne. sermon; Vw.: -; Hw.: s. predigen, Prediger; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. predige, st. F., sw. F., Predigt; mhd. predigāt*, bredigāt, bredigāte, st. F., Predigt; mnd. prēdige, prēdike, prēdeke, prēdich, predig, preddige, F., „Predigt“, Mitteilung, Verkündigung religiöser Ideen und Lehren; prēdekīe, predekige, predekyghe, prēdekī, prēdikīe, predikie, predichie, F., „Predigt“, Mitteilung, Verkündigung religiöser Inhalte und Lehren; mnl. predeke, predike, F., Predigt; ahd. prediga, st. F. (ō), Predigt, Lehre, Verkündigung, Predigen; lat. praedicātio, F., öffentliche Bekanntmachung, öffentliches Ausrufen; vgl. lat. praedicāre, V., aufrufen, preisen; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. predigen, Kluge s. u. Predigt, DW 13, 2083, EWD s. u. predigen, EWAhd 6, 1552, Duden s. u. Predigt; Son.: vgl. nndl. preek, Sb., Predigt; frz. prédication, F., Predigt; nschw. predikan, Sb., Predigt; nnorw. preken, M., Predigt; kymr. pregeth, F., Predigt; GB.: (prediga) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von einem Geistlichen des Christentums in einer Messe gesprochenen Worte über einen Bibeltext oder eine Belehrung oder auch einen Tadel; BM.: vor, sagen; F.: Predigt, Predigten+FW(+EW?); Z.: Pre-di-g-t
Preis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Preis, Wert, Gewinn, Prämie; ne. price (N.); Vw.: s. Dumping-; Hw.: s. Pretiose; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); I.: Lw. frz. prix; E.: mhd. prīs, brīs, st. M., Lob, Ruhm, Ehre, Ansehen, guter Ruf, Wert, Würde, Preis, Herrlichkeit, Siegespreis; mnd. prīs (1), M., Preis, Ehre, Ruhm, Lob, Lobpreis, Belohnung, ehrbares Verhalten; frz. prix, M., Preis; afrz. pris, preis, M., Preis; lat. pretium, N., Wert, Preis, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Preis, Kluge s. u. Preis, EWD s. u. Preis, DW 13 2086, Duden s. u. Preis, Bluhme s. u. Preis; Son.: vgl. nndl. prijs, Sb., Preis; nschw. pris, N., Preis; nnorw. pris, M., Preis; kymr. pris, M., Preis; GB.: (prīs) seit 1150-1170 belegte und aus dem Französischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Wert den eine Sache oder Gegebenheit hat oder für eine Belohnung (in Form eines Gegenstands) die vor allem bei Wettkämpfen an den Sieger gegeben wird; BM.: vorwärts; F.: Preis, Preises, Preise, Preisen+FW; Z.: Prei-s
Preiselbeere, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Preiselbeere, eine Beere; ne. mountain cranberry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: z. T. Lw. osorb. bruslica; E.: s. osorb. bruslica, Sb., Preiselbeere; russ.-ksl. brusiti, obrusiti, V., abstreichen; Hinterglied s. nhd. Beere; L.: Kluge 1. A. s. u. Preiselbeere, Kluge s. u. Preiselbeere, DW 13, 2093, EWD s. u. Preiselbeere, Duden s. u. Preiselbeere, Bluhme s. u. Preiselbeere; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise aus dem Obersorbischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche kleine Pflanze mit eiförmigen lederigen Blättern und roten herb und säuerlich schmeckenden kleinen und in Tirol als Granten bezeichneten Beeren; BM.: Glänzen der reifen und leuchtenden roten Frucht; F.: Preiselbeere, Preiselbeeren+FW+EW; Z.: Preis-el—bee-r-e
preisen, nhd., V., (12. Jh.): nhd. preisen, loben; ne. praise (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: mhd. prīsen (1), brīsen, sw. V., preisen, erhören, rühmen, loben, ehren, verherrlichen, einschätzen, beurteilen, zur Ehre anrechnen, hoch anrechnen; mnd. prīsen (1), prisen, prîmen, sw. V., preisen, ehren, rühmen, loben, für gut befinden, schätzen, hochschätzen; afrz. preisier, prisier, V., schätzen, hochschätzen; lat. pretiāre, V., schätzen, preisen, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. pretium, N., Wert, Preis; idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. preisen, Kluge s. u. preisen, DW 13, 2093, EWD s. u. Preis, Duden s. u. preisen; Son.: vgl. nndl. prijzen, V., preisen; frz. apprécier, V., preisen; nschw. prisa, V., preisen; nnorw. prise, V., preisen; GB.: (prīsen) seit 1172-1190 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches loben; BM.: vorwärts; F.: preisen (!), preise (!), preist, preisest, preiset, pries, priesest, priest, priesen, prieset, gepriesen, ##gepriesen, gepriesene, gepriesenes, gepriesenem, gepriesenen, gepriesener##, preisend, ###preisend, preisende, preisendes, preisendem, preisenden, preisender###, preis (!)+FW(+EW); Z.: prei-s-en
$preisgeben, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. preisgeben, fortgeben, aufgeben, hergeben; L.: Kluge 1. A. s. u. Preis, Kluge s. u. preisgeben, DW 13, 2096, EWD s. u. preisgeben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Preis und geben nach frz. donner (en) prise (geben als Beute) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches fortgeben oder aufgeben oder hergeben; F.: preisgeben, gebe preis (!), gibst preis, gibt preis, geben preis, gebt preis, gebest preis, gebet preis, gab preis, gabst preis, gaben preis, gabt preis, gäbe preis, gäbest preis, gäben preis, gäbet preis, preisgegeben, ##preisgegeben, preisgegebene, preisgegebenes, preisgegebenem, preisgegebenen, preisgegebener##, preisgebend, ###preisgebend, preisgebende, preisgebendes, preisgebendem, preisgebenden, preisgebender###, gib preis (!)+FW+EW; Z.: prie-s—geb-en
prekär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. prekär, misslich, schwierig; ne. precarious; Vw.: -; Hw.: s. Prekariat; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. précaire; E.: s. frz. précaire, Adj., prekär, unsicher, heikel; lat. precārius, Adj., bittend, Bitt..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. precārī, V., bitten, beten, anrufen, wünschen, Fürbitte einlegen; idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. prekär, fehlt DW, EWD s. u. prekär, Duden s. u. prekär; Son.: vgl. nndl. precair, Adj., prekär; nschw. prekär, Adj., prekär; nnorw. prekær, Adj., prekär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches misslich oder schwierig; BM.: bitten; F.: prekär, prekäre, prekäres, prekärem, prekären, prekärer(, prekärere, prekäreres, prekärerem, prekäreren, prekärerer, prekärst, prekärste, prekärstes, prekärstem, prekärsten, prekärster)+FW(+EW?); Z.: prek-är
Prekariat, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Prekariat, ärmster Bevölkerungsteil, ärmste Bevölkerungsschicht; ne. precariat; Vw.: -; Hw.: s. prekär; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. précariat; E.: s. frz. précariat, M., Prekariat; gebildet nach dem Vorbild von proletariat von frz. précarité, F., Unsicherheit, Ungewissheit; vgl. frz. précaire, Adj., prekär, unsicher, heikel; lat. precārius, Adj., bittend, Bitt..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. precārī, V., bitten, beten, anrufen, wünschen, Fürbitte einlegen; idg. *perk̑- (4), *prek̑-, *pr̥k̑-, V., fragen, bitten, Pokorny 821 (1411/53) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ill., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Duden s. u. Prekariat; Son.: vgl. nndl. precariaat, Sb., Prekariat; nschw. prekariat, Sb., Prekariat; nnorw. prekariat, N., Prekariat; poln. prekariat, M., Prekariat; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für den (sachlich vielleicht seit dieser Zeit) besonders aufgrund anhaltender Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Absicherung in Armut lebenden oder von Armut bedrohten und nur geringe Aufstiegschancen habenden) ärmsten Bevölkerungsteil; BM.: bitten; F.: Prekariat, Prekariats, Prekariates, Prekariate, Prekariaten+FW; Z.: Prek-ar-i-at
prellen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. prellen, prallen, (heftig) stoßen, werfen, schnellen, betrügen; ne. contuse, cheat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. prellen, sw. V., aufprallen, abprallen, zurückfahren, sich schnell fortbewegen, hervorbringen, fortstoßen; mnd. prellen, mnd.?, sw. V., prellen, prallen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. prellen, Kluge s. u. prellen, DW 13, 2100, EWD s. u. prallen, Duden s. u. prellen, Bluhme s. u. prellen; GB.: seit 1285-1290 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (heftig) stoßen oder werfen; BM.: ?; F.: prellen, prelle, prellst, prellt, prellest, prellet, prellte, prelltest, prellten, prelltet, geprellt, ##geprellt, geprellte, geprelltes, geprelltem, geprellten, geprellter##, prellend, ###prellend, prellende, prellendes, prellendem, prellenden, prellender###, prell (!)+EW; Z.: prell-en
$Prélude, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Prélude, Vorspiel; E.: s. frz. prélude, lat. praeludium; I.: Lw. frz. prélude; L.: fehlt DW, EWD s. u. Präludium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Spielen mögliches zeitlich vorangehendes Spiel; F.: Prélude, Préludes+FW; Z.: Pré-lud-e
Premiere, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Premiere, Erstaufführung; ne. première; Vw.: -; Hw.: s. primär; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. première (représentation); E.: s. frz. première (représentation), N., Erstaufführung; vgl. frz. premier, Adj. (Superl.), erste; lat. prīmārius, Adj., einer der ersten, vornehm, ansehnlich, Vorrang genießend, erstklassig, ursprünglich, uranfänglich, anfänglich, um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Premiere, fehlt DW, EWD s. u. Premiere, Duden s. u. Premiere; Son.: vgl. nndl. première, Sb., Premiere; nschw. premiär, Sb., Premiere; nnorw. premiere, M., Premiere; poln. premiera, F., Premiere; lit. premjera, F., Premiere; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen première (représentation) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Erstaufführung oder sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zu dem ersten Male Stattfindendes; BM.: erste; F.: Premiere, Premieren+FW; Z.: Pre-m-ier-e
Presbyter, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Presbyter, Ältester, Vorsteher, Priester; ne. presbyter; Vw.: -; Hw.: s. Priester; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. presbyter; E.: s. lat. presbyter, M., Priester, Ältester, (um 160-220 n. Chr.); gr. πρεσβύτερος (presbýteros), M., der Ältere; vgl. gr. πρέσβυς (présbys), Adj., alt, bejahrt; idg. *pres-, *pₑres, *pₑros-, Präp., vor, Pokorny 812; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Presbyter; Son.: vgl. nschw. presbyter, Sb., Presbyter; nnorw. presbyter, M., Presbyter; poln. prezbiter, M., Presbyter; kymr. presbyter, M., Presbyter; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ältesten oder Vorsteher einer Gemeinde in dem Urchristentum sowie später allgemein für einen Priester; BM.: vorwärts; F.: Presbyter, Presbyters, Presbytern+FW; Z.: Pre-s-byt-er
preschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. preschen, eilen, sausen; ne. tear (V.) to dash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: zu mnd. bersen, barsen, birsen, sw. V., pirschen, jagen; afrz. berser, V., pirschen, jagen; s. mlat. bersare, V., pirschen?; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. preschen, DW 13, 3102, EWD s. u. preschen, Duden s. u. preschen, Bluhme s. u. preschen; GB.: seit 19. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eilen oder sausen oder sehr schnell laufen; BM.: jagen?; F.: preschen, presche !), preschst, prescht, preschest, preschet, preschte, preschtest, preschten, preschtet, geprescht, ##geprescht, gepreschte, gepreschtes, gepreschtem, gepreschten, gepreschter##, preschend, ###preschend, preschende, preschendes, preschendem, preschenden, preschender###, presch (!) FW(+EW?); Z.: presch-en
pressant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. pressant, eilig, dringend; ne. urgent; Vw.: -; Hw.: s. pressieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. pressant; E.: s. frz. pressant, Adj., dringend; frz. presser, V., pressen; lat. pressāre, V., drücken, pressen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. pressant, DW 13, 2103, Duden s. u. pressant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eilig oder dringend; BM.: schlagen; F.: pressant, pressante, pressantes, pressantem, pressanten, pressanter(, pressantere, pressanteres, pressanterem, pressanteren, pressanterer, pressantest, pressanteste, pressantestes, pressantestem, pressantesten, pressantester)+FW; Z.: pre-ss-ant
Presse, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Presse, Entsafter, Druckerpresse, Zeitungswesen; ne. press (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. presse, F., Presse, Weinpresse, gedrängter Haufen, Gedränge; mnd. perse, parse, persche, parche, presse, pres, F., Presse, Schraubpresse, Vorrichtung zum Ausdrücken oder Treten der Weintrauben, Kelter; mnl. perse, F., Presse, Druck, Gedränge, Kampfgewühl, Angstgefühl; ahd. pfressa*, pressa*, phressa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Bedrängnis, Bedrückung, Drangsal, Kelter, Presse, Weinpresse; as. -; anfrk. -; germ. *pressa, F., Presse; mlat. pressa?, F., Presse; vgl. lat. pressāre, V., drücke, pressen; lat. premere, V., drücken, schänden; vgl. idg. *per- (3), perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Presse, Kluge s. u. Presse, DW 13, 2103, EWD s. u. Presse, EWAhd 6, 1482, EWAhd 6, 1557, Duden s. u. Presse, Bluhme s. u. Presse; Son.: vgl. afries. pers, M., Teil der Mühle, ein Zimmermannswerkzeug; ae. press, st. F. (ō)?, Presse; nndl. pers, Sb., Presse, Druckmaschine; frz. presse, F., Presse; nschw. press, Sb., Presse; nnorw. presse, M., F., Presse; poln. prasa, F., Presse; lit. presas, M., Presse; GB.: (pfressa) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon in Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Gerät das etwas unter Druck zusammenpresst sowie später für die Gesamtheit der gedruckten Mitteilungen und ihre Hersteller (Zeitungswesen); BM.: schlagen; F.: Presse, Pressen+FW(+EW?); Z.: Pre-s-s-e
$Pressefreiheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Pressefreiheit; E.: s. Presse, s. Freiheit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Presse; GB.: seit der Aufklärung verlangte und 1776 in die Virginia Bill of Rights und 1848 in die Verfassung der Paulskirche (in Frankfurt am Main) sowie 1949 in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommene Freiheit der Presse (DRW Preßfreiheit 1774 London); F.: Pressefreiheit, Pressefreiheiten+FW+EW; Z.: Pre-s-s-e—frei—hei-t
pressen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. pressen, drücken; ne. press (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. pressen, sw. V., pressen; mnd. persen, parsen, passen, pressen, perzen, pertzen, sw. V., pressen, großen Druck auf etwas ausüben, auspressen, Wein auspressen; mnl. persen, V., pressen; ahd. pressōn*, sw. V. (2), pressen, keltern, drücken, auspressen, niederdrücken; lat. pressāre, V., drücken, pressen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. pressen, DW 13, 2105, EWD s. u. pressen, EWAhd 6, 1561, Duden s. u. pressen; Son.: vgl. me. perssen, prēssen, sw. V., drücken, drängen, auspressen; nndl. pressen, V., pressen; frz. presser, V., pressen; nschw. pressa, V., pressen; nisl. pressa, V., pressen; lit. presuoti, V., pressen; GB.: (pressōn) um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches fest (auf etwas) drücken; BM.: schlagen; F.: pressen, presse (!), pressst (!), presst, pressest, presset, presste, presstest, pressten, presstet, gepresst, ##gepresst, gepresste, gepresstes, gepresstem, gepressten, gepresster##, pressend, ###pressend, pressende, pressendes, pressendem, pressenden, pressender###, press (!)+FW+EW; Z.: pre-ss-en
$Presser, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Presser, Pressender; Vw.: s. Er-; E.: s. press(en), s. er (Suff.); L.: DW 13, 2108; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus press(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Pressenden; F.: Presser, Pressers, Pressern+FW+EW(?); Z.: Pre-ss-er
$Pressfreiheit, Preßfreiheit, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Pressfreiheit, Freiheit zu drucken; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. press(en), s. Freiheit; L.: DW 13, 2110, EWD s. u. Presse; GB.: seit 1774 (Geschichtliche Grundbegriffe 4, 913) belegte und aus press(en) und Freiheit gebildete Freiheit zu drucken (und später als Pressefreiheit die Meinungsfreiheit der Presse); F.: Pressfreiheit, Pressfreiheiten+FW+EW; Z.: Pre-s-s—frei—hei-t
pressieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pressieren, dringend sein (V.), eilig sein (V.); ne. press (V.); Vw.: -; Hw.: s. pressant, Pression; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. presser; E.: s. frz. presser, V., pressen; lat. pressāre, V., drücken, pressen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. pressieren, DW 13, 2108, EWD s. u. pressieren, Duden s. u. pressieren; Son.: vgl. nndl. presseren, V., pressieren; nnorw. presserende, Adj., pressierend; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für dringend sein (V.) oder eilig sein (V.); BM.: schlagen; F.: pressieren, pressiere (!), pressierst, pressiert, pressierest, pressieret, pressierte, pressiertest, pressierten, pressiertet, ##pressiert, pressierte, pressiertes, pressiertem, pressierten, pressierter##, pressierend, ###pressierend, pressierende, pressierendes, pressierendem, pressierenden, pressierender###, pressier (!)+FW+EW(?); Z.: pre-ss-ier-en
Pression, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Pression, Druck, Nötigung; ne. pression, coercion; Vw.: s. De-, Im-, Kom-, Re-; Hw.: s. pressieren; Q.: 1. Viertel 17. Jh.; I.: Lw. lat. pressio; E.: s. lat. pressio, F., Drücken, Unterlage unter dem Hebel, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Pression; Son.: vgl. frz. pression, F., Pression, Druck; GB.: seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Druck oder eine mit Gewalt auf eine Fläche wirkende Kraft oder eine Nötigung; BM.: schlagen; F.: Pression, Pressionen+FW(+EW?); Z.: Pre-ss-io-n
…pressiv, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. …pressiv; ne. …pressive; Vw.: s. de-, ex-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: vgl. lat. premere, V., drücken, schänden; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …pressief, Suff., …pressiv; nschw. …pressiv, Suff., …pressiv; nnorw. …pressiv, Suff., …pressiv; poln. …presyjny, Suff., …pressiv; lit. …presyvus, Suff., …pressiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen zu einer Bildung von mit Druck verbundenen Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: drücken; F.: ...pressiv, ...pressive, ...pressives, ...pressivem, ...pressiven, ...pressiver(, ...pressivere, ...pressiveres, ...pressiverem, ...pressiveren, ...pressiverer, ...pressivst, ...pressivste, ...pressivstes, ...pressivstem, ...pressivsten, ...pressivster)+FW+EW?; Z.: -pre-ss-iv
$Presskopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Presskopf, Presswurst; E.: s. press(en), s. Kopf; L.: Kluge s. u. Presskopf, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus press(en) und Kopf gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Kochwurst aus Schweinefleisch und Schweineschwarte; F.: Presskopf, Presskopfs, Pressköpfe, Pressköpfen+FW+EW; Z.: Pre-ss—ko-pf
$Pressung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Pressung, Pressen; Vw.: s. Er-; E.: L.: DW 13, 2109; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus press(en) und ung gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Pressen; F.: Pressung, Pressungen+FW; Z.: Pre-ss-ung
$Presswurst, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Presswurst, Presskopf; E.: s. press(en), s. Wurst; L.: Kluge s. u. Presskopf, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus press(en) und Wurst gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Wurst aus Schweinefleisch und Schweineschwarte; F.: Presswurst, Presswürste, Presswürsten+FW+EW; Z.: Pre-ss—wurs-t
Prestige, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Prestige, Ansehen, Geltung; ne. prestige; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. prestige; E.: s. frz. prestige, M., Blendwerk, Nimbus, Ansehen, Geltung; lat. praestīgia, F., Blendwerk, Gaukelei, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. praestringere, V., zuziehen, zuschnüren, zubinden, binden, in Schranken halten; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Prestige, fehlt DW, EWD s. u. Prestige, Duden s. u. Prestige; Son.: vgl. nndl. prestige, Sb., Prestige; nschw. prestige, Sb., Prestige; nnorw. prestisje, M., Prestige; poln. prestiż, M., Prestige; lit. prestižas, M., Prestige; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich in der Vorstellung von Menschen mögliche Ansehen oder die Geltung eines Menschen oder einer Gruppe oder einer Einrichtung; BM.: vorwärts, starr; F.: Prestige, Prestiges+FW(+EW?); Z.: Pre-st-ig-e
Pretiose, Preziose, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Pretiose, Preziose, Kostbarkeit; ne. precious item, preciousness; Vw.: -; Hw.: s. Preis; Q.: um 1170 (Rolandslied); I.: Lw. lat. pretiōsus; E.: s. mhd. precīōse, sw. F., Pretiose, Preziose; lat. pretiōsus, Adj., kostbar, kostspielig, teuer, viel Kosten verursachend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pretium, N., Wert, Preis; idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pretiosen, fehlt DW, Duden s. u. Pretiose; Son.: vgl. nndl. preciosa, Sb., Pretiose; frz. précieux, Adj., kostbar; nschw. pretiosa, Sb., Pretiose; nnorw. pretiosa, M., Pretiose; poln. precjoza, Sb., Pretiose; GB.: seit um 1170 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen entwickelte (grundsätzlich Kosten verursachende) Kostbarkeit; BM.: vorwärts; F.: Pretiose, Pretiosen, Preziose, Preziosen+FW; Z.: Pre-t-i-os e
$Priamel, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ein kleineres Spruchgedicht; E.: s. Präambel; L.: Kluge 1. A. s. u. Priamel, DW 13, 2113, Duden s. u. Priamel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Präambel (lat. praeambulum) gebildete Bezeichnung für ein kleineres Spruchgedicht (des Spätmittelalters) oder einen Vorspruch; F.: Priamel, Priameln+FW(+EW?); Z.: Priam-el
Priapismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Priapismus, Aufrechtstehen, anhaltende krankhafte Erektion des männlichen Gliedes; ne. priapism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. priāpismus, gr. Πριαπισμός (Priapismós); E.: s. lat. priāpismus, M., Aufrechtstehen; gr. Πριαπισμός (Priapismós), M., Priapismus, stetes Aufrechtstehen des männlichen Gliedes; vgl. gr. Πρίαπος (Príapos), M.=PN, Priapos; Name wohl aus Kleinasien, Frisk 2, 594; L.: Duden s. u. Priapismus, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. priapisme, Sb., Priapismus; frz. priapisme, M., Priapismus; nschw. priapism, Sb., Priapismus; nnorw. priapisme, M., Priapismus; kymr. priapaeth, F., Priapismus; lit. priapizm, M., Priapismus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und mit dem wohl kleinasiatischen PN Priapos verbindbare Bezeichnung für eine anhaltende krankhafte schmerzhafte Erektion des männlichen Gliedes; BM.: PN; F.: Priapismus+FW; Z.: Priap-ism-us
prickeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. prickeln, kribbeln, schäumen; ne. tingle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1347-1359 (Prophetenübersetzung des Klaus Cranc); E.: mhd. prickelen*, prickeln, sw. V., prickeln; mnd. prickelen, prikelen, preckelen, sw. V., prickeln, stechen, zwicken, Schmerz oder stechende Empfindung verursachen, beunruhigen; mnl. oprickelen, sw. V., prickeln; mnd. pricken, sw. V., stechen; germ. *prik-, V., stechen; L.: Kluge 1. A. s. u. prickeln, Kluge s. u. prickeln, DW 13, 2114, EWD s. u. prickeln, Duden s. u. prickeln, Bluhme s. u. prickeln; Son.: vgl. nndl. prikkelen, sw. V., prickeln; nnorw. prikke, V., prickeln; GB.: seit 1347-1359 belegte und für mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wie von vielen feinen und leichten Stichen verursacht kitzeln oder kribbeln oder schäumen; BM.: stechen?; F.: prickeln, prickel (!), prickle (!), prickele, prickelst, prickelt, prickelte, prickeltest, prickelten, prickeltet, geprickelt, ##geprickelt, geprickelte, geprickeltes, geprickeltem, geprickelten, geprickelter##, prickelnd, ###prickelnd, prickelnde, prickelndes, prickelndem, prickelnden, prickelnder###, prickel (!)+EW; Z.: prick-el-n
Priel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Priel, kleiner Wasserlauf an dem und in dem Watt; ne. tideway, tidal inlet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Priel, DW 13, 2115, EWD s. u. Priel, Duden s. u. Priel, Bluhme s. u. Priel; Son.: vgl. nndl. priel, Sb., Priel; GB.: seit der mittleren Neuzeit Bezeichnung für einen kleinen unregelmäßig verlaufenden Wasserlauf in dem Wattenmeer; BM.: ?; F.: Priel, Prieles, Priels, Priele, Prielen+EW?; Z.: Priel
Priem, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Priem, Stück Kautabak; ne. chewing tobacco; Vw.: -; Hw.: s. Pflaume; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. pruim; E.: s. nndl. pruim, Sb., Pflaume; mnl. prume, prūme, pruum, pruym, pruyme, F., Pflaume; germ. *prūma, F., Pflaume; lat. prūnum, N., Pflaume, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. prūnus, F., Pflaumenbaum; gr. προύνη (proúnē), F., Pflaumenbaum; wohl Lehnwort aus Kleinasien; L.: Kluge s. u. Priem, EWD s. u. Priem, fehlt DW, Duden s. u. Priem, Bluhme s. u. Priem; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums (sowie Kleinasien) verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches Stück Kautabak; BM.: Pflaume nach dem Aussehen einer Backpflaume; F.: Priem, Priemes, Priems, Prieme, Priemen+FW; Z.: Priem
$priemen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. priemen, einen Priem kauen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Priem; Son.: vgl. nndl. pruimen, V., priemen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Priem kauen; F.: priemen (!), prieme (!), priemst, priemt, priemest, priemet, priemte, priemtest, priemten, priemtet, gepriemt, ##gepriemt, gepriemte, gepriemtes, gepriemtem, gepriemten, gepriemter##, priemend, ###priemend, priemende, priemendes, priemendem, priemenden, priemender###, priem (!)+FW+EW?; Z.: priem-en
Priester, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Priester, Pfarrer, Ältester, Vorsteher, Geistlicher, Pastor; ne. priest; Vw.: -; Hw.: s. Presbyter; Q.: Ende 9. Jh. (Vorauer Beichte); E.: mhd. priester, st. M., Priester; mnd. prēster, preyster, preister, prīster, M., Priester, Geistlicher, geweihter Geistlicher, zur Austeilung der Sakramente berechtigter Priester; mnl. priester, preester, M., Priester; ahd. priestar*, st. M. (a), Priester; as. prēster*, st. M. (a), Priester; anfrk. -; germ. *prest-, N., Priester; lat. presbyter, M., Priester; gr. πρεσβύτερος (presbýteros), M., der Ältere; vgl. gr. πρέσβυς (présbys), Adj., alt, bejahrt; idg. *pres-, *pₑres, *pₑros-, Präp., vor, Pokorny 812; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Priester, Kluge s. u. Priester, DW 13, 2115, EWD s. u. Priester, EWAhd 6, 1563, Duden s. u. Priester, Bluhme s. u. Priester; Son.: vgl. afries. prēster, prēstere, st. M. (a), Priester; ae. préost, st. M. (a), Priester; an. prestr, st. M. (a), Priester; got. -; nndl. priester, Sb., Priester; frz. prêtre, M., Priester; nschw. präst, Sb., Priester; nnorw. prest, M., Priester; kymr. pryfder, M., Priester?; air. cruimther, M., Priester?; lett. priesteris, M., Geistlicher, Pfarrer (aus dem Frühneuhhochdeutschen entlehnt); GB.: seit Ende 9. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare sowie aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ältesten oder Vorsteher einer Gemeinde in dem Urchristentum und allgemeiner vor allem in dem Christentum einen als Mittler zwischen Gott und Mensch auftretenden mit besonderen göttlichen Vollmachten ausgestatteten Träger eines religiösen Amtes der eine rituelle Weihe empfangen hat und zu besonderen kultischen Handlungen berechtigt ist; BM.: vorwärts; F.: Priester, Priesters, Priestern+FW; Z.: Prie-st-er
prima, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prima, erstklassig, ausgezeichnet; ne. prima, prime (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. it. prima (sorte); E.: s. it. prima (sorte), F., beste Warensorte; vgl. it. primo, Adj., erster; lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prima, fehlt DW, EWD s. u. prima, Duden s. u. prima; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. prima, Adj., prima; nschw. prima, Adj., prima; nnorw. prima, Adj., prima; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erstklassig oder ausgezeichnet; BM.: vorwärts; F.: prima+FW; Z.: pri-m-a
$Primaballerina, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Primaballerina; E.: s. prima, s. Ballerina; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ballerina; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus prima und Ballerina gebildete und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für die führende Tänzerin eines Balletts wie beispielsweise Marie Taglioni; F.: Primaballerina, Primaballerinen+FW; Z.: Pri-m-a—bal-l-er-in-a
Primadonna, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Primadonna, erste Sängerin, hochempfindlicher Mensch; ne. prima donna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. it. prima donna; E.: s. it. prima donna, F., Primadonna, erste Dame; vgl. it. primo, Adj., erster; lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); it. donna, F., Frau; lat. domina, F., Herrin, Hausherrin; vgl. lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Primadonna, fehlt DW, EWD s. u. Primadonna, Duden s. u. Primadonna; Son.: vgl. nndl. primadonna, Sb., Primadonna; frz. prima donna, F., Primadonna; nschw. pörimadonna, Sb., Primadonna; nnorw. primadonna, M., Primadonna; poln. primadonna, F., Primadonna; lit. primadona, F., Primadonna; GB.: Ende 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit mögliche erste Sängerin und einen hochempfindlichen Menschen; BM.: erste Dame bzw. vorwärts, Haus; F.: Primadonna, Primadonnen+FW; Z.: Pri-m-a-don-n-a
$Primaner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Primaner; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. prima, s. n, s. er (Suff.); L.: DW 13, 2127, EWD s. u. prima; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus Prima (Oberprima oder Unterprima) und n sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Schüler der letzten beiden Klassen eines Gymnasiums; F.: Pri-m-an-er+FW+EW
primär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. primär, ursprünglich, vorrangig; ne. primary (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Premiere; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. primaire; E.: s. frz. primaire, Adj., primär; lat. prīmārius, Adj., einer der ersten, vornehm, ansehnlich, erstklassig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. primär, DW 13, 2127, EWD s. u. primär, Duden s. u. primär; Son.: vgl. nndl. primair, Adj., primär; nschw. primär, Adj., primär; nnorw. primär, Adj., primär; lit. pirminis, Adj., primär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung mögliches ursprünglich oder vorrangig; BM.: vorwärts; F.: primär, primäre, primäres, primärem, primären, primärer+FW+EW; Z.: pri-m-är
Primas, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Primas, ein Ehrentitel; ne. primate (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. mhd. primas, st. M., Primas; mnd. prīmās, primass, M., Primas, hoher kirchlicher Würdenträger, oberster Erzbischof; lat. prīmās, M., Primas, einer der Ersten und Vornehmsten, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 13, 2127, EWD s. u. Primas, Duden s. u. Primas; Son.: vgl. nndl. primaat, Sb., Primas; nnorw. primas, M., Primas; poln. prymas, M., Primas; lit. primas, M., Primas; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen der Ersten und Vornehmsten und für einen Ehrentitel eines mit bestimmten Hoheitsrechten ausgestatteten Erzbischofs eines Landes; BM.: vorwärts; F.: Primas+FW; Z.: Pri-m-as
Primat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Primat, Vorrang; ne. primate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: vgl. mhd. primāte, sw. M., Primas; lat. prīmātus, M., erste Stelle, erster Rang, Vorrang, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Primat, DW 13, 2127, EWD s. u. Primas 1, Duden s. u. Primat; Son.: vgl. nndl. primaat, Sb., Primat; frz. primate, M., Primat; nschw. primat, Sb., Primat; nnorw. primat, M., Primat; poln. prymat, M., Primat; kymr. primat, M., Primat; nir. príomháidh, M., Primat; lit. primatas, M., Primat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vorrang; BM.: vorwärts; F.: Primat, Primats, Primates, Primate, Primaten+FW(+EW); Z.: Pri-m-at
Primel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Primel, eine Pflanze; ne. primrose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. primula veris; E.: s. lat. primula veris, F., Erste des Frühlings; vgl. lat. prīmulus, Adj., erste, (um 250-184 v. Chr.); lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Primel, EWD s. u. Primel, DW 13, 2128, Duden s. u. Primel; Son.: vgl. nndl. primula, Sb., Primel; frz. primevère, F., Primel; nschw. primula, Sb., Primel; nnorw. primula, M., Primel; poln. prymula, prymulka, F., Primel; lit. primulė, F., Primel; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (prīmulus) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche in dem Frühling (meist als erste) blühende kleine Pflanze mit rosettenförmig angeordneten Blättern und trichterförmigen oder tellerförmigen Blüten; BM.: vorwärts; F.: Primel, Primeln+FW(+EW?); Z.: Pri-m-el
primitiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. primitiv, unzivilisiert, einfach, ursprünglich; ne. primitive (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. primitif; E.: s. frz. primitif, Adj., primitiv; lat. prīmitīvus, Adj., erste, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. primitiv, fehlt DW, EWD s. u. primitiv, Duden s. u. primitiv; Son.: vgl. nndl. primitief, Adj., primitiv; nschw. primitiv, Adj., primitiv; nnorw. primitiv, Adj., primitiv; poln. prymitywny, Adj., primitiv; lit. primityvus, Adj., primitiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus menschlicher Sicht einfach oder ursprünglich in Gegensatz zu zivilisiert oder kultiviert; BM.: vorwärts; F.: primitiv, primitive, primitives, primitivem, primitiven, primitiver(, primitivere, primitiveres, primitiverem, primitiveren, primitiverer, primitivst, primitivste, primitivstes, primitivstem, primitivsten, primitivster)+FW(+EW?); Z.: pri-m-it-iv
$Primitivität, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Primitivität, Einfachheit, Ursprünglichkeit; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. primitiv, s. i, s. tät; L.: fehlt DW, EWD s. u. primitiv; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus primitiv und i sowie tät gebildete Bezeichnung für aus menschlicher Sicht Einfachheit oder Ursprünglichkeit in Gegensatz zu Zivilisation und Kultur; F.: Primitivität, Primitivitäten+FW(+EW?); Z.: Pri-m-it-iv-it-ät
Primiz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Primiz, erste Messe eines Priesters; ne. first mass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. prīmitia; E.: s. lat. prīmitia, F., Erstling, frühe Jugend, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Primiz, DW 13, 2128, Duden s. u. Primiz; Son.: vgl. frz. messe de prémices, F., Primiz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die erste in der Gemeinde gehaltene meist besonders feierliche Messe eines Priesters nach seiner Weihe; BM.: vorwärts; F.: Primiz, Primizen+FW(+EW?); Z.: Pri-m-iz
Primogenitur, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Primogenitur, Erstgeburtsrecht; ne. primogeniture; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: mhd. prīmogenitūre, st. F., Primogenitur, Erstgeburtsrecht; mnd. prīmogenitūre, F., „Primogenitur“, Erstgeburt, Recht der Erstgeburt; lat. prīmogenitūra, F., Primogenitur, Erstgeburtsrecht, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gignere, V., zeugen, erzeugen, gebären; idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Primogenitur, fehlt DW, Duden s. u. Primogenitur; Son.: vgl. nndl. primogeniturr, Sb., Primogenitur; frz. primogéniture, F., Primogenitur; nschw. primogenitur, Sb., Primogenitur; nnorw. primogenitur, M., Primogenitur; lit. primogenitura, F., Primogenitur; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums bezüglich der Thronfolge entwickelte Vorrecht des Erstgeborenen; BM.: vorwärts, erzeugen; F.: Primogenitur, Primogenituren+FW(+EW?); Z.: Pri-m-o-gen-it-ur
Primus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Primus, Erster, Bester; ne. primus, top of the class; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prīmus; E.: s. lat. prīmus, Adj., erste; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Primus, fehlt DW, EWD s. u. prima, Duden s. u. Primus; Son.: vgl. nndl. primus, Sb., Primus; frz. premier, M., Primus; nschw. primus, Sb., Primus; nnorw. primus, M., Primus; poln. prymus, M., Primus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Ersten oder Besten einer Gruppe; BM.: vorwärts; F.: Primus, Primusse, Primussen+FW(+EW?); Z.: Pri-m-us
Printe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Printe, ein Bildgebäck; ne. a kind (N.) of gingerbread cookie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen, nndl. prent, Sb. Abdruck; afrz. preindre, V., drücken, pressen; lat. premere, V., drücken, schänden, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Printe, fehlt DW, EWD s. u. Printe, Duden s. u. Printe, Bluhme s. u. Printe; Son.: vgl. ne. print, N., Druck; nnorw. prent, N., Stempel; GB.: seit ab um 1820 belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Lebkuchen ähnliches Gebäck mit einem eingedrückten Bild darauf; BM.: drücken bzw. schlagen; F.: Printe, Printen+FW(+EW); Z.: Pri-n-t-e
Prinz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prinz, Königssohn, Fürst; ne. prince; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. prinze, sw. M., „Prinz“, Fürst, Statthalter; mnd. prinse, prince, prins, prinß, prinz, printz, sw. M., „Prinz“, Fürst, Herrscher, Landesherr, Vorgesetzter; mnl. prince, prinse, prinche, M., Prinz; afrz. prince, M., Fürst, Prinz; lat. prīnceps, M., Erster, Vornehmster, Angesehenster, (204-169 v. Chr.); lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. capere, V., fangen, fassen; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Prinz, Kluge s. u. Prinz, DW 13, 2130, EWD s. u. Prinz, Duden s. u. Prinz, Bluhme s. u. Prinz; Son.: vgl. nndl. prins, Sb., Prinz; nschw. prins, Sb., Prinz; nnorw. prins, M., Prinz; nir. prionsa, M., Prinz; lit. princas, M., Prinz; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein nicht regierendes männliches Mitglied eines Fürstenhauses; BM.: vorwärts, fassen; F.: Prinz, Prinzen+FW(+EW); Z.: Pri-n-z
$Prinzessin, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prinzessin; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Prinz, s. ess, s. in; L.: EWD s. u. Prinz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Prinz und ess sowie in gebildete Bezeichnung für ein nicht regierendes weibliches Mitglied eines Fürstenhauses; F.: Prinzessin, Prinzessinnen+FW+EW; Z.: Pri-n-z-es-s-in
Prinzip, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Prinzip, Grundsatz, Regel, Gesetzmäßigkeit, Verfahrensweise; ne. principle; Vw.: -; Hw.: s. prinzipiell; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. prīncipium; E.: s. lat. prīncipium, N., Anfang, Ursprung, Grund, Grundlage, Grundstoff, Vorwahl, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prīnceps (1), M., Erster, Vornehmster, Angesehenster, Vorderster, Haupt; vgl. lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Prinzip, DW 13, 2129 (Princip), EWD s. u. Prinzip, Duden s. u. Prinzip; Son.: vgl. nndl. principe, Sb., Prinzip; frz. principe, M., Prinzip; nschw. princip, Sb., Prinzip; nnorw. prinsipp, N., Prinzip; nir. prionsabal, M., Prinzip; lit. principas, M., Prinzip; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen von Menschen anerkannten Grundsatz oder eine als Richtschnur des Handelns dienende Regel; BM.: vorwärts, fassen; F.: Prinzip, Prinzips, Prinzipien+FW(+EW?); Z.: Pri-n-zip
$Prinzipal, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Prinzipal, Geschäftsherr, Hauptstimme; I.: Lw.; E.: s. lat. principalis; L.: DW 13, 2129, EWD s. u. Prinzipal; GB.: seit 16. Jh. aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Geschäftsherrn oder eine Hauptstimme; F.: Prinzipal, Prinzipals, Prinzipale, Prinzipalen+FW(+EW?); Z.: Pri-n-zip-al
Prinzipat, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Prinzipat, Vorrangstellung; ne. principate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: mhd. principāt, prinzipāt, st. M., Prinzipat, oberste erste Herrschaft, Vorherrschaft; mnd. prīncipāt, M., Prinzipat, Herrschaft, Regierung; lat. prīncipātus, M., erste Stelle, Vorzug, hohe Stellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prīnceps, M., Erster, Vornehmster, Angesehenster; lat. prīmus, Adj., erste; lat. capere, V., fangen, fassen; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Prinzipat, DW 13, 2130 (Principat), Duden s. u. Prinzipat; Son.: vgl. nndl. principaat, Sb., Prinzipat; frz. principat, M., Prinzipat; nschw. principat, N.?, Prinzipat; nnorw. prisipat, N., Prinzipat; poln. pryncypat, M., Prinzipat; lit. principatas, M., Prinzipat; GB.: seit nach 1298 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in dem Rom des Altertums von Augustus 27 v.Chr. begründete Vorrangstellung; BM.: vorwärts, fassen; F.: Prinzipat, Prinzipats, Prinzipates, Prinzipate, Prinzipaten+FW(+EW?); Z.: Pri-n-zip-at
prinzipiell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prinzipiell, grundsätzlich; ne. principled, fundamental; Vw.: -; Hw.: s. Prinzip; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. prīncipiālis; E.: s. lat. prīncipiālis, Adj., anfänglich, ursprünglich, (um 250-317 n. Chr.); vgl. lat. prīnceps (1), M., Erster, Vornehmster, Angesehenster, Vorderster, Haupt; vgl. lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Prinzip, DW 13, 2130 (principiell), EWD s. u. Prinzip, Duden s. u. prinzipiell; Son.: vgl. nndl. principieel, Adj., prinzipiell; nschw. prinicipiell, Adj., prinzipiell; nnorw. prinsipiell, Adj., prinzipiell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches von Menschen anerkanntes grundsätzlich; BM.: vorwärts, fassen; F.: prinzipiell, prinzipielle, prinzipielles, prinzipiellem, prinzipiellen, prinzipieller+FW(+EW?); Z.: pri-n-zip-iell
$Prinzipienreiter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Prinzipienreiter; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Prinzip, s. i, s. en (Suff.), s. Reiter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Prinzip; GB. seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Prinzip und i sowie en (Suff.) und Reiter gebildete Bezeichnung für einen sachlich möglichst ausnahmslos auf Prinzipien beharrenden Menschen; F.: Prinzipienreiter, Prinzipienreiters, Prinzipienreitern+FW+EW; Z.: Pri-n-zip-i-en—reit-er
Prior, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prior, Vorsteher eines Klosters; ne. prior (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1293 (Martina des Hugo von Langenstein); E.: mhd. prīor, prīol, st. M., Prior, Klostervorsteher, Stellvertreter eines Abtes; mnd. prior, prier, pryger, bryger, priōr, M., Prior, Vorsteher eines Klosters, Oberster eines Klosters; lat. prior, M., Vorderer, Höherstehender, (204-169 v. Chr.); lat. prior, Adj. (Komparativ), höchste; vgl. lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Prior, DW 13, 2132, EWD s. u. Prior, Duden s. u. Prior; Son.: vgl. nndl. prior, Sb., Prior; frz. prieur, M., Prior; nschw. prior, Sb., Prior; nnorw. prior, M., Prior; poln. przeor, M., Prior; kymr. prior, M., Prior; nir. priór, M., Prior; lit. prioras, M., Prior; GB.: seit um 1293 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Höheren oder einen Vorsteher eines Klosters (von Mönchen) oder den Stellvertreter eines Abtes; BM.: vorwärts; F.: Prior, Priors, Prioren+FW; Z.: Pri-or
Priorität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Priorität, Vorrang, Stellenwert; ne. priority; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. priorité; E.: s. mnd. priōritēt, F., „Priorität“, Vorrang, Vorzug; frz. priorité, F., Priorität, Vorrang; lat. prioritās, F., Vorrang, Führersein, Vorzug; vgl. lat. prior, Adj. (Superl.), höchste; vgl. lat. prīmus, Adj., erste; vgl. idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Priorität, fehlt DW, EWD s. u. Prior, Duden s. u. Priorität; Son.: vgl. nndl. prioriteit, Sb., Priorität; nschw. prioritet, Sb., Priorität; nnorw. prioritet, M., Priorität; poln. priorytet, M., Priorität; lit. prioritetas, M., Priorität; GB.: seit Ende 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vorrang oder eine höhere grundsätzlich zeitlich begründete Rangfolge oder Reihenfolge; BM.: vorwärts; F.: Priorität, Prioritäten+FW(+EW?); Z.: Pri-or-i-tät
Prise, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Prise, Beute, Fang, von einem Freibeuter aufgebrachtes Schiff, Schnupftabak, kleiner Griff; ne. prize (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mnd. prīse (1), F., ehrbares standesgemäßes Verhalten, Wertschätzung, Ehrerbietung; afrz. prîs, M., Preis; frz. prendre, V., nehmen; lat. praehendere, prehendere, V., fassen, anfassen, angreifen, ergreifen, nehmen, (um 250-184 v. Chr.); lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. *handere, V., fassen; gr. χανδάνειν (chandánein), V., fassen; idg. *gʰend-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437 (629/45) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Prise, Kluge s. u. Prise, DW 13, 2133, EWD s. u. Prise, Duden s. u. Prise, Bluhme s. u. Prise; Son.: vgl. nndl. prijs, Sb., Prise; nschw. pris, Sb., Prise; nnorw. prise, M., F., Prise; poln. pryz, M., von einem Freibeuter aufgebrachtes Schiff; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beute oder mit einem Griff erfassbare kleine Menge einer pulverigen oder kleinkörnigen Substanz; BM.: vorwärts, fassen; F.: Prise, Prisen+FW(+EW); Z.: Pri-s-e
Prisma, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Prisma, ein auch in der Natur möglicher geometrischer Körper; ne. prism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. prisma; E.: s. lat. prisma, N., Prisma, (5. Jh. n. Chr.); gr. πρίσμα (prísma), N., Prisma, Zerschnittenes; vgl. gr. πρίζειν (prízein), πρίειν (príein), V., sägen, zersägen, knirschen; vgl. idg. *prīs-?, V., zerkleinern?, Pokorny 846 (1466/108) (RB. idg. aus gr., alb.); L.: Kluge s. u. Prisma, DW 13, 2134, EWD s. u. Prisma, Duden s. u. Prisma; Son.: vgl. nndl. prisma, Sb., Prisma; frz. prisme, M., Prisma; nschw. prisma, Sb., Prisma; nnorw. prisme, N., Prisma; poln. pryzmat, M., Prisma; kymr. prism, M., Prisma; nir. priosma, M., Prisma; lit. prizmė, F., Prisma; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Körper der von zwei in zwei parallelen Ebenen liegenden kongruenten Vielecken und von Parallelogrammen begrenzt wird (wie beispielsweise Quader oder Würfel) oder für einen lichtdurchlässigen und lichtbrechenden Körper; BM.: sägen; F.: Prisma, Prismas, Prismen+FW; Z.: Pris-m-a
Pritsche, Britsche, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Pritsche, Liegestatt, Ladefläche; ne. plank bed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. britze, st. F., Pritsche, Gitter; ahd. britissa, st. F. (jō), Gitter; ahd. bret, st. N. (a) (iz) (az), Brett, Planke, Sprosse, Stockwerk, Tafel, Schindel; germ. *breda-, *bredam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pritsche, Kluge s. u. Pritsche, EWD s. u. Pritsche, DW 13, 2134, EWAhd 2, 349, Duden s. u. Pritsche, Bluhme s. u. Pritsche; Son.: vgl. nndl. brits, Sb., Pritsche; nschw. brits, Sb., Pritsche; nnorw. briks, M., Pritsche; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte und verwendete sehr einfache schmale meist aus einem Holzgestell bestehende Liegestatt sowie später auch eine Ladefläche eines Lastkraftwagens; BM.: Brett bzw. schneiden; F.: Pritsche, Pritschen, Britsche, Britschen+EW; Z.: Pri-tsch-e
$pritschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pritschen, schlagen, fliehen; L.: Kluge s. u. Pritsche, DW 13, 2135, EWD s. u. Pritsche; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Pritsche verbindbare Bezeichnung für schlagen oder fliehen; F.: pritschen (!), pritsche (!), pritschst, pritscht, pritschest, pritschet, pritschte, pritschtest, pritschten, pritschtet, gepritscht, ##gepritscht, gepritschte, gepritschtes, gepritschtem, gepritschten, gepritschter##, pritschend, ###pritschend, pritschende, pritschendes, pritschendem, pritschenden, pritschender###, pritsch (!)+EW; Z.: pri-tsch-en
privat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. privat, familiar (!), intern; ne. private (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prīvātus; E.: s. mnd. prīvāt (2), Adj., privat, auf den Einzelnen bezogen, zum eigenen Nutzen, nichtöffentlich; lat. prīvātus (1), Adj., abgesondert, auf ein einziges Individuum beschränkt, Privat..., (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prīvāre, V., berauben, befreien; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. privat, DW 13, 2137, EWD s. u. privat, Duden s. u. privat; Son.: vgl. nndl. privaat, Adj., privat; frz. privé, Adj., privat; nschw. privat, Adj., privat; nnorw. privat, Adj., privat; poln. prywatny, Adj., privat; kymr. preifat, Adj., privat; nir. príobháideach, Adj., privat; lit. privatus, Adj., privat; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nur eine eigene Angelegenheit betreffend in Gegensatz zu allgemein oder öffentlich; BM.: vorwärts; F.: privat, private, privates, privatem, privaten, privater(, privatere, privateres, privaterem, privateren, privaterer, privatest, privateste, privatestes, privatestem, privatesten, privatester)+FW(+EW?); Z.: pri-v-at
$Privatdozent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Privatdozent; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. privat, s. Dozent; L.: fehlt DW, fehlt DRW, EWD s. u. privat; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus privat und Dozent gebildete Bezeichnung für einen zunächst nur für private Lehrveranstaltungen und noch nicht für öffentliche und umfangreichere Einkünfte erwarten lassende Vorlesungen zugelassenen (habilitierten) Universitätslehrer; F.: Privatdozent, Privatdozenten+FW(+EW?); Z.: Pri-v-at—doz-ent
$Privateigentum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Privateigentum; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. privat, s. Eigentum; L.: EWD s. u. privat, fehlt DW; GB.: nach DRW seit 1686 ([Struve] privat-eigenthum) belegte und aus privat und Eigentum gebildete Bezeichnung für das Einzelnen zustehende Eigentum an Sachen in Gegensatz zu beispielsweise Allmende oder Staatseigentum; F.: Privateigentum, Privateigentumes, Privateigentums, Privateigentümer, Privateigentümern+FW+EW; Z.: Pri-v-at-eig-en-tum
$privatim, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. privatim, privat; E.: s. lat. privatim; L.: fehlt DW, EWD s. u. privat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit privat verbindbare Bezeichnung für privat und keine Beziehung zu der Allgemeinheit habend oder aufweisend; F.: privatim+FW; Z.: pri-v-at-im
$privatisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. privatisieren, privat machen; E.: s. privat, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. privat, EWD s. u. privat, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus privat und is und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Trennung von privat und öffentlich mögliches privat machen; F.: privatisieren, privatisiere, privatisierst, privatisiert, privatisierest, privatisieret, privatisierte, privatisiertest, privatisierten, privatisiertet, ##privatisiert, privatisierte, privatisiertes, privatisiertem, privatisierten, privatisierter##, privatisierend, ###privatisierend, privatisierende, privatisierendes, privatisierendem, privatisierenden, privatisierender###, privatisier (!)+FW(+EW?); Z.: pri-v-at-is-ier-en
$Privatkollegium, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Privatkollegium; E.: s. privat, s. Kollegium; L.: Kluge s. u. Kolleg, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus privat und Kollegium gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht zu dieser Zeit mögliche private Lehrveranstaltung beispielsweise eines Privatdozenten in Gegensatz zu einer öffentlichen Lehrveranstaltung; F.: Privatkollegium, Privatkollegiums, Privatkollegien+FW(+EW?); Z.: Pri-v-at-kol-l-eg-i-um
$Privatperson, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Privatperson; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. privat, s. Person; L.: fehlt DW, EWD s. u. privat; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus privat und Person gebildete Bezeichnung für den Einzelnen in Gegensatz zu der sachlich vielleicht seit dieser Zeit unterschiedenen Allgemeinheit oder dem Staat; F.: Privatperson, Privatpersonen+FW(+EW?); Z.: Pri-v-at—per-son
$Privatsache, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Privatsache, Privatangelegenheit; Q.: Mitte 16. Jh.; E.: s. privat, s. Sache; L.: fehlt DW, EWD s. u. privat; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus privat und Sache gebildete Bezeichnung für eine Privatangelegenheit in Gegensatz zu einer vielleicht seit dieser Zeit sachlich davon unterschiedenen Angelegenheit von öffentlichem oder allgemeinem Interesse; F.: Privatsache, Privatsachen+FW+EW; Z.: Pri-v-at—sach-e
Privileg, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Privileg, Sonderrecht, Vorrecht; ne. privilege (N.); Vw.: -; Hw.: s. privilegieren; Q.: nach 1243 (Rennewart); E.: s. mhd. privilēgje, privileigje, privileie, privileige, prīvilēge, st. N., sw. N., Freibrief, Privileg; mnd. prīvilēgie, prīvileye, prīveleye, prīvaley, priffeley, prībeley, F., N., „Privileg“, Vorrecht, Sonderrecht, Einzelrecht; lat. prīvilēgium, N., Ausnahmegesetz, Vorrecht, Privileg, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. prīvus, Adj., eigen, besondere; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. lēgāre, V., absenden, gesetztlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Privileg, DW 13, 2140, EWD s. u. Privileg, Duden s. u. Privileg; Son.: vgl. nndl. privilegium, Sb., Privileg; frz. privilège, M., Privileg; nschw. privilegium, N., Privileg; nnorw. privilegium, N., Privileg; poln. przywilej, M., Privileg; nir. pribhléid, F., Privileg; lit. privilegija, F., Privileg; GB.: seit nach 1243 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein für einen Einzelnen oder eine Gruppe bestehendes oder geschaffenes Sonderrecht oder Vorrecht; BM.: vorwärts, sammeln; F.: Privileg, Privilegs, Privileges, Privilegien+FW+EW; Z.: Pri-v-i-leg
privilegieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. privilegieren, Sonderrecht gewähren, mit Sonderrecht versehen (V.); ne. privilege (V.); Vw.: -; Hw.: s. Privileg; Q.: um 1400; E.: mhd. prīvilēgieren, sw. V., privilegieren; mnd. prīvilēgēren, prīvilēgīren, sw. V., „privilegieren“, bevorrechten, Vorrecht verleihen, Sonderrecht verleihen, mit einem Privileg ausstatten, auf hervorragende Weise ausstatten; mlat. prīvilēgiāre, V., ein Vorrecht verleihen; vgl. lat. prīvilēgium, N., Ausnahmegesetz, Vorrecht, Privileg, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. prīvus, Adj., eigen, besondere; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lēx, F., Wortformel, Gesetz; lat. lēgāre, V., absenden, gesetztlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Privileg, DW 13, 2140, EWD s. u. Privileg, Duden s. u. privilegieren; Son.: vgl. nndl. privilgiëren, V., privilegieren; frz. privilégier, V., privilegieren; nschw. privilegiera, V., privilegieren; nnorw. privilegere, V., privilegieren; nir. tugaim pribhléid do, V., privilegieren; lit. privilegijuotas, Adj., privilegiert; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Recht mögliches jemandem Sonderrecht gewähren; BM.: vorwärts, sammeln; F.: privilegieren, privilegiere, privilegierst, privilegiert, privilegierest, privilegieret, privilegierte, privilegiertest, privilegierten, privilegiertet, ##privilegiert, privilegierte, privilegiertes, privilegiertem, privilegierten, privilegierter##, privilegierend, ###privilegierend, privilegierende, privilegierendes, privilegierendem, privilegierenden, privilegierender###, privilegier (!)+FW(+EW?); Z.: pri-v-i-leg-ier-en
$Privilegium, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Privilegium, Privileg, Sonderrecht, Vorrecht; E.: s. lat. Privilegium; L.: fehlt DW, EWD s. u. Privileg; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Recht mögliches für einen Einzelnen oder eine Gruppe bestehendes oder geschaffenes Sonderrecht oder Vorrecht; F.: Privilegium, Privilegiums, Privilegien+FW; Z.: Pri-v-i-leg-i-um
pro…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. pro..., für, zu jemandes Gunsten; ne. pro…; Vw.: s. -band, -dukt, -duktion, -duktiv, -duzent, -duzieren, -fan, -fanieren, -fession, -fessional, -fessionell, -fessor, -fitabel, -fitieren, -fos, -fund, -gression, -gressiv, -hibition, -hibitiv, -jekt, -jektil, -jizieren, -klamation, -klamieren, -kura, -kurist, -letariat, -letarier, -longieren, -menade, -menieren, -mille, -minent, -minenz, -miskuität, -motion, -movieren, -nomen, -nonciert, -paganda, -pagandist, -pagieren, -peller, -ponent, -portion, -portional, -porz, -spekt, -spektiv, -sperieren, -sperität, -stituieren, -stitution, -tegieren, -tektion, -test, -testant, -testieren, -venienz, -viant, -vision, -visorisch, -vokateur, -vokation, -vokativ, vozieren, -zedieren, -zedur, -zent, -zess, -zession; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. prō; E.: s. lat. prō (1), vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. pro-, EWD s. u. pro-, Duden s. u. pro-; Son.: vgl. nndl. pro…, Präf., pro…; frz. pro…, Präf., pro…; nschw. pro…, Präf., pro…; nnorw. pro…, Präf., pro…; poln. pro…, Präf., pro…; kymr. pro…, Präf., pro…; lit. pro…, Präf., pro…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für eine Zustimmung zu einer Gegebenheit; BM.: vorwärts; F.: pro…+FW; Z.: pro-
Proband, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Proband, Testperson; ne. proband; Vw.: -; Hw.: s. probieren, Probation; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. probandus, Adj., zu prüfen seiend; vgl. lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden, erproben, untersuchen, besichtigen, mustern, abschätzen; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Proband; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen sich einem Versuch unterziehenden Menschen (Testperson); BM.: vorwärts; F.: Proband, Probanden+FW+EW; Z.: Pro-b-and
probat, nhd., (Part. Prät,=)Adj., (16. Jh.): nhd. probat, bewährt; ne. appropriate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. probātus; E.: s. lat. probātus, Adj., erprobt, bewährt, tüchtig, trefflich, genehm, angenehm, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. probat, DW 13, 2140, EWD s. u. probat, Duden s. u. probat; Son.: vgl. nndl. probaat, Adj., probat; nschw. probat, Adj., probat; nnorw. probat, Adj., probat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bewährt; BM.: vorwärts; F.: probat, probate, probates, probatem, probaten, probater(, probatere, probateres, probaterem, probateren, probaterer, probatest, probateste, probatestes, probatestem, probatesten, probatester)+FW(+EW?); Z.: pro-b-at
Probation, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Probation, Prüfung, Untersuchung; ne. probation; Vw.: s. Ap-; Hw.: s. Proband, probieren; Q.: 1. Viertel 17. Jh.; E.: s. lat. probātio, F., Prüfung, Erprobung, Probe, Musterung, Schau, Billigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Probation; GB.: seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Untersuchung; BM.: vorwärts; F.: Probation, Probationen+FW+EW; Z.: Pro-b-at-io-n
Probe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Probe, Prüfung, Untersuchung, Muster; ne. proof (N.); Vw.: -; Hw.: s. proben, probieren; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: mhd. prōbe, st. F., Probe; mnd. prȫve (1), proyve, prōve, prȫf, proyff, prāve, F., Probe, Prüfung, Überprüfung, Prüfung der Qualität einer Ware; mnd. prōbe (1), F., Probe, Prüfung, Erprobung, Auseinandersetzung, Entscheidung zwischen zwei Parteien; lat. proba, F., Prüfung, Versuch, Probe, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, für gut befinden; lat. probus, Adj., gut, tüchtig, brav, rechtschaffen; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Probe, Kluge s. u. Probe, DW 13, 2140, EWD s. u. Probe, Duden s. u. Probe, Bluhme s. u. Probe; Son.: vgl. nndl. proef, Sb., Probe; frz. épreuve, F., Probe; nschw. prov, N., Probe; nnorw. prøve, M., F., Probe; poln. próba, F., Probe; kymr. prawf, M., Probe; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen durchgeführte Prüfung oder Untersuchung; BM.: vorwärts; F.: Probe, Proben+FW+EW; Z.: Pro-b-e
proben, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. proben, üben; ne. practice (V.), rehearse; Vw.: -; Hw.: s. Probe, probieren; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. prȫven (1), proyven, proynen, proͤuen, prōven, prouven, prǖven, sw. V., prüfen, überprüfen, probieren, ausprobieren, erproben, auf die Probe stellen, kennen lernen, erkennen, merken; afrz. prover, V., prüfen; lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. probus, Adj., gut, tüchtig; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Probe, DW 13, 2146, EWD s. u. Probe, Duden s. u. proben; Son.: vgl. nnorw. prøve, V., proben; poln. próbować, V., proben; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für üben; BM.: vorwärts; F.: proben (!), probe (!), probst (!), probt, probest (!), probet (!), probte, probtest, probten, probtet, geprobt, ##geprobt, geprobte, geprobtes, geprobtem, geprobten, geprobter##, probend, ###probend, probende, probendes, probendem, probenden, probender###, prob (!)+FW(+EW?); Z.: pro-b-en
probieren, nhd., V., (13. Jh.?): nhd. probieren, versuchen; ne. taste (V.), try (V.); Vw.: s. ap-; Hw.: s. Probe, proben, Probation, Proband; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. probieren, sw. V., probieren, beweisen, prüfen, sich erweisen als, darlegen, zeigen; mnd. probēren, probīren, probbyren, provēren, sw. V., „probieren“, prüfen, überprüfen; lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. probus, Adj., gut, tüchtig; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Probe, DW 13, 2150, EWD s. u. Probe, Duden s. u. probieren; Son.: vgl. nndl. proberen, V., probieren; nschw. prova, pröva, V., probieren; nnorw. prøve, V., probieren; poln. próbować, V., probieren; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches versuchen (beispielsweise ob etwas möglich ist); BM.: vorwärts; F.: probieren, probiere, probierst, probiert, probierest (!), probieret, probierte, probiertest, probierten, probiertet, ##probiert, probierte, probiertes, probiertem, probierten, probierter##, probierend, ###probierend, probierende, probierendes, probierendem, probierenden, probierender###, probier (!)+FW+EW; Z.: pro-b-ier-en
Problem, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Problem, Schwierigkeit, schwer zu lösende Aufgabe; ne. problem; Vw.: -; Hw.: s. problematisch; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. problēm, st. N., Problem; lat. problēma, N., Problem, gestellte Aufgabe, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. πρόβλημα (próblēma), F., Vorgelegtes; vgl. gr. προβάλλειν (probállein), V., vorwerfen, vorhalten; gr. πρό (pró), Adv., Präf., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Problem, DW 13, 2154, EWD s. u. Problem, Duden s. u. Problem; Son.: vgl. nndl. probleem, Sb., Problem; frz. problème, M., Problem; nschw. problem, N., Problem; nnorw. problem, N., Problem; poln. problem, M., Problem; kymr. problem, F., Problem; lit. problema, F., Problem; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schwierigkeit oder eine schwer zu lösende Aufgabe; BM.: vorwärts, werfen; F.: Problem, Problems, Probleme, Problemen+FW(+EW); Z.: Pro-ble-m
$Problematik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Problematik, Schwierigkeit; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Problem, s. problemat(isch), s. ik; L.: EWD s. u. Problem, fehlt DW; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und wohl aus problemat(isch) und ik gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Schwierigkeit; F.: Problematik, Problematiken+FW; Z.: Pro-ble-m-at-ik
problematisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. problematisch, schwierig; ne. problematic; Vw.: -; Hw.: s. Problem; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. problēmaticus; E.: s. lat. problēmaticus, Adj., problematisch, (5. Jh. n. Chr.); gr. προβληματικός (problēmatikós), Adj., problematisch; gr. πρόβλημα (próblēma), F., Vorgelegtes; vgl. gr. προβάλλειν (probállein), V., vorwerfen, vorhalten; gr. πρό (pró), Adv., Präf., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Problem, fehlt DW, EWD s. u. Problem, Duden s. u. problematisch; Son.: vgl. nndl. problematisch, Adj., problematisch; frz. problématique, Adj., problematisch; nschw. problematisk, Adj., problematisch; nnorw. problematisk, Adj., problematisch; poln. problematyczny, Adj., problematisch; lit. problemiškas, Adj., problematisch; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schwierig; BM.: vorwärts, werfen; F.: problematisch, problematische, problematisches, problematischem, problematischen, problematischer(, problematischere, problematischeres, problematischerem, problematischeren, problematischerer, problematischst, problematischste, problematischstes, problematischstem, problematischsten, problematischster)+FW(+EW); Z.: pro-ble-m-at-isch
Produkt, nhd., (Part. Prät.=)N., (15. Jh.): nhd. Produkt, Erzeugnis, Ergebnis eines Herstellungsvorgangs; ne. product; Vw.: -; Hw.: s. produzieren, Produktion, produktiv, Produzent; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. prōductum; E.: s. mnd. prōduct, N., Vorlage vor Gericht, Eingabe, Beweismittel, Nachweis, Ergebnis einer Rechnung, Ergebnis einer Multiplikation, Schlag, Züchtigung; lat. prōductum, lat., N.: nhd. Vorgezogenes, vorzüglicheres Ding, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. produzieren, DW 13, 2157, EWD s. u. produzieren, Duden s. u. Produkt; Son.: vgl. nndl. product, Sb., Produkt; frz. produit, M., Produkt; nschw. produkt, Sb., Produkt; nnorw. produkt, N., Produkt; poln. produkt, M., Produkt; lit. produktas, M., Produkt; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Erzeugnis oder Ergebnis eines Herstellungsvorgangs; BM.: vorwärts, ziehen; F.: Produkt, Produkts, Produktes, Produkte, Produkten+FW(+EW?); Z.: Pro-du-k-t
Produktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Produktion, Erzeugung, Herstellung; ne. production; Vw.: -; Hw.: s. produzieren, Produkt, produktiv, Produzent; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōductio; E.: s. lat. prōductio, F., Hervorführen, Ausrückenlassen, Ausdehnung, Verlängerung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. produzieren, fehlt DW, EWD s. u. produdzieren, Duden s. u. Produktion; Son.: vgl. nndl. productie, Sb., Produktion; frz. production, F., Produktion; nschw. produktion, Sb., Produktion; nnorw. produksjon, M., Produktion; poln. produkcja, F., Produktion; lit. produkcija, F., Produktion; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Erzeugung oder Herstellung; BM.: vorwärts, ziehen; F.: Produktion, Produktionen+FW+EW; Z.: Pro-du-k-t-io-n
produktiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. produktiv, erzeugend, hervorbringend, herstellend; ne. productive; Vw.: -; Hw.: s. produzieren, Produkt, Produktion, Produzent; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. productif; E.: s. frz. productif, Adj., produktiv; lat. prōductīvus, Adj., zur Verlängerung geeignet, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. produzieren, DW 13, 2158, EWD s. u. produzieren, Duden s. u. produktiv; Son.: vgl. nndl. productief, Adj., produktiv; nschw. produktiv, Adj., produktiv; nnorw. produktiv, Adj., produktiv; poln. produktywny, Adj., produktiv; lit. produtkyvus, Adj., produktiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hervorbringend oder herstellend; BM.: vorwärts, ziehen; F.: produktiv, produktive, produktives, produktivem, produktiven, produktiver(, produktivere, produktiveres, produktiverem, produktiveren, produktiverer, produktivst, produktivste, produktivstes, produktivstem, produktivsten, produktivster)+FW(+EW?); Z.: pro-du-k-t-iv
$Produktivität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Produktivität, Leistungsfähigkeit, Ertragsfähigkeit, Einträglichkeit; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. produktiv, s. i, s. tät; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Leistungsfähigkeit oder Ertragsfähigkeit oder Einträglichkeit; L.: fehlt DW, EWD s. u. produzieren; GB.; F.: Produktivität, Produktivitäten+FW(+EW?); Z.: Pro-du-k-t-iv-it-ät
Produzent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Produzent, Hersteller, Erzeuger; ne. producer; Vw.: -; Hw.: s. produzieren, Produkt, Produktion, produktiv; Q.: 16. Jh.; I.: ?Lw. lat. prōdūcēns; E.: s. mnd. prōdūcente, M., „Produzent“, Mensch der vor Gericht eine Eingabe macht oder Nachweise vorlegt oder Zeugen stellt; ?lat. prōdūcēns, (Part. Präs.=)M., Erzeuger, Hersteller; vgl. lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. produzieren, fehlt DW, EWD s. u. produzieren, Duden s. u. Produzent; Son.: vgl. nndl. producent, Sb., Produzent; frz. producteur, M., Produzent; nschw. producent, Sb., Produzent; nnorw. produsent, M., Produzent; poln. producent, M., Produzent; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Hersteller oder Erzeuger; BM.: vorwärts, ziehen; F.: Produzent, Produzenten+FW(+EW?); Z.: Pro-du-z-ent
produzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. produzieren, herstellen, erzeugen, anfertigen; ne. produce; Vw.: s. re-; Hw.: s. Produkt, Produktion, produktiv, Produzent; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. prōdūcēren, prōdūcīren, sw. V., „produzieren“, Beweisstücke vor Gericht vorlegen, nachweisen, Zeugen stellen bzw. benennen; lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. produzieren, DW 13, 2157 (producieren), EWD s. u. produzieren, Duden s. u. produzieren; son.: vgl. nndl. produceren, V., produzieren; frz. produire, V., produzieren; nschw. producera, V., produzieren; nnorw. produsere, V., produzieren; poln. produkować, V., produzieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches herstellen oder erzeugen oder anfertigen; BM.: vorwärts, ziehen; F.: produzieren, produziere, produzierst, produziert, produzierest !), produzieret (!), produzierte, produziertest, produzierten, produziertet, ##produziert, produzierte, produziertes, produziertem, produzierten, produzierter##, produzierend, ###produzierend, produzierende, produzierendes, produzierendem, produzierenden, produzierender###, produzier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-du-z-ier-en
profan, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. profan, weltlich, alltäglich; ne. profane (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. profanieren; Q.: 16. Jh.; E.: s. lat. profānus (1), Adj., nicht geheiligt, ungeheiligt, ungeweiht, gemein, (um 250-184 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fānum, N., heiliger Ort, Tempel, Heiligtum, Heidentempel; idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. profan, DW 13, 2159, EWD s. u. profan, Duden s. u. profan; Son.: vgl. nndl. profaan, Adj., profan; frz. profane, Adj., profan; nschw. profan, Adj., profan; nnorw. profan, Adj., profan; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weltlich oder alltäglich; BM.: vorwärts, Heiliges; F.: profan, profane, profanes, profanem, profanen, profaner(, profanere, profaneres, profanerem, profaneren, profanerer, profanst, profanste, profanstes, profanstem, profansten, profanster)+FW(+EW?); Z.: pro-fan
profanieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. profanieren, entweihen, entwürdigen, verweltlichen; ne. profane (V.); Vw.: -; Hw.: s. profan; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. profānāre; E.: s. lat. profānāre (2), V., profan machen, verweltlichen, entheiligen, entweihen, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. profānus (1), Adj., nicht geheiligt, ungeheiligt, ungeweiht, gemein, (um 250-184 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fānum, N., heiliger Ort, Tempel, Heiligtum, Heidentempel; idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259 (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); L.: Kluge s. u. profan, fehlt DW, EWD s. u. profan, Duden s. u. profanieren; Son.: vgl. nnorw. profanere, V., profanieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches entweihen oder entwürdigen oder verweltlichen; BM.: vorwärts, Heiliges; F.: profanieren, profaniere, profanierst, profaniert, profanierest, profanieret, profanierte, profaniertest, profanierten, profaniertet, ##profaniert, profanierte, profaniertes, profaniertem, profanierten, profanierter##, profanierend, ###profanierend, profanierende, profanierendes, profanierendem, profanierenden, profanierender###, profanier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-fan-ier-en
Profess, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Profess, Ablegen der Ordensgelübde; ne. profession to a religious order; Vw.: -; Hw.: s. Profession, professionell; Q.: 16. Jh.?; E.: vgl. mhd. professe, st. F., sw. F., Professe, Ordensfrau die ihr Gelübde abgelegt hat; mnd. professie, profes, professiōn, F., Bekenntnis, Gelöbnis, Ordensgelübde, beruflich ausgeübte Tätigkeit, Profession; vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: DW 13, 2159, Duden s. u. Profess; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Ablegen der Ordensgelübde; BM.: vorwärts, sprechen; F.: Profess, Professe, Professen+FW(+EW?); Z.: Pro-fe-ss
Profession, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Profession, Beruf, Gewerbe; ne. profession; Vw.: -; Hw.: s. Profess, Professional, professionell; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. professio; E.: s. lat. professio, F., öffentliches Geständnis, Erklärung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Profession, DW 13, 2159, EWD s. u. Profession, Duden s. u. Profession; Son.: vgl. nndl. professie, Sb., Profession; frz. profession, F., Profession; nschw. profession, Sb., Profession; nnorw. projesjon, M., Profession; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen ausgeübten Beruf; BM.: vorwärts, sprechen; F.: Profession, Professionen+FW(+EW?); Z.: Pro-fe-ss-io-n
Professional, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Professional, Berufssportler, Profi; ne. professional (M.); Vw.: -; Hw.: s. Profession, Profess, professionell, Professor; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. professional; E.: s. ne. professional, M., Professional, Berufssportler; vgl. ne. professional, Adj., berufsmäßig, beruflich; vgl. lat. professio, F., öffentliches Geständnis, Erklärung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Profession, fehlt DW, EWD s. u. Profession, Duden s. u. Professional; Son.: meist zu Profi abgekürzt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen in einen Beruf oder Sport besonders ausgebildeten Menschen; BM.: vorwärts, sprechen; F.: Professional, Professionals+FW; Z.: Pro-fe-ss-io-n-al
professionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. professionell, berufsmäßig, einen Beruf betreffend; ne. professional (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Profession, Profess, Professional; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. professionnel; E.: s. frz. professionnel, Adj., professionell, Beruf betreffend; frz. profession, M., Profession, Beruf; lat. professio, F., öffentliches Geständnis, Erklärung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Profession, fehlt DW, EWD s. u. Profession, Duden s. u. professionell; Son.: vgl. nndl. professioneel, Adj., professionell; nschw. professionell, Adj., professionell; nnorw. profesjonell, Adj., professionell; poln. profesjonalny, Adj., professionell; kymr. proffesiynol, Adj., professionell; lit. profesionalus, Adj., professionell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für berufsmäßig oder einen Beruf betreffend; BM.: vorwärts, sprechen; F.: professionell, professionelle, professionelles, professionellem, professionellen, professioneller(, professionellere, professionelleres, professionellerem, professionelleren, professionellerer, professionellst, professionellste, professionellstes, professionellstem, professionellsten, professionellster)+FW(+EW?); Z.: pro-fe-ss-io-n-ell
Professor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Professor, Hochschullehrer; ne. professor; Vw.: -; Hw.: s. Profession; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. professor; E.: s. mnd. professor, professer, M., Professor, Lehrer an der Universität; lat. professor, M., öffentlicher Lehrer, Professor, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Professor, DW 13, 2160, EWD s. u. Professor, Duden s. u. Professor; Son.: vgl. nndl. professor, Sb., Professor; frz. professeur, M., Professor; nschw. professor, Sb., Professor; nnorw. professor, M., Professor; poln. profesor, M., Professor; kymr. proffesor, M., Professor; lit. profesorius, M., Professor; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den seit der Entwicklung von Universitäten in dem Mittelalter entwickelten höchsten akademischen Titel oder allgemeiner für einen Hochschullehrer (oder noch allgemeiner auch für einen Oberschullehrer); BM.: vorwärts, sprechen; F.: Professor, Professors, Professoren+FW; Z.: Pro-fe-ss-or
$Professur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Professur; E.: s. Professor; L.: Kluge s. u. Professor, DW 13, 2161, EWD s. u. Professor; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus nlat. professura aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Amt oder die Stelle eines Professors; F.: Professur, Professuren+FW(+EW?); Z.: Pro-fe-ss-ur
$Profi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Profi, Professional, Berufssportler; E.: s. Professional; L.: Kluge s. u. Profession, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte Abkürzung für Professional, Berufssportler; F.: Profi, Profis+FW(+EW?); Z.: Pro-f-i
Profil, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Profil, Seitenansicht eines Kopfes (eines Menschen), (charakteristisches) Erscheinungsbild; ne. profile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. profilo; E.: s. it. profilo, M., Profil, Umriss; vgl. it. profilare, V., umreißen, den Umriss zeichnen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); it. filo, M., Strich, Faden, Linie; lat. fīlum, N., Faden; lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden, schaffen; idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. Profil, DW 13, 2161, EWD s. u. Profil, Duden s. u. Profil; Son.: vgl. nndl. profiel, Sb., Profil; frz. profil, M., Profil; nschw. profil, Sb., Profil; nnorw. profil, M., Profil; poln. profil, M., Profil; kymr. proffil, M., Profil; nir. próifíl, F., Profil; lit. profilis, M., Profil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Seitenansicht eines Kopfes (eines Menschen) und davon abgeleitet für ein charakteristisches Erscheinungsbild; BM.: vorwärts, formen; F.: Profil, Profils, Profile, Profilen+FW(+EW?); Z.: Pro-fil
$profilieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. profilieren, Profil geben, mit Profil versehen (V.); E.: s. Profil, s. ieren (Suff.); L.: EWD s. u. Profil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Profil und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Profil geben oder mit Profil versehen (V.); F.: profilieren, profiliere, profilierst, profiliert, profilierest (!), profilieret, profilierte, profiliertest, profilierten, profiliertet, ##profiliert, profilierte, profiliertes, profiliertem, profilierten, profilierter##, profilierend, ###profilierend, profilierende, profilierendes, profilierendem, profilierenden, profilierender###, profilier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-fil-ier-en
$profiliert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. profiliert, ausgeprägt, bedeutend, scharf umrissen; E.: s. Profil; L.: Kluge s. u. Profil; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus profilieren gebildete Bezeichnung für ausgeprägt oder bedeutend oder scharf umrissen; F.: profiliert, profilierte, profiliertes, profiliertem, profilierten, profilierter(, profiliertere, profilierteres, profilierterem, profilierteren, profilierterer, profiliertest, profilierteste, profiliertestes, profiliertestem, profiliertesten, profiliertester)+FW(+EW); Z.: pro-fil-ier-t
Profit, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Profit, Gewinn, Nutzen (M.); ne. profit (N.); Vw.: -; Hw.: s. profitabel, profitieren; Q.: um 1400; E.: s. mhd. profit, st. N., Profit, Gewinn; mnd. profīt, profijt, proffith, provit, N., M., Profit, Vorteil, Nutzen (M.), Einkünfte, Geschäftsgewinn, Brauchbarkeit, Zuträglichkeit; afrz. profit, porfit, Sb., Gewinn; mlat. prōfectus, M., Nutzen (M.), Vorteil; vgl. lat. prōficere, V., vorwärtskommen, von dem Fleck kommen, fortschreiten, gewinnen, (um 180-102 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Profit, EWD s. u. Profit, DW 13, 2162, Duden s. u. Profit; Son.: vgl. nndl. profijt, Sb., Profit; frz. profit, M., Profit; nschw. profit, Sb., Profit; nnorw. profitt, M., Profit; kymr. proffid, M., Profit; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen aus dessen Sicht möglichen Gewinn oder Nutzen (M.); BM.: vorwärts, machen; F.: Profit, Profits, Profites, Profite, Profiten+FW(+EW?); Z.: Pro-fi-t
profitabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. profitabel, gewinnbringend, vorteilhaft, nützlich; ne. profitable; Vw.: -; Hw.: s. Profit, profitieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. profitable; E.: s. frz. profitable, Adj., profitabel; mlat. profitābilis, Adj., gewinnbringend, ertragreich; vgl. lat. prōficere, V., vorwärts kommen, vom Fleck kommen, fortschreiten, gewinnen, (um 180-102 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Profit, fehlt DW, EWD s. u. Profit, Duden s. u. profitabel; Son.: vgl. nschw. profitabel, Adj., profitabel; nnorw. profitabel, Adj., profitabel; kymr. proffidiol, Adj., profitabel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen aus dessen Sicht mögliches gewinnbringend oder vorteilhaft oder nützlich; BM.: vorwärts, machen; F.: profitabel, profitabele, profitabeles, profitabelem, profitabelen, profitabeler(, profitabelere, profitabeleres, profitabelerem, profitabeleren, profitabelerer, profitabelst, profitabelste, profitabelstes, profitabelstem, profitabelsten, profitabelster)+FW(+EW?); Z.: pro-fi-t-ab-el
profitieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. profitieren, Nutzen (M.) ziehen; ne. profit (V.), benefit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Profit, profitabel; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. profiter; E.: s. frz. profiter, V., profitieren; afrz. porfiter, profiter, V., vorwärtskommen, Erfolg heben; vgl. lat. prōficere, V., vorwärts kommen, vom Fleck kommen, fortschreiten, gewinnen, (um 180-102 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. facere, V., machen; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Profit, EWD s. u. Profit, DW 13, 2162, Duden s. u. profitieren; Son.: s. mnd. profitēren, sw. V., als akademischer Lehrer bzw. Professor tätig sein (V.); mnl. profitēren, sw. V., profitieren?; vgl. nndl. profiteren, V., profitieren; nschw. profitera, V., profitieren; nnorw. profittere, V., profitieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus seiner Sicht Nutzen (M.) ziehen; BM.: vorwärts, machen; F.: profitieren, profitiere, profitierst, profitiert, profitierest, profitieret, profitierte, profitiertest, profitierten, profitiertet, ##profitiert, profitierte, profitiertes, profitiertem, profitierten, profitierter##, profitierend, ###profitierend, profitierende, profitierendes, profitierendem, profitierenden, profitierender###, profitier (!)+FW; Z.: pro-fi-t-ier-en
Profos, Profoss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Profos, Profoss, Verwalter von Militärgerichtsbarkeit; ne. a bailiff in military courts; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. afrz. prevost; E.: s. mnd. profōs, profoes, prophos, prouois, profās, profaes, profāze, profatze, M., Vorgesetzter in einer Heerschar, Vertreter der Militärgerichtsbarkeit, Schultheiß, Profos; afrz. prevost, M., Vorgesetzter; lat. praepositus (2), M., Vorgesetzter, Vorsteher, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. praepōnere, V., voransetzen, vorsetzen, aufstellen, aufpflanzen; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Profos, EWD s. u. Profos, DW 13, 2163, Duden s. u. Profos; Son.: vgl. nndl. provoost, Sb., Profos; frz. prévôt, M., Probst; GB.: seit um 1500 mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen und Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verwalter von Militärgerichtsbarkeit; BM.: vorwärts, senden; F.: Profos, Profoses, Profosen, Profose, Profoss, Profosses, Profossen, Profosse+FW(+EW?); Z.: Pro-fo-s
profund, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. profund, gründlich, tief; ne. profound; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. profundus; E.: s. lat. profundus, Adj., unergründlich, bodenlos, in der Unterwelt befindlich, unbekannt, hoch, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fundus, M., Grund, Boden, Fundament, Unterbau, unterer Teil, (um 250-184 v. Chr.); idg. *bʰudʰmen, *budʰmn̥, Sb., Boden, Pokorny 174 (294/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. profund, fehlt DW, EWD s. u. profund, Duden s. u. profund; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gründlich oder tief; BM.: vorwärts, Boden; F.: profund, profunde, profundes, profundem, profunden, profunder(, profundere, profunderes, profunderem, profunderen, profunderer, profundest, profundeste, profundestes, profundestem, profundesten, profundester)+FW(+EW?); Z.: pro-fund
Prognose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Prognose, Vorhersage; ne. prognosis; Vw.: s. prognostizieren; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. prognōsis; E.: s. lat. prognōsis, F., Vorauskenntnis, Prognose, (5. Jh. n. Chr.); gr. πρόγνωσις (prógnōsis), F., Vorherwissen, Vorsehung; vgl. gr. προγιγνώσκειν (progignōskein), V., vorher erkennen, einen Vorbeschluss fassen; gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γιγνώσκειν (gignōskein), V., erkennen, kennen lernen, erfahren (V.); vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Prognose, fehlt DW, EWD s. u. Prognose, Duden s. u. Prognose; Son.: vgl. nndl. prognose, Sb., Prognose; frz. pronostic, M., Prognose; nschw. prognos, Sb., Prognose; nnorw. prognose, M., Prognose; poln. prognoza, F., Prognose; kymr. prognosis, M., Prognose; nir. prognóis, F., Prognose; lit. prognozė, F., Prognose; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche auf mindestens angenommene Sachkenntnis begründete Vorhersage (einer künftigen Entwicklung); BM.: vorwärts, erkennen; F.: Prognose, Prognosen+FW+EW; Z.: Pro-gno-s-e
prognostizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. prognostizieren, eine Prognose erstellen, vorhersagen; ne. prognosticate, predict, forecast (V.); Vw.: -; Hw.: s. Prognose; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. prognōsticāre; E.: s. mnd. prognōstikīren*, prognōstisīren*, prognōsticīren, V., „prognostizieren“, voraussagen, vorhersagen; mlat. prognōsticāre, V., vorhersagen, vorauserkennen; vgl. lat. prognōsticus, Adj., zum Vorauserkennen geeignet; gr. προγνωστικός (prognōstikós), Adj., vorausschauend; vgl. gr. προγιγνώσκειν (progignōskein), V., vorher erkennen, einen Vorbeschluss fassen; gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γιγνώσκειν (gignōskein), V., erkennen, kennen lernen, erfahren (V.); vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Prognose, fehlt DW, EWD s. u. Prognose, Duden s. u. prognostizieren; Son.: vgl. frz. prognosticquer, V., prognostizieren; nschw. prognostisera, V., prognostizieren; nnorw. prognostisere, V., prognostizieren; poln. prognozować, V., prognostizieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches auf mindestens angenommene Sachkenntnis begründetes vorhersagen (einer künftigen Entwicklung); BM.: vorwärts, erkennen; F.: prognostizieren, prognostiziere, prognostizierst, prognostiziert, prognostizierest, prognostizieret, prognostizierte, prognostiziertest, prognostizierten, prognostiziertet, ##prognostiziert, prognostizierte, prognostiziertes, prognostiziertem, prognostizierten, prognostizierter##, prognostizierend, ###prognostizierend, prognostizierende, prognostizierendes, prognostizierendem, prognostizierenden, prognostizierender###, prognostizier (!)+FW(+EW); Z.: pro-gno-st-iz-ier-en
Programm, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Programm, Radioprogramm, Computerprogramm, Plan (M.) (1), vorher festgelegte Reihenfolge; ne. program, programme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. programma; E.: s. lat. programma, N., schriftliche Bekanntmachung, Aufruf, Erlass, (390-406 n. Chr.); gr. πρόγραμμα (prógramma), F., schriftliche Bekanntmachung; vgl. gr. προγράφειν (prográphein), V., vorschreiben, vorzeichnen; gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Programm, EWD s. u. Programm, DW 13, 2163, Duden s. u. Programm; Son.: vgl. nndl. program, programma, Sb., Programm; frz. programme, M., Programm; nschw. program, N., Programm; nnorw. program, N., Programm; poln. program, M., Programm; lit. programa, M., Programm; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vorher festgelegte Reihenfolge von Arbeitsgängen oder von Veranstaltungen; BM.: vorwärts, ritzen; F.: Programm, Programms, Programmes, Programme, Programmen+FW(+EW); Z.: Pro-gram-m
$programmatisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. programmatisch, Programm betreffend, einem Programm entsprechend, zielsetzend; E.: s. Programm, s. at, s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Programm, fehlt DW, EWD s. u. Programm; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Programm und at sowie isch (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einem Programm entsprechend oder zielsetzend; F.: programmatisch, programmatische, programmatisches, programmatischem, programmatischen, programmatischer(, programmatischere, programmatischeres, programmatischerem, programmatischeren, programmatischerer, programmatischst, programmatischste, programmatischstes, programmatischstem, programmatischsten, programmatischster)+FW(+EW); Z.: pro-gram-m-at-isch
$programmieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. programmieren, ein Programm verfassen; L.: Kluge s. u. Programm, fehlt DW, EWD s. u. Programm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Programm und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Programm verfassen; F.: programmieren, programmiere, programmierst, programmiert, programmierest, programmieret, programmierte, programmiertest, programmierten, programmiertet, ##programmiert, programmierte, programmiertes, programmiertem, programmierten, programmierter##, programmierend, ###programmierend, programmierende, programmierendes, programmierendem, programmierenden, programmierender###, programmier (!)+FW+EW; Z.: pro-gram-m-ier-en
$Programmierer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Programmierer, Programmierender; E.: s. programmier(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Programm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus programmier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Programmierenden oder ein Programm entwickelnden Menschen; F.: Programmierer, Programmierers, Programmierern+FW; Z.: Pro-gram-m-ier-er
Progression, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Progression, Fortschreiten, Steigerung; ne. progression; Vw.: -; Hw.: s. progessiv; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. prōgressio; E.: s. mnd. prōgressiōn, F., Fortschreiten, nach einem bestimmten Verhältnis fortschreitende Zahlenreihe (als Rechenverfahren), Progression; lat. prōgressio, F., Fortschreiten, Fortgang, Fortentwicklung, Vormarsch, Zunahme, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōgredī, V., vorwärtsschreiten, fortschreiten, herausgehen, hervorgehen, vorrücken, weiterkommen, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. progressiv, fehlt DW, Duden s. u. Progression; Son.: vgl. frz. progression, F., Zunahme; nschw. progression, Sb., Progression; nnorw. progresjon, M., Progression; poln. progresja, F., Progression; lit. progresavimas, M., Progression; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Fortschreiten oder eine Steigerung; BM.: vorwärts, schreiten; F.: Progression, Progressionen+FW(+EW?); Z.: Pro-gress-io-n
progressiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. progressiv, fortschrittlich; ne. progressive; Vw.: -; Hw.: s. Progression; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. progressif; E.: s. frz. progressif, Adj., progressiv, fortschrittlich; mlat. prōgressīvus, Adj., fortschreitend; vgl. lat. prōgredī, V., vorwärtsschreiten, fortschreiten, herausgehen, hervorgehen, vorrücken, weiterkommen, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. progressiv, fehlt DW, EWD s. u. progressiv, Duden s. u. progressiv; Son.: vgl. nndl. progressief, Adj., progressiv; nschw. progressiv, Adj., progressiv; nnorw. progressiv, Adj., progressiv; poln. progresywny, Adj., progressiv; lit. progresyvus, Adj., progressiv; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich aus der jeweiligen Sicht eines Betrachters mögliches fortschrittlich in Gegensatz zu bewahrend oder rückschrittlich; BM.: vorwärts, schreiten; F.: progressiv, progressive, progressives, progressivem, progressiven, progressiver(, progressivere, progressiveres, progressiverem, progressiveren, progressiverer, progressivst, progressivste, progressivstes, progressivstem, progressivsten, progressivster)+FW(+EW); Z.: pro-gress-iv
Prohibition, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Prohibition, Verbot; ne. prohibition; Vw.: -; Hw.: s. prohibitiv; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. prohibitio; E.: s. lat. prohibitio, F., Verhinderung, Verbot, 81-43 v. Chr.); vgl. lat. prohibēre, V., fernhalten, abhalten, zurückhalten, Einhalt tun, bewahren; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Prohibition, fehlt DW, Duden s. u. Prohibition; Son.: vgl. nndl. prohibite, Sb., Prohibition; frz. prohibition, F., Prohibition; poln. prohibicja, F., Prohibition; lit. prohibicija, F., Prohibition; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von einem Staat verhängtes Verbot; BM.: vorwärts, fassen; F.: Prohibition, Prohibitionen+FW(+EW), verhindernd; Z.: Pro-hib-it-io-n
prohibitiv, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. prohibitiv, (vorbeugend) verboten, verhindernd; ne. prohibitive; Vw.: -; Hw.: s. Prohibition; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. prohibitīvus; E.: s. mlat. prohibitīvus, Adj., verboten; vgl. lat. prohibēre, V., fernhalten, abhalten, zurückhalten, Einhalt tun, bewahren, (204-169 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Prohibition, fehlt DW, Duden s. u. prohibitiv; Son.: vgl. frz. prohibitif, Adj., prohibitiv; nschw. prohibitiv, Adj., prohibitiv; nnorw. prohibitiv, Adj., prohibitiv; poln. prohibicjny, Adj., prohibitiv; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (vorbeugend) verboten oder verhindernd; BM.: vorwärts, fassen; F.: prohibitiv, prohibitive, prohibitives, prohibitivem, prohibitiven, prohibitiver(, prohibitivere, prohibitiveres, prohibitiverem, prohibitiveren, prohibitiverer, prohibitivst, prohibitivste, prohibitivstes, prohibitivstem, prohibitivsten, prohibitivster)+FW(+EW?); Z.: pro-hib-it-iv
Projekt, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Projekt, Plan (M.) (1), Vorhaben, geplante Unternehmung; ne. project (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. projet; E.: s. frz. projet, M., Entwurf, Projekt; frz. projeter, V., entwerfen; lat. prōiectāre, forttreiben, hinaustreiben, tadeln, beschuldigen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prōicere, V., vorwärtswerfen, vorwerfen, vortreten, vortreten lassen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Projekt, EWD s. u. Projektion, DW 13, 2163 (Project), Duden s. u. Projekt; Son.: vgl. nndl. project, Sb., Projekt; nschw. projekt, N., Projekt; nnorw. prosjekt, N., Projekt; poln. projekt, M., Projekt, Entwurf; lit. projektas, M., Projekt; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Plan (M.) (1) oder ein Vorhaben oder eine geplante Unternehmung; BM.: vorwärts, werfen; F.: Projekt, Projekts, Projektes, Projekte, Projekten+FW(+Ew?; Z.: Pro-je-k-t
$projektieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. projektieren, ein Projekt entwickeln; E.: s. Projekt, s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Projekt, EWD s. u. Projektion, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Projekt und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches ein Projekt entwickeln; F.: projektieren, projektiere, projektierst, projektiert, projektierest, projektieret, projektierte, projektiertest, projektierten, projektiertet, ##projektiert, projektierte, projektiertes, projektiertem, projektierten, projektierter##, projektierend, ###projektierend, projektierende, projektierendes, projektierendem, projektierenden, projektierender###, projektier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-je-k-t-ier-en
Projektil, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Projektil, Geschoss einer Handfeuerwaffe; ne. projecile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. projectile; E.: s. frz. projectile, M., Projektil; nlat. projectilis, N., Projektil; vgl. lat. prōicere, V., vorwärtswerfen, vorwerfen, vortreten, vortreten lassen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Projektil, fehlt DW, EWD s. u. Projektion, Duden s. u. Projektil; Son.: vgl. nndl. projektiel, Sb., Projektil; nschw. projektil, Sb., Projektil; nnorw. prosjektil, N., Projektil; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Neulateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und hergestelltes Geschoss einer ab um 1350 von Menschen entwickelten Handfeuerwaffe; BM.: vorwärts, werfen; F.: Projektil, Projektils, Projektiles, Projektile, Projektilen+FW(+EW?); Z.: Pro-je-k-t-il
Projektion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Projektion, Abbilden, Abbildung; ne. projection; Vw.: -; Hw.: s. Projektor, projizieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōiectio; E.: s. lat. prōiectio, F., Vorwerfen, Hervorwerfen, Vorbau, Erker, 81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōicere, V., vorwärtswerfen, vorwerfen, vortreten, vortreten lassen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: EWD s. u. Projektion, fehlt DW, Duden s. u. Projektion; Son.: vgl. frz. projection, F., Projektion; nschw. projektion, Sb., Projektion; nnorw. projeksjon, M., Projektion; poln. projekcja, F., Projektion; lit. projekcija, F., Projektion; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen durch einen Projektor auf eine Ebene projizierte Abbildung; BM.: vorwärts, werfen; F.: Projektion, Projektionen+FW(+EW?); Z.: Pro-je-k-t-io-n
Projektor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Projektor, Bildwerfer; ne. projector; Vw.: -; Hw.: s. Projektion, projizieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. prōjector; E.: s. mlat. prōjector, Darstellender, Verlasser, Verlassender; vgl. lat. prōicere, V., vorwärtswerfen, vorwerfen, vortreten, vortreten lassen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Projektor; Son.: vgl. nndl. projector, Sb., Projektor; frz. projecteur, M., Projektor; nschw. projektor, Sb., Projektor; nnorw. projektor, M., Projektor; poln. projektor, M., Projektor; lit. projektorius, M., Projektor; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und hergestelltes Gerät mit dem man Bilder auf einer hellen Fläche vergrößert wiedergeben kann; BM.: vorwärts, werfen; F.: Projektor, Projektors, Projektoren+FW+EW; Z.: Pro-je-k-t-or
projizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. projizieren, auf einer Leinwand abbilden; ne. project (V.); Vw.: -; Hw.: s. Projektion, Projektor; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōicere; E.: s. lat. prōicere, V., vorwärtswerfen, vorwerfen, vortreten, vortreten lassen, ausstrecken, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen, stürzen, verbreiten, schleudern, hinwerfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. projizieren, fehlt DW, EWD s. u. Projektion, Duden s. u. projizieren; Son.: vgl. nndl. projecteren, V., projizieren; frz. projeter, V., projizieren; nschw. projektera, V., projizieren; nnorw. projisere, V., projizieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes auf einer Leinwand abbilden; BM.: vorwärts, werfen; F.: projizieren, projiziere, projizierst, projiziert, projizierest, projizieret, projizierte, projiziertest, projizierten, projiziertet, ##projiziert, projizierte, projiziertes, projiziertem, projizierten, projizierter##, projizierend, ###projizierend, projizierende, projizierendes, projizierendem, projizierenden, projizierender###, projizier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-ji-z-ier-en
Proklamation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Proklamation, öffentliche Erklärung, Bekanntgabe, Aufruf; ne. proclamation; Vw.: -; Hw.: s. proklamieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōclāmātio; E.: s. mnd. prōklāmātie*, prōclāmātie, prōclāmācie, prōclāmā?, F., öffentlicher Aufruf, Bekanntmachung; afrz. proclamacion, F., Proklamation, lat. prōclāmātio, F., Ausrufen, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. prōclāmāre, V., laut rufen, heftig rufen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. proklamieren, fehlt DW, EWD s. u. Proklamation, Duden s. u. Proklamation; Son.: vgl. nndl. proclamatie, Sb., Proklamation; frz. proclamation, F., Proklamation; poln. proklamacja, F., Proklamation; nschw. proklamation, Sb., Proklamation; nnorw. proklamasjon, M., Proklamation; kymr. proclamasiwn, M., Proklamation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und über das Altfranzösische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine öffentliche Erklärung oder Bekanntgabe oder einen Aufruf; BM.: vorwärts, rufen; F.: Proklamation, Proklamationen+FW(+EW); Z.: Pro-kla-m-at-io-n
proklamieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. proklamieren, öffentlich erklären; ne. proclaim; Vw.: -; Hw.: s. Proklamation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. proclamer; E.: s. frz. proclamer, V., proklamieren, öffentlich erklären; lat. prōclāmāre, V., laut rufen, heftig rufen, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. proklamieren, fehlt DW, EWD s. u. Proklamation, Duden s. u. proklamieren; Son.: vgl. nndl. proclamere, V., proklamieren; nschw. proklamera, V., proklamieren; nnorw. proklamere, V., proklamieren; poln. proklamować, V., proklamieren; lit. proklamuito, V., proklamieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches öffentlich erklären; BM.: vorwärts, rufen; F.: proklamieren, proklamiere, proklamierst, proklamiert, proklamierest, proklamieret, proklamierte, proklamiertest, proklamierten, proklamiertet, ##proklamiert, proklamierte, proklamiertes, proklamiertem, proklamierten, proklamierter##, proklamierend, ###proklamierend, proklamierende, proklamierendes, proklamierendem, proklamierenden, proklamierender###, proklamier (!)+FW+EW; Z.: pro-kla-m-ier-en
Prokrustesbett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Prokrustesbett, vorgegebenes Schema; ne. Procrustean bed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Vorderglied vom PN Prokrustes; lat. Procrūstēs, M.=PN, Prokrustes; gr. Προκρούστης (Prokrústēs), M.=PN, Prokrustes; weitere Herkunft unklar?; Hinterglied s. nhd. Bett; L.: Kluge s. u. Prokrustesbett, Duden s. u. Prokrustesbett; Son.: vgl. nndl. procrustesbed, Sb., Prokrustesbett; frz. lit de Procruste, M., Prokrustesbett; nschw. prokrustesbädd, Sb., Prokrustesbett; nnorw. prokrustesseng, M., F., Prokrustesbett; poln. prokrustowe łoże, Sb., Prokrustesbett; kymr. gwely Procrwstes, M., Prokrustesbett; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein Schema in das man etwas zwängt; BM.: nach dem Räuber der altgriechischen Sage der arglose Wanderer in ein Bett presste indem er überstehende Gliedmaßen abhieb oder zu kurze mit Gewalt streckte; F.: Prokrustesbett, Prokrustesbetts, Prokrustesbettes, Prokrustesbetten+FW+EW; Z.: Prokrustes—bett
Prokura, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Prokura, weitreichende Geschäftsvollmacht; ne. procuration, proxy; Vw.: -; Hw.: s. Prokurist; Q.: um 1600; I.: Lw. it. procura; E.: s. it. procura, F., Prokura; mlat. prōcūra, F., Vollmacht, Prokura; lat. prōcūrāre, V., Sorge tragen, besorgen, abwarten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cūrāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern, sich sorgen; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Prokura, fehlt DW, DRW (sechzehnhundertsechzehn) procur, EWD s. u. Prokura, Duden s. u. Prokura; Son.: vgl. nndl. procuratie, Sb., Prokura; frz. procuration, F., Prokura; nschw. prokura, Sb., Prokura; nnorw. prokura, M., N., Prokura; poln. prokura, F., Prokura; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von einem Inhaber eines Handelsgeschäfts oder seinem gesetzlichen Vertreter mittels ausdrücklicher Erklärung erteilte und in das Handelsregister einzutragende sowie zu allen Arten von Geschäften und Rechtshandlungen die der Betrieb irgendeines Handelsgewerbes mit sich bringen kann ermächtigende Vollmacht; BM.: vorwärts, sorgen; F.: Prokura, Prokuren+FW(*EW?); Z.: Pro-kur-a
Prokurator, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prokurator, Statthalter, Vermögensverwalter; ne. procurator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276 (Urkunde); E.: mhd. procurātor, st. M., Prokurator, Verwalter des klösterlichen Gutes; mnd. prōkūrātor*, prōcūrātor, prōcūrātōr, prōcūrātoir, prōkrātor, prōkrāter, prakrātor, M., Prokurator, Sachverwalter, Bevollmächtigter, Vertreter in Rechtsangelegenheiten, Anwalt, Rechtsbevollmächtigter einer Institution, Prozessbevollmächtigter einer Institution, Verwalter, Geschäftsträger einer Institution, Verweser, Visitator eines Lehens, Verantwortlicher für die Haushaltsführung eines Klosters oder Stiftes, Schaffner; lat. prōcūrātor, M., Besorger, Verwalter; vgl. lat. prōcūrāre, V., Sorge tragen, besorgen, abwarten; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cūrāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern, sich sorgen; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Duden s. u. Prokurator; Son.: vgl. nndl. procurator, Sb., Prokurator; frz. procurateur, M., Prokurator; nschw. prokurator, Sb., Prokurator; nnorw. prokurator, M., Prokurator; kymr. procuradur, M., Prokurator; nir. prócadóir, M., Prokurator; poln. prokurator, M., Prokurator; lit. prokuratorius, M., Prokurator; GB.: seit 1276 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen höheren Staatsbeamten (Statthalter) oder einen Vermögensverwalter; BM.: vorwärts, sorgen; F.: Prokurator, Prokurators, Prokuratoren+FW(+EW?); Z.: Pro—kur-at-or
Prokurist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Prokurist, Vermögensverwalter; ne. procurator; Vw.: -; Hw.: s. Prokura; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. Lw. lat. prōcūrātor; E.: vgl. lat. prōcūrātor, M., Besorger, Verwalter, Stellvertreter, Geschäftsführer, Bevollmächtigter, Anwalt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōcūrāre, V., Sorge tragen, besorgen, abwarten; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cūrāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern, sich sorgen; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge s. u. Prokura, fehlt DW, fehlt DRW, EWD s. u. Prokura, Duden s. u. Prokurist; Son.: vgl. frz. procurateur, M., Prokurator; nschw. prokurist, Sb., Prokurist; nnorw. prokurist, M., Prokurist; poln. prokurent, M., Prokurist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Prokur(a) und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen mit Prokura versehenen Menschen der meist leitender Angestellter des betreffenden Unternehmens ist; BM.: vorwärts, sorgen; F.: Prokurist, Prokuristen+FW; Z.: Pro-kur-ist
Prolet, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Prolet, ungebildeter Mensch; ne. prole, cad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. prōlētārius, Adj., die Nachkommenschaft betreffend, gemein, niedrig, der untersten Volksklasse angehörig; vgl. lat. prōlēs, F., Sprössling, Kind, Nachkomme, Sohn, Tochter; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Proletarier, Duden s. u. Prolet; Son.: vgl. nschw. proletär, Sb., Prolet; kymr. prôl, M., Prolet, Proletarier; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare abwertende Bezeichnung für einen der Unterschicht angehörenden und ungebildeten Menschen( der nichts als eine Nachkommenschaft hat); BM.: vorwärts, wachsen (V.) (1); F.: Prolet, Proleten+FW(+EW); Z.: Pro-l-et
Proletariat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Proletariat, Besitzlose, Landlose, Gesamtheit der abhängig beschäftigten Menschen ohne eigene Produktionsmittel; ne. proletariat; Vw.: -; Hw.: s. Proletarier; Q.: nach 1840; I.: Lw. frz. prolétariat; E.: s. frz. prolétariat, F., Proletariat; frz. prolétaire, M., Proletarier; lat. prōlētārius, Adj., die Nachkommenschaft betreffend, gemein, niedrig, der untersten Volksklasse angehörig, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. prōlēs, F., Sprössling, Kind, Nachkomme, Sohn, Tochter; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Proletarier, fehlt DW, EWD s. u. Proletarier, Duden s. u. Proletariat; Son.: vgl. nndl. proletariaat, Sb., Proletariat; nschw. proletariat, N., Proletariat; nnorw. proletariat, N., Proletariat; poln. proletariat, M., Proletariat; kymr. proletariat, M., Proletariat; nir. prólatáireacht, F., Proletariat; lit. proletariatas, M., Proletariat; GB.: seit nach 1840 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Klasse der abhängig beschäftigten Menschen ohne eigene Produktionsmittel; BM.: vorwärts, wachsen (V.) (1); F.: Proletariat, Proletariats, Proletariates, Proletariate, Proletariaten+FW; Z.: Pro-le-t-ar-i-at
Proletarier, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Proletarier, Arbeiter, besitzloser Mensch; ne. proletarian; Vw.: -; Hw.: s. Proletariat; Q.: 1779 (Wieland); I.: Lw. lat. prōlētārius; E.: s. lat. prōlētārius, Adj., die Nachkommenschaft betreffend, gemein, niedrig, der untersten Volksklasse angehörig, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. prōlēs, F., Sprössling, Kind, Nachkomme, Sohn, Tochter; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Proletarier, EWD s. u. Proletarier, DW 13, 2164, Duden s. u. Proletarier; Son.: vgl. nndl. proletarier, Sb., Proletarier; frz. prolétaire, M., Proletarier; nschw. proletär, Sb., Proletarier; nnorw. proletar, M., Proletarier; poln. proletariusz, M., Proletarier; kymr. proletariad, M., Proletarier; nir. prólatáireach, M., Proletarier; GB.: seit 1779 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen der Unterschicht der menschlichen Gesellschaft; BM.: vorwärts, wachsen (V.) (1); F.: Proletarier, Proletariers, Proletariern+FW(+EW); Z.: Pro-le-t-ar-i-er
$proletarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. proletarisch, Proletarier betreffend; E.: s. Proletar(ier), s. isch; L.: Kluge s. u. Proletarier, fehlt DW, EWD s. u. Proletarier, DW s. Proletarier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Proletar(ier) und isch gebildete Bezeichnung für Proletarier betreffend; F.: proletarisch, proletarische, proletarisches, proletarischem, proletarischen, proletarischer(, proletarischere, proletarischeres, proletarischerem, proletarischeren, proletarischerer, proletarischst, proletarischste, proletarischstes, proletarischstem, proletarischsten, proletarischster+FW(+EW); Z.: pro-le-t-ar-isch
Prolog, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prolog, Vorwort, Vorrede; ne. prologue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: mhd. prologe, sw. M., Prolog, Vorrede; s. mnd. prologus, N., Prolog, Vorrede, Einleitung einer Schrift, Vorwort; lat. prologus, M., Prolog, Vorrede, Vorredner, (190-159 v. Chr.); gr. πρόλογος (prólogos), M., Prolog, Vorrede; vgl. gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Prolog, EWD s. u. Prolog, DW 13, 2163, Duden s. u. Prolog; Son.: vgl. nndl. proloog, Sb., Prolog; frz. prologue, M., Prolog; nschw. prolog, Sb., Prolog; nnorw. prolog, M., Prolog; poln. prolog, M., Prolog; kymr. prolog, M., Prolog; lit. prologas, M., Prolog; GB.: seit 1281-1287 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Vorwort oder die Vorrede oder die Einleitung eines seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen von Menschen geschaffenen literarischen Werkes; BM.: vorwärts, sammeln; F.: Prolog, Prologs, Prologes, Prologe, Prologen+FW(+EW?); Z.: Pro-log
prolongieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. prolongieren, stunden, verlängern; ne. prolong; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. prōlongāre; E.: s. lat. prōlongāre, V., verlängern, weiter hinaussetzen, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. longus, Adj., lang; idg. *dlongʰos, *longʰos, *dlh₁ongʰo-, Adj., lang (Adj.), Pokorny 196; vgl. idg. *del- (5), *delh₁-, Adj., V., lang (Adj.), längen, Pokorny 196 (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prolongieren, Duden s. u. prolongieren; Son.: vgl. nndl. prolongeren, V., prolongieren; frz. prolonger, V., prolongieren; nschw. prolongera, V., prolongieren; nnorw. prolongere, V., prolongieren; poln. prolongować, V., prolongieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (zeitlich) verlängern; BM.: vorwärts, lang; F.: prolongieren, prolongiere, prolongierst, prolongiert, prolongierest, prolongieret, prolongierte, prolongiertest, prolongierten, prolongiertet, ##prolongiert, prolongierte, prolongiertes, prolongiertem, prolongierten, prolongierter##, prolongierend, ###prolongierend, prolongierende, prolongierendes, prolongierendem, prolongierenden, prolongierender###, prolongier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-lon-g-ier-en
Promenade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Promenade, Fußweg zu dem Spazierengehen; ne. promenade (N.); Vw.: -; Hw.: s. promenieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. promenade; E.: s. frz. promenade, F., Promenade; frz. promener, V., spazieren führen; frz. mener, V., führen; vgl. lat. prōmināre, V., forttreiben, vor sich hertreiben, (um 125-175 n. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mina, F., Spitze, Zinne, Unglück, drohende Vorbedeutung; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. promenieren, EWD s. u. Promenade, DW 13, 2164, Duden s. u. Promenade; Son.: vgl. nndl. promenade, Sb., Promenade; nschw. promenad, Sb., Promenade; nnorw. promenade, M., Promenade; poln. promenada, F., Promenade; kymr. promenâd, M., Promenade; nir. promanád, M., Promenade; lit. promenada, F., Promenade; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit besonders angelegten breiten und gepflegten Fußweg zu dem Spazierengehen; BM.: vorwärts, ragen; F.: Promenade, Promenaden+FW(+EW?)fehlt DW; Z.: Pro-men-ad-e
promenieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. promenieren, schlendernd spazieren gehen; ne. promenade (V.); Vw.: -; Hw.: s. Promenade; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. frz. promener, V., spazieren führen; frz. mener, V., führen; vgl. lat. prōmināre, V., forttreiben, vor sich hertreiben, (um 125-175 n. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mina, F., Spitze, Zinne, Unglück, drohende Vorbedeutung; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. promenieren, EWD s. u. Promenade, Duden s. u. promenieren; Son.: vgl. nschw. promenera, V., promenieren; nnorw. promenere, V., promenieren; kymr. promenadio, V., promenieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes spazieren gehen; BM.: vorwärts, ragen; F.: promenieren, promeniere, promenierst, promeniert, promenierest, promenieret, promenierte, promeniertest, promenierten, promeniertet, ##promeniert, promenierte, promeniertes, promeniertem, promenierten, promenierter##, promenierend, ###promenierend, promenierende, promenierendes, promenierendem, promenierenden, promenierender###, promenier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-men-ier-en
Promethium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Promethium, eine Seltene Erde; ne. promethium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von gr. Προμηθεύς (Promētheús), M.=PN, Prometheus; vgl. gr. προμηθής (promēthḗs), Adj., besorgt, vorsorglich, vorsichtig; gr. πρό (pró), Präp., Adv., idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Promethium; Son.: vgl. nndl. promethium, Sb., Promethium; fzr. prométhium, M., Promethium; nschw. prometium, N., Promethium; nnorw. promethium, N., Promethium; kymr. promethiwm, M., Promethium; nir. próiméitiam, M., Promethium; poln. promet, M., Promethium; lit. prometis, M., Promethium; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums nach dem PN Prometheus gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1945 von Jacob A. Marinsky und Lawrence E. Glendenin sowie Charles D. Coryell in dem Oak Ridge National Laboratory in Tennessee in den Vereinigten Staaten von Amerika als Spaltprodukt des Urans entdecktes schon vormenschliches zu den Seltenen Erden und Lanthanoiden sowie Metallen gehörendes selten und hauptsächlich als Produkt der spontanen Spaltung von Uran und des Zerfalls von Europium-151 vorkommendes und industriell aus Abfällen von Kernreaktoren gewonnenes silberweißes relativ weiches ín Batterien genutztes radioaktives chemisches Element (chemisches Element Nr. 61, abgekürzt Pm); BM.: PN; F.: Promethium, Promethiums+FW; F.: Pro-me-th-i-um
Promille, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Promille, tausendster Teil, Tausendstel; ne. per mille; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mīlle, Num. Kard., tausend; idg. *smīg̑ʰeslī, Sb., eine Tausendheit, Pokorny 902; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *g̑ʰéslo-, g̑ʰésli̯o-, Num. Kard., tausend, Pokorny 446 (647/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Promille, fehlt DW, Duden s. u. Promille; Son.: vgl. nndl. pro mille, Sb., Promille; frz. pour mille, M., Promille; nschw. promille, Sb., Promille; nnorw. promille, M., Promille; lit. promilė, F., Promille; GB.: seit 20. Jh. belegte und allmählich entwickelte sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen tausendsten Teil (beispielsweise des Alkohols in dem Blut eines Menschen); F.: Promille, Promilles+FW; Z.: Pro-mil-l-e
prominent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. prominent, berühmt; ne. prominent; Vw.: -; Hw.: s. Prominenz; Q.: um 1900; I.: Lw. lat. prōminēns; E.: s. lat. prōminēns (1), Adj., hervorragend; vgl. lat. prōminēre, V., hervorragen, hervortreten, hervorstehen, hineinragen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. minēre, V., ragen; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. prominent, fehlt DW, EWD s. u. prominent, Duden s. u. prominent; Son.: vgl. nndl. prominent, Adj., prominent; nschw. prominent, Adj., prominent; nnorw. prominent, Adj., prominent; poln. prominentny, Adj., prominent; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches berühmt; BM.: vorwärts, ragen; F.: prominent, prominente, prominentes, prominentem, prominenten, prominenter(, prominentere, prominenteres, prominenterem, prominenteren, prominenterer, prominentest, prominenteste, prominentestes, prominentestem, prominentesten, prominentester)+FW(+EW); Z.: pro-min-ent
Prominenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Prominenz, Berühmtheit, Bekanntsein; ne. celebrity, prominence; Vw.: -; Hw.: s. prominent; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. prōminentia; E.: s. lat. prōminentia (1), F., Hervorragen, Hervorspringen, Vorsprung, Vorgebirge, Höhe, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. prōminēre, V., hervorragen, hervortreten, hervorstehen, hineinragen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. minēre, V., ragen; idg. *men- (1), V., ragen, emporragen, Pokorny 726 (1211/76) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. prominent, fehlt DW, EWD s. u. prominent, Duden s. u. Prominenz; Son.: vgl. nnorw. prominens, M., Prominenz; poln. prominencja, F., Prominenz; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Berühmtheit oder Bekanntsein; BM.: vorwärts, ragen; F.: Prominenz, Prominenzen+FW; Z.: Pro-min-enz
Promiskuität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Promiskuität, Geschlechtsverkehr mit beliebigen häufig wechselnden Partnern jeglichen Geschlechts; ne. promiscuity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. lat. prōmīscuus, Adj., gemischt, nicht besondere, nicht verschieden (Adj.), gemeinsam, gemeinschaftlich; vgl. lat. promīscēre, V., mischen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. mīscēre, V., mischen, vermischen, vermengen; idg. *meig̑-?, *meik̑-, V., mischen, Pokorny 714; vgl. idg. *mei- (2), *h₂mei-, V., Sb., Adj., wechseln, tauschen, täuschen, ändern, gemeinsam, Leistung, Pokorny 710 (1176/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Promiskuität; Son.: vgl. frz. promiscuité, F., Promiskuität; nschw. promiskuitet, Sb., Promiskuität; nnorw. promiskuitet, M., Promiskuität; poln. promiskuityzm, M., Promiskuität; lit. promiskuitetas, M., Promiskuität; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Geschlechtsverkehr mit beliebigen häufig wechselnden Partnern jeglichen Geschlechts; BM.: vorwärts, mischen; F.: Promiskuität+FW(+EW?); Z.: Pro-misk-u-it-ät
promittieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. promittieren, versprechen, zusagen, verheißen; ne. promise; Vw.: s. kom-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōmittere; E.: s. lat. prōmittere, V., vorwärts gehen lassen, hervorgehen lassen, dehnen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prō (1), vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. promittieren; Son.: vgl. frz. promettre, V., promottieren, versprechen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches versprechen oder zusagen oder verheißen; BM.: für, schicken; F.: promittieren, promittiere, promittierst, promittiert, promittierest, promittieret, promittierte, promittiertest, promittierten, promittiertet, ##promittiert, promittierte, promittiertes, promittiertem, promittierten, promittierter##, promittierend, ###promittierend, promittierende, promittierendes, promittierendem, promittierenden, promittierender###, promittier (!)+FW(+EW?); Z.: pro—mitt-ier-en
Promotion, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Promotion, Verleihung einer Doktorwürde (, Verbesserung); ne. promotion; Vw.: -; Hw.: s. promovieren; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. prōmōtie, prōmōcie, F., Promotion, Förderung, Unterstützung, Beförderung im Dienst; lat. prōmōtio, F., Beförderung, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. prōmovēre, V., vorwärts bewegen, fortbewegen, fortschieben; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Promotion, fehlt DW, EWD s. u. promovieren, Duden s. u. Promotion; Son.: vgl. nndl. promotie, Sb., Promotion; frz. promotion, F., Promotion; nschw. promotion, Sb., Promotion; nnorw. promosjon, M., Promotion; poln. promocja, F., Promotion, DRW allgemeiner als Verbesserung vierzehnhundertvierundsechzig in Lübeck; GB.: vielleicht 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit dem Hochmittelalter an Universitäten mögliche Verleihung einer Doktorwürde und davon abgeleitet für eine berufliche Beförderung; BM.: vorwärts, bewegen; F.: Promotion, Promotionen+FW(+EW); Z.: Pro-mo-t-io-n
promovieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. promovieren, Doktor werden, fördern; ne. to do one’s doctorate; Vw.: -; Hw.: s. Promotion; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. prōmovēre; E.: s. mnd. prōmovēren, sw. V., „promovieren“, fördern, befördern, unterstützen, eine Beförderung erlangen (besonders im akademischen Bereich), einen akademischen Grad erlangen; lat. prōmovēre, V., vorwärts bewegen, fortbewegen, fortschieben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. movēre, lat., V., bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schütteln; idg. *meu- (2), *meu̯ə-, *mi̯eu̯h₁-, V., fortschieben, bewegen, Pokorny 743 (1242/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Promotion, EWD s. u. promovieren, DW 13, 2165, Duden s. u. promovieren, DRW vierzehnhundertsiebenundsiebzig und allgemeiner fördern vierzehnhundertsechsundvierzig; Son.: vgl. nndl. promoveren, V., promovieren; nnorw. promovere, V., promovieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit dem Hochmittelalter an Universitäten mögliches eine Doktorwürde erwerben oder erlangen; BM.: vorwärts, bewegen; F.: promovieren, promoviere, promovierst, promoviert, promovierest, promovieret, promovierte, promoviertest, promovierten, promoviertet, ##promoviert, promovierte, promoviertes, promoviertem, promovierten, promovierter##, promovierend, ###promovierend, promovierende, promovierendes, promovierendem, promovierenden, promovierender###, promovier (!)+FW(+EW); Z.: pro-mov-ier-en
prompt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. prompt, sofortig; ne. prompt (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Teleprompter; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. prompt; E.: s. frz. prompt, Adj., prompt, sofortig; lat. prōmptus (1), Adj., sichtbar, offenbar, gleich zur Hand, bereit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prōmere, V., hervornehmen, herausnehmen, hervorbringen, herausholen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prompt, EWD s. u. prompt, DW 13, 2165, Duden s. u. prompt; Son.: vgl. nndl. prompt, Adj., prompt; frz. prompt, Adj., prompt; nschw. prompt, Adj., prompt; nnorw. prompt, Adj., prompt; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich sofortig; BM.: vorwärts, nehmen; F.: prompt, prompte, promptes, promptem, prompten, prompter(, promptere, prompteres, prompterem, prompteren, prompterer, promptest, prompteste, promptestes, promptestem, promptesten, promptester)+FW(+EW?); Z.: pro-m pt
Pronomen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Pronomen, Fürwort; ne. pronoun; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; I.: Lw. lat. prōnōmen; E.: s. lat. prōnōmen, N., Vorname, Fürwort, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *namō-, *namōn, *nama-, *naman, sw. N. (n), Name; s. idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pronomen, fehlt DW, EWD s. u. Pronomen, Duden s. u. Pronomen; Son.: vgl. nndl. pronomen, Sb., Pronomen; frz. pronom, M., Pronomen; nschw. pronomen, N., Pronomen; nnorw. pronomen, N., Pronomen; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ein Nomen näher bestimmendes oder vertretendes Wort oder Fürwort wie beispielsweise ich oder du oder er oder sie oder es oder wir oder ihr oder sie oder mein oder dein oder sein (Pron.) oder ihr oder unser oder euer oder sich; BM.: vorwärts, Name; F.: Pronomen, Pronomens, Pronomina+FW; Z.: Pro-nomen
prononciert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. prononciert, entschieden, eindeutig, deutlich ausgeprägt; ne. pronounced; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. prononcé; E.: s. frz. prononcé, Adj., ausgesprochen, entschieden; vgl. frz. prononcer, V., aussprechen; lat. prōnūntiāre, V., hermelden, hersagen, laut melden, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. nūntiāre, V., verkündigen, ankündigen, melden, anzeigen; lat. nūntium, N., Botschaft, Nachricht, Anzeige, Auftrag; idg. *neu- (1)?, V., rufen?, preisen?, Pokorny 767? (1307/34) (RB. idg. aus ind., ital.?, kelt.); L.: Kluge s. u. prononciert, fehlt DW, Duden s. u. prononciert; Son.: vgl. nndl. geprononceerd, Adj., prononciert; nschw. prononcerad, Adj., prononciert; GB.: seit 19. Jh. aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für entschieden oder eindeutig oder deutlich ausgeprägt; BM.: vorwärts, Botschaft; F.: prononciert, prononcierte, prononciertes, prononciertem, prononcierten, prononcierter(, prononciertere, prononcierteres, prononcierterem, prononcierteren, prononcierterer, prononciertest, prononcierteste, prononciertestes, prononciertestem, prononciertesten, prononciertester)+FW(+EW); Z.: pro-no-nc-ier-t
Propaganda, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Propaganda, Verbreitung politischer Ideen und Meinungen; ne. propagandism; Vw.: -; Hw.: s. Propagandist, propagieren; Q.: 18. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: gebildet nach Congregatio de propaganda fide (Gesellschaft zu der Verbreitung des Glaubens); s. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen, (234-149 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Propaganda, fehlt DW, EWD s. u. Propaganda, Duden s. u. Propaganda; Son.: vgl. nndl. propaganda, Sb., Propaganda; frz. propagande, F., Propaganda; nschw. propaganda, Sb., Propaganda; nnorw. propaganda, M., Propaganda; poln. propaganda, F., Propaganda; kymr. propagandaeth, F., Propaganda; lit. propaganda, F., Propaganda; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für die systematische Verbreitung politischer und weltanschaulicher Ideen und Meinungen mit dem Ziel das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen; BM.: vorwärts, festmachen; F.: Propaganda+FW; Z.: Pro-pag-and-a
Propagandist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Propagandist, politische Ideen Verbreitender; ne. propagandist; Vw.: -; Hw.: s. Propaganda, propagieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. propagandiste, ne. propagandist; E.: s. frz. propagandiste, M., Propagandist; ne. propagandist, M., Propagandist; frz. propaganda, F., Propaganda; vgl. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen, (234-149 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Propaganda, fehlt DW, EWD s. u. Propaganda, Duden s. u. Propagandist; Son.: vgl. nndl. propagandist, Sb., Propagandist; nschw. propagandist, Sb., Propagandist; nnorw. propagandist, M., Propagandist; poln. propagandiysta, M., Propagandist; kymr. propagandydd, M., Propagandist; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen politische Ideen Verbreitenden; BM.: vorwärts, festmachen; F.: Propagandist, Propagandisten+FW(+EW); Z.: Pro-pag-and-ist
propagieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. propagieren, für eine Meinung verbreiten oder für eine Idee werben; ne. propagate; Vw.: -; Hw.: s. Propaganda, Propagandist; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. propāgāre; E.: s. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen, (234-149 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Propaganda, fehlt DW, EWD s. u. Propaganda, Duden s. u. propagieren; Son.: vgl. nndl. propageren, V., propagieren; frz. propager, V., propagieren; nschw. propagera, V., propagieren; nnorw. propagere, V., propagieren; poln. propagować, V., propagieren; lit. propaguoti, V., propagieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches eine Meinung verbreiten oder für eine Idee werben; BM.: vorwärts, festmachen; F.: propagieren, propagiere, propagierst, propagiert, propagierest, propagieret, propagierte, propagiertest, propagierten, propagiertet, ##propagiert, propagierte, propagiertes, propagiertem, propagierten, propagierter##, propagierend, ###propagierend, propagierende, propagierendes, propagierendem, propagierenden, propagierender###, propagier (!)+FW(+EW); Z.: pro-pag-ier-en
Propan, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Propan, ein brennbares Gas; ne. propane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: abgeleitet von Propion, diese gebildet zu gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. πίων (píōn), Adj., fett, fruchtbar; idg. *pīu̯os, Sb., Adj., Fett, fett, Pokorny 793; s. idg. *pei̯ə-, *pei-, *pī̆-, V., fett sein (V.), strotzen, Pokorny 793 (1375/17) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Propan, fehlt DW, Duden s. u. Propan; Son.: vgl. nndl. propaan, Sb., Propan; frz. propane, M., Propan; nschw. propan, N., Sb., Propan; nnorw. propan, M., N., Propan; poln. propan, M., Propan; kymr. propan, M., Propan; nir. propán, M., Propan; lit. propanas, M., Propan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen besonders als brennbares Gas verwendeten gasförmigen Kohlenwasserstoff; BM.: vorwärts, fett sein (V.); F.: Propan, Propans+FW; Z.: Pro-pa-n
Propeller, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Propeller, Luftschraube; ne. propeller; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. propeller -; E.: s. ne. propeller, N., Propeller; vgl. ne. propel, V., vorwärts treiben; lat. prōpellere, V., vorwärts stoßen, fortstoßen, weiter treiben, wegstoßen, umstoßen, wegrücken, fortschleudern, (um 250-184 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Propeller, fehlt DW, EWD s. u. Propeller, Duden s. u. Propeller; Son.: vgl. nndl. propeller, Sb., Propeller; nschw. propeller, Sb., Propeller; nnorw. propell, M., Propeller; kymr. propelor, M., Propeller; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten einem Antrieb dienenden Teil (Luftschraube) von Fahrzeugen der aus zwei oder mehreren in gleichmäßigen Abständen um eine Nabe angeordneten Blättern besteht und durch den ein Motor in schnelle Rotation versetzt wird und eine Bewegung von Fahrzeugen wie beispielsweise Propellerflugzeugen ermöglicht; BM.: vorwärts, stoßen; F.: Propeller, Propellers, Propellern+FW; Z.: Pro-pel-l-er
proper, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. proper, sauber, ordentlich, ansprechend; ne. proper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. propre; E.: mnd. proper, propper, proprie, Adj., eigen, verfügbar, frei nutzbar; frz. propre, Adj., proper; lat. proprius, Adj., ausschließlich, eigen, eigentümlich, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. proper, EWD s. u. proper, DW 13, 2165, Duden s. u. proper; Son.: vgl. nndl. proper, Adj., proper; nschw. proper, Adj., proper; nnorw. proper, Adj., proper; GB.: seit Anfang 17. Jh. über das Mittelniederdeutsche und Französische unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sauber oder ordentlich oder ansprechend; BM.: vorwärts, nähren; F.: proper, propere, properes, properem, properen, properer(, properere, propereres, propererem, propereren, propererer, properst, properste, properstes, properstem, propersten, properster)+FW(+EW?); Z.: pro-per
Prophet, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Prophet, Verkünder der Zukunft; ne. prophet; Vw.: -; Hw.: s. prophezeien; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. prophēte, sw. M., Prophet; mnd. profēte (1), prophete, M., Prophet, Weissager, Seher, Verkünder religiöser Offenbarung; mnl. profete, M., Prophet; ahd. propheta, M., Prophet; anfrk. profeta, M., Prophet; lat. prophēta, M., Prophet; gr. προφήτης (prophétes), M., Ausleger, Verkündiger; vgl. gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, reden, sagen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prophet, EWD s. u. Prophet, DW 13, 2166, EWAhd 6, 1570, Duden s. u. Prophet; Son.: vgl. afries. profēta, prophēta, M., Prophet; ae. prophete, M., Prophet; got. praúfētes, praufetus, st. M. (u/i), Prophet; nndl. profeet, Sb., Prophet; frz. prophète, M., Prophet; nschw. profet, Sb., Prophet; nnorw. profet, Sb., Prophet; kymr. proffwyd, M., Prophet; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und mit jüdischem Gedankengut verbundene Bezeichnung für einen seit den Hochkulturen des Altertums sachlich möglichen Menschen der sich von seinem Gott berufen fühlt als Mahner und Weissager die göttliche Wahrheit zu verkünden und der als religiöse Autorität von Mitmenschen beispielsweise in dem Alten Testament der Bibel und anschließend in dem Christentum anerkannt wird; BM.: vorwärts, reden; F.: Prophet, Propheten+FW; Z.: Pro-ph-et
$Prophetie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Prophetie; Prophezeiung, Weissagung; E.: s. Prophet, s. ie (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Prophet; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Prophezeiung oder Weissagung; F.: Prophetie, Prophetien+FW; Z.: Pro-ph-et-ie
$prophetisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. prophetisch, einen Propheten oder Prophetie betreffend; E.: s. Prophet, s. isch; L.: Kluge s. u. Prophet, DW 13, 2167, EWD s. u. Prophet; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. prophēticus aus Prophet und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Propheten oder Prophetie betreffend; F.: prophetisch, prophetische, prophetisches, prophetischem, prophetischen, prophetischer(, prophetischere, prophetischeres, prophetischerem, prophetischeren, prophetischerer, prophetischst, prophetischste, prophetischstes, prophetischstem, prophetischsten, prophetischster)+FW+EW; Z.: pro-ph-et-isch
prophezeien, nhd., V., (14. Jh.): nhd. prophezeien, vorhersagen, voraussagen; ne. prophesy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Prophet; Q.: 1343 (Evangelienbuch in mitteldeutscher Sprache des Matthias von Beheim); E.: mhd. prophēcien, sw. V., prophezeien, weissagen; mhd. prophezīen, sw. V., „prophezeien“; mhd. prophetīen, sw. V., prophezeien; mnd. profētien, prophetien, profēcien, profīēön, prophetēren, prophetēēn, sw. V., prophezeien, vorhersagen, ankündigen; lat. prophētāre, V., prophezeien, weissagen, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. prophēta, M., Weissager, Prophet; gr. προφήτης (prophḗtes), M., Ausleger, Verkündiger; vgl. gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φάναι (phánai), V., reden, sagen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); idg. *bʰā- (2), V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. prophezeien, Kluge s. u. prophezeien, EWD s. u. Prophet, DW 13, 2168, Duden s. u. prophezeien; Son.: vgl. nndl. profeteren, V., prophezeien; frz. prophétiser, V., prophezeien; nschw. profetera, V., prophezeien; nnorw. profetere, V., prophezeien; kymr. proffwydo, V., prophezeien; GB.: seit 1343 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliches aufgrund bestimmter Ahnungen oder Überlegungen vorhersagen oder voraussagen; BM.: vorwärts, reden; F.: prophezeien, prophezeie, prophezeist, prophezeit, prophezeiest, prophezeiet, prophezeite, prophezeitest, prophezeiten, prophezeitet, ##prophezeit, prophezeite, prophezeites, prophezeitem, prophezeiten, prophezeiter##, prophezeiend, ###prophezeiend, prophezeiende, prophezeiendes, prophezeiendem, prophezeienden, prophezeiender###, prophezei (!)+FW(+EW?); Z.: pro-ph-ez-ei-en
$Prophezeiung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Prophezeiung, Vorhersage, Voraussage, Weissagung; E.: s. prophezei(en), s. ung; L.: Kluge s. u. prophezeien, EWD s. u. Prophet; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. prophētīa aus prophezei(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorhersage oder Voraussage oder Weissagung; F.: Prophezeiung, Prophezeiungen+FW(+EW); Z.: Pro-ph-ez-ei-ung
$prophylaktisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prophylaktisch, vorbeugend, schützend; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Prophyla(xe), s. kt, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Prophylaxe; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches vorbeugend oder schützend; F.: prophylaktisch, prophylaktische, prophylaktisches, prophylaktischem, prophylaktischen, prophylaktischer+FW+EW; Z.: pro-phylak-t-isch
Prophylaxe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Prophylaxe, Vorbeugung, Schutz; ne. prophylaxis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. prophylacticum; E.: s. mlat. prophylacticum, N., vorbeugendes Mittel; gr. προφυλαξίς (prophylaxís), F., Vorsicht, Behutsamkeit; vgl. gr. προφυλάσσειν (prophylássein), V., auf Vorposten stehen, sich hüten; gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. φυλάσσειν (phylássein), V., wachen, bewachen, beobachten, bewahren; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Prophylaxe, fehlt DW, EWD s. u. Prophylaxe, Duden s. u. Prophylaxe; Son.: vgl. nndl. profylaxe, Sb., Prophylaxe; frz. prophylaxie, F., Prophylaxe; nschw. profylax, Sb., Prophylaxe; nnorw. profylakse, M., Prophylaxe; poln. profilaktyka, F., Prophylaxe; kymr. proffylacsis, M., Prophylaxe; nir. próifiolacsas, M., Prophylaxe; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Vorbeugung oder einen Schutz; BM.: vorwärts, wachen; F.: Prophylaxe, Prophylaxen+FW(+EW?); Z.: Pro-phylax-e
Proponent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Proponent, Antragsteller; ne. proponent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. prōpōnēns; E.: s. lat. prōpōnēns, (Part. Präs.=)M., Proponent; vgl. lat. prōpōnere, V., öffentlich hinstellen, öffentlich hinlegen, vorlegen, aufstellen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Proponent; Son.: vgl. nnorw. proponent, M., Proponent; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Antragsteller; BM.: vorwärts, senden; F.: Proponent, Proponenten+FW(+EW?); Z.: Pro-po-n-ent
Proportion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Proportion, Größenverhältnis, Verhältnis, Verhältnismäßigkeit; ne. proportion (N.); Vw.: -; Hw.: s. proportional, Proporz; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. prōportio; E.: s. mnd. proportiōn, F., „Proportion“, Gleichaltrigkeit (mathematisch), Gleichheit im Verhältnis; mnd. proportie, F., „Proportion“, Gleichaltrigkeit (mathematisch), Gleichheit im Verhältnis; lat. prōportio, F., Proportion, Ebenmaß, ähnliches Verhältnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prō (1), Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. portio, F., Abteilung, Teil, Anteil, Verhältnis, Proportion; s. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Proportion, EWD s. u. Proportion, DW 13, 2168, Duden s. u. Proportion; Son.: vgl. nndl. proportie, Sb., Proportion; frz. proportion, Sb., Proportion; nschw. proportion, Sb., Proportion; nnorw. proporsjon, M., Proportion; poln. proporcja, F., Proportion; lit. proporcija, F., Proportion; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Größenverhältnisse oder das Verhältnis verschiedener Teile eines Ganzen zueinander; BM.: vorwärts, Teil bzw. bringen; F.: Proportion, Proportionen+FW(+EW); Z.: Pro-por-t-io-n
proportional, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. proportional, verhältnismäßig, verhältnisgleich; ne. proportional, proportionate; Vw.: -; Hw.: s. Proportion, Proporz; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōportiōnālis; E.: s. lat. prōportiōnālis, Adj., zur Proportion gehörig, verhältnismäßig, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. prōportio, F., Proportion, Ebenmaß, ähnliches Verhältnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prō (1), Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. portio, F., Abteilung, Teil, Anteil, Verhältnis, Proportion; s. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Proportion, fehlt DW, EWD s. u. Proportion, Duden s. u. proportional; Son.: vgl. nndl. proportioneel, Adj., proportional; frz. proportionnel, Adj., proportional; nschw. proportionell, Adj., proportional; nnorw. proporsjonal, Adj., proportional; poln. proporcjonalny, Adj., proportional; lit. proporcingai, Adv., proportional; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches verhältnismäßig; BM.: vorwärts, Teil bzw. bringen; F.: proportional, proportionale, proportionales, proportionalem, proportionalen, proportionaler(, proportionalere, proportionaleres, proportionalerem, proportionaleren, proportionalerer, proportionalst, proportionalste, proportionalstes, proportionalstem, proportionalsten, proportionalster)+FW(+EW); Z.: pro-por-t-io-n-al
$proportioniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. proportioniert, Proportion betreffend,verhältnismäßig; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. Proportion, s. ier(en), s. (e)t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Proportion; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Französischen und dem lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für Proportion betreffend; F.: proportioniert, proportionierte, proportioniertes, proportioniertem, proportionierten, proportionierter(, proportioniertere, proportionierteres, proportionierterem, proportionierteren, proportionierterer, proportioniertest, proportionierteste, proportioniertestes, proportioniertestem, proportioniertesten, proportioniertester)+FW(+EW); Z.: pro-por-t-io-n-iert
Proporz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Proporz, Proportionalität, Verhältnis, Verhältnismäßigkeit; ne. proportional representation; Vw.: -; Hw.: s. Proportion, proportional; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Kunstbildung; E.: gekürzt von Proportionalwahl; s. lat. prōportio, F., Proportion, Ebenmaß, ähnliches Verhältnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prō (1), Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; s. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. portio, F., Abteilung, Teil, Anteil, Verhältnis, Proportion; s. idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. Proporz, EWD s. u. Proportion, Duden s. u. Proporz; Son.: vgl. frz. proporz, M., Proporz; nschw. proportionella val, Sb., Proportionalwahl; poln. zasada proporcjonalności, F., Proporz; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Proportionalauswahl oder Proportionalität oder eine Verteilung von Ämtern und Sitzen nach einem Stimmenverhältnis oder einem Verhältnis oder einer Verhältnismäßigkeit; BM.: vorwärts, Teil bzw. bringen; F.: Proporz, Proporzes, Proporze, Proporzen+FW(+EW); Z.: Pro-por-z
Proppen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Proppen, Propfen, Stöpsel; ne. plug (N.); Vw.: -; Hw.: s. Pfropfen; Q.: 20. Jh.; E.: niederdeutsche Form von Pfropfen; vgl. mnd. proppen, sw. V., stopfen, hineinstopfen, zustopfen, Feuerwaffen laden; ahd. pfropfōn*, phrophōn*, sw. V. (2), pfropfen, veredeln; lat. propāgināre, V., durch Senker fortpflanzen, fortpflanzen, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. propāgāre, V., ausbreiten, erweitern, ausdehnen, fortsetzen; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *pā̆k̑-, *pā̆g̑-, V., festmachen, Pokorny 787 (1360/2) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Proppen, fehlt DW, Duden s. u. Proppen; Son.: vgl. nndl. prop, Sb., Proppen; nschw. propp, Sb., Proppen; nnorw. propp, M., Proppen; GB.: seit 20. Jh. nd. belegte Bezeichnung für einen sachlich schon früher von Menschen entwickelten und verwendeten Propfen oder Stöpsel; BM.: vorwärts, festmachen; F.: Proppen, Proppens+EW; Z.: Pro-p-p-en
$proppenvoll, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. proppenvoll, sehr voll; E.: s. Proppen, s. voll; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pfropf(en); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Proppen und voll gebildete Bezeichnung für sehr voll; F.: proppenvoll, proppenvolle, proppenvolles, proppenvollem, proppenvollen, proppenvoller+EW; Z.: pro-p-p-en—vol-l
$proppevoll, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. proppevoll, sehr voll; E.: s. Proppe(n), s. voll; L.: fehlt DW, EWD s. u. Pfropf(en); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Proppe(n) und voll gebildete Bezeichnung für sehr voll; F.: proppevoll, proppevolle, proppevolles, proppevollem, proppevollen, proppevoller+EW; Z.: pro-p-p-e—vol-l
Propst, Probst, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Propst, ein geistlicher Würdenträger, Dekan; ne. provost; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. brobest, st. M., Vorgesetzter, Aufseher, Propst; mnd. prōvest, prouist, prouwest, proewest, proevest, prōbest, prōfst, M., Propst, Vorsteher bzw. Leiter (M.) einer Institution; mnl. provest, prevest, provoost, M., Probst; ahd. probist*, probost*, provost*, st. M. (a), Vorsteher, Propst, Vorgesetzter, Statthalter, Verwalter; lat. praepositus, M., Vorgesetzter, Vorsteher, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. praepōnere, V., voransetzen; lat. prae, voran, voraus; lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Propst, Kluge s. u. Propst, EWD s. u. Propst, DW 13, 2169, EWAhd 6, 1567, Duden s. u. Propst; Son.: vgl. afries. progost, provest, prōst, M., Propst; ae. prōfost, M., Propst; an. prōfastr, M., Propst; nndl. proost, Sb., Propst; nschw. prost, Sb., Propst; nnorw. prost, M., Propst; poln. prepozyt, M., Propst; poln. proboszcz, M., Probst (über das Tschech.); kymr. profost, M., Propst; nir. probast, M., Propst; lett. prāvests, M., Probst; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (vorgesetzten) höheren kirchlichen Würdenträger des Christentums mit unterschiedlichen Aufgaben; BM.: vorwärts, senden; F.: Propst, Propstes, Propsts, Pröpste, Pröpsten, Probst, Probstes, Probsts, Pröbste, Pröbsten+FW(+EW); Z.: Pro-p-st
$Propstei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Propstei; E.: s. Propst, s. ei (Suff.); L.: EWD s. u. Propst, DW 13, 2169; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Propst und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für das Amt und das Gebiet sowie den Sitz eines Propstes des Christentums; F.: Propstei, Propsteien+FW+EW; Z.: Pro-p-st-ei
Prosa, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Prosa, ein ohne Reim oder Metrum und Versmaß verfasster Text; ne. prose (N.); Vw.: -; Hw.: s. prosaisch; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. prōse, F., Prosa; mnd. prōse, F., Prosa; mnl. prose, F., Prosa, ungebundener Stil, Prosastück, Hymnus; ahd. prōsa*, sw. F. (n), Prosa; lat. prōsa, F., Prosa, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. prōrsus (2), Adj., vor sich hin, geradeaus gekehrt; lat. prō, Präp., vor, für; lat. versus, M., Linie, Reihe, Zeile; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prosa, EWD s. u. Prosa, DW 13, 2170, EWAhd 6, 1572, Duden s. u. Prosa; Son.: vgl. nndl. proza, Sb., Prosa; frz. prose, F., Prosa; nnorw. prosa, Sb., Prosa; nnorw. prosa, M., Prosa; poln. proza, F., Prosa; kymr. prôs, M., Prosa; nir. prós, M., Prosa; lit. proza, F., Prosa; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen und ohne Reim oder Vers oder Metrum oder Versmaß oder Rhythmus verfasster Text; BM.: vorwärts, drehen; F.: Prosa+FW; Z.: Pro-s-a
prosaisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. prosaisch, nüchtern, sachlich, trocken; ne. prose (Adj.), prosaic; Vw.: -; Hw.: s. Prosa; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōsaicus; E.: s. lat. prōsaicus (1), Adj., prosaisch, in Prosa verfasst, in Prosa schreibend, (536-um 610 n. Chr.); vgl. lat. prōsa, F., Prosa; vgl. lat. prōrsus (2), Adj., vor sich hin, geradeaus gekehrt; lat. prō, Präp., vor, für; lat. versus, M., Linie, Reihe, Zeile; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prosa, fehlt DW, EWD s. u. Prosa, Duden s. u. prosaisch; Son.: vgl. nndl. prozaïsch, Adj., prosaisch; frz. prosaïque, Adj., prosaisch; nschw. prosaisk, Adj., prosaisch; nnorw. prosaisk, Adj., prosaisch; poln. prozaiczny, Adj., prosaisch; nir. prósach, Adj., prosaisch; lit. prozinis, Adj., prosaisch; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Spätlateinischen des Altertums oder dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nüchtern oder sachlich oder trocken; BM.: vorwärts, drehen; F.: prosaisch, prosaische, prosaisches, prosaischem, prosaischen, prosaischer(, prosaischere, prosaischeres, prosaischerem, prosaischeren, prosaischerer, prosaischst, prosaischste, prosaischstes, prosaischstem, prosaischsten, prosaischster)+FW(+EW); Z.: pro-s-a-isch
Proselyt, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Proselyt, zu dem Judentum übergetretener Heide (M.); ne. proselyte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; E.: s. mnd. prosēlite, M., Proselit, zum Judentum übergetretener Heide (M.); lat. prosēlytus, M., Proselyt, (um 315-367/368 n. Chr.); gr. προσήλυτος (prosḗlytos), M., Proselyt; vgl. gr. προσέρχεσθαι (prosérchesthai), V., hervorkommen, vorrücken, vorangehen; gr. πρός (prós), Adv., Präp., hinzu, dazu, überdies, außerdem; idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. gr. ἔρχεσθαι (érchesthai), V., kommen, gehen, herankommen; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Proselyt, DW 13, 2171, Duden s. u. Proselyt; Son.: vgl. nschw. proselyt, Sb., Proselyt; nnorw. proselytt, M., Proselyt; poln. prozelita, M., Proselyt; kymr. proselyt, M., Proselyt; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Judentums möglichen zu dem Judentum übergetretenen Heiden (M.); BM.: vorwärts, sich bewegen; F.: Proselyt, Proselyten+FW(+EW?); Z.: Pro-s-el-yt
prosit, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. prosit!, prost!, zum Wohl!; ne. cheers!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōsit; E.: s. lat. prōsit, V., es möge nützlich sein; vgl. lat. prōdesse, prōesse, V., nützlich sein (V.), nützen, helfen, zuträglich sein (V.), anschlagen, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. prosit, EWD s. u. prosit, DW 13, 2172, Duden s. u. prosit; Son.: vgl. nschw. prosit, Interj., prosit!; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegter und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommener (und umgebildeter) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbarer Ausspruch bei einem sachlich seit Entwicklung von Sprache und alkoholischen Getränken möglichen Zutrinken; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: prosit+FW(+EW); Z.: pro-s-it
Proskynese, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Proskynese, sehr tiefe Verbeugung, Fußfall; ne. proskynesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. προσκύνησις (proskýnēsis); E.: s. gr. προσκύνησις (proskýnēsis), F., Anbetung, Verehrung; vgl. gr. προσκυνεῖν (proskynein), V., anbeten, verehren, fußfällig begrüßen; gr. πρός (prós), Adv., Präp., hinzu, dazu, überdies, außerdem, von ... her, über ... hin; idg. *preti, *proti, Präp., gegenüber; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. κυνεῖν (kynein), V., küssen; idg. *ku-, *kus-, Sb., Kuss, Pokorny 626 (999/231) (RB. idg. aus ind.?, gr., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Proskynese, fehlt DW, Duden s. u. Proskynese; Son.: vgl. nndl. proskynesis, Sb., Proskynese; frz. proskynèse, F., Proskynese; nnorw. proskynes, Sb., Proskynese; nnorw. proskynesis, Sb., Proskynese; poln. proskineza, F., Proskynese; GB.: vielleicht seit 19. Jh. aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fußfall bei dem als Ausdruck von Ergebenheit oder Demut oder Unterwürfigkeit der Boden mit der Stirn berührt wird; BM.: vorwärts, küssen; F.: Proskynese, Proskynesen+FW(+EW?); Z.: Pro-s-ky-n-es-e
Prosodie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Prosodie, Lehre von der Messung der Silben nach Länge und Tonhöhe; ne. prosody; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. prosōdia; E.: s. lat. prosōdia, F., Prosodie, Wortakzent, (116-27 v. Chr.); gr. προσῳδία (prosōidía), προσῃδία (prosēidía), F., Prosodie, Wortakzent, Zugesang; vgl. gr. πρό (pró), Präp., Adv., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prosodie, DW 13, 2172, Duden s. u. Prosodie; Son.: vgl. nndl. prosodie, Sb., Prosodie; frz. prosodie, F., Prosodie; nschw. prosodi, Sb., Prosodie; nnorw. prosodi, M., Prosodie; poln. prozodia, F., Prosodie; nir. prosóid, F., Prosodie; lit. prozodija, F., Prosodie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von der Messung der Silben nach Länge und Tonhöhe; BM.: vorwärts, sprechen; F.: Prosodie, Prosodien+FW(+EW?); Z.: Pro-s-od-ie
Prospekt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Prospekt, Broschüre, Ansicht; ne. prospect (N.), brochure; Vw.: -; Hw.: s. prospektiv; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōspectus; E.: s. mnd. prōspect, M., freier Ausblick, freie Aussicht; lat. prōspectus (1), M., Vorsichhinsehen, Hinblick, Fernsicht, Rücksicht, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. prōspicere, V., herabschauen, herausschauen, umsehen, achtgeben, sorgen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Prospekt, EWD s. u. Prospekt, DW 13, 2173 (Prospect), Duden s. u. Prospekt; Son.: vgl. nndl. prospektus, Sb., Prospekt; frz. prospectus, M., Prospekt; nschw. prospekt, N., Prospekt; nnorw. prospekt, N., Prospekt; poln. propekt, M., Prospekt; lit. prospektas, M., Prospekt; GB.: seit Anfang 17. Jh. mnd. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte kleinere der Information oder Werbung dienende Schrift; BM.: vorwärts, sehen; F.: Prospekt, Prospekts, Prospektes, Prospekte, Prospekten+FW(+EW?); Z.: Pro-spek-t
prospektiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. prospektiv, auf das Zukünftige gerichtet; ne. prospective; Vw.: -; Hw.: s. Prospekt; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. prōspectīvus; E.: s. lat. prōspectīvus, Adj., zur Aussicht gehörig, (528-534 n. Chr.); vgl. lat. prōspicere, V., herabschauen, herausschauen, umsehen, achtgeben, sorgen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Prospekt, fehlt DW, Duden s. u. prospektiv; Son.: vgl. nndl. prospectief, Adj., prospektiv; frz. prospectif, Adj., prospektiv; nnorw. prospektiv, Adj., prospektiv; poln. prospektywny, Adj., prospektiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auf das Zukünftige gerichtet; BM.: vorwärts, sehen; F.: prospektiv, prospektive, prospektives, prospektivem, prospektiven, prospektiver+FW(+EW?); Z.: pro-spek-t-iv
prosperieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. prosperieren, gedeihen; ne. prosper; Vw.: -; Hw.: s. Prosperität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōsperāre; E.: s. mnd. prōsperēren, sw. V., Erfolg haben, Glück haben, fördern, gedeihen lassen; lat. prōsperāre, V., erwünschten Erfolg verschaffen, günstig machen, gnädig machen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prōsperus, Adj., erwünscht, günstig, glücklich, beglückend; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prosperieren, DW 13, 2173, Duden s. u. prosperieren; Son.: vgl. frz. prospérer, V., prosperieren; poln. prosperować, V., prosperieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gedeihen; BM.: vorwärts, gedeihen; F.: prosperieren, prosperiere, prosperierst, prosperiert, prosperierest, prosperieret, prosperierte, prosperiertest, prosperierten, prosperiertet, ##prosperiert, prosperierte, prosperiertes, prosperiertem, prosperierten, prosperierter##, prosperierend, ###prosperierend, prosperierende, prosperierendes, prosperierendem, prosperierenden, prosperierender###, prosperier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-spe-r-ier-en
Prosperität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prosperität, Gedeihen, Wachstum, wirtschaftlicher Wohlstand; ne. prosperity; Vw.: -; Hw.: s. prosperieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. prōsperitās; E.: s. lat. prōsperitās, F., erwünschte Beschaffenheit, glücklicher Zustand, Gedeihen, Glück, Erfolg, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōsperus, Adj., erwünscht, günstig, glücklich, beglückend; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. prosperieren, fehlt DW, Duden s. u. Prosperität; Son.: vgl. frz. prosperité, F., Prosperität; poln. prosperity, F., Prosperität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches Gedeihen oder Wachstum oder wirtschaftlichen Wohlstand; BM.: vorwärts, gedeihen; F.: Prosperität+FW(+EW); Z.: Pro-spe-r-it-ät
$Prost, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Prost; E.: s. prosit; L.: Kluge s. u. prosit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbarer Ausspruch bei einem sachlich seit Entwicklung von Sprache und alkoholischen Getränken möglichen Zutrinken; F.: Prost, Prostes, Prosts, Proste, Prosten+FW(+EW?); Z.: Pro-s-t
Prostata, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Prostata, Vorsteherdrüse; ne. prostate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. προστάτης (prostátēs); E.: s. gr. προστάτης (prostátēs), M., Vorsteher, Vordermann; vgl. gr. προιστάναι (proistánai), V., voranstellen, an die Spitze stellen; gr. πρό (pró), Adv., Präf., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prostata, fehlt DW, Duden s. u. Prostata; Son.: vgl. nndl. prostaat, Sb., Prostata; frz. prostate, F., Prostata; nschw. prostata, Sb., Prostata; nnorw. prostata, M., Prostata; poln. prostata, F., Prostata; kymr. prostad, F., Prostata; nir. próstatach, Sb., Prostata; lit. prostata, F., Prostata; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die bei männlichen Säugetieren vorhandene den Anfang der Harnröhre umschließende walnussgroße Drüse deren dünnflüssiges und milchiges Sekret den größten Teil der Samenflüssigkeit ausmacht und die Beweglichkeit der Samenzellen fördert; BM.: vorwärts, stehen bzw. stellen; F.: Prostata, Prostatae+FW(+EW?); Z.: Pro-sta-t-a
$prosten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. prosten, zutrinken und Gutes wünschen; Vw.: s. zu-; E.: s. Prost, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. prosit, fehlt DW, EWD s. u. prosit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Prost und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und alkoholischen Getränken mögliches zutrinken und Gutes wünschen; F.: prosten, proste, prostest, prostet, prostete, prostetest, prosteten, prostetet, geprostet, ##geprostet, geprostete, geprostetes, geprostetem, geprosteten, geprosteter##, prostend, ###prostend, prostende, prostendes, prostendem, prostenden, prostender###, prost (!)+FW(+EW); Z.: pro-s-t-en
prostituieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. prostituieren, seinen Körper für geschlechtliche Handlungen gegen Geld zu Verfügung stellen; ne. prostitute (V.); Vw.: -; Hw.: s. Prostitution; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōstituere; E.: s. lat. prōstituere, V., vorn hinstellen, öffentlich preisgeben, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prostitution, DW 13, 2173, EWD s. u. prostituieren, Duden s. u. prostituieren; Son.: vgl. nndl. prostitueren, V., prostituieren; frz. prostituer, V., prostituieren; nschw. prostituera, V., prostituieren; nnorw. prostituere, V., prostituieren; poln. prostytuować, V., prostituieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes seinen Körper für geschlechtliche Handlungen gegen Geld zu Verfügung stellen; BM.: vorwärts, stehen; F.: prostituieren, prostituiere, prostituierst, prostituiert, prostituierest, prostituieret, prostituierte, prostituiertest, prostituierten, prostituiertet, ##prostituiert, prostituierte, prostituiertes, prostituiertem, prostituierten, prostituierter##, prostituierend, ###prostituierend, prostituierende, prostituierendes, prostituierendem, prostituierenden, prostituierender###, prostituier (!)+FW(+EW); Z.: pro-sti-t-u-ier-en
$Prostituierte, nhd., (Part. Prät.=)F., (19. Jh.): nhd. Prostituierte; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Prostitution, fehlt DW, EWD s. u. prostituieren; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus prostituieren gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld mögliche ihren Körper für geschlechtliche Handlungen gegen Geld zu Verfügung stellende Frau; F.: Prostituierte, Prostituierte+FW; Z.: Pro-sti-t-u-ier-t-e
Prostitution, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prostitution, Hurerei, Ausübung oder Duldung geschlechtlicher Handlungen gegen Geld; ne. prostitution; Vw.: -; Hw.: s. prostituieren; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. prōstitūtio; E.: s. lat. prōstitūtio, F., Preisgebung, Entehrung, Beschimpfung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. prōstituere, V., vorn hinstellen, öffentlich preisgeben; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prostitution, fehlt DW, EWD s. u. prostituieren, Duden s. u. Prostitution; Son.: vgl. nndl. prostitutie, Sb., Prostitution; frz. prostitution, F., Prostitution; nschw. prostitution, Sb., Prostitution; nnorw. prostitusjon, M., Prostitution; poln. prostytucja, F., Prostitution; lit. prostitucija, F., Prostitution; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte mögliche Ausübung oder Duldung geschlechtlicher Handlungen gegen Geld; BM.: vorwärts, stehen; F.: Prostitution+FW(+EW); Z.: Pro-sti-t-u-t-io-n
Protactinium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Protactinium, ein Metall; ne. protactinium; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Actinium (da das Protactinium in der Zerfallsreihe vor dem Actinium steht); L.: Duden s. u. Protactinium; Son.: vgl. nndl. protactinium, Sb., Protactinium; frz. protactinium, M., Protactinium; nschw. protaktinium, N., Protactinium; nnorw. protactinium, N., Protactinium; kymr. protactiniwm, M., Protactinium; nir. prótachtainiam, M., Protactinium; poln. protaktyn, M., Protactinium; lit. protaktinis, M., Protactinium; GB.: seit 1917 belegte und (teilweise) aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1917 von Otto Hahn und Lisa Meitner entdecktes und (teilweise) aus dem Griechischen (prōt[os]) und Actinium benanntes bei dem natürlichen Zerfall von Uran entstehendes und in der Natur sehr seltenes silberig metallisches grau glänzendes radioaktives praktisch nur in der Forschung verwendetes Schwermetall (Actinoid) (chemisches Element Nr. 91, abgekürzt Pa); BM.: vorwärts, Strahl; F.: Protactinium, Protactinium+FW; Z.: Pro-t-act-in-i-um
Protagonist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Protagonist, Erster in einem Wettkampf, Vorkämpfer, Hauptfigur; ne. protagonist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. protagonista; E.: s. lat. protagonista, M., Erster im Wettkampf, Hauptfigur; gr. πρωταγωνιστής (prōtagōnistḗs), M., erster Kämpfer, erster Schauspieler; gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. ἀγών (agōn), M., Versammlung, Versammlungsplatz, Wettkampf; gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; vgl. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Protagonist, fehlt DW, Duden s. u. Protagonist; Son.: vgl. nndl. protagonist, Sb., Protagonist; frz. protagoniste, M., Protagonist; nschw. protagonist, Sb., Protagonist; nnorw. protagonist, M., Protagonist; poln. protagoniste, M., Protagonist; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ersten Kämpfer in einem Wettkampf oder einen Vorkämpfer oder für eine Hauptfigur oder für eine zentrale Gestalt einer Geschichte wie beispielsweise Alice in dem Text Alice im Wunderland; BM.: vorwärts, bewegen; F.: Protagonist, Protagonisten+FW; Z.: Pro-t-ag-on-ist
$Protegé, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Protegé, Schützling; I.: Lw. frz. protegé; E.: s. frz. protegé; L.: EWD s. u. protegieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen beschützten Menschen oder Schützling; F.: Protegé, Protegés+FW; Z.: Pro-teg-é
protegieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. protegieren, schützen, fördern; ne. protect, sponsor; Vw.: -; Hw.: s. Protektion, Protektor; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. protéger; E.: s. frz. protéger, V., protegieren, fördern, beschützen; lat. prōtegere, V., vorn bedecken, beschützen, beschirmen, (70-19 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. protegieren, fehlt DW, EWD s. u. protegieren, Duden s. u. protegieren; Son.: vgl. nndl. protegeren, V., protegieren; nschw. protegera, V., protegieren; nnorw. protegere, V., protegieren; poln. protegować, V., protegieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schützen oder beruflich oder gesellschaftlich fördern; BM.: vorwärts, decken; F.: protegieren, protegiere, protegierst, protegiert, protegierest, protegieret, protegierte, protegiertest, protegierten, protegiertet, ##protegiert, protegierte, protegiertes, protegiertem, protegierten, protegierter##, protegierend, ###protegierend, protegierende, protegierendes, protegierendem, protegierenden, protegierender###, protegier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-teg-ier-en
Protein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Protein, Eiweiß, Eiweißkörper; ne. protein; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Protein, fehlt DW, Duden s. u. Protein; Son.: vgl. nndl. proteïne, Sb., Protein; frz. protéine, F., Protein; nschw. protein, N., Protein; nnorw. protein, N., Protein; poln. proteina, F., Protein; kymr. protein, M., Protein; nir. próitéin, F., Protein; GB.: seit 19. Jh. aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den vorwiegend aus Aminosäuren aufgebauten und damit stickstoffhaltigen und kaum speicherbaren sowie beispielsweise in Milch und Ei und Fleisch und Fisch und Getreide und Gemüse und Pilzen und Nüssen enthaltenen Eiweißkörper (Makromolekül); BM.: vorwärts; F.: Protein, Proteins, Proteines, Proteine, Proteinen+FW; Z.: Pro-t-e-in
Protektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Protektion, Gönnerschaft, Beschützung, Bevorzugung; ne. patronage; Vw.: -; Hw.: s. Protektor, protegieren; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. prōtectiōn, F., Protektion, Schutz, Obhut; lat. prōtēctio, F., Bedeckung mit einem Vordach, Beschützung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. protegere, V., bedecken, beschützen, beschirmen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. protegieren, EWD s. u. protegieren, DW 13, 2174 (Protection), Duden s. u. Protektion; Son.: vgl. frz. protection, F., Schutz; nnorw. proteksjon, M., Protektion; poln. protekcja, F., Protektion; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Gönnerschaft oder Beschützung oder Bevorzugung; BM.: vorwärts, decken; F.: Protektion, Protektionen+FW(+EW); Z.: Pro-tek-t-io-n
Protektor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Protektor, Schutzherr, Schutz, Beschützer; ne. protector; Vw.: -; Hw.: s. Protektion, protegieren; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. prōtēctor, M., Protektor, Beschützer, Schutzherr, Schirmherr; s. lat. prōtēctor, M., Bedecker, Beschützer; vgl. lat. protegere, V., bedecken, beschützen, beschirmen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. protegieren, DW 13, 2174, Duden s. u. Protektor; Son.: vgl. frz. protecteur, M., Protektor; nnorw. proktor, M., Protektor; poln. protektor, M., Protektor; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schutzherrn oder Beschützer oder für etwas als Schutz Dienendes; BM.: vorwärts, decken; F.: Protektor, Protektors, Protektoren+FW; Z.: Pro-tek-t-or
$Protektorat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Protektorat, Schutzgebiet; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Protektor, s. at (Suff.); L.: Kluge s. u. protegieren, fehlt DW, EWD s. u. protegieren; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Protektor und at gebildete Bezeichnung für ein Schutzgebiet wie zeitweise Betschuanaland oder Basutoland oder Sansibar oder Kuwait oder Katar oder für einen Schutz; F.: Protektorat, Protektorates, Protektorats, Protektorate, Protektoraten+FW; Z.: Pro-tek-t-or-at
Protest, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Protest, Widerspruch, Einspruch; ne. protest (N.); Vw.: -; Hw.: s. protestieren, Protestant; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. protesto; E.: s. it. protesto, M., Protest; vgl. lat. prōtēstāre, V., öffentlich bezeugen, öffentlich dartun, beteuern, (um 100 n. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tēstārī, V., bezeugen; lat. tēstis, M., Zeuge, wer als Dritter (und Zeuge) bei zwei Streitenden steht; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. protestieren, DW 13, 2174, Duden s. u. Protest; Son.: vgl. nndl. protest, Sb., Protest; frz. protestation, F., Protest; nschw. protest, Sb., Protest; nnorw. protest, M., Protest; poln. protest, M., Protest; kymr. protest, F., Protest; lit. protestas, M., Protest; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Widerspruch oder Einspruch oder ein Bekunden von Missfallen; BM.: vorwärts, bezeugen; F.: Protest, Protestes, Protests, Proteste, Protesten+FW; Z.: Pro-te-st
Protestant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Protestant, Protestierer, Evangelischer; ne. protestant; Vw.: -; Hw.: s. Protest, protestieren; Q.: 1529; E.: s. mnd. prōtēstante, M., Protestant, Anhänger der Kirchenreformation; mnd. prōtēstēren, prōtēstīren, sw. V., protestieren, öffentlich erklären, öffentlich beteuern, öffentlich versichern; lat. prōtēstārī, V., öffentlich bezeugen, öffentlich dartun, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tēstārī, V., bezeugen; lat. tēstis, M., Zeuge, wer als Dritter (und Zeuge) bei zwei Streitenden steht; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. protestieren, EWD s. u. Protestant, DW 13, 2174, Duden s. u. Protestant; Son.: vgl. nndl. protestant, Sb., Protestant; frz. protestant, M., Protestant; nschw. protestant, M., Protestant; nnorw. protestant, M., Protestant; poln. protestant, M., Protestant; kymr. protestant, M., Protestant; nir. protastúnach, M., Protestant; lit. protestantas, M., Protestant; GB.: seit 1529 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Protestierenden und insbesondere einen Angehörigen einer seit der Reformation der katholischen Kirche durch Martin Luther von 1517 entstandenen protestantischen Kirche; BM.: vorwärts, bezeugen; F.: Protestant, Protestanten+FW(+EW); Z.: Pro-te-st-ant
$protestantisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. protestantisch; E.: s. Protestant, s. isch; L.: DW 13, 2175, EWD s. u. Protestant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Protestant und isch gebildete Bezeichnung für einen Protestanten betreffend; F.: protestantisch, protestantische, protestantisches, protestantischem, protestantischen, protestantischer+FW+EW; Z.: pro-te-st-ant-isch
$Protestantismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Protestantismus; E.: s. Protestant, s. ismus; L.: DW 13, 2175, EWD s. u. Protestant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Protestant und ismus gebildete Bezeichnung für die seit Martin Luther (1517) entwickelte Richtung (Konfession) des Christentums; F.: Protestantismus+FW(+EW?); Z.: Pro-te-st-ant-ism-us
protestieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. protestieren, widersprechen, Einspruch erheben, Missfallen kundgeben; ne. protest (V.); Vw.: -; Hw.: s. Protest, Protestant; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. protestieren, sw. V., protestieren, öffentlich erklären; mnd. prōtēstēren, prōtēstīren, sw. V., protestieren, öffentlich erklären, öffentlich beteuern, öffentlich versichern, sich verwahren; lat. prōtēstārī, V., öffentlich bezeugen, öffentlich dartun, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. tēstārī, V., bezeugen; lat. tēstis, M., Zeuge, wer als Dritter (und Zeuge) bei zwei Streitenden steht; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. protestieren, EWD s. u. protestieren, DW 13, 2175, Duden s. u. protestieren; Son.: vgl. nndl. protesteren, V., protestieren; frz. protester, V., protestieren; nschw. protestera, V., protestieren; nnorw. protestere, V., protestieren; poln. protestować, V., protestieren; kymr. protestio, V., protestieren; lit. protestuoti, V., protestieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches widersprechen oder Einspruch erheben oder Missfallen kundgeben; BM.: vorwärts, bezeugen; F.: protestieren, protestiere, protestierst, protestiert, protestierest, protestieret, protestierte, protestiertest, protestierten, protestiertet, ##protestiert, protestierte, protestiertes, protestiertem, protestierten, protestierter##, protestierend, ###protestierend, protestierende, protestierendes, protestierendem, protestierenden, protestierender###, protestier (!)+FW(+EW); Z.: pro-te-st-ier-en
Prothese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Prothese, künstlicher Körperteil; ne. prothesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. gr. πρόθεσις (próthesis); E.: s. gr. πρόθεσις (próthesis), F., Setzung, Ausstellung, Vorsatz, Entschluss, Präposition; vgl. gr. προτιθέναι (protithénai), V., vorlegen, vorziehen, bevorzugen; gr. πρό (pró), Adv., Präf., vor; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Prothese, fehlt DW, EWD s. u. Prothese, Duden s. u. Prothese; Son.: vgl. nndl. prothese, Sb., Prothese; frz. prothèse, F., Prothese; nschw. protes, Sb., Prothese; nnorw. protese, M., Prothese; poln. proteza, F., Prothese; lit. protezas, M., Prothese; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten sachlich vielleicht schon seit der Steinzeit möglichen künstlichen Körperteil; BM.: vorwärts, setzen; F.: Prothese, Prothesen+FW+EW; Z.: Pro-the-s-e
Protium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Protium, häufigstes Wasserstoffisotop; ne. protium; Vw.: -; Hw.: s. Proton; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Protium; Son.: vgl. nndl. protium, Sb., Protium; frz. protium, M., Protium; nschw. protium, N., Protium; nnorw. protium, N., Protium; kymr. protiwm, M., Protium; nir. próitiam, M., Protium; poln. prot. M., Protium; lit. protis, M., Protium; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches nicht radioaktives und aus einem Proton und einem Elektron bestehendes Wasserstoffisotop dessen Atomkern nur aus einem Proton besteht und das mit einer relativen Häufigkeit von 99,98 Prozent den weitaus größten Anteil an dem auf der Erde vorkommenden Wasserstoff hat; F.: Protium, Protiums+FW; Z.: Pro-t-i-um
proto…, prot..., nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. proto…, vorausgehend, vorherig; ne. proto…; Vw.: s. -koll, -typ; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. gr. πρῶτος (prōtos); E.: s. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. proto-, Duden s. u. proto-, Kytzler/Redemund/Eberl 1090; Son.: vgl. nndl. proto…, Präf., proto…; frz. proto…, Präf., proto…; nschw. proto…, Präf., proto…; nnorw. proto…, Präf., proto…; poln. proto…, Präf., proto…; kymr. proto…, Präf., proto…; lit. proto…, Präf., proto…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für vorausgehend oder vorherig; BM.: vorwärts; F.: proto…+FW; Z.: pro-to-
Protokoll, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Protokoll, Niederschrift, schriftliche Aufzeichnung; ne. protocol (N.); Vw.: -; Hw.: s. protokollieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. prōtocollum; E.: s. mnd. prōtokol, prōtocol*, N., Protokoll, offizielles Verzeichnis, notarielle Aufstellung von Eigentum bzw. Zahlungen; lat. prōtocollum, N., vorgeleimtes Blatt, (nach 534 n. Chr.); gr. πρωτόκολλον (prōtókollon), N., vorgeleimtes Blatt; vgl. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. κόλλα (kólla), F., Leim; idg. *kolē̆i̯-?, *koli-, Sb., Leim, Pokorny 612 (956/188) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Protokoll, EWD s. u. Protokoll, DW 13, 2176 (Protocoll), Duden s. u. Protokoll; Son.: vgl. nndl. protocol, Sb., Protokoll; frz. protocole, M., Protokoll; nschw. protokoll, N., Protokoll; nnorw. protokoll, M., Protokoll; poln. protokół, M., Protokoll; kymr. protocol, M., Protokoll; lit. protokolas, M., Protokoll; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wortgetreue oder auf die wesentlichen Punkte beschränkte (und grundsätzlich zuverlässige und zu einem Beweis taugliche) Niederschrift über eine Sitzung oder einen Vorgang; BM.: vorwärts, Leim; F.: Protokoll, Protokolls, Protokolles, Protokolle, Protokollen+FW(+EW?); Z.: Pro-t-o-koll
$Protokollant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Protokollant, Protokollierender, Protokollführer; E: s. protokoll(ieren), s. ant; L.: fehlt DW, EWD s. u. Protokoll; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Protokoll und ant gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift möglichen Protokollierenden oder Protokollführer; F.: Protokollant, Protokollanten+FW(+EW?); Z.: Pro-t-o-koll-ant
$protokollarisch, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. protokollarisch, das Protokoll betreffend, durch Protokoll belegt; E.: s. Protokoll, s. ar, s. isch; L.: Kluge s. u. Protokoll, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Protokoll und ar sowie isch gebildete Bezeichnung für das Protokoll betreffend oder durch Protokoll belegt; F.: protokollarisch, protokollarische, protokollarisches, protokollarischem, protokollarischen, protokollarischer(, protokollarischere, protokollarischeres, protokollarischerem, protokollarischeren, protokollarischerer, protokollarischst, protokollarischste, protokollarischstes, protokollarischstem, protokollarischsten, protokollarischster)+FW+EW; Z.: pro-to-koll-ar-isch
protokollieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. protokollieren, aufzeichnen, eine Mitschrift über einen sprachlichen Vorgang führen; ne. protocol (V.); Vw.: -; Hw.: s. Protokoll; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. mlat. prōtocollāre; E.: s. mnd. prōtokollēren, prōtokollīren, sw. V., „protokollieren“, verzeichnen, schriftlich niederlegen; mlat. prōtocollāre, V., protokollieren; vgl. lat. prōtocollum, N., vorgeleimtes Blatt, (nach 534 n. Chr.); gr. πρωτόκολλον (prōtókollon), N., vorgeleimtes Blatt; vgl. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. κόλλα (kólla), F., Leim; idg. *kolē̆i̯-?, *koli-, Sb., Leim, Pokorny 612 (956/188) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Protokoll, fehlt DW, EWD s. u. Protokoll, Duden s. u. protokollieren; Son.: vgl. nndl. protokollera, V., protokollieren; nnorw. protokollere, V., protokollieren; poln. protokolować, V., protokollieren; lit. užprotokoluoti, V., protokollieren; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches aufzeichnen oder eine Mitschrift über einen sprachlichen Vorgang führen; BM.: vorwärts, Leim; F.: protokollieren, protokolliere, protokollierst, protokolliert, protokollierest, protokollieret, protokollierte, protokolliertest, protokollierten, protokolliertet, ##protokolliert, protokollierte, protokolliertes, protokolliertem, protokollierten, protokollierter##, protokollierend, ###protokollierend, protokollierende, protokollierendes, protokollierendem, protokollierenden, protokollierender###, protokollier(!)+FW(+EW); Z.: pro-t-o-koll-ier-en
Proton, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Proton, ein Elementarteilchen; ne. proton; Vw.: -; Hw.: s. Protium; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πρῶτον (prōton), Adv., zuerst, anfangs, fürs erste; vgl. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste, erste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Proton, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. proton, Sb., Proton; frz. proton, N., Proton; nschw. proton, Sb., Proton; nnorw. proton, N., Proton; kymr. proton, M., Proton; nir. prótón, M., Proton; poln. proton, M., Proton; lit. protonas, M., Proton; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und wohl seit der Entstehung der Welt mögliches positiv geladenes Elementarteilchen; BM.: vorwärts; F.: Proton, Protons, Protonen+FW; Z.: Pro-t-on
Prototyp, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Prototyp, Modell; ne. prototype; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. mlat. prōtotypum; E.: s. mlat. prōtotypum, N., Prototyp; gr. πρωτότυπον (prōtótypon), N., Grundwort, Stammwort; vgl. gr. πρωτότυπος (prōtótypos), Adj., ursprünglich, zuerst geprägt; vgl. gr. πρῶτος (prōtos), Adj., vorderste, äußerste; idg. *protero-, Adj., vordere, frühere, Pokorny 814; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen, stoßen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Prototyp, fehlt DW, EWD s. u. Prototyp, Duden s. u. Prototyp; Son.: vgl. nndl. prototype, Sb., Prototyp; frz. prototype, M., Prototyp; nschw. prototyp, Sb., Prototyp; nnorw. prototyp, M., Prototyp; poln. prototyp, M., Prototyp; kymr. prototeip, M., Prototyp; lit. prototipas, M., Prototyp; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen geschaffene als Muster dienende Grundform oder für einen Menschen der als Inbegriff von etwas für eine Gruppe Typischen steht; BM.: vorwärts, stoßen; F.: Prototyp, Prototypen+FW(+EW?); Z.: Pro-t-o—ty-p
Protz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Protz, Wichtigtuer, Angeber; ne. swank (M.), show-off (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: von einem bayerischen Wort für Kröte; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Protz, DW 13, 2177, EWD s. u. Protz, Duden s. u. Protz, Bluhme s. u. Protz; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Bayerischen kommende sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sich mit Besitztümern wichtig machenden Menschen (Wichtigtuer) oder Angeber; BM.: Kröte; F.: Protz, Protzes, Protzen, Protze+EW?; Z.: Protz
Protze, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Protze, Vorderwagen eines Geschützes; ne. limber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: it. Lw.; E.: über das Baierische von it. biroccio, M., Wagen (M.), Zweiradwagen; mlat. birotum, N., zweiräderiger Wagen; lat. bis, Adv., zweimal, auf doppelte Weise; idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Protze, DW 13, 2177, EWD s. u. Protze, Duden s. u. Protze, Bluhme s. u. Protze; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu dem Transport von Munition benutzten zweiräderigen Wagen an den ein Geschütz angehängt wird; BM.: zwei, Rad bzw. rollen; F.: Protze, Protzen+FW(+EW?); Z.: P-rotz-e
$protzen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. protzen, wichtig tun, prahlen, angeben; L.: Kluge s. u. Protz, DW 13, 2177; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Protz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wichtig tun oder prahlen oder angeben; F.: protzen, protze, protzst (!), protzt, protzest, protzet, protzte, protztest, protzten, protztet, geprotzt, ##geprotzt, geprotzte, geprotztes, geprotztem, geprotzten, geprotzter##, protzend, ###protzend, protzende, protzendes, protzendem, protzenden, protzender###, protz (!)+EW?; Z.: protz-en
$protzig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. protzig, wichtigtuerisch, prahlerisch., angeberisch; E.: s. Protz, s. ig; L.: Kluge s. u. Protz, DW 13, 2177; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Protz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches wichtigtuerisch oder prahlerisch oder angeberisch; F.: protzig, protzige, protziges, protzigem, protzigen, protziger(, protzigere, protzigeres, protzigerem, protzigeren, protzigerer, protzigst, protzigste, protzigstes, protzigstem, protzigsten, protzigster)+EW?; Z.: protz-ig
Provenienz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Provenienz, Ursprung, Herkunft; ne. provenance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. prōvenīre, V., vorwärtskommen, hervorkommen, hervortreten, um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Provenienz, fehlt DW, EWD s. u. Provenienz, Duden s. u. Provenienz; Son.: vgl. frz. provenance, M., Provenienz; nschw. proveniens, Sb., Provenienz; nnorw. proveniens, M., Provenienz; poln. proweniencja, F., Provenienz; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Ursprung oder die Herkunft oder den Bereich aus dem jemand oder etwas stammt oder kommt; BM.: vorwärts, kommen; F.: Provenienz, Provenienzen+FW(+EW?); Z.: Pro-ven-i-enz
Proviant, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Proviant, Vorrat an Lebensmitteln; ne. provisions; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh. (Pontus und Sidonia); E.: s. mhd. profant, probande, probiande, st. F., Proviant; mhd. proveance, sw. M., sw. F., Proviant; mnd. prōvant, prōfant, prōviant, prōvēnt, prāvant, M., Proviant, Lebensmittel, Vorrat an Lebensmitteln, Verpflegung; mnd. prōvande, prōfande, prōviande, prōviante, prōfiande, F., Proviant, Vorrat an Lebensmitteln, Lebensmittel, Verpflegung; s. lat. prōvidēre, V., vor sich sehen, in der Ferne sehen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; lat. vidēre, V., sehen, erkennen können; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); oder von it. provianda, F., Proviant; lat. praebenda, F., zu Gewährendes; vgl. lat. praebēre, V., hinhalten, hinreichen, darreichen, geben, überlassen (V.), preisgeben; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Proviant, EWD s. u. Proviant, DW 13, 2178, Duden s. u. Proviant; Son.: vgl. nndl. proviand, Sb., Proviant; frz. provisions, F. Pl., Proviant; nschw. proviant, Sb., Proviant; nnorw. proviant, M., Proviant; poln. prowiant, M., Proviant; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete oder aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon früh von Menschen auf eine Reise oder Wanderung mitgenommenen Vorrat an Lebensmitteln; BM.: vorwärts, wahrnehmen oder fassen?; F.: Proviant, Proviants, Proviantes, Proviante, Provianten (!)+FW(+EW?); Z.: Pro-v-i-ant
Provinz, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Provinz, eine Verwaltungseinheit, Bezirk, Gebiet, Hinterland; ne. province; Vw.: -; Hw.: s. provinziell; Q.: 1295 (Urkunde); E.: s. mhd. provincie, st. F., Provinz, Ordensprovinz, Landesteil; mnd. prōvincie, prōvintie, prōvinz, prouintz, sw. F., Provinz eines Landes, eine staatliche Verwaltungseinheit, Landesbezirk, Gau, kirchliche Verwaltungseinheit, Diözese eines Bischofs bzw. Erzbischof; lat. prōvincia, F., Geschäftskreis, Wirkungskreis, Aufgabe, Auftrag, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815?; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810? (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Provinz, EWD s. u. Provinz, DW 13, 2179, Duden s. u. Provinz; Son.: vgl. nndl. provincie, Sb., Provinz; frz. province, F., Provinz; nschw. provins, Sb., Provinz; nnorw. provins, M., Provinz; poln. prowincja, F., Provinz; lit. provincija, F., Provinz; GB.: seit 1295 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verwaltungseinheit oder einen Bezirk oder ein Gebiet; BM.: vorwärts; F.: Provinz, Provinzen+FW; Z.: Pro-v-inz
$provinzial, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. provinzial, Provinz betreffend; E.: s. Provinz, s. ial, s. lat. provincial(is); L.: EWD s. u. Provinz, s. DW 13, 2179; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Provinz betreffend; F.: provinzial, provinziale, provinziales, provinzialem, provinzialen, provinzialer+FW(+EW?); Z.: pro-v-inz-i-al
$Provinzialismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Provinzialismus, Provinz betreffende Eigentümlichkeit; E.: s. provinzial, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Provinz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus provinzial und ismus gebildete Bezeichnung für eine die oder eine Provinz betreffende Eigentümlichkeit; F.: Provinzialismus, Provinzialismen+FW; Z.: Pro-v-inz-i-al-ism-us
provinziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. provinziell, Provinz betreffend, Land betreffend, ländlich; ne. provincial (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Provinz; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. prōvinciālis; E.: s. lat. prōvinciālis, Adj., zur Provinz gehörig, die Provinz betreffend, in der Provinz befindlich, provinzialisch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōvincia, F., Geschäftskreis, Wirkungskreis, Aufgabe, Auftrag; vgl. idg. *prō̆u̯o-, Präp., vorwärts, vorn, Pokorny 815?; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810? (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Provinz, fehlt DW, EWD s. u. Provinz, Duden s. u. provinziell; Son.: vgl. nndl. provinciaal, Adj., proviniziell; frz. provincial, Adj., proviniziell; nschw. provinsiell, Adj., proviniziell; nnorw. provinsiell, Adj., proviniziell; poln. prowincjonalny, Adj., proviniziell; lit. provincialus, Adj., provinziell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Provinz oder das Land betreffend oder ländlich; BM.: vorwärts; F.: provinziell, provinzielle, provinzielles, provinziellem, provinziellen, provinzieller(, provinziellere, provinzielleres, provinziellerem, provinzielleren, provinziellerer, provinziellst, provinziellste, provinziellstes, provinziellstem, provinziellsten, provinziellster+FW+EW?); Z.: pro-v-inz-i-ell
$Provinzler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Provinzler, Bewohner einer Provinz; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Provinz, s. l, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Provinz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Provinz und l sowie er (Suff.) gebildete eher abwertende Bezeichnung für einen eher rückständigen Bewohner einer Provinz; F.: Provinzler, Provinzlers, Provinzlern+FW(+EW?); Z.: Pro-v-inz-l-er
Provision, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Provision, eine Vergütung; ne. provision (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōvīsio; E.: s. mnd. prōvīsiōn, F., Provision, Ausstattung, Versorgung, Einkommen, Unterhalt, Pfründe, Maßregel; mnd. prōvīsie, prōfoyse, F., Provision, Ausstattung, Versorgung, Einkommen, Unterhalt, Pfründe, Maßregel; lat. prōvīsio, F., Vorhersehen, Vorherwissen, Vorsorge, Fürsorge, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōvidēre, V., vor sich sehen, in der Ferne sehen, ansichtig werden; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Provision, EWD s. u. Provision, DW 13, 2180, Duden s. u. Provision; Son.: vgl. nndl. provisie, Sb., Provision; frz. provision, F., Provision; nschw. provision, Sb., Provision; nnorw. provisjon, M., Provision; poln. prowizja, F., Provision; GB.: seit Mitte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vergütung in Geld in Form einer Beteiligung an dem Umsatz; BM.: vorwärts, sinnlich wahrnehmen; F.: Provision, Provisionen+FW; Z.: Pro-vi-s-io-n
provisorisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. provisorisch, überbrückend, vorläufig, als Notbehelf dienend; ne. provisory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. prōvīsōrius; E.: s. lat. prōvīsōrius, Adj., vorausschauend?, (nach 553 n. Chr.); vgl. lat. prōvidēre, V., vor sich sehen, in der Ferne sehen, ansichtig werden; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. provisorisch, fehlt DW, EWD s. u. Provision, Duden s. u. provisorisch; Son.: vgl. nndl. provisorisch, Adj., provisorisch; frz. provisoire, Adj., provisorisch; nnorw. provisorisk, Adj., provisorisch; nnorw. provisorisk, Adj., provisorisch; poln. prowizoryczny, Adj., provisorisch; lit. provizorinis, Adj., provisorisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches überbrückend oder vorläufig oder als Notbehelf dienend; BM.: vorwärts, sinnlich wahrnehmen; F.: provisorisch, provisorische, provisorisches, provisorischem, provisorischen, provisorischer+FW+EW; Z.: pro-vi-s-or-isch
$Provisorium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Provisorium, Überbrückung, Vorläufigkeit, Notbehelf; E.: s. lat. provisorius, L.: Kluge s. u. provisorisch, fehlt DW, EWD s. u. Provision; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Überbrückung oder Vorläufigkeit oder einen Notbehelf; F.: Provisorium, Provisoriums, Provisorien+FW; Z.: Pro-vi-s-or-i-um
Provokateur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Provokateur, Herausforderer; ne. provocateur; Vw.: -; Hw.: s. provozieren, Provokation, provokativ; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. provocateur; E.: s. frz. provocateur, M., Provokateur; lat. prōvocātor, M., Herausforderer, Hervorlocker, Hervorlockender, Reizer, Reizender, Berufungskläger, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōvocāre, V., hervorrufen, herausrufen, herrufen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. provozieren, EWD s. u. provozieren, Duden s. u. Provokateur; Son.: vgl. nschw. provokatör, Sb., Provokateur; nnorw. provokatør, M., Provokateur; poln. prowokator, M., Provokateur; lit. provokatorius, M., Provokateur; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen andere zu Handlungen gegen jemanden herausfordernden Menschen (Herausforderer); BM.: vorwärts, sprechen; F.: Provokateur, Provokateurs, Provokateures, Provokateure, Provokateuren+FW(+EW?); Z.: Pro-vok-at-eur
Provokation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Provokation, Herausforderung; ne. provocation; Vw.: -; Hw.: s. provozieren, Provokateur, provokativ; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōvocātio; E.: s. lat. prōvocātio, F., Herausforderung, Berufung, Berufung zum höheren Richter, Aufforderung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōvocāre, V., hervorrufen, herausrufen, herrufen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. provozieren, fehlt DW, EWD s. u. provozieren, Duden s. u. Provokation; Son.: vgl. nndl. provocatie, Sb., Provokation; frz. provocation, F., Provokation; nschw. provokation, Sb., Provokation; nnorw. provokasjon, M., Provokation; poln. prowokacja, F., Provokation; kymr. pryfociad, M., Provokation; lit. provokacija, F., Provokation; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine auf eine Reaktion zielende Herausforderung; BM.: vorwärts, sprechen; F.: Provokation, Provokationen+FW(+EW?); Z.: Pro-vok-at-io-n
provokativ, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. provokativ, provokatorisch, herausfordernd, hervorlockend; ne. provocative; Vw.: -; Hw.: s. provozieren, Provokation, Provokateur; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. prōvocātīvus; E.: s. lat. prōvocātīvus, Adj., herausgelockt, hervorlockend, abführend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. prōvocāre, V., hervorrufen, herausrufen, herrufen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. provozieren, fehlt DW, EWD s. u. provozieren, Duden s. u. provokativ; Son.: vgl. nndl. provocerend, Adj., provokativ; frz. provocant, Adj., provokativ; nschw. provokativ, Adj., provokativ; nnorw. provokativ, Adj., provokativ; lit. provokacinis, Adj., provokativ; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herausfordernd oder hervorlockend; BM.: vorwärts, sprechen; F.: provokativ, provokative, provokatives, provokativem, provokativen, provokativer(, provokativere, provokativeres, provokativerem, provokativeren, provokativerer, provokativst, provokativste, provokativstes, provokativstem, provokativsten, provokativster)+FW(+EW); Z.: pro-vok-at-iv
$provokatorisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. provokatorisch, provokativ, herausfordernd; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. lat. prōvocātōrius, Adj., zu einer Herausforderung gehörig, Herausforderung betreffend; L.: EWD s. u. provozieren; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches herausfordernd oder aufreizend; F.: provokatorisch, provokatorische, provokatorisches, provokatorischem, provokatorischen, provokatorischer(, provokatorischere, provokatorischeres, provokatorischerem, provokatorischeren, provokatorischerer, provokatorischst, provokatorischste, provokatorischstes, provokatorischstem, provokatorischsten, provokatorischster)+FW(+EW); Z.: pro-vok-at-or-isch
provozieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. provozieren, herausfordern; ne. provoke; Vw.: -; Hw.: s. Provokateur, Provokation, provokativ; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. prōvocāre; E.: mnd. prōvocīren, sw. V., provozieren?, Berufung einlegen; lat. prōvocāre, V., hervorrufen, herausrufen, herrufen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. provozieren, EWD s. u. provozieren, DW 13, 2181 (provocieren), Duden s. u. provozieren; Son.: vgl. nndl. provoceren, V., provozieren; frz. provoquer, V., provozieren; nschw. provocera, V., provozieren; nnorw. provosere, V., provozieren; poln. prowokować, V., provozieren; lit. provokuoti, V., provozieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches herausfordern; BM.: vorwärts, sprechen; F.: provozieren, provoziere, provozierst, provoziert, provozierest, provozieret, provozierte, provoziertest, provozierten, provoziertet, ##provoziert, provozierte, provoziertes, provoziertem, provozierten, provozierter##, provozierend, ###provozierend, provozierende, provozierendes, provozierendem, provozierenden, provozierender###, provozier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-voz-ier-en
prozedieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. prozedieren, voranschreiten, nach einer Methode verfahren (V.); ne. proceed; Vw.: -; Hw.: s. Prozedur; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. prōcēdere; E.: s. mhd. procedieren, sw. V., voranschreiten; mnd. prōcēdēren, prōcēdīren, prōcīdēren, sw. V., „prozessieren“, fortfahren, gerichtlich vorgehen in einem Rechtstreit, Prozess führen, rechtliches Verfahren gegen jemanden eingehen; lat. prōcēdere, V., vorwärtsgehen, fortgehen, vorwärtsschreiten, (204-169 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Prozedur, EWD s. u. Prozedur, DW 13, 2154 (procedieren), Duden s. u. prozedieren; Son.: vgl. frz. procéder, V., prozedieren; nnorw. prosedere, V., prozedieren; poln. procedować, V., prozedieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches voranschreiten oder nach einer bestimmten Methode verfahren (V.); BM.: vorwärts, gehen; F.: prozedieren, prozediere, prozedierst, prozediert, prozedierest, prozedieret, prozedierte, prozediertest, prozedierten, prozediertet, ##prozediert, prozedierte, prozediertes, prozediertem, prozedierten, prozedierter##, prozedierend, ###prozedierend, prozedierende, prozedierendes, prozedierendem, prozedierenden, prozedierender###, prozedier (!)+FW(+EW?); Z.: pro-zed-ier-en
Prozedur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Prozedur, Vorgang; ne. procedure; Vw.: -; Hw.: s. prozedieren; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. mnd. prōcēdūre, F., Prozedur, Rechtsgang, Rechtsverfahren; frz. procédure, F., Verfahren, Vorgang; vgl. frz. procéder, V., verfahren (V.); lat. prōcēdere, V., vorwärtsgehen, fortgehen, vorwärtsschreiten, (204-169 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Prozedur, EWD s. u. Prozedur, DW 13, 2155 (Procedur), Duden s. u. Prozedur; Son.: vgl. nndl. procedure, Sb., Prozedur; nschw. procedur, Sb., Prozedur; nnorw. prosedyre, M., Prozedur; poln. procedura, F., Prozedur; lit. procedūra, F., Prozedur; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine manchmal umständliche und für die Betroffenen unangenehme Weise in der etwas durchgeführt wird oder einen Vorgang; BM.: vorwärts, gehen; F.: Prozedur, Prozeduren+FW(+EW?); Z.: Pro-zed-ur
Prozent, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Prozent, Hundertstel, hundertster Teil; ne. percent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. prōcent, N., Prozent (mathematisch), hundertster Teil eines Ganzen, hundertster Teil einer Summe; gebildet von lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?); lat. centum, Num. Kard., hundert; idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Prozent, EWD s. u. Prozent, DW 13, 2155 (Procent), Duden s. u. Prozent; Son.: vgl. nndl. procent, Sb., Prozent; frz. pour-cent, M., Prozent; nschw. procent, Sb., Prozent; nnorw. prosent, M., Prozent; poln. procent, M., Prozent; lit. procentas, M., Prozent; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von dem Menschen in seiner Vorstellung entwickelten hundertsten Teil (Hundertstel) von etwas; BM.: vorwärts, hundert; F.: Prozent, Prozents, Prozentes, Prozente, Prozenten+FW; Z.: Pro-zent
$...prozentig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ...prozentig, in Prozent ausgedrückt, Prozent betreffend, Prozentual; E.: s. Prozent, s. ig; L.: Kluge s. u. Prozent, EWD s. u. Prozent, s. DW 13, 2155 (Procent); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Prozent und ig gebildete Bezeichnung für in Prozent ausgedrückt oder Prozent betreffend; F.: ...prozentig, ...prozentige, ...prozentiges, ...prozentigem, ...prozentigen, ...prozentiger(, ...prozentigere, ...prozentigeres, ...prozentigerem, ...prozentigeren, ...prozentigerer, ...prozentigst, ...prozentigste, ...prozentigstes, ...prozentigstem, ...prozentigsten, ...prozentigster)+FW+EW; Z.: -pro-zent-ig
$prozentual, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. prozentual, in Prozent ausgedrückt, Prozent betreffend; E.: s. Prozent, s. ual; L.: Kluge s. u. Prozent, EWD s. u. Prozent; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Prozent und u und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für in Prozent ausgedrückt oder Prozent betreffend; F.: prozentual, prozentuale, prozentuales, prozentualem, prozentualen, prozentualer+FW+EW?; Z.: pro-zent-u-al
Prozess, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Prozess, Gerichtsverfahren, Vorgang; ne. process (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. process (1), st. M., Prozess, Erlass, Gerichtsentscheidung; mnd. prōces (1), prēces, M., Prozess, Rechtsstreit, Anordnung einer übergeordneten Instanz; lat. prōcessus, M., Vorwärtsrücken, Vorrücken, (81-43 v. Chr.); s. lat. prōcēdere, V., vorwärtsgehen, fortgehen; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Prozess, EWD s. u. Prozess, DW 13, 2155 (Process), Duden s. u. Prozess; Son.: vgl. nndl. proces, Sb., Prozess; frz. procès, M., Prozess; nschw. process, Sb., Prozess; nnorw. prosess, M., Prozess; poln. proces, M., Prozess; kymr. proses, M., F., Prozess; lit. procesas, M., Prozess; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen vor einem Gericht ausgetragenen Rechtsstreit oder für einen sich über eine längere Zeit erstreckenden Entwicklungsvorgang; BM.: vorwärts, gehen; F.: Prozess, Prozesses, Prozesse, Prozessen+FW(+EW?); Z.: Pro-zess
$prozessieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. prozessieren, einen Prozess vor einem Gericht führen; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: Kluge s. u. Prozess, DW 13, 2157 (processieren), EWD s. u. Prozess; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Prozess und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Prozess vor einem Gericht führen; F.: prozessieren, prozessiere, prozessierst, prozessiert, prozessierest, prozessieret, prozessierte, prozessiertest, prozessierten, prozessiertet, ##prozessiert, prozessierte, prozessiertes, prozessiertem, prozessierten, prozessierter##, prozessierend, ###prozessierend, prozessierende, prozessierendes, prozessierendem, prozessierenden, prozessierender###, prozessier (!)+FW(+EW); Z.: pro-zess-ier-en
Prozession, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Prozession, feierlicher Umzug; ne. procession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1220 (Die Nonne von Engeltal); E.: mhd. processiōne, procession, st. F., „Voranschreiten“, Prozession; s. mhd. processīe, processe, process, processje, st. F., Prozession; mnd. prōcessiōn, proessession, F., Prozession, geordneter Umzug einer größeren Zahl von Menschen, Umzug an kirchlichen Festtagen bzw. Feiertagen, Aufzug, Aufstellung; mnd. prōcessie, proceßie, prōcessi, prōcestīge, percessie, F., Prozession, geordneter Umzug einer größeren Zahl von Menschen, Umzug an kirchlichen Festtagen bzw. Feiertagen, Aufzug, Aufstellung; lat. prōcessio, F., Vorrücken, Ausrücken, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. prōcēdere, V., vorwärtsgehen, fortgehen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Prozession, DW 13, 2157 (Procession), EWD s. u. Prozession, Duden s. u. Prozession; Son.: vgl. nndl. processie, Sb., Prozession; frz. procession, F., Prozession; nschw. procession, Sb., Prozession; nnorw. prosesjon, M., Prozession; poln. procesja, F., Prozession; nir. próisisiam, M., Prozession; lit. procesija, F., Prozession; GB.: seit um 1220 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen feierlichen Umzug in dem Christentum; BM.: vorwärts, gehen; F.: Prozession, Prozessionen+FW(+EW); Z.: Pro-zess-io-n
prüde, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. prüde, verklemmt, schamhaft; ne. prudish, prude; Vw.: -; Hw.: s. Prüderie; Q.: 4. Viertel 18. Jh.; E.: s. frz. prude, Adj., zimperlich, verklemmt; vgl. frz. preux, Adj., tapfer, tüchtig; vgl. frz. prud‘homme, M., Ehrenmann; lat. prōdesse, prōesse, V., nützlich sein (V.), nützen, helfen, zuträglich sein (V.), anschlagen, (81-43 v. Chr.); lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. prüde, DW 13, 2181, Duden EWD s. u. prüde, s. u. prüde, Bluhme s. u. pruede; Son.: vgl. nndl. preuts, Adj., prüde; nschw. pryd, Adj., prüde; poln. pruderyjny, Adj., prüde; GB.: seit 4. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in Bezug auf Sexualität verklemmt oder schamhaft oder unfrei und peinlich berührt; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: prüde, prüdes, prüdem, prüden, prüder(, prüdere, prüderes, prüderem, prüderen, prüderer, prüdest, prüdeste, prüdestes, prüdestem, prüdesten, prüdester)+FW(+EW?); Z.: pr-ü-d-e
$Prudel, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Prudel, Suhle; E.: s. prudeln; L.: Kluge s. u. prudeln, DW 13, 2181; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit prudeln verbindbare Bezeichnung für Suhle; F.: Prudel, Prudels, Prudeln+EW; Z.: Pru-d-el
$prudelig, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. prudelig, suhlig; E.: s. prudel(n), ig; L.: Kluge s. u. prudeln, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit prudeln verbindbare Bezeichnung für suhlig; F.: prudelig, prudelige, prudeliges, prudeligem, prudeligen, prudeliger(, prudeligere, prudeligeres, prudeligerem, prudeligeren, prudeligerer, prudeligst, prudeligste, prudeligstes, prudeligstem, prudeligsten, prudeligster)+EW; Z.: pru-d-el-ig
prudeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. prudeln, suhlen, pfuschen; ne. wallow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Nebenform von brodeln (s. d.); L.: Kluge s. u. prudeln, DW 13, 2181, Duden s. u. prudeln; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches suhlen; BM.: sich heftig bewegen; F.: prudeln (!), prudel (!), prudle (!), prudele, prudelst, prudelt, prudelte, prudeltest, prudelten, prudeltet, geprudelt, ##geprudelt, geprudelte, geprudeltes, geprudeltem, geprudelten, geprudelter##, prudelnd, ###prudelnd, prudelnde, prudelndes, prudelndem, prudelnden, prudelnder###, prudel (!)+EW; Z.: pru-d-el-n
Prüderie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Prüderie, Schamhaftigkeit, Verklemmtheit; ne. prudery; Vw.: -; Hw.: s. prüde; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. pruderie; E.: s. frz. pruderie, F., Prüderie; s. frz. prude, Adj., zimperlich, verklemmt; vgl. frz. preux, Adj., tapfer, tüchtig; lat. prōdesse, prōesse, V., nützlich sein (V.), nützen, helfen, zuträglich sein (V.), anschlagen, vorhanden sein (V.), zufallen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. prüde, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. preutsheid, Sb., Prüderie; nschw. prydhet, Sb., Prüderie; poln. pruderia, F., Prüderie; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verklemmtheit oder Schamhaftigkeit in Bezug auf Sexualität; BM.: vorwärts, sein (V.); F.: Prüderie, Prüderien+FW+EW; Z.: Pr-ü-d-er-ie
prüfen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. prüfen, untersuchen, erkunden; ne. examine, prove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: mhd. prüeven (1), prüefen, brüeven, brüefen, sw. V., nachdenken, erwägen, prüfen, erkennen, beweisen, erweisen, dartun; afrz. prover, V., prüfen; lat. probāre, V., anerkennen, prüfen, billigen, (81-43 v. Chr.); lat. probus, Adj., gut, tüchtig; idg. *prₑmo-, Adj., vordere, erste, Pokorny 814; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. prüfen, Kluge s. u. prüfen, DW 13, 2182, EWD s. u. prüfen, Duden s. u. prüfen, Bluhme s. u. pruefen; Son.: vgl. nndl. proeven, V., prüfen; frz. prouver, V., beweisen; nschw. prova, V., probieren; nnorw. prøve, V., prüfen; poln. próbować, V., prüfen; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches untersuchen oder erkunden; BM.: vorwärts; F.: prüfen, prüfe, prüfst, prüft, prüfest, prüfet, prüfte, prüftest, prüften, prüftet, geprüft, ##geprüft, geprüfte, geprüftes, geprüftem, geprüften, geprüfter##, prüfend, ###prüfend, prüfende, prüfendes, prüfendem, prüfenden, prüfender###, prüf (!)+FW; Z.: prü-f-en
$Prüfer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prüfer, Prüfender, Untersuchender; E.: s. prüf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. prüfen, EWD s. u. prüfen; GB.: (prüevære) seit um 1210 belegte und aus prüf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Prüfenden oder Untersuchenden; F.: Prüfer, Prüfers, Prüfern+FW+EW; Z.: Prü-f-er
$Prüfling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Prüfling; E.: s. prüf(en), s. ling; L.: EWD s. u. prüfen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus prüf(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen zu prüfenden oder zu untersuchenden Menschen; F.: Prüfling, Prüflings, Prüflinge, Prüflingen+FW+EW; Z.: Prü-f—ling
$Prüfstein, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Prüfstein; E.: s. prüf(en), s. Stein; L.: DW 13, 2186, EWD s. u. prüfen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus prüf(en) und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Stein für die Prüfung der Zusammensetzung und des Reinheitsgrads von Edelmetallen; F.: Prüfstein, Prüfsteins, Prüfsteines, Prüfsteine, Prüfsteinen+FW+EW; Z.: Prü-f—stei-n
$Prüfung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Prüfung; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. prüf(en), s. ung; L.: EWD s. u. prüfen, DW 13, 2186; GB.: seit um 1230 belegte und aus prüf(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Untersuchung; F.: Prüfung, Prüfungen+FW+EW; Z.: Prü-f-ung
Prügel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Prügel, Stock zu dem Schlagen, Knüppel; ne. cudgel (N.), club (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1250 (das buoch von dem übeln wībe); E.: s. mhd. brügel, prügel, st. M., Prügel, Knüttel, Keule; von einem germ. *bruga-, Sb., Stämmchen, Prügel; vgl. idg. *bʰrū- (2), *bʰrēu-, Sb., Balken, Prügel, Brücke, Pokorny 173 (291/124) (RB. idg. aus kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Prügel, Kluge s. u. Prügel, DW 13, 2188, EWD s. u. Prügel, Duden s. u. Prügel, Bluhme s. u. Pruegel; Son.: vgl. ? lit. brūklỹs, Sb., Stock, Prügel; GB.: seit um 1250 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Stock zu dem Schlagen; BM.: Balken?; F.: Prügel, Prügels, Prügeln+EW; Z.: Prüg-el
$Prügelknabe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Prügelknabe, Prügeljunge; E.: s. prügel(n), s. Knabe; L.: Kluge s. u. Prügelknabe, DW 13, 2190, EWD s. u. Prügel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus prügel(n) und Knabe gebildete Bezeichnung für einen Knaben aus einfachen Verhältnissen der die als Strafe für einen adeligen Täter bestimmten Prügel aushalten musste; F.: Prügelknabe, Prügelknaben+EW; Z.: Prüg-el—kna-b-e
$prügeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. prügeln; E.: s. Prügel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 2191, EWD s. u. Prügel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Prügel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Prügel oder einem Stock schlagen; F.: prügeln, prügel (!), prügle, prügele, prügelst, prügelt, prügelte, prügeltest, prügelten, prügeltet, geprügelt, ##geprügelt, geprügelte, geprügeltes, geprügeltem, geprügelten, geprügelter##, prügelnd, ###prügelnd, prügelnde, prügelndes, prügelndem, prügelnden, prügelnder###, prügel (!)+EW; Z.: prüg-el-n
Prunk, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Prunk, Pracht, bewusst gezeigter Reichtum; ne. splendour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. brunke, sw. M., Prunk, Prangen; mnd. pronc, Sb., Prunk; mnl. bronc, Sb., Prunk; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Prunk, Kluge s. u. Prunk, DW 13, 2192, EWD s. u. Prunk, Duden s. u. Prunk, Bluhme s. u. Prunk; Son.: vgl. nndl. pronk, Sb., Prunk; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche auf Wirkung bedachte und als übermäßig empfundene Pracht oder einen bewusst gezeigten Reichtum; BM.: ?; F.: Prunk, Prunkes, Prunks+FW?+EW?; Z.: Prunk
$prunken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. prunken; E.: s. Prunk, s. en; L.: Kluge s. u. Prunk, DW 13, 2193, EWD s. u. Prunk; GB.: wohl seit 17. Jh. belegte und aus Prunk und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Prunk oder Pracht zeigen; F.: prunken, prunke, prunkst, prunkt, prunkest, prunket, prunkte, prunktest, prunkten, prunktet, geprunkt, ##geprunkt, geprunkte, geprunktes, geprunktem, geprunkten, geprunkter##, prunkend, ###prunkend, prunkende, prunkendes, prunkendem, prunkenden, prunkender###, prunk (!)+FW?+EW?; Z.: prunk-en
prusten, nhd., sw. V., (12./13. Jh.): nhd. prusten, schnauben, Atemluft heftig ausstoßen; ne. snort (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12./13. Jh. (Glosse); E.: mhd. prūsten, sw. V., prusten, niesen; mnd. prūsten (1), sw. V., „prusten“, schnaufen, schnauben, niesen; mnl. proesten, pruusten, sw. V., niesen, schnauben, fauchen; ahd. prūsten*, sw. V. (1a), sich tierisch benehmen, prusten, heftig niesen; as. -; anfrk. -; germ. *prus-, sw. V., schnauben; schallnachahmend?; L.: Kluge s. u. prusten, EWD s. u. prusten, DW 13, 2197, EWAhd 6, 1573, Falk/Torp 221, Duden s. u. prusten, Bluhme s. u. prusten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schnauben oder Atemluft mit einem Geräusch des Schnaubens oder Sprudelns heftig ausstoßen; BM.: lautmalend; F.: prusten, pruste, prustest, prustet, prustete, prustetest, prusteten, prustetet, geprustet, ##geprustet, geprustete, geprustetes, geprustetem, geprusteten, geprusteter##, prustend, ###prustend, prustende, prustendes, prustendem, prustenden, prustender###, prust (!)+EW; Z.: prus-t-en
Psalm, Salm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Psalm, Gebet aus dem Buch der Psalmen des Alten Testaments der Bibel; ne. psalm; Vw.: -; Hw.: s. Psalmist, psalmodieren, Psalter; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. mhd. psalme, sw. M., Psalm; mhd. salm, st. M., Psalm, die sieben Bußpsalmen, zweiter Teil einer kanonischen Hore; mhd. salme (2), sw. M., Salm (M.) (2), Psalm, die sieben Bußpsalmen, zweiter Teil einer kanonischen Hore; mnd. psalm, psalme, M., Psalm, alttestamentliches Lied; mnl. psalm, salm, M., Psalm, Loblied; ahd. psalm*, salm*, st. M. (a?, i?), Psalm, Lobgesang; ahd. psalmo*, salmo, sw. M. (n), Psalm, Lobgesang; as. salm?, st. M. (a?, i?), Psalm; anfrk. salm, st. M. (a), Psalm; germ. *psalmo, M., Psalm; lat. psalmus, M., Psalm, (um 160-220 n. Chr.); gr. ψαλμός (psalmós), M., Zupfen der Bogensehne, Zupfen der Saiten, Saitenspiel; vgl. gr. ψάλλειν (psállein), V., eine Saite mit den Fingern zupfen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Psalm, DW 13, 2198, EWD s. u. Psalm, EWAhd 6, 1577, Duden s. u. Psalm; Son.: vgl. afries. -; ae. sealm, M., Psalm; an. psalmr, salmr, st. M. (a), Psalm; got. psalmō, sw. F. (n)?, st. F. (ō)?, Psalm; nndl. psalm, Sb., Psalm; frz. psaume, M., Psalm; nschw. psalm, Sb., Psalm; nnorw. salme, M., Psalm; poln. psalm, M., Psalm; kymr. salm, F., Psalm; air. salm, M., Psalm; nir. psalm, M., Psalm; lat. psalmė, F., Psalm; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eines der in dem Alten Testament der Bibel gesammelten religiösen Lieder des jüdischen Volkes; BM.: Saitenspiel; F.: Psalm, Psalms, Psalmes, Psalme, Psalmen, Salm, Salms, Salmes, Salme, Salmen+FW(+EW?); Z.: Psal-m
Psalmist, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Psalmist, Psalmenverfasser; ne. psalmist; Vw.: -; Hw.: s. Psalm, psalmodieren, Psalter; Q.: vor 1312 (Apokalpyse von Heinrich von Hesler); E.: mhd. psalmiste, sw. M., Psalmist; mnd. psalmiste, M., Psalmist, Verfasser von Psalmen, Psalmendichter; lat. psalmista, M., Psalmist, (um 340-397 n. Chr.); gr. ψαλμιστής (psalmistḗs), M., Psalmendichter, Psalmensänger; vgl. gr. ψαλμός (psalmós), M., Zupfen der Bogensehne, Zupfen der Saiten, Saitenspiel; vgl. gr. ψάλλειν (psallein), V., eine Saite mit den Fingern zupfen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Psalm, DW 13, 2199, Duden s. u. Psalmist; Son.: vgl. nndl. psalmiste, M., Psalmist; nnorw. salmist, M., Psalmist; poln. psalmista, M., Psalmist; kymr. salmydd, M., Psalmist; nir. salmaire, M., Psalmist; GB.: seit vor 1312 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für den Verfasser eines Psalmes; BM.: Saitenspiel; F.: Psalmist, Psalmisten+FW(+EW?); Z.: Psal-m-ist
psalmodieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. psalmodieren, in der Art der Psalmodie singen, in der Art einer Rezitation singen; ne. chant (V.), intone; Vw.: -; Hw.: s. Psalm, Psalmist; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. mlat. psalmōdiāre; E.: s. mlat. psalmōdiāre, V., Psalmen singen; vgl. lat. psalmodia, F., Singen von Psalmen; gr. ψαλμηδία (psalmēdía), F., Singen von Psalmen; vgl. gr. ψαλμός (psalmós), M., Zupfen der Bogensehne, Zupfen der Saiten, Saitenspiel; vgl. gr. ψάλλειν (psállein), V., eine Saite mit den Fingern zupfen; weitere Herkunft unklar; gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen, besingen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Psalm, fehlt DW, Duden s. u. psalmodieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und teils in der weiteren Herkunft unklare und teils mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für in der Art einer Rezitation singen; BM.: Saitenspiel, singen; F.: psalmodieren, psalmodiere (!), psalmodierst, psalmodiert, psalmodierest, psalmodieret, psalmodierte, psalmodiertest, psalmodierten, psalmodiertet, ##psalmodiert, psalmodierte, psalmodiertes, psalmodiertem, psalmodierten, psalmodierter##, psalmodierend, ###psalmodierend, psalmodierende, psalmodierendes, psalmodierendem, psalmodierenden, psalmodierender###, psalmodier (!)+FW(+EW); Z.: psal-m-od-ier-en
Psalter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Psalter, Psalmenbuch, eine Zither; ne. psalter, psaltery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. psalter, st. M., Psalmbuch; mhd. salter, saltāre, selter, st. M., Psalmbuch, Psalm, Psalter, Psalmenbuch; mnd. psalter, M., Psalter, ein Saiteninstrument, Buch der Psalmen im Alten Testament, Schriftwerk, Buch das den Psalter beinhaltet, Psalmengesang; mnd. salter (1), solter, M., N., Psalter, Buch der Psalmen als Teil der Bibel, Psalmenbuch, Messbuch, einzelner Psalm, bestimmte Gebetsübung; mnl. psalter, pselter, selter, M., N., Psalter, Buch der Psalmen; ahd. psalteri*, saltāri, psaltāri*, st. M. (ja), Psalter; as. -; anfrk. psaltare, N. Psalter, Harfe; germ. *psalteri-, M., Psalter; lat. psaltērium, N., Psalter, (81-43 v. Chr.); gr. ψαλτήριον (psaltḗrion), N., Saiteninstrument; vgl. gr. ψάλλειν (psállein), V., eine Saite mit den Fingern zupfen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Psalter, DW 13, 2199, EWD s. u. Psalter, EWAhd 6, 1581, Duden s. u. Psalter; Son.: vgl. afries. salter, M., N., Psalteium; ae. saltere, sealtere, st. M. (ja?), Psalter; an. saltari, sw. M. (n), Psalter; nndl. psalter, Sb., Psalter; frz. psautier, M., Psalter; nschw. psaltare, Sb., Psalter; nir. saltari, M., Psalter; poln. psałterz, M., Psalter; kymr. sallwyr, M., Psalter; nir. slatair, F., Psalter; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift geschaffenes liturgisches Textbuch des Judentums und Christentums mit Psalmen und für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete trapezförmige oder dreieckige Zither ohne Griffbrett; BM.: Saitenspiel; F.: Psalter, Psalters, Psaltern+FW; Z.: Psal-t-er
pseud..., nhd., Adj., Partikel: nhd. pseud...; Vw.: s. pseudo...
pseudo…, pseud..., nhd., Adj., Partikel, (17. Jh.?): nhd. pseudo..., unecht, vorgetäuscht; ne. pseudo…; Vw.: s. -krupp, -nym; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. gr. ψεῦδος (pseudos), N., Lüge, Unwahrheit, Täuschung, Betrug; vgl. gr. ψεύδειν (pseúdein), V., zur Lüge machen, Lügen strafen, täuschen; weitere Herkunft unklar, vielleicht lautnachahmend; L.: Kluge s. u. pseudo-, fehlt DW, EWD s. u. pseudo-, Duden s. u. pseudo-; Son.: s. Pseudowissenschaft; vgl. nndl. pseudo…, Präf., pseudo…; frz. pseudo…, Präf., pseudo…; nschw. pseudo…, Präf., pseudo…; nnorw. pseudo…, Präf., pseudo…; poln. pseudo…, Präf., pseudo…; lit. pseudo…, Präf., pseudo…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht lautmalend gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für unecht oder vorgetäuscht; BM.: täuschen; F.: pseudo..., pseud...+FW; Z.: pseud-o-
Pseudokrupp, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pseudokrupp, Krupp; ne. pseudocroup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ψεῦδος (pseudos), N., Lüge, Unwahrheit, Täuschung, Betrug; vgl. gr. ψεύδειν (pseúdein), V., zur Lüge machen, Lügen strafen, täuschen; weitere Herkunft unklar, vielleicht lautnachahmend; ne. (dial.) croup, N., Heiserkeit, Krupp; vgl. ne. croup, V., krächzen; über Mittelenglisch von frz. croupe, V., krächzen?; aus einer germanischen Sprache; L.: Duden s. u. Pseudokrupp, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. pseudokroep, Sb., Pseudokrupp; nnorw. pseudokrupp, M., Pseudokrupp; poln. pseudokrup, M., Pseudokrupp; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus pseudo und Krupp gebildete Bezeichnung für eine vor allem bei Kindern auftretende mit einer Entzündung und Schwellung der Kehlkopfschleimhaut und Atemnot einhergehende und von der in Europa wegen der Impfungen kaum noch entstehenden Diphtherie (Krupp) durch das Bestimmungswort Pseudo unterschiedene Krankheit; BM.: täuschen, heiser; F.: Pseudokrupp, Pseudokrupps+FW; Z.: Pseud-o-krupp
Pseudonym, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Pseudonym, angenommener Name, Deckname, Tarnname; ne. pseudonym; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. ψευδόνυμος (pseudónymos); E.: zunächst in einer lateinisiserten Form pseudonymus entlehnt aus gr. ψευδόνυμος (pseudónymos), Adj., mit falschem Namen seiend; gr. ψεῦδος (pseudos), N., Lüge, Unwahrheit, Täuschung, Betrug; vgl. gr. ψεύδειν (pseúdein), V., zur Lüge machen, Lügen strafen, täuschen; weitere Herkunft unklar, vielleicht lautnachahmend; gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pseudonym, fehlt DW, EWD s. u. Pseudonym, Duden s. u. Pseudonym; Son.: vgl. nndl. pseudoniem, Sb., Pseudonym; frz. pseudonyme, M., Pseudonym; nschw. pseudonym, Sb., Pseudonym; nnorw. pseudonym, N., Pseudonym; poln. pseudonim, M., Pseudonym; lit. pseudonimas, M., Pseudonym; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem (latinisierten) Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aus unterschiedlichen Gründen zwecks Verbergung des eigenen Namens frei angenommenen (oder auch gegebenen) Namen oder Decknamen oder Tarnnamen vor allem von Schriftstellern wie beispielsweise Homer oder Marquis de Sade oder Charlotte Brontë oder Karl May (für Carl Friedrich May) oder Erich Kästner (für Emil Erich Kästner); BM.: täuschen, Name; F.: Pseudonym, Pseudonyms, Pseudonymes, Pseudonyme, Pseudonymen+FW(+EW); Z.: Pseud-o-nym
Psi, nhd., N.: nhd. Psi, dreiundzwanzigstes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. psi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. gr. ψεῖ (psei); E.: s. gr. ψεῖ (psei), ψῖ (psi), N., Psi; aus dem Semit?; L.: Duden s. u. Psi; Son.: nndl. psi, Sb., Psi; frz. psi, M., Psi; nschw. psi, psei, N., Psi; nnorw. psi, M., Psi; kymr. psi, F., Psi; nir. sí, M.?, Psi; poln. psi, F.?, Psi; lit. psi, Sb., Psi; GB.: aus dem Semitischen und Griechischen des Altertums vielleicht seit dem Frühmittelalter aufgenommene Bezeichnung für den dreiundzwanzigsten Buchstaben des griechischen Alphabets der deutsch als ps (um)geschrieben wird; BM.: ?; F.: Psi, Psis+FW; Z.: Psi
pst, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. pst!, leise!; ne. shush, psst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Lautgebärde; L.: Kluge s. u. pst, DW 13, 2182, Duden s. u. pst; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung um Leisesein oder Schweigen zu befehlen; BM.: lautmalend; F.: pst+EW; Z.: pst
Psyche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Psyche, Seelenleben, Gemüt, Gesamtheit des menschlichen Fühlens und Empfindens und Denkens; ne. psyche; Vw.: s. -delisch; Hw.: s. psychisch, Psychiater, Psychologie, Psychopath, Psychose; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Psyche, EWD s. u. Psyche, Duden s. u. Psyche; Son.: vgl. nndl. psyche, Sb., Psyche; frz. psyché, F., Psyche; nschw. psyke, Sb., Psyche; nnorw. psyke, M., Psyche; poln. psychika, F., Psyche; kymr. seice, M., Psyche; nir. sícé, F., Psyche; lit. psichika, F., Psyche; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit des unsichtbaren menschlichen Fühlens und Empfindens und Denkens in Gegensatz zu dem sichtbaren Körper oder Leib; BM.: hauchen; F.: Psyche, Psychen+FW; Z.: Psy-ch-e
psychedelisch, psychodelisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. psychedelisch, das Bewusstsein und die Wahrnehmung verändernd; ne. psychedelic; Vw.: -; Hw.: s. Psyche; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. psychedelic; E.: s. ne. psychedelic, Adj., psychedelisch; gebildet zu gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); gr. δηλοῦν (dēlun), V., offenbaren, kundtun, zeigen, klar machen; vgl. δῆλος (dēlos), Adj., leuchtend, einleuchtend, klar, ersichtlich, offensichtlich; idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. psychedelisch, fehlt DW, Duden s. u. psychedelisch; Son.: vgl. nndl. psychedelisch, Adj., psychedelisch; frz. psychédélique, Adj., psychedelisch; nschw. psykedelisk, Adj., psychedelisch; nnorw. psykedelisk, Adj., psychedelisch; poln. psychodeliczny, Adj., psychedelisch; kymr. seicedelig, Adj., psychedelisch; GB.: seit 20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar in den Bestandteilen aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch Rauschmittel das Bewusstsein und die Wahrnehmung verändernd; BM.: hauchen; F.: psychedelisch, psychedelische, psychedelisches, psychedelischem, psychedelischen, psychedelischer(, psychedelischere, psychedelischeres, psychedelischerem, psychedelischeren, psychedelischerer, psychedelischst, psychedelischste, psychedelischstes, psychedelischstem, psychedelischsten, psychedelischster, psychodelisch, psychodelische, psychodelisches, psychodelischem, psychodelischen, psychodelischer, psychodelischere, psychodelischeres, psychodelischerem, psychodelischeren, psychodelischerer, psychodelischst, psychodelischste, psychodelischstes, psychodelischstem, psychodelischsten, psychodelischster)+FW+EW; Z.: psy-ch-e-del-isch
Psychiater, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Psychiater, Nervenarzt; ne. psychiatrist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); gr. ιᾶτρός (iātrós), M., Arzt; vgl. idg. *eis- (1), V., bewegen, antreiben, schleudern, Pokorny 299? (442/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Psychiater, fehlt DW, EWD s. u. Psyche, Duden s. u. Psychiater; Son.: vgl. nndl. psychiater, Sb., Psychiater; frz. psychiatre, M., Psychiater; nschw. psykiater, Sb., Psychiater; nnorw. psykiater, M., Psychiater; poln. psychiatra, M., Psychiater; kymr. seiciatrydd, M., Psychiater; nir. síciatraí, M., Psychiater; lit. psichiatras, M., Psychiater; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Aufklärung entwickelten Nervenarzt oder Facharzt für Geisteskrankheiten oder Nervenkrankheiten; BM.: hauchen; F.: Psychiater, Psychiaters, Psychiatern+FW(+EW?); Z.: Psy-ch-iat-er
$Psychiatrie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Psychiatrie, Fachwissenschaft für Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten; E.: s. Psychiat(er), s. ie (Suff.); L.: Kluge s. u. Psychiater, fehlt DW, EWD s. u. Psyche; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit der Aufklärung entwickelte Fachwissenschaft für Nervenkrankheiten und Geisteskrankheiten; F.: Psychiatrie, Psychiatrien+FW(+EW?); Z.: Psy-ch-iat-r-ie
$psychiatrisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. psychiatrisch, Psychiater und Psychiatrie betreffend; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Psychiatr(ie), s. isch; L.: EWD s. u. Psyche; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Psychiatr(ie) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Psychiatrie und Psychiater betreffend; F.: psychiatrisch, psychiatrische, psychiatrisches, psychiatrischem, psychiatrischen, psychiatrischer+FW(+EW); Z.: psy-ch-iat-r-isch
psychisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. psychisch, seelisch; ne. psychic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Psyche; Q.: um 1800; I.: Lw. gr. ψυχικός (psychikós); E.: s. gr. ψυχικός (psychikós), Adj., lebendig, sinnlich, seelisch; vgl. gr. ψυχή (psychḗ), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Psyche, fehlt DW, EWD s. u. Psyche, Duden s. u. psychisch; Son.: vgl. nndl. psychisch, Adj., psychisch; frz. psychique, Adj., psychisch; nschw. psykisk, Adj., psychisch; nnorw. psykisk, Adj., psychisch; poln. psychiczny, Adj., psychisch; nir. sícecah, Adj., psychisch; lit. psichinis, Adj., psychisch; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit des menschlichen Fühlens und Empfindens und Denkens betreffend in Gegensatz zu körperlich; BM.: hauchen; F.: psychisch, psychische, psychisches, psychischem, psychischen, psychischer+FW(+EW); Z.: psy-ch-isch
psychodelisch, nhd., Adj.: nhd. psychodelisch; Vw.: s. psychedelisch
$Psychologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Psychologe; E.: s. Psycholog(ie), s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. Psychologie, fehlt DW, EWD s. u. Psyche; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Psychologie verbindbare Bezeichnung für einen mit dem Erleben und Verhalten sowie Bewusstsein von Menschen befassten und seelische Störungen wie Depressionen oder Psychosen oder Essstörungen behandelnden Wissenschaftler; F.: Psychologe, Psychologen+FW(+EW); Z.: Psy-ch-o-log-e
Psychologie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Psychologie, Seelenkunde, Menschenkenntnis; ne. psychology; Vw.: -; Hw.: s. Psyche; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Psychologie, fehlt DW, EWD s. u. Psyche, Duden s. u. Psychologie; Son.: vgl. nndl. psychologie, Sb., Psychologie; frz. psychologie, F., Psychologie; nschw. psykologi, Sb., Psychologie; nnorw. psykologi, M., Psychologie; poln. psychologia, F., Psychologie; kymr. seicoleg, F., Psychologie; nir. síceolaíocht, F., Psychologie; lit. psichologija, F., Psychologie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit der Aufklärung entwickelte Wissenschaft von den bewussten und unbewussten psychischen Vorgängen (Seelenkunde) und von dem Erleben und Verhalten des Menschen; BM.: hauchen, sammeln; F.: Psychologie, Psychologien+FW(+EW); Z.: Psy-ch-o-log-ie
$psychologisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. psychologisch; L.: Kluge s. u. Psychologie, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Psycholog(e) und isch gebildete Bezeichnung für Psychologen und Psychologie betreffend; F.: psychologisch, psychologische, psychologisches, psychologischem, psychologischen, psychologischer(, psychologischere, psychologischeres, psychologischerem, psychologischeren, psychologischerer, psychologischst, psychologischste, psychologischstes, psychologischstem, psychologischsten, psychologischster)+FW+EW; Z.: psy-ch-o-log-isch
Psychopath, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Psychopath, verhaltensgestörter Mensch, Geistesgestörter; ne. psychopath; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); gr, πάθος (páthos), M., Gemütsbewegung; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Psychopath, fehlt DW, Duden s. u. Psychopath; Son.: vgl. nndl. psychopaat, Sb., Psychopath; frz. psychopathe, M., Psychopath; nschw. psykopat, Sb., Psychopath; nnorw. psykopat, M., Psychopath; poln. psychopata, M., Psychopath; kymr. seicopath, M., Psychopath; lit. psichopatas, M., Psychopath; GB.: seit dem 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und vor allem seit dem 19. Jh. möglichen krankhaft verhaltensgestörten oder geistesgestörten Menschen; BM.: hauchen, leiden; F.: Psychopath, Psychopathen+FW; Z.: Psy-ch-o-path
$psychopathisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. psychopathisch; E.: s. Psychopath, s. isch; L.: Kluge s. u. Psychopath, fehlt DW, EWD s. u. Psyche; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Psychopath und isch gebildete Bezeichnung für Psychopathen betreffend; F.: psychopathisch, psychopathische, psychopathisches, psychopathischem, psychopathischen, psychopathischer(, psychopathischere, psychopathischeres, psychopathischerem, psychopathischeren, psychopathischerer, psychopathischst, psychopathischste, psychopathischstes, psychopathischstem, psychopathischsten, psychopathischster)+FW+EW; Z.: psy-ch-o-path-isch
Psychose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Psychose, schwere geistig-seelische Störung; ne. psychosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. gr. ψύχωσις (psýchōsis); E.: s. gr. ψύχωσις (psýchōsis), F., Beseelung; vgl. gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge s. u. Psychose, fehlt DW, EWD s. u. Psyche, Duden s. u. Psychose; Son.: vgl. nndl. psychose, Sb., Psychose; frz. psychose, F., Psychose; nschw. psykos, Sb., Psychose; nnorw. psykose, M., Psychose; poln. psychoza, F., Psychose; kymr. seicosis, M., Psychose; nir. síceois, F., Psychose; lit. psichozė, F., Psychose; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche schwere geistig-seelische Störung eines Lebewesens meist mit Wahnvorstellungen; BM.: hauchen; F.: Psychose, Psychosen+FW; Z.: Psy-ch-os-e
psychosomatisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. psychosomatisch, auf psychisch-körperlichen Wechselwirkungen beruhend; ne. psychosomatic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bindung; gr. ψυχή (psychḗ) (1), F., Hauch, Atem, Denkvermögen, Gemüt, Seele, Leben, Herz; vgl. idg. *bʰes- (2), V., hauchen, blasen, Pokorny 146 (231/64) (RB. idg. aus ind., gr.); gr. σωματικός (sōmatikós), Adj., körperlich, leiblich, körperartig, sinnlich; gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. psychosomatisch; Son.: vgl. nndl. psychosomatisch, Adj., psychosomatisch; frz. psychosomatique, Adj., psychosomatisch; nschw. psykosomatisk, Adj., psychosomatisch; nnorw. psykosomatisk, Adj., psychosomatisch; kymr. seicosomatig, Adj., psychosomatisch; poln. psychosomatyczny, Adj., psychosomatisch; lit. psichosomatinis, Adj., psychosomatisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seelisch-körperliche Wechselwirkungen wie Angststörungen oder Depressionen oder Essstörungen betreffend; BM.: hauchen, schwellen; F.: psychosomatisch, psychosomatische, psychosomatisches, psychosomatischem, psychosomatischen, psychosomatischer+FW+EW; Z.: psy-ch-o—so-m-at-isch
$Psychotherapie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Psychotherapie, Behandlung von Störungen des Menschen mit psychologischen Mitteln; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. psycho, s. Therapie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Psyche; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit wissenschaftlich entwickelte Behandlung seelischer oder körperlicher Störungen des Menschen mit psychologischen Mitteln; F.: Psychotherapie, Psychotherapien+FW; Z.: Psy-ch-o—therap-ie
$pubertär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. pubertär, Pubertät betreffend; E.: s. Pubertät; L.: Kluge s. u. Pubertät, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit Pubertät verbindbare Bezeichnung für Pubertät betreffend; F.: pubertär, pubertäre, pubertäres, pubertärem, pubertären, pubertärer(, pubertärere, pubertäreres, pubertärerem, pubertäreren, pubertärerer, pubertärst, pubertärste, pubertärstes, pubertärstem, pubertärsten, pubertärster)+FW; Z.: pu-b-ert-är
Pubertät, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pubertät, Geschlechtsreife, eine Entwicklungszeit; ne. puberty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. pūbertās; E.: s. lat. pubertās, F., Geschlechtsreife, Mannbarkeit, Manneskraft, Zeugungskraft, Mannheit, mannbare Jugend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pūbēs, Adj., mannbar, männlich, erwachsen (Adj.), mündig; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von lat. puer (1), M., Kind, Knabe, junger Mensch, Unmündiger; vgl. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pubertät, fehlt DW, EWD s. u. Pubertät, Duden s. u. Pubertät; Son.: vgl. nndl. puberteit, Sb., Pubertät; frz. puberté, F., Pubertät; nschw. pubertet, Sb., Pubertät; nnorw. pubertet, M., Pubertät; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die bei jugendlichen Menschen zu der Geschlechtsreife führende Entwicklungszeit zwischen etwa dem 8. und etwa dem 14. Lebensjahr des Menschen; BM.: mannbar; F.: Pubertät+FW; Z.: Pu-b-er-t-ät
$Public Relations, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.): nhd. Public Relations; E.: s. publik; L.: Kluge s. u. publik, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel die Wirkungen schädlicher Gegebenheiten eines Menschen oder Unternehmens möglichst zu begrenzen und die Wirkungen günstiger Gegebenheiten möglichst zu vermehren; F.: Public Relations+FW; Z.: Pu-bli-c Re-lat-io-n-s
$Publicity, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Publicity, Bekanntheit; E.: s. publik; L.: Kluge s. u. publik, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit publik verbindbare Bezeichnung für die von vielen Menschen vor allem in der Gegenwart durch Werbung angestrebte vermehrte Bekanntheit hauptsächlich zwecks Erzielung höherer Einkünfte; F.: Publicity+FW; Z.: Pu-bli-c-it-y
publik, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. publik, öffentlich, allgemein, allgemein bekannt; ne. public (Adj.); Vw.: s. Re-; Hw.: s. Publikation, Publikum, publizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. pūblicus; E.: s. mnd. pūblik, Adj., publik, öffentlich, offiziell bestellt; lat. pūblicus, Adj., zum Volk gehörig, öffentlich, zum Staat gehörig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. populus, lat., M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft, Freistaat, Gebiet, Gau, Kanton, Menge, Schar (F.) (1); lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. publik, DW 13, 2201 (public), EWD s. u. publizieren, Duden s. u. publik; Son.: vgl. nndl. publiek, Adj., publik; frz. public, Adj., publik; nschw. publik, Adj., publik; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für öffentlich oder allgemein oder allgemein bekannt; BM.: gießen; F.: publik, publike, publikes, publikem, publiken, publiker +FW(+EW?); Z.: pu-pli-k
Publikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Publikation, Veröffentlichung; ne. publication; Vw.: -; Hw.: s. publik, Publikum, publizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. pūblicātio; E.: s. mnd. pūblicātiōn, F., „Publikation“, öffentliche Verlesung, Bekanntmachung, Veröffentlichung; lat. pūblicātio, F., Einziehung in die Staatskasse, Konfiskation, Veröffentlichung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pūblicāre, V., zum Staatseigentum machen, einziehen, konfiszieren; lat. pūblicus, Adj., zum Volk gehörig, öffentlich, zum Staat gehörig; lat. populus, lat., M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft, Freistaat, Gebiet, Gau, Kanton, Menge, Schar (F.) (1); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. publik, fehlt DW, EWD s. u. publizieren, Duden s. u. Publikation; Son.: vgl. nndl. publicatie, Sb., Publikation; frz. publication, F., Publikation; nschw. publikation, Sb., Publikation; nnorw. publikasjon, M., Publikation; poln. publikacja, F., Publikation; lit. publikacija, F., Publikation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums wohl unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Veröffentlichung eines von einem Menschen verfassten Werkes oder Gedankens; BM.: gießen; F.: Publikation, Publikationen+FW(+EW?); Z.: Pu-bli-k-at-io-n
Publikum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Publikum, Zuschauer oder Zuhörer, Allgemeinheit; ne. public (N.), audience; Vw.: -; Hw.: s. publik, Publikation, publizieren; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. pūblicum; E.: s. lat. pūblicum, N., Öffentliches, Staatseigentum, Staatskasse, Öffentlichkeit, öffentlicher Platz, öffentliche Straße öffentliche Hinterlegungsstelle, (um 250-184 v. Chr.); lat. pūblicus, Adj., zu dem Volk gehörig, öffentlich, zu dem Staat gehörig; s. lat. populus, lat., M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft, Freistaat, Gebiet, Gau, Kanton, Menge, Schar (F.) (1); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. publik, DW 13, 2201 (Publicum), EWD s. u. publizieren, Duden s. u. Publikum; Son.: vgl. nndl. publiek, Sb., Publikum; frz. public, M., Publikum; nschw. publik, Sb., Publikum; nnorw. publikum, N., Publikum; poln. publiczność, F., Publikum; lit. publika, F., Publikum; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der menschlichen Zuschauer und Zuhörer einer Veranstaltung oder die Allgemeinheit; BM.: gießen; F.: Publikum, Publikums+FW(+EW); Z.: Pu-bli-k-um
publizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. publizieren, veröffentlichen, öffentlich machen; ne. publish; Vw.: -; Hw.: s. publik, Publikation, Publikum; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. pūblicāre; E.: mnd. pūblicēren, pūblicīren, sw. V., „publizieren“, öffentlich bekanntmachen, ein Gebot bzw. ein Gesetz bzw. eine Anordnung öffentlich verkünden, ausrufen, enteignen; lat. pūblicāre, V., zum Staatseigentum machen, einziehen, konfiszieren; vgl. lat. pūblicus, Adj., zu dem Volk gehörig, öffentlich, zu dem Staat gehörig; lat. populus, lat., M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft, Freistaat, Gebiet, Gau, Kanton, Menge, Schar (F.) (1); vgl. lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. publik, DW 13, 2201 (publicieren), EWD s. u. publizieren, Duden s. u. publizieren; Son.: vgl. nndl. publiceren, V., publizieren; frz. publier, V., publizieren; nschw. publicera, V., publizieren; nnorw. publisere, V., publizieren; poln. publikować, V., publizieren; lit. publikuoti, V., publizieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für veröffentlichen oder öffentlich machen; BM.: gießen; F.: publizieren, publiziere, publizierst, publiziert, publizierest, publizieret, publizierte, publiziertest, publizierten, publiziertet, ##publiziert, publizierte, publiziertes, publiziertem, publizierten, publizierter##, publizierend, ###publizierend, publizierende, publizierendes, publizierendem, publizierenden, publizierender###, publizier (!)+FW(+EW?); Z.: pu-bli-z-ier-en
$Publizist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Publizist; E.: s. nlat. publicista, s. publik; L.: DW 13, 2201 (Publicist), EWD s. u. publizieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für (einen Kenner des Staatsrechts und) einen Verfasser von möglichst öffentlichkeitswirksamen Texten F.: Publizist, Publizisten+FW(+EW); Z.: Pu-bli-z-ist
Puck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Puck, Eishockeyscheibe, eine Spielscheibe bei dem Eishockeyspiel; ne. puck (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. puck; E.: ne. puck, N., Puck; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Puck, fehlt DW, EWD s. u. Puck, Duden s. u. Puck; Son.: vgl. nndl. puck, Sb., Puck; nschw. puck, Sb., Puck; nnorw. puck, M., Puck; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die 1877 von William Fleet Robertson durch Beschneiden von Bällen aus Hartgummi gebildete Spielscheibe bei dem Eishockeyspiel; BM.: ?; F.: Puck, Pucks+FW; Z.: Puck
puckern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. puckern, pulsieren, pochen; ne. throb (V.); Vw.: -; Hw.: s. pochen; Q.: 20. Jh.; E.: Bildung zu nd. pochen (s. d.); L.: Kluge s. u. puckern, fehlt DW, Duden s. u. puckern; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend aus nd. pochen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Blut mögliches klopfen (einer Wunde); BM.: lautmalend; F.: puckern, puckere, pucker (!), puckre (!), puckerst, puckert, puckerte, puckertest, puckerten, puckertet, gepuckert, ##gepuckert, gepuckerte gepuckertes, gepuckertem, gepuckerten, gepuckerter##, puckernd, ###puckernd, puckernde, puckerndes, puckerndem, puckernden, puckernder###, pucker (!)+EW; Z.: puck-er-n
puddeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. puddeln (V.) (1), Roheisen entkohlen; ne. puddle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. puddle; E.: s. ne. puddle, V., mischen, herumrühren; letztlich von ae. pūdd, st. M. (a), Graben (M.); weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von germ. *pōla-, *pōlaz, st. M. (a), Pfuhl; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. puddeln 1, fehlt DW, Duden s. u. puddeln; Son.: vgl. nndl. puddelen, V., puddeln (V.) (1); frz. puddler, V., puddeln (V.) (1); nnorw. pudle, V., puddeln (V.) (1); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches Roheisen durch Mischen mit Eisenoxyd in einem Hochofen entkohlen; BM.: glänzen?; F.: puddeln, puddel (!), puddle, puddele, puddelst, puddelt, puddelte, puddeltest, puddelten, puddeltet, gepuddelt, ##gepuddelt##, puddelnd, ###puddelnd, puddelnde, puddelndes, puddelndem, puddelnden, puddelnder###, puddel (!)+FW(+EW); Z.: pud-d-el-n
Pudding, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pudding, eine Süßspeise; ne. pudding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. ne. pudding; E.: s. ne. pudding, N., Pudding; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von afrz. boudin, Sb., Blutwurst; lat. botellus, M., Würstchen, Würstlein, (40-102/103 n. Chr.); lat. botulus, M., Darm, Eingeweide, Wurst; aus dem Oskisch-Umbrischen, s. idg. *gu̯et-, Sb., Schwellung, Rundung, Pokorny 481 (705/27) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Pudding, DW 13, 2202, EWD s. u. Pudding, Duden s. u. Pudding, Bluhme s. u. Pudding; Son.: vgl. nndl. pudding, Sb., Pudding; frz. boudin, M., Blutwurst; nschw. pudding, Sb., Pudding; nnorw. pudding, M., Pudding; poln. pudding, M., Pudding; kymr. pwdin, M., Pudding; nir. putóg, F., Pudding; lit. pudingas, M., Pudding; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Oskisch-Umbrischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem Mittelalter aus Brot und Fleisch und Gemüse in einem Wasserbad gekochte und später süße Speise; BM.: Schwellung; F.: Pudding, Puddings, Puddinge, Puddingen+FW; Z.: Pud-d-ing
Pudel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pudel, ein Hund; ne. poodle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gekürzt aus Pudelhund; Vorderglied von pudeln, sw. V., plätschern im Wasser; letztlich vielleicht von germ. *pōla-, *pōlaz, st. M. (a), Pfuhl; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Pudel, Kluge s. u. Pudel, DW 13, 2202, EWD s. u. Pudel, Duden s. u. Pudel, Bluhme s. u. Pudel; Son.: vgl. nndl. poedel, Sb., Pudel; nschw. pudel, Sb., Pudel; nnorw. pudel, M., Pudel; poln. pudel, M., Pudel; kymr. pwdl, M., Pudel; nir. púdal, M., Pudel; lit. pudelis, M., Pudel; GB.: seit 18. Jh. aus Pudelhund gebildete und dadurch mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mittelgroßen Hund mit dichtem wolligem und gekräuseltem Fell; BM.: plätschern (die Hunde wurden zur Jagd in dem Wasser abgerichtet); F.: Pudel, Pudels, Pudeln+EW; Z.: Pud-el
$Pudelmütze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pudelmütze; E.: s. Pudel, s. Mütze; L.: Kluge s. u. Pudelmütze, DW 13, 2204; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pudel und Mütze gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete rund um den Kopf anliegende und über die Ohren zu ziehende gestrickte Mütze; BM.: Ähnlichkeit mit dem krausen warmhaltenden Haar oder Fell eines Pudels; F.: Pudelmütze, Pudelmützen+EW; Z.: Pud-el—mütz-e
$pudelnärrisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pudelnärrisch, wie ein Pudel närrisch, sehr närrisch; E.: s. Pudel, s. närrisch; L.: DW 13, 2204, EWD s. u. Pudel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pudel und närrisch gebildete Bezeichnung für wie ein Pudel närrisch oder sehr närrisch; F.: pudelnärrisch, pudelnärrische, pudelnärrisches, pudelnärrischem, pudelnärrischen, pudelnärrischer(, pudelnärrischere, pudelnärrischeres, pudelnärrischerem, pudelnärrischeren, pudelnärrischerer, pudelnärrischst, pudelnärrischste, pudelnärrischstes, pudelnärrischstem, pudelnärrischsten, pudelnärrischster)+EW; Z.: pud-el—närr-isch
$pudelnass, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pudelnass, sehr nass; E: s. Pudel, s. nass; L.: DW 13, 2204, EWD s. u. Pudel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Pudel und nass gebildete Bezeichnung für wie ein (aus dem Wasser kommender) Pudel nass oder sehr nass; F.: pudelnass, pudelnasse, pudelnasses, pudelnassem, pudelnassen, pudelnasser+EW; Z.: pud-el—nass
Puder, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Puder, sehr fein zerstoßenes Pulver, pulverförmige Substanz; ne. powder (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. poudre; E.: s. mnd. pūder (1), půder, pūdel, N., Puder, zerstoßenes Gewürz, fein gestoßenes Gewürz, Gewürzpulver; frz. poudre, M., Puder; lat. pulverāre, V., bestäuben, mit Staub bestreuen, mit Staub bedecken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. pulvis, M., F., Staub, Sand, Kampfplatz, Ringplatz; idg. *polu̯i-, Sb., Staub, Pokorny 802; s. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Puder, Kluge s. u. Puder, DW 13, 2205, EWD s. u. Puder, Duden s. u. Puder, Bluhme s. u. Puder; Son.: vgl. nndl. poeder, Sb., Puder; nschw. puder, N., Puder; nnorw. pudder, N., Puder; poln. puder, M., Puder; kymr. powdr, M., Puder; nir. púdar, M., Puder; lit. pudra, F., Puder; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes sowie für die Lungen kleiner Kinder durchaus gefährliches sehr fein zerstoßenes Pulver; BM.: Staub; F.: Puder, Puders, Pudern+FW(+EW?); Z.: Pud-er
$pudern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pudern; E.: s. Puder, s. (e)n (Suff.); L.: DW 13, 2207, EWD s. u. pudern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Puder und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes mit Puder versehen (V.); F.: pudern (!), pudere, puder (!), puderst, pudert, puderte, pudertest, puderten, pudertet, gepudert, ##gepudert, gepuderte, gepudertes, gepudertem, gepuderten, gepuderter##, pudernd, ###pudernd, puderndes, puderndem, pudernden, pudernder###, puder (!)+FW(+EW); Z.: pud-er-n
Puff (1), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Puff (M.) (1), Bordell; ne. brothel; Vw.: -; Hw.: s. Puff (2); Q.: 15. Jh.; E.: letztlich von einer Lautgebärde; von vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Puff 1, fehlt DW, EWD s. u. Puff, Duden s. u. Puff, Bluhme s. u. puffen; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bordell oder ein Haus in dem Prostituierte ihrem Gewerbe nachgehen; BM.: stoßen bzw. schwellen; F.: Puff, Puffs+EW; Z.: Pu-ff
Puff (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Puff (M.) (2), Wäschepuff, ein Behälter für Schmutzwäsche; ne. laundry basket; Vw.: -; Hw.: s. Puff (1); Q.: 19. Jh.; E.: von der Interj. puff; letztlich von einer Lautgebärde; von vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Puff 2, fehlt DW, Duden s. u. Puff; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Behälter für Schmutzwäsche; BM.: stoßen bzw. schwellen; F.: Puff, Puffes, Puffs, Puffe, Puffen+EW; Z.: Pu-ff
$Puffärmel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Puffärmel; E.: s. Puff, s. Ärmel; L.: Kluge s. u. Puffärmel, DW 13, 2209; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Puff und Ärmel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten gebauschten Ärmel eines Kleidungsstücks; F.: Puffärmel, Puffärmels, Puffärmeln+EW; Z.: Pu-ff—är-m-e
$Puffbohne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Puffbohne, Saubohne; E.: s. Puff, s. Bohne; L.: Kluge s. u. Puffbohne, DW 13, 2209; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Puff und Bohne gebildete Bezeichnung für eine besonders in dem Mittelmeerraum und um Erfurt von Menschen angebaute und große sowie bei dem Kochen aufpuffende Bohne; F.: Puffbohne, Puffbohnen+EW; Z.: Pu-ff—boh-n-e
$Püffchen, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Püffchen; E.: s. Puff, s. chen; L.: Kluge s. u. Puff 2, fehlt DW; F.: Püffchen, Püffchens+EW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Puff und chen gebildete Bezeichnung für ein kleines Puff; Z.: Pü-ff-chen
$Puffe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Puffe; E.: s. Puff, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. Puff 2, EWD s. u. Puff; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Puff und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für Puff oder Bausch; F.: Puffe, Puffen+EW; Z.: Pu-ff-e
$puffen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. puffen, schlagen, stoßen; E.: s. Puff, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. puffen, DW 2, 492 (büffen), EWD s. u. Puff, Duden s. u. puffen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Puff und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schlagen oder stoßen; F.: puffen (!), puffe (!), puffst, pufft, puffest, puffet, puffte, pufftest, pufften, pufftet, gepufft, ##gepufft, gepuffte, gepufftes, gepufftem, gepufften, gepuffter##, puffend, ###puffend, puffende, puffendes, puffendem, puffenden, puffender###, puff (!)+EW; Z.: pu-ff-en
Puffer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Puffer, Stoßdämpfer, Zeitfenster; ne. buffer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautnachahmend; L.: Kluge s. u. Puffer, DW 13, 2210, EWD s. u. Puff, Duden s. u. Puffer; Son.: vgl. nschw. buffert, Sb., Puffer; nnorw. bufferløsning, M., F., Puffer; poln. bufor, M., Puffer; kymr. byffer, M., Puffer; lit. buferis, M., Puffer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Puff und er (Suff.) gebildete von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Bezeichnung für eine federnde Vorrichtung zu einem Abfangen von Stößen beispielsweise von einzelnen Eisenwahnwaggons; BM.: lautmalend?; F.: Puffer, Puffers, Puffern+EW; Z.: Pu-ff-er
$Pufferstaat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Pufferstaat; Q.: 1860-1870; E.: s. Puffer, s. Staat; L.: fehlt DW; EWD s. u. Puff; GB.: seit etwa 1860 belegte und aus Puffer und Staat gebildete Bezeichnung für einen kleineren Staat der durch seine Lage zwischen Großmächten Auseinandersetzungen verhindern oder vermindern kann wie beispielsweise Uruguay und Paraguay zwischen Argentinien und Brasilien oder früher die Republik Krakau zwischen Österreich und Preußen und Russland; F.: Pufferstaat, Pufferstaats, Pufferstaates, Pufferstaaten+FW+EW; Z.: Pu-ff-er—staa-t
pulen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pulen, popeln, schälen; ne. pod (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. pūlen, pūln, sw. V., pulen, Hülsen oder Schoten von der Frucht abmachen, klauben, zupfen, mit den Fingern langsam und mühsam losmachen, an etwas herumfingern, in etwas herumfingern, durchwühlen, zögerlich handeln; vgl. mnd. pūle, F., Hülse, Hülsenfrucht, Schote einer Frucht; vgl. lat. pellis?, F., Haut, Fell, Pelz; vgl. idg. *pel- (3b), *pelə-, *plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. pulen, DW 13, 2211, EWD s. u. pulen, Bluhme s. u. pulen; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schälen oder aus einer Schale (F.) (1) herauslösen; BM.: verhüllen; F.: pulen, pule (!), pulst (!), pult (!), pulest (!), pulet (!), pulte (!), pultest, pulten (!), pultet, gepult, ##gepult, gepulte, gepultes, gepultem, gepulten, gepulter##, pulend, ###pulend, pulende, pulendes, pulendem, pulenden, pulender###, pul (!)+EW; Z.: pul-en
Pulk, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pulk, zusammengehörige Gruppe (von Fahrzeugen); ne. throng, pile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. poln. pólk; E.: s. poln. pólk, Sb., Heer, Truppe, Schar (F.) (1); russ. polk, Sb., Heer, Truppe, Schar (F.) (1); von germ. *fulka-, *fulkam, st. N. (a), Schar (F.) (1), Volk; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pulk, DW 13, 2211, EWD s. u. Pulk, Duden s. u. Pulk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Polnischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zusammengehörige größere Zahl oder Gruppe von Menschen oder Fahrzeugen in dichtem Gedränge; BM.: Volk bzw. gießen; F.: Pulk, Pulkes, Pulks, Pulke, Pulken+FW; Z.: Pul-k
Pulle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pulle, Flasche; ne. bottle (N.); Vw.: s. Am-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. ampulla; E.: s. lat. ampulla, F., Ampulle, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. amphora, F., Amphore; vgl. gr. ἀμφορεύς, M., Amphore, Vorratsgefäß mit beidseitigen Henkeln; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Bulle 2, Kluge s. u. Pulle, DW 13, 2211, Duden EWD s. u. Pulle, s. u. Pulle; Son.: vgl. nndl. pul, Sb., Pulle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Gefäß aus Glas oder Plastik mit enger Öffnung und Halsansatz zu einem Aufbewahren von Flüssigkeiten und auch Gasen; BM.: tragen; F.: Pulle, Pullen+FW; Z.: Pul-l-e
pullen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pullen, rudern; ne. row (V.), pull; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. pull; E.: s. ne. pull, V., ziehen; ae. pullian, sw. V., ziehen, abreißen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. pullen, fehlt DW, Duden s. u. pullen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und jenseits des Altenglischen in der weiteren Herkunft ungeklärte und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Wasserfahrzeugen mit Rudern mögliches rudern oder sich rudernd bewegen; BM.: ziehen; F.: pullen (!), pulle (!), pullst, pullt, pullest, pullet, pullte, pulltest, pullten, pulltet, gepullt, ##gepullt, gepullte, gepulltes, gepulltem, gepullten, gepullter##, pullend, ###pullend, pullende, pullendes, pullendem, pullenden, pullender###, pull (!)+EW; Z.: pull-en
$Pulli, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pulli; E.: s. ne. pull (V.); Q.: 1950-1960; L.: Kluge s. u. Pullover, fehlt DW, EWD s. u. Pullover; GB.: seit um 1950 belegte und aus Pull(over) und i (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit der späten Neuzeit entwickelten und verwendeten Pullover; F.: Pulli, Pullis+FW(+EW?); Z.: Pull-i
Pullover, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pullover, Pulli, ein langärmliges Kleidungsstück für den Oberkörper des Menschen; ne. pullover; Vw.: -; Hw.: s. Pullunder; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. pullover; E.: s. ne. pullover, N., Pullover; vgl. ne. pull, V., ziehen; ae. pullian, sw. V., ziehen, abreißen; weitere Herkunft ungeklärt; ne. over, Adv., Präp., über; ae. ofer, ofor (1), Präp., Adv., oben, oberhalb, jenseits, quer; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Pullover, fehlt DW, EWD s. u. Pullover, Duden s. u. Pullover; Son.: meist abgekürzt zu „Pulli“; vgl. nndl. pullover, Sb., Pullover; frz. pullover, M., Pullover; nschw. pullover, Sb., Pullover; nnorw. pullover, M., Pullover; kymr. pwlofer, M., F., Pullover; lit. puloveris, M., Pullover; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein seit der Mitte des 19. Jh. entwickeltes und verwendetes meist gestricktes oder gewirktes über den Kopf zu ziehendes meist langärmeliges von Menschen getragenes Kleidungsstück für den Oberkörper; BM.: ziehen, über; F.: Pullover, Pullovers, Pullovern+FW; Z.: Pull-ov-er
Pullunder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pullunder, ärmelloser Pullover; ne. slipover; Vw.: -; Hw.: s. Pullover; Q.: 20. Jh.; I.: ne. Lw.; E.: anglisierende Gegensatzbildung zu Pullover; s. ne. pull, V., ziehen; ae. pullian, sw. V., ziehen, abreißen; weitere Herkunft ungeklärt; ne. under, Präp., unter; ae. under, Präp., unter, während (Konj.), durch; germ. *under, Adv., Präp., unter, zwischen; idg. *n̥dʰos, *n̥dʰeri, Adv., unter, Pokorny 771 (1318/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Pullunder, fehlt DW, Duden s. u. Pullunder; GB.: seit 20. Jh. belegte und dem Neuenglischen nachgebildete und als Gegensatz zu Pullover gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dem 19. Jh. als Gegensatz zu Strickjacken von Menschen entwickeltes und verwendetes unter einem anderen Kleidungsstück zu tragendes ärmelloses Kleidungsstück; BM.: ziehen, unter; F.: Pullunder, Pullunders, Pullundern+FW; Z.: Pull-und-er
Puls, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Puls, Herzschlag, Aderschlag; ne. pulse (N.); Vw.: s. Im-; Hw.: s. pulsieren; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönchs, Berleburger Versübersetzung); E.: mhd. puls, st. M., st. F., Puls, Pulsader; mnd. puls (1), pultzs, M., Puls, Aderschlag, große Arterie an der sich der Pulsschlag fühlen lässt, Pulsader, Glockengeläut; frz. pouls, M., Puls; lat. pulsus, M., Stoßen, Stampfen, Schlagen, Stoß, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Puls, Kluge s. u. Puls, DW 13, 2212, Duden EWD s. u. Puls, s. u. Puls, Bluhme s. u. Puls; Son.: vgl. nndl. pols, Sb., Puls; nschw. puls, Sb., Puls; nnorw. puls, M., Puls; poln. puls, M., Puls; kymr. pwls, pyls, M., Puls; lit. pulsas, M., Puls; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den durch den Herzschlag weitergeleiteten und eine Blutwelle verursachenden Aderschlag eines Lebewesens; BM.: stoßen; F.: Puls, Pulses, Pulse, Pulsen+FW(+EW); Z.: Pul-s
$pulsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pulsen, pulsieren, pochen, schlagen; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Puls, s. en (Suff.); L.: DW 13, 2214, EWD s. u. Puls; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Puls verbindbare Bezeichnung für schlagen; F.: pulsen, pulse (!), pulsst (!), pulst, pulsest, pulset, pulste, pulstest, pulsten, pulstet, gepulst, ##gepulst, gepulste, gepulstes, gepulstem, gepulsten, gepulster##, pulsend, ###pulsend, pulsende, pulsendes, pulsendem, pulsenden, pulsender###, puls (!)+FW(+EW); Z.: pul-s-en
pulsieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pulsieren, pulsen, pochen, schlagen; ne. pulsate, pulse (V.); Vw.: -; Hw.: s. Puls, poussieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. pulsāre; E.: s. mnd. pulsēren, Adj., pulsieren, Glocken läuten, schlagen; lat. pulsāre, V., stoßen, stampfen, schlagen, klopfen, knuffen, misshandeln, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pulsus, M., Stoßen, Stampfen, Schlagen, Stoß, Schlag, Pulsschlag; vgl. lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Puls, DW 13, 2214, EWD s. u. Puls, Duden s. u. pulsieren; Son.: vgl. nndl. pulseren, V., pulsieren; nschw. pulsera, V., pulsieren; nnorw. pulsere, V., pulsieren; poln. pulsować, V., pulsieren; kymr. pulsadu, V., pulsieren; kymr. pulsio, V., pulsieren; lit. pulsuoti, V., pulsieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Pulsschlag entsprechend schlagen oder pochen oder lebhaft fließen; BM.: schlagen; F.: pulsieren, pulsiere, pulsierst, pulsiert, pulsierest, pulsieret, pulsierte, pulsiertest, pulsierten, pulsiertet, ##pulsiert, pulsierte, pulsiertes, pulsiertem, pulsierten, pulsierter##, pulsierend, ###pulsierend, pulsierende, pulsierendes, pulsierendem, pulsierenden, pulsierender###, pulsier (!)+FW(+EW); Z.: pul-s-ier-en
Pult, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Pult, ein Möbelstück; ne. lectern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vgl. mhd. pulpit, pulpet, st. N., Pult, Lesepult, Schreibpult; mnd. pulmet, pulmēt, pulmeht, pulmete, pulmpt, pulmt, pulpet, N., Pult, Möbelstück auf dem Bücher abgelegt werden, Stehpult, Lesetisch; lat. pulpitum, N., bretterne Erhöhung, Brettergerüst, Gerüst, Bühne, (65-8 v. Chr.); idg. *pelpo-?, Sb., Gestell, Gezimmertes, Pokorny 807 (1395/37) (RB. idg. aus ind., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pult, Kluge s. u. Pult, DW 13, 2215, EWD s. u. Pult, Duden s. u. Pult, Bluhme s. u. Pult; Son.: vgl. ne. pulpit, N., Kanzel; frz. pupitre, M., Pult; nschw. pulpet, Sb., Pult; nnorw. pult, M., Pult; poln. pulpit, M., Pult; kymr. pulpud, M., Kanzel; nir. puilpid, F., Kanzel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht nach der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes tischartiges Gestell, ein Möbelstück; BM.: Gezimmertes; F.: Pult, Pultes, Pults, Pulte, Pulten+FW(+EW?); Z.: Pult
Pulver, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Pulver, Staub; ne. powder (N.); Vw.: -; Hw.: s. pulverisieren; Q.: Ende 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. pulver, st. M., st. N., Pulver, Staub, Asche; mnd. pulver, pulfer, pulffer, polver, N., Pulver, feinkörnige bis staubartige Substanz, Erde, Schmutz, Staub, Asche; mnl. pulver, N., Pulver, Staub; ahd. pulver*, st. N. (a), Staub; lat. pulvis, M., F., Staub, Sand, Kampfplatz, (204-169 v. Chr.); idg. *polu̯i-, Sb., Staub, Pokorny 802; vgl. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pulver, Kluge s. u. Pulver, DW 13, 2217, EWD s. u. Pulver, EWAhd 6, 1585, Duden s. u. Pulver, Bluhme s. u. Pulver; Son.: vgl. me. pulver, Sb., Puder, Pulver; nschw. pulver, Sb., Pulver; nnorw. pulver, N., Pulver; GB.: seit Ende 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wie beispielsweise Mehl staubfein zerriebenen Stoff; BM.: Staub; F.: Pulver, Pulvers, Pulvern+FW; Z.: Pul-v-er
$pulverig, pulvrig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. pulverig; E.: s. Pulver, s. ig; L.: DW 13, 2221 (pulveicht), EWD s. u. Pulver; F.: pulverig, pulverige, pulveriges, pulverigem, pulverigen, pulveriger(, pulverigere, pulverigeres, pulverigerem, pulverigeren, pulverigerer, pulverigst, pulverigste, pulverigstes, pulverigstem, pulverigsten, pulverigster, pulvrig, pulvrige, pulvriges, pulvrigem, pulvrigen, pulvriger, pulvrigere, pulvrigeres, pulvrigerem, pulvrigeren, pulvrigerer, pulvrigst, pulvrigste, pulvrigstes, pulvrigstem, pulvrigsten, pulvrigster)+FW+EW; Z.: pul-v-er-ig
pulverisieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. pulverisieren, zu Staub zermahlen, zu Pulver zerkleinern, zerstören; ne. pulverize; Vw.: -; Hw.: s. Pulver; Q.: um 1300; E.: s. mnd. pulverisēren, pulverisīren, pulversēren, V., pulverisieren“, sehr fein zerkleinern; afrz. pulveriser, V., pulverisieren; mlat. pulverizāre, V., pulverisieren, in Staub verwandeln, pudern; vgl. lat. pulvis, M., F., Staub, Sand, Kampfplatz, (204-169 v. Chr.); idg. *polu̯i-, Sb., Staub, Pokorny 802; vgl. idg. *pel- (2b), Sb., Staub, Mehl, Brei, Pokorny 802 (1386/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pulver, DW 13, 2221, EWD s. u. Pulver, Duden s. u. pulverisieren; Son.: vgl. nndl. pulveriseren, V., pulverisieren; frz. pulvériser, V., pulverisieren; nschw. pulverisera, pulvrisera, V., pulverisieren; nnorw. pulverisere, V., pulverisieren; GB.: seit um 1300 mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas zu Staub zermahlen (V.) oder zu Pulver zerkleinern; BM.: Staub; F.: pulverisieren, pulverisiere, pulverisierst, pulverisiert, pulverisierest, pulverisieret, pulverisierte, pulverisiertest, pulverisierten, pulverisiertet, ##pulverisiert, pulverisierte, pulverisiertes, pulverisiertem, pulverisierten, pulverisierter##, pulverisierend, ###pulverisierend, pulverisierende, pulverisierendes, pulverisierendem, pulverisierenden, pulverisierender###, pulverisier (!)+FW; Z.: pul-v-er-is-ier-en
$pulvern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. pulvern; Vw.: s. ver-; E.: s. Pulver, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Pulver, EWD s. u. Pulver, s. DW 13, 2223; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Pulver und (e)n (Suff.). gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas zu Staub zermahlen (V.) oder zu Pulver zerkleinern F.: pulvern, pulvere, pulver (!), pulverst, pulvert, pulverte, pulvertest, pulverten, pulvertet, gepulvert, ##gepulvert, gepulverte, gepulvertes, gepulvertem, gepulverten, gepulverter##, pulvernd, ###pulvernd, pulverndes, pulverndem, pulvernden, pulvernder###, pulver (!)+FW(+EW?); Z.: pul-v-er-n
Puma, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Puma, Berglöwe; ne. cougar, puma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Ketschua Lw.; E.: aus der Indianersprache Ketschua puma, Sb., Puma; L.: Kluge s. u. Puma, fehlt DW, EWD s. u. Puma, Duden s. u. Puma; Son.: vgl. nndl. poema, Sb., Puma; frz. puma, M., Puma; nschw. puma, Sb., Puma; nnorw. puma, M., Puma; poln. puma, F., Puma; kymr. pwma, M., Puma; nir. púma, M., Puma; lit. puma, F., Puma; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus der Indianersprache Ketschua aufgenommene Bezeichnung für eine in Amerika beheimatete Großkatze; BM.: ?; F.: Puma, Pumas+FW; Z.: Puma
Pummel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pummel, dicker Mensch; ne. plumper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: gehört wohl zu der Wortfamilie von baumeln (s. d.); L.: Kluge s. u. Pummel, fehlt DW, Duden s. u. Pummel; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit baumeln verbindbare Bezeichnung für einen dicken Menschen; BM.: ?; F.: Pummel, Pummels, Pummeln+EW; Z.: Pum-m-el
$Pump, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Pump, Leihe, Borgen; E.: s. pump(en); L.: DW 2, 2227, EWD s. u. pumpen 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit pumpen verbindbare Bezeichnung für eine Art Leihe oder Borgen; F.: Pump, Pumps+FW; Z.: Pump
Pump, nhd., Sb., (20. Jh.): nhd. Pump, ein Damenschuh; ne. pump (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. pumps; E.: s. ne. pumps, Sb. Pl., Pumps, weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Pumps, DW 13, 2227, EWD s. u. Pumps, Duden s. u. Pumps; Son.: meist im Plural gebraucht; vgl. nndl. pumps, Sb. Pl., Pumps; nschw. pumps, Sb. Pl., Pumps; nnorw. pumps, M. Pl., Pumps; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Damenschuh mit höherem Absatz; BM.: ?; F.: Pump, Pumps+FW; Z.: Pump
Pumpe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pumpe, eine Pumpmaschine, Herz; ne. pump (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. pumpe, pompe, F., Pumpe, oberirdischer Teil einer Pumpe, Pumpenbaum, Lenzpumpe zum Auspumpen des Schiffsrumpfs; mnl. pompe, Sb., Pumpe; span. bomba, F., Schiffspumpe; wohl lautmalenden Ursprungs; vielleicht von lat. bombus, M., dumpfer Ton (M.) (2), tiefer Ton (M.) (2); s. gr. βόμβος (bómbos), M., dumpfer Ton (M.) (2), Summen (N.), Getöse; vgl. idg. *baˣmb-, V., dumpf schallen, tönen, Pokorny 93 (146/7) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Pumpe, Kluge s. u. Pumpe, EWD s. u. Pumpe, DW 13, 2227, Duden s. u. Pumpe, Bluhme s. u. Pumpe; Son.: vgl. nndl. pomp, Sb., Pumpe; frz. pompe, F., Pumpe; nschw. pump, Sb., Pumpe; nnorw. pumpe, M., F., Pumpe; poln. pompa, pomka, F., Pumpe; kymr. pwmp, M., Pumpe; lit. pompa, F. Pumpe; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und über das Mittelniederländische aus dem Spanischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon seit dem Altertum entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Ansaugen oder Absaugen von Flüssigkeiten oder Gasen sowie umgangssprachlich für das Blut durch die Blutgefäße des Körpers pumpende oder befördernde Herz; BM.: lautmalend?; F.: Pumpe, Pumpen+FW(+EW); Z.: Pump-e
pumpen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. pumpen (V.) (2), borgen; ne. loan (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. pumpen, V., pumpen (V.) (2), stoßen, stechen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. pumpen 2, EWD s. u. pumpen 2, DW 13, 2228, Duden s. u. pumpen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ausleihen oder borgen; BM.: stoßen?; F.: pumpen (!), pumpe (!), pumpst (!), pumpt, pumpest, pumpet, pumpte, pumptest, pumpten, pumptet, gepumpt, ##gepumpt, gepumpte, gepumptes, gepumptem, gepumpten, gepumpter##, pumpend, ###pumpend, pumpende, pumpendes, pumpendem, pumpenden, pumpender###, pump (!)+FW; Z.: pump-en
$pumpen (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. pumpen; E.: s. Pump(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Pumpe, pumpen 1, EWD s. u. Pumpe, s. DW 13, 2228?; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pump(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mittels einer von Menschen schon in dem Altertum entwickelten und verwendeten Pumpe Flüssigkeiten und Gase ansaugen oder absaugen; F.: pumpen (!), pumpe (!), pumpst (!), pumpt, pumpest, pumpet, pumpte, pumptest, pumpten, pumptet, gepumpt, ##gepumpt, gepumpte, gepumptes, gepumptem, gepumpten, gepumpter##, pumpend, ###pumpend, pumpende, pumpendes, pumpendem, pumpenden, pumpender###, pump (!)+FW+EW; Z.: pump-en
pumpern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. pumpern, pochen, laut und heftig klopfen; ne. thump (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. pumperen* (1), pumpern, pümpern, sw. V. pumpern, hämmern, pochen, lärmend fallen; lautmalerisch?; L.: Kluge s. u. pumpern, DW 13, 2231, Duden s. u. pumpern; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches laut und heftig klopfen; BM.: lautmalend; F.: pumpern, pumpere, pumper (!), pumpre, pumperst, pumpert, pumperte, pumpertest, pumperten, pumpertet, gepumpert, ##gepumpert, gepumperte, gepumpertes, gepumpertem, gepumperten, gepumperter##, pumpernd, ###pumpernd, pumpernde, pumperndes, pumperndem, pumpernden, pumpernder###, pumper (!)+EW; Z.: pump-er-n
Pumpernickel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Pumpernickel, ein Schwarzbrot; ne. pumpernickel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1628; E.: Herkunft teilweise ungeklärt?, Vorderglied wohl von einem regionalen Wort für Furz, Hinterglied s. von dem PN Nikolaus; lat. Nīcolāus, M.=PN, Nikolaus; gr. Νικόλαος (Nikólaos), M.=PN, Nikolaus; vgl. gr. νικᾶν (nikan), V., siegen, besiegen; idg. *nēik-, *nīk-, *nik-, V., anfallen, streiten, beginnen, Pokorny 761? (1296/23) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ., balt., slaw.?); gr. λαός (laós), M., Volk, Volksmenge, Heervolk, Fußvolk; idg. *leudʰ (1), *h₁leudʰ-, V., wachsen (V.) (1), hochkommen, Pokorny 684? (1122/78) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pumpernickel, EWD s. u. Pumpernickel, DW 13, 2231, Duden s. u. Pumpernickel; Son.: vgl. pompernikkel, Sb., Pumpernickel; frz. pumpernickel, M., Pumpernickel; nschw. pumpernickel, Sb., Pumpernickel; poln. pumpernikiel, M., Pumpernickel; GB.: seit 1628 belegte und wohl aus einem regionalen Wort für Furz und dem PN Nickel (Nikolaus) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus Roggenschrot gebackenes schwarzbraunes rindenloses süßlich und würzig schmeckendes Brot; BM.: Furz, PN; F.: Pumpernickel, Pumpernickels, Pumpernickeln+FW+EW; Z.: Pump-er-nik-el
$Pumphose, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pumphose, Haremshose, Aladinhose; E.: s. Pump?. s. Hose; L.: Kluge s. u. Pumphose, DW 13, 2232; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pump? und Hose gebildete Bezeichnung für eine durch einen tiefen Schritt gekennzeichnete Hose; F.: Pumphose, Pumphosen+EW (?); Z.: Pump—hos-e
Punk, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Punk, Punker, ein Angehöriger einer Subkultur; ne. punk (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. punk; E.: s. ne. punk, M., Punk, Kerl, Halbstarker; gekürzt von ne. punk-rock, N., Punkrock; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht verwandt mit einem älteren punk, F., Prostituierte; L.: Kluge s. u. Punk, fehlt DW, Duden s. u. Punk; Son.: vgl. nndl. punk, Sb., Punk; frz. punk, M., Punk; nschw. punk, Sb., Punk; nnorw. punk, M., Punk; poln. punk, M., Punk; kymr. pync, M., Punk; lit. pankas, M., Punk; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit einem älteren punk, F., Prostituierte verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen einer Protestbewegung mit bewusst rüdem übertriebenem Auftreten und bewusst auffallender Aufmachung; BM.: ?; F.: Punk, Punks+FW; Z.: Punk
Punkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (12. Jh.?): nhd. Punkt, Tüpfchen, Tupfen (M.), kleiner Fleck; ne. point (N.); Vw.: -; Hw.: s. punktieren, punktuell; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. puncte, sw. M., Punkt, Augenblick; mhd. punct, punkt, punt, point, st. M., Punkt, Mittelpunkt, Zeitpunkt, Augenblick, Abschnitt, Stelle; mnd. punct, pungt, punt, pont, pōnt, poent, N., M., Punkt, Stelle, Landspitze, Vorgebirge, Kap; mnl. poent, poeint, point, poinct, puent, M., N., F., Punkt, Zeitpunkt, Handlungsgegenstand; ahd. punkto*, puncto, sw. M. (n), Punkt; s. lat. pūnctum, N., Stich, Punkt, Abschnitt; vgl. lat. pungere, V., stechen, eindringen, empfindlich berühren; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Punkt, DW 13, 2233, EWD s. u. Punkt, EWAhd 6, 1589, Duden s. u. Punkt, Bluhme s. u. Punkt; Son.: vgl. afries. punkt, punkt, pont, M., Punkt, Bestimmung, Sachverhalt, ae. punct, st. M. (a), Punkt; an. punktr, st. M. (a), Punkt, Stelle, Zeitpunkt, Stück; nndl. punt, Sb., Punkt; frz. point, M., Punkt; nschw. punkt, Sb., Punkt; nnorw. poeng, N., Punkt; nnorw. punktum, M., Punkt; poln. punkt, M., Punkt; kymr. pwynt, M., Punkt; nir. pointe, M., Punkt; GB.: (puncte) vielleicht seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Tüpfchen oder einen Tupfen (M.) oder einen kleinen Fleck; BM.: stechen bzw. Spitze; F.: Punkt, Punktes, Punkts, Punkte, Punkten+FW(+EW?); Z.: Pu-n-k-t
punktieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. punktieren, punkten, mit einem Punkt versehen (V.), tüpfeln, einstechen; ne. puncture (V.); Vw.: -; Hw.: s. Punkt, punktuell, Punktion; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. pūnctāre; E.: s. mhd. punctieren, sw. V., punktieren DW 13, 2239 (punctieren); mnd. punctēren (2), sw. V., Interpunktion setzen; lat. pūnctāre, V., stechen?; vgl. lat. pūnctum, N., Stich, Punkt, Abschnitt; lat. pungere, V., stechen; s. idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Punkt, EWD s. u. punktieren, Duden s. u. punktieren; Son.: vgl. frz. ponctionner, V., punktieren; nschw. punktera, V., punktieren; nnorw. punktere, V., punktieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Punkt versehen (V.) oder einstechen; BM.: stechen bzw. Spitze; F.: punktieren, punktiere, punktierst, punktiert, punktierest, punktieret, punktierte, punktiertest, punktierten, punktiertet, ##punktiert, punktierte, punktiertes, punktiertem, punktierten, punktierter##, punktierend, ###punktierend, punktierende, punktierendes, punktierendem, punktierenden, punktierender###, punktier (!)+FW(+EW?); Z.: pu-n-k-t-ier-en
Punktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Punktion, Entnahme von Flüssigkeit; ne. puncture; Vw.: s. Inter-; Hw.: s. punktieren, Punkt; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. pūnctio; E.: s. lat. pūnctio, F., Stechen, Stich, Cels. (14-37 n. Chr.); vgl. lat. pungere, V., stechen; s. idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: EWD s. u. punktieren, Duden s. u. Punktion; Son.: vgl. frz. ponction, F., Punktion; nschw. punktion, Sb., Punktion; nnorw. punksjon, M., Punktion; poln. punkcja, F., Punktion; lit. punkcija, F., Punktion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Entnahme von Flüssigkeit oder Gewebe aus einer Körperhöhle nach und durch Einstich mit einer Hohlnadel; BM.: stechen bzw. Spitze; F.: Punktion, Punktionen+FW(+EW?); Z.: Pu-nk-t-io-n
$pünktlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. pünktlich, genau, bestimmt; E.: s. Punkt, s. lich; L.: Kluge s. u. pünktlich, DW 13, 2240, EWD s. u. Punkt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Punkt und lich gebildete Bezeichnung für genau oder bestimmt; F.: pünktlich, pünktliche, pünktliches, pünktlichem, pünktlichen, pünktlicher(, pünktlichere, pünktlicheres, pünktlicherem, pünktlicheren, pünktlicherer, pünktlichst, pünktlichste, pünktlichstes, pünktlichstem, pünktlichsten, pünktlichster)+FW+EW; Z.: pü-n-k-t-lich
$Pünktlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Pünktlichkeit; E.: s. pünktlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. pünktlich, EWD s. u. Punkt; GB.: (punctlīchheit) seit 1. Drittel 14. Jh. belegte und aus pünktlich und keit gebildet Bezeichnung für die genaue Einhaltung eines festgelegten Zeitpunkts; F.: Pünktlichkeit+FW+EW; Z.: Pü-n-k-t-lich-kei-t
punktuell, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. punktuell, einen einzelnen Punkt betreffend; ne. spotty (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Punkt, punktieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. pūnctuālis; E.: s. mlat. pūnctuālis, Adj., zu einem Punkt gehörig; vgl. lat. pungere, V., stechen, eindringen, empfindlich berühren; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Punkt, fehlt DW, Duden s. u. punktuell; Son.: vgl. ne. punctual, Adj., pünktlich; nnorw. (Nynorsk) punktuell, Adj., punktuell; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen Punkt oder mehrere Punkte betreffend; BM.: stechen bzw. Spitze; F.: punktuell, punktuelle, punktuelles, punktuellem, punktuellen, punktueller(, punktuellere, punktuelleres, punktuellerem, punktuelleren, punktuellerer, punktuellst, punktuellste, punktuellstes, punktuellstem, punktuellsten, punktuellster)+FW(+EW?); Z.: pu-n-k-t-u-ell
$Punktur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Punktur, Stechen (N.); Q.: Ende 18. Jh.; Hw.: s. Aku-; L.: DW 13, 2241, EWD s. u. punktieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (punctura) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Stechen; F.: Punktur, Punkturen+FW(+EW?); Z.: Pu-n-k-t-ur
Punsch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Punsch, ein Warmgetränk; ne. punch (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. ne. punch; E.: s. ne. punch, N., Punsch; aus Hindi panj oder pāntsch, Num. Kard., fünf; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Punsch, DW 13, 2242, EWD s. u. Punsch, Duden s. u. Punsch, Bluhme s. u. Punsch; Son.: vgl. nndl. punch, Sb., Punsch; frz. punch, M., Punsch; nschw. punsch, Sb., Punsch; nnorw. punsj, M., Punsch; nnorw. poncz, M., Punsch; kymr. pwnsh, M., Punsch; nir. puins, M., Punsch; lit. punšas, M., Punsch; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Hindi aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes heiß serviertes und Alkohol und Früchte und Zitrusfrüchte und Wasser und Zucker enthaltendes Mischgetränk; BM.: fünf da das Getränk aus fünf Grundstoffen besteht; F.: Punsch, Punsches, Punschs, Punsche, Punschen, Pünsche, Pünschen+FW; Z.: Punsch
Punze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Punze, einstanzbarer Stahlstempel; ne. hallmark, punch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1276 (Stadtrecht von Augsburg); E.: mhd. punze, ponze, sw. M., „Punze“, Stichel, Meißel, Fass; mnd. punzūne, pundsume, F., Werkzeug für Gravurarbeiten, Punze, Reliefmünzstempel, Patrize?; it. punzone, M., Stichel, Meißel; vgl. lat. pungere, V., stechen; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Bunzen, Kluge s. u. Punze, DW 13, 2243, Duden s. u. Punze; Son.: vgl. nndl. pons, Sb., Punze; frz. poinçon, M., Stempel; nschw. puns, Sb., Punze; poln. punca, F., Punze; GB.: seit 1276 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten einstanzbaren Stempel; BM.: stechen; F.: Punze, Punzen+FW(+EW?); Z.: Pu-n-z-e
$Pup, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Pup, Furz, Darmwind; E.: s. pup(en); L.: Kluge s. u. pupen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Furz oder Darmwind; F.: Pup, Pups, Pupe, Pupen+EW; Z.: Pup
Pupe, nhd., M., F., (20. Jh.): nhd. Pupe, Homosexueller, ein nicht schäumendes Bier; ne. gay man, a beer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Pupe, fehlt DW, Duden s. u. Pupe; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen homosexuellen Mann und auch für ein nicht schäumendes Bier; BM.: ?; F.: Pupe, Pupen+EW?; Z.: Pup-e
pupen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pupen, furzen; ne. fart (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalender Herkunft; L.: Kluge s. u. pupen, fehlt DW, Duden s. u. pupen, Bluhme s. u. pupen; GB.: furzen oder einen Wind fahren lassen; BM.: lautmalend; F.: pupen (!), pupe (!), pupst, pupt, pupest, pupet, pupte, puptest, pupten, puptet, gepupt, ##gepupt, gepupte, gepuptes, gepuptem, gepupten, gepupter##, pupend, ###pupend, pupende, pupendes, pupendem, pupenden, pupender###, pup+EW; Z.: pup-en
$pupig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. pupig, wertlos; E.: s. Pup(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Pupe, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Pup(e) und ig gebildete Bezeichnung für wertlos; F.: pupig, pupige, pupiges, pupigem, pupigen, pupiger(, pupigere, pupigeres, pupigerem, pupigeren, pupigerer, pupigst, pupigste, pupigstes, pupigstem, pupigsten, pupigster)+EW?; Z.: pup-ig
Pupille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pupille, (farblose) Öffnung in der Iris des Auges; ne. pupil (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. pūpilla; E.: s. lat. pūpilla, F., unmündiges Mädchen, elternloses Mädchen, Waise, Mündel, Pupille, Augenstern, Augapfel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. pūpa, puppa, F., Mädchen, Backfisch, Puppe; vgl. idg. *pup-, Sb., Gebauschtes, Knospe, Kind, Brust, Pokorny 848; idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pupille, DW 13, 2243, EWD s. u. Pupille, Duden s. u. Pupille; Son.: vgl. nndl. pupil, Sb., Pupille; frz. pupille, F., Pupille; nschw. pupill, Sb., Pupille; nnorw. pupill, M., Pupille; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Augen mögliche dunkle Öffnung in der Iris des Auges durch die Licht eindringt und die Linse des Auges sowie den Glaskörper durchdringt und dann auf die Netzhaut trifft; BM.: blasen bzw. schwellen; F.: Pupille, Pupillen+FW+EW?; Z.: Pu-p-il-l-e
Puppe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Puppe, ein Spielzeug, eine Insektenlarve; ne. puppet, doll; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. puppe, boppe, F., Puppe; mhd. puppe, poppe, boppe, F., Puppe, Docke; mnl. poppe, F., Puppe; lat. pūpa, puppa, F., Mädchen, Backfisch, Puppe, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *pup-, Sb., Gebauschtes, Knospe, Kind, Brust, Pokorny 848; idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Puppe, Kluge s. u. Puppe, DW 13, 2244, Duden EWD s. u. Puppe, s. u. Puppe, Bluhme s. u. Puppe; Son.: vgl. nndl. pop, Sb., Puppe; frz. poupée, F., Puppe; nschw. puppa, Sb., Puppe; nnorw. puppe, M., F., Puppe; kymr. pyped, M., Puppe; nir. puipéad, M., Puppe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen als Spielzeug verwendete verkleinerte Nachbildung einer menschlichen Gestalt und für eine in völliger Ruhestellung in einer Hülle befindliche Insektenlarve; BM.: blasen; F.: Puppe, Puppen+FW(+EW?); Z.: Pu-p-p-e
$puppen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. puppen, Puppe sein (V.) oder werden; Vw.: s. ent-, ver-; E.: s. Pupp(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Puppe, DW 13, 2246; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Pupp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Puppe sein (V.) oder werden; F.: puppen (!), puppe (!), puppst, puppt, puppest, puppet (!), puppte, pupptest, puppten, pupptet, gepuppt, ##gepuppt, gepuppte, gepupptes, gepupptem, gepuppten, gepuppter##, puppend, ###puppend, puppende, puppendes, puppendem, puppenden, puppender###, pupp (!)+FW(+EW); Z.: pu-p-p-en
$Puppenspiel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Puppenspiel; E.: s. Pupp(e), s. en (Suff.), s. Spiel; L.: EWD s. u. Puppe, DW 13, 2249; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Pupp(e) und en (Suff.) sowie Spiel gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Puppen durch Menschen mögliches Spiel von Menschen mit Puppen; F.: Puppenspiel, Puppenspieles, Puppenspiels, Puppenspiele, Puppenspielen+FW+EW; Z.: Pu-p-p-en—spiel
$Puppenspieler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Puppenspieler; E.: s. Pupp(e), s. en (Suff.), s. Spieler; L.: EWD s. u. Puppe, DW 13, 2249; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Pupp(e) und en (Suff.) sowie Spieler gebildete Bezeichnung für einen berufsmäßig sachlich vielleicht seit der Arbeitsteilung möglichen mit Puppen (für Zuschauer) spielenden Menschen; F.: Puppenspieler, Puppenspielers, Puppenspielern+FW+EW; Z.: Pu-p-p-en—spiel-er
puppern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. puppern, zittern, klopfen; ne. tremble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautsymbolische Bildung; L.: Kluge s. u. puppern, DW 13, 2251, Duden s. u. puppern; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mehrmals leicht gegen etwas schlagen; BM.: lautmalend; F.: puppern, puppere, pupper (!), puppre, pupperst, puppert, pupperte, puppertest, pupperten, puppertet, gepuppert, ##gepuppert, gepupperte, gepuppertes, gepuppertem, gepupperten, gepupperter##, puppernd, ###puppernd, puppernde, pupperndes, pupperndem, puppernden, puppernder###, pupper (!)+EW; Z.: pupp-er-n
$Pups, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Pups, Furz; E.: s. pup(en), s. s (Suff.); L.: Kluge s. u. pupen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Furz; F.: Pups, Pupses Pupse, Pupsen+EW; Z.: Pup-s
$Pupser, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Pupser, Furz; E.: s. pup(en), s. s (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. pupsen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus pup(en) und s (Suff.) sowie er (Suff.) lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Furz; F.: Pupser, Pupsers, Pupsern+EW; Z.: Pup-s-er
pur, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. pur, rein, echt; ne. pure; Vw.: -; Hw.: s. Püree, Puritaner; Q.: 1220-1230 (Rheinisches Marienlob); E.: mhd. pūr (1), Adj., pur, rein, lauter, unverfälscht; mnd. pūr (1), Adj., pur, rein, lauter, klar, ungetrübt, unvermischt, von hohem Feingehalt seiend, edel; frz. pur, Adj., rein, lauter; lat. pūrus, Adj., rein, lauter, klar, hell, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. pur, Kluge s. u. pur, DW 13, 2251, EWD s. u. pur, Duden s. u. pur; Son.: vgl. nndl. puur, Adj., pur; nschw. pur, Adj., pur; nnorw. pur, Adj., pur; kymr. pur, Adj., pur; GB.: seit 1220-1230 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rein oder echt; BM.: reinigen; F.: pur, pure, pures, purem, puren, purer(, purere, pureres, purerem, pureren, purerer, purst, purste, purstes, purstem, pursten, purster)+FW(+EW?); Z.: pu-r
Püree, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Püree, Gemüsebrei, Obstbrei; ne. puree, mash (V.); Vw.: -; Hw.: s. pur; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. purée; E.: s. frz. purée, F., Püree; vgl. frz. purer, V., reinigen, durchsieben; lat. pūrāre (1), V., reinigen, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. pūrus, Adj., rein, lauter, klar, hell; vgl. idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Püree, fehlt DW, EWD s. u. Püree, Duden s. u. Püree; Son.: vgl. nndl. puree, Sb., Püree; nschw. puré, Sb., Püree; nnorw. puré, M., Püree; poln. piure, purée, Sb., Püree; lit. piurė, F., Püree; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete breiartige Speise aus Kartoffeln oder Gemüse oder Hülsenfrüchten oder Obst; BM.: reinigen; F.: Püree, Pürees+FW; Z.: Pü-r-ee
Purgatorium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Purgatorium, Reinigung, Läuterung, Fegefeuer; ne. purgatory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. pūrgātōrium; E.: s. lat. pūrgātōrium, N., Reinigungsmittel, (3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. pūrgāre, V., säubern, reinigen, rechtfertigen, sühnen, von Sünden reinwaschen; vgl. idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Purgatorium; Son.: vgl. nndl. purgatorium, Sb., Purgatorium; frz. purgatoire, Sb., Fegefeuer; nschw. purgatorium, N., Purgatorium; nnorw. purgatorium, N., Purgatorium; kymr. purdan, M., Purgatorium; nir. purgadóir, M., Purgatorium; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Christentums in dem katholischen Glauben gedachten Ort der Läuterung in dem die Verstorbenen ihre lässlichen Sünden vor dem Eintreten in das Reich Gottes abbüßen können; BM.: reinigen; F.: Purgatorium, Purgatoriums+FW; Z.: Pu-r-g-at-or-i-um
Puritaner, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Puritaner, Anhänger des Puritanismus; ne. puritan; Vw.: -; Hw.: s. pur; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. ne. puritan; E.: s. ne. puritan, M., Puritaner; vgl. ne. purity, F., Reinheit; afrz. purité, F., Reinheit; lat. pūritās (1), F., Reinheit, Unschuld, (um 340-402 n. Chr.); vgl. lat. pūrus, Adj., rein, lauter, klar, hell; vgl. idg. *peu- (1), *peu̯ə-, *pū̆-, V., reinigen, sieben (V.), läutern, Pokorny 827 (1421/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Duden s. u. Puritaner; Son.: vgl. nndl. puritein, Sb., Puritaner; frz. puritain, M., Puritaner; nschw. puritan, Sb., Puritaner; nnorw. puritaner, M., Puritaner; poln. purytanin, M., Puritaner; kymr. piwritan, M., Puritaner; nir. piúratánach, M., Puritaner; lit. puritonas, M., Puritaner; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger des Puritanismus und davon abgeleitet für einen sittenstrengen Menschen; BM.: reinigen; F.: Puritaner, Puritaners, Puritanern+FW(+EW); Z.: Pu-r-it-an-er
Purpur, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Purpur, violetter Farbstoff, sattrote Farbe; ne. purple (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. purper, purpur, st. M., st. F., Gewand aus Seidenstoff; mnd. purpern, F., „Purpur“, kostbare purpurfarbige Stoffart, aus Purpurstoff gefertigtes Kleidungsstück; mnd. purpure, purpur, purper, F., „Purpur“, kostbare purpurfarbige Stoffart, aus Purpurstoff gefertigtes Kleidungsstück; mnl. purper, purpur, N., Purpur, Gewand aus Purpurstoff; ahd. purpura*, sw. F. (n), Purpur, Purpurgewand, Purpurdecke, kostbarer Seidenstoff, Purpurschnecke?; lat. purpura, F., Purpur, Purpurschnecke, Purpurkleid, Purpurfarbe, (um 450 v. Chr.); gr. πορφύρα (porphýra), F., Purpurfarbe, Purpurschnecke; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Purpur, EWD s. u. Purpur, DW 13, 2256, EWAhd 6, 1593, Duden s. u. Purpur; Son.: vgl. ae. purpure, sw. F. (n), Purpur, Purpurkleid; an. purpura, M., Purpurgewebe; got. paúrpura*, st. F. (ō), Purpur; nndl. purper, Sb., Purpur; frz. pourpre, M., Purpur; nschw. purpur, Sb., Purpur; nnorw. purpur, N., Purpur; poln. purpura, F., Purpur; kymr. porffor, M., Purpur; lit. purpuras, M., Purpur; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und von Menschen vielleicht seit 1600 v. Chr. aus der Purpurschnecke gewonnenen sattroten beziehungsweise violetten Farbstoff oder eine rote Farbe; BM.: ?; F.: Purpur, Purpurs+FW(+EW?); Z.: Purpur
$Purpurkleid, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Purpurkleid; E.: s. Purpur, s. Kleid; L.: DW 13, 2267, EWD s. u. Purpur; GB.: (purperkleit) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Purpur und Kleid gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Kleid in der Farbe Purpur; F.: Purpurkleid, Purpurkleides, Purpurkleids, Purpurkleider, Purpurkleidern+FW+EW; Z.: Purpur—kleid
$purpurn, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. purpurn, purpurfarbig, rot; E.: s. Purpur, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Purpur, EWD s. u. Purpur; GB.: (purpurīn*) seit (863-871) belegte und nach lat. purpureus und dem Griechischen aus Purpur und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes purpurfarbig; F.: purpurn, purpurne, purpurnes, purpurnem, purpurnen, purpurner+FW(+EW); Z.: purpur-n
$purpurrot, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. purpurrot, wie Purpur rot, purpurfarbig, purpurn; E.: s. Purpur, s. rot; L.: EWD s. u. Purpur; GB.: (purperrōt) seit 1314 belegte und nach lat. purpureus aus Purpur und rot gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes purpurrot oder purpurfarbig oder purpurn; F.: purpurrot, purpurrote, purpurrotes, purpurrotem, purpurroten, purpurroter+FW+EW; Z.: purpur—rot
purren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. purren, stochern, reizen, anstacheln; ne. poke (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. purren, sw. V., stochern, herumwühlen, reizen, ärgern; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. purren, DW 13, 2277?, Duden s. u. purren; Son.: vgl. nschw. purra, V., Feuer schüren, antreiben, wecken; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für stochern oder reizen oder anstacheln; BM.: ?; F.: purren, purre (!), purrst (!), purrt (!), purrest, purret, purrte, purrtest, purrten, purrtet, gepurrt, ##gepurrt, gepurrte, gepurrtes, gepurrtem, gepurrten, gepurrter##, purrend, ###purrend, purrende, purrendes, purrendem, purrenden, purrender###, purr (!)+EW; Z.: purr-en
pürschen, nhd., sw. V.: nhd. pürschen; Vw.: s. pirschen
$Purzelbaum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Purzelbaum, Überschlag auf dem Boden; Hw.: s. Kobolz; L.: Kluge s. u. Purzelbaum, DW 13, 2278, EWD s. u. purzeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus purzel(n) und Baum gebildete Bezeichnung für einen dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung möglichen Überschlag oder eine vorwärts oder rückwärts gerichtete Rolle auf dem Boden; F.: Purzelbaum, Purzelbaums, Purzelbaumes, Purzelbäume, Purzelbäumen+EW; Z.: Pur-z-el—bau-m
purzeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. purzeln, stürzen; ne. tumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. Bürzel; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. pürzeln, burzeln, sw. V., purzeln; mhd. burzen, sw. V., stürzen; von ahd. bor*, st. N. (a), Höhe, Gipfel, Spitze; germ. *buri-, *buriz, st. F. (i), Erhebung, Höhe; vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. burzeln, Kluge s. u. purzeln, DW 13, 2278, EWD s. u. purzeln, Duden s. u. purzeln, Bluhme s. u. purzeln; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches sich überschlagend und stolpernd hinfallen; BM.: mit dem Hinterteil voraus fallen bzw. tragen bzw. bringen; F.: purzeln, purzel (!), purzle (!), purzele (!), purzelst, purzelt, purzelte, purzeltest, purzelten, purzeltet, gepurzelt, ##gepurzelt, gepurzelte, gepurzeltes, gepurzeltem, gepurzelten, gepurzelter##, purzelnd, ###purzelnd, purzelnde, purzelndes, purzelndem, purzelnden, purzelnder###, purzel (!)+EW; Z.: pur-z-el-n
…pus, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. …pus, …füßer; ne. …pus; Vw.: s. Okto-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; gr. πούς (pús), M., Fuß; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; s. idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …pus, Suff., …pus; frz. …pus, Suff., …pus; kymr. …pws, Suff., …pus; nir. …pas, Suff., …pus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von mit Fuß oder Füßen zusammenhängenden Substantiven; BM.: Fuß; F.: …pus, …pusse, …pussen, …poden+FW; Z.: -pus
Puschel, Püschel, nhd., M., F., (20. Jh.): nhd. Puschel, Püschel, Quaste; ne. tuft, pompom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Nebenform von Busch (s. d.); L.: Kluge s. u. Puschel, Duden s. u. Puschel; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Busch verbindbare Bezeichnung für eine größere Zahl an dem oberen Ende zusammengefasster gleich langer Fäden an einer Schnur (F.) (1) oder eine Quaste; BM.: schwellen bzw. wachsen (V.) (1); F.: Puschel, Puschels, Puscheln, Püschel, Püschels, Püscheln+EW; Z.: Pu-sch-el
puschen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. puschen, antreiben, stoßen; ne. push (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. push; E.: s. ne. push (V.), V., stoßen; frz. pousser, V., stoßen; afrz. polser, poulser, V., stoßen, schlagen; lat. pulsāre, V., stoßen, stampfen, schlagen, klopfen, knuffen, misshandeln, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. pulsus, M., Stoßen, Stampfen, Schlagen, Stoß, Schlag, Pulsschlag; vgl. lat. pellere, V., stoßen, schlagen, treiben; idg. *pel- (2a), *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, V., stoßen, bewegen, treiben, Pokorny 801 (1386/28) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. puschen, Duden s. u. puschen; Son.: vgl. nndl. pushen, V., puschen; nnorw. pushe, V., puschen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches antreiben oder stoßen; BM.: stoßen; F.: puschen, pusche (!), puschst (!), puscht, puschest, puschet, puschte, puschtest, puschten, puschtet, gepuscht, ##gepuscht, gepuschte, gepuschtes, gepuschtem, gepuschten, gepuschter##, puschend, ###puschend, puschende, puschendes, puschendem, puschenden, puschender###, pusch (!)+FW(+EW?); Z.: pu-sch-en
pusseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. pusseln, herumwerken; ne. do (V.) handicrafts; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. pusseln, fehlt DW, Duden s. u. pusseln, Bluhme s. u. pusseln; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herumwerken; BM.: ?; F.: pusseln, pussel (!), pussle, pussele, pusselst, pusselt, pusselte, pusseltest, pusselten, pusseltet, gepusselt, ##gepusselt, gepusselte, gepusseltes, gepusseltem, gepusselten, gepusselter##, pusselnd, ###pusselnd, pusselnde, pusselndes, pusselndem, pusselnden, pusselnder###, pussel (!)+EW; Z.: puss-el-n
$Puste, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Puste, Blasen (N.), Atem; E.: s. pusten; L.: Kluge s. u. pusten, DW 13, 2278 (Pust), EWD s. u. pusten; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit pusten verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Lunge möglichen Atem; F.: Puste+EW; Z.: Pu-st-e
$Pusteblume, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pusteblume; E.: s. puste(n), s. Blume; L.: fehlt DW, EWD s. u. pusten; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus puste(n) und Blume gebildete Bezeichnung für einen reifen Fruchtstand des Löwenzahns oder eine wertlose Kleinigkeit; F.: Pusteblume, Pusteblumen+EW; Z.: Pu-st-e—blu-m-e
Pustel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Pustel, Bläschen, kleine Eiterbeule; ne. blister (N.), pustule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. pūstula; E.: s. lat. pūstula, F., Blase, Bläschen, Bläslein, Blatter, Pustel, reines Silber, (um 84-um 25 v. Chr.); s. idg. *pus-, V., Sb., bauschen, schwellen, Blase, Pokorny 848; vgl. idg. *pū̆- (1), *peu-, *pou-, V., blasen, schwellen, bauschen, Pokorny 847 (1471/113) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Pustel, DW 13, 2278, EWD s. u. Pustel, Duden s. u. Pustel; Son.: vgl. nndl. puist, puistje, Sb., Pustel; frz. pustule, F., Pustel; nschw. pustel, Sb., Pustel; lit. pustulė, F., Pustel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Bläschen oder eine kleine Eiterbeule; BM.: schwellen; F.: Pustel, Pusteln+FW; Z.: Pu-st-el
pusten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. pusten, blasen; ne. blow (V.), puff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. pūsten, sw. V., blasen, pusten, anfachen, anblasen, hineinblasen, musizieren, atmen, schnaufen, schnauben, beschwören; mhd. pūsten, sw. V., pusten, blasen; mhd. *būsten?, sw. V.; wohl Lautgebärde; letztlich von vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. pusten, Kluge s. u. pusten, DW 13, 2278, EWD s. u. pusten, Duden s. u. pusten, Bluhme s. u. pusten; Son.: vgl. nnorw. puste, V., pusten; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Lungen mögliches Luft ausstoßen oder blasen; BM.: schwellen; F.: pusten, puste (!), pustest, pustet, pustete, pustetest, pusteten, pustetet, gepustet, ##gepustet, gepustete, gepustetes, gepustetem, gepusteten, gepusteter##, pustend, ###pustend, pustende, pustendes, pustendem, pustenden, pustender###, pust (!)+EW; Z.: pu-st-en
$Pusterohr, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Pusterohr, Blasrohr; E.: s. puste(n), s. Rohr; L.: fehlt DW, EWD s. u. pusten, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus puste(n) und Rohr gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in Asien und Amerika entwickeltes und für die Jagd oder den Kampf verwendetes Blasrohr; F.: Pusterohr, Pusterohres Pusterohrs, Pusterohre, Pusterohren+EW; Z.: Pu-st-e—roh-r
Pute, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Pute, Truthenne, dumme Frau; ne. turkey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen, wohl lautmalend nach dem Ruf dieser Vögel; L.: Kluge 1. A. s. u. Pute, Kluge s. u. Pute, DW 13, 2279, EWD s. u. Pute, Duden s. u. Pute, Bluhme s. u. Puter; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Truthenne und davon abgeleitet für eine dumme Frau; BM.: lautmalend?; F.: Pute, Puten+EW?; Z.: Put-e
$Puter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Puter, Truthahn; E.: s. Put(e), s. er; L.: EWD s. u. Pute, s. DW 13, 2279; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Truthahn; F.: Puter, Puters, Putern+EW?; Z.: Put-er
$puterrot, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. puterrot, sehr rot; E.: s. Puter, s. rot; L.: EWD s. u. Pute, s. DW 13, 2279; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Puter und rot gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Truthahns mögliches (wie ein erregter Puter oder Truthahn an dem Fleischlappen an dem Kopfe) sehr rot; F.: puterrot, puterrote, puterrotes, puterrotem, puterroten, puterroter+EW; Z.: put-er—rot
…putieren, nhd., V., (12. Jh.?): nhd. …putieren, …schneiden; ne. …putate; Vw.: s. am-, de-, dis-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mhd. …putieren, Suff., …putieren; mnd. …putēren, Suff., …putieren; lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden, beschneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …putere, Suff., …putieren; frz. …puter, Suff., …putieren; nschw. …putera, Suff., …putieren; nnorw. …putere, Suff., …putieren; poln. …putować, Suff., …putieren; lit. …putuoti, Suff., …putieren; GB.: vielleicht seit 12. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Verben; BM.: schneiden; F.: ...putieren, ...putiere, ...putierst, ...putiert, ...putiertest, ...putiertet, ...putierte, ...putierten, ##...putiert, ...putierte, ...putiertes, ...putiertem, ...putierten, ...putierter##, ...putierend, ###...putierend, ...putierende, ...putierendes, ...putierendem, ...putierenden, ...putierender###, ...putier (!)+FW(+EW); Z.: -pu-t-ier-en
Putsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Putsch, plötzlicher Umsturz zu einer Übernahme der Staatsgewalt; ne. coup, putsch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Schweizerischen; s. nhd. (schweiz.) bütsch, Sb., heftiger Stoß, Zusammenprall, Knall; wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. Putsch, DW 13, 2279, EWD s. u. Putsch, Duden s. u. Putsch, Bluhme s. u. Putsch; Son.: vgl. nndl. putsch, Sb., Putsch; frz. putsch, M., Putsch; lit. pučas, M., Putsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und in dem Schweizerischen wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums durchgeführten plötzlichen Umsturz zu einer Übernahme der Staatsgewalt; BM.: lautmalend?; F.: Putsch, Putsches, Putschs, Putsche, Putschen+EW; Z.: Putsch
$putschen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. putschen, Putsch ausführen; Vw.: s. auf-; E.: s. Putsch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Putsch, DW 13?, EWD s. u. Putsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Putsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Putsch ausführen; F.: putschen, putsche (!), putschst, putscht, putschest, putschet, putschte, putschtest, putschten, putschtet, geputscht, ##geputscht, geputschte, geputschtes, geputschtem, geputschten, geputschter##, putschend, ###putschend, putschende, putschendes, putschendem, putschenden, putschender###, putsch (!)+EW; Z.: putsch-en
$Putschist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Putschist, Putschteilnehmer; E.: s. Putsch, s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Putsch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Putsch und ist gebildete Bezeichnung für einen an einem Putsch teilnehmenden Menschen; F.: Putschist, Putschisten+EW; Z.: Putsch-ist
Pütt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pütt, Bergwerk, Schacht; ne. pit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. puteus; E.: s. lat. puteus, M., Graben (M.), Grube, Brunnen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pütt, fehlt DW, Duden s. u. Pütt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und betriebene Bergwerksgrube oder einen Schacht; BM.: hauen; F.: Pütt, Pütts, Pütte, Pütten+FW(+EW?); Z.: Pü-tt
Putte, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Putte, Putto, Engelsfigur; ne. putto, cherub; Vw.: -; Hw.: s. Putto; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. putto; E.: s. it. putto, M., Knäblein; lat. pūtus, M., Knabe, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. puer (1), M., Kind, Knabe, junger Mensch, Unmündiger; vgl. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Putte, fehlt DW, EWD s. u. Putte, Duden s. u. Putte; Son.: vgl. nndl. putto, Sb., Putte, Putto; frz. putto, M., Putte, Putto; ndän. putto, M., Putte, Putto; poln. putto, M., Putte, Putto; kymr. pwto, M., Putte, Putto; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie Bezeichnung für eine von Menschen geschaffene nackte und oft geflügelte kleine Engelsfigur in Kindergestalt; BM.: Junges; F.: Putte, Putten+FW; Z.: Pu-tt-e
Putto, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Putto, Putte, Engelsfigur; ne. putto, cherub; Vw.: -; Hw.: s. Putte; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. putto; E.: s. it. putto, M., Putto, Knäblein; lat. pūtus, M., Knabe, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. puer (1), M., Kind, Knabe, junger Mensch, Unmündiger; vgl. idg. *pōu-, *pəu-, *pū̆-, Adj., Sb., klein, gering, wenig, Junges, Pokorny 842 (1457/99) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Putte, fehlt DW, Duden s. u. Putto; Son.: vgl. nndl. putto, Sb., Putte, Putto; frz. putto, M., Putte, Putto; ndän. putto, M., Putte, Putto; poln. putto, M., Putte, Putto; kymr. pwto, M., Putte, Putto; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nackte und oft geflügelte kleine Engelsfigur in Kindergestalt; BM.: Junges; F.: Putto, Puttos, Putti+FW; Z.: Pu-tt-o
$Putz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Putz, Verputz; Vw.: s. Ver-; E.: s. putz(en); L.: Kluge s. u. putzen, s. DW 13, 2282, EWD s. u. putzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit putzen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen in den Hochkulturen des Altertums seit rund 7000 v. Chr. entwickelten und verwendeten aus Mörtel hergestellten und an Wänden zwecks Verschönerung auf das Mauerwerk aufgebrachten Belag (Verputz); F.: Putz, Putzes, Putze, Putzen+FW; Z.: Pu-tz
putzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. putzen, reinigen, säubern, schmücken; ne. clean (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. butzen, V., schmücken; mnd. putsen, putzen, sw. V., putzen, reinigen, aufarbeiten, schön ausstatten, herausstaffieren, beschönigen; z. T. von lat. putāre, V., putzen, reinigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. putzen, Kluge s. u. putzen, DW 13, 2282, EWD s. u. putzen, Duden s. u. putzen, Bluhme s. u. putzen; Son.: vgl. nndl. poetsen, V., putzen; nschw. putsa, V., putzen; nnorw. pusse, V., putzen; GB.: seit 15. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches reinigen oder säubern oder schmücken; BM.: schlagen; F.: putzen, putze (!), putzst (!), putzt, putzest, putzet, putzte, putztest, putzten, putztet, geputzt, ##geputzt, geputzte, geputztes, geputztem, geputzten, geputzter##, putzend, ###putzend, putzende, putzendes, putzendem, putzenden, putzender###, putz (!)+FW+EW; Z.: pu-tz-en
putzig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. putzig, entzückend, niedlich, sonderbar; ne. cute, peculiar; Vw.: -; Hw.: s. Posse; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. nndl. potsig; E.: s. nndl. potsig, Adj., putzig; vgl. afrz. bocer, V., die Rohform eines Bildwerks herausarbeiten, weiche Massen formen; gallorom. *bottia, F., Beule; frk. *bottja, Sb., Spross; vgl. frk. *bōtan, V., ausschlagen; germ. *bautan, st. V., stoßen, schlagen; idg. *bʰā̆u- (1), *bʰū̆-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 112 (183/16) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. putzig, DW 13, 2284, DW 2, 596 (butzig), EWD s. u. putzig, Duden s. u. putzig; Son.: vgl. nschw. putzlustig, Adj., putzig; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Galloromanischen sowie dem Fränkischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für aus menschlicher Sicht entzückend oder niedlich oder sonderbar; BM.: schlagen; F.: putzig, putzige, putziges, putzigem, putzigen, putziger(, putzigere, putzigeres, putzigerem, putzigeren, putzigerer, putzigst, putzigste, putzigstes, putzigstem, putzigsten, putzigster)+FW?+EW?; Z.: pu-tzi-g
Puzzle, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Puzzle, Rätsel, ein Spiel; ne. jigsaw puzzle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. (jigsaw) puzzle; E.: s. ne. (jigsaw) puzzle, N., Puzzle; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Puzzle, fehlt DW, EWD s. u. Puzzle, Duden s. u. Puzzle; Son.: vgl. nndl. puzzel, Sb., Puzzle; frz. puzzle, M., Puzzle; nschw. pussel, Sb., Puzzle; poln. puzzle, Sb., Puzzle; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit 1766 (John Spilsbury in Großbritannien) entwickeltes und seitdem zwecks Verbesserung der geistigen Fähigkeiten und der Freude daran weltweit von Menschen meist allein gespieltes Geduldsspiel bei dem die vielfach bewusst nicht geordneten und oft sehr zahlreichen einzelnen Stücke eines zerstreuten Bildes wie beispielsweise einer Landkarte an Hand der Formen und Farben sowie der Abbildung richtig (vollständig und lückenlos) zusammengesetzt werden müssen; BM.: ?; F.: Puzzle, Puzzles+FW; Z.: Puzzle
Pygmäe, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Pygmäe, Kleinwüchsiger, Zwergwüchsiger(bis rund 1,50 Meter groß); ne. pygmy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. pigmēi, Sb. Pl., Pygmäen; mnd. pikmēwe, M., Pygmäe, kleinwüchsiger Mensch; lat. Pygmaeus (1), M., Pygmäe, Däumling, Fäustling, (43/44 n. Chr.); gr. Πυγμαῖος (Pygmaios), M., Pygmäe; vgl. gr. πυγμαῖος (pygmaios), Adj., daumenlang, faustgroß; gr. πυγμή (pygmḗ), F., Faust, Faustkampf; vgl. idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Pygmäe, fehlt DW, Duden s. u. Pygmäe; Son.: vgl. nndl. pygmee, Sb., Pygmäe; frz. pygmée, M., Pygmäe; nschw. pygmé, Sb., Pygmäe; nnorw. pygmé, M., Pygmäe; poln. pigmeij, M., Pygmäe; kymr. pigmi, M., Pygmäe; nir. pigmí, M., Pygmäe; lit. piigmėjas, M., Pygmäe; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit Faust und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen einer kleinwüchsigen oder zwergwüchsigen Bevölkerungsgruppe in Zentralafrika mit etwa 150000 bis 200000 Angehörigen und niedriger Lebenserwartung; BM.: faustgroß bzw. stechen; F.: Pygmäe, Pygmäen+FW; Z.: Pyg-m-ä-e
Pyjama, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pyjama, Schlafanzug; ne. pyjamas; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. pyjamas; E.: s. ne. pyjamas, Sb. Pl., Pyjama; hindī pājāmā, pāyjāmā, Sb., Beinkleid; pers. pājāmā, Sb., Beinkleid; L.: Kluge s. u. Pyjama, EWD s. u. Pyjama, fehlt DW, Duden s. u. Pyjama; Son.: vgl. nndl. pyjama, piama, Sb., Pyjama; frz. pyjama, M., Pyjama; nschw. pyjamas, Sb., Pyjama; nnorw. pyjamas, M., Pyjama; poln. pidżama, piżama, F., Pyjama; kymr. pyjamas, M., Pyjama; nir. pitseámaí, M. Pl., Pyjama; lit. pižama, F., Pyjama; GB.: seit Anfang 20. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Hindi und Persischen aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit der Neuzeit entwickelten (und umgebildeten sowie) aus (einem Oberteil und) einer Hose bestehenden Schlafanzug; BM.: Beinkleid; F.: Pyjama, Pyjamas+FW; Z.: Pyjama
pyknisch, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. pyknisch, untersetzt, gedrungen; ne. pyknic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. πυκνός (pyknós), πυκινός (pykinós); E.: s. gr. πυκνός (pyknós), πυκινός (pykinós), Adj., dicht, fest, gedrängt, tüchtig; vgl. idg. *puk̑- (2), V., drängen, umschließen, Pokorny 849 (1474/116) (RB. idg. aus iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. pyknisch, fehlt DW, Duden s. u. pyknisch; Son.: vgl. nnorw. pyknisk, Adj., pyknisch; poln. pykniczny, Adj., pyknisch; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen mögliches untersetzt oder gedrungen; BM.: drängen; F.: pyknisch, pyknische, pyknisches, pyknischem, pyknischen, pyknischer(, pyknischere, pyknischeres, pyknischerem, pyknischeren, pyknischerer, pyknischst, pyknischste, pyknischstes, pyknischstem, pyknischsten, pyknischster)+FW+EW; Z.: pyk-n-isch
$pyramidal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. pyramidal, pyramidenförmig, riesig; E.: s. Pyramid(e), s. al (Suff.); L.: DW 13, 2287, EWD s. u. Pyramide; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und aus Pyramid(e) und al gebildete Bezeichnung für seit Entwicklung und Errichtung von Pyramiden durch den Menschen in den Hochkulturen des Altertums mögliches pyramidenförmig oder riesig; F.: pyramidal, pyramidale, pyramidales, pyramidalem, pyramidalen, pyramidaler+FW; Z.: pyram-id-al
Pyramide, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Pyramide, ein geometrischer Körper; ne. pyramid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. pȳramis; E.: s. lat. pȳramis, F., Pyramide, (81-43 v. Chr.); gr. πυραμίς (pyramís), F., Pyramide; aus dem Ägypt.; L.: Kluge s. u. Pyramide, EWD s. u. Pyramide, DW 13, 2287, Duden s. u. Pyramide; Son.: vgl. nndl. piramide, Sb., Pyramide; frz. pyramide, F., Pyramide; nschw. pyramid, Sb., Pyramide; nnorw. pyramide, M., Pyramide; poln. piramida, F., Pyramide; kymr. pyramid, M., Pyramide; nir. pirimid, F., Pyramide; lit. pižama, F., Pyramide; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen ab 2700 v. Chr. von Menschen entwickelten und einige Jahrhunderte verwendeten monumentalen und über einer quadratischen Grundfläche in vier dreieckigen Seiten nach oben spitz zulaufenden Grabbau und davon abgeleitet für einen dem entsprechenden geometrischen Körper in der Vorstellung des Menschen; BM.: ?; F.: Pyramide, Pyramiden+FW; Z.: Pyram-id-e
Pyromane, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Pyromane, zwanghaft Brände Legender, Feuerteufel; ne. pyromaniac; Vw.: -; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πῦρ (pýr), N., Feuer; idg. *pehu̯r̥, *pʰu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer, Pokorny 828 (RB. idg. aus gr., germ.); gr. μανία (manía), F., Wut, Raserei, Wahnsinn; vgl. gr. μαίνεσθαι (maínesthai), V., rasen; vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Pyromane, fehlt DW, Duden s. u. Pyromane; Son.: vgl. nndl. pyromaan, Sb., Pyromane; frz. pyromane, M., Pyromane; nschw. pyroman, Sb., Pyromane; nnorw. pyroman, M., Pyromane; poln. piroman, M., Pyromane; lit. piromanas, M., Pyromane; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an dem krankhaften Trieb Brände zu legen leidenden Menschen (Feuerteufel); BM.: Feuer, denken; F.: Pyromane, Pyromanen+FW(+EW?); Z.: Pyr-o-man-e
Pyrotechnik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Pyrotechnik, Feuerwerkstechnik; ne. pyrotechnics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. πῦρ (pýr), N., Feuer; idg. *pehu̯r̥, *pʰu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer, Pokorny 828 (RB. idg. aus gr., germ.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Technik; L.: Duden s. u. Pyrotechnik; Son.: vgl. nndl. pyrotechniek; frz. pyrotechnie, F., Pyrotechnik; nschw. pyroteknik, Sb., Pyrotechnik; nnorw. pyroteknikk, M., Pyrotechnik; kymr. pyrotechneg, F., Pyrotechnik; nir. piriteichnic, F., Pyrotechnik; poln. pirotechnika, F., Pyrotechnik; lit. pirotechnika, F., Pyrotechnik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit vor 1000 Jahren entwickelte und betriebene Herstellung und den Gebrauch von Feuerwerkskörpern; BM.: Feuer, weben bzw. flechten; F.: Pyrotechnik, Pyrotechniken+FW; Z.: Pyr-o—tech-n-ik
Pyrrhussieg, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Pyrrhussieg, sehr teuer bezahlter Sieg; ne. Pyrrhic victory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: onomastische Bildung, von dem PN Pyrrhus; s. lat. Pyrrhus, M.=PN, Pyrrhus; gr. Πύῤῥος (Pýrrhos), M.=PN, Pyrrhus; weitere Herkunft unklar?, vielleicht s. gr. πυρρός (pyrrós), Adj., feuerfarbig, rot; vgl. gr. πῦρ (pýr), N., Feuer; vgl. idg. *pehu̯r̥, *pʰu̯nos, *péh₂u̯r̥-, N., Feuer, Pokorny 828 (RB. idg. aus gr., germ.); Hinterglied s. nhd. Sieg; L.: Kluge s. u. Pyrrhussieg, fehlt DW, Duden s. u. Pyrrhussieg; Son.: vgl. nndl. Pyrrusoverwinning, Sb., Pyrrhussieg; frz. victoira à la Pyrrhus, F., Pyrrhussieg; nschw. pyrrhusseger, Sb., Pyrrhussieg; nnorw. pyrrhosseier, M., Pyrrhussieg; poln. pyrrusowe zwycięstwo, Sb., Pyrrhussieg; lit. pyro pergalė, F., Pyrrhussieg; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem jenseits des Lateinischen und Griechischen des Altertums unklaren vielleicht mit Feuer verbindbaren PN und Sieg gebildete Bezeichnung für bei Siegen und gleichzeitigen Verlusten an Menschen wie von König Pyrrhos I. von Epirus um 279 v. Chr. bei Siegen über die Römer mit Verlusten an Kämpfern sehr teuer bezahlten Sieg; BM.: PN; F.: Pyrrhussieg, Pyrrhussiegs, Pyrrhussieges, Pyrrhussiege, Pyrrhussiegen+FW+EW; Z.: Pyrrh-us—sieg
Python, nhd., M., F., (17. Jh.): nhd. Python, Pythonschlange; ne. python; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1603?; I.: Lw. gr. Πύθων (Pýthon); E.: s. gr. Πύθων (Pýthon) (1), N., Schlange bei Delphi, älterer Name für Delphi; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Python, fehlt DW, Duden s. u. Python; Son.: vgl. nndl. python, Sb., Python; frz. python, M., Python; nschw. python, pyton, Sb., Python; nnorw. pyton, M., Python; poln. pyton, M., Python; kymr. peithon, M., Python; nir. píotón, M., Python; lit. pitonas, M., Python; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine seit etwa 47 Millionen Jahren nachweisbare und bis zu 180 Zentimeter lange in Afrika und Südasien und Nordaustralien lebende und Opfer durch Umschlingen und Erwürgen tötende Schlange, eine Würgeschlange; BM.: Name einer Schlange; F.: Python, Pythons+FW; Z.: Pyth-on
q, Q, nhd., N.: nhd. Q, q; ne. q (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. q; E.: s. lat. q, Buchstabe, Q, q; über das Griechische vielleicht aus dem proto-semitischen Alphabet; phön. quoppa, s. phön. qoph, Sb., Affe; L.: DW 13, 2289, Duden s. u. Q; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben q des lateinischen Alphabets; BM.: Affe; F.: Q, Qs+FW; Z.: Q
quabbeln, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. quabbeln, schwabbeln, hin bewegen und her bewegen; ne. wobble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von ndd. quabbel, Sb., Fettschicht, Wamme; nndl. kwabbe, kwab; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. quabbeln, Kluge s. u. quabbeln, DW 13, 2315 (quappeln), EWD s. u. Quappe, Duden s. u. quabbeln, Bluhme s. u. quabbelig; Son.: vgl. nndl. kwabbe, kwab, Sb., Gallert?; nisl. kvapi, Sb., Gallert, gallertartige fettige Masse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen und dem Neuniederländischen wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schwabbeln oder sich als schwabbelige Masse hin bewegen und her bewegen; BM.: lautmalend; F.: quabbeln, quabbel (!), quabble (!), quabbele (!), quabbelst, quabbelt, quabbelte, quabbeltest, quabbelten, quabbeltet, gequabbelt, ##gequabbelt, gequabbelte, gequabbeltes, gequabbeltem, gequabbelten, gequabbelter##, quabbelnd, ###quabbelnd, quabbelnde, quabbelndes, quabbelndem, quabbelnden, quabbelnder###+EW; Z.: quabb-el-n
$quabbelig, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. quabbelig, schwabbelig, schwammig, weich; E.: s. quabbel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. quabbeln, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus quabbel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches schwabbelig oder schwammig oder weich; F.: quabbelig, quabbelige, quabbeliges, quabbeligem, quabbeligen, quabbeliger(, quabbeligere, quabbeligeres, quabbeligerem, quabbeligeren, quabbeligerer, quabbeligst, quabbeligste, quabbeligstes, quabbeligstem, quabbeligsten, quabbeligster)+EW; Z.: quabb-el-ig
quackeln, nhd. (dial.), sw. V., (15. Jh.): nhd. quackeln, schwatzen, quatschen, quaken; ne. babble (V.); E.: s. mnd. quackelen, quaklen, sw. V., quackeln, schwatzen, krächzen, unnütz verbrauchen; s. mnl. quackelen, V., schwatzen, dummes Zeug treiben; lautmalerisch?; L.: Kluge s. u. quackeln, DW 13, 2290, Duden s. u. quackeln; Son.: norddeutsch; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für schwatzen oder quatschen oder quaken; BM.: lautmalend?; F.: quackeln, quackel (!), quackle (!), quackelst, quackelt, quackelte, quackeltest, quackelten, quackeltet, gequackelt, ##gequackelt, gequackelte, gequackeltes, gequackeltem, gequackelten, gequackelter##, quackelnd, ###quackelnd, quackelnde, quackelndes, quackelndem, quackelnden, quackelnder###+EW; Z.: quack-el-n
Quacksalber, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Quacksalber, Scharlatan, Kurpfuscher; ne. quak, quak doctor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. quaksalvære*, quaksalver, quaksalve, M., Quacksalber, Mensch der Heilmittel herstellt und verkauft, unqualifiziert Krankheiten Behandelnder, Kurpfuscher, Marktschreier; vgl. mnd. quak, Sb., Mangel (M.), Fehler, Ärger; vgl. mnl. quāken, V., schwatzen, prahlen; lautmalender Herkunft?; mnd. salven, sw. V., salben, zu Heilzwecken mit Salbe einreiben, einsalben; ahd. salbōn, sw. V. (2), salben, bestreichen, streichen; germ. *salbōn, sw. V., salben; s. idg. *selp-, Sb., Fett, Pokorny 901 (1569/41) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quacksalber, Kluge s. u. Quacksalber, DW 13, 2293, EWD s. u. Quacksalber, Duden s. u. Quacksalber, Bluhme s. u. Quacksalber; Son.: vgl. nschw. kvaksalare, Sb., Quaksalber; nnorw. kvaksalver, M., Quaksalber; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus mnd. quak und salven lautmalend gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Arzt der mit verdächtigen Mitteln und Methoden Kranke zu heilen versucht; BM.: lautmalend?, Fett; F.: Quacksalber, Quacksalbers, Quacksalbern+EW?; Z.: Quack—salb-er
$Quacksalberei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Quacksalberei, Kurpfuscherei, Scharlatanerie; E.: s. Quacksalber, s. ei; L.: EWD s. u. Quacksalber, s. DW 13, 2293; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Quacksalber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Kurpfuscherei oder Scharlatanerie; F.: Quacksalberei, Quacksalbereien+EW?; Z.: Quack—salb-er-ei
$quacksalbern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. quacksalbern; E.: s. Quacksalber, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Quacksalber, EWD s. u. Quacksalber, s. DW 13, 2293; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Quacksalber sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches als Quacksalber oder Kurpfuscher oder Scharlatan tätig sein (V.); F.: quacksalbern, quacksalbere (!), quacksalber (!), quacksalberst, quacksalbert, quacksalberte, quacksalbertest, quacksalberten, quacksalbertet, gequacksalbert, ##gequacksalbert, gequacksalberte, gequacksalbertes, gequacksalbertem, gequacksalberten, gequacksalberter##, quacksalbernd, ###quacksalbernd, quacksalberndes, quacksalberndem, quacksalbernden, quacksalbernder###+EW?; Z.: quack—salb-er-n
Quaddel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Quaddel, Hautbläschen; ne. wheal, welt (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnl. quadele, F., Quaddel; s. ahd. kwedilla*, quedilla*, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n)?, Blase, Bläschen, Eiterpustel, Pustel, eiterige Schwellung; Etymologie unbekannt; vielleicht von germ. *kweþu-, *kweþuz, st. M. (u), Bauch, Leib; s. idg. *gᵘ̯et-, Sb., Schwellung, Rundung, Pokorny 481; vgl. idg. *gēu-, *gəu-, *gū-, geh₂u-, V., biegen, krümmen, wölben, Pokorny 393 (562/46) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Quaddel, DW 13, 2294, EWD s. u. Quaddel, Falk/Torp 60, Duden s. u. Quaddel, Bluhme s. u. Quaddel; Son.: vgl. ae. cwiþ, cwiþa, st. M. (a), Bauch, Leib; an. kviðr (1), st. M. (u), Bauch, Magen, Leib; got. qiþus, st. M. (u), Magen, Mutterschoß, Bauch; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelniederländischen und dem Althochdeutschen sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche juckende Anschwellung der Haut oder ein Hautbläschen; BM.: wölben?; F.: Quaddel, Quaddeln+EW; Z.: Qua-d-d-el
Quader, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Quader, Rechtkant; ne. cuboid, square stone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. quāder, st. M., N., Quader, Quaderstein; mnd. quāder?, M., Quader, Quaderstein; ahd. kwāderstein, quāderstein, st. M. (a), Quaderstein, viereckiger Stein; s. lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck (= quadrus subst.), (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quader, Kluge s. u. Quader, DW 13, 2294, EWD s. u. Quader, Duden s. u. Quader, Bluhme s. u. Quader; Son.: vgl. nschw. kvaderstein, Sb., Quader; nnorw. kvader, M., Quader; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen in der Natur möglichen und in der Vorstellung des Menschen bedeutsamen durch sechs teilweise gleich große Rechtecke begrenzten Körper mit acht Ecken und zwölf Kanten wie beispielsweise Ziegelsteine oder Bausteine oder Schachteln oder Kartons oder Möbel oder Matratzen; BM.: vier; F.: Quader, Quaders, Quadern+FW; Z.: Quad-er
Quadrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (15. Jh.): nhd. Quadrant, ein Viertel eines Kreises, durch zwei Koordinatenachsen begrenzter Abschnitt einer Ebene; ne. quadrant; Vw.: -; Hw.: s. quadrieren; Q.: 15. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: mhd. quadrant, st. M., Quadrant, Quaderstein; mhd. quadrante, sw. M., Quadrant (ein Messinstrument); mhd. quādran, st. M., Quadrant (?); mnd. quadrant (1), M., Quadrant (ein rechteckig behauener Stein), Quaderstein; lat. quadrāns, M., vierter Teil, Viertel, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. quadrāre, V., viereckig machen; lat. quadrus, Adj., viereckig; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quadrant, DW 13, 2296, EWD s. u. Quadrant, Duden s. u. Quadrant; Son.: vgl. nndl. kwadrant, Sb., Quadrant; frz. quadrant, M., Quadrant; nschw. kvadrant, Sb., Quadrant; nnorw. kvadrant, M., Quadrant; poln. kwadrant, M., Quadrant; kymr. cwadrant, M., Quadrant; lit. kvadrantas, M., Quadrant; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Viertel eines Kreises oder für eines der vier Viertel eines rechtwinkeligen Koordinatensystems; BM.: vier; F.: Quadrant, Quadranten+FW; Z.: Quad-r-ant
Quadrat, nhd., (Part. Prät.=)N., (14. Jh.): nhd. Quadrat, ein Viereck mit vier gleichlangen Seiten; ne. square (N.), quadrat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; E.: mhd. quadrāt, st. N., Quadrat; mnd. quadrāt, M., N., Quadrat (Potenz), Quadratzahl, zweite Potenz einer Zahl; lat. quadrātus, M., Viereck, Quadrat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quadrus, Adj., viereckig; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quadrat, DW 13, 2296, EWD s. u. Quadrat, Duden s. u. Quadrat; Son.: vgl. nndl. kwadraat, Sb., Quadrat; frz. cadrat, M., Quadrat; nschw. kvadrat, Sb., Quadrat; nnorw. kvadrat, N., Quadrat; poln. kwadrat, M., Quadrat; kymr. cwadrat, M., Quadrat; nir. cuadraí, M., Quadrat; lit. kvadratas, M., Quadrat; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein vor allem in der Vorstellung des Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums bedeutsames Rechteck mit vier gleich langen Seiten; BM.: vier; F.: Quadrat, Quadrats, Quadrates, Quadrate, Quadraten+FW(+EW); Z.: Quad-r-at
$quadratisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. quadratisch, Quadrat betreffend, in das Quadrat erhoben; E.: s. Quadrat, s. isch; L.: Kluge s. u. Quadrat, EWD s. u. Quadrat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Quadrat und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für Quadrat betreffend oder durch Vervielfältigung mit sich selbst in das Quadrat erhoben; F.: quadratisch, quadratische, quadratisches, quadratischem, quadratischen, quadratischer+FW+EW; Z.: quad-r-at-isch
Quadratur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Quadratur, Quadratbildung, ein Berechnungsverfahren; ne. quadrature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. quadrātūra; E.: s. lat. quadrātūra, F., Verwandlung in ein Viereck, Quadratur, Viereck, (81-43 v. Chr.); lat. quadrus (1), Adj., viereckig; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quadratur, Duden s. u. Quadratur; Son.: vgl. nndl. kwadratuur, Sb., Quadratur; frz. quadrature, F., Quadratur; nschw. kvadratur, Sb., Quadratur; nnorw. kvadratur, M., Quadratur; poln. kwadratura, F., Quadratur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Umwandlung einer ebenen geometrischen Figur in ein Quadrat des gleichen Flächeninhalts durch geometrische Konstruktion wobei eine Quadratur eines Kreises mit Lineal und Zirkel an der Unendlichkeit der Zahl pi scheitert; BM.: vier; F.: Quadratur, Quadraturen+FW(+EW); Z.: Quad-r-at-ur
quadrieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. quadrieren, in Quadrate aufteilen, Quadrat bilden; ne. square (V.); Vw.: -; Hw.: s. Quadrant; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); I.: Lw. lat. quadrāre; E.: mhd. quadrieren, sw. V., quadrieren, vierteln; lat. quadrāre, V., viereckig machen, (2. Hälfte 2. Jh. v. Chr.); vgl. lat. quadrus, Adj., viereckig; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quadrat, Quadrant, DW 13, 2297, Duden s. u. quadrieren; Son.: vgl. nndl. kwadrateren, V., quadrieren; nschw. kvadrera, V., quadrieren; nnorw. kvadrere, V., quadrieren; lit. kelti kvadratu, V., quadrieren; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Quadrate aufteilen oder Quadrat bilden oder eine Zahl mit sich selbst multiplizieren wie beispielsweise zweimal zwei oder dreimal drei oder viermal vier; BM.: vier; F.: quadrieren, quadriere, quadrierst, quadriert, quadrierest, quadrieret, quadrierte, quadriertest, quadrierten, quadriertet, ##quadriert, quadrierte, quadriertes, quadriertem, quadrierten, quadrierter##, quadrierend, ###quadrierend, quadrierende, quadrierendes, quadrierendem, quadrierenden, quadrierender###, quadrier (!)+FW+EW; Z.: quad-r-ier-en
Quadriga, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Quadriga, Viergespann; ne. quadriga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. quadrīga; E.: s. lat. quadrīga, F., Viergespann, Gespann, vierspänniger Wagen (M.), Fuhre, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. quadrus (1), Adj., viereckig; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. iugum, N., Joch, Kummet, Gespann, Juchert; idg. *i̯ugom, N., Joch, Pokorny 508; s. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Quadriga, Duden s. u. Quadriga; Son.: vgl. nndl. quadriga, Sb., Quadriga; frz. quadrige, F., Quadriga; poln. kwadryga, F., Quadriga; kymr. cwadriga, M., Quadriga; lit. kvadriga, F., Quadriga; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen in den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Viergespann oder einen offenen zweiräderigen Wagen (M.) mit vier nebeneinander gespannten Pferden und einem stehenden Lenker; BM.: vier; F.: Quadriga, Quadrigen+FW; Z.: Quad-r-ig-a
Quadrille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Quadrille, Gruppe von vier Reitern, ein Gesellschaftstanz (Contretanz); ne. quadrille; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. quadrille; E.: s. frz. quadrille, F., Quadrille; span. cuadrilla, F., Aufteilung des Heeres in vier Gruppen; vgl. lat. quadrus (1), Adj., viereckig, (um 35-95/96 n. Chr.); lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quadrille, DW 13, 2997, EWD s. u. Quadrille, Duden s. u. Quadrillen; Son.: vgl. nndl. quadrille, Sb., Quadrille; nschw. kadrilj, Sb., Quadrille; nnorw. kvadrilje, M., Quadrille; poln. kadryl, M., Quadrille; kymr. cwadríl, M., F., Quadrille; nir. cuardaill, F., Quadrille; lit. kadrilis, Sb., Quadrille; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Spanischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von je vier Paaren in einem Karree getanzten Gesellschaftstanz (Contretanz); BM.: vier; F.: Quadrille, Quadrillen+FW; Z.: Quad-r-ill-e
$Quäke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Quäke, Geräusche wie ein Frosch oder eine Ente Machen; E.: s. quäken; L.: Kluge s. u. quäken, EWD s. u. quaken, DW s. 13, 2291; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit quäken verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschlich mögliches Geräusche wie ein Frosch Machen; F.: Quäke, Quäken+EW; Z.: Quäk-e
quaken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. quaken, Quak machen; ne. quack (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. quacken, V., quaken; mnd. quacken (1), sw. V., quacken, schwatzen, unnütz reden, quaken; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. quaken, Kluge s. u. quaken, DW 13, 2291 (quacken), EWD s. u. quaken, Duden s. u. quaken, Bluhme s. u. quaken; Son.: vgl. frz. coasser, V., quaken; nschw. kvacke, V., quaken; poln. kwakać, V., quaken; lat. coaxāre, V., quaken; kymr. cwacian, V., quaken; lit. kvarkti, V., quaken; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Geräusche wie ein Frosch oder eine Ente machen; BM.: lautmalend; F.: quaken, quake (!), quakst, quakt, quakest, quaket, quakte, quaktest, quakten, quaktet, gequakt, ##gequakt, gequakte, gequaktes, gequaktem, gequakten, gequakter##, quakend, ###quakend, quakende, quakendes, quakendem, quakenden, quakender###, quak (!)+EW; Z.: quak-en
quäken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. quäken, weinerlich reden; ne. squawk (V.), mewl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. quäken, DW 13, 2291, EWD s. u. quäken, Duden s. u. quäken; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches mit gepresster Stimme weinen oder weinerlich reden; BM.: lautmalend; F.: quäken (!), quäke (!), quäkst, quäkt, quäkest, quäket, quäkte, quäktest, quäkten, quäktet, gequäkt, ##gequäkt, gequäkte, gequäktes, gequäktem, gequäkten, gequäkter##, quäkend, ###quäkend, quäkende, quäkendes, quäkendem, quäkenden, quäkender###, quäk (!)+EW; Z.: quäk-en
Quäker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Quäker, Mitglied einer Quäkergemeinschaft; ne. Quaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. quaker; E.: s. ne. quaker, M., Quäker, Zitterer; vgl. ne. quake, V., zittern; ae. cwacian, cwæcian, sw. V. (2), zittern, klappern; germ. *kwakjan, sw. V., schütteln; germ. *kwakōn, sw. V., zittern; L.: Kluge s. u. Quäker, DW 13, 2291 (Quäcker), Duden s. u. Quäker, Bluhme s. u. Quaeker; Son.: vgl. nndl. quaker, Sb., Quäker; frz. quaker, M., Quäker; nschw. kväkare, Sb., Quäker; nnorw. kveker, M., Quäker; poln. kwakier, M., Quäker; kymr. cwacer, M., Quäker; nir. caecar, M., Quäker; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Mitglied der von George Fox in England 1649 gegründeten weltweit in der Gegenwart vielleicht knapp 500000 Mitglieder zählenden Religionsgemeinschaft welche die Erfahrung des Göttlichen in sich und in ihren Beziehungen mit anderen Menschen und ihrer Umgebung sucht; BM.: zittern; F.: Quäker, Quäkers, Quäkern+FW; Z.: Quäk-er
Qual, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Qual, Schmerz; ne. torment (N.); Vw.: -; Hw.: s. quälen, Tantalusqualen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. quāle (1), kāle, kōle, chōle, quæle, st. F., Beklemmung, Marter, Qual, Leiden, Schmerz; mhd. qual, st. F., Qual; mnd. quāl (2), F., Qual, Pein, Schmerz; mnd. quāle, F., Qual, Leid, Pein, Plage, Schmerz, Marter, Krankheit; ahd. kwāla*, quāla*, st. F. (ō), Qual, Elend, Mangel (M.), Hölle; as. kwāla*, quāla*, kwala*, quala*, st. F. (ō), Qual; anfrk. -; lang. *kwāla, st. F. (ō), Qual, Marter, Tortur; germ. *kwalō, st. F. (ō), Qual, Pein, Tod; idg. *gᵘ̯el- (1), *gᵘ̯elH-, *gᵘ̯l̥H-, V., Sb., stechen, Schmerz, Qual, Tod, Pokorny 470 (690/12) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Qual, Kluge s. u. Qual, DW 13, 2298, EWD s. u. Qual, Falk/Torp 62, Seebold 313, Duden s. u. Qual, Bluhme s. u. Qual; Son.: vgl. afries. -; ae. cwalu, st. F. (ō), Tötung, Mord, Zerstörung; an. kvǫl, st. F. (ō), Qual, Pein; got. *qal?, st. M.?, st. N.?; nndl. kwaal, Sb., Qual; nschw. kval, N., Qual; nnorw. kval, M., Qual; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine länger andauernde unerträgliche Empfindung eines Leidens; BM.: stechen bzw. Schmerz; F.: Qual, Qualen+EW; Z.: Qual
quälen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. quälen, Qual zufügen, Schmerz zufügen, peinigen, Schmerz leiden; ne. tormen (V.); Vw.: -; Hw.: s. Qual; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. quelen* (1), queln, chwelen, cholen, koln, kollen, keln, st. V., sich quälen, quälen, abmartern, Schmerzen leiden, Schmerzen verursachen, leiden, schmerzen, sich verzehren in; mhd. quelen* (3), queln, quellen, qualen, keln, koln, kalen, V., plagen, quälen, peinigen, martern, foltern, zwingen in, stoßen in, drängen; mnd. quēlen, quellen, quālen, sw. V., quälen, Schmerz empfinden, seelischen Schmerz empfinden, Kummer empfinden; mnd. kellen (1), killen, sw. V., st. V., schmerzen, Qual verursachen, Schmerz verursachen, weh tun, im Schmerz brennen; mnl. quellen, sw. V., quälen; ahd. kwelan*, quelan*, st. V. (4), leiden, sich quälen, sich abhärmen; ahd. kwelōn*, quelōn*, sw. V. (2), quälen, peinigen; ahd. kwellen*, quellen*, sw. V. (1b), quälen, plagen, martern, züchtigen, strafen, töten, morden, umbringen; as. kwelan*, V., quälen, leiden; as. kwėllian*, quėllian*, sw. V. (1b), martern, töten; anfrk. -; germ. *kwelan, st. V., leiden; germ. *kwaljan, sw. V., quälen, töten; idg. *gᵘ̯el- (1), *gᵘ̯elH-, *gᵘ̯l̥H-, V., Sb., stechen, Schmerz, Qual, Tod, Pokorny 470 (690/12) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Qual, Kluge s. u. Qual, DW 13, 2302, EWD s. u. Qual, Falk/Torp 62, Seebold 313, Duden s. u. quälen; Son.: vgl. afries. -; ae. cwelan, st. V. (4), sterben; ae. cwėllan, sw. V. (1), töten; an. kvelja, sw. V. (1), plagen, martern, quälen; got. *qilan, st. V. (4), zur Ruhe kommen; nndl. kwellen, V., quälen; arm. kelel, V., quälen; air. at-bai, at-bail, V., stirbt; lit. gélti, V., stechen, wehtun; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einem anderen Lebewesen Qual zufügen oder Schmerz zufügen; BM.: stechen bzw. Schmerz; F.: quälen, quäle, quälst, quält, quälest, quälet, quälte, quältest, quälten, quältet, gequält, ##gequält, gequälte, gequältes, gequältem, gequälten, gequälter##, quälend, ###quälend, quälende, quälendes, quälendem, quälenden, quälender###, quäl (!)+EW; Z.: quäl-en
$Quälgeist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Quälgeist, Plagegeist; E.: s. quäl(en), s. Geist; L.: DW 13, 2307, EWD s. u. Qual; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus quäl(en) und Geist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen andere Menschen oder Lebewesen bedrängenden Menschen oder ein vergleichbares Lebewesen; F.: Quälgeist, Quälgeists, Quälgeistes, Quälgeister, Quälgeistern+EW; Z.: Quäl—gei-s-t
Qualifikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Qualifikation, Qualifizierung, Befähigung, Voraussetzung; ne. qualification; Vw.: s. Dis-; Hw.: s. qualifizieren; Q.:; I.: Lw.; E.: s. mnd. quālificatiōn, F., Qualifikation, Befähigungsnachweis; mlat. quālificātio, F., Qualifikation, Befähigung; vgl. lat. quālis, Adj., wie beschaffen (Adj.), welcherlei, was für ein; lat. quī (1), Pron., welcher, welche, welches, welch; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: EWD s. u. Qualität, Duden s. u. Qualifikation; Son.: vgl. nndl. kwalificatie Sb., Qualifikation; frz. qualification, F., Qualifikation; nschw. kvalifikation, Sb., Qualifkation; nnorw. kvailfikasjon, M., Qualifikation; poln. kwalifikacje, F., Qualifikation; lit. kvalifikacija, F., Qualifikation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche von Menschen durch Ausbildung oder Erfahrung erworbene Befähigung (zu einer bestimmten Tätigkeit); BM.: wie, machen; F.: Qualifikation, Qualifikationen+FW; Z.: Qua-l-i-fi-k-at-io-n
qualifizieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. qualifizieren, fähig machen, Bedingungen erfüllen um etwas machen zu können; ne. qualify; Vw.: -; Hw.: s. Qualifikation, Qualität, qualitativ; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. quālificāre; E.: s. mnd. quālificēren, quālificīren, sw. V., qualifizieren, befähigt sein (V.), geeignet machen, angemessen ausstatten; mlat. quālificāre, V., qualifizieren, befähigen, näher bestimmen; vgl. lat. quālis, Adj., wie beschaffen (Adj.), welcherlei, was für ein; lat. quī (1), Pron., welcher, welche, welches, welch; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Qualität, DW 13, 2307 (qualificieren), EWD s. u. Qualität, Duden s. u. qualifzieren; Son.: vgl. nndl. kwalificeren, V., qualifizieren; nschw. kvalificera, V., qualifizieren; nnorw. kvalifisere, V., qualifizieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch eine Ausbildung oder einen Sieg etwas erlangen oder fähig machen oder Bedingungen erfüllen; BM.: wie, machen; F.: qualifizieren, qualifiziere, qualifizierst, qualifiziert, qualifizierest, qualifizieret, qualifizierte, qualifiziertest, qualifizierten, qualifiziertet, ##qualifiziert, qualifizierte, qualifiziertes, qualifiziertem, qualifizierten, qualifizierter##, qualifizierend, ###qualifizierend, qualifizierende, qualifizierendes, qualifizierendem, qualifizierenden, qualifizierender###, qualifizier (!)+FW+EW?; Z.: qua-l-i-fi-z-ier-en
$qualifiziert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. qualifiziert, geeignet, befähigt, fähig; L.: EWD s. u. Qualität, s. DW 13, 2307; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus qualifizier(en) und t (Suffix) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geeignet oder befähigt oder fähig; F.: qualifiziert, qualifizierte, qualifiziertes, qualifiziertem, qualifizierten, qualifizierter(, qualifiziertere, qualifizierteres, qualifizierterem, qualifizierteren, qualifizierterer, qualifiziertest, qualifizierteste, qualifiziertestes, qualifiziertestem, qualifiziertesten, qualifiziertester)+FW(+EW); Z.: qua-l-i-fi-z-ier-t
$Qualifizierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Qualifizierung, Qualifikation, Befähigung; E.: s. qualifizier(en), s. ung; L.: EWD s. u. Qualität, s. DW 13, 2307; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach mlat. quālificātio aus qualifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Qualifikation oder Befähigung; F.: Qualifizierung, Qualifizierungen+FW+EW; Z.: Qua-l-i-fi-z-ier-ung
Qualität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Qualität, Beschaffenheit, Gesamtheit wesentlicher Eigenschaften; ne. quality; Vw.: -; Hw.: s. qualifizieren, qualitativ; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. quālitās; E.: s. mnd. quālitāte, quālitēte, quālitēt, F., Qualität, Eigenschaft, Merkmal, Beschaffenheit; lat. quālitās, F., Qualität, Beschaffenheit, Eigenschaft, Verhältnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quālis, Adj., wie beschaffen (Adj.), welcherlei, was für ein; lat. quī (1), Pron., welcher, welche, welches, welch; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Qualität, DW 13, 2308, EWD s. u. Qualität, Duden s. u. Qualität; Son.: vgl. nndl. kwaliteit, Sb., Qualität; frz. qualité, F., Qualität; nschw. kvalitet, Sb., Qualität; nnorw. kvalitet, M., Qualität; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beschaffenheit oder eine Gesamtheit wesentlicher Eigenschaften; BM.: wer; F.: Qualität, Qualitäten+FW; Z.: Qua-l-it-ät
qualitativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. qualitativ, Qualität betreffend; ne. qualitative; Vw.: -; Hw.: s. Qualität, qualifizieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. quālitātīvus; E.: s. lat. quālitātīvus, Adj., qualitativ; vgl. lat. quālitās, F., Qualität, Beschaffenheit, Eigenschaft, Verhältnis; vgl. lat. quālis, Adj., wie beschaffen (Adj.), welcherlei, was für ein; lat. quī (1), Pron., welcher, welche, welches, welch; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Qualität, EWD s. u. Qualität, Duden s. u. qualitativ; Son.: vgl. nndl. kwalitatief, Adj., qualitativ; frz. qualitatif, Adj., qualitativ; nschw. kvalitativ, Adj., qualitativ; nnorw. kvalitativ, Adj., qualitativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Qualität betreffend; BM.: wer; F.: qualitativ, qualitative, qualitatives, qualitativem, qualitativen, qualitativer(, qualitativere, qualitativeres, qualitativerem, qualitativeren, qualitativerer, qualitativst, qualitativste, qualitativstes, qualitativstem, qualitativsten, qualitativster)+FW(+EW); Z.: qua-l-it-at-iv
Qualle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Qualle, Meduse; ne. jellyfish; Vw.: -; Hw.: s. quellen, Quelle; Q.: 16. Jh.; E.: von nnd. qualle, F., Qualle; nndl. kwal, Sb., Qualle; vgl. mnd. quellen, st. V., quellen, hervorquellen, ausstoßen, von sich geben, aufquellen, anschwellen, vor Zorn aufwallen; as. kwellan*, quellan, st. V., quellen; germ. *kwellan, st. V., quellen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); vielleicht besteht auch ein Zusammenhang mit lat. coāgulum, N., Lab, Labmagen, gerinnen machendes Mittel, Gerinnungsmittel; L.: Kluge s. u. Qualle, DW 13, 2308, EWD s. u. Qualle, Duden s. u. Qualle, Bluhme s. u. Qualle; GB.: seit 16. Jh. nnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in einem Meer lebendes aus einer gallertartigen Substanz bestehendes wirbelloses glockenförmiges bis schirmförmiges vor allem aus Wasser bestehendes frei schwimmendes und teilweise giftiges Nesseltier mit langen Tentakeln und einfachen Sinneszellen; BM.: träufeln; F.: Qualle, Quallen+FW; Z.: Qual-l-e
Qualm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Qualm, Betäubung, dichter und quellender Dampf oder Rauch; ne. fume (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mnd. qualm, quallen, quallem, M.?, Qualm, Dampf, Nebel, Rauch, aufgewirbelter Staub; s. mhd. twalm, st. M., st. N., Qualm, Dunst, Betäubung; ahd. twalm, st. M. (a?), Verwirrung, Bestürzung, Betäubung; germ. *dwalma-, *dwalmaz, st. M. (a), Betäubung; s. idg. *dʰeu̯el-, *dʰu̯el-, V., trüben, wirbeln, Pokorny 265; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Qualm, Kluge s. u. Qualm, DW 13, 2309, EWD s. u. Qualm, Seebold 313, Duden s. u. Qualm, Bluhme s. u. Qualm; Son.: vgl. nndl. kwalm, Sb., Qualm; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen als unangenehm empfundenen dichten und quellenden Rauch oder Dampf; BM.: wirbeln bzw. stinken; F.: Qualm, Qualme, Qualmes, Qualms+EW; Z.: Qua-l-m
$qualmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. qualmen, Qualm oder Rauch bilden; E.: s. Qualm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Qualm, DW 13, 2311, EWD s. u. Qualm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Qualm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Qualm oder Rauch bilden; F.: qualmen, qualme (!), qualmst, qualmt, qualmest, qualmet, qualmte, qualmtest, qualmten, qualmtet, gequalmt, ##gequalmt, gequalmte, gequalmtes, gequalmtem, gequalmten, gequalmter##, qualmend, ###qualmend, qualmende, qualmendes, qualmendem, qualmenden, qualmender###, qualm (!)+EW; Z.: qua-l-m-en
$qualmig, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. qualmig, Qualm betreffend, rauchig; E.: s. Qualm, s. ig; L.: DW 13, 2311 (qualmicht), EWD s. u. Qualm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Qualm und ig gebildete Bezeichnung für Qualm betreffend; F.: qualmig, qualmige, qualmiges, qualmigem, qualmigen, qualmiger(, qualmigere, qualmigeres, qualmigerem, qualmigeren, qualmigerer, qualmigst, qualmigste, qualmigstes, qualmigstem, qualmigsten, qualmigster)+EW; Z.: qua-l-m-ig
Qualster, Kolster, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Qualster, Kolster, zäher Schleim; ne. gob (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. qualster (1), M., schleimiger Auswurf, zäher dicker Schleim; entweder von mnd. quellen, st. V., quellen, hervorquellen, ausstoßen, von sich geben, aufquellen, anschwellen, vor Zorn aufwallen; as. kwellan*, quellan, st. V., quellen; germ. *kwellan, st. V., quellen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); vielleicht besteht auch ein Zusammenhang mit lat. coāgulum, N., Lab, Labmagen, gerinnen machendes Mittel, Gerinnungsmittel; oder von lat. coāgulum, N., Lab, gerinnen machendes Mittel; vgl. lat. cōgere, V., zusammentreiben, zusammenbringen, vereinigen; lat. cum, Präp., mit, samt; s. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; s. idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Qualster, DW 13. 2312, Duden s. u. Qualster; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) mnd. belegte und vielleicht mit quellen oder lat. coāgulum, N., Lab verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen zähen Schleim; BM.: quellen bzw. mit, treiben; F.: Qualster, Qualsters, Qualstern, Kolster, Kolsters, Kolstern+FW?+EW?; Z.: Qual-st-er
Quant, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Quant, kleinstes Elementarteilchen; ne. quantum; Vw.: -; Hw.: s. Quantum; Q.: 1910; I.: Kunstbildung; E.: von Max Planck als Einheit der Quantität benannt; vgl. lat. quantus, Adv., von welcher Größe, wie große, so groß wie, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quant, DW 13, 2313?, Duden s. u. Quant; Son.: vgl. nndl. quant, quantum, Sb., Quant; frz. quantum, N., Quant; nschw. kvant, kvantum, N., Quant; nnorw. kvant, N., Quant; poln. kwant, M., Quant; kymr. cwantwm, M., Quant; nir. cantam, M., Quant; lit. kvantas, M., Quant; GB.: seit 1910 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den kleinstmöglichen Wert einer physikalischen Größe oder besonders in einer Wellenstrahlung als Einheit auftretende kleinste Energiemenge; BM.: wer; F.: Quant, Quants, Quanten+FW; Z.: Qua-nt
Quäntchen, Quentchen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Quäntchen, Quentchen, alte Gewichtseinheit, alte Währungseinheit; ne. grain (N.), dram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. quintīn, N., Viertel eines Lotes, Quentchen; mnd. quentīn, quintīn, N., Quäntchen, Fünftel eines Lotes; lat. *quintinus, M., Fünftel; vgl. lat. quīntus, quīnctus, Num. Ord., fünfte; idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quentchen, Kluge s. u. Quäntchen, DW 13, 2354 (Quentchen), EWD s. u. Quentchen, Duden s. u. Quäntchen, Bluhme s. u. Quentchen; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus Quant und chen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sehr kleine Menge eines Gewichts oder einer Währung; BM.: fünf; F.: Quäntchen, Quäntchens, Quentchen, Quentchens+FW; Z.: Qua-nt-chen
quantifizieren, nhd., V., (19. Jh.?): nhd. quantifizieren, in messbare Form bringen, in Mengenbegriffen beschreiben, in zählbarer Form darstellen; ne. quantify; Vw.: -; Hw.: s. Quantität, quantitativ; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. mlat. quantificāre; E.: s. mlat. quantificāre, V., quantifizieren; vgl. lat. quantus, Adv., von welcher Größe, wie große, so groß wie; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Quantität, Duden s. u. quantifzieren; Son.: vgl. nndl. kwantificeren, V., quantifizieren; frz. quantifier, V., quantifizieren; nschw. kvantifiera, V., quantifizieren; nnorw. kvantifisere, V., quantifizieren; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in Mengenbegriffen beschreiben oder in zählbarer Form darstellen; BM.: wer, machen; F.: quantifizieren, quantifiziere, quantifizierst, quantifiziert, quantifizierest, quantifizieret, quantifizierte, quantifiziertest, quantifizierten, quantifiziertet, ##quantifiziert, quantifizierte, quantifiziertes, quantifiziertem, quantifizierten, quantifizierter##, quantifizierend, ###quantifizierend, quantifizierende, quantifizierendes, quantifizierendem, quantifizierenden, quantifizierender###, quantifizier (!)+FW(+EW); Z.: qua-nt-i-fi-z-ier-en
Quantität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Quantität, Menge, Größe, Zahl; ne. quantity; Vw.: -; Hw.: s. quantitativ, quantifizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. quantitās; E.: s. mnd. quantitēt, F., Quantität, Zahl, Menge (an Waren); mnl. quantiteit, F., Anzahl, Menge; lat. quantitās, F., Größe, Menge, Anzahl, Summe, Quantität, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. quantus, Adv., von welcher Größe, wie große, so groß wie; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quantität, DW 13, 2312, EWD s. u. Quantität, Duden s. u. Quantität; Son.: vgl. nndl. kwantiteit, Sb., Quantität; frz. quantité, F., Quantität; nschw. kvantitet, Sb., Quantität; nnorw. kvantitet, M., Quantität; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menge oder Größe oder Zahl; BM.: wer; F.: Quantität, Quantitäten+FW(+EW); Z.: Qua-nt-it-ät
quantitativ, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. quantitativ, mengenmäßig, zahlenmäßig; ne. quantitative; Vw.: -; Hw.: s. Quantität, quantifizieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. quantitātīvus; E.: s. lat. quantitātīvus, Adj., quantitativ, mengenmäßig; lat. quantitās, F., Größe, Menge, Anzahl, Summe, Quantität; vgl. lat. quantus, Adv., von welcher Größe, wie große, so groß wie; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quantität, fehlt DW, EWD s. u. Quantität, Duden s. u. quantitativ; Son.: vgl. nndl. kwantitatief, Adj., quantitativ; frz. quantitatif, Adj., quantitativ; nschw. kwantitativ, Adj., quantitativ; nnorw. kvantitativ, Adj., quantitativ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mengenmäßig oder zahlenmäßig; BM.: wer; F.: quantitativ, quantitative, quantitatives, quantitativem, quantitativen, quantitativer+FW(+EW); Z.: qua-nt-it-at-iv
Quantum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Quantum, eine bestimmte Menge, eine Größe, eine Zahl, ein Maß; ne. quantum; Vw.: -; Hw.: s. Quant; Q.: 16. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. quantus, Adv., von welcher Größe, wie große, so groß wie, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quantum, DW 13, 2314, EWD s. u. Quantum, Duden s. u. Quantum; Son.: vgl. nndl. quantum, Sb., Quantum; frz. quantum, N., Quantum; nschw. kvantum, N., Quant; nnorw. kvantum, N., Quantum; poln. kwantum, Sb., Quant; kymr. cwantwm, M., Quantum; nir. cantam, M., Quantum; lit. kvatas, M., Quantum; GB.: seit der 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte Menge oder eine Größe oder eine Zahl oder ein Maß; BM.: wer; F.: Quantum, Quantums, Quanten+FW; Z.: Qua-nt-um
Quappe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Quappe, Kaulquappe; ne. burbot, eelpout; Vw.: s. Aal-, Kaul-; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. quappe, kape, kope, sw. M., Quappe, Aalquappe; mnd. quappe, F., Quappe (ein Süßwasserfisch), Aalquappe, Aalraupe; as. kwappia*, quappia*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Aalquappe, Quappe; ahd. kwappa*, quappa, sw. F. (n), Quappe, Kaulquappe, Aalquappe; ahd.? kwappo*, quappo, sw. M. (n), Aalquappe; s. anfrk. -; germ. *kwabbō, st. F. (ō), Quappe; idg. *gᵘ̯ēbʰ- (1), *gᵘ̯ābʰ-?, *gᵘ̯əbʰ-, *gᵘ̯ēh₁bʰ-, V., tauchen, sinken, versenken, Pokorny 465 (681/3) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, phryg./dak., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quappe, Kluge s. u. Quappe, DW 13, 2315, EWD s. u. Quappe, Falk/Torp 61, Duden s. u. Quappe, Bluhme s. u. Quappe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. kwab, Sb., Quappe; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die schon vormenschlich mögliche Larve eines Lurches und für einen Fisch; BM: tauchen; F.: Quappe, Quappen+FW; Z.: Quapp-e
Quarantäne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Quarantäne, zeitweilige Isolierung von Menschen; ne. quarantine (N.); Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. quarantaine; E.: s. frz. quarantaine, F., Quarantaine, Zeitraum von vierzig Tagen; vgl. frz. quarante, Num. Kard., vierzig; lat. quadrāginta, Num. Kard., vierzig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quarantäne, fehlt DW, EWD s. u. Quarantäne, Duden s. u. Quarantäne; Son.: vgl. nndl. quarantaine, Sb., Quarantäne; nschw. karantän, Sb., Quarantäne; nnorw. karantene, M., Quarantäne; poln. kwarantanna, F., Quarantäne; kymr. cwarantin, M., Quarantäne; nir. coraintín, M., quarantine; lit. karantinas, M., Quarantäne; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die als Schutzmaßnahme geschehende vorübergehende (sowie 40 Tage umfassende) Isolierung von Menschen oder Tieren die von einer ansteckenden Krankheit befallen sind oder bei denen Verdacht darauf besteht; BM.: nach der Dauer der Hafensperre der seuchenverdächtige Schiffe unterlagen, vier; F.: Quarantäne, Quarantänen+FW; Z.: Quar-ant-än-e
Quargel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Quargel, ein Käse aus Sauermilch; ne. sour milk cheese; Vw.: -; Hw.: s. Quark (1); Q.: 1427; E.: mhd. quergelīn, st. N., Quargel?; vgl. mhd. twarc, quarc, st. M., Quark, Quarkkäse, Topfen (M.); s. nsorb. twarog, Sb., Quark, Topfen (M.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 13, 2316, Duden s. u. Quargel; GB.: seit 1427 belegte und mit dem Sorbischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten stark riechenden Käse aus Sauermilch; BM.: ?; F.: Quargel, Quargels, Quargeln+FW; Z.: Qua-rg-el
Quark (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Quark (M.), Topfen, Glumse; ne. curd, quark (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Quargel; Q.: 14. Jh. (Wachtelmäre); E.: mhd. twarc, quarc, st. M., „Quark“, Quarkkäse, Topfen (M.); s. nsorb. twarog, Sb., Quark, Topfen (M.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quark, Kluge s. u. Quark 1, EWD s. u. Quark, DW 13, 2316, Duden s. u. Quark, Bluhme s. u. Quark; Son.: vgl. nndl. kwark, Sb., Quark (M.); nschw. kvark, Sb., Quark (M.); nnorw. kvark, M., Quark (M.); av. tūraii-, N., käsig gewordene Milch; gr. τυρός (tyrós), M., Käse; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Sorbischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das aus sauerer Milch entstehende und von Menschen entdeckte und hergestellte weiße breiige Nahrungsmittel (Topfen oder auch Glumse); BM.: ?; F.: Quark, Quarkes, Quarks+FW; Z.: Qua-rk
Quark (2), nhd., N., (20. Jh.): nhd. Quark (N.), ein hypothetisches Elementarteilchen; ne. quark (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. ne. quark; E.: s. ne. quark, N., Quark (N.), ein Elementarteilchen; benannt nach der Zeile Three quarks for Muster (!) Mark aus Finnegans Wake von James Joyce (1939); vielleicht nach nhd. Quark (s. d.) in der Bedeutung Quatsch; L.: Kluge s. u. Quark 2, Duden s. u. Quark; Son.: vgl. nndl. quark, Sb., Quark (N.); frz. quark, M., Quark (N.); nschw. kvark, Sb., Quark (N.); nnorw. kvark, M., Quark (N.); kymr. cwarc, M., Quark (N.); nir. cuarc, M., Quark (N.); lit. kvarkas, M., Quark (N.); GB.: seit 3. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus unklarer Grundlage gebildete Bezeichnung für ein hypothetisches Elementarteilchen; BM.: vielleicht aus einer Gedichtzeile; F.: Quark, Quarks+FW; Z.: Qua-rk
$Quarre, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Quarre, klägliches Weinen; E.: s. quarre(n); L.: Kluge s. u. quarren, DW 13, 2318; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit quarren verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches klägliches Weinen; F.: Quarre, Quarren+EW; Z.: Quar-r-e
quarren, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. quarren, kläglich weinen; ne. whimper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. quarren, V., knurren, quieken, quaken, grollende brummende Töne ausstoßen, grollend drohen; s. ahd. kweran*, queran*, st. V. (4), klagen, stöhnen, seufzen, ächzen, dröhnen; vgl. germ. *kweran, st. V., seufzen; idg. *gᵘ̯erə-, *gᵘ̯er- (4), *gᵘ̯erH-, V., sprechen, loben, schelten, preisen, jammern, Pokorny 478 (698/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. quarren, DW 13, 2318, EWD s. u. quarren, Duden s. u. quarren, Bluhme s. u. quarren; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches kläglich weinen oder weinerliche Laute (M.Pl.) von sich geben; BM.: sprechen; F.: quarren, quarre, quarrst, quarrt, quarrest, quarret, quarrte, quarrtest, quarrten, quarrtet, gequarrt, ##gequarrt, gequarrte, gequarrtes, gequarrtem, gequarrten, gequarrter##, quarrend, ###quarrend, quarrende, quarrendes, quarrendem, quarrenden, quarrender###, quarr (!)+EW; Z.: quar-r-en
Quart, nhd., N., F., (14. Jh.): nhd. Quart, vierter Ton (M.) (2) einer diatonischen Tonleiter, ein Buchformat, eine Haltung der Klinge bei einem Fechten; ne. quart, quarto; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. quart, st. M., st. N., Quart, Viertel; lat. quārtum, N., Viertel, viertes Korn, (81-43 v. Chr.); lat. quārtus, Num. Ord., vierte; idg. *kᵘ̯eturto-, Num. Ord., vierte, Pokorny 642; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quart, Kluge s. u. Quart, DW 13, 2319, EWD s. u. Quart, Duden s. u. Quart; Son.: vgl. nndl. kwart, Sb., Quart; frz. quarte, F., Quart; frz. quart, M., Viertel; nschw. kvart, Sb., Quart; nnorw. kvart, M., Quart; poln. kwarta, F., Quart; poln. kwarto, Sb., Quart; kymr. chwart, M., Quart; nir. cárt, M., Quart; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den vierten Ton (M.) (2) einer diatonischen Tonleiter und für ein Buchformat; BM.: vier; F.: Quart, Quarts, Quarte, Quarten+FW+EW?; Z.: Quart
Quartal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Quartal, Viertel eines Kalenderjahrs; ne. quarter (N.); Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. quārtāle; E.: s. mnd. quārtāl, quārtāle, N., Quartal, Viertel, vierter Teil des Ganzen, Vierteljahr (Bedeutung jünger), vierter Teil des Kirchenjahrs; lat. quārtāle, Sb., vierter Teil; vgl. lat. quārtus, Num. Ord., vierte; idg. *kᵘ̯eturto-, Num. Ord., vierte, Pokorny 642; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quartal, DW 13, 1320, EWD s. u. Quartal, Duden s. u. Quartal; Son.: vgl. nndl. kwartaal, Sb., Quartal; nschw. kvartal, N., Quartal; nnorw. kvartal, N., Quartal; poln. kwartał, M., Quartal; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den vierten Teil eines Kalenderjahrs; BM.: vier; F.: Quartal, Quartals, Quartale, Quartalen+FW+EW?; Z.: Quart-al
Quartär, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Quartär, jüngste Formation der erdgeschichtlichen Neuzeit (Erdneuzeit); ne. Quaternary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. quārtus (1), Num. Ord., vierte, (204-169 v. Chr.); idg. *kᵘ̯eturto-, Num. Ord., vierte, Pokorny 642; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Quartär; Son.: vgl. nndl. kwartair, Sb., Quartär; frz. quaternaire, M., Quartär; nschw. kvartär, Sb., Quartär; nnorw. kvartær, Sb., Quartär; poln. czwartorzęd, M., Quartär; kymr. cwaternaidd, M., Quartär; lit. kvarteras, M., Quartär; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die jüngste und vor 2,6 oder 2,7 Millionen Jahren beginnende Periode der Erdneuzeit; BM.: vierte; F.: Quartär, Quartärs+FW; Z.: Quart-är
$Quarte, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Quarte; E.: s. lat. quart(us); L.: EWD s. u. Quart; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den vierten Ton (M.) (2) einer diatonischen Tonleiter und ein Intervall von vier diatonischen Tonstufen; F.: Quarte, Quarten+FW+EW; Z.: Quart-e
Quartett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Quartett, Vierergruppe; ne. quartet, foursome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. quartetto; E.: s. it. quartetto, M., Quartett; vgl. it. quarto, Num. Ord., vierte; lat. quārtus (1), Num. Ord., vierte, (204-169 v. Chr.); idg. *kᵘ̯eturto-, Num. Ord., vierte, Pokorny 642; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quartett, EWD s. u. Quartett, DW 13, 2321 (Quartétt), Duden s. u. Quartett; Son.: vgl. nndl. kwartet, Sb., Quartett; frz. quartet, M., Quartett; nschw. kvartett, Sb., Quartett; nnorw. kvartett, M., Quartett; poln. kwartet, M., Quartett; lit. kvartetas, M., Quartett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas aus vier Teilen oder vier Menschen Bestehendes oder eine Vierergruppe; BM.: vier; F.: Quartett, Quartetts, Quartettes, Quartette, Quartetten+FW; Z.: Quart-ett
Quartier, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Quartier, Unterkunft, Stadtviertel; ne. quarter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. quartier, st. N., Quartier, Viertel; mnd. quārtīr, N., Viertel, Viertel als Zeitmaß bzw. Längenmaß bzw. Flüssigkeitsmaß, Stadtviertel; afrz. quartier, N., Quartier, Viertel; lat. quartārius, M., Viertel, Quart, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. quārtus, Num. Ord., vierte; idg. *kᵘ̯eturi̯o-, *kᵘ̯turi̯o-, *turi̯o-, *kᵘ̯eturto-, Num. Ord., vierte, Pokorny 642; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Quartier, DW 13, 2321, EWD s. u. Quartier, Duden s. u. Quartier; Son.: vgl. nndl. kwartier, Sb., Quartier; frz. quartier, M., Quartier; nschw. kvarter, N., Quartier; nnorw. kvarter, N., Quartier; poln. kwartera, F., Quartier; kymr. chwarter, M., Viertel; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterkunft oder für ein Stadtviertel; BM.: vier; F.: Quartier, Quartiers, Quartieres, Quartiere, Quartieren+FW(+EW?); Z.: Quart-ier
$quartieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. quartieren, Quartier bilden; Vw.: s. ein-; E.: s. Quartier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Quartier, DW 13, 2324, EWD s. u. Quartier; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Quartier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches ein Quartier bilden; F.: quartieren (!), quartiere (!), quartierst, quartiert, quartierest, quartieret, quartierte, quartiertest, quartierten, quartiertet, ##quartiert, quartierte, quartiertes, quartiertem, quartierten, quartierter##, quartierend, ###quartierend, quartierende, quartierendes, quartierendem, quartierenden, quartierender###, quartier (!)+FW+EW; Z.: quart-ier-en
$Quartierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Quartierung, Bildung eines Quartiers; Vw.: s. Ein-; Q.: 2. Hälfte 18. Jh. (Goethe); E.: s. quartier(en), s. ung; L.: DW 13, 2325; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus quartier(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Bildung eines Quartiers; F.: Quartierung, Quartierungen+FW+EW; Z.: Quart-ier-ung
Quarz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Quarz, ein Mineral; ne. quartz, quartz crystal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Kleinere Dichtungen des Strickers); E.: mhd. quarz, st. M., Quarz; weitere Herkunft ungeklärt?; wohl von einem germ. *kwarta-, M. Quarz?; vielleicht von idg. *gᵘ̯er- (3), *gᵘ̯or-, Sb., Berg, Pokorny 477 (697/19) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Quarz, DW 13, 2326, EWD s. u. Quarz, Duden s. u. Quarz, Bluhme s. u. Quarz; Son.: vgl. nndl. kwarts, Sb., Quarz; ne. chert, N., Feuerstein; nschw. kvarts, Sb., Quarz; nschw. (dial.) kart, Sb., kleiner Stein; nnorw. kvarts, M., Quarz; poln. kwarc, M., Quarz; kymr. cwars, M., Quarz; lit. kvarcas, M., Quarz; GB.: seit 1233-1267 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich entstandenes und weit verbreitetes in reinem Zustand farbloses hartes und sprödes kristallines Mineral das auf Grund seiner Eigenschaften eine hohe Schwingungsfrequenz ermöglicht weshalb es seit 1967 eine erste Quarz verwendende Armbanduhr gibt; BM.: Berg?; F.: Quarz, Quarzes, Quarze, Quarzen+FW; Z.: Quar-z
$quarzig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. quarzig, Quarz betreffend, Quarz enthaltend; E.: s. Quarz, s. ig; L.: DW 13, 2327, EWD s. u. Quarz; GB.: seit 18. belegte und aus Quarz und ig gebildete Bezeichnung für Quarz betreffend oder Quarz enthaltend; F.: quarzig, quarzige, quarziges, quarzigem, quarzigen, quarziger+FW(+EW); Z.: quar-z-ig
quasen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. quasen, schlemmen, prassen, verschwenderisch leben; ne. live (V.) the high life; Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); I.: Lw.-; E.: s. mhd. quāzen, sw. V., schlemmen, prassen; mnd. quāsen, quassen, quāzen, quatzen, sw. V., fressen, schwelgen, schlemmen, unmäßig essen bzw. trinken; vgl. mhd. quāz, st. M., Gastmahl, Gasterei, Schlemmerei; aus dem Slawischen?; vgl. sorb. kvas, Sb., Schmaus, Hochzeit; L.: DW 13, 2329, Duden s. u. quasen; GB.: seit 1290-1300 belegte und wohl mit dem Sorbischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schlemmen oder prassen oder verschwenderisch leben; BM.: Schmaus?; F.: quasen, quase, quasst, quast, quasest, quaset, quaste, quastest, quasten, quastet, gequast, ##gequast, gequaste, gequastes, gequastem, gequasten, gequaster##, quasend, ###quasend, quasende, quasendes, quasendem, quasenden, quasender###, quas+FW?+EW?; Z.: quas-en
$quasen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. quasen (V.) (1), quasseln, plaudern, schwatzen; E.: s. quasseln; L.: Kluge s. u. quasen, DW 13, 2329; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit quasseln verbindbare Bezeichnung für reden oder plaudern oder schwatzen; F.: quasen, quase, quasst (!), quast, quasest, quaset, quaste, quastest, quasten, quastet, gequast, ##gequast, gequaste, gequastes, gequastem, gequasten, gequaster##, quasend, ###quasend, quasende, quasendes, quasendem, quasenden, quasender###, quas (!)+EW; Z.: quas-en
quasi, nhd., Partikel, Adv., (17. Jh.): nhd. quasi, gewissermaßen; ne. quasi; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. quasi; E.: s. lat. quasi, Adv., Konj., wie wenn, als wenn, gleichwie, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. quī (1), Pron., welcher, welche, welches, welch; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. sī, Konj., wenn, wofern, gesetzt den Fall dass, dass je, wenn doch; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. quasi, DW 13, 2329, EWD s. u. quasi, Duden s. u. quasi; Son.: vgl. nndl. quasi, Adv., quasi; frz. quasi, Adv., quasi; nschw. kvasi…, Präf., quasi…; nnorw. kvasi…, Präf., quasi…; poln. quasi…, Präf., quasi…; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für gewissermaßen; BM.: wer, getrennt; F.: quasi+FW; Z.: qua-si
$Quasselei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Quasselei; E.: s. quassel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. quasseln, fehlt DW, EWD s. u. quasseln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus quassel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Rederei oder Geschwätz; F.: Quasselei, Quasseleien+EW; Z.: Qua-ss-el-ei
quasseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. quasseln, schnell reden, schwatzen; ne. babble (V.), jabber (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; E.: von niederdeutsch quasen, V., quasseln; nd. dwas, Adj., töricht; mnd. dwās (1), Adj., verkehrt, töricht; letztlich von vgl. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, V., stieben, wirbeln, blasen, hauchen, atmen, Pokorny 268 (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. quasseln, DW 13, 2329, EWD s. u. quasseln, Duden s. u. quasseln, Bluhme s. u. quasseln; GB.: seit um 1900 belegte und aus niederdeutsch quasen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches unaufhörlich und schnell reden oder sprechen oder schwatzen; BM.: stieben; F.: quasseln, quassel (!), quassle (!), quassele (!), quasselst, quasselt, quasselte, quasseltest, quasselten, quasseltet, gequasselt, ##gequasselt, gequasselte, gequasseltes, gequasseltem, gequasselten, gequasselter##, quasselnd, ###quasselnd, quasselnde, quasselndes, quasselndem, quasselnden, quasselnder###+EW; Z.: quass-el-n
Quast, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Quast, Quaste, Bommel; ne. tassel, bob (N.); Hw.: s. Quaste; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mnd. quast (1), M., Quast, Laubbüschel, Laubschürze, Schurz, Zweigbüschel, Rute, Troddel, herabgedrehte Schnüre, großer Pinsel, Laubbesen, Strohwisch, ein Fischfanggerät; mhd. queste, koste, kost, quast, quaste, kaste, sw. M., sw. F., „Queste“, Baumwedel, Büschel, Laubbüschel, Federbusch, Federbüschel, Badebürste, Bürste, Badewedel; mnl. quast, M., Knoten (M.), Astknoten; ahd. kwesta*, questa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scham verhüllende Laubschürze; as. kwest*, st. M. (a), Laubbüschel; germ. *kwasta-, *kwastaz, st. M. (a), Quaste; germ. *kwastu-, *kwastuz, st. M. (u), Quaste; idg. *gu̯es-, *gu̯os-, *gus-, Sb., Zweig, Laubwerk, Pokorny 480 (702/24) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Quaste, DW 13, 2330, Duden s. u. Quast; Son.: vgl. ? ai. guṣpit, V., verflochten, verschlungen; alb. gjethe, Sb., Laub, Zweig; gr. βόστρυχος (bóstrychos), M., Haarlocke, Geringel; lat. vespix, F., dichtes Gesträuch; aserb. gvozdĭ, Sb., Nagel, Holznagel; GB.: seit 11. Jh. (mnd.) belegte Bezeichnung für eine Bommel oder eine größere Anzahl an dem oberen Ende zusammengefasster gleich langer Fäden die an einer Schnur (F.) (1) hängen; BM.: Zweig bzw. Laubwerk; F.: Quast, Quastes, Quasts, Quaste, Quasten+EW; Z.: Quas-t
Quaste, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Quaste, Quast, Bommel; ne. tassel, bob (N.); Vw.: -; Hw.: s. Quast; Q.: um 1000; E.: vgl. mhd. queste, koste, kost, quast, quaste, kaste, sw. M., sw. F., Queste (!), Baumwedel, Büschel, Laubbüschel, Federbusch, Federbüschel, Badebürste; mnd. quast (1), M., Quast, Laubbüschel, Laubschürze, Schurz, Zweigbüschel, Rute, Troddel, herabgedrehte Schnüre; mnl. quast, M., Knoten (M.), Astknoten; ahd. kwesta*, questa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scham verhüllende Laubschürze; as. kwest*, st. M. (a), Laubbüschel; germ. *kwasta-, *kwastaz, st. M. (a), Quaste; germ. *kwastu-, *kwastuz, st. M. (u), Quaste; idg. *gu̯es-, *gu̯os-, *gus-, Sb., Zweig, Laubwerk, Pokorny 480 (702/24) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quast, Kluge s. u. Quaste, DW 13, 2330, EWD s. u. Quaste, Falk/Torp 62, Duden s. u. Quaste, Bluhme s. u. Quast; Son.: vgl. ? ai. guṣpit, V., verflochten, verschlungen; alb. gjethe, Sb., Laub, Zweig; gr. βόστρυχος (bóstrychos), M., Haarlocke, Geringel; lat. vespix, F., dichtes Gesträuch; aserb. gvozdĭ, Sb., Nagel, Holznagel; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für eine Bommel oder eine größere Anzahl an dem oberen Ende zusammengefasster gleich langer Fäden die an einer Schnur (F.) (1) hängen; BM.: Zweig bzw. Laubwerk; F.: Quaste, Quasten+EW; Z.: Quas-t-e
Quästor, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Quästor, ein Beamter, Kassenwart; ne. quaestor; Vw.: -; Hw.: s. Quästur; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. quaestor; E.: s. lat. quaestor, M., Quästor, Vorsteher der Blutgerichte, Schatzmeister, Kassier, Gläubiger, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Duden s. u. Quästor, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. quaestor, Sb., Quästor; frz. questeur, M., Quästor; nschw. kvestor, M., Quästor; nnorw. kvestor, M., Quästor; kymr. cwaestor, M., Quästor; nir. caestóir, M., Quästor; BM.: suchen bzw. gewinnen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Beamten in dem Rom des Altertums oder einen Kassenwart; F.: Quästor, Quästors, Quästoren+FW(+EW); Z.: Quä-st-or
Quästur, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Quästur, Amtsbereich eines Quästors, Universitätskasse; ne. bursary, quaestorship; Vw.: -; Hw.: s. Quästor; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. quaestūra; E.: s. lat. quaestūra, F., Stand eines Quästors, Würde eines Quästors, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quaestor, M., Quästor, Vorsteher der Blutgerichte, Schatzmeister; lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Duden s. u. Quästur; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den Amtsbereich eines Quästors oder eine Universitätskasse; BM.: suchen bzw. gewinnen; F.: Quästur, Quästuren+FW(+EW); Z.: Quä-st-ur
$Quatsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Quatsch, Unfug, Unsinn, Dummheit; E.: s. quatsch(en); L.: Kluge s. u. quatschen, EWD s. u. quatschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit quatsch(en) verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für Unfug oder Unsinn oder Dummheit; F.: Quatsch, Quatsches, Quatschs+EW; Z.: Quatsch
quatschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. quatschen, plappern, viel und Unwichtiges reden; ne. blather (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend zu Schlamm und Matsch; L.: Kluge s. u. quatschen, EWD s. u. quatschen, DW 13, 2333, Duden s. u. quatschen, Bluhme s. u. Quatsch; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend zu Schlamm und Matsch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches plappern oder viel und Unwichtiges reden; BM.: lautmalend; F.: quatschen, quatsche, quatschst, quatscht, quatschest, quatschet, quatschte, quatschtest, quatschten, quatschtet, gequatscht, ##gequatscht, gequatschte, gequatschtes, gequatschtem, gequatschten, gequatschter##, quatschend, ###quatschend, quatschende, quatschendes, quatschendem, quatschenden, quatschender###, quatsch (!) +EW; Z.: quatsch-en
queck, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. queck, lebendig, lebhaft; ne. „quick“, lively; Vw.: -; Hw.: s. keck, Quecke, Quickborn, quicklebendig, Quecksilber; Q.: 790? (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. quec (1), kec, koc (1), chec, kech, choc, choch, Adj., „quick“, keck, lebendig, lebhaft, frisch, bereit, munter, mutig, kühn, furchtlos, schnell, fest, hell; mnd. kek, keck, Adj., „keck“, mutig, tapfer, lebhaft, munter, kühn; ahd. kwek*, quec*, kek*, Adj., „quick“, lebendig, lebend, belebt; as. kwik, kwek*, quik, quek*, Adj., lebendig, lebend; anfrk. kwik*, quic*, Adj., lebendig; germ. *kwikwa-, *kwikwaz, *kwiwa-, *kwiwaz, Adj., lebendig, quick; idg. gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; L.: Kluge 1. A. s. u. queck, DW 13, 2334, Falk/Torp 63, Heidermanns 352, Duden s. u. queck; Son.: vgl. afries. quik (1), Adj., lebend, lebendig; nnordfries. quick, queck, Adj., lebend, lebendig; ae. cwic, cwuc, cuc, Adj., lebendig; an. kvikr, an, Adj., lebendig; got. qius, Adj. (wa), lebendig; nndl. kwiek, Adj., keck; nisl. kvikur, Adj., belebt, schnell; av. jiiātauu-, jiiātaii-, Sb., Leben; arm. keam, V., ich lebe; lit. gýti, V., sich erholen; ksl. žiti, V., leben; GB.: vielleicht seit um 790 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Lebens mögliches lebendig oder lebhaft; BM.: Leben; F.: queck, quecke, queckes, queckem, quecken, quecker(, queckere, queckeres, queckerem, queckeren, queckerer, queckst, queckste, queckstes, queckstem, quecksten, queckster)+EW; Z.: que-ck
Quecke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Quecke, ein Gras; ne. wildrye, quitch; Hw.: s. keck, queck, Quecksilber, Quickborn, quicklebendig; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel; E.: mhd. quecke (1), st. F., sw. F., Frische, Mut, Tapferkeit, Kühnheit, Quecke, Unkraut; mnd. quēke, queyke, quecke, F., Quecke, gemeine Quecke; mnl. quecke, queke, F, Quecke; ahd. kwekkī*, queckī*, st. F. (ī), Leben, Lebendigkeit, Lebenskraft; germ. *kwikwī-, *kwikwīn, *kwiwī-, *kwiwīn, sw. F. (n), Lebenskraft, Frische; s. idg. *gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; L.: Kluge 1. A. s. u. queck, Quecke, Kluge s. u. Quecke, DW 13, 2334, EWD s. u. Quecke, Heidermanns 352, Duden s. u. Quecke, Bluhme s. u. Quecke; Son.: vgl. ae. cwice, sw. F. (n), Quecke, Queckengras; nndl. kweek, Sb., Quecke; nnorw. (nynorsk) kvika, F, Quecke; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche zu den Süßgräsern gehörende und unterirdische Kriechtriebe bildende und in den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitete kleine Pflanze deren getrocknete Wurzeln als Tee entwässern; BM.: lebendig (das Gras gilt wegen seiner unterirdischen Kriechtriebe als fast unverwüstlich); F.: Quecke, Quecken+EW; Z.: Que-ck-e
Quecksilber, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Quecksilber, ein Übergangsmetall; ne. quicksilver, mercury; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); I.: Lüs. lat. argentum vīvum; E.: mhd. quecsilber, st. N., Quecksilber; mnd. quiksülver, quiksilver, queksülver, queksulver, N., Quecksilber, lebendiges immer bewegliches Silber; mnl. quicsilver, quicselver, N., Quecksilber; ahd. kweksilabar*, queksilabar*, kweksilbar*, queksilbar, st. N. (a), Quecksilber; s. ahd. kwek*, quec*, kek*, Adj., „quick“, lebendig, lebend, belebt; germ. *kwikwa-, *kwikwaz, *kwiwa-, *kwiwaz, Adj., lebendig, quick; s. idg. *gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; ahd. silabar, st. N. (a), Silber; germ. *silubra-, *silubram, st. N. (a), Silber; L.: Kluge 1. A. s. u. queck, Kluge s. u. Quecksilber, DW 13, 2336, EWD s. u. Quecksilber, Duden s. u. Quecksilber; Son.: vgl. ae. cwicseolfor, st. N. (a), Quecksilber; nndl. kqikzilver, Sb., Quecksilber; frz. vif-argent, M., Quecksilber; nschw. kvicksilver, N., Quecksilber; nnorw. kvikksølv, N., Quecksilber; nir. airgead beo, M., Quecksilber; GB.: seit (um 790) belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches natürlich beispielsweise in Rohöl oder Kohle vorkommendes silberig glänzendes bei Zimmertemperatur zähflüssiges sehr giftiges und in der Gegenwart in vielen Fischen enthaltenes Schwermetall(, als chemisches Element Nr. 80, abgekürzt Hg, von gr. ὑδράργυρος hydrárgyros, M., Wassersilber) das von Menschen in Gasentladungslampen und bei der Goldgewinnung verwendet wird und früher auch jäufiger in Thermometern und Barometern sowie Zahnfüllungen (Amalgam) verwendet wurde; BM.: lebendig; F.: Quecksilber, Quecksilbers+EW; Z.: Que-ck—silb-er
Queder, nhd., M.: nhd. Queder; Vw.: s. Keder
Quehle, nhd. (ält.), F.: nhd. Quehle; Vw.: s. Zwehle
Quell, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Quell, Quelle, Ursprung, Wurzel; ne. well (N.), source (N.); Vw.: -; Hw.: s. Quelle, quellen, Qualle; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: mhd. quel (2), st. M., Quelle, Quell; mnd. quelle, quel, M., Quelle, Ursprung; ahd. kwella?, quella?, sw. F. (n), Quelle; as. kwella, quella*, sw. F. (n)?, Quelle; anfrk. -; germ. *kwellō-, *kwellōn, sw. F. (n), Quelle, Born; s. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: DW 13, 2338, EWD s. u. quellen 1; Son.: vgl. afries. -; ae. cwiella, sw. M. (n), Quelle; an. -; got. -; nschw. källa, Sb., Quell, Quelle; GB.: seit vor 1326 belegte und mit Quelle verwandte Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt und Verfestigung der Erde möglichen Ursprung (vor allem eines Gewässers); BM.: träufeln; F.: Quell, Quells, Quelle, Quellen+EW; Z.: Quel-l
Quelle, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Quelle, Quell, Ursprung, Wurzel; ne. source (N.); Vw.: -; Hw.: s. Quell, quellen, Qualle; Q.: 1000 (Glosse); E.: mhd. quelle, sw. F., st. F., Quelle; mnd. quelle, quel, M., Quelle, Ursprung; ahd. kwella?, quella?, sw. F. (n), Quelle; as. kwella, quella*, sw. F. (n)?, Quelle; anfrk. -; germ. *kwellō-, *kwellōn, sw. F. (n), Quelle, Born; s. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quelle, Kluge s. u. quellen, DW 13, 2342, EWD s. u. quellen, Seebold 314, Duden s. u. Quelle; Son.: vgl. afries. -; ae. cwiella, sw. M. (n), Quelle; an. -; got. -; nschw. källa, Sb., Quelle; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt und Verfestigung der Erde möglichen Ursprung (vor allem eines Gewässers); BM.: träufeln; F.: Quelle, Quellen+EW; Z.: Quel-l-e
quellen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. quellen, hervorquellen, hervordringen, sprudeln; ne. well (V.), swell (V.); Vw.: -; Hw.: s. Quelle, Qualle; Q.: 1000 (Glosse); E.: mhd. quellen (1), st. V., quellen, anschwellen; mnd. quellen (1), quillen, st. V., quellen, hervorquellen, ausstoßen, von sich geben, aufquellen, anschwellen; ahd. kwellan?, quellan?, st. V. (3a), quellen, hervorquellen sprudeln; as. kwellan*, quellan, st. V., quellen; anfrk. -; germ. *kwellan, st. V., quellen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quelle, Kluge s. u. quellen, DW 13, 2345, EWD s. u. quellen 1, Falk/Torp 62, Seebold 314, Duden s. u. quellen, Bluhme s. u. quellen; Son.: vgl. afries. -; ae. collenferhþ, Adj., stolz, kühn; an. -; got. -; ? gr. βλύζειν (blýzein), V., hervorquellen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in größerer Dichte hervordringen und in eine bestimmte Richtung drängen, sprudeln; BM.: träufeln; F.: quellen (!), quillt, quelle (!), quoll, quollen, quölle (!), quöllen (!), gequollen, ##gequollen, gequollene, gequollenes, gequollenem, gequollenen, gequollener##, quellend, ###quellend, quellende, quellendes, quellendem, quellenden, quellender###+EW; Z.: quel-l-en
Quendel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Quendel, wilder Thymian; ne. savory, wild thyme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. quendel, quenel, F., Quendel; mhd. quenel, quendel, konel, F., Quendel; mnd. quēnel, M., Quendel, Feldthymian; mnl. quendel, M., Quendel; ahd. kwenela*, quenela, konila, konula*, st. F. (ō), Quendel, Bohnenkraut; as. kwenela*, quenela, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Quendel; as. konula*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Quendel; germ. *kwenalō, st. F. (ō), Quendel; germ. *kwenalō-, kwenalōn, sw. F. (n), Quendel; lat. cunīla, conīla, F., Quendel, Dost, Hainbuche, (um 250-184 v. Chr.); gr. κονίλη (konílē), F., Quendel; weitere Etymologie unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Quendel, Kluge s. u. Quendel, DW 13, 2353, Duden s. u. Quendel; GB.: (kwenela) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für verschiedene schon vormenschliche Pflanzen wie beispielsweise den wilden Thymian; BM.: ?; F.: Quendel, Quendels, Quendeln+FW; Z.: Quen-d-el
quengeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. quengeln, nörgeln, Unmut äußern; ne. whine (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von einer ostmitteldeutschen Lautform von zwängeln, s. nhd. Zwang, zwängen; L.: Kluge 1. A. s. u. quengeln, Kluge s. u. quengeln, DW 13, 2354, EWD s. u. quengeln, Duden s. u. quengeln, Bluhme s. u. quengeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit zwängen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nörgeln oder in einem weinerlichen Tonfall seinen Unmut äußern; BM.: bedrängen; F.: quengeln, quengel (!), quengle (!), quengelst, quengelt, quengelte, quengeltest, quengelten, quengeltet, gequengelt, ##gequengelt, gequengelte, gequengeltes, gequengeltem, gequengelten, gequengelter##, quengelnd, ###quengelnd, quengelnde, quengelndes, quengelndem, quengelnden, quengelnder###+EW; Z.: queng-el-n
quer, nhd., Adj., (8. Jh.), Adv.: nhd. quer, in die Breite gekehrt, eine Längsrichtung kreuzend; ne. cross (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. zwerch; Q.: 790 (Glosse); E.: s. mhd. twer (1), dwer, quer, Adj., quer, schräge, zwischen inneliegend; mnd. dwēr (1), Adj., quer, quer zu etwas liegend; mnd. quēr (2), quēres, Adj., quer, Längsrichtung kreuzend; mnl. dworch, dwerch, Adj., quer; ahd. dwerah, Adj., quer, seitwärts, seitlich, schräg, verzerrt; ahd. dwerahi*, Adj., quer, seitwärts; ahd. dwer*, Adj., schräg; as. *thwerh?, Adj., zwerch, quer, blödsinnig; anfrk. -; germ. *þwerha-, *þwerhaz, *þwerhwa-, *þwerhwaz, Adj., quer, zwerch, verkehrt; s. idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077? (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102? (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. quer, Kluge s. u. quer, DW 13, 2355, EWD s. u. quer, EWAhd 2, 913, Falk/Torp 197, Heidermanns 634, Duden s. u. quer, Bluhme s. u. quer; Son.: vgl. afries. thweres, Adv., quer; nnordfries. twars, Adv., quer; ae. þweorh, Adj., quer, zwerch, verkehrt, verdreht; an. þverr, Adj., quer, unwillig; got. þwaírhs, Adj. (a), quer, zornig; nndl. dwars, Adj., quer; nschw. tvärs, Adv., quer; nnorw. tverr, Adj., quer; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rechtwinkelig zu einer als Länge angenommenen Linie kreuzend oder für von einer Seite zu einer anderen Seite reichend; BM.: drehen bzw. schneiden?; F.: quer, quere, queres, querem, queren, querer+EW; Z.: quer
Querele, Querelle, Querel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Querele, Unstimmigkeit, unerfreuliche Auseinandersetzung; ne. quarrel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Querulant, krakeelen; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. querēla; E.: s. mnd. querēle, F., Querele, Einwand, Beschwerde, Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung; lat. querēla, F., Klage, Wehklage, Bedauern, Klagelaut, Girren, Beschwerde, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. querī, V., klagen, kreischen, winseln; idg. *k̑u̯es-, *k̑us-, V., keuchen, schnaufen, seufzen, Pokorny 631 (1017/249) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Querele, fehlt DW, EWD s. u. Querele, Duden s. u. Querele; Son.: vgl. frz. querelle, F., Querele; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer Unstimmigkeit oder unerfreulichen Auseinandersetzung; BM.: seufzen; F.: Querele, Querelen, Querelle, Querelle, Querel+FW(+EW?); Z.: Quer-el-e
$querfeldein, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. querfeldein, mitten durch ein Gelände; E.: s. quer, s. Feld, s. ein; L.: fehlt DW, EWD s. u. quer; GB: seit 17. Jh. belegte und aus quer und Feld sowie ein gebildete Bezeichnung für mitten durch ein Gelände; F.: quer—fel-d—ei-n
$Querflöte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Querflöte; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. quer, s. Flöte; L.: DW 13, 2359, EWD s. u. quer; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und wohl nach italienisch flauto traverso aus quer und Flöte gebildete Bezeichnung für eine randgeblasene Flöte mit einem seitlich an dem Rohr angebrachten Anblasloch; F.: Querflöte, Querflöten+EW+FW; Z.: Quer—flö-t-e
$Querschnitt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Querschnitt; E.: s. quer, s. Schnitt; L.: DW 13, 2363, EWD s. u. quer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus quer und Schnitt gebildete Bezeichnung für einen Durchschnitt oder eine Auswahl; F.: Querschnitt, Querschnittes, Querschnitts, Querschnitte, Querschnitten+EW; Z.: Quer—schnit-t
$Quertreiber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Quertreiber, ein Störer; E.: s. quer, s. Treiber; L.: Kluge s. u. Quertreiber, DW 13, 2364, EWD s. u. quer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus quer und Treiber gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Störer; F.: Quertreiber, Quertreibers, Quertreibern+EW; Z.: Quer—trei-b-er
$Quertreiberei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Quertreiberei, Stören (N.); E.: s. Quertreiber, s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. quer, s. DW 13, 2364 (Quertreiber); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Quertreiber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Stören ; F.: Quertreiberei, Quertreibereien+EW; Z.: Quer-trei-b-er-ei
Querulant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Querulant, Nörgler; ne. quarreler, grouch; Vw.: -; Hw.: s. Querele; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. querulāns, M., Klagender; vgl. lat. querēlārī, V., Klage erheben, klagen; lat. querī, V., klagen, kreischen, winseln; idg. *k̑u̯es-, *k̑us-, V., keuchen, schnaufen, seufzen, Pokorny 631 (1017/249) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Querulant, fehlt DW, EWD s. u. Querulant, Duden s. u. Querulant; Son.: vgl. nndl. querulant, Sb., Querulant; ne. querolous, Adj., mürrisch; frz. querelleur, M., Querulant; nschw. kverulant, Sb., Querulant; nnorw. kverulant, M., Querulant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Nörgler oder einen sich unnötigerweise beschwerenden und dabei auf ein vermeintliches Recht pochenden Menschen; BM.: seufzen; F.: Querulant, Querulanten+FW; Z.: Quer-ul-ant
Quesadilla, nhd., F., (21. Jh.): nhd. Quesadilla, eine mexikanische Speise; ne. quesadilla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. span. quesadilla; E.: s. span. quesadilla, F., Quesadilla; vgl. span. quesada, F., ein Nachtisch auf der Basis von zerriebenem Brot; span. queso, M., Käse; lat. cāseus, Käse; s. idg. *ku̯at-, *ku̯atʰ-, V., gären, faulen, Pokorny 627 (1005/237) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); idg. *i̯u-, *i̯ū-, V., mengen, mischen, rühren, Pokorny 507; vgl. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507 (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. quesadilla, Sb., Quesadilla; frz. quesadilla, F., Quesadilla; nschw. quesadilla, Sb., Quesadilla; nnorw. quesadilla, Sb., Quesadilla; poln. quesadilla, F.?, Quesadilla; lit. kesadilija, F., Quesadilla; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte mexikanische Speise bestehend aus einer Tortilla die mit Käse und anderen Zutaten gefüllt und zusammengeklappt gebraten oder frittiert wird; BM.: Käse; F.: Quesadilla, Quesadillas+FW; Z.: Que-s-a-dil-l-a
Quese, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Quese, Blutblase, Schwiele; ne. blood blister (N.); Vw.: -; Hw.: s. quetschen; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. quēse, F., mit Flüssigkeit gefüllte Hautblase, mit Blut oder Wasser unterlaufene Quetschung der Haut; vgl. mnd. quetse, F., Verletzung, Verwundung; mnd. quetsen, sw. V., quetschen, verwunden, verletzen, beschädigen; vielleicht von lat. quassāre, V., heftig schütteln, heftig schlagen; vgl. lat. quatere, V., schütteln, erschüttern, schlagen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Quese, DW 13, 2365, Duden s. u. Quese, Bluhme s. u. Quese; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und vielleicht mit lat. quassare und quatere sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche durch Quetschung entstandene Blase; BM.: quetschen bzw. schütteln?; F.: Quese, Quesen+EW; Z.: Ques-e
quetschen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. quetschen, drücken, pressen; ne. bruise (V.), squeeze (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1275-1276 (Das hohe Lied des Brun von Schönbeck); E.: mhd. quetzen, quetschen, sw. V., schlagen, prägen, stoßen, zerquetschen, zerdrücken, verbeulen, verwunden, verletzen; mnd. quetsen, V., quetschen, verwunden, verletzen, beschädigen, in einen schlechten Zustand versetzen, zerstören; mnd. quessen, quassen, sw. V., quetschen, verwunden, verletzen, beschädigen, in einen schlechten Zustand versetzen, zerstören; mnl. quetsen, quetschen, sw. V., quetschen; anfrk. kwezzon*, quezzon*, sw. V. (1?), verletzen; vielleicht von lat. quatere, V., schütteln, erschüttern, schlagen; vgl. idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. quetschen, Kluge s. u. quetschen, DW 13, 2366, EWD s. u. quetschen, Duden s. u. quetschen, Bluhme s. u. quetschen; GB.: seit 1275-1276 belegte und mit dem Altniederfränkischen und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unter Anwendung von Kraft oder Gewalt fest gegen etwas drücken oder pressen; BM.: schütteln?; F.: quetschen, quetsche (!), quetschst, quetscht, quetschest, quetschet, quetschte, quetschtest, quetschten, quetschtet, gequetscht, ##gequetscht, gequetschte, gequetschtes, gequetschtem, gequetschten, gequetschter##, quetschend, ###quetschend, quetschende, quetschendes, quetschendem, quetschenden, quetschender###, quetsch (!)+FW?+EW; Z.: quet-sch-en
$Quetschung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Quetschung; E.: s. quetsch(en), s. ung; L.: EWD s. u. quetschen, DW 13, 2368; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus quetsch(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche durch Druck entstandene Verletzung; F.: Quetschung, Quetschungen+FW?+EW; Z.: Quet-sch-ung
Quiche, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Quiche, ein pikanter Mürbteigkuchen; ne. quiche; Vw.: -; Hw.: s. Kuchen; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. quiche; E.: s. frz. quiche, F., Quiche; aus einem lothringischen Wort, dieses aus dem Germanischen; vgl. ahd. kuohho*, kuocho*, sw. M. (n), Kuchen, Gebäck, Brötchen, Feingebäck, Backwerk, Fladen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht germ. *kōkō-, *kōkōn, *kōka-, *kōkan, sw. M. (n), Kuchen; vgl. idg. *gag-, *gōg-, Sb., Rundes, Klumpiges, Pokorny 349 (518/2) (RB. idg. aus ital.?, germ., balt.); L.: Duden s. u. Quiche, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. quiche, Sb., Quiche; nnorw. quiche, M.?, Quiche; poln. quiche, Sb., Quiche; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und über das Lothringische (Lorraine) mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen pikanten Mürbteigkuchen mit einer würzigen meist Eier und Sahne enthaltenden Füllung; BM.: Kuchen; F.: Quiche, Quiches+FW; Z.: Quich-e
Quickborn, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Quelle, Quickborn, Jungbrunnen; ne. fountain of youth; Vw.: -; Hw.: s. queck, Brunnen; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. qikborne (1), quekborne, M., Quelle, Quellbrunnen; vgl. ahd. kwek*, quec*, kek*, Adj., quick“, lebendig, lebend, belebt; germ. *kwikwa-, *kwikwaz, *kwiwa-, *kwiwaz, Adj., lebendig, quick; s. idg. *gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; ahd. brunno, sw. M. (n), Brunnen, Quelle, Born, Wasser, Ursprung; germ. *brunnō-, *brunnōn, *brunna-, *brunnan, sw. M. (n), Quelle, Born; idg. *bʰrun-, Sb., Hervorsprudelndes, Quelle, Pokorny 144; s. idg. *bʰereu-, *bʰreu-, *bʰerū̆-, *bʰrū̆-, *bʰreh₁u̯-, V., sich heftig bewegen, wallen (V.) (1), kochen, Pokorny 143 (227/60) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Quickborn, DW 13, 2369, Duden s. u. Quickborn; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus quick und Born gebildete Bezeichnung für einen wohl nur in der Vorstellung von Menschen möglichen Jungbrunnen; BM.: lebendig, aufwallen; F.: Quickborn, Quickborns, Quickbornes, Quickborne, Quickbornen+EW; Z.: Qui-ck—bor-n
quicken, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. quicken, lebendig machen, beleben; ne. revive; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); I.: Lw.-; E.: s. mnd. quicken (1), quikken*, quēken, sw. V., erquicken, gesund machen, beleben, stärken, sich erholen; ahd. kwikken*, quicken*, sw. V. (1a), beleben, erquicken, aufrichten; ahd. kwekkēn*, quecken*, sw. V. (3), sich beleben, neu belebt werden, leben; ahd. kwikkōn*, quickon*, sw. V. (2), beleben, lebendig machen, Kraft geben, wiederbeleben; ahd. kwekkēn*, queckēn*, sw. V. (3), sich beleben, neu belebt werden, leben, lebendig sein (V.), Leben zeigen; as. -; anfrk. *kwikken?, *kwikkon?, sw. V. (1), beleben; germ. *kwikwjan, *kwiwjan, sw. V., beleben, zum Leben erwecken; germ. *kwikwēn, *kwikwǣn, *kwiwēn, *kwiwǣn, sw. V., lebendig machen; germ. *kwikwōn, *kwiwōn, sw. V., lebendig machen; germ. *kwikwēn, *kwikwǣn, *kwiwēn, *kwiwǣn, sw. V., lebendig machen; s. idg. gᵘ̯i̯ōu-, Adj., Sb., lebendig, Leben, Pokorny 468; L.: DW 13, 2369, Heidermanns 352, EWAhd 7, 90; Son.: s. as. kwikōn, quikōn, sw. V. (2), leben; vgl. afries. -; ae. cwician, sw. V., lebendig machen, lebendig werden, schaffen, zu sich kommen; an. kveikja, kveykja, sw. V. (1), lebendig machen, erquicken, anzünden; got. *qiujan?, sw. V. (1), beleben; ne. quicken, V., beschleunigen; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lebendig machen oder beleben; BM.: Leben; F.: quicken, quicke (!), quickst, quickt, quickest, quicket, quickte, quicktest, quickten, quicktet, ##quickt, quickte, quicktes, quicktem, quickten, quickter##, quickend, ###quickend, quickende, quickendes, quickendem, quickenden, quickender###, quick (!)+EW; Z.: qui-ck-en
quicklebendig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. quicklebendig, sehr lebendig; ne. mercurial, vitally alive; Vw.: -; Hw.: s. queck, Quecke, keck; Q.: 19. Jh.; E.: s. nhd. queck, leben; L.: Kluge s. u. quicklebendig, fehlt DW, EWD s. u. quicklebendig, Duden s. u. quicklebendig, Bluhme s. u. quicklebendig; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus quick und lebendig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sehr lebendig; BM.: lebendig, gleiten; F.: quicklebendig, quicklebendige, quicklebendiges, quicklebendigem, quicklebendigen, quicklebendiger(, quicklebendigere, quicklebendigeres, quicklebendigerem, quicklebendigeren, quicklebendigerer, quicklebendigst, quicklebendigste, quicklebendigstes, quicklebendigstem, quicklebendigsten, quicklebendigster)+EW; Z.: quick—le-b-end-ig
quieken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. quieken, quietschen; ne. quiek (V.), squeal (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. quīken, quēken, quecken, sw. V., quieken (Lautäußerung der Schweine); lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. quieken, Kluge s. u. quieken, EWD s. u. quieken, DW 13, 2360, Duden s. u. quieken, Bluhme s. u. quieken; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher (seit Entstehung von Schweinen) möglichen hohen und schrillen sowie lang gezogenen Ton (M.) (2) äußern; BM.: lautmalend; F.: quieken, quieke (!), quiekst, quiekt, quiekest, quieket, quiekte, quiektest, quiekten, quiektet, gequiekt, ##gequiekt, gequiekte, gequiektes, gequiektem, gequiekten, gequiekter##, quiekend, ###quiekend, quiekende, quiekendes, quiekendem, quiekenden, quiekender###, quiek (!)+EW; Z.: quiek-en
$quietschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. quietschen; L.: Kluge s. u. quietschen, quieken, EWD s. u. quieken, DW 13, 2371; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher (seit Entstehung von Schweinen) möglichen hohen und schrillen sowie lang gezogenen Ton (M.) (2) äußern; F.: quietschen, quietsche, quietschst, quietscht, quietschest, quietschet, quietschte, quietschtest, quietschten, quietschtet, gequietscht, ##gequietscht, gequietschte, gequietschtes, gequietschtem, gequietschten, gequietschter##, quietschend, ###quietschend, quietschende, quietschendes, quietschendem, quietschenden, quietschender###, quietsch (!)+EW; Z.: quietsch-en
quinkelieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. quinkelieren, vor sich hinsingen, singen, trillern, Ausflüchte machen; ne. warble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. quinkelēren, quinkelīren, sw. V., wohlklingen, harmonisch musizieren, zwitschern, singen, sich im Singen versuchen, trällern; vgl. mlat. quintāre, V., in Quinten singen; vgl. lat. quīntus, quīnctus, Num. Ord., fünfte; idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; s. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. quinkelieren, DW 13, 2372, Duden s. u. quinkelieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für in melodischer Folge helle und feine Töne erklingen lassen oder Ausflüchte machen; BM.: in Quinten singen bzw. fünf; F.: quinkelieren, quinkeliere, quinkelierst, quinkeliert, quinkelierest, quinkelieret, quinkelierte, quinkeliertest, quinkelierten, quinkeliertet, ##quinkeliert, quinkelierte, quinkeliertes, quinkeliertem, quinkelierten, quinkelierter##, quinkelierend, ###quinkelierend, quinkelierende, quinkelierendes, quinkelierendem, quinkelierenden, quinkelierender###, quinkelier (!)+FW(+EW?); Z.: quink-el-ier-en
Quint, Quinte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Quint, Quinte, fünfter Ton (M.) (2); ne. quint, fifth (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: mhd. quint, st. F., Quint, Sekunde; mhd. quinte, st. F., Quinte, Sekunde; mnd. quinte, quint, F., N., Quinte, fünfter Ton (M.) (2) einer diatonischen Tonleiter; lat. quīnta, F., Fünfte; vgl. lat. quīntus, quīnctus, Num. Ord., fünfte; idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; vgl. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. frz. quinte, F., Quint; nnorw. kvint, M., Quint; poln. kwinta, F., Quint; kymr. cwint, M., Quint; L.: DW 13, 2373; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den fünften Ton (M.) (2) einer diatonischen Tonleiter oder für ein Intervall von fünf diatonischen Tonstufen; BM.: fünf; F.: Quint, Quinte, Quinten+FW; Z.: Quint-e
Quintessenz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Quintessenz, Wesen, Kern; ne. quintessence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. quinta essentia; E.: s. mnd. quintessenz, F., Quintessenz, Auszug, Extrakt; mlat. quīnta essentia, F., fünftes Seiendes; vgl. lat. quīntus, quīnctus, Num. Ord., fünfte; idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; s. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808; s. lat. essentia, F., Wesen einer Sache, Sen. (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren, dasein; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Quintessenz, DW 13, 2375, EWD s. u. Essenz, Duden s. u. Quintessenz; Son.: vgl. nndl. kwintessens, Sb., Quintessenz; frz. quintessence, F., Quintessenz; nschw. kvintessens, Sb., Quintessenz; nnorw. kvintessens, M., Quintessenz; poln. kwintesencja, F., Quintessenz; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das fünfte von Aristoteles angenommene und Äther genannte Element oder das Wesen oder den Kern einer Gegebenheit; BM.: fünf, sein (V.); F.: Quintessenz, Quintessenzen+FW(+EW); Z.: Quint-es-s-enz
Quintett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Quintett, Fünfergruppe; ne. quintet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. quintetto; E.: s. it. quintetto, M., Quintett; it. quinto, Num. Ord., fünfte; lat. quīntus, quīnctus, Num. Ord., fünfte, (um 250-184 v. Chr.); idg. *penkᵘ̯tos, Num. Ord., fünfte, Pokorny 808; s. idg. *penkᵘ̯e, Num. Kard., fünf, Pokorny 808 (1398/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Quintett, Duden s. u. Quintett; Son.: vgl. frz. quintette, M., Quintett; nschw. kvintett, Sb., Quintett; nnorw. kvintett, M., Quintett; poln. kwintet, M., Quintett; lit. kvintetas, M., Quintett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas aus fünf Teilen oder fünf Menschen Bestehendes wie beispielsweise eine Fünfergruppe; BM.: fünf; F.: Quintett, Quintetts, Quintettes, Quintette, Quintetten+FW(+EW); Z.: Quint-ett
Quirl, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Quirl, Wirtel, ein Küchengerät zu einem Mischen und Verrühren von Flüssigkeiten, Schneebesen; ne. whisk (N.), twirling-stick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. twirel, twirl, quirel, st. M., Quirl; mnd. dwerl, dwarl, twerl, M., Wirbel, Kraushaar, Locke, verworrene Stelle in einem Kopfhaar, querdrähtige Stelle in einem Holz; ahd. dwiril*, st. M. (a), Quirl, Schlagbesen; as. -; anfrk. -; germ. *þwerila-, *þwerilaz, st. M. (a), Quirl; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Quirl, Kluge s. u. Quirl, DW 13, 2376, EWD s. u. Quirl, Falk/Torp 197, Seebold 528, Duden s. u. Quirl, Bluhme s. u. Quirl; Son.: vgl. afries. -; ae. þwirel, st. M. (a), Quirl, Rührlöffel; an. Þyrill, st. M. (a), ON, Bergname, Quirl; got. -; ? gr. τύρβη (týrbē), F., Verwirrung, Lärm, Getümmel; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und hergestelltes aus einer kleineren und sternförmig gekerbten Halbkugel mit längerem Stiel oder aus verchromten Metalldrähten bestehendes und zu einem Mischen und Verrühren von Flüssigkeiten verwendetes Küchengerät (Schneebesen); BM.: drehen bzw. wirbeln; F.: Quirl, Quirls, Quirles, Quirle, Quirlen+EW; Z.: Quir-l
$quirlen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. quirlen, mischen, rühren, verrühren; E.: s. Quirl, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Quirl, EWD s. u. Quirl, s. DW 13, 2376; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Quirl und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung des Quirls durch den Menschen mögliches mischen und rühren oder verrühren von Flüssigkeiten mit einem Quirl; F.: quirlen (!), quirle (!), quirlst, quirlt, quirlest, quirlet, quirlte, quirltest, quirlten, quirltet, gequirlt, ##gequirlt, gequirlte, gequirltes, gequirltem, gequirlten, gequirlter##, quirlend, ###quirlend, quirlende, quirlendes, quirlendem, quirlenden, quirlender###, quirl (!)+EW; Z.: quir-l-en
$quirlig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. quirlig, beweglich, lebhaft, rührig; E.: s. quirl(en), s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Quirl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus quirl(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches beweglich oder lebhaft oder rührig; F.: quirlig, quirlige, quirliges, quirligem, quirligen, quirliger(, quirligere, quirligeres, quirligerem, quirligeren, quirligerer, quirligst, quirligste, quirligstes, quirligstem, quirligsten, quirligster)+EW; Z.: quir-l-ig
…quisition, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. …quisition; ne. …quisition; Vw.: s. Ak-, In-; Hw.: s. …quisitor; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. quaesitio, quisitio; E.: s. lat. quaesitio, quēsitio, quīsitio, F., Suchen, Aufsuchen, Anspruch, Forderung, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …quisitie, Suff., …quisition; frz. …quisition, Suff., …quisition; nschw. …kvisition, Suff., …quisition; nnorw. …kvisisjon, Suff., …quisition; poln. …kwicycja, Suff., …quisition; lit. …kvizicija, Suff., …quisition; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von mit Erforschen und Suchen verbundenen Substantiven; BM.: suchen; F.: …quisition, …quisitionen+FW(+EW); Z.: -quis-it-io-n
…quisitor, nhd., M, (16. Jh.?): nhd. …quisitor; ne. …quisitor; Vw.: s. In-; Hw.: s. …quisition; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. quaesitor; E.: s. lat. quaesitor, M., Sucher, Untersucher, Untersuchungsrichter, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. …quisiteur, Suff., …quisitor; nschw. …kvisitor, Suff., …quisitor; nnorw. …kvisitor, Suff., …quisitor; poln. …kwizytor, Suff., …quisitor; lit. …kvizitorius, Suff., …quisitor; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit Erforschen und Suchen verbundenen Tätigkeiten verwendete Bezeichnung; BM.: suchen; F.: …quisitor, …quisitors, …quisitoren+FW; Z.: -quis-it-or
quisten, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. quisten, verschwenden; ne. waste (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.-; E.: s. mnd. quisten, sw. V., schlagen, schleudern?, umkommen lassen, verschwenden, Fisch auf eine bestimmte Weise handelsfertig machen; vgl. ahd. kwisten* (1), sw. V., (1a)?, auf die Probe stellen, prüfen got. qistjan, sw. V. (1), verderben; keine sichere Etymologie, germ. *kwis-, V., verderben; vgl. idg. *gᵘ̯ei̯ə-, V., Sb., überwältigen, niederdrücken, Gewalt, Pokorny 469?; idg. *gᵘ̯es-, *zgᵘ̯es-, *gᵘ̯esh₂-, *zgᵘ̯esh₂-, V., erlöschen, Pokorny 479? (701/23) (RB. idg. aus ind., gr., germ.?, balt., slaw.); L.: DW 13, 2378; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschwenden; F.: quisten, quiste (!), quistest, quistet, quistete, quistetest, quisteten, quistetet, ##quistet, quistete, quistetes, quistetem, quisteten, quisteter##, quistend, ###quistend, quistende, quistendes, quistendem, quistenden, quistender###, quist (!)+EW; Z.: quis-t-en
quitt, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. quitt, ausgeglichen, wett, los, ledig, frei; ne. quits; Vw.: -; Hw.: s. quittieren; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. quīt (1), quit, Adj., quitt, los, frei, vergangen; mnd. quīt (3), quiit, quis, quīte, Adj., quitt, gleich, los, ledig, frei, frei verfügbar, ohne Rechtsansprüche anderer seiend, ausgeglichen, beglichen; lat. quiētus, Adj., ruhig, ruhend, schlafend, untätig, (um 250-184 v. Chr.); idg. *kᵘ̯ei̯ə-, *kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. quitt, Kluge s. u. quitt, DW 13, 2378, EWD s. u. quitt, Duden s. u. quitt, Bluhme s. u. quitt; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. kiet, Adj., quitt; frz. quitte, Adj., quitt; nschw. kvitt, Adj., quitt; nnorw. kvitt, Adj., quitt; poln. kqita, Adj., quitt; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ausgeglichen oder los oder ledig oder frei; BM.: ruhen; F.: quitt+FW; Z.: qui-tt
Quitte, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Quitte, Quittenbaum, eine Baumfrucht; ne. quince; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. quiten, küten, F., Quitte; mhd. küte, kütte, kutten, quite, sw. F., Quitte; mnd. quēde (1), quedde, F., Quitte, Quittenbaum, Quittenbusch; mnl. quede, queden, F., Quitte; ahd. kutina, kutinna, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n)?, Quitte; ahd. kwitina*, quitina*, quodana, F., Quitte; as. kudina*, st. F. (ō), Quitte; anfrk. -; germ. *kutina, F., Quitte; lat. cydōnia, F., Quitte; gr. κυδωνία (kydōnía), F., Quitte; vgl. gr. Κύδωνες (Kýdōnes), M. Pl., Volksstamm an der Nordwestküste von Kreta; L.: Kluge 1. A. s. u. Quitte, Kluge s. u. Quitte, DW 13, 2381, EWD s. u. Quitte, EWAhd 5, 723, EWAhd 7, 110, Duden s. u. Quitte, Bluhme s. u. Quitte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. kwee, Sb., Quitte; frz. coing, M., Quitte; nschw. kvitten, Sb., N., Quitte; nnorw. kvede, M., Quitte; aruss. gdunja, F., Quitte; lit. cidonija, F., Quitte; GB.: seit dem 10. Jh. belegte Bezeichnung für einen seit 4000 Jahren ursprünglich in dem Kaukasusgebiet von Menschen kultivierten rötlich weiß blühenden Obstbaum mit grünlich gelben bis hellgelben apfelförmigen oder birnenförmigen aromatischen sehr harten Früchten; BM.: von einem Volksstamm auf Kreta?; F.: Quitte, Quitten+FW; Z.: Quitt-e
quittieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. quittieren, bestätigen, verlassen (V.); ne. confirm, quit (V.); Vw.: -; Hw.: s. quitt; Q.: 1433; E.: s. mhd. quitieren, quittieren, sw. V., quittieren, ledig machen; mnd. quītēren, quītīren, quitēren, sw. V., „quittieren“, ausgleichen, aufrechnen, bezahlen, ausbezahlen, Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen, aus der Herberge, entpflichten, entlasten, vergeben (V.), freilassen; frz. quitter, V., verlassen (V.); mlat. quiētāre, quittāre, V., befreien, entlassen (V.), beruhigen, besänftigen, (6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. quiētus, Adj., ruhig; vgl. idg. *kᵘ̯ei̯ə-, *kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. quittieren, DW 13, 2382, EWD s. u. quitt, Duden s. u. quittieren; Son.: vgl. nndl. kwiteren, V., quittieren; nschw. kvittera, V., quittieren; nnorw. kvittere, V., quittieren; poln. kwitować, V., quittieren; GB.: seit 1433 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches (durch Unterschrift) bestätigen oder auch verlassen (V.); BM.: ruhen; F.: quittieren, quittiere, quittierst, quittiert, quittierest, quittieret, quittierte, quittiertest, quittierten, quittiertet, ##quittiert, quittierte, quittiertes, quittiertem, quittierten, quittierter##, quittierend, ###quittierend, quittierende, quittierendes, quittierendem, quittierenden, quittierender###, quittier (!)+FW(+EW); Z.: qui-t-t-ier-en
$Quittung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Quittung; E.: s. quitt, s. ung; L.: DW 13, 2384, EWD s. u. quitt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus quitt und ung gebildete Bezeichnung für einen Nachweis einer Leistung und damit für Schuldfreiheit eines ursprünglichen Schuldners nach Tilgung durch Leistung; F.: Quittung, Quittungen+FW; Z.: Qui-t-t-ung
Quiz, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Quiz, Ratespiel; ne. quiz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. quiz; E.: s. ne. quiz, N., Quiz; ne. quiz, V., neugierig betrachten; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht beeinflusst von inqusitive, Adj., neugierig; lat. inquīsītīvus, Adj., nachforschend; lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Quiz, fehlt DW, EWD s. u. Quiz, Duden s. u. Quiz, Bluhme s. u. Quiz; Son.: vgl. nndl. quiz, Sb., Quiz; frz. quiz, M., Quiz; nschw. quiz, Sb., Quiz; nnorw. quiz, M., Quik; poln. kwiz, M., Quiz; poln. cwis, M., Quiz; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie mit lat. quaerere verbindbare Bezeichnung für ein vielfach in Medien wie dem Fernsehen öffentlich durchgeführtes und mit Gewinnmöglichkeiten in Geld als Lockmittel für Erwerbsgeschäfte versehenes Ratespiel in Frage und Antwort; BM.: neugierig betrachten; F.: Quiz, Quizze, Quizzen+FW; Z.: Quiz
Quorum, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Quorum, Beschlussfähigkeit; ne. quorum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. quorum; E.: s. lat. quōrum, Pron. (Gen.), deren, von denen; vgl. lat. quī (1), quoi (ält.), Pron., welcher, welche, welches, welch, was für einer, der, die, das, wer, was; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Quorum; Son.: vgl. nndl. quorum, Sb., Quorum; frz. quorum, M., Quorum; nschw. kvorum, Sb., Quorum; nnorw. quorum, Sb., Quorum; poln. kworum, M., Quorum; nir. córam, M., Quorum; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Zahl der Mitglieder eines Gremiums oder sonstiger Stimmberechtigter die für die Gültigkeit eines Beschlusses oder einer Abstimmung anwesend sein (V.) oder sich an ihr beteiligen muss; BM.: wer; F.: Quorum, Quorums, Quoren+FW(EW?); Z.: Quor-um
Quote, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Quote, Anteil, Teil, Teilbetrag; ne. quota; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. quota; E.: s. fnhd. quott, Sb., Quote; mnd. quote, F., „Quote“, Anteil, Teil, Seitenzahl?, Abschnitt?; it. quota, F., Anteil, Quote; lat. quotus, wievielster?, wie viele, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. quot, Adj. (indekl.), wie viele, wieviel, alle; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quote, DW 13, 2386, EWD s. u. Quote, Duden s. u. Quote; Son.: vgl. nndl. quotum, Sb., Quote; frz. quota, F., Quote; nschw. kvot, Sb., Quote; nnorw. kvote, M., Quote; kymr. cwota, M., Quote; lit. kvota, F., Quote; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in dem Verhältnis zu einem Ganzen bestimmte Zahl oder einen Teil; BM.: wer; F.: Quote, Quoten+FW; Z.: Quo-t-e
Quotient, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Quotient, Ergebnis einer Division eines Dividenden (zu teilenden Zahl) durch einen Divisor (Teiler oder Nenner oder teilende Zahl); ne. quotient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mnd. quotient, quocient, M., Quotient, Ergebnis der Division; vgl. lat. quotiēs, quotiēns?, Adv., wie oft?, wievielmal?, so oft, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. quot, Adj. (indekl.), wie viele, wieviel, alle; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Quotient, DW 13, 2386, EWD s. u. Quotient, Duden s. u. Quotient; Son.: vgl. nndl. quotiënt, Sb., Quotient; frz. quotient, M., Quotient; nschw. kvot, Sb., Quotient; nnorw. kvotient, M., Quotient; GB.: seit um 1400 mnd. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums (quotiēs, quotiēns) oder Teilung zweier Zahlen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ergebnis einer Division zweier Zahlen wie beispielsweise (Quotient) zwei bei einem Dividenden oder Zähler (über dem Bruchstrich) von 100 und einem Divisor oder Nenner (unter dem Bruchstrich) von 50 (hundert geteilt durch 2 = 50); BM.: wer; F.: Quotient, Quotienten+FW; Z.: Quo-t-i-ent
r, R, nhd., N.: nhd. r, R; ne. r (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. gr. ῥῶ (rhō); E.: von gr. ῥῶ (rhō); aus dem Hebr., s. hebr. rōš, rēš, Sb., Kopf; L.: DW 14, 1, Duden s. u. R; GB.: nach Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben r des lateinischen Alphabets; BM.: Kopf; F.: R, Rs+FW; Z.: R
Rabatt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rabatt, Preisnachlass; ne. discount (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. rabat; E.: s. frz. rabat, Sb., Rabatt; vgl. frz. rabattre, V., einen Preisnachlass gewähren, abschlagen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. abattuere*, abattere, V., schlagen, herunternehmen, eine Münze verrufen (V.); lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Rabatt, fehlt DW, EWD s. u. Rabatt, Duden s. u. Rabatt; Son.: vgl. nndl. rabat, Sb., Rabatt; nschw. rabatt, Sb., Rabatt; nnorw. rabatt, M., Rabatt; poln. rabat, M., Rabatt; GB.: seit der Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unter bestimmten Bedingungen gewährten meist in (beispielsweise 3) Prozenten des Preises der betreffenden Ware ausgedrückten Preisnachlass; BM.: zurück, weg, schlagen; F.: Rabatt, Rabatts, Rabattes, Rabatte, Rabatten+FW(+EW?); Z.: R-ab-at-t
Rabatte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rabatte, schmales Blumenbeet, Einfassungsbeet; ne. border (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. nndl. rabat; E.: s. nndl. rabat, Sb., Rabatte, Faltenstreifen an der Gardine; frz. rabat, M., Aufschlag am Halskragen, schmales Beet; vgl. frz. rabattre, V., einen Preisnachlass gewähren, abschlagen, umschlagen, niederdrücken; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. abattuere*, abattere, V., schlagen, herunternehmen, eine Münze verrufen (V.); lat. ab, Präp., von, von ... weg, von ... aus, an, bei; idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); lat. battuere, V., schlagen, prügeln, verprügeln, hauen; Lehnwort aus dem Gallischen; vgl. idg. *bʰāt-, *bʰət-, V., schlagen, stoßen, Pokorny 111 (182/15) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Rabatte, DW 14, 4, EWD s. u. Rabatte, Duden s. u. Rabatte; Son.: vgl. ne. rabbet, N., Falz; nschw. rabatt, Sb., Rabatte; nnorw. rabatt, Rabatte; poln. rabata, rabatka, F., Rabatte; kymr. rabet, M., Falz; nir. rabóid, F., Falz; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Französischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schmales Blumenbeet (Einfassungsbeet); BM.: zurück, weg, schlagen; F.: Rabatte, Rabatten+FW(+EW); Z.: R-ab-at-t-e
Rabatz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rabatz, Lärm, lärmendes Treiben; ne. ruckus; Vw.: -; Hw.: s. ranzen (1); Q.: 20. Jh.; E.: von einem rabatzen, V., lärmen, toben; von einem ratzen, letztlich aus mhd. ranzen, sw. V., ranzen, ungestüm hinspringen und herspringen, umherspringen, necken, Glieder dehnen, strecken; s. mhd. rangen, sw. V., hinspringen und herspringen; vgl. ahd. ringan*, hringan*, st. V. (3a), ringen, kämpfen, streiten, hadern; germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rabatz, fehlt DW, Duden s. u. Rabatz; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Lebewesen ausgeführtes lärmendes Treiben; BM.: drehen; F.: Rabatz, Rabatzes+FW; Z.: Rab-atz
Rabauke, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rabauke, Bengel, Lausbub; ne. bounder, hooligan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; E.: mnd. rabouke, M., Rabauke, Unruhestifter, Gewalttäter; vgl. nnd. Rabau, M., Schurke; nndl. rabau, M., Schurke; frz. ribaud, M., Lotterbube, Schurke; mlat. ribaldus, M., Trossknecht; vielleicht von mhd. rīben, st. V., reiben, schminken, mahlen, geigen; ahd. rīban, st. V. (1a), reiben, abreiben, einreiben; s. germ. *wreiban, st. V., reiben; idg. *u̯reip-, *u̯rīp-, *u̯reiHp-, V., drehen, reiben, Pokorny 1159; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rabauke, fehlt DW, EWD s. u. Rabauke, Duden s. u. Rabauke; GB.: seit um 1900 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Neuniederländischen sowie dem Französischen und dem Mittellateinischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich ungezogen verhaltenden Menschen oder Bengel oder Lausbuben; BM.: kleiner Schurke; F.: Rabauke, Rabauken+FW; Z.: Rab-auk-e
Rabbi, Rebbe, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rabbi, Rebbe, jüdischer Gelehrter; ne. rabbi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mnd. rabbi, raby, M., Rabbi; mhd. rabboni, M., mein Meister; ahd. rabbi, rabboni, M., Rabbi; s. lat. rabbi, M., Rabbi; gr. ῥαββί (rhabbí), M., Rabbi; hebr. rabbī, M., Rabbi, mein Meister; hebr. rabh, M., Meister; L.: Kluge s. u. Rabbi, Duden s. u. Rabbi; Son.: vgl. nndl. rabbi, rabbijn, Sb., Rabbi; frz. rabbi, M., Rabbi; nschw. rabbin, Sb., Rabbi; nnorw. rabbi, M., Rabbi; poln. rabbi, M., Rabbi; kymr. rabi, M., Rabbi; nir. raibí, M., Rabbi; lit. rabinas, M., Rabbi; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen verehrten Lehrer (Großen, Bedeutenden, Meister) vor allem in dem Judentum; BM.: Meister; F.: Rabbi, Rabbis, Rabbinen, Rebbe, Rebbes, Rebbinen+FW; Z.: Rabb-i
Rabe, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rabe, Krähe, Rabenvogel; ne. raven (N.); Vw.: s. Kolk-; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. rabe (2), rab, rappe, rapp, sw. M., Rabe; mhd. raben, st. M., Rabe; mnd. rāven, rāvene, rāve, M., F., Rabe, Rabenvogel; mnl. rave, M., Rabe; mnl. rāven, raven, M., Rabe; ahd. raban, hraban, st. M. (a), Rabe; as. hravan, M., Rabe; anfrk. raven*, st. M. (a), Rabe; germ. *hrabna-, *hrabnaz, st. M. (a), Rabe; germ. *hrabō-, *hrabōn, *hraba-, *hraban, sw. M. (n), Rabe; s. idg. *krep- (2), V., krächzen, Pokorny 569; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rabe, Kluge s. u. Rabe, DW 14, 5, EWD s. u. Rabe, Falk/Torp 103, EWAhd 7, 116Duden s. u. Rabe, Bluhme s. u. Rabe; Son.: vgl. afries. -; ae. hræfn, hræfen, hrefn, hrefen, st. M. (a), Rabe; an. hrafn, an, st. M. (a), Rabe; got. *hrabns?, st. M., Rabe; nndl. raaf, Sb., Rabe; nschw. ramswart, Adj., kohlrabenscharz; nnorw. ravn, M., Rabe; gr. κόραξ (kórax), M., Rabe; lat. corax, M., Rabe, hakenartiger Mauerbrecher; lat. corvus, M., Rabe; GB.: seit um 765 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit 12 Millionen Jahren nachweisbaren größeren schwarzen Vogel mit kräftigem Schnabel und krächzenden Lauten; BM.: krächzen; F.: Rabe, Raben+EW; Z.: Ra-b-e
$Rabenaas, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rabenaas; E.: s. Rab(e), s. en (Suff.), s. Aas; L.: DW 14, 8, EWD s. u. Rabe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rab(e) und en (Suff.) und Aas gebildetes Schimpfwort für ein sachlich seit Entstehung von Raben mögliches nur von Raben noch genutztes Aas; F.: Rabenaas, Rabenaases, Rabenaase, en+EW; Z.: Ra-b-en—aas
$Rabenmutter, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rabenmutter; E.: s. Rab(e), s. en (Suff.), s. Mutter; L.: Kluge s. u. Rabenvater, DW 14, 9, EWD s. u. Rabe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rab(e) und en (Suff.) sowie Mutter gebildete Bezeichnung für eine lieblose Mutter; F.: Rabenmutter, Rabenmütter, Rabenmüttern+FW; Z.: Ra-b-en—mu-tt-er
$rabenschwarz, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. rabenschwarz, sehr schwarz, wie ein Rabe schwarz; Q.: 1190-1200 (Nibelungenlied); L.: DW 14, 10, EWD s. u. Rabe; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Rab(e) und en (Suff.) sowie schwarz gebildete Bezeichnung für wie ein Rabe schwarz; F.: rabenschwarz, rabenschwarze, rabenschwarzes, rabenschwarzem, rabenschwarzen, rabenschwarzer(, rabenschwärzer, rabenschwärzere, rabenschwärzeres, rabenschwärzerem, rabenschwärzeren, rabenschwärzerer, rabenschwärzest, rabenschwärzeste, rabenschwärzestes, rabenschwärzestem, rabenschwärzesten, rabenschwärzester)+EW; Z.: ra-b-en—schwarz
$Rabenvater, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rabenvater, gewalttätiger Vater, liebloser Vater; L.: Kluge s. u. Rabenvater, DW 14, 9, EWD s. u. Rabe; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Rab(e) und en (Suff.) sowie Vater gebildete Bezeichnung für einen gewalttätigen Vater; F.: Rabenvater, Rabenvaters, Rabenväter, Rabenvätern+EW; Z.: Ra-b-en—vat-er
rabiat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. rabiat, gewalttätig, rücksichtslos; ne. rabid, furious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. rabiātus; E.: s. lat. rabiātus, Adj., wütend; vgl. lat. rabiāre, V., wüten; lat. rabere, V., toll sein (V.), wüten; idg. *rabʰ-?, V., wüten, rasen?, Pokorny 852 (1478/1) (RB. idg. aus ital., kelt.?, toch.); L.: Kluge s. u. rabiat, fehlt DW, EWD s. u. rabiat, Duden s. u. rabiat; Son.: vgl. nndl. rabiaat, Adj., rabiat; nschw. rabiat, Adj., rabiat; nnorw. rabiat, Adj., rabiat; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gewalttätig oder rücksichtslos; BM.: rasen; F.: rabiat, rabiate, rabiates, rabiatem, rabiaten, rabiater(, rabiatere, rabiateres, rabiaterem, rabiateren, rabiaterer, rabiatest, rabiateste, rabiatestes, rabiatestem, rabiatesten, rabiatester)+FW(+EW); Z.: rab-i-at
Rache, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rache, rächende Strafe, Vergeltung; ne. vengeance, revenge (N.); Vw.: -; Hw.: s. rächen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. rāche, st. F., Vergeltung, Rache, Strafe; mnd. wrāke (2), wracke, F., Rache, Vergeltung, Strafe, Bestrafung; mnl. wrake, F., Rache; ahd. rāhha*, rācha*, st. F. (ō), Rache, Strafe, Vergeltung; as. wrāka*, st. F. (ō), Rache, Vergeltung; anfrk. wrāka*, wrāca*, st. F. (ō), Rache, Vergeltung; germ. *wrēkō, *wrǣkō, st. F. (ō), Rache, Verfolgung; s. idg. *u̯reg-, V., stoßen, drängen, puffen, treiben, verfolgen, Pokorny 1181? (2040/116) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rache, Kluge s. u. Rache, DW 14, 14, EWD s. u. rächen, Falk/Torp 416, Seebold 569, EWAhd 7, 146, Duden s. u. Rache, Bluhme s. u. Rache; Son.: vgl. afries. wrēke, wrēze (1), wrēthe, st. F. (ō), Rache, Vergeltung; ae. wracu, st. F. (ō), Rache, Verfolgung, Strafe; ae. wræc (1), wrec (1), st. N. (a), st. F. (ō), Rache, Verfolgung, Verbannung, Elend; an. -; got. -; nndl. wraak, Sb., Rache; nisl. rák, F., Streifen (N.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine persönliche und oft von Emotionen geleitete menschliche Vergeltung einer als böse und besonders als persönlich erlittenes Unrecht empfundenen Tat; BM.: drehen; F.: Rache+EW; Z.: Ra-ch-e
Rachen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rachen, Schlund; ne. throat, pharynx; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh.; E.: mhd. rache, sw. M., Rachen; mnd. rache (1), M., Rachen; mnd. rache, M., Rachen; mnd. rak, rāk, M., Gaumen; mnl. rake, M., Rachen; ahd. rahho*, racho, hrahho*, sw. M. (n), Rachen, Schlund, Kehle (F.) (1); germ. *hrakō-, *hrakōn, *hraka-, *hrakan, sw. M. (n), Kehle (F.) (1), Rachen; as. -; anfrk. -; idg. *kreg- (2), V., krächzen, krähen, Pokorny 569; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rachen, Kluge s. u. Rachen, DW 14, 18, EWD s. u. Rachen, Falk/Torp 101, EWAhd 7, 153, Duden s. u. Rachen, Bluhme s. u. Rachen; Son.: vgl. afries. -; ae. hrace, hracu, F., Rachen, Kehle (F.) (1); an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung höherer Tiere und des Menschen möglichen hinter der Mundhöhle liegenden erweiterten Teil des Schlundes; BM.: krächzen; F.: Rachen, Rachens+EW; Z.: Ra-ch-en
rächen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rächen, Rache nehmen. vergelten; ne. revenge (V.), wreak; Vw.: -; Hw.: s. Rache; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rechen, st. V., rächen; mnd. rēken (4), rēkenen, sw. V., sich rächen, Rache nehmen; mnd. wrēken*?, wreken, st. V., rächen, Vergeltung für etwas üben, strafen, sich rächen; mnl. wreken, sw. V., rächen; ahd. rehhan* (1), rechan*, st. V. (4), rächen, vergelten, strafen, wiedergutmachen, tadeln, Genugtuung verschaffen, heilen (V.) (1), erretten; as. wrekan*, st. V. (4), rächen, vergelten, strafen; s. anfrk. giwrekan, st. V., sich rächen, Rache nehmen; germ. *wrekan, st. V., treiben, verfolgen, rächen; idg. u̯reg-, V., stoßen, drängen, puffen, treiben, verfolgen, Pokorny 1181 (2040/116) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rächen, Kluge s. u. rächen, DW 14, 21, EWD s. u. rächen, Falk/Torp 415, Seebold 568, Duden s. u. rächen, EWAhd 7, 288; Son.: vgl. afries. wreka, st. V. (5), rächen; saterl. wrecja, V., rächen; ae. wrecan, wreocan, st. V. (5), treiben, stoßen, verstoßen, verfolgen, rächen, strafen; an. reka (2), vreka, st. V. (5), treiben, jagen, rächen; got. wrikan, st. V. (5), verfolgen; nndl. wreken, V., rächen; nschw. vräka, V., rächen; nisl. reka, V., rächen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Rache nehmen oder vergelten; BM.: drehen; F.: rächen, räche, rächst, rächt, rächest, rächet, rächte, rächtest, rächten, rächtet, gerächt, ##gerächt, gerächte, gerächtes, gerächtem, gerächten, gerächter##, rächend, ###rächend, rächende, rächendes, rächendem, rächenden, rächender###, räch(!)+EW; Z.: rä-ch-en
$Rachenblütler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rachenblütler; E.: s. Rachen, s. Blütler; Q.: um 1900; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rachen; GB.: seit um 1900 belegte und aus Rachen und Blütler nach der Art und Form ihrer Blüten gebildete Bezeichnung für Braunwurzgewächse wie Fingerhut oder Königskerze oder Löwenmaul oder Ehrenpreis; F.: Rachenblütler, Rachenblütlers, Rachenblütlern+EW; Z.: Ra-ch-en—blü-t-l-er
$Rächer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rächer, Rächender, Vergeltender; ne. avenger, revenger; Vw.: -; Hw.: -; Q.:; I.: Lw.-; E.: mhd. rechære (1), recher, rāhhære, st. M., Rächer, Aufrührer, Friedensbrecher; mhd. ræchære*, rācher, st. M., Rächer; mnd. wrēkære*, wreker, M., Rächer, Vergelter; mnl. wraker, M., Rächer; ahd. rehhāri (1), rechāri, st. M. (ja), Rächer, Strafender, Vollstrecker, Verfolger; ahd. rāhhāri*, st. M. (ja), Vergeltung Übender, Räche; L.: Kluge s. u. rächen, DW 14, 26, EWD s. u. rächen,, EWAhd 7, 149; GB.: seit um 765 belegte und aus räch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Rächenden oder Vergeltenden; F.: Rächer, Rächers, Rächern+EW; Z.: Rä-ch-er
Rachitis, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rachitis, eine Mangelerkrankung; ne. rachitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. ῥαχίτις (rhachitis); E.: s. gr. ῥαχίτις (rhachitis), F., Rückgratkrankheit; vgl. gr. ῥάχις (rháchis), F., Rückgrat, Bergrücken; idg. *u̯rā̆g̑ʰ- (1), *u̯rəg̑ʰ-, Sb., Dorn, Spitze, Pokorny 1180 (2038/114) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Rachitis; Son.: vgl. nndl. rachitis, Sb., Rachitis; frz. rachitisme, M., Rachitis; nschw. rakitis, Sb., Rachitis; nnorw. rakitis, M., Rachitis; nir. raicíteas, M., Rachitis; lit. rachitas, M., Rachitis; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch Mangel an Vitamin D oder Kalzium oder Phosphor verursachte Knochenerkrankung oder Rückgratkrankheit; BM.: Spitze; F.: Rachitis+FW; Z.: Rach-it-is
Racker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Racker, Lausbube, Schlingel, Schelm; ne. rascal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. rackære*, racker, racher, M., Racker, Schinder, Abdecker, Totengräber, Abtrittfeger, Scharfrichter?; s. mnd. racken (1), sw. V., rackern“, versorgen, reinmachen, säubern, Aborte ausräumen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Racker, Kluge s. u. Racker, DW 14, 34, EWD s. u. Racker, Duden s. u. Racker, Bluhme s. u. Racker; Son.: vgl. nschw. rackare, Sb., Racker; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Lausbuben oder Schlingel oder Schelm; BM.: reinigen; F.: Racker, Rackers, Rackern+EW; Z.: Rack-er
$rackern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rackern, arbeiten, mühen; Vw.: s. ab-; E.: s. Racker, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Racker, s. DW 14, 34, EWD s. u. Racker; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Racker und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches arbeiten oder mühen; F.: rackern (!), rackere, racker (!), rackerst, rackert, rackerte, rackertest, rackerten, rackertet, gerackert, ##gerackert, gerackerte, gerackertes, gerackertem, gerackerten, gerackerter##, rackernd, ###rackernd, rackerndes, rackerndem, rackernden, rackernder###, racker (!)+EW; Z.: rack-er-n
Racket, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Racket, Tennisschläger; ne. racket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. racket; E.: s. ne. racket, M., Schläger; wohl von frz. raquette, F., Handfläche; letztlich von arab. rāha; oder von einem flämischen *raketse, Sb., Zurückschlagen in dem Tennis; von frz. re…, ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. cache, F., Fang; lat. captia, F., Fang; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Racket, fehlt DW, Duden s. u. Racket; Son.: vgl. nndl. racket, Sb., Racket; frz. raquette, F., Racket; nschw. racket, Sb., N., Racket; nnorw. racket, M., Racket; poln. rakieta, F., Racket; kymr. raced, F., Racket; nir. raicéad, M., Racket; lit. raketė, F., Racket; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen in dem Tennisspiel verwendeten Schläger (Tennisschläger); BM.: Handfläche oder wieder, fangen?; F.: Racket, Rackets+FW; Z.: Ra-ck-et
Raclette, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Raclette, eine Käsespeise, ein Käsegericht; ne. raclette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. raclette; E.: s. frz. raclette, F., Raclette; vgl. frz. racler, V., abschaben; über ein *rasiculare von lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen, (um 450 v. Chr.); idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Raclette, fehlt DW, Duden s. u. Raclette; Son.: vgl. nndl. racletten, Sb., Raclette; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus der Schweiz stammende vor allem aus geschmolzenem Hartkäse bestehende Speise; BM.: abschaben; F.: Raclette, Raclettes, Racletten+FW; Z.: Rac-let-t-e
Rad, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Rad, Wagenrad; ne. wheel (N.); Vw.: s. Rhön-; Hw.: s. Radeberge; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rat, st. N., Rad; mnd. rat (1), N., Rad, Fahrzeugrad, Wasserrad, Windrad; mnl. rat, N., Rad; ahd. rad (1), hrad*, st. N. (a) (iz) (az), Rad, Spielrad, Reifen (M.); as. rath*, st. N. (a), Rad; anfrk. -; germ. *raþa-, *raþam, st. N. (a), Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rad, Kluge s. u. Rad, DW 14, 35, EWD s. u. Rad, Falk/Torp 336, EWAhd 7, 122, Duden s. u. Rad, Bluhme s. u. Rad; Son.: vgl. afries. reth (1), st. N. (a), Rad; nfries. red; ae. -; an. -; got. -; nndl. rad, Sb., Rad; lat. rota, F., Rad, Wagenrad; air. roth, Sb., Rat; ai. rátham, Sb., Streitwagen; lit. rãtas, M., Rad; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen an verschiedenen Orten um 4000 v. Chr. entwickelter und seitdem verwendeter kreisrunder scheibenförmiger um eine Achse in dem Mittelpunkt drehbarer Teil eines Fahrzeugs auf dem dieses rollend fortbewegt werden kann so dass schwere Lasten über weitere Strecken leichter befördert werden können; BM.: laufen bzw. rollen; F.: Rad, Rades, Rads, Räder, Rädern (!)+EW; Z.: Rad
Radar, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Radar, eine Runkmesstechnik; ne. radar; Vw.: -; Hw.: s. Radio, Radius; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. radar; E.: s. ne. radar, N., Radar; zusammengesetzt und gekürzt aus ne. ra(dio) d(etection) a(nd) r(anging (funkgestützte Ortung und Abstandsmessung); vgl. lat. radius, M., Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Zeichenstab, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); ne. ranging, Adj., sich erstreckend; vgl. ne. range, V., schwanken, streifen, durchstreifen; afrz. range, Sb., Reihe, Rang; afrz. rangier, V., in eine Reihe stellen; afrk. *hring, *ring, M., Ring, Gamillscheg 749b; vgl. germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935; L.: Kluge s. u. Radar, fehlt DW, EWD s. u. Radar, Duden s. u. Radar; Son.: vgl. nndl. radar, Sb., Radar; frz. radar, M., Radar; nschw. radar, Sb., Radar; nnorw. radar, M., Radar; poln. radar, M., Radar; kymr. radar, M., Radar; nir. radar, M., Radar; lit. radaras, M., Radar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (abgekürzt) aufgenommene Bezeichnung für ein Verfahren zu der Ortung von Gegenständen in dem Raum mit Hilfe gebündelter elektromagnetischer Wellen die von einem Sender ausgehen und von einem Gegenstand reflektiert und über einen Empfänger auf einem Anzeigegerät sichtbar gemacht werden (Rundfunkmesstechnik); BM.: Funkermittlung und Entfernungsmessung; F.: Radar, Radars+FW; Z.: Ra-d-ar
Radau, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Radau, Gepolter, Lärm, Krach; ne. row (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Radau, fehlt DW, EWD s. u. Radau, Duden s. u. Radau, Bluhme s. u. Radau; GB.: seit Mitte 19. Jh. zunächst in Berlin belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein Gepolter oder einen Lärm oder Krach; BM.: lautmalend; F.: Radau, Radaus+EW; Z.: Rad-au
$Radaubruder, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Radaubruder, Teilnehmer an Radau und Verursacher von Radau; Q.: um 1880; E.: s. Radau, s. Bruder; L.: fehlt DW, EWD s. u. Radau; GB.: seit um 1880 belegte und aus Radau und Bruder gebildete Bezeichnung für einen Verursacher von Radau und einen Teilnehmer an Radau; F.: Radaubruder, Radaubruders, Radaubrüder, Radaubrüdern+EW; Z.: Rad-au—bruder
Rade, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Rade, ein Unkraut der Getreidefelder; ne. corncockle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. rate, sw. M., Rade, Raden, Unkraut in dem Korn; mnd. rāde (1), rēde, M., „Rade“ (verschiedene Ackergewächse), Kornrade, Taumel-Lolch, Same (M.) (1) des Taumel-Lolchs; ahd. rada (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n), Rade, Kornrade; ahd. rato (2), ratto, sw. M. (n), Rade, Raden, Kornrade, Lolch, Ackerschwarzkümmel, Unkraut; as. rado, sw. M. (n), Rade, Raden; as. radan*, st. M. (a?), Rade, Raden; germ. *radwō-, *radwōn, *radwa-, *radwan, sw. M. (n), Rade, Raden; vgl. idg. *roto-, *roth₂o-, Sb., Rad, Pokorny 866; idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raden, Kluge s. u. Rade, DW 14, 43, EWD s. u. Rade, Falk/Torp 337, EWAhd 7, 128, 129, Duden s. u. Rade, Bluhme s. u. Rade; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein einjähriges purpurrosa blühendes Unkraut der Getreidefelder; BM.: laufen bzw. rollen; F.: Rade, Raden+EW; Z.: Rad-e
Radeberge, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Radeberge, Schubkarre, Schiebekarre; ne. wheelbarrow; Vw.: -; Hw.: s. Rad; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. radeber, st. F., Bahre mit einem Rad, Schiebekarre, Schubkarre; vgl. mhd. rat, st. N., Rad; ahd. rad (1), hrad*, st. N. (a) (iz) (az), Rad, Spielrad, Reifen (M.); germ. *raþa-, *raþam, st. N. (a), Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); mhd. beren, bern, st. V., hervorbringen, Frucht tragen, Blüte tragen, gebären; ahd. beran, st. V. (4), gebären, tragen, erzeugen, hervorbringen; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Radeberge, DW 14, 44 (Radebäre); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Rad und Bahr(e) gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine einräderige und an zwei Stangen mit Griffen angehobene und geschobene Karre (Schubkarre oder Schiebekarre) zu einem Befördern kleinerer Lasten; BM.: Rad, tragen; F.: Radeberge, Radebergen+EW; Z.: Rad-e—ber-g-e
$radebrechen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. radebrechen, rädern, mit dem Rad brechen, eine fremde Sprache nur mühsam und fehlerhaft sprechen; L.: Kluge 1. A. s. u. Rad, Kluge s. u. radebrechen, DW 14, 46; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus Rad und e (Suff.) sowie brechen gebildete Bezeichnung für seit dieser Zeit mögliches mit dem Rad brechen sowie wohl seit 16. Jh. für eine fremde Sprache nur mühsam und fehlerhaft sprechen; F.: radebrechen, radebreche (!), radebrechst, radebrecht, radebrechest, radebrechet, radebrechte, radebrechtest, radebrechten, radebrechtet, geradebrecht, ##geradebrecht, geradebrechte, geradebrechtes, geradebrechtem, geradebrechten, geradebrechter##, radebrechend, ###radebrechend, radebrechende, radebrechendes, radebrechendem, radebrechenden, radebrechender###, radebrech (!)+EW; Z.: rad-e—bre-ch-en
$radeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. radeln, radfahren; E.: s. Rad, s. el (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Rad, fehlt DW, EWD s. u. Rad; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rad und el (Suff.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit dem Rad fahren oder radfahren; F.: radeln, radel (!), radle, radele, radelst, radelt, radelte, radeltest, radelten, radeltet, geradelt, ##geradelt, geradelte, geradeltes, geradeltem, geradelten, geradelter##, radelnd, ###radelnd, radelnde, radelndes, radelndem, radelnden, radelnder###, radel (!)+EW; Z.: rad-el-n
$rädeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. rädeln; E.: s. Rad, s. el (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Rad in anderer Bedeutung DW 14, 46; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Rad und el (Suff.) sowie (e)n (Suff. gebildete Bezeichnung für mit einem Rädchen oder Radel mit kleinen Zacken aus Metall aus Papier heraustrennen; F.: rädeln (!), rädel (!), rädle, rädele, rädelst, rädelt, rädelte, rädeltest, rädelten, rädeltet, gerädelt, ##gerädelt, gerädelte, gerädeltes, gerädeltem, gerädelten, gerädelter##, rädelnd, ###rädelnd, rädelnde, rädelndes, rädelndem, rädelnden, rädelnder###, rädel (!)+EW; Z.: räd-el-n
Rädelsführer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rädelsführer, Anstifter, Anführender; ne. ringleader; Vw.: -; Hw.: s. Reigen; Q.: 1521; E.: s. Reigen, führen; L.: Kluge 1. A. s. u. Rädelsführer, Kluge s. u. Rädelsführer, DW 14, 46, EWD s. u. Rädelsführer, Duden s. u. Rädelsführer; GB.: seit 1521 belegte und aus Rädel und s sowie Führer gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen eine Gruppe zu rechtswidrigen Handlungen Anstiftenden oder Anführenden; BM.: Anführer eines Reigens; F.: Rädelsführer, Rädelsführers, Rädelsführern+EW; Z.: Räd-el-s—führ-er
Räder, Rätter, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Räder, Rätter, Sieb; ne. sieve (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. reden (1), st. V., schütteln, sieben (V.), sichten (V.) (2); ahd. redan, st. V. (5), sieben (V.); germ. *hreþan, st. V., schütteln, sieben (V.); idg. *kret- (1), *k̑reth₂-, V., schütteln, sich lockern, Pokorny 620 (981/213) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Räder, Kluge s. u. Räder, Rätter, DW 14, 48, Duden s. u. Rätter; Son.: vgl. mir. crothad, crothaid, V., schüttelt; lit. kresti, V., schütteln; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine besonders bei der Steinkohleaufbereitung früher verwendete Vorrichtung zu einem Sieben bei der sich die Siebflächen kreisförmig bewegen; BM.: schütteln; F.: Räder, Räders, Rädern, Rätter, Rätters, Rättern+EW; Z.: Räd-er
$rädern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. rädern, mit dem Rad(e) hinrichten; E.: s. Rad, s. er (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. rädern, Rad, DW 14, 48, EWD s. u. Rad; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Rad und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches mit dem Rad(e) hinrichten; F.: rädern (!), rädere, räder (!), räderst, rädert, räderte, rädertest, räderten, rädertet, gerädert, ##gerädert, geräderte, gerädertes, gerädertem, geräderten, geräderter##, rädernd, ###rädernd, räderndes, räderndem, rädernden, rädernder###, räder (!)+EW; Z.: räd-er-n
$radfahren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. radfahren, mit dem Fahrrad fahren, radeln; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Rad, s. fahren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rad; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Rad und fahren gebildete Bezeichnung für das nach Entwicklung des Fahrrads durch Karl Drais (1817) mögliche mit dem Fahrrad fahren; F.: radfahren, fahre Rad, fährst Rad, fährt Rad, fahrt Rad, fahrest Rad, fahret Rad, fuhr Rad, fuhrst Rad, fuhren Rad, fuhrt Rad, führe Rad, führest Rad, führst Rad, führen Rad, führet Rad, führt Rad, radgefahren, ##radgefahren, radgefahrene, radgefahrenes, radgefahrenem, radgefahrenen, radgefahrener##, radfahrend, ###radfahrend, radfahrende, radfahrendes, radfahrendem, radfahrenden, radfahrender###, radzufahren, ####radzufahren, radzufahrend, radzufahrende, radzufahrendes, radzufahrendem, radzufahrenden, radzufahrender####, fahr (!) Rad+EW; Z.: rad—fahr-r-en
$Radfahrer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Radfahrer, Fahrradfahrer, Fahrer eines Fahrrads; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Rad, s. Fahrer; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rad; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Rad und Fahrer gebildete Bezeichnung für einen nach Entwicklung des Fahrrads durch Karl Drais (1817) möglichen Fahrer eines Fahrrads; F.: Radfahrer, Radfahrers, Radfahrern+EW; Z.: Rad—fahr-er
Radi, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Radi, Rettich; ne. radish; Vw.: -; Hw.: s. Rettich; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. radis; E.: s. frz. radis, M., Radieschen; lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radi, fehlt DW, Duden s. u. Radi; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit rübenförmig verdickter würzig schmeckender Wurzel und weißen oder rötlichen Blüten oder als Lebensmittel Bezeichnung für die scharf schmeckende Wurzel dieser Pflanze (Rettich); BM.: Wurzel; F.: Radi, Radis+FW+EW?; Z.: Rad-i
radial, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. radial, von einem Mittelpunkt ausgehend, strahlenförmig; ne. radial; Vw.: -; Hw.: s. Radius; Q.: um 1800; I.: Lw. mlat. radiālis; E.: s. mlat. radiālis, Adj., strahlenförmig, strahlend; vgl. lat. radius, Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Weberschiffchen, Strahl, Sonnenstrahl; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radius, fehlt DW, EWD s. u. Radius, Duden s. u. radial; Son.: vgl. nndl. radiaal, Adj., radial; frz. radial, Adj., radial; nschw. radial, radiell, Adj., radial; nnorw. radial, Adj., radial; poln. radialny, Adj., radial; kymr. radiol, Adj., radial; nir. radúil, Adj., radial; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von einem Mittelpunkt ausgehend oder strahlenförmig; BM.: Zweig; F.: radial, radiale, radiales, radialem, radialen, radialer+FW(+EW?); Z.: rad-i-al
Radiator, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Radiator, Heizkörper; ne. radiator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. radiator; E.: s. ne. radiator, N., Radiator, Heizkörper; vgl. ne. radiate, Adj., Licht abstrahlen, Wärme abstrahlen; lat. radiāre, V., strahlen, schimmern, bestrahlen, (81-43 v. Chr.); lat. radius, Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Weberschiffchen, Strahl, Sonnenstrahl; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radiator, Duden s. u. Radiator; Son.: vgl. nndl. radiateur, Sb., Radiator; frz. radiateur, M., Radiator; nschw. radiator Radiator; nnorw. radiator, M., Radiator; poln. radiator, M., Radiator; kymr. rheiddiadur, M., Radiator; nir. radiatheoir, M., Radiator; lit. radiatorius, M., Radiator; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit siebzehnhundertundsechzehn von Menschen (Marten Trifvald) entwickelten und verwendeten (wie die Sonne) Wärme abstrahlenden Heizkörper dessen Strahlen Lebewesen als Wärme spüren; BM.: Zweig; F.: Radiator, Radiators, Radiatoren+FW; Z.: Rad-i-at-or
Radicchio, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Radicchio, eine Zichorienart; ne. radicchio, red endive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. radicchio; E.: s. it. radicchio, M., Radicchio; lat. rādīcula, F., „Wurzellein“, kleine Wurzel, Würzelchen, Seifenkraut, (81-43 v. Chr.); lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Radicchio; Son.: vgl. nndl. radicchio, Sb., Radicchio; frz. radicchio, M., Radicchio; nschw. radicchiosallad, Sb., Radicchio; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen verwendete Zichorienart mit rotweißen leicht bitter schmeckenden Blättern; BM.: Wurzel; F.: Radicchio, Radicchios+FW; Z.: Rad-icch-i-o
radieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. radieren, ausradieren, auskratzen, löschen, abschaben, entfernen; ne. erase, etch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. rādere; E.: s. mnd. rādīren, sw. V., radieren, Eintragungen in einem Schriftstück löschen; lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen, (um 450 v. Chr.); idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. radieren, DW 14, 51, EWD s. u. radieren, Duden s. u. radieren; Son.: vgl. nndl. raderen, V., radieren; nschw. radera, V., radieren; nnorw. radere, V., radieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Geschriebenes oder Gezeichnetes mit einem Radiergummi oder einem Messer auskratzen oder abschaben oder entfernen; BM.: schaben; F.: radieren, radiere, radierst, radiert, radierest, radieret, radierte, radiertest, radierten, radiertet, ##radiert, radierte, radiertes, radiertem, radierten, radierter##, radierend, ###radierend, radierende, radierendes, radierendem, radierenden, radierender###, radier (!)+FW(+EW?); Z.: rad-ier-en
$Radiergummi, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Radiergummi; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. radier(en), s. Gummi; L.: DW 14, 51, EWD s. u. radieren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus radier(en) und Gummi gebildete Bezeichnung für einen 1770 von Edward Naime in Großbritannien entdeckten oder entwickelten Gummi für ein Radieren oder Auskratzen oder Entfernen von Geschriebenem oder Gezeichnetem; F.: Radiergummi, Radiergummis+FW+EW?; Z.: Rad-ier—gummi
$Radiermesser, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Radiermesser; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. radier(en), s. Messer (N.); L.: DW 14, 51, EWD s. u. radieren; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus radier(en) und Messer (N.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu dem Radieren von Geschriebenem oder Gezeichnetem entwickeltes und seitdem zumindest zeitweise verwendetes Messer (N.); F.: Radiermesser, Radiermessers, Radiermessern+FW+EW; Z.: Rad-ier—mes-ser
$Radierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Radierung; E.: s. radier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. radieren, fehlt DW, EWD s. u. radieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus radier(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein etwas früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Tiefdruckverfahren bei dem eine Bleistiftzeichnung auf eine lackierte Druckplatte übertragen wird und die gezeichneten Linien in die Lackschicht eingeritzt und mittels eines Säurebads in die Platte eingeätzt werden; F.: Radierung, Radierungen+FW; Z.: Rad-ier-ung
Radieschen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Radieschen, kleiner Rettich; ne. radish; Vw.: -; Hw.: s. Radi; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. radis; E.: s. frz. radis, M., Radieschen; lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radieschen, fehlt DW, EWD s. u. Radieschen, Duden s. u. Radieschen; Son.: vgl. nndl. radijs, Sb., Radieschen; nschw. rädisa, Sb., Radieschen; nnorw. reddik, M., Radieschen; kymr. radis, M., F., Radieschen; nir. raidis, F., Radieschen; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und teilweise aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine mit einer meist kugeligen und eine rote Schale (F.) (1) aufweisenden scharf schmeckenden von Menschen seit unbekannter Zeit als Nahrungsmittel verwendeten Knolle versehene Pflanze; BM.: Wurzel; F.: Radieschen, Radieschens+DW+EW; Z.: Rad-ies-chen
radikal, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. radikal, vollständig, rücksichtslos, gründlich; ne. radical (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. radical; E.: s. frz. radical, Adj., wurzelständig, gründlich, radikal; lat. rādīcālis, Adj., mit der Wurzel seiend, zur Wurzel gehörig, in dem Keime seiend, mit Stumpf und Stiel erfasst, ganz, Wurzel..., (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. radikal, fehlt DW, EWD s. u. radikal, Duden s. u. radikal; Son.: vgl. nndl. radicaal, Adj., radikal; nschw. radikal, Adj., radikal; nnorw. radikal, Adj., radikal; poln. radykalny, Adj., radikal; kymr. radical, Adj., radikal; nir. raidiceach, Adj., radikal; lit. radikalus, Adj., radikal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vollständig oder rücksichtslos oder gründlich; BM.: Wurzel; F.: radikal, radikale, radikales, radikalem, radikalen, radikaler(, radikalere, radikaleres, radikalerem, radikaleren, radikalerer, radikalst, radikalste, radikalstes, radikalstem, radikalsten, radikalster)+FW(+EW?); Z.: rad-ik-al
$radikalisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. radikalisieren, radikal werden, radikal machen; E.: s. radikal, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. radikal, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach frz. radicaliser aus radikal und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für radikal werden oder radikal machen; F.: radikalisieren, radikalisiere, radikalisierst, radikalisiert, radikalisierest, radikalisieret, radikalisierte, radikalisiertest, radikalisierten, radikalisiertet, ##radikalisiert, radikalisierte, radikalisiertes, radikalisiertem, radikalisierten, radikalisierter##, radikalisierend, ###radikalisierend, radikalisierende, radikalisierendes, radikalisierendem, radikalisierenden, radikalisierender###, radikalisier (!)+FW(+EW); Z.: rad-ik-al-is-ier-en
$Radikalismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Radikalismus; E.: s. radikal, s. ismus; L.: Kluge s. u. radikal, fehlt DW, EWD s. u. radikal; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der liberalen Bewegung des 19. Jh. aus radikal und ismus gebildete Bezeichnung für die durch Rückbesinnung des Menschen auf seine geistigen Wurzeln grundlegende Veränderungen anstrebende Geisteshaltung; F.: Radikalismus, Radikalismen+FW(+EW); Z.: Rad-ik-al-ism-us
Radio, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Radio, Radioapparat, Rundfunkempfänger; ne. radio (N.); Vw.: -; Hw.: s. Radar, Radius; Q.: um 1920; I.: Lw. ne. radio; E.: s. ne. radio, N., Radio; gekürzt aus ne. radiotelegraphy; vgl. lat. radius, M., Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Zeichenstab, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radio, fehlt DW, EWD s. u. Radio, Duden s. u. Radio; Son.: vgl. nndl. radio, Sb., Radio; frz. radio, M., Radio; nschw. radio, Sb., Radio; nnorw. radio, M., Radio; poln. radio, N., Radio; kymr. radio, M., F., Radio; nnorw. raidió, M., Radio; lit. radijas, M., Radio; GB.: seit um 1920 belegte und aus dem Neuenglischen als Abkürzung von radiotelegraphy aufgenommene und verwendete Bezeichnung für ein von Menschen wie Nikola Tesla und Guglielmo Marconi (Bologna 1874-Rom 1937, Vater Italiener, Mutter Britin, Patent 1904) sowie andere ab 1897 entwickeltes und verwendetes Rundfunkgerät beziehungsweise für die über ein Rundfunkgerät durch Hören zu empfangenden von Menschen geschaffenen und vielfach über elektromagnetische Wellen verbreiteten Sendungen; BM.: Wurzel; F.: Radio, Radios+FW; Z.: Rad-io
$Radio…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. Radio…; L.: EWD s. u. Radio; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Partikel; F.: Radio…+FW; Z.: Rad-io-
$radioaktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. radioaktiv, in dem Atomkern sich von selbst ohne äußere Einwirkung in einen anderen Atomkern umwandelnd; Q.: um 1900; L.: fehlt DW, EWD s. u. Radioaktivität; GB.: seit um 1900 belegte und aus radio und aktiv gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches und von dem Menschen später genutztes in dem Atomkern sich von selbst ohne äußere Einwirkung in einen anderen Atomkern umwandelnd wobei radioaktive Elemente Astat und Caesium-137 und Eisen-60 und Kalium-40 und Kobalt-60 und Plutonium und Polonium und Iod-131 und Radon und Radium und Thorium und Uran sowie alle Elemente mit einer Ordnungszahl ab 83 sind; F.: radioaktiv, radioaktive, radioaktives, radioaktivem, radioaktiven, radioaktiver+FW; Z.: rad-io-ak-t-iv
$Radioaktivität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Radioaktivität; Q.: um 1900; E.: s. radioaktiv, s. i, s. tät; L.: fehlt DW, EWD s. u. Radioaktivität; GB.: seit um 1900 belegte und aus radioaktiv und i sowie tät gebildete Bezeichnung für die Eigenschaft instabiler Atomkerne bestimmter (radioaktiver) chemischer Elemente ohne äußere Einflüsse zu zerfallen oder sich umzuwandeln und dabei Energie als Strahlung (Alphastrahlung oder Betastrahlung oder Gammastrahlung) freizusetzen; F.: Radioaktivität, Radioaktivitäten+FW; Z.: Rad-io-ak-t-iv-it-ät
Radiokarbonmethode, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Radiokarbonmethode, Radiokohlenstoffdatierung, C14-Datierung; ne. radiocarbon dating; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. radius, M., Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Zeichenstab, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); lat. carbo, Kohle, böses Geschwür, (234-149 v. Chr.); idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571?; idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573? (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Methode; L.: fehlt DW, Duden s. u. Radiokarbonmethode; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Radio und Karbon sowie Methode gebildete Bezeichnung für ein 1946 von Willard Frank Libby entwickeltes und seitdem vor allem in der Archäologie verwendetes Verfahren zu einer unter Nutzung von C14 erfolgenden Datierung kohlenstoffhaltiger Materialien grundsätzlich unbekannten Alters mit einem möglichen Alter bis zu 50000 Jahren; BM.: Wurzel; dunkel, mitten, Weg; F.: Radiokarbonmethode, Radiokarbonmethoden+FW; Z.: Rad-io—kar-b-on—me-t-hod-e
Radium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Radium, ein Erdalkalimetall; ne. radium; Vw.: -; Hw.: s. Radius; Q.: um 1900; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu lat. radius, Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Weberschiffchen, Strahl, Sonnenstrahl, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radium, fehlt DW, EWD s. u. Radium, Duden s. u. Radium; Son.: vgl. nndl. radium, Sb., Radium; frz. radium, M., Radium; nschw. radium, N., Radium; nnorw. radium, N., Radium; poln. rad, M., Radium; kymr. radiwm, M., Radium; nir. raidiam, M., Radium; lit. radis, M., Radium; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1898 von Marie Curie und Pierre Curie aus Pechblende auf Grund der Strahlung entdecktes radioaktives und weiß glänzendes und natürlich als eines der seltensten natürlichen Elemente in geringen Mengen in der Erdkruste und in Gesteinen und in dem Boden und in dem Meerwasser und in Uranerzen und in Thoriumerzen vorkommendes sowie auch aus abgebrannten Kernbrennstäben gewinnbares und vor allem zu einer Herstellung von Leuchtstoffen und zu Bestrahlung verwendetes Schwermetall (chemisches Element Nr. 88, abgekürzt Ra); BM.: Wurzel; F.: Radium, Radiums+FW; Z.: Rad-i-um
Radius, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Radius, Umkreis, Reichweite; ne. radius; Vw.: -; Hw.: s. radial, Radar, Radio, Radium; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. radius; E.: s. lat. radius, Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Weberschiffchen, Strahl, Sonnenstrahl, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Radius, fehlt DW, EWD s. u. Radius, Duden s. u. Radius; Son.: vgl. nndl. frz. radius, M., Speiche; nschw. radie, Sb., Radius; nnorw. radius, M., Radius; kymr. radiws, M., Radius; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den halben Durchmesser eines sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen und von dem Menschen vor allem mit Hilfe eines Zirkels auf Papier sichtbar herstellbaren Kreises; BM.: Rute bzw. Wurzel; F.: Radius, Radiusses, Radien+FW; Z.: Rad-i-us
$Radler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Radler, Radfahrer, ein von Radfahrern geschätztes Mischgetränk; L.: Kluge s. u. Radler, fehlt DW, EWD s. u. Rad; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Rad und (e)l (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Fahrrads seit 1817 möglichen Radfahrer und mittelbar für ein von ihm geschätztes oder ihm zugeschriebenes Mischgetränk aus Bier und Limonade; F.: Radler, Radlers, Radlern+EW; Z.: Rad-l-er
Radon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Radon, ein Edelgas; ne. radon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; E.: s. lat. radius, Stab, Stäbchen, Stecken (M.), Speiche, Weberschiffchen, Strahl; s. idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 116? (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Duden s. u. Radon; Son.: vgl. nschw. radon, Sb., Radon; frz. radon, M., Radon; nnorw. radon, N., Sb., Radon; nnorw. radon, N., Radon; poln. radon, M., Radon; kymr. radon, M., Radon; nir. radón, M., Radon; lit. radonas, M., Radon; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches in dem Boden entstehendes natürliches radioaktives wenig reaktionsfähiges und gelb bis orangerot leuchtendes sowie 1900 von Friedrich Ernst Dorn entdecktes Edelgas (chemisches Element Nr. 86, abgekürzt Rn); BM.: Rute bzw. Wurzel; F.: Radon, Radons+FW; Z.: Rad-on
Raffel (1), nhd. (ält.), M., F., (14. Jh.): nhd. Raffel (M./F.), Klatschmaul, Klatschbase, geschwätzige Frau; ne. blabbermouth, gossipmonger; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. raffel, M., N., Lärm; wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. Raffel 1, DW 14, 55, Duden s. u. Raffel; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit mhd. raffel (Lärm) verbindbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein Klatschmaul oder eine Klatschbase oder eine geschwätzige Frau; BM.: lautmalend?; F.: Raffel, Raffels, Raffeln+EW; Z.: Raff-el
Raffel (2), nhd., F., (13. Jh.): nhd. Raffel (F.) (2), ein Gerät zu einem Abstreifen von Beeren; ne. grater; Vw.: -; Hw.: s. raffen; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. raffel, Sb., Raffel (F.) (2), Flachskamm; ahd.? raffal?, st. M. (a), Raffel (F.) (2), Flachskamm; vgl. germ. *hrap-, *hrēp-, V., scharren, berühren; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Raffel 2, DW 14, 55, EWAhd 7, 132, Duden s. u. Raffel; Son.: vgl. frz. râpe, F., Raffel; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und zu einem Abstreifen von Beeren von Sträuchern verwendetes Gerät; BM.: drehen; F.: Raffel, Raffels, Raffeln+EW; Z.: Ra-ff-el
raffen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. raffen, heftig ergreifen, an sich nehmen; ne. rap (V.), reap; Vw.: -; Hw.: s. frappant, frappieren, Raffel (2), Raffke, rapsen; Q.: um 1250 (Wigamur); E.: s. mhd. raffen (1), reffen, sw. V., zupfen, rupfen, raufen, raffen, eilig an sich reißen; mnd. rāpen, rabben, rapen, sw. V., raffen, an sich raffen, an sich reißen, zusammenraffen; mnl. rāpen, V., raffen; lang. raffōn, hraffōn, sw. V. (2)?, raffen; vgl. germ. *hrap-, *hrēp-, V., scharren, berühren; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. raffen, Kluge s. u. raffen, DW 14, 57, EWD s. u. raffen, EWAhd 7, 133, Duden s. u. raffen, Bluhme s. u. raffen; Son.: vgl. nndl. rapen, V., raffen; GB.: um 1250 belegte und für das Langobardische und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für heftig ergreifen oder an sich nehmen; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: raffen, raffe, raffst, rafft, raffest, raffet, raffte, rafftest, rafften, rafftet, gerafft, ##gerafft, geraffte, gerafftes, gerafftem, gerafften, geraffter##, raffend, ###raffend, raffende, raffendes, raffendem, raffenden, raffender###, raff (!)+EW; Z.: ra-ff-en
$Raffgier, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Raffgier, Habgier, Raffsucht; E.: s. raff(en), s. Gier; L.: fehlt DW, EWD s. u. raffen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus raff(en) und Gier gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Vermögen in den Hochkulturen des Altertums mögliches hemmungsloses Streben (N.) (von Menschen) nach Vermögen oder Habgier oder Raffsucht; F.: Raffgier+EW; Z.: Ra-ff—gier
$Raffinade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Raffinade; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. frz. raffinade, s. raffin(ieren), s. ade; L.: fehlt DW, EWD s. u. raffinieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für von Menschen entwickelten und verwendeten reinen weißen Zucker; F.: Raffinade, Raffinaden+FW; Z.: Ra-f-fin-ad-e
$Raffinement, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Raffinement, Verfeinerung, Vervollkommnung; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. raffinement; E.: s. frz. raffinement; L.: fehlt DW, EWD s. u. raffinieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Verfeinerung oder Vervollkommnung; F.: Raffinement, Raffinemens+FW; Z.: Ra-f-fin-e-ment
Raffinerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Raffinerie, industrielle Anlage zu einer Verarbeitung und Verfeinerung von Rohstoffen; ne. refinery; Vw.: -; Hw.: s. raffinieren, raffiniert; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. raffinerie; E.: frz. raffinerie, F., Raffinerie; frz. raffiner, V., verfeinern, läutern, listig auf etwas aus sein (V.); vgl. frz. fin, Adj., fein; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. fīnus, Adj., äußerste, beste, fein, rein, lauter; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. raffiniert, fehlt DW, EWD s. u. raffinieren, Duden s. u. Raffinerie; Son.: vgl. nndl. raffinaderij, Sb., Raffinerie; nschw. raffinaderi, N., Raffinerie; nnorw. raffineri, N., Raffinerie; poln. rafineria, F., Raffinerie; lit. rafinavimo gamykla, F., Raffinerie; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit etwa dieser Zeit entwickelte und verwendete Anlage zu einer Verarbeitung und Verfeinerung von Rohstoffen; BM.: zurück, festsetzen; F.: Raffinerie, Raffinerien+FW; Z.: Ra-f-fin-er-ie
$Raffinesse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Raffinesse, Geschicklichkeit; E.: s. raffiniert; L.: Kluge s. u. raffiniert, fehlt DW, EWD s. u. raffinieren, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit etwa dieser Zeit entwickelte und verwendete Geschicklichkeit; F.: Raffinesse, Raffinessen+FW; Z.: Ra-f-fin-es-s-e
raffinieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. raffinieren, verarbeiten, verfeinern, aufbereiten, veredeln; ne. refine; Vw.: -; Hw.: s. Raffinerie; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. raffiner; E.: s. frz. raffiner, V., verfeinern, läutern, listig auf etwas aus sein (V.); vgl. frz. fin, Adj., fein; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. fīnus, Adj., äußerste, beste, fein, rein, lauter; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. raffinieren, Duden s. u. raffinieren; Son.: vgl. nndl. raffineren, V., raffinieren; nschw. raffinera, V., raffinieren; nnorw. raffinere, V., raffinieren; poln. rafinować, V., raffinieren; lit. rafinuoti, V., raffinieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes durch Beseitigen qualitätsmindernder Substanzen Naturstoffe verarbeiten oder verfeinern oder aufbereiten oder veredeln; BM.: zurück, festsetzen; F.: raffinieren, raffiniere, raffinierst, raffiniert, raffinierest, raffinieret, raffinierte, raffiniertest, raffinierten, raffiniertet, ##raffiniert, raffinierte, raffiniertes, raffiniertem, raffinierten, raffinierter##, raffinierend, ###raffinierend, raffinierende, raffinierendes, raffinierendem, raffinierenden, raffinierender###, raffinier (!)+FW(+EW?); Z.: ra-f-fin-ier-en
$Raffinieren, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Raffinieren; E.: s. raffinieren; L.: Kluge s. u. raffiniert, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus raffinieren gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Verarbeiten oder Verfeinern oder Aufbereiten oder Veredeln; F.: Raffinieren+FW+EW?; Z.: Ra-f-fin-ier-en
raffiniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. raffiniert, verarbeitet, verfeinert, veredelt, ausgeklügelt, schlau, durchtrieben, hinterhältig; ne. refined; Vw.: -; Hw.: s. Raffinerie; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. raffiné; E.: s. frz. raffiné, Adj., raffiniert, verfeinert; frz. raffiner, V., verfeinern, läutern, listig auf etwas aus sein (V.); vgl. frz. fin, Adj., fein; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. fīnus, Adj., äußerste, beste, fein, rein, lauter; vgl. lat. fīnis, M., F., Grenze, Gebiet, Gegend; lat. fīgere, V., heften, stecken; idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. raffiniert, fehlt DW, EWD s. u. raffinieren, Duden s. u. raffiniert; Son.: vgl. nndl. geraffineerd, Adj., raffiniert; nschw. raffinerad, Adj., raffiniert; nnorw. raffinert, Adj., raffiniert; lit. rafinuotas, Adj., raffiniert; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes verarbeitet oder verfeinert oder veredelt oder ausgeklügelt oder schlau oder durchtrieben oder hinterhältig; BM.: zurück, festsetzen; F.: raffiniert, raffinierte, raffiniertes, raffiniertem, raffinierten, raffinierter(, raffiniertere, raffinierteres, raffinierterem, raffinierteren, raffinierterer, raffiniertest, raffinierteste, raffiniertestes, raffiniertestem, raffiniertesten, raffiniertester)+FW+EW; Z.: ra-f-fin-ier-t
Raffke, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Raffke, Gierschlund; ne. money-grubber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1920; E.: von raffen (s. d.) mit der Familiennamenendung …ke; L.: Kluge s. u. Raffke, fehlt DW, EWD s. u. raffen, Duden s. u. Raffke; GB.: seit der späten Neuzeit (um 1920) belegte und aus raff(en) und der Familiennamensendung ke gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit Entwicklung von Vermögen möglichen raffgierigen Menschen; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: Raffke, Raffkes+EW; Z.: Ra-ff-k-e
$Raffsucht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Raffsucht, Raffgier, Habgier; E.: s. raff(en), s. sucht; L.: DW 14, 59, EWD s. u. raffen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus raff(en) und Sucht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche Habgier oder Raffgier von Menschen; F.: Raffsucht+FW; Z.: Raff—such-t
$Raffzahn, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Raffzahn, Raffke, habgieriger oder raffsüchtiger Mensch; E.: s. raff(en), s. Zahn; L.: DW 14, 39, EWD s. u. raffen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus raff(en) und Zahn gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Vermögen in den Hochkulturen des Altertums möglichen habgierigen oder raffsüchtigen Menschen; F.: Raffzahn, Raffzahns, Raffzahnes, Raffzähne, Raffzähnen+EW; Z.: Raff—z-ah-n
Rage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rage, Wut, Empörung, unbeherrschte Aufgeregtheit; ne. rage (N.); Vw.: -; Hw.: s. enragiert; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. rage; E.: s. frz. rage, F., Wut, Tollwut; vgl. lat. rabiēs, F., Wut, Tollheit, Wildheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rabere, V., toll sein (V.), wüten; idg. *rabʰ-?, V., wüten, rasen?, Pokorny 852 (1478/1) (RB. idg. aus ital., kelt.?, toch.); L.: Kluge s. u. Rage, fehlt DW, Duden s. u. Rage; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar vielleicht dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wut oder Empörung oder unbeherrschte Aufgeregtheit; BM.: wüten; F.: Rage+FW; Z.: Rag-e
ragen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ragen, emporragen, in die Höhe reichen oder stehen; ne. protrude, tower (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. ragen, regen, sw. V., in die Höhe stehen, ragen, ragen aus, ragen durch, ragen über, hervorragen; mnd. rāgen, sw. V., ragen, hochstehen, hervorstehen, abstehen; ahd. *ragēn?, *hragēn?, sw. V. (3), ragen; vielleicht von germ. *ragēn, *ragǣn, *regēn, *regǣn, sw. V., ragen?; idg. *rek- (1), *Hrek-, V., Sb., ragen, Stange, Latte, Pokorny 863 (1503/26) (RB. idg. aus germ., balt.); oder von idg. *krē̆k- (4), *krē̆ku-, *krok-, *kroku-, V., Sb., ragen, vorspringen, Pflock, Balken, Pokorny 919 (278/210) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ragen, Kluge s. u. ragen, DW 14, 59, EWD s. u. ragen, Falk/Torp 335, EWAhd 7, 139, Duden s. u. ragen, Bluhme s. u. ragen; Son.: vgl. ae. oferhrægen, sw. V., überragen; ndän. rage, V., ragen, hervorstehen (Lw. aus dem Deutschen); ? gr. κρόσση? (króssē), F., hervorragende Mauerzinne, Absatz; ? air. crich, Sb., Ende, Spitze; ? lit. krãkė, Sb., Stange, Dachsparren; ? russ. krókva, Sb., Stange, Dachsparren; ? heth. kurakki-, Sb., Bauelement von Gebäuden; GB.: seit um 1185 belegte und für das Althochdeutsche und das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches in die Höhe reichen oder stehen; BM.: Stange?, vorspringen?; F.: ragen, rage, ragst, ragt, ragest, raget, ragte, ragtest, ragten, ragtet, geragt, ##geragt, geragte, geragtes, geragtem, geragten, geragter##, ragend, ###ragend, ragende, ragendes, ragendem, ragenden, ragender###, rag (!)+EW; Z.: rag-en
Raglan, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Raglan, ein Mantel; ne. raglan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. raglan; E.: s. ne. raglan, N., Raglan; von dem PN Lord Raglan (1788-1855) Befehlshaber der engl. Truppen in dem Krimkrieg; L.: fehlt DW, EWD s. u. Raglan, Duden s. u. Raglan; Son.: vgl. nnorw. raglan, M., Raglan; poln. raglan, M., Raglan; kymr. raglan, M., F., Raglan; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh.s belegte und aus einem PN und Mantel gebildete Bezeichnung für einen leichten Mantel dessen Ärmel so geschnitten sind dass die Ansatznaht schräg von der Achselhöhle zu dem Halsausschnitt verläuft; BM.: PN; F.: Raglan, Raglans+FW; Z.: Raglan
Ragout, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ragout, Eintopf; ne. ragout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. ragoût; E.: s. frz. ragoût, M., Ragout, Würzfleisch; vgl. frz. goût, M., Geschmack; lat. gūstus, Kosten (N.), Genießen, Genuss; s. idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Ragout, fehlt DW, EWD s. u. Ragout, Duden s. u. Ragout; Son.: vgl. nndl. ragoût, Sb., Ragout; nschw. ragu, Sb., Ragout; nnorw. ragu, M., Ragout; poln. ragout, Sb., Ragout; nir. ragú, M., Ragout; lit. ragu, Sb. (indekl.), Ragout; GB.: seit der früheren Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und teilweise mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes aus kleinen Fleischstücken in würziger Soße bestehendes Gericht (N.) (2); BM.: kosten (V.) (2); F.: Ragout, Ragouts+FW; Z.: Ra-gout
Rahe, Rah, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rahe, Segelstange; ne. rae, yardarm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rahe, sw. F., Stange, Schiffsrahe; mnd. rā (1), rhaa, raͤ, rāe, rahe, rāwl, F., Rah, Rahe, Segelstange; mnl. raa, ra, rae, Sb., Rahe; ahd. raha, rawa*, raga*, reia*?, sw. F. (n), Rahe, Stange, Weberschiffchen, Weberkamm; as. rāva* (2), st. F. (ō), Rahe, Speiche; anfrk. -; germ. *rahō, st. F. (ō), Stange, Rahe; s. idg. *rek- (1), *Hrek-, V., Sb., ragen, Stange, Latte, Pokorny 863? (1503/26) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rahe, Kluge s. u. Rahe, DW 14, 62, EWD s. u. Rah(e), EWAhd 7, 141, Duden s. u. Rahe, Bluhme s. u. Rahe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. rā (1), st. F. (ō), Rahe, Segelstange; got. -; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine waagerechte Stange an dem Mast (M.) eines von Menschen seit dem Altertum entwickelten und verwendeten Segelschiffs zu einem Befestigen eines rechteckigen Segels; BM.: ragen bzw. Stange; F.: Rahe, Rah, Rahen+EW; Z.: Rah-e
Rahm (1), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Rahm (M.) (1), Milchrahm, Sahne; ne. cream (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. roum, st. M., Milchrahm; mnd. rōm (2), rōme, rāme, M., Rahm (M.) (1), Sahne, auf der Milch sich absetzendes Fett; mnl. room, M., Rahm (M.) (1); ahd. roum, st. M. (a)?, Rahm (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *rauma-, *raumaz, st. M. (a), Häutchen, Rahm (M.) (1); germ. *raumō-, *raumōn, *rauma-, *rauman, sw. M. (n), Häutchen, Rahm (M.) (1); idg. *reugʰmen-, *reugʰmn-, Sb., Rahm (M.) (1)?, Pokorny 873; idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rahm, Kluge s. u. Rahm 1, DW 14, 63, EWD s. u. Rahm, Falk/Torp 339, 348, EWAhd 7, 681, Duden s. u. Rahm, Bluhme s. u. Rahm; Son.: vgl. afries. -; ae. réam, st. M. (a), Rahm (M.) (1); an. rjūmi, sw. M. (n), Rahm (M.) (1); got. -; nndl. room, Sb., Rahm (M.) (1); ? av. raoγna-, N., Butter; ? av. raoγniiā-, F., Butter; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für das sich grundsätzlich oben absetzende Fett der aus Wasser und Fett gebildeten Milch; F.: Rahm, Rahmes, Rahms+EW; Z.: Rah-m
Rahm (2), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Rahm (M.) (2), sich ansetzender Ruß, Schmutzkruste; ne. soot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. rām, st. M., Schmutz, Ruß; mnd. rām (1), Sb., Ruß; s. ahd. rām (1), st. M., Schwärze, Schmutz; ahd. rām (1), st. M. (a?, i?), Schwärze, Schmutz; as. -; anfrk. -; germ. *rēmi-, *rēmiz, *rǣmi-, *rǣmiz, st. M. (i), Schmutz; idg. *rē- (5), Adj., dunkel, Pokorny 853 (1481/4) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge s. u. Rahm 2, DW 14, 62, EWAhd 7, 161; Son.: vgl. afries. -; ae. rōmig, Adj., schmutzig, rußig; an. -; got. -; ai. rāmá-, Adj., dunkel, Schwarz; lat. rāvus, Adj., grau, graufarbig, graugelb; GB.: seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für eine schwarze und schmierige bei unvollkommener Verbrennung entstehende und aus Kohlenstoff bestehende Substanz (Schmutzkruste); BM.: schwarz; F.: Rahm, Rahmes, Rahms+EW; Z.: Rah-m
Rahme, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Rahme, Rahmen (M.), Stütze, Gestell, Einfassung, Umfassung; ne. frame (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rahmen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. rame, st. F., st. M., Stütze, Gestell, Rahmen; mhd. ram (1), sw. F., st. F., st. M., Stütze, Gestell, Gerüst, Rahmen (M.), Stickrahmen, Webrahmen, Wirkrahmen; mnd. rāme (1), rām, sw. M., Rahmen, Einfassung, Gitterwerk; mnd. rāmen? (2), M., Rahmen (M.); mnl. rāme, M., Rahmen; ahd. rama, st. F. (ō), Säule (F.) (1), Stütze, Gestell; ahd.? ram (3), st. M. (a?, i?), st. F. (i?), stützendes Gestell; as. hrama, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rahmen, Gestell; anfrk. -; germ. *ramō, st. F. (ō), Stütze, Rahmen?; vgl. idg. *rem-, *remə-, *h₁rem-, V., ruhen, stützen, sich stützen, Pokorny 864? (1507/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); L.: DW 14, 64, Falk/Torp 339, EWAhd 7, 162, Duden s. u. Rahmen; Son.: vgl. afries. ramia (1), remia (1), sw. V. (2), erbauen; ae. -; an. -; got. -; nndl. raam, Sb., Rahme, Rahmen (M.); nschw. ram, M., Rahme, Rahmen (M.); nnorw. ramme, M., F., Rahme, Rahmen (M.); poln. rama, F., Rahme, Rahmen (M.); lit. rėmas, M., Rahme, Rahmen (M.); ai. rambhá-, Sb., Stab, Stütze; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl von Menschen entwickelte und verwendete Einfassung oder Umfassung; BM.: stützen; F.: Rahme, Rahmen, Rahmens+EW; Z.: Rahm-e
Rahmen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Rahmen (M.), Rahme, Stütze, Gestell, Umfassung; ne. frame (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rahme; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. rame, st. F., st. M., Stütze, Gestell, Rahmen; mhd. ram (1), sw. F., st. F., st. M., Stütze, Gestell, Gerüst, Rahmen (M.), Stickrahmen, Webrahmen, Wirkrahmen; mnd. rāme (1), rām, sw. M., Rahmen, Einfassung, Gitterwerk; mnd. rāmen? (2), M., Rahmen (M.); mnl. rāme, M., Rahmen; ahd. rama, st. F. (ō), Säule (F.) (1), Stütze, Gestell; ahd.? ram (3), st. M. (a?, i?), st. F. (i?), stützendes Gestell; as. hrama, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rahmen, Gestell; anfrk. *rama, Sb., Rahmen (M.), Webrahmen; germ. *ramō, st. F. (ō), Stütze, Rahmen?; vgl. idg. *rem-, *remə-, *h₁rem-, V., ruhen, stützen, sich stützen, Pokorny 864? (1507/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rahmen, Kluge s. u. Rahmen, EWD s. u. Rahmen, DW 14, 64, Falk/Torp 339, EWAhd 7, 162, Duden s. u. Rahmen, Bluhme s. u. Rahmen; Son.: vgl. afries. ramia (1), remia (1), sw. V. (2), erbauen; ae. -; an. -; got. -; nndl. raam, Sb., Rahmen (M.); afrz. afrz. raime, Sb. Rahmen (M.) (aus dem Altniederfränkischen); nschw. ram, M., Rahmen (M.); nnorw. ramme, M., F., Rahmen (M.); poln. rama, F., Rahmen (M.); lit. rėmas, M., Rahmen (M.); ai. rambhá-, Sb., Stab, Stütze; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl von Menschen entwickelte und verwendete Einfassung oder Umfassung; BM.: stützen; F.: Rahmen, Rahmens+EW; Z.: Rahm-en
$rahmen (1), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rahmen; Vw.: s. ein-, um-; E.: s. Rahmen; L.: Kluge s. u. Rahmen, DW 14, 67, EWD s. u. Rahmen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Rahmen gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einem Rahmen versehen (V.); F.: rahmen, rahme, rahmst, rahmt, rahmest, rahmet, rahmte, rahmtest, rahmten, rahmtet, gerahmt, ##gerahmt, gerahmte, gerahmtes, gerahmtem, gerahmten, gerahmter##, rahmend, ###rahmend, rahmende, rahmendes, rahmendem, rahmenden, rahmender###, rahm (!)+EW; Z.: rahm-en
$rahmen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rahmen; Vw.: s. ab-, ent-; Hw.: s. Rahm; L.: DW 14, 67; s. Rahm; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Rahm verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Milch mögliches mit Rahm versehen (V.); F.: rahmen, rahme (!), rahmst, rahmt, rahmest, rahmet, rahmte, rahmtest, rahmten, rahmtet, gerahmt, ##gerahmt, gerahmte, gerahmtes, gerahmtem, gerahmten, gerahmter##, rahmend, ###rahmend, rahmende, rahmendes, rahmendem, rahmenden, rahmender###, rahm (!)+EW; Z.: rah-m-en
rahn, nhd. (ält.), Adj., (12. Jh.): nhd. rahn, schlank, schmächtig; ne. slender; Vw.: -; Hw.: s. Rande-; Q.: 1190-1200 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. mhd. rān, Adj., schlank, schmächtig; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. rahn, DW 14, 69, Duden s. u. rahn; GB.: seit 1190-1200 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für schlank oder schmächtig; BM.: ?; F.: rahn, rahne, rahnes, rahnem, rahnen, rahner(, rahnere, rahneres, rahnerem, rahneren, rahnerer, rahnst, rahnste, rahnstes, rahnstem, rahnsten, rahnster)+EW; Z.: rahn
$Rahne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rahne; E.: s. rahn?, L.: Kluge s. u. rahn, DW 14, 71; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit rahn verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete lange rote Robe; F.: Rahne, Rahnen+EW?; Z.: Rahn-e
$Raigras, Raygras, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Raigras, Lolch; E.: s. Rai, s. Gras; L.: Kluge 1. A. s. u. Raigras, DW 14, 71, Duden s. u. Raygras; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem neuenglischen ray-grass, rye-grass aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlichen (ausdauernden) Lolch; F.: Raigras, Raigrases, Raigräser, Raigräsern, Raygras, Raygrases, Raygräser, Raygräsern+FW; Z.: Rai—gra-s
Rain, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rain, Grasstreifen zwischen zwei Äckern oder Fluren; ne. marge, border (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. rein, st. M., Rain, Meeresufer, Untiefe; mnd. rein (1), reyn, M.?, Rain, Grenze, Grenzmarkierung; mnl. rein, reen, M., Rain, begrenzende, Bodenerhöhung, Grenze; ahd. rein*, st. M. (a?, i?), Rain, Schutzwehr, Ackergrenze; as. *rêni?, st. N. (ja)?, Rain; anfrk. -; anfrk. -; germ. *rainō, st. F. (ō), Rain?; idg. *roino-?, *Hroino-, Sb., Weg, Rain, Hügel, Pokorny 874; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rain, Kluge s. u. Rain, DW 14, 72, EWD s. u. Rain, Falk/Torp 332, EWAhd 7, 337, Duden s. u. Rain, Bluhme s. u. Rain; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. rein, reina, st. F. (ō), Rain, Grenze, Land; got. -; nndl. (ält.) reen, M., F., Grenze, Grenzstreifen, Grenzweg; nschw. ren, Sb., grabewachsene Kante um einen Acker; nnorw. reina, M., F., Wiesenstreifen zwischen Äckern; air. róen, ráen, Sb., Weg; nir. raon, M., Weg, Pfad, Entfernung; lit. raivė, rievė, F., Rille, Riefe, Streif; lat. rīma, F., Ritze, Spalte, Spalt, Riss; GB.: (rein*) seit 863-871 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung des als Ackergrenze dienenden unbebauten Grasstreifens zwischen zwei Äckern oder Fluren; BM.: ritzen bzw. reißen; F.: Rain, Raines, Rains, Raine, Rainen+EW; Z.: Rai-n
$Rainer, nhd., M., 16. Jh.(?): nhd. Rainer, Anwohner, Nachbar; Vw.: s. An-; E.: s. Rain, s. er (Suff.); L.: DW 14, 73; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Rain und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Sesshaftwerdung möglichen Anwohner; F.: Rainer, Rainers, Rainern+EW; Z.: Rai-n-er
$Rainfarn, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Rainfarn; E.: s. Rain, s. Farn; L.: Kluge s. u. Rainfarn, DW 14, 73 (Rainfarren); GB.: vielleicht seit 10. Jh. (reinfano) belegte und aus Rain und Fahne gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche weit verbreitete giftige gelbblühende kleinere Pflanze; F.: Rainfarn, Rainfarns, Rainfarne, Rainfarnen+EW; Z.: Rai-n—far-n
$räkeln, rekeln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. räkeln, behaglich strecken und dehnen; L.: Kluge s. u. Räkel, DW 14, 74; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches behaglich strecken und dehnen; F.: räkeln, räkel (!), räkle (!), räkele (!), räkelst, räkelt, räkelte, räkeltest, räkelten, räkeltet, geräkelt, ##geräkelt, geräkelte, geräkeltes, geräkeltem, geräkelten, geräkelter##, räkelnd, ###räkelnd, räkelnde, räkelndes, räkelndem, räkelnden, räkelnder###, räkel (!)+EW?; Z.: räk-el-n
Rakete, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rakete, ein Flugkörper, ein Geschoss; ne. rocket (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vgl. mnd. rackete, Sb., Rakete, Feuerwerkskörper; it. rocchetto, M., Spule; vgl. it. rocca, Sb., Spinnstab; ahd. rokko, rocko, sw. M. (n), Rocken, Spinnrad, Spinnrocken; germ. *rukkō-, *rukkōn, *rukka-, rukkan, sw. M. (n), Rocken; vgl. idg. *rukk-, *ruk-, *roukk-, *rouk-, Sb., Gespinst, Pokorny 874 (1526/49) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Rakete, DW 14, 74, EWD s. u. Rakete, Duden s. u. Rakete; L.: Kluge s. u. Rakete, DW 14, 74, Duden s. u. Rakete; Son.: vgl. nndl. raket, Sb., Rakete; frz. roquette, F., Rakete; nschw. raket, Sb., Rakete; nnorw. rakett, M., Rakete; poln. rakieta, F., Rakete; kymr. roced, F., Rakete; nir. roicéad, M., Rakete; lit. raketa, F., Rakete; GB.: rackete seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit 1232 in China entwickelten und verwendeten lang gestreckten zylindrischen vorn spitz zulaufenden Flugkörper oder ein Geschoss; BM.: Rocken; F.: Rakete, Raketen+FW(+EW); Z.: Rak-et-e
Raki, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Raki, ein in der Türkei aus Rosinen und Anis entwickeltes und verwendetes alkoholisches Getränk; ne. raki; Vw.: -; Hw.: s. Arrak; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. türk. rakı; E.: s. türk. rakı, Sb., Raki; arab. ʿaraq, Sb., Schweiß, alkoholisches Getränk, Branntwein; von ʿaraq at-tamr, Sb., Schweiß der Dattelpalme; L.: fehlt DW, Duden s. u. Raki; Son.: vgl. nndl. raki, Sb., Raki; frz. raki, M., Raki; nschw. raki, Sb., Raki; nnorw. raki, M.?, Raki; poln. raki, F., Raki; lit. rakis, M.?, Raki; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Türkischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in der Türkei aus Rosinen und Anis hergestellten Branntwein; BM.: Branntwein; F.: Raki, Rakis+FW; Z.: Rak-i
Ralle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ralle, Wachtelkönig, Wiesenschnarre, ein Vogel; ne. rail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. râle; E.: s. frz. râle, M., Ralle, Wachtelkönig, Wiesenschnarre; wohl eine Schallbildung, Gamillscheg 746a; L.: Kluge 1. A. s. u. Ralle, Kluge s. u. Ralle, DW 14, 75, Duden s. u. Ralle; Son.: vgl. nndl. waterral, Sb., Ralle; nschw. rall, Sb., Ralle; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen in vielen Arten in Sümpfen oder an Gewässern vorkommenden oft hühnergroßen Vogel mit kurzen breiten Flügeln und kurzem Schwanz sowie langen Zehen; BM.: ?; F.: Ralle, Rallen+FW(+EW?); Z.: Rall-e
Rallye, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rallye, ein Motorsport-Wettbewerb; ne. ralley (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1950-1960; I.: Lw. ne. rally, frz. rallye; E.: s. ne. rally, N., Ralley; frz. rallye, M., Rallye; vgl. frz. rallier, V., verstreute Truppen sammeln; frz. re…, Präf., wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. allier, V., vereinen; lat. alligāre, V., anbinden, binden, festbinden; lat. ad, Präp., zu, bei, an; vgl. idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. ligāre, V., binden, zusammenbinden, verbinden, anbinden; idg. *leig- (4), *leig̑-, V., binden, Pokorny 668 (1081/37) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rallye, fehlt DW, EWD s. u. Rallye, Duden s. u. Rallye; Son.: vgl. nndl. rally, Sb., Rallye; nschw. rally, N., Rallye; nnorw. rally, N., Rallye; ne. rali, F., Rallye; lit. ralis, M., Rallye; GB.: seit 1950-1960 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten mit serienmäßig hergestellten Kraftfahrzeugen durchgeführten Motorsport-Wettbewerb; BM.: zurück, vereinigen; F.: Rallye, Rallyes+FW; Z.: Ra-l-ly-e
ramdösig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ramdösig; Vw.: s. rammdösig
rammdösig, ramdösig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rammdösig, ramdösig, betäubt; ne. dizzy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. ndd. ramm, Adj., ganz; weitere Herkunft ungeklärt?; Hinterglied s. nhd. dösig; L.: Kluge s. u. ram(m)dösig, fehlt DW, Duden s. u. rammdösig; Son.: umgangssprachlich; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus niederdeutsch ramm und dösig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches betäubt; BM.: Dampf (M.) (1); F.: rammdösig, rammdösige, rammdösiges, rammdösigem, rammdösigen, rammdösiger(, rammdösigere, rammdösigeres, rammdösigerem, rammdösigeren, rammdösigerer, rammdösigst, rammdösigste, rammdösigstes, rammdösigstem, rammdösigsten, rammdösigster, ramdösig, ramdösige, ramdösiges, ramdösigem, ramdösigen, ramdösiger, ramdösigere, ramdösigeres, ramdösigerem, ramdösigeren, ramdösigerer, ramdösigst, ramdösigste, ramdösigstes, ramdösigstem, ramdösigsten, ramdösigster)+EW; Z.: ramm—dö-s-ig
Ramme, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ramme, Rammbock. ein Gerät zu einem Anstoßen oder Aufstoßen; ne. ram (N.); Vw.: -; Hw.: s. rammeln; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ramme, st. F., Ramme; mnd. ramme (2), rāmme*, F., Ramme, Sturmbock (als Kriegsgerät), Gerät zum Eintreiben von Pfählen oder Einreißen von Mauerwerk; mnl. ram, F., Ramme; ahd. ramma, st. F. (ō), Ramme, Rammbock, Sturmbock; s. ahd. ram (2), st. M. (a?, i?, Widder, Schafbock; s. germ. *ramma-, *rammaz, st. M. (a), Schafbock, Widder; L.: Kluge 1. A. s. u. Ramme, Kluge s. u. Ramme, DW 14, 76, EWD s. u. Ramme, Falk/Torp 340, Heidermanns 436, EWAhd 7, 173, Duden s. u. Ramme, Bluhme s. u. Ramme; Son.: vgl. nndl. ram, Sb., Ramme; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und mit rammen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Anstoßen oder Aufstoßen; BM.: Widder; F.: Ramme, Rammen+EW; Z.: Ramm-e
rammeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. rammeln, wiederholt stoßen, Geschlechtsverkehr haben, sich paaren; ne. mate (V.), mount (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ramme; Q.: Ende 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. rammelen*, rammeln, sw. V., rammeln, sich begatten; mnd. rammelen*, rammeln, sw. V., rammeln, Geschlechtsverkehr ausüben; mnl. rammelen, sw. V., rammeln; ahd. rammilōn* rammalōn*, sw. V. (2), rammeln, begatten, bespringen; mhd. ramme, st. F., Ramme; mnd. ramme (2), rāmme*, F., Ramme, Sturmbock (als Kriegsgerät), Gerät zum Eintreiben von Pfählen oder Einreißen von Mauerwerk; ahd. ramma, st. F. (ō), Ramme, Rammbock, Sturmbock; s. ahd. ram (2), st. M. (a?, i?, Widder, Schafbock; s. germ. *ramma-, *rammaz, st. M. (a), Schafbock, Widder; L.: Kluge 1. A. s. u. rammeln, Kluge s. u. rammeln, DW 12, 77, EWD s. u. rammeln, EWAhd 7, 173, Duden s. u. rammeln; GB.: seit Ende 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Bildung zweier Geschlechter mögliches Geschlechtsverkehr haben oder sich paaren; BM.: Widder; F.: rammeln, rammel (!), rammle, rammelst, rammelt, rammelte, rammeltest, rammelten, rammeltet, gerammelt, ##gerammelt, gerammelte, gerammeltes, gerammeltem, gerammelten, gerammelter##, rammelnd, ###rammelnd, rammelnde, rammelndes, rammelndem, rammelnden, rammelnder###, rammel (!)+EW; Z.: ram-m-el-n
$rammen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. rammen, stoßen; E.: s. Ramm(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ramme, EWD s. u. Ramme; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Ramm(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches stoßen; F.: rammen, ramme (!), rammst, rammt, rammest, rammet, rammte, rammtest, rammten, rammtet, gerammt, ##gerammt, gerammte, gerammtes, gerammtem, gerammten, gerammter##, rammend, ###rammend, rammende, rammendes, rammendem, rammenden, rammender###, ramm (!)+EW; Z.: ramm-en
$Rammler, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rammler, Rammelnder, Widder, männlicher Hase; E.: s. ramm(eln), s. (e)l (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. rammeln, DW 14, 79, EWD s. u. rammeln; GB.: seit 14. Jh. (rammelære) belegte und aus ramm(eln) und (e)l (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Widder oder männlichen Hasen; F.: Rammler, Rammlers, Rammlern+EW; Z.: Ram-m-l-er
Rampe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rampe, schräge Auffahrt; ne. ramp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. rampe; E.: s. frz. rampe, F., Rampe, Auffahrt; vgl. frz. ramper, V., schleichen, kriechen; aus einer germ. Sprache; vielleicht von einem frk. *hrampōn, *rampōn, sw. V., sich zusammenkrampfen, zusammenziehend fortschnellen, Gamillscheg 747b; L.: Kluge 1. A. s. u. Rampe, Kluge s. u. Rampe, DW 14, 80, EWD s. u. Rampe, Duden s. u. Rampe, Bluhme s. u. Rampe; Son.: vgl. nschw. ramp, Sb., Rampe; nnorw. rampe, M., F., Rampe; poln. rampa, F., Rampe; kymr. ramp, M., Rampe; lit. rampa, F., Rampe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar vielleicht aus dem erschließbaren Fränkischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine zwei unterschiedlich hoch gelegene Flächen miteinander verbindende schiefe Ebene oder eine von Menschen entwickelte und verwendete schräge Auffahrt; BM.: ?; F.: Rampe, Rampen+EW; Z.: Ramp-e
ramponieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ramponieren, beschädigen; ne. damage (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw.?; E.: s. mnd. ramponere, V., ramponieren; mnl. rampenēren, ramponēre, sw. V., zerstören, beschädigen; afrz. ramposner, V., hart anfassen; letztlich aus einer germ. Sprache, EWD s. u. ramponieren; vielleicht von einem frk. *hrampōn, *rampōn, sw. V., sich zusammenkrampfen, zusammenziehend fortschnellen, Gamillscheg 747b; L.: Kluge s. u. ramponieren, EWD s. u. ramponieren, Duden s. u. ramponieren; Son.: vgl. nschw. ramponera, V., ramponieren; nnorw. ramponere, V., ramponieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittelniederländischen sowie Altfranzösischen und letztlich einer germanischen Sprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches (stark) beschädigen und unansehnlich machen; BM.: hart anfassen; F.: ramponieren, ramponiere (!), ramponierst, ramponiert, ramponierest, ramponieret, ramponierte, ramponiertest, ramponierten, ramponiertet, ##ramponiert, ramponierte, ramponiertes, ramponiertem, ramponierten, ramponierter##, ramponierend, ###ramponierend, ramponierende, ramponierendes, ramponierendem, ramponierenden, ramponierender###, ramponier (!)+FW; Z.: ramp-on-ier-en
Rams, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Rams, ein lauchartiges Gewächs; ne. ramson; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 11. Jh. (Glosse); E.: s. mnd. rāmese, Sb., Bärlauch, Bärenlauch; ahd.? ramese, Sb., Bärenlauch, Nachtschatten; as.? hramusia*, ramusia, sw. F. (n?), Rams; anfrk. -; germ. *hramesō-, *hramesōn, *hramesa-, *hramesan, sw. M. (n), Lauch; idg. (*kerem-), *krem-, (*krom-), *kerm-, *kremH-, Sb., Zwiebel, Knoblauch, Eberesche, Pokorny 580 (894/136) (RB. idg. aus gr., ill.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rams, DW 14, 82, EWAhd 7, 167; Son.: vgl. afries. -; ae. hramse, sw. F. (n), Zwiebel, Bärlauch; ae. hramesa, sw. M. (n), Zwiebel, Bärlauch; an. -; got. -; nschw. (dial.) rams, Sb., Bärlauch; nisl. rams, Sb., Bärlauch; gr. κρέμυον (krémyon), κρόμυον (krómyon), N., eine Zwiebelart; mir. crem, crim, Sb., Knoblauch; kymr. craf, M., Knoblauch; lit. kermùšė, F., wilder Knoblauch; russ. черемша (ceremsá), F., Bärlauch; GB.: seit Mitte 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Rams und verschiedene sachlich schon vormenschliche lauchartige Gewächse; BM.: Knoblauch; F.: Rams, Ramse, Ramsen?+EW; Z.: Ram-s
Ramsch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ramsch, Ausschussware, minderwertige Ware, Gerümpel; ne. junk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus mnd. rampe kōpen, V., in Bausch und Bogen kaufen; oder von frz. ramas, ramassis, M., Durcheinander; vgl. frz. ramasser, V., zusammenraffen, auflesen; oder von rotw. ramschen, V., betrügen; von hebr. remijah, Sb., Täuschung, Trug; L.: Kluge s. u. Ramsch, DW 14, 82 (Rams), EWD s. u. Ramsch 1, Duden s. u. Ramsch, Bluhme s. u. Ramsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für aus menschlicher Sicht minderwertige Ware; BM.: ?; F.: Ramsch, Ramsches, Ramschs, Ramsche, Ramschen+EW?; Z.: Ramsch
$Ramsch (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. eine Spielart bei dem Kartenspiel Skat; E.: ?; L.: EWD s. u. Rasch 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Spielart bei dem Kartenspiel Skat; F.: Ramsch, Ramsches, Ramsche, Ramschen+FW?+EW?; Z.: Ramsch
$ramschen (1), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ramschen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Ramsch, DW 14, 82, EWD s. u. Ramsch 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ramsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für kaufen oder erwerben; F.: ramschen, ramsche, ramschst, ramscht, ramschest, ramschet, ramschte, ramschtest, ramschten, ramschtet, geramscht, ##geramscht, geramschte, geramschtes, geramschtem, geramschten, geramschter##, ramschend, ###ramschend, ramschende, ramschendes, ramschendem, ramschenden, ramschender###, ramsch (!)+EW?; Z.: ramsch-en
$ramschen (2), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ramschen, Ramsch spielen; L.: EWD s. u. Ramsch 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ramsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Ramsch spielen; F.: ramschen, ramsche, ramschst, ramscht, ramschest, ramschet, ramschte, ramschtest, ramschten, ramschtet, geramscht, ##geramscht, geramschte, geramschtes, geramschtem, geramschten, geramschter##, ramschend, ###ramschend, ramschende, ramschendes, ramschendem, ramschenden, ramschender###, ramsch (!)+EW?; Z.: ramsch-en
Ranch, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Ranch, großer Bauernhof; ne. ranch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. ranch; E.: s. ne. ranch, N., Ranch; mex.-span. rancho, M., vereinzelt gelegene Hütte, Gruppe von zusammenessenden Menschen; vgl. span. ranchar, ranchear, V., sich niederlassen, lagern, Hütten bauen; L.: Kluge s. u. Ranch, Duden s. u. Ranch; Son.: vgl. nndl. ranch, Sb., Ranch; frz. ranch, M.?, Ranch; nschw. ranch, Sb., Ranch; nnorw. ranch, M., Ranch; poln. ranczo rancho, Sb., Ranch; kymr. ransh, F., Ranch; nir. rainse, M., Ranch; lit. ranča, F., Ranch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Spanischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten großen Bauernhof mit Tierzucht in Nordamerika; BM.: lagern; F.: Ranch, Ranches+FW; Z.: Ranch
$Rancher, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rancher, Eigentümer einer Ranch; E.: s. ne. rancher, s. Ranch, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Ranch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und aus ranch und er gebildete Bezeichnung für einen Eigentümer und Betreiber einer Ranch in Nordamerika; F.: Rancher, Ranchers, Ranchern+FW; Z.: Ranch-er
Rand, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rand, Saum (M.) (1); ne. edge (N.), border (N.); Vw.: -; Hw.: s. rändeln; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rant, st. M., Einfassung, Rand; mnd. rant (1), M., Rand, Kreis, Umkreis; mnl. rant, M., Rand; ahd. rant, st. M. (a)?, Einfassung, Rand, Schildbuckel, Schildrand; as. rand, st. M. (a?), Rand, Schildbuckel; anfrk. -; germ. *randa-, *randaz, st. M. (a), Rand; vgl. idg. *rem-, *remə-, *h₁rem-, V., ruhen, stützen, sich stützen, Pokorny 864 (1507/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rand, Kluge s. u. Rand, DW 14, 82, EWD s. u. Rand, Falk/Torp 339, EWAhd 7, 179, Duden s. u. Rand, Bluhme s. u. Rand; Son.: vgl. afries. rand, rond, st. M. (a), Rand; ae. rand (1), rond, st. M. (a), Schildbuckel, Schildrand, Schild; an. rǫnd, st. F. (ō), Rand, Schildrand, Schild; got. *randus?, st. M., Schild, Schildrand; got. *randa, st. F. (ō), Rand; nndl. rand, Sb., Rand; nschw. rand, Sb., Rand; nnorw. rand, M., F., Rand; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die äußere Begrenzung einer Fläche oder einen Saum (M.) (1); BM.: ruhen bzw. stützen; F.: Rand, Rande, Randes, Rands, Ränder, Rändern+EW; Z.: Ran-d
randalieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. randalieren, lärmen, stören; ne. riot (V.), rampage (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. einen studentensprachlichen Randal in Verbindung mit einem dial. Rand, Sb., Lärm, Tumult; L.: Kluge s. u. randalieren, fehlt DW, EWD s. u. randalieren, Duden s. u. randalieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dial. Rand und Randal sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches lärmen und stören; BM.: ?; F.: randalieren, randaliere, randalierst, randaliert, randalierest, randalieret, randalierte, randaliertest, randalierten, randaliertet, ##randaliert, randalierte, randaliertes, randaliertem, randalierten, randalierter##, randalierend, ###randalierend, randalierende, randalierendes, randalierendem, randalierenden, randalierender###, randalier (!)+FW?+EW?; Z.: rand-al-ier-en
Rande, nhd. (dial.), F., (20. Jh.): nhd. Rande, rote Rübe, Rohne; ne. beetroot; Vw.: -; Hw.: s. rahn; Q.: 20. Jh.; E.: von rahn (s. d); L.: Kluge s. u. Rande, DW 14, 88, Duden s. u. Rande; Son.: schweiz.; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit rahn verbindbare Schweizer Bezeichnung für eine rote Rübe; BM.: ?; F.: Rande, Randen+EW; Z.: Ran-d-e
$Rändel, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rändel, kleiner Rand; E.: s. rändel(n); L.: Kluge s. u. rändeln, fehlt DW (s. aber rändeln); GB.: seit 20. Jh. belegte und mit rändel(n) und Rand verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Rand; F.: Rändel, Rändels, Rändeln+EW; Z.: Rän-d-el
rändeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. rändeln, einen Rand geben, mit einem Rand versehen (V.); ne. knurl (V.), engrail; Vw.: -; Hw.: s. Rand; Q.: 20. Jh.; E.: s. Rändel, s. (e)n (Suff.), gebildet zu Rand (s. d.); L.: Kluge s. u. rändeln, DW 14, 88, Duden s. u. rändeln; GB.: einem Metallstück durch Einpressen einen aufgerauten Rand geben; BM.: ruhen bzw. stützen; F.: rändeln (!), rändel (!), rändle (!), rändelst, rändelt, rändelte, rändeltest, rändelten, rändeltet, gerändelt, ##gerändelt, gerändelte, gerändeltes, gerändeltem, gerändelten, gerändelter##, rändelnd, ###rändelnd, rändelnde, rändelndes, rändelndem, rändelnden, rändelnder###, rändel (!)+EW; Z.: rän-d-el-n
$rändern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rändern, mit einem Rand versehen (V.); E.: s. Rand, s. er (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: DW 14, 88, EWD s. u. Rand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Rand und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Rand versehen (V.); F.: rändern (!), rändere, ränder (!), ränderst, rändert, ränderte, rändertest, ränderten, rändertet, gerändert, ##gerändert, geränderte, gerändertes, gerändertem, geränderten, geränderter##, rändernd, ###rändernd, ränderndes, ränderndem, rändernden, rändernder###, ränder (!)+EW; Z.: rän-d-er-n
Ranft, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Ranft, Brotrinde, Kruste; ne. crust (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ranft, st. M., Einfassung, Rand, Ranft, Brotkanten, Brotrinde; mhd. ramft, st. M., Einfassung, Rand, Brotrinde; ahd. ramft*, st. M. (a?, i?), Ranft, Rinde, Einfassung, Vorsprung, Lippe, Rand, Buckel; s. germ. *remb-, M., Rand; vgl. idg. *rem-, *remə-, *h₁rem-, V., ruhen, stützen, sich stützen, Pokorny 864 (1507/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Ranft, DW 14, 90, Falk/Torp 339, Duden s. u. Ranft; Son.: vgl. afries. rima, Sb., Rand; ae. rima, sw. M. (n), Rand, Grenze, Küste; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Backens mögliche Brotrinde oder Kruste; BM.: ruhen bzw. stützen; F.: Ranft, Ranftes, Ranfts, Ränfte, Ränften+EW; Z.: Ran-f-t
Rang, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rang, Dienstgrad, Reihe in einem Theater; ne. rank (N.); Vw.: -; Hw.: s. rangieren, Ring; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. rang; E.: s. frz. rang, M., Rang, Reihe; von frk. hring; anfrk. ring, st. M. (a), Ring; germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rang, Kluge s. u. Rang, DW 14, 92, EWD s. u. Rang, Duden s. u. Rang, Bluhme s. u. Rang; Son.: vgl. nndl. rang, Sb., Rang; nschw. rang, Sb., Rang; nnorw. rang, M., Rang; poln. ranga, F., Rang; kymr. rheng, F., Rang; nir. rang, M., Rang; lit. rangas, M., Rang (militärisch); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Fränkischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Dienstgrad oder eine soziale Stellung oder für eine höher gelegene Reihe in einem Theater; BM.: von der Zuschauerreihe bei Kampfspielen beziehungsweise drehen; F.: Rang, Ranges, Rangs, Ränge, Rängen+FW+EW?; Z.: Ra-ng
Range, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Range, ungezogenes Kind, Wildfang; ne. tomboy; Vw.: -; Hw.: s. ringen, rangeln; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. range (2), sw. M., böser Bube, Range; mnd. range (1), F., Range, Wildsau, Bache; mnd. range (2), M., Range, böser wilder Junge, ungezogener Mensch, Lümmel; mhd. rangen, sw. V., hinspringen und herspringen; vgl. mhd. ringen, st. V., ringen, ringen, kämpfen, winden, ringen; ahd. ringan*, hringan*, st. V. (3a), ringen, kämpfen, streiten, hadern, einander widerstreiten, sich abmühen, sich bemühen, sich stemmen gegen; germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Range, Kluge s. u. Range, DW 14, 95, EWD s. u. Range, Duden s. u. Range, Bluhme s. u. Range; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit ringen und dem Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein unerzogenes und deswegen ungezogenes Kind oder einen Wildfang; BM.: drehen; F.: Range, Rangen+EW; Z.: Ra-ng-e
$Rangelei, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rangelei, spielerische Rauferei; E.: s. rangel(n), s. ei (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Range; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus rangel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen mögliche spielerische Rauferei; F.: Rangelei, Rangeleien+EW; Z.: Ra-ng-el-ei
rangeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rangeln, spielerisch raufen; ne. jostle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Range, ringen; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. rangen, sw. V., hinspringen und herspringen; vgl. mhd. ringen, st. V., ringen, ringen, kämpfen, winden, ringen; ahd. ringan*, hringan*, st. V. (3a), ringen, kämpfen, streiten, hadern, einander widerstreiten, sich abmühen, sich bemühen, sich stemmen gegen; germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rangeln, DW 14, 96, EWD s. u. Range, Duden s. u. rangeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit ringen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches spielerisch raufen; BM.: drehen; F.: rangeln, rangel (!), rangle, rangelst, rangelt, rangelte, rangeltest, rangelten, rangeltet, gerangelt, ##gerangelt, gerangelte, gerangeltes, gerangeltem, gerangelten, gerangelter##, rangelnd, ###rangelnd, rangelnde, rangelndes, rangelndem, rangelnden, rangelnder###, rangel (!) +EW; Z.: ra-ng-el-n
rangieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rangieren, umstellen; ne. range (V.); Vw.: s. ar-; Hw.: s. Rang, Ring; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. ranger; E.: s. frz. ranger, V., aufstellen, einreihen; vgl. frz. rang, M., Rang, Reihe; von frk. hring; anfrk. ring, st. M. (a), Ring; germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rangieren, fehlt DW, EWD s. u. Rang, Duden s. u. rangieren; Son.: vgl. nndl. rangeren, V., rangieren; nschw. rangera, V., rangieren; nnorw. rangere, V., rangieren; nir. rangaím, V., rangieren; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in einer bestimmten Ordnung umstellen; BM.: Ring bzw. drehen; F.: rangieren, rangiere, rangierst, rangiert, rangierest, rangieret, rangierte, rangiertest, rangierten, rangiertet, ##rangiert, rangierte, rangiertes, rangiertem, rangierten, rangierter##, rangierend, ###rangierend, rangierende, rangierendes, rangierendem, rangierenden, rangierender###, rangier (!)+FW+EW; Z.: ra-ng-ier-en
rank, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. rank, schlank; ne. slender, lissom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; E.: mhd. ranc (1), Adj., rank, schlank, schmächtig; mnd. rank (1), Adj., rank, schlank, lang und dünn, schmal; mnl. ranc, Adj., rank, schlank; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *ranka-, *rankaz, Adj., rank, gerade (Adj.) (2), aufrecht stehend; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rank, DW 14, 103, EWD s. u. rank, Falk/Torp 334, Heidermanns 437, Duden s. u. rank, Bluhme s. u. rank; Son.: vgl. afries. -; ae. ranc, Adj., gerade (Adj.) (2), stolz, kühn, tapfer, edel, prächtig, erwachsen (Adj.), reif; an. rakkr, Adj., gerade (Adj.) (2); got. -; nndl. rank, Adj., rank; nschw. rank, Adj., rank; ai. ṛjyati, ṛñjáti, V., streckt sich, eilt; lit. rąžýti, V., straffen, sich recken; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches schlank; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. Linie; F.: rank, ranke, rankes, rankem, ranken, ranker(, rankere, rankeres, rankerem, rankeren, rankerer, rankst, rankste, rankstes, rankstem, ranksten, rankster)+EW; Z.: ra-n-k
Rank, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rank, Intrige, hinterlistiger Anschlag; ne. scheming (N.), intrigue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1325-1330 (Schachgedicht des Heinrich von Beringen); E.: mhd. ranc (3), st. M., Bewegung, Lauf, Drehung, Dreh, Kniff; mnd. renke, reinge, renk?, F., hinterhältige Handlung zum Nachteil anderer, Machenschaft, Fopperei, Streich; germ. *wranki-, *wrankiz, st. M. (i), Ränke; s. idg. *u̯reng-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rank, Kluge s. u. Rank, DW 14, 98, EWD s. u. Ränke, Falk/Torp 416, Duden s. u. Rank, Bluhme s. u. Rank; Son.: meist im Pl. verwendet; vgl. ae. wrėnc, st. M. (i), List, Kniff, Betrug; nschw. ränker, Sb. Pl., Ränke; GB.: seit 1325-1330 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Intrige oder einen hinterlistigen Anschlag; BM.: drehen; F.: Rank, Rankes, Ranks (!), Ränke, Ränken+EW; Z.: Ra-nk
Ranke, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Ranke, sich windender Trieb; ne. twine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mnd. ranke, M., F., Ranke, langer sich windender Trieb einer Pflanze schwacher Schössling besonders von Weinranke und Hopfenranke; mnl. ranke, rancke, F., Ranke; ahd. ranka*, hranka*, ranca*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zaunrübe; germ. *hrankō, st. F. (ō), Ranke, Stange; L.: Kluge s. u. Ranke, DW 14, 103, EWD s. u. Ranke, EWAhd 7, 177, Duden s. u. Ranke; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *hranka?, st. F. (ō), Ranke; vgl. nndl. rank, Sb., Ranke; nschw. ranka, Sb., Ranke; nnorw. ranke, M., Ranke; GB.: seit 11. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen schnurförmigen Teil bestimmter Pflanzen oder einen sich windenden Trieb der sich spiralförmig um andere Pflanzen oder sonstige Gegenstände herumschlingt; BM.: ?; F.: Ranke, Ranken+EW; Z.: Rank-e
Ranken, nhd. (dial.), M., (19. Jh.): nhd. Ranken, großes Stück Brot; ne. piece of bread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Ranken, DW 14, 105, Duden s. u. Ranken; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Brot durch den Menschen mögliches großes Stück Brot; BM.: ?; F.: Ranken, Rankens+EW; Z.: Rank-en
$ranken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ranken, schlingen, winden; E.: s. Ranke, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ranke, DW 14, 106, EWD s. u. Ranke; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Ranke verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schlingen oder winden; F.: ranken (!), ranke (!), rankst, rankt, rankest, ranket, rankte, ranktest, rankten, ranktet, gerankt, ##gerankt, gerankte, geranktes, geranktem, gerankten, gerankter##, rankend, ###rankend, rankende, rankendes, rankendem, rankenden, rankender###, rank (!)+EW; Z.: rank-en
$Ränkeschmied, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ränkeschmied; Q.: um 1800; E.: s. Rank, s. Schmied; L.: DW 14, 107, EWD s. u. Ränke; GB.: seit um 1800 belegte und aus (Rank oder) Ränke und Schmied gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen hinterlistige Anschläge entwickelnden Menschen; F.: Ränkeschmied, Ränkeschmiedes, Ränkeschmieds, Ränkeschmiede, Ränkeschmieden+EW; Z.: Rä-nk-e—schmie-d
Rankkorn, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rankkorn, bei Schweinen eine Halskrankheit; ne. a malady of the throat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft des Vorderglieds unklar; Hinterglied s. nhd. Korn; L.: Kluge 1. A. s. u. Rank, Kluge s. u. Rankkorn, DW 14, 108; Son.: vgl. nndl. wrong, Sb., Wulst, eine Krankheit der Kühe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Rank und Korn gebildete und teilweise in der Herkunft unklare Bezeichnung für eine vor allem bei Schweinen mögliche Halskrankheit; BM.: ?; F.: Rankkorn, Rankkorns+EW?; Z.: Rank—kor-n
Ranküne, nhd. (ält.), F.: nhd. Ranküne, (heimlich gehegter) Groll, Hass; ne. rancour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. rancune; E.: s. frz. rancune, F., Ranküne; vgl. lat. rancor, M., Ranziges, ranziger Geschmack, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. rancēre, V., ranzig sein (V.), stinkend sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Ranküne, Kluge s. u. Ranküne, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. rancune, Sb., Ranküne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen (heimlich gehegten) Groll oder Hass; BM.: ranzig; F.: Ranküne, Rankünen+FW; Z.: Rank-ün-e
Ranunkel, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Ranunkel, Hahnenfuß; ne. ranunculus, Persian buttercup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. rānunculus; E.: s. lat. rānunculus, M., kleiner Frosch, Fröschlein; vgl. lat. rāna, F., Frosch, Seefisch, Seeteufel, Froschfisch; idg. *rē̆k-, V., brüllen, schreien, Pokorny 860; vgl. idg. *rei- (3), *rēi-, *rē- (6), V., schreien, brüllen, bellen, Pokorny 859 (1493/16) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 14, 109, Duden s. u. Ranunkel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschlich mögliche zu der Gattung Hahnenfuß gehörende kleinere Pflanze; BM.: brüllen; F.: Ranunkel, Ranunkeln+FW; Z.: Ra-n-unk-el
ranzen (1), nhd. (ält.), V., (17. Jh.?): nhd. ranzen (V.) (1), brünstig sein (V.); ne. be in rut; Vw.: s. an-; Hw.: s. Rabatz; Q.: 17. Jh.; E.: mhd. ranzen, sw. V., ranzen“2, ungestüm hin und herspringen, umherspringen, necken, Glieder dehnen, strecken; mnd. ranzen, sw. V., herumlaufen, herumrennen; mhd. rangen, sw. V., hinspringen und herspringen; vgl. ahd. ringan*, hringan*, st. V. (3a), ringen, kämpfen, streiten, hadern; germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ranzen, Kluge s. u. ranzen 1, DW 14, 111, Duden s. u. ranzen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit ringen verbindbare sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für brünstig sein (V.); BM.: drehen; F.: ranzen (!), ranze (!), ranzst (!), ranzt, ranzest, ranzet, ranzte, ranztest, ranzten, ranztet, geranzt, ##geranzt##, ranzend, ###ranzend, ranzende, ranzendes, ranzendem, ranzenden, ranzender###, ranz (!)+EW; Z.: ra-nz-en
ranzen (2), nhd. (ält.), sw. V., (?): nhd. ranzen (V.) (2), anranzen, derb anfahren; ne. snarl (V.) at; Vw.: s. an-; Hw.: -; Q.: ?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. ranzen 2, DW 14, 111ff., Duden s. u. ranzen; GB.: seit (?) belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches derb anfahren, zurechtweisen; BM.: ?; F.: ranzen (!), ranze, ranzst (!), ranzt, ranzest, ranzet, ranzte, ranztest, ranzten, ranztet, geranzt, ##geranzt, geranzte, geranztes, geranztem, geranzten, geranzter##, ranzend, ###ranzend, ranzende, ranzendes, ranzendem, ranzenden, ranzender###, ranz (!)+EW; Z.: ranz-en
Ranzen, nhd., M., (15./16. Jh.): nhd. Ranzen, Reisesack; ne. satchel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1471-1528 (Brandis); E.: s. mnd. rensel, rentzel, renzel, M., Ränzel, Beutel für Reiseproviant, Reisesack, Beutel; vgl. rotw. rantz, ranz, M., Sack; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Ranzen, Kluge s. u. Ranzen, DW 14, 110, EWD s. u. Ranzen, Duden s. u. Ranzen, Bluhme s. u. Ranzen; Son.: vgl. nschw. ränsel, Sb., Ranzen; nnorw. ransel, M., Ranzen; GB.: seit 1471-1528 mnd. belegte und vielleicht mit dem Rotwelschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen auf dem Rücken getragenen Sack oder Reisesack; BM.: Sack; F.: Ranzen, Ranzens+EW; Z.: Ranz-en
ranzig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ranzig, verdorben (riechend); ne. rancid, rank; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. rance; E.: s. frz. rance, Adj., ranzig, verdorben; s. lat. rancidus, Adj., ranzig, stinkend, ekelhaft, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. rancēre, V., ranzig sein (V.), stinkend sein (V.); weitere Herkunft unsicher; L.: Kluge 1. A. s. u. ranzig, Kluge s. u. ranzig, DW 14, 112, EWD s. u. ranzig, Duden s. u. ranzig, Bluhme s. u. ranzig; Son.: vgl. nndl. ranzig, Adj., ranzig; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unsichere Bezeichnung für (für Menschen) verdorben (riechend); BM.: stinkend sein (V.); F.: ranzig, ranzige, ranziges, ranzigem, ranzigen, ranziger(, ranzigere, ranzigeres, ranzigerem, ranzigeren, ranzigerer, ranzigst, ranzigste, ranzigstes, ranzigstem, ranzigsten, ranzigster)+FW+EW; Z.: ranz-ig
Rapfen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rapfen, ein Karpfenfisch, ein Raubfisch; ne. asp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einer Form rape; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Rapfen, DW 14, 114 (Rape), Duden s. u. Rapfen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Karpfenfisch und Raubfisch; BM.: ?; F.: Rapfen, Rapfens+EW?; Z.: Rapf-en
rapid, rapide, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rapid, rapide, schnell, reißend; ne. rapid (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. rapide; E.: s. frz. rapide, Adj., rapid, schnell; lat. rapidus, Adj., reißend, raubgierig, wild, verzehrend, schnell, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rapere, V., raffen, an sich raffen, erraffen, aufraffen, entraffen; idg. *rep-, *Hrep-, V., reißen, raffen, Pokorny 865 (1511/34) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rapid(e), fehlt DW, EWD s. u. rapid(e), Duden s. u. rapid; Son.: vgl. nnorw. rapid, Adj., rapid; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schnell oder reißend; BM.: reißen; F.: rapid, rapide+FW; Z.: rap-id
rapide, nhd., Adj.: nhd. rapide; Vw.: s. rapid
Rapier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Rapier, Stoßdegen; ne. rapier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. rapière; E.: s. mnd. rapīr, rapier, rappīr, rapēr, raper, rapper, repīr, reppir, repēr, repper, M., Degen (M.) (2), Reiterdegen, Rapier; frz rapière, F., langer spanischer Degen (M.) (2), weitere Herkunft nicht sicher geklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Rappier, Kluge s. u. Rapier, DW 14, 114, Duden s. u. Rapier; Son.: vgl. nndl. rapier, Sb., Rapier; lit. rapyra, F., Florett; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft nicht sicher geklärte Bezeichnung für (einen) Stoßdegen; BM.: ?; F.: Rapier, Rapiers, Rapiere, Rapieren+FW(+EW?); Z.: Rap-ier
Rapp, nhd. (dial.), M.: nhd. Rapp; Vw.: s. Rappe (2)
Rappe (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rappe (M.) (1), schwarzes Pferd, Rabe, Krähe; ne. black horse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: mhd. rappe, sw. M., Rabe; ahd. rabo, rappo, sw. M. (n), Rabe; germ. *hrabna-, *hrabnaz, st. M. (a), Rabe; germ. *hrabō-, *hrabōn, *hraba-, *hraban, sw. M. (n), Rabe; s. idg. *krep- (2), V., krächzen, Pokorny 569; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rappe 1, Kluge s. u. Rappe 1, DW 14, 115, EWD s. u. Rappe, Duden s. u. Rappe; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Pferdes mögliches (meist edeles) schwarzes Pferd oder auch einen Raben; BM.: Rabe bzw. krähen; F.: Rappe, Rappen+EW; Z.: Ra-p-p-e
Rappe (2), Rapp, nhd. (dial.), M., (13. Jh.): nhd. Rappe (M.) (2), Rapp, Stiel der Weintraube, Traubenkamm; ne. stalk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. rappe, sw. M., Traubenkamm; ahd.? rappo (1) sw. M. (n), Traubenkamm; frz. râpe, F., Traubenkamm, Reibeisen; frz. râper, V., reiben, abschaben; mlat. raspāre, V., schaben; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht s. germ. *hrespan, st. V., reißen; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rapp, Kluge s. u. Rappe 2, DW 14, 114 (Rapp), EWAhd 7, 184, Duden s. u. Rappe, Bluhme s. u. Rappe; Son.: westmitteldeutsch; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen verbindbare Bezeichnung für den Stiel der Weintraube und den Traubenkamm; BM.: schaben bzw. drehen?; F.: Rappe, Rapp, Rappen+FW(+EW?); Z.: Ra-p-p-e
Rappe (3), nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Rappe (F.) (1), Gelenkausschlag der Pferde; ne. rash of joints; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. rappe, rapfe, F., Rappe (F.) (1); vgl. ahd. rapfen*, raphen*, rafen*, sw. V. (1a), sich schließen, verharschen, verkrusten; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Rappe 2, Kluge s. u. Rappe 3, DW 14, 117, Duden s. u. Rappe; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Gelenkausschlag der Pferde; BM.: verharschen; F.: Rapp, Rappen+FW; Z.: Rapp-e
Rappe (4), nhd. (dial.), F., (18. Jh.): nhd. Rappe (F.) (2), Reibeisen; ne. grater; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. râpe; E.: s. frz. râpe, F., Traubenkamm, Reibeisen; frz. râper, V., reiben, abschaben; mlat. raspāre, V., schaben; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht s. germ. *hrespan, st. V., reißen; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rappe 3, Kluge s. u. Rappe 4, DW 14, 117, Duden s. u. Rappe, Bluhme s. u. Rappe; Son.: westmitteldeutsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes als Abschabegerät verwendetes an der Oberfläche raues Reibeisen; BM.: schaben; F.: Rapp, Rappen+FW; Z.: Ra-p-p-e
Rappel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rappel, Wutanfall, Verrücktheit; ne. craze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. rabiēs, F., Wut, Tollheit, Wildheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rabere, V., toll sein (V.), wüten; idg. *rabʰ-?, V., wüten, rasen?, Pokorny 852 (1478/1) (RB. idg. aus ital., kelt.?, toch.); L.: DW 14, 117, EWD s. u. rappeln, EWD s. u. rappeln, Duden s. u. Rappel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Wutanfall oder eine unvermittelt auftretende vorübergehende innere Verfassung eines Menschen bei der er auf eigenartige Gedanken kommt (Verrücktheit); BM.: wüten; F.: Rappel, Rappels, Rappeln+FW(+EW); Z.: Rap-p-el
$rappelig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rappelig, unruhig, verrückt, eigensinnig, störrisch; E.: s. Rappel, s. ig; L.: DW 14, 117 (rappelicht), EWD s. u. rappeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rappel und ig gebildete Bezeichnung für einen Rappel habend oder unruhig oder verrückt oder eigensinnig oder störrisch; F.: rappelig, rappelige, rappeliges, rappeligem, rappeligen, rappeliger(, rappeligere, rappeligeres, rappeligerem, rappeligeren, rappeligerer, rappeligst, rappeligste, rappeligstes, rappeligstem, rappeligsten, rappeligster)+EW; Z.: rap-p-el-ig
$Rappelkopf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rappelkopf, Kopf der den Rappel hat, eigensinniger störrischer Mensch; E.: s. Rappel, s. Kopf; L.: DW 14, 117, EWD s. u. rappeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rappel und Kopf gebildete Bezeichnung für einen eigensinnigen störrischen Menschen; F.: Rappelkopf, Rappelkopfes, Rappelkopfs, Rappelköpfe, Rappelköpfen+EW; Z.: Rap-p-el—ko-pf
$rappelköpfig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rappelköpfig. rappelig, ; E.: s. Rappelkopf, s. ig; L.: DW 14, 117, EWD s. u. rappeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rappelkopf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eigensinnig und störrisch; F.: rappelköpfig, rappelköpfige, rappelköpfiges, rappelköpfigem, rappelköpfigen, rappelköpfiger(, rappelköpfigere, rappelköpfigeres, rappelköpfigerem, rappelköpfigeren, rappelköpfigerer, rappelköpfigst, rappelköpfigste, rappelköpfigstes, rappelköpfigstem, rappelköpfigsten, rappelköpfigster)+EW; Z.: rap-p-el—kö-pf-ig
$rappelköpfisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rappelköpfisch, rappelköpfig, rappelig, eigensinnig, störrisch; E.: s. Rappelkopf, s. isch; L.: DW 14, 117, EWD s. u. rappeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rappelkopf und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eigensinnig und störrisch; F.: rappelköpfisch, rappelköpfische, rappelköpfisches, rappelköpfischem, rappelköpfischen, rappelköpfischer(, rappelköpfischere, rappelköpfischeres, rappelköpfischerem, rappelköpfischeren, rappelköpfischerer, rappelköpfischst, rappelköpfischste, rappelköpfischstes, rappelköpfischstem, rappelköpfischsten, rappelköpfischster)+EW; Z.: rap-p-el—kö-pf-isch
rappeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rappeln, klappern, rasseln; ne. rattle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Raffel (1); Q.: 17. Jh.; E.: gebildet zu nd. rapen, V., klopfen; lautmalend?; vgl. lat. rabere, V., toll sein (V.), wüten; idg. *rabʰ-?, V., wüten, rasen?, Pokorny 852 (1478/1) (RB. idg. aus ital., kelt.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rappeln, Kluge s. u. rappeln, DW 14, 117, EWD s. u. rappeln, Duden s. u. rappeln, Bluhme s. u. rappeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl zu nd. rapen lautmalend gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches klappern oder rasseln; BM.: lautmalend?; F.: rappeln, rappel (!), rapple, rappelst, rappelt, rappelte, rappeltest, rappelten, rappeltet, gerappelt, ##gerappelt, gerappelte, gerappeltes, gerappeltem, gerappelten, gerappelter##, rappelnd, ###rappelnd, rappelnde, rappelndes, rappelndem, rappelnden, rappelnder###, rappel (!)(+FW)+EW; Z.: rap-p-el-n
Rappen, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rappen, eine Münze; ne. rappen, centime; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 14. Jh.; E.: s. mhd. rappe (2), sw. M., Name einer zuerst in Freiburg im Breisgau geprägten Münze mit einem Vogelkopf, Rappe (M.) (1); vgl. mhd. rappe (1), sw. M., Rabe; ahd. raban, hraban, st. M. (a), Rabe; as. hravan, M., Rabe; anfrk. raven*, st. M. (a), Rabe; germ. *hrabna-, *hrabnaz, st. M. (a), Rabe; germ. *hrabō-, *hrabōn, *hraba-, *hraban, sw. M. (n), Rabe; s. idg. *krep- (2), V., krächzen, Pokorny 569; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); vielleicht auch von Rappe (1), da der Pfennig schnell schwarz wurde wie ein Rappe; L.: Kluge 1. A. s. u. Rappen, Kluge s. u. Rappen, fehlt DW, EWD s. u. Rappen, Duden s. u. Rappen; Son.: vgl. nnorw. rappen, M., Rappen; lit. rapenas, M., Rappen; GB.: seit Ende 14. Jh. belegte und mit Rabe verbindbare Bezeichnung für eine kleine ursprünglich aus Freiburg im Breisgau stammende und mit einem Vogelkopf geprägte sowie in der Gegenwart als kleinere Münzeinheit in der Schweiz verwendete Münze; BM.: Rabe?, schwarz?; F.: Rappen, Rappens+EW; Z.: Ra-p-p-en
Rapport, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rapport, dienstliche Meldung an einen Vorgesetzten, Bericht, Berichterstattung; ne. rapport; Vw.: -; Hw.: s. rapportieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. rapport; E.: s. frz. rapport, M., Bericht, Meldung, Wiederbringen; frz. re…, Präf., wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. apporter, V., herbeibringen; lat. apportāre, V., herbeitragen, herbeischaffen, herschaffen, mit sich bringen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Rapport, fehlt DW, EWD s. u. Rapport, Duden s. u. Rapport; Son.: vgl. nndl. rapport, Sb., Rapport; nschw. rapport, Sb., Rapport; nnorw. rapport, M., Rapport; poln. raport, M., Rapport; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelte dienstliche Meldung an einen Vorgesetzten oder einen Bericht oder eine Berichterstattung; BM.: wieder, hinüberführen; F.: Rapport, Rapports, Rapportes, Rapporte, Rapporten+FW; Z.: R-ap-por-t
rapportieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rapportieren, Bericht erstatten, melden; ne. report (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rapport; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. rapporter; E.: s. frz. rapporter, V., zurückbringen, weiterbringen, berichten, zutragen; vgl. frz. rapport, M., Bericht, Meldung, Wiederbringen; frz. re…, Präf., wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. apporter, V., herbeibringen; lat. apportāre, V., herbeitragen, herbeischaffen, herschaffen, mit sich bringen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 33 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Rapport, fehlt DW, EWD s. u. Rapport, Duden s. u. rapportieren; Son.: vgl. nndl. rapportere, V., rapportieren; poln. raportować, V., rapportieren; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes einen Bericht erstatten oder melden; BM.: wieder, hinüberführen; F.: rapportieren, rapportiere, rapportierst, rapportiert, rapportierest, rapportieret, rapportierte, rapportiertest, rapportierten, rapportiertet, ##rapportiert, rapportierte, rapportiertes, rapportiertem, rapportierten, rapportierter##, rapportierend, ###rapportierend, rapportierende, rapportierendes, rapportierendem, rapportierenden, rapportierender###, rapportier (!)+FW+EW; Z.: r-ap-por-t-ier-en
$Rappuse, Rapuse, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Preisgeben zu einer Wegnahme, L.: DW 14, 122 (Rapuse), Kluge 1. A. s. u. Rappuse (263); GB.: vielleicht seit 1482 belegte und aus böhmisch rabusch, M., Kerbholz aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen schon früher entwickeltes Preisgeben zu einer Wegnahme; F.: Rappuse, Rappusen+FW(+EW?); Z.: Rap-p-us-e
Raps, Reps, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Raps, Reps, ein Kreuzblütengewächs (Kreuzblütler); ne. rapeseed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lüs. zu lat. semen rapicium; E.: verkürzt aus Rapp-Saat, s. nd. rapsād, F., Rapp-Saat; s. nd. Rapp, Sb., Rübe; vgl. idg. *rāp-, *rēp-, Sb., Rübe, Pokorny 852 (1479/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); mnd. sāt (1), F., N., Saat, Säen (N.), Aussaat, Saatkorn, Saatgut, Erntekorn, Saatfeld; as. sād, st. F. (i)?, st. N. (a)?, Saat; germ. *sēdi-, *sēdiz, *sǣdi-, *sǣdiz, st. F. (i), Saat; idg. *sētis, Sb., Säen, Pokorny 889; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raps, Kluge s. u. Raps, DW 14, 121, EWD s. u. Raps, Duden s. u. Raps, Bluhme s. u. Raps; Son.: vgl. nndl. raapzaad, Sb., Raps; nschw. raps, Sb., Raps; nnorw. raps, M., Raps; lit. rapsas, M., Raps; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Rapp-Saat abgekürzte und demensprechend als Lehnübersetzung zu lat. semen rapicium gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende zu den Kreuzblütlern gehörende sowie wegen der ölhaltigen Samen seit rund 2000 v. Chr. von Menschen angebaute Pflanze mit blaugrünen Blättern und leuchtend gelben Blüten; BM.: Rübe, säen; F.: Raps, Rapses, Rapse, Rapsen, Reps, Repses, Repse, Repsen+FW?+EW; Z.: Rap-s
rapsen, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. rapsen, grapschen, greifen, raffen; ne. grope; Vw.: -; Hw.: s. raffen; Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. rapen, V., raffen; mnd. rāpen, rabben, rapen, sw. V., raffen, an sich raffen, an sich reißen, zusammenraffen; vgl. germ. *hrap-, *hrēp-, V., scharren, berühren; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rapsen, Kluge s. u. rapsen, DW 14, 121, Duden s. u. rapsen; GB.: seit 17. Jh. nd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches grapschen oder greifen oder raffen; BM.: drehen; F.: rapsen, rapse (!), rapsst (!), rapst, rapsest, rapset, rapste, rapstest, rapsten, rapstet, gerapst, ##gerapst, gerapste, gerapstes, gerapstem, gerapsten, gerapster##, rapsend, ###rapsend, rapsende, rapsendes, rapsendem, rapsenden, rapsender###, raps (!)+EW; Z.: ra-p-s-en
Rapunzel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rapunzel, Vogerlsalat, Feldsalat; ne. rapunzel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. rapunzel, Sb., Rapunzel, Vogerlsalat, Rapunzel-Glockenblume, Salatpflanze; it. raponzolo, M., Rapunzel, Vogerlsalat; it. rapo, M., Rübe; lat. rāpum, N., Rübe; lat. rāpa, F., Rübe; idg. *rāp-, *rēp-, Sb., Rübe, Pokorny 852 (1479/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rapunzel, Kluge s. u. Rapunzel, DW 14, 122, EWD s. u. Rapunzel, Duden s. u. Rapunzel; Son.: vgl. nndl. rapunzel, Sb., Rapunzel; frz. raiponce, F., Rapunzel; ndän. rapunsel, Sb., Rapunzel; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon vor dieser Zeit als Salat gegessene Pflanze mit länglich ovalen und in Rosetten angeordneten Blättern; BM.: Rübe; F.: Rapunzel, Rapunzeln+FW+EW?; Z.: Rap-unz-el
rar, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. rar, selten; ne. rare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. rār, rāer, raer, Adj., rar, außergewöhnlich, selten, kostbar; mnl. raer, Adj., rar, selten; frz. rare, Adj., rar, selten; lat. rarus, Adj., locker, nicht dicht, dünn, einzeln, zerstreut, weitläufig, weit, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *er- (5), *erə-, Adj., V., locker, undicht, auseinandergehen, auftrennen, trennen, Pokorny 332? (481/62) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, balt., slaw.); s. Walde/Hofmann 2, 418; L.: Kluge 1. A. s. u. rar, Kluge s. u. rar, DW 14, 123, EWD s. u. rar, Duden s. u. rar, Bluhme s. u. rar; Son.: vgl. nschw. rar, Adj., rar; nnorw. rar, Adj., rar; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und vielleicht über das Mittelniederländische und Französische aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für selten; BM.: locker; F.: rar, rare, rares, rarem, raren, rarer(, rarere, rareres, rarerem, rareren, rarerer, rarst, rarste, rarstes, rarstem, rarsten, rarster)+FW(+EW?); Z.: ra-r
Rarität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rarität, Seltenheit, Sammlerstück; ne. rarity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. raritās; E.: s. lat. raritās, F., Lockerheit, Porösität, Weitläufigkeit, Weite, Wenigkeit, Seltenheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. rarus, Adj., locker, nicht dicht, dünn, einzeln, zerstreut, weitläufig, weit; s. idg. *er- (5), *erə-, Adj., V., locker, undicht, auseinandergehen, auftrennen, trennen, Pokorny 332? (481/62) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, balt., slaw.); s. Walde/Hofmann 2, 418; L.: Kluge s. u. rar, DW 14, 124, EWD s. u. rar, Duden s. u. Rarität; Son.: vgl. nndl. rariteit, Sb., Rarität; frz. rareté, F., Rarität; nschw. raritet, Sb., Rarität; nnorw. raritet, M., Rarität; poln. rarytas, M., Rarität; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Seltenheit; BM.: locker; F.: Rarität, Raritäten+FW(+EW); Z.: Ra-r-it-ät
$Raritätenkabinett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Raritätenkabinett, Sammlung von Seltenheiten; E.: s. Rarität, s. en, s. Kabinett; L.: Kluge s. u. Kabine, fehlt DW, s. DW 14, 124 (Kabinett); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rarität und en (Suff.) und Kabinett gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Sammlung von Seltenheiten; F.: Raritätenkabinett, Raritätenkabinetts, Raritätenkabinettes, Raritätenkabinette, Raritätenkabinetten+FW; Z.: Ra-r-it-ät—kab-in-ett
rasant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. rasant, schnell, gestreckt; ne. rapid (N.), swift (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. rasant; E.: s. frz. rasant, Adj., streifend; vgl. frz. raser, V., kahl scheren, rasieren; lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen, (um 450 v. Chr.); idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. rasant, fehlt DW, EWD s. u. rasant, Duden s. u. rasant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schnell oder gestreckt oder streifend; BM.: schaben; F.: rasant, rasante, rasantes, rasantem, rasanten, rasanter(, rasantere, rasanteres, rasanterem, rasanteren, rasanterer, rasantest, rasanteste, rasantestes, rasantestem, rasantesten, rasantester)+FW+EW; Z.: ras-ant
$Rasanz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rasanz, Schnelligkeit; E.: s. rasan(t), s. z; L.: Kluge s. u. rasant, fehlt DW, EWD s. u. rasant; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit rasant sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Schnelligkeit; F.: Rasanz+FW; Z.: Ras-anz
rasch, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rasch, überstürzt, schnell; ne. rapid, quick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rasch (1), Adj., rasch; mnd. rasch, rasche, rosch, rusch, Adj., rasch, schnell, kräftig, mit Durchfall behaftet, lebhaft, forsch; mnl. rasch, Adj., schnell, lebendig, aufgeweckt, munter; ahd. rasko*, rasco, Adv., rasch, heftig, hitzig, lebhaft, energisch, nachdrücklich; as. -; anfrk. -; germ. *raska-, *raskaz, *raþska-, *raþskaz, Adj., rasch; vgl. idg. *rā̆s-, V., tönen, ertönen, schreien, Pokorny 852? (1480/3) (RB. idg. aus, ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. rasch, Kluge s. u. rasch, DW 14, 125, EWD s. u. rasch, Falk/Torp 353, EWAhd 7, 407, Duden s. u. rasch, Bluhme s. u. rasch; Son.: vgl. afries. -; ae. ræscan, sw. V., zittern, zucken; an. rǫskr, Adj., tüchtig, tapfer; got. -; nndl. ras, Adj., rasch; nschw. rask, Adj., rasch; nnorw. rask, Adj., rasch; air. reithid, rethid, V., läuft, rennt; lit. apikratai, Adj., schnell; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schnell; BM.: tönen; F.: rasch, rasche, rasches, raschem, raschen, rascher(, raschere, rascheres, rascherem, rascheren, rascherer, raschest, rascheste, raschestes, raschestem, raschesten, raschester)+EW; Z.: rasch
Rasch, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Rasch, leichtes Wollzeug; ne. arras; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. ras, raß, N., eine Tuchart, feines Wollgewebe, Rasch; vgl. arrasch, arraz, arras, arreis, von Arras (Stadt in Frankreich), von lat. Atrebatum, N.=ON, Atrebatum, Arras; lat. Atrebas, M., Atrebate; aus dem Gall., Siedler, kelt. *treb-?; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100? (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rasch, Kluge s. u. Rasch, DW 14, 125, Duden s. u. Rasch; Son.: vgl. nndl. ras, Sb., Rasch; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem ON Arras sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein locker gewebtes Wollzeug; BM.: ON als Herstellungsort; F.: Rasch, RaschesFW+EW; Z.: Rasch
rascheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rascheln, knistern, zischeln; ne. rustle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. rascheln, Kluge s. u. rascheln, DW 14, 128, EWD s. u. rascheln, Duden s. u. rascheln, Bluhme s. u. rascheln; Son.: vgl. nschw. rasle, V., rascheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches knistern oder zischeln; BM.: lautmalend; F.: rascheln, raschel (!), raschle (!), raschelst, raschelt, raschelte, rascheltest, raschelten, rascheltet, geraschelt, ##geraschelt, geraschelte, gerascheltes, gerascheltem, geraschelten, geraschelter##, raschelnd, ###raschelnd, raschelnde, raschelndes, raschelndem, raschelnden, raschelnder###, raschel (!)+EW; Z.: rasch-el-n
rasen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rasen, närrisch sein (V.), toben, wüten; ne. rave (V.), rush (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rāsen, sw. V., rasen, toben; mnd. rāsen (1), sw. V., rasen, toben, wüten, verrückt sein (V.), wütend brüllen, sich sehr schnell bewegen; mnl. rasen, razen, V., rasen, toben, wüten; ahd.? rāsēn*, sw. V. (3), wahnsinnig sein (V.), rasen, außer sich sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *rēsēn, *rǣsǣn, sw. V., stürzen, eilen; idg. *rē̆s-, *rō̆s-, *reh₁s-, V., fließen, sich stürzen, Pokorny 866; vgl. idg. *eres- (2), *ₑrs-, *r̥s-, *ₑres-, *Hr̥Hs-, V., fließen, sich stürzen, Pokorny 336 (489/70) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rasen, Kluge s. u. rasen, DW 14, 131, EWD s. u. rasen, Falk/Torp 340, Duden s. u. rasen, Bluhme s. u. rasen; Son.: vgl. afries. -; ae. rǣsan, sw. V., stürzen, eilen, angreifen, losstürmen; an. rāsa, sw. V. (3), rasen, stürzen; got. -; nndl. razen, V., rasen; nnorw. rase, V., rasen; gr. ἐρωή (erōḗ) (1), F., hastige Bewegung, Schwung, Andrang; gr. ἐρωεῖν (erōein) (1), V., fließen, hervordringen; lat. rōrārius, M., Mitglied einer Truppe leichtbewaffneter Soldaten; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wütend sein (V.) oder toben oder wüten; BM.: fließen; F.: rasen (!), rase, rasst (!), rast, rasest, raset, raste, rastest, rasten, rastet, gerast, ##gerast##, rasend, ###rasend, rasende, rasendes, rasendem, rasenden, rasender###, ras (!)+EW; Z.: ras-en
Rasen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rasen (M.), Graswiese, gepflegte Grasfläche; ne. lawn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1233-1267 (Der Stricker Kleinere Dichtungen); E.: mhd. rase, sw. M., Rasen (M.); mnd. rāse (1), M., abgestochenes Stück Rasen (M.) oder Torf, Sode; mnd. wrase, M., Rasen (M.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Rasen, Kluge s. u. Rasen, DW 14, 130, EWD s. u. Rasen, Duden s. u. Rasen, Bluhme s. u. Rasen; GB.: seit 1233-1267 belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche dicht mit Gras bewachsene Fläche (Graswiese); BM.: ?; F.: Rasen, Rasens+EW; Z.: Ras-en
$Raserei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Raserei, Tobsucht, Wut, schnelle Bewegung; E.: s. ras(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. rasen, DW 14, 138, EWD s. u. Rasen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ras(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Tobsucht oder Wut oder auch eine besonders schnelle Bewegung; F.: Raserei, Rasereien+EW; Z.: Ras-er-ei
rasieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. rasieren, abscheren; ne. shave (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. raser; E.: s. frz. raser, V., scheren, glatt abschneiden, streifen; lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen, (um 450 v. Chr.); idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. rasieren, DW 14, 140, EWD s. u. rasieren, Duden s. u. rasieren; Son.: vgl. nndl. raseren, V., rasieren; ne. raze, V., niederreißen, zerstören; nschw. rasera, V., rasieren; nnorw. rasere, V., rasieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Haare von dem Körper abschaben; BM.: schaben; F.: rasieren, rasiere, rasierst, rasiert, rasierest, rasieret, rasierte, rasiertest, rasierten, rasiertet, ##rasiert, rasierte, rasiertes, rasiertem, rasierten, rasierter##, rasierend, ###rasierend, rasierende, rasierendes, rasierendem, rasierenden, rasierender###, rasier (!)+FW(+EW); Z.: ras-ier-en
$Rasierer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rasierer, Rasierender, Rasiergerät; E.: s. rasier(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. rasieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rasier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für (einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Rasierenden und) einen von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Abschaben von Haaren von dem Körper für dessen elektrische Gestalt John F. O’Rourke 1898 in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Patent erhielt; F.: Rasierer, Rasierers, Rasierern+FW(+EW); Z.: Ras-ier-er
Räson, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Räson, Vernunft, Einsicht; ne. reason (N.); Vw.: -; Hw.: s. räsonieren; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. raison; E.: s. frz. raison, F., Vernunft; lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, Buchung, Rechnungsbuch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Räson, fehlt DW, EWD s. u. Räson, Duden s. u. Räson; Son.: vgl. nschw. reson, Sb., Räson; nnorw. resong, M., Räson; kymr. rheswm, M., Räson; nir. réasún, M., Räson; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Vernunft oder Einsicht; BM.: urteilen bzw. fügen; F.: Räson+FW(+EW?); Z.: Rä-s-on
räsonieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. räsonieren, denken, Schlüsse ziehen, sprechen; ne. gripe (V.) about, reason (V.); Vw.: -; Hw.: s. Räson; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. raisonner; E.: s. frz. raisonner, V., vernunftgemäß denken, argumentieren; afrz. raisoner, V., reden; vgl. frz. raison, F., Vernunft; lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, Buchung, Rechnungsbuch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Räson, fehlt DW, EWD s. u. Räson, Duden s. u. räsonieren; Son.: vgl. nnorw. resonnere, V., räsonieren; kymr. rhesymu, V., räsonieren; nir. réasúnaím, V., räsonieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches denken und Schlüsse ziehen sowie sprechen; BM.: urteilen bzw. fügen; F.: räsonieren, räsoniere, räsonierst, räsoniert, räsonierest, räsonieret, räsonierte, räsoniertest, räsonierten, räsoniertet, ##räsoniert, räsonierte, räsoniertes, räsoniertem, räsonierten, räsonierter##, räsonierend, ###räsonierend, räsonierende, räsonierendes, räsonierendem, räsonierenden, räsonierender###, räsonier (!)+FW(+EW); Z.: rä-s-on-ier-en
$Raspe, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Reibeisen; Hw.: s. Rappe (4); E.: s. Rappe (4); L.: Kluge 1. A. s. u. Raspe, DW 14, 140; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes Reibeisen; F.: Raspe, Raspen+EW; Z.: Ra-s-p-e
Raspel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Raspel, grobe Feile; ne. grater; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. raspe (1), sw. F., Raspe, Raspel, Feile; ahd. raspōn*, sw. V. (2), sammeln, suchen, zusammensuchen; vgl. germ. *hrespan, st. V., reißen; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raspel, Kluge s. u. Raspel, DW 14, 141, EWD s. u. raspeln, Duden s. u. Raspel, Bluhme s. u. Raspel; Son.: vgl. afries. hrespa, st. V. (3b), reißen; ae. *hrespan, st. V.?, reißen; nndl. rasp, Sb., Raspel; nschw. rasp, Sb., Raspel; nnorw. rasp, M., F., Raspel; lit. rašpilis, M., Raspel; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete grobe Feile; BM.: reißen bzw. drehen?; F.: Raspel, Raspeln+EW; Z.: Ra-s-p-el
$raspeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. raspeln, feilen, glätten, bearbeiten; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: seit Anfang 16. Jh. belegt und aus Raspel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Raspel bearbeiten und glätten; L.: DW 14, 140, EWD s. u. raspeln; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus Raspel und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der notwendigen Werkzeuge von Menschen ausgeführtes feilen oder glätten oder bearbeiten; F.: raspeln, raspel (!), rasple, raspele (!), raspelst, raspelt, raspelte, raspeltest, raspelten, raspeltet, geraspelt, ##geraspelt, geraspelte, geraspeltes, geraspeltem, geraspelten, geraspelter##, raspelnd, ###raspelnd, raspelnde, raspelndes, raspelndem, raspelnden, raspelnder###+EW; Z.: ra-s-p-el-n
$Raspler, nhd., M.: nhd. Raspler, Raspelnder; Vw.: s. Süßholz-; E.: s. rasp(eln), s. (e)l (Suff.) s. er (Suff.) L.: DW 14, 143; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus rasp(eln) und (e)l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung der Raspel durch den Menschen möglichen Raspelnden; F.: Raspler, Rasplers, Rasplern+EW; Z.: Ra-s-p-l-er
räß, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. räß, beißend, scharf; ne. spicy, biting (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ræze, Adj., wütend, wild, bissig; ahd. rāzi*, Adj., räß, reißend, heftig, wütend, wild, grimmig; germ. *rēta-, *rētaz, *rǣta-, *rǣtaz, Adj., scharf, beißend; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von germ. *rat-, V., nagen?, Falk/Torp 336; germ. *wratōn, sw. V., gehen, wandern?; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); idg. *u̯ered-, *u̯red-, V., sich biegen, neigen, schwanken, Pokorny 1153; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. räß, DW 14, 154, Falk/Torp 336, 416, Heidermanns 446, Duden s. u. räß; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in dessen Vorstellung beißend oder scharf; BM.: kratzen; F.: räß, räße, räßes, räßem, räßen, räßer(, räßere, räßeres, räßerem, räßeren, räßerer, räßest, räßeste, räßestes, räßestem, räßesten, räßeste+EW; Z.: rä-ß
Rasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rasse, Unterart, Sorte; ne. race (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. race; E.: s. frz. race, F., Rasse; it. razza, F., Rasse; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus einer romanischen Sprache; aus der gleichen Familie wie lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, Buchung, Rechnungsbuch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rasse, Kluge s. u. Rasse, DW 14, 143, EWD s. u. Rasse, Duden s. u. Rasse, Bluhme s. u. Rasse; Son.: vgl. nndl. ras, Sb., Rasse; nschw. ras, Sb., Rasse; nnorw. rase, M., Rasse; poln. rasa, F., Rasse; lit. rasė, F., Rasse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl mit lat. ratio und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit der jüngeren Vergangenheit zumindest für den Menschen umstrittene und abgelehnte biologische Einteilung von Lebewesen in bestimmte Unterarten oder Sorten oder Gruppen mit gemeinsamen biologischen Merkmalen; BM.: ?; F.: Rasse, Rassen+FW; Z.: Rass-e
$Rassel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rassel, Klapper; L.: DW 14, 144, EWD s. u. rassel; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit rassel(n) verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Klapper; F.: Rassel, Rasseln+FW+EW; Z.: Ra-s-s-el
$Rasselbande, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rasselbande, lärmende Bande von Kindern, niederiges liederliches Volk; E.: s. Rassel, s. Bande; L.: DW 14, 144, EWD s. u. rasseln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rassel und Bande gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche lärmende Bande beispielsweise von Kindern und für niederiges liederliches Volk; F.: Rasselbande, Rasselbanden+FW+EW; Z.: Ra-s-s-el—ba-nd-e
rasseln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. rasseln, klappern, schnarren; ne. rattle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Die Heidin); E.: mhd. razzeln, sw. V., toben, rasseln, winden, drehen; s. mnd. rettelen, sw. V., rasseln, wiederholt ein polterndes Geräusch erzeugen; s. germ. *hrat-, V., rasseln; s. idg. *skerd-, *kerd-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 934; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rasseln, Kluge s. u. rasseln, DW 14, 144, EWD s. u. rasseln, Duden s. u. rasseln, Bluhme s. u. rasseln; Son.: vgl. nndl. ratelen, V., rasseln; nschw. rassla, V., rasseln; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlich mögliches in rascher Aufeinanderfolge dumpfe metallisch klingende Geräusche von sich geben; BM.: bewegen bzw. schwingen; F.: rasseln, rassel (!), rassle (!), rasselst, rasselt, rasselte, rasseltest, rasselten, rasseltet, gerasselt, ##gerasselt, gerasselte, gerasseltes, gerasseltem, gerasselten, gerasselter##, rasselnd, ###rasselnd, rasselnde, rasselndes, rasselndem, rasselnden, rasselnder###, rassel (!)+FW+EW; Z.: ra-s-s-el-n
$rassig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. rassig, feuerig, leidenschaftlich; E.: s. Rass(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Rasse, EWD s. u. Rasse, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Rass(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches feuerig oder leidenschaftlich; F.: rassig, rassige, rassiges, rassigem, rassigen, rassiger(, rassigere, rassigeres, rassigerem, rassigeren, rassigerer, rassigst, rassigste, rassigstes, rassigstem, rassigsten, rassigster)+FW+EW; Z.: rass-ig
$rassisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. rassisch, Rasse betreffend; E.: s. Rass(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Rasse, EWD s. u. Rasse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Rass(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich nach der Vorstellung von Menschen mögliches (eine) Rasse betreffend; F.: rassisch, rassische, rassisches, rassischem, rassischen, rassischer, rassischere, rassischeres, rassischerem, rassischeren, rassischerer, rassischst, rassischste, rassischstes, rassischstem, rassischsten, rassischster+FW+EW; Z.: rass-isch
$Rassismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rassismus; E.: s. Rass(e), s. ismus; L.: Kluge s. u. Rasse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Rass(e) und ismus gebildete Bezeichnung für die in der Vorstellung von Menschen zeitweise verbreitete und in der Gegenwart abgelehnte Ansicht, dass es verschieden wertvolle Gruppen von Menschen mit übereinstimmenden genetischen Merkmalen gibt; F.: Rassismus+FW; Z.: Rass-ism-us
Rast, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rast, Ruhe; ne. rest (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rüste; Q.: 712 (Urkunde); E.: mhd. raste, st. F., Ruhe, Rast, ewige Ruhe, Grab, Wegmaß, bestimmte Wegstrecke, Zeitraum, Meile; mhd. rast, st. M., sw. M., st. F., sw. F., Ruhe, Rast, ewige Ruhe, Grab, Wegmaß von verschiedener Länge, Zeitraum; mnd. raste (1), rast, F., M., Rast, Ruhe, Erholung, Schlaf, Ausgeglichenheit, Friede, Sicherheit, Grab; mnl. raste, F., Rast; ahd. rasta (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rast, Ruhe, Wegstrecke; as. rasta, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rast, Ruhelager, Totenlager, Grab; anfrk. rasta, st. F. (ō), sw. F. (n), Wegmaß von dreitausend Doppelschritten; germ. *rastō, st. F. (ō), Ruhe, Rast; idg. *res-, *ros-, Sb., Ruhe, Rast, Pokorny 339; vgl. idg. *erə- (2), rē- (4), h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338 (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rast, Kluge s. u. Rast, DW 14, 148, EWD s. u. Rast, Falk/Torp 340, 341, EWAhd 7, 193, Duden s. u. Rast, Bluhme s. u. Rast; Son.: s. ahd. resta (1), st. F. (ō), Ruhe, Friede, Ausruhen; ahd. restī (1), restīn, st. F. (ī), Ruhe, Friede, Ruhestätte, Bett, Ruhetag; reste, st. F., Ruhe, Rast, Ruhestätte; as. résta?, st. F., Rast; vgl. afries. -; ae. ræst, rest, st. F. (jō), Rast, Ruhe, Schlaf, Schlafraum, Bett, Lager; an. rǫst (1), st. F. (ō), Rast, Meile; got. rasta, st. F. (ō), Meile; nschw. rast, Sb., Rast; nnorw. rast, M., Ruhe, Rast, Pause; GB.: seit 712 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vor allem für Lebewesen wichtige kurze erholsame Unterbrechung einer körperlichen Tätigkeit oder eine Ruhe; BM.: ruhen; F.: Rast, Rasten+EW; Z.: Ra-st
rasten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rasten, ruhen, ausruhen, bleiben; ne. rest (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: s. mhd. rasten (1), resten, sw. V., rasten, ruhen, sich schonen, sich ausruhen, zur Ruhe kommen; mhd. resten, sw. V., rasten, ruhen; mnd. rasten, sw. V., rasten, ruhen, erholen, schlafen, niederlassen, bleiben, zur Ruhe bringen, begraben sein (V.), beisetzen; mnd. resten (2), sw. V., rasten, ruhen, sich erholen, Nachtruhe halten, schlafen, sich niederlassen, an einer Stelle ruhen, begraben (Adj.) sein (V.); mnd. rosten (1), roesten, sw. V., resten, rasten, ruhen, sich erholen, ruhig sein (V.), begraben (Adj.) sein (V.), zum Stillstand kommen; mnl. rasten, sw. V., rasten, ruhen; ahd. rasten*, sw. V. (1), ruhen, rasten, ausruhen; ahd. resten, rastōn*, sw. V. (1a, 2), ruhen, schlafen, ausruhen, sich erholen, lagern, verweilen; as. rėstian, sw. V. (1a), ruhen; anfrk. raston, sw. V. (2), rasten, ruhen; vgl. germ. *rastja, Sb., Ruhe, Rast; idg. *res-, *ros-, Sb., Ruhe, Rast, Pokorny 339; vgl. idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338 (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: DW 14, 152, EWD s. u. Rast, EWAhd 7, 196, Duden s. u. rasten; Son.: vgl. nndl. rusten, V., rasten; nschw. rasta, V., rasten; nnorw. raste, V., rasten; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine vor allem körperliche Tätigkeit unterbrechen um zu ruhen; BM.: ruhen; F.: rasten, raste, rastest, rastet, rastete, rastetest, rasteten, rastetet, gerastet, ##gerastet, gerastete, gerastetes, gerastetem, gerasteten, gerasteter##, rastend, ###rastend, rastende, rastendes, rastendem, rastenden, rastender###, rast (!)+EW; Z.: ra-st-en
Raster, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Raster, Gitternetz; ne. raster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. rāstrum; E.: s. lat. rāstrum, N., Hacken (N.), Harke, Haue, Karst (M.) (1), Rechen (M.), (234-149 v. Chr.); vgl. lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Raster, fehlt DW, EWD s. u. Raster, Duden s. u. Raster, Bluhme s. u. Raster; Son.: vgl. nndl. raster, Sb., Raster; nschw. raster, N., Raster; nnorw. raster, N., Raster; poln. raster, M., Raster; kymr. rhastr, M., Raster; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Glasplatte oder eine Folie mit einem engen Netz (Gitter) aus Linien zu der Zerlegung der Fläche eines Bildes in einzelne Punkte; BM.: schaben; F.: Raster, Rasters, Rastern+FW; Z.: Rast-er
$rastern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. rastern, Raster bilden; E.: s. Raster s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. Raster; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Raster und (e)n gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes (ein) Raster bilden; F.: rastern, rastere, raster (!), rasterst, rastert, rasterte, rastertest, rasterten, rastertet, gerastert, ##gerastert, gerasterte, gerastertes, gerastertem, gerasterten, gerasterter##, rasternd, ###rasternd, rasterndes, rasterndem, rasternden, rasternder###, raster (!)+FW; Z.: rast-er-n
$rastlos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rastlos, ruhelos, ununterbrochen; E.: s. Rast, s. los; L.: DW 14, 154, EWD s. u. Rast; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rast und los gebildete Bezeichnung für keine Rast einlegend oder ruhelos oder ununterbrochen; F.: rastlos, rastlose, rastloses, rastlosem, rastlosen, rastloser(, rastlosere, rastloseres, rastloserem, rastloseren, rastloserer, rastlosest, rastloseste, rastlosestes, rastlosestem, rastlosesten, rastlosester)+EW; Z.: ra-st—lo-s
$rastrieren, nhd., sw. V., (?): nhd. rastrieren, mit Notenlinie versehen (V.), Notenlinien mit dem Rastral ziehen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Raster; GB.: seit (?) belegte und aus Rast(e)r und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Notenlinien mit dem Rastral ziehen; F.: rastrieren, rastriere, rastrierst, rastriert, rastrierest, rastrieret, rastrierte, rastriertest, rastrierten, rastriertet, ##rastriert, rastrierte, rastriertes, rastriertem, rastrierten, rastrierter##, rastrierend, ###rastrierend, rastrierende, rastrierendes, rastrierendem, rastrierenden, rastrierender###, rastrier (!)+FW; Z.: rast-r-ier-en
Rasur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rasur, Abscheren; ne. shave (N.); Vw.: -; Hw.: s. rasieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. rāsūra; E.: s. mnd. rāsūre, F., Rasur, Tilgung geschriebener Textstellen durch Abschaben; lat. rāsūra, F., Schaben (N.), Kratzen, Glattmachen, Abscheren, Abrasieren, Rasur, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. rādere, V., scharren, schaben, kratzen, reinigen, glattmachen; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. rasieren, fehlt DW, EWD s. u. rasieren, Duden s. u. Rasur; Son.: vgl. frz. rasage, M., Rasieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Abscheren oder Abschaben von Körperhaaren; BM.: schaben; F.: Rasur, Rasuren+FW(+EW?); Z.: Ras-ur
Rat, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rat, Ratschlag, Vorschlag; ne. advice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rāt, st. M., Rat, Ratschlag, Hilfe; mnd. rāt (1), rāde, rā, rad, raad, raͤt, rait, rayt, rhatt, raeh, M., Rat, Fürsorge, Handlungsvorgabe, Vorschlag, Ratschlag, Beratung; mnl. raet, M., Rat, Ratschlag; ahd. rāt, st. M. (a), Rat, Ratschluss, Ratschlag, Plan (M.) (2), Beschluss, Lehre, Hilfe, Unterstützung; as. rād, st. M. (a)?, Rat, Lehre, Hilfe, Vorteil, Gewinn; anfrk. rād*, rāt*, st. M. (a), Rat; germ. *rada-, *radaz, st. M. (a), Rat, Mittel, Vorrat, PN? (5. Jh.); s. germ. *rēdi-, *rēdiz, *rǣdi-, *rǣdiz, st. M. (i), Rat, Hilfe; vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten, überlegen (V.), Pokorny 853; idg. *rē- (1), *rə-, *Hreh₁-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rat, Kluge s. u. Rat, DW 14, 156, EWD s. u. Rat, Falk/Torp 337, EWAhd 7, 197, Seebold 366, Duden s. u. Rat; Son.: in dem Plural meist Ratschläge verwendet; vgl. afries. rēd (1), st. M. (a), Rat, Beratung, Beschluss, Genehmigung, Zusage; nnordfries. red; ae. rǣd (1), rēd, st. M. (a), Rat, Beratung, Entschluss, Plan (M.) (2), Beschluss, Befehl, Weisheit; an. rāð, st. N. (a), Rat, Entschluss, Lage, Haushalt, Heirat; got. *rēþs (1), st. M. (a), Rat; nndl. raad, Sb., Rat; nschw. råd, N., Rat; nnorw. råd, N., Rat; poln. rada, F., Rat; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Vorschlag oder für eine Empfehlung bezüglich einer Entscheidungsfindung; BM.: überlegen (V.) bzw. fügen; F.: Rat, Rates, Rats, Räte, Räten+FW; Z.: Ra-t
Rate, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rate, Teilbetrag, Quote; ne. rate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. pars rata; E.: s. lat. pars rata, F., berechneter Teil; lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt, um 250-184 v. Chr.); lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Rate, fehlt DW, EWD s. u. Rate, Duden s. u. Rate, Bluhme s. u. Rate; Son.: vgl. nschw. rate, Sb., Rate; nnorw. rate, M., Rate; poln. rata, F., Rate; nir. ráta, M., Rate; lit. rata, F., Rate; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von zwei Geschäftspartnern vereinbarten Geldbetrag (Teilbetrag oder Quote) durch dessen in regelmäßigen Zeitabständen erfolgende Zahlung eine Schuld schrittweise getilgt wird; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: Rate, Raten+FW; Z.: Ra-t-e
raten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. raten, beraten (V.), Ratschlag geben, erraten (V.), entschlüsseln; ne. advise (V.), guess (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. Rätsel; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rāten, st. V., red. V., raten, beraten (V.); mnd. rāden (1), raden, radden, st. V., „raten“, beraten (V.), beratschlagen, Beschluss fassen, entscheiden, überlegen (V.), anraten, empfehlen; mnl. raden, rāden, sw. V., raten; ahd. rātan (1), red. V. (1b), raten, beraten (V.), überlegen (V.), beschließen, helfen, anraten, Rat geben, Rat halten, Rat schaffen, beistehen, planen; as. rādan (1), red. V. (2), raten, beraten (V.), sorgen, helfen; anfrk. rādan*, st. V. (7)=red. V., anraten, zureden; germ. *rēdan, *rǣdan, st. V., raten; idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., bereiten, zurechtmachen, geraten, überlegen (V.), Pokorny 853; s. idg. *rē- (1), *rə-, *Hreh₁-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. raten, DW 14, 173, EWD s. u. raten, Falk/Torp 336, Seebold 365, EWAhd 7, 202, Duden s. u. raten, Bluhme s. u. raten; Son.: vgl. afries. rēda (1), st. V. (7)=red. V., raten, überlegen (V.), helfen; saterl. reda, V., raten; ae. rǣdan (1), rēdan, st. V. (7)=red. V. (1), raten, beraten (V.), überreden, planen, beschließen, regieren; an. rāða, red. V. (1), raten, herrschen, erraten; got. *rēdan, red. abl. V. (6), raten; nndl. raden, V., raten; ne. read, V., lesen; nschw. råda, V., raten; nnorw. rå, V., raten; ai. rādhnóti, V., wird fertig, gedeiht, bringt fertig; air. rád, Sb., Sprechen, Sagen; ksl. raditi, roditi, V., sorgen für, sich kümmern um; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Ratschlag geben und für erraten (V.) oder entschlüsseln; BM.: fügen; F.: raten (!), rate (!), rätst, rät (!), ratet, ratest, riet (!), rietest, rietst, rieten, rietet, geraten, ##geraten, geratene, geratenes, geratenem, geratenen, geratener##, ratend, ###ratend, ratende, ratendes, ratendem, ratenden, ratender###, rat (!)+EW; Z.: ra-t-en
$Ratgeber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ratgeber, Berater, Erteiler von Rat; E.: s. Rat, s. Geber; L.: DW 14, 184, EWD s. u. Rat; GB.: (rātgebære*) seit 1215-1230 belegte und (vielleicht nach lat. consiliator oder consiliarius) aus Rat und Geber gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Berater oder Erteiler von Rat; F.: Ratgeber, Ratgebers, Ratgebern+EW; Z.: Ra-t—geb-er; Son.: s. Ende 8. Jh. rātgebo
$Rathaus, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rathaus, Haus des Rates (einer Stadt); Q.: 1289 (Urkunde); E.: s. Rat, s. Haus; L.: DW 14, 185, EWD s. u. Rat; GB.: seit 1289 belegte und aus Rat und Haus gebildete Bezeichnung für ein nach Vorbildern Norditaliens seit dem 12. Jh. für die Zusammenkunft der Mitglieder des Rates (einer Stadt) entwickeltes und errichtetes sowie der Stadt gehörendes Haus; F.: Rathaus, Rathauses, Rathäuser, Rathäusern+EW; Z.: Ra-t—hau-s
Ratifikation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ratifikation, Ratifizierung; ne. ratification; Vw.: -; Hw.: s. ratifizieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. mlat. ratificātio; E.: s. mnd. ratificātie, F., Ratifikation, Genehmigung, ausdrückliche Bestätigung; mlat. ratificātio, F., In-Kraftsetzen, Bestätigung, Ratifizierung, Ratifikation; vgl. mlat. ratificāre, V., in Kraft setzen, genehmigen, bestätigen, ratifizieren; lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt, (um 250-184 v. Chr.); lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. ratifizieren, fehlt DW, EWD s. u. ratifizieren, Duden s. u. Ratifikation; Son.: vgl. nndl. ratificatie, Sb., Ratifikation; frz. ratification, F., Ratifikation; nschw. ratifikation, Sb., Ratifikation; nnorw. ratifikasjon, M., Ratifikation; poln. ratyfikacja, F., Ratifikation; lit. ratifikacija, F., Ratifikation; GB.: seit Ende 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine einen völkerrechtlichen Vertrag rechtskräftig und verbindlich machende Bestätigung durch das Oberhaupt eines Staates nach Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaft; BM.: fügen, machen; F.: Ratifikation, Ratifikationen+FW(+EW); Z.: Ra-t-i-fi-k-at-io-n
ratifizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. ratifizieren, bestätigen, verbindlich machen; ne. ratify; Vw.: -; Hw.: s. Ratifikation; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. mlat. ratificāre; E.: s. mnd. ratificēren, sw. V., „ratifizieren“, ausdrücklich bestätigen; mlat. ratificāre, V., in Kraft setzen, genehmigen, bestätigen, ratifizieren; vgl. lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt, (um 250-184 v. Chr.); lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. ratifizieren, Kluge s. u. ratifizieren, fehlt DW, EWD s. u. ratifizieren; Son.: vgl. nndl. ratificeren, V., ratifizieren; frz. ratifier, V., ratifizieren; nschw. ratificera, V., ratifizieren; nnorw. ratifisere, V., ratifizieren; poln. ratyfikować, V., ratifizieren; lit. ratifikuoti, V., ratifizieren; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für als gesetzgebende Körperschaft einen völkerrechtlichen Vertrag in Kraft setzen und als Staatsoberhaupt oder sein Vertreter unterzeichnen und verbindlich machen; BM.: fügen, machen; F.: ratifizieren, ratifiziere, ratifizierst, ratifiziert, ratifizierest, ratifizieret, ratifizierte, ratifiziertest, ratifizierten, ratifiziertet, ##ratifiziert, ratifizierte, ratifiziertes, ratifiziertem, ratifizierten, ratifizierter##, ratifizierend, ###ratifizierend, ratifizierende, ratifizierendes, ratifizierendem, ratifizierenden, ratifizierender###, ratifizier (!)+FW (+EW); Z.: ra-t-i-fi-z-ier-en
$Ratifizierung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ratifizierung, Ratifikation; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. ratifizier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. ratifizieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und nach Ratifikation aus ratifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für die Verbindlichmachung oder Ratifikation eines völkerrechtlichen Vertrags durch die zuständige gesetzgebende Körperschaft und das Staatsoberhaupt; F.: Ratifizierung, Ratifizierungen+FW; Z.: Ra-t-i-fi-z-ier-ung
Ration, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Ration, Anteil, zugeteilte Menge; ne. ration (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. ration; E.: s. mnd. ratiōn, F., Ration, regelmäßige Zuwendung, regelmäßige Zuteilung, Aufwendung?; frz. ration, F., Ration; lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, berechneter Anteil, (um 250-184 v. Chr.); lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt; lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ration, fehlt DW, EWD s. u. Ration, Duden s. u. Ration; Son.: vgl. ndän. ration, Sb., Ration; nnorw. rasjon, M., Ration; poln. racja, F., Ration; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche zugeteilte Menge (an Lebensmitteln); BM.: berechnen bzw. fügen; F.: Ration, Rationen+FW(+EW?); Z.: Ra-t-io-n
rational, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. rational, verstandesmäßig, vernünftig, von Vernunft geprägt; ne. rational; Vw.: -; Hw.: s. rationell, Rationalität, Ration; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. ratiōnālis; E.: s. lat. ratiōnālis, Adj., zu den Rechnungen gehörig, Rechnungs..., zur Vernunft gehörig, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, berechneter Anteil; lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt; lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. rational, fehlt DW, EWD s. u. rational, Duden s. u. rational; Son.: vgl. nndl. rationeel, Adj., rational; nschw. rationell, Adj., rational; nnorw. rasjonal, Adj., rational; poln. racjonalny, Adj., rational; lit. racionalus, Adj., rational; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verstandesmäßig oder vernünftig oder von Vernunft geprägt; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: rational, rationale, rationales, rationalem, rationalen, rationaler(, rationalere, rationaleres, rationalerem, rationaleren, rationalerer, rationalst, rationalste, rationalstes, rationalstem, rationalsten, rationalster)+FW(+EW); Z.: ra-t-io-n-al
$rationalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rationalisieren, vernünftig(er) gestalten; E.: s. rational, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. rational, fehlt DW, EWD s. u. rational; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus rational und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches und seit der Aufklärung verstärktes vernünftig(er) oder zweckmäßig(er) oder kostengünstig(er) gestalten einer Gegebenheit; F.: rationalisieren, rationalisiere, rationalisierst, rationalisiert, rationalisierest, rationalisieret, rationalisierte, rationalisiertest, rationalisierten, rationalisiertet, ##rationalisiert, rationalisierte, rationalisiertes, rationalisiertem, rationalisierten, rationalisierter##, rationalisierend, ###rationalisierend, rationalisierende, rationalisierendes, rationalisierendem, rationalisierenden, rationalisierender###, rationalisier (!)+FW+EW; Z.: ra-t-io-n-al-is-ier-en
$Rationalisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rationalisierung; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. rationalisierr(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. rational; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus rationalisier(en) und ung gebildete Bezeichnung sachlich für eine seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche und seit der Aufklärung verstärkte vernünftig(er)e oder zweckmäßig(er)e oder kostengünstig(er)e Gestaltung einer Gegebenheit; F.: Rationalisierung, Rationalisierungen+FW(+EW); Z.: Ra-t-io-n-al-is-ier-ung
$Rationalismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rationalismus; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: Kluge s. u. rational, fehlt DW, EWD s. u. rational; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rational und ismus gebildete Bezeichnung für eine vielfach auf René Descartes zurückgeführte Strömung der Philosophie nach der die Vernunft (lat. ratio) oder der Verstand bei der Begründung oder dem Erwerb von Wissen des Menschen vorrangig oder erforderlich ist und Erfahrung oder Offenbarung oder Überlieferung geringere oder keine Bedeutung haben; F.: Rationalismus+FW(+EW?); Z.: Ra-t-io-n-al-ism-us
$Rationalist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rationalist; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. rational. s. ist (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Ration; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus rational und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Vertreter oder Anhänger des Rationalismus; F.: Rationalist, Rationalisten+FW(+EW?); Z.: Ra-t-io-n-al-ist
$rationalistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rationalistisch; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Rationalist und isch gebildete Bezeichnung für einen Rationalisten oder den Rationalismus betreffend; L.: Kluge s. u. rational, fehlt DW, EWD s. u. rational; F.: rationalistisch, rationalistische, rationalistisches, rationalistischem, rationalistischen, rationalistischer(, rationalistischere, rationalistischeres, rationalistischerem, rationalistischeren, rationalistischerer, rationalistischst, rationalistischste, rationalistischstes, rationalistischstem, rationalistischsten, rationalistischster)+FW+EW; Z.: ra-t-io-n-al-ist-isch
Rationalität, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Rationalität, Sinnhaftigkeit, Vernünftigkeit; ne. rationality (N.); Vw.: -; Hw.: s. rational, rationell, Ration; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. ratiōnālitās; E.: s. lat. ratiōnālitās, F., Vernünftigkeit, Vernunft, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt; lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. rational, fehlt DW, Duden s. u. Rationalität; Son.: vgl. frz. rationalité, F., Rationalität; nnorw. rasjonalitet, M., Rationalität; lit. racionalumas, M., Rationalität; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein auf Vernunft gegründetes menschliches Verhalten oder Sinnhaftigkeit oder Vernünftigkeit; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: Rationalität, Rationalitäten+FW(+EW?); Z.: Ra-t-io-n-al-it-ät
rationell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rationell, zweckmäßig, wirtschaftlich, effektiv; ne. efficient; Vw.: -; Hw.: s. rational, Ration, Rationalität; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. rationnel; E.: s. frz. rationnel, Adj., vernünftig; lat. ratiōnālis, Adj., zu den Rechnungen gehörig, Rechnungs..., zur Vernunft gehörig, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, berechneter Anteil; lat. ratus (1), Adj., berechnet, ausgerechnet, bestimmt, festbestimmt; lat. rērī, V., meinen, glauben, urteilen, dafürhalten; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ration, fehlt DW, EWD s. u. rational, EWD s. u. rationell; Son.: vgl. nndl. rationeel, Adj., rational; nschw. rationell, Adj., rational; lit. racionalus, Adj., rational; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zweckmäßig oder wirtschaftlich oder effektiv; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: rationell, rationelle, rationelles, rationellem, rationellen, rationeller(, rationellere, rationelleres, rationellerem, rationelleren, rationellerer, rationellst, rationellste, rationellstes, rationellstem, rationellsten, rationellster)+FW+EW?; Z.: ra-t-io-n-el-l
$rationieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rationieren; E.: s. Ration, s. ieren; L.: Kluge s. u. Ration, fehlt DW, EWD s. u. Ration; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ration und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen in Mangelzeiten entwickeltes und verwendetes in Rationen (Anteile) einteilen und zuteilen; F.: rationieren, rationiere, rationierst, rationiert, rationierest, rationieret, rationierte, rationiertest, rationierten, rationiertet, ##rationiert, rationierte, rationiertes, rationiertem, rationierten, rationierter##, rationierend, ###rationierend, rationierende, rationierendes, rationierendem, rationierenden, rationierender###, rationier (!)+FW+EW; Z.: ra-t-io-n-ier-en
$Rationierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rationierung; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. rationier(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ration; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus rationier(en) und ung gebildete und verwendete Bezeichnung für von Menschen in Mangelzeiten entwickelte und verwendete Einteilung und Zuteilung in Rationen (Anteile); F.: Rationierung, Rationierungen+FW (+EW); Z.: Ra-t-io-n-ier-ung
$ratlos, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ratlos, keinen Rat wissend, keine Lösung kennend; E.: s. Rat, s. los; L.: DW 14, 188, EWD s. u. Rat; GB.: seit um 1000 belegte und aus Rat und los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben oder des Menschen mögliches in einer schwierigen Lage keinen Rat wissend oder keine Lösung kennend; F.: ratlos, ratlose, ratloses, ratlosem, ratlosen, ratloser(, ratlosere, ratloseres, ratloserem, ratloseren, ratloserer, ratlosest, ratloseste, ratlosestes, ratlosestem, ratlosesten, ratlosester)+EW; Z.: ra-t—lo-s
$ratsam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ratsam, angebracht, empfehlenswert; E.: s. Rat, s. sam; L.: DW 14, 188, EWD s. u. Rat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Rat und sam gebildete Bezeichnung für angebracht oder empfehlenswert; F.: ratsam, ratsame, ratsames, ratsamem, ratsamen, ratsamer(, ratsamere, ratsameres, ratsamerem, ratsameren, ratsamerer, ratsamst, ratsamste, ratsamstes, ratsamstem, ratsamsten, ratsamster)+EW; Z.: ra-t—sam; Son.: s. ahd, rātsam (um tausend) ertragreich (lat. plenus)
Ratsche, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ratsche, Rassel; ne. ratchet, ratch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: gebildet zu fnhd. ratschen, V., klappern; mhd. ratzen, V., kratzen, rasseln; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Ratsche, Kluge s. u. Ratsche, DW 14, 190, Duden s. u. Ratsche, Bluhme s. u. ratschen 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit ratschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes aus einem an einer Stange befestigten Zahnrad gegen dessen Zähne bei einem Schwenken eine Holzzunge schlägt und dieser Zunge bestehendes Gerät; BM.: ?; F.: Ratsche, Ratschen+EW?; Z.: Ratsch-e
$Ratschlag, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Ratschlag, Rat, Empfehlung; E.: s. Rat, s. Schlag; L.: DW 14, 191, EWD s. u. Rat; GB.: (rātslac) seit 1482-1465 belegte und aus Rat und Schlag gebildete Bezeichnung für einen in einer schwierigen Lage erteilten Rat oder Vorschlag oder eine Empfehlung für eine Lösung; F.: Ratschlag, Ratschlages, Ratschlags, Ratschläge, Ratschlägen+EW; Z.: Ra-t—schlag
$ratschlagen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ratschlagen, beraten (V.); Vw.: s. be-; E.: s. Ratschlag, s. en (Suff.); L.: DW 14, 192, EWD s. u. Rat; GB.: (rātslagōn*) seit 12. Jh. belegte und aus Ratschlag und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches und verwendetes beraten (V.); F.: ratschlagen, ratschlage, ratschlagst, ratschlagt, ratschlagest, ratschlaget, ratschlagte, ratschlagtest, ratschlagten, ratschlagtet, geratschlagt, ##geratschlagt, geratschlagte, geratschlagtes, geratschlagtem, geratschlagten, geratschlagter##, ratschlagend, ###ratschlagend, ratschlagende, ratschlagendes, ratschlagendem, ratschlagenden, ratschlagender###, ratschlag (!)+EW; Z.: ra-t—schlag-en
Rätsel, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Rätsel, Denkaufgabe, Geheimnis; ne. riddle (N.); Vw.: -; Hw.: s. raten; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rētisle, rētesche, rētsche, st. N., Rätsel; mhd. rātsal, st. N., Rätsel; mnd. rādelse, rādels, rēdesal, rēdisle, rēdelse, rātsel, rētsel, N., Rätsel, Denkaufgabe, Gleichnis, Parabel, Vermutung (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. raetsel, N., Rätsel; ahd. rātisla*, rātilsa*?, st. F. (ō), Rätsel, Raten (N.); as. rādisli, st. N., Rätsel; anfrk. -; germ. *rēdislja-, *rēdisljam, *rǣdislja-, *rǣdisljam, st. N. (a), Rätsel (N.); vgl. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., zurechtmachen, bereiten, geraten, überlegen (V.), Pokorny 59; idg. *rē- (1), *rə-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rätsel, Kluge s. u. Rätsel, DW 14, 194, EWD s. u. Rätsel, Duden s. u. Rätsel, Bluhme s. u. Raetsel; Son.: vgl. afries. -; ae. rǣsele, sw. F. (n), Rätsellösung, Rätsel; ae. rǣdels, st. M. (a), F., Rätsel, Betrachtung, Besprechung, Einbildung, Vermutung, Erklärung; an. -; got. -; nndl. raadsel, Sb., Rätsel; GB.: (rātisla*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen bewusst gebildete und als Frage gestellte sowie durch Nachdenken zu lösende Aufgabe oder ein von Menschen unabhängig hiervon zu erratendes Geheimnis; BM.: fügen; F.: Rätsel, Rätsels, Rätseln+EW; Z.: Rä-t-s-el
$rätselhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rätselhaft, mit einem Rätsel behaftet, geheimnisvoll, unklar; L.: DW 14, 198, EWD s. u. Rätsel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rätsel und haft gebildete Bezeichnung für mit einem Rätsel behaftet oder geheimnisvoll oder unklar; F.: rätselhaft, rätselhafte, rätselhaftes, rätselhaftem, rätselhaften, rätselhafter,( rätselhaftere, rätselhafteres, rätselhafterem, rätselhafteren, rätselhafterer, rätselhaftest, rätselhafteste, rätselhaftestes, rätselhaftestem, rätselhaftesten, rätselhaftester)+EW; Z.: rä-t-s-el—haf-t
$rätseln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rätseln; L.: DW 14, 198, EWD s. u. Rätsel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Rätsel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gegebenheit als Rätsel behandeln und nach einer Lösung suchen; F.: rätseln, rätsel (!), rätsle (!), rätsele, rätselst, rätselt, rätselte, rätseltest, rätselten, rätseltet, gerätselt, ##gerätselt, gerätselte, gerätseltes, gerätseltem, gerätselten, gerätselter##, rätselnd, ###rätselnd, rätselnde, rätselndes, rätselndem, rätselnden, rätselnder###+EW; Z.: rä-t-s-el-n
Ratte, Ratze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ratte, Ratze, Ratz; ne. rat (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ratz; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ratte, sw. F., Ratte; mhd. rate (2), sw. M., Ratte, Molch; mhd. rat (3), rate, sw. M., Ratte; mnd. rotte (1), ratte, radde, F., Ratte, Hausratte; mnl. ratte, F., Ratte; ahd. ratta, sw. F. (n), Ratte; ahd. rato* (1), sw. M. (n), Ratte; as. ratta, sw. F. (n), Ratte; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von germ. *rattō, st. F. (ō), Ratte; weitere Herkunft ungeklärt, EWAhd 7, 217; vielleicht von idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); oder aus einer romanischen Sprache?; L.: Kluge 1. A. s. u. Ratte, Kluge s. u. Ratte, DW 14, 204, EWD s. u. Ratte, Falk/Torp 336, EWAhd 7, 217, Duden s. u. Ratte, Bluhme s. u. Ratte; Son.: vgl. afries. -; ae. rætt, st. M. (a), Ratte; an. -; got. -; nndl. rat, Sb., Ratte; frz. rat, M., Ratte; nschw. råtta, Sb., Ratte; nnorw. rotte, M., F., Ratte; GB.: (rato) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare und möglicherweise teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht schon vormenschliches aus den Tropen stammendes graues und etwa 20 Zentimeter langes Nagetier mit langem dünnem Schwanz; BM.: scharren?; F.: Ratte, Ratten, Ratze, Ratzen+FW; Z.: Ratt-e
$Rattenkönig, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rattenkönig; E.: s. Ratt(e), s. en (Suff.), s. König; L.: Kluge s. u. Rattenkönig, DW 14, 206; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ratt(e) und en (Suff.) sowie König gebildete Bezeichnung für eine große sich von dem Raube anderer Ratten ernähren lassende Ratte oder mehrere an den Schwänzen verklebte oder verwickelte Ratten; F.: Rattenkönig, Rattenkönigs, Rattenkönige, Rattenkönigen+EW; Z.: Ratt-en—kön-ig
rattern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rattern, knattern; ne. rattle (V.), clatter (V.); Q.: 1663 (Schottel); E.: s. mnd. ratteren*, rattern, sw. V., rascheln, rasseln; mnd. rēteren, rēderen, sw. V., rattern?, klappern; schallnachahmend; L.: Kluge s. u. rattern, DW 14, 208, EWD s. u. rattern, Duden s. u. rattern, Bluhme s. u. rattern; Son.: vgl. nndl. ratelen, V., rattern; GB.: seit 1663 mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für knattern oder klappern oder klappernde Geräusche machen; BM.: lautmalend; F.: rattern, rattere, ratter (!), rattre (!), ratterst, rattert, ratterte, rattertest, ratterten, rattertet, gerattert, ##gerattert, geratterte, gerattertes, gerattertem, geratterten, geratterter##, ratternd, ###ratternd, ratternde, ratterndes, ratterndem, ratternden, ratternder###, ratter (!)+EW; Z.: ratt-er-n
$Ratung, nhd. (ält.), F. (15. Jh.?): nhd. Ratung, Raten (N.), Ratschlag; ne. advice, counsel; Vw.: s. Be-; Hw.: -; Q.:; I.: Lw.-; E.: mhd. rātunge, st. F., Rat, Beratung, Rätsel; mnd. rādinge, radinge, F., Beschluss, Rechtsentscheid, Rat; mnl. radinge, F., Ratung, Ratschlag; ahd. rātunga, st. F. (ō), Rätsel, Denkaufgabe, rätselhafte Äußerung, Aufgabe zum Raten, bildhafte Rede, rätselhafter Sachverhalt, Geheimnis; L.: DW 14, 208; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus rat(en) und ung gebildete Bezeichnung für Raten (N.) oder Ratschlag; Son.: vgl. afries. rêdinge, st. F. (ō), letzwillige Verfügung; ae. rǣding, st. F. (ō), Lesen, Lesung, Lektion, Erzählung; F.: Ratung, Ratungen+EW; Z.: Ra-t-ung
Ratz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Ratz, Ratte; ne. rat (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ratte; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: mhd. ratz, ratze, sw. M., st. M., Ratz, Ratte; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von germ. *rattō, st. F. (ō), Ratte; vgl. idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); oder aus einer romanischen Sprache?; L.: Kluge s. u. Ratz, EWD s. u. Ratte, DW 14, 208, Duden s. u. Ratz; Son.: hochdeutsche Form von Ratte; vgl. afries. -; ae. rætt, st. M. (a), Ratte; an. -; got. -; nndl. rat, Sb., Ratte; frz. rat, M., Ratte; nschw. råtta, Sb., Ratte; nnorw. rotte, M., F., Ratte; GB.: seit 1290-1300 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen oder einer romanischen Sprache verbindbare Bezeichnung für das vielleicht schon vormenschliche (männliche) Nagetier Ratte oder auch den Iltis; BM.: scharren?; F.: Ratz, Ratzes, Ratze, Ratzen+EW; Z.: Ratz
$ratzekahl, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ratzekahl, radikal, ganz (und gar); L.: Kluge s. u. ratzekahl, fehlt DW, EWD s. u. Ratte; GB.: vielleicht seit Anfang 19. Jh. belegte und aus ratze und kahl volksetymologisch gebildete Bezeichnung für radikal oder ganz (und gar); F.: ratzekahl, ratzekahle, ratzekahles, ratzekahlem, ratzekahlen, ratzekahler(+FW?)+EW; Z.: ratz-e—kahl
rau, nhd., Adj.: nhd. rau; Vw.: s. rauh
Raub, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Raub, Rauben, gewaltsames Wegnehmen, Beute (F.) (1); ne. robbery; Vw.: -; Hw.: s. rauben, Robe, Garderobe; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. roup, roub, st. M., Raub, Beute (F.) (1), Plünderung; mnd. rōf (2), roef, roeff, roff, roof, rouff, ruse, M., Raub, Rauben (N.), Raubtat, Beraubung, gewaltsame Wegnahme; mnl. roof, M., Raub; ahd. roub*, st. M. (a), Raub, Beute (F.) (1); as. rôf? (1), st. M. (a), Raub; anfrk. rouf, st. M. (a), Beute (F.) (1), Raub; germ. *rauba-, *raubaz, st. M. (a), Abgerissenes, Raub; s. idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raub, Kluge s. u. Raub, DW 14, 210, EWD s. u. Raub, Falk/Torp 352, Seebold 379, EWAhd 7, 670, Duden s. u. Raub, Bluhme s. u. Raub; Son.: vgl. afries. râf, st. M. (a), Raub, Pfändung, unberechtigte Besitznahme; saterl. rawe; ae. réaf, st. N. (a), st. M. (a), Raub, Beute (F.) (1), Kleidung, Rüstung; an. roba, F., Kleid; got. rauba, st. F. (ō), M.?, Raub, Beute (F.) (1), Kleid; nndl. roof, Sb., Raub; afrz. roba, Sb., Kleid; nnorw. rov, N., Raub; air. rúpyati, V., schmerzt stark; lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, gewaltsam trennen; lit. ráuti, V., reißen, ausrupfen; ksl. uruvati se, V., sich losreißen; GB.: (roub) seit um 765 belegte und für das Germanische mit teilweise abgeänderter Bedeutung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gewaltsames Wegnehmen oder Beute (F.) (1); BM.: reißen; F.: Raub, Raubes, Raubs, Raube, Rauben+EW; Z.: Rau-b; Son.: s. rauba (Anfang achtes Jh.)
$Raubbau, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Raubbau; E.: s. Raub, s. Bau; L.: Kluge s. u. Raubbau, DW 14, 217, EWD s. u. Raub; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Raub und Bau gebildete Bezeichnung für eine auf Grund der technischen Entwicklung in der Gegenwart dem Menschen mögliche übermäßige und dadurch den Bestand einer Gegebenheit gefährdende Nutzung wie beispielsweise in der Gegenwart die Nutzung (Abbau) der Meere und des dortigen Fischbestands oder des Holzes in Afrika zu Gunsten Chinas oder der Hochmoore oder des Regenwalds in Indonesien oder Brasilien; F.: Raubbau, Raubbaues, Raubbaus+EW; Z.: Rau-b-bau
rauben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rauben, erbeuten, gewaltsam wegnehmen; ne. rob; Vw.: -; Hw.: s. Raub; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rouben, sw. V., rauben, berauben; mnd. rōven (1), rōwen, rōfen, rȫven, røven, roufen, sw. V., rauben, Raub begehen, berauben, plündern, ausrauben, pfänden; mnl. rōven, sw. V., rauben, berauben, plündern, ahd. roubōn*, sw. V. (2), rauben, berauben, plündern, verwüsten, schänden; as. rôvon*, sw. V. (2), berauben; anfrk. -; germ. *raubōn, sw. V., abreißen, rauben; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raub, Kluge s. u. rauben, DW 14, 218, EWD s. u. rauben, Falk/Torp 352, EWAhd 7, 674, Duden s. u. rauben; Son.: vgl. afries. râvia?, sw. V. (2), rauben, berauben, pfänden; saterl. rawa, V., rauben; ae. réafian (1), sw. V. (2), rauben, plündern, entreißen, verwüsten; an. raufa, sw. V. (2), ein Loch brechen; got. raubōn, sw. V. (2), rauben; air. rúpyati, V., schmerzt stark; lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, gewaltsam trennen; lit. rūpéti, V., kümmern, Sorge machen, am Herzen liegen; lit. ráuti, V., reißen, ausrupfen; ksl. uruvati se, V., sich losreißen; GB.: (roubōn) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes mögliches gewaltsam wegnehmen; BM.: reißen; F.: rauben, raube (!), raubst, raubt, raubest, raubet, raubte, raubtest, raubten, raubtet, geraubt, ##geraubt, geraubte, geraubtes, geraubtem, geraubten, geraubter##, raubend, ###raubend, raubende, raubendes, raubendem, raubenden, raubender###, raub (!)+EW; Z.: rau-b-en
$Räuber, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Räuber; E.: s. Raub, s. er (Suff.); L.: DW 14, 223, EWD s. u. Raub; GB.: (roubāri*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Raub und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes möglichen gewaltsam einem anderen Menschen etwas wegnehmenden Menschen; F.: Räuber, Räubers, Räubern+EW; Z.: Räu-b-er
$Räuberei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Räuberei, gewaltsame Wegnahme, Raub; E.: s. Räuber, s. ei (Suff.); L.: DW 14, 225, EWD s. u. Raub; GB.: (rouberīe) seit 1378/1379 belegte und aus Räuber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes mögliche gewaltsame Wegnahme oder einen Raub; F.: Räuberei, Räubereien+EW; Z.: Räu-b-er-ei
$räuberisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. räuberisch; Q.: um 1600; E.: s. Räuber, s. isch; L.: DW 14, 228, EWD s. u. Raub; GB.: seit um 1600 belegte und aus Räuber und isch gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes mögliches Raub oder Räuber betreffend; F.: räuberisch, räuberische, räuberisches, räuberischem, räuberischen, räuberischer(, räuberischere, räuberischeres, räuberischerem, räuberischeren, räuberischerer, räuberischst, räuberischste, räuberischstes, räuberischstem, räuberischsten, räuberischster)+EW; Z.: räu-b-er-isch
$räubern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. räubern, rauben; E.: s. Räuber, s. (e)n (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Raub; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Räuber und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes mögliches als Räuber handeln oder rauben oder gewaltsam wegnehmen; F.: räubern (!), räubere, räuber (!), räuberst, räubert, räuberte, räubertest, räuberten, räubertet, geräubert, ##geräubert, geräuberte, geräubertes, geräubertem, geräuberten, geräuberter##, räubernd, ###räubernd, räuberndes, räuberndem, räubernden, räubernder###, räuber (!)+EW; Z.: räu-b-er-n
$raubgierig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. raubgierig, habgierig; E.: s. Raubgier, s. ig; L.: DW 14, 231, EWD s. u. Raub; GB.: seit 16. Jh. (Maaler) belegte und aus Raubgier und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung des Besitzes mögliches von Raubgier geprägt oder habgierig; F.: raubgierig, raubgierige, raubgieriges, raubgierigem, raubgierigen, raubgieriger(, raubgierigere, raubgierigeres, raubgierigerem, raubgierigeren, raubgierigerer, raubgierigst, raubgierigste, raubgierigstes, raubgierigstem, raubgierigsten, raubgierigster)+EW; Z.: rau-b-.gier-ig
$Raubritter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Raubritter; E.: s. Raub, s. Ritter; L.: DW 14, 233, EWD s. u. Raub; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Raub und Ritter gebildete Bezeichnung für einen in dem Spätmittelalter verarmten und deswegen Raub als hauptsächliche Quelle von Einkünften verwendenden Ritter; F.: Raubritter, Raubritters, Raubrittern+EW; Z.: Rau-b—ri-tt-er
$Raubtier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Raubtier; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Raub, s. Tier; L.: DW 14, 234 (Raubthier), EWD s. u. Raub; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Raub und Tier gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit seiner Entstehung vor allem von anderen getöteten Säugetieren lebendes Säugetier wie beispielsweise Löwe oder Tiger oder Bär oder Wolf oder Fuchs oder Luchs oder Wildkatze oder Marder in Gegensatz zu Pflanzen fressenden Tieren; F.: Raubtier, Raubtieres, Raubtiers, Raubtiere, Raubtieren+EW; Z.: Rau-b—tier
$Raubvogel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Raubvogel; E.: s. Raub, s. Vogel; L.: DW 14, 234, EWD s. u. Raub; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Raub und Vogel gebildete Bezeichnung für einen vor allem von anderen Tieren lebenden Vogel wie Adler oder Kondor oder Harpyie oder Geier oder Habicht oder Sperber oder Falke oder Bussard oder Milan oder Eule in Gegensatz zu Pflanzen fressenden Vögeln; F.: Raubvogel, Raubvogels, Raubvögel, Raubvögeln+EW; Z.: Rau-b—vo-g-el
Rauch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rauch, Dampf (M.) (1); ne. smoke (N.), reek (N.); Vw.: -; Hw.: s. rauchen, riechen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. rouch, st. M., Dampf (M.) (1), Dunst, Rauch; mhd. ruch, st. M., Rauch, Dampf (M.) (1), Dunst; mnd. rōk (1), rock, roeck, roick, rouck, rōke, rōch, M., Rauch, von brennenden Materialien sichtbar aufsteigende Gase; mnl. rooc, M., Rauch; ahd. rouh, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Rauch, Weihrauch, Räucherwerk; ahd. ruh*, st. M. (a?, i?), Rauch; as. rôk*, st. M. (i?), Rauch; anfrk. rouk*, rouc, st. M. (a), Rauch; germ. *rauki-, *raukiz, st. M. (i), Rauch; s. idg. *reug-, *h₁reug-, V., erbrechen, rülpsen, Pokorny 871?; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rauch, Kluge s. u. Rauch, DW 14, 235, EWD s. u. Rauch, Falk/Torp 349, Seebold 380, EWAhd 7, 677, Duden s. u. Rauch, Bluhme s. u. Rauch; Son.: vgl. afries. rêk, st. M. (a?, i?), Rauch; nnordfries. reck, rieck; ae. rēc, st. M. (a?, i?), Rauch; an. reykr, st. M. (a?, i?), Rauch; got. -; nndl. rook, Sb., Rauch; nschw. rök, Sb., Rauch; nnorw. røyk, M., Rauch; GB.: (rouh) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische zu erschließende und mit dem Indogermanischen teilweise zu verbindende Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches und deshalb schon vormenschliches von brennenden Stoffen in Schwaden in der Luft vor allem aufsteigendes Gewölk aus Gasen und kleinen festen Teilchen; BM.: brüllen; F.: Rauch, Rauches, Rauchs+EW; Z.: Rau-ch
rauchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rauchen, Rauch bilden, Rauch aufnehmen und nach Verwertung über die Lungen wieder von sich geben; ne. smoke (V.), reek (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rauch; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. rouchen (1), röuchen, rœchen, st. V., rauchen, räuchern, beräuchern, rauchig machen, Rauch machen, qualmen, riechen; mnd. rōken (1), rȫken, sw. V., rauchen, qualmen, dampfen; mnl. rōken, sw. V., rauchen, räuchern; ahd. rouhhen, rouchen, sw. V. (1a), „rauchen“, opfern, ein Rauchopfer darbringen; as. -; anfrk. -; germ. *raukjan, sw. V., rauchen, opfern; idg. *reug-, *h₁reug-, V., erbrechen, rülpsen, Pokorny 871?; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rauch, DW 14, 242, EWD s. u. rauchen, EWAhd 7, 679, Duden s. u. rauchen; Son.: vgl. afries. rēka, sw. V. (1), rauchen, Rauch aufsteigen lassen; ae. rēcan, sw. V., rauchen; an reyka, sw. V., rauchen, räuchern; nndl. roken, V., rauchen; nschw. röka, V., rauchen (Zigaretten); nschw. ryka, V., rauchen; nnorw. røyke, ryke, V., rauchen; lit. rūkti, V., rauchen (Ofen); lit. rūkyti, V., rauchen (Zigarre); GB.: (rouhhen) um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches und von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes Rauch aufnehmen und wieder von sich geben; BM.: brüllen; F.: rauchen, rauche (!), rauchst, raucht, rauchest, rauchet, rauchte, rauchtest, rauchten, rauchtet, geraucht, ##geraucht, gerauchte, gerauchtes, gerauchtem, gerauchten, gerauchter##, rauchend, ###rauchend, rauchende, rauchendes, rauchendem, rauchenden, rauchender###, rauch (!)+EW; Z.: rau-ch-en
$Raucher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Raucher, Rauchender; Vw.: s. Nicht-; E.: s. Rauch, s. er (Suff.); L.: DW 14, 246, EWD s. u. Rauch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rauch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung vor allem für einen Rauch verbrannten Tabaks einatmenden und wieder ausatmenden Menschen; F.: Raucher, Rauchers, Rauchern+EW; Z.: Rau-ch-er
$räuchern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. räuchern; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Rauch, DW 14, 246, EWD s. u. Rauch; GB.: (roucheren) vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit Rauch verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Lebensmittel mit Rauch (sichernd und zugleich auch gesundheitsgefährdend) behandeln; F.: räuchern, räuchere, räucher (!), räucherst, räuchert, räucherte, räuchertest, räucherten, räuchertet, geräuchert, ##geräuchert, geräucherte, geräuchertes, geräuchertem, geräucherten, geräucherter##, räuchernd, ###räuchernd, räucherndes, räucherndem, räuchernden, räuchernder###, räucher (!)+EW; Z.: räu-ch-er-n
$Rauchfang, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rauchfang; E.: s. Rauch, s. fang(en); L.: DW 14, 248, EWD s. u. fangen; GB.: (rouchvanc) seit um 1438 belegte und aus Rauch und fang(en) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelten und nach dem Altertum seit dem12. Jh. verwendeten Kamin oder Schlot für das geordnete Ableiten von Rauch aus einem Haus und das Zuleiten von frischer(er) Luft in das Haus; F.: Rauchfang, Rauchfanges, Rauchfangs, Rauchfänge, Rauchfängen+EW; Z.: Rau-ch—fa-n-g
$rauchig, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. rauchig; L.: Kluge s. u. Rauch, DW 14, 250, EWD s. u. Rauch; GB.: seit um 1000 belegte und aus Rauch und ig gebildete Bezeichnung für Rauch betreffend; F.: rauchig, rauchige, rauchiges, rauchigem, rauchigen, rauchiger(, rauchigere, rauchigeres, rauchigerem, rauchigeren, rauchigerer, rauchigst, rauchigste, rauchigstes, rauchigstem, rauchigsten, rauchigster)+EW; Z.: rau-ch-ig
$Rauchnächte, Rauhnächte, Raunächte, nhd., F. Pl., (19. Jh.): nhd. Rauchnächte, Rauhnächte; L.: Kluge s. u. Rauchnächte, fehlt DW; E.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Rauch und Nacht gebildete Bezeichnung für die zwölf Nächte von dem 25. Dezember bis zu dem 6. Januar in denen von Christen ihre Unterkünfte mit reinigenden Kräutern von Altlasten befreit und für eine gute Zukunft vorbereitet wurden (und werden); F.: Rauchnächte, Rauchnächten+EW; Z.: Rau-ch—nächt-e
$Rauchschwalbe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rauchschwalbe, eine Schwalbe; E.: s. Rauch, s. Schwalbe; DW 14, 252; L.: Kluge s. u. Rauchschwalbe, DW 14, 252; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Rauch und Schwalbe gebildete Bezeichnung für eine früher oft in oder bei Rauchfängen nistende Art der wohl schon vormenschlichen Schwalbe; F.: Rauchschwalbe, Rauchschwalben+EW; Z.: Rau-ch—schwalb-e
$Rauchware, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rauchware; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. rauh, rau, s. Ware; L.: DW 14, 253, EWD s. u. rauh; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus rau(h) und Ware gebildete Bezeichnung für Pelzwerk und später auch für die zu dem Rauchen geeignete Ware Tabak; F.: Rauchware, Rauchwaren+EW; Z.: Rau-ch—war-e
$Rauchwerk, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Rauchwerk, Pelzwerk; L.: Kluge 1. A. s. u. rauch (Adj.), Kluge s. u. Rauchwerk, DW 14, 253, EWD s. u. rauh; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus rauh und Werk gebildete Bezeichnung für haariges oder mit Haaren bewachsenes und von Menschen wohl schon früh als Schutz gegen Kälte und Nässe entwickeltes und verwendetes Werk (Pelzwerk); F.: Rauchwerk, Rauchwerkes, Rauchwerks, Rauchwerke, Rauchwerken+EW; Z.: Rau-ch—wer-k
Räude, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Räude, Raude, grindiger Ausschlag an dem Körper; ne. scabies, sore (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. riude (1), rūde, st. F., sw. F., Räude; ahd. rūda, st. F. (ō), sw. F. (n), Räude, Geschwür, Flechte; mnd. rūde (1), rǖde, M., Räude, Hautkrankheit, schorfiger Ausschlag; mnl. rūde, F., Räude, Krätze, krätzeähnlicher Hautausschlag; ahd. rūda, st. F. (ō), sw. F. (n), Räude, Geschwür, Flechte, Hautausschlag; ahd. rūdī*, st. F. (ī), Räude, Geschwür; as. hrūtho*, sw. M. (n), Räude; ahd. rūdo, sw. M. (n), Räude, Schorf; as. hruft*, st. F. (i), Kruste, Schmutz; anfrk. -; germ. *hrūþō, st. F. (ō), Schorf, Räude; germ. *hrūþō-, *hrūþōn, *hrūþa-, *hrūþan, sw. M. (n), Schorf, Räude; vgl. idg. *sker- (1), *ker- (8), V., Sb., Adj., schrumpfen, runzeln, Schorf, Kruste, vertrocknet, mager, Pokorny 933? (1622/94) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Räude, Kluge s. u. Räude, DW 14, 255, EWD s. u. Räude, Falk/Torp 106, EWAhd 7, 688, EWAhd 7, 694, Duden s. u. Räude, Bluhme s. u. Raeude; Son.: vgl. afries. -; ae. hrūþe, sw. F. (n), Räude, Krätze (F.) (2); an. hrūðr, st. M. (a), Schorf; got. -; kravís, N., rohes Fleisch; ai. krūrá-, Adj., wund, roh, blutig; lat. cruor, M., Blut, rohes Blut, dickes Blut; lat. crūdus, Adj., roh; mir. crú, N., Blut; mir. crúaid, Adj., hart, fest; lit. kraũjas, Sb., Blut; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche durch Milben verursachte und sich in Bläschenbildung und Juckreiz sowie Haarausfall zeigende Hautkrankheit von Tieren wie Wolf oder Fuchs oder Hund oder Dachs oder Marder oder Gams oder Hirsch oder Reh oder Steinbock oder Wildschwein oder Hausschwein oder Mufflon oder Schaf; BM.: runzeln bzw. mager; F.: Räude, Raude+EW; Z.: Räu-d-e
$räudig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. räudig, von Räude befallen (Adj.); E.: s. Räud(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Räude, DW 14, 256; GB.: (rūdīg*) seit 9. Jh. belegte und aus Räud(e) und ig gebildete Bezeichnung für wohl schon vormenschlich mögliches von Räude befallen (Adj.); F.: räudig, räudige, räudiges, räudigem, räudigen, räudiger(, räudigere, räudigeres, räudigerem, räudigeren, räudigerer, räudigst, räudigste, räudigstes, räudigstem, räudigsten, räudigster)+EW; Z.: räu-d-ig
$Raufbold, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Raufbold, gerne raufender Mensch; E.: s. rauf(en), s. bald; L.: DW 14, 256, EWD s. u. raufen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rauf(en) und bald gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen gerne raufenden Menschen; F.: Raufbold, Raufboldes, Raufbolds, Raufbolde, Raufbolden+EW; Z.: Rau-f—bol-d
$Raufe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Raufe; L.: Kluge 1. A. s. u. raufen, Kluge s. u. raufen, DW 14, 257, EWD s. u. raufen; GB.: (roufe) seit 1464-1475 belegte und mit raufen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gestell für Futter für Tiere wie eine Heuraufe aus den sie das Futter (Heu) rupfen; F.: Raufe, Raufen+EW; Z.: Rau-f-e
raufen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. raufen, kämpfen, ringen, reißen, zupfen; ne. tussle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. roufen, sw. V., raufen, zücken, ausreißen; mnd. rȫpen (1), rōpen, roͤpen, rōfen, roufen, sw. V., rupfen, raufen, zausen (Haare), herausziehen, auszupfen; mnl. ropen, roopen, sw. V., pflücken, abzupfen; ahd. roufen*, sw. V. (1a), raufen, rupfen, pflücken, zausen, ausreißen, abrupfen, zerzausen, schinden; as. *rôpian?, sw. V. (1a), raufen; anfrk. -; germ. *raufjan, *raubjan, sw. V., rauben, plündern; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. raufen, Kluge s. u. raufen, DW 14, 258, EWD s. u. raufen, Falk/Torp 352, Seebold 379, EWAhd 7, 675, Duden s. u. raufen, Bluhme s. u. raufen; Son.: vgl. afries. rêva, sw. V. (1), rauben; ae. ríefan, sw. V. (1), rauben; an. reyfa, sw. V. (1), reißen, pflücken, rauben; got. -; GB.: (roufen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches miteinander kämpfen oder ringen; BM.: pflücken bzw. reißen; F.: raufen, raufe, raufst, rauft, raufest, raufet, raufte, rauftest, rauften, rauftet, gerauft, ##gerauft, geraufte, gerauftes, gerauftem, gerauften, geraufter##, raufend, ###raufend, raufende, raufendes, raufendem, raufenden, raufender###, rauf (!)+EW; Z.: rau-f-en
$Raufer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Raufer, Raufender; E.: s. rauf(en), s. er (Suff.); L.: DW 14, 261, EWD s. u. raufen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen raufenden oder kämpfenden Menschen; F.: Raufer, Raufers, Raufern+EW; Z.: Rau-f-er
$Rauferei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rauferei, Balgerei, Prügelei, Schlägerei; E.: s. Raufer, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. raufen, DW 14, 261, EWD s. u. raufen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Raufer und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Balgerei oder Prügelei oder Schlägerei; F.: Rauferei, Raufereien+EW; Z.: Rau-f-er-ei
$Raugraf, Rauhgraf, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Raugraf; E.: s. rau(h), s. Graf; L.: Kluge 1. A. s. u. Raugraf, DW 14, 262; GB.: (rūhegrāve) seit 1314 belegte und aus rau(h) und Graf gebildete Bezeichnung für einen Grafen an dem Oberrhein über (angeblich) noch wildes unangebautes Land; F.: Raugraf, Raugrafes, Raugrafs, Raugrafen+EW+FW; Z.: Rau—graf
rauh, rau, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rauh, rau, struppig, stachelig; ne. rough (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. rūch, Adj., rauh, hart, unwirsch; mnd. rū (1), rūch, ruv, rūw, rouw, Adj., „rauh“, behaart, gefiedert, stachelig; mnl. ru, ruw, Adj., rau, behaart, grob, uneben, blutrünstig; mnl. ruuch, ruych, Adj., rau, haarig, grob; ahd. rūh*, Adj., stachelig, grob, borstig, struppig, zottig, uneben, dick, rauh; as. -; anfrk. rū (nur in ON), Adj., rau, bewachsen (Adj.); germ. *rūha-, *rūhaz, *rūhwa-, *rūhwaz, Adj., rauh; s. idg. *reuk-, *h₃reuk-, V., rupfen, ausrupfen, graben, ausgraben, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), reu̯ə-, rū̆-, reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rauh, rauch, Kluge s. u. rau, DW 14, 210 (rau), DW 14, 262, EWD s. u. rauh, Falk/Torp 350, Heidermanns 454, EWAhd 7, 705, Duden s. u. rau, Bluhme s. u. rauh; Son.: s. as. rūwi, hrūwi, st. F. (i), rauhes Fell?, Dornbusch?; vgl. afries. rūch, Adj., rau, von rauem Bewuchs seiend; saterl. ruuch, Adj., rau; ae. rūh, Adj., rauh, grob, haarig, unbereitet, ungezähmt; an. -; got. -; nndl. ruig, Adj., rauhaarig, behaart; ndän. ru, Adj., rauh (Lw. aus dem Mnd.); ai. rūkṣá-, Adj., rauh, trocken, dürr; lit. rùkti, V., faltig werden; GB.: (rūh) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches struppig oder stachelig oder mit vielen Unebenheiten versehen (Adj.); BM.: reißen bzw. graben; F.: rau, raue, raues, rauem, rauen, rauer(, rauere, raueres, rauerem, raueren, rauerer, rauest, raueste, rauestes, rauestem, rauesten, rauester, raust, rauste, raustes, raustem, rausten, rauster), rauh, rauhe, rauhes, rauhem, rauhen, rauher(, rauhere, rauheres, rauherem, rauheren, rauherer, rauhest, rauheste, rauhestes, rauhestem, rauhesten, rauhester, rauhst, rauhste, rauhstes, rauhstem, rauhsten, rauhster)+EW; Z.: rauh
Rauhbauz, Raubauz, nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Rauhbauz, Raubauz, Rüpel, Lümmel; ne. sudden event (?); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied s. rauh; weitere Herkunft ungeklärt, wohl Schallwort; L.: Kluge s. u. Rauhbauz, fehlt DW, Duden s. u. Raubauz; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit rau(h) verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen Rüpel oder Lümmel; BM.: lautmalend?; F.: Rauhbauz, Rauhbauzes, Rauhbauze, Rauhbauzen, Raubauz, Raubauzes, Raubauze, Raubauzen+EW; Z.: Rauh-bauz
$Rauhbein, Raubein, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rauhbein, grober Mensch; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. rau(h), s. Bein; L.: Kluge s. u. Rauhbein, fehlt DW, EWD s. u. rauh; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus rau(h) und Bein gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen groben Menschen; F.: Rauhbein, Rauhbeins, Rauhbeines, Rauhbeine, Rauhbeinen, Raubein, Raubeines, Raubeins, Raubeine, Raubeinen+EW; Z.: Rauh—bei-n
$rauhbeinig, raubeinig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rauhbeinig, grob; Q.: 19. Jh.; E.: s. Rauhbein, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. rauh; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rauhbein und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches grob; F.: rauhbeinig, rauhbeinige, rauhbeiniges, rauhbeinigem, rauhbeinigen, rauhbeiniger(, rauhbeinigere, rauhbeinigeres, rauhbeinigerem, rauhbeinigeren, rauhbeinigerer, rauhbeinigst, rauhbeinigste, rauhbeinigstes, rauhbeinigstem, rauhbeinigsten, rauhbeinigster)+EW; Z.: raah—bei-n-ig
$rauhen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. rauhen; L.: Kluge s. u. rauh, DW 14, 273, EWD s. u. rauh; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus rau(h) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches rau(h) machen; F.: rauhen (!), rauhe (!), rauhst, rauht, rauhest, rauhet, rauhte, rauhtest, rauhten, rauhtet, gerauht, ##gerauht, gerauhte, gerauhtes, gerauhtem, gerauhten, gerauhter##, rauhend, ###rauhend, rauhende, rauhendes, rauhendem, rauhenden, rauhender###, rauh (!)+EW; Z.: rauh-en
$Rauheit, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Rauheit, Rauhsein; E.: s. rau(h), s. heit; L.: Kluge s. u. rauh, DW 14, 273; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus rau(h) und heit gebildete Bezeichnung für den wohl schon vormenschlich mögliches Rauhsein einer Gegebenheit; F.: Rauheit, Rauheiten+EW; Z.: Rau-hei-t
$Rauhreif, Raureif, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rauhreif; L.: Kluge s. u. Rauhreif, DW 14, 275, EWD s. u. rauh; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rau(h) und Reif (M.) gebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen Reif der sich bei (nächtlicher) Kälte an Pflanzen aus der Luftfeuchtigkeit bildet; F.: Rauhreif, Rauhreifs, Rauhreifes, Raureif, Raureifs, Raureifes+EW; Z.: Rauh—rei-f
Rauke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Rauke, Senfkohl, Rukola; ne. garden rocket (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rukola; Q.: 13. Jh. (Glosse); I.: Lw. it. ruca; E.: s. ahd. rūka, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Quellrauke, Gartenrauke; it. *ruca, F., Rauke; vgl. lat. ērūca, F., Raupe, Kohlraupe, eine Pflanze, Raukenkohl, weißer Gartensenf, Dill, (23/24-79 n. Chr.); weitere Herkunft unsicher; L.: Kluge 1. A. s. u. Rauke, Kluge s. u. Rauke, DW 14, 275, Duden s. u. Rauke; Son.: vgl. nndl. raket, Sb., Rauke; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unsichere Bezeichnung für eine zu den Kreuzblütlern gehörende schon vormenschliche essbare Pflanze mit gefiederten Blättern und kleinen gelben Blüten; BM.: Raupe?; F.: Rauke, Rauken+FW; Z.: Rauk-e
Raum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Raum, Ort, Weite, Zimmer, Zeit; ne. room (N.); Vw.: -; Hw.: s. geraum, räumen, raumen, Räumte; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rūm, st. M., Raum; mhd. rūme (1), st. F., Raum, Räumung; mnd. rūm (2), rōm, rǔm, ruͤem, rwm, N., Raum, Platz, Ort, Stelle, Räumlichkeit, Fläche, Gebiet, freies Feld; mnl. ruum, M., Raum, Platz; ahd. rūm (1), st. M. (a)?, Raum, Zwischenraum; ahd. rūmī, st. F. (ī), Raum, Geräumigkeit; as. rūm* (1), st. M. (a?), Raum, Entfernung; anfrk. -; germ. *rūma-, *rūmaz, st. M. (a), Raum, Platz (M.) (1); germ. *rūma-, *rūmam, st. N. (a), Raum, Platz (M.) (1); germ. *rūmī-, *rūmīn, sw. F. (n), Raum, Ausdehnung; idg. *reu̯ə-, *rū-, reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Raum, Kluge s. u. Raum, DW 14, 275, EWD s. u. Raum, Falk/Torp 353, Heidermanns 455, EWAhd 7, 721, Duden s. u. Raum, Bluhme s. u. Raum; Son.: vgl. afries. rūm, N., Berechtigung, Erlaubnis; ae. rūm (1), st. N. (a), Raum, Gelegenheit; an. rūm, st. N. (a), Raum, Platz (M.) (1), Bett; got. rūm, st. N. (a)?, Raum, Platz (M.) (1); nndl. ruim, Sb., Raum; nschw. rum, N., Raum; nnorw. rom, N., Raum; av. rauuah-, N., freier Raum, Freiheit; lat. rūs, N., Land, Stadt, Feld; ksl. ravinu, Adj., eben, gleich; toch. A ru-, V., öffnen; toch. B ru-, V., öffnen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich dreidimensional in Länge und Breite und Höhe ausdehnenden Gegenstand wie beispielsweise den Weltraum oder ein Zimmer in einem Haus oder einen Zeitraum; BM.: öffnen; F.: Raum, Raumes, Raums, Räume, Räumen+EW; Z.: Rau-m
raumen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. raumen, Raum geben, Raum machen; ne. room (V.); Vw.: s. anbe-; Hw.: s. räumen, Raum; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rūmen (1), rōmen, roumen, sw. V., „raumen“, räumen, ausräumen, aufräumen, wegräumen, säubern, weichen (V.) (1), wegziehen; mnd. rǖmen (1), rûmen, rǔmen, sw. V., räumen, weichen (V.) (1), Platz machen, weggehen, abziehen, ausweichen, verlassen (V.), einräumen; mnl. rumen, ruymen, roemen, sw. V., erweitern, leer machen, entleeren, räumen; ahd. rūmen, sw. V. (1a), räumen, verlassen (V.), sich entfernen; as. rūmian*, sw. V. (1a), räumen, weichen (V.) (2), freimachen, säubern, aufräumen; germ. *rūmjan, sw. V., geräumig machen, räumen; vgl. idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. raumen, DW 14, 285, EWAhd 7, 723; Son.: vgl. afries. rēma (1), sw. V. (1), räumen, reinigen, säubern; saterl. reuma, V., räumen; ae. rȳman, sw. V. (1), räumen, öffnen, erweitern, ausdehnen; an. rȳma, sw. V. (1), freimachen, räumen, Platz machen, fliehen; got. -; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Raum geben oder Raum machen; BM.: öffnen; F.: raumen, raume (!), raumst, raumt, raumest, raumet, raumte, raumtest, raumten, raumtet, geraumt, ##geraumt, geraumte, geraumtes, geraumtem, geraumten, geraumter##, raumend, ###raumend, raumende, raumendes, raumendem, raumenden, raumender###, raum (!)+EW; Z.: rau-m-en
räumen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. räumen, Raum geben, Raum machen; ne. clear (V.); Hw.: s. raumen, Raum; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rūmen (1), rōmen, roumen, sw. V., „raumen“, räumen, ausräumen, aufräumen, wegräumen, säubern, weichen (V.) (1), wegziehen; mnd. rǖmen (1), rûmen, rǔmen, sw. V., räumen, weichen (V.) (1), Platz machen, weggehen, abziehen, ausweichen, verlassen (V.), einräumen; mnl. rūmen, sw. V., räumen; ahd. rūmen, sw. V. (1a), räumen, verlassen (V.), sich entfernen; as. rūmian*, sw. V. (1a), räumen, weichen (V.) (2), freimachen, säubern, aufräumen; germ. *rūmjan, sw. V., geräumig machen, räumen; vgl. idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Raum, DW 14, 285, EWD s. u. Raum, EWAhd 7, 723, Duden s. u. räumen; Son.: vgl. afries. rēma (1), sw. V. (1), räumen, reinigen, säubern; saterl. reuma, V., räumen; ae. rȳman, sw. V. (1), räumen, öffnen, erweitern, ausdehnen; an. rȳma, sw. V. (1), freimachen, räumen, Platz machen, fliehen; got. -; nndl. ruimen, V., räumen; nschw. rymme, V., räumen; nnorw. rømme, V., räumen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Raum geben oder Raum machen oder aus dem Wege schaffen; BM.: öffnen; F.: räumen (!), räume (!), räumst, räumt, räumest, räumet, räumte, räumtest, räumten, räumtet, geräumt, ##geräumt, geräumte, geräumtes, geräumtem, geräumten, geräumter##, räumend, ###räumend, räumende, räumendes, räumendem, räumenden, räumender###, räum (!)+EW; Z.: räu-m-en
$Raumfahrt, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Raumfahrt; E.: s. Raum, s. Fahrt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Raum; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Raum und Fahrt gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit langer Zeit erträumte und seit dem 20. Jh. mit Hilfe der Raketentechnik in Angriff genommene sowie an dem 4. Oktober 1957 mit dem Start von Sputnik 1 durch die Sowjetunion mit Juri Gagarin verwirklichte Fahrt in den Weltraum oder sehr kurz in das die Erde einschließende Weltall; F.: Raumfahrt, Raumfahrten+EW; Z.: Rau-m—fahr-t
$räumlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. räumlich, Raum betreffend; E.: s. Raum, s. lich; L.: DW 14, 292, EWD s. u. Raum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Raum und lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung der Welt mögliches einen Raum betreffend; F.: räumlich, räumliche, räumliches, räumlichem, räumlichen, räumlicher+EW; Z.: räu-m—lich
$Räumlichkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Räumlichkeit, Raum; E.: s. räumlich, s. heit, s. keit; L.: DW 14, 292, EWD s. u. Raum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus räumlich und keit gebildete Bezeichnung für Geräumigkeit und die räumliche Gestalt einer Gegebenheit in Länge und Breite und Höhe; F.: Räumlichkeit, Räumlichkeiten+EW; Z.: Räu-m—lich—kei-t
Räumte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Räumte, Schiffsladung; ne. stowage factor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. rǖmte, rūmte, ruymt, F., offenes Feld, Schlachtfeld, freier Raum, Meer, Unbeengheit; mnd. rūm (2), rōm, rǔm, ruͤem, rwm, N., Raum, Platz, Ort, Stelle, Räumlichkeit, Fläche, Gebiet, freies Feld; as. rūm* (1), st. M. (a?), Raum, Entfernung; germ. *rūma-, *rūmaz, st. M. (a), Raum, Platz (M.) (1); germ. *rūma-, *rūmam, st. N. (a), Raum, Platz (M.) (1); germ. *rūmī-, *rūmīn, sw. F. (n), Raum, Ausdehnung; idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Räumte, DW 14, 293, Duden s. u. Räumte; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit Raum verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Schiffen möglichen verfügbaren Schiffsladungsraum; BM.: öffnen; F.: Räumte, Räumten+EW; Z.: Räu-m-t-e
Raun, Raune, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Raun, Raune, verschnittenes Pferd, kastriertes Pferd; ne. gelding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mnd. rūne (1), rune, ruhne, ruͤne, rūn, M., verschnittener Hengst, Wallach; mnl. ruun, ruyn, M., Wallach; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Raun(e), DW 14, 294; Son.: vgl. nndl. ruin, Sb., Wallach; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen verschnittenes oder kastriertes Pferd; BM.: graben?; F.: Raun, Raune, Raunen+EW; Z.: Rau-n-e
raunen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. raunen, murmeln, flüstern, leise mitteilen; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rune, raunzen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rūnen, sw. V., flüstern, raunen; mnd. rūnen (1), růynen, růnen, runeken, sw. V., raunen, flüstern, murmeln, zuflüstern, sich heimlich beraten (V.), verschwören, Gerüchte verbreiten; mnl. rūnen, sw. V., flüstern, heimlich sprechen; ahd. rūnēn, rūnōn*, sw. V. (3, 2), raunen, flüstern, heimlich flüstern, tuscheln, murren; as. rūnon*, sw. V. (2), raunen; anfrk. rūnen*, rūnon*, sw. V. (1), flüstern, raunen; germ. *rūnēn, *rūnǣn, *rūnōn, sw. V., raunen, flüstern, beschließen; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. raunen, Kluge s. u. raunen, DW 14, 294, EWD s. u. raunen, Falk/Torp 349, EWAhd 7, 738, Duden s. u. raunen, Bluhme s. u. raunen; Son.: vgl. afries. -; ae. rūnian, sw. V. (2), raunen, flüstern, sich verschwören; an. rȳna, sw. V., vertrautes Gespräch führen, Runenzauber ausüben; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches murmeln oder flüstern oder leise mitteilen; BM.: brummen; F.: raunen, raune, raunst, raunt, raunest, raunet, raunte, rauntest, raunten, rauntet, geraunt, ##geraunt, geraunte, gerauntes, gerauntem, geraunten, geraunter##, raunend, ###raunend, raunende, raunendes, raunendem, raunenden, raunender###, raun (!)+EW; Z.: rau-n-en
raunzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. raunzen, wie eine Katze schreien, weinerlich reden; ne. moan (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: ahd. rūnizzen*, rūnezzen*, sw. V. (1a), reden, flüstern, murren, raunen, tuscheln; ahd. rūnizzōn*, rūnezzōn*, sw. V. (2), reden, flüstern, murren, raunen; wohl von ahd. rūnēn, rūnōn*, sw. V. (3, 2), raunen, flüstern, heimlich flüstern, tuscheln, murren; germ. *rūnēn, *rūnǣn, *rūnōn, sw. V., raunen, flüstern, beschließen; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. raunzen, DW 14, 297, EWAhd 7, 739, Duden s. u. raunzen, Bluhme s. u. raunzen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit raunen und dadurch mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wie eine Katze schreien oder mit weinerlicher Stimme reden; BM.: brummen; F.: raunzen, raunze, raunzst, raunzt, raunzest, raunzet, raunzte, raunztest, raunzten, raunztet, geraunzt, ##geraunzt, geraunzte, geraunztes, geraunztem, geraunzten, geraunzter##, raunzend, ###raunzend, raunzende, raunzendes, raunzendem, raunzenden, raunzender###, raunz (!)+EW; Z.: rau-n-z-en
Raupe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Raupe, Schmetterlingslarve; ne. caterpillar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. Glosse); E.: mhd. rūpe, sw. F., Raupe; mnd. rūpe, rūbe, rube, F., Raupe, Schmetterlingslarve; mnl. rupe, ruype, ruyppe, F., Raupe; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Raupe, Kluge s. u. Raupe, DW 14, 298, EWD s. u. Raupe, Duden s. u. Raupe, Bluhme s. u. Raupe; Son.: vgl. nndlr. rups, Sb., Raupe; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für die sich auf mehreren kleinen Beinpaaren kriechend fortbewegende Larve des schon vormenschlich möglichen Schmetterlings mit borstig behaartem Körper; BM.: ?; F.: Raupe, Raupen+EW?; Z.: Raup-e
$Raupenschlepper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Raupenschlepper; Q.: um 1930; L.: fehlt DW, EWD s. u. Raupe; GB.: seit um 1930 belegte und aus Raup(e) und en (Suff.) sowie Schlepper gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und für weiches und schlammiges Gelände statt mit Rädern mit raupenähnlich bewegten Antriebsbändern ausgestattetes Kraftfahrzeug; F.: Raupenschlepper, Raupenschleppers, Raupenschleppern+EW; Z.: Raup-en—schle-p-p-er
Rausch (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rausch (M.) (1), Trunkenheit, Benommenheit; ne. intoxination, inebriation; Vw.: -; Hw.: s. rauschen; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. rūsch, M., Rauschen, Ungetüm; mnd. rūsch (1), rūs, M., Rausch, Trunkenheit; mhd. rūschen (1), ruschen, riuschen, sw. V., Geräusch machen, lärmen, rauschen, heranstürmen, herabbrausen, brausen, stürmen, schlagen gegen, prasseln, sich bewegen, sausen, sausen durch, sausen in; mnd. rūschen (1), rūsken, sw. V., rauschen, klirren, lärmen, rascheln, rattern, klappern, rasseln, gellen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Rausch 2, Kluge s. u. Rausch 1, DW 14, 302, EWD s. u. rauschen, Duden s. u. Rausch; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung alkoholischer Getränke durch den Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliche durch Genuss von zu viel Alkohol verursachte Trunkenheit oder Benommenheit; BM.: lautmalend; F.: Rausch, Rausches, Rauschs, Räusche, Räuschen+EW; Z.: Rausch
Rausch (2), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Rausch (M.) (2), eine Pflanze; ne. a plant (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Altdeutsche Predigten); E.: s. mhd. rusch, rusche, sw. F., Binse, Brüsch; mnd. rusch, rūsch, M., N., Binse, Schilfrohr, Riedgras, Simse; lat. rūscus, M., Brüsch, Mäusedorn; weitere Etymologie unklar, s. Walde/Hofmann 2, 454; oder von germ. *ruskjō-, *ruskjōn, *ruskō-, *ruskōn?, Sb., Binse; s. idg. *rezg-, V., flechten, winden, Pokorny 874 (1525/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rausch 1, Kluge s. u. Rausch 2, DW 14, 305, Duden s. u. Rausch, Bluhme s. u. Rausch; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare oder für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verschiedene schon vormenschliche Pflanzen; BM.: flechten?; F.: Rausch, Rausches, Rauschs, Räusche, Räuschen+EW; Z.: Rausch
rauschen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. rauschen, brausen; ne. whoosh (V.), rush (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geräusch, Rausch (1); Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. rūschen (1), ruschen, riuschen, sw. V., Geräusch machen, lärmen, rauschen, heranstürmen, herabbrausen, brausen, stürmen, schlagen gegen, prasseln, sich bewegen, sausen, sausen durch; mnd. rūschen (1), rūsken, sw. V., rauschen, klirren, lärmen, rascheln, rattern, klappern, rasseln, gellen; mnl. ruuschen, ruysschen, V., rauschen; lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. rauschen, Kluge s. u. rauschen, DW 14, 306, EWD s. u. rauschen, Duden s. u. rauschen, Bluhme s. u. rauschen; Son.: vgl. ? ae. hrȳscan, sw. V., krachen, sausen, schwirren; nndl. ruisen, V., rauschen; GB.: um 1185 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches brausen oder ein gleichmäßiges anhaltendes dumpfes Geräusch hören lassen; BM.: lautmalend; F.: rauschen, rausche (!), rauschst, rauscht, rauschest, rauschet, rauschte, rauschtest, rauschten, rauschtet, gerauscht, ##gerauscht, gerauschte, gerauschtes, gerauschtem, gerauschten, gerauschter##, rauschend, ###rauschend, rauschende, rauschendes, rauschendem, rauschenden, rauschender###, rausch (!)+EW; Z.: rausch-en
Rauschgelb, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Rauschgelb, Auripigment, Arsensulfid; ne. orpiment, realgar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruschgel, russesgel, st. N., Rauschgelb, Auripigment, rotes Auripigment; mnd. rōsesgēle, roysesgēle, N., Arsensulfid, Rauschgelb, gelber Arsenik; it. risigallo, M., Rauschgelb; arab. rahǧ al-ǧār, Sb., Höhlenstaub; vielleicht von marokkan.-arab. rahǧ al-fār, Sb., Rattenpulver; L.: Kluge 1. A. s. u. Rauschgelb, Kluge s. u. Rauschgelb, DW 14, 314, EWAhd 7, 823, Duden s. u. Rauschgelb; Son.: vgl. nndl. rusgeel, Sb., Rauschgelb; ndän. realgar, Sb., Rauschgelb; nnorw. (nynorsk) realgar, M.?, Rauschgelb; poln. realgar, M., Rauschgelb; lit. realgaras, M., Rauschgelb; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein gelbes und sehr giftiges Mineral (Auripigment oder Arsensulfid); BM.: Rattenpulver?; F.: Rauschgelb, Rauschgelbs+FW; Z.: Rausch-gelb
$Rauschgift, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rauschgift; Q.: um 1920; E.: s. Rausch, s. Gift; L.: fehlt DW, EWD s. u. rauschen; GB.: seit um 1920 belegte und aus Rausch und Gift gebildete Bezeichnung für ein einen Rausch verursachendes und deswegen von Menschen gesuchtes und verwendetes Gift wie Schlafmohn oder Kokain oder Cannabis oder Marihuana oder Haschisch oder Opium oder Heroin; F.: Rauschgift, Rauschgiftes, Rauschgifts, Rauschgifte, Rauschgiften+EW; Z.: Rausch—gif-t
räuspern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. räuspern, hüsteln; ne. clear (V.) one’s throat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. riusperen*, riuspern, rūsperen*, rūspern, sw. V., räuspern; mnd. rǖsperen, rūsperen, sw. V., räuspern, aufstoßen; ahd. girūspen, sw. V. (1a), sich sträuben, emporsträuben; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. räuspern, Kluge s. u. räuspern, DW 14, 316, EWD s. u. räuspern, Duden s. u. räuspern, Bluhme s. u. raeuspern; Son.: vgl. ? it. ruspare, V., scharren; ? lat. rūspārī, V., durchforschen, untersuchen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie vielleicht mit dem Italienischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch leichtes Husten den Hals von Schleim befreien; BM.: scharren?; F.: räuspern, räuspere, räusper (!), räuspre, räusperst, räuspert, räusperte, räuspertest, räusperten, räuspertet, geräuspert, ##geräuspert, geräuspertes, geräuspertem, geräusperten, geräusperter##, räuspernd, ###räuspernd, räuspernde, räusperndes, räusperndem, räuspernden, räuspernder###, räusper (!)+EW(?); Z.: räusp-er-n
Raute (1), nhd., F., (14. Jh.): nhd. Raute (F.) (1), Rhombus; ne. rhombus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. rūte (2), sw. F., Raute (geometrische Form), verschobenes Viereck; mnd. rūte (1), rute, F., Raute (F.) (1), Rhombus, regelmäßiges Viereck, rautenförmiger Teil der Fensterscheibe; mnl. rute, F., Raute; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Raute 2, Kluge s. u. Raute 1, DW 14, 319, Duden s. u. Raute, Bluhme s. u. Raute; Son.: vgl. nndl. ruit, Sb., Raute (F.) (1); nschw. ruta, Sb., Raute (F.) (1); GB.: seit 1301-1319 belegte und über das Mittelniederdeutsche und Mittelniederländische hinaus in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für ein in der Vorstellung des Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Parallelogramm mit gleichen Seiten; BM.: ?; F.: Raute, Rauten+FW?+EW?; Z.: Raut-e
Raute (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Raute (F.) (2), eine Pflanze; ne. rue (N.); Vw.: -; Hw.: s. Eberraute; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. rūte, sw. F., Raute; mnd. rūde (2), rūte, F., Raute, wilde Raute, Erdrauch; mnl. ruyte, rute, F., Raute (F.) (2), eine Pflanze; ahd. rūta, sw. F. (n), Raute, Aronstab; lat. rūta, F., Raute (bitteres Kraut); gr. ῥυτή (rhytḗ), F., Raute (bitteres Kraut); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Raute 1, Kluge s. u. Raute 2, DW 14, 318, EWAhd 7, 830, Duden s. u. Raute; Son.: vgl. ae. rūde, rūte, sw. F. (n), Raute (bitteres Kraut); nndl. wijnruit, Sb., Raute (F.) (2)?; frz. rue, F., Raute (F.) (2); nschw. ruta, Sb., Raute (F.) (2); nnorw.? rude, Sb., Raute (F.) (2); poln. ruta, F., Raute (F.) (2); kymr. ruw, M., Raute (F.) (2); nir. rú, M., Raute (F.) (2); GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze mit Öl enthaltenden Blättern und gelben oder grünlichen Blüten; BM.: ?; F.: Raute, Rauten+FW(+EW?); Z.: Raut-e
Raviolo, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Raviolo, gefüllte Teigtasche; ne. raviolo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. raviolo; E.: s. it. raviolo, M., Raviolo, kleine Rübe; lat. rāpum, N., Rübe; lat. rāpa, F., Rübe; idg. *rāp-, *rēp-, Sb., Rübe, Pokorny 852 (1479/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ravioli, Duden s. u. Ravioli; Son.: vgl. nndl. Ravioli, Sb. Pl., Ravioli; frz. ravioli, M. Pl., Ravioli; nschw. ravioli, Sb. Pl., Ravioli; nnorw. ravioli, M. Pl., Ravioli; poln. ravioli, Sb. Pl., Ravioli; kymr. rafioli, M., Ravioli; lit. ravioliai, M. Pl., Ravioli; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht in Italien seit dem 13. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete gefüllte Teigtasche; BM.: Rübe; F.: Raviolo, Ravioli+FW; Z.: Rav-iol-o
Razzia, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Razzia, militärischer Streifzug, Fahndungsaktion der Polizei; ne. razzia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. razzia; E.: s. frz. razzia, F., Razzia, Raubzug, Beutezug; alger.-arab. ǧāziya, Sb., Angriff, militärische Unternehmung; L.: Kluge s. u. Razzia, EWD s. u. Razzia, Kluge s. u. Razzia; Son.: vgl. nndl. razzia, Sb., Razzia; nschw. razzia, Sb., Razzia; nnorw. rassia, razzia, M., Razzia; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Algerisch-Arabischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer (überraschend durchgeführten) Fahndungsaktion der Polizei; BM.: Angriff; F.: Razzia, Razzien, Razzias+FW; Z.: Razz-i-a
Re, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Re, eine Erwiderung bei einem Kartenspiel; ne. redouble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gekürzt aus Rekontra; s. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Re, fehlt DW, EWD s. u. Re, Duden s. u. Re; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für die Erwiderung des Spielers auf die Gegenansage (Kontra) des Gegenspielers bei einem Kartenspiel; BM.: zurück; F.: Re, Res+EW; Z.: Re
re…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. re..., wieder, zurück; ne. re…; Vw.: s. -agieren, -aktion, -aktionär, -aktor, -bell, -bellieren, -bellion, -bellisch, -cherche, -cherchieren, -cycling, -daktion, -dakteur, -digieren, -doute, -duktion, -dundant, -dundanz, -duplikation, -duzieren, -fektorium, -ferat, -ferendar, -ferendum, -ferent, -ferenz, -ferieren, -flektieren, -flex, -flexion, -flexiv, -flux, -form, -formation, -formator, -formieren, -frain, -fugium, -generieren, -gress-, -gression, -habilitation, -habilitieren, -kapitulation, -kapitulieren, -klamation, -klame, -klamieren, -kognoszieren, -konvaleszent, -kord, -korder, -kreation, -krut, -kurrieren, -kurs, -lais, -lation, -lativ, -legation, -levant, -lief, -ligion, -ligiös, -likt, -liquar, -liquie, -miniszenz, -mis, -moulade, -naissance, -negat, -nitent, -nitenz, -nommee, -novation, -novieren, -parabel, -paration, -paratur, -parieren, -pertoire, -petent, -petieren, -petition, -plik, -portage, -porter, -präsentant, -präsentation, -präsentativ, -präsentieren, -pressalie, -pression, -prise, -produzieren, -putation, -quiem, -quirieren, -quisiten, -sentiment, -servat, -servation, -serve, -servieren, -servoir, -sidenz, -sidieren, -signation, -sognieren, -sistent, -sistenz, -solut, -solution, -sonanz, -sorbieren, -spekt, -spektabel, -spektieren, -spektive, -ssort, -ssourcen, -staurant, -staurateur, -staurieren, -stitutieren, -striktion, -striktiv, -stringieren, -sultat, -sultieren, -sümee, -sümieren, -tardieren, -torte, -tour, -tuschieren, -vanche, -vanchieren, -verenz, -vers, -versibel, -vidieren, -vision, -volte, -voltieren, -volution, -volutionär, -voluzzer, -volver, -vue, -zensent, -zensieren, -zension, -zent, -zept, -zeption, -zession, -zipieren, -ziprok, -zitieren; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. re; E.: s. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. re-, Duden s. u. re-; Son.: vgl. nndl. re…, Präf., re…; frz. ré…, re…, Präf., re…; nschw. re…, Präf., re…; nnorw. re…, Präf., re…; poln. re…, Präf., re…; lit. re…, Präf., re…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für wieder oder zurück; BM.: ?; F.: re…+FW; Z.: re-
reagieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. reagieren, sich verhalten (V.), Wirkung zeigen; ne. react; Vw.: -; Hw.: s. Reaktion, reaktionär, Reaktor; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. reagere; E.: s. lat. reagere, V., wieder treiben, zurücktreiben?; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. reagieren, EWD s. u. reagieren, Duden s. u. reagieren; Son.: vgl. nndl. reageren, V., reagieren; frz. réagier, V., reagieren; nschw. reagera, V., reagieren; nnorw. reagere, V., reagieren; poln. reagować, V., reagieren; lit. reaguoti, V., reagieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches (auf ein Geschehen eine) Wirkung zeigen; BM.: zurück, treiben; F.: reagieren, reagiere, reagierst, reagiert, reagierest, reagieret, reagierte, reagiertest, reagierten, reagiertet, ##reagiert, reagierte, reagiertes, reagiertem, reagierten, reagierter##, reagierend, ###reagierend, reagierende, reagierendes, reagierendem, reagierenden, reagierender###, reagier (!)+FW+EW?; Z.: re-ag-ieren
$Reagens, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.): nhd. Reagens; E.: s. lat. reagere; L.: Kluge s. u. reagieren, fehlt DW, EWD s. u. reagieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene oder gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Stoff der bei einem Zusammentreffen mit bestimmten anderen Stoffen eine Wirkung verursacht; F.: Reagens, Reagenses, Reagenzien+FW; Z.: Re-ag-ens
$Reagenz, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Reagenz, Nachweismittel; e.: s. lat. reagere; L.: Kluge s. u. reagieren, EWD s. u. reagieren, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene oder gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Stoff der bei einem Zusammentreffen mit bestimmten anderen Stoffen eine Wirkung verursacht; F.: Reagenz, Reagenzes, Reagenzien+FW; Z.: Re-ag-enz
Reaktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reaktion, Reagieren; ne. reaction; Vw.: -; Hw.: s. reagieren, reaktionär, Reaktor; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. reactie, Sb., Reaktion; frz. réaction, F., Reaktion; nschw. reaktion, Sb., Reaktion; nnorw. reaksjon, M., Reaktion; poln. reakcja, F., Reaktion; lit. reakcija, F., Reaktion; L.: Kluge s. u. Reaktion, fehlt DW, EWD s. u. reagieren, Duden s. u. Reaktion; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entwicklung des Lebens mögliches auf eine Gegebenheit erfolgendes Verhalten; BM.: zurück, treiben; F.: Reaktion, Reaktionen+FW; Z.: Re-ak-t-io-n
reaktionär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. reaktionär, rückschrittlich; ne. reactionary; Vw.: -; Hw.: s. reagieren, Reaktion, Reaktor; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. réactionnaire; E.: s. frz. réactionnaire, Adj., reaktionär, rückschrittlich; vgl. frz. réaction, F., Reaktion; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Reaktion, fehlt DW, EWD s. u. reagieren, Duden s. u. reaktionär; Son.: vgl. nndl. reactionary, Adj., reaktionär; nschw. reaktionär, Adj., reaktionär; nnorw. reaksjonær, Adj., reaktionär; poln. reakcyjny, Adj., reaktionär; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wohl seit dieser Zeit bewusst rückschrittlich; BM.: zurück, treiben; F.: reaktionär, reaktionäre, reaktionäres, reaktionärem, reaktionären, reaktionärer(, reaktionärere, reaktionäreres, reaktionärerem, reaktionäreren, reaktionärerer, reaktionärst, reaktionärste, reaktionärstes, reaktionärstem, reaktionärsten, reaktionärster)+FW(+EW?); Z.: re-ak-t-io-n-är
$Reaktionär, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Reaktionär; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. reaktionär; I.: Lw. frz. réactionnaire; L.: fehlt DW, EWD s. u. reagieren; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines Anhängers eines wohl seit dieser Zeit bewusst rückschrittlichen menschlichen Verhaltens; F.: Reaktionär, Reaktionärs, Reaktionäre, Reaktionären+FW(+EW?); Z.: Re-ak-t-io-n-är
Reaktor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Reaktor, abgegrenzter Raum in dem Vorgänge ablaufen; ne. reactor; Hw.: s. reagieren, Reaktion, reaktionär; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. reactor; E.: s. ne. reactor, N., Reaktor; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Reaktor, fehlt DW, EWD s. u. reagieren, Duden s. u. Reaktor; Son.: vgl. nndl. reactor, Sb., Reaktor; frz. reacteur, M., Reaktor; nschw. reaktor, Sb., Reaktor; nnorw. reatkor, M., Reaktor; poln. reaktor, M., Reaktor; lit. reaktorius, M., Reaktor; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Vorrichtung (Raum) in der eine physikalische oder chemische Reaktion von Atomen abläuft; BM.: zurück, treiben; F.: Reaktor, Reaktors, Reaktoren+FW(+EW?); Z.: Re-ak-t-or
real, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. real, wirklich; ne. real; Vw.: -; Hw.: s. reell, Realismus, realisieren, Realität; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. reālis; E.: s. lat. reālis, Adj., wesentlich, gegenständlich, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge s. u. real, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. real; Son.: vgl. nndl. real, Adj., richtig, wirklich; frz. réel, Adj., real; nschw. real, rejäl, Adj., real; nnorw. real, Adj., real; poln. realny, Adj., real; lit. realus, Adj., real; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches wirklich; BM.: Sache; F.: real, reale, reales, realem, realen, realer(, realere, realeres, realerem, realeren, realerer, realst, realste, realstes, realstem, realsten, realster)+FW(+EW?); Z.: re-al
realisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. realisieren, verwirklichen, begreifen; ne. realize; Vw.: -; Hw.: s. real, Realität, Realismus, Realität, reell; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. réaliser; E.: s. frz. réaliser, V., realisieren, verwirklichen; mfrz. realiser, V., ein Kapital vertraglich zu regelmäßigen Zahlungen umwandeln; L.: Kluge s. u. real, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. realisieren; Son.: die Bedeutung begreifen entstand unter dem Einfluss von ne. realize; vgl. nndl. realiseren, V., realisieren; nschw. realisera, V., realisieren; nnorw. realisere, V., realisieren; poln. realizować, V., realisieren; lit. realizuoti, V., realisieren; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verwirklichen oder begreifen; BM.: Sache; F.: realisieren, realisiere, realisierst, realisiert, realisierest, realisieret, realisierte, realisiertest, realisierten, realisiertet, ##realisiert, realisierte, realisiertes, realisiertem, realisierten, realisierter##, realisierend, ###realisierend, realisierende, realisierendes, realisierendem, realisierenden, realisierender###, realisier (!)+FW+EW; Z.: re-al-is-ier-en
Realismus, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Realismus, Wirklichkeitssinn, Sinn für die Wirklichkeit; ne. realism; Vw.: s. Sur-; Hw.: s. real, realisieren, Realität, reell; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. réalisme; E.: s. frz. réalisme, M., Realismus, Wirklichkeitssinn; neoklassische Bildung zu lat. reālis, Adj., wesentlich, gegenständlich, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge s. u. Realismus, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. Realismus; Son.: vgl. nndl. realisme, Sb., Realismus; nschw. realism, Sb., Realismus; nnorw. realisme, M., Realismus; poln. realizm, M., Realismus; kymr. realaeth, F., Realismus; nir. réalachas, M., Realismus; lit. realizmas, M., Realismus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Wirklichkeitssinn oder den Sinn für die Wirklichkeit; BM.: Sache; F.: Realismus+FW; Z.: Rea-l-ism-us
$Realist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Realist, Vertreter des Wirklichkeitssinns; E.: s. real, s. ist; L.: Kluge s. u. Realismus, fehlt DW, EWD s. u. real; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus real und ist gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Vertreter des Wirklichkeitssinns; F.: Realist, Realisten+FW(+EW?); Z.: Rea-l-ist
$realistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. realistisch, die Wirklichkeit betreffend, echt; E.: s. Realist, s. isch; L.: Kluge s. u. Realismus, fehlt DW, EWD s. u. real; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Realist und isch gebildete Bezeichnung für die Wirklichkeit betreffend oder echt; F.: realistisch, realistische, realistisches, realistischem, realistischen, realistischer(, realistischere, realistischeres, realistischerem, realistischeren, realistischerer, realistischst, realistischste, realistischstes, realistischstem, realistischsten, realistischster)+FW+EW; Z.: rea-l-ist-isch
Realität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Realität, Wirklichkeit, tatsächliche Gegebenheit, Tatsache; ne. reality; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. mlat. reālitās; E.: mlat. reālitās, F., Realität; vgl. lat. reālis, Adj., wesentlich, gegenständlich, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge s. u. real, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. Realität; Son.: vgl. nndl. realiteit, Sb., Realität; nschw. realitet, Sb., Realität; nnorw. realitet, M., Realität; kymr. realiti, F., Realität; nir. réalacht, F., Realität; lit. realybė, F., Realität; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Wirklichkeit oder eine tatsächliche Gegebenheit; BM.: Sache; F.: Realität, Realitäten+FW(+EW?); Z.: Re-al-it-ät
Rebbach, nhd., M.: nhd. Rebbach; Vw.: s. Reibach
Rebbe, nhd., M.: nhd. Rebbe; Vw.: s. Rabbi
Rebe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rebe, Ranke des Weinstocks, Weinstock; ne. vine; Vw.: s. Gundel-, Scheu-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. rebe, sw. M., sw. F., Rebe, Ranken; mnd. rēbe, rebbe, F., Rebe, Weinrebe, Weinstock, Stock einer rankenden Pflanze, Stock, Stab; mnl. reve, st. F., Rebe; ahd. reba (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Rebe, Weinrebe, Rebstock, Weinstock; as. *reva?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rebe; as. *rāva? (1), rāƀa? (1), st. F., sw. F., Rebe; anfrk. reva, st. F. (ō), sw. F. (n), Rebe; germ. *rebō-, *rebōn, *reba-, *reban, Sb., Rebe; s. idg. *rēp- (1), V., kriechen, schleichen, Pokorny 865 (1512/35) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rebe, Kluge s. u. Rebe, DW 14, 323, EWD s. u. Rebe, Falk/Torp 338, EWAhd 7, 230, Duden s. u. Rebe, Bluhme s. u. Rebe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. rēpere, V., kriechen, schleichen; lit. rėplióti, V., kriechen, klettern; GB.: (reba) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen Weinstock oder eine Ranke des Weinstocks; BM.: kriechen; F.: Rebe, Reben+EW; Z.: Reb-e
Rebell, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rebell, Aufständischer, sich gegen eine Herrschaft auflehnender Mensch; ne. rebel (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. afrz. rebelle; E.: s. mnd. rebelle, M., Rebell, aufsässiger Mensch; afrz. rebelle, M., Rebell, Aufständischer; vgl. lat. rebellis (1), Adj., Krieg erneuernd, sich auflehnend, widerspenstig, aufrührerisch, Widerstand leistend, trotzig, empörerisch, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Rebell, DW 14, 327, EWD s. u. Rebell, Duden s. u. Rebell; Son.: vgl. nndl. rebel, Sb., Rebell; frz. rebelle, M., Rebell; nschw. rebell, Sb., Rebell; nnorw. rebell, M., Rebell; poln. rebeliant, M., Rebell; kymr. rebel, M., Rebell; nir. reibiliúnach, M., Rebell; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen sich gegen eine Herrschaft auflehnenden Menschen; BM.: zurück, Krieg bzw. verletzten; F.: Rebell, Rebellen+FW; Z.: Re-be-ll
rebellieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rebellieren, sich auflehnen; ne. rebel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rebell, Rebellion, rebellisch; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. afrz. rebeller; E.: s. mnd. rebellēren, sw. V., rebellieren, sich auflehnen, sich widersetzen; s. afrz. rebeller, V., rebellieren, sich auflehnen; lat. rebellāre, V., sich auflehnen, Krieg gegen einen Überwinder erneuern, sich empören, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Rebell, DW 14, 327, EWD s. u. Rebell, Duden s. u. rebellieren; Son.: vgl. nndl. rebelleren, V., rebellieren; frz. rebeller, V., rebellieren; nschw. rebellera, V., rebellieren; nnorw. rebellere, V., rebellieren; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sich auflehnen; BM.: zurück, Krieg bzw. verletzen; F.: rebellieren, rebelliere, rebellierst, rebelliert, rebellierest, rebellieret, rebellierte, rebelliertest, rebellierten, rebelliertet, ##rebelliert, rebellierte, rebelliertes, rebelliertem, rebellierten, rebellierter##, rebellierend, ###rebellierend, rebellierende, rebellierendes, rebellierendem, rebellierenden, rebellierender###, rebellier (!)+FW(+EW?); Z.: re-be-ll-ier-en
Rebellion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rebellion, Aufstand; ne. rebellion; Vw.: -; Hw.: s. Rebell, rebellieren, rebellisch; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. afrz. rebellion; E.: s. afrz. rebellion, F., Rebellion, Aufstand; lat. rebellio (1), F., Erneuerung des Krieges, Auflehnung, erneuter Aufstand, Aufstand, Widerstand, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Rebell, DW 14, 327, EWD s. u. Rebell, Duden s. u. Rebellion; Son.: vgl. nndl. rebellie, Sb., Rebellion; frz. rébellion, F., Rebellion; poln. rebelia, F., Rebellion; nir. reibiliún, M., Rebellion; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen durchgeführten Aufstand (gegen eine Herrschaft); BM.: zurück, Krieg bzw. verletzen; F.: Rebellion, Rebellionen+FW(+EW?); Z.: Re-be-ll-io-n
rebellisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. rebellisch, aufständisch, sich auflehnend; ne. rebellious; Vw.: -; Hw.: s. Rebell, rebellieren, Rebellion; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. lat. rebellis; E.: s. mnd. rebellisch, Adj., rebellisch, widersetzlich, aufsässig; lat. rebellis (1), Adj., Krieg erneuernd, sich auflehnend, widerspenstig, aufrührerisch, Widerstand leistend, trotzig, empörerisch, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. bellum, N., Krieg, Kampf, Streit; idg. *dāu-, V., Adj., brennen, verletzen, vernichten, feindselig, Pokorny 179 (300/5) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Rebell, DW 14, 327, EWD s. u. Rebell, Duden s. u. rebellisch; Son.: vgl. nndl. rebels, Adj., rebellisch; frz. rebelle, Adj., rebellisch; nnorw. rebelsk, Adj., rebellisch; GB.: seit Mitte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches aufständisch oder sich (gegen eine Herrschaft) auflehnend; BM.: zurück, Krieg bzw. verletzen; F.: rebellisch, rebellische, rebellisches, rebellischem, rebellischen, rebellischer(, rebellischere, rebellischeres, rebellischerem, rebellischeren, rebellischerer, rebellischst, rebellischste, rebellischstes, rebellischstem, rebellischsten, rebellischster)+FW+EW; Z.: re-be-ll-isch
rebeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rebeln, zerreiben, zupfen, kämmen; ne. rub (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: regionale Bildung zu reiben (s. d.); L.: Kluge s. u. rebeln, DW 14, 327, Duden s. u. rebeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit reiben verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit den Fingern zerreiben oder zupfen oder kämmen; BM.: drehen; F.: rebeln, rebel (!), reble (!), rebelst, rebelt, rebelte, rebeltest, rebelten, rebeltet, gerebelt, ##gerebelt, gerebelte, gerebeltes, gerebeltem, gerebelten, gerebelter##, rebelnd, ###rebelnd, rebelnde, rebelndes, rebelndem, rebelnden, rebelnder###, rebel (!) +EW; Z.: re-b-el-n
$Rebensaft, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rebensaft, Traubensaft, Wein; E.: s. Reb(e), s. en (Suff.), s. Saft; L.: DW 14, 331, EWD s. u. Rebe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Reb(e) und en (Suff.) sowie Saft gebildete Bezeichnung für (vergorenen) Traubensaft oder Wein; F.: Rebensaft, Rebensafts, Rebensaftes, Rebensäfte, Rebensäften+EW; Z.: Reb-en—saf-t
Rebhuhn, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Rebhuhn, Feldhuhn, Ackerhuhn; ne. partridge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rephuon, N., Rebhuhn; mnd. raphōn, rafhōn, rephūn, N., ein Hühnervogel, Rebhuhn, Wachtel; mnl. raphoen, N., Rebhuhn; ahd. rebahuon*, st. N. (iz/az), Rebhuhn, Wachtel; as. revahōn*, reƀahōn*, st. N. (a), Rebhuhn; zum Vorderglied s. mnd. rap, Adj., schnell, geschwind, heftig, ungestüm; weitere Herkunft ungeklärt?; Hinterglied s. nhd. Huhn; L.: Kluge 1. A. s. u. Rebe, Kluge s. u. Rebhuhn, DW 14, 334, EWD s. u. Rebhuhn, Duden s. u. Rebhuhn, Bluhme s. u. Rebhuhn, EWAhd 7, 233; Son.: vgl. an. jarbi, M., Haselhuhn; nndl. raphoen, N., Rebhuhn; nschw. rapphöna, Sb., Rebhuh; nnorw. rapphøne, M., F., Rebhuh; lett. irbe, Sb., Rebhuhn; mbulg. jerebi, F., Rebhuhn; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus Reb und Huhn gebildete und mit mnd. rap, Adj., schnell, verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches Feldhuhn mit erdbrauner Oberseite und rotbraunem Schwanz sowie großem braunem Fleck auf der grauen Brust; BM.: schnell, singen; F.: Rebhuhn, Rebhuhns, Rebhühner, Rebhühnern+EW; Z.: Reb—huhn
Rebus, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Rebus, Bilderrätsel; ne. rebus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. frz. rébus, M., Rebus; lat. rēs, Sache, Ding, Besitz, Wesen, Umstand, Lage, Angelegenheit, Ereignis; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rebus, Kluge s. u. Rebus, fehlt DW, Duden s. u. Rebus; Son.: vgl. nndl. rebus, Sb., Rebus; nschw. rebus, Sb., Rebus; nnorw. rebus, M., Rebus; poln. rebus, M., Rebus; nir. réabas, M., Rebus; lit. rebusas, M., Rebus; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Bilderrätsel; BM.: Sache; F.: Rebus, Rebusse, Rebussen+FW; Z.: Re-b-us
rechen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. rechen, scharren, zusammenscharren, zusammenkratzen; ne. rake (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. rechen (3), sw. V., mit dem Rechen zusammenhäufen, rechen, zusammenrechen, zusammenkratzen, raffen, scharren, häufeln; mnl. reken, sw. V., rechen, scharren; ahd. rehhan* (2), rechan*, st. V. (4), rechen, häufeln, zusammenscharren; s. as. -; anfrk. -; germ. *rekan, st. V., rechen, scharren; idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rechen, DW 14, 340, EWD s. u. Rechen, Falk/Torp 334, Seebold 373, EWAhd 7, 293, Duden s. u. rechen; Son.: vgl. afries. reka, st. V. (5), zusammenscharren, rechen; ae. -; an. raka (2), sw. V., zusammenfegen, haarschneiden; got. rikan, st. V. (5), häufen, anhäufen; nndl. reken, sw. V., mit Asche bedecken; GB.: (rehhan) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas mit einem von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Gerät zusammenscharren; BM.: richten; F.: rechen (!), reche, rechst, recht, rechest, rechet, rechte, rechtest, rechten, rechtet, gerecht, ##gerecht, gerechte, gerechtes, gerechtem, gerechten, gerechter##, rechend, ##rechend, rechende, rechendes, rechendem, rechenden, rechender###, rech (!)+EW; Z.: rech-en
Rechen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rechen (M.), Harke; ne. rake (N.); Vw.: -; Hw.: s. rechen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. reche, sw. M., Rechen; mnl. reke, rēke, reecke, M., Rechen; ahd. rehho (2), recho, sw. M. (n), Rechen, Harke, Haue, Hacke; as. -; anfrk. -; germ. *rekō-, *rekōn, *reka-, *rekan, sw. M. (n), Rechen, Hacke (F.) (2); s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rechen, Kluge s. u. Rechen, EWD s. u. Rechen, DW 14, 339, Falk/Torp 334, EWAhd 7, 301, Duden s. u. Rechen, Bluhme s. u. Rechen; Son.: vgl. afries. -; ae. raca (1), sw. M. (n), Rechen, Harke; ae. racu, ræce, st. F. (ō), Rechen (M.), Harke; an. reka, F., Rechen, Harke; got. -; GB.: (rehho) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Zusammenraffen beispielsweise von Gras oder Heu oder auch Erde; BM.: richten; F.: Rechen, Rechens+EW; Z.: Rech-en
$Rechenmaschine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rechenmaschine; Hw.: s. Abakus; E.: s. rechnen, s. Maschine; L.: DW 14, 343, EWD s. u. Maschine; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rech(n)en und Maschine gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und seitdem verwendete sowie 1623 von Wilhelm Schickard in Tübingen in einem Brief an Johannes Kepler beschriebene Maschine für das Lösen von Rechenaufgaben oder das Rechnen mit Zahlen; F.: Rechenmaschine, Rechenmaschinen+EW+FW; Z.: Rech-en—masch-in-e
$Rechenschaft, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Rechenschaft; E.: s. rechnen, s. schaft; L.: Kluge s. u. Rechenschaft, DW 14, 343, EWD s. u. rechnen; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl aus rech(n)en und schaft gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit und das Wesen des Rechnens oder Zusammenrechnens oder Abrechnens; F.: Rechenschaft+EW; Z.: Rech-en-schaf-t
Recherche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Recherche, Nachforschen, Nachforschung; ne. research (N.) investigation; Vw.: -; Hw.: s. recherchieren; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. recherche; E.: s. frz. recherche, F., Forschung, Suche; vgl. frz. rechercher, V., recherchieren, aufsuchen, erforschen; afrz. recerchier, V., suchend durchstreifen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; afrz. cerchier, V., durchstreifen, suchen; lat. circāre, V., rings herumgehen, umkreisen, überall durchwandern, (2.-3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis; gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Recherche, fehlt DW, EWD s. u. recherchieren, Duden s. u. Recherche; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein wohl seit dieser Zeit mögliches gründliches menschliches Nachforschen; BM.: zurück, drehen, gehen; F.: Recherche, Recherchen+FW; Z.: Re-cher-ch-e
recherchieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. recherchieren, ermitteln, erforschen, nachforschen; ne. research (V.), investigate; Vw.: -; Hw.: s. Recherche; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. rechercher; E.: s. frz. rechercher, V., recherchieren, aufsuchen, erforschen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; afrz. recerchier, V., suchend durchstreifen; vgl. afrz. cerchier, V., durchstreifen, suchen; lat. circāre, V., rings herumgehen, umkreisen, überall durchwandern, (2.-3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis; gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Recherche, fehlt DW, EWD s. u. recherchieren, Duden s. u. recherchieren; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches gründlich nachforschen; BM.: zurück, drehen, gehen; F.: recherchieren, recherchiere, recherchierst, recherchiert, recherchierest, recherchieret, recherchierte, recherchiertest, recherchierten, recherchiertet, ##recherchiert, recherchierte, recherchiertes, recherchiertem, recherchierten, recherchierter##, recherchierend, ###recherchierend, recherchierende, recherchierendes, recherchierendem, recherchierenden, recherchierender###, recherchier (!)+FW(+EW?); Z.: re-cher-ch-ier-en
rechnen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. rechnen, zusammenrechnen, schätzen; ne. reckon, calculate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. rechenen, sw. V., zählen, rechnen; mnd. rēkenen (1), reknen, regenen, recken, sw. V., rechnen, Rechenvorgänge ausführen, Rechnung halten, Rechnung ablegen, berechnen; mnl. rekenen, reken, V., rechnen; ahd. rehhanōn*, rechanōn*, sw. V. (2), ordnen, bereiten (V.) (1), einrichten, lenken; as. -; anfrk. -; westgerm. *rekanōn, sw. V., ordnen, rechnen; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rechnen, Kluge s. u. rechnen, DW 14, 347, EWD s. u. rechnen, Falk/Torp 333, Heidermanns 444, Duden s. u. rechnen, Bluhme s. u. rechnen; Son.: vgl. afries. rekenia (1), reknia (1), sw. V. (2), rechnen, berechnen, verteilen; saterl. recenja, V., rechnen, berechnen; ae. recenian, sw. V. (2), erklären, berichten, bezahlen; an. -; got. -; nndl. rekenen, V., rechnen; nschw. räkna, V., rechnen; nnorw. regne, V., rechnen; GB.: (rehhanōn) seit 1000 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache Menschen mögliches Zahlen verknüpfen und nach Anwendung eines der Verknüpfungsart entsprechenden Verfahrens eine Zahl oder Zahlenverbindung als jeweiliges Ergebnis der Verknüpfung ansetzen; BM.: richten; F.: rechnen, rechne (!), rechnest, rechnet, rechnete, rechnetest, rechneten, rechnetet, gerechnet, ##gerechnet, gerechnete, gerechnetes, gerechnetem, gerechneten, gerechneter##, rechnend, ###rechnend, rechnende, rechnendes, rechnendem, rechnenden, rechnender###, rechne (!)+EW; Z.: rech-n-en
$Rechnung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Rechnung, Zahlenverknüpfung, Urkunde über die Kosten einer Leistung; Vw.: s. Ab-, Be-, Differential-, Integral-; E.: s. rechn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. rechnen, EWD s. u. rechnen, DW 14, 355; GB.: (?rehhanungī) seit 12. Jh. belegte und aus rechn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche und den Hochkulturen des Altertums bekannte Zahlenverknüpfung sowie wohl seit dieser Zeit eine Urkunde über die Kosten einer Leistung; F.: Rechnung, Rechnungen+EW; Z.: Rech-n-ung; Son. s. rehhanunga, F., Ordnung (um tausend)
recht, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. recht, richtig, gerecht; ne. right (Adj.); Vw.: s. ge-, senk-, -lich; Hw.: s. Recht, rechten, rechts, richtig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. reht, Adj., gerade (Adj.) (2), recht, gerecht; mnd. recht (2), reicht, reyct, Adj., gerade, gerade ausgerichtet, aufrecht, richtig, genau, zutreffend, richtig bestimmt; mnl. recht, Adj., recht, richtig; ahd. reht (1), Adj., recht, gerecht, richtig, gerade (Adj.) (2), gut, wahr, berechtigt, einfach, wirklich, zutreffend, fehlerfrei; as. reht (2), Adj., recht, gerecht, richtig, wahr, gut; anfrk. reht* (1), Adj., richtig, recht, gerecht; germ. *rehta-, *rehtaz, Adj., recht, gerade (Adj.) (2); to-Partizip zu idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. recht, Kluge s. u. recht, DW 14, 387, EWD s. u. recht, Falk/Torp 333, Heidermanns 441, EWAhd 7, 303, Duden s. u. recht, Bluhme s. u. recht; Son.: vgl. afries. riucht (1), riocht (1), Adj., recht, richtig; nfries. rjuecht, Adj., recht, richtig; ae. riht (1), reoht (1), Adj., recht, richtig, gerade (Adj.) (2), gerecht; an. rēttr (3), Adj., recht, gerade (Adj.) (2), gerecht; got. raíhts, Adj. (a), recht, gerade (Adj.) (2), gerecht; nndl. recht, Adj., recht; nschw. rätt, Adj., recht; nnorw. rett, Adj., recht; ai. irajyáti, V., ordnet an, lenkt; ai. rjyati, V., streckt sich; apers. rāsta-, Adj., recht; gr. ὀρέγειν (orégein), V., recken, ausstrecken, hinreichen, darreichen; lat. rēctus, Adj., in gerader Richtung, gerade (Adj.) (2), senkrecht, aufrecht, steil, recht; air. reraig, V., lenkte; lit. rąžýti, V., straffen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gerade oder richtig oder gerecht; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: recht, rechte, rechtes, rechtem, rechten, rechter+EW; Z.: rech-t
Recht, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Recht, Jus, Jura, Rechtswissenschaft; ne. law; Vw.: -; Hw.: s. recht, rechten, gerecht, rechtlich, richtig; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. reht, st. N., Wesensart, natürliches Anrecht; mhd. rehte (4), sw. N., Recht, objektives Recht, Rechtssatz, Rechtsordnung, subjektives Recht, Berechtigung, Rechtmäßigkeit; recht (1), N., Recht, individuelle normative Orientierung, Ansehen, gesellschaftlicher Stand eines Menschen, subjektives Recht; mnl. recht, N., Recht; ahd. reht (3), st. N. (a), Recht, Gerechtigkeit, Gebot, Pflicht (F.) (1), Rechtssache, Gesetz, rechter Glaube, Wahrheit, Gerechtes; ahd. rehta*, sw. N. (n), Rechtes, Recht; as. reht (1), st. N. (a), Recht, Gesetz, Gerechtigkeit, Pflicht (F.) (1); anfrk. reht* (2), st. N. (a), Recht, Gerechtigkeit; germ. *rehta-, *rehtam, st. N. (a), Recht; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Recht, DW 14, 364, EWD s. u. Recht, Heidermanns 441, EWAhd 7, 307, Duden s. u. Recht; Son.: vgl. afries. riucht (2), riocht (2), st. N. (a), Recht, Berechtigung, rechtliche Verpflichtung, Strafe; saterl. riucht; ae. riht (2), reoht (2), ryht (2), st. N. (a), Recht, Gerechtigkeit, Billigkeit, Gesetz, Regel, Wahrheit; an. -; got. -; nndl. recht, Sb., Recht; nschw. rätt, Sb., Recht; nnorw. rett, M., Recht; air. recht, M., Recht?; kymr. rhaith, F., Eid; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche Gesamtheit von Verhaltenssätzen einer Gesellschaft und später für die seit dem Hochmittelalter gebildete Wissenschaft; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: Recht, Rechtes, Rechts, Rechte, Rechten+EW; Z.: Rech-t
$Rechte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rechte; L.: EWD s. u. recht, fehlt DW?; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus recht(s) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen vorhandene rechte (Hand) und danach auch für eine in einem Parlament rechts sitzende konservative Partei; F.: Rechte, Rechten+EW; Z.: Rech-t
$Rechteck, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Rechteck; E.: s. recht, s. Eck; L.: Kluge s. u. recht, DW 14, 407; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus recht und Eck gebildete Bezeichnung für ein vor allem in der Vorstellung des Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Viereck dessen vier Winkel einheitlich 90 Grad betragen und dessen Sonderfall ein Quadrat ist und das seinerseits ein Sonderfall eines Trapezes und eines Parallelogramms ist; F.: Rechteck, Rechtecks, Rechteckes, Rechtecke, Rechtecken+EW; Z.: Rech-t—eck
rechten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. rechten, dem Rechte gemäß verfahren (V.), Recht anrufen, streiten; ne. argue (V.); Vw.: -; Hw.: s. recht, Recht, rechtlich, gerecht; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. rehten (1), rahten, sw. V., „rechten“, Recht sprechen, streiten, prozessieren, beilegen, schlichten, durch Schlichtung erreichen; mnd. rechten (1), sw. V., gerade machen, aufrichten, berichtigen, ersetzen, vergüten, sich auseinandersetzen, sich versöhnen, beweisen; mnl. rechten, sw. V., rechten; ahd. rehtōn*, sw. V. (2), rechten, recht machen, Gerechtigkeit widerfahren lassen; as. -; anfrk. -; germ. *rehtōn, sw. V., gerecht sein (V.); s. idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Recht, DW 14, 407, EWD s. u. Recht, Heidermanns 442, Duden s. u. rechten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (rehtōn) um 1000 belegte und aus recht und Recht sowie en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Recht mögliches dem Recht gemäß verfahren (V.); BM.: gerade (Adj.) (2); F.: rechten, rechte (!), rechtest, rechtet, rechtete, rechtetest, rechteten, rechtetet, gerechtet, ##gerechtet, gerechtete, gerechtetes, gerechtetem, gerechteten, gerechteter##, rechtend, ###rechtend, rechtende, rechtendes, rechtendem, rechtenden, rechtender###, recht (!)+EW; Z.: rech-t-en
$rechtfertigen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. rechtfertigen, recht machen; L.: Kluge 1. A. s. u. recht, Kluge s. u. rechtfertigen, DW 14, 412, EWD s. u. recht; GB.: (rehtvertigen) um 1250 belegte und vielleicht nach lat. iustificare aus recht und fertigen gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Recht durch den Menschen mögliches recht machen; F.: rechtfertigen, rechtfertige, rechtfertigst, rechtfertigt, rechtfertigest, rechtfertiget, rechtfertigte, rechtfertigtest, rechtfertigten, rechtfertigtet, gerechtfertigt, ##gerechtfertigt, gerechtfertigte, gerechtfertigtes, gerechtfertigtem, gerechtfertigten, gerechtfertigter##, rechtfertigend, ###rechtfertigend, rechtfertigende, rechtfertigendes, rechtfertigendem, rechtfertigenden, rechtfertigender###, rechtfertig (!)+EW; Z.: rech-t-fer-t-ig-en
$rechtgläubig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. rechtgläubig; I.: Lüs. gr.-lat. orthodoxus; E.: s. recht, s. gläubig; L.: DW 14, 418 (rechtglaubig, rechtgläubig), EWD s. u. recht; GB.: seit 15. Jh. belegte und nach gr.-lat. orthodoxus gebildete Bezeichnung für den rechten Glauben (der Christen) habend; F.: rechtgläubig, rechtgläubige, rechtgläubiges, rechtgläubigem, rechtgläubigen, rechtgläubiger(, rechtgläubigere, rechtgläubigeres, rechtgläubigerem, rechtgläubigeren, rechtgläubigerer, rechtgläubigst, rechtgläubigste, rechtgläubigstes, rechtgläubigstem, rechtgläubigsten, rechtgläubigster)+EW; Z.: rech-t—g-läub-ig; Son.: s. rehto geloubig (um 1000) für lat. orthodoxus
rechtlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rechtlich, das Recht betreffend, dem Rechte gemäß; ne. legal, juridical; Vw.: -; Hw.: s. recht, Recht, rechten, gerecht; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rehtlich, Adj., rechtlich, recht, richtig, rechtmäßig; mnd. rechtlīk (1), rechlīk, rechtlich, Adj., rechtlich, richtig, zutreffend, genau, regelmäßig, gesetzmäßig, gottgefällig, fromm; mnl. rechtelijc, Adj., rechtlich, mit dem Recht übereinstimmend; ahd. rehtlīh, Adj., gerecht, recht, richtig, rechtsfähig; as. -; anfrk. rehtlīk*, Adj., recht, gerecht, gerechtfertigt; germ. *rehtalīka-, *rehtalīkaz, Adj., richtig, rechtlich; s. idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); to-Partizip zu idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Recht, DW 14, 419, EWD s. u. Recht, EWD s. u. rechtlich, EWAhd 7, 317; Son.: vgl. afries. riuchtlik, riuchtelik, Adj., rechtlich, gerecht, recht; ae. rihtlic, Adj., richtig, gerecht; an. rēttligr, rēttiligr, Adj., rechtlich, dem Gesetz entsprechend, berechtigt; got. -; nschw. rättslig, Adj., rechtlich; nnorw. rettslig, Adj., rechtlich; GB.: (rehtlīh) seit um 765 belegte und aus recht beziehungsweise Recht und lich gebildete Bezeichnung für das nach Entwicklung von Sprache von Menschen geschaffene Recht betreffend; BM.: gerade (Adj.) (2), gleich; F.: rechtlich, rechtliche, rechtliches, rechtlichem, rechtlichen, rechtlicher(, rechtlichere, rechtlicheres, rechtlicherem, rechtlicheren, rechtlicherer, rechtlichst, rechtlichste, rechtlichstes, rechtlichstem, rechtlichsten, rechtlichster)+EW; Z.: rech-t-lich
rechts, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. rechts (in Gegensatz zu links), rechts befindlich, konservativ; ne. right (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Recht, recht; Q.: 16. Jh.; E.: entstanden aus einem Genetiv von recht (s. d.); L.: Kluge s. u. rechts, DW 14, 422, EWD s. u. recht, Duden s. u. rechts; Son.: vgl. nndl. rechts, Adv., rechts; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus recht und (e)s (Suff.) gebildete Bezeichnung für auf der rechten Seite (in Gegensatz zu links) befindlich; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: rechts+EW; Z.: rech-t-s
$Rechtsanwalt, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Rechtsanwalt, Anwalt in Rechtsangelegenheiten; Q.: 1793; E.: s. Recht, s. (e)s (Suff.), s. Anwalt; L.: EWD s. u. Anwalt, DW 14, 423, DRW; GB.: (nach DRW) 1793 in PreußGO 3 § 64 belegte und aus Recht und (e)s (Suff.) und Anwalt gebildete Bezeichnung für einen Anwalt in Rechtsangelegenheiten; F.: Rechtsanwalt, Rechtsanwaltes, Rechtsanwalts, Rechtsanwälte, Rechtsanwälten+EW; Z.: Rech-t-s—an—wal-t
$rechtschaffen, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. rechtschaffen, rechtrechtmäßig, richtig; L.: Kluge s. u. rechtschaffen, DW 14, 426, EWD s. u. recht, DRW; GB.: seit 1548 belegte und aus recht und (ge)schaffen gebildete Bezeichnung für recht oder rechtmäßig oder richtig beschaffen (Adj.); F.: rechtschaffen, rechtschaffene, rechtschaffenes, rechtschaffenem, rechtschaffenen, rechtschaffener(, rechtschaffenere, rechtschaffeneres, rechtschaffenerem, rechtschaffeneren, rechtschaffenerer, rechtschaffenst, rechtschaffenste, rechtschaffenstes, rechtschaffenstem, rechtschaffensten, rechtschaffenster+EW; Z.: rech-t-schaff-en; Son.: mnd. rechtscapen DRW KampenStR 2, 23 (nach Mitte fünfzehntes Jh.)
$Rechtschreibung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rechtschreibung, richtige Schreibweise; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lüs. lat.-gr. orthographia; L.: EWD s. u. recht, DW 14, 426, DRW (Schulordnung von siebzehnhundertundsiebzig); GB.: wohl seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und nach lat.(-gr.) orthographia aus recht und Schreibung gebildete Bezeichnung für die durch allgemeine Anerkennung aller oder wenigstens der dafür zuständigen Angehörigen einer Sprachgemeinschaft richtige Schreibweise eines Wortes (und aller Wörter einer Sprache); F.: Rechtschreibung(, Rechtschreibungen)+EW; Z.: Rech-t—schrei-bung
$Rechtsdrall, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rechtsdrall, Drang nach rechts; E.: s. rechts, s. Drall; L.: fehlt DW, EWD s. u. drall, fehlt DRW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus rechts und Drall gebildete Bezeichnung für einen Drang nach rechts beispielsweise von Waffen; F.: Rechtsdrall, Rechtsdralls, Rechtsdralles, Rechtsdralle, Rechtsdrallen+EW; Z.: Rech-t-s—dra-ll
$Rechtswissenschaft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Rechtswissenschaft; E.: s. Recht, s. (e)s (Suff.), s. Wissenschaft; L.: DW 14, 442, EWD s. u. Recht, DRW; GB.: (nach DRW) seit 1667 (Frankfurt am Main/Stoltenberg Gruppw. 48 Anm.) belegte und aus Recht und (e)s (Suff.) sowie Wissenschaft vielleicht nach lat. iurisprudentia gebildete Bezeichnung für die möglichst wissenschaftliche und dadurch allgemein nachprüfbare Behandlung des Rechtes seit der Entwicklung von Universitäten in Italien seit dem 12. Jh.; F.: Rechtswissenschaft, Rechtswissenschaften+EW; Z.: Rech-t-s—wi-ss-en-schaf-t
Reck, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Reck, Reckstange; ne. high bar; Vw.: -; Hw.: s. Rick; Q.: 1816 (Turnvater Jahn); E.: s. mhd. ric, st. M., Rick, Band (N.), Strick (M.) (1), Knoten (M.), Verstrickung; mnd. rik, rich, rek, recke, N., M., Querstange zum Aufhängen von Gegenständen, aufrecht stehende Stange, Querholz, Strebe; mnl. rec, recke, ric, Sb., Querstange; germ. *rihō-, *rihōn, *riha-, *rihan, sw. M., Stange; s. idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reck, Kluge s. u. Reck, DW 14, 443, EWD s. u. Reck, Falk/Torp 343, Duden s. u. Reck, Bluhme s. u. Reck; Son.: vgl. nndl. rek, Sb., Reck; nschw. räck, N., Reck; nnorw. (dial.) rjaa; GB.: seit 1816 belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen sowie dem Mittelniederländischen verbindbare und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und zu dem Turnen verwendetes Stangengerät mit einer Querstange; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Reck, Reckes, Recks, Recke, Recken+EW; Z.: Re-ck
Recke, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Recke, Held, Kämpfer, Krieger; ne. champion (M.), valiant (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. recke, sw. M., Verfolgter, Verbannter, Fremdling; mnd. recke (1), sw. M., Recke, Held, bedeutender Kämpfer, Riese; mnl. recke, M., Verbannter, Abenteurer, herumziehender Krieger; ahd. rekko* (1), recko*, rekkeo*, reckeo*, sw. M. (n), Verbannter, Flüchtling, Fremdling, Vertriebener, Recke, Söldner; as. wrėkkio*, sw. M. (n), Recke, Fremdling; anfrk. -; germ. *wrakjō-, *wrakjōn, *wrakja-, *wrakjan, sw. M. (n), Verbannter, Verfolgter, Vertriebener, Recke; s. idg. *u̯reg-, V., stoßen, drängen, puffen, treiben, verfolgen, Pokorny 1181 (2040/116) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Recke, Kluge s. u. Recke, DW 14, 443, EWD s. u. Recke, Falk/Torp 416, Seebold 569, EWAhd 7, 374, Duden s. u. Recke, Bluhme s. u. Recke; Son.: vgl. afries. -; ae. wrecca, wræcca, sw. M. (n), Vertriebener, Verbannter, Flüchtling, Abenteurer; an. -; got. -; ne. wretch, M., Schurke, Kerl; GB.: (rekko) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Helden oder Kämpfer oder Krieger; BM.: verfolgen bzw. drehen; F.: Recke, Recken+EW; Z.: Re-ck-e
recken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. (nach oben) strecken, recken; ne. strain (V.), draw (V.) out; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. recken, sw. V., erheben, ausstrecken, erregen, sich ausstrecken; mnd. recken (1), racken, rechken, sw. V., „recken“, sich erstrecken, reichen, andauern, währen, dehnen, ausreichen, ausstrecken; mnl. recken, sw. V., recken, ausstrecken, spannen, ausdehnen; ahd. rekken*, recken*, rehhen*, sw. V. (1a), recken, strecken, ausdehnen, ausbreiten, erklären, ausstrecken, sich ausdehnen; as. rėkkian*, sw. V. (1a), erzählen, erklären; anfrk. -; germ. *rakjan, sw. V., recken, strecken, ausdehnen, germ. *rekanōn, sw. V., erklären, rechnen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. recken, Kluge s. u. recken, DW 14, 445, EWD s. u. recken, Falk/Torp 333, EWAhd 7, 368, Duden s. u. recken, Bluhme s. u. recken; Son.: vgl. afries. -; ae. rėccan (1), sw. V. (1), strecken, ausstrecken, gehen, geben; an. rekja (1), sw. V. (1), recken, ausbreiten, erklären; got. rakjan?, sw. V. (1), recken; nndl. rekken, V., recken; nschw. räcka, V., recken; nnorw. rekke, V., recken; GB.: (rekken) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches sich nach oben strecken; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: recken (!), recke (!), reckst, reckt, reckest, recket, reckte, recktest, reckten, recktet, gereckt, ##gereckt, gereckte, gerecktes, gerecktem, gereckten, gereckter##, reckend, ###reckend, reckende, reckendes, reckendem, reckenden, reckender###, reck (!)+EW; Z.: reck-en
Reckholder, nhd. (ält.-dial.), M., (9. Jh.): nhd. Wacholder, Reckholder; ne. juniper; Vw.: -; Hw.: s. Wacholder; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. reckholter, st. M., Wacholder, Wacholderzweig; ahd. rekkaltar*, reckaltar*, st. M. (a?, i?), Wacholder; Vorderglied vielleicht von recken (s. d.), Hinterglied zu nhd. Holunder; L.: Kluge s. u. Reckholder, DW 14, 449, EWAhd 7, 367; GB.: (rekkaltar*) seit 9. Jh. belegte und vielleicht aus recken und (Holun)der gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Nadelhölzern gehörenden immergrünen Strauch oder kleineren Baum mit nadelartigen oder schuppenförmigen kleinen und graugrünen Blättern und von Menschen vielleicht seit dieser Zeit als Gewürz verwendeten blauschwarzen Beerenfrüchten (Scheinfrüchten oder weiblichen Samenzapfen); BM.: richten?, fleckig?; F.: Reckholder, Reckholders, Reckholdern+EW; Z.: Reck—hol-d-er
$recyceln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. recyceln, wiederaufbereiten, wiederverwenden, wiederverwerten; E.: s. ne. recyc(le), e. el (Suff.), s. (e)n Suff.; L.: Kluge s. u. Recycling, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit 1784 bewusst verwirklichtes und seit dem späteren 20. Jh. verstärktes einen bereits einmal genutzten Stoff wiederaufbereiten und wiederverwenden und wiederverwerten; F.: recyceln, recycel (!), recycle, recycele, recycelst, recycelt, recycelte, recyceltest, recycelten, recyceltet, ##recycelt, recycelte, recyceltes, recyceltem, recycelten, recycelter##, recycelnd, ###recycelnd, recycelnde, recycelndes, recycelndem, recycelnden, recycelnder###, recycel (1)+FW(+EW?); Z.: re-cy-c-el-n
Recycling, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Recycling, Wiederaufbereitung, Wiederverwendung, Wiederverwertung; ne. recycling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. recycling; E.: s. ne. recycling, N., Recycling, vgl. ne. recycle, V., wiederverwerten; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; ne. cycle, N., Zyklus; lat. cyclus, M., Kreis, Zyklus, Periode, um 400 n. Chr.); gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad, Schild; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Recycling, fehlt DW, Duden s. u. Recycling; Son.: vgl. nndl. recycling, Sb., Recycling; ndän. recycling, Sb., Recycling; nnorw. resirculasjon, M., Recycling; poln. recycling, M., Recycling; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für die Wiederaufbereitung oder Wiederverwendung oder Wiederverwertung von von Menschen hergestellten und nicht mehr gebrauchten Erzeugnissen oder Stoffen; BM.: zurück; F.: Recycling, Recyclings+FW; Z.: Re-cy-c-l-ing
Redakteur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Redakteur, Schriftleiter, Bearbeiter, Verfasser; ne. editor; Vw.: -; Hw.: s. Redaktion, redigieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. rédacteur; E.: s. frz. rédacteur, M., Rechtstexte Sammelnder, Zeitungsartikelschreiber; vgl. frz. rédiger, V., zusammenstellen, ordnen, abfasen, ausarbeiten; lat. redigere, V., zurücktreiben, zurückjagen, wieder zurückbringen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Redaktion, fehlt DW, EWD s. u. redigieren, Duden s. u. Redakteur; Son.: vgl. nschw. redaktör, Sb., Redakteur; nnorw. redaktør, M., Redakteur; poln. redaktor, M., Redakteur; lit. redaktorius, M., Redakteur, Editor; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bearbeiter oder Verfasser von für eine Veröffentlichung in Zeitungen oder Zeitschriften oder Büchern oder Rundfunk oder Fernsehen bestimmten Texten; BM.: zurück, treiben; F.: Redakteur, Redakteurs, Redakteures, Redakteure, Redakteuren+FW(+EW?); Z.: Re-d-ak-t-eur
Redaktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Redaktion, Prüfung eines Textes, Redaktionsräumlichkeiten; ne. redaction; Vw.: -; Hw.: s. redigieren, Redakteur; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. rédaction; E.: s. frz. rédaction, F., Redaktion; vgl. lat. redigere, V., zurücktreiben, zurückjagen, wieder zurückbringen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Redaktion, fehlt DW, EWD s. u. redigieren, Duden s. u. Redaktion; Son.: vgl. nndl. redactie, Sb., Redaktion; nschw. redaktion, Sb., Redaktion; nnorw. redaksjon, M., Redaktion; poln. redakcja, F., Redaktion; lit. redakcija, F., Redaktion; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bearbeiten oder Verfassen oder Prüfen von für eine Veröffentlichung in Zeitungen oder Zeitschriften oder Büchern oder Rundfunk oder Fernsehen bestimmten Texten; BM.: zurück, treiben; F.: Redaktion, Redaktionen+FW(+EW?); Z.: Re-d-ak-t-io-n
$redaktionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. redaktionell; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Redaktion, s. ell (Suff.); I.: Lw. frz. rédactionnel; L.: fehlt DW, EWD s. u. redigieren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Redaktion oder einen Redakteur oder einen Redaktor betreffend; F.: redaktionell, redaktionelle, redaktionelles, redaktionellem, redaktionellen, redaktioneller+FW(+EW?); Z.: re-d-ak-t-io-n-ell
$Redaktor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Redaktor; Q.: Mitte 19. Jh.; Hw.: s. Redaktion, s. Redakteur; L.: EWD s. u. redigieren, fehlt DW; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und mit Redaktion und Redakteur verbindbare Bezeichnung für einen Sammler oder Bearbeiter oder Verfasser von für eine Veröffentlichung in Zeitungen oder Zeitschriften oder Büchern oder Rundfunk oder Fernsehen bestimmten Texten; F.: Redaktor, Redaktors, Redaktoren+FW(+EW?); Z.: Re-d-ak-t-or
Rede, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rede, Vortrag, Äußerung; ne. speech; Vw.: -; Hw.: s. gerade (1), redlich; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. rede, st. F., Rede, Rechenschaft, Sprache, Erzählung; mnd. rēde (1), redde, reede, reyde, rede, rit, rīte, F., Rede, gesprochene oder geschriebene Worte, Äußerung, Vortrag, Erzählung, Predigt, Verhandlung; mnl. rede, F., Rede; ahd. reda, redia, st. F. (jō), sw. F. (n), Rede, Wort, Meinung, Ansicht, Verstand; ahd. redī (1), st. F. (ī), Rede; as. rėthi, st. F. (ī), Rede; germ. *raþjō, st. F. (ō), Rechenschaft, Rede; anfrk. retha, F., gesprochenes Wort; germ. *raþjō-, *raþjōn, sw. F. (n), Rechenschaft, Rede; s. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., zurechtmachen, bereiten, geraten, überlegen (V.), Pokorny 59; idg. *rē- (1), *rə-, *Hreh₁-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rede, Kluge s. u. Rede, DW 14, 450, EWD s. u. Rede, Falk/Torp 336, EWAhd 7, 241, Duden s. u. Rede, Bluhme s. u. Rede; Son.: vgl. afries. rethe, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Rede, Gegenrede, Beweis; ae. rœ̄þe (2), Adj., recht, gerecht; an. -; got. raþjō, sw. F. (n), Abrechnung, Rechenschaft, Zahl; nndl. rede, Sb., Rede; lat. ratio, F., Rechnung, Berechnung, Buchung; GB.: (reda) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen mündlichen Vortrag von Gedanken vor anderen Menschen oder eine (umfangreichere sprachliche) Äußerung; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: Rede, Reden+EW; Z.: Re-d-e
reden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. reden, sprechen; ne. talk (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rede, redlich; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. reden, sw. V., reden, sprechen, sagen; mnd. rēden (1), redden, sw. V., reden, sprechen, Rede halten, erörtern, bereden, besprechen, festsetzen; mnl. reden, sw. V., reden, sprechen; ahd. redēn*, sw. V. (3), reden, sprechen; ahd. redōn, sw. V. (2), reden, sagen, sprechen, erzählen, berichten; as. rėthiōn*, sw. V. (2), reden, sprechen; s. ahd. reda, redia, st. F. (jō), sw. F. (n), Rede, Wort, Meinung, Ansicht, Verstand; ahd. redī (1), st. F. (ī), Rede; as. rėthi, st. F. (ī), Rede; germ. *raþjō, st. F. (ō), Rechenschaft, Rede; germ. *raþjō-, *raþjōn, sw. F. (n), Rechenschaft, Rede; s. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., zurechtmachen, bereiten, geraten, überlegen (V.), Pokorny 59; idg. *rē- (1), *rə-, *Hreh₁-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rede, Kluge s. u. reden, DW 14, 463, EWD s. u. Rede, EWAhd 7, 253, Duden s. u. reden; Son.: vgl. afries. rethia, sw. V. (2), reden, sprechen, erzählen; GB.: (redēn) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Red(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprechen; BM.: berechnen bzw. fügen; F.: reden (!), rede (!), redest, redet, redete, redetest, redeten, redetet, geredet, ##geredet, geredete, geredetes, geredetem, geredeten, geredeter##, redend, ###redend, redende, redendes, redendem, redenden, redender###, red (!)+EW; Z.: re-d-en
$Redensart, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Redensart, Ausdrucksweise, Redewendung; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. reden, s. s (Suff.), s. Art; L.: DW 14, 473, EWD s. u. Rede; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus reden und s sowie Art gebildete Bezeichnung für eine Ausdrucksweise oder eine Redewendung wie beispielsweise fix und fertig sein (V.) oder Wurst sein (V.) oder nur Bahnhof verstehen oder den Daumen drücken oder Bock haben; F.: Redensart, Redensarten+EW; Z.: Re-d-en-s—art
redigieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. redigieren, bearbeiten, ausarbeiten; ne. redact, edit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Redaktion, Redaktor, Redakteur; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. rédiger; E.: s. frz. rédiger, V., zusammenstellen, ordnen, abfassen, ausarbeiten; lat. redigere, V., zurücktreiben, zurückjagen, wieder zurückbringen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. redigieren, Redaktion, fehlt DW, EWD s. u. redigieren, Duden s. u. redigieren; Son.: vgl. nschw. redigera, V., redigieren; nnorw. redigere, V., redigieren; poln. redagować, V., redigieren; lit. redaguoti, V., redigieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Text für eine Veröffentlichung bearbeiten; BM.: zurück, treiben; F.: redigieren, redigiere, redigierst, redigiert, redigierest, redigieret, redigierte, redigiertest, redigierten, redigiertet, ##redigiert, redigierte, redigiertes, redigiertem, redigierten, redigierter##, redigierend, ###redigierend, redigierende, redigierendes, redigierendem, redigierenden, redigierender###, redigier (!)+FW(+EW?); Z.: re-d-ig-ier-en
redlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. redlich, verantwortlich, ehrlich, zuverlässig, rechtschaffen (Adj.), verlässlich; ne. honest; Vw.: -; Hw.: s. reden, Rede; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. redelich, redlich, Adj., redend, beredt, vernünftig, verständig, rechtschaffen; mnd. rēdelīk, rēdelek, rēdelich, rēdlīk, rēlīk, Adj., redlich, ehrlich, ehrbar, vernünftig, vernunftbegabt, angemessen, rechtmäßig, wohl begründet, hinreichend; mnl. redelijc, Adj., rechtschaffen, vernünftig, angemessen; ahd. redilīh*, Adj., vernünftig, vernunftgemäß, rednerisch, gut gesprochen; vgl. ahd. reda, st. F. (jō), sw. F. (n), Rede, Wort, Meinung, Ansicht, Verstand; germ. *raþjō, st. F. (ō), Rechenschaft, Rede; germ. *raþjō-, *raþjōn, sw. F. (n), Rechenschaft, Rede; s. idg. *rēdʰ-, *rōdʰ-, *rədʰ-, V., zurechtmachen, bereiten, geraten, überlegen (V.), Pokorny 59; idg. *rē- (1), *rə-, *Hreh₁-, V., berechnen, zählen, Pokorny 853, 59; idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. redlich, DW 14, 476, EWD s. u. redlich, EWAhd 7, 249, Duden s. u. redlich; Son.: vgl. afries. rethelik, Adj., vernünftig, geziemend; nschw. redlig, Adj., redlich; nnorw. redelich, Adj., redlich; GB.: seit um 1000 belegte und aus Red(e) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches verantwortlich oder ehrlich oder zuverlässig oder rechtschaffen (Adj.); BM.: berechnen, gleich; F.: redlich, redliche, redliches, redlichem, redlichen, redlicher(, redlichere, redlicheres, redlicherem, redlicheren, redlicherer, redlichst, redlichste, redlichstes, redlichstem, redlichsten, redlichster)+EW; Z.: re-d-lich
$Redlichkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Redlichkeit, Redefähigkeit, Beredsamkeit, Vernunft, Verlässlichkeit; E.: s. redlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. redlich, DW 14, 476, EWD s. u. redlich; GB.: (redelichheit) seit 1292 belegte und aus redlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Redefähigkeit oder Beredsamkeit oder Vernunft oder Verlässlichkeit; F.: Redlichkeit+EW; Z.: Re-d-lich-kei-t
$Redner, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Redner, Redender; Vw.: s. Bauch-; E.: s. red(e)n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. reden, DW 14, 476, EWD s. u. reden; GB.: seit um 1000 belegte und aus red(e)n und er (Suff.) vielleicht nach lat. rhetor gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen und wohl seit den Hochkulturen des Altertums bedeutsamen Reden zu möglichst vielen Hörern haltenden Menschen oder Redenden; F.: Redner, Redners, Rednern+EW; Z.: Re-d-n-er
$rednerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rednerisch; E.: s. Redner, s. isch; L.: DW 14, 486, EWD s. u. Rede; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. rhetoricus aus Redner und isch gebildete Bezeichnung für Reden (N.) und Redner betreffend; F.: rednerisch, rednerische, rednerisches, rednerischem, rednerischen, rednerischer+EW; Z.: re-d-n-er-isch
Redoute, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Redoute, Saal für Feste, Feldschanze; ne. redoubt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. frz. redoute, F., Redoute, Saal für Feste, Feldschanze; it. ridotto, M., Zufluchtsort, Feldschanze; lat. reductum, N., Zurückgezogenes, Zufluchtsort; lat. redūcere, V., zurückziehen, zurückführen, einziehen, einschlürfen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Redoute, fehlt DW, Duden s. u. Redoute; Son.: vgl. nndl. redoute, Sb., Redoute; nschw. redutt, Sb., Redoute; poln. reduta, F., Redoute; lit. redutas, M., Redoute; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Saal für Feste und für eine allseitig geschlossene Schanze als Teil einer Festung; BM.: zurück, ziehen; F.: Redoute, Redouten+FW; Z.: Re-dou-t-e
$redselig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. redselig, gerne und viel redend; E.: s. Red(e) und red(en), s. selig; L.: Kluge s. u. reden, DW 14, 488, EWD s. u. reden; GB.: (redesælic) vielleicht seit 15. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. affabilis aus Rede oder rede(n) und selig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches gerne und viel redend; F.: redselig, redselige, redseliges, redseligem, redseligen, redseliger(, redseligere, redseligeres, redseligerem, redseligeren, redseligerer, redseligst, redseligste, redseligstes, redseligstem, redseligsten, redseligster)+EW; Z.: re-d-sel-ig
Reduktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Reduktion, Verringerung, Herabsetzung; ne. reduction, diminution; Vw.: -; Hw.: s. reduzieren; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. reductio; E.: s. mnd. reductiōn, F., Reduktion, Einschränkung, Vorbehalt; lat. reductio, F., Zurückführung, Wiedereinsetzung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. redūcere, V., zurückziehen, zurückführen, einziehen, einschlürfen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reduzieren, fehlt DW, EWD s. u. reduzieren, Duden s. u. Reduktion; Son.: vgl. nndl. reductie, Sb., Reduktion; frz. réduction, F., Reduktion; nschw. reduktion, Sb., Reduktion; nnorw. reduksjon, M., Reduktion; poln. redukcja, F., Reduktion; lit. redukcija, F., Reduktion; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verringerung oder Herabsetzung oder das Zurückführen auf ein geringeres Maß; BM.: zurück, ziehen; F.: Reduktion, Reduktionen+FW(+EW); Z.: Re-du-k-t-io-n
redundant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.): nhd. redundant, überschüssig, überflüssig; ne. redundant; Vw.: -; Hw.: s. Redunanz; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. redundāns; E.: s. lat. redundāns, (Part. Präs.=)Adj., überströmend, überflüssig, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. redundāre, V., zurücktreten, übertreten (V.), austreten, überströmen, überfließen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. redundant, fehlt DW, Duden s. u. redundant; Son.: vgl. nndl. redundant, Adj., redundant; frz. redondant, Adj., redundant; nschw. redundant, Adj., redundant; nnorw. redundant, Adj., redundant; poln. redundantny, Adj., redundant; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für überschüssig oder überflüssig; BM.: zurück, fließen; F.: redundant, redundante, redundantes, redundantem, redundanten, redundanter(, redundantere, redundanteres, redundanterem, redundanteren, redundanterer, redundantest, redundanteste, redundantestes, redundantestem, redundantesten, redundantester)+FW(+EW?); Z.: re-d-u-nd-ant
Redundanz, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Redundanz, Überfluss, Überflüssigkeit; ne. redundancy, redundance; Vw.: -; Hw.: s. redundant; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. redundantia; E.: s. lat. redundantia, F., Überströmen, Überfülle, Überfluss, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. redundāre, V., zurücktreten, übertreten (V.), austreten, überströmen, überfließen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. redundant, fehlt DW, Duden s. u. Redundanz; Son.: vgl. frz. redondance, F., Redundanz; nschw. redundans, Sb., Redundanz; nnorw. redundans, M., Redundanz; poln. redundancja, F., Redundanz; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Vorhandensein von eigentlich überflüssigen und für die Information nicht notwendigen Elementen; BM.: zurück, fließen; F.: Redundanz, Redundanzen+FW(+EW); Z.: Re-d-u-nd-anz
$Redung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Redung; Vw.: s. Verab-; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Wolfdietrich Red. C.); E.: s. red(en), s. ung; L.: DW 14, 489; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus red(en) und ung gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Reden (N.); F.: Redung, Redungen+EW; Z.: Re-d-ung; Son.: s. a. Unterredung
Reduplikation, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reduplikation, Verdoppelung; ne. reduplication; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. reduplicātio; E.: s. lat. reduplicātio, F., Verdoppelung, Wiederholung, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. reduplicāre, V., wieder verdoppeln; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. duplicāre, V., doppelt machen, zwiefältig machen, verdoppeln, doppelt anlegen; lat. duplex, Adj., doppelt gefaltet, doppelt zusammengelegt, zweifältig; lat. duo, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Reduplikation, fehlt DW, Duden s. u. Reduplikation; Son.: vgl. nndl. reduplicatie, Sb., Reduplikation; frz. réduplication, F., Reduplikation; nschw. reduplikation, Sb., Reduplikation; nnorw. reduplikasjon, M., Reduplikation; poln. reduplikacja, F., Reduplikation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Verdoppelung oder Wiederholung wie beispielsweise Hickhack oder Krimskrams oder Mischmasch oder Singsang oder Tingeltangel oder Wirrwarr oder Zickzack; BM.: zurück, zwei, flechten; F.: Reduplikation, Reduplikationen+FW(+EW?); Z.: Re-du-pli-k-at-io-n
reduzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. reduzieren, verringern, vermindern; ne. reduce; Vw.: -; Hw.: s. Reduktion; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. redūcere; E.: s. mnd. reducīren*, reducīrn, sw. V., reduzieren, umrechnen (Einheiten), zurückführen, verringern; lat. redūcere, V., zurückziehen, zurückführen, einziehen, einschlürfen, (204-169 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 219 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reduzieren, fehlt DW, EWD s. u. reduzieren, Duden s. u. reduzieren; Son.: vgl. nndl. reduceren, V., reduzieren; frz. réduir, V., reduzieren; nschw. reducera, V., reduzieren; nnorw. redusere, V., reduzieren; poln. redukować, V., reduzieren; lit. redukuoti, V., reduzieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches verringern oder vermindern; BM.: zurück, ziehen; F.: reduzieren, reduziere, reduzierst, reduziert, reduzierest, reduzieret, reduzierte, reduziertest, reduzierten, reduziertet, ##reduziert, reduzierte, reduziertes, reduziertem, reduzierten, reduzierter##, reduzierend, ###reduzierend, reduzierende, reduzierendes, reduzierendem, reduzierenden, reduzierender###, reduzier (!)+FW(+EW?); Z.: re-du-z-ier-en
$Reduzierung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Reduzierung, Verringerung, Verminderung; E.: s. reduzier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. reduzieren, fehlt DW, EWD s. u. reduzieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus reduzier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Verringerung oder Verminderung; F.: Reduzierung, Reduzierungen+FW+EW; Z.: Re-du-z-ier-ung
Reede, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reede, Ankerplatz; ne. roadstead, road; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. mnd. rēde (3), reide, rede, reiide, reyde, rēt, reit, rēit, rīde, F., Reede, offener Hafen (M.) (1), Ankerplatz; vgl. mnd. rēde, reide, rēt, reit Adj., bereit, fertig, verfügbar, gar; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Rhede, Kluge s. u. Reede, DW 14, 489, EWD s. u. Reede, Bluhme s. u. Reede; Son.: vgl. nschw. redd, Sb., Reede; GB.: seit Anfang 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen nach der Entwicklung und Verwendung von Schiffen entwickelten und verwendeten Liegeplatz oder Ankerplatz für Schiffe; BM.: ?; F.: Reede, Reeden+EW; Z.: Reed-e
$Reeder, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Reeder, Schifffahrtsunternehmer, Schiffseigner; E.: s. Reed(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Reede, DW 14, 489, EWD s. u. Reede; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Reed(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Schiffen möglichen Schifffahrtsunternehmer oder Schiffseigner; F.: Reeder, Reeders, Reedern+EW; Z.: Reed-er; Son.:nach DW seit 15. Jahrhundert
$Reederei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reederei; L.: Kluge s. u. Reede, DW 14, 489, EWD s. u. Reede; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Reeder und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für das Unternehmen eines Reeders oder eine Gesellschaft von Reedern in der Seeschifffahrt; F.: Reederei, Reedereien+EW; Z.: Reed-er-ei
reell, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. reell, real, ehrlich, anständig, wirklich, tatsächlich; ne. real; Hw.: s. real, Realität, Realismus, realisieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. réel; E.: s. frz. réel, Adj., reell, wirklich; lat. reālis, Adj., wesentlich, gegenständlich, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge s. u. reell, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. reell; Son.: vgl. nschw. reël, Adj., reell; nschw. reel, Adj., real; nnorw. reel, Adj., reel; GB.: seit um 1700 aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wirklich oder tatsächlich oder (nach Entstehung des Menschen) ehrlich oder anständig; BM.: Sache; F.: reell, reelle, reelles, reellem, reellen, reeller+FW(+EW?); Z.: re-el-l
Reep, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Reep, Seil, Tau (N.); ne. rope (N.); Vw.: s. Fall-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: nd. reep, Sb., Seil; mnd. rēp, rēip, repp, reep, reip, rēpe, rēipe, M., N., „Reep“, Seil, Strick (M.), Strang, Tau (N.), Reif (M.), Längenmaß für Tuch und Leinwand, Flächenmaß, Landstück von bestimmter Größe, Körpermaß, Gerät zum Fischfang, Maßband, Maßschnur; germ. *raipa-, *raipam, germ., st. N. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; s. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Reep, fehlt DW, EWD s. u. Reif 1, Duden s. u. Reep, Bluhme s. u. Reep; Son.: vgl. ndän. reb, N., Reep; nschw. rep, N., Seil; nnorw. rep, N., Seil; GB.: vielleicht seit 18. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Tau (N.) eines Schiffes; BM.: reißen; F.: Reep, Reepes, Reeps, Reepe, Reepen+EW; Z.: Ree-p
$Reeper, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Reeper, Seiler; E.: s. Reep, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Reep, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus (mnd.) Reep und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Hersteller eines Reepes oder einen Seiler; F.: Reeper, Reepers, Reeperen+EW; Z.: Ree-p-er
$Reeperbahn, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Reeperbahn; L.: Kluge s. u. Reep, fehlt DW, EWD s. u. Reif 1; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Reeper und Bahn gebildete Bezeichnung für die nach den Reepern (Seilern) benannte und etwa 930 Meter lange wichtigste und bekannteste Straße (Bahn) des Vergnügungsviertels Sankt Pauli in Hamburg; F.: Reeperbahn, Reeperbahnen+EW; Z.: Ree-p-er—bahn
Reet, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Reet, Schilf; ne. reed; Vw.: -; Hw.: s. Ried (1); Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. rēt (2), reit, reet, reydt, rooth, rot, rīt, riet, ryth, N., M., Reet, Ried (N.) (1), Name verschiedener Schilfpflanzen, Schilfrohr, Werkzeug der Weber, Spule?, Vorrichtung an einem Webstuhl, Dickicht aus Schilfrohr, Röhricht, mit Schilf bewachsenes Gelände; vgl. as. *hriod?, st. N. (a), Ried (N.) (1), Reet; germ. *hreuda-, *hreudam, st. N. (a), schwankendes Ried (N.) (1), schwankendes Reet; s. idg. *kret- (1), *k̑reth₂-, V., schütteln, sich lockern, Pokorny 620 (981/213) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Reet, fehlt DW, Duden s. u. Reet; Son.: niederdeutsche Form von Ried (1); GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung und dem Hausbau zu dem Dachdecken verwendetes Schilf; BM.: schütteln; F.: Reet, Reets+EW; Z.: Reet
Refektorium, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Refektorium, Speisesaal in einem Kloster; ne. refectory; Vw.: -; Hw.: s. Remter; Q.: 1603?; I.: Lw. lat. refectōrium; E.: s. lat. refectōrium, N., Speisesaal, (540-604 n. Chr.); vgl. lat. reficere, V., erquicken, wieder herstellen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. facere, V., machen, tun; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Refektorium, fehlt DW, Duden s. u. Refektorium; Son.: vgl. nndl. refectorium, Sb., Refektorium; frz. réfectoire, M., Refektorium; nschw. refektorium, N., Refektorium; nnorw. refektorium, N., Refektorium; poln. refektarz, M., Refektorium; lit. refektoriumas, M., Refektorium; GB.: vielleicht seit 1603 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Speisesaal in einem Kloster; BM.: zurück, setzen; F.: Refektorium, Refektoriums, Refektorien+FW(+EW?); Z.: Re-fe kt-or-i-um
Referat, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Referat, Bericht, Vortrag, einzelnes Fachgebiet einer Behörde; ne. lecture (N.), presentation; Vw.: -; Hw.: s. referieren, Referendar, Referendum, Referenz; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. referat; E.: s. lat. referat, V., er möge berichten; lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW, EWD s. u. referieren, Duden s. u. Referat; Son.: vgl. nschw. referat, N., Referat; nnorw. referat, N., Referat; poln. referat, M., Referat; lit. referatas, M., Referat; GB.: vielleicht seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung von Sprache gehaltenen mündlichen Vortrag beziehungsweise für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches einzelnes Fachgebiet einer Behörde; BM.: zurück, tragen; F.: Referat, Referates, Referats, Referate, Referaten+FW; Z.: Re-fer-at
Referendar, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Referendar, Anwärter auf eine höhere Beamtenlaufbahn; ne. law clerk, trainee teacher; Vw.: -; Hw.: s. referieren, Referat, Referentum, Referent, Referenz; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. referendārius; E.: s. lat. referendārius, M., Referendar, Kanzler, Vorsteher der königlichen (?) Kanzlei, (449/450 n. Chr.); vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Referendar, fehlt DW, Duden s. u. Referendar; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus lat. referre gebildete Bezeichnung für einen Amtsträger und später einen Anwärter auf eine höhere Beamtenlaufbahn; BM.: zurück, tragen; F.: Referendar, Referendares, Referendars, Referendare, Referendaren+FW; Z.: Re-fer-end-ar
Referendum, nhd., (Gerundiv=)N., (16. Jh.?): nhd. Referendum, Volksbefragung; ne. referendum; Vw.: -; Hw.: s. referieren, Referat, Referendar, Referenz; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. referendum; E.: s. lat. referendum, N., zu Berichtendes, zu Beschließendes; vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW, Duden s. u. Referendum; Son.: vgl. nndl. referendum, Sb., Referendum; frz. référendum, M., Referendum; nschw. referendum, N., Referendum; nnorw. referendum, N., Referendum; poln. referendum, N., Referendum; kymr. refferendwm, F., Referendum; nir. reifreann, M., Referendum; lit. referendumas, M., Referendum; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Volksbefragung (zu einem bestimmten Thema); BM.: zurück, tragen; F.: Referendum, Referendums, Referenden+FW; Z.: Re-fer-end-um
Referent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Referent, Vortragender, Dienststellenleiter (M.); ne. referent, aide; Vw.: -; Hw.: s. referieren, Referendar, Referendum, Referat; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. referēns; E.: s. lat. referēns, (Part. Präs.=)Adj., zurückerstattend, zurücktragend; vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW, EWD s. u. referieren, Duden s. u. Referent; Son.: vgl. frz. référent, M., Referent; nschw. referent, Sb., Referent; nnorw. referent, M., Referent; poln. referent, M., Referent; lit. referentas, M., Referent; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache Vortragenden oder für einen Leiter (M.) einer mit einer bestimmten Aufgabe befassten Dienststelle; BM.: zurück, tragen; F.: Referent, Referenten+FW(+EW?); Z.: Re-fer-ent
Referenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Referenz, Beurteilung, Bezugnahme; ne. reference (N.); Vw.: -; Hw.: s. referieren, Referat, Referendar, Referendum, Referent; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. réference; E.: s. frz. réference, F., Referenz, Beleg, Bezug; vgl. frz. référer, V., sich beziehen, Bericht erstatten; lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft wohl ungeklärt; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW, EWD s. u. referieren, Duden s. u. Referenz; Son.: vgl. nndl. referentie, Sb., Referenz; nschw. referens, Sb., Referenz; nnorw. refereanse, M., Referenz; poln. referencia, F., Referenz; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beurteilung oder eine Bezugnahme; BM.: zurück, tragen; F.: Referenz, Referenzen+FW(+EW?); Z.: Re-fer-enz
$referenziell, referentiell, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. referenziell, Referenz betreffend, bezugnehmend; E.: s. Referenz, s. iell (Suff.); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Referenz und iell (Suff.) gebildete Bezeichnung für Referenz betreffend oder bezugnehmend; F.: referenziell, referenzielle, referenzielles, referenziellem, referenziellen, referenzieller, referentiell, referentielle, referentielles, referentiellem, referentiellen, referentieller+FW; Z.: re-fer-enz-iel-l
referieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. referieren, (mündlich) vortragen, berichten; ne. lecture (V.), refer; Vw.: -; Hw.: s. Referat, Referendar, Referendum, Referenz; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. référer; E.: s. mnd. referēren, referīren, sw. V., referieren, berichten, beziehen auf, richten nach; frz. référer, V., sich beziehen, Bericht erstatten; lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen, zurückerstatten, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. referieren, fehlt DW, EWD s. u. referieren, Duden s. u. referieren; Son.: vgl. nndl. refereren, V., referieren; nschw. referera, V., referieren; nnorw. referere, V., referieren; poln. referować, V., referieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches (mündlich) vortragen oder berichten; BM.: zurück, tragen; F.: referieren, referiere, referierst, referiert, referierest, referieret, referierte, referiertest, referierten, referiertet, ##referiert, referierte, referiertes, referiertem, referierten, referierter##, referierend, ###referierend, referierende, referierendes, referierendem, referierenden, referierender###, referier (!)+FW(+EW); Z.: re-fer-ier-en
Reff (1), nhd. (dial.), N., (11. Jh.): nhd. Reff (N.) (1), Gestell aus Stäben oder Brettern zu einem Tragen; ne. back frame used to carry loads; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. ref, st. N., Stabgestell zum Tragen auf dem Rücken, Reff (N.) (1); mnd. ref (1), rif, M., Kadaver, toter Körper, menschlicher Leichnam, Tierkadaver (Bedeutung örtlich beschränkt), Gerippe, Skelett, Transportgestell; ahd. ref (2), st. N. (a), Korb, Gestell, Tragkorb, Rückenkorb, Reff (N.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *hripa-, *hripam, st. N. (a), Korb, Gestell, Reff (N.) (1); s. idg. *skreib-, *kreib-, V., drehen, biegen, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reff 1, Kluge s. u. Reff 1, DW 14, 489, Falk/Torp 103, EWAhd 7, 259, Duden s. u. Reff, Bluhme s. u. Reff 1; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hrip, st. N. (a), Rückenkorb; got. -; nnorw. (dial.) rip, Sb., Rückenkorb; ? lat. corbis, M., Korb; ? lett. kribas, Sb., zusammengebundene Stäbe als Boden des Bauernschlittens; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon früher mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes Gestell aus Stäben oder Brettern zu einem Tragen; BM.: drehen; F.: Reff, Reffes, Reffs, Reffe, Reffen+EW; Z.: Re-ff
Reff (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Reff (N.) (2), Vorrichtung zu einer Verkürzung der Segel; ne. reef; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. ref, N., Vorrichtung zur Verkleinerung der Segelfläche, Vorrichtung zum Reffen des Segels; mnl. reef, Sb., Reff (N.) (2); vgl. an. rif, Sb., Vorrichtung zum Reffen des Segels?; s. fläm. reef?, Sb., Streifen (M.), Striemen (M.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reff 2, Kluge s. u. Reff 2, DW 14, 491, EWD s. u. reffen, Duden s. u. Reff, Bluhme s. u. Reff 2; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einer nach Entwicklung von Segelschiffen von Menschen entwickelte und verwendete Verkleinerung und Verkürzung der Segel; BM.: Streifen (M.)?; F.: Reff, Reffes, Reffs+EW; Z.: Reff
reffen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. reffen (V.) (1), Flachs hecheln; ne. heckle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Riffel; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mnl. repen; E.: s. mnl. repen, reepen, reypen, V., reffen (V.) (1), Flachs hecheln; weitere Herkunft ungeklärt?; wohl von idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. reffen, Kluge s. u. reffen 2, DW 14, 491, Duden s. u. reffen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes Flachs hecheln; BM.: reißen?; F.: reffen, reffe, reffst, refft, reffest, reffet, reffte, refftest, refften, refftet, gerefft, ##gerefft, gereffte, gerefftes, gerefftem, gerefften, gereffter##, reffend, ###reffend, reffende, reffendes, reffendem, reffenden, reffender###, reff (!)+FW?; Z.: re-ff-en
$reffen (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. reffen, Segel einziehen; L.: Kluge s. u. Reff 2, DW 14, 489; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Reff (2) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für nach Entwicklung von Segelschiffen von Menschen entwickeltes und verwendetes (Segel) einziehen; F.: reffen, reffe (!), reffst, refft, reffest, reffet, reffte, refftest, refften, refftet, gerefft, ##gerefft, gereffte, gerefftes, gerefftem, gerefften, gereffter##, reffend, ###reffend, reffende, reffendes, reffendem, reffenden, reffender###, reff (!)+EW; Z.: reff-en
reflektieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. reflektieren, zurückstrahlen, zurückwerfen, nachdenken; ne. reflect; Vw.: -; Hw.: s. Reflex, Reflexion, reflexiv; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. reflectere; E.: s. lat. reflectere, V., zurückbeugen, zurückdrehen, zurückwenden, umwenden, (190-159 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. reflektieren, EWD s. u. reflektieren, fehlt DW, Duden s. u. reflektieren; Son.: vgl. nndl. reflecteren, V., reflektieren; frz. réfléchir, V., reflektieren; nschw. reflektera, V., reflektieren; nnorw. reflektere, V., reflektieren; lit. reflektuoti, V., reflektieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zurückstrahlen und seit Entwicklung von Sprache mögliches nachdenken; BM.: zurück, beugen; F.: reflektieren, reflektiere, reflektierst, reflektiert, reflektierest, reflektieret, reflektierte, reflektiertest, reflektierten, reflektiertet, ##reflektiert, reflektierte, reflektiertes, reflektiertem, reflektierten, reflektierter##, reflektierend, ###reflektierend, reflektierende, reflektierendes, reflektierendem, reflektierenden, reflektierender###, reflektier (!)+FW+EW; Z.: re-flek-t-ier-en
$Reflektor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Reflektor, Licht reflektierende oder zurückstrahlende Oberfläche; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. reflektieren; L.: Kluge s. u. reflektieren, fehlt DW, EWD s. u. reflektieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes Gerät für die Bündelung und Rückstrahlung von Licht(wellen); F.: Reflektor, Reflektors, Reflektoren+FW; Z.: Re-flek-t-or
Reflex, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Reflex, Widerschein, Zurückgeworfenwerden, unkontrollierte Bewegung, unwillkürliche Reaktion auf einen von außen kommenden Reiz; ne. reflex (N.); Vw.: -; Hw.: s. reflektieren, Reflexion, reflexiv; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. réflexe; E.: s. frz. réflexe, M., Reflex; lat. reflexus, M., Zurückbeugen, Krümmung, Bucht, um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. reflectere, V., zurückbeugen, zurückdrehen, zurückwenden, umwenden; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. Reflex, reflektieren, fehlt DW, EWD s. u. reflektieren, Duden s. u. Reflex; Son.: vgl. nndl. reflex, Sb., Reflex; nschw. reflex, Sb., Reflex; nnorw. refleks, M., Reflex; poln. refleks, M., Reflex; lit. reflekas, M., Reflex; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Widerschein (von Licht) oder ein Zurückgeworfenwerden (von Licht oder Schall oder Wärme) oder eine unkontrollierte Bewegung oder eine unwillkürliche Reaktion auf einen von außen kommenden Reiz; BM.: zurück, beugen; F.: Reflex, Reflexes, Reflexe, Reflexen+FW; Z.: Re-flex
Reflexion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Reflexion, Abglanz, Zurückgeworfenwerden, Überlegung; ne. reflexion, reflection; Vw.: -; Hw.: s. reflektieren, Reflex, reflexiv; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. reflexio; E.: s. lat. reflexio, F., Zurückbeugen, Umkehrung, (Ende 4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. reflectere, V., zurückbeugen, zurückdrehen, zurückwenden, umwenden; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. reflektieren, fehlt DW, EWD s. u. reflektieren, Duden s. u. Reflexion; Son.: vgl. frz. réflexion, F., Reflexion; nschw. reflexion, Sb., Reflexion; nnorw. refleksjon, M., Reflexion; poln. refleksja, F., Reflexion; lit. refleksija, F., Reflexion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Abglanz oder ein Zurückgeworfenwerden von Licht oder Schall oder Wärme oder eine seit Entwicklung von Sprache mögliche Überlegung; BM.: zurück, beugen; F.: Reflexion, Reflexionen+FW(+EW); Z.: Re-flex-io-n
reflexiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. reflexiv, zurückbeziehend, rückbezüglich; ne. reflexive (N.); Vw.: -; Hw.: s. reflektieren, Reflex, Reflexion, sich; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. mlat. reflexīvus; E.: s. mlat. reflexīvus, Adj., durch Reflexion verursacht; vgl. lat. reflectere, V., zurückbeugen, zurückdrehen, zurückwenden, umwenden, (190-159 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. reflektieren, fehlt DW, EWD s. u. reflektieren, Duden s. u. reflexiv; Son.: vgl. frz. réfléchi, Adj., reflexiv; nschw. reflexiv, Adj., reflexiv; nnorw. refleksiv, Adj., reflexiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Reflexion betreffend oder zurückbeziehend oder rückbezüglich (von Pronomen und Verben); BM.: zurück, beugen; F.: reflexiv, reflexive, reflexives, reflexivem, reflexiven, reflexiver+FW(+EW); Z.: re-flex-iv
Reflux, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Reflux, Rückfluss; ne. reflux (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. reflūxus; E.: s. lat. reflūxus, M., Niedrigwasser, (6./7. Jh. n. Chr.); vgl. refluere, V., zurückfließen, abfließen, überfließen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fluere, V., fließen, strömen, rinnen, wallen (V.) (1), flüssig werden; idg. *bʰleugᵘ̯-, V., überwallen, Pokorny 159; s. idg. *bʰleu-, V., aufblasen, schwellen, strotzen, fließen, Pokorny 158 (251/84) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Reflux; Son.: vgl. frz. reflux, M., Reflux; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den grundsätzlich ungewollten und schädlichen Rückfluss von Magensaft (Magensäure) eines Menschen aus dem Magen in die Speiseröhre; BM.: zurück, aufblasen bzw. sprudeln; F.: Reflux, Refluxes+FW(+EW); Z.: Re-flu-x
Reform, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reform, Umgestaltung, Verbesserung; ne. reform (N.); Vw.: -; Hw.: s. reformieren, Reformation, Reformator; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. réforme; E.: s. frz. réforme, F., Reform, Veränderung, Verbesserung; vgl. frz. réformer, V., reformieren; lat. refōrmāre, V., umgestalten, umbilden, verwandeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reformieren, fehlt DW, EWD s. u. reformieren, Duden s. u. Reform; Son.: vgl. nschw. reform, Sb., Reform; nnorw. reform, M., Reform; poln. reforma, F., Reform; lit. reforma, F., Reform; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine planmäßige Umgestaltung zu einer Verbesserung bestehender Einrichtungen und Verhältnisse durch Beseitigung von Missständen; BM.: zurück, ritzen bzw. schneiden; F.: Reform, Reformen+FW(+EW?); Z.: Re-for-m
Reformation, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Reformation, Wiederherstellung von Bewährtem, Umgestaltung, Erneuerung, kirchliche Erneuerungsbewegung (Martin Luthers von 1517); ne. reformation; Vw.: -; Hw.: s. reformieren, Reform, Reformator; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. refōrmātio; E.: s. fnhd. reformacye, F., Reformation; mnd. refōrmatiōn, F., „Reformation“, Rückformung, Instandsetzung, Ausbesserung, Verbesserung; mnd. refōrmātie, refōrmacie, reformacie, F., Reformation, Rückformung, Instandsetzung, Ausbesserung, Verbesserung; lat. refōrmātio, F., Umgestaltung, Verbesserung, Erneuerung, Wiederherstellen der früheren Form, Wiedereinräumung, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. refōrmāre, V., umgestalten, umbilden, verwandeln; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten, (220-130 v. Chr.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reformieren, DW 14, 492, EWD s. u. reformieren, Duden s. u. Reformation; Son.: vgl. nndl. reformatie, Sb., Reformation; frz. réformation, F., Reformation; nschw. reformation, Sb., Reformation; nnorw. reformation, Sb., Reformation; poln. reformacja, F., Reformation; nir. reifirméisean, M., Reformation (kirchlich); lit. reformacija, F., Reformation; GB.: (nach DRW) seit 1439 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen durchgeführte Wiederherstellung von Bewährtem oder Umgestaltung oder Erneuerung; BM.: zurück, ritzen bzw. schneiden; F.: Reformation, Reformationen+FW(+EW); Z.: Re-for-m-at-io-n; Son.: etwas älter reformatie (vierzehnhundert)
Reformator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Reformator, Wiederhersteller, Erneuerer Verbesserer; ne. reformer; Vw.: -; Hw.: s. reformieren, Reform, Reformation; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. refōrmātor; E.: s. lat. refōrmātor, M., Wiederhersteller, Umgestalter, Verbesserer, Erneuerer, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. refōrmāre, V., umgestalten, umbilden, verwandeln; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten, (220-130 v. Chr.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reformieren, EWD s. u. reformieren, Duden s. u. Reformator; Son.: vgl. frz. réformateur, M., Reformator; nschw. reformator, Sb., Reformator; nnorw. reformator, M., Reformator; poln. reformator, M., Reformator; lit. reformatorius, M., Reformer; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Wiederhersteller oder Erneuerer oder Verbesserer; BM.: zurück, ritzen bzw. schneiden; F.: Reformator, Reformators, Reformatoren+FW; Z.: Re-for-m-at-or
reformieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. reformieren, wiederherstellen, erneuern, verbessern, besser machen; ne. reform (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reform, Reformation, Reformator; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. reformieren, sw. V., reformieren; mnd. refōrmēren, refōrmīren, sw. V., reformieren, instandsetzen, ausbessern, verbessern, revidieren; lat. refōrmāre, V., umgestalten, umbilden, verwandeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reformieren, fehlt DW, EWD s. u. reformieren, Duden s. u. reformieren; Son.: vgl. nndl. reformeren, V., reformieren; frz. réformer, V., reformieren; nschw. reformera, V., reformieren; nnorw. reformere, V., reformieren; poln. reformować, V., reformieren; lit. reformuoti, V., reformieren; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in der weiteren Herkunft teilweise wohl ungeklärte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wiederherstellen oder erneuern oder verbessern; BM.: zurück, ritzen bzw. schneiden; F.: reformieren, reformiere, reformierst, reformiert, reformierest, reformieret, reformierte, reformiertest, reformierten, reformiertet, ##reformiert, reformierte, reformiertes, reformiertem, reformierten, reformierter##, reformierend, ###reformierend, reformierende, reformierendes, reformierendem, reformierenden, reformierender###, reformier (!)+FW(+EW); Z.: re-for-m-ier-en
$reformiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. reformiert; Q.: um 1600; E.: s. reformier(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. reformieren; GB.: um 1600 belegte und aus reformier(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für wiederhergestellt oder erneuert oder verbessert oder evangelisch oder protestantisch; F.: reformiert, reformierte, reformiertes, reformiertem, reformierten, reformierter+FW(+EW); Z.: re-for-m-ier-t
$Reformierter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Reformierter, Evangelischer, Protestant; E.: s. reformiert, s. er (Suff.); Q.: Mitte 17. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. s. u. reformieren; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus reformiert gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer evangelischen oder protestantischen Konfession; F.: Reformierter, Reformierte, Reformierten+FW(+EW); Z.: Re-for-m-ier-t-er
Refrain, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Refrain, Kehrreim; ne. refrain (N.), chorus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. refrain; E.: s. frz. refrain, M., Rückprall der Wogen von den Klippen, Refrain, Kehrreim; vgl. afrz. refraindre, V., brechen; lat. refringere, V., erbrechen, aufbrechen, zerbrechen, (204-169 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frangere, V., brechen, zerbrechen, aufbrechen, abbrechen; idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Refrain, fehlt DW, EWD s. u. Refrain, Duden s. u. Refrain; Son.: vgl. nndl. refrein, Sb., Refrain; nschw. refräng, Sb., Refrain; nnorw. refreng, N., Refrain; poln. refren, M., Refrain; lit. refrenas, M., Refrain; GB.: seit der Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen unter Aufgabe der ursprünglichen Bedeutung aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Kehrreim oder regelmäßig wiederholten Reim; BM.: zurück, brechen bzw. schneiden; F.: Refrain, Refrains+FW; Z.: Re-frai-n
Refugium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Refugium, Zufluchtsort, Rückzugsort; ne. refuge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. refugium; E.: s. mnd. refugium, N., Refugium, Zuflucht; lat. refugium, Zuflucht, Zufluchtsort, geheimer unterirdischer Gang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. refugere, V., zurückfliehen, entfliehen, entweichen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. fugere, V., fliehen, davonlaufen, meiden; idg. *bʰeug- (1), V., fliehen, Pokorny 152 (234/67) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., balt.); L.: Kluge s. u. Refugium, fehlt DW, Duden s. u. Refugium; Son.: vgl. frz. refuge, M., Refugium; nschw. refuge, Sb., Refugium; nnorw. refuge, M., Refugium; nnorw. refugium, N., Refugium (biologisch); GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt und Entwicklung von Leben möglichen Zufluchtsort oder Rückzugsort (von Lebewesen); BM.: zurück, fliehen; F.: Refugium, Refugiums, Refugien+FW; Z.: Re-fug-i-um
Regal (1), nhd., N., (17. Jh.): nhd. Regal (N.) (1), Gestell; ne. rack (N.), regal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Regal 1, fehlt DW, EWD s. u. Regal, Duden s. u. Regal; Son.: vgl. nschw. reol, Sb., Regal (N.) (1); nnorw. reol, M., Regal (N.) (1); GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Gestell mit Fächern für Gegenstände verschiedenster Art; BM.: ?; F.: Regal, Regals, Regales, Regale, Regalen+EW?; Z.: Reg-al
Regal (2), nhd., N., (14. Jh.): nhd. Regal (N.) (2), Hoheitsrecht; ne. droit de régale; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1312 (Apokalypse von Heinrich von Hesler); E.: mhd. regāl, regālie, N., Regal (2), ursprünglich königliches und später landesherrliches Recht; mnd. rēgal* (3), N., Regalie, Regal (N.) (2), ursprünglich königliches und später landesherrliches Recht, Gerechtsame; lat. rēgālis, Adj., zum König gehörig, dem König zukommend, königlich; vgl. lat. rēx, M., Leiter (M.), Regierer, König, Fürst; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regal 2, DW 14, 493, Duden s. u. Regal; Son.: vgl. nndl. regaal, Sb., Regal (N.) (2); frz. droit de régale, M., Regal (N.) (2); nschw. regale, Sb., Regal (N.) (2); nnorw. regale, N., Regal (N.) (2); GB.: seit vor 1312 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem König und später dem Landesherrn (Staat) zustehendes und meist wirtschaftlich nutzbares Hoheitsrecht wie Münzregal oder Bergregal oder Salzregal oder Jagdregal oder Fischereiregal; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. lenken; F.: Regal, Regals, Regalien+FW(+EW?); Z.: Reg-al
Regatta, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Regatta, Wettfahrt mit Booten; ne. regatta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. regata; E.: s. it. regata, F., Regatta, Gondelwettfahrt; vgl. it. regatar, V., wetteifern; wohl zu einem frühroman. *captāre, V., zu erringen suchen; vgl. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Regatta, EWD s. u. Regatta, fehlt DW, Duden s. u. Regatta; Son.: vgl. nndl. regatta, Sb., Regatta; frz. régate, F., Regatta; nschw. regatta, Sb., Regatta; nnorw. regatta, M., Regatta; poln. regaty, Sb. Pl., Regatta; kymr. regata, F., Regatta; lit. regata, M., Regatta; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen (captare) und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Wettfahrt mit Booten; BM.: fangen; F.: Regatta, Regatten+FW; Z.: Re-gat-t-a
$rege, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. rege, beweglich, munter, tüchtig; E.: s. rege(n); L.: Kluge 1. A. s. u. rege, DW 14, 492, EWD s. u. regen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus rege(n) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches beweglich oder munter oder tüchtig; F.: rege, reges, regem, regen, reger(, regere, regeres, regerem, regeren, regerer, regst, regste, regstes, regstem, regsten, regster)+EW; Z.: reg-e
Regel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Regel, Richtlinie, Richtschnur, Vorschrift, Gewohnheit, Monatsblutung; ne. rule (N.); Vw.: -; Hw.: s. regulieren, Reglement, regulär; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. regele, regel, st. F., sw. F., Regel, Ordensregel; mnd. rēgule, regule, rēgul, rēgele, regele, rēgel, regle, F., Regel, Verhaltensnorm, festgelegte Verfahrensweise, vorgeschriebene Abfolge, Ordnung, Vorschrift; mnl. regel, F., Regel; ahd. regula, st. F. (ō), Regel; as. -; anfrk. -; germ. *regul-, Sb., Regel, Riegel, Richtholz?; lat. rēgula, F., Leiste, Latte, Richtschnur, Regel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Regel, Kluge s. u. Regel, DW 14, 492, EWD s. u. Regel, EWAhd 7, 281, Duden s. u. Regel, Bluhme s. u. Regel; Son.: vgl. afries. reil, M., Riegel; ae. regol, regul, st. M. (a), Regel, Kanon, Gesetz, Muster, Lineal; an. regula, F., Regel, Klosterregel; got. -; nndl. regel, Sb., Regel; frz. règle, F., Regel; nschw. regel, Sb., Regel; nnorw. regel, M., Regel; poln. reguła, F., Regel; kymr. rheol, F., Regel; nir. riail, F., Regel; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus bestimmten Häufigkeiten abgeleitete aus Erfahrungen und Erkenntnissen gewonnene und in Übereinkunft festgelegte sowie für einen jeweiligen Bereich als verbindlich angesehene und damit geltende Richtlinie oder Richtschnur oder Vorschrift sowie für die (regelmäßige natürliche) Monatsblutung von Frauen; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. lenken; F.: Regel, Regeln+FW; Z.: Reg-el
$regelmäßig, nhd., Adj., Adv. (17. Jh.): nhd. regelmäßig, einer Regel gemäß, ausgeglichen, ausgewogen, gleichmäßig, gewöhnlich; E.: s. Regel, s, mäßig; L.: EWD s. u. Regel, DW 14, 501 (regelmäszig); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Regel und mäßig gebildete Bezeichnung für einer Regel gemäß oder gleichmäßig oder gewöhnlich; F.: regelmäßig, regelmäßige, regelmäßiges, regelmäßigem, regelmäßigen, regelmäßiger(, regelmäßigere, regelmäßigeres, regelmäßigerem, regelmäßigeren, regelmäßigerer, regelmäßigst, regelmäßigste, regelmäßigstes, regelmäßigstem, regelmäßigsten, regelmäßigster)+FW+EW; Z.: reg-el—mä-ß-ig
$regeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. regeln, nach Regeln gestalten, ordnen, bestimmen; L.: Kluge s. u. Regel, EWD s. u. Regel, DW 14, 502; E.: s. Regel, s. (e)n (Suff.); GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und erst später verbreitete und aus Regel und (e)n (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches nach Regeln gestalten oder ordnen oder bestimmen; F.: regeln (!), regel (!), regle, regele, regelst, regelt, regelte, regeltest, regelten, regeltet, geregelt, ##geregelt, geregelte, geregeltes, geregeltem, geregelten, geregelter##, regelnd, ###regelnd, regelnde, regelndes, regelndem, regelnden, regelnder###, regel (!)+FW(+EW); Z.: reg-el-n
$regelrecht, nhd., Adj., Adv. (18. Jh.): nhd. regelrecht, den Regeln gemäß; E.: s. Regel, s. recht; L.: DW 14, 502, EWD s. u. Regel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Regel und recht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Regeln mögliches die Regel beachtend oder den Regeln gemäß; F.: regelrecht, regelrechte, regelrechtes, regelrechtem, regelrechten, regelrechter(, regelrechtere, regelrechteres, regelrechterem, regelrechteren, regelrechterer, regelrechtest, regelrechteste, regelrechtestes, regelrechtestem, regelrechtesten, regelrechtester)+FW+EW; Z.: reg-el.—rech-t
$Regelung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Regelung, Vereinbarung, Ordnung, Bestimmung, Vorschrift; E.: s. regel(n), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Regel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus regel(n) und ung gebildete Bezeichnung für Vereinbarung oder Ordnung oder Bestimmung oder Vorschrift; F.: Regelung, Regelungen+FW; Z.: Reg-el-lung
regen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. regen, bewegen, eine Bewegung machen; ne. move (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. regen (1), sw. V., regen, aufrichten, bewegen, in Bewegung setzen, schütteln, schwingen, hervorrufen, aufrütteln, zeigen, beweisen, beherrschen, erregen; mnd. rȫgen (1), rogen, rōgen, roigen, roggen, rȫjen, royen, sw. V., regen, bewegen, in Bewegung setzen, rühren, schüren, bewirken, anregen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *ragjan, sw. V., regen; idg. *rek- (1), *Hrek-, V., Sb., ragen, Stange, Latte, Pokorny 863 (1503/26) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. regen, Kluge s. u. regen, DW 14, 508, EWD s. u. regen, Falk/Torp 334, Duden s. u. regen, Bluhme s. u. regen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Lebens mögliches bewegen oder eine Bewegung machen; BM.: ragen; F.: regen, rege (!), regst, regt, regest, reget, regte, regtest, regten, regtet, geregt, ##geregt, geregte, geregtes, geregtem, geregten, geregter##, regend, ###regend, regende, regendes, regendem, regenden, regender###, reg (!)+EW; Z.: reg-en
Regen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Regen (M.), Regenwetter; ne. rain (N.); Vw.: -; Hw.: s. regnen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. regen, st. M., Regen; mnd. rēgen (2), M., Regen (M.), Niederschlag in Form von Wassertropfen; mnl. regen, reen, M., Regen (M.); ahd. regan, st. M. (a), Regen (M.), Regenschauer, Regenfall; as. regan, st. M., Regen; anfrk. regan, st. M. (a), Regen (M.); germ. *regna-, *regnaz, *regana-, *reganaz, st. M. (a), Regen (M.); germ. *regna-, *regnam, *regana-, *reganam, st. N. (a), Regen (M.); s. idg. *reg̑- (2), *rek̑-, *rek-?, Adj., V., Sb., feucht, wässern, Regen (M.), Pokorny 857 (1489/12) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Regen, Kluge s. u. Regen, DW 14, 504, EWD s. u. Regen, Falk/Torp 335, EWAhd 7, 269, Duden s. u. Regen, Bluhme s. u. Regen; Son.: vgl. afries. rein, st. M. (a), Regen (M.); saterl. rin; ae. regn, rēn (1), st. M. (a), Regen (M.); an. regn, st. N. (a), Regen (M.); got. rign, st. N. (a), Regen; krimgot. reghen, N., Regen; nndl. regen, Sb., Regen (M.); nschw. regn, N., Regen (M.); nnorw. regn, N., Regen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den mindestens nach Entstehung der Erde und Verfestigung der Erdoberfläche schon vormenschlich möglichen Niederschlag von Luftfeuchtigkeit in Tropfenform; BM.: feucht bzw. wässern; F.: Regen, Regens+EW; Z.: Reg-en
$Regenbogen, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Regenbogen, ein Lichtband in einem Regensachauer; E.: s. Regen (M.), s. Bogen; L.: Kluge 1. A. s. u. Regen, Kluge s. u. Regenbogen, DW 14, 516, EWD s. u. Regen; GB.: (regibogo) seit 10. Jh. belegte und aus Regen (M.) und Bogen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Licht und Erde sowie Regen aus der Sicht von Menschen mögliches teilkreisbogenförmiges vielfarbiges Lichtband in einem von der Sonne beschienenen und von Menschen betrachteten Regenschauer; F.: Regenbogen, Regenbogens, Regenbögen+EW; Z.: Reg-en—bog-en
Regeneration, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Regeneration, Wiedergeburt, Wiederauffrischung, Wiederbelebung, Wiederentstehung; ne. regeneration; Vw.: -; Hw.: s. regenerieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. regenerātio; E.: s. lat. regenerātio, F., Wiedergeburt, Seelenrettung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. regenerāre, V., wieder erzeugen, hervorbringen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen (V.); lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Regeneration; Son.: vgl. frz. régnération, F., Regeneration; nnorw. regenerasjon, M., Regeneration; poln. regeneracja, F., Regeneration; lit. regeneracija, F., Regeneration; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Wiedergeburt oder erneute Belebung einer (mindestens schon einmal) vorhandenen Gegebenheit; BM.: zurück, erzeugen; F.: Regeneration, Regenerationen+FW(+EW?); Z.: Reg-en-er-at-io-n
regenerieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. regenerieren, wiedergebären, wiederherstellen, sich wieder erholen; ne. regenerate; Vw.: -; Hw.: s. Regeneration; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. regenerāre; E.: lat. regenerāre, V., wieder erzeugen, hervorbringen, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. generāre, V., zeugen, erzeugen, erschaffen (V.); lat. genus, N., Geburt, Abstammung, Herkunft; idg. *g̑énos, *g̑n̥i̯os, *g̑énh₁os, N., Geschlecht; s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. regenerieren, fehlt DW, EWD s. u. regenieren, Duden s. u. regenerieren; Son.: vgl. nndl. regereneren, V., regenerieren; frz. régénérer, V., regenerieren; nschw. regenerera, V., regenerieren; nnorw. regenerere, V., regenerieren; poln. regenerować, V., regenerieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches wiedergebären oder wiederherstellen oder sich wieder erholen; BM.: zurück, erzeugen; F.: regenerieren, regeneriere, regenerierst, regeneriert, regenerierest, regenerieret, regenerierte, regeneriertest, regenerierten, regeneriertet, ##regeneriert, regenerierte, regeneriertes, regeneriertem, regenerierten, regenerierter##, regenerierend, ###regenerierend, regenerierende, regenerierendes, regenerierendem, regenerierenden, regenerierender###, regenerier (!)+FW(+EW?); Z.: reg-en-er-ier-en
$Regenpfeifer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Regenpfeifer; E.: s. Regen (M.), s. Pfeifer; L.: Kluge s. u. Regenpfeifer, DW 14, 522, EWD s. u. Regen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Regen und Pfeifer gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen weltweit meist in Feuchtgebieten verbreiteten mittelgroßen und angeblich (nach Carl von Linné) Regen (N.) durch Pfeifen (N.) ankündigenden Vogel (Watvogel); F.: Regenpfeifer, Regenpfeifers, Regenpfeifern+EW+FW; Z.: Reg-en—pfeif-er
$Regenschirm, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Regenschirm; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Regen (M.), s. Schirm; L.: DW 14, 523, EWD s. u. Regen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und vielleicht nach frz. parapluie aus Regen und Schirm gebildete Bezeichnung für ein seit vor 5000 Jahren in Ägypten und Griechenland sowie China von Menschen entwickeltes und verwendetes tragbares Gestell für einen Schutz gegen Regen (oder Sonne [Parasol]); F.: Regenschirm, Regenschirms, Regenschirmes, Regenschirme, Regenschirmen+EW; Z.: Reg-en—schir-m
Regent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Regent, Regierender, Staatsoberhaupt; ne. regent; Vw.: -; Hw.: s. regieren; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. regēns; E.: s. mnd. regente, regent, sw. M., Regent, Herrscher, regierender Fürst, Regionalherrscher, Angehöriger der regionalen Obrigkeit; lat. regēns, (Part. Präs.=)M., Fürst, Herrscher; vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regent, regieren, DW 14, 524, EWD s. u. Regent, Duden s. u. Regent; Son.: vgl. nndl. regent, Sb., Regent; frz. régent, M., Regent; nschw. regent, M., Regent; nnorw. regent, M., Regent; poln. regent, M., Regent; lit. regentas, M., Regent; GB.: seit Ende 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Regierenden oder einen Fürsten (oder ein Staatsoberhaupt); BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. lenken; F.: Regent, Regenten+FW(+EW?); Z.: Reg-ent
$Regenwurm, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Regenwurm; E.: s. reg(e), s. en (Suff.), s. Wurm: L.: Kluge s. u. Regenwurm, DW 14, 526, EWD s. u. Regen; GB.: (reganwurm) vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus reg(e) und en (Suff.) und Wurm gebildete für einen vielleicht seit 209 Millionen Jahren entwickelten und weltweit verbreiteten sowie bis zu 30 Zentimeter langen und von Menschen (als Speise und) zu einem Angeln von Fischen verwendeten (und dabei keinen Schmerz spürenden) Wurm; F.: Regenwurm, Regenwurms, Regenwurmes, Regenwürmer, Regenwürmern+EW; Z.: Reg-en—wur-m
Reggae, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Reggae, jamaikanische Popmusik; ne. reggae; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1970; I.: Lw. ne. reggae; E.: s. ne. reggae, N., Reggae; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von dem jamaikanischen Englisch rege-rege, N., Streit; eine andere Ableitung geht von lat. rēx, M., Leiter (M.), Regierer, König aus (Musik des Königs?); L.: Duden s. u. Reggae; Son.: vgl. nndl. reggae, Sb., Reggae; frz. reggae, M., Reggae; nschw. reggae, Sb., Reggae. fehlt DW; nnorw. reggae, M., Reggae; poln. reggae, N., Reggae; kymr. reggae, rege, M., F., Reggae; nir. reigé, M.?, Reggae; lit. regis, M., Reggae; GB.: seit um 1970 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen in Jamaika entwickelte und verwendete Richtung der Popmusik; BM.: Streit; F.: Reggae, Reggaes+FW; Z.: Reggae
Regie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Regie, Leitung; ne. direction, regie; Vw.: -; Hw.: s. regieren, Regisseur; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. régie; E.: s. frz. régie, F., Regie; frz. regier, V., leiten; lat. regere, V., richten, lenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regie, fehlt DW, EWD s. u. Regie, Duden s. u. Regie; Son.: vgl. nndl. regie, Sb., Regie; nschw. regi, Sb., Regie; nnorw. regi, M., Regie; poln. reżyseria, F., Regie; lit. režisūra, F., Regie; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine verantwortliche vor allem künstlerische Leitung einer Ausgestaltung eines Werkes; BM.: lenken; F.: Regie+FW; Z.: Reg-ie
regieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. regieren, leiten, lenken, zügeln; ne. reign (V.), rule (V.); Vw.: -; Hw.: s. Regent; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. regieren, sw. V., regieren, herrschen, herrschen über, beherrschen; mnd. regēren (1), rejēren, reigeren, reigēren, reygeren, reyeren, reyyeren, sw. V., regieren, herrschen, Amtsgeschäfte führen, Herrschaftsgewalt ausüben, beherrschen, bestimmen über, beaufsichtigen; afrz. reger, V., richten, herrschen; lat. regere, V., richten, lenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. regieren, DW 14, 527, EWD s. u. regieren, Duden s. u. regieren; Son.: vgl. nndl. regeren, V., regieren; frz. régner, V., regieren; nschw. regera, V., regieren; nnorw. regjere, V., regieren; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leiten oder lenken oder zügeln oder Herrschaftsgewalt innehaben; BM.: richten bzw. lenken; F.: regieren, regiere, regierst, regiert, regierest, regieret, regierte, regiertest, regierten, regiertet, ##regiert, regierte, regiertes, regiertem, regierten, regierter##, regierend, ###regierend, regierende, regierendes, regierendem, regierenden, regierender###, regier (!)+FW+EW?; Z.: reg-ier-en
$Regierung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Regierung; L.: Kluge s. u. regieren, DW 14, 532, EWD s. u. regieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus regier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Staates in den Hochkulturen des Altertums mögliche Leitung oder Lenkung (lat. gubernatio oder regimen) eines Staates; F.: Regierung, Regierungen+FW+EW; Z.: Reg-ier-ung
Regime, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Regime, Herrschaft, Staatsverwaltung; ne. regime; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. régime; E.: s. mnd. regimen, N., Regime, Art der Lebensführung, Verhaltensweise; frz. régime, M., Regime, Herrschaft; lat. regimen, N., Lenkung, Leitung, Regierung, Verwaltung, Steuerruder, Lenker, Regierer, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regime, EWD s. u. Regime, fehlt DW, Duden s. u. Regime; Son.: vgl. nndl. regime, Sb., Regime; nschw. regim, Sb., Regime; nnorw. regime, N., Regime; poln. reżim, M., Regime; nir. réim, F., Regime; lit. režimas, M., Regime; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare (eher) abwertende Bezeichnung für eine einem bestimmten politischen System entsprechende Herrschaft; BM.: richten bzw. lenken; F.: Regime, Regimes+FW; Z.: Reg-im-e
Regiment, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Regiment, Herrschaft, ein kleinerer Verband in dem Militär; ne. regiment (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Minnereden); E.: mhd. regiment, st. N., Regiment; mnd. regiment, regimente, regement, regemente, rejement, N., Regiment, Herrschaftsgewalt, Herrschaft, Regierungstätigkeit, Regierungsmaßnahme, Kreis der Herrschaftsgewalt innehat, Regierung, Aufsicht; lat. regimentum, N., Leitung, Regierung; vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regiment, DW 14, 535, EWD s. u. Regiment, Duden s. u. Regiment; Son.: vgl. nndl. regiment, Sb., Regiment; frz. régiment, M., Regiment; nschw. regemente, N., Regiment; nnorw. regimente, N., Regiment; nir. reisimint, F., Regiment; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine verantwortliche Leitung einer Gegebenheit und einen kleineren Verband in dem Militär; BM.: richten bzw. lenken; F.: Regiment, Regiments, Regimentes, Regimente, Regimenten, Regimenter, Regimentern+FW(+EW); Z.: Reg-im-ent
Region, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Region, größeres Gebiet; ne. region; Vw.: -; Hw.: s. regional; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. regio; E.: s. mnd. regiōn, F., Region, Gegend (der Welt); lat. regio, F., Richtung, Linie, Reihe, Gerichtslinie, Gebiet, Landstrich lat. regio, F., Richtung, Linie, Reihe, Gerichtslinie, Gebiet, Landstrich, Landschaft, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Region, EWD s. u. Region, fehlt DW, Duden s. u. Region; Son.: vgl. nndl. regio, Sb., Region; frz. région, F., Region; nschw. region, Sb., Region; nnorw. region, M., Region; poln. region, M., Region; nir. réigiún, M., Region; lit. regionas, M., Region; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in bestimmter Weise geprägtes größeres Gebiet; BM.: richten bzw. lenken; F.: Region, Regionen+FW+EW; Z.: Reg-io-n
regional, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. regional, Region betreffend; ne. regional; Vw.: -; Hw.: s. Region; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. lat. regiōnālis; E.: s. lat. regiōnālis, Adj., zur Landschaft gehörig, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Region, fehlt DW, EWD s. u. Region, Duden s. u. regional; Son.: vgl. nndl. regionaal, Adj., regional; frz. régional, Adj., regional; nschw. regional, Adj., regional; nnorw. regional, Adj., regional; poln. regionalny, Adj., regional; nir. réigiúnach, Adj., regional; lit. regioninis, Adj., regional; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein bestimmtes Gebiet oder eine Region betreffend; BM.: richten bzw. lenken; F.: regional, regionale, regionales, regionalem, regionalen, regionaler(, regionalere, regionaleres, regionalerem, regionaleren, regionalerer, regionalst, regionalste, regionalstes, regionalstem, regionalsten, regionalster)+FW(+EW?); Z.: reg-io-n-al
Regisseur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Regisseur, Spielleiter; ne. director, regisseur; Vw.: -; Hw.: s. Regie; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. régisseur; E.: s. frz. régisseur, M., Regisseur, Verwalter, Spielleiter; vgl. frz. regir, V., leiten; lat. regere, V., richten, lenken, (540-604 n. Chr.); vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Regie, fehlt DW, EWD s. u. Regie, Duden s. u. Regisseur; Son.: vgl. nndl. regisseur, Sb., Regisseur; nschw. regissör, Sb., Regisseur; nnorw. regissør, M., Regisseur; poln. reżyser, M., Regisseur; lit. režisierius, M., Regisseur; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ein Stück in einem Theater oder einem Film Inszenierenden oder einen Spielleiter; BM.: richten bzw. lenken; F.: Regisseur, Regisseurs, Regisseures, Regisseure, Regisseuren+FW; Z.: Reg-is-s-eur
Register, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Register, Verzeichnis von Bezeichnungen; ne. register (N.); Vw.: -; Hw.: s. registrieren; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Peter Suchenwirts Werke); E.: mhd. register, st. N., Verzeichnis, Register, Protokoll; mhd. reister (1), st. N., Verzeichnis, Register, Protokoll, Zeitregister; mnd. register, reister, reyster, rigister, rīster, N., Register, geordnete Aufstellung, Verzeichnis, Inhaltsübersicht eines Buches, geordnetes Verzeichnis von Rechnungsposten oder Eingaben und Ausgaben oder Besitz, Rechnungsbuch; lat. registrum, N., Verzeichnis, (540-604 n. Chr.); vgl. lat. regerere, V., zurücktragen, wieder hintragen, wieder hinschaffen, aufwerfen, entgegenwerfen, reduzieren, erwidern, eintragen, einschreiben; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, ausführen, besorgen, betreiben, weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Register, DW 14, 540, EWD s. u. Register 1, Duden s. u. Register; Son.: vgl. nndl. regisgter, Sb., Register; frz. registre, M., Register; nschw. register, N., Register; nnorw. register, N., Register; poln. rejestr, M., Register; lit. registras, M., Register; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie jenseits von lat. re und gerere in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für ein von Menschen nach Entwicklung von Sprache und Schrift entwickeltes und verwendetes Verzeichnis von Bezeichnungen; BM.: zurück, tragen; F.: Register, Registers, Registern+FW+EW; Z.: Re-gi-st-er
$Registratur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Registratur; Q.: Mitte 16. Jh.; L.: Kluge s. u. Register, fehlt DW, EWD s. u. Register 1; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und mit Register verbindbare Bezeichnung für eine Eintragung oder Buchung in ein Register und einen Raum in dem Register aufbewahrt werden; F.: Registratur, Registraturen+FW(+EW?); Z.: Re-gi-st-r-at-ur
registrieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. registrieren, aufzeichnen, verzeichnen; ne. register (V.); Vw.: -; Hw.: s. Register; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. mlat. registrāre; E.: s. mhd. registireren, sw. V., registrieren, in ein Register eintragen, verzeichnen; mnd. registrēren, registrīren, registerēren, sw. V., registrieren, eintragen, verzeichnen; mlat. registrāre, V., verzeichnen, aufzeichnen; mlat. registrum, N., Verzeichnis; lat. registrum, N., Verzeichnis, Register, vgl. lat. regerere, V., zurücktragen, wieder hintragen, wieder hinschaffen, aufwerfen, entgegenwerfen, reduzieren, erwidern, eintragen, einschreiben; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen, ausführen, besorgen, betreiben, weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge s. u. Register, DW 14, 543, EWD s. u. Register 1, Duden s. u. registrieren; Son.: vgl. nndl. registreren, V., registrieren; frz. enregistrer, V., registrieren; nschw. registrera, V., registrieren; nnorw. registrere, V., registrieren; poln. rejestrować, V., registrieren; lit. registruoti, V., registrieren; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl unbekannte Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift durch den Menschen mögliches aufzeichnen oder verzeichnen; BM.: zurück, tragen; F.: registrieren, registriere, registrierst, registriert, registrierest, registrieret, registrierte, registriertest, registrierten, registriertet, ##registriert, registrierte, registriertes, registriertem, registrierten, registrierter##, registrierend, ###registrierend, registrierende, registrierendes, registrierendem, registrierenden, registrierender###, registrier (!)+FW(+EW); Z.: re-gi-st-r-ier-en
Reglement, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Reglement, Verzeichnis von Vorschriften, eine Gesamtheit von Vorschriften; ne. regulations; Vw.: -; Hw.: s. regulieren, Regel; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. règlement; E.: s. frz. règlement, M., Reglement; vgl. lat. rēgulāre, V., regeln, einrichten, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. regulieren, fehlt DW, Duden s. u. Reglement; Son.: vgl. nndl. reglement, Sb., Reglement; nschw. reglement, N., Reglement; nnorw. reglement, N., Reglement; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Menschen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift sowie Recht mögliches Verzeichnis von Vorschriften oder für eine Gesamtheit von Vorschriften; BM.: richten bzw. lenken; F.: Reglement, Reglements+FW; Z.: Reg-l-em-ent
$Regler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Regler; E.: s. reg(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 14, 543, EWD s. u. Regel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus reg(e)l(n) und er gebildete Bezeichnung für einen regelnden Menschen oder ein seit dieser Zeit von ihm hierfür entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Regler, Reglers, Reglern+FW+EW; Z.: Reg-l-er
regnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. regnen, in Tropfenform als Regen (M.) aus feuchter Luft auf den Boden der Erde fallen; ne. rain (V.); Vw.: -; Hw.: s. Regen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. regenen, reinen, regnen, sw. V., regnen, regnen lassen; mnd. rēgen (4), sw. V., regnen, als Niederschlag fallen, in großen Mengen herabfallen, Niederschlag bewirken, regnen lassen; mnd. rēgenen (1), rēgnen, sw. V., regnen, als Niederschlag fallen, in großen Mengen herabfallen, Niederschlag bewirken, regnen lassen; mnl. regenen, sw. V., regnen; ahd. reganōn*, sw. V. (2), regnen, regnen lassen; as. regnian, sw. V., regnen; anfrk. -; germ. *regnjan, sw. V., regnen; s. idg. *reg̑- (2), rek̑-, rek-?, Adj., V., Sb., feucht, wässern, Regen (M.), Pokorny 857 (1489/12) (RB. idg. aus alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Regen, DW 14, 544, EWD s. u. regen, Duden s. u. regnen; Son.: vgl. afries. reina, sw. V. (1), regnen; ae. rignan, rīnan, sw. V. (1), regnen lassen; an. rigna, sw. V. (1), regnen; got. rignjan, sw. V. (1), regnen, regnen lassen; nndl. regenen, V., regnen; nschw. regna, V., regnen; nnorw. regne, V., regnen; GB.: (reganōn) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches als Regen aus feuchter Luft auf den Boden der Erde fallen; BM.: feucht bzw. wässern; F.: regnen, regne (!), regnest, regnet, regnete, regnetest, regneten, regnetet, geregnet, ##geregnet, geregnete, geregnetes, geregnetem, geregneten, geregneter##, regnend, ###regnend, regnende, regnendes, regnendem, regnenden, regnender###, regne (!)+EW; Z.: reg-n-en
$regnerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. regnerisch, zu Regen (M.) neigend; L.: Kluge s. u. Regen, DW 14, 549, EWD s. u. Regen; E.: s. regn(en), s. er (Suff.), s. isch; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. pluvius oder pluvialis oder pluviosus aus regn(en) und er (Suff.) sowie isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches zu Regen (M.) neigend oder leicht regnend; F.: regnerisch, regnerische, regnerisches, regnerischem, regnerischen, regnerischer(, regnerischere, regnerischeres, regnerischerem, regnerischeren, regnerischerer, regnerischst, regnerischste, regnerischstes, regnerischstem, regnerischsten, regnerischster)+EW; Z.: reg-n-er-isch
…regnum, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. …regnum; ne. …regnum; Vw.: s. Inter-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. rēgnum, N., Königsgewalt, Königsherrschaft, Regierung, unumschränkte Macht, Königtum, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. rēx, M., Leiter (M.), Regierer, König, Fürst; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. …regnum, Suff., …regnum; frz. …règne, Suff., …regnum; nschw. …regnum, Suff., …regnum; nnorw. …regnum, Suff., …regnum; poln. …regnum, Suff., …regnum; nir. …ríocht, Suff., …regnum; GB.: vielleicht seit 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen seitdem als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Bezeichnungen von Herrschaftsformen; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: …regnum, …regnums, (…regna?)+FW; Z.: -reg-n-um
Regress, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Regress, Rückgriff, Zurückgehen; ne. regress (N.), recourse (N.); Vw.: -; Hw.: s. Regression; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. regressus; E.: s. mnd. regres, M., Regress, Rückkehr, Recht auf Wiederinbesitznahme einer Liegenschaft; lat. regressus, M., rückläufige Bewegung, Rückkehr, Rückkunft, Rückgang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. regredī, V., zurückschreiten, zurückgehen, zurückkommen, zurückmarschieren; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Regress, fehlt DW, Duden s. u. Regress; Son.: vgl. nndl. regres, Sb., Regress; frz. regression, F., Regress; nschw. regress, Sb., Regress, EWD s. u. Regress; nnorw. regress, M., Regress; lit. regresas, M., Regress; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den bei einer Bürgschaft möglichen Rückgriff auf den Hauptschuldner durch einen ersatzweise haftenden Schuldner; BM.: zurück, schreiten; F.: Regress, Regresses, Regresse, Regressen+FW(+EW); Z.: Re-gr-ess
Regression, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Regression, Rückgang, rückläufige Entwicklung, Rückschritt; ne. regression; Vw.: -; Hw.: s. Regress; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. lat. regressio; E.: s. lat. regressio, F., Rückgang, Rückkunft, Rückkehr, Rückzug, (100-170 n. Chr.); vgl. lat. regredī, V., zurückschreiten, zurückgehen, zurückkommen, zurückmarschieren; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. gradī, V., Schritte machen, schreiten; idg. *gʰredʰ-, V., schreiten, Pokorny 456 (669/85) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Regress, EWD s. u. Regression, Duden s. u. Regression; Son.: vgl. frz. régression, F., Regression; nschw. regression, Sb., Regression; nnorw. regresjon, M., Regression; poln. regresja, F., Regression; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Rückgang oder Rückschritt; BM.: zurück, schreiten; F.: Regression, Regressionen+FW(+EW); Z.: Re-gr-ess-io-n
$regressiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. regressiv, rückschrittlich, abnehmend, sinkend; Q.: Mitte 19. Jh.; Hw.: s. Regression; E.: s. Regress(ion), s. frz. régressif; L.: fehlt DW, EWD s. u. Regreß; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Regress oder Regression unter Einfluss von frz. régressif gebildete und seitdem verwendete Bezeichnung für rückschrittlich oder abnehmend oder sinkend; F.: regressiv, regressive, regressives, regressivem, regressiven, regressiver(, regressivere, regressiveres, regressiverem, regressiveren, regressiverer, regressivst, regressivste, regressivstes, regressivstem, regressivsten, regressivster)+FW(+EW?); Z.: re-gr-ess-iv
$regsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. regsam, rege, beweglich, geschäftig; E.: s. reg(en), s. sam; L.: DW 14, 550, EWD s. u. regen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus reg(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches rege oder beweglich oder geschäftig; F.: regsam, regsame, regsames, regsamem, regsamen, regsamer(, regsamere, regsameres, regsamerem, regsameren, regsamerer, regsamst, regsamste, regsamstes, regsamstem, regsamsten, regsamster)+EW; Z.: reg—sam
regulär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. regulär, den Regeln entsprechend; ne. regular (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. regulieren, Regel; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. rēgulāris; E.: s. lat. rēgulāris, Adj., zur Schiene gehörig, eine Richtschnur für die Lebensweise enthaltend, regelmäßig, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. regulär, fehlt DW, EWD s. u. Regel, Duden s. u. regulär; Son.: vgl. nndl. regulier, Adj., regulär; frz. régulier, Adj., regulär; nschw. reguljär, Adj., regulär; nnorw. regulær, Adj., regulär; poln. regularny, Adj., regulär; kymr. rheolaidd, Adj., regulär; nir. rialta, Adj., regulär; lit. reguliarus, Adj., regulär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Regeln entsprechend oder richtig oder innerhalb eines menschlichen Regelwerks geschehend oder normal oder ordnungsgemäß; BM.: richten bzw. lenken; F.: regulär, reguläre, reguläres, regulärem, regulären, regulärer(, regulärere, reguläreres, regulärerem, reguläreren, regulärerer, regulärst, regulärste, regulärstes, regulärstem, regulärsten, regulärster)+FW(+EW?); Z.: reg-ul-är
$Regularität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Regularität, Regelhaftigkeit, Normalität, Ordnungsgemäßheit; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. frz. régularité: L.: fehlt DW, EWD s. u. Regel; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. regularis und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Regelhaftigkeit oder Normalität oder Ordnungsgemäßheit; F.: Regularität, Regularitäten+FW(+EW?); Z.: Reg-ul-ar-it-ät
regulieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. regulieren, regeln, nach Regeln gestalten und ordnen; ne. regulate; Vw.: -; Hw.: s. regulär, Regel, Reglement; Q.: 1276-1318 (Frauenlob); E.: mhd. regulieren, sw. V., regulieren; mhd. regelieren, sw. V., regulieren, bestimmen; mnd. rēgulēren, rēgulīren, sw. V., regulieren, in eine bestimmte Ordnung bringen, regeln; lat. rēgulāre, V., regeln, einrichten, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. regulieren, DW 14, 550, EWD s. u. Regel, Duden s. u. regulieren; Son.: vgl. nndl. reguleren, V., regulieren; frz. régulariser, V., regulieren; nschw. reglera, V., regulieren; nnorw. regulere, V., regulieren; poln. regulować, V., regulieren; kymr. rheoleiddio, V., regulieren; nir. rialaím, V., regulieren; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für regeln oder nach (bestimmten) Regeln gestalten und ordnen; BM.: richten bzw. lenken; F.: regulieren, reguliere, regulierst, reguliert, regulierest, regulieret, regulierte, reguliertest, regulierten, reguliertet, ##reguliert, regulierte, reguliertes, reguliertem, regulierten, regulierter##, regulierend, ###regulierend, regulierende, regulierendes, regulierendem, regulierenden, regulierender###, regulier (!)+FW(+EW); Z.: reg-ul-ier-en
$Regulierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Regulierung, Begleichung, Regelung, Beeinflussung; E.: s. regulier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. regulieren, DW 14, 459, EWD s. u. Regel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus regulier(en) und ung gebildete Bezeichnung für Begleichung oder Regelung oder Beeinflussung; F.: Regulierung, Regulierungen+FW+EW; Z.: Reg-ul-ier-ung
Reh, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Reh; ne. roe (N.) (2), venison; Vw.: s. -ling; Hw.: s. Rehbock, Ricke; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rēch, rē, st. N., Reh; mnd. rē (1), ree, rhe, rēhe, N., Reh, Braten (M.) vom Reh, junger weiblicher Hirsch; mnl. ree, N., Reh; ahd. rēh, st. N. (a), Reh, Gaffel?; ahd. rēia*, reiga, sw. F. (n), Reh, Ricke; as. rêho, sw. M. (n), Reh; anfrk. -; germ. *raiha-, *raihaz, st. M. (a), Reh; germ. *raiha-, *raiham, st. N. (a), Reh; vgl. idg. *rei- (2), *roi-, *Hrei-, Adj., bunt, fleckig, Pokorny 859 (1492/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reh, Kluge s. u. Reh, DW 14, 553, EWD s. u. Reh, Falk/Torp 332, EWAhd 7, 285, Duden s. u. Reh, Bluhme s. u. Reh; Son.: vgl. afries. -; ae. rāha, rā, sw. M. (n), Reh; an. rā (3), st. F. (u?), Rehkuh, Ricke; got. -; nndl. ree, Sb., Reh; nschw. rådjur, N., Reh; nnorw. rådyr, N., Reh; ai. riśysaḥ, M., Bock; air. ríabach, Adj., bunt, gefleckt; lit. raĩbas, Adj., bunt, fleckig; russ. rjabój, Adj., bunt, fleckig; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl vor vielleicht 25 Millionen Jahren entwickeltes weit verbreitetes dem Hirsch ähnliches etwas kleineres in dem Walde lebendes und je nach Jahreszeit unterschiedlich gefärbtes Tier mit einem bis zu 25 Zentimetern langen Geweih (des Rehbocks); BM.: fleckig; F.: Reh, Rehes, Rehs, Rehe, Rehen+EW; Z.: Reh
Rehabilitation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rehabilitation, Wiederherstellung, Wiedereingliederung; ne. rehabilitation; Vw.: -; Hw.: s. rehabilitieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. mlat. rehabilitātio; E.: mlat. rehabilitātio, F., Wiederherstellung, Instandsetzung, Rehabilitierung, Rehabilitation; s. mlat. rehabilitāre, V., wiederherstellen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; mlat. habilitāre, V., fähig machen, geeignet machen, vorbereiten; lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten, (um 450 v. Chr.); idg. *gʰabʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rehabilitieren, fehlt DW, EWD s. u. rehabilitieren, Duden s. u. Rehabilitation; Son.: vgl. nschw. rehabilitering, Sb., Rehabilitation; nnorw. rehabilitering, M., F., Rehabilitation; poln. rehabilitacja, F., Rehabilitation; lit. reabilitacija, F., Rehabilitation; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die wohl seit dieser Zeit bewusst angestrebte körperliche Wiederherstellung des Menschen und eine Wiedereingliederung in ein berufliches oder gesellschaftliches Leben; BM.: zurück, fassen; F.: Rehabilitation, Rehabilitationen+FW+EW; Z.: Re-hab-il-it-at-io-n
rehabilitieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rehabilitieren, wiederherstellen; ne. rehabilitate; Vw.: -; Hw.: s. Rehabilitation; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. mlat. rehabilitāre; E.: s. mnd. reabilitēren, sw. V., rehabilitieren, in die früheren Rechte wieder einsetzen; mlat. rehabilitāre, V., wiederherstellen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; mlat. habilitāre, V., fähig machen, geeignet machen, vorbereiten; lat. habēre, V., haben, bei sich haben, halten, besitzen, festhalten, (um 450 v. Chr.); idg. *gʰabʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rehabilitieren, EWD s. u. rehabilitieren, fehlt DW, Duden s. u. rehabilitieren; Son.: vgl. nndl. rehabiliteren, V., rehabilitieren; frz. réhabiliter, V., rehabilitieren; nschw. rehabilitera, V., rehabilitieren; nnorw. rehabilitere, V., rehabilitieren; poln. rehabilitować, V., rehabilitieren; lit. reabilituoti, V., rehabilitieren; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wiederherstellen oder wieder in das berufliche oder gesellschaftliche Leben eingliedern; BM.: zurück, fassen; F.: rehabilitieren, rehabilitiere, rehabilitierst, rehabilitiert, rehabilitierest, rehabilitieret, rehabilitierte, rehabilitiertest, rehabilitierten, rehabilitiertet, ##rehabilitiert, rehabilitierte, rehabilitiertes, rehabilitiertem, rehabilitierten, rehabilitierter##, rehabilitierend, ###rehabilitierend, rehabilitierende, rehabilitierendes, rehabilitierendem, rehabilitierenden, rehabilitierender###, rehabilitier (!)+FW(+EW); Z.: re-hab-il-it-ier-en
$Rehbock, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Rehbock; E.: s. Reh, s. Bock; L.: DW 14, 556, EWD s. u. Reh; GB. seit 10. Jh. belegte und aus Reh und Bock gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl vor vielleicht 25 Millionen Jahren entwickeltes weit verbreitetes dem Hirsch ähnliches etwas kleineres in dem Walde lebendes und je nach Jahreszeit unterschiedlich gefärbtes männliches Tier mit einem bis zu 25 Zentimetern langen Geweih; F.: Rehbock, Rehbocks, Rehbockes, Rehböcke, Rehböcken+EW; Z.: Reh—bock
Rehe, Rähe. nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Rehe, Gliedersteifheit oder Gliederlahmheit bei Tieren (Pferden); ne. laminitis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. ræhe (2), st. F., sw. F., Rähe, Gliedersteifheit der Pferde; s. mhd. ræhe, Adj., starr, steif; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Rehe, DW 14, 557, Duden s. u. Rehe; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Gliederlahmheit bei Tieren (Pferden); BM.: starr bzw. steif; F.: Rehe+EW; Z.: Reh-e
$Rehgeiß, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Rehgeiß, weibliches Reh, ein Pilz; E.: s. Reh, s. Geiß; L.: DW 14, 558 (Rehgeisz), EWD s. u. Reh; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Reh und Geiß gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl vor vielleicht 25 Millionen Jahren entwickeltes weit verbreitetes dem Hirsch ähnliches etwas kleineres in dem Walde lebendes und je nach Jahreszeit unterschiedlich gefärbtes weibliches Tier ohne Geweih und einen Pilz; F.: Rehgeiß, Rehgeißen+EW; Z.: Reh—geiß
$Rehkitz, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Rehkitz; E.: s. Reh, s. Kitz; L.: DW 14, 559, EWD s. u. Reh; GB.: (rēhkizzi*) seit um 1065 belegte und aus Reh und Kitz gebildete Bezeichnung für ein junges Reh bis zu seiner Geschlechtsreife ab der es als Rehbock oder Rehgeiß bezeichnet werden kann; F.: Rehkitz, Rehkitzes, Rehkitze, Rehkitzen+EW; Z.: Reh—kitz
Rehling, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Rehling, Pfifferling; ne. girolle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. Reh,…ling; L.: Kluge s. u. Rehling, DW 14, 559, Duden s. u. Rehling; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus Reh und ling gebildete Bezeichnung für einen in Vorformen vielleicht seit mehr als einer Milliarde Jahren entwickelten und danach in Wäldern vorkommenden blassgelben bis dottergelben Pilz mit trichterförmig vertieftem unregelmäßig gerändertem Hut (M.); BM.: Reh (der Pilz soll dort wachsen wo viele Rehe anzutreffen sind); F.: Rehling, Rehlings, Rehlinge, Rehlingen+EW; Z.: Reh-ling
Reibach, Rebbach, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Reibach, Rebbach, großer Gewinn; ne. profit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; s. wjidd. rebach, reibach, von hebr. räwaḥ, Sb., Verdienst, Gewinn; L.: Kluge s. u. Reibach, fehlt DW, EWD s. u. Reibach, Duden s. u. Reibach; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen oft unredlich erzielten unverhältnismäßig großen Gewinn bei einem Geschäft; BM.: Verdienst; F.: Reibach, Reibachs, Rebbach, Rebbachs+FW; Z.: Reibach
$Reibe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Reibe; E.: s. reib(en), s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. reiben, DW 14, 563, EWD s. u. reiben; Son.: s. ahd. rība* 1, sw. F. (n), Hure, Dirne; rībe (1), mhd., sw. F.: nhd. Prostituierte; s. mhd. hoverībe; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus reib(en) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise schon nach Nutzung von Metall früher entwickeltes und verwendetes Gerät aus Metall zu einem Reiben; F.: Reibe, Reiben+EW; Z.: Rei-b-e
$Reibeisen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Reibeisen; E.: s. reib(en), s. Eisen; L.: DW 14, 562, EWD s. u. reiben; GB.: (rībīsen) seit 1294 belegte und aus reib(en) und Eisen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen spätestens seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät aus Metall (Eisen) zu einem durch Reiben (N.) erfolgenden Bearbeiten von Gegenständen; F.: Reibeisen, Reibeisens+EW; Z.: Rei-b—eis-en
reiben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. reiben, scheuern, glätten; ne. rub (V.); Vw.: -; Hw.: s. ribbeln, rubbeln; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīben, st. V., reiben, schminken, mahlen, geigen, tanzen; mnd. rīven (1), riven, st. V., reiben, zerreiben, einreiben, anlegen, zerkleinern, zerteilen; mnd. wrīven*, wriven, st. V., reiben, wischen, scheuern, sich scheuern, schleifen, zerreiben; mnl. wriven, st. V., reiben; ahd. rīban*, st. V. (1a), reiben, abreiben, einreiben, zereiben, auslösen, zerstören; germ. *wreiban, st. V., reiben; idg. *u̯reip-, *u̯rīp-, *u̯reiHp-, V., drehen, reiben, Pokorny 1159; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. reiben, Kluge s. u. reiben, DW 14, 563, EWD s. u. reiben, Seebold 565, Duden s. u. reiben, Bluhme s. u. reiben; Son.: vgl. nndl. wrijven, V., reiben; nschw. riva, V., reiben; nnorw. rive, V., reiben; gr. ῥίπτειν (rhíptein), V., werfen, schleudern, wegwerfen, vorwerfen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches mit etwas unter Anwendung eines gewissen Druckes über etwas in mehrmaliger kräftiger Bewegung hinfahren und herfahren oder scheuern oder glätten oder auch erhitzen; BM.: drehen; F.: reiben, reibe (!), reibst, reibt, reibest, reibet, rieb, riebst, rieben, riebt, riebest, riebet, gerieben, ##gerieben, geriebene, geriebenes, geriebenem, geriebenen, geriebener##, reibend, ###reibend, reibende, reibendes, reibendem, reibenden, reibender###, reib (!)+EW; Z.: rei-b-en
$Reiberei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reiberei, Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit; E.: s. reib(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. reiben, DW 14, 571, EWD s. u. reiben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus reib(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Meinungsverschiedenheit oder Auseinandersetzung oder Streitigkeit oder das Suchen nach Streit oder Zwist und der Streit selbst; F.: Reiberei, Reibereien+EW; Z.: Rei-b-er-ei
$Reibung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Reibung; E.: s. reib(en), s. ung; L.: Kluge s. u. reiben, DW 14, 573; GB.: (rībunge) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus reib(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Reiberei oder Meinungsverschiedenheit oder für einen Gegendruck oder Widerstand bei einer Bewegung beispielsweise von Molekülen der Luft oder eines Menschen oder Fahrzeugs auf der Erdoberfläche; F.: Reibung, Reibungen+EW; Z.: Rei-b-ung
reich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. reich, vermögend, wohlhabend, begütert; ne. rich (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rīche (1), rīch, Adj., vornehm, edel, mächtig, gewaltig, gut gestellt, selbständig, großzügig, hochmögend, reich; mnd. rīke (2), Adj., reich, reichlich, vermögend, wohlhabend, berühmt, angesehen, innerlich erfüllt, zufrieden, gütig; mnd. rīk (1), rīch, rich, Adj., reich, mächtig; mnl. rike, rejc, Adj., mächtig, vermögend, reich; ahd. rīhhi* (1), rīchi, Adj., reich, mächtig, glücklich, hoch; as. rīki (2), Adj., mächtig, gewaltig, herrschend, reich; germ. *reiki-, *reikiz, Adj., mächtig, reich; s. germ. *rīkja-, *rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. reich, Kluge s. u. reich, DW 14, 579, EWD s. u. reich, Falk/Torp 342, Seebold 369, Heidermanns 450, EWAhd 7, 461, Duden s. u. reich, Bluhme s. u. reich; Son.: vgl. afries. rīke (1), Adj., reich; nfries. rijck, Adj., reich; ae. rīce (2), Adj. (ja), mächtig, stark, groß, hochgestellt, reich; an. rīkr, Adj., mächtig; got. reikeis (1), reiks, Adj. (ja/a), mächtig; nndl. rijk, Adj., reich; nschw. rik, Adj., reich; nnorw. rik, Adj., reich; lat. rēx, M., König; kelt. *rīg-, M., Herrscher, König; air. rí, M., König; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Bildung von Vermögen des Menschen mögliches vermögend oder wohlhabend oder begütert; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: reich, reiche, reiches, reichem, reichen, reicher(, reichere, reicheres, reicherem, reicheren, reicherer, reichst, reichste, reichstes, reichstem, reichsten, reichster)+EW; Z.: reich
Reich, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Reich, Herrschaftsgebiet (eines Fürsten); ne. realm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. rīche, st. N., Herrschaft, Reich, Regierung; mnd. rīke (1), rike, rijke, ricke, rīk, rīch, reych, N., Reich, heiliges römisches Reich, Gebiet in bestimmten geographischen Grenzen, Land; mnl. rīke, N., Reich; ahd. rīhhi (2), rīchi, st. N. (ja), Herrschaft, Macht, Gewalt, Reich, Land, Welt, Gegend, Erde, Herrscher; as. rīki (1), st. N. (ja), Reich, Land, Herrschaft; anfrk. rīki*, st. N. (ja), Reich, Herrschaft; germ. *rīkja-, *rīkjam, *reikja-, *reikjam, st. N. (a), Reich, Herrschaft; kelt. *rīgjo-, N., Reich, idg. *rēg̑i̯om, Sb., Herrschaft, Pokorny 854; idg. *rēg̑s, *rēg̑-, M., König, Pokorny 854; s. idg. *reg̑- (1), h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reich, Kluge s. u. Reich, EWD s. u. Reich, DW 14, 573, Falk/Torp 342, Seebold 370, Duden s. u. Reich, Bluhme s. u. Reich; Son.: vgl. afries. rīke (2), st. N. (ja), Reich; nfries. rijck; ae. rīce (1), st. N. (ja), Reich, Herrschaft, Regierung, Macht; an. rīki, st. N. (ja), Macht, Herrschaft, Reich; got. reiki, st. N. (ja), Reich, Herrschaft, Obrigkeit; nndl. rijk, Sb., Reich; nschw. rike, N., Reich; nnorw. rike, N., Reich; GB.: (rīhhi 2) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Keltische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein Herrschaftsgebiet (eines Fürsten); BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: Reich, Reiches, Reichs, Reiche, Reichen+EW; Z.: Reich
reichen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. reichen, geben, anbieten, sich erstrecken, ausbreiten; ne. reach (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. reichen, sw. V., erreichen, erlangen, holen, bringen, darreichen, langen wonach, fassen, greifen, reichen, hinreichen, sich erstrecken, ausreichen, überbringen; mnd. rēken (2), rechen, rējenen, rēkenen, sw. V., reichen, gereichen, erstrecken, ausreichen, genügen, ausstrecken, entgegenstrecken; mnl. reiken, reeken, reken, V., reichen; ahd. reihhen* (1), reichen*, sw. V. (1a), reichen, sich erstrecken, ergreifen, ausdehnen; ahd. reihhōn*, reichōn*, sw. V. (2), sich erstrecken, beziehen, gewähren; anfrk. reiken, sw. V., reichen, darreichen; germ. *reikjan, *raikjan, sw. V., reichen, ausstrecken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854? (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *reik-?, V., Sb., sich recken, wackeln, Stange, Latte, Pokorny 862?; vgl. idg. rei- (5), V., stützen, Pokorny 860; L.: Kluge 1. A. s. u. reichen, Kluge s. u. reichen, DW 14, 584, EWD s. u. reichen, Falk/Torp 342, EWAhd 7, 333, Duden s. u. reichen, Bluhme s. u. reichen; Son.: vgl. afries. rêka (2), rêtza (2), sw. V. (1), reichen, erreichen, geben, schenken, zahlen; nnordfries. reke, V., reichen, erreichen; ae. rǣcan, sw. V. (1), ausstrecken, reichen, anbieten, bringen, geben, gewähren, sich erstrecken; an. -; got. -; nndl. reiken, V., reichen; nschw. räcka, V., reichen; nnorw. rekke, V., reichen; lit. réizti, V., recken; GB.: (reihhen 1) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für geben oder anbieten oder sich erstrecken oder ausbreiten; BM.: lenken? bzw. Stange bzw. stützen?; F.: reichen (!), reiche (!), reichst, reicht, reichest, reichet, reichte, reichtest, reichten, reichtet, gereicht, ##gereicht, gereichte, gereichtes, gereichtem, gereichten, gereichter##, reichend, ###reichend, reichende, reichendes, reichendem, reichenden, reichender###, reich (!)+EW; Z.: rei-ch-en
$reichhaltig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. reichhaltig, reichlich, viel enthaltend, üppig, gehaltvoll; E.: s. reich, s. haltig; L.: Kluge s. u. reichhaltig, DW 14, 592, EWD s. u. reich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus reich und haltig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen mögliches reichlich oder viel enthaltend oder üppig oder gehaltvoll; F.: reichhaltig, reichhaltige, reichhaltiges, reichhaltigem, reichhaltigen, reichhaltiger(, reichhaltigere, reichhaltigeres, reichhaltigerem, reichhaltigeren, reichhaltigerer, reichhaltigst, reichhaltigste, reichhaltigstes, reichhaltigstem, reichhaltigsten, reichhaltigster)+EW; Z.: rei-ch-hal-t-ig
$reichlich, nhd., Adj., Adv., (9. Jh.): nhd. reichlich, reichhaltig, viel enthaltend, üppig, gehaltvoll, festlich, herrlich; E.: s. reich, s. lich; L.: DW 14, 592, EWD s. u. reich; GB.: (rīhlīhho Adv.) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus reich und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Vermögen mögliches reichlich oder reichhaltig oder viel enthaltend oder üppig oder gehaltvoll oder festlich oder herrlich; F.: reichlich, reichliche, reichliches, reichlichem, reichlichen, reichlicher(, reichlichere, reichlicheres, reichlicherem, reichlicheren, reichlicherer, reichlichst, reichlichste, reichlichstes, reichlichstem, reichlichsten, reichlichster)+EW; Z.: rei-ch—lich
$Reichskristallnacht, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Reichskristallnacht; E.: s. Reich, s. s, s. Kristallnacht; L.: Kluge s. u. Kristallnacht, fehlt DW; GB.: seit 1938 belegte und aus Reich und s sowie Kristallnacht gebildete Bezeichnung für die Nacht von dem 8. auf den 9. 11. 1938 in welcher der Innenminister des Deutschen Reiches Joseph Goebbels während eines Kameradschaftsabends der nationalsozialistischen Parteiführer in dem alten Münchener Rathaussaal durch mündliche Weisung die Beschädigung jüdischer Einrichtungen wegen der Tötung eines 29jährigen (homosexuellen?) deutschen Legationssekretärs (Ernst vom Rath) durch einen 17jährigen Juden (Herschel Grynspan) in dem Palais Beauharnais in Paris (aus Verzweiflung über die Abschiebung von Eltern und Geschwistern aus Hannover nach Polen in dem Oktober 1938) einleitet; F.: Reichskristallnacht+FW+EW; Z.: Rei-ch—kri-st-all—nacht
$Reichstag, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Reichstag; E.: s. Reich, s. s, s. Tag; L.: Kluge s. u. Landtag, DW 14, 611, EWD s. u. Reich; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Reich und s sowie Tag gebildete Bezeichnung für eine Versammlung von zu einer politischen Willensbildung fähigen Vertretern eines Reiches und ein dafür bestimmtes Gebäude (von 1894); F.: Reichstag, Reichstage, Reichstagen, Reichstages, Reichstags+EW; Z.: Rei-ch-s—t-ag
$Reichsverweser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Reichsverweser; Q.: um 1800; E.: s. Reich, s. s, s. Verweser; L.: DW 14, 613, EWD s. u. Verweser; GB.: vielleicht seit um 1800 belegte und aus Reich und s sowie Verweser gebildete Bezeichnung für einen zeitweisen Verwalter eines Reiches wie beispielsweise Erzherzog Johann von Österreich an dem 29. Juni 1848 für das in dem Deutschen Bund geplante Deutsche Reich; F.: Reichsverweser, Reichsverwesers, Reichsverwesern+EW; Z.: Rei-ch-s—ver-wes-er
$Reichtum, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Reichtum, Besitz von Gütern; L.:, DW 14, 618 (Reichthum), EWD s. u. reich; GB.: (rīhtuom) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Keltischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Bildung von Vermögen durch den Menschen möglichen Besitz von Gütern; F.: Reichtum, Reichtums, Reichtumes, Reichtümer, Reichtümern(+FW)+EW; Z.: Rei-ch—tu-m
reif, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. reif, ausgewachsen, voll entwickelt; ne. ripe (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. reifen; Q.: um 765 (Glosse); E.: vgl. mhd. rīf, Adj., reif; mhd. rīfe, Adj., reif; mnd. rīpe (3), rīp, Adj., reif, zur Ernte geeignet (Adj.), voll entwickelt (in Bezug auf Geschwüre), fällig, erwachsen (Adj.), erfahren (Adj.); mnl. ripe, rijp, Adj., reif; ahd. rīf, Adj., reif; ahd. rīfi*, Adj., reif, ausgereift, vollendet; as. rīpi*, rīp*, Adj., reif; anfrk. -; germ. *reipa-, *reipaz, *reipi-, *reipiz, *reipja-, *reipjaz, *rīpja-, *rīpjaz, Adj., reif; idg. *reib-, *h₁reib-, V., reißen, ernten, Pokorny 858?; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., reißen, ritzen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. reif, Kluge s. u. reif, DW 14, 624, EWD s. u. reif, Seebold 371, Heidermanns 443, EWAhd 7, 445, Duden s. u. reif, Bluhme s. u. reif; Son.: vgl. afries. rīp, Adj., reif, reiflich; ae. rīpe (2), Adj., reif; an. -; got. -; nndl. rijp, Adj., reif; gr. ἐρείπειν (ereípein), V., niederwerfen, niederreißen, umstürzen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches ausgewachsen oder voll entwickelt; BM.: reißen; F.: reif, reife, reifes, reifem, reifen, reifer(, reifere, reiferes, reiferem, reiferen, reiferer, reifst, reifste, reifstes, reifstem, reifsten, reifster)+EW; Z.: rei-f
Reif (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Reif (M.) (1), Tau (M.), gefrorener Tau; ne. white frost (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīfe, sw. M., gefrorener Tau, Reif (M.) (1); mnd. rīpe (1), rīp, rīfe, M., Reif (M.) (1), Tau (M.), Rauhreif; mnl. rīpe, rijp, M., Reif (M.) (1), Tau (M.); ahd. rīfo, hrīfo, sw. M. (n), Reif (M.) (1), Rauhreif, Frost, gefrorener Tau; as. hrīpo*, sw. M. (n), Reif (M.) (1), Tau (M.); anfrk. -; germ. *hrīpō-, *hrīpōn, *hrīpa-, *hrīpan, sw. M. (n), Reif (M.) (1), Rauhreif; s. idg. *krei- (1), V., streifen, berühren, Pokorny 618? (974/206) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reif 2, Kluge s. u. Reif 2, DW 14, 619, EWD s. u. Reif 2, Falk/Torp 104, EWAhd 7, 448, Duden s. u. Reif, Bluhme s. u. Reif 2; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. rijp, Sb., Reif (M.) (1), Tau (M.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für die sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche schon vormenschlich mögliche kristalline Eisablagerungen an dem Boden und an Pflanzen (gefrorener Tau); BM.: streifen; F.: Reif, Reifs, Reifes+EW; Z.: Rei-f
Reif (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Reif (M.) (2), kreisförmiges Band (N.), ringförmiger Gegenstand; ne. rime (N.), ring (N.); Vw.: s. Steg-; Hw.: s. Reifen (M.); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. reif, st. M., Seil, Strick (M.) (1), Band (N.), Fessel (F.) (1), Reif (M.) (2), Ring; mnd. rēp, rēip, reep, M., N., Seil, Strick (M.), Strang, Tau (N.), Reif (M.); mnl. reep, M., Reif (M.) (2); ahd. reif, st. M. (a), Reif (M.) (2), Riemen (M.) (1), Band (N.), Seil, Strick (M.) (1), Fassreifen, Kreis, Umlauf; as. -; anfrk. -; germ. *raipa-, *raipaz, st. M. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); germ. *raipa-, *raipam, st. N. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reif 1, Kluge s. u. Reif 1, DW 14, 622, EWD s. u. Reif 1, EWAhd 7, 324, Falk/Torp 345, Duden s. u. Reif, Bluhme s. u. Reif 1; Son.: vgl. afries. *râp, st. M. (a), Seil; ae. rāp, st. M. (a), Seil, Strick (M.) (1), Tau (N.); an. reip, st. N. (a?), Tau (N.), Strick (M.) (1); got. *raip, st. N. (a)?, st. M. (a)?, Riemen (M.) (1); nndl. reep, Sb., Reep, Seil; ne. rope, N., Seil; nschw. rep, N., Seil; nnorw. rep, N., Seil; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches kreisförmiges Band (N.) oder einen ringförmigen Gegenstand; BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Reif, Reifes, Reifs, Reife (!), Reifen (!)+EW; Z.: Rei-f
$Reife, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Reife, Reifsein, Ausgewachsensein; E.: s. reif, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. reif, DW 14, 627, EWD s. u. reif; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus reif und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Leben mögliches Reifsein oder Ausgewachsensein; F.: Reife+EW; Z.: Rei-f-e
reifen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. reifen, reif werden, reif machen; ne. ripen, mature (V.); Vw.: -; Hw.: s. reif; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīfen (2), sw. V., reif werden, reifen (V.) (2); mnd. rīpen (2), sw. V., reifen, zur Ernte bereit werden, sich voll entwickeln; mnl. rīpen, sw. V., reifen; ahd. rīfēn*, rīfen*, sw. V. (3, 1a), reifen, reif werden, vollreif werden; as. rīpon*, sw. V. (2), reifen; germ. *reipēn, *reipǣn, sw. V., reif werden, reifen; s. idg. *reib-, *h₁reib-, V., reißen, ernten, Pokorny 858?; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., reißen, ritzen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reif, DW 14, 629, EWD s. u. reif, Heidermanns 444, EWAhd 7, 443, Duden s. u. reifen; Son.: vgl. nndl. rijpen, V., reifen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches reif werden oder reif machen; BM.: reißen; F.: reifen, reife, reifst, reift, reifest, reifet, reifte, reiftest, reiften, reiftet, gereift, ##gereift, gereifte, gereiftes, gereiftem, gereiften, gereifter##, reifend, ###reifend, reifende, reifendes, reifendem, reifenden, reifender###, reif (!)+EW; Z.: rei-f-en
$reifen (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. reifen, Reif bilden, mit Reif überziehen; E.: s. Reif (M.) (1), s. en (Suff.); L.: DW 14, 628, EWD s. u. Reif 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Reif und en gebildete Bezeichnung für Reif bilden; F.: reifen (!), reife (!), reifst, reift, reifest, reifet, reifte, reiftest, reiften, reiftet, gereift, ##gereift, gereifte, gereiftes, gereiftem, gereiften, gereifter##, reifend, ###reifend, reifende, reifendes, reifendem, reifenden, reifender###, reif (!)+EW; Z.: rei-f-en
Reifen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Reifen (M.), Rad; ne. tyre; Vw.: -; Hw.: s. Reif (2); Q.: 18. Jh.; E.: s. Reif (2); L.: Kluge s. u. Reifen, DW 14, 619 (Reif), EWD s. u. Reif 1, Duden s. u. Reifen; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen kreisförmig zusammengefügtes und vielfach an Fahrzeugen an Rädern für einen runderen und leichteren Lauf verwendetes Band (N.); BM.: ritzen bzw. schneiden; F.: Reifen, Reifens+EW; Z.: Rei-f-en
$reiflich, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. reiflich, eingehend, gründlich; E.: s. reif, s. lich; L.: Kluge s. u. reif, DW 14, 633, EWD s. u. reif; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus reif und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eingehend oder gründlich; F.: reiflich, reifliche, reifliches, reiflichem, reiflichen, reiflicher(, reiflichere, reiflicheres, reiflicherem, reiflicheren, reiflicherer, reiflichst, reiflichste, reiflichstes, reiflichstem, reiflichsten, reiflichster)+EW; Z.: rei-f-lich
Reigen, Reihen, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Reigen, Reihen, Reigentanz; ne. roundel; Vw.: -; Hw.: s. Rädelsführer; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: mhd. reie, reige, sw. M., Reihen (M.) (1), Tanzart, Reigen, Tanz, Tanzlied; mnd. rei, rey, reig, reyg, reg, reye, raie, M., Vers, Lied, Reigen, Reihen (M.), Angelegenheit an der mehrere Parteien beteiligt sind, Kampfgeschehen; vielleicht von afrz. raie, F., Tanz; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Reihen 1, Kluge s. u. Reigen, DW 14, 642 (Reihen), EWD s. u. Reigen, Duden s. u. Reigen, Bluhme s. u. Reigen; Son.: vgl. nndl. rei, Sb., Reigen; GB.: seit 1190-1200 belegte und vielleicht aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Rundtanz bei dem eine größere Zahl von Tänzerinnen und Tänzern paarweise einem Vortänzer und Vorsänger schreitend oder hüpfend folgt; BM.: Tanz; F.: Reigen, Reigens, Reihen, Reihens+FW?+EW; Z.: Reig-en
Reihe, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Reihe, Linie; ne. row (N.), line (N.); Vw.: -; Hw.: s. reihen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. rīhe (2), sw. F., st. F., Reihe (?), Häusergasse, Abzugsgraben, Rinne, Dachrinne; mhd. rīhen (3), sw. F., Reihe, Linie, Häusergasse, Abzugsgraben, Rinne, Dachrinne; mnd. rēge, reige, reghe, rē, F., Reihe, durch Nebeneinanderreihung oder Hintereinanderreihung gebildete Linie, Zeile, Gebäudezeile, Häuserzeile; mnl. rie, rye, rij, F., Reihe; vgl. mhd. rīhen (1), st. V., „reihen“, fälteln, stecken, spießen, wenden, stechen, sich anreihen, an; ahd. rīhan* (1), st. V. (1b), reihen, winden, flechten; ahd. rīga, riga, st. F. (ō), Reihe, Linie, Bogen, Kurve, Riege, gekrümmte Linie, Windung; germ. *rīgō, *rīhō, st. F. (ō), Linie, Reihe; s. idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reihe, Kluge s. u. Reihe, EWD s. u. Reihe, DW 14, 636, Falk/Torp 343, Duden s. u. Reihe, Bluhme s. u. Reihe; Son.: vgl. afries. -; ae. *rige, M., Reihe; an. -; got. -; nndl. rij, Sb., Reihe; ? ai. rikhái, V., ritzt; ai. rekhā́, Sb., Streifen (M.), Linie; ? gr. ἐρείκειν (ereíkein), V., zerbrechen, zerreißen; ? kymr. rhwyg, rhwygiad, M., Spalt, Bruch (M.) (1); ? lit. riẽkti, V., Brot schneiden; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas geradlinig Angeordnetes wie beispielsweise eine Linie; BM.: ritzen?; F.: Reihe, Reihen+EW; Z.: Rei-h-e
Reihen (2), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Reihen (M.) (2), oberer Teil des Fußes, Rist, Rücken des Fußes; ne. instep; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīhe (1), sw. M., Reihen (M.) (2), Gelenk des Fußes, Fußrist, Linie; ahd. rīho, sw. M. (n), Reihen (M.) (2), Kniekehle, Wade; as. -; anfrk. -; germ. *wrīhō-, *wrīhōn, *wrīha-, *wrīhan, sw. M. (n), Rist, Reihen (M.) (2); s. idg. *u̯reik̑-, V., drehen, wickeln, binden, Pokorny 1158; vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reihen 2, Kluge s. u. Reihen 2, DW 14, 642, Falk/Torp 418, Duden s. u. Reihen; Son.: vgl. afries. wrīgia, sw. V. (2), schwanken, schwankend gehen; ae. wrīgian, sw. V. (2), gehen, sich wenden, beugen, streben, versuchen, wagen; an. -; got. -; nndl. wreef, Sb., Reihen (M.) (2); av. ruuisiieiti, V., wendet sich, dreht sich; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung von Primaten möglichen Rist oder den oberen Teil des Fußes; BM.: drehen; F.: Reihen, Reihens+EW; Z.: Rei-h-en
reihen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. reihen, wenden, drehen; ne. pleat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reihe; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīhen (1), rīgen, st. V., reihen, fälteln, stecken, spießen, wenden, stechen, sich anreihen, anheften, anlegen an, besetzen mit, stechen; mnd. rēgen (3), reigen, sw. V., reihen, regelmäßig anordnen, aufreihen; mnd. rīen (1), st. V., reihen, Streifen abteilen, Linien ziehen auffädeln, besticken, mit Bändern oder Perlen besetzen; mnd. rīgen (1), rigen, rīen, V., reihen, aufreihen, in Streifen abteilen, Linien ziehen, der Reihe nach auf einen Faden aufziehen, auffädeln; ahd. rīhan* (1), st. V. (1b), reihen, winden, flechten; germ. *wreihan (2), st. V., winden?; vgl. idg. *u̯reik̑-, V., drehen, wickeln, binden, Pokorny 1158; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Reihe, DW 14, 654, EWD s. u. Reihe, Falk/Torp 417, Seebold 566, Duden s. u. reihen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in einer Reihe anordnen bzw. (später) mit großen Stichen annähen; BM.: wickeln; F.: reihen (!), reihe (!), reihst, reiht, reihest, reihet, reihte, reihtest, reihten, reihtet, gereiht, ##gereiht, gereihte, gereihtes, gereihtem, gereihten, gereihter##, reihend, ###reihend, reihende, reihendes, reihendem, reihenden, reihender###, reih (!)+EW; Z.: rei-h-en
$Reihenfolge, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reihenfolge, Aufeinanderfolge; Q.: um 1800; E.: s. Reih(e), s. en (Suff.), s. Folge; L.: DW 14, 564, EWD s. u. Reihe; GB.: seit um 1800 belegte und aus Reih(e) und en (Suff.) sowie Folge gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche zeitliche oder räumliche nach einer Reihe vor sich gehende Aufeinanderfolge von Gegebenheiten; F.: Reihenfolge, Reihenfolgen+EW; Z.: Rei-h-en—fol-g-e
Reiher, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Reiher, ein hochbeiniger Schreitvogel; ne. heron; Vw.: -; Hw.: s. reihern; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. reiger, reigel, st. M., Reiher; mnd. rēger (1), reiger, reigher, reyger, M., Reiher, Storchenvogel, abgewinkeltes Holzstück, Winkelbalken; mnl. reiger, reger, M., Reiher; ahd. reigar*, st. M. (a?, i?), Reiher; as. hêgiro*, sw. M. (n), Reiher; anfrk. heigero*, sw. M. (n), Reiher; germ. *hraigrō-, *hraigrōn, *hraigra-, *hraigran, *haigarō-, *haigarōn, *haigara-, *haigaran, Sb., Reiher; s. idg. *kerei-, *skerei-, *erei-, V., schreien, krächzen, Pokorny 570; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Reiher, Kluge s. u. Reiher, EWD s. u. Reiher, DW 14, 656, Falk/Torp 104, Duden s. u. Reiher, Bluhme s. u. Reiher; Son.: vgl. afries. -; ae. hrāgra, sw. M. (n), Reiher; an. hegri, sw. M. (n), Reiher; nndl. reiger, Sb., Reiher; nschw. häger, Sb., Reiher; nnorw. hegre, M., Reiher; kymr. crëyr, crŷr, M., Reiher; lit. krỹkšti, V., kreischen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon seit rund 50 Millionen Jahren nachweisbaren an Gewässern lebenden langbeinigen großen Schreitvogel mit sehr schlankem Körper und einem langen Hals und Schnabel; BM.: krächzen; F.: Reiher, Reihers, Reihern+EW; Z.: Rei-h-er
reihern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. reihern, sich übergeben (V.), sich erbrechen, speien, kotzen; ne. puke (V.) up, vomit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reiher; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Reiher, s. (e)n (Suff.), nach dem dünnflüssigen Kot des Reihers; L.: Kluge s. u. reihern, EWD s. u. Reiher, DW 14, 661, Duden s. u. reihern; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Reiher und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches sich erbrechen; BM.: Reiher; F.: reihern (!), reihere, reiher (!), reiherst, reihert, reiherte, reihertest, reiherten, reihertet, gereihert, ##gereihert, gereihertes, gereihertem, gereiherten, gereiherter##, reihernd, ###reihernd, reihernde, reiherndes, reiherndem, reihernden, reihernder###, reiher (!)+EW; Z.: rei-h-er-n
Reim, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Reim, Gleichklang einzelner Silben; ne. rhyme (N.); Vw.: s. Stab-; Hw.: s. reimen; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. rīm, st. M., Reim, Reimzelle, Reimpaar; mnd. rīm (1), rime?, M., Reim, Anzahl, Verszeile, Strophe, Gedicht, Spruch, Schauspiel; mnl. rijm, M., Reim, Verszeile, Versmaß, Rhythmus; ahd. rīm (1), st. M. (a)?, Reihe, Zahl, Berechnung, Zahlenfolge, Gesamtzahl; as. *rīm?, st. M. (a?), Zahl, Menge; anfrk. -; germ. *rīma-, *rīmam, st. N. (a), Rechnung, Zahl; germ. *reiman?, *rīman?, st. V.?, sw. V.?, zählen; s. idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Reim, Kluge s. u. Reim, DW 14, 663, EWD s. u. Reim, Falk/Torp 342, Seebold 370, EWAhd 7, 481, Duden s. u. Reim, Bluhme s. u. Reim; Son.: vgl. afries. rīm, st. M. (a), Reim, Erzählung, Gedicht, gereimte Schriftae. rīm, st. M. (a), st. N. (a), Zahl, Rechnung, Zählung; an. rīm (1), st. N. (a), Berechnung, Kalender; got. -; nndl. rijm, Sb., Reim; frz. rime, F., Reim; nschw. rim, N., Reim; nnorw. rim, N., Reim; poln. rym, M., Reim; nir. rím, F., Reim; lit. rimas, M., Reim; gr. ἀριθμός (arithmós), M., Zahl, Anzahl; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach Entwicklung von Sprache mögliche gleich klingende Silben verschiedener Wörter an dem Ausgang oder in der Mitte von zwei oder mehr Versen wie beispielsweise leben und geben oder Hand und Sand oder laufen und kaufen; BM.: fügen bzw. passen; F.: Reim, Reimes, Reims, Reime, Reimen+EW; Z.: Re-i-m
reimen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. reimen, in einen Reim bringen, einen Reim bilden; ne. rhyme (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reim; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. rīmen (1), sw. V., reimen, dichten (V.) (1), in Verse bringen, vereinigen; mnd. rīmen, sw. V., reimen, in ein Versmaß bringen, preisen, ehren, dichten, ein Spiel aufführen; mnl. rimen, sw. V., reimen, in Versen schreiben; ahd. rīmen*, sw. V. (1a), zählen; as. *rīmian?, sw. V. (1a), zählen; anfrk. -; anfrk. -; germ. *reiman?, *rīman?, st. V.?, sw. V.?, zählen; s. idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Reim, DW 14, 668, EWD s. u. Reim, EWAhd 7, 486, Duden s. u. reimen; Son.: vgl. afries. -; ae. rīman, sw. V. (1), zählen, erzählen, berechnen, achten; an. -; got. -; nndl. rijmen, V., reimen; nschw. rimma, V., reimen; nnorw. rime, V., reimen; poln. rymować, V., reimen; lit. rimuotis, V., sich reimen; GB.: um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Text in die Form reimender Verse bringen; BM.: fügen bzw. passen; F.: reimen, reime (!), reimst (!), reimt, reimest, reimet, reimte, reimtest, reimten, reimtet, gereimt, ##gereimt, gereimte, gereimtes, gereimtem, gereimten, gereimter##, reimend, ###reimend, reimende, reimendes, reimendem, reimenden, reimender###, reim (!)+EW; Z.: re-i-m-en
rein, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rein, sauber, klar, echt; ne. pure, clean (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. reine, Adj., rein, klar, lauter; mhd. rein (1), Adj., rein, klar, lauter, makellos, unschuldig, wahr, ehrlich, schön, herrlich; mnd. rēin (1), rein, ren, reign, reyn, reyen, rīn, Adj., rein, pur, frei von Beimischung, sauber, ohne Schmutz seiend, klar, lauter, harmonisch, deutlich; mnd. rēine (1), reine, Adj., rein, pur, frei von Beimischung, sauber, ohne Schmutz seiend, klar, lauter, harmonisch; mnl. reine, Adj., fein, auserlesen, sauber, keusch; ahd. reini (1), Adj., rein, sauber, lauter, klar, keusch, makellos, heilig, unschuldig; as. hrêni, Adj., rein, fein, frei; anfrk. rēni, Adj., schön, sauber, klar, rein; germ. *hraini-, *hrainiz, *hrainja-, *hrainjaz, Adj., gesiebt, rein, sauber; s. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rein, Kluge s. u. rein, DW 14, 680, EWD s. u. rein, Falk/Torp 104, Heidermanns 302, EWAhd 7, 344, Duden s. u. rein, Bluhme s. u. rein; Son.: vgl. afries. hrêne, rêne, Adj., rein; ae. -; an. hreinn (2), Adj., rein; got. hrains, Adj. (i/ja), rein, ehrbar; nndl. rein, Adj., rein; nschw. ren, Adj., rein; nnorw. ren, Adj., rein; lat. crībrum, N., Sieb, Durchschlag; air. cráthar, Sb., Reiter (M.) (2); GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl aus der Sicht des Menschen schon seit Entstehung der Welt mögliches sauber oder klar oder echt; BM.: schneiden; F.: rein, reine, reines, reinem, reinen, reiner(, reinere, reineres, reinerem, reineren, reinerer, reinst, reinste, reinstes, reinstem, reinsten, reinster)+EW; Z.: rei-n
Reineke, nhd., M.=PN, (15. Jh.): nhd. Reineke, Fuchs (M.) (1); ne. Reynard the Fox; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. Reineke (2), Reyneke, Reynke, PN, Reineke (Männername); Koseform zu Reynārt, ahd. Reginhart, PN, Reinhard, der in dem Rat fest ist mit Bezug auf die dem Fuchs nachgesagte List; vgl. germ. *ragina-, *raginam, st. N. (a), Rat, Ratschluss, Beschluss; vgl. idg. *rē̆k- (2), *hreH-, V., anordnen, ordnen, festlegen, bestimmen, Pokorny 863 (1504/27) (RB. idg. aus ind., germ., slaw., toch.); germ. *hardu-, *harduz, Adj., hart, stark, tapfer, rauh; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; s. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Reineke, fehlt DW, Duden s. u. Reineke; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und als Koseform zu dem PN Reinhard gebildete Bezeichnung für den Fuchs (M.) (1) in der Tierfabel; BM.: in dem Rat fest; F.: Reineke+EW; Z.: Rei-n-ek-e
$Reinheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reinheit, Sauberkeit, Klarheit, Echtheit; E.: s. rein, s. heit; L.: Kluge s. u. rein, DW 14, 702, EWD s. u. rein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rein und heit gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliche Sauberkeit oder Klarheit oder Echtheit; F.: Reinheit, Reinheiten+EW; Z.: Rei-n-hei-t
$reinigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. reinigen, rein machen, rein werden; Vw.: s. be-, verun-; E.: s. rein, s. ig (Suff.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. rein, DW 14, 702, EWD s. u. rein; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus rein und ig (Suff.) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl aus der Sicht des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches rein machen oder rein werden; F.: reinigen, reinige, reinigst, reinigt, reinigest, reiniget, reinigte, reinigtest, reinigten, reinigtet, gereinigt, ##gereinigt, gereinigte, gereinigtes, gereinigtem, gereinigten, gereinigter##, reinigend, ###reinigend, reinigende, reinigendes, reinigendem, reinigenden, reinigender###, reinig (!)+EW; Z.: rei-n-ig-en
$Reinigung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Reinigung, Reinmachung, Reinwerdung; Vw.: s. Be-, Verun-; E.: s. reinig(en), s. ung; L.: DW 14, 707, EWD s. u. rein; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus reinig(en) und ung gebildete und verwendete Bezeichnung für sachlich wohl aus der Sicht des Menschen seit Entstehung der Welt mögliche Reinmachung oder Reinwerdung; F.: Reinigung, Reinigungen+EW; Z.: Rei-n-ig-ung
$reinlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. reinlich, ordentlich, sauber; E.: s. rein, s. lich; L.: Kluge s. u. rein, DW 14, 708, EWD s. u. rein; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus rein und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ordentlich oder sauber; F.: reinlich, reinliche, reinliches, reinlichem, reinlichen, reinlicher(, reinlichere, reinlicheres, reinlicherem, reinlicheren, reinlicherer, reinlichest, reinlicheste, reinlichestes, reinlichestem, reinlichesten, reinlichester)+EW; Z.: rei-n-lich
$Reinlichkeit, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Reinlichkeit, Ordentlichkeit, Sauberkeit; E.: s. reinlich, s. keit, s. heit; L.: DW 14, 709, EWD s. u. rein; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus reinlich und keit gebildete Bezeichnung für Ordentlichkeit oder Sauberkeit F.: Reinlichkeit, Reinlichkeiten+EW; Z.: Rei-n—lich—kei-t
Reis (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Reis (M.), ein Getreide; ne. rice (N.); Vw.: -; Hw.: s. Risotto, Roggen?; Q.: 1270/1280 (Mai und Beaflor); E.: mhd. rīs (2), rīz, st. M., N., Reis (M.), Gerste, Biermaische; mnd. rīs (1), ries, riis, rēs, reys, M., Reis (M.), Frucht der Reispflanze, ein Nahrungsmittel; mlat. risus, M., Reis (M.); lat. orȳza, F., Reis (M.); gr. ὄρυζα (óryza), F., Reis (M.); Lehnwort aus dem Ostiranischen; von ai. vrīhí-; L.: Kluge 1. A. s. u. Reis 1, Kluge s. u. Reis 1, EWD s. u. Reis (M.), DW 14, 710, Duden s. u. Reis, Bluhme s. u. Reis (der); Son.: vgl. nndl. rijst, Sb., Reis (M.); frz. riz, M., Reis (M.); nschw. ris, N., Reis (M.); nnorw. ris, M., Reis (M.); kymr. reis, M., Reis (M.); nir. rís, F., Reis (M.); lit. ryžiai, M. Pl., Reis (M.); GB.: seit 1270/1280 belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus Südostasien stammende und dort vor 8200 Jahren domestizierte zu den Gräsern gehörende hochwachsende Pflanze mit breiten Blättern und langen Rispen deren Früchte zunächst in Asien und in der Gegenwart weltweit als Getreide ein Grundnahrungsmittel für Menschen bilden; BM.: ?; F.: Reis, Reises, Reise, Reisen+FW; Z.: Reis
Reis (2), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Reis (N.), kleiner dünner Zweig; ne. sprig (N.); Vw.: -; Hw.: s. Reisig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rīs, st. N., Reis (N.), Zweig, Baum; mnd. rīs (2), riess, N., Reis (N.), Zweig, dürrer Zweig, dünner Zweig, Reisigbüschel, Reisicht, Reisig, Gerte, Gebüsch; mnl. rijs, Sb., Reis (N.), Zweig, Gesträuch; ahd. rīs (1) hrīs*, st. N. (iz/az), Reis (N.), Strauch, Busch, Zweig, grüner Zweig, Ast; as. hrīs, st. N., Reis (N.), Zweig; anfrk. -; germ. *hrīsa-, *hrīsam, st. N. (a), Reis (N.), Busch; s. idg. *skreis-, *kreis-, V., drehen, biegen, bewegen, schütteln, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reis 2, Kluge s. u. Reis 2, EWD s. u. Reis (N.), DW 14, 712, Falk/Torp 105, EWAhd 7, 543, Duden s. u. Reis, Bluhme s. u. Reis (das); Son.: vgl. afries. hrīs, st. N. (a), Reis (N.), Rute; ae. hrīs, st. N. (a), Reis (N.), Zweig; an. hrīs, st. N. (a), Gesträuch, Gestrüpp, Wald; got. -; nndl. rijs, Sb., Reis (N.); nschw. ris, N., Reis (N.), nisl. hrís, N., Gesträuch, Gestrüpp; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Pflanzen schon vormenschlich möglichen kleinen und dünnen Zweig; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Reis, Reises, Reiser+EW; Z.: Rei-s
Reise, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Reise, Marsch (M.), Fortbewegung über eine größere Entfernung; ne. voyage, journey; Vw.: -; Hw.: s. Reisiger; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. reise, st. F., Aufbruch, Zug, Reise, Werbefahrt, Brautfahrt, Weg; mnd. rēse (2), reise, rese, royse, reyse, F., M., Reise, Fahrt zu einem entfernten Ort, Botengang, Pilgerreise, Wallfahrt; mnl. reise, rese, F., Reise, Zug, Kriegszug; ahd. reisa*, st. F. (ō), „Reise“, Zug, Aufbruch, Einzug, Reisen (N.); as. -; anfrk. -; germ. *raisō, st. F. (ō), Aufbruch; s. idg. *rei-, *h₁rei-, V., sich erheben, Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reise, Kluge s. u. Reise, DW 14, 718, EWD s. u. Reise, Falk/Torp 346, Seebold 371, EWAhd 7, 354, DW 14, 784, Duden s. u. Reise, Bluhme s. u. Reise; Son.: vgl. afries. reise, st. F. (ō), Reise, Handelsreise, Kriegszug; ae. -; an. reisa (1), sw. F. (n), Reise, Fahrt; got. -; nndl. reis, Sb., Reise; nschw. resa, Sb., Reise; nnorw. reise, M., F., Reise; av. auui ar-, V., aufgehen, sich erheben; lat. orīrī, V., sich erheben; gr. ὀρνύναι (ornýnai), V., in Bewegung setzen, bewegen, sich erheben lassen; GB.: (reisa) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Fortbewegung über eine größere Entfernung; BM.: sich bewegen; F.: Reise, Reisen+EW; Z.: Rei-s-e
$reisen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. reisen; E.: s. Reis(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Reise, DW 14, 731, EWD s. u. Reise; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Reis(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche eine Reise machen; F.: reisen (!), reise (!), reisst (!), reist, reisest, reiset, reiste, reistest, reisten, reistet, gereist, ##gereist, gereiste, gereistes, gereistem, gereisten, gereister##, reisend, ###reisend, reisende, reisendes, reisendem, reisenden, reisender###, reis (!)+EW; Z.: rei-s-en
$Reisepass, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Reisepass; E.: s. Reise, s. Pass; L.: DW 14, 731, EWD s. u. Paß 2; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Reise und Pass gebildete Bezeichnung für eine staatliche Urkunde für eine ungehinderte Reise (in das Ausland); F.: Reisepass, Reisepasses, Reisepässe, Reisepässen+EW+FW; Z.: Rei-s-e—pass
$reisig, nhd. (ält.), Adj., (12. Jh.): nhd. reisig, in einer Reise befindlich; E.: s. Reis(e), s. ig, L.: EWD s. u. Reise, DW 14, 745; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Reis(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Menschen mögliches in einer Reise befindlich; F.: reisig, reisige, reisiges, reisigem, reisigen, reisiger+EW; Z.: rei-s-ig
Reisig, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Reisig, dürre trockene Zweige; ne. brushwood, trash (N.); Vw.: -; Hw.: s. Reis (2); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rīsach, st. N., Reis (N.), Zweig, Gebüsch; ahd. rīsahi*, st. N. (ja), „Reisig“, Geäst, Astwerk; s. ahd. rīs (1) hrīs*, st. N. (iz/az), Reis (N.), Strauch, Busch, Zweig, grüner Zweig, Ast; germ. *hrīsa-, *hrīsam, st. N. (a), Reis (N.), Busch; s. idg. *skreis-, *kreis-, V., drehen, biegen, bewegen, schütteln, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reis, Kluge s. u. Reisig, DW 14, 744, EWD s. u. Reisig, Duden s. u. Reisig; Son.: vgl. nschw. ris, N., Reisig; GB.: (rīsahi) seit 12. Jh. belegte und mit Reis (N.) und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bäumen mögliche abgebrochene oder von einem Baum gefallene dürre trockene Zweige; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Reisig, Reisigs+EW; Z.: Rei-s-ig
Reisiger, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Reisiger, (berittener) Söldner; ne. horseman, horse-soldier; Vw.: -; Hw.: s. Reise; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. reisic, reisec, Adj., reisend, reisig, gerüstet, beritten; vgl. mhd. reise, st. F., Aufbruch, Zug, Reise, Werbefahrt, Brautfahrt, Weg; ahd. reisa*, st. F. (ō), Reise, Zug, Aufbruch, Einzug, Reisen (N.); germ. *raisō, st. F. (ō), Aufbruch; s. idg. *rei-, *h₁rei-, V., sich erheben, Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reisige, Kluge s. u. Reisiger, EWD s. u. Reise, Duden s. u. Reisiger; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus reisig und er (Suff.)gebildete Bezeichnung für einen (berittenen) Söldner; BM.: sich bewegen; F.: Reisiger, Reisigers, Reisige, Reisigern+EW; Z.: Rei-s-ig-er
$Reisläufer, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Reisläufer, Söldner; E.: s. Reis(e), s. Läufer; L.: Kluge s. u. Reisläufer, DW 14, 729; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Reis(e) und Läufer gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Söldner; F.: Reisläufer, Reisläufers, Reisläufern+EW; Z.: Rei-s—läuf-er
$Reißblei, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Reißblei, Graphit; E.: s. reiß(en), s. Blei; L.: Kluge s. u. Reißblei, DW 14, 753 (Reiszblei); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus reiß(en) und Blei gebildete Bezeichnung für von Menschen für Bleistifte verwendetes Graphit; F.: Reißblei, Reißbleis, Reißbleies, Reißbleie, Reißbleien+EW; Z.: Rei-ß—blei
$Reißbrett, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Reißbrett, Zeichenbrett; E.: s. reiß(en), s. Brett; L.: Kluge s. u. Reißbrett, DW 14, 753 (Reiszbrett), EWD s. u. reißen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus reiß(en) und Brett gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Zeichenbrett (aus fugenlosem Holz); F.: Reißbrett, Reißbretts, Reißbrettes, Reißbretter, Reißbrettern+EW; Z.: Rei-ß—bre-t-t
reißen, nhd., st. V., (6. Jh.): nhd. reißen, gewaltsam trennen, heftig ziehen, durch heftiges Ziehen gewaltsam trennen; ne. rip (V.), tear (V.); Vw.: -; Hw.: s. Riss, ritzen, Grätzel; Q.: Ende 6. Jh. (Runeninschrift); E.: mhd. rīzen, st. V. (1), reißen, einritzen, schreiben; mnd. rīten, ritten, st. V., reißen, zerreißen, brechen, bersten, zerrissen werden, auseinanderbrechen; mnl. rīten, st. V., reißen, drehen; ahd. rīzan*, st. V. (1a), ritzen, reißen, schreiben, einritzen, aufzeichnen; as. hrītan*, st. V. (1a), kratzen; germ. *wreitan, st. V., ritzen, schreiben; s. idg. *u̯rei-, *u̯rī-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. *u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. reiszen, Kluge s. u. reißen, DW 14, 754 (reiszen), EWD s. u. reißen,Falk/Torp 418, Seebold 566, EWAhd 7, 587, Duden s. u. reißen, Bluhme s. u. reissen; Son.: vgl. afries. wrīta, st. V. (1), ritzen, schreiben; ae. wrītan, st. V. (1), einritzen, reißen, schreiben, zeichnen; an. -; got. -; ne. write, V., schreiben; an. rīta, st. V. (1), einritzen, schreiben; got. *wreitan, st. V. (1), ritzen, reißen; nndlr. rijten, V., reißen; GB.: seit Ende 6. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches durch heftiges Ziehen gewaltsam trennen; BM.: ?; F.: reißen, reiße, reißt, reißest, reißet, riss (!), rissest, rissen (!), risst (!), risset, gerissen, ##gerissen, gerissene, gerissenes, gerissenem, gerissenen, gerissener##, reißend, ###reißend, reißende, reißendes, reißendem, reißenden, reißender###, reiß (!)+EW; Z.: rei-ß-en
$Reißer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Reißer, Reißender; Vw.: s. Possen-; E.: s. reiß(en), s. er; L.: Kluge s. u. Reißer, DW 14, 753; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus reiß(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Reißenden; F.: Reißer, Reißers, Reißern+EW; Z.: Rei-ß-er
$Reißschiene, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reißschiene; E.: s. reiß(en), s. Schiene; L.: DW 14, 765, EWD s. u. Schiene; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus reiß(en) und Schiene gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als Hilfsmittel für das Zeichnen entwickeltes und verwendetes Lineal; F.: Reißschiene, Reißschienen+EW; Z.: Rei-ß—schie-n-e
$Reißzeug, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Reißzeug; E.: s. reiß(en), s. Zeug; L.: EWD s. u. reißen, DW 14, 765 (Reiszzeug); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus reißen und Zeug gebildete Sammelbezeichnung für Reißblei und Zirkel und Lineal (Reißschiene) sowie weitere Zeichengeräte; F.: Reißzeug, Reißzeuges, Reißzeugs+EW; Z.: Rei-ß—zeu-g
reit, nhd. (ält.), Adj.: nhd. reit, fertig, verfügbar, bereit zu einem Aufbruch; ne. ready; Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: s. mhd. reite (5), Adj., bereit; mnd. rēde (4), reide, rēt, reit, redde, rede, reede, reyde, ret, reyt, Adj., bereit, fertig, verfügbar, gar, bar, beweglich; germ. *raidjan, sw. V., bereit machen, ordnen; s. idg. *rēidʰ-, V., zählen, ordnen, Pokorny 60?; idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860?; idg. *reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861? (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: DW 14, 765; GB.: seit 1281-1287 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fertig oder verfügbar oder bereit; BM.: ?; F.: reit (!), reite (!), reites (!), reiten, reitem, reiter (!)(, reitere, reiteres, reiterem, reiteren, reiterer, reitest, reiteste, reitestes, reitestem, reitesten, reitester)+EW; Z.: reit
Reitel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Reitel, Drehstange, Stock an dem Pflug, Knebel; ne. toggle (N.), handle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: mhd. reitel, st. M., „Reitel“, Drehstange, kurze dicke Stange, Prügel, Knüttel, Band (N.), Reif (M.) (2); s. germ. *wreiþan (1), st. V., winden, drehen; idg. *u̯reit-, V., drehen, Pokorny 1159; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Reitel, DW 14, 767, Duden s. u. Reitel; Son.: vgl. lit. riẽsti, V., aufbiegen, zusammenrollen; GB.: seit um 1254 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Drehstange oder einen Stock an dem Pflug; BM.: drehen; F.: Reitel, Reitels, Reiteln+EW; Z.: Rei-t-el
reiten (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. reiten (V.) (1), sich auf einem größeren Tier sitzend fortbewegen; ne. ride (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reiter (2), Ritt, Ritter; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. rīten (1), st. V., aufmachen, bewegen, reiten; mnd. rīden (1), riten, reyden, st. V., reiten, rittlings auf etwas sitzen, von etwas besessen werden, sich auf einem Fahrzeug fortbewegen, fahren; mnl. rīden, st. V., reiten, fahren, quälen, decken, befruchten; ahd. rītan, st. V. (1a), reiten, fahren, sich bewegen; as. rīdan*, st. V. (1a), reiten; anfrk. -; germ. *reidan, *rīdan, st. V., bewegen, fahren, reiten; idg. *reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861 (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. reiten, Kluge s. u. reiten, DW 14, 769, EWD s. u. reiten, Falk/Torp 343, Seebold 367, EWAhd 7, 562, Duden s. u. reiten, Bluhme s. u. reiten; Son.: vgl. afries. rīda, st. V. (1), reiten; nnordfries. ride, V., reiten; ae. rīdan, st. V. (1), reiten, fahren, sich bewegen, schwingen, schwimmen; an. rīða (1), st. V. (1), hin und her bewegen, schwingen, reiten, besiegen; got. *reidan, st. V. (1), reiten, in Bewegung sein (V.); nndl. rijden, V., reiten; nschw. rida, V., reiten; nnorw. ride, ri, V., reiten; air. reidid, V., reitet, fährt; lit. riedė́ti, V., rollen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes sich auf einem größeren Tier (wie etwa einem Pferd) sitzend fortbewegen; BM.: sich bewegen; F.: reiten, reitest, reitet, ritt (!), rittest, rittst, ritten, rittet, geritten, ##geritten, gerittene, gerittenes, gerittenem, gerittenen, gerittener##, reitend, ###reitend, reitende, reitendes, reitendem, reitenden, reitender###, reit (!)+EW; Z.: reit-en
reiten (2), nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. reiten (V.) (2), bereiten, vorbereiten; ne. prepare; Vw.: s. -; Hw.: -; Q.: (Vom Glauben des armen Hartmann); E.: mhd. reiten (1), sw. V., zurüsten, bereiten, bereitmachen, ausrüsten, rüsten, berechnen, übergeben (V.), ansehen als, zählen, zählen zu, rechnen, bezahlen, vorrechnen, Rechnung legen; mnd. rēden (3), reiden, redden, rīden, sw. V., fertig machen, einrichten, herstellen, bereiten, zubereiten, anfertigen, anrichten, anschaffen, ausreden; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *raidjan, sw. V., bereit machen, ordnen; s. idg. *rēidʰ-, V., zählen, ordnen, Pokorny 60?; idg. *rēi- (1), *rī-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 860?; idg. reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861? (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: DW 14, 768, Falk/Torp 344, Heidermanns 434, Duden s. u. reiten; Son.: Form bereiten die heute gängige Form; vgl. afries. râdia, sw. V. (2), ordnen, bereiten; ae. redian, sw. V. (2), bereit machen, fertig machen, planen, sorgen, einrichten, ausführen, finden; an. reiða (2), sw. V. (1), wägen, bezahlen, bereiten; got. raidjan (1), sw. V. (1), verordnen, darbieten; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bereiten oder vorbereiten; BM.: fügen bzw. sich bewegen; F.: reiten (!), reite (!), reitest, reitet, reitete, reitetest, reiteten, reitetet, gereitet, ##gereitet, gereitete, gereitetes, gereitetem, gereiteten, gereiteter##, reitend, ###reitend, reitende, reitendes, reitendem, reitenden, reitender###, reit (!)+EW; Z.: reit-en
Reiter (1), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Reiter (M.) (1), grobes Sieb besonders zu dem Reinigen des Getreides (beispielsweise von Unkraut und Steinen); ne. a sieve (N.), ridder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rīter, sw. F., Sieb; mnd. rider, M., Reiter (F.); ahd. rītera, rītara, sw. F. (n), Sieb, Hobel?; as. hrīdra, sw. F. (n)?, Reiter (F.), Sieb, Seiher; anfrk. -; germ. *hrīdrō, st. F. (ō), Sieb; germ. *hrīdra-, *hrīdram, st. N. (a), Sieb, Seiher; s. idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, *kreh₁-, V., schneiden, trennen, sieben (V.), Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reiter, Kluge s. u. Reiter, DW 14, 780, Falk/Torp 104, EWAhd 7, 566, Duden s. u. Reiter; Son.: vgl. afries. -; ae. hrīder, st. N. (a), Sieb; an. -; got. -; lat. crībrum, N., Sieb; air. críathar, M., Sieb; nkyrm. crwydyr, M, Sieb; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftigkeit entwickeltes und verwendetes Gerät das im Ganzen oder am Boden aus einem gleichmäßig durchlöcherten Material oder aus einem netzartigen Drahtgeflecht besteht und ein Trennen unterschiedlicher Bestandteile eines Gemenges erleichtern soll; BM.: schneiden; F.: Reiter, Reiters, Reitern+EW; Z.: Rei-t-er
Reiter (2), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Reiter (M.) (2), Reitender; ne. rider; Vw.: s. Prinzipien-; Hw.: s. Ritter, reiten; Q.: 12. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. rītære, rītāre, rīter, riter, st. M., Reiter (M.), Pferdekämpfer, Kämpfer, Ritter, Angehöriger der Ritterschaft, Angehöriger des Ritterstands; mnd. rīdære*, rīder, rīdere, ridder, M., Reiter (M.); mnd. rǖtære*, rǖter, ruͤter, reuter, ruiiter, M., Ritter, berittener und bewaffneter Edelmann, Bewaffneter, berittener und geharnischter Bewaffneter, Söldner; mnl. riddere, redder, rudder, M., Reiter (M.) (2), Soldat zu Pferde, Ritter; ahd. rītāri*, st. M. (ja), Soldat zu Pferd, berittener Soldat, Reiter (M.) (2), Ritter; ahd. rītan, st. V. (1a), reiten, fahren, sich bewegen; as. rīdan*, st. V. (1a), reiten; germ. *reidan, *rīdan, st. V., bewegen, fahren, reiten; idg. reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861 (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. reiten (1), DW 14, 777, EWD s. u. reiten, EWAhd 7, 567, Duden s. u. Reiter; Son.: vgl. afries. ridder, st. M. (ja), Ritter, Münze mit Reiterbildnis; ae. rīdere, st. M. (ja), Reiter (M.) (2), Ritter; an. riddari, st. M. (ja), Ritter; nndl. ruiter, rijder, M., Reiter (M.) (2); nschw. ryttere, M., Reiter (M.) (2); nnorw. rytter, M., Reiter (M.) (2); GB.: (rītāri) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen auf einem Tier reitenden Menschen; BM.: sich bewegen; F.: Reiter, Reiters, Reitern+EW; Z.: Reit-er
$Reiterei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Reiterei; Vw.: s. Wechsel-; E.: s. Reiter, s. ei; L.: DW 14, 782, EWD s. u. reiten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Reiter und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit des Reitens und eine aus Reitern bestehende Truppe; F.: Reiterei, Reitereien+EW; Z.: Reit-er-ei
$Reiz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Reiz; Vw.: s. An-, Lieb-; E.: s. reiz(en); L.: Kluge s. u. reizen, DW 14, 791, EWD s. u. reizen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit reizen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entstehung von Lebewesen mögliche Einwirkung auf einen Organismus zwecks Verursachung einer Folge; F.: Reiz, Reizes, Reize, Reizen(!)+EW; Z.: Rei-z
$reizbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. reizbar, erregbar, leicht zu reizen oder zu erregen; E.: s. reiz(en), s. bar; L.: Kluge s. u. reizen, DW 14, 791, EWD s. u. reizen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus reiz(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches leicht zu reizen oder zu erregen; F.: reizbar, reizbare, reizbares, reizbarem, reizbaren, reizbarer(, reizbarere, reizbareres, reizbarerem, reizbareren, reizbarerer, reizbarst, reizbarste, reizbarstes, reizbarstem, reizbarsten, reizbarster)+EW; Z.: rei-z—bar
$Reizbarkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reizbarkeit, Erregbarkeit; E.: s. reizbar, s. heit, s. keit; L.: DW 14, 793, EWD s. u. reizen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus reizbar und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Erregbarkeit; F.: Reizbarkeit, Reizbarkeiten+EW; Z.: Rei-z—bar—kei-t
reizen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. reizen, hervorrufen, herausfordern, erregen, verlocken; ne. tempt, aggravate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. reizen, sw. V., reizen, anreizen, antreiben, locken (V.) (2), verlocken; mnd. rēssen, reissen, reisen, resen, reyssen, reysen, rēzen, sw. V., reizen, anregen, veranlassen, erzürnen, verführen, verlocken, aufwiegeln, aufhetzen; ahd. reizen, sw. V. (1a), reizen, erregen, anregen, verletzen; as. -; anfrk. -; germ. *raitjan, sw. V., reizen?; germ. *wraitjan, sw. V., reizen?; s. idg. *u̯rei-, *u̯rī-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. *u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. reizen, Kluge s. u. reizen, DW 14, 794, EWD s. u. reizen, Falk/Torp 343, 418, Seebold 567, EWAhd 7, 364, Duden s. u. reizen, Bluhme s. u. reizen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. reita, sw. V. (1), reizen, aufhetzen; got. -; nschw. reta, V., reizen; lat. irrītāre, V., erregen; gr. ὀρίνειν (orínein), V., in Bewegung setzen, erregen, zum Zorn reizen; lett. rîdît, hetzen, aufwiegeln; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches hervorrufen oder herausfordern oder verlocken oder erregen oder zu einem bestimmten Verhalten bringen; BM.: reißen; F.: reizen (!), reize (!), reizst (!), reizt, reizest, reizet, reizte, reiztest, reizten, reiztet, gereizt, ##gereizt, gereizte, gereiztes, gereiztem, gereizten, gereizter##, reizend, ###reizend, reizende, reizendes, reizendem, reizenden, reizender###, reiz (!)+EW; Z.: rei-z-en
$reizend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (14. Jh.): nhd. reizend, anziehend, erregend; Vw.: s. lieb-; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: s. reizen, s. d; L.: EWD s. u. reizen, fehlt DW, Duden s. u. reizend; GB.: seit vor 1350 belegte und aus reizen und d gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches anziehend oder erregend; F.: reizend, reizende, reizendes, reizendem, reizenden, reizender(, reizendere, reizenderes, reizenderem, reizenderen, reizenderer, reizendst, reizendste, reizendstes, reizendstem, reizendsten, reizendster)+EW; Z.: rei-z-en-d
Reizker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Reizker, ein Speisepilz, ein Blätterpilz; ne. woolly milkcap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: slaw. Lw.; E.: vgl. mnd. rītske*, M., ein Pilz, Reizker; entlehnt einer slawischen Sprache, vgl. zu einem slawischen Wort für rot wegen des roten Saftes; osorb. ryzy, Adj., fuchsrot; L.: Kluge s. u. Reizker, DW 14, 749, EWD s. u. Reizker, Duden s. u. Reizker, Bluhme s. u. Reizker; Son.: vgl. nschw. riska, Sb., Reizker; nnorw. riske, M., F., Reizker; poln. rydz, M., Reizker; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in verschiedenen Arten vorkommenden weißen oder rötlichen Milchsaft absondernden Blätterpilz; BM.: rot; F.: Reizker, Reizkers, Reizkern+FW(+EW?); Z.: Reizk-er
$Reizung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Reizung, Erregung, Verlockung; E.: s. reiz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. reizen, DW 14, 799; GB.: (reizunge) seit 1215/1216 belegte und aus reiz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Lebewesen mögliche Erregung oder Verlockung; F.: Reizung, Reizungen+EW; Z.: Rei-z-ung
Rekapitulation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rekapitulation, Wiederholung; ne. recapitulation, recap (N.); Vw.: -; Hw.: s. rekapitulieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. recapitulātio; E.: s. mnd. recapitulātie, F., Rekapitulation, Inhaltsübersicht, Zusammenfassung; lat. recapitulātio, F., Zusammenfassen in den Hauptpunkten, Wiederholung, Rekapitulation, Zusammenfassung, (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. recapitulāre, V., in den Hauptpunkten zusammenfassen, wiederholen, rekapitulieren; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. capitulum, N., Köpfchen, Abschnitt, Kapitel; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Knieschiebe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. rekapitulieren, fehlt DW, EWD s. u. Rekapitulation, Duden s. u. Rekapitulation; Son.: vgl. nndl. recapitualtie, Sb., Rekapitulation; frz. récapitulation, F., Rekapitulation; poln. rekapitulasjon, M., Rekapitulation; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche zusammenfassende Wiederholung einer Gegebenheit durch einen Menschen; BM.: zurück, Kopf; F.: Rekapitulation, Rekapitulationen+FW(+EW); Z.: Re-kapit-ul-at-io-n
rekapitulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rekapitulieren, wiederholen, zusammenfassen; ne. recapitulate, recap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rekapitulation; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. recapitulāre; E.: s. lat. recapitulāre, V., in den Hauptpunkten zusammenfassen, wiederholen, rekapitulieren (Lüs. gr. ἀνακεφαλαιοῦν [anakephalaiūn]); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. capitulum, N., Köpfchen, Abschnitt, Kapitel; vgl. lat. caput, M., Haupt, Kopf, Kuppe, Spitze; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Knieschiebe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. rekapitulieren, fehlt DW, EWD s. u. rekapitulieren, Duden s. u. rekapitulieren; Son.: vgl. nndl. recapituleren, V., rekapitulieren; frz. récapituler, V., rekapitulieren; nschw. rekapitulera, V., rekapitulieren; nnorw. rekapitulere, V., rekapitulieren; poln. rekapitulować, V., rekapitulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (und inhaltlich aus dem Griechischen) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache einem Menschen mögliches eine Gegebenheit wiederholen oder zusammenfassen(d wiederholen); BM.: zurück, Kopf; F.: rekapitulieren, rekapituliere, rekapitulierst, rekapituliert, rekapitulierest, rekapitulieret, rekapitulierte, rekapituliertest, rekapitulierten, rekapituliertet, ##rekapituliert, rekapitulierte, rekapituliertes, rekapituliertem, rekapitulierten, rekapitulierter##, rekapitulierend, ###rekapitulierend, rekapitulierende, rekapitulierendes, rekapitulierendem, rekapitulierenden, rekapitulierender###, rekapitulier (!)+FW(+EW); Z.: re-kapit-ul-ier-en
Rekel, Räkel, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Rekel, Räkel, ein Rüde, ein ungeschliffener Mensch; ne. male dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vgl. alem. rache, Sb., Spürhund; ae. ræcc, M., Hühnerhund; an. rakki, sw. M. (n), Hund; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Rekel, DW 14, 75 (Räkel), EWD s. u. rekeln, Duden s. u. Rekel, Bluhme s. u. raekeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Rüden einer einfachen Art und davon abgeleitet für einen ungeschliffenen Menschen; BM.: Hund; F.: Rekel, Rekels, Rekeln, Räkel, Räkels, Räkeln+EW; Z.: Rek-el
$rekeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rekeln, herumliegen, herumsitzen; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Rekel, DW 14, 74 (räkeln), EWD s. u. rekeln; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit Rekel verbindbare Bezeichnung für herumliegen oder herumsitzen; F.: rekeln, rekel (!), rekle (!), rekele, rekelst, rekelt, rekelte, rekeltest, rekelten, rekeltet, gerekelt, ##gerekelt, gerekelte, gerekeltes, gerekeltem, gerekelten, gerekelter##, rekelnd, ###rekelnd, rekelnde, rekelndes, rekelndem, rekelnden, rekelnder###, rekel (!)+EW; Z.: rek-el-n
Reklamation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reklamation, Beschwerde, Beanstandung; ne. reclamation, complaint; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. reclāmātio; E.: s. mnd. reclāmācie, F., Einspruch, Rückforderung; lat. reclāmātio, F., Gegengeschrei, Gegenschreien, Neinrufen, Einspruch, Widerruf, Berufung, Rückforderung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. reclāmāre, V., dagegenschreien, entgegenschreien; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reklamieren, fehlt DW, EWD s. u. reklamieren, Duden s. u. Reklamation; Son.: vgl. nndl. reclamatie, Sb., Reklamation; frz. réclamation, F., Reklamation; nschw. reklamation, Sb., Reklamation; nnorw. reklamasjon, M., Reklamation; poln. reklamacja, F., Reklamation; lit. reklamacija, F., Reklamation; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Beschwerde oder Beanstandung; BM.: wieder, rufen; F.: Reklamation, Reklamationen+FW(+EW); Z.: Re-kla-m-at-io-n
Reklame, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reklame, Anpreisung, Werbung; ne. advertisement, promotion; Vw.: -; Hw.: s. reklamieren, Reklamation; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. réclame; E.: s. frz. réclame, F., Zurückruf, Reklame; vgl. frz. réclamer, V., zurückrufen, locken; lat. reclāmāre, V., dagegenschreien, entgegenschreien; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Reklame, fehlt DW, EWD s. u. Reklame, Duden s. u. Reklame; Son.: vgl. nndl. reclame, Sb., Reklame; nschw. reklam, Sb., Reklame; nnorw. reklame, M., Reklame; poln. reklama, F., Reklame; lit. reklama, F., Reklame; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche und seit dem 19. Jh. immer häufigere und für einen wirtschaftlichen Erfolg zunehmend wichtigere (aufdringliche und meist nur vordergründige Vorteile aber kaum Nachteile oder Gefahren mitteilende) Anpreisung oder Werbung für eine Ware häufig durch an dem wirtschaftlichen Erfolg beteiligte so genannte Influencer; BM.: zurück, rufen; F.: Reklame, Reklamen+FW; Z.: Re-kla-m-e
reklamieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. reklamieren, beanstanden, sich beschweren; ne. reclaim (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reklamation, Reklame; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. reclāmāre; E.: s. lat. reclāmāre, V., dagegenschreien, entgegenschreien, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. clāmāre, V., klagen; idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reklamieren, fehlt DW, EWD s. u. reklamieren, Duden s. u. reklamieren; Son.: vgl. nndl. reclameren, V., reklamieren; frz. réclamer, V., reklamieren, zurückrufen, locken; nschw. reklamera, V., reklamieren; nnorw. reklamere, V., reklamieren; poln. reklamować, V., reklamieren; lit. reklamuoti, V., werben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches beanstanden oder sich (über etwas) beschweren; BM.: zurück, rufen; F.: reklamieren, reklamiere, reklamierst, reklamiert, reklamierest, reklamieret, reklamierte, reklamiertest, reklamierten, reklamiertet, ##reklamiert, reklamierte, reklamiertes, reklamiertem, reklamierten, reklamierter##, reklamierend, ###reklamierend, reklamierende, reklamierendes, reklamierendem, reklamierenden, reklamierender###, reklamier (!)+FW(+EW); Z.: re-kla-m-ier-en
rekognoszieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rekognoszieren, auskundschaften, anerkennen; ne. reconnoitre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. recōgnōscere; E.: s. lat. recōgnōscere, V., wieder kennenlernen, wiedererkennen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. nōscere, V., innewerden, kennenlernen, erkennen, Kenntnis erlangen; vgl. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, *g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. rekognoszieren, fehlt DW, Duden s. u. rekognoszieren; Son.: vgl. frz. reconnâitre, V., rekognoszieren; nschw. rekognoscera, V., rekognoszieren; nnorw. rekognosere, V., rekognoszieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches die Echtheit einer Gegebenheit anerkennen; BM.: zurück, erkennen; F.: rekognoszieren, rekognosziere, rekognoszierst, rekognosziert, rekognoszierest, rekognoszieret, rekognoszierte, rekognosziertest, rekognoszierten, rekognosziertet, ##rekognosziert, rekognoszierte, rekognosziertes, rekognosziertem, rekognoszierten, rekognoszierter##, rekognoszierend, ###rekognoszierend, rekognoszierende, rekognoszierendes, rekognoszierendem, rekognoszierenden, rekognoszierender###, rekognoszier (!)+FW(+EW); Z.: re-ko-gno-sz-ier-en
$rekonstruieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rekonstruieren, wieder aufbauen, nachbilden; E.: s. re, s. konstruieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. konstruieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (recōnstruere) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches wieder aufbauen oder nachbilden; F.: rekonstruieren, rekonstruiere, rekonstruierst, rekonstruiert, rekonstruierest, rekonstruieret, rekonstruierte, rekonstruiertest, rekonstruierten, rekonstruiertet, ##rekonstruiert, rekonstruierte, rekonstruiertes, rekonstruiertem, rekonstruierten, rekonstruierter##, rekonstruierend, ###rekonstruierend, rekonstruierende, rekonstruierendes, rekonstruierendem, rekonstruierenden, rekonstruierender###, rekonstruier (!)+FW(+EW); Z.: re-kon-str-u-ier-en
$Rekonstruktion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rekonstruktion, Wiederaufbau, Nachbau; E.: s. frz. reconstruction, s. rekonstruieren; I.: Lw. frz. reconstruction (fehlt lat.); L.: EWD s. u. konstruieren, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen dem Menschen möglichen Wiederaufbau oder Nachbau einer Gegebenheit; F.: Rekonstruktion, Rekonstruktionen+FW(+EW); Z.: Re-kon-str-u kt-io-n
Rekonvaleszent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Rekonvaleszent, Genesender; ne. convalescent (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. reconvalēscere, V., wieder erstarken, (vor 513 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. valēscere, V., stark werden, kräftig werden, erstarken, zunehmen; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten; idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rekonvaleszent, fehlt DW, EWD s. u. Rekonvaleszent, Duden s. u. Rekonvaleszent; Son.: vgl. convalescent, M., Rekonvaleszent; nschw. rekonvalsescent, Sb., Rekonvaleszent; nnorw. rekonvalesent, M., Rekonvaleszent; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Genesenden oder sich von einer Krankheit erholenden Menschen; BM.: zurück, mit, stark sein (V.); F.: Rekonvaleszent, Rekonvaleszenten+FW; Z.: Re-kon-val-esz-ent
Rekord, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rekord, Höchstleistung, Bestleistung; ne. record (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. record; E.: s. ne. record, N., Rekord, Aufzeichnung; vgl. ne. record, V., aufzeichnen, aufschreiben; afrz. recorder, V., erinnern, vergegenwärtigen; lat. recordārī, V., vergegenwärtigen, zurückdenken, eingedenk sein (V.), bedenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cor, N., Herz, Seele; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rekord, fehlt DW, EWD s. u. Rekord, Duden s. u. Rekord; Son.: vgl. nndl. record, Sb., Rekord; frz. record, M., Rekord; nschw. rekord, N., Rekord; nnorw. rekord, M., Rekord; poln. rekord, M., Rekord; lit. rekordas, M., Rekord; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in einem bestimmten Gebiet erbrachte und zwecks Schlichtung von Streitigkeiten seit 27. August 1955 vielfach in dem von Sir Hugh Beaver als Geschäftsführer der Guinness-Brauerei begründeten Guinness Book of Records (Guinness World Records) veröffentliche Höchstleistung oder Bestleistung; BM.: zurück, Herz; F.: Rekord, Rekords, Rekordes, Rekorde, Rekorden+FW(+EW?); Z.: Re-kor-d
Rekorder, Recorder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rekorder, Aufzeichnungsgerät; ne. recorder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. recorder; E.: s. ne. recorder, M., Rekorder; ne. record, V., aufzeichen, aufschreiben; afrz. recorder, V., erinnern, vergegenwärtigen; lat. recordārī, V., vergegenwärtigen, zurückdenken, eingedenk sein (V.), bedenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cor, N., Herz, Seele; idg. *k̑ered-, *k̑erd-, *k̑ērd-, *k̑r̥d-, *k̑red-, N., Herz, Pokorny 579 (893/125) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rekorder, Duden s. u. Rekorder; Son.: vgl. nndl. recorder, Sb., Rekorder; ndän. recorder, Sb., Rekorder; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit etwa 1956 von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer elektromagnetischen Aufzeichnung von Audiosignalen und Videosignalen auf Bändern; BM.: zurück, Herz; F.: Rekorder, Rekorders, Rekordern, Recorder, Recorders, Recordern+FW(+EW?); Z.: Re-kor-d-er
Rekrut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rekrut, Soldat in der Grundausbildung, Grundwehrdiener; ne. recruit (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. recrue; E.: s. frz. recrue, F., Rekrut, Nachwuchs; vgl. frz. recroître, V., nachwachsen; lat. recrēscere, V., wieder wachsen (V.) (1), wieder hervorwachsen (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. crēscere, V., anfangen hervorzukommen, nach und nach hervorkommen, wachsen (V.) (1), hervorwachsen, (204-169 v. Chr.); idg. *k̑er- (2), *k̑erə-, *krē-, *kerh₃-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 577 (886/118) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rekrut, DW 14, 800, EWD s. u. Rekrut, Duden s. u. Rekrut; Son.: vgl. nndl. rekruut, Sb., Rekrut; nschw. rekryt, Sb., Rekrut; nnorw. rekrutt, M., Rekrut; poln. rekrut, M., Rekrut; kymr. recriwt, M., Rekrut; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht möglichen Soldaten in der Grundausbildung oder einen Grundwehrdiener; BM.: zurück, nähren; F.: Rekrut, Rekruten+FW(+EW?); Z.: Re-kru-t
$rekrutieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rekrutieren, herkommen, ergänzen; E.: s. Rekrut, s. ieren; L.: Kluge s. u. Rekrut, DW 14, 801; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rekrut und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches herkommen oder ergänzen; F.: rekrutieren, rekrutiere, rekrutierst, rekrutiert, rekrutierest, rekrutieret, rekrutierte, rekrutiertest, rekrutierten, rekrutiertet, ##rekrutiert, rekrutierte, rekrutiertes, rekrutiertem, rekrutierten, rekrutierter##, rekrutierend, ###rekrutierend, rekrutierende, rekrutierendes, rekrutierendem, rekrutierenden, rekrutierender###, rekrutier (!)+FW(+EW); Z.: re-kru-t-ier-en
…rekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., Adv. (15. Jh.?): nhd. …rekt, gerichtet; ne. …rect; Vw.: s. di-, kor-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. rēctus, (Part. Prät.=)Adj., in gerader Richtung, gerade (Adj.) (2), senkrecht, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. …rect, Suff., …rekt; frz. …rect, Suff., …rekt; nschw. …rekt, Suff., …rekt; nnorw. …rekte, Suff., …rekt; nir. …reach, Suff., …rekt; lit. …rektiškas, Suff., …rekt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Ableitungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Adjektiven und Adverbien verwendete Bezeichnung für gerichtet; BM.: gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: ...rekt, ...rekte, ...rektes, ...rektem, ...rekten, ...rekter(, ...rektere, ...rekteres, ...rekterem, ...rekteren, ...rekterer, ...rekteste, ...rektestes, ...rektestem, ...rektesten, ...rektester)+FW(+EW?); Z.: -rek-t
rektifizieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. rektifizieren, berichtigen, richtigstellen, die Bogenlänge einer Kurve bestimmen; ne. rectify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. rēctificēren, sw. V., berichtigen, verbessern; mlat. rēctificāre, V., berichtigen, geraderichten, recht machen; vgl. lat. rēctus, Adj., in gerader Richtung, gerade (Adj.) (2), senkrecht; lat. regere, V., richten, lenken, leiten, führen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. facere, V., machen, tun; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. rektifizieren; Son.: vgl. nndl. rectificeren, V., rektifizieren; frz. rectifier, V., rektifizieren; nschw. recitificera, V., rektifizieren; nnorw. rektifisere, V., rektifizieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches berichtigen oder richtigstellen; BM.: gerade, machen; F.: rektifizieren, rektifiziere, rektifizierst, rektifiziert, rektifizierest, rektifizieret, rektifizierte, rektifiziertest, rektifizierten, rektifiziertet, ##rektifiziert, rektifizierte, rektifiziertes, rektifiziertem, rektifizierten, rektifizierter##, rektifizierend, ###rektifizierend, rektifizierende, rektifizierendes, rektifizierendem, rektifizierenden, rektifizierender###, rektifizier (!)+FW+EW; Z.: rek-t-i-fi-z-ier-en
Rektion, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Rektion, Regierung, Leitung; ne. regimen, government; Vw.: s. Di-, E-, Insur-; Hw.: s. regieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. rēctio; E.: s. lat. rēctio, F., Regierung, Leitung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rektion, fehlt DW, Duden s. u. Rektion; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Regierung oder Leitung oder die Fähigkeit eines Verbes oder eines Adjektivs oder einer Präposition den Kasus oder Fall eines abhängigen Wortes in einem Satz zu bestimmen; BM.: gerade (Adj) (2) bzw. lenken; F.: Rektion, Rektionen+FW(+EW?); Z.: Rek-t-io-n
Rektor, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rektor, Schulleiter, Hochschulrepräsentant; ne. rector, principal; Vw.: s. Di-, Kor-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. rēctor; E.: mnd. rēctor, rēcter, M., Rektor, Vorsteher einer Bildungseinrichtung, Leiter (M.) einer geistlichen Einrichtung; lat. rēctor, M., Lenker, Leiter (M.), Führer, Regierer, Beherrscher, Mentor, (81-43 v. Chr.); s. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rektor, EWD s. u. Rektor, fehlt DW, Duden s. u. Rektor; Son.: vgl. nndl. rector, Sb., Rektor; frz. recteur, M., Rektor; nschw. rektor, Sb., Rektor; nnorw. rektor, M., Rektor; poln. rektor, M., Rektor; nir. reachtaire, M., Rektor; lit. rektorius, M., Rektor; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für den Lenker oder Leiter (M.) oder Vorsteher einer höheren Bildungseinrichtung; BM.: gerade (Adj) (2) bzw. lenken; F.: Rektor, Rektors, Rektoren+FW (+EW); Z.: Rek-t-or
$Rektorat, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Rektorat; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Rektor, s. at (Suff.); L.: EWD s. u. Rektor, fehlt DW; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus Rektor und at (Suff.) gebildete Bezeichnung für das Amt und die Dienststelle eines Rektors; F.: Rektorat, Rektorats, Rektorates, Rektorate, Rektoraten+FW(+EW); Z.: Rek-t-or-at
rekurrieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. rekurrieren, (auf Früheres) Bezug nehmen; ne. recur, appeal (V.), refer back; Vw.: -; Hw.: s. Rekurs, konkurrieren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. recourir; E.: s. frz. recourir, V., auf Früheres Bezug nehmen; lat. recurrere, V., zurücklaufen, zurückrennen, eilig zurückkehren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. rekurrieren, fehlt DW, Duden s. u. rekurrieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches (auf Früheres) Bezug nehmen; BM.: zurück, laufen; F.: rekurrieren, rekurriere, rekurrierst, rekurriert, rekurrierest, rekurrieret, rekurrierte, rekurriertest, rekurrierten, rekurriertet, ##rekurriert, rekurrierte, rekurriertes, rekurriertem, rekurrierten, rekurrierter##, rekurrierend, ###rekurrierend, rekurrierende, rekurrierendes, rekurrierendem, rekurrierenden, rekurrierender##, rekurrier (!)+FW(+EW?); Z.: re-kurr-ier-en
Rekurs, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rekurs, Rückgriff, Bezugnahme; ne. recourse; Vw.: -; Hw.: s. rekurrieren; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?; I.: Lw. lat. recursus; E.: s. lat. recursus (1), M., Rücklauf, Rückfahrt, Rückzug, Rückkehr, Zurückgehen, Zuflucht, Rekurs, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. recurrere, V., zurücklaufen, zurückrennen, eilig zurückkehren; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. currere, V., laufen, rennen, forteilen, weitereilen, herbeilaufen; idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (903/135) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. rekurrieren, fehlt DW, Duden s. u. Rekurs; GB.: vielleicht 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Rückgriff oder eine Bezugnahme auf etwas früher stattgefunden Habendes; BM.: zurück, laufen; F.: Rekurs, Rekurses, Rekurse, Rekursen+FW(+EW); Z.: Re-kurs
Relais, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Relais, automatische Schalteinrichtung; ne. relay (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. relais; E.: s. frz. relais, M., Vorspann, Pferdewechsel; vgl. afrz. relaisser, V., zurücklassen; lat. relaxāre, V., wieder weit machen, erweitern, geräumiger machen, schlaff machen, erschlaffen, nachlassen, öffnen, lösen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. laxāre, V., laff machen, losspannen, lockern, lösen, öffnen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. laxus, Adj., schlaff, nicht straff angezogen, gelockert, locker, schlapp; idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, *leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Relais, fehlt DW, EWD s. u. Relais, Duden s. u. Relais; Son.: vgl. nndl. relais, Sb., Relais; nschw. relä, Sb., Relay; nnorw. rele, relé, N., Relay; kymr. relái, M., Relais; lit. relė, F., Relais; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine automatische Schalteinrichtung bei der mit schwächerem Strom ein Stromkreis mit einem stärkeren Strom geöffnet und geschlossen wird; BM.: zurück, schlaff; F.: Relais+FW; Z.: Re-lai-s
Relation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Relation, Beziehung, Verhältnis; ne. relation; Vw.: s. Kor-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. relātio; E.: s. mnd. relātiōn, F., Bericht; mnd. relātie, relācie, F., Bericht; lat. relātio, F., Zurücktragen, Zurückbringen, Zurückschieben, Zurückschiebung, Zurückgabe, Vergeltung, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. relativ, fehlt DW, EWD s. u. Relation, Duden s. u. Relation; Son.: vgl. nndl. relatie, Sb., Relation; frz. relation, F., Relation; nschw. relation, Sb., Relation; nnorw. relasjon, M., Relation; poln. relacja, F., Relation; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Beziehung oder ein Verhältnis zweier Gegebenheiten zueinander; BM.: zurück, tragen; F.: Relation, Relationen+FW(+EW); Z.: Re-lat-io-n
relativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. relativ, verhältnismäßig, vergleichsweise, ziemlich; ne. relative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Relation; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. relatif; E.: s. frz. relatif, Adj., relativ, verhältnismäßig; lat. relātīvus, Adj., sich beziehend auf, bezüglich, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. referre, V., zurücktragen, zurückbringen, zurückschaffen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. relativ, fehlt DW, EWD s. u. Relation, Duden s. u. relativ; Son.: vgl. nndl. relatief, Adj., relativ; frz. relativ, Adj., relativ; nschw. relativ, Adj., relativ; nnorw. relativ, Adj., relativ; lit. relialtyvus, Adj., relativ; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches verhältnismäßig oder vergleichsweise oder ziemlich; BM.: zurück, tragen; F.: relativ, relative, relatives, relativem, relativen, relativer+FW(+EW); Z.: re-la-t-iv
$relativieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. relativieren. abmildern, ausgleichen, einschränken; E.: s. relativ, s. ieren; L.: Kluge s. u. relativ, fehlt DW, EWD s. u. Relation; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus relativ und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches abmildern oder ausgleichen oder einschränken; F.: relativieren, relativiere, relativierst, relativiert, relativierest, relativieret, relativierte, relativiertest, relativierten, relativiertet, ##relativiert, relativierte, relativiertes, relativiertem, relativierten, relativierter##, relativierend, ###relativierend, relativierende, relativierendes, relativierendem, relativierenden, relativierender###, relativier (!)+FW; Z.: re-la-t-iv-ier-en
$Relativität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Relativität, Verhältnismäßigkeit; E.: s. relativ, s. ität; L.: Kluge s. u. relativ, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus relativ und ität gebildete Bezeichnung für Verhältnismäßigkeit (zu einer Beobachterperspektive); F.: Relativität, Relativitäten+EW?; Z.: Re-la-t-iv-it-ät
Relegation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Relegation, Ausschließung, Verweisung, Zurückstufen; ne. relegation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. relēgātio; E.: s. lat. relēgātio, F., Ausschließung, Verweisung, Verbannung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. relēgāre, V., fortschicken, wegschaffen, entfernen, verweisen, verbannen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. lēgāre, V., absenden, senden, entsenden, schicken, gesetzlich verfügen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: DW 14, 801, Duden s. u. Relegation; Son.: vgl. frz. relégation, F., Relegation; nnorw. relegasjon, M., Relegation; poln. relegacja, F., Relegation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Ausschließung oder Verweisung von einer menschlichen Institution oder ein Zurückstufen; BM.: zurück, sammeln; F.: Relegation, Relegationen+FW+EW; Z.: Re-leg-at-io-n
relevant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.): nhd. relevant, bedeutsam, wichtig; ne. relevant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. relevant; E.: s. ne. relevant, Adj., relevant, bedeutsam; lat. relevāns, (Part. Präs.=)Adj., aufhebend, in die Höhe hebend; vgl. lat. relevāre, V., aufheben, in die Höhe heben, erleichtern, (190-159 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben; vgl. lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. relevant, fehlt DW, Duden s. u. relevant; Son.: vgl. nndl. relevant, Adj., relevant; nschw. relevant, Adj., relevant; nnorw. relevant, Adj., relevant; lit. relevantiškas, Adj., relevant; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (aus der Sicht des Menschen) bedeutsam oder wichtig; BM.: zurück, leicht; F.: relevant, relevante, relevantes, relevantem, relevanten, relevanter(, relevantere, relevanteres, relevanterem, relevanteren, relevanterer, relevantest, relevanteste, relevantestes, relevantestem, relevantesten, relevantester)+FW(+EW?); Z.: re-lev-ant
Relief, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Relief, plastisches Bild; ne. relief (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. relief; E.: s. frz. relief, M., Relief, Hervorheben; vgl. frz. relever, V., hochheben, aufheben; lat. relevāre, V., aufheben, in die Höhe heben, erleichtern, (190-159 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. levāre, V., erleichtern, heben, aufheben, wegheben; vgl. lat. levis, Adj., leicht, schnell, behend, geschwind, flüchtig; idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Relief, fehlt DW, EWD s. u. Relief, Duden s. u. Relief; Son.: vgl. nndl. relief, Sb., Relief; nschw. relief, Sb., Relief; nnorw. relieff, N., Relief; nir. rilíf, F., Relief; lit. reljefas, M., Relief; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Abbildung mit erhabener oder vertiefter Oberfläche oder seit Verfestigung der Erdoberfläche die Oberflächengestalt der Erde; BM.: zurück, leicht; F.: Relief, Reliefs, Reliefe, Reliefen+FW; Z.: Re-lief
Religion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Religion, Glauben (M.); ne. religion; Vw.: -; Hw.: s. religiös, Religiosität; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. religio; E.: s. mnd. religiōn, F., Religion, Glaube, Gesamtheit der Glaubenssätze, Glaubensausübung; mnd. religie, F., Religion; lat. religio, F., gewissenhafte Berücksichtigung, gewissenhafte Sorgfalt, Gewissenszweifel, Religionszweifel, Bedenken, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Religion, DW 14, 801, EWD s. u. Religion, Duden s. u. Religion; Son.: vgl. nndl. religie, Sb., Religion; frz. religion, F., Religion; nschw. religion, Sb., Religion; nnorw. religion, M., Religion; poln. religia, F., Religion; nir. reiligiún, M., Religion; lit. religija, F., Religion; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen bestimmten vielleicht sachlich seit den Hochkulturen des Altertums erkennbaren durch Gewohnheit und Lehre und Satzungen festgelegten Glauben von Menschen und sein Bekenntnis; BM.: zurück, sammeln; F.: Religion, Religionen+FW(+EW); Z.: Re-lig-io-n
religiös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. religiös, Religion betreffend, gottesfürchtig; ne. religious (Adj.), pious (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Religion, Religiosität; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. religiōsus; E.: s. lat. religiōsus (1), Adj., gewissenhaft, mit gewissenhafter Sorgfalt verfahrend, religiös, ängstlich, gottesfürchtig, gottergeben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Religion, DW 14, 803, EWD s. u. Religion, Duden s. u. religiös; Son.: vgl. nndl. religieus, Adj., religiös; frz. religieux, Adj., religiös; nschw. religiös, Adj., religiös; nnorw. religiøs, Adj., religiös; poln. religijny, Adj., religiös; lit. religinis, Adj., religiös; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Religion betreffend oder gottesfürchtig; BM.: zurück, sammeln; F.: religiös, religiöse, religiöses, religiösem, religiösen, religiöser(, religiösere, religiöseres, religiöserem, religiöseren, religiöserer, religiösest, religiöseste, religiösestes, religiösestem, religiösesten, religiösester)+FW(+EW); Z.: re-lig-i-ös
Religiosität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Religiosität, Gottesfürchtigkeit, religiöse Haltung; ne. religiosity; Vw.: -; Hw.: s. religiös, Religion; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. religiōsitās; E.: s. lat. religiōsitās, F., Gottesfürchtigkeit, Gottesfurcht, Frömmigkeit, Religiosität, Gottseligkeit, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. religiōsus (1), Adj., gewissenhaft, mit gewissenhafter Sorgfalt verfahrend, religiös, ängstlich, gottesfürchtig, gottergeben; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); vgl. idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Religion, Duden s. u. Religiosität; Son.: vgl. nschw. religiositet, Sb., Religiosität; poln. religijność, F., Religiosität; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gottesfürchtigkeit oder religiöse Haltung eines Menschen; BM.: zurück, sammeln; F.: Religiosität, Religiositäten+FW; Z.: Re-lig-i-os-it-ät
Relikt, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Relikt, Überrest, Überbleibsel, Hinterlassenschaft, Rückstand; ne. relic, relict (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. relictum; E.: s. lat. relictum, N., Übriggelassenes; vgl. lat. relinquere, V., zurücklassen, hinterlassen (V.), vermachen, überlassen (V.), liegen lassen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Relikt, EWD s. u. Relikt, fehlt DW, Duden s. u. Relikt; Son.: vgl. nndl. relict, Sb., Relikt; nschw. relikt, Sb., Relikt; nnorw. relikt, N., Relikt; poln. relikt, M., Relikt; lit. reliktas, M., Relikt; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Überrest oder ein Überbleibsel oder eine Hinterlassenschaft oder einen Rückstand; BM.: zurück, lassen; F.: Relikt, Relikts, Reliktes, Relikte, Relikten+FW(+EW); Z.: Re-lik-t
Reling, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reling, Schiffsgeländer, Schiffsbrüstung; ne. railing, bulwark, gunwale; Vw.: -; Hw.: s. Riegel; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. mnd. rēgel (2), rēgul, rēguͤel, M., waagerecht angebrachter Balken, Querholz, tragender Querbalken in dem Fachwerkbau, Sperrbalken, Gatter, beweglich angebrachter Verschlussbalken; mnl. regel, M., Querholz, Latte; ahd. rigil, st. M. (a)?, Querholz, Riegel; germ. *rigla?, *riglaz?, M., Riegel; lat. rēgula, F., Leiste, Latte, Richtschnur, Regel; vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Reling, DW 14, 803, EWD s. u. Reling, Duden s. u. Reling; Son.: vgl. nndl. reling, Sb., Reling; nschw. reling, Sb., Reling; nnorw. reling, M., F., Reling; poln. reling, M., Reling; kymr. rheiliau, M., Reling; nir. ráille, M., Reling; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare Bezeichnung für ein ein Schiff umgebendes Geländer oder eine Schiffsbrüstung; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: Reling, Relings, Relinge, Relingen+EW; Z.: Re-l-ing
Reliquiar, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Reliquiar, Reliquienbehälter; ne. reliquary; Vw.: -; Hw.: s. Reliquie; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. reliquiārium; E.: s. mlat. reliquiārium, N., Erbteil, Heiligenschrein, Reliquiar; vgl. lat. relinquere, V., zurücklassen, hinterlassen (V.), vermachen, überlassen (V.), (204-169 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Reliquie, fehlt DW, Duden s. u. Reliquiar; Son.: vgl. frz. reliquaire, M., Reliquiar; poln. relikwiarz, M., Reliquiar; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Behältnis für einen religiös verehrten Überrest von Gebeinen eines Verstorbenen (Reliquienbehälter); BM.: zurück, lassen; F.: Reliquiar, Reliquiars, Reliquiares, Reliquiare, Reliquiaren+FW(+EW); Z.: Re-liqu-i-ar
Reliquie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Reliquie, religiös verehrter Überrest; ne. relic; Vw.: -; Hw.: s. Reliquiar; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. reliquia; E.: s. mnd. reliquie, F., Reliquie, als heilig verehrter Überrest eines Menschen bzw. eines ihm zugeordneten Gegenstandes; lat. reliquia, F., Reliquie, Überreste eines Toten, Überbleibsel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. reliquus, Adj., zurückgelassen, übriggeblieben, übrig, rückständig; lat. relinquere, V., zurücklassen, hinterlassen (V.), vermachen, überlassen (V.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. linquere, V., lassen, zurücklassen, hinterlassen (V.), hinter sich lassen; idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Reliquie, DW 14, 803, EWD s. u. Reliquie, Duden s. u. Reliquie; Son.: vgl. nndl. reliek, Sb., Reliquie; frz. relique, F., Reliquie; nschw. relik, Sb., Reliquie; nnorw. relikvie, M., Reliquie; poln. relikwia, F., Reliquie; lit. relikvija, F., Reliquie; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen religiös verehrten Überrest von Gebeinen eines Verstorbenen; BM.: zurück, lassen; F.: Reliquie, Reliquien+FW(+EW); Z.: Re-liqu-ie
Reminiszenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reminiszenz, (bedeutsame) Erinnerung, Überbleibsel; ne. reminiscence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. reminīscentia; E.: s. lat. reminīscentia, F., Rückerinnerung, Übersetzung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. reminīscī, V., zurückdenken, sich besinnen, sich erinnern, bedenken, eingedenk sein (V.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. miniscī, V., sich erinnern, sich besinnen können, eingedenk sein (V.); idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726 (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Reminiszenz, fehlt DW, EWD s. u. Reminiszenz, Duden s. u. Reminiszenz; Son.: vgl. nndl. reminscientie, Sb., Reminiszenz; frz. réminiscence, F., Reminiszenz; nschw. reminiscens, Sb., Reminiszenz; nnorw. reminisens, M., Reminiszenz; poln. reminiscencja, F., Reminiszenz; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (bedeutsame) Erinnerung; BM.: zurück, denken; F.: Reminiszenz, Reminiszenzen+FW+EW; Z.: Re-min-isz-enz
remis, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. remis, unentschieden; ne. remise, drawn (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. remis; E.: s. frz. remis, Adj., zurückgestellt, remis; vgl. frz. remettre, V., wieder hinbringen, übergeben (V.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. mettre, V., setzen, stellen, legen; vgl. lat. mittere, V., gehen lassen, schicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: Kluge s. u. remis, fehlt DW, EWD s. u. remis, Duden s. u. remis; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. remise, Adj., remis; nschw. remi, Adj., remis; nnorw. remis, Adj., remis; poln. remisowy, Adj., remis; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches unentschieden in einem Wettkampf; BM.: zurück, werfen; F.: remis+FW; Z.: re-mis
Remission, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Remission, Rückgang, Nachlassen, Abklingen; ne. remission; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. remissio; E.: s. mnd. remissiōn, F., Aufhebung; lat. remissio, F., Zurückschicken, Zurücksenden, Herablassen, Nachlassen, Fallen (N.); vgl. lat. remittere, V., zurückgehen lassen, zurückschicken, aufkündigen, zurückwerfen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: fehlt DW. Duden s. u. Remission; Son.: vgl. frz. rémission, F., Remission; nschw. remission, Sb., Remission; poln. remisja, F., Remission; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Rückgang oder ein (vorübergehendes oder dauerhaftes) Nachlassen oder Abklingen (von Krankheitssymptomen); BM.: zurück, schicken; F.: Remission, Remissionen+FW+EW; Z.: Re-mis-s-io-n
Remmidemmi, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Remmidemmi, buntes Treiben, Trubel; ne. rumpus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Bayerischen, s. bair. Remisuri, Sb., Ausgelassenheit der Kinder bei Abwesenheit der Eltern; vielleicht zu lombard. ramadán, rabatán, Sb., Lärm, Tumult; von arab. ramaḍān, Sb., der heiße Monat; vgl. arab. ramaḍa, V., heiß sein (V.); L.: Kluge s. u. Remmidemmi, fehlt DW, Duden s. u. Remmidemmi; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein buntes Treiben oder einen Trubel; BM.: heiß?; F.: Remmidemmi, Remmidemmis+FW?(+EW?); Z.: Remm-i-demm-i
Remoulade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Remoulade, Mayonnaise; ne. remoulade, rémoulade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1849? (Kochbuch); I.: Lw. frz. rémoulade; E.: s. frz. rémoulade, F., Remoulade; vgl. frz. remouler, V., zermahlen; frz. re…, ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. molere, V., mahlen, kauen; idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Remoulade, fehlt DW, EWD s. u. Remoulade, Duden s. u. Remoulade; Son.: vgl. nndl. remoulade, Sb., Remoulade; nschw. remuladsos, Sb., Remoulade; nnorw. remulade, M., Remoulade; poln. ramulada, F., Remoulade; kymr. remwlâd, M., F., Remoulade; GB.: vielleicht seit 1849 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete mit Kräutern und Gewürzen verfeinerte Mayonnaise; BM.: mahlen; F.: Remoulade, Remouladen+FW; Z.: Re-moul-ad-e
rempeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rempeln, stoßen; ne. shove (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: über die Studentensprache aus obersächs. rämpel, Sb., Klotz, Flößholz; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. rempeln, EWD s. u. rempeln, DW 14, 805, Duden s. u. rempeln, Bluhme s. u. rempeln; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und über die Studentensprache aus dem Obersächsischen gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches (mit dem Körper zu einer Seite) stoßen; BM.: ?; F.: rempeln, rempel (!), remple, rempelst, rempelt, rempelte, rempeltest, rempelten, rempeltet, gerempelt, ##gerempelt, gerempelte, gerempeltes, gerempeltem, gerempelten, gerempelter##, rempelnd, ###rempelnd, rempelnde, rempelndes, rempelndem, rempelnden, rempelnder###, rempel (!)+EW; Z.: remp-el-n
Remter, Rempter, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Remter, Refektorium, Speisesaal der Mönche; ne. refectory; Vw.: -; Hw.: s. Refektorium; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. reventer, st. M., st. N., Remter, Speisezimmer der Mönche; mnd. remter, rembter, rempter, rēmeter, M., N., Remter, Saal, Speiseraum im Kloster, Refektorium; ahd. refenter*, reventer*, revintre*, st. M. (a)?, st. N. (a), Speisesaal im Kloster; lat. refectōrium, N., Speisesaal, (540-604 n. Chr.); vgl. lat. reficere, V., erquicken, wieder herstellen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. facere, V., machen, tun; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Remter, DW 14, 805, EWAhd 7, 260, Duden s. u. Remter; Son.: vgl. afries. reventer, Sb., Rempter, Speisesaal; nndl. refter, Sb., Remter; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (des Altertums?) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Speisesaal und Versammlungssaal der Mönche eines Klosters; BM.: zurück, setzen; F.: Remter, Remters, Remtern+FW+EW; Z.: Re-m-t-er
Ren, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Ren, Rentier; ne. reindeer; Vw.: -; Hw.: s. Rentier; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nschw. ren; E.: s. mnd. rēn (1), reyn, N., Rentier; s. nschw. ren, Sb., Rentier; an. hreinn (1), st. M. (a), Ren, Rentier; germ. *hraina-, *hrainaz, st. M. (a), Ren, Rentier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ren, DW 14, 560 (Rehn), EWD s. u. Ren, Duden s. u. Ren, Bluhme s. u. Ren; Son.: vgl. nndl. rendier, Sb., Rentier; frz. renne, M., Ren; nnorw. rein, M., Ren; poln. renifer, M., Rentier; nir. réinfhia, M., Rentier; GB.: seit der frühen Neuzeit mnd. belegte und aus dem Neuschwedischen und dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches in den Polargebieten lebendes und zu den Hirschen gehörendes Säugetier mit dichtem dunkelbraunem bis graubraunem und in dem Winter hellerem Fell und starkem unregelmäßig verzweigtem und an den Enden oft schaufelförmigem Geweih; BM.: Horn; F.: Ren, Rens, Rene, Renen+FW; Z.: Re-n
Renaissance, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Renaissance, Wiedergeburt, Wiederbelebung, Rückbesinnung; ne. renaissance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. frz. renaisance; E.: s. frz. renaisance, F., Wiedergeburt, Renaissance; vgl. frz. renaître, V., wiedergeboren werden; frz. re…, ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. naître, V., geboren werden; lat. nāscī, V., gezeugt werden, geboren werden, wachsen (V.) (1); s. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Renaissance, fehlt DW, EWD s. u. Renaissance, Duden s. u. Renaissance; Son.: vgl. nndl. renaissance, Sb., Renaissance; nschw. renässans, Sb., Renaissance; nnorw. rennessance, M., Renaissance; poln. renesans, M., Renaissance; lit. renesansas, M., Renaissance; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wiedergeburt oder Wiederbelebung oder Rückbesinnung; BM.: zurück, gezeugt werden; F.: Renaissance, Renaissancen+FW; Z.: Re-nai-ss-anc-e
Rendezvous, Rendez-vous, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rendezvous, verabredetes Treffen, Stelldichein; ne. rendezvous (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. rendez-vous; E.: s. rendez-vous, M., Rendezvous; vgl. frz. rendez vous, V., begebt euch; frz. se rendre, V., sich begeben; vulgärlat. *rendere, V., zurückgeben; lat. reddere, V., zurückgeben, wiedergeben, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dare, V., geben; vgl. idg. *dō-, *də-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); frz. vous, Pers.-Pron., ihr (Pl.), euch; lat. vōs, Pers.-Pron., ihr, euch; idg. *u̯ē̆s- (6), *u̯ō̆s-, Poss.-Pron., ihr, Pokorny 1173; s. idg. *i̯u- (1), *i̯úHs, Pron., ihr, Pokorny 513 (767/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Rendezvous, fehlt DW, EWD s. u. Rendezvous, Duden s. u. Rendezvous; Son.: vgl. nndl. rendes-vous, Sb., Rendezvous; nschw. rendezvous, N., Rendezvous; nnorw. rendezvous, N., Rendezvous; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verabredetes Treffen eines verliebten Paares (Stelldichein); BM.: zurück, geben, ihr; F.: Rendezvous, Rendez-vous+FW; Z.: Re-n-d-ez-vou-s
Rendite, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rendite, Ertrag; ne. yield (N.), return (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. rendita; E.: s. it. rendita, F., Ertrag; vgl. it. rendere, V., zurückerstatten, bezahlen; vulgärlat. *rendere, V., zurückgeben; lat. reddere, V., zurückgeben, wiedergeben, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dare, V., geben; vgl. idg. *dō-, *də-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rendite, fehlt DW, Duden s. u. Rendite; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den (sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen möglichen jährlichen) Ertrag einer Kapitalanlage; BM.: zurück, geben; F.: Rendite, Renditen+FW+EW; Z.: Re-n-d-it-e
Renegat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Renegat, Abgefallener; ne. renegade (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. renégat; E.: s. frz. renégat, M., Renegat; it. rinnegato, M., Renegat; vgl. it. rinnegare, V., abschwören; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. negāre, V., nein sagen, verneinen, leugnen, verleugnen, ableugnen; idg. *nē̆ (1), Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied vielleicht von lat. āiāre, V., ja sagen, bejahen, behaupten, sagen, sprechen, zeugen für, sprechen für; idg. *ēg̑-, *ōg̑-, *əg̑-, V., sprechen, sagen, Pokorny 290 (428/9) (RB. idg. aus ind.?, iran.?, arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Renegat, fehlt DW, Duden s. u. Renegat; Son.: vgl. nndl. renegaat, Sb., Renegat; nschw. renegat, Sb., Renegat; nnorw. renegat, M., Renegat; poln. renegat, M., Renegat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen seine Überzeugung ändernden oder von einer Ansicht abgefallenen Menschen; BM.: zurück, nein; F.: Renegat, Renegaten+FW+EW; Z.: Re-ne-g-at
Reneklode, Reineclaude, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reneklode, Reineclaude, eine Edelpflaume; ne. greengage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. reine-claude; E.: s. reine-claude, F., Reneklode, Königin Claude; vgl. frz. reine, F., Königin; lat. rēgīna, F., Königin, Königstochter, Prinzessin; lat. rēx, M., Leiter (M.), Regierer, König, Fürst; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); frz. Claude, F., Claudia; von lat. Claudius, M.=PN, Claudius, Clodius; vielleicht von lat. claudere, V., schließen, sperren, verstopfen, verschließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Reneklode, EWD s. u. Reneklode, Duden s. u. Reneklode; Son.: vgl. nndl. reine-claude, Sb., Reneklode; nschw. reine-claude, Sb., Reneklode; nnorw. reineclaude, M., Reneklode; poln. renkloda, F., Reneklode; lit. renklodas, M., Reneklode; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach einem PN gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Edelpflaumenbaum mit kugeligen und grünlichen oder gelblichen süßen Früchten; BM.: PN Claude, benannt zu Ehren der Gemahlin des französischen Königs Franz I. (1494-1547); F.: Reneklode, Renekloden, Reineclaude, Reineclauden+FW(+EW?); Z.: Re-n-e-klo-d-e
renitent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. renitent, sich widersetzend, sich auflehnend; ne. renitent, recalcitrant; Vw.: -; Hw.: s. Renitenz; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. rénitent; E.: s. frz. rénitent, Adj., renitent, sich widersetzend; lat. renītēns, (Part. Präs.=)Adj., entgegenstemmend, sich widersetzend; vgl. lat. renītī, V., sich entgegenstemmen, sich widersetzen, widerstehen, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. nītī, V., sich stemmen, sich stützen, beruhen, sich verlassen (V.); idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); s. idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. renitent, fehlt DW, EWD s. u. renitent, Duden s. u. renitent; Son.: vgl. nndl. renitent, Adj., renitent; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich widersetzend oder sich auflehnend; BM.: zurück, neigen; F.: renitent, renitente, renitentes, renitentem, renitenten, renitenter(, renitentere, renitenteres, renitenterem, renitenteren, renitenterer, renitentest, renitenteste, renitentestes, renitentestem, renitentesten, renitentester)+FW; Z.: re-ni-t-ent
Renitenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Renitenz, Widerspenstigkeit, Auflehnung; ne. defiance, recalcitrance; Vw.: -; Hw.: s. renitent; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. rénitence; E.: s. frz. rénitence, F., Renitenz, Widerspenstigkeit; mlat. renītentia, F., Widerstand; vgl. lat. renītī, V., sich entgegenstemmen, sich widersetzen, widerstehen, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. nītī, V., sich stemmen, sich stützen, beruhen, sich verlassen (V.); idg. *kneigᵘ̯ʰ-, V., neigen, sich biegen, Pokorny 608 (943/175) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); s. idg. *ken- (1)?, V., drücken, kneifen, knicken?, Pokorny 558 (867/99) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. renitent, EWD s. u. renitent, Duden s. u. Renitenz; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Widerspenstigkeit oder Auflehnung; BM.: zurück, neigen; F.: Renitenz+FW(+EW); Z.: Re-ni-t-enz
Renke, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Renke, ein Fisch; ne. whitefish; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. renke, sw. M., Rheinanke, Renke; s. mhd. Rīn, st. M.=FlN, Rhein; ahd. Rīn, st. M.=FlN, Rhein; germ. *Rīna-, Rīnaz, st. M. (a), Rhein; vgl. idg. *erei-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Hinterglied wohl von mhd. anke (2), sw. M., Butter; ahd. anko, anco, sw. M. (n), Butter; germ. *ankwō-, *ankwōn, *ankwa-, *ankwan, sw. M. (n), Schmer, Fett; idg. *ongᵘ̯en-, *n̥gᵘ̯en-, Sb., Salbe, Schmiere, Pokorny 779; s. idg. ongᵘ̯-, V., salben, Pokorny 779 (1340/20) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Renke, DW 14, 805, Duden s. u. Renke, Bluhme s. u. Renke; GB.: (rīnanko) seit dem Hochmittelalter belegte und aus Rhein und Anke gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen 30 bis 70 Zentimeter langen Fisch mit silberweißem Bauch und braungrünem Rücken; BM.: Rhein, Fett?; F.: Renke, Renken+EW; Z.: R-enk-e
renken, nhd., V., (8. Jh.): nhd. renken, einen Rank ausführen, drehend hin bewegen und her bewegen; ne. wrench (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. renken, sw. V., renken, drehend ziehen, hin und her bewegen, sich bewegen; mnd. *wrenken?, sw. V., renken, drehen, verdrehen; ahd. *renken?, sw. V. (1a), renken?, drehen?; as. -; anfrk. -; germ. *wrankjan, sw. V., drehen, renken; idg. *u̯reng-, V., drehen, Pokorny 1154; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. renken, Kluge s. u. renken, DW 14, 805, EWD s. u. renken, Falk/Torp 416, EWAhd 7, 377 (birenken), Duden s. u. renken, Bluhme s. u. renken; Son.: vgl. afries. -; ae. wrėncan, sw. V. (1), renken, drehen, Ränke spinnen an. -; got. *wranks?, Adj. (a), verdreht; ai. vṛṇakti, V., wendet, dreht; ai. abhi-vlaṅgá-, Sb., Schlinge; lat. ringī, V., Mund weit aufsperren, Zähne fletschen, grollen, unwillig sein (V.); lat. vergere, V., drehen, sich neigen; lit. rangýti, V., winden, krümmen; ksl. vrěšti, V., werfen; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches drehend hin bewegen und her bewegen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: renken (!), renke (!), renkst, renkt, renkest, renket, renkte, renktest, renkten, renktet, gerenkt, ##gerenkt, gerenkte, gerenktes, gerenktem, gerenkten, gerenkter##, renkend, ###renkend, renkende, renkendes, renkendem, renkenden, renkender###, renk (!)+EW; Z.: re-nk-en
rennen, nhd., st. V., sw. V., (10. Jh.): nhd. rennen, schnell laufen; ne. run (V.); Vw.: -; Hw.: s. rinnen; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. rennen, sw. V., jagen, treiben, rinnen; mnd. rennen (1), rönnen, ronnen, rünnen, rinnen, sw. V., rennen, sich schnell fortbewegen, schnell laufen, schnell fahren, reiten, schnell reiten; mnl. rennen, sw. V., rennen; ahd. rennen*, sw. V. (1a), laufen machen, rinnen machen, rennen; as. -; anfrk. -; germ. *rennan, st. V., sich erheben, rinnen; vgl. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rennen, Kluge s. u. rennen, DW 14, 807, EWD s. u. rennen, Duden s. u. rennen, Bluhme s. u. rennen; Son.: vgl. afries. renna (1), rinna, st. V. (3a), sw. V. (1), rennen, rinnen, laufen; saterl. renna, V., rennen, rinnen; ae. rėnnan, sw. V., rinnen machen; an. renna (2), rinna, st. V. (3a), fließen, laufen; got. rinnan, st. V. (3,1), rennen, laufen; nndl. rennen, V., rennen; nschw. ränna, V., rennen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schnell laufen; BM.: sich bewegen; F.: rennen, renne, rennst, rennt, rennest, rennet, rannte, ranntest, rannten, ranntet, gerannt, ##gerannt, gerannte, geranntes, geranntem, gerannten, gerannter##, rennend, ###rennend, rennende, rennendes, rennendem, rennenden, rennender###, renn (!)+EW; Z.: re-nn-en
$Rennen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rennen, schnelles Laufen; Vw.: s. Hindernis-, Wett-; E.: s. rennen; L.: DW 14, 812, EWD s. u. rennen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus rennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schnelles Laufen; F.: Rennen, Rennens+EW; Z.: Re-nn-en
$Renner, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Renner, Rennender, Läufer; E.: s. renn(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. rennen, DW 14, 812, EWD s. u. rennen; GB.: (rennære) seit 13. Jh. belegte und aus renn(en) und er (Suff) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Rennenden oder Läufer; F.: Renner, Renners, Rennern+EW; Z.: Re-nn-er
Renommee, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Renommee, Ansehen, Ruf; ne. renown; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. renommée; E.: s. frz. renommée, F., Renommee; vgl. frz. renommer, V., loben, rühmen, wieder ernennen; frz. re…, ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. nōmen, N., Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Renommee, fehlt DW, EWD s. u. Renommee, Duden s. u. Renommee; Son.: vgl. nndl. renommée, Sb., Renommee; nschw. renommé, N., Renommee; nnorw. renomme, renommé, N., Renommee; poln. renoma, F., Renommee; lit. renomė, Sb. (indekl.), Renommee; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ansehen oder Ruf; BM.: zurück, Name; F.: Renommee, Renommees+FW; Z.: Re-nom-m-ee
$renommieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. renommieren, rühmen, prahlen; Q.: Ende 17. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Renommee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rühmen oder prahlen; F.: renommieren, renommiere, renommierst, renommiert, renommierest, renommieret, renommierte, renommiertest, renommierten, renommiertet, ##renommiert, renommierte, renommiertes, renommiertem, renommierten, renommierter##, renommierend, ###renommierend, renommierende, renommierendes, renommierendem, renommierenden, renommierender###, renommier (!)+FW(+EW?); Z.: re-om-m-ier-en
$renommiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. renommiert, angesehen, berühmt; E.: s. renommier(en), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. Renommee, fehlt DW, EWD s. u. Renommee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für angesehen oder berühmt; F.: renommiert, renommierte, renommiertes, renommiertem, renommierten, renommierter(, renommiertere, renommierteres, renommierterem, renommierteren, renommierterer, renommiertest, renommierteste, renommiertestes, renommiertestem, renommiertesten, renommiertester)+EW; Z.: re-nom-m-ier-t
Renovation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Renovation, Erneuerung, Wiederherstellung; ne. renovation; Vw.: -; Hw.: s. renovieren; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. rénovation; E.: s. frz. rénovation, F., Erneuerung, mfrz. renovation, F., Erneuerung; lat. renovātio, F., Erneuerung, Herstellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. renovāre, V., erneuern, wiederherstellen, wiederholen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. novāre, V., neu machen, erneuern, erfrischen, verändern; lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. renovieren, EWD s. u. renovieren, fehlt DW, Duden s. u. Renovation; Son.: vgl. nndl. renovatie, Sb., Renovation; nnorw. renovasjon, M., Renovation; lit. renovacija, F., Renovation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Erneuerung oder Wiederherstellung in einen ursprünglichen Zustand; BM.: zurück, jetzt; F.: Renovation, Renovationen+FW(+EW); Z.: Re-no-v-at-io-n
renovieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. renovieren, wieder herrichten, wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen, erneuern; ne. renovate; Vw.: -; Hw.: s. Renovation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. renovāre; E.: s. mnd. renovēren, renovīren, sw. V., renovieren, erneuern, instandsetzen; lat. renovāre, V., erneuern, wiederherstellen, wiederholen, (170-um 90 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. novāre, V., neu machen, erneuern, erfrischen, verändern; lat. novus, Adj., neu, jung, unerfahren; idg. *neu̯i̯os, *neu̯os, Adj., neu, Pokorny 769; vgl. idg. *nū̆-, Adv., nun, jetzt, Pokorny 770 (1317/44) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. renovieren, fehlt DW, EWD s. u. renovieren, Duden s. u. renovieren; Son.: vgl. nndl. renoveren, V., renovieren; frz. rénover, V., renovieren; nschw. renovera, V., renovieren; nnorw. renovere, V., renovieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches wieder herrichten oder etwas Abgenutztes wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen oder erneuern; BM.: zurück, jetzt; F.: renovieren, renoviere, renovierst, renoviert, renovierest, renovieret, renovierte, renoviertest, renovierten, renoviertet, ##renoviert, renovierte, renoviertes, renoviertem, renovierten, renovierter##, renovierend, ###renovierend, renovierende, renovierendes, renovierendem, renovierenden, renovierender###, renovier (!)+FW+EW; Z.: re-no-v-ier-en
$Renovierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Renovierung, Wiederherstellung, Erneuerung; E.: s. renovier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. renovieren, EWD s. u. renovieren, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus renovier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Erneuerung; F.: Renovierung, Renovierungen+FW+EW; Z.: Re-no-v-ier-ung
rentabel, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rentabel, lohnend, einträglich, gewinnbringend; ne. worthwhile; Vw.: -; Hw.: s. Rente, rentieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: französisierende Bildung zu Rente (s. d.); L.: Kluge s. u. rentabel, fehlt DW, EWD s. u. Rente, Duden s. u. rentabel; Son.: vgl. nndl. rendabel, Adj., rentabel; frz. rentable, Adj., rentabel; nschw. räntabel, Adj., rentabel; nnorw. rentabel, Adj., rentabel; lit. rentabilus, Adj., rentabel; GB.: seit 19. Jh. belegte und französisierend aus Rent(e) und abel gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld durch den Menschen mögliches lohnend oder einträglich oder gewinnbringend; BM.: zurück, geben; F.: rentabel, rentabele, rentabeles, rentabelem, rentabelen, rentabeler(, rentabelere, rentabeleres, rentabelerem, rentabeleren, rentabelerer, rentabelst, rentabelste, rentabelstes, rentabelstem, rentabelsten, rentabelster)+FW(+EW); Z.: re-n-t-ab-el
Rente, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Rente, Altersruhegeld, regelmäßige Zahlung; ne. rent (N.); Vw.: -; Hw.: s. rentabel, rentieren; Q.: um 1220 (Heinrich und Kunigunde des Ebernand von Erfurt); E.: mhd. rente, rent, rante, riante, st. F., Einkunft, Rente, regelmäßig eingehender Betrag, Ertrag, Vorteil, Gewinn, geordneter Zustand, Einrichtung, Ordnung; mnd. rente, reynte, rinte, F., Rente, Einkünfte, regelmäßiges Einkommen aus Vermögen oder Rechten gegen andere, Ertrag aus Grundeigentum durch Verpachtung oder Erhebung von Abgaben, Ertrag aus einer Geldanlag; afrz. rente, F., Rente; s. mlat. renta, F., Rente; vulgärlat. *rendere, V., zurückgeben; lat. reddere, V., zurückgeben, wiedergeben, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dare, V., geben; vgl. idg. *dō-, *də-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rente, Kluge s. u. Rente, DW 14, 816, EWD s. u. Rente, EWAhd 7, 390, Duden s. u. Rente, Bluhme s. u. Rente; Son.: vgl. afries. rente, F., Rente; nndl. rente, Sb., Rente; frz. rente, F., Rente; nschw. ränta, Sb., Rente; nnorw. rente, M., F., Zins; poln. renta, F., Rente; kymr. rhent, M., Rente; lit. renta, F., Rente; GB.: seit um 1220 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen regelmäßigen (beispielsweise monatlich) zu zahlendem Geldbetrag der jemandem als Einkommen zusteht; BM.: zurück, geben; F.: Rente, Renten+FW; Z.: Re-n-t-e
Rentier, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rentier, Ren; ne. reindeer; Vw.: -; Hw.: s. Ren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nschw. rendjur; E.: s. mnd. rünnedērt, ründērt, N., Rentier; nschw. rendjur, N., Rentier; an. hreindyri, N., Rentier; an. hreinn (1), st. M. (a), Ren, Rentier; germ. *hraina-, *hrainaz, st. M. (a), Ren, Rentier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); an. dȳr (1), st. N. (a), wildes Tier, Reh; stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Renntier, Kluge s. u. Rentier, fehlt DW, Duden s. u. Rentier, Bluhme s. u. Ren; Son.: vgl. nndl. rendier, Sb., Rentier; frz. renne, M., Ren; nnorw. reinsdyr, N., Ren; poln. renifer, M., Rentier; nir. réinfhia, M., Rentier; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Neuschwedischen und dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches in den Polargebieten lebendes und zu den Hirschen gehörendes Säugetier mit dichtem dunkelbraunem bis graubraunem und im Winter hellerem Fell und starkem unregelmäßig verzweigtem und an den Enden oft schaufelförmigem Geweih; BM.: Horn, stieben bzw. stinken; F.: Rentier, Rentiers, Rentieres, Rentiere, Rentieren+FW(+EW); Z.: Re-n-tie-r
rentieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rentieren, sich lohnen, von Nutzen sein (V.); ne. pay (V.) off, be profitable; Vw.: -; Hw.: s. Rente, rentabel; Q.: 15. Jh.; E.: mit französisierender Endung zu einem älterem renten, V., Gewinn bringen; mhd. rente, rent, rante, riante, st. F., Einkunft, Rente, regelmäßig eingehender Betrag, Ertrag, Vorteil, Gewinn, geordneter Zustand, Einrichtung; afrz. rente, F., Rente; s. mlat. renta, F., Rente; vulgärlat. *rendere, V., zurückgeben; lat. reddere, V., zurückgeben, wiedergeben, zurückerstatten; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. dare, V., geben; vgl. idg. *dō-, *də-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. rentieren, Rente, EWD s. u. Rente, Duden s. u. rentieren; Son.: vgl. nndl. renderen, V., rentieren; frz. rendre, V., zurückgeben; nschw. rendera, V., rentieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit französisierender Endung zu renten oder Rente und mittellateinisch renta gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Vermögen des Menschen mögliches (in materieller oder ideeller Hinsicht) von Nutzen sein (V.); BM.: zurück, geben; F.: rentieren, rentiere, rentierst, rentiert, rentierest, rentieret, rentierte, rentiertest, rentierten, rentiertet, ##rentiert, rentierte, rentiertes, rentiertem, rentierten, rentierter##, rentierend, ###rentierend, rentierende, rentierendes, rentierendem, rentierenden, rentierender###, rentier (!)+FW(+EW?); Z.: re-n-t-ier-en
$Rentner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rentner, Empfänger einer Rente; E.: s. Rent(e), s. (e)n (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Rente, DW 14, 817, EWD s. u. Rente; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Rent(e) und (e)n (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit möglichen Empfänger einer Rente; F.: Rentner, Rentners, Rentnern+FW(+EW); Z.: Re-n-t-n-er
$reorganisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. reorganisieren; I.: Lw. frz. réorganiser; L.: Kluge s. u. organisieren, fehlt DW, EWD s. u. Organ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches umorganisieren oder neu organisieren; F.: reorganisieren, reorganisiere, reorganisierst, reorganisiert, reorganisierest, reorganisieret, reorganisierte, reorganisiertest, reorganisierten, reorganisiertet, ##reorganisiert, reorganisierte, reorganisiertes, reorganisiertem, reorganisierten, reorganisierter##, reorganisierend, ###reorganisierend, reorganisierende, reorganisierendes, reorganisierendem, reorganisierenden, reorganisierender###, reorganisier (!)+FW(+EW); Z.: re-org-an-is-ier-en
reparabel, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. reparabel, wiederherstellbar; ne. repairable, reparable; Vw.: s. ir-; Hw.: s. reparieren, Reparation, Reparatur; Q.: 1. Drittel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. reparābilis; E.: s. lat. reparābilis, Adj., ersetzlich, ersetzbar, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. reparāre, V., wieder erwerben, wieder anschaffen, wiederherstellen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. reparieren, fehlt DW, Duden s. u. reparabel; Son.: vgl. nschw. reparable, Adj., reparabel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für durch Menschen wiederherstellbar; BM.: zurück, hervorbringen; F.: reparabel, reparable, reparables, reparablem, reparablen, reparabler+FW(+EW?); Z.: re-par-ab-el
Reparation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Reparation, Wiedergutmachung; ne. reparation; Vw.: -; Hw.: s. reparieren, reparabel, irreparabel, Reparatur; Q.: um 1920; I.: Lw. frz. réparation; E.: s. frz. réparation, F., Reparation, Wiedergutmachung; lat. reparātio, F., Wiederherstellung, Wiederaufbau, Erneuerung, (348/49-um 413 n. Chr.); vgl. lat. reparāre, V., wieder erwerben, wieder anschaffen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, erwerben; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Reparation, EWD s. u. reparieren, Duden s. u. Reparation; Son.: s. mnd. reparātiōn, F., Reparation, Instandsetzung, Ausbesserung, Schadenersatz, Schadensersatz; mnd. reparātie, F., Reparation, Instandsetzung, Ausbesserung, Schadenersatz; vgl. nndl. reparatie, Sb., Reparation; nschw. reparation, Sb., Reparation; nnorw. reparasjon, M., Reparation; poln. reparacje, Sb., Reparation; lit. reparacija, F., Reparation; GB.: seit um 1920 belegte und aus dem Französischen und (mittelbar unter Bedeutungsänderung) aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wiedergutmachung eines von Menschen erlittenen Unrechts; BM.: zurück, hervorbringen; F.: Reparation, Reparationen+FW+EW; Z.: Re-par-at-io-n
Reparatur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reparatur, Wiederherstellen; ne. repair (V.), mending (N.); Vw.: -; Hw.: s. reparieren, reparabel, irreparabel, Reparation; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. mlat. reparātūra; E.: s. mlat. reparātūra, F., Reparieren, Reparatur; vgl. lat. reparāre, V., wieder erwerben, wieder anschaffen, wiederherstellen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. reparieren, EWD s. u. reparieren, Duden s. u. Reparatur; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches Wiederherstellen oder wieder in einen ursprünglichen gebrauchsfähigen Zustand bringen; BM.: zurück, hervorbringen; F.: Reparatur, Reparaturen+FW; Z.: Re-par-at-ur
reparieren, nhd., sw. V.: nhd. reparieren, wiederherstellen, wieder in den ursprünglichen gebrauchsfähigen Zustand bringen; ne. repair (V.), mend (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reparation, reparabel, Reparatur; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. reparāre; E.: s. mnd. reparēren, repareiren, reparīren, sw. V., reparieren, ausbessern, instand setzen; lat. reparāre, V., wieder erwerben, wieder anschaffen, wiederherstellen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parāre, V., bereiten, zubereiten, anschaffen, einrichten; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. reparieren, EWD s. u. reparieren, Duden s. u. reparieren; Son.: vgl. nndl. repareren, V., reparieren; frz. réparer, V., reparieren; nschw. reparera, V., reparieren; nnorw. reparere, V., reparieren; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches etwas schadhaft Gewordenes wieder in den ursprünglichen gebrauchsfähigen Zustand bringen; BM.: zurück, hervorbringen; F.: reparieren, repariere, reparierst, repariert, reparierest, reparieret, reparierte, repariertest, reparierten, repariertet, ##repariert, reparierte, repariertes, repariertem, reparierten, reparierter##, reparierend, ###reparierend, reparierende, reparierendes, reparierendem, reparierenden, reparierender###, reparier (!)+FW(+EW?ß; Z.: re-par-ier-en
Repertoire, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Repertoire, Spielplan; ne. repertoire, repertory; Vw.: -; Hw.: s. Repertorium; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. repertoire; E.: s. frz. repertoire, F., Repertoire, Inventarverzeichnis; vgl. lat. reperīre, V., wiederfinden, auffinden, finden, antreffen, ausfindig machen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: fehlt DW, EWD s. u. Repertoire, Duden s. u. Repertoire; Son.: vgl. nndl. repertoire, Sb., Repertoire; nschw. repertoar, Sb., Repertoire; nnorw. repertoar, N., Repertoire; kymr. repertoire, M., F., Repertoire; poln. repertuar, M., Repertoire; lit. repertuaras, M., Repertoire; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für die Gesamtheit von einstudierten dramatischen oder musikalischen Rollen die jederzeit aufgeführt werden können oder für den Spielplan; BM.: zurück, gebären; Z.: Repertoire, Repertoires, Repertoiren+FW; Z.: Re-per-t-oir-e
Repertorium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Repertorium, Findebuch, Nachschlagewerk, Verzeichnis; ne. repertory, repertoire; Vw.: -; Hw.: s. Repertoire; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. repertōrium, N., Findebuch, Verzeichnis, (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. reperīre, V., wiederfinden, auffinden, finden, antreffen, ausfindig machen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. parere, V., gebären, hecken, zeugen, erzeugen, hervorbringen, erfinden; idg. *per- (2D), V., gebären, hervorbringen, Pokorny 818; L.: Kluge s. u. Repertoire, fehlt DW, EWD s. u. Repertoire; Son.: vgl. nndl. repertoire, Sb., Repertoire; nschw. repertoar, Sb., Repertoire; nnorw. repertora, N., Repertoire; poln. repertuar, M., Repertoire; kymr. repertoire, M., F., Repertoire; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich nach Entwicklung von Sprache und Schrift schon in den Hochkulturendes Altertums mögliches Findebuch oder Nachschlagewerk oder Verzeichnis; BM.: zurück, gebären; F.: Repertorium, Repertoriums, Repertorien+FW; Z.: Re-per-t-or-i-um
Repetent, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Repetent, Wiederholender; ne. pupil who has to repeat a year; Vw.: -; Hw.: s. repetieren, Repetition; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. repetēns; E.: s. mlat. repetēns, (Part. Präs.=)M., Kläger; vgl. lat. repetere, V., wieder auf etwas losgehen, wieder angreifen, wiederschlagen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. petere, V., langen, reichen, zielen, werfen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. repetieren, fehlt DW, Duden s. u. Repetent; Son.: vgl. rumän. repetent, M., Repetent; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Einteilung der Schule in Klassen möglichen eine Klasse wiederholenden Schüler; BM.: zurück, stürzen; F.: Repetent, Repetenten+FW(+EW); Z.: Re-pet-ent
repetieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. repetieren, wiederholen; ne. repeat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Repetent, Repetition; Q.: 1338-1345 (Historien der Alden E); E.: mhd. repetieren, sw. V., repetieren, wiederholen, erneuern; mnd. repetēren, repetīren, reptērn, sw. V., repetieren, wiederholen, durch Wiederholung einüben, wieder aufgreifen, erneut vorbringen; lat. repetere, V., wieder auf etwas losgehen, wieder angreifen, wiederschlagen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. petere, V., langen, reichen, zielen, werfen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. repetieren, EWD s. u. repetieren, DW 14, 817, Duden s. u. repetieren; Son.: vgl. nndl. repeteren, V., repetieren; frz. répéter, V., repetieren; nschw. repetera, V., repetieren; nnorw. repetere, V., repetieren; poln. repetować, V., repetieren; lit. repetuoti, V., proben; GB.: seit 1338-1345 belegt und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches wiederholen; BM.: zurück, stürzen; F.: repetieren, repetiere, repetierst, repetiert, repetierest, repetieret, repetierte, repetiertest, repetierten, repetiertet, ##repetiert, repetierte, repetiertes, repetiertem, repetierten, repetierter##, repetierend, ###repetierend, repetierende, repetierendes, repetierendem, repetierenden, repetierender###, repetier (!)+FW(+EW); Z.: re-pet-ier-en
Repetition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Repetition, Wiederholung; ne. repetition; Vw.: -; Hw.: s. repetieren, Repetent; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. repetītio; E.: s. lat. repetītio, F., Rückforderung, Forderung, Geltendmachung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. repetere, V., wieder auf etwas losgehen, wieder angreifen, wiederschlagen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. petere, V., langen, reichen, zielen, werfen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. repetieren, fehlt DW, EWD s. u. repetieren, Duden s. u. Repetition; Son.: vgl. nndl. repetitie, Sb., Repetition; frz. répetition, F., Repetition; nschw. repetition, Sb., Repetition; nnorw. repetisjon, M., Repetition; poln. repetycja, F., Repetition; lit. repeticija, F., Probe; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Wiederholung einer Äußerung oder eines Textes (als Übung); BM.: zurück, stürzen; F.: Repetition, Repetitionen+FW(+EW); Z.: Re-pet-it-io-n
Replik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Replik, Erwiderung; ne. replica, reply (N.); Vw.: -; Hw.: s. replizieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. réplique; E.: s. mnd. replik, F., Replik, Entgegnung, Gegenrede des Klägers; frz. réplique, F., Replik, Erwiderung; vgl. frz. répliquer, V., replizieren, erwidern; lat. replicāre, V., zurückfalten, wieder auseinanderfalten, zurückbeugen, überdenken, einwenden, (234-149 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Replik, EWD s. u. replizieren, Duden s. u. Replik; Son.: vgl. nndl. repliek, Sb., Replik; nschw. replik, Sb., Replik; nnorw. replikk, M., Replik; poln. replika, F., Replik; lit. replika, F., Replik; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Erwiderung (auf eine Äußerung); BM.: zurück, flechten; F.: Replik, Repliken+FW(+EW); Z.: Re-pli-k
replizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. replizieren, eine Replik vorbringen, antworten, entgegnen; ne. reply (V.), replicate; Vw.: -; Hw.: s. Replik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. replicāre; E.: s. mnd. replicēren, sw. V., replizieren, entgegnen, Gegenrede auf die Einlassung des Beklagten führen; lat. replicāre, V., zurückfalten, wieder auseinanderfalten, zurückbeugen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; s. idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. replizieren, Duden s. u. replizieren; Son.: vgl. nnorw. replisere, V., replizieren; poln. replikować, V., replizieren; BM.: zurück, flechten; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches eine Replik vorbringen oder antworten oder entgegnen; F.: replizieren, repliziere, replizierst, repliziert, replizierest, replizieret, replizierte, repliziertest, replizierten, repliziertet, ##repliziert, replizierte, repliziertes, repliziertem, replizierten, replizierter##, replizierend, ###replizierend, replizierende, replizierendes, replizierendem, replizierenden, replizierender###, replizier (!)+FW(+EW); Z.: re-pli-z-ier-en
Report, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Report, Bericht; ne. report; Vw.: -; Hw.: s. Reportage, Reporter; I.: Lw. ne. report; E.: s. ne. report, N., Report, afrz. report, Sb., Bericht?; lat. reportāre, V., zurücktragen, zurückführen, zurückbringen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW, Duden s. u. Report; Son.: s. mnd. report, M., Report, Bericht; vgl. frz. report, M., Verlegung; nschw. rapport, Sb., Report; nnorw. rapport, M., Report; poln. M., Übertrag; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen erzeugten systematischen Bericht (über ein wichtiges Ereignis); BM.: zurück, hinüberführen; F.: Report, Reportes, Reports, Reporte, Reporten+FW; Z.: Re-por-t
Reportage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reportage, journalistischer Bericht; ne. report (N.), reportage; Vw.: -; Hw.: s. Report, Reporter; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. reportage; E.: s. frz. reportage, M., Reportage; vgl. frz. reporter, M., Berichterstatter; afrz. reporter, V., überbringen; lat. reportāre, V., zurücktragen, zurückführen, zurückbringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Reporter; Son.: vgl. nndl. reportage, Sb., Reportage; nschw. reportage, N., Reportage; nnorw. reportasje, M., Reportage; poln. reportaż, M., Reportage; lit. reportažas, M., Reportage; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Schrift des Menschen möglichen journalistischen Bericht oder eine Berichterstattung zu einem Thema in einem Medium; BM.: zurück, hinüberführen; F.: Reportage, Reportagen+FW; Z.: Re-por-t-ag-e
Reporter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Reporter, berufsmäßiger Berichterstatter; ne. reporter; Vw.: -; Hw.: s. Report, Reportage; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. reporter; E.: s. ne. reporter, M., Reporter, Überbringer; frz. reporter, M., Berichterstatter; afrz. reporter, V., überbringen; lat. reportāre, V., zurücktragen, zurückführen, zurückbringen, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Reporter, EWD s. u. Reporter, Duden s. u. Reporter; Son.: vgl. nndl. reporter, Sb., Reporter; frz. reporter, M., Reporter; nschw. reporter, Sb., Reporter; nnorw. reporter, M., Reporter; poln. reporter, M., Reporter; lit. reporteris, M., Reporter; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen berufsmäßigen Berichterstatter; BM.: zurück, hinüberführen; F.: Reporter, Reporters, Reportern+FW; Z.: Re-por-t-er
Repräsentant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Repräsentant, Vertreter; ne. representative (M.), agent; Vw.: -; Hw.: s. repräsentieren, Repräsentant, repräsentativ; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. représentant; E.: s. frz. représentant, M., Repräsentant, Vertreter; vgl. frz. répresenter, V., vorstellen, darstellen; lat. repraesentāre, V., vergegenwärtigen, vorführen, vorstellen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. repräsentieren, EWD s. u. repräsentieren, Duden s. u. Repräsentant; Son.: vgl. nndl. representant, M., Repräsentant; nschw. representant, Sb., Repräsentant; nnorw. representant, M., Repräsentant; poln. reprezentant, M., Repräsenentant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Menschen der eine größere Gruppe von Menschen nach außen vertritt (Vertreter); BM.: zurück, vorwärts, sein (V.); F.: Repräsentant, Repräsentanten+FW(+EW); Z.: Re-prä-se-nt-ant
Repräsentation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Repräsentation, Vertretung, Wirkung nach außen; ne. representation; Vw.: -; Hw.: s. repräsentieren, Repräsentant, repräsentativ; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. repraesentātio; E.: s. mnd. reprēsentātiōn, F., Repräsentation, Darstellung; lat. repraesentātio, F., bildliche Darstellung, Abbildung, Vorstellung, sofortige Leistung, (81-43 v. Chr.); lat. repraesentāre, V., vergegenwärtigen, vorführen, vorstellen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. repräsentieren, EWD s. u. repräsentieren, Duden s. u. Repräsentation; Son.: vgl. nndl. representatie, Sb., Repräsentation; frz. répresentation, F., Repräsentation; nschw. representation, Sb., Repräsentation; nnorw. representasjon, M., Repräsentation; poln. reprezentacja, F., Repräsentation; lit. reprezentacija, F., Repräsentation; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Vertretung oder Wirkung nach außen; BM.: zurück, vorwärts, sein (V.); F.: Repräsentation, Repräsentationen+FW(+EW); Z.: Re-prä-se-nt-at-io-n
repräsentativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. repräsentativ, vertretend, darstellend; ne. representative (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Repräsentation, Repräsentant, repräsentieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. mlat. repraesentātīvus; E.: s. mlat. repraesentātīvus, Adj., vertretend; vgl. lat. repraesentāre, V., vergegenwärtigen, vorführen, vorstellen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. repräsentieren, fehlt DW, EWD s. u. repräsentieren, Duden s. u. repräsentativ; Son.: vgl. nndl. representatief, Adj., repräsentativ; frz. représentatif, Adj., repräsentativ; nschw. representativ, Adj., repräsentativ; nnorw. representativ, Adj., repräsentativ; poln. reprezentatywny, Adj., repräsentativ; lit. reprezentatyvus, Adj., repräsentativ; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches (die Interessen einer Gruppe) vertretend oder darstellend; BM.: zurück, vorwärts, sein (V.); F.: repräsentativ, repräsentative, repräsentatives, repräsentativem, repräsentativen, repräsentativer(, repräsentativere, repräsentativeres, repräsentativerem, repräsentativeren, repräsentativerer, repräsentativst, repräsentativste, repräsentativstes, repräsentativstem, repräsentativsten, repräsentativster)+FW(+EW); Z.: re-prä-se-nt-iv
repräsentieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. repräsentieren, vertreten, darstellen; ne. represent; Vw.: -; Hw.: s. Repräsentation, Repräsentant, repräsentativ; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. représenter; E.: s. mnd. reprēsentēren, reprēsentīren, sw. V., repräsentieren, darbieten, vorführen, vertreten (V.); frz. représenter, V., vorstellen, darstellen; lat. repraesentāre, V., vergegenwärtigen, vorführen, vorstellen, (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. praesēns, Adj., gegenwärtig; lat. prae, voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. esse, V., sein (V.), vorhanden sein (V.), existieren; idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. repräsentieren, fehlt DW, EWD s. u. repräsentieren, Duden s. u. repräsentieren; Son.: vgl. nndl. representeren, V., repräsentieren; frz. représenter, V., repräsentieren; nschw. representera, V., repräsentieren; nnorw. representere, V., repräsentieren; poln. reprezentować, V., repräsentieren; lit. reprezentuoti, V., repräsentieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches etwas oder jemand nach außen vertreten (V.) oder darstellen; BM.: zurück, vorwärts, sein (V.); F.: repräsentieren, repräsentiere, repräsentierst, repräsentiert, repräsentierest, repräsentieret, repräsentierte, repräsentiertest, repräsentierten, repräsentiertet, ##repräsentiert, repräsentierte, repräsentiertes, repräsentiertem, repräsentierten, repräsentierter##, repräsentierend, ###repräsentierend, repräsentierende, repräsentierendes, repräsentierendem, repräsentierenden, repräsentierender###, repräsentier (!)+FW(+EW); Z.: re-prä-se-nt-ier-en
Repressalie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Repressalie, Druckmittel, Druck ausübende Maßnahme; ne. reprisal, repressive measure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. reprensālia; E.: mnd. repressālie, represālie, F., Repressalie, Gegengewalt, Vergeltungsmaßnahme; lat. reprensālia, represālia, reprensālia, F., gewaltsames Zurücknehmen dessen was einem geraubt wurde; vgl. lat. reprehendere, reprēndere, V., ergreifend zurückhalten, aufhalten, festhalten; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. praehendere, prehendere, prēndere, V., fassen, anfassen, angreifen, ergreifen; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. handere, V., fassen; s. gr. χανδάνειν (chandánein), V., fassen; idg. *gʰend-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437 (629/45) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Repressalie, fehlt DW, EWD s. u. Repressalie, Duden s. u. Repressalie; Son.: vgl. nndl. repressaille, Sb., Repressalie; frz. représailles, Pl., Repressalien; nschw. repressalie, Sb., Repressalie; nnorw. represalie, M., Repressalie; poln. represalia, Pl., Repressalien; lit. represalija, F., Repressalie; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches Druckmittel oder eine Druck (auf jemanden) ausübende Maßnahme; BM.: zurück, vorwärts, fassen; F.: Repressalie, Repressalien+FW(+EW); Z.: Re-pre-ss-al-i-e
Repression, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Repression, Unterdrückung; ne. repression; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.?; I.: Lw. frz. répression; E.: s. frz. répression, F., Repression; lat. repressio, F., Zurückdrängen, Zurückweichen, (um 110-um 180 n. Chr.); vgl. lat. reprimere, V., zurückdrücken, zurückdrängen, aufhalten, hemmen, beschränken; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. premere, V., drücken, schänden, beschlafen (V.), bespringen; idg. *per- (3), *perg-, V., schlagen, Pokorny 818 (1402/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr.?, alb., ital., kelt., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Repression, fehlt DW, Duden s. u. Repression; Son.: vgl. nndl. repressie, Sb., Repression; nschw. repression, Sb., Repression; nnorw. represjon, M., Repression; poln. represja, F., Repression; lit. represija, F., Repression; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Unterdrückung (von Widerstand und individueller Entfaltung); BM.: zurück, schlagen; F.: Repression, Repressionen+FW(+EW); Z.: Re-pre-ss-io-n
Reprise, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reprise, Wiederaufnahme, Wiederholung; ne. reprise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. reprise; E.: s. frz. reprise, F., Wiederaufnahme; vgl. frz. reprendre, V., wiederaufnehmen; vgl. lat. reprehendere, reprēndere, V., ergreifend zurückhalten, aufhalten, festhalten; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. praehendere, prehendere, prēndere, V., fassen, anfassen, angreifen, ergreifen; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. lat. prae, Präp., voran, voraus; idg. *prai, *pₑrai, Präp., vor, voran, Pokorny 811; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. handere, V., fassen; s. gr. χανδάνειν (chandánein), V., fassen; idg. *gʰend-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437 (629/45) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Reprise, Duden s. u. Reprise; Son.: vgl. nndl. reprise, Sb., Reprise; nschw. repris, Sb., Reprise; nnorw. reprise, M., Reprise; poln. repryza, F., Reprise; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen ausgeführte Wiederaufnahme eines Theaterstücks oder für die Wiederholung (eines bestimmten Teiles innerhalb einer Komposition); BM.: zurück, vorwärts, fassen; F.: Reprise, Reprisen+FW; Z.: Re-pri-s-e
$Reproduktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reproduktion, Wiedergabe, Nachbildung; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, reproductio fehlt lat., (mlat. reprōdūcere), EWD s. u. produzieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Wiedergabe oder Nachbildung (von Leben); F.: Reproduktion, Reproduktionen+FW; Z.: Re-pro-du-k-t-io-n
reproduzieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. reproduzieren, wieder hervorbringen, kopieren, fortpflanzen; ne. reproduce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. reprōdūcere; E.: s. mnd. reprōdūcēren, sw. V., reproduzieren, Gegenbeweise vorbringen; mlat. reprōdūcere, V., entgegenbringen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. prōdūcere, V., vorwärts führen, vorwärts ziehen, fortführen, hinführen, hinbringen; vgl. lat. prō Präp., Adv., vor, für, zugunsten, statt; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. dūcere, V., ziehen, schleppen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reproduzieren, fehlt DW, EWD s. u. produzieren, Duden s. u. reproduzieren; Son.: vgl. nndl. reproduceren, V., reproduzieren; frz. reproduir, V., reproduzieren; nschw. reproducera, V., reproduzieren; nnorw. reprodusere, V., reproduzieren; poln. reprodukować, V., reproduzieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches wieder hervorbringen oder kopieren oder fortpflanzen; BM.: zurück, vorwärts, ziehen; F.: reproduzieren, reproduziere, reproduzierst, reproduziert, reproduzierest, reproduzieret, reproduzierte, reproduziertest, reproduzierten, reproduziertet, ##reproduziert, reproduzierte, reproduziertes, reproduziertem, reproduzierten, reproduzierter##, reproduzierend, ###reproduzierend, reproduzierende, reproduzierendes, reproduzierendem, reproduzierenden, reproduzierender###, reproduzier (!)+FW(+EW); Z.: re-pro-du-z-ier-en
Reptil, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Reptil, Kriechtier; ne. reptile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. reptile; E.: s. frz. reptile, M., Reptil; lat. rēptile, N., kriechendes Tier, Gewürm, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. rēpere, V., kriechen, schleichen; idg. *rēp- (1), V., kriechen, schleichen, Pokorny 865 (1512/35) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. Reptil, fehlt DW, EWD s. u. Reptil, Duden s. u. Reptil; Son.: vgl. nndl. reptiel, Sb., Reptil; nschw. reptil, Sb., Reptil; nnorw. reptil, N., Reptil; nir. reiptíl, F., Reptil; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches und vor rund 315 Millionen Jahren entstandenes Kriechtier wie beispielsweise Eidechse oder Schlange oder Schildkröte; BM.: kriechen; F.: Reptil, Reptils, Reptiles, Reptile, Reptilen+FW(+EW); Z.: Rep-t-il
Republik, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Republik, eine Staatsform; ne. republic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. république; E.: vgl. frz. république, F., Republik; von lat. rēs pūblica, F., öffentliche Sache, Staat; vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); lat. pūblicus, Adj., zum Volk gehörig, öffentlich, zum Staat gehörig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. populus, lat., M., Volk, Gemeinde, Staat, Völkerschaft, Freistaat, Gebiet, Gau, Kanton, Menge, Schar (F.) (1); lat. plēbs, F., Volksmenge, Bürgerstand; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Republik, DW 14, 817, EWD s. u. Republik, Duden s. u. Republik; Son.: vgl. nndl. republiek, Sb., Republik; nschw. republik, Sb., Republik; nnorw. republikk, M., Republik; nnorw. republika, F., Republik; lit. respublika, F., Republik; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Staatsform bei der die Regierenden für eine bestimmte Zeit von dem Volke oder von Repräsentanten des Volkes gewählt werden; BM.: Sache, Volk; F.: Republik, Republiken+FW; Z.: Re-pu-bl-ik
$Republikaner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Republikaner; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Republik, s. an (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Republik, DW 14, 817, EWD s. u. Republik; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Republik und an (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger der Staatsform der Republik oder für einen Angehörigen einer Republik; F.: Republikaner, Republikaners, Republikanern+FW(+EW); Z.: Re-pu-bl-ik-an-er
$republikanisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. republikanisch, Republik betreffend; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Republik. s. an, s. isch; L.: Kluge s. u. Republik, DW 14, 817, EWD s. u. Republik; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Republik und an (Suff.) sowie isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Republik oder einen Anhänger von Republik betreffend; F.: republikanisch, republikanische, republikanisches, republikanischem, republikanischen, republikanischer(, republikanischere, republikanischeres, republikanischerem, republikanischeren, republikanischerer, republikanischst, republikanischste, republikanischstes, republikanischstem, republikanischsten, republikanischster)+FW+EW; Z.: re-pu-bl-ik-an-isch
Reputation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Reputation, Ruf, Ansehen; ne. reputation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. réputation; E.: s. mnd. reputātiōn, F., Reputation, Ansehen; frz. réputation, F., Reputation, Ruf; lat. reputātio, F., Berechnung, Anrechnung, Erwägung, (98-115 n. Chr.); vgl. lat. reputāre, V., rechnen, berechnen, in Rechnung bringen, in Anrechnung bringen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. putāre, V., putzen, reinigen, schneiden, beschneiden; idg. *pēu-, *pəu-, *pū̆-, V., hauen, schlagen, Pokorny 827 (1423/65) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Reputation, fehlt DW, Duden s. u. Reputation; Son.: vgl. nndl. reputatie, Sb., Reputation; nschw. reputation, Sb., Reputation; nnorw. reputasjon, M., Reputation; poln. reputacja, F., Reputation; lit. reputacija, F., Reputation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Ruf oder das Ansehen (eines Menschen); BM.: zurück, reinigen bzw. schlagen; F.: Reputation, Reputationen+FW; Z.: Re-pu-t-at-io-n
$reputierlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. reputierlich, achtenswert, ehrenwert; E.: s. Reput(ation), s. ier(en), s. lich; L.: Kluge s. u. Reputation, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Reput(ation) und ier(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches achtenswert oder ehrenwert; F.: reputierlich, reputierliche, reputierliches, reputierlichem, reputierlichen, reputierlicher(, reputierlichere, reputierlicheres, reputierlicherem, reputierlicheren, reputierlicherer, reputierlichst, reputierlichste, reputierlichstes, reputierlichstem, reputierlichsten, reputierlichster+FW+EW; Z.: re-pu-t-ier-lich
Requiem, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Requiem, Totenmesse; ne. requiem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. requiem, N., Requiem, Totenmesse; gebildet aus dem ersten Wort der Fügung requiēm aeternam dōna eīs, ewige Ruhe gib ihnen; s. lat. requiēs, F., Ruhe, Rast, Erholung, Todesruhe; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. quiēs (1), F., Ruhe; vgl. idg. *kᵘ̯ei̯ə-, *kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Requiem, DW 14, 818, EWD s. u. Requiem, Duden s. u. Requiem; Son.: vgl. nndl. requiem, Sb., Requiem; frz. requiem, M., Requiem; nschw. rekviem, N., Requiem; nnorw. rekviem, N., Requiem; poln. rekwiem, requiem, Sb., Requiem; lit. rekviem, Sb. (indekl.), Requiem; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine (von Menschen verfasste und aufgeführte) Totenmesse; BM.: zurück, ruhen; F.: Requiem, Requiems, Requien+FW; Z.: Re-qui-em
requirieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. requirieren, beschlagnahmen; ne. requisition (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. requīrere; E.: s. mnd. requirēren, requerēren, sw. V., auffordern, anfordern, beiziehen; lat. requīrere, V., hersuchen, aufsuchen, verlangen, fordern, für nötig halten, forschen, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. requirieren, fehlt DW, EWD s. u. requirieren, Duden s. u. requirieren; Son.: vgl. nndl. rekwireren, V., requirieren; ne. require, V., erfordern; nschw. rekvirera, V., requirieren; nnorw. rekvirere, V., requirieren; poln. rekwirować, V., requirieren; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Staates mögliches (etwas für eigene Verwendung) beschlagnahmen; BM.: wieder, suchen bzw. verlangen; F.: requirieren, requiriere, requirierst, requiriert, requirierest, requirieret, requirierte, requiriertest, requirierten, requiriertet, ##requiriert, requirierte, requiriertes, requiriertem, requirierten, requirierter##, requirierend, ###requirierend, requirierende, requirierendes, requirierendem, requirierenden, requirierender###, requirier (!)+FW(+EW); Z.: re-quir-ier-en
$Requisit, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Requisit, benötigter Gegenstand; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. requirere; L.: EWD s. u. requirieren, fehlt DW; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit lat. reqirere verbindbare Bezeichnung für einen benötigten Gegenstand (beispielsweise für eine Theateraufführung); F.: Requisit, Requisits, Requisites, Requisiten+FW(+EW); Z.: Re-quis-it
Requisite, nhd., (Part. Prät.=)F., (16. Jh.): nhd. Requisite, Zubehör für eine Aufführung; ne. requisite (N.); Vw.: -; Hw.: s. Requisit; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. requīsīta; E.: s. lat. requīsīta, N. Pl., verlangter nötiger Ausdruck, Bedürfnis, Notdurft, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. requīrere, V., hersuchen, aufsuchen, verlangen, fordern, zurückfordern, Anspruch erheben; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. quaerere, V., suchen, aufsuchen, sich verschaffen, gewinnen, erringen, verlangen, begehren, fragen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Requisite, EWD s. u. requirieren, Duden s. u. Requisite; Son.: vgl. nndl. rekwisiet, Sb., Requisite; frz. requis, Adj., erforderlich; nschw. rekvisita, Sb., Requisite; nnorw. rekvisitt, N., M., Requisite; poln. rekwyzyt, M., Requisite; lit. rekvizitas, M., Requisit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen beispielsweise für eine Aufführung verwendete Zubehör; BM.: wieder, suchen bzw. verlangen; F.: Requisite, Requisiten+FW(+EW); Z.: Re-quis-it-e
resch, rösch, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. resch, rösch, schnell, hurtig, kräftig, beweglich, frisch, scharf; ne. crisp (Adj.), crunchy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. resch (1), resche, rösch, Adj., resch, trocken, lebhaft, munter, schnell, hurtig, rasch, behende, frisch, rührig, bereitwillig, spröde; ahd. rosk*, Adj., rasch, heftig, lebhaft; entweder von germ. *rauskja-, *rauskjaz, Adj., knisternd, aufbrausend, rösch; idg. *reus-?, V., knistern, rösten (V.) (1), Pokorny 868; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *hrausta-, *hraustaz, Adj., tapfer, kräftig; vgl. idg. *kreu- (2)?, V., fallen, stürzen, Pokorny 622? (984/216) (RB. idg. aus germ., balt.?); L.: Kluge s. u. resch, DW 14, 818, Falk/Torp 341, Duden s. u. resch; Son.: vgl. ? an. hraustr, Adj., rüstig, kräftig; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für schnell oder frisch oder scharf; BM.: brüllen bzw. fallen?; F.: resch, resche, resches, reschem, reschen, rescher(, reschere, rescheres, rescherem, rescheren, rescherer, reschest, rescheste, reschestes, reschestem, reschesten, reschester, rösch, rösche, rösches, röschem, röschen, röscher, röschere, röscheres, röscherem, röscheren, röscherer, röschest, röscheste, röschestes, röschestem, röschesten, röschester)+EW; Z.: re-sch
Reseda, Resede, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Reseda, Resede, Färber-Wau; ne. reseda (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. resēda; E.: s. lat. resēda, F., Reseda, (23/24-79 n. Chr.); Herkunft auf resēdāre, V., heilen bezogen, s. Walde/Hofmann 2, 431; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sēdāre, V., sinken machen, stillen, löschen (V.) (1), beschwichtigen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); es dürfte sich aber um eine Volksetymologie handeln; L.: Kluge s. u. Resede, DW 14, 819 (Reseda), Duden s. u. Reseda; Son.: vgl. nndl. reseda, Sb., Reseda; frz. réséda, F., Reseda; nschw. reseda, Sb., Reseda; nnorw. reseda, M., Reseda; poln. rezeda, F.?, Reseda; kymr. reseda, M., Reseda; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine zu dem Färben verwendete Pflanze mit länglichen Blättern und in Trauben oder Ähren stehenden kleinen duftenden Blüten von weißer oder gelblicher Farbe; BM.: zurück, löschen (V.) (1)?; F.: Reseda, Reseden, Resedas, Resede+FW; Z.: Re-sed-a
Reservat, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Reservat, Sonderrecht, Schutzgebiet, Reservation; ne. reserve (N.), reservation; Vw.: -; Hw.: s. reservieren, Reservation, Reserve, Reservoir; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. mlat. reservātum; E.: s. mlat. reservātum, N., Zurückbehaltenes; vgl. lat. reservāre, V., aufsparen, versparen, aufbehalten, vorbehalten (V.), (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. servāre, V., erretten, retten, erhalten (V.), bewahren, unversehrt bewahren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. reservieren, fehlt, DW, EWD s. u. reservieren, Duden s. u. Reservat; Son.: s. mnd. reservāt, N., Reservat, schriftlich fixiertes Nießbrauchsrecht; vgl. frz. réserve, F., Reservat; nschw. reservat, N., Reservat; nnorw. reservat, N., Reservat; poln. rezerwat, M., Reservat; lit. rezervatas, M., Reservat; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein unter einem bestimmten Schutz von Menschen stehendes Gebiet (Schutzgebiet); BM.: zurück, schützen; F.: Reservat, Reservates, Reservats, Reservate, Reservaten+FW; Z.: Re-ser-v-at
Reservation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Reservation, Reservat, Aufbewahrung; ne. reservation; Vw.: -; Hw.: s. reservieren, Reservat, Reserve, Reservoir; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. mlat. reservātio; E.: s. mlat. reservātio, F., Vorbehalt; vgl. lat. reservāre, V., aufsparen, versparen, aufbehalten, vorbehalten (V.), (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. servāre, V., erretten, retten, erhalten (V.), bewahren, unversehrt bewahren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. reservieren, fehlt DW, EWD s. u. reservieren, Duden s. u. Reservation; Son.: vgl. frz. réservation, F., Reservation; nschw. reservation, Sb., Reservation; nnorw. reservasjon, M., Reservation; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein unter einem bestimmten Schutz stehendes Gebiet (Schutzgebiet); BM.: zurück, schützen; F.: Reservation, Reservationen+FW(+EW); Z.: Re-ser-v-at-io-n
Reserve, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Reserve, Nachschub, Ersatztruppe, Zurückbehaltenes; ne. reserve (N.); Vw.: -; Hw.: s. reservieren, Reservat, Reservation, Reservoir; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. réserve; E.: s. frz. réserve, F., Reserve; vgl. frz. réserver, V., reservieren, vorbehalten; lat. reservāre, V., aufsparen, versparen, aufbehalten, vorbehalten (V.), (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. servāre, V., erretten, retten, erhalten (V.), bewahren, unversehrt bewahren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. reservieren, fehlt DW, EWD s. u. reservieren, Duden s. u. Reserve; Son.: vgl. nndl. reserve, Sb., Reserve; nschw. reserv, Sb., Reserve; nnorw. reserve, M., Reserve; poln. rezerwa, F., Reserve; lit. rezervas, M., Reserve; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas für einen Notfall vorsorglich Zurückgehaltenes; BM.: zurück, schützen; F.: Reserve, Reserven+FW; Z.: Re-ser-v-e
reservieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. reservieren, freihalten, zurückhalten, zurücklegen; ne. reserve (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reservat, Reservation, Reserve, Reservoir; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. reservāre; E.: s. mnd. reservēren, reservīren, sw. V., wahren, aufrechterhalten, vorbehalten (V.); lat. reservāre, V., aufsparen, versparen, aufbehalten, vorbehalten (V.), (81-43 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. servāre, V., erretten, retten, erhalten (V.), bewahren, unversehrt bewahren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. reservieren, fehlt DW, EWD s. u. reservieren, Duden s. u. reservieren; Son.: vgl. nndl. reserveren, V., reservieren; nschw. réserver, V., reservieren; nschw. reservera, V., reservieren; nnorw. reservere, V., reservieren; poln. rzerwować, V., reservieren; lit. rezervuoti, V., reservieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd, belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas für einen späteren Gebrauch freihalten oder zurückhalten oder zurücklegen; BM.: zurück, schützen; F.: reservieren, reserviere, reservierst, reserviert, reservierest, reservieret, reservierte, reserviertest, reservierten, reserviertet, ##reserviert, reservierte, reserviertes, reserviertem, reservierten, reservierter##, reservierend, ###reservierend, reservierende, reservierendes, reservierendem, reservierenden, reservierender###, reservier (!)+FW+EW; Z.: re-ser-v-ier-en
$reserviert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. reserviert, zurückhaltend, abweisend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. reservieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. reservieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus reservieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zurückhaltend oder abweisend; F.: reserviert, reservierte, reserviertes, reserviertem, reservierten, reservierter(, reserviertere, reservierteres, reservierterem, reservierteren, reservierterer, reserviertest, reservierteste, reserviertestes, reserviertestem, reserviertesten, reserviertester)+FW(+EW); Z.: re-ser-v-ier-t
$Reserviertheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reserviertheit; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. reserviert, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. reservieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus reserviert und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Zurückhaltung; F.: Reserviertheit, Reserviertheiten+FW+EW; Z.: Re-ser-v-ier-t.-hei-t
$Reservist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Reservist, als Reserve gehaltener Soldat; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. reservieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Reserv(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen als Reserve gehaltenen und nur bei besonderem Bedarf einsetzbaren Soldaten; F.: Reservist, Reservisten+FW(+EW?); Z.: Re-ser-v-ist
Reservoir, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Reservoir, Sammelbehälter, Wasserspeicher; ne. reservoir; Vw.: -; Hw.: s. reservieren, Reservat, Reservation, Reserve; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. réservoir; E.: s. frz. réservoir, M., Reservoir, Wasserspeicher; vgl. frz. réserver, V., reservieren, vorbehalten; lat. reservāre, V., aufsparen, versparen, aufbehalten, vorbehalten (V.), (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. servāre, V., erretten, retten, erhalten (V.), bewahren, unversehrt bewahren, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (2), V., sorgen, achten, schützen, bewahren, Pokorny 910 (1585/57) (RB. idg. aus iran., gr., ital., balt., slaw.?); L.: Kluge s. u. reservieren, EWD s. u. reservieren, Duden s. u. Reservoir; Son.: vgl. nndl. reservoir, Sb., Reservoir; nschw. reservoar, Sb., Reservoir; nnorw. reservoar, N., Reservoir; poln. rezerwuar, M., Reservoir; lit. rezervuaras, M., Becken; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Sammelbehälter oder Speicher beispielsweise für Wasser (Wasserspeicher); BM.: zurück, schützen; F.: Reservoir, Reservoirs, Reservoires, Reservoire, Reservoiren+FW; Z.: Re-ser-v-oir
Residenz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Residenz, Wohnsitz; ne. residence; Vw.: -; Hw.: s. residieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mlat. residentia; E.: mnd. residentie, residencie, resedensie, F., Residenz, Wohnsitz, Aufenthaltsort, Niederlassung von Hansekaufleuten im Ausland; mlat. residentia, F., Wohnsitz, Residenz; vgl. lat. residēre, V., sitzen bleiben, sitzen, beisitzen, vorsitzen, beiwohnen, verweilen, zurückbleiben, verbleiben, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Residenz, DW 14, 819, EWD s. u. Residenz, Duden s. u. Residenz; Son.: vgl. nndl. residentie, Sb., Residenz; frz. résidence, F., Residenz; nschw. residens, N., Residenz; nnorw. residens, M., Residenz; poln. rezydencja, F., Residenz; lit. rezidencija, F., Residenz; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Wohnsitz; BM.: zurück, sitzen; F.: Residenz, Residenzen+FW; Z.: Re-sid-enz
residieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. residieren, wohnen; ne. reside; Vw.: -; Hw.: s. Residenz; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. residēre; E.: s. mnd. residēren, residīren, resedīren, sw. V., residieren, wohnhaft sein (V.), niedergelassen sein (V.), ein Amt an dem Dienstort wahrnehmen; lat. residēre, V., sitzen bleiben, sitzen, beisitzen, vorsitzen, beiwohnen, verweilen, zurückbleiben, verbleiben, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Residenz, DW 14, 819, EWD s. u. Residenz, Duden s. u. residieren; Son.: vgl. frz. résider, V., residieren; nschw. residera, V., residieren; nnorw. residere, V., residieren; poln. rezydować, V., residieren; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches an einem bestimmten Ort wohnen; BM.: zurück, sitzen; F.: residieren, residiere, residierst, residiert, residierest, residieret, residierte, residiertest, residierten, residiertet, ##residiert, residierte, residiertes, residiertem, residierten, residierter##, residierend, ###residierend, residierende, residierendes, residierendem, residierenden, residierender###, residier (!)+FW(+EW); Z.: re-sid-ier-en
Resignation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Resignation, Zurückziehen; ne. resignation; Vw.: -; Hw.: s. resignieren; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. resīgnātio; E.: s. mnd. resīgnātie, resīgnācie, resīgnancie, F., Resignation, Verzicht, Aufgabe, Amtsaufgabe; mlat. resīgnātio, F., Entsiegeln, Zurückgeben, Verzicht, Auslieferung; vgl. lat. resīgnāre, V., entsiegeln, eröffnen, ungültig machen, lösen, befreien, (234-149 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. resignieren, fehlt DW, EWD s. u. resignieren, Duden s. u. Resignation; Son.: vgl. frz. résignation, F., Resignation; nnorw. resignasjon, M., Resignation; poln. rezygnacja, F., Resignation; lit. rezignacija, F., Resignation; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Zurückziehen oder sich in etwas unabänderlich Scheinendes Fügen; BM.: zurück, schneiden; F.: Resignation, Resignationen+FW(+EW); Z.: Re-sig-n-at-io-n
resignieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. resignieren, aufgeben, sich in ein Schicksal fügen; ne. resign; Vw.: -; Hw.: s. Resignation; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. resīgnāre; E.: s. mnd. resīgnēren, sw. V., resignieren, verzichten, aufgeben, übergeben (V.), abtreten, abdanken, abberufen (V.); lat. resīgnāre, V., entsiegeln, eröffnen, ungültig machen, lösen, befreien, (234-149 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. resignieren, fehlt DW, EWD s. u. resignieren, Duden s. u. resignieren; Son.: vgl. nndl. resigneren, V., resignieren; frz. résigner, V., resignieren; nschw. resignera, V., resignieren; nnorw. resignere, V., resignieren; poln. rezygnować, V., resignieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufgeben oder sich in ein Schicksal fügen; BM.: zurück, schneiden; F.: resignieren, resigniere, resignierst, resigniert, resignierest, resignieret, resignierte, resigniertest, resignierten, resigniertet, ##resigniert, resignierte, resigniertes, resigniertem, resignierten, resignierter##, resignierend, ###resignierend, resignierende, resignierendes, resignierendem, resignierenden, resignierender###, resignier (!)+FW(+EW); Z.: re-sig-n-ier-en
resistent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (20. Jh.): nhd. resistent, widerstandsfähig; ne. resistant; Vw.: -; Hw.: s. Resistenz; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. lat. resistēns; E.: s. lat. resistēns, (Part. Präs.=)Adj., stehend bleiben, verbleibend; vgl. lat. resistere, V., stehen bleiben, zurückbleiben, verbleiben, still stehen, innehalten; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. resistent, fehlt DW, EWD s. u. Resistenz, Duden s. u. resistent; Son.: vgl. nndl. resistent, Adj., resistent; frz. résistant, Adj., resistent; nschw. resistent, Adj., resistent; nnorw. resistent, Adj., resistent; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für widerstandsfähig; BM.: zurück, stehen; F.: resistent, resistente, resistentes, resistentem, resistenten, resistenter(, resistentere, resistenteres, resistenterem, resistenteren, resistenterer, resistentest, resistenteste, resistentestes, resistentestem, resistentesten, resistentester)+FW(+EW); Z.: re-si-st-ent
Resistenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Resistenz, Widerstand, Widerstandsfähigkeit; ne. resistance; Vw.: -; Hw.: s. resistent; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. resistentia; E.: s. lat. resistentia, F., Widerstand, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. resistere, V., stehen bleiben, zurückbleiben, verbleiben, still stehen, innehalten; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. resistent, EWD s. u. Resistenz, Duden s. u. Resistenz; Son.: vgl. frz. résistance, F., Resistenz; nschw. resistens, Sb., Resistenz; nnorw. resistens, M., Resistenz; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens möglichen Widerstand oder Widerstandsfähigkeit; BM.: zurück, stehen; F.: Resistenz, Resistenzen+FW; Z.: Re-si-st-enz
resolut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. resolut, entschieden, entschlossen; ne. resolute (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Resolution; Q.: 1602; E.: frz. résolu, Adj., resolut, mutig, fest entschlossen; lat. resolūtus, Adj., weibisch, wollüstig, zügellos, ungebunden, ausgelassen, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. resolvere, V., wieder auflösen, aufbinden, losbinden, auflösen, ermatten; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen; lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. resolut, fehlt DW, EWD s. u. Resolution, Duden s. u. resolut; Son.: vgl. nndl. resoluut, Adj., resolut; nschw. resolut, Adj., resolut; nnorw. resulutt, Adj., resolut; poln. rezolutny, Adj., resolut; GB.: seit 1602 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches entschieden oder entschlossen; BM.: zurück, lösen; F.: resolut, resolute, resolutes, resolutem, resoluten, resoluter(, resolutere, resoluteres, resoluterem, resoluteren, resoluterer, resolutest, resoluteste, resolutestes, resolutestem, resolutesten, resolutester)+FW; Z.: re-so-lu-t
Resolution, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Resolution, Beschluss, Absichtserklärung; ne. resolution; Vw.: -; Hw.: s. resolut; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. resolūtio; E.: s. mnd. resolūtiōn, F., „Resolution“, Beschluss; s. lat. resolūtio, F., Auflösung, Erschlaffung; lat. resolūtio, F., Auflösung, Entschließung, Erschlaffung, Schwäche, Lähmung, Tod, (4. Jh. n. Chr.?); vgl. lat. resolvere, V., wieder auflösen, aufbinden, losbinden, auflösen, ermatten; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen; lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. resolut, fehlt DW, EWD s. u. Resolution, Duden s. u. Resolution; Son.: vgl. nndl. resolutie, Sb., Resolution; frz. résolution, F., Resolution; nschw. resolution, Sb., Resolution; nnorw. resolusjon, M., Resolution; poln. rezolucja, F., Resolution; lit. rezoliucija, F., Resolution; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von einer Versammlung von Menschen gefassten Beschluss oder eine Absichtserklärung; BM.: zurück, lösen; F.: Resolution, Resolutionen+FW(+EW); Z.: Re-so-lu-t-io-n
Resonanz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Resonanz, Mitschwingen, Mittönen, Reaktion; ne. resonance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: fnhd. resonanz, F., Resonanz, mhd. resonanz, st. F., Klang, Schall; mnd. resonanz, resonantz, F., Resonanz, Widerhall; lat. resonantia, F., Widerschall, Widerhall, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. resonāre, V., einen Widerhall geben, widerhallen, widerschallen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sonāre, V., tönen, ertönen, schallen; vgl. lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); vgl. idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Resonanz, fehlt DW, EWD s. u. Resonanz, Duden s. u. Resonanz; Son.: vgl. nndl. resonantie, Sb., Resonanz; frz. résonance, F., Resonanz; nschw. resonans, Sb., Resonanz; nnorw. resonans, M., Resonanz; poln. rezonans, M., Resonans; lit. rezonansas, M., Resonanz; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Mitschwingen oder Mittönen eines Körpers in der Schwingung eines anderen Körpers beispielsweise in Musikinstrumenten oder Gebäuden oder in dem Körper des Menschen; BM.: zurück, tönen; F.: Resonanz, Resonanzen+FW(+EW); Z.: Re-son-anz
resorbieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. resorbieren, aufsaugen, (vollständig in sich) aufnehmen; ne. resorb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. resorbēre; E.: s. lat. resorbēre, V., wieder schlucken, zurück in sich schlucken, schlürfen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sorbēre, sorbere, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken, schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. resorbieren; Son.: vgl. frz. résorber, V., resorbieren; nschw. resorbere, V., resorbieren; nnorw. resorbere, V., resorbieren; poln. resorbować, V., resorbieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas aufsaugen oder vollständig in sich aufnehmen; BM.: zurück, schlürfen; F.: resorbieren, resorbiere, resorbierst, resorbiert, resorbierest, resorbieret, resorbierte, resorbiertest, resorbierten, resorbiertet, ##resorbiert, resorbierte, resorbiertes, resorbiertem, resorbierten, resorbierter##, resorbierend, ###resorbierend, resorbierende, resorbierendes, resorbierendem, resorbierenden, resorbierender###, resorbier (!)+FW(+EW); Z.: re-sorb-ier-en
Respekt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Respekt, Achtung, Wertschätzung; ne. respect (N.); Vw.: -; Hw.: s. respektieren, respektabel; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. respectus; E.: s. mnd. respect, respiect, M., Respekt, Rücksicht, Beachtung, Hochachtung; lat. respectus, M., Zurückblicken, Sich-Umsehen, Rücksicht, Berücksichtigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. respicere, V., zurücksehen, hinter sich sehen, umsehen, erblicken; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Respekt, DW 14, 819 (Respect), EWD s. u. Respekt, Duden s. u. Respekt; Son.: vgl. nndl. respect, Sb., Respekt; nschw. respect, M., Respekt; nschw. respekt, Sb., Respekt; nnorw. respekt, M., Respekt; poln. respekt, M., Respekt; lit. respektas, M., Respekt; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche auf Anerkennung und Bewunderung beruhende Achtung oder Wertschätzung; BM.: zurück, sehen; F.: Respekt, Respekts, Respektes+FW(+EW); Z.: Re-spek-t
respektabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. respektabel, Hochachtung verdienend, Respekt verdienend, achtbar, ehrbar; ne. respectable; Vw.: -; Hw.: s. Respekt, respektieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. respectable, ne. respectable; E.: s. frz. respectable, Adj., respektabel; ne. respectable, Adj., respektabel; mlat. respectābilis, Adj., beachtlich; vgl. lat. respectāre, V., zurücksehen, sich umsehen, hinsehen, entgegensehen, entgegenharren, angehen, betreffen; lat. respicere, V., zurücksehen, hinter sich sehen, umsehen, erblicken; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Respekt, fehlt DW, EWD s. u. Respekt, Duden s. u. respektabel; Son.: vgl. nndl. respectabel, Adj., respektabel; nschw. respektabel, Adj., respektabel; nnorw. respektabel, Adj., respektabel; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Hochachtung verdienend oder Respekt verdienend oder achtbar oder ehrbar; BM.: zurück, sehen; F.: respektabel, respektabele (!), respektabeles (!), respektabelem (!), respektabelen (!), respektabeler(!)(, respektabelere, respektabeleres, respektabelerem, respektabeleren, respektabelerer, respektabelst, respektabelste, respektabelstes, respektabelstem, respektabelsten, respektabelster)+FW(+EW); Z.: re-spek-t-ab-el
respektieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. respektieren, anerkennen, achten, Hochachtung entgegenbringen; ne. respect (V.); Vw.: -; Hw.: s. Respekt, respektabel; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. respectāre; E.: s. mnd. respectēren, sw. V., respektieren, achten, hoch achten; lat. respectāre, V., zurücksehen, sich umsehen, hinsehen, entgegensehen, entgegenharren, angehen, betreffen; vgl. lat. respicere, V., zurücksehen, hinter sich sehen, umsehen, erblicken; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Respekt, fehlt DW, EWD s. u. Respekt, Duden s. u. respektieren; Son.: vgl. nndl. respecteren, V., respektieren; frz. respecter, V., respektieren; nschw. respektera, V., respektieren; nnorw. respektere, V., respektieren; poln. respektować, V., respektieren; lit. respektuoti, V., respektieren; GB.: um 1600 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anerkennen oder achten oder Hochachtung entgegenbringen; BM.: zurück, sehen; F.: respektieren, respektiere, respektierst, respektiert, respektierest, respektieret, respektierte, respektiertest, respektierten, respektiertet, ##respektiert, respektierte, respektiertes, respektiertem, respektierten, respektierter##, respektierend, ###respektierend, respektierende, respektierendes, respektierendem, respektierenden, respektierender###, respektier (!)+FW(+EW?); Z.: re-spek-t-ier-en
$respektierlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. respektierlich, achtbar; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Respekt; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus respektier(en) und lich gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches achtbar; F.: respektierlich, respektierliche, respektierliches, respektierlichem, respektierlichen, respektierlicher(, respektierlichere, respektierlicheres, respektierlicherem, respektierlicheren, respektierlicherer, respektierlichst, respektierlichste, respektierlichstes, respektierlichstem, respektierlichsten, respektierlichster)+FW+EW; Z.: re-spek-t-ier-t—lich
respektive, nhd., Konj., (17. Jh.): nhd. respektive, beziehungsweise; ne. respectively; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. respectīve; E.: s. lat. respectīve, Adv., beachtenswert; lat. respectīvus, Adj., beachtenswert; vgl. lat. respicere, V., zurücksehen, hinter sich sehen, umsehen, erblicken; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. respektive, fehlt DW, Duden s. u. respektive; Son.: vgl. nndl. respectievelijk, Adv., beziehungsweise; frz. respectivement, Adv., beziehungsweise; nschw. respektive, Konj., respektive; nnorw. respektive, Adv., respektive; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung (Verbindungswort) für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches beziehungsweise oder um eine Beziehung anzuzeigen; BM.: zurück, sehen; F.: respektive+FW(+EW?); Z.: re-spek-t-iv-e
respondieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. respondieren, in einer bestimmten Form antworten, entsprechen; ne. respond, answer (V.); Vw.: s. kor-; Q.: 1. Viertel 17. Jh.; I.: Lw. lat. respondēre; E.: s. lat. respondēre, V., Gegenleistung versprechen, versichern, antworten, zurückblasen, entgegenwehen, ausatmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. respondieren; GB.: seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches (in einer bestimmten Form) antworten oder entsprechen; BM.: zurück, geloben; F.: respondieren, respondiere, respondierst, respondiert, respondierest, respondieret, respondierte, respondiertest, respondierten, respondiertet, ##respondiert, respondierte, respondiertes, respondiertem, respondierten, respondierter##, respondierend, ###respondierend, respondierende, respondierendes, respondierendem, respondierenden, respondierender###, respondier (!)+FW+EW; Z.: re-spond-ier-en
Ressentiment, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ressentiment, Abneigung; ne. resentment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. ressentiment; E.: s. frz. ressentiment, M., Ressentiment, Groll; vgl. frz. ressentir, V., lebhaft empfinden; vgl. frz. re..., ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ressentiment, fehlt DW, EWD s. u. Ressentiment, Duden s. u. Ressentiment; Son.: vgl. nndl. ressentiment, Sb., Ressentiment; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche gefühlsmäßige Abneigung gegenüber einem Menschen; BM.: zurück, empfinden; F.: Ressentiment, Ressentiments+FW; Z.: Re-sent-im-ent
Ressort, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Ressort, Zuständigkeitsbereich, Verantwortungsbereich; ne. resort (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. ressort; E.: s. frz. ressort, M., Ressort, Verantwortungsbereich; vgl. frz. ressortir, V., hervorgehen, angehören; vgl. frz. re..., ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. sortir, V., erlangen; lat. sortīrī, V., losen, losen lassen, durch das Los bestimmen, durch das Los erhalten (V.), aussuchen, wählen; lat. sors, Los, Losstäbchen, Spruchorakel; vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Ressort, fehlt DW, EWD s. u. Ressort, Duden s. u. Ressort; Son.: vgl. nndl. ressort, Sb., Ressort; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Zuständigkeitsbereich oder Verantwortungsbereich (mit fest umrissenen Aufgaben); BM.: zurück, reihen; F.: Ressort, Ressorts+FW; Z.: Re-s-sor-t
Ressource, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ressourcen, Bestand an Naturprodukten, Bestand an Geldmitteln; ne. resource; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. ressource; E.: s. frz. ressource, F., Ressource; vgl. afrz. resourder, V., sich erheben, sich erholen; lat. resurgere, V., wieder aufstehen, sich aufrichten, sich wieder erheben, sich wieder zeigen, wieder hervorkommen, wieder emporkommen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. surgere, V., in die Höhe richten, erheben, emporrichten, emporstehen, emporheben, sich in die Höhe richten; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ressourcen, fehlt DW, EWD s. u. Ressource, Duden s. u. Ressourcen; Son.: vgl. nschw. resurs, Sb., Ressource; nnorw. ressurs, M., Ressource; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vorhandenen Bestand an Mitteln für einen bestimmten Zweck wie die Ernährung der Menschen und die Erzeugung von Gütern; BM.: zurück, unter, richten; F.: Ressource, Ressourcen+FW; Z.: Re-s-sou-rc-e
Rest, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rest, Überrest, Überbleibsel; ne. rest (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1400; I.: Lw. frz. rest; E.: mnd. reste (1), rest, rist, M., N., Rest, Überiges, überiger Teil, Restsumme; frz. reste, M., Rest, Überbleibsel; mlat. restum, N., Rest; vgl. lat. restāre, V., zurückstehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rest, Kluge s. u. Rest, EWD s. u. Rest, DW 14, 819, Duden s. u. Rest, Bluhme s. u. Rest; Son.: vgl. nndl. rest, Sb., Rest; nschw. rest, Sb., Rest; nnorw. rest, M., Rest; poln. reszta, F., Rest; GB.: seit um 1400 mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Überbleibsel oder in der Sicht von Menschen etwas von einer Menge Überigbleibendes (Überrest); BM.: zurück, stehen; F.: Rest, Restes, Rests, Reste, Resten+FW; Z.: Re-st
Restaurant, nhd., (Part. Präs.=)N., (19. Jh.): nhd. Restaurant, Gaststätte, Wirtschaft, Speiselokal; ne. restaurant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. restaurant; E.: s. frz. restaurant, M., Restaurant, Gaststätte; vgl. frz. restaurer, V., wiederherstellen; lat. restaurāre, V., wiederherstellen, erneuern, wiederholen, (98-115 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Restaurant, fehlt DW, EWD s. u. restaurieren, Duden s. u. Restaurant; Son.: vgl. nndl. restaurant, Sb., Restaurant; nschw. restaurang, Sb., Restaurant; nnorw. restaurant, M., Restaurant; poln. restauracja, F., Restaurant; lit. restoranas, M., Restaurant; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gaststätte oder eine Wirtschaft oder ein Speiselokal; BM.: zurück, stehen; F.: Restaurant, Restaurants+FW; Z.: Re-stau-r-ant
Restaurateur, nhd. (ält.), M., (18. Jh.?): nhd. Restaurateur, Gastwirt; ne. restaurateur; Vw.: -; Hw.: s. restaurieren, Restauration; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. restaurateur; E.: s. frz. restaurateur, M., Restorator; lat. restaurātor, M., Wiederhersteller; vgl. lat. restaurāre, V., wiederherstellen, erneuern, wiederholen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. restaurieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gastwirt oder Betreiber einer Gaststätte (in Gegensatz zu einem Restaurator); BM.: zurück, stehen; F.: Restaurateur, Restaurateurs, Restaurateure, Restaurateuren+FW; Z.: Re-stau-r-at-eur
Restauration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Restauration, Wiederherstellung, Erneuerung; ne. restoration; Vw.: -; Hw.: s. restaurieren, Restaurierung, Restaurateur; Q.: um 1600; I.: Lw. lat. restaurātio; E.: s. mnd. restōrātie, F., Wiederherstellung, Erneuerung; lat. restaurātio, F., Erneuerung, Wiederherstellung, Entschädigung, Wiedergutmachung, Verbesserung; vgl. lat. restaurāre, V., wiederherstellen, erneuern, wiederholen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. restaurieren, fehlt DW, EWD s. u. restaurieren, Duden s. u. Restauration; Son.: vgl. nndl. restauratie, Sb., Restauration; frz. restauration, F., Restauration; nschw. restauration, Sb., Restauration; nnorw. restaurasjon, M., Restauration; poln. restauracja, F., Restauration; GB.: seit um 1600 (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wiederherstellung oder auch Erneuerung (eines ursprünglichen Zustands); BM.: zurück, stehen; F.: Restauration, Restaurationen+FW; Z.: Re-stau-r-at-io-n
$Restaurator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Restaurator, Wiederhersteller; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. restaurieren; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Wiederhersteller; F.: Restaurator, Restaurators, Restauratoren+FW(EW?); Z.: Re-stau-r-at-or
restaurieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. restaurieren, wiederherstellen, erneuern; ne. restore; Vw.: -; Hw.: s. Restaurateur, Restauration; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. restaurāre; E.: s. mnd. restaurēren, risterēren, sw. V., restaurieren, wiederherstellen, wiederaufbauen, instand setzen; lat. restaurāre, V., wiederherstellen, erneuern, wiederholen, (98-115 n. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. restaurieren, fehlt DW, EWD s. u. restaurieren, Duden s. u. restaurieren; Son.: vgl. nndl. restaureren, V., restaurieren; frz. restaurer, V., restaurieren; nschw. restaurera, V., restaurieren; nnorw. restaurere, V., restaurieren; poln. restaurować, V., restaurieren; lit. restauruoti, V., restaurieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wiederherstellen oder erneuern oder in einen ursprünglichen Zustand versetzen; BM.: zurück, stehen; F.: restaurieren, restauriere, restaurierst, restauriert, restaurierest, restaurieret, restaurierte, restauriertest, restaurierten, restauriertet, ##restauriert, restaurierte, restauriertes, restauriertem, restaurierten, restaurierter##, restaurierend, ###restaurierend, restaurierende, restaurierendes, restaurierendem, restaurierenden, restaurierender###, restaurier (!)+FW(+EW); Z.: re-stau-r-ier-en
$Restaurierung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Restaurierung, Wiederherstellung, Erneuerung; Hw.: s. restaurieren, s. Restauration; Q.: um 1600; L.: fehlt DW, EWD s. u. restaurieren; GB.: seit um 1600 belegte und aus restaurier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Wiederherstellung oder Erneuerung; F.: Restaurierung, Restaurierungen+FW; Z.: Re-stau-r-ier-ung
restituieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. restituieren, wiederherstellen, zurückgeben; ne. restitute; Vw.: -; Hw.: s. Restitution; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. restituere; E.: mnd. restituēren, restituīren, sw. V., restituieren, zurückgeben, erstatten, entschädigen, wiederherstellen; lat. restituere, V., wieder hinstellen, wiedergeben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. restituieren; Son.: vgl. frz. restituer, V., restitutieren; nnorw. restituere, V., restituieren; poln. restytuować, V., restituieren; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wiederherstellen oder zurückgeben; BM.: zurück, stellen; F.: restituieren, restituiere, restituierst, restituiert, restituierest, restituieret, restituierte, restituiertest, restituierten, restituiertet, ##restituiert, restituierte, restituiertes, restituiertem, restituierten, restituierter##, restituierend, ###restituierend, restituierende, restituierendes, restituierendem, restituierenden, restituierender###, restituier(!)+FW(+EW); Z.: re-sti-tu-ier-en
Restitution, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Restitution, Wiederherstellung, Wiedergutmachung; ne. restitution; Vw.: -; Hw.: s. restituieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. restitūtio; E.: mnd. restitūtiōn, restitūciōn, F., Restitution, Rückgabe, Erstattung, Entschädigung, Wiederherstellung, Wiedereinsetzung, Rehabilitation; mnd. restitūtie, restitūcie, rostitūt, F., Rückgabe, Erstattung, Entschädigung, Wiederherstellung; lat. restitūtio, V., Wiederherstellung, Zurückberufung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. restituere, V., wieder hinstellen, wiedergeben; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Restitution; Son.: vgl. nndl. restitutie, Sb., Restitution; frz. restitution, F., Restitution; nnorw. restitusjon, M., Restitution; poln. restytucja, F., Restitution; lit. restitucija, F., Restitution; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Wiederherstellung oder eine Wiedergutmachung für einen Schaden; BM.: zurück, stellen; F.: Restitution, Restitutionen+FW(+EW?); Z.: Re-sti-tu-t-io-n
$restlos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. restlos, ohne Überrest geteilt oder verbraucht, vollständig; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Rest, s. los; L.: DW 14, 825, EWD s. u. Rest; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Rest und los gebildete Bezeichnung für vollständig oder ohne Überrest geteilt oder verbraucht; F.: restlos, restlose, restloses, restlosem, restlosen, restloser+EW; Z.: re-st—lo-s
Restriktion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Restriktion, Einschränkung, Beschränkung; ne. restriction; Vw.: s. restriktiv, restringieren, strikt; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. restrictio; E.: s. lat. restrictio, F., Einschränkung, Kargheit, Verstopfung, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. restringere, restringuere, V., zurückziehen, an sich ziehen, zurückbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Restriktion, fehlt DW, Duden s. u. Restriktion; Son.: vgl. nndl. restrictie, Sb., Restriktion; frz. restriction, F., Restriktion; nschw. restriktion, Sb., Restriktion; nnorw. restriksjon, M., Restriktion; poln. restrykcja, F., Restriktion; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Einschränkung oder Beschränkung (von Möglichkeiten); BM.: zurück, zusammenziehen; F.: Restriktion, Restriktionen+FW(+EW?); Z.: Re-stri-k-t-io-n
restriktiv, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. restriktiv, einschränkend, beschränkend; ne. restrictive; Vw.: -; Hw.: s. restringieren, Restriktion, strikt; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. restrictīvus; E.: s. mlat. restrictīvus, Adj., restriktiv; vgl. lat. restringere, restringuere, V., zurückziehen, an sich ziehen, zurückbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Restriktion, fehlt DW, Duden s. u. restriktiv; Son.: vgl. frz. restrictif, Adj., restriktiv; nschw. restriktiv, Adj., restriktiv; nnorw. restriktiv, Adj., restriktiv; poln. restrykcyjny, Adj., restriktiv; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einschränkend oder beschränkend; BM.: zurück, zusammenziehen; F.: restriktiv, restriktive, restriktives, restriktivem, restriktiven, restriktiver(, restriktivere, restriktiveres, restriktiverem, restriktiveren, restriktiverer, restriktivst, restriktivste, restriktivstes, restriktivstem, restriktivsten, restriktivster)+FW(+EW); Z.: re-stri-k-t-iv
restringieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. restringieren, einschränken, beschränken; ne. restrict; Vw.: -; Hw.: s. Restriktion, restriktiv, strikt; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. restringere; E.: s. lat. restringere, restringuere, V., zurückziehen, an sich ziehen, zurückbinden, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Restriktion, fehlt DW, Duden s. u. restringieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einschränken oder beschränken; BM.: zurück, zusammenziehen; F.: restringieren, restringiere, restringierst, restringiert, restringierest, restringieret, restringierte, restringiertest, restringierten, restringiertet, ##restringiert, restringierte, restringiertes, restringiertem, restringierten, restringierter##, restringierend, ###restringierend, restringierende, restringierendes, restringierendem, restringierenden, restringierender###, restringier (!)+FW(+EW); Z.: re-stri-n-g-ier-en
Resultat, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Resultat, Ergebnis, Erfolg; ne. result (N.), outcome; Vw.: -; Hw.: s. resultieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. résultat; E.: s. frz. résultat, M., Resultat, Ergebnis; lat. resultātio, F., Zurückspringen, Rückströmung, Widerhall, Widerstreben, Widerstand, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. resultāre, V., zurückspringen, zurückprallen, widerhallen; vgl. lat. resilīre, V., zurückspringen, zurückprallen, abprallen, sich zurückziehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. salīre, V., springen, hüpfen, rinnen, rieseln, bespringen, bedecken, besteigen; idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. resultieren, fehlt DW, EWD s. u. Resultat, Duden s. u. Resultat; Son.: vgl. nndl. resultaat, Sb., Resultat; nschw. resultat, N., Resultat; nnorw. resultat, N., Resultat; poln. rezultat, M., Resultat; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Ergebnis eines Geschehens oder einen Erfolg eines Verhaltens; BM.: zurück, springen; F.: Resultat, Resultates, Resultats, Resultate, Resultaten+FW; Z.: Re-sul-t-at
resultieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. resultieren, sich ergeben (V.), hervorgehen, folgen aus; ne. result (V.); Vw.: -; Hw.: s. Resultat; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. résulter; E.: s. frz. résulter, V., resultieren, sich ergeben (V.); lat. resultāre, V., zurückspringen, zurückprallen, widerhallen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. resilīre, V., zurückspringen, zurückprallen, abprallen, sich zurückziehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. salīre, V., springen, hüpfen, rinnen, rieseln, bespringen, bedecken, besteigen; idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. resultieren, EWD s. u. Resultat, fehlt DW, Duden s. u. resultieren; Son.: vgl. nndl. resulteren, V., resultieren; nschw. resultera, V., resultieren; nnorw. resultere, V., resultieren; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für als Ergebnis bzw. Folge von etwas hervorgehen oder folgen (aus); BM.: zurück, springen; F.: resultieren, resultiere, resultierst, resultiert, resultierest, resultieret, resultierte, resultiertest, resultierten, resultiertet, ##resultiert, resultierte, resultiertes, resultiertem, resultierten, resultierter##, resultierend, ###resultierend, resultierende, resultierendes, resultierendem, resultierenden, resultierender###, resultier (!)+FW(+EW); Z.: re-sul-t-ier-en
Resümee, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Resümee, Zusammenfassung, Übersicht; ne. résumé, resumé; Vw.: -; Hw.: s. resümieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. résumé; E.: s. frz. résumé, M., Resümee, Zusammenfassung; vgl. frz. résumer, V., resümieren, zusammenfassen; lat. resūmere, V., wieder nehmen, an sich nehmen, erneuern, wiederholen, (204-169 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. resümieren, fehlt DW, EWD s. u. resümieren, Duden s. u. Resümee; Son.: vgl. nndl. resumé, Sb., Resümee; nschw. resumé, Sb., Resümee; nnorw. resymé, N., Resümee; poln. résumé, Sb., Resümee; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine kurze das Wesentliche enthaltende Zusammenfassung oder Übersicht; BM.: zurück, nehmen; F.: Resümee, Resümees+FW; Z.: Re-sü-m-ee
resümieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. resümieren, zusammenfassen, Zusammenfassung erstellen; ne. resume, summarize; Vw.: -; Hw.: s. Resümee; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. frz. résumer; E.: s. mnd. *resūmēren?, sw. V., resümieren, zusammenfassen; frz. résumer, V., resümieren, zusammenfassen; lat. resūmere, V., wieder nehmen, an sich nehmen, erneuern, wiederholen, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. resümieren, fehlt DW, EWD s. u. resümieren, Duden s. u. resümieren; Son.: vgl. nndl. resumeren, V., resümieren; nschw. resumera, V., resümieren; nnorw. resymere, V., resümieren; poln. reasumować, V., resümieren; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zusammenfassen oder eine Zusammenfassung erstellen; BM.: zurück, nehmen; F.: resümieren, resümiere, resümierst, resümiert, resümierest, resümieret, resümierte, resümiertest, resümierten, resümiertet, ##resümiert, resümierte, resümiertes, resümiertem, resümierten, resümierter##, resümierend, ###resümierend, resümierende, resümierendes, resümierendem, resümierenden, resümierender###, resümier(!)+FW(+EW); Z.: re-süm-ier-en
retardieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. retardieren, verzögern; ne. retard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. retardāre; E.: s. lat. retardāre, V., verzögern, zurückhalten, aufhalten, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. tardus, Adj., langsam, säumig, nachhaltig, hemmend, stumpfsinnig, träumerisch, (um 235-200 v. Chr.); idg. *ter- (2), *teru-, Adj., zart, schwach, Pokorny 1070 (1861/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. retardieren, fehlt DW, Duden s. u. retardieren; Son.: vgl. frz. retarder, V., retardieren; nnorw. retardere, V., retardieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (einen Ablauf) verzögern; BM.: zurück, schwach; F.: retardieren, retardiere, retardierst, retardiert, retardierest, retardieret, retardierte, retardiertest, retardierten, retardiertet, ##retardiert, retardierte, retardiertes, retardiertem, retardierten, retardierter##, retardierend, ###retardierend, retardierende, retardierendes, retardierendem, retardierenden, retardierender###, retardier (!)+FW+EW; Z.: re-tar-d-ier-en
Retorte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Retorte, ein birnenförmiges Gefäß; ne. retort (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. retorte; E.: s. frz. retorte, F., Retorte; mlat. retorta, Zurückgedrehtes; vgl. lat. retorquēre, V., rückwärtsdrehen, zurückdrehen, zurückkehren, zurückwenden; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Retorte, fehlt DW, EWD s. u. Retorte, Duden s. u. Retorte; Son.: vgl. nndl. retort, Sb., Retorte; nschw. retort, Sb., Retorte; nnorw. retorte, M., Retorte; poln. retorta, F., Retorte; kymr. retórt, M., Retorte; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene Bezeichnung für ein zu dem Destillieren verwendetes birnenförmiges und einen langen abgebogenen Hals habendes (zurückgedrehtes) Gefäß; BM.: zurück, drehen; F.: Retorte, Retorten+FW; Z.: Re-tor-t-e
retour, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. retour, zurück; ne. back (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. retour; E.: s. frz. retour, M., Rückkehr, Rückreise; afrz. retorner, V., zurückkehren; mlat. retornāre, V., herumdrehen, umdrehen, Vertrag auflösen, zurückgeben; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. retour, fehlt DW, EWD s. u. retour, Duden s. u. retour; Son.: vgl. nndl. retour, Adv., retour; nschw. retur, Adv., retour; nnorw. retur, Adv., retour; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zurück; BM.: zurück; F.: retour+FW; Z.: re-tour
$Retourkutsche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Retourkutsche, Revanche; E.: s. retour, s. Kutsche; L.: Kluge s. u. retour, fehlt DW, EWD s. u. retour; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus retour und Kutsche gebildete Bezeichnung für das Zurückgeben beispielsweise eines Vorwurfs oder einer Beleidigung bei passender Gelegenheit oder eine Revanche; F.: Retourkutsche, Retourkutschen+FW; Z.: Re-tour—kutsch-e
Retriever, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Retriever, ein großer Hund; ne. retriever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. retriever; E.: s. ne. retriever, N., Retriever; vgl. ne. retrieve, V., zurückholen, wiederfinden; afrz. retroever, V., wiederfinden; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; afrz. trover, V., dichten, finden; vulgärlat. *tropare, V., erfinden; vgl. lat. tropus, M., Tropus, Gesangsweise; gr. τρόπος (trópos), M., Wendung, Richtung; gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Retriever; Son.: vgl. nndl. retriever, Sb., Retriever; frz. retriever, M., Retriever; nschw. retriever, Sb., Retriever; nnorw. retriever, M., Retriever; poln. retriever, M., Retriever; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Vulgärlateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen besonders zu dem Apportieren oder Wiederfinden einer Beute gezüchteten großen Jagdhund; BM.: wieder, finden; F.: Retriever, Retrievers, Retrievern+FW; Z.: Re-triev-er
retro…, nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. retro..., zurück; ne. retro…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. retrō; E.: lat. retrō, Adv., Präp., rückwärts, zurück, hinter, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. retro-, fehlt DW, Duden s. u. retro-; Son.: vgl. frz. rétro…, Präf., retro...; nschw. retro…, Präf., retro...; nnorw. retro…, Präf., retro...; poln. retro…, Präf., retro...; lit. retro…, Präf., retro...; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für zurück oder etwas Altmodisches und Rückwärtsgewandtes; BM.: zurück; F.: retro…+FW; Z.: re-tr-o-
Retsina, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Retsina, Harzwein, ein Tafelwein; ne. retsina; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ngr. ρετσίνα (retsína); E.: s. ngr. ρετσίνα (retsína), F., Retsina; lat. rēsīna, rāsia, F., Harz, lindernde Salbe; gr. ῥητίνη (rhētínē), F., Harz, Tannenharz; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 653; L.: fehlt DW, Duden s. u. Retsina; Son.: vgl. nndl. retsina, Sb., Retsina; frz. retsina, M., Retsina; nschw. retsina, Sb., Retsina; nnorw. retsina, M., Retsina; kymr. retsina, M., Retsina; poln. retsina, Sb., Retsina; lit. retsina, Sb., Retsina; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neugriechischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen in Griechenland hergestellten weißen trockenen mit Harz versetzten Tafelwein; BM.: Harz; F.: Retsina, Retsinas+FW; Z.: Ret-s-in-a
retten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. retten, befreien, bewahren, aus einer Gefahr reißen; ne. rescue (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. retten, sw. V., retten, befreien; mnd. redden (1), rödden, rēden, sw. V., retten, erretten, entsetzen, in Sicherheit bringen, bergen, bewahren; mnl. redden, sw. V., retten, aus einer Gefahr befreien, Pfand auslösen; ahd. retten*, sw. V. (1b), retten, befreien, erretten, jemanden hindern an; as. *hreddian?, sw. V. (1b); germ. *hradjan, sw. V., retten; idg. *kret- (1), *k̑reth₂-, V., schütteln, sich lockern, Pokorny 620 (981/213) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. retten, Kluge s. u. retten, DW 14, 825, EWD s. u. retten, Falk/Torp 102, EWAhd 7, 419, Duden s. u. retten, Bluhme s. u. retten; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches befreien oder bewahren; Son.: vgl. afries. hredda, sw. V. (1), retten; nfries. redden, V., retten; ae. hrėddan, sw. V. (1), retten, befreien, fortnehmen; an. -; got. -; nschwed. r#dda, V., retten; nnorw. redde, V., retten, bergen; nisl. redda, V., aushelfen (Lw. aus dem Mittelniederdeutschen); ai. sratháyati, V., macht locker, löst; nndl. redden, V., retten; nschw. rädda, V., retten; nnorw. redde, V., redden; BM.: schütteln; F.: retten, rette, rettest, rettet, rettete, rettetest, retteten, rettetet, gerettet, ##gerettet, gerettete, gerettetes, gerettetem, geretteten, geretteter##, rettend, ###rettend, rettende, rettendes, rettendem, rettenden, rettender###, rett (!)+EW; Z.: ret-t-en
$Retter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Retter, Rettender; L.: Kluge s. u. retten, DW 14, 827, EWD s. u. retten; GB.: (rettære) seit 1350-1365 belegte und vielleicht nach lat. salvator oder dem Griechischen des Altertums aus rett(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Rettenden (Heiland); F.: Retter, Retters, Rettern+EW; Z.: Ret-t-er
Rettich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rettich; ne. radish; Vw.: s. Meer-?; Hw.: s. Radi; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. retich, M., Rettich; mnd. rēdik, redek, rēdek rredich, reddik, rētik, retich, rādik, M., Rettich, Ackerrettich, Knollenerbse, Platterbse, Floh-Knöterich; mnl. radic, M., Rettich; ahd. retih* (1), Sb., Flohknöterich, Riedgras (?); mnl. radic, M., Rettich; ahd. ratih, rātih, st. M. (a?, i?), Rettich; as. rēdih*, rēdich*, rēdik*, rādih*, st. M. (a?, i?), Rettich; germ. *radik-, M., Rettich; s. lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm, Quelle; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rettich, Kluge s. u. Rettich, DW 14, 828, EWD s. u. Rettich, EWAhd 7, 210, Duden s. u. Rettich, Bluhme s. u. Rettich; Son.: vgl. ae. rǣdic, rēdic, st. M. (a), Rettich; nndl. radijs, Sb., Rettich; frz. radis, M., Rettich; nschw. rättika, Sb., Rettich; nnorw. rredik, M., Rettich; nisl. hredka, F., Rettich; ksl. redъky, F., Rettich; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit rübenförmig verdickter würzig bis scharf schmeckender Wurzel und weißen oder rötlichen Blüten bzw. als Lebensmittel Bezeichnung für die schon den Ägyptern des Altertums bekannte scharf schmeckende Wurzel dieser Pflanze; BM.: Wurzel; F.: Rettich, Rettichs, Rettiche, Rettichen+FW; Z.: Rett-ich
$Rettung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Rettung, Befreiung, Bewahrung; Q.: 1315/1323 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: s. rett(en), s. ung; L.: Kluge s. u. retten, DW 14, 829, EWD s. u. retten; GB.: seit 1315/1323 belegte und aus rett(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Befreiung von einer oder eine Bewahrung vor einer Gefahr; F.: Rettung, Rettungen+EW; Z.: Ret-t-ung
Return, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Return, Gegenschlag, Rückschlag, zurückgeschlagener Ball; ne. return (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. return; E.: s. ne. return, N., Retur, Rückkehr; vgl. ne. return, V., zurückkehren; vgl. afrz. returner, V., zurückkehren; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Return; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gegenschlag oder Rückschlag nach einem gegnerischen Aufschlag in dem von Menschen entwickelten und verwendeten Tennisspiel; BM.: zurück, Zirkel bzw. bohren; F.: Return, Returns+FW; Z.: Re—tur-n
$Retusche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Retusche, Nachbesserung, Bearbeitung; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. retuschieren; L.: Kluge s. u. retuschieren, fehlt DW, EWD s. u. retuschieren; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und mit retuschieren verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Oberfläche nachbessern (Nachbesserung) oder bearbeiten (Bearbeitung); F.: Retusche, Retuschen+FW(+EW); Z.: Re-tusch-e
retuschieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. retuschieren, verändern, nachbessern, bearbeiten; ne. retouch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. retoucher; E.: s. frz. retoucher, V., retuschieren, nochmals berühren; vgl. frz. re..., ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; frz. toucher, V., berühren; vulgärlat. toccāre, V., berühren; von einer Schallwurzel tokk-; L.: Kluge s. u. retuschieren, EWD s. u. retuschieren, fehlt DW, Duden s. u. retuschieren; Son.: vgl. nndl. retoucheren, V., retuschieren; nschw. retuschera, V., retuschieren; nnorw. retusjere, V., retuschieren; poln. retuszować, V., retuschieren; lit. retušuoti, V., retuschieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Vulgärlateinischen verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für dem Menschen mögliches verändern oder nachbessern; BM.: zurück, berühren; F.: retuschieren, retuschiere, retuschierst, retuschiert, retuschierest, retuschieret, retuschierte, retuschiertest, retuschierten, retuschiertet, ##retuschiert, retuschierte, retuschiertes, retuschiertem, retuschierten, retuschierter##, retuschierend, ###retuschierend, retuschierende, retuschierendes, retuschierendem, retuschierenden, retuschierender###, retuschier (!)+FW(+EW); Z.: re-tusch-ier-en
Reue, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Reue, Bedauern, Reuegefühl; ne. remorse, rue (N.); Vw.: -; Hw.: s. reuen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. riuwe, st. F., sw. F., Reue, Trauer, Schmerz, Kummer, Leid; mnd. rǖwe (1), rǖw, ruͤw, rūwe, rouwe, rouw, st. F., Reue, Schmerz, Gewalt, Schädigung, Kummer, Betrübnis, Trauer; mnl., rouwe, rauwe, M., F., Reue, Kummer, Schmerz, Elend; ahd. riuwa, hriuwa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schmerz, Reue, Buße, Leid, Trauer; ahd. riuwī*, st. F. (ī), Reue, Trauer, Schmerz, Leid; as. *hreuwa?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Reue; anfrk. *rouwa, F., Reue, Betrübnis; germ. *hrewwō, st. F. (ō), Schmerz, Betrübnis, Reue; germ. *hrewwō-, *hrewwōn, sw. F. (n), Schmerz, Betrübnis, Reue; germ.? *hrewwī-, *hrewwīn, sw. F. (n), Schmerz, Betrübnis; s. idg. *kreu- (3), *krous-, *kreuH-, V., stoßen, schlagen, brechen, Pokorny 622 (985/217) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reue, Kluge s. u. Reue, DW 14, 830, EWD s. u. Reue, Heidermanns 308, Seebold 279, EWAhd 7, 580, Duden s. u. Reue, Bluhme s. u. Reue; Son.: vgl. afries. *hriōwe, st. F. (ō), Reue; ae. hréow (1), st. F. (jō), Sorge, Kummer, Reue, Buße; an. -; got. -; nndl. rouw, Sb., Reue; nschw. ruelse, Sb., Reue; ai. karúna-, Adj., kläglich, mitleidig; ksl. sukrusenije, N., Verletzung, Zerstörung, Riss; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für das dem Menschen mögliche Bedauern über eine Tat die nachträglich als Unrecht empfunden wird; BM.: stoßen; F.: Reue+EW; Z.: Reu-e
reuen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. reuen, bedauern, Reue empfinden, Schmerz empfinden; ne. rue (V.), repent; Vw.: -; Hw.: s. Reue; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. riuwen (1), rūwen, rüewen, rīwen, riwen, rēwen, rōwen, st. V., dauern (V.) (2), verdrießen, beklagen, reuen, sich schämen, schmerzen, bekümmern, bedauern, Leid tun, ärgern, betrüben, leid sein (V.), sich betrüben, bereuen; mnd. rǖwen (1), rūwen, rouwen, ruen, st. V.?, sw. V., reuen, schmerzen, leiden, betrüben, leid tun, bedauern; mnl. rouwen, sw. V., reuen, bereuen, bedauern, betrüben; ahd. riuwan*, st. V. (2a), bereuen, reuen, klagen; riuwōn*, hriuwōn*, sw. V. (2) bereuen beklagen, Bute tun; ahd. riuwēn*, hriuwēn*, sw. V. (3), reuen“, beklagen, bedauern, Buße tun; as. hriuwon*, sw. V. (2), traurig sein (V.); anfrk. *riuwen?, sw. V. (2?), reuen; germ. *hrewwan, st. V., betrüben, schmerzen; idg. *kreu- (3), *krous-, kreuH-, V., stoßen, schlagen, brechen, Pokorny 622 (985/217) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Reue, DW 14, 836, EWD s. u. Reue, EWAhd 7, 582, 585, 586, Duden s. u. reuen; Son.: vgl. afries. hriōwa, st. V. (2), bereuen, reuen; nfries. rouwen, V., reuen, bereuen; ae. hréowan, st. V. (2), mit Reue erfüllen, bereuen, bekümmern; ae. hréowian, sw. V. (2), bereuen, Buße tun; an. -; got. -; gr. κρούειν (krúein), V., stoßen, schlagen, klopfen; lit. krùsti, V., zerreiben; ksl. sukrusiti, V., zerreiben, zerbrechen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen mögliches Reue empfinden bzw. hervorrufen, Schmerz empfinden; BM.: stoßen; F.: reuen, reue, reust (!), reut, reuest, reuet, reute, reutest, reuten, reutet, gereut, ##gereut, gereute, gereutes, gereutem, gereuten, gereuter##, reuend, ###reuend, reuende, reuendes, reuendem, reuenden, reuender###, reu (!)+EW; Z.: reu-en
$reuig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. reuig, reumütig, betrübt, traurig, zerknirscht; E.: s. Reu(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Reue, DW 14, 842, EWD s. u. Reue; GB.: (riuwag) seit 863-871 belegte und aus Reu(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht nach Entstehung des Menschen mögliches betrübt oder traurig oder zerknirscht; F.: reuig, reuige, reuiges, reuigem, reuigen, reuiger(, reuigere, reuigeres, reuigerem, reuigeren, reuigerer, reuigst, reuigste, reuigstes, reuigstem, reuigsten, reuigster)+EW; Z.: reu-ig
$reumütig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. reumütig, reuig, bereuend, betrübt, traurig, zerknirscht; E.: s. Reu(e), s. mütig; L.: DW 14, 845 (reumüthig), EWD s. u. Reue; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Reu(e) und mütig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht nach den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches reuig oder bereuend oder traurig; F.: reumütig, reumütige, reumütiges, reumütigem, reumütigen, reumütiger(, reumütigere, reumütigeres, reumütigerem, reumütigeren, reumütigerer, reumütigst, reumütigste, reumütigstes, reumütigstem, reumütigsten, reumütigster)+EW; Z.: reu—mü-t-ig
$Reumütigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Reumütigkeit, Reue, Betrübnis, Traurigkeit, Bedauern, Zerknirschung; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. reumütig, s. heit, s. keit; L.: DW 14, 845 (Reumüthigkeit), EWD s. u. Reue; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus reumütig und keit gebildete Bezeichnung für ein sachlich dem Menschen mögliches Bedauern oder eine Zerknirschung; F.: Reumütigkeit, Reumütigkeiten+EW; Z.: Reu—mü-t-ig—kei-t
Reuse, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Reuse, Fischreuse, einseitig begehbarer Korb; ne. eelbasket, fish-trap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 9. Jh. (Urkunde); E.: mhd. riuse, sw. F., Reuse, Fischreuse; mnd. rǖse (1), rǖsse, F., Reuse, Fischreuse, geflochtenes Behältnis, Korb; lat.-ahd. riusa* (2), rusa*, F., Reuse, Korb; ahd. rūsa, sw. F. (n), Reuse, Fischreuse; as. -; anfrk. -; germ. *rūsō-, *rūsōn, *rūsjō-, *rūsjōn, sw. F. (n), Reuse; germ. *reusōn, reusjōn, Sb., Reuse; vgl. idg. *reu- (3), *reus-, V., eilen, Pokorny 871; idg. *ereu-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; L.: Kluge 1. A. s. u. Reuse, Kluge s. u. Reuse, DW 14, 846, EWD s. u. Reuse, EWAhd 7, 574, Duden s. u. Reuse, Bluhme s. u. Reuse; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. ruis, F., Reuse; nschw. ryssja, Sb., Reuse; GB.: seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten einseitig begehbaren Korb zu dem Fang von Fischen oder Vögeln; BM.: bewegen; F.: Reuse, Reusen+FW; Z.: Reu-s-e
Reuß, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Reuß, verschnittenes Pferd; ne. gelding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. Riuze (3), Rūze, sw. M., Reuße (M.), Russe, Schuft; mhd. Rūz, st. M., Russe; vom Volksnamen der Rus, M., Rus, Russen; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich von finn. ruotsi, M., Schwede (M.), Nordgermane; L.: Kluge s. u. Reuß, DW 14, 848 (Reusz); GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus dem Finnischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein verschnittenes Pferd; BM.: Volksname (als Herkunftsort der Sitte des Verschneidens von Hengsten); F.: Reuß, Reußes, Reuße, Reußen+FW; Z.: Reuß
Reute, nhd. (ält.), F., (10./11. Jh.): nhd. Reute, Rodung, gerodetes Stück Land; ne. clearing (N.), cleared woodland; Vw.: -; Hw.: s. reuten, Ried (2); Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. riute (1), route, st. N., „Reute“, Urbarmachung, Rodung, gerodetes Land, Acker; ahd. riuti, st. N. (ja), Rodung, Rodeland, urbar gemachtes Land; s. germ. *ruda- (1), *rudam, st. N. (a), Rodung; s. idg. *reudʰ-, V., reuten, roden, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. reuten, DW 14, 848, EWAhd 7, 576, 578; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gerodetes Stück Land; BM.: reißen bzw. graben; F.: Reute, Reuten+EW; Z.: Reu-t-e
reuten, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. reuten, roden; ne. root (V.); Vw.: -; Hw.: s. Reute, roden, Ried (2); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. riuten, sw. V., reuten, ausreuten, urbar machen; mnd. rūden (2), sw. V., reinigen, ausräumen, säubern, reuten; mnl. ruyden, ruden, sw. V., reuten?, zerstören?; ahd. riuten, sw. V. (1a), roden, herausreißen, ausrotten, zerstören; as. -; anfrk. -; germ. *reudjan, sw. V., roden; idg. *reudʰ-, V., reuten, roden, Pokorny 869; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. reuten, Kluge s. u. reuten, DW 14, 849, Falk/Torp 352, EWAhd 7, 576, Duden s. u. reuten, Bluhme s. u. reuten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. rjōða (2), st. V. (2), roden; an. ryðja, sw. V. (1), roden, leeren; got. -; av. rao(i)diia-, Adj., urbar zu machend; lit. ráuti, V., ausreißen, jäten; GB.: (riuten) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen nach Entwicklung und Verwendung geeigneter Werkzeuge mögliches Land oder Grund und Boden durch Entfernung von ungewolltem Baumwerk und Strauchwerk für landwirtschaftliche Zwecke urbar oder nutzbar machen; BM.: reißen bzw. graben; F.: reuten, reute, reutest, reutet, reutete, reutetest, reuteten, reutetet, gereutet, ##gereutet, gereutete, gereutetes, gereutetem, gereuteten, gereuteter##, reutend, ###reutend, reutende, reutendes, reutendem, reutenden, reutender###, reut (!)+EW; Z.: reu-t-en
Reuter, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Reuter, Reiter, Bewaffneter zu Pferd; ne. knight (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: mnl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen; mnl. ruter, rutter, ruyter, M., Freibeuter, Wegelagerer; mlat. rutarius, M., Söldner; mlat. ruta, rutta, F., Rückzug, Zusammenrottung; lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Reuter, Kluge s. u. Reuter, DW 14, 850, Bluhme s. u. Reuter; Son.: vgl. nndl. ruiter, Sb., Reuter; nschw. ryttare, Sb., Reuter; nnorw. rytter, M., Reuter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Reiter oder einen Bewaffneten zu Pferd; BM.: reißen; F.: Reuter, Reuters, Reutern+FW(+EW?); Z.: Reu-t-er
Revanche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Revanche, Vergeltung, Rache, Rückkampf; ne. revenge (N.); Vw.: -; Hw.: s. revanchieren; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. revanche; E.: s. frz. revanche, F., Revanche, Vergeltung, Rache; vgl. frz. (se) revancher, V., sich revanchieren, sich rächen; frz. re..., ré…, Präf., zurück, wieder; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; afrz. venchier, vengier, V., rächen, ahnden; lat. vindicāre, V., gerichtlich in Anspruch nehmen, vindizieren, sich zueignen, sich zuschreiben, befreien, retten, (um 450 v. Chr.); lat. vīs, F., Kraft, Stärke, Gewalt, Zwang, Gewalttat, gewaltsame Einwirkung; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Revanche, fehlt DW, EWD s. u. revanchieren, Duden s. u. Revanche; Son.: vgl. nndl. revanche, Sb., Revanche; nschw. revansch, Sb., Revanche; nnorw. revansj, revansje, M., Revanche; poln. rewanż, M., Revanche; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliche Vergeltung oder Rache für eine erlittene Niederlage in einem Rückkampf; BM.: zurück, Kraft, zeigen; F.: Revanche, Revanchen+FW; Z.: Re-van-ch-e
revanchieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. revanchieren, sich rächen, Rache üben, Vergeltung üben; ne. retaliate, return (V.) the favour; Vw.: -; Hw.: s. Revanche; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. (se) revancher; E.: s. frz. (se) revancher, V., sich revanchieren, sich rächen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; afrz. venchier, vengier, V., rächen, ahnden; lat. vindicāre, V., gerichtlich in Anspruch nehmen, vindizieren, sich zueignen, sich zuschreiben, befreien, retten, (um 450 v. Chr.); lat. vīs, F., Kraft, Stärke, Gewalt, Zwang, Gewalttat, gewaltsame Einwirkung; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Revanche, fehlt DW, EWD s. u. revanchieren, Duden s. u. revanchieren; Son.: vgl. nschw. revanschera, V., revanchieren; nnorw. revansjere, V., revanchieren; poln. reważować, V., revanchieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches Vergeltung oder Rache für eine erlittene Niederlage üben; BM.: zurück, Kraft, zeigen; F.: revanchieren, revanchiere, revanchierst, revanchiert, revanchierest, revanchieret, revanchierte, revanchiertest, revanchierten, revanchiertet, ##revanchiert, revanchierte, revanchiertes, revanchiertem, revanchierten, revanchierter##, revanchierend, ###revanchierend, revanchierende, revanchierendes, revanchierendem, revanchierenden, revanchierender###, revanchier (!)+FW(+EW); Z.: re-van-ch-ier-en
$Revanchismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Revanchismus; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Revanch(e), s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. revanchieren; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Revanch(e) und ismus gebildete Bezeichnung für eine auf Revanche ausgerichtete Politik; F.: Revanchismus+FW; Z.: Re-van-ch-ism-us
$Revanchist, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Revanchist; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Revanch(e), s. ist; L.: fehlt DW, EWD s. u. revanchieren; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Revanch(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Revanchismus; F.: Revanchist, Revanchisten+FW; Z.: Re-van-ch-ist
$revanchistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. revanchistisch, auf Revanche gerichtet, von Revanchismus bestimmt, Revanchismus betreffend; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Revanchist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. revanchieren; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Revanchist und isch gebildete Bezeichnung für Revanchismus betreffend; F.: revanchistisch, revanchistische, revanchistisches, revanchistischem, revanchistischen, revanchistischer(, revanchistischere, revanchistischeres, revanchistischerem, revanchistischeren, revanchistischerer, revanchistischst, revanchistischste, revanchistischstes, revanchistischstem, revanchistischsten, revanchistischster)+FW+EW; Z.: re-van-ch-ist-isch
Reverenz, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Reverenz, Ehrerbietung, Hochachtung; ne. reverence (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. reverentia; E.: mhd. reverenz, st. F., Reverenz; mnd. reverentie, reverencie, reverens, reverentz, roveris, F., Reverenz, Ehrfurcht Respekt, lat. reverentia, F., Scheu, Achtung, Ehrfurcht, Ehrerbietung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. reverērī, V., scheuen, fürchten; lat. re, Präp., zurück, entgegen; lat. verērī, V., scheuen, fürchten; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Reverenz, EWD s. u. Reverenz, DW 14, 850, Duden s. u. Reverenz; Son.: vgl. nndl. reverentie, Sb., Reverenz; frz. revérence, F., Reverenz; nschw. reverens, Sb., Reverenz; nnorw. reverens, M., Reverenz; poln. rewerans, M., Reverenz; poln. rewerencja, F., Reverenz; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ehrerbietung oder Hochachtung einem anderen Menschen gegenüber; BM.: zurück, gewahren; F.: Reverenz, Reverenzen+FW(+EW); Z.: Re-ver-enz
Revers (1), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Revers (N.) (1), Mantelaufschlag, Jackenaufschlag; ne. lapel, revers; Vw.: -; Hw.: s. reversibel; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. revers; E.: s. frz. revers, M., Aufschlag; lat. revertere, V., umkehren, zurückkehren, zurückkommen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revers, fehlt DW, EWD s. u. Revers, Duden s. u. Revers; Son.: vgl. nndl. revers, Sb., Revers (N.) (1); ndän. ervers, Sb., Revers (N.) (1); nnorw. revers, M., Revers; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit dem Kragen eine Einheit bildenden breiten Aufschlag an einem Vorderteil besonders von Mänteln oder Jacken (Mantelaufschlag); BM.: zurück, biegen; F.: Revers+FW; Z.: Re-ver-s
Revers (2), nhd., N., (15. Jh.): nhd. Revers (N.) (2), schriftliche Verpflichtungserklärung; ne. declaration, letter of indemnity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1464-1475 (Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg); E.: mhd. revers, st. N., Gegenschein, Revers (N.) (2); mnd. revers (1), N., schriftliche Verpflichtungserklärung; s. mlat. reversum, schriftliche Verpflichtungserklärung, Antwort auf einen Brief; vgl. lat. revertere, V., umkehren, zurückkehren, zurückkommen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Revers; Son.: vgl. nndl. revers, Sb., Revers (N.) (2); GB.: seit 1464-1475 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach einer Erklärung von mindestens einem Menschen schriftlich abgegebene Verpflichtungserklärung; BM.: zurück, biegen; F.: Revers, Reverses, Reverse, Reversen+FW(+EW?); Z.: Re-ver-s
reversibel, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. reversibel, umkehrbar; ne. reversible; Vw.: -; Hw.: s. Revers; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. réversible; E.: s. frz. réversible, Adj., umkehrbar; vgl. mlat. reversum, N., schriftliche Verpflichtungserklärung, Antwort auf einen Brief; lat. revertere, V., umkehren, zurückkehren, zurückkommen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); frz. ...able, ...ible, Adj., Suff., ...abel; lat. ābilis, ...abel, ...fähig; vgl. lat. habilis, Adj., handlich, lenksam, beweglich, passend; lat. habēre, V., haben, halten, besitzen, festhalten; idg. *gʰabʰ-, V., nehmen, fassen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527? (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Revers, fehlt DW, Duden s. u. reversibel; Son.: vgl. nschw. reversibel, Adj., reversibel; nnorw. reversibel, Adj., reversibel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen mögliches umkehrbar; BM.: zurück, drehen, fassen; F.: reversibel, reversible, reversibles, reversiblem, reversiblen, reversibler+FW(+EW?); Z.: re-ver-s-ib-el
revidieren, nhd., sw. V.: nhd. revidieren, überprüfen, richtigstellen; ne. revise (V.); Vw.: -; Hw.: s. Revision; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. revidēre; E.: s. mnd. revidēren, revidīren, sw. V., überprüfen, überarbeiten, verbessern; lat. revidēre, V., wieder hinsehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. revidieren, fehlt DW, EWD s. u. revidieren, Duden s. u. revidieren; Son.: vgl. nndl. reviseren, V., revidieren; frz. réviser, V., revidieren; nschw. revidera, V., revidieren; nnorw. revidere, V., revidieren; poln. rewidować, V., revidieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches überprüfen und richtigstellen; BM.: zurück, wahrnehmen; F.: revidieren, revidiere, revidierst, revidiert, revidierest, revidieret, revidierte, revidiertest, revidierten, revidiertet, ##revidiert, revidierte, revidiertes, revidiertem, revidierten, revidierter##, revidierend, ###revidierend, revidierende, revidierendes, revidierendem, revidierenden, revidierender###, revidier (!)+FW(+EW); Z.: re-vi-d-ier-en
Revier, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Revier, Bezirk, Gebiet, Kreis, Territorium; ne. territory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. riviere, N., Revier, Territorium; mhd. rivier, rifīr, st. M., st. F., st. N., „Rivier“, Fluss, Bach, Gelände, Gegend, Bezirk; s. frz. rivière, F., Fluss; afrz. rivière, F., N., Ufergegend entlang eines Wasserlaufs; frührom. *riparia, F., am Ufer befindliches; lat. rīpa, F., Ufer; idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Revier, DW 14, 851, EWD s. u. Revier, Duden s. u. Revier; Son.: vgl. nschw. revier, N., Revier; nnorw. revier, N., Revier; poln. rewir, M., Revier; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Ufergegend oder ein Gebiet oder einen begrenzten Bereich; BM.: reißen; F.: Revier, Reviers, Revieres, Reviere, Revieren+FW(+EW?); Z.: Re-v-ier
Revision, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Revision, Durchsuchung, Überprüfung; ne. revision; Vw.: -; Hw.: s. revidieren; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. revīsio; E.: s. lat. revīsio, F., Wiedersehen, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. revidieren, fehlt DW, EWD s. u. revidieren, Duden s. u. Revision; Son.: vgl. nndl. revisie, Sb., Revision; frz. révision, F., Revision; nschw. revision, Sb., Revision; nnorw. revisjon, M., Revision; lit. revizija, F., Revision; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen durchgeführte Durchsuchung oder Überprüfung (einer Gegebenheit); BM.: zurück, wahrnehmen; F.: Revision, Revisionen+FW(+EW?); Z.: Re-vi-s-io-n
$Revisor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Revisor, Überprüfender, Prüfer; Q.: Mitte 18. Jh.; L.: Kluge s. u. revidieren, fehlt DW, EWD s. u. revidieren; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (fehlt aber lat.) für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Überprüfenden oder Prüfer; F.: Revisor, Revisors, Revisoren+FW; Z.: Re-vi-s-or
Revolte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Revolte, Aufstand; ne. revolt (N.), riot (N.); Vw.: -; Hw.: s. revoltieren; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. révolte; E.: s. frz. révolte, F., Revolte, Aufstand; vgl. frz. révolter, V., zurückwenden, revoltieren, sich auflehnen; frührom. *revolvitare, V., immer wieder zurückrollen; lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. revoltieren, fehlt DW, EWD s. u. revoltieren, Duden s. u. Revolte; Son.: vgl. nschw. revolt, Sb., Revolte; nnorw. revolt, M., Revolte; poln. rewolta, F., Revolte; GB.: seit der Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums gegen eine Herrschaft ausgeführten Aufstand; BM.: zurück, drehen; F.: Revolte, Revolten+FW; Z.: Re-vol-t-e
revoltieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. revoltieren, sich auflehnen, einen Aufstand durchführen; ne. revolt (V.); Vw.: -; Hw.: s. Revolte; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. révolter; E.: s. frz. révolter, V., zurückwenden, revoltieren, sich auflehnen; frührom. *revolvitare, V., immer wieder zurückrollen; lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. revoltieren, fehlt DW, EWD s. u. revoltieren, Duden s. u. revoltieren; Son.: vgl. nndl. revolteren, V., revoltieren; nschw. revoltera, V., revoltieren; nnorw. revoltere, V., revoltieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Frühromanischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Aufstand gegen eine Herrschaft durchführen; BM.: zurück, drehen; F.: revoltieren, revoltiere, revoltierst, revoltiert, revoltierest, revoltieret, revoltierte, revoltiertest, revoltierten, revoltiertet, ##revoltiert, revoltierte, revoltiertes, revoltiertem, revoltierten, revoltierter##, revoltierend, ###revoltierend, revoltierende, revoltierendes, revoltierendem, revoltierenden, revoltierender###, revoltier(!)+FW; Z.: re-vol-t-ier-en
Revolution, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Revolution, Umwälzung, Umsturz; ne. revolution; Vw.: -; Hw.: s. revolutionär, Revolutionär, Revoluzzer; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mnd. revolūtiōn, F., regelmäßige Wiederkehr eines Termins, Umlauf eines Planeten; mnd. revolūtie*, revelūcie, F., regelmäßige Wiederkehr eines Termins, Umlauf eines Planeten; lat. revolūtio, F., Zurückwälzen, Wegwälzen, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revolution, fehlt DW, EWD s. u. Revolution, Duden s. u. Revolution; Son.: vgl. nndl. revolutie, Sb., Revolution; frz. révolution, F., Revolution; nschw. revolution, Sb., Revolution; nnorw. revolusjon, M., Revolution; poln. rewolucja, F., Revolution; nir. réabhlóid, F., Revolution; lit. revoliucija, F., Revolution; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen auf grundlegende Veränderung der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichteten gewaltsamen Umsturz bzw. Umsturzversuch; BM.: zurück, drehen; F.: Revolution, Revolutionen+FW(+EW); Z.: Re-vol-ut-io-n
revolutionär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. revolutionär, aufrührerisch, auf Umsturz oder Revolution gerichtet; ne. revolutionary (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Revolution, Revolutionär, Revoluzzer; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. révolutionnaire; E.: s. frz. révolutionnaire, Adj., revolutionär, bahnbrechend; vgl. frz. révolution, F., Revolution, Umlauf; lat. revolūtio, F., Zurückwälzen, Wegwälzen, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revolution, fehlt DW, EWD s. u. Revolution, Duden s. u. revolutionär; Son.: vgl. nndl. revolutionair, Adj., revolutionär; frz. révolutinnaire, Adj., revolutionär; nschw. revolutionär, Adj., revolutionär; nnorw. revolusjonær, Adj., revolutionär; poln. rwolucyjny, Adj., revolutionär; nir. réabhlóideach, Adj., revolutionär; lit. revoliucinis, Adj., revolutionär; lit. revoliucingas, Adj., revolutionär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen auf Umsturz oder Revolution ausgerichteten menschlichen Verhaltens; BM.: zurück, drehen; F.: revolutionär, revolutionäre, revolutionäres, revolutionärem, revolutionären, revolutionärer(, revolutionärere, revolutionäreres, revolutionärerem, revolutionäreren, revolutionärerer, revolutionärst, revolutionärste, revolutionärstes, revolutionärstem, revolutionärsten, revolutionärster)+FW(+EW?); Z.: re-vol-ut-io-n-är
Revolutionär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Revolutionär, Aufrührer; ne. revolutionary (M.); Vw.: -; Hw.: s. Revolution, revolutionär, Revoluzzer; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. révolutionnaire; E.: s. frz. révolutionnaire, M., Anhänger der Revolution; vgl. frz. révolutionnaire, Adj., revolutionär, bahnbrechend; frz. révolution, F., Revolution, Umlauf; lat. revolūtio, F., Zurückwälzen, Wegwälzen, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revolution, fehlt DW, EWD s. u. Revolution, Duden s. u. Revolutionär; Son.: vgl. nndl. revolutionair, Sb., Revolutionär; frz. révolutionnaire, M., Revolutionär; nschw. revolutionär, Sb., Revolutionär; nnorw. revolusjonær, M., Revolutionär; poln. rewolucjonista, M., Revolutionär; nir. réabhlóidí, M., Revolutionär; lit. revoliucionierius, M., Revolutionär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Anhängers eines auf Umsturz oder Revolution oder Aufruhr ausgerichteten menschlichen Verhaltens; BM.: zurück, drehen; F.: Revolutionär, Revolutionärs, Revolutionäres, Revolutionäre, Revolutionären+FW; Z.: Re-vol-ut-io-n-är
$revolutionieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. revolutionieren, grundsätzlich und plötzlich ändern; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Revolution, s. ieren; I.: Lw. frz. révolutionner; L.: fehlt DW, EWD s. u. Revolution; GB.: seit Ende 18. Jh. belegt und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wie in einer Revolution grundsätzlich und plötzlich ändern; F.: revolutionieren, revolutioniere, revolutionierst, revolutioniert, revolutionierest, revolutionieret, revolutionierte, revolutioniertest, revolutionierten, revolutioniertet, ##revolutioniert, revolutionierte, revolutioniertes, revolutioniertem, revolutionierten, revolutionierter##, revolutionierend, ###revolutionierend, revolutionierende, revolutionierendes, revolutionierendem, revolutionierenden, revolutionierender###, revolutionier (!)+FW(+EW); Z.: re-vol-ut-io-n-ier-en
Revoluzzer, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Revoluzzer, Möchtegern-Revolutionär; ne. revolutionary; Vw.: -; Hw.: s. Revolution, revolutionär, Revolutionär; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. rivoluzionario; E.: s. it. rivoluzionario, M., Revolutionäre; vgl. it. rivoluzione, F., Revolution lat. revolūtio, F., Zurückwälzen, Wegwälzen, (40-102/103 n. Chr.); vgl. lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen; vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revolution, fehlt DW, Duden s. u. Revoluzzer; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Aufrührer der einen Umsturz herbeiführen will; BM.: zurück, drehen; F.: Revoluzzer, Revoluzzers, Revoluzzern+FW(+EW); Z.: Re-vol-uz-z-er
Revolver, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Revolver, eine Faustfeuerwaffe; ne. revolver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. revolver; E.: s. ne. revolver, N., Revolver; vgl. ne. revolve, V., sich drehen; lat. revolvere, V., zurückrollen, zurückwälzen, vorüberwälzen, zurückwickeln, vergehen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Revolver, fehlt DW, EWD s. u. Revolver, Duden s. u. Revolver; Son.: vgl. nndl. revolver, Sb., Revolver; frz. revolver, M., Revolver; nschw. revolver, Sb., Revolver; nnorw. revolver, M., Revolver; poln. rewolwer, M., Revolver; kymr. rifolfer, M., Revolver; lit. revolveris, M., Revolver; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Faustfeuerwaffe bei der sich (fünf bis 30) Patronen in einer drehbar hinter dem Lauf angeordneten Trommel befinden und nach Bedarf abgefeuert werden können; BM.: zurück, drehen; F.: Revolver, Revolvers, Revolvern+FW; Z.: Re-vol-v-er
revozieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. revozieren, widerrufen (V.); ne. revoke; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: mhd. revozieren, sw. V., zurückziehen, widerrufen (V.); mnd. revocēren, revocīren, sw. V., widerrufen (V.), abberufen (V.); lat. revocāre, V., wieder rufen, nochmals rufen, von Neuem vor Gericht laden, von Neuem auffordern, zurufen, einberufen (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); Son.: vgl. frz. révoquer, V., revozieren; poln. rewokować, V., revozieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für widerrufen (V.) oder eine Äußerung zurücknehmen; BM.: zurück, sprechen; L.: fehlt DW, Duden s. u. revozieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus lat. revocare aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprachemögliches zurückrufen oder widerrufen (V.); F.: revozieren, revoziere, revozierst, revoziert, revozierest, revozieret, revozierte, revoziertest, revozierten, revoziertet, ##revoziert, revozierte, revoziertes, revoziertem, revozierten, revozierter##, revozierend, ###revozierend, revozierende, revozierendes, revozierendem, revozierenden, revozierender###, revozier (!)+FW(+EW); Z.: re-voz-ier-en
Revue, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Revue, ein Unterhaltungsstück, eine Zeitschrift, Heerschau; ne. revue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. revue; E.: s. frz. revue, F., Revue; vgl. frz. revoir, V., wiedersehen; lat. revidēre, V., wieder hinsehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Revue, fehlt DW, EWD s. u. Revue, Duden s. u. Revue; Son.: vgl. nndl. revue, Sb., Revue; nschw. revy, Sb., Revue; nnorw. revue, M., Revue; poln. rewia, F., Revue; kymr. rifiw, F., Revue; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ursprünglich eine von Menschen in dieser Zeit entwickelte und verwendete Heerschau und davon abgeleitet für ein tänzerisch-musikalisches Unterhaltungsstück und eine Zeitschrift; BM.: zurück, wahrnehmen; F.: Revue, Revuen+FW; Z.: Re-vue
Rezensent, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Rezensent, Kritiker, Verfasser einer Kritik; ne. critic; Vw.: -; Hw.: s. rezensieren, Rezension; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. recēnsēns; E.: (s. lat. recēnsēns, Part. Präs.=Adj., prüfend; vgl.) lat. recēnsēre, V., prüfen, in Augenschein nehmen, mustern, durchzählen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. rezensieren, fehlt DW, EWD s. u. rezensieren, Duden s. u. Rezensent; Son.: vgl. nnorw. recensent, M., Rezensent; poln. recenzent, M., Rezensent; lit. rezenzentas, M., Rezensent; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Wissenschaft durch den Menschen möglichen Kritiker oder einen Verfasser einer Kritik; BM.: zurück, sprechen; F.: Rezensent, Rezensenten+FW+EW; Z.: Re-zens-ent
rezensieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rezensieren, (kritisch) besprechen; ne. critique, review (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rezensent, Rezension; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. recēnsēre; E.: s. lat. recēnsēre, V., prüfen, in Augenschein nehmen, mustern, durchzählen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. rezensieren, fehlt DW, EWD s. u. rezensieren, Duden s. u. rezensieren; Son.: vgl. nndl. recenseren, V., rezensieren; frz. recenser, V., rezensieren; nschw. recensera, V., rezensieren; nnorw. recensere, V., rezensieren; poln. recenzować, V., rezensieren; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Wissenschaft durch den Menschen mögliches (kritisch) besprechen; BM.: zurück, sprechen; F.: rezensieren, rezensiere, rezensierst, rezensiert, rezensierest, rezensieret, rezensierte, rezensiertest, rezensierten, rezensiertet, ##rezensiert, rezensierte, rezensiertes, rezensiertem, rezensierten, rezensierter##, rezensierend, ###rezensierend, rezensierende, rezensierendes, rezensierendem, rezensierenden, rezensierender###, rezensier (!)+FW(+EW); Z.: re-zens-ier-en
Rezension, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rezension, kritische Besprechung einer (wissenschaftlichen) Veröffentlichung; ne. review (N.), recension; Vw.: -; Hw.: s. rezensieren, Rezensent; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. recēnsio; E.: s. lat. recēnsio, F., Musterung, Musterung des Zensors, Durchgehung, Prüfung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. recēnsēre, V., prüfen, in Augenschein nehmen, mustern, durchzählen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. rezensieren, fehlt DW, EWD s. u. rezensieren, Duden s. u. Rezension; Son.: vgl. nndl. recensie, Sb., Rezension; nschw. recension, Sb., Rezension; nnorw. recensjon, M., Rezension; poln. recenzja, F., Rezension; lit. recenzija, F., Rezension; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit verfasste kritische Besprechung einer (wissenschaftlichen) Veröffentlichung; BM.: zurück, sprechen; F.: Rezension, Rezensionen+FW+EW; Z.: Re-zens-io-n
rezent, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. rezent, jung, noch lebend, gegenwärtig; ne. recent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. recēns; E.: s. über norditalienische Mundarten von lat. recēns (1), Adj., frisch, neu, jung, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. rezent, fehlt DW, Duden s. u. rezent; Son.: vgl. nndl. recent, Adj., rezent; frz. recent, Adj., rezent; nschw. recent, Adj., rezent; nnorw. resent, Adj., rezent; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jung oder noch lebend oder gegenwärtig; BM.: zurück, entspringen; F.: rezent, rezente, rezentes, rezentem, rezenten, rezenter(, rezentere, rezenteres, rezenterem, rezenteren, rezenterer, rezentest, rezenteste, rezentestes, rezentestem, rezentesten, rezentester)+FW(+EW); Z.: re-zen-t
Rezept, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rezept, Kochrezept, Anleitung; ne. recipe; Vw.: -; Hw.: s. rezipieren; Q.: 1282 (Secretum Secretorum); E.: mhd. recept, st. F., Rezept; mnd. recept, M., Rezept, Zutatenliste für eine Arznei; lat. receptum, N., Rezept, Steuereinnahme, Steuereintreibung, Einnahme, (528-534 n. Chr.); vgl. lat. recipere, V., zurücknehmen, zurückholen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. capere, V., fassen, ergreifen; idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rezept, DW 14, 852, EWD s. u. Rezept, Duden s. u. Rezept; Son.: vgl. nndl. recept, Sb., Rezept; frz. recette, F., Rezept; nschw. recept, N., Rezept; nnorw. resept, M., Rezept; poln. rezepta, F., Rezept; kymr. rysáit, F., Rezept; kymr. resipi, M., F., Rezept; lit. receptas, M., Rezept; GB.: seit 1282 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schriftliche ärztliche Anweisung oder Anleitung zu einer Abgabe und gegebenenfalls auch Herstellung bestimmter Arzneimittel in einer Apotheke oder auch für Speisen; BM.: zurück, fassen; F.: Rezept, Rezepts, Rezeptes, Rezepte, Rezepten+FW(+EW); Z.: Re-zep-t
Rezeption, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rezeption, Aufnahme; ne. reception; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. receptio; E.: s. lat. receptio, F., Vorbehalt, Aufnahme, heimliche Aufnahme, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. recipere, V., zurücknehmen, zurückholen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. capere, V., fassen, ergreifen; idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rezeption, fehlt DW, Duden s. u. Rezeption; Son.: vgl. nndl. receptie, Sb., Rezeption; frz. réception, F., Rezeption; nschw. reception, Sb., Rezeption; nnorw. resepsjon, M., Rezeption; poln. recepcja, F., Rezeption; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen auf Grund seiner vielfältigen Sinne mögliche und insgesamt vorteilhafte und nahezu überall und jedenfalls in der Neuzeit oft erfolgende Aufnahme und Verwertung fremden Gedankenguts bzw. Kulturguts durch mindestens einen Menschen; BM.: zurück, fassen; F.: Rezeption, Rezeptionen+FW+EW; Z.: Re-zep-t-io-n
Rezession, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rezession, Rückgang; ne. recession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. recessio; E.: s. lat. recessio, F., Zurückgehen, Zurückweichen, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. recēdere, V., zurücktreten, zurückgehen, zurückweichen, sich zurückziehen, weggehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Rezession, fehlt DW, Duden s. u. Rezession; Son.: vgl. nndl. recessie, Sb., Rezession; frz. récession, F., Rezession; nschw. recession, Sb., Rezession; nnorw. resesjon, M., Rezession; poln. recesja, F., Rezession; lit. recesija, F., Rezession; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Rückgang eines menschlichen Wirtschaftshochs; BM.: zurück, gehen; F.: Rezession, Rezessionen+FW; Z.: Re-zes-s-io-n
rezipieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. rezipieren, aufnehmen; ne. adapt, adopt; Vw.: -; Hw.: s. Rezept, Rezeption; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. recipere; E.: s. lat. recipere, V., zurücknehmen, zurückholen, zurückbringen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rezept, fehlt DW, Duden s. u. rezipieren; Son.: vgl. nnorw. resipere, V., rezipieren; poln. recypować, V., rezipieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen auf Grund seiner vielfältigen Sinne mögliches und insgesamt vorteilhaftes fremdes Gedankengut bzw. Kulturgut durch mindestens einen Menschen aufnehmen oder übernehmen; BM.: zurück, fassen; F.: rezipieren, rezipiere, rezipierst, rezipiert, rezipierest, rezipieret, rezipierte, rezipiertest, rezipierten, rezipiertet, ##rezipiert, rezipierte, rezipiertes, rezipiertem, rezipierten, rezipierter##, rezipierend, ###rezipierend, rezipierende, rezipierendes, rezipierendem, rezipierenden, rezipierender###, rezipier (!)+FW+EW; Z.: re-zip-ier-en
reziprok, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. reziprok, wechselseitig; ne. reciprocal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. lat. reciprocus, Adj., zurückgehend, zurückkehrend, zurücktretend; s. aus einem lat. *recus; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; s. idg. *prō̆ko-, Präp., voran, Pokorny 815; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. reziprok, fehlt DW, Duden s. u. reziprok; Son.: vgl. nndl. reciproque, Adj., reziprok; frz. réciproque, Adj., reziprok; nschw. reciprok, Adj., reziprok; nnorw. resiprok, Adj., reziprok; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wechselseitig; BM.: zurück, vorwärts; F.: reziprok, reziproke, reziprokes, reziprokem, reziproken, reziproker+FW(+EW); Z.: Re-zi-pro-k
$Rezitativ, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Rezitativ, Sprechgesang; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. rezitieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. rezitieren; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und mit rezitieren verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl nach Entwicklung von Sprache entwickelten Sprechgesang; F.: Rezitativ, Rezitativs, Rezitatives, Rezitative, Rezitativen+FW; Z.: Re-zi-t-at-iv
rezitieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rezitieren, vortragen, auswendig hersagen; ne. recite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. recitāre; E.: mnd. recitēren, sw. V., rezitieren, vortragen, aufsagen; lat. recitāre, V., vortragen, vorlesen, (um 250-184 v. Chr.); lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt? lat. citāre, V., rege machen, herbeirufen; vgl. lat. ciēre, V., rege machen, anregen; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *keih₂-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rezitieren, fehlt DW, EWD s. u. rezitieren, Duden s. u. rezitieren; Son.: vgl. nndl. reciteren, V., rezitieren; frz. réciter, V., rezitieren; nschw. recitera, V., rezitieren; nnorw. resitere, V., rezitieren; poln. recytować, V., rezitieren; GB.: um 1500 (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen nach Entwicklung von Sprache mögliches ein literarisches Werk vortragen oder auswendig hersagen; BM.: zurück, bewegen; F.: rezitieren, rezitiere, rezitierst, rezitiert, rezitierest, rezitieret, rezitierte, rezitiertest, rezitierten, rezitiertet, ##rezitiert, rezitierte, rezitiertes, rezitiertem, rezitierten, rezitierter##, rezitierend, ###rezitierend, rezitierende, rezitierendes, rezitierendem, rezitierenden, rezitierender###, rezitier (!)+FW+EW; Z.: re-zi-t-ier-en
Rhabarber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rhabarber, eine Gartenpflanze; ne. rhubarb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der jüngere Titurel); I.: Lw. it. rabarbaro; E.: s. mhd. reubarber, M., Rhabarber; mnd. rebarber, rebarbar, reubarber, reubarbar, rabarber, robarbar, robarbe, rebarbere, revbarbar, F., Rhabarber; it. rabarbaro, M., Rhabarber; mlat. rabarbarum, N., Rhabarber; gr. ῥῆον (rhēon), N., Rhabarber; gr. βάρβαρος (bárbaros), Adj., nicht griechisch, von unverständlicher Sprache seiend, fremdländisch, barbarisch; s. idg. *baba-, V., undeutlich reden, lallen, Pokorny 91 (141/2) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rhabarber, Kluge s. u. Rhabarber, EWD s. u. Rhabarber, DW 14, 853, Duden s. u. Rhabarber; Son.: vgl. nndl. rabarber, Sb., Rhabarber; frz. rhubarbe, F., Rhabarber; nschw. rabarber, Sb., Rhabarber; nnorw. rabarbra, M., Rhabarber; poln. rabarbar, M., Rhabarber; kymr. riwbob, M., Rhabarber; nir. rúbarb, M., Rhabarber; lit. rabarbaras, M., Rhabarber; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung (Wurzel der Barbaren) für eine aus den Gebirgen Asiens (China) kommende als Staude wachsende und Oxalsäure enthaltende leicht giftige aber grundsätzlich für den Menschen gesunde Pflanze (Gemüse) mit großen Blättern und langen fleischigen Blattstielen von grüner bis hellroter Farbe und säuerlich schmeckenden Blattstielen; BM.: fremdländisch; F.: Rhabarber, Rhabarbers, Rhabarbern+FW(+EW?); Z.: Rha-ba-rb-er
Rhapsodie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rhapsodie, ekstatisches Gedicht, ein Musikstück; ne. rhapsody; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. rhapsōdia; E.: s. lat. rhapsōdia, F., Rhapsodie, (um 100-24 v. Chr.); s. gr. ῥαψῳδία (rhapsōidía), F., Vortragen von Gedichten; vgl. gr. ῥαψωδός (rhapsōdós), M., Rhapsode, Bänkelsänger; gr. ῥάπτειν (rháptein), V., zusammennähen, zusammenfügen; vgl. idg. *u̯erp-, *u̯rep-, V., drehen, winden, Pokorny 1156; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rhapsodie, fehlt DW, EWD s. u. Rhapsodie, Duden s. u. Rhapsodie; Son.: vgl. nndl. rapsodie, Sb., Rhapsodie; frz. rhapsodie, rapsodie, F., Rhapsodie; nschw. rapsodi, Sb., Rhapsodie; nnorw. rapsodi, M., Rhapsodie; poln. rapsodia, F., Rhapsodie; kymr. rhapdosi, F., Rhapsodie; nir. rapsóid, F., Rhapsodie; lit. rapsodija, F., Rapsodie; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gedicht und Musikstück mit phantastischen Elementen; BM.: drehen, sprechen; F.: Rhapsodie, Rhapsodien+FW(+EW); Z.: Rha-ps-o-d-ie
Rhenium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rhenium, ein Schwermetall; ne. rhenium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1925; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem FlN Rhein; s. Rīn, st. M.=FlN, Rhein; ahd. Rīn, st. M.=FlN, Rhein; germ. *Rīna-, Rīnaz, st. M. (a), Rhein; vgl. idg. *erei-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Rhenium; Son.: vgl. nndl. renium, Sb., Rhenium; frz. rhénium, M., Rhenium; nschw. rhenium, N., Rhenium; nnorw. rhenium, N., Rhenium; kymr. rheniwm, M., Rhenium; nir. réiniam, N., Rhenium; poln. ren, M., Rhenium; lit. renis, M., Rhenium; GB.: seit um 1925 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches weiß glänzendes sehr hartes und in der Natur häufig radioaktives sowie 1925 von Walter Noddack und Ida Tacke sowie Otto Berg entdecktes Schwermetall von großer Dichte (chemisches Element Nr. 75, abgekürzt Re) das nicht gediegen sondern in geringen Mengen vor allem in Molybdänerzen in Chile und Polen sowie den Vereinigten Staaten von Amerika vorkommt und vor allem Nickel-Superlegierungen verbessern hilft; BM.: ON (benannt nach der rheinischen Heimat der Mitentdeckerin Ida Tacke); F.: Rhenium, Rheniums+FW; Z.: Rh-en-i-um
Rhesus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rhesus, Rhesusaffe; ne. rhesus (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. rhésus; E.: s. frz. rhésus, M., Rhesus, Rhesusaffe; Benennung nach dem PN Rhesos, einem Helden in dem Trojanischen Krieg; lat. Rhēsus, M.=PN, Rhesos; gr. Ῥῆσος (Rhēsos), M.=PN, Rhesos; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge s. u. Rhesus, fehlt DW, Duden s. u. Rhesus; Son.: vgl. nndl. resus, Sb., Rhesus; nschw. rhesus, Sb., Rhesus; nnorw. rhesus, M., Rhesus; poln. rezus, M., Rhesus; lit. rezusas, M., Rhesus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Meerkatzen gehörenden und in Südasien und Ostasien in Horden lebenden und dabei auch viel sitzenden Affen mit bräunlichem Fell und rotem Gesäß und langem Schwanz; BM.: PN; F.: Rhesus+FW; Z.: Rhes-us
Rhetor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rhetor, Redner; ne. rhetor; Vw.: -; Hw.: s. rhetorisch, Rhetorik; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. rhētor; E.: s. lat. rhētor, M., Rhetor, Lehrer der Beredsamkeit, Redner, (81-43 v. Chr.); vgl. gr. ῥήτωρ (rhḗtōr), M., Redner, Sprecher, Verkünder; s. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rhetorik, fehlt DW, EWD s. u. Rhetorik, Duden s. u. Rhetor; Son.: vgl. frz. rhéteur, Sb., Rhetor; nschw. retor, Sb., Rhetor; nnorw. retor, M., Rhetor; kymr. rhetreg, M., Rhetor; nir. réatóir, M., Rhetor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Redner oder auch Meister der Redekunst; BM.: sprechen; F.: Rhetor, Rhetors, Rhetoren+FW; Z.: Rhe-t-or
Rhetorik, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rhetorik, Redekunst; ne. rhetoric; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. rhētoricē; E.: s. mnd. rētōrike, F., Rhetorik, Redekunst; lat. rhētoricē, rhētorica, F., Rhetorik, Redekunst; vgl. lat. rhētoricus, Adj., rhetorisch, zum Redner gehörig; gr. ῥητορικός (rhētorikós) (1), Adj., zum Redner gehörig, Redner betreffend, Redner...; vgl. gr. ῥήτωρ (rhḗtōr), M., Redner, Sprecher, Verkünder; s. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rhetorik, fehlt DW, EWD s. u. Rhetorik, Duden s. u. Rhetorik; Son.: vgl. nndl. retorica, Sb., Rhetorik; frz. rhétorique, F., Rhetorik; nschw. retorik, Sb., Rhetorik; nnorw. retorikk, M., Rhetorik; poln. retoryka, F., Rhetorik; kymr. rhethreg, F., Rhetorik; nir. reitric, F., Rhetorik; lit. retorika, F., Rhetorik; GB.: seit 15. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die nach Entwicklung von Sprache in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Redekunst; BM.: sprechen; F.: Rhetorik+FW+EW?; Z.: Rhe-t-or-ik
rhetorisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. rhetorisch, die Redekunst oder die Redeweise betreffend; ne. rhetorical; Vw.: -; Hw.: s. Rhetor, Rhetorik; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. rhētoricus; E.: s. mnd. rētōrisch, Adj., rhetorisch, der Redekunst entsprechend; lat. rhētoricus, Adj., zum Rhetor gehörig, zum Redner gehörig, rhetorisch?; gr. ῥητορικός (rhētorikós) (1), Adj., zum Redner gehörig, Redner betreffend, Redner...; s. gr. ῥήτωρ (rhḗtōr), M., Redner, Sprecher, Verkünder; s. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rhetorik, EWD s. u. Rhetorik, Duden s. u. rhetorisch; Son.: vgl. nndl. rhetorisch, Adj., rhetorisch; frz. rhétorique, Adj., rhetorisch; nschw. retorisk, Adj., rhetorisch; nnorw. retorisk, Adj., rhetorisch; poln. retoryczny, Adj., rhetorisch; kymr. rhethregol, Adj., rhetorisch; nir. reitriciúil, Adj., rhetorisch; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Redner und Redekunst betreffend; BM.: sprechen; F.: rhetorisch, rhetorische, rhetorisches, rhetorischem, rhetorischen, rhetorischer(, rhetorischere, rhetorischeres, rhetorischerem, rhetorischeren, rhetorischerer, rhetorischst, rhetorischste, rhetorischstes, rhetorischstem, rhetorischsten, rhetorischster)+FW+EW; Z.: rhe-t-or-isch
Rheuma, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rheuma, Rheumatismus; ne. rheumatism; Vw.: -; Hw.: s. Rheumatismus, rhematisch; Q.: Anfang 13. Jh. (Deutsches salernitanisches Arzneibuch); E.: mhd. reuma, st. N., Rheumatismus, Rheuma; lat. rheuma, N., Strömung, Fluss, Rheumatismus, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. ῥεῦμα (rheuma), N., Fließen, Fluss, Strömung; idg. *sreumen-, Sb., Fluß, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rheuma, fehlt DW, EWD s. u. Rheumatismus, Duden s. u. Rheuma; Son.: vgl. nndl. reuma, Sb., Rheuma; frz. rhumatisme, M., Rheuma; nschw. reumatism, Sb., Rheuma; nnorw. reumatisme, M., Rheuma; poln. reumatyzm, M., Rheuma; lit. reumatas, M., Rheuma; GB.: seit Anfang 13. Jh. belegte und aus Rheumatismus abgekürzte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine unheilbare aber bei früher Erkennung beherrschbare schmerzhafte entzündliche Erkrankung der Gelenke bzw. Muskeln bzw. Nerven und der Sehnen des Menschen und einiger Säugetiere; BM.: strömen; F.: Rheuma+FW; Z.: Rheu-m-a
rheumatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rheumatisch, Rheuma betreffend, entzündete Gelenke habend; ne. rheumatic; Vw.: -; Hw.: s. Rheuma, Rheumatismus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. rheumaticus; E.: s. mlat. rheumaticus, Adj., rheumatisch, feucht; gr. ῥευματικός (rheumatikós), M., mit Rheumatismus Behafteter; vgl. gr. ῥεῦμα (rheuma), N., Fließen, Fluss, Strömung; idg. *sreumen-, Sb., Fluß, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rheuma, fehlt DW, EWD s. u. Rheumatismus, Duden s. u. Rheuma; Son.: vgl. nschw. reumatisk, Adj., rheumatisch; nnorw. reumatisk, Adj., rheumatisch; poln. reumatyczny, Adj., rheumatisch; lit. reumatinis, Adj., rheumatisch; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für Rheuma betreffend; BM.: strömen; F.: rheumatisch, rheumatische, rheumatisches, rheumatischem, rheumatischen, rheumatischer(, rheumatischere, rheumatischeres, rheumatischerem, rheumatischeren, rheumatischerer, rheumatischst, rheumatischste, rheumatischstes, rheumatischstem, rheumatischsten, rheumatischster)+FW+EW; Z.: rheu-m-at-isch
Rheumatismus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Rheumatismus, Rheuma; ne. rheumatism; Vw.: -; Hw.: s. Rheuma, rheumatisch; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. rheumatismus; E.: s. lat. rheumatismus, M., Katarrh, Fluss, (23/24-79 n. Chr.); gr. ῥευματισμός (rheumatismós), M., Katarrh; vgl. gr. ῥευματίζειν (rheumatízein), V., am Fluss leiden; vgl. gr. ῥεῦμα (rheuma), N., Fließen, Fluss, Strömung; idg. *sreumen-, Sb., Fluß, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rheuma, fehlt DW, EWD s. u. Rheumatismus, Duden s. u. Rheumatismus; Son.: vgl. frz. rhumatisme, M., Rheumatismus; nschw. reumatism, Sb., Rheumatismus; nnorw. reumatisme, M., Rheumatismus; poln. reumatyzm, M., Rheumatismus; lit. reumatizmas, M., Rheumatismus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine unheilbare aber bei früher Erkennung beherrschbare schmerzhafte entzündliche Erkrankung der Gelenke bzw. Muskeln bzw. Nerven und der Sehnen des Menschen und einiger Säugetiere; BM.: strömen; F.: Rheumatismus, Rheumatismen+FW; Z.: Rheu-m-at-is-mus
Rhinozeros, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rhinozeros, Nashorn; ne. rhinoceros; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. rinōceros, N., Nashorn, Rhinozeros; mnd. rīnotzer, N., Nashorn, Rhinozeros; lat. rhīnocerōs, M., Rhinozeros, Nashorn, (23/24-79 n. Chr.); gr. ῥινόκερως (rhinókerōs), M., Rhinozeros, Nashorn; vgl. gr. ῥῖς (rhis), F., Nase, Nasenloch; vgl. idg. *sredʰ-?, *sret-, V., strudeln, wallen (V.) (1), brausen, rauschen, Pokorny 1101? (1734/206) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909? (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. κέρας (kéras), N., Horn; idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rhinozeros, fehlt DW, EWD s. u. Rhinozeros, Duden s. u. Rhinozeros; Son.: vgl. nndl. rinoceros, Sb., Rhinozeros; frz. rhinocéros, M., Rhinozeros; kymr. rhinoseros, M., Rhinozeros; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein einen plumpen Körperbau aufweisendes und ein Horn oder zwei Hörner auf der Nase tragendes großes sowie seit rund 50 Millionen Jahren nachweisbares und in Afrika und Asien lebendes Säugetier; BM.: Nase, Horn; F.: Rhinozeros, Rhinozerosses, Rhinozerosse, Rhinozerossen+FW; Z.: Rhi-n-o-zer-os
Rho, nhd., N., ?: nhd. Rho, siebzehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. rho; Vw.: -; Hw.: s. R; Q.: ?; I.: Lw. lat. rhō, gr. ῥῶ (rhō); E.: s. lat. rhō, N., Rho, (81-43 v. Chr.); gr. ῥῶ (rhō), N., Rho; aus dem Hebr., s. hebr. rōš, rēš, Sb., Kopf; L.: Duden s. u. Rho; Son.: nndl. rho, Sb., Rho; frz. rhô, M., Rho; nschw. rho, N., Rho; nnorw. rho, M., Rho; kymr. rho, F., Rho; nir. ró, M.?, Rho; poln. rho, Sb., Rho; lit. ro, Sb., Rho; GB.: wohl seit dem Frühmittelalter belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Semitischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den siebzehnten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: Kopf; F.: Rho, Rhos+FW; Z.: Rho
Rhodium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rhodium, ein Edelmetall; ne. rhodium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; L.: Duden s. u. Rhodium, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. rhodium, Sb., Rhodium; frz. rhodium, M., Rhodium; nschw. rodium, N., Rhodium; nnorw. rhodium, N., Rhodium; kymr. rhodiwm, M., Rhodium; nir. rídiam, M., Rhodium; poln. rod, M., Rhodium; lit. rodis, M., Rhodium; GB.: seit 1. Viertel 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein 1803 durch William Hyde Wollaston in einem aus Südamerika stammenden Rohplatinerz entdecktes schon vormenschliches seltenes und wertvolles gut formbares hartes und silberglänzendes Edelmetall (chemisches Element Nr. 45, abgekürzt Rh) das vor allem als Nebenerzeugnis bei der Gewinnung von Nickelerzen und Kupfererzen in Südafrika und Russland sowie Nordamerika gewonnen wird und in Autokatalysatoren und bei der Herstellung von Essigsäure sowie bei der korrosionsbeständigen Beschichtung verwendet; BM.: nach der meist rosenroten Farbe (gr. rhodeos, Adj., rosenrot) vieler Verbindungen mit Rhodium; F.: Rhodium, Rhodiums+FW; Z.: Rhod-i-um
Rhododendron, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rhododendron, Rosenbaum; ne. rhododendron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat.-gr. rhododendron; E.: s. gr.-lat. rhododendron, N., Oleander, (23/24-79 n. Chr.); gr. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; gr. δένδρον (déndron), N., Baum; idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Rhododendron; Son.: vgl. nndl. rhododendron, Sb., Rhododendron; frz. rhododendron, M., Rhododendron; nschw. rhododendron, Sb., Rhododendron; nnorw. rododendron, M., Rhododendron; poln. rododendron, M., Rhododendron; kymr. rhododendron, F., Rhododendron; nir. ródaideandrón, M., Rhododendron; lit. rododendras, M., Rhododendron; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinisch-Griechischen sowie mittelbar dem Iranischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine als Zierstrauch kultivierte eher umweltschädliche Pflanze mit lederigen Blättern und roten oder violetten oder gelben oder weißen Blüten in großen Dolden; BM.: Rose, Baum; F.: Rhododendron, Rhododendrons, Rhododendren+FW(+EW?); Z.: Rhodo-de-n-dr-on
Rhombus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rhombus, Raute; ne. rhombus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 17. Jh.? (Kepler); I.: Lw. lat. rhombus; E.: s. lat. rhombus, M., kreisförmiger Körper, Zauberrad, Rhombus; gr. ῥόμβος (rhómbos), ῥύμβος (rhýmbos), M., kreisförmiger Körper, Kreisel, kreisförmige Bewegung, Schwung; s. idg. *u̯rembʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; vgl. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Rhombus; Son.: vgl. nschw. romb, Sb., Rhombus; nnorw. rombe, M., Rhombus; poln. romb, M., Rhombus; kymr. rhombws, M., Rhombus; nir. rombas, M., Rhombus; lit. rombas, M., Rhombus; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein dem Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung bekanntes Parallelogramm mit vier gleich langen Seiten und parallelen gegenüberliegenden Seiten oder einen kreisförmigen Körper; BM.: drehen; F.: Rhombus, Rhomben+FW; Z.: Rho-m-b-us
Rhönrad, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rhönrad, ein Turngerät; ne. aero wheel, gym wheel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied von dem ON Rhön, dessen Herkunft ungeklärt, vielleicht kelt. oder germ.; Hinterglied s. nhd. Rad; L.: Kluge s. u. Rhönrad, fehlt DW, Duden s. u. Rhönrad; Son.: vgl. nndl. rhönrad, Sb., Rhönrad; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem ON Rhön und Rad gebildete Bezeichnung für ein aus zwei großen durch Querstangen verbundenen Stahlrohrreifen bestehendes und um 1920 in Ludwigshafen von Otto Feick erfundenes und 1925 in Schönau an der Brend in der Rhön für ein Patent angemeldetes Turngerät; BM.: ON, laufen bzw. rollen; F.: Rhönrad, Rhönrades, Rhönrads, Rhönräder, Rhönrädern+FW?,+EW; Z.: Rhön-rad
$Rhythmik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rhythmik, rhythmisch-musikalische Erziehung; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Rhythm(us), s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rhythmus; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Rhytm(us) und ik gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete aus Musik und Bewegung sowie Sprache und Medien zusammengesetzte rhythmisch-musikalische Erziehung; F.: Rhythmik+FW; Z.: Rhy-thm-ik
rhythmisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rhythmisch, gleichmäßig, regelmäßig wiederholend; ne. rhythmic; Vw.: -; Hw.: s. Rhythmus; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. rhythmicus; E.: s. lat. rhythmicus (1), Adj., rhythmisch, in Versen seiend, in Versehen abgefasst, (190-159 v. Chr.); gr. ῥυθμικός (rhythmikós), Adj., rhythmisch; vgl. gr. ῥυθμος (rhythmós), M., geregelte Bewegung, Takt, Rhythmus; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003? (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909? (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rhythmus, fehlt DW, EWD s. u. Rhythmus, Duden s. u. rhythmisch; Son.: vgl. nndl. ritmisch, Adj., rhythmisch; frz. rythmique, Adj., rhythmisch; nschw. rytmisk, Adj., rhythmisch; nnorw. rytmisk, Adj., rhythmisch; poln. rytmiczny, Adj., rhythmisch; lit. ritminis, Adj., rhythmisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und isch gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes in einem melodischen Fluss geschaffen und regelmäßig wiederholend; BM.: strömen; F.: rhythmisch, rhythmische, rhythmisches, rhythmischem, rhythmischen, rhythmischer(, rhythmischere, rhythmischeres, rhythmischerem, rhythmischeren, rhythmischerer, rhythmischst, rhythmischste, rhythmischstes, rhythmischstem, rhythmischsten, rhythmischster)+FW+EW; Z.: rhy-thm-isch
$rhythmisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. rhythmisieren, in einen Rhythmus bringen oder versetzen; E.: s. Rhythm(us), s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Rhythmus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rhythm(us) und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes in einen Rhythmus bringen oder versetzen; F.: rhythmisieren, rhythmisiere, rhythmisierst, rhythmisiert, rhythmisierest, rhythmisieret, rhythmisierte, rhythmisiertest, rhythmisierten, rhythmisiertet, ##rhythmisiert, rhythmisierte, rhythmisiertes, rhythmisiertem, rhythmisierten, rhythmisierter##, rhythmisierend, ###rhythmisierend, rhythmisierende, rhythmisierendes, rhythmisierendem, rhythmisierenden, rhythmisierender###, rhythmisier (!)+FW(+EW?); Z.: rhy-thm-is-ier-en
Rhythmus, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Rhythmus, Gliederung des Zeitmaßes oder eines melodischen Flusses; ne. rhythm; Vw.: -; Hw.: s. rhythmisch; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: ahd. ritmus*, st. M. (i)?, Rhythmus, Takt; lat. rhythmus, M., Gleichmaß, Ebenmaß, Rhythmus, (116-27 v. Chr.); gr. ῥυθμος (rhythmós), M., geregelte Bewegung, Takt, Rhythmus; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003? (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909? (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rhythmus, fehlt DW, EWD s. u. Rhythmus, EWAhd 7, 570, Duden s. u. Rhythmus; Son.: vgl. nndl. ritme, Sb., Rhythmus; frz. rhythme, M., Rhythmus; nschw. rytm, Sb., Rhythmus; nnorw. rytme, M., Rhythmus; poln. rytm, M., Rhythmus; kymr. rhythm, M., Rhythmus; nir. rithim, F., Rhythmus; ntschech. rytm, M., Rhythmus; lit. ritmas, M., Rhythmus; GB.: (ritmus) seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Musik durch den Menschen mögliche zeitliche Gliederung und Gestaltung eines melodischen Flusses oder einer Bewegung; BM.: strömen; F.: Rhythmus, Rhythmen+FW; Z.: Rhy-thm-us
ribbeln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. ribbeln, reiben, zerreiben; ne. rub (V.); Vw.: -; Hw.: s. reiben, rubbeln; Q.: 16. Jh.; E.: von einem regionalen ribben, letztlich s. nhd. reiben; L.: Kluge 1. A. s. u. ribbeln, Kluge s. u. ribbeln, fehlt DW, Duden s. u. ribbeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit reiben verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes zwischen Daumen und Zeigefinger rasch zerreiben; BM.: drehen; F.: ribbeln, ribbel (!), ribble (!), ribbelst, ribbelt, ribbelte, ribbeltest, ribbelten, ribbeltet, geribbelt, ##geribbelt, geribbelte, geribbeltes, geribbeltem, geribbelten, geribbelter##, ribbelnd, ###ribbelnd, ribbelnde, ribbelndes, ribbelndem, ribbelnden, ribbelnder###+EW; Z.: ri-b-b-el-n
Ribisel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ribisel, Johannisbeere; ne. currant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. ribes; E.: s. it. ribes, M., Ribisel; mlat. ribesium, ribes, N., Ribisel; arab. rībās, Sb., Ribisel?, eine Rhabarberart; pers. rībās, Sb., eine Rhabarberart; L.: Kluge s. u. Ribisel, fehlt DW, Duden s. u. Ribisel; Son.: vgl. ndän. ribs, Sb., Ribisel; nisl. rifs, N., Ribisel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen sowie unter Bedeutungsänderung aus dem Arabischen und Persischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Strauch mit kleinen in Trauben wachsenden säuerlichen roten oder gelben oder schwarzen sowie sehr gesunden Beeren; BM.: Rhabarber?; F.: Ribisel, Ribiseln+FW(+EW); Z.: Rib-is-el
$Richtbeil, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Richtbeil; E.: s. richt(en), s. Beil; L.: EWD s. u. richten, DW 14, 863; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus richt(en) und Beil gebildete Bezeichnung für das für den Vollzug eines Todesurteils durch Hinrichtung von Menschen verwendete Beil; F.: Richtbeil, Richtbeiles, Richtbeils, Richtbeile, Richtbeilen+EW; Z.: Rich-t—bei-l
richten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. richten, gerade machen, aufrichten, lenken; ne. adjust; Vw.: -; Hw.: s. richtig, Richtung, Gericht (1), Gericht (2); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rihten, sw. V., gerade machen, richten, Recht sprechen, rechtmäßig verfahren (V.), ahnden, strafen, sich richten nach; mnd. richten, rechten, sw. V., richten, gerade machen, aufrichten, in senkrechte Lage bringen, erhöhen, sich erheben, aufstehen; mnl. rechten, richten, sw. V., richten, gerade machen, aufrichten; ahd. rihten, sw. V. (1a), gerade machen, lenken, leiten, ordnen, ausrichten, richten, beraten (V.), Recht verschaffen; as. rihtian, sw. V. (1a), richten, errichten, regieren, lenken; anfrk. *rihten?, sw. V. (1), richten, lenken; germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. richten, Kluge s. u. richten, DW 14, 867, EWD s. u. richten, Falk/Torp 334, Heidermanns 442, EWAhd 7, 468, Duden s. u. richten, Bluhme s. u. richten; Son.: vgl. afries. riuchta, sw. V. (1), richten, Recht sprechen, gerichtlich entscheiden, sich eidlich reinigen; saterl. rjuchta, V., richten, Recht sprechen; ae. rihtan, rehtan, ryhtan, sw. V. (1), berichtigen, leiten, führen, aufrichten; an. rētta (1), sw. V. (1), gerade machen, ausstrecken, einrichten; got. *raíhtjan, sw. V. (1), richten; nndl. richten, V., richten; nschw. räta, V., richten; nschw. rikta, V., richten; nnorw. rette, V., richten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gerade machen oder in eine bestimmte Richtung bringen; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: richten, richte, richtest, richtet, richtete, richtetest, richteten, richtetet, gerichtet, ##gerichtet, gerichtete, gerichtetes, gerichtetem, gerichteten, gerichteter##, richtend, ###richtend, richtende, richtendes, richtendem, richtenden, richtender###, richt (!)+EW; Z.: rich-t-en
$Richter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Richter; Vw.: s. Scharf-, Schieds-; L.: Kluge s. u. Richter, DW 14, 888, EWD s. u. Richter; GB.: (rihtāri) um 765 belegte und vielleicht nach lat. rector gebildete Bezeichnung für einen Leiter (M.) eines Verfahrens in Gegensatz zu dem Verfasser eines Urteils und später auch für einen Verfasser eines Urteils; F.: Richter, Richters, Richtern+EW; Z.: Rich-t-er
$richterlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. richterlich; E.: s. Richter, s. lich; L.: DW 14, 893, EWD s. u. richten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Richter und lich gebildete Bezeichnung für Richter (und richten) betreffend; F.: richterlich, richterliche, richterlichem, richterlichen, richterlicher, richterliches; Z.: rich-t-er—lich
$Richtfest, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Richtfest; E.: s. richt(en), s. Fest; L.: Kluge s. u. Richtfest, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus richt(en) und Fest gebildete Bezeichnung für das nach Fertigstellung eines Rohbaus und Aufrichtung des Dachstuhls von dem Bauherrn mit den Handwerkern auf der Baustelle während der Arbeitszeit gefeierte (kurze) Fest (der Aufrichtung des Dachstuhls; F.: Richtfest, Richtfesten+EW; Z.: Rich-t-fes-t
richtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. richtig, gerade, wahr, gerecht, recht, ordentlich, angemessen; ne. right (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. richten, Richtung, recht, Recht, gerecht; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. rihtic, rihtec, Adj., gerade (Adj.) (2), gerecht, beschaffen (Adj.), richtig, gut, rechtschaffen; mnd. richtich (1), richtick, richtech, Adj., richtig, recht, wie vom Recht verlangt, gerecht, gerichtlich, ordnungsgemäß; mnl. rechtich, Adj., richtig, tadellos, vortrefflich; ahd. rihtīg, Adj., richtig, gerade (Adj.) (2); s. germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. richtig, DW 14, 896, EWD s. u. richtig, EWAhd 7, 477, Duden s. u. richtig; Son.: vgl. afries. *unriuchtich?, Adj., unrichtig; nschw. riktig, Adj., richtig; nnorw. riktig, Adj., richtig; GB.: seit um 1000 belegte und aus richt(en) und ig gebildete Bezeichnung für gerade oder wahr oder gerecht oder recht oder ordentlich; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: richtig, richtige, richtiges, richtigem, richtigen, richtiger(, richtigere, richtigeres, richtigerem, richtigeren, richtigerer, richtigst, richtigste, richtigstes, richtigstem, richtigsten, richtigster)+EW; Z.: rich-t-ig
$Richtigkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Richtigkeit, Gültigkeit, Wahrheit; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: s. richtig, s. heit, s. keit; L.: DW 14, 899, EWD s. u. richtig; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus richtig und keit gebildete Bezeichnung für Gültigkeit oder Wahrheit F.: Richtigkeit, Richtigkeiten+EW; Z.: Rich-t-ig—kei-t
$Richtscheit, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Richtscheit; E.: s. richt(en), s. Scheit; L.: Kluge s. u. Richtscheit, DW 14, 901, EWD s. u. richten, Scheit; GB.: (rihtschīt) seit 1347-1359 belegte und aus richt(en) und Scheit gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für das Vergleichen und Gerademachen zweier Gegebenheiten entwickelte und verwendete (Scheit) Holz (lat. regula); F.: Richtscheit, Richtscheits, Richtscheites, Richtscheite, Richtscheiten+EW; Z.: Rich-t—schei-t
$Richtschnur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Richtschnur, Maurerschnur; L.: Kluge s. u. Richtschnur, DW 14, 901, EWD s. u. richten; GB.: (rihtsnuor) seit 15. Jh. belegte und aus richt(en) und Schnur (F.) (1) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wie etwa Maurern für das Vergleichen und Gerademachen zweier Gegebenheiten entwickelte und verwendete Schnur (F.) (1); F.: Richtschnur, Richtschnüre, Richtschnüren+EW; Z.: Rich-t—schnu-r
$Richtstätte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Richtstätte, Hinrichtungsstätte; E.: s. richt(en), s. Stätte; L.: DW 14, 904, EWD s. u. richten; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus richt(en) und Stätte gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit der Entwicklung der Todesstrafe verwendete Stätte oder einen Platz einer Hinrichtung; F.: Richtstätte, Richtstätten+EW; Z.: Rich-t—stä-t-t-e
Richtung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Richtung, Bewegungsziel, Linie der Bewegung; ne. direction; Vw.: -; Hw.: s. richten, Richtung; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rihtunge, st. F., Führung, Gericht (N.) (1), Urteil; mnd. richtinge, richtunge, rachtonge, F., Richtung, gerade Richtung, Geradlinigkeit, Auseinandersetzung; mnl. richtinge, F., Richtung; ahd. rihtunga, st. F. (ō), Lenkung, Führung, Richtung, Gericht (N.) (1), Regel, Ordensregel, Regierung; as. rihtunga*, st. F. (ō), Richtung, Regel; germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Richtung, DW 14, 905, EWD s. u. richten, EWAhd 7, 478, Duden s. u. Richtung; Son.: vgl. afries. riuchtinge, st. F. (ō), Recht, Richtung; ae. rihting, st. F. (ō), Führung, Lenkung; nndl. richting, Sb., Richtung; nschw. riktning, Sb., Richtung; nnorw. retning, M., F., Richtung; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus richt(en) und ung gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Linie der Bewegung auf ein bestimmtes Ziel hin; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: Richtung, Richtungen+EW; Z.: Rich-t-ung
Rick, nhd. (ält.), N., M., (12. Jh.?): nhd. Rick, Stange, Latte, Lattengestell; ne. crossbar; Vw.: -; Hw.: s. Reck; E.: s. mhd. ric, st. M., Rick, Band (N.), Strick (M.) (1), Knoten (M.), Verstrickung; mnd. rik, rich, rek, recke, N., M., Querstange zu einem Aufhängen von Gegenständen, aufrecht stehende Stange, Querholz, Strebe; mnl. rec, recke, ric, Sb., Querstange; germ. *rihō-, *rihōn, *riha-, *rihan, sw. M., Stange; s. idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rick, DW 14, 907, Duden s. u. Rick; GB.: vielleicht seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen verwendete Stange oder eine Latte oder ein Lattengestell; BM.: ritzen bzw. reißen; F.: Rick, Rickes, Ricks, Ricke, Ricken+EW; Z.: Ri-ck
Ricke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ricke, weibliches Reh; ne. doe; Vw.: -; Hw.: s. Reh; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. mnd. rigge (1), F., Ricke, weibliches Reh das gesetzt hat, junge Kuh (Bedeutung örtlich beschränkt und jünger); (nhd. Ricke, F., weibliches Reh, eventuell entstanden aus einer Verbindung von Reh und Ziege); s. mhd. rēch, rē, st. N., Reh; s. ahd. rēh 23, st. N. (a), Reh, Gaffel?; s. germ. *raiha-, *raihaz, st. M. (a), *raiha-, *raiham, st. N. (a), Reh, Ricke; vgl. idg. *rei- (2), *roi-, *Hrei-, Adj., bunt, fleckig, Pokorny 859; L.: Kluge 1. A. s. u. Ricke, Kluge s. u. Ricke, DW 14, 908, EWD s. u. Ricke, Duden s. u. Ricke, Bluhme s. u. Ricke; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und vielleicht aus Reh und Ziege gebildete Bezeichnung für ein sprachlich für das Germanische erschließbares und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbares sowie sachlich schon vormenschlich mögliches weibliches Reh; BM.: fleckig; F.: Ricke, Ricken+EW; Z.: Ri-ck-e
riechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. riechen, Geruch wahrnehmen, schnuppern; ne. reek (V.), smell (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rauch; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. riechen (1), st. V., rauchen, dampfen, riechen, duften, Geruch empfinden, brennen; mnd. rūken (1), rǖken, rīken, rēken, rȫken, st. V., riechen, Geruch verbreiten, stinken, duften, Geruch wahrnehmen, wittern; mnl. rieken, sw. V., riechen; ahd. riohhan*, riochan*, st. V. (2a), „riechen“, rauchen, glimmen; as. -; anfrk. riekan*, riecon*, st. V. (2), rauchen; mnl. ruken, V., rauchen; germ. *reukan, st. V., rauchen; idg. *reug-, *h₁reug-, V., erbrechen, rülpsen, Pokorny 871; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. riechen, Kluge s. u. riechen, DW 14, 910, EWD s. u. riechen, Falk/Torp 349, Seebold 379, EWAhd 7, 528, Duden s. u. riechen, Bluhme s. u. riechen; Son.: vgl. afries. riāka, st. V. (2), rauchen; nnordfries. röken, V., rauchen; ae. réocan, st. V. (2), rauchen, dampfen, riechen, stinken; an. rjūka, st. V. (2), rauchen, stieben, fahren; got. -; nndl. ruiken, V., riechen; nndl. rieken, V., riechen; nschw. ryka, V., rauchen; nnorw. ryke, V., rauchen; lett. rûgt, V., säuern, aufgehen; lit. ráugti, V., säuern, dem Gären aussetzen, etwas Übelriechendes rauchen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische unter Bedeutungsänderung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen unter Bedeutungsänderung verbindbare Bezeichnung für durch die Nase mit dem Geruchssinn wahrnehmen; BM.: rauchen bzw. brüllen; F.: riechen, rieche, riechst, riecht, riechest, riechet, roch (!), rochst, rochen (!), rocht, röche (!), röchest, röchst, röchen (!), röchet (!), röcht, gerochen, ##gerochen, gerochene, gerochenes, gerochenem, gerochenen, gerochener##, riechend, ###riechend, riechende, riechendes, riechendem, riechenden, riechender###, riech (!)+EW; Z.: rie-ch-en
$Riecher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Riecher, Riechender, Nase; L.: Kluge s. u. riechen, DW 14, 913, EWD s. u. riechen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus riech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Riechenden oder für die Nase; F.: Riecher, Riechers, Riechern+EW; Z.: Rie-ch-er
Ried (1), Riet, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Ried (N.) (1), Riedpflanze, Rohrstaude, Sumpfgras, Schilf; ne. reed; Vw.: -; Hw.: s. Reet; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. riet, st. N., Schilfrohr, Riedgras; mnd. rēt (2), reit, reet, reydt, rooth, rot, rīt, N., M., Reet, Ried (N.) (1), Name verschiedener Schilfpflanzen, Schilfrohr; mnl. riet, N., Ried (N.) (1), Sumpfgras; ahd. riot (1), hriot*, riod*, st. N. (a), Ried (N.) (1), Schilf, Schilfrohr, mit Sumpfgras bewachsener Ort, Riedgras, Senfgras; as. hriod?, st. N. (a), Ried (N.) (1), Reet; anfrk. ried, riet*, st. N. (a), Ried (N.) (1), Schilf; germ. *hreuda-, hreudam, st. N. (a), schwankendes Ried, schwankendes Reet; s. idg. kret- (1), k̑reth₂-, V., schütteln, sich lockern, Pokorny 620 (981/213) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Ried 1, Riet, DW 14, 913, EWD s. u. Ried, Falk/Torp 108, EWAhd 7, 527, EWAhd 7, 536, Duden s. u. Ried, Bluhme s. u. Ried; Son.: vgl. afries. hriād, hreid, reid, st. N. (a), Ried (N.) (1), Rohr; nnordfries. reyd; ae. hréod, st. N. (a), Ried (N.) (1), Schilf, Binse, Schreibrohr; an. -; got. -; nndl. riet, Sb., Ried (N.) (1); toch. A kru, Sb., Rohr; toch. B kärwats, Sb. (Gen. Pl.), Rohren; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von Riedgräsern und Schilf; BM.: schütteln; F.: Ried, Riedes, Rieds, Riede, Rieden, Riet, Rietes, Riets, Riete, Rieten+EW; Z.: Ried
Ried (2), nhd. (ält.), N., (11. Jh.): nhd. Ried (N.) (2), Rodeland, von Holzwuchs gereinigter Platz; ne. cleared place (N.); Vw.: -; Hw.: s. reuten, Reute; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. riet (2), st. N., Ried (N.) (2), ausgereuteter Grund, Ansiedlung, Rodung, Siedlung; ahd. …riod, …hriod, Präf., …ried (in ON); ahd. riuti, st. N. (ja), Rodung, Rodeland, urbar gemachtes Land; s. germ. *ruda- (1), *rudam, st. N. (a), Rodung; s. idg. *reudʰ-, V., reuten, roden, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ried 2, DW 14, 917, Duden s. u. Ried; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gerodetes Stück Land und davon abgeleitet für eine Nutzfläche in Weinbergen; BM.: reißen bzw. graben; F.: Ried, Rieden+EW; Z.: Rie-d
$Riedgras, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Riedgras; E.: s. Ried, s. Gras; L.: DW Sandriedgras, EWD s. u. Ried; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Ried und Gras gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschlich mögliches weltweit verbreitetes auf feuchten Böden wachsendes Gras; F.: Riedgras, Riedgrases, Riedgräser, Riedgräsern+EW; Z.: Rie-d—gra-s
Riefe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Riefe, vertiefter Streifen (M.), kleine Rinne; ne. groove (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: verwandt mit ae. gerifled, geriflod, Adj., mit Riefen versehen (Adj.); an. rifa, sw. F., (n), Riss, Spalte; germ. *reifan, st. V., reißen; s. idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riefe, Kluge s. u. Riefe, DW 14, 921, Duden s. u. Riefe, Bluhme s. u. Riefe; Son.: vgl. lit. raivė, rievė, F., Rille, Riefe, Streif; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche kleine Rinne in Holz oder in Stein; BM.: ritzen bzw. reißen; F.: Riefe, Riefen+EW; Z.: Rie-f-e
Riege, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Riege, Linie, Reihe, eine Turnabteilung; ne. squad, gym team; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1816 (Jahn); E.: mnd. rīge (1), rigge, F., durch Reihung gebildete Linie, Reihe, Gebäudezeile, Häuserzeile, Seite in einem Gebäude, Scheune, Bohlenwand; mhd. rige, sw. F., Linie, Reihe, Wasserbach, Wassergraben; mnd. rēge, reige, F., Reihe, durch Nebeneinanderreihung oder Hintereinanderreihung gebildete Linie; mnl. rige, F., Reihe, Zeile, Latte; ahd. rīga, riga, st. F. (ō), Reihe, Linie, Bogen, Kurve, Riege, gekrümmte Linie, Windung; germ. *rīgō, *rīhō, st. F. (ō), Linie, Reihe; s. idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riege, Kluge s. u. Riege, DW 14, 922, EWD s. u. Riege, Falk/Torp 343, EWAhd 7, 451, Duden s. u. Riege, Bluhme s. u. Riege; Son.: vgl. ae. rāw, *rǣw, st. F. (ō), Reihe, Linie; GB.: seit 1816 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelhochdeutschen verbindbare Bezeichnung für eine Turnabteilung; BM.: ritzen bzw. reißen; F.: Riege, Riegen+EW; Z.: Rie-g-e
Riegel, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Riegel, Teil eines Schlosses, Schokoriegel; ne. lock (N.); Vw.: -; Hw.: s. Reling; E.: mhd. rigel, st. M., Riegel, Querholz, Stange; mnd. rēgel (2), rēgul, rēguͤel, M., waagerecht angebrachter Balken, Querholz, tragender Querbalken im Fachwerkbau, Sperrbalken; mnl. richel, M., Leiste; mnl. regel, M., Querholz, Latte; ahd. rigil, st. M. (a)?, Querholz, Riegel; germ. *rigla?, *riglaz?, M., Riegel; idg. *arek-, V., schützen, verschließen, Pokorny 65 (106/106) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, heth.); vgl. idg. *areg-, V., verschließen, Pokorny 64 (104/104) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., gr., germ.); oder von vgl. lat. rēgula, F., Leiste, Latte, Richtschnur, Regel; vgl. lat. regere, V., richten, lenken; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.), EWAhd 7, 452; L.: Kluge 1. A. s. u. Riegel, Kluge s. u. Riegel, EWD s. u. Riegel, DW 14, 922, Falk/Torp 343, EWAhd, 7, 452, Duden s. u. Riegel, Bluhme s. u. Riegel; Son.: vgl. afries. reil…, Präf.; ai. argala, M., Riegel, Bolzen; lat. arcēre, V., verschließen; lit. rãktas, Sb., Schlüssel; lit. ràkti, V., sich schließen; heth. har-, hark-, V., haben, halten; GB.: vielleicht seit dem 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früher entwickelte und verwendete Vorrichtung von einem quer zu verschiebendem Metallstück oder Holzstück zu einem leicht lösbaren Verschließen von Türen oder Fenstern; BM.: verschließen; F.: Riegel, Riegels, Riegeln+EW?, FW?; Z.: Rieg-el
Riegelhaube, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Riegelhaube, eine Frauenhaube; ne. a hood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. mhd. rigel, M., um den Kopf gewundenes Tuch; ahd. rikkula*, rickula*, sw. F. (n), Band (N.), Verschlingung, Bündel; lat. rīcula, F., kleines Kopftuch, Kopftüchlein; lat. rīca, F., Kopftuch; idg. *u̯reik̑-, V., drehen, wickeln, binden, Pokorny 1158; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Hinterglied s. nhd. Haube; L.: Kluge s. u. Riegelhaube, DW 14, 925, Duden s. u. Riegelhaube; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine in Bayern zeitweise getragene und kostbar gearbeitete Frauenhaube; BM.: Kopftuch; F.: Riegelhaube, Riegelhauben+FW+EW; Z.: Rie-g-el-hau-b-e
$riegeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. riegeln; Vw.: s. ab-, (auf-,) (ent-,) ver-, zu-; L.: Kluge s. u. Riegel, DW 14, 925, EWD s. u. Riegel; GB.: (rigelen) seit 1255 belegte und aus Riegel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für schließen oder eine Öffnung mit einem Riegel versperren und aufsperren; F.: riegeln (!), riegel (!), riegle (!), riegele, riegelst, riegelt, riegelte, riegeltest, riegelten, riegeltet, geriegelt, ##geriegelt, geriegelte, geriegeltes, geriegeltem, geriegelten, geriegelter##, riegelnd, ###riegelnd, riegelnde, riegelndes, riegelndem, riegelnden, riegelnder###, riegel (!), riegle (!)+FW?+EW; Z.: rieg-el-n
Riemen (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Riemen (M.) (1), Lederstreifen, schmaler Streifen, Band (N.); ne. strap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. rieme, sw. M., Band (N.), Riemen (M.) (1), Gürtel; mnd. rēme (1), reyme, rome, roeme, reme, rēmen, rīme, M., Riemen (M.) (1), Band (N.), Schnur (F.) (1), Leibriemen, Gürtel; mnl. rieme, M., Riemen (M.) (1), Lederstreifen, Gürtel; ahd. riomo*, sw. M. (n), Riemen (M.) (1), Lederstreifen, Gürtel, Band (N.); as. riomo*, sw. M. (n), Riemen (M.) (1); anfrk. -; germ. *reumō-, *reumōn, *reuma-, *reuman, sw. M. (n), Riemen (M.) (1); weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riemen, Kluge s. u. Riemen 1, DW 14, 926, EWD s. u. Riemen 1, Falk/Torp 348, EWAhd 71, 530, Duden s. u. Riemen, Bluhme s. u. Riemen 1; Son.: vgl. afries. rēma; ae. réoma, sw. M. (n), Haut, Band (N.); an. -; got. -; nndl. riem, Sb., Riemen (M) (1); nschw. rem, Sb., Riemen (M.) (1), nnorw. reim, F., Riemen (M.) (1), Gürtel; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare und vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus Leder bestehenden und als Band (N.) verwendbaren Streifen; BM.: reißen; F.: Riemen, Riemens+EW; Z.: Rie-m-en
Riemen (2), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Riemen (M.) (2), Ruder; ne. oar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. rieme, sw. M., „Riemen“ (M.) (2), Ruder, Ruderstange, Ruderer; mnd. rēme (2), rēm, rȫme, rīme, M., „Riemen“ (M.) (2), Ruder, Ruderstange; mnl. rieme, riem, M., Ruder; ahd. riemo*, sw. M. (n), Riemen (M.) (2), Ruder; anfrk. *riemo, sw. M., Ruder, Steuerruder; lat. rēmus, M., Ruder; s. idg. *erə- (1), *ere-, *er-, *rē- (3), *h₁reh₁-, V., Sb., rudern, Ruder, Pokorny 338 (492/73) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Riemen 2, DW 14, 926, EWD s. u. Riemen 2, EWAhd, 7, 441, Duden s. u. Riemen, Bluhme s. u. Riemen 2; Son.: vgl. afries. rēma, sw. M. (n), Ruder, Riemen (M.) (2); nndl. riem, Sb., Riemen (M.) (2); kymr. rhwyf, F., Ruder; GB.: seit um 1150 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu dem Fortbewegen eines Ruderboots dienende längere Stange die an einem Ende ein breiteres Blatt aufweist; BM.: rudern; F.: Riemen, Riemens+FW; Z.: Rie-m-en
Ries, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Ries, eine Maßbezeichnung; ne. ream (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. ris, riz, st. F., sw. F., sw. M., Ries, ein Papiermaß; mnd. rīs (3), riis, ries, rys, risz, rīsch, N., Ries (von Papierstein oder Schieferstein), ein Zählmaß, ein Zählmaß für Papier, ein Zählmaß für Steinplatten; mlat. risma, F., Ries, Papiermaß; span. resma, F., Ries; arab. rizma, Sb., Risma, Paket, Ballen; L.: Kluge 1. A. s. u. Ries, Kluge s. u. Ries, Duden s. u. Ries, DW 14, 929, Bluhme s. u. Ries; Son.: vgl. nndl. riem, Sb., Ries; frz. rame, Sb., Ries; nschw. ris, Sb., Ries; nnorw. ris, N., Ries; poln. ryza, F., Ries; kymr. rîm, F., Ries; nir. réam, M., Ries; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Papiermaß; BM.: Ballen (M.); F.: Ries, Rieses, Riese (!), Riesen+FW; Z.: Ries
Riese (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Riese (M.) (1), Gigant; ne. giant (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rise, sw. M., Riese (M.) (1); mnd. rēse (1), reyse, M., Riese, übernatürlich großes Wesen, Recke, Held, bedeutender Kämpfer; mnl. rēse, M., Riese (M.) (1); ahd. riso (1), sw. M. (n), Riese (M.) (1), Gigant; ahd. risi, st. M. (i), Riese (M.), Ungeheuer; as. *wrisi?, st. M. (i), Riese (M.) (1); anfrk. -; germ. *wrisja-, *wrisjaz, st. M. (a), Riese (M.) (1); s. idg. *rei-, *h₁rei-, V., sich erheben, Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326? (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riese, Kluge s. u. Riese 1, DW 14, 930, EWD s. u. Riese, EWAhd 7, 553, 557, Duden s. u. Riese, Bluhme s. u. Riese; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. risi, M., Riese (M.) (1); got. -; nndl. reus, Sb., Riese (M.) (1); nschw. rese, Sb., Riese (M.) (1); nisl. risi, M., Riese (M.) (1); GB.: (riso) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein menschliches oder menschenähnliches Lebewesen von übergroßer Gestalt; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Riese, Riesen+EW; Z.: Rie-s-e
Riese (2), nhd. (dial.), M., (13. Jh.): nhd. Riese (M.) (2), Holzrutsche, Rinne; ne. log flume; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1210-1220 (Wigalois der Ritter mit dem Rade des Wirnt von Gravenberg); E.: s. mhd. rise (2), st. F., Riese (M.) (2), Wasserrinne, Steinrinne, Holzrinne, Abhang; ahd. rīsan, st. V. (1), fallen, abfallen, niederfallen, niederprasseln; germ. *reisan, st. V., aufgehen, untergehen; s. idg. *rei-, *h₁rei-, V., sich erheben, Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Riese 2, fehlt DW?, Duden s. u. Riese; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: seit 1210-1220 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Holzrutsche oder Rinne; BM.: sich bewegen; F.: Riese, Riesen+EW; Z.: Rie-s-e
rieseln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. rieseln, sacht fließen, in feinen Tropfen niederfallen; ne. trickle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. riselen*, rīselen, riseln, sw. V., rieseln, tröpfeln, regnen, schmücken, träufeln in; mnd. rīselen*, rīseln, sw. V., rieseln, tröpfeln, regnen; s. ahd. rīsan, st. V. (1), fallen, abfallen, niederfallen, niederprasseln; germ. *reisan, st. V., aufgehen, untergehen; s. idg. *rei-, *h₁rei-, V., sich erheben, Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. rieseln, DW 14, 936, EWD s. u. rieseln, Duden s. u. rieseln, Bluhme s. u. rieseln; Son.: vgl. nschw. risle, V., rieseln; GB.: (riselen) seit um 1275 belegte Bezeichnung für in vielen kleinen Teilchen sich stetig und leicht nach unten bewegen (wie beispielsweise leise rieselt der Schnee); BM.: sich bewegen; F.: rieseln, riesel(!), riesle (!), rieselst, rieselt, rieselte, rieseltest, rieselten, rieseltet, gerieselt, ##gerieselt, gerieselte, gerieseltes, gerieseltem, gerieselten, gerieselter##, rieselnd, ###rieselnd, rieselnde, rieselndes, rieselndem, rieselnden, rieselnder###+EW; Z.: rie-s-el-n
$Riesen..., nhd., Partikel., (19. Jh.?): nhd. Riesen..., groß; E.: s. Ries(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Riese 1, fehlt DW?; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Ries(e) und en (Suff.) gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für groß verwendete Bezeichnung; F.: Riesen…+EW; Z.: Rie-s-en-
$riesenhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. riesenhaft, riesig, riesengroß; Q.: um 1700; E.: s. Ries(e), s. en (Suff.), s. haft; L.: DW 14, 944, EWD s. u. Riese; GB.: seit um 1700 belegte und aus Ries(e) und en (Suff.) sowie haft gebildete Bezeichnung für riesig oder riesengroß; F.: riesenhaft, riesenhafte, riesenhaftes, riesenhaftem, riesenhaften, riesenhafter(, riesenhaftere, riesenhafteres, riesenhafterem, riesenhafteren, riesenhafterer, riesenhaftest, riesenhafteste, riesenhaftestes, riesenhaftestem, riesenhaftesten, riesenhaftester)+EW; Z.: rie-s-en—haf-t
$riesig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. riesig, riesengroß, riesenhaft, sehr groß; E.: s. Ries(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Riese 1, DW 14, 952, EWD s. u. Riese; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ries(e) und ig gebildete (sowie älteres riesicht ersetzende) Bezeichnung für riesengroß oder riesenhaft oder sehr groß; F.: riesig, riesige, riesiges, riesigem, riesigen, riesiger+EW; Z.: rie-s-ig
Riesling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Riesling, eine Rebsorte; ne. Riesling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht Zusammenhang mit der Walliser Weinsorte La Rèze, rätischer Wein; vgl. lat. Raetus, M., Räter; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Rieszling, Kluge s. u. Riesling, EWD s. u. Riesling, Duden s. u. Riesling, Bluhme s. u. Riesling; Son.: vgl. nndl. riesling, Sb., Riesling; frz. riesling, M., Riesling; nschw. riesling, Sb., Riesling; nnorw. riesling, M., Riesling; poln. riesling, M., Riesling; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht mit Räter verbindbare Bezeichnung für eine wohl seit etwa dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Rebsorte mit kleinen runden und goldgelben Beeren; BM.: Räter?; F.: Riesling, Rieslings, Rieslinge, Rieslingen+EW; Z.: Ries-ling
Riester (1), nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Riester (M.) (1), aufgesetzter Fleck; ne. patch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl von nhd. Altreiß, Altreise, M., Schuhflicker; s. mhd. altriuze, M., Schuhflicker; mhd. riuze, sw. M., Schuhflicker; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu germ. *hreudan, st. V., laden (V.) (1), bedecken, schmücken; idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riester, Kluge s. u. Riester 1, DW 14, 953, EWD s. u. Riester, Duden s. u. Riester; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit mhd. riuze und dem erschließbaren Germanischen sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aufgesetzten Lederflecken vor allem auf einem Schuh; BM.: zudecken?; F.: Riester, Riesters, Riestern+EW?; Z.: Rie-st-er
Riester (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Riester (M.) (2), Pflugschar, Pflugsterz; ne. ploughshare, reest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. riester, st. F., st. N., Riester (M.) (2), Pflugsterz; mnd. rēster, reister, rīster, M., Riester (M.) (2), Pflugsterz; mnl. riester, reester, Sb., Riester (M.) (2), Streichbrett an einem Pflug; ahd. riostar, st. N. (a), Riester (M.) (2), Streichbrett, Pflugsterz, Pflugschar, Scharbaum; as. -; anfrk. -; germ. *reustra-, *reustram, st. N. (a), Riester (M.) (2), Pflugeisen; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Riester 2, DW 14, 953, Falk/Torp 353, EWAhd 7, 534; Son.: vgl. afries. -; ae. réost, Sb., Riester (M.) (2), Holz worin das Pflugeisen sitzt; an. -; got. -; nndl. rister, Sb., Riester (M.) (2); GB.: seit 8. Jh. (ahd. riostar) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Streichbrett an einem Pflug; BM.: reißen bzw. graben; F.: Riester, Riesters, Riestern+EW?; Z.: Rie-st-er
Riet, nhd., N.: nhd. Riet; Vw.: s. Ried (1)
Riff, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Riff, Klippe in dem Meer; ne. reef; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. rif (1), ref, rēf, reeff, N., Riff, Felsenbank, Klippe im Meer; mhd. rif, st. N., Riff; as. ribbi*, st. N., Rippe; ahd. ribbi, st. N.; s. germ. *rebja-, *rebjam, st. N. (a), Rippe, Riff; s. idg. *rebʰ- (2), *h₁rebʰ-, V., wölben, decken, überwölben, überdecken, Pokorny 853 (1483/6) (RB. idg. aus gr., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riff, Kluge s. u. Riff, DW 14, 955, EWD s. u. Riff, Duden s. u. Riff, Bluhme s. u. Riff; Son.: vgl. nndl. rif, Sb., Riff; nschw. rev, Sb., Riff; nnorw. rev, N., Riff; lit. rifas, M., Riff; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für eine lang gestreckte schmale Reihe von Klippen in dem Meer vor einer Küste; BM.: wölben; F.: Riff, Riffes, Riffs, Riffe, Riffen+EW; Z.: Riff
Riffel, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Riffel, Riffelkamm; ne. ripple (N.); Vw.: -; Hw.: s. reffen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. rifel, riffel, st. F., Riffel; mnd. rēpele, rēpel, F., Riffel, eiserner langzähniger Kamm zu dem Entfernen der Samenknoten von den Flachsstängeln; mnl. repel, reepel, F., Riffel, Flachskamm; ahd. riffila*, sw. F. (n), Riffel, Säge, mit Zacken besetztes Werkzeug; as. -; anfrk. -; germ. *rifila, Sb., Riffel, Furche; vgl. idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Riffel, Kluge s. u. Riffel, DW 14, 956, EWD s. u. Riffel, Falk/Torp 345, EWAhd 7, 444, Duden s. u. Riffel; Son.: vgl. afries. -; ae. repel, st. M. (a), Stab, Stock, Rute; ae. rifelede, Adj., runzlig; an. -; got. -; nndl. repel, Sb., Riffel; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes und verwendetes Werkzeug zu einem Durchkämmen des Flachses; BM.: reißen; F.: Riffel, Riffeln+EW; Z.: Ri-f-f-el
$riffeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. riffeln; E.: s. Riffel, s. (e)n; L.: DW 14, 956, EWD s. u. Riffel; GB.: (riffilōn*) seit Ende 10. Jh. belegte und aus Riffel und (ō)n gebildete Bezeichnung für mit der von Menschen entwickelten und verwendeten Riffel bearbeiten; F.: riffeln, riffel (!), riffle (!), riffele, riffelst, riffelt, riffelte, riffeltest, riffelten, riffeltet, geriffelt, ##geriffelt, geriffelte, geriffeltes, geriffeltem, geriffelten, geriffelter##, riffelnd, ###riffelnd, riffelnde, riffelndes, riffelndem, riffelnden, riffelnder###+EW; Z.: ri-f-f-el-n
rigide, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. rigide, streng, starr, steif; ne. rigid; Vw.: -; Hw.: s. Rigidität; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. rigidus; E.: s. lat. rigidus, Adj., starr, steif, unbiegsam, hart, emporstarrend, (204-169 v. Chr.); idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rigide, fehlt DW, Duden s. u. rigide; Son.: vgl. nndl. rigide, Adj., rigide; frz. rigide, Adj., rigide; nschw. rigid, Adj., rigide; nnorw. rigid, Adj., rigide; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für streng oder starr oder steif; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: rigide, rigides, rigidem, rigiden, rigider(, rigidere, rigideres, rigiderem, rigideren, rigiderer, rigidest, rigideste, rigidestes, rigidestem, rigidesten, rigidester)+FW(+EW?); Z.: rig-id-e
Rigidität, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Rigidität, Steife, Härte; ne. rigidity; Vw.: -; Hw.: s. rigide; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. rigiditās; E.: s. lat. rigiditās, F., Steife, Härte, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. rigidus, Adj., starr, steif, unbiegsam, hart, emporstarrend; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rigide, fehlt DW, Duden s. u. Rigidität; Son.: vgl. frz. rigidité, F., Rigidität; nschw. rigiditet, Sb., Rigidität; nnorw. rigiditet, M., Rigidität; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein starres Festhalten an früheren Einstellungen; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: Rigidität, Rigiditäten+FW(+EW); Z.: Rig-id-it-ät
rigoros, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. rigoros, rücksichtslos, hart, streng; ne. rigorous; Vw.: -; Hw.: s. Rigorosum; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. rigoureux; E.: s. frz. rigoureux, Adj., rigoros, rücksichtslos, hart; mlat. rigorōsus, Adj., rigoros, streng; vgl. lat. rigor, M., starres Wesen, Unbiegsamkeit, gerade Richtung, Strömung des Wassers, (23/24-79 n. Chr.); vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rigoros, fehlt DW, EWD s. u. rigoros, Duden s. u. rigoros; Son.: vgl. nndl. rigoreus, Adj., rigoros; nschw. rigorös, Adj., rigoros; nnorw. rigorøs, Adj., rigoros; poln. rygorystyczny, Adj., rigoros; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für rücksichtslos oder hart oder streng; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: rigoros, rigorose, rigoroses, rigorosem, rigorosen, rigoroser(, rigorosere, rigoroseres, rigoroserem, rigoroseren, rigoroserer, rigorosest, rigoroseste, rigorosestes, rigorosestem, rigorosesten, rigorosester)+FW(+EW?); Z.: rig-or-os
Rigorosum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rigorosum, Prüfung (bei der Promotion); ne. doctoral viva; Vw.: -; Hw.: s. rigoros; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. nlat. (examen) rigorosum; E.: s. nlat. (examen) rigorosum, N., strenge Prüfung; vgl. mlat. rigorōsus, rigoros, Adj., streng; vgl. lat. rigor, M., starres Wesen, Unbiegsamkeit, gerade Richtung, Strömung des Wassers, (23/24-79 n. Chr.); vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rigoros, fehlt DW, Duden s. u. Rigorosum; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die (vielleicht früher) besonders strenge mündliche Prüfung bei der Promotion; BM.: gerade (Adj.) (2); F.: Rigorosum, Rigorosums, Rigorosa, Rigorosen+FW; Z.: Rig-or-os-um
Rille, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rille, schmale Rinne; ne. furrow (N.), gouge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: über das Niederdeutsche wohl von einem idg. *rei-, *h₁rei-, V., fließen; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rille, DW 14, 957, EWD s. u. Rille, Duden s. u. Rille, Bluhme s. u. Rille; Son.: vgl. ne. rill, N., Rinnsal; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und über das Niederdeutsche teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine lange schmale Vertiefung in der Oberfläche von meist hartem Material; BM.: sich bewegen; F.: Rille, Rillen+EW; Z.: Ri-ll-e
Rind, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Rind, Kuh; ne. beef, cow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rint, st. N., Rind, Ochse, Kuh, Kalb; mnd. rint, rünt, runt, rönt, N., Rind, Rindvieh, Bulle (M.), Ochse, Kuh, Rindfleisch; mnl. rint, rent, N., Rind; ahd. rind*, hrind, st. N. (iz/az), Rind; as. hrīth*, st. N. (a?), Rind; anfrk. runth..., rinth... (Bestandteil in ON); germ. *hrenþi-, *hrenþiz, st. N. (i), Rind; s. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, k̑erei-, k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rind, Kluge s. u. Rind, DW 14, 957, EWD s. u. Rind, Falk/Torp 76, EWAhd 7, 493, Duden s. u. Rind, Bluhme s. u. Rind; Son.: vgl. afries. hrīther, hrēther, st. N. (a)?, Rind; nnordfries. ridder, redder; ae. hrīþ (2), st. N. (i?), Rind; ae. hrīþer, hrūþer, hrȳþer, st. N. (a), Rind; an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches später von Menschen als Nutztier gehaltenes zu den Wiederkäuern gehörendes Tier mit einem breiten Schädel mit zwei Hörnern; BM.: Horn; F.: Rind, Rindes, Rinds, Rinder, Rindern+EW; Z.: Ri-nd
Rinde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rinde, harte äußere Schicht; ne. rind (N.), bark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rinte, st. F., sw. F., Rinde; mnd. rinde, F., Rinde, Gewebemantel an Bäumen Ästen und Zweigen, Hülle, Schale (F.) (1), Kruste; mnl. rinde, rende, F., Rinde; ahd. rinta, st. F. (ō), sw. F. (n), Rinde, Schorf, Borke, Schale, Bast, Kork; as. rinda, st. F. (ō), Rinde; anfrk. -; germ. *rendō, st. F. (ō), *rendō-, *rendōn, sw. F. (n), Rinde, Kruste; vgl. idg. *rem-, *remə-, *h₁rem-, V., ruhen, stützen, sich stützen, Pokorny 864 (1507/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rinde, Kluge s. u. Rinde, DW 14, 962, EWD s. u. Rinde, Falk/Torp 339, EWAhd 7, 522, Duden s. u. Rinde, Bluhme s. u. Rinde; Son.: vgl. afries. -; ae. rind, st. F. (ō), Rinde, Borke, Kruste; an. -; krimgot. rintsch, Sb., Berg; ? ai. rándhra-, N., Öffnung, Spalt, Höhle; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche etwas Weicheres umgebende harte äußere Schicht; BM.: ruhen bzw. stützen; F.: Rinde, Rinden+EW; Z.: Rin-d-e
$Rindvieh, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Rindvieh; E.: s. Rind, s. Vieh; L.: DW 14, 979, EWD s. u. Rind; GB.: seit 1483 belegte und aus Rind und Vieh gebildete Bezeichnung für die Tiergattung Rind; F.: Rindvieh, Rindviehs+EW; Z.: Ri-nd—vieh
Ring, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ring, Reif (M.) (1), Kreis; ne. ring (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ringelpietz, Rang, rangieren, Rinken; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. ring, st. M., Kreis, Ring, ringförmiges Gebäck, Kettenglied; mnd. rinc (1), rink, ringe, M., Ring, Reif (M.) (2), Schlinge, Kreis, Versammlungsplatz, Umgebung, Umkreis, Nasenloch; mnl. rinc, M., Ring, Kreis, Versammlung; ahd. ring (1), hring*, st. M. (a), Ring, Versammlung, Kreis, Kranz, Kreisbahn, Wirbel, Windung, Erdkreis; as. hring*, st. M. (a), Ring; anfrk. ring*, st. M. (a), Ring; germ. *hrenga-, *hrengaz, *hringa-, *hringaz, st. M. (a), Ring, Kreis, Rundung; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ring, Kluge s. u. Ring, DW 14, 984, EWD s. u. Ring, Falk/Torp 102, EWAhd 7, 497, Duden s. u. Ring, Bluhme s. u. Ring; Son.: vgl. afries. hring, st. M. (a), Ring, Kreis; saterl. renge; ae. hring (1), st. M. (a), Ring, Fessel (F.) (1), Kreis, Rand, Kugel; an. hringr, st. M. (a), Ring, Kreis, Schwert, Schlange, Schiff; got. *hriggs, rinck, st. M. (a), Ring, Kreis; krimgot. ringo, M., Ring, Kreis; nndl. ring, Sb., Ring; nschw. ring, Sb., Ring; nnorw. ring, M., Ring; ksl. kro̧gŭ, Sb., Kreis; ? umbr. cingatro, Sb., Schulterband; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielfach verwendeten gleichmäßig runden kreisförmig in sich geschlossenen kleinen Gegenstand meist aus edlem Metall oder auch einen Kreis; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Ring, Ringes, Rings, Ringe, Ringen+EW; Z.: Ri-ng
$Ringel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ringel; E.: s. ring, s. el; L.: Kluge s. u. Ringel, DW 14, 995, EWD s. u. Ring; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus Ring und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen kleinen Ring oder ein ringähnliches Gebilde beispielsweise aus Haar; F.: Ringel, Ringels, Ringeln+EW; Z.: Ri-ng-el
$ringeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. ringeln, mit Ringeln versehen (V.), zu Ringeln werden; E.: s. Ringel, s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. Ring, DW 14, 997; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Ringel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mit Ringeln versehen (V.) oder zu Ringeln werden; F.: ringeln, ringel (!), ringle (!), ringele, ringelst, ringelt, ringelte, ringeltest, ringelten, ringeltet, geringelt, geringelte, geringeltes, geringeltem, geringelten, geringelter, ringelnd, ringelnde, ringelndes, ringelndem, ringelnden, ringelnder+EW; Z.: ri-ng-el-n
$Ringelnatter, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ringelnatter; E.: s. Ringel bzw. ringel(n), s. Natter; L.: Kluge s. u. Ringelnatter, DW 14, 997, EWD s. u. Ring; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ringel oder ringel(n) und Natter gebildete Bezeichnung für eine ungefährliche kleinere Schlange mit zwei ringähnlichen Nackenflecken und der Fähigkeit sich sehr stark einzuringeln; F.: Ringelnatter, Ringelnattern+EW; Z.: Ri-ng-el—nat-t-er
Ringelpietz, Ringelpiez, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ringelpietz, Ringelpiez, geselliges menschliches Beisammensein mit Tanz; ne. ground loop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied s. Ring; Hinterglied wohl aus dem Slawischen, poln. piec, V., singen; L.: Kluge s. u. Ringelpietz, fehlt DW, Duden s. u. Ringelpiez; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Ring(el) und einem slawischen Wort für singen gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches geselliges menschliches Beisammensein mit Tanz; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Ringelpietz, Ringelpietzes, Ringelpietze, Ringelpietzen, Ringelpiez, Ringelpiezes, Ringelpieze, Ringelpiezen+EW+FW; Z.: Ri-ng-el—pietz
ringen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ringen, kämpfen; ne. struggle (V.), wring; Vw.: -; Hw.: s. Range, rangeln, wringen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ringen, st. V., ringen, kämpfen, winden, ringen; mnd. ringen (1), st. V., sw. V., ringen, gewaltsam auseinandersetzen, quälen, abmühen, einen Ringkampf austragen, streiten, streben; mnl. ringen, wringen, wringhen, st. V., ringen, auswringen, quetschen, umrühren, streiten, kämpfen; ahd. ringan*, hringan*, st. V. (3a), ringen, kämpfen, streiten, hadern, einander widerstreiten, sich abmühen, sich bemühen, sich stemmen gegen; as. *wringan?, st. V. (3a), wringen; anfrk. -; germ. *wrengan, *wringan, st. V., drehen, wringen; idg. *u̯reng̑ʰ-, V., drehen, einengen, würgen, pressen, Pokorny 1154; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. ringen, Kluge s. u. ringen, DW 14, 1003, EWD s. u. ringen 2, Falk/Torp 102, 416, Seebold 570, EWAhd 7, 502, Duden s. u. ringen; Son.: vgl. afries. -; ae. wringan, st. V. (3a), wringen, pressen, quetschen; an. rengja, vrengja, sw. V. (1), verfälschen, falsch erklären; got. *wriggan?, sw. V. (3), drehen, winden; nndl. wringen, V., ringen; lit. rengtis, V., sich bücken, krümmen; GB.: (ringan) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach bestimmten Regeln Mann gegen Mann kämpfen oder sich unter Verwendung vor allem der Hände und Arme sowie Beine auseinandersetzen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: ringen (!), ringe (!), ringst, ringt, ringest, ringet, rang (!), rangst, rangen, rangt, ränge (!), rängest, rängen (!), ränget (!), gerungen, ##gerungen, gerungene, gerungenes, gerungenem, gerungenen, gerungener##, ringend, ###ringend, ringende, ringendes, ringendem, ringenden, ringender###, ring (!)+EW; Z.: ri-ng-en
$ringen (2), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. ringen, einen Ring bilden, mit einem Ring versehen (V.); Vw.: s. be-, um-; L.: Kluge s. u. Ring, DW 14, 1001, EWD s. u. Ring; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Ring und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches einen Ring bilden oder mit einem Ring versehen (V.); F.: ringen (!), ringe (!), ringst, ringt, ringest, ringet, ringte, ringtest, ringten, ringtet, geringt, ##geringt, geringte, geringtes, geringtem, geringten, geringter##, ringend, ###ringend, ringende, ringendes, ringendem, ringenden, ringender###, ring (!)+EW; Z.: ri-ng-en
$Ringer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ringer, Ringender; E. s. ring(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. ringen, DW 14, 1007, EWD s. u. ringen 2; GB.: um 1000 belegte und vielleicht nach lat. palaestricus oder palaestra aus ring(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen den Sport Ringen betreibenden Menschen; F.: Ringer, Ringers, Ringern+EW; Z.: Ri-ng-er
$Ringfinger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ringfinger; E.: s. Ring, s. Finger; L.: DW 14, 1010, EWD s. u. Finger; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. digitus anularis aus Ring und Finger gebildete Bezeichnung für den zwischen Mittelfinger und kleinem Finger befindlichen sowie oft mit einem Ring (wie beispielsweise einem Ehering) geschmückten Finger (meist zunächst der linken Hand und nach der Eheschließung der rechten Hand) des (erwachsenen) Menschen; F.: Ringfinger, Ringfingers, Ringfingern+EW; Z.: Ri-ng—fing-er
$Ringkampf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ringkampf; E.: s. ring(en), s. Kampf; L.: DW 14, 1011, EWD s. u. ringen 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ring(en) und Kampf gebildete Bezeichnung für den von Ringern nach bestimmten Regeln ausgetragenen schon den Hochkulturen des Altertums bekannten Wettkampf in dem Sport Ringen; F.: Ringkampf, Ringkampfs, Ringkampfes, Ringkämpfe, Ringkämpfen+EW+FW; Z.: Ri-ng—kam-p-f
$rings, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. rings, rundherum, in einem Kreis, überall; E.: s. Ring, s. s; L.: Kluge s. u. rings, DW 14, 1013[KG1] , EWD s. u. Ring; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und als adverbiell verwendeter Genetiv zu Ring gebildete Bezeichnung für rundherum oder in einem Kreis oder überall; F.: rings+EW; Z.: ri-ng-s
Rinken, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Rinken, Schnalle, Spange; ne. buckle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ring; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rinke, ringge, sw. F., st. F., sw. M., „Rinke“, Spange, Schnalle, Gürtelschnalle, Schuhschnalle; mnd. rinke, F., Zierring an der Kleidung, Schnalle, Beschlag; ahd. ringa (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Ring?, Fibel (F.) (1), Haken, Schnalle, Spange, Rink; as. hringa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schnalle, Fibel (F.) (1); anfrk. -; germ. *hringjō-, *hringjōn, *hringgjō-, *hringgjōn, Sb., Ring, Schnalle, Rinke; vgl. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rinken, Kluge s. u. Rinken, DW 14, 1016 (Rinke), Duden s. u. Rinken; Son.: vgl. afries. -; ae. hringe, sw. F. (n), Ring, Spange; an. hringja, sw. F. (n), Spange; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Schnalle oder Spange; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Rinken+EW; Z.: Ri-nk-en
Rinne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rinne, Kanal; ne. ditch (N.), drain (V.); Vw.: -; Hw.: s. rinnen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rinne, sw. F., Rinne, Regenrinne, Wasserrinne, Dachtraufe, Wasserrohr, Rinnsal, Wasserröhre; mnd. rinne (1), F., Rinne; mnd. renne, rinne, rönne, ronne, rünne, runne, F., Rinne, Mühlgerinne; mnl. rinne, renne, F., Rinne, Renne; ahd. rinna*, sw. F. (n), Rinne, Wasserleitung; as. rinna, sw. F. (n), Gefäß; germ. *rennō-, *rennōn, sw. F. (n), Renner, Gießbach, Bach; vgl. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), *or-, r̥-, h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rinne, DW 14, 1019, EWD s. u. rinnen, Seebold 375, EWAhd 7, 514, Duden s. u. Rinne; Son.: vgl. afries. -; ae. rǣn, F., Wasserfurche; an. renna, sw. V., Lauf, Wende (F.); got. rinnō, sw. F. (n), Gießbach; nschw. ränna, Sb., Rinne; lat. rīvus, M., Bach, Strom; ksl. rěka, F.?, Fluss; GB.: (rinna) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche schmale lang gestreckte Vertiefung in dem Boden durch die Wasser fließt oder fließen kann; BM.: sich bewegen; F.: Rinne, Rinnen+EW; Z.: Ri-nn-e
rinnen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. rinnen, fließen, sich fließend fortbewegen; ne. run (V.), flow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Grinsel, Rinne, rennen, Runse, Runs; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rinnen, st. V., rinnen, fließen, dahintreiben, triefen, überfließen von, quellen; mnd. rinnen (1), rynnen, rünnen, runnen, rennen, st. V., rinnen, fließen, tröpfeln, tropfen, lecken, tränen, triefen, laufen, rennen; mnl. rinnen, st. V., rinnen, laufen, fließen; ahd. rinnan, st. V. (3a), rinnen, fließen, herabfließen, herausfließen, ausströmen, sich ergießen, überfließen; as. rinnan*, st. V. (3a), rinnen, laufen; anfrk. rinnan*, rinnon*, st. V. (3), rennen, fließen, rinnen; germ. *rennan, st. V., sich erheben, rinnen, laufen; s. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rinnen, Kluge s. u. rinnen, DW 14, 1020, EWD s. u. rinnen, Falk/Torp 17, Seebold 375, EWAhd 7, 514, Duden s. u. rinnen, Bluhme s. u. rinnen; Son.: vgl. afries. renna (1), rinna, st. V. (3a), sw. V. (1), rennen, rinnen, laufen; saterl. renna, V., rennen, rinnen; ae. rinnan, iernan, iornan, st. V. (3a), rinnen, fließen; an. renna (2), rinna, st. V. (3a), fließen, laufen; got. rinnan, st. V. (3,1), rennen, laufen; nschw. rinne, V., rinnen; nisl. renna, V., rinnen; ai. rinati, V., lässt fließen; ksl. rinǫti sę, V., sich stürzen; russ. rínut, V., schnell fließen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches fließen oder sich fließend fortbewegen; BM.: sich bewegen; F.: rinnen, rinne (!), rinnst, rinnt, rinnest, rinnet, rann (!), rannst (!), rannten, rannt (!), ränne (!), rännest (!), rännen (!), rännet (!), rönne (!), rönnest (!), rönnen (!), rönnet (!), geronnen, ##geronnen, geronnene, geronnenes, geronnenem, geronnenen, geronnener##, rinnend, ###rinnend, rinnende, rinnendes, rinnendem, rinnenden, rinnender###, rinn (!)+EW; Z.: ri-nn-en
$Rinnsal, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rinnsal; E.: s. rinn(en), s. (i)s, s. al; L.: DW 14, 1025, EWD s. u. rinnen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus rinn(en) und is sowie al gebildete Bezeichnung für ein sehr kleines und sacht fließendes Gewässer oder eine ähnlich fließende Flüssigkeit wie beispielsweise Blut und Tränen; F.: Rinnsal, Rinnsales, Rinnsals, Rinnsale, Rinnsalen+EW; Z.: Ri-nn—sal
$Rinnstein, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rinnstein, Bordstein, Randstein, Gosse; E.: s. Rinn(e) oder rinn(en), s. Stein; Q.: Ende 16. Jh.; L.: DW 14, 1025, EWD s. u. rinnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Rinn(e) oder rinn(en) und Stein gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und aus Stein gebildete Rinne in der Wasser abrinnt oder abfließt F.: Rinnstein, Rinnsteins, Rinnsteines, Rinnsteine, Rinnsteinen+EW; Z.: Ri-nn—stei-n
Rioja, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Rioja, ein spanischer Rotwein; ne. rioja; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. span. rioja; E.: s. span. rioja, Sb., Rioja; von La Rioja, ON=F., Riojagebiet; wohl von río Oja, FlN., Oja-Fluss; vgl. span. río, M., Fluss; lat. rīvus, M., Bach, Strom; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); der Flussname selbst ist wohl baskischer Herkunft; L.: Duden s. u. Rioja; Son.: vgl. nndl. rioja, Sb., Rioja; frz. rioja, Sb., Rioja; nschw. rioja, Sb., Rioja; poln. rioja, Sb., Rioja; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach einem Fluss benannten aus Spanien stammenden Rotwein; BM.: ON; F.: Rioja, Riojas+FW; Z.: Ri-oj-a
Rippe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Rippe, Knochen im Oberkörper; ne. rib (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rips; Q.: Mitte 9. Jh. (Carmen ad Deum); E.: mhd. rippe, st. N., st. F., Rippe, Herkunft, Geschlecht; mhd. ribe (1), ribbe, rippe, st. N., st. F., Rippe; mnd. ribbe, rübbe, rebbe, rippe, st. N., sw. M., Rippe, Fleischstück mit Rippenknochen, gebogene Holzlatte; mnl. ribbe, rebbe, F., Rippe, Latte, schmaler Landrücken, Spitzwegerich; ahd. rippi*, st. N. (ja), Rippe; ahd. ribbi, st. N. (ja), Rippe, Spitzwegerich; as. ribbi*, st. N. (ja), Rippe; anfrk. -; germ. *rebja-, *rebjam, st. N. (a), Rippe, Riff; s. idg. *rebʰ- (2), *h₁rebʰ-, V., wölben, decken, überwölben, überdecken, Pokorny 853 (1483/6) (RB. idg. aus gr., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rppe, Kluge s. u. Rippe, DW 14, 1026, EWD s. u. Rippe, Falk/Torp 338, EWAhd 7, 428, Duden s. u. Rippe, Bluhme s. u. Rippe; Son.: vgl. afries. ribb, rebb, rib, reb, st. N. (a), Rippe; nnordfries. robb, rabb; ae. ribb, rib, st. N. (a), Rippe; an. rif (1), st. N. (a), Rippe; got. *ribja, *ribi, st. F. (ō), Rippe, Riff; nndl. rib, ribbe, Sb., Rippe; nschwed. rev, Sb., Rippe; nnorw. ribbein, N., Rippe; ksl. rebro, N., Rippe, Seite; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der entsprechenden Lebewesen vorhandenen schmalen gebogenen Knochen in dem Rumpf des Menschen und mancher Tiere der nahezu waagerecht von der Wirbelsäule zu dem Brustbein verläuft und mit anderen Knochen oder Rippen zusammen als Brustkorb die Brusthöhle bildet oder umschließt; BM.: wölben; F.: Rippe, Rippen+FW; Z.: Ripp-e
$Rippenspeer, Rippespeer, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Rippenspeer; E.: s. Ripp(e), s. en (Suff.), s. Speer; L.: Kluge s. u. Rippe(n)speer, DW 14, 1037 (Rippespeer, Rippspeer), EWD s. u. Rippe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Ripp(e) und en (Suff.) sowie Speer gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher als Speise entwickeltes und verwendetes gepökeltes Rippchen des Schweines; F.: Rippenspeer, Rippenspeers, Rippenspeeres, Rippenspeere, Rippenspeeren, Rippespeer, Rippespeers, Rippespeeres, Rippespeere, Rippespeeren+EW; Z.: Ripp-en—speer
Rips, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rips, geripptes Gewebe; ne. rep (N.), repp; Vw.: -; Hw.: s. Rippe; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. ribs; E.: s. ne. ribs, N. Pl., Rippen; ae. ribb, rib, st. N. (a), Rippe; germ. *rebja-, *rebjam, st. N. (a), Rippe, Riff; s. idg. *rebʰ- (2), *h₁rebʰ-, V., wölben, decken, überwölben, überdecken, Pokorny 853 (1483/6) (RB. idg. aus gr., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Rips, DW 14, 1037, Duden s. u. Rips; Son.: vgl. nndl. rips, Sb., Rips; frz. reps, M., Rips; nschw. rips, Sb., Rips; nnorw. M., Rips; poln. ryps, M., Rips; kymr. rep, M., F., Rips; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes geripptes Gewebe; BM.: wölben; F.: Rips, Ripses, Ripse, Ripsen+FW(+EW?); Z.: Rip-s
Risiko, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Risiko, Wagnis, Gefahr; ne. risk (N.), hazard (N.); Vw.: -; Hw.: s. riskant; Q.: 1507; I.: Lw. it. rischio; E.: s. it. rischio, risico, risco, M., Risiko; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von frühroman. *rixicare von lat. rīxāri, V., hadern, zanken, streiten, in Streit geraten (V.), (96-55 v. Chr.); vgl. lat. rīxa, F., Hader (M.) (1), Zank, Streit, Rauferei, Kampf; idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Risiko, fehlt DW, EWD s. u. Risiko, Duden s. u. Risiko; Son.: vgl. nndl. risico, Sb., Risiko; frz. risque, M., Risiko; nschw. risk, Sb., Risiko; nnorw. risiko, M., Risiko; poln. ryzyko, N., Risiko; kymr. risg, F., Risiko; nir. riosca, M., Risiko; lit. rizika, F., Risiko; GB.: seit 1507 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches mit einem schlechten Ausgang oder einer Gefahr verbundenes Wagnis; BM.: ritzen bzw. reißen?; F.: Risiko, Risikos, Risiken+FW(+EW?); Z.: Ri-sik-o
riskant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. riskant, gefährlich, gewagt; ne. risky; Vw.: -; Hw.: s. Risiko; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. risquant; E.: s. frz. risquant, Adj., riskant, gewagt; vgl. frz. risque, M., Risiko; it. rischio, M., Risiko; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von frühroman. *rixicare von lat. rīxāri, V., hadern, zanken, streiten, in Streit geraten (V.), (96-55 v. Chr.); vgl. lat. rīxa, F., Hader (M.) (1), Zank, Streit, Rauferei, Kampf; idg. *reik-, V., ritzen, reißen, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Risiko, fehlt DW, ; Son.: vgl. nndl. riskant, Adj., riskant; nschw. riskabel, Adj., riskant; nnorw. risikabel, Adj., riskant; poln. ryzykowny, Adj., riskant; lit. rizikingas, Adj., riskant; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gefährlich oder gewagt; BM.: ritzen bzw. reißen?; F.: riskant, riskante, riskantes, riskantem, riskanten, riskanter(, riskantere, riskanteres, riskanterem, riskanteren, riskanterer, riskantest, riskanteste, riskantestes, riskantestem, riskantesten, riskantester+FW(+EW); Z.: ri-sk-ant)
$riskieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. riskieren, wagen, tun; E.: s. frz. ris(quer), s. ieren; L.: Kluge s. u. Risiko, DW 14, 1042, EWD s. u. Risiko; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wagen, tun; F.: riskieren, riskiere, riskierst, riskiert, riskierest, riskieret, riskierte, riskiertest, riskierten, riskiertet, ##riskiert, riskierte, riskiertes, riskiertem, riskierten, riskierter##, riskierend, ###riskierend, riskierende, riskierendes, riskierendem, riskierenden, riskierender###, riskier (!)+FW+EW; Z.: ri-sk-ier-en
Risotto, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Risotto, ein Reisgericht; ne. risotto; Vw.: -; Hw.: s. Reis (1); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. risotto; E.: s. it. risotto, M., Risotto; vgl. it. riso, M., Reis; mlat. risus, M., Reis (M.); lat. orȳza, F., Reis (M.); gr. ὄρυζα (óryza), F., Reis (M.); Lehnwort aus dem Ostiranischen; von ai. vrīhí-; L.: fehlt DW, Duden s. u. Risotto; Son.: vgl. nndl. risotto, Sb., Risotto; frz. risotto, M., Risotto; nschw. risotto, Sb., Risotto; nnorw. risotto, M., Risotto; kymr. risoto, M., Risotto; poln. risotto, M., Risotto; lit. rizotas, M., Risotto; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Ostiranischen verbindbare Bezeichnung für ein aus Italien stammendes von Menschen entwickeltes Gericht aus Reis und Butter und Parmesan und anderen Zutaten; BM.: Reis (M.); F.: Risotto, Risottos+FW; Z.: Ris-ot-t-o
Rispe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rispe, Büschel, Bündel, Buschwerk; ne. panicle, truss (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rispe, sw. F., Rispe, Gezweig, Gesträuch; mnd. rispe, rīpe, F., Rispe, Reisig, Staude, Gestrüpp, Busch; ahd. rispahi*, st. N. (ja), Gebüsch, Gesträuch; lang. *rispa, F., Gesträuch; idg. *skreis-, *kreis-, V., drehen, biegen, bewegen, schütteln, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Risp, Kluge s. u. Rispe, DW 14, 1042, EWD s. u. Rispe, EWAhd 7, 557, Duden s. u. Rispe, Bluhme s. u. Rispe; Son.: vgl. nschwe. risp, Sb., Haferrispe, Zerrissenes; nnorw. rispa, rispe, F., Rispe; GB.: seit um 765 belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen aus mehreren Trauben zusammengesetzten Blütenstand kleinerer Pflanzen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Rispe, Rispen+EW; Z.: Ri-sp-e
Riss, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Riss, Trennungsspalt; ne. rift (N.), crack (N.); Vw.: s. Grund-; Hw.: s. reißen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. riz, st. M., Riss; ahd. riz, st. M. (i), Ritzung, Riss, Strich, Linie, Schriftzeichen, Buchstabe, Einschnitt, Eindruck; as. -; anfrk. -; germ. *writi-, *writiz, st. M. (i), Riss, Schrift; s. idg. *u̯rei-, *u̯rī-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Risz, Kluge s. u. Riss, DW 14, 1045, EWD s. u. Riss, Falk/Torp 418, Seebold 567, EWAhd 7, 587, Duden s. u. Riss, Bluhme s. u. Riss; Son.: vgl. afries. -; ae. writ, st. N. (a), Schrift, Buch, Urkunde; an. rit, vrit, st. N. (a), Schrift, Schreiben (N.) (2); got. writs, st. M. (i), Strich; GB.: (riz) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Stelle an der etwas gerissen oder getrennt ist; BM.: reißen bzw. ritzen; F.: Riss, Risses, Risse, Rissen+EW; Z.: Ri-ss
$rissig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rissig, Riss(e) aufweisend; E.: s. Riss, s. ig; L.: DW 14, 1049 (riszig)?, EWD s. u. Riss; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Riss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches Riss(e) aufweisend; F.: rissig, rissige, rissiges, rissigem, rissigen, rissiger+EW; Z.: ri-ss-ig
Rist, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rist, Handrücken, Fußrücken; ne. instep; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. rist, st. M., st. N., Rist, Handgelenk, Fußgelenk; mhd. riste, st. F., Handgelenk; mnd. wrist, F.?, „Wrist“, Rist, Handwurzel, Fußwurzel; mnl. wrist, M., Handgelenk; ahd. rist (1), st. M. (a?, i?), Rist, Handgelenk, Fußgelenk?; as. -; anfrk. -; germ. *wrihsti-, *wrihstiz, st. F. (i), Rist, Gelenk; germ. *wristu-, *wristuz, st. M. (u), st. F. (u)?, Rist, Gelenk; s. idg. *u̯reik̑-, V., drehen, wickeln, binden, Pokorny 1158; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rist, Kluge s. u. Rist, DW 14, 1043, EWD s. u. Rist, Falk/Torp 418, Seebold 566, EWAhd 7, 559, Duden s. u. Rist, Bluhme s. u. Rist; Son.: vgl. afries. wrist, wriust, werst, st. F. (i?), Rist, Fußgelenk, Handgelenk, Gelenk; nnordfries. wraast; ae. wrist, wyrst, st. F. (ō), Rist; an. rist (1), vrist, st. F. (i), Spann des Fußes, Rist; got. -; nschw. vrist, Sb., Rist; nnorw. rist, M., F., Rist; GB.: seit nach 1243 belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Handrücken oder Fußrücken; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Rist, Ristes, Rists, Riste, Risten+EW; Z.: Ri-st
Ritt, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ritt, Reiten; ne. ride (N.); Vw.: -; Hw.: s. reiten (1), Ritter; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönches); E.: s. mhd. rit (1), st. M., Ritt (?), Ritterfahrt; mnd. rit (1), ritt, rijt, N., Ritt, Kriegszug zu Pferde, Unternehmung zu Pferde, Reiterabteilung, Abteilung der berittenen Kriegsknechte; mnd. rēt (1), reit, reet, N., M., Ritt, Unternehmung zu Pferde, Reiterumzug (Bedeutung örtlich beschränkt), Kriegszug; mhd. rīten (1), st. V., aufmachen, bewegen, reiten; mnd. rīden (1), riten, reyden, st. V., reiten, rittlings auf etwas sitzen, von etwas besessen werden, sich auf einem Fahrzeug fortbewegen, fahren; ahd. rītan, st. V. (1a), reiten, fahren, sich bewegen; as. rīdan*, st. V. (1a), reiten; germ. *reidan, *rīdan, st. V., bewegen, fahren, reiten; idg. *reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861 (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ritt, DW 14, 1051, EWD s. u. Ritt, Duden s. u. Ritt; Son.: vgl. nndl. rit, Sb., Ritt; nschw. ritt, Sb., Ritt; nnorw. ritt, N., Ritt; GB.: vielleicht seit 1390 belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Zähmung des Pferdes dem Menschen möglichen Ausflug zu Pferde oder ein Reiten; BM.: sich bewegen; F.: Ritt, Rittes, Ritts, Ritte, Ritten+EW; Z.: Ri-tt
Ritten, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Ritten, Fieber; ne. fever (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. rite, sw. M., Fieber; mnd. rēde, st. M., sw. M., Fieber; mnl. rede, M., Fieber; ahd. rito, ritto, sw. M. (n), Fieber, Zittern; as. hrido*, sw. M. (n), Fieber; anfrk. -; germ. *hridō-, *hridōn, *hrida-, *hridan, sw. M. (n), Fieber; s. idg. *skreit-, *kreit-, V., drehen, biegen, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ritten, Kluge s. u. Ritten, DW 14, 1051, EWAhd 7, 572; Son.: vgl. afries. -; ae. hriþ, st. M. (i?), Fieber; an. riða (1), sw. F. (n), Fieberanfall; got. -; air. crith, Sb., Zittern; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich als Mittel zu der Abwehr von Erregern von Krankheiten mögliches Fieber; BM.: drehen; F.: Ritten, Rittens+EW; Z.: Ri-tt-en
Ritter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Ritter; ne. knight (M.); Vw.: -; Hw.: s. reiten (1), Ritt, Reiter (2); Q.: 12. Jh. (Glosse); I.: Lbd. frz. chevalier; E.: mhd. rittære*, ritter, rittere, rider, st. M., Ritter, Reiter (M.), berittener Krieger, Soldat; mnd. riddære*, ridder, riddere, redder, ryder, ritter, M., Ritter, Angehöriger des niederen Adels, Mensch mit Führungsaufgaben; mnl. riddere, ridder, ridere, rider, M., Ritter; ahd. rītāri*, st. M. (ja), Soldat zu Pferd, Reiter (M.), Ritter; s. ahd. rītan, st. V. (1a), sich bewegen, reiten, fahren; s. germ. *reidan, st. V., bewegen, fahren, reiten; idg. *reidʰ-, V., fahren, sich bewegen, Pokorny 861 (1497/20) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ritter, Kluge s. u. Ritter, DW 14, 1053, EWD s. u. Ritter, Duden s. u. Ritter, Bluhme s. u. Ritt; Son.: vgl. nndl. ridder, Sb., Ritter; nschw. riddare, Sb., Ritter; nnorw. ridder, M., Ritter; lit. riteris, M., Ritter; GB.: seit um 1120 belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene oder aus reit(en) und er (Suff.) gebildete und in der Bedeutung durch frz. chevalier geprägte Bezeichnung für einen Angehörigen eines gehobenen Standes der in voller Rüstung als Reiter in den Kampf zieht oder an einem Turnier teilnimmt; BM.: sich bewegen; F.: Ritter, Ritters, Rittern+EW; Z.: Ri-tt-er
$Rittergut, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Rittergut; Q.: um 1500; E.: s. Ritter, s. Gut; L.: DW 14, 1060, EWD s. u. Ritter; GB.: seit um 1500 belegte und aus Ritter und Gut gebildete Bezeichnung für das einem Ritter von seinem Herrn als Lehen gegebenes Gut; F.: Rittergut, Ritterguts, Rittergutes, Rittergüter, Rittergütern+EW; Z.: Ri-tt-er—gut
$ritterlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ritterlich, einem Ritter gemäß, redlich, edel; E.: s. Ritter, s. lich; L.: Kluge s. u. Ritter, DW 14, 1062, EWD s. u. Ritter; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Ritter und lich gebildete Bezeichnung für einem Ritter gemäß oder redlich oder edel; F.: ritterlich, ritterliche, ritterliches, ritterlichem, ritterlichen, ritterlicher(, ritterlichere, ritterlicheres, ritterlicherem, ritterlicheren, ritterlicherer, ritterlichst, ritterlichste, ritterlichstes, ritterlichstem, ritterlichsten, ritterlichster)+EW; Z.: ri-tt-er—lich
$Ritterschlag, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ritterschlag; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Peter Suchenwirts Werke); E.: s. Ritter, s. Schlag; L.: DW 14, 1070, EWD s. u. Ritter; GB.: (rittæreslac*) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus Ritter und Schlag gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Rittern mögliche förmliche Erhebung eines Mannes zu einem Ritter durch einen leichten Schlag mit einem flachen Schwert auf eine Schulter oder einen Hals eines Menschen; F.: Ritterschlag, Ritterschlags, Ritterschlages, Ritterschläge, Ritterschlägen+EW; Z.: Ri-tt-er—schlag
$Rittersporn, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Rittersporn; L.: Kluge s. u. Rittersporn, DW 14, 1074, EWD s. u. Ritter; GB.: (rittæresporn*) vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Ritter und Sporn eines Reiters und Ritters gebildete Bezeichnung für einen Sporn an dem Stiefel eines Ritters und übertragen (Adj.) für eine ihm ähnliche blaublühende mittelgroße Blütenpflanze; F.: Rittersporn, Ritterspornes, Rittersporns, Rittersporne, Ritterspornen+EW; Z.: Ri-tt-er—s-por-n
$Rittertum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rittertum, Stand und Wesen des Ritters; E.: s. Ritter, s. tum; L.: Kluge s. u. Ritter, DW 14, 1076 (Ritterthum), EWD s. u. Ritter; GB.: seit 19. Jh. (Campe) belegte und aus Ritter und tum gebildete Bezeichnung für den Stand und das Wesen des Ritters; F.: Rittertum, Rittertums, Rittertumes+EW; Z.: Ri-tt-er—tum
$rittlings, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. rittlings; E.: s. Ritt, s. ling, s. s; L.: DW 14, 1078, EWD s. u. Ritt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ritt und ling sowie s gebildete Bezeichnung für in der Körperhaltung wie bei einem Ritt; F.: rittlings+EW; Z.: ri-tt—ling-s
$Rittmeister, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rittmeister; E.: s. Ritt, s. Meister; L.: Kluge s. u. Rittmeister, DW 14, 1078, EWD s. u. Ritt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Ritt und Meister gebildete Bezeichnung für den Führer einer Reitertruppe; F.: Rittmeister, Rittmeisters, Rittmeistern+EW+FW; Z.: Ri-tt—mei-st-er
Ritual, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ritual, gleichbleibendes regelmäßiges Vorgehen, Ritus, Zeremonie; ne. ritual (N.), rite (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ritus, rituell; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. rītuālis; E.: s. lat. rītuālis, Adj., religiösen Brauch betreffend, Zeremonien betreffend, (81-43 v. Chr.); lat. rītus, M., hergebrachte Weise, religiöser Brauch, Ritus, Zeremonie, Sitte, Gewohnheit; s. idg. *arī̆-, *rī̆-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 55; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ritus, fehlt DW, EWD s. u. Ritus, Duden s. u. Ritual; Son.: vgl. nndl. ritueel, Sb., Ritual; frz. rituel, M., Ritual; nnorw. ritual, Sb., Ritual; nnorw. ritual, N., Ritual; poln. rytuał, M., Ritual; lit. ritualas, M., Ritual; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gleichbleibendes regelmäßiges Vorgehen von Menschen nach einer festgelegten Ordnung oder einen Ritus oder eine Zeremonie; BM.: fügen bzw. passen; F.: Ritual, Rituals, Rituales, Rituale, Ritualen+FW(+EW?); Z.: Ri-t-u-al
rituell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rituell, zeremoniell, bestimmten Regeln folgend; ne. ritual (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Ritual, Ritus; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. rituel; E.: s. frz. rituel, Adj., rituell; lat. rītuālis, Adj., religiösen Brauch betreffend, Zeremonien betreffend, (81-43 v. Chr.); lat. rītus, M., hergebrachte Weise, religiöser Brauch, Ritus, Zeremonie, Sitte, Gewohnheit; s. idg. *arī̆-, *rī̆-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 55; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ritus, fehlt DW, EWD s. u. Ritus, Duden s. u. rituell; Son.: vgl. nndl. ritueel, Adj., rituell; frz. rituel, Adj., rituell; nschw. rituell, Adj., rituell; nnorw. rituell, Adj., rituell; poln. rytualny, Adj., rituell; lit. ritualinis, Adj., rituell; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einer bestimmten Ordnung und bestimmten Regeln folgend oder zeremoniell; BM.: fügen bzw. passen; F.: rituell, rituelle, rituelles, rituellem, rituellen, ritueller+FW(+EW?); Z.: ri-t-u-ell
Ritus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Ritus, religiöser Brauch, Zeremonie; ne. rite; Vw.: -; Hw.: s. Ritual, rituell; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. rītus; E.: s. lat. rītus, M., hergebrachte Weise, religiöser Brauch, Ritus, Zeremonie, Sitte, Gewohnheit, (96-55 v. Chr.); s. idg. *arī̆-, *rī̆-, V., fügen, passen, zählen, ordnen, Pokorny 55; vgl. idg. *ar- (1), *h₂er-, V., fügen, passen, Pokorny 55 (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Ritus, fehlt DW, EWD s. u. Ritus, Duden s. u. Ritus; Son.: vgl. nndl. ritus, Sb., Ritus; frz. rite, M., Ritus; nschw. rit, ritus, Sb., Ritus; nnorw. ritus, M., Ritus; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die hergebrachte Weise der Ausübung einer Religion oder eine Zeremonie; BM.: fügen bzw. passen; F.: Ritus, Riten+FW; Z.: Ri-t-us
$Ritz, nhd., M., N., (13. Jh.): nhd. Ritz, Spalt, Schlitz; Hw.: s. Ritze, ritzen; E.: s. ritzen; L.: Kluge s. u. ritzen, DW 14, 1079, EWD s. u. ritzen; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit ritzen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Spalt; F.: Ritz, Ritzes, Ritze, Ritzen+EW; Z.: Ri-tz
$Ritze, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Ritze, Spalte, Schlitz; Hw.: s. Ritz, ritzen; E.: s. ritzen; L.: Kluge 1. A. s. u. Ritze, Kluge s. u. ritzen, DW 14, 1081, EWD s. u. ritzen, Duden s. u. Ritze; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und mit ritzen verbindbare Bezeichnung für Spalte oder Schlitz; F.: Ritze, Ritzen+EW; Z.: Ri-tz-e
ritzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ritzen, einschneiden, einkratzen, kerben; ne. scratch (V.); Vw.: -; Hw.: s. reißen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. ritzen, sw. V., ritzen, verwunden, Riss machen, aufschlitzen; mnd. wrīten, written*, st. V., ritzen, zeichnen, schreiben; ahd. rizzen*, sw. V. (1a), ritzen, reißen, schneiden; ahd. rizzōn (1), sw. V. (2), ritzen, einritzen, stechen; ahd. rīzan*, st. V. (1a), ritzen, reißen, schreiben, einritzen, aufzeichnen; as. wrītan*, st. V. (1), ritzen, zerreißen, schreiben; anfrk. -; germ. *wreitan, st. V., ritzen, schreiben; s. idg. *u̯rei-, *u̯rī-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. *u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ritze, Kluge s. u. ritzen, DW 14, 1082, EWD s. u. ritzen, Duden s. u. ritzen, Bluhme s. u. ritzen; Son.: vgl. afries. wrīta, st. V. (1), ritzen, schreiben; ae. wrītan, st. V. (1), einritzen, reißen, schreiben, zeichnen; ne. write, V., schreiben; an. rīta, st. V. (1), einritzen, schreiben; got. *wreitan, st. V. (1), ritzen, reißen; nschw. rista, V., ritzen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen mögliches mit einem spitzen Gegenstand in eine Oberfläche einschneiden oder einkratzen; BM.: ?; F.: ritzen, ritze, ritzst (!), ritzt, ritzest, ritzet, ritzte, ritztest, ritzten, ritztet, geritzt, ##geritzt, geritzte, geritztes, geritztem, geritzten, geritzter##, ritzend, ###ritzend, ritzende, ritzendes, ritzendem, ritzenden, ritzender##, ritz (!)+EW; Z.: ri-tz-en
Rivale, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rivale, Mitbewerber, Konkurrent, Nebenbuhler; ne. rival (M.); Vw.: -; Hw.: s. Rivalität, rivalisieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. rival; E.: s. frz. rival, M., Rivale, Konkurrent; lat. rīvālis (2), M., Kanalnachbar, Nebenbuhler, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. rīvālis (1), Adj., zum Bach gehörig, zum Kanal gehörig, Bach..., Kanal...; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rivale, DW 14, 1086 (Riva), l EWD s. u. Rivale, Duden s. u. Rival; Son.: vgl. nndl. rivaal, Sb., Rivale; frz. rival, M., Rivale; nschw. rival, Sb., Rivale; nnorw. rival, M., Rivale; poln. rywal, M., Rivale; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Mitbewerber oder Konkurrenten oder Nebenbuhler; BM.: Kanalnachbar bzw. sich bewegen; F.: Rivale, Rivalen+FW; Z.: Ri-v-al-e
rivalisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rivalisieren, wetteifern, konkurrieren; ne. rival (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rivale, Rivalität; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. rivaliser; E.: s. frz. rivaliser, V., rivalisieren; vgl. frz. rival, M., Rivale, Konkurrent; lat. rīvālis (2), M., Kanalnachbar, Nebenbuhler, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. rīvālis (1), Adj., zum Bach gehörig, zum Kanal gehörig, Bach..., Kanal...; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rivale, fehlt DW, EWD s. u. Rivale, Duden s. u. rivalisieren; Son.: vgl. frz. rivaliser, V., rivalisieren; nschw. rivalisera, V., rivalisieren; nnorw. rivalisere, V., rivalisieren; poln. rywalzować, V., rivalisieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit jemanden um etwas wetteifern; BM.: Kanalnachbar bzw. sich bewegen; F.: rivalisieren, rivalisiere, rivalisierst, rivalisiert, rivalisierest, rivalisieret, rivalisierte, rivalisiertest, rivalisierten, rivalisiertet, ##rivalisiert, rivalisierte, rivalisiertes, rivalisiertem, rivalisierten, rivalisierter##, rivalisierend, ###rivalisierend, rivalisierende, rivalisierendes, rivalisierendem, rivalisierenden, rivalisierender###, rivalisier (!)+FW+EW?; Z.: ri-v-al-is-ier-en
Rivalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rivalität, Konkurrenz; Wettbewerb, Kampf um einen Vorrang; ne. rivalry; Vw.: -; Hw.: s. Rivale, rivalisieren; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. rīvālitās; E.: s. lat. rīvālitās, F., Nebenbuhlerschaft, Eifersucht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. rīvālis (1), Adj., zum Bach gehörig, zum Kanal gehörig, Bach..., Kanal...; idg. *erei, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 330; vgl. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Rivale, fehlt DW, EWD s. u. Rivale, Duden s. u. Rivalität; Son.: vgl. nndl. rivaliteit, Sb., Rivalität; frz. rivalité, F., Rivalität; nschw. rivalitet, Sb., Rivalität; nnorw. rivalitet, M., Rivalität; poln. rywalizacja, F., Rivalität; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Wettbewerb oder Kampf um einen Vorrang; BM.: Kanalnachbar bzw. sich bewegen; F.: Rivalität, Rivalitäten+FW(+EW); Z.: Ri-v-al-it-ät
Rizinus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rizinus, eine Pflanze; ne. ricin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. ricinus; E.: s. lat. ricinus, M., Holzbock? (Ungeziefer bei Schafen), Wunderbaum, Zecke, (234-149 v. Chr.); idg. *erek- (1), (*eregʰ-), (*ergʰ-), Sb., Laus, Milbe, Pokorny 335 (486/67) (RB. idg. aus ind., arm., alb., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Rizinus, fehlt DW, Duden s. u. Rizinus; Son.: vgl. nndl. ricinus, Sb., Rizinus; frz. ricin, M., Rizinus; nschw. ricin, Sb., Rizinus; poln. rycynus, M., Rizinus; kymr. risin, M., Rizinus; lit. ricina, F., Rizinus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche bis zu 2 bis 4 Meter Höhe erreichende als Strauch oder Baum wachsende Pflanze mit großen, handförmig gelappten Blättern aus deren Samen der Mensch seit den Hochkulturen des Altertums das als Abfuhrmittel verwendbare Rizinusöl gewinnt; BM.: Laus?; F.: Rizinus, Rizinususse, Rizinussen+FW(+EW?); Z.: Riz-in-us
Roastbeef, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Roastbeef, Rinderbraten; ne. roast beef; Vw.: -; Hw.: s. Rost (1), rösten (1), Beefsteak; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. roast beef; E.: s. ne. roast beef, N., Roastbeef, Rinderbraten; ne. roast, V., rösten (V.) (1); vgl. germ. *raustjan, sw. V., rösten (V.) (1); s. idg. *reus-?, V., knistern, rösten (V.) (1), Pokorny 868; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. beef, N., Rind, Rindfleisch; afrz. boef, M., Rind; lat. bōs, F., M., Rind, Kuh, Ochse, Wisent, Auerochse, Hirschkuh; idg. *gᵘ̯ou-, *gᵘ̯o-, M., F., Kuh, Rind, Pokorny 482 (711/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Rost 1, Duden s. u. Roastbeef; Son.: vgl. frz. rosbif, M., Roastbeef; nschw. rostbiff, Sb., Roastbeef; poln. rostbef, M., Roastbeef; lit. rostbifas, M., Roastbeef; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen auf englische Art gebratenen Rinderbraten; BM.: rösten (V.) (1), Rind; F.: Roastbeef, Roastbeefs, Roastbeefes, Roastbeefe, Roastbeefen+FW; Z.: Roa-s-t—bee-f
Robbe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Robbe, Seehund; ne. seal (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. mnd. robbe, F., Robbe; von einem Wort für Borste; oder von einem in Nordseesprachen verwendeten rubba, V., reiben, scheuern, kratzen; L.: Kluge s. u. Robbe, DW 14, 1087, EWD s. u. Robbe, Duden s. u. Robbe, Bluhme s. u. Robbe; Son.: bis in das 19. Jh. auch M.; vgl. nndl. rob, Sb., Robbe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende und vielleicht mit Sprachen des Nordseeraums verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches großes in kalten Meeren lebendes Säugetier mit plumpem lang gestrecktem und von dicht anliegendem kurzem Haar bedecktem Körper und flossenähnlichen Gliedmaßen; BM.: Borste bzw. reiben; F.: Robbe, Robben+EW; Z.: Robb-e
$robben, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. robben, sich wie eine Robbe auf dem Boden bewegen; E.: s. Robb(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Robbe, EWD s. u. Robbe, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Robb(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches sich wie eine Robbe auf dem Boden bewegen; F.: robben (!), robbe (!), robbst, robbt, robbest, robbet, robbte, robbtest, robbten, robbtet, gerobbt, ##gerobbt, gerobbte, gerobbtes, gerobbtem, gerobbten, gerobbter##, robbend, ###robbend, robbende, robbendes, robbendem, robbenden, robbender###, robb (!);+EW; Z.: robb-en
Robe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Robe, Gewand, Amtsgewand; ne. robe (N.); Vw.: s. Garde-; Hw.: s. Raub; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. robe; E.: s. frz. robe, F., Kleid, Kleidung; aus dem Fränkischen, letztlich von germ. *rauba-, *raubaz, st. M. (a), Abgerissenes, Raub; s. idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Robe, DW 14, 1088, EWD s. u. Robe, Duden s. u. Robe, Bluhme s. u. Robe; Son.: vgl. nschw. rob, robe, Sb., Robe; nnorw. robe, M., Robe; nir. róba, M., Robe; lit. rūbas, M., Robe; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Fränkischen des Frühmittelalters aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes besonders festliches Schleppkleid und das Amtsgewand eines Richters oder Staatsanwalts oder Rechtsanwalts oder Protokollführers; BM.: erbeutetes Kleidungsstück; F.: Robe, Roben+FW(?); Z.: Ro-b-e
$roboten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. roboten; E.: s. slaw. rabota, s. Roboter; L.: fehlt DW (dort aber Robot DW 14, 1089), EWD s. u. Roboter; GB.: seit 15.Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schwer arbeiten oder schuften; F.: roboten (!), robote (!), robotest, robotet, robotete, robotetest, roboteten, robotetet, gerobotet, ##gerobotet, gerobotete, gerobotetes, gerobotetem, geroboteten, geroboteter##, robotend, ###robotend, robotende, robotendes, robotendem, robotenden, robotender###, robot (!)+FW(+EW?); Z.: robot-en
Roboter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Roboter, Maschinenmensch, Automat; ne. robot; Vw.: -; Hw.: s. Bot (2); Q.: nach 1920; I.: Lw. ne. robot; E.: s. ne. robot, N., Roboter; tschech. robot, M., Arbeiter, Fronarbeiter; tschech. robóta, rabóta, Sb., Arbeit; L.: Kluge s. u. Roboter, fehlt DW, EWD s. u. Roboter, Duden s. u. Roboter; Son.: vgl. nndl. robot, Sb., Roboter; frz. robot, M., Roboter; nschw. robot, Sb., Roboter; nnorw. robot, M., Roboter; poln. robot, M., Roboter; kymr. robot, M., Roboter; nir. róbó, M., Roboter; lit. robotas, M., Roboter; GB.: seit nach 1920 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete bestimmte Tätigkeiten eines Menschen ausführen könnende Maschine (Maschinenmensch) oder Apparatur oder einen Automaten in deren Nähe George Devol (1912-2011) in den Vereinigten Staaten von Amerika 1954 ein Verfahren zu der Maschinensteuerung erfand und 1956 den ersten Industrieroboter (Unimate) entwickelte; BM.: Frondienst; F.: Roboter, Roboters, Robotern+FW(+EW?); Z.: Robot-er
robust, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. robust, hart, stark, kräftig, eichen (Adj.); ne. robust; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. robuste; E.: s. frz. robuste, Adj., robust; lat. rōbustus, Adj., aus Hartholz bestehend, aus Eiche seiend, eichen (Adj.), hart, fest, stark, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. rōbur, N., Starkholz, Hartholz, Kernholz, Eichenholz; vgl. idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872? (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. robust, DW 14, 1089, EWD s. u. robust, Duden s. u. robust; Son.: vgl. nndl. robuust, Adj., robust; nschw. robust, Adj., robust; nnorw. robust, Adj., robust; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für hart oder stark oder kräftig oder eichen (Adj.) oder unempfindlich; BM.: Hartholz bzw. rot?; F.: robust, robuste, robustes, robustem, robusten, robuster(, robustere, robusteres, robusterem, robusteren, robusterer, robustest, robusteste, robustestes, robustestem, robustesten, robustester)+FW(+EW?); Z.: rob-ust
Rochade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rochade, Platztausch; ne. castling, switch-over; Vw.: -; Hw.: s. rochieren; Q.: 16. Jh.; E.: s. rochieren; L.: Kluge s. u. rochieren, DW 14, 1089, Duden s. u. Rochade; Son.: vgl. nndl. rokade, Sb., Rochade; nschw. rockad, Sb., Rochade; nnorw. rokade, M., Rochade; poln. roszada, F., Rochade; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Roche (1) und rochieren verbindbare Bezeichnung für einen bei dem in Indien vor mehr als 1500 Jahren von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Schachspiel möglichen Zug bei dem König und Turm (Roche) miteinander bewegt werden und Plätze tauschen und davon abgeleitet für einen Platztausch von Spielern auf einem Spielfeld; BM.: laufen; F.: Rochade, Rochaden+FW(+EW?); Z.: Roch-ad-e
Roche (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Roche (M.) (1), Turm in dem Schachspiel; ne. rook (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. rochieren; Q.: ?; E.: s. rochieren; L.: Kluge 1. A. s. u. Roche 2, DW 14, 1089 (Roch); GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene und mit dem Altindischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Turm in dem Schachspiel; BM.: laufen; F.: Roche, Rochens, Rochen+FW; Z.: Roch-e
Roche (2), nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Roche (M.) (2), Rochen, ein Fisch mit dorniger oder rauer Haut; ne. ray (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Rochen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. roche (1), rocche, rochge, rache, rochel, ruche, rucche, M., Rochen (ein Speisefisch); mnl. rochge, roch, rochche, M., Rochen; vgl. germ. *rūha-, *rūhaz, *rūhwa-, *rūhwaz, Adj., rauh, rau; s. idg. *reuk-, *h₃reuk-, V., rupfen, ausrupfen, graben, ausgraben, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht auch verwandt mit lat. raia, F., Rochen, dessen Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Roche 1, Kluge s. u. Rochen, DW 14, 1090 (Roche), Duden s. u. Rochen, Bluhme s. u. Rochen; Son.: vgl. ae. reohhe, sw. F. (n), Rochen; nschw. rocka, Sb., Rochen; nnorw. rokke, M., F., Roche (M.) (2), Rochen; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen (rau) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu den Knorpelfischen gehörenden in dem Meer lebenden Fisch mit scheibenförmig abgeflachtem Körper und deutlich abgesetzten Schwanz; BM.: rau (wegen der dornigen Haut); F.: Roche, Rochen+EW; Z.: Ro-ch-e
röcheln, nhd., V., (10. Jh.): nhd. röcheln, rasselnd atmen; ne. wheeze (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: s. mhd. rüchelen*, rücheln, rühelen, rüheln, ruhelen, ruheln, sw. V., wiehern, brüllen, röcheln; mnd. ruchelen (1), rochelen, rinkelen, sw. V., röcheln, murren; mnl. rochelen, V., brüllen; ahd. ruhilōn*, sw. V. (2), brüllen, schreien; zu ahd. rohōn*, sw. V. (2), brüllen; germ. *ruh-, V., brüllen, röcheln; idg. *reuk-, V., brüllen, Pokorny 867; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. röcheln, Kluge s. u. röcheln, DW 14, 1091, EWD s. u. röcheln, EWAhd 7, 712, Duden s. u. röcheln, Bluhme s. u. roecheln; Son.: vgl. nndl. rochelen, V., röcheln; nisl. hrygla, F., Röcheln; lett. kraukât, V., husten; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen und größeren höheren Tieren mögliches rasselnd atmen; BM.: brüllen; F.: röcheln, röchel (!), röchle (!), röchelst, röchelt, röchelte, röcheltest, röchelten, röcheltet, geröchelt, ##geröchelt, geröchelte, geröcheltes, geröcheltem, geröchelten, geröchelter##, röchelnd, ###röchelnd, röchelnde, röchelndes, röchelndem, röchelnden, röchelnder###+EW; Z.: rö-ch-el-n
Rochen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rochen, Roche, ein Fisch mit dorniger oder rauer Haut; ne. ray (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Roche (2); Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. roche (1), rocche, rochge, rache, rochel, ruche, rucche, M., Rochen (ein Speisefisch); mnl. rochge, roch, rochche, M., Rochen; vgl. germ. *rūha-, *rūhaz, *rūhwa-, *rūhwaz, Adj., rauh, rau; s. idg. *reuk-, *h₃reuk-, V., rupfen, ausrupfen, graben, ausgraben, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht auch verwandt mit lat. raia, F., Rochen, dessen Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Roche 1, Kluge s. u. Rochen, DW 14, 1090 (Roche), Duden s. u. Rochen, Bluhme s. u. Rochen; Son.: vgl. ae. reohhe, sw. F. (n), Rochen; nschw. rocka, Sb., Rochen; nnorw. rokke, M., F., Rochen; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen (rau) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zu den Knorpelfischen gehörenden in dem Meer lebenden Fisch mit scheibenförmig abgeflachtem Körper und deutlich abgesetzten Schwanz; BM.: rau (wegen der dornigen Haut); F.: Rochen, Rochens+EW; Z.: Ro-ch-en
rochieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rochieren, Plätze tauschen; ne. castle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Roche (1), Rochade; Q.: 16. Jh.; I.: frz. Lw.; E.: s. mhd. roch (1), st. N., st. M., „Roch“, Schachfigur, Turm; frz. roc, Sb., Turm im Schachspiel; arab. ruhh; pers. roh, zu mpers. rahv-, Sb., Aufbau, Karosserie des Kriegswagens; vgl. ai. ratha-, Sb., Wagen (M.), Kriegswagen; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Roche 2, Kluge s. u. rochieren, DW 14, 1092, Duden s. u. rochieren; Son.: vgl. nndl. rokeren, V., rochieren; frz. roquer, V., rochieren; nschw. rockera, V., rochieren; nnorw. rokere, V., rochieren; poln. rowzować, V., rochieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altindischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Plätze von König und Turm tauschen in dem in Indien vor mehr als 1500 Jahren von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Schachspiel auf einem Brett mit 64 kleinen Spielfeldern; BM.: laufen; F.: rochieren, rochiere, rochierst, rochiert, rochierest, rochieret, rochierte, rochiertest, rochierten, rochiertet, ##rochiert, rochierte, rochiertes, rochiertem, rochierten, rochierter##, rochierend, ###rochierend, rochierende, rochierendes, rochierendem, rochierenden, rochierender###, rochier (!)+FW(+EW); Z.: roch-ier-en
Rochus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rochus, Wut, Zorn, Ärger; ne. grudge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche von jidd. rauches, Sb., Ärger, Zorn; L.: Kluge s. u. Rochus, fehlt DW, Duden s. u. Rochus; Son.: vor allem in der Redewendung einen Rochus auf jemanden haben; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Wut oder Zorn oder Ärger; BM.: Zorn; F.: Rochus+FW; Z.: Rochus
Rock, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rock, Umwurf; ne. skirt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. roc, st. M., Rock, Kleid; mnd. rok, roch, M., Rock, Kleidungsstück für Männer und Frauen, Oberkleid; mnl. roc, M., Rock, Übergewand, Tunika; ahd. rok (1), roc, st. M. (a?, i?), Rock, Gewand, Kutte; as. rok*, rokk, hrok*, hrokk*, st. M. (a?, i?), Rock, Kleid; anfrk. -; germ. *hrukka-, *hrukkaz, *rukka-, *rukkaz, st. M. (a), Rock, Gewand; vgl. idg. *rukk-, *ruk-, *roukk-, *rouk-, Sb., Gespinst, Pokorny 874 (1526/49) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rock, Kluge s. u. Rock, DW 14, 1092, EWD s. u. Rock, Falk/Torp 350, EWAhd 7, 609, Duden s. u. Rock, Bluhme s. u. Rock; Son.: vgl. afries. rokk, st. M. (a), Rock; saterl. roc; ae. rocc, M., Rock; me. rokke, Sb., Tunika; an. rokkr (2), st. M. (a), Rock, Wams; got. -; nndl. rok, Sb., Rock; nschw. rock, Sb., Männermantel; nisl. rokkur, M., Rock, Wams; air. rucht, M., Wams, Tunika; kymr. rhuchen, F., Mantel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von der Taille herabfallendes und den übrigen Körper umhüllendes Kleidungsstück von Menschen; BM.: Gespinst; F.: Rock, Rockes, Rocks, Röcke, Röcken+EW; Z.: Rock
Rocken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Rocken, Spinnrocken; ne. distaff, rock (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Wocken; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rocke, sw. M., Rocken, Spinnrocken, Spinnstube; mnd. rocke (1), M., Rocken (M.), Spinnrocken, hölzerner Stab um den das zu spinnende Material gewickelt wird; mnl. rock, rocken, M., Rocken; ahd. rokko, rocko, sw. M. (n), Rocken, Spinnrad, Spinnrocken; as. -; anfrk. -; entweder von einem germ. *rukkō-, *rukkōn, *rukka-, rukkan, sw. M. (n), Rocken; vgl. idg. *rukk-, *ruk-, *roukk-, *rouk-, Sb., Gespinst, Pokorny 874 (1526/49) (RB. idg. aus kelt., germ.); oder aus einer romanischen Sprache von einem frühroman. *rotica, F., Rocken; vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rocken, Kluge s. u. Rocken, DW 14, 1101, EWD s. u. Rocken, Falk/Torp 349, EWAhd 7, 613, Duden s. u. Rocken, Bluhme s. u. Rocken; Son.: vgl. afries. -; ae. rocc, M., Rock; an. rokkr (2), st. M. (a), Rock, Wams; got. *rukka, *rokka, st. F. (ō), Rocken, Spinnrocken; nndl. rokken, Sb., Rocken; nschw. spinnrock, Sb., Rocken; nisl. rokkur, M., Spinnrad; lat. rota, F., Rad; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für den Teil an dem von Menschen entwickelten und verwendeten Spinnrad auf den das zu verspinnende Material gewickelt wird; BM.: Gespinst oder rollen?; F.: Rocken, Rockens+EW?; Z.: Rock-en
$rocken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. rocken; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. ne. rock (V.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Rock and Roll; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine seit dieser Zeit in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelte und von dort aus verbreitete freiere Art zu musizieren und zu tanzen; F.: rocken (!), rocke (!), rockst, rockt, rockest, rocket (!), rockte, rocktest, rockten, rocktet, gerockt, ##gerockt, gerockte, gerocktes, gerocktem, gerockten, gerockter##, rockend, ###rockend, rockende, rockendes, rockendem, rockenden, rockender###, rock (!)+FW; Z.: rock-en
Rodel, nhd. (dial.), M., (12. Jh.): nhd. Rodel (M.), Schriftrolle, Urkunde; ne. charter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rolle; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. rodel, M., F., Rodel (M.), Schriftrolle, Verzeichnis; mnd. rōtele, rotele, rōtel, rōtil, F., Rotel, Rolle, Verzeichnis, Liste, Schriftrolle; mnl. rodāl, rodael, rothal, N., Name einer Pflanze (Sumpfläusekraut bzw. Rödelkraut), Schriftrolle in der mehrere Texte zusammengefasst sind, zusammengeheftetes Aktenkonvolut, geordnetes Verzeichnis; mnl. rodel, F., Schriftrolle, Pergamentrolle, Urkunde; lat. rotulus, F., Rädchen, Rädlein, Schriftrolle, (2. Drittel 1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rodel, DW 14, 1107, EWAhd 7, 597, Duden s. u. Rodel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes rollenartig oder rund gestaltetes Verzeichnis oder eine Urkunde; BM.: rollen; F.: Rodel, Rodels, Rodeln+FW(+EW?); Z.: Rod-el
$Rodel (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rodel, Schlitten; E.: s. rodel(n); L.: Kluge s. u. rodeln, DW 14, 1107, EWD s. u. rodeln; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit rodeln verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht vor 5000 Jahren in Ägypten für Sand entwickeltes und später vor allem für den Schnee verwendetes Gerät für die auf der Erdoberfläche gleitende Beförderung von Menschen und Sachen; F.: Rodel, Rodeln+EW; Z.: Rod-el
rodeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rodeln, Schlitten fahren; ne. sled (V.), luge (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: aus dem bayerischen Raum, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. rodeln, DW 14, 1108?, EWD s. u. rodeln, Duden s. u. rodeln, Bluhme s. u. rodeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Bayern kommende sowie aus Rodel und (e)n gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich von dem Menschen entwickeltes und verwendetes für mit dem vielleicht vor 5000 Jahren in Ägypten (für den Sand) entwickelten und später vor allem für den Schnee verwendeten Schlitten fahren; BM.: ?; F.: rodeln (!), rodel (!), rodle (!), rodelst, rodelt, rodelte, rodeltest, rodelten, rodeltet, gerodelt, ##gerodelt, gerodelte, gerodeltes, gerodeltem, gerodelten, gerodelter##, rodelnd, ###rodelnd, rodelnde, rodelndes, rodelndem, rodelnden, rodelnder###+EW; Z.: rod-el-n
roden, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. roden, urbar machen; ne. clear (V.), dig (V.); Vw.: -; Hw.: s. reuten; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. roden, sw. V., roden, urbar machen; mnd. rōden (1), rodden, rāden, sw. V., roden, von Gehölz oder Strauchwerk befreien, Land urbar machen, ausrotten; mnl. rōden, sw. V., roden, Land kultivieren; ahd. rodōn*, sw. V. (2), roden; as. -; anfrk. -; germ. *rudōn (1), sw. V., roden; idg. *reudʰ-, V., reuten, roden, Pokorny 869; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. roden, Kluge s. u. roden, DW 14, 1108, EWD s. u. roden, Falk/Torp 352, EWAhd 7, 600, Duden s. u. roden, Bluhme s. u. roden; Son.: vgl. as. *riod?, st. N. (ja), Rodung; afries. rothia, rotha, sw. V. (2), roden; as. *riudi?, st. N. (ja)?, Rodung; an. ryðja, sw. V. (1), roden, leeren; an. rjōðr (2), st. N. (a), Lichtung, gerodete Stelle; got. -; nschw. röja, V., roden; nnorw. rydde, V., roden; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung von dem Menschen entwickeltes und verwendetes eine Bodenfläche urbar machen oder von Bäumen und anderen ungewollten Pflanzen befreien; BM.: reißen bzw. graben; F.: roden, rode (!), rodest, rodet, rodete, rodetest, rodeten, rodetet, gerodet, ##gerodet, gerodete, gerodetes, gerodetem, gerodeten, gerodeter##, rodend, ###rodend, rodende, rodendes, rodendem, rodenden, rodender###, rod (!)+EW; Z.: ro-d-en
Rodeo, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rodeo, Geschicklichkeitswettkampf für Cowboys; ne. rodeo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1810 (Alexander von Humboldt); I.: Lw. ne. rodeo; E.: s. ne. rodeo, N., Rodeo, Standplatz der Tiere auf dem Markt; span. rodeo, M., Zusammentreiben; span. rodear, V., zusammentreiben; lat. rotāre, V., wie ein Rad herumdrehen, kreisförmig herumdrehen, rollen, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rodeo, Duden s. u. Rodeo; Son.: vgl. nndl. rodeo, Sb., Rodeo; frz. rodéo, M., Rodeo; nschw. rodeo, Sb., Rodeo; nnorw. rodeo, M., Rodeo; poln. rodeo, M., Rodeo; kymr. rodeo, F., Rodeo; lit. rodeo, Sb. (indekl.), Rodeo; GB.: seit 1810 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ursprünglich aus Brasilien stammenden Geschicklichkeitswettkampf für Cowboys; BM.: laufen bzw. rollen; F.: Rodeo, Rodeos+FW; Z.: Rod-e-o
$Rodomontade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rodomontade, Wälzeberg (!); L.: Kluge 1. A. s. u. Rodomontade, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene Bezeichnung (PN) für einen prahlerischen Mohrenhelden in Rojardo (Boiardo) Matteo Maria (1441-1494) Der verliebte Roland; F.: Rodomontade, Rodomontaden+FW; Z.: Rodomontade
Roentgenium, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Roentgenium, ein Edelmetall; ne. roentgenium; Vw.: -; Hw.: s. röntgen; Q.: 2004; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem PN des deutschen Physikers Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923); L.: Duden s. u. Roentgenium; Son.: vgl. nndl. roentgenium, Sb., Roentgenium; frz. roentgenium, M., Roentgenium; nschw. röntgenium, N., Roentgenium; nnorw. røntgenium, N., Roentgenium; kymr. roentgeniwm, M., Roentgenium; nir. rointginiam, M., Roentgenium; poln. roentgen, M., Roentgenium; lit. rentgenis, M., Roentgenium; GB.: seit 2004 belegte und aus dem PN Röntgen und ium (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein in natürlicher Umgebung der Erde nicht vorkommendes und nur synthetisch herstellbares 1994 von Peter Armbruster und Gottfried Münzenberg entdecktes sehr seltenes kurzlebiges radioaktives Edelmetall (Übergangsmetall) mit einer maximalen Halbwertszeit von etwa 100 Sekunden (chemisches Element Nr. 111, abgekürzt Rg) das nur für Forschung dient; BM.: PN; F.: Roentgenium, Roentgeniums+FW; Z.: Roentg-en-i-um
Roge, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Roge, Rogen, Fischmilch, Fischeier?; ne. roe (N.) (1), spawn (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rogen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. rogen, st. M., sw. M., Fischeier, Rogen; mhd. roge, st. M., sw. M., Rogen, Fischeier; mnd. rōgen (1), rȫgen, rogen, rogel, roge, N., Rogen, Fischeier; mnl. rōge, roch, M., Rogen; ahd. rogan, st. M. (a), Rogen, Fischeier, Laich; ahd. rogo, sw. M. (n), Rogen; as. -; anfrk. -; germ. *hrugō-, *hrugōn, *hruga-, *hrugan, Sb., Rogen; s. idg. *krek- (2), *kr̥k-, Sb., Laich, Rogen, Schleim, Pokorny 619 (977/209) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: DW 14, 1109; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hrogn, st. N. (a), Roge, Rogen, Fischrogen; got. -; nschw. rom, Sb., Roge, Rogen; nisl. hrogn, N., Roge, Rogen; lit. kurkulai, Sb. Pl., Froschlaich; russ. krjak, Sb., Froschlaich; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Fischeier vor dem Ablaichen; BM.: Schleim; F.: Roge, Rogen+EW; Z.: Rog-e
Rogen, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Rogen, Roge, Fischmilch, Fischeier vor dem Ablaichen; ne. roe (N.) (1), spawn (N.); Vw.: -; Hw.: s. Roge; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. rogen, st. M., sw. M., Fischeier, Rogen; mhd. roge, st. M., sw. M., Rogen, Fischeier; mnd. rōgen (1), rȫgen, rogen, rogel, roge, N., Rogen, Fischeier; mnl. rōge, roch, M., Rogen, Fischeier; ahd. rogan, st. M. (a), Rogen, Fischeier, Laich; ahd. rogo, sw. M. (n), Rogen; as. -; anfrk. -; germ. *hrugō-, *hrugōn, *hruga-, *hrugan, Sb., Rogen; s. idg. *krek- (2), *kr̥k-, Sb., Laich, Rogen, Schleim, Pokorny 619 (977/209) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rogen, Kluge s. u. Rogen, DW 14, 1110, EWD s. u. Rogen, Falk/Torp 107, EWAhd 7, 602, EWAhd 7, 606, Duden s. u. Rogen, Bluhme s. u. Rogen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. hrogn, st. N. (a), Rogen, Fischrogen; got. -; nschw. rom, Sb., Rogen; nisl. hrogn, N., Rogen; lit. kurkulai, Sb. Pl., Froschlaich; russ. krjak, Sb., Froschlaich; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für Fischeier vor dem Ablaichen; BM.: Schleim; F.: Rogen, Rogens+EW; Z.: Rog-en
$Rogener, Rogner, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rogener; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); L.:, DW 14, 1110 (Rogener), EWD s. u. Rogen; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus Rogen und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen geschlechtsreifen (Fischeier aufweisenden) weiblichen Fisch in Gegensatz zu dem Milchner als dem Samen aufweisenden geschlechtsreifen männlichen Fisch; F.: Rogener, Rogeners, Rogenern, Rogner, Rogners, Rognern+EW; Z.: Rog-en-er
Roggen, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Roggen, eine Getreideart; ne. rye; Vw.: -; Hw.: s. Reis (1)?; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. rogge, sw. M., Roggen; mnd. rogge (1), rogke, rockghe, roche, rugge, M., Roggen, eine Getreideart, Roggenkorn, Roggenbrot; mnl. rogghe, M., Roggen; ahd. roggo, sw. M. (n), Roggen; as. roggo*, rokko*, sw. M. (n), Roggen; anfrk. -; germ. *rugō-, *rugōn, *ruga-, *rugan, *ruggō-, *ruggōn, *rugga-, *ruggan, Sb., Roggen; vgl. germ. *rugi-, *rugiz, st. M. (i), Roggen; vgl. idg. *u̯rugʰi̯o-, *rugʰi̯o-, Sb., Roggen, Pokorny 1183 (2044/120) (RB. idg. aus phryg./dak., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Roggen, Kluge s. u. Roggen, DW 14, 1111, EWD s. u. Roggen, Falk/Torp 350, EWAhd 7, 603, Duden s. u. Roggen, Bluhme s. u. Roggen; Son.: vgl. afries. rogga, sw. M. (n), Roggen; ae. ryge, st. M. (i), Roggen; an. rugr, st. M. (i), Roggen; got. *rugi, st. M., Roggen; nndl. rogge, Sb., Roggen; nschw. råg, Sb., Roggen; nnorw. rug, M., Roggen; kymr. rhyg, M., Roggen; lit. rugỹs, M., Roggen, Roggenkorn; aruss. rŭžĭ, F., Roggen; ? thrak. bríza, Sb., Roggen; ? gr. ὄρυζα (óryza), F., Reis (M.); GB.: (roggo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen seit ca. 6600 v. Chr. zuerst in dem heutigen Nordsyrien angebaute Getreideart mit langem Halm und vierkantigen Ähren mit langen Grannen; BM.: ?; F.: Roggen, Roggens+EW; Z.: Rogg-en
roh, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. roh, rau, rauh, naturbelassen; ne. raw (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rou, rō, Adj., roh, ungebleicht; mnd. rō, ra, rauw, Adj., roh, ungekocht, unbearbeitet, unbeherrscht, unangenehm, unbehaglich; mnl. ro, Adj., roh, ungekocht, unbearbeitet; ahd. rō*, rao*, Adj., roh, rauh, unbearbeitet, grausam; as. hrāo*, Adj., roh, ungemalzt; anfrk. -; germ. *hrawa-, *hrawaz, Adj., roh; s. idg. *kreu- (1), *kreu̯ə-, *krū-, *kreu̯h₂-, *kruh₂-, Sb., Blut, Fleisch, Pokorny 621 (983/215) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. roh, Kluge s. u. roh, DW 14, 1113, EWD s. u. roh, Falk/Torp 106, Heidermanns 306, Duden s. u. roh, Bluhme s. u. roh; Son.: vgl. afries. -; ae. hréaw, hréa, Adj., roh, ungekocht; an. hrār, Adj., roh, frisch, saftig; got. -; nndl. rauw, Adj., roh; nschw. rå, Adj., roh; nnorw. rå, Adj., roh; ai. kravís-, Sb., Fleisch; gr. κρέας (kréas), N., Fleisch, Fleischstück; lat. crūdus, Adj., rauh, roh; kymr. crau, Sb., Blut; air. crúaid, Adj., hart, fest; lit. krauja, Adj., Blut; ksl. kruvi, Sb., Blut; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für naturbelassen und von Menschen nicht bearbeitet oder auch grausam; BM.: Blut; F.: roh, rohe, rohes, rohem, rohen, roher(, rohere, roheres, roherem, roheren, roherer, rohest, roheste, rohestes, rohestem, rohesten, rohester, rohste, rohstes, rohstem, rohsten, rohster)+EW; Z.: roh
$Rohheit, Roheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rohheit, Naturbelassenheit; E.: s. roh, s. heit; L.: EWD s. u. roh, DW 14, 1120; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus roh und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und seiner Hochkulturen des Altertums mögliche Naturbelassenheit oder Unbearbeitetheit oder auch Grausamkeit; F.: Rohheit, Rohheiten+EW; Z.: Roh—hei-t
$Rohling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rohling; E.: s. roh, s. ling; L.: fehlt DW, EWD s. u. roh; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus roh und ling gebildete Bezeichnung für ein unbearbeitetes oder noch weiter zu bearbeitendes Werkstück oder für einen groben oder grausamen Menschen; F.: Rohling, Rohlinges, Rohlings, Rohlinge, Rohlingen+EW; Z.: Roh—ling
Rohr, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Rohr, Röhre, Leitung; ne. tube, pipe (N.); Vw.: -; Hw.: s. Röhre; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. rōr, st. N., Rohr, Schilf, Schilfrohr, Röhricht, Schilfrohr; mnd. rōr (1), roer, roir, roor, rȫr, roͤr, rūr, N., Rohr, Schilf, Pfeife aus Schilfrohr, Schreibrohr, Rohrfeder, Röhricht; mnl. roer, N., Rohr; ahd. rōr, st. N. (a), Rohr, Schilfrohr, Rohrfeder, Stab; as. -; anfrk. rōs, Sb., Schilf, Rohr; germ. *rausa-, *rausam, st. N. (a), Rohr; germ. *rausa-, *rausaz, st. M. (a), Rohr; vgl. idg. *er- (3), V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rohr, Kluge s. u. Rohr, DW 14, 1121, EWD s. u. Rohr, Falk/Torp 332, EWAhd 7, 623, Duden s. u. Rohr, Bluhme s. u. Rohr; Son.: vgl. afries. rer, N., Rohrstängel; saterl. röier, röör, N., Rohr; ae. *ríeric, rȳric, Sb., Röhricht; an. reyrr (1), st. M. (a), Rohr; got. raus (1), st. N. (a), Rohr; nndl. roer, Sb., Rohr; nschw. rör, N., Rohr; nnorw. rør, N., Rohr; poln. rura, F., Rohr; GB.: (rōr) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach natürlichem Vorbild wie beispielsweise Pflanzenteilen entwickelten und verwendeten längeren hohlen Körper der dazu dient etwas weiterzuleiten oder Stoff und Kraft (Aufwand) zu sparen; BM.: sich bewegen; F.: Rohr, Rohres, Rohrs, Rohre, Rohren+EW; Z.: Roh-r
Rohrdommel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Rohrdommel, eine Reiherart; ne. bittern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. rōrtunnel, rōrtrumel, rōrtumel, M., Rohrdommel?; mnd. rōrdump, rōrdum, rōrdomp, rōrdumpt?, F., Rohrdommel; ahd. rōratumbil*, rōrtumbil*, st. M. (a)?, Rohrdommel; ahd. rōrdumble, F.?, Rohrdommel; as. rōridumbil*, st. M. (a?), Rohrdommel; vgl. germ. *rauza-, *rauzaz, st. M. (a), Rohr; germ. *rauza-, *rauzam, st. N. (a), Rohr; germ. *rauzjō, st. F. (ō), Röhre; s. idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Hinterglied vielleicht lautnachahmend von dem Schrei des Vogels; L.: Kluge 1. A. s. u. Rohrdommel, Kluge s. u. Rohrdommel, DW 14, 1126, EWD s. u. Rohr, Duden s. u. Rohrdommel; Son.: vgl. nndl. roerdomp, Sb., Rohrdommel; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Rohr und vielleicht lautmalend gebildetem Dommel zusammengesetzte Bezeichnung für einen besonders in Schilf nistenden gedrungenen und bis etwa 80 Zentimeter großen überwiegend braunen (braun-schwarzen) Schreitvogel; BM.: sich bewegen, lautmalend?; F.: Rohrdommel, Rohrdommeln+EW; Z.: Roh-r—domm-el
$Röhre, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Röhre, Rohr; E.: s. Rohr; L.: Kluge 1. A. s. u. Röhre, DW 14, 1127, Falk/Torp 332; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit Rohr verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach natürlichem Vorbild wie beispielsweise Luftröhre oder Speiseröhre entwickelten und verwendeten längeren hohlen Körper der dazu dient etwas weiterzuleiten wie beispielsweise die Luftröhre oder die Speiseröhre; F.: Röhre, Röhren+EW; Z.: Röh-r-e
röhren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. röhren, schreien, brüllen; ne. roar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rēren, sw. V., blöken, brüllen; mnd. rēren (2), sw. V., schreien; mnl. reeren, reren, sw. V., schreien, brüllen, blöken; ahd. rēren*, sw. V. (1a), röhren, schreien, brüllen, blöken; as. -; anfrk. -; germ. *rairēn, *rairǣn, sw. V., brüllen; germ. *raisjan, *raizjan, sw. V., erheben, aufrichten; vgl. idg. *rei- (3), *rēi-, rē- (6), V., schreien, brüllen, bellen, Pokorny 859 (1493/16) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. röhren, Kluge s. u. röhren, DW 14, 1129, EWD s. u. röhren, Falk/Torp 341, 345, EWAhd 7, 400, Duden s. u. röhren, Bluhme s. u. roehren; Son.: vgl. afries. -; ae. rārian, sw. V. (2), brüllen, heulen, schreien, klagen; an. -; got. -; nndl. (dial.) reren, sw. V., blöken, röhren, schreien; ai. rayati, V., bellt; lit. ríeti, Sb., anbellen, laut schelten; russ. rájat, V., lärmen, schallen, erschallen; GB.: (rēren) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schreien oder brüllen wie ein Hirsch; BM.: schreien; F.: röhren (!), röhre (!), röhrst, röhrt, röhrest, röhret, röhrte, röhrtest, röhrten, röhrtet, geröhrt, ##geröhrt, geröhrte, geröhrtes, geröhrtem, geröhrten, geröhrter##, röhrend, ###röhrend, röhrende, röhrendes, röhrendem, röhrenden, röhrender###, röhr (!)+EW; Z.: röh-r-en
$Röhricht, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Röhricht; E.: s. Rohr, s. Röhr(e), s. icht (Suff.); L.: Kluge s. u. Röhricht, DW 14, 1132, EWD s. u. Rohr; GB.: (rōrahi) vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus Rohr und ah(i) (Suff.) und (ich)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in Verlandungsgebieten von Gewässern wachsenden Pflanzenbestand mit Rohr und Röhren; F.: Röhricht, Röhrichts, Röhrichte, Röhrichten+EW; Z.: Röh-r-icht
$Rohstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rohstoff; E.: s. roh, s. Stoff; L.: DW 14, 1135, EWD s. u. roh; GB: seit 1863 belegte und aus roh und Stoff gebildete Bezeichnung für einen noch unbearbeiteten oder noch nicht vollständig bearbeiteten Stoff in der Natur wie Wasser oder Boden oder Luft oder Kohle oder Erze oder Erdgas oder Erdöl oder Holz oder Leder oder Kalk oder Salz oder Erzeugnisse der Landwirtschaft oder der Forstwirtschaft aus denen der Mensch durch Verarbeitung verschiedenste Waren (Erzeugnisse) herstellt oder herstellen kann; F.: Rohstoff, Rohstoffes, Rohstoffs, Rohstoffe, Rohstoffen+EW+FW; Z.: Roh—stoff
rojen, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. rojen, rudern; ne. row (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ruder; Q.: 17. Jh.; E.: von mnd. rōjen, rōien, rogen, royen, rūjen, sw. V., rudern, ein Wasserfahrzeug mit Ruderkraft bewegen; mhd. rüejen, sw. V., rudern, fahren; s. germ. *rōan, st. V., rudern; ne. row (V.); vgl. idg. *erə- (1), *ere-, *er-, *rē- (3), *h₁reh₁-, V., Sb., rudern, Ruder, Pokorny 338 (492/73) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rojen, Duden s. u. rojen; Son.: vgl. ae. rōwan, st. V. (7)=red. V., rudern, segeln, schwimmen; an. rōa (1), red. V., rudern; nndl. roeien, V., rudern; nschw. ro, V., rudern; nnorw. ro, V., rudern; air. ráīd, V., rudert; lat. rēmus, M., Ruder; lit. írti, V., rudern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit der Entwicklung von Wasserfahrzeugen entwickeltes und verwendetes mit einem Holzpaddel ein Schiff oder Boot bewegen; BM.: rudern; F.: rojen, roje (!), rojst (!), rojt (!), rojest, rojet, rojte (!), rojtest (!), rojten (!), rojtet (!), gerojt, ##gerojt, gerojte, gerojtes, gerojtem, gerojten, gerojter##, rojend, ###rojend, rojende, rojendes, rojendem, rojenden, rojender###, roj (!)+EW; Z.: ro-j-en
Rokoko, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rokoko, eine Stilstufe des Barock; ne. rococo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. rococo; E.: s. frz. rococo, M., Rokoko; scherzhafte Umformung von frz. rocaille, F., Einlegearbeit aus Steinchen oder Muschelwerk, Boden, Geröll; vgl. frz. roc, M., Fels, frz. roche, F., Fels; mlat. rocca, F., Stein, Fels, Klippe; mlat. roccus, M., Stein, Klippe, Fels; weitere Herkunft ungeklärt, Gamillscheg 776b; L.: Kluge s. u. Rokoko, EWD s. u. Rokoko, fehlt DW, Duden s. u. Rokoko; Son.: vgl. nndl. rococo, Sb., Rokoko; nschw. rokoko, Sb., Rokoko; nnorw. rokokko, M., Rokoko; poln. rokoko, Sb., Rokoko; kymr. rococo, M., Rokoko; nir. rocócó, M., Rokoko; lit. rokokas, M., Rokoko; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus rocaille gebildete Bezeichnung für eine in dem 18. Jahrhundert aus dem Barock entstandene Kunstform die durch zierliche beschwingte Formen und eine weltzugewandte heitere oder empfindsame Grundhaltung gekennzeichnet ist; BM.: Stein (nach Einlegearbeiten mit Steinchen und Muscheln); F.: Rokoko, Rokokos+FW; Z.: Rok-ok-o
Rolle, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rolle, Walze, walzenförmiger Gegenstand; ne. roll (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1466; E.: mhd. rolle, rulle, sw. F., Rolle, Verzeichnis, Liste, Aufgerolltes, Zusammengerolltes, Glättrolle; mnd. rulle, rǔlle, rul, rol, rolle, role, F., M., Rolle, aufgerolltes Schriftstück, Dokument, Urkunde, Schuldschein, Verzeichnis, Liste; mnl. rolle, F., Rolle; afrz. rolle, role, Sb., Rolle; mlat. rotula, F., Rädchen, Rädlein; lat. rotulus, M., Rädchen, Rädlein, (2. Drittel 1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad, Wagenrad, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rolle, Kluge s. u. Rolle, DW 14, 1137, EWD s. u. Rolle, Duden s. u. Rolle, Bluhme s. u. Rolle; Son.: vgl. nndl. rol, Sb., Rolle; frz. rouleau, M., Rolle; frz. rôle, M., Rolle; nschw. roll, Sb., Rolle; nschw. rulle, Sb., Rolle; nnorw. rull, M., Rolle; poln. rola, F., Rolle; GB.: seit 1466 belegte und aus dem Mittelniederländischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickelten und seitdem verwendeten walzenförmigen drehbaren Gegenstand; BM.: laufen bzw. rollen; F.: Rolle, Rollen+FW; Z.: Ro-l-l-e
rollen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rollen, kugeln; ne. roll (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geröll; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. rollen, sw. V., rollen, hin fahren und her fahren; mnd. rullen, rollen, rüllen, sw. V., rollen, auf Rollen (F. Pl.) und Walzen bewegen, aufrollen, zusammenrollen, sich rollend bewegen; vgl. mhd. rolle, rulle, sw. F., Rolle, Verzeichnis, Liste, Aufgerolltes, Zusammengerolltes, Glättrolle; mlat. rotula, F., Rädchen, Rädlein; vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rollen, DW 14, 1140, EWD s. u. rollen, Duden s. u. rollen; Son.: vgl. nndl. rollen, V., rollen; frz. rouler, V., rollen; nschw. rulla, V., rollen; nnorw. rulle, V., rollen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Roll(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches durch drehende Bewegungen fortbewegen oder kugeln; BM.: laufen; F.: rollen (!), rolle (!), rollst, rollt, rollest, rollet, rollte, rolltest, rollten, rolltet, gerollt, ##gerollt, gerollte, gerolltes, gerolltem, gerollten, gerollter##, rollend, ###rollend, rollende, rollendes, rollendem, rollenden, rollender###, roll (!)+FW+EW; Z.: ro-ll-en
$Roller, nhd., M., (?): nhd. Roller, Rollender; Vw.: s. Motor-; E.: s. roll(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. rollen, DW 14, 1147, EWD s. u. rollen; GB.: vielleicht schon früher mögliche und aus roll(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Rollenden; F.: Roller, Rollers, Rollern+EW; Z.: Ro-ll-er
$Rollladen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rollladen, aufrollbarer Fensterladen; E.: s. roll(en), s. Laden (M.); L.: DW 14, 1149, EWD s. u. rollen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus roll(en) und Laden (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten aufrollbaren (und abrollbaren) Fensterladen vor Geschäften; F.: Rollladen, Rollladens, Rollläden+FW+EW; Z.: Ro-ll—lad-en
$Rollmops, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rollmops; E.: s. roll(en), s. Mops; L.: EWD s. u. rollen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus roll(en) und Mops gebildete Bezeichnung für einen aufgerollt konservierten Hering; F.: Rollmops, Rollmopses, Rollmöpse, Rollmöpsen+FW?+EW; Z.: Ro-ll—mop-s
Rollo, Rouleau, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rollo, Rolle, Walze; ne. window shade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. rouleau; E.: s. frz. rouleau, M., aufgerollter Papierstreifen, aufgerollter Stoffstreifen; frz. rollel, rolel, Sb., aufgerollter Streifen, Manuskriptrolle; vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: EWD s. u. Rouleau, fehlt DW, Duden s. u. Rollo; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten aufrollbaren und abrollbaren Vorhang aus festerem Material an einem Fenster oder einer sonstigen Öffnung; BM.: laufen; F.: Rollo, Rollos, Rouleau, Rouleaus+FW(+EW?); Z.: Ro-ll-o
$Rollstuhl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rollstuhl; E.: s. roll(en), s. Stuhl; L.: DW 14, 1151, EWD s. u. rollen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus roll(en) und Stuhl gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten leichter bewegbaren rollbaren Stuhl vor allem auch für behinderte Menschen; F.: Rollstuhl, Rollstuhls, Rollstuhles, Rollstühle, Rollstühlen+FW+EW; Z.: Ro-ll—stuh-l
Roman, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Roman, Erzählung in Buchform; ne. novel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Romancier; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. roman; E.: s. frz. roman, M., Roman; afrz. romanz, romant, Adj., französisch, romanisch; vgl. frührom. *romanicus, Adj., romanisch; lat. Rōmānicus, Adj., römisch, in Rom gemacht, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. Rōma, F., F.=ON, Rom; etruskischen Ursprungs; L.: Kluge s. u. Roman, DW 14, 1152, EWD s. u. Roman, Duden s. u. Roman; Son.: vgl. nndl. roman, Sb., Roman; frz. roman, M., Roman; nschw. roman, Sb., Roman; nnorw. roman, M., Roman; lit. romanas, M., Roman; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Altfranzösischen und dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für eine in Romanisch in Prosa gehaltene literarische Gattung (Erzählung in Buchform); BM.: ON (zunächst Bezeichnung für aus dem Lateinischen oder Romanischen in das Französische übersetzte Bücher); F.: Roman, Romans, Romanes, Romane, Romanen+FW; Z.: Rom-an
Romancier, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Romancier, Romanschriftsteller; ne. novelist; Vw.: -; Hw.: s. Roman; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. romancier; E.: s. frz. romancier, M., Romanschriftsteller; vgl. frz. roman, M., Roman; afrz. romanz, romant, Adj., französisch, romanisch; vgl. frührom. *romanicus, Adj., romanisch; lat. Rōmānicus, Adj., römisch, in Rom gemacht, (234-149 v. Chr.); lat. Rōma, F., F.=ON, Rom; etruskischen Ursprungs; L.: Kluge s. u. Roman, fehlt DW, EWD s. u. Roman, Duden s. u. Romancier; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen Verfasser von Romanen; BM.: ON; F.: Romancier, Romanciers+FW; Z.: Rom-an-c-ier
$Romanik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Romanik; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. roman(isch), s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. romanisch; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus roman(isch) und ik gebildete Bezeichnung für den der Gotik vorangehenden Kunststil in Europa von etwa 950 bis etwa 1250 mit schwerem Rundbogen und Tonnengewölbe; F.: Romanik+FW; Z.: Rom-an-ik
romanisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. romanisch, römischen Ursprungs seiend; ne. Romanic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. Rōmānus; E.: s. lat. Rōmānus, Adj., römisch, zu Rom gehörig, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. Rōma, ON, F., Rom; etruskischen Ursprungs; L.: EWD s. u. romanisch, DW 14, 1154, Duden s. u. romanisch; Son.: vgl. nndl. Romeinse, Adj., romanisch; frz. roman, Adj., romanisch; nschw. romersk, Adj., romanisch; nnorw. romansk, Adj., romanisch; poln. romański, Adj., romanisch; kymr. romaneg, Adj., romanisch; lit. romaninis, Adj., romanisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Kunststil in Europa von etwa 950 bis etwa 1250 mit Rundbogen und Tonnengewölbe und für Rom betreffend oder Latein betreffend; BM.: ON; F.: romanisch, romanische, romanisches, romanischem, romanischen, romanischer+FW+EW; Z.: rom-an-isch
$Romanist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Romanist; E.: s. Rom, s. roman(isch), s. ist; L.: DW 14, 1154, EWD s. u. romanisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Rom verbindbare Bezeichnung für einen sich mit der Sprache oder dem Recht Roms des Altertums und danach befassenden Wissenschaftler oder auch für einen Anhänger des Papsttums (oder einen Verfasser eines Romans); F.: Romanist, Romanisten+FW+EW?; Z.: Rom-an-ist
$Romanistik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Romanistik; E.: s. Romanist, s. ik; L.: EWD s. u. romanisch, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Romanist und ik gebildete Bezeichnung für die Wissenschaft von der Sprache oder dem Recht Roms und der Nachfolgesprachen (des Lateinischen); F.: Romanistik+FW(+EW?); Z.: Rom-an-ist-ik
$romanistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. romanistisch; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Romanist, s. isch; L.: EWD s. u. romanisch, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Romanist und isch gebildete Bezeichnung für Romanisten oder Romanistik betreffend; F.: romanistisch, romanistische, romanistisches, romanistischem, romanistischen, romanistischer+FW+EW; Z.: rom-an-ist-isch
$Romantik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Romantik; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 14, 1155, EWD s. u. romantisch; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus romant(isch) und ik gebildete Bezeichnung für einen von etwa 1795 bis etwa 1848 währenden durch Betonung des Gefühls und Hinwendung zu Volkstümlichkeit sowie Rückwendung zu Vergangenheit gekennzeichneten Abschnitt des deutschen und europäischen Geisteslebens; F.: Romantik+FW+EW; Z.: Rom-ant-ik
$Romantiker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Romantiker; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Romantik, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. romantisch, DW 14, 1155 (unter Romantik); GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte Bezeichnung für Vertreter der Romantik wie August Wilhelm Schlegel oder Friedrich Schlegel oder Novalis (Georg Philipp Friedrich von Hardenberg) oder Ludwig Tieck oder E(rnst) T(heodor) A(madeus) Hoffmann oder Clemens Brentano oder Achim von Arnim oder Adelbert von Chamisso oder Joseph von Eichendorff; F.: Romantiker, Romantikers, Romantikern+FW(+EW); Z.: Rom-ant-ik-er
romantisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. romantisch, schwärmerisch, stimmungsvoll, gefühlsbetont; ne. romantic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Romanze; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. romantique; E.: s. frz. romantique, Adj., romantisch; ne. romantic, Adj., romantisch; frz. romance, F., Romanze; mlat. rōmancia, F., Romantik, Erzählung; lat. Rōmānicus, Adj., römisch, in Rom gemacht, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. Rōma, F., F.=ON, Rom; etruskischen Ursprungs; L.: Kluge s. u. romantisch, DW 14, 1155, EWD s. u. romantisch, Duden s. u. romantisch; Son.: vgl. nndl. romantisch, Adj., romantisch; nschw. romantisk, Adj., romantisch; nnorw. romantisk, Adj., romantisch; poln. romantyczny, Adj., romantisch; kymr. rhamantus, Adj., romantisch; nir. rómánsach, Adj., romantisch; lit. romantiškas, Adj., romantisch; lit. romantinis, Adj., romantisch; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und Roms sowie dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für schwärmerisch oder stimmungsvoll oder gefühlsbetont; BM.: ON; F.: romantisch, romantische, romantisches, romantischem, romantischen, romantischer(, romantischere, romantischeres, romantischerem, romantischeren, romantischerer, romantischst, romantischste, romantischstes, romantischstem, romantischsten, romantischster)+FW(+EW); Z.: rom-ant-isch
Romanze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Romanze, Liebesabenteuer, Liebschaft, Liebesgeschichte, Liebesverhältnis; ne. romance; Vw.: -; Hw.: s. romantisch; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. romance; E.: s. frz. romance, F., Romanze; mlat. rōmancia, F., Romantik, Erzählung; lat. Rōmānicus, Adj., römisch, in Rom gemacht, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. Rōma, F.=ON, Rom; etruskischen Ursprungs; L.: Kluge s. u. Romanze, DW 14, 1157, EWD s. u. Romanze, Duden s. u. Romanze; Son.: vgl. nndl. romance, Sb., Romanze; nschw. romans, Sb., Romanze; nnorw. romanse, M., Romanze; poln. romanca, F., Romanze; kymr. rhamant, F., Romanze; nir. rómáns, M., Romanze; lit. romansas, M., Romanze (Gedicht); GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Etruskischen verbindbare Bezeichnung für ein volksliedhaftes episches Gedicht mit balladenhaften Zügen das Heldentaten oder Liebesabenteuer oder Liebschaften oder Liebesverhältnisse oder Liebesgeschichten erzählt und davon abgeleitet für ein Liebesverhältnis; BM.: ON; F.: Romanze, Romanzen+FW; Z.: Rom-anz-e
Römer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Bewohner Roms, Römer (M.) (2), ein Weinglas; ne. rummer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. nndl. roemer; E.: s. nndl. roemer, Sb., Römer (M.) (2), Gefäß aus römischem Glas; mnl. romere, M., Römer (M.) (2); mnd. rȫmære* (2), rȫmer, M., Römer, Angehöriger des Römischen Reiches, Pokal, Trinkgefäß; mhd. Rōmære, rōmære, Rōmer, Rœmer, st. M., Römer; s. lat. Rōmānus, M., Römer; vgl. lat. Rōma, ON, F., Rom; etruskischen Ursprungs; L.: Kluge 1. A. s. u. Römer, Kluge s. u. Römer, DW 14, 1158, EWD s. u. Römer, EWAhd 7, 615, Duden s. u. Römer, Bluhme s. u. Roemer; Son.: vgl. nndl. roemer, Sb., Römer (M.) (2); frz. römer, M., Römer (M.) (2); nschw. remmare, Sb., Römer; nnorw. rømer, M., Römer; GB.: seit Anfang 16. Jh. neben dem älteren Römer (M.) (1) als dem Bewohner Roms belegte Bezeichnung für ein von Menschen verwendetes geschliffenes und farbiges Weinglas (aus römischem Glas); BM.: ON (Gefäß aus römischem Glas); F.: Römer, Römers, Römern+FW; Z.: Röm-er
Rommé, Rommee, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rommé, ein Kartenspiel; ne. rummy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. rummy; E.: s. ne. rummy, N., Rommé; weitere Herkunft ungeklärt; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rommé, Duden s. u. Rommé; Son.: vgl. frz. rami, Sb., Rommé; nschw. rummy, Sb., Rommé; poln. remi, Sb., Rommé; kymr. rymi, F., Rommé; nir. rumaí, M., Rommé; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht in dieser Zeit entwickeltes und seitdem verwendetes Kartenspiel mit insgesamt 104 Karten für drei bis sechs Spieler von denen jeder versuchen muss seine Karten möglichst schnell nach bestimmten Regeln abzulegen; M.: ?; F.: Rommé, Rommés, Rommee, Rommees+FW; Z.: Romm-é
Rondell, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Rondell, Rondelle, rundes Beet, kreisförmiger Gartenweg; ne. roundabout, rotary, turret; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. rondelle; E.: s. frz. rondelle, M., Rondelle; mlat. rondellum, N., Rondell; lat. rotundulus, M., runder Gegenstand; lat. rotundus, Adj., scheibenrund, kugelrund, rund; vgl. lat. rota, F., Rad, Wagenrad, Rolle; idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rondell, fehlt DW, Duden s. u. Rondell; Son.: vgl. nndl. rondeel, Sb., Rondell; nschw. rundel, Sb., Rondell; nnorw. rondell, M., Rondell; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen runden Platz oder einen von Menschen kreisförmig angelegten Gartenweg oder für einen aus der Mauer einer Befestigung vorspringenden runden Turm; BM.: laufen bzw. rollen; F.: Rondell, Rondells, Rondelle, Rondellen+FW+EW?; Z.: Ro-n-d-ell
röntgen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. röntgen, mit Röntgenstrahlung untersuchen; ne. radiograph (V.); Vw.: -; Hw.: s. Roentgenium; Q.: 20. Jh.; E.: von dem PN des deutschen Physikers Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923); L.: Kluge s. u. röntgen, fehlt DW, EWD s. u. Röntgenstrahlen, Duden s. u. röntgen; Son.: vgl. nndl. röntgenen, V., röntgen; ne. roentgen, N., Röntgen; nschw. röntga, V., röntgen; nnorw. røntgen, M., Röntgen; kymr. roentgen, M., F., Röntgen; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach dem PN Wilhelm Conrad Röntgens gebildete Bezeichnung für den Körper mittels der von Röntgen in Würzburg an dem 8. November 1895 bei dem Experimentieren mit einer fast luftleeren Kathodenstrahlröhre entdeckten unsichtbaren sehr kurzwelligen energiereichen elektromagnetischen und von unterschiedlichen Geweben wie Haut oder Organen oder Knochen verschieden aufgenommenen Strahlung auf von außen anders nicht erkennbare Auffälligkeiten durchleuchten oder mit Röntgenstrahlung untersuchen; BM.: PN (nach dem Entdecker der Röntgenstrahlen); F.: röntgen, röntge (!), röntgst, röntgt, röntgest, röntget, röntgte, röntgtest, röntgten, röntgtet, geröntgt, ##geröntgt, geröntgte, geröntgtes, geröntgtem, geröntgten, geröntgter##, röntgend, ###röntgend, röntgende, röntgendes, röntgendem, röntgenden, röntgender###, röntg (!)+EW; Z.: röntg-en
$Röntgenstrahl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Röntgenstrahl; Q.: 1896; E.: s. röntgen, s. Strahl; L.: EWD s. u. Röntgenstrahlen, fehlt DW; GB.: seit 1896 belegte und aus röntgen und Strahl gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und in Röntgenanlagen durch Abbremsung von Elektronen in Atomen erzeugten unsichtbaren und ohne Vorsicht nicht ungefährlichen Strahl; F.: Röntgenstrahl, Röntgenstrahlen+EW; Z.: Röntg-en—strah-l
rosa, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rosa, rosenfarbig, hellrot; ne. rosy, rose-coloured; Vw.: -; Hw.: s. Rose; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. rosa; E.: s. lat. rosa, F., Rose, Rosensalbe, Rosenöl, Rosenstrauch, Rosenstock, (65-8 v. Chr.); vgl. gr. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; L.: Kluge s. u. rosa, EWD s. u. rosa, Duden s. u. rosa; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. roze, Adj., rosa; frz. rose, Adj., rosa; nschw. rosa, Adj., rosa; nnorw. rosa, Adj., rosa; nir. rósach, Adj., rosa; lit. rožinis, Adj., rosa; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Iranischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für rosenfarbig oder hellrot; BM.: Rose; F.: rosa+FW; Z.: ros-a
rösch, nhd., Adj.: nhd. rösch; Vw.: s. resch
Rose, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Rose, Rosenstock; ne. rose (N.); Vw.: -; Hw.: s. rosa; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. rōse, sw. F., sw. M., Rose; mnd. rōse, rôse, royze, roise, rūse, sw. F., Rose, Rosenstrauch, Rosenblüte; mnl. rōse, F., Rose; ahd. rōsa, st. F. (ō), Rose; as. *rōsa?, F., Rose; lat. rosa, F., Rose, (65-8 v. Chr.); wohl von gr. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Rose, Kluge s. u. Rose, EWD s. u. Rose, DW 14, 1163, EWAhd 7, 631, Duden s. u. Rose, Bluhme s. u. Rose; Son.: vgl. ae. rōse, sw. F. (n), Rose; an. rōs, F., Rose; nndl. roos, Sb., Rose; frz. rose, F., Rose; nschw. ros, Sb., Rose; nnorw. rose, M., F., Rose; poln. róża, F., Rose; kymr. rhosyn, M., Rose; nir. rós, M., Rose; lit. rožė, F., Rose; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen sowie Iranischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche vor rund 60 Millionen Jahren entstandene wohlriechende und neben Blättern und Blüten Stacheln tragende Pflanze; BM.: ?; F.: Rose, Rosen+FW+EW?; Z.: Ros-e
$rosé, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. rosé, hellrot; I.: Lw. frz. rosé; L.: EWD s. u. rosa, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. gebildete und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen (und Griechischen sowie Iranischen) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für hellrot wie der von Menschen aus weiß gekelterten roten Trauben hergestellte Roséwein; F.: rosé+FW; Z.: ros-é
$Rosengarten, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rosengarten; E.: s. Ros(e), s. en (Suff.), s. Garten; L.: DW 14, 1197, EWD s. u. Rose; GB.: (rōsegarte) seit 1275-1300 belegte und aus Ros(e) und en (Suff.) sowie Garten gebildete Bezeichnung für einen vor allem mit Rosen bepflanzten Garten (wie beispielsweise in Sangerhausen mit 8600 verschiedenen Rosenarten in etwa 80000 Rosenstöcken) (und ein Gebirge in Südtirol); F.: Rosengarten, Rosengartens, Rosengärten+FW+EW; Z.: Ros-en—gar-t-en
$Rosenkohl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rosenkohl; E.: s. Ros(e), s. en (Suff.), s. Kohl; L.: Kluge s. u. Rosenkohl, DW 14, 1205, EWD s. u. Rose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ros(e) und en (Suff.) sowie Kohl gebildete Bezeichnung für eine in Belgien von Menschen entwickelte Art Kohl mit krausen und Röschen oderkleinen Rosen ähnlichen Sprossen; F.: Rosenkohl, Rosenkohls+FW+EW; Z.: Ros-en—kohl
$Rosenkranz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rosenkranz; E.: s. Ros(e), s. en (Suff.), s. Kranz; L.: Kluge s. u. Rosenkranz, DW 14, 1205, EWD s. u. Rose; GB.: seit 1210/1220 belegte und wohl nach lat. rosarium aus Ros(e) und en (Suff.) sowie Kranz gebildete Bezeichnung für einen Kranz aus Rosen und in bestimmter Reihenfolge gebetete Gebete des katholischen Christentums und eine seit dem 3. Jh. n. Chr. allmählich bei Mönchen des Christentums entwickelte mit einem Kreuz endende Kette aus 6 größeren und 53 kleineren Perlen oder Kugeln für diese Gebete; F.: Rosenkranz, Rosenkranzes, Rosenkränze, Rosenkränzen+FW+EW; Z.: Ros-en-kra-nz
$Rosenmontag, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rosenmontag; E.: s. rasen, s. Montag; L.: Kluge s. u. Rosenmontag, DW 14, 1212, EWD s. u. rasen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus rasen(der) und Montag gebildete Bezeichnung für den Tag vor dem Faschingsdienstag; F.: Rosenmontag, Rosenmontags, Rosenmontage, Rosenmontagen+EW; Z.: Ros-en—mon-t-ag
Rosette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rosette, rosenartiges Ornament, After; ne. rosette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. rosette; E.: s. frz. rosette, F., Rosette; vgl. frz. rose, F., Rose; lat. rosa, F., Rose, (65-8 v. Chr.); wohl von gr. ῥόδον (rhódon), N., Rose; Lehnwort aus dem Iranischen; L.: Kluge s. u. Rosette, EWD s. u. Rosette, DW 14, 1229, Duden s. u. Rosette; Son.: vgl. nndl. rozet, Sb., Rosette; nschw. rosett, Sb., Rosette; nnorw. rosett, M., Rosette; poln. rozeta, F., Rosette; kymr. rhoséd, M., F., Rosette; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Iranischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht in Ägypten seit dem frühen 4. Jt. v. Chr. entwickeltes und verwendetes kreisrundes Ornament mit von einem Mittelpunkt strahlenförmig ausgehenden rosenartigen blattförmigen Gebilden; BM.: Rose; F.: Rosette, Rosetten+FW; Z.: Ros-ett-e
$rosig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. rosig, Rosen betreffend, hellrötlich, erfreulich; E.: s. Ros(e), s. ig (Suff.); L.: Kluge s. u. Rose, DW 14, 1229; GB.: (rōsag*) seit 11. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für rosig oder Rosen betreffend sowie hellrötlich oder erfreulich; F.: rosig, rosige, rosiges, rosigem, rosigen, rosiger(, rosigere, rosigeres, rosigerem, rosigeren, rosigerer, rosigst, rosigste, rosigstes, rosigstem, rosigsten, rosigster)+FW+EW; Z.: ros-ig
Rosine, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Rosine, getrocknete Weintraube; ne. raisin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. rōsine, F., Rosine; rosīn, rusīn, F., Rosine; mnd. rōsīne, rōsīn, rāsīn, rēsīn, rossyn, roezyn, rāsine, rēsine, M., F.?, Rosine, getrocknete Weinbeere; mnl. rosīne, F., Rosine; afrz. raisin, M., Traube; mlat. rosina, F., Rosine; lat. racēmus, M., Kamm der Traube, Weinbeere; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Rosine, Kluge s. u. Rosine, DW 14, 1231, EWD s. u. Rosine, Duden s. u. Rosine, Bluhme s. u. Rosine; Son.: vgl. nndl. rozijn, Sb., Rosine; frz. raisin, M., Rosine; nschw. russin, N., Rosine; nnorw. rosin, M., F., Rosine; kymr. resinen, rhesinen, F., Rosine; nir. rísín, M., Rosine; lit. razina, F., Rosine; GB.: (rōsine) seit um 1210 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit 80 bis 130 Millionen Jahren mögliche getrocknete Weintraube; BM.: ?; F.: Rosine, Rosinen+FW; Z.: Rosin-e
Rosmarin, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rosmarin, eine stark duftende Gewürzpflanze; ne. rosemary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. rōsmarīn, rosmarīn, rōsemarīn, rōsemarīne, M., Rosmarin; mnd. rōsenmarīn, rōsenmarīne, M., Rosmarin; lat. rōs marīnus, M., Rosmarin; vgl. lat. rōs (1), M., Tau (M.), Nass; s. idg. *eres- (2), *ₑrs-, *r̥s-, *ₑres-, *Hr̥Hs-, V., fließen, Pokorny 336 (489/70) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer...; vgl. lat. mare, N., Meer; s. idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rosmarin, Kluge s. u. Rosmarin, DW 14, 1235, Duden s. u. Rosmarin; Son.: vgl. nndl. rozemarijn, Sb., Rosmarin; frz. romarin, M., Rosmarin; nschw. rosmarin, Sb., Rosmarin; nnorw. rosmarin, M., Rosmarin; poln. rozmaryn, M., Rosmarin; kymr. rhosmari, M., Rosmarin; nir. Ros Mhuire, M., Rosmarin; lit. rozmarinas, M., Rosmarin; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (rōs marīnus) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen immergrünen und seit mehr als 3000 Jahren von Menschen als Küchenkraut und Heilkraut verwendeten Halbstrauch; BM.: Meertau; F.: Rosmarin, Rosmarins+FW; Z.: Ro-s-mar-in
Ross, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ross, Pferd; ne. horse (N.), steed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ros, roz, ors, örs, örsch, st. N., Ross, Streitross, Pferd, Reitpferd, Wagenpferd; mnd. ros, N., M., Ross, Pferd, Reitpferd, Streitross; mnl. hors, ors., N., Ross, Pferd; ahd. ros, hros, st. N. (a), Ross, Pferd, Gaul; as. hros, hross, hors*, hers*, st. N. (a), Ross, Pferd; anfrk. -; germ. *hrussa-, *hrussam, st. N. (a), Ross, Pferd; s. idg. *k̑ers- (2), V., laufen, Pokorny 583 (902/134) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rosz 1, Kluge s. u. Ross, DW 14, 1237 (Rosz), EWD s. u. Ross, Falk/Torp 79, EWAhd 7, 628, Duden s. u. Ross, Bluhme s. u. Ross; Son.: vgl. afries. hars, hers, hors, st. N. (a), Ross, Pferd; nnordfries. hors; ae. hors, st. N. (a), Ross; ae. hyrs, st. N. (a), Ross, Pferd; an. hross, st. N. (a), Pferd; got. -; nndl. ros, Sb., Ross; nschwed. hors, Sb., Pferd; nisl. hross, N., Ross; GB.: (ros) seit um 765 belegte Bezeichnung für ein vor rund 60 Millionen Jahren entstandenes und nach der Zähmung von Menschen als Reittier oder Zugtier gehaltenes hochbeiniges Säugetier mit Hufen und mit meist glattem kurzem Fell und länglichem großem Kopf und einer Mähne und langhaarigem Schwanz; BM.: laufen; F.: Ross, Rosses, Rösser, Rössern+EW; Z.: Ross
Roße, nhd. (dial.), F., (15. Jh.): nhd. Roße, Wabe; ne. honeycomb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. rāze, st. F., sw. F., Roße, Honigwabe, Scheiterhaufe, Scheiterhaufen; mhd. rāz, st. N., Roße, Honigwabe, Scheiterhaufe, Scheiterhaufen; mnl. rate, raet, F., Wabe; ahd. rāza*, st. F. (ō), sw. F. (n), Roße, Wabe, Honigwabe; s. germ. *hrāta, Sb., Geflecht, Wabe; s. idg. *kert-, *kerət-, *krāt-, V., drehen, flechten, Pokorny 584; idg. *ker- (7), V., springen, drehen, Pokorny 574; L.: Kluge 1. A. s. u. Rosz 2, Kluge s. u. Roße, DW 14, 1286 (Rosz), Duden s. u. Roße; Son.: vgl. nndl. raat, Sb., Roße; ksl. krada, Sb., Scheiterhaufen, Holzstoß; GB.: (rāze) seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wabe (mit oder ohne Honig); BM.: springen bzw. drehen; F.: Roße, Roßen+EW; Z.: Ro-ß-e
$Rösselsprung, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rösselsprung; Q.: um 1800; E.: s. Ross, s. el (Suff.), s. Sprung; GB.: seit um 1800 belegte und aus Ross und el (Suff.) sowie Sprung gebildete Bezeichnung für den Sprung des Springers oder Rosses auf dem Schachbrett (zwei Felder in einer Reihe und ein Feld zu der Seite) sowie eine Art des Silbenrätsels; L.: DW 14, 1258, EWD s. u. Ross; F.: Rösselsprung, Rösselsprungs, Rösselsprunges, Rösselsprünge, Rösselsprüngen+EW; Z.: Röss-el—s-pr-ung
$Rosskamm, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rosskamm; E.: s. Ross, s. Kamm; L.: Kluge s. u. Rosskamm, DW 14, 1265; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ross und Kamm gebildete Bezeichnung für die Pferdemähne und den Pferdekamm oder Pferdestriegel (sowie aus Ross und mlat. cambiare für den Pferdehändler); F.: Rosskamm, Rosskamms, Rosskammes, Rosskämme, Rosskämmen+EW(+FW); Z.: Ross—kam-m
$Rosskastanie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rosskastanie; E.: s. Ross, s. Kastanie; L.: Kluge s. u. Rosskastanie, DW 14, 1265, EWD s. u. Ross; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ross und Kastanie gebildete Bezeichnung für die einfache Kastanie in Gegensatz zu der nicht mit ihr verwandten Esskastanie oder Edelkastanie (Kastanie oder Marone); F.: Rosskastanie, Rosskastanien+EW+FW; Z.: Ross—kastan-ie
$Rösslein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rösslein; E.: s. Ross, s. lein; L.: DW 14, 1268, EWD s. u. Ross; GB.: (rösselīn) seit um 1275 belegte und aus Ross und lein gebildete Bezeichnung für ein kleines oder junges Ross oder Pferd (und den Springer oder das Pferd in dem Schachspiel), F.: Rösslein, Rössleins+EW; Z.: Röss-.lein
$Rosstäuscher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rosstäuscher, Rosshändler, Pferdehändler; E.: s. Ross, s. Tauscher bzw. Täuscher; L.: Kluge 1. A. s. u. Rosz (1), Kluge s. u. Rosstäuscher, DW 14, 1276; GB.: (rostūschære) seit 1233-1267 belegte und aus Ross und Tauscher (Täuscher) gebildete Bezeichnung für einen Rosshändler oder Pferdehändler; F.: Rosstäuscher, Rosstäuschers, Rosstäuschern+EW; Z.: Ross—täusch-er
Rost (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rost (M.) (1), Gitter, Scheiterhaufen; ne. grate (N.), roaster (N.); Vw.: -; Hw.: s. rösten (1), Roastbeef; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rōst, st. M., Rost (M.) (1), Scheiterhaufen; mnd. roste, F., Rost (M.) (1); mnl. roost, rooste, M., Rost (M.) (1), Gitter; ahd. rōst (1), st. M. (a?, i?), Rost (M.) (1), Bratrost, Ofengitter, Scheiterhaufen; as. rôst, st. M. (a?) (i)?, Rost (M.) (1), Bratrost; s. weitere Herkunft ungeklärt?; germ. *raustjan, sw. V., rösten (V.) (1); vgl. idg. *reus-?, V., knistern, rösten (V.) (1), Pokorny 868; idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rost 1, Kluge s. u. Rost 1, DW 14, 1279, EWD s. u. Rost 1, EWAhd 7, 644, Duden s. u. Rost 1, Bluhme s. u. Rost 1; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes aus Metallstäben bestehendes Gitter und einen Scheiterhaufen; BM.: knistern bzw. brummen?; F.: Rost, Rostes, Rosts, Roste, Rosten+EW; Z.: Ro-s-t
Rost (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rost (M.) (2), Eisenoxid; ne. rust (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rost, st. M., Rost (M.) (2); mnd. rost (1), M., Rost (M.) (2); mnd. rust (1), M., Rost (M.) (2), Eisenrost, Fehlerhaftigkeit, Makel; mnl. roest, M., Rost (M.) (2), Eisenrost; ahd. rost, st. M. (a)?, Rost (M.) (2), Röte, Meltau, Grünspan; as. rost, st. M. (a?), Rost (M.) (2); anfrk. -; germ. *rusta-, *rustaz, st. M. (a), Rost (M.) (2); s. idg. *rudʰso-, Adj., rot, Pokorny 872; vgl. idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rost 2, Kluge s. u. Rost 2, EWD s. u. Rost 2, DW 14, 1279, Falk/Torp 351, Seebold 378, EWAhd 7, 641, Duden s. u. Rost 2, Bluhme s. u. Rost 2; Son.: vgl. afries. -; ae. rūst, st. M. (a), st. N. (a), Rost (M.) (2); an. -; got. *rus-, Sb., Rost (M.) (2)?; lett. rûsa, Sb., Rost, ksl. ruzda, F., Rost (M.) (2); GB.: seit dem Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den schon vormenschlich möglichen bei Luftfeuchtigkeit gebildeten rötlichbraunen porösen Belag aus Eisenoxid auf Eisen oder Stahl; BM.: rot; F.: Rost, Rostes, Rosts+EW; Z.: Rost
$rosten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rosten; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Rost 2, DW 14, 1283, EWD s. u. Rost 2; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Rost und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Eisen mögliches Rost bei Luftfeuchtigkeit auf Eisen oder Stahl bilden; F.: rosten (!), roste (!), rostest, rostet, rostete, rostetest, rosteten, rostetet, gerostet, ##gerostet, gerostete, gerostetes, gerostetem, gerosteten, gerosteter##, rostend, ###rostend, rostende, rostendes, rostendem, rostenden, rostender###, rost (!)+EW; Z.: rost-en
rösten (1), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. rösten (V.) (1), auf einem Rost braten, dörren, verbrennen; ne. roast (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rost (1), Roastbeef; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. rœsten, sw. V., rösten (V.) (1), verbrennen, braten, auf den Rost legen, in den Rost legen, auf dem Rost liegen, geröstet werden; mnd. rōsten, rosten, rȫsten, rösten, rusten, sw. V., rösten, durch Hitzeeinwirkung knusprig machen, garen; mnl. roosten, sw. V., rösten (V.) (1); ahd. rōsten*, sw. V. (1a), rösten (V.) (1), braten; as. -; anfrk. -; germ. *raustjan, sw. V., rösten (V.) (1); s. idg. *reus-?, V., knistern, rösten (V.) (1), Pokorny 868; vgl. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rösten 1, Kluge s. u. rösten 1, DW 14, 1283, EWD s. u. Rost 1, Falk/Torp 354, EWAhd 7, 651, Duden s. u. rösten; Son.: vgl. afries. -; ae. rōstian, sw. V., rösten; an. -; got. *raustjan, sw. V. (1), rösten (V.) (1); GB.: seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches etwas auf einem Rost braten; BM.: knistern bzw. brummen?; F.: rösten, röste (!), röstest, röstet, röstete, röstetest, rösteten, röstetet, geröstet, ##geröstet, geröstete, geröstetes, geröstetem, gerösteten, gerösteter##, röstend, ###röstend, röstende, röstendes, röstendem, röstenden, röstender###, röst (!)+EW; Z.: rö-s-t-en
rösten (2), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. rösten (V.) (2), Flachs oder Hanf mürbe machen; ne. rot (V.), ret (V.); Vw.: -; Hw.: s. rotten (2); Q.: nach 1160 (Erinnerung an den Tod); E.: s. mhd. rœzen, rozzen, sw. V., faul werden, welken, erbleichen, faulen; mnd. rōten (1), rȫten, rāten, rotten, sw. V., st. V.?, verrotten, verfaulen, röten (Flachs), mürbe werden, gut ablagern; ahd. rōzēn*, sw. V. (3), verwesen (V.) (2); as. rotōn*, sw. V. (2), rosten; germ. *rutēn, *rutǣn, sw. V., verrotten, verfaulen; idg. *reud-, V., zerreißen, Pokorny 869; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rösten 2, Kluge s. u. rösten 2, DW 14, 1284, Duden s. u. rösten; Son.: vgl. afries. rotia, sw. V. (2), rotten (V.) (2), faulen; ae. rotian, sw. V., (2), verrotten, verfaulen, verwesen (V.) (2), eitern; GB.: seit nach 1160 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Flachs oder Hanf mürbe machen; BM.: reißen; F.: rösten, röste (!), röstest, röstet, röstete, röstetest, rösteten, röstetet, geröstet, ##geröstet, geröstete, geröstetes, geröstetem, gerösteten, gerösteter##, röstend, ###röstend, röstende, röstendes, röstendem, röstenden, röstender###, röst (!)+EW; Z.: rö-s-t-en
$rostig, nhd., Adj., (10./11. Jh.): nhd. rostig, Rost aufweisend; E.: s. Rost, s. ig; L.: Kluge s. u. Rost 2, DW 14, 1285, EWD s. u. Rost 2; GB: seit 10./11. Jh. belegte und aus Rost 2 und ig gebildete Bezeichnung für Rost (Eisenoxid) aufweisend; F.: rostig, rostige, rostiges, rostigem, rostigen, rostiger(, rostigere, rostigeres, rostigerem, rostigeren, rostigerer, rostigst, rostigste, rostigstes, rostigstem, rostigsten, rostigster)+EW; Z.: rost-ig
rot, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rot, blutfarben; ne. red (Adj.); Vw.: s. -spon; Hw.: s. Röte, röten; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rōt, Adj., rot, rothaarig; mnd. rōt (2), rōde, Adj., rot, kupferrot, gelbrot, rot gefärbt, rothaarig; mnl. root, Adj., rot; ahd. rōt (1), Adj., rot, scharlachrot, purpurrot, braunrot, gelbrot; as. rôd*, Adj., rot; anfrk. rōd*, Adj., rot; germ. *rauda-, *raudaz, Adj., rot; s. idg. *reudʰ-, h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rot, Kluge s. u. rot, DW 14, 1287, EWD s. u. rot, Falk/Torp 351, Seebold 378, Heidermanns 438, EWAhd 7, 653, Duden s. u. rot, Bluhme s. u. rot; Son.: vgl. afries. râd, Adj., rot; nnordfries. rud, roth, Adj., rot; ae. réad, Adj., rot, rötlich; an. rauðr, Adj., rot, rothaarig; got. rauþs, Adj. (a), rot; nndl. rood, Adj., rot; nschw. röd, Adj., rot; nnorw. rød, Adj., rot; ai. róhita-, Sb., rotes Ross; lat. rūfus, Adj., rot, lichtrot; air. rúad, Adj., rot; lit. raũdas, rudas, Adj., rot; aruss. rudŭ, Adj., rot; GB.: (rōt) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Farbe des frischen Blutes oder der Preiselbeeren oder der Erdbeeren oder des Fliegenpilzes oder glühenden Eisens oder allgemein des Farbreizes der wahrgenommen wird wenn Licht mit dominierenden Wellenlängen oberhalb 600 Nanometer in das Auge (des Menschen) fällt; BM.: ?; F.: rot, rote, rotes, rotem, roten, roter(, röter, rötere, röteres, röterem, röteren, röterer, rötest, röteste, rötestes, rötestem, rötesten, rötester, roteste, rotestes, rotestem, rotesten, rotester)+EW; Z.: rot
$Rot, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Rot; Vw.: s. Abend-, (Morgen-); E.: s. rot; L.: DW 14, 1287; GB.: seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für substantiviertes rot; F.: Rot, Rots+EW; Z.: Rot
Rotation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Rotation, Drehung, Wechsel; ne. rotation; Vw.: -; Hw.: s. rotieren, Rotor; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. rotātio; E.: s. lat. rotātio, F., kreisförmige Umdrehung, Beförderung von Waren mit Fuhrwerken und Karren, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. rotāre, V., wie ein Rad herumdrehen, kreisförmig herumdrehen, rollen; vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rotation, fehlt DW, EWD s. u. rotieren, Duden s. u. Rotation; Son.: vgl. nndl. rotatie, Sb., Rotation; frz. rotation, F., Rotation; nschw. rotation, Sb., Rotation; nnorw. rotasjon, M., Rotation; poln. rotacja, F., Rotation; lit. rotacija, F., Rotation; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine kreisförmige Umdrehung oder Drehung beispielsweise der Erde um ihre eigene Achse oder die Drehbewegung der Wirbelsäule um ihre Längsachse; BM.: rollen; F.: Rotation, Rotationen+FW+EW; Z.: Rot-at-io-n
$Rotauge, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Rotauge; E.: s. rot, s. Auge; L.: DW 14, 1300, EWD s. u. rot; GB.: (rōtouga) seit 13. Jh. belegte und aus rot und Auge vielleicht nach lat. rutilus gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen Weißfisch (Plötze oder Schwal); F.: Rotauge, Rotaugen+EW; Z.: Rot—aug-e
Röte, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Röte, Rotsein, rote Farbe; ne. redness, blush (N.); Vw.: -; Hw.: s. rot, röten; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. rœte, rōte, st. F., Röte, Rot, rote Farbe, Krankheit mit rotem Hautausschlag, Zeit in der Wild rothaarig ist, Krapp; mhd. rœten (2), st. F., Röte, Rot, rote Farbe; mnd. rȫde (2), rode, F., Röte, rote Färbung, Gesichtsröte, krankhafte Rötung; mnl. rode, F., Röte; ahd. rōta*, st. F. (ō), Röte; as. -; anfrk. rōda*, st. F. (ō), Röte; germ. *raudō, st. F. (ō), Röte; s. idg. *reudʰ-, h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rot, DW 14, 1302, EWD s. u. rot, Heidermanns 439, EWAhd 7, 659, Kluge s. u. Röte; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. rodnad, Sb., Röte; GB.: (rōta) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Rotsein oder rote Farbe; BM.: ?; F.: Röte, Röten+EW; Z.: Röt-e
$Rötel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rötel; E.: s, rot, s. el (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. rot, Kluge s. u. Röteln, DW 14, 1305, EWD s. u. rot; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus rot und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für roten Eisenocker oder auch ein Rotkehlchen oder (Röteln) eine seit 1938 beschriebene durch ein Virus verursachte hochansteckende übertragbare Krankheit; F.: Rötel, Rötels, Röteln+EW; Z.: Röt-el
röten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. röten, rot werden, rot machen; ne. redden, ruddy, blush (V.); Vw.: -; Hw.: s. rot, Röte; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. rōten (1), sw. V., rot sein (V.), sich röten, rot werden, erröten, rot schimmern, rot sein (V.); mnd. rȫden (1), rȫten, sw. V., röten, rot färben; mnl. rooden, sw. V., röten; ahd. rōtēn, sw. V. (3), rot sein (V.), röten, erröten, rötlich glänzen; as. -; anfrk. -; germ.? *raudēn, *raudǣn, sw. V., rot sein (V.), rötlich schimmern; s. idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. rot, DW 14, 1306, EWD s. u. rot, Heidermanns 439, EWAhd 7, 658, EWAhd 7, 665, Duden s. u. röten; Son.: vgl. afries. -; ae. rudian, sw. V. (2), rot sein (V.); an. rjōða, st. V. (2), rot machen, mit Blut färben; got. -; nnorw. røde, V., röten; GB.: (rōtēn) seit um 765 belegte und aus rot und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für rot werden oder rot machen; BM.: ?; F.: röten, röte (!), rötest, rötet, rötete, rötetest, röteten, rötetet, gerötet, ##gerötet, gerötete, gerötetes, gerötetem, geröteten, geröteter##, rötend, ###rötend, rötende, rötendes, rötendem, rötenden, rötender###, röt (!)+EW; Z.: röt-en
$Rotgießer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rotgießer, Kupfergießer; E.: s. rot, s. Gießer; L.: Kluge s. u. Rotgießer, DW 14, 1309 (Rotgieszer); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus rot und Gießer gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Verwendung von Kupfer möglichen Kupfergießer; F.: Rotgießer, Rotgießers, Rotgießern+EW; Z.: Rot—gie-ß-er
$Rothaut, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rothaut; Q.: 1920-1930; E.: s. rot, s. Haut; L.: EWD s. u. Haut, fehlt DW; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus rot und Haut gebildete Bezeichnung für sich (für besondere Anlässe rot anmalende) Indianer Nordamerikas; F.: Rothaut, Rothäute, Rothäuten+EW; Z.: Rot—hau-t
rotieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rotieren, (sich um die eigene Achse) drehen, umlaufen; ne. rotate; Vw.: -; Hw.: s. Rotation, Rotor; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. rotāre; E.: s. lat. rotāre, V., wie ein Rad herumdrehen, kreisförmig herumdrehen, rollen, umrollen, Rad schlagen, (70-19 v. Chr.); lat. rota, F., Rad, Wagenrad, Rolle; idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. rotieren, fehlt DW, EWD s. u. rotieren, Duden s. u. rotieren; Son.: vgl. nndl. roteren, V., rotieren; nschw. rotera, V., rotieren; nnorw. rotere, V., rotieren; nir. rothlaíonn, V., rotieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich um die eigene Achse drehen; BM.: rollen; F.: rotieren, rotiere, rotierst, rotiert, rotierest, rotieret, rotierte, rotiertest, rotierten, rotiertet, ##rotiert, rotierte, rotiertes, rotiertem, rotierten, rotierter##, rotierend, ###rotierend, rotierende, rotierendes, rotierendem, rotierenden, rotierender###, rotier(!)+FW(+EW?); Z.: rot-ier-en
$Rotkehlchen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Rotkehlchen; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. rot, s. Kehlchen; L.: DW 14, 1311, EWD s. u. rot; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus rot und Kehlchen gebildete Bezeichnung vor allem für einen kleinen Singvogel mit einer roten Kehle oder einem roten Brustfleck; F.: Rotkehlchen, Rotkehlchens+EW; Z.: Rot—kehl—chen
$Rotlauf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rotlauf; E. s. rot, s. Lauf; L.: Kluge s. u. Rotlauf, DW 14, 1311, EWD s. u. Rotlauf; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus rot und Lauf gebildete Bezeichnung für durch Bakterien verursachte Krankheiten mit Rotwerden der Haut; F.: Rotlauf, Rotlaufes, Rotlaufs+EW; Z.: Rot—lauf
$rötlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. rötlich, leicht rot; E.: s. rot, s. lich; L.: DW 14, 1311, EWD s. u. rot; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus rot und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Farben mögliches in das Rote spielend oder leicht rot; F.: rötlich, rötliche, rötliches, rötlichem, rötlichen, rötlicher+EW; Z.: röt—lich
Rotor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rotor, sich drehender Teil, Hubschrauberflügel; ne. rotor; Vw.: -; Hw.: s. rotieren, Rotation; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. rotor; E.: s. ne. rotor, N., Rotor; vgl. ne. rotator, M., Rotator, Herumdrehender; lat. rotātor, M., Herumdreher (um 45-96 n. Chr.); vgl. lat. rotāre, V., wie ein Rad herumdrehen, kreisförmig herumdrehen, rollen, umrollen, Rad schlagen, (70-19 v. Chr.); lat. rota, F., Rad, Wagenrad, Rolle; idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Rotor, fehlt DW, EWD s. u. Rotor, Duden s. u. Rotor; Son.: vgl. nndl. rotor, Sb., Rotor; frz. rotor, M., Rotor; nschw. rotor, Sb., Rotor; nnorw. rotor, M., Rotor; kymr. rotor, M., Rotor; nir. rótar, M., Rotor; lit. rotorius, M., Rotor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten sich drehenden Umlaufteil einer Maschine; BM.: laufen; F.: Rotor, Rotors, Rotoren+FW; Z.: Ro-t-or
Rotspon, Rotspohn, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Rotspon, Rotspohn, Rotwein von dem Fass; ne. red wine from a barrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Vorderglied von rot; Hinterglied s. mnd. span (3), spān, N., Gefäß, Zuber, Bottich, Holzeimer, Kübel, Eimer; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Rotspo(h)n, DW 14, 1315, Duden s. u. Rotspon; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für einen französischen Rotwein von dem Fass; BM.: roter Fasswein; F.: Rotspon, Rotspons, Rotspones, Rotspone, Rotsponen, Rotspohn, Rotspohns, Rotspohnes, Rotspohne, Rotspohnen+EW; Z.: Rot—spon
$Rottanne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rottanne; E.: s. rot, s. Tanne; L.: Kluge s. u. Rottanne, DW 14, 1315; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus rot und Tanne gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Tannenart (gemeine Fichte); F.: Rottanne, Rottannen+EW; Z.: Rot—tan-n-e
Rotte (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Rotte (F.) (1), Schar (F.) (2), Menge; ne. gang (N.), horde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. rote, rotte, rot, st. F., sw. F., Schar (F.) (1), Gruppe, Abteilung, Heeresabteilung, Rotte (F.) (1), Gemeinde, Marktgemeinde, Ordnung, Reihenfolge; mhd. rot, rotte, F., Schar (F.) (1), Rotte (F.) (1); mnd. rotte (3), rōte, rāte, F., Rotte (F.) (1), Menschengruppe, Schar (F.) (1), Herde, Gefolge, Anhängerschaft, Bande (F.) (1), übler Haufen; mnd. rot (2), rote, rate, N., Rotte (F.) (1), Schar (F.) (1), Menschengruppe, übler Haufe, übler Haufen; afrz. rote, Sb., Schar (F.) (1); lat. rutta, F., Abteilung; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rotte, Kluge s. u. Rotte, DW 14, 1315, EWD s. u. Rotte, Duden s. u. Rotte, Bluhme s. u. Rotte; Son.: vgl. nndl. rot, Sb., Rotte (F.) (1); nschw. rote, Sb., Rotte (F.) (1); nnorw. rode, M., Rotte (F.) (1); GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gruppe oder Schar (F.) (2) von Lebewesen; BM.: reißen bzw. graben; F.: Rotte, Rotten+FW; Z.: Ro-t-t-e
Rotte (2), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Rotte (F.) (2), harfenartiges Saiteninstrument; ne. crwth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. rotte, sw. F., Rotte (F.) (2), harfenartiges Saiteninstrument; mnd. rotte (2), rocke, rǒtte, rōde, F., Rotte (F.) (2), Harfenzither; mnl. rote, F., Rotte (F.) (2); ahd. rotta, sw. F. (n), Rotte (F.) (2), Psalter; weitere Herkunft ungeklärt?, für eine Herkunft aus dem Idg. s. EWAhd 7, 667; L.: DW 14, 1315, EWAhd 7, 666, Duden s. u. Rotte; Son.: vgl. afrz. route, F., Rotte (F.) (2); GB.: (rotta) seit 863-871 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine gestrichene Leier mit Fingerbrett; BM.: ?; F.: Rotte, Rotten+EW; Z.: Rott-e
rotten (1), nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. rotten, ausrotten, reißen, vernichten; ne. exterminate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120 (Millstätter Genesis); E.: s. mhd. riuten, sw. V., reuten, ausreuten, urbar machen, roden; ahd. riuten, sw. V. (1a), reuten, roden, herausreißen, ausrotten; s. germ. *reudjan, sw. V., roden; idg. *reudʰ-, V., reuten, roden, Pokorny 869; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rotten 1, Kluge s. u. rotten 1, DW 14, 1320; Son.: vgl. nndl. uitroeien, V., ausrotten; nschw. utrota, V., ausrotten; nnorw. utrydde, V., ausrotten; GB.: um 1120 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches reißen oder vernichten; BM.: reißen bzw. graben; F.: rotten (!), rotte (!), rottest, rottet, rottete, rottetest, rotteten, rottetet, gerottet, ##gerottet, gerottete, gerottetes, gerottetem, gerotteten, gerotteter##, rottend, ###rottend, rottende, rottendes, rottendem, rottenden, rottender###, rott (!)+EW; Z.: ro-t-t-en
rotten (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rotten (V.) (2), verrotten, faulen, modern (V.); ne. rot (V.); Vw.: -; Hw.: s. rösten (2); Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. rotten, V., rotten (V.) (2), verrotten; nndl. rotten, V., rotten (V.) (2), verrotten; vgl. mnd. rōten (1), rȫten, rāten, rotten, sw. V., st. V.?, verrotten, verfaulen, röten (Flachs), mürbe werden, gut ablagern; ahd. rōzēn*, sw. V. (3), verwesen (V.) (2); as. rotōn*, sw. V. (2), rosten; germ. *rutēn, *rutǣn, sw. V., verrotten, verfaulen; idg. *reud-, V., zerreißen, Pokorny 869; s. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rotten 2, Kluge s. u. rotten 2, DW 14, 1320, Duden s. u. rotten, Bluhme s. u. rotten 2; Son.: vgl. afries. rotia, sw. V. (2), rotten (V.) (2), faulen; ae. rotian, sw. V., (2), verrotten, verfaulen, verwesen (V.) (2), eitern; nschw. ruttna, V., rotten (V.) (2); nnorw. råtne, V., rotten (V.) (2); GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für faulen; BM.: reißen bzw. graben; F.: rotten (!), rotte (!), rottest, rottet, rottete, rottetest, rotteten, rottetet, gerottet, ##gerottet, gerottete, gerottetes, gerottetem, gerotteten, gerotteter##, rottend, ###rottend, rottende, rottendes, rottendem, rottenden, rottender###, rott (!)+EW; Z.: ro-t-t-en
$rotten (3), nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. rotten, eine Rotte bilden; Vw.: s. zusammen-; L.: Kluge s. u. rotten 3, Rotte, EWD s. u. Rotte, DW 14, 1315; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit Rotte verbindbare Bezeichnung für eine Rotte bilden; F.: rotten (!), rotte (!), rottest, rottet, rottete, rottetest, rotteten, rottetet, gerottet, ##gerottet, gerottete, gerottetes, gerottetem, gerotteten, gerotteter##, rottend, ###rottend, rottende, rottendes, rottendem, rottenden, rottender###, rott (!)+EW; Z.: ro-t-t-en
Rotunde, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Rotunde, Gebäude mit kreisrundem Grundriss; ne. rotunda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. rotunde (2), st. F., Rotunde; mnd. rotunde (1), F., Rotunde, Bauwerksteil mit kreisrundem Grundriss, Kuppelbau, kugelförmige Insignie des Kaisers, Reichsapfel; lat. rotunda, F., Kugel, Kügelchen aus Pflastermasse, (um 47 n. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad; s. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 14, 1324, Duden s. u. Rotunde; Son.: vgl. frz. rotonde, F., Rotunde; nschw. rotunda, Sb., Rotunde; nnorw. rotunde, M., Rotunde; poln. rotunda, F., Rotunde; kymr. rotwnda, F., Rotunde; lit. rotonda, F., Rotunde; GB.: seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gebäude oder einen Gebäudeteil mit kreisrundem Grundriss; BM.: rollen; F.: Rotunde, Rotunden+FW; Z.: Rot-und-e
rotwelsch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. rotwelsch, gaunersprachlich; ne. concerning thieve’s argot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. rotwalsch (2), Adj., rotwelsch; mnd. rotwelsch (2), rōtwelsch, Adj., rotwelsch, auf Rotwelsch verlaufend, auf das Rotwelsche bezogen, betrügerisch, verlogen; wohl aus dem Niederländischen übernommen; letztlich s. nhd. rott(en) (2), welsch; L.: Kluge 1. A. s. u. rot, Kluge s. u. rotwelsch, DW 14, 1324 (rotwälsch), EWD s. u. welsch, Duden s. u. rotwelsch; Son.: vgl. nschw. rotvälka, Sb., Rotwelsch; nnorw. rotwelsk, M., Rotwelsch; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl aus den Niederländischen aufgenommene Bezeichnung für eine allgemein unverständliche von Gaunern entwickelte und verwendete besondere Sprache; BM.: verdorben, fremde Sprache; F.: rotwelsch, rotwelsche, rotwelsches, rotwelschem, rotwelschen, rotwelscher+EW+FW; Z.: rot—welsch
$Rotwild, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Rotwild; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. rot, s. Wild; L.: DW 14, 1326, EWD s. u. rot; GB.: um 1185 belegte und aus rot und Wild gebildete Bezeichnung für eine durch die in dem Sommer rote oder hellbraune Farbe des Felles in Gegensatz zu Schwarzwild gekennzeichnete und vor rund 400000 Jahren in der waldarmen Kältesteppe Mittelasiens entwickelte und von dort nach Europa gekommene Tierart der Hirsche und Rehe; F.: Rotwild, Rotwildes, Rotwilds+EW; Z.: Rot—wil-d
Rotz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rotz, Schleim, Nasenschleim; ne. snot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. roz, st. M., st. N., Schleim, Rotz; mnd. rots, M., Rotz, Schleim, schleimiges Nasensekret, lügnerische Äußerung; ahd. roz, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Rotz, Schleim, Auswurf; as. hrot*, hrod*, st. M. (a?)?, st. N. (a?)?, Rotz; anfrk. -; germ. *hruta-, *hrutaz, st. M. (a), Speichel, Rotz; germ. *hruþ, Sb., Speichel, Rotz; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rotz, Kluge s. u. Rotz, DW 14, 1326, EWD s. u. Rotz, Falk/Torp 107, EWAhd 7, 683, Duden s. u. Rotz, Bluhme s. u. Rotz; Son.: vgl. afries. -; ae. hrot, st. M. (a), Rotz, Schaum; an. hryða, sw. F. (n), Spucknapf; got. -; gr. κόρυζα (kóryza), F., Nasenschleim, Schnupfen (M.), Stumpfsinn; GB.: (roz) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den in den Atemwegen der Nase befindlichen Schleim (Nasenschleim) (und eine Krankheit); BM.: krächzen; F.: Rotz, Rotzes+EW; Z.: Ro-tz
$rotzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rotzen, (den) Rotz aus der Nase entfernen; L.: DW 14, 1328, EWD s. u. Rotz; F.: rotzen, rotze (!), rotzst, rotzt, rotzest, rotzet, rotzte, rotztest, rotzten, rotztet, gerotzt, ##gerotzt, gerotzte, gerotztes, gerotztem, gerotzten, gerotzter##, rotzend, ###rotzend, rotzende, rotzendes, rotzendem, rotzenden, rotzender###, rotz (!)+EW; Z.: ro-tz-en
$Rotzlöffel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rotzlöffel, junger und frecher Mensch; E.: s. Rotz, s. Laff(e), s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. Rotzlöffel, DW 14, 1330; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Rotz und Laff(e) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen jungen und frechen Menschen; F.: Rotzlöffel, Rotzlöffels, Rotzlöffeln+EW; Z.: Rotz—löf-f-el
$rotznäsig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rotznäsig, Rotz in der Nase habend, frech; E.: s. Rotz, s. näsig; L.: s. DW 14, 1330 (Rotznase), EWD s. u. Rotz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rotznas(e) und ig gebildete Bezeichnung für Rotz in der Nase habend oder frech; F.: rotznäsig, rotznäsige, rotznäsiges, rotznäsigem, rotznäsigen, rotznäsiger(, rotznäsigere, rotznäsigeres, rotznäsigerem, rotznäsigeren, rotznäsigerer, rotznäsigst, rotznäsigste, rotznäsigstes, rotznäsigstem, rotznäsigsten, rotznäsigster)+EW; Z.: ro-tz—näs-ig
Roulade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Roulade, gefüllte Fleischrolle; ne. roulade, roll (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. roulade; E.: s. frz. roulade, F., Roulade; vgl. frz. rouler, V., rollen; vgl. lat. rotella, F., Rädchen, Rädlein, (354-430 n. Chr.); lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Roulade, EWD s. u. Roulade, Duden s. u. Roulade; Son.: vgl. nndl. roulade, Sb., Roulade; nschw. rulad, roulad, Sb., Roulade; nnorw. rulade, M., Roulade; poln. rolada, F., Roulade; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete mit einer Füllung versehene Speise aus eingerolltem Fleisch; BM.: rollen; F.: Roulade, Rouladen+FW; Z.: Rou-lad-e
Rouleau, nhd., N.: nhd. Rouleau; Vw.: s. Rollo
Roulett, nhd., N.: nhd. Roulett; Vw.: s. Roulette
Roulette, Roulett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Roulette, Roulett; ne. roulette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. roulette; E.: s. frz. roulette, F., Roulette, Rädchen; afrz. roele, F., Rädchen; lat. rotella, F., Rädchen, Rädlein, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Roulette, fehlt DW, EWD s. u. Roulett, Duden s. u. Roulette; Son.: vgl. nndl. roulette, Sb., Roulette; nschw. rulett, Sb., Roulette; nnorw. rulett, M., Roulette; poln. ruletka, F., Roulette; kymr. rwlét, M., F., Roulette; nir. rúiléid, F., Roulette; lit. ruletė, F., Roulette; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Glücksspiel bei dem auf Zahl oder Farbe oder auf beides gesetzt und der Gewinner dadurch ermittelt wird dass eine Kugel auf eine sich drehende Scheibe mit rot und schwarz nummerierten Fächern geworfen wird die bei Stillstand der Scheibe in einem Fach liegen bleibt; BM.: rollen; F.: Roulette, Roulett, Roulettes, Rouletts+FW; Z.: Rou-let-t-e
Route, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Route, Strecke, festgelegter Weg; ne. route (N.); Vw.: -; Hw.: s. Routine, routiniert; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. route; E.: s. frz. route, F., Route, Strecke; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, (um 450 v. Chr.); idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Route, fehlt DW, EWD s. u. Route, Duden s. u. Route; Son.: vgl. nndl. route, Sb., Route; nschw. rutt, Sb., Route; nnorw. rute, M., F., Route; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Strecke oder einen von Menschen festgelegten Weg; BM.: graben; F.: Route, Routen+FW; Z.: Rou-t-e
Routine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Routine, Gewandtheit, Fertigkeit, Erfahrung; ne. routine (N.); Vw.: -; Hw.: s. routiniert, Route; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. routine; E.: s. frz. routine, F., Routine, Erfahrung; vgl. frz. route, F., Route, Strecke; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, (um 450 v. Chr.); idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Routine, fehlt DW, Duden s. u. Routine; Son.: vgl. nndl. routine, Sb., Routine; nschw. rutin, Sb., Routine; nnorw. rutine, M., Routine; poln. rutyna, F., Routine; lit. rutina, F., Routine; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch Übung von Lebewesen erworbene Gewandtheit oder Fertigkeit oder Erfahrung; BM.: graben; F.: Routine, Routinen+FW; Z.: Rou-t-in-e
$Routinier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Routinier, in einem bestimmten Bereich sehr gewandter oder erfahrener Mensch; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. frz. routinier; L.: fehlt DW, EWD s. u. Route; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit Routine verbindbare Bezeichnung für einen in einem bestimmten Bereich sehr gewandten oder erfahrenen Menschen; F.: Routinier, Routiniers+FW; Z.: Rou-t-in-ier
routiniert, nhd., (Part. Prät.?=)Adj., (18. Jh.): nhd. routiniert, erfahren (Adj.), geübt; ne. experienced; Vw.: -; Hw.: s. Routine, Route; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. routiné; E.: s. frz. routiné, Adj., routiniert, gewöhnt; vgl. frz. routiner, V., nach der Gewohnheit handeln, mit Erfahrung handeln; frz. routine, F., Routine, Erfahrung; vgl. frz. route, F., Route, Strecke; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen, (um 450 v. Chr.); idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Routine, fehlt DW, EWD s. u. Route, Duden s. u. routiniert; Son.: vgl. nschw. rutinerad, Adj., routiniert; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem bestimmten Bereich sehr erfahren (Adj.) oder geübt; BM.: graben; F.: routiniert, routinierte, routiniertes, routiniertem, routinierten, routinierter(, routiniertere, routinierteres, routinierterem, routinierteren, routinierterer, routiniertest, routinierteste, routiniertestes, routiniertestem, routiniertesten, routiniertester)+FW+EW; Z.: rou-t-in-ier-t
Rowdy, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rowdy, jüngerer flegelhafter gewalttätiger Mann; ne. rowdy (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. rowdy; E.: s. ne. rowdy, M., Rowdy; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Rowdy, fehlt DW, EWD s. u. Rowdy, Duden s. u. Rowdy; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen jüngeren flegelhaften gewalttätigen Mann; BM.: ?; F.: Rowdy, Rowdys+FW; Z.: Rowd-y
$Rowdytum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rowdytum, gewalttätiges Verhalten; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Rowdy und tum gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für flegelhaftes gewalttätiges Verhalten jüngerer Männer; L.: EWD s. u. Rowdy; F.: Rowdytum, Rowdytums+FW+EW; Z.: Rowd-y—tum
rubbeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. rubbeln, kräftig reiben (über); ne. rub (V.); Vw.: -; Hw.: s. reiben, ribbeln; Q.: 20. Jh.; E.: s. mnd. *rubbelen?, sw. V., rubbeln?, aufrauen?; letztlich s. nhd. reiben; L.: Kluge s. u. rubbeln, fehlt DW, EWD s. u. Robbe, Duden s. u. rubbeln; GB.: kräftig reiben (über); BM.: drehen; F.: rubbeln, rubbel (!), rubble (!), rubbelst, rubbelt, rubbelte, rubbeltest, rubbelten, rubbeltet, gerubbelt, ##gerubbelt, gerubbelte, gerubbeltes, gerubbeltem, gerubbelten, gerubbelter##, rubbelnd, ###rubbelnd, rubbelnde, rubbelndes, rubbelndem, rubbelnden, rubbelnder###+EW; Z.: ru-b-b-el-n
Rübe, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Rübe, ein Gemüse, Kopf; ne. turnip; Vw.: s. Runkel-; Hw.: s. Rübsen; Q.: nach 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruobe, sw. F., Rübe; mnd. rȫve, røve, rǖve, rǖbe, F., M., Rübe, Rübenkohl, Steckrübe; mnl. roeve, F., Rübe; ahd. ruoba (2), sw. F. (n), Rübe, Rettich; as. -; anfrk. -; vielleicht von germ. *rōbō-, *rōbōn, sw. F. (n), Rübe; idg. *rāp-, *rēp-, Sb., Rübe, Pokorny 852 (1479/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rübe, Kluge s. u. Rübe, DW 14, 1331, EWD s. u. Rübe, Falk/Torp 347, EWAhd 7, 756, Duden s. u. Rübe, Bluhme s. u. Ruebe; Son.: vgl. afries. -; ae. *rōfe, sw. F. (n), Rübe?; an. rōfa; adän, roæ, F., Rübe; got. -; nndl. raap, Sb., Rübe; ne. rapeseed, N., Raps; nschw. rova, Sb., Rübe; nnorw. roe, M., Rübe; gr. ῥάπυς (rhápys), ῥάφυς (rháphys), F., Rübe; lat. rāpa, F., Rübe; lit. rópė, Sb., Rübe; ksl. rěpa, Sb., Rübe; GB.: seit nach 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer als Gemüsepflanze oder Futterpflanze verwendeten Pflanze mit einer dickfleischigen Pfahlwurzel und übertragen (Adj.) für Kopf; BM.: ?; F.: Rübe, Rüben+EW; Z.: Rüb-e
Rubel, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rubel, Währung in Osteuropa (Russland); ne. rouble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. rūbel, rubbel, robbel, M., Rubel (russische Währung); s. aruss. rubl; s. russ. рубить (rubit), V., hauen, abhauen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Rubel; Son.: vgl. nndl. roebel, Sb., Rubel; frz. rouble, M., Rubel; nschw. rubel, Sb., Rubel; nnorw. rubel, M., Rubel; kymr. rwbl, F., Rubel; nir. rúbal, M., Rubel; poln. rubel, M., Rubel; lit. rublis, M., Rubel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine Währungseinheit (in mehreren Ländern) in Osteuropa; BM.: abhauen; F.: Rubel, Rubels, Rubeln+FW; Z.: Rub-el
$Rübezahl, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rübezahl; E.: s. Rübe, s. Zagel; L.: Kluge 1. A. s. u. Rübe, fehlt DW, EWD s. u. Zagel; GB.: (ruobezagel) seit 13. Jh. belegte und aus Rübe und Zagel gebildete Bezeichnung für den sagenhaften Berggeist Rübezahl in dem Riesengebirge; F.: Rübezahl, Rübezahls+EW; Z.: Rüb-e—zah-l
Rubidium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rubidium, ein Metall; ne. rubidium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. rubidus, Adj., rot, dunkelrot, (um 250-184 v. Chr.); lat. ruber, Adj., rot, gerötet; idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Rubidium; Son.: vgl. nndl. rubidium, Sb., Rubidium; frz. rubidium, M., Rubidium; nschw. rubidium, N., Rubidium; nnorw. rubidium, N., Rubidium; kymr. rwbidiwm, M., Rubidium; nir. rubaidiam, M., Rubidium; poln. rubid, M., Rubidium; lit. rubidis, M., Rubidium; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein einwertiges radioaktives (Halbwertzeit von etwa 48 Milliarden Jahren) schon vormenschliches und weitverbreitetes 1861 entdecktes und hauptsächlich in Mineralen vulkanischen Ursprungs wie Pollucit oder Carnallit oder Leucit oder Zinnwaldit vorkommendes und beispielsweise in Elektronik und Medizin eingesetztes weiches und silberig glänzendes sowie nach lat. rubid(us) benanntes und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbares Alkalimetall (chemisches Element Nr. 37, abgekürzt Rb); BM.: rot; F.: Rubidium, Rubidiums+FW; Z.: Rub-id-i-um
Rubin, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Rubin, ein roter Edelstein; ne. ruby (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. mhd. rubīn, rubbīn, st. M., Rubin; mnd. rubīn, rabīn, robīn, M., Rubin; wohl über afrz. von mlat. rubinus, Adj., rot; vgl. lat. ruber, Adj., rot, gerötet; idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Rubin, EWD s. u. Rubin, DW 14, 1337, Duden s. u. Rubin; Son.: vgl. nndl. robijn, Sb., Rubin; frz. rubis, M., Rubin; nschw. rubin, Sb., Rubin; nnorw. rubin, M., Rubin; poln. rubin, M., Rubin; kymr. rhwbi, rwbi, M., Rubin; nir. rúibin, M., Rubin; lit. rubinas, M., Rubin; GB.: seit um 1185 belegte und wohl über das Altfranzösische aus dem Mittellateinischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen selteneren aus dem Mineral Korund bestehenden und auch synthetisch herstellbaren wertvollen roten Edelstein; BM.: rot; F.: Rubin, Rubins, Rubines, Rubine, Rubinen+FW; Z.: Rub-in
$rubinrot, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. rubinrot; E.: s. Rubin, s. rot; L.: DW 14, 1339, EWD s. u. Rubin; GB.: (rubīnrōt) (1270-1300) belegte und aus Rubin und rot gebildete Bezeichnung für wie Rubin rot; F.: rubinrot, rubinrote, rubinrotes, rubinrotem, rubinroten, rubinroter+FW+EW; Z.: rub-in—rot
Rubrik, nhd., F., (15. Jh.): nhd. F., Rubrik, Spalte, Abschnitt, Kategorie; ne. rubric, section; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. rubrik, rubrike, F., Rubrik, Spalte; mhd. rubrik, st. F., rote Tinte; mhd. rubrike, sw. F., rote Tinte, rote Farbe; mnd. rubrīke, rubrike, robrīke, roblīke, ruberīke, F., Rubrik, rote Farbe, rote Tinte; lat. rubrīca, F., rote Erde, Rötel, roter Ton (M.) (1), Eisenton, feuerrotes Gewand, Rubrik, Gesetz, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ruber, Adj., rot, gerötet; idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rubrik, Kluge s. u. Rubrik, fehlt DW, EWD s. u. Rubrik, Duden s. u. Rubrik; Son.: vgl. nndlr. rubriek, Sb., Rubrik; frz. rubrique, F., Rubrik; nschw. rubrik, Sb., Rubrik; nnorw. rubrikk, M., Rubrik; lit. rubrika, F., Rubrik; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Spalte oder einen Abschnitt oder eine Kategorie einer Darstellung in die von Menschen etwas nach einer bestimmten Ordnung eingetragen wird; BM.: rot (die Titel eines Gesetzes waren rot und damit leichter erkennbar geschrieben); F.: Rubrik, Rubriken+FW(+EW?); Z.: Rub-r-ik
$rubrizieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rubrizieren, Rubrik bilden; E.: s. lat. rubricare; L.: Kluge s. u. Rubrik, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (rubricare) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (als Rubrik) rot färben; F.: rubrizieren, rubriziere, rubrizierst, rubriziert, rubrizierest, rubrizieret, rubrizierte, rubriziertest, rubrizierten, rubriziertet, ##rubriziert, rubrizierte, rubriziertes, rubriziertem, rubrizierten, rubrizierter##, rubrizierend, ###rubrizierend, rubrizierende, rubrizierendes, rubrizierendem, rubrizierenden, rubrizierender###, rubrizier(!) +FW(+EW); Z.: rub-r-iz-ier-en
Rübsamen, Rübsame, Rübsen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Rübsamen, Rübsen, eine Ölpflanze; ne. canola, rapeseed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. ruobesāme, sw. M., Rübensamen, Rapssamen?; mnd. rȫvesāme, M., Same (M.) (1) des Kohlrapses, Samen (M.) des Kohlrapses, Same (M.) (1) des Rübenkohls; mhd. ruobe, sw. F., Rübe; mnd. rȫve, røve, rǖve, rǖbe, F., M., Rübe, Rübenkohl, Steckrübe; ahd. ruoba (2), sw. F. (n), Rübe, Rettich; vielleicht von germ. *rōbō-, *rōbōn, sw. F. (n), Rübe; idg. *rāp-, rēp-, Sb., Rübe, Pokorny 852 (1479/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); mhd. sāme, sōme, sw. M., Same, Samen (M.), Samenkorn, Saat, Saatgut, Nachkomme, Nachkommen (M. Pl.), Nachkommenschaft, Geschlecht; mnd. sāme, same, sām, M., Same (M.) (1), Samen (M.); ahd. sāmo, sw. M. (n), Same, Samen (M.), Grund, Urstoff; as. sāmo, sw. M. (n), Same (M.) (1), Samen (M.); germ. *sēmō-, *sēmōn, *sēma-, *sēman, *sǣmō-, *sǣmōn, *sǣma-, *sǣman, sw. M. (n), Same; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rübsen, DW 14, 1340, EWD s. u. Raps, Duden s. u. Rübsen; Son.: vgl. nndl. raapzaad, Sb., Rübsame, Rübsen; GB.: (ruobesāme) seit dem 11. Jh. belegte und aus Rübe und Same gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche dem Raps ähnliche Pflanze aus deren Samen Öl gewonnen wird; BM.: Rübe, Same; F.: Rübsame, Rübsamen, Rübsen, Rübsens+EW; Z.: Rüb—sa-m-e
Ruch (1), nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Ruch, Saatkrähe, Häher; ne. crow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruoch (1), rüehe, ruoche, ruost, st. M., sw. M., „Ruch“, Saatkrähe, Häher; mnd. rōk (2), roͤck, M., Krähe, schwarze Krähe, Saatkrähe, Kolkrabe; mnl. roek, roeck, rouc, M., Saatkrähe; ahd. ruoh (1), st. M. (a?), st. N. (a), Krähe; ahd. ruohho, hruohho, sw. M. (n), Krähe, Saatkrähe; as. hrōk (2), st. N. (a?, i?), st. M. (a?, i?)?, Krähe; anfrk. (nur in ON) ruok, M., Saatkrähe; germ. *hrōka-, *hrōkaz, st. M. (a), Krähe; s. idg. *kerk-, *krek-, *krok-, V., krächzen, krähen, Pokorny 568?; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: DW 14, 1341, EWAhd 4, 665, Falk/Torp 105, EWAhd 7, 779, Rhein. Wb 7. 593; Son.: rhein.; vgl. afries. -; saterl. rouk, M., Krähe, Nebelkrähe; ae. hrōc, st. M. (a), Saatkrähe, Krähe; an. hrōkr (1), st. M. (a), Saatkrähe, Scharbe, langer Mensch; got. -; ndän. råre, Sb., Saatkrähe; nnorw. (dial.) rok, Sb., Kormoran; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen schon vormenschlichen Vogel mit schwarzem metallisch schimmerndem Gefieder und kräftigem Schnabel; BM.: krähen; F.: Ruch, Ruches, Ruchs, Rüche?, Ruche?, Rüchen?, Ruchen?+EW; Z.: Ruch
Ruch (2), nhd. (ält.), st. M., (9. Jh.): nhd. Ruch, zweifelhafter Ruf, Geruch; ne. smell (N.), dubious reputation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. ruoch (2), ruoche, rūch, st. M., „Ruch“, Acht (F.) (2), Bedacht, Besorgung, Hang, Wunsch, Sorge, Sorgfalt, Fürsorge, Anteil, Anteilnahme, Beachtung, Achtung, Versorgung, Neigung; mnd. rōke (1), rōk, rūke, rūch, st. F., Ruch, Achthaben, Sorge, Sorgfalt, Fürsorge, Aufmerksamkeit; ahd. ruoh* (2), st. M. (a?, i?), Bedenken; ahd. ruohha*, ruocha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sorge, Sorgfalt, Bemühung; s. germ. *rōka-, *rōkaz, st. M. (a), Acht (F.) (2), Sorge; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 14, 1340, Duden s. u. Ruch, Falk/Torp 346; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen zweifelhaften Ruf (oder Geruch) eines Menschen; BM.: Sorge; F.: Ruch, Ruches, Ruchs, Rüche, Rüche, Rüchen+EW; F.: Ruch
ruchbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ruchbar, bekannt, offenkundig; ne. known; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. rüchte, ruchte, rücht, rucht, röchte, N., Gerüfte, Lärm, Geschrei, laute Äußerung von Tieren, Bekundung einer Notlage, Hilfegeschrei; ahd. ruoft, hruoft*, st. M. (a), Ruf, Rufen, Ausruf; s. germ. *hrōfta-, *hrōftaz, st. M. (a), Ruf, Schrei; s. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); Hinterglied s. nhd. bar; L.: Kluge 1. A. s. u. ruchtbar, Kluge s. u. ruchbar, DW 14, 1341, EWD s. u. ruchbar, Duden s. u. ruchbar, Bluhme s. u. ruchbar; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Ruch und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches bekannt oder offenkundig; BM.: Ruf, bloß; F.: ruchbar, ruchbare, ruchbares, ruchbarem, ruchbaren, ruchbarer(, ruchbarere, ruchbareres, ruchbarerem, ruchbareren, ruchbarerer, ruchbarst, ruchbarste, ruchbarstes, ruchbarstem, ruchbarsten, ruchbarster)+EW; Z.: ru-ch-bar
ruchlos, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ruchlos, unbekümmert, sorglos, gewissenlos, niederträchtig; ne. reckless, nefarious, heinous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. ruochelōs, Adj., unbekümmert, sorglos; mnd. rōkelōs, rȫlelōs, rōklōs, rōlōs, rūkelōs, Adj., „ruchlos“, gewissenlos, frevelhaft, sorglos, unbekümmert, nachlässig, gleichgültig; mnl. roekeloos, Adj., sorglos, unerwartet, plötzlich; ahd. ruohhalōs*, ruochalōs*, Adj., sorglos, nachlässig; vgl. ahd. ruohha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sorge, Sorgfalt, Bemühung, Rücksicht; germ. *rōkō, st. F. (ō), Sorge, Achtung; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. lōs (1), Adj., los, böse, leichtfertig, listig, zuchtlos, ledig, frei, falsch, treulos, charakterlos; germ. *lausa-, *lausaz, Adj., los, frei; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ruchlos, Kluge s. u. ruchlos, DW 14, 1342, EWD s. u. ruchlos, EWAhd 7, 784, Duden s. u. ruchlos, Bluhme s. u. ruchlos; Son.: vgl. ae. rœ̄celéas, rēceléas, rėcceléas, Adj., sorglos, nachlässig; GB.: seit um 800 belegte und aus Ruch und los gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unbekümmert oder sorglos oder gewissenlos oder niederträchtig; BM.: gerade (Adj.) (2), schneiden; F.: ruchlos, ruchlose, ruchloses, ruchlosem, ruchlosen, ruchloser(, ruchlosere, ruchloseres, ruchloserem, ruchloseren, ruchloserer, ruchlosest, ruchloseste, ruchlosestes, ruchlosestem, ruchlosesten, ruchlosester)+EW; Z.: ruch-lo-s
$Ruchlosigkeit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ruchlosigkeit, Sorglosigkeit, Gewissenlosigkeit; E.: s. ruchlos, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. ruchlos, EWD s. u. ruchlos, DW 14, 1343; GB.: (ruochelōsicheit*) seit 1275-1300 belegte und aus ruchlos und ig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Sorglosigkeit oder Gewissenlosigkeit; F.: Ruchlosigkeit, Ruchlosigkeiten+EW; Z.: Ruch-lo-s-ig-kei-t
Ruck, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ruck, plötzliche kurze Bewegung; ne. jolt (N.); Vw.: -; Hw.: s. rücken; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. ruc, st. M., Ortsveränderung, Ruck; mnl. ruc, rock, M., Ruck; ahd. ruk*, ruc*, st. M. (a?, i?), Ruck, Bewegung, Schreiten; as. -; anfrk. -; germ. *rukki-, *rukkiz, st. M. (i), Ruck; s. idg. *rek- (1), *Hrek-, V., Sb., ragen, Stange, Latte, Pokorny 863 (1503/26) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruck, Kluge s. u. Ruck, DW 14, 1344, EWD s. u. Ruck, Falk/Torp 335, EWAhd 7, 713, Duden s. u. Ruck, Bluhme s. u. Ruck; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. rykkr, st. M. (a?, i?), Ruck; got. -; nndl. ruk, Sb., Ruck; ne. rock, N., Wiegen (N.); nschw. ryck, N., Ruck; nnorw. rykk, M., N., Ruck; air. rucht, Sb., Schwein; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche plötzliche kurze Bewegung; BM.: ragen?; F.: Ruck, Ruckes, Rucks, Rucke, Rucken+EW; Z.: Ruck
rück…, Rück…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. rück.., Rück…, rückwärts liegend; ne. back…; Vw.: -; Hw.: s. zurück, Rücken; Q.: 16. Jh.?; E.: verkürzt aus zurück (s. d.); L.: Kluge s. u. rück-, DW 14, 1345, Duden s. u. rück-; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für rückwärts liegend; BM.: biegen; F.: rück…, Rück…; Z.: rü-ck-
$Rückblick, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rückblick, Blick zurück; E.: s. rück, s. Blick; L.: DW 14, 1345, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rück und Blick gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Augen möglichen Blick zurück; F.: Rückblick, Rückblicks, Rückblickes, Rückblicke, Rückblicken+EW; Z.: Rü-ck—bli-ck
$ruckeln, nhd., sw. V., (?): nhd. ruckeln, ein wenig rucken; E.: s. Ruck; L.: DW 14, 1346 (?), EWD s. u. Ruck; GB.: seit (?) belegte und aus rucken gebildete Bezeichnung für ein wenig rucken; F.: ruckeln, ruckel (!), ruckle (!), ruckele, ruckelst, ruckelt, ruckelte, ruckeltest, ruckelten, ruckeltet, geruckelt, ##geruckelt, geruckelte, geruckeltes, geruckeltem, geruckelten, geruckelter##, ruckelnd, ###ruckelnd, ruckelnde, ruckelndes, ruckelndem, ruckelnden, ruckelnder###, ruckel (!)+EW; Z.: ruck-el-n
$rucken (1), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rucken, bewegen; Vw.: s. an-; L.: Kluge s. u. rucken 1, DW 14, 1346, EWD s. u. Ruck; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ruck und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für bewegen; F.: rucken, rucke, ruckst, ruckt, ruckest, rucket, ruckte, rucktest, ruckten, rucktet, geruckt, ##geruckt, geruckte, gerucktes, gerucktem, geruckten, geruckter##, ruckend, ###ruckend, ruckende, ruckendes, ruckendem, ruckenden, ruckender###, ruck (!)+EW; Z.: ruck-en
rucken (2), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rucken (V.) (2), rucku wie eine Taube machen; ne. curr (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. ruckezen, sw. V., girren; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. rucken, Kluge s. u. rucken, DW 14, 1346 (ruckeln), Duden s. u. rucken, Bluhme s. u. rucken; Son.: vgl. nndl. roekoeken, V., gurren; frz. roucouler, V., gurren; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für rucku wie eine Taube machen oder gurren; BM.: lautmalend?; F.: rucken, rucke (!), ruckst, ruckt, ruckest, rucket, ruckte, rucktest, ruckten, rucktet, geruckt, ##geruckt, geruckte, gerucktes, gerucktem, geruckten, geruckter##, ruckend, ###ruckend, ruckende, ruckendes, ruckendem, ruckenden, ruckender###, ruck (!)+EW; Z.: ruck-en
rücken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. rücken, bewegen, schieben; ne. shift (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ruck; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. rücken (1), rucken, rochen, sw. V., dringen, eindringen, kommen, rutschen; mnd. rücken, rucken, rüggen, sw. V., rücken, bewegen, losgehen, anrücken, verrücken, versetzen; mnl. rucken, sw. V., rücken, pflücken, mit Gewalt entfernen; ahd. rukken* (1), rucken*, sw. V. (1a), rücken, bewegen, entfernen, fortbewegen; as. -; anfrk. -; germ. *rukk-, sw. V., rücken; idg. *rek- (1), *Hrek-, V., Sb., ragen, Stange, Latte, Pokorny 863 (1503/26) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruck, Kluge s. u. Ruck, DW 14, 1356, EWD s. u. rücken, EWAhd 7, 715, Duden s. u. rücken; Son.: vgl. afries. -; ae. roccan, sw. V., wiegen (V.) (1), schaukeln; ne. rock, V., weigen; an. rykkja, sw. V., rücken, werfen; got. -; nndl. rukken, sw. V., sich fortbewegen, sich losreißen; ndän. rykke, sw. V., rücken, zucken, ziehen; nnorw. rykke, V., rücken; ai. lúncati, V., rauft aus, rupft; gr. ὀρύσσειν (orýssein), ὀρύττειν (orýttein), V., graben, aufgraben, scharren; lat. runcāre, V., jäten, ausjäten, rupfen, mähen; lett. rukêt, V., wühlen, scharren; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische teilweise erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für bewegen oder schieben; BM.: ragen?; F.: rücken, rücke, rückst, rückt, rückest, rücket, rückte, rücktest, rückten, rücktet, gerückt, ##gerückt, gerückte, gerücktes, gerücktem, gerückten, gerückter##, rückend, ###rückend, rückende, rückendes, rückendem, rückenden, rückender###, rück (!)+EW; Z.: rück-en
Rücken, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rücken (M.), Rückseite; ne. back (N.); Vw.: -; Hw.: s. zurück; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rücke (1), rucke, rügge, rugge, ric, st. M., sw. M., Rücken (M.), Nacken, Schultern, Rückseite, Schutz, Schirm, Rückhalt, Rückenpanzer, Gipfel; mnd. rügge (1), rugge, rücke, rük, rök, st. M., Rücken (M.), Rückenfell, Rückenstück, Hinterseite, Oberseite mnl. rugghe, rigghe, regghe, M., Rücken (M.), Rückseite; ahd. ruggi*, rukki*, rucki, st. M. (ja), Rücken (M.); ahd. ruggo, sw. M. (n), Rücken (M.); as. -; anfrk. ruggi*, st. M. (ja), Rücken (M.); germ. *hrugja-, *hrugjaz, st. M. (a), Rücken (M.); weitere Herkunft ungeklärt, s. EWAhd 7, 699; vielleicht von idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; vgl. idg. sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rücken, Kluge s. u. Rücken, DW 14, 1346, EWD s. u. Rücken, Falk/Torp 107, EWAhd 7, 696, Duden s. u. Rücken, Bluhme s. u. Ruecken; Son.: vgl. afries. hregg, hreg, st. M. (a), Rücken (M.); nnordfries. reg; ae. hrycg, st. M. (ja), Rücken (M.), Rückgrat, Anhöhe; an. hryggr (1), st. M. (a), Rücken (M.); got. -; nndl. rug, Sb., Rücken (M.); nschw. rygg, Sb., Rücken (M.); nnorw. rygg, M., Rücken (M.); ai. karū́kara, Sb., Wirbel des Halses und des Rückgrats; lat. cervīx, F., Nacken, Genick, Hals, Kehle; air. crocenn, Sb., Rücken (M.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die hintere Seite (Rückseite) des Rumpfes von Lebewesen in Gegensatz zu dem Bauch und der Brust als der Vorderseite; BM.: biegen; F.: Rücken, Rückens+EW; Z.: Rü-ck-en
$Rückfall, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Rückfall; E.: s. rück, s. Fall; L.: Kluge s. u. Rückfall, DW 14, 1366, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rück und Fall gebildete Bezeichnung für ein Zurückfallen beispielsweise eines Gutes oder das Zurückkehren einer Krankheit oder die meist bei der Bestrafung verschärfend beachtete Wiederholung einer Straftat; F.: Rückfall, Rückfalls, Rückfalles, Rückfälle, Rückfällen+EW; Z.: Rü-ck—fall
$rückfällig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rückfällig, zurückfallend, wiederholend; E.: s. Rückfall, s. ig; L.: Kluge s. u. Rückfall, DW 14, 1366, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. recidivus aus Rückfall und ig gebildete Bezeichnung für zurückfallend oder wiederholend; F.: rückfällig, rückfällige, rückfälliges, rückfälligem, rückfälligen, rückfälliger+EW; Z.: rü-ck—fäll-ig
$Rückgang, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rückgang, Abnahme, Einbuße; E.: s. rück, s. Gang; L.: DW 14, 1368, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rück und Gang gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Verminderung; F.: Rückgang, Rückganges, Rückgangs, Rückgänge, Rückgängen+EW; Z.: Rü-ck—ga-ng
$rückgängig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rückgängig, zurückgehend, ungeschehen; E.: s. rück, s. gängig; L.: DW 14, 1368, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rück und gängig gebildete Bezeichnung für zurückgehend; F.: rückgängig, rückgängige, rückgängiges, rückgängigem, rückgängigen, rückgängiger+EW; Z.: rü-ck—gä-ng-ig
$Rückgrat, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Rückgrat; E.: s. rück, Grat; L.: Kluge s. u. Rückgrat, DW 14, 1368, EWD s. u. Grat; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. spina dorsi gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Wirbeltiere mögliche Wirbelsäule von Wirbeltieren; F.: Rückgrat, Rückgrats, Rückgrate, Rückgraten+EW; Z.: Rü-ck—gra-t
$Rückhalt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rückhalt, Unterstützung; E.: s. rück, s. Halt; L.: DW 14, 1370, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus rück und Halt gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unterstützung; F.: Rückhalt, Rückhalts, Rückhaltes, Rückhalte, Rückhalten+EW; Z.: Rü-ck—hal-t
$Rückkehr, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rückkehr, Rückkunft, Heimkehr; E.: s. rück, s. Kehr; L.: DW 14, 1371, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rück und Kehr gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftigkeit mögliche Rückkunft oder Heimkehr; F.: Rückkehr+EW; Z.: Rü-ck—keh-r
$rücklings, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. rücklings, rückwärts; E.: s. rück. s. ling, s. s; L.: Kluge s. u. rücklings, DW 14, 1373, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus aus rück und ling und s gebildete Bezeichnung für rückwärts, s. ahd. ruggilingūn*; F.: rücklings+EW; Z.: rü-ck—ling-s
$Rucksack, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rucksack; L.: Kluge s. u. Rucksack, DW 14, 1374, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Rücken beziehungsweise Ruck(en) und Sack gebildete Bezeichnung für einen zwecks Erleichterung des Gehens von Menschen bei einem Tragen von Lasten auf dem Rücken getragenen Sack; F.: Rucksack, Rucksacks, Rucksackes, Rucksäcke, Rucksäcken+EW+FW; Z.: Ru-ck—sack
$Rückseite, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rückseite, rückwärtige Seite, Kehrseite; E.: s. rück, s. Seite; L.: DW 14, 1375, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rück und Seite gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche rückwärtige Seite (Kehrseite) einer Gegebenheit; F.: Rückseite, Rückseiten+EW; Z.: Rü-ck—sei-t-e
$Rücksicht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rücksicht, Achtung, Rücksichtnahme, Schonung; E.: s. rück, s. Sicht; L.: Kluge s. u. Rücksicht, DW 14, 1375, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rück und Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliche Achtung oder Rücksichtnahme (in Gegensatz zu Vorsicht); F.: Rücksicht, Rücksichten+EW; Z.: Rü-ck-sich-t
$rücksichtslos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rücksichtslos, schonungslos; E.: s. Rücksicht, s. s, s. los; L.:, DW 14, 1375, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rücksicht und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches keine Rücksicht nehmend oder schonungslos; F.: rücksichtslos, rücksichtslose, rücksichtsloses, rücksichtslosem, rücksichtslosen, rücksichtsloser(, rücksichtslosere, rücksichtsloseres, rücksichtsloserem, rücksichtsloseren, rücksichtsloserer, rücksichtslosest, rücksichtsloseste, rücksichtslosestes, rücksichtslosestem, rücksichtslosesten, rücksichtslosester)+EW; Z.: rü-ck-sich-t-s—lo-s
$Rücksprache, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Rücksprache, Besprechung; E.: s. rück, s. Sprache; L.: EWD s. u. Rücken, DW 14, 1377; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus rück und Sprache gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Besprechung mit einem Betroffenen; F.: Rücksprache, Rücksprachen+EW; Z.: Rü-ck-s—pra-ch-e
$Rückstand, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rückstand, Zurückbleiben, Zurückbleibendes, Rest; ne. residue, residual, backlog; E.: s. rück, s. Stand; L.: DW 14, 1377, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rück und Stand gebildete Bezeichnung für Zurückbleiben oder Zurückbleibendes oder Rest; F.: Rückstand, Rückstands, Rückstandes, Rückstände, Rückständen+EW; Z.: Rü-ck—sta-n-d
$rückständig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rückständig, zurückbleibend, rückschrittlich; E.: s. Rückstand, s. ig; L.: DW 14, 1377, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rückstand und ig gebildete Bezeichnung für zurückbleibend oder rückschrittlich; F.: rückständig, rückständige, rückständiges, rückständigem, rückständigen, rückständiger(, rückständigere, rückständigeres, rückständigerem, rückständigeren, rückständigerer, rückständigst, rückständigste, rückständigstes, rückständigstem, rückständigsten, rückständigster)+EW; Z.: rü-ck—stä-n-d-ig
$rückwärts, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. rückwärts, nach hinten, mit dem Rücken (M.) voran; E.: s. rück, s. wärts; L.: DW 14, 1379, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rück und wärts gebildete Bezeichnung für nach hinten oder mit dem Rücken voran; F.: rückwärts; F.: rü-ck—wär-t-s
$ruckweise, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. ruckweise, in der Art eines Ruckes, mit plötzlichem Ruck; E.: s. Ruck, s, Weise; L.: DW 14, 1381, EWD s. u. Ruck; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ruck und Weise gebildete Bezeichnung für in der Art eines Ruckes oder mit plötzlichem Ruck; F.: ruckweise+EW; Z.: ruck—wei-s-e
$Rückzug, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rückzug, Zurückziehen, Abzug; E.: s. rück, s. Zug; L.: DW 14, 1382, EWD s. u. Rücken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus rück und Zug gebildete Bezeichnung für ein sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches Zurückziehen oder einen Abzug; F.: Rückzug, Rückzuges, Rückzugs, Rückzüge, Rückzügen+EW; Z.: Rü-ck—zu-g
rüde, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. rüde, roh, derb, grob; ne. rude, rough (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. rude; E.: s. frz. rude, Adj., rüde, roh, derb; lat. rudis (1), unbearbeitet, ungebildet, kunstlos, roh, wild, jung, neu, ungeschickt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *reud-, V., zerreißen, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rüde, EWD s. u. rüde, DW 14, 1384, Duden s. u. rüde; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für roh oder derb oder grob; BM.: reißen; F.: rüde, rüd, rüdes, rüdem, rüden, rüder(, rüdere, rüderes, rüderem, rüderen, rüderer, rüdest, rüdeste, rüdestes, rüdestem, rüdesten, rüdester)+FW(+EW?); Z.: rü-d-e
Rüde, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Rüde, männlicher Hund; ne. male dog; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. rüde, rüede, rude, ruode, sw. M., Rüde, Dogge, Hetzhund, großer Hetzhund, Jagdhund; mnd. rȫde (1), rödde, röe, rode, rone, M., Rüde, Hund; mnl. reude, ruede, rode, roede, M., Rüde, Bluthund; ahd. rudo, sw. M. (n), Rüde, Hund, großer Hund, Hetzhund; ahd. rudio*, sw. M. (n), großer Hetzhund; as. ruthio, sw. M., Rüde; anfrk. -; germ. *hruþjō-, *hruþjōn, *hruþja-, *hruþjan, *ruþjō-, *ruþjōn, *ruþja-, *ruþjan, sw. M. (n), Rüde; idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567? (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Rüde, Kluge s. u. Rüde, DW 14, 1383, EWD s. u. Rüden, Falk/Torp 107, EWAhd 7, 691, Duden s. u. Rüde, Bluhme s. u. Ruede; Son.: vgl. afries. -; ae. ryþþa, hryþþa, sw. M. (n), Rüde, großer Hund; an. rytta, sw. F. (n), armer Schlucker; got. -; nndl. reu, Sb., Rüde; GB.: (rudo) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Hunden möglichen männlichen Hund; BM.: krächzen?; F.: Rüde, Rüden+EW; Z.: Rü-d-e
Rudel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rudel, Rotte (F.) (1); ne. pack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Rudel, Kluge s. u. Rudel, DW 14, 1384, EWD s. u. Rudel, Duden s. u. Rudel, Bluhme s. u. Rudel; Son.: vgl. nndl. roedel, Sb., Rudel; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Gruppe wild lebender Säugetiere der gleichen Art wie beispielsweise Hirsche oder Gämsen oder Wölfe oder Löwen oder Hyänen; BM.: ?; F.: Rudel, Rudels, Rudeln+FW?; Z.: Rud-el
Ruder, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Ruder, Riemen (M.) (2); ne. oar (N.), rudder; Vw.: -; Hw.: s. rojen, Rudel; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruoder, st. N., Ruder; mnd. rōder (3), rouder, rūder, N., Ruder, Steuerruder; mnl. roder, roeder, N., Ruder, Steuerruder; ahd. ruodar, st. N. (a), Ruder, Steuer (N.), Steuerruder; as. -; anfrk. ..ruoder, N., …ruder; germ. *rōþra-, *rōþram, st. N. (a), Ruder, Rudern; idg. *erə- (1), *ere-, *er-, *rē- (3), *h₁reh₁-, V., Sb., rudern, Ruder, Pokorny 338 (492/73) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruder, Kluge s. u. Ruder, DW 14, 1386, EWD s. u. Ruder, Falk/Torp 346, Seebold 382, EWAhd 7, 760, Duden s. u. Ruder, Bluhme s. u. Ruder; Son.: vgl. afries. rōder, rōwer, M., Schiffsruder, Steuer (N.); ae. rōþor, st. N. (a), Ruder; an. rœði (2), N., Ruder; got. -; nndl. roer, Sb., Ruder; nschw. roder, N., Ruder; nnorw. ror, N., Ruder; ai. arítra-, M., Ruder; lit. ìrklas, M., Ruder; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen zu dem Fortbewegen eines Ruderboots verwendete längere Stange mit einem an dem unteren Ende breiteren Blatt; BM.: ?; F.: Ruder, Ruders, Rudern (!)+EW; Z.: Ru-d-er
$Ruderer, nhd., M., (12./13. Jh.): nhd. Ruderer, Rudernder; Q.: 12./Anfang 13. Jh. (Glosse); E.: s. ruder(n), s. er (Suff.); L.: DW 14, 1389, EWD s. u. Ruder; GB.: seit 12./Anfang 13. Jh. belegte und aus ruder(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung und Verwendung von Ruderbooten durch Menschen möglichen Rudernden; F.: Ruderer, Ruderers, Ruderern+EW; Z.: Ru-d-er-er
$rudern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. rudern; E.: s, Ruder, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Ruder, DW 14, 1390, EWD s. u. Ruder; F.: rudern (!), rudere, ruder (!), ruderst, rudert, ruderte, rudertest, ruderten, rudertet, gerudert, ##gerudert, geruderte, gerudertes, gerudertem, geruderten, geruderter##, rudernd, ###rudernd, ruderndes, ruderndem, rudernden, rudernder###+EW; Z.: ru-d-er-n
Rudiment, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Rudiment, Rest, Überbleibsel; ne. rudiment, vestige; Vw.: -; Hw.: s. rudimentär; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. rudīmentum; E.: lat. rudīmentum, N., erster Anfang, erster Unterricht, Übungsschule, Vorschule, erste Probe, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. rudis (1), Adj., unbearbeitet, ungebildet, kunstlos, roh, wild; idg. *reud-, V., zerreißen, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Rudiment; Son.: vgl. nndl. rudiment, M., Rudiment; nschw. rudiment, Sb., Rudiment; nnorw. rudiment, N., Rudiment; poln. rudyment, M., Rudiment; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früh mögliches als Rest erhaltenes Überbleibsel; BM.: reißen; F.: Rudiment, Rudiments, Rudimente, Rudimenten+FW(+EW); Z.: Ru-d-im-ent
rudimentär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rudimentär, verkümmert vorhanden, als Überbleibsel vorhanden, als Rest verbleibend; ne. rudimentary; Vw.: -; Hw.: s. Rudiment; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. rudimentaire; E.: s. frz. rudimentaire, Adj., rudimentär; vgl. lat. rudīmentum, N., erster Anfang, erster Unterricht, Übungsschule, Vorschule, erste Probe, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. rudis (1), Adj., unbearbeitet, ungebildet, kunstlos, roh, wild; idg. *reud-, V., zerreißen, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rudimentär, Duden s. u. rudimentär; Son.: vgl. nndl. rudimentair, Adj., rudimentär; nschw. rudimentär, Adj., rudimentär; nnorw. rudimentær, Adj., rudimentär; poln. rudymentarny, Adj., rudimentär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für als Überbleibsel vorhanden; BM.: reißen; F.: rudimentär, rudimentäre, rudimentäres, rudimentärem, rudimentären, rudimentärer(, rudimentärere, rudimentäreres, rudimentärerem, rudimentäreren, rudimentärerer, rudimentärst, rudimentärste, rudimentärstes, rudimentärstem, rudimentärsten, rudimentärster)+FW; Z.: ru-d-im-ent-är
Ruf, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ruf, Schrei, Ansehen; ne. shout (N.), call (N.); Vw.: -; Hw.: s. rufen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ruof, rūf, rüef, rūb, st. M., Ruf, Schrei, Geschrei, Schlachtruf, Bitte, Gebet, Klage, guter Ruf, Ansehen, Gerede, Gespött, Nachrede; mnd. rōp, M., Ruf, Schrei, Schmerzensschrei, Hilferuf, Geschrei, Klageruf, Wehgeschrei, Alarmruf; mnl. roep, M., Ruf, Ausruf; ahd. ruof* (1), st. M. (i), Schrei, Geschrei; germ. *hrōpi-, *hrōpiz, st. M. (i), Ruf, Schrei; s. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruf, Kluge s. u. rufen, DW 14, 1393, EWD s. u. rufen, Seebold 279, EWAhd 7, 766, Duden s. u. Ruf; Son.: vgl. afries. -; ae. hrōp, st. M. (i?), Ruf, Geschrei, Klage; an. hrōp, Sb., Verleumdung, Gerücht; got. hrōps, st. M. (a), Ruf, Geschrei; nndl. roep, Sb., Ruf; nschw. rop, N., Ruf; nnorw. rop, N., Ruf; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche laute kurze Äußerung mit der jemand einen anderen über eine Entfernung erreichen will oder später auch das Ansehen; BM.: krächzen; F.: Ruf, Rufs, Rufes, Rufe, Rufen+EW; Z.: Ru-f
Rufe, nhd. (ält.-dial.), F., (8. Jh.): nhd. Rufe, Schorf, Kruste; ne. scab (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruf, st. F., sw. F., Schorf, Aussatz; mnd. rōve, rāve, M., Kruste, Schorf, getrocknetes Wundsekret; ahd. ruf, st. F. (i), Aussatz, Schorf, Geschwür, Grind, Grind-Ampfer; s. germ. *hrub-, V., rauh sein (V.); vgl. idg. *kreup-, Sb., V., Schorf, sich verkrusten, Pokorny 623 (986/218) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rufe, DW 14, 1396, Duden s. u. Rufe; Son.: vgl. ae. hréof, Adj., rauh, schorfig, aussätzig; an. hrjūfr, Adj., uneben, rauh, schorfig; kymr. crawen, crafen, F., Kruste; lit. nukrùpes, Adj., schorfig; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sich sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens möglichen auf einer Wunde bildenden Schorf; BM.: sich verkrusten; F.: Rufe, Rufen+EW; Z.: Ruf-e
rufen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. rufen, schreien; ne. call (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ruf, Gerücht; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruofen (1), red. V., st. V., schreien, rufen, singend rufen, singend beten, beten, flehen zu, sich beschweren über; mhd. rüefen (1), sw. V., schreien, rufen, herbeirufen, zu Hilfe rufen, zur Gerichtsverhandlung laden, hineinrufen in; mnd. rōpen (1), rȫpen, roͤpen, rūpen, rōfen, royfen, rǖfen, st. V., rufen, schreien, ausrufen, verkündigen, bekannt machen, wehklagen, ankündigen; mnl. roepen, st. V., rufen, schreien, bekannt machen; ahd. ruofan*, red. V., rufen, schreien, ausrufen; ahd. ruofen, sw. V. (1a), rufen, ausrufen, anrufen, herbeirufen, die Stimme erheben gegen; as. hrōpan, red. V. (3a), rufen; anfrk. ruopan*, ruopon, st. V. (7)=red. V., rufen; germ. *hrōpan, st. V., rufen, schreien; s. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruf, Kluge s. u. rufen, DW 14, 1397, EWD s. u. rufen, Torp 106, Seebold 279, EWAhd 7, 767, Duden s. u. rufen, Bluhme s. u. rufen; Son.: vgl. afries. hrōpa, st. V. (7)=red. V., rufen; saterl. ropa, V., rufen; ae. hrōpan, st. V. (7)=red. V., rufen, schreien, heulen; an. hrōpa, sw. V., verleumden, rufen; got. -; nndl. roepen, V., rufen; nschw. ropa, V., rufen; nnorw. rope, V., rufen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches schreien oder sich mit lauter Stimme bemerkbar machen; BM.: krächzen; F.: rufen, rufe (!), rufst, ruft, rufest, rufet, rief, riefst, riefen, rieft, riefest, riefet, gerufen, ##gerufen, gerufene, gerufenes, gerufenem, gerufenen, gerufener##, rufend, ###rufend, rufende, rufendes, rufendem, rufenden, rufender###, ruf (!)+EW; Z.: ru-f-en
Rüffel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rüffel, Tadel, Zurechtweisung; ne. reprimand, rebuke (N.); Vw.: -; Hw.: s. rüffeln; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: zu nd. ruffel, M., Rauhobel; vielleicht von mhd. reffen, sw. V., strafen, tadeln, schelten, züchtigen; verbunden mit ahd. riffila*, sw. F. (n), Riffel, Säge, mit Zacken besetztes Werkzeug; as. -; anfrk. -; germ. *rifila, Sb., Riffel, Furche; vgl. idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; idg. *rei- (1), *Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rüffel, Kluge s. u. Rüffel, EWD s. u. Rüffel, DW 14, 1408, Duden s. u. Rüffel, Bluhme s. u. Rueffel; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und mit dem Niederdeutschen und vielleicht dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Tadel oder eine Zurechtweisung; BM.: reißen?; F.: Rüffel, Rüffels, Rüffeln+EW; Z.: Rü-ff-el
rüffeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. rüffeln, tadeln, zurechtweisen; ne. tell off; Vw.: -; Hw.: s. Rüffel; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: md. rieffeln, riffeln, V., rüffeln; s. nhd. Rüffel; L.: Kluge s. u. Rüffel, DW 14, 1408, EWD s. u. Rüffel, Duden s. u. rüffeln; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und mit Rüffel verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder zurechtweisen; BM.: reißen?; F.: rüffeln (!), rüffel (!), rüffle, rüffele, rüffelst, rüffelt, rüffelte, rüffeltest, rüffelten, rüffeltet, gerüffelt, ##gerüffelt, gerüffelte, gerüffeltes, gerüffeltem, gerüffelten, gerüffelter##, rüffelnd, ###rüffelnd, rüffelnde, rüffelndes, rüffelndem, rüffelnden, rüffelnder###, rüffel (!)+EW; Z.: rü-ff-el-n
$Rufname, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rufname; E.: s. Ruf, s. Name; L.: DW 14, 1409, EWD s. u. rufen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ruf(en) und Name gebildete Bezeichnung für denjenigen Vornamen unter mehreren Vornamen mit dem ein Mensch unter Verwandten und Freunden gerufen oder angesprochen wird; F.: Rufname, Rufnamen+EW; Z.: Ruf—nam-e
Rugby, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rugby, ein Ballspiel; ne. rugby; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. rugby; E.: s. ne. rugby, N., Rugby; von dem ON Rugby; alter Name (Domesday Book) Rocheberie; die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt, vielleicht von einem angelsächsischen PN oder aus dem keltischen Droche-brig, ON, verwilderte Hügelfestung; Hinterglied s. an. bygð, st. F. (ō), Wohnsitz, Besiedlung; s. germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Rugby, EWD s. u. Rugby, Duden s. u. Rugby; Son.: vgl. nndl. rugby, Sb., Rugby; frz. rugby, M., Rugby; nschw. rugby, Sb., Rugby; nnorw. rugby, M., Rugby; poln. rugby, M., Rugby; kymr. rygbi, M., Rugby; nir. rugbaí, M., Rugby; lit. regbis, M., Rugby; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und von einem ON gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein angeblich 1823 von dem Schüler William Webb Ellis aus dem Fußball entwickeltes und mit der Hand mit einem eiförmigen größeren Ball in englischsprachigen und einigen anderen Ländern wie Frankreich oder Georgien oder Argentinien oder Japan oder Tonga gespieltes Mannschaftswettkampfballspiel; BM.: ON (nach der Geburtsstätte des Spieles); F.: Rugby, Rugbys+FW; Z.: Rug-by
Rüge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rüge, Tadel, Zurechtweisung; ne. rebuke, reprimand; Vw.: -; Hw.: s. rügen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rüege (1), st. F., Gerichtsanklage, gerichtliche Klage, Anzeige, Tadel, Rüge, Anschuldigung; mnd. wrȫge* (1), wroge, st. F., Anklage, gerichtliche Anzeige, Rüge, Tadel, Vorwurf, Mahnung; mnl. wroege, wroge, F., Rüge; ahd. ruog*, st. M. (a?, i?), „Rüge“, Streit, Zank; as. wrōht*, st. M. (a)?, st. F. (i), Streit, Aufruhr; anfrk. -; germ. *wrōgi-, *wrōgiz, st. F. (i), Rüge, Streit; germ. *wrōgjō, st. F. (ō), Rüge, Streit; idg. *u̯rōk-, Sb., Rede, Rüge, Pokorny 1163; vgl. idg. u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rügen, Kluge s. u. Rüge, DW 14, 1409, EWD s. u. Rüge, Duden s. u. Rüge, Bluhme s. u. Ruege; Son.: vgl. afries. -; ae. wrōht, st. F. (i), Tadel, Verleumdung, Anklage, Fehler; an. -; got. wrōhs, st. F. (i), Klage, Anklage; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen von mindestens einem Menschen aus ernsterem Anlass in entschiedener Form vorgebrachten Tadel oder eine Zurechtweisung; BM.: sprechen; F.: Rüge, Rügen+EW; Z.: Rü-g-e
rügen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rügen, tadeln, zurechtweisen; ne. blame (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rüge; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rüegen (1), ruogen, sw. V., rügen, durch Rüge gerichtlich verfolgen, melden, bekannt machen; mnd. rǖgen (1), sw. V., „rügen“, melden, verraten (V.), beschuldigen; mnd. wrȫgen*, wrögen*, wrogen, wrōgen*, wrugen, sw. V., rügen, anklagen, verklagen, beschuldigen, gerichtlich melden, gerichtlich untersuchen, tadeln, schelten, zanken; mnl. wroeghen, wroughen, sw. V., rügen, mitteilen, offenbaren; ahd. ruogen, sw. V. (1a), rügen, beschuldigen, anklagen; as. wrōgian*, sw. V. (1a), rügen, anklagen; germ. *wrōgjan, sw. V., rügen, schelten, anklagen, streiten; s. idg. *u̯rōk-, Sb., Rede, Rüge“, Pokorny 1163?; vgl. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rügen, EWD s. u. Rüge, DW 14, 1412, Falk/Torp 419, EWAhd 7, 777, Duden s. u. rügen; Son.: vgl. afries. wrōgia, sw. V. (2), rügen, klagen; nnordfries. wröge; ae. wrœ̄gan (2), wrēgan (2), sw. V. (1), rügen, anklagen; an. rœgja, vrœgja, sw. V. (1), anklagen, verleumden; got. wrōhjan, sw. V. (1), anklagen, beschuldigen; lit. rekti, V., schreien, schelten; ksl. resti, V., sagen, reden; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches tadeln oder zurechtweisen; BM.: sprechen; F.: rügen (!), rüge (!), rügst, rügt, rügest, rüget, rügte, rügtest, rügten, rügtet, gerügt, ##gerügt, gerügte, gerügtes, gerügtem, gerügten, gerügter##, rügend, ###rügend, rügende, rügendes, rügendem, rügenden, rügender###, rüg (!)+EW; Z.: rü-g-en
Ruhe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Ruhe, Stille, Friede, Schweigen; ne. quiet (N.), calm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. ruowe, ruo, rāwe, rouwe, mmd. rūwe, rūe, rū, rūge, rōwe, rāwe, st. F., Ruhe, Friede, Erholung, Pause (F.) (1); mnd. rouwe (1), rouw, rowe, rawe, rauwe, row, F., Ruhe, Rast, Untätigkeit, Bewegungslosigkeit, Erholung, Pause, Entspannung, Schlaf; mnl. rouwe, F., Ruhe; ahd. ruowa*, rōa*, st. F. (ō), Ruhe; as. -; anfrk. ruowa, F., Ruhe; germ. *rōwō, *rēwō, st. F. (ō), Ruhe; idg. *rēu̯ā, *rōu̯ā, F., Ruhe, Pokorny 338; s. idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338 (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruhe, Kluge s. u. Ruhe, DW 14, 1417, EWD s. u. Ruhe, Falk/Torp 346, EWAhd 7, 809, Duden s. u. Ruhe, Bluhme s. u. Ruhe; Son.: vgl. afries. -; ae. rōw (1), rō, st. F. (ō), Ruhe; an. rō (1), st. F. (ō), Ruhe; got. -; nschw. ro, Sb., Ruhe; nnorw. ro, M., F., Ruhe; av. airime, Adv., ruhig; kymr. araf, Adj., ruhig, langsam; GB.: (ruowa) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch Stille oder Frieden oder Schweigen gekennzeichneten und vielleicht seit Entstehung der Welt nach dem Urknall möglichen Zustand; BM.: ruhen; F.: Ruhe, Ruhen+EW; Z.: Ruh-e
$ruhelos, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ruhelos, ohne Ruhe bestehend, rastlos; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. Ruhe, s. los; L.: DW 14, 1427, EWD s. u. Ruhe; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus Ruhe und los gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen durch Abwesenheit von Ruhe gekennzeichneten Zustand ohne Ruhe bestehend oder rastlos; F.: ruhelos, ruhelose, ruheloses, ruhelosem, ruhelosen, ruheloser(, ruhelosere, ruheloseres, ruheloserem, ruheloseren, ruheloserer, ruhelosest, ruheloseste, ruhelosestes, ruhelosestem, ruhelosesten, ruhelosester)+EW; Z.: ruh-e—lo-s
$ruhen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. ruhen, rasten; E.: s. Ruh(e), s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruhe, DW 14, 1427, EWD s. u. Ruhe; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sich durch Ruhe von Anstrengungen erholen; F.: ruhen (!), ruhe (!), ruhst, ruht, ruhest, ruhet, ruhte, ruhtest, ruhten, ruhtet, geruht, ##geruht, geruhte, geruhtes, geruhtem, geruhten, geruhter##, ruhend, ###ruhend, ruhende, ruhendes, ruhendem, ruhenden, ruhender###, ruh (!)+EW; Z.: ruh-en
$Ruhestatt, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ruhestatt, Ruhestätte, Ort der Ruhe; E.: s. Ruhe, s. Statt; L.: DW 14, 1434, EWD s. u. Ruhe; GB.: (ruowestat) seit 1250-1272 belegte und aus Ruhe und Statt gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Leben mögliche Ruhestätte oder einen Ort der Ruhe; F.: Ruhestatt, Ruhestätten+EW; Z.: Ruh-e—sta-tt
$Ruhestätte, nhd., F., (?): nhd. Ruhestätte, Ruhestatt, Ort der Ruhe; E.: s. Ruhe, s. Stätte; L.: EWD s. u. Ruhe, DW 14, 1436; GB.: vielleicht seit (?) belegte und aus Ruhe und Stätte gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Leben mögliche Ruhestatt oder einen Ort der Ruhe; F.: Ruhestätte, Ruhestätten+EW; Z.: Ruh-e—stä-tt-e
$ruhig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ruhig, still, behaglich; E.: s. Ruh(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Ruhe, DW 14, 1436, EWD s. u. Ruhe; GB.: (ruowic) seit vor 1190 belegte und aus Ruh(e) und ig gebildete Bezeichnung für still oder behaglich; F.: ruhig, ruhige, ruhiges, ruhigem, ruhigen, ruhiger(, ruhigere, ruhigeres, ruhigerem, ruhigeren, ruhigerer, ruhigst, ruhigste, ruhigstes, ruhigstem, ruhigsten, ruhigster)+EW; Z.: ruh-ig
Ruhm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ruhm, Ansehen, Ehre; ne. glory; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ruom, st. M., Ruhm, Ehre, Pracht, Lob, Lohn, Selbstlob; mnd. rōm (1), rūm, M., Ruhm, hohes Ansehen, guter Ruf, Lob, Preis, Eigenlob, Prahlerei, Sieg, Erfolg; mnl. roem, M., Ruhm, Ehre Prahlerei; ahd. ruom (1), hruom, st. M. (a?, i?), Ruhm, Ehre, Ruhmsucht, Prahlerei, Überheblichkeit, Anmaßung, Auszeichnung, rühmende Erwähnung, Geschrei, Gloria (N.); as. hrōm, st. M. (a?, i?), Ruhm, Freude; anfrk. ruom, M., Ruh, Ehre; germ. *hrōma-, *hrōmaz, st. M. (a), Ruhm; s. idg. *kar- (2), *karə-, V., preisen, rühmen, Pokorny 530 (810/42) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruhm, Kluge s. u. Ruhm, DW 14, 1441, EWD s. u. Ruhm, Falk/Torp 105, EWAhd 7, 787, Duden s. u. Ruhm, Bluhme s. u. Ruhm; Son.: vgl. afries. -; ae. hréam, st. M. (a), Geräusch (N.) (1), Lärm, Geschrei, Klage, Kummer; an. -; got. *hrōms?, st. M. (a), Ruhm; ai. carkati, Adj., erwähnt rühmend; gr. κήρυξ (kḗryx), M., Herold, Bote; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen durch herausragende Taten erworbenes (hohes) Ansehen oder Ehre; BM.: preisen; F.: Ruhm, Ruhmes, Ruhms+EW; Z.: Ruh-m
$rühmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rühmen, loben, preisen, hervorheben; E.: s. Ruhm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ruhm, DW 14, 1446, EWD s. u. Ruhm; GB.: (ruomen) seit 8. Jh. belegte und aus Ruhm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches loben oder preisen oder hervorheben; F.: rühmen, rühme, rühmst, rühmt, rühmest, rühmet, rühmte, rühmtest, rühmten, rühmtet, gerühmt, ##gerühmt, gerühmte, gerühmtes, gerühmtem, gerühmten, gerühmter##, rühmend, ###rühmend, rühmende, rühmendes, rühmendem, rühmenden, rühmender###, rühm (!)+EW; Z.: rüh-m-en
$rühmlich, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.): nhd. rühmlich, ruhmvoll, rühmenswert, lobenswert; E.: s. Ruhm, s. lich; L.: DW 14, 1453, EWD s. u. Ruhm; GB.: (ruomlīhho*) seit um 765 belegte und aus Ruhm und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ruhmvoll oder rühmenswert oder lobenswert in Gegensatz zu ruhmlos; F.: rühmlich, rühmliche, rühmliches, rühmlichem, rühmlichen, rühmlicher(, rühmlichere, rühmlicheres, rühmlicherem, rühmlicheren, rühmlicherer, rühmlichst, rühmlichste, rühmlichstes, rühmlichstem, rühmlichsten, rühmlichster)+EW; Z.: ruh-m—lich
$ruhmlos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ruhmlos; E.: s. Ruhm, s. los; L.: DW 14, 1452, EWD s. u. Ruhm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ruhm und los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Ruhm seiend in Gegensatz zu rühmlich oder ruhmreich oder ruhmvoll; F.: ruhmlos, ruhmlose, ruhmloses, ruhmlosem, ruhmlosen, ruhmloser(, ruhmlosere, ruhmloseres, ruhmloserem, ruhmloseren, ruhmloserer, ruhmlosest, ruhmloseste, ruhmlosestes, ruhmlosestem, ruhmlosesten, ruhmlosester)+EW; Z.: ruh-m—lo-s
$ruhmredig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. ruhmredig, prahlend, prahlerisch; ; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Ruhm, s. redig; L.: Kluge s. u. ruhmredig, DW 14, 1453, EWD s. u. Ruhm; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Ruhm und redig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches prahlend oder prahlerisch; F.: ruhmredig, ruhmredige, ruhmrediges, ruhmredigem, ruhmredigen, ruhmrediger(, ruhmredigere, ruhmredigeres, ruhmredigerem, ruhmredigeren, ruhmredigerer, ruhmredigst, ruhmredigste, ruhmredigstes, ruhmredigstem, ruhmredigsten, ruhmredigster)+EW; Z.: ruh-m—re-d-ig
$ruhmvoll, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. ruhmvoll, rühmlich, ruhmreich; E.: s. Ruhm, s. voll; L.: EWD s. u. Ruhm, DW 14, 1456; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Ruhm und voll gebildete Bezeichnung für rühmlich in Gegensatz zu ruhmlos; F.: ruhmvoll, ruhmvolle, ruhmvolles, ruhmvollem, ruhmvollen, ruhmvoller(, ruhmvollere, ruhmvolleres, ruhmvollerem, ruhmvolleren, ruhmvollerer, ruhmvollst, ruhmvollste, ruhmvollstes, ruhmvollstem, ruhmvollsten, ruhmvollster)+EW; Z.: ruh-m—vol-l
Ruhr, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Ruhr, eine Durchfallerkrankung; ne. dysentery; Vw.: -; Hw.: s. rühren; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. ruore, st. F., Aufruhr; mnd. rōre (1), rōr, rȫre, rūre, růre, F., Ruhr, Aufruhr, Unruhe, Durchfallerkrankung; mnl. roere, F., Bewegung, Gedränge, Treiben; ahd. ruora* (1), st. F. (ō), Rühren, Bewegung, Spiel, Meute; as. hrōra*, st. F. (ō), Bewegung, Aufruhr; anfrk. -; germ. *hrōrō, st. F. (ō), Rühren; s. idg. *k̑erə-, *k̑rā-, k̑erh₂-, V., mischen, rühren, kochen, Pokorny 582 (897/129) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ruhr, Kluge s. u. Ruhr, EWD s. u. Ruhr, DW 14, 1457, Falk/Torp 106, EWAhd 7, 795, Duden s. u. Ruhr, Bluhme s. u. Ruhr; Son.: vgl. nndl. roer, Sb., Ruhr; GB.: (ruora) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche fieberige und durch eine Entzündung des Dickdarms sowie Durchfall gekennzeichnete Krankheit; BM.: rühren; F.: Ruhr, Ruhren+EW; Z.: Ruh-r
rühren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rühren, mischen, bewegen; ne. stir (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ruhr; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rüeren, ruoren, sw. V., rühren, berühren; mnd. rȫren, rǖren, sw. V., rühren, bewegen, in Bewegung setzen, anrühren, berühren, aufrühren, aufwühlen, umrühren, vermischen; mnl. roeren, sw. V., rühren, bewegen, beginnen; ahd. ruoren, hruoren*, sw. V. (1a), rühren, berühren, bewegen, erregen, spielen, anrühren, antreiben, schütteln; as. hrōrian*, sw. V. (1a), rühren, bewegen; anfrk. *ruoren?, sw. V. (1), rühren, anrühren, berühren; germ. *hrōzjan, *hrōrjan, sw. V., rühren; s. idg. *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erh₂-, V., mischen, rühren, kochen, Pokorny 582 (897/129) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. rühren, Kluge s. u. rühren, DW 14, 1459, EWD s. u. rühren, Falk/Torp 106, EWAhd 7, 795, Duden s. u. rühren, Bluhme s. u. ruehren; Son.: vgl. afries. hrōra, sw. V. (1), rühren, betreffen, behandeln, handeln von; afries. hrēra, sw. V. (1), rühren, bewegen; nnordfries. rere, V., rühren, bewegen; ae. hrœ̄ran, hrēran, sw. V. (1), rühren, schütteln, erregen; an. hrœra, sw. V. (1), bewegen, rühren; got. -; nndl. roeren, V., rühren; nschw. röra, V., rühren; nnorw. røre, V., rühren; ai. śrīṇā́ti, V., mengt, mischt; gr. κεραννύναι (kerannýnai), V., mischen, vermischen, zusammengießen; GB.: (ruoren) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches die unterschiedlichen Bestandteile einer Flüssigkeit oder einer breiigen oder körnigen Masse in (kreisförmige) Bewegung bringen um sie zu einer einheitlichen Masse zu mischen oder zu bewegen; BM.: mischen; F.: rühren, rühre, rührst, rührt, rührest, rühret, rührte, rührtest, rührten, rührtet, gerührt, ##gerührt, gerührte, gerührtes, gerührtem, gerührten, gerührter##, rührend, ###rührend, rührende, rührendes, rührendem, rührenden, rührender###, rühr (!)+EW; Z.: rühr-en
$rührend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. rührend, bewegend, ergreifend; E.: s. rühren, s. d; L.: Kluge s. u. rühren, DW s. rühren, EWD s. u. rühren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rühren und d gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bewegend oder ergreifend; F.: rührend, rührende, rührendes, rührendem, rührenden, rührender(, rührendere, rührenderes, rührenderem, rührenderen, rührenderer, rührendst, rührendste, rührendstes, rührendstem, rührendsten, rührendster)+EW; Z.: rühr-end
$Rührer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Rührer, Rührender; Vw.: s. Auf-; E.: s. rühr(en), s. er (Suff.); L.: DW 14, 1470, EWD s. rühren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus rühr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Rührenden; F.: Rührer, Rührers, Rührern+EW; Z.: Rühr-er
$rührig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rührig, beweglich, rege; E.: s. rühr(en), s. ig; L.: DW 14, 1470, EWD s. u. rühren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus rühr(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches beweglich oder rege; F.: rührig, rührige, rühriges, rührigem, rührigen, rühriger(, rührigere, rührigeres, rührigerem, rührigeren, rührigerer, rührigst, rührigste, rührigstes, rührigstem, rührigsten, rührigster)+EW; Z.: rühr-ig
$rührselig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rührselig, zu Rührung neigend, empfindsam; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. rühr(en), s. selig; L.: DW 14, 1473, EWD s. u. rühren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus rühr(en) und selig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zu Rührung neigend oder empfindsam; F.: rührselig, rührselige, rührseliges, rührseligem, rührseligen, rührseliger(, rührseligere, rührseligeres, rührseligerem, rührseligeren, rührseligerer, rührseligst, rührseligste, rührseligstes, rührseligstem, rührseligsten, rührseligster)+EW; Z.: rühr—sel-ig
$Rührung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Rührung, Bewegung, Ergriffenheit; L.: Kluge s. u. rühren, DW 14, 1473, EWD s. u. rühren; GB.: (rüerunge) seit um 1175 belegte und aus rühr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Rühren oder Tasten (N.) oder eine Bewegung oder Ergriffenheit; F.: Rührung+EW; Z.: Rühr-ung
$ruhsam, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. ruhsam, ruhig; Vw.: s. ge-; E.: (ge)ruh(en), s. sam; L.: DW 14, 1474, EWD s. u. Ruhe; GB.: (ruowesam) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Ruhe und sam gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ruhig; F.: ruhsam, ruhsame, ruhsames, ruhsamem, ruhsamen, ruhsamer(, ruhsamere, ruhsameres, ruhsamerem, ruhsameren, ruhsamerer, ruhsamst, ruhsamste, ruhsamstes, ruhsamstem, ruhsamsten, ruhsamster)+EW; Z.: ruh—sam
Ruin, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ruin, Untergang, Zusammenbruch, Verderben; ne. ruin (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ruine, ruinieren, ruinös; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. ruine; E.: s. frz. ruine, F., Einsturz; lat. ruina, F., Stürzen, Herabstürzen, Niederstürzen, Sturz, Einsturz, Fehltritt, Irrtum, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. ruere (1), V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ruin, EWD s. u. Ruine, DW 14, 1475, Duden s. u. Ruin; Son.: vgl. nndl. ruïne, Sb., Ruin; nschw. ruin, Sb., Ruin; nnorw. ruin, M., Ruin; poln. ruina, R., Ruin; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Untergang oder Zusammenbruch oder Verderben; BM.: zerreiben; F.: Ruin, Ruins+FW; Z.: Ru-in
Ruine, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Ruine, zerfallenes Gebäude, verfallenes Haus; ne. ruin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. ruina; E.: s. mnd. ruīne, F., Ruine, Überreste eines Gebäudes; mnd. ruīn, N., Ruine, Überreste eines Gebäudes; lat. ruina, F., Stürzen, Herabstürzen, Niederstürzen, Sturz, Einsturz, Fehltritt, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. ruere (1), V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ruine, DW 14, 1475, EWD s. u. Ruine, Duden s. u. Ruine; Son.: vgl. nndlr. ruïne, Sb., Ruine; frz. ruine, F., Ruine; nschw. ruin, Sb., Ruine; nnorw. ruin, M., Ruin; poln. ruiny, Sb. Pl., Ruine; GB.: (ruīne) seit Ende 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches zerfallenes Gebäude; BM.: zerreiben; F.: Ruine, Ruinen+FW; Z.: Ru-in-e
ruinieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ruinieren, zerstören; ne. ruin (V.), wreck (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ruin, ruinös, Ruine; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. ruiner; E.: s. frz. ruiner, V., ruinieren; lat. ruināre, V., zerstören, ruinieren, zugrunde richten, zerstören, ruinieren, zugrunde richten; vgl. lat. ruina, F., Stürzen, Herabstürzen, Niederstürzen, Sturz, Einsturz, Fehltritt, Irrtum; vgl. lat. ruere (1), V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ruin, DW 14, 1475, EWD s. u. Ruine, Duden s. u. ruinieren; Son.: vgl. nndl. ruïneren, V., ruinieren; frz. ruiner, V., ruinieren; nschw. ruinera, V., ruinieren; nnorw. ruinere, V., ruinieren; poln. rujnować, V., ruinieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches zerstören; BM.: zerreiben; F.: ruinieren, ruiniere, ruinierst, ruiniert, ruinierest, ruinieret, ruinierte, ruiniertest, ruinierten, ruiniertet, ##ruiniert, ruinierte, ruiniertes, ruiniertem, ruinierten, ruinierter##, ruinierend, ###ruinierend, ruinierende, ruinierendes, ruinierendem, ruinierenden, ruinierender###, ruinier (!)+FW+EW; Z.: ru-in-ier-en
ruinös, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ruinös, zu einer Zerstörung beitragend, zu einem Untergang führend; ne. ruinous; Vw.: -; Hw.: s. Ruin, ruinieren, Ruine; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. ruinōsus; E.: s. lat. ruinōsus, Adj., baufällig, eingefallen, eingestürzt, den Einsturz drohend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ruere (1), V., rennen, stürzen, herabstürzen, niederreißen; idg. *gʰrēu- (2), *gʰrəu-, *gʰrū-, V., reiben, zerreiben, Pokorny 460 (677/93) (RB. idg. aus gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ruin, Duden s. u. ruinös; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zu einer Zerstörung beitragend oder zu einem Untergang führend; BM.: zerreiben; F.: ruinös, ruinöse, ruinöses, ruinösem, ruinösen, ruinöser(, ruinösere, ruinöseres, ruinöserem, ruinöseren, ruinöserer, ruinösest, ruinöseste, ruinösestes, ruinösestem, ruinösesten, ruinösester)+FW(+EW); Z.: ru-in-ös
Rukola, Rucola, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Rukola, Rauke; ne. rocket (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rauke; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. rucola; E.: it. rucola, F., Rukola; it. *ruca, F., Rauke; lat. ērūca, F., Raupe, Kohlraupe, Raukenkohl, weißer Gartensenf, Dill, (23/24-79 n. Chr.); weitere Herkunft unsicher; L.: Duden s. u. Rucola; Son.: vgl. nndl. rucola, Sb., Rukola; nschw. rucola, Sb., Rukola; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine zu den Kreuzblütlern gehörende schon vormenschliche essbare Pflanze mit gefiederten Blättern und kleinen gelben Blüten; BM.: Raupe?; F.: Rukola, Rucola+FW; Z.: Ruk-ol-a
$Rülp, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Rülp, Rülps, Rülpser, Aufstoßen; E.: s. rülpsen; L.: Kluge s. u. rülpsen, DW 14, 1477; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für das sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Aufstoßen; F.: Rülp, Rülps, Rülpes, Rülpe, Rülpen+EW; Z.: Rülp
$Rülps, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rülps, Rülp, Rülpser; E.: s. rülps(en); L.: Kluge s. u. rülpsen, DW 14, 1477, EWD s. u. rülpsen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Rülp und s gebildete sowie mit rülpsen verbindbare Bezeichnung für das sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Aufstoßen; F.: Rülps, Rülpses, Rülpse, Rülpsen+EW; Z.: Rülp-s
rülpsen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rülpsen, aufstoßen; ne. burp (V.), belch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. rülpsen, Kluge s. u. rülpsen, EWD s. u. rülpsen, DW 14, 1477, Duden s. u. rülpsen, Bluhme s. u. ruelpsen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches (geräuschvoll) aufstoßen; BM.: lautmalend; F.: rülpsen, rülpse, rülpsst (!), rülpst, rülpsest, rülpset, rülpste, rülpstest, rülpsten, rülpstet, gerülpst, ##gerülpst, gerülpste, gerülpstes, gerülpstem, gerülpsten, gerülpster##, rülpsend, ###rülpsend, rülpsende, rülpsendes, rülpsendem, rülpsenden, rülpsender###, rülps (!)+EW; Z.: rülp-s-en
$Rülpser, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rülpser, Rülp, Rülps; E.: s. Rülps, s. rülpsen, s. er (Suff.); L.:DW 14, 1477, EWD s. u. rülpsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Rülps und rülps(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für das sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche einzelne Aufstoßen; F.: Rülpser, Rülpsers, Rülpsern+EW; Z.: Rülp-s-er
Rum, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Rum, Zuckerrohrschnaps; ne. rum (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. rum; E.: s. nndl. rum, Sb., Rum; ne. rum, N., Rum; von einem älteren rumbullion, N., Rum, Aufruhr; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Rum, Kluge s. u. Rum, DW 14, 1480, EWD s. u. Rum, Duden s. u. Rum, Bluhme s. u. Rum; Son.: vgl. frz. rhum, M., Rum; nschw. rum, N., Rum; nnorw. rom, M., Rum; poln. rum, M., Rum; kymr. rym, M., Rum; nir. rum, M., Rum; lit. romas, M., Rum; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für Zuckerrohrschnaps oder einen aus Melasse oder dem Saft des Zuckerrohrs hergestellten Branntwein; BM.: Aufruhr; F.: Rum, Rums, Rume, Rumen+FW; Z.: Rum
Rumba, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Rumba, ein Tanz; ne. rumba (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1930; I.: Lw. span. rumba; E.: s. span. rumba, F., herausfordernder Tanz; span rumbo, M., Strich der Windrose, Zauberei, Ruhm; wohl von lat. rhombus, M., kreisförmiger Körper, Zauberrad, Rhombus; gr. ῥόμβος (rhómbos), ῥύμβος (rhýmbos), M., kreisförmiger Körper, Kreisel, kreisförmige Bewegung, Schwung; s. idg. *u̯rembʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; vgl. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Rumba, Duden s. u. Rumba; Son.: vgl. nndl. rumba, Sb., Rumba; frz. rumba, F., Rumba; nschw. rumba, Sb., Rumba; nnorw. rumba, M., Rumba; poln. rumba, F., Rumba; kymr. rymba, F., Rumba; nir. rumba, M., Rumba; lit. rumba, F., Rumba; GB.: seit um 1930 belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus einem afrokubanischen Volkstanz hervorgegangenen stark rhythmisch betonten Gesellschaftstanz; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: Rumba, Rumbas+FW; Z.: Ru-mb-a
$Rummel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rummel, Lärm. Getöse, Haufe; E.: s. rummel(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Rummel, Kluge s. u. rummeln, DW 14, 1481, EWD s. u. Rummel, Duden s. u. Rummel; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit rummeln verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für Lärm oder Getöse oder Haufe; F.: Rummel, Rummels, Rummeln+EW; Z.: Rumm-el
rummeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. rummeln, lärmen, toben; ne. rumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. rumpeln; Q.: 16. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. rummeln, DW 14, 1482, EWD s. u. Rummel, Duden s. u. rummeln, Bluhme s. u. rummeln; Son.: vgl. nndl. rommelen, V., rummeln; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Rummel verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für lärmen oder toben oder ein dumpfes dröhnendes Geräusch von sich geben; BM.: lautmalend; F.: rummeln, rummel (!), rummle (!), rummelst, rummelt, rummelte, rummeltest, rummelten, rummeltet, gerummelt, ##gerummelt, gerummelte, gerummeltes, gerummeltem, gerummelten, gerummelter##, rummelnd, ###rummelnd, rummelnde, rummelndes, rummelndem, rummelnden, rummelnder###+EW; Z.: rumm-el-n
$Rummelplatz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rummelplatz, ein Vergnügungsort; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Rummel, s. Platz; L.: fehlt DW, EWD s. u. Rummel; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Rummel und Platz gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon früher entwickelten und verwendeten Vergnügungsort; F.: Rummelplatz, Rummelplatzes, Rummelplätze, Rummelplätzen+EW+FW; Z.: Rumm-el—pla-tz
$Rumor, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Rumor, Geräusch; Q.: 1315/1323 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: s. lat. rūmor: L.: DW 14, 1483, EWD s. u. Rumor; GB.: seit 1315/1323 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon seit Entstehung der Welt mögliches Geräusch; F.: Rumor, Rumors+FW; Z.: Ru-m-or
rumoren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rumoren, laut hantieren, Lärm verursachen; ne. rumble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. mnd. rūmōren, sw. V., rumoren, lärmen, Unruhe verbreiten, Aufruhr machen; lat. rūmor, M., Geräusch (N.) (1), Murmeln (N.), Summen, Durcheinanderrufen, Gerede, Gerücht; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. rumoren, DW 14, 1484, EWD s. u. Rumor, Duden s. u. rumoren; Son.: vgl. nndl. rumoer maken, V., rumoren; ne. rumour, V., munkeln, Gerüchte verbreiten; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. (mnd.) belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches einen Lärm verursachen; BM.: brummen bzw. murren; F.: rumoren, rumore (!), rumorst, rumort, rumorest, rumoret, rumorte, rumortest, rumorten, rumortet, ##rumort, rumorte, rumortes, rumortem, rumorten, rumorter##, rumorend, ###rumorend, rumorende, rumorendes, rumorendem, rumorenden, rumorender###, rumor (!)+FW(+EW); Z.: ru-m-or-en
$Rumpelkammer, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Rumpelkammer, Abstellkammer für Gerümpel; E.: s. rumpel(n), s. Kammer; L.: DW 14, 1488, EWD s. u. rumpeln; Son.: vgl. nndl. rommelkamer, Sb., Rumpelkammer; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Neuniederländischen verbindbare sowie aus rumpel(n) und Kammer gebildete Bezeichnung für eine Abstellkammer für Gerümpel oder altes Haushaltsgerät; F.: Rumpelkammer, Rumpelkammern+EW+FW; Z.: Rump-el—kam-m-er
rumpeln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. rumpeln, poltern, ein dumpfes Geräusch verursachen; ne. rumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. rummeln; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. rumpelen*, rumpeln, rummeln, sw. V., rumpeln, lärmen, poltern, einstürzen, trampeln, trampeln in; mnd. rumpelen, sw. V., rumpeln, lärmen, dumpfe polternde Geräusch machen, poltern, grummeln, polternd fallen, grob übergehen; Schallnachahmung; L.: Kluge 1. A. s. u. rumpeln, Kluge s. u. rumpeln, DW 14, 1489, EWD s. u. rumpeln, Duden s. u. rumpeln, Bluhme s. u. rumpeln; GB.: seit um 1275 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches poltern oder ein dumpfes Geräusch verursachen; BM.: lautmalend; F.: rumpeln (!), rumpel (!), rumple, rumpelst, rumpelt, rumpelte, rumpeltest, rumpelten, rumpeltet, gerumpelt, ##gerumpelt, gerumpelte, gerumpeltes, gerumpeltem, gerumpelten, gerumpelter##, rumpelnd, ###rumpelnd, rumpelnde, rumpelndes, rumpelndem, rumpelnden, rumpelnder###, rumpel (!)+EW; Z.: rump-el-n
$Rumpelstilzchen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rumpelstilzchen; Q.: 1812; E.: s. rumpel(n), s. Stelz(e), s. chen; L.: fehlt DW, EWD s. u. rumpeln; GB.: vielleicht seit 1812 belegte und aus rumpel(n) und Stelzchen gebildete Bezeichnung für eine kleine polternde Märchengestalt; F.: Rumpelstilzchen, Rumpelstilzchens+EW; Z.: Rump-el—s-til-z—chen
Rumpf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rumpf, Leib, Torso; ne. torso, trunk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. rumpf (2), rumph, rump, mmd., st. M., Rumpf, Körper, Leib, Holzschlüssel; mnd. rump, rümp, rumep, romp, M., Rumpf, Leib, Körper, toter Körper, Leichnam, Körper ohne Kopf, den Körper bedeckendes Kleidungsstück, Leibchen; mnl. romp, rompe, rump, M., Leib, Gefäß aus Rinde, Leibchen; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu mhd. rimpfen, st. V., rümpfen; s. ahd. rimpfan*, rimphan*, st. V. (3a), verrotten, aufreiben, rümpfen, runzeln; s. germ. *hrempan, *rempan, st. V., schrumpfen, runzeln; s. idg. *skremb-, *kremb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rumpf, Kluge s. u. Rumpf, EWD s. u. Rumpf, DW 14, 1492, Duden s. u. Rumpf, Bluhme s. u. Rumpf; Son.: vgl. nndl. romp, Sb., Rumpf; ne. rump, N., Hinterteil, Steiß; nschw. rumpa, Sb., Schwanz, Steiß, Hintern; nnorw. (dial.) rump, Sb., abgestumpfter Berggipfel; GB.: seit um 1275 belegte und mit dem Mittelniederländischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Körper ohne Gliedmaßen und Kopf oder einen Leib oder Torso; BM.: drehen?; F.: Rumpf, Rumpfes, Rumpfs, Rümpfe, Rümpfen+EW; Z.: Ru-mpf
rümpfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rümpfen, in Falten legen, runzeln; ne. wrinkle (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. rimphen, st. V., rümpfen, krümmen, verdorren, einschrumpfen; mhd. rümpfen*, rümphen, sw. V., rümpfen, runzelig werden; mnd. rimpen, rümpfen, st. V., zusammenziehen, Falten (F. Pl.) werfen, in Falten legen, rümpfen; mnl. rimpen, V., rümpfen, zusammenziehen; ahd. rimpfan*, rimphan*, st. V. (3a), verrotten, aufreiben, rümpfen, runzeln, falten; as. -; anfrk. -; germ. *hrempan, *rempan, st. V., schrumpfen, runzeln; s. idg. *skremb-, *kremb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rümpfen, Kluge s. u. rümpfen, DW 14, 1494, EWD s. u. rümpfen, Falk/Torp 103, Seebold 272, EWAhd 7, 486, Duden s. u. rümpfen, Bluhme s. u. ruempfen; Son.: vgl. afries. -; ae. hrimpan, st. V.?, runzeln; ae. *rimpan, st. V. (3a?), runzeln; nndl. rimpelen, V., runzeln; gr. κράμβος (krámbos), Adj., zusammengeschrumpft, eingetrocknet; lit. kremblỹs, Sb., Eierschwamm; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (die Nase) missbilligend in Falten legen; BM.: biegen; F.: rümpfen (!), rümpfe (!), rümpfst, rümpft, rümpfest, rümpfet, rümpfte, rümpftest, rümpften, rümpftet, gerümpft, ##gerümpft, gerümpfte, gerümpftes, gerümpftem, gerümpften, gerümpfter##, rümpfend, ###rümpfend, rümpfende, rümpfendes, rümpfendem, rümpfenden, rümpfender###, rümpf (!)+EW; Z.: rü-mpf-en
Rumpsteak, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Rumpsteak, Rückenstück; ne. rumpsteak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. rumpsteak; E.: s. ne. rumpsteak, N., Rumpsteak; vgl. ne. rump, N., Rücken, Hinterteil; wahrscheinlich aus dem Altnordischen; ne. steak, N., Steak; an. steik, st. F. (ō), Braten (M.); germ. *staikō?, st. F. (ō), Stecken (M.), Spieß (M.) (1), Braten (M.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rumpsteak, EWD s. u. Steak, Duden s. u. Rumpsteak; Son.: vgl. nndl. rumpsteak, Sb., Rumpsteak; frz. rumpsteck, M., Rumpsteak; nschw. rumpstek, Sb., Rumpsteak; poln. rumsztyk, M., Rumpsteak; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kurz gebratene oder gegrillte Fleischscheibe aus dem Rückenstück des Rindes; BM.: Rücken, Braten; F.: Rumpsteak, Rumpsteaks+FW; Z.: Rump-stea-k
rund, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. rund, kreisförmig; ne. round (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. runt, Adj., rund, geschickt, gewandt; mnd. runt (1), ront, rünne, Adj., rund, kugelförmig, gewölbt, halbkugelig, oval, im Kreis herum befindlich, im Kreis herum bewegend, einfach; mnl. ront, Adj., rund; frz. ronde, Adj., rund; lat. rotundus, Adj., rund, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. rota, F., Rad; vgl. idg. *ret-, V., laufen, rollen, Pokorny 866 (1514/37) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. rund, Kluge s. u. rund, DW 14, 1498, EWD s. u. rund, Duden s. u. rund, Bluhme s. u. rund; Son.: vgl. nndl. rond, Adj., rund; frz. rond, Adj., rund; nschw. rund, Adj., rund; nnorw. rund, Adj., rund; GB.: seit um 1275 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches kreisförmig; BM.: rollen; F.: rund, runde, rundes, rundem, runden, runder+FW(+EW); Z.: ru-n-d
$Rund, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Rund; E.: s. rund, wohl aus dem Französischen; L.: DW 14, 1498f., EWD s. u. rund.; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Rundes; F.: Rund, Rundes+FW(+EW); Z.: Ru-n-d
$Runde, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Runde, Rundsein, Kreis, Rundgang; E.: s. rund, s, e; L.: DW 14, 1507, EWD s. u. rund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus rund und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen kleineren Kreis von Menschen oder einen Umkreis oder einen zeitlichen Abschnitt einer mehrteiligen Veranstaltung; F.: Runde, Runden+FW(+EW); Z.: Ru-n-d-e
$runden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. runden, rund sein (V.), rund machen; Vw.: s. ab-, über-, (um-); L.: Kluge s. u. rund, DW 14, 1507, EWD s. u. rund; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit rund verbindbare Bezeichnung für rund sein (V.) oder rund machen; F.: runden (!), runde (!), rundest, rundet, rundete, rundetest, rundeten, rundetet, gerundet, ##gerundet, gerundete, gerundetes, gerundetem, gerundeten, gerundeter##, rundend, ###rundend, rundende, rundendes, rundendem, rundenden, rundender###, rund (!)+FW+EW; Z.: ru-n-d-en
$Rundfunk, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Rundfunk; E.: s. rund, s. Funk; L.: Kluge s. u. Rundfunk, Funk, fehlt DW, EWD s. u. Funke; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus rund und Funk gebildete Bezeichnung für die drahtlose Verbreitung von Angaben oder Wissen über elektromagnetische Wellen zwischen Sendegeräten und Empfangsgeräten; F.: Rundfunk, Rundfunks, Rundfunkes+FW+EW; Z.: Ru-n-d—funk
$rundlich, nhd., Adj., 15. Jh.?: nhd. rundlich, rundartig, (ein wenig) rund; E.: s. rund, s. lich; L.: Kluge s. u. rund, DW 14, 1514, EWD s. u. rund; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus rund und lich gebildete Bezeichnung für rundartig oder (ein wenig) rund; F.: rundlich, rundliche, rundliches, rundlichem, rundlichen, rundlicher(, rundlichere, rundlicheres, rundlicherem, rundlicheren, rundlicherer, rundlichst, rundlichste, rundlichstes, rundlichstem, rundlichsten, rundlichster)+FW+EW; Z.: ru-n-d-lich
$Rundung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Rundung, Rundsein, Rundmachen; Vw.: (s. Ab-, Über-, Um-;)E.: s. rund(en), s. ung; L.: DW 14, 1517, EWD s. u. rund; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. rotundatio aus rund(en) und ung gebildete Bezeichnung für Rundsein oder Rundmachen; F.: Rundung, Rundungen+FW+EW; Z.: Ru-n-d-ung
Rune, nhd., F., (6. Jh.): nhd. Rune, germanisches Schriftzeichen, Geheimnis; ne. rune; Vw.: -; Hw.: s. raunen; Q.: 6. Jh. (Runeninschrift); E.: s. mhd. rūne, st. F., Geheimnis, Geflüster; mhd. rūn (1), st. M., st. F., Geheimnis, Geheimberatung, Geheimrede, Geflüster; mnd. rūn (1), rune, rūm, rude, M.?, heimliche Mitteilung, Gerücht, geheime Beratung; ahd. rūna, st. F. (ō), Raunen, Geheimnis, Geflüster; as. rūna, st. F., geheime Geratung; anfrk. -; germ. *rūnō, st. F. (ō), Raunen, Beratung, Geheimnis, Rune; s. idg. *reu- (1), *rēu-, *rū̆-, *h₃reuH-, V., brüllen, brummen, murren, Pokorny 867 (1516/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rune, Kluge s. u. Rune, DW 14, 1518, EWD s. u. Rune, Falk/Torp 348, EWAhd 7, 729, Duden s. u. Rune, Bluhme s. u. Rune; Son.: vgl. afries. -; ae. rūn, st. F. (ō), Geheimnis, Rat, Beratung, Rune, Schrift; an. rūn, st. F. (ō)?, Geheimnis, Zauberzeichen, Rune; got. rūna, st. F. (ō), Geheimnis, Beschluss, Anschlag; nndl. rune, Sb., Rune; frz. rune, F., Rune; nschw. runa, Sb., Rune; nnorw. rune, M., F., Rune; lat. rūmor, M., Geräusch (N.) (1), Murmeln (N.), Summen kymr. rŵn, M., F., Rune; air. rún, F., Geheimnis; kymr. rhin, F., Geheimnis, Innerstes; ksl. ryti, V., graben; lit. ruõbti, V., einritzen; lit. runos, Sb. Pl., Runen; GB.: seit 6. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Zeichen der von den Germanen nach dem Vorbild der Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Schrift (oder ein Geheimnis); BM.: brummen; F.: Rune, Runen+EW; Z.: Ru-n-e
Runge, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Runge, Bolz, Pfosten, Stange; ne. stake (N.), rung (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. runge, st. F., Stange, Runge; mnd. runge, ronge, F., Runge, hölzerne Stange, Wagenrunge, Querholz unter dem Obergestell des Wagens; mnl. runge, ronge, F., Runge, an der Seite eines Transportfahrzeuges angebrachte Stange als Halterung, großer schwerer eiserner Nagel; ahd. runga, st. F. (ō), Stange, Runge; as. -; anfrk. -; germ. *hrungō, st. F. (ō), Stab, Runge; s. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936?; vgl. idg. *sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Runge, Kluge s. u. Runge, EWD s. u. Runge, DW 14, 1520, Falk/Torp 108, EWAhd 7, 740, Duden s. u. Runge, Bluhme s. u. Runge; Son.: vgl. afries. hrong; saterl. runge, M., F., großer Eisennagel, eiserne Halterung für die Wagenleitern; ae. hrung, st. F. (ō), Leitersprosse, Speiche, Runge; got. hrugga, st. F. (ō), Stab, Rute; nndl. rong, Sb., Runge; poln. krężel, M., Rockenstab; GB.: (runga) seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete bei Fahrzeugen seitlich an einer Ladefläche befestigte Stange die als Halterung für Seitenwände oder als Stütze für längeres Ladegut dient; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Runge, Rungen+EW; Z.: Ru-ng-e
Runkelrübe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Runkelrübe, Futterrübe; ne. beet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Vorderglied wohl von fnhd. rungelsen, Sb., Mangold; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu Runks (s. d.) in der Bedeutung unförmig große Rübe; Hinterglied s. Rübe; L.: Kluge 1. A. s. u. Runkelrübe, Kluge s. u. Runkelrübe, EWD s. u. Runkelrübe, DW 14, 1520, Duden s. u. Runkelrübe; Son.: vgl. ndän. runkelroe, Sb., Runkelrübe; lit. runkelis, M., Rübe; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl aus fnhd. rungelsen und Rübe gebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Futterrübe; BM.: unförmig?; F.: Runkelrübe, Runkelrüben+FW?+EW; Z.: Runk-el—rüb-e
Runks, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Runks, grober Mensch, grobes Stück Brot; ne. bully; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Runks, DW 14, 1521, Duden s. u. Runks; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte Bezeichnung für einen groben Menschen oder für ein grobes Stück Brot; BM.: ?; F.: Runks, Runkses, Runkse, Runksen+FW?+EW?; Z.: Runks
Runs, nhd. (ält.-dial.), M., (8. Jh.): nhd. Runs, Runse, Flussbett, Rinne mit Wildbach, Felsrinne, Erdrinne, Wanne, Trog; ne. gully; Vw.: -; Hw.: s. Runse, rinnen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. mhd. runs, st. F., st. M., Runse, Quell, Strom, Fluss, Kanal, Rinnsal, Rinnen (N.), Fließen (N.), Wasserlauf, Fließendes, Wassergraben, Flussbett, Bachbett; mhd. runse, st. F., sw. F., Rinnen (N.), Fließen (N.), Fließendes (N.), Quell, Fluss, Rinnsal, Wassergraben, Kanal, Flussbett; ahd. runs, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Flut, Wasser, Lauf; ahd. runsa, st. F. (ō), Flut, Strom, Lauf, Wasser, fließendes Wasser, Flussbett, Strömung, Wassergang; as. -; anfrk. -; germ. *runsi-, *runsiz, st. F. (i), Lauf, Fluss; s. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Runse, DW 14, 1522, vgl. DW 14, 1521, Seebold 376, EWAhd 7, 743f., Duden s. u. Runse; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *runs (2), st. F. (i), Lauf; GB.: (runs) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Rinne mit Wildbach an Gebirgshängen; BM.: sich bewegen; F.: Runs, Runses, Runse, Runsen+EW; Z.: Ru-ns
Runse, nhd. (ält.-dial.), F., (8. Jh.): nhd. Runse, Flussbett, Rinne mit Wildbach, Felsrinne, Erdrinne, Wanne, Trog; ne. gully; Vw.: -; Hw.: s. Runs, rinnen; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. mhd. runs, st. F., st. M., Runse, Quell, Strom, Fluss, Kanal, Rinnsal, Rinnen (N.), Fließen (N.), Wasserlauf, Fließendes, Wassergraben, Flussbett, Bachbett; mhd. runse, st. F., sw. F., Rinnen (N.), Fließen (N.), Fließendes (N.), Quell, Fluss, Rinnsal, Wassergraben, Kanal, Flussbett; ahd. runs, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Flut, Wasser, Lauf; ahd. runsa, st. F. (ō), Flut, Strom, Lauf, Wasser, fließendes Wasser, Flussbett, Strömung, Wassergang; as. -; anfrk. -; germ. *runsi-, *runsiz, st. F. (i), Lauf, Fluss; s. idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Runse, DW 14, 1522, vgl. DW 14, 1522, Seebold 376, EWAhd 7, 743f., Duden s. u. Runse; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *runs (2), st. F. (i), Lauf; GB.: (runsa) seit Ende 8, Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Rinne mit Wildbach an Gebirgshängen; BM.: sich bewegen; F.: Runse, Runsen+EW; Z.: Ru-ns-e
$Runst, nhd. (ält.), F., M., (10. Jh.?): nhd. Runst, Flussbett, Wassergraben; E.: s. rinnen; L.: DW 14, 1523, EWD s. u. rinnen; GB.: (runst) vielleicht seit 10. Jh. belegte und mit rinnen verbindbare sowie vielleicht lat. beeinflusste Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Flussbett oder einen Wassergraben; F.: Runst, Runstes, Runsts, Runste, Runsten+EW; Z.: Ru-ns-t
rünstig, nhd. (ält.), Adj., (?): nhd. rünstig, fließend; ne. flowing; Vw.: s. blut-; Hw.: s. rinnen; Q.: ?; E.: s. mhd. runst, st. F., st. M., Fluss, Kanal, Rinnsal, Rinnen (N.); vgl. ahd. runs, st. M. (a?, i?), st. F. (i), Flut, Wasser, Lauf; s. germ. *runsi-, *runsiz, st. F. (i), Lauf, Fluss; idg. *ere-, V., bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326; idg. *er- (3), *or-, *r̥-, *h₃er-, V., sich bewegen, erregen, wachsen (V.) (1), Pokorny 326 (479/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. rünstig, fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem Mittelalter (?) belegte und mit rinnen sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fließend; BM.: sich bewegen; F.: rünstig, rünstige, rünstiges, rünstigem, rünstigen, rünstiger(, rünstigere, rünstigeres, rünstigerem, rünstigeren, rünstigerer, rünstigst, rünstigste, rünstigstes, rünstigstem, rünstigsten, rünstigster)+EW; Z.: rü-ns-t-ig
Runzel, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Runzel, kleine Falte (der Haut); ne. wrinkle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Runze; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. runzel, st. F., sw. F., Runzel; mnd. runsel (1), runzel, runtzel, runsele, runszele, F., Runzel, Hautfalte; mnl. ronsel, runsel, runtsel, M., Runzel, Furche; ahd. runzila*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Runzel, Falte; ahd. runzil, st. F. (i?)?, Runzel, Falte; germ. *hrunkita, Sb., Runzel; vgl. idg. *skrengʰ-, *krengʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Runzel, Kluge s. u. Runzel, DW 14, 1523, EWD s. u. Runzel, EWAhd 7, 749, Duden s. u. Runzel, Bluhme s. u. Runzel; GB.: (runzil) seit 10. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche kleine Falte (der Haut); BM.: drehen bzw. biegen; F.: Runzel, Runzeln+EW; Z.: Ru-nz-el
$runzelig, runzlig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. runzelig, faltig; L.: Kluge s. u. Runzel, DW 14, 1527, EWD s. u. Runzel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Runzel und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches faltig; F.: runzelig, runzelige, runzeliges, runzeligem, runzeligen, runzeliger(, runzeligere, runzeligeres, runzeligerem, runzeligeren, runzeligerer, runzeligst, runzeligste, runzeligstes, runzeligstem, runzeligsten, runzeligster)+EW; Z.: ru-nz-el-ig
$runzeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. runzeln, Haut in kleine Falten legen; E.: s. Runzel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Runzel, DW 15, 1526, EWD s. u. Runzel; GB.: (runzelen*) um 1230 belegte und aus Runzel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches die Haut (auf der Stirne) in kleine Falten legen; F.: runzeln (!), runzel (!), runzle (!), runzele, runzelst, runzelt, runzelte, runzeltest, runzelten, runzeltet, gerunzelt, ##gerunzelt, gerunzelte, gerunzeltes, gerunzeltem, gerunzelten, gerunzelter##, runzelnd, ###runzelnd, runzelnde, runzelndes, runzelndem, runzelnden, runzelnder###+FW; Z.: ru-nz-el-n
Rüpel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rüpel, sich schlecht benehmender Mann; ne. lout, bully; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einer Koseform von PN wie etwa Ruprecht oder Rupert; von germ. *hrōþi-, *hrōþiz, st. M. (i), Ruhm; idg. *kar- (2), *karə-, V., preisen, rühmen, Pokorny 530 (810/42) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt.); germ. *berhta-, *berhtaz, Adj., licht, hell, glänzend; s. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141; vgl. idg. *bʰer- (5), Adj., glänzend, hellbraun, braun, Pokorny 136 (216/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rüpel, Kluge s. u. Rüpel, DW 14, 1528, EWD s. u. Rüpel, Duden s. u. Rüpel, Bluhme s. u. Ruepel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus der Koseform eines PN und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sich schlecht benehmenden Mann; BM.: PN (wohl nach der groben Gestalt des den heiligen Nikolaus unterstützenden Knechtes Ruprecht); F.: Rüpel, Rüpels, Rüpeln+EW; Z.: Rü-p-el
rupfen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. rupfen, ausreißen, zupfen; ne. pluck (V.); Vw.: -; Hw.: s. Rupfen, ruppig; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. rupfen, sw. V., rupfen; mnd. rȫpen (1), rōpen, roͤpen, rōfen, roufen, sw. V., rupfen, raufen, zausen (Haare), herausziehen, auszupfen, zerren; mnd. roppen, sw. V., rupfen, zupfen, zerzausen; mnl. roppen, sw. V., rupfen, ziehen, zerren, reißen; ahd. ropfōn, rophōn*, sw. V. (2), rupfen, zerfetzen; as. -; anfrk. -; germ. *ruppōn, sw. V., rupfen, plündern; idg. *reub-, V., reißen, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rupfen, Kluge s. u. rupfen, DW 14, 1529, Falk/Torp 352, EWAhd 7, 623, Duden s. u. rupfen, Bluhme s. u. rupfen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. ruppa, sw. V. (2), ausrupfen, plündern; got. -; GB.: (ropfōn) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zupfen oder ausreißen; BM.: reißen; F.: rupfen (!), rupfe, rupfst, rupft, rupfest, rupfet, rupfte, rupftest, rupften, rupftet, gerupft, ##gerupft, gerupfte, gerupftes, gerupftem, gerupften, gerupfter##, rupfend, ###rupfend, rupfende, rupfendes, rupfendem, rupfenden, rupfender###, rupf (!)+EW; Z.: ru-pf-en
Rupfen, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Rupfen (M.), Sackleinwand, grobes Jutegewebe; ne. hessian (N.), bagging (N.); Vw.: -; Hw.: s. rupfen, ruppig; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. rupfīn, st. F., st. N., Leinwand aus Werg; vgl. mhd. rupfen, sw. V., rupfen; ahd. ropfōn, rophōn*, sw. V. (2), rupfen, zerfetzen; germ. *ruppōn, sw. V., rupfen, plündern; idg. *reub-, V., reißen, Pokorny 869; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rupfen, DW 14, 1532, EWD s. u. Rupfen, Kluge s. u. Rupfen; GB.: (rupfen) seit 12. Jh. belegte und mit rupfen (V.) verbindbare Bezeichnung für ein für Säcke und Wandbespannungen verwendetes grobes Jutegewebe; BM.: reißen; F.: Rupfen, Rupfens+EW; Z.: Ru-pf-en
ruppig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ruppig, grob; ne. gruff, rough (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. rupfen, Rupfen; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, in der Bedeutung zerlumpt, zu nhd. rupfen (s. d.); L.: Kluge s. u. ruppig, DW 14, 1533, EWD s. u. rupfen, Duden s. u. ruppig, Bluhme s. u. ruppig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie aus rȫp(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches grob; BM.: reißen; F.: ruppig, ruppige, ruppiges, ruppigem, ruppigen, ruppiger(, ruppigere, ruppigeres, ruppigerem, ruppigeren, ruppigerer, ruppigst, ruppigste, ruppigstes, ruppigstem, ruppigsten, ruppigster)+EW; Z.: ru-pp-ig
…rupt, nhd., (Part. Prät.=)Suff., (15. Jh.?): nhd. …rupt; ne. …rupt; Vw.: s. ab-, kor-; Hw.: s. …ruption, …ruptiv; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ruptus, (Part. Prät.=)Adj., zerbrochen, zerstört, aufgebrochen; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. …rupt, Suff., …rupt; frz. …rupt, Suff., …rupt; nschw. …rupt, Suff., …rupt; nnorw. …rupt, Suff., …rupt; nir. …pthe, Suff., …rupt; lit. …puotas, Suff., …rupt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzung als Grundwort zu der Bildung von Adjektiven des Brechens oder Reißens verwendete Bezeichnung; BM.: reißen; F.: ...rupt, ...rupte, ...ruptes, ...ruptem, ...rupten, ...rupter(, ...ruptere, ...rupteres, ...rupterem, ...rupteren, ...rupterer, ...ruptest, ...rupteste, ...ruptestes, ...ruptestem, ...ruptesten, ...ruptester)+FW+EW; Z.: -ru-p-t
…ruption, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. …ruption; ne. …ruption; Vw.: s. E-, Kor-; Hw.: s. …rupt, …ruptiv; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw; E.: s. lat. ruptio, F., Beschädigung, Zerspringen, Bersten, Ulp. (vor 223 n. Chr.); vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. …ruptie, Suff., …ruption; frz. …ruption, Suff., …ruption; nschw. …ruption, Suff., …ruption; nnorw. …rupsjon, Suff., …ruption; poln. …ruptcja, Suff., …ruption; lit. …rupcija, Suff., …ruption; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Substantiven des Brechens oder Reißens verwendete Bezeichnung; BM.: reißen; F.: …ruption, …ruptionen+FW(+EW); Z.: -ru-p-t-io-n
…ruptiv, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. …ruptiv; ne. …ruptive; Vw.: s. e-; Hw.: s. …rupt, …ruption; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mlat. ruptivus, Adj., einen Ausbruch verursachend; vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nschw. …ruptiv, Suff., …ruptiv; nnorw. …ruptiv, Adj., …ruptiv; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Adjektiven des Brechens oder Reißens; BM.: reißen; F.: ...ruptiv, ...ruptive, ...ruptives, ...ruptivem, ...ruptiven, ...ruptiver(, ...ruptivere, ...ruptiveres, ...ruptiverem, ...ruptiveren, ...ruptiverer, ...ruptivst, ...ruptivste, ...ruptivstes, ...ruptivstem, ...ruptivsten, ...ruptivster)+FW(+EW?); Z.: -ru-p-t-iv
Ruptur, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Ruptur, Zerreißen, Bruch, Riss; ne. rupture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. ruptūra; E.: s. lat. ruptūra, F., Bruch (M.) (1), Reißen, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. rumpere, V., brechen, zerbrechen, zerreißen; idg. *reup-, V., reißen, brechen, Pokorny 870; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868 (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ruptur; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Zerreißen einer Struktur oder einen Bruch oder Riss; Son.: vgl. frz. rupture, F., Ruptur; nschw. ruptur, Sb., Ruptur; nnorw. ruptur, M., Ruptur; BM.: reißen; F.: Ruptur, Rupturen+FW(+EW?); Z.: Ru-p-t-ur
rural, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. rural, ländlich, bäuerlich; ne. rural; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. rūrālis; E.: s. lat. rūrālis, Adj., ländlich, (um 390 n. Chr.); vgl. lat. rūs, N., Land, Stadt, Feld, Besitzung, Landgut, bäuerisches Wesen; vgl. idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); aus *revos; L.: Duden s. u. rural; Son.: vgl. nndl. ruraal, Adj., rural; frz. rural, Adj., rural; nschw. rural, Adj., rural; nnorw. rural, Adj., rural; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ländlich oder bäuerlich; BM.: öffnen; F.: rural, rurale, rurales, ruralem, ruralen, ruraler+FW(+EW?); Z.: ru-r-al
Rüsche, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Rüsche, Krause, gefältelter Stoff, geraffte Spitze; ne. ruffle (N.), frill (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. ruché; E.: s. frz. ruché, F., Rüsche; vgl. frz. ruche, F., Bienenstock, Wabe; mlat. rūsca, F., Rinde, Bienenstock, Korb, Binse; vielleicht von lat. rūscum, N., Brüsch, Mäusedorn; weitere Etymologie unklar, s. Walde/Hofmann 2, 454; oder aus dem Gallischen; L.: Kluge s. u. Rüsche, DW 14, 1536, EWD s. u. Rüsche, Duden s. u. Rüsche, Bluhme s. u. Ruesche; Son.: vgl. nnorw. rysj, M., Rüsche; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen dem schöneren Aussehen dienenden Besatz oder eine Rüsche oder Krause aus gefälteltem Stoff oder geraffter Spitze; BM.: Bienenkorb (nach dem Aussehen einer stark gefältelten Halskrause); F.: Rüsche, Rüschen+FW(+EW?); Z.: Rüsch-e
Ruß, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ruß, schwarzer Kohlenstoffrückstand, Kohlenstoffüberrest; ne. soot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ruoz, rūz, st. M., Ruß, Schmutz; mnd. rōt (1), rūt, roͤt, roed, N., M.?, Ruß, Talg, Tierfett, Unschlitt; mnl. roet, M., Ruß, Fett, Talg; ahd. ruoz (1), st. M. (a), Ruß; as. hrōt, st. M. (a), Ruß?; anfrk. ruot, Sb., Fett, Talg; germ. *hrōta-, *hrōtaz, st. M. (a), Ruß; s. idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573 (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rusz, Kluge s. u. Ruß, DW 14, 1554 (Rusz), EWD s. u. Ruß, Falk/Torp 106, EWAhd 7, 811, Duden s. u. Ruß, Bluhme s. u. Russ; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. roet, Sb., Ruß; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen schwarzen und schmierigen bei unvollkommener Verbrennung von Brennmaterial entstehenden hauptsächlich aus Kohlenstoff bestehenden Rückstand oder Überrest; BM.: grau bzw. schmutzig; F.: Ruß, Rußes, Ruße, Rußen+EW; Z.: Ru-ß
Rüssel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Rüssel, verlängerter Teil der Nase einiger Tiere; ne. snout (N.), trunk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. rüezel, rüzzel, st. M., Rüssel; mnd. rȫsel (1), M., Rüssel; ahd. ruozzen*, sw. V. (1a), pflügen, aufpflügen, bearbeiten, beackern, aufwühlen; germ. *wrōtan, st. V., wühlen, aufwühlen; weitere Herkunft unklar, vielleicht zu idg. *u̯erd-, V., reißen, ritzen, Pokorny 1163; vgl. idg. *u̯er- (7), V., reißen, ritzen, Pokorny 1163 (1998/74) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); oder zu lat. rōdere, V., nagen, benagen, zehren; idg. *rēd- (2), *rōd-, *rəd-, *Hreh₃d-, V., scharren, schaben, kratzen, nagen, Pokorny 854 (1485/8) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Rüssel, DW 14, 1539, EWD s. u. Rüssel, Duden s. u. Rüssel, Bluhme s. u. Ruessel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu einem röhrenförmigen zu dem Tasten und auch Greifen dienenden Organ verlängerte Nase einiger Tiere wie Elefanten oder Tapire (oder Schmetterlinge oder Bienen) ; BM.: reißen? bzw. nagen?; F.: Rüssel, Rüssels, Rüsseln+FW?; Z.: Rüss-el
$rußen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. rußen; E.: s. Ruß; L.: Kluge s. u. Ruß, DW 14, 1556 (ruszen), EWD s. u. Ruß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ruß und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Ruß bilden; F.: rußen (!), ruße (!), rußst (!), rußt, rußest, rußet, rußte, rußtest, rußten, rußtet, gerußt, ##gerußt, gerußte, gerußtes, gerußtem, gerußten, gerußter##, rußend, ###rußend, rußende, rußendes, rußendem, rußenden, rußender###, ruß (!)+EW; Z.: ru-ß-en
$rußig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. rußig, berußt, durch Ruß geschwärzt, Ruß betreffend; E.: s. Ruß, s. ig; L.: Kluge s. u. Ruß, DW 14, 1557, EWD s. u. Ruß; GB.: (ruozag*) seit 11. Jh. belegte und aus Ruß und ig gebildete Bezeichnung für berußt oder durch Ruß geschwärzt oder Ruß betreffend; F.: rußig, rußige, rußiges, rußigem, rußigen, rußiger(, rußigere, rußigeres, rußigerem, rußigeren, rußigerer, rußigst, rußigste, rußigstes, rußigstem, rußigsten, rußigste)+EW; Z.: ru-ß-ig
Rüste, nhd. (ält.), F., (16. Jh.?): nhd. Rüste, Ruhe, Rast; ne. dwell (N.), rest (N.); Vw.: -; Hw.: s. Rast; Q.: 16. Jh.?; E.: s. mhd. rust (1), st. F., Ruhe, Rast, Form; mnd. ruste (1), rüste, rust, F., Rast, Ruhe, Erholung, Schlaf, Nachtruhe, ewiger Friede; mnd. roste (1), rost, F., Ruhe, Erholung, Rast, Ausgeglichenheit, Friede; germ. *rustō, st. F. (ō), Rast, Ruhe; vgl. idg. *res-, *ros-, Sb., Ruhe, Rast, Pokorny 339; idg. *erə- (2), *rē- (4), *h₁reh₁-, V., ruhen, ruhig sein (V.), Pokorny 338 (493/74) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rüste, Kluge s. u. Rüste, DW 14, 1543, vgl. DW 14, 1543 (Rust), Duden s. u. Rüste; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschlossenen Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kurze erholsame Unterbrechung einer körperlichen Tätigkeit (Ruhe oder Rast); BM.: ruhen; F.: Rüste, Rüsten+EW; Z.: Rü-s-t-e
rüsten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. rüsten, ausrüsten, bewaffnen; ne. arm (V.), equip; Vw.: s. ab-, auf-, ent-; Hw.: s. Gerüst, Rüstzeug, rüstig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. rüsten, rusten, sw. V., zurüsten, bereiten, schmücken, rüsten, bereitmachen, bereitmachen zu, ausrüsten, ausrüsten mit, Anstalt treffen; mnd. rüsten (1), rusten, V., rüsten, sich bereit machen, sich mit etwas ausstatten, sich auf etwas vorbereiten; mnl. rusten, V., rüsten, ausrüsten; ahd. rusten*, hrusten, sw. V. (1a), rüsten, schützen, schmücken; as. -; anfrk. -; germ. *hrustjan, sw. V., rüsten; s. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rüsten, Kluge s. u. rüsten, DW 14, 1544, EWD s. u. rüsten, Falk/Torp 108, EWAhd 7, 827, Duden s. u. rüsten, Bluhme s. u. ruesten; Son.: vgl. afries. -; ae. hyrstan (1), hrystan (1), sw. V. (1), ausrüsten, schmücken; an. -; got. -; nschw. rusta, V., rüsten; nnorw. ruste, V., rüsten; lit. kráuti, V., aufeinanderlegen, laden; ksl. kryti, V., bedecken, verbergen; GB.: (rusten) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ausrüsten oder bewaffnen; BM.: häufen; F.: rüsten, rüste, rüstest, rüstet, rüstete, rüstetest, rüsteten, rüstetet, gerüstet, ##gerüstet, gerüstete, gerüstetes, gerüstetem, gerüsteten, gerüsteter##, rüstend, ###rüstend, rüstende, rüstendes, rüstendem, rüstenden, rüstender###, rüst (!)+EW; Z.: rü-st-en
Rüster, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Rüster, Ulme; ne. elm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1580; E.: Herkunft s. ahd. ruost, st. F. (a), Ulme, Rüster; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Rüster, DW 14, 1548, EWD s. u. Rüster, Duden s. u. Rüster, Bluhme s. u. Ruester; GB.: seit um 1580 belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Laubbaum (Ulme) mit eiförmigen gesägten Blättern und büschelig angeordneten Blüten und Früchten; BM.: ?; F.: Rüster, Rüsters, Rüstern+EW; Z.: Rüst-er
rüstig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. rüstig, fit, leistungsfähig; ne. hale (Adj.), sprightly (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. rüsten; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. rüstic, rüstec, Adj., rüstig, gerüstet; mnd. rüstich, rustich, Adj., gerüstet, bewaffnet, bereit, geeignet, angenehm, bequem, brauchbar, in bestem Zustand befindlich, kraftvoll, leistungsfähig; ahd. rustih, Adj., ländlich, bäuerlich, gemein; ahd. rusten*, hrusten, sw. V. (1a), rüsten, schützen, schmücken; s. germ. *hrustjan, sw. V., rüsten; s. idg. *krāu-, *krā-, *krəu-, *krū̆-, *kreuH-, V., häufen, aufhäufen, zudecken, verbergen, Pokorny 616 (970/202) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. rüstig, Kluge s. u. rüstig, DW 14, 1550, Duden s. u. rüstig; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus rüst(en) und ig gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für leistungsfähig; BM.: bereit; F.: rüstig, rüstige, rüstiges, rüstigem, rüstigen, rüstiger(, rüstigere, rüstigeres, rüstigerem, rüstigeren, rüstigerer, rüstigst, rüstigste, rüstigstes, rüstigstem, rüstigsten, rüstigster)+EW; Z.: rü-st-ig
rustikal, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. rustikal, ländlich, bäuerlich, einfach, schlicht; ne. rustic (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. rūsticālis; E.: s. mlat. rūsticālis, Adj., rustikal, ländlich, bäuerlich; vgl. lat. rūs, N., Land, Stadt, Feld, Besitzung, Landgut, bäuerisches Wesen; vgl. idg. *reu̯ə-, *rū-, *reuh₁-, V., öffnen, Pokorny 874 (1524/47) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); aus *revos; L.: Kluge s. u. rustikal, EWD s. u. rustikal, fehlt DW, EWAhd 7, 829, Duden s. u. rustikal; Son.: vgl. nndl. rustiek, Adj., rustikal, ländlich, bäurisch; frz. rustique, Adj., rustikal; nschw. rustik, Adj., rustikal; nnorw. rustikk, Adj., rustikal; poln. rustykalny, Adj., rustikal; kymr. rystig, Adj., rustikal; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ländlich oder bäuerlich oder einfach oder schlicht; BM.: öffnen; F.: rustikal, rustikale, rustikales, rustikalem, rustikalen, rustikaler(, rustikalere, rustikaleres, rustikalerem, rustikaleren, rustikalerer, rustikalst, rustikalste, rustikalstes, rustikalstem, rustikalsten, rustikalster)+FW(+EW?); Z.: ru-s-t-ik-al
$Rüstung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Rüstung, Stärkung, Schutzkleidung; Vw.: s. Ab-, Auf-, Ent-; E.: s. rüst(en), s. ung; L.: Kluge s. u. rüsten, DW 14, 1552, EWD s. u. rüsten; GB.: nach ahd. rustunga seit 16. Jh. belegte und aus rüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für Stärkung oder Schutzkleidung; F.: Rüstung, Rüstungen+EW; Z.: Rü-st-ung
Rüstzeug, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Rüstzeug, Werkzeug; ne. equipment, armamentarium, tools; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. mnd. rüsttǖch, N., Rüstzeug, Rüstung, Bewaffnung, Mensch der für eine bestimmte Aufgabe besonders geeignet ist; s. nhd. rüsten, Zeug; L.: Kluge s. u. Rüstzeug, EWD s. u. rüsten, DW 14, 1553, Duden s. u. Rüstzeug; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus rüst(en) und Zeug gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit aller einem bestimmten Zweck dienenden Gegenstände und Werkzeuge; BM.: häufen, ziehen; F.: Rüstzeug, Rüstzeugs, Rüstzeuges+EW; Z.: Rü-st—zeu-g
Rute, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Rute, Gerte, Zweig, Stange; ne. rod (N.), rood (ält.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ruote, st. F., sw. F., Stab, Stange; mnd. rōde (2), roede, rode, roide, roude, rote, F., Schößling, Spross, abgeschnittener Zweig, Gerte, Rute, Zuchtrute, Strafe; mnl. roede, F., Rute, Zweig, Stock, Stab, Flöte; ahd. ruota, st. F. (ō), sw. F. (n), Rute, Stab, Latte, Messlatte, Stange; as. rôda, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rute, Galgen, Stange; anfrk. ruoda, F., Rute, Zuchtrute, Stock, Messstange, Maß; germ. *rōdō, st. F. (ō), Rute, Stange; idg. *rēt-, *rōt-, *rət-, Sb., Stange, Stamm, Pokorny 866 (1515/38) (RB. idg. aus ital.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Rute, Kluge s. u. Rute, DW 14, 1559, EWD s. u. Rute, Falk/Torp 347, EWAhd 7, 805, Duden s. u. Rute, Bluhme s. u. Rute; Son.: vgl. afries. rōde, rōd, st. F. (ō), Galgen, Rute; ae. rōd (2), st. F. (ō), Rute, Stange, Kreuz, Galgen; an. rōða, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rute, Kreuz, Heiligenbild; got. -; nndl. roe, roede, Sb., Rute; nschw. roa, Sb., Stange, Stock; nisl. róða, F., Rute, Stange, Stock; ? lat. rēta, F., aus dem Ufer eines Flusses hervorwachsender Baum; GB.: (ruota) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entstehung von Pflanzen mögliche lange und dünne sowie biegsame Gerte oder einen Zweig; BM.: Stange; F.: Rute, Ruten+EW; Z.: Rut-e
Ruthenium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ruthenium, ein Edelmetall; ne. ruthenium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Ruthenien, dem alten Namen der Ukraine; von. mlat. Ruscenus, Ruthenus, M., Russe; von dem Volksnamen der Rus, M., Rus, Russen; weitere Herkunft unklar, wahrscheinlich von finn. ruotsi, M., Schwede (M.), Nordgermane; L.: Duden s. u. Ruthenium, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ruthenium, Sb., Ruthenium; frz. ruthénium, M., Ruthenium; nschw. rutenium, N., Ruthenium; nnorw. ruthenium, M., Ruthenium; kymr. rwtheniwm, M., Ruthenium; nir. ruitéiniam, M., Ruthenium; poln. ruten, M., Ruthenium; lit. rutenis, M., Ruthenium; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und von dem ON Ruthenien und mittelbar finn. ruotsi gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches mattgraues oder silberweiß glänzendes sehr hartes sprödes und 1827 von Jöns Jakob Berzelius und Gottfried Osann in dem unlöslichen Rückstand von in Königswasser gelöstem Rohplatin sowie 1844 von Karl-Ernst Claus in Platinerzen aus Sibirien entdecktes Edelmetall (chemisches Element Nr. 44, abgekürzt Ru), das meist bei der Gewinnung von Nickelerzen und Platinerzen in Südafrika und Russland sowie Nordamerika und Südamerika gewonnen wird und selten gediegen vorkommt sowie als Legierungsbestandteil und als Katalysator sowie in der Elektronik und in der Schmuckindustrie verwendet wird ; BM.: ON; F.: Ruthenium, Rutheniums+FW; Z.: Ruth-en-i-um
Rutherfordium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Rutherfordium, ein chemisches Element; ne. rutherfordium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Drittel 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: nach dem neuseeländischen Physiker Ernest Rutherford (1871-1937); L.: Duden s. u. Rutherfordium; Son.: vgl. nndl. rutherfordium, Sb., Rutherfordium; frz. rutherfordium, M., Rutherfordium; nschw. rutherfordium, N., Rutherfordium; nnorw. rutherfordium, N., Rutherfordium; kymr. rutherfordiwm, M., Rutherfordium; lit. rutarfoirdiam, M., Rutherfordium; poln. rutherford, M., Rutherfordium; lit. rezerfordis, M., Rutherfordium; GB.: seit 3. Drittel 20. Jh. belegte aus dem PN Rutherford gebildete sowie 1997 einverständlich vergebene Bezeichnung für ein von Menschen künstlich erzeugtes zu der Titangruppe und den Übergangsmetallen gehörendes radioaktives in Dubna in der Sowjetunion 1964 von Georgij Nikolajewitsch Flerov und Mitarbeitern entdecktes silberig-weißes chemisches Element (Transactinoid) mit einer Halbwertszeit von höchstens 1,3 Stunden (chemisches Element Nr. 104, abgekürzt Rf) das nur in der Forschung verwendet wird; BM.: PN; F.: Rutherfordium, Rutherfordiums+FW?+EW?; Z.: Rutherford-i-um
$Rutsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Rutsch, Rutschen, Gleiten, Ausgleiten; E.: s. rutsch(en); L.: DW 14, 1568, EWD s. u. rutschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit rutschen verbindbare Bezeichnung für ein Rutschen oder Gleiten oder Ausgleiten; F.: Rutsch, Rutsches, Rutsche, Rutschen+EW; Z.: Rutsch
rutschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. rutschen, gleiten, ausgleiten; ne. slide (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. rutschen, rütschen, sw. V., gleiten, rutschen; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. rutschen, Kluge s. u. rutschen, DW 14, 1568, EWD s. u. rutschen, Duden s. u. rutschen, Bluhme s. u. rutschen; Son.: vgl. nschw. rutscha, V., rutschen; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Verfestigung der Erdoberfläche vormenschlich mögliches auf einer glatten Oberfläche gleiten; BM.: ?; F.: rutschen (!), rutsche (!), rutschst, rutscht, rutschest, rutschet, rutschte, rutschtest, rutschten, rutschtet, gerutscht, ##gerutscht, gerutschte, gerutschtes, gerutschtem, gerutschten, gerutschter##, rutschend, ###rutschend, rutschende, rutschendes, rutschendem, rutschenden, rutschender###, rutsch (!)+EW; Z.: rutsch-en
$rutschig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. rutschig, schlüpferig, glatt; E.: s. rutsch(en), s. ig; L.:, DW 14, 1570 (rutschicht, rutschig), EWD s. u. rutschen); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus rutsche(en) und ig gebildete Bezeichnung für schlüpferig oder glatt; F.: rutschig, rutschige, rutschiges, rutschigem, rutschigen, rutschiger(, rutschigere, rutschigeres, rutschigerem, rutschigeren, rutschigerer, rutschigst, rutschigste, rutschigstes, rutschigstem, rutschigsten, rutschigster)+EW; Z.: rutsch-ig
Rutte, nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Rutte, Ruppe, Aalquappe, Aalraupe, Quappe, Trüsche, ein Fisch, Aalquappe; ne. burbot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. rubēta; E.: s. lat. rubēta, F., Kröte, (57/46-12 v. Chr.); idg. *reub-, V., reißen, Pokorny 869?; vgl. idg. *reu- (2), *reu̯ə-, *rū̆-, *reuH-, V., reißen, aufreißen, graben, wühlen, raffen, Pokorny 868? (1517/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Rutte, DW 14, 1570, Duden s. u. Rutte; Son.: österr.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in kühlem und schnell fließendem Süßwasser lebenden meist 30 bis 60 Zentimeter langen Raubfisch von graubrauner Färbung mit langer Afterflosse; BM.: graben; F.: Rutte, Rutten+FW(+EW); Z.: Ru-tt-e
rütteln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. rütteln, erschüttern, schütteln; ne. shake (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. rüttelen*, rütteln, rütelen, rütlen, sw. V., erschüttern, schütteln, rütteln; vgl. mhd. rütten, sw. V., rütten“, erschüttern, schütteln, rütteln; germ. *hrud-, V., schwingen; vgl. idg. *kreut-?, V., schütteln, schwingen, bewegen, Pokorny 623 (987/219) (RB. idg. aus germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. rutschen, Kluge s. u. rütteln, EWD s. u. rütteln, DW 14, 1570, Duden s. u. rütteln, Bluhme s. u. ruetteln; Son.: vgl. ahd. rodamūs, st. F. (i), Fledermaus; ae. hréaþemūs, F. (kons.), Fledermaus; lit. krutė́ti, V., sich regen, sich bewegen; GB.: seit um 1300 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches in schnellen Rucken hin und her bewegen oder schütteln; BM.: schwingen bzw. bewegen; F.: rütteln, rüttel (!), rüttle (!), rüttelst, rüttelt, rüttelte, rütteltest, rüttelten, rütteltet, gerüttelt, ##gerüttelt, gerüttelte, gerütteltes, gerütteltem, gerüttelten, gerüttelter##, rüttelnd, ###rüttelnd, rüttelnde, rüttelndes, rüttelndem, rüttelnden, rüttelnder###+EW; Z.: rüt-t-el-n
s, S, nhd., N.: nhd. s, S; ne. s (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. s; E.: s. lat. S, s, Buchstabe, S, s; gr. σίγμα (sígma), Sb. (indekl.), Sigma; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 207; vielleicht von phön. schin, Sb., Bogen; L.: DW 1, 14, Duden s. u. Duden; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben s des lateinischen Alphabets; BM.: Bogen?; F.: S+FW; Z.: S
Saal, nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Saal, größerer Raum; ne. hall; Vw.: -; Hw.: s. Geselle, Salon, Saloon; Q.: 712-725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. sal (1), st. M., st. N., Saal, Haus, Halle, Wohnsitz, Speiseraum, Tempel, Kirche, Raum, Gemach; mnd. sāl (1), sal, sael, saal, sahl, st. M., N., Saal, Niederlassung, Wohnsitz, Aufenthalt, Wohnung, Palast, Burg, Bischofssitz; mnd. sēl (1), seil, seel, seele, seyl, seyle, N., M., Saal, Versammlungshaus der Ämter; mnl. sāl, sal, zal, M., Saal; ahd. sal (1), sali*, st. N. (a), Saal, Haus, Vorsaal; as. sėli*, st. M. (i), Saal, Gebäude, Haus, Scheune; anfrk. sala, seli, M., Hauptgebäude, (hauptsächlich als Bestandteil von ON); germ. *sala-, *salam, st. N. (a), Haus, Halle, Saal; germ. *sali-, *saliz-, st. M. (i), Haus, Halle, Saal; idg. *sel- (1)?, Sb., Wohnung, Saal, Haus, Pokorny 898 (1560/32) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saal, Kluge s. u. Saal, DW 14, 1577, EWD s. u. Saal, Falk/Torp 435, EWAhd 7, 890, Duden s. u. Saal, Bluhme s. u. Saal; Son.: vgl. afries. sel…, Präf.; ae. sæl, st. N. (a), Saal, Zimmer, Halle, Haus, Schloss; ae. salor, N., Saal, Wohnung, Haus, Gebäude; an. salr, st. M. (i), Gebäude, Saal; got. *salja?, sw. M. (n); got. *sals?, st. M. (i), Saal; nndl. zaal, Sb., Saal; frz. salle, F., Saal; nschw. sal, Sb., Saal; nnorw. sal, M., Saal; poln. sala, F., Saal; lat. solum, N., Boden, Fußboden, Fußsohle; lit. salà, F., Dorf; ksl. selo, Sb., Acker, Dorf; GB.: vielleicht seit 712-725 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen für besondere Veranstaltungen verwendeten größeren Raum in einem von Menschen entwickelten und verwendeten Gebäude; BM.: Haus; F.: Saal, Saales, Saals, Säle, Sälen+EW; Z.: Saal
Saat, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Saat, Ausbringen von Samen; ne. seeds (Pl.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. sāt (1), st. F., Säen, Aussaat, Samenkorn, Saat, Saatfeld, Getreide, Getreideernte, Kornzins, Leibesfrucht; mnd. sāt (1), F., N., „Saat“, Säen (N.), Aussaat, Saatkorn, Saatgut, Erntekorn, Saatfeld; mnl. saet, M., N., Saat; ahd. sāt, st. F. (i), Saat, Saatfeld, Säen; as. sād, st. F. (i)?, st. N. (a)?, Saat; anfrk. -; germ. *sēdi-, *sēdiz, *sǣdi-, *sǣdiz, st. F. (i), Saat; idg. *sētis, Sb., Säen, Pokorny 889; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saat, Kluge s. u. Saat, DW 14, 1579, EWD s. u. Saat, Falk/Torp 421, Seebold 386, EWAhd 7, 987, Duden s. u. Saat, Bluhme s. u. Saat; Son.: vgl. afries. sēd (1), st. F. (i), Saat, Same, Samen (M.); nnordfries. seed; ae. sǣd, sēd, st. N. (a), Saat, Same, Frucht, Nachkommen (M. Pl.), Säen, Wachstum; an. sāð (1), st. F. (i), Spreu; got. *sēþs, st. F. (i), Saat; nndl. zaad, Sb., Saat; nschw. säd, Sb., Saat; nschw. sådd, Sb., Saat; nnorw. sæd, M., Saat; GB.: (sāt) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Ausbringen von Samen und die zu dem Säen vorgesehene Menge von Samenkörnern; BM.: werfen bzw. säen; F.: Saat, Saaten+EW; Z.: Saa-t
Sabbat, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sabbat, Samstag; ne. sabbath; Vw.: -; Hw.: s. Schabbes, Samstag; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. sābāot, sābot, sabbat, st. M., Sabbat; mnd. sabbat, sabbet, M., N., Sabbat, jüdischer Feiertag; lat. sabbatum, N., Sabbat, (65-8 v. Chr.); gr. σάββατον (sabbaton), N., Sabbat; hebr. šabbāṯ, Sb., Ruhetag; vgl. hebr. shābbath, V., rufen; L.: Kluge s. u. Sabbat, DW 14, 1586, EWD s. u. Samstag, Duden s. u. Sabbat; Son.: vgl. nndl. sabbat, Sb., Sabbat; frz. sabbat, M., Sabbat; nschw. sabbat, Sb., Sabbat; nnorw. sabbat, M., Sabbat; poln. szabat, M., Sabbat; kymr. sabath, M., Sabbat; nir. sabóid, F., Sabbat; lit. šabatas, M., Sabbat; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den in dem Judentum geheiligten und von Freitagabend bis Samstagabend dauernden Ruhetag Samstag; BM.: rufen; F.: Sabbat, Sabbats, Sabbate, Sabbaten+FW(+EW?); Z.: Sabbat
$Sabbel, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Sabbel, Sabber, Speichel, Geifer; L.: DW 14, 1588, EWD s. u. sabbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit sabbeln und sabbern verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen unwillkürlich aus dem Munde fließenden Speichel; F.: Sabbel, Sabbels, Sabbeln+EW; Z.: Sabb-el
$sabbeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. sabbeln, geifern; ne. drool (V.); E.: s. Sabbel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. sabbeln, DW 14, 1588, EWD s. u. sabbern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Sabbel und sabbern verbindbare Bezeichnung für mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches unwillkürlich Speichel aus dem Munde fließen lassen; F.: sabbeln (!), sabbel (!), sabble (!), sabbele, sabbelst, sabbelt, sabbelte, sabbeltest, sabbelten, sabbeltet, gesabbelt, ##gesabbelt, gesabbelte, gesabbeltes, gesabbeltem, gesabbelten, gesabbelter##, sabbelnd, ###sabbelnd, sabbelnde, sabbelndes, sabbelndem, sabbelnden, sabbelnder###, sabbel (!)+EW; Z.: sabb-el-n
$Sabber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sabber, Sabbel, Speichel, Geifer; E.: s. sabbern; L.: DW 14, 1588, EWD s. u. sabbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit sabbeln und sabbern verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen unwillkürlich aus dem Munde fließenden Speichel; F.: Sabber, Sabbers, Sabbern+EW; Z.: Sabb-er
$Sabberlätzchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Sabberlätzchen; E.: s. Sabber, s. Lätzchen: L, DW 14, 1589, EWD s. u. sabbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sabber und Lätzchen gebildete Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit Kindern zu einem Schutz von Bekleidung vor Sabber vorgebundenes Lätzchen; F.: Sabberlätzchen, Sabberlätzchens+EW; Z.: Sabb-er—lätz—chen
sabbern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. sabbern, geifern; ne. drool (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. sabben, sw. V., sabbern, geifern, speicheln, Speichel aus dem Munde fließen lassen (beim Essen), unreinlich essen; mnl. sabbern, sw. V., sabbern; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Verwandtschaft mit Saft (s. d.), oder zu schlabbern (s. d.); L.: Kluge s. u. sabbern, DW 14, 1589, EWD s. u. sabbern, Duden s. u. sabbern, Bluhme s. u. sabbern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelniederländischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit Saft oder schlabbern verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches unwillkürlich Speichel oder Geifer aus dem Munde (aus)fließen lassen; BM.: Saft?, schlabbern?; F.: sabbern, sabbere, sabber (!), sabbre, sabberst, sabbert, sabberte, sabbertest, sabberten, sabbertet, gesabbert, ##gesabbert, gesabbertes, gesabbertem, gesabberten, gesabberter##, sabbernd, ###sabbernd, sabbernde, sabberndes, sabberndem, sabbernden, sabbernder###, sabber (!)+EW; Z.: sabb-er-n
Säbel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Säbel, eine Hiebwaffe; ne. sabre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. sabel (2), sebel, st. M., Säbel; mnd. sābel (2), M., Säbel; ungar. szablya, Sb., Säbel; weitere Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Säbel, Kluge s. u. Säbel, DW 14, 1589, EWD s. u. Säbel, Duden s. u. Säbel, Bluhme s. u. Saebel; Son.: vgl. nndl. sabel, Sb., Säbel; frz. sabre, M., Säbel; nschw. sabel, Sb., Säbel; nnorw. sabel, M., Säbel; poln. szabla, F., Säbel; kymr. sabr, M., Säbel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unbekannte Bezeichnung für eine von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelte und verwendete lange und auch schneidend wirkende Hiebwaffe mit leicht gekrümmter auf nur einer Seite scharfer Klinge; BM.: ?; F.: Säbel, Säbels, Säbeln+FW; Z.: Säb-el
$säbeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. säbeln, mit dem Säbel bearbeiten, mit dem Säbel niederschlagen; E.: s. Säbel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 14, 1591, EWD s. u. Säbel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Säbel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Säbels mögliches mit dem Säbel bearbeiten oder niederschlagen; F.: säbeln, säbel (!), säble (!), säbele (!), säbelst, säbelt, säbelte, säbeltest, säbelten, säbeltet, gesäbelt, ##gesäbelt, gesäbelte, gesäbeltes, gesäbeltem, gesäbelten, gesäbelter##, säbelnd, ###säbelnd, säbelnde, säbelndes, säbelndem, säbelnden, säbelnder###+FW+EW; Z.: säb-el-n
Sabotage, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sabotage, planmäßige Beschädigung, vorsätzlich fehlerhafte Tätigkeit; ne. sabotage (N.); Vw.: -; Hw.: s. sabotieren, Saboteur; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. sabotage; E.: s. frz. sabotage, F., Sabotage, Pfuscherei; vgl. frz. saboter, V., schludern, pfuschen; frz. sabot, M., Holzschuh, Huf; vgl. arab. sabbâṭ, Sb., absatzloser Schuh; L.: Kluge s. u. sabotieren, fehlt DW, EWD s. u. sabotieren, Duden s. u. Sabotage; Son.: vgl. nndl. sabotate, Sb., Sabotage; nschw. sabotage, N., Sabotage; nnorw. sabotasje, M., Sabotage; poln. sabotaż, M., Sabotage; nir. sabaitéireacht, F., Sabotage; lit. sabotažas, M., Sabotage; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit sabotieren und dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine planmäßige Beschädigung oder eine vorsätzlich fehlerhafte Tätigkeit; BM.: Holzschuh bzw. Bremsklotz; F.: Sabotage, Sabotagen+FW; Z.: Sab-ot-ag-e
Saboteur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Saboteur, vorsätzlicher Zerstörer; ne. saboteur; Vw.: -; Hw.: s. sabotieren, Sabotage; Q.: 1930-1940; I.: Lw. frz. saboteur; E.: s. frz. saboteur, M., Saboteur, schlechter Arbeiter, Pfuscher; vgl. frz. saboter, V., schludern, pfuschen; frz. sabot, M., Holzschuh, Huf; vgl. arab. sabbâṭ, Sb., absatzloser Schuh; L.: Kluge s. u. sabotieren, EWD s. u. sabotieren, fehlt DW, Duden s. u. Saboteur; Son.: vgl. nndl. saboteur, Sb., Saboteur; frz. saboteur, M., Saboteur; nschw. sabotör, Sb., Saboteur; nnorw. sabotør, M., Saboteur; poln. sabotażysta, M., Saboteur; kymr. sabotwr, M., Saboteur; nir. sabaitéir, M., Saboteur; GB.: seit 1930-1940 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und verwendete und mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen vorsätzlich zerstörenden oder vorsätzlich eine fehlerhafte Arbeit ausführenden Menschen; BM.: Holzschuh bzw. Bremsklotz; F.: Saboteur, Saboteurs, Saboteures, Saboteure, Saboteuren+FW; Z.: Sab-ot-eur
sabotieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sabotieren, vorsätzlich behindern, vorsätzlich hintertreiben, vorsätzlich fehlerhaft arbeiten; ne. sabotage (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sabotage, Saboteur; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. saboter; E.: s. frz. saboter, V., schludern, pfuschen; frz. sabot, M., Holzschuh, Huf; vgl. arab. sabbâṭ, Sb., absatzloser Schuh; L.: Kluge s. u. sabotieren, fehlt DW, EWD s. u. sabotieren, Duden s. u. sabotieren; Son.: vgl. nndl. saboteren, V., sabotieren; nschw. sabotera, V., sabotieren; nnorw. sabotere, V., sabotieren; poln. sabotować, V., sabotieren; nir. déanaim sabaitéareacht, V., sabotieren; lit. sabotuoti, V., sabotieren; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für vorsätzlich behindern oder hintertreiben oder fehlerhaft arbeiten; BM.: Holzschuh bzw. Bremsklotz; F.: sabotieren, sabotiere, sabotierst, sabotiert, sabotierest, sabotieret, sabotierte, sabotiertest, sabotierten, sabotiertet, ##sabotiert, sabotierte, sabotiertes, sabotiertem, sabotierten, sabotierter##, sabotierend, ###sabotierend, sabotierende, sabotierendes, sabotierendem, sabotierenden, sabotierender###, sabotier (!)+FW(+EW?); Z.: sab-ot-ier-en
Sacharin, Saccharin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Sacharin, Saccharin, Süßstoff; ne. saccharin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. saccharin; E.: s. ne. saccharin, N., Sacharin, Saccharin; vgl. frz. saccharin, Adj., zuckerhaltig; lat. saccharum, N., Zucker, (23/24-79 n. Chr.); gr. σάκχαρον (sákcharon), N., Zucker; aus Pali sakkharā entlehnt; vgl. ai. sárkarā, Sb., Grieß, Kies, Körnerzucker; idg. *k̑orkā?, *k̑rokā?, *k̑orkₑlā, F., Kies, Kiesel, Pokorny 615 (963/195) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Saccharin, Duden s. u. Sacharin; Son.: vgl. nndl. sacharine, Sb., Sacharin, Saccharin; frz. sacarine, saccharine, F., Sacharin, Saccharin; nschw. sackarin, N., Sacharin, Saccharin; nnorw. sakkarin, M., N., Sacharin, Saccharin; poln. sacharyna, F., Sacharin, Saccharin; kymr. sacarin, M., Sacharin, Saccharin; lit. sacharinas, M., Sacharin; GB.: wohl seit 1879 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen und dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Pali und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den 1878 von den Chemikern Constantin Fahlberg und Ira Remsen an der 1876 gegründeten Johns Hopkins University in Baltimore/Maryland entdeckten ältesten synthetischen und gesundheitlich nicht unbedenklichen Süßstoff; BM.: Kies; F.: Sacharin, Sacharins, Saccharin, Saccharins+FW; Z.: Sach-ar-in
$Sachbearbeiter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sachbearbeiter; E.: s. Sach(e), s. Bearbeiter; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sache; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sach(e) und Bearbeiter gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Verwaltung möglichen für eine bestimmte Angelegenheit zuständigen Arbeitnehmer einer Verwaltung oder eines Unternehmens; F.: Sachbearbeiter, Sachbearbeiters, Sachbearbeitern+EW; Z.: Sach—be—arb-eit-er
Sache, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sache, Ding, (körperlicher) Gegenstand, Gegebenheit; ne. matter (N.), thing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sache (1), sach, sw. F., st. F., Streit, Streitsache, Rechtshandel, Rechtssache, Sache, Ding, Material, Stoff, Grund, Ursache; mnd. sāke, zaeke, saike, sacke, F., Sache, Ding, Angelegenheit, Streit, Streitsache, Rechtssache, Prozess, Sachverhalt, strafbare Handlung, Schuld, Tat; mnl. sāke, F., Sache, Angelegenheit, Ding, Rechtssache; ahd. sahha, sacha, st. F. (ō), sw. F. (n), Sache, Ding, Ursache, Zustand; as. saka*, st. F. (ō), Sache, Streit, Gericht (N.) (1), Feindschaft, anfrk. saka*, saca*, st. F. (ō), Sache; germ. *sakō, st. F. (ō), Rechtshandel, Streit, Ursache; vgl. idg. *sāg-, seh₂g-, V., suchen, nachspüren, Pokorny 876 (1530/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sache, Kluge s. u. Sache, DW 14, 1592, EWD s. u. Sache, Falk/Torp 423, Seebold 384, EWAhd 7, 875, Duden s. u. Sache, Bluhme s. u. Sache; Son.: vgl. afries. seke, sek, seka (4), sake, st. F. (ō), Sache, Angelegenheit, Rechtssache, Streitsache, Rechtsstreit; saterl. sec; ae. sacu, st. F. (ō), Streit, Krieg, Aufruhr, Verfolgung; an. sǫk, st. F. (ō), Rechtshandel, Klage, Sache, Grund; got. sakjō, sw. F. (n), Streit; nndl. zaak, Sb., Sache; ne. sake, Adv. (in Redewendungen), willen; nschw. sak, Sb., Sache; nnorw. sak, M., F., Sache; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Ding oder einen (körperlichen) Gegenstand oder eine Gegebenheit in Gegensatz zu einem Menschen; BM.: suchen; F.: Sache, Sachen+EW; Z.: Sach-e
$sachlich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. sachlich, Sache betreffend, geschaffen, ursächlich; L.: Kluge s. u. Sache, DW 14, 1604, EWD s. u. Sache; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus Sach(e) und lich gebildete Bezeichnung für geschaffen oder ursächlich oder Sache betreffend; F.: sachlich, sachliche, sachliches, sachlichem, sachlichen, sachlicher(, sachlichere, sachlicheres, sachlicherem, sachlicheren, sachlicherer, sachlichst, sachlichste, sachlichstes, sachlichstem, sachlichsten, sachlichster)+EW; Z.: sach—lich
$sächlich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. sächlich; Vw.: s. haupt-, (ur-); L.: Kluge s. u. Sache, DW 14, 1604, EWD s. u. Sache; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus Sach(e) und lich gebildete Bezeichnung für geschaffen oder ursächlich oder Sache betreffend in Gegensatz zu menschlich oder nach lat. neutralis für weder männlich noch weiblich; F.: sächlich, sächliche, sächliches, sächlichem, sächlichen, sächlicher(, sächlichere, sächlicheres, sächlicherem, sächlicheren, sächlicherer, sächlichst, sächlichste, sächlichstes, sächlichstem, sächlichsten, sächlichster)+EW; Z.: säch—lich
$Sachlichkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sachlichkeit, Sachlichsein, Vorurteilsfreiheit; E.: s. sachlich, s. heit, s. keit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sache; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sachlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Sachlichsein oder Vorurteilsfreiheit; F.: Sachlichkeit, Sachlichkeiten+EW; Z.: Sach—lich—kei-t
Sachs, Sax, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sachs, Sax, Kurzschwert; ne. seax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sahs (1), sas, st. N., Sachs, Sax, Messer (N.), Schwert, Schneide, langes Messer, kurzes Schwert; mnd. sach (1), sak, sāks, saex, N., Sax, Sachs, langes Messer (N.), Kurzschwert; mnd. sas*, sachs*, sax, saex, sāks, N., Messer; ahd. sahs, st. N. (a), Messer (N.), kleines zweischneidiges Schwert, Degen (M.) (2); as. sahs*, st. N. (a), Messer (N.), Kurzschwert, Sax, Sachs; anfrk. *sahs?, st. M. (a), Messer (N.); germ. *sahsa-, *sahsam, st. N. (a), Felsbrocken, Sachs, Messer (N.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sachs, DW 14, 1604, EWD s. u. Messer, Falk/Torp 424, Duden s. u. Sachs; Son.: vgl. afries. sax, st. N. (a), Messer (N.), Schwert; nnordfries. sax; ae. seax, sæx, sex, st. N. (a), Messer (N.), Dolch, kurzes Schwert, Sax, Sachs; an. sax, st. N. (a), Schwert, Reling an dem Vordersteven; got. *sahs, st. M. (a), Schwert, Messer (N.); nschw. sax, Sb., Schere; nnorw. saks, M., F., Schere; lat. saxum, N., Felsblock, Felsstück, großer Stein, Fels; lit. skamasaksa, M., Sachs, Sax; GB.: (sahs) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische mit älterer Bedeutung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach Nutzung des Metalls hergestelltes Kurzschwert; BM.: schneiden; F.: Sachs, Sachses, Sachse, Sachsen, Sax, Saxes, Saxe, Saxen+FW?+EW?; Z.: Sach-s
sacht, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sacht, sanft, zart, weich, behutsam; ne. gentle; Vw.: -; Hw.: s. sanft; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. sachte, Adj., sacht, sanft; mnd. sachte (1), sacht, saghte, sagte, saphte, samfte, semfte, Adj., „sacht“, sanft, leicht, weich, glatt, milde; s. ahd. samft*, Adj., leicht, rasch, möglich; as. *sāft?, Adj., sanft, leicht, bequem; germ. *samþja-, *samþjaz, Adj., bequem, leicht; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sacht, Kluge s. u. sacht, DW 14, 1606, EWD s. u. sacht, Duden s. u. sacht, Bluhme s. u. sacht; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sanft oder zart oder weich oder behutsam; BM.: eins; F.: sacht, sachte, sachtes, sachtem, sachten, sachter(, sachtere, sachteres, sachterem, sachteren, sachterer, sachtest, sachteste, sachtestes, sachtestem, sachtesten, sachtester)+EW; Z.: sach-t
$Sachwalter, nhd., M., (?): nhd. Sachwalter, Besorger einer Angelegenheit eines anderen Menschen; L.: Kluge 1. A. s. u. Sache, DW 14, 1610, EWD s. u. Sache; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Sach(e) und Walter gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Besorger einer Angelegenheit eines anderen Menschen; F.: Sachwalter, Sachwalters, Sachwaltern+EW; Z.: Sach-wal-t-er
Sack, nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Sack, Beutel (M.) (1); ne. sack (N.); Vw.: s. Dudel-, Plum-; Hw.: s. Säckel, sacken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sac, st. M., st. N., Sack, Tasche, Beutel (M.) (1), Sackleinen, Netz, Magen (M.), Bauch, Körper, Hure, Buhlerin, Sacktuch, Sacktuchkleidungsstück, Trauerkleid, Maß, Gewicht (N.) (1); mnd. sak (1), sack*, M., Sack, Beutel, lederner Behälter, lose getragene Tasche, Geldbeutel, Sack der Sackpfeife; mnl. sac, M., Sack; ahd. sakk*, sack*, sak*, sac, st. M. (i), Sack, Geldsack, Beutel (M.) (1); as. sak* (1), sakk*, st. M. (i), Sack; anfrk. -; germ. sakk, sakku, M., Sack; lat. saccus, M., Getreidesack, Sack, (um 250-184 v. Chr.); gr. σάκκος (sákkos), M., Sack, Kleid; vgl. assyr. sakku, Sb., Sack, Büßergewand; L.: Kluge 1. A. s. u. Sack, Kluge s. u. Sack, DW 14, 1610, EWD s. u. Sack, Falk/Torp 423, EWAhd 7, 885, Duden s. u. Sack, Bluhme s. u. Sack; Son.: vgl. afries. sekk, sekke, st. M. (a), Sack; ae. sacc, st. M. (a), Sack; an. sekkr, st. M. (a), Sack; got. sakkus, st. M. (u), Sack; nndl. sak, M., N., Sack, Tasche, Hülle; nschw. säck, Sb., Sack; nisl. sekkur, M., Sack; GB.: (sakk) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen und Assyrischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Behältnis aus Stoff oder Papier oder Plastik; BM.: Büßergewand?; F.: Sack, Sackes, Sacks, Säcke, Säcken+FW(+EW?); Z.: Sack
Säckel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Säckel, kleiner Sack, Tasche, Beutel (M.) (1); ne. coffers; Vw.: -; Hw.: s. Sack, sacken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. seckel, st. M., Säkkel, Geldbeutel; mnd. seckel (1), M., Säckel, Geldsack; mnl. seckel, M., Säckel, kleiner Sack; ahd. sekkil, seckil, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Säckel, Beutel (M.) (1), Geldbeutel, Geldbörse, Säckchen; as. sėkkil*, st. M. (a), Säckel (N.); anfrk. -; germ. *sakkel-, Sb., Säckel; s. lat. saccellus, M., Säckchen, Geldsäckchen; vgl. lat. saccus, M., Getreidesack, Sack; s. gr. σάκκος (sákkos), M., Sack, Kleid; vgl. assyr. sakku, Sb., Sack, Büßergewand; L.: Kluge 1. A. s. u. Seckel, Kluge s. u. Säckel, DW 14, 1618, EWD s. u. Säckel, EWAhd 7, 1070, Duden s. u. Säckel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Assyrischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleineres Behältnis aus Stoff oder Papier oder Plastik oder eine Geldbörse; BM.: ?; F.: Säckel, Säckels, Säckeln+FW; Z.: Säck-el
sacken, säcken, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. sacken, säcken, in einen Sack stecken; ne. sag (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sack, Säckel; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. sacken (2), secken, sw. V., in einen Sack füllen, sammeln, in einen Sack stecken und ertränken (verschärfte Todesstrafe), ertränken, sich senken, sinken; mhd. sacken, sw. V., mit Säcken beladen (V.); mhd. sac, st. M., st. N., Sack, Tasche, Beutel (M.) (1), Sackleinen, Netz, Magen (M.), Bauch, Körper, Hure, Buhlerin, Sacktuch, Sacktuchkleidungsstück, Trauerkleid, Maß, Gewicht (N.) (1); mnd. sak (1), sack*, M., Sack, Beutel, lederner Behälter, lose getragene Tasche, Geldbeutel, Sack der Sackpfeife; ahd. sakk*, sack*, sak*, sac, st. M. (i), Sack, Geldsack, Beutel (M.) (1); as. sak* (1), sakk*, st. M. (i), Sack; germ. *sakk, *sakku, M., Sack; s. lat. saccus, M., Getreidesack, Sack; gr. σάκκος (sákkos), M., Sack, Kleid; vgl. assyr. sakku, Sb., Sack, Büßergewand; L.: Kluge s. u. sacken, DW 14, 1621, EWD s. u. Sack, Duden s. u. sacken, Bluhme s. u. sacken; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Sack und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches in einen Sack stecken; BM.: Sack; F.: sacken, sacke, sackst, sackt, sackest, sacket, sackte, sacktest, sackten, sacktet, gesackt, ##gesackt, gesackte, gesacktes, gesacktem, gesackten, gesackter##, sackend, ###sackend, sackende, sackendes, sackendem, sackenden, sackender###, sack (!)+FW+EW; Z.: sack-en
$sacken (2), nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. sacken; Vw.: s. ein-; L.: Kluge s. u. Sack, EWD s. u. Sack, DW 14, 1621ff.; GB.: seit 14. Jh, belegte und mit Sack verbindbare Bezeichnung für in einen Sack stecken: F.: sacken, sacke, sackst, sackt, sackest, sacket, sackte, sacktest, sackten, sacktet, gesackt, ##gesackt, gesackte, gesacktes, gesacktem, gesackten, gesackter##, sackend, ###sackend, sackende, sackendes, sackendem, sackenden, sackender###, sack (!)+EW+FW; Z.: sack-en
sackerlot, sapperlot, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. sackerlot, sapperlot; ne. swounds!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. sacrelot; E.: s. frz. sacrelot, Interj., sackerlot, sapperlot; von frz. sacré nom (de Dieu), M., heiliger Name; lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); lat. nōmen, N., Name, Benennung, Wesen, Volk, Geschlecht, (204-169 v. Chr.); idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sackerlot, Kluge s. u. sackerlot, DW 14, 1622 (Sackerleiden), Duden s. u. sackerlot; Son.: vgl. nndl. sakkerloot, Interj., sackerlot; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen (sacrelot) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen fluchenden Ausruf (heiliger Name); BM.: heiliger Name Gottes; F.: sackerlot, sapperlot+FW; Z.: sack-er-lo-t
$Sackgasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sackgasse; E.: s. Sack, s. Gasse; L.: Kluge s. u. Sackgasse, DW 14, 1623, EWD s. u. Sack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sack und Gasse gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung dichterer Besiedelung mögliche durch die Beschränkung auf nur eine Öffnung einem Sack gleichende Gasse oder Straße; F.: Sackgasse, Sackgassen+FW+EW; Z.: Sack—gass-e
$Sacktuch, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Sacktuch, Sackleinwand, Taschentuch, Schnupftuch; Q.: um 1800?; E.: s. Sack, s. Tuch; L.:, DW 14, 1627, EWD s. u. Sack; GB.: (sactuoch) seit 1200-1210 belegte und aus Sack und Tuch gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelte und verwendete Sackleinwand oder Sackleinen und seit etwa 1800 für ein in einer Tasche aufbewahrtes Tuch oder Taschentuch oder Schnupftuch; F.: Sacktuch, Sacktuches, Sacktuchs, Sacktücher, Sacktüchern+FW+EW; Z.: Sack—tuch
$Sadebaum, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Sadebaum; E.: s. Sade, s. Baum; L.: Kluge s. u. Sadebaum, Sebenbaum, DW 14, 1628 (s. Sabenbaum); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte (lat. iuniperus sabina) und aus Sade oder Saben oder Seben und Baum gebildete Bezeichnung für einen sehr giftigen vielleicht schon vormenschlichen Wacholder (Giftwacholder oder Stinkwacholder); F.: Sadebaum, Sadebaums, Sadebaumes, Sadebäume, Sadebäumen+FW+EW; Z.: Sad-e—bau-m
Sadismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sadismus, Quälen, Grausamkeit; ne. sadism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. sadisme; E.: s. frz. sadisme, M., Sadismus; von dem PN Donatien-Alphonse-François Marquis de Sade (1740-1814); L.: Kluge s. u. Sadismus, fehlt DW, EWD s. u. Sadismus, Duden s. u. Sadismus; Son.: vgl. nndl. sadisme, Sb., Sadismus; nschw. sadism, Sb., Sadismus; nnorw. sadisme, M., Sadismus; poln. sadyzm, M., Sadismus; kymr. sadyddiaeth, F., Sadismus; nir. sádachas, M., Sadismus; lit. sadizmas, M., Sadismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Sad(e) und frz. isme gebildete sowie umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Lust an Quälen und an Grausamkeiten; BM.: PN (nach den Gewaltphantasien in den Romanen de Sades); F.: Sadismus+FW; Z.: Sad-ism-us
$Sadist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sadist; E.: s. Sad(e), s. ist; L.: Kluge s. u. Sadismus, fehlt DW, EWD s. u. Sadismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem PN Sad(e) und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anhänger einer Lust an Quälen und an Grausamkeiten; F.: Sadist, Sadisten+FW; Z.: Sad-ist
$sadistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. sadistisch; L.: Kluge s. u. Sadismus, fehlt DW, EWD s. u. Sadismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sadist und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Anhänger einer Lust an Quälen und an Grausamkeiten betreffend; F.: sadistisch, sadistische, sadistisches, sadistischem, sadistischen, sadistischer(, sadistischere, sadistischeres, sadistischerem, sadistischeren, sadistischerer, sadistischst, sadistischste, sadistischstes, sadistischstem, sadistischsten, sadistischster)+FW(+EW?); Z.: sad-ist-isch
säen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. säen, aussäen, Saat ausbringen, Samen (M.) in die Erde bringen; ne. sow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sæjen, sæn, sw. V., streuen, schütten, säen; mnd. seien (1), seyen, seygen, seigen, sēgen, sw. V., säen, besäen, Samen (M.) streuen, umherstreuen, auswerfen; mnl. saeyen, sayen, sw. V., säen, besäen, Samen streuen, bestreuen; ahd. sāen*, sāwen*, sw. V. (1a), säen, pflanzen, einpflanzen, besäen, bestellen; as. sāian, sw. V. (1a), red. V. (2), säen; anfrk. -; germ. *sējan, sw. V., säen; idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen, Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. säen, Kluge s. u. säen, DW 14, 1630, EWD s. u. säen, Seebold 386, EWAhd 8, 841, Duden s. u. säen, Bluhme s. u. saeen; Son.: vgl. afries. siā (4), seā, sw. V. (1), säen; ae. sāwan, st. V. (7)=red. V. (2), säen, ausstreuen, einpflanzen; an. -; got. sáian, red. abl. V., säen; nndl. zaaien, V., säen; nschw. så, V., säen; nnorw. så, V., säen; air. síl, N., Same, Saat; lit. sė́ti, V., säen; ksl. sěti, V., säen; toch. AB sāry-, säen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliches Saat ausbringen oder Samen in die Erde bringen; BM.: werfen; F.: säen, säe (!), säst (!), sät (!), säest, säet, säte, sätest, säten, sätet, gesät, ##gesät, gesäte, gesätes, gesätem, gesäten, gesäter##, säend, ###säend, säende, säendes, säendem, säenden, säender###, sä (!)+EW; Z.: sä-en
Safari, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Safari, Fahrt nach Afrika zu einer Beobachtung und Jagd von Großwild; ne. safari (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. Suaheli safari; E.: über englische Vermittlung von Suaheli safari, von arab. safar, Sb., Reise; L.: Kluge s. u. Safari, fehlt DW, EWD s. u. Safari, Duden s. u. Safari; Son.: vgl. nndl. safari, Sb., Safari; frz. safari, M., Safari; nschw. safari, Sb., Safari; nnorw. safari, M., Safari; poln. safari, Sb., Safari; kymr. saffari, M., F., Safari; lit. safari, Sb., Safari; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und über das Neuenglische aus dem Suaheli aufgenommene sowie mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit Menschen mögliche Fahrt nach Afrika zu einer Beobachtung und Jagd von Großwild; BM.: Reise; F.: Safari, Safaris+FW; Z.: Safar-i
Safe, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Safe, abschließbarer Geldschrank, Tresor; ne. safe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. ne. safe, N., Safe, Panzerschrank; vgl. ne. safe, Adj., sicher, unversehrt; afrz. sauf, Adj., heil, unverletzt; lat. salvus, heil, wohlbehalten, gesund, unverletzt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Safe, fehlt DW EWD s. u. Safe,, Duden s. u. Safe; Son.: vgl. nndl. safe, Sb., Safe; nnorw. safe, M., Safe; poln. sejf, M., Safe; kymr. sêff, F., Safe; lit. seifas, M., Safe; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen etwa seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten abschließbaren Geldschrank oder Tresor; BM.: wohlbehalten bzw. ganz; F.: Safe, Safes+FW; Z.: Sa-f-e
Saffian, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Saffian, feines weiches Ziegenleder; ne. saffian; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. russ. сафьян (safján); E.: s. russ. сафьян (safján), M., Saffian; türk. sahtiyan, Sb., Saffian; pers. saxtijān, Sb., Saffian; pers. saxt, Adj., fest, hart, schwer; vgl. idg. *k̑ak-, (*k̑ek-?), V., vermögen, helfen, Pokorny 522 (791/23) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt.?, toch.); L.: DW 14, 1635, EWD s. u. Saffian, Duden s. u. Saffian; Son.: vgl. poln. safian, Sb., Saffian; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Russischen und Türkischen sowie Persischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare (oder vielleicht nach dem ON Safi in Marokko gebildete?) Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes feines und weiches sowie oft leuchtend gefärbtes Ziegenleder; BM.: fest; F.: Saffian, Saffians+FW; Z.: Saff-ian
Safran, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Safran, ein Krokus; ne. saffron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. safrān, saffrān, sapharān, sapheran, st. M., Safran; mnd. safrān, safraen, sofrān, sefrān, czefrān, sefraen, M., Safran; mnl. saffraen, safraen, solferaen, M., Safran; ahd. saffrān, safrān, st. M. (a?), Safran; afrz. safran, M., Safran; span. azafrán, M., Safran; arab. za‘farān, Sb., Krokus, Safran; L.: Kluge 1. A. s. u. Safran, Kluge s. u. Safran, DW 14, 1635, EWD s. u. Safran,EWAhd 7, 855, Duden s. u. Safran; Son.: vgl. nndl. saffraan, Sb., Safran; frz. safran, M., Safran; nschw. saffran, N., Safran; nnorw. safran, M., Safran; poln. szafran, M., Safran; kymr. saffrwm, M., Saffran; lit. šafranas, M., Safran; GB.: (safrān) seit Ende 12. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und Spanischen sowie Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Krokussen gehörende in dem Herbst blühende Pflanze mit schmalen Blättern und purpurfarbenen Blüten mit gelben Spitzen des Fadens die besonders in dem Mittelmeerraum als Gewürzpflanze und Heilpflanze und zu der Gewinnung von gelbem Farbstoff angebaut wird; BM.: ?; F.: Safran, Safrans, Safrane, Safranen+FW; Z.: Safran
Saft, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Saft, (aus Früchten oder Gemüse gewonnene) Flüssigkeit; ne. juice, sap (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. saf, st. N., Saft, Saft der Pflanzen, Tränen, Blut, Wasser, Feuchtigkeit; mnd. sap, sāp, saep, saft, N., Saft, Saft lebender Pflanzen bzw. lebender Bäume, Honigsaft der Blüten, aus Früchten oder Kräutern gewonnener Saft; mnl. sap, M., Saft, Flüssigkeit; ahd. saf, st. M. (a?), st. N. (a), Saft, Feuchtigkeit, Bast; as. -; anfrk. -; germ. *sapi-, *sapiz, st. M. (i), Saft; germ. *sapa-, *sapam, *sappa-, *sappam, st. N. (a), Saft; weitere Herkunft unklar, vielleicht von idg. *sap-, *sab-, V., schmecken, wahrnehmen, Pokorny 880 (1538/10) (RB. idg. aus iran., arm., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saft, Kluge s. u. Saft, DW 14, 1638, EWD s. u. Saft, Falk/Torp 431, EWAhd 7, 847, Duden s. u. Saft, Bluhme s. u. Saft; Son.: vgl. afries. -; ae. sæp, st. N. (a), Saft, Brühe; an. safi, sw. M. (n), in Bäumen aufsteigender Saft; got. -; nndl. sap, Sb., Saft; nschw. saft, Sb., Fruchtsirup; nnorw. saft, M., F., Saft; ill. sabaium, Sb., Bier; GB.: (saf) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl seit ihrer Entstehung (aus Früchten oder Gemüse gewonnene) Flüssigkeit; BM.: schmecken?; F.: Saft, Saftes, Säfte, Säften+EW; Z.: Saf-t
$saften, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. saften, Saft machen; Vw.: s. ent-; L.: Kluge s. u. Saft, DW 14, 1641, EWD s. u. Saft; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Saft und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Saft bilden oder Saft machen; F.: saften, safte (!), saftest, saftet, saftete, saftetest, safteten, saftetet, gesaftet, ##gesaftet, gesaftete, gesaftetes, gesaftetem, gesafteten, gesafteter##, saftend, ###saftend, saftende, saftendes, saftendem, saftenden, saftender###, saft (!)+EW; Z.: saf-t-en
$saftig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. saftig, Saft aufweisend; E.: s. Saft, s. ig; L.: Kluge s. u. Saft, DW 14, 1642, EWD s. u. Saft; GB.: (honecsaftic*) vielleicht seit 1276-1318 belegte und aus (Honig und) Saft sowie ig gebildete Bezeichnung für Saft aufweisend; F.: saftig, saftige, saftiges, saftigem, saftigen, saftiger(, saftigere, saftigeres, saftigerem, saftigeren, saftigerer, saftigst, saftigste, saftigstes, saftigstem, saftigsten, saftigster)+EW; Z.: saf-t-ig
$Saga, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Saga, Erzählung; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene sowie mit Sage verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliche Erzählung; F.: Saga, Sagas+FW(?); Z.: Sag-a
Sage, nhd., st. F., (9. Jh.): nhd. Sage, Legende, Erzählung; ne. legend, saga; Vw.: -; Hw.: s. sagen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sage (2), st. F., sw. F., Sprechen, Sprache, Bericht, Rede, Aussage, Erzählung, Gerücht, Gerede, Angabe, Belehrung, Worte, Geschichte; mnd. sāge (3), st. F., Sage, Rede, Gerede, Gerücht, Erzählung, Aussage, Behauptung, Meldung, Ausspruch; mnl. saghe, sage, F., Sage, Erzählung; ahd. saga (2), st. F. (ō), sw. F. (n), „Sage“, Erzählung, Rede, Aussage; as. -; anfrk. *saga?, st. F. (ō), sw. F. (n), „Sage“, Rede; germ. *sagō (2), st. F. (ō), Aussage, Rede; germ. *sagō-, *sagōn, sw. F. (n), Aussage, Rede; vgl. idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897 (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sage, Kluge s. u. Sage, DW 14, 1644, EWD s. u. Sage, Falk/Torp 424, EWAhd 7, 857, Duden s. u. Sage; Son.: vgl. afries. sege, sw. F. (n), Aussage, Zeugnis; ae. sagu (1), st. F. (ō), Sage, Aussage, Bericht, Erzählung, Zeugnis; ae. saga (2), sw. M. (n), Aussage, Rede, Erzählung; an. saga (1), sw. F. (n), Erzählung, Bericht; got. -; nndl. sage, Sb., Sage; nschw. sägen, Sb., Sage; nnorw. saga, M., Sage; nnorw. sagn, N., Sage; lit. pãsaka, F., Erzählung, Märchen; GB.: (saga) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ursprünglich nur mündlich überlieferte Erzählung über eine in den Einzelheiten nicht gesicherte und nicht alltägliche sowie oft wunderliche Begebenheit; BM.: sehen bzw. sagen; F.: Sage, Sagen+EW; Z.: Sag-e
Säge, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Säge, ein Werkzeug; ne. saw (N.); Vw.: -; Hw.: s. sägen; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sege (1), sage, st. F., sw. F., Säge, Sägemühle, Sense; mhd. sage (1), st. F., sw. F., Säge, Neige; mnd. sāge (1), st. F., sw. F., Säge; mnl. sāghe, sege, F., Säge; ahd. sega, st. F. (ō), sw. F. (n), Säge; ahd. saga (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Säge; as. -; anfrk. -; germ. *sagō (1), st. F. (ō), Säge; germ. *segō, st. F. (ō), Säge; s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Säge, Kluge s. u. Säge, DW 14, 1647, EWD s. u. Säge, Falk/Torp 424, EWAhd 7, 856, EWAhd 7, 1010, Duden s. u. Säge, Bluhme s. u. Saege; Son.: vgl. afries. -; ae. saga (1), sw. M. (n), Säge; ae. sagu (2), st. F. (ō), Säge; an. sǫg, st. F. (ō), Säge; got. *sahrja?, sw. M. (n), Korb; nndl. zaag, Sb., Säge; nschw. såg, Sb., Säge; nnorw. sag, M., F., Säge; lat. secāre, V., schneiden; mir. tescaid, V., hauen; lit. įsė́kti, V., hauen; ksl. sěšti, V., hauen; ? alb. shatë, shat, Sb., Hacke, Karst; GB.: (sega) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes aus einem scharfgezackten Stahlband bestehendes Schneidewerkzeug vor allem für Holz; BM.: schneiden; F.: Säge, Sägen+EW; Z.: Säg-e
$Sägemehl, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Sägemehl, Sägespäne; E.: s. Säge, s. Mehl; L.: DW 14, 1650, EWD s. u. Säge; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Säge und säge(n) sowie Mehl gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Sägen durch den Menschen möglichen mehlartigen Abfall bei dem Sägen von Holz; F.: Sägemehl, Sägemehls+EW; Z.: Säg-e—mehl
$Sägemühle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sägemühle, Sägewerk ; E.: s. Säge, s. Mühle; L.: DW 14, 1650, EWD s. u. Säge; GB.: (segemül) seit Anfang 14. Jh. belegte und aus Säge und Mühle gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Mühle für das Sägen von Holz (1295 Urtelmühle in Lenggries erwähnt, älter die römische wassergetriebene Steinsägemühle in Hierapolis in der späteren Türkei); F.: Sägemühle, Sägemühlen+EW; Z.: Säg-e—mühl-e
sagen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sagen, sprechen, reden; ne. say (V.); Vw.: s. weis-; Hw.: s. Sage; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. sagen (1), sān, segen, sein, sw. V., sagen, aussagen, Stellungnahme abgeben, erklären, verkünden, besagen, angeben; mnd. sāgen (1), sw. V., sagen, erzählen, erklären, als richterliche Entscheidung aussprechen, zusagen, versprechen; mnd. seggen (1), secgen, sekgen, sēgen, secken, sigen, san, seien, seyen, sw. V., sagen, sprechen, erzählen, berichten, beschreiben, mitteilen, verkünden, Wort führen, erklären; mnl. segghen, saghen, sagen, secghen, sw. V., sagen; ahd. sagen, sw. V. (1b), sagen, aussagen, sprechen, erzählen; ahd. sagōn* (1), sw. V. (2), sagen; ahd. sagēn, sw. V. (3), sagen, aussagen, sprechen, erzählen; as. sėggian, sw. V. (3), sagen; anfrk. *seggen?, sw. V. (3), sagen; germ. *sagjan, sw. V., sagen, sprechen, reden; germ. *sagēn, *sagǣn, sw. V., sagen; idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897 (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sagen, Kluge s. u. sagen, DW 14, 1650, EWD s. u. sagen, Falk/Torp 425, EWAhd 7, 860, Duden s. u. sagen, Bluhme s. u. sagen; Son.: vgl. afries. sedza, sidza, sw. V. (1), sagen; nnordfries. seja, siie, V., sagen; ae. sėcgan, sw. V. (3), sagen, sprechen, berichten, äußern, erzählen, aufsagen; an. segja, w. V. (3), sagen, mitteilen; got. -; nndl. zeggen, V., sagen; nschw. säga, V., sagen; nnorw. si, V., sagen; nisl. segja, V., sagen; gr. ἐνέπειν (enépein), ἐννέπειν (ennépein), V., ansagen, erzählen, verkündigen; lat. inquīrere, inquaerere, V., nach etwas suchen, aufsuchen, prüfen; nir. incoisig, V., bezeichnete; kymr. heb, hebr, V., anzeigen; lit. sakýti, V., anzeigen; aruss. sočiti, V., anzeigen; GB.: (sagen) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprechen oder reden oder eine sprachliche Äußerung von sich geben; BM.: sehen; F.: sagen (!), sage (!), sagst, sagt, sagest, saget, sagte, sagtest, sagten, sagtet, gesagt, ##gesagt, gesagte, gesagtes, gesagtem, gesagten, gesagter##, sagend, ###sagend, sagende, sagendes, sagendem, sagenden, sagender###, sag (!)+EW; Z.: sag-en
$Sagen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Sagen (N.); Vw.: s. Hören-; Q.: um 1200 (Iwein); E.: s. sagen; GB.: seit um 1200 belegte und aus sagen gebildete Bezeichnung für Sprechen; F.: Sagen, Sagens+EW; Z.: Sag-en
sägen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. sägen, absägen, mit einer Säge durchschneiden oder abtrennen; ne. saw (V.), cut (V.); Vw.: -; Hw.: s. Säge; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. segen, sw. V., sägen; mnd. sāgen (3), sw. V., sägen, absägen; mnl. sagen, sw. V., sägen; ahd. segōn*, sagōn*, sw. V. (2), sägen, schneiden, zuschneiden, zersägen, aufschlitzen; L.: Kluge s. u. Säge, DW 14, 1660, EWD s. u. Säge, EWAhd 7, 869, EWAhd 7, 1023, Duden s. u. sägen; Son.: vgl. an. saga, sw. V., sägen; nndl. zagen, V., sägen; nschw. såga, V., sägen; nnorw. sage, V., sägen; lat. secāre, V., schneiden; mir. tescaid, V., hauen; lit. įsė́kti, V., hauen; ksl. sěšti, V., hauen; GB.: (segōn*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Säg(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Menschen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Sägen mögliches beispielsweise Holz oder Stein mit einer Säge durchschneiden oder abtrennen; BM.: schneiden; F.: sägen, säge (!), sägst, sägt, sägest, säget, sägte, sägtest, sägten, sägtet, gesägt, ##gesägt, gesägte, gesägtes, gesägtem, gesägten, gesägter##, sägend, ###sägend, sägende, sägendes, sägendem, sägenden, sägender###, säg (!)+EW; Z.: säg-en
$sagenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sagenhaft, sagenumwoben; E.: s. Sag(e), s. en (Suff.) s. haft; L.: Kluge s. u. Sage, DW 14, 1660, EWD s. u. Sage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sag(e) und en (Suff..) sowie haft gebildete Bezeichnung für sagenumwoben oder aus der Sage bekannt; F.: sagenhaft, sagenhafte, sagenhaftes, sagenhaftem, sagenhaften, sagenhafter(, sagenhaftere, sagenhafteres, sagenhafterem, sagenhafteren, sagenhafterer, sagenhaftest, sagenhafteste, sagenhaftestes, sagenhaftestem, sagenhaftesten, sagenhaftester)+EW; Z.: sag-en-haf-t
$Sager, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Sager, Sagender; Vw.: s. Wahr-; E.: s. sag(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sagen, DW 14, 1661; GB.: (sagāri) seit 11. Jh. belegte und aus sag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Sagenden; F.: Sager, Sagers, Sagern+EW; Z.: Sag-er
Sago, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sago, ein geschmacksneutrales Stärkemittel oder Bindemittel aus dem Mark (N.) der Sagopalme und damit aus Kohlehydrat; ne. sago; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. sago; E.: s. ne. sago, N., Sago; malay. sāgū, Sb., Mark (N.); L.: Kluge s. u. Sago, DW 14, 1662, EWD s. u. Sago,Duden s. u. Sago; Son.: vgl. nndl. sago, Sb., Sago; frz. sagou, M., Sago; nschw. sago, Sb., Sago; nnorw. sago, M., Sago; poln. sago, Sb., Sago; kymr. sego, M., Sago; kymr. ság, M., Sago; lit. sagas, M., Sago; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Malaiischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein weißes und körniges aus dem Mark (N.) der Sagopalme stammendes und von Menschen wohl schon früher verwendetes aufquellendes geschmacksneutrales Stärkemittel oder Bindemittel; BM.: Mark (N.); F.: Sago, Sagos+FW; Z.: Sag-o
Sahne, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sahne, Rahm (F.) (1), Süßrahm, Schlagobers; ne. cream (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. sane, F., Sahne, Rahm (F.) (1), Süßrahm, Schlagobers; mnd. sāne, sān, saeun, F., Sahne, Rahm; afrz. saime, Sb., Rahm (F.) (1), Sahne; weitere Herkunft wohl aus dem Kelt.; von einem *soimen; oder s. germ. *sanō, st. F. (ō), Sahne, Rahm (M.) (1), Schlagobers; L.: Kluge 1. A. s. u. Sahne, Kluge s. u. Sahne, DW 14, 1663, EWD s. u. Sahne, Falk/Torp 428, Duden s. u. Sahne, Bluhme s. u. Sahne; Son.: vgl. kymr. hufen, M., Sahne, Rahm; GB.: (sane) seit 14. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar wohl dem Keltischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für den von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entdeckten und verwendeten oben schwimmenden fetthaltigsten Teil der Milch oder für Rahm (F.) (1); BM.: ?; F.: Sahne+FW+EW?; Z.: Sahn-e
$*sahnen?, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. *sahnen?; Vw.: s. ab-; E.: s. Sahn(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sahne, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Sahn(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Sahne machen oder Sahne werden; F.: sahnen (!), sahne (!), sahnst, sahnt, sahnest, sahnet, sahnte, sahntest, sahnten, sahntet, gesahnt, gesahnte, ##gesahnte, gesahntes, gesahntem, gesahnten, gesahnter##, sahnend, ###sahnend, sahnende, sahnendes, sahnendem, sahnenden, sahnender###, sahn (!)+FW; Z.: sahn-en
$sahnig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sahnig; E.: s. Sahn(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Sahne, DW 14, 1663, EWD s. u. Sahne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sahn(e) und ig gebildete Bezeichnung für Sahne oder Rahm enthaltend oder betreffend; F.: sahnig, sahnige, sahniges, sahnigem, sahnigen, sahniger(, sahnigere, sahnigeres, sahnigerem, sahnigeren, sahnigerer, sahnigst, sahnigste, sahnigstes, sahnigstem, sahnigsten, sahnigster)+FW+EW; Z.: sahn-ig
Saibling, Sälbling, Sälmling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Saibling, Sälbling, Sälmling, ein Süßwasserfisch; ne. char, sea saibling; Vw.: -; Hw.: s. Salm (1); Q.: 19. Jh.; E.: von Salm (1); L.: fehlt DW, s. DW 14, 1700 (Sälmling), Duden s. u. Saibling; GB.: seit (19. Jh.) belegte und aus Salm und ling gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu der Familie der Lachse gehörenden Fisch; BM.: springen; F.: Saibling, Saiblings, Saiblinge, Saiblingen, Sälbling, Sälblings, Sälblinge, Sälblingen, Sälmling, Sälmlings, Sälmlinge, Sälmlingen+FW+EW; Z.: Sai-b-ling
Saison, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Saison, Zeitabschnitt; ne. season (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. saison; E.: s. frz. saison, F., Zeit der Aussaat, Saison; lat. satio, F., Säen, Pflanzen (N.), Anpflanzen, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. serere, V., säen, bepflanzen, anpflanzen, zeugen, hervorbringen; idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Saison, fehlt DW, EWD s. u. Saison, Duden s. u. Saison; Son.: vgl. nndl. seizoen, Sb., Saison; nschw. säsong, Sb., Saison; nnorw. sesong., M., Saison; poln. sezon, M., Saison; nir. séasúr, M., Saison; lit. sezonas, M., Saison; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit für Menschen wirtschaftlich wichtigen Zeitabschnitt innerhalb eines Jahres in dem etwas Bestimmtes am meisten vorhanden ist oder am häufigsten stattfindet; BM.: senden bzw. säen; F.: Saison, Saisons, Saisonen+FW; Z.: Sai-s-on
$saisonal, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. saisonal, Saison betreffend; E.: s. Saison, s. al (Suff.); L.: Kluge s. u. Saison, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Saison und al (Suff.) gebildete Bezeichnung für Saison betreffend; F.: saisonal, saisonale, saisonales, saisonalem, saisonalen, saisonaler+FW; Z.: sai-s-on-al
Saite, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Saite, Strang; ne. string (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. seite, st. F., sw. F., sw. M., Saite, Strick (M.) (1), Schlinge, Fallstrick, Fessel (F.) (1); mnd. seide (1), seyde, sēide, F., Saite eines Saiteninstruments; mnl. seide, F., Saite; ahd. seita, st. F. (ō), sw. F. (n), Saite; ahd. seid, st. N. (a), Schlinge, Strick (M.) (1), Fallstrick, Saite; ahd. seito, sw. M. (n), Schlinge, Strick (M.) (1), Fessel (F.) (1), Saite, Saiteninstrument; as. segito*?, sw. M. (n), Saite, Strick (M.) (1), Fessel (F.) (1); germ. *saiþa-, *saiþam, st. N. (a), Strick (M.) (1), Saite; germ. *saidō-, *saidōn, *saida-, *saidan, sw. M. (n), Saite, Strick (M.) (1); vgl. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saite, Kluge s. u. Saite, DW 14, 1663, EWD s. u. Saite, Falk/Torp 438, EWAhd 7, 1043, EWAhd 7, 1064, Duden s. u. Saite, Bluhme s. u. Saite; Son.: vgl. afries. sêd, sêde, Sb., Strick (M.) (1); ae. sāda, sw. M. (n), Saite, Band (N.), Strick (M.) (1); an. seiðr (3), st. M. (a), Band (N.), Gürtel; got. -; ai. sétu-, M., Fessel, Band; lit. saĩtas, M., Tragkette, Strick; ksl. sětĭ, F., Strick (M.) (1), Netz, Schlinge; GB.: (seita) seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht vor etwa 5000 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten dünnen Strang aus Darm oder später Metall oder Kunststoff der auf ein Musikinstrument gespannt und beispielsweise durch Streichen oder Zupfen in Schwingung versetzt wird und dadurch Töne erzeugt; BM.: binden; F.: Saite, Saiten+EW; Z.: Sai-t-e
$Saitling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Saitling; E.: s. Sait(e), s. ling, L.: Kluge s. u. Saite, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sait(e) und ling gebildete Bezeichnung für den Darm eines Schafes der von Menschen für Saiten von Musikinstrumenten und als Haut für feine Würstchen verwendet wird; F.: Saitling, Saitlings, Saitlinge, Saitlingen+EW; Z.: Sai-t-ling
Sake, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Sake, Reiswein; ne. sake (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. jap. sake; E.: s. jap. sake, Sb., Sake; L.: Duden s. u. Sake; Son.: vgl. nndl. sake, Sb., Sake; frz. saké, M., Sake; nschw. sake, Sb., Sake; nnorw. sake, M., Sake; poln. sake, M., Sake; kymr. sace, M., Sake; lit. sakė, F., Sake; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für ein aus mit Hefe vergorenem Reis hergestelltes und heiß zu trinkendes alkoholisches Getränk von Japanern; BM.: ?; F.: Sake+FW; Z.: Sake
Sakko, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Sakko, Jackett; ne. jacket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. it. sacco; E.: s. it. sacco, M., Sakko, Sack; lat. saccus, M., Getreidesack, Sack, (um 250-184 v. Chr.); gr. σάκκος (sákkos), M., Sack, Kleid; vgl. assyr. sakku, Sb., Sack, Büßergewand; L.: Kluge s. u. Sakko, fehlt DW, EWD s. u. Sakko, Duden s. u. Sakko; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Assyrischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete und entfernt einem Sack ähnliche Jacke oder ein Jackett; BM.: Sack; F.: Sakko, Sakkos+FW; Z.: Sakk-o
sakral, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sakral, heilig, religiösen Zwecken dienend; ne. sacral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht, (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. sakral, EWD s. u. Sakrament, Duden s. u. sakral; Son.: vgl. nndl. sacraal, Adj., sakral; frz. sacré, Adj., sakral; nschw. sakral, Adj., sakral; nnorw. sakral, Adj., sakral; poln. sakralny, Adj., sakral; kymr. sacrol, Adj., sakral; nir. sacrach, Adj., sakral; lit. sakralinis, Adj., sakral; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches heilig oder religiösen Zwecken dienend; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: sakral, sakrale, sakrales, sakralem, sakralen, sakraler+FW; Z.: sak-r-al
Sakrament, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Sakrament, rituelle Handlung; ne. sacrament; Vw.: -; Hw.: s. sakramental; Q.: 1275-1276 (Das hohe Lied des Brun von Schönbeck); E.: mhd. sacrament, st. N., Sakrament, Altarsakrament, Abendmahl, Hostie, Monstranz; mnd. sacrament, sacramente, sacramentz, sakerment, sakerament, N., Sakrament, Sterbesakrament, Mysterium, Hostie; lat. sacrāmentum, N., Sakrament, Weihe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sacrāre, V., der Gottheit weihen; lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sakrament, DW 14, 1671, EWD s. u. Sakrament, Duden s. u. Sakrament; Son.: vgl. nndl. sacrament, Sb., Sakrament; frz. sacrement, M., Sakrament; nschw. sakrament, N., Sakrament; nnorw. sakrament, N., Sakrament; poln. sakrament, M., Sakrament; kymr. sagrafen, F., Sakrament; nir. sacraimint, F., Sakrament; lit. sakramentas, M., Sakrament; GB.: seit 1275-1276 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zeichenhafte Handlung die in traditionellen Formen vollzogen wird und nach christlichem Glauben dem Menschen in sinnlich wahrnehmbarer Weise die Gnade Gottes übermittelt wie beispielsweise Taufe oder Eucharistie oder Firmung oder Beichte oder Ehesakrament oder Weihesakrament oder Krankensalbung; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: Sakrament, Sakraments, Sakramentes, Sakramente, Sakramenten+FW(+EW?); Z.: Sak-r-am-ent
sakramental, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. sakramental, Sakrament betreffend; ne. sacramental (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Sakrament; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. mlat. sacrāmentālis; E.: s. mlat. sacrāmentālis, Adj., einen Eid betreffend; vgl. lat. sacrāmentum, N., Sakrament, Weihe, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sacrāre, V., der Gottheit weihen; lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sakrament, fehlt DW (dort aber sakramentlich), Duden s. u. sakramental; Son.: vgl. nnorw. sakramental, Adj., sakramental; poln. sakramentalny, Adj., sakramental; kymr. sacramentaidd, Adj., sakramental; nir. sacraimintiúl, Adj., sakramental; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sakrament betreffend; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: sakramental, sakramentale, sakramentales, sakramentalem, sakramentalen, sakramentaler+FW(+EW?); Z.: sak-r-am-ent-al
Sakrileg, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Sakrileg, Entweihung; ne. sacrilege; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); I.: Lw. lat. sacrilegium; E.: s. mhd. sacrilēgje, st. F., Sakrileg, Kirchenraub, Kirchenschändung; mnd. sacrilegie, F., Sakrileg, Kirchenraub, Kirchenschändung; lat. sacrilegium, N., Tempelraub, Religionsschändung, Religionsfrevel, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, lesen (V.) (2); idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Sakrileg, fehlt DW, Duden s. u. Sakrileg; Son.: vgl. frz. sacrilège, M., Sakrileg; nir. sacraléid, F., Sakrileg; GB.: seit um 1275 belegte und über das Mittelhochdeutsche und Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Entweihung oder für ein Vergehen gegen Menschen oder Gegenstände oder Stätten denen religiöse Verehrung entgegengebracht wird; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: Sakrileg, Sakrilegs, Sakrileges, Sakrilege, Sakrilegen+FW(+EW?); Z.: Sak-r-i-leg
Sakristan, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Sakristan, Küster, Mesner, Kirchendiener; ne. sacrist, sacristan; Vw.: -; Hw.: s. Sakristei; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. sacristānus; E.: s. mnd. sacriste, M., Küster, Geistlicher der für die zum Kirchendienst bestimmten Gegenstände zu sorgen hat; mlat. sacristānus, M., Küster, Kirchendiener, Sakristan; vgl. mlat. sacrista, M., Küster, Kirchendiener; vgl. lat. sacer, Adj., heilig, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sakristei, DW 14, 1677, Duden s. u. Sakristan; Son.: vgl. frz. sacristain, M., Sakristan; nnorw. sacristan, M., Sakristan; poln. zakrystian, M., Sakristan; kymr. sacrisan, M., Sakristan; nir. sacraisteoir, M., Sakristan; lit. zakristijonas, M., Sakristan; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mittelniederdeutsch belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung von Religionen in den Hochkulturen des Altertums möglichen Kirchendiener; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: Sakristan, Sakristans, Sakristanes, Sakristane, Sakristanen+FW+EW?; Z.: Sak-r-ist-an
Sakristei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sakristei, Nebenraum einer Kirche; ne. sacristy; Vw.: -; Hw.: s. Sakristan; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. sacristīe, F., Sakristei; mnd. sacristīe, F., Sakristei, Raum zur Aufbewahrung der Kirchengeräte und des Kirchenschatzes; mlat. sacristia, F., Sakristei; vgl. lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sakristei, DW 14, 1677, EWD s. u. Sakrament, Duden s. u. Sakristei; Son.: vgl. nndl. sacristie, Sb., Sakristei; frz. sacristie, F., Sakristei; nschw. sakristia, Sb., Sakristei; nnorw. sakristi, N., Sakristei; poln. zakrystia, F., Sakristei; nir. sacraistí, M., Sakristei; lit. zakristija, F., Sakristei; GB.: seit um 1275 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nebenraum einer Kirche der zu der Vorbereitung des Geistlichen auf den Gottesdienst und zu einer Aufbewahrung der für den Gottesdienst benötigten Gegenstände dient; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: Sakristei, Sakristeien+FW(+EW?); Z.: Sak-r-ist-ei
sakrosankt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sakrosankt, unantastbar, unverletzlich, hochheilig; ne. sacrosanct; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. sacrōsānctus; E.: s. lat. sacrōsānctus, Adj., unverletzlich, hochheilig, ehrwürdig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); lat. sānctus (1), Adj., heilig; vgl. idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. sakrosankt, fehlt DW EWD s. u. Sakrament, Duden s. u. sakrosankt; Son.: vgl. frz. sacro-saint, Adj., sakrosankt; nschw. sakrosankt, Adj., sakrosankt; nnorw. sakrosankt, Adj., sakrosankt; kymr. sacrosanct, Adj., sakrosankt; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung von Menschen mögliches unantastbar oder unverletzlich oder hochheilig; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: sakrosankt, sakrosankte, sakrosanktes, sakrosanktem, sakrosankten, sakrosankter+FW(+EW?); Z.: sak-r-o-sa-n-k-t
$säkular, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. säkular, weltlich; E.: s. Säkularisation, s. Säkulum; L.:, DW 14, 1678 (in Zusammensetzungen), EWD s. u. Säkulum; GB.: aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für weltlich; F.: säkular, säkulare, säkulares, säkularem, säkularen, säkularer+FW(+EW); Z.: sä-k-ul-ar
Säkularisation, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Säkularisation, Säkularisieren, Verweltlichen, Verweltlichung, Verstaatichung; ne. secularisation; Vw.: -; Hw.: s. säkularisieren, Säkulum; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. saeculārizātio; E.: s. mlat. saeculārizātio, F., Säkularisieren, Säkularisation; vgl. mlat. saeculārizāre, sēculārizāre, V., ein weltliches Leben leben, weltlich leben; lat. saeculārius (1), Adj., heidnisch, weltlich, (65-8 v. Chr.); lat. saeculum, N., Zeugungsgeschlecht, Geschlecht, Menschenalter, Zeitalter; vgl. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. säkularisieren, fehlt DW, Duden s. u. Säkularisation; Son.: vgl. nndl. secularisatie, Sb., Säkularisation; poln. sekularyzacja, F., Säkularisation; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Religionen mögliche Einziehung oder Nutzung kirchlichen Gutes durch weltliche Amtsträger oder den Staat; BM.: senden bzw. säen; F.: Säkularisation, Säkularisationen+FW(+EW?); Z.: Sä-k-ul-ar-is-at-io-n
säkularisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. säkularisieren, verweltlichen, kirchliches Gut verstaatlichen; ne. secularize; Vw.: -; Hw.: s. Säkulum, Säkularisation; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. séculariser; E.: s. frz. séculariser, V., verweltlichen, kirchlichen Besitz verstaatlichen; mlat. saeculārizāre, sēculārizāre, V., ein weltliches Leben leben, weltlich leben; lat. saeculārius (1), Adj., heidnisch, weltlich, (65-8 v. Chr.); lat. saeculum, N., Zeugungsgeschlecht, Geschlecht, Menschenalter, Zeitalter; vgl. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. säkularisieren, fehlt DW, EWD s. u. Säkulum, Duden s. u. säkularisieren; Son.: vgl. nndl. seculariseren, V., säkularisieren; nschw. sekularisera, V., säkularisieren; nnorw. sekularisere, V., säkularisieren; poln. sekularyzować, V., säkularisieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Religionen mögliches kirchliches Gut einziehen und verstaatlichen; BM.: senden bzw. säen; F.: säkularisieren, säkularisiere, säkularisierst, säkularisiert, säkularisierest, säkularisieret, säkularisierte, säkularisiertest, säkularisierten, säkularisiertet, ##säkularisiert, säkularisierte, säkularisiertes, säkularisiertem, säkularisierten, säkularisierter##, säkularisierend, ###säkularisierend, säkularisierende, säkularisierendes, säkularisierendem, säkularisierenden, säkularisierender###, säkularisier (!)+FW(+EW?); Z.: sä-k-ul-ar-is-ier-en
$Säkularisierung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Säkularisierung, Verstaatlichung; E.: s. säkularissier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. säkular, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus säkularisier(en) und ung gebildete Bezeichnung für Säkularisation oder Verstaatlichung oder Verweltlichung oder die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Religionen mögliche Einziehung oder Nutzung kirchlichen Gutes durch weltliche Amtsträger; F.: Säkularisierung, Säkularisierungen+FW; Z.: Sä-k-ul-ar-is-ier-ung
Säkulum, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Säkulum, Jahrhundert, Zeitraum von hundert Jahren; ne. century; Vw.: -; Hw.: s. säkularisieren, Säkularisation; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. saeculum; E.: s. lat. saeculum, N., Zeugungsgeschlecht, Geschlecht, Menschenalter, Zeitalter, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. säkular, DW 14, 1678, EWD s. u. Säkulum, Duden s. u. Säkulum; Son.: vgl. frz. siècle, M., Säkulum; nschw. sekel, N., Säkulum; nnorw. sekel, N., Säkulum; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Zeitraum von hundert Jahren oder ein Jahrhundert; BM.: senden bzw. säen; F.: Säkulum, Säkulums, Säkula+FW(+EW); Z.: Sä-k-ul-um
...sal, …sel, nhd., N, (8. Jh.?): nhd. …sal, …sel; ne. ?; Vw.: s. Schick-, Trüb-; Hw.: s. Habseligkeit, …selig; Q.: 8. Jh.?; E.: s. germ. *…sla…; L.: Kluge 1. A. s. u. -sal, Kluge s. u. -sal, fehlt DW, EWD s. u. -sal, Duden s. u. -sal; Son.: s. Mühsal; GB.: vielleicht seit (8. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...sal, ...sals, ...sale, ...sales, ...sel, ...sels, ...sele, ...seles+EW; Z.: -sal
Salafismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Salafismus, Salafitentum, eine radikale islamische Strömung; ne. salafism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: z. T. arab. Lw.; E.: gebildet zu arab. salaf, M., Altvorderer, Vorfahre; s. nhd. …ismus; L.: Duden s. u. Salafismus; Son.: vgl. nndl. salafisme, Sb., Salafismus; frz. salafisme, M., Salafismus; nschw. salafism, Sb., Salafismus; nnorw. salafisme, M., Salafismus; poln. salafizm, M., Salafismus; kymr. salaffiaeth, M., Salafismus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und teilweise aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine radikale und fundamentalistische Strömung innerhalb des sunnitischen Islam; BM.: Altvorderer; F.: Salafismus+FW; Z.: Salaf-ism-us
Salamander, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Salamander; ne. salamander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. salamander, st. M., Salamander, unverbrennbarer Stoff; mnd. salamander, salemander, M., Salamander; lat. salamandra, F., Salamander, (14-37 n. Chr.); gr. σαλαμάνδρα (salamándra), F., Salamander; Fremdwort unbekannter Herkunft, s. Frisk 2, 673; L.: Kluge 1. A. s. u. Salamander, Kluge s. u. Salamander, DW 14, 1678, EWD s. u. Salamander, Duden s. u. Salamander; Son.: vgl. nndl. salamander, Sb., Salamander; frz. salamandre, F., Salamander; nschw. salamander, Sb., Salamander; nnorw. salamander, M., Salamander; poln. salamandra, F., Salamander; kymr. salamandr, M., Salamander; nir. salamandar, M., Salamander; lit. salamandra, F., Salamander; GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie einer weiteren unbekannten Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen und vielleicht seit rund 160 Millionen Jahren nachweisbaren Schwanzlurch mit rundem und langem Schwanz; BM.: ?; F.: Salamander, Salamanders, Salamandern+FW; Z.: Salamand-er
Salami, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Salami, eine kräftig gewürzte luftgetrocknete Dauerwurst; ne. salami; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. salame; E.: s. it. salame, F., Salami; vgl. it. sale, M., Salz; lat. sāl, M., N., Salz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Salami, fehlt DW, EWD s. u. Salami, Duden s. u. Salami; Son.: vgl. nndl. salami, Sb., Salami; frz. salami, M., Salami; nschw. salami, Sb., Salami; nnorw. salami, M., Salami; poln. salami, Sb., Salami; kymr. salami, M., Salami; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kräftig gewürzte luftgetrocknete Dauerwurst; BM.: Salz; F.: Salami, Salamis+FW; Z.: Sa-l-am-i
$Salamitaktik, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Salamitaktik; E.: s. Salami, s. Taktik; L.: Kluge s. u. Salami, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Salami und Taktik gebildete Bezeichnung für ein ähnlich dem Schneiden (N.) von Salami scheibchenweise vorgehende Taktik beispielsweise bei einem Zugeben von Tatsachen; F.: Salamitaktik, Salamitaktiken+FW; Z.: Sa-l-am-i—tak-t-ik
Salär, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Salär, Gehalt, Lohn; ne. salary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. salaire; E.: s. mnd. salarium, sallaryum, N., Gehalt, Lohn, Entlohnung; frz. salaire, M., Gehalt; lat. salārium, Sold, Ration an Salz; lat. salārium, N., Salzgeld, Sold, Mietlohn, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. sāl, M., N., Salz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Salär, Duden s. u. Salär; Son.: vgl. nndl. salaris, Sb., Salär; GB.: seit 15. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen anfangs vielleicht für Salz oder als Salz bezogenes Entgelt; BM.: Salz bzw. herausträufeln; F.: Salär, Salärs, Saläre, Salären+FW(+EW?); Z.: Sa-l-är
Salat, nhd., (Part. Prät.=)M., (15. Jh.): nhd. Salat, ein Blattgemüse, Durcheinander; ne. salad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. salāt, st. M., Salat; mnd. salāt, sallāt, sallaet, M., Salat; it. salata, F., Salat; vgl. lat. sāl, M., N., Salz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge 1. A. s. u. Salat, Kluge s. u. Salat, DW 14, 1680, EWD s. u. Salat, Duden s. u. Salat; Son.: vgl. nndl. salade, Sb., Salat; frz. salade, F., Salat; nschw. sallad, Sb., Salat; nnorw. salat, M., Salat; poln. salata, F., Salat; kymr. salad, M., Salat; nir. sailéad, M., Salat; lit. salota, F., Salat; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon den Hochkulturen des Altertums bekanntes Blattgemüse oder eine von Menschen mit verschiedenen Marinaden oder Dressings vor allem unter Verwendung von (grundsätzlich schädlichem) Salz zubereitete kalte Speise; BM.: Salz bzw. herausträufeln; F.: Salat, Salats, Salates, Salate, Salaten+FW(+EW); Z.: Sa-l-at
Salbader, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Salbader, Schwätzer; ne. sanctimonious old windbag; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1515/1517; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Salbader, Kluge s. u. Salbader, DW 14, 1681, EWD s. u. Salbader, Duden s. u. Salbader; GB.: seit 1515/1517 belegte und aus unbekannter Herkunft stammende Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums möglichen (langweiligen und frömmelnden) Schwätzer; BM.: ?; F.: Salbader, Salbaders, Salbadern+EW?+EW?; Z.: Salbad-er
$Salbaderei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Salbaderei; E.: s. Salbader, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Salbader, DW 14, 1682; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Salbader und ei (Suff.) gebildete für ein sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums mögliches (langweiliges und frömmelndes) Geschwätz; F.: Salbaderei, Salbadereien+FW?+EW?; Z.: Salbad-er-ei
$salbadern, nhd., V., (18. Jh.): nhd. salbadern; Q.: um 1800; L.: Kluge 1. A. s. u. Salbader, Kluge s. u. Salbader, DW 14, 1687, EWD s. u. Salbader; GB.: seit um 1800 belegte und aus Salbader und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums mögliches (langweilig und frömmelnd) schwätzen; F.: salbadern (!), salbadere, salbader (!), salbaderst, salbadert, salbaderte, salbadertest, salbaderten, salbadertet, ##salbadert, salbaderte, salbadertes, salbadertem, salbaderten, salbaderter##, salbadernd, ###salbadernd, salbaderndes, salbaderndem, salbadernden, salbadernder###, salbader (!) FW?+EW?; Z.: salbad-er-n
Salband, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Salband, Gewebekante, Webkante; ne. selvedge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. selbende, N., Salband, Webkante, eigenes Ende; mnd. selfende, N., Webkante, eigenes Ende; nndl. selfende, N., Webkante, eigenes Ende; die heutige Form entstand in dem ostmitteldeutschen Raum mit einer Anknüpfung an Band (2); L.: Kluge s. u. Salband, DW 14, 1683, Duden s. u. Salband; Son.: vgl. nndl. zelfkant, Sb. Salband; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus selb und Ende und nachträglich mit Band gebildete Bezeichnung für eine Gewebekante oder Webkante; BM.: selbst, binden; F.: Salband, Salbands, Salbandes, Salbänder, Salbändern+EW; Z.: Sal-band
Salbe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Salbe, Creme; ne. salve (N.); Vw.: -; Hw.: s. salben; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. salbe, st. F., Salbe, heiliger Geist, Christus; mhd. salp, st. N., Salbe, heiliger Geist, Christus; mnd. salve (1), F., Salbe, Mittel zur Pflege der Haut, Schönheitsmittel, Schminke, Heilmittel; mnl. salbe, salve, F., Salbe, Öl, Balsam; ahd. salba, st. F. (ō), sw. F. (n), Salbe; ahd. salb*, st. N. (a), Salbe, Salbung, Salböl; as. salva, st. F., sw. F., Salbe; anfrk. salva*, salba*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Salbe; germ. *salbō, st. F. (ō), Fett; idg. *selp-, Sb., Fett, Pokorny 901 (1569/41) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Salbe, Kluge s. u. Salbe, DW 14, 1684, EWD s. u. Salbe, Falk/Torp 437, EWAhd 7, 900, Duden s. u. Salbe, Bluhme s. u. Salbe; Son.: vgl. afries. -; ae. sealf, sealfe, st. F. (ō), sw. F. (n), Salbe; got. salba?, st. F. (ō), Salbe; got. salbōns, st. F. (i), Salbe; nndl. zalf, Sb., Salbe; nschw. salve, Sb., Salbe; nnorw. salve, M., F., Salbe; ai. sarpíṣ-, Sb., zerlassene Butter, Schmalz; gr. ἔλπος (élpos), N., Olivenöl, Fett; alb. gjalpë, Sb., Butter; toch. A ṣälyp, Sb., Salbe, Fett; toch. B ṣalype, Sb., Salbe, Fett; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums aus verschiedenen Substanzen zu einer fettigen Masse vermischtes Mittel zu einem pflegenden oder heilenden Auftragen auf eine Haut; BM.: Fett; F.: Salbe, Salben+EW; Z.: Salb-e
Salbei, nhd., M., F., (10. Jh.): nhd. Salbei, eine Pflanze; ne. sage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. salbeie, salbei, salvei, salveie, sw. F., st. F., Salbei; mhd. salbei, sw. F., st. F., Salbei; mnd. salvīe, salvye, salvīge, salveige, F., Salbei; mnd. selve (1), F., Salbei; mnl. saelge, salve, F., Salbei; ahd. salbeia, salveia*, sw. F. (n), Salbei; ahd. salbei, st. M. (a?, i?), st. F. (ō), Salbei; as. selvia, st. F., Salbei; anfrk. -; germ. *salvia, Sb., Salbei; lat. salvia, Sb., Salbei, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. salvus, Adj., heil, wohlbehalten, gesund, unverletzt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Salbei, Kluge s. u. Salbei, DW 14, 1686, EWD s. u. Salbei, EWAhd 7, 904, Duden s. u. Salbei, Bluhme s. u. Salbei; Son.: vgl. afries. -; ae. salfie, sw. F. (n), Salbei; an. -; got. -; nndl. salie, Sb., Salbei; frz. sauge, F., Salbei; nschw. salvia, Sb., Salbei; nnorw. salvie, M., Salbei; poln. szałwia, F., Salbei; kymr. saets, M., Salbei; nir. sáiste, F., Salbei; lit. šalavijas, M., Salbei; GB.: (salbeia) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Lippenblütlern gehörende und von Menschen als Gewürz und Heilmittel verwendete und in größeren Mengen nicht unbedenkliche Pflanze mit unterschiedlich gefärbten Blüten und länglichen behaarten Blättern; BM.: ganz; F.: Salbei+FW+EW?; Z.: Sal-b-ei
salben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. salben, mit einer Salbe einschmieren oder einreiben; ne. anoint, salve (V.); Vw.: s. lab-; Hw.: s. Salbe, Salber; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. salben (1), sw. V., salben, bestreichen, einbalsamieren, schöntun, schmeicheln, bestechen; mnd. salven (1), sw. V., salben, zu Heilzwecken mit Salbe einreiben, einsalben, beschmieren; mnl. salven, sw. V., salben; ahd. salbōn, sw. V. (2), salben, bestreichen, streichen; as. salvon*, sw. V. (2), salben; anfrk. salvon*, sw. V. (2), salben; germ. *salbōn, sw. V., salben; s. idg. *selp-, Sb., Fett, Pokorny 901 (1569/41) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Salbe, DW 14, 1689, EWD s. u. Salbe, EWAhd 7, 907, Duden s. u. salben; Son.: vgl. afries. salwia, salva, sw. V. (2), verfärben, salben; nfries. salvjen, V., salben; ae. sealfian, sw. V. (2), salben; an. -; got. salbōn, sw. V. (2), salben; nndl. zalven, V., salben; nschw. salva, V., salben; nnorw. salve, V., salben; GB.: (salbōn) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes mit einer Salbe einschmieren; BM.: Fett; F.: salben (!), salbe (!), salbst, salbt, salbest, salbet, salbte, salbtest, salbten, salbtet, gesalbt, ##gesalbt, gesalbte, gesalbtes, gesalbtem, gesalbten, gesalbter##, salbend, ###salbend, salbende, salbendes, salbendem, salbenden, salbender###, salb (!)+EW; Z.: salb-en
Salber, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Salber, Salbender, Einschmierer; ne. anointer; Vw.: Quack-; Hw.: s. salben; Q.: 10. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: s. mnd. salvære*, salver, M., Salber, Mensch der für die Priestersalbung eintritt, katholischer Priester (spöttisch); ahd. salbāri*, salbari*, st. M. (ja), Salber, Salbenhändler, Salbenmischer, Einbalsamierer, Leichenbesorger; mnd. salven (1), sw. V., salben, zu Heilzwecken mit Salbe einreiben, einsalben, beschmieren; mhd. salben (1), sw. V., salben, bestreichen, einbalsamieren, schön tun, schmeicheln, bestechen; mnl. salven, sw. V., salben; ahd. salbōn, sw. V. (2), salben, bestreichen, streichen; as. salvon*, sw. V. (2), salben; anfrk. salvon*, sw. V. (2), salben; germ. *salbōn, sw. V., salben; s. idg. selp-, Sb., Fett, Pokorny 901 (1569/41) (RB. idg. aus ind., gr., alb., germ., toch.); L.: DW 14, 1693, EWAhd 7, 904; GB.: (salbāri) (seit 10. Jh.) belegte und aus salb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten Salbenden oder mit einer Salbe Einschmierenden; BM.: Fett; F.: Salber, Salbers, Salbern+EW; Z.: Salb-er
Salbuch, nhd. (ält.), N., (14. Jh.): nhd. Salbuch, Urkundenbuch; ne. register (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1317 (Urkunde); E.: mhd. salbuoch, st. N., Salbuch; mhd. sale (1), st. F., rechtliche Übergabe eines Gutes, Ort, Platz (M.) (1); ahd. sala (1), st. F. (ō), Übertragung, Hingabe, Übertragenes; germ. *salō, st. F. (ō), Übergabe; idg. *sel- (3), *selh₁-, V., nehmen, ergreifen, Pokorny 899 (1562/34) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); mhd. buoch, st. N., Buch, Dichtung, Heilige Schrift; ahd. buoh, st. F. (athem., i), st. N. (a), st. M. (a), Buch, Schrift, Heilige Schrift, Buchstabe, Schreiben (N.) (2), Schriftstück, Urkunde; germ. *bōka-, *bōkam, st. N. (a), Buchstabe, Buch; germ. *bōki-, *bōkiz, Sb., Buch; s. idg. *bʰāgós, F., Buche, Pokorny 107 (174/7) (RB. idg. aus iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Salbuch, Kluge s. u. Salbuch, DW 14, 1694; Son.: vgl. ae. sala, sw. M. (n), Verkauf; an. sala, F., Verkauf; air. selb, F., Besitz; GB.: seit 1317 belegte und aus Sal und Buch gebildete sowie mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schrift und Recht mögliches Buch in dem Urkunden über Grundstücksgeschäfte gesammelt oder zusammengefasst werden; BM.: nehmen, Buche; F.: Salbuch, Salbuchs, Salbuches, Salbücher, Salbüchern+EW; Z.: Sal—buch
$Salbung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Salbung; E.: s. salb(en), s. ung; L.: DW 14, 1696, EWD s. u. Salbe; GB.: (salbunga) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. unctio aus salb(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Einreibung oder Einschmierung mit einer Salbe; F.: Salbung, Salbungen+EW; Z.: Sal-b-ung
$salbungsvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. salbungsvoll, übertrieben würdevoll; E.: s. Salbung, s. s, s. voll; L.: Kluge s. u. Salbe, DW 14, 1695, EWD s. u. Salbe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Salbung und s sowie voll gebildete Bezeichnung für übertrieben würdevoll; F.: salbungsvoll, salbungsvolle, salbungsvolles, salbungsvollem, salbungsvollen, salbungsvoller(, salbungsvollere, salbungsvolleres, salbungsvollerem, salbungsvolleren, salbungsvollerer, salbungsvollst, salbungsvollste, salbungsvollstes, salbungsvollstem, salbungsvollsten, salbungsvollster)+EW; Z.: sal-b-ung-s—vol-l
saldieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. saldieren, Saldo ermitteln, Unterschiedsbetrag ermitteln; ne. balance (V.), net (V.) out; Vw.: -; Hw.: s. Saldo; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. saldare; E.: s. it. saldare, V., zusammenfügen, festmachen; vgl. it. saldo, Adj., fest; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, dick, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Saldo, DW 14, 1695, EWD s. u. Saldo; Son.: vgl. frz. solder, V., saldieren; nschw. saldera, V., saldieren; nnorw. saldere, V., saldieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Buchführung mögliches und nötiges Saldo ermitteln oder Unterschiedsbetrag ermitteln; BM.: ganz; F.: saldieren, saldiere, saldierst, saldiert, saldierest, saldieret, saldierte, saldiertest, saldierten, saldiertet, ##saldiert, saldierte, saldiertes, saldiertem, saldierten, saldierter##, saldierend, ###saldierend, saldierende, saldierendes, saldierendem, saldierenden, saldierender###, saldier (!)+FW(+EW); Z.: sal-d-ier-en
Saldo, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Saldo, Unterschiedsbetrag, Differenzbetrag; ne. balance (N.); Vw.: -; Hw.: s. saldieren; Q.: um 1600; I.: Lw. it. saldo; E.: s. it. saldo, Adj., fest; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, dick, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Saldo, fehlt DW, EWD s. u. Saldo, Duden s. u. Saldo; Son.: vgl. nndl. saldo, Sb., Saldo; frz. solde, M., Saldo; nschw. saldo, Sb., Saldo; nnorw. saldo, M., Saldo; poln. saldo, Sb., Saldo; lit. saldo, M., Saldo; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sich nach Aufrechnung der Sollseite und Habenseite eines Kontos ergebenden Saldo oder Unterschiedsbetrag oder Differenzbetrag; BM.: ganz; F.: Saldo, Saldos, Salden, Saldi+FW; Z.: Sal-d-o
Saline, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Saline, Salzgewinnungsanlage; ne. saline (N.), salina; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. salīnae; E.: s. lat. salīnae, F. Pl., Salzgrube, Salzwerk, Salzlager, Saline, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sāl, M., N., Salz, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Saline, DW 14, 1696, Duden s. u. Saline; Son.: vgl. nndl. saline, Sb., Saline; frz. saline, F., Saline; nschw. salin, Sb., Saline; poln. salina, F., Saline; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums oder wohl mehr als 7000 Jahren entwickelte und verwendete Anlage zu einer Gewinnung von Salz (Salzgewinnungsanlage); BM.: Salz; F.: Saline, Salinen+FW(+EW); Z.: Sa-l-in-e
Salm (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Salm (M.) (1), Lachs; ne. salmon; Vw.: -; Hw.: s. Saibling; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. salm, st. M., Salm (M.) (1); mhd. salme (1), sw. M., Salm (M.) (1), Lachs; mnd. salm (1), salme, st. M., sw. M., Salm (M.) (1), Lachs; mnl. salme, M., Salm; ahd. salm (1), st. M. (a?, i?); as. salmo, sw. M., Salm (M.) (1), Lachs; anfrk. -; germ. *salmo, Sb., Salm (M.) (1), Lachs; lat. salmo, M., Salm (M.) (1), Lachs; vgl. idg. sel- (4), V., springen, Pokorny 899? (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Salm, Kluge s. u. Salm 1, DW 14, 1697, EWD s. u. Salm, EWAhd 7, 916, Duden s. u. Salm, Bluhme s. u. Salm; Son.: vgl. nndl. zalm, Sb., Salm (M.) (1); kymr. samwn, M., Salm; GB.: (salm) seit dem 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen großen in dem Meere lebenden Raubfisch mit rötlichem Fleisch der zu dem Laichen die Flüsse aufsucht; BM.: springen; F.: Salm, Salmes, Salms, Salme, Salmen+FW; Z.: Sal-m
Salmiak, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Salmiak, ein Ammoniumsalz; ne. salammoniac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. sāl armeniacum; E.: s. lat. sāl armeniacum, N., armenisches Salz; vgl. lat. sāl, M., N., Salz; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln; lat. Armeniacus, Adj., armenisch; lat. Armenia, F.=ON, Armenien; gr. Ἀρμενία (Armenía), F.=ON, Armenien; weitere Herkunft unklar?; unter Einfluss von sāl Ammōniacus, M., ammonisches Salz, (23/24-79 n. Chr.); lat. Ammōniacus, Adj., zu Ammon, gehörig, Ammons...; vgl. lat. Ammōn, Hammōn, M.=PN, Ammon; gr. Ἄμμων (Άmmōn), M.=PN, Ammon; aus dem Ägyptischen; L.: Kluge s. u. Salmiak, DW 14, 1699, EWD s. u. Salmiak, Duden s. u. Salmiak; Son.: vgl. nndl. salmiak, Sb., Salmiak; frz. sel ammoniac, M., Salmiak; nschw. salmiak, Sb., Salmiak; nisl. salmíak, N., Salmiak; poln. salmiak, M., Salmiak; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus lat. sāl armeniacum aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine einen durchdringend beizenden Geruch habende Verbindung von Ammoniak und Salzsäure; BM.: Salz, ON (nach dem Herkunftsort); F.: Salmiak, Salmiaks+FW; Z.: Sa-l-miak
Salmonelle, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Salmonelle, eine Bakterie; ne. salmonella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet nach dem PN des Tierarzts Daniel Elmer Salmon (Mount Olive/New Jersey 1850-Butte/Montana 1914) und elle (Suff.); L.: Kluge s. u. Salmonelle, fehlt DW, Duden s. u. Salmonelle; Son.: vgl. nndl. salmonella, Sb., Salmonelle; frz. salmonella, F., Salmonelle; nschw. salmonella, Sb., Salmonelle; nnorw. salmonella, M., Salmonelle; poln. salmonella, F., Salmonelle; kymr. salmonela, M., Salmonelle; nir. salmonella, Sb., Salmonelle; lit. salmonelė, F., Salmonelle; GB.: seit 20. Jh. aus dem PN Salmon und elle (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine für die Zeit vor 6500 Jahren nachweisbare und 1880 entdeckte (Darminfektionen hervorrufende) Bakterie; BM.: PN (nach dem Entdecker eines Salmonellenstamms); F.: Salmonelle, Salmonellen+FW; Z.: Salmon-ell-e
salomonisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. salomonisch, weise, gerecht scheinend; ne. of Solomon, Solomonic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von dem PN Salomo; s. lat. Salomōn, Solomōn, M.=PN, M., Salomon, Salomo; mlat.-nhd. Weisheit; gr. Σαλωμών (Salōmṓn), M.=PN, Salomon, Salomo; aus dem Hebr., Friedlicher; L.: Kluge s. u. salomonisch, Duden s. u. salomonisch; Son.: vgl. nndl. salomonisch, Adj., salomonisch; frz. salomonien, Adj., salomonisch; nschw. salomonisk, Adj., salomonisch; nnorw. salomonisk, Adj., salomonisch; poln. salomonowy, Adj., salomonisch; kymr. solomonaidd, Adj., salomonisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem hebräischen PN Salomo bzw. lat. Salomōn und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für weise und gerecht scheinend; BM.: PN (nach einem in der Bibel enthaltenen Bericht über eine weise und gerecht scheinende Streitschlichtung durch den hebräischen König Salomo); F.: salomonisch, salomonische, salomonisches, salomonischem, salomonischen, salomonischer(, salomonischere, salomonischeres, salomonischerem, salomonischeren, salomonischerer, salomonischst, salomonischste, salomonischstes, salomonischstem, salomonischsten, salomonischster)+FW+EW; Z.: salomon-isch
Salon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Salon, Empfangszimmer, Gesellschaftszimmer, Wohnzimmer; ne. salon; Vw.: -; Hw.: s. Saloon, Saal; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. salon; E.: s. frz. salon, M., Salon; it. salone, M., Salon, großer Saal; vgl. it. sala, F., Saal; frz. salle, F., Saal; über das Fränkische von germ. *sala-, *salam, st. N. (a), Haus, Halle, Saal; germ. *sali-, *saliz-, st. M. (i), Haus, Halle, Saal; idg. *sel- (1)?, Sb., Wohnung, Saal, Haus, Pokorny 898 (1560/32) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Salon, fehlt DW, EWD s. u. Salon, Duden s. u. Salon; Son.: vgl. nndl. salon, Sb., Salon; nschw. salong, Sb., Salon; nnorw. salong, M., Salon; poln. salon, M., Salon; kymr. salon, M., F., Salon; nir. salón, M., Salon; lit. salonas, M., Salon; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Italienischen und dem Fränkischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren schönen Raum als Empfangszimmer oder Gesellschaftszimmer oder Wohnzimmer; BM.: Haus; F.: Salon, Salons+FW; Z.: Sal-on
Saloon, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Saloon, Bar; ne. saloon; Vw.: -; Hw.: s. Salon, Saal; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. saloon; E.: s. ne. saloon, N., Saloon, Salon; frz. salon, M., Salon; it. salone, M., Salon, großer Saal; vgl. it. sala, F., Saal; frz. salle, F., Saal; über das Fränkische von germ. *sala-, *salam, st. N. (a), Haus, Halle, Saal; germ. *sali-, *saliz-, st. M. (i), Haus, Halle, Saal; idg. *sel- (1)?, Sb., Wohnung, Saal, Haus, Pokorny 898 (1560/32) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Saloon, fehlt DW, Duden s. u. Saloon; Son.: vgl. frz. saloon, M., Saloon; nschw. saloon, Sb., Saloon; nnorw. saloon, M., Saloon; poln. saloon, M., Saloon; kymr. salŵn, M., F., Saloon; nir. salún, M., Saloon; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit Salon verbindbare Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Bar im dem Wilden Westen der Vereinigten Staaten von Amerika; BM.: Haus; F.: Saloon, Saloons+FW; Z.: Sal-oon
salopp, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. salopp, locker, zwanglos; ne. sloppy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. salope; E.: s. frz. salope, F., Schlampe; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von frz. sale, Adj., schmutzig; frk. *salo, Adj., schmutzig; germ. *salwa-, *salwaz, Adj., dunkel, schwärzlich, schmutzig, schmutzig gelb; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; s. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); frz. huppe, hoppe, F., Wiedehopf; aus dem Germanischen?, oder von lat. upupa, obpopa, hupa, F., Wiedehopf; idg. *epop-, *opop-, Sb., Ruf des Wiedehopfs, Wiedehopf, Pokorny 323 (475/56) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. salopp, fehlt DW, EWD s. u. salopp, Duden s. u. salopp; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Fränkischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen oder dem Französischen und Lateinischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für locker oder zwanglos; BM.: schmutzig, Wiedehopf; F.: salopp, saloppe, saloppes, saloppem, saloppen, salopper(, saloppere, salopperes, salopperem, salopperen, salopperer, saloppst, saloppste, saloppstes, saloppstem, saloppsten, saloppster)+FW?; Z.: sal-op-p
Salpeter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Salpeter, Salpetersäure, Salz der Salpetersäure; ne. salpetre; Vw.: -; Hw.: s. Solper; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. salpeter, st. M., Salpeter; mnd. salpeter, salpetter, M., Salpeter; mlat. salpetra, M., Salpeter; vgl. lat. sāl, M., N., Salz; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; lat. petra, F., Stein, Felsstein, Fels; gr. πέτρα (pétra), F., Fels, Felsgebirge, Klippe; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Salpeter, DW 14, 1700, EWD s. u. Salpeter,Duden s. u. Salpeter; Son.: vgl. nndl. salpeter, Sb., Salpeter; frz. salpêtre, M., Salpeter; nschw. salpeter, Sb., Salpeter; nnorw. salpeter, M., Salpeter; poln. saletra, F., Salpeter; lit. salietra, F., Salpeter; GB.: seit um 1340) belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das weiße oder hellgraue Salz der Salpetersäure das früher vor allem zu der Herstellung von Düngemitteln und Schießpulver verwendet wurde; BM.: Salz, Fels; F.: Salperter, Salpeters+FW; Z.: Sa-l-pet-er
Salsa (1), nhd., F., (20. Jh.): nhd. Salsa (F.), scharfe Sauce; ne. salsa (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Salsa (2); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. salsa; E.: s. span. salsa, F., Salsa (F.), Sauce; lat. salsa, F., gesalzene Brühe; vgl. lat. sāl, M., N., Salz, Verstand, Feinheit, Klugheit, Geschmack, Meer, Meerwasser; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: fehlt DW, Duden s. u. Salsa; Son.: vgl. nndl. salsa, Sb., Salsa (F.); frz. salsa, F., Salsa (F.); nschw. salsa, Sb., Salsa (F.); nnorw. salsa, M., Salsa (F.); poln. salsa, F., Salsa (F.); lit. salsa, F., Salsa (F.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kalte scharfe sowie dickflüssige Tomatensauce; BM.: Salz; F.: Salsa, Salsas+FW; Z.: Sal-s-a
Salsa (2), nhd., F., M., (20. Jh.): nhd. Salsa (F./M.), eine lateinamerikanische Musikrichtung, ein Tanz; ne. salsa (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Salsa (1); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. salsa; E.: s. span. salsa, F., Salsa (F./M.); span. salsa, F., Salsa (F.), Sauce; lat. salsa, F., gesalzene Brühe; vgl. lat. sāl, M., N., Salz, Verstand, Feinheit, Klugheit, Geschmack, Meer, Meerwasser; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Duden s. u. Salsa; Son.: vgl. nndl. salsa, Sb., Salsa (F./M.); frz. salsa, F., Salsa (F./M.); nschw. salsa, Sb., Salsa (F./M.); nnorw. salsa, M., Salsa (F./M.); poln. salsa, F., Salsa (F./M.); lit. salsa, F., Salsa (F./M.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine lateinamerikanische Musikrichtung und davon abgeleitet für einen Tanz; BM.: Salz; F.: Salsa, Salsas+FW; Z.: Sal-s-a
Salto, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Salto, Überschlag; ne. somersault (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. it. salto; E.: s. it. salto, M., Salto, Sprung; lat. saltus (1), M., Springen, Hüpfen, Sprung, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. saltāre, V., tanzen, tanzend ausdrücken, springen; idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Salto, fehlt DW, EWD s. u. Salto, Duden s. u. Salto; Son.: vgl. nndl. salto, Sb., Salto; frz. saut, M., Salto; nschw. saltomortal, Sb., Salto; nnorw. salto, M., Salto; poln. salto, Sb., Salto; gr. ἅλμα (hálma), N., Sprung; lit. salto, M., Salto; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine nach Entstehung des Menschen entwickelte und seitdem nachweislich seit den Hochkulturen des Altertums verwendete frei in der Luft ausgeführte schnelle Drehung des Körpers um seine Querachse oder einen Überschlag; BM.: springen; F.: Salto, Saltos, Salti+FW; Z.: Sal-t-o
Saluki, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Saluki, Persischer Windhund; ne. saluki; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: arab. Lw.; E.: aus dem Arabischen; von ON Saluqiyyah, der arabischen Form von Seuleucia; gr. Σελεύκεια (Seleúkeia), F.=ON, Seleukea, Seleukia; vom PN Σέλευκος (Séleukos), M.=PN, Seleukos; weitere Herkunft unklar, vielleicht s. gr. λευκός (leukós), Adj., „leuchtend“, weiß; idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder von einem ON Saluq; L.: Duden s. u. Saluki; Son.: vgl. nndl. saluki, Sb., Saluki; frz. saluki, M., Saluki; nschw. saluki, Sb., Saluki; nnorw. saluki, M., Saluki; kymr. salwci, M., Saluki; lit. saliukis, M., Saluki; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene sowie aus dem griechischen ON von Seleukia gebildete und in der weiteren Herkunft unklare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Windhund mit langem schmalem Kopf und glattem glänzendem Fell und langen seidigen teilweise leicht gewellten Haaren an Ohren und Schenkeln sowie Schwanz; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Saluki, Salukis+FW; Z.: Saluk-i
Salut, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Salut, Ehrenbezeugung; ne. salute (N.); Vw.: -; Hw.: s. salutieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. salut; E.: s. frz. salut, M., Salut; von lat. salūtem, F. (Akk.), s. lat. salūs, F., Unverletztheit, Gesundheit, Wohlbefinden, Glück, Heil, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. salutieren, EWD s. u. Salut, fehlt als Grundwort in DW; Son.: vgl. nschw. salut, Sb., Salut; poln. salut, M., Salut; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für eine militärische Ehrenbezeugung; BM.: wohlbehalten bzw. ganz; F.: Salut, Salutes, Saluts, Salute, Saluten+FW; Z.: Sal-ut
salutieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. salutieren, militärisch grüßen, eine militärische Ehrenbezeugung erweisen; ne. salute (V.); Vw.: -; Hw.: s. Salut; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. salutieren, sw. V., begrüßen; lat. salutāre, V., begrüßen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. salūs, F., Unverletztheit, Gesundheit, Wohlbefinden; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. salutieren, DW 14, 1704, EWD s. u. Salut, Duden s. u. salutieren; Son.: vgl. nndl. salueren, V., salutieren; frz. saluer, V., salutieren; nschw. salutera, V., salutieren; nnorw. saluttere, V., salutieren; poln. salutować, V., salutieren; kymr. saliwutio, V., salutieren; lit. saliutuoti, V., salutieren; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine militärische Ehrenbezeugung erweisen; BM.: wohlbehalten bzw. ganz; F.: salutieren, salutiere, salutierst, salutiert, salutierest, salutieret, salutierte, salutiertest, salutierten, salutiertet, ##salutiert, salutierte, salutiertes, salutiertem, salutierten, salutierter##, salutierend, ###salutierend, salutierende, salutierendes, salutierendem, salutierenden, salutierender###, salutier(!)+FW(+EW?); Z.: sal-ut-ier-en
Salve, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Salve, gleichzeitig abgefeuerte Zahl von Schüssen; ne. salvo, volley; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. salve; E.: s. frz. salve, F., Salve; lat. salvē (2), Interj., bleib gesund!, sei glücklich!, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. salvus, Adj., heil, wohlbehalten, gesund, unverletzt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Salve, EWD s. u. Salve, DW 14, 1704, Duden s. u. Salve, Bluhme s. u. Salve; Son.: vgl. nndl. salvo, Sb., Salve; nschw. salva, Sb., Salve; nnorw. salve, M., F., Salve; poln. salwa, F., Salve; nir. sailbhe, F., Salve; lit. salvė, F., Salve; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Feuerwaffen mögliche gleichzeitig abgefeuerte Zahl von Schüssen aus mehreren Gewehren oder Geschützen; BM.: wohlbehalten bzw. ganz; F.: Salve, Salven+FW; Z.: Salv-e
Salweide, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Salweide, Palmweide, Kätzchenweide; ne. sallow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. salewīde, sw. F., Salweide; mnd. salwīde, saltwīde, salewīde, solwīde, solewīde, soltwīde, F., Salweide, Bachweide; ahd. salahwīda, sw. F. (n), Salweide, Schwarzpappel; ahd. salaha, sw. F. (n), Salweide, Weide (F.) (1); as. *salu?, Sb., Salweide, Weide (F.) (1), Weidenbaum; anfrk. *salha, F., Weide (F.) (1); germ. *salhjō-, *salhjōn, sw. F. (n), Weide (F.) (1), Salweide, Weidenbaum; idg. *salik-, *salk-, Sb., Weide (F.) (1), Weidenbaum, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); mhd. wīde, sw. F., Weide (F.) (1), Weidenbaum, Weidenzweig; ahd. wīda, st. F. (ō), sw. F. (n), Weide (F.) (1), Weidenbaum; germ. *wīþwō, st. F. (ō), Weide (F.) (1) Weidenbaum; idg. *u̯oitu̯ā, F., Gedrehtes, Gerte, Weide (F.) (1), Pokorny 1120; s. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Salweide, Kluge s. u. Salweide, DW 14, 1704, EWD s. u. Salweide, Falk/Torp 436, EWAhd 7, 895, EWAhd 7, 899, Duden s. u. Salweide, Bluhme s. u. Salweide; Son.: vgl. afries. -; ae. sealh, st. M. (a), Salweide, Weide (F.) (1), Weidenbaum; an. selja (2), sw. F. (n), Salweide (salix capraea); got. -; nschw. sälg, Sb., Salweide; nnorw. selje, M., F., Salweide; air. sail, F., Weide (F.) (1); GB.: (salewīde) seit Ende 12. Jh. belegte und aus idg. *sal-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, und Weide (F.) (1) gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche als Strauch oder Baum wachsende Weide (F.) (1) mit breit-elliptischen oberseits mattgrünen und unterseits bläulichen filzigen Blättern und zottigen silberweißen Kätzchen als Blüten; BM.: grau, drehen; F.: Salweide, Salweiden+EW; Z.: Sal—wei-d-e
Salz, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Salz, Natriumchlorid; ne. salt (N.); Vw.: s. Glauber-; Hw.: s. salzen, s. versalzen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. salz, st. N., Salz; mnd. solt (2), salt, N., Salz, Weihsalz, Salzwerk; mnl. sout, M., Salz; ahd. salz, st. N. (a), Salz; as. salt, st. N. (a), Salz; anfrk. salt, N., Salz; germ. *salta-, *saltam, st. N. (a), Salz; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln; L.: Kluge 1. A. s. u. Salz, Kluge s. u. Salz, DW 14, 1705, EWD s. u. Salz, Falk/Torp 436, Seebold 383, Heidermanns 466, EWAhd 7, 923, Duden s. u. Salz, Bluhme s. u. Salz; Son.: vgl. afries. *salt (2), st. N. (a), Salz; saterl. salt; ae. sealt (1), salt (1), st. N. (a), Salz, Salzwasser; an. salt, st. N. (a), Salz; got. salt, st. N. (a), Salz; nndl. zout, Sb., Salz; frz. sel, M., Salz; nschw. salt, N., Salz; nnorw. salt, N., Salz; poln. sól, F., Salz; arm. ał, Sb., Salz; gr. ἅλς (háls), F., M., Meer, Salz; lat. sāl, M., N., Salz; kymr. halen, M., Salz; lett. sāls, M., Salz; ksl. solĭ, F., Salz; GB.: (salz) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine in der Natur wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche vor allem auch in Meerwasser vorhandene und von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder mindestens 7000 Jahren in dem Bergbau oder durch Eindampfen von Meerwasser (Salzwasser) gewonnene weiße kristalline aus Natrium und Chlor bestehende Substanz (Natriumchlorid) die als Gewürz (täglich höchstens sechs Gramm zusätzlich zu Speisen und Trinkwasser je einzelnem Menschen) und zu der Haltbarmachung von Nahrungsmitteln verwendet wurde und wird; BM.: sich setzen; F.: Salz, Salzes, Salze, Salzen+EW; Z.: Sa-l-z
salzen, nhd., V., (9. Jh.): nhd. salzen, Salz zugeben, Salz streuen, mit Salz versehen (V.); ne. salt (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: s. Salz; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. salzen (1), red. V., st. V., salzen, einsalzen, mit Salz bestreuen, salzig machen; mnd. solten (1), salten, st. V., salzen, einsalzen, mit Salz haltbar machen, einpökeln, mit Salz würzen; mnl. souten, sw. V., salzen; ahd. salzan, red. V., salzen, würzen; as. -; anfrk. -; germ. *saltan, st. V., salzen, würzen; s. idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Salz, DW 14, 1711, EWD s. u. Salz, Falk/Torp 436, Seebold 385, EWAhd 7, 926, Duden s. u. salzen; Son.: vgl. afries. -; ae. sealtan, st. V. (7)=red. V., salzen; an. -; got. saltan, red. V. (3), salzen; nndl. zouten, V., salzen; frz. saler, V., salzen; nschw. salta, V., salzen; nnorw. salte, V., salzen; poln. solić, V., salzen; kymr. halltu, V., salzen; nir. saillim, V., salzen; GB.: (salzan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Gewinnung von Salz mögliches mit Salz versehen (V.); BM.: sich setzen; F.: salzen (!), salze (!), salzst, salzt, salzest, salzet, salzte, salztest, salzten, salztet, gesalzt, ##gesalzt, gesalzte, gesalztes, gesalztem, gesalzten, gesalzter##, gesalzen, ##gesalzen, gesalzene, gesalzenes, gesalzenem, gesalzenen, gesalzener##, salzend, ###salzend, salzende, salzendes, salzendem, salzenden, salzender###, salz (!)+EW; Z.: sa-l-z-en
$salzig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. salzig; E.: s. Salz, s. ig; L.: Kluge s. u. Salz, DW 14, 1717, EWD s. u. Salz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Salz und ig gebildete Bezeichnung für Salz enthaltend oder nach Salz schmeckend; F.: salzig, salzige, salziges, salzigem, salzigen, salziger(, salzigere, salzigeres, salzigerem, salzigeren, salzigerer, salzigst, salzigste, salzigstes, salzigstem, salzigsten, salzigster)+EW; Z.: sa-l-z-ig
…sam, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.?): nhd. ...sam, enthaltend, gleichwertig; ne. same, …some; Vw.: s. ein-, grau-, selt-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. sam (1), Adj., derselbe, nämlich, gleiche; ahd. …sam, Suff., …sam; s. germ. *samō-, *samōn, *sama-, *saman, Adj., derselbe, gleich; idg. *somos, *somHó-, Adj., eben, gleich, derselbe, Pokorny 904; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. -sam, Kluge s. u. -sam, SW 14, 1715, EWD s. u. -sam, EWAhd 7, 931, Duden s. u. -sam; Son.: vgl. ae. same, Adv., Konj., ähnlich, ebenso, auch, wie; an. …samr, Suff., …sam; got. …sama, Suff., …sam; nnorw. …som, Suff., …sam; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für gleichwertig; BM.: eins; F.: ...sam, ...same, ...sames, ...samem, ...samen, ...samer(, ...samere, ...sameres, ...samerem, ...sameren, ...samerer, ...samst, ...samste, ...samstes, ...samstem, ...samsten, ...samster)+EW; Z.: -sam
Samariter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Samariter, helfender Mensch; ne. Samaritan (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Samarītānus; E.: s. lat. Samarīt(ānus), M., Samariter, Samaritaner, s. er (Suff.); vgl. lat. Samarītānus, Adj., samaritanisch, samaritisch; lat. Samarīa, ON, Samaria; gr. Σαμάρεια (Samáreia), ON, Samaria; hebr. Shomeron, Shomron, Sb., Wachturm; L.: Kluge s. u. Samariter, DW 14, 1728, Duden s. u. Samariter; Son.: vgl. nndl. Samaritaan, Sb., Samariter; frz. Samaritain, M., Samariter; nschw. samarit, Sb., Samariter; nnorw. samaritan, M., Samariter; poln. samarytan, M., Samariter; kymr. samariad, M., Samariter; nir. samárach, M., Samariter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und dem Griechischen sowie dem Hebräischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einem (anderen Menschen) nach dem Vorbild der Bibel des Christentums selbstlos helfenden Menschen; BM.: PN (nach der Bibelerzählung des barmherzigen Samariters); F.: Samariter, Samariters, Samaritern+FW(+EW); Z.: Samar-it-er
Samarium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Samarium, ein Metall; ne. samarium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem Mineral Samarskit, dieses wurde nach dem russischen Bergbaubeamten Wassili Jewgrafowitsch Samarski-Bychowez (1803-1870) benannt; L.: fehlt DW, Duden s. u. Samarium; Son.: vgl. nndl. samarium, Sb., Samarium; frz. samarium, M., Samarium; nschw. samarium, N., Samarium; nnorw. samarium, N., Samarium; kymr. samariwm, M., Samarium; lit. samairiam, M., Samarium; poln. samar, M., Samarium; lit. samaris, M., Samarium; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches 1862 von dem Schweizer Marignac und 1878 von dem Schweizer Chemiker Marc Delafontaine sowie 1879 von Paul Émile Lecoq de Boisbaudran (1838-1912) entdecktes und 1903 von Wilhelm Muthmann durch Elektrolyse hergestelltes hellgraues silberig glänzendes in der Natur nur in Verbindungen vorkommendes und fast ausschließlich in China gewonnenes und in Motoren und Generatoren und Sensoren sowie Magneten verwendetes sowie nach dem Mineral Samarskit und dem PN Samarski-Bychowez benanntes Metall der Lanthanoide und Seltenen Erden (chemisches Element Nr. 62, abgekürzt Sm); BM.: ein Mineral bzw. PN; F.: Samarium, Samariums+FW; F.: Samar-i-um
Same, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Same (M.) (1), Samen (M.), Samenkorn, Samenzelle; ne. semen, seed; Vw.: -; Hw.: s. Samen, Rübsen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. sāme, sōme, sw. M., Same (M.) (1), Samen (M.), Samenkorn, Saat, Saatgut, Nachkomme, Nachkommen (M. Pl.), Nachkommenschaft, Geschlecht; mnd. sāme, same, sām, M., Same (M.) (1), Samen (M.); mnl. same, saem, M., Same (M.) (1), Samen (M.), Samenkorn, Saat; ahd. sāmo, sw. M. (n), Same (M.) (1), Samen (M.), Grund, Urstoff; as. sāmo*, sw. M. (n), Same (M.) (1), Samen (M.); anfrk. -; germ. *sēmō-, *sēmōn, *sēma-, *sēman, *sǣmō-, *sǣmōn, *sǣma-, *sǣman, sw. M. (n), Same; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Same, Kluge s. u. Same(n), DW 14, 1728, EWD s. u. Samen, Falk/Torp 422, EWAhd 7, 951, Duden s. u. Same, Bluhme s. u. Same; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. sēmen, N., Same (M.) (1), Samen (M.); lit. sė́menys, M. Pl., Samen (M. Pl.); ksl. sěmę, N., Same (M.) (1), Samen (M.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Samenkorn oder eine Samenzelle oder ein aus einer Blüte einer Pflanze sich entwickelndes Gebilde aus dem sich eine neue Pflanze entwickeln kann; BM.: fallen lassen bzw. säen; F.: Same, Samen, Samens+EW; Z.: Sa-m-e
Samen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Samen (M.), Same (M.) (1), Samenkorn, Samenzelle; ne. semen, seed; Vw.: -; Hw.: s. Same, Rübsen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: s. mhd. sāme, sōme, sw. M., Same (M.) (1), Samen (M.), Samenkorn, Saat, Saatgut, Nachkomme, Nachkommen (M. Pl.), Nachkommenschaft, Geschlecht; mnd. sāme, same, sām, M., Same (M.) (1), Samen (M.); ahd. sāmo, sw. M. (n), Same (M.) (1), Samen (M.), Grund, Urstoff; as. sāmo*, sw. M. (n), Same (M.) (1), Samen (M.); anfrk. -; germ. *sēmō-, *sēmōn, *sēma-, *sēman, *sǣmō-, *sǣmōn, *sǣma-, *sǣman, sw. M. (n), Same; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Same, Kluge s. u. Same(n), EWD s. u. Samen, DW 14, 1728, Falk/Torp 422, EWAhd 7, 951, Duden s. u. Same, Bluhme s. u. Same; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lat. sēmen, N., Same (M.) (1), Samen (M.); lit. sė́menys, M. Pl., Samen (M. Pl.); ksl. sěmę, N., Same (M.) (1), Samen (M.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Samenkorn oder eine Samenzelle oder ein sich aus einer Blüte einer Pflanze entwickelndes Gebilde aus dem sich eine neue Pflanze entwickeln kann; BM.: fallen lassen bzw. säen; F.: Samen, Samens+EW; Z.: Sa-m-en
$Sämerei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sämerei, Saatgut, eine Menge von Samen verschiedener Arten; E.: s. Sam(e), er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 14, 1738, EWD s. u. Samen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sam(e) und er (Suff.) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Saatgut oder eine Menge von Samen verschiedener Arten; F.: Sämerei, Sämereien+EW; Z.: Sä-m-er-ei
sämig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sämig, dickflüssig; ne. creamy; Vw.: -; Hw.: s. Seim; Q.: 19. Jh.; E.: nd. sēmig, Adj., sämig; vgl. mhd. seim, st. M., Seim, Honigseim; mnd. sēm (1), seem, zem, zeem, sēme, seime, M., Seim, Honigseim; ahd. seim, st. M. (a)?, Seim, Honigseim, Honig, Nektar, Binse?; as. sêm*, st. M. (a?), Seim, Nektar; anfrk. -; germ. *saima-, *saimaz, st. M. (a), Seim, Flüssigkeit, Honig; idg. *seim-, Sb., Seim, Pokorny 889; vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sämig, DW 14, 1739, EWD s. u. sämig, Duden s. u. sämig; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Seim und ig gebildete aus dem Niederdeutschen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches dickflüssig (wie beispielsweise Honig oder Suppe oder Soße); BM.: tröpfeln bzw. feucht; F.: sämig, sämige, sämiges, sämigem, sämigen, sämiger(, sämigere, sämigeres, sämigerem, sämigeren, sämigerer, sämigest, sämigeste, sämigestes, sämigestem, sämigesten, sämigester+EW; Z.: sä-m-ig
Sämischleder, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Sämischleder, besonders weiches Leder; ne. chamois (N.), chamoisleather; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von frz. chamois, M., Gämse, Gemse; lat. camox, Sb., Gemse, (um 448/449 n. Chr.); aus einer idg. Sprache der Alpen, s. Pokorny 556, Walde/Hofmann 1, 148; entweder von idg. *k̑em- (1), *k̑am-, Sb., Stange, Stock, Horn, Pokorny 556? (860/92) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital.?, germ.); oder von idg. *k̑em- (2), Adj., hornlos, Pokorny 556? (861/93) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Sämischleder, Kluge s. u. Sämischleder, fehlt DW (aber Sämischlederer DW 14, 1739), Duden s. u. Sämischleder; Son.: vgl. nndl. zeemleder, Sb., Sämischleder; nschw. sämskskinn, Sb., Sämischleder; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus sämisch und Leder gebildete und teilweise in der Herkunft ungeklärte und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein besonders weiches und in einem besonderen Verfahren hergestelltes Leder; BM.: Gämse?; F.: Sämischleder, Sämischleders, Sämischledern+FW+EW; Z.: Säm-isch—led-er
$Sämling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sämling; E.: s. Sam(e), s. ling; L.: DW 14, 1740, EWD s. u. Samen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sam(e) und ling gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches aus dem Samen kommendes junges Baumstämmchen oder Pflänzchen; F.: Sämling, Sämlings, Sämlinge, Sämlingen+EW; Z.: Sä-m—ling
sammeln, nhd., sw. V., (8. Jh./14. Jh.): nhd. sammeln, systematisch suchen, vereinigen, zusammengeben; ne. gather, collect; Vw.: -; Hw.: s. Sammelsurium; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. samelen, sameln, samlen, sw. V., zusammenbringen, zusammennehmen, zusammensetzen, vereinigen, verbinden, sammeln, versammeln, sich vereinigen, rüsten; mnd. sāmelen (1), sammelen, sw. V., sammeln, aufsammeln, auflesen, abnehmen, abschöpfen, zusammenbringen, einsammeln, ansammeln, aufhäufen; mhd. samenen (1), samnen, samen, sw. V., zusammenbringen, zusammennehmen, zusammensetzen, vereinigen, verbinden, versammeln, sich versammeln, sammeln, einsammeln, einnehmen, zusammenrufen, zusammenkommen, einigen, sich einigen, rüsten; mnd. samenen, samnen, sw. V., sammeln; ahd. samanōn, sw. V. (2), sammeln, häufen, vereinigen, versammeln; as. samnon, samnoian, sw. V. (2), sammeln, versammeln; germ. *samnōn, *samanōn, sw. V., sammeln; s. idg. sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sammeln, Kluge s. u. sammeln, DW 14, 1741, EWD s. u. sammeln, Falk/Torp 433, Duden s. u. sammeln, Bluhme s. u. sammeln; Son.: vgl. afries. samnia, somnia, sogenia, sw. V. (2), sammeln, versammeln; ae. samnian, somnian, sw. V. (2), versammeln, sammeln, treffen, vereinigen; an. samna, safna, sw. V. (2), sammeln; nndl. zamelen, V., sammeln; nschw. samla, V., sammeln; nnorw. samle, V., sammeln; GB.: (samanōn) seit Ende 8. Jh. und (samelen) seit 14./15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nach etwas suchen und das Gefundene zu einer größeren Menge vereinigen; BM.: eins bzw. zusammen; F.: sammeln, sammel (!), sammle, sammelst, sammelt, sammelte, sammeltest, sammelten, sammeltet, gesammelt, ##gesammelt, gesammelte, gesammeltes, gesammeltem, gesammelten, gesammelter##, sammelnd, ###sammelnd, sammelnde, sammelndes, sammelndem, sammelnden, sammelnder###, sammel (!)+EW; Z.: sam-m-el-n
Sammelsurium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sammelsurium, Ansammlung von Gegenständen, Allerlei; ne. hotchpotch; Vw.: -; Hw.: s. sammeln; Q.: 17. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen mit latinisierender Endung, s. nd. sammelsūr, Sb., saures Gericht aus gesammelten Speiseresten; vgl. mnd. sāmelen (1), sammelen, sw. V., sammeln, aufsammeln, auflesen, abnehmen, abschöpfen, zusammenbringen, einsammeln, ansammeln, aufhäufen; mnd. samenen, samnen, sw. V., sammeln; as. samnon, samnoian, sw. V. (2), sammeln, versammeln; germ. *samnōn, *samanōn, sw. V., sammeln; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); mnd. sūr (1), suer, suir, sūre, Adj., sauer, scharf, streng, herb, hart, schneidend, widrig, grämlich, griesgrämig; as. *sūr?, Adj., sauer; germ. *sūra-, *sūraz, Adj., sauer, salzig, feucht; idg. *sūro-, *souro-, Adj., sauer, salzig, bitter, Pokorny 1039; s. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sammelsurium, DW 14, 1743, EWD s. u. Sammelsurium, Duden s. u. Sammelsurium; Son.: vgl. nnorw. sammensurium, N., Sammelsurium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen mit latinisierender Endung aus sammeln und sauer gebildete Bezeichnung für eine sich zufällig ergebende und ohne Ordnung entstehende Ansammlung von Gegenständen wie beispielsweise Speiseresten oder ein Allerlei; BM.: eins bzw. zusammen, Saft; F.: Sammelsurium, Sammelsuriums, Sammelsurien(+FW?)+EW?; Z.: Sam-m-el-sur-i-um
sammen, nhd. (ält.), Adv., (9. Jh.): nhd. sammen, beisammen, beieinander; ne. together; Vw.: s. zu-; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. samen (1), samene, Adv., gesamt, zusammen, miteinander, gegeneinander; mnd. sāmen (3), sāmene, sammene, sēmene, Adv., zusammen, gemeinsam, versammelt; mnl. samen, Adv., sammen, beisammen; ahd. saman, Adv., Präf., zusammen, zugleich, miteinander; as. saman (1), Adv., zusammen, zugleich; germ. *samana, Adv., zusammen, gemeinsam; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 14, 1744, EWAhd 7, 934; GB.: seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches beisammen oder beieinander; Son.: vgl. afries. semin, samin, Adv., zusammen; ae. samen, Adv., zusammen; got. samana, Adv., zusammen, gemeinschaftlich, zugleich; nschw. sammen, Adv., zusammen; nisl. saman, Adv., zusammen; BM.: eins; F.: sammen+EW; Z.: sam-m-en
$Sammler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sammler, Sammelnder; E.: s. samm(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 14, 1752, EWD s. u. sammeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. collēctor aus samm(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl sachlich nach Entstehung des Menschen möglichen Sammelnden; F.: Sammler, Sammlers, Sammlern+EW; Z.: Sam-m-l-er
$Sammlung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sammlung; Q.: 1368 (Urkunde); E.: mhd. samelunge, F., Sammlung; L.: DW 14, 1752, EWD s. u. sammeln; GB.: (samelunge) seit 1368 belegte und aus samm(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche bewusste Zusammenstellung oder Anhäufung gleichartiger Gegebenheiten; F.: Sammlung, Sammlungen+EW; Z.: Sam-m-l-lung
Samojede, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Samojede, Samojedenhund; ne. samoyed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. russ. Самоедская собака (Samojedskaja Sobaka); E.: s. russ. Самоедская собака (Samojedskaja Sobaka), M., Samojede, Samojedenhund; von dem Volksstamm der Samojeden in Sibirien; die Herkunft des Namens ist ungeklärt, vielleicht verwandt mit der Volksbezeichnung „Samen“, vermutlich mit der Bedeutung „Sumpfleute“; L.: Duden s. u. Samojde; Son.: vgl. nndl. samojeed, Sb., Samojede; frz. samoyède, M., Samojede; nschw. samojedhund, Sb., Samojede; nnorw. samojedhund, M., Samojede; poln. samojed, M., Samojede; kymr. samoied, M., Samojede; nir. samóideach, M., Samojede; lit. samojedų šuo, M., Samojede; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aus der Tundra der Samojeden Sibiriens kommenden Hund mit einem breiten flachen Kopf und kurzen an der Spitze abgerundeten Ohren sowie einem langhaarigen weichen meist weißen Fell und einem buschigen über den Rücken gerollten Schwanz; BM.: Volksname (nach dem Volk das den Hund verwendete); F.: Samojede, Samojeden+FW; Z.: Samojede
Samowar, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Samowar, russische Teemaschine; ne. samovar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. russ. самовар (samovár); E.: s. russ. самовар (samovár), M., Samowar; vielleicht von russ. сам (sam), Pron., selbst; russ. варить (varít), V., kochen; L.: Kluge s. u. Samowar, fehlt DW, EWD s. u. Samowar, Duden s. u. Samowar; Son.: vgl. nndl. samowar, samowaar, Sb., Samowar; frz. samovar, M., Samowar; nschw. samovar, Sb., Samowar; nnorw. samovar, M., Samowar; poln. samowar, M., Samowar; kymr. samofar, M., Samowar; nir. samavár, M., Samowar; lit. samovaras, M., Samowar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene sowie vielleicht aus selbst und kochen gebildete Bezeichnung für einen kupfernen Kessel in dem Wasser zu der Zubereitung von Tee erhitzt und gespeichert wird und mittels eines kleinen Hahnes entnommen werden kann (russische Teemaschine); BM.: Selbstkocher; F.: Samowar, Samowars, Samoware, Samowaren+FW; Z.: Sam-ow-ar
Samstag, nhd., st. M., (9. Jh.): nhd. Samstag, Sabbat, Sonnabend; ne. Sabbath, Saturday; Vw.: s. -nacht; Hw.: s. Sabbat; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. sameztac, st. M., Samstag; ahd. sambaztag*, samiztag*, st. M. (a), Sabbat, Samstag, Sonnabend; germ. *sambatdaga-, *sambatdagaz, st. M. (a), Samstag; Vorderglied von lat. sabbatum, dies sabbati, gr. σάββατον (sábbaton), N., Sabbat; hebr. sabbāt, Sb., Ruhetag; hebr. shābbath, V., rufen, (Ende 5. Jh.?, durch Vermittlung der griechischen Gemeinden an der Rhone in den galloromanischen Westen gelangt); germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Samstag, Kluge s. u. Samstag, DW 14, 1755, EWD s. u. Samstag, EWAhd 7, 942, Duden s. u. Samstag; Son.: vgl. frz. samedi, M., Samstag; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sechsten Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Freitag und Sonntag; BM.: Ruhetag bzw. rufen, brennen; F.: Samstag, Samstags, Samstage, Samstagen+FW+EW; Z.: Sams-t-ag
samt, nhd., Adv., Präp., (8. Jh.): nhd. samt, zusammen, einschließend; ne. all, with; Vw.: s. ge-; Hw.: s. gesamt, zusammen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sament (1), samen, samet, samt, sampt, Adv., zusammen, gemeinsam, miteinander; mhd. sament (2), samet, samt, sant, sam, Präp., zusammen mit, zusammen, zugleich, samt, mit; mnd. samt (1), sampt, Adj., „samt“, gesamt; mnd. sāment (2), sāmende, sament, sāmet, samnbet, samment, Adv., zusammen, samt, insgesamt, vollzählig, gemeinsam; mnl. sampt, samt, Adv., samt; ahd. samant (1), samit, Adv., Präp., zusammen, mit, bei, zusammen mit, vor; as. samad, samod, Adv., zusammen, zugleich; anfrk. -; germ. *samaþa, Adv., zusammen, gemeinsam, samt; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. samt, Kluge s. u. samt, DW 14, 1753 (sammt), EWD s. u. samt, Falk/Torp 433, EWAhd 7, 939, Duden s. u. samt, Bluhme s. u. samt; Son.: vgl. afries. somt, sampt, Adv., samt; ae. samod (1), samaþ, somod, Adv., zugleich, zur selben Zeit, zusammen, gänzlich, auch, dazu; ae. samod (2), samaþ, Präp., zusammen mit, zu, bei; an. -; got. samaþ, Adv., zusammen, nach demselben Ort hin; nschw. samt, Adv., gleichfalls; nnorw. samt, Präp., samt; GB.: (samant) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches zusammen oder einschließend; BM.: eins; F.: samt+EW; Z.: sam-t
Samt, Sammet, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Samt, Sammet, ein Gewebe. ein Stoff; ne. velvet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben, der arme Hartmann); E.: mhd. samīt, samāt, semīt, st. M., Samt; mnd. sammit, samit, samīt, samyt, zamid, sammt, N., Sammet, Seidengewebe, Samt, Samtgewand; afrz. samit, M., Samt; mlat. samitum, N., Samt; lat. examitum, N., Samt; mgr. ἐξάμιτον (exámiton), N., Samt, Kluge s. u. Samt; vgl. gr. ἕξ (héx), Num. Kard., sechs; gr. μίτος (mítos), M., Kettenfaden?, Kette (F.) (1)?, Faden?; vgl. idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *mei- (4), V., binden, verknüpfen, Pokorny 710? (1178/43) (RB. idg. aus ind., iran., gr., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Samt, Kluge s. u. Samt, DW 14, 1745 (Sammet), EWD s. u. Samt, Duden s. u. Samt, Bluhme s. u. Samt; Son.: vgl. nschw. sammet, Sb., Samt; poln. aksamit, M., Samt; GB.: (samīt) seit 1140-1160 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und meist aus Baumwolle hergestelltes und eine seidig-weiche pelzähnliche Oberfläche aufweisendes feines Gewebe; BM.: sechs, verknüpfen; F.: Samt, Samtes, Samts, Samte, Samten, Sammet, Sammets, Sammete, Sammeten+FW; Z.: Sa-m-t
$samten, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. samten, aus Samt bestehend, samtähnlich; L.: DW 14, 1478 (sammeten, sammten), EWD s. u. Samt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Samt und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Samt bestehend oder samtähnlich; F.: samten, samtene, samtenes, samtenem, samtenen, samtener+FW(+EW?); Z.: sa-m-t-en
$sämtlich, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. sämtlich, alle, ganz; E.: s. samt, s. lich; L.: Kluge s. u. samt, DW 14, 1754 (sämmtlich), EWD s. u. samt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus samt und lich gebildete Bezeichnung für alle oder ganz; F.: sämtlich, sämtliche, sämtliches, sämtlichem, sämtlichen, sämtlicher+EW; Z.: säm-t-lich
Sanatorium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Sanatorium, Heilanstalt; ne. sanatorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sānāre, heilen (V.) (1), gesund machen, Übel beseitigen, wieder gutmachen, (81-43 v. Chr.); idg. *sānos, Adj., gesund?, heil?, Pokorny 880 (1537/9) (RB. idg. aus ital.); vgl. idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sanatorium, fehlt DW, EWD s. u. Sanatorium, Duden s. u. Sanatorium; Son.: vgl. nndl. sanatorium, Sb., Sanatorium; frz. sanatorium, M., Sanatorium; nschw. sanatorium, Sb., Sanatorium; nnorw. sanatorium, N., Sanatorium; poln. sanatorium, Sb., Sanatorium; kymr. sanatoriwm, M., Sanatorium; nir. sanatóir, M., Sanatorium; lit. sanatorija, F., Sanatorium; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine unter ärztlicher Leitung stehende Anstalt in der chronisch Kranke oder Genesende behandelt und nach Möglichkeit geheilt werden (Heilanstalt); BM.: satt; F.: Sanatorium, Sanatoriums, Sanatorien+FW; Z.: Sa-n-at-or-i-um
Sand, nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Sand, feine Körner; ne. sand; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sant, st. M., st. N., Sand, Strand, Gestade; mnd. sant (1), N., Sand, sandige Fläche, Sandbank, Ufersand, Strand, Gestade, Sandfläche, Kampfplatz; mnl. sant, zand, zant, M., Sand; ahd. sant, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Sand; as. sand, st. M. (a?, i?), Sand; anfrk. sant, zand, zant, N., Sand; germ. *sanda-, *sandaz, st. M. (a), Sand; s. idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sand, Kluge s. u. Sand, EWD s. u. Sand, DW 14, 1755, Falk/Torp 430, EWAhd 7, 965, Duden s. u. Sand, Bluhme s. u. Sand; Son.: vgl. afries. *sand (1), *sond, st. N. (a), Sand, Ufer; nfries. sân; ae. sand (2), sond (2), st. N. (a), Sand, Kies, Ufer, Küste; an. sandr, st. M. (a), Sand; got. -; nndl. zand, Sb., Sand; nschw. sand, Sb., Sand; nnorw. sand, M., Sand; gr. ἄμαθος (ámathos), F., Sand, Staub, Düne; lat. sabulum, N., grobkörniger Sand, Kies; GB.: (sant) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche aus zu feinen Körnern verwittertem Gestein bestehende lockere vor allem an Küsten und in Wüsten einen Teil des Erdbodens bildende Substanz; BM.: zerreiben; F.: Sand, Sandes, Sands, Sande, Sanden+EW; Z.: Sa-nd
Sandale, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sandale, einfacher Schuh mit Riemen oder durchbrochenem Leder; ne. sandal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. sandalium; E.: s. lat. sandalium, N., Sandale, (190-159 v. Chr.); gr. σανάδλιον (sandálion), N., Sandale; Lehnwort aus dem Persischen; L.: Kluge s. u. Sandale, EWD s. u. Sandale, DW 14, 1760, Duden s. u. Sandale; Son.: vgl. nndl. sandaal, Sb., Sandale; frz. sandale, F., Sandale; nschw. sandal, Sb., Sandale; nnorw. sandal, M., Sandale; poln. sandał, M., Sandale; kymr. sandal, F., Sandale; GB.: seit um 1500 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten leichten meist flachen Schuh dessen Oberteil aus Riemen oder durchbrochenem Leder besteht; BM.: ?; F.: Sandale, Sandalen+FW; Z.: Sandal-e
$Sandalette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sandalette, Riemenschuh; E.: s. Sandal(e), s. ette; L.: Kluge s. u. Sandale, fehlt DW, EWD s. u. Sandale; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sandal(e) und ette (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten leichten meist einen Absatz aufweisenden Riemenschuh; F.: Sandalette, Sandaletten+FW; Z.: Sandal-ett-e
$Sandbank, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sandbank; E.: s. Sand, s. Bank; L.: DW 14, 1762, EWD s. u. Sand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sand und Bank (F.) (1) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche aus Sand bestehende und einer Bank ähnelnde Erhöhung in einem Gewässer; F.: Sandbank, Sandbänke, Sandbänken+EW; Z.: Sa-nd—bank
Sandelholz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sandelholz, Sandelholzbaum; ne. sandalwood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. sandal, st. M., Sandelbaum; mnd. sandel, N., Sandelholz, pulverisiertes Sandelholz als Heilmittel; it. sandalo, M., Sandelholz; aus arab. sandal, Sb., Sandelholz, pers. čandal, Sb., Sandelholz; s. ai. candana-, M., Sandelholz; aus einer dravidischen Sprache ohne klare Etymologie, Kluge s. u. Sandelholz; Hinterglied s. nhd. Holz; L.: Kluge 1. A. s. u. Sandel, Kluge s. u. Sandelholz, DW 14, 1763, EWAhd 7, 952, Duden s. u. Sandelholz; Son.: vgl. nndl. sandelhout, Sb., Sandelholz; frz. bois de santal, M., Sandelholz; nschw. sandelträ, Sb., Sandelholz; nnorw. sandeltre, N., Sandelholz; poln. drewno sandałowe, Sb., Sandelholz; kymr. coed sandal, M., Sandelholz; nir. santal, M., Sandelholz; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und teilweise aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Arabischen und dem Persischen und dem Altindischen und einer dravidischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches von tropischen Bäumen stammendes und oft aromatisch riechendes Holz; BM.: ?; F.: Sandelholz, Sandelholzes, Sandelhölzer, Sandelhölzern+FW+EW; Z.: Sand-el—hol-z
$sanden, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. sanden; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Sand, DW 14, 1764; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit Sand verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches mit Sand versehen (V.); F.: sanden (!), sande (!), sandst, sandt, sandest, sandet, sandete, sandetest, sandeten, sandetet, sandend, ###sandend, sandende, sandendes, sandendem, sandenden, sandender###, sand (!)+EW; Z.: sa-nd-en
$sandig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sandig, aus Sand bestehend, Sand betreffend; L.: Kluge s. u. Sand, DW 14, 1767 (sandicht, sandig), EWD s. u. Sand; GB.: (sandic) um 1185 belegte und aus Sand und ig vielleicht nach lat. Vorbild gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches aus Sand bestehend oder Sand betreffend; F.: sandig, sandige, sandiges, sandigem, sandigen, sandiger(, sandigere, sandigeres, sandigerem, sandigeren, sandigerer, sandigst, sandigste, sandigstes, sandigstem, sandigsten, sandigster)+EW; Z.: sa-nd-ig
Sandler, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Sandler, Obdachloser, Nichtsnutz; ne. vagabond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: letztlich von mhd. seine, Adj., langsam, träge, klein, gering, matt, kurz, zu kurz, zu eng; germ. *saina-, *sainaz, *sainja-, *sainjaz, Adj., langsam, träge; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sandler; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und letztlich mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen obdachlosen (und auf der Straße lebenden) Menschen; BM.: träge; F.: Sandler, Sandlers, Sandlern+EW; Z.: Sa-n-d-l-er
Sandwich, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Sandwich, belegtes Brot, belegtes Brötchen; ne. sandwich (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. sandwich; E.: s. ne. sandwich, N., Sandwich; von dem PN John Montagu 4th Earl of Sandwich; von dem ON Sandwich in Kent; ae. Sondwic; vgl. ae. sand (2), sond (2), st. N. (a), Sand, Kies, Ufer, Küste; germ. *sanda-, *sandaz, st. M. (a), Sand; s. idg. *bʰes- (1), V., abreiben, zerreiben, ausstreuen, Pokorny 145 (230/63) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., toch.); ae. wīc (1), st. N. (a), st. F. (ō), Wohnung, Haus, Dorf, Lager; germ. *wīhsa-, *wīhsam, st. N. (a), Dorf, Siedlung, Flecken (M.); lat. vīcus, M., Dorf, Gehöft; vgl. idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sandwich, fehlt DW, Duden s. u. Sandwich; Son.: vgl. nndl. sandwich, Sb., Sandwich; frz. sandwich, M., Sandwich; nschw. sandwich, Sb., Sandwich; nnorw. sandwich, M., Sandwich; poln. sandwicz, M., Sandwich; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für zwei sachlich vielleicht schon früher mögliche zusammengeklappte belegte Brotscheiben oder ein belegtes Brötchen; BM.: PN bzw. ON (nach dem Grafen von Sandwich der zu dem Spielen belegte Brote mitnahm um das Spielen nicht für das Essen unterbrechen zu müssen); F.: Sandwich, (Sandwiche,) Sandwichs, Sandwiches+FW; Z.: Sa-nd-wich
$Sandzucker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sandzucker, roher sandartiger Zucker; E.: s. Sand, s. Zucker; L.: Kluge s. u. Grieß, DW 14, 1774; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Sand und Zucker gebildete Bezeichnung für den rohen sandartigen Zucker; F.: Sandzucker, Sandzuckers, Sandzuckern+EW+FW; Z.: Sa-nd—zuck-er
sanft, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sacht, behutsam, leicht, weich, mild; ne. gentle, soft; Vw.: -; Hw.: s. Sänfte, sacht, soft; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. senfte (1), semfte, sempfte, sanfte, Adj., leicht, bequem, weich, zart, sanft, sanftmütig, zahm, mild, milde, willfährig; mnd. sanfte, sanft, Adj., sanft; mnd. safte, sāfte, Adj., sanft; mnl. saefte, sachte, sochte, Adj., sanft, leicht, weich; ahd. samft*, Adj., leicht, rasch, möglich; ahd. semfti*, samfti*, Adj., leicht, bequem, sanft; as. sāft?, Adj., sanft, leicht, bequem; anfrk. senifti, sanfte, Adj., sanft, mild; germ. *samþja-, *samþjaz, Adj., bequem, leicht; s. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sanft, Kluge s. u. sanft, DW 14, 1775, EWD s. u. sanft, Falk/Torp 433, Heidermanns 468, EWAhd 7, 946, EWAhd 7, 1098, Duden s. u. sanft, Bluhme s. u. sanft; Son.: vgl. afries. sefte, Adj., sanft; ae. sēfte, Adj. (ja), sanft, leicht, nett, bequem, angenehm; ae. sœ̄fte, sōfte (1), Adj., sanft, mild, ruhig, angenehm; an. -; got. -; nndl. zacht, Adj., sanft; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sacht oder behutsam oder leicht oder weich oder mild; BM.: eins; F.: sanft, sanfte, sanftes, sanftem, sanften, sanfter(, sanftere, sanfteres, sanfterem, sanfteren, sanfterer, sanftest, sanfteste, sanftestes, sanftestem, sanftesten, sanftester)+EW; Z.: san-f-t
Sänfte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sänfte, Tragesessel; ne. carrying chair, sedan, litter (vehicle); Vw.: -; Hw.: s. sanft; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. senfte, st. F., Ruhe, Gemächlichkeit, Annehmlichkeit; mnd. senfte (2), saͤnffte, F.?, Sänfte; ahd. semftī*, samftī*, st. F. (ī): nhd. Leichtigkeit, Bequemlichkeit, Sanftmut, Milde, Nachsicht, Möglichkeit; as. -; anfrk. senihti*, st. F. (ī), Sanftheit, Milde, Sanftmut; germ. *samþī-, *samþīn, sw. F. (n), Bequemlichheit; vgl. idg. sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sänfte, DW 14, 1782, EWD s. u. Sänfte, Heidermanns 468, EWAhd 7, 1101, Duden s. u. Sänfte; Son.: die Bedeutung für einen Tragesitz seit dem 16. Jh.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (semftī) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Leichtigkeit oder Bequemlichkeit sowie seit dem 16. Jh. für einen von Menschen entwickelten und verwendeten auf zwei Stangen befestigten meist kastenförmiger Sitz in dem ein Mensch sich von Trägern tragen lassen kann (Tragesessel); BM.: eins; F.: Sänfte, Sänften+EW; Z.: Sän-f-t-e
$Sanftheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sanftheit, Behutsamkeit, Leichtigkeit, Weichheit, Milde, Sanftmut; E.: s. sanft, s. heit; L.: DW 14, 1785, EWD s. u. sanft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sanft und heit gebildete sowie das ältere und eine neue Bedeutung erhaltende Sänfte ersetzende Bezeichnung für Behutsamkeit oder Leichtigkeit oder Weichheit oder Milde oder Sanftmut; F.: Sanftheit+EW; Z.: San-f-t—hei-t
$sänftigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. sänftigen, mäßigen; Vw.: s. be-; E.: s. sanft, s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. sanft, DW 14, 1785, s. DW 1, 1541 (besänftigen); GB.: (senftigen) seit 12. Jh. belegte und aus sanft und ig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches mäßigen; F.: sänftigen (!), sänftige (!), sänftigst, sänftigt, sänftigest, sänftiget, sänftigte, sänftigtest, sänftigten, sänftigtet, gesänftigt, ##gesänftigt, gesänftigte, gesänftigtes, gesänftigtem, gesänftigten, gesänftigter##, sänftigend, ###sänftigend, sänftigende, sänftigendes, sänftigendem, sänftigenden, sänftigender###, sänftig (!)+EW; Z.: sän-f-t-ig-en
$Sanftmut, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sanftmut, milde und weiche Gesinnung; E.: s. sanft, s. Mut; L.: DW 14, 1787, EWD s. u. sanft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus sanft und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche milde und weiche Gesinnung; F.: Sanftmut+EW; Z.: San-f-t—mu-t
$Sang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Gesang, Klang; Vw.: s. Ge-, Minne-, Sing-; L.: Kluge 1. A. s. u. Sang, DW 14, 1788, EWD s. u. Sang, Falk/Torp 429, Seebold 393; GB.: (sang) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Musik möglicher Klang; F.: Sang, Sangs, Sanges, Sänge, Sängen+EW; Z.: Sang
$Sänger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sänger; Vw.: s. Bänkel-, Minne-; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. Sang, s. er (Suff.); L.: DW 14, 1790, EWD s. u. Sang; GB.: (sangāri*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. cantor gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Musik möglichen singenden Menschen; F.: Sänger, Sängers, Sängern+EW; Z.: Säng-er
$Sanguiniker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sanguiniker; E.: s. sanguin(isch), s. ik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sanguinisch, DW 14, 1793, EWD s. u. sanguinisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sanguin(isch) und ik und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen lebhaften und geselligen sowie meist heiteren Menschen; F.: Sanguiniker, Sanguinikers, Sanguinikern+FW+EW?; Z.: Sangui-n-ik-er
sanguinisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sanguinisch, lebhaft, gesellig, leichtblütig, meist heiter; ne. sanguine (Adj.), sanguineous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sanguineus; E.: s. lat. sanguineus, zum Blute gehörig, aus Blut bestehend, Blut..., Bluts..., blutig, blutbefleckt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sanguis, M., Blut, Blutsaft, Geblüt, Stärke, Lebensfrische; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. sanguinisch, DW 14, 1793 (sangunisch!), EWD s. u. sanguinisch, Duden s. u. sanguinisch; Son.: vgl. nndl. sanguinisch, Adj., sanguinisch; frz. sanguin, Adj., sanguinisch; nschw. sangvinisk, Adj., sanguinisch; nnorw. sangvinsk, Adj., sanguinisch; poln. sangwiniczny, Adj., sanguinisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches lebhaft oder gesellig oder leichtblütig oder meist heiter; BM.: Blut; F.: sanguinisch, sanguinische, sanguinisches, sanguinischem, sanguinischen, sanguinischer+FW+EW; Z.: sangui-n-isch
sanieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sanieren, wiederherstellen, in Ordnung bringen, instandsetzen; ne. sanify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sānāre; E.: s. lat. sānāre, heilen (V.) (1), gesund machen, Übel beseitigen, wieder gutmachen, (81-43 v. Chr.); idg. *sānos, Adj., gesund?, heil?, Pokorny 880 (1537/9) (RB. idg. aus ital.); vgl. idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sanieren, fehlt DW, EWD s. u. sanieren, Duden s. u. sanieren; Son.: vgl. nndl. saneren, V., sanieren; frz. assainir, V., sanieren; nschw. sanera, V., sanieren; nnorw. sanere, V., sanieren; lit. sanuoti, V., sanieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wiederherstellen oder in Ordnung bringen oder instandsetzen; BM.: satt; F.: sanieren, saniere, sanierst, saniert, sanierest, sanieret, sanierte, saniertest, sanierten, saniertet, ##saniert, sanierte, saniertes, saniertem, sanierten, sanierter##, sanierend, ###sanierend, sanierende, sanierendes, sanierendem, sanierenden, sanierender###, sanier (!)+FW(+EW); Z.: sa-n-ier-en
$Sanierung, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Sanierung; E.: s. sanier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. sanieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus sanier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Wiederherstellung oder Heilung; F.: Sanierung, Sanierungen+FW+EW; Z.: Sa-n-ier-ung
sanitär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sanitär, gesundheitlich, hygienisch, das Gesundheitswesen betreffend; ne. sanitary, sanitarian; Vw.: -; Hw.: s. Sanitär, Sanitäter; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. sanitaire; E.: s. frz. sanitaire, Adj., sanitär, gesundheitlich; neu gebildet zu lat. sānitās, F., Gesundheit, Genesung, Vernunft, Besonnenheit, gesundes Leben, (um 250-184 v. Chr.); lat. sānus, Adj., gesund, heil, unverdorben, richtig, vernünftig, gescheit; idg. *sānos, Adj., gesund?, heil?, Pokorny 880 (1537/9) (RB. idg. aus ital.); s. idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sanitär, fehlt DW, EWD s. u. sanieren, Duden s. u. sanitär; Son.: vgl. nndl. sanitair, Adj., sanitär; nschw. sanitär, Adj., sanitär; nnorw. sanitær, Adj., sanitär; poln. sanitarny, Adj., sanitär; lit. sanitarinis, Adj., sanitär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gesundheitlich oder hygienisch oder das Gesundheitswesen betreffend; BM.: satt; F.: sanitär, sanitäre, sanitäres, sanitärem, sanitären, sanitärer+FW+EW?; Z.: sa-n-it-är
Sanität, nhd. (ält.), F., (17. Jh.?): nhd. Sanität, Gesundheitswesen; ne. medical services; Vw.: -; Hw.: s. sanitär, Sanitäter; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. sānitās; E.: s. lat. sānitās, F., Gesundheit, Genesung, Vernunft, Besonnenheit, gesundes Leben, (um 250-184 v. Chr.); lat. sānus, Adj., gesund, heil, unverdorben, richtig, vernünftig, gescheit; idg. *sānos, Adj., gesund?, heil?, Pokorny 880 (1537/9) (RB. idg. aus ital.); s. idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sanitäter, fehlt DW, Duden s. u. Sanität; GB.: vielleicht seit der früheren Neuzeit belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für Gesundheitswesen; BM.: satt; F.: Sanität+FW; Z.: Sa-n-it-ät
Sanitäter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sanitäter, in nichtärztlicher Krankenhilfe ausgebildeter Mensch; ne. paramedic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: gebildet zu Sanität (s. d.); L.: Kluge s. u. Sanitäter, EWD s. u. sanieren, fehlt DW, Duden s. u. Sanitäter; Son.: vgl. nndl. sanitair, Sb., Sanitäter; frz. sanitaire, M., Sanitäter; nschw. sanitär, Sb., Sanitäter; nnorw. sanitetssoldat, M., Sanitäter; poln. sanitariusz, M., Sanitäter; lit. sanitaras, M., Sanitäter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sanität und er (Suff.) gebildete und dadurch mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen in nichtärztlicher Krankenhilfe ausgebildeten Menschen; BM.: satt; F.: Sanitäter, Sanitäters, Sanitätern+FW(+EW?); Z.: Sa-n-it-ät-er
$Sanitäts…, nhd., Partikel, (19. Jh.): nhd. Sanitäts…, Gesundheits…., Gesundheitswesen…; E.: s. Sanität, s. s; L.: fehlt DW, EWD s. u. sanieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sanität und s gebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für Gesundheit oder Gesundheitswesen betreffend; F.: Sanitäts…; F.: Sa-n-it-ät-s-
Sankt, nhd., als Adjektiv verwendete Partikel, (8. Jh.): nhd. Sankt, heilig; ne. Saint; Vw.: -; Hw.: s. sakrosankt; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: s. mhd. sanct, sant, seint, sancte, sante, sande, sente, Adj., sankt, heilig; mnd. sante, sente, Adj., sankt, heilig; mnl. sant, sente, Adj., heilig, sankt; lat.-ahd. sanktus*, sanctus, Adj., heilig; as. sancte*, as.?, Adj.?, heilig; lat. sānctus (1), Adj., heilig, geheiligt, unverletzlich, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sankt, fehlt DW, EWD s. u. Sankt, EWAhd 7, 963, Duden s. u. Sankt; Son.: vgl. nndl. Sint, Partikel, Sankt; frz. saint, Partikel, Sankt; nschw. Sankt, Partikel, Sankt; nnorw. sankt, Partikel, Sankt; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für heilig als Zusatz von Personennamen und Ortsnamen; BM.: heiligen?; F.: Sankt+FW(+EW?); Z.: Sa-n-k-t
Sanktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sanktion, Bestrafung, Bestrafungsmaßnahme; ne. sanction (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. sanction; E.: s. frz. sanction, F., Sanktion; lat. sānctio, F., geschärfte Verordnung, Strafartikel, Strafgesetz, Vorbehalt, Klausel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sacer, Adj., heilig, einem Gott gewidmet, Gott geheiligt, geweiht; idg. *sak-?, V., heiligen?, vereinbaren?, Pokorny 878 (1533/5) (RB. idg. aus ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sanktion, fehlt DW, EWD s. u. Sanktion, Duden s. u. Sanktion; Son.: vgl. nndl. sanctie, Sb., Sanktion; nschw. sanktion, Sb., Sanktion; nnorw. sanksjon, M., Sanktion; poln. sankcja, F., Sanktion; lit. sankcija, F., Sanktion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Bestrafung oder eine der Bestrafung dienende Maßnahme; BM.: heiligen? bzw. vereinbaren?; F.: Sanktion, Sanktionen+FW(+EW?); Z.: Sa-n-k-t-io-n
$sanktionieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. sanktionieren, billigen, bestätigen, belegen (V.), verhängen; E.: s. Sanktion, s. ieren, s. frz. sanctionner; L.: Kluge s. u. Sanktion, fehlt DW, EWD s. u. Sanktion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für billigen oder bestätigen oder mit einer nachteiligen Folge belegen (V.) oder verhängen; F.: sanktionieren, sanktioniere, sanktionierst, sanktioniert, sanktionierest, sanktionieret, sanktionierte, sanktioniertest, sanktionierten, sanktioniertet, ##sanktioniert, sanktionierte, sanktioniertes, sanktioniertem, sanktionierten, sanktionierter##, sanktionierend, ###sanktionierend, sanktionierende, sanktionierendes, sanktionierendem, sanktionierenden, sanktionierender###, sanktionier (!)+FW(+EW); Z.: sa-n-k-t-io-n-ier-en
Saphir, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Saphir, ein Edelstein; ne. sapphire; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1130/1150 (JJud); E.: mhd. saphīr, saphīre, sapfīr, st. M., Saphir; mhd. saphīre, sw. M., Saphir; mnd. saffīr, saphīr, saphir, saffer, sophīr, M., Saphir, blauer Edelstein (oft auch als grau bezeichnet), blauer Farbstoff?; mnd. soffīr, sophir, zophir, sofier, soffēr, M., Saphir, blauer Edelstein; mnl. safir, saffier, M., Saphir; lat. sappīrus, M., Saphir, (23/24-79 n. Chr.); gr. σάπφειρος (sáppheiros), M., Saphir; hebr. sappīr, Sb., Lasurstein, Lapislazuli; L.: Kluge s. u. Saphir, DW 14, 1794, EWD s. u. Saphir, EWAhd 7, 854, Duden s. u. Saphir; Son.: vgl. nndl. saffier, Sb., Saphier; frz. saphir, M., Saphier; nschw. safir, Sb., Saphier; nnorw. safir, M., Saphier; poln. szafir, M., Saphier; kymr. saffir, M., Saphier; nir. saifír, F., Saphier; lit. safyras, M., Saphir; GB.: (saphīr) seit 1130/1150 belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen meist blauen aber auch andere Farben aufweisenden und aus Korund gebildeten Edelstein; BM.: ?; F.: Saphir, Saphirs, Saphire, Saphiren+FW; Z.: Saphir
Sappe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sappe, Laufgraben, Unterminierung; ne. sap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. sape; E.: s. frz. sape, F., Sappe; vgl. frz. saper, V., unterminieren; it. zappare, V., unterminieren, Gamillscheg 793a; von einem vorhistorischen *tzappare, *tzappa; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von mlat. sappa, F., Harke, Hacke (F.) (2); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Sappe, DW 14, 1796, Duden s. u. Sappe; Son.: vgl. nschw. sapp, Sb., Sappe; nnorw. sappe, M., Sappe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Mittellateinischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit etwa dieser Zeit von Menschen für einen Angriff auf Festungen durch Unterminierung angelegten Laufgrabens; BM.: Harke?; F.: Sappe, Sappen+FW; Z.: Sapp-e
sapphisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sapphisch, Sappho betreffend; ne. Sapphic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Σαπφώ (Sapphṓ), F.=PN, Sappho; weitere Herkunft unklar?; L.: fehlt DW, Duden s. u. sapphisch; Son.: vgl. frz. sapphique, Adj., sapphisch; nschw. sapfisk, Adj., sapphisch; nnorw. sapfisk, Adj., sapphisch; kymr. saffig, Adj., sapphisch; nir. safach, Adj., sapphisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem PN Sapph(o) und isch gebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für die griechische Dichterin Sappho (630/612 v. Chr.-570 v. Chr.) und ihre Werke betreffend; BM.: PN; F.: sapphisch, sapphische, sapphisches, sapphischem, sapphischen, sapphischer+FW(+EW); Z.: sapph-isch
$sappieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. sappieren, durch Unterminierung einen Laufgraben anlegen; E.: s. frz. sap(er), s. ieren; L.: Kluge s. u. Sappe, fehlt DW; GB.: vielleicht seit dem 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht Menschen schon früher mögliches für einen Angriff auf Festungen durch Unterminierung einen Laufgraben anlegen; F.: sappieren, sappiere, sappierst, sappiert, sappierest, sappieret, sappierte, sappiertest, sappierten, sappiertet, ##sappiert, sappierte, sappiertes, sappiertem, sappierten, sappierter##, sappierend, ###sappierend, sappierende, sappierendes, sappierendem, sappierenden, sappierender###, sappier (!)+FW(+EW); Z.: sapp-ier-en
sapperlot, nhd., Interj.: nhd. sapperlot; Vw.: s. sackerlot
Sardelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sardelle, ein kleiner Meeresfisch; ne. anchovy, sardelle; Vw.: -; Hw.: s. Sardine; I.: Lw. it. sardella; E.: s. it. sardella, F., Sardelle; vgl. lat. sarda, F., Sardelle, Hering, Sardine, Sprotte; lat. Sardus, M.=PN, Sarde; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Sardelle, DW 14, 1798, EWD s. u. Sardine; Son.: vgl. nschw. sardell, Sb., Sardelle; nnorw. sardell, M., Sardelle; poln. sardela, F., Sardelle; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem ON Sardinien verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen kleinen mit dem Hering verwandten und von Menschen verwendeten Meeresfisch; BM.: ON; F.: Sardelle, Sardellen+FW(+EW?); Z.: Sard-ell-e
Sardine, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sardine, ein kleiner Meeresfisch; ne. sardine; Vw.: -; Hw.: s. Sardelle; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. it. sardina; E.: s. it. sardina, F., Sardine; lat. sardīna, F., Sardelle, Hering, (um 325-um 403 n. Chr.); vgl. lat. sarda, F., Sardelle, Hering, Sardine, Sprotte; lat. Sardus, M.=PN, Sarde; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Sardelle, Kluge s. u. Sardine, DW 14, 1798, EWD s. u. Sardine, Duden s. u. Sardine; Son.: vgl. nndl. sardine, Sb., Sardine; frz. sardine, F., Sardine; nschw. sardin, Sb., Sardine; nnorw. sardin, M., Sardine; poln. sardynka, F., Sardine; kymr. sardîn, M., Sardine; nir. sairdín, M., Sardine; lit. sardinė, F., Sardine; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem PN Sarde verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen kleinen zu den Heringen gehörenden bläulich silbern schillernden und von Menschen verwendeten Meeresfisch; BM.: ON; F.: Sardine, Sardinen+FW(+EW?); Z.: Sard-in-e
Sarg, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sarg, Sarkophag, Kiste, Totenlade; ne. coffin (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sarkophag; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sarc, sarch, st. M., Sarg, Gruft, Grab, Schrein, Behälter, Götzenbild, Badewanne; mnd. sark (1), saarck, sarc, sarik, N., M., Sarg, Totensarg, Sarkophag, Reliquienschrein, Schrein, Behältnis; mnl. sarc, saerc, serc, M., Sarg, Sarkophag, Steintrog; ahd. sark, sarc, st. M. (a?, i?), Sarg; as. sark*, st. M. (a?, i?), Sarg; lat. sarcophagus (2), M., Sarkophag, Sarg, (23/24-79 n. Chr.); gr. σαρκοφάγος (sarkophágos), Adj., fleischfressend; vgl. gr. σαρξ (sarx), F., Fleisch; idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102 (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); gr. φαγεῖν (phageīn), V., essen, fressen; idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sarg, Kluge s. u. Sarg, DW 14, 1798, EWD s. u. Sarg, EWAhd 7, 973, Duden s. u. Sarg, Bluhme s. u. Sarg; Son.: vgl. afries. serk, M. Sarg; nndl. zerk, Sb., Grabstein, Sarg (dial.); frz. cercueil, M., Sarg; bret. serch, M., Sarg (frz. Lw.); GB.: (sark) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen gefertigtes kastenförmiges längliches Behältnis mit Deckel in das ein Toter gelegt wird; BM.: Fleisch, essen (von dem Ätzkalk auf Marmor als Material für Prunksärge); F.: Sarg, Sarges, Sargs, Särge, Särgen+FW; Z.: Sarg
Sari, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Sari, ein indisches Frauengewand; ne. sari; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. Hindi sāṛī; E.: s. Hindi sāṛī, Sb., Tuch, Gewand; ai. śāṭī, Sb., Tuch, Gewand; L.: fehlt DW, Duden s. u. Sari; Son.: vgl. nndl. sari, Sb., Sari; frz. sari, M., Sari; nschw. sari, Sb., Sari; nnorw. sari, M., Sari; poln. sari, M., Sari; kymr. sari, M., F., Sari; nir. sáirí, M.?, Sari; lit. saris, M., Sari; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Hindi aufgenommene und mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für das kunstvoll gewickelte Gewand einer Inderin (indisches Frauengewand); BM.: Tuch; F.: Sari, Saris+FW; Z.: Sar-i
Sarkasmus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sarkasmus, beißender Spott; ne. sarcasm; Vw.: -; Hw.: s. sarkastisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sarcasmos; E.: s. lat. sarcasmos, M., Sarkasmus, beißender Spott, (70-19 v. Chr.); gr. σαρκασμός (sarkasmós), M., Sarkasmus; vgl. gr. σαρκάζειν (sarkázein), V., verspotten, verhöhnen; vgl. gr. σαρξ (sarx), F., Fleisch; idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102 (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); L.: Kluge s. u. Sarkasmus, EWD s. u. Sarkasmus, Duden s. u. Sarkasmus; Son.: vgl. nndl. sarcasme, Sb., Sarkasmus; frz. sarcasme, M., Sarkasmus; nschw. sarkasm, Sb., Sarkasmus; nnorw. sarkasme, M., Sarkasmus; poln. sarkazm, M., Sarkasmus; lit. sarkazmas, M., Sarkasmus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beißenden Spott; BM.: schneiden; F.: Sarkasmus, Sarkasmen+FW; Z.: Sark-asm-us
sarkastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sarkastisch, ironisch, beißend; ne. sarcastic, sardonic; Vw.: -; Hw.: s. Sarkasmus; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. sarcastique; E.: s. frz. sarcastique, Adj., sarkastisch; vgl. frz. sarcasme, M., Sarkasmus; lat. sarcasmos, M., Sarkasmus, beißender Spott, (70-19 v. Chr.); gr. σαρκασμός (sarkasmós), M., Sarkasmus; vgl. gr. σαρκάζειν (sarkázein), V., verspotten, verhöhnen; vgl. gr. σαρξ (sarx), F., Fleisch; idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102 (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); L.: Kluge s. u. Sarkasmus, fehlt DW, EWD s. u. Sarkasmus, Duden s. u. sarkastisch; Son.: vgl. nndl. sarcastisch, Adj., sarkastisch; nschw. sarkastisk, Adj., sarkastisch; nnorw. sarkastisk, Adj., sarkastisch; poln. sarkastyczny, Adj., sarkastisch; kymr. sarcastig, Adj., sarkastisch; lit. sarkastiškas, Adj., sarkastisch; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ironisch oder beißend; BM.: schneiden; F.: sarkastisch, sarkastische, sarkastisches, sarkastischem, sarkastischen, sarkastischer(, sarkastischere, sarkastischeres, sarkastischerem, sarkastischeren, sarkastischerer, sarkastischst, sarkastischste, sarkastischstes, sarkastischstem, sarkastischsten, sarkastischster)+FW+EW; Z.: sark-ast-isch
Sarkom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sarkom, bösartige Geschwulst; ne. sarcoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. sarcōma; E.: mlat. sarcōma, N., Sarkom, Fleischgewächs; gr. σάρκωμα (sárkōma), N., fleischige Geschwulst; σαρξ (sarx), F., Fleisch; idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102 (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sarkom; Son.: vgl. nndl. sarcoom, Sb., Sarkom; frz. sarcome, M., Sarkom; nschw. sarkom, Sb., Sarkom; nnorw. sarkom, N., Sarkom; poln. sarkoma, F., Sarkoma; kymr. sarcoma, M., Sarkom; nir. sarcóma, M., Sarkom; lit. sarkoma, F., Sarkom; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche aus dem Bindegewebe hervorgehende bösartige Geschwulst (des Menschen); BM.: schneiden; F.: Sarkom, Sarkoms, Sarkome, Sarkomen+FW; Z.: Sark-om
Sarkophag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sarkophag, Steinsarg, Sarg; ne. sarcophagus; Vw.: -; Hw.: s. Sarg; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. sarcophagus; E.: s. lat. sarcophagus (2), M., Sarkophag, Sarg, (23/24-79 n. Chr.); gr. σαρκοφάγος (sarkophágos), Adj., fleischfressend; vgl. gr. σαρξ (sarx), F., Fleisch; idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102 (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); gr. φαγεῖν (phageīn), V., essen, fressen; idg. *bʰag- (1), V., Sb., zuteilen, bestimmen, erhalten (V.), Zuteilung der Speise, Pokorny 107 (172/5) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sarkophag, fehlt DW, EWD s. u. Sarg, Duden s. u. Sarkophag; Son.: vgl. nndl. sarcofaag, Sb., Sarkophag; frz. sarcophage, M., Sarkophag; nschw. sarkofag, Sb., Sarkophag; nnorw. sarkofag, M., Sarkophag; poln. sarkofag, M., Sarkophag; nir. sarcófagas, M., Sarkophag; lit. sarkofagas, M., Sarkophag; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten kastenförmigen und länglichen sowie prunkvollen und großen und in einer Grabkammer aufgestellten Sarg mit Deckel in den ein Toter gelegt wird; BM.: Fleisch, essen (von dem Ätzkalk auf Marmor als Material für Prunksärge); F.: Sarkophag, Sarkophags, Sarkophages, Sarkophage, Sarkophagen+FW(+EW?); Z.: Sark-o-phag
Sass, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Sass, Sasse, Ansässiger, Besitzer von Grund und Boden; ne. sitting (M.); Vw.: -; Hw.: s. Sasse, Insasse; Q.: 17. Jh.; E.: von ursprünglichen Komposita (Beisasse, Insasse) gebildet; letztlich von ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: Kluge s. u. Sass, fehlt DW, EWD s. u. Insasse, Duden s. u. Sass; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Beisasse und Insasse sowie letztlich ahd. sizzen gebildete Bezeichnung für einen Ansässigen oder Einwohner oder einen Besitzer von Grund und Boden; BM.: sitzen; F.: Sass, Sassen+EW; Z.: Sa-ss
Sasse, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Sasse, Sass, Ansässiger, Einwohner; ne. sitting (M.); Vw.: s. Bei-, In-; Hw.: s. Sass; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. sāze (2), sw. M., Sitzender, Sasse; letztlich von ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: DW 14, 1803, Duden s. u. Sasse; GB.: seit um 1300 belegte und aus Beisasse und Insasse sowie letztlich ahd. sizzen gebildete Bezeichnung für einen Ansässigen oder Einwohner oder einen Besitzer von Grund und Boden; BM.: sitzen; F.: Sasse, Sassen+EW; Z.: Sa-ss-e
Satan, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Satan, Teufel, Widersacher und Feind Gottes; ne. Satan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. satanās, satanāt, satān, st. M., Satan; mnd. satān, satanās, satenās, M., Satan; mnl. satan, sathan, satanas, M., Satan, Teufel; ahd. satanās, st. M. (a), Satan, Teufel; as. Satanas, st. M. (a), Satan; anfrk. -; germ. *satan-, M., Satan, Teufel; lat. satanās, M., Widersacher, Feind, Teufel; gr. σατανᾶς (satanas), M., Widersacher, Satan, Teufel; hebr. sātā́n, M., Widersacher, Feind Gottes; L.: Kluge s. u. Satan, DW 14, 1806, EWD s. u. Satan,EWAhd 7, 989, Duden s. u. Satan; Son.: vgl. afries. -; ae. sātan, M., Satan; an. -; got. -; nndl. satan, Sb., Satan; frz. Satan, M., Satan; nschw. satan, Sb., Satan; nnorw. satan, M., Satan; poln. szatan, M., Satan; kymr. satan, M., Satan; nir. sátan, M., Satan; lit. šėtonas, M., Satan; GB.: (satanās) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen (und Hebräischen) des Altertums aufgenommene (und später umgebildete) Bezeichnung für den Teufel oder Widersacher und Feind Gottes; BM.: Widersacher; F.: Satan, Satans, Satane, Satanen+FW(+EW?); Z.: Satan
$satanisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. satanisch, Satan betreffend, teufelisch; E.: s. Satan, s. isch; L.: Kluge s. u. Satan, DW 14, 1808, EWD s. u. Satan; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Satan betreffend oder teufelisch; F.: satanisch, satanische, satanisches, satanischem, satanischen, satanischer(, satanischere, satanischeres, satanischerem, satanischeren, satanischerer, satanischst, satanischste, satanischstes, satanischstem, satanischsten, satanischster)+FW(+EW); Z.: satan-isch
Satel, nhd. (ält.), F.: nhd. Satel; Vw.: s. Sattel (2)
Satellit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Satellit, Trabant; ne. satellite (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1611; I.: Lw. lat. satelles; E.: s. lat. satelles, M., Leibwächter, Trabant, Gefolge, (538/539-594 n. Chr.); etr. Herkunft?; L.: Kluge s. u. Satellit, fehlt DW, EWD s. u. Satellit, Duden s. u. Satellit; Son.: vgl. nndl. satelliet, Sb., Satellit; frz. satellite, M., Satellit; nschw. satellit, Sb., Satellit; nnorw. satelitt, M., Satellit; poln. satelita, M., Satellit; lit. satelitas, M., Satellit; GB.: seit 1611 belegte und aus den Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus dem Etruskischen kommende Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen um einen anderen Körper kreisenden Körper oder Trabanten; BM.: Leibwächter; F.: Satellit, Satelliten+FW(+EW?); Z.: Satell-it
$Satellitenstaat, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Satellitenstaat; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Satellit, s. en (Suff.), s. Staat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Satellit; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Satellit und en (Suff.) sowie Staat gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Bildung von Staaten möglichen von einem anderen Staat wie beispielsweise Rom oder der Sowjetunion abhängigen Staat; F.: Satellitenstaat, Satellitenstaates, Satellitenstaats, Satellitenstaaten+FW(+EW); Z.: Satell-it-en—staa-t
$Satellitenstadt, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Satellitenstadt; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Satellit; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Satellit und en (Suff.) sowie Stadt gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Bildung von Städten mögliche von einer anderen Stadt abhängige Stadt wie beispielsweise Mun in Hongkong oder Gropiusstadt in Berlin oder Yanjiao in Peking; F.: Satellitenstadt, Satellitenstädte, Satellitenstädten+FW+EW; Z.: Satell-it-en—sta-dt
Satin, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Satin, ein Seidenstoff; ne. satin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. satīn, st. M., Satin; mnd. satīn (2), sattein, settīn, M., Satin, Seidengewebe; afrz. satin, Sb., Satin; über span. Vermittlung aus arab. zaitūnī, Sb., Seide; von arab. Zaitūn, ON, Tseutung (chin. Stadt); L.: Kluge s. u. Satin, DW 14, 1810, EWD s. u. Satin, Duden s. u. Satin; Son.: vgl. nndl. satijn, Sb., Satin; frz. satin, M., Satin; nschw. satäng, satin, Sb., N., Satin; nnorw. sateng, M., Satin; poln. satyna, F., Satin; kymr. satin, M., Satin; GB.: (satīn) seit um 1230 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie über das Spanische mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein mit der Stadt Tseutung in China verbindbares von Menschen entwickeltes und verwendetes Gewebe in Atlasbindung mit glatter und glänzender Oberfläche; BM.: ON (als Herkunftsort von Satin); F.: Satin, Satins+FW; Z.: Satin
Satire, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Satire, Parodie, Ironie; ne. satire; Vw.: -; Hw.: s. Satiriker, satirisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. satira; E.: s. lat. satira, F., Satire, Spottgedicht, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. satur, Adj., satt, gesättigt, reichlich, fruchtbar, voll, dicht, fett; idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Satire, DW 14, EWD s. u. Satire, 1810, Duden s. u. Satire; Son.: vgl. nndl. satire, Sb., Satire; frz. satire, F., Satire; nschw. satir, Sb., Satire; nnorw. satire, M., Satire; poln. satyra, F., Satire; lit. satyra, F., Satire; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit lat. satur und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Spott und Übertreibung verwendende und damit Zustände anprangernde Kunstgattung wie Parodie oder Ironie; BM.: satt; F.: Satire, Satiren+FW; Z.: Sa-t-ir-e
Satiriker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Satiriker, Parodist; ne. satirist, satirizer; Vw.: -; Hw.: s. Satire, satirisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. satiricus; E.: s. lat. satiricus (2), M., Satiriker, Satirenschreiber, Schauspieler, Gaukler, (um 431-486 n. Chr.); vgl. lat. satira, F., Satire, Spottgedicht; vgl. lat. satur, Adj., satt, gesättigt, reichlich, fruchtbar, voll, dicht, fett; idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Satire, DW 14, 1811, EWD s. u. Satire, Duden s. u. Satiriker; Son.: vgl. frz. satirist, M., Satiriker; nschw. satiriker, Sb., Satiriker; nnorw. satiriker, M., Satiriker; poln. satyryk, M., Satiriker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und durch er umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums möglichen Satiriker oder einen Parodisten; BM.: satt; F.: Satiriker, Satirikers, Satirikern+FW(+EW); Z.: Sa-t-ir-ik-er
satirisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. satirisch, ironisch, beißend; ne. satiric, satirical; Vw.: -; Hw.: s. Satire, Satiriker; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. satiricus; E.: s. lat. satiricus (1), Adj., satirisch, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. satira, F., Satire, Spottgedicht; vgl. lat. satur, Adj., satt, gesättigt, reichlich, fruchtbar, voll, dicht, fett; idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Satire, DW 14, 1811, EWD s. u. Satire, Duden s. u. satirisch; Son.: vgl. nndl. satirisch, Adj., satirisch; frz. satirique, Adj., satirisch; nschw. satirisk, Adj., satirisch; nnorw. satirisk, Adj., satirisch; poln. satyryczny, Adj., satirisch; lit. satyriškas, Adj., satirisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches ironisch oder beißend; BM.: satt; F.: satirisch, satirische, satirisches, satirischem, satirischen, satirischer(, satirischere, satirischeres, satirischerem, satirischeren, satirischerer, satirischst, satirischste, satirischstes, satirischstem, satirischsten, satirischster)+FW(+EW); Z.: sa-t-ir-isch
Satisfaktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Satisfaktion, Genugtuung, Befriedigung; ne. satisfaction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. satisfactio; E.: s. lat. satisfactio, F., Genugtuung, Befriedigung, Entschuldigung, Rechtfertigung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. satisfacere, V., Genüge tun, genugtun, befriedigen, bezahlen, Kaution leisten, entschuldigen, rechtfertigen; lat. satis, Adj., Adv., genug, genügend, hinlänglich, hinreichend, sattsam; idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Satisfaktion, fehlt DW, EWD s. u. Satisfaktion, Duden s. u. Satisfaktion; Son.: vgl. nndl. satisfactie, Sb., Satisfaktion; frz. satisfaction, F., Satisfaktion; nschw. satisfaktion, Sb., Satisfaktion; nnorw. satisfaksjon, M., Satisfaktion; poln. satysfakcja, F., Satisfaktion; lit. satisfakcija, F., Genugtuung; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Genugtuung oder Befriedigung; BM.: satt, setzen; F.: Satisfaktion, Satisfaktionen+FW(+EW?); Z.: Sa-t-is-fa-k-t-io-n
Satrap, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Satrap, Statthalter; ne. satrap; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. sātrāpas, st. M., Satrap; lat. satrapēs, M., Satrap, persischer Statthalter, (190-159 v. Chr.); gr. σατράπης (satrápēs), M., Satrap, persischer Statthalter; pers. xsaθrapāvan, M., Satrap; vgl. pers. xsaθra-, Sb., Herrschaft; L.: Kluge s. u. Satrap, DW 14, 1811, Duden s. u. Satrap; Son.: vgl. frz. satrape, M., Satrap; nschw. satrap, Sb., Satrap; nnorw. satrap, M., Satrap; poln. satrapa, M., Satrap; GB.: (sātrāpas) seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Persischen des Altertums aufgenommen (und später umgebildete) Bezeichnung für den (Herrschaft ausübenden) Statthalter einer Provinz in Persien des Altertums; BM.: Herrschaft; F.: Satrap, Satrapen+FW(+EW?); Z.: Satra-p
Satsuma, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Satsuma, eine Mandarine; ne. satsuma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von der jap. Stadt bzw. der jap. Provinz Satsuma; L.: Duden s. u. Satsuma; Son.: vgl. nndl. satsuma, Sb., Satsuma; frz. satsuma, F., Satsuma; nschw. satsuma, Sb., Satsuma; kymr. satswma, M., Satsuma; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für eine der Mandarine ähnliche Zitruspflanze und ihre fast kernlose Frucht; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Satsuma, Satsumas+FW; Z.: Satsuma
satt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. satt, gesättigt, überdrüssig; ne. sated; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sat (1), Adj., satt, voll, gesättigt, genügend, hinreichend, befriedigt, überdrüssig, müde; mnd. sat (1), Adj., satt, gesättigt, genügend, überdrüssig, unlustig, betrunken, befriedigt, zufriedengestellt, hinreichend; mnl. sat, Adj., gesättigt, voll, genügend; ahd. sat, Adj., satt, gesättigt, voll; as. sad*, Adj., satt, gesättigt; anfrk. sad*, sat*, Adj., satt, gesättigt; germ. *sada-, *sadaz, Adj., satt; s. idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. satt, Kluge s. u. satt, DW 14, 1811, EWD s. u. satt, Falk/Torp 421, Heidermanns 458, EWAhd 7, 982, Duden s. u. satt, Bluhme s. u. satt; Son.: vgl. afries. -; ae. sæd, Adj., satt, überdrüssig, gesättigt; an. saðr (1), Adj., satt, gesättigt; got. saþs, sads, Adj. (a), satt; nndl. zad, Adj., satt; ne. sad, Adj., traurig; ai. sáith, Sb., Sattheit; gr. ἀᾶτος (aātos), Adj., ungesättigt, unersättlich; lat. satur, Adj., satt, gesättigt, reichlich; lit. sotùs, Adj., satt; ksl. sytŭ, Adj., satt; toch. AB si-, V., zufriedengestellt sein (V.); GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Tieren mögliches durch Nahrung gesättigt in Gegensatz zu hungerig; BM.: ?; F.: satt, satte, sattes, sattem, satten, satter(, sattere, satteres, satterem, satteren, satterer, sattest, satteste, sattestes, sattestem, sattesten, sattester)+EW; Z.: sa-t-t
Satte, nhd. (dial.), F., (18. Jh.): nhd. Satte, ein Milchgefäß; ne. bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu ahd. satta, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n)?, Satte, Schüssel, Schale (F.) (2), Korb; dieses entweder von germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von lat. satum (1), N., ein hebräisches Maß; semit. Fremdwort; L.: Kluge 1. A. s. u. Satte, Kluge s. u. Satte, DW 14, 1820, EWAhd 7, 992, Duden s. u. Satte; Son.: norddeutsch; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen oder mit dem Lateinischen des Altertums und dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Milchgefäß für Rahmansatz und Sauerwerden; BM.: sitzen? bzw. ein Maß?; F.: Satte, Satten+FW?+EW?; Z.: Sat-t-e
Sattel (1), nhd., st. M., (8. Jh.): nhd. Sattel (M.), Reitsattel; ne. saddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. satel, sadel, st. M., Sattel (M.); mnd. sādel (1), sadel, saddel, M., Sattel; mnl. sādel, M., Sattel; ahd. satul, satil, st. M. (a?), Sattel (M.), Reitsattel, Saumsattel; as. *sadul?, st. M. (a?), Sattel (N.); anfrk. -; germ. *sadla-, *sadlaz, *sadula-, *sadulaz, st. M. (a), Sattel (M.); s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sattel 1, DW 14, 1820, EWD s. u. Sattel, Falk/Torp 427, Seebold 397, EWAhd 7, 993, Duden s. u. Sattel, Bluhme s. u. Sattel; Son.: vgl. afries. sadel, st. M. (a), Sattel (M.); ae. sadol, sadel, sædel, sadul, st. M. (a), Sattel (M.); an. sǫðull, st. M. (a), Sattel (M.); got. -; nndl. zadel, Sb., Sattel; nschw. sadel, Sb., Sattel; nnorw. sadel, M., Sattel; ksl. sedlo, Sb., Sattel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen (*sed- (A), V., sitzen) verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht in China vor mehr als 2500 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten gepolsterten Sitz in geschwungener Form der zu einer Entlastung des Rückens des Reittiers und zu einer Sicherung des Reiters einem Reittier (beispielsweise Pferd) für den Reiter aufgelegt wird; BM.: sitzen; F.: Sattel, Sattels, Sättel, Sätteln+EW; Z.: Sat-t-el
Sattel (2), Satel, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Sattel (F.), ein Getreidemaß, ein Ackermaß; ne. a corn measure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sātel, st. M., st. N., st. F., Sattel (F.), ein Ackermaß, Acker von einer bestimmten Größe; mhd. sātele, st. M., st. N., st. F., Sattel (F.), ein Ackermaß; ahd. sātila*, sātala*, sw. F. (n), Sattel (F.), Maß, Getreidemaß; von einem frühroman. satellum, N., ein Getreidemaß; vgl. lat. satum (1), N., ein hebräisches Maß; semit. Fremdwort; oder es handelt sich um eine Ableitung von säen (s. d.); L.: Kluge s. u. Sattel 2, fehlt DW, EWAhd 7, 991; GB.: (sātila) seit um 765 belegte und vielleicht aus dem erschließbaren Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar dem Semitischen aufgenommene und umgebildete oder zu säen gebildete Bezeichnung für ein Getreidemaß; BM.: ein Getreidemaß bzw. säen?; F.: Sattel, Satteln, Satel, Sateln?+FW+EW?; Z.: Sat-t-el
$sattelfest, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sattelfest, sicher; E.: s. Sattel (M.), s. fest; L.: Kluge s. u. sattelfest, DW 14, 1825, EWD s. u. Sattel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sattel (M.) und fest gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Sattels durch den Menschen mögliches fest in dem Sattel (M.) sitzend oder erfahren (Adj.) oder sicher; F.: sattelfest, sattelfeste, sattelfestes, sattelfestem, sattelfesten, sattelfester(, sattelfestere, sattelfesteres, sattelfesterem, sattelfesteren, sattelfesterer, sattelfestest, sattelfesteste, sattelfestestes, sattelfestestem, sattelfestesten, sattelfestester)+EW; Z.: sat-t-el-fest
$satteln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. satteln; Vw.: s. ab-, um-; L.: Kluge s. u. Sattel, DW 14, 1826, EWD s. u. Sattel; GB.: (satulōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Sattel (M.) und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Sattels durch den Menschen mögliches ein Reittier mit einem Sattel versehen (V.); F.: satteln, sattel (!), sattle, sattele, sattelst, sattelt, sattelte, satteltest, sattelten, satteltet, gesattelt, ##gesattelt, gesattelte, gesatteltes, gesatteltem, gesattelten, gesattelter##, sattelnd, ###sattelnd, sattelnde, sattelndes, sattelndem, sattelnden, sattelnder###, sattel (!)+EW; Z.: sat-t-el-n
$Sattheit, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sattheit, Sättigung; E.: s. satt, s. heit; L.: Kluge s. u. satt, DW 14, 1830, EWD s. u. satt; GB.: (satheit) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus satt und heit gebildete Bezeichnung für Sättigung eines Lebewesens durch Nahrungsaufnahme; F.: Sattheit+EW; Z.: Sa-t-t-hei-t
$sättigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. sättigen, satt machen; E.: s. satt, s. ig (Suff.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. satt, DW 14, 1830, EWD s. u. satt; GB.: seit um 1275 (Berthold von Regensburch) belegte und aus satt und ig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für satt machen; F.: sättigen, sättige, sättigst, sättigt, sättigest, sättiget, sättigte, sättigtest, sättigten, sättigtet, gesättigt, ##gesättigt, gesättigte, gesättigtes, gesättigtem, gesättigten, gesättigter##, sättigend, ###sättigend, sättigende, sättigendes, sättigendem, sättigenden, sättigender###, sättig (!)+EW; Z.: sä-t-t-ig-en
$Sattler, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sattler; L.: Kluge s. u. Sattel, DW 14, 1834, EWD s. u. Sattel; GB.: (satulāri*) seit 12. Jh. belegte und aus Satt(e)l (M.) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nach Entwicklung des Sattels durch Arbeitsteilung entstandenen Sattelmacher; F.: Sattler, Sattlers, Sattlern+EW; Z.: Sat-t-l-er
$sattsam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sattsam, genügend, sattmachend; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. satt, s. sam; L.: DW 14, 1835, EWD s. u. satt; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus satt und sam gebildete Bezeichnung für genügend oder sattmachend; F.: sattsam, sattsame, sattsames, sattsamem, sattsamen, sattsamer(, sattsamere, sattsameres, sattsamerem, sattsameren, sattsamerer, sattsamst, sattsamste, sattsamstes, sattsamstem, sattsamsten, sattsamster)+EW; Z.: sa-t-t-sam
$Saturei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Saturei, Bohnenkraut; E.: s. lat. satureia; L.: Kluge 1. A. s. u. Saturei; GB.: (saturei) seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unbekannte (wohl Fremdwort) Bezeichnung für sachlich schon älteres Bohnenkraut; F.: Saturei, Satureien+FW+EW; Z.: Sa-t-ur-ei
saturieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. saturieren, sättigen, befriedigen; ne. saturate (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. saturāre; E.: s. lat. saturāre, V., sättigen, befriedigen, stillen, erfüllen, vollfüllen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. satur, Adj., satt, gesättigt, reichlich, fruchtbar, voll, dicht, fett; idg. *sā-, *sə-, *seh₂-, *seh₂i-, Adj., V., satt, sättigen, satt werden, Pokorny 876 (1529/1) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. saturieren, fehlt DW, EWD s. u. saturieren, Duden s. u. saturieren; Son.: vgl. frz. saturer, V., saturieren; nschw. saturera, V., saturieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Tieren mögliches sättigen oder befriedigen oder bewirken dass ein Verlangen etwas Bestimmtes zu bekommen gestillt ist; BM.: satt bzw. sättigen; F.: saturieren, saturiere, saturierst, saturiert, saturierest, saturieret, saturierte, saturiertest, saturierten, saturiertet, ##saturiert, saturierte, saturiertes, saturiertem, saturierten, saturierter##, saturierend, ###saturierend, saturierende, saturierendes, saturierendem, saturierenden, saturierender###, saturier (!)+FW(+EW?); Z.: sa-t-ur-ier-en
$saturiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. saturiert, gesättigt, befriedigt, satt; L.: Kluge s. u. saturieren, fehlt DW, EWD s. u. saturieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus saturier(en) und t (Suff.) gebildete und damit aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Tieren mögliches gesättigt oder befriedigt oder satt; F.: saturiert, saturierte, saturiertes, saturiertem, saturierten, saturierter(, saturiertere, saturierteres, saturierterem, saturierteren, saturierterer, saturiertest, saturierteste, saturiertestes, saturiertestem, saturiertesten, saturiertester)+FW(+EW?); Z.: sa-t-ur-ier-t
Satyr, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Satyr, lüsterner Waldgeist; ne. satyr; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. Satyrus; E.: s. lat. Satyrus, M., Satyr, (81-43 v. Chr.); gr. σάτυρος (sátyros), M., Satyr; weitere Herkunft ungeklärt, Fremdwort?; L.: Kluge s. u. Satyr, DW 14, 1836, Duden s. u. Satyr; Son.: vgl. nndl. sater, Sb., Satyr; frz. satyre, M., Satyr; nschw. satyr, Sb., Satyr; nnorw. satyr, M., Satyr; poln. satyr, M., Satyr; kymr. satyr, M., Satyr; nir. saitirm, M., Satyr; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen des Altertums möglichen einen menschlichem Körper mit tierischen Zügen aufweisenden lüsternen Waldgeist; BM.: ?; F.: Satyr, Satyrs, Satyrn+FW; Z.: Satyr
Satz, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Satz, Serie, Spruch, Zusammenstellung; ne. phrase (N.), set (N.); Vw.: -; Hw.: s. setzen, sitzen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. saz, satz, sat, st. M., Stelle, Sitz, Bestimmung, rechtliche Bestimmung, Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Art und Weise, Maß, Lage, Vertrag, Stand, Status, Stellung; ahd. saz*, st. M. (a?, i?), Bestimmung?, Satz?; s. germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Satz, Kluge s. u. Satz, setzen, DW 14, 1837, EWD s. u. Satz, Duden s. u. Satz, Bluhme s. u. Satz; Son.: vgl. nschw. sats, Sb., Satz; nnorw. sett, N., Satz; GB.: (saz) seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus mehreren Wörtern bestehende und in sich geschlossene und eine Aussage oder Frage enthaltende sprachliche Einheit wie beispielsweise es werde Licht oder wer mit seinem Leben zufrieden ist schaut weniger auf das Leben anderer oder (lat.) cogito ergo sum oder erkenne dich selbst oder wer bin ich; BM.: Gesetztes bzw. sitzen; F.: Satz, Satzes, Sätze, Sätzen+EW; Z.: Satz
$Satzung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Satzung, Festsetzung, Festlegung, Ordnung, Verfügung, Bestimmung; Vw.: s. Be-; E.: satz(en) oder setz(en), s. ung; L.: DW 14, 1841, EWD s. u. Satz; GB.: (satzunge) vor 1190 belegte und aus satz(en) oder setz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche von Menschen entwickelte und bestimmte Festsetzung oder Festlegung oder Ordnung oder Verfügung oder Bestimmung; F.: Satzung, Satzungen+EW; Z.: Satz-ung
Sau, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sau, weibliches Schwein; ne. sow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sū, st. F., Sau; mnd. sū, sūwe, F., Sau, ausgewachsenes Schwein; ahd. sū, st. F. (i), Sau, Schwein, Mutterschwein; as. sū, st. F. (i), Sau; anfrk. -; germ. *sū-, F., Sau; idg. *sū̆s, *suu̯ós, Sb., Schwein, Sau, Pokorny 1038 (1786/258) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *seu- (2), *seu̯ə-, *sū̆-, V., gebären, Pokorny 913 (1592/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sau, Kluge s. u. Sau, DW 14, 1843, EWD s. u. Sau, Falk/Torp 442, Duden s. u. Sau, Bluhme s. u. Sau; Son.: vgl. afries. -; ae. sū, st. F. (i?), Sau; ae. sugu, F., Sau; an. sȳr (1), F., Sau; got. *sūs, F. (kons.), Sau; ai. sūkará-, M., Schwien, Eber; av. hū-, Sb., Schwein; gr. ὗς (hys), M., F., Schwein, Sau; lat. sūs, Sb., Schwein, Sau; kymr. hwch, F., Sau; air. socc, soc, Sb., Pflugschar, Schnauze; lett. suvēns, sivēns, M., Ferkel; toch. B suwo, Sb., Schwein; GB.: (sū) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und mit allgemeinerer Bedeutung für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches weibliches Schwein; BM.: gebären; F.: Sau, Sauen+EW; Z.: Sau
sauber, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. sauber, säuberlich, rein; ne. clean (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. suber, sūber, sūver, sūfer, Adj., sauber, rein, reinlich, schön, hübsch; mnd. sǖver (1), suver, Adj., sauber, hell, klar, frei von Verunreinigung seiend, rein, unberührt, jungfräulich; mnl. sūver, Adj., sauber; ahd. sūbar*, Adj., sauber, rein, lauter; ahd. sūbari*, Adj., sauber, rein; as. sūvri*, sūvar*, Adj., sauber; anfrk. -; germ. *sūbri-, *sūbriz, Adj., sauber; lat. sōbrius, Adj., nüchtern, enthaltsam, vernünftig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. *sē-ēbrius; lat. sē, sēd, Präp., ohne; lat. ēbrius, Adj., betrunken, berauscht; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. sauber, Kluge s. u. sauber, DW 14, 1848, EWD s. u. sauber, Falk/Torp 445, Duden s. u. sauber, Bluhme s. u. sauber; Son.: vgl. afries. -; ae. sȳfre, Adj., sauber, rein, keusch, enthaltsam, nüchtern, mäßig; an. -; got. -; nndl. sober, Adj., schlicht; nndl. zuiver, Adj., sauber; ne. sober, Adj., nüchtern; nschw. sober, Adj., nüchtern; nnorw. sober, Adj., nüchtern; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches rein in Gegensatz zu schmutzig oder dreckig; BM.: für sich; F.: sauber, saubere, sauberes, sauberem, sauberen, sauberer(, sauberere, saubereres, saubererem, saubereren, saubererer, sauberst, sauberste, sauberstes, sauberstem, saubersten, sauberster)+FW; Z.: sau-b-er
$Sauberkeit, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Sauberkeit, Reinheit; E.: s. sauber, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. sauber, DW 14, 1853, EWD s. u. sauber; GB.: (unsūberheit) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus sauber (und ig) sowie heit gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliche Reinheit in Gegensatz zu Schmutz oder Dreck; F.: Sauberkeit, Sauberkeiten+FW+EW; Z.: Sau-b-er-kei-t
$säuberlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. säuberlich, sauber, rein; E.: s. sauber, s. lich; L.: Kluge s. u. sauber, DW 14, 1854, EWD s. u. sauber; GB.: (sūberlich) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus sauber und lich gebildete Bezeichnung für sauber oder rein oder schön oder hübsch; F.: säuberlich, säuberliche, säuberliches, säuberlichem, säuberlichen, säuberlicher(, säuberlichere, säuberlicheres, säuberlicherem, säuberlicheren, säuberlicherer, säuberlichst, säuberlichste, säuberlichstes, säuberlichstem, säuberlichsten, säuberlichster)+FW+EW; Z.: säu-b-er-lich
$säubern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. säubern, sauber machen, reinigen; L.: Kluge s. u. sauber, DW 14, 1857, EWD s. u. sauber; GB.: seit um 830 belegte und aus sauber und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sauber machen oder reinigen; F.: säubern, säubere, säuber (!), säuberst, säubert, säuberte, säubertest, säuberten, säubertet, gesäubert, gesäuberte, gesäubertes, gesäubertem, gesäuberten, gesäuberter, säubernd, säuberndes, säuberndem, säubernden, säubernderFW(+EW?); Z.: säu-b-er-n
$Säuberung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Säuberung, Reinigung, Läuterung; E.: s. säuber(n), s. ung; L.: DW 14, 1859, EWD s. u. sauber; GB.: (sūberunge) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus säuber(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Reinigung oder Läuterung; F.: Säuberung, Säuberungen+FW+EW; Z.: Säu-b-er-ung
$Saubohne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Saubohne; E.: s. Sau, s. Bohne; L.: Kluge s. u. Saubohne, DW 14, 1859; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung und aus Sau und Bohne gebildete Bezeichnung für die früher weit verbreitete und zu den Wicken gehörende Ackerbohne die später durch die Gartenbohne und Feuerbohne abgelöst und fast nur noch an Schweine (Säue) verfüttert wurde; F.: Saubohne, Saubohnen+EW; Z.: Sau—boh-n-e
Sauciere, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sauciere, Soßenschüssel; ne. sauciere, gravy boat; Vw.: -; Hw.: s. Soße; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. saucière; E.: s. frz. saucière, F., Sauciere; vgl. frz. sauce, F., Sauce, Soße; lat. salsa, F., gesalzene Brühe; vgl. lat. sāl, M., N., Salz, Verstand, Feinheit, Klugheit, Geschmack, Meer, Meerwasser; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Soße, fehlt DW, EWD s. u. Soße, Duden s. u. Sauciere; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gefäß zu dem Servieren von Soße (Soßenschüssel); BM.: Salz; F.: Sauciere, Saucieren+FW; Z.: Sau-c-ier-e
$saudumm, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. saudumm; E.: s. Sau, s. dumm; L.: DW 14, 1860, EWD s. u. Sau; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sau und dumm gebildete Bezeichnung für wie eine Sau dumm obwohl Schweine von dem Menschen allgemein als ziemlich klug angesehen werden; F.: saudumm, saudumme, saudummes, saudummem, saudummen, saudummer(, saudümmer, saudümmere, saudümmeres, saudümmerem, saudümmeren, saudümmerer, saudümmste, saudümmstes, saudümmstem, saudümmsten, saudümmster)+EW; Z.: sau—du-mm
$sauen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sauen; Vw.: s. ver-; E.: s. Sau, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sau, DW 14, 1860, EWD s. u. Sau; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sau und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Ferkel gebären oder sich wie eine Sau verhalten (V.); F.: sauen (!), saue (!), saust (!), saut (!), sauest, sauet, saute, sautest, sauten, sautet, gesaut, ##gesaut, gesaute, gesautes, gesautem, gesauten, gesauter##, sauend, ###sauend, sauende, sauendes, sauendem, sauenden, sauender###, sau (!)+EW; Z.: sau-en
sauer, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sauer, scharf und zusammenziehend, verdorben, verärgert; ne. sour (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Säure, Saurach, Sammelsurium; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sūr, Adj., sauer, herb, scharf, bitter; mnd. sūr (1), suer, suir, sūre, Adj., sauer, scharf, streng, herb, hart, schneidend, widrig, grämlich; mnl. suur, Adj., sauer, unangenehm; ahd. sūr* (1), Adj., bitter, sauer, scharf; as. *sūr?, Adj., sauer; anfrk. -; germ. *sūra-, *sūraz, Adj., sauer, salzig, feucht; idg. *sūro-, *souro-, Adj., sauer, salzig, bitter, Pokorny 1039; s. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sauer, Kluge s. u. sauer, EWD s. u. sauer, DW 14, 1861, Falk/Torp 446, Heidermanns 568, Duden s. u. sauer, Bluhme s. u. sauer; Son.: vgl. afries. -; ae. sūr, Adj., sauer, scharf, gesäuert; an. sūrr, Adj., sauer, bitter, triefend, unangenehm; got. -; nndl. zuur, Adj., sauer; nschw. sūr, Adj., sauer; nnorw. sur, Adj., sauer; lat. sūcus, M., Geschmack, Geist, Kraft; ksl. syrŭ, Adj., nass, feucht; lit. sū́ras, Adj., salzig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für scharf und zusammenziehend in Gegensatz zu süß und angenehm und wohlschmeckend; BM.: Saft bzw. rinnen; F.: sauer, sauere, saueres, sauerem, saueren, sauerer(, sauerere, sauereres, sauererem, sauereren, sauererer, sauerst, sauerste, sauerstes, sauerstem, sauersten, sauerster)+EW; Z.: sau-er
$Sauerampfer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Sauerampfer; E.: s. sauer, s. Ampfer; L.: Kluge s. u. Sauerampfer, DW 14, 1869, EWD s. u. sauer; GB.: (sūrampfer) seit Anfang 14. Jh. belegte und aus sauer und Ampfer gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche weit verbreitete kleine Pflanze der Knöterichgewächse; F.: Sauerampfer, Sauerampfers, Sauerampfern+EW; Z.: Sau-er—am-pf-er
$Sauerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sauerei, Schweinerei; E.: s. Sau, s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Sau, DW 14, 1871, EWD s. u. Sau; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Sau und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Schweinerei oder eine schmutzige Handlung mindestens eines Menschen; F.: Sauerei, Sauereien+EW; Z.: Sau-er-ei
$Sauerkraut, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Sauerkraut; E.: s. sauer, s. Kraut; L.: DW 14, 1872, EWD s. u. Kraut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus sauer und Kraut gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und aus geschnittenem und mit Essig oder Salz angemachtem Kohl gebildete Speise; F.: Sauerkraut, Sauerkrautes, Sauerkrauts, Sauerkraute, Sauerkrauten+EW; Z.: Sau-er—krau-t
$säuerlich, nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. säuerlich, etwas sauer, herb; L.: Kluge s. u. sauer, DW 14, 1872, EWD s. u. sauer; GB.: seit 1300-1329 belegte und aus sauer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches etwas sauer oder herb; F.: säuerlich, säuerliche, säuerliches, säuerlichem, säuerlichen, säuerlicher(, säuerlichere, säuerlicheres, säuerlicherem, säuerlicheren, säuerlicherer, säuerlichst, säuerlichste, säuerlichstes, säuerlichstem, säuerlichsten, säuerlichster)+EW; Z.: säu-er-lich
$säuern, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. säuern, sauer sein (V.), sauer werden, sauer machen; E.: s. sauer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. sauer, DW 14, 1873, EWD s. u. sauer; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus sauer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sauer (sein) oder sauer werden oder sauer machen; F.: säuern, säuere, säuer (!), säuerst, säuert, säuerte, säuertest, säuerten, säuertet, gesäuert, ##gesäuert, gesäuerte, gesäuertes, gesäuertem, gesäuerten, gesäuerter##, säuernd, ###säuernd, säuerndes, säuerndem, säuernden, säuernder###, säuer (!)+EW; Z.: säu-er-n
$Sauerstoff, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sauerstoff; E.: s. sauer, s. Stoff; L.: Kluge s. u. Sauerstoff, DW 14, 1874, EWD s. u. sauer; GB.: seit 18. Jh. als Lehnübertragung mit der Bedeutung Säureerzeuger nach frz. oxygène aus sauer und Stoff gebildete Bezeichnung für das seit vor 3,5 Milliarden Jahren von den aus Wasser durch Photosynthese seitens des noch keinen Zellkern aufweisenden Bakteriums Blaualge freigesetzte und 1772 von Carl Wilhelm Scheele sowie 1774 von Joseph Priestley entdeckte farblose und geruchlose sowie sehr reaktive und in der Gegenwart rund 21 Prozent der Atmosphäre der Erde und 46,6 Prozent der Erdkruste ausmachende und in der Natur nur als Molekül O2 vorkommende Gas mit einem Masseanteil von 50,5 Prozent an der Erdhülle bis 16 Kilometer Tiefe einschließlich der Hydrosphäre und Atmosphäre (chemisches Element Nr. 8, abgekürzt O für Oxygenium); F.: Sauerstoff, Sauerstoffes, Sauerstoffs+EW+FW; Z.: Sau-er—stoff
$Sauerteig, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Sauerteig; E.: s. sauer, s. Teig; L.: DW 14, 1874, EWD s. u. sauer; GB.: (sūrteic) vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus sauer und Teig gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit 6000 Jahren entwickelten und verwendeten und durch Milchsäurebakterien und Hefen durch Zusatz von Mehl und Wasser in fortlaufender Gärung gehaltener und dem Brotteig als Mittel der Gärung und Lockerung zugesetzter Teig; F.: Sauerteig, Sauerteiges, Sauerteigs, Sauerteige, Sauerteigen+EW; Z.: Sau-er—teig
$Sauertopf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sauertopf, mürrischer Mensch; L.: Kluge s. u. Sauertopf, DW 14, 1874, EWD s. u. sauer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sauer und Topf gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und für Essig bestimmten Topf sowie übertragen (Adj.) für einen mürrischen Menschen; F.: Sauertopf, Sauertopfs, Sauertopfes, Sauertöpfe, Sauertöpfen+EW; Z.: Sau-er—topf
$sauertöpfisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sauertöpfisch, Sauertopf betreffend, mürrisch; L.: Kluge s. u. Sauertopf, (DW 14, 1874 Sauertopf); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sauertopf und isch gebildete Bezeichnung für Sauertopf betreffend; F.: sauertöpfisch, sauertöpfische, sauertöpfisches, sauertöpfischem, sauertöpfischen, sauertöpfischer(, sauertöpfischere, sauertöpfischeres, sauertöpfischerem, sauertöpfischeren, sauertöpfischerer, sauertöpfischst, sauertöpfischste, sauertöpfischstes, sauertöpfischstem, sauertöpfischsten, sauertöpfischster)+EW; Z.: sau-er—töpf-isch
$Saufeder, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Saufeder; E.: s. Sau, s. Feder; L.: Kluge s. u. Saufeder, DW 14, 1877; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sau und Feder gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Spieß (für die Schweinejagd) oder eine lanzenähnliche Waffe; F.: Saufeder, Saufedern+EW; Z.: Sau—fed-er
saufen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. saufen, schlürfen, heftig trinken; ne. booze (V.), sup (V.); Vw.: (s. be-); Hw.: s. Gesöff, Suff, süffig, seufzen; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. sūfen, st. V., schlürfen, trinken; mnd. sūpen (1), st. V., schlürfen, saufen, sippen, dickflüssige Nahrung zu sich nehmen, einnehmen; mnd. *sȫpen? (1), st. V., saufen, trinken; mnl. supen, V., saufen; ahd. sūfan, st. V. (2a), trinken, saufen, versinken, schlürfen, schöpfen (V.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *sūpan, st. V., schlürfen, saufen; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. saufen, Kluge s. u. saufen, DW 14, 1877, EWD s. u. saufen, Falk/Torp 444, Seebold 399, Duden s. u. saufen, Bluhme s. u. saufen; Son.: vgl. afries. *sūpa?, st. V. (2), saufen; ae. sūpan, st. V. (2), saufen, schlürfen, trinken; an. sūpa, st. V. (2), saufen, schlürfen; got. *sūpan, st. V., saufen; nndl. zuipen, V., saufen; ne. sup, V., schlürfen; nschw. supa, V., saufen; nnorw. supe, V., saufen; GB.: (sūfan) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches besonders heftig trinken; BM.: feucht bzw. saugen; F.: saufen, saufe, säufst, säuft, sauft, saufest, saufet, soff, soffst, soffen, sofft, söffe, söffest, söffen, söffet, gesoffen, ##gesoffen, gesoffene, gesoffenes, gesoffenem, gesoffenen, gesoffener##, saufend, ###saufend, saufende, saufendes, saufendem, saufenden, saufender###, sauf (!)+EW; Z.: sau-f-en
$Säufer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Säufer, Trinker; E.: s. sauf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. saufen, DW 14, 1877, EWD s. u. saufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus sauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen saufenden Menschen oder Trinker; F.: Säufer, Säufers, Säufern+EW; Z.: Säu-f-er
$Sauferei, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Sauferei, Saufgelage; E.: s. sauf(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. saufen, DW 14, 1877, EWD s. u. saufen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus sauf(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Menschen mögliches fortgesetztes Saufen oder ein Saufgelage, F.: Sauferei, Saufereien+EW; Z.: Sau-f-er-ei
saugen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. saugen, lutschen, nuckeln; ne. suck; Vw.: -; Hw.: s. Sog, säugen, suckeln; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. sūgen, st. V., saugen; mnd. sūgen (1), st. V., saugen, Muttermilch saugen, aufsaugen, Sinn bzw. geistliche Lehre aus einer schriftlichen Quelle entnehmen; ahd. sūgan*, st. V. (2a), saugen, trinken, in sich aufnehmen; as. sūgan*, st. V. (2a), saugen; anfrk. -; germ. *sūgan, st. V., saugen; idg. *seuk-, *sū̆k-, Sb., V., Saft, saugen, Pokorny 912; s. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. saugen, Kluge s. u. saugen, DW 16, 1888, EWD s. u. saugen, Falk/Torp 443, Seebold 398, Duden s. u. saugen, Bluhme s. u. saugen; Son.: vgl. afries. -; ae. sūgan, st. V. (2), saugen, einsaugen; an. sūga, sjūga, st. V. (2), säugen; got. -; nndl. zuigen, V., saugen; nschw. suga, V., saugen; nnorw. suge, V., saugen; ai. sunoti, V., presst aus; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung der Säugetiere mögliches lutschen oder nuckeln oder etwas Flüssiges in sich aufnehmen; BM.: feucht; F.: saugen, sauge, saugst, saugt, saugest, sauget, saugte, saugtest, saugten, saugtet, sog, sogst, sogen, sogt, gesaugt, ##gesaugt, gesaugte, gesaugtes, gesaugtem, gesaugten, gesaugter##, gesogen, ##gesogen, gesogene, gesogenes, gesogenem, gesogenen, gesogener##, saugend, ###saugend, saugende, saugendes, saugendem, saugenden, saugender###, saug (!)+EW; Z.: sau-g-en
säugen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. säugen, saugen lassen, saugen machen; ne. nourish; Vw.: -; Hw.: s. saugen, Sog; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sougen, sw. V., säugen, stillen; mnd. sȫgen (1), soegen, soͤgen, sw. V., säugen, Brust geben, zu saugen geben, nähren, freundlich erweisen; mnl. sōghen, sw. V., säugen; ahd. sougen*, sw. V. (1a), säugen, nähren, ernähren, stillen, saugen; as. sôgian*, sw. V. (1a), säugen; anfrk. -; germ. *saugjan, sw. V., säugen; idg. *seuk-, *sū̆k-, Sb., V., Saft, saugen, Pokorny 912; s. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. säugen, Kluge s. u. säugen, DW 14, 1891, EWD s. u. säugen, Falk/Torp 443, Seebold 398, Duden s. u. säugen, Bluhme s. u. saeugen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. zogen, V., säugen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Säugetiere mögliches saugen lassen oder saugen machen oder saugend trinken lassen; BM.: Saft bzw. saugen; F.: säugen, säuge, säugst, säugt, säugest, säuget, säugte, säugtest, säugten, säugtet, gesäugt, ##gesäugt, gesäugte, gesäugtes, gesäugtem, gesäugten, gesäugter##, säugend, ###säugend, säugende, säugendes, säugendem, säugenden, säugender###, säug (!)+EW; Z.: säu-g-en
$Säugetier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Säugetier; Q.: 1782?; E.: s. säuge(n), s. Tier; L.:, DW 14, 1893 (Säugethier), EWD s. u. säugen; GB.: vielleicht 1782 von Blumenbach nach nlat. mammale aus säuge(n) und Tier gebildete Bezeichnung für ein seit vor mehr als 300 Millionen Jahren entwickeltes seine Nachkommen in der ersten Zeit durch den Körpersaft Milch ernährendes Tier eischließlich des Menschen; F.: Säugetier, Säugetieres, Säugetiers, Säugetiere, Säugetieren+EW; Z.: Säu-g-e—tie-r
$Säugling, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Säugling; E.: s. säug(en), s. ling; L.: Kluge s. u. saugen, DW 14, 1894, EWD s. u. saugen; GB.: (sūgelinc) seit 1343 belegte und vielleicht nach nlat. mammale aus säug(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Säugetiere vor mehr als 300 Millionen Jahren und seit Entstehung des Menschen möglichen Nachkommen eines zunächst durch Muttermilch ernährten Säugetiers oder Menschen; F.: Säugling, Säuglings, Säuglinges, Säuglinge, Säuglingen+EW; Z.: Säu-g-ling
$säuisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. säuisch; E.: s. Sau, s. isch; L.: Kluge s. u. Sau, DW 14, 1899, EWD s. u. Sau; GB.: (siuwisch) seit 1408/1410 belegte und vielleicht nach lat. suillus oder suinus aus Sau und isch gebildete Bezeichnung für eine Sau betreffend oder schweinisch; F.: säuisch, säuische, säuisches, säuischem, säuischen, säuischer(, säuischere, säuischeres, säuischerem, säuischeren, säuischerer, säuischst, säuischste, säuischstes, säuischstem, säuischsten, säuischster)+EW; Z.: säu-isch
Säule (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Säule (F.) (1), Pfeiler; ne. pillar, column; Vw.: s. Litfaß-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sūl, st. F., Säule (F.) (1), Pfosten, Pfeiler; mnd. sūl (1), sul, sūle, sule, suwel, F., Säule, Pfeiler, Pfosten, Pfahl, Schaft, Armbrustschaft; mnl. sūle, F., Säule (F.) (1); ahd. sūl, st. F. (i), Säule (F.) (1), Stele, Pfosten, Brett; as. sūl?, st. F. (i), Säule (F.) (1); anfrk. sūl, st. F. (i), Säule (F.) (1); germ. *sūli-, *sūliz, st. F. (i), Säule (F.) (1); vgl. idg. *kseu-, V., kratzen, schaben, Pokorny 586; idg. *kes-, V., kratzen, kämmen, Pokorny 585 (905/137) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Säule 1, Kluge s. u. Säule 1, DW 14, 1900, EWD s. u. Säule 1, Falk/Torp 446, Duden s. u. Säule, Bluhme s. u. Saeule 1; Son.: vgl. afries. sēle (1), st. F. (i), Säule (F.) (1), Ständer; ae. sȳl, st. F. (i), Säule (F.) (1), Pfeiler, Stütze; an. sūl, st. F. (i), Säule (F.) (1); got. sauls, st. F. (i), Säule (F.) (1); nndl. zuil, Sb., Säule (F.) (1); nnorw. søyle, M., F., Säule (F.) (1); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen nach natürlichem Vorbild seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete walzenförmige meist aus Basis und Schaft sowie Kapitell bestehende senkrechte Stütze oder Zierde eines Bauwerks; BM.: kratzen; F.: Säule, Säulen+EW; Z.: Säu-l-e
Säule (2), nhd. (ält.), F., (11. Jh.?): nhd. Säule (F.) (2), Ahle; ne. awl, pricker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. siuwele, siule, sw. F., Säule (F.) (2), Pfrieme; mnd. sǖwele, sǖele, F., Säule (F.) (1), Pfriem, Schusterahle, Elze; mnd. sǖle, sule, sūl, suel, F., M., „Säule“ (F.) (2), Pfriem, Ahle; mnl. sule, suyle, F., Pfriem; ahd. siuwila*, siula, suila, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ahle, Pfrieme; as. siula, st. F. (ō), sw. F. (n), Säule (F.) (2), Pfriem; anfrk. -; germ. *seuwilō, st. F. (ō), Ahle, Säule (F.) (2); s. idg. *si̯ū-, *sīu̯-, *sū-, si̯eu̯H-, V., nähen, Pokorny 915 (1599/71) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Säule 2, Kluge s. u. Säule 2, DW 14, 1900, Falk/Torp 442, EWAhd 7, 1301, Duden s. u. Säule, Bluhme s. u. Saeule 2; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (siuwila) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon früher entwickeltes und seitdem verwendetes spitzes Werkzeug zu einem Einstechen von Löchern beispielsweise in Leder (Ahle); BM.: nähen; F.: Säule, Säulen+EW; Z.: Säu-l-e
Saum (1), nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Saum (M.) (1), umgelegter und festgenähter Rand eines Stückes Zeug; ne. hem (N.), seam (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. soum (1), st. M., Saum (M.) (1), Gewandrand, Land, Grenze; mnd. sōm (1), soem, zoem, zoͤm, sōme, M., Saum (M.) (1), Band (N.), umgelegter Rand eines Zeugstücks, durch Besatz geschützter Rand, Zierrand; mnl. soom, M., Saum (M.) (1); ahd. soum (1), st. M. (a?), Rand, Saum (M.) (1); as. sôm (1), st. M. (a?), Saum (M.) (1), Rand; anfrk. -; germ. *sauma-, *saumaz, st. M. (a), Saum (M.) (1), Naht; idg. *si̯ūmen-, Sb., Band (N.), Pokorny 915; s. idg. *si̯ū-, *sīu̯-, *sū-, *si̯eu̯H-, V., nähen, Pokorny 915 (1599/71) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saum 1, Kluge s. u. Saum 1, DW 14, 1905, EWD s. u. Saum, Duden s. u. Saum, Bluhme s. u. Saum 1; Son.: vgl. afries. sâm, st. M. (a), Saum (M.) (1), Rand; nfries. seam; ae. séam (1), st. M. (a), Saum (M.) (1), Naht, Verbindung; an. saumr, st. M. (a), Saum (M.) (1); got. -; nndl. zoom, Sb., Saum (M.) (1); nschw. säm, Sb., Saum (M.) (1); nnorw. søm, M., Saum (M.) (1); ai. syū́man-, Sb., Band, Naht; gr. ὑμήν (hymḗn) (1), M., Häutchen, dünnes Häutchen, Sehne, Band (N.); lat. suere, V., nähen; apreuß. schumeno, Sb., Schusterdraht; lit. siū́ti, V., nähen; ksl. šiti, V., nähen; heth. šumanza, Sb., Seil, Strick (M) (1); GB.: (soum) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung und Verwendung von Gewebe möglichen nach der Innenseite genähten Rand eines Gewebes; BM.: nähen; F.: Saum, Saumes, Saums, Säume, Säumen+EW; Z.: Sau-m
Saum (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Saum (M.) (2), Last; ne. load (N.); Vw.: -; Hw.: s. Säumer; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. soum, st. M., Saum (M.) (2), Last, Gepäck; mnd. sōm (2), sōme, zoem*, M., Saum (M.) (2), Saumsattel, Last eines Saumtiers, bestimmtes Getreidemaß, Packen (M.), Ballen (M.); ahd. soum (2), st. M. (a)?, Saum (M.) (2), Last, Bürde, Packtasche, Packsattel, Gepäck; as. sôm (2), st. M. (a?), Saumlast; germ. *sauma, Sb., Saumtier; mlat. sauma, F., Last, Lastesel, Saumtier; vgl. lat. sagma, F., N., Saumsattel, Packsattel, (nach 220 n. Chr.); gr. σάγμα (ságma), F., Decke, Saumsattel; vgl. idg. *tu̯ā̆k- (1), *tuk-, V., umschließen, schnüren, Pokorny 1098 (1907/84) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saum 2, Kluge s. u. Saum 2, DW 14, 1908, Duden s. u. Saum, Bluhme s. u. Saumtier; Son.: vgl. ae. séam (2), st. M. (a), Saum (M.) (2), Saumlast, Bürde, Sack, Pferdegeschirr; frz. bête de somme, F., Saumtier; GB.: (soum) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete besonders von Tieren getragene Last; BM.: schnüren; F.: Saum, Saumes, Saums, Säume, Säumen+FW; Z.: Saum
säumen (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. säumen (V.) (1), verbrämen; ne. seam (V.), fringe (V.); Vw.: -; Hw.: s. Saum (1); Q.: 15. Jh.?; E.: s. Saum (1); L.: Kluge s. u. säumen 1, DW 14, 1914, EWD s. u. Saum, Duden s. u. säumen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Saum und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches und von Menschen entwickeltes und verwendetes ein Gewebe mit einem genähten Rand versehen (V.); BM.: nähen; F.: säumen (!), säume (!), säumst, säumt, säumest, säumet, säumte, säumtest, säumten, säumtet, gesäumt, ##gesäumt, gesäumte, gesäumtes, gesäumtem, gesäumten, gesäumter##, säumend, ###säumend, säumende, säumendes, säumendem, säumenden, säumender###, säum (!)+EW; Z.: säu-m-en
säumen (2), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. säumen (V.) (3), aufhalten, verweilen, zögern, warten; ne. tarry (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sūmen, sw. V., aufhalten, verzögern; mnd. sǖmen (1), sumen, swinen, sw. V., säumen (V.) (1), versäumen, träge sein (V.), zögern, zaudern, abwarten, sich aufhalten, verweilen; ahd. sūmen*, sw. V. (1a), nachgeben; as. -; anfrk. -; germ. *sūmjan, sw. V., säumen (V.) (3), zögern; s. idg. *seu̯ə-?, sū-?, V., lassen?, Pokorny 915? (1596/68) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. säumen, Kluge s. u. säumen 2, DW 14, 1911, EWD s. u. säumen 2, Duden s. u. säumen, Bluhme s. u. saeumen 2; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. verziumen, V., versäumen; ? ai. suváti, V., treibt an; ? gr. ἐᾶν (ean), V., lassen, zulassen, in Ruhe lassen; GB.: (sūmen) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aufhalten oder verweilen oder zögern oder mit der Ausführung von etwas warten; BM.: lassen?; F.: säumen (!), säume (!), säumst, säumt, säumest, säumet, säumte, säumtest, säumten, säumtet, gesäumt, ##gesäumt, gesäumte, gesäumtes, gesäumtem, gesäumten, gesäumter##, säumend, ###säumend, säumende, säumendes, säumendem, säumenden, säumender###, säum (!)+EW; Z.: säum-en
Säumer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Säumer, Saumtier, Saumtiertreiber, Saumtierbesitzer; ne. sumpter, pack-horse, leader of pack-horses; Vw.: -; Hw.: s. Saum 2; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. soumære, st. M., Führer von Saumtieren; mnd. sȫmære*, sȫmer, sȫmere, zoemer, soymmer, sömmer, M., Saumtier, Saumpferd, Lastpferd; ahd. soumāri, st. M. (ja), Saumpferd, Saumtier, Packpferd, Lasttier, Führer von Lasttieren, Reitknecht; as. sômari, st. M. (ja), Saumtier; lat. sagmārius, M., Saumross, Saumpferd, (4./5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sagma, F., N., Saumsattel, Packsattel; gr. σάγμα (ságma), F., Decke, Saumsattel; vgl. idg. *tu̯ā̆k- (1), *tuk-, V., umschließen, schnüren, Pokorny 1098 (1907/84) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saum 2, DW 14, 1915, Duden s. u. Säumer; GB.: (soumāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen Saumtiertreiber oder Saumtierbesitzer; BM.: schnüren; F.: Säumer, Säumers, Säumern+FW; Z.: Säum-er
$säumig, nhd., Adj., (9./10. Jh.): nhd. säumig, verspätet; E.: s. säum(en), s. ig; L.: DW 14, 1917, EWD s. u. säumen 2; GB.: (sūmīg*) vielleicht seit 9./10. Jh. belegte und aus säum(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verspätet; F.: säumig, säumige, säumiges, säumigem, säumigen, säumiger(, säumigere, säumigeres, säumigerem, säumigeren, säumigerer, säumigst, säumigste, säumigstes, säumigstem, säumigsten, säumigster)+EW; Z.: säum-ig
$Säumnis, nhd., F., N., (14. Jh.?): nhd. Säumnis. Saumsal, Aufhaltung, Zögerung; Vw.: s. Ver-; E.: s. säum(en), s. nis; L.: Kluge s. u. säumen 2, DW 14, 1918f., EWD s. u. säumen 2; GB.: (sūmnisse) seit 1301 belegte und aus säum(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliche Aufhaltung oder Zögerung; F.: Säumnis, Säumnisses, Säumnisse, Säumnissen+EW; Z.: Säum-nis
$Saumsal, nhd., F., N., (12. Jh.): nhd. Saumsal, Säumnis, Versäumnis, Nachlässigkeit; L.: Kluge 1. A. s. u. säumen, DW 14, 1918; GB.: (sūmesal) seit vor 1200 belegte und aus säum(en) und sal gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliche Säumnis oder Versäumnis oder Nachlässigkeit; F.: Saumsal, Saumsales, Saumsales, Saumsale, Saumsalen+EW; Z.: Saum-sal
$Saumsattel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Saumsattel, Packsattel; E.: s. Saum, s. Sattel; L.: Kluge 1. A. s. u. Saum 2, DW 14, 1920; GB.: (soumsatul*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Saum und Sattel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon etwas früher nach lat. summārius entwickelten und verwendeten Packsattel; F.: Saumsattel, Saumsattels, Saumsättel, Saumsätteln+FW+EW; Z.: Saum—sat-t-el
$saumselig, nhd., Adj., (12.-14.Jh.?): nhd. saumselig, säumig, nachlässig; E.: s. Saum, s. selig; L.: Kluge 1. A. s. u. säumen, Kluge s. u. säumen 2, DW 14, 1920, EWD s. u. säumen 2, Bluhme s. u. saumselig; GB.: (sūmeselic) seit 12.-14. Jh. belegte und aus Saum und selig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches säumig oder nachlässig; F.: saumselig, saumselige, saumseliges, saumseligem, saumseligen, saumseliger(, saumseligere, saumseligeres, saumseligerem, saumseligeren, saumseligerer, saumseligst, saumseligste, saumseligstes, saumseligstem, saumseligsten, saumseligster)+EW; Z.: saum—sel-ig
$Saumseligkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Saumseligkeit, Säumnis, Säumigkeit, Nachlässigkeit; E.: s. saumselig, s. heit, s. keit; L.: DW 14, 1920, EWD s. u. säumen 2; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus saumselig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Säumnis oder Säumigkeit oder Nachlässigkeit; F.: Saumseligkeit, Saumseligkeiten+EW; Z.: Saum—sel-ig—kei-t
$Saumtier, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Saumtier, Lasttier; E.: s. Saum, s. Tier; L.: Kluge s. u. Saum 2, DW 14, 1921 (Saumthier); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Saum und Tier gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit Zähmung großer Tiere für das Tragen von Lasten entwickeltes und verwendetes Lasttier; F.: Saumtier, Saumtiers, Saumtiers, Saumtiere, Saumtiern, Saumtieren+FW+EW; Z.: Saum—tie-r
Sauna, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sauna, Schwitzbad; ne. sauna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. finn. sauna; E.: s. finn. sauna, Sb., hölzernes Badehaus, trockenes Heißluftbad, Schwitzstube; L.: Kluge s. u. Sauna, EWD s. u. Sauna, fehlt DW, Duden s. u. Sauna; Son.: Vgl. nndl. sauna, Sb., Sauna; frz. sauna, F., Sauna; nschw. sauna, Sb., Sauna; nnorw. sauna, M., Sauna; poln. sauna, F., Sauna; kymr. sawna, M., Sauna; nir. sabhna, M., Sauna; lit. sauna, F., Sauna; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Finnischen aufgenommene Bezeichnung für einen dem Schwitzen und damit der Gesundheit dienenden Aufenthalt in der die meiste Zeit trockenen Hitze eines Raumes während dessen von Zeit zu Zeit Wasser zu einem Verdampfen gebracht wird indem es über heiße Steine gegossen wird (Schwitzbad); BM.: hölzernes Badehaus; F.: Sauna, Saunas, Saunen+FW; Z.: Sauna
Saurach, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Saurach, Sauerdorn, Essigbeere, Berberitze; ne. barberry; Vw.: -; Hw.: s. sauer, Säure; Q.: 14. Jh. (Glosse); E.: mhd. sūrach, sūrich, st. N., Sauerdorn; Ableitung von nhd. sauer (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saurach, Kluge s. u. Saurach, DW 14, 1922, Duden s. u. Saurach; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus sauer und ach gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche in Eurasien meist als Strauch wachsende und Dornen tragende Pflanze mit eiförmigen Blättern und roten säuerlich schmeckenden sowie an Vitamin C und Ballaststoff reichen Beerenfrüchten; BM.: saurer Geschmack bzw. Saft bzw. rinnen; F.: Saurach, Saurachs, Sauraches, Saurache, Saurachen+EW; Z.: Sau-r-ach
Säure, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Säure, eine chemische Verbindung; ne. acid (N.), acidness; Vw.: -; Hw.: s. sauer, Saurach; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. siure, sūre, st. F., Säure, Bitternis, Härte; mnd. sǖre (2), F., Säure; ahd. sūrī, st. F. (ī), Säure, saurer Geschmack; germ. *sūrī-, *sūrīn, sw. F. (n), Säure; s. idg. *sūro-, *souro-, Adj., sauer, salzig, bitter, Pokorny 1039; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Säure, DW 14, 1923, EWD s. u. sauer, Heidermanns 568, Duden s. u. Säure; Son.: vgl. nndl. zuur, Sb., Säure; nschw. syra, Sb., Säure; nnorw. syre, M., F., Säure; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine saure Beschaffenheit und insbesondere eine chemische vielfach wohl auch schon vormenschlich in der Natur vorkommende Verbindung wie beispielsweise Ameisensäure oder Buttersäure oder Desoxyribonukleinsäure oder Essigsäure oder Fettsäure oder Fruchtsäure oder Kohlensäure oder Phosphorsäure oder Salzsäure oder Schwefelsäure; BM.: Saft bzw. rinnen; F.: Säure, Säuren+EW; Z.: Säu-r-e
$Sauregurkenzeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sauregurkenzeit; E.: s. sau(e)r, s. e (Suff.), s. Gurk(e), s. en (Suff.), s. Zeit; L.: Kluge s. u. Sauregurkenzeit, DW 14, 1924, EWD s. u. sauer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sauer und Gurk(e) und en (Suff.) sowie Zeit gebildete Bezeichnung für die Monate Juli und August in denen (nur) die Gurken reifen und ansonsten für Journalisten nichts oder nur wenig Erwähnenswertes geschieht; F.: Sauregurkenzeit, Sauregurkenzeiten+EW; Z.: Sau-r-e—gurk-en—zei-t
Saurier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Saurier, Dinosaurier, ein urzeitliches Reptil oder Kriechtier; ne. dinosaur, saurian; Vw.: s. Dino-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. gr. σαύρα (saúra), F., Eidechse; gr. σαῦρος (sauros) (2), M., Eidechse; weitere Etymologie unbekannt; L.: Kluge s. u. Saurier, fehlt DW, EWD s. u. Saurier, Duden s. u. Saurier; Son.: vgl. nndl. sauriër, Sb., Saurier; frz. saurien, M., Saurier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein einer Eidechse ähnliches und sehr viel größeres vor etwa 225 Millionen Jahren entstandenes und vor etwa 55 Millionen Jahren vielleicht infolge eines Meteoriteneinschlags auf die Erde ausgestorbenes Reptil des Mesozoikums; BM.: Eidechse; F.: Saurier, Sauriers, Sauriern+FW; Z.: Saur-i-er
Saus, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Saus, Geräusch (N.) (1), Lärm, lärmende ausgelassene Fröhlichkeit; ne. sough (N.); Vw.: -; Hw.: s. sauen, säuseln; E.: mhd. sūs, st. M., Sausen; mnd. sūs (2), M., Saus, Saus und Braus, Lärm, Aufregung, Durcheinander, Rausch; ahd. sūs*, st. M. (a?, i?), Sausen, Brausen; s. ahd. sūsen*, sw. V. (1a), sausen, summen, knirschen; germ. *sūs-, V., sausen; idg. sūs-?, V., sausen, Pokorny 1039 (1788/260) (RB. idg. aus, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saus, Kluge s. u. Saus, DW 14, 1925, EWD s. u. sausen, Duden s. u. Saus; Son.: vor allem in der Redewendung in Saus und Braus; GB.: (sūs) vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für spätestens dem Menschen möglichen Lärm oder ausgelassene Fröhlichkeit; BM.: sausen; F.: Saus+EW; Z.: Saus
$Sause, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sause; L.: Kluge s. u. Saus, DW 14, 1928 (mit anderen Bedeutungen), EWD s. u. sausen; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit sausen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte lärmende Feier mit viel Alkohol; F.: Sause, Sausen+EW; Z.: Saus-e
säuseln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. säuseln, leise sagen; ne. murmur (V.), purr (V.); Vw.: -; Hw.: s. sausen, Saus; Q.: 17. Jh.; E.: s. sausen; L.: Kluge s. u. säuseln, DW 14, 1929, EWD s. u. säuseln, Duden s. u. säuseln, Bluhme s. u. saeuseln; Son.: vgl. nndl. suizelen, V., säuseln; nnorw. suse, V., säuseln; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit sausen verbindbare Bezeichnung für durch eine leichte Bewegung der Luft ein leises Geräusch von sich geben oder leise sagen; BM.: sausen; F.: säuseln, säusele (!), säusle (!), säuselst, säuselt, säuselte, säuseltest, säuselten, säuseltet, gesäuselt, ##gesäuselt, gesäuselte, gesäuseltes, gesäuseltem, gesäuselten, gesäuselter##, säuselnd, ###säuselnd, säuselnde, säuselndes, säuselndem, säuselnden, säuselnder###, säusel (!)+EW; Z.: säus-el-n
sausen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. sausen, eilen; ne. whoosh (V.), speed (V.); Vw.: -; Hw.: s. Saus, säuseln; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. sūsen (1), siusen, sw. V., sausen, säuseln, brausen, brutzeln, rauschen, summen (V.) (1), zischen, knirschen, knarren; mnd. sūsen (1), sw. V., sausen, summen, rauschen, dröhnen; mnl. sūsen, V., sausen; ahd. sūsen*, sw. V. (1a), sausen, summen, knirschen; as. -; anfrk. -; germ. *sūs-, V., sausen; idg. sūs-?, V., sausen, Pokorny 1039 (1788/260) (RB. idg. aus, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Saus, Kluge s. u. sausen DW 14, 1930, EWD s. u. sausen, Falk/Torp 446, Duden s. u. sausen, Bluhme s. u. sausen; Son.: vgl. nschw. susa, V., sausen; nnorw. suse, V., sausen; GB.: (sūsen) seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen brausenden oder zischenden Ton (M.) (2) hervorbringen oder eilen; BM.: ?; F.: sausen (!), sause (!), sausst (!), saust, sausest, sauset, sauste, saustest, sausten, saustet, gesaust, ##gesaust, gesauste, gesaustes, gesaustem, gesausten, gesauster##, sausend, ###sausend, sausende, sausendes, sausendem, sausenden, sausender###, saus (!)+EW; Z.: saus-en
Sauser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sauser, junger Wein; ne. new wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet aus saus(en) und er (Suff.); L.: Kluge s. u. Sauser, DW 14, 1935, Duden s. u. Sauser; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus saus(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen jungen Wein; BM.: sausen; F.: Sauser, Sausers, Sausern+EW; Z.: Saus-er
$Saustall, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Saustall, Schweinestall, völliges Fehlen von Ordnung; ne. pig-sty; L.: DW 14, 1936, EWD s. u. Sau; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Sau und Stall gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Schweinestall oder für völliges Fehlen von Ordnung; F.: Saustall, Saustalls, Saustalles, Sauställe, Sauställen+EW; Z.: Sau—sta-l-l
Savanne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Savanne, ein tropisches Grasland; ne. savanna, savannah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. span. sabana; E.: s. span. sabana, F., Savanne; karibischen Indianersprache Taino zabana, Sb., Savanne; L.: Kluge s. u. Savanne, EWD s. u. Savanne, Duden s. u. Savanne; Son.: vgl. nndl. savanne, Sb., Savanne; frz. savane, F., Savanne; nschw. savann, Sb., Savanne; nnorw. savanne, M., Savanne; poln. sawanna, F., Savanne; kymr. safana, M., Savanne; nir. sabhána, M., Savanne; lit. savanna, F., Savanne; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar aus der karibischen Indianersprache Taino aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches tropisches Grasland mit einzeln oder in lockeren Gruppen stehenden Bäumen und Sträuchern; BM.: ?; F.: Savanne, Savannen+FW(+EW?); Z.: Savann-e
Sax, nhd., M.: nhd. Sax; Vw.: s. Sachs
Saxofon, nhd., N.: nhd. Saxofon; Vw.: s. Saxophon
Saxophon, Saxofon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Saxophon, Saxofon; ne. saxophone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: Neubildung von dem PN Adolphe Sax; Hinterglied s. gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Saxophon, EWD s. u. Saxophon, Duden s. u. Saxophon; Son.: vgl. nndl. saxofoon, Sb., Saxophon; frz. saxophone, M., Saxophon; nschw. saxofon, Sb., Saxophon; nnorw. saksofon, M., Saxophon; poln. saksofon, M., Saxophon; kymr. sacsoffon, M., Saxophon; nir. sacsafón, M., Saxophon; lit. saksofonas, M., Saxophon; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem PN Sax und o sowie dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von dem Instrumentenbauer Adolphe Sax (1814-1894) entwickeltes weich klingendes Holzblasinstrument mit klarinettenartigem Mundstück aus Holz und stark konisch geformtem metallenem Rohr; BM.: PN (nach dem Erfinder), sprechen; F.: Saxophon, Saxophons, Saxophone, Saxophonen, Saxofon, Saxofons, Saxofone, Saxofonen+FW; Z.: Sax-o-pho-n
Scandium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Scandium, ein Leichtmetall; ne. scandium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem lat. Namen Skandinavien(s); s. lat. Scandia, F.=ON, Skandinavien, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. Scandināvia, F.=ON, Skandinavien; Herkunft ungeklärt?, vielleicht von einer Wurzel *skaðan, Sb., Gefahr, Schaden; germ. *skaþjan, sw. V., schaden, schädigen; germ. *skaþōn, sw. V., schaden; idg. *skēt-, *skət-, *skeh₁th₂-, V., schädigen, schaden, Pokorny 950 (1630/102) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Scandium; Son.: vgl. nndl. scandium, Sb., Scandium; frz. scandium, M., Scandium; nschw. skandium, N., Scandium; nnorw. scandium, N., Scandium; kymr. scandiwm, M., Scandium; nir. scaindiam, M., Scandium; poln. skand, M., Scandium; lit. skandis, M., Scandium; GB.: seit 1879-1900 belegte und nach dem lateinischen Namen Scandia oder Scandinavia Skandinaviens gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches weiches silberweißes 1879 von Lars Fredrik Nilson in Euxenit und Gadolinit entdecktes und elementar nicht vorkommendes und in geringen Mengen weltweit in mehr als 800 Mineralien vor allem in China und der Ukraine sowie Russland enthaltenes nach Nilsons Heimat Skandinavien benanntes sowie zu den Seltenen Erden zählendes Leichtmetall (Übergangsmetall) (chemisches Element Nr. 21, abgekürzt Sc) das als Legierungsbestandteil von Aluminium und in der Beleuchtungstechnik und der Brennstoffzellentechnologie und für die Herstellung von Laserkristallen verwendet wird; BM.: ON; F.: Scandium, Scandiums+FW; Z.: Sca-n-d-i-um
Scanner, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Scanner, Scanngerät, Abtaster; ne. scanner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. scanner; E.: s. ne. scanner, N., Scanner; vgl. ne. scan, V., untersuchen, abtasten; über Mittelenglisch von lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Scanner; Son.: vgl. nndl. scanner, Sb., Scanner; frz. scanner, M., Scanner; nschw. scanner, Sb., Scanner; nnorw. skanner, M., Scanner; poln. skaner, M., Scanner; kymr. sganiwr, M., Scanner; lit. skeneris, M., Scanner; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. scan (untersuchen sowie mittelbar aus lat. scan(dere), V., steigen) und n sowie er (Suff.) gebildete und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen (Ray Kurzweil 1975) entwickeltes und 1984 patentiertes und seitdem zu günstigen Preisen erhältliches und häufig verwendetes Gerät das ein zu untersuchendes Objekt mit einem Lichtstrahl genau abtastet und die Messwerte weiterverarbeitet; BM.: abtasten bzw. spalten; F.: Scanner, Scanners, Scannern+FW(+EW?); Z.: Sca-n-n-er
Schabbes, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schabbes, Sabbat; ne. shabbos; Vw.: -; Hw.: s. Sabbat; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. jidd. schabes; E.: s. jidd. schabes, Sb., Schabbes, Sabbat; hebr. shābbath, V., rufen; L.: Kluge s. u. Schabbes, DW 14, 1946, Duden s. u. Schabbes; Son.: vgl. nndl. sjabbes, Sb., Schabbes; ndän. schabbas, Sb., Schabbes; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den in dem Judentum geheiligten und von Freitagabend bis Samstagabend dauernden Ruhetag (Sabbat, Samstag); BM.: rufen; F.: Schabbes+FW; Z.: Schabb-es
Schabe (1), nhd., F., (9./10. Jh.?): nhd. Schabe (F.) (1), ein Schadinsekt; ne. cockroach; Vw.: -; Hw.: s. Schabe (2)?, Schwabe; E.: mhd. schabe (2), F., Schabe (F.) (1); mnd. schabe, F., Schabe; s. ahd. skabo*, scabo, sw. M. (n) (9./10. Jh.), Schaber, Hobel, Sägemehl; germ.? *skabō?, st. F. (ō), Schabe; vgl. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; wohl Einfluss von it. (dial.) sciavo, M., Kakerlake, Slawe; L.: Kluge 1. A. s. u. Schabe 1, Kluge s. u. Schabe 1, DW 14, 1947, EWD s. u. Schabe, Falk/Torp 452, EWAhd 7, 1310, Duden s. u. Schabe, Bluhme s. u. Schabe 3; GB.: vielleicht seit 9./10. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches abgeplattetes braunes zwischen 5 Millimetern und 10 Zentimetern langes ziemlich gefährliches Schadinsekt; BM.: schneiden; F.: Schabe, Schaben+EW; Z.: Schab-e
Schabe (2), nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Schabe (F.) (2), Schabeisen; ne. scraper; Vw.: -; Hw.: s. Schabe (1)?, schaben; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. schabe, sw. F., Schabeisen, Hobel; mnd. schave, F., Hobel; mnl. schave, scave, F., Schabe (F.) (2); ahd. skabo*, scabo, sw. M. (n), Schaber, Hobel, Sägemehl; ahd. skaba* (1), scaba, sw. F. (n), „Schaber“, Schabeisen, Hobel, Hobeleisen, Krätze (F.) (2); as. skavo*, sw. M. (n), Hobel; anfrk. -; germ. *skabō-, *skabōn, *skaba-, *skaban, sw. M. (n), Schaber, Hobel; s. idg. skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; L.: Kluge 1. A. s. u. Schabe 2, Kluge s. u. Schabe 2, DW 14, 1946, Falk/Torp 401, EWAhd 7, 1310, Duden s. u. Schabe; Son.: vgl. afries. -; ae. sceafa, scafa, sw. M. (n), Schabe (F.) (2), Raupe, Hobel; an. -; got. -; GB.: (skabo) seit dem 9./10. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich seit Nutzung von Metall mögliches von Menschen zu einem Schaben entwickeltes und verwendetes Metallgerät (Schabeisen); BM.: schneiden; F.: Schabe, Schaben+EW; Z.: Schab-e
Schabe (3), Schäbe, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Schabe (F.) (3), Schäbe, Räude, Krätze; ne. scabies, scab (N.); Vw.: -; Hw.: s. schäbig; Q.: 18. Jh.; E.: vgl. ahd. skabado*, scabado*, skebido*, sw. M. (n), Räude, Krätze (F.) (2), Aussatz; germ. *skabba-, *skabbaz, st. M. (a), Krätze (F.) (2); vgl. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; vielleicht auch Einwirkung von lat. scabiēs, F., Rauhigkeit, Schäbigkeit, Jucken, Wollustreiz; idg. *skā̆bʰ-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; vgl. idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schabe 3, DW 14, 1947, Duden s. u. Schabe, Bluhme s. u. Schabe 4; Son.: vgl. ae. sceabb, st. M. (a), Räude, Krätze (F.) (2), Schäbe, Grind, Schorf; an. skabb, st. N. (a), Räude, Krätze (F.) (2); GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon früher mögliche durch Milben verursachte und sich mit Bläschenbildung und Juckreiz und Haarausfall zeigende Hautkrankheit von Tieren und Menschen; BM.: schneiden; F.: Schabe, Schaben, Schäbe, Schäben+EW; Z.: Schab-e
schaben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schaben, abschaben; ne. shave (V.), scrape (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schabe (2); Q.: 8. Jh.; E.: mhd. schaben (1), st. V., „schaben“, kratzen, radieren, ausradieren, scharren, sich abschalen, schäbig werden, glätten, polieren; mnd. schāven, schaven, st. V., sw. V., schaben, hobeln, kratzen, radieren, glätten, polieren, abschleifen; mnl. scāven, scaven, sw. V., schaben, glattmachen; ahd. skaban*, scaban*, st. V. (6), schaben, radieren, ausradieren, scharren; as. skavan*, st. V. (6), schaben, kratzen; anfrk. -; germ. *skaban, st. V., schaben; idg. skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; L.: Kluge 1. A. s. u. schaben, Kluge s. u. schaben, DW 14, 1949, EWD s. u. schaben, Falk/Torp 441, Seebold 401, EWAhd 7, 1310, Duden s. u. schaben, Bluhme s. u. schaben; Son.: vgl. afries. -; ae. sceafan, st. V. (6), schaben, kratzen, glätten; an. skafa, st. V. (6), schaben; got. skaban, st. V. (6), schaben, scheren (V.) (1), abschneiden; nndl. schaven, V., schaben; nschw. skava, V., schaben; nnorw. skave, V., schaben; ? gr. σκάπτειν (skáptein), V., umgraben (V.), hacken, Grenze überschreiten; lat. scabere, V., schaben, kratzen; lit. skõbti, V., aushöhlen; ksl. skoblĭ, Sb., Schabeisen; GB.: (giskaban) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge aus Metall mögliches von einer Schicht befreien indem man immer wieder mit etwas Scharfem oder Rauem fest darüberstreicht; BM.: schneiden; F.: schaben (!), schabe (!), schabst, schabt, schabest, schabet, schabte, schabtest, schabten, schabtet, geschabt, ##geschabt, geschabte, geschabtes, geschabtem, geschabten, geschabter##, schabend, ###schabend, schabende, schabendes, schabendem, schabenden, schabender###, schab (!)+EW; Z.: schab-en
Schabernack, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schabernack, Streich, Posse; ne. prank, shenanigans; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. schavernac, schafernac*, schabernac, st. M., Wein aus Chiavenna, Wein, Winterhut, Pelzmütze, höhnender neckender Streich; mnd. schavernak, M., Hohn, Spott, Streich, böse Posse; vielleicht vom vom ON Chiavenna; lat. Clavenna; vielleicht von lat. clāvus, M., Nagel, Pflock; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schabernack, Kluge s. u. Schabernack, DW 14, 1951, EWD s. u. Schabernack, Duden s. u. Schabernack; GB.: (schavernac) 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem ON Chiavenna und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen höhnenden neckenden Streich; BM.: ON?; F.: Schabernack, Schabernacks, Schabernackes, Schabernacke, Schabernacken+FW; Z.: Scha-b-er-nack
schäbig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schäbig, abgeschabt, abgenutzt, heruntergekommen, von Schaben befallen (Adj.) (?); ne. scabby; Vw.: -; Hw.: s. Schabe (3); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schebic, Adj., schäbig, räudig, grindig; mnd. schēvich (1), schēvech, Adj., „schäbig“, voll Schäbe seiend; mnd. schēvich (2), schēbich, Adj., räudig, von Krätze befallen (Adj.); mnl. schabbich, Adj., krätzig, schorfig; vgl. germ. *skabba-, *skabbaz, st. M. (a), Krätze (F.) (2); vgl. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; L.: Kluge 1. A. s. u. schäbig, Kluge s. u. schäbig, Schabe 3, DW 14, 1954, EWD s. u. schäbig, Falk/Torp 452, Duden s. u. schäbig; Son.: vgl. nschw. skabbig, Adj., schäbig; GB.: (schebic) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung mögliches abgeschabt oder abgenutzt oder abgeschabt oder heruntergekommen; BM.: schneiden; F.: schäbig, schäbige, schäbiges, schäbigem, schäbigen, schäbiger(, schäbigere, schäbigeres, schäbigerem, schäbigeren, schäbigerer, schäbigst, schäbigste, schäbigstes, schäbigstem, schäbigsten, schäbigster)+EW; Z.: schäb-ig
Schablone, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schablone, Form, Vorlage, Schema; ne. template; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. schampeliōn, schampelūn, schaphlun, schaplūn, N., Muster, Modell, Schablone, nachgebildete Gestalt, Vogelscheuche; afrz. échantillon, M., Muster; frührom. *scandiculum, N., Schindel?; lat. scandula, scindula, F., Schindel, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schablone, DW 14, 1955, EWD s. u. Schablone, Duden s. u. Schablone; Son.: vgl. nndl. sjablone, Sb., Schablone; nndl. sjabloon, Sb., Schablone; nnorw. schablon, Sb., Schablone; nnorw. sjablong, M., Schablone; poln. szablon, M., Schablone; lit. šablonas, M., Schablone; GB.: (schampeliōn) seit 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und als Vorlage verwendete Form; BM.: schneiden; F.: Schablone, Schablonen+FW; Z.: Scha-bl-on-e
Schabracke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schabracke, Pferdedecke, Verkleidung, alte Frau; ne. shabrack, shabraque, saddle cloth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ungar. csábrák; E.: s. ungar. csábrák, Sb., Pferdedecke, Satteldecke; türk. çaprak, Sb., Satteldecke; L.: Kluge s. u. Schabracke, DW 14, 1955, Duden s. u. Schabracke; Son.: vgl. nndl. sjabrak, Sb., Schabracke; frz. caparaçon, M., Schabracke; nschw. schabrak, N., Schabracke; nnorw. skaberakk, N., Schabracke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Ungarischen und mittelbar dem Türkischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit Zähmung von Pferden als Reittier mögliche unter den Sattel und über ein Pferd gebreitete Decke oder eine Verkleidung oder eine sachlich schon früher mögliche alte Frau; BM.: Satteldecke; F.: Schabracke, Schabracken+FW; Z.: Schabrack-e
Schach, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Schach, Schachspiel; ne. chess; Vw.: -; Hw.: s. scheckig; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. schāch (3), st. N., st. M., Schach, Schachkönig, Schachbrett, Schachspiel, schachbietender Zug, Schachzug, Schachbieten, Angriff; mnd. schāk (1), schak, N., Schach, Schachbrett, Schachspiel; mnl. schaec, scaec, Sb., Schach; afrz. eschac, Sb., Schach; über Arabisch aus dem Pers.-Ind., pers. šāh, M., König; ai. rāj-, M., König; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schach, Kluge s. u. Schach, DW 14, 1956, EWD s. u. Schach, EWAhd 7, 1339, Duden s. u. Schach, Bluhme s. u. Schach; Son.: vgl. nndl. schak, Sb., Schach; frz. échecs, M. Pl., Schach; nschw. schack, N., Schach; nnorw. sjakk, M., Schach; poln. szachy, Pl., Schach; lit. šachmatai, M. Pl., Schach; GB.: seit nach 1193 belegte und über das Mittelniederländische aus dem Altfranzösischen und mittelbar über das Arabische aus dem Persisch-Indischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in Indien vor mehr als 1400 Jahren von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes von zwei Menschen auf einem karierten Brett mit 64 Feldern zu spielendes Spiel das letztlich mit dem Mattsetzen des Königs (Schah) durch den Gegner endet; BM.: König bzw. lenken; F.: Schach, Schachs+FW; Z.: Schach
$Schachbrett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schachbrett; E.: s. Schach, s. Brett; L.: DW 14, 1958, EWD s. u. Schach; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schach und Brett gebildete und einem älteren Schachzabel folgende Bezeichnung für das in 64 gleiche quadratische Felder eingeteilte Brett des Schaches oder Schachspiels; F.: Schachbrett, Schachbrettes, Schachbretts, Schachbretter, Schachbrettern+FW+EW; Z.: Schach—bre-t-t
Schachen, nhd. (ält.-dial.), M., (8. Jh.): nhd. Schachen, Waldstück, Vorgebirge, Landzunge; ne. foothill, spit of land; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh.? (Glosse); E.: mhd. schache, sw. M., einzeln stehendes Waldstück, Vorsaum eines Waldes; ahd. skahho*, skacho*, scahho, scacho*, sw. M. (n), „Schachen“, Vorgebirge, Bergvorsprung, Landzunge, Handelsplatz, Abhang?; as. -; anfrk. -; germ. *skakō-, *skakōn, *skaka-, *skakan, sw. M. (n), Landspitze; s. idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, eilen, schütteln, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schachen, DW 14, 1958, Falk/Torp 447, Duden s. u. Schachen; Son.: vgl. afries. -; ae. sceaga, sw. M. (n), Unterholz, Gebüsch; an. skōgr, st. M. (a), Wald; got. -; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche und der Entstehung von Pflanzen mögliches Waldstück oder Vorgebirge; BM.: springen; F.: Schachen, Schachens+EW; Z.: Schach-en
$Schacher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schacher, Handel; E.: aus dem Hebräischen; L.: DW 14, 1958, EWD s. u. schachern; GB.: seit dem 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen möglichen Handel; F.: Schacher, Schachers, Schachern+FW; Z.: Schach-er
Schächer, nhd. (ält.), M., (9. Jh.?): nhd. Schächer, Räuber, Mörder; ne. robber, murderer; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. schāchære, schæchære, schācher, schæcher, st. M., Räuber, Schächer, Raubmörder, Mörder; mnd. schēkære*, schēker, schecker, M., Schächer, Räuber, Mörder; mnl. scāker, schaker, M., Räuber, Bandit, Schächer; ahd. skāhhāri*, scāhhāri*, scāchāri*, st. M. (ja), Schächer, Räuber; s. ahd. skāhhen, V., skāhhen*, scāchen*, sw. V. (1a), rauben; germ. *skakjan, sw. V., rauben, greifen, bewegen; s. idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, eilen, schütteln, Bewegung, Pokorny 922? (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schächer, Kluge s. u. Schächer, DW 14, 1959, EWD s. u. Schächer,Falk/Torp 447, EWAhd 7, 1332, Duden s. u. Schächer, Bluhme s. u. Schaecher; Son.: vgl. mnd. schaken, sw. V., rauben; afries. skākere, st. M. (a), gewalttätiger Räuber; ae. sceacere, st. M. (ja), Schächer, Räuber; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Anerkennung von Besitz und Recht möglichen Räuber oder Mörder; BM.: springen?; F.: Schächer, Schächers, Schächern+EW; Z.: Schäch-er
schachern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schachern, feilschen, Handel treiben; ne. bargain (V.), chaffer (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. wjidd. sachern; E.: s. wjidd. sachern, V., Handel treiben; vgl. hebr. sḥr, V., Handel treiben; L.: Kluge 1. A. s. u. schachern, Kluge s. u. schachern, DW 14, 1961, EWD s. u. schachern, Duden s. u. schachern, Bluhme s. u. schachern; Son.: vgl. nndl. sjacheren, V., schachern; nschw. schakra, V., schachern; nnorw. sjakre, V., schachern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Vermögen und Handel für Menschen mögliches feilschen oder Handel treiben; BM.: Handel treiben; F.: schachern (!), schachere, schacher (!), schacherst, schachert, schacherte, schachertest, schacherten, schachertet, geschachert, ##geschachert, geschachertes, geschachertem, geschacherten, geschacherter##, schachernd, ###schachernd, schachernde, schacherndes, schacherndem, schachernden, schachernder###, schacher (!)+FW; Z.: schach-er-n
$schachmatt, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. schachmatt; Q.: um 1200; E.: s. Schach, s. matt; L.: DW 14, 1961, EWD s. u. Schach; GB.: vielleicht seit um 1200 belegte und aus Schach und matt gebildete und letztlich aus dem Persischen und Indischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung den das einzelne Spiel beendenden Ausruf (schachmatt) der König (Schah) ist tot,+FW; F.: schachmatt; F.: schach-matt
$Schachspiel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schachspiel; E.: s. Schach, s. Spiel; L.: DW 14, 1961, EWD s. u. Schach; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schach und Spiel gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in Persien und Indien von Menschen entwickelte Spiel zweier Spieler mit je 16 Figuren (8 Bauern und 2 Türmern und 2 Springern und zwei Läufern und einer Dame und einem König) auf einem in 64 gleiche quadratische Felder eingeteilte Brett; F.: Schachspiel, Schachspiels, Schachspieles, Schachspiele, Schachspielen+FW+EW; Z.: Schach—spiel
Schacht, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schacht, hohler senkrechter Raum; ne. shaft (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. schaht (1), st. M., Schacht, Bergbauschicht, Grube; von einer niederländischen Form von Schaft (1) (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schacht 1, Kluge s. u. Schacht, DW 14, 1963, EWD s. u. Schacht, Duden s. u. Schacht, Bluhme s. u. Schacht; Son.: vgl. nschw. schakt, N., Schacht; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus einer niederländischen Form von Schaft gebildete oder aufgenommene Bezeichnung für einen vielfach künstlich hergestellten hohlen meist senkrecht in die Tiefe besonders in die Erde führenden langen Raum mit mehr oder weniger gleichmäßiger Weite; BM.: schneiden bzw. spalten; F.: Schacht, Schachtes, Schachts, Schächte, Schächten+EW; Z.: Schach-t
$Schacht (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Quadratrute; L.: Kluge 1. A. s. u. Schacht 2, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. gebildete Bezeichnung für die früher als Flächenmaß verwendete Quadratrute; F.: Schacht, Schachtes, Schachts, Schächte, Schächten+EW; Z.: Schach-t
Schachtel, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schachtel, altes Weib; ne. box (N.), case (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1382 (Marienleben des Wernher der Schweizer); E.: mhd. schahtel (1), sw. F., Schachtel, altes Weib; it. scatola, M., Schachtel; vgl. mlat. scatula, F., Schrein, Geldschrein; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Schachtel, Kluge s. u. Schachtel, DW 14, 1963, EWD s. u. Schachtel, Duden s. u. Schachtel, Bluhme s. u. Schachtel; GB.: seit vor 1382) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen verbindbare sowie umgebildete und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen hergestellten aus Papier oder Karton bestehenden Behälter zu dem Aufbewahren von Gegenständen und auch für ein altes Weib; BM.: Schrein; F.: Schachtel, Schachteln+FW; Z.: Schacht-el
Schachtelhalm, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schachtelhalm; ne. horsetail (a plant); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Vorderglied umgebildet von nhd. Schaft; Hinterglied s. Halm; L.: Kluge 1. A. s. u. Schachtel 2, Kluge s. u. Schachtelhalm, DW 14, 1965, EWD s. u. Schachtelhalm, Duden s. u. Schachtelhalm, Bluhme s. u. Schachtelhalm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus umgebildetem Schaft und Halm gebildete Bezeichnung für eine zu den Farnen gehörende und vielleicht schon vor 400 Millionen Jahren entwickelte Pflanze mit hohlem Stängel dessen deutlich ausgeprägte Glieder jeweils an der Basis von schuppenförmigen und teilweise miteinander verwachsenen Blättchen umschlossen sind; BM.: schneiden bzw. spalten, stechen?; F.: Schachtelhalm, Schachtelhalms, Schachtelhalmes, Schachtelhalme, Schachtelhalmen+EW; Z.: Schach-t-el—hal-m
$schachteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schachteln; Vw.: s. ver-; E.: s. Schachtel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Schachtel, DW 14, 1965 EWD s. u. Schachtel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schachtel und (e)n gebildete Bezeichnung für eine Schachtel machen oder mit einer Schachtel versehen (V.) oder in eine Schachtel tun; F.: schachteln, schachtel (!), schachtle (!), schachtele, schachtelst, schachtelt, schachtelte, schachteltest, schachtelten, schachteltet, geschachtelt, ##geschachtelt, geschachtelte, geschachteltes, geschachteltem, geschachtelten, geschachtelter##, schachtelnd, ###schachtelnd, schachtelnde, schachtelndes, schachtelndem, schachtelnden, schachtelnder###, schachtel (!)+FW(+EW); Z.: schacht-el-n
$schachten, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. schachten, einen Schacht graben; Vw.: s. aus-; E.: s. Schacht, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Schacht, DW 14, 1966; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Schacht und en gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung der erforderlichen Werkzeuge mögliches einen Schacht machen oder graben; F.: schachten, schachte (!), schachtest, schachtet, schachtete, schachtetest, schachteten, schachtetet, geschachtet, ##geschachtet, geschachtete, geschachtetes, geschachtetem, geschachteten, geschachteter##, schachtend, ###schachtend, schachtende, schachtendes, schachtendem, schachtenden, schachtender###, schacht (!)+EW; Z.: schach-t-en
schächten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schächten, schlachten, abstechen; ne. slaughter (V.) in a kosher way; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1331 (Daniel); E.: mhd. schehten, sw. V., schächten, töten, rituell schlachten; von. hebr. sht, schāchát, V., schlachten; L.: Kluge s. u. schächten, EWD s. u. schächten, DW 14, 1965, Duden s. u. schächten, Bluhme s. u. schaechten; Son.: vgl. nschw. skäkta, V., schächten; GB.: seit um 1331 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich nach Entstehung des Menschen und Entwicklung des Judentums mögliches gemäß religiöser Vorschrift durch Schnitte in den Hals und Ausblutenlassen schlachten; BM.: schlachten; F.: schächten, schächte, schächtest, schächtet, schächtete, schächtetest, schächteten, schächtetet, geschächtet, ##geschächtet, geschächtete, geschächtetes, geschächtetem, geschächteten, geschächteter##, schächtend, ###schächtend, schächtende, schächtendes, schächtendem, schächtenden, schächtender###, schächt (!)+FW; Z.: schächt-en
$Schächter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schächter, Schächtender; E.: s. schächt(en), s. er (Suff.); L.: DW 14, 1965, EWD s. u. schächten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schächt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich einen nach Entstehung des Menschen und Entwicklung des Judentums möglichen gemäß religiöser Vorschrift durch Schnitte in den Hals und Ausblutenlassen Schlachtenden; F.: Schächter, Schächters, Schächtern+FW(+EW); Z.: Schächt-er
Schadchen, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Schadchen, Heiratsvermittler, Kuppler; ne. matchmaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. hebr. šadḵān; E.: s. hebr. šadḵān, M., Schadchen, Heiratsvermittler; L.: Kluge s. u. Schadchen, fehlt DW, Duden s. u. Schadchen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Heiraten möglichen Heiratsvermittler; BM.: Kuppler; F.: Schadchen, Schadchens+FW; Z.: Schadchen
$schade, nhd., Interj., (?): nhd. schade, bedauerlich, leider; Vw.: s. jammer-; E.: s. Schaden, Schade; L.: Kluge s. u. Schaden; GB.: seit (?) aus es ist schade dass gebildete und als Interjektion verwendete Bezeichnung für (es ist) bedauerlich (dass) oder leider; F.: schade+EW; Z.: schad-e
Schade, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Schade, Schaden (M.), Beschädigung, Beeinträchtigung, Nachteil; ne. damage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schaden, schaden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schade, sw. M., Schaden, Schädigung, Verlust; mnd. schāde (1), scade, M., Schaden (M.), Schade, Nachteil, Beschuldigung, Verletzung, Verwundung; mnl. scāde, M., Schade, Schaden (M.), Nachteil, Verletzung; ahd. skado*, scado, sw. M. (n), Schade, Schaden, Übel, Nachteil, Verderben, Unheil, Strafe; as. skatho*, sw. M. (n), Schade, Schaden, Übeltäter; anfrk. skatho, M., Schaden, Nachteil; germ. *skaþō-, *skaþōn, *skaþa-, *skaþan, *skadō-, *skadōn, *skada-, *skadan, sw. M. (n), Schaden, Schädiger; s. idg. *skēt-, *skət-, skeh₁th₂-, V., schädigen, schaden, Pokorny 950 (1630/102) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: DW 14, 1969, Falk/Torp 449, Seebold 408, EWAhd 7, 1315; Son.: vgl. afries. skatha (1), sketha, sw. M. (n), Schade, Schaden, Nachteil, Schadensersatz; saterl. scada; ae. sceaþa, scaþa, sw. M. (n), Verbrecher, Dieb, Mörder, Schädiger; an. skaði, sw. M. (n), Schade, Schaden, Verlust; got. -; nndl. schade, Sb., Schaden (M.); nschw. skada, Sb., Schaden (M.); nnorw. skade, M., Schaden (M.); gr. ἀσκηθής (askēthḗs), Adj., unversehrt, wohlbehalten; kymr. esgus, Adj., unermüdlich; mir. scith, Adj., ermüdet; aruss. škoda, F., Schaden (M.) (Lw. aus dem Deutschen); lit. iškadà, F., Schaden (M.) (Lw. aus dem Deutschen); GB.: (skado) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Beschädigung oder Beeinträchtigung oder seit Entwicklung von Recht eine unfreiwillige Einbuße an rechtlich geschützten Gütern auf Grund eines bestimmten Ereignisses oder allgemeiner für etwas die Gegebenheiten in einer negativen und nicht wünschenswerten Weise Veränderndes; BM.: ?; F.: Schade, Schaden, Schäden+EW; Z.: Schad-e
Schädel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schädel, Kopf; ne. skull; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. schedel, st. M., Schädel, Kopf, hölzernes Trinkgefäß; mnd. schēdele (1), schēdel, schidele, M., Schädel, Haupt; mnl. scēdel, M., Deckel, Augenlid; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem Wort für Gefäß; L.: Kluge 1. A. s. u. Schädel, Kluge s. u. Schädel, DW 14, 1979, EWD s. u. Schädel, Duden s. u. Schädel, Bluhme s. u. Schaedel; Son.: vgl. nndl. schwedel, Sb., Schädel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte Bezeichnung für einen Kopf eines Menschen oder eines höheren Tieres; BM.: Gefäß?; F.: Schädel, Schädels, Schädeln+EW; Z.: Schäd-el
schaden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schaden, Schaden zufügen, Nachteil zufügen; ne. damage (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schaden, Schade; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schaden, scheden, sw. V., Schaden verursachen, schaden, schädlich sein (V.), Schaden anrichten; mnd. schāden (1), scaden, sw. V., schaden, schädigen, benachteiligen, Strafe auferlegen, weh tun; mnl. scāden, scaden, schaden, sw. V., schaden; ahd. skadōn*, scadōn, sw. V. (2), schaden, schädigen; mnl. scāden, sw. V., schaden; ahd. skadēn*, scadēn*, sw. V. (3), schaden, schädigen, Schaden zufügen; as. skathōn*, sw. V. (2), schaden; anfrk. skathon*, scathon*, sw. V. (2), schaden, richten, verdammen; germ. *skaþōn, sw. V., schaden; idg. *skēt-, *skət-, skeh₁th₂-, V., schädigen, schaden, Pokorny 950 (1630/102) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Schaden, DW 14, 1981, EWD s. u. Schaden, Falk/Torp 449, Seebold 408, EWAhd 7, 1315, EWAhd 7, 1319, Duden s. u. schaden; Son.: vgl. afries. skathia, sw. V. (2), schaden; ae. sceaþian, sw. V. (2), schaden; ae. scieþþan, sceaþþan, st. V. (6), sw. V. (1), schaden, schädigen, verletzen; an. skaða, sw. V. (1?, 2?), schaden; got. skaþjan, unr. st. V. (6), schaden; nschw. skada, V., schaden; nnorw. skade, V., schaden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches einen Nachteil zufügen; BM.: ?; F.: schaden (!), schade (!), schadest, schadet, schadete, schadetest, schadeten, schadetet, geschadet, ##geschadet, geschadete, geschadetes, geschadetem, geschadeten, geschadeter##, schadend, ###schadend, schadende, schadendes, schadendem, schadenden, schadender##, schad (!)+EW; Z.: schad-en
Schaden, Schade, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schaden (M.), Schade, Beschädigung, Beeinträchtigung, Nachteil; ne. damage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schade, schaden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schade, sw. M., Schaden, Schädigung, Verlust; mnd. schāde (1), scade, M., Schaden (M.), Schade, Nachteil, Beschuldigung, Verletzung, Verwundung; mnl. scāde, M., Schade, Schaden (M.), Nachteil, Verletzung; ahd. skado*, scado, sw. M. (n), Schade, Schaden, Übel, Nachteil, Verderben, Unheil, Strafe; as. skatho*, sw. M. (n), Schade, Schaden, Übeltäter; anfrk. skatho, M., Schaden, Nachteil; germ. *skaþō-, *skaþōn, *skaþa-, *skaþan, *skadō-, *skadōn, *skada-, *skadan, sw. M. (n), Schaden, Schädiger; s. idg. *skēt-, *skət-, *skeh₁th₂-, V., schädigen, schaden, Pokorny 950 (1630/102) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schade, Kluge s. u. Schaden, DW 14, 1969 (Schade), EWD s. u. Schaden, Falk/Torp 449, Seebold 408, EWAhd 7, 1315, Duden s. u. Schaden, Bluhme s. u. Schaden; Son.: vgl. afries. skatha (1), sketha, sw. M. (n), Schade, Schaden, Nachteil, Schadensersatz; saterl. scada; ae. sceaþa, scaþa, sw. M. (n), Verbrecher, Dieb, Mörder, Schädiger; an. skaði, sw. M. (n), Schade, Schaden, Verlust; got. -; nndl. schade, Sb., Schaden (M.); nschw. skada, Sb., Schaden (M.); nnorw. skade, M., Schaden (M.); gr. ἀσκηθής (askēthḗs), Adj., unversehrt, wohlbehalten; kymr. esgus, Adj., unermüdlich; mir. scith, Adj., ermüdet; aruss. škoda, F., Schaden (M.) (Lw. aus dem Deutschen); lit. iškadà, F., Schaden (M.) (Lw. aus dem Deutschen); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Beschädigung oder Beeinträchtigung oder seit Entwicklung von Recht eine unfreiwillige Einbuße an rechtlich geschützten Gütern auf Grund eines bestimmten Ereignisses oder allgemeiner für etwas die Gegebenheiten in einer negativen und nicht wünschenswerten Weise Veränderndes; BM.: ?; F.: Schade, Schaden, Schäden+EW; Z.: Schad-en
$Schadenersatz, Schadensersatz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schadenersatz, Schadensersatz; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Schaden, (s. s), s. Ersatz; L.: DW 14, 1983, EWD s. u. Schaden; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Schaden und Ersatz gebildete Bezeichnung für den Ersatz oder Ausgleich eines Schadens einer Person durch eine andere Person (bei Vorliegen einer Schadensüberwälzungsnorm oder eines Anspruchs auf Schadenersatz); F.: Schadenersatz, Schadenersatzes, Schadenersätze, Schadenersätzen+EW; Z.: Schad-en—er—satz
$Schadenfreude, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schadenfreude; E.: s. Schaden, s. Freude, L.: DW 14, 1983, EWD s. u. Schaden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schaden und Freude gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Freude eines anderen an einem nicht ihn betreffenden Schaden eines anderen; F.: Schadenfreude; F.: Schad-en-freu-d-e
$schadenfroh, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schadenfroh; E.: s. Schaden, s. froh; L.: DW 14, 1983, EWD s. u. Schaden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schaden und froh gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches froh über einen Schaden eines anderen; F.: schadenfroh, schadenfrohe, schadenfrohes, schadenfrohem, schadenfrohen, schadenfroher(, schadenfrohere, schadenfroheres, schadenfroherem, schadenfroheren, schadenfroherer, schadenfrohste, schadenfrohstes, schadenfrohstem, schadenfrohsten, schadenfrohster)+EW; Z.: schad-en—froh
$schadhaft, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. schadhaft, einen Schaden habend, schädlich; E.: s. Schad(en), s. haft; L.: Kluge s. u. Schaden, DW 14, 1986, EWD s. u. Schaden; GB.: (skadahaft*) seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. damnosus aus Schad(en) und haft gebildete Bezeichnung für einen Schaden habend; F.: schadhaft, schadhafte, schadhaftes, schadhaftem, schadhaften, schadhafter(, schadhaftere, schadhafteres, schadhafterem, schadhafteren, schadhafterer, schadhaftest, schadhafteste, schadhaftestes, schadhaftestem, schadhaftesten, schadhaftester)+EW; Z.: schad-haf-t
$schädigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schädigen, Schaden verursachen, Schaden zufügen; Vw.: s. be-, ent-; E.: s. schad(en), s. ig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schaden, DW 14, 1986, EWD s. u. Schaden; GB.: (schadegen) um 1254 belegte und aus schad(en) und ig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einen Schaden verursachen oder einen Schaden zufügen; F.: schädigen, schädige, schädigst, schädigt, schädigest, schädiget, schädigte, schädigtest, schädigten, schädigtet, geschädigt, ##geschädigt, geschädigte, geschädigtes, geschädigtem, geschädigten, geschädigter##, schädigend, ###schädigend, schädigende, schädigendes, schädigendem, schädigenden, schädigender###, schädig (!)+EW; Z.: schäd-ig-en
$schädlich, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. schädlich, Schaden betreffend; L.: Kluge s. u. Schaden, DW 14, 1988, EWD s. u. Schaden; GB.: (unskadalīh*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus Schad(en) und lich (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches einen Schaden betreffend; F.: schädlich, schädliche, schädliches, schädlichem, schädlichen, schädlicher(, schädlichere, schädlicheres, schädlicherem, schädlicheren, schädlicherer, schädlichst, schädlichste, schädlichstes, schädlichstem, schädlichsten, schädlichster)+EW; Z.: schäd-lich
$Schädling, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schädling; E.: s. Schad(en), s. ling; L.: Kluge s. u. Schaden, fehlt DW, EWD s. u. Schaden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schad(en) und schad(en) sowie ling gebildete Bezeichnung für ein sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches einen Schaden verursachendes Lebewesen wie beispielsweise (vielleicht) Ameisen oder Bettwanzen oder Flöhe oder Läuse oder Marder oder Mäuse oder Milben oder Moskitos oder Ratten oder Raupen oder Schaben oder Schmetterlinge oder Schnecken oder (vielleicht) Vögel oder Wespen oder Wild oder Würmer oder Zecken; F.: Schädling, Schädlings, Schädlinges, Schädlinge, Schädlingen+EW; Z.: Schäd-ling
$schadlos, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schadlos, ohne Schaden seiend; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. Schad(en), s. los; L.: DW 14, 1990, EWD s. u. Schaden; GB.: (schadelōs) seit um 1185 belegte und vielleicht nach lateinischem Vorbild (indamnus, indemnis) aus Schad(en) und los gebildete Bezeichnung für unschädlich oder ohne Schaden seiend; F.: schadlos, schadlose, schadloses, schadlosem, schadlosen, schadloser(, schadlosere, schadloseres, schadloserem, schadloseren, schadloserer, schadlosest, schadloseste, schadlosestes, schadlosestem, schadlosesten, schadlosester)+EW; Z.: schad—lo-s
Schaf, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schaf, Schöps, ein Paarhufer; ne. sheep; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. schāf, schōf, sāph, st. N., Schaf; mnd. schāp, schaep, schaip, N., Schaf; mnl. scaep, N., Schaf; ahd. skāf*, scāf, st. N. (a), Schaf; as. skāp*, st. N. (a), Schaf; anfrk. skāp*, scāp*, st. N. (a), Schaf; wgerm. *skēpa-, *skēpam, *skǣpa-, *skǣpam, st. N. (a), Schaf; weitere Herkunft unklar, vielleicht Zusammenhang mit „schaben“ (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schaf, Kluge s. u. Schaf, EWD s. u. Schaf, DW 14, 1992, Falk/Torp 451, EWAhd 7, 1320, Duden s. u. Schaf, Bluhme s. u. Schaf; Son.: vgl. afries. skēp, st. N. (a), Schaf; saterl. scep; ae. scéap, st. N. (a), Schaf; an. -; got. -; nndl. schaap, Sb., Schaf; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für ein vielleicht vor sieben Millionen Jahren entwickeltes mittelgroßes Säugetier mit dickem wolligem Fell und bei dem männlichen Tier oft großen gewundenen Hörnern das von Menschen als Wolle und Fleisch sowie auch Milch lieferndes Nutztier gehalten wird; BM.: schaben?; F.: Schaf, Schafes, Schafs, Schafe, Schafen+EW; Z.: Schaf
$Schäfer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schäfer, Schafhirte; E.: s. Schaf, s. er (Suff.); GB.: (skāfāri*) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Schaf und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Zähmung des Schafes möglichen Hirten oder Hüter von Schafen; L.: Kluge s. u. Schaf, EWD s. u. Schaf, DW 14, 2002; F.: Schäfer, Schäfers, Schäfern+EW; Z.: Schäf-er
$Schäferhund, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schäferhund; E.: s. Schäfer, s. Hund; L.: DW 14, 2006, EWD s. u. Hund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schäfer und Hund gebildete Bezeichnung für eine von Schäfern bevorzugte Rasse von Hunden; F.: Schäferhund, Schäferhundes, Schäferhunds, Schäferhunde, Schäferhunden+EW; Z.: Schäf-er—hun-d
$Schäferstunde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schäferstunde; E.: s. Schäfer, s. Stunde; L.:,DW 14, 2011, EWD s. u. Schaf[KG2] ; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach frz. heure du berger aus Schäfer und Stunde gebildete sowie der Schäferpoesie entstammende Bezeichnung für eine Zeit (Stunde) traulichen Zusammenseins Liebender; F.: Schäferstunde, Schäferstunden+EW; Z.: Schäf-er-stund-e
$Schäferstündchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schäferstündchen; E.: s. Schäferstund(e), s. chen; L.: Kluge s. u. Schäferstündchen, s. DW 14, 2011 (Schäferstunde); GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach frz. heure du berger aus Schäfer und Stündchen gebildete sowie der Schäferpoesie entstammende Bezeichnung für eine kurze Zeit (Stündchen) traulichen Zusammenseins Liebender; F.: Schäferstündchen, Schäferstündchens+EW; Z.: Schäf-er—stünd-chen
Schaff, Schapf, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Schaff, Bottich, Gefäß, Schrank; ne. tub; Vw.: -; Hw.: s. Schäffler, Scheffel, Schapp, Schaft (2); Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schaf, st. N., Schaff, Gefäß, Getreidemaß, Scheffel; mnd. schape, M., flacher Tiegel; mnd. scheppe; mnl. scap, schap, N., Gestell, Kiste, Schrank; an. skeppa, skjappa, sw. F. (n), Maß, Scheffel; ahd. skaf* (2), scaf*, st. N. (a), Gefäß, Fass, Schaff, Bütte (F.) (2); as. skap* (1), st. N. (a), „Schaff“, Gefäß; anfrk. -; germ. *skapa- (1), *skapam, st. N. (a), Gefäß, Schaff, Scheffel; s. idg. *skā̆p-, kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaff, Kluge s. u. Schaff, DW 14, 2013, EWD s. u. Schaff, Falk/Torp 451, EWAhd 7, 1320, Duden s. u. Schaff, Bluhme s. u. Schaff; Son.: vgl. afries. skep, Sb., Schaff, Fass; nnordfries. skap; ae. -; an. skeppa, F., Maß, Scheffel; ae. scėppe, sw. F. (n), Trockenmaß; got. -; GB.: (skaf) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen schon früher entwickelten und verwendeten Bottich; BM.: schneiden; F.: Schaff, Schaffes, Schaffs, Schaffe, Schaffen, Schapf, Schapfes, Schapfs, Schapfe, Schapfen+EW; Z.: Schaff
schaffen, nhd., st. V., sw. V., (8. Jh.): nhd. schaffen, schöpfen (V.) (2), formen, bilden, bewirken; ne. accomplish, create; Vw.: -; Hw.: s. Geschäft, Schaffner; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schaffen (1), st. V., entstehen, sich zurechtmachen, sich verhalten (V.) gegen, ansetzen zu, sich bemühen um, erschaffen; mhd. schaffen (3), sw. V., erschaffen, schaffen, gestalten, tun, machen, bewirken, ins Werk setzen, ordnen, einrichten; mnd. schaffen (1), sw. V., schaffen, tätig sein (V.), wirken, machen, tun, besorgen, ordnen, bestimmen, verfügen, bewerkstelligen; mnd. schāpen (2), st. V., schaffen, hervorbringen, Gestalt geben, verfertigen, beschaffen (V.), bewerkstelligen, ausrichten, einrichten; ahd. skaffōn, scaffōn, sw. V. (2), schaffen, bilden, bewirken, festsetzen; ahd. skepfen, scephen, st. V. (6), sw. V. (1a), schöpfen (V.) (2), schaffen; as. skėppian* (1), st. V. (6), schaffen; anfrk. *skapon?, sw. V. (2), schaffen; germ. *skapjan, st. V., schöpfen (V.) (2), schaffen; germ. *skapōn, sw. V., schaffen, ordnen; idg. *skā̆p-, kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. schaffen, Kluge s. u. schaffen, DW 14, 2016, EWD s. u. schaffen, Falk/Torp 450, 451, Seebold 307, 406, EWAhd 7, 1324, Duden s. u. schaffen, Bluhme s. u. schaffen; Son.: vgl. afries. skeppa (1), st. V. (6), schaffen, verschaffen, machen, bestimmen; saterl. scepa, V., schaffen, machen; ae. scieppan, scippan, scyppan, sceppan, st. V. (6), schaffen, bilden, machen, anordnen, bestimmen; an. skepja, sw. V. (1), schaffen, bestimmen, einrichten; an. skapa, sw. V. (2), schaffen, einrichten, ordnen; got. skapjan, unr. st. V. (6), schaffen; nndl. scheppen, V., schaffen, erschaffen; nschw. skapa, V., schaffen, hervorbringen; nnorw. skape, V., schaffen; ai. skabhnāti, V., befestigen stützen; ? lit. skōpti, V., aushöhlen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch schöpferische Arbeit etwas neu bilden oder bewirken oder entstehen lassen; BM.: schneiden bzw. spalten; F.: schaffen, schaffe, schaffst, schafft, schaffest, schaffet, schaffte, schafftest, schafften, schafftet, schuf, schufst, schufen, schuft, schüfe, schüfest, schüfen, schüfet, geschafft, ##geschafft, geschaffte, geschafftes, geschafftem, geschafften, geschaffter##, geschaffen, ##geschaffen, geschaffene, geschaffenes, geschaffenem, geschaffenen, geschaffener##, schaffend, ###schaffend, schaffende, schaffendes, schaffendem, schaffenden, schaffender###, schaff (!)+EW; Z.: schaff-en
Schäffler, nhd. (dial.), M., (13. Jh.): nhd. Schäffler, Böttcher; ne. cooper; Vw.: -; Hw.: s. Schaff, Scheffel; Q.: 1299 (Urkunde); E.: s. mhd. scheffelære, scheffeler, scheffler, st. M., Schäffler, Fassbinder; mnd. schēpelære* (2), schēpeler, M., „Scheffler“, niedriger Stadtdiener der die Scheffel eicht; vgl. mhd. schaf, st. N., Schaff, Gefäß, Getreidemaß, Scheffel; mnd. schape, M., flacher Tiegel; ahd. skaf* (2), scaf*, st. N. (a), Gefäß, Fass, Schaff, Bütte (F.) (2); as. skap* (1), st. N. (a), Schaff, Gefäß; germ. *skapa- (1), *skapam, st. N. (a), Gefäß, Schaff, Scheffel; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge s. u. Schäffler, DW 14, 2035, Duden s. u. Schäffler; Son.: bayr.; GB.: seit 1299 belegte und mit Schaff verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen Hersteller von Schaffen (oder Bottichen) oder Böttcher; BM.: schneiden; F.: Schäffler, Schäfflers, Schäfflern+EW; Z.: Schäff-l-er
Schaffner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schaffner, Fahrkartenkontrolleur; ne. conductor, ticket collector; Vw.: -; Hw.: s. schaffen; Q.: 19. Jh.; E.: von mhd. schaffenære, scheffenære, schaffener, scheffenære, scheffener, st. M., Anordner, Aufseher, Verwalter, Schaffner, Beauftragter; mnd. schaffenære*, schaffener, M., Schaffner, Anschaffer, Besorger, Verwalter, Geschäftsführer; s. mhd. schaffen (1), st. V., entstehen, sich zurechtmachen, sich verhalten (V.) gegen, ansetzen zu, sich bemühen um, erschaffen; mhd. schaffen (3), sw. V., erschaffen, schaffen, gestalten, tun, machen, bewirken, ins Werk setzen, ordnen, einrichten; ahd. skaffōn, scaffōn, sw. V. (2), schaffen, bilden, bewirken, festsetzen; germ. *skapōn, sw. V., schaffen, ordnen; idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaffner, Kluge s. u. Schaffner, DW 14, 2035, EWD s. u. schaffen, Duden s. u. Schaffner; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit mhd. schaffenære sowie germ. *skapōn und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen der in öffentlichen Verkehrsmitteln Fahrkarten verkauft oder überprüft (Fahrkartenkontrolleur); BM.: schneiden; F.: Schaffner, Schaffners, Schaffnern+EW; Z.: Schaff-n-er
Schafgarbe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schafgarbe, eine Heilpflanze; ne. yarrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1470 (Glosse); E.: mhd. schāfgarwe, st. F., Schafgarbe; s. mhd. schāf, schōf, sāph, st. N., Schaf; ahd. skāf*, scāf, st. N. (a), Schaf; wgerm. *skēpa-, *skēpam, *skǣpa-, skǣpam, st. N. (a), Schaf; weitere Herkunft unklar, vielleicht Zusammenhang mit „schaben“ (s. d.); mhd. garwe, sw. F., Schafgarbe; ahd. garawa (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schafgarbe, Tausendblatt, Wiesenkümmel?; germ. *garwa, Sb., Garbe (F.) (2); idg. *gʰrebʰ- (1), *gʰerbʰ-, V., ergreifen, erraffen, rechen, Pokorny 455 (667/83) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Garbe 2, Kluge s. u. Schafgarbe, DW 14, 2037, EWD s. u. Schafgarbe, Duden s. u. Schafgarbe, Bluhme s. u. Schafgarbe (Garbe); Son.: vgl. mnd. garwe, F., Schafgarbe; mnl. garve, garwe, F., Schafgarbe; ae. gearwe (3), sw. F. (n)?, Schafgarbe, Garbe (F.) (2); nndl. gerwe, Sb., Schafgarbe; GB.: seit 1470 belegte und aus Schaf und Garbe gebildete und teilweise in der weiteren Herkunft unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende auf Wiesen und an Wegrändern wachsende und weit verbreitete sowie von Schafen gerne gefressene und vielleicht schon vormenschliche Pflanze (Heilpflanze) mit stark geteilten Blättern und weißen bis rosafarbenen in Doldenrispen wachsenden Blüten; BM.: von Schafen gerne gefressene Pflanze; F.: Schafgarbe, Schafgarben+EW; Z.: Schaf-garb-e
$Schafkälte, Schafskälte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schafkälte; E.: s. Schaf, s. Kälte; L.: Kluge s. u. Schafkälte, DW 14, 2040; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schaf (und s -Suff.-) sowie Kälte gebildete Bezeichnung für jährlich einige vergleichsweise kalte Sommertage in der Zeit in der von Menschen üblicherweise die Schafe geschoren werden und deshalb ohne Wolle eher frieren; F.: Schafkälte, Schafkälten+EW; Z.: Schaf—käl-t-e
Schafott, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schafott, Schaugerüst, Blutgerüst; ne. scaffold (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. schavot, skavot, N., Schafott, Schaugerüst; mnl. schavot, shavot, N., Schaugerüst, Blutgerüst; afrz. chafaud, chafaut, Sb., Gerüst; mlat. catafalcium, N., Schafott, Thron, Katafalk; letztlich wohl von gr. κατά (katá), Präp., herab, hinab; idg. *km̥ta, Präp., Präf., neben, entlang, mit, abwärts, Pokorny 613; und lat. fala F., hohes Gerüst, hölzerner Turm; vielleicht aus dem Vorgr.-etruskischen, s. Walde/Hofmann 1, 446; L.: Kluge s. u. Schafott, DW 14, 2044, EWD s. u. Schafott, Duden s. u. Schafott; Son.: vgl. nndl. schavot, Sb., Schaugerüst, Blutgerüst; frz. échafaud, M., Schafott; nschw. schavott, Sb., Schafott; nnorw. skafott, N., Schafott; poln. szafot, M., Schafott; kymr. sgaffald, F., Gerüst; nir. scafall, M., Gerüst; lit. ešafotas, M., Schafott; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Griechischen und Lateinischen des Altertums und vielleicht mit dem Vorgriechisch-Etruskischen verbindbare Bezeichnung für ein meist erhöhtes Gerüst auf dem von Menschen Hinrichtungen durch Enthauptung vorgenommen werden; BM.: neben, Gerüst; F.: Schafott, Schafottes, Schafotts, Schafotte, Schafotten+FW(+EW?); Z.: Scha-fo-tt
$Schafskopf, Schafkopf, nhd., M., (13./15. Jh.): nhd. Schafskopf; E.: s. Schaf, s. s, s. Kopf; L.:, DW 14, 2046 (Schafskopf), DW 14, 2040 (Schafkopf), EWD s. u. Schaf; GB.: (schāfkopf) seit 13./15. Jh. belegte und aus Schaf (und s) sowie Kopf gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung von Schafen möglichen Kopf eines Schafes und wohl in der späteren Neuzeit auch ein Kartenspiel; F.: Schafskopf, Schafskopfes, Schafskopfs, Schafsköpfe, Schafsköpfen+EW; Z.: Schaf-ko-pf
Schaft (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schaft, Stange; ne. shaft (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schacht, Schachtelhalm; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. schaft, st. M., Speer, Lanze, Fahnenschaft; mnd. schat (1), M., Schaft; mnd. schacht, schaft, schagt, M., Schaft, Holzstange, Pfahl, Marktfahne, Speer; mnl. scaft, schacht, M., Schaft, Stange, Speer, Lanze; ahd. skaft* (1), scaft, st. M. (i), Schaft, Speer, Lanze, Geschoss, Wurfspieß, Wurfgeschoss, Stecken (M.); as. skaft* (1), st. M. (i), Schaft, Speer; anfrk. skaft*, scaft*, st. M. (i), Schaft, Pfeil; germ. *skafta-, *skaftaz, st. M. (a), Schaft; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaft 1, Kluge s. u. Schaft, DW 14, 2048, EWD s. u. Schaft, Falk/Torp 452, EWAhd 7, 1327, Duden s. u. Schaft, Bluhme s. u. Schaft; Son.: s. lang. skaft, st. M. (i)?, Schaft; vgl. afries. skeft, st. M. (a), Schaft, Speer, Messrute; ae. sceaft (1), scaft, scæft, st. M. (a), Schaft, Stab, Stange, Speer; an. skapt, st. N. (a), Schaft, Stab, Stange, Griff; got. *skafts (1), st. M. (a?), Schaft; nndl. schacht, Sb., Schaft; nschw. skaft, N., Schaft; nnorw. skaft, N., Schaft; gr. σκῆπτρον (skēptron), N., Zepter, Stab, Stock; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den geraden lang gestreckten schlanken Teil eines Gegenstandes oder für eine Stange; BM.: schneiden bzw. spalten; F.: Schaft, Schaftes, Schafts, Schäfte, Schäften+EW; Z.: Schaf-t
Schaft (2), nhd. (ält.), Sb..: nhd. Schaft (M.) (2), Schrank, Regal; ne. cupboard; Vw.: -; Hw.: s. Schaff, Scheffel; Q.: vor 1800?; E.: s. Schaff; L.: Kluge 1. A. s. u. Schrank 2, DW 14, 2013, Duden s. u. Schaft; GB.: vielleicht vor 1800 belegte und mit Schaff verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dem Hochmittelalter von Menschen entwickelten und verwendeten Schrank; BM.: schneiden; F.: Schaft, Schaftes, Schafts, Schäfte, Schäften+EW; Z.: Schaf-t
…schaft, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. ...schaft; ne. …ship; Vw.: s. Eigen-, Herr-, Hiobsbot-, Subsistenzwirt, Wirt-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. …schaft, Suff., …schaft; mnd. *schop?, *schup?, *schaft?, *schap?, Suff., „schaft“; ahd. …skap, Suff., …schaft; germ. *skafti-, *skaftiz, st. F. (i), Beschaffenheit, Schaffung, Ordnung; as. …skap, Suff., …skaft; anfrk. …skap, Suff., …schaft; germ. *skapi-, *skapiz, st. M. (i), st. F. (i), Beschaffenheit, Ordnung; vgl. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930; L.: Kluge s. u. -schaft, DW?, EWD s. u. -schaft, Falk/Torp 450, Seebold 407, Duden s. u. -schaft; Son.: vgl. afries. …skipi, Suff., …skaft; ae. sceaft (2), st. M. (a), st. F. (i), st. N. (a), Schöpfung, Geschöpf, Beschaffenheit, Dasein, Schicksal; an. …skapr, Suff., …schaft; got. gaskafts, st. F. (i), Erschaffung, Geschöpf; nndl. …schap, Suff., …schaft; nschw. …skap, Suff., …schaft; nnorw. …skap, Suff., …schaft; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete für Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...schaft, ...schaften+EW; Z.: -schaf-t
$schäften, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schäften; L.: Kluge s. u. Schaft, DW 14, 2051, EWD s. u. Schaft; GB.: (skaften*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Schaft und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung erforderlicher Werkzeuge mögliches mit einem Schaft versehen (V.); F.: schäften, schäfte, schäftest, schäftet, schäftete, schäftetest, schäfteten, schäftetet, geschäftet, ###geschäftet, geschäftete, geschäftetes, geschäftetem, geschäfteten, geschäfteter###, schäftend, ###schäftend, schäftende, schäftendes, schäftendem, schäftenden, schäftender###, schäft (!)+EW; Z.: schäf-t-en
Schah, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schah, Herrscher von Persien, König; ne. Shah; Vw.: -; Hw.: s. Pascha; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. pers. šah; E.: s. pers. šah, M., Schah, König, Kaiser; vgl. idg. ktēi-?, *ktē-?, *ktəi-?, *ktə-?, *kþēi-?, *kþē-?, *kþəi-?, *kþə-?, V., erwerben, beherrschen (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: EWD s. u. Schah, fehlt DW, Duden s. u. Schah; Son.: vgl. nndl. sjah, Sb., Schah; frz. schah, M., Schah; nschw. schah, Sb., Schah; nnorw. sjah, M., Schah; poln. szach, M., Schah; nir. seá, M., Schah; lit. šachas, M., Schah; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Persischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Herrscher (von Persien) oder König; BM.: beherrschen; F.: Schah, Schahs+FW; Z.: Schah
Schakal, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schakal, ein Wildhund; ne. jackal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. chacal; E.: s. frz. chacal, M., Schakal; türk. çakal, Sb., Schakal; pers. šaġāl, M., Schakal; ai. śṛgālá, M., Schakal; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schakal, Kluge s. u. Schakal, DW 14, 2054, EWD s. u. Schakal, Duden s. u. Schakal; Son.: vgl. nndl. jakhals, Sb., Schakal; nschw. schakal, sjakal, Sb., Schakal; nnorw. sjakal, M., Schakal; poln. szakal, M., Schakal; kymr. jacal, M., Schakal; nir. seacál, M., Schakal; lit. šakalas, M., Schakal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Türkischen und Persischen sowie Altindischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein schon vormenschliches zwischen Fuchs und Wolf stehendes in Afrika und Asien heimisches Raubtier (Wildhund); BM.: ?; F.: Schakal, Schakals, Schakales, Schakale, Schakalen+FW(+EW?); Z.: Schakal
$Schäker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schäker, Schäkernder, Neckender; E.: s. schäker(n); L.: Kluge s. u. schäkern, DW 14, 2054, EWD s. u. Schäker; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit schäkern verbindbare sowie aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schäkernden oder Neckenden; F.: Schäker, Schäkers, Schäkern+FW(+EW?); Z.: Schäk-er
schäkern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schäkern, necken, flirten; ne. flirt (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: wjidd. Lw.; E.: s. wjidd, Sb., Busen, Schoß; hebr. ḥēq, ḥēiq, Sb., Schoß; L.: Kluge 1. A. s. u. schäkern, Kluge s. u. schäkern, DW 14, 2056, EWD s. u. Schäker, Duden s. u. schäkern, Bluhme s. u. schaekern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches necken oder flirten oder Späße treiben; BM.: Schoß; F.: schäkern, schäkere, schäker (!), schäkre, schäkerst, schäkert, schäkerte, schäkertest, schäkerten, schäkertet, geschäkert, ##geschäkert, geschäkertes, geschäkertem, geschäkerten, geschäkerter##, schäkernd, ###schäkernd, schäkernde, schäkerndes, schäkerndem, schäkernden, schäkernder###, schäker (!)+FW; Z.: schäk-er-n
schal, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. schal, abgestanden, fade; ne. stale (Adj.), flat (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1365 (Gedichte von Heinrich der Teichner); E.: mhd. schal (1), Adj., schal, trübe, trocken, dürre, leck; mnd. schal (1), schāl, Adj., schal, trüb, abgeschmackt, blöd; vielleicht verwandt mit gr. σκέλλειν (skéllein), V., trocknen, ausdörren; oder von germ. *skala-, *skalaz, Adj., verdörrt, schal; beides von idg. *skel- (3), *kel- (9), V., austrocknen, dörren, Pokorny 927 (1612/84) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schal, Kluge s. u. schal, DW 14, 2056, EWD s. u. schal, Falk/Torp 459, Duden s. u. schal, Bluhme s. u. schal; Son.: vgl. ne. shallow, Adj., seicht; nschw. skäll, Adj., mager, dünn; ? lett. kàlss, Adj., mager; GB.: seit 1350-1365 belegte und mit dem Griechischen des Altertums oder dem erschließbaren Germanischen sowie (in beiden Fällen) teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch langes Stehen fade in dem Geschmack geworden (von Getränken); BM.: austrocknen; F.: schal, schale, schales, schalem, schalen, schaler(, schalere, schaleres, schalerem, schaleren, schalerer, schalst, schalste, schalstes, schalstem, schalsten, schalster)+EW?; Z.: schal
Schal, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schal, schmales Halstuch; ne. shawl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. shawl; E.: s. ne. shawl, N., Schal; pers. šāl, Sb., Umschlagtuch; L.: Kluge s. u. Schal, fehlt DW, Duden s. u. Schal, Bluhme s. u. Schal; Son.: vgl. nndl. sjaal, Sb., Schal; frz. châle, M., Schal; nschw. schal, Sb., Schal; nnorw. sjal, N., Schal; poln. szalik, M., Schal; kymr. siôl, F., Schal; nir. seál, M., Schal; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Persischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen wohl zunächst in Kaschmir zu dem Schutz gegen Kälte und Härte entwickeltes und seit dem 15. Jh. auch in Europa verwendetes um den Hals zu schlingendes schmales Tuch oder Kleidungsstück; BM.: Umschlagtuch; F.: Schal, Schals, Schales+FW(+EW?); Z.: Schal
Schale (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schale (F.) (1), Hülse, Hülle; ne. shell (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schale (2), schälen, Schellack, Schelfe; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schale, st. F., sw. F., Schale (F.) (1), Eierschale, Nussschale, Schäldecke, Hirnschale, Messerschale, Steinplatte, Brettereinfassung, Verschalung; mnd. schāle (1), F., Schale (F.) (1), Hülle, Rinde, Baumrinde; mnl. schale, F., Schale (F.) (1), Hülse; ahd. skala*, scala, st. F. (ō), sw. F. (n), Schale (F.) (1), Hülse; as. skāla* (1), sw. F. (n), Schale (F.) (1), Muschel; anfrk. *skala, F., Schale; germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schale, Kluge s. u. Schale 1, DW 14, 2061, EWD s. u. Schale 1, Falk/Torp 458, EWAhd 7, 1345, Duden s. u. Schale, Bluhme s. u. Schale 1; Son.: vgl. afries. -; ae. scealu (1), st. F. (ō), Schale (F.) (1), Schote, Schüssel; an. skāl, st. F. (ō), Schale (F.) (2), Trinkschale, Waage; got. skalja, st. F. (jō), Ziegel; nndl. schaal, Sb., Schale (F.) (1); nschw. skal, N., Schale (F.) (1); nnorw. skall, N., Schale (F.) (1); ai. kalā́, Sb., kleiner Teil, ein Sechzehntel; ksl. skolъka, Sb., Muschel; russ. skalá, Sb., Birkenrinde; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich entwickelte eine Frucht oder einen Samen umgebende Hülse oder schützende Hülle beispielsweise eines Eies oder einer Nuss oder einer Banane oder einer Orange oder einer Gurke oder einer Kartoffel; BM.: schneiden; F.: Schale, Schalen+EW; Z.: Schal-e
Schale (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schale (F.) (2), Trinkschale; ne. scale (N.), bowl (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schale (1); Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. schāle, st. F., sw. F., Schale (F.) (2), Trinkschale, Waagschale; mhd. schale, st. F., sw. F., Schale (F.) (2), Waagschale; mhd. schal (3), schāl, st. F., Schale (F.) (2), Hirnschale, Essschale, Trinkschale; mnd. schāle (2), schaele, schaelle, schaale, F., Schale (F.) (2), flache Schüssel, Napf, Trinkgefäß, Waagschale; ahd. skāla*, scāla, st. F. (ō), sw. F. (n), Schale (F.) (2), Trinkschale, Waagschale; as. skāla* (2), sw. F. (n), Schale (F.) (1); germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schale 2, DW 14, 2061, EWD s. u. Schale 2, EWAhd 7, 1347, Duden s. u. Schale, Bluhme s. u. Schale 2; Son.: vgl. afries. -; ae. scealu (1), st. F. (ō), Schale (F.) (1), Schote, Schüssel; an. skāl, st. F. (ō), Schale (F.) (2), Trinkschale, Waage; got. skalja, st. F. (jō), Ziegel; nndl. schaal, Sb., Schale (F.) (2); nschw. skål, Sb., Schale (F.) (2); nnorw. skål, M., F., Schale (F.) (2); GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früh nach natürlichem Vorbild entwickelte und verwendete flache Schüssel meist für Getränke; BM.: schneiden; F.: Schale, Schalen+EW; Z.: Schal-e
$schalen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schalen; Vw.: s. ver-; E.: s. Schal(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schale 1, DW 14, 2060, EWD s. u. Schale 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schal(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches mit einer Schale versehen (V.); F.: schalen, schale (!), schalst, schalt (!), schalest, schalet, schalte (!), schaltest (!), schalten (!), schaltet (!), geschalt, ##geschalt, geschalte, geschaltes, geschaltem, geschalten, geschalter##, schalend, ###schalend, schalende, schalendes, schalendem, schalenden, schalender###, schal (!)+EW; Z.: schal-en
schälen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schälen, Schale abziehen, Haut entfernen; ne. peel (V.), shell (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schale (1); Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. schelen* (1), scheln, sw. V., abstreifen, abschälen, schälen, sondern (V.), trennen, entfernen von; mnd. schālen (2), scaylen, sw. V., schälen, entrinden, mit einer Stützwand versehen (V.), verschalen, verkleiden; ahd. skellen* (1), skelen*, sw. V. (1b), schälen; s. ahd. skala*, scala, st. F. (ō), sw. F. (n), Schale (F.) (1), Hülse; as. skāla* (1), sw. F. (n), Schale (F.) (1), Muschel; germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schale, Kluge s. u. Schale 1, DW 14, 2064, EWD s. u. Schale 1, Duden s. u. schälen; Son.: vgl. nndl. schillen, V., schälen; nschw. skala, V., schälen; gr. σκάλλειν (skállein), V., schaben, scharren, hacken; lit. skélti, V., spalten; russ. колоть (kolót), V., stechen, spalten, hacken; GB.: seit um 790 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Schale abziehen oder von einer umschließenden Haut befreien; BM.: schneiden; F.: schälen, schäle, schälst, schält, schälest, schälet, schälte, schältest, schälten, schältet, geschält, ##geschält, geschälte, geschältes, geschältem, geschälten, geschälter##, schälend, ###schälend, schälende, schälendes, schälendem, schälenden, schälender###, schäl (!)+EW; Z.: schäl-en
$Schalenwild, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schalenwild; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Schal(e), s. en (Suff.), s. Wild; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schale 1; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Schal(e) und en (Suff.) sowie Wild gebildete Bezeichnung für dem Jagdrecht unterfallende Paarhufer wie Rehe oder Hirsche oder Gemsen (Gämsen) oder Elche oder Wildschweine weil deren Klauen auch Schalen genannt werden; F.: Schalenwild, Schalenwildes, Schalenwilds; Z.: Schal-en—wil-d
Schälhengst, Schellhengst, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schälhengst, Zuchthengst; ne. stallion; Vw.: -; Hw.: s. Beschäler; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mhd. schele, sw. M., Beschäler, Zuchthengst, Hengst; ahd. skelo*, scelo, sw. M. (n), Beschäler, Hengst, Zuchthengst; weitere Herkunft ungeklärt, wohl vgl. mit ae. scéallan, ae., M. Pl., Hode, Hoden; germ. *skallō- (2), *skallōn, *skalla- (2), *skallan, sw. M. (n), Hode, Hoden; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); oder zu germ. *skel-, V., springen?; idg. *sk̑el-, *k̑el-, V., springen, Pokorny 929 (1614/86) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); Hinterglied s. nhd. Hengst; L.: Kluge 1. A. s. u. Schellhengst, Kluge s. u. Schälhengst, EWD s. u. Beschäler, DW 14, 2067, Duden s. u. Schälhengst; Son.: vgl. afries. skall 1, M., Hode, Hoden; ae. scéallan, M. Pl., Hode, Hoden; kymr. caill, F., Hoden; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus (be)schäl(en) und Hengst gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen für die Zucht verwendeten Hengst; BM.: springen; F.: Schälhengst, Schälhengsts, Schälhengstes, Schälhengste, Schälhengsten, Schellhengst, Schellhengsts, Schellhengstes, Schellhengste, Schellhengsten+EW; Z.: Schäl—he-n-g-st
Schalk, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schalk, Diener; ne. joker; Vw.: -; Hw.: s. Marschall, Seneschall; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. schalc, st. M., Leibeigener, Knecht, Diener; mnd. schalk (1), schallek, schallik, schallich, M., „Schalk“, Diener, Knecht; mnl. scalc, M., Schalk, Diener, Knecht, Taugenichts; ahd. skalk*, scalc, scalk*, st. M. (a), „Schalk“, Knecht, Diener, Jünger, Sklave; as. skalk*, st. M. (a), „Schalk“, Knecht, Jünger (M.), Diener (M.); anfrk. skalk*, scalc, st. M. (a), Knecht, Diener; germ. *skalka-, *skalkaz, *skalska-, *skalskaz, st. M. (a), Springer, Knecht, Diener; aus dem Keltischen, Feist 428; idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schalk, Kluge s. u. Schalk, EWD s. u. Schalk, DW 14, 2067, Falk/Torp 460, EWAhd 7, 1350, Duden s. u. Schalk, Bluhme s. u. Schalk; Son.: s. lang. *skalk, st. M. (a)?, Knecht, Diener; vgl. afries. skalk, st. M. (a), Unfreier, Knecht, Diener, Bösewicht; ae. scealc, st. M. (a), Diener, Gefolgsmann, Untertan, Krieger; an. skalkr (1), st. M. (a), Diener, Unfreier, Sklave; got. skalks, st. M. (a), Knecht, Diener; nndl. skalk, Sb., Schalk; nschw. skalk, M., Schalk, Schelm; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Keltischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Diener und davon abgeleitet für einen anderen Menschen Streiche spielenden Menschen; BM.: schneiden; F.: Schalk, Schalkes, Schalks, Schalke, Schalken+FW+EW; Z.: Schal-k
$schalkhaft, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. schalkhaft, neckisch, schelmisch; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: s. Schalk, s. haft; L.: DW 14, 2077, EWD s. u. Schalk; GB.: seit 1190-1229 belegte und aus Schalk und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches neckisch oder schelmisch; F.: schalkhaft, schalkhafte, schalkhaftes, schalkhaftem, schalkhaften, schalkhafter(, schalkhaftere, schalkhafteres, schalkhafterem, schalkhafteren, schalkhafterer, schalkhaftest, schalkhafteste, schalkhaftestes, schalkhaftestem, schalkhaftesten, schalkhaftester)+FW+EW; Z.: schal-k—haf-t
Schall, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schall, Klang, Geräusch (N.) (1), Getöse; ne. sound (N.); Vw.: -; Hw.: s. schallen; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. schal (2), st. M., Schall, Geräusch (N.) (1), Getöse, Menge, Stimmen (F. Pl.), Gesang; mnd. schal (2), scal, M., Schall, Klang, Ton (M.) (2), Getön, Getöse, Lärm; mnl. scal, schal, M., Schall, Klang, Widerhall; ahd. skal*, scal, st. M. (i), Schall, Klang, Stimme; as. -; anfrk. -; germ. *skalli-, *skalliz, st. M. (i), Schall; s. idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schall, Kluge s. u. Schall, DW 14, 2087, EWD s. u. Schall, Falk/Torp 459, Seebold 413, EWAhd 7, 1345, Duden s. u. Schall, Bluhme s. u. Schall; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. skǫll, st. F. (i)?, Lärm, Spott; got. -; nndl. schal, Sb., Schall; nschw. skall, Sb., Schall; GB.: (skal) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Klang oder ein nachhallendes Geräusch (N.) (1); BM.: lärmen bzw. klingen; F.: Schall, Schalles, Schalls, Schalle, Schallen, Schälle (!), Schällen (!)+EW; Z.: Schal-l
schallen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schallen, tönen, hallen; ne. sound (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schall, verschollen; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. schellen (1), st. V., schallen, tönen, lärmen, klingen, widerhallen, hallen, sich verbreiten, laut werden; ahd. skellan*, scellan*, st. V. (3b), schallen, tönen, klingen, erschallen; as. -; anfrk. *skellan?, st. V. (3b), schallen, tönen; germ. *skellan, st. V., schallen; idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550; s. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schall, Kluge s. u. Schall, DW 14, 2092, EWD s. u. Schall, Duden s. u. schallen; Son.: vgl. afries. -; ae. sciellan (1), st. V. (3b?), tönen, klingen; an. skjalla (1), st. V. (3b), tönen, schallen; an. skella (2), sw. V. (1), erklingen, erschallen, laut schlagen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches laut und weithin vernehmlich tönen oder hallen; BM.: lärmen bzw. klingen; F.: schallen (!), schalle (!), schallst, schallt, schallest, schallet, schallte, schalltest, schallten, schalltet, geschallt, ##geschallt, geschallte, geschalltes, geschalltem, geschallten, geschallter##, schallend, ###schallend, schallende, schallendes, schallendem, schallenden, schallender###, schall (!)+EW; Z.: schal-l-en
Schalmei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schalmei, ein Blechblasinstrument; ne. shawm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1255 (Frauendienst des Ulrich von Liechtenstein); E.: mhd. schalmīe, sw. F., Rohrpfeil, Schalmei; s. mfrz. chalemie, F., Rohrpfeife; mnd. schalmeide, schalmeyde, schalmey, schalmeye, schalmay, F., Schalmei, Rohrpfeife, Stimme in einer Orgel; afrz. chalemel, M., Rohrpfeife; vgl. lat. calamus, M., Rohr, Halm, Schreibrohr, (um 250-184 v. Chr.); gr. κάλαμος (kálamos), M., Rohr; idg. *k̑oləmo-, *k̑oləmos, *k̑olh₂mo-, M., Halm, Schilf, Pokorny 612 (955/187) (RB. idg. aus gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *k̑oləmā, F., Halm, Rohr, Pokorny 612?; vgl. idg. *k̑el- (3), Sb., Schaft, Pfeil, Halm, Pokorny 552; idg. *kel- (2), V., stechen, Falk/Torp 85, Pokorny 552? (851/83) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schalmei, Kluge s. u. Schalmei, DW 14, 2097, EWD s. u. Schalmei, Duden s. u. Schalmei; Son.: vgl. frz. chalumeau, M., Schalmei; nschw. skalmeja, Sb., Schalmei; nnorw. skalmeie, M., F., Schalmei; GB.: seit 1255 belegte und aus dem Mittelfranzösischen und Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein etwa seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und lange sowie danach erneut verwendetes Blechblasinstrument mit doppeltem Rohrblatt und sechs bis sieben Grifflöchern auf der Vorderseite; BM.: Rohr; F.: Schalmei, Schalmeien+FW; Z.: Schal-m-ei
Schalotte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schalotte, Edelzwiebel; ne. shallot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. échalote; E.: s. frz. échalote, F., Schalotte; vgl. afrz. eschaloigne, Adj., askalonisch; lat. Ascalōnius, Adj., askalonisch; vgl. lat. Ascalōn, F.=ON, Askalon (Stadt in Palästina); aus dem Semitischen, Stadt der Schande; L.: Kluge 1. A. s. u. Schalotte, Kluge s. u. Schalotte, DW 14, 2099, Duden s. u. Schalotte; Son.: vgl. nndl. sjalot, Sb., Schalotte; nschw. schalottenlök, Sb., Schalotte; nnorw. sjalottløk, M., Schalotte; poln. szalotka, F., Schalotte; kymr. sialotsyn, M., Schalotte; nir. seallóid, F., Schalotte; lit. askaloninis česnakas, M., Schalotte; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und dem Semitischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen schon länger verwendete und aus Vorderasien kommende kleine eiförmige und mild aromatische Edelzwiebel; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Schalotte, Schalotten+FW; Z.: Schal-ott-e
schalten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schalten, lenken, leiten, walten; ne. switch (V.), shift (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schalter; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. schalten, schalden, red. V., st. V., schalten, stoßen, schieben, fortstoßen, in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen; ahd. skaltan* (1), scaltan*, red. V., stoßen, fortstoßen, schieben; as. skaldan*, red. V. (1), stoßen; anfrk. -; germ. *skaldan, st. V., stoßen, schieben; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schalten, Kluge s. u. schalten, DW 14, 2100, EWD s. u. schalten, Falk/Torp 461, Seebold 406, EWAhd 7, 1363, Duden s. u. schalten, Bluhme s. u. schalten; Son.: vgl. afries. skeldeia, skedliia, sw. V. (2), hauen; ae. -; an. -; got. -; nschw. skalta, V., schalten (nhd. Lw.); nnorw. skalte, V., schalten (nhd. Lw.); GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches stoßen oder schneiden oder sonst in einer bestimmten Weise verfahren (V.); BM.: treiben; F.: schalten, schalte, schaltest, schaltet, schaltete, schaltetest, schalteten, schaltetet, geschaltet, ##geschaltet, geschaltete, geschaltetes, geschaltetem, geschalteten, geschalteter##, schaltend, ###schaltend, schaltende, schaltendes, schaltendem, schaltenden, schaltender###, schalt (!)+EW; Z.: schal-t-en
Schalter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schalter, Hebel, eine Theke, ein Bauelement; ne. switch (N.); Vw.: -; Hw.: s. schalten; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: s. mhd. schaltære*, schalter, schelter, M., Schalter, Schieber, Riegel, Schaltender; mhd. schalten, schalden, red. V., st. V., schalten, stoßen, fortstoßen, schieben, in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen; ahd. skaltan* (1), scaltan*, red. V., stoßen, fortstoßen, schieben; as. skaldan*, red. V. (1), stoßen; anfrk. -; germ. *skaldan, st. V., stoßen, schieben; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schalten, Kluge s. u. Schalter, DW 14, 2104, EWD s. u. schalten, Duden s. u. Schalter; GB.: seit nach 1298 belegte und mit schalten verbindbare Bezeichnung für einen Hebel mit dem etwas eingeschaltet oder ausgeschaltet werden kann und für eine Theke an der jemand bedient wird; BM.: treiben; F.: Schalter, Schalters, Schaltern+EW; Z.: Schal-t-er
$Schaltjahr, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schaltjahr, Einschaltjahr, eingeschobenes Jahr; L.: Kluge s. u. Schaltjahr, DW 14, 2105, EWD s. u. schalten; GB.: (skaltjār*) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und nach lat embolismus oder ambolismus annus aus schalt(en) und Jahr gebildete Bezeichnung für ein seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen (Gaius Iulius Caesar 45 v. Chr.) grundsätzlich jedes vierte Jahr zu dem Ausgleich zwischen der Wirklichkeit des Erdumlaufs um die Sonne in 365 Tagen und fünf Stunden sowie 48 Minuten und 46 Sekunden und der davon abweichenden Zeitrechnung des Menschen (mit nur 365 Tagen) eingeschobenes Jahr mit durch den 29. Februar 366 statt ansonsten nur 365 Tagen( wenn seine Zahl durch 4 teilbar ist, außer wenn sie durch 100 teilbar ist es sei sie denn auch durch 400 teilbar; F.: Schaltjahr, Schaltjahrs, Schaltjahres, Schaltjahre, Schaltjahren+EW; Z.: Schal-t—jah-r
Schaluppe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schaluppe, ein kleines Boot; ne. sloop, shallop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. chaloupe; E.: s. frz. chaloupe, F., Schaluppe; span. chalupa, F., Schaluppe; vielleicht von nndl. sloep, Sb., Schaluppe, Ruderkahn; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaluppe, Kluge s. u. Schaluppe, DW 14, 2106, EWD s. u. Schaluppe, Duden s. u. Schaluppe; Son.: vgl. nschw. slup, Sb., Schaluppe; nnorw. slupp, M., Schaluppe; poln. szalupa, F., Schaluppe; kymr. slŵf, F., Schaluppe; nir. slúpa, M., Schaluppe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Spanischen sowie vielleicht dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines Boot oder ein Beiboot mit Riemen oder einem Segel; BM.: Ruderboot; F.: Schaluppe, Schaluppen+FW(+EW?); Z.: Schal-upp-e
Scham, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Scham, Zurückhaltung, eine quälende Empfindung des Menschen; ne. shame (N.); Vw.: -; Hw.: s. schämen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. scham (1), st. F., Scham, Schamhaftigkeit, Züchtigkeit, Schamehrgefühl; mhd. schame, st. F., Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung; mhd. schame, sw. M., Scham, Schamhaftigkeit, Züchtigkeit, Schamehrgefühl, Gipfel, Ärgernis, Schmach; mhd. schem (2), scheme, schäm, schäme, st. F., Scham, Beschämung; mnd. schāme (1), schām, F., Scham, Schamgefühl, Keuschheit, Sittsamkeit, Schimpf, Schande, Unehre, Schamteile; mnd. schēme (3), F., Scham, Beschämung; mnl. scāme, F., Scham, Beschämung, Schande; ahd. skama*, scama, st. F. (ō), Scham, Beschämung, Bestürzung, Verstörtheit, Schamröte; as. skama*, st. F. (ō), Scham, Beschämung; anfrk. skama*, scama, st. F. (ō), Scham, Ehrfurcht; germ. *skamō, *skammō, st. F. (ō), Scham, Schande, Beschämung; s. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556? (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scham, Kluge s. u. Scham, DW 14, 2107, EWD s. u. Scham, Falk/Torp 452, EWAhd 7, 1367, Duden s. u. Scham, Bluhme s. u. Scham; Son.: vgl. afries. skame, skome, st. F. (ō), Scham; saterl. scame; ae. scamu, scomu, sceamu, sceomu, st. F. (ō), Scham, Verwirrung, Schande, Beleidigung, Bescheidenheit; an. skǫmm, st. F. (ō), Scham, Schande; got. *skama, st. F. (ō), Scham, Beschämung; nndl. schaamte, Sb., Scham; nschw. skam, Sb., Scham; nnorw. skam, M., F., Scham; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche vermutlich anerzogene durch das Gefühl versagt zu haben oder bloßgestellt worden zu sein ausgelöste quälende Empfindung des Menschen; BM.: bedecken bzw. verhüllen; F.: Scham+EW; Z.: Scham
Schamane, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schamane, Geisterbeschwörer; ne. shaman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. tungusisch šaman; E.: s. tungusisch šaman, M., Schamane; L.: Duden s. u. Schamane; Son.: vgl. nndl. sjamaan, Sb., Schamane; frz. chaman, M., Schamane; nschw. schaman, Sb., Schamane; nnorw. sjaman, M., Schamane; poln. szaman, M., Schamane; kymr. siaman, M., Schamane, erregt Seiender?, Wissender?; lit. šamanas, M., Schamane; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Tungusischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen magische Fähigkeiten für eine Verbindung mit Geistern habenden Menschen (Geisterbeschwörer); BM.: ?; F.: Schamane, Schamanen+FW(+EW?); Z.: Schaman-e
schämen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. (sich) schämen, Scham empfinden, (sich) genieren; ne. be ashamed; Vw.: -; Hw.: s. Scham; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse bzw. althochdeutscher Isidor); E.: mhd. schamen (1), schemen, sw. V., sich schämen, Schamgefühl haben, Ehrgefühl haben; mhd. schemen (1), sw. V., schämen, schmähen, schänden, als Schande empfinden; mnd. schēmen, sw. V., sich schämen; ahd. skamōn*, scamōn*, sw. V. (2), sich schämen; ahd. skamēn*, scamēn, sw. V. (3), sich schämen, zuschanden werden, beschämt werden, in Verlegenheit geraten (V.), vor Scham erröten; as. -; anfrk. skamon*, scamon*, sw. V. (2), beschämen, sich schämen; germ. *skamēn, *skamǣn, sw. V., schämen, beschämen; idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scham, Kluge s. u. Scham, DW 14, 2111, EWD s. u. Scham, Duden s. u. schämen; Son.: vgl. afries. skemia, sw. V. (2), schämen; ae. scamian, scomian, sceamian, sw. V. (2), sich schämen, Scham bereiten; an. skamma, sw. V. (3?), schänden, beschämen; got. skaman sik, sw. V. (3), sich schämen; nndl. schamen, V., schämen; nschw. skämma, V., schämen; nnorw. skemme, V., schämen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches und wohl anerzogenes Scham empfinden; BM.: bedecken bzw. verhüllen; F.: schämen, schäme (!), schämst, schämt, schämest, schämet, schämte, schämtest, schämten, schämtet, geschämt, ##geschämt, geschämte, geschämtes, geschämtem, geschämten, geschämter##, schämend, ###schämend, schämende, schämendes, schämendem, schämenden, schämender###, schäm (!)+EW; Z.: schäm-en
$schamhaft, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schamhaft, Scham empfindend; L.: Kluge s. u. Scham, DW 14, 2117, EWD s. u. Scham; GB.: (skamahaft*) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus Scham und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches und wohl anerzogenes Scham empfindend; F.: schamhaft, schamhafte, schamhaftes, schamhaftem, schamhaften, schamhafter(, schamhaftere, schamhafteres, schamhafterem, schamhafteren, schamhafterer, schamhaftest, schamhafteste, schamhaftestes, schamhaftestem, schamhaftesten, schamhaftester)+EW; Z.: scham-haf-t
$schamlos, nhd., Adj., (9./10. Jh.): nhd. schamlos. unverschämt; E.: s. Scham, s. los; L.: Kluge s. u. Scham, DW 14, 2119, EWD s. u. Scham; GB.: (skamalōs*) seit 9./10. Jh. belegte und aus Scham und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und vormenschlich mögliches keine Scham empfindend oder unverschämt; F.: schamlos, schamlose, schamloses, schamlosem, schamlosen, schamloser(, schamlosere, schamloseres, schamloserem, schamloseren, schamloserer, schamlosest, schamloseste, schamlosestes, schamlosestem, schamlosesten, schamlosester)+EW; Z.: scham—lo-s
Schamott, Schamotte, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Schamott, Schamotte, feuerfester Ton (M.) (1); ne. fireclay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1836 (Enzyklopädie); I.: Lw. it. chamotte?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von it. chamotte, F., ?; vgl. it. chama, F., Muschel; L.: Kluge s. u. Schamott(e), fehlt DW, EWD s. u. Schamotte, Duden s. u. Schamott, Bluhme s. u. Schamotte; Son.: vgl. nndl. chamotte, Sb., Schamott, Schamotte; frz. chamotte, F., Schamott, Schamotte; nschw. chamotte, Sb., Schamott, Schamotte; nnorw. chamotte, M., Schamott, Schamotte; lit. šamotas, M., Schamott; GB.: vielleicht seit 1836 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete (oder aus thüringischer Aussprache von Scherben stammende) Bezeichnung für einen von Menschen wohl in dieser Zeit entwickelten und verwendeten feuerfesten Ton (M.) (1) für die Auskleidung von Öfen; BM.: Muschel?; F.: Schamott, Schamotts, Schamotte+FW(+EW?); Z.: Scham-ott
$Schamottstein, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schamottstein; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Schamott, s. Stein; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schamott; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Schamott und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl in dieser Zeit entwickelten und verwendeten feuerfesten Ton (M.) (1) für die Auskleidung von Öfen; F.: Schamottstein, Schamottsteins, Schamottsteines, Schamottsteine, Schamottsteinen+FW?+EW; Z.: Scham-ott—stei-n
schamper, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.?): nhd. schamper, schandbar?, unanständig, zuchtlos; ne. dissolute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. schamper (2), Adj., zuchtlos, unanständig; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: DW 14, 2120, Bluhme s. u. schamper; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für unanständig oder zuchtlos oder schandbar?; BM.: ?; F.: schamper, schampere, schamperes, schamperem, schamperen, schamperer(, schamperere, schampereres, schampererem, schampereren, schampererer, schamperst, schamperste, schamperstes, schamperstem, schampersten, schamperster)+EW?; Z.: schamper
Schampus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schampus, Champagner; ne. champers, bubbly (N.); Vw.: -; Hw.: s. Champagner; Q.: 19. Jh.; I.: frz. Lw.; E.: scherzhafte Umbildung von (frz.) Champagner (s. d.); L.: Kluge s. u. Schampus, fehlt DW, Duden s. u. Schampus; GB.: seit der späteren Neuzeit aus (frz.) Champagner gebildete scherzhafte Bezeichnung für einen Schaumwein; BM.: Anbaugebiet; F.: Schampus+FW; Z.: Scham-p-us
$schandbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schandbar, Schande mit sich führend; E.: s. Schand(e), s. bar; L.: DW 14, 2124, EWD s. u. Schande; GB.: (schandebære) seit 1270/1280 belegte und aus Schand(e) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Schande mit sich führend; F.: schandbar, schandbare, schandbares, schandbarem, schandbaren, schandbarer(, schandbarere, schandbareres, schandbarerem, schandbareren, schandbarerer, schandbarst, schandbarste, schandbarstes, schandbarstem, schandbarsten, schandbarster)+EW; Z.: schan-d—bar
Schande, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schande, Unehre, Schimpf, ein beklagenswerter Zustand; ne. shame (N.); Vw.: -; Hw.: s. schänden; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schande, st. F., Laster, Schande, Schamteile; mnd. schande (1), scande, F., Schande, schändliche Tat, Schändigung, Ehrverminderung, Ehrverlust; mnl. schande, scande, F., Schande, Scham; ahd. skanta*, scanta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schande, Schändung, Schmach, Unehre; as. -; anfrk. -; germ. *skandō, *skamdō, st. F. (ō), Schande; s. idg. k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556? (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schande, Kluge s. u. Schande, DW 14, 2127, EWD s. u. Schande,Falk/Torp 452, Heidermanns 483, EWAhd 7, 1378, Duden s. u. Schande, Bluhme s. u. Schande; Son.: vgl. afries. skande, skonde, st. F. (ō), Schande; saterl. scande; ae. scand (1), sceand (1), st. F. (ō), Schande, Schmach, Ärgernis; an. -; got. skanda, st. F. (ō), Schande; nndl. schande, Sb., Schande; nschw. skam, Sb., Schande; nnorw. skam, M., Schande; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung des Menschen möglichen in höchstem Maße beklagenswerten und empörenden Zustand; BM.: bedecken bzw. verhüllen; F.: Schande, Schanden+EW; Z.: Schan-d-e
schänden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schänden, in (den Zustand der) Schande versetzen; ne. defile (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schande; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. schenden, sw. V., zuschanden machen, entehren, beschimpfen, lästern, verfluchen, tadeln, schänden, beleidigen, beschämen, verderben; mnd. schenden, sw. V., schänden, verletzen, zurichten beschädigen, verderben, zu Schande machen, vernichten, in Unehre fallen; ahd. skenten*, scenten*, sw. V. (1a), schänden, beschämen, zuschanden machen; as. -; anfrk. -; germ. *skandjan, sw. V., schänden, beschimpfen; s. idg. *sk̑em-, *k̑em-, *sk̑emH-, *k̑emH-, Adj., verstümmelt, hornlos, Pokorny 929; vgl. idg. k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schande, DW 14, 2137, EWD s. u. Schande, Duden s. u. schänden; Son.: vgl. afries. skanda, skenda, skonda, sw. V. (1), schänden; nnordfries. skiene, V., schänden; ae. scėndan, sw. V. (1), schänden, entehren, tadeln, beleidigen; an. -; got. -; nndl. schenden, V., schänden; nschw. skända, V., schänden; nnorw. skjende, V., schänden; GB.: (skenten) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (in den Zustand der) Schande versetzen; BM.: bedecken bzw. verhüllen; F.: schänden, schände, schändest, schändet, schändete, schändetest, schändeten, schändetet, geschändet, ##geschändet, geschändete, geschändetes, geschändetem, geschändeten, geschändeter##, schändend, ###schändend, schändende, schändendes, schändendem, schändenden, schändender###, schänd (!)+EW; Z.: schän-d-en
$schändlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schändlich, Schande betreffend, übel, schimpflich, schmachvoll, verwerflich; L.: DW 14, 2149, EWD s. u. Schande; GB.: (skantlīh*) seit um 765 belegte und aus Schand(e) und lich gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches übel oder schimpflich oder schmachvoll oder verwerflich; F.: schändlich, schändliche, schändliches, schändlichem, schändlichen, schändlicher(, schändlichere, schändlicheres, schändlicherem, schändlicheren, schändlicherer, schändlichst, schändlichste, schändlichstes, schändlichstem, schändlichsten, schändlichster)+EW; Z.: schän-d-lich
Schank (1), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Schank (M.) (1), Verkauf, Ausschenken; ne. taproom; Vw.: -; Hw.: s. schenken, Schenke; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönchs); E.: mhd. schanc (1), st. M., st. F., Geschenk; s. mhd. schenke (2), schenk, st. F., Gabe, Geschenk, Schmaus, Mahl, Schenkmaß, Wirtshaus, Schenke; mhd. schenken, sw. V., einschenken, zu trinken geben; ahd. skenken*, scenken*, sw. V. (1a), einschenken, einschenken von, zu trinken geben, wässern, darbieten, mischen; as. skėnkian*, sw. V. (1a), einschenken; anfrk. skenken*, sw. V. (1), schenken, einschenken; germ. *skankjan, sw. V., schief halten, einschenken, zu trinken geben; idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930? (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schank, Kluge s. u. Schank 1, DW 14, 2159, EWD s. u. schenken, Duden s. u. Schank, Bluhme s. u. Schank; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und mit schenken und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Ausschenken; BM.: ein Gefäß schräg halten; F.: Schank, Schanken+EW; Z.: Schank
Schank (2), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Schank (M.) (2), Schrank; ne. cupboard; Vw.: -; Hw.: s. Schrank; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schanc, st. M., Schranke, Gitter, Einfriedung; mnd. schrank, N., Absperrendes, Gitter, Zaun; ahd. skank* (2), scanc, st. M. (a?, i?), Schrank, Gestell; s. germ. *skranka-, *skrankaz, st. M. (a), Schranke, Gitter; vgl. idg. *skrenk-, *krenk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schank 2, DW 14, 2160, Falk/Torp 473, EWAhd 7, 1378, Duden s. u. Schank; GB.: (skank) seit 12. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes höheres kastenartiges und mit Türen versehenes oft verschließbares Möbelstück zu einer Aufbewahrung von Gegenständen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schank, Schanken+EW; Z.: Schan-k
Schanker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schanker, eine Geschlechtskrankheit; ne. chancre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. chancre; E.: s. frz. chancre, M., Schanker, ein Krebs (als Geschwür); vgl. lat. cancer, M., Gitter, Flusskrebs, Geschwür, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schanker, Kluge s. u. Schanker, DW 14, 2160, EWD s. u. Schanker, Duden s. u. Schanker, Bluhme s. u. Schanker; Son.: vgl. nndl. sjanker, Sb., Schanker; nschw. schanker, Sb., Schanker; nnorw. sjanker, M., Schanker; poln. szankier, M., Schanker; kymr. siancr, M., Schanker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich durch Geschwüre an den Genitalien bei Männern und Frauen zeigende Geschlechtskrankheit; BM.: Krebs bzw. hart; F.: Schanker, Schankers, Schankern+FW(+EW?); Z.: Schan-k-er
Schanze (1), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schanze (F.) (1), Wehrbau; ne. entrenchment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. schanse (2), schansche, schanze, schantze, F., Reisigbündel, trockenes Reisigbündel, Faschine, Schanze, durch korbartiges Geflecht haltbar gemachte Befestigung aus aufgeworfener Erde, Wall, Brustwehr, Schanzkleidung auf dem Schiff; hess. schanze, Sb., Reisigbündel, grober Korb; vielleicht von it. scanso, M., Abwehr; vgl. it. scansia, Sb., Gestell; genaue Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Schanze 2, Kluge s. u. Schanze 1, DW 14, 2162, EWD s. u. Schanze, Duden s. u. Schanze, Bluhme s. u. Schanze; Son.: vgl. nndl. schans, Sb., Schanze; nschw. skans, Sb., Schanze (F.) (1); GB.: seit 15. Jh. mnd. (und hess.) belegte und vielleicht aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der genauen Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen Wehrbau oder einen als Verteidigungsanlage aufgeworfenen Erdwall für einen militärischen Stützpunkt; BM.: Reisigbündel (aus denen Schanzen hergestellt wurden); F.: Schanze, Schanzen+FW?; Z.: Schanz-e
Schanze (2), nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Schanze (F.) (2), Glückswurf, Aussicht, Erwartung; ne. chance (N.); Vw.: -; Hw.: s. Mummenschanz; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: s. mhd. schanze, schanz, tschanze, st. F., Chance, Aussicht, Spiel, Spieleinsatz, Wurf, Gewinn, Wagnis; afrz. cheance, F., Glückswurf, Einsatz; frühroman. *cadentia, F., Fallen der Würfel; vgl. lat. cadere, V., fallen, sinken; idg. *k̑ad- (1), V., fallen, Pokorny 516 (773/5) (RB. idg. aus ind., arm., ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schanze 1, Kluge s. u. Schanze 2, DW 14, 2162f., EWD s. u. Chance, Duden s. u. Schanze, Bluhme s. u. Schanze; GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und wohl dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen ausgeführten Glückswurf oder eine Aussicht oder eine Erwartung; BM.: fallen; F.: Schanze, Schanzen+FW(+EW?); Z.: Scha-n-z-e
$schanzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schanzen, arbeiten, schuften; E.: s. Schanz(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schanze 1, DW 14, 2162, EWD s. u. Schanze; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schanz(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich Menschen wohl schon früher mögliches an einer Schanze oder einem Wehrbau arbeiten oder schuften; F.: schanzen, schanze (!), schanzst (!), schanzt, schanzest, schanzet, schanzte, schanztest, schanzten, schanztet, geschanzt, ##geschanzt, geschanzte, geschanztes, geschanztem, geschanzten, geschanzter##, schanzend, ###schanzend, schanzende, schanzendes, schanzendem, schanzenden, schanzender###, schanz (!)+FW?; Z.: schanz-en
$Schanzzeug, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schanzzeug, Schanzenbaugerät; E.: s. Schanz(e), s. Zeug; L.: DW 14, 2169, EWD s. u. Schanze; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schanz(e) und zeug gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Geräte für den Bau von Schanzen; F.: Schanzzeug, Schanzzeugs, Schanzzeuge, Schanzzeugen+FW?+EW; Z.: Schanz—zeu-g
Schapp, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Schapp, Schubfach, Spind; ne. cabinet; Vw.: -; Hw.: s. Schaff; Q.: 19. Jh.; E.: von der nd. Form von Schaff; mnd. schape, M., flacher Tiegel; mnd. scheppe; an. skeppa, skjappa, sw. F. (n), Maß, Scheffel; ahd. skaf* (2), scaf*, st. N. (a), Gefäß, Fass, Schaff, Bütte (F.) (2); as. skap* (1), st. N. (a), Schaff“, Gefäß; anfrk. -; germ. *skapa- (1), *skapam, st. N. (a), Gefäß, Schaff, Scheffel; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge s. u. Schapp, Duden s. u. Schapp; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schubfach oder Spind; BM.: schneiden; F.: Schapp, Schapps+EW; Z.: Schap-p
Schappel, Schäppel, nhd. (ält.), N., (12. Jh.): nhd. Schappel, Schäppel, weiblicher Kopfschmuck, Jungfernkranz; ne. headgear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1200 (Nibelungenlied); E.: mhd. schapel, schepel, tschapel, schāpel, schappel, tschapel, schepel, scheppel, st. N., Blumenkranz, Kranz, Band (N.), Schleife, Laubkranz, Sinnbild der Jungfrau Maria, Stirnband, Diadem; afrz. chapel, Sb., Kopfbedeckung, Helm (M.) (1), Kranz, Gamillscheg 1, 211a; von lat. cappa, F., Kopfbedeckung; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Schappel, DW 14, 2169, Duden s. u. Schappel; GB.: seit um 1200 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten mit Ornamenten verzierten Metallreif oder Kranz aus Blüten; BM.: Kopfbedeckung; F.: Schappel, Schappels, Schappeln, Schäppel, Schäppels, Schäppeln+FW(+EW?); Z.: Schap-p-el
Schar (1), nhd., F., (7. Jh.): nhd. Schar (F.) (1), Trupp, Haufen, Menge, Gruppe von Menschen, Menschenmenge; ne. troop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Scherge; Q.: 2. Hälfte 7. Jh. (Fredegar); E.: mhd. schar, st. F., Schnitt, Ernte, Schar (F.) (1), Abteilung des Heeres; mnd. schar (3), F., keilförmige Anordnung des Heeres, Schar (F.) (1), Heer, Trupp; mnd. schāre (2), schār, M., N., Schar (F.) (1), zahlenmäßig nicht näher bestimmte Abteilung eines Heeres, Heeresteil, allgemeines Heer, Streitmacht; mnl. scāre, scare, schare, F., Schar (F.) (1), Heerschar, Gruppe, Trupp; ahd. skara* (1), scara, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Trupp, Heerschar, Heerhaufe, Heerhaufen, Heer, Scharwerk, Fron; as. skara*, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Heer, Trupp; anfrk.? skara*, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Heer, Trupp; germ. *skarō, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Teil, Scheren (N.); s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schar 2, Kluge s. u. Schar 1, DW 14, 2170, EWD s. u. Schar 1, Falk/Torp 453, Seebold 414, EWAhd 7, 1381, Duden s. u. Schar; Son.: vgl. afries. skare, skere, F., Schar (F.) (1), Heerschar; ae. scearu (1), scaru (1), scæru (1), st. F. (ō), Scherung, Tonsur, Teil, Anteil, Gebiet; an. skǫr (2), st. F. (ō), Schar (F.) (1); got. -; nndl. schaar, Sb., Schar (F.) (1); nschw. skara, Sb., Schar (F.) (1); umbr. karu, Sb., Teil; GB.: seit 2. Hälfte 7. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen oder für eine Menschenmenge; BM.: schneiden; F.: Schar, Scharen+EW; Z.: Schar
Schar (2), nhd., F., N., (9. Jh.): nhd. Schar (F.) (2), Pflugschar; ne. share (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schar, st. N., st. M., st. F., Schar (F.) (2), Pflugschar, Schere; mnd. schāre (1), schār, N., F., Schar (F.) (2), schneidendes Eisen, Pflugschar; ahd. skar*, scar, st. M. (a)?, Schar (F.) (2), Pflugschar, Klinge (F.) (1), Hacke; as. -; anfrk. *skar?, st. M. (a?), Schar (F.) (2), Pflugschar, Klinge (F.) (1); germ. *skara-, *skaraz, st. M. (a), Schar (F.) (2), Pflugeisen; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schar 1, Kluge s. u. Schar 2, DW 14, 2176, EWD s. u. Schar 2,Falk/Torp 454, Seebold 414, EWAhd 7, 1381, Duden s. u. Schar, Bluhme s. u. Schar; Son.: vgl. afries. sker (1), skere (1), st. N. (a), Pflugschar, Schar (F.) (2); ae. scear, st. M. (a), st. N. (a), Pflugschar, Schar (F.) (2), Pflugeisen; an. -; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den unteren vorn spitzen und hinten breiter werdenden Teil des Schneideblatts an einem von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelten und verwendeten Pflug; BM.: schneiden; F.: Schar, Scharen+EW; Z.: Schar
Scharade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Scharade, ein Ratespiel; ne. charade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. charade; E.: s. frz. charade, F., Scharade, Silbenrätsel; prov. charrado, M., Unterhaltung; s. prov. charrà, V., plaudern, schwätzen; wahrscheinlich Schallbildung, Gamillscheg 212b; L.: Kluge s. u. Scharade, fehlt DW, Duden s. u. Scharade; Son.: vgl. nndl. charade, Sb., Scharade; nschw. charad, Sb., Scharade; poln. szarada, F., Scharade; kymr. siarâd, M., Scharade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie dem Provenzalischen aufgenommene und lautmalend gebildete sowie in der Schreibweise umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Spiel bei dem Wörter aus pantomimischen Darstellungen erraten oder erschlossen werden müssen; BM.: plaudern; F.: Scharade, Scharaden+FW; Z.: Scharad-e
Scharbe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Scharbe, Wasserrabe; ne. cormorant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. scharbe, sw. M., sw. F., Scharbe, Schwimmtaucher; ahd. skarba*, scarba, st. F. (ō), Scharbe, Kormoranscharbe, Wasserrabe; ahd. skarfa*, scarva, st. F. (ō), Scharbe; ahd. skarbo*, scarbo, sw. M. (n), Scharbe, Kormoran; ahd. skarfo*, scarvo*, sw. M. (n), Scharbe; as. -; anfrk. -; germ. *skarbō, st. F. (ō), Scharbe; germ. *skarba- (2), *skarbaz, st. M. (a), Scharbe; s. idg. *sker- (5), *ker- (12), V., tönen, Pokorny 567; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Scharbe, Kluge s. u. Scharbe, DW 14, 2177, Falk/Torp 457, EWAhd 7, 1383, EWAhd 7, 1386, EWAhd 7, 1389, Duden s. u. Scharbe; Son.: vgl. afries. -; ae. scéalfra, sw. M. (n), Scharbe; ae. scræf (1), st. M. (a), Scharbe; an. skarfr (1), st. M. (a), Scharbe (graeculus carbo); got. -; nnorw. skarv, M., Scharbe; GB.: (skarbo) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen großen meist schwarzgrünen Schwimmvogel mit metallisch glänzendem Gefieder (Wasserraben) BM.: krächzen; F.: Scharbe, Scharben+EW; Z.: Schar-b-e
Scharbockskraut, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Scharbockskraut, Feigwurz; ne. buttercup, pilewort; Vw.: -; Hw.: s. Skorbut; Q.: 16. Jh.; E.: von Scharbock, Sb., Skorbut; mlat. scorbutus, M., Skorbut; weitere Herkunft ungeklärt; Hinterglied s. nhd. Kraut (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Scharbock, Kluge s. u. Scharbockskraut, DW 14, 2178, Duden s. u. Scharbockskraut; Son.: vgl. nndl. scheurbuik, Sb., Skorbut; nschw. skörbjugg, Sb., Skorbutt; nnorw. skjørbuk, M., Skorbut; nisl. skyrbjúgur, M., Skorbut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Scharbock (Skorbut) und s sowie Kraut gebildete und in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für eine kleine sternenförmige gelbe Blüten und herzförmige Blätter aufweisende Pflanze; BM.: Skorbut (die Pflanze wurde wegen der in ihr enthaltenen Vitamine als Heilmittel gegen diese Krankheit verwendet); F.: Scharbockskraut, Scharbockskrauts, Scharbockskrautes+FW+EW; Z.: Scharbock-s—krau-t
Schäre, Schere, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schäre, Schere, Klippe in dem Meer, Felseninsel; ne. skerry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. schēre (3), F., Schäre, Klippe, kleine vorgelagerte Insel; mnd. schēr* (3), scher, N.?, Schäre, Felszacke, Klippe in dem Meer oder Fluss; s. schēre (3)?; vgl. schwed. skär, N., Schäre, Klippe an der skandinavischen Küste; an. sker, N., Schäre; vgl. germ. *skarja-, *skarjam, st. N. (a), Klippe, Schäre; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schere 2, Kluge s. u. Schäre, DW 14, 2569 (Schere), EWD s. u. Schäre, Falk/Torp 454, Duden s. u. Schäre, Bluhme s. u. Schaere; Son.: s. ahd. skorro, scorro, sw. M. (n), Klippe, Felsvorsprung, Felsen; mhd. schorre, st. M., sw. M., Felszacke, hohes felsiges Ufer; vgl. afries. -; ae. scorian (1), sw. V., hervorragen; got. *skorr-, Sb., Klippe; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche kleine flache und oft zerklüftete der Küste vorgelagerte Felseninsel; BM.: schneiden; F.: Schäre, Schären, Schere, Scheren+FW?+EW?; Z.: Schär-e
$scharen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. scharen, Schar bilden; E.: s. Schar, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schar (1), EWD s. u. Schar 1, DW 14, 2179; GB.: seit um 1000 belegte und aus Schar und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Lebewesen mögliches eine Schar (Menschengruppe) bilden; F.: scharen (!), schare, scharst, schart, scharest, scharet, scharte, schartest, scharten, schartet, geschart, ##geschart, gescharte, geschartes, geschartem, gescharten, gescharter##, scharend, ###scharend, scharende, scharendes, scharendem, scharenden, scharender###, schar (!)+EW; Z.: schar-en
scharf, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. scharf, schneidend; ne. sharp (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Schärfe; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. scharpf, Adj., schneidend, scharf, rauh, eifrig, stark; mhd. sarpf*, sarph, sarf, Adj., schneidend, scharf, rauh, eifrig, stark; mhd. scherpfe (2), scherfe, Adj., schneidend, scharf, rauh, eifrig, stark, gehässig, spitz, beißend; mnd. scharp (1), scharpe, scherp, scherpe, schark, Adj., scharf, schneidend, geschliffen, mit Spitzen versehen (Adj.), gespitzt; mnl. scarp, scaerp, scerp, Adj., scharf, rauh, herb; ahd. skarpf*, *skarph, skarf, scarpf, scarph, scarf, sarpf, sarph, sarf, Adj., scharf, rauh, hart, streng, grausam, heftig, höhnisch, ernst, furchtbar, bitter, herb; as. skarp, Adj., scharf, rauh, spitz; anfrk. skarp, scarp, Adj., scharf; germ. *skarpa-, *skarpaz, Adj., eingeschrumpft, zusammengeschrumpft, rauh, scharf; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder zu idg. *skremb-, *kremb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. scharf, Kluge s. u. scharf, DW 14, 2180, EWD s. u. scharf, Falk/Torp 456, Seebold 416, Heidermanns 487, EWAhd 7, 979, EWAhd 7, 1391, Duden s. u. scharf, Bluhme s. u. scharf; Son.: vgl. afries. skerp, skarp, Adj., scharf, heftig, rauh; saterl. scerp, Adj., scharf; ae. scearp, scarp, Adj., scharf, spitz, stechend, stachlig, steil, energisch, schlau, streng; an. skarpr, Adj., eingeschrumpft, zusammengeschrumpft, scharf; got. -; nndl. scherp, Adj., scharf; nndl. zarp, zerp, Adj., scharf, sauer; nschw. skarp, Adj., scharf; nnorw. skarp, Adj., scharf; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung entsprechender Werkzeuge aus Metall mögliches schneidend; BM.: schneiden oder drehen?; F.: scharf, scharfe, scharfes, scharfem, scharfen, scharfer, schärfer(, schärfere, schärferes, schärferem, schärferen, schärferer, schärfst, schärfste, schärfstes, schärfstem, schärfsten, schärfster)+EW; Z.: schar-f
Schärfe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schärfe, Strenge, Würze; ne. sharpness; Vw.: -; Hw.: s. scharf; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. scherpfe (1), scherfe, F., Schärfe, Speerspitze, Grausamkeit; mnd. scherpe (1), F., Schärfe, Schneide, Strenge, peinliches Verfahren, Folter; ahd. skarpfī*, scarphī*, serpfī*, st. F. (ī), Schärfe, Strenge, Hartherzigkeit; as. skėrpi*, sw. F. (n)?, Schärfe; anfrk. -; germ. *skarpī-, *skarpīn, sw. F. (n), Spitze, Stachel; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder zu idg. *skremb-, *kremb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. scharf, DW 14, 2190, EWD s. u. Schärfe, Heidermanns 487, Duden s. u. Schärfe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. skärpa, Sb., Schärfe; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliche Strenge oder Würze; BM.: schneiden oder drehen?; F.: Schärfe, Schärfen+EW; Z.: Schär-f-e
$schärfen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schärfen, scharfmachen; Vw.: s. ein-; E.: s. Schärf(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. scharf, DW 14, 2192, EWD s. u. scharf; GB.: (scherpfen) seit 1270-1300 belegte und aus scharf und Schärf(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Werkzeugen mögliches scharf machen; F.: schärfen, schärfe (!), schärfst, schärft, schärfest, schärfet, schärfte, schärftest, schärften, schärftet, geschärft, ##geschärft, geschärfte, geschärftes, geschärftem, geschärften, geschärfter##, schärfend, ###schärfend, schärfende, schärfendes, schärfendem, schärfenden, schärfender###, schärf (!)+EW; Z.: schär-f-en
$scharfmachen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. scharfmachen, schärfen; E.: s. scharf, s. machen; L.: fehlt DW, EWD s. u. scharf; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus scharf und machen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung geeigneter Werkzeuge mögliches schärfen; F.: scharfmachen, mache scharf, machst scharf, macht scharf, machen scharf, machest scharf, machet scharf, machte scharf, machtest scharf, machten scharf, machtet scharf, scharfgemacht, ##scharfgemacht, scharfgemachte, scharfgemachtes, scharfgemachtem, scharfgemachten, scharfgemachter##, scharfmachend, ###scharfmachend, scharfmachende, scharfmachendes, scharfmachendem, scharfmachenden, scharfmachender###, scharfzumachen, ####scharfzumachen, scharfzumachend, scharfzumachende, scharfzumachendes, scharfzumachendem, scharfzumachenden, scharfzumachender####, mach (!) scharf+EW; Z.: schar-f—mach-en
$Scharfmacher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Scharfmacher; E.: s. scharfmach(en), s. er (Suff.); L.: DW 14, 2195, EWD s. u. scharf; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus scharfmach(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen etwas schärfenden oder verschärfenden Menschen; F.: Scharfmacher, Scharfmachers, Scharfmachern+EW; Z.: Schar-f—mach-er
$Scharfrichter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Scharfrichter, Vollstrecker einer Todesstrafe; E.: s. scharf, s. Richter; L.: Kluge s. u. Scharfrichter, DW 21, 2196, EWD s. u. scharf; GB.: nach DRW seit 1379 (scarpenrichtere) (Hannover) belegte und aus scharf und Richter gebildete Bezeichnung für den Vollstrecker einer Todesstrafe (mit dem Schwert); F.: Scharfrichter, Scharfrichters, Scharfrichtern+EW; Z.: Schar-f—rich-t-er
$Scharfschütze, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Scharfschütze; E.: s. scharf, s. Schütze; L.: DW 14, 2197, EWD s. u. scharf, nach DRW 1704 Tirol; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus scharf und Schütze gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Feuerwaffen möglichen besonders ausgebildeten und ausgerüsteten gut treffenden Schützen; F.: Scharfschütze, Scharfschützen+EW; Z.: Schar-f—schü-tz-e
$Scharfsinn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Scharfsinn, Geisteskraft, Gescheitheit; E.: s. scharf, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 14, 2197, EWD s. u. scharf; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus scharf und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Geisteskraft oder Gescheitheit; F.: Scharfsinn, Scharfsinns, Scharfsinnes+EW; Z.: Schar-f—sinn
Scharia, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Scharia, islamisches Gesetz; ne. sharia, shariah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. arab. šarī’ā; E.: s. arab. šarī’ā, Sb., heiliges Gesetz, Weg zur Tränke; vgl. šara’a, V., den Weg weisen, vorschreiben; L.: fehlt DW, Duden s. u. Scharia; Son.: vgl. nndl. sharia, Sb., Scharia; frz. charia, F., Scharia; nschw. sharia, Sb., Scharia; nnorw. sharia, Sb., Scharia; poln. szariat, Sb., Scharia; lit. šariatas, M., Scharia; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das in dem Koran und den Haditen seit ihrer Entstehung festgelegte und das ganze Leben regelnde Gesetz des Islams und seiner Gläubigen; BM.: den Weg weisen; F.: Scharia+FW; Z.: Schari-a
Scharlach, nhd., M., N., (12. Jh.): nhd. Scharlach, hellrote Farbe, eine Infektionskrankheit; ne. scarlet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben, der arme Hartmann); E.: mhd. scharlachen, scharlach, st. N., Scharlach, feines Wollzeug, Kleid, Gewand aus rotem Stoff; mhd. scharlāt, st. N., Scharlach, feines Wollzeug; mnd. scharlāken, scharlot, N., Scharlach, feiner Wollstoff, Gewebestück aus Scharlach, Scharlachfarbe, Scharlachrot; mnl. scarlaken, scharlaken, M., N., F., Scharlach, feiner Wollstoff; lat. scarlatum, N., rote Farbe; pers. sakirlāt, Sb., prächtige Kleidung; vgl. hebr. siqrā, Sb., rote Farbe; L.: Kluge 1. A. s. u. Scharlach, Kluge s. u. Scharlach, DW 14, 2200, EWD s. u. Scharlach, EWAhd 7, 1390, Duden s. u. Scharlach; Son.: vgl. nndl. scharlaken, Sb., Scharlach; frz. écarlate, F., Scharlach; frz. scarlatine, F., Scharlach; nschw. scharlakan, Sb., Scharlach; nnorw. skarlagen, N., Scharlach; poln. szkarlatyna, F., Scharlach; nir. scarlóideach, Sb., Scharlach; lit. skarlatina, F., Scharlach; GB.: (scharlachen) seit 1140-1160 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche hellrote Farbe und davon abgeleitet für eine mit hohem Fieber und rotem Hautausschlag einhergehende Infektionskrankheit; BM.: rote Farbe; F.: Scharlach, Scharlachs+FW(+EW?); Z.: Schar-l-ach
Scharlatan, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Scharlatan, Schwindler, Betrüger; ne. charlatan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. charlatan; E.: s. frz. charlatan, M., Scharlatan; it. ciarlatano, M., Scharlatan; vgl. it. cerretanon, M., Kurpfuscher, Marktschreier, Mann aus Cerreto; vermengt mit it. ciarlare, V., schwatzen; L.: Kluge s. u. Scharlatan, EWD s. u. Scharlatan, fehlt DW, Duden s. u. Scharlatan; Son.: vgl. nndl. charlatan, Sb., Scharlatan; nschw. charlatan, Sb., Scharlatan; nnorw. sjarlatan, M., Scharlatan; poln. szarlatan, M., Scharlatan; kymr. siarlatan, M., Scharlatan; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sein Können und Wissen nur vortäuschenden Schwindler; BM.: ON (nach berühmt-berüchtigten Händlern aus der Stadt Cerreto); F.: Scharlatan, Scharlatans, Scharlatane, Scharlatanen+FW(+EW?); Z.: Scharl-at-an
$Scharlatanerie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Scharlatanerie, Schwindel, Betrug; E.: s. Scharlatan, s. er, s. ie (Suff.); I.: Lw. frz. charlatanerie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Scharlatan und er sowie ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schwindel oder Betrug; L.: fehlt DW, EWD s. u. Scharlatan; F.: Scharlatanerie, Scharlatanerien+FW; Z.: Scharl-at-an-er-ie
$Scharlei, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Scharlei, eine Pflanze; E.: s. lat. sclareia; L.: Kluge 1. A. s. u. Scharlei, DW 14, 2208; GB.: (skaraleia*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus den Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Pflanze; F.: Scharlei, Scharleis, Scharleie, Scharleien+FW(+EW); Z.: Scharl-ei
Scharmützel, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Scharmützel, Geplänkel; ne. skirmish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. scharmutzel, scharmützel, st. M., Gefecht, Scharmützel; mnd. scharmüssel, scharmutzel, schermüssel, schermutzel, N., Scharmützel, Gefecht zwischen kleineren Abteilungen; s. it. scaramuccia, F., Auseinandersetzung, kleines Gefecht; s. germ. *skarō, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Teil, Scheren (N.); s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. it. mucciare, sw. V., flüchten; über vulgärlat. aus dem Gallischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Scharmützel, Kluge s. u. Scharmützel, DW 14, 2208, EWD s. u. Scharmützel, Duden s. u. Scharmützel; Son.: vgl. nndl. schermutseling, Sb., Scharmützel; frz. escarmouche, F., Scharmützel; nschw. skärmytsling, Sb., Scharmützel; GB.: (scharmutzel) seit um 1272 belegte und mit dem Italienischen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen kurzen auf einen kleinen Raum beschränkten Zusammenstoß weniger gegnerischer Soldaten oder ein Geplänkel; BM.: schneiden; F.: Scharmützel, Scharmützels, Scharmützeln+FW(+EW?); Z.: Schar-mütz-el
Scharnier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Scharnier, drehbares Gelenk; ne. hinge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. charnière; E.: s. frz. charnière, F., Scharnier; afrz. charne, Sb., Scharnier; vulgärlat. cardinaria*, F., Scharnier; vgl. lat. cardo (1), M., Türangel, Türe, Türschwelle, Gelenk; idg. *skred-, *kred-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 934?; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Scharnier, DW 14, 2212, EWD s. u. Scharnier, Duden s. u. Scharnier; Son.: vgl. nndl. scharnier, Sb., Scharnier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelten und verwendeten zu der Herstellung einer beweglichen Verbindung mehrerer Teile dienenden Beschlag bei dem zwei Elemente durch einen Stift (M.) so miteinander verbunden sind dass sie sich um dessen Längsachse drehen können; BM.: bewegen; F.: Scharnier, Scharniers, Scharnieres, Scharniere, Scharnieren+FW(+EW); Z.: Schar-n-ier
Schärpe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schärpe, ein Schmuckband; ne. scarf (N.), sash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. écharpe; E.: s. mnd. scherpent (1), F., Schärpe, breite Binde; frz. écharpe, F., Armbinde; afrz. escharpe, F., Tasche, Börse (F.) (1); vgl. lat. excerpere, V., herausheben, herausklauben, auslesen; lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. carpere, V., rupfen, abrupfen, abpflücken, abreißen; idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schärpe, Kluge s. u. Schärpe, EWD s. u. Schärpe, DW 14, 2213, Duden s. u. Schärpe, Bluhme s. u. Schaerpe; Son.: s. mhd. schirpe, st. F., Schärpe; vgl. nndl. sjerp, Sb., Schärpe; nschw. skärp, Sb., Schärpe; nnorw. skjerf, N., Schärpe; poln. szarfa, F., Schärpe; kymr. sgarff, F., Schärpe; nir. scairf, F., Schärpe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen (und Altfranzösischen) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und um die Hüften oder schräg über Schulter und Brust getragenes Schmuckband; BM.: aus, schneiden; F.: Schärpe, Schärpen+FW; Z.: Schär-p-e
$Scharreisen, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Scharreisen; E.: s. scharr(en), s. Eisen; L.: Kluge 1. A. s. u. Scharreisen, DW 14, 2214; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus scharr(en) und Eisen gebildete Bezeichnung für ein seit Nutzung von Metall mögliches von Menschen entwickeltes und verwendetes Eisen für das Trennen festsitzenden Materials von einem Untergrund; F.: Scharreisen, Scharreisens+EW; Z.: Schar-r—eis-en
scharren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. scharren, über den Boden kratzen; ne. scrape (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Wolfddietrich Red. A); E.: mhd. scharren, sw. V., scharren, kratzen, vorstehen, hervorragen, schnarchen, schroff hervorragen, schroff herausragen; mnd. scharren, scherren, sw. V., scharren, kratzen, schaben, hervorscharren, zusammenscharren; mnl. scarren, scerren, sw. V., scharren; ahd. skerran, scerran*, st. V. (3b), kratzen, schaben, abkratzen; as. *skerran?, st. V. (3b), kratzen; anfrk. -; germ. *skerran, *skerzan, st. V., scharren; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scharreisen, Kluge s. u. scharren, DW 14, 2214, EWD s. u. scharren, Falk/Torp 457, Duden s. u. scharren, Bluhme s. u. scharren; Son.: vgl. ? ai. ai. kaṣati, V., schabt, kratzt; lat. cārere, V., Wolle krempeln; lit. karsti, V., Wolle krempeln, Flachs hecheln; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches über den Boden kratzen; BM.: schneiden; F.: scharren, scharre (!), scharrst, scharrt, scharrest, scharret, scharrte, scharrtest, scharrten, scharrtet, gescharrt, ##gescharrt, gescharrte, gescharrtes, gescharrtem, gescharrten, gescharrter##, scharrend, ###scharrend, scharrende, scharrendes, scharrendem, scharrenden, scharrender###, scharr (!)+EW; Z.: schar-r-en
Scharte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Scharte, Einkerbung; ne. notch (N.), nick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. scharte, sw. F., st. F., Scharte, Riss, Beschädigung, Beule, Verletzung, Splitter, Makel, Stück, Trumm; mhd. schart (1), st. F., Scharte, ausgebrochenes Stück, ausgehauenes Stück, Stück, Trumm, Teil; mnd. schārt, schart, N., Scharte, Spalte, Wunde, Beschädigung, Riss, Bruch, Lücke, Öffnung, ausgebrochenes Stück, Scherbe; mnl. scaert, scart, F., Scharte; ahd. *skarti?, scarti?, st. F. (i)?, Scharte; as. skard, Adj., verwundet; anfrk. -; germ. *skarda-, *skardaz, Adj., zerhauen (Adj.), beschädigt, schartig, zerschnitten; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scharte, Kluge s. u. Scharte, DW 14, 2222, EWD s. u. Scharte, Falk/Torp 454, Heidermanns 486, Duden s. u. Scharte, Bluhme s. u. Scharte; Son.: vgl. afries. skerd (2), skerde, Adj., schartig, aufgeschlitzt; ae. sceard (1), Adj., verstümmelt, beschädigt, schartig, zerhackt, beraubt; an. skarðr, Adj., schartig, beschädigt, verstümmelt, verringert, vermindert; GB.: seit 1200-1210 belegte Bezeichnung für eine schadhafte Stelle in Form einer Einkerbung an dem glatten oder geschliffenen Rand von etwas; BM.: schneiden; F.: Scharte, Scharten+EW; Z.: Schar-t-e
Scharteke, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Scharteke, Schmöker, schlechtes Theaterstück; ne. old book; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. schartēke, scharteke, F., Schriftstück, Urkunde; mlat. chartecea, F., Urkunde Schriftstück; vgl. lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge 1. A. s. u. Scharteke, Kluge s. u. Scharteke, DW 14, 2224, EWD s. u. Scharteke, Duden s. u. Scharteke; Son.: vgl. ndän. chartek, Sb., Scharteke; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein altes und seinem Inhalt nach wertloses Buch oder ein schlechtes Theaterstück; BM.: Papier; F.: Scharteke, Scharteken+FW; Z.: Schart-ek-e
$schartig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schartig, Scharte(n) habend; E.: s. Schart(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Scharte, DW 14, 2226, EWD s. u. Scharte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schart(e) und ig gebildete Bezeichnung für mindestens eine Scharte aufweisend; F.: schartig, schartige, schartiges, schartigem, schartigen, schartiger(, schartigere, schartigeres, schartigerem, schartigeren, schartigerer, schartigst, schartigste, schartigstes, schartigstem, schartigsten, schartigster)+EW; Z.: schar-t-ig
Scharwenzel, Scherwenzel, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Scharwenzel, Scherwenzel, Bube in einem Kartenspiel; ne. jack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: tschech. červenec, M., Herzbube, Roter; gebildet von dem PN Wenzel; tschech. Václav, PN, Ruhmgekrönter, Siegeskranz; L.: Kluge 1. A. s. u. scharwenzeln, Kluge s. u. Scharwenzel, EWD s. u. Scharwenzel, DW 14, 2229, Duden s. u. Scharwenzel; Son.: vgl. nnorw. skjervensel, Sb., Scharwenzel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Buben (PN Wenzel) in einem Kartenspiel; BM.: PN; F.: Scharwenzel, Scharwenzels, Scharwenzeln, Scherwenzel, Scherwenzels, Scherwenzeln+FW(+EW); Z.: Schar-wenz-el
scharwenzeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. scharwenzeln, schweifwedeln; ne. bow (V.) and scrape (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwanz; Q.: Ende 17. Jh.; E.: Streckform von schwänzeln; s. mhd. swenzelen*, swenzeln, sw. V., „schwänzeln“, schwenken, putzen, zieren, sich schwenkend bewegen; s. mhd. swanz, st. M., Schwenkbewegung, Tanzbewegung, Schwanz, Schleppe; mhd. swanzen (1), sw. V., sich schwenkend bewegen, sich herbeibewegen, sich bewegen, hin und her schwanken, umherstreifen, zierlich und höflich bewegen, sich zierlich oder geziert bewegen, tanzen, einherstolzieren, sich schlängeln durch, tänzeln; germ. *swangjan (1), sw. V., schwanken machen; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. scharwenzeln, Kluge s. u. Scharwenzel, DW 14, 2229, EWD s. u. Scharwenzel, Duden s. u. scharwenzeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Scharwenzel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Menschen mögliches sich mit Kratzfüßen drehen und wenden; BM.: biegen bzw. schwingen; F.: scharwenzeln, scharwenzel (!), scharwenzle, scharwenzelst, scharwenzelt, scharwenzelte, scharwenzeltest, scharwenzelten, scharwenzeltet, ##scharwenzelt scharwenzelte scharwenzeltes scharwenzeltem scharwenzelten scharwenzelter##, scharwenzelnd, ###scharwenzelnd, scharwenzelnde, scharwenzelndes, scharwenzelndem, scharwenzelnden, scharwenzelnder###. scharwenzel (!)+FW(+EW); Z.: schar-wenz-el-n
$Scharwenzler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Scharwenzler; E.: s. scharwenz(e)l(n), s. er (Suff.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Schwarwenzel, DW 14, 2230; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus scharwenz(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Scharwenzelnden; F.: Scharwenzler, Scharwenzlers, Scharwenzlern+FW(+EW); Z.: Schar-wenz-l-er
$Scharwerk, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Scharwerk, Fronarbeit; E.: s. Schar, s. Werk; L.: Kluge s. u. Scharwerk, DW 14, 2230; GB.: (scharwerc) vielleicht seit 1443-1463 belegte und aus Schar und Werk gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Grundherrschaft mögliche Fronarbeit; F.: Scharwerk, Scharwerks, Scharwerkes, Scharwerke, Scharwerken+EW; Z.: Schar—werk
$Scharwerker, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Scharwerker; E.: s. Scharwerk, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Scharwerk, DW 14, 2230; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Scharwerk und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Grundherrschaft möglichen Fronarbeit (Scharwerk) leistenden Menschen; F.: Scharwerker, Scharwerkers, Scharwerkern+EW; Z.: Schar—wer-er
Schaschlik, Schaschlyk, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Schaschlik, Spieß (M.) (1); ne. shashlik; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: turkotatarisches Lw.; E.: aus dem Turkotatarischen, vgl. krimtatar. sis, Sb. Bratspieß; türk. şiş, Sb., Spieß; L.: Kluge s. u. Schaschlik, fehlt DW, EWD s. u. Schaschlyk, Duden s. u. Schaschlik; Son.: vgl. nndl. schaslik, Sb., Schaschlik; ndän. schaschlik, Sb., Schaschlik; nnorw. sjaslik, M., Schaschlik; poln. szaszłyk, M., Schaschlik; kymr. siaslig, M., Schaschlik; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Turkotatarichen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen mittels eines kleinen Spießes hergestellte und gegessene Speise aus kleinen Stückchen Fleisch und Gemüse; BM.: Bratspieß; F.: Schaschlik, Schaschliks, Schaschlyk, Schaschlyks+FW; Z.: Schasch-lik
schassen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schassen, fortjagen; ne. fire (V.), chase (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. chasser; E.: s. frz. chasser, V., jagen; lat. captiare, V., fangen, jagen; vgl. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. schassen, fehlt DW, Duden s. u. schassen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden fortjagen; BM.: fassen; F.: schassen, schasse (!), schassst (!), schasst, schassest, schasset, schasste, schasstest, schassten, schasstet, geschasst, ##geschasst, geschasste, geschasstes, geschasstem, geschassten, geschasster##, schassend, ###schassend, schassende, schassendes, schassendem, schassenden, schassender###, schass (!)+FW(+EW); Z.: schas-s-en
$schatten, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. schatten, Schatten geben; Vw.: s. be-, über-; L.: DW 14, 2248, EWD s. u. Schatten; GB.: (skatawen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit Schatten verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Licht mögliches Schatten geben; F.: schatten, schatte (!), schattest, schattet, schattete, schattetest, schatteten, schattetet, geschattet, ##geschattet, geschattete, geschattetes, geschattetem, geschatteten, geschatteter##, schattend, ###schattend, schattende, schattendes, schattendem, schattenden, schattender###, schatt (!)+EW; Z.: schatt-en
Schatten, Schatte, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schatten, Halbdunkel; ne. shade (N.), schadow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schate, st. M., sw. M., Schatten, Nichts, Schutz, Spiegelbild; mhd. schatewe, schatwe, schetewe, sw. M., Schatten, Schutz, Spiegelbild, Trugbild, Nichts; mnd. schāde (3), schēde, M., Schatten, Dunkel, Finsternis, Schutz, Schirm, Friede; mnd. schēde (3), scheyde, scede, M., N., Schatten (M.), Dunkelheit, Schutz, Schirm; mnl. scāde, scade, schade, M., Schatten, Finsternis, Spiegelbild; ahd. skato*, scato, st. M. (wa), Schatten, Umschattung, Verhüllung, schattiger Ort; as. skado*, st. M. (wa), Schatten; anfrk. skado*, scado, sw. M. (n), Schatten; germ. *skadwa-, *skadwaz, *skaþwa-, *skaþwaz, st. M. (a), Schatten; idg. *skot-, Sb., Schatten, Dunkel, Pokorny 957 (1644/116) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schatten, Kluge s. u. Schatten, DW 14, 2231, Falk/Torp 449, EWAhd 7, 1399, Duden s. u. Schatten, Bluhme s. u. Schatten; Son.: vgl. ae. sceadu, sceado, scadu, scado, st. F. (wō), Schatten, Dunkel, Laube, Schutz; ae. scead, st. N. (a), Schatten, Schutz, Stall, Schuppen (M.); got. skadus, st. M. (u), Schatten; got. skadweins?, st. F. (i), Bedeckung; nndl. schaduw, Sb., Schatten; gr. σκότος (skótos), N., Dunkelheit, Finsternis, Heimlichkeit; air. scáth, Sb., Schatten; kymr. cysgod, M., Schatten; GB.: (skato) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Licht möglichen Bereich der von dem Licht der Sonne oder einer anderen Lichtquelle nicht unmittelbar erreicht wird und in dem deshalb nur gedämpfte Helligkeit oder Dunkel herrscht; BM.: Dunkel; F.: Schatten, Schattens+EW; Z.: Schatt-en
$Schattenriss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schattenriss; E.: s. Schatten, s. Riss; L.: DW 14, 2264 (Schattenrisz), EWD s. u. Schatten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schatten und Riss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Licht möglichen Umriss eines Schattens; F.: Schattenriss, Schattenrisses, Schattenrisse, Schattenrissen+EW; Z.: Schatt-en—ri-ss
$Schattenspiel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schattenspiel; E.: s. Schatten, s. Spiel; L.: DW 14, 2266, EWD s. u. Schatten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schatten und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes Spiel mit (Licht und) Schatten; F.: Schattenspiel, Schattenspiels, Schattenspieles, Schattenspiele, Schattenspielen+EW; Z.: Schatt-en—spiel
$schattieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schattieren, mit Schatten versehen (V.); L.: Kluge s. u. Schatten, fehlt DW, EWD s. u. Schatten; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Schatten verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Schatten versehen (V.); F.: schattieren, schattiere, schattierst, schattiert, schattierest, schattieret, schattierte, schattiertest, schattierten, schattiertet, ##schattiert, schattierte, schattiertes, schattiertem, schattierten, schattierter##, schattierend, ###schattierend, schattierende, schattierendes, schattierendem, schattierenden, schattierender###, schattier(!)+EW; Z.: schatt-ier-en
$schattig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. schattig, Schatten aufweisend; E.: s. Schatt(en), s. ig; L.: Kluge s. u. Schatten, DW 14, 2272, EWD s. u. Schatten; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Schatt(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Licht mögliches Schatten aufweisend; F.: schattig, schattige, schattiges, schattigem, schattigen, schattiger(, schattigere, schattigeres, schattigerem, schattigeren, schattigerer, schattigst, schattigste, schattigstes, schattigstem, schattigsten, schattigster)+EW; Z.: schatt-ig
Schatulle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schatulle, Kästchen; ne. casket (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. mlat. scatula; E.: mnd. *schatolle?, F., Schatulle, Schrank; mlat. scatula, F., Schrein, Geldschrein, Schrank, weitere Herkunft unbekannt; it. scatola, F., Schachtel, Dose; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schatulle, EWD s. u. Schachtel, DW 14, 2229, Duden s. u. Schatulle; Son.: vgl. nschw. schatull, N., Schatulle; nnorw. skatoll, N., Schatulle; poln. szkatuła, F., Schatulle; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und vielleicht aus dem Mittellateinischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und unbekannte Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes (kleines geschmücktes) Kästchen; BM.: Dose; F.: Schatulle, Schatullen+FW(+EW?); Z.: Schat-ull-e
Schatz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schatz, Kostbarkeit, Gut; ne. treasure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schaz, schatz, st. M., Edelmetall, Schatz, Geld, Gut; mnd. schat (2), scat, M., Schatz, aufgehäufte Menge an Kostbarkeiten, Geld, Vermögen, Liebchen; mnl. scat, schat, M., Schatz, Geld, Schatzkammer, Schatztruhe, Zensus; ahd. skaz, scaz, st. M. (a), Schatz, Geld, Geldschatz, Reichtum, Besitz, Ware, Münze, Geldstück, Denar, Zensus, Geldsumme, Kopfgeld, Lohn, materielle Gegenleistung; as. skat*, skatt, st. M. (a), Geldstück, Schatz, Geld, Besitz; anfrk. skat, M., Geldsumme, Betrag; germ. *skatta-, *skattaz, st. M. (a), Vieh, Münze, Schatz; s. idg. *skēt-, *skət-, *skeh₁th₂-, V., springen, hüpfen, quellen, Pokorny 950? (1630/102) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt.); oder aus einer unbekannten Sprache entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Schatz, Kluge s. u. Schatz, DW 14, 2274, Falk/Torp 448, EWAhd 7, 1404, Duden s. u. Schatz, Bluhme s. u. Schatz; Son.: vgl. afries. skett, sket, st. M. (a), Schatz, Geld, Vieh; saterl. scet; ae. sceatt, sceat, st. M. (a), Schatz, Geld, Besitz, Reichtum; an. skattr, st. M. (a), Steuer (F.), Schatz; got. skatts, st. M. (a), Geld, Geldstück; nndl. schat, Sb., Schatz; nschw. skatt, Sb., Schatz; nnorw. skatt, M., Schatz; ksl. skotъ, M., Vieh, Geld (germ. Lw.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Vermögen des Menschen mögliche angehäufte Ansammlung kostbarer Dinge oder eine Kostbarkeit; BM.: springen bzw. quellen; F.: Schatz, Schatzes, Schätze, Schätzen+EW; Z.: Schatz
$schätzbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schätzbar, sich schätzen lassend; Vw.: s. un-; E.: s. schätz(en), s. bar; L.: DW 14, 2279, EWD s. u. Schatz; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und nach lat. aestimabilis aus schätz(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache und Vermögen mögliches sich schätzen lassend; F.: schätzbar, schätzbare, schätzbares, schätzbarem, schätzbaren, schätzbarer(, schätzbarere, schätzbareres, schätzbarerem, schätzbareren, schätzbarerer, schätzbarst, schätzbarste, schätzbarstes, schätzbarstem, schätzbarsten, schätzbarster)+EW; Z.: schätz—bar
$schatzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schatzen, einen Schatz bilden?; L.: Kluge s. u. Schatz, DW 14, 2281, EWD s. u. Schatz; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Schatz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher Menschen mögliches einen Schatz bilden; F.: schatzen, schatze, schatzst, schatzt, schatzest, schatzet, schatzte, schatztest, schatzten, schatztet, geschatzt, ##geschatzt, geschatzte, geschatztes, geschatztem, geschatzten, geschatzter##, schatzend, ##schatzend, schatzende, schatzendes, schatzendem, schatzenden, schatzender##, schatz (!)+EW; Z.: schatz-en
$schätzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schätzen, beurteilen, wertschätzen; L.: Kluge s. u. Schatz, DW 14, 2281, EWD s. u. Schatz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus schatzen sowie Schatz gebildete Bezeichnung für einschätzen oder beurteilen oder wertschätzen; F.: schätzen (!), schätze (!), schätzst, schätzt, schätzest, schätzet, schätzte, schätztest, schätzten, schätztet, geschätzt, ##geschätzt, geschätzte, geschätztes, geschätztem, geschätzten, geschätzter##, schätzend, ###schätzend, schätzende, schätzendes, schätzendem, schätzenden, schätzender###, schätz (!)+EW; Z.: schätz-en
$Schätzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schätzung, Beurteilung; Vw.: s. Gering-(, s. Wert-); E.: s. schätz(en), s. ung; L.: DW 14, 2289, EWD s. u. Schatz; GB.: (schatzunge) seit 1233-1267 belegte und aus schätz(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Beurteilung; F.: Schätzung, Schätzungen+EW; Z.: Schätz-ung
$Schau, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schau, Betrachtung, Sicht; Vw.: s. Heer-, Vogel-; E.: s. schau(en); L.: Kluge s. u. schauen, DW 14, 2291, EWD s. u. schauen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus schauen gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Augen mögliche Betrachtung ; F.: Schau, Schauen+EW; Z.: Schau
Schaub, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Schaub, Garbe (F.) (1), Bündel, Strohbund; ne. sheaf (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schopf; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schoup, st. M., Geband, Strohband; mnd. schōf (1), M., Schaub, zu Garben gebundenes Getreide, Strohgarbe, Strohbund, Gebinde, Bündel; ahd. skoub*, scoub, st. M. (a), Schaub, Garbe (F.) (1), Bund, Strohbund, Strohbündel, Besen; as. skôf*, st. M. (a), Schaub, Bündel (N.); germ. *skauba-, *skaubaz, st. M. (a), Büschel, Garbe (F.) (1); germ. *skauba-, *skaubam, st. N. (a), Büschel, Garbe (F.) (1), Schaub; idg. *skeup-?, *keup-?, *skeubʰ-?, skeub-?, Sb., Büschel, Schopf, Quaste, Pokorny 956 (1640/112) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schaub, Kluge s. u. Schaub, DW 14, 2294, Falk/Torp 470, Duden s. u. Schaub; Son.: vgl. afries. -; ae. scéaf, st. M. (a), Schaub, Garbe (F.) (1), Bündel, Bund; an. skauf, st. N. (a), Fuchsschwanz, Büschel; got. -; nndl. schoof, Sb., Schaub; GB.: (skoub) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Garbe oder ein Bündel oder einen Strohbund; BM.: Büschel; F.: Schaub, Schaubes, Schaubs, Schäube, Schäuben+EW; Z.: Schaub
Schaube, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Schaube, langes Oberkleid; ne. outer garment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. schūve, schuwe, F., Schaube, langes Oberkleid; mnd. sūbe, sube, szube, sūve, M., F., Schaube, langes faltiges Kleid, mit Pelzwerk verbrämtes bzw. gefüttertes Gewand für Männer und Frauen, Schaube, Talar; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von it. giubba, guppa, F., Jacke, Wams; aus arab. ğubba, Sb., Obergewand mit langen Ärmeln; L.: Kluge s. u. Schaube, DW 14, 2297, Duden s. u. Schaube; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft vielleicht ungeklärte und möglicherweise aus dem Italienischen und Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes langes Oberkleid; BM.: ?; F.: Schaube, Schauben+FW; Z.: Schaub-e
$Schaubrot, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schaubrot; E.: s. Schau, s. Brot; L.: Kluge s. u. Schaubrot, DW 14, 2302; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. panis propositionis aus Schau und Brot gebildete Bezeichnung für das in Tempeln von Juden zu einer Schau ausgelegte und an jedem Sabbat ersetzte Brot (für Gott) und auch für Opfergaben auf den Altären der Olympischen Götter in dem Griechenland des Altertums; F.: Schaubrot, Schaubrotes, Schaubrots, Schaubrote, Schaubroten+EW; Z.: Schau—bro-t
$Schaubühne, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schaubühne, Bühne für Schauspiele; E.: s. Schau, s. Bühne; L.: Kluge s. u. Bühne, DW 14, 2302, EWD s. u. Bühne; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schau und Bühne gebildete Bezeichnung für ein Theater oder für eine von Menschen entwickelte und verwendete Bühne für Schauspiele; F.: Schaubühne, Schaubühnen+EW; Z.: Schau—bühn-e
$Schauder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schauder, Schrecken, Erschrecken, Kälte, Angst; E.: s. schauder(n); L.: Kluge 1. A. s. u. schaudern, Kluge s. u. schaudern, DW 14, 2303, EWD s. u. schaudern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schaudern und letztlich dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schrecken (M.) oder Erschrecken oder Kälte oder Angst; F.: Schauder, Schauders, Schaudern+EW; Z.: Schaud-er
$schauderhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schauderhaft, schrecklich; E.: s. schauder(n), s. haft; L.: Kluge s. u. schaudern, DW 14, 2303, EWD s. u. schaudern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schauder und haft gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Schauder behaftet oder schrecklich; F.: schauderhaft, schauderhafte, schauderhaftes, schauderhaftem, schauderhaften, schauderhafter(, schauderhaftere, schauderhafteres, schauderhafterem, schauderhafteren, schauderhafterer, schauderhaftest, schauderhafteste, schauderhaftestes, schauderhaftestem, schauderhaftesten, schauderhaftester)+EW; Z.: schaud-er-haf-t
schaudern, nhd., V., (16. Jh.): nhd. schaudern, erschrecken, frieren; ne. shudder (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. schūderen*, schūdern, sw. V., schaudern; mnd. schodderen, schōderen, sw. V., schlottern, vor Angst zittern, beben; mnd. schōden, schoden, sw. V., schütten, streuen; mnl. schuderen, sw. V., schaudern; letztlich von germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen; idg. *skū̆t-, *kū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957 (1645/117) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schaudern, Kluge s. u. schaudern, EWD s. u. schaudern, DW 14, 2306, Duden s. u. schaudern, Bluhme s. u. schaudern; GB.: seit 16. Jh. belegte und letztlich mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einen kurzen Augenblick ein heftiges Kältegefühl haben oder erschrecken oder frieren; BM.: schütteln; F.: schaudern, schaudere, schauder (!), schaudre (!), schauderst, schaudert, schauderte, schaudertest, schauderten, schaudertet, geschaudert, ##geschaudert, geschaudertes, geschaudertem, geschauderten, geschauderter##, schaudernd, ###schaudernd, schaudernde, schauderndes, schauderndem, schaudernden, schaudernder###, schauder (!)+EW; Z.: schau-d-er-n
schauen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schauen, blicken, sehen, hinsehen, erblicken; ne. look (V.), see (V.); Vw.: -; Hw.: s. Show; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schouwen, sw. V., sehen, schauen, ansehen, betrachten; mnd. schouwen (1), schowen, schauen, schauwen, sw. V., schauen, sehen, mit den Augen wahrnehmen, nach etwas blicken, anblicken, besehen (V.), betrachten, beschauen; mnl. scouwen, sw. V., schauen; ahd. skouwōn*, scouwōn*, sw. V. (2), sehen, blicken, schauen, betrachten, ansehen, erblicken, anschauen, erforschen, beachten, aufmerken, sich hüten, sich in Acht nehmen, besichtigen; as. skauwon, sw. V., schauen, erblicken; anfrk. skouwon*, scouwon*, sw. V. (1), schauen, sehen; germ. *skawwōn, sw. V., schauen; s. idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schauen, Kluge s. u. schauen, DW 14, 2310, EWD s. u. schauen, Falk/Torp 465, Duden s. u. schauen, Bluhme s. u. schauen; Son.: vgl. afries. skâwia, skōwia, skōia, sw. V. (2), schauen, sehen, besichtigen; saterl. scoe, V., schauen; ae. scéawian, sw. V. (2), schauen, blicken, betrachten, beobachten; an. skygna (2), sw. V. (2), schauen; got. -; nndl. schouwen, V., schauen; ne. show, V., zeigen; nnorw. skue, V., schauen; ai. ākuvate, V., beabsichtigt; gr. κοεῖν (koein), V., merken, hören; lat. cavēre, V., auf der Hut sein (V.), sich hüten, sich vorsehen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches blicken oder hinsehen; BM.: achten; F.: schauen, schaue (!), schaust, schaut, schauest, schauet, schaute, schautest, schauten, schautet, geschaut, ##geschaut, geschaute, geschautes, geschautem, geschauten, geschauter##, schauend, ###schauend, schauende, schauendes, schauendem, schauenden, schauender###, schau (!)+EW; Z.: schau-en
Schauer (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schauer (M.) (1), kurz dauerndes Unwetter, Hagelwetter; ne. shower (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: s. mhd. schūre, schoure, sw. M., „Schauer“ (M.) (1), Hagel, Ungewitter, Leid, Verderben, Vernichtung, Schelte, schnelles heftiges Herandringen; mhd. schūr, st. M., sw. M., Hagel, Ungewitter; mnd. schūr (1), N., Schauer (M.) (1), Regenschauer, Hagelschauer; ahd. skūr* (2), scūr, st. M. (i), Schauer (M.) (1), Hagelschauer, Unwetter, Sturm; as. skūr* (2), st. M. (i), Schauer (M.) (1), Wetterschauer, Sturm, Waffe; anfrk. -; germ. *skūrō, st. F. (ō), Schauer (M.) (1), Unwetter; idg. *k̑ēu̯ero-, *k̑ou̯ero-, *sk̑ūro-?, Sb., Norden, Nordwind, Schauer (M.) (1), Pokorny 597 (917/149) (RB. idg. aus arm.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schauer 2, Kluge s. u. Schauer 1, EWD s. u. Schauer, DW 14, 2321, Falk/Torp 467, Duden s. u. Schauer, Bluhme s. u. Schauer; Son.: vgl. afries. -; ae. scūr, scéor, scȳr, st. M. (a), st. F. (ō), Schauer (M.) (1), Regenschauer, Sturm, Unruhe; an. skūr (1), st. F. (ō), Regenschauer; got. skūra, st. F. (ō), Schauer (M.) (1); nschw. skur, N., Schauer (M.) (1); nnorw. skur, M., F., Schauer (M.) (1); arm. cʿurt, Adj., Sb., kalt, Kälte, Schauer; lat. caurus, M., Nordwestwind, Westnordwestwind, Wind; lit. šiáurė, F., Norden; ksl. sěverŭ, Sb., Norden; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches kurz dauerndes Unwetter; BM.: Nordwind; F.: Schauer, Schauers, Schauern+EW; Z.: Schauer
Schauer (2), nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Schauer (M.) (2), Schutzdach (gegen Regen oder Sonne), Überdach, Wetterdach, Schuppen (M.); ne. shelter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Scheuer, Scheune; Q.: vor 743? (Lex Baiovariorum); E.: mhd. schūr (1), st. M., Schauer (M.) (2), Schutz, Schirm, Obdach; mnd. schūr (2), schûre, N., „Schauer“ (M.) (2), Scheuer, Schutz, Schutzdach; ahd. skūra*, scūra, st. F. (ō), Scheuer, Stadel, Scheune; ahd. skiura*, sciura*, st. F. (ō), Scheuer, Scheune; ahd. skūr (1), scūr?, st. M. (a?, i?); as. skūr (1), st. M. (a?, i?), Scheuer, Schutz, Obdach; lat.-anfrk.? skūra, st. F. (ō), Scheune; germ. *skūra, Sb., Obdach, Scheuer; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schauer 1, Kluge s. u. Schauer 2, DW 14, 2328, Falk/Torp 466, Duden s. u. Schauer; Son.: vgl. afries. skūre, F., Scheuer; nfries. schoerre; ae. -; an. -; got. -; nisl. skúr, M., Schuppen (M.); GB.: vielleicht seit vor 743 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Schutzdach (gegen Regen oder Sonne); BM.: bedecken; F.: Schauer, Schauers, Schauern+EW; Z.: Schau-er
$Schauer (3), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schauer, Schauender; Vw.: s. Be-, Fern-, Zu-; E.: s. schau(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schauen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus schau(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Augen möglichen Schauenden oder Betrachtenden; F.: Schauer, Schauers, Schauern+EW; Z.: Schau-er
Schauerleute, nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Schauerleute, Tagelöhner; ne. dockers; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nndl. sjouwerman; E.: s. nndl. sjouwerman, Sb., Schauermann, ein Tagelöhner; vgl. nndl. sjouwen, V., schleppen, hart arbeiten; wohl aus dem Friesischen, von einem Wort für See; Hinterglied s. nhd. Leute; L.: Kluge s. u. Schauerleute, EWD s. u. Schauermann, Duden s. u. Schauerleute, Bluhme s. u. Schauerleute; Son.: vgl. nschw. sjoare, V., Schauermann; nnorw. sjauer, M., Schauermann; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schauer und Leute gebildete sowie wohl teilweise aus dem Friesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung von bei Löschen und Laden eines Schiffes tätigen Tagelöhnern; F.: Schauerleute, Schauerleuten+EW; Z.: Schau-er—leut-e
$schauerlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schauerlich, schrecklich; E.: s. Schauer, s. lich; L.: Kluge s. u. Schauer, EWD s. u. Schauer, DW 14, 2332; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schauer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Schauer betreffend oder schrecklich; F.: schauerlich, schauerliche, schauerliches, schauerlichem, schauerlichen, schauerlicher(, schauerlichere, schauerlicheres, schauerlicherem, schauerlicheren, schauerlicherer, schauerlichst, schauerlichste, schauerlichstes, schauerlichstem, schauerlichsten, schauerlichster)+EW; Z.: schauer-lich
$Schauermann, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Schauermann; E.: s. Schauer, s. Mann, s. Schauerleute; L.: Kluge s. u. Schauerleute, EWD s. u. Schauermann, DW 14, 2344; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schauer und Mann gebildete sowie wohl teilweise aus dem Friesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen bei Löschen und Laden eines Schiffes tätigen Tagelöhner; F.: Schauermann, Schauermanns, Schauermannes, Schauermänner, Schauermännern+EW; Z.: Schauer—man-n
$schauern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schauern, Schauer machen, Schauer empfinden; Vw.: s. er-; E.: s. Schauer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schauer 1, DW 14, 1332, EWD s. u. Schauer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schauer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Schauer machen oder Schauer empfinden; F.: schauern, schauere, schauer (!), schauerst, schauert, schauerte, schauertest, schauerten, schauertet, geschauert, ##geschauert, geschauerte, geschauertes, geschauertem, geschauerten, geschauerter##, schauernd, ###schauernd, schauerndes, schauerndem, schauernden, schauernder###, schauer (!)+EW; Z.: schauer-n
Schaufel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schaufel; ne. shovel (N.); Vw.: -; Hw.: s. schieben; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schūvele, st. F., sw. F., Schaufel; mnd. schüffel, schüffele, schūfele, schūfle, schuffele, schoffel, schoffle, schofle, F., Schaufel, Schaufel des Wasserrads, ein Tafelgerät; mnl. schuffel, F., Schaufel; ahd. skūfala*, scūfala*, skūvala*, scūvala*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), „Schieber“, Schaufel, Spaten, Grabscheit; as. skūfla*, sw. F. (n), Schaufel; anfrk. -; germ. *skuflō, st. F. (ō), Schaufel; gebildet zu germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaufel, Kluge s. u. Schaufel, DW 14, 2339, EWD s. u. Schaufel, Falk/Torp 470, Duden s. u. Schaufel, Bluhme s. u. Schaufel; Son.: vgl. afries. -; ae. scofl, st. F. (ō), Schaufel, Ruder; an. -; got. -; nndl. schoffel, Sb., Schaufel; nschw. skovel, Sb., Schaufel; nnorw. skovl, M., F., Schaufel; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein wohl vor 5000 Jahren von Menschen zunächst aus Knochen (Schulterblättern) und danach aus Holz und später teilweise Metall entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem Schieben und Verschieben von körnigem Material; BM.: schieben; F.: Schaufel, Schaufeln+EW; Z.: Schauf-el
$Schaufenster, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schaufenster; E.: s. Schau, s. Fenster; L.: DW 14, 2342, EWD s. u. schauen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schau und Fenster gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dem 17. Jh. entwickeltes und verwendetes größeres Fenster in dem Waren von Händlern für Kunden zu einer unverbindlichen Betrachtung und als Anreiz zu einem Erwerb ausgelegt werden; F.: Schaufenster, Schaufensters, Schaufenstern+EW+FW; Z.: Schau—fenst-er
$Schaufler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schaufler; L.: DW 14, 2342, EWD s. u. Schaufel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schauf(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen schaufelnden Menschen und auch einen älteren Damhirsch oder Elch mit einem schaufelartigen Geweih; F.: Schaufler, Schauflers, Schauflern+EW; Z.: Schauf-l-er
Schaukel, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schaukel, Hutsche; ne. swing (N.); Vw.: -; Hw.: s. schunkeln; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. schocken (2), sw. V., schwingen, schaukeln, tanzen; mhd. schoc (1), st. M., Schock (M.), Schaukel, Stoß, Windstoß, Schwung; afrz. choc, M., Stoß; vgl. frz. choquer, V., anstoßen, Gamillscheg 1, 337a; vgl. germ. *skukk-, V., bewegen, zittern; L.: Kluge 1. A. s. u. Schaukel, Kluge s. u. Schaukel, DW 14, 2345, EWD s. u. Schaukel, Duden s. u. Schaukel, Bluhme s. u. Schaukel; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes aus einem an zwei Seilen oder Ketten waagerecht aufgehängten Brett bestehendes Spielgerät zu einem Schaukeln; BM.: stoßen bzw. bewegen; F.: Schaukel, Schaukeln+EW?; Z.: Schauk-el
$schaukeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. schaukeln, schwankend bewegen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Schaukel, DW 14, 2345, EWD s. u. Schaukel; l; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Schaukel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes sich mit einer Schaukel schwankend bewegen; F.: schaukeln, schaukel (!), schaukle (!), schaukele, schaukelst, schaukelt, schaukelte, schaukeltest, schaukelten, schaukeltet, geschaukelt, ##geschaukelt, geschaukelte, geschaukeltes, geschaukeltem, geschaukelten, geschaukelter##, schaukelnd, ###schaukelnd, schaukelnde, schaukelndes, schaukelndem, schaukelnden, schaukelnder###, schaukel (!)+EW; Z.: schauk-el-n
$Schaukelpferd, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schaukelpferd; E.: s. Schaukel, s. Pferd; L.: DW 14, 2347, EWD s. u. Schaukel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schaukel und Pferd gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für Kinder aus Holz gebildetes und auf Kufen zu einem möglichen Schaukeln gestelltes kleines Pferd; F.: Schaukelpferd, Schaukelpferdes, Schaukelpferds, Schaukelpferde, Schaukelpferden+EW+FW; Z.: Schauk-el—p-fe-rd
$Schaukelstuhl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schaukelstuhl; E.: s. Schaukel, s. Stuhl; L.: DW 14, 2347, EWD s. u. Schaukel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schaukel und Stuhl gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl in Massachusetts in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten und verwendeten sowie durch Kufen zu einem Schaukeln geeignet gemachten Stuhl; F.: Schaukelstuhl, Schaukelstuhles, Schaukelstuhls, Schaukelstühle, Schaukelstühlen+EW; Z.: Schauk-el—stuh-l
Schaum, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schaum, Gasbläschen, Gischt; ne. foam (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schūm, st. M., Schaum; mnd. schūm, schūme, schume, M., Schaum, Gischt, Schlacke, Silberschaum, Metallschlacke, Schweiß, Geifer; mnl. scūme, scuum, M., Schaum; ahd. skūm*, scūm, st. M. (a?, i?), Schaum, Gischt; as. -; anfrk. -; germ. *skūma, Sb., Schaum; s. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schaum, Kluge s. u. Schaum, DW 14, 2349, EWD s. u. Schaum,Falk/Torp 466, Duden s. u. Schaum, Bluhme s. u. Schaum; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. skūms, st. M. (a), Schaum; GB.: (skūm) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus einer Vielzahl von aneinanderhaftenden Bläschen oder Teilchen bestehende lockere Masse; BM.: bedecken bzw. umhüllen; F.: Schaum, Schaumes, Schaums, Schäume, Schäumen+EW; Z.: Schau-m
$schäumen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schäumen, Schaum bilden; L.: Kluge s. u. Schaum, DW 14, 2360, EWD s. u. Schaum; GB.: (skūmen*) seit um 830 belegte und aus Schaum und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Schaum mögliches schäumend herabgießen oder Schaum bilden; F.: schäumen (!), schäume (!), schäumst, schäumt, schäumest, schäumet, schäumte, schäumtest, schäumten, schäumtet, geschäumt, ##geschäumt, geschäumte, geschäumtes, geschäumtem, geschäumten, geschäumter##, schäumend, ###schäumend, schäumende, schäumendes, schäumendem, schäumenden, schäumender###, schäum (!)+EW; Z.: schäu-m-en
$schaumig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schaumig; E.: s. Schaum, s. ig, L.: Kluge s. u. Schaum, DW 14, 2370, EWD s. u. Schaum; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schaum und ig gebildete Bezeichnung für Schaum betreffend; F.: schaumig, schaumige, schaumiges, schaumigem, schaumigen, schaumiger(, schaumigere, schaumigeres, schaumigerem, schaumigeren, schaumigerer, schaumigest, schaumigeste, schaumigestes, schaumigestem, schaumigesten, schaumigester)+EW; Z.: schau-m-ig
$Schaumwein, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schaumwein; E.: s. Schaum, s. Wein; L.: DW 14, 2372, EWD s. u. Schaum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schaum und Wein gebildete Bezeichnung für Champagner und später für ein weinhaltiges Getränk in Flaschen unter Druck infolge des Gehalts (M.) an beigegebenem Kohlenstoffdioxid; F.: Schaumwein, Schaumweins, Schaumweines, Schaumweine, Schaumweinen+EW+FW; Z.: Schau-m—wei-n
$Schauplatz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schauplatz; Vw.: s. Kriegs-; E.: s. Schau, s. Platz; L.: DW 14, 2373, EWD s. u. schauen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schau und Platz gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Ort eines Ereignisses oder den Ort des Erzählens oder Schreibens oder Lesens; F.: Schauplatz, Schauplatzes, Schauplätze, Schauplätzen+EW+FW; Z.: Schau—pla-tz
$schaurig, schauerig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schaurig, Schauer betreffend; L.: Kluge s. u. Schauer, DW 14, 2332, EWD s. u. Schauer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schauer und ig gebildete Bezeichnung für Schauer betreffend; F.: schaurig, schaurige, schauriges, schaurigem, schaurigen, schauriger(, schaurigere, schaurigeres, schaurigerem, schaurigeren, schaurigerer, schaurigst, schaurigste, schaurigstes, schaurigstem, schaurigsten, schaurigster)+EW; Z.: schaur-ig
$Schauspiel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Schauspiel, Bühnenstück; E.: s. Schau, s. Spiel; L.: DW 14, 2375, EWD s. u. schauen; GB.: (schouwespil) seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. spectaculum aus Schau und Spiel gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Bühnenstück; F.: Schauspiel, Schauspiels, Schauspieles, Schauspiele, Schauspielen+EW; Z.: Schau—spiel
$Schauspieler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schauspieler, Bühnenkünstler, Darsteller; E.: s. Schauspiel, s. er (Suff.); L.: DW 14, 2375, EWD s. u. schauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. (scaenicus?) aus Schauspiel und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bühnenkünstler oder Darsteller; F.: Schauspieler, Schauspielers, Schauspielern+EW; Z.: Schau-spiel-er
$schauspielern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schauspielern, Schauspieler sein (V.); L.: fehlt DW, EWD s. u. schauen; F.: schauspielern, schauspielere (!), schauspieler (!), schauspielerst, schauspielert, schauspielerte, schauspielertest, schauspielerten, schauspielertet, geschauspielert, ##geschauspielert, geschauspielerte, geschauspielertes, geschauspielertem, geschauspielerten, geschauspielerter##, schauspielernd, ###schauspielernd, schauspielerndes, schauspielerndem, schauspielernden, schauspielernder###, schauspieler (!)+EW; Z.: schau—spiel-ern
Schaute, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Schaute, Narr; ne. fool (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: wjidd. Lw.; E.: aus dem Westjiddischen, s. hebr. schōteh, M., Narr; L.: Kluge s. u. Schaute, DW 14, 2378, Duden s. u. Schaute; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Narren; BM.: Narr; F.: Schaute, Schauten+FW; Z.: Schaut-e
$Schauung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schauung; Vw.: s. An-; E.: s. schau(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schauen, DW 14, 2379; GB.: (skouwunga) seit um 765 belegte und aus schau(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Betrachtung oder Erwägung; F.: Schauung, Schauungen+EW; Z.: Schau-ung
Scheck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Scheck, Zahlungsanweisung, Geldüberweisungsschein; ne. cheque; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. cheque; E.: s. ne. cheque, N., Scheck; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht aus dem Arab., s. arab. ṣakk, Sb., schriftliches Zahlungsversprechen; pers. čäk, Sb., geschriebenes Urteil, Zahlungsversprechen; L.: Kluge s. u. Scheck, DW 14, 2381, EWD s. u. Scheck, EWAhd 7, 1340, 1344, Duden s. u. Scheck, Bluhme s. u. Scheck; Son.: vgl. nndl. cheque, Sb., Scheck; frz. chèque, M., Scheck; nschw. check, Sb., Scheck; nnorw. sjekk, M., Scheck; poln. czek, M., Scheck; kymr. siec, F., Scheck; nir. seic, M., Scheck; lit. čekis, M., Scheck; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika seit Ende des 17. Jh. entwickelte und verwendete schriftliche Zahlungsanweisung (ab siebzehnhundertundzweiundsechzig von Lawrence Childs in gedruckter Form und neunzehnhundertundacht Scheckgesetz des Deutschen Reiches); BM.: Zahlungsversprechen; F.: Scheck, Schecks, Scheckes?+FW(+EW?); Z.: Scheck
$Schecke, Scheck, nhd., M., F., (16. Jh.): nhd. Schecke, geflecktes Tier; E.: s. scheck(ig); L.: DW 14, 2381, EWD s. u. scheckig; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit scheck(ig) verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geflecktes Tier; F.: Schecke, Schecken+FW?+EW?; Z.: Scheck-e
schecken, nhd., sw. V.: nhd. schecken; Vw.: s. checken
scheckicht, nhd. (ält.), Adj., (14. Jh.): nhd. scheckicht, scheckig, gefleckt; ne. dappled, spotted; Vw.: -; Hw.: s. Schach; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. scheckeht, scheckot, Adj., scheckig; s. mhd. schecke (1), Adj., scheckig, gestreift; afrz. eschiec, Sb., Schach; aus dem Pers.-Ind., ai. rāj-, M., König; vgl. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheckig, Kluge s. u. scheckig, DW 14, 2382 (scheckicht), EWD s. u. scheckig, Duden s. u. scheckig, Bluhme s. u. scheckig; Son.: vgl. nschw. skäckig, Adj., scheckig; GB.: seit 1348/1350 belegte und mit dem Altfranzösischen und dem Persisch-Indischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gefleckt; BM.: schachbrettartig; F.: scheckicht, scheckichte, scheckichtes, scheckichtem, scheckichten, scheckichter+FW?+EW?; Z.: scheck-ich-t
$scheckig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. scheckig; E.: s. scheckicht; L.: DW 14, 2383, EWD s. u. scheckig; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Scheck und ig gebildete Bezeichnung für gefleckt; F.: scheckig, scheckige, scheckiges, scheckigem, scheckigen, scheckiger(, scheckigere, scheckigeres, scheckigerem, scheckigeren, scheckigerer, scheckigst, scheckigste, scheckigstes, scheckigstem, scheckigsten, scheckigster)+FW?+EW?; Z.: scheck-ig
scheel, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. scheel, schief, schielend, missgünstig; ne. suspicious, disapproving; Vw.: -; Hw.: s. schielen; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: mnd. schēle (2), schēl, scheyl, schil, scheil, scheile, Adj., schielend, schief stehend, verzogen, missgünstig, unzufrieden; mhd. schelch, Adj., scheel, schief, schielend; schel (2), schelwe, Adj., scheel, schielend, quer, schief, krumm; mnl. schelle, schele, Adj., schief, schielend; ahd. skelah*, scelah*, Adj., schief, schräg, scheel, schielend, bucklig; as. -; anfrk. -; germ. *skelha-, *skelhaz, *skelhwa-, *skelhwaz, Adj., scheel, schief, schielend; s. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheel, Kluge s. u. scheel, DW 14, 2484 (schel), EWD s. u. scheel, Falk/Torp 460, Heidermanns 493, 494, Duden s. u. scheel, Bluhme s. u. scheel; Son.: vgl. afries. -; ae. sceolh, Adj., scheel, schräg, schief; an. skjalgr, Adj., schief, schielend; got. -; nndl. scheel, Adj., scheel; nisl. skjálgur, Adj., scheel; arm. šeł, Adj., krumm; gr. σκολιός (skoliós), Adj., krumm; lat. scelus, N., Bosheit, Verruchtheit; lit. kelỹs, M., Knie; GB.: seit 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches schief oder schielend oder missgünstig; BM.: biegen bzw. krumm; F.: scheel, scheele, scheeles, scheelem, scheelen, scheeler(, scheelere, scheeleres, scheelerem, scheeleren, scheelerer, scheelst, scheelste, scheelstes, scheelstem, scheelsten, scheelster)+EW; Z.: scheel
$scheeläugig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. scheeläugig; E.: s. scheel, s. äugig; L.: DW 14, 2488 (scheläugicht, scheläugig), EWD s. u. scheel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus scheel und äugig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches schielend; F.: scheeläugig, scheeläugige, scheeläugiges, scheeläugigem, scheeläugigen, scheeläugiger(, scheeläugigere, scheeläugigeres, scheeläugigerem, scheeläugigeren, scheeläugigerer, scheeläugigst, scheeläugigste, scheeläugigstes, scheeläugigstem, scheeläugigsten, scheeläugigster)+EW; Z.: scheel—äug-ig
$Scheelsucht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Scheelsucht, Neid, Missgunst; E.: s. scheel, s. Sucht; L.: DW 14, 2521 (Schelsucht), EWD s. u. scheel,; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus scheel und Sucht gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Neid oder Missgunst; F.: Scheelsucht, Scheelsüchte, Scheelsüchten+EW; Z.: Scheel—such-t
$scheelsüchtig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. scheelsüchtig, neidisch, missgünstig; E.: s. Scheelsucht, s. ig; L.: DW 14, 2522 (schelsüchtig), EWD s. u. scheel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Scheelsucht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches neidisch oder missgünstig; F.: scheelsüchtig, scheelsüchtige, scheelsüchtiges, scheelsüchtigem, scheelsüchtigen, scheelsüchtiger(, scheelsüchtigere, scheelsüchtigeres, scheelsüchtigerem, scheelsüchtigeren, scheelsüchtigerer, scheelsüchtigst, scheelsüchtigste, scheelsüchtigstes, scheelsüchtigstem, scheelsüchtigsten, scheelsüchtigster)+EW; Z.: scheel—süch-t-ig
Scheffel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Scheffel, hölzernes Gefäß, ein Hohlmaß; ne. bushel; Vw.: -; Hw.: s. Schaff, Wispel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. scheffel, st. M., Scheffel, ein Getreidemaß; mnd. schēpel, schepel, scheppel, schippel, M., N., Scheffel, Gefäß, ein Hohlmaß für Getreide und Mehl; mnl. scēpel, M., Scheffel; ahd. skeffil* (1), sceffil*, st. M. (a), Scheffel, Gefäß; s. ahd. skaf* (2), scaf*, st. N. (a), Gefäß, Fass, Schaff, Bütte (F.) (2); as. skap* (1), st. N. (a), Schaff, Gefäß; anfrk. -; germ. *skapa- (1), *skapam, st. N. (a), Gefäß, Schaff, Scheffel; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Scheffel, Kluge s. u. Scheffel, DW 14, 2383, EWD s. u. Scheffel, Duden s. u. Scheffel, Bluhme s. u. Scheffel; Son.: vgl. nndl. schepel, Sb., Scheffel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein altes Hohlmaß (Getreidemaß); BM.: schneiden; F.: Scheffel, Scheffels, Scheffeln+EW; Z.: Scheff-el
$scheffeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. scheffeln, anhäufen, horten, sammeln; E.: s. Scheffel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Scheffel, DW 14, 2384, EWD s. u. Scheffel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Scheffel und (e)n gebildete Bezeichnung für in Scheffeln oder großen Mengen anhäufen oder horten oder sammeln; F.: scheffeln, scheffel (!), scheffle (!), scheffele, scheffelst, scheffelt, scheffelte, scheffeltest, scheffelten, scheffeltet, gescheffelt, ##gescheffelt, gescheffelte, gescheffeltes, gescheffeltem, gescheffelten, gescheffelter##, scheffelnd, ###scheffelnd, scheffelnde, scheffelndes, scheffelndem, scheffelnden, scheffelnder###, scheffel (!)+EW; Z.: scheff-el-n
Scheibe (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Scheibe (F.), runde Fläche, runder flacher Körper; ne. disc (N.), slice (N.); Vw.: s. Butzen-; Hw.: s. Scheibe (2), Scheibtruhe; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schībe, sw. F., Kugel, Scheibe (F.); mnd. schīve, F., Scheibe, runde Fläche, Windscheibe, Drehscheibe, Rolle, Knäuel; mnl. scīve, F., Scheibe; ahd. skība, scība, sw. F. (n), Scheibe (F.), Kugel, Plättchen, Reifen (M.); as. skīva*, sw. F. (n), Scheibe (F.); anfrk. -; germ. *skībō, st. F. (ō), Scheibe (F.); germ. *skībō-, *skībōn, sw. F. (n), Scheibe (F.); s. idg. *skē̆ip-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiefer, Scheibe (F.), Pokorny 922; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheibe, Kluge s. u. Scheibe 1, DW 14, 2385, EWD s. u. Scheibe, Falk/Torp 464, Duden s. u. Scheibe, Bluhme s. u. Scheibe; Son.: vgl. afries. skīve, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scheibe (F.); ae. -; me. schīfe, Sb., Scheibe (F.); an. skīfa (1), sw. F. (n), Scheibe (F.), Schnitte; got. -; nndl. schijf, Sb., Scheibe (F.); nschw. skiva, Sb., Scheibe (F.); nnorw. skive, M., F., Scheibe (F.); poln. szyba, F., Scheibe (F.); gr. σκίπων (skípōn), M., Stab, Stock; lat. scīpio, M., Stab; GB.: (skība) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen meist von Menschen hergestellten flachen und oft runden Gegenstand wie beispielsweise eine Beilagscheibe oder eine Bremsscheibe oder eine Brotscheibe oder eine Fensterscheibe oder eine Käsescheibe oder eine Wurstscheibe oder eine Zielscheibe; BM.: schneiden; F.: Scheibe, Scheiben+EW; Z.: Schei-b-e
Scheibe (2), nhd., Interj., (20. Jh.): nhd. Scheibe!, Scheiße!; ne. Sugar!; Vw.: -; Hw.: s. Scheibe (1); Q.: 20. Jh.; E.: in der Soldatensprache von Scheibe (1) (s. d.) abgeleitet wenn ein Schütze bei dem Schießen nur die Scheibe insgesamt aber keinen darauf um die Mitte gebildeten Ring trifft; L.: Kluge s. u. Scheibe 2, Duden s. u. Scheibe; GB.: seit 20. Jh. belegte bei einem Misslingen verwendete euphemistische Bezeichnung für das vielfach oft unwillkürlich gedachte Fluchwort Scheiße; BM.: schlecht getroffene Scheibe; F.: Scheibe+EW; Z.: Schei-b-e
$scheiben, nhd., sw. V., (11./12. Jh.): nhd. scheiben, wälzen, rollen; E.: s. Scheib(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Scheibe 1, DW 14, 2391; GB.: (skīben*) seit 11./12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. pölymitus gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wälzen oder rollen; F.: scheiben (!), scheibe (!), scheibst, scheibt, scheibest, scheibet, scheibte, scheibtest, scheibten, scheibtet, gescheibt, ##gescheibt, gescheibte, gescheibtes, gescheibtem, gescheibten, gescheibter##, scheibend, ###scheibend, scheibende, scheibendes, scheibendem, scheibenden, scheibender###, scheib (!)+EW; Z.: schei-b-en
$Scheibenhonig, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Scheibenhonig; E.: s. Scheib(e), s. en (Suff.), s. Honig; L.: Kluge s. u. Scheibe 1, DW 14, 2393; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Scheib(e) und en (Suff.) sowie Honig gebildete Bezeichnung für oft noch in Scheiben befindlichen und dementsprechend ursprünglichen Honig und später wohl auch für Pech oder das vielfach oft unwillkürlich gedachte Fluchwort Scheiße; F.: Scheibenhonig+EW; Z.: Schei-b-en—honig
$Scheibenkleister, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Scheibenkleister; L.: Kluge s. u. Scheibe 1, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Scheib(e) und en (Suff.) sowie Kleister gebildete und bei einem Misslingen verwendete euphemistische Bezeichnung für das vielfach oft unwillkürlich gedachte Fluchwort Scheiße; F.: Scheibenkleister+EW; Z.: Schei-b-en—klei-st-er
Scheibtruhe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Scheibtruhe, Schubkarre, Schubkarren; ne. wheelbarrow, pushcart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Scheibe (1), Truhe; L.: Kluge s. u. Scheibtruhe, DW 14, 2396, Duden s. u. Scheibtruhe; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete einräderige und an zwei Stangen mit Griffen angehobene und geschobene Karre zu dem Befördern kleinerer Lasten; BM.: schneiden, Baum; F.: Scheibtruhe, Scheibtruhen+EW; Z.: Schei-b—tru-h-e
Scheich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Scheich; ne. sheik, sheick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. arab. šayẖ; E.: s. arab. šayẖ, M., Sheich, Ältester, Stammesoberhaupt; L.: Kluge s. u. Scheich, EWD s. u. Scheich, fehlt DW, Duden s. u. Scheich; Son.: vgl. nndl. sjeik, Sb., Scheich; frz. cheik, Sb., Scheich; nschw. scheijk, M., Scheich; nnorw. sjeik, M., Scheich; poln. szejk, M., Scheich; kymr. shîc, M., Scheich; nir. síc, M., Scheich; lit. šeichas, M., Scheich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene sowie umgebildete Bezeichnung für einen Ältesten oder ein Stammesoberhaupt oder ein Oberhaupt eines arabischen Herrschaftsgebiets; BM.: Ältester; F.: Scheich, Scheichs+FW; Z.: Scheich
Scheide, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Scheide, Trennung, Grenze, Hülle, Hülse, ein Geschlechtsorgan einer Frau oder eines weiblichen Säugetiers; ne. sheath (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. scheide, st. F., sw. F., Schwertscheide, Meerscheide, Scheidung, Trennung, Abschied; mnd. schēde (2), scheide, schē, M., F., Scheide einer Waffe, Futteral, Bestecktasche; mnl. scēde, sceide, F., Scheide; ahd. skeida*, sceida, sw. F. (n), Scheide, Trennung?, Span, Splitter, Reisig, Grenze; as. skêthia*, st. F. (jō), Scheide; anfrk. -; germ. *skaiþi-, *skaiþiz, st. F. (i), Scheide, Grenze; germ. *skaiþō, *skaiþjō, st. F. (ō), Scheide, Grenze; vgl. idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheide, Kluge s. u. Scheide, DW 14, 2396, 2398, EWD s. u. Scheide, Falk/Torp 464, Seebold 403, Duden s. u. Scheide; Son.: vgl. afries. skêthe, st. F. (ō), Scheide; ae. scéaþ, scǣþ, st. F. (i), Scheide; an. skeið (2), st. F. (i), Weberkamm, Löffel (M.) (1), gespaltetes Holzstück; got. -; nndl. schede, Sb., Scheide; nschw. sked, Sb., Scheide; GB.: (skeida) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine länglich an einen bestimmten Gegenstand angepasste oder ihm sonst entsprechende Hülse oder Hülle oder für eine Grenze oder ein sachlich mindestens schon seit Entstehung von Säugetieren vorhandenes äußeres Geschlechtsorgan einer Frau oder eines weiblichen Säugetiers; BM.: schneiden; F.: Scheide, Scheiden+EW; Z.: Schei-d-e
$Scheidekunst, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Scheidekunst; E.: s. scheide(n), s. Kunst; L.: DW 14, 2400, EWD s. u. scheiden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus scheide(n) und Kunst gebildete Bezeichnung für die praktisch angewandte Chemie oder die Kunst der Zertrümmerung (eines Gegenstands) in die letzten Elemente; F.: Scheidekunst, Scheidekünste+EW; Z.: Schei-d-e—kun-st
$Scheidemünze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Scheidemünze; E.: s. scheide(n), s. Münze; L.: Kluge s. u. Scheidemünze, DW 14, 2401; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus scheide(n) und Münze belegte Bezeichnung für eine Münze deren Metallwert geringer ist als der aufgeprägte Nennwert (und die Käufer und Verkäufer einer Ware friedlich scheiden soll, Gegensatz Kurantmünze); F.: Scheidemünze, Scheidemünzen+EW+FW; Z.: Schei-d-e—mün-z-e
scheiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. scheiden, trennen, unterscheiden; ne. separate (V.), divide (V.); Vw.: s. ent-; Hw.: s. gescheit; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. scheiden (1), red. V., st. V., scheiden, sondern (V.), absondern, trennen, entscheiden, verbindlich entscheiden, schlichten, beilegen, beenden; mnd. schēden (1), scēden, scheiden, st. V., sw. V., scheiden, trennen, streitige Sache schlichten, streitende Menschen versöhnen, spalten, absondern, teilen; mnl. sceiden, scēden, st. V., scheiden; ahd. skeidan* (1), sceidan*, red. V., scheiden, trennen, teilen, sich trennen; as. skêthan*, red. V. (2b), scheiden, trennen, sondern (V.); anfrk. skēthan*, scēthon*, st. V. (7)=red. V., abweichen (V.) (2), huren; anfrk. skeithan*, st. V. (7)=red. V., scheiden, sich trennen, unterscheiden, weggehen; germ. *skaidan, st. V., scheiden; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; s. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheiden, Kluge s. u. scheiden, DW 14, 2402, EWD s. u. scheiden, Falk/Torp 463, Seebold 402, Duden s. u. scheiden, Bluhme s. u. scheiden; Son.: vgl. afries. skêtha, skêda, skatta, sw. V. (1), scheiden, trennen, entscheiden; saterl. sceda, V., scheiden; ae. scéadan, scādan, st. V. (7)=red. V. (1), scheiden, trennen, unterscheiden; an. -; got. skaidan, red. V. (1), scheiden, trennen; nndl. scheiden, V., scheiden; ai. chinátti, V., spalten; gr. σχίζειν (schízein), V., spalten, zerspalten (V.), zerschneiden; lat. scindere, V., schlitzen, zerreißen, spalten; mir. scían, Sb., Meser (N.); lit. skíesti, V., spalten; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches trennen; BM.: schneiden; F.: scheiden (!), scheide (!), scheidest, scheidet, schied, schiedest, schiedst, schieden, schiedet, geschieden, ##geschieden, geschiedene, geschiedenes, geschiedenem, geschiedenen, geschiedener##, scheidend, ###scheidend, scheidende, scheidendes, scheidendem, scheidenden, scheidender###, scheid(!)+EW; Z.: schei-d-en
$Scheider, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Scheider, Scheidender; Vw.: s. Mark-; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. scheid(en), s. er (Suff.); L.: DW 14, 2413; GB.: seit um 1185 belegte und aus scheid(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen trennenden Menschen; F.: Scheider, Scheiders, Scheidern+EW; Z.: Schei-d-er
$Scheidung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Scheidung; Vw.: s. (Ehe-,) Ent-; E.: s. scheid(en), s. ung; L.: Kluge s. u. scheiden, EWD s. u. scheiden, DW 14, 2416; GB.: (skeidunga*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus scheid(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Trennung oder Spaltung oder Auflösung wie beispielsweise einer Ehe; F.: Scheidung, Scheidungen+EW; Z.: Schei-d-ung
Schein, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schein, Schimmer, Klarheit, Licht; ne. shine (N.); Vw.: -; Hw.: s. scheinen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. schīne, sw. M., Schein, Glanz, Schimmer; mhd. schīn (2), schīm, st. M., Schein, Strahl, Glanz, Gestalt, sichtbarer Beweis, schriftliche Urkunde; mnd. schīn (2), schīne, scīn, schin, M., Schein, Glanz, Strahl, Leuchten (N.), Licht, Helligkeit; ahd. skīn* (2), scīn, st. M. (a?, i?), „Schein“, Strahl, Sonnenstrahl; mnl. scijn, M., Schein; ahd. skīna*, scīna, sw. F. (n), Schein, Offenbarung, Glanz, Erscheinung, Widerschein, Nachahmung; anfrk. -; germ. *skeinō, st. F. (ō), Erscheinen, Schein; s. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schein, Kluge s. u. scheinen, DW 14, 2419, EWD s. u. scheinen, Duden s. u. Schein, Bluhme s. u. Schein; Son.: vgl. afries. skīn (1), st. N. (a), Schein, Anschein, Beweis; saterl. scin; afries. skīne, st. F. (ō), Beweis, Schein; ae. scīn, Sb., Schein, Glanz; an. -; got. -; nndl. schijn, Sb., Schein; nschw. sken, N., Schein; nnorw. skinn, N., Schein; ai. chāyā́, Sb., Schatten, Widerschein; gr. σκιά (skiá), F., Schatten;? lat. scintilla, F., Funke; ksl. sěpъ, Sb., Schatten; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen Schimmer oder Klarheit oder Licht oder etwas von einer Lichtquelle Ausgehendes und auch für ein Stück Papier (Geldschein); BM.: schimmern; F.: Schein, Scheins, Scheines, Scheine, Scheinen+EW; Z.: Schei-n
$scheinbar, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. scheinbar, sichtbar, vordergründig (auch in Gegensatz zu wirklich); Vw.: s. un-; E.: s. schein(en), s. bar; L.: Kluge s. u. scheinen, DW 14, 2429, EWD s. u. scheinen; GB.: (skīnbāri*) seit 10. Jh. belegte und aus schein(en) und bar gebildete Bezeichnung für glänzend oder leuchtend oder sichtbar oder vordergründig, F.: scheinbar, scheinbare, scheinbares, scheinbarem, scheinbaren, scheinbarer+EW; Z.: schei-n-bar
scheinen, nhd., st. V.: nhd. scheinen, leuchten, strahlen, aussehen; ne. shine (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schein, schimmern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schīnen, st. V., strahlen, glänzen, leuchten; mnd. schīnen, schienen, scīnen, st. V., sw. V., scheinen, glänzen, strahlen, schimmern, funkeln; mnl. scīnen, st. V., scheinen; ahd. skīnan*, scīnan, st. V. (1a), scheinen, glänzen, leuchten, strahlen, erstrahlen, funkeln, aufscheinen, erscheinen, sich zeigen, offenbar werden; as. skīnan, st. V. (1), scheinen, leuchten; anfrk. *skīnan?, st. V. (1), scheinen; germ. *skeinan, st. V., scheinen; s. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schein, Kluge s. u. scheinen, DW 14, 2441, EWD s. u. scheinen, Falk/Torp 461, Seebold 409, Duden s. u. scheinen, Bluhme s. u. Schein; Son.: vgl. afries. skīna, st. V. (1), scheinen; saterl. scina, V., scheinen; ae. scīnan, scȳnan, st. V. (1), scheinen, glänzen, beleuchten; an. skīna, st. V. (1), scheinen; got. skeinan, st. V. (1), scheinen, leuchten, glänzen; nndl. schijnen, V., scheinen; nschw. skina, V., scheinen; nnorw. skinne, V., scheinen; ksl. sijati, V., leuchten, glänzen, strahlen; GB.: (skīnan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt mögliches leuchten oder strahlen oder Licht aussenden oder aussehen; BM.: schimmern; F.: scheinen, scheine (!), scheinst, scheint, scheinest, scheinet, schien, schienst, schienen, schient, schiene, schienest, schienet, geschienen, ##geschienen, geschienene, geschienenes, geschienenem, geschienenen, geschienener##, scheinend, ###scheinend, scheinende, scheinendes, scheinendem, scheinenden, scheinender###, schein (!)+EW; Z.: schei-n-en
$scheinend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (14. Jh.): nhd. scheinend; Vw.: s. an-; E.: s. scheinen, s. d; L.: fehlt DW; GB.: (schīnende) nach 1323 belegte und aus scheinen und d (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt mögliches leuchtend oder strahlend oder Licht aussendend; F.: scheinend, scheinende, scheinendes, scheinendem, scheinenden, scheinender(, scheinendere, scheinenderes, scheinenderem, scheinenderen, scheinenderer, scheinendst, scheinendste, scheinendstes, scheinendstem, scheinendsten, scheinendster)+EW; Z.: schei-n-en-d
$scheinheilig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. scheinheilig; E.: Schein, s. heilig; L.: Kluge s. u. scheinen, DW 14, 2452, EWD s. u. scheinen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. hypocrita aus Schein oder schein(en) und heilig gebildete Bezeichnung für (nur) zu einem Schein heilig; F.: scheinheilig, scheinheilige, scheinheiliges, scheinheiligem, scheinheiligen, scheinheiliger(, scheinheiligere, scheinheiligeres, scheinheiligerem, scheinheiligeren, scheinheiligerer, scheinheiligst, scheinheiligste, scheinheiligstes, scheinheiligstem, scheinheiligsten, scheinheiligster)+EW; Z.: schei-n—hei-l-ig
$Scheintod, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Scheintod; E.: s. Schein, s. Tod; L.: DW 14, 2460, EWD s. u. scheinen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schein und Tod gebildete Bezeichnung für einen Schein von Tod oder einem dem Tode ähnlichen Zustand wie beispielsweise einen Starrkrampf; F.: Scheintod, Scheintodes, Scheintode, Scheintoden+EW; Z.: Schei-n—to-d
$scheintot, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. scheintot; E.: s. Schein, s. tot; L.: DW 14, 2460, EWD s. u. scheinen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schein und tot gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches scheinbar tot; F.: scheintot, scheintote, scheintotes, scheintotem, scheintoten, scheintoter+EW; Z.: schei-n—to-t
$Scheinung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Scheinung, Scheinen (N.); Vw.: s. Er-; E.: s. scheinen, s. ung; L.: DW 15, 2460; GB.: (schīnunge) seit 1282 belegte und aus schein(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Scheinen oder Erscheinung; F.: Scheinung, Scheinungen+EW; Z.: Schei-n-ung
$Scheinwerfer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Scheinwerfer; Q.: 1791 (Campe); E.: s. Schein, s. Werfer; L.: fehlt DW, EWD s. u. werfen,; GB.: seit 1791 belegte und aus Schein und Werfer gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen nach der Lampe wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Aussenden von Licht in einen meist begrenzten weiteren Raum; F.: Scheinwerfer, Scheinwerfers, Scheinwerfern+EW; Z.: Schei-n—wer-f-er
$Scheiße, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Scheiße; E.: s. scheiße(n); L.: Kluge s. u. scheißen, DW 14, 2463, EWD s. u. scheißen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und wohl von scheiß(en) gebildete und vielfach gemiedene Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Tieren mögliche von dem Körper verdaute Nahrung von Lebewesen und für Durchfall sowie übertragen (Adj.) für jede Art von Missgeschick oder Misserfolg des Menschen; F.: Scheiße, Scheißen+EW; Z.: Schei-ß-e
scheißen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. scheißen, kacken, koten; ne. shit (V.), poo (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schiss, Schiet, Shitstorm; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schīzen, st. V., scheißen; mnd. schīten, st. V., scheißen; mnl. schiten, V., scheißen; ahd. *skīzan?, *scīzan?, st. V. (1a), scheißen; as. -; anfrk. -; germ. *skeitan, st. V., scheißen; idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheißen, Kluge s. u. scheißen, DW 14, 2464, EWD s. u. scheißen, Falk/Torp 463, Seebold 410, Duden s. u. scheißen, Bluhme s. u. scheiszen; Son.: vgl. afries. -; ae. scītan, st. V. (1), scheißen; an. skīta, st. V. (1), scheißen; got. *skeitan?, st. V. (3), scheißen; nndl. schijten, V., scheißen; nschw. skita, V., scheißen; nnorw. skite, V., scheißen; mir. sceīd, skeithid, V., sich erbreche, speien; kymr. cwydaf, schwydu, V., sich erbrechen, speien; lit. skýsti, V., sich teilen, zerfließen, Durchfall bekommen (V.); GB.: (*skīzan?) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare aber vielfach gemiedene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens von Tieren mögliches kacken oder koten oder den Darm von verdauter Nahrung entleeren; BM.: schneiden; F.: scheißen, scheiße (!) , scheißt, scheißest, scheißet, schiss (!), schissest, schissen, schisst, schisse, schisset, geschissen, ##geschissen, geschissene, geschissenes, geschissenem, geschissenen, geschissener##, scheißend, ###scheißend, scheißende, scheißendes, scheißendem, scheißenden, scheißender###, scheiß (!)+EW; Z.: schei-ß-en
$Scheißkerl, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Scheißkerl, Mistkerl, Drecksack; E.: s. scheiß(en), s. Kerl; L.: DW 14, 2470, EWD s. u. scheißen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus scheiß(en) und Kerl gebildete Bezeichnung für einen verachteten Menschen oder einen Mistkerl oder einen Drecksack; F.: Scheißkerl, Scheißkerls, Scheißkerles, Scheißkerle, Scheißkerlen+EW; Z.: Schei-ß—ker-l
Scheit, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Scheit, Holzscheit; ne. log (N.); Vw.: s. Blank-; Hw.: s. scheitern, Schi; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schīt, st. N., Scheit, Angel (F.); mhd. scheite, sw. F., „Scheit“, Holzspan, Holzscheit, Schindel; mnd. scheit (1), N., Scheit, Stück Holz; mnd. schīt (1), N., Scheit, gespaltenes Brennholz; ahd. skīt*, scīt*, st. N. (a), Scheit, Scheitholz, hölzerner Stiel; as. -; anfrk. -; germ. *skeida-, *skeidam, *skīda-, *skīdam, st. N. (a), Scheit, Schindel; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheit, Kluge s. u. Scheit, DW 14, 2472, EWD s. u. Scheit, Falk/Torp 463, Seebold 403, Duden s. u. Scheit, Bluhme s. u. Scheit; Son.: vgl. afries. skīd, Sb., Scheit; nnordfries. skeid; ae. scīd, st. N. (a), Scheit, dünnes Holzstück, Schindel; an. skīð, st. N. (a), Scheit, Schneeschuh; got. -; GB.: (ahd. skīt) seit dem 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen gehacktes oder gesägtes sowie meist für eine Erwärmung durch Verbrennen genutztes Holzstück; BM.: schneiden; F.: Scheit, Scheites, Scheits, Scheite, Scheiten, Scheiter, Scheitern (!)+EW; Z.: Schei-t
Scheitel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Scheitel, Haarscheitel, Scheitelpunkt; ne. parting (N.) of the hair; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. scheitel, sw. F., st. F., Scheitel, Kopf, Haar (N.), Spitze, Kopfwirbel, Haarscheide, Kahlkopf, Wirbel, Stirne, Berggipfel; mhd. scheitele, st. F., sw. F., Kopfwirbel, Scheitel, Haarscheide, Kahlkopf, Wirbel, Stirne, Berggipfel; mnd. schēdele (2), scheidele, schēdel, scheidel, scheitele, F., M., Scheitel, höchste Stelle des Kopfes, Wirbel an dem sich die Haare scheiden, Gipfel eines Berges; mnl. scēdele, sceidele, F., M., Scheitel; ahd. skeitila, sceitila, sw. F. (n), st. F. (ō)?, Scheitel; as. -; anfrk. skeithla*, sw. F. (n), Scheitel; germ. *skaidilō, *skaidlō, st. F. (ō), Scheitel; vgl. idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheitel, Kluge s. u. Scheitel, DW 14, 2476, EWD s. u. Scheitel, Falk/Torp 464, Duden s. u. Scheitel, Bluhme s. u. Scheitel; Son.: vgl. afries. -; ae. scéada, sw. M. (n), Scheitel; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die das (lange) Kopfhaar von Menschen durch die Schwerkraft und oft auch mit einem Kamm in eine rechte und eine linke Seite teilende Linie; BM.: schneiden; F.: Scheitel, Scheitels, Scheiteln+EW; Z.: Schei-t-el
$scheiteln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. scheiteln; E.: s. Scheitel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Scheitel, DW 14, 2480, EWD s. u. Scheitel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Scheitel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches einen Scheitel bilden oder kämmen; F.: scheiteln (!), scheitel (!), scheitle, scheitele, scheitelst, scheitelt, scheitelte, scheiteltest, scheitelten, scheiteltet, gescheitelt, ##gescheitelt, gescheitelte, gescheiteltes, gescheiteltem, gescheitelten, gescheitelter##, scheitelnd, ###scheitelnd, scheitelnde, scheitelndes, scheitelndem, scheitelnden, scheitelnder###, scheitel (!)+EW; Z.: schei-t-el-n
$Scheitelpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Scheitelpunkt; E.: s. Scheitel, s. Punkt; L.: DW 14, 2480, EWD s. u. Scheitel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Scheitel und Punkt gebildete Bezeichnung für den höchsten Punkt einer krummen Linie oder Fläche oder den tiefsten Punkt einer Parabel oder den höchsten Punkt; F.: Scheitelpunkt, Scheitelpunktes, Scheitelpunkts, Scheitelpunkte, Scheitelpunkten+EW+FW; Z.: Schei-t-el—pu-n-k-t
$Scheiterhaufen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Scheiterhaufen; E.: s. Scheit, s. er (Suff.), s. Haufe, s. n (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheit, fehlt DW, EWD s. u. Scheit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Scheit und er (Suff.) sowie Haufe und n (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Haufen von Scheitern oder Scheiten aus Holz für ein Verbrennen eines zu dem Tode verurteilten Menschen und für eine von Menschen entwickelte und verwendete Süßspeise; F.: Scheiterhaufen, Scheiterhaufens, Scheiterhäufen+EW; Z.: Schei-t-er—hau-f-en
scheitern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. scheitern, misslingen, erfolglos sein (V.); ne. fail (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: gebildet zu Scheit; L.: Kluge 1. A. s. u. Scheit, Kluge s. u. scheitern, DW 14, 2482, EWD s. u. Scheit, Duden s. u. scheitern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Scheit verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches ein angestrebtes Ziel nicht erreichen; BM.: in Scheiter brechen; F.: scheitern (!), scheitere, scheiter (!), scheitre, scheiterst, scheitert, scheiterte, scheitertest, scheiterten, scheitertet, gescheitert, ##gescheitert, gescheitertes, gescheitertem, gescheiterten, gescheiterter##, scheiternd, ###scheiternd, scheiternde, scheiterndes, scheiterndem, scheiternden, scheiternder###, scheiter (!)+EW; Z.: schei-t-ern
Schekel, Sekel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schekel, eine Gewichtseinheit, eine Münzeinheit; ne. shekel, a coin, a silver coin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. seckel, st. M., Scheckel, eine Münze, eine Gewichtseinheit für Münzen; mnd. sīkelen, cikelen, cikulus, cikelus, N., Schekel; ahd.? sehhel*, Sb., Sekel, Silbermünze; lat. siclus, M., Schekel, (nach 220 n. Chr.); hebr. sheqel, Sb., Schekel; hebr. šāqal, Sb., Gewicht; L.: Kluge s. u. Schekel, DW 16, 403 (Sekel), EWAhd 7, 1035, Duden s. u. Schekel; Son.: vgl. nndl. sjekel, Sb., Schekel; frz. sicle, M., Schekel; nschw. sikel, Sb., Schekel; nnorw. shekel, M., Schekel; kymr. sicl, M., Schekel; nir. seiceal, M., Schekel; GB.: seit dem Hochmittelalter (13. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine altbabylonische und jüdische Gewichtseinheit und Münzeinheit; BM.: Gewicht; F.: Schekel, Schekels, Schekeln, Sekel, Sekels, Sekeln+FW; Z.: Schekel
Schelch, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Schelch, Kahn, Flussfahrzeug; ne. boat (N.), barge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. schelch (2), st. M., Flussspaltung, Nachen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von ahd. skaltih*, scaltih*, Sb., mit der Ruderstange fortbewegtes Boot; vgl. ahd. skalta*, scalta*, st. F. (ō), Stange, Schubstange, Ruderstange, Ruderholz; germ. *skaldō?, st. F. (ō), Stange; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Schelch, DW 14, 2488, Duden s. u. Schelch; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und in der weiteren Herkunft vielleicht ungeklärte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten größeren Kahn; BM.: antreiben?; F.: Schelch, Schelches, Schelchs, Schelche, Schelchen+EW; Z.: Schel-ch
Schelf, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Schelf, Festlandsockel; ne. shelf; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. ne. shelf; E.: s. ne. shelf, N., Schelf, Aufsatz; mnd. schelf, N., Brettergerüst um etwas darauf oder darunter zu stellen; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von germ. *skelf-, sw. V., spalten; idg. *skelep-, *skelp-, V., schneiden, schälen, kratzen, Pokorny 926; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schelf, fehlt DW, Duden s. u. Schelf, Bluhme s. u. Schelf; Son.: vgl. nndl. shelf, Sb., Schelf; nnorw. shelf, M., Schelf; poln. szelf, M., Schelf; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Neuenglischen und dem Mittelniederdeutschen sowie vielleicht dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Festlandsockel oder ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerüst; BM.: schneiden; F.: Schelf, Schelfs, Schelfe, Schelfen+FW?+EW?; Z.: Schel-f
Schelfe, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Schelfe, Schale (F.) (1), häutige Schale (F.) (1) von Obst, Hülse, weiche Baumrinde; ne. husk (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schale (1); Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. scheleve, F., Schelfe, Schale (F.) (1), Hirnschale, Essschale, Trinkschale; mnl. schelffe, Sb., Schuppe; ahd. skelifa*, skeliva*, scelifa*, sceliva, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schelfe, Schote (F.) (1), Hülse; as. -; anfrk. -; germ. *skalfjō, st. F. (ō), Schelf, Schelfe, Schale (F.) (1), Rinde; germ. *skalfjō-, *skalfjōn, sw. F. (n), Schelf, Schelfe, Schale (F.) (1), Rinde; s. idg. *skelep-, *skelp-, V., schneiden, schälen, kratzen, Pokorny 926; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schelfe, DW 14, 2489, Falk/Torp 461, Duden s. u. Schelfe; Son.: vgl. afries. skalvere, st. M. (ja), Bettler, Landstreicher, Schmarotzer; ae. -; an. -; got. -; GB.: (skelifa) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Früchten mögliche eine Frucht oder einen Samen umgebende Schale oder Hülle; BM.: schneiden; F.: Schelfe, Schelfen+EW; Z.: Schel-f-e
$schelfern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. schelfern, schälen; E.: s. Schelf(e), s. er (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schelfe, DW 14, 2490; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Schelfe verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schälen; F.: schelfern, schelfere, schelfer (!), schelferst, schelfert, schelferte, schelfertest, schelferten, schelfertet, geschelfert, ##geschelfert, geschelferte, geschelfertes, geschelfertem, geschelferten, geschelferter##, schelfernd, ###schelfernd, schelferndes, schelferndem, schelfernden, schelfernder###, schelfer (!)+EW; Z.: schel-f-er-n
Schellack, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schellack, Lack in dünnen Blättern; ne. shellac (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. schellak; E.: s. nndl. schellak, Sb., Schellack; vgl. nndl. schel, Sb., Schuppe; germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); nndl. lak, Sb., Lack; it. lacca, F., Lack; arab. lakk, Sb., Lack; pers. lāk, Sb. alck; pāli lāckā, F., Lack; ai. lākṣā́, F., Lack; vielleicht von idg. *lak̑-, V., sprenkeln, tupfen, Pokorny 653 (1055/11) (RB. idg. aus ind.?, germ., balt., slaw., toch.); oder zu ai. rájyati, V., färbt sich, rötet sich; L.: Kluge 1. A. s. u. Schellack, Kluge s. u. Schellack, DW 14, 2492, Duden s. u. Schellack; Son.: vgl. nschw. schellack, Sb., Schellack; nnorw. sjellakk, M., Schellack; poln. szelak, M., Schellack; kymr. sielac, M., Schellack; nir. seileaic, F., Schellack; lit. šelakas, M., Schellack; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen sowie dem Arabischen und Altindischen verbindbare Bezeichnung für ein von schon vormenschlich möglichen Schildläusen abgesondertes und von Menschen zu einer Herstellung von Lacken verwendetes Harz; BM.: Schuppe, Lack; F.: Schellack, Schellacks, Schellackes, Schellacke, Schellacken+FW+EW?; Z.: Schel-lack
Schelle (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Schelle, Glöckchen, Klingel; ne. clamp (N.), bell (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schelle, sw. F., Schelle, Schlag; mhd. schalle, sw. F., Schelle, Schlag; mnd. schelle (2), F., Schelle, kleine Glocke, Glöckchen; ahd. skella*, scella, sw. F. (n), Schelle, Glöckchen, Zimbel; as. -; anfrk. -; germ. *skellō-, *skellōn, sw. F. (n), Schelle; s. idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, *kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schelle, Kluge s. u. Schelle 1, DW 14, 2492, EWD s. u. Schelle 1, Falk/Torp 459, Duden s. u. Schelle, Bluhme s. u. Schelle; Son.: vgl. afries. -; ae. sciellan (1), st. V. (3b?), tönen, klingen; an. skjalla (1), st. V. (3b), tönen, schallen; got. skilla?, sw. F. (n), Schelle, Glocke; nndl. schel, Sb., Schelle; kymr. caill, F., Hode, Hoden; mir. scell, Sb., Nuss; GB.: (skella) seit (11. Jh.) belegte Bezeichnung für ein vielleicht seit Nutzung von Metall von Menschen zu reiner Ortung von Gegebenheiten entwickeltes und verwendetes kleines kugelförmiges und mit einem Schlitz versehenes Glöckchen oder Klingel; BM.: klingen; F.: Schelle, Schellen+EW; Z.: Schel-l-e
Schelle (2), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schelle (F.) (2), Handschelle; ne. handcuff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: wohl verwandt mit ahd. fuozskal*, fuozscal, ahd., st. M. (a?, i?), Riegel, Fußangel, Fußschelle?; vielleicht von einem Wort für Pfahl?; L.: Kluge s. u. Schelle 2, EWD s. u. Schelle 3, DW 14, 2496, Duden s. u. Schelle; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und wohl mit dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete ringförmige Klammer zu einem Befestigen und Verbinden von Rohren und Schläuchen sowie zu einem Zusammenschließen der Hände eines einer Straftat verdächtigen Menschen (Handschelle); BM.: Pfahl?; F.: Schelle, Schellen+EW; Z.: Schell-e
$Schelle (3), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schelle, Ohrfeige, Backpfeife; Vw.: s. Maul-; L.: EWD s. u. Schelle 1, DW 14, 2492; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Schlag in das Gesicht eines Menschen (Ohrfeige oder Backpfeife); F.: Schelle, Schellen+EW; Z.: Schel-l-e
schellen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schellen, klingeln, tönen, ertönen machen; ne. make sound; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: mhd. schellen, st. V., schallen, tönen, lärmen; mhd. schellen (2), sw. V., mit Schall treffen, sich hören lassen, lärmen machen, ertönen lassen, erklingen lassen; mhd. schallen (1), sw. V., trüben, erregen, laut rufen, schreiend lärmen; mnd. schellen (2), st. V., schallen, Schall machen, tönen; mnd. schellen (3), sw. V., ertönen lassen, laut singen; mnd. schallen, scallen, sw. V., „schallen“, tönen, lärmen, schreien, laut seine Freude kundtun, loben; ahd. skellen* (2), scellen*, sw. V. (1a), schallen machen, erschallen lassen, erklingen lassen; germ. *skalljan, sw. V., schallen machen, schellen; s. idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, *kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 14, 2496, EWD s. u. Schelle 1, Duden s. u. schellen; GB.: (skellen) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Schelle betätigen oder klingeln oder ertönen machen; BM.: klingen; F.: schellen (!), schelle (!), schellst, schellt, schellest, schellet, schellte, schelltest, schellten, schelltet, geschellt, ##geschellt, geschellte, geschelltes, geschelltem, geschellten, geschellter##, schellend, ###schellend, schellende, schellendes, schellendem, schellenden, schellender###, schell (!)+EW; Z.: schel-l-en
$Schellenbaum, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schellenbaum; E.: s. Schell(e), s. en (Suff.), s. Baum; L.: DW 14, 2497, EWD s. u. Schelle 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schell(e) und en (Suff.) sowie Baum gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Musikinstrument und ein in Brasilien wachsenden und glockenartige Früchte tragenden Baum; F.: Schellenbaum, Schellenbaums, Schellenbaumes, Schellenbäume, Schellenbäumen+EW; Z.: Schel-l-en—bau-m
$Schellenkappe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schellenkappe; E.: s. Schell(e), s. en (Suff.) , s. Kappe; L.: DW 14, 2497, EWD s. u. Schelle 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schell(e) und en (Suff.) sowie Kappe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dem 13. Jh. entwickelte und verwendete sowie mit Glöckchen (Schellen) besetzte Kappe (Narrenkappe); F.: Schellenkappe, Schellenkappen+EW+FW; Z.: Schel-l-en—kapp-e
Schellfisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schellfisch, ein Nordseefisch; ne. haddock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. schellevisch, M., Schellfisch; mnl. scelvisc, M., Schellfisch; s. mnd. schelle (1), schille, schill, schel, F., natürlich gewachsene umgebende Hülle, Schale (F.) (1), Haut, Muschel, Haus der Schnecke, Schuppe, Äußeres; E.: as. skāla* (1), sw. F. (n), Schale (F.) (1), Muschel; ahd. skala*, skāla*, F., Schale (F.) (1); s. germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. skel- (1), kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. visch (1), vis, visk, fisch, M., Fisch; mnl. visch, M., Fisch; as. fisk (1), st. M. (a), Fisch; germ. *fiska-, *fiskaz, st. M. (a), Fisch; idg. *peisk-, *pisk-, *peitsk-, Sb., Zukost?, Fisch, Pokorny 796 (1381/23) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schellfisch, Kluge s. u. Schellfisch, EWD s. u. Schellfisch, DW 14, 2500, Duden s. u. Schellfisch; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus Schell (Schale) und Fisch gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in dem Nordatlantik lebenden größeren Knochenfisch mit graubraunem Rücken und weißem Bauch sowie weißen Seiten und dunklem Fleck über den Brustflossen und sehr gutem schalenartig liegendem Fleisch; GB.: schneiden, Zukost; F.: Schellfisch, Schellfisches, Schellfischs, Schellfische, Schellfischen+EW; Z.: Schel-l—fisch
Schellkraut, Schöllkraut, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Schellkraut, Schöllkraut, Warzenkraut; ne. tetterwort, celandine, celidone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schelkrūt, schellkrūt, st. N., st. M., Schöllkraut; ahd. skelliwurz*, scelliwurz*, st. F. (i), Schöllkraut; unter Anlehnung an Schelle von früh-rom. *celidonia, F., Schellkraut; vgl. gr. χελιδόνιον (chelidónion), N., Schwalbenkraut; gr. χελιδών (chelidōn), F., Schwalbe; weitere Herkunft bisher ungeklärt, vielleicht von idg. *gʰel-, V., rufen, schreien, Pokorny 428 (616/32) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt., slaw.), Hinterglied s. nhd. Kraut; L.: Kluge 1. A. s. u. Schellkraut, Kluge s. u. Schellkraut, DW 14, 2504, Duden s. u. Schellkraut, Bluhme s. u. Schelle; Son.: vgl. frz. chélodoine, F., Schellkraut, Schöllkraut; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Schell und Kraut gebildete sowie vielleicht teilweise mit dem Frühromanischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche einen giftigen gelben Milchsaft absondernde Pflanze mit hellgrünen fiederteiligen Blättern und kleinen gelben Blüten; BM.: Schwalbenkraut?; F.: Schellkraut, Schellkrauts, Schellkrautes, Schöllkraut, Schöllkrauts, Schöllkrautes+FW+EW; Z.: Schell-krau-t
Schelm, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schelm, Spaßvogel, Betrüger, Kadaver, Seuche; ne. prankster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schelm, schalm, st. M., Pest, Seuche, toter Körper, Aas; mhd. schelme, schalme, sw. M., st. M., Pest, Seuche, toter Körper, Viehseuche, Aas, Betrüger; mnd. schelm (1), M., Kadaver, Aas, gefallenes Stück Vieh, Schurke, Schuft, Schelm; mnd. schelme, M., Schelm; ahd. skelmo*, scelmo, sw. M. (n), Seuche, Pest; ahd. skalmo*, scalmo, sw. M. (n), Tod, Pest, Seuche; ahd. skalm* (2), scalm, st. M. (a?, i?), Pest, Seuche; germ. *skalmō-, *skalmōn, *skalma-, *skalman, *skalmjō-, *skalmjōn, *skalmja-, *skalmjan, Sb., Schelm, Todeswürdiger; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923?; idg. *skel- (3), *kel- (9), V., austrocknen, dörren, Pokorny 927 (1612/84) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schelm, Kluge s. u. Schelm, DW 14, 2506, EWD s. u. Schelm, Falk/Torp 459, Duden s. u. Schelm, Bluhme s. u. Schelm; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. schelm, Sb., Schelm; nschw. skälm, Sb., Schelm; nnorw. skelm, M., Schelm; air. colainn, F., Körper, Leiche; kymr. celain, F., Leiche; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen anderen Menschen Streiche spielenden Menschen oder einen Spaßvogel wie Till Eulenspiegel; BM.: schneiden; F.: Schelm, Schelmes, Schelms, Schelme, Schelmen+EW; Z.: Schel-m
$Schelmenstreich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schelmenstreich; E.: s. Schelm, s. en (Suff.), s. Streich; L.: DW 14, 2516, EWD s. u. Schelm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schelm und en (Suff.) sowie Streich gebildete Tat (Streich) eines Schelmes; F.: Schelmenstreich, Schelmenstreichs, Schelmenstreiches, Schelmenstreiche, Schelmenstreichen+EW; Z.: Schel-m-en—strei-ch
$schelmisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schelmisch; E.: s. Schelm, s. isch; L.: Kluge s. u. Schelm, DW 14, 2519, EWD s. u. Schelm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schelm und isch gebildete Bezeichnung für einen Schelm betreffend; F.: schelmisch, schelmische, schelmisches, schelmischem, schelmischen, schelmischer(, schelmischere, schelmischeres, schelmischerem, schelmischeren, schelmischerer, schelmischst, schelmischste, schelmischstes, schelmischstem, schelmischsten, schelmischster)+EW; Z.: schel-m-isch
$Schelte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schelte, Lästerung, Schmähung, Tadel; L.: Kluge s. u. schelten, DW 14, 2522, EWD s. u. schelten; GB.: (skelta*) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit schelten verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Lästerung oder Schmähung oder Tadel; F.: Schelte, Schelten+EW; Z.: Schel-t-e
schelten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schelten, schmähen, tadeln, schimpfen, zurechtweisen; ne. chide (V.), berate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schelten, st. V. (3), schelten, schmähen, tadeln; mnd. schelden (1), schellen, scelden, st. V., schelten, bezeichnen, erklären, als tadelnswert erklären, herabsetzen, herabwürdigen, schmähen; mnl. schelden, scelden, V., schelten; ahd. skeltan*, sceltan, st. V. (3b), schelten, tadeln, schmähen, schimpfen, beschimpfen, herabsetzen, verdammen, verurteilen; as. skeldan?, st. V. (3b), schelten; anfrk. skeldan, sceldon*, st. V. (3b), schelten; germ. *skeldan, st. V., schelten; s. idg. *skeldʰ-?, V., schelten, lärmen, Pokorny 550; idg. *skel-, V., schallen, klingen, Pokorny 550?; vgl. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, kelh₁-, kleh₁-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schelten, Kluge s. u. schelten, DW 14, 2522, EWD s. u. schelten, Falk/Torp 461, Seebold 412, Duden s. u. schelten, Bluhme s. u. schelten; Son.: vgl. afries. skelda (1), st. V. (3b), schelten, schmähen; saterl. scelden, V., schelten; ae. -; an. -; got. -; nndl. schelden, V., schelten; GB.: (skeltan) seit um 765 belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schmähen oder tadeln oder schimpfen oder zurechtweisen; BM.: rufen; F.: schelten (!), schelte(!), schiltst, schilt, scheltet, scheltest, schalt, schaltest, schaltst, schalten, schaltet, schälte, schältest, schälten, schältet, schölte, schöltest, schölten, schöltet, gescholten, ##gescholten, gescholtene, gescholtenes, gescholtenem, gescholtenen, gescholtener##, scheltend, ###scheltend, scheltende, scheltendes, scheltendem, scheltenden, scheltender###, schelt(!)+EW; Z.: schel-t-en
Schema, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schema, Konzept, Muster; ne. pattern (N.), schema; Vw.: -; Hw.: s. schematisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. schēma; E.: s. lat. schēma (2), N., Figur, Redewendung, Kleidung, (23/24-79 n. Chr.); gr. σχῆμα (schēma), N., Haltung; vgl. gr. ἐχειν (échein), V., halten; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schema, EWD s. u. Schema, fehlt DW; Duden s. u. Schema; Son.: vgl. nndl. schema, Sb., Schema; frz. schéma, M., Schema; nschw. schema, N., Schema; nnorw. skjema, N., Schema; poln. schemat, M., Schema; kymr. sgema, M., Schema; nir. scéim, F., Schema; lit. schema, F., Schema; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Konzept oder Muster eines Sachverhalts nach dem man sich bei der Beurteilung oder Ausführung von etwas richtet; BM.: halten bzw. Sieg; F.: Schema, Schemas, Schemata+FW; Z.: Schem-a
schematisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schematisch, einem Schema folgend, umrisshaft; ne. schematic; Vw.: -; Hw.: s. Schema; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. schēmaticus; E.: mlat. schēmaticus*, scēmaticus, Adj., übertragen (Adj.), bilderreich; vgl. lat. schēma (2), F., Figur, Redewendung, Kleidung, (23/24-79 n. Chr.); gr. σχῆμα (schēma), N., Haltung; vgl. gr. ἐχειν (échein), V., halten; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schema, EWD s. u. Schema, fehlt DW, Duden s. u. schematisch; Son.: vgl. nndl. schematisch, Adj., schematisch; frz. schématique, Adj., schematisch; nschw. schematisk, Adj., schematisch; nnorw. skjematisk, Adj., schematisch; poln. schematyczny, Adj., schematisch; kymr. sgematig, Adj., schematisch; nir. scéimreach, Adj., schematisch; lit. scheminis, Adj., schematisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einem Schema oder einem vorgegebenen Konzept folgend; BM.: halten bzw. Sieg; F.: schematisch, schematische, schematisches, schematischem, schematischen, schematischer+FW+EW; Z.: schem-at-isch
$schematisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schematisieren, schematisch machen, einem Schema gemäß behandeln; L.: Kluge s. u. Schema, fehlt DW, EWD s. u. Schema; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Schema verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches schematisch machen oder einem Schema gemäß behandeln; F.: schematisieren, schematisiere, schematisierst, schematisiert, schematisierest, schematisieret, schematisierte, schematisiertest, schematisierten, schematisiertet, ##schematisiert, schematisierte, schematisiertes, schematisiertem, schematisierten, schematisierter##, schematisierend, ###schematisierend, schematisierende, schematisierendes, schematisierendem, schematisierenden, schematisierender###, schematisier (!)+FW+EW; Z.: schem-at-is-ier-en
$Schematismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schematismus, an einem Schema ausgerichtetes Denken und Handeln, Darstellung des Aufbaus einer religiösen Gemeinschaft; E.: s. Schema, s. t, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schema; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schema und t sowie ismus gebildete Bezeichnung für ein an einem Schema ausgerichtetes Denken und Handeln; F.: Schematismus, Schematismen+FW; Z.: Schem-at-ism-us
Schembart, Schönbart, nhd. (dial.), M., (13. Jh.): nhd. Schembart, Schönbart, eine Maske; ne. a mask (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schemen, Bart; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. schemebart, schembart, schenebart, schiembart, st. M., Schembart, bösartige Larve, bärtige Larve, Maske, Maske mit Bart; s. ? mhd. scheme, sw. M., st. M., Schatten, Augenübel, Larve; ahd. skema, scema, sw. F. (n), Maske, Larve; germ. *skimō-, *skimōn, *skima-, *skiman, sw. M. (n), Glanz, Helle; vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); mhd. bart, part, st. M., Bart, Schamhaar, Visier, Parder; ahd. bart (1), st. M. (a, i?), Bart; as. *bard?, st. M. (a, i?), Bart; germ. *barda-, *bardaz, st. M. (a), Rand, Bart; L.: Kluge s. u. Schembart, DW 14, 2533, Duden s. u. Schembart; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Schem(e)(n) und Bart gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Maske mit Bart; BM.: schimmern, Bart; F.: Schembart, Schembarts, Schembartes, Schembärte, Schembärten, Schönbart, Schönbarts, Schönbartes, Schönbärte, Schönbärten+EW; Z.: Sche-m—bart
Scheme, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Scheme, Schemen, Schatten, Schattenbild; ne. shadow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schembart, Schemen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. scheme (1), sw. M., st. M., Schatten, Augenübel, Larve; mhd. schem (1), st. M., Schemen, Schatten, Augenübel, Larve, Maske; mnd. schēme (1), M., Schemen, Schatten, schattiges Dunkel, schattige Kühle, Nacht; mnd. schēm, M., Schemen, Schatten, schattiges Dunkel, schattige Kühle, Nacht; mnl. scēme, M., Schemen; ahd. skema, scema, sw. F. (n), Maske, Larve; as. skīmo*, sw. M. (n), Glanz, Licht, Schein; anfrk. skīmo*, scīmo, sw. M. (n), Schein, Glanz; germ. *skeimō-, *skeimōn, *skeima-, *skeiman, *skimō-, *skimōn, *skima-, *skiman, sw. M. (n), Glanz, Helle; vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 14, 2536, Falk/Torp 462; Son.: vgl. afries. -; ae. scima, sw. M. (n), Dämmerung, Dunkel, Schatten; ae. scīma, sw. M. (n), Strahl, Licht, Glanz; an. skimi, sw. M. (n), Glanz, Licht; got. skeima, sw. M. (n), Leuchte; nndl. schim, Sb., Schemen; ai. chāyā́, F., Schatten; alb. hije, Sb., Schatten; gr. σκιά (skiá), F., Schatten; lett. sejs, Sb., schatten; ksl. sěnĭ, F., Schatten; toch. B skiyo, F., Schatten; GB.: (skema) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas nur in Umrissen Erkennbares und davon abgeleitet für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche gespenstische und spukhafte Erscheinung; BM.: Schatten; F.: Schemen, Schemen+EW; Z.: Sche-m-e
Schemel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schemel, niedriges Bänkchen, niedriges Gerät auf das man bei dem Beten niederkniet (Betschemel), Sitzgerät; ne. footstool; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schamel, schemel, st. M., Schemel, Fußbank; mnd. schāmel (2), M., Schemel (M.), Fußbank, zwei bewegliche Querhölzer unter dem Obergestell des Wagens; mnd. schēmel (1), scemel, M., Schemel, Sitzbrett, Sitz ohne Lehne, niedriges Bänkchen; mnd. schemmel, M., Schemel, Sitzbrett, Sitz ohne Lehne, niedriges Bänkchen; mnl. schamel, schemel, M., Schemel, Fußschemel; ahd. skamal* (2), scamal, skamel*, scamel*, skamil*, scamil*, st. M. (a), Schemel, Bank (F.) (1), niedrige Bank, Wagenschemel, Fußschemel, Fußtritt; as. *skamel?, st. M. (a), Schemel (M.); anfrk. *skamel?, st. M. (a), Schemel; germ. *skamel-, *skamil-, M., Schemel; s. lat. scabellum, scamellum, N., Bänkchen, Schemel; vgl. lat. scamnum, N., Stütze, Lehne, Bank, Schemel; idg. *skabʰ-, *skambʰ-, V., stützen, Pokorny 916 (1600/72) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schemel, Kluge s. u. Schemel, DW 14, 2533, EWD s. u. Schemel, EWAhd 7, 1372, Duden s. u. Schemel, Bluhme s. u. Schemel; Son.: vgl. afries. -; ae. scamol, st. M. (a?, i?), Schemel, Stuhl, Bank (F.) (1), Tisch; an. skemill, st. M. (a?), Schemel; got. -; nndl. schemel, Sb., Schemel; ne. shamble, N., schlurfender Gang; ndän. skammel, F., Schemel; nnorw. skammel, N., Fußbank, Schemel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete kleine Fußbank; BM.: stützen; F.: Schemel, Schemels, Schemeln+FW(+EW?); Z.: Schem-el
Schemen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schemen, Scheme, Schatten, Schattenbild; ne. shadow (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schembart, Scheme; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. scheme (1), sw. M., st. M., Schatten, Augenübel, Larve; mhd. schem (1), st. M., „Schemen“, Schatten, Augenübel, Larve, Maske; mnd. schēme (1), M., Schemen, Schatten, schattiges Dunkel, schattige Kühle, Nacht; mnd. schēm, M., Schemen, Schatten, schattiges Dunkel, schattige Kühle, Nacht; mnl. scēme, M., Schemen; ahd. skema, scema, sw. F. (n), Maske, Larve; as. skīmo*, sw. M. (n), Glanz, Licht, Schein; anfrk. skīmo*, scīmo, sw. M. (n), Schein, Glanz; germ. *skeimō-, *skeimōn, *skeima-, *skeiman, *skimō-, *skimōn, *skima-, *skiman, sw. M. (n), Glanz, Helle; vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schemen, Kluge s. u. Schemen, DW 14, 2536, EWD s. u. Schemen, Falk/Torp 462, Duden s. u. Schemen, Bluhme s. u. Schemen; Son.: vgl. afries. -; ae. scima, sw. M. (n), Dämmerung, Dunkel, Schatten; ae. scīma, sw. M. (n), Strahl, Licht, Glanz; an. skimi, sw. M. (n), Glanz, Licht; got. skeima, sw. M. (n), Leuchte; nndl. schim, Sb., Schemen; ai. chāyā́, F., Schatten; alb. hije, Sb., Schatten; gr. σκιά (skiá), F., Schatten; lett. sejs, Sb., schatten; ksl. sěnĭ, F., Schatten; toch. B skiyo, F., Schatten; GB.: (skema) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas nur in Umrissen Erkennbares und davon abgeleitet für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche gespenstische und spukhafte Erscheinung; BM.: Schatten; F.: Schemen, Schemens+EW; Z.: Sche-m-en
$schemenhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schemenhaft, dunkel, umrissartig; E.: s. Schemen, s. haft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schemen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schemen und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Licht und Augen mögliches nebelhaft oder dunkel oder umrissartig; F.: schemenhaft, schemenhafte, schemenhaftes, schemenhaftem, schemenhaften, schemenhafter(, schemenhaftere, schemenhafteres, schemenhafterem, schemenhafteren, schemenhafterer, schemenhaftest, schemenhafteste, schemenhaftestes, schemenhaftestem, schemenhaftesten, schemenhaftester)+EW; Z.: sche-m-en—haf-t
...schen, nhd., Suff., (8. Jh.?): nhd. …schen; ne. ?; Vw.: s. feil-, herr-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: von germ. *…isōn; L.: Kluge s. u. -schen; Son.: vgl. nndl. …sen, Suff., …schen; nschw. …ska, Suff., …schen; nnorw. …ske, Suff., …schen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und zu einer Bildung von von Adjektiven oder Substantiven abgeleiteten Verben (beispielsweise feilschen zu feil oder herrschen zu Herr) verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...schen, ...sche, ...schst, ...scht, ...schest, ...schet, ...schte, ...schtest, ...schten, ...schtet, ...schtes, ...schtem, ...schter, ...schend, ...schende, ...schendes, ...schendem, ...schenden, ...schender, ...sch (!)+EW; Z.: -schen
$Schenk, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schenk; L.: Kluge 1. A. s. u. Schenk, Kluge s. u. schenken, DW 14, 2539; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit schenkenverbindbare Bezeichnung für einen Einschänkenden oder SchenkendenF.: Schenk, Schenks, Schenkes, Schenke, Schenken+EW; Z.: Schenk
Schenke, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Schenke, Wirtshaus, Gasthaus, Gaststätte; ne. pub, tavern; Vw.: -; Hw.: s. schenken, Schank (1); E.: s. mnd. schenke (2), F., Schenkung, Geschenk, Gabe, Vergütung, Zuwendung, Freibier das dem zugewanderten Gesellen nach Arbeitsantritt bzw. zum Abschied gestiftet wird, Schenkhaus?, Wirtshaus?, Maß für Getränke, Schenkmaß; mhd. schenken, sw. V., einschenken, zu trinken geben; mnd. schenken (2), sw. V., schenken, zu trinken geben, geben, bewirten, versorgen, veranstalten; mnd. schenken (1), st. V., schenken, geben, zuwenden, Gaben verteilen, verleihen, gewähren; ahd. skenken*, scenken*, sw. V. (1a), einschenken, einschenken von, zu trinken geben, wässern, darbieten, mischen; as. skėnkian*, sw. V. (1a), einschenken; anfrk. skenken*, sw. V. (1), schenken, einschenken; germ. *skankjan, sw. V., schief halten, einschenken, zu trinken geben; idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930? (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Schenke, schenken, DW 14, 2542, EWD s. u. schenken, Duden s. u. Schenke; GB.: (schenke) seit 1172-1190 belegte und mit schenken und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Wirtshaus oder Gasthaus oder eine Gaststätte; BM.: zu trinken geben bzw. schief; F.: Schenke, Schenken+EW; Z.: Schenk-e
Schenkel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schenkel, ein Teil des Beines; ne. shank (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schinken; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. schenkel, schinkel, st. M., Schenkel, Bein, Schinken; mnd. schenkel, schinkel, M., Schenkel, oberer Teil des Beines, Achse am Wagen (M.), Formstein einer Mauer; mnl. schenkel, scenkel, M., Schenkel; Diminutivum zu ae. scanca, sw. M. (n), Schenkel, Unterschenkel, Schienbein, Bein; germ. *skankō-, *skankōn, *skanka-, *skankan, sw. M. (n), Schenkel; s. idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930 (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schenkel, Kluge s. u. Schenkel, DW 14, 2544, EWD s. u. Schenkel, Duden s. u. Schenkel; Son.: vgl. ae. scėncel, scėncen, M., Schenkel; an. skakki, sw. M. (n), Ungleichheit, Unterschied; nndl. schenkel, Sb., Schenkel; ai. sákthi, N., Schenkel; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Schenk und el (Suff.) gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in Oberschenkel und Unterschenkel einteilbaren Teil des Beines zwischen Hüfte und Fuß; BM.: hinken bzw. schief; F.: Schenkel, Schenkels, Schenkeln+EW; Z.: Schenk-el
schenken, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. schenken, geben, überreichen; ne. bestow, endow; Vw.: -; Hw.: s. Danaergeschenk, Schank (1), Schenke; E.: mhd. schenken, sw. V., einschenken, zu trinken geben; mnd. schenken (2), sw. V., schenken, zu trinken geben, geben, bewirten, versorgen, veranstalten; mnd. schenken (1), st. V., schenken, geben, zuwenden, Gaben verteilen, verleihen, gewähren; mnl. scenken, sw. V., schenken; ahd. skenken*, scenken*, sw. V. (1a), einschenken, einschenken von, zu trinken geben, wässern, darbieten, mischen; as. skėnkian*, sw. V. (1a), einschenken; anfrk. skenken*, sw. V. (1), schenken, einschenken; germ. *skankjan, sw. V., schief halten, einschenken, zu trinken geben; idg. *skeng-, *keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930? (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schenk, Kluge s. u. schenken, DW 14, 2547, EWD s. u. schenken, Falk/Torp 450, Heidermanns 485, Duden s. u. schenken, Bluhme s. u. schenken; Son.: vgl. afries. skenka, skenza, sw. V. (1), einschenken, eingießen; ae. scėncan, sw. V. (1), einschenken, zu trinken geben; an. skekkja, sw. V. (1), schief machen; got. *skagkjan, sw. V. (1), einschenken, schenken?; nndl. schenken, V., schenken; nschw. skänka, V., schenken; nnorw. skjenke, V., schenken; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Anerkennung des Besitzes mögliches zu dauerndem Besitz geben; BM.: ein Gefäß schräg halten; F.: schenken (!), schenke (!), schenkst, schenkt, schenkest, schenket, schenkte, schenktest, schenkten, schenktet, geschenkt, ##geschenkt, geschenkte, geschenktes, geschenktem, geschenkten, geschenkter##, schenkend, ###schenkend, schenkende, schenkendes, schenkendem, schenkenden, schenkender###, schenk (!)+EW; Z.: schenk-en
$Schenkung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schenkung; L.: Kluge s. u. schenken, DW 14, 1557, EWD s. u. schenken; GB.: (schenkunge) seit 1333 belegte und aus schenk(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich dem Menschen seit Anerkennung des Besitzes mögliche Gabe einer Gegebenheit zu dauerndem Besitz (ohne Entgelt); F.: Schenkung, Schenkungen+EW; Z.: Schenk-ung
schepp, scheps, nhd. (dial.), Adj., (16. Jh.): nhd. schepp, scheps, schief; ne. crooked; Vw.: -; Hw.: s. schief; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. schepp, scheppes, Adj., schief; Intensivbildung zu schief (s. d.); L.: Kluge s. u. schepp, DW 14, 2558, Duden s. u. schepp; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schief verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches schief in Gegensatz zu gerade; BM.: schneiden; F.: schepp, scheppe, scheppes, scheppem, scheppen, schepper(, scheppere, schepperes, schepperem, schepperen, schepperer, scheppst, scheppste, scheppstes, scheppstem, scheppsten, scheppster, scheps, schepse, schepses, schepsem, schepsen, schepser, schepsere, schepseres, schepserem, schepseren, schepserer, schepsest, schepseste, schepsestes, schepsestem, schepsesten, schepsester)+EW; Z.: sche-pp
scheppern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. scheppern, klappern, klirren; ne. rattle (V.), clank (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. scheppern, DW 14, 2559, Duden s. u. scheppern; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches klappern oder klirren; BM.: lautmalend; F.: scheppern, scheppere, schepper (!), scheppre (!), schepperst, scheppert, schepperte, scheppertest, schepperten, scheppertet, gescheppert, ##gescheppert, gescheppertes, gescheppertem, geschepperten, geschepperter##, scheppernd, ###scheppernd, scheppernde, schepperndes, schepperndem, scheppernden, scheppernder###, schepper (!)+EW; Z.: schepp-er-n
scheps, nhd. (dial.), Adj.: nhd. scheps; Vw.: s. schepp
Scher, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Scher, Schermaus, Maulwurf; ne. water vole, mole (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. scher (1), sw. M., Maulwurf, Mauerbrecher; ahd. skero, scero, sw. M. (n), Scher (M.), Schermaus, Maulwurf; germ. *skerō-, *skerōn, *skera-, *skeran, sw. M. (n), Maulwurf; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Schermaus, DW 14, 2559, Falk/Torp 455; GB.: (skero) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sehr gut schwimmende und tauchende dunkelbraune Wühlmaus oder einen wohl schon vormenschlich möglichen Maulwurf; BM.: schneiden; F.: Scher, Schers, Schere, Scheren+EW; Z.: Scher
Scherbe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Scherbe, Bruchstück; ne. potsherd (N.), shard; Vw.: -; Hw.: s. Scherflein; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. scherbe, sw. M., sw. F., Bruchstück, Scherbe, Topf; mnd. scherve, F., Scherbe, Bruchstück, Hagelkorn, Splitter, Krustentierschale, flacher Tiegel; mnl. scerf, sceerf, M., N., Scherbe; mnl. scerve, F., Bruchstück, Brocken, Topf, Münzstückchen; ahd. skerbīn*, skirbīn, scerbīn*, scirbīn*, st. N. (a), Scherbe, Topf, Tongefäß, irdenes Geschirr, Scherben; ahd. skerba*?, skarfa*, scarfa*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scherbe; ahd. skirbī, scirbī, st. F. (ī), Scherbe, Topf, irdenes Geschirr, Tongefäß, Scherben; as. *skėrva?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scherbe; as. *skėrvin?, st. N. (a), Scherbe; anfrk. -; germ. *skarbja-, *skarbjam, st. N. (a), Scherbe; germ. *skerbja, Sb., Scherbe; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scherbe, Kluge s. u. Scherbe, DW 14, 2560, EWD s. u. Scherbe, Falk/Torp 457, Duden s. u. Scherbe, Bluhme s. u. Scherbe; Son.: vgl. afries. -; ae. scearfian, V., zerschneiden; an. -; got. -; nndl. scherf, Sb., Scherbe; nschw. skärva, Sb., Scherbe; nnorw. skår, N., Scherbe; lett. šk̨irpta, Sb., Scharte; ksl. črěpŭ, Sb. Scharte; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Bruchstück von einem zerbrochenen Gegenstand aus Glas oder Porzellan oder Ton (M.) (1); BM.: schneiden; F.: Scherbe, Scherben+EW; Z.: Scher-b-e
scherbeln, nhd. (ält.), sw. V., (20. Jh.): nhd. scherbeln, tanzen; ne. dance (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft unklar?, vielleicht von ahd. skerōn*, sw. V., (2), jauchzen, ruhen, sich ausruhen, faulenzen; germ. *sker-, V., hüpfen, springen; idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. scherbeln, Duden s. u. scherbeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl unklare sowie vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches ausgelassen tanzen; BM.: springen?; F.: scherbeln, scherbel (!), scherble (!), scherbelst, scherbelt, scherbelte, scherbeltest, scherbelten, scherbeltet, gescherbelt, ##gescherbelt, gescherbelte, gescherbeltes, gescherbeltem, gescherbelten, gescherbelter##, scherbelnd, ###scherbelnd, scherbelnde, scherbelndes, scherbelndem, scherbelnden, scherbelnder###, scherbel (!)+EW; Z.: scher-b-el-n
$Scherbengericht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Scherbengericht; E.: s. Scherb(e), s. en (Suff.), s. Gericht; Q.: um 1800; L.: Kluge s. u. Scherbengericht, DW 14, 2565, EWD s. u. Scherbe; GB.: seit um 1800 belegte und aus Scherb(e) und en (Suff.) sowie Gericht gebildete Bezeichnung für ein in dem Athen des Altertums gehaltenes Gericht über eine zwecks Verhinderung einer Alleinherrschaft mögliche Verbannung eines Bürgers bei dem der abstimmende Bürger den Namen des zu Verbannenden auf eine Tonscherbe schrieb; F.: Scherbengericht, Scherbengerichtes, Scherbengerichts, Scherbengerichte, Scherbengerichten+EW; Z.: Scher-b-en—ge-rich-t
Schere (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schere, ein Schneidegerät; ne. shear (N.), scissors; Vw.: -; Hw.: s. scheren (1); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schære, schær, st. F., Schere, Schwert, Sichel, Haarschnitt, Abschneiden der Haare, Tonsur; mnd. schēre (2), scere, F., Schere; mnl. scāre, scēre, scaer, F., Schere; ahd. skār*, scār*, st. F. (i), Schere; ahd. skāra*, scāra, st. F. (ō), Schere, Tonsur; as. skāra*, st. F. (ō), Schere; anfrk. -; germ. *skērō, *skǣrō, st. F. (ō), Schere; germ. *skēri-, *skēriz, *skǣri-, *skǣriz, st. F. (i), Schere; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schere 1, Kluge s. u. Schere 1, DW 14, 2566, EWD s. u. Schere, Falk/Torp 454, 455, Seebold 414, EWAhd 7, 1389, Duden s. u. Schere; Son.: vgl. afries. skēre (1), st. F. (i), Schere; nfries. schierre; ae. scéar, st. F. (i), Schere; an. skæri, st. N. (ja) Pl., Schere, Messer (N.); got. -; nndl. schaar, Sb., Schere; nisl. skæri, N., Schere; lat. caro, F., Fleisch, Fleischstück; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in Mesopotamien vor ungefähr 4000 Jahren von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Werkzeug zu dem Schneiden schneidbarer Gegebenheiten das aus zwei durch einen Bolzen über Kreuz drehbar miteinander verbundenen und mit ringförmig auslaufenden Griffen versehenen Klingen besteht und deren Schneiden bei dem Zusammendrücken der Griffe streifend gegeneinander bewegt werden; BM.: schneiden; F.: Schere, Scheren+EW; Z.: Scher-e
scheren (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. scheren (V.) (1), abschneiden, kahl schneiden; ne. shear (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schere (1), Scherz (2), Schur; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. scheren (1), schern, st. V., schneiden, abschneiden, scheren (V.) (1), Bart schneiden, Haare schneiden, rasieren, glatt schaben, belästigen, bekümmern, schinden; mnd. schēren (1), sceren, st. V., scheren, schneiden, Tätigkeit des Barbiers ausüben, stutzen, übervorteilen, stören; ahd. skeran*, sceran*, st. V. (4), scheren (V.) (1), schneiden, abschneiden; as. -; anfrk. -; germ. *skeran, st. V., scheren (V.) (1), schneiden; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheren, Kluge s. u. scheren 1, DW 14, 2570, EWD s. u. scheren 1, Falk/Torp 453, Seebold 413, Duden s. u. scheren, Bluhme s. u. scheren 1; Son.: vgl. afries. skera, st. V. (4), scheren (V.) (1), mähen; nnordfries. skere, V., scheren (V.) (1); ae. scieran, sciran, scyran, sceran, st. V. (4), scheren (V.) (1), schneiden, spalten, hauen; an. skera, st. V. (4), schneiden, schlachten; got. -; nndl. scheren, V., scheren (V.) (1); nschw. skära, V., scheren (V.) (1); nisl. skera, V., scheren (V.))(1); ai. kṛṇā́ti, Adj., verletzt, tötet; gr. κείρειν (keírein), V., abschneiden, scheren (V.) (1), fällen, abfressen; umbr. kartu, V., er soll schneiden; air. scaraim, scarim, V., trenne; lit. skìrti, V., trennen, teilen, schneiden; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschlossene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Werkzeugen durch den Menschen mögliches abschneiden oder kahl schneiden oder von Haaren befreien; BM.: schneiden; F.: scheren (!), schere (!), scher (!), scherst, schert, scherest, scheret, schor, schorst, schoren, schort, schöre, schörest, schören, schöret, geschoren, ###geschoren, geschorene, geschorenes, geschorenem, geschorenen, geschorener###, scherend, ###scherend, scherende, scherendes, scherendem, scherenden, scherender###, scher (!)+EW; Z.: scher-en
scheren (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. scheren (V.) (2), kümmern, Beachtung schenken; ne. reck (V.), fleece (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. scheren, schern, sw. V., teilen, abteilen, zuteilen; mnd. schēren (3), sw. V., gehen, eilen, laufen, kümmern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. scheren 2, DW 14, 2569, EWD s. u. scheren 2, Falk/Torp 453, Duden s. u. scheren, Bluhme s. u. scheren 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches kümmern oder Beachtung schenken; BM.: ?; F.: scheren (!), schere (!), scherst, schert, scherest, scheret, scherte, schertest, scherten, schertet, geschert, ##geschert, gescherte, geschertes, geschertem, gescherten, gescherter##, scherend, ###scherend, scherende, scherendes, scherendem, scherenden, scherender###, scher (!)+EW; Z.: scher-en
$scheren (3), nhd., sw. V., (?): nhd. scheren (V.) (3), einen Hochsprung ausführen bei dem die Beine wie eine Schere über die Leine bewegt werden; L.: Kluge s. u. Schere 1, scheren 3; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Scher(e) und en gebildete Bezeichnung für einen Hochsprung ausführen bei dem die Beine wie eine Schere über die Leine bewegt werden;F.: scheren (!), schere (!), scherst, schert, scherest, scheret, scherte, schertest, scherten, schertet, geschert, ##geschert, gescherte, geschertes, geschertem, gescherten, gescherter##, scherend, ###scherend, scherende, scherendes, scherendem, scherenden, scherender###, scher (!)+EW; Z.: scher-en
$Schererei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schererei, Schwierigkeit; E.: s. scher(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: DW 14, 2580, EWD s. u. scheren 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus scher(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Schwierigkeit; F.: Schererei, Scherereien+EW; Z.: Scher-er-ei
Scherflein, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Scherflein, Stücklein, kleiner Beitrag; ne. mite (N.) (2), share (N.); Vw.: -; Hw.: s. Scherbe; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. schërf, st. N., kleinste Münze, Scherflein; mhd. scherbe, sw. M., sw. F., Bruchstück, Scherbe, Topf; s. ahd. skerbīn*, skirbīn, scerbīn*, scirbīn*, st. N. (a), Scherbe, Topf, Tongefäß, irdenes Geschirr, Scherben; s. germ. *skarbja-, *skarbjam, st. N. (a), Scherbe; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scherflein, Kluge s. u. Scherflein, DW 14, 2583, EWD s. u. Scherflein, Duden s. u. Scherflein, Bluhme s. u. Scherflein; Son.: vgl. nnorw. skjerv, M., Scherflein; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Scherf und lein gebildete sowie mit Scherbe und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches Stücklein (einer Münze) oder einen kleinen Beitrag; BM.: schneiden bzw. Scherbe (nach dem Teilen einer Münze an einer Sollbruchstelle); F.: Scherflein, Scherfleins+EW; Z.: Scher-f-lein
Scherge, nhd., sw. M., (8. Jh.): nhd. Scherge, Henker, Büttel, Handlanger; ne. henchman; Vw.: -; Hw.: s. Schar (1); Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. scherge, scherige, scherje, sw. M., Gerichtsdiener, Gerichtsbote, Büttel, Scherge, Gerichtsbeauftragter, Henker; ahd. skerio*, skario*, sw. M. (n), Vorsteher, Verwalter; s. ahd. skara* (1), scara, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Trupp, Heerschar, Heerhaufe, Heerhaufen, Heer, Scharwerk, Fron; germ. *skarō, st. F. (ō), Schar (F.) (1), Teil, Scheren (N.); s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scherge, Kluge s. u. Scherge, DW 14, 2584, EWD s. u. Scherge, Duden s. u. Scherge, Bluhme s. u. Scherge; GB.: (skerio) seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Henker oder Büttel oder Handlanger der unter Anwendung von Gewalt Aufträge anderer vollstreckt; BM.: schneiden; F.: Scherge, Schergen+EW; Z.: Scher-g-e
$Schermaus, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Schermaus; E.: s. Scher, s. Maus; L.: Kluge s. u. Schermaus, DW 14, 2590; GB.: (schermūs) seit 1233-1267 belegte und aus Scher und Maus gebildete Bezeichnung für eine sehr gut schwimmende und tauchende dunkelbraune Wühlmaus oder einen wohl schon vormenschlich möglichen Maulwurf; F.: Schermaus, Schermäuse, Schermäusen+EW; Z.: Scher—maus
Scherz (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Scherz (M.) (1), Spaß, witzige Bemerkung; ne. joke (N.), jest (N.); Vw.: -; Hw.: s. Scherzo; Q.: 1215-1230 (Freidanks Bescheidenheit); E.: mhd. scherz, st. M., Scherz, Vergnügen, Spiel; mnd. schers (1), schert, M., N., Scherz, Belustigung, Vergnügen; von ahd. skerōn*, sw. V. (2), jauchzen, ruhen; germ. *sker-, V., hüpfen, springen; idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scherz, Kluge s. u. Scherz 1DW 14, 2595, EWD s. u. Scherz, Duden s. u. Scherz, Bluhme s. u. Scherz; Son.: vgl. nndl. scherts, Sb., Scherz (M.) (1); gr. κόρδαξ (kórdax), M., unanständiger Tanz, lustiger Tanz in der Komödie; lit. skėrỹs, M., Heuschrecke; GB.: seit 1215-1230 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Spaß oder eine witzige Bemerkung oder eine menschliche nicht ernst gemeinte lustige Äußerung; BM.: springen; F.: Scherz, Scherzes, Scherze, Scherzen+EW; Z.: Scher-z
Scherz (2), nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Scherz (M.) (2), dicke Brotschnitte, abgeschnittenes Endstück, Brotanschnitt; ne. slice (N.) of bread; Vw.: -; Hw.: s. scheren; Q.: 17. Jh.; E.: abgekürzt von mhd. scherzel, st. N., kleines abgeschnittenes Stück; s. mhd. scherze, sw. M., abgeschnittenes Stück; vgl. ahd. skurz*, skurt*, Adj., kurz; germ. *skurta-, *skurtaz, Adj., kurz; s. idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Scherz 2, DW 14, 2597, Duden s. u. Scherz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelhochdeutschen gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche dicke Brotschnitte oder einen Brotanschnitt; BM.: schneiden; F.: Scherz, Scherzes, Scherze, Scherzen+EW; Z.: Scher-z
$scherzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. scherzen, spielen, spaßen, Spaß machen; Vw.: s. ver-; E.: s. Scherz, s. en; L.: Kluge s. u. Scherz 1, DW 14, 2597, EWD s. u. Scherz; GB.: um 1165 belegte und aus Scherz und en gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches hüpfen oder spielen oder spaßen; F.: scherzen (!), scherze (!), scherzst, scherzt, scherzest, scherzet, scherzte, scherztest, scherzten, scherztet, gescherzt, ##gescherzt, gescherzte, gescherztes, gescherztem, gescherzten, gescherzter##, scherzend, ###scherzend, scherzende, scherzendes, scherzendem, scherzenden, scherzender###, scherz (!)+EW; Z.: scher-z-en
$scherzhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. scherzhaft, einen Scherz enthaltend, spaßig; L.: Kluge s. u. Scherz 1, DW 14, 2601, EWD s. u. Scherz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Scherz und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen Scherz enthaltend oder spaßig; F.: scherzhaft, scherzhafte, scherzhaftes, scherzhaftem, scherzhaften, scherzhafter(, scherzhaftere, scherzhafteres, scherzhafterem, scherzhafteren, scherzhafterer, scherzhaftest, scherzhafteste, scherzhaftestes, scherzhaftestem, scherzhaftesten, scherzhaftester)+EW; Z.: scher-z-haf-t
Scherzo, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Scherzo, munteres Musikstück; ne. scherzo; Vw.: -; Hw.: s. Scherz; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. scherzo; E.: s. it. scherzo, M., Scherzo, Spaß, Scherz; vgl. it. scherzare, V., Spaß machen, scherzen; aus einer germanistischen Sprache; vgl. ahd. skerōn*, sw. V. (2), jauchzen, ruhen; germ. *sker-, V., hüpfen, springen; idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Scherzo, Duden s. u. Scherzo; Son.: vgl. nndl. scherzo, Sb., Scherzo; frz. scherzo, M., Scherzo; nschw. scherzo, Sb., Scherzo; nnorw. scherzo, M., Scherzo; kymr. scherzo, M., Scherzo; poln. scherzo, M., Scherzo; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mittelbar aus einer germanistischen Sprache aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen geschaffenes heiteres Musikstück oder munteres Musikstück; BM.: springen; F.: Scherzo, Scherzos, Scherzi+FW; Z.: Scher-z-o
scheu, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. scheu, schüchtern, ängstlich; ne. shy (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. scheuen, Scheusal, scheußlich; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: s. mhd. schiech, schiehe, schie, Adj., scheu, verzagt, schwach, abschreckend, scheußlich; mnd. schǖwe (1), schūwe, schǖw, schuw, schouw, schǖe, schügge, Adj., scheu (Adj.), in Furcht seiend, furchtsam, schreckhaft, ängstlich, unsicher, verlegen (Adj.), wild; mnl. schu, scu, Adj., scheu; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *skeuha-, *skeuhaz, *skeuhwa-, *skeuhwaz, Adj., schüchtern, scheu, abscheulich; germ. *skugwu-, *skugwuz, *skuhwu-, *skuhwuz, Adj., schüchtern, scheu, abscheulich; L.: Kluge 1. A. s. u. scheu, Kluge s. u. scheu, DW 14, 2607, EWD s. u. scheu, Falk/Torp 467, Heidermanns 467, 496, Duden s. u. scheu, Bluhme s. u. scheu; Son.: vgl. afries. -; ae. scéoh, Adj., scheu, furchtsam; an. -; got. -; nndl. schuw, Adj., scheu; ? lat. cautus, Adj., vorsichtig; GB.: (schiech) seit 1172-1190 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für schüchtern oder sich von anderen Lebewesen fernhaltend; BM.: ?; F.: scheu, scheue, scheues, scheuem, scheuen, scheuer(, scheuere, scheueres, scheuerem, scheueren, scheuerer, scheust, scheuste, scheustes, scheustem, scheusten, scheuster, scheuest, scheueste, scheuestes, scheuestem, scheuesten, scheuester)+EW; Z.: scheu
$Scheu, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Scheu, Schüchternheit, Ängstlichkeit; E.: s. Scheu; L.: Kluge 1. A. s. u. Scheu, DW 14, 2603, EWD s. u. scheu; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit scheu verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen mögliche Schüchternheit; F.: Scheu+EW; Z.: Scheu; Z.: Scheu
$Scheuche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Scheuche; Vw.: s. Vogel-; E.: s. scheu; L.: DW 14, 2610, EWD s. u. scheuchen; GB.: vielleicht seit 1482 in einer Vorstufe belegte für eine von Menschen entwickelte und verwendete Gegebenheit die scheucht oder erschreckt oder abhält oder vertreibt; F.: Scheuche, Scheuchen+EW; Z.: Scheu-ch-e
scheuchen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. scheuen, erschrecken, fliehen, fortjagen; ne. shoo (V.); Vw.: -; Hw.: s. scheuen, schüchtern; Q.: um 765 (Glosse); E.: von scheuen, s. mhd. schiuhen (1), schiuchen, schiuwen, schūen, schūhen, schūchen, schūwen, sw. V., scheu machen, erschrecken, scheuen, sich scheuen, vermeiden, aus dem Weg gehen, meiden, zurückscheuchen vor, fürchten; mnd. schǖwen (1), schuwen, schuen, schūwen, schūen, schūien, schuyen, schouwen, schowen, sw. V., scheuen, scheu werden, fürchten, Furcht empfinden, schaudern, zurückscheuen, durchgehen, vermeiden, sich hüte; ahd. skiuhen*, sciuhen, sw. V. (1a), scheuen, scheuen vor, zurückscheuen, zurückscheuen vor, sich entsetzen, meiden, sich entsetzen vor, mahnen, ermahnen, erschrecken; germ. skeuhjan, sw. V., erschrecken; L.: Kluge 1. A. s. u. Scheu, Kluge s. u. scheuchen, DW 14, 2613, EWD s. u. scheuchen, Duden s. u. scheuchen, Bluhme s. u. scheuchen; GB.: (skiuhen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches durch Gebärden und Zurufe erschrecken oder fortjagen; BM.: ?; F.: scheuchen (!), scheuche (!), scheuchst, scheucht, scheuchest, scheuchet, scheuchte, scheuchtest, scheuchten, scheuchtet, gescheucht, ##gescheucht, gescheuchte, gescheuchtes, gescheuchtem, gescheuchten, gescheuchter##, scheuchend, ###scheuchend, scheuchende, scheuchendes, scheuchendem, scheuchenden, scheuchender###, scheuch (!)+EW; Z.: scheu-ch-en
scheuen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. scheuen, meiden; ne. dread (V.), shun; Vw.: -; Hw.: s. scheu, Scheusal, scheußlich, scheuchen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schiuhen (1), schiuchen, schiuwen, schūen, schūhen, schūchen, schūwen, sw. V., scheu machen, erschrecken, scheuen, sich scheuen, vermeiden, aus dem Weg gehen, meiden, zurückscheuchen vor, fürchten; mnd. schǖwen (1), schuwen, schuen, schūwen, schūen, schūien, schuyen, schouwen, schowen, sw. V., scheuen, scheu werden, fürchten, Furcht empfinden, schaudern, zurückscheuen, durchgehen, vermeiden, sich hüte; mnl. scūwen, sw. V., scheuen; ahd. skiuhen*, sciuhen, sw. V. (1a), scheuen, scheuen vor, zurückscheuen, zurückscheuen vor, sich entsetzen, meiden, sich entsetzen vor, mahnen, ermahnen, erschrecken; as. -; anfrk. -; germ. *skeuhjan, sw. V., erschrecken; L.: Kluge s. u. Scheu, DW 14, 2613, EWD s. u. scheu, Heidermanns 496, Duden s. u. scheuen; Son.: vgl. nndl. schuwen, V., scheuen; nschw. sky, V., scheuen; nnorw. sky, V., scheuen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches meiden oder versuchen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen; BM.: ?; F.: scheuen (!), scheue (!), scheust, scheut, scheuest, scheuet, scheute, scheutest, scheuten, scheutet, gescheut, ##gescheut, gescheute, gescheutes, gescheutem, gescheuten, gescheuter##, scheuend, ###scheuend, scheuende, scheuendes, scheuendem, scheuenden, scheuender###, scheu (!)+EW; Z.: scheu-en
Scheuer, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Scheuer, Schutzdach?, Schutzhütte; ne. shelter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schauer (2), Scheune; Q.: vor 743? (Lex Baiovariorum); E.: mnd. schǖre (1), schure, F., Scheuer, Scheune (für Feldfrüchte); mhd. schiure, st. F., sw. F., Scheuer; as. skūr* (1), st. M. (a?, i?), Scheuer, Schutz, Obdach; ahd. skiura*, sciura*, st. F. (ō), Scheuer, Scheune; lat.-anfrk.? skūra*, st. F. (ō), Scheune; germ. *skūra, Sb., Obdach, Scheuer; germ. *skūra, Sb., Obdach, Scheuer; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheune, Kluge 1. A. s. u. Scheuer, Kluge s. u. Scheuer, DW 14, 2619, EWD s. u. Scheune, Duden s. u. Scheuer, Bluhme s. u. Scheuer; Son.: niederdeutsche Form von „Schauer“ (2); vgl. afries. skūre, F., Scheuer; nfries. schoerre; ae. -; an. -; got. -; GB.: (skūra) vielleicht seit vor 743 belegte Bezeichnung für ein von Menschen nach Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Schutzdach gegen Regen oder Sonne oder eine Schutzhütte; BM.: umhüllen; F.: Scheuer, Scheuern+EW; Z.: Scheu-er
scheuern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. scheuern, reinigen, säubern, putzen; ne. scour (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Salman und Morolf); E.: mhd. schiuren (1), schūren, sw. V., scheuern, fegen, reinigen; mnd. schǖren (1), schuren, sw. V., scheuern, blank putzen, von Rost (M.) (2) befreien, fegen, säubern, putzen, reiben, reinigen, läutern, aneinander reiben; mnl. schuren, scūren, V., scheuern; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von frz. escurer, V., reinigen; mlat. escūrāre, excūrāre, exeurāre, escuāre, V., scheuern, reinigen, sorgen; vgl. lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. cūrāre, coerāre, V., sich angelegen sein lassen, sich kümmern; idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. scheuern, Kluge s. u. scheuern, DW 14, 2621, EWD s. u. scheuern,Duden s. u. scheuern, Bluhme s. u. scheuern; Son.: vgl. nndl. schuren, V., scheuern; nschw. skura, V., scheuern; GB.: (schiuren) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie wohl aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch festes Abschrubben reinigen oder säubern; BM.: aus, sorgen?; F.: scheuern (!), scheuere, scheuer (!), scheuerst, scheuert, scheuerte, scheuertest, scheuerten, scheuertet, gescheuert, ##gescheuert, gescheuertes, gescheuertem, gescheuerten, gescheuerter##, scheuernd, ###scheuernd, scheuernde, scheuerndes, scheuerndem, scheuernden, scheuernder###, scheuer (!)+FW(+EW?); Z.: scheu-er-n
$Scheuertuch, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Scheuertuch; E.: s. scheuer(n), s. Tuch; L.: DW 14, 2624, EWD s. u. scheuern; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus scheuer(n) und Tuch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes zu einem Reinigen oder Säubern bestimmtes Tuch; F.: Scheuertuch, Scheuertuches, Scheuertuchs, Scheuertücher, Scheuertüchern+EW; Z.: Scheu-er—tuch
$Scheuklappe, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Scheuklappe; E.: s. Scheu, s. Klappe; L.: Kluge s. u. Scheuklappe, DW 14, 2624, EWD s. u. Klappe; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Scheu und Klappe gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Klappe an dem Pferdegeschirr seitlich der Augen die ein Scheuen wegen plötzlichen Erschreckens verhindern soll; F.: Scheuklappe, Scheuklappen+EW; Z.: Scheu—klap-p-e
Scheune, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Scheune, Scheuer, Stadel; ne. barn; Vw.: -; Hw.: s. Scheuer, Schauer (2); Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schiune, schuone, sw. F., Scheune; mhd. schiun, st. F., Scheune; mnd. schǖne, schuene, schůne, schune, F., Scheune, Holzschuppen (M.), bäuerliches Wirtschaftsgebäude, Getreidescheune, Schlafstelle des Gesindes; ahd. skugina*, scugina*, st. F. (jō)?, Scheune, Schuppen (M.), Schober, Hütte; germ. *skauna?, Sb., Schirm; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, kū-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheune, Kluge s. u. Scheune, DW 14, 2625, EWD s. u. Scheune, Falk/Torp 466, Duden s. u. Scheune, Bluhme s. u. Scheune; GB.: (skugina) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes landwirtschaftliches Gebäude in dem besonders Heu und Stroh gespeichert werden; BM.: bedecken bzw. umhüllen; F.: Scheune, Scheunen+EW; Z.: Scheu-n-e
Scheurebe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Scheurebe, eine weiße Rebensorte; ne. scheurebe, a grape variety; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: das Vorderglied stammt von dem PN des Rebenzüchters Georg Scheu (1879-1949); für das Hinterglied s. Rebe; L.: Kluge s. u. Scheurebe, fehlt DW, Duden s. u. Scheurebe; Son.: vgl. nndl. scheurebe, Sb., Scheurebe; frz. scheurebe, M., Scheurebe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Scheu (PN) und Rebe gebildete Bezeichnung für eine aus der Kreuzung von Bukettraube und Riesling entwickelte Rebensorte; BM.: PN (nach, kriechen); F.: Scheurebe, Scheureben+EW; Z.: Scheu—reb-e
Scheusal, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Scheusal, schreckliches Tier, ekelerregender Mensch; ne. beast; Vw.: -; Hw.: s. scheu, scheuen, scheußlich; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. schiuwesal, st. N., Scheusal, Vogelscheuche, Schrecken (M.); mnd. schǖwelse, schuwelse, schǖwels, N., Scheusal, Schreckbild, Scheuche, Gräuel, abschreckendes Beispiel; s. ahd. skiuhen*, sciuhen, sw. V. (1a), scheuen, scheuen vor, zurückscheuen, zurückscheuen vor, sich entsetzen, meiden, sich entsetzen vor, mahnen, ermahnen, erschrecken; germ. *skeuhjan, sw. V., erschrecken, s. ...sal; L.: Kluge 1. A. s. u. Scheusal, Kluge s. u. Scheusal, DW 14, 2627, EWD s. u. scheu, Duden s. u. Scheusal; GB.: (schiuwesal) seit um 1340 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein grauenerregendes Fabeltier und davon abgeleitet für einen ekelerregenden Menschen; BM.: scheu; F.: Scheusal, Scheusals, Scheusale, Scheusalen, Scheusäler, Scheusälern+EW; Z.: Scheu-sal
scheußlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. scheußlich, grausig, ekelig; ne. atracious, ghastly; Vw.: -; Hw.: s. scheu, scheuen, Scheusal; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Wolfddietrich Red. C); E.: mhd. schiuzlich, Adj., scheu, verzagt, abscheulich, hässlich, scheußlich, grauenvoll, verabscheuenswert; mnd. schǖselīk*, schǖslīk, Adj., abscheuerregend, abstoßend, widerlich, ekelhaft, grauenhaft, grauenerregend, entsetzlich; s. mhd. schiuzen, sw. V., Scheu empfinden, Abscheu empfinden, grauen; ahd. skiuhen*, sciuhen, sw. V. (1a), scheuen, scheuen vor, zurückscheuen, zurückscheuen vor, sich entsetzen, meiden, sich entsetzen vor, mahnen, ermahnen, erschrecken; germ. *skeuhjan, sw. V., erschrecken; mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scheusal, Kluge s. u. scheußlich, DW 14, 2629, EWD s. u. scheußlich, Duden s. u. scheußlich, Bluhme s. u. scheusslich; GB.: (schiuzlich) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus schiuz(en) und lich gebildete Bezeichnung für grausig oder ekelig oder für Menschen kaum erträglich; BM.: scheu, gleich; F.: scheußlich, scheußliche, scheußliches, scheußlichem, scheußlichen, scheußlicher(, scheußlichere, scheußlicheres, scheußlicherem, scheußlicheren, scheußlicherer, scheußlichst, scheußlichste, scheußlichstes, scheußlichstem, scheußlichsten, scheußlichster)+EW; Z.: scheu-ß-lich
Schi, Ski, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schi, Ski; ne. ski (N.); Vw.: -; Hw.: s. Scheit; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nnorw. ski; E.: s. nnorw. ski, M., F., Schi, Ski; an. skīð, st. N. (a), Scheit, Schneeschuh; germ. *skeida-, *skeidam, *skīda-, *skīdam, st. N. (a), Scheit, Schindel; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schi, fehlt DW, EWD s. u. Ski, Duden s. u. Ski; Son.: vgl. nndl. ski, Sb., Schi, Ski; frz. ski, M., Schi, Ski; nschw. ski, Sb., Schi, Ski; kymr. sgi, F., Schi, Ski; nir. scí, Sb., Schi, Ski; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neunorwegischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht um 2500 v. Chr. von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes schmales und meist etwa zwei Meter langes und vorn in eine nach oben gebogene Spitze auslaufendes Brett aus Holz oder Kunststoff oder Metall an dem der Skistiefel mit der Bindung befestigt wird so dass sich ein Mensch damit gleitend über den Schnee fortbewegen kann ohne wegen der Schwerkraft einzusinken; BM.: Holzscheit bzw. schneiden; F.: Schi, Schies, Schier, Ski, Skis, Skier+FW; Z.: Schi
Schicht, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schicht, Lage, Schickung, Geschehen, Zufall, Wechsel in der Arbeitsgruppe; ne. layer (N.), shift (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1220 (Heinrich und Kunigunde des Ebernand von Erfurt); E.: mhd. schiht (1), st. F., Ereignis, Begebenheit, Geschichte, Schickung, Eigenschaft, Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Ordnung, Fügung, Sache, Geschehen, Abteilung, Anordnung, Einteilung, Schicht; mnd. schicht (1), schichte, F., N., „Schicht“, Reihe gleichartiger Dinge, Abteilung von Menschen, Gruppe, Partei, Lage mehrerer übereinander oder nebeneinander liegender Dinge (besonders Mauersteine), Steinschicht, Ordnung; Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Schicht, Kluge s. u. Schicht, DW 14, 2633, EWD s. u. Schicht, Duden s. u. Schicht, Bluhme s. u. Schicht; Son.: in dem Wort fallen mehrere Bedeutungsunterschiede zusammen; vgl. nschw. skikt, N., Schicht; GB.: (schiht) seit um 1220 belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche in flächenhafter Ausdehnung in einer gewissen Höhe über oder unter oder zwischen anderem liegende einheitliche Gegebenheit; BM.: ?; F.: Schicht, Schichten+EW; Z.: Schicht
$Schichtarbeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schichtarbeit; E.: s. Schicht, s. Arbeit; L.: DW 14, 2639, EWD s. u. Schicht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schicht und Arbeit gebildete Bezeichnung für nach der industriellen Revolution an dem Ende des 18. Jh. zwecks kostengünstiger Auslastung teuerer Maschinen von Menschen entwickelte und seitdem verwendete in zeitlichen Schichten über einen Arbeitstag verteilte Arbeit (von Menschen); F.: Schichtarbeit, Schichtarbeiten+EW; Z.: Schicht—arb-eit
$schichten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schichten; E.: s. Schicht, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schicht, DW 14, 2639, EWD s. u. Schicht; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Schicht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches in Schichten übereinanderlegen; F.: schichten (!), schichte, schichtest, schichtet, schichtete, schichtetest, schichteten, schichtetet, geschichtet, ##geschichtet, geschichtete, geschichtetes, geschichtetem, geschichteten, geschichteter##, schichtend, ###schichtend, schichtende, schichtendes, schichtendem, schichtenden, schichtender###, schicht (!)+EW; Z.: schicht-en
$schick, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schick, elegant; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Schick; L.: EWD s. u. schick, fehlt DW; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit Schick verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches elegant; F.: schick, schicke, schickes, schickem, schicken, schicker(, schickere, schickeres, schickerem, schickeren, schickerer, schickst, schickste, schickstes, schickstem, schicksten, schickster)+FW(+EW); Z.: schick
Schick (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schick (M.) (1), Eleganz; ne. chic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schick (3); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. chic; E.: s. frz. chic, M., Schick, Eleganz; vgl. frz. chiquer, V., hinwerfen, spritzig entwerfen; früh-rom. *chic, Adj., klein; vgl. lat. ciccum, Kerngehäuse des Granatapfels, Granatapfelkern; s. gr. κίκκος (kíkkos), N., Kerngehäuse des Granatapfels; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Schick 1, fehlt DW, EWD s. u. Schick, Duden s. u. Schick; Son.: vgl. nndl. chic, Sb., Schick (M.) (1); nschw. chic, Sb., Schick (M.) (1); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschlossenen Frühromanischen und Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Eleganz oder ein besonders elegantes Aussehen (vor allem von Menschen); BM.: klein?; F.: Schick, Schickes, Schicks+FW; Z.: Schick
Schick (2), nhd. (ält.), M., (14./15. Jh.): nhd. Schick (M.) (2), Art (F.) (1), Form, Richtigkeit, Angemessenheit; ne. kind (N.), nature; Vw.: -; Hw.: s. schicken, Schicksal; Q.: 14./15. Jh. (Chronik deutscher Städte); E.: mhd. schic, st. M., Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Gelegenheit, Schickung, Fügung, Stelle; mnd. schick, schik, M., Schick, Gestalt, Beschaffenheit, Form, überkommener Zustand, Art (F.) (1) und Weise (F.) (2), Lebensart; mhd. schicken (1), sw. V., machen dass etwas geschieht, schaffen, tun, bewirken, ausrichten, gestalten, fügen, ordnen; mnd. schicken, sw. V., schicken, etwas in Schick bringen, anschicken, angemessene Gestalt geben, angemessene Beschaffenheit geben, anpassen; wohl eine Intensivbildung von geschehen; ahd. giskehan*, giscehan*, st. V. (5), geschehen, ergehen, erfolgen; germ. *gaskehan, st. V., geschehen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schick 2, DW 14, 2643, Duden s. u. Schick; GB.: (schic) seit 14./15. Jh. belegte und mit geschehen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Art oder Form oder Richtigkeit oder Angemessenheit einer Gegebenheit; BM.: springen; F.: Schick, Schickes, Schicks+EW; Z.: Schick
Schick (3), nhd. (ält.), M., (20. Jh.): nhd. Schick (M.) (3), Kautabak; ne. chewing tobacco; Vw.: -; Hw.: s. Schick (1); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. chique; E.: s. frz. chique, F., Schick (M.) (3), Kautabak; vgl. frz. (normand.) chique, F., Stück, Krümel; frz. chiquer, V., hinwerfen, spritzig entwerfen; früh-rom. *chic, Adj., klein; vgl. lat. ciccum, Kerngehäuse des Granatapfels, Granatapfelkern; s. gr. κίκκος (kíkkos), N., Kerngehäuse des Granatapfels; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Schick 3, fehlt DW, Duden s. u. Schick; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für einen zu dem Kauen verwendeten gepressten Tabak; BM.: Krümel bzw. klein; F.: Schick, Schickes, Schicks+FW; Z.: Schick
schicken, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schicken, ordnen, senden; ne. send, dispatch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschick, geschickt, Schick (2), Schicksal; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. schicken (1), sw. V., machen dass etwas geschieht, schaffen, tun, bewirken, ausrichten, gestalten, fügen, ordnen; mnd. schicken, sw. V., schicken, etwas in Schick bringen, anschicken, angemessene Gestalt geben, angemessene Beschaffenheit geben, anpassen; mnl. scicken, sw. V., schicken; wohl eine Intensivbildung von geschehen; ahd. giskehan*, giscehan*, st. V. (5), geschehen, ergehen, erfolgen; germ. *gaskehan, st. V., geschehen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schicken, Kluge s. u. schicken, DW 14, 2647, EWD s. u. schicken, Duden s. u. schicken, Bluhme s. u. schicken; Son.: vgl. nndl. skicka, V., schicken; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit geschehen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ordnen oder senden oderveranlassen dass etwas zu jemandem gelangt; BM.: springen; F.: schicken (!), schicke (!), schickst, schickt, schickest, schicket, schickte, schicktest, schickten, schicktet, geschickt, ##geschickt, geschickte, geschicktes, geschicktem, geschickten, geschickter##, schickend, ###schickend, schickende, schickendes, schickendem, schickenden, schickender###, schick (!)+EW; Z.: schick-en
schicker, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schicker, betrunken; ne. drunk (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. beschickern; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche und Westjiddische von hebr. šikkōr, Adj., betrunken; hebr. šikker, V., betrunken machen; L.: Kluge s. u. schicker, DW 14, 2657, Duden s. u. schicker; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Alkohol durch den Menschen mögliches betrunken; BM.: betrunken; F.: schicker+FW; Z.: schicker
$schicklich, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. schicklich, passend, angemessen; E.: s. schick(en), s. lich; L.: Kluge 1. A. s. u. schicken, Kluge s. u. Schick 2, DW 14, 2568, EWD s. u. Schick; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus schick(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches passend oder angemessen; F.: schicklich, schickliche, schickliches, schicklichem, schicklichen, schicklicher(, schicklichere, schicklicheres, schicklicherem, schicklicheren, schicklicherer, schicklichst, schicklichste, schicklichstes, schicklichstem, schicklichsten, schicklichster)+EW; Z.: schick-lich
Schicksal, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schicksal, Bestimmung, Fügung; ne. fate, destiny; Vw.: -; Hw.: s. schicken; Q.: 16. Jh.; E.: über das Niederdeutsche von mhd. schicken (1), sw. V., machen dass etwas geschieht, schaffen, tun, bewirken, ausrichten, gestalten, fügen, ordnen; mnd. schicken, sw. V., schicken, etwas in Schick bringen, anschicken, angemessene Gestalt geben, angemessene Beschaffenheit geben, anpassen; wohl eine Intensivbildung von geschehen; ahd. giskehan*, giscehan*, st. V. (5), geschehen, ergehen, erfolgen; germ. *gaskehan, st. V., geschehen; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. …sal; L.: Kluge s. u. Schicksal, DW 14, 2659, EWD s. u. schicken, Duden s. u. Schicksal, Bluhme s. u. Schicksal; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schick(en) und sal gebildete sowie mit geschehen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche Bestimmung oder Fügung oder eine höhere und das menschliche Leben ohne Mitwirkung des Menschen bestimmende Macht; BM.: springen; F.: Schicksal, Schicksals, Schicksales, Schicksale, Schicksalen+EW; Z.: Schick-sal
Schickse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schickse, Flittchen, liederliche Frau; ne. floosie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: wjidd. Lw.; E.: in dem Westjiddischen Ausdruck für eine Nichtjüdin; als weibliche Form gebildet zu wjidd. schēgez, M., Christenbursche; hebr. šäqäṣ, Sb., Abscheuliches; L.: Kluge 1. A. s. u. Schicksel, Kluge s. u. Schickse, fehlt DW (aber Schickselchen), EWD s. u. Schickse, Duden s. u. Schickse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete herabsetzende Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Flittchen oder eine liederliche Frau; BM.: Abscheuliches; F.: Schickse, Schicksen+FW; Z.: Schicks-e
schieben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schieben, drücken; ne. shove (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schieber, Schub, Schubs, schupfen, Schaufel, Schippe, schuften; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. schieben, st. V., schieben, stoßen, aufschieben, verschieben; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; mnl. scūven, schuven, V., schieben; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; as. -; anfrk. -; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge 1. A. s. u. schieben, Kluge s. u. schieben, DW 14, 2666, EWD s. u. schieben, Falk/Torp 470, Seebold 416, Duden s. u. schieben, Bluhme s. u. schieben; Son.: vgl. afries. skūva, st. V. (2), schieben, stoßen; ae. scūfan, scéofan, st. V. (2), schieben, stoßen, treiben, austreiben; an. skūfa, sw. V., schieben; got. skiuban, st. V. (2), schieben; nndl. schuiven, sw. V., schieben; nnorw. skyve, V., schieben; GB.: (skioban) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches etwas durch Ausübung von Druck von der Stelle bewegen; BM.: ?; F.: schieben, schiebst, schiebt, schiebest, schiebet, schob, schobst, schoben, schobt, schöbe (!), schöbest, schöbst, schöben, schöbet, schöbt, geschoben, ##geschoben, geschobene, geschobenes, geschobenem, geschobenen, geschobener##, schiebend, ###schiebend, schiebende, schiebendes, schiebendem, schiebenden, schiebender###, schieb (!)+EW; Z.: schieb-en
Schieber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schieber, Werkzeug zu einem Schieben, Kaliber, unerlaubte Geschäfte Machender, Schwarzhändler; ne. trafficker, profiteer; Vw.: -; Hw.: s. schieben; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. schǖvære*, schǖver, schūver, schuver, M., Schieber, Werkzeug mit dem man das Brot in den Ofen schiebt, Riegel?, Schlaufe?, Borte?; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge s. u. Schieber, DW 14, 2673, EWD s. u. schieben, Duden s. u. Schieber; GB.: seit 6. Jh. v. Chr. auf einem griechischen Schiffswrack und seit 19. Jh. belegte und aus schieb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu einem Schieben entwickeltes und verwendetes Gerät oder einen in wirtschaftlichen Krisenzeiten unerlaubte Geschäfte Machenden oder Schwarzhändler; BM.: ?; F.: Schieber, Schiebers, Schiebern+EW; Z.: Schieb-er
$Schieblehre, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Schieblehre, ein durch Schieben verwendbares Messwerkzeug; E.: s. schieb(en), s. Lehre; L.: Kluge s. u. Lehre, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 6. Jh. v. Chr.belegte und aus schieb(en) und Lehre gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit 6. Jh. v. Chr. auf einem griechischen Schiffswrack (entwickeltes und) verwendetes sowie durch Schieben einstellbares und damit verwendbares Messwerkzeug; F.: Schieblehre, Schieblehren+EW; Z.: Schieb—lehr-e
$Schiebung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Schiebung; Vw.: s. Lautver-; E.: s. schieb(en), s. ung; L.: EWD s. u. schieben, DW 14, 2675; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schieb(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein mindestens seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Schieben; F.: Schiebung, Schiebungen+EW; Z.: Schieb-ung
schiech, nhd. (dial.), Adj., (13. Jh.): nhd. schiech, verwachsen (Adj.), zornig, hässlich, abscheulich; ne. ugly (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schiegen; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. schiech, schiehe, schie, Adj., scheu, verzagt, schwach, abschreckend, scheußlich; vielleicht von germ. *skeuha-, *skeuhaz, *skeuhwa-, *skeuhwaz, Adj., schüchtern, scheu, abscheulich; verwandt mit nhd. schief? (s. d.); L.: Kluge s. u. schiech, fehlt DW, Falk/Torp 467, Heidermanns 496, Duden s. u. schiech; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwachsen (Adj.) oder zornig oder hässlich oder abscheulich; BM.: abscheulich? bzw. schief?; F.: schiech, schieche, schieches, schiechem, schiechen, schiecher(, schiechere, schiecheres, schiecherem, schiecheren, schiecherer, schiechst, schiechste, schiechstes, schiechstem, schiechsten, schiechster)+EW; Z.: schiech
Schied, nhd., M., (?): nhd. Schied, Entscheidung; Hw.: s. scheiden, s. Schiedsmann, s. Schiedsrichter
$Schiedsmann, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schiedsmann; E.: s. Schied, s. s (Suff.), s. Mann; L.: DW 14, 2679, EWD s. u. Schiedsrichter; GB.: (schideman) seit 1281 belegte und aus Schied (und s) sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in Streitigkeiten oder Zweifelsfällen eine Entscheidung treffenden Mann; F.: Schiedsmann, Schiedsmanns, Schiedsmannes, Schiedsmänner, Schiedsmännern+EW; Z.: Schied-s-man-n
$Schiedsrichter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schiedsrichter; E.: s. Schied, s. s (Suff.), s. Richter; L.: Kluge s. u. Schiedsrichter, DW 14, 2679, EWD s. u. Schiedsrichter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schied und s (Suff.) sowie Richter gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in Streitigkeiten oder Zweifelsfällen wie ein Richter eine Entscheidung treffenden Menschen; F.: Schiedsrichter, Schiedsrichters, Schiedsrichtern+EW; Z.: Schied-s-rich-t-er
schief, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. schief, schräg, gekrümmt; ne. crooked, inclined; Vw.: -; Hw.: s. schepp; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. schief (1), Adj., schief, ungerade, verkehrt, gestört, schlimm, falsch; mnd. schēf (1), scheef, scheif, scheff, Adj., schief, gekrümmt, schräg, verkehrt, verwachsen (Adj.), missgestaltet, verdorben; mnl. scheef, Adj., schief, scheel; ahd. -; as. skēf*, Adj., schief, breitfüßig; anfrk. -; germ. *skaiba-, *skaibaz, *skaifa-, *skaifaz, Adj., schief; s. idg. *skē̆ibʰ-?, *skē̆ip-, Adj., V., schief, hinken, Pokorny 922; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schief, Kluge s. u. schief, DW 14, 2681, EWD s. u. schief, Duden s. u. schief, Bluhme s. u. schief; Son.: vgl. afries. -; ae. *scāf, Adj., schief; an. skeifr, Adj., schief; got. -; nndl. scheef, Adj., schief; nschw. skev, Adj., schief; nnorw. skeiv, Adj., schief; gr. σκιμβός (skimbós), Adj., lahm; gr. σκαιός (skaiós) (1), Adj., links, westlich, ungünstig lat. scaevus, Adj., links; lett. skìbs, Adj., schief; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches schräg oder gekrümmt in Gegensatz zu gerade; BM.: schneiden; F.: schief, schiefe, schiefes, schiefem, schiefen, schiefer(, schiefere, schieferes, schieferem, schieferen, schieferer, schiefst, schiefste, schiefstes, schiefstem, schiefsten, schiefster)+EW; Z.: schie-f
Schiefer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schiefer, Splitter, geblätterter Stein; ne. slate (N.), splinter (N.), shiver (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. schivere, schifere*, sw. M., Schiefer, Splitter, Steinsplitter, Holzsplitter; mhd. schiver, schever, schifer*, schefer*, st. M., Schiefer, Steinsplitter, Holzsplitter, Splitter; mnd. schēver (1), schiver, M., Splitter, losgelöstes Teilchen, Schiefer, Schindel, blätterige Steinart, Abfall von Flachs; ahd. skifaro*, scifaro*, sw. M. (n), Splitter, Schiefer, Gesteinsbrocken; germ. *skifrō-, *skifrōn, *skifra-, *skifran, Sb., Schiefer, Splitter; s. idg. *skē̆ip-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiefer, Scheibe (F.), Pokorny 922; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schiefer, Kluge s. u. Schiefer, DW 15, 1, EWD s. u. Schiefer, Duden s. u. Schiefer, Bluhme s. u. Schiefer; Son.: vgl. me. scifre, scivre, Sb., Schiefer; nschw. skiffer, Sb., Schiefer; nnorw. skifer, M., Schiefer; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Splitter bzw. für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches schon vormenschliches aus dünnen Schichten bestehendes leicht in Platten zu spaltendes Gestein; BM.: schneiden; F.: Schiefer, Schiefers, Schiefern+EW; Z.: Schie-f-er
$schieferig, schiefrig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schieferig; E.: s. Schiefer, s. ig; L.: DW 15, 5, EWD s. u. Schiefer; F.: schieferig, schieferige, schieferiges, schieferigem, schieferigen, schieferiger(, schieferigere, schieferigeres, schieferigerem, schieferigeren, schieferigerer, schieferigst, schieferigste, schieferigstes, schieferigstem, schieferigsten, schieferigster, schiefrig, schiefrige, schiefriges, schiefrigem, schiefrigen, schiefriger, schiefrigere, schiefrigeres, schiefrigerem, schiefrigeren, schiefrigerer, schiefrigst, schiefrigste, schiefrigstes, schiefrigstem, schiefrigsten, schiefrigster)+EW; Z.: schie-f-er-ig
$schiefern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schiefern, splittern, Schiefer bilden; E.: s. Schiefer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schiefer, DW 15, 6, EWD s. u. Schiefer; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Schiefer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches splittern oder Schiefer bilden; F.: schiefern (!), schiefere, schiefer (!), schieferst, schiefert, schieferte, schiefertest, schieferten, schiefertet, geschiefert, ##geschiefert, geschieferte, geschiefertes, geschiefertem, geschieferten, geschieferter##, schiefernd, ###schiefernd, schieferndes, schieferndem, schiefernden, schiefernder###, schiefer (!)+EW; Z.: schie-f-er-n
$Schiefertafel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schiefertafel; E.: s. Schiefer, s. Tafel; L.: DW 15, 8 EWD s. u. Schiefer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schiefer und Tafel gebildete Bezeichnung für eine nach Vorformen aus Stein und Ton (M.) (1) seit dem frühen 19. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete Schreibtafel aus Schiefer; F.: Schiefertafel, Schiefertafeln+EW+FW; Z.: Schie-f-er—ta-f-el
$Schiefertäfelchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schiefertäfelchen; E.: s. Schiefer, s. Tafel; L.: EWD s. u. Schiefer, fehlt DW, dort nur Schiefertafel und Schiefertäflein; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schiefer und Täfelchen gebildete Bezeichnung für eine aus Schiefer und Täfelchen gebildete Bezeichnung für eine kleine Schiefertafel oder eine kleine Schreibtafel aus Schiefer; F.: Schiefertäfelchen, Schiefertäfelchens+EW+FW; Z.: Schie-f-er—tä-f-el—chen
schiegen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. schiegen, mit einwärts gekehrten Beinen gehen, schief gehen; ne. go (V.) crookedly; Vw.: -; Hw.: s. schiech; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. schiegen, sw. V., schlurfen zu; mhd. schiech, schiehe, schie, Adj., scheu, verzagt, schwach, abschreckend, scheußlich; vielleicht von germ. *skeuha-, *skeuhaz, *skeuhwa-, *skeuhwaz, Adj., schüchtern, scheu, abscheulich; verwandt mit nhd. schief? (s. d.); L.: Kluge s. u. schiegen, DW 15, 10, s. DW 14, 2381 (schechen, V. schief blicken), Duden s. u. schiegen; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit einwärts gekehrten Beinen gehen; BM.: schief; F.: schiegen, schiege (!), schiegst, schiegt, schiegest, schieget, schiegte, schiegtest, schiegten, schiegtet, geschiegt, ##geschiegt##, schiegend, ###schiegend, schiegende, schiegendes, schiegendem, schiegenden, schiegender###, schieg (!)+EW; Z.: schieg-en
schielen, nhd., sw. V., (10./11. Jh.): nhd. schielen, schief blicken, in schiefer Richtung blicken; ne. squint (V.); Vw.: -; Hw.: s. scheel, schillern; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schilhen, sw. V., schielen, blinzeln; mnd. schēlen (2), sw. V., schielen, hervoräugen, hervorschielen; ahd. skilihen*, scilihen*, sw. V. (1a), schielen, blinzeln; as. -; anfrk. -; germ. *skelhjan, sw. V., schielen; s. idg. *skel- (4), kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schielen, Kluge s. u. schielen, DW 15, 11, EWD s. u. schielen, Heidermanns 493, Duden s. u. schielen, Bluhme s. u. schielen; Son.: vgl. afries. -; ae. bescȳlan, V., schielen?; an. skelgja, sw. V. (1), schief, schielend machen; got. -; nndl. scheelzien, V., schielen; nschw. skela, V., schielen; nnorw. skjele, V., schielen; GB.: (skilihen) seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schief blicken; BM.: biegen bzw. krumm; F.: schielen, schiele (!), schielst, schielt, schielest, schielet, schielte, schieltest, schielten, schieltet, geschielt, ##geschielt, geschielte, geschieltes, geschieltem, geschielten, geschielter##, schielend, ###schielend, schielende, schielendes, schielendem, schielenden, schielender###, schiel (!)+EW; Z.: schiel-en
Schienbein, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Schienbein; ne. shin (N.), shinbone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schinebein, schinbein, schinepein, schinpein, st. N., Schienbein; mnd. schēnebēn, schēnebein, N., Schienbein; mnd. schēnenbēn, schēnenbein, N., Schienbein; ahd. skinabein*, scinabein*, st. N. (a), Schienbein; ahd. skina, skena*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schiene, Schienbein, Zweig; germ. *skiō-, *skiōn, *skia-, *skian, sw. M. (n), Stück, Schiene; germ. *skinō, st. F. (ō), Schiene, Scheit; germ. *skinō-, *skinōn, sw. F. (n), Stück, Schiene, Schienbein; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. bein, st. N. (a), Bein, Gebein, Knochen; germ. *baina-, *bainaz, st. M. (a), Knochen, Bein; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von idg. *bʰeiə-, *bʰei-, bʰī-, V., schlagen, Pokorny 117? (195/28) (RB. idg. aus iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Schienbein, Kluge s. u. Schienbein, DW 15, 15, EWD s. u. Schiene, Duden s. u. Schienbein; Son.: vgl. ae. scinbān, st. N. (a), Schienbein; nndl. scheenbeen, Sb., Schienbein; nschw. skenben, N., Schienbein; nnorw. skinnebein, skinneben, N., Schienbein; GB.: (skinabein) seit 12. Jh. belegte und aus Schien(e) und Bein gebildete Bezeichnung für den sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen vorderen und stärkeren der beiden von dem Fuß bis zu dem Knie gehenden Knochen des Unterschenkels; BM.: schneiden, Knochen; F.: Schienbein, Schienbeins, Schienbeines, Schienbeine, Schienbeinen+EW; Z.: Schie-n-bei-n
Schiene, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schiene, Leiste; ne. rail (N.), bar (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schienbein; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schin, st. F., Schiene, Röhre, Fleckstreifen, Haubenverzierung, Schienbein, Vermessung der Bergwerksgruben; mhd. schine, sw. F., Schiene, Röhre, Flechtstreifen, Haubenverzierung, Schienbein; mnd. schēne, schene, schenne, schīne, F., Schiene, Schienbein, schmaler Reif (M.) (2), Eisen zu dem Beschlag an Edelmetall; mnl. scēne, schene, F., Schiene; ahd. skina, skena*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, „Schiene“, Schienbein, Zweig; as. -; anfrk. -; germ. *skinō, st. F. (ō), Schiene, Scheit; germ. *skinō-, *skinōn, sw. F. (n), Stück, Schiene, Schienbein; germ. *skiō-, *skiōn, *skia-, *skian, sw. M. (n), Stück, Schiene; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schiene, Kluge s. u. Schiene, DW 15, 15, EWD s. u. Schiene, Duden s. u. Schiene, Bluhme s. u. Schiene; Son.: s. lang. skena, st. F. (ō?)?, sw. F. (n?)?, Schiene; afries. -; ae. scinus, st. F. (ō), Schienbein; ae. scīa, sw. M. (n), Schienbein, Bein; an. -; got. -; GB.: seit dem Frühmittelalter 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schmale für verschiedene Zwecke verwendbare Leiste; BM.: schneiden; F.: Schiene, Schienen+EW; Z.: Schie-n-e
$schienen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schienen, mit eine Schiene versehen (V.); E.: s. Schien(e), s, en (Suff.); L.: Kluge s. u. schienen, EWD s. u. Schiene, DW 15, 18; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schien(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einer Schiene versehen (V.); F.: schienen (!), schiene (!), schienst (!), schient (!), schienest, schienet, schiente, schientest, schienten, schientet, geschient, ##geschient, geschiente, geschientes, geschientem, geschienten, geschienter##, schienend, ###schienend, schienende, schienendes, schienendem, schienenden, schienender###, schien (!)+EW; Z.: schie-n-en
schier (1), nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. schier (Adv.) (1), beinahe, fast, rasch, bald; ne. mere, almost; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schiere, Adv., bald, sogleich, schnell, fast; mhd. schiere, schier, schīr, schīre, Adv., kurzzeitig, bald, sofort, gleich, sogleich, schnell, in kurzer Zeit, rasch, leicht; mnd. schīr (2), schīre, Adv., schier, ausschließlich, nur, lauter, sofort, auf der Stelle, rein, fast; mnl. sciere, scier, Adv., schier (Adj.) (1), beinahe; ahd. skiero, sciero, Adv., bald, sogleich, alsbald, schnell, rasch; ahd. skieri*, scieri*, skēri*, scēri*, Adj., eifrig, scharfsinnig; weitere Herkunft unklar?, vielleicht von germ. *skeiri-, *skeiriz, Adj., klar, rein; s. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. schier, Kluge s. u. schier 1, DW 15, 19, EWD s. u. schier 1, Seebold 410, Heidermanns 492, Duden s. u. schier, Bluhme s. u. schier 1; GB.: seit um 765 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung beinahe oder rasch oder bald; BM.: schimmern?; F.: schier+EW; Z.: schie-r
schier (2), nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schier (Adj.) (2), rein, lauter, sauber; ne. sheer (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. schīr (1), Adj., lauter, rein, schier, glänzend; mnd. schīr (1), Adj., schier, rein, klar, licht, wolkenlos, ungetrübt, unverletzt, pur, lauter, hell; mnl. scier, sciere, Adj., schier; ahd. -; as. skīr*, skīri*, Adj., schier, lauter, rein, ungemischt; anfrk. skieri*, scieri, Adj., klar, hell, schier; vgl. germ. *skeiri-, *skeiriz, Adj., klar, rein; s. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. schier, Kluge s. u. schier, DW 15, 26, EWD s. u. schier 2, Duden s. u. schier, Bluhme s. u. schier 2; Son.: vgl. afries. skīre (2), skēre (2), Adj., schier, hell, klar, glänzend, lauter, unvermischt; nnordfries. sker, skier, Adj., hell, klar; ae. scīr (1), Adj., schier, rein, weiß, glänzend, funkelnd, hell, klar; an. skīrr, Adj., rein, klar, hell, berühmt; got. skeirs, Adj. (a)?, (i/ja)?, klar, deutlich, hell; nschw. skir, Adj., schier (Adj.) (2); nnorw. skir, Adj., schier (Adj.) (2); GB.: seit 1150-1170 belegte Bezeichnung für rein oder lauter oder sauber; BM.: schimmern; F.: schier, schiere, schieres, schierem, schieren, schierer+EW; Z.: schie-r
$Schier, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. feine Leinwand; E.: s. schier; L.: Kluge 1. A. s. u. Schier, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und wohl mit schier verbindbare Bezeichnung für feine Leinwand; : Schier, Schieres, Schiere, Schieren+EW; Z.: Schier
Schierling, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schierling, eine Giftpflanze; ne. hemlock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. scherlinc, schirlinc, st. M., Schierling; mnd. schērlinc, scherlink, scherlige, scharlinc, schīrlinc, M., Schierling, Wasserschierling; mnl. scheerlinc, sceerlinc, ahd. skerning*, scerning*, skeriling*, sceriling*, scerling*, st. M. (a), Schierling, Echter Schierling; as. skėrling*, st. M. (a), Schierling; as. skerning*, st. M. (a), Schierling; ahd. skarno*, scarno*, sw. M. (n), Schierling, Echter Schierling; s. germ. *skarna, *skarnam, N., Mist, Dünger; vgl. idg. *sk̑erd, sk̑er-, V., Sb., scheißen, Mist, Kot, Pokorny 947 (1626/98) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schierling, Kluge s. u. Schierling, DW 15, 28, EWD s. u. Schierling, Falk/Torp 456, Duden s. u. Schierling, Bluhme s. u. Schierling; Son.: vgl. afries. skern, Sb., Mist, Kot; nnordfries. skärn, skern; ae. scearn, st. N. (a), Dünger, Mist, Dreck; an. skarn, st. N. (a), Mist, Dünger; gr. σκῶρ (skōr), N., Kot; heth. šakkar, Sb., Kot; GB.: (skerning) seit 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Doldenblütlern gehörende hochwachsende und sehr giftige Pflanze mit hohlem Stängel und fiederteiligen Blättern und großen weißen Blüten; BM.: scheißen bzw. Kot; F.: Schierling, Schierlings, Schierlinge, Schierlingen+EW; Z.: Schier-ling
schießen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schießen, sich schnell fortbewegen, hervorspringen, fortschnellen; ne. shoot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schuss, Geschoss, Geschütz, Schoß (3); Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. schiezen, st. V., werfen, schießen; mnd. schēten (1), scēten, st. V., schießen, erschießen, stürzen, fallen, einfallen, sprießen; mnl. scieten, st. V., schießen; ahd. skiozan*, sciozan, st. V. (2b), schießen, schleudern, treffen, Pfeile schießen, Pfeile schleudern, dringen, fliegen, kämpfen; as. skiotan*, st. V. (2b), schießen; anfrk. skietan*, scieton*, st. V. (2), schießen; germ. *skeutan, st. V., schießen; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; idg. sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schießen, Kluge s. u. schießen, DW 15, 30, EWD s. u. schießen, Falk/Torp 467, Seebold 417, Duden s. u. schießen, Bluhme s. u. schieszen; Son.: vgl. afries. skiāta, st. V. (2), schießen, zuschießen, beisteuern; nnordfries. skiate, V., schießen; ae. scéotan, st. V. (2), schießen, schleudern, werfen, schlagen; an. skjōta, st. V. (2), schießen, stoßen, fortsenden; got. skiutan, st. V. (2), schießen; krimgot. schieten, st. V. (2), schießen; nndl. schieten, V., schießen; nschw. skjuta, V., schießen; nnorw. skyte, V., schießen; lit. sáuti, V., schießen, schnell laufen; ksl. sovati, V., drängen; ksl. isuno̧ti, V., herausziehen, zücken; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fortschnellen oder mit großer Kraft einen Gegenstand von sich entfernen; BM.: werfen; F.: schießen, schieße, schießt, schießest, schießet, schoss, schossest, schossen, schosst, schösse, schössest, schössen, schösset, geschossen, ##geschossen, geschossene, geschossenes, geschossenem, geschossenen, geschossener##, schießend, ###schießend, schießende, schießendes, schießendem, schießenden, schießender###, schieß (!)+EW; Z.: schie-ß-en
$Schießhund, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schießhund, ein Jagdhund; E.: s. schieß(en), s. Hund; L.: DW 15, 50, EWD s. u. Hund; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schieß(en) und Hund gebildete Bezeichnung für einen zu einem Aufsuchen angeschossenen Wildes abgerichteten und deshalb sehr aufmerksamen Jagdhund; F.: Schießhund, Schießhundes, Schießhunds, Schießhunde, Schießhunden+EW; Z.: Schie-ß—hun-d
$Schießprügel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schießprügel; E.: s. schieß(en), s. Prügel; L.: DW 15, 51, EWD s. u. schießen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schieß(en) und Prügel gebildete eher abwertende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schießgewehr; F.: Schie-ß—prüg-el
Schiet, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schiet, Scheiße, Kot; ne. shit (N.); Vw.: -; Hw.: s. scheißen, Schiss; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. schīte, schīt, F., M., Scheiße, Kot, Exkremente, Dreck, Schmutz; mnd. schīten, st. V., scheißen; ahd. *skīzan?, *scīzan?, st. V. (1a), scheißen; as. -; anfrk. -; germ. *skeitan, st. V., scheißen; idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schiet, fehlt DW, EWD s. u. scheißen, Duden s. u. Schiet; Son.: niederdeutsche Form von Scheiße; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren Lebens mögliche Scheiße oder Kot; BM.: schneiden; F.: Schiet, Schiets+EW; Z.: Schie-t
$Schiete, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Schiete, Scheiße, Kot; E.: s. Schiet, s. e (Suff.); L.: EWD s. u. scheißen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren Lebens mögliche Scheiße oder Kot; F.: Schiete, Schieten+EW; Z.: Schie-t-e
Schiff, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schiff, ein Wasserfahrzeug; ne. ship (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schipper; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schif, schef, st. N., Schiff; mnd. schip (2), schep, scep, N., Schiff, Boot, Kahn, Schiffsladung; mnl. scip, scep, N., Schiff; ahd. skif*, skef, st. N. (a), Schiff, Floß, Gefäß; as. skip*, st. N. (a), Schiff; anfrk. -; germ. *skipa-, *skipam, st. N. (a), Einbaum, Schiff, Gefäß; idg. *skeib-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiff, Pokorny 922; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schiff, Kluge s. u. Schiff, DW 15, 53, EWD s. u. Schiff, Falk/Torp 464, Duden s. u. Schiff, Bluhme s. u. Schiff; Son.: vgl. afries. skip (1), skipe, st. N. (a), Schiff; nnordfries. skapp; ae. scip, scyp, st. N. (a), Schiff; an. skip, st. N. (a), Schiff; got. skip, st. N. (a), Schiff; nndl. schip, Sb., Schiff; nschw. skepp, N., Schiff; nnorw. skip, N., Schiff; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit ungefähr 3000 v. Chr. entwickeltes und verwendetes Wasserfahrzeug; BM.: schneiden; F.: Schiff, Schiffes, Schiffs, Schiffe, Schiffen+EW; Z.: Schi-f-f
$Schiffbruch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schiffbruch; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: s. Schiff, s. Bruch; L.: DW 15, 63, EWD s. u. Schiff; GB.: um 1300 belegte und vielleicht nach lat. naufragium aus Schiff und Bruch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Verwendung von Schiffen durch Menschen möglichen Bruch und Untergang eines Schiffes; F.: Schiffbruch, Schiffbruches, Schiffbruchs, Schiffbrüche, Schiffbrüchen+EW; Z.: Schi-f-f—bruch
$schiffen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schiffen, urinieren, regnen; E.: s. Schiff, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schiffen, DW 15, 68, EWD s. u. Schiff; GB.: seit Entwicklung von Schiffen Menschen mögliches mit einem Schiff fahren und später auch für urinieren oder regnen; F.: schiffen (!), schiffe (!), schiffest, schiffet, schiffete, schiffetest, schiffeten, schiffetet, geschifft, ##geschifft, geschiffte, geschifftes, geschifftem, geschifften, geschiffter##, schiffend, ###schiffend, schiffende, schiffendes, schiffendem, schiffenden, schiffender###, schiff (!)+EW; Z.: schi-f-f-en
$Schiffer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schiffer, Führer eines Schiffes; E.: s. Schiff, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schiff, DW 15, 68, EWD s. u. Schiff; GB.: seit 15. Jh. belegte und spät aus dem Niederdeutschen in das Hochdeutsche aufgenommene und aus Schiff und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Führer eines Schiffes; F.: Schiffer, Schiffers, Schiffern+EW; Z.: Schi-f-f-er
$Schifffahrt, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schifffahrt; E.: s. Schiff, s. Fahrt; L.: DW 15, 77, EWD s. u. Schiff; GB.: (skiffart*) 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Schiff und Fahrt entwickelte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Fahren von Schiffen auf einem Gewässer; F.: Schifffahrt, Schifffahrten+EW; Z.: Schi-f-f—fahr-t
$schiffreich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schiffreich, von vielen Schiffen befahren (Adj.); E.: s. Schiff, s. reich; L.: Kluge s. u. schiffreich, DW 15, 92; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Schiff und reich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Zunahme der Schiffe und der Schifffahrt mögliches von vielen Schiffen befahren (Adj.); F.: schiffreich, schiffreiche, schiffreiches, schiffreichem, schiffreichen, schiffreicher(, schiffreichere, schiffreicheres, schiffreicherem, schiffreicheren, schiffreicherer, schiffreichst, schiffreichste, schiffreichstes, schiffreichstem, schiffreichsten, schiffreichster)+EW; Z.: schi-f-f-reich
Schikane, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schikane, Bosheit, absichtlich niederträchtige Behandlung; ne. chicane (N.), chicanery; Vw.: -; Hw.: s. schikanieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. chicane; E.: s. frz. chicane, M., Schikane, Rechtsverdrehung, Spitzfindigkeit; vgl. frz. chicaner, V., schikanieren, böswillig Schwierigkeiten bereiten, das Recht verdrehen; vgl. mfrz. ricaner, V., grinsen, höhnen, gekünstelt lachen; von norm. canne, Sb., Zahn; afrk. *kinni?, st. N. (ja), Kinn; germ. *kinnu-, *kinnuz, *kennu-, *kennuz, st. F. (u), Kinn; s. idg. *g̑enu- (2), F., Kinnbacke, Kinn, Pokorny 381 (553/37) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Schikane, EWD s. u. schikanieren, DW 15, 53, Duden s. u. Schikane; Son.: vgl. nndl. chicane, Sb., Schikane; nschw. chikan, Sb., Schickane; nnorw. sjikane, M., Schikane; poln. szykana, F., Schikane; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittelfranzösischen und dem Normannischen und dem Altniederfränkischen und dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bosheit eines Menschen oder eine absichtlich niederträchtige Behandlung; BM.: Kinn; F.: Schikane, Schikanen+FW; Z.: Schi-kan-e
schikanieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schikanieren, absichtlich boshaft behandeln, absichtlich niederträchtig behandeln, ärgern; ne. bully (V.), harass, chicane (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schikane; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. chicaner; E.: s. frz. chicaner, V., schikanieren, böswillig Schwierigkeiten bereiten, das Recht verdrehen; vgl. mfrz. ricaner, V., grinsen, höhnen, gekünstelt lachen; von norm. canne, Sb., Zahn; afrk. *kinni?, st. N. (ja), Kinn; germ. *kinnu-, *kinnuz, *kennu-, *kennuz, st. F. (u), Kinn; s. idg. *g̑enu- (2), F., Kinnbacke, Kinn, Pokorny 381 (553/37) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Schikane, DW 15, 108, EWD s. u. schikanieren, Duden s. u. schikanieren; Son.: vgl. nndl. chicaneren, V., schikanieren; nschw. chikanera, V., schikanieren; nnorw. sjikanere, V., schikanieren; poln. szykanować, V., schikanieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittelfranzösischen und dem Normannischen und dem Altniederfränkischen und dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches absichtlich boshaft behandeln oder absichtlich niederträchtig behandeln; BM.: Kinn; F.: schikanieren, schikaniere, schikanierst, schikaniert, schikanierest, schikanieret, schikanierte, schikaniertest, schikanierten, schikaniertet, ##schikaniert, schikanierte, schikaniertes, schikaniertem, schikanierten, schikanierter##, schikanierend, ###schikanierend, schikanierende, schikanierendes, schikanierendem, schikanierenden, schikanierender###, schikanier (!)+FW; Z.: schi-kann-ier-en
Schild, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Schild, plattenartige Schutzwaffe; ne. shield (N.); Vw.: -; Hw.: s. schildern; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. schilt, st. M., Schild, Schutzschild, Wappenschild, Schutz, Wappen; mnd. schilt, scilt, N., M., Schild, Schutzwaffe, Schutz und Schirm, Heerschild; mnl. scilt, M., Schild; ahd. skilt, scilt, st. M. (i), Schild; as. skild*, skeld*, st. M. (u), Schild; anfrk. skild*, st. M. (i), Schild; germ. *skeldu-, *skelduz, st. M. (u), Gespaltenes, Schild; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schild 1, Schild 2, Kluge s. u. Schild, EWD s. u. Schild, DW 15, 109, Falk/Torp 458, Duden s. u. Schild, Bluhme s. u. Schild; Son.: vgl. afries. skeld (1), skild (1), st. M. (u), Schild, eine Münze; nfries. schild; ae. scield, scild, scyld, st. M. (a), Schild, Schutz, Verteidigung; an. skjǫldr, skjald, st. M. (u), Schild, gespaltenes Holzstück; got. skildus, st. M. (u), Schild; nndl. schild, Sb., Schild; nschw. sköld, Sb., Schild (Schutzwaffe); ne. skylt, Sb., Schild (Zeichen); nnorw. skjold, N., Schild; nnorw. skilt, Sb., Schild; poln. szyld, M., Schild; lit. skíltis, F., Scheibe; GB.: (skilt) seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen wohl in der Bronzezeit von Menschen vielleicht nach dem natürlichen Vorbild der Muschelschale wohl aus Holz oder Knochen und später aus Metall entwickelten und als plattenartige Schutzwaffe dienenden flächigen Gegenstand; BM.: schneiden; F.: Schild, Schildes, Schilds, Schilde, Schilden+EW; Z.: Schil-d
Schildbürger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schildbürger, naiver und engstirniger Mensch; ne. simpleton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1598; E.: Vorderglied von dem Buchtitel Geschichten und Thaten der Schiltbürger von Hans Kremer; von dem fiktiven ON Schilda; Hinterglied s. Bürger; L.: Kluge s. u. Schildbürger, DW 15, 125, EWD s. u. Schild, Duden s. u. Schildbürger; GB.: seit 1598 belegte und aus dem ON Schild(a) und Bürger gebildete Bezeichnung für einen naiven und engstirnigen Menschen oder jemanden der durch sein törichtes Verhalten bewirkt dass bei bestimmten Vorhaben deren eigentlicher Zweck in ärgerlicher Weise verfehlt wird; BM.: ON, Burg; F.: Schildbürger, Schildbürgers, Schildbürgern+EW; Z.: Schild—bür-g-er
$Schilddrüse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schilddrüse; Q.: um 1800; L.: Kluge s. u. Schilddrüse, DW 15, 126, EWD s. u. Schild; GB.: seit um 1800 belegte und aus Schild und Drüse gebildete Bezeichnung für eine kleine schmetterlingsförmige Drüse an der Vorderseite des Halses unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfs der Säugetiere und in anderer Form auch anderer Tier die durch die von ihr hergestellten Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (Tetrajodthyronin, T4, Vorstufe von T3) Herz und Kreislauf und Blutdruck sowie den Stoffwechsel und Haut und Nieren und Darm beeinflusst; F.: Schilddrüse, Schilddrüsen+EW; Z.: Schil-d—drü-s-e
$Schilderhaus, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schilderhaus, ein Schutzhaus; E.: s. Schild, s. er (Suff.), s. Haus; L.: DW 15, 129, EWD s. u. Schild; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schild und er (Suff.) sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schutzhaus meist aus Holz für Schildposten oder Wachposten bei Unwetter; F.: Schilderhaus, Schilderhauses, Schilderhäuser, Schilderhäusern+EW; Z.: Schil-d-er—hau-s
schildern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schildern, darstellen, berichten, ausführen; ne. describe, depict; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. schilderen (1), sw. V., malen, anstreichen; mnl. scilderen, schilderen, sw. V., bemalen, malen; s. mnd. schildære*, schilder, M., „Schilder“, Schildmacher, Wappenmaler, Maler; mhd. schiltære, schilter, st. M., Schildmacher, Wappenmacher, Maler; mhd. schilt, st. M., Schild, Schutzschild, Wappenschild, Schutz, Wappen; mnd. schilt, scilt, N., M., Schild, Schutzwaffe, Schutz und Schirm, Heerschild; ahd. skilt, scilt, st. M. (i), Schild; as. skild*, skeld*, st. M. (u), Schild; anfrk. skild*, st. M. (i), Schild; germ. *skeldu-, *skelduz, st. M. (u), Gespaltenes, Schild; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schildern, Kluge s. u. schildern, DW 15, 129, EWD s. u. schildern, Duden s. u. schildern; Son.: vgl. nndl. schilderen, V., schildern; frz. épeindre, V., schildern; nschw. skildra, V., schildern; nnorw. skildre, V., schildern; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches darstellen oder berichten oder ausführen; BM.: Schilder malen bzw. schneiden; F.: schildern (!), schildere, schilder (!), schildre, schilderst, schildert, schilderte, schildertest, schilderten, schildertet, geschildert, ##geschildert, geschildertes, geschildertem, geschilderten, geschilderter##, schildernd, ###schildernd, schildernde, schilderndes, schilderndem, schildernden, schildernder###, schilder (!)+EW; Z.: schil-d-er-n
$Schilderung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schilderung, Darstellung, Erzählung, Bericht; E.: s. schilder(n), s. ung; L.: Kluge s. u. schildern, DW 15, 131, EWD s. u. schildern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schilder(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Darstellung oder eine Erzählung oder einen Bericht; F.: Schilderung, Schilderungen+EW; Z.: Schil-d-er-ung
Schildkröte, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schildkröte, ein Panzertier, ein Reptil; ne. turtle, tortoise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. schiltkrote, sw. F., Schildkröte; s. nhd. Schild, Kröte; L.: DW 15, 135, EWD s. u. Schild, Duden s. u. Schildkröte; Son.: vgl. nndl. schildpad, Sb., Schildkröte; nschw. sköldpadda, Sb., Schildkröte; nnorw. skilpadde, M., F., Schildkröte; GB.: seit 1348/1350 belegte Bezeichnung für ein auf dem Land und in Wasser schon vormenschliches und bereits vor rund 220 Millionen Jahren lebendes sich schwerfällig bewegendes und mit einem Bauchpanzer und Rückenpanzer versehenes Tier (Reptil); BM.: schneiden, langsam gehend; F.: Schildkröte, Schildkröten+EW; Z.: Schil-d—kröt-e
Schildpatt, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schildpatt; ne. tortoiseshell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. schildpad; E.: s. nndl. schildpad, Sb., Schildkröte; mnd. schildepadde, schildepatte, F., Schildkröte; mnd. schiltpadde, F., Schildkröte; s. schilt, padde; mnd. schilt, scilt, N., M., Schild, Schutzwaffe, Schutz und Schirm, Heerschild; as. skild*, skeld*, st. M. (u), Schild; germ. *skeldu-, *skelduz, st. M. (u), Gespaltenes, Schild; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. padde, pedde, pet, sw. F., Kröte, Frosch, eine Lurchart; Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schildpatt, Kluge s. u. Schildpatt, DW 15, 137, EWD s. u. Schild, Duden s. u. Schildpatt; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus Schild und padde gebildete sowie in der Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für das seit 1975 in Handel und Einfuhr verbotene gemusterte gelbe oder hellrotbraune Horn von dem Panzer der Karettschildkröte; BM.: Schild bzw. schneiden, Kröte; F.: Schildpatt, Schildpatts, Schildpattes+EW; Z.: Schil-d—patt
$Schildwache, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schildwache, Schildwacht; E.: s. Schild, s. Wache; L.: Kluge s. u. Schildwache, DW 15, 139, EWD s. u. Schild, Wacht; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus Schild und Wache gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Wachestehen für ein Heer und dessen Schilde und Waffen; F.: Schildwache, Schildwachen+EW; Z.: Schil-d—wach-e
$Schildwacht, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schildwacht, Schildwache; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. Schild, s. Wacht, L.: DW 15, 139, EWD s. u. Wacht; GB.: seit um 1185 belegte und aus Schild und Wacht gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Wachestehen für ein Heer und dessen Schilde und Waffen; F.: Schildwacht, Schildwachten+EW; Z.: Schil-d—wach-t
Schilf, nhd., N., M., (9. Jh.): nhd. Schilf, Binse, Schilfrohr; ne. reed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schilf, st. M., st. N., Schilf; mnd. schelp, schilp, N., Schilf, Seetang, Binse; ahd. skiluf*, sciluf, st. M. (a)?, st. N. (a), Schilf, Binse; as. -; anfrk -; germ. *skilpus, Sb., Schilf; lat. scirpus, scilpus, M., Binse, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Schilf, Kluge s. u. Schilf, DW 15, 140, EWD s. u. Schilf, Falk/Torp 461, Duden s. u. Schilf, Bluhme s. u. Schilf; Son.: vgl. afries. -; ae. *sceald (1), st. M. (a), Schilf; an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche und der Entwicklung von Pflanzen mögliche schon vormenschliche an Seeufern wachsende Pflanze der Familie der Süßgräser mit bis zu vier Metern Höhe; BM.: ?; F.: Schilf, Schilfes, Schilfs, Schilfe, Schilfen+FW?+EW?; Z.: Schilf
$Schiller, Schilher, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Schiller; E.: s. schiller(n); L.: Kluge s. u. schillern, DW 15, 147; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit schiller(n) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schielenden oder in wechselnden Farben Glänzenden; F.: Schiller, Schillers, Schillern, Schilher, Schilhers, Schilhern+EW; Z.: Schil-l-er
schillern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schillern, glänzen, changieren; ne. shimmer (V.); Vw.: -; Hw.: s. schielen, scheel; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. schilheren, V., schwachsichtig sein (V.); mhd. schilhen, sw. V., schielen, blinzeln; mnd. schēlen (2), sw. V., „schielen“, hervoräugen, hervorschielen; ahd. skilihen*, scilihen*, sw. V. (1a), schielen, blinzeln; as. -; anfrk. -; germ. *skelhjan, sw. V., schielen; s. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schillern, Kluge s. u. schillern, DW 15, 148, EWD s. u. schillern, Duden s. u. schillern, Bluhme s. u. schillern; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit schielen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in wechselnden Farben glänzen; BM.: biegen bzw. krumm; F.: schillern, schillere, schiller (!), schillerst, schillert, schillerte, schillertest, schillerten, schillertet, geschillert, ##geschillert, geschillertes, geschillertem, geschillerten, geschillerter##, schillernd, ###schillernd, schillernde, schillerndes, schillerndem, schillernden, schillernder###, schiller (!)+EW; Z.: schil-l-er-n
Schilling, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schilling, eine Münze; ne. shilling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schillinc, st. M., Schilling; mnd. schillinc, schillic, schildinc, schillich, M., Schilling, eine Münze von wechselndem Wert; mnl. scellinc, scillinc, scēlinc, M., Schilling; ahd. skilling*, scilling*, st. M. (a), Schildlein, Schilling, goldener Schilling; as. skilling*, st. M. (a), Schilling, Zwölfzahl, zwölf Stück; anfrk. -; germ. *skillinga-, *skillingaz, st. M. (a), Schildchen, Münze, Schilling; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vielleicht leitet sich das Wort auch ab von lat. siliqua, F., Hülsenfruchtschote, Schote, Johannisbrot, sechster Teil eines Skrupels (Gewichtseinheit), Gran, (116-27 v. Chr.); ebenfalls von idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schilling, Kluge s. u. Schilling, DW 15, 149, EWD s. u. Schilling, Duden s. u. Schilling, Bluhme s. u. Schilling; Son.: vgl. afries. skilling, st. M. (a), Schilling (eine Rechnungsmünze); ae. scilling, scylling, st. M. (a), Schilling, Silbermünze; an. skillingr, st. M. (a?), „Schilling“, Münze; got. skilliggs, st. M. (a), Schilling; nndl. shilling, Sb., Schilling; nschw. skilling, Sb., Schilling; nnorw. skilling, M., Schilling; poln. szyling, M., Schilling; nir. scilling, F., Schilling; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine an verschiedenen Stellen verwendete Währungseinheit mit Bezug zu Schild; BM.: schneiden; F.: Schilling, Schillings, Schillinge, Schillingen+EW?+FW?; Z.: Schil-l-ing
Schimäre, Chimäre, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Schimäre, Chimäre, Trugbild, Hirngespinst, phantastisches Ungeheuer; ne. chimera, chimaera; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. schimēre, sw. F., Schimäre; afrz. chimère, F., Schimäre; lat. Chimaera, F.=PN, Chimära, Schimäre, (96-55 v. Chr.); gr. Χίμαιρα (Chímaira), F., Chimära, Ziege; idg. *g̑ʰimo-, *g̑ʰimno-?, Sb., Winter, Schnee, Pokorny 426; vgl. *g̑ʰei- (2), *g̑ʰi-, Sb., Winter, Schnee, Pokorny 425 (612/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schimäre, DW 15, 154, EWD s. u. Chimäre, Duden s. u. Schimäre; Son.: vgl. frz. chimère, F., Schimäre; nschw. chimär, Sb., Schimäre; nnorw. kimære, M., Schimäre; poln. chimera, F., Schimäre; kymr. cimera, M., F., Schimäre; nir. ciméara, M., Schimäre; lit. chimera, F., Schimäre; GB.: (schimēre) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in der Vorstellung des Menschen mögliches Trugbild oder Hirngespinst oder phantastisches Ungeheuer; BM.: Winter; F.: Schimäre, Schimären, Chimäre, Chimären+FW; Z.: Schi-m-är-e
Schimmel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schimmel, Kahm, weißlicher Pilzüberzug faulender Gegenstände, weißes oder graues Pferd; ne. mildew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schimel (2), st. M., Schimmel (M.) (1), Fleck, Makel, Glanz, weißes Pferd; mnd. schimmel (1), schēmel, N., Schimmel (M.) (1); mnl. schimmel, M., Schimmel; ahd. skimbal (1), scimbal*, st. M. (a?), Schimmel (M.) (1), Meltau, Getreiderost; ahd. skimbali*, scimbali*, skimbli*, scimbli*, st. M. (ja), Meltau, Getreiderost; as. -; anfrk. -; germ. *skimala-, *skimalaz, *skimla-, *skimlaz, st. M. (a), Schimmel (M.) (1); vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schimmel, Kluge s. u. Schimmel, DW 15, 155, EWD s. u. Schimmel, Falk/Torp 462, Duden s. u. Schimmel, Bluhme s. u. Schimmel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den auf feuchten oder faulenden organischen Stoffen entstehenden weißlichen oder grauen oder grünlichen schimmernden Belag oder Pilzüberzug und für ein weißes oder graues Pferd; BM.: schimmern; F.: Schimmel, Schimmels, Schimmeln+EW; Z.: Schi-m-m-el
$schimmeln, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schimmeln; L.: Kluge 1. A. s. u. Schimmel, Kluge s. u. Schimmel, DW 15, 158, EWD s. u. Schimmel; GB.: (skimbalēn*) seit 11. Jh. belegte und aus Schimmel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh in der Natur mögliches Schimmel oder Pilzüberzug bilden; F.: schimmeln (!), schimmel (!), schimmle, schimmele (!), schimmelst, schimmelt, schimmelte, schimmeltest, schimmelten, schimmeltet, geschimmelt, ##geschimmelt, geschimmelte, geschimmeltes, geschimmeltem, geschimmelten, geschimmelter##, schimmelnd, ###schimmelnd, schimmelnde, schimmelndes, schimmelndem, schimmelnden, schimmelnder###, schimmel (!)+EW; Z.: schi-m-m-el-n
$Schimmer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schimmer, Glanz, Schein; E.: s. schimmer(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Schimmer, Kluge s. u. schimmern, DW 15, 158, EWD s. u. schimmern, Bluhme s. u. Schimmer; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und mit schimmern verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Licht möglichen Glanz oder Schein; F.: Schimmer, Schimmers, Schimmern+EW; Z.: Schi-m-m-er
schimmern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schimmern, scheinen, schwach leuchten, leicht funkeln; ne. shimmer (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Minneburg); E.: mhd. schimberen*, schimbern, schimmern, sw. V., schimmern, glänzen; mnd. schēmeren, sw. V., dämmern, schattig sein (V.), dunkel sein (V.), dunkel werden; mnl. scēmeren, sw. V., mit einem Schatten bedeckt sein; weitere Herkunft ungeklärt, wohl verwandt mit scheinen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schimmer, Kluge s. u. schimmern, DW 15, 161, EWD s. u. schimmern, Duden s. u. schimmern, Bluhme s. u. Schimmer; Son.: vgl. nndl. schemeren, V., dämmern; nschw. skimra, V., schimmern; nnorw. skimre, V., schimmern; GB.: (schimberen*) seit um 1340 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Licht mögliches scheinen oder schwach leuchten oder leicht funkeln; BM.: ?; F.: schimmern (!), schimmere, schimmer (!), schimmre, schimmerst, schimmert, schimmerte, schimmertest, schimmerten, schimmertet, geschimmert, ##geschimmert, geschimmertes, geschimmertem, geschimmerten, geschimmerter##, schimmernd, ###schimmernd, schimmernde, schimmerndes, schimmerndem, schimmernden, schimmernder###, schimmer (!)+EW; Z.: schi-m-m-er-n
$schimmlig, schimmelig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schimmlig; L.: Kluge 1. A. s. u. Schimmel, Kluge s. u. Schimmel, DW 15, 165 (schimmlig), EWD s. u. Schimmel; GB.: (skimbalag*) seit um 765 belegte und aus Schimmel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh in der Natur mögliches Schimmel bildend oder betreffend; F.: schimmlig, schimmlige, schimmliges, schimmligem, schimmligen, schimmliger(, schimmligere, schimmligeres, schimmligerem, schimmligeren, schimmligerer, schimmligst, schimmligste, schimmligstes, schimmligstem, schimmligsten, schimmligster,) schimmelig, schimmelige, schimmeliges, schimmeligem, schimmeligen, schimmeliger(, schimmeligere, schimmeligeres, schimmeligerem, schimmeligeren, schimmeligerer, schimmeligst, schimmeligste, schimmeligstes, schimmeligstem, schimmeligsten, schimmeligster)+EW; Z.: schi-m-m-l-ig
Schimpanse, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schimpanse, ein Affe; ne. chimpanzee; Vw.: -; Hw.: -; I.: afrik. Lw.; E.: aus der Bantusprache Tschiluba in Afrika aufgenommene und umgebildete Bezeichnung; L.: Kluge s. u. Schimpanse, fehlt DW, EWD s. u. Schimpanse, Duden s. u. Schimpanse; Son.: vgl. nndl. chimpansee, Sb., Schimpanse; frz. chimpanzé, M., Schimpanse; nschw. schimpans, Sb., Schimpanse; nnorw. sjimpanse, M., Schimpanse; poln. szympans, M., Schimpanse; kymr. tsimpansî, M., Schimpanse; nir. simpeansaí, M., Schimpanse; lit. šimpanzė, F., Schimpanse; GB.: seit 1738 belegte und aus der Bantusprache Tschiluba (kivili-chimpenze Scheinmensch) in Afrika aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in Gruppen vorwiegend auf Bäumen lebenden Menschenaffen mit braunschwarzem Fell; BM.: Mensch?; F.: Schimpanse, Schimpansen+FW; Z.: Schimpans-e
$Schimpf, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schimpf, Spiel, Verunglimpfung, Schande; E.: s. schimpf(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Schimpf, Kluge s. u. schimpfen, DW 15, 166, EWD s. u. Schimpf, Duden s. u. Schimpf, Bluhme s. u. Schimpf; GB.: (skimpf*) seit 11. Jh. belegte und mit schimpfen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Spiel oder auch eine Verunglimpfung oder eine Schande; F.: Schimpf, Schimpfes, Schimpfs+EW; Z.: Schimpf
schimpfen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schimpfen, laut und zornig reden; ne. rant (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. schimphen, sw. V., scherzen, spielen, verspotten; mnd. schimpen, schempen, sw. V., schimpfen, beschimpfen, spaßen, scherzen, spielen, tändeln, fechten, verhöhnen, verspotten; ahd. skimpfen*, scimphen*, sw. V. (1a), verhöhnen, verlachen, necken, spotten, verspotten; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von germ. *skemp-, V., hüpfen, scherzen, spotten?; idg. *skamb-, *kamb-, V., krümmen, biegen, Pokorny 918? (1604/76) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Schimpf, Kluge s. u. schimpfen, DW 15, 174, EWD s. u. Schimpf, Falk/Torp 453, Duden s. u. schimpfen, Bluhme s. u. Schimpf; Son.: vgl. nndl. schimpen, V., schimpfen; GB.: seit um 830 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches laut und zornig reden oder seinem Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; BM.: krümmen?; F.: schimpfen (!), schimpfe (!), schimpfst, schimpft, schimpfest, schimpfet, schimpfte, schimpftest, schimpften, schimpftet, geschimpft, ##geschimpft, geschimpfte, geschimpftes, geschimpftem, geschimpften, geschimpfter##, schimpfend, ###schimpfend, schimpfende, schimpfendes, schimpfendem, schimpfenden, schimpfender###, schimpf (!)+EW; Z.: schimpf-en
schimpfieren, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.?): nhd. schimpfieren, verspotten, verunglimpfen; ne. disparage, vilify; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm)?; E.: mhd. schimpfieren*, schimphieren, sw. V., verspotten, höhnen; mhd. schumpfieren, sw. V., besiegen, erniedrigen, beschimpfen; mnd. schanfēren (1), schanfīren, schāmfēren, schampferen, schumpheren, sw. V., schimpfieren, niederwerfen, Niederlage bereiten, beschädigen, ruinieren, zugrunde richten, körperlich verletzen, verwunden, Unehre antun; afrz. desconfire, V., zerstören; Gegenbildung zu afrz. confire, V., zubereiten, Gamillscheg 1, 303a; lat. cōnficere, V., fertig machen, zustande bringen, verfertigen, anlegen, herstellen; lat. cum, Präp., mit, samt; vgl. idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. schimpfieren, DW 15, 179; GB.: vielleicht um 1210 (oder vierzehnhundertachtundachtzig) belegte und mit Schimpf verbindbare Bezeichnung oder aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verspotten oder verunglimpfen; BM.: mit, machen; F.: schimpfieren, schimpfiere, schimpfierst, schimpfiert, schimpfierest, schimpfieret, schimpfierte, schimpfiertest, schimpfierten, schimpfiertet, ##schimpfiert, schimpfierte, schimpfiertes, schimpfiertem, schimpfierten, schimpfierter##, schimpfierend, ###vschimpfierende, schimpfierendes, schimpfierendem, schimpfierenden, schimpfierender###, schimpfier (!)+FW; Z.: schim-p-f-ier-en
$schimpflich, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. schimpflich, scherzhaft, fröhlich, spöttisch, schmählich; E.: s. Schimpf, s. lich; L.: Kluge s. u. schimpfen, DW 15, 181; GB.: seit um 1190 belegte und aus Schimpf und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches scherzhaft oder fröhlich oder spöttisch oder schmählich; F.: schimpflich, schimpfliche, schimpfliches, schimpflichem, schimpflichen, schimpflicher(, schimpflichere, schimpflicheres, schimpflicherem, schimpflicheren, schimpflicherer, schimpflichst, schimpflichste, schimpflichstes, schimpflichstem, schimpflichsten, schimpflichster)+EW; Z.: schimpf-lich
$Schindanger, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Schindanger; E.: s. schind(en), s. Anger; L.: Kluge s. u. schinden, DW 15, 187, EWD s. u. Anger; GB.: vielleicht seit 1540 (Luther) belegte und aus schind(en) und Anger gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Anger auf dem verendetes Vieh geschunden oder enthäutet wird; F.: Schindanger, Schindangers, Schindangern+EW; Z.: Schi-nd—ang-er
Schindel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schindel, dünnes Brett zu dem Dachdecken oder Außenwandverkleiden; ne. shingle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schindel, st. F., sw. F., Schindel; mnd. schindele, schingele, F., Schindel, Holzschindel bzw. Schieferschindel zu dem Dachdecken; mnl. schindel, F., Schindel; ahd. skintala, scintala, st. F. (ō), sw. F. (n), Schindel, Dachziegel; as. skindula*, sw. F. (n), Schindel; anfrk. -; germ. *skindul-, Sb., Schindel; lat. scandula, scindula, F., Schindel, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schindel, Kluge s. u. Schindel, EWD s. u. Schindel, DW 15, 187, Duden s. u. Schindel, Bluhme s. u. Schindel; Son.: vgl. afries. -; ae. scindel, st. M. (a), Schindel; an. -; got. -; GB.: (skintala) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl meist von Menschen entwickeltes und verwendetes dünnes zu dem Abdecken von etwas verwendetes Holzbrettchen; BM.: spalten; F.: Schindel, Schindeln+FW(+EW); Z.: Schi-nd-el
$schindeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schindeln; E.: s. Schindel, s. (e)n; L.: DW 15, 189, EWD s. u. Schindel; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schindel und (e)n gebildete Bezeichnung für dem Menschen mögliches Schindeln herstellen und verwenden; F.: schindeln (!), schindel (!), schindle, schindele, schindelst, schindelt, schindelte, schindeltest, schindelten, schindeltet, geschindelt, ##geschindelt, geschindelte, geschindeltes, geschindeltem, geschindelten, geschindelter##, schindelnd, ###schindelnd, schindelnde, schindelndes, schindelndem, schindelnden, schindelnder###, schindel (!)+FW; Z.: schii-nd-el-n
schinden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. schinden, Haut abziehen, häuten, schälen, plagen, grausam behandeln; ne. skin (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schinn, Schund, Skinhead; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schinden, schinten, st. V., sw. V., enthäuten, misshandeln; mnd. schinden, sw. V., schinden, peinigen, häuten, Fell abziehen, plündern, rauben, ausplündern, ausrauben, berauben, bedrücken, plagen; mnl. scinden, st. V., misshandeln, rauben; ahd. skinten*, scinten*, skinden*, scinden*, sw. V. (1a), schinden, enthäuten, die Haut abziehen, die Rinde abziehen, entrinden, abziehen; as. *skindan?, st. V. (1a), enthäuten, schinden; anfrk. -; germ. *skenþjan, sw. V., enthäuten, schinden; idg. *skend-?, *kend-?, *sken-?, *ken-?, V., Sb., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929; s. idg. *sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schinden, Kluge s. u. schinden, DW 15, 189, EWD s. u. schinden, Falk/Torp 450, Duden s. u. schinden, Bluhme s. u. schinden; Son.: vgl. nschw. skinna, V., schinden; air. ceinn, cenn, Sb., Schuppe, Schale (F.) (1); kymr. cen, N., Haut; GB.: (skinten) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Haut abziehen oder grausam behandeln; BM.: schneiden; F.: schinden, schindest, schindet, schindete, schindetest, schindeten, schindetet, geschunden, ##geschunden, geschundene, geschundenes, geschundenem, geschundenen, geschundener##, schindend, ##schindend, schindende, schindendes, schindendem, schindenden, schindender###, schind (!)+EW; Z.: schi-nd-en
$Schinder, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Schinder, Schindender; E.: s. schind(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Leute-; L.: Kluge s. u. schinden, DW 15, 195, EWD s. u. schinden; GB.: seit 1293 belegte und aus schind(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Abdecker oder einen schindenden oder auch einen quälenden Menschen; F.: Schinder, Schinders, Schindern+EW; Z.: Schi-nd-er
$Schindluder, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schindluder; E.: s. schind(en), s. Luder; L.: Kluge s. u. schinden, DW 15, 202, EWD s. u. schinden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schind(en) und Luder gebildete Bezeichnung für gefallenes Vieh oder krankes Vieh (das zu dem Abdecker getrieben werden soll); F.: Schindluder, Schindluders, Schindludern+EW; Z.: Schi-nd—lu-d-er
$Schindmähre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schindmähre; E.: s. schind(en), s. Mähre; L.: DW 15, 202, EWD s. u. schinden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schind(en) und Mähre gebildete Bezeichnung für ein altes Pferd das zu dem Abdecker gebracht werden kann oder soll; F.: Schindmähre, Schindmähren+EW; Z.: Schi-nd—mähr-e
Schinken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schinken, Schenkel, Oberschenkel des Schlachttiers; ne. ham (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schenkel; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schinke, sw. M., Beinröhre, Schenkel, Schinken; mnd. schinke, schink, schenke, schunke, M., F., Bein, Schenkel (M.), Wagenachse, Hinterkeule von dem Schwein, Schinken; ahd. skinko*, scinco*, sw. M. (n), Schenkel, Unterschenkel; ahd. skinka*, scinca, sw. F. (n), Schienbein, Unterschenkel, Schenkel; as. skinka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schenkel (M.), Bein; anfrk. -; germ. *skenkō-, *skenkōn, *skenka-, *skenkan, sw. M. (n), Schenkel; s. idg. *skeng-, keng-, V., Adj., hinken, schief, schräg, Pokorny 930 (1619/91) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schinken, Kluge s. u. Schinken, DW 15, 203, EWD s. u. Schinken, Falk/Torp 450, Duden s. u. Schinken, Bluhme s. u. Schinken; Son.: vgl. afries. skunka, skunk, sw. M. (n), Schenkel, Schenkelknochen; nnordfries. skonk; ae. -; an. -; got. -; nschw. skinka, Sb., Schinken; nnorw. skinke, M., F., Schinken; poln. szynka, F., Schinken; GB.: (skinka) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Hinterkeule eines Schlachttiers (Schweines) die von Menschen geräuchert oder gekocht gegessen wird; BM.: hinken; F.: Schinken, Schinkens+EW; Z.: Schink-en
Schinn, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Schinn, Schuppe (F.); ne. flake (N.); Vw.: -; Hw.: s. Skinhead, schinden; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. schin, Sb., Schuppe (F.), Hautschuppe; s. mnd. schinden, sw. V., schinden, peinigen, häuten, Fell abziehen, plündern, rauben, ausplündern, ausrauben, berauben, bedrücken, plagen; ahd. skinten*, scinten*, skinden*, scinden*, sw. V. (1a), schinden, enthäuten, die Haut abziehen, die Rinde abziehen, entrinden, abziehen; as. *skindan?, st. V. (1a), enthäuten, schinden; anfrk. -; germ. *skenþjan, sw. V., enthäuten, schinden; idg. *skend-?, *kend-?, *sken-?, *ken-?, V., Sb., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929; s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schinnen, Kluge s. u. Schinn, DW 15, 205, EWD s. u. schinden, Duden s. u. Schinn, Bluhme s. u. Schinne; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schuppe (F.); BM.: schneiden; F.: Schinn, Schinns+EW; Z.: Schi-nn-e
Schippe, Schüppe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schippe, Schüppe, Schaufel; ne. shovel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. schipfe, schippe, sw. M., sw. F., Schippe, Schaufel, Grabscheit; mnd. schüppe, schuppe, F., Spaten (M.), Grabscheit, Schaufel, Schöpfschaufel; mnl. scoppe, scuppe, F., Schaufel; vgl. mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; mnl. schuven, V., schieben; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge 1. A. s. u. Schüppe, Kluge s. u. Schippe, DW 15, 206, EWD s. u. Schippe, Duden s. u. Schippe, Bluhme s. u. Schippe; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Schieben und Verschieben von körnigem Material wie beispielsweise Sand oder Schnee; BM.: schieben; F.: Schippe, Schippen, Schüppe, Schüppen+EW; Z.: Schip-p-e
$schippen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schippen, schieben, schaufeln; L.: Kluge s. u. Schippe, EWD s. u. Schippe, DW 15, 207; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schipp(e) und en (Suff.) gebildete sowie mit schieben verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes schieben oder schaufeln; F.: schippen (!), schippe (!), schippst, schippt, schippest, schippet, schippte, schipptest, schippten, schipptet, geschippt, ##geschippt, geschippte, geschipptes, geschipptem, geschippten, geschippter##, schippend, ###schippend, schippende, schippendes, schippendem, schippenden, schippender###, schipp (!)+EW; Z.: schip-p-en
Schipper, Skipper, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schipper, Skipper, Kommandant eines Schiffes, Kapitän, Schiffer; ne. skipper; Vw.: -; Hw.: s. Schiff, Herr; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. schiphēr (1), schiphēre, schephēre, N., Schiffsheer, Schiffsmacht, Kriegsflotte; vgl. mnd. schip (2), schep, scep, N., Schiff, Boot, Kahn, Schiffsladung; as. skip*, st. N. (a), Schiff; germ. *skipa-, *skipam, st. N. (a), Einbaum, Schiff, Gefäß; idg. *skeib-, V., Sb., schneiden, scheiden, Schiff, Pokorny 922; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mnd. hēre, M., Herr, Richter, Geistlicher; as. hêrro, sw. M. (n), Herr; as. hêr (2), Adj., „hehr“, hoch, vornehm; germ. *haira-, *hairaz, Adj., grau, grauhaarig, alt, hehr?; s. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schipper, DW 15, 206, Duden s. u. Schipper; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und mit Schiff und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Kommandanten eines Schiffes oder Kapitän oder Schiffer; BM.: Schiff, Herr; F.: Schipper, Schippers, Schippern, Skipper, Skippers, Skippern+EW; Z.: Schi-p-p-er
$schippern, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. schippern, ein Schiff führen; E.: s. Schipper, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schipper, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. mnd. belegte und aus Schipper und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Schiffen durch Menschen mögliches ein Schiff führen; F.: schippern, schippere, schipper (!), schipperst, schippert, schipperte, schippertest, schipperten, schippertet, geschippert, ##geschippert, geschipperte, geschippertes, geschippertem, geschipperten, geschipperter##, schippernd, ###schippernd, schipperndes, schipperndem, schippernden, schippernder###, schipper (!)+EW; Z.: schi-p-p-er-n
Schirm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schirm, Mauer, Verteidigung, Schutz; ne. screen (N.), umbrella, shield (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. schirm, scherm, st. M., Schild, Schutz, Gewähr, Garantie, Einrede, Rechtsbrief, Deckung, Schirm, Verteidigung, Vorhalten des Schildes; mnd. scherme, scherm, N., Schirm, Schutz, Dach, Wand, Deckung; mnl. scherm, scerm, Sb., Schirm; ahd. skirm, scirm*, st. M. (i?), Schirm, Schutz; as. -; anfrk. -; germ. *skermi-, *skermiz, st. M. (i), Fell, Schirm, Schild; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schirmen, Kluge s. u. Schirm, DW 15, 208, EWD s. u. Schirm, Falk/Torp 455, Duden s. u. Schirm, Bluhme s. u. Schirm; Son.: vgl. nndl. scherm, Sb., Schirm; nschw. skärm, Sb., Schirm; ai. sárman-, N., Schirm, Schutz; gr. κέρμα (kérma), N., kleines Stück, Scheidemünze (kleine Münze); lat. corium, N., dicke Haut, dickes Fell, Balg, Schlauch; apreuß. kērmens, Sb., Leib; aruss. skora, Sb., Haut, Fell; GB.: (skirm) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und bei Bedarf verwendeten (meist aufspannbaren) Schutz vor Regen oder Sonne; BM.: schneiden; F.: Schirm, Schirmes, Schirms, Schirme, Schirmen+EW; Z.: Schir-m
schirmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schirmen, abschirmen, schützen; ne. shield (V.), screen (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. schirmen (1), schermen, sw. V., schützen, beschützen, sichern, Gewähr leisten, Sicherheit leisten, verteidigen, sich verteidigen, fechten, kämpfen; mnd. schermen, sw. V., schirmen, schützen, wehren, fechten, fuchteln; ahd. skirmen*, scirmen, sw. V. (1a), schirmen, schützen, verteidigen; ahd. skirmēn*, scirmēn, sw. V. (3), verteidigen; as. -; anfrk. *skirmen?, sw. V. (1), schirmen, schützen; germ. *skermjan, sw. V., schirmen, schützen; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938; L.: Kluge 1. A. s. u. schirmen, Kluge s. u. Schirm, DW 15, 215, EWD s. u. Schirm, Duden s. u. schirmen; Son.: vgl. afries. skirma, sw. V. (1), schirmen, schützen; ae. -; an. -; got. skaírmjan, sw. V. (1), schirmen; GB.: (skirmen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schützen oder fernhalten; BM.: schneiden; F.: schirmen (!), schirme (!), schirmst, schirmt, schirmest, schirmet, schirmte, schirmtest, schirmten, schirmtet, geschirmt, ##geschirmt, geschirmte, geschirmtes, geschirmtem, geschirmten, geschirmter##, schirmend, ###schirmend, schirmende, schirmendes, schirmendem, schirmenden, schirmender###, schirm (!)+EW; Z.: schir-m-en
$Schirmherr, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schirmherr, Schutzherr; E.: s. Schirm, s. Herr; L.: DW 14, 219, EWD s. u. Schirm; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. patrōnus aus Schirm und Herr gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Schutzherrn; F.: Schirmherr, Schirmherren, Schirmherrn+EW; Z.: Schir-m—her-r
Schirokko, Scirocco, nhd., M., (?): nhd. Schirokko, Scirocco, ein Wind; ne. sirocco; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: s. mhd. scheroc, st. M., Schirokko; it. scirocco, M., Schirokko; arab. šarqī, Adj., Sb., östlich, östlicher Wind; vgl. arab. šarq, Sb., Osten; L.: Duden s. u. Schirokko; Son.: vgl. nndl. sirocco, Sb., Schirokko; frz. sirocco, M., Schirokko; nschw. sirocco, Sb., Schirokko; nnorw. scirocco, sirocco, Sb., Schirokko; poln. sirocco, M., Schirokko; kymr. siroco, M., Schirokko; nir. sireacó, M., Schirokko; lit. sirokas, M., Schirokko; GB.: seit dem Mittelalter (?) belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit unbekannter Zeit möglichen (östlichen) heißen und trockenen sowie Staub mitführenden Wind in dem Mittelmeerraum; BM.: Osten; F.: Schirokko, Schirokkos, Scirocco, Sciroccos+FW(+EW); Z.: Schirok-k-o
Schirr, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Schirr, Geschirr; ne. dishes, harness (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: vgl. germ. *skeran, st. V., scheren (V.) (1), schneiden; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 15, 225; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit aller zu dem Essen und Trinken benutzten Gefäße bzw. das seit der Verwendung gezähmter Zugtiere mögliche Riemenzeug von Zugtieren; BM.: schneiden; F.: Schirr, Schirres, Schirrs, Schirre, Schirren+EW; Z.: Schir-r
schirren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. schirren, anschirren, Geschirr anlegen; ne. harness (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschirr; Q.: 17. Jh.; E.: s. Schirr, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schirren, DW 15, 225, EWD s. u. schirren, Duden s. u. schirren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schirr und en (Suff.) gebildete und seitdem verwendete Bezeichnung für Geschirr anlegen; BM.: schneiden; F.: schirren, schirre (!), schirrst, schirrt, schirrest, schirret, schirrte, schirrtest, schirrten, schirrtet, geschirrt, ##geschirrt, geschirrte, geschirrtes, geschirrtem, geschirrten, geschirrter##, schirrend, ###schirrend, schirrende, schirrendes, schirrendem, schirrenden, schirrender###, schirr (!)+EW; Z.: schir-r-en
$Schirrmeister, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Schirrmeister; E.: s. Schirr, s. Meister; L.: DW 15, 226, EWD s. u. schirren; GB.: (schirremeister) seit 1450/1451 belegte und aus Schirr und (e sowie) Meister gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht in Grundherrschaften entwickelten und verwendeten Verwalter des Geschirrs von Zugtieren und von Geräten und Fahrzeugen; F.: Schirrmeister, Schirrmeisters, Schirrmeistern+EW+FW; Z.: Schir-r—mei-st-er
Schisma, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Schisma, Spaltung, Zerwürfnis; ne. schism, schisma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. schisma; E.: s. lat. schisma, N., Spaltung, Trennung, Schisma, (4. Jh. n. Chr.); gr. σχίσμα (schísma), F., N., Riss, Spalt, Trennung; vgl. gr. σχίζειν (schízein), V., spalten, zerspalten (V.); vgl. idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Schisma; Son.: vgl. nndl. schisma, Sb., Schisma; frz. schisme, M., Schisma; nschw. schisma, Sb., Schisma; nnorw. skisma, N., Schisma; poln. schiszma, F., Schisma; kymr. sgism, M., F., Schisma; nir. siosma, F., Schisma; lit. schizma, F., Schisma; GB.: (zisma) seit 1411 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Religion in den Hochkulturen des Altertums mögliche Kirchenspaltung; BM.: schneiden; F.: Schisma, Schismas, Schismen+FW; Z.: Schi-s-m-a
Schiss, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schiss, Angst; ne. dump (N.), fear (N.), fright (N.); Vw.: -; Hw.: s. scheißen, Schiet; Q.: 16. Jh.; E.: abgeleitet von scheißen, s. mhd. schīzen, st. V., scheißen; ahd. *skīzan?, *scīzan?, st. V. (1a), scheißen; as. -; anfrk. -; germ. *skeitan, st. V., scheißen; idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schisz, Kluge s. u. Schiss, DW 15, 227 (Schisz), EWD s. u. scheißen, Duden s. u. Schiss; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit scheißen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Ausgeschissenes und mittelbar vielleicht für dafür unwillkürlich ursächliche Angst; BM.: schneiden; F.: Schiss, Schisses, Schisse, Schissen+EW; Z.: Schi-ss
$schizophren, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. schizophren, in dem Bewusstsein gespalten; Q.: um 1920; E.: s. Schizophren(ie); L.: Kluge s. u. Schizophrenie, fehlt DW, EWD s. u. Schizophrenie; GB.: seit um 1920 belegte und mit Schizophrenie verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in dem Bewusstsein gespalten; F.: schizophren, schizophrene, schizophrenes, schizophrenem, schizophrenen, schizophrener+FW; Z.: schi-z-o-phren
Schizophrenie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Schizophrenie, Bewusstseinsspaltung; ne. schizophrenia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1908; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σχίζειν (schízein), V., spalten, zerspalten (V.); vgl. idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. φρήν (phrḗn), F., Zwerchfell, Brust; idg. *gᵘ̯ʰren-, Sb., Zwerchfell, Geist, Verstand, Pokorny 496 (736/18) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge s. u. Schizophrenie, fehlt DW, EWD s. u. Schizophrenie, Duden s. u. Schizophrenie; Son.: vgl. nndl. schizofrenie, Sb., Schizophrenie; frz. schizophrénie, F., Schizophrenie; nschw. schizofreni, Sb., Schizophrenie; nnorw. schizofrenie, M., Schizophrenie; poln. schizofrenia, F., Schizophrenie; kymr. sgitsoffrenia, M., Schizophrenie; nir. scitsifréine, F., Schizophrenie; lit. šizofrenija, F., Schizophrenie; GB.: seit 1908 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche und in der jüngeren Vergangenheit häufigere mit Denkstörungen und Halluzinationen und Wahn einhergehende schwere Psychose; BM.: schneiden, Verstand; F.: Schizophrenie, Schizophrenien+FW; Z.: Schi-z-o-phren-ie
$schlabberig, schlabbrig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schlabberig, geräuschvoll essend oder trinkend, weich, schmiegsam; E.: s. schlabb(e)r(n), s. ig; L.: Kluge s. u. schlabbern, DW 15, 230, EWD s. u. schlabbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlabb(e)r(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geräuschvoll essend oder trinkend oder weich oder schmiegsam; F.: schlabberig, schlabberige, schlabberiges, schlabberigem, schlabberigen, schlabberiger(, schlabberigere, schlabberigeres, schlabberigerem, schlabberigeren, schlabberigerer, schlabberigst, schlabberigste, schlabberigstes, schlabberigstem, schlabberigsten, schlabberigster), schlabbrig, schlabbrige, schlabbriges, schlabbrigem, schlabbrigen, schlabbriger(, schlabbrigere, schlabbrigeres, schlabbrigerem, schlabbrigeren, schlabbrigerer, schlabbrigst, schlabbrigste, schlabbrigstes, schlabbrigstem, schlabbrigsten, schlabbrigster)+EW; Z.: sch-lab-b-er-ig
$Schlabbermaul, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schlabbermaul, Schwätzer; E.: s. schlabber(n), s. Maul; L.: DW 15, 230, EWD s. u. schlabbern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlabber(n) und Maul gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen Schwätzer; F.: Schlabbermaul, Schlabbermaules, Schlabbermauls, Schlabbermäuler, Schlabbermäulern+EW; Z.: Sch-lab-b-er—mau-l
schlabbern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schlabbern, geräuschvoll essen oder trinken, schlürfend fressen oder saufen; ne. slobber (V.), slabber (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slabberen, sw. V., schlabbern, schlürfen?, gedankenlos hinschwatzen, plappern; vgl. germ. *lapan, st. V., lecken (V.) (1), schlürfen, schmatzen; idg. *lab-, *labʰ-, V., schlürfen, lecken (V.) (1), schmatzen, Pokorny 651 (1047/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlabbern, Kluge s. u. schlabbern, DW 15, 230, EWD s. u. schlabbern, Duden s. u. schlabbern, Bluhme s. u. schlabbern; Son.: vgl. nndl. slobberen, V., schlabbern; nschw. slabba, V., schlabbern; nnorw. slafse, slabbe, V., schlabbern; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geräuschvoll essen und trinken oder schlürfend fressen und saufen; BM.: schlürfen; F.: schlabbern, schlabbere, schlabber (!), schlabbre, schlabberst, schlabbert, schlabberte, schlabbertest, schlabberten, schlabbertet, geschlabbert, ##geschlabbert, geschlabbertes, geschlabbertem, geschlabberten, geschlabberter##, schlabbernd, ###schlabbernd, schlabbernde, schlabberndes, schlabberndem, schlabbernden, schlabbernder###, schlabber (!)+EW; Z.: sch-lab-b-er-n
Schlacht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schlacht, Kampf, Kriegshandlung zwischen zwei Heeren; ne. battle (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlagen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. slahte, st. F., Schlacht, Tötung, Schlachtung; mnd. slacht (1), N., F., Schlacht, Kampf, Schlachtung, Tötung, Pfahlwerk, Bohlenwerk als Uferbefestigung; mnl. slacht, F.?, Schlacht; ahd. slahta (2), st. F. (ō), Schlacht, Schlachtung, Abschlachtung, Tötung, Gemetzel, Tod, Ermordung, Vernichtung, Blutbad; as. *slahta?, st. F. (ō), Tötung; anfrk. -; germ. *slahtō (2), st. F. (ō), Schlagen, Tötung; s. idg. *slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlacht, Kluge s. u. Schlacht, DW 15, 231, EWD s. u. Schlacht, Falk/Torp 533, Seebold 427, Duden s. u. Schlacht, Bluhme s. u. Schlacht; Son.: vgl. afries. slachte (2), F., Schlag; afries. slachta (1), sw. M. (n), F., Totschlag, Schlag, Gepräge; ae. -; an. -; got. -; nndl. slag, Sb., Schlacht; nschw. slag, N., Schlacht; nnorw. slag, N., Schlacht; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen heftigen und längere Zeit anhaltenden Kampf zwischen größeren militärischen Einheiten wie beispielsweise zwei Heeren oder ein vergleichbares Zusammentreffen; BM.: schlagen; F.: Schlacht, Schlachten+EW; Z.: Schlach-t
$schlachten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schlachten, töten (von Tieren); Vw.: s. aus-; L.: Kluge s. u. Schlacht, DW 15, 237, EWD s. u. schlachten; GB.: (slahtōn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Schlacht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (durch Schlagen) töten; F.: schlachten (!), schlachte (!), schlachtest, schlachtet, schlachtete, schlachtetest, schlachteten, schlachtetet, geschlachtet, ##geschlachtet, geschlachtete, geschlachtetes, geschlachtetem, geschlachteten, geschlachteter##, schlachtend, ###schlachtend, schlachtende, schlachtendes, schlachtendem, schlachtenden, schlachtender###, schlacht (!)+EW; Z.: schlach-t-en
$Schlachtenbummler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlachtenbummler; E.: s. Schlacht, s. en (Suff.), s. Bummler; L.: Kluge s. u. Schlachtenbummler, DW 15, 237, EWD s. u. bummeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlacht und en (Suff.) sowie Bummler gebildete Bezeichnung für Menschen die beispielsweise unter dem Vorwand von Krankenpflege aus Neugierde Schlachten aufsuchen sowie später für Besucher von Schlachten nachempfundenen Sportereignissen; F.: Schlachtenbummler, Schlachtenbummlers, Schlachtenbummlern+EW; Z.: Schlach-t-en—bumm-l-er
$Schlachter, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schlachter, Schlächter, Metzger, Fleischer; E.: s. schlacht(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlacht, DW 15, 242 (Schlachter, Schlächter), EWD s. u. schlachten; GB.: (slahtāri) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lancinator aus schlacht(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Schlachter oder Schlächter oder Metzger oder Fleischer; F.: Schlachter, Schlachters, Schlachtern+EW; Z.: Schlach-t-er
$Schlächter, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schlächter, Schlachter, Metzger, Fleischer; E.: s. schlacht(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlacht, DW 15, 242 (Schlachter, Schlächter), EWD s. u. schlachten; GB.: (slahtāri) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lancinātor aus schlacht(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen Schlachter oder Schlächter oder Metzger oder Fleischer; F.: Schlächter, Schlächters, Schlächtern+EW; Z.: Schläch-t-er
$Schlachterei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schlachterei, Metzgerei, Fleischerei; Q.: um 1800; E.: s. Schlachter, s. ei; L.: DW 15, 242, EWD s. u. schlachten; GB.: um 1800 belegte und aus Schlachter und ei gebildete Bezeichnung für einen Betrieb eines Schlachters oder eine Metzgerei oder Fleischerei; F.: Schlachterei, Schlachtereien+EW; Z.: Schlach-t-er-ei
$Schlächterei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schlächterei, Schlachterei, Metzgerei, Fleischerei; Q.: um 1800; L.: DW 15, 242, EWD s. u. schlachten; GB.: um 1800 belegte und aus Schlächter und ei gebildete Bezeichnung für eine Metzgerei oder Fleischerei; F.: Schlächterei, Schlächtereien+EW; Z.: Schlach-t-er-ei
$Schlachtvieh, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schlachtvieh; E.: s. schlacht(en), s. Vieh; L.: DW 15, 254, EWD s. u. schlachten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlacht(en) und Vieh gebildete Bezeichnung für das von Menschen für das Schlachten (N.) und Essen (N.) bestimmte Vieh wie Rinder und Schweine; F.: Schlachtvieh, Schlachtviehs+EW; Z.: Schlach-t—vieh
schlack, nhd. (ält.), Adj., (10. Jh.): nhd. schlack, schlaff; ne. slack (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schlackern (2); Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. slach, Adj., schlack, schlaff; mnd. slak, Adj., träge, lau; mnl. slac, Adj., schlaff, lose, träge; ahd. slah*, Adj., schlapp, schlaff; as. slak*, Adj., schlaff, mutlos, feige, furchtsam; anfrk. -; germ. *slaka-, *slakaz, *slakka-, *slakkaz, Adj., locker, schlaff; idg. *slēg-, *lēg-, *sleng-, leng-, Adj., schlaff, matt, Pokorny 959 (1651/123) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. schlack, DW 15, 254, Duden s. u. schlack; Son.: vgl. afries. -; ae. slæc, Adj., schlaff, matt, träge, faul; an. slakr, Adj., schlaff, nicht straff gespannt; got. -; nschw. slak, Adj., schlack; nnorw. slakk, Adj., schlack; lat. laxus, Adj., schlaff; air. lac, Adj., schlaff; lett. legens, Adj., schlaff; GB.: (slah) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schlaff; BM.: schlaff; F.: schlack, schlacke, schlackes, schlackem, schlacken, schlacker(, schlackere, schlackeres, schlackerem, schlackeren, schlackerer, schlackst, schlackste, schlackstes, schlackstem, schlacksten, schlackster)+EW; Z.: schlack
Schlack, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Schlack, Brei, Matsch; ne. pulp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlacke, schlackern (1); Q.: 19. Jh.; E.: Intensivbildung zu mnd. slagge, F., schlackiges Wetter, nasskaltes Wetter, Gemisch von Regen (M.) und Schnee, Schmutzwetter; germ. *slag-, V., feucht sein (V.); vgl. idg. *sk̑lēk-, *sk̑lək-, Adj., V., nass?, spritzen?, sprengen?, Pokorny 957 (1642/114) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. Schlack, DW 15, 254, Duden s. u. Schlack; Son.: vgl. an. slag, st. N., Nässe; ne. slag, N., Matsch; lit. šlãkas, M., Tropfen, Fleck; lit. šlakė́ti, V., tröpfeln, triefen; lit. šlė̃kti, V., spritzen; russ. sljákot, F., Schlackerwetter; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Brei oder Matsch; BM.: nass?; F.: Schlack, Schlackes, Schlacks+EW; Z.: Schlack
Schlacke, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schlacke, Verbrennungsrückstand; ne. slag (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlack, schlagen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. slagge (1), slacghe, slacge, M., Schlacke, Metallschlacke, Eisenschlacke; mnd. slaggen (1), M., Schlacke, Metallschlacke, Eisenschlacke; germ. *slaga-, *slagam, st. N. (a), Schlag; vgl. idg. *slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlacke, Kluge s. u. Schlacke, DW 15, 255, EWD s. u. Schlacke, Duden s. u. Schlacke, Bluhme s. u. Schlacke; Son.: vgl. nschw. slagg, Sb., Schlacke; nnorw. slagg, N., Schlacke; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und über Schlag mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Verbrennungsrückstand oder die bei der Verbrennung von Steinkohle oder Koks in kleineren oder größeren Stücken zurückbleibende harte und poröse Masse; BM.: nass?; F.: Schlacke, Schlacken+EW; Z.: Schlack-e
schlackern (1), nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. schlackern (V.) (1), regnen und schneien zugleich; ne. rain (V.) and snow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlack; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: zu mnd. slagge, F., schlackiges Wetter, nasskaltes Wetter, Gemisch von Regen (M.) und Schnee, Schmutzwetter; germ. *slag-, V., feucht sein (V.); vgl. idg. *sk̑lēk-, *sk̑lək-, Adj., V., nass?, spritzen?, sprengen?, Pokorny 957 (1642/114) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. schlackern 1, DW 15, 261, EWD s. u. schlackern 2, Duden s. u. schlackern, Bluhme s. u. schlackern 2; Son.: norddeutsch; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches regnen und schneien zugleich; BM.: nass? bzw. spritzen?; F.: schlackern (!), schlackere (!), schlacker (!), schlackre, schlackerst, schlackert, schlackerte, schlackertest, schlackerten, schlackertet, geschlackert, ##geschlackert, geschlackertes, geschlackertem, geschlackerten, geschlackerter##, schlackernd, ###schlackernd, schlackernde, schlackerndes, schlackerndem, schlackernden, schlackernder###, schlacker (!)+EW; Z.: schlack-er-n
schlackern (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. schlackern (V.) (2), wackeln, schlenkern; ne. flap (V.), tremble (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlack, Schlaks?; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet zu schlack (s. d.); L.: Kluge s. u. schlackern 2, fehlt DW, EWD s. u. schlackern 1, Duden s. u. schlackern; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit schlack verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches wackeln oder schlenkern oder sich lose herabhängend ungleichmäßig hin bewegen und her bewegen; BM.: schlaff; F.: schlackern (!), schlackere (!), schlacker (!), schlackre (!), schlackerst, schlackert, schlackerte, schlackertest, schlackerten, schlackertet, geschlackert, ##geschlackert, geschlackertes, geschlackertem, geschlackerten, geschlackerter##, schlackernd, ###schlackernd, schlackernde, schlackerndes, schlackerndem, schlackernden, schlackernder###, schlacker (!)+EW; Z.: schlack-er-n
$Schlackerwetter, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schlackerwetter; E.: s. schlacker(n), s. Wetter; L.: Kluge s. u. Schlackerwetter, DW 15, 261; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlacker(n) und Wetter gebildete Bezeichnung für ein durch schlacker(n) gekennzeichnetes Wetter; F.: Schlackerwetter, Schlackerwetters, Schlackerwettern+EW; Z.: Schlack-er—we-t-t-er
Schlaf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schlaf, Zustand des Schlafens, Zustand der Ruhe und Entspannung; ne. sleep (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlafen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. slāf, st. M., Schlaf, Schläfe; mnd. slāp (1), sclap, slaep, slaͤp, M., Schlaf, Schlummern, Schlafen, Todesschlaf, Zustand der Untätigkeit oder Trägheit; mnl. slaep, M., Schlaf; ahd. slāf, st. M. (a), Schlaf, Schläfrigkeit, Untätigkeit, Schläfe; as. slāp*, st. M. (a), Schlaf; anfrk. slāp, st. M. (a), Schlaf; germ. *slēpa-, *slēpaz, *slǣpa-, *slǣpaz, st. M. (a), Schlaf; s. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlaf, Kluge s. u. schlafen, DW 15, 263, EWD s. u. schlafen, Falk/Torp 537, Seebold 434, Duden s. u. Schlaf, Bluhme s. u. Schlaf; Son.: vgl. afries. slēp, st. M. (a), Schlaf; saterl. slepe; ae. slǣp (1), slāp (1), slēp, st. M. (a), Schlaf; an. -; got. slēps, st. M. (a)?, Schlaf; nndl. slaap, Sb., Schlaf; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen einer Erholung des Organismus dienenden und meist nur eine Nacht oder einige Stunden aber beispielsweise bei Fledermäusen oder Siebenschläfern oder Hamstern oder Murmeltieren oder als Winterruhe ohne Absenkung der Körpertemperatur bei Bären oder Dachsen oder Eichhörnchen auch einen ganzen Winter dauernden Zustand der Ruhe und Entspannung; BM.: schlaff hängen; F.: Schlaf, Schlafes, Schlafs+EW; Z.: Sch-laf
Schläfe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schläfe, Bereich zwischen Ohr und Auge, Schläfenbein; ne. temple (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. slāf, slōf, slouf, st. M., Schlaf, Schläfe; mnl. slaep, Sb., Schläfe; weitere Herkunft ungeklärt?, Anschluss an schlafen oder an schlaff?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlaf 1, Kluge s. u. Schläfe, DW 15, 270 (Schlaf), EWD s. u. schlafen, Duden s. u. Schläfe, Bluhme s. u. Schlaefe; Son.: vgl. nndl. slaap, Sb., Schläfe; GB.: (slāf) seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie mit schlafen oder schlaff verbindbare Bezeichnung für den beiderseits oberhalb der Wange zwischen Auge und Ohr gelegenen und in dem Grundaufbau aus Stirnbein und Scheitelbein und Schläfenbein und Keilbein sowie Jochbein bestehenden Bereich des Kopfes des Menschen; BM.: schlafen bzw. schlaff?; Son.: etwas älter slāfbein, vielleicht nach lat. tempus (N.) (2); F.: Schläfe, Schläfen+EW; Z.: Schläf-e
schlafen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schlafen, sich in einem Ruhezustand befinden; ne. sleep (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlaf; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. slāfen, red. V., schlafen; mnd. slāpen (1), st. V., schlafen, schlummern, im Schlafe liegen, Todesschlaf halten, gestorben sein (V.); mnl. scāpen, st. V., schlafen; ahd. slāfan (1), red. V., schlafen, einschlafen; as. slāpan, red. V. (2a), schlafen; anfrk. slāpan*, slāpon*, st. V. (7)=red. V., schlafen; germ. *slēpan, *slǣpan, st. V., schlafen; idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; s. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlaf 2, Kluge s. u. schlafen, DW 15, 275, EWD s. u. schlafen, Falk/Torp 537, Seebold 434, Duden s. u. schlafen, Bluhme s. u. Schlaf; Son.: vgl. afries. slēpa, st. V. (7)=red. V., schlafen; nfries. sliepen, V., schlafen; ae. slǣpan, slāpan, slēpan, st. V. (7)=red. V. (1), schlafen, betäubt sein (V.), bewegungslos sein (V.), tot sein (V.); an. -; got. slēpan, krimgot. schlipen, red. V. (4), schlafen; nndl. slapen, V., schlafen; air. lobur, lobor, Adj., schwach; lit. slõbti, V., schwach, schlaff werden; ksl. slabŭ, Adj., schwach; GB.: sich meist unter Schließen der Augenlider in einem Ruhezustand befinden; BM.: schlaff hängen; F.: schlafen, schlafe (!), schläfst, schläft, schlaft, schlafest, schlafet, schlief, schliefst, schliefen, schlieft, schliefe, schliefest, schliefet, geschlafen, ##geschlafen, geschlafene, geschlafenes, geschlafenem, geschlafenen, geschlafener##, schlafend, ###schlafend, schlafende, schlafendes, schlafendem, schlafenden, schlafender###, schlaf (!)+EW; Z.: sch-laf-en
$schläfern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schläfern, schläferig sein (V.); Vw.: s. ein-; E.: s. Schlaf, s. er (Suff.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schlafen, DW 15, 291, EWD s. u. schlafen; GB.: (slāferen*) seit 1120/1130 belegte und aus Schlaf und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung tierischen Lebens mögliches schläferig werden oder schläferig sein (V.); F.: schläfern, schläfere, schläfer (!), schläferst, schläfert, schläferte, schläfertest, schläferten, schläfertet, geschläfert, ##geschläfert, geschläferte, geschläfertes, geschläfertem, geschläferten, geschläferter##, schläfernd, ###schläfernd, schläferndes, schläferndem, schläfernden, schläfernder###, schläfer (!)+EW; Z.: sch-läf-er-n
schlaff, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schlaff, matt, kraftlos, entspannt; ne. slack (Adj.), limp (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schlapp; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. slaf, Adj., schlaff, welk; mnd. slap, Adj., schlapp, schlaff, nicht gespannt, nicht prall, träge, energielos, kraftlos; mnl. slap, Adj., schlaff, schlapp, weich; ahd. slaf*, Adj., träge, schlaff, lässig, untätig, erschlafft, matt, lose; as. -; anfrk. *slap?, Adj., schlaff, träge; germ. *slapa-, *slapaz, Adj., schlaff, träge; s. idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, slab-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlaff, Kluge s. u. schlaff, DW 15, 292, EWD s. u. schlaff, Falk/Torp 537, Seebold 434, Heidermanns 507, Duden s. u. schlaff, Bluhme s. u. schlaff; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. slap, Adj., schlaff; nschw. slapp, Adj., schlaff; lit. slõbti, V., schwach, schlaff werden; lett. slãbs, Ad., schlaff, schwach; ksl. slabъ, Adj., schwach; GB.: (slaf) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für matt oder kraftlos oder entspannt; BM.: schlaff hängen; F.: schlaff, schlaffe, schlaffes, schlaffem, schlaffen, schlaffer(, schlaffere, schlafferes, schlafferem, schlafferen, schlafferer, schlaffst, schlaffste, schlaffstes, schlaffstem, schlaffsten, schlaffster)+EW; Z.: sch-laf-f
$schlaffen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schlaffen; Vw.: s. er-; E.: s. schlaff, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schlaff, DW 15, 294; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus schlaff und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für schlaff werden oder schlaff sein (V.); F.: schlaffen (!), schlaffe (!), schlaffst, schlafft, schlaffest, schlaffet, schlaffte, schlafftest, schlafften, schlafftet, geschlafft, ##geschlafft, geschlaffte, geschlafftes, geschlafftem, geschlafften, geschlaffter##, schlaffend, ###schlaffend, schlaffende, schlaffendes, schlaffendem, schlaffenden, schlaffender###, schlaff (!)+EW; Z.: sch-laf-f-en
$Schlafittchen, Schlawittchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schlafittchen, Schlagflügel, Kragen, Ärmel; E.: s. Schlafittich, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Fittich; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Schlafittich verbindbare Bezeichnung für einen Schlagflügel; F.: Schlafittchen, Schlafittchens+EW; Z.: Schla—fit-t—chen
Schlafittich, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlafittich, Schlagflügel, Flügel; ne. coat tail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von einem Schlagfittich, s. schlag(en), Fittich; L.: Kluge s. u. Schlafittich, DW 15, 298; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen Schlagflügel; BM.: schlagen, fliegen; F.: Schlafittich, Schlafittichs, Schlafittiche, Schlafittichen+EW; Z.: Schla—fit-t-ich
$Schlafmütze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlafmütze, schläferiger Mensch; E.: s. Schlaf, s. Mütze; L.: DW 15, 304, EWD s. u. schlafen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schlaf und Mütze gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dem 15. Jh. gegen Kälte entwickelte und während des Schlafes getragene Mütze und übertragen (Adj.) für einen schläferigen Menschen; F.: Schlafmütze, Schlafmützen+EW; Z.: Sch-laf—mütz-e
$schläfrig, schläferig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schläfrig, schlafbedürftig, müde, dem Schlafen nahe; E.: s. schläfer(n), s. ig; L.: Kluge s. u. schlafen, DW 15, 305, EWD s. u. schlafen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schläfer(n) und ig gebildete Bezeichnung für schlafbedürftig oder müde oder dem Schlafen nahe; F.: schläfrig, schläfrige, schläfriges, schläfrigem, schläfrigen, schläfriger(, schläfrigere, schläfrigeres, schläfrigerem, schläfrigeren, schläfrigerer, schläfrigst, schläfrigste, schläfrigstes, schläfrigstem, schläfrigsten, schläfrigster,) schläferig, schläferige, schläferiges, schläferigem, schläferigen, schläferiger(, schläferigere, schläferigeres, schläferigerem, schläferigeren, schläferigerer, schläferigst, schläferigste, schläferigstes, schläferigstem, schläferigsten, schläferigster)+EW; Z.: sch-läf-r-ig
$Schlafrock, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlafrock, Morgenrock; E.: s. schlaf(en), s. Rock; L.: DW 15, 307, EWD s. u. schlafen; GB.: (slāfroc) seit 1330-1356 belegte und aus schlaf(en) und Rock gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes einteiliges nach dem Schlafen getragenes Kleidungsstück; F.: Schlafrock, Schlafrockes, Schlafrocks, Schlafröcke, Schlafröcken+EW; Z.: Sch-laf—rock
Schlag (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schlag (M.) (1), Gruppe von Menschen, Geschlecht von Menschen; ne. kind (N.); Vw.: -; Hw.: s. Geschlecht; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: von Geschlecht (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlag 1, Duden s. u. Schlag; Son.: s. ahd. slaht*, st. N. (a), Art (F.) (1), Geschlecht, Stamm; slaht, st. F., Geschlecht, Gattung, Art (F.) (1); GB.: seit 10. Jh. belegte Bezeichnung für eine durch eine bestimmte Verhaltensweise gekennzeichnete Gruppe von Menschen; BM.: schlagen; F.: Schlag, Schlages, Schlags, Schläge, Schlägen+EW; Z.: Schlag
Schlag (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schlag (M.) (2), Hieb, Streich; ne. blow (N.), hit (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlagen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. slac, st. M., Schlag, tödlicher Schlag, Stoß, Hieb, Münzschlag; mnd. slach (1), M., N., Schlag, Hieb, Kampf, Schlacht, Schlägerei, Prügel, Prankenhieb; mnl. slach, M., Schlag (M.) (2); ahd. slag, st. M. (i), Schlag, Abschlagen, Stoß, Hieb, Sturm, Ansturm; as. slag?, st. M. (i?), Schlag; anfrk. slegi, st. M. (i), Schlag, Qual; germ. *slagi-, *slagiz, st. M. (i), Schlag; vgl. idg. slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlag 2, DW 15, 314, EWD s. u. Schlag, Falk/Torp 534, Seebold 426, Duden s. u. Schlag, Bluhme s. u. Schlag; Son.: vgl. afries. slaga (1), sw. M. (n), Schlagen, Tötung; afries. slei, st. M. (i?), Schlag?; ae. slėge, slæge, st. M. (i), Schlag, Streich, Ermordung, Krach; an. slagr, st. M. (i), Schlag, Melodie, Art (F.) (3); got. slahs, st. M. (i), Schlag, Plage, Ohrfeige; nndl. slag, Sb., Schlag; nschw. slag, N., Schlag; nnorw. slag, N., Schlag; air. slacc, Sb., Schwert; GB.: (slag) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen von höheren tierischen Lebewesen ausgeführten Hieb oder Streich oder eine kurze schnelle hiebartige Bewegung; BM.: hämmern; F.: Schlag, Schlages, Schlags, Schläge, Schlägen+EW; Z.: Schlag
$Schlagader, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schlagader, Pulsader; E.: s. Schlag, s. Ader; L.: DW 15, 314, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlag und Ader gebildete Bezeichnung für die das Blut von dem Herzen eines Lebewesens in die Körperteile leitende und durch den Herzschlag geprägte Ader; F.: Schlagader, Schlagadern+EW; Z.: Schlag-ader
$Schlaganfall, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlaganfall; E.: s. Schlag, s. Anfall; L.: DW 15, 314 EWD s. u. Schlag; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlag und Anfall vielleicht nach lat. apoplexia gebildete Bezeichnung für einen infolge einer Durchblutungsstörung in dem Gehirn (schlagartig) auftretenden Ausfall körperlicher Funktionen mit Lähmungen; F.: Schlaganfall, Schlaganfalls, Schlaganfalles, Schlaganfälle, Schlaganfällen+EW; Z.: Schlag-an-fall
$schlagartig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schlagartig, die Art eines Schlages betreffend, plötzlich; L.: DW 15, 336, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlag und Art sowie ig gebildete Bezeichnung für die Art eines Schlages betreffend oder plötzlich; F.: schlagartig, schlagartige, schlagartiges, schlagartigem, schlagartigen, schlagartiger(, schlagartigere, schlagartigeres, schlagartigerem, schlagartigeren, schlagartigerer, schlagartigst, schlagartigste, schlagartigstes, schlagartigstem, schlagartigsten, schlagartigster)+EW; Z.: schlag—ar-t-ig
$Schlagbaum, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schlagbaum, Grenzbalken; E.: s. Schlag, s. Baum; L.: Kluge s. u. Schlagbaum, DW 15, 336, EWD s. u. Baum; GB.: (slageboum*) vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Schlag und Baum gebildete Bezeichnung für ein langen und um ein Ende drehbaren Balken für eine mögliche Sperre einer Grenze für Fahrzeuge und Menschen; F.: Schlagbaum, Schlagbaums, Schlagbaumes, Schlagbäume, Schlagbäumen+EW; Z.: Schlag—bau-m
Schlägel, Schlegel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schlägel, Schlegel, Keule, Schenkel; ne. mallet; Vw.: -; Hw.: s. schlagen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. slegel, st. M., Schlägel, Keule; ahd. slegil, st. M. (a), Schlegel, Schlägel, Keule, Klöppel, Klotz, Dreschflegel; as. -; anfrk. -; germ. *slagila-, *slagilaz, st. M. (a), Schlegel; s. idg. *slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlegel, Kluge s. u. Schlegel, DW 15, 556, EWD s. u. Schlegel, Seebold 426, Duden s. u. Schlägel, Bluhme s. u. Schlegel; Son.: vgl. afries. -; ae. slėgel, st. M. (a), Schlägel, Plektrum; an. -; got. -; nndl. slegill, M., Schlägel; GB.: (slegil) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu einem Schlagen oder auch einen (ihm ähnlichen) Schenkel; BM.: schlagen; F.: Schlägel, Schlägels, Schlägeln, Schlegel, Schlegels, Schlegeln+EW; Z.: Schläg-el
schlagen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schlagen, hauen, töten; ne. hit (V.), slay; Vw.: -; Hw.: s. Schlag (2), Schlägel, Schlacht, Schlacke, schletzen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. slahen (1), slagen, slān, st. V., schlagen, hauen, hereinbrechen, zuschlagen, krachen, pochen; mnd. slān (1), sclan, slaen, slain, slaan, st. V., schlagen, Schläge versetzen, verletzen, erschlagen (V.), schlachten; mnl. slaen, st. V., schlagen; ahd. slahan, st. V. (6), schlagen, erschlagen (V.), töten, schlachten; as. slahan, st. V. (6), schlagen, töten; anfrk. slān*, st. V. (6), schlagen; germ. slahan, st. V., schlagen, einschlagen; idg. slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959? (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlag 2, Kluge s. u. schlagen, DW 15, 346, EWD s. u. schlagen, Falk/Torp 523, Seebold 425, Duden s. u. schlagen, Bluhme s. u. schlagen; Son.: vgl. afries. slā, slān, st. V. (6), schlagen, verwunden, erschlagen (V.), prägen, zustopfen; saterl. sla, V., schlagen; afries. slā, slān, st. V. (6), schlagen, verwunden, erschlagen (V.), prägen, zustopfen; saterl. sla, V., schlagen; an. slā (2), st. V. (6), schlagen, töten, schmieden; got. slahan*, st. V. (6), schlagen, hauen, ohrfeigen; nndl. slaan, Sb., schlagen; nschw. slå, V., schlagen; nnorw. slå, V., schlagen; gr. κλᾶν (klan), V., brechen, zerbrechen, biegen; air. slachta, Adj., geschlagen; mir. sligid, V., schlägt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hauen oder töten oder mit den Händen beeinträchtigen; BM.: hämmern; F.: schlagen, schlage, schlägst, schlägt, schlagt, schlagest, schlaget, schlug, schlugst, schlugen, schlugt, schlüge, schlügest, schlügen, schlüget, geschlagen, ##geschlagen, geschlagene, geschlagenes, geschlagenem, geschlagenen, geschlagener##, schlagend, ###schlagend, schlagende, schlagendes, schlagendem, schlagenden, schlagender###, schlag (!)+EW; Z.: schlag-en
$Schlager, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlager; E.: s. schlag(en), s. er (Suff.) ; L.: Kluge s. u. Schlager, EWD s. u. schlagen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein zeitweise sehr beliebtes Lied oder auch eine zeitweise sehr gut verkaufbare Ware; F.: Schlager, Schlagers, Schlagern+EW; Z.: Schlag-er
$Schläger, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schläger, Schlagender; Vw.: s. Trommel-; E.: s. schlag(en), s. er; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 15, 414, EWD s. u. schlagen; GB.: (slagāri*, slahāri*) seit 11. Jh. belegte und aus Schlag und schlag(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schlagenden; F.: Schläger, Schlägers, Schlägern+EW; Z.: Schläg-er
$Schlägerei, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schlägerei, Rauferei, Handgemenge E.: s. Schläger, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. schlagen, DW 15, 414, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schläger und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Rauferei oder ein Handgemenge mehrerer Menschen; F.: Schlägerei, Schlägereien+EW; Z.: Schläg-er-ei
$schlagfertig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schlagfertig, geistesgegenwärtig, sprachgewandt; L.: Kluge s. u. schlagfertig, DW 15, 416, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schlag und schlag(en) sowie fertig gebildete Bezeichnung für bereit zu schlagen oder geistesgegenwärtig oder sprachgewandt; F.: schlagfertig, schlagfertige, schlagfertiges, schlagfertigem, schlagfertigen, schlagfertiger(, schlagfertigere, schlagfertigeres, schlagfertigerem, schlagfertigeren, schlagfertigerer, schlagfertigst, schlagfertigste, schlagfertigstes, schlagfertigstem, schlagfertigsten, schlagfertigster)+EW; Z.: schlag-fer-t-ig
$Schlagfluss, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Schlagfluss, Schlaganfall; E.: Schlag, s. Fluss; L.: Kluge s. u. Schlagfluss, DW 15, 416 (Schlagflusz), EWD s. u. Schlag; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schlag und Fluss gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen infolge einer Durchblutungsstörung in dem Gehirn auftretenden Schlaganfall; F.: Schlagfluss, Schlagflusses, Schlagflüsse, Schlagflüssen+EW; Z.: Schlag—flu-ss
$Schlaglicht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schlaglicht; E.: s. Schlag, s. Licht; L.: DW 15, 416 EWD s. u. schlagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schlag und Licht gebildete Bezeichnung für ein schlagartig gebildetes oder verwendetes Licht; F.: Schlaglicht, Schlaglichtes, Schlaglichts, Schlaglichter, Schlaglichtern+EW; Z.: Schlag—lich-t
$Schlagsahne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schlagsahne, Schlagrahm, Schlagobers; E.: s. schlag(en), s. Sahne; L.: DW 15, 423, EWD s. u. Sahne; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlag(en) und Rahm gebildete Bezeichnung für von Menschen möglicherweise seit 16. Jh. aus Milch zu eine Art Schnee geschlagenen Sahne oder Milchrahm oder Schlagrahm oder Schlagobers; F.: Schlagsahne, Schlagsahnen+EW; Z.: Schlag—sahn-e
$Schlagschatten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlagschatten; E.: s. Schlag, s. Schatten; L.: Kluge s. u. Schlagschatten, DW 15, 423, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlag(en) und Schatten gebildete Bezeichnung für den Schatten eines Körpers auf seiner Umgebung; L.: Schlagschatten, Schlagschattens+EW; Z.: Schlag—schatt-en
$Schlagseite, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlagseite; E.: s. schlag(en), s. Seite; L.: Kluge s. u. Schlagseite, DW 15, 424, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlag(en) und Seite gebildete sowie sachlich seit der Entwicklung von Schiffen durch Menschen mögliche seitliche Neigung eines Schiffes oder übertragen (Adj.) eines betrunkenen Menschen; F.: Schlagseite, Schlagseiten+EW; Z.: Schlag—sei-t-e
$Schlagwort, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schlagwort; E.: s. schlag(en), s. Wort; L.: Kluge s. u. Schlagwort, DW 15, 427, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlag(en) und Wort gebildete Bezeichnung für ein treffendes oder kennzeichnendes Wort eines umfassenderen Textes oder einer umfangenden Gegebenheit; F.: Schlagwort, Schlagwortes, Schlagworts, Schlagworte, Schlagworten, Schlagwörter, Schlagwörtern+EW; Z.: Schlag—wor-t
$Schlagzeile, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schlagzeile; E.: s. schlag(en), s. Zeile; L.: Kluge s. u. Schlagzeile, fehlt DW, EWD s. u. Schlag; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlag(en) und Zeile gebildete Bezeichnung für eine auf eine Zeile beschränkte Zusammenfassung einer Ausführung oder Darlegung; F.: Schlagzeile, Schlagzeilen+EW; Z.: Schlag—zei-l-e
$Schlagzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Schlagzeug; E.: s. schlag(en), s. Zeug; L.: EWD s. u. schlagen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus schlag(en) und Zeug gebildete Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Mehrheit von durch Schlagen eines Spielers zu verwendenden Musikinstrumenten; F.: Schlagzeug, Schlagzeugs, Schlagzeuges, Schlagzeuge, Schlagzeugen+EW; Z.: Schlag—zeu-g
Schlaks, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlaks, ungelenker junger Mann; ne. beanpole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: vielleicht gebildet zu schlackern (2)?; L.: Kluge s. u. Schlaks, fehlt DW, EWD s. u. Schlaks, Duden s. u. Schlaks; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht zu schlackern gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit möglichen sich ungeschickt bewegenden hochaufgeschossenen ungelenkem jungen Mann; BM.: schlaff; F.: Schlaks, Schlakses, Schlakse, Schlaksen+EW; Z.: Schlak-s
$schlaksig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schlaksig, hochaufgeschossen und ungelenk; E.: s. Schlaks, s. ig; L.: Kluge s. u. Schlaks, fehlt DW, EWD s. u. Schlaks; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlaks und ig gebildete Bezeichnung für hochaufgeschossen und ungelenk; F.: schlaksig, schlaksige, schlaksiges, schlaksigem, schlaksigen, schlaksiger(, schlaksigere, schlaksigeres, schlaksigerem, schlaksigeren, schlaksigerer, schlaksigst, schlaksigste, schlaksigstes, schlaksigstem, schlaksigsten, schlaksigster)+EW; Z.: schlak-s-ig
Schlamassel, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Schlamassel, verfahrene Lage; ne. mess (N.), shemozzle; Vw.: -; Hw.: s. Massel (1), Schlemihl?; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. Lw. jidd. schlamassel.; E.: s. jidd. schlamassel, schlemasl, schlimasl, Sb., „was nicht Glück ist“, Unglück, Pech; das Hinterglied kommt von wjidd. massel, Sb., Massel (M.); hebr. mazzālot, Sb. Pl., Geschick, Sternbilder; L.: Kluge s. u. Schlamassel, DW 15, 428, EWD s. u. Schlamassel, Duden s. u. Schlamassel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Jiddischen und teilweise dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben oder Menschen mögliche verfahrene Lage in die ein Lebewesen oder ein Mensch ohne seinen wirklichen Willen gerät; BM.: Sternbild; F.: Schlamassel, Schlamassels+FW; Z.: Schla-mass-el
Schlamm, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlamm, Sumpf, Morast, Dreck, Kot; ne. mud; Vw.: s. -beißer; Hw.: -; Q.: um 1331 (Daniel); E.: mhd. slam, st. M., Schlamm, Kot; mnd. slam, M., Schlamm, Dreck, Schmutz, Sumpf, Mahlabfall, Getreidehülsen, Spelzen deren Vermahlung verboten wird; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit gr. λάμπη (lámpē), F., Schaum, Schleim, Rotz; gr. λέμφος (lémphos), M., Schleim, Rotz; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlamm, Kluge s. u. Schlamm, DW 15, 428, EWD s. u. Schlamm, Duden s. u. Schlamm, Bluhme s. u. Schlamm; Son.: vgl. nschw. slam, N., Schlamm; GB.: (slam) seit um 1331 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliche schmierige und aufgeweichte Erde oder Sumpf oder Morast oder Dreck oder Kot; BM.: ?; F.: Schlamm, Schlammes, Schlamms, Schlamme, Schlammen, Schlämme, Schlämmen+EW; Z.: Schlam-m
Schlammbeißer, Schlammpeitzger, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Schlammbeißer, eine Schmerle; ne. loach, stone loach; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. obersorbisches Lw.; E.: Vorderglied s. Schlamm; Hinterglied von obersorb. piskor, von obersorb. pisk, Sb., Pfiff; L.: Kluge s. u. Schlammbeißer, DW 15, 431 (Schlammbeiszer), Duden s. u. Schlammbeißer; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Obersorbischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen stark gefährdeten und sich während des Tages in den Gewässergrund eingrabenden sowie vorwiegend von Larven und Schnecken und Würmern lebenden bis zu dreißig Zentimeter langen Süßwasserfisch mit gedrungenem walzigem Körper und wulstigem Maul mit Barteln; BM.: Pfiff; F.: Schlammbeißer, Schlammbeißers, Schlammbeißern+FW+EW?; Z.: Schlam-m—beiß-er
$schlämmen, nhd., sw. V., (18. Jh?): nhd. schlämmen; E.: s. Schlamm, s. en (Suff.): L.: Kluge s. u. Schlamm, DW 15, 431, EWD s. u. Schlamm; GB.: nach mhd. Vorstufen vielleicht seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für mit Schlamm versehen (V.) oder von Schlamm befreien; F.: schlämmen (!), schlämme (!), schlämmst, schlämmt, schlämmest, schlämmet, schlämmte, schlämmtest, schlämmten, schlämmtet, geschlämmt, ##geschlämmt, geschlämmte, geschlämmtes, geschlämmtem, geschlämmten, geschlämmter##, schlämmend, ###schlämmend, schlämmende, schlämmendes, schlämmendem, schlämmenden, schlämmender###, schlämm (!)+EW; Z.: schläm-m-en
$schlammig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlammig, morastig; E.: s. Schlamm, s. ig; L.: Kluge s. u. Schlamm, DW 15, 432, EWD s. u. Schlamm; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlamm und ig gebildete Bezeichnung für Schlamm betreffend oder morastig; F.: schlammig, schlammige, schlammiges, schlammigem, schlammigen, schlammiger(, schlammigere, schlammigeres, schlammigerem, schlammigeren, schlammigerer, schlammigst, schlammigste, schlammigstes, schlammigstem, schlammigsten, schlammigster)+EW; Z.: schlam-m-ig
$Schlämmkreide, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schlämmkreide, Heilkreide; E.: s. schlämm(en), s. Kreide; L.: DW 15, 432, ?EWD s. u. Schlamm (Schlammkreide?); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlämm(en) und Kreide gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Heilkreide; F.: Schlammkreide, Schlammkreiden+EW+FW; Z.: Schlam-m—kreid-e
Schlamp, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Schlamp, Gelage; ne. binge (N.), feast (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlemmen; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. slamp, st. M., Gelage; Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit der Wortsippe von schlabbern (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlamp, Kluge s. u. Schlamp, DW 15, 434; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie möglicherweise mit schlabbern verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Gelage; BM.: ?; F.: Schlamp, Schlampes, Schlamps, Schlampe, Schlampen+EW; Z.: Schlamp
$Schlampamp, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Schlampamp, Gelage; E.: s. Schlamp; L.: Kluge s. u. Schlamp, DW 15, 436; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Schlamp verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Gelage; F.: Schlampamp, Schlampamps, Schlampampes, Schlampampe, Schlampampen+EW; Z.: Schlam-pamp
$Schlampampe, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Schlampampe; L.: Kluge s. u. Schlampe, DW 15, 436, EWD s. u. Schlampe; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Schlamp verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Gelage; F.: Schlampampe, Schlampampen+EW; Z.: Schlamp-amp-e
$schlampampen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schlampampen, gierig schlürfen?; E.: s. Schlampamp, s. (en); L.: Kluge s. u. Schlampamp, DW 15, 436, EWD s. u. Schlampe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlampamp(e) und en gebildete Bezeichnung wohl für gierig schlürfen; F.: schlampampen (!), schlampampe (!), schlampampst, schlampampt, schlampampest, schlampampet, schlampampte, schlampamptest, schlampampten, schlampamptet, geschlampampt, ##geschlampampt, geschlampampte, geschlampamptes, geschlampamptem, geschlampampten, geschlampampter##, schlampampend, ###schlampampend, schlampampende, schlampampendes, schlampampendem, schlampampenden, schlampampender###, schlampamp (!)+EW; Z.: schlamp-amp-en
Schlampe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlampe, Luder, unordentliche Frau; ne. slut, slob (F.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht nasalierte Form der Wortfamilie von schlaff (s. d.); L.: Kluge s. u. Schlampe, DW 15, 438, EWD s. u. Schlampe, Duden s. u. Schlampe, Bluhme s. u. Schlampe; Son.: vgl. nschw. slampa, Sb., Schlampe; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit schlaff verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Luder oder eine unordentliche Frau; BM.: schlaff hängen?; F.: Schlampe, Schlampen+EW; Z.: Schlamp-e
$schlampen (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schlampen, Gelage halten; E.: s. Schlamp, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlamp, DW 15, 438, EWD s. u. Schlampe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schlamp und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Alkohol mögliches ein Gelage halten; F.: schlampen (!), schlampe (!), schlampst, schlampt, schlampest, schlampet, schlampte, schlamptest, schlampten, schlamptet, geschlampt, ##geschlampt, geschlampte, geschlamptes, geschlamptem, geschlampten, geschlampter##, schlampend, ###schlampend, schlampende, schlampendes, schlampendem, schlampenden, schlampender###, schlamp (!)+EW; Z.: schlamp-e
$schlampen (2), nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. schlampen, schlampig sein (V.); L.: Kluge s. u. Schlampe, EWD s. u. Schlampe; GB.: spätestens seit 20. Jh. mögliche schlampig sein (V.); F.: schlampen (!), schlampe (!), schlampst, schlampt, schlampest, schlampet, schlampte, schlamptest, schlampten, schlamptet, geschlampt, ##geschlampt, geschlampte, geschlamptes, geschlamptem, geschlampten, geschlampter##, schlampend, ###schlampend, schlampende, schlampendes, schlampendem, schlampenden, schlampender###, schlamp (!)+EW; Z.: schlamp-e
$Schlamperei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schlamperei, liederliches Leben; E.: s. schlamp(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlampe, DW 15, 438, EWD s. u. Schlampe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlamp(en) und er (Suff.), s. ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches liederliches Leben; F.: Schlamperei, Schlampereien+EW; Z.: Schlamp-er-ei
$schlampfen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. schlampfen, ein Gelage halten; E.: s. schlampen; L.: Kluge s. u. Schlamp, DW 15, 438 (s. schlampen); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schlampf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Gelage halten; F.: schlampfen, schlampfe (!), schlampfst, schlampft, schlampfest, schlampfet, schlampfte, schlampftest, schlampften, schlampftet, geschlampft, ##geschlampft, geschlampfte, geschlampftes, geschlampftem, geschlampften, geschlampfter##, schlampfend, ###schlampfend, schlampfende, schlampfendes, schlampfendem, schlampfenden, schlampfender###, schlampf (!), DW 15, 440+EW; Z.: schlampf-en
$schlampig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlampig, schmutzig, liederlich; E.: s. Schlamp(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Schlampe, DW 15, 440, EWD s. u. Schlampe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlamp(e) und ig gebildete Bezeichnung für schmutzig oder liederlich in Gegensatz zu ordentlich; F.: schlampig, schlampige, schlampiges, schlampigem, schlampigen, schlampiger(, schlampigere, schlampigeres, schlampigerem, schlampigeren, schlampigerer, schlampigst, schlampigste, schlampigstes, schlampigstem, schlampigsten, schlampigster)+EW; Z.: schlamp-ig
Schlange, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schlange, ein fußloses Reptil (Kriechtier); ne. snake (N.); Vw.: s. Uräus-; Hw.: s. schlingen (1); Q.: 9. Jh.; E.: mhd. slange, sw. M., Schlange, Drache (M.) (1); mnd. slange, M., F., Schlange, Teufel, Schlangenbild, Sünde, arglistiger Mensch, Geschütz mit langem Rohr; mnl. slanghe, M., Schlange; ahd. slango, sw. M. (n), Schlange, Salomonssiegel; as. slango, sw. M. (n), Schlange; anfrk. slango*, sw. M. (n), Schlange; germ. *slangō-, *slangōn, *slanga-, *slangan, sw. M. (n), Schlange; s. idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlange, Kluge s. u. Schlange, DW 15, 440, EWD s. u. Schlange, Falk/Torp 536, Duden s. u. Schlange, Bluhme s. u. Schlange; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. slang, Sb., Schlange; nnorw. slange, M., Schlange; lat. lumbrīcus, M., Eingeweidewurm; kymr. llyngyr, F., Eingeweidewurm; GB.: (slango) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches vielleicht vor etwa 128 Millionen Jahren entstandenes einen lang gestreckten walzenförmigen fußlosen Körper (ohne Gliedmaßen) und eine lange vorne gespaltene Zunge habendes und in manchen Arten giftiges Kriechtier; BM.: kriechen; F.: Schlange, Schlangen+EW; Z.: Schla-ng-e
$schlängeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schlängeln, sich wie eine Schlange bewegen; E.: s. Schlang(e), s. el, s. (e)n (Suff.); L.: DW 15, 451, EWD s. u. Schlange; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schlang(e) und el sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich wie eine Schlange bewegen; F.: schlängeln, schlängel (!), schlängle, schlängele, schlängelst, schlängelt, schlängelte, schlängeltest, schlängelten, schlängeltet, geschlängelt, ##geschlängelt, geschlängelte, geschlängeltes, geschlängeltem, geschlängelten, geschlängelter##, schlängelnd, ###schlängelnd, schlängelnde, schlängelndes, schlängelndem, schlängelnden, schlängelnder###+EW; Z.: schlä-ng-el-n
schlank, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schlank, schmal, dünn; ne. slim (Adj.), slender (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. slanc, Adj., schlank, mager, geschmeidig; mnd. slank, slanchg, Adj., schlank, biegsam, geschmeidig, weich, dünn, schlaff, schmächtig, mager; mnl. slanc, Adj., schlank; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *slanka-, *slankaz, Adj., schlank; s. idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlank, Kluge s. u. schlank, DW 15, 476, EWD s. u. schlank, Falk/Torp 536, Heidermanns 506, Duden s. u. schlank, Bluhme s. u. schlank; Son.: vgl. afries. -; ae. slincan, st. V. (3a), kriechen; an. -; got. -; nndl. slank, Adj., schlank; nschw. slank, Adj., schlank; nnorw. slank, Adj., schlank; GB.: seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches schmal oder dünn; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlank, schlanke, schlankes, schlankem, schlanken, schlanker(, schlankere, schlankeres, schlankerem, schlankeren, schlankerer, schlankst, schlankste, schlankstes, schlankstem, schlanksten, schlankster)+EW; Z.: schla-nk
Schlankel, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Schlankel, Schlingel, junger Mann; ne. scamp, rogue; Vw.: -; Hw.: s. Schlingel; Q.: 18. Jh.; E.: mit Vokalwechsel von Schlingel (s. d.); L.: Kluge s. u. Schlankel, DW 15, 480, Duden s. u. Schlankel; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Schlingel verbindbare Bezeichnung für einen grundsätzlich zu Streichen aufgelegten jungen Mann; BM.: gleiten bzw. kriechen; F.: Schlankel, Schlankels, Schlankeln+EW; Z.: Schlank-el
$Schlankheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlankheit, Schlanksein; E.: s. schlank, s. heit; L.: Kluge s. u. schlank, DW 15, 481, EWD s. u. schlank; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlank und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Schlanksein; F.: Schlankheit+EW; Z.: Schla-nk-hei-t
$schlankweg, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. schlankweg, rundweg, sofort, kurzum; Q.: um 1800; E.: s. schlank, s. weg; L.: Kluge s. u. schlankweg, fehlt DW, EWD s. u. schlank; GB.: um 1800 belegte und aus schlank und weg gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Verwendung von Zeit mögliches rundweg oder sofort oder kurzum; F.: schlankweg+EW; Z.: schla-nk-weg
schlapp, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlapp, schlaff; ne. limp (Adj.), floppy; Vw.: -; Hw.: s. schlaff; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slap, Adj., schlapp, schlaff, nicht gespannt, nicht prall, träge, energielos, kraftlos; germ. *slapa-, *slapaz, Adj., schlaff, träge; s. idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *slab-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schlapp, DW 15, 480, EWD s. u. schlapp, Duden s. u. schlapp, Bluhme s. u. schlapp; Son.: niederdeutsche Form von „schlaff“; vgl. nndl. slap, Adj., schlapp; nschw. slapp, Adj., schlapp; nnorw. slapp, Adj., schlapp; GB.: (slap) seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schlaff; BM.: schlaff hängen; F.: schlapp, schlappe, schlappes, schlappem, schlappen, schlapper(, schlappere, schlapperes, schlapperem, schlapperen, schlapperer, schlappst, schlappste, schlappstes, schlappstem, schlappsten, schlappster)+EW; Z.: sch-lap-p
Schlappe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schlappe, Niederlage; ne. setback; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. fnhd. schlappe, Sb., leichter Schlag mit der Hand; mnd. slappe (2), schlappe, F., Schlappe, Niederlage; vgl. mnd. slap, Adj., schlapp, schlaff, nicht gespannt, nicht prall, träge, energielos, kraftlos; germ. *slapa-, *slapaz, Adj., schlaff, träge; s. idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *slab-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlappe 2, Kluge s. u. Schlappe, DW 15, 485, EWD s. u. Schlappe, Duden s. u. Schlappe, Bluhme s. u. Schlappe; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Niederlage; BM.: schlaff hängen; F.: Schlappe, Schlappen+EW; Z.: Schlap-p-e
$schlappen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schlappen, nachlässig gehen, schlürfen; L.: Kluge 1. A. s. u. schlappen, DW 15, 487, EWD s. u. schlapp, Duden s. u. schlapp; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schlapp und en gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches nachlässig gehen oder schlürfen; F.: schlappen (!), schlappe (!), schlappst, schlappt, schlappest, schlappet, schlappte, schlapptest, schlappten, schlapptet, geschlappt, ##geschlappt, geschlappte, geschlapptes, geschlapptem, geschlappten, geschlappter##, schlappend, ###schlappend, schlappende, schlappendes, schlappendem, schlappenden, schlappender###, schlapp (!)+EW; Z.: sch-lap-p-en
Schlappen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlappen (M.), Schlapfen (M.), Pantoffel; ne. slipper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. slap, Adj., schlapp, schlaff, nicht gespannt, nicht prall, träge, energielos, kraftlos; germ. *slapa-, *slapaz, Adj., schlaff, träge; s. idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *slab-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlappe 1, Kluge s. u. Schlappen, fehlt DW, Duden s. u. Schlappen; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht in China um 4700 v. Chr. aus Binsen entwickelten und verwendeten bequemen Hausschuh zu einem einfachen Hineinschlüpfen; BM.: schlaff hängen; F.: Schlappen+EW; Z.: Sch-lap-p-en
$Schlappheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlappheit, Schlappsein; E.: s. schlapp, s. heit; L.: Kluge s. u. schlapp, DW 15, 491; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlapp und heit gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Schlappsein; F.: Schlappheit+EW; Z.: Sch-lap-p-hei-t
$Schlapphut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlapphut; E.: s. schlapp, s. Hut (M.); L.: DW 15, 491 EWD s. u. schlapp; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlapp und Hut (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten weichen und breiten Hut mit hängendem Rande; F.: Schlapphut, Schlapphutes, Schlapphuts, Schlapphüte, Schlapphüten+EW; Z.: Sch-lap-p—hut
$Schlappschwanz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlappschwanz, schlapper Schwanz, wenig tastkräftiger Mensch; E.: s. schlapp, s. Schwanz; L.: Kluge s. u. Schlappschwanz, DW 15, 493, EWD s. u. schlapp; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlapp und Schwanz (eines ängstlichen Hundes) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen schwächlichen und wenig tatkräftigen Menschen; F.: Schlappschwanz, Schlappschwanzes, Schlappschwänze, Schlappschwänzen+EW; Z.: Sch-lap-p-schwanz
Schlaraffe, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlaraffe, auf Genuss bedachter Müßiggänger, Faulenzer; ne. slacker; Vw.: -; Hw.: s. schleudern (2); Q.: 1347; E.: mhd. slūraffe, sliuraffe, sw. M., herumschlendernder Müßiggänger, üppig lebender Müßiggänger, Schlaraffe; mnd. slūraffe, slūrāpe, M., Schlaraffe, Faulenzer, Arbeitsscheuer, Faulheitsnarr, Giraffe; mhd. slūr, st. M., Schleudern (N.), Faulenzen (N.), Faulenzer; mhd. affe, sw. M., Affe; mnd. āpe, ape, M., F., Affe; ahd. affo, sw. M. (n), Affe; as. apo*, sw. M. (n), Affe; anfrk. -; germ. *apō-, *apōn, *apa-, *apan, sw. M. (n), Affe; idg. *abōn?, *abō-?, Sb., Affe, Pokorny 2, kelt. beeinflusst?, slaw. beeinflusst?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlaraffe, Kluge s. u. Schlaraffe, DW 15, 493, EWD s. u. Schlaraffe, Duden s. u. Schlaraffe, Bluhme s. u. Schlaraffe; Son.: vor allem verwendet in Schlaraffenland; GB.: seit 1347 belegte und aus slūr und Affe gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf Genuss bedachten Müßiggänger oder Faulenzer; BM.: faulenzen, Affe; F.: Schlaraffe, Schlaraffen+EW; Z.: Schlar—af-f-e
$Schlaraffenland, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Schlaraffenland, Märchenland von Wohlleben und Müßiggang; L.: Kluge s. u. Schlaraffe, DW 15, 493, EWD s. u. Schlaraffe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schlaraff(e) und en (Suff.) sowie Land gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen vielleicht seit dieser Zeit mögliches Märchenland von Wohlleben und Müßiggang; F.: Schlaraffenland, Schlaraffenlands, Schlaraffenlandes+EW; Z.: Schlar—af-f-en—lan-d
schlau, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlau, klug, gescheit, gewitzt, erfahren (Adj.); ne. smart (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. nd. slū, Adj., schlau; nndl. schluw, Adj., schlau; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem germ. *slūha-, *slūzaz, Adj., schleichend; vgl. idg. *sleug-, *leug-, *sleuk-, *leuk-, V., schlucken, Pokorny 964 (1658/130) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlau, Kluge s. u. schlau, DW 15, 501, EWD s. u. schlau, Duden s. u. schlau, Bluhme s. u. schlau; Son.: vgl. nndl. slu, Adj., schlau; GB.: seit 16. Jh. nd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für klug oder gescheit oder gewitzt oder erfahren (Adj.); BM.: ?; F.: schlau, schlaue, schlaues, schlauem, schlauen, schlauer(, schlauere, schlaueres, schlauerem, schlaueren, schlauerer, schlaust, schlauste, schlaustes, schlaustem, schlausten, schlauster, schlauest, schlaueste, schlauestes, schlauestem, schlauesten, schlauester)+EW; Z.: schlau
Schlaube, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schlaube, Schale (F.) (1); ne. shell (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: vgl. mnd. slū (1), slō, F., Schale (F.) (1), Balg einer Hülsenfrucht oder eines Eies, Samenhülse, Schote der Hülsenfrüchte, Haut von Beerenfrüchten und Baumobst, Nussschale, Mandelschale, Hülle des Embryos, Hornhaut des Pferdehufs; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schlaube, DW 15, 504, Duden s. u. Schlaube; Son.: vgl. mschw. slo, Sb., Hülse um den empfindlichsten Teil von Horn und Huf; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine einen Samen oder eine Frucht umgebende Schale (F.) (1) oder Hülle; BM.: ?; F.: Schlaube, Schlauben+EW; Z.: Schlaub-e
$Schlauberger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlauberger, Schlaukopf, Schlaumeier, schlauer Mensch; E.: s. schlau, s. Berg, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlauberger, DW 15, 505, EWD s. u. schlau; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlau und Berg sowie er gebildete Bezeichnung für einen aus einem nur in der Vorstellung des Menschen möglichen aus (einem Ort) Schlauberg kommenden schlauen Menschen; F.: Schlauberger, Schlaubergers, Schlaubergern+EW; Z.: Schlau—ber-g-er
Schlauch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schlauch, Röhre, flexible Leitung; ne. hose (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1200 (Barlaam des Otto von Freising); E.: mhd. slūch, sluoch, st. M., Schlund, Kehle (F.) (1), Haut, Schlangenhaut, Schlauch, Röhre, Gurgel, Bauch, Rüssel, Abgrund, Prasserei, Schwelger, Säufer, Prasser, Fresser; ahd. slūh* (1), st. M. (a?, i?), Schlund; ahd. sluhho, slucho*, sw. M. (n), Schlucker, Fresser, Verzehrer; germ. *slūka-, *slūkaz?, st. M. (a), Schlund; germ. *slūki-, *slūkiz, Sb., Kehle (F.) (1), Schluck; s. germ. *slūkan, st. V., schlucken?; vgl. idg. *sleug-, *leug-, *sleuk-, *leuk-, V., schlucken, Pokorny 964 (1658/130) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963? (1657/129) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlauch, Kluge s. u. Schlauch, DW 15, 505, EWD s. u. Schlauch, Falk/Torp 540, Seebold 435, Duden s. u. Schlauch, Bluhme s. u. Schlauch; Son.: vgl. me. slughe, Sb. Schlauch; lit. sliauzti, V., kriechen, gleiten; GB.: seit vor 1200 belegte und mit dem ahd. slūh und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Röhre oder eine flexible Leitung oder auch einen Ring aus biegsamem wasserdichtem oder luftdichtem Stoff in einem (Mantel in einem) Reifen (M.) eines Fahrzeugs; BM.: schlucken? bzw. schleichen?; F.: Schlauch, Schlauches, Schlauchs, Schläuche, Schläuchen+EW; Z.: Schlau-ch
$Schlauchboot, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Schlauchboot, Gummiboot; E.: s. Schlauch, s. Boot; L.: EWD s. u. Schlauch, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schlauch und Boot gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit aus einem mit Luft gefülltem Schlauch entwickeltes und verwendetes kleineres Boot (Gummiboot); F.: Schlauchboot, Schlauchbootes, Schlauchboots, Schlauchboote, Schlauchbooten+EW; Z.: Schlau-ch—boo-t
$Schlauchmaul, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schlauchmaul, Schlucker, Schlemmer; E.: nach Kluge zu der Sippe von Schlucke (!) gehörig; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlauchmaul, DW 15, 509; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlauch und schlauch(en) sowie Maul gebildete Bezeichnung für einen Schlucker oder Schlemmer; F.: Schlauchmaul, Schlauchmauls, Schlauchmaules, Schlauchmäuler, Schlauchmäulern+EW; Z.: Schlau-ch—mau-l
$Schläue, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schläue, Schlauheit, Gewitztheit; E.: s. schlau, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. schlau, EWD s. u. schlau, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlau und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Schlausein oder Gewitztheit (beispielswese eines Bauern); F.: Schläue+EW; Z.: Schläu-e
Schlaufe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schlaufe, Schleife (F.) (1), Hülle; ne. loop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schleife, schliefen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. sloufe, st. F., Öhr, Öffnung; mnd. slōpe, F., Schleife, Schlaufe, Schlinge, Öse; ahd. sloufa, st. F. (ō), Öhr, Öse, Heftel, Schlinge, Schlaufe; s. ahd. slouf* (1), st. M. (a?, i?): nhd. Schlüpfen, Öhr, Öse, Heftel, Schlinge, Schlaufe; germ. *slaupa, Sb., Schlüpfen, Schleife (F.) (1), Schlaufe; vgl. idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963; idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Schlaufe, DW 15, 513, EWD s. u. Schlaufe, Duden s. u. Schlaufe, Bluhme s. u. Schlaufe; Son.: s. as. *slôp?, st. M. (a?, i?), Schlupf, Schlupfloch; vgl. got. *slaufa?, Sb., Fruchthülse; nnorw. sløyfe, M., F., Schleife (F.) (1); GB.: (sloufa) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein an etwas befestigtes ringförmiges Band aus Leder oder Kunststoff als Griff zu einem Festhalten oder Tragen; BM.: schlüpfen; F.: Schlaufe, Schlaufen+EW; Z.: Schlau-f-e
$Schlauheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schlauheit, Schlausein, Klugheit, Gewitztheit; E.: s. schlau, s. heit; L.: Kluge s. u. schlau, DW 15, 515, EWD s. u. schlau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlau und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Schlausein oder Klugheit oder Gewitztheit; F.: Schlauheit+EW; Z.: Schlau-hei-t
$Schlaukopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlaukopf, Schlauberger, Schlaumeier, schlauer Mensch; E.: s. schlau, s. Kopf; L.: DW 15, 518, EWD s. u. schlau; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlau und Kopf gebildete Bezeichnung für einen schlauen Menschen; F.: Schlaukopf, Schlaukopfes, Schlauköpfe, Schlauköpfen+EW; Z.: Schlau—ko-pf
$Schlaumeier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlaumeier, Schlauberger, Schlaukopf, schlauer Mensch; E.: s. schlau, s. Meier; L.: Kluge s. u. Schlaumeier, Schlauberger, EWD s. u. schlau, DW 15, 515; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlau und Meier gebildete Bezeichnung für einen schlauen oder sich schlau dünkenden Menschen F.: Schlaumeier, Schlaumeiers, Schlaumeiern+EW+FW; Z.: Schlau—mei-er
Schlawiner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlawiner, Gauner, Schlingel; ne. dodger, mischief (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem PN Slawonier, M., Slowene; L.: Kluge s. u. Schlawiner, fehlt DW, Duden s. u. Schlawiner; GB.: seit 19. Jh. belegte und von dem PN Slawonier gebildete Bezeichnung für einen zu Streichen aufgelegten jungen Mann; BM.: PN (nach den als besonders gerissen geltenden slowenischen Hausierern); F.: Schlawiner, Schlawiners, Schlawinern+FW?; Z.: Schlaw-in-er
schlecht, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schlecht, nicht gut, geringwertig, unzulänglich, schlicht in Gegensatz zu gut; ne. bad (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schlicht; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sleht, Adj., eben, gerad, platt; mnd. slicht (1), slecht, slich, Adj., schlicht, flach, frei, offen, kahl, eben, von gleicher Höhe seiend, von gleicher Länge seiend; mnl. slecht, slicht, Adj., flach, eben, glatt; ahd. sleht, sliht*, Adj., glatt, eben, einfach, schlicht, freundlich, ruhig, sanft, gütig, ausgeglichen; as. sliht, Adj., geschmückt, verziert; germ. *slihta-, *slihtaz, *slehta-, *slehtaz, Adj., schlicht, eben (Adj.), glatt; s. idg. *sleig-, Adj., V., schleimig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663; vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlecht, Kluge s. u. schlecht, DW 15, 519, EWD s. u. schlecht, Seebold 429, Heidermanns 512, Duden s. u. schlecht, Bluhme s. u. schlecht; Son.: vgl. afries. sliucht, Adj., schlicht, einfach; saterl. sljucht, Adj., schlicht, einfach; ae. sliht (1), Adj., eben (Adj.); an. slēttr, Adj., eben, glatt, flach, sanft; got. slaíhts, Adj. (a), schlicht, glatt; nndl. slecht, Adj., schlecht; nnorw. slett, Adj., schlecht; gr. λίγδην (lígdēn), Adj., ritzend, streifend, Oberfläche streifend; air. slíachtaid, V., reibt, streichelnd; ksl. slĭzŭkŭ, Adj., schlüpferig, glatt; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen nicht gut oder geringwertig; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlecht, schlechte, schlechtes, schlechtem, schlechten, schlechter(, schlechtere, schlechteres, schlechterem, schlechteren, schlechterer, schlechtest, schlechteste, schlechtestes, schlechtestem, schlechtesten, schlechtester)+EW; Z.: schle-ch-t
$schlechterdings, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. schlechterdings, schlechthin, schlechtweg, einfach, überhaupt; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. schlecht, s. er (Suff.), s. Ding, s. s (Suff.); L.: DW 15, 541, EWD s. u. schlecht; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus schlecht und er (Suff.) und Ding sowie s (Suff.) gebildete Bezeichnung für schlechthin oder schlechtweg oder einfach oder überhaupt; F.: schlechterdings+EW; Z.: schle-ch-t-er—din-g-s
$Schlechtigkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schlechtigkeit, Schlechtheit, Bösartigkeit; E.: s. schlecht, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. schlecht, DW 15, 547, EWD s. u. schlecht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlecht und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für Schlechtheit oder Bösartigkeit; F.: Schlechtigkeit, Schlechtigkeiten+EW; Z.: Schle-ch-t-ig—kei-t
$schlechtern, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. schlechtern, schlechter machen, schlechter werden; Vw.: s. ver-; E.: schlecht, s. er (Suff.), s. (e)n; L.: Kluge s. u. schlecht, DW 15, 541; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schlecht und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für schlechter machen oder schlechter werden; F.: schlechtern (!), schlechtere (!), schlechter (!), schlechterst, schlechtert, schlechterte, schlechtertest, schlechterten, schlechtertet, geschlechtert, ##geschlechtert, geschlechterte, geschlechtertes, geschlechtertem, geschlechterten, geschlechterter##, schlechternd, ###schlechternd, schlechterndes, schlechterndem, schlechternden, schlechternder###, schlechter (!)+EW; Z.: schlech-t-er-n
$schlechthin, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. schlechthin, schlechterdings, schlechtweg, einfach; E.: s. schlecht, s. hin; L.: DW 15, 542, EWD s. u. schlecht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlecht und hin gebildete Bezeichnung für schlechterdings oder schlechtweg oder einfach; F.: schlechthin+EW; Z.: schle-ch-t—hin
$schlechtweg, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. schlechtweg, schlechterdings, schlechthin, einfach; E.: s. schlecht, s. weg; L.: DW 15, 546 EWD s. u. schlecht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlecht und weg gebildete Bezeichnung für schlechterdings oder schlechthin oder einfach; F.: schlechtweg+EW; Z.: schle-ch-t—weg
schlecken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schlecken, lecken (V.) (1), naschen; ne. lick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. slecken, sw. V., schlecken, naschen; mnd. slicken, sw. V., lecken (V.) (1), schlecken, naschen; mnl. slicken, sw. V., schlecken; s. mhd. lecken, sw. V., lecken (V.) (1), belecken, duften; ahd. lekkōn*, leckōn*, sw. V. (2), lecken (V.) (1), belecken, mit der Zunge berühren, ablecken, mit der Zunge über etwas gleiten; germ. *likkōn, sw. V., lecken (V.) (1); idg. *leig̑ʰ-, *sleig̑ʰ-, V., lecken (V.) (1), Pokorny 668 (1082/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlecken, Kluge s. u. schlecken, DW 15, 549, EWD s. u. schlecken, Duden s. u. schlecken, Bluhme s. u. schlecken; Son.: vgl. nschw. slicka, V., schlecken; nnorw. slikke, V., schlecken; GB.: (slecken) seit 15. Jh. belegte und mit lecken und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches lecken (V.) (1) oder naschen oder leckend verzehren; BM.: ?; F.: schlecken, schlecke, schleckst, schleckt, schleckest, schlecket, schleckte, schlecktest, schleckten, schlecktet, geschleckt, ##geschleckt, geschleckte, geschlecktes, geschlecktem, geschleckten, geschleckter##, schleckend, ###schleckend, schleckende, schleckendes, schleckendem, schleckenden, schleckender###, schleck (!)+EW; Z.: schleck-en
$Schleckerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schleckerei, Leckerei, Süßigkeit; E.: s. schleck(en), s. er, s. ei; L.: Kluge s. u. schlecken, DW 15, 552, EWD s. u. schlecken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schleck(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliche Leckerei oder Süßigkeit; F.: Schleckerei, Schleckereien+EW; Z.: Schleck-er-ei
$Schleckermaul, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schleckermaul, gerne Schleckender; E.: s. schleck(en), s. er (Suff.), Maul; L.: DW 15, 553, EWD s. u. schlecken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schleck(en) und er (Suff.) sowie Maul gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen gerne Schleckenden; F.: Schleckermaul, Schleckermaules, Schleckermauls, Schleckermäuler, Schleckermäulern+EW; Z.: Schleck-er—mau-l
$Schlehdorn, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlehdorn, Schlehe, Schwarzdorn, Sauerpflaume; E.: s. Schleh(e), s. Dorn; L.: DW 15, 556, EWD s. u. Schlehe; GB.: seit um 1331 belegte und aus Schleh(e) und Dorn gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen weiß blühenden und als Frucht die kleine säuerliche dunkelblaue vitaminreiche Steinfrucht Schlehe hervorbringenden Dornstrauch aus der Familie der Rosengewächse; F.: Schlehdorn, Schlehdorns, Schlehdornes, Schlehdorne, Schlehdornen+EW; Z.: Schle-h—dor-n
Schlehe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schlehe, Schlehdorn, Schwarzdorn; ne. blackthorn, sloe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. slēhe, sw. F., st. F., Schlehe; mnd. slē (2), scle, slee, sleine, slein, slēn, F., M., Schlehe, Schwarzdorn, aus Schlehen bereitetes Getränk, Schlehenwein; mnl. slee, F., Schlehe; ahd. slēha, sw. F. (n), Schlehe; as. *slēha?, sw. F. (n)?; anfrk. -; germ. *slaihō, st. F. (ō), Schlehe; germ. *slaihō, *slaihōn, sw. F. (n), Schlehe; s. idg. *slīu̯o-, Adj., bläulich, Pokorny 965; idg. *slī-, *lī-, *sləu-, Adj., bläulich, Pokorny 965 (1661/133) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlehe, Kluge s. u. Schlehe, DW 15, 556, EWD s. u. Schlehe, Falk/Torp 532, Duden s. u. Schlehe, Bluhme s. u. Schlehe; Son.: vgl. afries. -; ae. slāh, st. F. (ō), Schlehe; an. -; got. -; lat. līvor, M., bleiartige Farbe, bleifarbiger Fleck, blauer Fleck; air. lī, Sb., Farbe; korn. lyw, Sb., Farbe, Glanz; russ. слива (slíva), F., Pflaume, Zwetschge; GB.: (slēha) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen zu den Rosengewächsen gehörenden stark verzweigten sehr dornigen Strauch mit kleinen weißen und schon im Vorfrühling erscheinenden Blüten und kugeligen dunkelblauen vitaminreichen sowie sauren Steinfrüchten; BM.: bläulich; F.: Schlehe, Schlehen+EW; Z.: Schle-h-e
Schlei, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schlei, Schleie, ein Fisch; ne. tench; Vw.: -; Hw.: s. Schleie; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. slīe, slīhe, slīge, sw. M., sw. F., Schleie; mnd. slī, slīge, slīg, M., Schlei, Schleie; mnl. slie, sly, Sb. Schleie; ahd. slīo, sw. M. (n), Schlei, Schleie; as. -; anfrk. -; germ. *slīwa-, *slīwam, st. N. (a), Schleim, Schleie; vgl. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schleie, DW 15, 560, EWD s. u. Schlei, Duden s. u. Schlei, Bluhme s. u. Schlei; Son.: vgl. afries. -; ae. slīw, sléow, slío, st. M. (a), Schleie; an. slȳ, st. N. (a), schleimige Wasserpflanze; got. -; nndl. slij, Sb., Schleie; ? gr. λινεύς (lineús), M., Schleimfisch, Seebarbe; lit. lýnas, M., Schleie; russ. линь (lin), M., Schleie; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen wohlschmeckenden Karpfenfisch mit schleimiger Haut und sehr kleinen Schuppen und dunkelgrünem bis grünlich braunem Rücken sowie zwei kurzen Barteln; BM.: schleimig bzw. glätten; F.: Schlei, Schleis, Schleies, Schleien+EW; Z.: Schlei
$Schleiche, nhd., M., F., (9. Jh.): nhd. Schleiche; Vw.: s. Blind-; E.: s. schleiche(n); L.: DW 15, 1560, EWD s. u. schleichen; GB.: (blinto)slīhho* seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und mit schleich(en) verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche schlangenähnliche Echse mit beweglichen verschließbaren Augenlidern; F.: Schleiche, Schleichen+EW; Z.: Sch-lei-ch-e
schleichen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schleichen, sich leise und vorsichtig und langsam fortbewegen; ne. sneak (V.), creep (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. slīchen, st. V., schleichen, einherschleichen, gehen, einhergehen, dahingleiten; mnd. slīken (1), st. V., schleichen, leise gehen, sich heimlich begeben (V.), auflauern, nachschleichen; ahd. slīhhan*, slīchan*, st. V. (1a), schleichen, kriechen, gleiten, kribbeln, umschlängeln, sich unbemerkt ausbreiten, scharren, kratzen; as. -; anfrk. -; germ. *sleikan, st. V., schleichen; idg. *sleig-, Adj., V., schleimig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663; idg. *lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleichen, Kluge s. u. schleichen, DW 15, 561, EWD s. u. schleichen, Seebold 428, Duden s. u. schleichen, Bluhme s. u. schleichen; Son.: vgl. afries. slikk, N.?, Schlick; ae. slician, sw. V., glätten; an. -; got. -; gr. λίγδην (lígdēn), Adj., ritzend, streifend, Oberfläche streifend; air. fosling, Adj., überschmiert; ksl. slъzъkъ, Adj., schlüpferig, glatt; GB.: (slīhhan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches sich leise und vorsichtig und langsam fortbewegen; BM.: gleiten; F.: schleichen, schleiche (!), schleichst, schleicht, schleichest, schleichet, schlich (!), schlichst, schlichen, schlicht (!), schliche (!), schlichest, schlichet, geschlichen, ##geschlichen, geschlichene, geschlichenes, geschlichenem, geschlichenen, geschlichener##, schleichend, ###schleichend, schleichende, schleichendes, schleichendem, schleichenden, schleichender###, schleich (!)+EW; Z.: sch-lei-ch-en
$Schleicher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schleicher, Schleichender; E.: s. schleich(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schleichen, DW 15, 560, EWD s. u. schleichen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schleich(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen Schleichenden; F.: Schleicher, Schleichers, Schleichern+EW; Z.: Sch-lei-ch-er
Schleie, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Schleie, Schlei, ein Fisch; ne. tench; Vw.: -; Hw.: s. Schlei; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. slīe, slīhe, slīge, sw. M., sw. F., Schleie; mnd. slī, slīge, slīg, M., Schlei, Schleie; mnl. slie, sly, Sb. Schleie; ahd. slīo, sw. M. (n), Schlei, Schleie; as. -; anfrk. -; germ. *slīwa-, *slīwam, st. N. (a), Schleim, Schleie; vgl. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleie, Kluge s. u. Schleie, EWD s. u. Schlei, DW 15, 575, Falk/Torp 538, Duden s. u. Schleie; Son.: vgl. afries. -; ae. slīw, sléow, slío, st. M. (a), Schleie; an. slȳ, st. N. (a), schleimige Wasserpflanze; got. -; nndl. slij, Sb., Schleie; ? gr. λινεύς (lineús), M., Schleimfisch, Seebarbe; lit. lýnas, M., Schleie; russ. линь (lin), M., Schleie; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlichen wohlschmeckenden Karpfenfisch mit schleimiger Haut und sehr kleinen Schuppen und dunkelgrünem bis grünlich braunem Rücken sowie zwei kurzen Barteln; BM.: schleimig bzw. glätten; F.: Schleie, Schleien+EW; Z.: Sch-lei-e
Schleier, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schleier, durchsichtiges Tuch; ne. veil (N.); Vw.: -; Hw.: s. verschleiern; Q.: 1255 (Frauendienst des Ulrich von Liechtenstein); E.: mhd. slogier, sloiger, sloier, sloer, slegir, sleier, sloir, sleiger, sleier, st. M., N., Schleier, Kopftuch; mnd. sloiger, sloier, sloyer, soger, slēger, sleiger, sleider, sleyger, sleyer, sloweger, sloyger, M., Schleier, durchsichtiges Leinentuch; weitere Herkunft unklar, wohl eine Entlehnung; L.: Kluge 1. A. s. u. Schleier, Kluge s. u. Schleier, DW 15, 576, EWD s. u. Schleier, Duden s. u. Schleier, Bluhme s. u. Schleier; Son.: vgl. me. sleir, Sb., Schleier; nndl. sluier, Sb., Schleier; nschw. slöja, Sb., Schleier; nnorw. slør, N., Schleier; GB.: (slogier) seit 1255 belegte und in der Herkunft unklare wohl entlehnte Bezeichnung für ein den Kopf oder den Körper oder das Haar oder das Gesicht einer Frau verhüllendes oder umhüllendes Stück Stoff oder durchsichtiges Tuch; BM.: ?; F.: Schleier, Schleiers, Schleiern+EW(+FW?); Z.: Schlei-er
$Schleiereule, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schleiereule; E.: s. Schleier, s. Eule; L.: Kluge s. u. Schleiereule, DW 15, 582, EWD s. u. Schleier; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schleier und Eule gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche Eule mit einem in der Federfärbung großen herzförmigen weißen Schleier um die Augen; F.: Schleiereule, Schleiereulen+EW(+FW?); Z.: Schlei-er—eu-l-e
$schleierhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schleierhaft, rätselhaft, fraglich; E.: s. Schleier, s. haft; L.: Kluge s. u. Schleier, DW 15, 582, EWD s. u. Schleier; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schleier und haft gebildete Bezeichnung für rätselhaft oder fraglich; F.: schleierhaft, schleierhafte, schleierhaftes, schleierhaftem, schleierhaften, schleierhafter(, schleierhaftere, schleierhafteres, schleierhafterem, schleierhafteren, schleierhafterer, schleierhaftest, schleierhafteste, schleierhaftestes, schleierhaftestem, schleierhaftesten, schleierhaftester)+FW?+EW; Z.: schlei-er—haf-t
$schleiern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schleiern; Vw.: s. ver-; E.: s. Schleier, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schleier, DW 15, 584; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schleier und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Schleier versehen (V.); F.: schleiern, schleiere, schleier (!), schleierst, schleiert, schleierte, schleiertest, schleierten, schleiertet, geschleiert, ##geschleiert, geschleierte, geschleiertes, geschleiertem, geschleierten, geschleierter##, schleiernd, ###schleiernd, schleierndes, schleierndem, schleiernden, schleiernder###. schleier (!)+FW?+EW; Z.: schlei-er-n
Schleife, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schleife (F.) (1), Schlinge, Verknüpfung; ne. ribbon, loop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlaufe; Q.: 16. Jh.; E.: gebildet zu fnhd. schläufe, F., Schlauf, Schleife (F.) (1); s. nhd. Schlaufe; L.: Kluge 1. A. s. u. Schleife, Kluge s. u. Schleife, DW 15, 587, EWD s. u. Schleife, Duden s. u. Schleife, Bluhme s. u. Schleife; Son.: vgl. nschw. slejf, Sb., Schleife (F.) (1); GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für ein Band (N.) das so gebunden ist dass zwei Schlaufen entstehen oder eine Schlinge oder eine Verknüpfung; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: Schleife, Schleifen+EW; Z.: Schlei-f-e
schleifen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schleifen (V.) (1), schärfen; ne. grind (V.), sharpen; Vw.: -; Hw.: s. schleifen (2), Schlief, Schlipf; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. slīfen, st. V., gleiten, sinken, fallen, sich abschleifen; mnd. slīpen, st. V., sw. V., schleifen (V.) (1), schärfen, glätten, behauen (V.), entwickeln, gleiten, gleitend bewegen, wendig sein (V.); mnl. slīpen, st. V., schleifen (V.) (1); ahd. slīfan*, st. V. (1a), gleiten, vergehen, verfallen (V.), schleifen (V.) (1), schlüpfen, kriechen, hinsinken, herabfließen, sich verwandeln; as. -; anfrk. -; germ. *sleipan, st. V., schleifen (V.) (2); idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleifen, Kluge s. u. schleifen 1, DW 15, 592, EWD s. u. schleifen 1, Duden s. u. schleifen, Bluhme s. u. schleifen, Bluhme s. u. Schliff; Son.: vgl. afries. slīpa, st. V. (1), schleifen (V.) (1); ae. -; an. -; got. *sleipan, st. V. (3), schlüpfen; nndl. slijpen, V., schleifen (V.) (1); gr. ὀλιβρός (olobrós), Adj., schlüpferig, glatt; ? kymr. llym, Adj., scharf; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches durch gleichmäßiges Reiben der Oberfläche an etwas Rauem schärfen; BM.: glätten; F.: schleifen (!), schleife (!), schleifst, schleift, schleifest, schleifet, schliff (!), schliffst, schliffen (!), schlifft, schliffest, schliffet, geschliffen, ##geschliffen, geschliffene, geschliffenes, geschliffenem, geschliffenen, geschliffener##, schleifend, ###schleifend, schleifende, schleifendes, schleifendem, schleifenden, schleifender###, schleif (!)+EW; Z.: schlei-f-en
schleifen (2), nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schleifen (V.) (2), schleppen, schleppend nachziehen; ne. drag (V.), haul (V.); Vw.: -; Hw.: s. schleifen (1), schleppen; Q.: Anfang 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. sleifen, sw. V., schleifen (V.) (2), gleiten; mnd. sleifen, sleyfen, slaiffen, slēfen, sloifen, sw. V., schleifen (V.) (2), schleppend nachziehen, über den Boden gleiten lassen, zu Tode schleifen (V.) (2); mnd. slēpen (1), sw. V., schleppen, schleifen (V.) (2), fortschleifen; mnl. slēpen, sleipen, sw. V., schleifen (V.) (2), schleppen ahd. sleifen*, sw. V. (1a), gleiten, herabfließen; as. -; anfrk. -; germ. *slaipjan, sw. V., schleppen, schleifen (V.) (2); idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleifen, Kluge s. u. schleifen 2, DW 15, 592, EWD s. u. schleifen 2, Falk/Torp 539, Seebold 429, Duden s. u. schleifen; Son.: vgl. afries. slêpa (2), sw. V. (1), schleifen (V.) (2), schleppen; ae. -; an. -; got. -; GB.: (sleifen) seit Anfang 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches schleppend nachziehen; BM.: kriechen; F.: schleifen (!), schleife (!), schleifst, schleift, schleifest, schleifet, schleifte, schleiftest, schleiften, schleiftet, geschleift, ##geschleift, geschleifte, geschleiftes, geschleiftem, geschleiften, geschleifter##, schleifend, ###schleifend, schleifende, schleifendes, schleifendem, schleifenden, schleifender###, schleif (!)+EW; Z.: schlei-f-en
$Schleifer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schleifer, Schleifender; E.: s. schleif(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schleifen, DW 15, 602, EWD s. u. schleifen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus schleif(en)und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schleifenden; F.: Schleifer, Schleifern, Schleifers+EW; Z.: Schlei-f-er
$Schleifstein, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Schleifstein; E.: s. schleif(en), s. Stein; L.: DW 15, 606 EWD s. u. schleifen; GB.: (slifstein !) vor Ende 8. Jh. belegte und aus schleif(en) und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Stein für ein Schleifen (N.); F.: Schleifstein, Schleifsteines, Schleifsteins, Schleifsteine, Schleifsteinen+EW; Z.: Schlei-f—stei-n
Schleim, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schleim, Schlamm; ne. slime; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. slīm, st. N., Schleim, Schlamm; mnd. slīm, M., N., Schleim, Schlamm, weicher Schmutz, Lehm, Morast, Unrat, zähe Absonderung, klebrige Absonderung; mnl. slim, Sb., Schleim; ahd. slīm, st. M. (a?, i?), Schleim; as. -; anfrk. -; germ. *slīma-, *slīmaz, st. M. (a), Schleim; germ. *slīma-, *slīmam, st. N. (a), Schleim; vgl. idg. *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662; vgl. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleim, Kluge s. u. Schleim, DW 15, 607, EWD s. u. Schleim,Falk/Torp 534, Duden s. u. Schleim, Bluhme s. u. Schleim; Son.: vgl. afries. -; ae. slīm, st. N. (a), Schleim; an. slīm, st. N. (a), Schleim; got. -; nndl. slijm, Sb., Schleim; nschw. slem, N., Schleim; nnorw. slim, N., Schleim; gr. λείμαξ (leímax), F., Nacktschnecke; lat. līmāx, F., Wegschnecke; air. slemun, Adj., glatt, schlüpferig; lett. slienas, Sb. Pl., Speichel; ksl. slina, Sb., Speichel; russ. slimák, Sb., Schnecke; GB.: (slīm) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche zähflüssige kleberige Masse die von Drüsen und Zellen (beispielsweise von Schnecken) abgesondert wird und die besondere Schleimhaut etwa in dem Mund oder in dem Darm oder in der Bindehaut besonders kennzeichnet; BM.: kleberig; F.: Schleim, Schleims, Schleimes, Schleime, Schleimen+EW; Z.: Schlei-m
$schleimen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schleimen, Schleim bilden; E.: s. Schleim, s. en (Suff.); L.: DW 15, 610, EWD s. u. Schleim; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schleim und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Schleim bilden oder auch von Schleim befreien; F.: schleimen (!), schleime (!), schleimst, schleimt, schleimest, schleimet, schleimte, schleimtest, schleimten, schleimtet, geschleimt, ##geschleimt, geschleimte, geschleimtes, geschleimtem, geschleimten, geschleimter##, schleimend, ###schleimend, schleimende, schleimendes, schleimendem, schleimenden, schleimender###, schleim (!)+EW; Z.: schlei-m-en
$schleimig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schleimig; L.: Kluge s. u. Schleim, DW 15, 612, EWD s. u. Schleim; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Schleim und ig gebildete Bezeichnung für Schleim enthaltend oder Schleim von sich gebend; F.: schleimig, schleimige, schleimiges, schleimigem, schleimigen, schleimiger(, schleimigere, schleimigeres, schleimigerem, schleimigeren, schleimigerer, schleimigst, schleimigste, schleimigstes, schleimigstem, schleimigsten, schleimigster)+EW; Z.: schlei-m-ig
schleißen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schleißen, schlitzen, spalten; ne. slit (V.), split (V.); Vw.: s. ver-; Hw.: s. schlitzen, Schlitz; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. slīzen, st. V., spalten, zerreißen; mnd. slīten, st. V., schleißen, sich abnutzen; mnl. slīten, st. V., schleißen; ahd. slīzan, st. V. (1a), schleißen, zerschleißen, reißen, rupfen, zerreißen, zerbrechen, brechen, aufschneiden, zerschneiden, zerfleischen, vernichten; as. slītan*, st. V. (1a), schleißen, zerreißen; anfrk. *slītan?, st. V. (1), schleißen, reißen; germ. *sleitan, st. V., schleißen, zerreißen; idg. *skleid-?, V., schneiden, schleißen, Pokorny 926; idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleiszen, Kluge s. u. schleißen, DW 15, 615 (schleiszen), EWD s. u. verschleißen, Falk/Torp 538, Seebold 430, Duden s. u. schleißen, Bluhme s. u. verschleissen; Son.: vgl. afries. slīta st. V. (1), abtragen, ungültig erklären, unstatthaft erklären; nnordfries. slitten; ae. slītan, st. V. (1), schleißen, zerreißen, spleißen, teilen; an. slīta, st. V. (1), abreißen, zerstören; got. *slitjan, sw. V. (1), zerreißen; nndl. slijten, V., schleißen; nschw. slita, V., zerreißen; nisl. slíta, V., reißen; GB.: (slīzan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches schlitzen oder spalten oder durch Gebrauch abnützen; BM.: schneiden; F.: schleißen, schleiße (!), schleißst, schleißt, schleißest, schleißet, schliss (!), schlissst (!), schlissen, schlisst, schlissest, schlisset, geschlissen, ##geschlissen, geschlissene, geschlissenes, geschlissenem, geschlissenen, geschlissener##, schleißend, ###schleißend, schleißende, schleißendes, schleißendem, schleißenden, schleißender###, schleiß (!)+EW; Z.: schlei-ß-en
Schlemihl, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlemihl; ne. Schlemiel; Vw.: -; Hw.: s. Schlamassel?; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. jidd. schlemiel; E.: s. jidd. schlemiel, Sb., ungeschickte Person, unschuldiges Opfer von Streichen; zum biblischen PN Shelumiel; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht zu hebräisch šęlęm, Sb., Dankopfer, Dankopfer; L.: Kluge s. u. Schlemihl, DW 15, 624, Duden s. u. Schlemihl; Son.: vgl. nndl. schlemiel, Sb., Schlemihl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Jiddischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Träumer oder Schelm oder Pechvogel dem durch eigene Dummheit alles misslingt; BM.: PN; F.: Schlemihl, Schlemihls, Schlemihle, Schlemihlen+FW; Z.: Schlemihl
schlemmen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schlemmen, prassen, genüsslich und reichlich essen; ne. feast (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlamp; Q.: 1334; E.: fnhd. schlemmen, sw. V., schlemmen; mhd. slemmen (2), sw. V., schlemmen, prassen, schwelgen; mnl. slommen, slomen, slōmen, sw. V., üppig leben; s. mhd. slamp, st. M., Gelage; Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit der Wortsippe von schlabbern (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlemmen, Kluge s. u. schlemmen, DW 15, 525, EWD s. u. schlemmen, Duden s. u. schlemmen, Bluhme s. u. schlemmern; GB.: seit 1334 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung sowie vielleicht mit schlabbern verbindbare Bezeichnung für prassen oder genüsslich und reichlich essen; BM.: schlürfen?; F.: schlemmen, schlemme, schlemmst, schlemmt, schlemmest, schlemmet, schlemmte, schlemmtest, schlemmten, schlemmtet, geschlemmt, ##geschlemmt, geschlemmte, geschlemmtes, geschlemmtem, geschlemmten, geschlemmter##, schlemmend, ###schlemmend, schlemmende, schlemmendes, schlemmendem, schlemmenden, schlemmender###, schlemm (!)+EW; Z.: schlemm-en
$Schlemmer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlemmer, Schlemmender; E.: s. schlemm(en), s. er (Suff.); L.: DW 15, 624, EWD s. u. schlemmen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schlemm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und spätestens den Hochkulturen des Altertums möglichen Schlemmenden; F.: Schlemmer, Schlemmers, Schlemmern+EW; Z.: Schlemm-er
$Schlemmerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schlemmerei; L.: DW 15, 627, EWD s. u. schlemmen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlemmer und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und spätestens den Hochkulturen des Altertums mögliches Schlemmen; F.: Schlemmerei, Schlemmereien+EW; Z.: Schlemm-er-ei
$Schlempe, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Schlempe, Rückstand, Spülicht, Vorlage an einer Türe; E.: s. Schlamp; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlempe, Kluge s. u. Schlamp, DW 15, 628; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Schlamp verbindbare Bezeichnung für Rückstand oder Spülicht oder Vorlage an einer Türe; F.: Schlempe, Schlempen+EW; Z.: Schlemp
$Schlender, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlender, gemächlicher Gang; E.: s. schlendern; L.: Kluge s. u. Schlendrian, DW 15, 628; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit schlendern verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen gemächlichen Gang; F.: Schlender, Schlenders+EW; Z.: Schle-nd-er
$Schlendergang, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Schlendergang, schlendernder Gang, gemächlicher Gang; E.: s. Schlender, s. Gang; L.: Kluge s. u. Schlendrian, DW 15, 629; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schlender oder schlender(n) und Gang gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen schlendernden Gang; F.: Schlendergang, Schlendergangs, Schlenderganges+EW; Z.: Schle-nd—er-ga-ng
schlendern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schlendern, gemächlich gehen, entspannt gehen; ne. stroll (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlendrian, schlenzen; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. slenteren, sw. V., schlendern, langsam gehen, lässig gehen; wohl von mnd. slinden (2), st. V., schlingen (V.) (1), winden, sich schlängeln; ahd. slingan*, st. V. (3a), schwingen, Glanz verlieren, vergehen; germ. *slengwan, st. V., gleiten; idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlendern, Kluge s. u. schlendern, DW 15, 629, EWD s. u. schlendern, Duden s. u. schlendern, Bluhme s. u. schlendern; Son.: vgl. nndl. slenteren, V., schländern; nschw. släntra, V., schlendern; nnorw. slentre, V., schlendern; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches gemächlich gehen oder entspannt gehen; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlendern, schlendere, schlender (!), schlendre, schlenderst, schlendert, schlenderte, schlendertest, schlenderten, schlendertet, geschlendert, ##geschlendert, geschlendertes, geschlendertem, geschlenderten, geschlenderter##, schlendernd, ###schlendernd, schlendernde, schlenderndes, schlenderndem, schlendernden, schlendernder###, schlender (!)+EW; Z.: schle-nd-ern
Schlendrian, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlendrian, Schlamperei; ne. casualness; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu schlendern (s. d.) und dem PN Jan, Johann; lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; L.: Kluge 1. A. s. u. schlendern, Kluge s. u. Schlendrian, DW 15, 631, EWD s. u. schlendern, Duden s. u. Schlendrian; Son.: vgl. nndl. slentrian, Sb., Schlendrian; nschw. slentrian, Sb., Schlendrian; nnorw. slendrian, M., Schlendrian; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schlend(e)r(n) und dem PN Jan gebildete Bezeichnung für Schlamperei oder eine von Nachlässigkeit und Trägheit und einer gleichgültigen Einstellung gekennzeichnete Art und Weise zu verfahren; BM.: nachlässiger Kerl; F.: Schlendrian, Schlendrians, Schlendrianes, Schlendriane, Schlendrianen+EW+FW; Z.: Schle nd-r-ian
$Schlenker, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlenker; E.: s. schlenkern; L.: DW 15, 635, EWD s. u. schlenkern,; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Bogen oder Umweg oder Schleuder F.: Schlenker, Schlenkers, Schlenkern+EW; Z.: Schle-nk-er
schlenkern, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schlenkern, schnellend werfen, hinschwingen und herschwingen; ne. swing (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlenzen; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. mhd. slenkeren*, slenkern, sw. V., schlenkern, schwingen, schleudern; mnd. slenkeren, sw. V., schlenkern, schleudern; mhd. slenger, slenker, st. F., Schleuder; ahd. slengira, slingira, sw. F. (n), Schleuder, Schleudermaschine, Schlinge; ahd. *slengen?, sw. V. (1a), werfen, schleudern; germ. *slangwjan, sw. V., schleudern; idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961; vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlenkern, Kluge s. u. schlenkern, DW 15, 636, EWD s. u. schlenkern, Falk/Torp 536, Seebold 435, Duden s. u. schlenkern, Bluhme s. u. schlenkern; Son.: vgl. an. slyngja, slyngva, st. V. (3a), werfen, schleudern; an. sløngva (2), slengja (1), sw. V. (1), schleudern, werfen; nnorw. slenge, V., schlenkern; GB.: seit 1290-1300 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinschwingen und herschwingen; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlenkern, schlenkere, schlenker (!), schlenkre (!), schlenkerst, schlenkert, schlenkerte, schlenkertest, schlenkerten, schlenkertet, geschlenkert, ##geschlenkert, geschlenkertes, geschlenkertem, geschlenkerten, geschlenkerter##, schlenkernd, ###schlenkernd, schlenkernde, schlenkerndes, schlenkerndem, schlenkernden, schlenkernder###, schlenker (!)+EW; Z.: schle-nk-er-n
schlenzen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. schlenzen, schlendern und später auch einen Ball schießen; ne. scoop (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlendern, schlenkern; Q.: 17. Jh.?; E.: s. schlenkern; L.: Kluge 1. A. s. u. schlendern, DW 15, 639, Duden s. u. schlenzen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit schlenkern verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schlendern oder gemächlich und mit lässigen Bewegungen gehen oder einen Ball ohne weit auszuholen schießen; BM.: gleiten bzw. kriechen; F.: schlenzen, schlenze, schlenzst, schlenzt, schlenzest, schlenzet, schlenzte, schlenztest, schlenzten, schlenztet, geschlenzt, ##geschlenzt, geschlenzte, geschlenztes, geschlenztem, geschlenzten, geschlenzter##, schlenzend, ###schlenzend, schlenzende, schlenzendes, schlenzendem, schlenzenden, schlenzender###, schlenz (!)+EW; Z.: schle-nz-en
Schleppe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schleppe, lang auslaufender Teil eines Kleides; ne. train (N.), trail (N.); Vw.: -; Hw.: s. schleppen; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. sleppe, F., „Schleppe“, Schleiertuch, Tasche, Behälter?; zurückgebildet von schleppen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleppe, Kluge s. u. Schleppe, DW 15, 640, EWD s. u. schleppen, Duden s. u. Schleppe; Son.: vgl. nndl. sleep, Sb., Schleppe; nschw. släp, N., Schleppe; nnorw. slepp, M., Schleppe; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus schleppe(n) gebildete Bezeichnung für den lang auslaufenden Teil eines langen meist festlichen Kleides der den Boden berührt und bei dem Gehen nachgeschleift wird; BM.: gleiten bzw. streichen; F.: Schleppe, Schleppen+EW; Z.: Schle-p-p-e
schleppen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schleppen, tragen, nachziehen; ne. drag (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schleppe, schleifen (2); Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mnd. slēpen (1), sw. V., schleppen, schleifen (V.) (2), fortschleifen, gewaltsam bringen mhd. slēpen, sw. V., schleppen, schleifen (V.) (2); s. mhd. sleifen, sw. V., schleifen (V.) (2), gleiten; mnd. sleifen, sleyfen, slaiffen, slēfen, sloifen, sw. V., schleifen (V.) (2), schleppend nachziehen, über den Boden gleiten lassen, zu Tode schleifen (V.) (2); ahd. sleifen*, sw. V. (1a), gleiten, herabfließen; germ. *slaipjan, sw. V., schleppen, schleifen (V.) (2); idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleppe, Kluge s. u. schleppen, DW 15, 642, EWD s. u. schleppen, Duden s. u. schleppen, Bluhme s. u. schleppen; Son.: niederdeutsche Variante von schleifen (2); vgl. nndl. slepen, V., schleppen; nschw. släpa, V., schleppen; nnorw. slepe, V., schleppen; GB.: seit 13. Jh. mnd. belegte und mit schleifen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches unter großem Kraftaufwand tragen oder hinter sich herziehen; BM.: gleiten bzw. streichen; F.: schleppen, schleppe (!), schleppst, schleppt, schleppest, schleppet, schleppte, schlepptest, schleppten, schlepptet, geschleppt, ##geschleppt, geschleppte, geschlepptes, geschlepptem, geschleppten, geschleppter##, schleppend, ###schleppend, schleppende, schleppendes, schleppendem, schleppenden, schleppender###, schlepp (!)+EW; Z.: schle-p-p-en
$schleppend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. schleppend; L.: fehlt DW (s. schleppen), EWD s. u. schleppen; F.: schleppend, schleppende, schleppendes, schleppendem, schleppenden, schleppender+EW; Z.: schle-p-p-en-d
$Schlepper, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schlepper, Schleppender, Traktor; Vw.: s. Raupen-; E.: s. schlepp(en), s. er (Suff.); L.: DW 15, 647, EWD s. u. schleppen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlepp(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen (von Menschen entwickelten und verwendeten) Schleppenden; F.: Schlepper, Schleppers, Schleppern+EW; Z.: Schle-p-p-er
$Schlepptau, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schlepptau; E.: s. schlepp(en), s. Tau (N.); L.: DW 15, 650, EWD s. u. schleppen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schlepp(en) und Tau (N.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Tau zu einem Schlepp(en); F.: Schlepptau, Schlepptaues, Schlepptaus, Schlepptaue, Schlepptauen+EW; Z.: Schle-p-p—tau
schletzen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. schletzen, zuschlagen; ne. pounce (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlagen; Q.: 18. Jh.; E.: Intensivbildung zu schlagen; s. ahd. slagezzen*, sw. V. (1a), schlagen, klatschen, pochen, pulsieren, zucken, zittern; vgl. ahd. slahan, st. V. (6), schlagen, erschlagen (V.), töten, schlachten; germ. *slahan, st. V., schlagen, einschlagen; idg. *slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959? (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schletzen, DW 15, 652, Duden s. u. schletzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Türen mögliches eine Türe zuschlagen oder schlagen; BM.: schlagen; F.: schletzen, schletze, schletzst (!), schletzt, schletzest, schletzet, schletzte, schletztest, schletzten, schletztet, geschletzt, ##geschletzt, geschletzte, geschletztes, geschletztem, geschletzten, geschletzter##, schletzend, ###schletzend, schletzende, schletzendes, schletzendem, schletzenden, schletzender###, schletz (!)+EW; Z.: schletz-en
Schleuder, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schleuder, ein Wurfgerät; ne. sling (N.); Vw.: -; Hw.: s. schleudern (1); Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. slūder?, F., Schleuder; mhd. slūdære*, slūder, st. F., Schleuder; mnd. slūder, sludere, sluder, F., Schleuder; mhd. slūderen*, slūdern, sw. V., schleudern, schlenkern; germ. *slud-, V., schlaff sein (V.), schleudern; vgl. idg. *sleu-?, *leu-?, Adj., schlaff, Pokorny 962 (1656/128) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleuder, Kluge s. u. Schleuder, DW 15, 652, EWD s. u. Schleuder, Duden s. u. Schleuder; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät um Gegenstände mit Schwung werfen oder bewegen zu können; BM.: schlaff; F.: Schleuder, Schleudern+EW; Z.: Schleu-d-er
schleudern (1), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schleudern (V.) (1), mit Schwung werfen, werfen; ne. hurl (V.), fling (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schleuder; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. slūderen*, slūdern, sw. V., schleudern, schlenkern; germ. *slud-, V., schlaff sein (V.), schleudern; vgl. idg. *sleu-?, *leu-?, Adj., schlaff, Pokorny 962 (1656/128) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schleudern 1, Schleuder, DW 15, 654, EWD s. u. Schleuder, Duden s. u. schleudern; Son.: vgl. ? gr. λεύειν (leúein), V., mit Steinen werfen, steinigen; GB.: seit 15. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Schwung werfen; BM.: schlaff; F.: schleudern (!), schleudere, schleuder (!), schleudre, schleuderst, schleudert, schleuderte, schleudertest, schleuderten, schleudertet, geschleudert, ##geschleudert, geschleudertes, geschleudertem, geschleuderten, geschleuderter##, schleudernd, ###schleudernd, schleudernde, schleuderndes, schleuderndem, schleudernden, schleudernder###, schleuder (!)+EW; Z.: schleu-d-er-n
schleudern (2), schludern, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. schleudern (V.) (2), schludern, schlecht und zu schnell arbeiten; ne. work (V.) sloppily; Vw.: -; Hw.: s. Schlaraffe; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. slūdern, V., schlenkern; weitere Herkunft unklar?; vielleicht verwandt mit lottern (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleudern, Kluge s. u. schleudern, DW 15, 654, EWD s. u. schludern, Duden s. u. schleudern, Bluhme s. u. schleudern; Son.: s. bair. schlaudern, V., schlenkern, nachlässig verfahren (V.); vgl. russ. lytát, V., sich um eine Arbeit drücken; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit lottern verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches schlecht und zu schnell arbeiten; BM.: nachlassen?; F.: schleudern (2), schleudere, schleuder (!), schleudre, schleuderst, schleudert, schleuderte, schleudertest, schleuderten, schleudertet, geschleudert, ##geschleudert, geschleudertes, geschleudertem, geschleuderten, geschleuderter##, schleudernd, ###schleudernd, schleudernde, schleuderndes, schleuderndem, schleudernden, schleudernder###, schleuder (!), schludern, schludere, schluder (!), schludre, schluderst, schludert, schluderte, schludertest, schluderten, schludertet, geschludert, ###geschludert, geschludertes, geschludertem, geschluderten, geschluderter##, schludernd, ###schludernd, schludernde, schluderndes, schluderndem, schludernden, schludernder###, schluder (!)+EW; Z.: schleu-d-er-n
schleunig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. schleunig, schnell, schnellstmöglich; ne. speedy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Heinrich der Teichner); E.: mhd. sliunic, sliunec, Adj., „schleunig“, schnell; mnd. slǖnich (1), sluynich, slǖmich, Adj., schleunig, schnell erfolgend, unverzögert, jäh eintretend; vgl. mhd. sliume, sliune, Adv., schleunig, eilig, sofort, schleunigst; ahd. sliumo, Adv., schleunig, schnell, rasch, plötzlich; s. germ. *sneumja-, *sneumjaz, Adj., eilig, rasch; vgl. idg. *snēu-, *snū-, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977?; idg. *snā-, *snə-, *snāu-, sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971? (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schleunig, Kluge s. u. schleunig, DW 15, 657, EWD s. u. schleunig, Duden s. u. schleunig, Bluhme s. u. schleunig; Son.: s. ahd. slūnīg, Adj., erfolgreich, glücklich; GB.: seit vor 1350 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schnell oder schnellstmöglich; BM.: bewegen bzw. fließen; F.: schleunig, schleunige, schleuniges, schleunigem, schleunigen, schleuniger(, schleunigere, schleunigeres, schleunigerem, schleunigeren, schleunigerer, schleunigst, schleunigste, schleunigstes, schleunigstem, schleunigsten, schleunigster)+EW; Z.: schleu-n-ig
$schleunigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schleunigen, schnell tun, schnellstmöglich tun; Vw.: s. be-; Q.: 1175 (Glosse); L.: DW 15, 658; F.: schleunigen (!), schleunige(!), schleunigst (!), schleunigt(!), schleunigest, schleuniget, schleunigte, schleunigtest, schleunigten, schleunigtet, geschleunigt, ##geschleunigt, geschleunigte, geschleunigtes, geschleunigtem, geschleunigten, geschleunigter##, schleunigend, ###schleunigend, schleunigende, schleunigendes, schleunigendem, schleunigenden, schleunigender###, schleunig (!)+EW; Z.: schleu-n-ig-en
$Schleunigung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schleunigung, schnellere Gestaltung; Vw.: s. Be-; E.: schleunig(en), s. ung; L.: DW 15, 659; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schleunig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich dem Menschen mögliche schnellere Gestaltung; F.: Schleunigung, Schleunigungen+EW; Z.: Scheu-n-ig-ung
Schleuse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schleuse, Wassersperranlage, Absperren eines Wasserstroms; ne. sluice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slǖse, sluese, slůze, sluise, F., Schleuse, Gerät oder Einrichtung zu dem Einschließen von Fischen, Anlage zu dem Stauen von Wasser; mnd. slǖs, M., Schleuse, Anlage zum Stauen von Wasser, Vorrichtung oder Gerät zum Einschließen von Fischen; mnl. sluse, sluyse, F., Schleuse; mhd. *sliuse, *slūse, sw. F., Schleuse; afrz. escluse, F., Schleuse; lat. exclūsa, F., Schleuse; vgl. lat. exclūdere, V., ausschließen, abweisen, absondern; lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. claudere, V., schließen; idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604 (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schleuse, Kluge s. u. Schleuse, DW 15, 659, EWD s. u. Schleuse, Duden s. u. Schleuse, Bluhme s. u. Schleuse; Son.: vgl. nndl. sluis, Sb., Schleuse; frz. écluse, F., Schleuse; nschw. sluss, Sb., Schleuse; nnorw. sluse, M., F., Schleuse; poln. śluza, F., Schleuse; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Absperren eines Wasserstroms; BM.: schließen bzw. biegen; F.: Schleuse, Schleusen+FW; Z.: Schleu-s-e
$schleusen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schleusen, durch eine Schleuse bringen; Vw.: s. durch-; L.: Kluge s. u. Schleuse, fehlt DW, EWD s. u. Schleuse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schleus(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schleusen Menschen mögliches durch eine Schleuse bringen; F.: schleusen (!), schleuse (!), schleusst (!), schleust, schleusest, schleuset, schleuste, schleustest, schleusten, schleustet, geschleust, ##geschleust, geschleuste, geschleustes, geschleustem, geschleusten, geschleuster##, schleusend, ###schleusend, schleusende, schleusendes, schleusendem, schleusenden, schleusender###, schleus (!)+EW; Z.: schleu-s-en
$Schlich, Schleich; nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlich, Schlamm; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlich, Kluge s. u. schleichen, DW 15, 661, EWD s. u. schleichen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit schleichen verbindbare Bezeichnung für Schlamm; L.: Schlich, Schliches, Schlichs, Schliche, Schlichen+EW; Z.: Sch-li-ch
schlicht, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schlicht, glatt, einfach, bloß, kunstlos, schmucklos; ne. plain (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schlecht; Q.: 17. Jh.; E.: rückgebildet von schlichten, dieses von mhd. sleht, Adj., eben, gerad, platt; mnd. slicht (2), slecht, slichte, slechte, Adv., einfach, nur, lediglich, ohne weiteres, geradezu, gleich, eben, durchaus, unbedingt, völlig, gänzlich, ohne Umschweife; ahd. sleht, sliht*, Adj., glatt, eben, einfach, schlicht, freundlich, ruhig, sanft, gütig, ausgeglichen, schmeichelnd; as. -; anfrk. -; germ. *slihta-, *slihtaz, *slehta-, *slehtaz, Adj., schlicht, eben (Adj.), glatt; s. idg. *sleig-, Adj., V., schleimig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663; vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlicht, Kluge s. u. schlicht, DW 15, 665, Seebold 429, Heidermanns 512, Duden s. u. schlicht, Bluhme s. u. schlicht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlichten rückgebildete sowie mit schlecht verbindbare Bezeichnung für Menschen mögliches glatt oder einfach oder bloß oder kunstlos oder schmucklos; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlicht, schlichte (!), schlichtes, schlichtem, schlichten, schlichter(, schlichtere, schlichteres, schlichterem, schlichteren, schlichterer, schlichtest, schlichteste, schlichtestes, schlichtestem, schlichtesten, schlichtester)+EW; Z.: schli-ch-t
$schlichten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schlichten, glätten; L.: DW 15, 668, EWD s. u. schlicht; GB.: (slihten) vielleicht seit 765 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches glätten; F.: schlichten (!), schlichte (!), schlichtest, schlichtet, schlichtete, schlichtetest, schlichteten, schlichtetet, geschlichtet, ##geschlichtet, geschlichtete, geschlichtetes, geschlichtetem, geschlichteten, geschlichteter##, schlichtend, ###schlichtend, schlichtende, schlichtendes, schlichtendem, schlichtenden, schlichtender###, schlicht (!)+EW; Z.: schli-ch-t-en
Schlick, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlick, Schlamm, Morast, Kot; ne. slick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1320-1340 (Karlmeinet); E.: s. mhd. schlich, slīch, st. M., Schlick, Schlamm, Kot; mnd. slik (2), slīk, slijc, slyck, M., N., Schlick, Schlamm, Uferschlamm, Morast, schlammige Stelle, Untiefe, Schmutz, Dreck, Erde; mnl. slick, slic, M., Schlick; mhd. slich?; weitere Herkunft unbekannt; vielleicht von idg. *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662; vgl. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schlick, DW 15, 675, EWD s. u. Schlick, Duden s. u. Schlick, Bluhme s. u. Schlick; GB.: seit 1320-1340 belegte und in der weiteren Herkunft unbekannte sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den an dem Boden von Gewässern wie vor allem in dem Wattenmeer abgelagerten oder angeschwemmten und feinkörnigen glitschigen und an organischen Stoffen reichen Schlamm oder Morast; BM.: schleimig bzw. glätten; F.: Schlick, Schlicks, Schlickes, Schlicke, Schlicken+EW; Z.: Sch-li-ck
Schlief, Schliff, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Schlief, Schliff, unausgebackene Stelle in Brot; ne. unbaked part (V.) of bread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gebildet zu schleifen (1); L.: Kluge s. u. Schlief, DW 15, 680, Duden s. u. Schlief, Bluhme s. u. Schliefen; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine unausgebackene Stelle in Brot; BM.: schleifen (weil die unausgebackenen Stellen wie ein angeschliffener Stein aussehen); F.: Schlief, Schliefes, Schliefs, Schliefe, Schliefen, Schliff, Schliffes, Schliffs, Schliffe, Schliffen+EW; Z.: Schlie-f
schliefen, nhd. (ält.), st. V., (9. Jh.): nhd. schliefen, schlüpfen, gleiten; ne. slip (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlaufe, schlüpfen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. sliefen, st. V., schlüpfen; mnd. slūpen, st. V., schlüpfen, schleichen; mnl. slupen, V., schlüpfen; ahd. sliofan*, st. V. (2a), schlüpfen, kriechen, sich verkriechen; as. -; an. -; germ. *sleupan, st. V., schleichen, schlüpfen; idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963? (1657/129) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schliefen, Kluge s. u. schliefen, DW 15, 680, Falk/Torp 542, Seebold 435, Duden s. u. schliefen; Son.: vgl. afries. -; ae. slíefan, sw. V., hineinschlüpfen, anziehen; got. sliupan, st. V. (2), schleichen, schlüpfen; nndl. sluipen, V., schliefen, schlüpfen; lat. lūbricus, Adj., schlüpferig, unsicher, wankend, bedenklich; lit. sliaukti, V., kriechen; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich gewandt und schnell gleitend in eine bestimmte Richtung bewegen; BM.: schlüpfen; F.: schliefen, schliefe, schliefst, schlieft, schliefest, schliefet, schloff, schloffst, schloffen, schlofft, schlöffe, schlöffest, schlöffst, schlöffen, schlöffet, schlöfft, geschloffen, ##geschloffen, geschloffene, geschloffenes, geschloffenem, geschloffenen, geschloffener##, schliefend, ###schliefend, schliefende, schliefendes, schliefendem, schliefenden, schliefender###, schlief (!)+EW; Z.: schlie-f-en
Schliere, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schliere, Streifen (M.), streifige Materialabweichung; ne. streak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet aus dem Pl. von mhd. slier (1), st. M., Geschwür, Beule, besonders an Schamteilen und Achseln; wohl von ahd. skliero*, scliero*, sw. M. (n), Brocken, Stückchen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schliere, fehlt DW?, EWD s. u. Schliere, Duden s. u. Schliere, Bluhme s. u. Schliere; Son.: vgl. ne. (dial.) slur, Sb., dünner feuchter Schmutz; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche streifige Materialabweichung; BM.: Geschwür?; F.: Schliere, Schlieren+EW; Z.: Schlier-e
$schlierig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlierig, Schlieren aufweisend; L.: DW 15, 690, EWD s. u. Schliere,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlier(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Schlieren aufweisend; F.: schlierig, schlierige, schlieriges, schlierigem, schlierigen, schlieriger(, schlierigere, schlierigeres, schlierigerem, schlierigeren, schlierigerer, schlierigst, schlierigste, schlierigstes, schlierigstem, schlierigsten, schlierigster)+EW; Z.: schlier-ig
schließen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schließen, versperren, zumachen; ne. close (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schloss, Schlosser, Schluss; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. sliezen, st. V., schließen, einschließen, zuschließen, verschließen; mnd. slūten (1), slueten, sluiten, st. V., schließen, zuschließen, einschließen, verschließen, einfrieden: mnl. slūten, st. V., schließen; ahd. sliozan*, st. V. (2b), schließen, verschließen, verschanzen, mit einem Wall umgeben (V.), mit einem Wall umschließen, sich verkriechen, schlüpfen; as. *slūtan?, st. V. (2b), schließen; anfrk. -; germ. *sleutan, st. V., schließen; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604? (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlieszen, Kluge s. u. schließen, DW 15, 692 (schlieszen), EWD s. u. schließen, Falk/Torp 541, Seebold 439, Duden s. u. schließen, Bluhme s. u. schließen; Son.: vgl. afries. slūta, st. V. (2), schließen, verschließen; nfries. slutten, V., schließen, verschließen; ae. -; an. -; got. -; nndl. sluiten, V., schließen; nschw. sluta, V., schließen; nnorw. slutte, V., schließen; gr. κλείς (kleís), F., Schlüssel, Querriegel, Haken (M.); lat. claudere, V., schließen; air. cló, Sb., Nagel; lit. kliū́ti, V., hängenbleiben, hindern; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich Menschen mögliches versperren oder zumachen oder in einen geschlossenen Zustand versetzen; BM.: biegen; F.: schließen, schließe (!), schließst (!), schließt, schließest, schließet, schloss (!), schlossest, schlossen, schlosst, schlösse, schlössest, schlössen, schlösset, geschlossen, ##geschlossen, geschlossene, geschlossenes, geschlossenem, geschlossenen, geschlossener##, schließend, ###schließend, schließende, schließendes, schließendem, schließenden, schließender###, schließ (!)+EW; Z.: schlie-ß-en
$Schließer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schließer, Schließender; E.: s. schließ(en), s. er; L.: Kluge s. u. schließen, EWD s. u. schließen, DW 15, 707 (Schlieszer); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus schließ(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Sesshaftwerdung möglichen Schließenden; F.: Schließer, Schließers, Schließern+EW; Z.: Schlie-ß-er
$schließlich, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. schließlich, endlich; E.: s. schließ(en), s. lich; L.: Kluge s. u. schließen, DW 15, 710 (schlieszlich), EWD s. u. schließen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schließ(en) und lich gebildete Bezeichnung für endlich; F.: schließlich+EW; Z.: schlie-ß-lich
$Schließung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schließung, Beendigung, Schluss; Vw.: s. Ent-; Q.: 1437; E.: s. schließ(en), s. ung; L.: DW 15, 711 (Schlieszung); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schließ(en) und ung belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Beendigung oder einen Schluss; F.: Schließung, Schließungen+EW; Z.: Schlie-ß-ung
$Schliff (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schliff, Glätte, geschliffene Stelle; E.: s. schleif(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Schliff, Kluge s. u. schleifen, DW 15, 711, EWD s. u. schleifen 1, Bluhme s. u. Schliff; GB.: (slipf) seit um 1230 belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche Glätte oder geschliffene Stelle; F.: Schliff, Schliffs, Schliffes, Schliffe, Schliffen+EW; Z.: Schli-f-f
schlimm, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. schlimm, nicht gut, übel, schlecht, böse, unartig; ne. bad (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. slim, Adj., schief, unpassend, schlecht; mnd. slim (1), slimm, Adj., „schlimm“, schlecht, unterdurchschnittlich, abgenutzt, unergiebig, heruntergekommen; mnl. slim, slimp, slem, Adj., schräg, schief; ahd. slimb*, Adj., schief, schräg; as. -; anfrk. -; germ. *slemba-, *slembaz, *slimba-, *slimbaz, Adj., schief, schräg; idg. *slembʰ-, *lembʰ-, *slemb-, *lemb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); oder Variante zu schleifen (1); L.: Kluge 1. A. s. u. schlimm, Kluge s. u. schlimm, DW 15, 714, Falk/Torp 538, Heidermanns 513, Duden s. u. schlimm, Bluhme s. u. schlimm; Son.: s. lang. *slimb, Adj., schief, quer; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *slimbs, Adj. (a), schief; lett. slìps, Adj., schräg, steil; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches übel oder schlecht; BM.: schlaff hängen?; F.: schlimm, schlimme, schlimmes, schlimmem, schlimmen, schlimmer( schlimmere, schlimmeres, schlimmerem, schlimmeren, schlimmerer, schlimmst, schlimmste, schlimmstes, schlimmstem, schlimmsten, schlimmster)+EW; Z.: sch-lim-m
$schlimmern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schlimmern, schlimmer machen, schlimmer werden; Vw.: s. ver-; E.: s. schlimm, s. (e)r Suff., s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. schlimm, DW 15, 721; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlimm und er (Suff.) und (e)n Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schlimmer machen oder schlimmer werden; F.: schlimmern (!), schlimmere (!), schlimmer (!), schlimmerst, schlimmert, schlimmerte, schlimmertest, schlimmerten, schlimmertet, geschlimmert, ##geschlimmert, geschlimmerte, geschlimmertes, geschlimmertem, geschlimmerten, geschlimmerter##, schlimmernd, ###schlimmernd, schlimmerndes, schlimmerndem, schlimmernden, schlimmernder###, schlimmer (!)+EW; Z.: sch-lim-m-er-n
Schlinge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schlinge, Schleife; ne. noose (N.), loop (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: s. Schlund; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. slinge, sw. F., st. F., „Schlinge“, Schleuder; mnd. slenge (1), F., Schlinge, Schleuder, Strick (M.) (1), Seil, Gitterstange, Pfahlwerk, eingeschlagene Pfähle zum Festmachen der Fischreusen; ahd. slinga, st. F. (ō), sw. F. (n), Schlinge, Schleuder, Schleuderriemen, Riemen (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *slangwjō, st. F. (ō), Schlinge; germ. *slengwō, st. F. (ō), Schlinge; vgl. idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlinge, Kluge s. u. Schlinge, DW 15, 724, EWD s. u. schlingen 1, Falk/Torp 536, Seebold 433, Duden s. u. Schlinge; Son.: vgl. afries. slinge, sw. F. (n), Schleife, Schlinge; ae. -; afries. slinge, sw. F. (n), Schleife, Schlinge; got. -; nschw. slinga, Sb., Schlinge; nnorw. slynge, M., F., Schlinge; kymr. llyngyr, Sb., Pl., Würmer; russ. (dial.) слука (slúka), Sb., Waldschnepfe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu runder oder länglicher Form ineinander verknüpftes Stück Schnur (F.) (1) oder Draht das zusammengezogen werden kann; BM.: schleichen?; F.: Schlinge, Schlingen (!)+EW; Z.: Schli-ng-e
Schlingel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlingel, Schelm, Tunichtgut; ne. scamp, rascal; Vw.: -; Hw.: s. Schlankel; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. slüngel, M., Pflanzstock?, Tölpel, ungeschliffener Bursche, Faulpelz, arbeitsscheuer Mensch; s. mnd. slüngelen, sw. V., schlingeln?; wohl letztlich von idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlinge, Kluge s. u. Schlingel, DW 15, 728, EWD s. u. Schlingel, Duden s. u. Schlingel, Bluhme s. u. Schlingel; Son.: vgl. nschw. slyngel, Sb., Schlingel; nnorw. slyngel, M., Schlingel; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und letztlich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen zu Streichen (M. Pl.) aufgelegten jungen Mann oder Schelm oder Tunichtgut; BM.: gleiten bzw. kriechen; F.: Schlingel, Schlingels, Schlingeln+EW; Z.: Schli-ng-el
schlingen (1), nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. schlingen (V.) (1), sich winden, schleudern, schwingen; ne. loop (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlange; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. slingen, st. V., schwingen, flechten, winden; mnd. slingen (1), st. V., schlingen (V.) (1) winden, schlängeln, sich drehen, kriechen, sich ducken, flechten; mnd. slengen, sw. V., schlingen, winden, flechten, sich schlängeln; ahd. slingan*, st. V. (3a), schwingen, Glanz verlieren, vergehen; as. -; anfrk. -; germ. *slengwan, st. V., gleiten; idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlingen 1, Kluge s. u. schlingen 1, EWD s. u. schlingen 1, DW 15, 730, Falk/Torp 536, Seebold 435, Duden s. u. schlingen, Bluhme s. u. schlingen 1; Son.: vgl. afries. -; ae. slingan, st. V. (3a), sich schlingen (V.) (1), winden, kriechen; an. slyngja, slyngva, st. V. (3a), werfen, schleudern; got. -; nschw. slingra, V., schlingen (V.) (1); nnorw. slynge, V., schlingen (V.) (1); GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich winden oder schleudern oder schwingen; BM.: schleichen; F.: schlingen, schlinge (!), schlingst, schlingt, schlingest, schlinget, schlang, schlangst, schlangen (!), schlangt, schlänge, schlängest, schlängen, schlänget, geschlungen, ##geschlungen, geschlungene, geschlungenes, geschlungenem, geschlungenen, geschlungener##, schlingend, ###schlingend, schlingende, schlingendes, schlingendem, schlingenden, schlingender###, schling (!)+EW; Z.: schli-ng-en
schlingen (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schlingen (V.) (2), verschlingen, schlucken; ne. bolt (V.), gobble; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: s. mnd. slingen (2), sw. V., schlingen (V.) (2), verschlingen, verschlucken, hinunterschlucken, fressen; s. mhd. slinden, st. V., „schlinden“, schlucken, schlingen (V.) (2), verschlingen; ahd. slintan*, st. V. (3a), verschlingen, zu sich nehmen, einnehmen, verschlucken; as. *slindan?, st. V. (3a), schlingen (V.) (2); germ. *slendan, st. V., gleiten, verschlingen; idg. *slindʰ-?, V., kriechen, gleiten, Pokorny 961; s. idg. *sleidʰ-, *leidʰ-, Adj., V., schlüpferig, gleiten, Pokorny 960 (1653/125) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900? (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlingen 2, Kluge s. u. schlingen 2, EWD s. u. schlingen 2, DW 2, 736, Falk/Torp 536, Seebold 432, Duden s. u. schlingen, Bluhme s. u. schlingen 2; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *slindan, st. V. (3,1), schlingen (V.) (2); nndl. verslinden, V., schlingen (V.) (2); lit. listi, V., kriechen; GB.: seit um 765 belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Altsächsischen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schlucken; BM.: schleichen; F.: schlingen (!), schlinge (!), schlingst, schlingt, schlingest, schlinget, schlang, schlangst, schlangen (!), schlangt, schlänge, schlängest, schlängen, schlänget, geschlungen, ##geschlungen, geschlungene, geschlungenes, geschlungenem, geschlungenen, geschlungener##, schlingend, ###schlingend, schlingende, schlingendes, schlingendem, schlingenden, schlingender###, schling (!)+EW; Z.: schli-n-g-en
schlingern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schlingern, schwanken, hinpendeln und herpendeln; ne. swerve (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. slingeren, sw. V., schlingern, schlingen (V.) (1), schlängeln, winden, hinschlenkern, herschlenkern; s. mnd. slingen (1), st. V., schlingen (V.) (1) winden, schlängeln, sich drehen, kriechen, sich ducken, flechten; mnd. slengen, sw. V., schlingen, winden, flechten, sich schlängeln; ahd. slingan*, st. V. (3a), schwingen, Glanz verlieren, vergehen; as. -; anfrk. -; germ. *slengwan, st. V., gleiten; idg. *slenk-, *sleng-, V., winden, drehen, schlingen (V.) (1), kriechen, Pokorny 961 (1655/127) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. schlingern, EWD s. u. schlingern, DW 15, 741, Duden s. u. schlingern; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnungen für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schwanken oder hinpendeln und herpendeln oder sich in nicht geraden Bewegungen fortbewegen; BM.: schleichen; F.: schlingern, schlingere, schlinger (!), schlingre, schlingerst, schlingert, schlingerte, schlingertest, schlingerten, schlingertet, geschlingert, ##geschlingert, geschlingertes, geschlingertem, geschlingerten, geschlingerter##, schlingernd, ###schlingernd, schlingernde, schlingerndes, schlingerndem, schlingernden, schlingernder###, schlinger (!)+EW; Z.: schli-ng-er-n
$Schlinggewächs, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schlinggewächs, (sich um anderes) schlingend wachsendes Gewächs; E.: s. schling(en), s. Gewächs; L.: DW 15, 741, EWD s. u. schlingen 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schling(en) und Gewächs gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schlingend wachsendes Gewächs; F.: Schlinggewächs, Schlinggewächses, Schlinggewächse, Schlinggewächsen+EW; Z.: Schli-ng—ge—wäch-s
$Schlingpflanze, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schlingpflanze, eine Kletterpflanze; E.: s. schling(en), s. Pflanze; L.: DW 15, 741, EWD s. u. schlingen 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schling(en) und Pflanze gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich um etwas schlingend wachsendes Gewächs wie beispielsweise Clematis; F.: Schlingpflanze, Schlingpflanzen+EW+FW; Z.: Schli-ng-pfla-n-z-e
Schlipf, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Schlipf, einmaliges Gleiten, Rutschen (N.), Fallen (N.); ne. landslide; Vw.: -; Hw.: s. schleifen (1); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. slipf, slif, st. M., Schlipf, schlüpferige Stelle, Ausgleiten (N.), Ausrutschen (N.), Fallen (N.); ahd. slipf*, sliph*, slif, st. M. (a?, i?), Ausgleiten, Fall, schlüpferige Stelle; s. ahd. slipfen, sw. V. (1a), ausgleiten, straucheln, gleiten, herabgleiten; germ. *slippjan, sw. V., gleiten; idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Schlipf, DW 15, 745, Duden s. u. Schlipf; GB.: seit dem Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gleiten oder Rutschen oder einen Bergrutsch oder Felsrutsch oder Erdrutsch; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: Schlipf, Schlipfes, Schlipfs, Schlipfe, Schlipfen+EW; Z.: Schli-pf
Schlippe, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schlippe, Rockschoß, Kleiderzipfel, Schleppe; ne. trail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlips, Lippe?; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slippe, slipe, F., M., Mantelkragen, Zipfel, Gewandzipfel, Rockschoß, am Saum (M) (1) zusammengefasster Vorderteil des Gewandes, lose fallendes Gewandstück; letztlich von vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655? (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schlippe, DW 15, 748, Duden s. u. Schlippe; GB.: seit 16. Jh. belegte und letztlich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten an der Taille gekräuselt oder glockig angesetzten Teil an Jacken oder Röcken oder Kleidern; BM.: schlaff hängen; F.: Schlippe, Schlippen+EW; Z.: Schlipp-e
Schlips, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlips, Krawatte; ne. tie (N.), neck tie (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlippe; Q.: um 1840; E.: s. Schlippe; L.: Kluge s. u. Schlips, DW 15, 750 (Schlipps), EWD s. u. Schlips, Duden s. u. Schlips, Bluhme s. u. Schlips; Son.: vgl. nschw. slips, Sb., Schlips; nnorw. slips, N., Schlips; GB.: seit um 1840 belegte Bezeichnung für ein aus Stoff hergestelltes etwa streifenförmiges schmückendes Teil besonders der Herrenkleidung das unter dem Hemdkragen um den Hals gelegt und vorne in der Weise zu einem Knoten gebunden wird dass das breitere Ende etwas länger herunterhängt; BM.: schlaff hängen; F.: Schlips, Schlipses, Schlipse, Schlipsen+EW; Z.: Schlip-s
Schlitten, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schlitten, ein auf Kufen auf Schnee oder Eis gleitendes Gerät; ne. sledge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. slite, sw. M., Schlitten; mnd. slēde, sledde, sleede, slȫde, M., Schlitten; mnl. slēde, M., Schlitten; ahd. slito, sw. M. (n), Schlitten, Schleife (F.) (2), Dreschschlitten, Schleifharke; as. slido*, sw. M. (n), Schlitten (M.); anfrk. -; germ. *slidō-, *slidōn, *slida-, *slidan, sw. M. (n), Schlitten; s. idg. *sleidʰ-, *leidʰ-, Adj., V., schlüpferig, gleiten, Pokorny 960 (1653/125) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlitten, Kluge s. u. Schlitten, EWD s. u. Schlitten, DW 15, 752, Seebold 428, Duden s. u. Schlitten, Bluhme s. u. Schlitten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. sleði, sw. M. (n), Schlitten; got. -; nndl. slee, Sb., Schlitten; nschw. släde, Sb., Schlitten; nnorw. slede, M., Schlitten; ai. srédhati, V., macht einen Fehler; gr. ὀλισθάνειν (olisthánein), V., gleiten, ausgleiten; lit. slýsti, V., gleiten, rutschen; ksl. slědŭ, Sb., Spur; GB.: seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes räderloses Fahrzeug zu einem Gleiten auf Kufen auf einer Eisfläche oder Schneefläche; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: Schlitten, Schlittens+EW; Z.: Schli-t-t-en
schlittern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schlittern, auf Eis rutschen; ne. slither, slide (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. germ. *slidrōn, sw. V., schlittern, gleiten; s. idg. *sleidʰ-, *leidʰ-, Adj., V., schlüpferig, gleiten, Pokorny 960 (1653/125) (RB. idg. aus ind., gr., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlitten, Kluge s. u. schlittern, EWD s. u. schlittern, DW 15, 758, Duden s. u. schlittern; Son.: vgl. ae. slidrian, sw. V. (2), ausgleiten; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich Menschen vielleicht schon früh mögliches auf Eis rutschen; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlittern, schlittere, schlitter (!), schlittre, schlitterst, schlittert, schlitterte, schlittertest, schlitterten, schlittertet, geschlittert, ##geschlittert, geschlittertes, geschlittertem, geschlitterten, geschlitterter##, schlitternd, ###schlitternd, schlitternde, schlitterndes, schlitterndem, schlitternden, schlitternder###, schlitter (!)+EW; Z.: schli-t-t-er-n
$Schlittschuh, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlittschuh; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. schlitt(ern), s. Schuh; L.: Kluge s. u. Schlittschuh, DW 15, 759, EWD s. u. Schlittschuh; GB.: nach älterem Schrittschuh seit 17. Jh. belegte und aus schlitt(ern) und Schuh gebildete Bezeichnung für einen von Menschen schon früher aus Tierknochen entwickelten und verwendeten Schuh für das Gehen und Schlittern auf Eis (oder Schnee?); F.: Schlittschuh, Schlittschuhs, Schlittschuhes, Schlittschuhe, Schlittschuhen+EW; Z.: Schli-t-t—schuh
Schlitz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schlitz, Riss, Spalt; ne. slit (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlitzen, schleißen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. sliz, st. M., Schlitz, Spalte; s. mnd. slisse, F., Schlitz, Rockschlitz; ahd. sliz*, st. M. (a?, i?), Schliss, Schlitz, Spaltung, Zerstörung; as. -; anfrk. -; germ. *sliti-, *slitiz, st. M. (i), Schlitz, Riss, Bruch (M.) (1); s. idg. *skleid-?, V., schneiden, schleißen, Pokorny 926; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlitz, Kluge s. u. Schlitz, DW 15, 760, EWD s. u. Schlitz, Falk/Torp 539, Seebold 430, Duden s. u. Schlitz, Bluhme s. u. Schlitz; Son.: vgl. afries. slit, st. M. (i?), Schlitz, Bruch (M.) (1); ae. slite (1), st. M. (i), Schlitz, Ritz, Biss; an. slit, st. N. (a), Riss, Bruch (M.) (1), Auflösung; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschlich mögliche längliche schmale Öffnung oder einen Riss oder Spalt; BM.: schneiden; F.: Schlitz, Schlitzes, Schlitze, Schlitzen+EW; Z.: Schli-tz
$schlitzäugig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schlitzäugig; Q.: um 1800; L.: DW 15, 783, EWD s. u. Schlitz; GB.: seit um 1800 belegte und aus (abwertendem) Schlitzaug(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Menschen mögliches keine Lidfalte habend; F.: schlitzäugig, schlitzäugige, schlitzäugiges, schlitzäugigem, schlitzäugigen, schlitzäugiger(, schlitzäugigere, schlitzäugigeres, schlitzäugigerem, schlitzäugigeren, schlitzäugigerer, schlitzäugigst, schlitzäugigste, schlitzäugigstes, schlitzäugigstem, schlitzäugigsten, schlitzäugigster)+EW; Z.: schli-tz—äug-ig
schlitzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schlitzen, einschneiden; ne. slit (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlitz, schleißen; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. slitzen, sw. V., schlitzen; mhd. slīzen, st. V., „schleißen“, spalten, zerreißen, reißen, reißen von, zerschleißen, verschleißen, abstreifen, abnutzen, zerstören, zunichtemachen; ahd. slizzen*, sw. V. (1a), schlitzen; ahd. slīzan, st. V. (1a), schleißen, reißen, zerreißen, zerbrechen; germ. *sleitan, st. V., schleißen, zerreißen; idg. *skleid-?, V., schneiden, schleißen, Pokorny 926; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schlitzohr, DW 15, 762, EWD s. u. Schlitz, Duden s. u. schlitzen, Bluhme s. u. schlitzen; GB.: seit um765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische verbindbare mit einer schmalen länglichen Öffnung versehen (V.) oder einschneiden; BM.: schneiden; F.: schlitzen (!), schlitze (!), schlitzst, schlitzt, schlitzest, schlitzet, schlitzte, schlitztest, schlitzten, schlitztet, geschlitzt, ##geschlitzt, geschlitzte, geschlitztes, geschlitztem, geschlitzten, geschlitzter##, schlitzend, ###schlitzend, schlitzende, schlitzendes, schlitzendem, schlitzenden, schlitzender###, schlitz (!)+EW; Z.: schli-tz-en
$Schlitzohr, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schlitzohr, durchtriebener Mensch, hinterlistiger Geselle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schlitz(en) und Ohr gebildete Bezeichnung für einen durchtriebenen Menschen oder einen hinterlistigen Gesellen; L.: Kluge s. u. Schlitzohr, fehlt DW, EWD s. u. Schlitz; F.: Schlitzohr, Schlitzohres, Schlitzohrs, Schlitzohren+EW; Z.: Schli-tz—ohr
$schlitzohrig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schlitzohrig, durchtrieben, hinterlistig; E.: s. Schlitzohr, s. ig; L.: Kluge s. u. Schlitzohr, fehlt DW, EWD s. u. Schlitz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schlitzohr und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches durchtrieben; F.: schlitzohrig, schlitzohrige, schlitzohriges, schlitzohrigem, schlitzohrigen, schlitzohriger(, schlitzohrigere, schlitzohrigeres, schlitzohrigerem, schlitzohrigeren, schlitzohrigerer, schlitzohrigst, schlitzohrigste, schlitzohrigstes, schlitzohrigstem, schlitzohrigsten, schlitzohrigster)+EW; Z.: schli-tz—ohr-ig
schlohweiß, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schlohweiß, ganz weiß; ne. snow-white; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. Schloße, weiß; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlosze, Kluge s. u. schlohweiß, Schloße, DW 15, 765 (schlohweisz), EWD s. u. Schloße, Bluhme s. u. schlohweiß; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus Schlo(ße) und weiß gebildete Bezeichnung für ganz weiß oder sehr weiß (von Haar?); BM.: weiß wie eine Schloße oder ein Hagelkorn bzw. nachlassen, leuchten; F.: schlohweiß, schlohweiße, schlohweißes, schlohweißem, schlohweißen, schlohweißer(, schlohweißere, schlohweißeres, schlohweißerem, schlohweißeren, schlohweißerer, schlohweißest, schlohweißeste, schlohweißestes, schlohweißestem, schlohweißesten, schlohweißester)+EW; Z.: sch-loh—wei-ß
schlorren, schlurren, nhd. (dial.), sw. V., (17. Jh.): nhd. schlorren, schlurren, schlurfen, geräuschvoll schleppend gehen; ne. shuffle (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlürfen; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. schlorren, DW 15, 766, Duden s. u. schlorren; Son.: norddeutsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geräuschvoll schleppend gehen; BM.: lautmalend; F.: schlorren, schlorre, schlorrst, schlorrt, schlorrest, schlorret, schlorrte, schlorrtest, schlorrten, schlorrtet, geschlorrt, ##geschlorrt, geschlorrte, geschlorrtes, geschlorrtem, geschlorrten, geschlorrter##, schlorrend, ###schlorrend, schlorrende, schlorrendes, schlorrendem, schlorrenden, schlorrender###, schlorr (!), schlurren, schlurre, schlurrst, schlurrt, schlurrest, schlurret, schlurrte, schlurrtest, schlurrten, schlurrtet, geschlurrt, ##geschlurrt, geschlurrte, geschlurrtes, geschlurrtem, geschlurrten, geschlurrter##, schlurrend, ###schlurrend, schlurrende, schlurrendes, schlurrendem, schlurrenden, schlurrender###, schlurr (!)+EW; Z.: schlorr-en
Schloss, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schloss, Türverschluss, Burg; ne. lock (N.), castle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schlosser, schließen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sloz, slōz, st. N., Schloss, Riegel, Verschluss, Band (N.), Fessel (F.) (1), Einschließung, Umschließung, Verschließung, Schluss, Zusammenschluss, Schlussstein; mnd. slot, N., Schloss, Fessel (F.) (1), Verschluss, Schließen (N.), fester Gewahrsam, Gefängnis; mnl. slot, N., Schloss; ahd. sloz, slōz, st. N. (a), Schloss, Riegel, Umschließung; as. slot*, sloz, as.?, st. N. (a), Schloss; anfrk. slot*, st. N. (a), Schloss; germ. *sluta- *slutam, st. N. (a), Schloss, Riegel; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604? (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. skel- (4), kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlosz, Kluge s. u. Schloss, DW 15, 767 (Schlosz), EWD s. u. Schloss, Falk/Torp 541, Seebold 436, Duden s. u. Schloss, Bluhme s. u. Schloss; Son.: vgl. afries. slot, st. N. (a), Schloss; afries. slett, slet, Sb., Schloss; saterl. slot; ae. -; an. -; got. -; nndl. slot, Sb., Schloss; nschw. slott, N., Schloss (Gebäude); nnorw. slott, N., Schloss (Gebäude); GB.: (sloz) seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu dem Verschließen von Türen und seit dem Hochmittelalter Bezeichnung für ein aus der Burg entwickeltes großes und ansehnliches Wohngebäude für Adelige; BM.: biegen; F.: Schloss, Schlosses, Schlösser, Schlössern+EW; Z.: Schlo-ss
Schloße, nhd. (dial.), F., (13. Jh.): nhd. Schloße, Hagelkorn; ne. hailstone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: s. mhd. slōz, st. M., Hagelkorn, Schloße; mhd. slōze, sw. F., Hagelkorn, Schloße; mnd. slōte, solte*, Sb., Schloße, Hagelkorn, Hagel, Hagelschloße; germ. *slautō-, *slautōn, *slauta-, *slautan, Sb., Schneeregen, Schloße; idg. *sleu-?, Adj., schlaff, Pokorny 962 (1656/128) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); idg. *leu- (1), V., nachlassen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlosze, Kluge s. u. Schlosse, DW 15, 774 (Schlosze), EWD s. u. Schlosse, Falk/Torp 541, Duden s. u. Schlosse, Bluhme s. u. Schlosse; Son.: vgl. ne. sleet, N., Graupeln, Regengemisch und Schneegemisch; GB.: (slōz) seit Ende 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schloße oder ein Hagelkorn; BM.: nachlassen?; F.: Schlosse, Schlossen+EW; Z.: Sch-lo-ß-e
$schloßen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schloßen, weich werden; E.: s. Schloß(e), s. en (Suff.); L.: DW 15, 775 (zwei verschiedene Verben zu Schloss und Schlosze), EWD s. u. Schloße; F.: schloßen (!), schloße (!), schloßst, schloßt, schloßest, schloßet, schloßte, schloßtest, schloßten, schloßtet, geschloßt, ##geschloßt, geschloßte, geschloßtes, geschloßtem, geschloßten, geschloßter##, schloßend, ###schloßend, schloßende, schloßendes, schloßendem, schloßenden, schloßender###, schloß (!)+EW; Z.: sch-lo-ß-en
Schlosser, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schlosser, Schlossmacher; ne. locksmith; Vw.: -; Hw.: s. Schloss, schließen; Q.: 1297 (Urkunde); E.: mhd. slozzære*, slozzer, st. M., Schlosser; mnd. slossære*, slosser, M., Schlosser; mhd. sloz, slōz, st. N., Schloss, Riegel, Verschluss, Band (N.), Fessel (F.) (1), Einschließung, Umschließung, Verschließung, Schluss, Zusammenschluss, Schlussstein; mnd. slot, N., Schloss, Fessel (F.) (1), Verschluss, Schließen (N.), fester Gewahrsam, Gefängnis; ahd. sloz, slōz, st. N. (a), Schloss, Riegel, Umschließung; as. slot*, sloz, as.?, st. N. (a), Schloss; germ. *sluta- *slutam, st. N. (a), Schloss, Riegel; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken (M.), haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604? (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schlosser, DW 15, 776, EWD s. u. Schloß, Duden s. u. Schlosser; GB.: seit 1297 belegte und aus Schloss und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung und den Hochkulturen des Altertums möglichen Schlösser herstellenden Handwerker (Schlossmacher); BM.: biegen; F.: Schlosser, Schlossers, Schlossern+EW; Z.: Schlo-ss-er
Schlot, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schlot, Esse, Kamin, Rauchfang, Schornstein; ne. chimney, vent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. slāt, st. M., Schlot, Kamin, Ofenloch; ahd. slāt, st. M. (a?, i?), Kamin, Ofenloch, Schlot, Rauchfang, Schornstein, Trockenkammer?, Röhre?; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schlot, Kluge s. u. Schlot, DW 15, 781, EWD s. u. Schlot, Duden s. u. Schlot, Bluhme s. u. Schlot; GB.: (slāt) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen Kamin oder Rauchfang oder Schornstein; BM.: Röhre?; F.: Schlot, Schlotes, Schlots, Schlote, Schloten+EW; Z.: Schlot
$Schlotfeger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlotfeger, Kaminkehrer; E.: s. Schlot, s. Feger; L.: EWD s. u. Schlot, DW 15, 784; GB.: (slātvegære*) seit 1464-1475 belegte und aus Schlot und Feger gebildete und sachlich seit der Arbeitsteilung mögliche Bezeichnung für einen Schlote oder Schornsteine fegenden oder Kamine kehrenden Handwerker (Kaminkehrer); F.: Schlotfeger, Schlotfegers, Schlotfegern+EW; Z.: Schlot—feg-er
Schlotter, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Schlotter, Schlamm, Kot, schmierige und aufgeweichte Erde; ne. mud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. slōte, st. F., Schlamm, Lehm; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit gr. λάμπη (lámpē), F., Schaum, Schleim, Rotz; gr. λέμφος (lémphos), M., Schleim, Rotz; L.: Kluge s. u. Schlotter, DW 15, 784, Duden s. u. Schlotter; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und womöglich mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für Schlamm oder Kot oder schmierige und aufgeweichte Erde; BM.: ?; F.: Schlotter, Schlotters, Schlottern+EW; Z.: Schlott-er
$schlotterig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlotterig, schlammig, kotig; E.: s. Schlotter, s. ig; L.: Kluge s. u. schlottern, DW 17, 788, EWD s. u. schlottern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schlotter und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schlammig oder kotig; F.: schlotterig, schlotterige, schlotteriges, schlotterigem, schlotterigen, schlotteriger(, schlotterigere, schlotterigeres, schlotterigerem, schlotterigeren, schlotterigerer, schlotterigst, schlotterigste, schlotterigstes, schlotterigstem, schlotterigsten, schlotterigster)+EW; Z.: schlott-er-ig
schlottern, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schlottern, zittern, klappern, übermäßig weit sein (V.); ne. slouch (V.), shudder (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. sloteren* (1), slotern, slottern, sluttern, sw. V., schlottern, zittern, klappern, schwatzen; mnd. slodderen, sw. V., schlottern, lose hängen, übermäßig weit sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. schlottern, Kluge s. u. schlottern, DW 15, 789, EWD s. u. schlottern, Duden s. u. schlottern, Bluhme s. u. schlottern; Son.: vgl. nndl. slodderen, V., schlottern; GB.: (sloteren) seit 1270-1300 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zittern oder klappern oder übermäßig weit sein (V.); BM.: ?; F.: schlottern, schlottere, schlotter (!), schlottre, schlotterst, schlottert, schlotterte, schlottertest, schlotterten, schlottertet, geschlottert, ##geschlottert, geschlottertes, geschlottertem, geschlotterten, geschlotterter##, schlotternd, ###schlotternd, schlotternde, schlotterndes, schlotterndem, schlotternden, schlotternder###, schlotter (!)+EW; Z.: schlott-er-n
schlotzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schlotzen, in dem Mund zergehen lassen; ne. suck; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. schlotzen, DW 15, 793, Duden s. u. schlotzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon vormenschlich mögliches etwas in dem Mund zergehen lassen; BM.: ?; F.: schlotzen, schlotze, schlotzst, schlotzt, schlotzest, schlotzet, schlotzte, schlotztest, schlotzten, schlotztet, geschlotzt, ##geschlotzt, geschlotzte, geschlotztes, geschlotztem, geschlotzten, geschlotzter##, schlotzend, ###schlotzend, schlotzende, schlotzendes, schlotzendem, schlotzenden, schlotzender###, schlotz (!)+EW; Z.: schlotz-en
Schlucht, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schlucht, enges und tiefes Tal, Abgrund; ne. ravine, canyon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einem sluoht; vgl. mhd. wazzersluoht, st. F., Wasserschlucht, tiefes Wassergerinne; auch verwandt mit mnd. slüchter, sluchter, M.?, wilder Schössling eines Baumes, abgehauener dürrer Ast; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht rückführbar auf schlagen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlucht, Kluge s. u. Schlucht, DW 15, 794, EWD s. u. Schlucht, Duden s. u. Schlucht, Bluhme s. u. Schlucht; Son.: vgl. nnorw. slukt, M., Schlucht; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen sowie sachlich schlagen verbindbare Bezeichnung für ein enges und tiefes Tal; BM.: schlagen?; F.: Schlucht, Schluchten+EW; Z.: Schlucht
schluchzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schluchzen, krampfhaft und stoßweise atmen und weinen; ne. sob (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlucken; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. slucken, sw. V., schlingen (V.) (2), schlucken, schluchzen; mnd. slūken (1), sluken, slucken, st. V., schlucken, zu sich nehmen, gierig trinken, verspeisen, unmäßig essen; mnl. slocken, V., schlucken; ahd. *slukkōn?, sw. V. (2), schlucken; vgl. idg. *sleug-, *leug-, *sleuk-, *leuk-, V., schlucken, Pokorny 964 (1658/130) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schluchzen, Kluge s. u. schluchzen, DW 15, 796, EWD s. u. schluchzen, Duden s. u. schluchzen, Bluhme s. u. schluchzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit schlucken verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches krampfhaft und stoßweise atmend und weinend tiefe innere Bewegung äußern; BM.: schlucken; F.: schluchzen, schluchze, schluchzst, schluchzt, schluchzest, schluchzet, schluchzte, schluchztest, schluchzten, schluchztet, geschluchzt, ##geschluchzt, geschluchzte, geschluchztes, geschluchztem, geschluchzten, geschluchzter##, schluchzend, ###schluchzend, schluchzende, schluchzendes, schluchzendem, schluchzenden, schluchzender###, schluchz (!)+EW; Z.: schluch-z-en
$Schluchzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schluchzer, Schluchzen; E.: s. schluchz(en), s. er; L.: Kluge s. u. Schluchzer, DW 15, 798, EWD s. u. schluchzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schluchz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einzelnes Schluchzen; F.: Schluchzer, Schluchzers, Schluchzern+EW; Z.: Schluch-z-er
$Schluck, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schluck; L.: Kluge s. u. Schluck, DW 15, 798, EWD s. u. schlucken; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit schlucken verbindbare Bezeichnung für die kleine Flüssigkeitsmenge eines einzelnen Schlucken eines Menschen (20 bis 40 Milliliter); F.: Schluck, Schluckes, Schlucks, Schlucke, Schlucken (!)+EW; Z.: Schluck
$Schluckauf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schluckauf; E.: s. Schluck, s. auf; L.: DW 15, 800, EWD s. u. schlucken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schluck oder schluck(en) und auf gebildete Bezeichnung für ein durch eine Verkrampfung des Zwerchfells verursachtes wiederholtes einzelnes unwillkürliches Aufstoßen eines Menschen (mit einer Dauer von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen); F.: Schluckauf, Schluckaufs, Schluckaufe, Schluckaufen+EW; Z.: Schluck—auf
schlucken, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schlucken, hinunterschlingen; ne. swallow (V.), gulp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schlucker, schluchzen; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: mhd. slucken, sw. V., schlingen (V.) (2), schlucken, schluchzen; mnd. slūken (1), sluken, slucken, st. V., schlucken, zu sich nehmen, gierig trinken, verspeisen, unmäßig essen; mnl. slocken, V., schlucken; ahd. *slukkōn?, sw. V. (2), schlucken; vgl. idg. *sleug-, *leug-, *sleuk-, *leuk-, V., schlucken, Pokorny 964 (1658/130) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schluchzen, Kluge s. u. schlucken, DW 15, 801, EWD s. u. schlucken, Falk/Torp 540, Seebold 435, Duden s. u. schlucken, Bluhme s. u. schlucken; Son.: vgl. nndl. slikken, V., schlucken; gr. λύζειν (lýzein), V., Schlucken haben, schluchzen; air. sluicid, slocaid, V., schluckt; kymr. llyncu, V., schlucken; wruss. hlytác, V., schlucken; GB.: seit 1190-1229 belegte und für das Althochdeutsche erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mindestens bei Säugetieren mögliches durch reflexartige zusammenziehende Bewegung der Zungenmuskeln und Halsmuskeln eine Flüssigkeit oder eine Speise oder auch Luft von dem Mund in die Speiseröhre und den Magen gelangen lassen oder gelangen machen; BM.: ?; F.: schlucken (!), schlucke (!), schluckst, schluckt, schluckest, schlucket, schluckte, schlucktest, schluckten, schlucktet, geschluckt, ##geschluckt, geschluckte, geschlucktes, geschlucktem, geschluckten, geschluckter##, schluckend, ###schluckend, schluckende, schluckendes, schluckendem, schluckenden, schluckender###, schluck (!)+EW; Z.: schluck-en
$Schlucken, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schlucken (N.); E.: s. schlucken; L.: DW 15, 800 s. schlucken, EWD s. u. schlucken; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schlucken gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mindestens bei Säugetieren mögliches durch reflexartige zusammenziehende Bewegung der Zungenmuskeln und Halsmuskeln eine Flüssigkeit oder eine Speise oder auch Luft von dem Mund in die Speiseröhre und den Magen gelangen Lassen oder gelangen Machen; F.: Schlucken, Schluckens+EW; Z.: Schluck-en
Schlucker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schlucker, Schluckender, armer Mensch; ne. poor fellow; Vw.: -; Hw.: s. schlucken; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slūkære*, slūker, sluker, slūcker, M., Schlucker, Schlinger; ahd. slukko*, slucko*, sw. M. (n), Schlucker, Fresser, Verzehrer; germ. *slūkan, st. V., schlucken?; idg. *sleug-, *leug-, *sleuk-, *leuk-, V., schlucken, Pokorny 964 (1658/130) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schlucker, DW 15, 803, EWD s. u. schlucken, Duden s. u. Schlucker; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus schluck(en) und er (Suff.) gebildete sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und vielleicht sachlich über Schlemmer entwickelte Bezeichnung für einen Schluckenden oder armen Menschen; BM.: ein Mensch der alles essen muss was er vorgesetzt bekommt; F.: Schlucker, Schluckers, Schluckern+EW; Z.: Schuck-er
schludern, nhd., sw. V.: nhd. schludern; Vw.: s. schleudern (2)
$schludrig, schluderig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schludrig, unachtsam, nachlässig; E.: s. schlud(e)r(n), s. ig; L.: Kluge s. u. schleudern 2, DW 15, 808 (schluderig) , EWD s. u. schludern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schlud(e)r(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder der Hochkulturen des Altertums mögliches unachtsam oder nachlässig; F.: schludrig, schludrige, schludriges, schludrigem, schludrigen, schludriger(, schludrigere, schludrigeres, schludrigerem, schludrigeren, schludrigerer, schludrigst, schludrigste, schludrigstes, schludrigstem, schludrigsten, schludrigster)+EW; Z.: schlu-d-r-ig
$Schlummer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schlummer, leiser und sanfter Schlaf; L.: Kluge s. u. schlummern, DW 15, 813 (slummer), EWD s. u. schlummern; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen leisen und sanften Schlaf; F.: Schlummer, Schlummers, Schlummern+EW; Z.: Schu-mm-er
schlummern, nhd., V., (12.-14. Jh.): nhd. schlummern, leise und sanft schlafen; ne. slumber (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. slummeren*, slummern, sw. V., schlummern; mnd. slummeren, slummern, sw. V., schlummern, schlafen, leise schlafen; mnd. slȫmeren*, sw. V., schlummern; mnl. slūmeren, sw. V., schlummern; s. mhd. slummen, sw. V., schlummern; ae. slūma, sw. M. (n), Schlummer; vgl. germ. *slaumjan?, sw. V., schlaff werden; idg. *sleu-?, *leu-?, Adj., schlaff, Pokorny 962 (1656/128) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlummern, Kluge s. u. schlummern, DW 15, 820, EWD s. u. schlummern, Duden s. u. schlummern, Bluhme s. u. schlummern; Son.: vgl. nndl. sluimeren, V., schlummern; nschw. slumra, V., schlummern; nnorw. slumre, V., schlummern; GB.: vielleicht 12.-14. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches leise und sanft schlafen; BM.: schlaff; F.: schlummern, schlummere, schlummer (!), schlummre, schlummerst, schlummert, schlummerte, schlummertest, schlummerten, schlummertet, geschlummert, ##geschlummert, geschlummertes, geschlummertem, geschlummerten, geschlummerter##, schlummernd, ###schlummernd, schlummernde, schlummerndes, schlummerndem, schlummernden, schlummernder###, schlummer (!)+EW; Z.: schlu-mm-er-n
Schlund, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schlund, Kehle (F.) (1), Abgrund; ne. gullet, gorge; Vw.: -; Hw.: s. Geschlinge, Schlinge; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. slunt, st. M., Schlund, Kehle (F.) (1), Hals; mnd. slunt, M., Schlund; mnl. slont, M., Schlund; ahd. slunt, st. M. (a), Gaumen, Schlund, Kehle (F.) (1), Schlucht, Abgrund; as. slund*, st. M. (a), Schlund, Schluck; anfrk. -; germ. *slunda-, *slundaz, st. M. (a), Schlund; vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlund, Kluge s. u. Schlund, DW 15, 831, EWD s. u. Schlund, Seebold 432, Duden s. u. Schlund; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den bei dem Menschen und höheren Tieren den Übergang zwischen hinterer Mundhöhle und Speiseröhre bildenden trichterförmigen Raum; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: Schlund, Schlundes, Schlunds, Schlünde, Schlunde, Schlünden, Schlunden+EW; Z.: Schlu-nd
$Schlung, nhd. (ält.), M., (18. Jh.?): nhd. Schlung, nach DW verschlungene Züge bei eingelegter Arbeit eines Tischlers und auch Schlund; E.: s. schlingen; L.: Kluge s. u. Geschlinge, DW 15, 837; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit schlingen verbindbare Bezeichnung; F.: Schlung, Schlungs, Schlunges, Schlunge, Schlungen+EW; Z.: Schlung
$Schlunk, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Schlunk, Schlingel, Müßiggänger, Stängel, Schmitze (Schnur F. 1); E.: s. schlingen; L.: Kluge s. u. Schlingel, DW 15, 837; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit schlingen verbindbare Bezeichnung für einen Schlingel oder einen Müßiggänger oder einen Stängel oder eine Schmitze (Schnur F. 1) einer Peitsche; F.: Schlunk, Schlunks, Schlunkes, Schlunke, Schlunken+EW; Z.: Schlu-nk
schlunzen, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. schlunzen, nachlässig gehen; ne. go (V.) sloppily; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. schlenzen, schlenkern; L.: Kluge s. u. schlunzen, DW 15, 838, Duden s. u. schlunzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schlenzen und schlenkern verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches nachlässig gehen; BM.: gleiten bzw. kriechen; F.: schlunzen, schlunze, schlunzst, schlunzt, schlunzest, schlunzet, schlunzte, schlunztest, schlunzten, schlunztet, geschlunzt, ##geschlunzt, geschlunzte, geschlunztes, geschlunztem, geschlunzten, geschlunzter##, schlunzend, ###schlunzend, schlunzende, schlunzendes, schlunzendem, schlunzenden, schlunzender###, schlunz (!)+EW; Z.: schlu-nz-en
Schlupf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlupf, Versteck, enger Durchgang; ne. slack (N.); Vw.: -; Hw.: s. schlüpfen; Q.: 2. Viertel 15. Jh. (Oswald von Wolkenstein); E.: s. mhd. slupf, st. M., Schlupf, Schlüpfen, Einkehr, Schlupfwinkel, Unterschlupf, Engpass, Schlucht, Schlinge, Strick (M.) (1); mnd. slop, slōp, N., Schlupf, Schlupfloch, Einschnitt in einem Wall, Loch, Durchschlupf; as. *slôp?, st. M. (a?, i?), Schlupf, Schlupfloch; germ. *slaupa, Sb., Schlüpfen, Schleife (F.) (1), Schlaufe; vgl. idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963? (1657/129) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlupf, DW 15, 839, EWD s. u. schlüpfen, Duden s. u. Schlupf; GB.: seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und für das Germanische mit anderer Bedeutung erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Unterschlupf oder ein Versteck oder einen engen Durchgang; BM.: gleiten; F.: Schlupf, Schlupfes, Schlupfs, Schlupfe, Schlupfen+EW; Z.: Schlu-pf
schlüpfen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. schlüpfen, sich gleitend bewegen; ne. slip (V.), creep (V.); Vw.: -; Hw.: s. schliefen, Slip; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. slüpfen, sw. V., schlüpfen, schlurfen; mnd. slūpen, st. V., schlüpfen, schleichen; mnl. slupen, schlupen, V., schlüpfen; mhd. slupf, st. M., „Schlupf“, Schlüpfen, Schlupfwinkel; s. mhd. sliefen (?), st. V., schließen, schlüpfen; ahd. sliofan*, st. V. (2a), schlüpfen, kriechen, sich verkriechen; germ. *sleupan, st. V., schleichen, schlüpfen; idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963? (1657/129) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlupf, Kluge s. u. schlüpfen, DW 15, 842, EWD s. u. schlüpfen, Falk/Torp 542, Seebold 435, Duden s. u. schlüpfen, Bluhme s. u. schluepfen; Son.: vgl. afries. -; ae. slūpan, st. V. (2), gleiten, schlüpfen; an. -; got. sliupan, st. V. (2), schleichen, schlüpfen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich gewandt und schnell gleitend in eine bestimmte Richtung bewegen; BM.: gleiten; F.: schlüpfen (!), schlüpfe (!), schlüpfst, schlüpft, schlüpfest, schlüpfet, schlüpfte, schlüpftest, schlüpften, schlüpftet, geschlüpft, ##geschlüpft, geschlüpfte, geschlüpftes, geschlüpftem, geschlüpften, geschlüpfter##, schlüpfend, ###schlüpfend, schlüpfende, schlüpfendes, schlüpfendem, schlüpfenden, schlüpfender###, schlüpf (!)+EW; Z.: schlü-pf-en
$Schlüpfer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schlüpfer; E.: s. schlüpf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schlüpfen, EWD s. u. schlüpfen, DW 15, 844; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schlüpf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Schlüpfenden und einen von Menschen entwickelten und verwendeten Gegenstand in den geschlüpft wird wie beispielsweise eine Unterhose oder auch einen bequemen Herrenmantel; F.: Schlüpfer, Schlüpfers, Schlüpfern+EW; Z.: Schlü-pf-er
schlüpferig, schlüpfrig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. schlüpferig, schlüpfrig, glitschig, feucht, rutschig; ne. slippery; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. mhd. slupferic, Adj., schlüpferig; mhd. slipferic*, slipferec, Adj., glatt, schlüpferig; mnd. slipperich, Adj., schlüpferig; mnd. slüpperich, Adj., schlüpferig, glatt; mnd. slūpen, st. V., schlüpfen, schleichen; mhd. slupf, st. M., „Schlupf“, Schlüpfen, Schlupfwinkel; s. mhd. sliefen (?), st. V., schließen, schlüpfen; ahd. sliofan*, st. V. (2a), schlüpfen, kriechen, sich verkriechen; germ. *sleupan, st. V., schleichen, schlüpfen; idg. *sleubʰ-?, *sleub-?, V., gleiten, schlüpfen, Pokorny 963? (1657/129) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); vermischt mit mhd. slipfen, sw. V., ausgleiten, fallen; ahd. slipfen, sliphen, sw. V. (1a), ausgleiten, straucheln, gleiten; germ. *slippjan, sw. V., gleiten; idg. sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlupf, Kluge s. u. schlüpfrig, DW 15, 846, EWD s. u. schlüpfrig, Duden s. u. schlüpfrig; Son.: vgl. nschw. slipprig, Adj., schlüpferig; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus schlüpf(en) und er (Suff.) sowie ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches glitschig oder feucht oder rutschig; BM.: schleichen bzw. kriechen; F.: schlüpferig, schlüpferige, schlüpferiges, schlüpferigem, schlüpferigen, schlüpferiger(, schlüpferigere, schlüpferigeres, schlüpferigerem, schlüpferigeren, schlüpferigerer, schlüpferigst, schlüpferigste, schlüpferigstes, schlüpferigstem, schlüpferigsten, schlüpferigster), schlüpfrig, schlüpfrige, schlüpfriges, schlüpfrigem, schlüpfrigen, schlüpfriger(, schlüpfrigere, schlüpfrigeres, schlüpfrigerem, schlüpfrigeren, schlüpfrigerer, schlüpfrigst, schlüpfrigste, schlüpfrigstes, schlüpfrigstem, schlüpfrigsten, schlüpfrigster)+EW; Z.: schlü-pf-er-ig
$Schlupfloch, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Schlupfloch; E.: s. Schlupf, s. Loch; L.: DW 15, 848, EWD s. u. schlüpfen; GB.: (slupfloch) seit um 1275 belegte und aus Schlupf und Loch gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen und anderen Lebewesen schon früher als Schlupf genutztes Loch; F.: Schlupfloch, Schlupfloches, Schlupflochs, Schlupflöcher, Schlupflöchern+EW; Z.: Schlu-pf—loch
schlüpfrig, nhd., Adj.: nhd. schlüpfrig; Vw.: s. schlüpferig
$Schlupfwinkel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schlupfwinkel; E.: s. Schlupf, s. Winkel; L.: DW 15, 849, EWD s. u. schlüpfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schlupf und Winkel gebildete Bezeichnung für einen sachlich von Menschen und anderen Lebewesen schon früher als Schlupf genutzten Winkel; F.: Schlupfwinkel, Schlupfwinkels, Schlupfwinkeln+EW; Z.: Schlu-pf—wi-nk-el
schlurfen, nhd., sw. V.: nhd. schlurfen; Vw.: s. schlürfen
schlürfen, schlurfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schlürfen, schlurfen, geräuschvoll trinken, geräuschvoll gehen; ne. slurp (V.); Vw.: -; Hw.: s. schlorren; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. slorpen, sw. V., schlürfen, trinken; mnl. slorpen, sw. V., schlürfen, trinken; vgl. mhd. sürfelen, sw. V., schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schlürfen, Kluge s. u. schlürfen, DW 15, 851, EWD s. u. schlürfen, Duden s. u. schlürfen, Bluhme s. u. schluerfen; Son.: vgl. nndl. slorpen, slurpen, V., schlürfen; nnorw. slurpe, V., schlürfen; gr. ῥοφεῖν (rhophein), V., schlürfen, schlucken; lat. sorbēre, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken; lit. srė̃bti, V., schürfen; ksl. rĭbanije, N., Suppe, Brühe; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches geräuschvoll trinken (schlürfen), geräuschvoll gehen (schlurfen); BM.: lautmalend?; F.: schlürfen, schlürfe, schlürfst, schlürft, schlürfest, schlürfet, schlürfte, schlürftest, schlürften, schlürftet, geschlürft, ##geschlürft, geschlürfte, geschlürftes, geschlürftem, geschlürften, geschlürfter##, schlürfend, ###schlürfend, schlürfende, schlürfendes, schlürfendem, schlürfenden, schlürfender###, schlürf (!), schlurfen, schlurfe, schlurfst, schlurft, schlurfest, schlurfet, schlurfte, schlurftest, schlurften, schlurftet, geschlurft, ##geschlurft, geschlurfte, geschlurftes, geschlurftem, geschlurften, geschlurfter##, schlurfend, ###schlurfend, schlurfende, schlurfendes, schlurfendem, schlurfenden, schlurfender###, schlurf (!)+EW; Z.: schlürf-en
schlurren, nhd. (dial.), sw. V.: nhd. schlurren; Vw.: s. schlorren
Schluss, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schluss, Ende; ne. end (N.); Vw.: -; Hw.: s. schließen; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Peter Suchenwirts Werke aus dem vierzehnten Jahrhunderte); E.: mhd. sluz, st. M., Schluss, Knoten (M.); mnd. slūt, slut, M., N., Schluss, Ende, Beschluss; mhd. sliezen, st. V., schließen, einschließen, zuschließen, verschließen; mnd. slūten (1), slueten, sluiten, st. V., schließen, zuschließen, einschließen, verschließen, einfrieden: ahd. sliozan*, st. V. (2b), schließen, verschließen, verschanzen, mit einem Wall umgeben (V.), mit einem Wall umschließen, sich verkriechen, schlüpfen; as. *slūtan?, st. V. (2b), schließen; anfrk. -; germ. *sleutan, st. V., schließen; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604? (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlusz, DW 15, 865, EWD s. u. Schluss, Duden s. u. Schluss, Bluhme s. u. Schluss; Son.: vgl. nndl. slot, Sb., Schluss; nschw. slut, N., Schluss; nnorw. slutt, M., Schluss; gr. κλείς (kleís), F., Schlüssel, Querriegel, Haken (M.); ksl. kl’učъ, Sb., Schlüssel; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Altsächsischen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Ende oder den Zeitpunkt an dem etwas schließt oder endet; BM.: biegen; F.: Schluss, Schlusses, Schlüsse, Schlüssen+EW; Z.: Schlu-ss
Schlüssel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schlüssel, Gerät zu einem Sperren; ne. key (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. slüzzel, st. M., Schlüssel; mnd. slȫtel* (1), slotel, slȫttel, slottel, sclotel, sloetel, sloͤtel, M., Schlüssel, Symbol der Schlüsselgewalt, Zugang, Pforte; mnl. slotel, M., Schlüssel; ahd. sluzzil, st. M. (a), Schlüssel; as. slutil*, st. M. (a), Schlüssel (M.); anfrk. -; germ. *slutila-, *slutilaz, st. M. (a), Schlüssel; s. idg. *klēu-, *sklēu-, *kleu-?, *skleu-?, Sb., V., Haken, haken, hemmen, verschließen, Pokorny 604? (939/171) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schlüssel, Kluge s. u. Schlüssel, DW 15, 854, EWD s. u. Schlüssel, Falk/Torp 541, Seebold 437, Duden s. u. Schlüssel, Bluhme s. u. Schluessel; Son.: vgl. afries. sletel, st. M. (a), Schlüssel; nfries. slotel; ae. -; an. -; got. -; nndl. sleutel, Sb., Schlüssel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach Nutzung von Metall zwecks Sicherung von Rechten entwickelten und verwendeten Gegenstand zu einem Öffnen oder Verschließen eines Schlosses; BM.: biegen; F.: Schlüssel, Schlüssels, Schlüsseln+EW; Z.: Schlü-ss-el
$Schlüsselbein, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schlüsselbein; E.: s. Schlüssel, s. Bein; L.: Kluge s. u. Schlüsselbein, DW 15, 860, EWD s. u. Schlüssel; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. clavicula oder clavis oder os iuguli gebildete und verwendete Bezeichnung für den Röhrenknochen unterhalb des Halses zu beiden Seiten der Brust zwischen Schulterblatt und Brustbein (bei Säugetieren und Vögeln sowie Reptilien und (angedeutet bei) Knochenfischen und Reptilien; F.: Schlüsselbein, Schlüsselbeins, Schlüsselbeines, Schlüsselbeine, Schlüsselbeinen+EW; Z.: Schlü-ss-el—bei-n
$Schlüsselblume, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schlüsselblume; E.: s. Schlüssel, s. Blume; L.: Kluge s. u. Schlüsselblume, DW 15, 860, EWD s. u. Schlüssel; GB.: nach etwas älterem Himmelschlüssel in dem 15. Jh. belegte und aus Schlüssel und Blume gebildete Bezeichnung für eine entfernt einem Schlüssel ähnelnde kleine gelbe Frühlingsblume (Primelchen oder) Himmelsschlüssel; F.: Schlüsselblume, Schlüsselblumen+EW; Z.: Schlü-ss-el—blu-m-e
$*schlüsseln?, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. *schlüsseln?; Vw.: s. auf-, ent-, ver-; E.: s. Schlüssel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlüssel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. in Ableitungen belegte und aus Schlüssel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Schlüssel öffnen (aufschlüsseln oder entschlüsseln) und schließen (verschlüsseln); F.: schlüsseln (!), schlüssel (!), schlüssle, schlüssele, schlüsselst, schlüsselt, schlüsselte, schlüsseltest, schlüsselten, schlüsseltet, geschlüsselt, ##geschlüsselt, geschlüsselte, geschlüsseltes, geschlüsseltem, geschlüsselten, geschlüsselter##, schlüsselnd, ###schlüsselnd, schlüsselnde, schlüsselndes, schlüsselndem, schlüsselnden, schlüsselnder###, schlüssel (!)+EW; Z.: schlü-ss-el-n
$schlüssig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schlüssig, entschlossen, folgerichtig, triftig; L.: DW 15, 864, EWD s. u. Schluss; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schluss und ig gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches entschlossen oder folgerichtig oder triftig; F.: schlüssig, schlüssige, schlüssiges, schlüssigem, schlüssigen, schlüssiger(, schlüssigere, schlüssigeres, schlüssigerem, schlüssigeren, schlüssigerer, schlüssigst, schlüssigste, schlüssigstes, schlüssigstem, schlüssigsten, schlüssigster)+EW; Z.: schlü-ss-ig
Schmach, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schmach, Schande, Demütigung, Kränkung; ne. disgrace (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmächtig, schmähen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. smæhe (3), st. F., Geringschätzigkeit, Verächtlichkeit, Beschimpfung, Schmähung; mnd. smā (2), smāhe, F., Schmach, Kränkung, Beleidigung, Schimpf; ahd. smāhī, st. F. (ī), Niedrigkeit, Kleinheit, Wenigkeit, Erniedrigung, Geringheit, Geringfügigkeit; as. -; anfrk. -; germ. *smēhī-, *smēhīn, *smǣhī-, *smǣhīn, sw. F. (n), Wenigkeit; vgl. idg. *smēik-, *smēk-, *smīk-, Sb., Krümchen, Pokorny 966; idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmach, Kluge s. u. Schmach, DW 15, 877, EWD s. u. Schmach, Heidermanns 519, Duden s. u. Schmach, Bluhme s. u. Schmach; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für etwas von Menschen als Schande oder Demütigung oder Kränkung Empfundenes; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Schmach+EW; Z.: Schma-ch
schmachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schmachten, sich schmerzlich sehnen; ne. crave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. smachten, sw. V., schmachten, hungern, vor Hunger vergehen, starken Hunger leiden, entkräftet werden, aushungern, verhungern lassen; s. mnd. smacht (1), N., M., Schmacht, großer Hunger, entkräftender Hunger, Entbehrung; mhd. smaht, st. M., Geruch, Schmachten, Verschmachten, großer Hunger, großer Durst; wohl verwandt mit Schmach (s. d.); vermischt mit einer Ableitung von *smog- (in russ. smága, Sb., Hitze); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmach, Kluge s. u. schmachten, DW 15, 885, EWD s. u. schmachten, Duden s. u. schmachten, Bluhme s. u. schmachten; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für in der Vorstellung von Lebewesen mögliches sich schmerzlich nach etwas sehnen; BM.: schmieren (V.) (1) bzw. Hitze; F.: schmachten, schmachte, schmachtest, schmachtet, schmachtete, schmachtetest, schmachteten, schmachtetet, geschmachtet, ##geschmachtet, geschmachtete, geschmachtetes, geschmachtetem, geschmachteten, geschmachteter##, schmachtend, ###schmachtend, schmachtende, schmachtendes, schmachtendem, schmachtenden, schmachtender###, schmacht (!)+EW; Z.: schmach-t-en
schmächtig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. schmächtig, klein, dünn; ne. slender, slight; Vw.: -; Hw.: s. Schmach, schmähen; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: s. mhd. smahtic*, smahtec, Adj., schmachtig, verschmachtet; mnd. smechtich, Adj., schmächtig, hungerig, verhungert, armselig, dünn, kümmerlich; mnd. smachtich, Adj., schmächtig, hungerig, verhungert, armselig, dünn, kümmerlich; s. mhd. smæhen, smāhen, smæn, smān, sw. V., schmähen, in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verschmähen, verstoßen (V.), verachten, zu wenig sein (V.), sich schämen über, beleidigen, beschimpfen; mnd. smēn (1), smēhen, sw. V., schmähen, verunglimpfen; ahd. *smāhen?, sw. V. (1a), schmähen, gering achten; ahd. smāhi, Adj., verächtlich, klein, gering, schmächtig, unbedeutend; germ. *smēha-, *smēhaz, *smǣha-, *smǣhaz, *smēhja-, *smēhjaz, *smǣhja-, *smǣhjaz, Adj., klein, gering, schmählich; idg. *smēik-, *smēk-, *smīk-, Sb., Krümchen, Pokorny 966; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmach, Kluge s. u. schmächtig, DW 15, 890, EWD s. u. schmächtig, Duden s. u. schmächtig; GB.: seit 1331-1341 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für klein oder dünn; BM.: schmieren (V.) (1); F.: schmächtig, schmächtige, schmächtiges, schmächtigem, schmächtigen, schmächtiger(, schmächtigere, schmächtigeres, schmächtigerem, schmächtigeren, schmächtigerer, schmächtigst, schmächtigste, schmächtigstes, schmächtigstem, schmächtigsten, schmächtigster)+EW; Z.: schmä-ch-t-ig
$Schmachtriemen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmachtriemen; E.: s. schmacht(en), s. Riemen; L.: DW 15, 892, EWD s. u. schmachten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schmacht(en) und Riemen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten um den Bauch geschnallten Riemen der das Hungergefühl bei Schmachten dämpfen soll; F.: Schmachtriemen, Schmachtriemens+EW; Z.: Schmach-t-rie-m-en
Schmack, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Schmack, Geschmack; ne. taste (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: s. schmecken; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. smac, smach, st. M., Geschmack, Geschmackssinn, Gelüste, Geruch, Duft, Gestank; mhd. smacke, sw. M., Geschmack, Geschmackssinn, Gelüste, Geruch, Geruchssinn, Witterung; mnd. smak (1), M., Geschmack, Wohlgeschmack, Geruch, Schmecken, Genießen, Geschmackssinn, Appetit; mnd. smāke, F., Geschmack, Wohlgeschmack, Geruch, Geschmackssinn, Urteilsvermögen, Empfindung, Gefühl; ahd. smak* (1), smac, st. M. (a?, i?), Geschmack, Genuss; ahd. smakko*, smacko*, sw. M. (n), Geschmack; as. -; anfrk. -; germ. *smakka-, *smakkaz, st. M. (a), Geschmack; vgl. germ. *smakkōn (1), *smakōn, sw. V., schmecken; idg. *smegʰ-, smeg-, V., schmecken, Pokorny 967 (1666/138) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: DW 15, 893; Son.: vgl. afries. smek, st. M. (a?), Geschmack; saterl. smace; ae. -; an. -; got. -; GB.: (smak 1) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für etwas von Lebewesen mit dem Geschmackssinn Wahrgenommenes; BM.: schmecken; F.: Schmack, Schmackes, Schmacks, Schmäcker?, Schmäckern?+EW; Z.: Schmack
$Schmacke, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Schmacke; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmacke, DW 15, 896; GB.: vielleicht seit 18. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für ein von dem 16. bis in das 19. Jh. als Küstensegler von den umgebenden nördlichen Ländern aufgenommenes Schiff mit flachem Boden und Gaffelrigg; F.: Schmacke, Schmacken+EW; Z.: Schmack-e
Schmackes, nhd., Sb. Pl., (19. Jh.): nhd. Schmackes, Schläge, Hiebe, Wucht, Schmarotzer; ne. force (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. smacken, sw. V., laut aufschlagen, derben Schlag versetzen, werfen?, fallen?; weitere Herkunft ungeklärt?, lautmalend?; L.: Kluge s. u. Schmackes, DW 15, 896, Duden s. u. Schmackes; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und lautmalend gebildete Bezeichnung für Schläge; BM.: lautmalend?; F.: Schmackes+EW; Z.: Schmack-es
$schmackhaft, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schmackhaft, wohlschmeckend; E.: s. Schmack, s. haft; L.: DW 15, 899, EWD s. u. schmecken; GB.: (smachaft) seit 1252-1255 belegte und aus Schmack und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches schmackhaft oder wohlschmeckend; F.: schmackhaft, schmackhafte, schmackhaftes, schmackhaftem, schmackhaften, schmackhafter(, schmackhaftere, schmackhafteres, schmackhafterem, schmackhafteren, schmackhafterer, schmackhaftest, schmackhafteste, schmackhaftestes, schmackhaftestem, schmackhaftesten, schmackhaftester)+EW; Z.: schmack—haf-t
Schmadder, nhd. (dial.), M., (18. Jh.?): nhd. Schmadder, Matsch, Brei, nasser Schmutz; ne. muck (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmaddern; Q.: 18. Jh.?; E.: lautmalende Bildung; L.: Kluge s. u. schmaddern, DW 15, 901, Duden s. u. Schmadder; Son.: norddeutsch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. norddeutsch belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für Matsch oder Brei oder nassen Schmutz; BM.: lautmalend; F.: Schmadder, Schmadders+EW; Z.: Schmadd-er
schmaddern, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. schmaddern, vollsudeln, schmieren, regnen und schneien zugleich; ne. soil (V.), sleet (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmadder; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalende Bildung; L.: Kluge s. u. schmaddern, DW 15, 902, Duden s. u. schmaddern; Son.: norddeutsch; GB.: seit 17. Jh. norddeutsch belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für vollsudeln oder schmieren oder regnen und schneien zugleich; BM.: lautmalend; F.: schmaddern, schmaddere, schmadder (!), schmaddre, schmadderst, schmaddert, schmadderte, schmaddertest, schmadderten, schmaddertet, geschmaddert, ##geschmaddert, geschmaddertes, geschmaddertem, geschmadderten, geschmadderter##, schmaddernd, ###schmaddernd, schmaddernde, schmadderndes, schmadderndem, schmaddernden, schmaddernder###, schmadder (!)+EW; Z.: schmadd-er-n
schmähen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schmähen, mit Worten herabsetzen, verspotten; ne. taunt (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmach, schmächtig; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. smæhen, smāhen, smæn, smān, sw. V., schmähen, in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verschmähen, verstoßen (V.), verachten, zu wenig sein (V.), sich schämen über, beleidigen, beschimpfen; mnd. smēn (1), smēhen, sw. V., schmähen, verunglimpfen; ahd. smāhen?, sw. V. (1a), schmähen, gering achten; ahd. firsmāhen, sw. V. (1a), verschmähen, gering achten, verachten; gismāhen*, sw. V. (1a), sich erniedrigen, verringern, erniedrigen; as. -; anfrk. -; germ. *smēhjan, *smǣhjan, sw. V., verringern, schmähen; s. idg. *smēik-, *smēk-, *smīk-, Sb., Krümchen, Pokorny 966; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmähen, Kluge s. u. schmähen, DW 15, 903, EWD s. u. schmähen, Falk/Torp 526, Heidermanns 519, Duden s. u. schmähen, Bluhme s. u. schmaehen; Son.: s. lang. *smāhhan, smāhhjan, V., verringern, schmähen; vgl. afries. smāia, sw. V. (2), schmähen; ae. -; an. smā, sw. V. (2), spotten, höhnen; got. -; GB.: (smāhen?) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches jemanden mit Worten herabsetzen oder verspotten; BM.: schmieren (V.) (1); F.: schmähen, schmähe, schmähst, schmäht, schmähest, schmähet, schmähte, schmähtest, schmähten, schmähtet, geschmäht, ##geschmäht, geschmähte, geschmähtes, geschmähtem, geschmähten, geschmähter##, schmähend, ###schmähend, schmähende, schmähendes, schmähendem, schmähenden, schmähender###, schmäh (!)+EW; Z.: schmäh-en
$schmählich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schmählich, schändlich, verächtlich; L.: Kluge 1. A. s. u. schmähen, Kluge s. u. schmähen, DW 15, 907, EWD s. u. schmähen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Schmach und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schändlich oder verächtlich; F.: schmählich, schmähliche, schmähliches, schmählichem, schmählichen, schmählicher(, schmählichere, schmählicheres, schmählicherem, schmählicheren, schmählicherer, schmählichst, schmählichste, schmählichstes, schmählichstem, schmählichsten, schmählichster)+EW; Z.: schmäh-lich
$Schmähschrift, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schmähschrift; E.: s. schmäh(en), s. Schrift; L.: EWD s. u. schmähen, DW 15, 909; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schmäh(en) und Schrift gebildete Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Sprache und Schrift dem Menschen mögliche und in den Hochkulturen des Altertums bereits verwendete zwecks Schmähung verfasste Schrift beispielsweise des Fescenninus oder des Ciceromastix; F.: Schmähschrift, Schmähschriften+EW; Z.: Schmäh—schri-f-t
schmal, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schmal, klein, schlank, gering; ne. narrow, slender; Vw.: -; Hw.: s. schmälen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. smal, Adj., klein, gering; mnd. smal, smāl, smael, smel, Adj., schmal, klein, mehr lang als breit, eng, dünn, dünnwandig, schmächtig, schlank; mnl. smal, Adj., schmal; ahd. smal, Adj., schmal, klein, dünn, schlank, zart, schmächtig, mager, winzig, gering, gewöhnlich; as. smal*, Adj., klein, gering; anfrk. -; germ. *smala-, *smalaz, Adj., klein; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmal, Kluge s. u. schmal, DW 15, 910, EWD s. u. schmal, Falk/Torp 528, Heidermanns 517, Duden s. u. schmal, Bluhme s. u. schmal; Son.: vgl. afries. smel, Adj., schmal, klein; nfries. smol, smel, Adj., schmal, klein; ae. smæl, Adj., schmal, schmächtig, dünn, klein, eng, fein; an. smalr, Adj., klein; got. smals, Adj. (a), klein, gering; nndl. smal, Adj., schmal; nschw. smal, Adj., schmal; nnorw. smal, Adj., schmal; gr. μῆλον (mēlon), N., Kleinvieh, Schaf, Ziege; lat. malus, Adj., schlecht; air. míl, Sb., Schmalvieh; kymr. mil, M., Tier, Schmalvieh; ksl. malu, Adj., klein; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für klein oder schlank oder gering; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: schmal, schmale, schmales, schmalem, schmalen, schmaler(, schmalere, schmaleres, schmalerem, schmaleren, schmalerer, schmälere, schmäleres, schmälerem, schmäleren, schmälerer, schmalst, schmalste, schmalstes, schmalstem, schmalsten, schmalster, schmälst, schmälste, schmälstes, schmälstem, schmälsten, schmälster)+EW; Z.: schmal
schmälen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. schmälen, lästern, verringern, herabsetzen; ne. revile; Vw.: -; Hw.: s. schmal; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); E.: s. mhd. smelen*, smeln, sw. V., schmälern; mhd. smalen*, smaln, sw. V., klein sein (V.), klein werden, schmälern, vermindern; mnd. smālen, smēlen, smelen, sw. V., schmälen, verschmälern, schmal machen, schmälern, kränken, heruntermachen, verengern; s. mhd. smal, Adj., klein, gering; mnd. smal, smāl, smael, smel, Adj., schmal, klein, mehr lang als breit, eng, dünn, dünnwandig, schmächtig, schlank; ahd. smal, Adj., schmal, klein, dünn, schlank, zart, schmächtig, mager, winzig, gering, gewöhnlich; as. smal*, Adj., klein, gering; germ. *smala-, *smalaz, Adj., klein; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmal, Kluge s. u. schmälen, DW 15, 916, Duden s. u. schmälen; GB.: nach 1231 belegte und mit dem Althochdeutschen und Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für lästern oder verringern oder herabsetzen; BM.: schlagen bzw. mahlen; F.: schmälen, schmäle, schmälst, schmält, schmälest, schmälet, schmälte, schmältest, schmälten, schmältet, geschmält, ##geschmält, geschmälte, geschmältes, geschmältem, geschmälten, geschmälter##, schmälend, ###schmälend, schmälende, schmälendes, schmälendem, schmälenden, schmälender###, schmäl (!)+EW; Z.: schmäl-en
$schmälern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schmälern, schmäler machen; E.: s. schmal; L.: Kluge 1. A. s. u. schmal, DW 15, 930, EWD s. u. schmal; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schmal und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schmäler machen; F.: schmälern (!), schmälere (!), schmäler (!), schmälerst, schmälert, schmälerte, schmälertest, schmälerten, schmälertet, geschmälert, ##geschmälert, geschmälerte, geschmälertes, geschmälertem, geschmälerten, geschmälerter##, schmälernd, ###schmälernd, schmälerndes, schmälerndem, schmälernden, schmälernder###, schmäler (!)+EW; Z.: schmäl-er-n
$Schmalhans, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schmalhans; E.: s. schmal, s. Hans; L.: Kluge s. u. Schmalhans, DW 15, 922, EWD s. u. Hans; GB.: vielleicht nach älteren Vorläufern seit 17. Jh. belegter und aus schmal und Hans (Johannes) gebildeter PN für einen Hungerleider oder Knauser oder Geizhals; F.: Schmalhans, Schmalhanses, Schmalhänse, Schmalhänsen+EW+FW; Z.: Schmal—hans
$Schmalte, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Schmalte, Schmelzglas; E.: s. mlat. smaltum, it. smalto, s. schmelzen; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmalte, DW 15, 925; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Italienischen sowie dem deutschen schmelzen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein blaues Schmelzglas das durch Schmelzen von Kobalt mit Sand und Pottasche gewonnen und durch Schlämmen oder Mahlen pulverisiert wird; F.: Schmalte, Schmalten+EW(?); Z.: Schmalt-e
$Schmaltier, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schmaltier; E.: s. schmal, s. Tier; L.: Kluge s. u. schmal, DW 15, 925 (Schmalthier), EWD s. u. schmal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schmal und Tier gebildete Bezeichnung für ein Wildkalb vor der ersten Brunft; F.: Schmaltier, Schmaltiers, Schmaltieres, Schmaltiere, Schmaltieren+EW; Z.: Schmal—tie-r
$Schmalvogel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schmalvogel, kleiner Vogel, Sperling; E.: s. schmal, s. Vogel; L.: DW 15, 925, EWD s. u. schmal; GB.: (smalfogal*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus schmal und Vogel vielleicht nach lat. passer gebildete Bezeichnung für einen kleinen Vogel oder Sperling; F.: Schmalvogel, Schmalvogels, Schmalvögel, Schmalvögeln+EW; Z.: Schmal—vo-g-el
Schmalz, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Schmalz, tierisches Fett; ne. lard (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmelzen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. smalz, st. N., Schmalz, Fett, Butter; mnd. smolt, smalt, smolten, N., Schmalz, Fett, Fettschicht; s. Kluge s. u. Schmalz; mnl. smout, N., Schmalz; ahd. smalz, st. N. (a), Schmalz, Fett, zerlassenes Fett, Öl; as. -; anfrk. -; germ. *smalta-, *smaltam?, st. N. (a), Schmalz, Geschmolzenes; germ. *smulta- *smultam, st. N. (a), Schmalz; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmalz, Kluge s. u. Schmalz, DW 15, 926, EWD s. u. Schmalz, Falk/Torp 529, Seebold 439, Duden s. u. Schmalz, Bluhme s. u. Schmalz; Son.: vgl. afries. -; ae. smolt (1), st. N. (a), Fett, Schmalz; an. -; got. *smalts?, st. M. (a), Schmelz; nnorw. smult, N., Schmalz; GB.: (smalz) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Nutzung des Feuers durch den Menschen mögliche weiche und streichbare Masse bildendes ausgelassenes (geschmolzenes) tierisches Fett wie beispielsweise Gänseschmalz oder Schweineschmalz; BM.: gießen bzw. schlagen; F.: Schmalz, Schmalzes, Schmalze, Schmalzen+EW; Z.: Schmal-z
$schmalzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schmalzen, schmelzen, zerfließen, mit Schmalz kochen; E.: s. Schmalz, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schmalz, DW 15, 930, EWD s. u. Schmalz; GB.: (smalzen) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und aus Schmalz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für schmelzen oder zerfließen oder mit Schmalz kochen; F.: schmalzen, schmalze (!), schmalzst, schmalzt, schmalzest, schmalzet, schmalzte, schmalztest, schmalzten, schmalztet, geschmalzt, ##geschmalzt, geschmalzte, geschmalztes, geschmalztem, geschmalzten, geschmalzter##, schmalzend, ###schmalzend, schmalzende, schmalzendes, schmalzendem, schmalzenden, schmalzender###, schmalz (!)+EW; Z.: schmal-z-en
$schmalzig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. schmalzig, Schmalz betreffend; E.: s. Schmalz, s. ig; L.: Kluge s. u. Schmalz, DW 15, 932; EWD s. u. Schmalz, GB: (smalzic) seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus Schmalz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Nutzung des Feuers durch den Menschen mögliches Schmalz betreffend; F.: schmalzig, schmalzige, schmalziges, schmalzigem, schmalzigen, schmalziger(, schmalzigere, schmalzigeres, schmalzigerem, schmalzigeren, schmalzigerer, schmalzigst, schmalzigste, schmalzigstes, schmalzigstem, schmalzigsten, schmalzigster)+EW; Z.: schmal-z-ig
Schmand, Schmant, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schmand, Schmant, Rahm; ne. sour cream; Vw.: -; Hw.: s. Schmetten; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. smant, st. M., Schmand, Milchrahm; mnd. smant, M., Schmand, Schmant, Milchrahm, Sahne; böhm. smant, tschech. smetana, F., Milchrahm; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmant, Kluge s. u. Schmant, DW 15, 934, EWD s. u. Schmant, Duden s. u. Schmand, Bluhme s. u. Schmant; GB.: (smant) seit 1482 belegte und aus dem Böhmischen und Tschechischen aufgenommene Bezeichnung für den sauer gewordenen oben schwimmenden fetthaltigsten Teil der Milch oder Rahm; BM.: Milchrahm; F.: Schmand, Schmandes, Schmands, Schmant, Schmantes, Schmants+EW; Z.: Schmand
Schmankerl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Schmankerl, Leckerbissen; ne. tidbit, treat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schmankerl, fehlt DW, Duden s. u. Schmankerl, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für Leckerbissen; BM.: ?; F.: Schmankerl, Schmankerls, Schmankerln+EW; Z.: Schmank-erl
schmarotzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schmarotzen, auf Kosten anderer leben; ne. freeload (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1482 (Vokabular); E.: s. mhd. smorotzen, sw. V., betteln, schmarotzen; mnd. *smarotzen?, sw. V., schmarotzen, betteln; mnd. smorotsen, sw. V., schmarotzen, von andern zehren, auf Kosten anderer leben; weitere Herkunft ungeklärt, Intensivbildung zu einer unbekannten Grundlage; L.: Kluge 1. A. s. u. schmarotzen, Kluge s. u. schmarotzen, DW 15, 937, EWD s. u. schmarotzen, Duden s. u. schmarotzen; GB.: seit 1482 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches auf Kosten anderer leben, aus dem Zusammenleben mit anderen Lebewesen einseitig Nutzen ziehen; BM.: ?; F.: schmarotzen, schmarotze, schmarotzst, schmarotzt, schmarotzest, schmarotzet, schmarotzte, schmarotztest, schmarotzten, schmarotztet, ##schmarotzt, schmarotzte, schmarotztes, schmarotztem, schmarotzten, schmarotzter##, schmarotzend, ###schmarotzend, schmarotzende, schmarotzendes, schmarotzendem, schmarotzenden, schmarotzender###, schmarotz (!)+EW; Z.: schmarotz-en
$Schmarotzer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmarotzer, Schmarotzender; E.: s. schmarotz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schmarotzen, DW 15, 937, EWD s. u. schmarotzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schmarotz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon seit Entstehung des Lebens mögliches auf Kosten anderer lebendes Lebewesen wie beispielsweise ein Bandwurm oder eine Kopflaus oder ein Floh; F.: Schmarotzer, Schmarotzers, Schmarotzern+EW; Z.: Schmarotz-er
Schmarre, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schmarre, Wunde, Narbe, vernarbte Wunde, Schmiss; ne. slash (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmieren (1)?-; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. smarre, F., Schmarre, Narbe einer Hiebwunde; s. mhd. smurre, sw. F., st. F., sw. M., st. M., Wunde, Hieb; weitere Herkunft unbekannt; vielleicht Zusammenhang mit schmieren (1) (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmarre, Kluge s. u. Schmarre, DW 15, 942, Duden s. u. Schmarre; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine Wunde oder eine Narbe oder eine vernarbte Wunde; BM.: ?; F.: Schmarre, Schmarren+EW; Z.: Schmarr-e
Schmarren, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmarren, eine Süßspeise, Blödsinn; ne. pancake cut up into small pieces; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: gehört wohl zu Schmer (s. d.) bzw. schmieren (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. Schmarren, DW 15, 942 (Schmarre), Duden s. u. Schmarren, Bluhme s. u. Schmarren; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine aus kleinen Pfannkuchenstücken bestehende süße Mehlspeise wie beispielsweise Kaiserschmarren; BM.: Fett; F.: Schmarren, Schmarrens+EW; Z.: Schmar-r-en
$Schmatz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schmatz, Kuss; E.: s. schmatzen; L.: Kluge s. u. schmatzen, DW 15, 945, EWD s. u. schmatzen; GB.: (smaz) seit 2. Viertel 15. Jh. belegte und mit schmatzen verbindbare Bezeichnung für Kuss; F.: Schmatz, Schmatzes, Schmatze, Schmatzen+EW; Z.: Schmatz-er
schmatzen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schmatzen, hörbar essen, laut küssen; ne. smack (V.), slurp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Die Hofzucht des Tannhäuser); E.: mhd. smatzen, sw. V., schmatzen, laut essen, laut küssen; s. mhd. smetzen, sw. V., laut essen, schmatzen, schwätzen, verleumden; mhd. smacken, sw. V., schmecken, wahrnehmen, aufspüren; vgl. mhd. smac, smach, st. M., Geschmack, Geschmackssinn, Gelüste, Geruch, Duft, Gestank; ahd. smak* (1), smac, st. M. (a?, i?), Geschmack, Genuss; vgl. germ. *smakkōn (1), *smakōn, sw. V., schmecken; idg. *smegʰ-, *smeg-, V., schmecken, Pokorny 967 (1666/138) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmatzen, Kluge s. u. schmatzen, EWD s. u. schmatzen, DW 15, 947, Duden s. u. schmatzen, Bluhme s. u. schmatzen; Son.: vgl. mnd. smacken, V., schlagen; nndl. smakken, V., schmatzen; nschw. smacka, V., schmatzen; nschw. smaska, V., schmatzen; nnorw. smatte, V., schmatzen; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und sachlich schon früher mögliche Bezeichnung für hörbar essen oder laut küssen; BM.: lautmalend bzw. schmecken?; F.: schmatzen (!), schmatze (!), schmatzst (!), schmatzt, schmatzest, schmatzet, schmatzte, schmatztest, schmatzten, schmatztet, geschmatzt, ##geschmatzt, geschmatzte, geschmatztes, geschmatztem, geschmatzten, geschmatzter##, schmatzend, ###schmatzend, schmatzende, schmatzendes, schmatzendem, schmatzenden, schmatzender###, schmatz (!)+EW; Z.: schmatz-en
Schmauch, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schmauch, Rauch; ne. smoulder (N.), smoke (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmauchen, Smog; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. smouch, st. M., Rauch, Dunst; mnd. smōk, smoek, M., Rauch, Schmauch, Hauch, Qualm, Spur, Anzeichen, Kennzeichen, Gerücht; mnd. smōk, smoek, M., Rauch, Schmauch, Hauch, Qualm, Spur, Anzeichen, Kennzeichen; mnl. smooc, M., Schmauch, Rauch; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *smauki-, *smaukiz, st. M. (i), Rauch; s. idg. *smeuk-, *meuk-, *smeug-, *meug-, *smeugʰ-, *meugʰ-, V., Sb., rauchen, Rauch, Pokorny 971? (1676/148) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmauch, Kluge s. u. schmauchen, EWD s. u. schmauchen, DW 15, 951, Duden s. u. Schmauch; Son.: vgl. afries. -; ae. smoca, sw. M. (n), Rauch; ae. smíec, st. M. (i), Schmauch, Rauch, Dampf (M.) (1); an. -; got. -; arm. mux, Sb., Rauch; air. múch, Sb., Rauch; kymr. mwg, M., Rauch; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den dicken und qualmenden Rauch der bei einem Verbrennen von ohne Flamme brennenden und nur glimmenden Stoffen entsteht; BM.: rauchen; F.: Schmauch, Schmauches, Schmauchs+EW; Z.: Schmauch
schmauchen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schmauchen, rauchen, qualmen; ne. puff (V.) away, smoke (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmauch, Smog, Schmöker; Q.: 17. Jh.; E.: fnhd. schmauchen, sw. V., schmauchen; mnd. smōken, smoken, sw. V., rauchen, qualmen, Rauch entwickeln, schmauchen; mnl. smoken, sw. V., schmauchen; mnd. smōk, smoek, M., Rauch, Schmauch, Hauch, Qualm, Spur, Anzeichen, Kennzeichen, Gerücht; mhd. smouch, st. M., Rauch, Dunst; germ. *smauki-, *smaukiz, st. M. (i), Rauch; s. idg. *smeuk-, *meuk-, *smeug-, *meug-, *smeugʰ-, *meugʰ-, V., Sb., rauchen, Rauch, Pokorny 971? (1676/148) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmauch, Kluge s. u. schmauchen, DW 15, 953, EWD s. u. schmauchen, Falk/Torp 531, Seebold 441, Duden s. u. schmauchen, Bluhme s. u. schmauchen; Son.: vgl. gr. σμύχειν (smýchein), V., verschwelen lassen, langsam verbrennen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Frühneuhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen und Mittelhochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Genuss rauchen; BM.: rauchen; F.: schmauchen, schmauche, schmauchst, schmaucht, schmauchest, schmauchet, schmauchte, schmauchtest, schmauchten, schmauchtet, geschmaucht, ##geschmaucht, geschmauchte, geschmauchtes, geschmauchtem, geschmauchten, geschmauchter##, schmauchend, ###schmauchend, schmauchende, schmauchendes, schmauchendem, schmauchenden, schmauchender###, schmauch (!)+EW; Z.: schmauch-en
Schmaus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmaus, Gelage, reichhaltiges Essen (N.); ne. feast (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmuddelig; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. smūs, M., Schmaus, Schmauserei; zuerst ein Wort der Studenten, die mit dem Wort reichhaltiges Essen bezeichneten; wohl zu schmuddelig, dieses letztlich zu idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmaus, Kluge s. u. Schmaus, DW 15, 956, EWD s. u. Schmaus, Duden s. u. Schmaus, Bluhme s. u. Schmaus; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit schmuddelig und letztlich teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in der Studentensprache entwickelte Bezeichnung für ein reichhaltiges Essen (N.); BM.: feucht bzw. beschmutzen; F.: Schmaus, Schmauses, Schmäuse, Schmäusen+EW; Z.: Schmau-s
$schmausen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schmausen, reichhaltig essen; E.: s. Schmaus, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schmaus, DW 15, 598, EWD s. u. Schmaus; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Schmaus verbindbare Bezeichnung für reichhaltig essen; F.: schmausen (!), schmause (!), schmausst (!), schmaust, schmausest, schmauset, schmauste, schmaustest, schmausten, schmaustet, geschmaust, ##geschmaust, geschmauste, geschmaustes, geschmaustem, geschmausten, geschmauster##, schmausend, ###schmausend, schmausende, schmausendes, schmausendem, schmausenden, schmausender###, schmaus (!)+EW; Z.: schmau-s-en
schmecken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schmecken, mit dem Geschmacksinn wahrnehmen, munden; ne. taste (V.), smack (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschmack; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. smecken, sw. V., schmecken, kosten (V.) (2), versuchen; mnd. smecken (1), sw. V., Geschmack haben, Geruch von sich geben, riechen, kosten (V.) (2), schmecken; mnl. smāken, sw. V., schmecken; ahd. smekken*, smecken*, sw. V. (1a), schmecken, kosten (V.) (2), erkennen, süß machen; as. -; anfrk. -; germ. *smakkōn (1), *smakōn, sw. V., schmecken; idg. *smegʰ-, *smeg-, V., schmecken, Pokorny 967 (1666/138) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmecken, Kluge s. u. schmecken, DW 15, 961, EWD s. u. schmecken, Falk/Torp 526, Duden s. u. schmecken, Bluhme s. u. schmecken; Son.: vgl. afries. smakia 1, sw. V. (2), schmecken; ae. smæccan, sw. V. (1), schmecken; an. -; got. -; nndl. smaken, V., schmecken; nschw. smaka, V., schmecken; nnorw. smake, V., schmecken; poln. smakować, V., schmecken; lit. smãginti, V., versuchen, probieren; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Geschmack mit dem Geschmackssinn der Zunge und dem Gaumen wahrnehmen; BM.: ?; F.: schmecken, schmecke, schmeckst, schmeckt, schmeckest, schmecket, schmeckte, schmecktest, schmeckten, schmecktet, geschmeckt, ##geschmeckt, geschmeckte, geschmecktes, geschmecktem, geschmeckten, geschmeckter##, schmeckend, ###schmeckend, schmeckende, schmeckendes, schmeckendem, schmeckenden, schmeckender###, schmeck (!)+EW; Z.: schmeck-en
$Schmeiche, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Kleister zu einem Schlichten; E.: s. schmeich(eln); L.: Kluge s. u. schmeicheln, DW 15, 974 (Schmeich, Schmeiche); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit schmeich(eln) verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Kleister zu einem Schlichten; F.: Schmeiche, Schmeichen+EW; Z.: Schmei-ch-e
$Schmeichelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schmeichelei, Liebkosung, Zärtlichkeit; E.: s. schmeichel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. schmeicheln, DW 15, 974, EWD s. u. schmeicheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schmeichel(n) und ei (Suff.) gebildete sowie sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche Liebkosung oder Zärtlichkeit; F.: Schmeichelei, Schmeicheleien+EW; Z.: Schmei-ch-el-ei
$schmeichelhaft, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schmeichelhaft, liebkosend, zärtlich; E.: s. schmeichel(n), s. haft; L.: DW 15, 977, EWD s. u. schmeicheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schmeichel(n) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zuneigung unter Menschen mögliches liebkosend oder zärtlich; F.: schmeichelhaft, schmeichelhafte, schmeichelhaftes, schmeichelhaftem, schmeichelhaften, schmeichelhafter(, schmeichelhaftere, schmeichelhafteres, schmeichelhafterem, schmeichelhafteren, schmeichelhafterer, schmeichelhaftest, schmeichelhafteste, schmeichelhaftestes, schmeichelhaftestem, schmeichelhaftesten, schmeichelhaftester)+EW; Z.: schmei-ch-el—haf-t
schmeicheln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. schmeicheln, zärtlich sein (V.), schöntun; ne. flatter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Heinrich der Teichner); E.: mhd. smeichelen*, smeicheln, sw. V., schmeicheln, heucheln, sich einschmeicheln; mnd. smēchelen (1), smeichelen, smēcheln, smeicheln, sw. V., schmeicheln, schöntun; s. mhd. smeichen (1), sw. V., schmeicheln, heucheln, sich einschmeicheln; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem germ. *smik-, V., klapsen, streicheln; idg. *smēig-, *smēg-, *smī̆g-, Adj., klein, zierlich, Pokorny 966; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmeicheln, Kluge s. u. schmeicheln, DW 15, 980, EWD s. u. schmeicheln, Duden s. u. schmeicheln, Bluhme s. u. schmeicheln; GB.: seit vor 1350 belegte und jenseits von smeichen in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Menschen seit Entwicklung von Sprache und Zuneigung mögliches mit Worten schöntun; BM.: schmieren (V.) (1)?; F.: schmeicheln, schmeichel (!), schmeichle, schmeichelst, schmeichelt, schmeichelte, schmeicheltest, schmeichelten, schmeicheltet, geschmeichelt, ##geschmeichelt, geschmeichelte, geschmeicheltes, geschmeicheltem, geschmeichelten, geschmeichelter##, schmeichelnd, ###schmeichelnd, schmeichelnde, schmeichelndes, schmeichelndem, schmeichelnden, schmeichelnder###, schmeichel (!)+EW; Z.: schmei-ch-el-n
$Schmeichler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schmeichler, mit Worten schöntuender Mensch; E.: s. schmeich(e)(ln), s. l, s. er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zuneigung mögliches zärtlich Sein oder schön Tun, L.: Kluge s. u. schmeicheln, DW 15, 962, EWD s. u. schmeicheln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schmeich(e)l(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zuneigung möglichen mit Worten schöntuenden Menschen; F.: Schmeichler, Schmeichlers, Schmeichlern+EW; Z.: Schmei-ch-l-er
Schmeide, nhd. (ält.), N., (8. Jh.): nhd. Schmeide, Geschmeide, Geschmiedetes, Kostbarkeit; ne. jewellery; Vw.: s. Ge-; Hw.: s. Schmied; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: s. mnd. smīde (1), N., geschmiedetes Metall, Schmiedewerk, Geschmeide, Schmuck aus Metall, Tafelgerät, Kirchenschatz; ahd. smīda, st. F. (ō), Geschmeide, Metallmasse die verarbeitet wird; s. germ. *smiþō, st. F. (ō), Schmieden (N.), Geschmeide; s. idg. *smēi- (2), *sməi-, *smī̆-, V., schnitzen, hauen, Pokorny 968 (1668/140) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); L.: DW 15, 996; GB.: (smīda) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas von Menschen Geschmiedetes oder eine Kostbarkeit; BM.: gut schmiedbar bzw. schnitzen; F.: Schmeide, Schmeides, Schmeiden+EW; Z.: Schmei-d-e
Schmeiß, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Schmeiß, Dreck, Kot, Ungeziefer; ne. vermin, droppings; Vw.: s. Ge-; Hw.: s. schmeißen; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.-; E.: s. mnd. smīt, M., Dreck, Kot, Auswurf; mhd. smīzen, st. V., streichen, schmieren (V.) (1); ahd. smīzan*, st. V. (1a), streichen, schmieren (V.) (1), anstreichen, laden (V.) (1), aufladen, aufstreichen; germ. *smeitan, st. V., schmeißen; idg. *smeid-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966; s. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 15, 998; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Dreck oder Kot oder ekelerregendes Ungeziefer und dessen Brut; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Schmeiß, Schmeißes+EW; Z.: Schmei-ß
$Schmeiße, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schmeiße, Schmeißfliege; E.: s. schmeißen; L.: DW 15, 998 (Schmeisze), EWD s. u. schmeißen 1); GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für Schmeißfliege (wohl unter Bedeutungsänderung); F.: Schmeiße, Schmeißen+EW; Z.: Schmei-ß-e
schmeißen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schmeißen, werfen, schlagen, streichen; ne. throw (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmiss, Geschmeiß, Schmeißfliege, schmitzen (V.) (2), Schmiss; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. smīzen, st. V., streichen, schmieren (V.) (1); mnd. smīten, smiten, st. V., schmeißen, werfen, hinwerfen, zu Boden werfen, beschießen; mnl. smīten, st. V., schmeißen, schlagen, werfen; ahd. smīzan*, st. V. (1a), streichen, schmieren (V.) (1), anstreichen, laden (V.) (1), aufladen, aufstreichen; as. *smītan?, st. V. (1a); anfrk. -; germ. *smeitan, st. V., schmeißen; idg. *smeid-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966; s. idg. *smē-, *smeī-, smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmeiszen, Kluge s. u. schmeißen, DW 15, 999 (schmeiszen), EWD s. u. schmeißen 1, Falk/Torp 530, Seebold 437, Duden s. u. schmeißen, Bluhme s. u. schmeissen; Son.: vgl. afries. smīta, st. V. (1), schmeißen, werfen; saterl. smita, V., schmeißen; ae. smītan, st. V. (1), beschmutzen, verunreinigen; an. -; got. *smeitan, st. V. (1), streichen, schmieren (V.) (1); nndl. smijten, V., schmeißen; ne. smite, V., zerschmettern; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen mögliches werfen oder schlagen oder streichen; BM.: schmieren (V.) (1); F.: schmeißen (!), schmeiße (!), schmeißt, schmeißest, schmeißet, schmiss (!), schmissest, schmissen (!), schmisst, schmisset, geschmissen, ##geschmissen, geschmissene, geschmissenes, geschmissenem, geschmissenen, geschmissener##, schmeißend, ###schmeißend, schmeißende, schmeißendes, schmeißendem, schmeißenden, schmeißender###, schmeiß (!)+EW; Z.: schmei-ß-en
Schmeißfliege, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schmeißfliege, Schmeiße, dicke fette Fliege; ne. blowfly; Vw.: -; Hw.: s. schmeißen; Q.: 16. Jh.; E.: s. schmeiß(en), Fliege; L.: Kluge s. u. Schmeißfliege, DW 15, 1008 (Schmeiszfliege), EWD s. u. schmeißen 1, Duden s. u. Schmeißfliege; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schmeiß(e) und Fliege gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche große dicke fette und wegen möglicher Übertragung von Krankheitserregern nicht völlig ungefährliche metallisch blau glänzende Fliege; BM.: schmieren (V.) (1), fliegen; F.: Schmeißfliege, Schmeißfliegen+EW; Z.: Schmei-ß—flie-g-e
$Schmelz, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schmelz, glatter und glänzender Überzug; E.: s. schmelz(en); L.: Kluge s. u. schmelzen, DW 15, 1010, EWD s. u. schmelzen 1; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit schmelzen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Zähnen oder Glas oder Keramik möglichen glatten und glänzenden Überzug für diese; F.: Schmelz, Schmelzes, Schmelze, Schmelzen+EW; Z.: Schmel-z
schmelzen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schmelzen, flüssig werden, flüssig machen, zerfließen; ne. melt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. smelzen (1), st. V., schmelzen, fließen in; mnd. smelten (1), smölten, smolten, st. V., schmelzen, flüssig werden, sich auflösen, zergehen, vergehen; mnl. smelten, st. V., schmelzen; ahd. smelzan*, st. V. (3b), schmelzen, flüssig machen, liebkosend beschwichtigen; as. smeltan*, st. V. (3b), schmelzen; anfrk. *smeltan, V., schmelzen; germ. *smeltan, st. V., zerfließen, schmelzen; s. idg. *meld-, *mled-, V., Adj., schlagen, mahlen, zermalmen, weich, Pokorny 718; vgl. idg. *sem- (1), V., schöpfen (V.) (1), gießen, Pokorny 901 (1570/42) (RB. idg. aus gr., ill., ital., kelt., balt., heth.?); vgl. idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmelzen, Kluge s. u. schmelzen, DW 15, 1013, EWD s. u. schmelzen, Falk/Torp 528, Seebold 438, Duden s. u. schmelzen, Bluhme s. u. schmelzen; Son.: vgl. afries. -; ae. smielting, st. M. (a), Bernstein; an. -; got. -; nndl. smelten, V., schmelzen; nschw. smälta, V., schmelzen; nnorw. smelte, V., schmelzen; gr. μέλδεσθαι (méldesthai), V., schmelzen machen, schmelzen; lit. sémti, V., schöpfen (V.) (1); lett. smelét, V., schöpfen (V.) (1); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unter dem Einfluss von Wärme flüssig werden oder flüssig machen; BM.: gießen bzw. schlagen; F.: schmelzen (!), schmelze (!), schmilzt, schmelzt, schmelzest, schmelzet, schmolz, schmolzest, schmolzt, schmolzen, schmolzet, schmölze (!), schmölzest, schmölzen, schmölzet, geschmolzen, ##geschmolzen, geschmolzene, geschmolzenes, geschmolzenem, geschmolzenen, geschmolzener##, schmelzend, ###schmelzend, schmelzende, schmelzendes, schmelzendem, schmelzenden, schmelzendert###, schmilz (!)+EW; Z.: schmel-z-en
Schmer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schmer, von Tieren gewonnenes weiches und lindes Fett; ne. smear (N.), fat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. smer, st. N., Fett, Schmer; mnd. smēr, smer, smör, N., Schmer, Fett, Bauchfett, Stück Schmer von bestimmter Größe?, Schmierfett; ahd. smero, st. N. (wa), Schmer, Fett, Bauchfett, Schmalz, Schmiere, Talg, Salbe; as. smero, st. N. (wa), Schmer, Fett; anfrk. smero*, st. N. (wa), Fett, Schmer; germ. *smerwa-, *smerwam, st. N. (a), Schmer, Fett; idg. *smeru-, Sb., Schmer, Fett, Pokorny 970 (1675/147) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmeer, Kluge s. u. Schmer, EWD s. u. schmieren, DW 15, 1030, Falk/Torp 527, Heidermanns 520, Duden s. u. Schmer, Bluhme s. u. Schmerbauch; Son.: vgl. afries. smere, st. M. (wa), Eiter, Schmiere; nfries. smoar; ae. smeoru, st. N. (wa), Schmer, Fett, Talg; an. smjǫr, smør, st. N. (a), Butter, Fett; got. -; nndl. smeer, Sb., Schmer; nschw. smör, Sb., Butter; nnorw. smør, N., Schmer; gr. μύρον (mýron), N., wohlriechendes Salböl, Salbe, Balsam; ? lat. medulla, F., Mark (N.), Innerstes, Kern; air. smir, smiur, M., Mark (N.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung vor allem für das rohe und weiche sowie linde Fett des Schweinebauchs; BM.: Fett; F.: Schmer, Schmers+EW; Z.: Schmer
$Schmerbauch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmerbauch, Fettbauch; E.: s. Schmer, s. Bauch; L.: DW 15, 1032, EWD s. u. schmieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schmer und Bauch gebildete Bezeichnung für einen durch Schmer gekennzeichneten Bauch; F.: Schmerbauch, Schmerbauches, Schmerbauchs, Schmerbäuche, Schmerbäuchen+EW; Z.: Schmer—bau-ch
$Schmergel?, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Schmergel; E.: s. it. smeriglio; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmergel, DW 15, 1034 (?); F.: Schmergel, Schmergels, Schmergeln+FW; Z.: Schmerg-el
Schmerl, Schmerlin, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schmerl, Schmerlin, ein Zwergfalke; ne. merlin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. smerl* (2), smirl, st. M., Zwergfalke, Merlinvalke; mhd. smerle (1), smirle, smire, sw. M., Zwergfalke, Merlinfalke; mnl. smerle, smeerle, smerel, smarel, M., Schmerl, Zwergfalke; afrz. esmerillon, mlat. smerillus; oder von germ. *smerila-, *smerilaz, st. M. (a), Falke; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmerl, Kluge s. u. Schmerl, DW 15, 1034, Falk/Torp 527, Duden s. u. Schmerl; Son.: vgl. an. smyrill, st. M. (a), Zwergfalke; GB.: seit 11. Jh. belegte und vielleicht aus dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen oder aus erschließbarem Germanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen weit verbreiteten Zwergfalken; BM.: ?; F.: Schmerl, Schmerls, Schmerle, Schmerlen, Schmerlin, Schmerlins, Schmerline, Schmerlinen+EW; Z.: Schmerl
Schmerle, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schmerle, Gründling, Schlammbeißer, ein Fisch; ne. loach; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. smerl (1), smerle, smarle, sw. F., st. F., Schmetterling, Gründling, Schmerle, ein Fisch; mnd. smērle, M., Schmerle, Gründling, Goldammer; Herkunft unklar; vielleicht Anknüpfung an gr. σμαρίς (smarís), F., Laxierfisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmerle, Kluge s. u. Schmerle, DW 15, 1035, Duden s. u. Schmerle; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft unklare sowie möglicherweise mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen Süßwasserfisch mit gedrungenem walzigem Körper und wulstigem Maul mit Barteln sowie auch einen Schmetterling; BM.: ?; F.: Schmerle, Schmerlen+EW; Z.: Schmerl-e
Schmerz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schmerz, eine peinigende Empfindung; ne. pain (N.), smart (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmerzen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. smerze, sw. M., st. F., Schmerz, Leiden, Leid, Elend, Krankheit; mnd. smerte, smērte, smeerte, smarte, F., Schmerz, Qual, Pein, Weh, schmerzende Stelle, Wundstelle; mnl. smarte, M., Schmerz; ahd. *smerzo?, sw. M. (n), Schmerz; ahd. smerza, st. F. (ō), sw. F. (n), Schmerz; vgl. ahd. smerzan, st. V. (3b), schmerzen, verwunden, leid tun, verbrennen; germ. *smertan, st. V., schmerzen; s. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735?; idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmerz, Kluge s. u. Schmerz, DW 15, 1036, EWD s. u. Schmerz, Duden s. u. Schmerz, Bluhme s. u. Schmerz; Son.: vgl. nndl. smart, Sb., Schmerz; nschw. smärta, Sb., Schmerz; nnorw. smerte, M., Schmerz; ai. mṛdnā́i, V., drückt, presst, reibt; gr. σμερδνός (smerdnós), Adj., schrecklich, furchtbar; lat. mordēre, V., beißen, kauen, essen; lit. smélkti, V., schmerzen; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch eine unangenehme körperliche Empfindung oder eine schwere seelische Bedrückung verursachte peinigende Empfindung von Lebewesen; BM.: brennen; F.: Schmerz, Schmerzes, Schmerzen+EW; Z.: Schmer-z
schmerzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schmerzen, Schmerzen erregen, Schmerzen verursachen, Schmerzen empfinden; ne. pain (V.), hurt (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmerz; Q.: nach 765? (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. smerzen (1), st. V., schmerzen; mhd. smerzen (2), sw. V., schmerzen, in Schmerzen verwandeln, quälen; mhd. smirzen, sw. V., schmerzen; mnd. smerten, smarten, sw. V., schmerzen, weh tun, Qualen empfinden, Schmerzen verursachen; mnl. smarten, V., schmerzen; ahd. smerzan, st. V. (3b), schmerzen, verwunden, leid tun, verbrennen; as. -; anfrk. -; germ. *smertan, st. V., schmerzen; s. idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735?; idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schmerz, DW 15, 1039, EWD s. u. Schmerz, Falk/Torp 527, Seebold 439, Duden s. u. schmerzen; Son.: vgl. afries. -; ae. smeortan, st. V. (3b), schmerzen; an. -; got. -; nschw. smärta, Sb., schmerzen; nnorw. smerte, V., schmerzen; GB.: vielleicht nach 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wehtun oder Schmerzen erregen; BM.: brennen; F.: schmerzen (1) (!), schmerze (!), schmerzst, schmerzt, schmerzest, schmerzet, schmerzte, schmerztest, schmerzten, schmerztet, geschmerzt, ##geschmerzt, geschmerzte, geschmerztes, geschmerztem, geschmerzten, geschmerzter##, schmerzend, ###schmerzend, schmerzende, schmerzendes, schmerzendem, schmerzenden, schmerzender###, schmerz (!)+EW; Z.: schmer-z-en
$Schmerzensmutter, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schmerzensmutter; E.: s. Schmerz, s. en, s. s, s. Mutter; L.: DW 15, 1043, EWD s. u. Schmerz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schmerz und en (Suff.) sowie s (Suff.) und Mutter nach lat. mater dolorosa gebildete Bezeichnung für die Mutter Maria Jesu Christi vor allem wegen der (Schmerzen bei der Geburt und der) lebenslangen Sorge um ihren Sohn; F.: Schmerzensmutter+EW; Z.: Schmer-z-en-s—mu-tt-er
$schmerzhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schmerzhaft, mit Schmerzen behaftet, schmerzlich; E.: s. Schmerz, s. haft; L.: Kluge s. u. Schmerz, DW 15, 1045, EWD s. u. Schmerz; GB.: (nach älterem mhd. smerzenhaft) seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. dolōrōsus aus Schmerz und haft gebildete Bezeichnung für mit Schmerzen behaftet; F.: schmerzhaft, schmerzhafte, schmerzhaftes, schmerzhaftem, schmerzhaften, schmerzhafter(, schmerzhaftere, schmerzhafteres, schmerzhafterem, schmerzhafteren, schmerzhafterer, schmerzhaftest, schmerzhafteste, schmerzhaftestes, schmerzhaftestem, schmerzhaftesten, schmerzhaftester)+EW; Z.: schmer-z-haf-t
$schmerzlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schmerzlich, schmerzhaft; L.: Kluge s. u. Schmerz, DW 15, 1045, EWD s. u. Schmerz; F.: schmerzlich, schmerzliche, schmerzliches, schmerzlichem, schmerzlichen, schmerzlicher(, schmerzlichere, schmerzlicheres, schmerzlicherem, schmerzlicheren, schmerzlicherer, schmerzlichst, schmerzlichste, schmerzlichstes, schmerzlichstem, schmerzlichsten, schmerzlichster)+EW; Z.: schmer-z-lich
$schmerzlos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schmerzlos, schmerzfrei; E.: s. Schmerz, s. los; L.: DW 15, 1045 EWD s. u. Schmerz; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. expers doloris gebildete Bezeichnung für sachlich unter gewöhnlichen Verhältnissen übliches schmerzfrei; F.: schmerzlos, schmerzlose, schmerzloses, schmerzlosem, schmerzlosen, schmerzloser(, schmerzlosere, schmerzloseres, schmerzloserem, schmerzloseren, schmerzloserer, schmerzlosest, schmerzloseste, schmerzlosestes, schmerzlosestem, schmerzlosesten, schmerzlosester)+EW; Z.: schmer-z—lo-s
Schmetten, nhd. (dial.), M., (17. Jh.): nhd. Schmetten, Rahm; ne. cream (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schmand, Schmetterling; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. tschech. smetana; E.: s. tschech. smetana, F., Milchrahm; L.: Kluge s. u. Schmetten, DW 15, 1046, EWD s. u. Schmetterling, Duden s. u. Schmetten; Son.: ostmitteldeutsch; GB.: seit 17. Jh. aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung und Aufbewahrung von Milch möglichen (sauer gewordenen) oben schwimmenden fetthaltigsten Teil der Milch oder den Rahm; BM.: Milchrahm; F.: Schmetten, Schmettens+FW; Z.: Schmet-t-en
Schmetterling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schmetterling, Falter; ne. butterfly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1500; E.: s. Schmetten; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmetterling, Kluge s. u. Schmetterling, DW 15, 1047, EWD s. u. Schmetterling, Duden s. u. Schmetterling, Bluhme s. u. Schmetterling; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schmetten (Rahm) und ling gebildete Bezeichnung für ein zwei mit feinen Schuppen bedecktes meist mannigfach gezeichnete farbige Flügel und einen Saugrüssel habendes Insekt oder einen Falter; BM.: Milchrahm (weil sich Schmetterlinge wohl gerne auf Milchgefäße setzen); F.: Schmetterling, Schmetterlings, Schmetterlinges, Schmetterlinge, Schmetterlingen+FW+EW; Z.: Schmett-er-ling
schmettern, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schmettern, mit lautem Geräusch hinwerfen, Krach machen; ne. clash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. smeteren*, smetern, sw. V., schmettern, klappern, schwatzen; lautmalende Bildung; L.: Kluge 1. A. s. u. schmettern, Kluge s. u. schmettern, DW 15, 1050, EWD s. u. schmettern, Duden s. u. schmettern, Bluhme s. u. schmettern; Son.: vgl. nschw. smattra, V., schmettern; GB.: seit 1290-1300 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für mit lautem Geräusch hinwerfen oder Krach machen; BM.: lautmalend; F.: schmettern, schmettere, schmetter (!), schmettre, schmetterst, schmettert, schmetterte, schmettertest, schmetterten, schmettertet, geschmettert, ##geschmettert, geschmettertes, geschmettertem, geschmetterten, geschmetterter##, schmetternd, ###schmetternd, schmetternde, schmetterndes, schmetterndem, schmetternden, schmetternder###, schmetter (!)+EW; Z.: schmett-er-n
Schmicke, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schmicke, Ende der Peitschenschnur, Peitschenende; ne. end (N.) of a whip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vgl. mnd. smacken (2), sw. V., laut aufschlagen, derben Schlag versetzen, werfen?, fallen?; lautmalend?; L.: Kluge s. u. Schmicke, DW 15, 1053, Duden s. u. Schmicke; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit mnd. smacken verbindbare und lautmalend gebildete Bezeichnung für das Ende der von Menschen entwickelten und verwendeten Peitschenschnur; BM.: lautmalend?; F.: Schmicke, Schmicken+EW; Z.: Schmick-e
$Schmicke (2), nhd., F., ?: nhd. Schmiere?; E.: s. schmeicheln; L.: Kluge s. u. schmeicheln, DW 15, 1053; GB.: seit ? belegte und mit schmeicheln verbindbare Bezeichnung für Schmiere?; F.: Schmicke, Schmicken+EW; Z.: Schmick-e
$schmicken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schmicken, schlagen, mit einer Peitsche schlagen; E.: s. Schmicke; L.: Kluge s. u. Schmicke, DW 15, 1053; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Schmicke verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Peitschen mögliches mit einer Peitsche schlagen; F.: schmicken (!), schmicke (!), schmickst, schmickt, schmickest, schmicket, schmickte, schmicktest, schmickten, schmicktet, geschmickt, ##geschmickt, geschmickte, geschmicktes, geschmicktem, geschmickten, geschmickter##, schmickend, ###schmickend, schmickende, schmickendes, schmickendem, schmickenden, schmickender###, schmick (!)+EW; Z.: schmick-en
Schmied, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schmied, Metallarbeiter, Metallhandwerker, Metallwerker; ne. smith; Vw.: -; Hw.: s. Geschmeide; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. smit, st. M., Metallarbeiter, Schmied; mnd. smit, smet, M., Schmied, Metallarbeiter; mnl. smit, smet, M., Schmied, Zimmermann; ahd. smid, st. M. (a), Schmied; as. smith*, st. M. (a), Schmied; anfrk. -; germ. *smiþa-, *smiþaz, st. M. (a), Bearbeiter, Schmied; germ. *smiþō-, *smiþōn, *smiþa-, *smiþan, sw. M. (n), Bearbeiter, Schmied; s. idg. *smēi- (2), *sməi-, *smī̆-, V., schnitzen, hauen, Pokorny 968? (1668/140) (RB. idg. aus gr., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmied, Kluge s. u. Schmied, DW 15, 1053, EWD s. u. Schmied, Falk/Torp 529, Duden s. u. Schmied, Bluhme s. u. Schmied; Son.: vgl. afries. smith, smeth, st. M. (a), Schmied; saterl. smid, M., Schmied; ae. smiþ, st. M. (a), Schmied, Zimmermann, Handwerker; an. smiðr, st. M. (a), Schmied, Handwerker, Künstler; got. *smiþs, st. M. (a), Schmied; got. *smiþa, sw. M. (n), Schmied; nndl. smid, Sb., Schmied; nschw. smed, Sb., Schmied; nnorw. smed, M., Schmied; gr. σμῖλη (smílē), F., Messer (N.); ? lit. smailùs, Adj., scharf, spitz, zugespitzt; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich etwa 3000 v. Chr. entwickelten und verwendeten glühendes Metall auf einem Amboss mit einem Hammer Bearbeitenden oder einen Metallarbeiter; BM.: hauen; F.: Schmied, Schmiedes, Schmieds, Schmiede (!), Schmieden (!)+EW; Z.: Schmie-d
$Schmiede, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Schmiede, Werkstatt eines Schmiedes; E.: s. Schmied, s. e (Suff.); L.: DW 15, 1053, EWD s. u. Schmied; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Schmied und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für die von einem Schmied entwickelte und verwendete Werkstatt oder Arbeitsstätte; F.: Schmiede (!), Schmieden (!)+EW; Z.: Schmie-d-e
$schmieden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schmieden, Metall bearbeiten; E.: s. Schmied, s. en (Suff.); L.: DW 15, 1062, EWD s. u. Schmied; GB.: seit 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit 5000 Jahren mögliches mit Werkzeugen Metall bearbeiten; F.: schmieden (!), schmiede (!), schmiedest, schmiedet, schmiedete, schmiedetest, schmiedeten, schmiedetet, geschmiedet, ##geschmiedet, geschmiedete, geschmiedetes, geschmiedetem, geschmiedeten, geschmiedeter##, schmiedend, ###schmiedend, schmiedende, schmiedendes, schmiedendem, schmiedenden, schmiedender###, schmied (!)+EW; Z.: schmie-d-en
Schmiege, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Schmiege, eine Messlehre, ein zusammenklappbarer Maßstab; ne. sliding bevel; Vw.: -; Hw.: s. schmiegen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. smiuge, st. F., sw. F., Biegung, Krümmung, Winkel, Ärmlichkeit; mhd. smiegen, V., schmiegen; ahd. smiogan*, st. V. (2a), schmiegen, sich zusammenziehen; germ. *smeugan, st. V., schmiegen; idg. *smeug-, *smeuk-, Adj., V., schlüpferig, schleimig, gleiten, Pokorny 744; s. idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schmiege, DW 15, 1068, EWD s. u. schmiegen, Duden s. u. Schmiege; GB.: seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für einen Winkel der bei einem Zusammentreffen von zwei gekrümmten Bauteilen entsteht und für einen von Menschen entwickelten und verwendeten aufklappbaren Messstab (Messlehre oder Maßstab) zu einem Messen stumpfer Winkel; BM.: schlüpferig bzw. gleiten; F.: Schmiege, Schmiegen+EW; Z.: Sch-mieg-e
schmiegen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schmiegen, eng und geschmeidig an etwas drücken; ne. snuggle (V.) up; Vw.: -; Hw.: s. Schmiege, schmücken, Schmuck; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. smiegen, V., schmiegen; s. ahd. smiogan*, st. V. (2a), „schmiegen“, sich zusammenziehen; as. -; anfrk. -; germ. *smeugan, st. V., schmiegen; idg. *smeug-, *smeuk-, Adj., V., schlüpferig, schleimig, gleiten, Pokorny 744; s. idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmiegen, Kluge s. u. schmiegen, DW 15, 1068, EWD s. u. schmiegen, Falk/Torp 531, Seebold 439, Duden s. u. schmiegen, Bluhme s. u. schmiegen; Son.: vgl. afries. -; ae. smūgan, st. V. (2), sich schmiegen, kriechen; an. smjūga, st. V. (2), sich schmiegen, schlüpfen, kriechen; got. *smiugan, st. V. (3), schmiegen; nndl. smuigen, V., schmiegen; nschw. smyga, V., schmiegen; nnorw. smyge, V., schmiegen; ai. prati-muñcati, V., zieht ein Kleid an; lit. smùkti, V., gleiten, rutschen; lett. mukt, V., überstreifen, abstreifen; ksl. smykati sę, V., sich dahinschleppen; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen Körperteil eng und geschmeidig an etwas oder jemanden drücken; BM.: schlüpferig bzw. gleiten; F.: schmiegen, schmiege, schmiegst, schmiegt, schmiegest, schmieget, schmiegte, schmiegtest, schmiegten, schmiegtet, geschmiegt, ##geschmiegt, geschmiegte, geschmiegtes, geschmiegtem, geschmiegten, geschmiegter##, schmiegend, ###schmiegend, schmiegende, schmiegendes, schmiegendem, schmiegenden, schmiegender###, schmieg (!)+EW; Z.: sch-mieg-en
$schmiegsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schmiegsam, geschmeidig, anschmiegsam; E.: s. schmieg(en), s. sam; L.: Kluge s. u. schmiegen, DW 15, 1015, EWD s. u. schmiegen; GB.: nach etwas älterem schmugsam seit 18. Jh. belegte und aus schmieg(en) und sam gebildete Bezeichnung für geschmeidig oder anschmiegsam; F.: schmiegsam, schmiegsame, schmiegsames, schmiegsamem, schmiegsamen, schmiegsamer(, schmiegsamere, schmiegsameres, schmiegsamerem, schmiegsameren, schmiegsamerer, schmiegsamst, schmiegsamste, schmiegsamstes, schmiegsamstem, schmiegsamsten, schmiegsamster)+EW; Z.: sch-mieg-sam
Schmiele, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Schmiele, eine Grasart, Grashalm; ne. hair-grass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.? (Glosse); E.: mhd. smelehe, smelehe, smelche, smēle, sw. F., Schmiele, eine Grasart; mhd. smele, st. F., Schlankheit; ahd. smelha, st. F. (ō), Schmiele, Rasenschmiele; germ. *smelhwjō, st. F. (ō), Schmiele; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmiele, Kluge s. u. Schmiele, DW 15, 1075, Falk/Torp 528, Duden s. u. Schmiele; GB.: (smelha) vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine weit verbreitete und vielleicht schon vormenschliche Grasart mit langem Halm; BM.: ?; F.: Schmiele, Schmielen+EW; Z.: Schmiel-e
$Schmieralien, nhd., Sb. Pl., (16. Jh.): nhd. Schmieralien, Schmierwesen, Schmiererei; E.: s. schmier(en), s. alie; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmieralien, Kluge s. u. Fressalien, fehlt DW; GB.: nach dem Vorbild von Fressalie aus schmier(en) und der latinisierenden Endung ali(e) und en (Suff.) in Studentenkreisen gebildete Bezeichnung für Schmierwesen oder Schmiererei; F.: Schmieralien+EW; Z.: Schmier-al-ien
Schmiere (1), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schmiere (F.) (1), Wache, Aufsicht; ne. watch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von wjidd. schmiere, Sb., Bewachung; hebr. šemirā(h), Sb., Wache; L.: Kluge s. u. Schmiere 1, DW 15, 1086, EWD s. u. Schmiere 1, Duden s. u. Schmiere, Bluhme s. u. Schmiere 1; Son.: vor allem in der Redewendung Schmiere stehen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Wache oder Aufsicht; BM.: Wache; F.: Schmiere, Schmieren+FW; Z.: Schmier-e
Schmiere (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schmiere (F.) (2), schlechte Theaterbühne; ne. barnstromers, second-rate theatre; Vw.: -; Hw.: s. schmieren (1); Q.: 19. Jh.; E.: rückgebildet von schmieren (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. Schmiere 2, DW 15, 1080ff.?, EWD s. u. schmieren, Duden s. u. Schmiere, Bluhme s. u. Schmiere 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schmieren gebildete oder rückgebildete Bezeichnung für eine schlechte Theaterbühne; BM.: schlampig schreiben; F.: Schmiere, Schmieren+EW; Z.: Schmier-e
$Schmiere (3), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schmiere, Fett, Salbe; E.: s. schmiere(n); L.: DW 15, 1080, EWD s. u. schmieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schmiere(n) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus Tieren entwickeltes und verwendetes Fett oder eine Salbe; F.: Schmiere, Schmieren+EW; Z.: Schmier-e
schmieren (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schmieren (V.) (1), mit Schmer versehen (V.), mit Salbe versehen (V.); ne. grease (V.), lubricate; Vw.: -; Hw.: s. Schmiere (2), Schmarre?; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. smirwen (1), smiren, smirn, smirben, smern, sw. V., schmieren (V.) (1), salben, bestechen; mnd. smēren (1), smeren, sw. V., schmieren, salben, Substanz auftragen, verschmieren, einreiben, bestreichen; mnl. schmeren, V., schmieren (V.) (1); ahd. smirwen*, sw. V. (1b), schmieren (V.) (1), beschmieren, fetten; ahd. smerwēn*, sw. V. (3), schmieren (V.) (1), schmierig werden; as. -; anfrk. -; germ. *smerwjan, sw. V., schmieren (V.) (1); s. idg. *smeru-, Sb., Schmer, Fett, Pokorny 970 (1675/147) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmeer, Kluge s. u. schmieren 1, DW 15, 1081, EWD s. u. schmieren, Falk/Torp 527, Heidermanns 520, Duden s. u. schmieren, Bluhme s. u. schmieren 1; Son.: vgl. afries. -; ae. smierwan, smyrwan, sw. V. (1), schmieren (V.) (1), salben; an. smyrja, smyrva, sw. V. (1), schmieren (V.) (1), salben; got. -; nndl. smeren, V., schmieren (V.) (1); nschw. smörja, V., schmieren (V.) (1); nnorw. smøre, V., schmieren (V.) (1); GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Schmiere oder Schmer oder Fett oder Salbe einreiben und auch bestechen; BM.: ?; F.: schmieren (!), schmiere (!), schmierst, schmiert, schmierest, schmieret, schmierte, schmiertest, schmierten, schmiertet, geschmiert, ##geschmiert, geschmierte, geschmiertes, geschmiertem, geschmierten, geschmierter##, schmierend, ###schmierend, schmierende, schmierendes, schmierendem, schmierenden, schmierender###, schmier (!)+EW; Z.: schmier-en
schmieren (2), nhd. (ält.), sw. V., (11. Jh.): nhd. schmieren (V.) (2), lächeln; ne. smile (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. smieren, sw. V., lächeln; ahd. smieren*, smierōn*, sw. V. (3, 2), lächeln, sich freuen, grinsen; s. germ. *smi-, V., lächeln; germ. *smu-, V., lächeln; idg. *smei- (1), *mei-, *smeu-, V., lächeln, staunen, Pokorny 967 (1667/139) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. schmieren 2, DW 15, 1086, Falk/Torp 529, Duden s. u. schmieren; Son.: vgl. nndl. smuylen, V., lächeln; ai. smáyate, V., lächelt; russ. uchmylját’sja, V., lächeln; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem teilweise erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches lächeln oder durch Mimik Freude und Freundlichkeit erkennen lassen; BM.: ?; F.: schmieren (!), schmiere (!), schmierst, schmiert, schmierest, schmieret, schmierte, schmiertest, schmierten, schmiertet, geschmiert, ##geschmiert, geschmierte, geschmiertes, geschmiertem, geschmierten, geschmierter##, schmierend, ###schmierend, schmierende, schmierendes, schmierendem, schmierenden, schmierender###, schmier (!)+EW; Z.: schmie-r-en
$Schmierfink, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmierfink, schmutziger Mensch, schmierender Mensch; E.: s. schmier(en), s. Fink(e); L.: Kluge s. u. Fink, DW 15, 1080 (Schmierfinke), EWD s. u. schmieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schmier(en) und Fink(e) gebildete abwertende Bezeichnung für einen schmutzigen Menschen oder schmierenden Menschen; F.: Schmierfink, Schmierfinks, Schmierfinkes, Schmierfinke, Schmierfinken+EW; Z.: Schmier—fink
$Schmiergeld, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schmiergeld, ein Bestechungsmittel; E.: s. schmier(en), s. Geld; L.: DW 15, 1080, EWD s. u. schmieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schmier(en) und Geld gebildete Bezeichnung für Geld als Erleichterungsmittel oder Bestechungsmittel für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Geld aus Gier getätigte mögliche zweifelhafte geschäftliche Vorgänge; F.: Schmiergeld, Schmiergeldes, Schmiergelds, Schmiergelder, Schmiergeldern+EW; Z.: Schmier—geld
$Schmierheft, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schmierheft; E.: s. schmier(en), s. Heft; L.: Kluge s. u. Kladde, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schmier(en) und Heft gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für vorbereitende Aufzeichnungen verwendetes und nicht sorgfältig geführtes Heft; F.: Schmierheft, Schmierhefts, Schmierheftes, Schmierhefte, Schmierheften+EW; Z.: Schmie-r—hef-t
$schmierig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schmierig; E.: s. Schmier(e), s. ig; L.: Kluge s. u. schmieren 1, DW 15, 1087 (schmiericht, schmierig), EWD s. u. schmieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schmier(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit Schmier(e) behaftet oder versehen (Adj.); F.: schmierig, schmierige, schmieriges, schmierigem, schmierigen, schmieriger(, schmierigere, schmierigeres, schmierigerem, schmierigeren, schmierigerer, schmierigst, schmierigste, schmierigstes, schmierigstem, schmierigsten, schmierigster)+EW; Z.: schmie-r-ig
$Schmierseife, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schmierseife, Kernseife; E.: s. schmier(en), s. Seife; L.: Kluge s. u. Kernseife, DW 15, 1089; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schmier(en) und Seife gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte schmierige und aufgeschmierte Seife (Kernseife); F.: Schmierseife, Schmierseifen+EW; Z.: Schmie-r—seif-e
Schminke, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schminke, ein kosmetisches Mittel; ne. makeup (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. sminke (1), F., Schminke; gebildet unter Einwirkung von lat. smēgma, N., Reinigungsmittel, Salbe; gr. σμῆγμα (smēgma), N., Salbe, Seife; vgl. gr. σμήχειν (smḗchein), V., schmieren (V.) (1), abwischen, abreiben; idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schminke, Kluge s. u. Schminke, DW 15, 1090, EWD s. u. Schminke,Duden s. u. Schminke, Bluhme s. u. Schminke; Son.: vgl. nndl. schmink, Sb., Schminke; nschw. smink, N., Schminke; nnorw. sminke, M., F., Schminke; GB.: seit 15. Jh. mnd, belegte und unter Einwirkung von lat. smegma gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in Form von farbigen Cremes oder Pudern oder Fettstiften von Menschen zur Veränderung des Aussehens benutztes kosmetisches Mittel; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Schminke, Schminken+FW+EW; Z.: Schmi-nk-e
$schminken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schminken; E.: s. Schmink(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schminke, DW 15, 1091, EWD s. u. Schminke; GB.: seit 15. Jh. mnd, belegte und unter Einwirkung von lat. smegma gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit Schminke versehen (V.); F.: schminken (!), schminke (!), schminkst, schminkt, schminkest, schminket, schminkte, schminktest, schminkten, schminktet, geschminkt, ##geschminkt, geschminkte, geschminktes, geschminktem, geschminkten, geschminkter##, schminkend, ###schminkend, schminkende, schminkendes, schminkendem, schminkenden, schminkender###, schmink (!)+FW+EW; Z.: schmi-nk-en
Schmirgel (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmirgel (M.) (1), feinkörniges Mineral; ne. emery (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. smergel, M., Schmergel, Schmirgel; it. smeriglio, M., Schmergel, Schmirgel; früh-rom. *sermilium, N., Schmergel; lat. smyris, F., Schmergel, (6. Jh. n. Chr.?); gr. σμύρις (smýris), F., Schmergel; vielleicht von idg. *smeru-, Sb., Schmer, Fett, Pokorny 970? (1675/147) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schmirgel 1, DW 15, 1093, EWD s. u. Schmirgel, Duden s. u. Schmirgel, Bluhme s. u. Schmirgel; Son.: vgl. nndl. amaril, Sb., Schmirgel (M.) (1); frz. émeri, M., Schmirgel (M.) (1); nschw. smärgel, Sb., Schmirgel (M.) (1); nnorw. smergel, M., Schmirgel (M.) (1); kymr. emeri, M., Schmirgel (M.) (1); nir. éimear, M., Schmirgel (M.) (1); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Frühromanischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen möglicherweise schon etwas früher als Schleifmittel entwickeltes und verwendetes feinkörniges hartes Gestein; BM.: Fett; F.: Schmirgel, Schmirgels, Schmirgeln+FW; Z.: Schmir-g-el
Schmirgel (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmirgel (M.) (2), Schmergel; ne. pipe tobacco juice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu schmieren (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. Schmirgel 2, DW 15, 1093, Duden s. u. Schmirgel; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit schmieren verbindbare Bezeichnung für den kleberigen Rückstand in der nach der Entwicklung des Rauchens von Menschen entwickelten und verwendeten Tabakpfeife oder Tabakspfeife; BM.: schmieren (V.) (1); F.: Schmirgel, Schmirgels, Schmirgeln+EW?; Z.: Schmir-g-el
$schmirgeln (1), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. abreiben, glätten, schleifen; E.: s. Schmirgel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Schmirgel 1, DW 15, 1094, EWD s. u. Schmirgel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schmirgel und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem feinkörnigen Material abreiben oder glätten oder schleifen; F.: schmirgeln (!), schmirgel (!), schmirgle, schmirgele, schmirgelst, schmirgelt, schmirgelte, schmirgeltest, schmirgelten, schmirgeltet, geschmirgelt, ##geschmirgelt, geschmirgelte, geschmirgeltes, geschmirgeltem, geschmirgelten, geschmirgelter##, schmirgelnd, ###schmirgelnd, schmirgelnde, schmirgelndes, schmirgelndem, schmirgelnden, schmirgelnder###, schmirgel (!)+EW?; Z.: schmir-g-el-n
$schmirgeln (2), nhd., sw. V.: nhd. nach ranzigem Fett riechen; E.: ?; L.: Kluge s. u. Schmirgel 2; GB.: seit ? belegte und vielleicht mit Schmer verbindbare Bezeichnung für nach ranzigem Fett riechen; F.: schmirgeln, schmirgel (!), schmirgle, schmirgele, schmirgelst, schmirgelt, schmirgelte, schmirgeltest, schmirgelten, schmirgeltet, geschmirgelt, ##geschmirgelt, geschmirgelte, geschmirgeltes, geschmirgeltem, geschmirgelten, geschmirgelter##, schmirgelnd, ###schmirgelnd, schmirgelnde, schmirgelndes, schmirgelndem, schmirgelnden, schmirgelnder###, schmirgel (!)+EW?; Z.: schmir-g-el-n
$Schmirgelpapier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schmirgelpapier, mit pulverisiertem Schmirgel versehenes Papier zu einem Abreiben oder Glätten oder Schleifen (N.); E.: s. Schmirgel, s. Papier; L.: DW 15, 1094, EWD s. u. Schmirgel; F.: Schmirgelpapier, Schmirgelpapieres, Schmirgelpapiers, Schmirgelpapiere, Schmirgelpapieren+FW; Z.: Schmir-g-el—papier
Schmiss, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schmiss, Hieb, Narbe; ne. dueling scar; Vw.: -; Hw.: s. schmeißen, Geschmeiß; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. smiz, st. M., Schmiss, Flecken (M.), Spitze, Rutenstreich, Läufer (M.) (1), Pferd; mnd. smete, M., Schmiss, Schlag; ahd. smiz, st. M. (a?, i?), Fleck, Flecken, Mal (N.) (2); das Wort gehört wohl zu schmeißen (s. d.), beeinflusst von schmitzen (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmisz, Kluge s. u. Schmiss, DW 15, 1096 (Schmisz), EWD s. u. schmeißen 1, Duden s. u. Schmiss; GB.: seit um 765 belegte und mit schmeißen verbindbare Bezeichnung für eine durch einen Hieb mit einer Waffe aus Metall entstandene Narbe; BM.: streichen (V.) (1); F.: Schmiss, Schmisses, Schmisse, Schmissen+EW; Z.: Schmi-ss
$schmissig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schmissig, mit Schmissen versehen (Adj.), schlank, dünn, keck; E.: s. Schmiss, s. ig; L.: Kluge s. u. Schmiss, DW 15, 1097, EWD s. u. schmeißen 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schmiss und ig gebildete und mit schmeißen verbindbare Bezeichnung für mit Schmissen versehen (Adj.) oder schlank oder dünn oder keck; F.: schmissig, schmissige, schmissiges, schmissigem, schmissigen, schmissiger(, schmissigere, schmissigeres, schmissigerem, schmissigeren, schmissigerer, schmissigst, schmissigste, schmissigstes, schmissigstem, schmissigsten, schmissigster)+EW; Z.: schmi-ss-ig
schmitzen (1), nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. schmitzen (V.) (1), schlagen, streichen; ne. lash (V.); Vw.: -; Hw.: s. verschmitzt; Q.: 1320-1340 (Karl Meinet); E.: mhd. smitzen, sw. V., etwas Spitzes schnell bewegen, mit Ruten hauen, zücken, geißeln, züchtigen, schlagen, schnellen, stecken in; mnd. smitten (1), smetten, sw. V., schmutzen, flecken, schmutzig machen, beschmieren, beflecken; germ. *smittōn, sw. V., beschmieren; s. idg. *smeid-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmitzen, Kluge s. u. schmitzen 1, DW 15, 1100, Duden s. u. schmitzen; GB.: seit (1320-1340) belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare mit Ruten schlagen oder streichen; BM.: schmieren (V.) (1); F.: schmitzen, schmitze, schmitzst (!), schmitzt, schmitzest, schmitzet, schmitzte, schmitztest, schmitzten, schmitztet, geschmitzt, ##geschmitzt, geschmitzte, geschmitztes, geschmitztem, geschmitzten, geschmitzter##, schmitzend, ###schmitzend, schmitzende, schmitzendes, schmitzendem, schmitzenden, schmitzender###, schmitz (!)+EW; Z.: schmi-tz-en
schmitzen (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schmitzen (V.) (2), beschmutzen, schmutzig machen; Vw.: -; Hw.: s. schmeißen; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. smīzen, st. V., streichen, schmieren (V.) (1); Intensivbildung zu schmeißen (s. d.); L.: Kluge s. u. schmitzen 2, DW 15, 1100, Duden s. u. schmitzen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit schmeißen verbindbare Bezeichnung für beschmutzen oder schmutzig machen; BM.: schmieren (V.) (1); F.: schmitzen, schmitze, schmitzst (!), schmitzt, schmitzest, schmitzet, schmitzte, schmitztest, schmitzten, schmitztet, geschmitzt, ##geschmitzt, geschmitzte, geschmitztes, geschmitztem, geschmitzten, geschmitzter##, schmitzend, ###schmitzend, schmitzende, schmitzendes, schmitzendem, schmitzenden, schmitzender###, schmitz (!)+EW; Z.: schmitz-en
Schmöker, Schmäucher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmöker, dickes Buch, anspruchslose Lektüre; ne. page-turner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu schmauchen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmöker, Kluge s. u. Schmöker, DW 15, 1105, EWD s. u. Schmöker, Duden s. u. Schmöker, Bluhme s. u. Schmoeker; GB.: seit 18. Jh. belegte und zu schmauchen gebildete Bezeichnung für ein umfangreicheres inhaltlich meist weniger anspruchsvolles und die Leser oft fesselndes Buch; BM.: rauchen; F.: Schmöker, Schmökers, Schmökern, Schmäucher, Schmäuchers, Schmäuchern+EW; Z.: Schmök-er
$schmökern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schmökern, lesen, blättern; E.: s. Schmöker, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schmöker, DW 15, 1105, EWD s. u. Schmöker; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schmöker und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für lesen oder blättern; F.: schmökern, schmökere, schmöker (!), schmökerst, schmökert, schmökerte, schmökertest, schmökerten, schmökertet, geschmökert, geschmökerte, geschmökertes, geschmökertem, geschmökerten, geschmökerter, schmökernd, schmökerndes, schmökerndem, schmökernden, schmökernder+EW; Z.: schmök-er-n
Schmolle, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Schmolle, Brotkrume; ne. crumb (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. smole, F., Schmolle, Brotkrume; weitere Herkunft ungeklärt?, wohl verwandt mit mahlen (s. d.); idg. *mel- (1), *smel-, *melə-, *mlē-, *melh₂-, V., schlagen, mahlen, zermalmen, Pokorny 716 (1191/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Schmolle, DW 15, 1105, Duden s. u. Schmolle; Son.: vgl. nschw. smula, Sb., Brosam, Stückchen; GB.: (smole) seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte und wohl mit mahlen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen schon früher entwickelte und verwendete Brotkrume; BM.: mahlen; F.: Schmolle, Schmollen+EW; Z.: Sch-mol-l-e
schmollen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schmollen, trotzig sein (V.), gekränkt schweigen; ne. sulk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Der Renner); E.: mhd. smollen, sw. V., lächeln, schweigen, schmollen, schmarotzen, gieren; s. mhd. smieren, sw. V., lächeln; ahd. smieren*, smierōn*, sw. V. (3, 2), lächeln, sich freuen, grinsen; s. germ. *smi-, V., lächeln; germ. *smu-, V., lächeln; idg. *smei- (1), *mei-, *smeu-, V., lächeln, staunen, Pokorny 967 (1667/139) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmollen, Kluge s. u. schmollen, DW 15, 1105, EWD s. u. schmollen, Duden s. u. schmollen, Bluhme s. u. schmollen; GB.: seit 1290-1300 belegte und mit mhd. smieren und teilweise dem Germanischen und Indogermanischen für lächeln verbindbare Bezeichnung für aus Unwillen über jemandes Worte oder jemandes Verhalten gekränkt schweigen; BM.: lächeln; F.: schmollen, schmolle (!), schmollst, schmollt, schmollest, schmollet, schmollte, schmolltest, schmollten, schmolltet, geschmollt, ##geschmollt, geschmollte, geschmolltes, geschmolltem, geschmollten, geschmollter##, schmollend, ###schmollend, schmollende, schmollendes, schmollendem, schmollenden, schmollender###, schmoll (!)+EW; Z.: schmo-l-l-en
$Schmollis, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmollis, ein Zuruf unter Studenten mit der Aufforderung Brüderschaft zu trinken; E.: Herkunft unbekannt; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmollis, DW 15, 1105; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft unbekannte Bezeichnung für einen Zuruf unter Studenten; F.: Schmollis+FW?; Z.: Schmoll-is
$Schmollwinkel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmollwinkel; E.: s. schmoll(en), s. Winkel; L.: Kluge s. u. Schmollwinkel, DW 15, 1108, EWD s. u. schmollen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schmoll(en) und Winkel gebildete Bezeichnung für einen Winkel oder einen Ort in den sich ein schmollender Mensch zurückzieht; F.: Schmollwinkel, Schmollwinkels, Schmollwinkeln+EW; Z.: Schmo-l-l—wi-nk-el
Schmonzes, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schmonzes, sinnloses Geschwätz; ne. balderdash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. wjidd. schmonze; E.: s. wjidd. schmonze, Sb., alberne Geschichte, Unsinn; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schmonzes, fehlt DW, Duden s. u. Schmonzes; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sinnloses Geschwätz; BM.: ?; F.: Schmonzes+FW; Z.: Schmonze-s
$Schmorbraten, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmorbraten; E.: s. schmor(en), s. Braten (M.); L.: DW 15, 1108, EWD s. u. schmoren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schmor(en) und Braten gebildete Bezeichnung für ein in einem geschlossenen Topf geschmortes oder gebratenes Stück Fleisch; F.: Schmorbraten, Schmorbratens+EW; Z.: Schmor—bra-t-en
schmoren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schmoren, garen lassen; ne. stew (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mhd. smorren, sw. V., verdorren; mnd. smōren, smoren, sw. V., schmoren, dämpfen, ersticken, langsam in einem bedeckten Gefäß kochen bzw. braten; mnl. smōren, V., dämpfen, ersticken; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von germ. *smurōn, sw. V., ersticken, erdrosseln, schmoren; L.: Kluge 1. A. s. u. schmoren, Kluge s. u. schmoren, DW 15, 1109, EWD s. u. schmoren, Duden s. u. schmoren, Bluhme s. u. schmoren; Son.: vgl. ae. smorian, sw. V. (2), ersticken, erdrosseln; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und lautmalend entstandene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Germanischen verbindbare Bezeichnung für kurz anbraten und dann in einer Brühe in einem zugedeckten Topf langsam gar werden lassen; BM.: lautmalend?; F.: schmoren, schmore, schmorst (!), schmort, schmorest (!), schmoret, schmorte, schmortest, schmorten, schmortet, geschmort, ##geschmort, geschmorte, geschmortes, geschmortem, geschmorten, geschmorter##, schmorend, ###schmorend, schmorende, schmorendes, schmorendem, schmorenden, schmorender###, schmor (!)+EW?; Z.: schmor-en
schmorgen, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. schmorgen, darben, knausern, geizig sein (V.); ne. scrimp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Mittelniederdeutschen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. schmorgen, DW 15, 1111, Duden s. u. schmorgen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für darben oder knausern oder geizig sein (V.); BM.: ?; F.: schmorgen, schmorge, schmorgst, schmorgt, schmorgest, schmorget, schmorgte, schmorgtest, schmorgten, schmorgtet, geschmorgt, ##geschmorgt, geschmorgte, geschmorgtes, geschmorgtem, geschmorgten, geschmorgter##, schmorgend, ###schmorgend, schmorgende, schmorgendes, schmorgendem, schmorgenden, schmorgender###, schmorg (!)+EW; Z.: schmorg-en
Schmu, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmu, relativ harmloser Schwindel, kleiner Betrug, Gerede; ne. jiggery-pokery; Vw.: -; Hw.: s. Schmus?; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, wohl aus dem Westjiddischen; vielleicht Zusammenhang mit nhd. schmusen (s. d.); L.: Kluge s. u. Schmu, DW 15, 1112, EWD s. u. Schmu, Duden s. u. Schmu; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und wohl mittelbar aus dem Westjiddischen aufgenommene Bezeichnung für einen harmlosen Schwindel oder einen kleinen Betrug; BM.: ?; F.: Schmu, Schmus+FW; Z.: Schmu
$schmuck, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schmuck, hübsch, schön; L.: Kluge s. u. schmücken, DW 15, 1115, EWD s. u. schmücken; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schmücken verbindbare Bezeichnung für sachlich aus der Sicht von Menschen hübsch oder schön; F.: schmuck (!), schmucke (!), schmuckes, schmuckem, schmucken, schmucker(, schmuckere, schmuckeres, schmuckerem, schmuckeren, schmuckerer, schmuckst, schmuckste, schmuckstes, schmuckstem, schmucksten, schmuckster)+EW; Z.: sch-muck
Schmuck, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schmuck, Verzierung, zierendes Beiwerk, Geschmeide; ne. jewellery; Vw.: -; Hw.: s. schmücken, schmiegen; Q.: 16. Jh.; E.: s. schmücken; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmuck, Kluge s. u. Schmuck, DW 15, 1112, EWD s. u. schmücken, Duden s. u. Schmuck; Son.: vgl. nschw. smycke, N., Schmuck; nnorw. smykke, N., Schmuck; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schmücken verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes zierendes Beiwerk; BM.: schlüpferig bzw. gleiten; F.: Schmuck, Schmuckes, Schmucks, Schmucke, Schmucken+EW; Z.: Sch-muck
schmücken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schmücken, verzieren; ne. adorn, decorate; Vw.: -; Hw.: s. Schmuck, schmiegen; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. smücken (1), smucken, sw. V., drücken in, zusammenziehen, an sich drücken, schmiegen, sich zusammenziehen, zusammenschmiegen, ducken, verstecken, entgegenbeugen; mnd. smücken, sw. V., schmücken, einfügen, hineinordnen, hineinstecken, an sich drücken, schmiegen, küssen, liebkosen; vgl. ahd. smiogan*, st. V. (2a), schmiegen, sich zusammenziehen; germ. *smeugan, st. V., schmiegen; idg. *smeug-, *smeuk-, Adj., V., schlüpferig, schleimig, gleiten, Pokorny 744; s. idg. *meug- (2), *meuk-, Adj., V., Sb., schlüpferig, schleimig, gleiten, schlüpfen, Schleim, Pokorny 744 (1245/110) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmücken, Kluge s. u. schmücken, DW 15, 1117, EWD s. u. schmücken, Duden s. u. schmücken, Bluhme s. u. schmuecken; Son.: vgl. nschw. smycka, V., schmücken; nnorw. smykke, V., schmücken; GB.: seit nach 1193 belegte und mit schmiegen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verzieren; BM.: schlüpferig bzw. gleiten; F.: schmücken, schmücke, schmückst, schmückt, schmückest, schmücket, schmückte, schmücktest, schmückten, schmücktet, geschmückt, ##geschmückt, geschmückte, geschmücktes, geschmücktem, geschmückten, geschmückter##, schmückend, ###schmückend, schmückende, schmückendes, schmückendem, schmückenden, schmückender###, schmück (!)+EW; Z.: sch-mück-en
schmuddelig, schmuddlig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schmuddelig, ungepflegt, leicht schmutzig; ne. grubby, filthy; Vw.: -; Hw.: s. Schmaus, Schmutz; Q.: 18. Jh.; E.: zu einem Verb schmuddeln, V., sudeln, beschmutzen; verwandt mit Schmutz (s. d.) und Schmaus (s. d.); vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schmuddelig, DW 15, 1129, EWD s. u. schmuddelig, Duden s. u. schmuddelig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schmuddel(n) und ig gebildete Bezeichnung für ungepflegt und leicht schmutzig sowie mit Schmutz und Schmaus sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbar; BM.: feucht?; F.: schmuddelig, schmuddelige, schmuddeliges, schmuddeligem, schmuddeligen, schmuddeliger(, schmuddeligere, schmuddeligeres, schmuddeligerem, schmuddeligeren, schmuddeligerer, schmuddeligst, schmuddeligste, schmuddeligstes, schmuddeligstem, schmuddeligsten, schmuddeligster, schmuddlig, schmuddlige, schmuddliges, schmuddligem, schmuddligen, schmuddliger, schmuddligere, schmuddligeres, schmuddligerem, schmuddligeren, schmuddligerer, schmuddligst, schmuddligste, schmuddligstes, schmuddligstem, schmuddligsten, schmuddligster)+EW; Z.: schmud-d-elig
$Schmuggel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schmuggel, verbotener und verfolgter Schleichhandel; E.: s. schmuggeln; L.: Kluge s. u. schmuggeln, DW 15, 1130, EWD s. u. schmuggeln; GB.: seit 19. Jh. aus schmuggeln gebildete Bezeichnung für den zu der Sicherung der Zolleinnahmen verbotenen und verfolgten Schleichhandel außerhalb von Zoll; F.: Schmuggel, Schmuggels+EW
schmuggeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schmuggeln, heimlich handeln, Waren gesetzwidrig unter Umgehung des Zolles einführen oder ausführen; ne. smuggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: wohl. von nndl. smokkelen, V., schmuggeln; wohl zu schmiegen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schmuggeln, Kluge s. u. schmuggeln, DW 15, 1130, EWD s. u. schmuggeln, Duden s. u. schmuggeln, Bluhme s. u. schmuggeln; Son.: vgl. nndl. smuggla, V., schmuggeln; nnorw. smugle, V., schmuggeln; kymr. smyglo, V., schmuggeln; nir. smuglálaim, V., schmuggeln; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und wohl aus neuniederländisch snokkelen (Waren gesetzwidrig unter Umgehung des Zolles einführen oder ausführen) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Waren gesetzwidrig unter Umgehung des Zolles einführen oder ausführen; BM.: schmiegen; F.: schmuggeln, schmuggel (!), schmuggle, schmuggelst, schmuggelt, schmuggelte, schmuggeltest, schmuggelten, schmuggeltet, geschmuggelt, ##geschmuggelt, geschmuggelte, geschmuggeltes, geschmuggeltem, geschmuggelten, geschmuggelter##, schmuggelnd, ###schmuggelnd, schmuggelnde, schmuggelndes, schmuggelndem, schmuggelnden, schmuggelnder###, schmuggel (!)+EW; Z.: sch-mug-g-el-n
$Schmuggler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmuggler, Schmuggelnder; E.: s. schmugg(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schmuggeln, EWD s. u. schmuggeln, DW 15, 1130; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schmugg(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Erhebung von Zöllen auf Waren möglichen Schmuggelnden; F.: Schmuggler, Schmugglers, Schmugglern+EW; Z.: Sch-mug-g-l-er
schmunzeln, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. schmunzeln, mit geschlossenen Lippen in sich hinein lächeln; ne. smirk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: mhd. smunzelen*, smunzeln, sw. V., lachen, schmunzeln; weitere Herkunft unklar, vielleicht von schmutzen in der Bedeutung schmutzig lachen; L.: Kluge 1. A. s. u. schmunzeln, Kluge s. u. schmunzeln, DW 15, 1133, EWD s. u. schmunzeln, Duden s. u. schmunzeln, Bluhme s. u. schmunzeln; GB.: (smunzelen*) vielleicht seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für mit geschlossenen Lippen in sich hinein lächeln (um dreizehnhundert smunzen); BM.: feucht?; F.: schmunzeln, schmunzel (!), schmunzle, schmunzelst, schmunzelt, schmunzelte, schmunzeltest, schmunzelten, schmunzeltet, geschmunzelt, ##geschmunzelt, geschmunzelte, geschmunzeltes, geschmunzeltem, geschmunzelten, geschmunzelter##, schmunzelnd, ###schmunzelnd, schmunzelnde, schmunzelndes, schmunzelndem, schmunzelnden, schmunzelnder###, schmunzel (!)+EW; Z.: sch-munz-el-n
schmurgeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. schmurgeln, brutzeln. abbraten; ne. roast (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. schmurgeln, fehlt DW, Duden s. u. schmurgeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für brutzeln oder abbraten; BM.: lautmalend; F.: schmurgeln, schmurgel (!), schmurgle, schmurgelst, schmurgelt, schmurgelte, schmurgeltest, schmurgelten, schmurgeltet, geschmurgelt, ##geschmurgelt, geschmurgelte, geschmurgeltes, geschmurgeltem, geschmurgelten, geschmurgelter##, schmurgelnd, ###schmurgelnd, schmurgelnde, schmurgelndes, schmurgelndem, schmurgelnden, schmurgelnder###, schmurgel (!)+EW; Z.: schmurg-el-n
Schmus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmus, Gerede, Gespräch, Blödsinn, wortreiches Getue; ne. big talk; Vw.: -; Hw.: s. Schmu?, s. schmusen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. hebr. schmūōth; E.: s. hebr. schmūōth, Sb., Erzählungen, Gerücht; hebr. šĕmûạ̈, Sb., Gerücht, Gehörtes; L.: Kluge 1. A. s. u. Schmus, Kluge s. u. schmusen, DW 15, 1135, EWD s. u. Schmus, Duden s. u. Schmus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Gerede oder Gespräch oder Blödsinn oder wortreiches Getue; BM.: Gehörtes; F.: Schmus, Schmuses+FW; Z.: Schmu-s
schmusen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schmusen, zärtlich sein (V.), knutschen; ne. smooch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmus; Q.: 18. Jh.; E.: s. Schmus?; L.: Kluge s. u. schmusen, DW 15, 1135, EWD s. u. Schmus, Duden s. u. schmusen, Bluhme s. u. schmusen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht mit Schmus verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit jemandem zärtlich sein (V.) oder knutschen; BM.: Gehörtes; F.: schmusen, schmuse, schmusst (!), schmust, schmusest, schmuset, schmuste, schmustest, schmusten, schmustet, geschmust, ##geschmust, geschmuste, geschmustes, geschmustem, geschmusten, geschmuster##, schmusend, ###schmusend, schmusende, schmusendes, schmusendem, schmusenden, schmusender###, schmus(!)+FW?+EW?; Z.: schmu-s-en
Schmutz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schmutz, Dreck; ne. dirt (N.); Vw.: -; Hw.: s. schmutzen, schmuddelig; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. smuz (2), st. M., Schmutz; mnd. *smuts?, M., Schmutz; Herkunft ungeklärt?; weitere Herkunft unklar; vielleicht von idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schmutz, Kluge s. u. Schmutz, DW 15, 1135, EWD s. u. Schmutz, Duden s. u. Schmutz, Bluhme s. u. Schmutz; Son.: vgl. nschw. smuts, N., Schmutz; nnorw. smuss, N., Schmutz; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Dreck; BM.: feucht?; F.: Schmutz, Schmutzes+EW; Z.: Sch-mu-tz
schmutzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schmutzen, schmutzig werden, schmutzig machen; ne. stain (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schmutz, schmuddelig; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: mhd. smutzen, sw. V., lachen, schmunzeln, zücken, geißeln, züchtigen, schlagen, anstreichen, beschmieren, beflecken, beschimpfen; mhd. smotzen, sw. V., schmutzig sein (V.); mnd. smudden, sw. V., schmutzig machen, schmieren; germ. *smud-, V., schmutzen; s. idg. *meud-, *mudro-, Adj., munter, Pokorny 741; vgl. idg. *meu- (1), *meu̯ə-, *mū̆-, Adj., Sb., V., feucht, Flüssigkeit, beschmutzen, waschen, reinigen, Pokorny 741 (1241/106) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schmutz, DW 15 1137, EWD s. u. Schmutz, Duden s. u. schmutzen; GB.: um 1300 belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schmutzig werden bzw. schmutzig machen; BM.: feucht; F.: schmutzen, schmutze (!), schmutzst, schmutzt, schmutzest, schmutzet, schmutzte, schmutztest, schmutzten, schmutztet, geschmutzt, ##geschmutzt, geschmutzte, geschmutztes, geschmutztem, geschmutzten, geschmutzter##, schmutzend, ###schmutzend, schmutzende, schmutzendes, schmutzendem, schmutzenden, schmutzender###, schmutz (!)+EW; Z.: sch-mu-tz-en
$Schmutzfink, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schmutzfink, Dreckfink; Hw.: s. Dreckfink; E.: s. Schmutz, s. Fink; L.: Kluge s. u. Fink, DW 15, 1139; GB.: seit 18. Jh. aus Schmutz und Fink gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früh möglichen in Pferdeäpfeln pickenden Finken und übertragen (Adj.) vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums für einen auf Sauberkeit keinen Wert legenden oder schmutzigen Menschen; F.: Schmutzfink, Schmutzfinks, Schmutzfinkes, Schmutzfinken+EW; Z.: Sch-mutz—fink
$schmutzig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schmutzig, dreckig, Schmutz oder Dreck aufweisend; E.: s. Schmutz, s .ig; L.: Kluge s. u. Schmutz, DW 15, 1140, EWD s. u. Schmutz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schmutz und ig gebildete Bezeichnung für dreckig oder Schmutz oder Dreck aufweisend; F.: schmutzig, schmutzige, schmutziges, schmutzigem, schmutzigen, schmutziger(, schmutzigere, schmutzigeres, schmutzigerem, schmutzigeren, schmutzigerer, schmutzigst, schmutzigste, schmutzigstes, schmutzigstem, schmutzigsten, schmutzigster)+EW; Z.: sch-mutz-ig
Schnabel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schnabel, hornartig verlängertes Maul der Vögel und anderer Tiere; ne. beak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. snabel, st. M., Schnabel, Maul, Schuhschnabel, lange aufgekrümmte Schuhspitze; mnd. snāvel, snavel, snābel*, snēvel, M., Schnabel, Rüssel, lange aufgekrümmte Schuhspitze, grobe Sprache, Mund; mnd. *schnābel?, M., Schnabel, spitz zulaufender Bug bei antiken Schiffen, Mund (abwertend); mnl. snavel, M., Schnabel; ahd. snabul, st. M. (a), Schnabel; as. -; anfrk. -; germ. *snabula-, *snabulaz, st. M. (a), Schnabel; vgl. idg. *ksneu-, V., kratzen, reiben, Pokorny 585?, Falk/Torp 520; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnabel, Kluge s. u. Schnabel, DW 15, 1142, EWD s. u. Schnabel, Falk/Torp 520, Duden s. u. Schnabel, Bluhme s. u. Schnabel; Son.: vgl. afries. snavel, st. M. (a), Mund (M.), Schnabel; saterl. snabel; ae. -; an. -; got. -; nndl. snavel, Sb., Schnabel; ? nschw. näbb, Sb., Schnabel; ? nnorw. nebb, M., N., Schnabel; lit. snãpas, M., Schnabel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen vorspringenden oft spitz zulaufenden und mit einer Hornschicht überzogenen Fortsatz an dem Kopf eines größeren Lebewesens wie beispielsweise eines Vogels oder einer Schildkröte oder eines Schnabeltiers oder eines Kopffüßers; BM.: kratzen?; F.: Schnabel, Schnabels, Schnäbel, Schnäbeln+EW; Z.: Schna-b-el
$schnäbeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schnäbeln; Q.: 1356; E.: s. Schnabel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 15, 1148, EWD s. u. Schnabel; GB.: seit 1356 belegte und aus Schnabel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Schnäbeln mögliches sich an den Schnäbeln berühren oder auch küssen; F.: schnäbeln (!), schnäbel (!), schnäble, schnäbele, schnäbelst, schnäbelt, schnäbelte, schnäbeltest, schnäbelten, schnäbeltet, geschnäbelt, ##geschnäbelt, geschnäbelte, geschnäbeltes, geschnäbeltem, geschnäbelten, geschnäbelter##, schnäbelnd, ###schnäbelnd, schnäbelnde, schnäbelndes, schnäbelndem, schnäbelnden, schnäbelnder###+EW; Z.: schnä-b-el-n
$schnabulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schnabulieren, essen, verzehren; L.:DW 15, 1147 (schnabelieren, schnabulieren), EWD s. u. Schnabel; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Schnabel verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer tierischer Lebewesen mögliches essen oder verzehren; F.: schnabulieren, schnabuliere, schnabulierst, schnabuliert, schnabulierest, schnabulieret, schnabulierte, schnabuliertest, schnabulierten, schnabuliertet, ##schnabuliert, schnabulierte, schnabuliertes, schnabuliertem, schnabulierten, schnabulierter##, schnabulierend, ###schnabulierend, schnabulierende, schnabulierendes, schnabulierendem, schnabulierenden, schnabulierender###, schnabulier !)+EW; Z.: schna-b-ul-ier-en
Schnack, nhd. (dial.), M., (18. Jh.): nhd. Schnack, Gerede, Geschwätz, Rederei; ne. chitchat; Vw.: s. Schnick-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. snak (1), M., Gerede, Worte, Rede, törichtes Gerede, Geschwätz, Rederei, Unsinn, unbedachte Äußerung, Klatsch, üble Nachrede, altväterische Art zu reden, Anekdote, kleine Geschichte scherzhafter Art, Gewäsch; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnack, Kluge s. u. Schnack, DW 15, 1151, EWD s. u. schnacken, Duden s. u. Schnack, Bluhme s. u. schnacken; Son.: norddeutsch; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein Gerede oder Geschwätz oder eine Rederei; BM.: lautmalend; F.: Schnack, Schnackes, Schnacks, Schnäcke, Schnäcken+EW; Z.: Schnack
schnackeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schnackeln, krachen, knacken; ne. crack (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. schnackeln, DW 15, 1156, Duden s. u. schnackeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für krachen oder knacken; BM.: lautmalend; F.: schnackeln, schnackel (!), schnackle, schnackelst, schnackelt, schnackelte, schnackeltest, schnackelten, schnackeltet, geschnackelt, ##geschnackelt, geschnackelte, geschnackeltes, geschnackeltem, geschnackelten, geschnackelter##, schnackelnd, ###schnackelnd, schnackelnde, schnackelndes, schnackelndem, schnackelnden, schnackelnder###, schnackel (!)+EW; Z.: schnack-el-n
Schnaderhüpferl, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schnaderhüpferl, ein meist vierzeiliges Lied; ne. a four-liner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl gebildet aus Schnitter-Hüpferl, s. Schnitt, hüpfen; L.: Kluge s. u. Schnaderhüpferl, DW 15, 1160 (Schnaderhüpfel), Duden s. u. Schnaderhüpferl; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus Schnitter-Hüpferl gebildete Bezeichnung für ein kurzes meist vierzeiliges aus dem Stegreif gesungenes Lied; BM.: von einem Tanzlied das die Schnitter bei dem Erntedank singen; F.: Schnaderhüpferl, Schnaderhüpferls, Schnaderhüpferln+EW; Z.: Schnad-er-hü-pf-erl
Schnake (1), nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schnake (F.) (1), Stechmücke, ein Insekt; ne. gnat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. snāke, sw. M., sw. F., Schnake; weitere Herkunft ungeklärt?; wohl von einem Wort mit der Bedeutung Spitze, Stechendes; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnake, Kluge s. u. Schnake 1, DW 15, 1151, EWD s. u. Schnake, Falk/Torp 519, Duden s. u. Schnake, Bluhme s. u. Schnake; Son.: vgl. nnorw. (dial.) snage, Sb., hervorspringende Spitze, Landzunge; GB.: seit 1348/1350 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit einem Wort für Spitze oder Stechendes verbindbare Bezeichnung für eine Stechmücke oder ein zu dem Mücken gehörendes Insekt; BM.: Stechendes?; F.: Schnake, Schnaken+EW; Z.: Schnak-e
Schnake (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schnake (F.) (2), Ringelnatter; ne. ring snake, a snake (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schnecke, Schneck; Q.: 16. Jh.; E.: s. nd. snake, F., Schnake (F.) (2), Schlange; von germ. *snakō-, *snakōn, *snaka-, *snakan, sw. M. (n), Schlange, Natter; idg. *sneg-, V., kriechen, Pokorny 974; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnake, Kluge s. u. Schnake 2, DW 15, 1151, Seebold 441, Duden s. u. Schnake; Son.: vgl. ae. snaca, sw. M. (n), Schlange; an. snākr, st. M. (a), Schlange, Natter; air. snáigech, snáidech, Adj., kriechend; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine an dem Wasser lebende einfarbig graugrüne oder mit schwarzen Flecken gezeichnete etwa einen Meter lange wohl schon vormenschliche Natter (Schlange) mit einem halbmondförmigen weißen bis gelben schwarz gesäumten Fleck an beiden Seiten des Hinterkopfs; BM.: kriechen; F.: Schnake, Schnaken+EW; Z.: Schnak-e
Schnalle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schnalle, Türklinke, Hure; ne. buckle (N.); Vw.: -; Hw.: s. schnell, schnalzen; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. snalle, sw. F., Schnalle, Schuhschnalle, Mund (M.), altes geschwätziges Weib, Wassersuppe; s. mhd. snal, Adj., rasche schnelle Bewegung und dadurch entstehender Laut, Fang; vgl. mhd. snel, Adj., schnell, rasch, behende; ahd. snel*, Adj., behende, rasch, tapfer, kühn, schnell, lebhaft, munter, tatkräftig, schnell; germ. *snella-, *snellaz, Adj., tatkräftig, mutig, rasch, schnell, behende, schneidig; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnalle, Kluge s. u. Schnalle, DW 15, 1161, EWD s. u. Schnalle, Duden s. u. Schnalle, Bluhme s. u. Schnalle; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit schnell verbindbare Bezeichnung für eine sachlich den Hochkulturen des Altertums sachlich bereits bekannte Schnalle wohl aus Metall als das Ende eines Riemens oder eines Gürtels (oder später) eine Türklinke oder eine Hure; BM.: schnell; F.: Schnalle, Schnallen+EW; Z.: Schnall-e
$schnallen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnallen; E.: s. Schnall(e), s. en (Suff.); L.: DW 15, 1163, EWD s. u. Schnalle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schnall(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für enger machen oder weiter machen oder fest machen oder später auch für verstehen; F.: schnallen (!), schnalle (!), schnallst, schnallt, schnallest, schnallet, schnallte, schnalltest, schnallten, schnalltet, geschnallt, ##geschnallt, geschnallte, geschnalltes, geschnalltem, geschnallten, geschnallter##, schnallend, ###schnallend, schnallende, schnallendes, schnallendem, schnallenden, schnallender###, schnall (!)+EW; Z.: schnall-en
schnalzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schnalzen, knacken, knallen; ne. snap (V.), chirrup; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1482 (Vokabular); E.: mhd. snalzen, st. V., schnalzen; gebildet zu schnell (s. d.) und Schnalle (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnalzen, Kluge s. u. schnalzen, DW 15, 1165, EWD s. u. schnalzen, Duden s. u. schnalzen, Bluhme s. u. schnalzen; GB.: seit 1482 belegte Bezeichnung und sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch eine rasche schnellende Bewegung mit etwas wie beispielsweise den Fingern einen kurzen, knallenden Laut erzeugen; BM.: schnell; F.: schnalzen, schnalze, schnalzst (!), schnalzt, schnalzest, schnalzet, schnalzte, schnalztest, schnalzten, schnalztet, geschnalzt, ##geschnalzt, geschnalzte, geschnalztes, geschnalztem, geschnalzten, geschnalzter##, schnalzend, ###schnalzend, schnalzende, schnalzendes, schnalzendem, schnalzenden, schnalzender###, schnalz (!)+EW; Z.: schnal-z-en
$Schnälzer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schnälzer; L.: EWD s. u. schnalzen, fehlt DW (dort Schnalzer); F.: Schnälzer, Schnälzers, Schnälzern+EW; Z.: Schnäl-z-er
$schnapp, nhd., Interj., (15. Jh.): nhd. schnapp; L.: EWD s. u. schnappen, DW 15, 1167 (M.); F.: schnapp+EW; Z.: schnapp
schnappen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schnappen, ergreifen und festhalten, mit dem Maul in rascher Bewegung zu fassen suchen; ne. snatch (V.), snap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schnaps; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. snappen, sw. V., schnappen, wanken, straucheln, Straßenraub treiben; mhd. snaben (1), sneben, sw. V., schnellen, klappen, schnappen, schnauben, hüpfen, springen, eilen, stolpern, straucheln, fallen, zu Fall bringen, zu Fall kommen, sinken; mnd. snappen (1), sw. V., schnappen, gierig verlangen, plappern, schwatzen, erschnappen, erbeuten, schnellen; mnd. snabben, sw. V., schnappen; mnd. snāven, snaven, snēven, snȫven, sw. V., straucheln, stolpern, stürzen, fallen, irren; mnl. snappen, sw. V., schwatzen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *snabbōn, sw. V., schnappen, plaudern; vgl. idg. *ksneu-, V., kratzen, reiben, Pokorny 585?, Falk/Torp 520; L.: Kluge 1. A. s. u. schnappen, Kluge s. u. schnappen, DW 15, 1170, EWD s. u. schnappen, Falk/Torp 520, Duden s. u. schnappen, Bluhme s. u. schnappen; Son.: vgl. nschw. snappa, V., schnappen; GB.: seit 1290-1300 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für mit dem Maul in rascher Bewegung zu fassen suchen; BM.: kratzen?; F.: schnappen, schnappe, schnappst, schnappt, schnappest, schnappet, schnappte, schnapptest, schnappten, schnapptet, geschnappt, ##geschnappt, geschnappte, geschnapptes, geschnapptem, geschnappten, geschnappter##, schnappend, ###schnappend, schnappende, schnappendes, schnappendem, schnappenden, schnappender###, schnapp (!)+EW; Z.: schnapp-en
$Schnapphahn, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schnapphahn, Strauchdieb, Straßenräuber, Wegelagerer, Raubritter; E.: s. schnapp(en), s. Hahn; L.: Kluge s. u. Schnapphahn, DW 15, 1174, EWD s. u. schnappen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schnapp(en) und Hahn gebildete Bezeichnung für einen Strauchdieb oder Straßenräuber oder Wegelagerer oder Raubritter; F.: Schnapphahn, Schnapphahns, Schnapphahnes, Schnapphähne, Schnapphähnen+EW; Z.: Schnapp—hahn
$Schnappschuss, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schnappschuss; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. schnapp(en), s. Schuss; L.: Kluge s. u. Schnappschuss, fehlt DW, EWD s. u. schnappen; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. aus schnapp(en) und Schuss nach ne. snapshot gebildete Bezeichnung für eine besonders gelungene Augenblicksfotoaufnahme; F.: Schnappschuss, Schnappschusses, Schnappschüsse, Schnappschüssen+EW; Z.: Schnapp—schu-ss
Schnaps, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnaps, Branntwein; ne. schnaps, booze (N.); Vw.: -; Hw.: s. schnappen; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: von einen niederdeutschen Wort für einen Schluck des Alkohols Branntwein, gebildet zu schnappen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnaps, Kluge s. u. Schnaps, DW 15, 1175, EWD s. u. Schnaps, Duden s. u. Schnaps, Bluhme s. u. Schnaps; Son.: vgl. nndl. schnaps, Sb., Schnaps; nschw. snaps, Sb., Schnaps; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. aus einem niederdeutschen Wort für Schluck gebildete Bezeichnung für ein hochprozentiges alkoholisches Getränk (Branntwein) in kleinen oder größeren Mengen; BM.: kratzen?; F.: Schnaps, Schnapses, Schnäpse, Schnäpsen+EW; Z.: Schnap-s
$schnapsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schnapsen; E.: s. Schnaps, s. en (Suff.); L.: DW 15, 1176 (schnappsen, schnapsen), EWD s. u. Schnaps; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für den Laut schnaps oder schnapps mit den Fingern von sich geben oder einen Schluck Schnaps (Branntwein) zu sich nehmen; F.: schnapsen, schnapse (!), schnapsst (!), schnapst, schnapsest, schnapset, schnapste, schnapstest, schnapsten, schnapstet, geschnapst, ##geschnapst, geschnapste, geschnapstes, geschnapstem, geschnapsten, geschnapster##, schnapsend, ###schnapsend, schnapsende, schnapsendes, schnapsendem, schnapsenden, schnapsender###, schnaps (!)+EW; Z.: schnap-s-en
schnarchen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schnarchen, mit der Kehle einen schnarrenden Ton (M.) (2) hervorbringen; ne. snore (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schnorchel; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. snarchen, sw. V., schnarchen, schnauben; mnd. snorken, snarken, sw. V., schnarchen, schnaufen, röcheln, gurgeln, prahlen; ahd. *snarhōn?, sw. V. (2), schnarchen; germ. *snerk-, V., schnarchen; idg. *snerg-, *nerg-, *snurg-, *nurg-, V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975; s. idg. *sner- (1), *ner- (4), *snur-, *nur-, V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975 (1685/157) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnarchen, Kluge s. u. schnarchen, EWD s. u. schnarchen, DW 15, 1178, Duden s. u. schnarchen, Bluhme s. u. schnarchen; Son.: vgl. nndl. snurken, V., schnarchen; nschw. snarka, V., schnarchen; nnorw. snorke, V., schnarchen; lit. snarglỹs, M., Rotz; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Althochdeutsche und teilweise das Germanische und das Indogermanische erschlossene Bezeichnung für bei dem Schlafen bei verengtem Rachen meist mit geöffnetem Mund tief einatmen und ausatmen und dabei mit der Kehle einen schnarrenden Ton (M.) (2) hervorbringen oder ein dumpfes kehliges Geräusch von sich geben; BM.: tönen; F.: schnarchen, schnarche, schnarchst, schnarcht, schnarchest, schnarchet, schnarchte, schnarchtest, schnarchten, schnarchtet, geschnarcht, ##geschnarcht, geschnarchte, geschnarchtes, geschnarchtem, geschnarchten, geschnarchter##, schnarchend, ###schnarchend, schnarchende, schnarchendes, schnarchendem, schnarchenden, schnarchender###, schnarch (!)+EW; Z.: schnar-ch-en
$Schnarcher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schnarcher, Schnarchender; E.: s. schnarch(en), s. er (Suff.); L.: DW 15, 1182, EWD s. u. schnarchen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schnarch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen möglichen Schnarchenden; F.: Schnarcher, Schnarchers, Schnarchern+EW; Z.: Schnar-ch-er
schnarren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schnarren, knarren, kratzen; ne. buzz (V.), snarl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: mhd. snarren, sw. V., schnarren, schnattern, schwatzen; s. mnd. snarren, sw. V., schnarren, ein schnarrendes Geräusch machen, schwatzen, plappern, murren, brummen; mnl. snarren, V., schnarren; germ. *snerr-, sw. V., schnarren?; idg. *sner- (1), *ner- (4), V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975 (1685/157) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnarren, Kluge s. u. schnarren, DW 15, 1186, EWD s. u. schnarren, Falk/Torp 521, Duden s. u. schnarren, Bluhme s. u. schnarren; Son.: vgl. nndl. schnarren, V., schnarren; lit. niurnė́ti, V., brummen, knurren; GB.: seit 1290-1300 belegte und lautmalend gebildete sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für hölzern-trocken anzuhörende Töne ohne eigentlichen Klang oder bedeutsameren Inhalt von sich zu geben oder knarren oder kratzen; BM.: tönen bzw. lautmalend; F.: schnarren (!), schnarre (!), schnarrst, schnarrt, schnarrest, schnarret, schnarrte, schnarrtest, schnarrten, schnarrtet, geschnarrt, ##geschnarrt, geschnarrte, geschnarrtes, geschnarrtem, geschnarrten, geschnarrter##, schnarrend, ###schnarrend, schnarrende, schnarrendes, schnarrendem, schnarrenden, schnarrender##, schnarr (!)+EW; Z.: schnar-r-en
Schnat (1), nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Schnat (F.) (1), Schnate (F.) (1), Grenze einer Flur (F.); ne. border of a meadow; Vw.: -; Hw.: s. Schnate (1); Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; s. mnd. snāt, snaet, M., Grenze, Grenzlinie, durch Zeichen kenntlich gemachte Flurgrenze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schnat(e) 1, DW 15, 1192?, Duden s. u. Schnate; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die Grenze einer Flur (F.); BM.: Grenze; F.: Schnat, Schnaten+EW; Z.: Schnat
Schnat (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schnat (F.) (2), Schnate (F.) (2), junges Reis (N.), Pfropfreis, kleiner dünner Zweig; ne. young sprig; Vw.: -; Hw.: s. Schnate (2), schneiden, schneiteln; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu mhd. snatelen, sw. V., Zweige abhauen, entasten, junge Zweige abschneiden, snātelen, sw. V., entasten, kleine Zweige abschneiden; germ. *sneiþan, st. V., schneiden; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974? (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Schnat(e) 2, DW 15, 1193, Duden s. u. Schnat; Son.: vgl. mir. snaidid, V., schneidet ab; kymr. naddu, V., schneiden; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen und dünnen Zweig; BM.: schneiden; F.: Schnat, Schnaten+EW; Z.: Schnat
Schnate (1), nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Schnate (F.) (1), Schnat (F.) (1), Grenze einer Flur (F.); ne. border of a meadow; Vw.: -; Hw.: s. Schnat (1); Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; s. mnd. snāt, snaet, M., Grenze, Grenzlinie, durch Zeichen kenntlich gemachte Flurgrenze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schnat(e) 1, fehlt DW, Duden s. u. Schnate; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für die Grenze einer Flur (F.); BM.: Grenze; F.: Schnate, Schnaten+EW; Z.: Schnat-e
Schnate (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Schnate (F.) (2), Schnat (F.) (2), junges Reis (N.), Pfropfreis; ne. young sprig; Vw.: -; Hw.: s. Schnat (2), schneiden, schneiteln; Q.: 16. Jh.; E.: wohl zu mhd. snatelen, sw. V., Zweige abhauen, entasten, junge Zweige abschneiden, snātelen, sw. V., entasten, kleine Zweige abschneiden; germ. *sneiþan, st. V., schneiden; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974? (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Schnat(e) 2, fehlt DW, Duden s. u. Schnat; Son.: vgl. mir. snaidid, V., schneidet ab; kymr. naddu, V., schneiden; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen und dünnen Zweig; BM.: schneiden; F.: Schnate, Schnaten+EW; Z.: Schnat-e
Schnatte, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Schnatte, Wunde, Strieme, Schnittwunde; ne. laceration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. snat, M., Streich, Strieme, Abstreichen des Getreides vom gehäuften Maß, Streichmaß; as. snada, st.? F. (ō), Striemen (M.), Wundmal, Gewebeeinschlag?; germ. *snadwō, st. F. (ō), Schnitt, Wunde?; s. idg. *snadʰ-?, *nadʰ-?, V., schneiden, schnitzen, Pokorny 972? (1679/151) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schnatte, DW 15, 1192 (Schnat); GB.: seit 15. Jh. mnd. und as. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Wunde oder Strieme; BM.: schneiden; F.: Schnatte, Schnatten+EW; Z.: Schnat-t-e
schnattern, nhd., V., (13. Jh.): nhd. schnattern, schreien wie eine Ente, plappern; ne. chatter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: s. mhd. snateren*, snatern, snatren, sw. V., klappern, schnattern, schwatzen; mnd. snāteren, snateren, snāderen, sw. V., schnattern, plappern, schwatzen; mnd. snēteren, sw. V., schnattern, plappern, schwatzen, klappern, an einander schlagen; mnl. snāteren, sw. V., schnattern; weitere Herkunft ungeklärt, wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. schnattern, Kluge s. u. schnattern, EWD s. u. schnattern, DW 15, 1196, Duden s. u. schnattern, Bluhme s. u. schnattern; Son.: vgl. nndl. snateren, V., schnattern; nnorw. (dial.) snatra, V., schnauben, zischen, knistern; GB.: seit um 1275 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschliches schreien oder plappern oder schnell aufeinanderfolgende helle und harte und fast klappernde Laute von sich geben; BM.: lautmalend; F.: schnattern, schnattere, schnatter (!), schnattre, schnatterst, schnattert, schnatterte, schnattertest, schnatterten, schnattertet, geschnattert, ##geschnattert, geschnattertes, geschnattertem, geschnatterten, geschnatterter##, schnatternd, ###schnatternd, schnatternde, schnatterndes, schnatterndem, schnatternden, schnatternder###, schnatter (!)+EW; Z.: schnatt-er-n
$Schnatz, nhd. (ält.), M., (16. Jh.?): nhd. Schnatz, eine Haartracht; L.: Kluge s. u. schnatzen, DW 15, 1199; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit schnatzen verbindbare Bezeichnung für eine Haartracht von Frauen; F.: Schnatz, Schnatzes, Schnätze, Schnätzen+EW; Z.: Schnatz
schnatzen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. schnatzen, das Haar putzen, mit Haarputz schmücken, frisieren; ne. coiffure (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: s. mhd. snatzen, sw. V., putzen, frisieren; vielleicht Zusammenhang mit schnitzen (s. d.); L.: Kluge s. u. schnatzen, DW 15, 1199, Duden s. u. schnatzen; GB.: um 1300 belegte und vielleicht mit schnitzen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit Haarputz schmücken; BM.: ?; F.: schnatzen, schnatze (!), schnatzst, schnatzt, schnatzest, schnatzet, schnatzte, schnatztest, schnatzten, schnatztet, geschnatzt, ##geschnatzt, geschnatzte, geschnatztes, geschnatztem, geschnatzten, geschnatzter##, schnatzend, ###schnatzend, schnatzende, schnatzendes, schnatzendem, schnatzenden, schnatzender###, schnatz (!)+EW; Z.: schnatz-en
schnauben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schnauben, laut durch die Nase atmen; ne. snort (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnaufen, schiefen, schnupfen, schnobern; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: s. mhd. snöuwen, snouwen, sw. V., schnauben, schnaufen, schnappen; mhd. snāwen, sw. V., schnauben, schnaufen; mhd. snūfen, sw. V., schnaufen; mnd. snouwen, sw. V., schnappen, bissig sein (V.), schnauben, anfahren, anschreien, anschnauzen; mnl. snūven, sw. V., schnauben; ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnauben, Kluge s. u. schnauben, DW 15, 1200, EWD s. u. schnauben, Duden s. u. schnauben, Bluhme s. u. schnauben; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches laut durch die Nase atmen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnauben (!), schnaube (!), schnaubst, schnaubt, schnaubest, schnaubet, schnaubte, schnaubtest, schnaubten, schnaubtet, geschnaubt, ##geschnaubt, geschnaubte, geschnaubtes, geschnaubtem, geschnaubten, geschnaubter##, schnaubend, ###schnaubend, schnaubende, schnaubendes, schnaubendem, schnaubenden, schnaubender###, schnaub (!)+EW; Z.: schnau-b-en
schnäubig, nhd. (dial.), Adj., (19. Jh.): nhd. schnäubig, wählerisch; ne. picky; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. schnauben; L.: Kluge s. u. schnäubig, fehlt DW, Duden s. u. schnäubig; Son.: hess.; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für wählerisch (bei dem Essen); BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnäubig, schnäubige, schnäubiges, schnäubigem, schnäubigen, schnäubiger(, schnäubigere, schnäubigeres, schnäubigerem, schnäubigeren, schnäubigerer, schnäubigst, schnäubigste, schnäubigstes, schnäubigstem, schnäubigsten, schnäubigster)+EW; Z.: schnäub-ig
$Schnaue, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. eine Schiffsart; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnaue, DW 15, 1205; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete spitzgebaute Schiffsart (ndl. snauw) geringerer Größe, F.: Schnaue, Schnauen+EW; Z.: Schnau-e
schnaufen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. schnaufen, keuchend atmen; ne. pant (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnauben, schniefen, schnüffeln; Q.: E.: s. mhd. snūfen, st. V., schnaufen; mnd. snūven, snuven, st. V., schnaufen, schnauben, blasen, aufblähen, prahlen, befehlen; mhd. snūfen, st. V., schnaufen; s. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schnaufen, DW 15, 1206, EWD s. u. schnaufen, Falk/Torp 525, Duden s. u. schnaufen, Bluhme s. u. schnaufen; GB.: vielleicht seit Ende 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geräuschvoll durch die Nase atmen oder keuchend atmen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnaufen, schnaufe, schnaufst, schnauft, schnaufest, schnaufet, schnaufte, schnauftest, schnauften, schnauftet, geschnauft, ##geschnauft, geschnaufte, geschnauftes, geschnauftem, geschnauften, geschnaufter##, schnaufend, ###schnaufend, schnaufende, schnaufendes, schnaufendem, schnaufenden, schnaufender###, schnauf (!)+EW; Z.: schnau-f-en
$Schnaufer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schnaufer, Schnaufender, Schnaufvorgang; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: s. schnaufen; L.: DW 15, 1205, EWD s. u. schnaufen; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus schnauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Lungen möglichen Schnaufenden und einen Schnaufvorgang; F.: Schnaufer, Schnaufers, Schnaufern+EW; Z.: Schnau-f-er
$Schnauzbart, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnauzbart; Hw.: s. Schnurrbart; E.: s. Schnauz(e), s. Bart; L.: Kluge s. u. Schnurrbart, DW 15, 1209, EWD s. u. Schnauze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schnauz(e) und Bart gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Rasur des Gesichtshaars von Männern vor mehr als 25000 Jahren möglichen auf die Oberlippe oder die Schnauze beschränkten Bart; F.: Schnauzbart, Schnauzbartes, Schnauzbarts, Schnauzbärte, Schnauzbärten+EW; Z.: Schnau-z—bar-t
Schnauze, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schnauze, Maul (N.) (1); ne. snout (N.); Vw.: -; Hw.: s. schnäuzen, Schnute; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: mnd. snutse, snusse, F., Schnauze, Rüssel; s. mnd. snūte (1), F., Schnute, Schnauze, Rüssel; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnauze, Kluge s. u. SchnauzeDW 15, 1210, EWD s. u. Schnauze, Duden s. u. Schnauze, Bluhme s. u. Schnauze; Son.: vgl. nndl. snuit, Sb., Schnauze; nschw. snut, Sb., Schnauze; nnorw. snute, M., F., Schnauze; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte Bezeichnung für das vorspringende mit der Nase verbundene Maul bestimmter Tiere wie Bär oder Hund oder Katze oder Kuh oder Maus oder Rind; BM.: fließen; F.: Schnauze, Schnauzen+EW; Z.: Schnau-z-e
schnäuzen, schneuzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schnäuzen, schneuzen, die Nase reinigen, den Rotz ausschnaufen; ne. blow (V.) one’s nose; Vw.: -; Hw.: s. Schnauze; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. sniuzen, sniutzen, sw. V., schnäuzen, auswerfen; mnd. snǖten, sw. V., schnäuzen; mnl. snūten, V., schnäuzen; ahd. snūzen*, sw. V. (1a), schnäuzen, putzen; as. -; anfrk. -; germ. *snūtjan, sw. V., schnäuzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schneuzen, Kluge s. u. schneuzenDW 15, 1322, EWD s. u. schneuzen, Falk/Torp 525, Duden s. u. schnäuzen, Bluhme s. u. schneuzen; Son.: vgl. afries. -; ae. snȳtan, sw. V. (1), schnäuzen, sich schnäuzen; an. snȳta (2), sw. V. (1), sich schnäuzen, schnäuzen, betrügen; got. -; nndl. snuiten, V., schnäuzen; nschw. snyta, V., schnäuzen; nnorw. snyte, V., schnäuzen; GB.: (snūzen) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches die Nase mit Hilfe der Lunge und der Hände von Schleim reinigen; BM.: fließen; F.: schnäuzen, schnäuze, schnäuzst (!), schnäuzt, schnäuzest, schnäuzet, schnäuzte, schnäuztest, schnäuzten, schnäuztet, geschnäuzt, ##geschnäuzt, geschnäuzte, geschnäuztes, geschnäuztem, geschnäuzten, geschnäuzter##, schnäuzend, ##schnäuzend, schnäuzende, schnäuzendes, schnäuzendem, schnäuzenden, schnäuzender##, schnäuz (!), schneuzen, schneuze, schneuzst (!), schneuzt, schneuzest, schneuzet, schneuzte, schneuztest, schneuzten, schneuztet, geschneuzt, ##geschneuzt, geschneuzte, geschneuztes, geschneuztem, geschneuzten, geschneuzter##, schneuzend, ##schneuzend, schneuzende, schneuzendes, schneuzendem, schneuzenden, schneuzender##, schneuz (!)+EW; Z.: schnäu-z-en
$Schnauzer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schnauzer, Schnauzbart; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. schnauzen, fehlt DW; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und nach der Art der Schnauze gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte Hunderasse und auch einen Schnauzbart; F.: Schnauzer, Schnauzers, Schnauzern+EW; Z.: Schnau-z-er
Schneck, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schneck, Schnecke, ein kleineres Weichtier; ne. snail; Vw.: -; Hw.: s. Schnecke, Schnake (2); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. snec, st. M., Schneck, Schnecke; s. mhd. snegge, sw. M., Schildkröte; mnd. snigge, snicke, M., F., Schnecke; ahd. sneggo, snekko*, snecko*, sleggo*, sw. M. (n), Schnecke, Muschel; ahd. snegga*, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Schildkröte, Schnecke?; germ. *sneggō-, *sneggōn, *snegga-, *sneggan, Sb., Schnecke; s. idg. *sneg-, V., kriechen, Pokorny 974; L.: Kluge s. u. Schnecke, fehlt DW, Duden s. u. Schneck; Son.: vgl. nschw. snäcka, V., Schneck; nnorw. snegl, M., Schneck; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seit rund 500 Millionen Jahren auf der Erde oder in dem Wasser befindliches kleineres Weichtier mit länglichem Körper und zwei Fühlerpaaren an dem Kopf und vielfach einem bis zu 90 Zentimeter Gehäuselänge langem Schneckenhaus auf der Rückenseite das sich auf der Erde auf einer von ihm selbst abgesonderten Spur aus Schleim auf dem Fuß sehr langsam fortbewegt; BM.: kriechen; F.: Schneck, Schnecks, Schneckes, Schnecken+EW; Z.: Schneck
Schnecke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schnecke, Schneck, ein kleineres Weichtier; ne. snail; Vw.: -; Hw.: s. Schneck, Schnake (2); Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. snegge, sw. M., Schildkröte; mnd. snigge, snicke, M., F., Schnecke; ahd. snegga*, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Schildkröte, Schnecke; ahd. sneggo, snekko*, snecko*, sleggo*, sw. M. (n), Schnecke, Muschel; germ. *sneggō-, *sneggōn, *snegga-, *sneggan, Sb., Schnecke; s. idg. *sneg-, V., kriechen, Pokorny 974; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnecke, Kluge s. u. Schnecke, EWD s. u. Schnecke, DW 15, 1213, Falk/Torp 519, Duden s. u. Schnecke, Bluhme s. u. Schnecke; Son.: vgl. me. snegge, Sb., Schnecke; nschw. snäcka, V., Schnecke; nnorw. snegl, M., Schnecke; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und seit rund 500 Millionen Jahren auf der Erde oder in dem Wasser befindliches Weichtier mit länglichem Körper und zwei Fühlerpaaren am Kopf und vielfach einem bis zu 90 Zentimeter Gehäuselänge langem Schneckenhaus auf der Rückenseite das sich auf der Erde auf einer von ihm selbst abgesonderten Spur aus Schleim auf dem Fuß sehr langsam fortbewegt; BM.: kriechen; F.: Schnecke, Schnecken+EW; Z.: Schneck-e
$Schneckengang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schneckengang; E.: s. Schneck(e), s. en (Suff.), s. Gang; L.: DW 15, 1217, EWD s. u. Schnecke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schneck(e) und en (Suff.) sowie Gang gebildete Bezeichnung für den langsamen Gang oder die auf Schleim kriechende Fortbewegung einer Schnecke; F.: Schneckengang, Schneckenganges, Schneckengangs, Schneckengänge, Schneckengängen+EW; Z.: Schneck-en—ga-ng
$Schneckenlinie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schneckenlinie; E.: s. Schneck(e), s. en, s. Linie; L.: DW 15, 1219, EWD s. u. Schnecke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schneck(e) und en (Suff.) sowie Linie gebildete Bezeichnung für die wie die Windungen eines Schneckenhauses gebogene Linie; F.: Schneckenlinie, Schneckenlinien+EW+FW; Z.: Schneck-en—lin-ie
$Schneckenpost, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schneckenpost; E.: s. Schneck(e), s. en (Suff.), s. Post; L.: DW 15, 1219, EWD s. u. Schnecke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schneck(e) und en (Suff.) sowie Post gebildete Bezeichnung für eine sehr langsame beförderte Post; F.: Schneckenpost+EW+FW; Z.: Schneck-en—pos-t
$Schneckenrad, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schneckenrad; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Schneck(e) und en (Suff.) sowie Rad gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes schneckenförmiges Rad in Taschenuhren; L.: DW 15, 1220, EWD s. u. Schnecke; F.: Schneckenrad, Schneckenrads, Schneckenrades, Schneckenräder, Schneckenrädern+EW; Z.: Schneck-en—rad
$Schneckerl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Schneckerl; E.: s. Schneck(e), s. er, s. (e)l (Suff.); L.: Kluge s. u. Schneckerl, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schneck(e) und er sowie (e)l (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine kleine Schnecke oder Locke und einen Kosenamen; F.: Schneckerl, Schneckerls, Schneckerln+EW; Z.: Schneck-er-l
Schnee, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schnee, Schneeflocke; ne. snow (N.); Vw.: -; Hw.: s. schneien; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. snē, st. M., Schnee; mnd. snē, snei, M., Schnee; mnl. snee, M., Schnee; ahd. snēo, snē, st. M. (wa), Schnee; as. snêo, st. M. (wa), Schnee; anfrk. snēo*, st. M. (wa), Schnee; germ. *snaiwa-, *snaiwaz, *snaigwa-, *snaigwaz, st. M. (a), Schnee; s. idg. *sneigᵘ̯ʰ-, V., schneien, ballen, Pokorny 974 (1682/154) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnee, Kluge s. u. Schnee, DW 15, 1222, EWD s. u. Schnee, Falk/Torp 522, Seebold 442, Duden s. u. Schnee, Bluhme s. u. Schnee; Son.: vgl. afries. snê, st. M. (a), Schnee; ae. snāw, st. M. (wa), Schnee; an. snær, snjōr, st. M. (a), Schnee; got. snaiws, st. M. (a=wa), Schnee; nndl. sneeuw, Sb., Schnee; nschw. snö, Sb., Schnee; nnorw. snø, M., Schnee; gr. νιφᾶς (niphas), F., Schnee, Schneeflocke; mir. snechta, Sb., Schnee; kymr. nyf, Sb., Schnee?; lit. sniẽgas, M., Schnee; ksl. sněgŭ, Sb., Schnee; GB.: (snêo) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Niederschlag in Form von Flocken aus gefrorenem Wasser; BM.: schneien bzw. ballen; F.: Schnee, Schnees+EW; Z.: Schnee
$Schneeball, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schneeball; E.: s. Schnee, s. Ball; L.: DW 15, 1228, EWD s. u. Schnee; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schnee und Ball gebildete Bezeichnung für einen vielleicht nach natürlichem Vorbild von Menschen aus Spieltrieb gebildeten Ball oder eine Kugel aus Schnee; F.: Schneeball, Schneeballs, Schneeballes, Schneebälle, Schneebällen+EW; Z.: Schnee—bal-l
$Schneeflocke, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schneeflocke; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. Schnee, s. Flocke; L.: DW 15, 1231, EWD s. u. Schnee; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus Schnee und Flocke gebildete Bezeichnung für eine einzelne (und auch jeweils einzigartige) Flocke des Schnees oder ein Eiskristall; F.: Schneeflocke, Schneeflocken+EW; Z.: Schnee—flo-ck-e
$Schneegans, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schneegans, eine Wildgans; E.: s. Schnee, s. Gans; L.: Kluge s. u. Schneegans, DW 15, 1232; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schnee und Gans gebildete Bezeichnung für eine Wildgans des Nordens; F.: Schneegans, Schneegänse, Schneegänsen+EW; Z.: Schnee—ga-n-s
$Schneeglöckchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schneeglöckchen; E.: s. Schnee, s. Glöckchen; L.: DW 15, 1235, EWD s. u. Schnee; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schnee und Glöckchen gebildete Bezeichnung für ein noch während des Schnees blühendes kleines weißes Blümchen; F.: Schneeglöckchen, Schneeglöckchens+EW+FW; Z.: Schnee—glöck-chen
$Schneekönig, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schneekönig; E.: s. Schnee, s. König; L.: Kluge s. u. Schneekönig, DW 15, 1237; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schnee und Königgebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Zaunkönig und (als Spottname) für König Gustav Adolf von Schweden; F.: Schneekönig, Schneekönigs, Schneekönige, Schneekönigen+EW; Z.: Schnee—kön-ig
$Schneeschuh, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schneeschuh; Q.: Ende 17. Jh.; L.: DW 15, 1240, EWD s. u. Schnee; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Schnee und Schuh gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit etwa 12000 Jahren entwickelten und verwendeten Schuh für das Gehen auf weichem Schnee; F.: Schneeschuh, Schneeschuhs, Schneeschuhes, Schneeschuhe, Schneeschuhen+EW; Z.: Schnee—schuh
$Schneewehe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schneewehe; E.: s. Schnee, s. Wehe; L.: DW 15, 1240, EWD s. u. wehen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schnee und Wehe gebildete Bezeichnung für einen von dem Wind(e) (als Wehe) oft ziemlich hoch herangewehten Schnee; F.: Schneewehe, Schneewehen+EW; Z.: Schnee—weh-e
Schneid, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schneid, Mut; ne. guts; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: über Schneide letztlich von schneiden (s. d.), wohl aus der Militärsprache; L.: Kluge s. u. Schneid, DW 15, 1245, EWD s. u. schneiden, Duden s. u. Schneid; GB.: seit 18. Jh. belegte und letztlich mit schneiden verbindbare Bezeichnung für einen mit einer gewissen Forschheit einhergehenden Mut; BM.: schneiden; F.: Schneid, Schneides, Schneids+EW; Z.: Schneid
$Schneide, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schneide; E.: s. schneiden; L.: Kluge 1. A. s. u. Schneide, DW 15, 1248, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit schneiden verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen hergestellte und verwendete geschärfte Kante der Klinge eines Schneidewerkzeugs; F.: Schneide, Schneiden+EW; Z.: Schneid-e
schneiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schneiden, mit einem scharfen Werkzeug zertrennen; ne. cut (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schnitt, schnitzen, schnetzeln, schneiteln; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. snīden, st. V., schneiden, verwunden; mnd. snīden (1), st. V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, sägen, zersägen, zerkleinern; mnl. snīden, st. V., schneiden; ahd. snīdan*, st. V. (1a), schneiden, abschneiden, fällen, mähen, behauen, beschneiden, einschneiden, ritzen, aufritzen; as. snīthan, st. V. (1a), schneiden; anfrk. *snīthan?, st. V. (1), schneiden, abschneiden; germ. sneiþan, st. V., schneiden; idg. sneit-, V., schneiden, Pokorny 974? (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schneide, Kluge s. u. schneiden, DW 15, 1252, EWD s. u. schneiden, Falk/Torp 522, Seebold 443, Duden s. u. schneiden, Bluhme s. u. schneiden; Son.: vgl. afries. snītha, st. V. (1), schneiden; saterl. snida, V., schneiden; ae. snīþan, st. V. (1), schneiden, mähen, töten; an. sniða (1), st. V. (1), schneiden; got. sneiþan, st. V. (1), schneiden, ernten; nndl. snijden, V., schneiden; nschw. snida, V., schneiden; nisl. sníða, V., schneiden; GB.: (snīdan) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes etwas mit einem Gegenstand durch mindestens einen Schnitt zertrennen; BM.: ?; F.: schneiden (!), schneide (!), schneidest, schneidet, schnitt (!), schnittest, schnittst, schnitten (!), schnittet, geschnitten, ##geschnitten, geschnittene, geschnittenes, geschnittenem, geschnittenen, geschnittener##, schneidend, ###schneidend, schneidende, schneidendes, schneidendem, schneidenden, schneidender###, schneid (!)+EW; Z.: schneid-en
$Schneider, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schneider, Schneidender; Vw.: s. Auf-, Beutel-, Geld-, Grimassen-; E.: s. schneid(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schneider, DW 15, 1268, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus schneid(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen aus der Arbeitsteilung entstehenden Handwerkerberuf; F.: Schneider, Schneiders, Schneidern+EW; Z.: Schneid-er
$Schneiderei, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Schneiderei, Unternehmen des Schneiders; Vw.: s. Auf-, Geld-; E.: s. Schneider, s. ei (Suff.); L.: DW 15, 1271, DRW; GB.: nach DRW 1522 belegte und aus Schneider und ei gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit und das Unternehmen eines Schneiders; F.: Schneiderei, Schneidereien+EW; Z.: Schneid-er-ei
$schneidern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schneidern, Stoffe schneiden und verarbeiten; E.: s. Schneider, s. (e)n (Suff.); L.: DW 15, 1275, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schneider und (e) gebildete Bezeichnung für Stoffe schneiden und verarbeiten; F.: schneidern (!), schneidere, schneider (!), schneiderst, schneidert, schneiderte, schneidertest, schneiderten, schneidertet, geschneidert, ##geschneidert, geschneiderte, geschneidertes, geschneidertem, geschneiderten, geschneiderter##, schneidernd, ###schneidernd, schneiderndes, schneiderndem, schneidernden, schneidernder###, schneider (!)+EW; Z.: schneid-er-n
$Schneidersitz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schneidersitz; E.: s. Schneider, s. Sitz; L.: Kluge s. u. Schneidersitz, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schneider und Sitz gebildete Bezeichnung für den bei der Arbeit zwecks Arbeitserleichterung und Stoffvorsorge auf einem Tisch an einem Fenster eingenommenen Sitz des Schneiders mit übereinander gekreuzten Beinen wobei die Füße unterhalb der Kniee sind; F.: Schneidersitz, Schneidersitzes, Schneidersitze, Schneidersitzen+EW; Z.: Schneid-er—sitz
$Schneidezahn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schneidezahn; E.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. incisor aus schneide(n) und Zahn gebildete Bezeichnung für die vier oben und unten sowie rechts und links in der Mitte des Gebisses befindlichen insgesamt acht Schneidezähne des Menschen und der Primaten; L.: Kluge s. u. Schneidezahn, DW 15, 1278, EWD s. u. schneiden; F.: Schneidezahn, Schneidezahns, Schneidezahnes, Schneidezähne, Schneidezähnen+EW; Z.: Schneid-e—z-ah-n
$schneidig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schneidig, schneidend, forsch, waghalsig, mit Schneid versehen (Adj.); Vw.: s. zwei-; E.: s. Schneid(e), s. ig; L.: Kluge s. u. schneidig, DW 15, 1279, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Schneid(e) und ig gebildete Bezeichnung für mit Schneid versehen (Adj.) oder mit Schneide versehen (Adj.); F.: schneidig, schneidige, schneidiges, schneidigem, schneidigen, schneidiger(, schneidigere, schneidigeres, schneidigerem, schneidigeren, schneidigerer, schneidigst, schneidigste, schneidigstes, schneidigstem, schneidigsten, schneidigster)+EW; Z.: schneid-ig
schneien, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schneien, Schnee geben, als Schnee fallen; ne. snow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schnee; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. snīwen, st. V., schneien; mnd. snīen (1), snigen, sw. V., schneien, in dichten Mengen erscheinen, vom Himmel fallen lassen; mnl. sneewen, V., schneien; ahd. snīwan*, snīgan*, st. V. (1b), schneien; as. -; anfrk. -; germ. *sneigwan, st. V., schneien; idg. *sneigᵘ̯ʰ-, V., schneien, ballen, Pokorny 974 (1682/154) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnee, Kluge s. u. schneien, DW 15, 1282, EWD s. u. Schnee, Falk/Torp 522, Seebold 442, Duden s. u. schneien, Bluhme s. u. schneien; Son.: vgl. afries. -; ae. snīwan, st. V. (1), schneien; an. snȳr, V. (3. Pers. Sg. Präs. Akt. Ind.), es schneit; got. sneiwan, st. V.?, sw. V.?, schneien; nndl. sneeuwen, V., schneien; nschw. snöa, V., schneien; nnorw. snø, V., schneien; ai. snihyati, V., ist feucht, ist anhänglich; av. snaēg-, V., schneien; gr. νείφειν (neíphein), V., schneien; lat. ningere, V., schneien; air. snigid, V., schneien; alit. sniẽgti, V., schneien; GB.: (snīwan) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches (aus den Wolken auf die Erde) als Schnee fallen; BM.: ballen; F.: schneien, schneie, schneist (!), schneit, schneiest, schneiet, schneite, schneitest, schneiten, schneitet, geschneit, ##geschneit, geschneite, geschneites, geschneitem, geschneiten, geschneiter##, schneiend, ###schneiend, schneiende, schneiendes, schneiendem, schneienden, schneiender###, schnei (!)+EW; Z.: schnei-en
Schneise, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schneise, Durchstich; ne. swathe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. sneite, st. F., Schneise, Durchstich; wohl letztlich von mhd. snīden, st. V., schneiden, verwunden; ahd. snīdan*, st. V. (1a), schneiden, abschneiden, fällen, mähen, behauen, beschneiden, einschneiden, ritzen, aufritzen; germ. *sneiþan, st. V., schneiden; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974? (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Schneise, DW 15, 1285, EWD s. u. Schneise, Duden s. u. Schneise, Bluhme s. u. Schneise; GB.: (sneite) seit dem 14. Jh. belegte und mit schneiden verbindbare Bezeichnung für einen grundsätzlich gerade einen Wald teilenden von Bäumen und Sträuchern befreiten Streifen Geländes; BM.: schneiden; F.: Schneise, Schneisen+EW; Z.: Schneis-e
schneiteln, nhd., sw. V.: nhd. schneiteln, entasten, entästen; ne. pollard (V.); Vw.: -; Hw.: s. schneiden; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. sneiteln, V., schneiteln; mnd. snētelen, sw. V., beschneiden, entasten; gebildet zu mhd. sneiten, sw. V., schneiden, beschneiden, entasten, entästen, behauen (V.); mhd. snīden, st. V., schneiden, verwunden; ahd. snīdan*, st. V. (1a), schneiden, abschneiden, fällen, mähen, behauen, beschneiden, einschneiden, ritzen, aufritzen, aufschneiden; germ. *sneiþan, st. V., schneiden; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974? (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schneiteln, Kluge s. u. schneiteln, DW 15, 1285, Duden s. u. schneiteln; GB.: seit 15. Jh. mnd. und fnhd. belegte und mit schneiden und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für entasten oder Seitenäste abnehmen; BM.: schneiden; F.: schneiteln, schneitel (!), schneitle, schneitelst, schneitelt, schneitelte, schneiteltest, schneitelten, schneiteltet, geschneitelt, ##geschneitelt, geschneitelte, geschneiteltes, geschneiteltem, geschneitelten, geschneitelter##, schneitelnd, ###schneitelnd, schneitelnde, schneitelndes, schneitelndem, schneitelnden, schneitelnder###, schneitel (!)+EW; Z.: schneit-el-n
schnell, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schnell, rasch, geschwind; ne. fast (Adj.), quick (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schnellen, Schnelle, Schnalle, schnalzen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. snel, Adj., schnell, rasch, behende; mnd. snel, snell, Adj., schnell, tatkräftig, kraftvoll, tapfer, wendig, beweglich, rege, unruhig; mnl. snel, snell, Adj., schnell, behende; ahd. snel*, Adj., behende, rasch, tapfer, kühn, schnell, lebhaft, munter, tatkräftig, schnell bereit, rüstig; as. snel, snell, Adj., „schnell“, rasch, kühn; anfrk. -; germ. *snella-, *snellaz, Adj., tatkräftig, mutig, rasch, schnell, behende, schneidig; idg. Herkunft ungeklärt (vgl. Falk/Torp 522, Heidermanns 525); L.: Kluge 1. A. s. u. schnell, Kluge s. u. schnell, DW 15, 1286, EWD s. u. schnell, Falk/Torp 522, Heidermanns 524, Duden s. u. schnell, Bluhme s. u. schnell; Son.: vgl. afries. *snel, Adj., schnell; ae. snell, snel, Adj., schnell, kühn, frisch, stark, tätig; an. snjallr, Adj., tüchtig, tapfer, beredt; got. snills, Adj. (a), schnell; nndl. snel, Adj., schnell; nschw. snäll, Adj., schnell; nisl. snjallur, Adj., schnell; GB.: (snel) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der indogermanischen Herkunft ungeklärte Bezeichnung für rasch oder geschwind; BM.: mutig bzw. rasch; F.: schnell, schnelle, schnelles, schnellem, schnellen, schneller(, schnellere, schnelleres, schnellerem, schnelleren, schnellerer, schnellst, schnellste, schnellstes, schnellstem, schnellsten, schnellster)+EW; Z.: schnell
Schnelle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schnelle, Stelle mit rascher Strömung, behende Kraft und die darin wurzelnde Tüchtigkeit; ne. rapids; Vw.: -; Hw.: s. schnell, schnellen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. snelle, st. F., Schnellheit, Tapferkeit; mnd. snelle (1), F., Schleudermaschine; ahd. snellī, st. F. (ī), Beweglichkeit, Schnelligkeit, Raschheit, Tapferkeit, Lebhaftigkeit, Tatkraft; as. -; anfrk. -; germ. *snellī-, *snellīn, sw. F. (n), Tapferkeit; idg. Herkunft ungeklärt (vgl. Falk/Torp 522, Heidermanns 525); L.: Kluge s. u. Schnelle, DW 15, 1292, Heidermanns 525, Duden s. u. Schnelle; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. snilli, sw. F. (īn), Trefflichkeit, Beredsamkeit, Ruhm, Tapferkeit; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der indogermanischen Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine Stelle mit rascher Strömung oder eine behende Kraft; BM.: mutig bzw. rasch; F.: Schnelle, Schnellen+EW; Z.: Schnell-e
schnellen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schnellen, beschleunigen, mit einem Stoß bewegen; ne. flip (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnell, Schnelle; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. snellen, sw. V., schnellen, eilen; mnd. snellen, sw. V., schnell sein (V.), eilen, sich beeilen, fahren, schleunigst aufbrechen von, beschleunigen; ahd. snellēn*, sw. V. (3), sich regen, lebenskräftig sein (V.), tatkräftig sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *snellēn, snellǣn, sw. V., kräftig sein (V.); idg. Herkunft ungeklärt (vgl. Falk/Torp 522, Heidermanns 525); L.: Kluge 1. A. s. u. schnell, Kluge s. u. schnellen, DW 15, 1294, EWD s. u. schnell, Heidermanns 525, Duden s. u. schnellen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (snellēn) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und in der indogermanischen Herkunft ungeklärte Bezeichnung für beschleunigen oder mit einem Stoß bewegen; BM.: mutig bzw. rasch; F.: schnellen (!), schnelle (!), schnellst, schnellt, schnellest, schnellet, schnellte, schnelltest, schnellten, schnelltet, geschnellt, ##geschnellt, geschnellte, geschnelltes, geschnelltem, geschnellten, geschnellter##, schnellend, ###schnellend, schnellende, schnellendes, schnellendem, schnellenden, schnellender###, schnell (!)+EW; Z.: schnell-en
$Schnelligkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schnelligkeit, Schnellheit, Raschheit, Geschwindigkeit, Kühnheit; E.: s. schnell, s. ig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. schnell, DW 15, 1306, EWD s. u. schnell; GB.: (snellicheit*) seit um 1165 belegte und aus schnell und ig und keit gebildete Bezeichnung für Schnellheit oder Raschheit oder Geschwindigkeit oder Kühnheit; F.: Schnelligkeit, Schnelligkeiten+EW; Z.: Schnell-ig-kei-t
$schnellwüchsig, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. schnellwüchsig, schnell wachsend; E.: s. schnell, s. Wuchs, s. ig; L.: EWD s. u. Wuchs; GB.: vielleicht seit 18. Jh. (Campe) belegte und aus schnell und Wuchs sowie ig gebildete Bezeichnung für schnell wachsend; F.: schnellwüchsig, schnellwüchsige, schnellwüchsiges, schnellwüchsigem, schnellwüchsigen, schnellwüchsiger+EW; Z.: schnell—wüch-s-ig
Schnepfe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schnepfe, ein Vogel; ne. snipe (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schneppe, Schnabel?; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. snepfe, sw. M., Schnepfe; mnd. sneppe, snebbe, snippe, F., Schnepfe, Grasmücke; ahd. snepfo, snepho, sw. M. (n), Schnepfe; mnl. sneppe, snippe, F., Schnepfe; ahd. snepfa, snepha, st. F. (ō), sw. F. (n), Schnepfe; as. sneppa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schnepfe; anfrk. -; germ. *snipō-, *snipōn, *snippō-, *snippōn, sw. F. (n), Schnepfe; verwandt mit „Schnabel“ (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnepfe, Kluge s. u. Schnepfe, EWD s. u. Schnepfe, DW 15, 1313, Falk/Torp 523, Duden s. u. Schnepfe, Bluhme s. u. Schnepfe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; me. snippe, Sb., Schnepfe; an. *-snīpa, sw. F. (n), Schnepfe?; got. *snippa?, st. F. (ō), Schnepfe; nndl. snip, Sb., Schnepfe; nnorw. snipe, M., F., Schnepfe; GB.: (snepfa) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit Schnabel verbindbare Bezeichnung für einen vormenschlichen in Wäldern und sumpfigen Gegenden lebenden langsam fliegenden größeren Vogel mit langen Beinen und langem geradem Schnabel; BM.: kratzen?; F.: Schnepfe, Schnepfen+EW; Z.: Schne-pf-e
Schneppe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schneppe, Schnauze an der Kanne, verschiedene spitze Teile an der Frauenkleidung; ne. nozzle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schnepfe, Schnabel?; Q.: 17. Jh.; E.: mitteldeutsche Form von Schnepfe, wohl verwandt mit Schnabel (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schneppe, Kluge s. u. Schneppe, DW 15, 1316, Duden s. u. Schneppe; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Schnepfe und vielleicht Schnabel verwandte Bezeichnung für eine Schnauze an der Kanne und spitze Teile an der Frauenkleidung; BM.: kratzen?; F.: Schneppe, Schneppen+EW; Z.: Schne-pp-e
schnetzeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. schnetzeln, in kleine Stücke schneiden; ne. shred (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnitzen, schneiden; Q.: 20. Jh.; E.: Nebenform zu schnitzen (s. d.); L.: Kluge s. u. schnetzeln, DW 15, 1320, Duden s. u. schnetzeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit schnitzen und schneiden verbindbare Bezeichnung für Fleisch in kleine Stücke schneiden; BM.: schneiden; F.: schnetzeln, schnetzel (!), schnetzle (!), schnetzelst, schnetzelt, schnetzelte, schnetzeltest, schnetzelten, schnetzeltet, geschnetzelt, ##geschnetzelt, geschnetzelte, geschnetzeltes, geschnetzeltem, geschnetzelten, geschnetzelter##, schnetzelnd, ###schnetzelnd, schnetzelnde, schnetzelndes, schnetzelndem, schnetzelnden, schnetzelnder###, schnetzel (!)+EW; Z.: schnetz-el-n
schneuzen, nhd., sw. V.: nhd. schneuzen; Vw.: s. schnäuzen
Schnickschnack, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnickschnack, dummes Zeug, wertloses Zeug, sinnloses Zeug, Unsinn; ne. frills, knick-knack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu nd. snaken, V., reden; mnd. snacken (1), sw. V., sprechen, reden, klatschen, besonders viel Unnützes reden, plaudern, verleumden, üble Nachrede verbreiten; lautmalend?; L.: Kluge s. u. Schnickschnack, EWD s. u. schnacken, DW 15, 1328, Duden s. u. Schnickschnack; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht zu nd./mnd. lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich auch schon früher mögliches dummes Zeug oder wertloses Zeug und sinnloses Zeug; BM.: lautmalend?; F.: Schnickschnack, Schnickschnacks, Schnickschnackes+EW; Z.: Schnick-schnack
schnieben, nhd., sw. V.: nhd. schnieben; Vw.: s. schniefen
schniefen, schnieben, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schniefen, schnieben, Luft einziehen; ne. sniff (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnaufen, schnauben; Q.: 17. Jh.; E.: Variante zu schnaufen bzw. schnauben (s. d.); L.: Kluge s. u. schniefen, DW 15, 1329 (schnieben), Duden s. u. schniefen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit schnaufen und schnauben verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Lungen mögliches die Luft besonders bei laufender Nase hörbar durch die Nase einziehen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schniefen, schniefe, schniefst, schnieft, schniefest, schniefet, schniefte, schnieftest, schnieften, schnieftet, geschnieft, ##geschnieft, geschniefte, geschnieftes, geschnieftem, geschnieften, geschniefter##, schniefend, ###schniefend, schniefende, schniefendes, schniefendem, schniefenden, schniefender###, schnief (!), schnieben, schniebe, schniebst, schniebt, schniebest, schniebet, schniebte, schniebtest, schniebten, schniebtet, geschniebt, ##geschniebt, geschniebte, geschniebtes, geschniebtem, geschniebten, geschniebter##, schniebend, ###schniebend, schniebende, schniebendes, schniebendem, schniebenden, schniebender###, schnieb (!)+EW; Z.: schnie-f-en
schniegeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schniegeln, sich herausputzen; ne. prink; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gebildet zu einem ostmitteldeutschen schnīchl, Sb., Ringellöckchen; vgl. mhd. snegel, st. M., Schnecke, Blutegel; ahd. snegil, st. M. (a?), Schnecke, Nasenschleim; germ. *snagila-, *snagilaz, *snegila-, *snegilaz, st. M. (a), Schnecke; vgl. idg. *sneg-, V., kriechen, Pokorny 974; L.: Kluge 1. A. s. u. schniegeln, Kluge s. u. schniegeln, DW 15, 1331, Duden s. u. schniegeln, Bluhme s. u. schniegeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und zu ostmitteldeutsch schnīchl und Schnecke gebildete Bezeichnung für sich herausputzen; BM.: Schneckenhaus bzw. kriechen; F.: schniegeln, schniegel (!), schniegle, schniegelst, schniegelt, schniegelte, schniegeltest, schniegelten, schniegeltet, geschniegelt, ##geschniegelt, geschniegelte, geschniegeltes, geschniegeltem, geschniegelten, geschniegelter##, schniegelnd, ###schniegelnd, schniegelnde, schniegelndes, schniegelndem, schniegelnden, schniegelnder###, schniegel (!)+EW; Z.: schnieg-el-n
schnieke, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. schnieke, schmuck; ne. posh; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl von nd. snicker, Adj., hübsch; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. schnieke, fehlt DW, EWD s. u. schnieke, Duden s. u. schnieke; Son.: vgl. ne. snug, Adj., behaglich; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit nd. snicker verbindbare Bezeichnung für schmuck oder elegant; BM.: ?; F.: schnieke, schniekes, schniekem, schnieken, schnieker(, schniekere, schniekeres, schniekerem, schniekeren, schniekerer, schniekst, schniekste, schniekstes, schniekstem, schnieksten, schniekster, schniekest, schniekeste, schniekestes, schniekestem, schniekesten, schniekester)+EW; Z.: schniek-e
Schniepel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schniepel, Frack, Schwanz, Penis; ne. tailcoat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl aus der Studentensprache; wohl von Schnabel (s. d.); L.: Kluge s. u. Schniepel, DW 15, 1331, Duden s. u. Schniepel; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl in der Studentensprache aus Schnabel gebildete Bezeichnung für eine bei festlichen Anlässen oder von Kellnern und Musikern als Berufskleidung getragene vorne kurze und hinten mit langen Rockschößen oder einem Schwanz versehene meist schwarze Jacke (Frack); BM.: Schnabel?; F.: Schniepel, Schniepels, Schniepeln+EW; Z.: Schnie-p-el
schnipfeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. schnipfeln, schnippeln, schneiden; ne. chop (N.), snip (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnippeln; Q.: 20. Jh.; E.: hochdeutsche Form von schnippeln (s. d.); lautmalend; L.: Kluge s. u. schnipfeln, DW 15, 1333, Duden s. u. schnipfeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend nach der Bewegung der Schere gebildete hochdeutsche Form für schnippeln oder mit kleinen Schnitten an etwas herumschneiden; BM.: lautmalend; F.: schnipfeln, schnipfel (!), schnipfle, schnipfelst, schnipfelt, schnipfelte, schnipfeltest, schnipfelten, schnipfeltet, geschnipfelt, ##geschnipfelt, geschnipfelte, geschnipfeltes, geschnipfeltem, geschnipfelten, geschnipfelter##, schnipfelnd, ###schnipfelnd, schnipfelnde, schnipfelndes, schnipfelndem, schnipfelnden, schnipfelnder###, schnipfel (!)+EW; Z.: schnipf-el-n
Schnippchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schnippchen, schnellende Bewegung, Trick, Geschick; ne. snap (N.), trick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. lautmalend zu dem Schnellen der Finger gebildete Bezeichnung; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnippchen, Kluge s. u. Schnippchen, DW 15, 1333, EWD s. u. schnippen, Duden s. u. Schnippchen, Bluhme s. u. Schnippchen; GB.: (Schnipgin) seit 17. Jh. belegte und lautmalend zu dem Schnellen der Finger gebildete Bezeichnung für einen Trick oder ein Geschick; Son.: v. a. in der Redewendung ein Schnippchen schlagen; BM.: lautmalend?; F.: Schnippchen, Schnippchens+EW; Z.: Schnipp-chen
schnippeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnippeln, schneiden; ne. chop (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnipfeln; Q.: 17. Jh.; E.: lautmalend nach der Bewegung der Schere; L.: Kluge s. u. schnippeln, DW 15, 1336, Duden s. u. schnippeln, Bluhme s. u. schnippen; Son.: vgl. nndl. snipperen, V., schnippeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für mit kleinen Schnitten schneiden; BM.: lautmalend; F.: schnippeln, schnippel (!), schnipple, schnippelst, schnippelt, schnippelte, schnippeltest, schnippelten, schnippeltet, geschnippelt, ##geschnippelt, geschnippelte, geschnippeltes, geschnippeltem, geschnippelten, geschnippelter##, schnippelnd, ###schnippelnd, schnippelnde, schnippelndes, schnippelndem, schnippelnden, schnippelnder###, schnippel (!)+EW; Z.: schnipp-el-n
$schnippen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schnippen, eine kurze schnelle Bewegung mit den Fingern ausführen; L.: DW 15, 1337, EWD s. u. schnippen; GB.: seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine kurze schnelle Bewegung mit den Fingern ausführen; F.: schnippen, schnippe (!), schnippst, schnippt, schnippest, schnippet, schnippte, schnipptest, schnippten, schnipptet, geschnippt, ##geschnippt, geschnippte, geschnipptes, geschnipptem, geschnippten, geschnippter##, schnippend, ###schnippend, schnippende, schnippendes, schnippendem, schnippenden, schnippender###, schnipp (!)+EW; Z.: schnipp-en
schnippisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schnippisch, kurz angebunden; ne. snippy, cocky; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einem schnüpp(en), einer Intensivbildung zu schnaufen bzw. schnauben und isch; L.: Kluge s. u. schnippisch, DW 15, 1339, EWD s. u. schnippen, Duden s. u. schnippisch, Bluhme s. u. schnippisch; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für kurz angebunden; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnippisch, schnippische, schnippisches, schnippischem, schnippischen, schnippischer(, schnippischere, schnippischeres, schnippischerem, schnippischeren, schnippischerer, schnippischst, schnippischste, schnippischstes, schnippischstem, schnippischsten, schnippischster)+EW; Z.: schni-p-p-isch
$schnippschnapp, nhd., Interj.: nhd. schnippschnapp; E.: lautmalend gebildet; L.: DW 15, 1339, EWD s. u. schnappen; GB.: wohl schon früher lautmalend aus schnipp(en) und schnapp(en) gebildet; F.: schnippschnapp+EW; Z.: Z.: schnipp—schnapp
$Schnipsel, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Schnipsel, kleines Stückchen; E.: s. schnipp(en), s. s, s. el (Suff.): L.:, DW 15, 1339 (Schnippsel), EWD s. u. schnippen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schnip(pen) und s sowie el gebildete Bezeichnung für ein kleines durch Menschen abgetrenntes Stückchen beispielsweise von Papier; F.: Schnipsel, Schnipsels, Schnipseln+EW; Z.: Schnip-s-el
Schnitt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schnitt, Schneiden, Ernte, Wunde; ne. cut (N.); Vw.: s. Kaiser-, Krüll-; Hw.: s. schneiden; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. snit, st. M., Schnitt, Ernte, Erntezeit, Kornschnitt, Heuschnitt, spitzige Rede, Beschneidung, Einschnitt; mnd. snit (1), M., Schnitt, Schnittstelle, beschnittener Rand eines Buches; ahd. snit, st. M. (i), Schnitt; as. -; anfrk. -; germ. *snidi-, *snidiz, st. M. (i), Schnitt; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974 (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnitt, DW 15, 1344, EWD s. u. Schnitt, Seebold 444, Duden s. u. Schnitt, Bluhme s. u. Schnitt; Son.: vgl. afries. snede, snethe, st. M. (i), Schnitt; ae. snide, st. M. (i), Schnitt, Tötung, Säge; an. snið, st. N. (a), Schneiden (N.), Stück; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und ausgeführtes Schneiden und dessen Ergebnis; BM.: schneiden; F.: Schnitt, Schnitts, Schnittes, Schnitte, Schnitten+EW; Z.: Schnit-t
$Schnitte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schnitte; E.: s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 15, 1351; GB.: (snita) seit 863-871 belegte und mit schneiden und Schnitt verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Werkzeugen durch den Menschen mögliches vielleicht ungefähr einem Bissen entsprechendes abgeschnittenes Stück eines Nahrungsmittels wie beispielsweise Brot; F.: Schnitte, Schnitten+EW; Z.: Schnit-t-e
$Schnitter, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schnitter, Schneidender; E.: s. Schnitt, s. er; L.: EWD s. u. Schnitt, DW 15, 1351; GB.: (snitære) seit 1060-1080 belegte und vielleicht nach lat. messor aus Schnitt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen (beispielsweise seit der Sesshaftwerdung Getreidehalme) Schneidenden; F.: Schnitter, Schnitters, Schnittern+EW; Z.: Schnit-t-er
$schnittig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schnittig, Schnitt betreffend, schneidend, beißend; E.: s. Schnitt, s. ig; L.: Kluge s. u. schnittig, DW 15, 1355, EWD s. u. Schnitt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schnitt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Schnitt betreffend oder reif zu einem Schnitt oder schneidend oder beißend; F.: schnittig, schnittige, schnittiges, schnittigem, schnittigen, schnittiger(, schnittigere, schnittigeres, schnittigerem, schnittigeren, schnittigerer, schnittigst, schnittigste, schnittigstes, schnittigstem, schnittigsten, schnittigster)+EW; Z.: schnit-t-ig
$Schnittlauch, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Schnittlauch; E.: s. Schnitt, s. Lauch; L.: Kluge s. u. Schnittlauch, DW 15, 1355, EWD s. u. Lauch; GB.: (snitalouh*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht aus Schnitt und Lauch oder gr. schoinos (Binse) und prason (Lauch) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich etwa seit dieser Zeit aus Italien aufgenommenen und als Gewürz verwendeten kleinen Lauch; F.: Schnittlauch, Schnittlauchs, Schnittlauches+EW; Z.: Schnit-t-lauch
Schnitz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schnitz, kleineres abgeschnittenes Stück; ne. slice (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. sniz, st. M., Schnitz, Schnitt, Schnittchen; ahd. sniz, st. M. (a?, i?), Geschnittenes, Gemahlenes; s. ahd. *snizzen?, sw. V. (1)?, schnitzen; germ. *snittōn?, sw. V., schnitzen; idg. *sneit-, V., schneiden, Pokorny 974 (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Schnitz, DW 15, 1358, EWD s. u. schnitzen, Duden s. u. Schnitz; GB.: (sniz) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Althochdeutschen und Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleineres abgeschnittenes Stück; BM.: schneiden; F.: Schnitz, Schnitzes, Schnitze, Schnitzen+EW; Z.: Schnitz
$Schnitzel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Schnitzel, kleines abgeschnittenes Stück; E.: s. Schnitz, s. el; L.: Kluge s. u. Schnitz, DW 15, 1360, EWD s. u. schnitzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schnitz und el gebildete und mit schnitzen und schneiden verbindbare Bezeichnung für ein kleines abgeschnittenes Stück; F.: Schnitzel, Schnitzels, Schnitzeln+EW; Z.: Schnitz-el
$schnitzeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schnitzeln, in kleine Stücke schneiden; E.: s. Schnitzel, s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. schnitzen, DW 15, 1360; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schnitzel und (e)n (Suff.) gebildete für sachlich seit Entwicklung entsprechender Werkzeuge dem Menschen mögliches in kleine Stücke schneiden; F.: schnitzeln (!), schnitzel (!), schnitzle (!), schnitzele, schnitzelst, schnitzelt, schnitzelte, schnitzeltest, schnitzelten, schnitzeltet, geschnitzelt, ##geschnitzelt, geschnitzelte, geschnitzeltes, geschnitzeltem, geschnitzelten, geschnitzelter##, schnitzelnd, ###schnitzelnd, schnitzelnde, schnitzelndes, schnitzelndem, schnitzelnden, schnitzelnder###, schnitzel (!)+EW; Z.: schnitz-el-n
schnitzen, nhd., V., (11. Jh.): nhd. schnitzen, aus Holz herausschneiden; ne. carve (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnetzeln, schneiden, Schnitz, schnetzeln; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. snitzen, sw. V., in Stücke schneiden, schnitzen, bildschnitzen; s. ahd. intsnizzen*, insnizzen*, sw. V. (1), herausschneiden; germ. *snittōn?, sw. V., schnitzen; idg. sneit-, V., schneiden, Pokorny 974 (1683/155) (RB. idg. aus kelt.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schneide, Kluge s. u. schnitzen, EWD s. u. schnitzen, DW 15, 1362, Falk/Torp 522, Duden s. u. schnitzen, Bluhme s. u. schnitzen; GB.: (intsnizzen) seit (11. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung erforderlicher Werkzeuge Menschen mögliches Holz mit einem Messer bearbeiten um eine bestimmte Form herauszuschneiden; BM.: schneiden; F.: schnitzen, schnitze, schnitzst (!), schnitzt, schnitzest, schnitzet, schnitzte, schnitztest, schnitzten, schnitztet, geschnitzt, ##geschnitzt, geschnitzte, geschnitztes, geschnitztem, geschnitzten, geschnitzter##, schnitzend, ###schnitzend, schnitzende, schnitzendes, schnitzendem, schnitzenden, schnitzender###, schnitz (!)+EW; Z.: schnitz-en
$Schnitzer (1), nhd., M., (17. Jh.): nhd. grober Fehler; E.: s. schnitz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schnitzer, DW 15, 1365; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schnitz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen (beispielsweise bei dem Schnitzen möglichen) groben Fehler; F.: Schnitzer, Schnitzers, Schnitzern+EW; Z.: Schnitz-er
$Schnitzer (2), nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Schnitzender; E.: s. schnitz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schnitzen, Schnitzer, EWD s. u. schnitzen, DW 15, 1365; GB.: (snizzāri) vielleicht seit 11. Jh. nach lat. sculptor gebildete Bezeichnung für einen Schnitzenden oder einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bildhauer; F.: Schnitzer, Schnitzers, Schnitzern+EW; Z.: Schnitz-er
schnobern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. schnobern, schnuppern; ne. sniff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Variante zu schnauben (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnoben, Kluge s. u. schnobern, DW 15, 1370, Duden s. u. schnobern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit schnauben verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schnuppern oder an etwas herumriechen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnobern, schnobere (!), schnober (!), schnobre (!), schnoberst, schnobert, schnoberte, schnobertest, schnoberten, schnobertet, geschnobert, ##geschnobert, geschnobertes, geschnobertem, geschnoberten, geschnoberter##, schnobernd, ###schnobernd, schnobernde, schnoberndes, schnoberndem, schnobernden, schnobernder###, schnober (!)+EW; Z.: schno-b-er-n
Schnodder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schnodder, Nasenschleim, Rotz; ne. snot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schnuddel, Schnösel; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. snuder, st. M., Schnodder, Nasenschleim; mnd. snȫderen, snoderen, sw. V., Nasenschleim auswerfen, Schnupfen (M.) haben; verwandt mit schnauben (s. d.); L.: Kluge s. u. Schnodder, DW 15, 1370, EWD s. u. schnodderig, Duden s. u. Schnodder; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen in den Atemwegen der Nase befindlichen Schleim oder Rotz; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Schnodder, Schnodders+EW; Z.: Schno-d-d-er
$schnodderig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schnodderig, vorlaut, lässig, rotzig, pampig; E.: s. Schnodder, s. ig; L.: Kluge s. u. Schnodder, fehlt DW, EWD s. u. schnodderig; GB.: (seit Entwicklung von Sprache mögliche und) seit Mitte 19. Jh. von Berlin aus verbreitete Bezeichnung für vorlaut oder lässig oder rotzig oder pampig; F.: schnodderig, schnodderige, schnodderiges, schnodderigem, schnodderigen, schnodderiger(, schnodderigere, schnodderigeres, schnodderigerem, schnodderigeren, schnodderigerer, schnodderigst, schnodderigste, schnodderigstes, schnodderigstem, schnodderigsten, schnodderigster)+EW; Z.: schno-d-d-er-ig
schnöde, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schnöde, dürftig, verächtlich, nichtswürdig; ne. disdainful, vile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. snœde, snōde, Adj., schnöde, schlecht, verächtlich, gering, verachtend, ärmlich, erbärmlich, schimpflich, verwerflich; mnd. snȫde (1), snöde, snode, Adj., schnöde, gering, schlecht, wertlos, spärlich, schwach, dünn; mnl. snōde, Adj., armselig, niedrig, gering; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *snauda-, *snaudaz, *snauþa-, *snauþaz, Adj., beschnitten, schnöd, entblößt, beraubt; vgl. idg. *ksneu-, V., kratzen, reiben, Pokorny 585; idg. *kes-, V., kratzen, kämmen, Pokorny 585 (905/137) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnöde, Kluge s. u. schnöde, DW 15, 1370, EWD s. u. schnöde, Falk/Torp 524, Seebold 445, Heidermanns 523, Duden s. u. schnöde; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. snauðr, Adj., arm, mittellos, kahl; got. -; nndl. snood, Adj., schnöde; GB.: seit 1190-1200 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dürftig oder verächtlich oder nichtswürdig; BM.: kratzen; F.: schnöde, schnöd, schnödes, schnödem, schnöden, schnöder(, schnödere, schnöderes, schnöderem, schnöderen, schnöderer, schnödst, schnödste, schnödstes, schnödstem, schnödsten, schnödster)+EW; Z.: schnö-d-e
schnökern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. schnökern, schnüffeln, naschen, genießerisch verzehren; ne. nibble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: zu mhd. snöuken, V., schnüffeln, heimlich naschen; letztlich wohl von germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schnökern, DW 15, 1377, Duden s. u. schnökern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie letztlich mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches genießerisch verzehren; BM.: fließen?; F.: schnökern, schnökere, schnöker, schnökre, schnökerst, schnökert, schnökerte, schnökertest, schnökerten, schnökertet, geschnökert, ##geschnökert, geschnökertes, geschnökertem, geschnökerten, geschnökerter##, schnökernd, ###schnökernd, schnökernde, schnökerndes, schnökerndem, schnökernden, schnökernder###, schnöker (!)+EW; Z.: schnö-k-er-n
Schnorchel, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schnorchel, Rohr oder Röhre zu einem Atmen bei einem Schwimmen unter Wasser; ne. snorkel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von einem regionalen einen röchelnden Ton (M.) (2) bezeichnenden Wort; verwandt mit schnarchen; letztlich von idg. *snerg-, *nerg-, *snurg-, *nurg-, V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975; s. idg. *sner- (1), *ner- (4), *snur-, *nur-, V., tönen, murren, knurren, Pokorny 975 (1685/157) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Schnorchel, EWD s. u. Schnorchel, DW 15, 1377, Duden s. u. Schnorchel, Bluhme s. u. Schnorchel; Son.: vgl. nndl. snorkel, Sb., Schnorchel; nschw. snorkel, Sb., Schnorchel; nnorw. snorkel, M., Schnorchel; kymr. snorcel, M., Schnorchel; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit schnarchen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit verwendetes höchstens 35 Zentimeter langes Rohr oder Röhre zu einem Atmen bei einem schon in dem Altertum (Aristoteles) bekannten Schwimmen unter Wasser; BM.: tönen; F.: Schnorchel, Schnorchels, Schnorcheln+EW; Z.: Schnor-ch-el
Schnörkel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schnörkel, Verzierung in gewundener Linie; ne. scrollwork; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Bezeichnung aus der Architektur, Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnörkel, Kluge s. u. Schnörkel, DW 15, 1378, EWD s. u. Schnörkel, Duden s. u. Schnörkel, Bluhme s. u. Schnoerkel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus der Architektur kommende sowie in der Herkunft wohl unerklärte Bezeichnung für eine der Verzierung dienende gewundene Linie oder spiralige Form; BM.: ?; F.: Schnörkel, Schnörkels, Schnörkeln+EW?; Z.: Schnö-r-k-el
$schnörkeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnörkeln, Schnörkel machen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Schnörkel, DW 15, 1379, EWD s. u. Schnörkel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schnörkel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Linien dem Menschen mögliches Schnörkel machen F.: schnörkeln, schnörkel (!), schnörkle (!), schnörkele, schnörkelst, schnörkelt, schnörkelte, schnörkeltest, schnörkelten, schnörkeltet, geschnörkelt, ##geschnörkelt, geschnörkelte, geschnörkeltes, geschnörkeltem, geschnörkelten, geschnörkelter##, schnörkelnd, ###schnörkelnd, schnörkelnde, schnörkelndes, schnörkelndem, schnörkelnden, schnörkelnder###, schnörkel (!)+EW?; Z.: schnö-r-k-el-n
schnorren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schnorren, anbetteln; ne. scrounge (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnurren; Q.: 18. Jh.; E.: aus der Gaunersprache, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. schnorren, DW 15, 1380 (schnurren), EWD s. u. schnorren, Duden s. u. schnorren, Bluhme s. u. schnorren; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht aus der Gaunersprache kommende und mit schnurren verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches anbetteln; BM.: ?; F.: schnorren, schnorre (!), schnorrst, schnorrt, schnorrest, schnorret, schnorrte, schnorrtest, schnorrten, schnorrtet, geschnorrt, ##geschnorrt, geschnorrte, geschnorrtes, geschnorrtem, geschnorrten, geschnorrter##, schnorrend, ###schnorrend, schnorrende, schnorrendes, schnorrendem, schnorrenden, schnorrender###, schnorr (!)+EW; Z.: schnorr-en
$Schnorrer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnorrer, Schnorrender, anbettelnder Mensch; E.: s. schnorr(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schnorren, DW 15, 1380 (Schnurrer), EWD s. u. schnorren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schnorr(en) und er (Suff.) gebildete sowie vielleicht aus der Gaunersprache kommende und mit schnurren verbindbare Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise seit Entwicklung von Sprache möglichen Schnorrenden oder anbettelnden Menschen; F.: Schnorrer, Schnorrers, Schnorrern+EW; Z.: Schnorr-er
Schnösel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schnösel, junger arroganter Mann; ne. prig; Vw.: -; Hw.: s. Schnodder?; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft unklar, wohl unter der Bedeutung Rotznase verwandt mit Schnodder (s. d.); L.: Kluge s. u. Schnösel, DW 15, 1380, Duden s. u. Schnösel, Bluhme s. u. Schnoesel; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit Schnodder verbindbare Bezeichnung für einen jungen arroganten Mann; F.: Schnösel, Schnösels, Schnöseln+EW; Z.: Schnö-s-el
Schnucke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schnucke, Heidschnucke, eine Art Schaf; ne. German heath; Vw.: s. Heid-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu nd. snukken, V., einen Laut ausstoßen; L.: Kluge 1. A. s. u. Schnucke, DW 15, 1381, EWD s. u. Schnucke; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht zu nd. snukken lautmalend gebildete sowie in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein in der Lüneburger Heide gezüchtetes Schaf; BM.: lautmalend?; F.: Schnucke, Schnucken+EW; Z.: Schnuck-e
Schnuddel, nhd. (ält.), M., (18. Jh.?): nhd. Schnuddel, Nasenschleim, Rotz; ne. snot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schnodder; Q.: 18. Jh.?; E.: mhd. snudel, st. M., Nasenverstopfung, Schnupfen (M.), Katarrh; s. mhd. snūden, V., spotten, schnauben, schnaufen, zanken, spottend vorbringen; ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schnuddel, DW 15, 1382 (Schnudel), Duden s. u. Schnuddel; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in den Atemwegen der Nase befindlichen Schleim; BM.: fließen; F.: Schnuddel, Schnuddels+EW; Z.: Schnu-d-d-el
schnüffeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnüffeln, schnuppern; ne. sniff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gebildet zu schnaufen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schnüffeln, Kluge s. u. schnüffeln, DW 15, 1385, EWD s. u. schnüffeln, Duden s. u. schnüffeln, Bluhme s. u. schnueffeln; GB.: in kurzen hörbaren Zügen durch die Nase Luft einziehen um einen Geruch wahrzunehmen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnüffeln, schnüffel (!), schnüffle (!), schnüffelst, schnüffelt, schnüffelte, schnüffeltest, schnüffelten, schnüffeltet, geschnüffelt, ##geschnüffelt, geschnüffelte, geschnüffeltes, geschnüffeltem, geschnüffelten, geschnüffelter##, schnüffelnd, ###schnüffelnd, schnüffelnde, schnüffelndes, schnüffelndem, schnüffelnden, schnüffelnder###, schnüffel (!)+EW; Z.: schnü-f-f-el-n
$Schnüffler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnüffler, Schnüffelnder; E.: s. schnüff(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schnüffeln, DW 15, 1386 (Schnuffler, Schnüffler), EWD s. u. schnüffeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schnüff(e)l(n) und. er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Schnüffelnden; F.: Schnüffler, Schnüfflers, Schnüfflern+EW; Z.: Schnü-f-f-l-er
$schnullen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnullen, saugen; L.: DW 15, 1386, EWD s. u. Schnuller; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Säugetieren mögliches aus einem Trieb an einer Milchdrüse oder einem Ersatz saugen; F.: schnullen, schnulle, schnullst, schnullt, schnullest, schnullet, schnullte, schnulltest, schnullten, schnulltet, geschnullt, ##geschnullt, geschnullte, geschnulltes, geschnulltem, geschnullten, geschnullter##, schnullend, ###schnullend, schnullende, schnullendes, schnullendem, schnullenden, schnullender###, schnull (!)+EW; Z.: schnull-en
Schnuller, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnuller, Sauger; ne. pacifier, dummy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu einem Verb schnullen, V., saugen; lautmalend?; L.: Kluge s. u. Schnuller, DW 15, 1386, EWD s. u. Schnuller, Duden s. u. Schnuller, Bluhme s. u. Schnuller; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein kleines auf einer Scheibe befestigtes einem Sauger oder einer Milchdrüse ähnliches Bällchen aus Gummi das Säuglingen zu ihrer Beruhigung in den Mund gesteckt wird; BM.: lautmalend?; F.: Schnuller, Schnullers, Schnullern+EW; Z.: Schnull-er
Schnulze, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Schnulze, kitschiges Lied; ne. weepe, tearjerker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1950; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht zu nd. snulten, V., gefühlvoll sein (V.); nd. schnulle, Adj., nett, lieb; L.: Kluge s. u. Schnulze, fehlt DW, EWD s. u. Schnulze, Duden s. u. Schnulze, Bluhme s. u. Schnulze; GB.: seit um 1950 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein künstlerisch wertloses sentimentales und rührseliges kitschiges Lied oder Musikstück; BM.: nett?; F.: Schnulze, Schnulzen+EW; Z.: Schnul-z-e
Schnupfe, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Schnupfen (M.), Erkältung, Schleimhautentzündung; ne. cold (N.), catarrh; Vw.: -; Hw.: s. Schnupfen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. snupfe, snūpfe, sw. M., sw. F., Schnupfen (M.); mnd. snoppe (2), M., Nasenfluss, Schnupfen (M.), Nasenschleim; mnd. snuppe, M., Nasenschleim, Rotz; s. mhd. snupfen, sw. V., schnupfen; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: DW 15, 1386; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem teilweise erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Schleimhautentzündung besonders der Atmungsorgane; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Schnupfe, Schnupfen+EW; Z.: Schnu-pf-e
schnupfen, nhd., V., (14. Jh.): nhd. schnupfen, Luft einziehen; ne. sniff (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnaufen, schnauben; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. snupfen, sw. V., schnupfen, schnaufen, schluchzen; mnd. snoppen, sw. V., schnupfen, ausschnupfen, die Nase putzen; vgl. mhd. snūden, st. V., schnauben; ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schnupfen, DW 15, 1388, EWD s. u. schnupfen, Duden s. u. schnupfen; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für laut die Luft einziehen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnupfen, schnupfe, schnupfst, schnupft, schnupfest, schnupfet, schnupfte, schnupftest, schnupften, schnupftet, geschnupft, ##geschnupft, geschnupfte, geschnupftes, geschnupftem, geschnupften, geschnupfter##, schnupfend, ###schnupfend, schnupfende, schnupfendes, schnupfendem, schnupfenden, schnupfender###, schnupf (!)+EW; Z.: schnu-pf-en
Schnupfen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schnupfen (M.), Erkältung, eine Schleimhautentzündung; ne. cold (N.), catarrh; Vw.: -; Hw.: s. Schnupfe; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. snupfe, snūpfe, sw. M., sw. F., Schnupfen (M.); mnd. snoppe (2), M., Nasenfluss, Schnupfen (M.), Nasenschleim; mnd. snuppe, M., Nasenschleim, Rotz; s. mhd. snupfen, sw. V., schnupfen; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnupfen, Kluge s. u. Schnupfen, DW 15, 1386, Duden s. u. Schnupfen, Bluhme s. u. Schnupfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem teilweise erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Schleimhautentzündung besonders der Atmungsorgane; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Schnupfen, Schnupfens+EW; Z.: Schnu-pf-en
$Schnupftabak, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schnupftabak; E.: s. schnupf(en), s. Tabak; L.: DW 15, 1391, EWD s. u. schnupfen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schnupf(en) und Tabak gebildete Bezeichnung für einen seit dem Ende des 15. Jh. von Menschen in dem späteren Mittelamerika durch Einsaugen in die Nase zwecks Lustgewinnung durch Nikotin körperlich aufgenommenen Tabak; F.: Schnupftabak, Schnupftabaks, Schnupftabakes, Schnupftabake, Schnupftabaken+EW; Z.: Schnu-pf—tab-ak
schnuppe, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schnuppe, gleichgültig; ne. indifferent; Vw.: -; Hw.: s. Schnuppe; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: gekürzt aus Kerzenschnuppe, s. Schnuppe; L.: Kluge s. u. schnuppe, fehlt DW, EWD s. u. Schnuppe, Duden s. u. schnuppe, Bluhme s. u. schnuppe; Son.: indeklinabel; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. durch Abkürzung der aus Kerz(e) und en (Suff.) sowie Schnuppe gebildeten Bezeichnung gebildete Bezeichnung für (so) gleichgültig (wie eine Kerzenschnuppe oder ein abgebrannter Kerzendocht); BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnuppe+EW; Z.: schnu-p-p-e
Schnuppe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schnuppe, abgebrannter Kerzendocht; ne. snuff (N.); Vw.: s. Stern-; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet aus md. schnuppen, V., schnäuzen; mhd. snupfen, sw. V., schnupfen; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden*, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnuppe, Kluge s. u. Schnuppe, DW 15, 1393, EWD s. u. Schnuppe, Duden s. u. Schnuppe; GB.: seit 15. Jh. md. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten einer verglühenden Sternschnuppe ähnlichen noch glühenden abgebrannten Kerzendocht; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Schnuppe, Schnuppen+EW; Z.: Schnu-p-p-e
schnuppern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schnuppern, riechend Luft einziehen; ne. sniff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. snopperen?, V., schnuppern; s. mnd. snoppen, sw. V., schnupfen, ausschnupfen, die Nase putzen; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schnuppern, EWD s. u. schnupfen, DW 15, 1393, Duden s. u. schnuppern; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in kurzen hörbaren Zügen durch die Nase Luft einziehen um einen Geruch wahrzunehmen; BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: schnuppern, schnuppere, schnupper (!), schnuppre (!), schnupperst, schnuppert, schnupperte, schnuppertest, schnupperten, schnuppertet, geschnuppert, ##geschnuppert, geschnuppertes, geschnuppertem, geschnupperten, geschnupperter##, schnuppernd, ###schnuppernd, schnuppernde, schnupperndes, schnupperndem, schnuppernden, schnuppernder###, schnupper (!)+EW; Z.: schnu-p-p-er-n
Schnur (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Schnur (F.) (1), Faden; ne. string (N.), cord (N.); Vw.: -; Hw.: s. schnüren, schnurstracks; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. snuor, st. F., Schnur (F.) (1), Band (N.), Seil; mnd. snōr (1), snōre, snūr, M., F., N., Schnur (F.) (1), Faden, Garn, Strick (M.), Seil, Fessel (F.) (1), Leine, Litze; mnl. snoer, F., Schnur (F.) (1); ahd. snuor, st. F. (i), Schnur (F.) (1), Faden, Binde, Riemen (M.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *snōrō, st. F. (ō), Schnur (F.) (1); s. idg. *sner- (2), *ner- (5), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975? (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *snēu-, *snū-, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977? (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *snē-, *nē-, *sneh₁-, *neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnur 1, Kluge s. u. Schnur 1, DW 15, 1394, EWD s. u. Schnur, Falk/Torp 523, Duden s. u. Schnur, Bluhme s. u. Schnur 1; Son.: vgl. afries. snōr, snōre, st. F. (ō), Schnur (F.) (1); ae. snœ̄r, snœ̄re, st. F. (ō), Saite; an. snœri, N., Strick (M.) (1), Leine, Tauwerk; got. snōrs?, st. F. (i), Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1); got. snōrjō, sw. F. (n), Korb, Netz; nndl. snoer, Sb., Schnur (F.) (1); nschw. snöre, N., Schnur (F.) (1); nnorw. snor, M., F., Schnur (F.) (1); ai. snā́va-, Sb., Band (N.), Sehne; av. snāuuar, Sb., Sehne, Schnur (F.) (1); air. snáth, Sb., Faden; lit. nérti, V., einfädeln, stricken; GB.: (snuor) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes langes dünnes und aus mehreren zusammengedrehten oder zusammengeflochtenen Fäden oder Fasern hergestelltes Band (N.) oder ähnliches Gebilde; BM.: drehen; F.: Schnur, Schnüre, Schnüren+EW; Z.: Schnu-r
Schnur (2), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Schnur (F.) (2), Schwiegertochter; ne. daughter-in-law; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. snur, st. F., Sohnes Frau; mhd. snuor, st. F., Sohnes Frau; mnd. snore, M., Schwägerin?, Schwiegermutter?; mnl. snoere, F., Schiegertochter, Schnur (F.) (2); ahd. snur, st. F. (i), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); ahd. snora, snura, sw. F. (n), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); as. -; anfrk. -; germ. *snuzō, st. F. (ō), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); idg. *snusós, F., Schwiegertochter, Pokorny 978 (1692/164) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb.?, ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnur 2, Kluge s. u. Schnur 2, DW 15, 1394, Falk/Torp 526, Duden s. u. Schnur, Bluhme s. u. Schnur 2; Son.: vgl. afries. snore, st. F. (ō), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); ae. snoru, st. F. (ō), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); an. snør, snor, st. F. (ō), Schwiegertochter, Schnur (F.) (2); got. snuō, F., Schwiegertochter, Verlobte; krimgot. schnos, F., Schwiegertochter, Verlobte; ai. snuṣā́, Schnur (F.) (2); gr. νυός (nyós), F., Schwiegertochter, Braut; lat. nurus, norus, F., Schwiegertochter, Schnur (F.) (2), Braut des Sohnes, Gattin des Enkels; ksl. snucha, F., Schwiegertochter; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung von Ehen mögliche Ehefrau des Sohnes oder Schwiegertochter; BM.: Schwiegertochter; F.: Schnur, Schnuren+EW; Z.: Schnur
schnüren, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schnüren, binden, umwinden; ne. lace (V.), string (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schnur (1); E.: s. mhd. snüeren (1), sw. V., mit Schnüren versehen (V.), binden, schnüren, einschnüren, fesseln, mit Schnüren besetzen, mit Bändern besetzen, umwickeln, pressen aus; mnl. snoeren, sw. V., schnüren; ahd. *snuoren?, sw. V. (1a), schnüren; s. ahd. snuor, st. F. (i), Schnur (F.) (1), Faden, Binde, Riemen (M.) (1); germ. *snōrō, st. F. (ō), Schnur (F.) (1); s. idg. *sner- (2), *ner- (5), V., drehen, winden, schnüren, schrumpfen, Pokorny 975? (1686/158) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *snēu-, *snū-, V., drehen, knüpfen, bewegen, Pokorny 977? (1688/160) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); idg. *snē-, *nē-, *sneh₁-, *neh₁-, V., Sb., drehen, weben, spinnen, nähen, Faden, Pokorny 973 (1680/152) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schnüren, DW 15, 1405, EWD s. u. Schnur, Duden s. u. schnüren; Son.: vgl. nndl. schnoeren, V., schnüren; nschw. snöra, V., schnüren; nnorw. snøre, V., schnüren; GB.: (firsnuoren) seit um 1000 belegte und aus Schnur (F.) (1) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes mit einer Schnur (1) oder Binde binden oder umwinden; BM.: drehen; F.: schnüren (!), schnüre (!), schnürst, schnürt, schnürest, schnüret, schnürte, schnürtest, schnürten, schnürtet, geschnürt, ##geschnürt, geschnürte, geschnürtes, geschnürtem, geschnürten, geschnürter##, schnürend, ###schnürend, schnürende, schnürendes, schnürendem, schnürenden, schnürender###, schnür (!)+EW; Z.: schnü-r-en
$schnurgerade, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schnurgerade; E.: s. Schnur (F.) (1), s. gerade; L.: DW 15, 1409, EWD s. u. Schnur (F.) (1); GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach it. diritto à filo aus Schnur (F.) (1) und gerade gebildete Bezeichnung für ganz gerade (wie eine Schnur F. 1); F.: schnurgerade, schnurgerades, schnurgeradem, schnurgeraden, schnurgerader+EW; Z.: schnu-r—ge-ra-d-e
$Schnurrant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.?): nhd. Schnurrant, Schnurrender; L.: Kluge s. u. Schnurrant, schnorren, DW 15, 1413; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit einer latinisierenden Endung zu einem Verb schnurrare gebildete Bezeichnung für einen Schnurrenden; F.: Schnurrant, Schnurrants, Schnurranten+EW; Z.: Schnurr-ant
Schnurrbart, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schnurrbart, Schnauzbart; ne. moustache; Vw.: -; Hw.: s. schnurren, s. Schnauzbart; Q.: 18. Jh.; E.: von nd. snurbaard, M., Schnurrbart; vgl. nd. snurre, Sb., Schnauze; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit schnurren (s. d.); mnd. bārt, M., Bart; as. *bard?, st. M. (a, i?), Bart; germ. *barda-, *bardaz, st. M. (a), Rand, Bart; idg. *bʰardʰā, F., Bart, Pokorny 110; idg. *bʰar-, *bʰor-, Sb., Hervorstehendes, Borste, Spitze, Ähre, Granne, Pokorny 108 (176/9) (RB. idg. aus ind., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schnurrbart, DW 15, 1413, EWD s. u. schnurren, Duden s. u. Schnurrbart; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie vielleicht mit schnurren verbindbare Bezeichnung für einen sachlich nach Entwicklung der Rasur vor mehr als 25000 Jahren möglichen auf die Oberlippe beschränkt wachsendend Bart von Männern; BM.: lautmalend?, Borste; F.: Schnurrbart, Schnurrbarts, Schnurrbartes, Schnurrbärte, Schnurrbärten+EW; Z.: Schnurr—bart
Schnurre, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schnurre, lustige Erzählung; ne. anectode, funny tale; Vw.: -; Hw.: s. schnurren; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. snurre, st. F., Schnurren; mhd. snurren (1), sw. V., schnurren, rauschen, sausen, sausend schnell fahren, sausend schnell fahren lassen, aufstöbern, erreichen, surren; mnd. snurren (1), snorren, sw. V., schnurren, surren, schwirren, brummen, scheppern, murren; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. schnurren, Kluge s. u. Schnurre, DW 15, 1415, EWD s. u. schnurren, Duden s. u. Schnurre; Son.: zuerst Bezeichnung für Lärminstrumente; s. auch mhd. snurrære, st. M., Schnurrer, Possenreißer; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schnurren verbindbare Bezeichnung für eine kurze lustige Erzählung von einer spaßigen oder wunderlichen Begebenheit; BM.: lautmalend; F.: Schnurre, Schnurren+EW; Z.: Schnurr-e
schnurren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schnurren, brummen, surren; ne. purr (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnorren, Schnurre, Schnurrbart?; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. snurren (1), sw. V., schnurren, rauschen, sausen, sausend schnell fahren, sausend schnell fahren lassen, aufstöbern, erreichen, surren; mnd. snurren (1), snorren, sw. V., schnurren, surren, schwirren, brummen, scheppern, murren; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. schnurren, Kluge s. u. schnurren, DW 15, 1417, EWD s. u. schnurren, Duden s. u. schnurren, Bluhme s. u. schnurren; Son.: vgl. nndl. snorren, V., schnurren; GB.: seit um 1190 belegte Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches anhaltendes verhältnismäßig leises und tiefes und gleichförmiges sowie aus vielen kurzen nicht mehr einzeln wahrnehmbaren Lauten bestehendes Geräusch von sich geben; BM.: lautmalend; F.: schnurren (!), schnurre (!), schnurrst, schnurrt, schnurrest, schnurret, schnurrte, schnurrtest, schnurrten, schnurrtet, geschnurrt, ##geschnurrt, geschnurrte, geschnurrtes, geschnurrtem, geschnurrten, geschnurrter##, schnurrend, ###schnurrend, schnurrende, schnurrendes, schnurrendem, schnurrenden, schnurrender###, schnurr (!)+EW; Z.: schnurr-en
$schnurrig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schnurrig; E.: s. schnurr(en), s. ig; L.: DW 15, 1421, EWD s. u. schnurren; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend aus schnurr(en) und ig gebildete Bezeichnung für schnurren betreffend oder schnurrend; F.: schnurrig, schnurrige, schnurriges, schnurrigem, schnurrigen, schnurriger(, schnurrigere, schnurrigeres, schnurrigerem, schnurrigeren, schnurrigerer, schnurrigst, schnurrigste, schnurrigstes, schnurrigstem, schnurrigsten, schnurrigster)+EW; Z.: schnurr-ig
$Schnürsenkel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schnürsenkel, Schnürbändel, Schnürband; E.: s. schnüren, s. Senkel (Anker oder Lot), s. senken (sinken machen); L.: Kluge s. u. Schnürsenkel, DW 15, 1423, EWD s. u. Senkel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schnür(en) und Senkel gebildete Bezeichnung für den sachlich schon seit 3500 v. Chr. von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Schnürsenkel oder Schnürbändel; F.: Schnürsenkel, Schnürsenkels, Schnürsenkeln+EW; Z.: Schnü-r-senk-el
schnurstracks, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. schnurstracks, geradewegs; ne. straightaway; Vw.: -; Hw.: s. Schnur (1), strecken, strack; Q.: 16. Jh.; E.: von schnurgerade, Vorderglied s. Schnur (1); Hinterglied s. mhd. strac, Adj., gerade (Adj.) (2), kräftig, straff, ausgestreckt; ahd. strakkēn*, strackēn*, sw. V. (3), sich strecken, gespannt sein (V.), gerade verlaufen (V.), ausgestreckt; germ. *strakkēn, *strakkǣn, sw. V., strecken; idg. *streg-, *treg-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1023; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schnurstracks, DW 15, 1424, EWD s. u. Schnur, Duden s. u. schnurstracks; Son.: vgl. nndl. straks, Adv., bald, nachher; nnorw. straks, Adv., gleich, sofort; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für auf dem gerad(est)en einer strack gespannten Schnur und damit dem schnellsten Wege entsprechend; BM.: drehen, fallen; F.: schnurstracks+EW; Z.: schnu-r-str-ack-s
schnurz, nhd., Adj. (19. Jh.): nhd. schnurz, schnurzegal, gleichgültig; ne. indifferent; Vw.: s. –egal; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Abkürzung von schnurzegal (s. d.); L.: Kluge s. u. schnurz(egal), DW 15, 1425 (schnurz), Duden s. u. schnurz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schnurzegal abgekürzte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches egal oder gleichgültig; BM.: wohl lautmalend?; F.: schnurz+EW; Z.: schnurz
schnurzegal, Adj., (19. Jh.): nhd. schnurzegal, schnurz, völlig egal, gleichgültig; ne. indifferent; Vw.: -; Hw.: s. schnurz; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl lautmalend?; Hinterglied s. nhd. egal; L.: Kluge s. u. schnurz(egal), DW 15, 1425 (schnurz), Duden s. u. schnurz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schnurz und egal gebildete Bezeichnung für völlig egal oder gleichgültig; BM.: lautmalend?; F.: schnurzegal, schnurz+EW+FW; Z.: schnurz-eg-al
Schnute, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schnute, Schnauze, verzogener Mund (M.); ne. snoot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schnauze; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. snūte (1), F., Schnute, Schnauze, Rüssel; vgl. mhd. snūden, st. V., schnaufen; s. ahd. snūden, sw. V. (1a), spotten; germ. *snuþ-, V., schnauben, schnauzen; s. idg. *snā-, *snə-, *snāu-, *sneu-, V., Sb., fließen, Feuchtigkeit, Pokorny 971 (1678/150) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schnute, Kluge s. u. Schnute, DW 15, 1425, EWD s. u. Schnauze, Duden s. u. Schnute; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das vorspringende mit der Nase verbundene Maul bestimmter Tiere und einen verzogenen Mund (M.); BM.: fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Schnute, Schnuten+EW; Z.: Schnu-t-e
Schober, nhd. (dial.), M., (8. Jh.): nhd. Schober, Haufe, Haufen, aufgeschichteter Haufe, aufgeschichteter Haufen, Feldscheune; ne. rick, barn shed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 743 (Lex Baiuvariorum); E.: mhd. schober, st. M., Schober, Getreideschober, Haufe, Haufen, Getreidehaufen; ahd.? skobar*, scobar*, st. M. (a?), Haufe, Haufen, Schober, Getreidehaufen; as. -; anfrk. -; germ. *skubra, Sb., Schober; s. idg. *skeup-?, *keup-?, *skeubʰ-?, *skeub-?, Sb., Büschel, Schopf, Quaste, Pokorny 956 (1640/112) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schober, Kluge s. u. Schober, DW 15, 1426, EWD s. u. Schober, Falk/Torp 470, Duden s. u. Schober, Bluhme s. u. Schober; Son.: süddeutsch, österr.; vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; tschech. čub, Sb., Schopf; GB.: vielleicht seit vor 743 belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Haufen und später eine Feldscheune zu einem Aufbewahren besonders von Heu; BM.: Büschel; F.: Schober, Schobers, Schobern+EW; Z.: Schob-er
Schock (1), nhd., N., (13. Jh.): nhd. Schock (N.), Haufe, Haufen, Anzahl von sechzig Stück; ne. three-score; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. schoc (2), schoch, schock, schok, st. M., Schock (N.), Haufe, Haufen, Heerhaufen, Büschel, Schopf, Mengenmaß, Anzahl von 60 Stück; mnd. schucke (1), N., Schock (N.); as. skok*, skokk*, st. N. (a), Schock (N.), sechzig Stück; weitere Herkunft unklar, vielleicht verwandt mit nhd. Hocke (1) (s. d.); oder von germ. *skekkjan, sw. V., schicken, ordnen; idg. *skek-, *kek-, *skeg-, V., Sb., springen, bewegen, Bewegung, Pokorny 922 (1609/81) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schock, Kluge s. u. Schock 1, DW 15, 1430, EWD s. u. Schock (N.), Duden s. u. Schock, Bluhme s. u. Schock 2; Son.: vgl. nndl. schok, Sb., sechzig oder zwanzig Stück; GB.: seit um 1230 belegte und mit dem Altsächsischen verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare oder mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Anzahl von sechzig Stück; BM.: ?; F.: Schock, Schocks, Schockes, Schocke, Schocken+EW?; Z.: Schock
Schock (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schock (M.), großer Schrecken, Stoß, Schaukel; ne. shock (N.); Vw.: -; Hw.: s. schockieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. choc; E.: s. frz. choc, M., Stoß, Schlag, Schock; vgl. frz. choquer, V., schockieren, schwer treffen; apikard. choquier; aus dem Germanischen, Gamillscheg 1, 337a; vgl. germ. *skukk-, V., bewegen, zittern; L.: Kluge s. u. Schock 2, DW 15, 1434, EWD s. u. Schock (M.), Duden s. u. Schock, Bluhme s. u. Schock 1; Son.: s. mhd. schocke, st. F., Schaukel, Windstoß; mnd. schocke (1), schucke, N., Schaukel, Hängematte; vgl. nndl. schock, Sb., Schock (M.); nschw. chock, Sb., Schock (M.); nnorw. sjokk, N., Schock (M.); poln. szok, M., Schock (M.); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Germanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen großen Schrecken oder eine durch ein außergewöhnlich belastendes Ereignis bei einem Menschen ausgelöste seelische Erschütterung oder einen Stoß oder eine Schaukel; BM.: bewegen; F.: Schock, Schocks, Schockes, Schocke, Schocken+FW; Z.: Schock
$schocken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. schocken, in Schock versetzen, einen Schock versetzen; Q.: um 1950; L.: EWD s. u. Schock F., fehlt in diesem Sinne DW; GB.: um 1950 belegte und aus Schock und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für in Schock versetzen; F.: schocken (!), schocke (!), schockst, schockt, schockest, schocket, schockte, schocktest, schockten, schocktet, geschockt, ##geschockt, geschockte, geschocktes, geschocktem, geschockten, geschockter##, schockend, ###schockend, schockende, schockendes, schockendem, schockenden, schockender###, schock (!)+FW+EW; Z.: schock-en
schockieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schockieren, erschrecken, einen Schreck versetzen; ne. shock (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schock (2); Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. choquer; E.: s. frz. choquer, V., anstoßen; apikard. choquier; aus dem Germanischen, Gamillscheg 1, 337a; vgl. germ. *skukk-, V., bewegen, zittern; L.: Kluge s. u. Schock 2, EWD s. u. Schock; Son.: vgl. nndl. choqueren, V., schockieren; nschw. chockera, V., schockieren; nnorw. sjokkere, V., schockieren; poln. szokować, V., schockieren; lit. šokiruoti, V., schockieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem erschließbaren Germanischen kommende Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches erschrecken oder einen Schreck versetzen; BM.: bewegen; F.: schockieren, schockiere, schockierst, schockiert, schockierest, schockieret, schockierte, schockiertest, schockierten, schockiertet, ##schockiert, schockierte, schockiertes, schockiertem, schockierten, schockierter##, schockierend, ###schockierend, schockierende, schockierendes, schockierendem, schockierenden, schockierender###, schockier (!)+FW; Z.: schock-ier-en
$Schockschwerenot, nhd., Interj.: nhd. Schockschwerenot, um Himmels willen, Schreck lass nach; E.: s. Schock, s. schwer, s. e, s. Not; L.: DW 15, 1438, EWD s. u. Schock N.; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Schock und schwer und e sowie Not gebildete Interjektion des Unwillens oder der Entrüstung oder der Bestürzung wie um Himmels willen oder Schreck lass nach; F.: Schockschwerenot; F.: Schock—sch-wer-e—no-t
$schockweise, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. schockweise, in einer Zahl von einem Schock; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Schock, s. weise; L.: DW 15,1438, EWD s. u. Schock N,; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Schock und Weise gebildete Bezeichnung für in einer Zahl von einem Schock oder 60 gehandelt; F.: schockweise, schockweises, schockweisem, schockweisen, schockweiser+EW; Z.: schock—wei-s-e
schofel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schofel, schlecht, lumpig, schäbig; ne. shoddy, mean (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche von wjidd. schophol, Adj., lumpig; hebr. šạfạl, Adj., lumpig; L.: Kluge 1. A. s. u. schofel, Kluge s. u. schofel, EWD s. u. schofel, DW 15, 1439, Duden s. u. schofel; Son.: vgl. nndl. sjofel, Adj., schofel; ndän. sjofel, Adj., schofel; nnorw. sjofel, Adj., schofel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schlecht oder lumpig oder schäbig; BM.: lumpig; F.: schofel, schofele, schofeles, schofelem, schofelen, schofeler, schofler(, schoflere, schofleres, schoflerem, schofleren, schoflerer, schofelst, schofelste, schofelstes, schofelstem, schofelsten, schofelster)+FW; Z.: schofel
$schofelig, schoflig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schofelig; E.: s. schofel, s. ig; L. DW 15, 1440, EWD s. u. schofel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schofel und ig gebildete Bezeichnung für schofel oder schlecht oder lumpig oder schäbig; F.: schofelig, schofelige, schofeliges, schofeligem, schofeligen, schofeliger(, schofeligere, schofeligeres, schofeligerem, schofeligeren, schofeligerer, schofeligst, schofeligste, schofeligstes, schofeligstem, schofeligsten, schofeligster, schoflig, schoflige, schofliges, schofligem, schofligen, schofliger, schofligere, schofligeres, schofligerem, schofligeren, schofligerer, schofligst, schofligste, schofligstes, schofligstem, schofligsten, schofligster)+FW+EW; Z.: schofel-ig
Schöffe, nhd., sw. M., (8. Jh.): nhd. Schöffe, Urteiler, Laienrichter; ne. juryman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. scheffe, sw. M., Urteiler, Schöffe; mnd. schēpe, scheppe, scepe, M., Schöffe, Urteiler, Urteilsfinder; mnd. schēpen (4), schepen, schēpene, schepene, scheppen, scheppene, scheppe, M., Schöffe, Urteiler, Urteilsfinder; mnl. scēpen, scēpene, M., Schöffe; ahd. skepfo, scepho*, sw. M. (n), Schöpfer (M.) (2), Schöffe, beisitzender Urteilssprecher, Urteiler, Scharfrichter, Verfasser; ahd. skeffin*, sceffin, st. M. (a), Schöffe, Schiedsrichter; anfrk. skepeno*, scepeno, sw. M. (n), Schöffe, Richter; germ. *skapina-, *skapinaz, st. M. (a), *skapinō-, *skapinōn, *skapina-, *skapinan, sw. M. (n), Schöffe, Ordner; vgl. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930; L.: Kluge 1. A. s. u. Schöffe, Kluge s. u. Schöffe, DW 15, 1441, EWD s. u. Schöffe, Falk/Torp 451, Duden s. u. Schöffe, Bluhme s. u. Schoeffe; Son.: vgl. afries. skeppena, skepena, sw. M. (n), Schöffe; nndl. schepen, Sb., Schöffe; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Urteiler und seit dem 19. Jh. für einen bei Strafgerichten ehrenamtlich eingesetzten Laien(richter) (der zusammen mit dem Richter oder Berufsrichter) die Tat des Angeklagten beurteilt und das Maß der Strafe festlegt; BM.: schneiden; F.: Schöffe, Schöffen+EW; Z.: Schöf-f-e
$Schöffengericht, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Schöffengericht; E.: s. Schöff(e), s. en (Suff.), s. Gericht; L.: EWD s. u. Schöffe, DW 15, 1445; GB.: nach DRW 1525 (Nassau) belegte und aus Schöff(e) und en (Suff.) sowie Gericht gebildete Bezeichnung für ein neben dem Richter mit Schöffen als Urteilern besetztes Gericht; F.: Schöffengericht, Schöffengerichtes, Schöffengerichts, Schöffengerichte, Schöffengerichten+EW; Z.: Schöf-f-en—ge-rich-t
Schokolade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schokolade, eine Süßigkeit; ne. chocolate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. span. chocolate; E.: s. span. chocolate, M., Schocolate; von Nahuatl chocolatl, Sb., Kakaotrank; L.: Kluge s. u. Schokolade, EWD s. u. Schokolade, DW 15, 1447, Duden s. u. Schokolade; Son.: vgl. nndl. chocolade, Sb., Schokolade; frz. chocolat, M., Schokolade; nschw. choklad, Sb., Schokolade; nnorw. sjokolade, M., Schokolade; poln. czekolada, F., Schokolade; kymr. siocled, M., Schokolade; nir. seacláid, F., Schokolade; lit. šokoladas, M., Schokolade; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Nahuatl aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus Zucker und Milch und Kakaobutter u. a. gemischte Kakaomasse aus dem von Menschen vielleicht seit 5500 Jahren genutzten Kakao; BM.: Kakaotrank; F.: Schokolade, Schokoladen+FW(+EW?); Z.: Schokolad-e
Scholar, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Scholar, Student, Gelehrter; ne. scholar; Vw.: -; Hw.: s. Schüler, Schule; Q.: Anfang 17. Jh.?; I.: Lw. lat. scholāris; E.: s. mnd. schōlāre, scholare, M., Schüler, Student der zu dem geistlichen Stande bestimmt ist, Insasse der Klosterschule, junger Geistlicher, Kleriker der auch als Schreiber dient; lat. scholāris (2), M., zur Schule Gehöriger, Schüler, Student, (348/49-um 413 n. Chr.); vgl. lat. schola, F., Untersuchung, Abhandlung, Vorlesung, Schule; gr. σκολή (skolḗ), F., Lehranstalt, Ort der Muße; s. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888? (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: DW 15, 1448, Duden s. u. Scholar; GB.: vielleicht seit Anfang 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Studenten oder Gelehrten; BM.: halten bzw. Sieg; F.: Scholar, Scholaren+FW; Z.: Scho-l-ar
Scholastik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Scholastik, eine theologisch-philosophische Lehre; ne. scholasticism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. scholasticus, Adj., zur Schule gehörig, rhetorisch, zum Studium der Beredsamkeit gehörig, gelehrt, (23/24-79 n. Chr.); gr. σχολαστικός (scholastikós), Adj., müßig, seine Muße den Wissenschaften widmend; vgl. gr. σχολάζειν (scholázein), V., sich Muße nehmen, sich Zeit nehmen; gr. σκολή (skolḗ), F., Lehranstalt, Ort der Muße; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888? (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: EWD s. u. Scholastik, DW 15, 1449, Duden s. u. Scholastik; Son.: vgl. nndl. scholastiek, Sb., Scholastik; frz. scholastique, F., Scholastik; nschw. skolastik, Sb., Scholastik; nnorw. skolastikk, M., Scholastik; kymr. sgolastigiaeth, F., Scholastik; nir. scolaíochas, M., Scholastik; poln. scholastyka, F., Scholastik; lit. scholastika, F., Scholastik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem Hochmittelalter entstandene sowie theologisch-philosophische kirchliche Dogmen und antike aristotelische Philosophie zu verbinden suchende Lehre; BM.: halten bzw. Sieg; F.: Scholastik+FW(+EW?); Z.: Scho-l-ast-ik
$Scholastiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Scholastiker; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Scholastik, s. er (Suff.); L.: DW 15, 1449, EWD s. u. Scholastik; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Scholastik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger der Scholastik; F.: Scholastiker, Scholastikers, Scholastikern+FW+EW; Z.: Scho-l-ast-ik-er
$scholastisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. scholastisch, Scholastik betreffend; Q.: um 1700; E.: s. Scholast(ik), s. isch; L.: EWD s. u. Scholastik, DW 15, 1449; GB.: seit um 1700 belegte und aus Scholast(ik) und isch gebildete Bezeichnung für Scholastik betreffend; F.: scholastisch, scholastische, scholastisches, scholastischem, scholastischen, scholastischer+FW+EW; Z.: scho-l-ast-isch
$Scholastizismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Scholastizismus, Überbewertung der Scholastik; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. scholasti(sch), s. zismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Scholastik; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus scholasti(sch) und zismus gebildete Bezeichnung für eine einseitige Überbewertung der Scholastik; F.: Scholastizismus+FW; Z.: Scho-l-ast-iz-ism-us
Scholle (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Scholle (F.) (1), Klumpen (M.) von Erde, Eisklumpen; ne. floe, clod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. scholle, sw. F., Scholle (F.) (1); mnd. schulle (1), F., Scholle (F.) (1), Rasenstück, Erdscholle; mnl. scolle, F., Scholle (F.) (1); ahd. skolla*, scolla, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Scholle (F.) (1), Stück, Erdscholle, Erdklumpen; ahd. skollo*, scollo, sw. M. (n), Scholle (F.) (1), Stück, Erdscholle, Erdklumpen; as. -; anfrk. -; germ. *skullō-, *skullōn, *skulla-, *skullan, sw. M. (n), Scholle (F.) (1), Erdscholle; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scholle 1, Kluge s. u. Scholle 1, DW 15, 1453, EWD s. u. Scholle 1, Falk/Torp 459, Duden s. u. Scholle, Bluhme s. u. Scholle 1; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. schol, Sb., Scholle (F.) (1); GB.: (skolla) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein bei dem Pflügen durch die Schar (F.) (2) des Pfluges umgebrochenes etwas größeres Stück (Klumpen) Erde; BM.: schneiden; F.: Scholle, Schollen+EW; Z.: Schol-l-e
Scholle (2), nhd., F., (16. Jh.): nhd. Scholle (F.) (2), Plattfisch; ne. plaice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. scholle, F., Scholle (F.) (2), Plattfisch; mnd. schulle (2), F., Scholle (F.) (2), Plattfisch; Herkunft ungeklärt, Kluge s. u. Scholle; vielleicht gleiche Herkunft wie schulle (1); oder eine Verwandtschaft zu lat. solea, F., Schnürsohle, Sohle, Sandale, Fuß, Plattfisch, Scholle (F.) (2); vgl. lat. solum solum, N., Boden, Fußboden, Fußsohle, Grund; vgl. idg. (*su̯el-) (3), *su̯ol-, *sul-, Sb., Sohle, Grund, Pokorny 1046 (1803/275) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Scholle 2, Kluge s. u. Scholle 2, DW 15, 1455, EWD s. u. Scholle 1, Duden s. u. Scholle; Son.: vgl. nndl. schol, Sb., Scholle (F.) (2); GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und in der Herkunft ungeklärte oder mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Plattfisch mit an der Oberseite olivgrünem bis dunkelbraunem geflecktem und an der Unterseite weißem stark abgeplattetem ovalem Körper; BM.: Sohle bzw. Grund?; F.: Scholle, Schollen+EW?, FW?; Z.: Schol-l-e
Scholli, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. Scholli, ein Ausruf der Bewunderung; ne. oh my!, jolly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. joli, fehlt DW; E.: s. frz. joli, Adj., hübsch; von an. jōl, st. N. (a) Pl., Julfest; germ. *jegwla-, *jegwlam, st. N. (a), Julfest; vgl. idg. *i̯ek-, V., sprechen, Pokorny 503 (748/8) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Scholli, Duden s. u. Scholli; Son.: nur in der Redewendung mein lieber Scholli; vgl. nndl. jolig, Interj.?, Scholli; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ausruf der Bewunderung; BM.: mein Hübscher; F.: Scholli+FW; Z.: Scho-l-l-i
schon, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. schon, bereits; ne. already, yet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: eigentlich Adverb zu schön (s. d.), seit dem 13. Jh. eine eigene Form; L.: Kluge 1. A. s. u. schon, Kluge s. u. schon, DW 15, 1459, EWD s. u. schon, Duden s. u. schon, Bluhme s. u. schon; GB.: seit 9. Jh. als Adverb von schön belegte und seit dem 13. Jh. gegenüber schön verselbständigte Bezeichnung für bereits (um eine Aussage zu bekräftigen); BM.: schauen; F.: schon+EW; Z.: scho-n
schön, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schön, glänzend, hell, durch Aussehen Wohlgefallen erregend; ne. beautiful; Vw.: -; Hw.: s. schonen, schönen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schœne, Adj., schön, herrlich; mnd. schȫne (1), schȫn, schōne, schōn, Adj., schön, hell, klar, herrlich, prächtig, glänzend, strahlend, licht, leuchtend; mnl. scōne, schone, Adj., strahlend, hell, schön; ahd. skōni* (1), scōni, Adj., schön, herrlich, glänzend, gut, lieblich, festlich; as. skôni* (2), Adj., schön, glänzend; anfrk. *skōni (1)?, Adj., schön, herrlich; germ. *skauni-, *skauniz, *skaunja-, skaunjaz, Adj., ansehnlich, schön; s. idg. keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schön, Kluge s. u. schön, EWD s. u. schön, DW 15, 1464, Falk/Torp 465, Heidermanns 488, Duden s. u. schön, Bluhme s. u. schoen; Son.: vgl. afries. skêne, Adj., schön; nfries. schien, Adj., schön; ae. scíene, scīne, scȳne, Adj. (ja), schön, glänzend, hell, wohlgestaltet; an. -; got. skauns, skauneis, Adj. (i/ja), anmutig; nndl. schoon, Adj., sauber, rein; ne. sheen, N., Glanz, Schein; nschw. skön, Adj., schön; nschw. skønn, Adj., schön; GB.: (skōni) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung des Menschen mögliches glänzend oder hell oder durch Aussehen Wohlgefallen erregend; BM.: achten bzw. schauen; F.: schön, schöne, schönes, schönem, schönen, schöner(, schönere, schöneres, schönerem, schöneren, schönerer, schönst, schönste, schönstes, schönstem, schönsten, schönster)+EW; Z.: schö-n
$Schönbartspiel, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Schönbartspiel, ein Maskenspiel; E.: s. schön, s. Bart, s. Spiel; L.: Kluge 1. A. s. u. Schönbartspiel, DW 15, 1488; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schön und Bart und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Maskenspiel; F.: Schönbartspiel, Schönbartspiels, Schönbartspieles, Schönbartspiele, Schönbartspielen+EW; Z.: Schö-n-bart—spiel
schonen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schonen, behutsam behandeln, rücksichtsvoll behandeln; ne. spare (V.), protect (V.); Vw.: -; Hw.: s. schön, schönen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. schōnen, sw. V., schonen, Rücksicht nehmen; mnd. schōnen (1), sw. V., schonen, verschonen, vor Schaden bewahren, rücksichtsvoll behandeln, nicht verletzen, mit Rücksicht behandeln; ahd. skōnen*, scōnen*, sw. V. (1a), verschönen, schmücken, verzieren, ausschmücken; as. -; anfrk. -; germ. *skaunjan, sw. V., verschönen, schmücken; s. idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schonen, Kluge s. u. schonen, DW 15, 1495, EWD s. u. schonen, Heidermanns 488, Duden s. u. schonen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. skona, V., schonen; nnorw. skåne, V., schonen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und wohl für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches behutsam behandeln oder rücksichtsvoll behandeln; BM.: achten bzw. schauen; F.: schonen, schone, schonst, schont, schonest, schonet, schonte, schontest, schonten, schontet, geschont, ##geschont, geschonte, geschontes, geschontem, geschonten, geschonter##, schonend, ###schonend, schonende, schonendes, schonendem, schonenden, schonender###, schon (!)+EW; Z.: scho-n-en
schönen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schönen, schön machen, verschönen; ne. enhance; Vw.: -; Hw.: s. schön, schonen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. schœnen, sw. V., schön machen, verschönen, schmücken, verherrlichen, prangen, schöner werden, leuchten, steigern, erhöhen, läutern, sich brüsten, prahlen; mhd. schanen, sw. V., verschönen, schmücken; mnd. schȫnen, schonen, sw. V., „schönen“, schön machen, glänzend werden, leuchtend werden; ahd. skōnen*, scōnen*, sw. V. (1a), verschönen, schmücken, verzieren; ahd. skōnnōn*, scōnnōn*, sw. V. (2), verschönen, schmücken, glänzend machen; as. -; anfrk. -; germ. *skaunjan, sw. V., verschönen, schmücken; germ. *skaunōn, sw. V., schön machen; idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schön, DW 15, 1495, EWD s. u. schön, Heidermanns 488, 489, Duden s. u. schönen; Son.: vgl. afries. skênia (1), sw. V. (2), schön sein (V.), schön werden, reinigen, säubern ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schönen oder schön machen oder verschönen; BM.: achten bzw. schauen; F.: schönen (!), schöne (!), schönst, schönt, schönest, schönet, schönte, schöntest, schönten, schöntet, geschönt, ##geschönt, geschönte, geschöntes, geschöntem, geschönten, geschönter##, schönend, ###schönend, schönende, schönendes, schönendem, schönenden, schönender###, schön (!)+EW; Z.: schö-n-en
Schoner, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schoner (M.) (2), zweimastiges Segelschiff; ne. schooner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. nndl. schooner; E.: s. nndl. schooner, Sb., Schoner (M.) (2); ne. schooner, N., Schoner (M.) (2); von einem amerikanisch-englischen scoon, V., Steine über das Wasser gleiten lassen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Schoner, Kluge s. u. Schoner 2, EWD s. u. Schoner 2, DW 15, 1506, Duden s. u. Schoner, Bluhme s. u. Schoner; Son.: vgl. nndl. schoener, Sb., Schoner (M.) (2); frz. schooner, M., Schoner (M.) (2); nschw. skonare, Sb., Schoner (M.) (2); nnorw. skonert, M., Schoner (M.) (2); poln. szkuner, M., Schoner (M.) (2); kymr. sgwner, F., Schoner (M.) (2); nir. scúnar, M., Schoner (M.) (2); GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete und jenseits von ne. scoon in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein zweimastiges Segelschiff; BM.: gleiten über Wasser; F.: Schoner, Schoners, Schonern+EW; Z.: Schon-er
$Schoner (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schoner; L.: Kluge s. u. schonen, DW 15, 1506, EWD s. u. schonen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schon(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für (einen schonenden Menschen oder) einen schonenden Gegenstand; F.: Schoner, Schoners, Schonern+EW; Z.: Scho-n-er
$schönfärben, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schönfärben, hell färben; E.: s. schön, s. färben; L.: DW 15, 1507, EWD s. u. Farbe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schön und färben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht etwa seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes hell färben in Gegensatz zu dem schon älteren dunkelfärben; F.: schönfärben, färbe schön, färbst schön, färbt schön, färbest schön, färbet schön, färbte schön, färbtest schön, färbten schön, färbtet schön, schöngefärbt, ##schöngefärbt, schöngefärbte, schöngefärbtes, schöngefärbtem, schöngefärbten, schöngefärbter##, schönfärbend, ###schönfärbend, schönfärbende, schönfärbendes, schönfärbendem, schönfärbenden, schönfärbender###, schönzufärben, ####schönzufärben, schönzufärbend, schönzufärbende, schönzufärbendes, schönzufärbendem, schönzufärbenden, schönzufärbender####, färb schön (!)+EW; Z.: schö-n—fär-b-en
$Schönfärber, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schönfärber, schön Färbender; E.: s. schön, s. Färber; L.: DW 15, 1507, EWD s. u. Farbe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schön und Färber gebildete Bezeichnung für einen hell oder schön Färbenden; F.: Schönfärber, Schönfärbers, Schönfärbern+EW; Z.: Schö-n—fär-b-er
$Schönfärberei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schönfärberei, Gewerbe und Werkstatt eines Schönfärbers, geschönte Darstellung; E.: s. Schönfärber, s. ei; L.: DW 15, 1507, EWD s. u. Farbe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schönfärber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für das Gewerbe und die Werkstatt eines Schönfärbers sowie später auch für eine geschönte Darstellung; F.: Schönfärberei, Schönfärbereien+EW; Z.: Schö-n—fär-b-er-ei
$Schöngeist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schöngeist; E.: s. schön, s. Geist; L.: DW 15, 1508, EWD s. u. schön; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach frz. bel-esprit aus schön und Geist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder der Aufklärung möglichen allem Schönem Verständnis entgegenbringenden Menschen; F.: Schöngeist, Schöngeists, Schöngeistes, Schöngeister, Schöngeistern+EW; Z.: Schö-n—gei-s-t
$schöngeistig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. schöngeistig, schönen Geist habend; Q.: Anfang 19. Jh.?; E.: s. Schöngeist, s. ig; L.: DW 15, 1508, EWD s. u. schön; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schöngeist und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einen schönen Geist habend; F.: schöngeistig, schöngeistige, schöngeistiges, schöngeistigem, schöngeistigen, schöngeistiger(, schöngeistigere, schöngeistigeres, schöngeistigerem, schöngeistigeren, schöngeistigerer, schöngeistigst, schöngeistigste, schöngeistigstes, schöngeistigstem, schöngeistigsten, schöngeistigster)+EW; Z.: schö-n—gei-s-t-ig
$Schönheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schönheit; E.: s. schön, s. heit; L.: Kluge s. u. schön, EWD s. u. schön; GB.: (schœnheit) seit 1120/1130 belegte und aus schön und heit gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen anerkannt Schönsein einer Gegebenheit wie einer Landschaft oder eines Menschen oder einer Entwicklung oder einer Vorstellung; F.: Schönheit, Schönheiten+EW; Z.: Schö-n-hei-t
$schöntun, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. schöntun, schmeicheln, nette Dinge sagen; L.: DW 15, 1525, EWD s. u. schön; F.: schöntun, tue schön, tu schön (!), tust schön, tut schön, tuest schön, tuet schön, tat schön, tatest schön, tatst schön, taten schön, tatet schön, täte schön, tätest schön, täten schön, tätet schön, schöngetan, ##schöngetan, schöngetane, schöngetanes, schöngetanem, schöngetanen, schöngetaner##, schöntuend, ###schöntuend, schöntuende, schöntuendes, schöntuendem, schöntuenden, schöntuender###, schönzutun, ####schönzutun, schönzutuend, schönzutuende, schönzutuendes, schönzutuendem, schönzutuenden, schönzutuender####, tu schön (!)+EW; Z.: schö-n—tu-n
$Schonung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schonung, Rücksicht; E.: s. schon(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schonen, DW 15, 1525, EWD s. u. schonen; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus schon(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein Schonen (N.) und ein gegen Wildverbiss eingezäuntes Gelände mit jungen Bäumen in einem Wald; F.: Schonung, Schonungen+EW; Z.: Scho-n-ung
$schonungslos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schonungslos, rücksichtslos, hart; E.: s. Schonung, s. s, s. los; L.: DW 15, 1525, EWD s. u. schonen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schonung und s sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches rücksichtslos oder hart; F.: schonungslos, schonungslose, schonungsloses, schonungslosem, schonungslosen, schonungsloser(, schonungslosere, schonungsloseres, schonungsloserem, schonungsloseren, schonungsloserer, schonungslosest, schonungsloseste, schonungslosestes, schonungslosestem, schonungslosesten, schonungslosester)+EW; Z.: scho-n-ung-s—lo-s
$Schonzeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schonzeit; E.: s. schon(en), s. Zeit; L.: DW 15, 1527, EWD s. u. schonen; GB.: nach DRW 1715 belegte und aus schon(en) und Zeit gebildete Bezeichnung vor allem für die Zeit in der Wild zu seiner Schonung nicht gejagt werden darf; F.: Schonzeit, Schonzeiten+EW; Z.: Scho-n—zei-t
Schopf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schopf, Kopfhaar, Haupthaar; ne. shock (N.) of hair; Vw.: -; Hw.: s. Schaub; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. schopf (1), st. M., Schopf, Kopf, Schweif, Kopfhaar, Haarbüschel, Vorderkopf; ahd. *skopf? (5), *scoph?, st. M. (a?, i?), Schopf, Haarschopf; as. -; anfrk. -; germ. *skufta, Sb., Haar (N.), Schopf; vgl. idg. *skeup-?, *keup-?, *skeubʰ-?, skeub-?, Sb., Büschel, Schopf, Quaste, Pokorny 956 (1640/112) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schopf, Kluge s. u. Schopf, DW 15, 1527, EWD s. u. Schopf, Falk/Torp 470, Duden s. u. Schopf, Bluhme s. u. Schopf; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. skopt, st. N. (a), Locke, Haupthaar; got. skuft, st. N. (a)?, Haupthaar; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Haar auf dem Kopf (Kopfhaar) oder dem Haupt (Haupthaar); BM.: Büschel; F.: Schopf, Schopfes, Schopfs, Schöpfe, Schöpfen+EW; Z.: Schopf
schöpfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schöpfen (V.) (2), herausschöpfen, erschaffen (V.), schaffen; ne. scoop (V.), create; Vw.: s. er-; Hw.: s. Schoppen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schepfen, sw. V., schöpfen (V.) (2); mnd. scheppen (2), schepen, sw. V., schöpfen (1), herausschöpfen; ahd. skepfen, scephen, st. V. (6), sw. V. (1a), schöpfen (V.) (2), schaffen, bewirken, erschaffen, wirken, formen, gestalten, ausrichten, ordnen; as. skėppian* (2), sw. V. (1a), schöpfen (V.) (1); anfrk. -; germ. *skapjan, st. V., schöpfen (V.) (2), schaffen; germ. *skapjan, sw. V., schöpfen (V.) (2); idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931?; idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. schöpfen, Kluge s. u. schöpfen, DW 15, 1535, EWD s. u. schöpfen, Falk/Torp 450, Seebold 406, Duden s. u. schöpfen, Bluhme s. u. schoepfen; Son.: die Bedeutung erschaffen kommt wohl von schaffen, die Bedeutung herausschöpfen von Schaff; vgl. afries. skeppa (2), sw. V. (1), schöpfen (V.) (2); afries. skeppa (1), st. V. (6), schaffen, verschaffen, machen, bestimmen; saterl. scepa, V., schaffen, machen; ae. scieppan, scippan, scyppan, sceppan, st. V. (6), schaffen, bilden, machen, anordnen, bestimmen; an. skepja, sw. V. (1), schaffen, bestimmen, einrichten; got. skapjan, unr. st. V. (6), schaffen; nndl. scheppen, V., schöpfen; nschw. skapa, V., erschaffen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (etwas) (er)schaffen (V.) beziehungsweise eine Flüssigkeit entnehmen (herausschöpfen); BM.: schneiden; F.: schöpfen, schöpfe, schöpfst, schöpft, schöpfest, schöpfet, schöpfte, schöpftest, schöpften, schöpftet, geschöpft, ##geschöpft, geschöpfte, geschöpftes, geschöpftem, geschöpften, geschöpfter##, schöpfend, ###schöpfend, schöpfende, schöpfendes, schöpfendem, schöpfenden, schöpfender###, schöpf (!)+EW; Z.: schöpf-en
$Schöpfer (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schöpfer, Schöpfender, Erschaffender; E.: s. schöpf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schöpfer, Kluge s. u. schöpfen, schaffen, DW 15, 1548, EWD s. u. schaffen, Duden s. u. Schöpfer; GB.: (schepfære) 1120/1130 belegte und aus schöpf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen beispielsweise die Welt Erschaffenden; F.: Schöpfer, Schöpfers, Schöpfern+EW; Z.: Schöpf-er
$Schöpfer (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schöpfer; E.: s. schöpf(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. schöpfen, DW 15, 1548; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schöpf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen etwas schaffenden oder schöpfenden Menschen und ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für das Schöpfen einer Flüssigkeit; F.: Schöpfer, Schöpfers, Schöpfern+EW; Z.: Schöpf-er
$schöpferisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schöpferisch, als Schöpfer handelnd, erschaffend; E.: s. Schöpfer, s. isch; L.: DW 15, 1553, EWD s. u. schaffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schöpfer und isch gebildete Bezeichnung für als Schöpfer handelnd; F.: schöpferisch, schöpferische, schöpferisches, schöpferischem, schöpferischen, schöpferischer(, schöpferischere, schöpferischeres, schöpferischerem, schöpferischeren, schöpferischerer, schöpferischst, schöpferischste, schöpferischstes, schöpferischstem, schöpferischsten, schöpferischster)+EW; Z.: schöpf-er-isch
$Schöpfkelle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schöpfkelle, ein Schöpfgerät; E.: s. schöpf(en), s. Kelle; L.: DW 15, 1555, EWD s. u. Kelle; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schöpf(en) und Kelle gebildete Bezeichnung für ein kleines von Menschen entwickeltes und verwendetes Schöpfgerät; F.: Schöpfkelle, Schöpfkellen+EW; Z.: Schöpf—kel-l-e
$Schöpfung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schöpfung, Erschaffung; E.: s. schöpf(en), s. ung; L.: DW 15, 1558, EWD s. u. schaffen; GB.: (schepfunge) vor 1326 belegte und aus schöpf(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Erschaffung beispielsweise der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit, F.: Schöpfung, Schöpfungen+EW; Z.: Schöpf-ung
schoppen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. schoppen, stopfen, in etwas dicht hineinschieben, zwängen; ne. stuff (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schoppen, sw. V., stopfen; mhd. schopfen (1), schoppen, sw. V., schoppen, stopfen, voll stopfen mit, dichten (V.) (2); ahd. skobbōn*, scobbōn*, skoppōn*, scoppōn*, sw. V. (2), beladen (V.), stopfen, vollstopfen, schoppen, vollpfropfen, beschmutzen; letztlich Intensivbildung zu schieben (s. d.); L.: Kluge s. u. schoppen, DW 15, 1565, Duden s. u. schoppen; GB.: um 765 belegte und mit schieben verbindbare Bezeichnung für stopfen; BM.: schieben; F.: schoppen, schoppe, schoppst, schoppt, schoppest, schoppet, schoppte, schopptest, schoppten, schopptet, geschoppt, ##geschoppt, geschoppte, geschopptes, geschopptem, geschoppten, geschoppter##, schoppend, ###schoppend, schoppende, schoppendes, schoppendem, schoppenden, schoppender###, schopp (!)+EW; Z.: schopp-en
Schoppen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schoppen, ein Getränkemaß, ein Glas, ein Hohlmaß von ungefähr einem halben Liter; ne. half a pint; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. chopine; E.: s. frz. chopine, F., Weinflasche; mnd. schōpe (2), schoͤpe, schoype, schoupe, schupe, F., Schöpfkelle, Mauerkelle, Füllkelle der Brauer; mnd. scheppen (2), schepen, sw. V., schöpfen (1), herausschöpfen; as. skėppian* (2), sw. V. (1a), schöpfen (V.) (1); germ. *skapjan, sw. V., schöpfen (V.) (1); s. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931?; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schoppen, Kluge s. u. Schoppen, DW 15, 1565, EWD s. u. Schoppen, Duden s. u. Schoppen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ungefähr einen halben Liter umfassendes Hohlmaß für Getränke; BM.: schöpfen bzw. schneiden; F.: Schoppen, Schoppens+EW; Z.: Schop-p-en
Schöps, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schöps, Schaf, Hammel, verschnittener Schafbock; ne. wether; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. schopz, schöpz, st. M., sw. M., Schöps, Hammel; mnd. schöps, M., Schöps, Hammel, verschnittener Schafbock; tschech. skipec, M., verschnittener Schafbock, vgl. tschech. skopiti, V., verschneiden; L.: Kluge 1. A. s. u. Schöps, Kluge s. u. Schöps, DW 15, 1569, EWD s. u. Schöps, Duden s. u. Schöps, Bluhme s. u. Schoeps; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen verschnittenen Schafbock; BM.: verschneiden; F.: Schöps, Schöpses, Schöpse, Schöpsen+FW; Z.: Schöp-s
Schorf, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schorf, rauhe Rinde, Grind, ein abgestorbenes Hautgewebe; ne. scab (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schorf, st. M., Schorf; mnd. schorf (1), scharf, M., Schorf, Grind, Rinde, Krätze, Räude, Tölpel, Dummkopf; mnl. scorf, scorft, M., Schorf; ahd. skorf*, skurf*, scorf*, scurf*, st. M. (a)?, Schorf, Grind, Krätze (F.) (2); as. -; anfrk. -; germ. *skurfa-, *skurfaz, st. M. (a), Schorf, Grind; s. idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schorf, Kluge s. u. Schorf, DW 15, 1575, EWD s. u. Schorf, Falk/Torp 457, Duden s. u. Schorf, Bluhme s. u. Schorf; Son.: vgl. afries. -; ae. scurf, sceorf (1), scruf, scyrf, st. M. (a), Schorf, Grind, Krätze (F.) (2); an. -; got. -; nschw. skorv, Sb., Schorf; GB.: (skorf) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches krustenartig eingetrocknetes und abgestorbenes Hautgewebe; BM.: schneiden; F.: Schorf, Schorfes, Schorfs, Schörfe, Schörfen+EW; Z.: Schor-f
$schorfig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schorfig, Schorf betreffend; E.: s. Schorf, s. ig; L.: Kluge s. u. Schorf, DW 15, 1577, EWD s. u. Schorf; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schorf und ig gebildete Bezeichnung für Schorf betreffend; F.: schorfig, schorfige, schorfiges, schorfigem, schorfigen, schorfiger(, schorfigere, schorfigeres, schorfigerem, schorfigeren, schorfigerer, schorfigst, schorfigste, schorfigstes, schorfigstem, schorfigsten, schorfigster)+EW; Z.: schor-f-ig
Schorle, nhd., F., N., (20. Jh.): nhd. Schorle, Schorlemorle, gespritzter Fruchtsaft; ne. spritzer; Vw.: s. -morle; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.); E.: Abkürzung von Schorlemorle (s. d.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Schorle; GB.: seit dem 20. Jh. durch Abkürzung entstandene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Mischgetränk aus Mineralwasser und einem Fruchtsaft; BM.: ?; F.: Schorle, Schorlen+EW?; Z.: Schorl-e-
Schorlemorle, nhd., F., N., (18. Jh.): nhd. Schorlemorle, Schorle, gespritzter Fruchtsaft; ne. spritzer; Vw.: -; Hw.: s. Schorle; Q.: 1740; E.: wohl von einem mundartlichen schuren, V., sprudeln; vielleicht verwandt mit pers. shôr, Sb., Gemisch; L.: Kluge s. u. Schorlemorle, fehlt DW, EWD s. u. Schorlemorle, Duden s. u. Schorlemorle; GB.: seit 1740 belegte und wohl aus einem mundartlichen schuren gebildete und vielleicht mit dem Persischen verbindbare Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Mineralwasser und einem Fruchtsaft; BM.: ?; F.: Schorlemorle, Schorlemorlen+EW?; Z.: Schorl-e-morl-e
Schornstein, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schornstein, Kamin; ne. chimney; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. schorstein, schornstein, schürstein, st. M., Schornstein; mnd. schorēnstēn*, schornstēn, schornstein, M., Schornstein; mnd. schorstēn, schorstein, scharstēn, starstein, M., Schornstein, Kamin, Herdstätte, Feuerstätte; mnl. schoorsteen, scoorsteen, M., Schornstein; ahd.? skorstein*, skorenstein*, st. M. (a), Schornstein, Kamin; vgl. germ. skurōn, Sb., Stütze?; ahd. stein, st. M. (a), Stein, Fels, Steinblock; as. stên, st. M. (a), Stein, Fels; anfrk. stein, stēn*, st. M. (a), Stein; germ. *staina-, *stainaz, st. M. (a), Stein; idg. *stāi-, *stī̆-, sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schornstein, Kluge s. u. Schornstein, DW 15, 1579, EWD s. u. Schornstein, Duden s. u. Schornstein, Bluhme s. u. Schornstein; Son.: vgl. nndl. schoorsteen, Sb., Schornstein; nschw. skorstein, Sb., Schornstein; nnorw. skorstein, M., Schornstein; GB.: (skorstein) seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. caminus gebildete Bezeichnung für einen über das Dach hinausragenden oder auch freistehend senkrecht hochgeführten Abzugsschacht für die Rauchgase einer Feuerungsanlage; BM.: Stütze bzw. drängen; F.: Schornstein, Schornsteins, Schornsteines, Schornsteine, Schornsteinen+EW; Z.: Schorn—stei-n
$Schornsteinfeger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schornsteinfeger, Kaminkehrer; E.: s. Schornstein, s. Feger; L.: DW 15, 1581, EWD s. u. Schornstein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schonstein und Feger gebildete Bezeichnung für einen zwecks Verhütung von Bränden zunächst wohl in Städten entwickelten Kaminkehrer; F.: Schornsteinfeger, Schornsteinfegers, Schornsteinfegern+EW; Z.: Schorn—stei-n—feg-er
Schoß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schoß (M.) (1), Hüftteil; ne. lap (N.), womb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. schōze, st. F., sw. F., Schoß (M.) (1), Kleiderschoß, Schoßrüstung; mhd. schōz, st. M., st. N., Schoß (M.) (1); mnd. schōt, schōte, scōt, M., F., Schoß (M.) (1), Schoß (M.) (1) der Kleidung oder Rüstung, Schoß (M.) (1) des menschlichen Körpers, Mutterleib; mnl. schoot, scoot, M., Schoß; ahd. skōza*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schoß (M.) (1), Rockschoß, Kleiderzipfel; ahd. skōzo*, scōzo*, sw. M. (n), Schoß (M.) (1); ahd. skōz* (1), scōz, st. M. (a?, i?), Schoß (M.) (1); as. -; anfrk. *skot (2)?, Sb., Schoß (M.) (1); germ. *skauta-, Sb., Zipfel, Keil, Ecke, Schoß (M.) (1); s. idg. skeud- (2), keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955 (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.), slaw.; vgl. idg. sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schosz 3, Kluge s. u. Schoß 1, DW 15, 1583 (Schosz), EWD s. u. Schoß 1,Falk/Torp 468, Duden s. u. Schoß, Bluhme s. u. 2; Son.: vgl. afries. skât, M., Schoß (M.) (1), Rockschoß; nnordfries. skut; ae. scéat, st. M. (a), Schoß (M.) (1), Ecke, Winkel, Spitze, Bucht; an. skaut, st. N. (a), Ecke, Zipfel, Schoß (M.) (1); got. skauts, skaut, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Zipfel, Schoß (M.) (1), Saum (M.) (1); nndl. schoot, Sb., Schoß; nschw. sköte, N., Schoß; nisl. skaut, N., Schoß; GB.: (skōza) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die weibliche Schamgegend und davon abgeleitet die bei dem Sitzen durch Unterleib und Oberschenkel gebildete Vertiefung (Hüftteil); BM.: werfen; F.: Schoß, Schoßes, Schöße, Schößen+EW; Z.: Scho-ß
Schoss (1), nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Schoss (M.) (1), Schössling; ne. sapling, sprig (N.), shoot (N.); Vw.: -; Hw.: s. schießen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. schōz, sw. M., st. M., sw. F., st. F., st. N., Schoß (M.) (1), Schössling, Kleiderschoß, Rockschoß; ahd. erdskozza*, erdscozza, st. F. (ō), Schössling, Rebschoss; vgl. ahd. skiozan*, sciozan, st. V. (2b), schießen, schleudern, treffen, Pfeile schießen, Pfeile schleudern, dringen, fliegen, kämpfen; germ. *skeutan, st. V., schießen; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schosz 1, Kluge s. u. Schoß 2, DW 15, 1595 (Schosz), EWD s. u. Schoß 2, Duden s. u. Schoss, Bluhme s. u. Geschoss; Son.: vgl. nschw. skott, N., Schössling; GB.: (erdskozza) seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Pflanzenschössling; BM.: schießen; F.: Schoss, Schosses, Schosse, Schossen+EW; Z.: Scho-ss
Schoss (2), nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Schoss (M.) (2), Steuer (F.), Abgabe; ne. tax (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunden); E.: s. mhd. schoz (1), st. M., Schoß (M.) (2), Abgabe, Geldabgabe, Steuer (F.); mnd. schot (5), schoit, N., Schoß (M.) (3), Abgabe, Beitrag zur Bestreitung gemeinsamer Ausgaben, städtische Steuer (F.); vgl. ahd. skiozan*, sciozan, st. V. (2b), schießen, schleudern, treffen, Pfeile schießen, Pfeile schleudern, dringen, fliegen, kämpfen; germ. *skeutan, st. V., schießen; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schosz 2, Kluge s. u. Schoß 3, Duden s. u. Schoss; Son.: vgl. nndl. schot, Sb., Schoß (M.) (2), Abgabe; GB.: seit um 1170 belegte und mit schießen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach Entwicklung und Verwendung von Geld mögliche Abgabe; BM.: schießen; F.: Schoss, Schosses, Schosse, Schossen, Schösse, Schössen+EW; Z.: Scho-ss
$Schoßhund, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schoßhund, zierlicher Hund; E.: s. Schoß, s. Hund; L.:, DW 15, 1602 (Schoszhund), EWD s. u. Schoß 1; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Schoß und Hund gebildete Bezeichnung für einen häufig auf den Schoß genommenen zierlichen Hund; F.: Schoßhund, Schoßhundes, Schoßhunds, Schoßhunde, Schoßhunden+EW; Z.: Scho-ß—hun-d
$Schoßkind, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schoßkind; L.: fehlt DW (dort nur Schoszjünger), EWD s. u. Schoß 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schoß und Kind gebildete Bezeichnung für ein oft auf den Schoß genommenes Kind; F.: Schoßkind, Schoßkindes, Schoßkinds, Schoßkinder, Schoßkindern+EW; Z.: Scho-ß—kin-d
$Schössling, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schössling, hochgewachsener Pflanzenspross; E.: s. Schoss, s. ling; L.: Kluge s. u. Schoss 2, DW 15, 1604 (zweimal Schöszling), EWD s. u. Schoß 2, Bluhme s. u. Schoessling; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Schoss und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Pflanzen möglichen hochgewachsenen Pflanzenspross; F.: Schössling, Schösslings, Schösslinge, Schösslingen+EW; Z.: Schö-ss-ling
Schot, nhd., F.: nhd. Schot; Vw.: s. Schote (2)
Schote (1), nhd., F., (11. Jh.): nhd. Schote (F.) (1), Samenhülle; ne. pod (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schōte, sw. F., Schote (F.) (1); mnd. schōde (1), N., Schote (F.) (1), Hülse, Samengehäuse von Pflanzen; ahd. skōta*, scōta*, sw. F. (n), Schote (F.) (1); as. -; anfrk. -; germ. skaudō, Sb., Scheide, Schote (F.) (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Schote 1, Kluge s. u. Schote 1, EWD s. u. Schote, DW 15, 1606, Falk/Torp 468, Duden s. u. Schote, Bluhme s. u. Schote 1; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. skauð (1), st. F. (ō), Schwertscheide; got. skaudaraip, st. N. (a)?, st. M. (a)?, Riemen (M.) (1), Schuhriemen; GB.: (skōta*) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für eine längliche Kapselfrucht oder eine Samenhülle aus zwei miteinander verwachsenen Fruchtblättern und mehreren Samen an einer Mittelwand; BM.: Umhüllung?; F.: Schote, Schoten+EW; Z.: Schot-e
Schote (2), Schot, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schote (F.) (2), Schot, ein Tau (N.); ne. rope (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. mnd. schōte (1), F., Schote, Tau (N.) an der unteren Ecke des Segels um dieses zu spannen; ae. scéata, sw. M. (n), Ecke, Winkel, Busen, Schoß (M.) (1), Segelschote, Tau (N.); vgl. ae. scéat, st. M. (a), Schoß (M.) (1), Ecke, Winkel, Spitze, Bucht; germ. *skauta-, Sb., Zipfel, Keil, Ecke, Schoß (M.) (1); s. idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955; vgl. idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schote 2, Kluge s. u. Schot(e) 2, DW 15, 1607, EWD s. u. Schot(e), Duden s. u. Schot, Schote, Bluhme s. u. Schote 2; Son.: vgl. an. skaut, st. N. (a), Ecke, Zipfel, Schoß (M.) (1); GB.: seit Anfang 18. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das seit Entwicklung von Segelschiffen ein Segel in die richtige Stellung zu einem (günstigen) Wind bringende Tau (N.); BM.: werfen; F.: Schot, Schote, Schoten+EW; Z.: Scho-t-e
Schott, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schott, Scheidewand; ne. chott, shott; Vw.: -; Hw.: ; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. schot (3), N., Schott, Riegel, Verschluss, Falltüre, Schiebetüre, Holzwand; von schießen (s. d.); L.: Kluge s. u. Schott, DW 15, 1607, EWD s. u. Schott, Bluhme s. u. Schott; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit schießen verbindbare Bezeichnung für eine Scheidewand in einem Rumpf eines Schiffes; BM.: ?; F.: Schott, Schotts, Schottes, Schotten+EW; Z.: Scho-t-t
Schotte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schotte, Milchwasser, Molke, Käsewasser; ne. whey; Vw.: -; Hw.: s. Schotten; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schotte, sw. M., Molke, Quark; ahd. skotto*, scotto, sw. M. (n), Schotte (M. bzw. F.), Milchwasser, Molke, Quark, Topfen; lat. excoctio, F., Auskochen; vgl. lat. excoquere, V., auskochen, auschmelzen; lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798; L.: Kluge s. u. Schotte, DW 15, 1610, Duden s. u. Schotte; GB.: (skotto) seit Mitte 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich sich wohl bei einem Gerinnen von Milch absondernde grünlich gelbe nur noch geringe Mengen von Eiweiß enthaltende Flüssigkeit (Milchwasser); BM.: aus, kochen; F.: Schotte+FW(+EW); Z.: Schot-t-e
$Schotten, nhd. (dial.), M., (9. Jh.): nhd. Schotten, Molke, Käsewasser; ne. whey; Vw.: -; Hw.: -s. Schotte; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); L.: EWD s. u. Zieger, DW 15, 1611 (Schotten); Son.: bair.-öster.; GB.: (skotto) seit Mitte 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich sich wohl bei einem Gerinnen von Milch absondernde grünlich gelbe nur noch geringe Mengen von Eiweiß enthaltende Flüssigkeit (Milchwasser); F.: Schotten, Schottens+FW; Z.: Schot-t-en
Schotter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schotter, Geröll; ne. gravel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schutt, schütten; Q.: um 1800; E.: regionale Variante von Schutt (s. d.); L.: Kluge s. u. Schotter, EWD s. u. Schotter, DW 15, 1613, Duden s. u. Schotter, Bluhme s. u. Schotter; GB.: seit um 1800 belegte und mit Schutt und schütten verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich sich an Halden und in Bachbetten und Flussbetten ablagernde große Masse von kleinen Steinen (Geröll); BM.: schütteln; F.: Schotter, Schotters, Schottern+EW; Z.: Scho-t-t-er
$schottern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schottern; E.: s. Schotter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schotter, DW 15, 1613?, EWD s. u. Schotter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schotter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für durch den Menschen mögliches mit Schotter versehen (V.); F.: schottern (!), schottere, schotter (!), schotterst, schottert, schotterte, schottertest, schotterten, schottertet, geschottert, geschotterte, geschottertes, geschottertem, geschotterten, geschotterter, schotternd, schotterndes, schotterndem, schotternden, schotternder+EW; Z.: scho-t-t-er-n
schraffieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schraffieren, mit einer Schraffur versehen (V.); ne. hatch (V.), shade (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mnl. schrafferen, it. sgraffiare; E.: s. mnl. schrafferen, sw. V., schraffieren; it. sgraffiare, V., kratzen, stricheln; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. schraffieren, Kluge s. u. schraffieren, DW 15, 1618, EWD s. u. schraffieren, Duden s. u. schraffieren, Bluhme s. u. schraffieren; Son.: vgl. nschw. skraffera, V., schraffieren; nnorw. skravere, V., schraffieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen und mittelbar dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für mit einer Schraffur versehen (V.); BM.: kratzen; F.: schraffieren, schraffiere, schraffierst, schraffiert, schraffierest, schraffieret, schraffierte, schraffiertest, schraffierten, schraffiertet, ##schraffiert, schraffierte, schraffiertes, schraffiertem, schraffierten, schraffierter##, schraffierend, ###schraffierend, schraffierende, schraffierendes, schraffierendem, schraffierenden, schraffierender###, schraffier (!)+FW+EW; Z.: schraff-ier-en
$Schraffierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schraffierung, Schraffur; E.: s. schraffier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schraffieren, DW 15, 1618; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schraffier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Gesamtheit vieler feiner in gleichem Abstand nebeneinander gesetzter Striche die eine Fläche aus einer Umgebung herausheben; F.: Schraffierung, Schraffierungen+FW+EW; Z.: Schraff-ier-ung
$Schraffur, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schraffur, Schraffierung, Gesamtheit vieler feiner in gleichem Abstand nebeneinander gesetzter Striche die eine Fläche aus einer Umgebung herausheben; L.: Kluge s. u. schraffieren, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schraff(ieren) und ur (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Gesamtheit vieler feiner in gleichem Abstand nebeneinander gesetzter Striche die eine Fläche aus einer Umgebung herausheben; F.: Schraffur, Schraffuren+FW; Z.: Schraff-ur
schräg, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schräg, schief, ungewöhnlich; ne. slant, skewed, weird; Vw.: -; Hw.: s. schränken, Schragen; Q.: 16. Jh.; E.: Variante zu schränken (s. d.); mhd. schrege, schrage, Adj., schräg; germ. *skregja-, *skregjaz, Adj., schräg; idg. skrek-, krek-, V., Adj., drehen, biegen, schräg, Pokorny 935; vgl. idg. sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schräg, Kluge s. u. schrägDW 15, 1618, EWD s. u. schräg, Falk/Torp 472, Duden s. u. schräg, Bluhme s. u. schraeg; Son.: vgl. ahd. skregibant, scregibant, st. N. (a), Schrägband, Haarband; ahd. skregihōrī, scregihōrī, st. F. (ī), Schrägheit; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches schief oder später auch ungewöhnlich; BM.: drehen bzw. biegen?; F.: schräg, schräge, schräges, schrägem, schrägen, schräger(, schrägere, schrägeres, schrägerem, schrägeren, schrägerer, schrägst, schrägste, schrägstes, schrägstem, schrägsten, schrägster)+EW; Z.: schrä-g
Schrage, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Schrage, Schragen, auf kreuzweise verschränkten hölzernen Füßen schräg stehendes Gestell; ne. saltire; Vw.: -; Hw.: s. Schragen, schräg, schränken; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. schrage, sw. M., Schragen, Holzgestell, Tischgestell, Gestell, Tribüne, Haspel, Winde, Fischnetz; mnd. schrāge (2), schrage, M., Schragen, Seitenstütze, Strebepfahl, Gestell aus kreuzweise gestellten Beinen, Bock, Dreibein; ahd., *skrago?, *scrago?, sw. M. (n), Schragen; germ. *skragō-, *skragōn, *skraga-, *skragan, sw. M. (n), Schräge; vgl. idg. *skrek-, *krek-, V., Adj., drehen, biegen, schräg, Pokorny 935; s. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 15, 1620, Duden s. u. Schrage; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen in verschiedener Funktion entwickeltes und verwendetes auf kreuzweise verschränkten hölzernen Füßen schräg stehendes Gestell; BM.: drehen bzw. schräg; F.: Schrage, Schragen+EW; Z.: Schra-g-e
$Schräge, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schräge; L.: Kluge s. u. schräg, EWD s. u. schräg; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schräg und e (Suff.) gebildete geneigte Linie oder Fläche; F.: Schräge, Schrägen+EW; Z.: Schrä-g-e
Schragen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schragen, Schrage, schräg stehendes Holzgestell; ne. saltire; Vw.: -; Hw.: s. Schrage, schräg, schränken; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. schrage, sw. M., „Schragen“, Holzgestell, Tischgestell, Gestell, Tribüne, Haspel, Winde, Fischnetz; mnd. schrāge (2), schrage, M., „Schragen“, Seitenstütze, Strebepfahl, Gestell aus kreuzweise gestellten Beinen, Bock, Dreibein; ahd., *skrago?, *scrago?, sw. M. (n), Schragen; germ. *skragō-, *skragōn, *skraga-, *skragan, sw. M. (n), Schräge; vgl. idg. *skrek-, *krek-, V., Adj., drehen, biegen, schräg, Pokorny 935; s. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schräg, DW 15, 1620, Duden s. u. Schrage; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen in verschiedener Funktion entwickeltes und verwendetes auf kreuzweise verschränkten hölzernen Füßen stehendes Gestell; BM.: drehen bzw. schräg; F.: Schragen, Schragens+EW; Z.: Schra-g-en
$schrägen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schrägen, schräg machen; Vw.: s. ab-; E.: s. schräg, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schräg, DW 15, 1624, EWD s. u. schräg; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus schräg und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes schräg machen; F.: schrägen, schräge (!), schrägst, schrägt, schrägest, schräget, schrägte, schrägtest, schrägten, schrägtet, geschrägt, ##geschrägt, geschrägte, geschrägtes, geschrägtem, geschrägten, geschrägter##, schrägend, ###schrägend, schrägende, schrägendes, schrägendem, schrägenden, schrägender###, schräg (!)+EW; Z.: schrä-g-en
Schramme, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schramme, Beschädigung, Hautverletzung; ne. scratch (N.), graze (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1283 (Lohengrin); E.: mhd. schramme, sw. F., Schramme, Hautwunde, Fleischwunde; mhd. schram (1), st. F., Schramme, Hautwunde, Fleischwunde; mnd. schramme, F., „Schramme“, Hautritzung, Streifwunde, Schmarre; mnd. schram, M., Ritze, Kerbe, Wunde, Schmarre, Schmiss (studentisch), vernarbte Stelle, Narbe; mnl. scramme, F., Schramme; weitere Herkunft unklar; vielleicht von germ. *skremman, st. V., schrumpfen, zusammenziehen; s. idg. *sker- (1), *ker- (8), V., Sb., Adj., schrumpfen, runzeln, Schorf, Kruste, vertrocknet, mager, Pokorny 933 (1622/94) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); oder von germ. *skrēmō, st. F. (ō), Axt, Schramme; idg. *skrēm-, *krēm-, *skrəm-, *krəm-, V., schneiden, schrammen, Pokorny 945; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938; L.: Kluge 1. A. s. u. Schramme, Kluge s. u. Schramme, DW 15, 1626, EWD s. u. Schramme, Falk/Torp 471, Duden s. u. Schramme, Bluhme s. u. Schramme; Son.: vgl. an. skrāma (1), sw. F. (n), Wunde, Schramme; nndl. schram, Sb., Schramme; nschw. skråma, Sb., Schramme; nnorw. skramme, M., F., Schramme; kymr. cramen, F., Schorf; GB.: (schramme) seit 1283 belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Beschädigung oder Verletzung einer Oberfläche; BM.: Kruste bzw. schneiden?; F.: Schramme, Schrammen+EW; Z.: Schra-m-m-e
Schrammelmusik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schrammelmusik, eine Wiener Volksmusikgattung; ne. Schrammelmusic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: das Vorderglied leitet sich von den Wiener Musikern Johann und Josef Schrammel die 1877 das Quartett D’Schrammeln gründeten; für das Hinterglied s. Musik; L.: Kluge s. u. Schrammelmusik, Duden s. u. Schrammelmusik, Bluhme s. u. Schrammelmusik; Son.: vgl. nndl. schrammelmusik, Sb., Schrammelmusik; frz. schrammelmusik, F., Schrammelmusik; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem PN Schrammel und Musik gebildete Bezeichnung für eine volkstümliche Wiener Musik; BM.: Muse bzw. streben oder denken; F.: Schrammelmusik+EW?+FW; Z.: Schram-m-el—mu-s-ik
$schrammen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schrammen, Schramme machen; E.: s. Schramm(e), s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schramme, DW 15, 1629, EWD s. u. Schramme; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Schramm(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung wohl für eine Schramme machen; F.: schrammen, schramme (!), schrammst, schrammt, schrammest, schrammet, schrammte, schrammtest, schrammten, schrammtet, geschrammt, ##geschrammt, geschrammte, geschrammtes, geschrammtem, geschrammten, geschrammter##, schrammend, ###schrammend, schrammende, schrammendes, schrammendem, schrammenden, schrammender###, schramm (!)+EW; Z.: schra-m-m-en
Schrank, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schrank, Kasten (M.); ne. cupboard; Vw.: -; Hw.: s. Schank (2), Schranke, Schranken; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. schranc, st. M., Betrug, Schranke; mnd. schrank, N., Schrank, Einfriedung von Mauerwerk, Schranke, Gitter, Altarschranke, Chorschranke; mnl. scranc, scrancke, M., Schrank; ahd. skrank*, scranc*, st. M. (a)?, Falle, Betrug; as. *skrank?; anfrk. -; germ. *skranka-, *skrankaz, st. M. (a), Schranke, Gitter; vgl. idg. *skrenk-, *krenk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrank, Kluge s. u. Schrank, EWD s. u. Schrank, DW 15, 1631, Falk/Torp 473, Duden s. u. Schrank, Bluhme s. u. Schrank; Son.: vgl. nndl. schrank, Sb., Tragebalken, Untersatz, Schranke; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes höheres kastenartiges und mit Türen versehenes oft verschließbares Möbelstück zu einer Aufbewahrung von Gegenständen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schrank, Schranks, Schrankes, Schränke, Schränken+EW; Z.: Schra-nk
Schranke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schranke, Schranken, Absperrung; ne. bar (N.), bate; Vw.: -; Hw.: s. Schrank, Schranken; Q.: 1230/1240 (Kudrun); E.: s. mhd. schranke, schanke, sw. M., sw. F., Gitter, Zaun, Schranke, Grenze, Verschränkung, Umarmung, Schrank; mnd. schranke (1), sw. F., Absperrung der Reitbahn, Schranke des gehegten Gerichts, Gerichtsschranke; vgl. germ. *skranka-, *skrankaz, st. M. (a), Schranke, Gitter; vgl. idg. *skrenk-, *krenk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schranke, Kluge s. u. Schranke, DW 15, 1633, EWD s. u. Schranke, Duden s. u. Schranke; Son.: vgl. nndl. schrank, Sb., Tragebalken, Untersatz, Schranke; nschw. skrank, N., Schranke; nnorw. skranke, M., Schranke; GB.: (schranke) seit 1230/1240 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Absperrung; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schranke, Schranken+EW; Z.: Schra-nk-e
Schranken, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schranken, Schranke, Absperrung; ne. bar (N.), bate; Vw.: -; Hw.: s. Schrank, Schranke; Q.: 1230/1240 (Kudrun); E.: s. mhd. schranke, schanke, sw. M., sw. F., Gitter, Zaun, Schranke, Grenze, Verschränkung, Umarmung, Schrank; mnd. schranke (1), sw. F., Absperrung der Reitbahn, Schranke des gehegten Gerichts, Gerichtsschranke; vgl. germ. *skranka-, *skrankaz, st. M. (a), Schranke, Gitter; vgl. idg. *skrenk-, *krenk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schranke, DW 15, 1637, Duden s. u. Schranken; Son.: vgl. nndl. schrank, Sb., Tragebalken, Untersatz, Schranke; nschw. skrank, N., Schranke; nnorw. skranke, M., Schranke; GB.: seit 1230/1240 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Absperrung; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schranken, Schrankens+EW; Z.: Schra-nk-en
schränken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schränken, einschränken, verschränken, mit einer Schranke versehen (V.); ne. set (V.), limit (V.); Vw.: -; Hw.: s. schräg, Schragen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. schrenken (1), sw. V., schräg stellen, verschränken, flechten, seitwärts abweichen (V.) (2), übergehen (V.) (1), übergehen zu, legen, spreizen, hinüberschreiten; mnd. schrenken, sw. V., beschränken, behindern, quer und überkreuz setzen, verschränken, kreuzweise übereinandersetzen, kreuzweise verknüpfen; mnl. schrenken, V., zu Fall bringen; ahd. skrenken*, screnken*, sw. V. (1a), fangen, überlisten, ausspreizen; as. -; anfrk. -; wgerm. *skrankjan, sw. V., quer setzen, beschränken; idg. *skrenk-, *krenk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935?; s. idg. *sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schränken, Kluge s. u. schränken, Schranke, DW 15, 1638, EWD s. u. schränken, Falk/Torp 473, Duden s. u. schränken; Son.: vgl. afries. -; ae. scrėncan (1), sw. V. (1), zu Fall bringen, stürzen, täuschen; an. -; got. -; GB.: (skrenken) seit 863-871 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit einer Schranke versehen (V.) oder über Kreuz legen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: schränken (!), schränke (!), schränkst, schränkt, schränkest, schränket, schränkte, schränktest, schränkten, schränktet, geschränkt, ##geschränkt, geschränkte, geschränktes, geschränktem, geschränkten, geschränkter##, schränkend, ###schränkend, schränkende, schränkendes, schränkendem, schränkenden, schränkender###, schränk (!)+EW; Z.: schrä-nk-en
$schrankenlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schrankenlos; E.: s. Schrank(e), s. en (Suff.), s. los; L.: DW 15, 1641, EWD s. u. Schranke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schrank(e) und en (Suff.) sowie los gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches keine Schranken habend; F.: schrankenlos, schrankenlose, schrankenloses, schrankenlosem, schrankenlosen, schrankenloser+EW; Z.: schra-nk-en—lo-s
Schranne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schranne, Gestell einer Bank, Bank (F.) (1), Verkaufsstand; ne. table (N.), bench; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. schranne, sw. F., st. F., Bank (F.) (1), Tisch; mnd. schrange, schranke, F.?, M., Verkaufsstand der Fleischer und Bäcker, abgegrenzter Verkaufsraum des Marktes; ahd. skranna*?, scranna?, sw. F. (n), st. F. (ō), Schranne, Tisch, Bank (F.) (1), Schemel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schranne, DW 15, 1642, Duden s. u. Schranne; Son.: vgl. frz. écran, M., Bildschirm; GB.: (skranna*) seit um 800 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Verkaufsstand; BM.: ?; F.: Schranne, Schrannen+EW; Z.: Schrann-e
Schranz, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Schranz, Riss, Schlitz; ne. slot, slit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. schranz, st. M., Bruch (M.) (1), Riss, Spalte, Spalt, Loch, Scharte; mnl. schrantse, Sb., Riss; vgl. mhd. schrinden, schrinnen, st. V., bersten, sich spalten, Risse bekommen (V.), rissig werden, verletzt sein (V.); ahd. skrintan*, scrintan*, st. V. (3a), sich spalten, aufklaffen, auseinandergehen; germ. *skrendan, st. V., klaffen; s. idg. *skert-, *kert-, *skret-, V., schneiden, Pokorny 941; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schranz, Kluge s. u. Schranz, DW 15, 1644, Duden s. u. Schranz, Bluhme s. u. Schranz; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen dreieckigen Riss oder Schlitz; BM.: schneiden; F.: Schranz, Schranzes, Schränze, Schränzen+EW; Z.: Schra-n-z
Schrapnell, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schrapnell, Kartätsche, ein mit Bleikugeln gefülltes Artilleriegeschoss; ne. shrapnel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. shrapnel; E.: s. ne. shrapnel, N., Schrapnell; nach dem Erfinder Oberst Henry Shrapnel (1761-1842); L.: Kluge s. u. Schrapnell, fehlt DW, EWD s. u. Schrapnell, Duden s. u. Schrapnell, Bluhme s. u. Schrapnell; Son.: vgl. nndl. schrapnel, Sb., Schrapnell; frz. shrapnel, M., Schrapnell; nschw. shrapnel, Sb., Schrapnell; nnorw. shrapnel, M., Schrapnell; poln. szrapnel, M., Schrapnell; kymr. shrapnel, M., Schrapnell; nir. srapnal, M., Schrapnell; GB.: seit 19. Jh. belegte nach dem PN des Erfinders gebildete und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein mit Bleikugeln gefülltes Artilleriegeschoss; BM.: PN (nach dem Erfinder); F.: Schrapnell, Schrapnells, Schrapnelle, Schrapnellen+FW; Z.: Schrapnell
schrappen, nhd. (dial.), sw. V., (14. Jh.): nhd. schrappen, raspeln, kratzen, schaben; ne. scrape (V.); Vw.: -; Hw.: s. schrubben, Schrippe; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. schrāpen (1), schrappen, sw. V., scharren, kratzen, scheren, schaben, kratzend säubern; germ. *skrapjan, sw. V., schröpfen; germ. *skrapōn, sw. V., scharren, kratzen, schaben; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schrappen, Kluge s. u. schrappen, DW 15, 1648, Duden s. u. schrappen, Bluhme s. u. schrappen; Son.: s. ahd. skripfen, scriphen, sw. V. (1a), ausweiden, zerfleischen; ae. ae. screpan (1), scripan, scrypan, st. V. (5), kratzen; vgl. nndl. schrapen, V., schrappen; nschw. skrapa, V., schaben; nnorw. skrape, V., schaben; kymr. crafu, V., kratzen, abschaben; lit. krapštýti, V., kratzen; lett. skrabt, V., kratzen; russ. skrestí, V., kratzen; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit schnellen und kurzen sowie in einer Richtung ausgeführten Bewegungen raspeln oder kratzen oder schaben; BM.: schneiden; F.: schrappen, schrappe (!), schrappst, schrappt, schrappest, schrappet, schrappte, schrapptest, schrappten, schrapptet, geschrappt, ##geschrappt, geschrappte, geschrapptes, geschrapptem, geschrappten, geschrappter##, schrappend, ###schrappend, schrappende, schrappendes, schrappendem, schrappenden, schrappender###, schrapp (!) +EW; Z.: schra-p-p-en
Schrat, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schrat, koboldhafter Waldgeist; ne. sprite (N.), forest demon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrate, st. M., sw. M., Waldteufel, Kobold; schrat, st. M., Waldteufel, Kobold; ahd. skrato*, scrato, sw. M. (n), Schrat, Waldteufel, Kobold, böser Waldgeist; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von germ. *skradō-, *skradōn, *skrada-, *skradan, sw. M. (n), Schrat, Waldteufel; s. idg. *sker- (1), ker- (8), V., Sb., Adj., schrumpfen, runzeln, Schorf, Kruste, vertrocknet, mager, Pokorny 933 (1622/94) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schrat, DW 15, 1649, EWD s. u. Schrat, Falk/Torp 473, Duden s. u. Schrat, Bluhme s. u. Schrat; Son.: vgl. ae. scritta, sw. M. (n), Zwitter; an. skratti, sw. M. (n), Zauberer, Troll; GB.: (skrato) seit 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen koboldhaften Waldgeist; BM.: schrumpfen; F.: Schrat, Schrats, Schrates, Schrate, Schraten+EW; Z.: Schra-t
$Schrätel, Schretel, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Schrätel; E.: s. Schrat, s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. Schrat, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schrat und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen kleinen koboldhaften Waldgeist; F.: Schrätel, Schrätels, Schräteln, Schretel, Schretels, Schreteln+EW; Z.: Schrä-t-el
Schraube, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schraube, Stift mit Gewinde; ne. screw (N.); Vw.: -; Hw.: s. Hubschrauber, verschroben; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrūbe, F., Schraube; mnd. schrūve, F., Schraube, Gewinde, Schraubensatz zu einem Heben von Geschützen; afrz. escrou, Sb., Schraubenmutter; mlat. scrobis, Sb., weibliches Geschlechtsorgan; ? lat. scrobis, scrobs, M., F., Grube; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schraube, Kluge s. u. Schraube, DW 15, 1650, EWD s. u. Schraube, Falk/Torp 476, Duden s. u. Schraube, Bluhme s. u. Schraube; Son.: vgl. nndl. schroef, Sb., Schraube; nschw. skruv, Sb., Schraube; nnorw. skrue, M., Schraube; poln. śruba, F., Schraube; GB.: (schrūbe) seit 12. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen und vielleicht dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht in Vorderasien vor mehr als 4500 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten mit Gewinde und Kopf versehenen Metallbolzen der in etwas eingedreht wird und zu einem Befestigen oder Verbinden von etwas dient; BM.: schneiden; F.: Schraube, Schrauben+FW; Z.: Schrau-b-e
$schrauben, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schrauben, eine Schraube verwenden; E.: s. Schraub(e), s. en (Suff.) L.: Kluge s. u. Schraube, DW 15, 1652, EWD s. u. Schraube; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schraub(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Schraube verwenden; F.: schrauben (!), schraube (!), schraubst, schraubt, schraubest, schraubet, schraubte, schraubtest, schraubten, schraubtet, geschraubt, ##geschraubt, geschraubte, geschraubtes, geschraubtem, geschraubten, geschraubter##, schraubend, ###schraubend, schraubende, schraubendes, schraubendem, schraubenden, schraubender###, schraub (!)+FW+EW; Z.: schrau-b-en
$Schraubenmutter, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schraubenmutter, mögliches metallenes Gegenstück zu einer Schraube; E.: s. Schraub(e), s. en (Suff.), s. Mutter; L.: DW 15, 1656, EWD s. u. Schraube; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schraub(e) und en (Suff.) sowie Mutter gebildete Bezeichnung für ein mögliches metallenes Gegenstück zu einer Schraube; F.: Schraubenmutter, Schraubenmuttern+EW; Z.: Schrau-b-en—mu-tt-er
$Schraubenzieher, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Schraubenzieher; E.: s. Schraub(e), s. en (Suff.), s. Zieher; L.: DW 15, 1657, EWD s. u. Schraube; GB.: seit 1475-1490 belegte und aus Schraub(e) und en (Suff.) sowie Zieher gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu einem leichteren Einschrauben und Ausschrauben von Schrauben (mit einem Schlitz in dem Kopf) in Holz; F.: Schraubenzieher, Schraubenziehers, Schraubenziehern+EW; Z.: Schrau-b-en—zie-h-er
Schrauber, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schrauber, Schraubgerät; ne. gearhead; Vw.: s. Hub-; Hw.: s. Schraube; Q.: 17. Jh.; E.: s. Schraube; L.: DW 15, 1657, Duden s. u. Schrauber; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schraub(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem leichteren Eindrehen und Ausdrehen von Schrauben (mit einem Schlitz in dem Kopf) in Holz; BM.: schneiden; F.: Schrauber, Schraubers, Schraubern+FW; Z.: Schrau-b-er
$Schraubstock, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schraubstock; E.: s. schraub(en), s. Schraub(e), s. Stock; L.: DW 15, 1658, EWD s. u. Schraube; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schraub(en) oder Schraub(e) und Stock gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl zu dieser Zeit entwickeltes und seitdem verwendetes eisernes mit einer Schraube versehenes Werkzeug zu einem Festhalten zu bearbeitender Gegenstände; Son.: daneben Schraubenstock für eine Zange von Kupferstechern für das Festhalten der Kupferplatte über Kohlenfeuer um Firnis zu trocknen; F.: Schraubstock, Schraubstockes, Schraubstocks, Schraubstöcke, Schraubstöcken+EW; Z.: Schrau-b—sto-ck
Schrebergarten, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schrebergarten, Kleingarten; ne. allotment garden; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1863; E.: Vorderglied von dem PN Moritz Schreber (1808-1861); Hinterglied s. nhd. Garten; L.: Kluge s. u. Schrebergarten, fehlt DW, Duden s. u. Schrebergarten; GB.: seit nach 1863 belegte und aus dem PN Schreber und Garten gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit aus sozialen Überlegungen entwickelten Kleingarten innerhalb einer Gartenkolonie an einem Stadtrand; BM.: PN zum Gedenken; F.: Schrebergarten, Schrebergartens, Schrebergärten+EW; Z.: Schreber—gar-t-en
$Schreck, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Schreck; E.: s. schreck(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Schreck, Kluge s. u. schrecken, DW 15, 1659, EWD s. u. schrecken, Duden s. u. Schreck, Bluhme s. u. Schreck; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit schreck(en) verbindbare Bezeichnung für eine durch das plötzliche Erkennen einer Gefahr oder Bedrohung verursachte heftige Erschütterung des Gemüts; F.: Schreck, Schrecken+EW; Z.: Schre-ck
Schrecke, nhd., F., M., (8. Jh.?): nhd. Schrecke, Heuschrecke; ne. locust; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. schrecke (2), sw. M., Schrecke (F. bzw. M.), Schrecken (M.), Hüpfer, Springer, Bedrohung; mnd. schrecke, sw. M., Schrecken (M.) (2) (spätes Wort), Schrecke (F. bzw. M.), Hüpfer, Springer; ahd. skrekko?, sw. M., Hüpfer, Springer; ahd. skrekkōn, screckōn*, sw. V. (2), springen, hüpfen, hervorspringen; ahd. skrikken*, scricken*, sw. V. (1a), springen, aufspringen, sich bewegen, hüpfen; germ. *skrekk-, V., aufspringen, schrecken; germ. *skrakkjan, sw. V., schrecken; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 15, 1666; GB.: (skrekko) vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit springen oder hüpfen verbindbare Bezeichnung für ein vor rund 320 Millionen Jahren entstandenes Insekt mit häutigen Flügeln und meist zu kräftigen Sprungbeinen ausgebildeten Hinterbeinen; BM.: springen; F.: Schrecke, Schrecken+EW; Z.: Schre-ck-e
schrecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schrecken, erschrecken; ne. scare (V.), daunt; Vw.: -; Hw.: s. Heuschrecke; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrecken (2), sw. V., aufspringen, springen, hüpfen, aufspringen machen, tanzen, tanzen um, in Schrecken setzen, erschrecken; mhd. schricken (1), sw. V., hüpfen, springen, zerspringen, aufspringen, Sprung bekommen (V.); mnd. schrecken (1), sw. V., springen, tanzen; mnd. schricken (1), scrikken, sw. V., hüpfen, springen, tanzen, überspringen auf, Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen; mnl. scricken sw. V., große Schritte machen, sich entsetzen, schrecken; ahd. skrekken*, screcken*, sw. V. (1a), stürzen, antreiben, anspornen, hüpfen; ahd. skrekkōn*, screckōn*, sw. V. (2), springen, hüpfen, hervorspringen; ahd. skrikken*, scricken*, sw. V. (1a), springen, aufspringen, sich bewegen, hüpfen; as. -; anfrk. -; germ. *skrekk-, V., aufspringen, schrecken; germ. *skrakkjan, sw. V., schrecken; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schreck, Kluge s. u. schrecken, DW 15, 1668, EWD s. u. schrecken 1, Falk/Torp 472, Duden s. u. schrecken, Bluhme s. u. Schreck; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (skrekkōn) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schreck einjagen oder einen Schreck erleiden; BM.: springen; F.: schrecken (!), schrecke (!), schreckst, schreckt, schreckest, schrecket, schreckte, schrecktest, schreckten, schrecktet, geschreckt, ##geschreckt, geschreckte, geschrecktes, geschrecktem, geschreckten, geschreckter##, schreckend, ###schreckend, schreckende, schreckendes, schreckendem, schreckenden, schreckender###, schreck (!)+EW; Z.: schre-ck-en
$Schrecken, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schrecken, Entsetzen, Angst; E.: s. schrecken; L.: DW 15, 1659 (Schreck), EWD s. u. schrecken 1; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit schrecken verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und anderer Lebewesen mögliche für höhere Lebewesen unangenehme Gefühl des Entsetzens oder der Angst; F.: Schrecken, Schreckens+EW; Z.: Schre-ck-en
$schreckhaft, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schreckhaft, leicht Schrecken empfindend; E.: s. Schreck(en), s. haft; L.: DW 15, 1680, EWD s. u. schrecken 1; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schreck(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches leicht Schrecken empfindend; F.: schreckhaft, schreckhafte, schreckhaftes, schreckhaftem, schreckhaften, schreckhafter(, schreckhaftere, schreckhafteres, schreckhafterem, schreckhafteren, schreckhafterer, schreckhaftest, schreckhafteste, schreckhaftestes, schreckhaftestem, schreckhaftesten, schreckhaftester)+EW; Z.: schre-ck—haf-t
$schrecklich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schrecklich, entsetzlich, fürchterlich, furchtbar, grauenhaft; E.: s. schreck(en), s. lich; L.: EWD s. u. schrecken 1, DW 15, 1680; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schreck(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Lebewesen mögliches entsetzlich oder fürchterlich oder furchtbar oder grauenhaft; F.: schrecklich, schreckliche, schreckliches, schrecklichem, schrecklichen, schrecklicher(, schrecklichere, schrecklicheres, schrecklicherem, schrecklicheren, schrecklicherer, schrecklichst, schrecklichste, schrecklichstes, schrecklichstem, schrecklichsten, schrecklichster)+EW; Z.: schre-ck—lich
Schrei, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schrei, gellender Laut, Ruf; ne. cry (N.), shout (N.); Vw.: -; Hw.: s. schreien; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. schrei, schrē, st. M., Ruf, Schrei, Geschrei, Gerücht; mhd. schrī, st. M., Ruf, Schrei, Geschrei, Gerücht; mnd. schrīe, schrige, schrī, N., Schrei, Ruf, lautes Klagen (N.), Jammergeschrei, Geschrei, Notruf, Gerüfte; ahd. skrei*, screi*, st. M. (ja?), Schrei, Geschrei; germ. *skraia-, *skraiaz, st. M. (a), Schrei; s. idg. *kerei-, *skerei-, *erei-, V., schreien, krächzen, Pokorny 570; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, *kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567; L.: Kluge 1. A. s. u. Schrei, Kluge s. u. schreien, DW 15, 1686, EWD s. u. schreien, Falk/Torp 474, Seebold 419, Duden s. u. Schrei; Son.: vgl. nschw. skir, N., Schrei; nnorw. skrik, N., Schrei; air. scret, Sb., Schrei; bret. screo, Sb. kreischender Meervogel; lett. (ält.) krina, Sb., Sau; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit der Entwicklung von Stimmbändern möglichen von Lebewesen ausgestoßenen gellenden Laut oder Ruf; BM.: krächzen; F.: Schrei, Schreis, Schreies, Schreie, Schreien+EW; Z.: Schrei
schreiben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schreiben, aufschreiben, aufzeichnen; ne. write, scribe (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schrift; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. schrīben, st. V., schreiben, beschreiben; mnd. schrīven (1), scrīven, st. V., schreiben, anschreiben, schriftlich ausfertigen, notieren, registrieren, zuschreiben, beilegen, schätzen, schriftlich verpflichten; mnl. scrīven, st. V., schreiben; ahd. skrīban*, scrīban, st. V. (1a), schreiben, beschreiben, aufschreiben, schriftlich verfassen, aufzeichnen; as. skrīvan*, st. V. (1a), schreiben; anfrk. skrīvan*, scrīvan*, st. V. (1), schreiben; germ. *skreiban?, st. V., schreiben; lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, (um 235-200 v. Chr.); idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schreiben, Kluge s. u. schreiben, DW 15, 1689, EWD s. u. schreiben, Seebold 419, Duden s. u. schreiben, Bluhme s. u. schreiben; Son.: vgl. afries. skrīva, st. V. (1), schreiben, aufschreiben, ins Strafregister eintragen, Kirchenbuße auferlegen; nnordfries. skriwwe, V., schreiben; ae. scrīfan, st. V. (1), vorschreiben, anordnen, bestimmen, zuweisen, auferlegen; an. -; got. -; nndl. schrijven, V., schreiben; frz. écrire, V., schreiben; nschw. skriva, V., schreiben; nnorw. skrive, V., schreiben; kymr. ysgrifennu, V., schreiben; nir. scríobhaim, V., schreiben; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Schriftzeichen auf oder in einem Medium zu Wörtern zusammenfügen und dadurch zumindest zeitweise festhalten; BM.: schneiden; F.: schreiben (!), schreibe (!), schreibst, schreibt, schreibest, schreibet, schrieb (!), schriebst, schrieben, schriebt, schriebest, schriebet, geschrieben, ##geschrieben, geschriebene, geschriebenes, geschriebenem, geschriebenen, geschriebener##, schreibend, ###schreibend, schreibende, schreibendes, schreibendem, schreibenden, schreibender###, schreib (!)+FW+EW?; Z.: schrei-b-en
$Schreiben, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Schreiben, Schriftstück; E.: s. schreiben; Vw.: s. Fern-; L.: fehlt DW, EWD s. u. schreiben; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus schreiben gebildete Bezeichnung für ein Menschen nach Entwicklung von Schrift mögliches Schriftstück F.: Schreiben, Schreibens+FW+EW; Z.: Schrei-b-en
$Schreiber, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schreiber, Schreibender, Schreibgerät; Vw.: s. Fern-, Kugel-; L.: Kluge s. u. schreiben, EWD s. u. schreiben; GB.: (skrībāri*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus schreib(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Schrift möglichen Schreibenden oder ein Schreibgerät; F.: Schreiber, Schreibers, Schreibern+FW+EW; Z.: Schrei-b-er
$Schreibmaschine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schreibmaschine; E.: s. schreib(en), s. Maschine; L.: EWD s. u. Maschine, DW 15, 1705; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schreib(en) und Maschine gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Maschine mit der Menschen schnell und gut leserlich (maschinenleserlich) schreiben können (Patent des Engländers Henry Mill 1714, Peter Mitterhofer ab 1864, ab etwa 2000 zunehmend abgelöst durch Computer); F.: Schreibmaschine, Schreibmaschinen+FW; Z.: Schrei-b—masch-in-e
$Schreibung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Schreibung, Schreibweise, Schrift; Vw.: s. Be-, Recht-; E.: s. schreib(en), s. ung; L.: DW 15, 1708; GB.: (aneschrībunge) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus schreib(en) und ung gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Schreiben oder Schreibweise oder Schrift; F.: Schreibung, Schreibungen+FW+EW; Z.: Schrei-b-ung
schreien, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schreien, rufen; ne. cry (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. schrīen, st. V., schreien, rufen, jammern; mhd. schreien (1), schreigen, sw. V., rufen, schreien, schreien machen, jammern, zum Schreien bringen; mnd. schrīen (1), schrīgen, scrīen, st. V., sw. V., schreien, krächzen, heulen, jaulen, laut rufen, heftig weinen, laut weinen, laut schallen, hell tönen, jammern; mnl. scrīen, sw. V., schreien; ahd. skrīan*, scrīan*, st. V. (1a), schreien, rufen, klagen, laut klagen, zurufen, quäken, krächzen; as. skrīan*, st. V. (1a), schreien; anfrk. -; germ. *skreian, st. V., schreien; idg. *kerei-, *skerei-, *erei-, V., schreien, krächzen, Pokorny 570; vgl. idg. *ker- (1), *kor-, kr-, V., krächzen, krähen, Pokorny 567 (880/112) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrei, Kluge s. u. schreien, DW 15, 1709, EWD s. u. schreien, Falk/Torp 474, Seebold 419, Duden s. u. schreien, Bluhme s. u. schreien; Son.: vgl. afries. skrīa, st. V. (1), schreien; me. scrǣman, V., schreien; an. -; got. -; nschw. skria, V., schreien; nnorw. skrike, V., schreien; ? lat. crīmen, N., Beschuldigung, Anschuldigung, Anklage; air. scréchach, Adj., schreiend; air. scretaid, Adj., schreit auf; ksl. skrĭgŭtati, V., knirschen; GB.: (skrīan) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entwicklung von Stimmbändern mögliches seine Stimme sehr laut erheben oder rufen; BM.: krächzen; F.: schreien, schreie (!), schreist, schreit, schreiest, schreiet, schrie, schriest, schrieen, schriet, geschrieen, ##geschrieen, geschrieene, geschrieenes, geschrieenem, geschrieenen, geschrieener##, schreiend, ###schreiend, schreiende, schreiendes, schreiendem, schreienden, schreiender###, schrei (!)+EW; Z.: schrei-en
$Schreier, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schreier, Schreiender; Vw.: s. Markt-; E.: s. schrei(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schreien, EWD s. u. schreien, DW 15, 1722; GB.: (schrīære) nach 1243 belegte und aus schrei(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Stimmbändern möglichen Schreienden; F.: Schreier, Schreiers, Schreiern+EW; Z.: Schrei-er
$schreierisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schreierisch, einen Schreienden betreffend; Vw.: s. markt-; E.: s. Schreier, s. isch; L.: DW 15, 1723; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schreier und isch gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches einen Schreier betreffend; F.: schreierisch, schreierische, schreierisches, schreierischem, schreierischen, schreierischer(, schreierischere, schreierischeres, schreierischerem, schreierischeren, schreierischerer, schreierischst, schreierischste, schreierischstes, schreierischstem, schreierischsten, schreierischster)+EW; Z.: schrei-er-isch
$Schreihals, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schreihals; E.: s. Schrei, s. schrei(en), s. Hals; L.: DW 15, 1724, EWD s. u. schreien; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schrei oder schrei(en) und Hals gebildete abwertende Bezeichnung vor allem für ein viel schreiendes Kind; F.: Schreihals, Schreihalses, Schreihälse, Schreihälsen+EW; Z.: Schrei—hal-s
Schrein, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schrein, Behälter, Truhe, Schrank, Behälter; ne. shrine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schreiner; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrīn, st. N., st. M., Schrein, Archivschrank; mnd. schrīn, scryn, schrien, schrēn, N., M., F., Schrein, Kiste, Kasten (M.), Lade, Truhe zur Aufbewahrung von Wertsachen; mnl. scrīne, scrijn, M., F., N., Schrein; ahd. skrīn*, scrīn, st. M. (a)?, st. N. (a), Schrein, Truhe, Behälter für Wertsachen; ahd. skrīni*, scrīni*, st. M. (ja), st. N. (ja), Schrein; as. -; anfrk. -; germ. *skrīna, *skrīnja, Sb., Schrein; lat. scrīnium, N., Kapsel, Schrein, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *skrei-, *krei-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrein, Kluge s. u. Schrein, DW 15, 1725, EWD s. u. Schrein, Duden s. u. Schrein, Bluhme s. u. Schrein; Son.: vgl. afries. skrīn, st. M. (a), Schrein, Truhe; ae. scrīn, st. N. (a), Schrein, Kiste, Koffer, Käfig; an. skrīn, st. N. (a), Heiligenschein; got. -; nndl. schrijn, Sb., Schrein; nschw. skrin, N., Schrein; nnorw. skrin, N., Schrein; nir. scrín, F., Schrein; lit. skrynia, F., Truhe; GB.: (skrīni) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Truhe oder einen einem Schrank ähnlichen Behälter aus Holz meist zu einem Aufbewahren von kostbareren Gegenständen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schrein, Schreines, Schreins, Schreine, Schreinen+FW; Z.: Schrei-n
Schreiner, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schreiner, Tischler, Zimmermann; ne. carpenter; Vw.: -; Hw.: s. Schrein; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. schrīnære, schrīner, st. M., Schreiner; mnd. schrīnære*, schrīner, schrēner, schrēnere, schreiner, schreinere, M., Schreiner; s. mhd. schrīn, st. N., st. M., Schrein, Archivschrank; mnd. schrīn, scryn, schiin, schrien, schrēn, schrein, screyn, N., M., F., Schrein, Kiste, Kasten (M.), Lade ahd. skrīn*, scrīn, st. M. (a)?, st. N. (a), Schrein, Truhe, Behälter für Wertsachen; ahd. skrīni*, scrīni*, st. M. (ja), st. N. (ja), Schrein; lat. scrīnium, Kapsel, Schrein; s. idg. *skrei-, *krei-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Schreiner, DW 15, 1728, EWD s. u. Schrein, Duden s. u. Schreiner; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus Schrein und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen dem Menschen nützliche Gegenstände aus Holz Herstellenden; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schreiner, Schreiners, Schreinern+FW+EW; Z.: Schrei-n-er
$schreinern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schreinern, aus Holz nützliche Gegenstände herstellen; E.: s. Schreiner, s. (e)n (Suff.); L.: DW 15, 1729, EWD s. u. Schrein; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Schrein und Schreiner sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Holz dem Menschen nützliche Gegenstände herstellen; F.: schreinern (!), schreinere, schreiner (!), schreinerst, schreinert, schreinerte, schreinertest, schreinerten, schreinertet, geschreinert, ##geschreinert, geschreinerte, geschreinertes, geschreinertem, geschreinerten, geschreinerter##, schreinernd, ###schreinernd, schreinerndes, schreinerndem, schreinernden, schreinernder###, schreiner (!)+FW+EW; Z.: schrei-n-er-n
schreiten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schreiten, langsam abgemessen gehen; ne. stride (V.), pace (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schritt; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. schrīten, st. V., schreiten; mnd. schrīden, st. V., schreiten, treten, weiter entwickeln, aufsitzen bzw. absitzen (des Reiters); mnd. schrīten?, st. V.?, schreiten, große Schritte machen, Schlittschuh laufen; mnl. scrīden, st. V., schreiten; ahd. skrītan, scrītan, st. V. (1a), schreiten, gehen; as. skrīdan*, st. V. (1), gleiten, schreiten, gehen; anfrk. -; germ. *skreiþan, *skrīdan, st. V., schreiten; idg. *skreit-, *kreit-, V., drehen, biegen, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schreiten, Kluge s. u. schreiten, DW 15, 1730, EWD s. u. schreiten, Falk/Torp 475, Seebold 421, Duden s. u. schreiten, Bluhme s. u. schreiten; Son.: vgl. afries. skrīda, st. V. (1), schreiten; ae. scrīþan, st. V. (1), sich bewegen, kriechen, gleiten; an. skriða (2), st. V. (1), gleiten, kriechen, schreiten; got. -; nndl. schrijden, V., schreiten; nschw. skrida, V., schreiten; nnorw. skride, V., schreiten; GB.: (skrītan) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für langsam und in gemessenen Schritten gehen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: schreiten, schreite, schreitest, schreitet, schritt (!), schrittest, schrittst, schritten, schrittet, geschritten, ##geschritten, geschrittene, geschrittenes, geschrittenem, geschrittenen, geschrittener##, schreitend, ###schreitend, schreitende, schreitendes, schreitendem, schreitenden, schreitender###, schreit+EW; Z.: schrei-t-en
$Schreitung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schreitung; Vw.: s. Aus-; E.: s. schreit(en), s. ung; L.: DW 15, 1734; GB.: (Ausschreitung) seit 1626 belegte und aus schreit(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein langsames und in gemessenen Schritten Gehen; F.: Schreitung, Schreitungen+EW; Z.: Schrei-t-ung
$Schrieb, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schrieb, Schreiben, Geschriebenes, Schriftstück; E.: s. schreiben; L.: EWD s. u. schreiben, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schreiben verbindbare und eher abwertende Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schreiben oder Geschriebenes oder Schriftstück; F.: Schrieb, Schriebes, Schriebs, Schriebe, Schrieben+FW(?); Z.: Schrie-b
Schrift, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schrift, ein System graphischer Zeichen, Geschriebenes; ne. writing (N.), font; Vw.: -; Hw.: s. schreiben; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. schrift, st. F., Schrift, Niederschrift, schriftliche Fixierung, urkundliche Fixierung, Schreiben, Schriftabschnitt, Inschrift; mnd. schrift, scrift, F., Schrift, Schreiben (N.), Schreibkunst, Geschriebenes, Niederschrift, Anschreiben, Aufschreiben; mnl. scrift, scricht, F., Schrift; ahd. skrift*, scrift, st. F. (i), Schrift, Zeichen, Aufzeichnung; as. -; anfrk. -; germ. *skrifti, *skriftiz, st. F. (i), Schrift; s. lat. scrīptum, N., Schreiben; vgl. scrībere, V., schreiben, mit einem Griffel einritzen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrift, Kluge s. u. schreiben, DW 15, 1736, EWD s. u. Schrift, Seebold 420, Duden s. u. Schrift, Bluhme s. u. Schrift; Son.: vgl. afries. skrift, skrifte, st. F. (i), st. N. (a), Schrift, Handschrift; nfries. schrift; ae. scrift, st. M. (i), bestimmte Strafe, Buße, Lossprechung; an. skript (1), st. F. (i), Malerei, Zeichnung, Beichte, Buße, Stickerei; got. -; nndl. schrift, Sb., Schrift; nschw. skrift, Sb., Schrift; nnorw. skrift, M., F., Schrift; lit. šriftas, M., Druckschrift; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach wohl ab 30000 v. Chr. möglichen Vorläufern ab etwa 6000 v. Chr. allmählich entwickelte Gesamtheit von in einem System zusammengefassten grafischen Zeichen (um 1000 v. Chr. linksläufige Schrift der Phönizier mit den Zeichen Aleph, Beth, Gimel, Daleth, He, Waw, Zajin, Chet, Tet, Jod, Kaph, Lamed, Mem, Nun, Samech, Ajin, Pe, Zade, Qoph, Resch, Schin, Taw für 22 unterschiedene Laute, neben lateinischer Schrift vor allem kyrillische Schrift oder griechische Schrift oder arabische Schrift oder indische Schrift oder koreanische Schrift oder chinesische Schrift oder Runenschrift - Futhark - mit zahlreichen einzelnen und auch persönlichen Ausgestaltungen oder Blindenschrift oder Morseschrift) mit denen Laute und Wörter und Sätze einer Sprache sichtbar festgehalten werden können und so die lesbare Wiedergabe einer Sprache durch den Schreiber oder allmählich auch andere Menschen ermöglichen; BM.: schneiden; F.: Schrift, Schriften+FW(+EW?); Z.: Schri-f-t
$Schriftgießer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schriftgießer; E.: s. Schrift, s. Gießer; L.: DW 15, 1744 (Schriftgieszer), EWD s. u. Schrift; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schrift und Gießer gebildete Bezeichnung für einen nach Entwicklung des Buchdrucks um 1450 nötigen die zu Einheitlichkeit tendierenden metallenen Lettern der Buchdrucker durch Guss herstellenden Handwerker; F.: Schriftgießer, Schriftgießers, Schriftgießern+FW+EW; Z.: Schri-f-t—gie-ß-er
$schriftlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schriftlich; Q.: 1274 (Urkunde); E.: s. Schrift, s. lich; L.: EWD s. u. Schrift, DW 15, 1745; GB.: seit 1274 belegte und aus Schrift und lich gebildete Bezeichnung für in Schrift ausgeführt oder Schrift betreffend in Gegensatz zu mündlich; F.: schriftlich, schriftliche, schriftliches, schriftlichem, schriftlichen, schriftlicher+FW+EW; Z.: schri-f-t—lich
$Schriftsetzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schriftsetzer; E.: s. Schrift, s. Setzer; L.: DW 15, 1747, EWD s. u. Schrift; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schrift und Setzer gebildete Bezeichnung für einen nach Entwicklung des Buchdrucks um 1450 nötigen die von den Schriftgießern hergestellten beweglichen metallenen Lettern zu einem möglichst von Setzfehlern oder späteren Druckfehlern fehlerfreien Text zusammensetzenden Handwerker; F.: Schriftsetzer, Schriftsetzers, Schriftsetzern+FW+EW; Z.: Schri-f-t—setz-er
$Schriftsprache, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schriftsprache; E.: s. Schrift, s. Sprache; L.: DW 15, 1747, EWD s. u. Schrift; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schrift und Sprache gebildete Bezeichnung für die schriftlich verwendete Sprache der Literatur (Standardsprache) in Gegensatz zu der Umgangssprache und den Mundarten oder die Hochsprache in schriftlicher Form; F.: Schriftsprache, Schriftsprachen+FW+EW; Z.: Schri-f-t—s-pra-ch-e
$Schriftsteller, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schriftsteller; E.: s. Schrift, s. Steller; L.: Kluge s. u. Schriftsteller, DW 15, 1748, EWD s. u. Schrift; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen die Schrift für einen anderen Menschen stellenden Menschen und später für einen Verfasser eines Textes oder Schriftstücks oder einen Dichter; F.: Schriftsteller, Schriftstellers, Schriftstellern+FW+EW; Z.: Schri-f-t—stel-l-er
$Schrifttum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schrifttum, Schreibwesen, Gesamtheit des Geschriebenen; E.: s. Schrift, s. tum; L.: DW 15, 1749 (Schriftthum), EWD s. u. Schrift); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schrift und tum gebildete Bezeichnung für das Schreibwesen oder die Gesamtheit des Geschriebenen; F.: Schrifttum, Schrifttums, Schrifttumes, Schrifttümer, Schrifttümern+FW+EW; Z.: Schri-ft—tum
schrill, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schrill, durchdringend, hell, grell; ne. shrill (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schrillen; Q.: nach 1800; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. schrill, Kluge s. u. schrill, DW 15, 1751, EWD s. u. schrill, Duden s. u. schrill; Son.: vgl. nndl. schril, Adj., schrill; GB.: seit nach 1800 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für in unangenehmer Weise durchdringend hell und grell (klingend); BM.: lautmalend?; F.: schrill, schrille, schrilles, schrillem, schrillen, schriller(, schrillere, schrilleres, schrillerem, schrilleren, schrillerer, schrillst, schrillste, schrillstes, schrillstem, schrillsten, schrillster)+EW; Z.: schrill
schrillen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schrillen, grell klingen, durchdringend tönen; ne. shrill (V.); Vw.: -; Hw.: s. schrill; Q.: 18. Jh.; E.: s. schrill, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. schrill, DW 15, 1751, EWD s. u. schrill, Duden s. u. schrillen, Bluhme s. u. schrillen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schrill und en (Suff.) gebildete und wohl lautmalende Bezeichnung für in unangenehmer Weise grell klingen oder durchdringend tönen; BM.: lautmalend?; F.: schrillen (!), schrille (!), schrillst, schrillt, schrillest, schrillet, schrillte, schrilltest, schrillten, schrilltet, geschrillt, ##geschrillt, geschrillte, geschrilltes, geschrilltem, geschrillten, geschrillter##, schrillend, ###schrillend, schrillende, schrillendes, schrillendem, schrillenden, schrillender###, schrill+EW; Z.: schrill-en
Schrippe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schrippe, Semmel, Brötchen; ne. bread roll; Vw.: -; Hw.: s. schrappen; Q.: 18. Jh.; E.: von einem schripfen, V., aufreißen; wohl verwandt mit schrappen (s. d.); L.: Kluge s. u. Schrippe, DW 15, 1754, EWD s. u. Schrippe, Duden s. u. Schrippe, Bluhme s. u. Schrippe; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit schripfen und schrappen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes längliches Brötchen aus Weizenmehl; BM.: schneiden; F.: Schrippe, Schrippen+EW; Z.: Schri-p-p-e
Schritt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schritt, der Fortbewegung dienendes Vorsetzen eines Fußes, eine langsame Gangart; ne. pace (N.), step (N.); Vw.: -; Hw.: s. schreiten; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrit, schritt, st. M., Schritt, Längenmaß, Flächenmaß; mnd. schrēde, schrit, M., Schritt, Tritt, ein Maß der Entfernung; mnl. scrēde, M., Schritt; ahd. skrit*, scrit, st. M. (i), Schritt; as. -; anfrk. -; germ. *skridi-, *skridiz, *skriþi-, *skriþiz, st. M. (i), Schritt, Lauf; s. idg. *skreit-, *kreit-, V., drehen, biegen, Pokorny 937; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schritt, Kluge s. u. schreiten, DW 15, 1754, EWD s. u. Schritt, Falk/Torp 475, Seebold 421, Duden s. u. Schritt, Bluhme s. u. Schritt; Son.: vgl. afries. -; ae. scriþe, st. M. (i), Schritt, Lauf; an. skriðr, st. M. (i), Schritt, Gang (M.) (1), Fahrt; mir. scrith, F., Zittern, Fieber; got. -; nschw. skritt, Sb., Schritt; nnorw. skritt, N., Schritt; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein der Fortbewegung dienendes Vorsetzen eines Fußes; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Schritt, Schrittes, Schritts, Schritte, Schritten+EW; Z.: Schri-t-t
$Schrittmacher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schrittmacher; (Vw.: s. Herz-); E.: s. Schritt, s. Macher; L.: fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schritt und Macher gebildete Bezeichnung für einen die Geschwindigkeit eines Bahnrennradfahrers bestimmenden inzwischen wegen der Abgase aufgegebenen vorausfahrenden Motorradfahrers und seit 1957 für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät (pacemaker) das durch elektrische Impulse die Geschwindigkeit des Herzschlags einzelner herzkranker Menschen beeinflusst; L.: Kluge s. u. Schrittmacher, fehlt DW; F.: Schrittmacher, Schrittmachers, Schrittmachern+EW; Z.: Schri-t-t-mach-er
Schrofen, nhd. (dial.), M., (12. Jh.): nhd. Schrofen, Klippe, Hang; ne. rock ledge; Vw.: -; Hw.: s. schroff; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. schroffe, schrove, sw. M., Schrofen, rauher zerklüfteter Fels, Felsklippe, Felswand; vgl. germ. *skrefan, sw. V., schneiden, kratzen; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Schrofen, DW 15, 1763 (Schroffen), Duden s. u. Schrofen; GB.: (schroffe) seit 1190-1195 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Klippe oder einen Hang; BM.: schneiden; F.: Schrofen, Schrofens+EW; Z.: Schro-f-en
schroff, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. schroff, rau, abschüssig, abweisend; ne. gruff, rugged; Vw.: -; Hw.: s. Schrofen; E.: s. mhd. schroffe, schrove, sw. M., Schrofen, rauer zerklüfteter Fels, Felsklippe, Felswand; vgl. germ. *skrefan, sw. V., schneiden, kratzen; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schroff, Kluge s. u. schroff, DW 15, 1761, EWD s. u. schroff, Duden s. u. schroff, Bluhme s. u. schroff; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rau oder abschüssig oder abweisend; BM.: schneiden; F.: schroff, schroffe, schroffes, schroffem, schroffen, schroffer(, schroffere, schrofferes, schrofferem, schrofferen, schrofferer, schroffst, schroffste, schroffstes, schroffstem, schroffsten, schroffster)+EW; Z.: schro-f-f
$Schroffheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schroffheit, Rauheit, Abschüssigkeit; E.: s. schroff, s. heit; L.: DW 15, 1765, EWD s. u. schroff; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schroff und heit gebildete Bezeichnung für Rauheit oder Abschüssigkeit; F.: Schroffheit, Schroffheiten+EW; Z.: Schro-f-f—hei-t
schröpfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schröpfen, absaugen; ne. soak (V.), fleece (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. schreffen (1), schreven, schrefen*, st. V., reißen, ritzen, kratzen, schröpfen; mhd. schraffen, schrapfen, schreffen, schrepfen, schreven, schrefen*, sw. V., schröpfen, zur Ader lassen; mnd. schrāpen (1), schrappen, sw. V., scharren, kratzen, scheren, schaben, kratzend säubern, räuspern, raffen; mnl. scrāpen, sw. V., schröpfen; germ. *skrapjan, sw. V., schröpfen; germ. *skrapōn, sw. V., scharren, kratzen, schaben; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schröpfen, Kluge s. u. schröpfen, DW 15, 1769, EWD s. u. schröpfen, Seebold 425, Duden s. u. schröpfen, Bluhme s. u. schroepfen; GB.: schreffen und schraffen seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen gegen Krankheiten entwickeltes und verwendetes medizinisches Blut absaugen; BM.: schneiden; F.: schröpfen, schröpfe, schröpfst, schröpft, schröpfest, schröpfet, schröpfte, schröpftest, schröpften, schröpftet, geschröpft, ##geschröpft, geschröpfte, geschröpftes, geschröpftem, geschröpften, geschröpfter##, schröpfend, ###schröpfend, schröpfende, schröpfendes, schröpfendem, schröpfenden, schröpfender###, schröpf (!)+EW; Z.: schrö-pf-en
Schrot, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schrot, abgeschnittenes Stück; ne. grist (N.), grit (N.); Vw.: -; Hw.: s. schroten, Schrott; Q.: um 1000; E.: mhd. schrōt, st. M., Schnitt, abgeschnittenes Stück; mnd. schrōt, schrāt, N., Schrot, abgeschnittenes Stück, Schnitt, Abschnitt, Abfall, bestimmtes Stück vom Schlachtvieh; ahd. skrōt*, scrōt*, st. M. (a?, i?), Schnitt, abgeschnittenes Reis (N.), abgeschnittener Zweig; as. -; anfrk. -; germ. *skrauda-, *skraudaz, st. M. (a), Schnitt, Stück; germ. *skraudi-, *skraudiz, st. M. (i), Schnitt; s. idg. *skeru-, *keru-, *skreu-, *kreu-, V., schneiden, Pokorny 947; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrott, Kluge s. u. Schrot, DW 15, 1773, EWD s. u. schroten, Falk/Torp 476, Seebold 419, Duden s. u. Schrot, Bluhme s. u. Schrot; Son.: vor allem verwendet in der Redewendung Schrot und Korn; vgl. afries. skrēd, Sb., Schnitt, Beschneidung; ae. -; an. -; got. -; lit. kirvis, Sb., Axt, Beil; GB.: (skrōt) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein abgeschnittenes Stück und davon abgeleitet für eine Menge grob gemahlener Getreidekörner oder. für kleine Kügelchen aus Blei für die Patronen bestimmter Feuerwaffen; BM.: schneiden; F.: Schrot, Schrotes, Schrots, Schrote, Schroten+EW; Z.: Schro-t
$Schrotbüchse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schrotbüchse, eine mit Schrot zu bestückende Feuerwaffe (Büchse); E.: s. Schrot, s. Büchse; L.: DW 15, 1781, EWD s. u. Schrot; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schrot und Büchse gebildete Bezeichnung für eine mit Schrotkugeln zu bestückende Feuerwaffe; F.: Schrotbüchse, Schrotbüchsen+EW+FW; Z.: Schro-t—büchs-e
schroten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schroten, hauen, grob schneiden, zermalmen; ne. crack (V.), kibble (V.), crush (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schrot; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schrōten, schrāten, st. V., red. V., schroten, hauen, schneiden, abschneiden, zerhauen (V.), verwunden; mnd. schrōden (1), schrāden, st. V., sw. V., schroten, grob zerkleinern, grob zermahlen (V.), zernagen, schneiden, abschneiden; mnl. schrōden, sw. V., beschneiden, stutzen; ahd. skrōtan* (1), scrōtan*, red. V., schroten, schneiden, wegnehmen; as. -; anfrk. -; germ. *skraudan, st. V., schneiden, schroten; germ. *skrud-, V., schneiden, schroten; s. idg. *skreut-, *kreut-, V., schneiden, Pokorny 947; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrot, EWD s. u. schroten, DW 15, 1782, Duden s. u. schroten; Son.: s. as. skrôdīsarn, st. N. (a), Schroteisen, Meißel (M.); vgl. afries. skrēda, sw. V. (1), schneiden; ae. -; an. -; got. -; ne. shred, V., zerreißen, zerfetzen; GB.: (skrōtan) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hauen oder grob schneiden oder zermalmen; BM.: schneiden; F.: schroten (!), schrote (!), schrotest, schrotet, schrotete, schrotetest, schroteten, schrotetet, geschrotet, ##geschrotet, geschrotete, geschrotetes, geschrotetem, geschroteten, geschroteter##, schrotend, ###schrotend, schrotende, schrotendes, schrotendem, schrotenden, schrotender###, schrot (!)+EW; Z.: schro-t-en
$schrötig, nhd., Adj.: nhd. schrötig, aus Schrot bestehend; Vw.: s. vier-; E.: s. Schrot, s. ig; L.: DW 15, 1793; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schrot und ig gebildete Bezeichnung für aus Schrot bestehend; F.: schrötig, schrötige, schrötiges, schrötigem, schrötigen, schrötiger+EW; Z.: schrö-t-ig
Schrott, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schrott, Abfall, schlechtes Zeug; ne. junk (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schrot; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: niederrheinische Variante von Schrot; s. mhd. schrōt, st. M., Schnitt, abgeschnittenes Stück; mnd. schrōt, schrāt, N., Schrot, abgeschnittenes Stück, Schnitt, Abschnitt, Abfall, bestimmtes Stück vom Schlachtvieh; ahd. skrōt*, scrōt*, st. M. (a?, i?), Schnitt, abgeschnittenes Reis (N.), abgeschnittener Zweig; as. -; anfrk. -; germ. *skrauda-, *skraudaz, st. M. (a), Schnitt, Stück; germ. *skraudi-, *skraudiz, st. M. (i), Schnitt; s. idg. *skeru-, *keru-, *skreu-, *kreu-, V., schneiden, Pokorny 947; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Schrott, DW 15, 1797, EWD s. u. Schrott, Duden s. u. Schrott, Bluhme s. u. Schrott; Son.: vgl. nndl. schroot, Sb., Schrott; nschw. skrot, N., Schrott; nnorw. skrot, N., Schrott; GB.: vielleicht seit Anfang 20. Jh. belegte und mit Schrot und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fehlerhaft gewordene Metallgeräte und unbrauchbaren und oft zerkleinerten Metallabfall; BM.: schneiden; F.: Schrott, Schrottes, Schrotts, Schrotte, Schrotten+EW; Z.: Schro-t-t
$schrotten, nhd., sw. V.: nhd. schrotten; Vw.: s. ver-; E.: s. Schrott; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Schrott und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit entwickeltes Schrott sein (V.) oder Schrott werden; F.: schrotten, schrotte, schrottest, schrottet, schrottete, schrottetest, schrotteten, schrottetet, geschrottet, ##geschrottet, geschrottete, geschrottetes, geschrottetem, geschrotteten, geschrotteter##, schrottend, ###schrottend, schrottende, schrottendes, schrottendem, schrottenden, schrottender###, schrott (!)+EW; Z.: schro-t-t-en
schrubben, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schrubben, scheuern, reiben, reinigen; ne. scrub (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. schrubben, schrobben, sw. V., schrubben, kratzen, scharren, entfernen, reiben, scheuern, von Schuppen (F. Pl.) befreien, schuppen, mit der Bürste reinigen; mnl. schrobben, sw. V., schrubben; vgl. germ. *skrapōn, sw. V., scharren, kratzen, schaben; s. idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schrubben, Kluge s. u. schrubben, DW 15, 1798, EWD s. u. schrubben, Seebold 425, Duden s. u. schrubben, Bluhme s. u. schrubben; Son.: vgl. nschw. skrubba, V., schrubben; nnorw. skrubbe, V., schrubben; GB.: seit 17. Jh. mnd. und mnl. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes scheuern oder mit einer Bürste kräftig reiben und so reinigen; BM.: schneiden; F.: schrubben, schrubbe, schrubbst, schrubbt, schrubbest, schrubbet, schrubbte, schrubbtest, schrubbten, schrubbtet, geschrubbt, ##geschrubbt, geschrubbte, geschrubbtes, geschrubbtem, geschrubbten, geschrubbter##, schrubbend, ###schrubbend, schrubbende, schrubbendes, schrubbendem, schrubbenden, schrubbender###, schrubb (!)+EW; Z.: schru-b-b-en
$Schrubber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schrubber; E.: s. schrubb(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schrubben, DW 15, 1799, EWD s. u. schrubben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schrubb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät für das Scheuern und Reinigen vor allem von Fußböden; F.: Schrubber, Schrubbers, Schrubbern+EW; Z.: Schru-b-b-er
Schrulle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schrulle, Laune, wunderlich anmutende Eigenart, Marotte; ne. quirk (N.), kink (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mhd. schrul, st. M., böse Laune, Verstimmung, Schrulle; mnd. schrul, schrol, M., N., F., Schrulle, Groll, Verstimmung, Anfall von Unsinn, Raserei, Verrücktheit, Missstimmung; s. mhd. schrul, st. M., böse Laune, Verstimmung, Schrulle; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schrulle, Kluge s. u. Schrulle, DW 15, 1801, EWD s. u. Schrulle, Duden s. u. Schrulle, Bluhme s. u. Schrulle; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Menschen mögliche Laune oder eine wunderlich anmutende Eigenart; BM.: ?; F.: Schrulle, Schrullen+EW; Z.: Schrull-e
$schrullig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. schrullig, wunderlich anmutend, befremdlich, eigenartig; E.: s. Schrull(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Schrulle, fehlt DW, EWD s. u. Schrulle; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schrull(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wunderlich anmutend oder befremdlich oder eigenartig; F.: schrullig, schrullige, schrulliges, schrulligem, schrulligen, schrulliger(, schrulligere, schrulligeres, schrulligerem, schrulligeren, schrulligerer, schrulligst, schrulligste, schrulligstes, schrulligstem, schrulligsten, schrulligster)+EW; Z.: schrull-ig
$schrumpelig, schrumplig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schrumpelig, runzelig, faltig, eingeschrumpft; E.: s. schrumpel(n), s. ig; L.: DW 15, 1803, EWD s. u. schrumpfen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schrumpel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Haut mögliches runzelig oder faltig oder eingeschrumpft; F.: schrumpelig, schrumpelige, schrumpeliges, schrumpeligem, schrumpeligen, schrumpeliger(, schrumpeligere, schrumpeligeres, schrumpeligerem, schrumpeligeren, schrumpeligerer, schrumpeligst, schrumpeligste, schrumpeligstes, schrumpeligstem, schrumpeligsten, schrumpeligster,) schrumplig, schrumplige, schrumpliges, schrumpligem, schrumpligen, schrumpliger(, schrumpligere, schrumpligeres, schrumpligerem, schrumpligeren, schrumpligerer, schrumpligst, schrumpligste, schrumpligstes, schrumpligstem, schrumpligsten, schrumpligster)+EW; Z.: schru-mp-el-ig
$schrumpeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schrumpeln, schrumpfen, Flüssigkeit verlieren und Falten entwickeln; Vw.: s. ver-; L.: DW 15, 1803, EWD s. u. schrumpfen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit schrumpfen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches schrumpfen oder Flüssigkeit verlieren und Falten entwickeln; F.: schrumpeln, schrumpel (!), schrumple, schrumpele, schrumpelst, schrumpelt, schrumpelte, schrumpeltest, schrumpelten, schrumpeltet, geschrumpelt, ##geschrumpelt, geschrumpelte, geschrumpeltes, geschrumpeltem, geschrumpelten, geschrumpelter##, schrumpelnd, ###schrumpelnd, schrumpelnde, schrumpelndes, schrumpelndem, schrumpelnden, schrumpelnder###, schrumpel (!)+EW; Z.: schru-mp-el-n
schrumpfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schrumpfen, kleiner werden, kleiner machen, zusammenziehen; ne. shrink (V.), shrivel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. fnhd. schrüpfen, sw. V., runzelig werden; mnd. schrempen, sw. V., schrumpfen, zusammenziehen, zum Schrumpfen bringen, sich verziehen, braten, rösten, sengen; mnl. scrimpen, sw. V., runzlig werden; s. germ. *skrempan, *skrimpan, st. V., schrumpfen, rutschen; idg. *skremb-, *kremb-, V., drehen, krümmen, schrumpfen, Pokorny 948; vgl. idg. *sker- (1), *ker- (8), V., Sb., Adj., schrumpfen, runzeln, Schorf, Kruste, vertrocknet, mager, Pokorny 933 (1622/94) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schrumpfen, Kluge s. u. schrumpfen, DW 15, 1803, EWD s. u. schrumpfen, Duden s. u. schrumpfen, Bluhme s. u. schrumpfen; Son.: vgl. lit. skirbti, V., schrumpfen; russ. skórbnut, V., welken, schrumpfen; GB.: seit 16. Jh. frühneuhochdeutsch und mnd. und mnl. belegte sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches kleiner werden oder kleiner machen oder zusammenziehen; BM.: vertrocknet; F.: schrumpfen, schrumpfe, schrumpfst, schrumpft, schrumpfest, schrumpfet, schrumpfte, schrumpftest, schrumpften, schrumpftet, geschrumpft, ##geschrumpft, geschrumpfte, geschrumpftes, geschrumpftem, geschrumpften, geschrumpfter##, schrumpfend, ###schrumpfend, schrumpfende, schrumpfendes, schrumpfendem, schrumpfenden, schrumpfender###, schrumpf (!)+EW; Z.: schru-mpf-en
Schrunde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schrunde, Spalte, Riss, Ritz; ne. crack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schrunde, sw. F., Scharte, Spalte, Felshöhlung; mnd. schrunde, F., Schrunde, Riss, Spalte; ahd. skrunta*, scrunta, sw. F. (n), Schrunde, Riss, Scharte, Spalte, Leck, Öffnung; ahd. skrintan*, scrintan*, st. V. (3a), sich spalten, aufklaffen, auseinandergehen; germ. *skrendan, st. V., klaffen; s. idg. *skert-, *kert-, *skret-, V., schneiden, Pokorny 941; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schrunde, Kluge s. u. Schrunde, DW 15, 1806, Duden s. u. Schrunde; GB.: (skrunta) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und über skrintan mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Haut infolge verhältnismäßiger Überbeanspruchung möglichen Riss oder Ritz (in der Haut); BM.: schneiden; F.: Schrunde, Schrunden+EW; Z.: Schru-n-d-e
Schub, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schub, Schieben, Stoß; ne. thrust (N.); Vw.: -; Hw.: s. schieben; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. schup, st. M., Schub, Aufschub, Fristverlängerung, Schieben der Schuld auf anderen durch Beweismittel, Reinigung von einem Verdacht einer Straftat, dem Richter zu erlegende Strafe, Sportel, Gerichtsgebühr, Diebesgut, Beute (F.) (1), Gewährsmann; mnd. schūf, M., Schub, Aufschub, Frist, verschiebbarer Teil, Schieber, Bündel?, Schubfach; mnd. schōp?, M., Schub, Anschub; mnd. schūf, M., Schub, Aufschub, Frist, verschiebbarer Teil, Schieber, Bündel?, Schubfach; vgl. mhd. schieben, st. V., schieben, stoßen, aufschieben, verschieben; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; mnl. schuven, V., schieben; ahd. skioban, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge 1. A. s. u. SchubDW 15, 1810, EWD s. u. Schub, Duden s. u. Schub, Bluhme s. u. Schub; Son.: vgl. nschw. skov, N., Schub; GB.: nach dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen seit 16. Jh. belegte und über schieben mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Schieben oder einen Stoß; F.: Schub, Schubes, Schubs, Schübe, Schüben+EW; Z.: Schub
Schubbejack, Schubjack, Schubiack, nhd. (dial.), M., (17. Jh.): nhd. Schubbejack, Schubjack, Schubiack, Lumpenkerl; ne. bastard, ragamaffun; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt; vielleicht zu nd. schubben, V., reiben, kratzen; vgl. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Hinterglied vgl. vielleicht ne. jack, M., Bube im Kartenspiel; ne. Jack, M.=PN, Jack, John; lat. Iōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; L.: Kluge s. u. Schubbejack, EWD s. u. Schubbejack, Duden s. u. Schubbejack; Son.: vgl. nndl. schobbejak, Sb., Schubbejack; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht teilweise mit dem Niederdeutschen und dem erschließbaren Indogermanischen sowie dem hebräischen PN Johanan verbindbare Bezeichnung für einen Lumpenkerl; BM.: schneiden; F.: Schubbejack, Schubbejacks, Schubjack, Schubjacks, Schubiack, Schubiacks+FW?+EW?; Z.: Schub-b-e-jack
Schubert, nhd., M.: nhd. Schubert; Hw.: s. Schuster (Schuhwerker)
Schubiack, nhd. (dial.), M.: nhd. Schubiack; Vw.: s. Schubbejack
Schubjack, nhd. (dial.), M.: nhd. Schubjack; Vw.: s. Schubbejack
$Schubkarre, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schubkarre; E.: s. Schub, s. Karre; L.: DW 15, 1819 (Schubkarren), EWD s. u. Schub,); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schub und Karre gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu leichterer Beförderung von Gegenständen; F.: Schubkarre, Schubkarren+EW+FW; Z.: Schub—karr-e
$Schubkarren, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schubkarren; E.: s. Schub, s. Karren; L.: EWD s. u. Schub, DW 15, 1819 (Schubkarren); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schub und Karren gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät zu leichterer Beförderung von Gegenständen; F.: Schubkarren, Schubkarrens+EW+FW; Z.: Schub—karr-en
$Schublade, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schublade; E.: s. Schub, s. Lade; L.: Kluge s. u. Lade, DW 15, 1819, EWD s. u. Schub; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schub und Lade gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen (nach Google 1523 dem Tischler Heinrich Schublad in Mainz?) entwickelten und seitdem verwendeten horizontal schiebbaren Kasten in einem Schrank; F.: Schublade, Schubladen+EW; Z.: Schub—la-d-e
Schubs, Schups, Schupps, Schupf, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schubs, Schups, Schupps, Schupf, leichter Stoß; ne. shove (N.); Vw.: -; Hw.: s. schupfen, schieben; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. schupf, schuf, st. M., Schupf, Schwung, Schaukelbewegung; vgl. mhd. schieben, st. V., schieben, stoßen, aufschieben, verschieben; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; mnl. schuven, V., schieben; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge s. u. Schubs, DW 15, 1822 (Schubs), DW 15, 2029 (Schups), EWD s. u. Schubs, Duden s. u. Schubs; GB.: (schupf) seit nach 1193 belegte und mit schieben verbindbare Bezeichnung für einen sachlich Menschen wohl schon seit ihrer Entstehung möglichen leichten Stoß; BM.: schieben; F.: Schubs, Schubses, Schubse, Schubsen, Schups, Schupses, Schupse, Schupsen, Schupps, Schuppses, Schuppse, Schuppsen, Schupf, Schupfes, Schupfe, Schupfen (!)+EW; Z.: Schub-s
$schubsen, schupsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schubsen, stoßen; E.: s. Schubs, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schubs, DW 15, 2029 (schupsen) , EWD s. u. Schubs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schubs und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich Menschen seit ihrer Entstehung mögliches stoßen; F.: schubsen (!), schubse (!), schubsst (!), schubst, schubsest, schubset, schubste, schubstest, schubsten, schubstet, geschubst, ##geschubst, geschubste, geschubstes, geschubstem, geschubsten, geschubster##, schubsend, ###schubsend, schubsende, schubsendes, schubsendem, schubsenden, schubsender###, schubs (!)+EW; Z.: schub-s-en
schüchtern, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schüchtern, scheu, zurückhaltend, furchtsam; ne. shy (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. schüchteren (3), schuchteren, Adj., schüchtern (Adj.), zerstreut, auseinandergetrieben; mnd. schüchter, Adj., schüchtern (Adj.), furchtsam, scheu; vgl. mnd. schǖwen (1), schuwen, schuen, schūwen, schūen, schūien, schuyen, schouwen, schowen, sw. V., scheuen, scheu werden, fürchten, Furcht empfinden, schaudern, zurückscheuen, durchgehen, vermeiden, sich hüte; ahd. skiuhen*, sciuhen, sw. V. (1a), scheuen, scheuen vor, zurückscheuen, zurückscheuen vor, sich entsetzen, meiden, sich entsetzen vor, mahnen, ermahnen, erschrecken; germ. *skeuhjan, sw. V., erschrecken; L.: Kluge 1. A. s. u. schüchtern, Kluge s. u. schüchtern, DW 15, 1824, EWD s. u. schüchtern, Duden s. u. schüchtern, Bluhme s. u. schuechtern; Son.: vgl. nndl. schuchter, Adj., schüchtern; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches scheu oder zurückhaltend oder furchtsam; BM.: scheuchen bzw. erschrecken; F.: schüchtern, schüchterne, schüchternes, schüchternem, schüchternen, schüchterner(, schüchternere, schüchterneres, schüchternerem, schüchterneren, schüchternerer, schüchternst, schüchternste, schüchternstes, schüchternstem, schüchternsten, schüchternster)+EW; Z.: schüch-t-er-n
$schüchtern (2), nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. schüchtern; Vw.: s. ein-, ver-; E.: s. schüchtern (Adj.)?; L.: Kluge s. u. schüchtern, DW 15, 1827; GB.: mit schüchtern (Adj.) verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches schüchtern machen; F.: schüchtern, schüchtere, schüchter (!), schüchterst, schüchtert, schüchterte, schüchtertest, schüchterten, schüchtertet, geschüchtert, ##geschüchtert, geschüchterte, geschüchtertes, geschüchtertem, geschüchterten, geschüchterter##, schüchternd, ###schüchternd, schüchterndes, schüchterndem, schüchternden, schüchternder###, schüchter (!)+EW; Z.: schüch-t-ern
$Schüchternheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schüchternheit, Scheuheit, Zurückhaltendheit, Furchtsamleit; E.: s. schüchtern, s. heit; L.: Kluge s. u. schüchtern, DW 15, 1828, EWD s. u. schüchtern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schüchtern und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Scheuheit oder Zurückhaltendheit oder Furchtsamkeit; F.: Schüchternheit, Schüchternheiten+EW; Z.: Schüch-t-ern-hei-t
$schuckeln, nhd., sw. V., (?): nhd. schuckeln, schaukeln, rütteln; L.: DW 15, 1830, EWD s. u. Schaukel; GB.: seit (?) belegte und mit schaukeln verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schaukeln oder rütteln; F.: schuckeln, schuckel (!), schuckle, schuckele, schuckelst, schuckelt, schuckelte, schuckeltest, schuckelten, schuckeltet, geschuckelt, ##geschuckelt, geschuckelte, geschuckeltes, geschuckeltem, geschuckelten, geschuckelter##, schuckelnd, ###schuckelnd, schuckelnde, schuckelndes, schuckelndem, schuckelnden, schuckelnder###+EW; Z.: schuck-el-n
Schuft, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schuft, Schurke, gemeiner Mensch; ne. scoundrel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. *schuft? (2), M., Schuft, Knecht, Schuftender; Herkunft ungeklärt?, vielleicht verwandt mit schaben (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schuft, Kluge s. u. Schuft, DW 15, 1835, EWD s. u. Schuft, Duden s. u. Schuft, Bluhme s. u. Schuft; GB.: seit 17. Jh. mnd. erschließbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früh möglichen Schurken oder gemeinen Menschen; BM.: ?; F.: Schuft, Schuftes, Schufts, Schufte, Schuften+EW?; Z.: Schuft
schuften, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schuften, hart arbeiten; ne. toil (V.), slave (V.) away; Vw.: -; Hw.: s. schieben; Q.: 19. Jh.; E.: mhd. schouften, sw. V., antreiben; von mnd. schoft, Sb., Vierteltagwerk; vgl. mhd. schieben, st. V., schieben, stoßen, aufschieben, verschieben; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken, rütteln; mnl. schuven, V., schieben; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge s. u. schuften, DW 15, 1837, EWD s. u. schuften, Duden s. u. schuften, Bluhme s. u. schuften; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schieben verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schwer arbeiten; BM.: schieben; F.: schuften (!), schufte (!), schuftest, schuftet, schuftete, schuftetest, schufteten, schuftetet, geschuftet, ##geschuftet, geschuftete, geschuftetes, geschuftetem, geschufteten, geschufteter##, schuftend, ###schuftend, schuftende, schuftendes, schuftendem, schuftenden, schuftender###, schuft (!)+EW?; Z.: schuf-t-en
$Schufterei, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Schufterei, Handlung eines Schuftes, Schuften (N.); L.: Kluge s. u. schuften, DW 15, 1837, EWD s. u. schuften; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus schuft(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Handlung eines Schuftes oder Schuften (N.); F.: Schufterei, Schuftereien+EW?; Z.: Schuf-t-er-ei8
$schuftig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schuftig, einem Schuft entsprechend, niederträchtig, gemein; E.: s. Schuft, s. ig; L.: Kluge s. u. Schuft, DW 15, 1837, EWD s. u. Schuft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schuft und ig gebildete Bezeichnung für einem Schuft entsprechend oder niederträchtig oder gemein; F.: schuftig, schuftige, schuftiges, schuftigem, schuftigen, schuftiger(, schuftigere, schuftigeres, schuftigerem, schuftigeren, schuftigerer, schuftigst, schuftigste, schuftigstes, schuftigstem, schuftigsten, schuftigster)+EW?; Z.: schuft-ig
Schuh, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schuh, Fußbekleidung; ne. shoe (N.); Vw.: s. Glacéhand-, Hand-, Schnee-; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schuoch, schuo, schuoh, schū, schūc, schūch, sw. M., st. M., Schuh, Fuß, Fußbekleidung, Schuh als Längenmaß, ein Maß; mnd. schō, schov, schou, schouw, schu, M., Schuh, Schließvorrichtung für die Füße im Gefangenenblock, Teil einer Pumpe, Rumpf in einer Mühle; mnl. scoe, M., Schuh; ahd. skuoh*, skuo*, st. M. (a), Schuh, Fußbekleidung; as. skōh*, st. M. (a), Schuh; anfrk. *skuoi?, st. N. (ja), Schuh; germ. *skōha-, skōhaz, skōhwa-, skōhwaz, st. M. (a), Schuh; L.: Kluge 1. A. s. u. Schuh, Kluge s. u. Schuh, DW 15, 1838, EWD s. u. Schuh, Falk/Torp 465, Duden s. u. Schuh, Bluhme s. u. Schuh; Son.: vgl. afries. skōch, skō, st. M. (a), Schuh; nnordfries. skog; ae. scōh, st. M. (a), Schuh; an. skōr, st. M. (a), Schuh; got. skōhs (1), st. M. (a), Schuh, Sandale; nndl. schoen, Sb., Schuh; nschw. sko, Sb., Schuh; nnorw. sko, M., Schuh; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine seit etwa 9000 Jahre nachweisbare und anfangs aus Pflanzen und später vor allem aus Leder gebildete Bekleidung für einen Fuß von Menschen; BM.: ?; F.: Schuh, Schuhes, Schuhs, Schuhe, Schuhen+EW; Z.: Schuh
$Schuhmacher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schuhmacher; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. Schuh, s. Macher; L.: DW 15, 1860, EWD s. u. Schuh; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus Schuh und Macher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Schuhe herstellenden Handwerker; F.: Schuhmacher, Schuhmachers, Schuhmachern+EW; Z.: Schuh—mach-er
$Schuhplattler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schuhplattler; E.: s. Schuh, s. Plattler; L.: DW 15, 1863, EWD s. Schuh; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schuh und Plattler gebildete Bezeichnung für einen süddeutschen Volkstanz bei dem die Tänzer während eines Tanzes möglichst geschickt mit der Hand auf die Schuhsohle schlagen müssen; F.: Schuhplattler, Schuhplattlers, Schuhplattlern+EW+FW; Z.: Schuh—pla-t-t-l-er
Schuhu, nhd. (ält.), M., (18. Jh.?): nhd. Schuhu, Uhu, Adlereule; ne. eagle owl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. chouette; E.: s. frz. chouette, F., Eule; it. ciovetta, F., Eule; afrz. choe, Sb. Alpenkrähe; wohl Kreuzung aus gall. *kaua, F., Eule, Gamillscheg 228a; fränk. *kawa, F., Krähe; L.: Kluge 1. A. s. u. Schuhu, DW 15, 1865; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie wohl mit dem erschlossenen Gallischen und Fränkischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Eulen gehörenden großen in der Dämmerung jagenden Vogel mit gelbbraunem dunkelbraun geflecktem Gefieder und großen orangeroten Augen und dickem rundem Kopf sowie langen Federn an den Ohren; BM.: Krähe; F.: Schuhu, Schuhus+FW?; Z.: Schuh-u
Schuko, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schuko, eine elektrische Steckverbindung; ne. schuko; Vw.: -; Hw.: s. Schutz, Kontakt; Q.: 20. Jh.; E.: Abkürzung aus Schutz und Kontakt (s. d.); L.: Kluge s. u. Schuko, fehlt DW, Duden s. u. Schuko; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schutz und Kontakt gebildete Abkürzung einer Bezeichnung für eine elektrische Steckverbindung; BM.: Abkürzung von Schutzkontakt; F.: Schuko, Schukos+EW+FW; Z.: Schu-ko
schuld, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schuld, schuldig, Schuld habend; ne. being (Adj) at fault; Vw.: -; Hw.: s. Schuld; Q.: 15. Jh.; E.: s. Schuld; L.: Kluge s. u. schuld, DW 15, 1892, Duden s. u. schuld; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit Schuld und schuldig verbindbare Bezeichnung für schuldig oder Schuld habend; BM.: sollen; F.: schuld+EW; Z.: schul-d
Schuld, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schuld, Leistungsverpflichtung, Verantwortlichkeit, Verantwortlichsein, Vergehen, Ursache; ne. debt, guilt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. schult, st. F., Strafe, Anklage, Vergehen; mhd. schulde (1), schult, sulde, sult, st. F., Schuld, Schulden (N.), Unrecht, Verfehlung, Missetat, Strafe, Anklage, Vergehen; mnd. schult, scult, F., N., Schuld, etwas was man einem andern zu geben schuldig ist, schuldige Leistung; mnd. schülde (1), schulde, F., Schuld, Verschulden, Vergehen, Anschuldigung, Klage, pflichtige Abgabe, Leistung, Schuldforderung; mnl. scult, F., Schuld; ahd. skuld* (1), sculd, st. F. (i), Schuld, Sünde, Missetat, Vergehen, Verbrechen, das Geschuldete, Pflicht (F.) (1), Verdienst, Veranlassung; ahd.? skulda*, sculda, st. F. (ō), Schuld, Anklage, Vergehen; as. skuld*, st. F. (i), Schuld, Abgabe; anfrk. *skuld?, st. F. (i), Schuld; germ. *skuldi-, *skuldiz, st. F. (i), Schuld; germ. *skulda-, *skuldaz, st. M. (a), Schuld; vgl. idg. *skel- (2)?, *kel- (8)?, V., schuldig sein (V.), schulden, sollen, Pokorny 927 (1611/83) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schuld, Kluge s. u. Schuld, DW 15, 1870, EWD s. u. Schuld, Falk/Torp 459, 460, Seebold 405, Duden s. u. Schuld, Bluhme s. u. Schuld; Son.: vgl. afries. skelde (1), skeld (2), skild (2), st. F. (i), Schuld, schuldiger Betrag; nfries. schild; ae. scyld (1), st. F. (i), Schuld; ae. scyldu, st. F. (i), Schuld; an. skuldr, st. M. (a), Schuld, Ursache; an. skyld, st. F. (i), Schuld; got. *skuldō, sw. N. (n), Geschuldetes, Schuld; nndl. schuld, Sb., Schuld; nschw. skuld, Sb., Schuld; nnorw. skyld, M., F., Schuld; lit. skolà, F., Schuld; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Geld mögliche Leistungsverpflichtung oder das Verantwortlichsein oder die Verantwortlichkeit für etwas Unangenehmes oder ein Unglück oder einen Schaden; BM.: sollen; F.: Schuld, Schulden+EW; Z.: Schul-d
$schuldbewusst, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schuldbewusst, beschämt, reuig, zerknirscht; E.: s. Schuld, s. bewusst; L.: DW 15, 1894 (Schuldbewusztsein), EWD s. u. bewußt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schuld und bewusst gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Recht mögliches sich eines fehlerhaften Verhaltens bei einer Handlung oder später bewusst; F.: schuldbewusst, schuldbewusste, schuldbewusstes, schuldbewusstem, schuldbewussten, schuldbewusster(, schuldbewusstere, schuldbewussteres, schuldbewussterem, schuldbewussteren, schuldbewussterer, schuldbewusstest, schuldbewussteste, schuldbewusstestes, schuldbewusstestem, schuldbewusstesten, schuldbewusstester)+EW; Z.: schul-d—be-wu-ss-t
$Schuldbewusstsein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schuldbewusstsein; E.: s. Schuld, s. Bewusstsein; L.: DW 15, 1894 (Schuldbewusztsein), EWD s. u. bewußt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schuld und Bewusstsein gebildete Bezeichnung für das Bewusstsein eines fehlerhaften Verhaltens und einer Verantwortlichkeit für dessen schädliche Folgen; F.: Schuldbewusstsein, Schuldbewusstseins+EW; Z.: Schul-d—be-wu-ss-t—sei-n
$Schuldbrief, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Schuldbrief; E.: s. Schuld, s. Brief; L.: Kluge s. u. Brief, DW 15, 1894, EWD s. u. Brief; GB.: (nach DRW) seit 1361 belegte und aus Schuld und Brief gebildete Bezeichnung für eine Urkunde (Brief) über eine Schuld; F.: Schuldbrief, Schuldbriefes, Schuldbriefs, Schuldbriefe, Schuldbriefen+EW+FW; Z.: Schul-d—brief
$schulden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schulden; E.: s. Schuld, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Schuld, DW 15, 1896, EWD s. u. Schuld; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus schuld und Schuld sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für schuld sein (V.) oder Schuld haben oder verschulden oder verdienen; F.: schulden (!), schulde, schuldest, schuldet, schuldete, schuldetest, schuldeten, schuldetet, geschuldet, ##geschuldet, geschuldete, geschuldetes, geschuldetem, geschuldeten, geschuldeter##, schuldend, ##schuldend, schuldende, schuldendes, schuldendem, schuldenden, schuldender###, schuld (!)+EW; Z.: schul-d-en
$schuldig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schuldig, verpflichtet, verantwortlich; Vw.: s. un-; E.: s. Schuld, s. ig; L.: Kluge s. u. Schuld, DW 15, 1901, EWD s. u. Schuld; GB.: (skuldīg*) seit um 765 belegte und aus Schuld und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Recht mögliches verpflichtet oder verantwortlich; F.: schuldig, schuldige, schuldiges, schuldigem, schuldigen, schuldiger(, schuldigere, schuldigeres, schuldigerem, schuldigeren, schuldigerer, schuldigst, schuldigste, schuldigstes, schuldigstem, schuldigsten, schuldigster)+EW; Z.: schul-d-ig
$schuldigen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schuldigen; Vw.: s. an-, be-, ent-; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. schuldig, s. en; L.: DW 15, 1912; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus schuldig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Schuld oder Verantwortung zuweisen (oder – in entschuldigen - abweisen); F.: schuldigen, schuldige (!), schuldigst, schuldigt, schuldigest, schuldiget, schuldigte, schuldigtest, schuldigten, schuldigtet, geschuldigt, ##geschuldigt, geschuldigte, geschuldigtes, geschuldigtem, geschuldigten, geschuldigter##, schuldigend, ###schuldigend, schuldigende, schuldigendes, schuldigendem, schuldigenden, schuldigender###, schuldig (!) oder schulden+EW; Z.: schul-d-ig-en
$Schuldner, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schuldner, Schuldender; Hw.: s. Gläubiger; E.: s. schuld(e)n, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schuld, EWD s. u. Schuld, DW 15, 1921; GB.: 1190-1195 belegte und wohl nach lat. debitor aus schulden und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Vermögensgeschäften vielleicht schon vor den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Leistung (einem Gläubiger) Schuldenden; F.: Schuldner, Schuldners, Schuldnern+EW; Z.: Schul-d-n-er
Schule, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schule, Unterrichtsanstalt, Lehranstalt, Lernanstalt; ne. school (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schüler, Scholar; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. schuole, st. F., Schule; mnd. schōle, schole, F., Schule, Schule als klösterliche Einrichtung, Klosterschule, Universität, Hochschule; mnl. school?, schole, F., Schule; ahd. skuola*, st. F. (ō), Schule; as. skola*, st. F. (ō), Haufe, Haufen, Schar (F.) (1); germ. *skōla, F., Schule; lat. schola, F., Untersuchung, Abhandlung, Vorlesung, Schule, (um 180-102 v. Chr.); gr. σκολή (skolḗ), F., Lehranstalt, Ort der Muße; s. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888? (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schule, Kluge s. u. Schule, DW 15, 1927, EWD s. u. Schule, Duden s. u. Schule, Bluhme s. u. Schule; Son.: vgl. afries. -; ae. scōl, st. F. (ō), Schule; an. skōli, skūli (2), sw. M. (n), Schule, Gelehrtheit, Lehrer; got. -; nndl. school, Sb., Schule; frz. école, F., Schule; nschw. skola, Sb., Schule; nnorw. skole, M., Schule; poln. szkoła, F., Schule; kymr. ysgol, F., Schule; nir. scoil, F., Schule; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterrichtsanstalt oder Lehranstalt oder Lernanstalt in der vor allem Kindern und Jugendlichen durch einen geregelten Unterricht Bildung vermittelt wird beziehungsweise Bezeichnung für das Gebäude in dem dieser Unterricht stattfindet; BM.: halten; F.: Schule, Schulen+FW; Z.: Schu-l-e
$schulen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schulen; E.: s. Schul(e), s. en (Suff.); L.: DW 15, 1936, EWD s. u. Schule; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schul(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (schelten oder tadeln oder zurechtweisen oder) bilden oder unterrichten; F.: schulen (!), schule (!), schulst, schult, schulest, schulet, schulte, schultest, schulten, schultet, geschult, ##geschult, geschulte, geschultes, geschultem, geschulten, geschulter##, schulend, ###schulend, schulende, schulendes, schulendem, schulenden, schulender###, schul (!)+FW+EW; Z.: schu-l-en
Schüler, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schüler, Zögling, Lernender; ne. pupil, scholar; Vw.: -; Hw.: s. Schule, Scholar; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. schuolære, schuoler, schōlære, schœler, schüelære, st. M., Schüler, junger Geistlicher, Hilfsgeistlicher, Student; mnd. schȫlære*, schȫler, schȫlere, scholer, schölre, schȫlder, M., Schüler, Student der zum geistlichen Stande bestimmt ist, Insasse der Klosterschule, junger Geistlicher; ahd. skuolāri*, scuolāri, st. M. (ja), Schüler, Jünger; lat. scholāris, M., zur Schule Gehöriger, 348/49-um 413 n. Chr.); vgl. lat. schola, F., Untersuchung, Abhandlung, Vorlesung, Schule; gr. σκολή (skolḗ), F., Lehranstalt, Ort der Muße; vgl. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888? (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schule, Kluge s. u. Schule, DW 15, 1937, EWD s. u. Schule, Duden s. u. Schüler; Son.: vgl. nndl. scholier, Sb., Schüler; GB.: seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen eine Schule zwecks Ausbildung Besuchenden oder einen Zögling oder einen Lernenden; BM.: halten; F.: Schüler, Schülers, Schülern+FW+EW; Z.: Schü-l-er
$Schulfuchs, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schulfuchs, ein pedantischer Gelehrter; E.: s. Schul(e), s. Fuchs; L.: Kluge s. u. Fuchs 2, DW 15, 1944; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach it. volpe di scuola aus Schul(e) und Fuchs gebildete Bezeichnung für einen pedantischen Gelehrten; F.: Schulfuchs, Schulfuchses, Schulfüchse, Schulfüchsen+FW+EW; Z.: Schu-l—fuchs
$Schulhort, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schulhort; E.: s. Schul(e), s. Hort; L.: fehlt DW, EWD s. u. Hort; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schul(e) und Hort gebildete Bezeichnung für einen einer Schule angeschlossenen Hort für eine zeitweise Aufbewahrung von Schülern außerhalb des Unterrichts; F.: Schulhort, Schulhortes, Schulhorts, Schulhorte, Schulhorten+FW+EW; Z.: Schu-l—ho-r-t
Schulter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schulter, Schultergelenk; ne. shoulder (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. schulter, st. F., sw. F., Schulter, Schulterblatt; mnd. schulder (1), schuldere, sculder, F., Schulter, Schulterstück, Bugstück vom Schlachtvieh, Vorderschinken; mnl. schulder, sculder, scolder, F., Schulter; ahd. skultira*, scultira, skultra*, skultirra*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schulter, Schulterblatt; as. -; anfrk. -; westgerm. *skuldrjō, *skuldrō, st. F. (ō), Schulter; vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928? (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schulter, Kluge s. u. Schulter, DW 15, 1971, EWD s. u. Schulter, Falk/Torp 460, Duden s. u. Schulter, Bluhme s. u. Schulter; Son.: vgl. afries. skuldere, skoldere, skulder, st. F. (ō), Schulter; nfries. scholder; saterl. scoldere; ae. sculdor, st. M. (ja), Schulter; an. -; got. -; nndl. schouder, Sb., Schulter; nschw. skuldra, Sb., Schulter; nnorw. skulder, M., Schulter; ? gr. σκαλίς (skalís), F., Hacke (F.) (2), Karst (M.) (1); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den zu beiden Seiten des Halses befindlichen und die Arme oder Vorderbeine verbindenden oberen Teil des Rumpfes höherer Lebewesen; BM.: schneiden; F.: Schulter, Schultern+EW; Z.: Schul-t-er
$schultern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schultern, auf die Schulter nehmen oder auf die Schulter legen oder auf der Schulter tragen; E.: s. Schulter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schulter, DW 15, 1980; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schulter und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf die Schulter nehmen oder auf die Schulter legen oder auf der Schulter tragen; F.: schultern (!), schultere, schulter (!), schulterst, schultert, schulterte, schultertest, schulterten, schultertet, geschultert, ##geschultert, geschulterte, geschultertes, geschultertem, geschulterten, geschulterter##, schulternd, ###schulternd, schulterndes, schulterndem, schulternden, schulternder###, schulter (+)EW; Z.: schul-t-er-n
Schultheiß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schultheiß, Schulze, Ortsvorsteher; ne. sheriff, bailiff; Vw.: -; Hw.: s. Schulze; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. schultheize, sw. M., „Schultheiß“, Unterrichter, Richter; mnd. schulthēte, schultheite, schulthette, schultēte, schulteite, sw. M., Schultheiß, Schulze; mnl. schouthete, schouthet, M., Schultheiß; ahd. skuldheizo*, sculdheizo, sw. M. (n), Schultheiß, Verwalter, Vorsteher; lang. skuldhais*, sw. M.?, Schuldheischer, Schultheiß; as. skuldhêtio*, skuldhêto, sw. M. (n), Schultheiß; anfrk. -; germ. *skuldihaitō-, *skuldihaitōn, *skuldihaita-, *skuldihaitan, sw. M. (n), Schultheiß; s. idg. *skel- (2)?, *kel- (8)?, V., schuldig sein (V.), schulden, sollen, Pokorny 927 (1611/83) (RB. idg. aus germ., balt.); idg. *kēid-?, V., bewegen, befehlen, heißen, Pokorny 538; vgl. idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *kī̆-, *keih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schultheiß, Kluge s. u. Schultheiß, DW 15, 1982, EWD s. u. Schultheiß, Seebold 247, Duden s. u. Schultheiß; Son.: vgl. afries. skeltā, skeltāta, sw. M. (n), Schultheiß, Schulze, Stellvertreter; ae. sculdhǣta, sw. M. (n), Schultheiß, Schulze; an. -; got. -; nndl. shout, Sb., Schultheiß; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus Schuld und heis(chen) gebildete und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen mittelalterlichen und neuzeitlichen Amtsträger (Schuldheischer); BM.: schulden, bewegen; F.: Schultheiß, Schultheißen+EW; Z.: Schul-t-hei-ß
$Schulung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Schulung; E.: s. schul(en), s. ung; L.: DW 15, 1989, EWD s. u. Schule; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schul(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine vor allem durch Schule vermittelte Bildung oder Erziehung von Menschen; F.: Schulung, Schulungen+FW+EW; Z.: Schu-l-ung
Schulze, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Schulze, Schultheiß; ne. sheriff, bailiff; Vw.: -; Hw.: s. Schultheiß; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. schulte, scholte, M., Schulze; mnd. schulthēte, schultheite, schulthette, schultēte, schulteite, sw. M., Schultheiß, Schulze; as. skuldhêtio*, skuldhêto, sw. M. (n), Schultheiß; germ. *skuldihaitō-, *skuldihaitōn, *skuldihaita-, *skuldihaitan, sw. M. (n), Schultheiß; s. idg. *skel- (2)?, *kel- (8)?, V., schuldig sein (V.), schulden, sollen, Pokorny 927 (1611/83) (RB. idg. aus germ., balt.); idg. *kēid-?, V., bewegen, befehlen, heißen, Pokorny 538; vgl. idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *kī̆-, *keih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schultheiß, Kluge s. u. Schulze, DW 15, 1992, EWD s. u. Schultheiß, Duden s. u. Schulze, Bluhme s. u. Schulze; Son.: vgl. nndl. shout, Sb., Schultheiß; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und verwendete Verkürzung von Schultheiß; BM.: schulden, bewegen; F.: Schulze, Schulzen+EW; Z.: Schul-z-e
schummeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schummeln, beschummeln, schwindeln, betrügen; ne. cheat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: jüd. Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht ein jüd. Wort; L.: Kluge s. u. schummeln, beschummeln, DW 15, 1997, EWD s. u. schummeln, Duden s. u. schummeln, Bluhme s. u. schummeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem jüdischen Umfeld aufgenommene Bezeichnung für beschummeln oder schwindeln oder betrügen oder einen harmlosen Betrug begehen; BM.: handeln?; F.: schummeln, schummel (!), schummle, schummelst, schummelt, schummelte, schummeltest, schummelten, schummeltet, geschummelt, ##geschummelt, geschummelte, geschummeltes, geschummeltem, geschummelten, geschummelter##, schummelnd, ###schummelnd, schummelnde, schummelndes, schummelndem, schummelnden, schummelnder###, schummel (!)+FW+EW; Z.: schumm-el-n
Schummer, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Schummer, Dämmerung, Übergang zwischen Hell und Dunkel und umgekehrt; ne. dusk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. schummer, M., Schummer, Dämmerung; von schimmern, letztlich von germ. *skeimō-, *skeimōn, *skeima-, *skeiman, *skīmō-, *skīmōn, *skīma-, *skīman, sw. M. (n), Glanz, Helle, Schein; vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Schummer, EWD s. u. Schummer, DW 15, 1998, Duden s. u. Schummer; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit schimmern und letztlich dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliche Dämmerung oder einen Übergang zwischen Hell und Dunkel und umgekehrt; BM.: schimmern; F.: Schummer, Schummers, Schummern (!)+EW; Z.: Schu-m-m-er
$schummerig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schummerig, dämmerig, zwischen hell und dunkel befindlich; E.: s. Schummer, s. ig; L.: Kluge s. u. Schummer, s. DW 15, 1998, EWD s. u. Schummer; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und aus Schummer und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliches dämmerig oder zwischen hell und dunkel befindlich; F.: schummerig, schummerige, schummeriges, schummerigem, schummerigen, schummeriger(, schummerigere, schummerigeres, schummerigerem, schummerigeren, schummerigerer, schummerigst, schummerigste, schummerigstes, schummerigstem, schummerigsten, schummerigster)+EW; Z.: schu-m-m-er-ig
$schummern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schummern; E.: s. Schummer, s. (e)n (Suff.): L.: DW 15, 1998, EWD s. u. Schummer; GB.: seit 18. Jh. (mnd. und vereinzelt md.) belegte und aus Schummer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich Entstehung von Licht mögliches dämmern oder halbdunkel sein (V.) oder halbdunkel werden; F.: schummern (!), schummere, schummer (!), schummerst, schummert, schummerte, schummertest, schummerten, schummertet, geschummert, ##geschummert, geschummerte, geschummertes, geschummertem, geschummerten, geschummerter##, schummernd, ###schummernd, schummerndes, schummerndem, schummernden, schummernder###, schummer (!)+EW; Z.: schu-m-m-er-n
$Schummerstunde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schummerstunde, Dämmerstunde; E.: s. Schummer, s. Stunde; L.: DW 15, 1998, EWD s. u. Schummer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schummer und Stunde gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Licht mögliche Dämmerstunde; F.: Schummerstunde, Schummerstunden+EW; Z.: Schu-m-m-er—stund-e
Schund, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schund, Abfall (bei dem Schinden), Kitsch; ne. trash (N.); Vw.: -; Hw.: s. schinden; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. schunt (2), Sb., Schund, Unrat, Kot; mnd. schinden, sw. V., schinden, peinigen, häuten, Fell abziehen, plündern, rauben, ausplündern, ausrauben, berauben, bedrücken, plagen; as. *skindan?, st. V. (1a), enthäuten, schinden; anfrk. -; germ. *skenþjan, sw. V., enthäuten, schinden; idg. *skend-?, *kend-?, *sken-?, *ken-?, V., Sb., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929; s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schund, Kluge s. u. Schund, EWD s. u. Schund, DW 15, 1998, Duden s. u. Schund, Bluhme s. u. Schund; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen bei dem Schinden oder Abziehen von Tierhaut durch Menschen entstehenden Abfall und danach allgemein für künstlerisch Wertloses oder Kitsch; BM.: schneiden; F.: Schund, Schundes, Schunds+EW; Z.: Schu-nd
schunkeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schunkeln, schaukeln; ne. sway (V.) to and fro; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: nasalierte Variante von schaukeln, s. Schaukel; L.: Kluge s. u. schunkeln, DW 15, 2004, EWD s. u. schunkeln, Duden s. u. schunkeln, Bluhme s. u. schunkeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und als nasalierte Variante von schaukeln gebildete Bezeichnung für sich in einer Gruppe von Menschen mit untergehakten Armen gemeinsam in dem Rhythmus einer Musik hin bewegen und her wiegen; BM.: stoßen bzw. bewegen; F.: schunkeln, schunkel (!), schunkle, schunkelst, schunkelt, schunkelte, schunkeltest, schunkelten, schunkeltet, geschunkelt, ##geschunkelt, geschunkelte, geschunkeltes, geschunkeltem, geschunkelten, geschunkelter##, schunkelnd, ###schunkelnd, schunkelnde, schunkelndes, schunkelndem, schunkelnden, schunkelnder###, schunkel (!)+EW; Z.: schu-n-k-el-n
schupfen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schupfen, stoßen; ne. push (V.); Vw.: -; Hw.: s. beschuppen, Schubs, schieben; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. schüpfen, schupfen, schuffen, schupen, sw. V., schupfen, prellen, wippen mit, schaukeln, schwanken, stoßen, schleudern, antreiben, wegdrängen; mnd. schüppen, schuppen, sw. V., schupfen, stoßen, fortstoßen, wegstoßen, wippen, verdrängen, vertreiben, verjagen, schaufeln; mhd. schieben, st. V., schieben, stoßen, aufschieben, verschieben; mnd. schūven (1), schuͤven, schuven, schuwen, st. V., schieben, stoßen, anstoßen, ruckweise bewegen, schiebend rücken; ahd. skioban*, scioban*, st. V. (2a), schieben, stoßen, treiben; germ. *skeuban, st. V., schieben; L.: Kluge 1. A. s. u. Schupf, Kluge s. u. schupfen, DW 15, 2006, Duden s. u. schupfen; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit schieben verbindbare Bezeichnung für (mit den Händen) stoßen oder schieben; BM.: schieben; F.: schupfen (!), schupfe, schupfst, schupft, schupfest, schupfet, schupfte, schupftest, schupften, schupftet, geschupft, ##geschupft, geschupfte, geschupftes, geschupftem, geschupften, geschupfter##, schupfend, ###schupfend, schupfende, schupfendes, schupfendem, schupfenden, schupfender###, schupf (!)+EW; Z.: schupf-en
Schupo, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Schupo, Schutzpolizei; ne. police; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gekürzt aus Schutzpolizist; s. nhd. Schutz, s. nhd. Polizist, s. Polizei; L.: Kluge s. u. Schupo, fehlt DW, Duden s. u. Schupo; GB.: seit 19. Jh. belegte Abkürzung für (Schutzpolizist oder) Schutzpolizei; BM.: Abkürzung; F.: Schupo+EW+FW; Z.: Schu-po
Schuppe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Schuppe, kleine Platte als Körperbedeckung; ne. scale (N.), flake (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. schuope, sw. M., st. M., Schuppe; mhd. schuop, st. M., sw. M., Schuppe; mnd. schōve (2), schove, F., Schuppe, Panzerschuppe; mnd. schōpe (1), F., Schuppe; mnd. schubbe, schuppe, F., Schuppe, Fischschuppe, Panzerschuppe; ahd. skuoba*, scuoba*, sw. F. (n), Schuppe; as. -; anfrk. -; germ. *skōbō, st. F. (ō), Scharre, Schuppe; vgl. idg. *skab-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, Pokorny 931; idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schuppe, Kluge s. u. Schuppe, DW 15, 2012, EWD s. u. Schuppe, Falk/Torp 452, Duden s. u. Schuppe, Bluhme s. u. Schuppe; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines hartes Plättchen auf dem Körper mancher Tiere wie beispielsweise der Schuppentiere aber auch der Fische oder Reptilien oder auch Hautschuppen und davon abgeleitet Bezeichnung für etwas einem solchen Plättchen Nachgebildetes; BM.: schneiden; F.: Schuppe, Schuppen+EW; Z.: Schup-p-e
$schuppen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. schuppen; E.: s. Schupp(e), s. en; L.: Kluge s. u. Schuppe, DW 15, 2006? , EWD s. u. Schuppe,; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit Schupp(e) und en (Suff.) verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Schuppen bilden und Schuppen entfernen; F.: schuppen, schuppe (!), schuppst, schuppt, schuppest, schuppet, schuppte, schupptest, schuppten, schupptet, geschuppt, ##geschuppt, geschuppte, geschupptes, geschupptem, geschuppten, geschuppter##, schuppend, ##schuppend, schuppende, schuppendes, schuppendem, schuppenden, schuppender##, schupp (!)+EW; Z.: schup-p-en
Schuppen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schuppen (M.), Schupfen, Wetterdach, offener Raum mit Überdach, Stadel; ne. shed (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. schupfe, sw. F., Schuppen (M.), Scheune; mhd. schopfe 1, sw. M., Schupfen (M.), Schuppen (M.), Scheune, Vorhalle; ahd. skupfa* (1), scupha*, sw. F. (n), Schuppen (M.), Scheune, Scheuer; s. germ. *skupa, *skuppa, Sb., Schober, Schuppen (M.); vgl. idg. *skeup-?, *keup-?, *skeubʰ-?, *skeub-?, Sb., Büschel, Schopf, Quaste, Pokorny 956 (1640/112) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schuppen, Kluge s. u. Schuppen, DW 15, 2005, EWD s. u. Schuppen, Falk/Torp 469, Duden s. u. Schuppen, Bluhme s. u. Schuppen; Son.: vgl. ae. scypen, F., Stall; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und errichtetes einfaches Holzgebäude zu einer Aufbewahrung von Geräten und wohl auch Futtermitteln; BM.: Büschel?; F.: Schuppen, Schuppens+EW; Z.: Schupp-en
$schuppig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schuppig, mit Schuppen versehen (Adj.), bedeckt; E.: s. Schupp(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Schuppe, DW 15, 2026, EWD s. u. Schuppe; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schupp(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit Schuppen versehen (Adj.) oder bedeckt; F.: schuppig, schuppige, schuppiges, schuppigem, schuppigen, schuppiger(, schuppigere, schuppigeres, schuppigerem, schuppigeren, schuppigerer, schuppigest, schuppigeste, schuppigestes, schuppigestem, schuppigesten, schuppigester)+EW; Z.: schup-p-ig
Schupps, nhd., M.: nhd. Schupps; Vw.: s. Schubs
Schups, nhd., M.: nhd. Schups; Vw.: s. Schubs
Schur, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schur, Scheren (N.); ne. shear (N.); Vw.: -; Hw.: s. scheren (1); Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); E.: s. scheren (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Schur, Kluge s. u. Schur, DW 15, 2030, EWD s. u. Schur, Falk/Torp 455, Duden s. u. Schur, Bluhme s. u. Schur; GB.: (schuor) seit 1190-1200 belegte und seit Entwikelung entsprechender Weerkzeuge durch den Menschen mit scheren verbindbare Bezeichnung für das Abscheren von Haaren vor allem bei Schafen zwecks Gewinnung von Wolle; BM.: schneiden; F.: Schur, Schuren+EW; Z.: Schur
schüren, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schüren, anfachen; ne. stoke (V.), fuel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. schüren* (1), schürn, sw. V., anstoßen, antreiben, treiben, reizen, brennen machen, entzünden, feuern, schüren, entfachen, beitragen zu, mit sich bringen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von mhd. schürgen, schurgen, sw. V., schieben, stoßen, treiben, verleiten ahd. skurgen*, scurgen*, sw. V. (1a), stoßen, fortstoßen, forttreiben; germ. *skurō-, *skurōn, sw. F. (n), Schaufel; vgl. idg. *skēu- (6), *skēut-, V., schneiden, trennen, kratzen, scharren, stochern, stöbern, Pokorny 954; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *skur-, V., schieben, stoßen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. schüren, Kluge s. u. schüren, DW 15, 2034, EWD s. u. schüren, Duden s. u. schüren, Bluhme s. u. schueren; Son.: ? vgl. ae. scorian (2), sw. V., verweigern, abschlagen; ? an. skora, sw. V., schneiden, bestimmen, fordern; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit mhd. schürgen sowie dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen mögliches Feuer durch Stochern zu einem Auflodern bringen oder anfachen; BM.: schneiden?; F.: schüren, schüre, schürst, schürt, schürest, schüret, schürte, schürtest, schürten, schürtet, geschürt, ##geschürt, geschürte, geschürtes, geschürtem, geschürten, geschürter##, schürend, ###schürend, schürende, schürendes, schürendem, schürenden, schürender###, schür (!)+EW; Z.: schür-en
schürfen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schürfen, ritzen, aufschneiden, graben; ne. dig (V.), prospect (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schürpfen, sw. V., aufschneiden, ausweiden, anschlagen; mnd. schörven (1), V., Graben schürfen?; ahd. skurpfen*, scurphen*, skurfen*, scurfen*, sw. V. (1a), schürfen, ausweiden, zerfleischen, aufschneiden, schlagen, herausschlagen, Feuer schlagen; as. *skurpian?, sw. V. (1a), schürfen; anfrk. -; germ. *skurpjan, sw. V., schürfen, anschlagen; idg. *skerbʰ-, *kerbʰ-, *skerb-, *kerb-, *skrebʰ-, *krebʰ-, *skreb-, *kreb-, V., schneiden, Pokorny 943; s. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schürfen, Kluge s. u. schürfen, DW 15, 2040, EWD s. u. schürfen, Falk/Torp 456, Duden s. u. schürfen, Bluhme s. u. schuerfen; Son.: vgl. afries. -; ae. scearpian, sw. V. (1?), einschneiden, verwunden; an. -; got. -; nnorw. skjerpe, V., schürfen; ? mir. cerbaim, V., ich schneide; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht nach Entwicklung geeigneter Werkzeuge dem Menschen mögliches nach Erz graben oder ritzen; BM.: schneiden; F.: schürfen, schürfe, schürfst, schürft, schürfest, schürfet, schürfte, schürftest, schürften, schürftet, geschürft, ##geschürft, geschürfte, geschürftes, geschürftem, geschürften, geschürfter##, schürfend, ###schürfend, schürfende, schürfendes, schürfendem, schürfenden, schürfender###, schürf (!)+EW; Z.: schür-f-en
schurigeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schurigeln, quälen, das Leben schwer machen; ne. bully (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: wohl umgestaltet aus schurgeln, einem Iterativ zu mhd. schürgen, schurgen, sw. V., schieben, stoßen, treiben, verleiten ahd. skurgen*, scurgen*, sw. V. (1a), stoßen, fortstoßen, forttreiben; germ. *skurō-, *skurōn, sw. F. (n), Schaufel; vgl. idg. *skēu- (6), *skēut-, V., schneiden, trennen, kratzen, scharren, stochern, stöbern, Pokorny 954; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schurigeln, DW 15, 2047, EWD s. u. schurigeln, Duden s. u. schurigeln; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches jemandem durch fortwährende ungerechte Behandlung das Leben schwer machen; BM.: schneiden; F.: schurigeln, schurigel (!), schurigle, schurigelst, schurigelt, schurigelte, schurigeltest, schurigelten, schurigeltet, geschurigelt, ##geschurigelt, geschurigelte, geschurigeltes, geschurigeltem, geschurigelten, geschurigelter##, schurigelnd, ###schurigelnd, schurigelnde, schurigelndes, schurigelndem, schurigelnden, schurigelnder###, schurigel (!)+EW; Z.: schur-ig-el-n
Schurke, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schurke, ehrloser Mensch, Halunke, Bösewicht; ne. villain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von ahd. fiurskurgo*, fiurscurgo*, fiurskurio*, fiurscurio*, sw. M. (n), Feuerschürer, Teufel; L.: Kluge 1. A. s. u. Schurke, Kluge s. u. Schurke, DW 15, 2047, EWD s. u. Schurke, Duden s. u. Schurke, Bluhme s. u. Schurke; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit ahd. fiurskurgo verbindbare Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen möglichen ehrlosen Menschen oder einen Halunken oder einen Bösewicht oder einen Böses tuenden Menschen; BM.: Feuerschürer?; F.: Schurke, Schurken+EW; Z.: Schur-k-e
$Schurkerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schurkerei, Gemeinheit; L.: Kluge s. u. Schurke, DW 15, 2050, EWD s. u. Schurke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schurk(e) und er? sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen möglichs Verhalten eines Schurken oder eine Gemeinheit; F.: Schurkerei, Schurkereien+EW; Z.: Schur-k-er-ei
$schurkisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schurkisch, wie ein Schurke handelnd; E.: s. Schurk(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Schurke, DW 15, 2050, EWD s. u. Schurke; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schurk(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wie ein Schurke handelnd; F.: schurkisch, schurkische, schurkisches, schurkischem, schurkischen, schurkischer(, schurkischere, schurkischeres, schurkischerem, schurkischeren, schurkischerer, schurkischst, schurkischste, schurkischstes, schurkischstem, schurkischsten, schurkischster)+EW; Z.: schur-k-isch
$schurren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schurren, mit Geräusch gleiten; L.: DW 15, 2053, EWD s. u. schurren,; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches mit Geräusch gleiten; F.: schurren, schurre, schurrst, schurrt, schurrest, schurret, schurrte, schurrtest, schurrten, schurrtet, geschurrt, ##geschurrt, geschurrte, geschurrtes, geschurrtem, geschurrten, geschurrter##, schurrend, ###schurrend, schurrende, schurrendes, schurrendem, schurrenden, schurrender###, schurr (!)+EW; Z.: schurr-en
$Schurrmurr, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schurrmurr, aufbrausender Mensch, Gerümpel; L.: DW 15, 2053, EWD s. u. schurren; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen aufbrausenden Menschen oder auch ein Gerümpel; F.: Schurrmurr, Schurrmurrs+EW; Z.: Schurr—murr
$Schurwolle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schurwolle; E.: s. Schur, s. Wolle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schur und Wolle gebildete Bezeichnung für von Menschen durch Schur lebender Tiere wie Schafe oder Lamas oder Yaks gewonnene Wolle beispielsweise in Gegensatz zu Baumwolle; F.: Schurwolle, Schurwollen+EW; Z.: Schur—wol-l-e
Schurz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schurz, Schürze; ne. apron; Vw.: (s. Lenden-); Hw.: s. Schürze, Shorts; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: mhd. schurz (2), st. M., Schurz, Schürze, Schutz, Schirm; mnd. schort, N., Schurz, ein Teil der Rüstung, Panzerschurz; ahd. -; as. -; germ. *skurtjō-, *skurtjōn, Sb., Schurz, Hemd; idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schurz, Kluge s. u. Schurz, DW 15, 2055, EWD s. u. Schurz, Duden s. u. Schurz, Bluhme s. u. Schurz; Son.: vgl. nndl. schort, Sb., Schürze, Schurz; me. skirt, Sb., Rock; ne. short, Adj., kurz; GB.: seit 1314 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist kürzeres Kleidungsstück von Menschen das bei bestimmten Arbeiten als Schutz der sonstigen Kleidung meist vorne vorgebunden getragen wird; BM.: schneiden; F.: Schurz, Schurzes, Schurze, Schurzen+EW; Z.: Schur-z
Schürze, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Schürze, Schurz; ne. apron; Vw.: (s. Kleider-); Hw.: s. Schurz, Shorts; Q.: Anfang 17. Jh.?; E.: s. mnd. schörte, schorte, F., Schürze, Schürze zum Schutze der Kleidung, ein Teil der Rüstung, Panzerschurz, Schurz, Überwurf, Überzeug, sackartige Hülle, Armesünderkleid, Schürzung, Knoten (M.); mnl. schorte, shorte, F., Schürze; mnd. schort, N., Schur“, ein Teil der Rüstung, Panzerschurz; germ. *skurtjō-, *skurtjōn, Sb., Schurz, Hemd; idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schurz, Kluge s. u. Schurz, DW 15, 2060, EWD s. u. Schurz, Duden s. u. Schürze, Bluhme s. u. Schuerze; Son.: vgl. afries. -; ae. scyrte, sw. F. (n), Hemd; an. skyrta, sw. F. (n), Hemd mit langen Ärmeln; got. -; nndl. schort, Sb., Schürze, Schurz; me. skirt, Sb., Rock; GB.: vielleicht seit Anfang 17. Jh. mnd. und mnl, belegte Bezeichnung für ein meist kürzeres Kleidungsstück von Menschen das bei bestimmten Arbeiten als Schutz der sonstigen Kleidung meist vorne vorgebunden getragen wird; BM.: schneiden; F.: Schürze, Schürzen+EW; Z.: Schür-z-e
$schürzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schürzen, kürzer machen, in die Höhe gürten; L.: DW 15, 2063, EWD s. u. Schurz; GB.: seit um 1210 belegte und aus ahd. skurz* und en gebildete Bezeichnung für sachlich Menschen mögliches kürzer machen und in die Höhe gürten; F.: schürzen (!), schürze (!), schürzst, schürzt, schürzest, schürzet, schürzte, schürztest, schürzten, schürztet, geschürzt, ##geschürzt, geschürzte, geschürztes, geschürztem, geschürzten, geschürzter##, schürzend, ###schürzend, schürzende, schürzendes, schürzendem, schürzenden, schürzender###, schürz (!)+EW; Z.: schür-z-en
$Schurzfell, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Schurzfell; E.: s. Schurz, s. Fell; L.: DW 15, 2069, EWD s. u. Schurz; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Schurz und Fell gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als Schurz bei bestimmten Arbeiten als Schutz der sonstigen Kleidung meist vorne vorgebunden getragenes Fell; F.: Schurzfell, Schurzfelles, Schurzfells, Schurzfelle, Schurzfellen+EW; Z.: Schur-z—fel-l
$Schürzenjäger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schürzenjäger; E.: s. Schürz(e), s. en (Suff.), s. Jäger; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Schurz, fehlt DW, EWD s. u. Schurz; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Schürz(e) und en (Suff.) sowie Jäger gebildete Bezeichnung für einen ständig (von Schürzen versinnbildlichten) Frauen umwerbenden Mann; F.: Schürzenjäger, Schürzenjägers, Schürzenjägern+EW; Z.: Schür-z-en—jäg-er
Schuss, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schuss, Fortschleudern, Fortschießen, Abschießen; ne. shot; Vw.: -; Hw.: s. schießen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. schuz (1), st. M., Stoß, Stich, Schuss, Pfeilschuss, Wurf, Lanzenwurf, Schmerz, stechender Schmerz, Stromz; mnd. schot (1), schōte, N., „Schuss“, Geschoss, Pfeil, Geschützmaterial, Munition; mnd. schȫte (1), schȫt, schötte, schote, st. M., Schuss, Schießen (N.), Geschoss, Ladung (F.) (1), Schussrichtung, Schussbahn; ahd. skuz*, scuz, st. M. (i), Schuss, Schlag, Blitzschlag; as. *skot? (1), st. N. (a); anfrk. *skot (1)?, st. N. (a), Geschoss; germ. *skuti-, *skutiz, st. M. (i), Schuss; germ. *skeuta-, *skeutam, st. N. (a), Geschoss, Wurf; germ. *skuta-, *skutam, st. N. (a), Geschoss, Schuss, Wurf; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955?; idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; vgl. idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schusz, Kluge s. u. schießen, DW 15, 2086, EWD s. u. schießen, Falk/Torp 468, Seebold 418, Duden s. u. Schuss, Bluhme s. u. Schuss; Son.: vgl. afries. skete, skette (2), st. M. (i), Schuss, Ausfluss; ae. scyte, st. M. (i), Schuss, Schlag, Streich, Geschoss; ae. scéot (2), st. N. (a), schnelle Bewegung; an. skot (1), *skot (2), st. N. (a), Schuss, Schusswaffe, Schlupfwinkel, Anbau; got. -; nndl. schot, Sb., Schuss; nschw. skott, N., Schuss; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Menschen mögliches Abschießen eines Geschosses; BM.: werfen; F.: Schuss, Schusses, Schüsse, Schüssen+EW; Z.: Schu-s-s
Schussel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schussel, Tolpatsch, ungeschickter Mensch; ne. scatterbrain; Vw.: -; Hw.: s. schusseln; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: vielleicht von Schuss (s. d.); L.: Kluge s. u. schusseln, fehlt DW, EWD s. u. Schussel, Duden s. u. Schussel; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und vielleicht mit Schuss verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Tolpatsch oder ungeschickten Menschen; BM.: schießen bzw. werfen; F.: Schussel, Schussels, Schusseln+EW; Z.: Schu-ss-el
Schüssel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schüssel, Schale (F.) (2); ne. bowl (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. schüzzele, schüzzel, schuzzel, schuschel, st. F., sw. F., Schüssellein, Schüssel; mnd. schȫtel, schȫtele, schotele, schöttel, schöttele, schottel, F., Schüssel, Gefäß, Schale (F.) (2); mnl. scōtele, F., Schüssel; ahd. skuzzila*, scuzzila, sw. F. (n), Schüssel, Schale (F.) (2), Gericht (N.) (2); as. skutala*, sw. F. (n), Schüssel; anfrk. -; germ. *skutela, Sb., Schüssel; s. lat. scutella, F., Trinkschale, kleine Schüssel, Schüsselchen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scutra, F., flache Schüssel, Schale (F.) (2), Platte, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Schüssel, Kluge s. u. Schüssel, DW 15, 2071, EWD s. u. Schüssel, Duden s. u. Schüssel, Bluhme s. u. Schuessel; Son.: vgl. afries. -; ae. scutel (1), st. M. (a?), Schüssel, Schale (F.) (2); an. skutill (2), st. M. (a?), Schüssel, Schale (F.) (2), kleiner Tisch; an. -; got. -; nndl. schotel, Sb., Schüssel; frz. écuelle, F., Napf; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes tieferes meist rundes oder ovales und oben offenes und oft mit einem Deckel abdeckbares Gefäß das besonders zu einem Auftragen und Aufbewahren von Speisen benutzt wird; BM.: ?; F.: Schüssel, Schüsseln+EW; Z.: Schüss-el
$schusselig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schusselig, tolpatschig; E.: s. Schussel, s. ig; L.: Kluge s. u. schusseln, fehlt DW, EWD s. u. Schussel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schussel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen mögliches tolpatschig oder fehlerhaft; F.: schusselig, schusselige, schusseliges, schusseligem, schusseligen, schusseliger(, schusseligere, schusseligeres, schusseligerem, schusseligeren, schusseligerer, schusseligst, schusseligste, schusseligstes, schusseligstem, schusseligsten, schusseligster)+EW; Z.: schu-ss-el-ig
schusseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schusseln, schnell und ungenau arbeiten, schlecht arbeiten, viele Fehler machen, hastig laufen; ne. work (V.) carelessley, run (V.) fast; Vw.: -; Hw.: s. Schussel; Q.: 19. Jh.; E.: vielleicht von Schuss (s. d.); L.: Kluge s. u. schusseln, DW 15, 1599 (schosseln, schusseln), EWD s. u. Schussel, Duden s. u. schusseln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schussel und (e)n gebildete sowie möglicherweise mit Schuss verbindbare Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schnell und ungenau arbeiten sowie viele ( durch Vorsicht vermeidbare) Fehler machen; BM.: schießen bzw. werfen; F.: schusseln, schussel (!), schussle, schusselst, schusselt, schusselte, schusseltest, schusselten, schusseltet, geschusselt, ##geschusselt, geschusselte, geschusseltes, geschusseltem, geschusselten, geschusselter##, schusselnd, ###schusselnd, schusselnde, schusselndes, schusselndem, schusselnden, schusselnder###, schussel (!)+EW; Z.: schu-ss-el-n
$Schusser, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schusser, Kugel, Murmel; ne. small ball E.: s. Schuss, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Schusser, schusseln, DW 15, 2076; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus Schuss und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine kleine Kugel aus Alabaster oder gebranntem Ton (M.) (1) mit der Kinder schießend oder rollend spielen (schussern); F.: Schusser, Schussers, Schussern+EW; Z.: Schu-ss-er
Schuster, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schuster, Schuhmacher; ne. shoemaker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. sūter, st. M., Schneider, Schuster; mnd. schōstære*, schōster, schoester, schoister, M., Schuster, Schuhmacher; mnd. sūtære*, sūter, M., Schuster; ahd. sūtāri, st. M. (ja), Näher, Schuster, Schuhmacher, Schneider; lat. sūtor, M., Schuster, Flickschuster, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *si̯ū-, *sīu̯-, *sū-, *si̯eu̯H-, V., nähen, Pokorny 915 (1599/71) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schuster, Kluge s. u. Schuster, DW 15, 2077, EWD s. u. Schuster, Duden s. u. Schuster, Bluhme s. u. Schuster; Son.: vgl. ae. sūtere, st. M., Schuster; an. sūtari, st. M., Schuster; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Schuh und lat. sutor (Näher) gebildete Bezeichnung für den sachlich seit der Arbeitsteilung in den Hochkulturen des Altertums möglichen Hersteller von Schuhen oder Schuhmacher oder auch Schubert (aus Schuh und würchte); BM.: nähen; F.: Schuster, Schusters, Schustern+EW+FW; Z.: Schu-s-t-er
$schustern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schustern; Vw.: s. zu-; E.: s. Schuster, s. (e)n (Suff.; L.: DW 15, 2083, EWD s. u. Schuster; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schuster und (e)n (Suff.) belegte Bezeichnung für sachlich seit der Arbeitsteilung mögliches Schuster sein (V.) oder Schuhe flicken oder Schuhe ausbessern oder Schuhe machen; F.: schustern (!), schustere, schuster (!), schusterst, schustert, schusterte, schustertest, schusterten, schustertet, geschustert, ##geschustert, geschusterte, geschustertes, geschustertem, geschusterten, geschusterter##, schusternd, ###schusternd, schusterndes, schusterndem, schusternden, schusternder###, schuster (!)+EW; Z.: schu-s-t-er-n
Schute, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schute, kleines schnellsegelndes Schiff; ne. barge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schüte; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. schūte (1), schůte, schuet, F., Schute, ein Art Schiff verschiedener Größe und Bauart sowie Bestimmung, Seeschiff, Flussschiff, Hafenschiff, Begleitschiff, Frachtschiff, Fischerboot, Leichterschiff; mnl. schute, scute, F., Schute; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Schute, DW 15, 2103, Duden s. u. Schute, Bluhme s. u. Schute; Son.: vgl. nndl. schuit, Sb., Schute; GB.: seit 13. Jh. mnd. und mnl. belegte sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein kleines schnellsegelndes Schiff; BM.: ?; F.: Schute, Schuten+EW; Z.: Schut-e
$Schüte, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. kleines schnellsegelndes Schiff; Hw.: s. Schute; L.: Kluge 1. A. s. u. Schüte, DW 15, 2103; F.: Schüte, Schüten+EW; Z.: Schüt-e
Schutt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schutt, aufgeschütteter Abfall; ne. rubble; Vw.: -; Hw.: s. Schütte, schütten, Schotter; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. schüt, st. F., Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich, Insel, künstlicher Erdwall, Schutt, Unrat, Schuttabladeplatz; mhd. schüte, sw. F., Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich, Insel, künstlicher Erdwall, Schutt; mhd. schütten, sw. V., schütteln, erschüttern; ahd. skutten*, scutten, sw. V. (1a), schütten, schütteln, zerbrechen, erschüttern, sich schütteln, erbeben, schwingen, Zimbel schlagen, erschrecken, abschrecken; germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen?; idg. *skū̆t-, *kū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957? (1645/117) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schutt, Kluge s. u. Schutt, DW 15, 2103, EWD s. u. Schutt, Duden s. u. Schutt, Bluhme s. u. Schutt; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in kleinere und kleinste Stücke zerbröckelten Rest von Gesteinsmassen oder aufgeschütteten Abfall; BM.: schütteln; F.: Schutt, Schuttes, Schutts+EW; Z.: Schu-t-t
$Schütte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schütte, Schüttung, Geschüttetes, Anschwemmung; Hw.: s. Schutt, s. schütten; E.: s. schütt(en), s. e (Suff.); L.: DW 15, 2105, EWD s. u. schütten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schütt(en) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für Schüttung oder Geschüttetes oder Anschwemmung; F.: Schüt-t-e+EW
$Schüttelfrost, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schüttelfrost, Fieberfrost; E.: s. schüttel(n), s. Frost; L.: DW 15, 2105, EWD s. u. schütteln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schüttel(n) und Frost gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Fieberfrost bei dem der Kranke sich wegen des Fiebers schüttelt; F.: Schüttelfrost, Schüttelfrostes, Schüttelfrosts, Schüttelfroste, Schüttelfrosten+EW; Z.: Schüt-t-el—fro-s-t
schütteln, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schütteln, beuteln, kräftig und kurz hinbewegen und herbewegen; ne. shake (V.); Vw.: -; Hw.: s. schütten; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. schotelen (1), schoteln, sw. V., sich schütteln, erschüttert werden, zittern; mhd. schütelen, schütlen, sw. V., schütteln, erschüttern, schwingen, schütten, Rüstung anlegen, anlegen, Rüstung ablegen; ahd. skutilōn, sw. V., (2), schaudern; s. ahd. skutten*, scutten, sw. V. (1a), schütten, schütteln, zerbrechen; germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen; idg. *skū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957? (1645/117) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. schütteln, DW 15, 2107, EWD s. u. schütteln, Duden s. u. schütteln; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit schütten und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für kräftig und kurz hinbewegen und herbewegen; BM.: ?; F.: schütteln, schüttel (!), schüttle (!), schüttelst, schüttelt, schüttelte, schütteltest, schüttelten, schütteltet, geschüttelt, ##geschüttelt, geschüttelte, geschütteltes, geschütteltem, geschüttelten, geschüttelter##, schüttelnd, ###schüttelnd, schüttelnde, schüttelndes, schüttelndem, schüttelnden, schüttelnder###, schüttel (!)+EW; Z.: schüt-t-el-n
$Schüttelreim, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schüttelreim; Q.: Ende 19. Jh.; L.: fehlt DW. EWD s. u. schütteln; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus schüttel(n) und Reim gebildete Bezeichnung für einen Paarreim mit scherzhafter Vertauschung der Anfangskonsonanten der in dem Reim verwendeten Wörter oder Silben wie beispielsweise ich wünsche dass mein Hünengrab ich später mal im Grünen hab oder Schlingen fangen und fingen Schlangen; F.: Schüttelreim, Schüttelreims, Schüttelreimes, Schüttelreime, Schüttelreimen+EW; Z.: Schüt-t-el—re-i-m
schütten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schütten, gießen; ne. pour (V.); Vw.: -; Hw.: s. erschüttern, Schutt, schütteln, Schotter; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. schüten, schütten, sw. V., schütteln, erschüttern; mnd. schüdden, schuden, schüden, schütten, sw. V., schütten, schütteln, schüttern, beben; mnl. scudden, sw. V., schütten; ahd. skutten*, scutten, sw. V. (1a), schütten, schütteln, zerbrechen, erschüttern, sich schütteln, erbeben, schwingen, Zimbel schlagen, erschrecken, abschrecken; as. skuddian*, sw. V. (1a), schütteln, erschüttern; anfrk. skutten*, sw. V. (1), schütteln; germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen?; idg. *skū̆t-, *kū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957? (1645/117) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schutt, Kluge s. u. schütten, DW 15, 2111, EWD s. u. schütten, Falk/Torp 469, Duden s. u. schütten, Bluhme s. u. schuetten; Son.: vgl. afries. skedda, sw. V. (1), schütteln, stoßen; nfries. schoddjen, V., schütteln; ae. scūdan, st. V. (2), eilen, sich beeilen; an. -; got. -; nndl. schudden, V., schütteln; lat. discutere, V., zerschlagen (V.), zerspalten (V.), zersplittern, zerschmettern; GB.: (skutten) seit um 765 belegte sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gießen; BM.: schütteln; F.: schütten, schütte, schüttst, schüttt (!), schüttest, schüttet, schüttte (!), schütttest (!), schüttten (!), schütttet (!), geschüttet, ##geschüttet, geschüttete, geschüttetes, geschüttetem, geschütteten, geschütteter##, schüttend, ###schüttend, schüttende, schüttendes, schüttendem, schüttenden, schüttender###, schütt (!)+EW; Z.: schüt-t-en
schütter, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. schütter, lose, dünn; ne. sparse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000; E.: mhd. schiter (1), schītere, Adj., dünn, mager, undicht, lückenhaft, mangelhaft, durchlässig; ahd. sketari*, scetari*, skiteri*, sketer*, sciteri*, sceter*, dünn, locker, lückenhaft; germ. *skidra-, *skridraz, Adj., locker, lückenhaft; idg. *skē̆it-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 921; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schütter, DW 15, 2115, EWD s. u. schütter, Heidermanns 498, Duden s. u. schütter, Bluhme s. u. schuetter; Son.: vgl. ai. chidrá-, Adj., durchlöchert; gr. σκιδαρός (skidarós), Adj., dünn, gebrechlich; lett. skidrs, Adj., undicht; GB.: (sketari) seit um 1000 belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schütter oder lose oder dünn oder in dem Wachstum spärlich; BM.: schneiden; F.: schütter, schüttere, schütteres, schütterem, schütteren, schütterer(, schütterere, schüttereres, schüttererem, schüttereren, schüttererer, schütterst, schütterste, schütterstes, schütterstem, schüttersten, schütterster)+EW; Z.: schü-t-t-er
schüttern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. schüttern, schütten, in schwingende Bewegung setzen; ne. vibrate; Vw.: s. er-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. schütten; L.: DW 15, 2115, EWD s. u. schütten, Duden s. u. schüttern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schütteln und schütten verbindbare Bezeichnung für in schwingende Bewegung setzen; BM.: schütteln; F.: schüttern (!), schüttere (!), schütterst, schüttert, schütterte, schüttertest, schütterten, schüttertet, schüttertes, schüttertem, schütterter, schütternd, schütternde, schütterndes, schütterndem, schütternden, schütternder, schütter (!)+EW; Z.: schüt-t-er-n
$Schütterumpf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schütterumpf, ein Korntrichter; E.: s. schütte(n), s. Rumpf; L.: Kluge s. u. Schütterumpf, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus schütte(n) und Rumpf gebildete Bezeichnung für einen Korntrichter in einer Mühle; F.: Schütterumpf, Schütterumpfes, Schütterumpfs, Schütterumpf, Schütterümpfe, Schütterümpfen+EW; Z.: Schüt-t-er-ung
Schutz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schutz, Sicherung, Abschirmung, Abwehr; ne. protection; Vw.: -; Hw.: s. schützen, Schupo; Q.: 1279 (Urkunde); E.: mhd. schuz (3), schutz, st. M., Schutz, Damm, Umdämmung, Wasseraufstauung, Schutzvorrichtung an Wasser, Eindämmung, Schutz, Schirm; mnd. schut, schuts, schutz, M., Schutz, Schirm, Verteidigung, Gegenrede, Einwand, Einrede; mnd. schut, schuts, schutz, M., Schutz, Schirm, Verteidigung, Gegenrede, Einwand, Einrede; s. mhd. schützen, sw. V., aufdämmen, eindämmen, umdämmen, schützen, beschützen, schirmen, verteidigen; mnd. schütten (1), schutten, sw. V., schützen, Schutz gewähren, schirmen, hindern, wehren; vgl. ahd. skutten*, scutten, sw. V. (1a), schütten, schütteln, zerbrechen; germ. *skudjan, sw. V., schütteln, bewegen?; idg. *skū̆t-, *kū̆t-, V., schütteln, rütteln, Pokorny 957?; s. idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schutz, Kluge s. u. schützen, DW 15, 2120, EWD s. u. schützen, Duden s. u. Schutz, Bluhme s. u. Schutz; Son.: vgl. nschw. skydd, N., Schutz; GB.: (schuz) seit 1279 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Sicherung oder Abschirmung oder eine Abwehr; BM.: schütteln; F.: Schutz, Schutzes+EW; Z.: Schu-tz
$Schütz, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Schütz; E.: s. schützen; L.: Kluge s. u. schützen, DW 15, 2123, EWD s. u. schützen; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit schützen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Stauen von Wasser; F.: Schütz, Schützes, Schütze (!), Schützen (!)+EW; Z.: Schü-tz
Schütze, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schütze, Schießender; ne. shooter; Vw.: -; Hw.: s. Geschütz, schießen; Q.: Ende 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. schütze, sw. M., Wächter, Büchsenschütze; mnd. schütte (1), schutte, M., Schütze, Scharfschütze, Bogenschütze, Schießender, Wachmann; mnl. scutte, M., Schütze; ahd. skuzzo*, scuzzo, sw. M. (n), Schütze, Bogenschütze; as. -; anfrk. -; wgerm. *skutō-, *skutōn, *skuta-, *skutan, *skutjō-, *skutjōn, *skutja-, *skutjan, sw. M. (n), Schütze; s. idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schütze, Kluge s. u. Schütze, DW 15, 2125, EWD s. u. Schütze, Falk/Torp 468, Duden s. u. Schütze, Bluhme s. u. Schuetze; Son.: vgl. afries. skutter, M., Schütze; ae. scytta, sw. M. (n), Schütze; an. -skoti, sw. M. (n), Schütze?; an. skyti, sw. M. (n), Schütze; got. -; nndl. schutter, Sb., Schütze; nschw. skytt, Sb., Schütze; nnorw. skytte, M., Schütze; GB.: (skuzzo) seit Ende 10. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Waffen durch Menschen Schießenden; BM.: werfen; F.: Schütze, Schützen+EW; Z.: Schü-tz-e
schützen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. schützen, sichern, behüten, vor einer Gefahr bewahren; ne. protect, shelter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schutz; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: mhd. schützen, sw. V., aufdämmen, eindämmen, umdämmen, schützen, beschützen, schirmen, verteidigen; mnd. schütten (1), schutten, sw. V., schützen, Schutz gewähren, schirmen, hindern, wehren; mnl. scutten, sw. V., in einen geschlossenen Raum bringen; Intensivbildung zu ahd. skiozan*, sciozan, st. V. (2b), schießen, schleudern, treffen, Pfeile schießen, Pfeile schleudern, dringen, fliegen, kämpfen; germ. *skeutan, st. V., schießen; idg. *skeud- (2), *keud-, V., werfen, schießen, hetzen, eilen, Pokorny 955? (1639/111) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt.); vgl. idg. *skē̆u- (5), V., werfen, schießen, hetzen, Pokorny 954; idg. *sk̑eu-?, V., werfen, schießen, stoßen, Pokorny 954 (1636/108) (RB. idg. aus balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schützen, DW 15, 2128, EWD s. u. schützen, Duden s. u. schützen, Bluhme s. u. schuetzen; Son.: vgl. ae. scyttan, sw. V., (1), schließen, verriegeln, bezahlen; nschw. skydda, V., schützen; nnorw. beskytte, V., schützen; GB.: (schützen) seit 1285-1290 belegte und mit schießen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches sichern oder behüten oder vor einer Gefahr bewahren; BM.: schütteln; F.: schützen (!), schütze (!), schützst, schützt, schützest, schützet, schützte, schütztest, schützten, schütztet, geschützt, ##geschützt, geschützte, geschütztes, geschütztem, geschützten, geschützter##, schützend, ###schützend, schützende, schützendes, schützendem, schützenden, schützender###, schütz (!)+EW; Z.: schü-tz-en
$Schützling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schützling; E.: s. schütz(en), s. ling; L.: Kluge s. u. schützen, DW 15, 2137, EWD s. u. schützen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schütz(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen vielleicht sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen geschützten Menschen; F.: Schützling, Schützlings, Schützlinge, Schützlingen+EW; Z.: Schü-tz-ling
$Schutzmann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schutzmann; E.: s. Schutz, s. Mann; L.: DW 15, 2137, EWD s. u. schützen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schutz und Mann gebildete Bezeichnung für einen Schutz bietenden Mann (Polizisten) und wohl auch einen Schutz genießenden Mann; F.: Schutzmann, Schutzmannes, Schutzmanns, Schutzmänner, Schutzmännern+EW; Z.: Schu-tz—man-n
$schwabbelig, schwabblig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schwabbelig, dickflüssig, aufgeschwollen, wackelig; E.: s. schwabbel(n), s. ig; L.:, DW 15, 2140 (schwabbelicht, schwabbelig), EWD s. u. schwabbeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schwabbel(n) und ig gebildete Bezeichnung für dickflüssig oder aufgeschwollen oder wackelig; F.: schwabbelig, schwabbelige, schwabbeliges, schwabbeligem, schwabbeligen, schwabbeliger(, schwabbeligere, schwabbeligeres, schwabbeligerem, schwabbeligeren, schwabbeligerer, schwabbeligst, schwabbeligste, schwabbeligstes, schwabbeligstem, schwabbeligsten, schwabbeligster,) schwabblig, schwabblige, schwabbliges, schwabbligem, schwabbligen, schwabbliger(, schwabbligere, schwabbligeres, schwabbligerem, schwabbligeren, schwabbligerer, schwabbligst, schwabbligste, schwabbligstes, schwabbligstem, schwabbligsten, schwabbligster)+EW; Z.: schwabb-el-ig
schwabbeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schwabbeln, wackeln; ne. wobble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Intensivbildung zu schwappen (s. d.); L.: Kluge s. u. schwabbeln, DW 15, 2141, EWD s. u. schwabbeln, Duden s. u. schwabbeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwappen lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches wackeln oder sich zitternd hinbewegen und herbewegen; BM.: lautmalend?; F.: schwabbeln, schwabbel (!), schwabble, schwabbelst, schwabbelt, schwabbelte, schwabbeltest, schwabbelten, schwabbeltet, geschwabbelt, ##geschwabbelt, geschwabbelte, geschwabbeltes, geschwabbeltem, geschwabbelten, geschwabbelter##, schwabbelnd, ###schwabbelnd, schwabbelnde, schwabbelndes, schwabbelndem, schwabbelnden, schwabbelnder###, schwabbel (!)+EW; Z.: schwabb-el-n
$schwabbern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schwabbern; E.: s. schwabbeln; L.: DW 15, 2142, EWD s. u. schwabbeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schwabbeln verbindbare und aus schwappen lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sich zitternd hinbewegen und herbewegen; F.: schwabbern, schwabbere, schwabber (!), schwabberst, schwabbert, schwabberte, schwabbertest, schwabberten, schwabbertet, geschwabbert, ##geschwabbert, geschwabberte, geschwabbertes, geschwabbertem, geschwabberten, geschwabberter##, schwabbernd, ###schwabbernd, schwabberndes, schwabberndem, schwabbernden, schwabbernder###, schwabber (!)+EW; Z.: schwabb-er-n
Schwabe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwabe (F.), Küchenschabe; ne. cockroach; Vw.: -; Hw.: s. Schabe (1); Q.: 17. Jh.; I.: Lw.?; E.: gebildet von dem PN Schwabe (M.); mhd. Swābe, sw. M., Schwabe (M.); ahd. Swābo*, PN=sw. M. (n), Schwabe (M.); lat. Suebus, M., Suebe; weitere Herkunft unklar, vielleicht Zusammenhang mit germ. *swaipan, *sweipan, st. V., drehend bewegen, schweifen, schwingen; idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041; s. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schwabe, DW 15, 2145, EWD s. u. Schwabe, Duden s. u. Schwabe, Bluhme s. u. Schwabe; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht schon vormenschlich mögliches abgeplattetes braunes Insekt; BM.: PN (spöttische Bezeichnung); F.: Schwabe, Schwaben+EW; Z.: Schwa-b-e
schwach, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schwach, kraftlos, wenig gehaltvoll; ne. weak (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schwächen, schwank; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. swach (1), Adj., schlecht, schwach, von niedriger Gesinnung seiend, von schwachem Ertrag seiend; mnd. swāk, swāke, Adj., schwach, kraftlos, zerbrechlich, hinfällig, gebrechlich, biegsam, dünn, gering, schlapp, unvermögend, einfältig; mnd. swank (1), schwank, Adj., schwach, schmächtig, zart, leicht beweglich, fein, hilfsbedürftig; mnl. swac, Adj., biegsam, elastisch; ahd. *swah?, Adj., schwach; as. -; anfrk. -; germ. *swaka, *swakaz, Adj., schwach; vgl. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); idg. *seu- (3), V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwach, Kluge s. u. schwach, DW 15, 2148, EWD s. u. schwach, Falk/Torp 545, Heidermanns 571, Duden s. u. schwach, Bluhme s. u. schwach; Son.: vgl. afries. -; ae. swæcehéow?, N., Wahnsinn; an. -; got. -; nndl. zwak, Adj., schwach; nschw. svag, Adj., schwach; nnorw. svak, Adj., schwach; GB.: seit um 1190 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches kraftlos oder wenig gehaltvoll; BM.: biegen; F.: schwach, schwache, schwaches, schwachem, schwachen, schwacher(, schwächer, schwächere, schwächeres, schwächerem, schwächeren, schwächerer, schwächste, schwächstes, schwächstem, schwächsten, schwächster)+EW; Z.: schwa-ch
$Schwäche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schwäche, Kraftlosigkeit, Entkräftung; E.: s. schwach, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. schwach, DW 15, 2155, EWD s. u. schwach; GB.: (swache) seit Ende 13. Jh. belegte und aus schwach und e gebildete Bezeichnung für sachlich seit Leben mögliche Kraftlosigkeit oder Entkräftung; F.: Schwäche, Schwächen+EW; Z.: Schwä-ch-e
schwächen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schwächen, schwach machen, entkräften; ne. weaken; Vw.: -; Hw.: s. schwach; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. swechen, sw. V., schwächen, schädigen, sich erniedrigen; mhd. swachen (1), sw. V., schwach sein (V.), schwach werden, dahinschwinden, schwinden, wertlos erscheinen, schwächen; mnd. swēken (1), swecken, swechen, schwēken, schwecken, sweken, swāken, sw. V., schwächen, schwach werden, hinfällig werden; mnd. swāken (1), swacken, sw. V., schwach sein (V.), schwach werden, nachlassen, schrumpfen, den Mut verlieren, schwach machen; ahd. swahhōn*, swachōn*, sw. V. (2), schwach werden, krank werden, hinfällig werden; vgl. germ. *swaka-, *swakaz, Adj., schwankend, schwach; vgl. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); idg. *seu- (3), V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. schwach, DW 15, 2155, EWD s. u. schwach, Duden s. u. schwächen; Son.: vgl. nndl. verzwakken, V., schwächen; nnorw. svekke, V., schwächen; GB.: (swechen) seit 1170-1190 (und swachen seit 1150-1190) belegte und aus schwach und en (Suff.) belegte Bezeichnung für schwach machen oder entkräften oder schädigen oder sich erniedrigen; BM.: biegen; F.: schwächen (!), schwäche (!), schwächst, schwächt, schwächest, schwächet, schwächte, schwächtest, schwächten, schwächtet, geschwächt, ##geschwächt, geschwächte, geschwächtes, geschwächtem, geschwächten, geschwächter##, schwächend, ###schwächend, schwächende, schwächendes, schwächendem, schwächenden, schwächender###, schwäch (!)+EW; Z.: schwä-ch-en
$Schwachheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schwachheit; E.: s. schwach, s. heit; L.: Kluge s. u. schwach, DW 15, 2161, EWD s. u. schwach; GB.: (swachheit) seit um 1185 belegte und aus schwach und heit gebildete Bezeichnung für seit Leben mögliche Kraftlosigkeit oder Schwäche oder Erniedrigung; F.: Schwachheit, Schwachheiten+EW; Z.: Schwa-ch-hei-t
$Schwachkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwachkopf, Dummkopf; Q.: um 1800; E.: s, schwach, s. Kopf; L.: DW 15, 2164, EWD s. u. schwach; GB.: um 1800 belegte und aus schwach und Kopf gebildete Bezeichnung für einen seit Menschen möglichen Dummkopf oder einen schwachen Geist; F.: Schwachkopf, Schwachkopfes, Schwachkopfs, Schwachköpfe, Schwachköpfen+EW+EW?; Z.: Schwa-ch—ko-pf
$schwächlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schwächlich, schlecht, schwach, kraftlos; E.: s. schwach, s. lich; L.: Kluge s. u. schwach, DW 15, 2164, EWD s. u. schwach; GB.: (swachlich) vor 1200 belegte und aus schwach und lich gebildete Bezeichnung für schlecht oder schwach; F.: schwächlich, schwächliche, schwächliches, schwächlichem, schwächlichen, schwächlicher(, schwächlichere, schwächlicheres, schwächlicherem, schwächlicheren, schwächlicherer, schwächlichst, schwächlichste, schwächlichstes, schwächlichstem, schwächlichsten, schwächlichster), +EW; Z.: schwä-ch-lich
$Schwächling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwächling, schwacher Mensch, Weichling; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. schwach, s. ling; Hw.: s. Schwachmatikus; L.: DW 15, 2164, EWD s. u. schwach; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus schwach und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen schwachen Menschen oder Weichling; F.: Schwächling, Schwächlings, Schwächlinge, Schwächlingen+EW; Z.: Schwä-ch—ling
$Schwachmatikus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schwachmatikus, Schwächling, Dummkopf; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; Hw.: s. Schwächling; E.: s. schwach, s. matikus; L.:, fehlt DW, EWD s. u. schwach; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus schwach und latinisierender Endung matikus (beispielsweise in Grammatikus oder Phlegmatikus) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schwächling oder Dummkopf; F.: Schwachmatikus, Schwachmatikusses, Schwachmatikusse, Schwachmatikussen+EW+FW; Z.: Schwa-ch-mat-ik-us
$Schwachsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwachsinn, Geistesschwäche, Dummheit; E.: s. schwach, s. Sinn; L.: DW 15, 2166, EWD s. u. schwach; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwach und Sinn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Menschen mögliche Geistesschwäche; F.: Schwachsinn, Schwachsinnes, Schwachsinns+EW; Z.: Schwa-ch—sinn
$schwachsinnig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schwachsinnig, geistesschwach, dumm; E.: Schwachsinn, s. ig; L.: DW 15, 2166 EWD s. u. schwach; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwachsinn und ig belegte Bezeichnung für geistesschwach oder dumm; F.: schwachsinnig, schwachsinnige, schwachsinniges, schwachsinnigem, schwachsinnigen, schwachsinniger(, schwachsinnigere, schwachsinnigeres, schwachsinnigerem, schwachsinnigeren, schwachsinnigerer, schwachsinnigst, schwachsinnigste, schwachsinnigstes, schwachsinnigstem, schwachsinnigsten, schwachsinnigster)+EW; Z.: schwa-ch—sinn-ig
Schwade, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Schwade, Schwadengras; ne. swathe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. swade, sw. M., Schwade, Schwadengras, Bluthirse, Reihe abgemähten Grases oder Getreides, abgerissenes Körperfleisch; mnd. swāden (1), Sb., Schwadengras; mnl. swāde, F., Schwade; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit germ. *swaþa, Sb., Schwingen, Gleiten; s. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schwade, EWD s. u. Schwade, DW 15, 2167, Duden s. u. Schwade, Bluhme s. u. Schwade; Son.: vgl. afries. swethe, swithe, sweththe, swiththe, F., Grenze; ae. swaþu, F., Stapfe, Spur, Pfad, Narbe; an. svað, st. N. (a), Gleiten, schlüpferige Stelle; got. -; nndl. zwade, Sb., Schwade; GB.: (swade) seit Ende 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (von Menschen) abgemähtes und in einer Reihe liegendes Gras (Süßgras) bzw. Getreide; BM.: ?; F.: Schwade, Schwaden+EW; Z.: Schwa-d-e
Schwaden, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schwaden, Dunst, Nebel, Rauch, Qualm; ne. vapour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. swadem, swaden, st. M., dicke Ausdünstung, Brodem, Dunst; mnd. swādeme, swādem, swāden, M., Dunst, Dampf, Wasserdampf, Brodem, Rauch; vgl. ahd. swedan*, st. V. (5)?, brennen, verbrennen; germ. *sweþan, st. V., verbrennen, schweben; idg. *su̯eid- (1), V., glänzen, schimmern, Pokorny 1042 (1794/266) (RB. idg. aus iran., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwaden, Kluge s. u. Schwaden, DW 15, 2167, EWD s. u. Schwaden, Duden s. u. Schwaden, Bluhme s. u. Schwaden; Son.: vgl. ae. swaþul, M.? Rauch, Schwaden; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschliche in der Luft treibende sich bewegende wolkenähnliche Zusammenballungen von Dunst oder Nebel oder Rauch oder Qualm; BM.: glänzen; F.: Schwaden, Schwadens+EW; Z.: Schwad-en
Schwader, nhd. (ält.), N., (15. Jh.?): nhd. Schwader, Geschwader, Verband; ne. squadron; Hw.: s. Geschwader; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mhd. swader, st. M., Geschwader, Reitergeschwader, Flottengeschwader; mnd. swāder, Sb., Geschwader; it. squadra, F., Viereck, Mannschaft; vgl. it. squadrare, V., viereckig machen, im Viereck aufstellen; vgl. lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck; lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642; L.: DW 15, 2171; GB.: (swader) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen größeren von Menschen gebildeten Verband (Geschwader) (von Kriegsschiffen oder Kampfflugzeugen); BM.: vier; F.: Schwader, Schwaders, Schwadern+FW; Z.: Schwad-er
Schwadron, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwadron, kleinste Einheit der berittenen Truppe (Kavallerie); ne. squadron; Vw.: -; Hw.: s. schwadronieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. squadrone; E.: s. it. squadrone, F., großes Viereck, Schwadron; vgl. it. squadra, F., Viereck; vgl. lat. quadrum, N., Viereck, Quadrat; lat. quadrus, Adj., viereckig, Viereck (= quadrus subst.); vgl. lat. quattuor, Num. Kard., vier; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwadron, Kluge s. u. Schwadron, EWD s. u. Schwadron, DW 15, 2175, Duden s. u. Schwadron; Son.: vgl. nndl. eskadron, Sb., Schwadron; frz. escadron, M., Schwadron; nschw. skvadron, Sb., Schwadron; nnorw. skvadron, M., Schwadron; poln. szwadron, M., Schwadron; kymr. sgwadron, M., F., Schwadron; nir. scuadrún, M., Schwadron; lit. eskadronas, Sb., Geschwader; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für die kleinste Einheit der berittenen Truppen (Kavallerie); BM.: vier; F.: Schwadron, Schwadronen+FW; Z.: Schwad-r-on
$Schwadroneur, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Schwadroneur, Schwadronierer, Herumfuchtler, Schwätzer; E.: s. schwadron(ieren), s. eur; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schwadron; GB.: vielleicht seit 18. Jh. aus dem Französischen aufgenommene und mit schwadronieren und Schwadronierer verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Herumfuchtler oder Schwätzer; F.: Schwadroneur, Schwadroneures, Schwadroneurs, Schwadroneure, Schwadroneuren+FW; Z.: Schwad-r-on-eur
schwadronieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schwadronieren, planlos um sich hauen, umherziehen, lebhaft erzählen; ne. swagger (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwadron; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. it. Lw.; E.: gebildet zu Schwadron (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwadron, Kluge s. u. schwadronieren, EWD s. u. Schwadron, DW 15, 2175, Duden s. u. schwadronieren; Son.: vgl. nschw. (ält.) skvadronera, V., schwadronieren; GB.: aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Schwadron verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches planlos um sich hauen oder umherziehen oder lebhaft erzählen; BM.: vier; F.: schwadronieren, schwadroniere (!), schwadronierst, schwadroniert, schwadronierest, schwadronieret, schwadronierte, schwadroniertest, schwadronierten, schwadroniertet, ##schwadroniert, schwadronierte, schwadroniertes, schwadroniertem, schwadronierten, schwadronierter##, schwadronierend, ###schwadronierend, schwadronierende, schwadronierendes, schwadronierendem, schwadronierenden, schwadronierender###, schwadronier (!)+FW(+EW); Z.: schwad-r-on-ier-en
$Schwadronierer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwadronierer, Herumfuchtler, Schwätzer; E.: s. schwadronieren, s. Schwadron; L.: EWD s. u. Schwadron, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwadronier(en) und er (Suff.) sowie aus dem Italienischen gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dem Menschen möglichen Herumfuchtler oder einen Schwätzer; F.: Schwadronierer, Schwadronierers, Schwadronierern+FW+EW; Z.: Schwad-r-on-ier-r
schwafeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schwafeln, gedankenlos reden, unnütz reden; ne. babble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. schwafeln, DW 15, 2176, EWD s. u. schwafeln, Duden s. u. schwafeln, Bluhme s. u. schwafeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Sprache mögliches gedankenlos reden oder unnütz reden; BM.: ?; F.: schwafeln, schwafel (!), schwafle, schwafelst, schwafelt, schwafelte, schwafeltest, schwafelten, schwafeltet, geschwafelt, ##geschwafelt, geschwafelte, geschwafeltes, geschwafeltem, geschwafelten, geschwafelter##, schwafelnd, ###schwafelnd, schwafelnde, schwafelndes, schwafelndem, schwafelnden, schwafelnder###, schwafel (!)+EW; Z.: schwaf-el-n
Schwager, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schwager, Ehemann der Schwester, Bruder des Ehemanns oder der Ehefrau; ne. brother-in-law; Vw.: s. Schwäher; Hw.: s. Schwipp-; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swāger, st. M., Schwager, Schwiegervater, Schwiegersohn; mnd. swāger, M., Schwager, angeheiratetes nicht blutsverwandtes Familienmitglied, Schwiegervater, Schwiegersohn, Neffe; mnd. swēger (2), M., Schwager, angeheiratetes nicht blutsverwandtes Familienmitglied, Schwiegervater, Schwiegersohn, Neffe; mnl. swāgher, M., Schwager; ahd. swāgur*, swāger, st. M. (a?, i?), Verwandter des Schwiegervaters, Schwiegervater, Schwiegersohn, Schwager; as. -; anfrk. -; germ. *swēgra-, *swēgraz, st. M. (a), Schwager; idg. su̯ékuro-, M., Vater des Ehemannes, (Schwiegervater), Pokorny 1043?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwager, Kluge s. u. Schwager, DW 15, 2176, EWD s. u. Schwager, Falk/Torp 544, Duden s. u. Schwager, Bluhme s. u. Schwager; Son.: vgl. nndl. zwager, Sb., Schwager; nschw. svåger, Sb., Schwager; nnorw. svoger, M., Schwager; poln. szwagier, M., Schwager; ai. śváśuraḥ, M., Schwiegervater; av. xvasura-, M., Schwiegervater; arm. skesrair, M., Schwiegervater; alb. vjehërr, M., Schwiegervater; gr. ἑκυρός (hekyrós), M., Schwiegervater; lat. socer, M., Schwiegervater; kymr. chwegrwn, M., Schwiegervater (neugebildet aus kymr. chwegr, F., Schwiegermutter); lit. šẽšuras, M., Schwiegervater der Frau; aruss. svekrъ, M., Schwiegervater des Mannes; GB.: (swāgur) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Ehen möglichen Ehemann der Schwester oder für den Bruder des Ehemanns oder der Ehefrau; BM.: Schwiegervater; F.: Schwager, Schwagers, Schwäger, Schwägern+EW; Z.: Schwag-er
$Schwägerin, nhd., F., (12./13. Jh.?): nhd. Schwägerin; E.: s. Schwager, s. in; L.: DW 15, 2175, EWD s. u. Schwager; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus Schwager und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Ehen mögliche Schwester des Ehemanns oder der Ehefrau oder die Ehefrau des Bruders oder eine angeheiratete Frau; F.: Schwägerin, Schwägerinnen+EW; Z.: Schwäg-er-in
Schwäher, nhd. (ält.), st. M., (9. Jh.): nhd. Schwäher, Schwiegervater; ne. father-in-law; Vw.: -; Hw.: s. Schwager; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. sweher, st. M., Schwäher, Schwiegervater; mnd. swēher, schwēher, M., Schwäher, Schwiegervater; mnl. sweer, M., Schwäher; ahd. swehur*, swēr*, st. M. (a?, i?), Schwäher, Schwiegervater; as. swiri*, st. M. (ja), Vetter; anfrk. -; germ. *swehra-, *swehraz, *swehura-, *swehuraz, st. M. (a), Schwiegervater, Schwäher; idg. *su̯ékuro-, M., Vater des Ehemannes, (Schwiegervater), Pokorny 1043; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwäher, Kluge s. u. Schwäher, DW 15, 2180, EWD s. u. Schwager, Falk/Torp 544, Duden s. u. Schwäher, Bluhme s. u. Schwaeher; Son.: vgl. afries. swire, F., Vetterschaft; ae. swéor (1), swēr (2), st. M. (a), Schwäher, Vetter; aschw. svēr, M., Schwiegersohn?; got. swaíhra, sw. M. (n), Schwiegervater, Schwäher; ai. śváśuraḥ, M., Schwiegervater; av. xvasura-, M., Schwiegervater; arm. skesrair, M., Schwiegervater; alb. vjehërr, M., Schwiegervater; gr. ἑκυρός (hekyrós), M., Schwiegervater; lat. socer, M., Schwiegervater; kymr. chwegrwn, M., Schwiegervater (neugebildet aus kymr. chwegr, F., Schwiegermutter); lit. šẽšuras, M., Schwiegervater der Frau; aruss. svekrъ, M., Schwiegervater des Mannes; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den seit Ehen möglichen Schwiegervater; BM.: Vater des Ehemannes; F.: Schwäher, Schwähers, Schwähern+EW; Z.: Schwäh-er
Schwaige, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Schwaige, Viehhof, zu einem Viehhof gehöriger Weideplatz oder Herde; ne. pasture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sweige, st. F., Rinderherde, Viehhof; ahd. sweiga, sweig, st. F. (ō), Weide (F.) (2), Weideplatz, Schwaige, Viehhof, Herde, Rinderherde; as. swêga*, st. F. (ō), Herde; anfrk. sweiga*, swēga, st. F. (ō), Rinderherde; germ. *swaigō, st. F. (ō), Schwaige, Herde, Stall?; s. idg. *su̯eik-?, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1042?; vgl. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); idg. *seu- (3), * V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schwaige, DW 15, 2422, Falk/Torp 544, Duden s. u. Schwaige, Bluhme s. u. Schwaige; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (sweiga) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Viehzucht und Sesshaftwerdung möglichen Viehhof oder einen dazugehörigen Weideplatz oder eine Herde; BM.: biegen bzw. treiben; F.: Schwaige, Schwaigen+EW; Z.: Schwai-g-e
Schwalbe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schwalbe, ein Vogel; ne. swallow (N.); Vw.: (s. Mehl-, s. Rauch-,) s. Spier-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. swalwe, sw. F., st. F., Schwalbe; mnd. swāle (1), F., Schwalbe; mnd. swālewe, swālue, swālwe, swalu, F., Schwalbe; mnl. swaluwe, swalewe, F., Schwalbe; ahd. swalawa, sw. F. (n), Schwalbe; as. swala*, swalwa, sw. F. (n), Schwalbe; anfrk. -; germ. *swalwō-, *swalwōn, sw. F. (n), Schwalbe; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwalbe, Kluge s. u. Schwalbe, EWD s. u. Schwalbe, DW 15, 2182, Falk/Torp 552, Duden s. u. Schwalbe, Bluhme s. u. Schwalbe; Son.: vgl. afries. -; ae. swealwe, sw. F. (n), Schwalbe; an. svala (1), sw. F. (n), Schwalbe; got. -; nndl. swaluw, Sb., Schwalbe; nschw. svala, Sb., Schwalbe; nnorw. svale, M., F., Schwalbe; ? russ. соловей (solovéj), M., Nachtigall; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich weitverbreiteten kleinen schwarzen eine helle Bauchseite und einen tiefgegabelten Schwanz habenden Vogel (Zugvogel); BM.: Gabel (wegen der Schwanzform)?; F.: Schwalbe, Schwalben+EW; Z.: Schwalb-e
Schwalch, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Schwalch, Öffnung des Schmelzofens; ne. opening (N.) of a furnace; Vw.: -; Hw.: s. schwelgen; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. swalch, swalc, st. M., Schlund, Flut, Woge; mnd. swalch, swallich, swalk, M., Schlund, Strudel, Kolk, reißende Tiefe im Wasser, Schwelgerei; mhd. swelgen, swelhen, st. V., schwelgen, verschlucken, schlucken, saufen, verschlingen; mnd. swelgen (1), schwelgen, swelligen, st. V., schwelgen, schlucken, maßlos trinken, saufen, trinken, schlingen, prassen; ahd. swelgan*, swelahan*, st. V. (3b), verschlucken, verschlingen; germ. *swelgan, st. V., schlucken, schlingen (V.) (2), schwelgen, verschlingen; s. idg. *su̯el- (1), *su̯elk-, V., schlingen (V.) (2)?, essen?, trinken?, Pokorny 1045 (1801/273) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwalch, Kluge s. u. Schwalch, DW 15, 2190, Duden s. u. Schwalch; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und mit schwelgen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Öffnung des von Menschen entwickelten Schmelzofens; BM.: schwelgen; F.: Schwalch, Schwalches, Schwalchs, Schwalche, Schwalchen+EW; Z.: Schwal-ch
schwalken, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. schwalken, dampfen, rauchen, wasserdicht schließen; ne. steam (V.), be watertight; Vw.: -; Hw.: s. schwelen; Q.: 19. Jh.; E.: s. schwelen; L.: Kluge s. u. schwalken, DW 15, 2191, Duden s. u. schwalken; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schwelen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Feuer mögliches dampfen oder rauchen oder wasserdicht schließen; BM.: brennen; F.: schwalken, schwalke, schwalkst, schwalkt, schwalkest, schwalket, schwalkte, schwalktest, schwalkten, schwalktet, geschwalkt, ##geschwalkt, geschwalkte, geschwalktes, geschwalktem, geschwalkten, geschwalkter##, schwalkend, ###schwalkend, schwalkende, schwalkendes, schwalkendem, schwalkenden, schwalkender###, schwalk (!)+EW; Z.: schwal-k-en
Schwall, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schwall, Woge, Welle, Guss; ne. gust (N.), flush (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290 (Urkunde); E.: mhd. swal (1), st. M., Schwall, angeschwollene Masse, Schwung, Welle; mnd. swal, M., Schwall, Wassermenge; s. mhd. swal, st. M., Schwall; mhd. swellen, st. V., schwellen; ahd. swellan*, st. V. (3b), schwellen, anschwellen, wallen (V.) (1); germ. *swellan, st. V., schwellen; idg. *su̯el-? (6), V., schwellen; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwall, Kluge s. u. Schwall, DW 15, 2191, EWD s. u. schwellen, Duden s. u. Schwall, Bluhme s. u. Schwall; Son.: vgl. nschw. svall, N., Schwall; GB.: (swal) seit 1290 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Woge oder Welle oder einen Guss oder etwas mit einer gewissen Heftigkeit sich Ergießendes; BM.: schwellen; F.: Schwall, Schwalles, Schwalls, Schwalle, Schwallen+EW; Z.: Schwal-l
Schwamm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schwamm, ein niederes Tier, Schwamm; ne. sponge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swam, st. M., Schwamm; mhd. swamme, sw. M., Schwamm, Erdschwamm; mnd. swam, swamp, M., Schwamm, Badeschwamm, Meeresschwamm, Pilz; mnl. swam, M., Schwamm; ahd. swam, swamb, st. M. (a)?, Schwamm, Pilz; as. swam*, swamm*, st. M. (a?), Schwamm, Pilz; anfrk. -; germ. *swamma-, *swammaz, st. M. (a), Schwamm, Pilz; weitere Herkunft unklar, vielleicht ein idg. *su̯ombʰos, su̯ombos, Adj., schwammig, porös, Pokorny 1052 (1822/294) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwamm, Kluge s. u. Schwamm, DW 15, 2195, EWD s. u. Schwamm, Falk/Torp 549, Duden s. u. Schwamm, Bluhme s. u. Schwamm; Son.: vgl. afries. -; ae. swamm, st. M. (a), Schwamm, Pilz; an. soppr, svǫppr, st. M. (a), Ball (M.) (1); got. swamms, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Schwamm; nschw. svamp, Sb., Schwamm; nnorw. svamp, M., Schwamm; ? gr. σομφός (somphós), Adj., schwammig, locker, porös; ? lat. fungus, M., Pilz; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches in zahlreichen Arten besonders in dem Meer lebendes auf dem Grunde festsitzendes oft große Kolonien bildendes niederes Tier; BM.: porös; F.: Schwamm, Schwammes, Schwamms, Schwämme, Schwämmen+EW; Z.: Schwamm
$Schwammerl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Schwammerl. Pilz; L.: Kluge s. u. Schwammerl, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. süddeutsch umgangssprachlich belegte und aus Schwamm und er (Suff.) sowie el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen Pilz; F.: Schwammerl, Schwammerls, Schwammerln+EW; Z.: Schwamm-er-l
$schwammig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schwammig, weich, löcherig; E.: s. Schwamm, s. ig; L.: Kluge s. u. Schwamm, DW 15, 2199, EWD s. u. Schwamm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schwamm und ig gebildete Bezeichnung für weich oder löcherig wie ein (sachlich schon vormenschlich möglicher) Schwamm; F.: schwammig, schwammige, schwammiges, schwammigem, schwammigen, schwammiger(, schwammigere, schwammigeres, schwammigerem, schwammigeren, schwammigerer, schwammigst, schwammigste, schwammigstes, schwammigstem, schwammigsten, schwammigster)+EW; Z.: schwamm-ig
Schwan, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schwan, ein Vogel; ne. swan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. swan, st. M., sw. M., Schwan; mhd. swane, st. M., sw. M., Schwan; mnd. swāne, swān, swan, swaen, zwaen, swōn, swōne, swoen, swant, F., sw. M., st. M., Schwan, Speise bei festlichen Gelegenheiten, Darstellung eines Schwanes, Prägezeichen des Schneeberger Silbers, Wappenzeichen in der Heraldik, Gesang des sterbenden Schwanes; mnl. swāne, swan, M., Schwan; ahd. swan, st. M. (a)?, Schwan; ahd.? swano*, sw. M. (n), Schwan; ahd. swana*, sw. F. (n), Schwan; as. swan*, st. M. (a?), Schwan; anfrk. -; germ. *swana-, *swanaz, st. M. (a), Schwan; s. idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwan, Kluge s. u. Schwan, EWD s. u. Schwan, DW 15, 2201, Falk/Torp 546, Duden s. u. Schwan, Bluhme s. u. Schwan; Son.: vgl. afries. -; ae. swan, st. M. (a), Schwan; an. svanr, st. M. (a), Schwan, Sänger?; got. *swans?, st. M. (a), Schwan; nndl. zwaan, Sb., Schwan; nschw. svan, Sb., Schwan; nnorw. svane, M., F., Schwan; ai. svan-, V., tönen, tosen, lärmen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2); air. sennim, Sb., Spielen, Tönen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen schon vormenschlichen Schwimmvogel mit einem langen Hals und weißem Gefieder sowie einem breiten Schnabel; BM.: tönen; F.: Schwan, Schwans, Schwanes, Schwäne, Schwänen+EW; Z.: Schwan
schwanen, nhd., V., (16. Jh.): nhd. schwanen, ahnen, wähnen; ne. sense (V.); Vw.: -; Hw.: s. wähnen; Q.: 1514; E.: s. mnd. swānen, sw. V., schwanen, ahnen, geahnt werden; wohl falsch abgeleitet von mnd. wānen (1), sw. V., wähnen, glauben, vermuten; ahd. wānen*, sw. V. (1a), wähnen, denken, meinen, vermuten; as. wānian*, sw. V. (1a), wähnen, erwarten, sich vorsehen, hoffen, glauben; anfrk. wānen*, wānon*, sw. V. (1), wähnen, meinen, glauben; germ. *wēnjan, *wǣnjan, sw. V., hoffen, erwarten; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. schwanen, EWD s. u. schwanen, DW 15, 2209, Duden s. u. schwanen; GB.: seit 1514 mnd. belegte und wohl falsch von wähnen abgeleitete und über dieses mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches etwas Unangenehmes ahnen oder wähnen; BM.: wähnen bzw. streben; F.: schwanen, schwane (!), schwanst, schwant, schwanest, schwanet, schwante, schwantest, schwanten, schwantet, geschwant, ##geschwant, geschwante, geschwantes, geschwantem, geschwanten, geschwanter##, schwanend, ###schwanend, schwanende, schwanendes, schwanendem, schwanenden, schwanender###, schwan (!)+EW; Z.: sch-wan-en
$Schwanengesang, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schwanengesang; E.: s. Schwan, s. en (Suff.), s. Gesang; L.: Kluge s. u. Schwanengesang, DW 15, 2214 (anfangs N.!), EWD s. u. Schwan; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwan und en (Suff.) sowie Gesang gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Schwanes möglichen Gesang eines Schwanes angeblich an seinem Lebensende; F.: Schwanengesang, Schwanengesangs, Schwanengesanges, Schwanengesänge, Schwanengesängen+EW; Z.: Schwan-en—ge-sang
Schwang, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schwang, schwingende Bewegung, Sitte; ne. swing (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwingen; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. swanc (2), st. M., Schwang, Schwingbewegung, Schwingen, Schwung, Schicksalsbewegung, Schlag, Wurf, Hieb, Streich, Fechterstreich, lustiger Einfall; mnl. swanc, M., Schwang.; ahd. hinaswang*, st. M. (a?, i?), Schwung, Wurf, heftige Bewegung; as. -; anfrk. -; germ. *swangi-, *swangiz, *swangwi-, *swangwiz, *swungi-, *swungiz, st. M. (i), Schwung, Schlag; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, su̯eg-, su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwang, Kluge s. u. Schwang, DW 15, 2209, EWD s. u. Schwang, Duden s. u. Schwang, Bluhme s. u. Schwang; Son.: vgl. afries. swang, sweng, st. M. (i?), Schwang, Schlag, Begießung; ae. swėng, st. M. (i), Streich, Schlag, Schwung; an. -; got. -; GB.: (swang) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche schwingende Bewegung oder auch eine Sitte; BM.: biegen bzw. schwingen; F.: Schwang, Schwanges, Schwangs, Schwange, Schwangen+EW; Z.: Schwang
schwanger, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schwanger, ein Kind oder eine Leibesfrucht in seinem Bauch tragend; ne. pregnant; Vw.: -; Hw.: s. schwängern; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swanger, Adj., schwanger; mnd. swanger, Adj., schwanger; ahd. swangar*, Adj., schwanger, trächtig; as. -; anfrk. -; germ. *swangra- (1), *swangraz, Adj., schwerfällig, schwanger, schwer; s. idg. *su̯enk-?, Adj., schwer, schwanger, Pokorny 1048? (1810/282) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwanger, Kluge s. u. schwanger, DW 15, 2230, EWD s. u. schwanger, Falk/Torp 547, Heidermanns 572, Duden s. u. schwanger, Bluhme s. u. schwanger; Son.: vgl. afries. -; ae. swangor, Adj., schwer, schwerfällig, langsam, träge, untätig; an. -; got. -; nndl. zwanger, Adj., schwanger; nnorw. svanger, Adj., schwanger; lit. sunkùs, Adj., beschwerlich; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich mindestens seit Entwicklung von Säugetieren mögliches Kind oder eine Leibesfrucht in seinem Bauche von der Empfängnis des männlichen Samens bis zu der Geburt (aus)tragend; BM.: schwer; F.: schwanger, schwangere, schwangeres, schwangerem, schwangeren, schwangerer+EW; Z.: schwang-er
schwängern, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schwängern, schwanger machen, befruchten; ne. impregnate; Vw.: -; Hw.: s. schwanger; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. swengeren*, swengern, sw. V., schwängern; mnd. swengeren, swengern, schwengern, sw. V., schwängern; ahd. swangeren*, sw. V. (1a), schwängern, heiraten; germ. *swangrjan, sw. V., schwängern; s. idg. su̯enk-?, Adj., schwer, schwanger, Pokorny 1048? (1810/282) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. schwanger, DW 15, 2240, EWD s. u. schwanger, Heidermanns 572, Duden s. u. schwängern; Son.: vgl. nndl. bezwangeren, V., schwängern; GB.: (swangeren) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches (eine Frau) schwängern oder schwanger machen oder befruchten; BM.: schwer; F.: schwängern, schwängere, schwänger (!), schwängerst, schwängert, schwängerte, schwängertest, schwängerten, schwängertet, geschwängert, ##geschwängert, geschwängerte, geschwängertes, geschwängertem, geschwängerten, geschwängerter##, schwängernd, ###schwängernd, schwängerndes, schwängerndem, schwängernden, schwängernder###, schwänger (!)+EW; Z.: schwäng-er-n
$Schwangerschaft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwangerschaft, Schwangersein; E.: s. schwanger, s. schaft; L.: Kluge s. u. schwanger, DW 15, 2242, EWD s. u. schwanger; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwanger und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen oder der Säugetiere mögliches Schwangersein; F.: Schwangerschaft, Schwangerschaften+EW; Z.: Schwang-er-schaf-t
schwank, nhd. (ält.), Adj., (12. Jh.): nhd. schwank, schwankend, beweglich, dünn, schlank; ne. swaying (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schwach, schwanken; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. swanc (1), Adj., schwankend, stürmisch, beweglich, schmal, biegsam, schlank, dünn; mnd. swank, Adj., schwach, schmächtig, zart, leicht beweglich, fein; mnl. swanc, Adj., biegsam, schlank, kräftig; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *swanka-, *swankaz, Adj., schlank, biegsam; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047? (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwank, Kluge s. u. schwank, EWD s. u. schwanken, DW 15, 2246, Heidermanns 573, Duden s. u. schwank; Son.: vgl. ae. swancor, Adj., mager, schwank, geschmeidig, biegsam, schlank, schwach; air. seng, Adj., eng, schlank; GB.: seit 1150-1170 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches schwankend oder beweglich oder dünn oder schlank; BM.: biegen; F.: schwank+EW; Z.: schwank
Schwank, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schwank, Posse; ne. farce; Vw.: -; Hw.: s. schwingen; Q.: 11. Jh.; E.: mnd. swank (3), M., Spott, Spottrede, spöttischer Einfall, lustige Scherzrede, spaßhafte Erzählung, Schwank; mnd. swanc, swang, swank, M., Schwang, Schwung, schwingende Bewegung, fröhliche Bewegung, Lustigkeit?, Schwanken; mnl. swanc, Sb., Schwank?; s. germ. swangi-, *swangiz, *swangwi-, *swangwiz, *swungi-, *swungiz, st. M. (i), Schwung, Schlag; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, su̯eg-, su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwank, Kluge s. u. Schwank, DW 15, 2243, EWD s. u. Schwank, Duden s. u. Schwank, Bluhme s. u. Schwank; Son.: vgl. afries. swang, sweng, st. M. (i?), Schwang, Schlag, Begießung; ae. swėng, st. M. (i), Streich, Schlag, Schwung; GB.: seit 11. Jh. mnd. belegte und mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Posse oder eine kurze launige und oft derbkomische Erzählung in Prosa oder Versen; BM.: biegen; F.: Schwank, Schwankes, Schwanks, Schwänke, Schwänken+EW; Z.: Schwank
schwanken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. schwanken, hin schwingen und her schwingen, wanken; ne. sway (V.), waver; Vw.: -; Hw.: s. schwank, Schwanz; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. swanken, sw. V., schwanken, taumeln, schwingen, schwenken; mnd. swanken, sw. V., schwanken, unzuverlässig sein (V.); s. mhd. swanc (1), Adj., schwankend, stürmisch, beweglich, schmal, biegsam, schlank, dünn; mnd. swank, Adj., schwach, schmächtig, zart, leicht beweglich, fein; mnl. swanc, Adj., biegsam, schlank, kräftig; germ. *swanka-, *swankaz, Adj., schlank, biegsam; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047? (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schwanken, DW 15, 2250, EWD s. u. schwanken, Duden s. u. schwanken; GB.: (swanken) seit nach 1193 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich schwingend hin bewegen und her bewegen; BM.: biegen; F.: schwanken, schwanke, schwankst, schwankt, schwankest, schwanket, schwankte, schwanktest, schwankten, schwanktet, geschwankt, ##geschwankt, geschwankte, geschwanktes, geschwanktem, geschwankten, geschwankter##, schwankend, ###schwankend, schwankende, schwankendes, schwankendem, schwankenden, schwankender###, schwank (!)+EW; Z.: schwank-en
$Schwankung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwankung, Abweichung; E.: s. schwank(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schwanken, DW 15, 2256, EWD s. u. schwanken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schwank(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Abweichung einer Größe von einem mittleren Wert; F.: Schwankung, Schwankungen+EW; Z.: Schwank-ung
Schwanz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schwanz, Schweif; ne. tail (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwanken, schwänzen, scharwenzeln; Q.: 1220 (Floire et Blanscheflor); E.: mhd. swanz, st. M., Schwenkbewegung, Tanzbewegung, Schwanz, Schleppe, Schleppkleid, Tanzkleid, Schmuck, Aufputz, Putz, Zierde, Glanz; mnd. swans, swants, swantz, swanz, schwanz*, schwans*, M., Schwanz, männliches Glied, Schleppe, Zier, Glanz, Schmuck, Schweif; mhd. swanzen (1), sw. V., sich schwenkend bewegen, sich herbeibewegen, sich bewegen, hin und her schwanken, umherstreifen, zierlich und höflich bewegen, sich zierlich oder geziert bewegen, tanzen, einherstolzieren, sich schlängeln durch, tänzeln; germ. *swangjan (1), sw. V., schwanken machen; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwanz, Kluge s. u. Schwanz, DW 15, 2257, EWD s. u. Schwanz, Duden s. u. Schwanz, Bluhme s. u. Schwanz; Son.: vgl. nschw. svans, Sb., Schwanz; GB.: seit um 1220 belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Schweif oder eine Verlängerung der Wirbelsäule über den Rumpf hinaus oder auch das Geschlechtsglied eines männlichen Lebewesens ; BM.: biegen bzw. schwingen; F.: Schwanz, Schwanzes, Schwänze, Schwänzen+EW; Z.: Schwanz
$schwänzeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schwänzeln, geziert gehen; L.: Kluge s. u. Scharwenzel, DW 15, 2266, EWD s. u. Schwanz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schwanz und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches geziert gehen; F.: schwänzeln, schwänzel (!), schwänzle, schwänzele, schwänzelst, schwänzelt, schwänzelte, schwänzeltest, schwänzelten, schwänzeltet, geschwänzelt, ##geschwänzelt, geschwänzelte, geschwänzeltes, geschwänzeltem, geschwänzelten, geschwänzelter##, schwänzelnd, ###schwänzelnd, schwänzelnde, schwänzelndes, schwänzelndem, schwänzelnden, schwänzelnder###, schwänzel (!)+EW; Z.: schwänz-el-n
schwänzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schwänzen, bummeln, unerlaubt dem Unterricht fernbleiben; ne. skip (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwanz; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: unter Einfluss einer rotwelschen Bedeutung bummeln zu mhd. swanzen (1), sw. V., sich schwenkend bewegen, sich herbeibewegen, sich bewegen, hin schwanken und her schwanken, umherstreifen, zierlich und höflich bewegen, sich zierlich oder geziert bewegen, tanzen, einherstolzieren, sich schlängeln durch, tänzeln; vgl. germ. *swangjan (1), sw. V., schwanken machen; s. idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. schwänzen, DW 15, 2267, EWD s. u. Schwanz, Duden s. u. schwänzen; GB.: in älteres mhd. swanzen, V., hin schwanken und her schwanken aus dem Rotwelschen die Bedeutung bummeln aufgenommen für unerlaubt dem Unterricht fernbleiben; BM.: biegen bzw. schwingen; F.: schwänzen (!), schwänze (!), schwänzst (!), schwänzt, schwänzest, schwänzet, schwänzte, schwänztest, schwänzten, schwänztet, geschwänzt, ##geschwänzt, geschwänzte, geschwänztes, geschwänztem, geschwänzten, geschwänzter##, schwänzend, ###schwänzend, schwänzende, schwänzendes, schwänzendem, schwänzenden, schwänzender###, schwänz (!)+EW+FW; Z.: schwänz-en
$schwänzen (2), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. mit einem Schwanz versehen (V.); L.: DW 15, 2266, EWD s. u. Schwanz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwanz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Schwanz versehen (V.); F.: schwänzen (!), schwänze (!), schwänzst (!), schwänzt, schwänzest, schwänzet, schwänzte, schwänztest, schwänzten, schwänztet, geschwänzt, ##geschwänzt, geschwänzte, geschwänztes, geschwänztem, geschwänzten, geschwänzter##, schwänzend, ###schwänzend, schwänzende, schwänzendes, schwänzendem, schwänzenden, schwänzender###, schwänz (!)+EW; Z.: schwänz-en
$Schwänzer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schwänzer, Schulschwänzer, Schwänzender; E.: s. schwänz(en), s. er (Suff.); L.: DW 15, 2271, EWD s. u. Schwanz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schwänz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Schwänzenden oder Schulschwänzer; F.: Schwänzer, Schwänzers, Schwänzern+EW?+FW?; Z.: Schwänz-er
$schwapp, nhd., Interj., (16. Jh.): nhd. schwapp; E.: s. schwapp(en); L.: DW 15, 2278, EWD s. u. schwapp,; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend aus schwapp(en) gebildete Bezeichnung; F.: schwapp+EW; Z.: schwapp
$schwappeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schwappeln, schwanken, plätschernd anschlagen, plätschernd überschwenken; Q.: Ende 15. Jh.; L.: DW 15, 2279, DW 15, 2141, EWD s. u. schwabbeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schwapp(en) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schwanken oder plätschernd anschlagen oder plätschernd überschwenken; F.: schwappeln, schwappel (!), schwapple (!), schwappele, schwappelst, schwappelt, schwappelte, schwappeltest, schwappelten, schwappeltet, geschwappelt, ##geschwappelt, geschwappelte, geschwappeltes, geschwappeltem, geschwappelten, geschwappelter##, schwappelnd, ###schwappelnd, schwappelnde, schwappelndes, schwappelndem, schwappelnden, schwappelnder###+EW; Z.: schwapp-el-n
schwappen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schwappen, überschwappen, platschend überfließen; ne. swash (V.), slosh (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: lautmalend?, vielleicht beeinflusst von schweben (s. d.); L.: Kluge s. u. schwappen, DW 15, 2280, EWD s. u. schwapp, Duden s. u. schwappen, Bluhme s. u. schwappen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie möglicherweise von schweben beeinflusste Bezeichnung für platschend überfließen; BM.: lautmalend?; F.: schwappen, schwappe, schwappst, schwappt, schwappest, schwappet, schwappte, schwapptest, schwappten, schwapptet, geschwappt, ##geschwappt, geschwappte, geschwapptes, geschwapptem, geschwappten, geschwappter##, schwappend, ###schwappend, schwappende, schwappendes, schwappendem, schwappenden, schwappender###, schwapp (!)+EW; Z.: schwapp-en
$Schwäre, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schmerz, Qual, Gebrechen, Geschwür, Krankheit; E.: s. schwären; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwäre, fehlt DW, EWD s. u. schwären, Duden s. u. Schwäre, Bluhme s. u. Schwäre; GB.: (s. ahd. swero, M., Schmerz oder Qual oder Gebrechen oder Geschwür oder Krankheit, s. swere, mhd., M., Krankheit oder Leibesschmerz oder Geschwulst oder Geschwür); Son.; F.: Schwäre, Schwären+EW; Z.: Schwär-e
schwären, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. schwären, eitern; ne. fester (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschwür; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. sweren (3), swern, st. V., wehtun, schmerzen, Schmerz empfinden, schwellen, schwären, anschwellen, eitern, beschweren, drücken; mnd. swēren (1), swērn, swāren, st. V., schwären, eitern, schmerzen, wehtun, entzünden, Geschwür bilden; mnl. swēren, sw. V. schwären; ahd. sweran*, st. V. (4), schmerzen, leiden; as. -; anfrk. -; germ. *sweran, st. V., schwären, eitern; idg. *su̯er- (4), V., schneiden, stechen, schwären, eitern, Pokorny 1050 (1817/289) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. schwären, EWD s. u. schwären, DW 15, 2282, Falk/Torp 549, Seebold 494, Duden s. u. schwären; Son.: vgl. afries. -; ae. swor, Sb., Schmerz; an. -; got. -; nndl. zweren, V., schwären; av. xvara-, Sb., Wunde, Körperverletzung; kymr. chwerw, Adj., bitter, scharf; ksl. chyra, Sb., Gebrechlichkeit, Krankheit; GB.: (sweran) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches eitern; BM.: schneiden bzw. stechen; F.: schwären, schwäre, schwärst, schwärt, schwärte, schwärtest, schwärtet, schwärten, geschwärtet, schwärt (!)+EW; Z.: schwär-en
Schwarm, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schwarm, schwärmende Menge, Schwärmen; ne. bevy; Vw.: -; Hw.: s. schwärmen, schwirren; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. swarm, st. M., Bienenschwarm; mnd. swarm, zwarm, schwarm, schworm, swerm, M., Schwarm, Haufen, Haufe, Aufruhr, Bienenschwarm; mnl. swarm, swerm, M., Schwarm; ahd. swarm, st. M. (a?, i?), Schwarm, Schar (F.) (1), Bienenschwarm; as. -; anfrk. -; germ. *swarma-, *swarmaz, st. M. (a), Schwarm, Taumel; vgl. idg. *su̯er- (2), V., surren, Pokorny 1049 (1815/287) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwarm, Kluge s. u. Schwarm, DW 15, 2283, EWD s. u. Schwarm, Falk/Torp 549, Duden s. u. Schwarm, Bluhme s. u. Schwarm; Son.: vgl. afries. -; ae. swearm, st. M. (a), Schwarm, Menge; an. -; got. -; nndl. zwerm, Sb., Schwarm; nschw. svärm, Sb., Schwarm; nnorw. sverm, M., Schwarm; gr. ὕραξ (hýrax), M., Spitzmaus; lat. sōrex, M., Spitzmaus; lat. susurrus, M., Zischen, Zischeln, Flüstern, Summen (N.); ksl. svirělъ, Sb., Fläte, Schalmei; GB.: (swarm) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche größere Anzahl sich durcheinanderwimmelnd zusammen fortbewegender gleichartiger Lebewesen wie beispielsweise Bienen oder Fliegen oder Mücken oder Vögel oder Fische oder Krebse; BM.: surren; F.: Schwarm, Schwarmes, Schwarms, Schwärme, Schwärmen (!)+EW; Z.: Schwar-m
schwärmen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. schwärmen, ausschwärmen, sich begeistern; ne. swarm (V.), fancy; Vw.: -; Hw.: s. Schwarm; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. swermen, sw. V., schwärmen, ausschwärmen; mhd. swarmen, swermen, sw. V., schwärmen (Bienen); mnd. swarmen, schwarmen, swermen, schwermen, swormen, sw. V., schwärmen, in einem Schwarm bewegen, herumschwärmen, ausschweifend vergnügen; ahd. swermen*, sw. V. (1a), schwärmen, hinausführen; ahd. swarm, st. M. (a?, i?), Schwarm, Schar (F.) (1), Bienenschwarm; germ. *swarma-, *swarmaz, st. M. (a), Schwarm, Taumel; vgl. idg. su̯er- (2), V., surren, Pokorny 1049 (1815/287) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. schwärmen, DW 15, 2286, EWD s. u. Schwarm, Duden s. u. schwärmen; Son.: vgl. nndl. zwermen, V., schwärmen; nschw. svärma, V., schwärmen; nnorw. sverme, V., schwärmen; ai. svárati, V., gibt einen Ton von sich, erschallt, singt; lat. susurrāre, V., zischen, zischeln, flüstern, summen (V.) (1); kymr. chwyrnu, V., brummen; ksl. svirati, V., flöten, pfeifen; GB.: (swermen) seit 11. Jh. belegte und über Schwarm mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich mit einer größeren Gruppe von Lebewesen bewegen oder sich begeistern; BM.: surren; F.: schwärmen (!), schwärme (!), schwärmst, schwärmt, schwärmest, schwärmet, schwärmte, schwärmtest, schwärmten, schwärmtet, geschwärmt, ##geschwärmt, geschwärmte, geschwärmtes, geschwärmtem, geschwärmten, geschwärmter##, schwärmend, ###schwärmend, schwärmende, schwärmendes, schwärmendem, schwärmenden, schwärmender###, schwärm (!)+EW; Z.: schwär-m-en
$Schwärmer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schwärmer, Schwärmender; E.: s. schwärm(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schwärmen, EWD s. u. Schwarm, DW 15, 2290; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schwärm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schwärmenden; F.: Schwärmer, Schwärmers, Schwärmern+EW; Z.: Schwär-m-er
$Schwarmgeist, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schwarmgeist; E.: s. Schwarm, s. Geist; L.: Kluge s. u. schwärmen, DW 15, 2294, EWD s. u. Schwarm; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwarm und Geist gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen schwärmenden Menschen; F.: Schwärmgeist, Schwärmgeistes, Schwärmgeists, Schwärmgeister, Schwärmgeistern+EW; Z.: Schwar-m-gei-s-t
Schwarte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Schwarte, Kopfhaut, dicke Haut; ne. sward (N.), rind (N.), skin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. swarte, sw. F., behaarte Kopfhaut, Kopfhaut, Kopf, Haut, Schwarte, menschliche Haut; mhd. swart, st. F., Schwarte, behaarte Kopfhaut, menschliche Haut; mnd. swārde, swārte, schwāre, schwōrde, swōrt, F., Schwarte, dicke behaarte Haut von Mensch und Tier, zu Riemenwerk verarbeitete Schweinehaut; mnl. swaerde, F., Schwarte; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *swardu-, *swarduz, st. M. (u), Schwarte, Kopfhaut; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwarte, Kluge s. u. Schwarte, DW 15, 2295, EWD s. u. Schwarte, Falk/Torp 550, Duden s. u. Schwarte, Bluhme s. u. Schwarte; Son.: vgl. afries. swarde, st. F. (ō), Schwarte, Kopfhaut; ae. sweard, swearþ, st. M. (a), Schwarte, Haut, Kopfhaut, Rinde; an. svǫrðr, st. M. (a), Schwarte, Kopfhaut; got. -; nndl. zwoord, Sb., Schwarte; nisl. svördur, M.?, Schwarte; GB.: seit um 1150 belegte und in der Herkunft vielleicht unbekannte sowie für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche ursprünglich behaarte Kopfhaut oder eine zähe und dicke Haut mancher Säugetiere; BM.: ?; F.: Schwarte, Schwarten+EW; Z.: Schwart-e
schwarz, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schwarz, dunkel; ne. black (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schwärzen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. swarz, Adj., schwarz; mnd. swart (1), schwart, zwart, swārt, swaert, swar, swort, Adj., schwarz, sehr dunkel, dunkel erscheinend, dunkel gefärbt; mnl. swart, Adj., schwarz, sittlich verdorben; ahd. swarz (1), Adj., schwarz, dunkelfarbig; as. swart* (2), Adj., schwarz, dunkel; germ. *swarta-, *swartaz, Adj., schwarz; idg. su̯ordos, Adj., schwarz, schmutzig, Pokorny 1052 (1823/295) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwarz, Kluge s. u. schwarz, DW 15, 2300, EWD s. u. schwarz, Falk/Torp 550, Seebold 496, Heidermanns 574, Duden s. u. schwarz, Bluhme s. u. schwarz; Son.: vgl. afries. swart, swert, Adj., schwarz, gemein, böswillig; saterl. swart, Adj., schwarz; ae. sweart, Adj., schwarz, dunkel, finster, böse; an. svartr, Adj., schwarz; got. swarts, Adj. (a), schwarz; nndl. zwart, Adj., schwarz; nschw. svart, Adj., schwarz; nnorw. svart, Adj., schwarz; ? lat. sordidus, Adj., schmutzig, unsauber; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung der in der Vorstellung des Menschen möglichen dunkelsten Farbe in Gegensatz zu dem Licht oder zu weiß oder hell; BM.: ?; F.: schwarz, schwarze, schwarzes, schwarzem, schwarzen, schwarzer(, schwärzer, schwärzere, schwärzeres, schwärzerem, schwärzeren, schwärzerer, schwärzest, schwärzeste, schwärzestes, schwärzestem, schwärzesten, schwärzester)+EW; Z.: schwarz
$Schwarzbrot, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Schwarzbrot, Roggenbrot, verbranntes Brot; E.: s. schwarz, s. Brot; L.: DW 15, 2324, EWD s. u. schwarz; GB.: vielleicht seit 14. Jh. als tunresma verbrent swarzbrōt belegte und aus schwarz und Brot gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Brot durch den Menschen mögliches Roggenbrot oder bei dem Backen verbranntes Brot; F.: Schwarzbrot, Schwarzbrotes, Schwarzbrots, Schwarzbrote, Schwarzbroten+EW; Z.: Schwarz—bro-t
Schwärze, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Schwärze, Dunkelheit; ne. blackness; Vw.: -; Hw.: s. schwarz, schwärzen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. swerze, st. F., Schwärze, Finsternis; mnd. swerte, F., Schwärze, schwarze Farbe, dunkle Färbung, dunkle Trübung, schwarzer Farbstoff, Tinte; mnd. swarte, schwarte, F., Schwärze, schwarze Farbe, dunkle Färbung, dunkle Trübung, schwarzer Farbstoff; ahd. swerzī*, swarzī*, st. F. (ī), Schwärze, Schwarz, Dunkel; ahd. swerza*, st. F. (ō), Schwärze, Finsternis; as. -; anfrk. -; germ. *swartō, st. F. (ō), Schwärze; s. idg. *su̯ordos, Adj., schwarz, schmutzig, Pokorny 1052?; L.: Kluge s. u. schwarz, DW 15, 2335, EWD s. u. schwarz, Heidermanns 574, Duden s. u. Schwärze; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. svärta, Sb., Schwärze; ? av. kaxvarəða-, Sb., ein mythisches Wesen; ? lat. sordēs, F., Schmutz, Unflat, schmutzige Kleidung; GB.: (swerza) seit 10. Jh. belegte und aus schwarz sowie a (Suff.) gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schwarze Färbung oder die Dunkelheit in Gegensatz zu Licht oder zu weiß oder hell; BM.: schwarz; F.: Schwärze, Schwärzen+EW; Z.: Schwärz-e
schwärzen (1), nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schwärzen (V.) (1), schwarz machen, schwarz werden, schwarz sein (V.); ne. blacken, black (V.); Vw.: -; Hw.: s. schwarz, Schwärze; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. swerzen, sw. V., schwärzen (V.) (1), schwarz machen; mhd. swarzen, sw. V., schwarz werden, trübe werden, dunkel werden, schwarz sein (V.); mnd. swerten, sw. V., schwärzen, schwarz machen, schwärzlich verfärben, dunkel verfärben, schwarz färben, mit schwarzer Farbe streichen; mnd. swarten, schwarten, swarzen, sw. V., schwärzen, schwarz machen, schwärzlich verfärben; ahd. swerzen*, sw. V. (1a), schwärzen (V.) (1), verdunkeln; ahd. swarzēn*, sw. V. (3), schwarz werden; as. -; anfrk. -; germ. *swartjan, sw. V., schwärzen (V.) (1); germ. *swartēn, *swartǣn, sw. V., schwarz werden; idg. *su̯ordos, Adj., schwarz, schmutzig, Pokorny 1052 (1823/295) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. schwärzen 1, schwarz, DW 15, 2328, EWD s. u. schwarz, Heidermanns 574, Duden s. u. schwärzen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *swartjan?, sw. V. (1), schwärzen (V.) (1); nschw. svärta, V., schwärzen; nnorw. sverte, V., schwärzen; GB.: (swerzen) seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schwarz machen oder schwarz werden oder schwarz sein (V.); BM.: schwarz; F.: schwärzen, schwärze (!), schwärzst, schwärzt, schwärzest, schwärzet, schwärzte, schwärztest, schwärzten, schwärztet, geschwärzt, ##geschwärzt, geschwärzte, geschwärztes, geschwärztem, geschwärzten, geschwärzter##, schwärzend, ###schwärzend, schwärzende, schwärzendes, schwärzendem, schwärzenden, schwärzender###, schwärz (!)+EW; Z.: schwärz-en
schwärzen (2), nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. schwärzen (V.) (2), schmuggeln; ne. smuggle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: von einem rotw. schwarzen, schwerzen, V., etwas bei Nacht tun; rotw. swerze, Sb., Nacht; L.: Kluge s. u. schwärzen 2, EWD s. u. schwarz, Duden s. u. schwärzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Waren rechtswidrig unter Umgehung des Zolles einführen oder ausführen oder schmuggeln; BM.: Nacht; F.: schwärzen, schwärze (!), schwärzst, schwärzt, schwärzest, schwärzet, schwärzte, schwärztest, schwärzten, schwärztet, geschwärzt, ##geschwärzt, geschwärzte, geschwärztes, geschwärztem, geschwärzten, geschwärzter##, schwärzend, ###schwärzend, schwärzende, schwärzendes, schwärzendem, schwärzenden, schwärzender###, schwärz (!)+FW(+EW); Z.: schwärz-en
$schwärzlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schwärzlich, leicht schwarz; L.: Kluge s. u. schwarz, DW 15, 2340, EWD s. u. schwarz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwarz und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Licht und Farbe mögliches schwarz ähnlich oder in das Schwarze spielend; F.: schwärzlich, schwärzliche, schwärzliches, schwärzlichem, schwärzlichen, schwärzlicher(, schwärzlichere, schwärzlicheres, schwärzlicherem, schwärzlicheren, schwärzlicherer, schwärzlichst, schwärzlichste, schwärzlichstes, schwärzlichstem, schwärzlichsten, schwärzlichster)+EW; Z.: schwärz—lich
$Schwarzwild, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Schwarzwild; E.: s. schwarz, s. Wild; L.: DW 15, 2346, EWD s. u. schwarz; GB.: (swarzwilt) seit um 1185 belegte und aus schwarz und Wild gebildete Bezeichnung für dunkelfarbiges Wild wie Bären oder Wildschweine oder Dachse in Gegensatz zu (in dem Sommer) rotfarbigem Rotwild wie Hirsche oder Rehe oder Elche; F.: Schwarzwild, Schwarzwildes, Schwarzwilds+EW; Z.: Schwarz—wil-d
$Schwatz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schwatz, Geschwätz, Geplauder; E.: Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. schwatzen, DW 15, 2348, EWD s. u. schwatzen; GB.: (swaz) seit 1320-1340 belegte und in der Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Geschwätz; F.: Schwatz, Schwatzes, Schwatze, Schwatzen+EW?; Z.: Schwatz
schwatzen, schwätzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schwatzen, schwätzen, plaudern, unnötig viel reden; ne. babble (V.), chat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. swetzen (1), swatzen, sw. V., schwätzen, schwatzen; mnd. swetsen, swetzen, schwetsen, schwetzen, sw. V., „schwätzen“, sprechen, reden, schwatzen, unnötig viel reden, bedeutungslose Dinge sagen, Vertrauliches ausplaudern; mnd. swatsen, swatzen, szwatzen, sw. V., schwatzen, sprechen, reden, unnötig viel reden, bedeutungslose Dinge sagen, Vertrauliches ausplaudern; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. schwätzen, Kluge s. u. schwatzen, DW 15, 2349, EWD s. u. schwatzen, Duden s. u. schwatzen, Bluhme s. u. schwatzen; GB.: (swetzen) seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches unnötig viel reden; BM.: ?; F.: schwatzen, schwatze, schwatzst (!), schwatzt, schwatzest, schwatzet, schwatzte, schwatztest, schwatzten, schwatztet, geschwatzt, ##geschwatzt, geschwatzte, geschwatztes, geschwatztem, geschwatzten, geschwatzter##, schwatzend, ###schwatzend, schwatzende, schwatzendes, schwatzendem, schwatzenden, schwatzender###, schwatz (!), schwätzen, schwätze, schwätzst, schwätzt, schwätzest, schwätzet, schwätzte, schwätztest, schwätzten, schwätztet, geschwätzt, ##geschwätzt, geschwätzte, geschwätztes, geschwätztem, geschwätzten, geschwätzter##, schwätzend, ###schwätzend, schwätzende, schwätzendes, schwätzendem, schwätzenden, schwätzender###, schwätz (!)+EW; Z.: schwatz-en
schwätzen, nhd., sw. V.: nhd. schwätzen; Vw.: s. schwatzen
$Schwätzer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Schwätzer, Schwätzender; E.: s. schwätz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schwatzen, DW 15, 2348, EWD s. u. schwatzen; GB.: (swetzære*) seit 15. Jh. belegte und aus schwatz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Entwicklung von Sprache möglichen Schwätzenden; F.: Schwätzer, Schwätzers, Schwätzern+EW; Z.: Schwätz-er
$schwatzhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schwatzhaft, geschwätzig; E.: s. Schwatz, s. haft; L.: DW 15, 2360, EWD s. u. schwatzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwatz und haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches geschwätzig; F.: schwatzhaft, schwatzhafte, schwatzhaftes, schwatzhaftem, schwatzhaften, schwatzhafter(, schwatzhaftere, schwatzhafteres, schwatzhafterem, schwatzhafteren, schwatzhafterer, schwatzhaftest, schwatzhafteste, schwatzhaftestes, schwatzhaftestem, schwatzhaftesten, schwatzhaftester)+EW; Z.: schwatz—haf-t
$Schwebe, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Schwebe, Schweben (N.); E.: s. schweben; L.: DW 15, 2364, EWD s. u. schweben; GB.: seit 1350-1365 belegte und mit schweben verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon früher mögliche Schweben (N.) in Luft oder Wasser (grundsätzlich) ohne zu sinken oder zu steigen; F.: Schwebe, Schweben+EW; Z.: Schweb-e
$Schwebebalken, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Schwebebalken; E.: s. Schwebe und schwebe(n) sowie Balken; L.: fehlt DW, EWD s. u. schweben; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Schwebe und schwebe(n) sowie Balken gebildete Bezeichnung für ein 5 Meter langes und 10 Zentimeter breites waagerecht stehendes Sportgerät für Turnerinnen; F.: Schwebebalken, Schwebebalkens+EW; Z.: Schweb-e—bal-k-en
schweben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schweben, in der Luft oder in Wasser leicht über eine Fläche gleiten oder sich in einem Gleichgewicht halten; ne. hover (V.), float (V.); Vw.: -; Hw.: s. schweifen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sweben, sw. V., schweben; mnd. swēven (1), schwēven, sweffen, schweffen, sw. V., schweben, fliegen, treiben, schwimmen, bewegen, unentschieden sein (V.); mnl. swēven, sw. V., schweben; ahd. swebēn*, sw. V. (3), branden, wogen, sich leicht wogend hinbewegen und herbewegen; ahd. swebōn*, sw. V. (2), schweben, wogen, schwimmen, sich niederlassen; ahd. swebēn*, sw. V. (3), branden, wogen, schweben; as. -; anfrk. sweven*, sw. V. (1), schwimmen, sich befinden; mnl. sweven, V.; wgerm. *swibēn?, *swibǣn, sw. V., sich schwingen; s. swīban, st. V., schweben; idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schweben, Kluge s. u. schweben, DW 15, 2366, EWD s. u. schweben, Falk/Torp 556, Seebold 485, Duden s. u. schweben, Bluhme s. u. schweben; Son.: vgl. afries. swīva, sw. V. (a), abweichen; ae. swīfan, st. V. (1), drehen, fegen, wenden, dazwischentreten; an. svīfa, st. V. (1), schwingen, schweben, fahren; got. -; nndl. zweven, V., schweben; nschw. sväva, V., schweben; nnorw. sveve, V., schweben; GB.: (swebēn) um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches sich in der Luft oder in Wasser in einem Gleichgewicht halten; BM.: biegen bzw. drehen; F.: schweben, schwebe (!), schwebst, schwebt, schwebest, schwebet, schwebte, schwebtest, schwebten, schwebtet, geschwebt, ##geschwebt, geschwebte, geschwebtes, geschwebtem, geschwebten, geschwebter##, schwebend, ###schwebend, schwebende, schwebendes, schwebendem, schwebenden, schwebender###, schweb (!)+EW; Z.: schweb-en
Schwede, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Schwede (F.), Wundpflaster; ne. adhesive plaster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swede, st. F., sw. F., st. N., Schwede (F.), Wundpflaster; mnd. swēde (2), sw. F., N., Schwede (F.), Wundauflage Pflaster, Umschlag, Verband; ahd. swedil, st. M. (a)?, Umschlag, Wickel, erwärmender Umschlag, Wickeltuch; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Schwede, DW 15, 2383, Duden s. u. Schwede; Son.: vgl. ae. sweþel, swæþel, st. M. (a), Binde, Wickel; GB.: (swedil) seit Ende 8. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Wundpflaster; BM.: einwickeln?; F.: Schwede (!), Schweden (!)+EW; Z.: Schwed-e
Schwefel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schwefel, ein chemisches Element; ne. sulphur (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. swebel, st. M., Schwefel; mnd. swēvel, swēvele, swāvel, swēbel, swefel, sweffel, swēgel, M., N., Schwefel; mnl. swāvel, M., Schwefel; ahd. swebal*, sweval*, st. M. (a), Schwefel; as. sweval*, st. M. (a), Schwefel; anfrk. -; germ. *swebla-, *sweblaz, st. M. (a), Schwefel; idg. su̯elplos?, Sb., Schwefel, Pokorny 1046? (1805/277) (RB. idg. aus ital., germ.); wie lat. sulphur Lw. aus unbekannter Sprache?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwefel, Kluge s. u. Schwefel, EWD s. u. Schwefel, DW 15, 2388, Falk/Torp 548, Duden s. u. Schwefel, Bluhme s. u. Schwefel; Son.: vgl. afries. -; ae. swefel, st. M. (a), Schwefel; an. -; got. swibls, st. M. (a), Schwefel; nndl. zwavel, Sb., Schwefel; frz. soufre, M., Schwefel; nschw. svavel, N., Schwefel; nnorw. svovel, M., N., Schwefel; lat. sulphur, N., Schwefel; kymr. sylffwr, M., Schwefel; nir. sulfar, M., Schwefel; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare und aus unbekannter Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in der Natur nicht seltenen nicht metallischen gelben Stoff der in verschiedenen Modifikationen auftritt und bei der Verbrennung blaue Flammen und scharfe Dämpfe entwickelt sowie für Sehnen und Knochen und Knorpel und Muskeln unverzichtbar ist und auch für Haare und Nägel und Bindegewebe benötigt wird (chemisches Element Nr. 16, abgekürzt S für lat. sulphur); BM.: ?; F.: Schwefel, Schwefels+FW; Z.: Schwefel
$Schwefelbande, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwefelbande, liederliche Gesellschaft; E.: s. Schwefel, s. Bande; L.: Kluge s. u. Schwefelbande, DW 15, 2393; E.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwefel und Bande gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche liederliche Gesellschaft und wohl ursprünglich Spottname der Studentenverbindung Sulphuria in Jena; F.: Schwefelbande, Schwefelbanden+FW+EW; Z.: Schwefel-ba-nd-e
$schwefelig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. schwefelig; E.: s. Schwefel, s. ig; L.: Kluge s. u. Schwefel, DW 15, 2407 (schweflig), EWD s. u. Schwefel; GB.: (swebalīg*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. sulphureus aus Schwefel und ig gebildete Bezeichnung für Schwefel betreffend oder Schwefel enthaltend oder schwefelfarbig; F.: schwefelig, schwefelige, schwefeliges, schwefeligem, schwefeligen, schwefeliger(, schwefeligere, schwefeligeres, schwefeligerem, schwefeligeren, schwefeligerer, schwefeligst, schwefeligste, schwefeligstes, schwefeligstem, schwefeligsten, schwefeligster)+FW(+EW?); Z.: schwefel-ig
$Schwefelkies, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwefelkies, Eisenkies, Katzengold, Pyrit; L.: DW 15, 2398, EWD s. u. Kies 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwefel und Kies gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches Mineral (FES2); F.: Schwefelkies, Schwefelkieses, Schwefelkiese, Schwefelkiesen+EW; Z.: Schwefel—kies
$schwefeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. schwefeln; E.: s. Schwefel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schwefel, DW 15, 2400, EWD s. u. Schwefel; GB.: seit 1429 belegte und aus Schwefel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Schwefel versehen (V.) oder mit Schwefel behandeln; F.: schwefeln (!), schwefel (!), schwefle, schwefele, schwefelst, schwefelt, schwefelte, schwefeltest, schwefelten, schwefeltet, geschwefelt, ##geschwefelt, geschwefelte, geschwefeltes, geschwefeltem, geschwefelten, geschwefelter##, schwefelnd, ###schwefelnd, schwefelnde, schwefelndes, schwefelndem, schwefelnden, schwefelnder###, schwefel(!)+FW+(EW?); Z.: schwefel-n
$Schwefelsäure, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwefelsäure; E.: s. Schwefel, s. Säure; L.: DW 15, 2404, EWD s. u. Schwefel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwefel und Säure gebildete Bezeichnung für eine für den Menschen giftige und auf der Erde schon vormenschlich in Vulkanen vorkommende stark ätzende Verbindung aus Schwefel und Sauerstoff (H2SO4); F.: Schwefelsäure, Schwefelsäuren+FW+EW; Z.: Schwefel—säu-r-e
Schwegel, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Schwegel, Pfeife, Flöte; ne. fife; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swegele, sw. F., Flöte, Röhre; ahd. swegala*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schwegel, Flöte, Pfeife, Orgelpfeife, Rohrflöte, Rohr; as. -; anfrk. -; germ. *swiglō, st. F. (ō), Flöte; L.: Kluge s. u. Schwegel, DW 15, 2408, Falk/Torp 554, Duden s. u. Schwegel; Son.: vgl. afries. -; ae. swegel (2), st. N. (a), Musik; an. -; ? got. *swigl, *swigls?, st. N. (a)?, st. M. (a)?, Flöte; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine mindestens seit dieser Zeit bekannte und mit einer Hand von Menschen zu spielende zylindrisch gebohrte Blockflöte mit nur drei Grifflöchern zu welcher der Spieler mit der anderen Hand eine kleine Trommel schlagen kann; BM.: ?; F.: Schwegel, Schwegels, Schwegeln+EW; Z.: Schweg-el
Schweif, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schweif, längerer und buschiger Schwanz; ne. tail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schwof; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. sweif, st. M., Umfang, umschlingendes Band; mnd. sweif?, M., Schweif; ahd. sweif, st. M. (a), Schuhwerk, Schuhe, Schuhband, Umwurf, Hülle; as. -; anfrk. -; germ. *swaipa-, *swaipaz, st. M. (a), Windung, Wickel?; s. idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schweif, Kluge s. u. Schweif, DW 15, 2412, EWD s. u. Schweif, Falk/Torp 555, Seebold 479, Duden s. u. Schweif, Bluhme s. u. Schweif; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. sveipr (2), st. M. (a), Kopftuch, Haarlocke; got. -; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen längeren und buschigen Schwanz; BM.: biegen; F.: Schweif, Schweifes, Schweifs, Schweife, Schweifen+EW; Z.: Schwei-f
schweifen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schweifen, sich umherschwingen, umherschweifen, ziellos durch die Gegend ziehen; ne. ramble (V.), roam (V.); Vw.: -; Hw.: s. schweben; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. sweifen (1), red. V., st. V., schweifen, schwingen, in drehende Bewegung setzen, bogenförmig gehen, sich schlängeln, schwanken; mhd. swīfen, st. V., schweifen, sich bewegen, sich begeben (V.), sich schwingen; mnd. sweifen? (1), V., schweifen, schwingen; ahd. sweifan, red. V., kämpfen; ahd. sweifen*, sw. V. (1a), stürzen, umstürzen; as. *swêpan?, red. V. (2), „schweifen“, treiben?; germ. *swaipan, st. V., drehend bewegen, schweifen, schwingen; germ. *swaipjan, sw. V., werfen, schwingen; idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. schweifen, Kluge s. u. schweifen, DW 15, 2416, EWD s. u. schweifen, Falk/Torp 555, Seebold 479, Duden s. u. schweifen; Son.: vgl. afries. *swêpa, sw. V. (1), fegen; ae. swāpan, st. V. (7)=red. V. (2), fegen, treiben, schwingen, stürmen; an. sveipa (2), red. V., werfen, umhüllen; got. -; ne. swoop, V., herabschießen; lett. svàipît, V., peitschen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ziellos durch die Gegend ziehen; BM.: biegen bzw. drehen; F.: schweifen (!), schweife (!), schweifst, schweift, schweifest, schweifet, schweifte, schweiftest, schweiften, schweiftet, geschweift, ##geschweift, geschweifte, geschweiftes, geschweiftem, geschweiften, geschweifter##, schweifend, ###schweifend, schweifende, schweifendes, schweifendem, schweifenden, schweifender###, schweif (!)+EW; Z.: schwei-f-en
schweigen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schweigen, nicht reden, still sein, das Reden (N.) lassen; ne. silence (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. swīgen (1), st. V., schweigen, verstummen, schweigen von, schweigen zu, anhören, zum Schweigen bringen, verschweigen; mnd. swīgen (1), schwīgen, schweygen, st. V., schweigen, verschweigen, keinen Laut von sich geben; mnd. swēgen, sweigen, sw. V., schweigen, zum Schweigen bringen, verschweigen; mnl. swīghen, st. V., schweigen; ahd. sweigen*, sw. V. (1a), schweigen machen, zum Schweigen bringen, trösten; ahd. swīgēn*, sw. V. (3), schweigen, verschweigen, stumm sein (V.); as. swīgon*, sw. V. (2), schweigen; anfrk. -; germ. *swīgēn, *swīgǣn, sw. V., schweigen; s. idg. *su̯ī-, V., schwinden, schweigen, Pokorny 1052? (1821/293) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schweigen, Kluge s. u. schweigen, DW 15, 2423, EWD s. u. schweigen, Falk/Torp 554, Duden s. u. schweigen, Bluhme s. u. schweigen; Son.: vgl. afries. swīgia, sw. V. (2), schweigen, schweigen machen; saterl. swigia, V., schweigen; ae. swī̆gian, sugian, suwian, swugian, swuwian, sw. V. (2), schweigen, ruhig sein (V.), still sein (V.); an. -; got. -; nndl. zwijgen, V., schweigen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches nicht reden oder still sein (V.) oder das Reden (N.) lassen; BM.: schwinden?; F.: schweigen (!), schweige, schweigst, schweigt, schweigest, schweiget, schwieg, schwiegst, schwiegen, schwiegt, schwiegest, schwieget, geschwiegen, ##geschwiegen, geschwiegene, geschwiegenes, geschwiegenem, geschwiegenen, geschwiegener##, schweigend, ###schweigend, schweigende, schweigendes, schweigendem, schweigenden, schweigender###, schweig (!)+EW; Z.: schwei-g-en
$Schweigen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Schweigen (N.), Stillsein (N.), Nichtreden (N.); E.: s. schweigen; L.: fehlt DW, EWD s. u. schweigen; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus schweigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Stillsein oder Nichtreden; F.: Schweigen, Schweigens+EW; Z.: Schwei-g-en
$schweigsam, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schweigsam, zu schweigen geneigt; E.: s. schweig(en), s. sam; L.: DW 15, 2435, EWD s. u. schweigen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schweig(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zu schweigen geneigt; F.: schweigsam, schweigsame, schweigsames, schweigsamem, schweigsamen, schweigsamer(, schweigsamere, schweigsameres, schweigsamerem, schweigsameren, schweigsamerer, schweigsamst, schweigsamste, schweigsamstes, schweigsamstem, schweigsamsten, schweigsamster)+EW; Z.: schwei-g—sam
Schwein, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schwein, Sau; ne. pig, swine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. swīn, st. N., Schwein; mnd. swīn, N., Schwein; mnl. swijn, N., Schwein; ahd. swīn, st. N. (a), Schwein; as. swīn*, st. N. (a), Schwein; anfrk. -; germ. *swīna-, *swīnam, st. N. (a), Schwein; idg. *suu̯ino-, Adj., Sb., schweinern, Schwein, Pokorny 1038; vgl. idg. *seu- (2), *seu̯ə-, sū̆-, V., gebären, Pokorny 913 (1592/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwein, Kluge s. u. Schwein, DW 15, 2438, EWD s. u. Schwein, Duden s. u. Schwein, Bluhme s. u. Schwein; Son.: vgl. afries. swīn, st. N. (a), Schwein; nnordfries. swin; ae. swīn, st. N. (a), Schwein, Ferkel, Eber; an. svīn, st. N. (a), Schwein; got. swein, st. N. (a), Schwein; nndl. zwijn, Sb., Schwein; nschw. svin, N., Schwein; nnorw. svin, N., Schwein; poln. świnia, F., Schwein; lat. suīnus, Adj., vom Schwein stammend, Schweine betreffend, Schweine...; ksl. svinъ, Adj., vom Schwein stammend; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches weitverbreitetes kurzbeiniges Säugetier mit gedrungenem Körper und länglichem Kopf mit rüsselartig verlängerter Schnauze und rosafarbener bis schwarzer mit Borsten bedeckter Haut und meist geringeltem Schwanz; BM.: gebären; F.: Schwein, Schweines, Schweins, Schweine, Schweinen+EW; Z.: Schwei-n
$Schweinehund, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schweinehund; E.: s. Schwein, s. e (Suff.), s. Hund; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schwein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Schwein und e (Suff.) sowie Hund gebildete Bezeichnung vielleicht zunächst für einen für die Jagd auf Wildschweine verwendeten kampftüchtigen Hund und übertragen (Adj.) für einen niederträchtigen Menschen und für eine (innere) Willensschwäche; F.: Schweinehund, Schweinehundes, Schweinehunds, Schweinehunde, Schweinehunden+EW; Z.: Schwei-n-e—hun-d
$Schweinerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schweinerei, Sauerei, Gemeinheit; E.: s. Schwein, s. er, s. ei; L.: Kluge s. u. Schwein, DW 15, 2445, EWD s. u. Schwein; GB.: vielleicht 1697 belegte und aus Schwein und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Sauerei oder Gemeinheit oder einen schweinischen Zustand oder eine schweinische Rede oder eine schweinische Handlung; F.: Schweinerei, Schweinereien+EW; Z.: Schwei-n-er-ei
$schweinern, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schweinern; E.: s. Schwein, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schwein, DW 15, 2445, EWD s. u. Schwein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schwein und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Schwein betreffend oder von einem Schwein herrührend oder zu einem Schwein gehörend; F.: schweinern, schweinerne, schweinernes, schweinernem, schweinernen, schweinerner+EW; Z.: schwei-n-ern
$Schweinigel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schweinigel, unreinlicher Mensch; L.: Kluge s. u. Schweinigel, fehlt DW, EWD s. u. Schwein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schwein und Igel gebildete Bezeichnung für einen unreinlichen Menschen der alles beschmutzt oder unanständige Witze erzählt; F.: Schweinigel, Schweinigels, Schweinigeln+EW; Z.: Schwei-n—ig-el
$schweinigeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schweinigeln; E.: s. Schweinigel, s. (e)n; L.: DW 15, 2448, EWD s. u. Schwein; GB.: 1781 belegte und aus Schweinigel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für als Schweinigel sprechen oder handeln; F.: schweinigeln, schweinigel (!), schweinigle, schweinigele, schweinigelst, schweinigelt, schweinigelte, schweinigeltest, schweinigelten, schweinigeltet, geschweinigelt, geschweinigelte, geschweinigeltes, geschweinigeltem, geschweinigelten, geschweinigelter, schweinigelnd, schweinigelnde, schweinigelndes, schweinigelndem, schweinigelnden, schweinigelnder+EW; Z.: schwei-n—ig-el-n
$schweinisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schweinisch, Schwein betreffend, säuisch; E.: s. Schwein, s. isch; L.: Kluge s. u. Schwein, DW 15, 2448, EWD s. u. Schwein; GB.: (swīnisch) 1276 belegte und aus Schwein und isch gebildete Bezeichnung für Schwein betreffend oder säuisch; F.: schweinisch, schweinische, schweinisches, schweinischem, schweinischen, schweinischer(, schweinischere, schweinischeres, schweinischerem, schweinischeren, schweinischerer, schweinischst, schweinischste, schweinischstes, schweinischstem, schweinischsten, schweinischster)+EW; Z.: schwei-n-isch
Schweiß (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Schweiß (M.) (1), abgesonderte Körperflüssigkeit; ne. sweat (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwitzen, Sweater, Schweiß (2); Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. sweiz, st. M., Schweiß (M.) (2), Blut; mnd. swēt, sweit, schwēt, schweit, schwīt, N., M., Schweiß (M.) (1), wässerige Absonderung der Haut; mnl. sweet, M., Schweiß (M.) (1); ahd. sweiz, st. M. (a)?, Schweiß (M.) (1); as. swêt*, st. M. (a), Schweiß (M.) (2), Blut; anfrk. -; germ. *swaita-, *swaitaz, st. M. (a), Schweiß (M.) (2), Blut; idg. *su̯oido-, Sb., Schweiß, Pokorny 1043; s. idg. *su̯eid- (2), V., schwitzen, Pokorny 1043 (1795/267) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schweisz, Kluge s. u. Schweiß 1, EWD s. u. Schweiß, DW 15, 2455, Falk/Torp 554, Duden s. u. Schweiß, Bluhme s. u. Schweiss; Son.: vgl. afries. swêt, st. M. (a), Schweiß (M.) (1); nnordfries. swiet; ae. swāt, swōt (2), st. M. (a), st. N. (a), Schweiß (M.) (2), Blut, Schaum, Mühe; an. sveiti, sw. M. (n), Schweiß (M.) (2), Blut; got. -; nndl. zweet, Sb., Schweiß (M.) (1); nschw. svett, Sb., Schweiß (M.) (1); nnorw. svette, M., Schweiß (M.) (1); ai. svéda-, Sb., Schweiß (M.) (1); gr. ἶδος (idos), εἶδος (eidos), N., Schweiß (M.) (1), Hitze; lat. sūdor, M., Schweiß (M.) (1); kymr. chwys, M., Schweiß (M.) (1); lett. sviêdri, M. Pl., Schweiß (M.) (1); GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die von Schweißdrüsen gebildete grundsätzlich geruchsneutrale und aus Poren an die Körperoberfläche ausgedünstete sowie vor allem aus Wasser bestehende Körperfeuchtigkeit höherer Lebewesen (beispielsweise bei Menschen ohne besondere körperliche Anstrengung täglich etwa ein Liter); BM.: schwitzen; F.: Schweiß, Schweißes, Schweiße, Schweißen+EW; Z.: Schweiß
Schweiß (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schweiß (M.) (2), Blut; ne. blood (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schweiß (1); Q.: 13. Jh.; E.: mhd. sweiz, st. M., Schweiß (M.) (2), Blut; s. ahd. sweiz, st. M. (a)?, Schweiß (M.) (1); as. swêt*, st. M. (a), Schweiß (M.) (2), Blut; anfrk. -; germ. *swaita-, *swaitaz, st. M. (a), Schweiß (M.) (2), Blut; idg. *su̯oido-, Sb., Schweiß, Pokorny 1043; s. idg. *su̯eid- (2), V., schwitzen, Pokorny 1043 (1795/267) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Schweiß 2, DW 15, 2455, Duden s. u. Schweiß; GB.: seit 13. Jh. belegte Bezeichnung für die dem Stoffwechsel dienende und in dem Körper des Menschen und vieler höherer Tiere lebensnotwendig zirkulierende rote Flüssigkeit (Blut); BM.: schwitzen; F.: Schweiß, Schweißes, Schweiße, Schweißen+EW; Z.: Schweiß
schweißen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. schweißen, erhitzen; ne. weld (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sweizen, sw. V., rösten (V.) (1); mnd. swēten, sweiten, schwēten, schweiten, sw. V., schwitzen, ausschwitzen, absondern, von sich geben, ausdünsten; ahd. sweizen, sw. V. (1a), braten, schmoren, dünsten; as. *swêtian?, sw. V. (1a), schwitzen; anfrk. -; germ. *swaitjan, sw. V., schwitzen machen; idg. *su̯eid- (2), V., schwitzen, Pokorny 1043 (1795/267) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. schweißen, DW 15, 2462 (schweiszen), EWD s. u. schweißen, Falk/Torp 554, Duden s. u. schweißen; Son.: vgl. afries. -; ae. swǣtan, sw. V. (1), schwitzen, bluten, sich plagen, bedrücken; an. *sveita, sw. V. (1), schwitzen?; got. -; nschw. svetsa, V., schweißen; nnorw. sveise, V., schweißen; av. xvaēna-, Adj., glühend; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das erschließbare Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für Schweiß aussondern oder erhitzen sowie seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für von Menschen seit 1836 (Edmund Davy, Acetylen) und 1895 (Carl von Linde, Luftverflüssigung) entwickeltes und verwendetes durch Erhitzen von Metallteilen zu Weißglut zu einer Einheit verbinden; BM.: schwitzen; F.: schweißen, schweiße (!), schweißst, schweißt, schweißest, schweißet, schweißte, schweißtest, schweißten, schweißtet, geschweißt, ##geschweißt, geschweißte, geschweißtes, geschweißtem, geschweißten, geschweißter##, schweißend, ###schweißend, schweißende, schweißendes, schweißendem, schweißenden, schweißender###, schweiß (!)+EW; Z.: schweiß-en
$Schweißer, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Schwitzender, Schweißer; E.: s. schweiß(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schweißen, DW 15, 2462 (Schweiszer), EWD s. u. schweißen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für einen Schwitzenden und seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen Schweißenden oder Metallteile unter Weißglut Verbindenden; F.: Schweißer, Schweißers, Schweißern+EW; Z.: Schweiß-er
$Schweißhund, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Schweißhund, Bluthund, ein Jagdhund; L.: Kluge s. u. Schweiß 2, DW 15, 2466 (Schweiszhund); GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Schweiß (M.) (2) und Hund gebildete Bezeichnung für einen von Menschen für die Jagd gezüchteten Bluthund; F.: Schweißhund, Schweißhundes, Schweißhunds, Schweißhunde, Schweißhunden+EW; Z.: Schweiß—hun-d
$schweißig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. schweißig, schweißnass, blutig; E.: s. Schweiß, s. ig; L.:, DW 15, 2466 (schweiszig), EWD s. u. Schweiß; GB.: (sweizig) seit um 1185 belegte und aus Schweiß und ig gebildete Bezeichnung für schweißnass oder blutig F.: schweißig, schweißige, schweißiges, schweißigem, schweißigen, schweißiger(, schweißigere, schweißigeres, schweißigerem, schweißigeren, schweißigerer, schweißigst, schweißigste, schweißigstes, schweißigstem, schweißigsten, schweißigster)+EW; Z.: schweiß-ig
$Schweißwurst, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Schweißwurst, Blutwurst; E.: s. Schweiß, s. Wurst; L.: Kluge s. u. Schweiß 2, DW 15, 2471 (Schweiszwurst); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Schweiß und Wurst gebildete sowie inzwischen veraltete Bezeichnung für Blutwurst; F.: Schweißwurst, Schweißwürste, Schweißwürsten+EW; Z.: Schweiß—wurs-t
Schweizer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schweizer, Türhüter, Kuhhirte; ne. Swiss (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. Swītzære*, Swītzer, st. M., Schweizer; mnd. swīzære* (1), swīzer, swītzer, swīßer, schwīzer, sweyzer, swītscher, tzwitzer, M., Schweizer (M.), aus der Schweiz Stammender; von dem ON Schweiz, Schwyz, von dem Kanton Schwyz; Herkunft bisher ungeklärt, vielleicht letztlich von idg. *su̯eid- (1), V., glänzen, schimmern, Pokorny 1042 (1794/266) (RB. idg. aus iran., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Schweizer, DW 15, 2471, Duden s. u. Schweizer, Bluhme s. u. Schweiz; Son.: vgl. nndl. Zwitser, Sb., Schweizer; nschw. schweizare, Sb., Schweizer; nnorw. sveitser, M., Schweizer; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Schweiz und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen aus der Schweiz Stammenden oder in der Schweiz Wohnenden oder einen Staatsbürger der Schweiz oder früher auch einen Türhüter oder Kuhhirten; BM.: ON; F.: Schweizer, Schweizers, Schweizern+EW; Z.: Schweiz-er
$Schweizerdegen, nhd. (ält.), M., (16. Jh.): nhd. Schweizerdegen; E.: s. Schweizer, s. Degen; L.: Kluge s. u. Schweizerdegen, DW 15, 2473; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schweizer und Degen gebildete Bezeichnung für einen Degen eines Landsknechts aus der Schweiz und (älter) einen Handwerker der Setzer und Drucker zugleich ist; F.: Schweizerdegen, Schweizerdegens+EW+FW; Z.: Schweiz-er-deg-en
schwelen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. schwelen, ohne offene Flammen langsam brennen; ne. smoulder (V.); Vw.: -; Hw.: s. schwalken, Sonne?; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. swēlen (1), swellen, sw. V., schwelen, ohne offene Flamme brennen, erhitzen, versengen; mnl. swēlen, sw. V., Heu wenden; as. -; ahd. -; anfrk. -; idg. su̯el- (2), V., schwelen, brennen, Pokorny 1045 (1802/274) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwelen, Kluge s. u. schwelen, DW 15, 2476, EWD s. u. schwelen, Falk/Torp 551, Seebold 488, Duden s. u. schwelen, Bluhme s. u. schwelen; Son.: s. ahd. swilizzōn, sw. V. (2), verbrennen, brennen, glühen; vgl. afries. -; ae. swelan, st. V. (4), „schwelen“, brennen, verbrennen, sich entzünden; an. svæla, sw. V. (1), qualmen, rauchen; got. -; gr. ἥλιος (hḗlios), M., M.=PN, Sonne, Sonnengott, Sonnenhitze, Lichtseite, Osten; lit. svelti, V., sengen, schwelen; GB.: seit 18. Jh. (mnd. und mnl.) belegte und teilweise mit dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ohne offene Flammen langsam brennen; BM.: brennen; F.: schwelen, schwele, schwelst, schwelt, schwelest, schwelet, schwelte, schweltest, schwelten, schweltet, geschwelt, ##geschwelt, geschwelte, geschweltes, geschweltem, geschwelten, geschwelter##, schwelend, ###schwelend, schwelende, schwelendes, schwelendem, schwelenden, schwelender###, schwel (!)+EW; Z.: schwel-en
schwelgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schwelgen, schlucken, schlemmen; ne. revel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwalch; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swelgen, swelhen, st. V., schwelgen, verschlucken, schlucken, saufen, verschlingen; mnd. swelgen (1), schwelgen, swelligen, st. V., schwelgen, schlucken, maßlos trinken, saufen, trinken, schlingen, prassen; mnl. swelghen, V., schwelgen; ahd. swelgan*, swelahan*, st. V. (3b), verschlucken, verschlingen; as. -; anfrk. *swelgan?, st. V. (3b), schlingen (V.) (2); germ. *swelgan, st. V., schlucken, schlingen (V.) (2), schwelgen, verschlingen; s. idg. *su̯el- (1), *su̯elk-, V., schlingen (V.) (2)?, essen?, trinken?, Pokorny 1045 (1801/273) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwelgen, Kluge s. u. schwelgen, DW 15, 2478, EWD s. u. schwelgen, Falk/Torp 552, Seebold 488, Duden s. u. schwelgen, Bluhme s. u. schwelgen; Son.: vgl. afries. -; ae. swelgan, st. V. (3b), schwelgen, schlingen (V.) (2), verschlingen; an. svelga, st. V. (3b), verschlingen; got. -; nndl. zwelgen, V., schwelgen; ne. swallow, V., schlucken; nschw. svälja, V., schlucken; nnorw. svelge, V., schlucken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches schlucken oder schlemmen oder sich ausgiebig und genießerisch an etwas erfreuen; BM.: essen; F.: schwelgen, schwelge, schwelgst, schwelgt, schwelgest, schwelget, schwelgte, schwelgtest, schwelgten, schwelgtet, geschwelgt, ##geschwelgt, geschwelgte, geschwelgtes, geschwelgtem, geschwelgten, geschwelgter##, schwelgend, ###schwelgend, schwelgende, schwelgendes, schwelgendem, schwelgenden, schwelgender###, schwelg (!)+EW; Z.: schwel-g-en
$Schwelger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Schwelger, Schwelgender, Schluckender, Schlemmender, Genießender; E.: s. schwelgen, s.er (Suff.); L.: Kluge s. u. schwelgen, EWD s. u. schwelgen, DW 15, 2481; GB.: (swelhære*) seit 1295 belegte und aus schwelg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schwelgenden oder Schluckenden oder Schlemmenden oder Genießenden; F.: Schwelger, Schwelgers, Schwelgern+EW; Z.: Schwel-g-er
$Schwelgerei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwelgerei, Schlemmerei; E.: s. Schwelger, s. ei; L.: DW 15, 2481, EWD s. u. schwelgen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwelger und ei gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Schlemmerei: F.: Schwelgerei, Schwelgereien+EW; Z.: Schwel-g-er-ei
$schwelgerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schwelgerisch, schlemmerisch, genießerisch; E.: s. Schlemmer, s. isch; L.: Kluge s. u. schwelgen, DW 15, 2481, EWD s. u. schwelgen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schwelger und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlemmerisch oder genießerisch; F.: schwelgerisch, schwelgerische, schwelgerisches, schwelgerischem, schwelgerischen, schwelgerischer(, schwelgerischere, schwelgerischeres, schwelgerischerem, schwelgerischeren, schwelgerischerer, schwelgerischst, schwelgerischste, schwelgerischstes, schwelgerischstem, schwelgerischsten, schwelgerischster)+EW; Z.: schwel-g-er-isch
Schwelle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schwelle, Grundbalken, waagerechte Grundlage eines Aufbaus; ne. treshold; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. swelle, st. F., sw. F., Schwelle; mnd. swelle (1), F., Schwelle, Türschwelle, Grundbalken, tragender Querbalken im Ständerwerk des Fachwerks; ahd.? swella, st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n), Schwelle; as. -; anfrk. -; germ. *swallja-, *swalljam, st. N. (a), Schwelle, Balken; s. idg. *sel- (2), *su̯el- (4), Sb., Balken, Brett, Gestell, Schwelle, Pokorny 898 (1561/33) (RB. idg. aus gr., alb., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwelle, Kluge s. u. Schwelle, DW 15, 2487, EWD s. u. Schwelle, Falk/Torp 552, Duden s. u. Schwelle, Bluhme s. u. Schwelle; Son.: vgl. afries. -; ae. syll, st. M. (a), Schwelle, Grund, Basis; an. syll, st. F. (i), Grundbalken, Schwelle; an. svill, st. F. (i?), Grundbalken, Schwelle; an. svalar, F. Pl., überdeckter Hausumgang; got. -; nnorw. sville, M., F., Schwelle; GB.: seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Balken und besonders einen in einen Türrahmen eingepassten und etwas erhöht liegenden und dadurch gegen Luftzug abdichtenden Balken (Grundbalken) als unteren Abschluss einer Türöffnung; BM.: Balken bzw. Brett; F.: Schwelle, Schwellen+EW; Z.: Schwel-l-e
schwellen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schwellen, sich aufblähen, sich von innen ausdehnen; ne. swell (V.); Vw.: -; Hw.: s. Geschwulst, Schwulst, Schwiele; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swellen, st. V., schwellen; mnd. swellen (1), schwellen, swillen, st. V., schwellen, anschwellen, aufschwellen, an Umfang zunehmen, vom Zorn anschwellen; mnl. swellen, st. V., schwellen; ahd. swellan*, st. V. (3b), schwellen, anschwellen, wallen (V.) (1), aufwallen, aufgeschwollen sein (V.), strotzen; as. swellan*, st. V. (3b), schwellen; anfrk. -; germ. *swellan, st. V., schwellen; idg. su̯el-?, V., schwellen; L.: Kluge 1. A. s. u. schwellen, Kluge s. u. schwellen, DW 15, 2493, EWD s. u. schwellen 1Falk/Torp 551, Seebold 490, Duden s. u. schwellen, Bluhme s. u. schwellen; Son.: vgl. afries. swella, st. V. (3b), schwellen, sich erheben; saterl. swella, V., schwellen, sich erheben; ae. swellan, st. V. (3b), schwellen; an. svella (1), st. V. (3b), schwellen; got. *swillan, st. V. (3), schwellen; nndl. zwellen, V., schwellen; nschw. svälla, V., schwellen; nisl. svella, V., schwellen; lat. insolēscere, V., schwellen, unverschämt werden; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich aufblähen und sich von innen ausdehnen; BM.: ?; F.: schwellen (!), schwelle (!), schwillst, schwillt, schwellt, schwellest, schwellet, schwoll, schwollst, schwollen, schwollt, schwölle, schwöllest, schwöllen, schwöllet, geschwollen, ##geschwollen, geschwollene, geschwollenes, geschwollenem, geschwollenen, geschwollener##, schwellend, ###schwellend, schwellendes, schwellendem, schwellenden, schwellender###, schwill (!)+EW; Z.: schwel-l-en
$Schwemme, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Schwemme; E.: s. schwemmen; L.: Kluge s. u. schwemmen, DW 15, 2511, EWD s. u. schwemmen; GB.: (swemme) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und mit schwemmen verbindbare Bezeichnung für eine Handlung und einen Ort des Schwemmens oder der Reinigung in Wasser; F.: Schwemme, Schwemmen+EW; Z.: Schwem-m-e
schwemmen, nhd.,V., (12. Jh.): nhd. schwemmen, wegschwimmen lassen, von Wasser bewegt werden; ne. wash (V.), float (V.); Vw.: -; Hw.: s. schwimmen; Q.: um 1185 (Klagebüchlein des Hartmann von Aue); E.: mhd. swemmen, sw. V., in Wasser tauchen, im Wasser waschen, übersetzen (V.) (1), aufschwemmen, umwälzen in, schwimmen, schwimmen lassen; mnd. swemmen (2), sw. V., schwemmen, in die Schwemme treiben, fluten, strömen; s. ahd. swimman*, st. V. (3a), schwimmen; germ. *swemman, st. V., schwimmen; idg. *su̯em-?, V., sich bewegen, schwimmen, Pokorny 1046 (1806/278) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwemmen, Kluge s. u. schwemmen, DW 15, 2513, EWD s. u. schwemmen, Duden s. u. schwemmen, Bluhme s. u. schwemmen; GB.: (swemmen) seit um 1185 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen für schwimmen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches von Wasser bewegt werden; BM.: sich bewegen bzw. schwimmen; F.: schwemmen (!), schwemme (!), schwemmst, schwemmt, schwemmest, schwemmet, schwemmte, schwemmtest, schwemmten, schwemmtet, geschwemmt, ##geschwemmt, geschwemmte, geschwemmtes, geschwemmtem, geschwemmten, geschwemmter##, schwemmend, ###schwemmend, schwemmende, schwemmendes, schwemmendem, schwemmenden, schwemmender###, schwemm (!)+EW; Z.: schwem-m-en
$Schwemmung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Schwemmung; Vw.: s. Über-; E.: s. schwemm(en), s. ung; L.: DW 15, 2518; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus schwemm(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein Schwemmen oder Reinigen in Wasser; F.: Schwemmung, Schwemmungen+EW; Z.: Schwem-m-ung
Schwende, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Schwende, Handlung des Schwendens, Rodung, durch Abbrennen gewonnenes Landstück, Halsgeschwür; ne. cleared land (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. swende, st. F., ein durch Ausreuten gewonnenes Stück Weide; ahd. swentī*, st. F. (ī), Vernichtung, Verdammung; ahd. swenten*, sw. V. (1a), schwenden, fällen, vernichten, sich verzehren; germ. *swandjan?, sw. V., schwenden, roden; idg. *su̯endʰ-?, *u̯endʰ- (2), V., schwinden?, Pokorny 1047? (1808/280); s. idg. *su̯ei-, *su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Schwende, DW 15, 2518, Duden s. u. Schwende; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für ein von Menschen durch Brandrodung (Schwenden) urbar gemachtes Landstück; BM.: zischen; F.: Schwende, Schwenden (!)+EW; Z.: Schwe-nd-e
Schwengel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schwengel, schwenkbarer Geräteteil, schwingender Gegenstand; ne. clapper, handle (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwingen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. swengel, st. M., Schwingendes, Zipfel, Schwengel, Schleudervorrichtung, Schleuderer; mhd. swengele, Sb., Schwengel?; mnd. swengel, schwengel, M., Schwengel, beweglich angebrachtes Querholz an der Deichsel zu der Befestigung der Zugstränge, Deichselwaage, einseitig angebrachter beweglicher Hebelarm, Wurfarm eines Geschützes; mnl. swenghel, M., Schwengel; s. ahd. swankil*, st. M. (a), Glockenklöppel; as. -; anfrk. -; s. ahd. swingan*, st. V. (3a), schwingen, peitschen, geißeln; germ. *swengan, *swengwan, st. V., schwingen; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwengel, Kluge s. u. Schwengel, DW 15, 2523, EWD s. u. Schwengel, Falk/Torp 546, Seebold 493, Duden s. u. Schwengel; Son.: vgl. nndl. zwengel, Sb., Schwengel; GB.: (swengel) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen entwickelten schwenkbaren Geräteteil oder einen schon vormenschlich möglichen schwingenden Gegenstand; BM.: biegen bzw. schwingen; F.: Schwengel, Schwengels, Schwengeln+EW; Z.: Schweng-el
schwenken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schwenken, hin bewegen und her bewegen, hin schwingen und her schwingen, durch die Luft schwingen; ne. swing (V.), sway (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. swenken, sw. V., schleudern, schweifen, schlingen (V.) (1); mnd. swenken, sw. V., schwenken, sich lustig machen, Scherz treiben, Schwank treiben mit, Spiel treiben mit; mnl. swenken, V., schwanken; ahd. swenken*, sw. V. (1a), schwenken, schlagen, peitschen; as. -; anfrk. -; germ. *swankjan, sw. V., schwanken machen, schwenken, schleudern; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwenken, Kluge s. u. schwenken, DW 15, 2529, EWD s. u. schwenken, Falk/Torp 546, Seebold 493, Duden s. u. schwenken, Bluhme s. u. schwenken; Son.: vgl. afries. swanga, swenga, swinga, swensa, st. V. (3a), begießen; ae. swėncan, sw. V. (1), plagen, beunruhigen, quälen; an. -; got. *swiggwan, st. V. (3,1), sich schwingen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches hin schwingen und her schwingen; BM.: biegen; F.: schwenken, schwenke (!), schwenkst, schwenkt, schwenkest, schwenket, schwenkte, schwenktest, schwenkten, schwenktet, geschwenkt, ##geschwenkt, geschwenkte, geschwenktes, geschwenktem, geschwenkten, geschwenkter##, schwenkend, ###schwenkend, schwenkende, schwenkendes, schwenkendem, schwenkenden, schwenkender###, schwenk (!)+EW; Z.: schwenk-en
$Schwenker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Schwenker, Schwenkender; L.: Kluge s. u. Schwenker, DW 15, 2536, EWD s. u. schwenken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwenk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Schwenkenden; F.: Schwenker, Schwenkers, Schwenkern+EW; Z.: Schwenk-er
schwer, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. schwer, hohes Gewicht habend, schwierig; ne. heavy; Vw.: -; Hw.: s. Schwere, schweren, schwierig; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swære (1), swāre, swōre, Adj., schwer, von großem Gewicht seiend, schmerzlich, wehtuend; mnd. swār (2), swaer, swair, swoer, swēr, swāre, Adj., schwer, Gewicht habend, beschwerlich; mnl. swaer, Adj., schwer, schwierig; ahd. swāri*, Adj., schwer, beschwerlich, gefährlich; ahd. swār*, Adj., schwer, lästig, voll, schwerfällig; as. swār*, Adj., schwer, beschwerlich, schön, ehrenvoll, rühmlich; anfrk. -; germ. *swēra-, *swēraz, *swērja-, *swērjaz, *swǣra-, *swǣraz, *swǣrja-, *swǣrjaz, Adj., schwer, gewichtig, ansehnlich; idg. *su̯ēro-, Adj., schwer, Pokorny 1050; vgl. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150? (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwer, Kluge s. u. schwer, DW 15, 2541, EWD s. u. schwer, Falk/Torp 550, Heidermanns 578, Duden s. u. schwer, Bluhme s. u. schwer; Son.: vgl. afries. swēr, Adj., schwer, schwierig, schlimm; nfries. swier, Adj., schwer, schwierig; ae. swǣr (1), swǣre, swār (1), Adj., schwer, beschwerlich, drückend; an. svārr, Adj., schwer, hart, schmerzhaft; got. swērs, Adj. (a), geehrt, geachtet, gewichtig; nndl. zwaar, Adj., schwer; nschw. svår, Adj., schwer; lit. svarùs, Adj., schwer?, lat. sērius, Adj., ernsthaft, ernstlich, ernst, nützlich; GB.: seit dem Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für hohes Gewicht habend; BM.: aufhängen; F.: schwer, schwere, schweres, schwerem, schweren, schwerer(, schwerere, schwereres, schwererem, schwereren, schwererer, schwerst, schwerste, schwerstes, schwerstem, schwersten, schwerster)+EW; Z.: sch-wer
Schwere, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schwere, Schwierigkeit; ne. gravity, heaviness; Vw.: -; Hw.: s. schwer, schweren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. swære (3), swāre, st. F., Schwere, Gewicht (N.) (1), Münzgewicht, Last, Größe, Beschwernis, Leid, Kummer, Schmerz, Qual, Not, Beschwerlichkeit, Mühe; mnd. swāre (1), swār, swēre, swēr, F., N., „Schwere“, Gewicht, Masse, Dicke; ahd. swārī*, swārīn*, st. F. (ī), Schwere, Last, Gewicht (N.) (1); as. -; anfrk. -; germ. *swērī-, *swērīn, *swǣrī-, *swǣrīn, sw. F. (n), Schwere, Last; s. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150? (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. schwer, DW 15, 2560, EWD s. u. schwer, Heidermanns 579, Duden s. u. Schwere; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *swērei?, sw. F. (n), Ehre; russ. (ält.) освер (osvér), Sb., Hebel; gr. ἕρμα (hérma), N., Stütze, Träger; GB.: seit um 765 belegte und aus schwer und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen schweren Zustand oder eine Schwierigkeit; BM.: aufhängen; F.: Schwere, Schweren (!)+EW; Z.: Sch-wer-e
schweren, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. schweren, schwer sein (V.), schwer werden; ne. burden (V.); Vw.: (s. be-, s. er-); Hw.: s. schwer, Schwere; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swæren (1), sw. V., schwer sein (V.), schwer werden, Kummer machen, in Bedrängnis geraten (V.), belasten; mnd. swāren (1), swēren, sw. V., schwerer werden, an Gewicht zunehmen, sich verstärken, beschwerlich werden, lästig werden, beschweren, bekümmern; mnd. swēren (2), schwēren, swāren, sw. V., beschweren, stärker werden, belasten, verschärfen, bedrücken, bekümmern; ahd. swārēn*, sw. V. (3), schwer sein (V.), schwer werden; ahd. swāren*, sw. V. (1a), beschweren, belasten, bedrücken; germ. *swērēn, *swǣrǣn, sw. V., ehren; germ. *swērjan, *swǣrjan, sw. V., bedrücken, belasten; s. idg. *su̯ēro-, Adj., schwer, Pokorny 1050; vgl. idg. u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150? (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. schwer, DW 15, 2562, Heidermanns 579; GB.: (swāren) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mit einer Last versehen (V.) oder schwer sein (V.) oder schwer werden; BM.: aufhängen; F.: schweren (!), schwere (!), schwerst, schwert (!), schwerest, schweret, schwerte, schwertest, schwerten, schwertet, geschwert, ##geschwert, geschwerte, geschwertes, geschwertem, geschwerten, geschwerter##, schwerend, ###schwerend, schwerende, schwerendes, schwerendem, schwerenden, schwerender###, schwer (!)+EW; Z.: sch-wer-en
$Schwerenot, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. Schwerenot; E.: s. schwer, s. e (Suff.), s. Not; L.: DW 15, 2563, EWD s. u. schwer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwer und e (Suff.) sowie Not gebildete Bezeichnung für einen Ausruf des Ärgers oder Unwillens bei einer erheblichen Schwierigkeit; F.: Schwerenot+EW; F.: Sch-wer-e-no-t
$Schwerenöter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwerenöter; E.: s. Schwerenot, s. er; L.: Kluge s. u. Schwerenöter, fehlt DW, EWD s. u. schwer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwerenot und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Mann der sich durch Charme und gewisse Durchtriebenheit Eindruck auf Frauen zu machen und sich daraus Vorteile zu verschaffen versteht; F.: Schwerenöter, Schwerenöters, Schwerenötern+EW; Z.: Sch-wer-e-nö-t-er
$schwerfällig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schwerfällig, in Gefahr schwer zu fallen befindlich; E.: s. schwer, s. fällig; L.: DW 15, 2563, EWD s. u. schwer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwer und fällig gebildete Bezeichnung für in Gefahr schwer zu fallend befindlich; F.: schwerfällig, schwerfällige, schwerfälliges, schwerfälligem, schwerfälligen, schwerfälliger(, schwerfälligere, schwerfälligeres, schwerfälligerem, schwerfälligeren, schwerfälligerer, schwerfälligst, schwerfälligste, schwerfälligstes, schwerfälligstem, schwerfälligsten, schwerfälligster)+EW; Z.: sch-wer—fäl-l-ig
$schwerhörig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schwerhörig, schwer hörend; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. schwer, s. hörig; L.: DW 15, 2566, EWD s. u. schwer; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus schwer und hörig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schwer hörend; F.: schwerhörig, schwerhörige, schwerhöriges, schwerhörigem, schwerhörigen, schwerhöriger(, schwerhörigere, schwerhörigeres, schwerhörigerem, schwerhörigeren, schwerhörigerer, schwerhörigst, schwerhörigste, schwerhörigstes, schwerhörigstem, schwerhörigsten, schwerhörigster)+EW; Z.: sch-wer—hö-r-ig
$Schwerkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwerkraft, Anziehungskraft (von Masse); E.: s. schwer, s. Kraft; L.: DW 15, 2566, EWD s. u. schwer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwer und Kraft gebildete Bezeichnung für die mit zunehmender Entfernung von Massen abnehmende und grundsätzlich unbegrenzte gegenseitige Anziehungskraft von Masse als eine der vier Grundkräfte der Physik die Isaac Newton 1687 erstmals mit einer mathematischen Formel beschrieb; F.: Schwerkraft, Schwerkräfte, Schwerkräften+EW; Z.: Sch-wer—kra-f-t
$schwerlich, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. schwerlich, schwer, kaum; E.: s. schwer, s. lich; L.: Kluge s. u. schwer, DW 15, 2567, EWD s. u. schwer; GB.: (swārlīh*) seit 9. Jh. belegte und aus schwer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches schwer oder kaum; F.: schwerlich+EW; Z.: sch-wer-lich
$Schwermut, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwermut, Niedergeschlagenheit, gedrückte Stimmung; E.: s. schwer, s. Mut; L.: DW 15, 2567, EWD s. u. schwer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schwer und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Niedergeschlagenheit oder gedrückte Stimmung; F.: Schwermut+EW; Z.: Sch-wer—mu-t
$schwermütig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. schwermütig, niedergeschlagen, gedrückt; L.: DW 15, 2573, EWD s. u. schwer; GB.: (swærmüetic) vielleicht 1330-1360 belegte und aus Schwermut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches niedergeschlagen oder gedrückt; F.: schwermütig, schwermütige, schwermütiges, schwermütigem, schwermütigen, schwermütiger(, schwermütigere, schwermütigeres, schwermütigerem, schwermütigeren, schwermütigerer, schwermütigst, schwermütigste, schwermütigstes, schwermütigstem, schwermütigsten, schwermütigster)+EW; Z.: sch-wer—mü-t-ig
$Schwerpunkt, nhd., (Part. Prät.?=) M., (18. Jh.): nhd. Schwerpunkt, Mittelpunkt, Massenmittelpunkt; E.: s. schwer, s. Punkt; L.: DW 15, 2575, EWD s. u. schwer; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schwer und Punkt gebildete Bezeichnung durch den ein Körper in zwei gleich schwere Teile geteilt wird und um den alle sonstigen Teile gleiche Schwere haben; F.: Schwerpunkt, Schwerpunkts, Schwerpunktes, Schwerpunkte, Schwerpunkten+EW+FW; Z.: Sch-wer—pu-n-k-t
Schwert, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Schwert, eine Waffe; ne. sword; Vw.: s. Damokles-; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. swert, st. N., Schwert, Ritterschwert, Sinnbild des ritterlichen Standes, Ritter, Gewalt; mnd. swērt, swert, sweert, sveyrt, schwērt, swārt, swōrt, N., Schwert, Stichwaffe, Klageerhebung, Bezeichnung des ritterlichen Standes bzw. der regierenden und richterlichen Gewalt, Waffengewalt, Krieg, Klinge einer Waffe, Schneidegerät; mnl. swaert, swart, swert, sweert, M., Schwert; ahd. swert, st. N. (a), Schwert; as. swerd*, st. N. (a), Schwert; anfrk. swerd*, swert*, st. N. (a), Schwert; germ. *swerda-, *swerdam, st. N. (a), Schwert; s. idg. *su̯er- (4), V., schneiden, stechen, schwären, eitern, Pokorny 1050 (1817/289) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwert, Kluge s. u. Schwert, DW 15, 2576, EWD s. u. Schwert, Falk/Torp 550, Duden s. u. Schwert, Bluhme s. u. Schwert; Son.: vgl. afries. swerd, st. N. (a), Schwert; nfries. swird; ae. sweord (1), swurd, st. N. (a), Schwert; an. sverð, st. N. (a), Schwert, Penis; nndl. zwaard, Sb., Schwert; nschw. svärd, N., Schwert; nnorw. sverd, N., Schwert; ? gr. ἄορ (áor), N., Schwert; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Nutzung von Metall entwickelte und verwendete Hiebwaffe und Stichwaffe mit kurzem Griff und langer und relativ breiter einschneidiger oder zweischneidiger Klinge; BM.: schneiden; F.: Schwert, Schwertes, Schwerts, Schwerter, Schwertern+EW; Z.: Schwer-t
Schwertel, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Schwertel, Schwertlilie, Iris; ne. iris (botan.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 846? (Glosse); I.: Lüt. lat. gladiolus?; E.: mhd. swertele, F., Schwertkraut; mhd. swertel (1), st. M., Schwertel, Schwertkraut; mnd. swērdele, swerdele, swērderle, swērdule, swērdel, swērtel, schwērtel, swārdel, F., eine einem Schwert ähnelnde Schwertlilienart, Schwertelkraut; ahd. swertala*, swertella, sw. F. (n), Schwertlilie, Gladiole, Deutsche Schwertlilie, Wasserschwertlilie; s. ahd. swert, st. N. (a), Schwert; germ. *swerda-, *swerdam, st. N. (a), Schwert; s. idg. su̯er- (4), V., schneiden, stechen, schwären, eitern, Pokorny 1050 (1817/289) (RB. idg. aus iran., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwertel, Kluge s. u. Schwertel, DW 15, 2586; GB.: (swertala) seit vor 846 belegte und nach lat. gladiolus gebildete Bezeichnung für eine einem Schwert ähnelnde Pflanze mit mehr oder weniger breiten und langen schwertförmigen Blättern und großen Blüten; BM.: schneiden; F.: Schwertel, Schwertels, Schwerteln+EW; Z.: Schwer-t-el
$Schwertfeger, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schwertfeger; E.: s. Schwert, s. Feger; L.: DW 15, 2587, EWD s. u. Schwert; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Schwert und Feger gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung möglichen Handwerker der Schwerter in Feinarbeit gebrauchsfertig macht; F.: Schwertfeger, Schwertfegers, Schwertfegern+EW; Z.: Schwer-t—feg-er
$Schwertfisch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwertfisch, ein Fisch mit einer schwertförmigen Verlängerung des Rüssels; E.: s. Schwert, s. Fisch; L.: DW 15, 2587, EWD s. u. Schwert; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwert und Fisch gebildete Bezeichnung für verschiedene sachlich viel ältere Fische mit einer schwertförmigen Verlängerung des Rüssels; F.: Schwertfisch, Schwertfischers, Schwertfischs, Schwertfische, Schwertfischen+EW; Z.: Schwer-t—fisch
$Schwertlilie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwertlilie, Gladiole; Hw.: s. Schwertel; E.: s. Schwert, s. Lilie; L.: DW 15, 2590, EWD s. u. Schwert; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach lat. gladiolus aus Schwert und Lilie gebildete Bezeichnung für eine sachlich viel ältere einem Schwert in der Form ähnelnde Pflanze; F.: Schwertlilie, Schwertlilien+EW+FW; Z.: Schwer-t—lil-ie
$Schwertmage, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schwertmage; E.: s. Schwert, s. Mage; L.: Kluge 1. A. s. u. Mage, DW 15, 2590; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Schwert und Mage gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Menschen möglichen Verwandten von männlicher Seite in Gegensatz zu Kunkelmage; F.: Schwertmage, Schwertmagen+EW; Z.: Schwer-t-mag-e
Schwester, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schwester, weibliches Geschwister; ne. sister; Vw.: -; Hw.: s. Geschwister; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. swester, suster, suster, süster, mmd., st. F., sw. F., Schwester, geistliche Frau, Ordensschwester, Klageschwester, Klagefrau; mnd. süster, suster, syster, söster, F., Schwester, Geschwister, Halbschwester, angeheiratete Schwester, Schwägerin; mnl. suster, F., Schwester; ahd. swester, soster, st. F. (er), Schwester; as. swestar*, sustar*, st. F. (er), Schwester; anfrk. -; germ. *swester-, *swestera, *swestr-, *swestra, F. (kons.), Schwester; s. idg. *su̯esor-, F., Schwester, Pokorny 1051 (1820/292) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwester, Kluge s. u. Schwester, DW 15, 2594, EWD s. u. Schwester, Falk/Torp 544, Duden s. u. Schwester, Bluhme s. u. Schwester; Son.: vgl. afries. swester, suster, F. (kons.), Schwester; nordfries. süster, F., Schwester; ae. sweostor (1), sustor, F. (kons.), Schwester; an. systir, F. (kons.), Schwester, Nonne; got. swistar, F. ®, Schwester; krimgot. schuuester, F., Schwester; nndl. zuster, Sb., Schwester; nschw. syster, Sb., Schwester; nnorw. søster, M., F., Schwester; ai. svásar-, F., Schwester; gr. ἔορ (éor), F., Tochter, Verwandte; lat. soror, F., Schwester; air. suir, F., Schwester; kymr. chwaer, F., Schwester; lit. sesuõ, F., Schwester; ksl. sestra, F., Schwester; poln. siostra, F., Schwester; toch. A ṣar, F., Schweser; toch. B. ṣer, F., Schwester; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches weibliches Geschwister mindestens eines Menschen; BM.: getrennt; F.: Schwester, Schwestern+EW; Z.: Schwe-s-t-er
$schwesterlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. schwesterlich, Schwester betreffend; E.: s. Schwester, s. lich; L.: Kluge s. u. Schwester, EWD s. u. Schwester, DW 15, 2605; GB.: seit um 1210 belegte und aus Schwester und lich gebildete Bezeichnung für ein wohl sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Schwester betreffend; F.: schwesterlich, schwesterliche, schwesterliches, schwesterlichem, schwesterlichen, schwesterlicher(, schwesterlichere, schwesterlicheres, schwesterlicherem, schwesterlicheren, schwesterlicherer, schwesterlichst, schwesterlichste, schwesterlichstes, schwesterlichstem, schwesterlichsten, schwesterlichster)+EW; Z.: schwe-s-t-er-lich
Schwibboge, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schwibboge, Schwibbogen, gewölbter Steinbogen, Gewölbe; ne. vault (N.), arch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schwibbogen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swiboge, sw. M., Schwibbogen; mnd. swibbōge, swebbōge, swēbōge, swībōge, swicbōge, M., Schwibbogen, bogenförmiges Gewölbe, Mauerbogen, Strebbogen, Wandnische; ahd. swibogo, sw. M. (n), Schwibbogen, Triumphbogen, Bogen, Wölbung; as. swibogo*, swibbogo*, sw. M., (n), Schwibbogen; germ. *swīban, st. V., schweben; idg. *su̯eip-, V., biegen, drehen, schwingen, schweben, Pokorny 1042; vgl. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. bogo, sw. M. (n), Bogen, Wölbung, Halbkreis; germ. *bugō-, *bugōn, *buga-, *bugan, sw. M. (n), Bogen, Wölbung; s. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwibbogen, Kluge s. u. Schwibbogen, DW 15, 2609, Falk/Torp 556, Duden s. u. Schwibbogen; GB.: (swibogo) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zwischen zwei parallelen Wänden gespannten großen Steinbogen ohne darüber lastendes Mauerwerk; BM.: biegen; F.: Schwibboge, Schwibbogens, Schwibbogen, Schwibbögen+EW; Z.: Schwi-b—bog-e
Schwibbogen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Schwibbogen, gewölbter Steinbogen, Gewölbe; ne. vault (N.), arch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Schwibboge; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swiboge, sw. M., Schwibbogen; mnd. swibbōge, swebbōge, swēbōge, swībōge, swicbōge, M., Schwibbogen, bogenförmiges Gewölbe, Mauerbogen, Strebbogen, Wandnische; ahd. swibogo, sw. M. (n), Schwibbogen, Triumphbogen, Bogen, Wölbung; as. swibogo*, swibbogo*, sw. M., (n), Schwibbogen; germ. *swīban, st. V., schweben; idg. *su̯eip-, V., biegen, drehen, schwingen, schweben, Pokorny 1042; vgl. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. bogo, sw. M. (n), Bogen, Wölbung, Halbkreis; germ. *bugō-, *bugōn, *buga-, *bugan, sw. M. (n), Bogen, Wölbung; s. idg. *bʰeug- (3), *bʰeugʰ-, V., biegen, Pokorny 152 (236/69) (RB. idg. aus ind., alb.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwibbogen, Kluge s. u. Schwibbogen, DW 15, 2609, Falk/Torp 556, Duden s. u. Schwibbogen; GB.: (swibogo) seit dem Frühmittelalter (Ende 8. Jh.) belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zwischen zwei parallelen Wänden gespannten großen Steinbogen ohne darüber lastendes Mauerwerk; BM.: biegen; F.: Schwibbogen, Schwibbogens, Schwibbögen+EW; Z.: Schwi-b—bog-en
schwichtigen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.?): nhd. schwichtigen, beschwichtigen, beruhigen, besänftigen; ne. appease; Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: s. mhd. swiften, sw. V., zum Schweigen bringen (V.), beschwichtigen, beruhigen; vgl. mhd. swifte, Adj., ruhig, beschwichtigt, still, stumm; germ. *swifta-, *swiftaz, Adj., ruhig, beschwichtigt, schweigsam; vgl. idg. *su̯ī-, V., schwinden, schweigen, Pokorny 1052 (1821/293) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwichtigen, DW 15, 2611; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für beruhigen oder besänftigen; F.: schwichtigen, schwichtige, schwichtigst, schwichtigt, schwichtigest, schwichtiget, schwichtigte, schwichtigtest, schwichtigten, schwichtigtet, ##schwichtigt, schwichtigte, schwichtigtes, schwichtigtem, schwichtigten, schwichtigter##, schwichtigend, ###schwichtigend, schwichtigende, schwichtigendes, schwichtigendem, schwichtigenden, schwichtigender###, schwichtig (!)+EW; Z.: schwi-ch-t-ig-en
Schwieger, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Schwieger, Schwiegermutter, Mutter der Ehefrau; ne. mother-in-law; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. swiger, st. F., Schwiegermutter; mnl. swēgher, F., Schwiegermutter; ahd. swigar*, st. F. (i?), Schwiegermutter, Schwieger; as. -; anfrk. -; germ. *swegru-, *swegruz, st. F. (u), Schwiegermutter, Schwieger; idg. *su̯ekrūs, *su̯ek̑ruh₂-, F., Mutter des Ehemanns, (Schwiegermutter), Pokorny 1043 (1798/270) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *su̯ékuro-, M., Vater des Ehemanns, (Schwiegervater), Pokorny 1043?; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwieger, Kluge s. u. Schwieger, EWD s. u. Schwiegermutter, DW 15, 2612, Falk/Torp 544, Duden s. u. Schwieger, Bluhme s. u. Schwieger; Son.: vgl. afries. -; ae. sweger, swēr (1), st. F. (i?), Schwiegermutter, Schwieger; an. sværa, sw. F. (n), Schwiegermutter; got. swaíhrō, sw. F. (n), Schwiegermutter; ai. śváśura-, M., Schwiegervater; gr. ἑκυρά (hekyrá), F., Schwiegermutter; lat. socrus, F., Schwiegermutter; kymr. chwegr, F., Schwiegermutter?; ksl. svekry, F., Schwiegermutter; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Ehen mögliche Mutter der Ehefrau; BM.: Schwiegervater; F.: Schwieger, Schwiegern+EW; Z.: Schwieger
$Schwiegerelter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Schwiegerelter; L.: DW 15. 2614 (Schwiegerältern), EWD s. u. Schwiegermutter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwieger und Elter gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Ehen möglichen Vater und die Mutter des Ehegatten; F.: Schwiegerelter, Schwiegereltern+EW; Z.: Schwieger—el-t-er
$Schwiegermutter, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwiegermutter; E.: s. Schwieger, s. Mutter; L.: DW 15, 2614, EWD s. u. Schwiegermutter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwieger und Mutter gebildete verdeutlichende Bezeichnung für älteres Schwieger als die sachlich seit Entwicklung von Ehen mögliche Mutter des Ehegatten; F.: Schwiegermutter, Schwiegermütter, Schwiegermüttern+EW; Z.: Schwieger-mu-tt-er
$Schwiegersohn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Schwiegersohn; E.: s. Schwieger, s. Sohn; L.: DW 15, 2614, EWD s. u. Schwiegermutter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwieger und Sohn gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Ehen möglichen Ehemann einer Tochter; F.: Schwiegersohn, Schwiegersohns, Schwiegersohnes, Schwiegersöhne, Schwiegersöhnen+EW; Z.: Schwieger—soh-n
$Schwiegertochter, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwiegertochter; E.: s. Schwieger, s. Tochter; L.: DW 15, 2614, EWD s. u. Schwiegermutter; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Schwieger und Tochter gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Ehen mögliche Ehefrau eines Sohnes; F.: Schwiegertochter, Schwiegertöchter, Schwiegertöchtern+EW; Z.: Schwieger—tochter
$Schwiegervater, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwiegervater; E.: s. Schwieger, s. Vater; L.: DW 15, 2614, EWD s. u. Schwiegermutter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwieger und Vater gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung von Ehen möglichen Vater des Ehegatten; F.: Schwiegervater, Schwiegervaters, Schwiegerväter, Schwiegervätern+EW; Z.: Schwieger—vat-er
Schwiele, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Schwiele, hartgewordene Schwellung, harte Hautstelle; ne. weal (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. schwellen; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. swil (1), swel, st. M., st. N., Schwiele, Schwelle, Geschwulst, Fußsohle, Qual; mhd. swile, st. M., Schwiele; mnd. swil, swel, M., Geschwulst; mnl. swil, swel, F., Schwiele; ahd. swil, st. N. (a), Schwiele; ahd. swilo*, sw. M. (n), Schwiele; as. swil*, st. N. (a), Schwiele; anfrk. -; germ. *swela-, *swelam, st. N. (a), Schwiele; s. idg. *su̯el-? (6), V., schwellen; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwiele, Kluge s. u. Schwiele, DW 15, 2615, EWD s. u. Schwiele,Falk/Torp 551, Duden s. u. Schwiele, Bluhme s. u. Schwiele; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (swil) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche durch Druck verdickte und verhärtete Stelle in der Haut (harte Hautstelle) ; BM.: schwellen; F.: Schwiele, Schwielen+EW; Z.: Schwiel-e
$schwielig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schwielig, Schwiele betreffend; E.: s. Schwiel(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Schwiele, EWD s. u. Schwiele, fehlt angeblich DW trotz Schwieligkeit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwiel(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Schwiele betreffend; F.: schwielig, schwielige, schwieliges, schwieligem, schwieligen, schwieliger(, schwieligere, schwieligeres, schwieligerem, schwieligeren, schwieligerer, schwieligst, schwieligste, schwieligstes, schwieligstem, schwieligsten, schwieligster)+EW; Z.: schwiel-ig
Schwiemel, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Schwiemel, Schwindel, Schwindelgefühl; ne. dizziness; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu mnd. swīmen (1), sw. V., schwindelig sein (V.), schwindeln, benommen werden, betäubt werden; s. mnd. swīme, swīm, M., Schwindel, Benommenheit; as. swīmo*, sw. M. (n), Schwindel; s. germ. *swīmēn, swīmǣn, sw. V., sich bewegen, schwanken; vgl. idg. su̯em-?, V., sich bewegen, schwimmen, Pokorny 1046 (1806/278) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Schwiemel, DW 15, 2617, Duden s. u. Schwiemel; Son.: s. ahd. swīmo, sw. M. (n), Schwindel, Ohnmacht; vgl. afries. swīma, sw. M. (n), Ohnmacht, Bewusstlosigkeit; saterl. swime; ae. swīma, sw. M. (n), Schwindel, Ohnmacht; an. svīmi, sw. M. (n), Schwindel, Ohnmacht; got. -; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen empfundenes Schwindelgefühl; BM.: sich bewegen bzw. schwimmen; F.: Schwiemel, Schwiemels, Schwiemeln+EW; Z.: Schwiem-el
schwierig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. schwierig, schwer zu behandeln, Mühe und Kraft erfordernd; ne. difficult; Vw.: -; Hw.: s. schwer, schwären; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu schwären (s. d.) unter Einfluss von schwer (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwierig, Kluge s. u. schwierig, DW 15, 2620, EWD s. u. schwierig, Duden s. u. schwierig, Bluhme s. u. schwierig; Son.: vgl. nschw. svår, Adj., schwierig; nnorw. svær, Adj., schwierig; GB.: seit 15. Jh. belegte und zu schwär(en) und ig unter Einfluss von schwer gebildete Bezeichnung für Mühe und Kraft erfordernd; BM.: schneiden; F.: schwierig, schwierige, schwieriges, schwierigem, schwierigen, schwieriger(, schwierigere, schwierigeres, schwierigerem, schwierigeren, schwierigerer, schwierigst, schwierigste, schwierigstes, schwierigstem, schwierigsten, schwierigster)+EW; Z.: schwier-ig
$Schwierigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Schwierigkeit, Behinderung, Erschwernis; E.: s. schwierig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. schwierig, DW 15, 1622, EWD s. u. schwierig; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus schwierig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Behinderung oder Erschwernis; F.: Schwierigkeit, Schwierigkeiten+EW; Z.: Schwier-ig-keit
$Schwimmdock, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schwimmdock; E.: s. schwimm(en), s. Dock; L.: fehlt DW, EWD s. u. Dock; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schwimm(en) und Dock (mnd. docke fünfzehntes Jh.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon um 200 v. Chr. von Menschen in Ägypten entwickelten und verwendeten schwimmenden und tauchfähigen Behälter in den Schiffe für Arbeiten an dem trocken freigelegten Rumpf aufgenommen werden können; F.: Schwimmdock, Schwimmdocks, Schwimmdockes, Schwimmdocke, Schwimmdocken+EW?; Z.: Schwim-m—dock
schwimmen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schwimmen, sich in Wasser bewegen, auf Wasser liegen; ne. swim (V.); Vw.: -; Hw.: s. schwemmen, schwummerig, Swimmingpool; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. swimmen, st. V., schwimmen; mhd. swummen, sw. V., schwimmen; mnd. swemmen (1), schwemmen, swimmen, swömmen, swommen, sw. V., st. V., schwimmen; mnl. swemmen, V., schwimmen; ahd. swimman*, st. V. (3a), schwimmen; as. -; anfrk. -; germ. *swemman, st. V., schwimmen; idg. su̯em-?, V., sich bewegen, schwimmen, Pokorny 1046 (1806/278) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwimmen, Kluge s. u. schwimmen, DW 15, 2625, EWD s. u. schwimmen, Falk/Torp 548, Seebold 491, Duden s. u. schwimmen, Bluhme s. u. schwimmen; Son.: vgl. afries. swima, st. V. (3a), schwimmen, umherstreunen; nfries. swijmjen?, V., schwimmen; afries. swumma, swomma, sw. V. (1), schwimmen; ae. swimman, st. V. (3a), schwimmen, fließen; an. svimma, st. V. (3a), schwimmen; got. *swimman, st. V. (3), schwimmen; nndl. zwemmen, V., schwimmen; nschw. simma, V., schwimmen; nnorw. svømme, V., schwimmen; air. snaid, V., schwimmen; kymr. nofio, V., schwimmen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches sich in Wasser mit Armbewegungen und Beinbewegungen bewegen oder auf Wasser liegen ohne zu ertrinken; BM.: sich bewegen; F.: schwimmen, schwimme, schwimmst, schwimmt, schwimmest, schwimmet, schwamm (!), schwammst, schwammen, schwammt, schwämme (!), schwämmst, schwämmest, schwämmen (!), schwämmt, schwämmet, schwömme, schwömmst, schwömmest, schwömmen, schwömmt, schwömmet, geschwommen, ##geschwommen, geschwommene, geschwommenes, geschwommenem, geschwommenen, geschwommener##, schwimmend, ###schwimmend, schwimmende, schwimmendes, schwimmendem, schwimmenden, schwimmender###, schwimm (!)+EW; Z.: schwim-m-en
$Schwimmer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schwimmer, Schwimmender; E.: s. schwimm(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. schwimmen, DW 15, 2641, EWD s. u. schwimmen; GB.: (swimmære*) seit 1347-1359 belegte und aus schwimm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in Wasser sich mit Armbewegungen und Beinbewegungen ohne zu ertrinken bewegenden Menschen und allgemeiner für einen in einer Flüssigkeit in ähnlicher Lage vorhandenen Gegenstand; F.: Schwimmer, Schwimmers, Schwimmern+EW; Z.: Schwim-m-er
schwind, nhd. (ält.), Adj.: nhd. schwind, gewaltig, heftig, schnell; ne. swift (Adj.), fast (Adj.); Vw.: s. ge-; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. swinde (1), swint, Adj., gewaltig, stark, kräftig, heftig, leidenschaftlich, ungestüm, rasch, gewandt, schnell, grimmig, scharf, furchtbar, geschwind; mnd. swinde (1), schwinde, swint, swīde, schwīde, schīe, Adj., stark, mächtig, körperlich oder geistig überlegen (Adj.), ungestüm, überheblich, gewaltig, robust, intensiv, heftig, überwältigend, beeindruckend; ahd. swind?, Adj., stark, kräftig, rasch; as. swīth, swīthi*, Adj., stark, kräftig, heftig, recht; germ. *swenþa-, *swenþaz, *swenþja-, *swenþjaz, Adj., stark, kräftig; s. idg. *sent-, *sont-, *sn̥t-, (V.), Adj., seiend, wahr, Pokorny 341?; vgl. idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340; L.: DW 15, 2645; GB.: seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gewaltig oder heftig oder schnell; BM.: sein (V.); F.: schwind, schwinde, schwindes, schwindem, schwinden (!), schwinder(, schwindere, schwinderes, schwinderem, schwinderen, schwinderer, schwindest, schwindeste, schwindestes, schwindestem, schwindesten, schwindester)+EW; Z.: schw-ind
$Schwindel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Schwindel, Taumel, Täuschung, Betrug; E.: s. mhd. swindel; L.: Kluge s. u. schwindeln, DW 15, 2653, EWD s. u. schwindeln; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit schwindeln verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Taumel oder die Vorstellung von Bewegung ohne tatsächliche Bewegung und später auch für Täuschung oder Betrug; F.: Schwindel, Schwindels, Schwindeln+EW; Z.: Schwi-nd-el
$Schwindelei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwindelei, Betrügerei, Täuschung; E.: s. schwindel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. schwindeln, DW 15, 2659, EWD s. u. schwindeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwindel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Betrügerei oder Täuschung; F.: Schwindelei, Schwindeleien+EW; Z.: Schwi-nd-el-ei
schwindeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schwindeln, Schwindel empfinden, Schwindelei verüben, täuschen, betrügen; ne. feel dizzy, swindle (V.); Vw.: -; Hw.: s. schwinden; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swindeln, sw. V., schwindeln; ahd. swintilōn*, sw. V. (2), schwindeln, ohnmächtig werden, Schwindelgefühl haben, bedrückt sein (V.); s. ahd. swintan*, st. V. (3a), schwinden, vergehen, sich verzehren, hinschwinden, zunichte werden, verwesen (V.) (2), verstummen; germ. *swendan, st. V., schwinden; idg. *su̯endʰ-?, *u̯endʰ- (2), V., schwinden?, Pokorny 1047 (1808/280); s. idg. *su̯ei-, *su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwindeln, Kluge s. u. schwindeln, DW 15, 2661, EWD s. u. schwindeln, Duden s. u. schwindeln; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl schon vormenschlich mögliches Schwindelgefühl empfinden und möglicherweise seit Entwicklung von Sprache von Menschen ausgeführtes Schwindelei verüben; BM.: zischen; F.: schwindeln, schwindel (!), schwindle, schwindelst, schwindelt, schwindelte, schwindeltest, schwindelten, schwindeltet, geschwindelt, ##geschwindelt, geschwindelte, geschwindeltes, geschwindeltem, geschwindelten, geschwindelter##, schwindelnd, ###schwindelnd, schwindelnde, schwindelndes, schwindelndem, schwindelnden, schwindelnder###, schwindel (!)+EW; Z.: schwi-nd-el-n
schwinden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schwinden, allmählich abnehmen, weniger werden, vergehen; ne. wane (V.), fade; Vw.: -; Hw.: s. Schwund, schwindeln, verschwenden; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. swinden, st. V., abnehmen, schwinden; mnd. swinden, schwinden, sw. V., schwinden, entschwinden, weniger werden, vergehen, an körperlicher oder geistiger Kraft verlieren, aufheben; ahd. swintan*, st. V. (3a), schwinden, vergehen, sich verzehren, hinschwinden, zunichte werden, verwesen (V.) (2), verstummen; as. *swindan?, st. V. (3a), schwinden; anfrk. -; germ. *swendan, st. V., schwinden; idg. *su̯endʰ-?, *u̯endʰ- (2), V., schwinden?, Pokorny 1047 (1808/280); s. idg. *su̯ei-, *su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwinden, Kluge s. u. schwinden, DW 15, 2667, EWD s. u. schwinden, Falk/Torp 547, Seebold 492, Duden s. u. schwinden, Bluhme s. u. schwinden; Son.: vgl. afries. -; ae. swindan, st. V. (3a), schwinden, abnehmen, schmachten; an. -; got. -; ? arm. keandel, V., zerstören, ruinieren; ? ksl. ǫditi, V., räuchern; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches allmählich abnehmen und weniger werden; BM.: zischen bzw. pfeifen; F.: schwinden, schwinde, schwindest, schwindet, schwand (!), schwandest, schwandst, schwanden, schwandet, schwände, schwändest, schwänden, schwändet, geschwunden, ##geschwunden, geschwundene, geschwundenes, geschwundenem, geschwundenen, geschwundener##, schwindend, ###schwindend, schwindende, schwindendes, schwindendem, schwindenden, schwindender###, schwind (!)+EW; Z.: schwi-nd-en
$Schwindler, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwindler, Schwindelnder; E.: s. schwind(e)l(n)n, s. er: L.: Kluge s. u. schwindeln, DW 15, 2677, EWD s. u. schwindeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwind(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Schwindelnden; F.: Schwindler, Schwindlers, Schwindlern+EW; Z.: Schwi-nd-l-er
$schwindlig, schwindelig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schwindlig, taumelig; E.: s. Schwind(e)l, s. ig; L.: Kluge s. u. schwindeln, DW 15, 2677 (nur Verweis), EWD s. u. schwindeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwind(e)l und ig gebildete Bezeichnung für taumelig; F.: schwindlig, schwindlige, schwindliges, schwindligem, schwindligen, schwindliger(, schwindligere, schwindligeres, schwindligerem, schwindligeren, schwindligerer, schwindligst, schwindligste, schwindligstes, schwindligstem, schwindligsten, schwindligster), schwindelig, schwindelige, schwindeliges, schwindeligem, schwindeligen, schwindeliger(, schwindeligere, schwindeligeres, schwindeligerem, schwindeligeren, schwindeligerer, schwindeligst, schwindeligste, schwindeligstes, schwindeligstem, schwindeligsten, schwindeligster)+EW; Z.: schwi-nd-l-ig
$Schwindsucht, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Schwindsucht, Lungenschwindsucht, Lungentuberkulose; E.: s. schwind(en), s. Sucht; L.: DW 15, 2677, EWD s. u. schwinden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus schwind(en) und Sucht gebildete Bezeichnung für (durch Mykobakterien verursachte) Lungentuberkulose; F.: Schwindsucht, Schwindsüchte, Schwindsüchten+EW; Z.: Schwi-nd—such-t
$Schwinge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Schwinge, Flachsschwinge, Hanfschwinge; L.: Kluge s. u. schwingen, DW 15, 2683, EWD s. u. schwingen; GB.: (swinga*) seit um 765 belegte und mit schwingen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Schwingen (N.); F.: Schwinge, Schwingen+EW; Z.: Schwing-e
schwingen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schwingen, hinbewegen und herbewegen; ne. swing (V.); Vw.: -; Hw.: s. Swing, Schwang, Schwank, Schwengel, Schwung; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. swingen, st. V., schwingen, schütteln; mnd. swingen, schwingen, st. V., schwingen, schwenken, schwungvoll hin bewegen und her bewegen; mnl. swinghen, st. V., schwingen; ahd. swingan*, st. V. (3a), schwingen, peitschen, geißeln, flattern, fliegen; as. swingan*, st. V. (3a), schwingen, sich schwingen; anfrk. -; germ. *swengan, *swengwan, st. V., schwingen; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwingen, Kluge s. u. schwingen, DW 15, 2689, EWD s. u. schwingen, Falk/Torp 547, Seebold 493, Duden s. u. schwingen, Bluhme s. u. schwingen; Son.: vgl. afries. swanga, swenga, swinga, swensa, st. V. (3a), begießen; ae. swingan, st. V. (3a), schlagen, geißeln, sich schwingen; an. -; got. swiggwan, st. V. (3,1), sich schwingen; nndl. swingen, V., schwingen; nschw. svinga, V., schwingen; nnorw. svinge, V., schwingen; GB.: (swingan) seit um 765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich mit einer gewissen Regelmäßigkeit und dabei einen Bogen beschreibend hin bewegen und her bewegen; BM.: biegen; F.: schwingen (!), schwinge (!), schwingst, schwingt, schwingest, schwinget, schwang (!), schwangst, schwangen, schwangt, schwänge (!), schwängest, schwängen (!), schwänget, geschwungen, ##geschwungen, geschwungene, geschwungenes, geschwungenem, geschwungenen, geschwungener##, schwingend, ###schwingend, schwingende, schwingendes, schwingendem, schwingenden, schwingender###, schwing (!)+EW; Z.: schwing-en
$Schwingung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Schwingung; E.: s. schwing(en), s. ung; L.: Kluge s. u. schwingen, DW 15, 2710, EWD s. u. schwingen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwing(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Vorgang des Schwingens beispielsweise bei einem Pendel oder einem Ton (M.) (2); F.: Schwingung, Schwingungen+EW; Z.: Schwing-ung
schwippen, nhd. (ält.-dial.), sw. V., (8. Jh.): nhd. schwippen, wippen, sich bewegen; ne. move (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwippschwager; Q.: um 765 (Glosse); E.: ahd. swipfen*, swiphen*, sw. V. (1), bewegen, schnellen, sich schnell bewegen; germ. *swipjan, sw. V., sich bewegen; idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; s. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schwippschwager, DW 15, 2713, Duden s. u. schwippen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich bewegen; BM.: biegen bzw. drehen; F.: schwippen, schwippe, schwippst, schwippt, schwippest, schwippet, schwippte, schwipptest, schwippten, schwipptet, geschwippt, ##geschwippt, geschwippte, geschwipptes, geschwipptem, geschwippten, geschwippter##, schwippend, ###schwippend, schwippende, schwippendes, schwippendem, schwippenden, schwippender###, schwipp (!)+EW; Z.: schwi-p-p-en
Schwippschwager, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schwippschwager; ne. co-brother-in-law; Vw.: -; Hw.: s. schwippen; Q.: um 1900; E.: Vorderglied von einem Schwipp in der Bedeutung entfernt; Hinterglied s. nhd. Schwager; L.: Kluge s. u. Schwippschwager, fehlt DW, EWD s. u. Schwippschwager, Duden s. u. Schwippschwager; GB.: seit um 1900 belegte Bezeichnung für den Schwager eines Ehepartners; BM.: Schwiegervater; F.: Schwippschwager, Schwippschwagers, Schwippschwäger, Schwippschwägern+EW; Z.: Schwipp—schwag-er
$schwipp-schwapp, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. schwipp-schwapp; L.: Kluge s. u. Schwippschwager, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwipp(en) und schwapp(en) wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein Geräusch; F.: schwipp-schwapp+EW; Z.: schwipp—schwapp
Schwips, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schwips, leichter Rausch; ne. buzz (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu schwippen, sw. V., schwippen, schwanken; ahd. swipfen*, swiphen*, sw. V. (1), bewegen, schnellen, sich schnell bewegen; germ. *swipjan, sw. V., sich bewegen; idg. *su̯eib-?, V., biegen, drehen, schwingen, schweifen, Pokorny 1041; s. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Schwips, fehlt DW?, EWD s. u. Schwips, Duden s. u. Schwips, Bluhme s. u. Schwips; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus schwip(pen) und s (Suffix) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Alkohol seitens des Menschen durch Genuss von Alkohol verursachten leichten Rausch; BM.: biegen bzw. drehen; F.: Schwips, Schwipses, Schwipse, Schwipsen+EW; Z.: Schwi-p-s
Schwirre, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Schwirre, Pfahl; ne. pole (N.), stake (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. swir, sw. M., Uferpfahl; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *swera?, *sweri, Sb., Pfahl, Pfosten, Hals; idg. *su̯er- (3), Sb., Pfahl, Pokorny 1050 (1816/288) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Schwirre, DW 15, 2716, Falk/Torp 550, Duden s. u. Schwirre; Son.: vgl. afries. -; ae. swíera, swéora, swíora, sw. M. (n), Hals, Nacken, Schlucht; ae. swíer, swéor (2), swēr (3), swíor, M., F., Pfeiler, Pfosten, Säule (F.) (1), Pfahl; an. -; got. -; ai. sváru-, M., Pfahl; ? lat. sūrus, M., Zweig, Spross, Pfahl; GB.: (swir) seit 15. Jh. belegte und mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl nach natürlichem Vorbild entwickelten und verwendeten langen runden oder kantigen zugespitzten Bauteil; BM.: Pfahl; F.: Schwirre, Schwirren+EW; Z.: Schwir-r-e
schwirren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. schwirren, surrend fliegen; ne. buzz (V.), whirr (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. swirren, st. V., schwirren, herumschwärmen, herumstreifen; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. schwirren, Kluge s. u. schwirren, DW 15, 2716, EWD s. u. schwirren, Duden s. u. schwirren, Bluhme s. u. schwirren; Son.: vgl. an. sverra, sw. V., schwingen, wirbeln; nschw. svirra, V., schwirren; nnorw. svirre, V., schwirren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches surrend fliegen; BM.: lautmalend; F.: schwirren, schwirre, schwirrst, schwirrt, schwirrest, schwirret, schwirrte, schwirrtest, schwirrten, schwirrtet, geschwirrt, ##geschwirrt, geschwirrte, geschwirrtes, geschwirrtem, geschwirrten, geschwirrter##, schwirrend, ###schwirrend, schwirrende, schwirrendes, schwirrendem, schwirrenden, schwirrender###, schwirr(!)+EW; Z.: schwirr-en
$Schwitzbad, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Schwitzbad; E.: s. schwitz(en), s. Bad; L.: DW 15, 2723, EWD s. u. schwitzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus schwitz(en) und Bad gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und für ein Schwitzen verwendetes Bad; F.: Schwitzbad, Schwitzbades, Schwitzbads, Schwitzbäder, Schwitzbädern+EW; Z.: Schwitz-ba-d
Schwitze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwitze, Erhitzen; ne. roux; Vw.: -; Hw.: s. schwitzen; Q.: 18. Jh.; E.: s. schwitzen; L.: Kluge s. u. Schwitze, DW 15, 2723, EWD s. u. schwitzen, Duden s. u. Schwitze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus schwitzen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht in Frankreich in dem 17. Jh. entwickelte und seitdem hergestellte aus in Butter oder in anderem Fett leicht gebräuntem Mehl (Mehlschwitze) bestehende breiige Masse; BM.: schwitzen; F.: Schwitze, Schwitzen+EW; Z.: Schwitz-e
schwitzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. schwitzen, Schweiß absondern; ne. sweat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwitze, Schweiß (1), Sweater; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. switzen, sw. V., schwitzen; ahd. swizzen*, sw. V. (1a), schwitzen, in Schweiß geraten (V.); as. -; anfrk. -; germ. *switjan, sw. V., schwitzen; idg. su̯eid- (2), V., schwitzen, Pokorny 1043 (1795/267) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwitzen, Kluge s. u. schwitzen, DW 15, 2723, EWD s. u. schwitzen, Falk/Torp 554, Duden s. u. schwitzen, Bluhme s. u. schwitzen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. zweten, V., schwitzen; nschw. svetta, V., schwitzen; nnorw. svette, V., schwitzen; ai. svidyate, V., schwitzen; kymr. chwysu, V., schwitzen; lett. svîst, V., schwitzen?; GB.: (swizzen) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höheren Lebens mögliches Schweiß absondern; BM.: ?; F.: schwitzen, schwitze (!), schwitzst, schwitzt, schwitzest, schwitzet, schwitzte, schwitztest, schwitzten, schwitztet, geschwitzt, ##geschwitzt, geschwitzte, geschwitztes, geschwitztem, geschwitzten, geschwitzter##, schwitzend, ###schwitzend, schwitzende, schwitzendes, schwitzendem, schwitzenden, schwitzender###, schwitz (!)+EW; Z.: schwitz-en
Schwof, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Schwof, Schleppe, Tanz; ne. tail (N.), hop; Vw.: -; Hw.: s. Schweif; Q.: 19. Jh.; E.: ostmitteldeutsche Form von Schweif (s. d.); L.: Kluge s. u. Schwof, EWD s. u. Schwof, DW 15, 2732, Duden s. u. Schwof, Bluhme s. u. Schwof; GB.: seit 19. Jh. ostmitteldeutsch belegte und mit Schweif verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Kleiderschleppe oder Schleppe oder einen Tanz; BM.: biegen bzw. drehen; F.: Schwof, Schwofes, Schwofs, Schwofe, Schwofen+EW; Z.: Schwo-f
$schwofen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. schwofen, tanzen; E.: s. Schwof, s. schweifen; L.: Kluge s. u. Schwof, DW 15, 2732 (nur Verweis auf schweifen) , EWD s. u. Schwof; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Schwof und Schweif sowie schweifen verbindbare Bezeichnung für ausgelassen tanzen und sich vergnügen; F.: schwofen (!), schwofe (!), schwofst, schwoft, schwofest, schwofet, schwofte, schwoftest, schwoften, schwoftet, geschwoft, ##geschwoft, geschwofte, geschwoftes, geschwoftem, geschwoften, geschwofter##, schwofend, ###schwofend, schwofende, schwofendes, schwofendem, schwofenden, schwofender###, schwof (!)+EW; Z.: schwo-f-en
schwören, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. schwören, eidlich bekräftigen, Schwur ablegen; ne. swear (V.); Vw.: -; Hw.: s. Schwur; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sweren (1), swern, st. V., schwören, schwören für, schwören gegen, Eid leisten, sich verpflichten, sich verschwören gegen; mnd. swēren (3), schwēren, swāren, swȫren, st. V., schwören, Eid leisten, beteuern, durch Eid versprechen, verpflichten, durch Treuegelöbnis unterwerfen, verbindlich beschließen, vereinbaren; mnl. swēren, st. V., schwören; ahd. swerien*, swerren*, st. V. (6), schwören, versprechen, verschwören; ahd. swirōn*, sw. V. (2), bestätigen, schwören; as. swėrian*, st. V. (6), schwören; anfrk. sweren*, sweron*, st. V. (6), schwören; germ. *swarjan, *swaran, st. V., reden, schwören; idg. *su̯er- (1), V., sprechen, reden, Pokorny 1049 (1814/286) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwören, Kluge s. u. schwören, EWD s. u. schwören, Falk/Torp 549, Seebold 480, DW 15, 2733, Duden s. u. schwören, Bluhme s. u. schwoeren; Son.: vgl. afries. swera, swara (2), st. V. (6), schwören, sich verschwören; saterl. swera, V., schwören, sich verschwören; ae. swėrian, st. V. (6), schwören; an. sverja, st. V. (6), schwören; got. swaran, st. V. (6), schwören; nndl. zweren, V., schwören; nschw. svära, V., schwören; nnorw. sverge, V., schwören; ai. vratá-, Sb., Gelübde; apreuß. wertemmai, V., wir schwören; ksl. rotiti se, V., sich verschwören; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische belegte sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Eid ablegen oder einen Schwur ablegen; BM.: reden; F.: schwören, schwöre, schwörst, schwört, schwörest, schwöret, schwor, schworst, schworen, schwort, schwur, schwurst, schwuren, schwurt, schwüre (!), schwürest, schwüren (!), schwüret, geschworen, ##geschworen, geschworene, geschworenes, geschworenem, geschworenen, geschworener##, schwörend, ###schwörend, schwörende, schwörendes, schwörendem, schwörenden, schwörender###, schwör (!)+EW; Z.: schwör-en
$Schwörer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schwörer, Schwörender; Vw.: s. Ver-; E.: s. schwör(en), s. er (Suff.); L.: DW 15, 2746; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus schwör(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen einen Eid oder einen Schwur leistenden Menschen; F.: Schwörer, Schwörers, Schwörern+EW; Z.: Schwör-er
$Schwörung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Schwörung; Vw.: s. Ver-; E.: s. schwör(en), s. ung; L.: DW 15, 2746; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus schwör(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Leistung eines Eides oder Schwures; F.: Schwörung, Schwörungen+EW; Z.: Schwör-ung
schwul, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schwul, gleichgeschlechtlich, homosexuell; ne. gay (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. schwül; Q.: 17. Jh.; E.: s. schwül; Bedeutungsübertragung von warmer Bruder; L.: Kluge s. u. schwul, DW 15, 2748, EWD s. u. schwül, Duden s. u. schwul, Bluhme s. u. schwul; GB.: (schwül) seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für drückend heiß und feucht und davon abgeleitet (schwul) Bezeichnung für gleichgeschlechtlich oder homosexuell; BM.: warm; F.: schwul, schwule, schwules, schwulem, schwulen, schwuler(, schwulere, schwuleres, schwulerem, schwuleren, schwulerer, schwulst [!], schwulste [!], schwulstes [!], schwulstem, schwulsten, schwulster)+EW; Z.: schwul
schwül, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. schwül, drückend heiß, feuchtwarm; ne. sticky, muggy, sweltry; Vw.: -; Hw.: s. schwul; Q.: 17. Jh.; E.: s. nd. swūl, Adj., schwül; s. mnd. swōle, Adj., sommerlich warm; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit schwelen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. schwül, Kluge s. u. schwül, DW 15, 2748, EWD s. u. schwül, Duden s. u. schwül, Bluhme s. u. schwuel; Son.: vgl. nndl. zwoel, Adj., schwül; GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für drückend heiß oder feuchtwarm; BM.: schwelen?; F.: schwül, schwüle, schwüles, schwülem, schwülen, schwüler(, schwülere, schwüleres, schwülerem, schwüleren, schwülerer, schwülst, schwülste, schwülstes, schwülstem, schwülsten, schwülster)+EW; Z.: schwül
$Schwüle, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwüle, feuchte Hitze; E.: s. schwül, s. e (Suff.); L.: Kluge s. u. schwül, DW 15, 2749, EWD s. u. schwül; GB.: seit 18. Jh. Jh. belegte und aus schwül und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliche feuchte Hitze; F.: Schwüle+EW; Z.: Schwül-e
$Schwulität, Schwuletät, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwulität, Beklemmung, Verlegenheit; E.: s. schwul, s. latinisierende Endung ität; L.: Kluge s. u. Schwulität, EWD s. u. schwül, DW 15, 2750; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Studentensprache aus schwul und ität gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Beklemmung oder Verlegenheit; F.: Schwulität, Schwulitäten+EW+FW; Z.: Schwul-it-ät
Schwulst, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Schwulst, Schwellung, geschwollene Stelle, zu prachtvoller Gestaltung Dienendes aber zu bombastisch und überladen Wirkendes; ne. lump (N.), swelling (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: s. schwellen; Q.: 1190-1200 (Herborts von Fritslâr liet von Troye); E.: mhd. swulst, st. F., Schwiele, Geschwulst, Geschwür; mnd. swulst, schwulst, swolst, swuls, M., F., N., Schwulst, Schwellung, Geschwulst, angeschwollene Stelle, Beule; ahd. swulst*, st. F. (i), Geschwulst; s. ahd. swellan*, st. V. (3b), schwellen, anschwellen, wallen (V.) (1), aufwallen, aufgeschwollen sein (V.), strotzen; germ. *swellan, st. V., schwellen; idg. *su̯el-?, V., schwellen; L.: Kluge 1. A. s. u. Schwulst, Kluge s. u. Schwulst, DW 15, 2751, EWD s. u. Schwulst, Duden s. u. Schwulst, Bluhme s. u. Schwulst; GB.: (swulst) seit 1190-1200 belegte und mit schwellen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas zu prachtvoller Gestaltung Dienendes aber zu bombastisch und überladen Wirkendes; BM.: schwellen; F.: Schwulst, Schwulstes, Schwulsts, Schwülste, Schwülsten+EW; Z.: Schwul-st
$schwulstig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schwulstig, geschwollen; E.: s. Schwulst, s. ig; L.: DW 15, 2753, EWD s. u. Schwulst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwulst und ig gebildete Bezeichnung für geschwollen oder einen Schwulst oder eine Schwellung habend; F.: schwulstig, schwulstige, schwulstiges, schwulstigem, schwulstigen, schwulstiger(, schwulstigere, schwulstigeres, schwulstigerem, schwulstigeren, schwulstigerer, schwulstigst, schwulstigste, schwulstigstes, schwulstigstem, schwulstigsten, schwulstigster)+EW; Z.: schwul-st-ig
$schwülstig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. schwülstig, geschwollen; E.: s. Schwulst, s. ig; L.: DW 15, 2755, EWD s. u. Schwulst; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Schwulst und ig gebildete Bezeichnung für geschwollen oder einen Schwulst oder eine Schwellung habend; F.: schwülstig, schwülstige, schwülstiges, schwülstigem, schwülstigen, schwülstiger(, schwülstigere, schwülstigeres, schwülstigerem, schwülstigeren, schwülstigerer, schwülstigst, schwülstigste, schwülstigstes, schwülstigstem, schwülstigsten, schwülstigster)+EW; Z.: schwül-st-ig
schwummerig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schwummerig, schwindelig, benommen; ne. dizzy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu schwimmen (s. d.); L.: Kluge s. u. schwummerig, DW 15, 2755, Duden s. u. schwummerig; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit schwimmen verbindbare Bezeichnung für schwindelig oder benommen; BM.: sich bewegen bzw. schwimmen; F.: schwummerig, schwummerige, schwummeriges, schwummerigem, schwummerigen, schwummeriger(, schwummerigere, schwummerigeres, schwummerigerem, schwummerigeren, schwummerigerer, schwummerigst, schwummerigste, schwummerigstes, schwummerigstem, schwummerigsten, schwummerigster)+EW; Z.: schwum-m-er-ig
Schwund, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Schwund, Schwinden, Sichverringern, Abnehmen; ne. dwindling (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwinden; Q.: 19. Jh.?; E.: s. schwinden; L.: Kluge s. u. schwinden, DW 15, 2755, EWD s. u. schwinden, Duden s. u. Schwund, Bluhme s. u. Schwund; Son.: vgl. nschw. svinn, N., Schwund; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit schwinden verbindbare Bezeichnung für ein Schwinden oder Sichverringern oder Abnehmen; BM.: zischen bzw. pfeifen; F.: Schwund, Schwundes, Schwunds+EW; Z.: Schwu-nd
Schwung, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Schwung, schwingende Bewegung; ne. spark (N.), momentum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1365 (Gedichte von Heinrich der Teichner); E.: s. mhd. swunc, st. M., Schwung, Antrieb; s. mhd. swingen, st. V., schwingen, schütteln; ahd. swingan*, st. V. (3a), schwingen, peitschen, geißeln, flattern, fliegen; germ. *swengan, *swengwan, st. V., schwingen; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwung, DW 15, 2755, EWD s. u. Schwung, Duden s. u. Schwung, Bluhme s. u. Schwung; Son.: vgl. nschw. schvung, Sb., N., Schwung; nnorw. schwung, M., Schwung; GB.: seit 1350-1365 belegte und mit schwingen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche kraftvolle und rasche und einen Bogen beschreibende schwingende Bewegung; BM.: biegen; F.: Schwung, Schwunges, Schwungs, Schwünge, Schwüngen+EW; Z.: Schwung
$Schwungfeder, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwungfeder; E.: s. Schwung, s. Feder; L.: DW 15, 2760, EWD s. u. Schwung[KG3] ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwung und Feder gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Vögeln möglichen Federn in den Flügeln von Vögeln mit denen der Flug ausgeführt wird; F.: Schwungfeder, Schwungfedern+EW; Z.: Schwung—fed-er
$schwunghaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. schwunghaft, Schwung habend, erfolgreich; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Schwung, s. haft; L.: DW 15, 2760, EWD s. u. Schwung; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Schwung und haft gebildete Bezeichnung für einen Schwung habend oder eine Bewegung habend oder erfolgreich; F.: schwunghaft, schwunghafte, schwunghaftes, schwunghaftem, schwunghaften, schwunghafter(, schwunghaftere, schwunghafteres, schwunghafterem, schwunghafteren, schwunghafterer, schwunghaftest, schwunghafteste, schwunghaftestes, schwunghaftestem, schwunghaftesten, schwunghaftester)+EW; Z.: schwung—haf-t
$Schwungkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Schwungkraft, Fliehkraft; E.: s. Schwung, s. Kraft; L.: DW 15, 2760, EWD s. u. Schwung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwung und Kraft gebildete Bezeichnung für die mit einem Schwung verbundene Kraft und auch die Fliehkraft; F.: Schwungkraft, Schwungkräfte, Schwungkräften+EW; Z.: Schwung—kra-f-t
$Schwungrad, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Schwungrad; E.: s. Schwung, s. Rad; L.: DW 15, 2763, EWD s. u. Schwung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwung und Rad gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Rad eines Getriebes (Kurbeltriebs) das nicht unmittelbar etwas treibt und eine starke und gleichmäßige Bewegung beispielsweise eines Kraftfahrzeugs trotz Drehungleichförmigkeit des Motors halten soll; F.: Schwungrad, Schwungrads, Schwungrades, Schwungräder, Schwungrädern+EW; Z.: Schwung—rad
$schwungvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. schwungvoll, lebhaft, kraftvoll; E.: s. Schwung, s. voll; L.: EWD s. u. Schwung, DW 15, 2764; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Schwung und voll gebildete Bezeichnung für voll Schwung seiend oder lebhaft oder kraftvoll; F.: schwungvoll, schwungvolle, schwungvolles, schwungvollem, schwungvollen, schwungvoller(, schwungvollere, schwungvolleres, schwungvollerem, schwungvolleren, schwungvollerer, schwungvollst, schwungvollste, schwungvollstes, schwungvollstem, schwungvollsten, schwungvollster)+EW; Z.: schwung—vol-l
Schwur, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Schwur, Eid, Gelöbnis, beteuerndes Versprechen; ne. oath, vow (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwören; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. swuor, st. M., Eid, Schwur, Gotteslästerung, Fluch; ahd. swerien*, swerren*, st. V. (6), schwören, versprechen, verschwören; ahd. swirōn*, sw. V. (2), bestätigen, schwören; as. swėrian*, st. V. (6), schwören; anfrk. sweren*, sweron*, st. V. (6), schwören; germ. *swarjan, *swaran, st. V., reden, schwören; idg. *su̯er- (1), V., sprechen, reden, Pokorny 1049 (1814/286) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Schwur, Kluge s. u. schwören, DW 15, 2765, EWD s. u. Schwur, Duden s. u. Schwur, Bluhme s. u. Schwur; Son.: vgl. ai. vratá-, Sb., Gelübde; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit schwören und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Eid oder ein Gelöbnis oder ein in beteuernder Weise gegebenes Versprechen; BM.: reden; F.: Schwur, Schwures, Schwurs, Schwüre, Schwüren+EW; Z.: Schwur
$Schwurgericht, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Schwurgericht; E.: s. Schwur, s. Gericht; L.: DW 15, 2768, EWD s. u. Schwur; GB.: nach DRW 1818 belegte und aus Schwur und Gericht gebildete Bezeichnung für ein in dem 19. Jh. in Erinnerung an alte Zeiten und Anknüpfung an ausländische Vorbilder gebildetes Gericht bei dem das Urteil vor allem in Strafsachen durch ein Kollegium von Laienrichtern (Geschworenen) gefällt wird; F.: Schwurgericht, Schwurgerichtes, Schwurgerichts, Schwurgerichte, Schwurgerichten+EW; Z.: Schwur—ge-rich-t
Science-fiction, Science-Fiction, Sciencefiction, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Science-fiction; ne. science fiction; Vw.: -; Hw.: s. Fiktion; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. science fiction; E.: s. science fiction, N., Science-fiction; vgl. ne. science, N., Wissenschaft; afrz. science, F., Wissenschaft; lat. scientia, F., Wissen, Kenntnis, Erkenntnis, Kunde (F.), Wissenschaft, Vertrautheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scīre (1), V., wissen, in Erfahrung gebracht haben, erfahren (V.), verstehen, gelernt haben; idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. fiction, F., Fiktion, Erfindung; lat. fictio, F., Bilden, Formen (N.), Bildung, Gestaltung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden; s. idg. *dʰeig̑ʰ, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge s. u. Science-fiction, Duden s. u. Science-fiction; Son.: vgl. nndl. science-fiction, Sb., Science-fiction; frz. science-fiction, F., Science-fiction; nschw. science fiction, Sb., Science-fiction; nnorw. science fiction, Sb., Science-fiction; poln. science fiction, Sb., Science-fiction; GB.: seit 20. Jh. aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erdichtete in der Zukunft spielende Ereignisse; BM.: wissen, gestalten; F.: Science-fiction, Science-Fiction, Sciencefiction+FW; Z.: Scie-n-c-e—fic-t-io-n
Seaborgium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Seaborgium, ein chemisches Element; ne. seaborgium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1997; I.: neoklassische Bildung; E.: benannt nach dem amerikanischen Chemiker Glenn T. Seaborg (1912-1999); L.: Duden s. u. Seaborgium; Son.: vgl. nndl. seaborgium, Sb., Seaborgium; frz. seaborgium, M., Seaborgium; nschw. seaborgium, N., Seaborgium; nnorw. seaborgium, N., Seaborgium; kymr. seaborgiwm, M., Seaborgium; nir. seaboirgiam, M., Seaborgium; poln. seaborg, M., lit. syborgis, M., Seaborgium; GB.: seit 1997 belegte und aus dem PN Seaborg und ium (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein 1974 entdecktes von Menschen ausschließlich künstlich erzeugtes radioaktives Transuran mit einer Höchsthalbwertszeit von etwa 14 Minuten (chemisches Element Nr. 106, abgekürzt Sg) das nur wissenschaftlichen Zwecken dient; BM.: PN; F.: Seaborgium. Seaborgiums+FW; F.: Seaborg-i-um
Sebenbaum, Siegelbaum, Siebenbaum, Salbenbaum, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sebenbaum, Sadebaum, ein Wacholder; ne. savine, juniper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sevenboum, st. M., Sebenbaum; mnd. sēvenbōm, sövenbōm, sȫvenbōm, sovenbōm, M., Sebenbaum, Sadebaum; mnd. sēvebōm, M., Sebenbaum, Sadebaum; mnl. sevenboom, M., Sebenbaum, Sadebaum; ahd. sefinboum*, sabinboum*, st. M. (a), Sebenbaum, Sadebaum; s. ahd. sefina*, sevina*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sebenbaum, Sadebaum; germ. *sabina, Sb., Sebenbaum; lat. sabīna (herba), F., sabinisches Gewächs; vgl. lat. Sabīnus (1), M., Sabiner (M. Sg.); idg. *su̯ebʰo-, *su̯ebʰ-, *sebʰo-, *sebʰ-, *su̯obʰo-, Adj., eigen, eigenartig, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); ahd. boum, st. M. (a), Baum, Baumstamm, Holz, Balken, Pfahl; germ. *bagma-, *bagmaz, *bauma-, *baumaz, *bazma-, *bazmaz, st. M. (a), Baum; vgl. idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146? (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Sebenbaum, Kluge 1. A. s. u. Sebenbaum, Kluge s. u. Sebenbaum, DW 15, 2772, EWAhd 7, 1004, Duden s. u. Sadebaum; Son.: durch das Nichtverstehen des ursprünglichen Wortes entstanden viele volksetymologische Umwandlungen; vgl. nndl. zevenboom, Sb., Sebenbaum; nschw. säfenbom, Sb., Sebenbaum; nnorw. sevenbom, M., Sebenbaum; GB.: (sefinboum) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in Gebirgen wachsenden Wacholder mit schuppenförmigen an den jungen Trieben nadelförmigen Blättern; BM.: PN (sabinisch), wachsen (V.) (1); F.: Sebenbaum, Sebenbaums, Sebenbaumes, Sebenbäume, Sebenbäumen, Siebenbaum, Siebenbaums, Siebenbaumes, Siebenbäume, Siebenbäumen, Siegelbaum, Siegelbaums, Siegelbaumes, Siegelbäume, Siegelbäumen, Salbenbaum, Salbenbaums, Salbenbaumes, Salbenbäume, Salbenbäumen+FW+EW; Z.: Se-b-en—bau-m
Sech, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Sech, vorderes Pflugeisen, Pflugmesser; ne. colter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sech, seche, sēch, st. N., Sech, Pflugschar, Schar (F.) (2), Karst (M.) (1); mnd. sek (1), seke, N., Sech, Schar (F.) (2), Pflugmesser; mnd. sech (1), N., „Sech“, Schar (F.) (2), Pflugschar; mnd. sik (2), N., Sech, Pflugmesser, Voreisen des Pfluges, Pflugschar, Schar (F.) (2); ahd. seh, st. N. (a), Sech, Pflugmesser; germ. *seka-, *sekam, st. N. (a), Sech, Pflugschar; von einem lat. *secum; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sech, Kluge s. u. Sech, DW 15, 2772, Falk/Torp 423, 425, Duden s. u. Sech; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Nutzung von Metall aus Eisen entwickelten messerartigen zu einem Bodenaufreißen bestimmten und vor der Pflugschar sitzenden Teil an einem Pflug; BM.: schneiden; F.: Sech, Seches, Sechs, Seche, Sechen+FW+EW; Z.: Sech
sechs, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. sechs; ne. six; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sehs, ses, segs, Num. Kard., sechs; mnd. ses, sēs, sös, sos, soes, sösz, sus, Num. Kard., sechs; mnl. ses, sesse, Num. Kard., sechs; ahd. sehs, Num. Kard., sechs; as. sehs, Num. Kard., sechs; anfrk. sehs, ses, Num. Kard., sechs; germ. *sehs, Num. Kard., sechs; idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sechs, Kluge s. u. sechs, DW 15, 2774, EWD s. u. sechs, EWAhd 7, 1036, Duden s. u. sechs, Bluhme s. u. sechs; Son.: vgl. afries. sex, Num. Kard., sechs; saterl. secs, Num. Kard., sechs; ae. siex, six, syx, sex, Num. Kard., sechs; an. sex, Num. Kard., sechs; got. saíhs, Num. Kard., sechs; krimgot. seis, Num. Kard., sechs; nndl. zes, Num. Kard., sechs; frz. six, Num. Kard., sechs; nschw. sex, Num. Kard., sechs; nnorw. seks, Num. Kard., sechs; ai. ṣaṣ, Num. Kard., sechs; av. xšuuaš, Num. Kard., sechs; arm. vec, Num. Kard., sechs; lat. sex, Num. Kard., sechs; gr. ἕξ (héx), Num. Kard., sechs; air. sé, Num. Kard., sechs; kymr. chwech, Num. Kard., sechs; lit. šešì, Num. Kard., sechs; ksl. šestĭ, Num. Kard., sechs; toch. A ṣäk, Num. Kard., sechs; toch. B ṣkas, Num. Kard., sechs; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Grundzahl zwischen fünf und sieben (Num. Kard.); BM.: ?; F.: sechs, sechse+EW; Z.: sechs
$Sechser, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sechser; L.: DW 15, 2782 EWD s. u. sechs; GB.: (sehser) seit 1481 belegte und aus sechs und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für substantiviertes sechs oder ein Mitglied eines Kollegiums von sechs Mitgliedern; F.: Sechser, Sechsers, Sechsern+EW; Z.: Sechs-er
$sechste, nhd., Num. Ord., (8. Jh.?): nhd. sechste; E.: s. sechs, s. te (Suff.); L.: DW 15, 2789, EWD s. u. sechs; GB.: um 800 belegte und aus sechs und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für die Ordnungszahl zwischen fünfte und siebente; F.: sechste, sechstes, sechstem, sechsten, sechster+EW; Z.: sechs-t-e
$Sechstel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Sechstel; Q.: 1295 (Urkunde); E.: s. sechs, s. Teil; L.: DW 15, 2789, EWD s. u. sechs; GB.: seit 1295 belegte und aus sechs und Teil gebildete Bezeichnung für den sechsten Teil einer Gegebenheit; F.: Sechstel, Sechstels+EW; Z.: Sechs-t-el
Sechter, Sechster, Sester, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Sechter, Sechster, ein Getreidemaß, ein Milchgefäß, Melkeimer, ein Hohlmaß; ne. a measure (V.), sester; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.? (Kasseler Gespräche); E.: mhd. sehter (1), st. M., Kreuzer (M.) (2); mhd. sehstære*, sehster, sester, sisiter, sehter, sechter, seihter, st. M., Scheffel, Sester, Flüssigkeitsmaß, Maßgefäß, Gefäß, Trockenmaß; mnd. sestære*, sester, sestere, N., ein Hohlmaß, eine Maßeinheit für Flüssigkeiten; mnl. sester, M., Sechster, Sechster; ahd. sehtāri*, st. M. (ja), Sechter, Gefäß; ahd. sehstāri*, st. M. (ja), Sester (Maß); as. sesteri, st. M. (ja), Sechter, Sester; lat. sextārius, M., sechster Teil, (528-534 n. Chr.); vgl. lat. sextus, Num. Ord., sechste; idg. *su̯ek̑tos, *sek̑tos, *sek̑th₂o-, Num. Ord., sechste, Pokorny 1044; L.: Kluge 1. A. s. u. Sechter, Kluge s. u. Sechter, DW 15, 2796, EWAhd 7, 1039, Duden s. u. Sechter; Son.: vgl. ae. sester, seoxter, st. M. (a), Gefäß, Krug (M.) (1), Sester (Maß), Maß; nndl. (dial.) sester, M., ein Hohlmaß von ca. 25 Litern; frz. sétier, M., Sester; akymr. hestaur, M., ein Hohlmaß; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Getreidemaß bzw. für ein Milchgefäß; BM.: sechste; F.: Sechter, Sechters, Sechtern, Sechster, Sechsters, Sechstern, Sester, Sesters, Sestern+EW; Z.: Secht-er
$sechzehn, nhd., Num. Kard., (10. Jh.): nhd. sechzehn; E.: s. sech(s), s. zehn; L.: EWD s. u. sechs, DW 15, 2798; GB.: seit um 1000 belegte und aus sech(s) und zehn gebildete Bezeichnung der Grundzahl zwischen fünfzehn und siebzehn; F.: sechzehn+EW; Z.: sechs—zehn
$sechzig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.?): nhd. sechzig; E.: s. sech(s), s. zig; L.: DW 15, 2801, EWD s. u. sechs; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus sech(s) und zig gebildete Bezeichnung für die Grundzahl zwischen neunundfünfzig und einundsechzig; F.: sechzig+EW; Z.: sechs—zig
sedativ, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. sedativ, beruhigend, dämpfend; ne. sedative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. sēdātīvus; E.: s. lat. sēdātīvus, Adj., beruhigend, beschwichtigend; vgl. lat. sēdāre, V., sinken machen, stillen, löschen (V.) (1), beschwichtigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. sedativ; Son.: vgl. frz. sédatif, Adj., sedativ; nnorw. sedativ, Adj., sedativ; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beruhigend oder dämpfend; BM.: sitzen; F.: sedativ, sedative, sedatives, sedativem, sedativen, sedativer+FW; Z.: sed-it-at-iv
Sediment, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sediment, Ablagerung; ne. sediment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. sedimentum; E.: s. lat. sedimentum, N., Satz, Bodensatz, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sediment, EWD s. u. Sediment, Duden s. u. Sediment; Son.: vgl. nndl. sediment, Sb., Sediment; frz. sédiment, M., Sediment; nschw. sediment, N., Sediment; nnorw. sediment, N., Sediment; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Ablagerung; BM.: sitzen; F.: Sediment, Sediments, Sedimentes, Sedimente, Sedimenten+FW; Z.: Sed-im-ent
See, nhd., M., (8. Jh.): nhd. See (M.), großes stehendes Gewässer, See (F.), Meer; ne. lake, sea; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sē, st. M., See (M.), Landsee, Meer; mnd. sē (1), see, sey, M., F., See (F.), See (M.), Binnengewässer, Landsee, Meer, Längenmaß auf See; ahd. sēo (1), sē, st. M. (wa), See (F.), Meer, Teich, Wasser, Gewässer; mnl. see, M., See (M.), Meer; as. sêo (2), sêu (2), st. M. (wa), See (M.), Meer; anfrk. sēo*, st. M. (wa), See (F.), Meer; germ. *saiwa-, *saiwaz, st. M. (a), See (M.); germ. *saiwi-, *saiwiz, st. M. (i), See (M.)?; s. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. See, Kluge s. u. See, DW 15, 2807, EWD s. u. See, Falk/Torp 440, EWAhd 7, 1125, Duden s. u. See, Bluhme s. u. See; Son.: seit dem 16. Jahrhundert Trennung in die Bedeutung Meer (See F.) und See (M.); vgl. afries. sê, st. M. (a), Meer, See (F.), See (M.); nnordfries. sie, seie; ae. sǣ, st. M. (i), st. F. (i), See (M.), See (F.), Meer, Sumpf; ae. sǣ, st. M. (i), st. F. (i), See (M.), See (F.), Meer, Sumpf; got. saiws, st. M. (i?, a?), See (M.), Marschland; nndl. zee, Sb., See (M.); nschw. sjö, Sb., See (M.); nnorw. sjø, M., See (F.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche größere Ansammlung von Wasser in einer Bodenvertiefung (der Erdoberfläche); BM.: rinnen bzw. feucht; F.: See, Sees, Seen+EW; Z.: See
Seehund, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Seehund, Robbe; ne. seal (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1495; I.: nndl. Lw.; E.: aus dem Niederländischen und Niederdeutschen; mnd. sēhunt, M., Seehund; mnl. saelhont, seelhont, M., Seehund; s. mnd. sel, sele, M., Seehund, Robbe; mhd. selech*, selch, st. M., Seehund; as. selah*, st. M. (a), Seehund; ahd. selaho, sw. M. (n), Seehund, Robbe; ahd. selah, st. M. (a), Seehund, Robbe; germ. *selha-, *selhaz, st. M. (a), Seehund, Robbe; s. idg. selk-, V., ziehen, Pokorny 901 (1567/39) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., germ., toch.); mnd. hunt (1), hont, M., Hund, Wachhund, Hetzhund, Jagdhund; mhd. hunt (2), st. M., Hund, Jagdhund, Bösewicht, Hundsstern; mnl. hont, hond, M., Hund; as. hund, st. M. (a), Hund; ahd. hunt, st. M. (a), Hund, Jagdhund, Hetzhund; anfrk. hund, hunt, st. M. (a), Hund; germ. *hunda-, *hundaz, st. M. (a), Hund; s. idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632 (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Seehund, DW 15, 2838, EWD s. u. Seehund, EWAhd 7, 1074, Duden s. u. Seehund, Bluhme s. u. Seehund; Son.: vgl. ae. seolh, st. M. (a), Seehund; an. selr, st. M. (a), Seehund; nisl. selur, M., Seehund; GB.: seit 1495 belegte und nach älterem (ahd) selah und für das Germanische erschließbarem *selha- sowie mit dem Indogermanischen verbindbarem *selk- in dem Niederländischen und Niederdeutschen aus idg. *selk- und Hund gebildete Bezeichnung für eine besonders auf der Nordhalbkugel der Erde verbreitete Robbe; BM.: ziehen, Hund; F.: Seehund, Seehunds, Seehundes, Seehunde, Seehunden+EW; Z.: See—hun-d
$seekrank, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. seekrank, durch Seegang zu einem Erbrechen gereizt; E.: s. See, s. krank; L.: EWD s. u. See, DW 15, 2844; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus See und krank gebildete Bezeichnung für ein aus der Verschiedenheit von Wirklichkeit und Eindruck auf einem von Wellen bewegten Wasserfahrzeug verursachtes zu einem Erbrechen gereizt; F.: seekrank, seekranke, seekrankes, seekrankem, seekranken, seekranker+EW; Z.: see—kra-nk
Seele, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Seele, Geist, Gefühlswelt; ne. soul; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sēle, sel, st. F., sw. F., Seele, Seele eines Verstorbenen im Jenseits, Innerstes, Geist, Seelenheil; mnd. sēle (4), seele, seile, seyle, sīle, siele, syle, F., Seele, Lebenskraft; mnl. siele, F., Seele; ahd. sēla, st. F. (ō), sw. F. (n), Seele, Herz, Geist, Leben; as. sêola, siola, sêla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Seele; anfrk. sēla, st. F. (ō), Seele; germ. *saiwalō, st. F. (ō), Seele; L.: Kluge 1. A. s. u. Seele, Kluge s. u. Seele, DW 15, 2851, EWD s. u. Seele, Falk/Torp 422, EWAhd 7, 1070, Duden s. u. Seele, Bluhme s. u. Seele; Son.: vgl. afries. sēle (2), st. F. (ō), Seele, Leben; nnordfries. siel, sial; ae. sāwol, sāwel, sāwul, sāwl, st. F. (ō), Seele, Leben, Geist, lebendes Wesen; an. sāl, st. F. (ō), Seele; got. saiwala, st. F. (ō), Seele; nndl. ziel, Sb., Seele, Geist; nschw. själ, Sb., Seele; nnorw. sjel, M., F., Seele; ksl. sila, F., Kraft; lit. siela, F., Seele, Gewissen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für Seele oder Geist oder Gefühlswelt oder die unsichtbare Gesamtheit dessen was aus der Sicht des Menschen das Fühlen und Empfinden und Denken eines Menschen ausmacht; BM.: ?; F.: Seele, Seelen+EW; Z.: Seel-e
$seelen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. seelen, Seele sein (V.), Seele haben; Vw.: s. be-; E.: s. Seel(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Seele, DW 16,1; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Seel(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Seele sein (V.) oder Seele haben; F.: seelen (!), seele (!), seelst, seelt, seelest, seelet, seelte, seeltest, seelten, seeltet, geseelt, ##geseelt, geseelte, geseeltes, geseeltem, geseelten, geseelter##, seelend, ###seelend, seelende, seelendes, seelendem, seelenden, seelender###, seel (!)+EW; Z.: seel-en
$seelenverwandt, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. seelenverwandt; E.: s. Seel(e) und en (Suff.) sowie verwandt; L.: EWD s. u. Seele, DW 16, 37; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Seel(e) und en (Suff.) sowie verwandt gebildete Bezeichnung für nicht tatsächlich durch Abstammung körperlich sondern seelisch oder geistig durch Nähe ähnlich oder verwandt; F.: seelenverwandt, seelenverwandte, seelenverwandtes, seelenverwandtem, seelenverwandten, seelenverwandter+EW; Z.: seel-en—ver—wa-ndt
$seelisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. seelisch, Seele betreffend; E.: s. Seel(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Seele, DW 16, 48, EWD s. u. Seele; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Seel(e) und isch gebildete Bezeichnung für Seele betreffend; F.: seelisch, seelische, seelisches, seelischem, seelischen, seelischer+EW; Z.: seel-isch
$Seelsorge, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Seelsorge; E.: s. Seel(e), s. Sorge; L.: DW 16, 53, EWD s. u. Seele; GB.: (sēlsorge) seit 1484 (Bern) belegte und aus Seel(e) und Sorge gebildete Bezeichnung für die geistige Fürsorge für die Seele oder das Seelenheil von Mitmenschen durch Seelsorger oder Geistliche; F.: Seelsorge, Seelsorgen+EW; Z.: Seel—sorg-e
$Seelsorger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Seelsorger, Geistlicher; E.: s. Seelsorg(e), s. er (Suff.); L.: DW 16, 53, EWD s. u. Seele; GB.: (sēlsorgære*) seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus Seelsorg(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen um das Seelenheil anderer Menschen bemühten Geistlichen; F.: Seelsorger, Seelsorgers, Seelsorgern+EW; Z.: Seel—sorg-er
$Seemacht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Seemacht; E.: s. See, s. Macht; L.: DW 16, 58, EWD s. u. Macht; E.: s. See, s. Macht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus See (F.) und Macht gebildete Bezeichnung für eine Kriegsmacht zu See wie beispielsweise Spanien oder Großbritannien oder die Niederlande oder Portugal oder die Vereinigten Staaten von Amerika oder China oder Japan oder Russland oder Schweden oder Nordkorea zumindest zu bestimmten Zeiten; F.: Seemacht, Seemächte, Seemächten+EW; Z.: See—mach-t
$Seemann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Seemann, Seefahrer; E.: s. See (F.), s. Mann; L.: DW 16, 58, EWD s. u. See; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus See (F.) und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung und der Entwicklung von Schiffen möglichen Seefahrer; F.: Seemann, Seemanns, Seemannes, Seemänner, Seemännern+EW; Z.: See—man-n
$Seemannsgarn, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Seemannsgarn; E.: s. Seemann, s. s (Suff.), s. Garn; L.: EWD s. u. Garn, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Seemann und s sowie Garn gebildete Bezeichnung für eine stark übertreibende Erzählung oder Darstellung eines Seemanns über seine Seefahrt; F.: Seemannsgarn, Seemannsgarns, Seemannsgarnes, Seemannsgarne, Seemannsgarnen+EW; Z.: See—man-n—gar-n
$Seenot, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Seenot; E.: s. See, s. Not; L.: DW 16, 61 (Seenoth), EWD s. u. See; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus See (F.) und Not gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Schiffen mögliche Notlage auf der See wie beispielsweise einen Sturm oder einen Schiffbruch; F.: Seenot+EW; Z.: See—no-t
$Seerose, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Seerose; E.: s. See, s. Rose; L.: DW 16, 67, EWD s. u. See; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus See (M.) und Rose gebildete Bezeichnung für eine weitverbreitete rosenähnliche Wasserpflanze (Blume) ohne Dornen (zwischen Erde und Wasser und Luft); F.: Seerose, Seerosen+EW+FW; Z.: See—ros-e
Segel, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Segel, gespannte Leinwand; ne. sail (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. segel (1), sigel, st. M., Segel, Vorhang, Schiffgerät; mnd. sēgel (1), seyl, seil, N., Segel, besegeltes Fahrzeug, Schiff, Mühlensegel, Leinenbekleidung an den Flügeln der Mühle; mnl. seil, seel, N., Sege, Vorhangl; ahd. segal, st. M. (a), Segel, Segeltuch; as. segal, st. N. (a)?, Segel (N.); germ. *segla-, *seglam, st. N. (a), Stück, Segel; anfrk. *segil?, st. M. (a), Segel, Segeltuch; germ. *segla-, *seglaz, st. M. (a), Stück, Segel; vielleicht von lat. sagellum, N., Segel; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895? (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); möglich ist auch ein Anschluss an lat. sagulum, N., kurzer Umwurf, kurzer Mantel, Mäntelchen; vgl. lat. sagum, N., viereckiges dichtes grobes Stück wollenes Tuch, Umwurf; aus dem Gallischen (*sogom?); s. idg. *seg- (2), *seng-, V., heften, hängen, berühren, Pokorny 887 (1545/17) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Segel, Kluge s. u. Segel, EWD s. u. Segel, DW 16, 82, Falk/Torp 426, EWAhd 7, 1011, Duden s. u. Segel, Bluhme s. u. Segel; Son.: vgl. afries. seil, st. N. (a), Segel; ae. segl (1), segel, st. M. (a), st. N. (a), Segel, Schleier, Vorhang, Wolkensäule; an. segl, st. N. (a), Segel; got. -; nndl. zeil, N., Segel; nschw. segel, N., Segel; nnorw. seil, N., Segel; poln. żagiel, M., Segel; kymr. hwyl, F., Segel; mir. séol, Sb., Segel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein großflächiges Stück starkes Tuch (Leinwand) das mit Hilfe bestimmter an einem Mast (M.) eines Wasserfahrzeugs befestigter Vorrichtungen ausgespannt wird damit der Wind gegen seine Fläche drücken und dem Fahrzeug Fahrt auf dem Wasser geben kann; BM.: schneiden? bzw. hängen?; F.: Segel, Segels, Segeln+EW; Z.: Seg-el
$Segelflug, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Segelflug, Gleitflug mit einem Segelflugzeug; E.: s. Segel, s. Flug; L.: DW 16, 91, EWD s. u. Segel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Segel und Flug gebildete Bezeichnung für einen Gleitflug mit einem Segelflugzeug; F.: Segelflug, Segelfluges, Segelflugs, Segelflüge, Segelflügen+EW; Z.: Seg-el—flu-g
$Segelflugzeug, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Segelflugzeug; E.: s. Segel, s. Flugzeug; L.: EWD s. u. Segel, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Segel und Flugzeug gebildete Bezeichnung für ein für einen Gleitflug von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Flugzeug in Gegensatz zu einem Motorflugzeug; F.: Segelflugzeug, Segelflugzeugs, Segelflugzeuges, Segelflugzeuge, Segelflugzeugen+EW; Z.: Seg-el—flu-g—zeu-g
$segeln, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. segeln, mit Segel gleiten; E.: s. Segel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Segel, DW 16, 93, EWD s. u. Segel; GB.: (sigelen) seit 1120/1130 belegte und aus Segel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Hilfe eines Segels und des Windes gleiten oder sich vorwärts bewegen; F.: segeln (!), segel (!), segle, segele, segelst, segelt, segelte, segeltest, segelten, segeltet, gesegelt, ##gesegelt, gesegelte, gesegeltes, gesegeltem, gesegelten, gesegelter##, segelnd, ###segelnd, segelnde, segelndes, segelndem, segelnden, segelnder###, segel (!)+EW; Z.: seg-el-n
$Segelschiff, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Segelschiff; E.: s. Segel, s. Schiff; L.: DW 16, 97, EWD s. u. Segel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Segel und Schiff gebildete Bezeichnung für ein von Ägyptern vor rund 5000 Jahren entwickeltes und mit Segeln ausgerüstetes Schiff in Gegensatz beispielsweise zu einem Ruderboot oder einem Motorschiff; F.: Segelschiff, Segelschiffes, Segelschiffs, Segelschiffe, Segelschiffen+EW; Z.: Seg-el—schi-f-f
$Segeltuch, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Segeltuch; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Segel, s. Tuch; L.: DW 16, 98, EWD s. u. Segel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Segel und Tuch gebildete Bezeichnung für von Menschen für Segel entwickeltes und verwendetes Tuch oder Material; F.: Segeltuch, Segeltuches, Segeltuchs, Segeltuche, Segeltuchen, Segeltücher, Segeltüchern+EW; Z.: Seg-el—tuch
Segen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Segen, Segensformel, Gnade Gottes; ne. blessing (N.); Vw.: -; Hw.: s. signieren; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. segen (2), segne, sein, st. M., Segen, Segnung, Gnade, Segensspruch, Segenswunsch, Gebet, Gruß, Abschiedssegen, Heil, Kreuzzeichen, Segensformel, Zauberspruch, Zaubersegen; mnl. sēghen, M., Segen; mnd. sēgen (1), M., Segen, Kreuzeszeichen, Segnung, Segensspruch, Abschiedsgruß; mnl. sēghen, segen, M., Segen; ahd. segan, st. M. (a), Segen, Kraft, Segnung; lat. sīgnum, M., Zeichen, Kennzeichen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Segen, Kluge s. u. Segen, DW 16, 100, EWD s. u. segnen, EWAhd 7, 1015, Duden s. u. Segen, Bluhme s. u. Segen; Son.: s. lang. segun, Sb., Segen; vgl. nndl. zegen, Sb., Segen; ne. sign, N., Zeichen; nschw. välsignelse, Sb., Segen; nnorw. velsignelse, M., Segen; GB.: (segan) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch Gebetsworte oder Formeln erbetene göttliche Gnade des Christentums für jemanden; BM.: schneiden; F.: Segen, Segens+FW; Z.: Seg-en
Segge, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Segge, Riedgras, Schilf; ne. sedge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. segge (1), Sb., Segge, Riedgras, eine Art (F.) (1) Sumpfgras; mnl. zegge, Sb., Segge; s. ahd. segkar*?, segcar, st. N. (a), Riedgras; as. sahar, st. M. (a?), Riedgras; vgl. germ. *sagja-, *sagjaz, st. M. (a), Segge, Riedgras; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Segge, DW 16, 117, EWAhd 7, 869, Duden s. u. Segge; Son.: vgl. afries. -; ae. sėcg (2), st. M. (ja), Ried (N.) (1), Schilf, Binse, Schwertel; nndl. zegge, Sb., Segge; mir. seisc, Sb., Schilf, Binsen; kymr. hesg, F., Segge, Binse; GB.: seit 18. Jh. mnd. und mnl. belegte sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zu den Sauergrasgewächsen gehörende krautige und dicht wachsende Pflanze (Riedgras); BM.: schneiden; F.: Segge, Seggen+EW; Z.: Seg-g-e
$Segler, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Segler, Segelnder, Segelschiff; L.: Kluge s. u. Segel, DW 16, 117, EWD s. u. Segel; GB.: (segelære*) seit 1301-1319 belegte und aus Seg(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Segelschiffen möglichen Segelnden; F.: Segler, Seglers, Seglern+EW; Z.: Seg-l-er
Segment, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Segment, Abschnitt, Ausschnitt, Teil; ne. segment (N.); Vw.: -; Hw.: s. sezieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sēgmentum; E.: s. lat. sēgmentum, N., Schnitt, Einschnitt, Abschnitt, Goldbesatz, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Segment, fehlt DW, EWD s. u. Segment, Duden s. u. Segment; Son.: vgl. nndl. segment, Sb., Segment; frz. segment, M., Segment; nschw. segment, N., Segment; nnorw. segment, N., Segment; poln. segment, M., Segment; kymr. segment, M., Segment; lit. segmentas, M., Segment; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Abschnitt oder Ausschnitt aus einem Ganzen; BM.: schneiden; F.: Segment, Segments, Segmentes, Segmente, Segmenten+FW(+EW?); Z.: Seg-m-ent
$segmentieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. segmentieren, in Abschnitte oder Ausschnitte teilen; E.: s. Segment, s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Segment, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Segment und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes in Abschnitte oder Ausschnitte teilen; F.: segmentieren, segmentiere, segmentierst, segmentiert, segmentierest, segmentieret, segmentierte, segmentiertest, segmentierten, segmentiertet, ##segmentiert, segmentierte, segmentiertes, segmentiertem, segmentierten, segmentierter##, segmentierend, ###segmentierend, segmentierende, segmentierendes, segmentierendem, segmentierenden, segmentierender###, segmentier (!)+FW(+EW?); Z.: seg-m-ent-ier-en
$segnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. segnen, preisen, weihen; L.: Kluge s. u. segnen, Segen, DW 16, 117, EWD s. u. segnen; GB.: (seganōn*) um 790 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Christentum mögliches preisen oder weihen; F.: segnen, segne (!), segnest, segnet, segnete, segnetest, segneten, segnetet, gesegnet, ##gesegnet, gesegnete, gesegnetes, gesegnetem, gesegneten, gesegneter##, segnend, ###segnend, segnende, segnendes, segnendem, segnenden, segnender###, segne (!)+FW(+EW); Z.: seg-n-en
$Segnung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Segnung, Weihung, Erteilung eines Segens; E.: s. segn(en), s. ung; L.: DW 16, 127, EWD s. u. segnen; GB.: (segenunge) vor 1190 belegte und aus segn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache und Christentum mögliche Erteilung eines Segens oder eine Weihung; F.: Segnung, Segnungen+FW+EW; Z.: Seg-n-nung
Segregation, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Segregation, Abtrennung, Trennung, Ausscheidung; ne. segregation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. sēgregātio; E.: s. lat. sēgregātio, F., Absonderung, Trennung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. sēgregāre, V., von der Herde absondern, absondern, trennen, entfernen, ausschließen, verführen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. gregāre, V., zu einer Herde scharen, zusammensammeln, sich versammeln, zusammenkommen; lat. grex, M., Herde, Schar (F.) (1), Schwarm, Kreis, Gesellschaft, Sippschaft; idg. *ger- (1), *gere-, *h₂ger-, V., zusammenfassen, sammeln, Pokorny 382 (555/39) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Segregation; Son.: vgl. nndl. segregatie, Sb., Segregation; frz. ségrégation, F., Segregation; nschw. segregation, Sb., Segregation; nnorw. segregasjon, M., Segregation; poln. segregacja, F., Segregation; lit. segregacija, F., Segregation; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Abtrennung oder Trennung oder Ausscheidung; BM.: sich, sammeln; F.: Segregation, Segregationen+FW(+EW); Z.: Se-gre-g-at-io-n
sehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. sehen, schauen, erblicken, mit den Augen wahrnehmen; ne. see, look (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gesicht, Sicht; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sehen (1), sēn, st. V. (5), sehen, sehen können, blicken, dreinblicken, erblicken, bemerken, erkennen, beachten, finden, treffen, erleben, aufsuchen, wahrnehmen, hören; mnd. sēn (1), sein, seen, seyn, sehn, zeen, sien, syen, st. V., sehen, sehen können, wahrnehmen, optisch erkennen, erblicken; mnl. sien, st. V., sehen; ahd. sehan (1), st. V. (5), sehen, blicken, schauen, betrachten; as. sehan, st. V. (5), sehen; anfrk. *sian?, st. V. (5), sehen; germ. *sehwan, st. V., sehen; idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897? (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896? (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. sehen, Kluge s. u. sehen, DW 16, 129, EWD s. u. sehen,Falk/Torp 425, Seebold 387, EWAhd 7, 1026, Duden s. u. sehen, Bluhme s. u. sehen; Son.: vgl. afries. siā (3), st. V. (5), sehen; saterl. sja, V., sehen; ae. séon (1), st. V. (5), sehen, erblicken, bemerken, verstehen; an. sjā (2), sēa, st. V. (5), sehen; got. saíƕan, st. V. (5), sehen; nndl. zien, V., sehen; nschw. se, V., sehen; nnorw. se, V., sehen; ai. sácatē, V., begleitet, steht zur Seite; alb. shoh, V., sehen; lat. sequī, V., folgen; air. rosc, Sb., Auge; lit. sekti, V., folgen, beobachten; heth. šakuwai-, V., sehen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches schauen oder erblicken oder mit den Augen wahrnehmen; BM.: folgen; F.: sehen, sehe, siehst, sieht, seht, sehest, sehet, sah, sahst, sahen, saht, sähe (!), sähest, sähst, sähen, sähet, säht (!), gesehen, ##gesehen, gesehene, gesehenes, gesehenem, gesehenen, gesehener##, sehend, ###sehend, sehende, sehendes, sehendem, sehenden, sehender###, sieh (!), siehe (!)+EW; Z.: seh-en
$Sehen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Sehen, Schauen, Erblicken, mit den Augen Wahrnehmen; Vw.: s. An-, Auf-, Aus-, (Fern-.) Ver-; E.: s. sehen; L.: s. DW 16, 129 (sehen), Duden s. u. Sehen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus sehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches Schauen oder Erblicken oder mit den Augen Wahrnehmen; F.: Sehen, Sehens+EW; Z.: Seh-en
$sehenswürdig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sehenswürdig, sehenswert, kostbar, selten; E.: s. sehen, s. s (Suff.), s. würdig; L.: DW 16, 129, EWD s. u. sehen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sehen und s sowie würdig gebildete Bezeichnung für sehenswert oder kostbar oder selten; F.: sehenswürdig, sehenswürdige, sehenswürdiges, sehenswürdigem, sehenswürdigen, sehenswürdiger, sehenswürdigere, sehenswürdigeres, sehenswürdigerem, sehenswürdigeren, sehenswürdigerer, sehenswürdigst, sehenswürdigste, sehenswürdigstes, sehenswürdigstem, sehenswürdigsten, sehenswürdigster+EW; Z.: seh-en-s—wür-d-ig
$Sehenswürdigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sehenswürdigkeit, Kostbarkeit, Seltenheit; E.: s. sehenswürdig, s. heit, s. keit, L.: DW 16, 129, EWD s. u. sehen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sehenswürdig und keit gebildete Bezeichnung für eine Kostbarkeit oder Seltenheit; F.: Sehenswürdigkeit, Sehenswürdigkeiten+EW; Z.: Seh-en-s—wür-d-ig—kei-t
$Seher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Seher, Sehender; Vw.: s. Auf-, (Fern-); E.: s. seh(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sehen, DW 16, 129, EWD s. u. sehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus seh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Augen möglichen Sehenden; F.: Seher, Sehers, Sehern+EW; Z.: Seh-er
$Sehkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sehkraft, Sehstärke, Sehleistung, Sehschärfe; E.: s. seh(en), s. Kraft; L.: DW 16, 147, EWD s. u. sehen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach it. potenza visiva aus seh(en) und Kraft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Augen mögliche Sehstärke oder Sehleistung wobei oft eine Sehschärfe von 1,0 (oder von 0,8 bis 1,25) oder 100 Prozent als normal angesehen wird, F.: Sehkraft, Sehkräfte, Sehkräften+EW; Z.: Seh—kra-f-t
Sehne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sehne, Bindegewebsfaser; ne. sinew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. senewe, senwe, senne, sene, sw. F., st. F., Sehne, Bogensehne, Bogen abschneidende Linie, Nerv; mnd. sēnuwe, senue, sēne, seyne, seene, zene, F., Sehne, Nerv, Bogensehne; mnl. sēnuwe, senuwa, sēnewe, sene, F., Sehne, Nerv; ahd. senawa*, sena, sw. F. (n), Sehne, Darmsaite als Fessel (F.) (1), Bogensehne, Riemen (M.) (1); as. senewa*, sw. F. (n), Sehne; anfrk. -; germ. *senawō, st. F. (ō), Sehne; germ. *sinwa, *sinewa, Sb., Sehne; vgl. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sehne, Kluge s. u. Sehne, DW 16, 148, EWD s. u. Sehen, Falk/Torp 428, EWAhd 7, 1107, Duden s. u. Sehne, Bluhme s. u. Sehne; Son.: vgl. afries. sine, sini, sin (3), st. F. (ō), Sehne; saterl. sine; ae. sionu (1), seonu, st. F. (wō), st. F. (ō), Sehne; an. sin, sina (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Sehne; got. -; nndl. zenuw, zeen, Sb., Sehne; nschw. sena, Sb., Sehne; nnorw. sene, M., F., Sehne; av. hinauu-, M., Band (N.), Fessel (F.) (1); mir. sin, Sb., Kette, Halsband; lett. pasainis, Sb., Schnur (F.) (1); GB.: (senawa) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen starken festen Strang aus straff und dicht gebündelten Bindegewebsfasern der Muskeln mit Knochen verbindet oder einen vergleichbaren Strang zu dem Spannen eines Bogens; BM.: binden; F.: Sehne, Sehnen+EW; Z.: Seh-n-e
sehnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. sehnen, sich in Sorge verzehren, sich wünschen, sehnsüchtig verlangen; ne. crave (V.), yearn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Klagebüchlein des Hartmann von Aue); E.: mhd. senen (1), sw. V., sich sehnen, sich härmen, Verlangen empfinden, verlangen nach, in Sehnen (N.) versetzen, Sehnsucht haben; mnd. sēnen (1), sehnen, senhen, sw. V., sehnen, seufzen, jammern, sich sorgen, bekümmert sein (V.); ahd. senēn*, sw. V. (3), matt sein (V.), träge sein (V.); weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von einem germ. sein-, s. EWAhd 1, 1111; L.: Kluge 1. A. s. u. sehnen, Kluge s. u. sehnen, DW 16, 151, EWD s. u. sehnen, EWAhd 7, 1110, Duden s. u. sehnen, Bluhme s. u. sehnen; GB.: (senen) um 1185 belegte und mit ahd. senēn verbindbare Bezeichnung für (sehnsüchtig nach etwas) verlangen; BM.: ?; F.: sehnen (!), sehne (!), sehnst, sehnt, sehnest, sehnet, sehnte, sehntest, sehnten, sehntet, gesehnt, ##gesehnt, gesehnte, gesehntes, gesehntem, gesehnten, gesehnter##, sehnend, ###sehnend, sehnende, sehnendes, sehnendem, sehnenden, sehnender###, sehn (!)+EW; Z.: sehn-en
$sehnig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. sehnig, von Sehnen (Pl.) durchsetzt, von Spannkraft geprägt; E.: s. Sehn(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Sehne, EWD s. u. Sehne, DW 16, 155; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Sehn(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung höherer Lebewesen mögliches von Sehnen (Pl.) durchsetzt oder durch Spannkraft geprägt; F.: sehnig, sehnige, sehniges, sehnigem, sehnigen, sehniger(, sehnigere, sehnigeres, sehnigerem, sehnigeren, sehnigerer, sehnigst, sehnigste, sehnigstes, sehnigstem, sehnigsten, sehnigster)+EW; Z.: seh-n-ig
$sehnlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. sehnlich, sehnend, verlangend; E.: sehn(en), s. lich; L.: Kluge s. u. sehnen, DW 16, 156; GB.: (senelich) um 1185 belegte und aus sehn(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung von Menschen mögliches sehnend oder verlangend; F.: sehnlich, sehnliche, sehnliches, sehnlichem, sehnlichen, sehnlicher(, sehnlichere, sehnlicheres, sehnlicherem, sehnlicheren, sehnlicherer, sehnlichst, sehnlichste, sehnlichstes, sehnlichstem, sehnlichsten, sehnlichster)+EW; Z.: sehn-lich
$Sehnsucht, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sehnsucht, Verlangen, Liebesbegierde; E.: s. sehn(en) s. Sucht; L.: Kluge s. u. sehnen, DW 16, 155; GB.: (sensuht) seit 14. Jh. belegte und aus sehn(en) und Sucht gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entwicklung von Menschen mögliches Verlangen oder Liebesbegierde; F.: Sehnsucht, Sehnsüchte, Sehnsüchten+EW; Z.: Sehn—such-t
sehr, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. sehr (Adv.), besonders, überaus; ne. very, sore (Adv.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Pariser Gespräche); E.: mhd. sēre, Adv., schmerzlich, gewaltig, heftig, sehr; mnd. sēre (4), sēr, Adv., schmerzlich, schmerzhaft, mit Schmerzen, sehr, heftig, in hohem Maße, eilig, eifrig; mnl. sēre, Adv., sehr, kräftig, schnell; ahd. sēro, sairu?, Adv., traurig, betrübt, schmerzlich, hart, sehr, schnell; vgl. ahd. sēr, Adj., traurig, betrübt, übel, schmerzlich; as. sêro, Adv., sehr, heftig, schmerzlich; germ. *saira-, *sairaz, Adj., schmerzend, verwundet, traurig; vgl. idg. *sāi-, *seh₂i-, Sb., V., Schmerz, Krankheit, versehren, Pokorny 877 (1531/3) (RB. idg. aus, ind.?, gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. sehr, Kluge s. u. sehr, DW 16, 160, EWD s. u. sehr, Falk/Torp 422, Heidermanns 463, EWAhd 7, 1143, Duden s. u. sehr, Bluhme s. u. sehr; Son.: vgl. afries. sēre, sēr, Adv., schmerzlich, heftig, sehr; ae. sāre, sǣre, Adv., heftig, schwer, kummervoll, bitterlich; nndl. zeer, Adv., sehr; lat. saevus, Adj., wütend, tobend, heftig, schrecklich, furchtbar, grausam; air. saeth, Sb., Mühe, Leid, Krankheit; lett. sivs, Adj., scharf, grausam; GB.: (sēro) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (schmerzlich oder) besonders oder überaus; BM.: Schmerz; F.: sehr+EW; Z.: seh-r
$Sehrohr, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Sehrohr, Fernglas; Hw.: s. Fernrohr, s. Ferngucker, s. Fernschauer E.: s. seh(en), s. Rohr; L.: Kluge s. u. Fernglas, DW 16, 165; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus seh(en) und Rohr gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Fernglas; F.: Sehrohr, Sehrohrs, Sehrohres, Sehrohre, Sehrohren+EW; Z.: Seh—roh-r
$Sehung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Sehung, Sehen, Betrachten, Schauen; Vw.: s. (An-,) Vor-; E.: s. seh(en), s. ung; L.: DW 16, 166; GB.: seit 1343-1349 belegte und aus seh(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches Sehen oder Betrachten oder Schauen; F.: Sehung, Sehungen+EW; Z.: Seh-ung
$Seich, nhd., M., (10./11. Jh.): nhd. Seich, Harn, Urin, Wasserlassen; L.: DW 16, 166, EWD s. u. seichen; GB.: (seih) seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische für langsam rinnendes Wasser erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Tiere möglichen Harn oder Urin oder Wasserlassen; F.: Seich, Seiches, Seichs, Seiche, Seichen+EW; Z.: Sei-ch
$Seiche, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Seiche, Harn, Urin, Harnen, Wasserlassen; E.: s. Seich, s. e (Suff.); L.: EWD s. u. seichen, DW 16, 166; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Seich und seichen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Tiere möglichen Harn oder Urin oder Harnen oder Wasserlassen; F.: Seiche, Seichen+EW; Z.: Sei-ch-e
seichen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. seichen, pissen, harnen, Wasser lassen; ne. piss (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. seichen, sw. V., harnen, urinieren, pissen; mnd. sēken (2), seiken, V., seichen, harnen, pissen; mnd. seichen, seychen, sw. V., seichen, harnen, urinieren; mnl. seiken, sēken, V., seichen, pissen, harnen; ahd. seihhen*, seichen*, sw. V. (1a), schmelzen, erweichen, durchseihen; s. ahd. sīhan*, st. V. (1b), seihen, herausseihen, durchseihen; germ. *seihwan, st. V., seihen; idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; s. idg. *sei-, soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. seichen, Kluge s. u. seichen, EWD s. u. seichen, DW 16, 168, EWAhd 7, 1055, Duden s. u. seichen, Bluhme s. u. seichen; Son.: vgl. nndl. zeiken, V., seichen; ksl. sicati, V., harnen; ? heth. sehur, Sb., Urin; GB.: (seihhen) seit um 765 belegte und mit seihen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für pissen oder harnen oder Harn lassen oder Wasser lassen; BM.: tröpfeln bzw. rinnen; F.: seichen, seiche, seichst, seicht (!), seichest, seichet, seichte (!), seichtest (!), seichten (!), seichtet, geseicht, ##geseicht, geseichte, geseichtes, geseichtem, geseichten, geseichter##, seichend, ###seichend, seichende, seichendes, seichendem, seichenden, seichender###, seich (!)+EW; Z.: sei-ch-en
seicht, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. seicht, flach, dünn, dürftig; ne. shallow; Vw.: -; Hw.: s. seihen?; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. sīht, Adj., seicht, flach, dünn, dürftig; wohl von mhd. sīhen, st. V., seihen, filtern, tröpfelnd sickern durch, sickern lassen durch; ahd. sīhan*, st. V. (1b), seihen, herausseihen, durchseihen; germ. *seihwan, st. V., seihen; idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; s. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. seicht, Kluge s. u. seicht, EWD s. u. seicht, DW 16, 170, Falk/Torp 429, Heidermanns 479, Duden s. u. seicht, Bluhme s. u. seicht; Son.: vgl. ai. ásakra-, Adj., nicht versiegend, ohne Stocken; air. sesc, Adj., trocken, unfruchtbar; lit. seklùs, Adj., seicht; lit. sèkti, V., fallen, sinken, versiegen; ksl. isękno̧ti, V., austrocknen, versiegen; GB.:(sīht) seit 1200-1210 belegte und mit seihen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches flach oder dünn oder dürftig in Gegensatz zu tief ; BM.: tröpfeln; F.: seicht, seichte, seichtes, seichtem, seichten, seichter(, seichtere, seichteres, seichterem, seichteren, seichterer, seichtest, seichteste, seichtestes, seichtestem, seichtesten, seichtester)+EW; Z.: sei-ch-t
Seide, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Seide, Gespinst des Seidenspinners oder Seidenwurms; ne. silk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. sīde, st. F., sw. F., Seide; mnd. seide (2), F., Seide; mnd. sīde (2), syde, zyde, F., Seide, Gespinst des Seidenspinners, Gewebe, Seidengarn; mnl. sīde, F., Seide, Seidengarn; ahd. sīda, st. F. (ō), Seide, Seidenstoff; lat. saeta, sēta, F., Borste, Tierhaar, Angelschnur, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seide, Kluge s. u. Seide, DW 16, 174, EWD s. u. Seide, EWAhd 7, 1180, Duden s. u. Seide, Bluhme s. u. Seide; Son.: vgl. ae. sīde (3), sw. F. (n), Seide; nndl. zijde, Sb., Seide; frz. soie, F., Seide; nschw. siden, N., Seide; GB.: (sīda) seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den seit etwa 5200 Jahren von Menschen für Kleidungsstücke verwendeten sehr feinen dünnen und bis zu 100 Meter langen Faden von dem Kokon des bei der Verwertung als Seide getöteten Seidenspinners oder Seidenwurms die der Mensch inzwischen auch künstlich (Kunstseide) herstellen kann; BM.: binden; F.: Seide, Seiden+FW; Z.: Sei-d-e
Seidel, nhd. (dial.), N., (13. Jh.): nhd. Seidel, Bierglas, Flüssigkeitsmaß von einem halben Liter; ne. seidel, pint; Vw.: -; Hw.: s. Situla; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. sīdel (2), st. N., Seidel; lat. situla, F., Situla, Eimer, Krug (M.) (1), Urne, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Seidel, Kluge s. u. Seidel, EWD s. u. Seidel, DW 16, 177, Duden s. u. Seidel, Bluhme s. u. Seidel; Son.: vgl. frz. seau, M., Eimer; nschw. sejdel, Sb., Seidel; nnorw. seidel, M., Bierkrug; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein Flüssigkeitsmaß (von einem halben Liter); BM.: Eimer; F.: Seidel, Seidels, Seideln+EW; Z.: Seidel
Seidelbast, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Seidelbast, Zeiland, Kellerhals, Beißbeere, Pfefferstrauch, ein Strauch; ne. tintorell, garland flower; Vw.: -; Hw.: s. Zeidler; Q.: 1551; E.: s. mhd. zīdelbast, st. M., Seidelbast, Kellerhals; die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt, es fand wohl eine Anlehnung an Seide statt; Hinterglied s. nhd. Bast; L.: Kluge 1. A. s. u. Seidelbast, Kluge s. u. Seidelbast, DW 15, 178, (Zeidelbast) 31, 497, EWD s. u. Seidelbast, Duden s. u. Seidelbast; GB.: seit 1551 belegte Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche als Strauch wachsende Pflanze mit roten und duftenden und vor den Blättern erscheinenden Blüten sowie erbsengroßen und hochgiftigen Steinfrüchten; F.: Seidelbast, Seidelbasts, Seidelbastes, Seidelbaste, Seidelbasten+EW(?); Z.: Seid-el-bas-t
$seiden, nhd., Adj., (11./12. Jh.?): nhd. seiden, Seide betreffend, aus Seide hergestellt; E.: s. Seid(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Seide, DW 16, 178, EWD s. u. Seide; GB.: vielleicht seit 11./12. Jh. belegte und aus Seid(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Seide betreffend oder aus Seide hergestellt; F.: seiden, seidene, seidenes, seidenem, seidenen, seidener+FW(+EW); Z.: seid-en
Seife, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Seife, ein Reinigungsmittel; ne. soap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. seife, sw. F., Seife; mnd. sēpe, seipe, seepe, cepe, F., Seife; mnl. sēpe, F., Seife, Harz; ahd. seifa, sw. F. (n), Seife, Harz; as. sêpa*, sw. F. (n?), Seife; anfrk. -; germ. *saipjō-, *saipjōn, *saipō-, *saipōn, Sb., Seife; vgl. idg. *seip-, *seib-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 894 (1554/26) (RB. idg. aus ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seife, Kluge s. u. Seife, DW 16, 188, EWD s. u. Seife, Falk/Torp 440, EWAhd 7, 1044, Duden s. u. Seife, Bluhme s. u. Seife; Son.: vgl. afries. sēpe, F., Seife; nwestgris. sépe, sjippe, F., Seife; saterl. seepe, F., Seife; ae. sāpe, sw. F. (n), Seife, Harz; an. sāpa, sw. F. (n), Seife; got. -; nndl. zeep, Sb., Seife; nschw. såpa, F., Seife; nnorw. såpe, M., F., Seife; lat. sāpo, M., Seife, Haarsalbe (aus dem Germanischen übernommen); ? lat. sēbum, N., Talg; ? toch. A sip-, sep-, V., salben; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit rund 4500 Jahren entwickeltes und meist in Form von handlichen Stücken eines festen fetten Stoffes wie Kokosfett oder Knochenfett aber auch in flüssiger oder pastenartiger Form hergestelltes wasserlösliches Reinigungsmittel zu dem Waschen das besonders in der Körperpflege verwendet wird; F.: Seife, Seifen+EW; Z.: Seif-e
$seifen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. seifen; Vw.: s. ab-, ein-; E.: s. Seif(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Seife, DW 16, 190, EWD s. u. Seife; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Seif(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit Seife seitens des Menschen bearbeiten und dadurch reinigen; F.: seifen (!), seife (!), seifst, seift, seifest, seifet, seifte, seiftest, seiften, seiftet, geseift, ##geseift, geseifte, geseiftes, geseiftem, geseiften, geseifter##, seifend, ###seifend, seifende, seifendes, seifendem, seifenden, seifender###, seif (!)+EW; Z.: seif-en
$Seifenblase, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Seifenblase; E.: s. Seif(e), s. en (Suff.), s. Blase; L.: DW 16, 191, EWD s. u. Seife; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Seif(e) und en (Suff.) sowie Blase gebildete Bezeichnung für eine als dünner schillernder Film für kurze Zeit Menschen mögliche Blase aus Seifenschaum oder Seifenwasser die meist rasch zerplatzt; F.: Seifenblase, Seifenblasen+EW; Z.: Seif-en—bla-s-e
$Seifensieder, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Seifensieder, einfältiger Mensch; E.: s. Seif(e), s. en (Suff.), s. Sieder; L.: EWD s. u. Seife, DW 16, 194; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Seif(e) und en (Suff.) sowie Sieder gebildete Bezeichnung für einen Seife durch Sieden herstellenden Handwerker oder auch einen einfältigen Menschen sowie einen Taschendieb; F.: Seifensieder, Seifensieders, Seifensiedern+EW; Z.: Seif-en-sie-d-er
Seige, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Seige, Abflussrinne, Senkung, Neigung; ne. gutter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Seiger, seiger; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. seige (1), st. F., Senkung, Neigung, Niedersinken, Fall, Richtung, Waffenrichtung, Demut, Visierung, Eichzeichen; s. mhd. seigen, sw. V., senken, zielen auf, neigen, schleudern, werfen, niederwerfen; ahd. seigen* (1), sw. V. (1a), sinken machen; germ. *saigjan, sw. V., sinken lassen; vgl. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Seige, DW 16, 196, Duden s. u. Seige; GB.: seit um 1210 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vertiefte Rinne in der Grubenwasser ablaufen kann oder abläuft; BM.: gießen bzw. rinnen; F.: Seige, Seigen+EW; Z.: Sei-g-e
seiger, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. seiger, senkrecht, abgestanden, unklar, matt; ne. vertical; Vw.: -; Hw.: s. Seige, Seiger; Q.: 13. Jh.; E.: von mhd. seigen, sw. V., senken, zielen auf, wägen, prüfen; s. ahd. seigen*, sw. V. (1a), sinken machen; germ. *saigjan, sw. V., sinken lassen; vgl. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. seiger, DW 16, 199, Falk/Torp 440, Heidermanns 461, EWAhd 7, 1051, Duden s. u. seiger; Son.: s. ahd. seigar, Adj., langsam tröpfelnd; mhd. seiger, Adj., langsam, tröpfelnd, zäh tröpfelnd, matt, schal; mnd. sēger (1), seiger, seygher, seyger, seger, Adj., schal, kamig, trübe, unklar; mnl. seiger, Adj., seiger; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für senkrecht oder abgestanden oder matt; BM.: gießen bzw. rinnen; F.: seiger+EW; Z.: sei-g-er
Seiger, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Seiger, Turmuhr, Uhr, Waage; ne. tower clock (N.); Vw.: -; Hw.: s. Seige, seiger; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. seigære, seiger, st. M., Waage, Münzwaage, Uhr, Falkenart; mnd. seigære*, seyger, seiger, seygher, zeygher, zeger, zeiger, sēer, sēger, segir, M., N., Waage zur Prüfung der Münzsorten, Uhrwerk, Turmuhr; s. mhd. seigen, sw. V., senken, zielen auf, wägen, prüfen; s. ahd. seigen*, sw. V. (1a), sinken machen; germ. *saigjan, sw. V., sinken lassen; vgl. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Seiger, DW 16, 197, Duden s. u. Seiger; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für eine Waage oder eine an einem Turm befindliche Uhr oder eine Falkenart; BM.: gießen bzw. rinnen; F.: Seiger, Seigers, Seigern+EW; Z.: Sei-g-er
Seihe, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Seihe, Seiher; ne. sieve (N.), colander; Vw.: -; Hw.: s. seihen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sīhe, sīge, st. F., sw. F., Seihe; mnd. sīe, sie, sīge, sige, zie, sighe, zyghe, sigge, zigge, F., Seihe, Vorrichtung zu einem Seihen, Vorrichtung zu einem Reinigen von Flüssigkeiten, Einrichtung bei einer Wassermühle um mitgeschwemmtes Holz vor dem Wasserrad zurückzuhalten?; mnl. sie, F., Seihe, Seiher; ahd. sīha, sīga*, st. F. (ō), Seihe, Seiher, Durchschlag; as. -; anfrk. -; germ. *seihwō-, *seihwōn, sw. F. (n), Seiher, Sieb; germ. *sihwō-, *sihwōn, sw. F. (n), Seiher, Sieb; s. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889; L.: Kluge 1. A. s. u. Seihe, DW 16, 205, Falk/Torp 390, EWAhd 7, 1200, Duden s. u. Seihe; Son.: vgl. afries. -; ae. siohhe, seohhe, sw. F. (n), Seihe, Seiher; an. sīa (1), sw. F. (n), Sieb; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Werkzeug durch das man etwas fließen oder rinnen oder tröpfeln lässt; BM.: gießen bzw. rinnen; F.: Seihe, Seihen+EW; Z.: Sei-h-e
seihen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. seihen, durchseihen, durch ein Sieb gießen oder schütten; ne. filter (V.), sieve (V.); Vw.: -; Hw.: s. Seihe, sickern, seicht?, versiegen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sīhen, st. V., seihen, fließen; mhd. seihen, seigen, sw. V., seihen, absondern; mnd. sīen, sīgen, syen, zien, sighen, syghen, sw. V., st. V., seihen, filtrieren, sieben (V.), beuteln, durchsickern, tröpfeln, lecken, Flüssigkeit absondern, nässen; mnl. sein, sein, V., seihen, tropfen, rinnen lassen; ahd. sīhan*, st. V. (1b), seihen, herausseihen, durchseihen, läutern; ahd. seigen* (2), sw. V. (1a), seihen, sichten (V.) (2); as. sīgan*, st. V. (1a), sinken, einherziehen; anfrk. -; germ. *seihwan, st. V., seihen; idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; s. idg. sei-, soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. seihen, Kluge s. u. seihen, DW 16, 205, EWD s. u. seihen, Falk/Torp 439, EWAhd 7, 1200, Seebold 389, Duden s. u. seihen, Bluhme s. u. seihen; Son.: vgl. afries. sīa (1), st. V. (1), seihen, tröpfeln; ae. síon, séon (2), st. V.?, sw. V.?, seihen, laufen, tröpfeln, sickern; ae. sīgan (2), st. V. (1), seihen, tröpfeln, austrocknen; an. sīa (3), sw. V., seihen; got. -; ndän. (dial.), sige, V., sinken, fallen, seihen; nnorw. (dial.). siga, V., rinnen, tröpfeln; ai. siñcáti, V., gießt aus, befeuchtet; gr. ἠθεῖν (ēthein), ἤθειν (ḗthein), V., durchseihen, seihen, sieben (V.); lit. sijóti, V., durchseihen; ksl. sěti, V., sieben (V.); GB.: (seigen) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und mit sīhan, st. V. und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes seihen oder durch ein Sieb gießen oder schütten; BM.: tröpfeln; F.: seihen, seihe (!), seihst (!), seiht (!), seihest, seihet (!), seihte, seihtest, seihten, seihtet, geseiht, ##geseiht, geseihte, geseihtes, geseihtem, geseihten, geseihter##, seihend, ###seihend, seihende, seihendes, seihendem, seihenden, seihender###, seih (!)+EW; Z.: sei-h-en
$Seiher, Seiger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Seiher; E.: s. seih(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. seihen, DW 16, 207; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus seih(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem Seihen oder Reinigen von Flüssigkeiten durch das man etwas fließen oder rinnen oder tröpfeln lässt; F.: Seiher, Seihers, Seihern+EW; Z.: Sei-h-er
Seil, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Seil, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1); ne. rope (N.); Vw.: -; Hw.: s. seilen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. seil, st. N., Schnur (F.) (1), Seil, Strick (M.) (1); mnd. sēl (2), seil, seel, seyl, sehel, sell, N., Seil, Strick (M.) (1), Strang, Tau (N.), Tau (N.) zum Zusammenbinden, Tau (N.) zum Zusammenhalten; mnl. seel, N., Seil, Tau (N.), Band (N.), Strick (M.) (1); ahd. seil, st. N. (a), Seil, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Tau (N.), Messschnur, Anteil; as. sêl*, st. N. (a), Seil, Strick (M.) (1), Zügel (M.); anfrk. -; germ. *saila-, *sailam, st. N. (a), Seil; s. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seil, Kluge s. u. Seil, DW 16, 208, EWD s. u. Seil, Falk/Torp 438, EWAhd 7, 1056, Duden s. u. Seil, Bluhme s. u. Seil; Son.: vgl. afries. sêl, sêle, st. N. (a), Seil; ae. sāl, st. M. (a), st. F. (ō), Seil, Strick (M.) (1), Zügel, Fessel (F.) (1); an. seil, st. F. (ō), Seil, Band (N.); got. *sail, *sails, st. M.?, N.?(a), Seil; nndl. zeel, N., Seil; nisl. seil, F., Seil, Band (N.), Tau (N.); ksl. silo, Sb., Seil; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus festen Fäden zusammengedrehtes Gebilde für ein Festbinden oder Festschnüren; BM.: binden; F.: Seil, Seiles, Seils, Seile, Seilen+EW; Z.: Sei-l
seilen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. seilen, Seil machen, Seil verwenden, mit Seilen versehen (V.); ne. rope (V.); Vw.: -; Hw.: s. Seil; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. seilen, sw. V., Seile machen, Seile drehen, mit Seilen versehen (V.), mit Seilen befestigen, fesseln, festbinden, anleinen; mnd. sēlen (1), seilen, sw. V., seilen, binden, fesseln, an die Leine legen, zusammenbinden, mit Seilen befestigen; ahd. *seilen?, sw. V. (1a); as. *sêlian?, sw. V. (1a), seilen; anfrk. -; germ. *sailjan, sw. V., seilen, an Seilen ziehen; vgl. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Seil, DW 16, 219, EWD s. u. seilen, Duden s. u. seilen; Son.: vgl. afries. sêla, sw. V. (1), seilen, binden; ae. sǣlan (2), sw. V. (1), seilen, binden, fesseln, befestigen, zügeln, einsperren; an. seilast, sw. V., die Hände so weit wie möglich ausstrecken, sich bemühen; got. *sailjan, sw. V. (1), seilen; GB.: seit um 1150 belegte und aus Seil und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Seil machen und verwenden; BM.: binden; F.: seilen (!), seile (!), seilst, seilt, seilest, seilet, seilte, seiltest, seilten, seiltet, geseilt, ##geseilt, geseilte, geseiltes, geseiltem, geseilten, geseilter##, seilend, ###seilend, seilende, seilendes, seilendem, seilenden, seilender###, seil (!)+EW; Z.: sei-l-en
$Seiler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Seiler; E.: s. Seil, s. seil(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Seil, DW 16, 221, EWD s. u. Seil; GB.: seit 1288 belegte und aus Seil und seil(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Arbeitsteilung schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Seile anfertigenden Handwerker (lat. funitortor); F.: Seiler, Seilers, Seilern+EW; Z.: Sei-l-er
$Seilschaft, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Seilschaft; E.: s. Seil, s. schaft; L.: EWD s. u. Seil, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Seil und schaft gebildete Bezeichnung für mehrere durch ein tatsächliches oder gedankliches Seil zu einer Einheit oder Zusammenarbeit verbundene Menschen; F.: Seilschaft, Seilschaften+EW; Z.: Sei-l-schaf-t
$Seiltänzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Seiltänzer; E.: s. Seil, s. Tänzer; L.: DW 16, 225, EWD s. u. Seil; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. funambulus aus Seil und Tänzer gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen auf einem Seil in der Luft tänzelnd ohne abzustürzen gehenden Menschen (lat. funambulus); F.: Seiltänzer, Seiltänzers, Seiltänzern+EW+FW?; Z.: Sei-l—tänz-er
Seim, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Seim, dickflüssiger Saft, Honig; ne. mucilage; Vw.: -; Hw.: s. sämig; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. seim, st. M., Seim, Honigseim; mnd. sēm (1), seem, zem, zeem, sēme, seime, M., Seim, Honigseim; mnl. seem, M., Seim, Honig; ahd. seim, st. M. (a)?, Seim, Honigseim, Honig, Nektar, Binse?; as. sêm*, st. M. (a?), Seim, Nektar; anfrk. -; germ. *saima-, *saimaz, st. M. (a), Seim, Flüssigkeit, Honig; idg. *seim-, Sb., Seim, Pokorny 889; vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seim, Kluge s. u. Seim, DW 16, 226, EWD s. u. sämig, Falk/Torp 422, EWAhd 7, 1060, Duden s. u. Seim, Bluhme s. u. Seim; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. seimr (2), st. M. (a), Honigscheibe, Honig; got. -; nndl. zeem, Sb., Seim; nisl. seimur, M., Seim, Honig; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche dickflüssige kleberige und zähe Flüssigkeit wie beispielsweise Honig; BM.: tröpfeln bzw. feucht; F.: Seim, Seimes, Seims, Seime, Seimen+EW; Z.: Sei-m
$seimig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. seimig, dickflüssig, wie Seim seiend; E.: s. Seim, s. ig; L.: DW 16, 118, EWD s. u. sämig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Seim und ig gebildete Bezeichnung für dickflüssig oder wie Seim seiend; F.: seimig, seimige, seimiges, seimigem, seimigen, seimiger(, seimigere, seimigeres, seimigerem, seimigeren, seimigerer, seimigst, seimigste, seimigstes, seimigstem, seimigsten, seimigster)+EW; Z.: sei-m-ig
sein (1), nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. sein (Poss.-Pron.); ne. his; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. sīn, Poss.- Pron., sein (Poss-Pron.); mnd. sīn (2), Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); mnl. sijn, Pron., sein (Poss.-Pron.); ahd. sīn (1), Poss.-Pron., sein (Pron.); as. sīn, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); anfrk. sīn (2), Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); germ. *sīna-, *sīnaz, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Poss.-Pron.), eigen, Pokorny 882; idg. *seu̯o-, *su̯o-, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.), Pokorny 882; idg. *seinos, su̯einos, Pron., sein (Poss.-Pron.), Kluge s. u. sein; L.: Kluge 1. A. s. u. sein, Kluge s. u. sein 1, DW 16, 345, EWD s. u. sein (Poss.-Pron.), Falk/Torp 421, EWAhd 7, 1240, Duden s. u. sein, Bluhme s. u. sein 1; Son.: Poss.-Pron.; vgl. afries. sīn, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); ae. sīn (2), Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.), ihr (Poss.-Pron.); an. sinn (2), Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); got. seins, st. refl. Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.), ihr (Poss.-Pron.); nndl. zijn, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); nschw. sin, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); nnorw. sin, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.); GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine personale Zuordnung zu einem dritten Menschen (neben mein und dein); BM.: ?; F.: sein+EW; Z.: sei-n
sein (2), nhd., V., (6. Jh.): nhd. sein (V.), dasein, existieren; ne. be (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 6. Jh. (Runeninschrift); E.: mhd. sīn, anom. V., sein (V.), bedeuten; mnd. sīn (1), st. V., sein (V.); ahd. sīn (2), anom. V., sein (V.), werden, geschehen, sich ereignen, gehören, kommen, vorkommen, da sein (V.); as. sīn (2), anom. V., sein (V.); anfrk. *sīn (1)?, anom. V., sein (V.); germ. *es-, anom. V., sein (V.); idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sein, Kluge s. u. sein 2, DW 16, 228, EWD s. u. sein (V.), Falk/Torp 27, Seebold 176, EWAhd 7, 1332, Duden s. u. sein, Bluhme s. u. sein 2; Son.: unreg. V.; vgl. afries., is, 3. Pers. Sg., er ist; ae. sīn (1), anom. V., sein (V.); an. es (2), er, 3. P. Sg. Präs.; got. *sunjanē?, Adv.; nndl. zijn, V., sein (V.); ai. ásti, V., ist; air. is, V., ist; lit. esmì, V., sein (V.); ksl. jesmĭ, V., sein (V.); heth. ēšzi, V., sind?; GB.: seit 1. Hälfte 6. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung (Zeitwort) für einen jeweils gegenwärtigen Zustand in Gegensatz zu Vergangenheit und Zukunft; BM.: ?; F.: sein, bin, bist, ist, sind, seid, sei, seist, seiest, seien, seiet, war, warst, waren, wart, wäre, wärest, wärt, wären, wäret, gewesen, ##gewesen, gewesene, gewesenes, gewesenem, gewesenen, gewesener##, seiend, ###seiend, seiende, seiendes, seiendem, seienden, seiender###, sei+EW; Z.: sei-n
$Sein, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Sein; Vw.: s. Bewusst-, (Da-,)Klassenbewusst-; E.: s. sein (V.); GB.: seit 14. Jh. belegte aus sein gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Bestehen oder Leben oder Wirklichkeit; F.: Sein, Seins+EW; Z.: Sei-n
seism..., nhd., Partikel: nhd. seism...; Vw.: s. seismo...
seismisch, nhd., Adj., (19. Jh.).: nhd. seismisch, Erdbeben betreffend, Erdbebenkunde betreffend; ne. seismic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σεισμός (seismós), M., Erschütterung, Erdbeben; vgl. idg. *tu̯ei- (2), V., erregen, bewegen, schütteln, Pokorny 1099 (1911/88) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Duden s. u. seismisch; Son.: vgl. nndl. seismisch, Adj., seismisch; frz. sismique, Adj., seismisch; nschw. seismisk, Adj., seismisch; nnorw. seismis, Adj., seismisch; nir. seismeach, Adj., seismisch; lit. seisminis, Adj., seismisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus seism und isch gebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Erdbeben betreffend oder Erdbebenkunde betreffend; BM.: bewegen; F.: seismisch, seismische, seismisches, seismischem, seismischen, seismischer+FW+EW; Z.: sei-s-m-isch
seismo..., seism..., nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. seismo..., seism..., Erdbewegungen betreffend; ne. seismo..., seism...; Vw.: s. -graph; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σεισμός (seismós), M., Erschütterung, Erdbeben; vgl. idg. *tu̯ei- (2), V., erregen, bewegen, schütteln, Pokorny 1099 (1911/88) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1091; Son.: vgl. nndl. seismo..., Präf., seismo...; frz. sismo..., seismo..., Präf., seismo...; nschw. seismo..., Präf., seismo...; nnorw. seismo..., Präf., seismo...; poln. sejsmo..., Präf., seismo...; kymr. seismo..., Präf., seismo...; lit. seismo..., Präf., seismo...; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von mit Erdbewegungen zusammenhängenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: bewegen; F.: seismo..., seism...+FW; Z.: sei-sm-o-
Seismograph, Seismograf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Seismograph, Seismograf, Seismometer; ne. seismograph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σεισμός (seismós), M., Erschütterung, Erdbeben; vgl. idg. *tu̯ei- (2), V., erregen, bewegen, schütteln, Pokorny 1099 (1911/88) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Seismograph, EWD s. u. Seismograph, Duden s. u. Seismograph; Son.: vgl. nndl. seismograaf, Sb., Seismograph; frz. sismographe, seismographe, M., Seismograph; nschw. seismograf, Sb., Seismograph; nnorw. seismograf, M., Seismograph; poln. sejsmograf, M., Seismograph; kymr. seismograff, M., Seismograph; lit. seismografas, M., Seismograph; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Verzeichnung und Messung von sachlich seit Entstehung der Welt und Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Erschütterungen des Erdbodens durch Vorgänge oder Ereignisse in dem Erdinneren; BM.: bewegen, ritzen; F.: Seismograph, Seismographen, Seismograf, Seismografen+FW; Z.: Sei-sm-o-graph
seit, nhd., Präp., Konj., (8. Jh.): nhd. seit, von dem Zeitpunkt an, von da an; ne. since, for, as for; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. sīt, Adv., Präp., Konj., seitdem, darauf, nachher, späterhin, seit, nachdem; mnd. sīt, Adv., später, fernerhin; s. mnl. side, Adj, spät; ahd. sīd, Präp., Adv., Konj., seit, seitdem, nach, nachdem, weil, von da an, hernach, später; as. sīth (2), Adv., später, nachher, seitdem, wann; germ. *seiþi-, *seiþiz, *sīþi-, *sīþiz, Adv., später; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen, Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. seit, Kluge s. u. seit, DW 16, 370, EWD s. u. seit, Falk/Torp 438, EWAhd 7, 1175, Duden s. u. seit, Bluhme s. u. seit; Son.: vgl. afries. sether, Adv., sodann, nachher; ae. sīþ (5), Adv., Präp., nach, seit; ae. sīþra, Adj., Adv., spätere, später; an. sīðr (2), Adv., weniger, kaum; got. *seiþs, Adv., später; vgl. nschw. sedan, Präp., Konj., seit; nnorw. siden, Präp., Konj., seit; GB.: seit 8. Jh. belegte Bezeichnung zu einer Angabe des Zeitpunkts zu dem oder der Zeitspanne bei deren Beginn ein noch anhaltender Zustand oder Vorgang begonnen hat; BM.: senden; F.: seit+EW; Z.: sei-t
$seitdem, nhd., Konj., Adv., (17. Jh.): nhd. seitdem, seither,von da an; Q.: um 1700; E.: s. seit, s. dem (der); L.: EWD s. u. seit, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus seit und dem (Zeitpunkt) gebildete Bezeichnung für von da an; F.: seitdem+EW; Z.: sei-t—de-m
Seite, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Seite, Flanke, Grenzfläche; ne. side (N.); Vw.: s. Web-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sīte, sw. F., st. F., Seite, Richtung, Flanke, Hüfte; mnd. sīde (1), siide, syde, zide, zigde, F., Seite, Gegend, Teil eines (menschlichen) Körpers, Weiche (F.) (1), Seitenfläche; mnl. sīde, F., Seite, seitliche Berührung, Rand, Kante, Flanke; ahd. sīta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Seite, Hüfte, Lende; as. sīda* (1), st. F. (ō), Seite, Lende; anfrk. sīda, F., Seite, Kante; germ. *seidō, *sīdō, st. F. (ō), Seite, Flanke, Rand, Strand; germ. *seidō-, *seidōn, *sīdō-, *sīdōn, sw. F. (n), Seite, Flanke, Rand, Strand; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen, Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seite, Kluge s. u. Seite, DW 16, 379, EWD s. u. Seite, Falk/Torp 439, Heidermanns 475, EWAhd 7, 1284, Duden s. u. Seite, Bluhme s. u. Seite; Son.: vgl. afries. sīde (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Seite, Richtung, Partei; saterl. side; ae. sīde (1), sw. F. (n), Seite; an. sīða (1), sw. F. (n), Seite, Strand, Ufer, Küste; got. -; nndl. sijde, zijde, F., Seite, Kante, Rand; nschw. sida, Sb., Seite; nnorw. side, M., F., Seite; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von mehreren ebenen Flächen (Seiten oder Flanken) die einen Körper oder Gegenstand begrenzen; BM.: senden; F.: Seite, Seiten+EW; Z.: Sei-t-e
$Seitengewehr, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Seitengewehr; E.: s. Seit(e), s. en (Suff.), s. GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Seit(e) und en (Suff.) sowie Gewehr gebildete Bezeichnung für eine an der Seite getragene blanke Waffe wie einen Degen oder Säbel oder Hirschfänger der bei Bedarf vorne auf ein Gewehr aufgepflanzt werden konnte oder kann; L.: Kluge s. u. Gewehr, DW 16, 394, EWD s. u. Gewehr; F.: Seitengewehr, Seitengewehres, Seitengewehrs, Seitengewehre, Seitengewehren+EW; Z.: Sei-t-en—ge—wehr
$seitens, nhd., Präp., (19. Jh.): nhd. seitens, von Seiten; E.: s. Seite, s. ns (Suff.); L.: EWD s. u. Seite, s. DW 16, 397 (Verweis); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Seite und ns (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Seiten; F.: seitens; Z.: sei-t-en-s
$Seitensprung, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Seitensprung; E.: s. Seit(e), s. en, s. Sprung; L.: EWD s. u. Seite, DW 16, 397; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Seit(e) und en (Suff.) sowie Sprung gebildete Bezeichnung für einen tatsächlichen Sprung vor einer Gefahr zu einer Seite und (übertragen) ein von der Natur durch sexuelle Reize und Versuchungen gefördertes und von Verhaltensregeln abgelehntes außereheliches Verhalten eines Ehegatten während einer Ehe; F.: Seitensprung, Seitensprunges, Seitensprungs, Seitensprünge, Seitensprüngen+EW; Z.: Sei-t-en-s-pr-ung
$seither, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. seither, seitdem, von da an; E.: s. seit, s. her; L.: DW 16, 401, EWD s. u. seit; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus seit und her gebildete Bezeichnung für seitdem; F.: seither+EW; Z.: sei-t—her
$seitig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. seitig, Seite betreffend; Vw.: s. beider-, beid-, gegen-; E.: s. Seit(e), s. ig; L.: DW 16, 402; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Seit(e) und ig gebildete Bezeichnung für Seite betreffend; F.: seitig, seitige, seitiges, seitigem, seitigen, seitiger+EW; Z.: sei-t-ig
$seitlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. seitlich, auf der Seite befindlich; E.: s. Seit(e), s. lich; L.: DW 16, 401, EWD s. u. Seite; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Seit(e) und lich gebildete Bezeichnung für auf der Seite befindlich; F.: seitlich, seitliche, seitliches, seitlichem, seitlichen, seitlicher(, seitlichere, seitlicheres, seitlicherem, seitlicheren, seitlicherer, seitlichst, seitlichste, seitlichstes, seitlichstem, seitlichsten, seitlichster)+EW; Z.: sei-t—lich
$...seits, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. ...seits, Seite betreffend; Vw.: s. anderer-, dies-(, einer-, jen-, meiner-); E.: s. Seit(e), s. s (Suff.); L.: DW 16, 402, EWD s. u. Seite; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Seit(e) und s (Suff.) gebildete Bezeichnung für Seite betreffend; F.: …seits+EW; Z.: -sei-t-s
sekkieren, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. sekkieren, ärgern, belästigen, zusetzen; ne. pester; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. seccāre; E.: s. lat. siccāre, V., trocknen, trocken machen, austrocknen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. siccus, Adj., trocken, tränenlos, durstig, nüchtern, enthaltsam; idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: DW 16, 403, Duden s. u. sekkieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und unter Bedeutungsänderung umgebildete Bezeichnung für ärgern oder belästigen oder zusetzen; BM.: trocken; F.: sekkieren, sekkiere, sekkierst, sekkiert, sekkierest, sekkieret, sekkierte, sekkiertest, sekkierten, sekkiertet, ##sekkiert, sekkierte, sekkiertes, sekkiertem, sekkierten, sekkierter##, sekkierend, ###sekkierend, sekkierende, sekkierendes, sekkierendem, sekkierenden, sekkierender###, sekkier (!)+FW; Z.: sekk-ier-en
Sekret, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Sekret, Absonderung; ne. secretion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. lat. sēcrētum; E.: s. lat. sēcrētum, N., Abgesondertes, Geheimes, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. sēcrētus, Adj., geheim, abgesondert; lat. sēcernere, V., absondern, ausscheiden, trennen; lat. sē, sēd, Präp., ohne, beiseite; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Sekret, DW 16, 403, EWD s. u. Sekretion, Duden s. u. Sekret; Son.: vgl. nndl. secreet, Sb., Secret; frz. sécrétion, F., Sekret; nschw. sekret, N., Sekret; nnorw. sekret, N., Sekret; poln. sekret, M., Sekret; kymr. secretiad, M., Sekret; lit. sekretas, M., Sekret; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich mögliche Bildung und Absonderung von Stoffen durch Drüsen; BM.: für sich, schneiden; F.: Sekret, Sekrets, Sekretes, Sekrete, Sekreten+FW; Z.: Se-kre-t
Sekretär, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sekretär, Assistent; ne. secretary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. sēcrētārius; E.: s. mnd. secretære*, secretēr, secrēteer, M., Sekretär, Geheimsekretär, studierter Stadtschreiber, das Sekretsiegel Führender, Beamter im bischöflichen Dienst; lat. sēcrētārius, M., Sekretär, Geheimschreiber; vgl. lat. sēcrētus, Adj., geheim, abgesondert; lat. sēcernere, V., absondern, ausscheiden, trennen; lat. sē, sēd, Präp., ohne, beiseite; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Sekretär, EWD s. u. Sekretär, DW 16, 405, Duden s. u. Sekretär; Son.: vgl. nndl. secretaris, Sb., Sekretär; frz. secrétaire, M., Sekretär; nschw. sekreterare, Sb., Sekretär; nnorw. sekretær, M., Sekretär; poln. sekretarzyk, M., Sekretär; lit. sekretorius, M., Sekretär; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für jemand der für einen anderen Schreibarbeiten abwickelt und technisch-organisatorische Aufgaben erledigt (Assistent); BM.: für sich, schneiden; F.: Sekretär, Sekretäres, Sekretärs, Sekretäre, Sekretären+FW; Z.: Se-kre-t-är
$Sekretariat, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sekretariat; E.: s. Sekretär; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sekretär; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Sekretär und dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie aus dem Französischen (secrétariat) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Geschäftsstelle in der jemand für einen anderen Schreibarbeiten abwickelt und technisch-organisatorische Aufgaben erledigt; F.: Sekretariat, Sekretariate, Sekretariaten+FW; Z.: Se-kre-t-ar-i-at
$Sekretärin, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sekretärin; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Sekretär, s. in; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sekretär; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Sekretär und in gebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit die Aufgaben eines Sekretärs übernehmende und für einen anderen Schreibarbeiten abwickelnde und technisch-organisatorische Aufgaben erledigende Frau; F.: Sekretärin, Sekretärinnen+FW(+EW); Z.: Se-kre-t-är-in
$Sekretion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sekretion, Absonderung, Trennung; E.: s. lat. secretio; Q.: um 1700; L.: EWD s. u. Sekretion, fehlt DW; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Absonderung oder Trennung von Sekreten; F.: Sekretion, Sekretionen+FW+EW; Z.: Se-kre-t-io-n
Sekt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sekt, Schaumwein; ne. champagne, sparkling wine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. vin sec; E.: s. mnd. sēkt, Sb., Sekt, Wein aus getrockneten Trauben; frz. vin sec, M., trockener Wein; it. (vino) secco, M., trockener Wein; vgl. lat. siccus, Adj., trocken, tränenlos, durstig, nüchtern, enthaltsam, (um 250-184 v. Chr.); idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893? (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sekt, Kluge s. u. Sekt, DW 16, 406, EWD s. u. Sekt, Duden s. u. Sekt, Bluhme s. u. Sekt; Son.: vgl. nnorw. sekt, M., Sekte; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen (vin sec) aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen durch Nachgärung hergestellten und verwendeten Schaumwein; BM.: tröpfeln bzw. rinnen; F.: Sekt, Sektes, Sekts, Sekte, Sekten (!)+FW; Z.: Se-k-t
Sekte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Sekte, abgespaltene Glaubensgemeinschaft; ne. sect, cult; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. secte, st. F., sw. F., Sekte; mnd. secte, secta, F., Sekte, religiöser Orden, Teil, Abteilung, glaubensmäßige Abspaltung, Irrlehre, Ketzerei, Zwietracht; lat. secta, F., Abgeschnittenes, Sekte; vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sekte, EWD s. u. Sekte, DW 16, 406, Duden s. u. Sekte, Bluhme s. u. Sekte; Son.: vgl. nndl. sekte, Sb., Sekte; frz. secte, F., Sekte; nschw. sekt, Sb., Sekte; nnorw. sekt, M., F., Sekte; poln. sekta, F., Sekte; kymr. sect, F., Sekte; nir. seict, F., Sekte; lit. sekta, F., Sekte; GB.: seit um 1190 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleinere religiöse Glaubensgemeinschaft die in meist radikaler und einseitiger Weise bestimmte Ideologien oder religionsähnliche Grundsätze vertritt die nicht den ethischen Grundwerten der Gesellschaft entsprechen; BM.: schneiden; F.: Sekte, Sekten+FW(+EW?); Z.: Sek-t-e
$Sektierer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sektierer; E.: s. Sekt(e), s. ier (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Sekte, DW 16, 408, EWD s. u. Sekte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sekt(e) und ier (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Gründer oder Anhänger einer Sekte; F.: Sektierer, Sektierers, Sektierern+FW; Z.: Sek-t-ier-er
Sektion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sektion, Abteilung, Öffnung einer Leiche; ne. section; Vw.: (s. Vivi-); Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sectio; E.: s. lat. sectio, F., Schneiden (N.), Abschneiden, Zerschneiden, Sektion, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sektion, DW 16, 408, EWD s. u. Sektion, Duden s. u. Sektion; Son.: vgl. nndl. sectie, Sb., Sektion; frz. section, Sektion; nschw. sektion, Sb., Sektion; nnorw. seksjon, M., Sektion; poln. sekcja, F., Sektion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Abteilung (innerhalb einer Organisation) oder die Öffnung einer Leiche; BM.: schneiden; F.: Sektion, Sektionen+FW+EW; Z.: Sek-t-io-n
Sektor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sektor, Teil, Bereich, Ausschnitt; ne. sector; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sector; E.: s. lat. sector, M., Schneider, Abschneider, Zerschneider, Aufkäufer, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sektor, EWD s. u. Sektor, DW 16, 409, Duden s. u. Sektor; Son.: vgl. nndl. sector, Sb., Sektor; frz. secteur, M., Sektor; nschw. sektor, Sb., Sektor; nnorw. sektor, M., Sektor; poln. sektor, M., Sektor; kymr. sector, M., Sektor (astr.); lit. sektorius, M., Sektor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen Schneidenden oder einen Teil oder Bereich oder Ausschnitt eines Ganzen; BM.: schneiden; F.: Sektor, Sektors, Sektoren+FW; Z.: Sek-t-or
Sekundant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Sekundant, Beistand, Berater, Zeuge; ne. second (M.); Vw.: -; Hw.: s. sekundieren; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. secundāns; E.: s. lat. secundāns, (Part. Präs.=)Adj., begünstigend, beglückend; vgl. lat. secundāre, V., begünstigen, beglücken, gefällig sein (V.), nachgeben; vgl. lat. secundus, Adj., folgend, zweite, nächste, geringere, schlechtere, geringerwertig, nachstehend; vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sekundieren, EWD s. u. sekundieren; Son.: vgl. nschw. sekundant, Sb., Sekundant; nnorw. sekundant, M., Sekundant; poln. sekundant, M., Sekundant; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für jemanden der einem anderen bei einem Duell oder einer Mensur als Beistand oder Berater oder Zeuge hilft; BM.: folgen; F.: Sekundant, Sekundanten+FW(+EW?); Z.: Sek-und-ant
sekundär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sekundär, zweitrangig, nachgeordnet; ne. secondary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. secundārius; E.: s. lat. secundārius, Adj., zweite der Ordnung nach, von der zweiten Sorte seiend, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. secundus, Adj., folgend, zweite, nächste, geringere, schlechtere, geringerwertig, nachstehend; vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sekundär, EWD s. u. sekundär, DW 16, 409, Duden s. u. sekundär; Son.: vgl. nndl. secundair, Adj., sekundär; frz. secondaire, Adj., sekundär; nschw. sekundär, Adj., sekundär; nnorw. sekundær, Adj., sekundär; poln. sekundarny, Adj., sekundär; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen unter Bedeutungsänderung und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für zweitrangig oder nachgeordnet; BM.: folgen; F.: sekundär, sekundäre, sekundäres, sekundärem, sekundären, sekundärer+FW(+EW?); Z.: sek-und-är
Sekunde, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sekunde, sechzigster Teil einer Minute; ne. second (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. secundus, Adj., folgend, zweite, nächste, geringere, schlechtere, geringerwertig, nachstehend, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sekunde, DW 16, 409, EWD s. u. Sekunde, Duden s. u. Sekunde; Son.: vgl. nndl. seconde, Sb., Sekunde; frz. seconde, F., Sekunde; nschw. sekund, Sb., Sekunde; nnorw. sekund, M., N., Sekunde; poln. sekunda, F., Sekunde; nir. soicind, M., Sekunde; lit. sekundė, F., Sekunde; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen aus der Sicht des Menschen kurzen Zeitraum des sechzigsten Teiles einer Minute; BM.: folgen; F.: Sekunde, Sekunden+FW; Z.: Sek-und-e
sekundieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sekundieren, unterstützen, beistehen; ne. second (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sekundant; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. secundāre; E.: s. lat. secundāre, V., begünstigen, beglücken, gefällig sein (V.), nachgeben, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. secundus, Adj., folgend, zweite, nächste, geringere, schlechtere, geringerwertig, nachstehend; vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sekundieren, DW 16, 410, EWD s. u. sekundieren, Duden s. u. sekundieren; Son.: vgl. nndl. seconderen, V., sekundieren; frz. seconder, V., sekundieren; nschw. sekundera, V., sekundieren; nnorw. sekundere, V., sekundieren; poln. sekundować, V., sekundieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für unterstützen oder beistehen; BM.: folgen; F.: sekundieren, sekundiere, sekundierst, sekundiert, sekundierest, sekundieret, sekundierte, sekundiertest, sekundierten, sekundiertet, ##sekundiert, sekundierte, sekundiertes, sekundiertem, sekundierten, sekundierter##, sekundierend, ###sekundierend, sekundierende, sekundierendes, sekundierendem, sekundierenden, sekundierender###, sekundier (!)+FW; Z.: sek-und-ier-en
$selb, nhd., Pron.: nhd. selb; Hw.: s. selber; L.: EWD s. u. selb, DW 16, 411; Son.: Dem.-Pron.; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für gleich; F.: selb+EW; Z.: se-l-b
selbander, nhd. (ält.), Pron., (13. Jh.): nhd. selbander, zu zweit; ne. together; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. selber, andere; L.: Kluge s. u. selbander, DW 16, 429, EWD s. u. ander, Duden s. u. selbander; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus selb und ander(e) gebildete Bezeichnung für zu zweit oder für sich selbst als Zweitem; BM.: für sich; F.: selbander+EW; Z.: se-l-b—an-d-er
$selbdritt, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. selbdritt; E.: s. selb, s. dritt(e); L.: Kluge s. u. selbander, DW 16, 411; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus selb und dritt(e) gebildete Bezeichnung für zu dritt oder mit sich selbst als Drittem; F.: selbdritt+EW; Z.: se-l-b—dri-tt
selber, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. selber, selb, selbst; ne. self; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. selb, Pron., selbst, selb; mhd. selp (1), selbe, selve, Adj., Pron.-Adj., selb, selbe, gleich, gleiche, persönlich, eigene, diese; mnd. sülve, selve, sülf, sulf, sulleve, silve, self, Pron., selbst, derselbe, dieselbe, dasselbe, gleiche, dieser, diese; ahd. selb, Pron.-Adj., selb, selber, selbst, derselbe; as. self, Dem.-Pron., Adj., selbst; anfrk. self*, Pron.-Adj., selbst; germ. *selba, Adj., selbst; idg. *selo-, *seolo-, Pron., selbst, Pokorny 884?; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. selb, Kluge s. u. selber, DW 16, 430, EWD s. u. selb, Duden s. u. selber, Bluhme s. u. selber; Son.: vgl. afries. self, selva, Pron., selbe, selber, selbst; nnordfries. selv, siälv, Pron., selber, selbst; ae. self, seolf, sylf, Pron., Adj., selbst, derselbe; an. sjālfr, Pron., selber; got. silba, sw. Pron., selbst; nndl. zelf, Pron., selber; nschw. själv, Pron., selber; nnorw. selv, Pron., selber; air. selb, Sb., Besitz; kymr. helw, Sb., Besitz; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich selbst; BM.: für sich; F.: selber, selbe, selbes, selbem, selben+EW; Z.: se-l-b-er
$selbst, nhd., Pron., (13. Jh.): nhd. selbst; L.: Kluge s. u. selber, DW 16, 445, EWD s. u. selb; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus selb(e)s und t gebildete Bezeichnung für sich (selbst); F.: selbst+EW; Z.: se-l-b-st
$selbständig, selbstständig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. selbständig, eigenständig; E.: s. selb(st), s. ständig; L.: DW 16, 445, EWD s. u. selb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus selb(st) und ständig gebildete Bezeichnung für eigenständig oder sich selbst stehend; Son.: seit neunzehnhundertsechsundneunzig selbstständig (!); F.: selbständig, selbständige, selbständiges, selbständigem, selbständigen, selbständiger(, selbständigere, selbständigeres, selbständigerem, selbständigeren, selbständigerer, selbständigst, selbständigste, selbständigstes, selbständigstem, selbständigsten, selbständigster)+EW; Z.: se-l-b—stä-n-d-ig
$selbstbewusst, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. selbstbewusst, sich seiner selbst bewusst; Q.: um 1800; E.: s. selbst, s. bewusst; L.: DW 16, 462 (selbstbewuszt), EWD s. u. bewußt; GB.: um 1800 belegte und aus selbst und bewusst gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich seiner selbst bewusst; F.: selbstbewusst, selbstbewusste, selbstbewusstes, selbstbewusstem, selbstbewussten(, selbstbewusster, selbstbewusstere, selbstbewussteres, selbstbewussterem, selbstbewussteren, selbstbewussterer, selbstbewusstest, selbstbewussteste, selbstbewusstestes, selbstbewusstestem, selbstbewusstesten, selbstbewusstester)+EW; Z.: se-l-b-st—be—wu-ss-t
$Selbstbewusstsein, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen; Q.: um 1800; E.: s. selbstbewusst, s. Sein; L.: DW 16, 462 EWD s. u. bewußt; GB.: um 1800 belegte und aus selbstbewusst und Sein gebildete Bezeichnung für überwiegend durch Erfahrung ab einem Alter von ungefähr vier Jahren entwickelte Selbstsicherheit oder Selbstwertgefühl oder Selbstvertrauen des einzelnen Menschen; F.: Selbstbewusstsein; F.: Selbstbewusstsein+EW; Z.: Se-l-b-st—be—wu-ss-t—sei-n
$selbstgefällig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. selbstgefällig, Gefallen an sich selbst findend; E.: s. selbst, s. gefällig; L.: DW 16, 470, EWD s. u. selb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus selbst und gefällig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Gefallen an sich selbst findend; F.: selbstgefällig, selbstgefällige, selbstgefälliges, selbstgefälligem, selbstgefälligen, selbstgefälliger(, selbstgefälligere, selbstgefälligeres, selbstgefälligerem, selbstgefälligeren, selbstgefälligerer, selbstgefälligst, selbstgefälligste, selbstgefälligstes, selbstgefälligstem, selbstgefälligsten, selbstgefälligster)+EW; Z.: se-l-b—ge-fäl-l-ig
$Selbstlaut, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Selbstlaut, Vokal; E.: s. selbst, s. Laut; L.: Kluge s. u. Selbstlaut, DW 16, 482, EWD s. u. selb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus selbst und Laut gebildete Bezeichnung für Vokale wie a oder ä oder e oder i oder o oder ö oder u oder ü oder y der Sprache des Menschen in Gegensatz zu den etwas zahlreicheren Mitlauten wie b(e) oder c(e) oder d(e) oder (e)f oder g(e) oder h(a) (oder j[ot]) oder k(a) oder (e)l oder (e)m oder (e)n oder p(e) oder q(u) oder (e)r oder (e)s oder (e)ß oder t(e) oder v(au) (oder w[e]) oder (i)x (oder ypsilon) oder z(et); F.: Selbstlaut, Selbstlautes, Selbstlauts, Selbstlaute, Selbstlauten+EW; Z.: Se-l-b-st—lau-t
$selbstlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. selbstlos; E.: s. selbst, s. los; L.: DW 16, 484, EWD s. u. selb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus selbst und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches nicht – in erster Linie – an sich denkend -; F.: selbstlos, selbstlose, selbstloses, selbstlosem, selbstlosen, selbstloser(, selbstlosere, selbstloseres, selbstloserem, selbstloseren, selbstloserer, selbstlosest, selbstloseste, selbstlosestes, selbstlosestem, selbstlosesten, selbstlosester)+EW; Z.: se-l-b—lo-s
$Selbstmord, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Selbstmord, Selbsttötung; I.: Lüs. lat. suicidium; E.: s. selbst, s. Mord; L.: DW 16, 484, EWD s. u. selb; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. suicidium aus selbst und Mord gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche in der Gegenwart aber überwiegend abgelehnte Selbsttötung des Menschen; F.: Selbstmord, Selbstmordes, Selbstmords, Selbstmorde, Selbstmorden+EW; Z.: Se-l-b—mor-d
$Selbstmörder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Selbstmörder; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. Selbstmord, s. er (Suff.); L.: DW 16, 486, EWD s. u. selb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Selbstmord und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen sich selbst tötenden Menschen; F.: Selbstmörder, Selbstmörders, Selbstmördern+EW; Z.: Se-l-b—mör-d-er
$selbstsüchtig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. selbstsüchtig, nur seinen Vorteil verfolgend; E.: s. selbst, s. süchtig; L.: DW 16, 95, EWD s. u. selb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus selbst und süchtig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches und durch den Selbsterhaltungstrieb gestütztes nur seinen Vorteil verfolgend; F.: selbstsüchtig, selbstsüchtige, selbstsüchtiges, selbstsüchtigem, selbstsüchtigen, selbstsüchtiger(, selbstsüchtigere, selbstsüchtigeres, selbstsüchtigerem, selbstsüchtigeren, selbstsüchtigerer, selbstsüchtigst, selbstsüchtigste, selbstsüchtigstes, selbstsüchtigstem, selbstsüchtigsten, selbstsüchtigster)+EW; Z.: se-l-b—süch-t-ig
$selbstverständlich, selbverständlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. selbstverständlich; E.: s. selbst, s. verständlich; L.: DW 16, 501, EWD s. u. selb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus selbst und verständlich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches für ihn aus sich heraus selbst verständlich und damit keiner Erklärung bedürftig; F.: selbstverständlich, selbstverständliche, selbstverständliches, selbstverständlichem, selbstverständlichen, selbstverständlicher(, selbstverständlichere, selbstverständlicheres, selbstverständlicherem, selbstverständlicheren, selbstverständlicherer, selbstverständlichst, selbstverständlichste, selbstverständlichstes, selbstverständlichstem, selbstverständlichsten, selbstverständlichster)+EW; Z.: se-l-b—ver—stä-nd—lich
$Selbstverwaltung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Selbstverwaltung; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. selbst, s. Verwaltung; L.: EWD s. u. selb, DW 16, 501; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus selbst und Verwaltung gebildete Bezeichnung für unabhängige und eigenverantwortliche Verwaltung (jedes mündigen Menschen für sich selbst und darüber hinaus) beispielsweise der Gemeinden oder Universitäten oder Sozialversicherungsträger in einem Staat bei Staatsaufsicht hinsichtlich der Rechtmäßigkeit aber nicht der Zweckmäßigkeit (des Handelns); F.: Selbstverwaltung, Selbstverwaltungen+EW; Z.: Se-l-b—ver—wal-t-ung
selchen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. selchen, trocknen, in Rauch dörren; ne. smoke (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. selhen, st. V., selchen, trocken sein (V.), trocknen, trocken machen, dürr machen; vielleicht von ahd. irselkan*, irselcan*, st. V. (5?), erschlaffen, schwächen; ahd. giselkēn*, sw. V. (3), sich abstumpfen, erschlaffen, kraftlos werden, schwächen; germ. *selkan, st. V., fallen, tröpfeln, erschlaffen; vgl. idg. *selg̑-, V., lassen, senden, werfen, gießen, Pokorny 900? (1566/38) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. selchen, DW 16, 509, EWAhd 7, 1087, Duden s. u. selchen, Bluhme s. u. selchen; Son.: vgl. ae. seolcan, st. V. (3b), untätig werden, müßig werden; Son.: vgl. ae. āseolcan, st. V. (3b), erschlaffen, träge werden; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und vielleicht dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Lebensmittel zwecks Haltbarmachung in Rauch dörren; BM.: lassen bzw. werfen?; F.: selchen, selche, selchst, selcht, selchest, selchet, selchte, selchtest, selchten, selchtet, geselcht, ##geselcht, geselchte, geselchtes, geselchtem, geselchten, geselchter##, selchend, ###selchend, selchende, selchendes, selchendem, selchenden, selchender###, selch(!)+EW; Z.: selch-en
$selektieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. selektieren, aussuchen, auswählen, auslesen; E.: s. Selekt(ion), s. ieren (Suff.); L.: EWD s. u. Selektion, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Selekt(ion) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches aussuchen oder auswählen oder auslesen; F.: selektieren, selektiere, selektierst, selektiert, selektierest, selektieret, selektierte, selektiertest, selektierten, selektiertet, ##selektiert, selektierte, selektiertes, selektiertem, selektierten, selektierter##, selektierend, ###selektierend, selektierende, selektierendes, selektierendem, selektierenden, selektierender###, selektier+FW(+EW?); Z.: se-lek-t-ier-en
Selektion, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Selektion, Auswahl, Auslese; ne. selection; Vw.: -; Hw.: s. selektiv; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. sēlēctio; E.: s. lat. sēlēctio, F., Auslesen, Auswahl, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sēligere, V., auslesen, auswählen; lat. sē, sēd, Präp., ohne; lat. ēbrius, Adj., betrunken, berauscht; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Selektion, EWD s. u. Selektion, fehlt DW, Duden s. u. Selektion; Son.: vgl. nndl. selectie, Sb., Selektion; frz. sélection, F., Selektion; nschw. selektion, Sb., Selektion; nnorw. seleksjon, M., Selektion; poln. selekcja, F., Selektion; lit. selekcija, F., Selektion; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Auswahl oder Auslese (und Fortentwicklung durch Überleben der jeweils stärksten Individuen einer Art); BM.: für sich, sammeln; F.: Selektion, Selektionen+FW+EW; Z.: Se-lek-t-io-n
selektiv, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. selektiv, auswählend, eine Auswahl betreffend; ne. selective; Vw.: -; Hw.: s. Selektion; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. selective; E.: s. ne. selective, Adj., selektiv, zielgerichtet; vgl. lat. sēlēctus, (Part. Prät.=)Adj., ausgewählt; vgl. lat. sēligere, V., auslesen, auswählen; lat. sē, sēd, Präp., ohne; lat. ēbrius, Adj., betrunken, berauscht; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. legere, V., zusammenlesen, wählen, auswählen, lesen (V.) (2), sammeln; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Selektion, Duden s. u. selektiv; Son.: vgl. nndl. selectief, Adj., selektiv; frz. sélectif, Adj., selektiv; nschw. selektiv, Adj., selektiv; nnorw. selektiv, Adj., selektiv; poln. selektywny, Adj., selektiv; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für auswählend oder eine Auswahl betreffend; BM.: für sich, sammeln; F.: selektiv, selektive, selektives, selektivem, selektiven, selektiver(, selektivere, selektiveres, selektiverem, selektiveren, selektiverer, selektivst, selektivste, selektivstes, selektivstem, selektivsten, selektivster)+FW(+EW?); Z.: se-lek-t-iv
Selen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Selen, ein Halbmetall; ne. selenium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1818; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σελήνη (selḗnē), σελάννα (selánna), F., Mond; vgl. idg. *su̯el- (2), V., schwelen, brennen, Pokorny 1045? (1802/274) (RB. idg. aus ind., arm.?, gr., germ., balt.); L.: Duden s. u. Selen; Son.: vgl. nndl. seleen, Sb., Selen; frz. sélénium, M., Selen; nschw. selen, N., Selen; nnorw. selen, N., Selen; poln. selen, M., Selen; kymr. seleniwm, M., Selen; nir. seiléiniam, M., Selen; lit. selenas, M., Selen; GB.: seit um 1818 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1817 von Jöns Jakob Berzelius in Schweden entdecktes in vielen Proteinen des Menschen enthaltenes und für Schilddrüse und Immunsystem sowie Spermienbildung wichtiges zu den Chalkogenen gehörendes silberglänzendes Halbmetall das auch die Eigenschaft eines Halbleiters haben kann und je nach Dunkelheit oder Helligkeit seine Leitfähigkeit ändert (chemisches Element Nr. 34, abgekürzt Se) und sich in Fleisch und Fisch und Eiern und Paranüssen und Pilzen und Hülsenfrüchten und Kohl sowie Zwiebelgemüse; BM.: gr. σελήνη (selḗnē), σελάννα (selánna), Mond (als Benennung verwendet in Gegensatz zu Erde das der Benennung des dem Selen ähnelnden Tellur zugrunde liegt); F.: Selen, Selens+FW; Z.: Sel-en
selig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. selig, verstorben, des ewigen Lebens teilhaftig geworden; ne. blessed; Vw.: s. leut-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sælic, sālic, sælec, sēlic, Adj., beglückt, glücklich, glückhabend, glückverdienend, selig, verstorben, zur ewigen Seligkeit; mnd. sālich (2), Adj., gut, wohlgeartet, beglückend, heilbringend, glücklich, erfolgreich, beglückt, beseligt; mnl. sālich, Adj., selig, glücklich, glückselig, gesegnet; ahd. sālīg, Adj., selig, heil, heilbringend, glücklich; as. sālig, sēlig*, Adj., gut, fromm, selig; anfrk. sālig, sēlig*, Adj., selig; germ. *sēlīga-, *sēlīgaz, *sǣlīga- *sǣlīgaz, Adj., glücklich, reich, mächtig; vgl. idg. *sel- (6), *selə-, *slā-, *selh₂-, Adj., V., günstig, gut, begütigen, gnädig werden, Pokorny 900 (1565/37) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. selig, Kluge s. u. selig, DW 16, 514, EWD s. u. selig, Heidermanns 476, EWAhd 7, 909, Duden s. u. selig, Bluhme s. u. selig; Son.: vgl. afries. sēlich sīlich, sālich, Adj., selig, fromm, glücklich verstorben; nnordfries. salig, Adj., selig, fromm; ae. sǣlig, Adj., selig, glücklich; an. -; got. -; nndl. zalig, Adj., selig; ne. silly, Adj., dumm; nschw. salig, Adj., selig; nnorw. salig, Adj., selig; gr. ἵλαος (hílaos), Adj., gnädig, huldvoll; lat. sōlārī, V., trösten, Trost spenden, erleichtern, lindern; toch. A salu, Adv., ganz und gar; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verstorben oder des ewigen Lebens teilhaftig geworden; F.: selig, selige, seliges, seligem, seligen, seliger(, seligere, seligeres, seligerem, seligeren, seligerer, seligst, seligste, seligstes, seligstem, seligsten, seligster)+EW; Z.: sel-ig
...selig, nhd., Partikel, (8. Jh.): nhd. …selig; ne. being (Adj.); Vw.: s. feind-, leut-; Hw.: s. …sal, Habseligkeit; Q.: 8. Jh.?; E.: Vermischung von „selig“ (s. d.) und …sal (s. d.); L.: Kluge s. u. -selig, DW 16, 514, EWD s. u. -selig, Duden s. u. -selig; GB.: vielleicht 8. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven die ausdrücken dass ein Mensch sich dem damit ausgedrückten Gefühl hingibt verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...selig, ...selige, ...seliges, ...seligem, ...seligen, ...seliger(, ...seligere, ...seligeres, ...seligerem, ...seligeren, ...seligerer, ...seligst, ...seligste, ...seligstes, ...seligstem, ...seligsten, ...seligster)+EW; Z.: -sel-ig
$Seligkeit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Seligkeit, Glück, Heil, Glückseligkeit; Vw.: s. Glück-; E.: s. selig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. selig, DW 16, 514, EWD s. u. selig; GB.: (sālīgheit) seit Mitte 10. Jh. belegte und aus selig und keit gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches Glück oder Heil oder Glückseligkeit; F.: Seligkeit, Seligkeiten+EW; Z.: Sel-ig-kei-t
Selle, nhd. (ält.-dial.), M., (8. Jh.): nhd. Selle, Geselle, Gefährte, Genosse; ne. mate (M.), comrade; Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. selle (1), sw. M., Hausgenosse, Gefährte, Freund, Geselle, Geliebter, Standesgenosse, Handwerksgeselle, Hilfsgeistlicher, Kaplan, Bursche; mnd. selle (1), M., „Geselle“, Genosse, Spießgeselle, Handwerksgeselle, Unterlehrer; ahd. sello*, sw. M. (n), Genosse, Geselle; s. germ. *sala-, *salam, st. N. (a), *sali-, *saliz-, st. M. (i), Haus, Halle, Saal; vgl. idg. *sel- (1)?, Sb., Wohnung, Saal, Haus, Pokorny 898; L.: DW 16, 538; GB.: seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Gefährten oder Genossen; BM.: Haus; F.: Selle, Sellen+EW; Z.: Sel-l-e
Sellerie, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sellerie, Zeller; ne. celery; Vw.: -; Hw.: s. Zeller; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. selleri; E.: s. it. selleri, Sb. Pl., Sellerie; it. selano, M., Sellerie; lat. selīnon, N., Eppich, (Ende 4. Jh. n. Chr.); gr. σέλινον (sélinon), N., Eppich, Petersilie; vgl. gr. εἴλλειν (eíllein), V., drängen, zusammendrängen; vgl. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sellerie, DW 16, 539, EWD s. u. Sellerie, Duden s. u. Sellerie, Bluhme s. u. Sellerie; Son.: vgl. nndl. selderie, Sb., Sellerie; frz. céleri, M., Sellerie; nschw. selleri, Sb., Sellerie; nnorw. selleri, M., Sellerie; poln. seler, M., Sellerie; kymr. seleri, M., Sellerie; nir. soilire, M., Sellerie; lit. salieras, M., Sellerie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine für Menschen sehr gesunde Pflanze mit gefiederten dunkelgrünen aromatisch duftenden Blättern und einer knollenförmigen und essbaren Wurzel; BM.: drehen; F.: Sellerie, Selleries, Sellerien+FW; Z.: Sel-l-er-ie
selten, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. selten, rar, gelegentlich; ne. seldom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. selten, Adj., selten; mnd. selden (2), seldene, Adv., selten, wenig häufig, nie; mnl. selden, zelden, Adj., selten; ahd. seltan* (1), Adj., selten; as. seltan, Adj., beispiellos; anfrk. seldon, Adv., selten; germ. *seldana-, *seldanaz, Adj., selten; vgl. idg. se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. selten, Kluge s. u. selten, DW 16, 542, EWD s. u. selten, Falk/Torp 437, EWAhd 7, 1092, Duden s. u. selten, Bluhme s. u. selten; Son.: vgl. afries. selden, selda, Adj., selten; saterl. selden; ae. seldan, seldon, seldun, Adv., selten; an. sjaldan, Adj., selten; got. sildaleiks, Adj. (a), erstaunlich, wunderbar; nndl. zelten, Adv., selten; nschw. sällan, Adv., selten; nnorw. sjelden, Adv., selten; GB.: (seltan) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rar oder gelegentlich in Gegensatz zu oft oder häufig; BM.: getrennt; F.: selten+EW; Z.: se-lt-en
$Seltenheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Seltenheit, Seltensein; E.: s. selten, s. heit; L.: Kluge s. u. Seltenheit, DW 16, 546, EWD s. u. selten; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus selten und heit gebildete Bezeichnung für Rarität oder Seltensein in Gegensatz zu Häufigkeit; F.: Seltenheit+EW; Z.: Se-lt-en-hei-t
Selters, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Selters, (ein) Mineralwasser; ne. mineral water (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem ON Selters in dem Taunus; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Selters, EWD s. u. Selters, DW 16, 547, Duden s. u. Selters; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach einem ON mit wohl ungeklärter weiterer Herkunft gebildete Bezeichnung für ein Kohlensäure enthaltendes Mineralwasser; BM.: ON Selters (nach dem Herkunftsort eines Mineralwassers); F.: Selters+EW; Z.: Selters
seltsam, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. seltsam, eigenartig, selten; ne. odd, peculiar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. seltsæne (1), seltsæn, seltsān, seltsæm, Adj., seltsam, wunderbar, fremd, fremdartig, merkwürdig, sonderbar, unbekannt; mnd. seltsam (1), seltsem, seltzam, seltzem, seltsen, seltzen, Adj., selten, seltsam, wunderbar, außergewöhnlich, kostbar, sonderbar, befremdlich; mnl. seltsiene, seltsam, selsam, Adj., selten, seltsam, fremd; ahd. seltsāni* (1), Adj., seltsam, wunderbar, ungewöhnlich; germ. *selda-, *seldaz, Adj., selten; germ. *segwni-?, *segwniz?, Adj., sichtbar; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. seltsam, DW 16, 547, EWD s. u. seltsam, Falk/Torp 425, 437, Seebold 388, Heidermanns 473, EWAhd 7, 1095, Duden s. u. seltsam, Bluhme s. u. seltsam; Son.: vgl. ae. seldsíene, Adj. (ja), selten, ungewöhnlich; an. sjaldsēnn, Adj., selten, ungewöhnlich; nndl. zeldzaam, Adj., seltsam; GB.: (seltsāni) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eigenartig oder selten in Gegensatz zu gewöhnlich oder üblich; BM.: für sich, folgen; F.: seltsam, seltsame, seltsames, seltsamem, seltsamen, seltsamer(, seltsamere, seltsameres, seltsamerem, seltsameren, seltsamerer, seltsamst, seltsamste, seltsamstes, seltsamstem, seltsamsten, seltsamster)+EW; Z.: se-l-t-sam
$Seltsamkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Seltsamkeit, Besonderheit, Eigenartigkeit, Eigenart; ne. peculiarity; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw.-; E.: s. mnd. seltsamhēt*, selsenhēt, selsenheit, F., Seltenheit, Seltsamkeit; L.: Kluge s. u. seltsam, DW 16, 555, EWD s. u. seltsam; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus seltsam und heit (keit) gebildete Bezeichnung für Besonderheit oder Eigenartigkeit oder Eigenart; F.: Seltsamkeit, Seltsamkeiten+EW; Z.: Se-l-t-sam-kei-t
Semantik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Semantik, Bedeutungslehre; ne. semantics; Vw.: -; Hw.: s. Semiotik, Semiologie; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σημαντικός (sēmantikós), Adj., anzeigend; gr. σημαίνειν (sēmaínein), V., bezeichnen, Zeichen geben, melden, befehlen; vgl. idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. Semantik, EWD s. u. Semantik, fehlt DW, Duden s. u. Semantik; Son.: vgl. nndl. semantiek, Sb., Semantik; frz. sémantique, F., Semantik; nschw. semantik, Sb., Semantik; nnorw. semantikk, M., Semantik; poln. semantyka, F., Semantik; kymr. semanteg, F., Semantik; nir. séimeantaic, F., Semantik; lit. semantika, F., Semantik; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Bedeutungslehre oder die Wissenschaft der Bedeutungen sprachlicher Zeichen und Zeichenfolgen; BM.: Zeichen geben bzw. sehen; F.: Semantik+FW; Z.: Se-m-ant-ik
$semantisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. semantisch, Bedeutungslehre betreffend; E.: s. Semant(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Semantik, EWD s. u. Semantik, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Semant(ik) und isch gebildete Bezeichnung für die Semantik betreffend oder die Bedeutungslehre betreffend; F.: semantisch, semantische, semantisches, semantischem, semantischen, semantischer+FW(+EW); Z.: se-m-ant-isch
Semester, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Semester, Studienhalbjahr; ne. semester, term; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sēmēstris (1), Adj., sechsmonatlich, halbjährig, (1. Hälfte 2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sex, Num. Kard., sechs; idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. mēnsis, M., Monat, monatliche Reinigung, Menstruation; idg. *mēns, M., Monat, Mond, Pokorny 731; idg. *mēnōt, *meh₁not-, M., Monat, Mond, Pokorny 731; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Semester, EWD s. u. Semester, DW 16, 558, Duden s. u. Semester; Son.: vgl. nndl. semester, Sb., Semester; frz. semestre, M., Semester; nschw. semester, Sb., Semester; nnorw. semester, N., Semester; poln. semestr, M., Semester; lit. semestras, M., Semester; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sechs Monate umfassendes Studienhalbjahr an einer Hochschule; BM.: sechs, messen; F.: Semester, Semesters, Semestern+FW(+EW?); Z.: Se-me-s-t-er
semi…, nhd., Partikel, (15. Jh.?): nhd. semi..., halb; ne. semi…; Vw.: s. -finale, -kolon; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. sēmi; E.: s. lat. sēmi, Adj., halb; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. semi-, EWD s. u. semi-, fehlt DW, Duden s. u. semi-; Son.: vgl. frz. semi…, Präf., semi…; nschw. semi…, Präf., semi…; nnorw. semi…, Präf., semi…; poln. semi…, Präf., semi…; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Indogermanischen aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für halb verwendete Bezeichnung; BM.: halb; F.: semi…+FW; Z.: semi-
$Semifinale, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Semifinale, Halbfinale; E.: s. semi, s. Finale; L.: EWD s. u. semi…, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus semi und Finale gebildete Bezeichnung für ein Halbfinale in einem von mehreren Teilnehmern bestrittenen Wettbewerb bei dem durch Wettkämpfe und jeweiliges Ausscheiden des Besiegten in einem Endergebnis eines Endspiels ein Sieger ermittelt wird; F.: Semifinale, Semifinales, Semifinali, Semifinalen+FW; Z.: Semi—fin-al-e
Semikolon, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Semikolon, Strichpunkt; ne. semicolon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sēmi, Adj., halb; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); lat. cōlum, N., Grimmdarm, Mastdarm, kleines Glied; gr. κῶλον (kōlon), N., Glied, Bein; idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Semikolon, Duden s. u. Semikolon; Son.: vgl. nschw. semikolon, N., Semikolon; nnorw. semikolon, N., Semikolon; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem erschließbaren Indogermanischen sowie dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein aus einem Komma (Strich) mit einem darüber gesetzten Punkt bestehendes und vielleicht von dem Drucker Aldus Manutius in Venedig 1492 entwickeltes und verwendetes Satzzeichen (Strichpunkt); BM.: halb, Glied bzw. biegen; F.: Semikolon, Semikolons, Semikola+FW; Z.: Semi-kol-on
Seminar, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Seminar, Institut, eine Lehrveranstaltung; ne. seminar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sēminārium; E.: s. lat. sēminārium, N., Baumschule, Pflanzschule, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sēminārius, Adj., zum Samen (M.) gehörig, Samen...; lat. sēmen, N., Same (M.) (1), Samen (M.), Setzling, Saatkorn, Saatgut; vgl. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Seminar, EWD s. u. Seminar, DW 16, 558, Duden s. u. Seminar; Son.: vgl. nndl. seminarie, Sb., Seminar; frz. séminaire, M., Seminar; nschw. seminarium, N., Seminar; nnorw. seminar, N., Seminar; poln. seminarium, Sb., Seminar; kymr. seminar, M., F., Seminar; nir. seimineár, M., Seminar; lit. seminaras, M., Seminar; GB.: seit 16. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Lehrveranstaltung bei der die nach Möglichkeit schon fortgeschritteneren Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter Anleitung eines Leiters oder Lehrers bestimmte meist sachlich zusammengehörige Themen mit dem Ziel eigenständiger neuer Ergebnisse bearbeiten; BM.: senden bzw. säen; F.: Seminar, Seminars, Seminare, Seminaren+FW; Z.: Se-m-in-ar
$Seminarist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Seminarist, Seminarteilnehmer; E.: s. Seminar, s. ist; L.: Kluge s. u. Seminar, fehlt DW (Seminar DW 16, 558); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Seminar und ist (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen an einem Seminar als einer Einrichtung als Teilnehmer ausgebildeten Studierenden (um 2024 rund 300 Priesterseminaristen in Deutschland); F.: Seminarist, Seminaristen+FW+EW?; Z.: Se-m-in-ar-ist
Semiologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Semiologie, Lehre von sprachlichen und außersprachlichen Zeichen, Zeichenlehre, Semiotik; ne. semiology; Vw.: -; Hw.: s. Semantik, Semiotik; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σημεῖον (sēmeion), N., Zeichen, Denkmal; vgl. gr. σῆμα (sēma), F., Zeichen, Kennzeichen, Vorzeichen; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Semantik, Duden s. u. Semiologie; Son.: vgl. nndl. semiologie, Sb., Semiologie; frz. sémiologie, F., Semiologie; nnorw. semiologi, M., Semiologie; poln. semilogia, F., Semiologie; kymr. semiolge, F., Semiologie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von sprachlichen und außersprachlichen Zeichen wie beispielsweise Bildern oder Wörtern oder Gesten oder Gerüchen und ihren Systemen; BM.: Zeichen bzw. sehen, sammeln; F.: Semiologie+FW; Z.: Se-m-io-log-ie
Semiotik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Semiotik, Wissenschaft von den Zeichensystemen, Semiologie; ne. semiotics; Vw.: -; Hw.: s. Semantik, Semiologie; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σημειωτικός (sēmeiōtikós), Adj., bezeichnend, aufzeichnend; vgl. gr. σημειοῦν (sēmeiūn), V., bezeichnen, aufzeichnen; gr. σημεῖον (sēmeion), N., Zeichen, Denkmal; gr. σῆμα (sēma), F., Zeichen, Kennzeichen, Vorzeichen; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. Semantik, Duden s. u. Semiotik; Son.: vgl. nndl. semiotiek, Sb., Semiotik; frz. sémiotique, F., Semiotik; nschw. semiotik, Sb., Semiotik; nnorw. semiotikk, M., Semiotik; poln. semiotyka, F., Semiotik; kymr. semioteg, F., Semiotik; lit. semiotika, F., Semiotik; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von den Zeichen wie beispielsweise Bildern oder Wörtern oder Gesten oder Gerüchen; BM.: Zeichen bzw. sehen; F.: Semiotik+FW; Z.: Se-m-io-t-ik
Semmel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Semmel, feines Mehl, kleineres Gebäck aus feinem Mehl rundes oder längliches Brötchen aus Weizenmehl; ne. roll (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. semele, sw. F., st. F., feines Weizenmehl, Weizenbrot, Semmel, Hostie; mnd. sēmele, sēmel, seemel, semmele, semmel, simmele, symele, samele, M., F., „Semmel“, Kleie, feinstes Weizenmehl, Gebäck aus feinem Weizenmehl, Fastnachtsspeise, Heißwecke; mnl. sēmele, F., Semmel, feines Mehl; ahd. semala*, simila, sw. F. (n), Weizenmehl, feines Weizenmehl, Mehl; lat. simila, F., feines Weizenmehl, (14-37 n. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht von idg. *sēi- (1), *sē-, V., fallen lassen, sieben (V.), Pokorny 889 (1548/20) (RB. idg. aus gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); oder aus einer orientalischen Sprache entlehnt, vgl. assyr. samīdu, Sb., feines Mehl; L.: Kluge 1. A. s. u. Semmel, Kluge s. u. Semmel, DW 16, 559, EWD s. u. Semmel, EWAhd 7, 1096, Duden s. u. Semmel, Bluhme s. u. Semmel; Son.: vgl. an. simili, N., Weizenmehl; nndl. zemelen, Sb. Pl., Semmeln; frz. semoule, F., Grieß; nschw. semla, Sb., Semmel; nnorw. (nynorsk) similing, M., feines Brot; nisl. simili, N., Weizenmehl; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein rundes oder längliches Brötchen aus Weizenmehl; BM.: sieben (V.) bzw. Mehl?; F.: Semmel, Semmeln+FW; Z.: Se-m-m-el
semperfrei, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. sendbarfrei, semperfrei, reichsunmittelbar; ne. immediate to the empire; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1275 (Deutschenspiegel); E.: s. mhd. sentbærevrī*, sempervrī, semperfrī*, Adj., sendbarfrei, semperfrei, frei, reichsunmittelbar frei, teilnahmeberechtigt an einem Landtag, teilnahmeberechtigt an dem Reichstag, frei von dem höchsten Stand, berechtigt zu einer Abhaltung eines Landtags und Reichtags; vgl. mhd. sentbære, Adj., sendbar, sendmäßig, gerichtsfähig, berechtigt an der Versammlung teilzunehmen; lat. synodus, M., Zusammenkommen, Kirchenversammlung, Synode; gr. σύνοδος (sýnodos), F., Zusammenkunft, Zusammenkommen, Festversammlung; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; s. nhd. bar, frei; L.: Kluge 1. A. s. u. semperfrei, Kluge s. u. semperfrei, DW 16, 569, Duden s. u. semperfrei; GB.: seit um 1275 belegte und aus sendbar und frei gebildete Bezeichnung für reichsunmittelbar (in dem Heiligen Römischen Reich); BM.: sendbarer Freier; F.: semperfrei, semperfreie, semperfreies, semperfreiem, semperfreien, semperfreier+EW; Z.: sem-per—frei
Senat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Senat, Ratskollegium, Ältestenrat; ne. senate; Vw.: -; Hw.: s. Senator; Q.: um 1150 (Kaiserchronik); E.: mhd. senāt (1), st. M., Senat, Staatsrat; mnd. senāt (1), st. M., Senat; lat. senātus, M., Senat, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. senex, Adj., alt, bejahrt; idg. *seno-, *sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Senat, EWD s. u. Senat, DW 16, 570, Duden s. u. Senat; Son.: vgl. nndl. senaat, Sb., Senat; frz. sénat, M., Senat; nschw. senat, Sb., Senat; nnorw. senat, N., Senat; poln. senat, M., Senat; kymr. senedd, F., Senat; nir. seanad, M., Senat; lit. senatas, M., Senat; GB.: seit um 1150 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aus mehreren Menschen bestehenden Stadtrat bzw. Staatsrat; BM.: alt; F.: Senat, Senates, Senats, Senate, Senaten+FW(+EW?); Z.: Sen-at
Senator, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Senator, Mitglied eines Senats (Ältestenrats); ne. senator; Vw.: -; Hw.: s. Senat; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. senātōr, senādōr, senātūr, st. M., Senator; mnd. senātor, M., Senator; lat. senātor, M., Senator, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. senex, Adj., alt, bejahrt; idg. *seno-, *sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Senat, fehlt DW, EWD s. u. Senat, Duden s. u. Senator; Son.: vgl. nndl. senator, Sb., Senator; frz. sénateur, M., Senator; nschw. senator, Sb., Senator; nnorw. senator, M., Senator; poln. senator, M., Senator; kymr. seneddwr, M., Senator; nir. seanadóir, M., Senator; lit. senatorius, M., Senator; GB.: seit 1187/1189 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein Mitglied eines Senats (Ältestenrats); BM.: alt; F.: Senator, Senatoren+FW; Z.: Sen-at-or
$Sendbrief, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sendbrief, offener Brief; L.: Kluge s. u. Sendbrief; GB.: seit Anfang 13. Jh. (santbrief Mühlhausen) belegte und wohl nach lat. epistola missiva aus send(en) und Brief gebildete Bezeichnung für einen offenen Brief; F.: Sendbrief, Sendbriefes, Sendbriefs, Sendbriefe, Sendbriefen+EW+FW; Son.: nach DRW um dreizehnhundertdreißig Brünn und um dreizehnhundert Hunsingo; Z.: Send—brief
senden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. senden, schicken, befördern lassen; ne. send; Vw.: -; Hw.: s. Gesandter, Gesinde, Gesindel; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. senden, sw. V., schicken, senden; mnd. senden, sennen, sw. V., senden, schicken, ausschicken, fortsenden, entsenden, abordnen, überbringen lassen; mnl. senden, sw. V., senden; ahd. senten, sw. V. (1a), senden, schicken, bringen, aussenden, geben, werfen, schütten, legen, tun; as. sėndian, sw. V. (1a), senden; anfrk. senden*, sendon*, sw. V. (1), senden; germ. *sandjan, sw. V., senden; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908? (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. senden, Kluge s. u. senden, DW 16, 573, EWD s. u. senden, Falk/Torp 430, Seebold 395, EWAhd 7, 1121, Duden s. u. senden, Bluhme s. u. senden; Son.: vgl. afries. senda, sw. V. (1), senden, schicken; nfries. seynen, V., senden; ae. sėndan, sw. V. (1), senden, treiben, werfen, schleudern, legen, stellen; an. senda, sw. V. (1), senden, töten; got. sandjan, sw. V. (1), senden; nndl. zenden, V., senden; nschw. sända, V., senden; nnorw. sende, V., senden; air. sét, Sb., Weg; kymr. hynt, F., Weg; lit. siųsti, V., schicken, senden; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickeltes und verwendetes schicken oder befördern lassen; BM.: gehen; F.: senden, sende, sendest, sendet, sendete, sendetest, sendeten, sandte, sandtest, sandtet, sandten, sendetet, gesendet, ##gesendet, gesendete, gesendetes, gesendetem, gesendeten, gesendeter##, sendend, ###sendend, sendende, sendendes, sendendem, sendenden, sendender###, send (!)+EW; Z.: send-en
$Sender, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sender, Sendender; E.: s. send(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. senden, DW 16, 577, EWD s. u. senden; GB.: seit 1288 belegte und nach lat. missor aus send(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Sendenden einschließlich seit dem 20. Jh. einer Anlage die Wissen in elektromagnetische Wellen umwandelt und an die Allgemeinheit berechtigter Empfänger ausstrahlt; F.: Sender, Senders, Sendern+EW; Z.: Send-er
Sendgericht, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Sendgericht, ein geistliches Gericht; ne. synodal court; Vw.: -; Hw.: s. Synode; E.: mhd. sentgerihte, st. N., Sendgericht, Synodalgericht; s. mhd. sent, st. M., Send, Sendgericht, geistliches Gericht, Gerichtsversammlung; ahd. senod*, st. M. (a?), Versammlung, Synode, Gerichtsversammlung; lat.-gr. synodus, F., Zusammenkommen, Kirchenversammlung, Synode; vgl. gr. σύν (syn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; mhd. gerihte (1), geriht, st. N., Gericht (N.) (1), Gerichtsbezirk, Sprengel, Gerichtshoheit, gerichtliche Zuständigkeit; ahd. girihti, st. N. (ja), Urteil, Regel, Satzung, Ratschluss; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. rihten, sw. V. (1a), gerade machen, lenken, leiten, ordnen, ausrichten, richten, beraten (V.), Recht verschaffen; germ. *rehtjan, sw. V., gerade machen, richten, recht machen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sendgericht, DW 16, 577, Duden s. u. Sendgericht; GB.: nach älterem Send seit dem 1482 belegte und aus Send (Synode) und Gericht gebildete Bezeichnung für ein geistliches Gericht (M.) (1); BM.: eins, gehen, mit, richten; F.: Sendgericht, Sendgerichts, Sendgerichtes, Sendgerichte, Sendgerichten+FW+EW; Z.: Send-ge—rich-t
$Sendung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Sendung, Beförderung, Lieferung, Ausstrahlung; E.: s. send(en), s. ung; L.: Kluge s. u. senden, DW 16, 579, EWD s. u. senden; GB.: (sendunge) seit 1190-1200 belegte und nach lat. missio aus send(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Beförderung oder Lieferung oder Ausstrahlung; F.: Sendung, Sendungen+EW; Z.: Send-ung
Seneschall, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Seneschall, Inhaber eines hohen Hofamts; ne. seneschal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. seneschalc, scheneschlant, seneschalt, seneschlant, st. M., Seneschall, oberster Hofbeamter; mnd. sēneschal, M., Seneschall, Landeshauptmann; lat.-ahd.? senescalcus*, seniscalcus*, M., Altknecht; anfrk. *siniskalk, M., Seneschall; mlat. senescalcus; germ. *sena-, *senaz, Adj., alt, immer, umfassend; s. idg. seno-, sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); ahd. skalk, scalc, scalk, st. M. (a), „Schalk“, Knecht, Diener, Jünger, Sklave; germ. *skalka-, *skalkaz, *skalska-, *skalskaz, st. M. (a), Springer, Knecht, Diener; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923? (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seneschall, Kluge s. u. Seneschall, EWD s. u. Seneschall, DW 16, 580, Falk/Torp 428, Heidermanns 478, Duden s. u. Seneschall; Son.: vgl. frz. sénechal, M., Seneschall; ai. sána-, Adj., alt; gr. ἕνος (hénos), Adj., vorjährig, alt; lat. senex, M., Greis; kymr. hen, Adj., alt; lit. sẽnas, Adj., alt; GB.: seit 1200-1210 und mlat. als senescalcus belegte und aus sene (alt) und skalk (Knecht) gebildete Bezeichnung für einen höheren Hofbediensteten (Altknecht) dieser Zeit; BM.: alt, schneiden; F.: Seneschall, Seneschalls, Seneschalle, Seneschallen+FW?+EW; Z.: Sen-e-schal-l
Senf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Senf, Frucht der Senfstaude; ne. mustard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. senef, senif, senf, st. M., Senf; mnd. sennep, sennip, senp, semp, senep, sēnap, sēnep, M., Senf, Frucht der Senfstaude, senfähnliche Ackerpflanze, Rederei, Gerede; mnl. sennep, senep, M., Senf; ahd. senaf, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Senf; as. senap, st. M., Senf; anfrk. -; germ. sinap-, M., Senf; lat. sināpi, N., Senf, (um 250-184 v. Chr.); gr. σίναπι (sínapi), N., Senf; vielleicht aus dem Ägyptischen entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Senf, Kluge s. u. Senf, EWD s. u. Senf, DW 16, 580, EWAhd 7, 1106, Duden s. u. Senf, Bluhme s. u. Senf; Son.: vgl. afries. -; ae. senap, senep, senop, sinop, st. M. (a?), Senf; an. -; got. sinaps, sinap*, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Senf; frz. sénevé, M., Senf; nschw. senap, Sb., Senf; nnorw. sennep, M., Senf; GB.: (senaf) seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen und vielleicht dem Ägyptischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus gemahlenen Senfkörnern der Senfstaude mit Essig und Gewürzen hergestellte gelbbraune und breiige und würzig bis scharf schmeckende Masse; BM.: ?; F.: Senf, Senfes, Senfs, Senfe, Senfen+FW(+EW?); Z.: Senf
Senge, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Senge, Stockschläge, Hiebe, Prügel; ne. lashing (N.), flogging (N.); Vw.: -; Hw.: s. sengen; Q.: 19. Jh.; E.: s. sengen; L.: Kluge s. u. Senge, DW 16, 584, Duden s. u. Senge; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit sengen verbindbare Bezeichnung für Stockschläge oder Hiebe oder Prügel; BM.: brennen (vielleicht von einem Brennenmachen der Oberfläche); F.: Senge, Sengen+EW; Z.: Seng-e
sengen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sengen, ansengen, leicht anbrennen; ne. scorch (V.), singe (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. sengen, sw. V., knistern machen, sengen, anzünden, verbrennen, brennen; mnd. sengen, sw. V., sengen, durch Abbrennen von Haaren säubern, brennen, in Brand setzen; mnl. senghen, singhen, sw. V., sengen; ahd. bisengen, sw. V. (1a), verbrennen, sengen, anbrennen, ansengen; as. -; anfrk. -; germ. *sangjan, sw. V., sengen, brennen machen; idg. *senk-?, V., brennen, dörren, Pokorny 907 (1579/51) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sengen, Kluge s. u. sengen, EWD s. u. sengen, DW 16, 585, Falk/Torp 439, Duden s. u. sengen, Bluhme s. u. sengen; Son.: vgl. afries. sandza, sendza, sanga, senga, sw. V. (1), sengen, versengen; ae. sėngan, sw. V. (1), sengen, anbrennen; an. -; got. -; nndl. zengen, V., sengen; maked.-ksl. prěsęčiti, V., trocknen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an der Oberfläche etwas leicht anbrennen; BM.: brennen; F.: sengen, senge, sengst, sengt, sengest, senget, sengte, sengtest, sengten, sengtet, gesengt, ##gesengt, gesengte, gesengtes, gesengtem, gesengten, gesengter##, sengend, ###sengend, sengende, sengendes, sengendem, sengenden, sengender###, seng (!)+EW; Z.: seng-en
senil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. senil, greisenhaft, eingeschränkt; ne. senile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. senīlis; E.: s. lat. senīlis, Adj., zu den Greisen gehörig, greisenhaft, Greisen..., (81-43 v. Chr.); vgl. lat. senex, Adj., alt, bejahrt; idg. *seno-, *sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. senil, EWD s. u. senil, Duden s. u. senil; Son.: vgl. nndl. seniel, Adj., senil; frz. sénile, Adj., senil; nschw. senil, Adj., senil; nnorw. senil, Adj., senil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete abwertende Bezeichnung für greisenhaft oder auf Grund des höheren Alters in den geistigen Möglichkeiten eingeschränkt; BM.: alt; F.: senil, senile, seniles, senilem, senilen, seniler(, senilere, senileres, senilerem, senileren, senilerer, senilst, senilste, senilstes, senilstem, senilsten, senilster)+FW(+EW?); Z.: sen-il
Senior, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Senior, älterer Mensch, älterer Geschäftspartner; ne. senior (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. senior (1), M., Senior (Anredeform); mnd. senior (2), M., Senior, Senior des Domkapitels; lat. senior, M., F., Älterer, Greis, Greisin, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. senior, Adj. Komp., ältere; lat. senex, Adj., alt, bejahrt; idg. *seno-, *sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Senior, EWD s. u. Senior, DW 16, 587, Duden s. u. Senior; Son.: vgl. nndl. senior, Sb., Senior; frz. senior, M., Senior; nschw. senior, Sb., Senior; nnorw. senior, M., Senior; GB.: seit 14. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen älteren Teilhaber oder für einen älteren Menschen in dem Verhältnis zu einem jüngeren Menschen; BM.: alt; F.: Senior, Seniors, Senioren+FW(+EW?); Z.: Sen-ior
$Senke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Senke, Senkung, Vertiefung; E.: s. senken; L.: Kluge s. u. senken, DW 16, 588, EWD s. u. senken; GB.: seit nach 1291 belegte und mit senken verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Festigung der Erdoberfläche mögliche Senkung oder Vertiefung; F.: Senke, Senken+EW; Z.: Senk-e
Senkel, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Senkel, Lot; ne. lace (N.); Vw.: -; Hw.: s. senkrecht, senken; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. senkel, st. M., Senkel, Nestel, Anker (M.) (1); mnd. senkel, sengel, M., Senkel, zungenartiger Bandstreifen der durch eine Schnalle gesteckt wird, Schnürsenkel, Schnalle, Nestel, Schnürriemen; mnl. senkel, M., Anker (M.) (1), Senkel; ahd. senkil, st. M. (a), Senkel, Anker (M.) (1), Zugnetz, Wurfnetz; as. -; anfrk. -; germ. *sankila-, *sankilaz, st. M. (a), Senkel, Riemen (M.) (1); s. idg. *seg- (2), *seng-, V., heften, hängen, berühren, Pokorny 887 (1545/17) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Senkel, Kluge s. u. Senkel, DW 16, 589, EWD s. u. Senkel, Falk/Torp 428, EWAhd 7, 1117, Duden s. u. Senkel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (senkil) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie mit senken verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes festes Band und ein Lot; BM.: heften; F.: Senkel, Senkels, Senkeln+EW; Z.: Senk-el
senken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. senken, sinken machen, hinablassen; ne. decline (V.), lower; Vw.: -; Hw.: s. Senkel, senkrecht; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. senken, sw. V., senken, niederlassen, zuwenden, sich versenken; mnd. senken, sw. V., senken, versenken, einlassen, stecken, hineintun in, niederlassen, unter Wasser bringen, tiefer machen, vertiefen; mnl. senken, sw. V., senken; ahd. senken*, sw. V. (1a), senken, sinken machen, sinken lassen; as. sėnkian*, sw. V. (1a), versenken; anfrk. *senken?, sw. V. (1), senken; germ. *sankwjan, sw. V., senken; idg. sengᵘ̯-?, V., fallen, sinken, Pokorny 906 (1576/48) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge s. u. senken, EWD s. u. senken, DW 16, 591, EWAhd 7, 1115, Duden s. u. senken, Bluhme s. u. senken; Son.: vgl. afries. sanza, senza, sanka, senka, sw. V. (1), versenken; ae. sėncan, sw. V. (1), senken, versenken, ertränken; an. søkkva (2), sw. V. (1), versenken; got. saggqjan, sw. V. (1), senken; nschw. sänka, V., senken; nnorw. senke, V., senken; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sinken machen oder hinablassen; BM.: fallen bzw. sinken; F.: senken (!), senke (!), senkst, senkt, senkest, senket, senkte, senktest, senkten, senktet, gesenkt, ##gesenkt, gesenkte, gesenktes, gesenktem, gesenkten, gesenkter##, senkend, ###senkend, senkende, senkendes, senkendem, senkenden, senkender###, senk (!)+EW; Z.: senk-en
$Senker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Senker, Senkender; Vw.: s. Ab-; E.: s. senk(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. senken, DW 16, 595; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus senk(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Senkenden; F.: Senker, Senkers, Senkern+EW; Z.: Senk-er
senkrecht, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. senkrecht, lotrecht, vertikal; ne. vertical, upright; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Senkel, senken, recht, recht; L.: Kluge s. u. senkrecht, DW 16, 596, EWD s. u. senken, Duden s. u. senkrecht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus senk(en) und recht gebildete Bezeichnung für in einer geraden Linie von unten nach oben oder von oben nach unten verlaufend in Gegensatz zu waagerecht oder auch schräg oder rund; BM.: fallen bzw. sinken, gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: senkrecht, senkrechte, senkrechtes, senkrechtem, senkrechten, senkrechter+EW; Z.: senk—rech-t
$Senkung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Senkung, Senken (N.), Vertiefung; E.: s. senk(en), s. ung; L.: Kluge s. u. senken, DW 16, 597, EWD s. u. senken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus senk(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches Senken (N.) oder eine Vertiefung; F.: Senkung, Senkungen+EW; Z.: Senk-ung
Senne, Senn, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Senne, Alpenhirt; ne. herdsman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. senne, sw. M., Hirte, Senne; ahd. senno, sw. M. (n), Senn, Senne, Hirte, Schäfer; germ. *san-, M., Senn, Senne, Senner; s. gall. sanion; L.: Kluge 1. A. s. u. Senne, Kluge s. u. Senn, DW 16, 598, EWD s. u. Senn(e), Duden s. u. Senn, Bluhme s. u. Senner; Son.: vgl. oberengadinisch, san, Sb., Senne; air. sine, Sb., Zitze; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie mit dem Gallischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht nach der Sesshaftigkeit des Menschen möglichen Hirten auf einer Alm (Alpenhirt); BM.: Melker?; F.: Senn, Sennes, Sennen, Senns, Senne+FW; Z.: Sen-n-e
Sennesbaum, Senesbaum, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sennesbaum, Senesbaum; ne. senna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. sen, sene, F., Sennesbaum; mlat. sena, F., Kassie, Sennespflanze; arab. sanâ, Sb., Sennespflanze; L.: Kluge 1. A. s. u. Senesbaum, Kluge s. u. Sennesbaum, EWAhd 7, 1105, DW 16, 597 (Senesbaum), Duden s. u. Sennesbaum; Son.: vgl. nndl. senna, Sb., Sennespflanze; frz. séné, Sb., Sennespflanze; nschw. sennetsblad, Sb., Sennesblatt; nnorw. senna, M., Sennesblatt; poln. senes, Sb., Sennespflanze; nir. séinne, M., Sennespflanze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen zu den Kassien gehörenden Baum dessen Blätter als Abführmittel dienen; BM.: ?; F.: Sennesbaum, Sennesbaums, Sennesbaumes, Sennesbäume, Sennesbäumen, Senesbaum, Senesbaums, Senesbaumes, Senesbäume, Senesbäumen+FW+EW; Z.: Sen-n-es—bau-m
$Sennhütte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sennhütte; E.: s. Senn(e), s. Hütte; L.: DW 16, 602, EWD s. u. Senn(e); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Senn(e) und Hütte gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliche Hütte eines Hirten auf einer Alm; F.: Sennhütte, Sennhütten+FW+EW; Z.: Sen-n—hütt-e
...sens, nhd., M., (15. Jh.)?: nhd. ...sens; ne. ...sent; Vw.: s. Dis-, Kon-(, Non-); Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. sēnsus; E.: s. lat. sēnsus, M., Wahrnehmen, Wahrnehmung, Empfindung, Empfindungsvermögen, Gefühl, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...sent, Suff., ...sens; frz. ...sensus, Suff., ...sens; nschw. ...sensus, Suff., ...sens; nnorw. ...sens, ...sensus, Suff., ...sens; poln. ...sens, Suff., ...sens; kymr. ...sensws, Suff., ...sens; lit. ...sensusas, Suff., ...sens; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in dem Neuenglischen weitergeführte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Empfindens oder Denkens verwendete Bezeichnung; BM.: empfinden; F.: ...sens, ...senses, ...sense, ...sensen+FW(+EW); Z.: -sens
Sensation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sensation, aufsehenerregendes Ereignis, unerwartete Neuigkeit; ne. sensation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. ne. sensation, frz. sensation; E.: s. ne. sensation, N., Sensation; frz. sensation, F., Sensation; lat. sēnsātio, F., Verständigkeit; vgl. lat. sēnsātus (1), Adj., mit Verstand begabt, verständig, vernünftig, klug; lat. sēnsus, M., Wahrnehmen, Wahrnehmung, Empfindung, Empfindungsvermögen, Gefühl; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sensation, EWD s. u. Sensation, DW 16, 604, Duden s. u. Sensation; Son.: vgl. nndl. sensatie, Sb., Sensation; nschw. sensation, Sb., Sensation; nnorw. sensasjon, M., Sensation; poln. sensacja, F., Sensation; lit. sensacija, F., Sensation; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches für Menschen aufsehenerregendes Ereignis oder eine unerwartete Neuigkeit; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: Sensation, Sensationen+FW(+EW?); Z.: Sens-at-io-n
$sensationell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sensationell, aufsehenerregend, unerwartet; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Sensation. s. ell, s. frz .sensationnel; L.: Kluge s. u. Sensation, fehlt DW, EWD s. u. Sensation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sensation und ell (Suff.) gebildete sowie aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aufsehenerregend oder unerwartet; F.: sensationell, sensationelle, sensationelles, sensationellem, sensationellen, sensationeller(, sensationellere, sensationelleres, sensationellerem, sensationelleren, sensationellerer, sensationellst, sensationellste, sensationellstes, sensationellstem, sensationellsten, sensationellster)+FW(+EW?); Z.: sens-at-io-n-ell
Sense, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sense, ein Werkzeug zu dem Mähen; ne. scythe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. segense, segens, sengse, seinse, sēnse, st. F., sw. F., Sense; mnd. seisene (2), seisen, sēgedese, seysne, sēsne, sēsene, F., Sense; mnd. seise* (1), seyse, zeyse, seysse, seize, seitze, seytsze, F., Sense; mnl. seisene, seinse, F., Sense; ahd. segansa, segensa, st. F. (ō), Sense, Sichel, Sternbild Orion; as. sėgisna*, st. F. (ō), Sense; anfrk. -; germ. *segasnō-, *segasnōn, sw. F. (n), Sense; s. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sense, Kluge s. u. Sense, EWD s. u. Sense, DW 16, 604, Falk/Torp 424, EWAhd 7, 1019, Duden s. u. Sense, Bluhme s. u. Sense; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. zeis, Sb., Sense; ? lat. scēna, sacēna, F., Haue des Pontifex; GB.:(segansa) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes metallenes langes bogenförmiges oder sichelförmiges und an einer langen Stange oder an einem Griff befestigtes Gerät zu dem Mähen beispielsweise von Gras oder Getreide; BM.: schneiden; F.: Sense, Sensen+EW; Z.: Se-n-s-e
$Sensenmann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sensenmann, Tod; E.: s. Sens(e), s. en (Suff.), s. Mann; L.: DW 16, 610, EWD s. u. Sense; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sens(e) und en (Suff.) sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen Mann mit einer Sense und übertragen (Adj.) für den Tod; F.: Sensenmann, Sensenmannes, Sensenmanns, Sensenmänner, Sensenmännern+EW; Z.: Se-n-s-en—man-n
sensibel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sensibel, empfindsam, feinfühlig; ne. sensible, sensitive; Vw.: -; Hw.: s. Sensibilität, sensitiv, Sensor; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. sensible; E.: s. frz. sensible, Adj., sensibel; lat. sēnsibilis, Adj., empfindbar, sinnlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sensibel, DW 16, 612, EWD s. u. sensibel, Duden s. u. sensibel; Son.: vgl. nndl. sensibel, Adj., sensibel; nschw. sensibel, Adj., sensibel; nnorw. sensibel, Adj., sensibel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches empfindsam oder feinfühlig; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: sensibel, sensible, sensibles, sensiblem, sensiblen, sensibler(, sensiblere, sensibleres, sensiblerem, sensibleren, sensiblerer, sensibelst, sensibelste, sensibelstes, sensibelstem, sensibelsten, sensibelster)+FW(+EW); Z.: sens-ib-el
Sensibilität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sensibilität, Empfindungsfähigkeit, Feinfühligkeit, Reizempfindlichkeit; ne. sensibility; Vw.: -; Hw.: s. sensibel, sensitiv, Sensor; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. sensibilité; E.: s. frz. sensibilité, F., Sensiblität; lat. sēnsibilitās, F., Empfindbarkeit, Sinn, Empfindsamkeit, Fähigkeit zum Fühlen, Wahrnehmungsvermögen, (um 500 n. Chr.); vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sensibel, EWD s. u. sensibel, Duden s. u. Sensibilität; Son.: vgl. nndl. sensibiliteit, Sb., Sensibilität; nschw. sensibilitet, Sb., Sensibilität; nnorw. sensibilitet, M., Sensibilität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Empfindungsfähigkeit oder Feinfühligkeit oder Reizempfindlichkeit; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: Sensibilität, Sensibilitäten+FW(+EW?); Z.: Sens-ib-il-it-ät
sensitiv, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. sensitiv, empfindlich; ne. sensitive; Vw.: -; Hw.: s. sensibel, Sensibilität, Sensor; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. sēnsitīvus; E.: s. mlat. sēnsitīvus, Adj., sinnlich wahrnehmend, Sinnes..., (1220-1235); vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen, (190-159 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sensibel, Duden s. u. sensitiv; Son.: vgl. nndl. sensitief, Adj., sensitiv; nschw. sensitiv, Adj., sensitiv; nnorw. sensitiv, Adj., sensitiv; poln. sensytywny, Adj., sensitiv; kymr. sensitif, Adj., sensitiv; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches empfindlich oder feinfühlig; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: sensitiv, sensitive, sensitives, sensitivem, sensitiven, sensitiver(, sensitivere, sensitiveres, sensitiverem, sensitiveren, sensitiverer, sensitivst, sensitivste, sensitivstes, sensitivstem, sensitivsten, sensitivster)+FW(+EW?); Z.: sens-it-iv
Sensor, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Sensor, Fühler, Messfühler; ne. sensor; Vw.: -; Hw.: s. sensibel, Sensibilität, sensitiv; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. sensor; E.: s. ne. sensor, M., Sensor; vgl. lat. sēnsus, M., Wahrnehmen, Wahrnehmung, Empfindung, Empfindungsvermögen, Gefühl, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sensibel, Duden s. u. Sensor; Son.: vgl. nndl. sensor, Sb., Sensor; nschw. sensor, Sb., Sensor; nnorw. sensor, M., Sensor; poln. sensor, M., Sensor; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen Fühler oder einen Messfühler; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: Sensor, Sensors, Sensoren+FW; Z.: Sens-or
Sentenz, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sentenz, Sinnspruch; ne. aphorism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. sentenzie, st. F., Sentenz; mnd. sentencie, sentensie, sententie, sentens, sententz, F., Sentenz, Urteilsspruch, gerichtliche Entscheidung; lat. sententia, F., Meinung, Satz, Spruch, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sentenz, DW 16, 613, EWD s. u. Sentenz, Duden s. u. Sentenz; Son.: vgl. nndl. sententie, Sb., Sentenz; ne. sentence, N., Satz; frz. sentence, F., Urteilsspruch; nschw. sentens, Sb., Sentenz; nnorw. sentenz, M., Sentenz; poln. sentencja, F., Sentenz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen kurz und treffend formulierten einprägsamen Satz oder Sinnspruch wie beispielsweise ohne Fleiß kein Preis oder die Axt im Haus erspart den Zimmermann oder der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder Geld regiert die Welt oder trau schau wem; BM.: gehen bzw. wahrnehmen; F.: Sentenz, Sentenzen+FW(+EW); Z.: Sent-enz
sentimental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sentimental, empfindlich, gefühlvoll, rührselig; ne. sentimental; Vw.: -; Hw.: s. Sentimentalität; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. sentimental; E.: s. ne. sentimental, Adj., sentimental; vgl. ne. sentiment, N., Empfindung; afrz. sentement, Sb., Empfindung; mlat. sentīmentum, N., Meinung, Anschauung; vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen, (190-159 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sentimental, DW 16, 615, EWD s. u. sentimental, Duden s. u. sentimental; Son.: vgl. nndl. sentimenteel, Adj., sentimental; frz. sentimental, Adj., sentimental; nschw. sentimental, Adj., sentimental; nnorw. sentimental, Adj., sentimental; poln. sentymentalny, Adj., sentimental; kymr. sentimentalaidd, Adj., sentimental; lit. sentimentalus, Adj., sentimental; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches empfindlich oder gefühlvoll oder rührselig; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: sentimental, sentimentale, sentimentales, sentimentalem, sentimentalen, sentimentaler(, sentimentalere, sentimentaleres, sentimentalerem, sentimentaleren, sentimentalerer, sentimentalst, sentimentalste, sentimentalstes, sentimentalstem, sentimentalsten, sentimentalster)+FW; Z.: sent-im-ent-al
Sentimentalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sentimentalität, Empfindsamkeit, Gefühlsüberschwang, Rührseligkeit; ne. sentimentality; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. sentimentality; E.: s. ne. sentimentality, N., Sentimentalität; ne. sentimental, Adj., sentimental; vgl. ne. sentiment, N., Empfindung; afrz. sentement, Sb., Empfindung; mlat. sentīmentum, N., Meinung, Anschauung; vgl. lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen, (190-159 v. Chr.); idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sentimental, EWD s. u. sentimental, DW 16, 615, Duden s. u. Sentimentalität; Son.: vgl. nndl. sentimentaliteit, Sb., Sentimentalität; frz. sentimentailité, F., Sentimentalität; nschw. sentimentalitet, Sb., Sentimentalität; nnorw. sentimentalitet, M., Sentimentalität; poln. sentymentalność, F., Sentimentalität; kymr. sentimentaliaeth, F., Sentimentalität; lit. sentimentalumas, M., Sentimentalität; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus sentimental und ität gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Empfindsamkeit oder Gefühlsüberschwang oder Rührseligkeit; BM.: empfinden bzw. wahrnehmen; F.: Sentimentalität, Sentimentalitäten+FW(+EW?); Z.: Sent-im-ent-al-it-ät
separat, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. separat, getrennt, gesondert, selbständig; ne. separate (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Separation, Separatist, Séparée, separieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sēparātus; E.: s. lat. sēparātus (1), Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sēparāre, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden, besonders vornehmen, unterscheiden; lat. sēpār, Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), zerrissen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. separat, DW 16, 616, EWD s. u. separat, Duden s. u. separat; Son.: vgl. nndl. separaat, Adj., separat; frz. séparé, Adj., separat; nschw. separat, Adj., separat; nnorw. separat, Adj., separat; lit. separatinis, Adj., separat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für getrennt oder gesondert oder selbständig; BM.: für sich, gleich; F.: separat, separate, separates, separatem, separaten, separater+FW(+EW); Z.: se-par-at
Separation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Separation, Absonderung, Trennung, Verselbständigung; ne. separation; Vw.: -; Hw.: s. separat, Separatist, Séparée, separieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sēparātio; E.: s. lat. sēparātio, F., Absonderung, Sonderung, Trennung, Scheidung, Einschnitt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sēparāre, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden, besonders vornehmen, unterscheiden; lat. sēpār, Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), zerrissen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. separat, DW 16, 616, Duden s. u. Separation; Son.: vgl. frz. séparation, F., Separation; nschw. separation, Sb., Separation; nnorw. separasjon, M., Separation; lit. separacija, F., Separation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Gesellschaft mögliche Absonderung oder Trennung oder Verselbständigung; BM.: für sich, gleich; F.: Separation, Separationen+FW(+EW?); Z.: Se-par-at-io-n
Separatist, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Separatist; ne. separatist (M.); Vw.: -; Hw.: s. separat, Separation, Séparée, separieren; Q.: um 1700?; I.: Lw. ne. separatist; E.: s. ne. separatist, M., Separatist, religiöser Sektierer; vgl. ne. separate, V., trennen; lat. sēparāre, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden, besonders vornehmen, unterscheiden, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. sēpār, Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), zerrissen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. separat, DW 16, 616, Duden s. u. Separatist; Son.: vgl. nndl. separatisten, Sb. Pl., Separatisten; frz. séparatiste, M., Separatist; nschw. separatist, Sb., Separatist; nnorw. separatist, M., Separatist; poln. separatysta, M., Separatist; lit. separatistas, M., Separatist; GB.: vielleicht seit um 1700 belegte und aus separat und ist gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger einer Absonderung oder Trennung oder Verselbständigung; BM.: für sich, gleich; F.: Separatist, Separatisten+FW+EW?; Z.: Se-par-at-ist
Séparée, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Séparée, abgeteilter und sichtgeschützter Nebenraum; ne. private room; Vw.: -; Hw.: s. separat, Separation, Separatist, separieren; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. (chambre) séparée; E.: s. frz. (chambre) séparée, F., abgetrennter Raum; vgl. frz. séparer, V., abteilen, abtrennen; lat. sēparāre, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden, besonders vornehmen, unterscheiden, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. sēpār, Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), zerrissen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: Kluge s. u. separat, EWD s. u. separat, Duden s. u. Séparée; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einen abgeteilten und sichtgeschützten Nebenraum in einem Restaurant für ungestörte Zusammenkünfte (von Männern und Frauen); BM.: für sich, gleich; F.: Séparée, Séparées+FW; Z.: Sé-par-ée
separieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. separieren, trennen; ne. separate; Vw.: -; Hw.: s. separat, Separation, Separatist, Séparée; Q.: 1479; E.: mhd. seperieren, sw. V., separieren, scheiden; lat. sēparāre, V., absondern, sondern (V.), trennen, scheiden, besonders vornehmen, unterscheiden, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. sēpār, Adj., abgesondert, getrennt, verschieden (Adj.), zerrissen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. pār, Adj., gleichkommend, gleich; idg. *per- (2C), V., verkaufen, bringen, Pokorny 817; L.: DW 16, 616, Duden s. u. separieren; Son.: vgl. nndl. separeren, V., separieren; frz. séparer, V., separieren; nschw. separera, V., separieren; nnorw. separere, V., separieren; GB.: seit 1479 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches trennen; BM.: für sich, gleich; F.: separieren, separiere, separierst, separiert, separierest, separieret, separierte, separiertest, separierten, separiertet, ##separiert, separierte, separiertes, separiertem, separierten, separierter##, separierend, ###separierend, separierende, separierendes, separierendem, separierenden, separierender###, separier (!)+FW(+EW?); Z.: se-par-ier-en
Sepia, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sepia, schwarz-braune Farbe, zehnarmiger Kopffüßer; ne. sepia (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. sēpia, gr. σηπία (sēpía); E.: s. lat. sēpia, saepia, F., Tintenfisch, Tinte; gr. σηπία (sēpía), F., Tintenfisch; weitere Herkunft unklar; L.: EWAhd 7, 1130, DW 16, 617, Duden s. u. Sepia; Son.: s. ahd. sepa, sēpa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Tintenfisch; vgl. nndl. sepia, Sb., Sepia; frz. sépia, M., Sepia; nschw. sepia, Sb., Sepia; nnorw. sepia, M., Sepia; kymr. sepia, M., Sepia; poln. sepia, F., Sepia; lit. sepija, F., Sepia; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die aus dem Tintenbeutel des Tintenfischs stammende schwarz-braune Farbe und den zehnarmigen Kopffüßer oder Tintenfisch; BM.: Tintenfisch; F.: Sepia, Sepien; Z.: Sep-ia
Sepsis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sepsis, Blutvergiftung; ne. sepsis; Vw.: -; Hw.: s. septisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. gr. σῆψις (sēpsis); E.: s. gr. σῆψις (sēpsis), F., Fäulnis; gr. σήπεσθαι (sḗpesthai), V., faulen, verwesen; wohl Erbwort bisher unbekannter Etymologie, Frisk 2, 696; L.: EWD s. u. Sepsis, fehlt DW, Duden s. u. Sepsis; Son.: vgl. nndl. sepsis, Sb., Sepsis; frz. septicémie, F., Sepsis; nschw. sepsis, Sb., Sepsis; nnorw. sepsis, M., Sepsis; nir. seipseas, M., Sepsis; poln. sepsis, Sb., Sepsis; poln. sepsa, F., Sepsis; lit. sepsis, M., Sepsis; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und wohl als Erbwort bisher unbekannter Etymologie entstandene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Blutvergiftung; BM.: faulen; F.: Sepsis+FW; Z.: Sep-s-is
September, nhd., M., (13. Jh.): nhd. September, (siebenter) Monat zwischen August und Oktober in dem julianischen und gregorianischen Kalender; ne. september; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1261 (Urkunde); E.: mhd. september, st. M., September; lat. September, M., September, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. septem, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); idg. *septm̥, Num. Kard., sieben (Num. Kard.), Pokorny 909 (1583/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. September, EWD s. u. September, DW 16, 616, Duden s. u. September; Son.: vgl. nndl. september, Sb., September; frz. septembre, M., September; nschw. september, Sb., September; nnorw. september, M., September; GB.: seit 1261 belegte und aus septem und ber oder bris (Suff.) gebildete und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den neunten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen August und Oktober der in Rom ursprünglich bei einem Beginn des Jahres in dem März als siebter Monat gezählt worden war; BM.: sieben (Num. Kard.); F.: September, Septembers, Septembern+FW; Z.: Septem-ber
Septett, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Septett, Siebenergruppe; ne. septet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. it. settetto; E.: s. it. settetto, M., Septett; it. sette, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); lat. septem, sieben (Num. Kard.); idg. *septm̥-, Num. Kard., sieben (Num. Kard.), Pokorny 909 (1583/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Septett; Son.: vgl. nschw. septett, Sb., Septett; nnorw. septett, M., Septett; poln. septet, M., Septett; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus sieben Instrumenten oder Stimmen bestehendes Musikstück; BM.: sieben (Num. Kard.); F.: Septett, Septetts, Septettes, Septette, Septetten+FW(+EW); Z.: Sept-ett
septisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. septisch, mit Keimen behaftet, Blutvergiftung betreffend; ne. septic; Vw.: -; Hw.: s. Sepsis; Q.: 18. Jh.; E.: gr. σηπτικός (sēptikós), Adj., Fäulnis erregend; gr. σήπεσθαι (sḗpesthai), V., faulen, verwesen; wohl Erbwort bisher unbekannter Etymologie, Frisk 2, 696; L.: Kluge s. u. septisch, EWD s. u. Sepsis, Duden s. u. septisch; Son.: vgl. nndl. septisch, Adj., septisch; frz. septique, Adj., septisch; nschw. septisk, Adj., septisch; nnorw. septisk, Adj., septisch; poln. septyczny, Adj., septisch; kymr. septig, Adj., septisch; nir. seipteach, Adj., septisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Sepsis verbindbare sowie aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und mittels isch umgebildete und wohl aus unbekannter Etymologie stammende Bezeichnung für mit Keimen behaftet oder Blutvergiftung betreffend; BM.: faulen; F.: septisch, septische, septisches, septischem, septischen, septischer+FW(+EW); Z.: sep-t-isch
Sequenz, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sequenz, Reihe, Folge, Aufeinanderfolge; ne. sequence; Vw.: s. Kon--; Hw.: -; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: s. mhd. sequenzie, st. F., Sequenz, Kirchengesang, liturgischer Gesang; mnd. sequencie, sequentie, F., Sequenz, auf die Antiphon folgender Kirchengesang; lat. sequentia, F., Folge, Reihenfolge, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sequenz, DW 16, 617, EWD s. u. Sequenz, Duden s. u. Sequenz; Son.: vgl. frz. séquence, F., Sequenz; nschw. sekvens, Sb., Sequenz; nnorw. sekvens, M., Sequenz; poln. sekwencja, F., Sequenz; GB.: seit um 1275 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Reihe oder Folge oder Aufeinanderfolge von etwas Gleichartigem; BM.: folgen; F.: Sequenz, Sequenzen+FW(+EW?); Z.: Sequ-enz
sequestrieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. sequestrieren, beschlagnahmen, zwangsverwalten; ne. sequester; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sequestrāre; E.: s. lat. sequestrāre, V., aufzuheben geben, absondern, trennen, entfernen, entziehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 16, 617, Duden s. u. sequestrieren; Son.: vgl. nndl. sekwestreren, V., sequestrieren; frz. séquestrer, V., sequestrieren; nnorw. sekvestrere, V., sequestrieren; lit. sekvestruoti, V., sequestrieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für beschlagnahmen und zwangsverwalten; BM.: folgen; F.: sequestrieren, sequestriere, sequestrierst, sequestriert, sequestrierest, sequestrieret, sequestrierte, sequestriertest, sequestrierten, sequestriertet, ##sequestriert, sequestrierte, sequestriertes, sequestriertem, sequestrierten, sequestrierter##, sequestrierend, ###sequestrierend, sequestrierende, sequestrierendes, sequestrierendem, sequestrierenden, sequestrierender###, sequestrier (!)+FW+EW?; Z.: sequ-est-r-ier-en
Seraph, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Seraph, Engel höherer Ordnung; ne. seraph; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. seraph, sēraphīn, st. M., Seraph (Engel bzw. neunter Engelschor); mnd. seraphīn, M., Seraphin, Seraph, Engel hoher Ordnung; mnl. seraphijn, M., F., Seraph; ahd. siraphin*, seraphin*, st. M. (Pl.?), Seraphim; lat. Seraphīn, Seraphim, Engel höherer Ordnung, (348/49-um 413 n. Chr.); aus dem Hebräischen; L.: DW 16, 618, EWAhd 7, 1278, Duden s. u. Seraph; Son.: vgl. frz. séraphin, M., Seraph; nschw. seraf, Sb., Seraph; nnorw. seraf, M., Seraph; poln. serafin, M., Seraph; kymr. seraff, M., Seraph; nir. saraifín, M., Seraph; GB.: (siraphim*) seit 810-817 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den in dem Alten Testament der Bibel vorkommenden und in der Vorstellung von Menschen möglichen Engel der Anbetung (Engel höherer Ordnung); BM.: ?; F.: Seraph, Seraphs, Seraphe, Seraphen, Seraphim, Serafim+FW(+EW?); Z.: Seraph
serbeln, nhd. (dial.), sw. V., (16. Jh.): nhd. serbeln, kränkeln, welken; ne. be (V.) sickly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. serbeln, V., serbeln, kränkeln; von mhd. serwen, sw. V., dahinwelken, kränkeln, absterben; ahd. serawēn*, sw. V. (3), schwinden, sich verzehren, dahinschwinden; germ. *sergw-?, *serw-?, V., entkräftet werden; s. idg. *k̑sē̆ro-, Adj., trocken, hell, klar, Pokorny 625 (994/226) (RB. idg. aus gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. serbeln, DW 16, 621, Duden s. u. serbeln; Son.: schweiz.; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für kränklich sein (V.) oder kränkeln oder welken; BM.: trocken; F.: serbeln, serbel (!), serble (!), serbelst, serbelt, serbelte, serbeltest, serbelten, serbeltet, geserbelt, ##geserbelt, geserbelte, geserbeltes, geserbeltem, geserbelten, geserbelter##, serbelnd, ###serbelnd, serbelnde, serbelndes, serbelndem, serbelnden, serbelnder###, serbel (!)+EW; Z.: ser—b-el-n
Serenade, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Serenade, Abendmusik, Ständchen; ne. serenade (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. serenata; E.: s. it. serenata, F., Serenade; vgl. it. serena, Adj., heiter; lat. serēnus, Adj., heiter, hell, klar, leuchtend, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑sē̆ro-, Adj., trocken, hell, klar, Pokorny 625 (994/226) (RB. idg. aus gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Serenade, DW 16, 623, EWD s. u. Serenade, Duden s. u. Serenade; Son.: vgl. nndl. serenade, Sb., Serenade; frz. sérénade, F., Serenade; nschw. serenad, Sb., Serenade; nnorw. serenade, M., Serenade; poln. serenada, F., Serenade; kymr. serenâd, F., Serenade; nir. saranáid, F., Serenade; lit. serenada, F., Serenade; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus einer lockeren Folge von oft fünf bis sieben Einzelsätzen bestehende Komposition für ein kleines Orchester; BM.: hell; F.: Serenade, Serenaden+FW(+EW?); Z.: Ser-en-ad-e
Serge, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Serge, eine Art Wollstoff; ne. serge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1336; E.: mhd. serge, sarge, F., Wollstoff, Sarsche, Sarschendecke, Unterlage, Matratze, Strohsack; s. mfrz. sarge, F., Sarsche; lat. sēricum, N., serischer Stoff, Seide, (57/46-12 v. Chr.); vgl. lat. Sēr, M., Serer (M. Sg.); gr. Σῆρ (Sēr), M., Serer (M. Sg.); L.: DW 16, 623, Duden s. u. Serge; Son.: vgl. nndl. serge, Sb., Serge; frz. serge, F., Serge; nschw. sars, Sb., Serge; kymr. sers, M., Serge; nir. saraiste, F., Serge; poln. serża, F., Serge; GB.: seit 1336 belegte und über das Mittelfranzösische aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Art von feinem hochwertigem Wollgewebe oder Seide; BM.: PN; F.: Serge, Sergen+FW; Z.: Ser-g-e
Sergeant, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sergeant, ein Unteroffizier; ne. sergeant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1187/1189 (Eneide des Heinrich von Veldeke); E.: mhd. sarjant, serjant, st. M., Ritterdiener, Knappe, Fußknecht, Fußsoldat, Häuptling, Unterführer, Kämpfer; frz. sergent, M., Unteroffizier; von lat. serviēns, M., Dienender; vgl. lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.); lat. servus, M., Sklave; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Sergeant, EWD s. u. Sergeant, DW 16, 624, Duden s. u. Sergeant; Son.: vgl. nndl. sergeant, Sb., Sergeant; frz. sergent, M., Sergeant; nschw. sergeant, Sb., Sergeant; nnorw. sersjant, M., Sergeant; poln. sierżant, M., Sergeant; kymr. sarsiant, M., Sergeant; nir. sírsint, M., Sergeant; lit. seržantas, M., Sergeant; GB.: (sarjant) seit 1187/1189 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Dienstgrad eines Unteroffiziers; BM.: Sklave; F.: Sergeant, Sergeanten, Sergeants+FW; Z.: Serg-e-ant
Serie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Serie, Reihe; ne. series, string (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1293 (Martina); E.: mhd. serje, F., Serie; lat. seriēs, F., Reihe, Reihenfolge, Kette (F.) (1), (81-43 v. Chr.); vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Serie, DW 16, 626, EWD s. u. Serie, Duden s. u. Serie; Son.: vgl. nndl. serie, Sb., Serie; frz. série, F., Serie; nschw. serie, Sb., Serie; nnorw. serie, M., Serie; poln. seria, F., Serie; lit. serija, F., Serie; GB.: (serje) seit 1293 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine bestimmte Reihe gleichartiger zueinanderpassender Gegebenheiten die eine zusammenhängende Folge bilden; BM.: reihen bzw. knüpfen; F.: Serie, Serien+FW+EW?; Z.: Ser-ie
$serienmäßig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. serienmäßig, eine Serie oder Reihe oder Folge bildend, serienweise; E.: s. Seri(e), s. en (Suff.), s. mäßig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Serie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Seri(e) und en (Suff.) sowie mäßig gebildete Bezeichnung für eine Serie oder Reihe oder Folge bildend; F.: serienmäßig, serienmäßige, serienmäßiges, serienmäßigem, serienmäßigen, serienmäßiger+FW+EW; Z.: ser-ie-n—mä-ß-ig
$serienweise, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. serienweise, serienmäßig, eine Serie oder Reihe oder Folge bildend; E.: s. Seri(e), s. en (Suff.), s. Weise; L.: , fehlt DW, EWD s. u. Serie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Seri(e) und en (Suff.) sowie Weise gebildete Bezeichnung für eine Serie oder Reihe oder Folge bildend; F.: serienweise, serienweises, serienweisem, serienweisen, serienweiser+FW+EW; Z.: ser-ie-n—wei-s-e
seriös, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. seriös, ernsthaft, gediegen, ordentlich; ne. serious, reputable; Vw.: -; Hw.: s. Seriosität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. sérieux; E.: s. frz. sérieux, Adj., seriös, ernsthaft; mlat. seriōsus, Adj., ernsthaft, ernst, zurückhaltend, finster; vgl. lat. sērius, Adj., ernsthaft, ernstlich, ernst, nützlich, notwendig, (um 235-200 v. Chr.); idg. *su̯er- (5), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, wägen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1050?, 1150?; vgl. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. seriös, EWD s. u. seriös, DW 16, 626, Duden s. u. seriös; Son.: vgl. nndl. serieus, Adj., seriös; nschw. seriös, Adj., seriös; nnorw. seriøs, Adj., seriös; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ernsthaft oder gediegen oder ordentlich; BM.: binden; F.: seriös, seriöse, seriöses, seriösem, seriösen, seriöser(, seriösere, seriöseres, seriöserem, seriöseren, seriöserer, seriösest, seriöseste, seriösestes, seriösestem, seriösesten, seriösester)+FW(+EW); Z.: ser-i-ös
Seriosität, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Seriosität, Ernsthaftigkeit; ne. seriousness, seriousity; Vw.: -; Hw.: s. seriös; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. mlat. seriōsitās; E.: s. mlat. seriōsitās, F., Ernsthaftigkeit, Ernst; mlat. seriōsus, Adj., ernsthaft, ernst, zurückhaltend, finster; vgl. lat. sērius, Adj., ernsthaft, ernstlich, ernst, nützlich, notwendig, (um 235-200 v. Chr.); idg. *su̯er- (5), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, wägen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1050?, 1150?; vgl. idg. *u̯er- (1), V., Adj., Sb., binden, reihen, aufhängen, schwer, Schnur (F.) (1), Strick (M.) (1), Pokorny 1150 (1992/68) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. seriös, fehlt DW, Duden s. u. Seriosität; Son.: vgl. nschw. seriousity, Sb., Seriosität; nnorw. seriøsitet, M., Seriosität; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie aus serios und ität gebildete Bezeichnung für Ernsthaftigkeit; BM.: binden; F.: Seriosität+FW; Z.: Ser-i-os-it-ät
Sermon, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Sermon, Predigt, lange Rede; ne. sermon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: mhd. sermōn, st. M., st. N., Sermon, Rede, Predigt; mnd. sermōn, M., N., Sermon, Rede, Predigt; lat. sermo, M., Unterredung, Unterhaltung, Gespräch, (538/539-594 n. Chr.); idg. *su̯er- (1), V., sprechen, reden, Pokorny 1049 (1814/286) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Sermon, EWD s. u. Sermon, DW 16, 626, Duden s. u. Sermon; Son.: vgl. nndl. sermoen, Sb., Sermon; frz. sermon, M., Sermon; nir. seanmóir, F., Sermon; GB.: seit vor 1326 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Predigt oder eine lange Rede; BM.: sprechen; F.: Sermon, Sermons, Sermone, Sermonen+FW(+EW?); Z.: Ser-m-on
Serpentine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Serpentine, schlangenförmiger Weg an Bergen; ne. serpentine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. mnd. serpentīne, Sb., Schlange?; lat. serpentīnus, Adj., von Schlangen stammend, Schlangen..., (174-189 n. Chr.); vgl. lat. serpere, V., kriechen, schleichen; idg. *serp-, V., kriechen, Pokorny 912 (1590/62) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital.); L.: Kluge s. u. Serpentine, EWD s. u. Serpentine, DW 16, 627, Duden s. u. Serpentine; Son.: vgl. nndl. serpentine, Sb., Serpentine; frz. serpentin, M., Luftschlange; nschw. serpentin, Sb., Serpentine; nnorw. serpentin, M., Serpentine; poln. serpentyna, F., Serpentine; lit. serpentinas, M., Serpentine; GB.: seit Anfang 19. Jh. mnd. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in vielen Kehren und Windungen schlangenförmigen Weg an Bergen; BM.: schlangenförmig bzw. kriechen; F.: Serpentine, Serpentinen+FW(+EW?); Z.: Serp-ent-in-e
Serum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Serum, Wirkstoff, Impfstoff; ne. Serum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. serum; E.: s. lat. serum, N., Molke, Käsewasser, wässeriger Teil, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Serum, EWD s. u. Serum, Duden s. u. Serum; Son.: vgl. nndl. serum, Sb., Serum; frz. sérum, M., Serum; nschw. serum, N., Serum; nnorw. serum, N., Serum; poln. serum, M., Serum; kymr. serwm, M., Serum; nir. séiream, M., Serum; lit. serumas, M., Serum; GB.: seit 17. Jh. belegte und unter Bedeutungsänderung aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den wässerigen Bestandteil des Blutes und davon abgeleitet für einen Wirkstoff oder Impfstoff; BM.: strömen; F.: Serum, Serums, Seren, Sera+FW; Z.: Ser-um
Service, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Service, Dienstleistung, Gedeck; ne. service (N.); Vw.: -; Hw.: s. servieren, Serviette, Servus; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. service; E.: s. frz. service, M., Service, Dienst; lat. servitium, N., Sklaverei, Sklavenstand, Unfreiheit, Knechtschaft, (190-159 v. Chr.); vgl. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen; lat. servus, M., Sklave, Diener; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Service, servieren, DW 16, 628, EWD s. u. Service, Duden s. u. Service; Son.: vgl. nndl. serviesgoed, Sb., Gedeck; nschw. service, Sb., Service; nnorw. servise, N., Service; poln. serwis, M., Service; nir. seirbhís, F., Service; lit. servizas, M., Service; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums wohl unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zu leistenden Dienst oder für ein Gedeck oder eine Gesamtheit des Essgeschirrs (Gedeck); BM.: Sklave; F.: Service, Services+FW; Z.: Serv-ic-e
$Service (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Service; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: EWD s. u. Service, fehlt DW; F.: Service, Services+FW; Z.: Serv-ic-e
servieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. servieren, auftragen, bedienen; ne. serve; Vw.: s. ob-; Hw.: s. Serviette, Service, Servus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. servir; E.: s. frz. servir, V., dienen, bedienen; lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen, (um 250-184 v. Chr.); lat. servus, M., Sklave, Diener; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. servieren DW 16, 629, EWD s. u. servieren, Duden s. u. servieren; Son.: vgl. nndl. serveren, V., servieren; nschw. servera, V., servieren; nnorw. servere, V., servieren; poln. serwować, V., servieren; lit. serviruoti, V., servieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Etruskischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für auftragen oder bedienen; BM.: Sklave; F.: servieren, serviere, servierst, serviert, servierest, servieret, servierte, serviertest, servierten, serviertet, ##serviert, servierte, serviertes, serviertem, servierten, servierter##, servierend, ###servierend, servierende, servierendes, servierendem, servierenden, servierender###, servier (!)+FW; Z.: serv-ier-en
Serviette, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Serviette, Mundtuch; ne. napkin, serviette; Vw.: -; Hw.: s. servieren, Service, Servus; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. frz. serviette; E.: s. mnd. servette, F., Serviette, F., Mundtuch; frz. serviette, F., Serviette; frz. servir, V., bei Tisch bedienen; lat. servīre, V., dienen, Sklave sein (V.), als Sklave dienen, (um 250-184 v. Chr.); lat. servus, M., Sklave, Diener; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. servieren, EWD s. u. Serviette, DW 16, 629, Duden s. u. Serviette; Son.: vgl. nndl. servet, Sb., Serviette; nschw. servett, Sb., Serviette; nnorw. serviett, M., Serviette; poln. serwetka, F., Serviette; lit. servetėlė, F., Serviette; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Etruskischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes meist quadratisches Tuch das bei dem Essen zu dem Abwischen des Mundes und zu einem Schutz der Kleidung benutzt wird oder werden kann; BM.: Tuch das beim Servieren gereicht wird; F.: Serviette, Servietten+FW; Z.: Serv-iet-t-e
servil, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. servil, unterwürfig, kriecherisch; ne. servile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. servīlis; E.: s. lat. servīlis, Adj., zu den Sklaven gehörig, den Sklaven eigen, sklavisch, Sklaven..., (um 450 v. Chr.); vgl. lat. servus, M., Sklave, Diener; etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. servil, DW 16, 630, Duden s. u. servil; Son.: vgl. nndl. serviel, Adj., servil; frz. servile, Adj., servil; nschw. servil, Adj., servil; nnorw. servil, Adj., servil; poln. serwilistyczny, Adj., servil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums wohl unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für unterwürfig oder kriecherisch; BM.: Sklave; F.: servil, servile, serviles, servilem, servilen, serviler(, servilere, servileres, servilerem, servileren, servilerer, servilst, servilste, servilstes, servilstem, servilsten, servilster)+FW(+EW?); Z.: serv-il
Servolenkung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Servolenkung; ne. servo steering; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. servus, M., Sklave, Diener, (um 450 v. Chr.); etruskischer Herkunft; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. lenken; L.: fehlt DW, Duden s. u. Servolenkung; Son.: vgl. nschw. servostyrning, Sb., Servolenkung; nnorw. servostyring, M., F., Servolenkung; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Servo sowie mittelbar lat. servus und Lenkung gebildete Bezeichnung für eine mit einer die Lenkkraft verstärkenden und die Lenkung erleichternden Vorrichtung hydraulischer Art versehene Lenkung von Kraftfahrzeugen; BM.: Sklave, biegen; F.: Servolenkung, Servolenkungen+FW+EW; Z.: Serv-o-lenk-ung
Servus, nhd., Interj., Partikel, (19. Jh.): nhd. Servus, Hallo; ne. Hello!; Vw.: -; Hw.: s. servieren, Service, Serviette; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. servus; E.: s. lat. servus, M., Sklave, Diener, (um 450 v. Chr.); etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Servus, fehlt DW, Duden s. u. Servus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Etruskischen gebildete Bezeichnung für einen informeller Gruß; BM.: ich bin Ihr Diener; F.: Servus+FW; Z.: Serv-us
Sesam, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sesam, eine Ölpflanze; ne. sesame; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. sēsamum; E.: s. lat. sēsamum, N., Sesam, (14-37 n. Chr.); gr. σήσαμον (sḗsamon), N., Sesam; aus dem Semit., vgl. assyr. samassamu, Sb., Sesam; aram. sūmsemā, Sb., Sesam; L.: Kluge s. u. Sesam, DW 16, 630, Duden s. u. Sesam; Son.: vgl. nndl. sesam, Sb., Sesam; frz. sésame, M., Sesam; nschw. sesam, Sb., Sesam; nnorw. sesam, M., Sesam; poln. sezam, M., Sesam; kymr. sesame, M., Sesam; nir. seasaman, M., Sesam; lit. sezamas, M., Sesam; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen sowie dem Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine krautige Pflanze mit weißen bis roten glockigen Blüten deren flache glatte längliche sehr ölhaltige Samen von Menschen mindestens seit dem Altertum zu dem Kochen und Essen verwendet werden; BM.: ?; F.: Sesam, Sesams+FW(+EW?); Z.: Sesam
Sessel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sessel, Ruhestuhl, größerer bequemer Stuhl, ein Sitzmöbel; ne. chair (N.); Vw.: -; Hw.: s. sitzen; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. sezzel, st. M., Sessel, Unterlage des Edelsteins im Ring; mnd. sētel, setel, settel, M., „Sessel“, Sitz, Wohnsitz, Stuhl; mnl. sētel, setel, M., Sessel, Sitz, Sitzplatz; ahd. sezzal, st. M. (a?), Thron, Sitz, Stuhl, Sessel; as. *setl?, st. N. (a?), Sitz; anfrk. -; germ. *setla-, *setlaz, st. M. (a), Sitz, Sessel; s. idg. sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sessel, Kluge s. u. Sessel, DW 16, 631, EWD s. u. Sessel, Falk/Torp 427, Seebold 397, EWAhd 7, 1155, Duden s. u. Sessel; Son.: vgl. afries. -; ae. seotul, st. M. (a), Stuhl, Sessel; ae. setl, seatul, sedl, seld (1), st. N. (a), Sitz, Stelle, Ort, Wohnung, Thron, Belagerung; me. setle, seotel, sttel, Sb., Sitzplatz, Thron, Sitz; ne. settle, N. Sitzbank; an. sjǫtull (1), st. M. (a), Bank (F.) (1), Sitz; got. sitls, st. M. (a), Sitz, Stuhl, Wohnstätte, Nest; nndl. zetel, M., Sessel, Sitz; gr. ἐλλά (ellá), Sb., Sitz, Stuhl; lat. sella, F., Stuhl, Sessel, Thronsessel; ksl. sedlo, Sb., Sattel; GB.: (sezzal) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes mit Rückenlehne versehenes bequemes Sitzmöbel; BM.: sitzen; F.: Sessel, Sessels, Sesseln+EW; Z.: Sess-el
$sesshaft, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sesshaft, ansässig, zugänglich; E.: s. sess, s. haft; L.: Kluge 1. A. s. u. seszhaft, DW 16, 638 (seszhaft), EWD s. u. sesshaft, Bluhme s. u. sesshaft; GB.: (sezhaft) seit 1190-1200 belegte und aus sez und haft gebildete Bezeichnung für ansässig oder zugänglich; F.: sesshaft, sesshafte, sesshaftes, sesshaftem, sesshaften, sesshafter(, sesshaftere, sesshafteres, sesshafterem, sesshafteren, sesshafterer, sesshaftest, sesshafteste, sesshaftestes, sesshaftestem, sesshaftesten, sesshaftester)+EW; Z.: sess-haf-t
Session, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Session, Tagung, Sitzungsperiode; ne. session; Vw.: s. Ob-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sessio; E.: lat. sessio, F., Sitzung, Sitzen, (81-43 v. Chr.); idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Session, EWD s. u. Session, DW 16, 635, Duden s. u. Session; Son.: vgl. nndl. sessie, Sb., Session; frz. session, F., Session; nschw. session, Sb., Session; nnorw. sesjon, M., Session; poln. sesja, F., Session; kymr. sesiwn, M., F., Session; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Tagung oder eine Sitzungsperiode einer Versammlung; BM.: sitzen; F.: Session, Sessionen+FW(+EW?); Z.: Sess-io-n
Sesterz, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Sesterz, eine römische Münze (von zweieinhalb As); ne. sesterce, sesterius; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. sēstertius; E.: s. lat. sēstertius (2), M., Sesterz, eine Kupfermünze, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. sēmi, Adj., halb; idg. *sēmi-, Adj., halb, Pokorny 905 (1573/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ.); lat. tertius, Num. Ord., dritte; idg. *tr̥tīi̯o-, *triti̯o-, Num. Ord., dritte, Pokorny 1090; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Sesterz; Son.: vgl. nndl. sesterie, Sb., Sesterz; frz. sesterce, M., Sesterz; nschw. sestertie, Sb., Sesterz; nnorw. sestertius, M., Sesterz; kymr. sesters, M., Sesterz; lit. sestercija, Sb., Sesterz; GB.: vielleicht seit dem 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus halb und dritte benannte römische Münze (der dritte [As] halb, zweieinhalb); BM.: halb, drei; F.: Sesterz, Sesterzes, Sesterzen+FW(+EW?); Z.: Ses-ter-z
Set, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Set, Satz, ein Platzdeckchen; ne. set (N.); Vw.: s. Jet-, Twin-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. set; E.: s. ne. set, N., Satz, Sammlung; vgl. ne. set, V., setzen, legen; ae. sėttan, sw. V. (1), setzen, legen, stellen, aufstellen, gründen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Set, EWD s. u. Set, Duden s. u. Set; Son.: vgl. nndl. set, Sb., Set; nschw. set, N., Satz, Durchgang; nnorw. N., Set; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für mehrere zusammengehörende gleichartige oder sich ergänzende Gegenstände beziehungsweise für ein Platzdeckchen; BM.: sitzen; F.: Set, Sets+FW; Z.: Set
Setter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Setter, Vorstehhund; ne. setter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. setter; E.: s. ne. setter, N., Setter; vgl. ne. set, V., setzen, legen; ae. sėttan, sw. V. (1), setzen, legen, stellen, aufstellen, gründen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Setter, Duden s. u. Setter; Son.: vgl. nndl. setter, Sb., Setter; frz. setter, M., Setter; nschw. setter, Sb., Setter; nnorw. setter, M., Setter; poln. seter, M., Setter; nir. sotar, M., Setter; lit. seteris, M., Setter; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit etwa 1860 entwickelten größeren hochbeinigen Hund mit glänzendem meist rotbraunem langhaarigem Fell; BM.: sitzen; F.: Setter, Setters, Settern+FW; Z.: Set-t-er
setzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. setzen, sitzen machen, an eine bestimmte Stelle bringen; ne. set (V.), put (V.); Vw.: s. ent-; Hw.: s. Gesäß, Gesetz, sitzen, Satz; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. setzen, sw. V., setzen, stellen, legen; mnd. setten (1), sw. V., setzen, ansetzen, einsetzen als, Vollmacht geben, bestellen, ernennen, erwählen; mnl. setten, sw. V., setzen, stellen, errichten, festsetzen; ahd. sezzen, sezzan*, sw. V. (1a), setzen, stellen, legen, anbringen, anlegen, anstellen, ansetzen; as. sėttian, sw. V. (1a), setzen, einsetzen, versetzen; anfrk. setten*, setton*, sw. V. (1), setzen, stellen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. setzen, Kluge s. u. setzen, DW 16, 643, EWD s. u. setzen, EWAhd 7, 1157, Duden s. u. setzen, Bluhme s. u. setzen; Son.: vgl. afries. setta (1), sw. V. (1), setzen, stellen, errichten; nfries. setten, V., setzen, stellen; ae. sėttan, sw. V. (1), setzen, legen, stellen, gründen; an. setja, sw. V. (1), setzen, stellen, bauen, machen; got. satjan, sw. V. (1), setzen, stellen, bestimmen; nndl. zetten, V., setzen; nschw. sätta, V., setzen; nnorw. sette, V., setzen; ai. sādáyati, V., setzen; air. saidit, V., er sitzt, er setzt sich; ksl. saditi, V., setzen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens mögliches sitzen machen oder an eine bestimmte Stelle bringen; BM.: sitzen; F.: setzen, setze, setzt, setzst, setzest, setzet, setzte, setztest, setzten, setztet, gesetzt, ##gesetzt, gesetzte, gesetztes, gesetztem, gesetzten, gesetzter##, setzend, ###setzend, setzende, setzendes, setzendem, setzenden, setzender###, setz (!)+EW; Z.: setz-en
$Setzen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Setzen; Vw.: s. Ent-; Q.: 1293 (Urkunde); E.: s. setzen; L.: a. setzen; GB.: seit 1293 belegte und mit setzen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens mögliches Sitzen Machen oder an eine bestimmte Stelle Bringen; F.: Setzen, Setzens+EW; Z.: Setz-en
$Setzer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Setzer, Setzender; Vw.: s. Schrift-; E.: s. setz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. setzen, EWD s. u. setzen, DW 16, 688; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus setz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehungdes Menschen möglichen Setzenden; F.: Setzer, Setzers, Setzern+EW; Z.: Setz-er
$Setzling, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Setzling, versetzbare Pflanze; E.: s. setz(en), s. ling; L.: Kluge s. u. setzen, EWD s. u. setzen, DW 16, 691; GB.: (setzelinc) seit 13. Jh. belegte und aus setz(en) (und e) sowie ling gebildete Bezeichnung für eine von Menschen versetzbare Pflanze; F.: Setzling, Setzlings, Setzlinges, Setzlinge, Setzlingen+EW; Z.: Setz-ling
$Setzung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Setzung, Sitzen Machen, an eine bestimmte Stelle Bringen; Vw.: s. Ab-, (Aus-,) Bei-, (Ein-,) Über-, (Um-); E.: s. setz(en), s. ung; L.: Kluge s. u. setzen; GB.: (setzunge) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus setz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren Lebens mögliches Sitzen Machen oder an eine bestimmte Stelle Bringen; F.: Setzung, Setzungen+EW; Z.: Setz-ung
Seuche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Seuche, Krankheit, sich schnell ausbreitende Infektionskrankheit; ne. plague (N.); Vw.: -; Hw.: s. siech, Sucht; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. siuche, sūche, st. F., sw. M., Siechtum, Krankheit, Seuche; mnd. sǖke, suke, sueke, zuike, syke, F., Seuche, Krankheit, körperliches Leiden, Seuche, Höllenqual, menschliche Sündhaftigkeit, Sünde, Laster (N.); mnl. suke, F., Seuche, Krankheit, Schlaganfall; ahd. siuhhī, siuchī, siuhhīn*, st. F. (ī), Siechtum, Krankheit; ahd. sioh, Adj., siech, krank, schwach, ohnmächtig; germ. *seuka-, *seukaz, Adj., siech, krank; idg. *seug-, Adj., bekümmert, traurig, krank, siech, Pokorny 915 (1595/67) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Seuche, Kluge s. u. Seuche, Seuche, DW 16, 696, EWAhd 7, 1295, Duden s. u. Seuche, Bluhme s. u. Seuche; Son.: vgl. afries. siūke, siōke, F., Krankheit; an. …sȳki; got. siukei, sw. F. (n), Krankheit, Seuche, Siechtum; GB.: (siuhhī) seit um 800 belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliche Krankheit und später vor allem für eine sich schnell ausbreitende gefährliche Infektionskrankheit; BM.: krank; F.: Seuche, Seuchen+EW; Z.: Seuch-e
seufzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. seufzen, hörbar schwer Luft holen oder einatmen und ausatmen; ne. sigh (V.), moan (V.); Vw.: -; Hw.: s. saufen, s. siuften; Q.: vor 1200 (Barlaam des Otto von Freising); E.: s. mhd. siufzen, sūfzen, sw. V., seufzen, seufzen über, beseufzen, beklagen, klagen, jammern; mhd. siuften (1), sūften, sūhten, sw. V., seufzen, seufzen über, beseufzen, beklagen, klagen, jammern; mnd. süften (1), sw. V., schwer atmen, röcheln, seufzen, stöhnen, jammern, sehnen, verlangen, zittern, bangen; mnl. suchten, sochten, sw. V., seufzen; ahd. sūftōn, sūfteōn*, sw. V. (2), seufzen, stöhnen, ächzen; vgl. germ. *suf-, V., schlürfen; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. seufzen, Kluge s. u. seufzen, DW 16, 701, EWD s. u. seufzen, Duden s. u. seufzen, Bluhme s. u. seufzen; GB.: (siufzen) (vor 1200) als Ausdruck von Kummer oder Erleichterung sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches hörbar tief und schwer einatmen und ausatmen; BM.: feucht bzw. saugen; F.: seufzen, seufze, seufzst (!), seufzt, seufzest, seufzet, seufzte, seufztest, seufzten, seufztet, geseufzt, ##geseufzt, geseufzte, geseufztes, geseufztem, geseufzten, geseufzter##, seufzend, ###seufzend, seufzende, seufzendes, seufzendem, seufzenden, seufzender###, seufz (!)+EW; Z.: seu-f-z-en
$Seufzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Seufzer, Seufzen; E.: s. seufz(en), s. er; L.: Kluge s. u. seufzen, DW 16, 704, EWD s. u. seufzen; GB.: nach älterem seufze seit 17. Jh. belegte und aus seufz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Seufzen; F.: Seufzer, Seufzers, Seufzern+EW; Z.: Seu-f-z-er
Sex, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sex, Geschlecht, Geschlechtsverkehr; ne. sex (N.); Hw.: s. Homosexualität, Sexismus, sexual, sexuell, Sexus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. sexe; E.: s. frz. sexe, M., Geschlecht; lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sex, fehlt DW, EWD s. u. Sex, Duden s. u. Sex; Son.: vgl. nndl. seks, Sb., Sex; nschw. sex, Sb., Sex; nnorw. sex, M., Sex; poln. seks, M., Sex; lit. seksas, M., Sex; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sexuelle Betätigung oder Geschlechtsverkehr; BM.: schneiden; F.: Sex, Sexes+FW; Z.: Sex
$Sex-Appeal, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sex-Appeal, sexuelle Anziehungskraft eines Lebewesens; Q.: 2. Viertel 20. Jh.; L.: EWD s. u. Sex, fehlt DW; GB.: seit 2. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Geschlecht mögliche sexuelle Anziehungskraft eines Lebewesens; F.: Sex-Appeal, Sex-Appeals+FW; Z.: Sex-Ap-p-eal
Sexismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sexismus, Frauenfeindlichkeit, Männerfeindlichkeit; ne. sexism; Vw.: -; Hw.: s. Sex, sexual, sexuell, Sexus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sexism; E.: s. ne. sexism, N., Sexismus; vgl. ne. sex, N., Sex, Geschlecht; afrz. sexe, M., Geschlecht; lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sex, Duden s. u. Sexismus; Son.: vgl. nndl. seksisme, Sb., Sexismus; frz. sexisme, M., Sexismus; nnorw. sexism, Sb., Sexismus; nnorw. sexisme, M., Sexismus; poln. seksizm, M., Sexismus; lit. seksizmas, M., Sexismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sex und ismus gebildete und aus dem Neuenglischen unter Abänderung aufgenommene Bezeichnung für die Menschen mögliche Vorstellung nach der ein Geschlecht dem anderen von Natur aus überlegen sei; BM.: schneiden; F.: Sexismus, Sexismen+FW; Z.: Sex-ism-us
$sexistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. sexistisch; E.: s. Sexis(mus), s. t, s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Sex, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sexis(mus) und t (Suff.) sowie isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Sexismus geprägt; F.: sexistisch, sexistische, sexistisches, sexistischem, sexistischen, sexistischer(, sexistischere, sexistischeres, sexistischerem, sexistischeren, sexistischerer, sexistischst, sexistischste, sexistischstes, sexistischstem, sexistischsten, sexistischster)+FW+EW?; Z.: sex-ist-isch
Sextant, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Sextant, ein Navigationsinstrument; ne. sextant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sextāns, M., sechster Teil eines Asses, (106-43 v. Chr.); vgl. lat. sex, Num. Kard., sechs; idg. *su̯ek̑s, *sek̑s, *ksek̑s, *ksu̯ek̑s, *u̯ek̑s, *uk̑s, Num. Kard., sechs, Pokorny 1044 (1799/271) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sextant, Duden s. u. Sextant; Son.: vgl. nndl. sextant, Sb., Sextant; frz. sextant, M., Sextant; nschw. sextant, Sb., Sextant; nnorw. sekstant, M., Sextant; poln. sekstans, M., Sextant; kymr. secstant, M., Sextant; nir. seiseamhán, M., Sextant; lett. sekstats, Sb., Sextant; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen zu einer Bestimmung der Höhe eines Gestirns über dem Horizont nach dem Prinzip der Doppelreflexion (halbdurchlässiger Horizontspiegel und beweglicher an einem Arm befestigter Indexspiegel) entwickeltes und verwendetes Winkelmessinstrument oder Navigationsinstrument; BM.: sechs; F.: Sextant, Sextanten+FW; Z.: Sext-ant
Sextett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sextett, Sechsergruppe; ne. sextet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. it. sestetto; E.: s. it. sestetto, M., Sextett; it. sesto, Num. Ord., sechste; vgl. lat. sextus, Num. Ord., sechste; idg. *su̯ek̑tos, *sek̑tos, *sek̑th₂o-, Num. Ord., sechste, Pokorny 1044; L.: EWD s. u. Sextett, Duden s. u. Sextett; Son.: vgl. nndl. sextet, Sb., Sextet; nschw. sextett, Sb., Sextett; nnorw. sekstett, M., Sextett; poln. sekstet, M., Sextett; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus sechs Instrumenten oder Stimmen bestehendes Musikstück; BM.: sechs; F.: Sextett, Sextetts, Sextettes, Sextette, Sextetten+FW; Z.: Sext-ett
sexual, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sexual, sexuell, Sex betreffend, Sexualität betreffend, Geschlecht betreffend; ne. sexual; Vw.: -; Hw.: s. Sex, sexuell, Sexismus, Sexus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. sexuālis; E.: s. lat. sexuālis, Adj., zum Geschlecht gehörig, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied; lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sex, fehlt DW, EWD s. u. Sex, Duden s. u. sexual; Son.: vgl. nndl. seksueel, Adj., sexuell; nschw. sexuell, Adj., sexuell; nnorw. seksuell, Adj., sexuell; poln. seksualny, Adj., sexuell; lit. seksualinis, Adj., sexuell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Sexualität betreffend oder das Geschlecht betreffend; BM.: schneiden; F.: sexual, sexuale, sexuales, sexualem, sexualen, sexualer+FW(+EW?); Z.: sex-u-al
$Sexualität, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sexualität, Sex, Geschlechtlichkeit, Geschlecht; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: EWD s. u. Sex; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit lat. sexualis und sexus verbindbare Bezeichnung für Geschlechtlichkeit und Geschlecht; F.: Sexualität, Sexualitäten+FW; Z.: Sex-u-al-it-ät
sexuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sexuell, Sex betreffend, Sexualität betreffend, Geschlecht betreffend; ne. sexual; Vw.: -; Hw.: s. Sex, sexual, Sexismus, Sexus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. sexuel; E.: s. frz. sexuel, Adj., sexuell; lat. sexuālis, Adj., zum Geschlecht gehörig, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied; lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sex, EWD s. u. Sex, Duden s. u. sexuell; Son.: vgl. nndl. seksueel, Adj., sexuell; nschw. sexuell, Adj., sexuell; nnorw. seksuell, Adj., sexuell; poln. seksualny, Adj., sexuell; lit. seksualinis, Adj., sexuell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Sex betreffend oder Sexualität betreffend oder Geschlecht betreffend; BM.: schneiden; F.: sexuell, sexuelle, sexuelles, sexuellem, sexuellen, sexueller(, sexuellere, sexuelleres, sexuellerem, sexuelleren, sexuellerer, sexuellst, sexuellste, sexuellstes, sexuellstem, sexuellsten, sexuellster+FW(+EW?); Z.: sex-u-ell
Sexus, nhd.?, M., (18. Jh.): nhd. Sexus, Geschlecht, Geschlechtstrieb; ne. sexus, sex; Vw.: -; Hw.: s. Sex, Sexismus, sexual, sexuell; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. sexus?; E.: s. lat. sexus, M., Geschlecht, Geschlechtsglied, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, amputieren; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sex, EWD s. u. Sex, Duden s. u. Sexus; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für das sachlich schon früh entwickelte Geschlecht und den damit verbundenen der Fortpflanzung und Arterhaltung dienenden Geschlechtstrieb; BM.: schneiden; F.: Sexus+FW; Z.: Sex-us
$sexy, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. sexy; Hw.: s. Sex; L.: Kluge s. u. Sex, fehlt DW, EWD s. u. Sex; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sexuell anziehend oder sexuell ausgerichtet; BM.: schneiden; F.: sexy, sexye, sexyes, sexyem, sexyen, sexyer(, sexyere, sexyeres, sexyerem, sexyeren, sexyerer, sexyst, sexyste, sexystes, sexystem, sexysten, sexyster, sexyest, sexyeste, sexyestes, sexyestem, sexyesten, sexyester)+FW; Z.: sex-y
Sezession, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sezession, Absonderung, Verselbständigung; ne. secession; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sēcessio (unter ne. Einfluss); E.: s. lat. sēcessio, F., Sich-Absondern, Abseitsgehen, Trennung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sēcēdere, V., beiseite gehen, weggehen, sich entfernen, zur Ruhe gehen, politisch sich trennen, sich zurückziehen; lat. sē, Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Sezession, Duden s. u. Sezession; Son.: vgl. nndl. secessie, Sb., Sezession; frz. sécession, F., Sezessionskrieg; nschw. secession, Sb., Sezession; poln. secesja, F., Sezession; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Absonderung oder Verselbständigung von Staatsteilen; BM.: für sich, gehen; F.: Sezession, Sezessionen+FW; Z.: Se-zes-s-io-n
sezieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. sezieren, Leiche öffnen und zerlegen (V.); ne. dissect; Vw.: -; Hw.: s. Segment; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. secāre; E.: s. lat. secāre, V., schneiden, abschneiden, zerschneiden, schnitzen, (um 450 v. Chr.); idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sezieren, EWD s. u. Sektion, Duden s. u. sezieren; Son.: vgl. frz. dissèquer, V., sezieren; nschw. dissekera, V., sezieren; nnorw. dissekere, V., sezieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Leiche öffnen und (anatomisch) zerlegen (V.); BM.: schneiden; F.: sezieren, seziere, sezierst, seziert, sezierest, sezieret, sezierte, seziertest, sezierten, seziertet, ##seziert, sezierte, seziertes, seziertem, sezierten, sezierter##, sezierend, ###sezierend, sezierende, sezierendes, sezierendem, sezierenden, sezierender###, sezier (!)+FW+EW; Z.: sez-ier-en
Shampoo, Schampon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Shampoo, Schampon, Haarwaschmittel; ne. shampoo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. shampoo; E.: s. ne. shampoo, N., Shampoo; vgl. ne. shampoo, V., Haare waschen; wohl von hindi cāmpnā, V., drücken; L.: Kluge s. u. Shampoo, EWD s. u. Schampun, Duden s. u. Shampoo; Son.: vgl. nndl. shampoo, Sb., Shampoo; frz. sschampoing, M., Shampoo; nschw. schampo, N., Shampoo; nnorw. sjampo, M., Shampoo; poln. szampon, M., Shampoo; kymr. siampŵ, M., Shampoo; lit. šampūnas, M., Shampoo; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar wohl dem Hindi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das von Menschen zu dem Haarewaschen vielleicht seit mehr als 4000 Jahren (in dem Tal des Indus) verwendete flüssige und zuerst aus der Sapinduspflanze hergestellte Mittel; BM.: drücken?; F.: Shampoo, Shampoos, Schampon, Schampons+FW(+EW?); Z.: Schamp-oo
Shanty, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Shanty, Seemannslied (mit Refrain); ne. shanty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. shanty; E.: s. ne. shanty, N., Shanty, Seemannslied; frz. chanter, V., singen; lat. cantāre, V., helle Töne von sich geben, hell tönen, singen; vgl. lat. canere, V., singen, klingen, tönen; idg. *kan-, V., tönen, singen, klingen, Pokorny 525 (800/32) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. Shanty, fehlt DW, Duden s. u. Shanty; Son.: vgl. nndl. shanty, Sb., Shanty; nschw. shanty, Sb., Shanty; nnorw. sjanti, M., Shanty; poln. szanta, Sb., Shanty; kymr. sianti fôr, F., Shanty; nir. seantán, M., Shanty; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Seemannslied (mit Refrain); BM.: tönen; F.: Shanty, Shantys+FW; Z.: Shan-t-y
Sheriff, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sheriff, ein Vollzugsbeamter; ne. sheriff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sheriff; E.: s. ne. sheriff, M., Sheriff; ae. scīrgerœ̄fa, scīrgerēfa, sw. M. (n), Sheriff; vgl. ae. scīr, scȳr, st. F. (ō), Amt, Rang, Bezirk, Diözese, Sitz, Provinz, Grafschaft; unbekannter Herkunft oder zu germ. *skīrō?, st. F. (ō), Besorgung; ae. gerœ̄fa, gerēfa, sw. M. (n), Amtsträger, Beamter, Verwalter, Statthalter, Graf; ae. ge…, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612?; ae. rœ̄fa, rēfa, sw. M. (n), Amtsträger, Beamter, Verwalter, Graf; ae. rōf, st. N. (a), Reihe, Zahl; germ. *rōfō, st. F. (ō), Zahl, Rechnung; L.: Kluge s. u. Sheriff, Duden s. u. Sheriff; Son.: vgl. nndl. sheriff, Sb., Sheriff; frz. shérif, M., Sheriff; nschw. sheriff, Sb., Sheriff; nnorw. sheriff, M., Sheriff; poln. szeryf, M., Sheriff; kymr. siryf, M., Sheriff; nir. sirriam, M., Sheriff; lit. šerifas, M., Sheriff; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Altenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf Zeit gewählten Vollzugsbeamten einer Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika mit begrenzten richterlichen Befugnissen; BM.: Amt, Zahl; F.: Sheriff, Sheriffs+FW; Z.: She-rif-f
Sherpa, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sherpa, ein Angehöriger eines tibetischen Volkes in dem Himalaya, Lastenträger bei dem Bergsteigen; ne. sherpa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sherpa; E.: s. ne. sherpa, M., Sherpa; tibet. sharpa, Sb., Ostvolk, s. tibet. shar, Sb., Osten; tibet. pa, Suff., Volk; L.: Duden s. u. Sherpa; Son.: vgl. nndl. sherpa, Sb., Sherpa; frz. sherpa, M., Sherpa; nschw. sherpa, Sb., Sherpa; nnorw. sherpa, M., Sherpa; kymr. sherpa, M., Sherpa; nir. serpais, M., Sherpa; poln. szerpa, M., Sherpa; lit. šerpas, M., Sherpa; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Tibetischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Angehörigen eines tibetischen Bergvolks in dem Himalaya der von Bergsteigern als Bergführer und Träger beschäftigt wird; BM.: Ostvolk; F.: Sherpa, Sherpas+FW; Z.: Sher-pa
Sherry, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sherry, ein Likörwein; ne. sherry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. sherry; E.: s. ne. sherry, N., Sherry; span. jerez, M., Sherry; von dem ON Jerez de la Frontera; phoenizisch Xera; L.: Kluge s. u. Sherry, Duden s. u. Sherry; Son.: vgl. nndl. sherry, Sb., Sherry; frz. sherry, M., Sherry; nschw. sherry, Sb., Sherry; nnorw. sherry, M., Sherry; poln. sherry, M., Sherry; kymr. sieri, M., Sherry; nir. seiris, F., Sherry; lit. cheresas, M., Sherry; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Spanischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen nach einem ON benannten spanischen Likörwein; BM.: ON (als Herkunftsort des Getränks); F.: Sherry, Sherrys+FW; Z.: Sherr-y
Shih Tzu, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Shih Tzu, ein kleiner Hund, Löwenhund; ne. shih tzu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. chin. shīzigǒu; E.: s. chin. shīzigǒu, Sb., Shih Tzu, Löwenhund; vgl. chin. shīzi, Sb., Löwe; Son.: vgl. nndl. shih tzu, Sb., Shih Tzu; frz. shih tzu, M., Shih Tzu; nschw. shih tzu, Sb., Shih Tzu; nnorw. shih tzu, M., Shih Tzu; poln. shih tzu, M., Shih Tzu; kymr. shi tsw, M., Shih Tzu; lit. ši cu, Sb., Shih Tzu; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Chinesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen ursprünglich aus Tibet stammenden kleinen langhaarigen Hund (Löwenhund); BM.: Löwe; F.: Shih Tzu, Shih Tzus+FW; Z.: Shih Tzu
Shitstorm, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Shitstorm, Sturm der Entrüstung in dem Internet, Empörungswelle in den sozialen Medien; ne. shitstorm; Vw.: -; Hw.: s. scheißen, s. Sturm; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. shitstorm; E.: s. ne. shitstorm, N., Shitstorm, Empörungswelle; ne. shit, N., Scheiße; ae. scite, st. M. (i?), Schiss, Mist; germ. *skiti, Sb., Schiss; idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; vgl. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. storm, N., Sturm; ae. storm, st. M. (a), Sturm, Unruhe, Angriff; germ. *sturma-, *sturmaz, st. M. (a), Unwetter, Sturm; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Duden s. u. Shitstorm; Son.: vgl. ndän. shitstorm, Sb., Shitstorm; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Sturm der Entrüstung in dem Internet oder in einem anderen Kommunikationsmedium; GB.: trennen, wirbeln; F.: Shitstorm, Shitstorms+FW; Z.: Shi-t—stor-m
Shop, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Shop, Laden (M.), Geschäft; ne. shop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. shop; E.: s. ne. shop, N., Geschäft; wohl von afrz. eschoppe, aus dem Westgermanischen, verwandt mit nhd. Schopf bzw. Schuppen; vgl. idg. *skeup-?, *keup-?, *skeubʰ-?, *skeub-?, Sb., Büschel, Schopf, Quaste, Pokorny 956 (1640/112) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Shop, fehlt DW, Duden s. u. Shop; Son.: vgl. nndl. shop, Sb., Shop; nschw. schopp, Sb., Shop; nnorw. shoppe, V., shoppen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altfranzösischen und dem Westgermanischen und teilweise dem Indogermanischen und mit Schopf und Schuppen verbindbare Bezeichnung für einen Laden (M.) oder ein Geschäft; BM.: Schopf?; F.: Shop, Shops+FW; Z.: Shop
$Shopping, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Shopping, Kauf; E.: s. ne. shopping, s. shop (V.), s. p, s. ing; L.: Kluge s. u. Shop, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit ne. shop (V.) und shop (N.) verbindbare Bezeichnung für kaufen und Kauf; F.: Shopping, Shoppings+FW; Z.: Shop-p-ing
Shorts, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.): nhd. Shorts, kurze sportliche Hose; ne. shorts; Vw.: -; Hw.: s. Schurz, Schürze; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. shorts; E.: s. ne. shorts, Sb. Pl., Shorts; vgl. ne. short, Adj., kurz; ae. scort, sceort, scyrt, Adj., kurz, klein; germ. *skurta-, *skurtaz, Adj., kurz; s. idg. *skerd-, *kerd-, V., schneiden, Pokorny 940; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Shorts, fehlt DW, EWD s. u. Shorts, Duden s. u. Shorts; Son.: vgl. nndl. shorts, Sb., Shorts; frz. short, M., Shorts; nschw. shorts, Sb., Shorts; nnorw. shorts, M., Shorts; lit. šortai, M. Pl., Shorts; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelte und verwendete kurze sportliche Hose (für Frauen oder Männer); BM.: schneiden; F.: Shorts+FW; Z.: Shor-t-s
Show, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Show, Schau, Unterhaltungsdarbietung; ne. show (N.); Vw.: s. Peep-, -down; Hw.: s. schauen; Q.: nach 1945; I.: Lw. ne. show; E.: s. ne. show, N., Show; vgl. ne. show, V., zeigen; ae. scéawian, sw. V. (2), schauen, blicken, betrachten, beobachten; germ. *skawwōn, sw. V., schauen; s. idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Show, fehlt DW, EWD s. u. Show, Duden s. u. Show; Son.: vgl. nndl. show, Sb., Show; frz. show, M., Show; nschw. show, Sb., Show; nnorw. show, N., Show; poln. show, N., Show; lit. šou, Sb. (indekl.), Show; GB.: seit nach 1945 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Schau oder Unterhaltungsdarbietung oder eine Vorführung eines großen und bunten Unterhaltungsprogramms in einem Theater; BM.: achten; F.: Show, Shows+FW; Z.: Show
Showdown, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Showdown, Offenlegen, offener Entscheidungskampf; ne. showdown; Vw.: -; Hw.: s. Show; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. showdown; E.: s. ne. showdown, N., Showdown, Aufdecken der Karte beim Pokern; vgl. ne. show, V., zeigen; ae. scéawian, sw. V. (2), schauen, blicken, betrachten, beobachten; germ. *skawwōn, sw. V., schauen; s. idg. *keus-, V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 588; vgl. idg. *keu- (1), V., achten, schauen, hören, fühlen, merken, Pokorny 587 (908/140) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); ne. down, Adv., Präp., hinunter, von oben nach unten, unten, nieder; ae. ādūn, ādūne, Adv., herab; ae. dūn, st. F. (ō), st. M. (a), Höhe, Hügel, Berg; germ. *dūna- (1), *dūnaz, st. M. (a), Sandhügel, Düne; vgl. air. dún, N., Burg; s. kelt. dún, Sb., Festung, Burg, Berg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Showdown, fehlt DW, Duden s. u. Showdown; Son.: vgl. nnorw. showdown, Sb., Showdown; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Offenlegen der grundsätzlich verdeckt gehaltenen Karten bei einem Kartenspiel oder einen offenen Entscheidungskampf unter Menschen oder eine entscheidende Konfrontation zwischen Gegnern; BM.: achten, hinunter; F.: Showdown, Showdowns+FW; Z.: Show—dow-n
Shrimp, Schrimp, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Shrimp, Schrimp, Garnele, Krabbe; ne. shrimp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. shrimp; E.: s. ne. shrimp, N., Shrimp, Garnele, Krabbe; vgl. ae. scrimman, st. V. (3a), zusammenschrumpfen, sich zusammenziehen; germ. *skremman, st. V., schrumpfen, zusammenziehen; vgl. idg. *sker- (1), *ker- (8), V., Sb., Adj., schrumpfen, runzeln, Schorf, Kruste, vertrocknet, mager, Pokorny 933 (1622/94) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Shrimp; GB.: vielleicht seit 20. Jh. handelsüblich belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Garnele oder Krabbe (als Speise); BM.: schrumpfen bzw. Kruste; F.: Shrimp, Shrimps, Schrimp, Schrimps+FW(+EW?); Z.: Shri-m-p
sich, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. sich, einander, gegenseitig; ne. oneself; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. sich, Pron., sich; mnd. sik (1), sich, sek, Refl.-Pron., sich; mnl. sik, Pron., sich; ahd. sih, Refl.-Pron., sich; as. sik*?, Pron., sich; anfrk. sig*, Refl.-Pron., sich; germ. *sek, *seke, Pron., sich; aus Akk. von idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sich, Kluge s. u. sich, EWD s. u. sich, DW 16, 709, Falk/Torp 421, 423, EWAhd 7, 1198, Duden s. u. sich, Bluhme s. u. sich; Son.: vgl. afries. sik, Pron., sich; ae. sig?, Pron., sich; an. sik, Refl.-Pron., sich; got. sik, Refl.-Pron., sich; nndl. zich, Pron., sich; frz. se, Pron., sich; nschw. sig, Pron., sich; nnorw. seg, Pron., sich; lat. sē, Pron., sich; lit. -si, Pron., sich; aks. se, Pron., sich; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Rückbezug unter Lebewesen (einander oder gegenseitig); BM.: abseits; F.: sich+EW; Z.: si-ch
Sichel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sichel, gebogene Metallklinge zu einem Schneiden von Gras oder Getreide; ne. sickle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. sichel, st. F., Sichel; mnd. sēkele (1), sēkel, seekel, seckel, seckele, sickel, F., Sichel, Grassichel, Getreidesichel; mnl. sikkele, sikkle, F., Sichel; ahd. sihhila*, sichila, sw. F. (n), Sichel; as. -; anfrk. -; as. -; anfrk. -; germ. *sekilō, st. F. (ō), Sichel; lat. sīcilis, F., Sichel, (204-169 v. Chr.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sichel, Kluge s. u. Sichel DW 16, 713, EWD s. u. Sichel, Falk/Torp 423, EWAhd 7, 1202, Duden s. u. Sichel, Bluhme s. u. Sichel; Son.: vgl. afries. -; ae. sicol, st. M. (a), Sichel; an. -; got. -; nndl. sikkel, Sb., Sichel; ndän. segl, F., Sichel; nnorw. sigd, M., Sichel; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für ein von Menschen seit Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes aus einer halbkreisförmigen Klinge und einem hölzernen Griff bestehendes kleineres Gerät zu einem Schneiden von Gras oder Getreide; BM.: schneiden; F.: Sichel, Sicheln+FW; Z.: Sich-el
$sicheln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sicheln, mit einer Sichel schneiden; E.: s. Sichel, s. (e)n, L.: DW 16, 716, EWD s. u. Sichel; F.: sicheln (!), sichel (!), sichle, sichele, sichelst, sichelt, sichelte, sicheltest, sichelten, sicheltet, gesichelt, ##gesichelt, gesichelte, gesicheltes, gesicheltem, gesichelten, gesichelter##, sichelnd, ###sichelnd, sichelnde, sichelndes, sichelndem, sichelnden, sichelnder###+EW; Z.: sich-el-n
sicher, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. sicher, gewiss, geschützt; ne. sure (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 9. Jh. (Christus und die Samariterin); E.: mhd. sicher, Adj., sorgenfrei, sorglos, unbesorgt; mnd. sēker (1), seker, secker, Adj., sicher, geschützt, sorglos, unbesorgt, sorgenlos, zuverlässig, überzeugt, verlässlich; mnl. sēker, Adj., sicher, bereit, zuverlässig; ahd. sihhur*, sichur, Adj., sicher, sorglos, sicher in Hinblick auf, furchtlos, furchtlos in Hinblick auf, unbesorgt; ahd. sihhuri*, sichuri*, Adj., sicher, geschützt, sicher vor, geschützt gegen, sorglos, sorgenfrei; as. sikor*, sikur, Adj., sicher, frei; anfrk. -; germ. *sikur-, Adj., frei, sicher; s. lat. sēcūrus, Adj., sorglos, sicher; s. lat. cūra, F., Sorge; vgl. idg. *kois-?, V., sorgen?, Pokorny 611 (951/183) (RB. idg. aus ital., kelt.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. sicher, Kluge s. u. sicher, DW 16, 717, EWD s. u. sicher, EWAhd 7, 1204, Duden s. u. sicher, Bluhme s. u. sicher; Son.: vgl. afries. sikur (1), siker (1), Adj., sicher, zuverlässig, unschuldig, unangefochten; nfries. sijcker, Adj., sicher; ae.? sicor, Adj., sicher; an. -; got. -; nndl. zeker, Adj., sicher; frz. sûr, Adj., sicher; nschw. säcker, Adj., sicher; nnorw. sikker, Adj., sicher; kymr. siŵr, Adj., sicher; kymr. sicr, Adj., sicher; GB.: seit Ende 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches gewiss oder geschützt; BM.: sorgen?; F.: sicher, sichere, sicheres, sicherem, sicheren, sicherer(, sicherere, sichereres, sichererem, sichereren, sichererer, sicherste, sicherstes, sicherstem, sichersten, sicherster)+FW; Z.: si-ch-er
$Sicherheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sicherheit, Gewissheit, Geschütztheit; E.: s. sicher, s. heit; L.: Kluge s. u. sicher, DW 16, 724, EWD s. u. sicher; GB.: seit 863-871 belegte und aus sicher und heit gebildete Bezeichnung für vielleicht sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Gewissheit oder Geschütztheit; F.: Sicherheit, Sicherheiten+FW+EW; Z.: Si-ch-er—hei-t
$Sicherheitsnadel, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sicherheitsnadel; E.: s. Sicherheit, s. s, s. Nadel; L.: EWD s. u. Nadel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sicherheit und s (Suff.) und Nadel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und an dem 10. April 1849 patentierte und von Walter Hunt mit einer bedeckten Spitze und einer kreisförmigen Drehung an der Biegung als Feder versehene Nadel; F.: Sicherheitsnadel, Sicherheitsnadeln+EW; Z.: Si-ch-er—hei-t-s—na-d-el
$sicherlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sicherlich, sicher, gewiss, geschützt; E.: s. sicher, s. lich; L.: Kluge s. u. sicher, DW 16, 729, EWD s. u. sicher; GB.: (sicherlich) um 1120/1130 belegte und aus sicher und lich gebildete Bezeichnung für sicher oder gewiss oder geschützt; F.: sicherlich, sicherliche, sicherliches, sicherlichem, sicherlichen, sicherlicher(, sicherlichere, sicherlicheres, sicherlicherem, sicherlicheren, sicherlicherer, sicherlichst, sicherlichste, sicherlichstes, sicherlichstem, sicherlichsten, sicherlichster)+FW+EW; Z.: si-ch-er-lich
$sichern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sichern, sicherstellen, entlasten, freisprechen, sicher machen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. sicher, EWD s. u. sicher; GB.: (sihhurōn*) seit 8. Jh. belegte und aus sicher und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sicherstellen oder entlasten oder freisprechen oder sicher machen; F.: sichern (!), sichere (!), sicher (!), sicherst, sichert, sicherte, sichertest, sicherten, sichertet, gesichert, ##gesichert, gesicherte, gesichertes, gesichertem, gesicherten, gesicherter##, sichernd, ###sichernd, sicherndes, sicherndem, sichernden, sichernder###, sicher (!)+FW(+EW); Z.: si-ch-er-n
$Sicherung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sicherung, Sicherstellung, Absicherung, Sicherheit; Vw.: s. Ver-; E.: s. sicher(n), s. ung; L.: DW 16,736, EWD s. u. sicher; GB.: seit um 1230 belegte und aus sicher(n) und ung gebildete Bezeichnung für Sicherstellung oder Absicherung oder Sicherheit; F.: Sicherung, Sicherungen+EW; Z.: Si-ch-er-ung
Sicht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sicht, Handlung des Sehens, Fähigkeit und Möglichkeit des Sehens; ne. sight (N.); Vw.: s. Ab-, Ge-; Hw.: s. sehen; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. siht, st. F., Sehen, Ansehen, Anblick; mnd. sicht (2), M., Sicht, Sehweite; mnd. sicht (1), F., Sicht, Schauen, Erkenntnis, Sehen, Wahrnehmen, Blick, Vision, Gesicht; mnl. sicht, F., Sicht; ahd. siht, st. F. (i), Sicht, Sehen, Anblick, Aussehen, äußere Erscheinung; as. -; anfrk. -; germ. *sehwti-, *sehwtiz, st. F. (i), Sicht; s. idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897? (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896? (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sicht, Kluge s. u. Sicht, DW 16, 737, EWD s. u. Sicht, EWAhd 7, 1208, Duden s. u. Sicht, Bluhme s. u. Sicht; Son.: vgl. afries. -; ae. sihþ, siht (3), syhþ, sihte (3), st. F. (jō), Erscheinung, Gesicht, Sehkraft, Sehen; an. -; got. -; nndl. zicht, Sb., Sicht; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und zu sehen gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Augen mögliche Handlung des Sehens und die Fähigkeit und Möglichkeit des Sehens; BM.: folgen; F.: Sicht, Sichten+EW; Z.: Sich-t
$sichtbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sichtbar, was gesehen werden kann; E.: s. Sicht, s. bar; L.: Kluge s. u. Sicht, DW 16, 740, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sicht und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Bildung von Augen mögliche Bezeichnung für was gesehen werden kann; F.: sichtbar, sichtbare, sichtbares, sichtbarem, sichtbaren, sichtbarer, sichtbarere, sichtbareres, sichtbarerem, sichtbareren, sichtbarerer, sichtbarst, sichtbarste, sichtbarstes, sichtbarstem, sichtbarsten, sichtbarster+EW; Z.: sich-t-bar
sichten (1), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sichten (V.) (1), erblicken, sehen; ne. spot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sicht; Q.: 19. Jh.; E.: mhd. *sihten?, sw. V.; s. mhd. siht, st. F., Sehen, Ansehen, Anblick; mnd. sicht (2), M., Sicht, Sehweite; ahd. siht, st. F. (i), Sicht, Sehen, Anblick, Aussehen, äußere Erscheinung; germ. *sehwti-, *sehwtiz, st. F. (i), Sicht; s. idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897? (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896? (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sichten 1, EWD s. u. Sicht, sichten, Duden s. u. sichten; Son.: vgl. nschw. sikta, V., sichten; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sicht und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches erblicken oder sehen; BM.: folgen; F.: sichten (!), sichte, sichtest, sichtet, sichtete, sichtetest, sichteten, sichtetet, gesichtet, ##gesichtet, gesichtete, gesichtetes, gesichtetem, gesichteten, gesichteter##, sichtend, ###sichtend, sichtende, sichtendes, sichtendem, sichtenden, sichtender###, sicht (!)+EW; Z.: sich-t-en
sichten (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sichten (V.) (2), mustern, auswählen; ne. examine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: wohl aus zwei Quellen abzuleiten, einerseits als Ableitung von Sicht (1) und andererseits von mnd. sichten, V., sieben (V.), sichten, beuteln (Mehl); vgl. germ. *seihwan, st. V., seihen; s. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; s. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. sichten, Kluge s. u. sichten 2, DW 16, 744, EWD s. u. sichten 2, Duden s. u. sichten, Bluhme s. u. sichten 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mustern oder auswählen; BM.: folgen bzw. tröpfeln; F.: sichten (!), sichte, sichtest, sichtet, sichtete, sichtetest, sichteten, sichtetet, gesichtet, ##gesichtet, gesichtete, gesichtetes, gesichtetem, gesichteten, gesichteter##, sichtend, ###sichtend, sichtende, sichtendes, sichtendem, sichtenden, sichtender###, sicht (!)+EW; Z.: si-ch-t-en
$sichtig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sichtig, sehend; E.: s. Sicht, s. ig; Vw.: s. durch-, ein-, kurz-, um-, weit-; L.: Kluge s. u. Sicht, DW 16, 747, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sicht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches sehend oder sehen könnend; F.: sichtig, sichtige, sichtiges, sichtigem, sichtigen, sichtiger+EW; Z.: sich-t-ig
$sichtlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sichtlich, sichtbar, wirklich; E.: s. Sicht, s. lich; L.: Kluge s. u. Sicht, DW 16, 753, EWD s. u. Sicht; E.: seit 1190-1200 belegt und aus Sicht und lich gebildet; GB.: seit 1190-1200 belegte und aus Sicht und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches sichtbar oder wirklich; F.: sichtlich, sichtliche, sichtliches, sichtlichem, sichtlichen, sichtlicher(, sichtlichere, sichtlicheres, sichtlicherem, sichtlicheren, sichtlicherer, sichtlichst, sichtlichste, sichtlichstes, sichtlichstem, sichtlichsten, sichtlichster)+EW; Z.: sich-t-tlich
Sicke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sicke, Vogelweibchen, weiblicher Vogel; ne. female bird; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. sie; L.: Kluge s. u. Sicke, DW 16, 755, Duden s. u. Sicke; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit sie verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Vögeln mögliches Vogelweibchen oder einen weiblichen Vogel; BM.: sie (Pron. F.); F.: Sicke, Sicken+EW; Z.: Si-ck-e
sickern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. sickern, tropfenweise abfließen, tröpfchenweise hindurchrinnen; ne. trickle (V.); Vw.: -; Hw.: s. seihen; Q.: 18. Jh.; E.: Intensivbildung von seihen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. sickern, Kluge s. u. sickern, DW 16, 756, EWD s. u. sickern, Duden s. u. sickern, Bluhme s. u. sickern; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit seihen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Flüssigkeiten mögliches tropfenweise abfließen oder tröpfchenweise durch etwas hindurchrinnen; BM.: tröpfeln; F.: sickern, sickere, sicker (!), sickre, sickerst, sickert, sickerte, sickertest, sickerten, sickertet, gesickert, ##gesickert, gesickertes, gesickertem, gesickerten, gesickerter##, sickernd, ###sickernd, sickernde, sickerndes, sickerndem, sickernden, sickernder###, sicker (!)+EW; Z.: si-ck-er-n
$Sickerwasser, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Sickerwasser; E.: s. sicker(n), s. Wasser; L.: DW 16, 757, EWD s. u. sickern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sicker(n) und Wasser gebildete Bezeichnung für sachlich seit Bildung von Wasser mögliches sickerndes Wasser in Gegensatz zu stehendem oder fließendem Wasser; F.: Sickerwasser, Sickerwassers, Sickerwassern+EW; Z.: Si-ck-er—wa-s-s-er
...sident, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.?): nhd. ...sident; ne. sident; Vw.: s. Dis-, Prä-; Hw.: s. ...sidieren, ...sidium; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...sidēns, Suff., ...sidēns; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 13, 2073 (Präsident); Son.: vgl. nndl. ...sident, Suff., ...sident; nschw. ...sident, Suff., ...sident; nnorw. ...sident, Suff., ...sident; poln. ...zydent, Suff., ...sident; lit. ...zidentas, Suff., ...sident; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Sitzens verwendete Bezeichnung; BM.: sitzen; F.: ...sident, ...sidenten+FW(+EW); Z.: -sid-ent
...sidieren, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. ...sidieren; ne. ...side; Vw.: s. prä-, re-; Hw.: s. ...sident, ...sidium; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s.; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...sideren, Suff., ...sidieren; frz. ...sider, Suff., ...sidieren; nnorw. ...sidere, Suff., ...sidieren; poln. ...zydować, Suff., ...sidieren; L.: DW 13, 2073 (präsidieren); GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Sitzens verwendete Bezeichnung; BM.: sitzen; F.: ...sidieren, ...sidiere, ...sidierst, ...sidiert, ...sidierest, ...sidieret, ...sidierte, ...sidiertest, ...sidierten, ...sidiertet, ##...sidiert, ...sidierte, ...sidiertes, ...sidiertem, ...sidierten, ...sidierter##, ...sidierend, ###...sidierend, ...sidierende, ...sidierendes, ...sidierendem, ...sidierenden, ...sidierender###, ...sidier (!)+FW(+EW?); Z.: -sid-ier-en
...sidium, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. ...sidium; ne. ...sidium; Vw.: s. Prä-, Sub-; Hw.: s. ...sident, ...sidieren; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...sidium, Suff., ...sidium; lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...sidie, Suff., ...sidium; frz. ...sides, Suff. Pl., ...sidium nschw. ...sidium, Suff., ...sidium; nnorw. ...sidium, Suff., ...sidium; poln. ...zydium, Suff., ...sidium; kymr. ...sidiwm, Suff., ...sidium; lit. ...zidiumas, Suff., ...sidium; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Sitzens verwendete Bezeichnung; BM.: sitzen; F.: ...sidium, ...sidium, ...sidien+FW; Z.: ...sid-i-um
sie, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. sie; Vw.: s. er
Sieb, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Sieb, Gerät mit durchlöchertem Boden um Gröberes von Feinerem durch Rütteln zu sondern oder zu trennen; ne. sieve (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sib, st. N., Sieb; mnd. sēve, seeve, zeve, sēf, N., Sieb, durchlöcherter Sack zu dem Sichten des Mehles, Sieb im Bergwerk zu dem Sieben oder Waschen der Erze, Sichtbeutel; mnd. sēf* (1), sef, N., Sieb, Siel, Vorrichtung zu einem Fischfang?; mnl. seve, N., M., F., Sieb, ein Kornmaß; ahd. sib, sipf, siph, st. N. (a), Sieb; as. sif*, st. N. (a), Sieb; germ. *siba-, *sibam, st. N. (a), Sieb; germ. *sibi-, *sibiz, st. N. (i), Sieb; s. idg. *seip-, *seib-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 894 (1554/26) (RB. idg. aus ital., germ., slaw., toch.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sieb, Kluge s. u. Sieb, DW 13, 773, EWD s. u. Sieb, Falk/Torp 440, EWAhd 7, 1165, Duden s. u. Sieb, Bluhme s. u. Sieb; Son.: vgl. afries. -; ae. sife, st. N. (i), Sieb; an. -; got. -; nndl. zeef, Sb., Sieb; GB.: (sib) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gerät das insgesamt oder an dem Boden aus einem gleichmäßig durchlöcherten Material oder aus einem netzartigen Drahtgeflecht besteht und Menschen seit seiner Entwicklung zu einem Trennen von Gröberem von Feinerem dient; BM.: tröpfeln; F.: Sieb, Siebes, Siebs, Siebe, Sieben (!)+EW; Z.: Sie-b
sieben (1), nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. sieben (Num. Kard.); ne. seven; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. siben, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); mnd. sēven (2), sȫven, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); mnl. sēven, seven, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); ahd. sibun, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); as. sivun*, siƀun*, sivon*, siƀon*, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); anfrk. *sivon?, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); germ. *sebun, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); idg. *septm̥, Num. Kard., sieben (Num. Kard.), Pokorny 909 (1583/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sieben, Kluge s. u. sieben, EWD s. u. sieben, DW 16, 799, Falk/Torp 432, EWAhd 7, 1170, Duden s. u. sieben, Bluhme s. u. sieben; Son.: vgl. afries. sigun, siugun, sogen, soven, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); saterl. sogen, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); ae. siofun, seofun, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); ae. seofon, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); an. sjau, sjǫƀu, sjō, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); got. sibun, seuene, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); krimgot. sevene, seuene, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); nndl. zeven, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); nschw. sju, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); nnorw. sju, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); ai. saptá, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); gr. ἑπτά (heptá), Num. Kard., sieben (Num. Kard.); lat. septem, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); air. secht, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); kymr. saith, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); lit. septynì, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); ksl. sedmĭ, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); toch. A ṣpät, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); toch. B ṣukt, ṣuk, Num. Kard., sieben (Num. Kard.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung der Menschen seit Entwicklung von Sprache möglichen Grundzahl zwischen sechs und acht; BM.: ?; F.: sieben+EW; Z.: sieben
sieben (2), nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. sieben (V.), aussieben; ne. sieve (V.), sift; Vw.: -; Hw.: s. Sieb; Q.:; E.: mhd. siben (3), sw. V., sieben (V.); mnd. sēven (1), sȫven, soven, sw. V., sieben (V.), sichten; L.: Kluge s. u. Sieb, EWD s. u. Sieb, DW 16, 779, Duden s. u. sieben; Son.: vgl. nndl. zeven, V., sieben (V.); GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Sieb und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes durch ein Sieb schütteln und dadurch Feineres von Gröberem trennen; BM.: tröpfeln; F.: sieben (!), siebe (!), siebst, siebt, siebest, siebet, siebte, siebtest, siebten, siebtet, gesiebt, ##gesiebt, gesiebte, gesiebtes, gesiebtem, gesiebten, gesiebter##, siebend, ###siebend, siebende, siebendes, siebendem, siebenden, siebender###, sieb (!)+EW; Z.: sie-b-en
$Siebensachen, nhd., F. Pl., (17. Jh.): nhd. Siebensachen; E.: s. sieben (Num. Kard.), s. Sach(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Siebensachen, DW 16, 816, EWD s. u. sieben; GB.: seit 17. Jh. belegte und durch Zusammenrückung von sieben (Num. Kard.) und Sachen gebildete eher abwertende Bezeichnung für Vermögen eines Menschen; F.: Siebensachen+EW; Z.: Sieben—sach-en
$Siebenschläfer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Siebenschläfer; E.: s. sieben, s. Schläfer; L.: Kluge s. u. Siebenschläfer, DW 16, 816, EWD s. u. sieben; GB.: (sibenslāfære) seit 15. Jh. belegte und aus sieben (Num. Kard.) und Schläfer gebildete Bezeichnung für ein angeblich sieben Monate Winterschlaf haltendes kleineres Nagetier und einen von sieben angeblich lange Zeit eingemauerten Christen; F.: Siebenschläfer, Siebenschläfers, Siebenschläfern+EW; Z.: Sieben—sch-läf-er
$siebente, siebte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.?): nhd. siebente; E.: s. sieben (Num. Kard.), s. te (Suff.); L.: EWD s. u. sieben, DW 16, 822; GB.: um 800 belegte und aus sieben (Num. Kard.) und te (Suff.) gebildete sowie für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Ordnungszahl zwischen sechste und achte; F.: siebente, siebentes, siebentem, siebenten, siebenter+EW; Z.: sieben-t-e
$Siebentel, Siebtel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Siebentel; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. siebente (Num. Ord.), s. Teil; L.: DW 16, 822, EWD s. u. sieben; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus siebente und Teil gebildete Bezeichnung für einen Menschen durch Teilung möglichen siebenten Teil eines Ganzen; F.: Siebentel, Siebentels, Siebenteln, Siebtel, Siebtels, Siebteln+EW; Z.: Sieben-t-el
$siebzehn, nhd., Num. Kard., (10. Jh.): nhd. siebzehn; L.: DW 16, 831, EWD s. u. sieben; GB.: (sibunzehan) um 1000 belegte und aus sieb(en) (Num.Kard.) und zehn gebildete und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die Grundzahl zwischen sechzehn und achtzehn; F.: siebzehn+EW; Z.: sieb—zehn
$siebzig, nhd., Num. Kard. (9. Jh.): nhd. siebzig; E.: s. sieb(en) (Num. Kard.), s. zig; L.: EWD s. u. sieben, DW 16, 831; GB.: (sibunzug) um 830 belegte und aus sieb(en) (Num. Kard.) und zig (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Grundzahl zwischen 69 und 71; F.: siebzig+EW; Z.: sieb—zig
siech, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. siech, krank, andauernd krank; ne. sick; Vw.: -; Hw.: s. Seuche, Sucht; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. siech, Adj., krank, siech, aussätzig; mnd. sǖk, Adj., krank, siech; mnd. sēk, sek, seek, seec, seeck, seik, Adj., siech, krank, ungesund, aussätzig, sündhaft, süchtig, besessen; mnl. siec, Adj., siech, krank, leidend; ahd. sioh, Adj., siech, krank, schwach, ohnmächtig; as. siok, Adj., siech, krank; anfrk. *siok?, Adj., krank, schwach; germ. *seuka-, *seukaz, Adj., siech, krank; idg. seug-, Adj., bekümmert, traurig, krank, siech, Pokorny 915 (1595/67) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. siech, Kluge s. u. siech, DW 16, 838, EWD s. u. siech, Falk/Torp 442, Seebold 398, Heidermanns 480, EWAhd 7, 1273, Duden s. u. siech, Bluhme s. u. siech; Son.: vgl. afries. siāk, Adj., siech, krank, schwach; nnordfries. sūk, Adj., siech, krank, schwach; ae. séoc, Adj., siech, krank, schwach, verwundet, verderbt, traurig, niedergeschlagen; an. sjūkr, sȳkr, Adj., krank; got. siuks, Adj. (a), krank, schwach, siech; nndl. ziek, Adj., siech; nschw. sjuk, Adj., siech; nnorw. syk, Adj., siech; arm. hiucil, V., hinsichen, erschöpfen; GB.: (sioh) seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches krank; BM.: krank; F.: siech, sieche, sieches, siechem, siechen, siecher(, siechere, siecheres, siecherem, siecheren, siecherer, siechst, siechste, siechstes, siechstem, siechsten, siechster)+EW; Z.: siech
$siechen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. siechen; Vw.: s. dahin-; E.: s. siech, s. en (Suff.); L.: DW 16, 846, EWD s. u. siech; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus siech und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches krank sein (V.); F.: siechen (!), sieche (!), siechst, siecht, siechest, siechet, siechte, siechtest, siechten, siechtet, gesiecht, ##gesiecht, gesiechte, gesiechtes, gesiechtem, gesiechten, gesiechter##, siechend, ###siechend, siechende, siechendes, siechendem, siechenden, siechender###, siech (!)+EW; Z.: siech-en
$Siechen, nhd., N., (?): nhd. Vogelweibchen; E.: s. sie, s. chen (Suff.); L.: Kluge s. u. Siechen, Sicke, DW 16, 846; GB.: seit (?) belegte und aus sie und chen (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Vögeln mögliches Vogelweibchen; F.: Siechen, Siechens+EW; Z.: Siech-en
$Siechtum, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Krankheit, lange schwere Krankheit, Siechtum; E.: s. siech, s. tum; L.: DW 16, 856 (Siechthum), EWD s. u. siech; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus siech und tum gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche Krankheit; F.: Siechtum+EW; Z.: Siech—tum
$Siedehitze, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Siedehitze; E.: s. siede(n), s. Hitze; L.: DW 16, 680, EWD s. u. sieden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus siede(n) und Hitze gebildete Bezeichnung für eine beispielsweise Wasser zu einem Sieden bringende Hitze; F.: Siedehitze, Siedehitzen+EW; Z.: Sie-d-e—hi-tz-e
$Siedelei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Siedelei, Siedeln; Vw.: s. Ein-; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. siedel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 16, 864; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus siedel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliches Siedeln; F.: Siedelei, Siedeleien+EW; Z.: Sied-el-ei
siedeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. siedeln, sich niederlassen, sesshaft machen, sesshaft werden; ne. settle; Vw.: be-; Hw.: s. Siedler; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. sidelen, sw. V., siedeln, ansiedeln, errichten, Lager errichten, Tribünen errichten, Platz anweisen, beherbergen, setzen an, Hintersasse werden, Wohnstätte errichten; ahd. sidalen*, sw. V. (1a), siedeln, verbreiten, ausbreiten; s. ahd. sedal, st. M. (a), st. N. (a), Sitz, Sitzen, Platz (M.) (1), Sitzplatz; germ. *seþla, Sb., Sitz, Wohnsitz; s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. siedeln, Kluge s. u. siedeln, DW 16, 864, EWD s. u. siedeln, EWAhd 7, 1183, Duden s. u. siedeln, Bluhme s. u. siedeln; GB.: (sidalen) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliches sich an einem bestimmten Ort niederlassen; BM.: sitzen; F.: siedeln, siedel (!), siedle, siedelst, siedelt, siedelte, siedeltest, siedelten, siedeltet, gesiedelt, ##gesiedelt, gesiedelte, gesiedeltes, gesiedeltem, gesiedelten, gesiedelter##, siedelnd, ###siedelnd, siedelnde, siedelndes, siedelndem, siedelnden, siedelnder###, siedel (!)+EW; Z.: sied-el-n
sieden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. sieden, kochen, wallen (V.) (1), garen; ne. seethe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. sieden (1), st. V., sieden, wallen (V.) (1), aufwallen, kochen, gesotten werden, gequält werden, Leichen verbrennen; mnd. sēden (1), seyden, seiden, seeden, sedhen, st. V., sieden, kochen, aufwallen, wallen (V.) (1), in heftiger Bewegung sein (V.), wogen; mnl. sieden, zieden, V., sieden, Essen zubereiten; ahd. siodan*, st. V. (2b), sieden, kochen, braten; as. -; anfrk. -; germ. *seuþan, st. V., sieden; idg. *seu- (4), *seut-, *h₂seut-, V., sieden, sich bewegen, aufwallen, Pokorny 914 (1594/66) (RB. idg. aus ind.?, iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sieden, Kluge s. u. sieden, DW 16, 867, EWD s. u. sieden, Falk/Torp 443, Seebold 400, EWAhd 7, 1270, Duden s. u. sieden, Bluhme s. u. sieden; Son.: vgl. afries. siātha, st. V. (2), sieden; nfries. sjiedden, V., sieden; ae. séoþan, st. V. (2), sieden, kochen, unruhig sein (V.), brüten, betrüben; an. sjōða, st. V. (2), kochen, sieden; got. siudan?, sw. V. (2), sieden; nndl. zieden, V., sieden; nschw. sjuda, V., sieden; nnorw. syde, V., sieden; lit. siaũsti, V., herumtollen, wüten; GB.: (siodan) seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Beherrschung des Feuers mögliches kochen in leicht köchelndem Wasser garen; BM.: sich bewegen; F.: sieden, siede, siedest, siedet, sott (!), sottest, sotten, sotte (!), sötte (!), söttest, sötten, söttet, gesotten, ##gesotten, gesottene, gesottenes, gesottenem, gesottenen, gesottener##, siedend, ###siedend, siedende, siedendes, siedendem, siedenden, siedender###, sied (!)+EW; Z.: sie-d-en
$Siedepunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (19. Jh.): nhd. Siedepunkt; E.: s. siede(n), s. Punkt; L.: DW 16, 881, EWD s. u. sieden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus siede(n) und Punkt gebildete Bezeichnung für den grundsätzlich von der Natur vorgegebenen Punkt der Temperatur an dem je nach Lage eine Flüssigkeit während des Erhitzens zu sieden beginnt; F.: Siedepunkt, Siedepunktes, Siedepunkts, Siedepunkte, Siedepunkten+EW; Z.: Sie-d-e—pu-n-k-t
$Sieder, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Sieder, Siedender; Vw.: s. Seifen-; E.: s. sied(en), s. er (Suff.); L.: DW 16, 881; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus sied(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Beherrschung des Feuers möglichen Siedenden; F.: Sieder, Sieders, Siedern+EW; Z.: Sie-d-er
Siedler, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Siedler, Siedelnder, Ansiedelnder; ne. settler; Vw.: s. ein-; Hw.: s. siedeln; Q.: 1286 (Urkunde); E.: mhd. sidelære*, sideler, st. M., Siedler, Stuhlmacher; s. mhd. sidelen, sw. V., siedeln, ansiedeln, errichten, Lager errichten, Tribünen errichten, Platz anweisen, beherbergen, setzen an, Hintersasse werden, Wohnstätte errichten; ahd. sidalen*, sw. V. (1a), siedeln, verbreiten, ausbreiten; s. ahd. sedal, st. M. (a), st. N. (a), Sitz, Sitzen, Platz (M.) (1), Sitzplatz; germ. *seþla, Sb., Sitz, Wohnsitz; s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Siedler, Kluge s. u. siedeln, DW 16, 884, EWD s. u. siedeln, Duden s. u. Siedler; GB.: seit 1286 belegte und aus sied(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen sich an einem Ort ansiedelnden Menschen; BM.: sitzen; F.: Siedler, Siedlers, Siedlern+EW; Z.: Sied-l-er
$Siedlung, Siedelung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Siedlung, Niederlassung; L.: Kluge s. u. siedeln, DW 16, 866 (Siedelung), EWD s. u. siedeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sied(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliche auf Dauer angelegte Niederlassung von Menschen; F.: Siedlung, Siedlungen+EW; Z.: Sied-l-ung
Sieg, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sieg, Erfolg (in einer Auseinandersetzung); ne. victory; Vw.: s. Kanter-, Pyrrhus-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. sige, st. M., Sieg; mnd. sēge (1), sege, st. M., F., Sieg, Überwindung; mnl. sēghe, sēge, M., Sieg, Triumph, Triumphzug; ahd. sigu*, st. M. (u, i), Sieg, Leistung; as. *sigi?, st. M.? (athem.), Sieg; anfrk. *sigi?, st. M. (u, i), Sieg; germ. *sege-, *segez, st. N., Sieg; germ. *segu-, *seguz, st. M. (u), Sieg; s. idg. *seg̑ʰ-, *seg̑ʰi-, *seg̑ʰu-, V., Sb., halten, überwältigen, Sieg, Pokorny 888 (1546/18) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Siegel, Kluge 1. A. s. u. Sieg, Kluge s. u. Sieg, EWD s. u. Sieg, DW 16, 886, Falk/Torp 426, EWAhd 7, 1194, Duden s. u. Sieg, Bluhme s. u. Sieg; Son.: vgl. afries. sī (1), st. M. (u?), Sieg; ae. sige (2), syge, st. M. (i), Sieg, Erfolg, Triumph; ae. *sig, st. N. (a), Sieg; an. sigr, st. M. (u?), Sieg; got. sigis, st. N. (a), Sieg; got. *sigus?, st. M. (u), Sieg; nndl. zege, Sb., Sieg; nschw. seger, Sb., Sieg; nnorw. seier, M., Sieg; ai. sáhas-, N., Sieg; av. hazah-, Sb., Gewalt, Gewalttat; gr. ἔχειν (échein), V., halten, haben, besitzen; mir. seg, sed, Sb., Stärke; GB.: (sigu) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den einem Lebewesen möglichen Erfolg (in einer Auseinandersetzung); BM.: überwältigen; F.: Sieg, Sieges, Siegs, Siege, Siegen+EW; Z.: Sieg
Siegel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Siegel, Stempel zu einem Eindrücken; ne. seal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1294 (Urkunde); E.: mhd. sigel (1), segel, st. N., Siegel, Zeichen; mnd. sēgel (2), segil, seggel, N., Siegel, Instrument mit dem gesiegelt wird, Petschaft, Siegelring; mnl. sēghel, segel, seghel, N., Siegel; as. *sigil?, st. N. (a), Siegel (N.) (2); lat. sigillum, N., kleines Bild, Sigel, (81-43 v. Chr.); s. lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Siegel, DW 16, 895, EWD s. u. Siegel, EWAhd 7, 1188, Duden s. u. Siegel, Bluhme s. u. Siegel; Son.: vgl. afries. sigil, sigel, sēgil, sēgel, N., Siegel; saterl. siegel, N., Siegel; nndl. zegel, Sb., Siegel; nschw. sigill, N., Siegel; nnorw. segl, N., Siegel; nir. séala, M., Siegel; GB.: (sigel) (1) seit 1294 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Stempel zu einem Eindrücken eines Zeichens in eine weiche Masse; BM.: schneiden; F.: Siegel, Siegels, Siegeln+FW; Z.: Sieg-el
$Siegellack, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Siegellack; E.: s. Siegel, s. Lack; L.: DW 16, 906, EWD s. u. Siegel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Siegel und Lack gebildete Bezeichnung für einen von Menschen für Siegel entwickelten Lack; F.: Siegellack, Siegellacks, Siegellackes, Siegellacke, Siegellacken+FW(+EW?); Z.: Sieg-el—lack
$siegeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. siegeln, mit einem Siegel versehen (V.); Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Siegel, s. (e)n (Suff.), s. lat. sigillare; L.: DW 16, 906, EWD s. u. Siegel; GB.: seit 8. Jh. belegte und wohl nach lat. sigillare aus Siegel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Menschen mögliches mit einem Menschen in Ägypten schon vor 4000 Jahren möglichen Siegel versehen (V.); F.: siegeln (!), siegel (!), siegle, siegele, siegelst, siegelt, siegelte, siegeltest, siegelten, siegeltet, gesiegelt, ##gesiegelt, gesiegelte, gesiegeltes, gesiegeltem, gesiegelten, gesiegelter##, siegelnd, ###siegelnd, siegelnde, siegelndes, siegelndem, siegelnden, siegelnder###, siegel (!)+FW(+EW?); Z.: sieg-el-n
$Siegelring, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Siegelring; E.: s. Siegel, s. Ring; L.: DW 16, 910, EWD s. u. Siegel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Siegel und Ring gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in Ägypten schon vor 4000 Jahren für Siegel entwickelten und verwendeten Ring; F.: Siegelring, Siegelrings, Siegelringes, Siegelringe, Siegelringen+FW+EW; Z.: Sieg-el—ri-ng
$siegen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. siegen, Sieg erringen; Vw.: s. ob-; L.: Kluge s. u. Sieg, DW 16, 912, EWD s. u. siegen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Sieg und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Sieg erringen; F.: siegen (!), siege (!), siegst, siegt, siegest, sieget, siegte, siegtest, siegten, siegtet, gesiegt, ##gesiegt, gesiegte, gesiegtes, gesiegtem, gesiegten, gesiegter##, siegend, ###siegend, siegende, siegendes, siegendem, siegenden, siegender###, sieg (!)+EW; Z.: sieg-en
$Sieger, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Sieger, Siegender, Gewinner; E.: s. sieg(en), s. er (Suff.); L.: DW 16, 912, EWD s. u. siegen; GB.: vor 1190 belegte und aus sieg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Siegenden oder Gewinner in einem Wettkampf oder einer sonstigen Auseinandersetzung; F.: Sieger, Siegers, Siegern+EW; Z.: Sieg-er
$sieghaft, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sieghaft, siegreich; E.: s. Sieg, s. haft; L.: DW 16, 935, EWD s. u. siegen[KG4] ; GB.: (siguhaft) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. victoriosus aus Sieg und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches siegreich; F.: sieghaft, sieghafte, sieghaftes, sieghaftem, sieghaften, sieghafter(, sieghaftere, sieghafteres, sieghafterem, sieghafteren, sieghafterer, sieghaftest, sieghafteste, sieghaftestes, sieghaftestem, sieghaftesten, sieghaftester)+EW; Z.: sieg—haf-t
$siegreich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. siegreich, sieghaft; E.: s. Sieg, s. reich; L.: EWD s. u. siegen, DW 16, 947; GB.: (sigerīche) vor 1260 belegte und aus Sieg und reich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sieghaft; F.: siegreich, siegreiche, siegreiches, siegreichem, siegreichen, siegreicher(, siegreichere, siegreicheres, siegreicherem, siegreicheren, siegreicherer, siegreichst, siegreichste, siegreichstes, siegreichstem, siegreichsten, siegreichster)+EW; Z.: sieg—reich
Siel, nhd., N., M., (18. Jh.): nhd. Siel, Abzugsgraben; ne. sewer, sluice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. sīl (1), sijl, sihl, syhl, cyl, zil, zyl, M., Siel, Entwässerungsgraben, verschließbare Mündung des Entwässerungsgrabens, offener oder bedeckter Unratskanal, Kloake; mnd. sīle (1), syle, siele, F., Siel, Durchlass für Abwässer, Deichschleuse mit Abzugsgraben oder Entwässerungsgraben, Kanalisationseinrichtung, Ableitungskanal; mnl. sile, sijl, Sb., Abzugskanal; as. *sīl?, st. M. (a), Siel, Wassergraben, Schleuse, Abzugskanal; vgl. ahd. *sīl?, st. M. (a), Siel; anfrk. -; germ. *sīhwila, *sīhila, Sb., Seihe, Siel, Schleuse; s. idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893 (1553/25) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); vgl. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Siel, EWD s. u. Siel, DW 16, 952, Duden s. u. Siel; Son.: vgl. afries. sīl, st. M. (a), Siel, Abzug, Schleuse; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und vielleicht für das Altsächsische erschließbare sowie möglicherweise mit dem Altfriesischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie 970 n. Chr. wohl schriftlich bezeugte Schleuse bei der Wasser nach außen fließen kann aber nicht nach innen; BM.: rinnen; F.: Siel, Sieles, Siels, Siele, Sielen+EW; Z.: Sie-l
Siele, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Siele, Riemen (M.) (1), Zugriemen; ne. strap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. sil (1), sile, st. M., sw. M., st. N., st. F., Seil, Riemen (M.) (1), Siele, Geschirr, Zuggeschirr; mnd. sēle, M., Zugriemen, Tragriemen, Tragseil, Pferdegeschirr, Sielenzeug; ahd. silo, sw. M. (n), Siele, Riemen (M.) (1), Zugriemen; ahd. sila, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Siele; as. -; anfrk. -; germ. *silō-, *silōn, *sila-, *silan, sw. M. (n), Siele; idg. *seilo-, *soilo-, Sb., Band (N.), Seil, Pokorny 891; vgl. idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Siele, Kluge s. u. Siele, DW 16, 953, EWD s. u. Siele, EWAhd 7, 1221, Duden s. u. Siele; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. sili, seli, M:, Geschirr, Seil; got. -; GB.: (silo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Zugriemen von Zugtieren; BM.: binden; F.: Siele, Sielen+EW; Z.: Sie-l-e
$Sielein, nhd., N., (?): nhd. Vogelweibchen; Hw.: s. Siechen; E.: s. sie, s. lein (Suff.); L.: Kluge s. u. Sielein, Sicke, fehlt DW; GB.: seit (?) belegte und aus sie und lein (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung von Vögeln mögliches Vogelweibchen; F.: Sielein, Sieleins+EW; Z.: Siel-ein
sielen, nhd. (dial.), sw. V., (17. Jh.): nhd. sielen, suhlen; ne. wallow (V.); Vw.: -; Hw.: s. suhlen; Q.: 17. Jh.; E.: eigentlich „sühlen“, s. mhd. sūlen* (2), sūln, sülwen, sulwen, sw. V., besudeln, mit Kot beschmutzen, im Kot wälzen; mnd. sȫlen (1), solen, sw. V., suhlen, besudeln, beschmutzen, im Schmutz herumwälzen vgl. ahd. bisulen*, sw. V. (1a), beschmutzen, verunreinigen, besudeln; ahd. solōn*, sw. V. (2), suhlen, beschmutzen, besudeln, sich in der Suhle wälzen; germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-?, *sulwaz, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. sielen, EWD s. u. sielen, DW 16, 956, Duden s. u. sielen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit mhd. sūlen sich herumwälzen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches suhlen; BM.: schmutzig; F.: sielen (!), siele (!), sielst, sielt, sielest, sielet, sielte, sieltest, sielten, sieltet, gesielt, ##gesielt, gesielte, gesieltes, gesieltem, gesielten, gesielter##, sielend, ###sielend, sielende, sielendes, sielendem, sielenden, sielender###, siel (!)+EW; Z.: siel-en
Siesta, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Siesta, Ruhepause, Ruhestunde, Mittagsruhe; ne. siesta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. span. siesta; E.: s. span. siesta, F., Siesta, Mittagsruhe; lat. (hora) sexta, F., sechste Stunde des Tages; vgl. lat. sextus, Num. Ord., sechste; idg. *su̯ek̑tos, *sek̑tos, *sek̑th₂o-, Num. Ord., sechste, Pokorny 1044; L.: Kluge s. u. Siesta, DW 16, 962, Duden s. u. Siesta; Son.: vgl. nndl. siesta, Sb., Siesta; frz. sieste, F., Siesta; nschw. siesta, Sb., Siesta; nnorw. siesta, M., Siesta; poln. sjesta, F., Siesta; lit. siesta, F., Siesta; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine mancherorts besonders nach dem Mittagessen oder der Mittagshitze von Menschen entwickelte und eingehaltene Ruhepause oder Ruhestunde; BM.: sechs (zu der sechsten [Stunde] stattfindende Ruhepause); F.: Siesta, Siestas, Siesten+FW; Z.: Siest-a
siezen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. siezen, Sie sagen; ne. use (V.) the formal form (N.) to address somebody; Vw.: -; Hw.: s. sie; Q.: 17. Jh.; E.: s. sie; L.: Kluge s. u. siezen, DW 16, 963, EWD s. u. sie, Duden s. u. siezen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sie und z sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen anderen Menschen höflich und förmlich ansprechen in Gegensatz zu duzen (oder auch ihrzen); BM.: der; F.: siezen, sieze, siezst, siezt, siezest, siezet, siezte, sieztest, siezten, sieztet, gesiezt, ##gesiezt, gesiezte, gesieztes, gesieztem, gesiezten, gesiezter##, siezend, ###siezend, siezende, siezendes, siezendem, siezenden, siezender###, siez (!)+EW; Z.: sie-z-en
$Sigel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sigel; E.: s. frz. sigle; Hw.: s. Sigle; L.: EWD s. u. Sigel, DW 16, 963 (Verweis); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus frz. sigle aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Abkürzungszeichen wie beispielsweise § für Paragraph oder bzw. für beziehungsweise oder usw. für und so weiter; F.: Sigel, Sigels, Siglen+FW(+EW?); Z.: Sig-el
$Sigle, nhd., N., F., (18. Jh.): nhd. Sigle; E.: s. frz. sigle; Hw.: s. Sigel;L.: EWD s. u. Sigel, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus frz. sigle aufgenommene Bezeichnung für ein Abkürzungszeichen wie beispielsweise § für Paragraph oder bzw. für beziehungsweise oder usw. für und so weiter; F.: Sigle, Siglen+FW; Z.: Sig-l-e
Sigma, nhd., N.: nhd. Sigma, achtzehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. sigma; Vw.: -; Hw.: s. s; Q.: ?; I.: Lw. lat. sigma, gr. σίγμα (sígma); E.: s. lat. sigma, N., Sigma, Tafel, (40-102/103 n. Chr.); gr. σίγμα (sígma), Sb. (indekl.), Sigma; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 207; L.: Duden s. u. Sigma, fehlt DW; Son.: nndl. sigma, Sb., Sigma; frz. sigma, M., Sigma; nschw. sigma, N., Sigma; nnorw. sigma, M., Sigma; kymr. sigma, F., Sigma; nir. sigme, M.?, Sigma; poln. sigma, F., Sigma; lit. sigma, Sb., Sigma; GB.: aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den achtzehnten Buchstaben des griechischen Alphabets (s); BM.: ?; F.: Sigma, Sigmas+FW; Z.: Sigma
Signal, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Signal, verabredetes Zeichen, Startzeichen; ne. signal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. signal; E.: s. frz. signal, M., Signal; lat. sīgnālis, bestimmt ein Zeichen zu geben; vgl. lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Signal, DW 16, 964, EWD s. u. Signal, Duden s. u. Signal; Son.: vgl. nndl. signaal, Sb., Signal; nschw. signal, Sb., Signal; nnorw. signal, N., Signal; poln. sygnał, M., Signal; kymr. signal, M., Signal; lit. signalas, M., Signal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches eine bestimmte Bedeutung habendes Zeichen wie beispielsweise einen einschaltbaren und ausschaltbaren Gleichstrom oder einen Pfiff oder Wink; BM.: schneiden; F.: Signal, Signals, Signales, Signale, Signalen+FW; Z.: Sig-n-al
$signalisieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. signalisieren, Signal geben; E.: s. Signal, s. is, s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Signal, DW 16, 965, EWD s. u. Signal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Signal und is sowie ieren (Suff.) belegte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Signal geben; F.: signalisieren, signalisiere, signalisierst, signalisiert, signalisierest, signalisieret, signalisierte, signalisiertest, signalisierten, signalisiertet, ##signalisiert, signalisierte, signalisiertes, signalisiertem, signalisierten, signalisierter##, signalisierend, ###signalisierend, signalisierende, signalisierendes, signalisierendem, signalisierenden, signalisierender###, signalisier (!)+FW(+EW); Z.: sig-n-al-is-ier-en
Signation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Signation, Erkennungsmelodie; ne. signation; Vw.: s. De-, Re-; Hw.: s. Signatur; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. signation, lat. sīgnātio; E.: s. ne. signation, F., Signation, Markierung; ne. sīgnātio, F., Zeichenmachen, Bezeichnung, Unterzeichnung, schriftliche Erklärung, (um 160-220 n. Chr.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Signation, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Erkennungsmelodie; BM.: bezeichnen; F.: Signation, Signations, Signationen+FW; Z.: Sig-n-at-io-n
Signatur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Signatur, Namenszeichen, Aufschrift, Unterschrift; ne. signature; Vw.: -; Hw.: s. signieren, Signation; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. sīgnātūra; E.: s. mnd. signatūre, F., Signatur, Siegelung von Urkunden mit dem Handsiegel, Signet; lat. sīgnātūra, F., Signatur, kenntliches Zeichen, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. signieren, EWD s. u. Signatur, DW 16, 965, Duden s. u. Signatur; Son.: vgl. nndl. signatuur, Sb., Signatur; frz. signature, F., Signatur; nschw. signatur, Sb., Signatur; nnorw. signatur, M., Signatur; poln. sygnatura, F., Signatur; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und als Aufschrift oder Unterschrift verwendetes Namenszeichen; BM.: schneiden; F.: Signatur, Signaturen+FW(+EW?); Z.: Sig-n-at-ur
signieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. signieren, unterzeichnen, unterschreiben; ne. sign (V.); Vw.: s. de-, re-; Hw.: s. Signatur, Segen; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. sīgnāre; E.: s. mhd. signieren, sw. V., ein Zeichen geben; mnd. signēren, sw. V., signieren, Urkunden besiegeln, mit Siegeln versehen (V.); lat. sīgnāre, V., zeichnen, bezeichnen, unterzeichnen, siegeln, (um 250-184 v. Chr.); lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. signieren, EWD s. u. Signatur, DW 16, 966, Duden s. u. signieren; Son.: vgl. nndl. signeren, V., signieren; frz. signer, V., signieren; nschw. signera, V., signieren; nnorw. signere, V., signieren; poln. sygnować, V., signieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches mit einem Zeichen versehen (V.) oder unterzeichnen oder unterschreiben; BM.: schneiden; F.: signieren, signiere, signierst, signiert, signierest, signieret, signierte, signiertest, signierten, signiertet, ##signiert, signierte, signiertes, signiertem, signierten, signierter##, signierend, ###signierend, signierende, signierendes, signierendem, signierenden, signierender###, signier (!)+FW+EW; Z.: sig-n-ier-en
signifikant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. signifikant, bedeutend, bedeutsam, kennzeichnend; ne. significant; Vw.: -; Hw.: s. Signifikanz; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sīgnificāns; E.: s. lat. sīgnificāns, (Part. Präs.=)Adj., bezeichnend, treffend, deutlich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. sīgnificāre, V., Zeichen geben, anzeigen, zu verstehen geben, äußern, ausdrücken; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. signifikant, EWD s. u. Signatur, Duden s. u. signifikant; Son.: vgl. nndl. signifikant, Adj., signifikant; frz. signifiant, Adj., signifikant; nschw. signifikant, Adj., signifikant; nnorw. signifikant, Adj., signifikant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen bedeutend oder bedeutsam oder kennzeichnend; BM.: schneiden, setzen; F.: signifikant, signifikante, signifikantes, signifikantem, signifikanten, signifikanter(, signifikantere, signifikanteres, signifikanterem, signifikanteren, signifikanterer, signifikantest, signifikanteste, signifikantestes, signifikantestem, signifikantesten, signifikantester)+FW(+EW); Z.: sig-n-i-fi-k-ant
Signifikanz, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Signifikanz, Bedeutsamkeit, Relevanz; ne. significance; Vw.: -; Hw.: s. signifikant; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. sīgnificantia; E.: s. lat. sīgnificantia, F., Deutlichkeit, Anschaulichkeit, Bedeutung, symbolische Bedeutung, versteckte Bedeutung, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. sīgnificāre, V., Zeichen geben, anzeigen, zu verstehen geben, äußern, ausdrücken; lat. sīgnum, N., Zeichen, Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal; idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. signifikant, Duden s. u. Signifikanz; Son.: vgl. frz. signification, F., Signifikanz; nschw. signifikans, Sb., Signifikanz; nnorw. signifikans, M., Signifikanz; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die aus der Sicht des Menschen mögliche Bedeutsamkeit einer Gegebenheit; BM.: schneiden, setzen; F.: Signifikanz, Signifikanzen+FW(+EW?); Z.: Sig-n-i-fi-k-anz
$Sigrist, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Küster, Mesner, Kirchendiener; L.: Kluge 1. A. s. u. Sigrist, DW 16, 966; GB.: (sigiristo) 779 belegte und aus mlat. sacrista gebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Christentums möglichen Küster oder Mesner oder Kirchendiener; F.: Sigrist, Sigristen+FW; Z.: Sig-r-ist
Silage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Silage, Gärfutter; ne. silage (N.); Vw.: -; Hw.: s. Silo; Q.: um 1900; I.: Lw. frz. ensilage; E.: s. frz. ensilage, M., Einlagerung in Silos; vgl. span. silo, M., Getreidebehältnis, Getreidegrube; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. sīrus, M., unterirdische luftdicht geschlossene Getreidekammer, Getreidesilo, (1. Jh. n. Chr.); gr. σιρός (sirós), σειρός (seirós), M., Loch, Grube, Getreidegrube; idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041?; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914? (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Silo, EWD s. u. Silo, fehlt DW, Duden s. u. Silage; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Spanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für on Menschen entwickeltes und verwendetes Gärfutter (in Silos); BM.: biegen; F.: Silage, Silagen+FW; Z.: Si-l-ag-e
Silbe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Silbe, eine abgegrenzte sprachliche Einheit; ne. syllable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. sillabe, F., Silbe; mnd. silbe, sylbe, F., „Silbe“; mnd. sillabe, syllabe, F., Silbe; mnd. sīlve, F., Silbe; mnl. sillebe, silbe, F., Silbe; ahd. sillaba, st. F. (ō), Silbe; s. lat. syllaba, F., Silbe; gr. συλλαβή (syllabḗ), F., Silbe, Zusammenfassung; vgl. gr. συλλαμβάνειν (syllambánein), ξυλλαμβάνειν (xyllambánein), V., zusammennehmen, zusammenfassen; vgl. gr. συν (syn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λαμβάνειν (lambánein), V., nehmen, fassen, ergreifen; idg. *slā̆gᵘ̯-, *lā̆gᵘ̯-, V., fassen, greifen, Pokorny 958 (1649/121) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Silbe, Kluge s. u. Silbe, EWD s. u. Silbe, DW 16, 968, EWAhd 7, 1220, Duden s. u. Silbe, Bluhme s. u. Silbe; Son.: vgl. nndl. syllabe, Sb., Silbe; frz. syllabe, F., Silbe; poln. sylaba, F., Silbe; kymr. sillaf, F., Silbe; nir. siolla, M., Silbe; GB.: (sillaba) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine abgegrenzte und einen oder mehrere Laute umfassende sprachliche Einheit die einen (von einem bis zu etwa 15) Teil(en) eines Wortes oder ein Wort bildet; BM.: eins, fassen; F.: Silbe, Silben+FW(+EW?); Z.: Si-lb-e
Silber, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Silber, ein Edelmetall; ne. silver (N.); Vw.: s. Queck-; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. silber, st. N., Silber; mnd. sülver (1), silver, selver, sölver, sülf, sölf, N., Silber, Silbererz, Silbergehalt, Silbergeld, Silbergerät, silberne Zierornamente; mnl. silver, selver, sulver, N., Silber; ahd. silabar, st. N. (a), Silber; as. siluvar*, st. N. (a), Silber; anfrk. silver*, st. N. (a), Silber; germ. *silubra-, silubram, st. N. (a), Silber; wohl aus einer Sprache des Vorderen Orients entlehnt; vgl. akkad. ṣarpu, Sb., Silber; akkad. sarāpu, V., schmelzen; L.: Kluge 1. A. s. u. Silber, Kluge s. u. Silber, EWD s. u. Silber, DW 16, 974, Falk/Torp 441, EWAhd 7, 1210, Duden s. u. Silber, Bluhme s. u. Silber; Son.: vgl. afries. selover, selver, silver, st. N. (a), Silber; saterl. selwer; ae. siolufr, seolfor, siolfor, st. N. (a), Silber; an. silfr, st. N. (a), Silber; got. silubr, krimgot. siluir, st. N. (a), Silber; nndl. zilver, Sb., Silver; nschw. silver, N., Silver; nnorw. sølv, N., Silber; gall. śilabur, Sb., Silber; lit. sidãbras, M., Silber; ksl. sĭrebro, Sb., Silber; GB.: (silabar) seit dem um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl aus einer Sprache des Vorderen Orients entlehnte Bezeichnung für ein schon vormenschliches in der Natur auch gediegen vorkommendes weiß glänzendes weiches von Menschen vor allem für Schmuck und Münzen verwendetes Edelmetall (chemisches Element Nr. 47, abgekürzt Ag für lat. argentum); BM.: ?; F.: Silber, Silbers+FW; Z.: Silb-er
$Silberblick, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Silberblick, leichtes Schielen; E.: s. Silber, s. Blick; L.: Kluge s. u. Silberblick, DW 16, 989; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Silber und Blick gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leichtes Schielen; F.: Silberblick, Silberblicks, Silberblickes, Silberblicke, Silberblicken+FW+EW; Z.: Silb-er—bli-ck
$Silbergulden, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Silbergulden; E.: s. Silber, s. Gulden; L.: Kluge s. u. Gulden, DW 16, 1010; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Silber und Gulden gebildete Bezeichnung für einen Gulden (Münze) aus Silber; F.: Silbergulden, Silberguldens+FW+EW; Z.: Silb-er-gul-d-en
$silberhell, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. silberhell; E.: s. Silber, s. hell; L.: DW 16, 1012, EWD s. u. Silber; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Silber und hell gebildete Bezeichnung für wie Silber hell; F.: silberhell, silberhelle, silberhelles, silberhellem, silberhellen, silberheller(, silberhellere, silberhelleres, silberhellerem, silberhelleren, silberhellerer, silberhellst, silberhellste, silberhellstes, silberhellstem, silberhellsten, silberhellster)+FW+EW; Z.: silb-er—hel-l
$Silberhochzeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Silberhochzeit; E.: s. Silber, s. Hochzeit; L.: EWD s. u. Silber, DW 16, 1012; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Silber und Hochzeit gebildete Bezeichnung für (früher [DW] den 50. danach) den 25. Jahrestag der Hochzeit oder Eheschließung in Gegensatz zu der Goldenen Hochzeit (nach 50 Ehejahren); F.: Silberhochzeit, Silberhochzeiten+FW+EW; Z.: Silb-er—ho-ch—zei-t
$silbern (1), nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. silbern, aus Silber bestehend; E.: s. Silber, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Silber, DW 16, 1026, EWD s. u. Silber; GB.: seit um 1000 belegte und aus Silber und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Silber bestehend oder wie Silber aussehend; F.: silbern (!), silberne, silbernes, silbernem, silbernen, silberner+FW+EW; Z.: silb-ern
$silbern (2), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. silbern; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Silber, DW 16, 1032; GB.: (silabaren) seit um 1000 belegte und aus Silber und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches mit Silber versehen (V.); F.: silbern (!), silbere (!), silber (!), silberst, silbert, silberte, silbertest, silberten, silbertet, gesilbert, ##gesilbert, gesilberte, gesilbertes, gesilbertem, gesilberten, gesilberter##, silbernd, ###silbernd, silberndes, silberndem, silbernden, silbernder###, silber (!)+FW+EW; Z.: silb-er-n
$Silberpapier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Silberpapier; E.: s. Silber, s. Papier; L.: DW 16, 1034, EWD s. u. Silber; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Silber und Papier gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete wie Silber erscheinende Folie aus Aluminium oder Stanniol; F.: Silberpapier, Silberpapiers, Silberpapieres, Silberpapiere, Silberpapieren+FW; Z.: Silb-er—papier
$Silberpappel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Silberpappel; E.: s. Silber, s. Pappel; L.: DW 16, 1034, EWD s. u. Silber; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Silber und Pappel gebildete Bezeichnung für die wohl schon vormenschliche weiße Pappel mit auf der Unterseite silbern erscheinenden Blättern; F.: Silberpappel, Silberpappeln+EW+FW; Z.: Silb-er—pappel
$silbrig, silberig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. silbrig, aus Silber bestehend, wie Silber aussehend; E.: s. Silb(e)r, s. ig; L.: Kluge s. u. Silber, DW 16, 1014 (silbericht); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Silb(e)r und ig gebildete Bezeichnung für aus Silber bestehend oder wie Silber aussehend; F.: silbrig, silbrige, silbriges, silbrigem, silbrigen, silbriger(, silbrigere, silbrigeres, silbrigerem, silbrigeren, silbrigerer, silbrigst, silbrigste, silbrigstes, silbrigstem, silbrigsten, silbrigster, silberig, silberige, silberiges, silberigem, silberigen, silberiger, silberigere, silberigeres, silberigerem, silberigeren, silberigerer, silberigst, silberigste, silberigstes, silberigstem, silberigsten, silberigster)+FW(+EW); Z.: silb-r-ig
Sild, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sild, Matjeshering, ein pikant eingelegter Hering; ne. sild; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ndän. sild; E.: s. ndän. sild, F., Hering; nnorw. sild, M., F., Hering; an. sīld, st. F. (ō), Hering; s. germ. *sīlō, st. F. (ō), Hering; L.: EWD s. u. Hering, DW 16, 1057, Falk/Torp 441, Duden s. u. Sild; Son.: norddeutsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neudänischen aufgenommene und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit pikant eingelegten Hering; BM.: Hering; F.: Sild, Sildes, Silds, Silde, Silden+FW; Z.: Sil-d
Silhouette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Silhouette, Umriss; ne. silhouette (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. silhouette; E.: s. frz. silhouette, F., Silhouette; gebildet zu dem PN des Ministers Frankreichs Étienne de Silhouette (1709-1767); L.: Kluge s. u. Silhouette, fehlt DW, EWD s. u. Silhouette, Duden s. u. Silhouette; Son.: vgl. nndl. silhouet, Sb., Silhouette; nschw. silhuett, siluett, Sb., Silhouette; nnorw. silhuett, M., Silhouette; poln. sylwetka, F., Silhouette; kymr. silwét, M., Silhouette; lit. siluetas, M., Silhouette; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus einem PN gebildete Bezeichnung für einen sich von einem Hintergrund abhebenden Umriss; BM.: kostengünstige Variante von gemalten Portraits gemäß der sprichwörtlichen Sparsamkeit des Namensträgers Silhouette; F.: Silhouette, Silhouetten+FW; Z.: Silhouette
Silicium, Silizium, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Silicium, Silizium, ein Halbmetall; ne. silicon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. silicia; E.: s. lat. silicia, F., Kieselerde; lat. silex, Kiesel, Kieselstein, Feuerstein, Granit, Basaltlava; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. Silizium; Son.: vgl. nndl. silicium, Sb., Silicium; frz. silicium, M., Silicium; nnorw. silisium, N., Silicium; kymr. silicon, M., Silicium; nir. sileacan, M., Silicium; lit. silicis, M., Silicium; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (silicia Kieselerde, silex Kiesel) gebildete Bezeichnung für ein 1787 von Antoine Lavoisier vorhergesagtes und 1800 von Humphry Davy entdecktes in den meisten Gesteinen und Mineralien enthaltenes und nach Sauerstoff in der Erdhülle (Erdkruste) (mit etwa 27,7 Prozent) zweithäufigstes säurebeständiges schwarzgraues und stark glänzendes und innerhalb der Lebensmittel besonders in Gerste und Hafer sowie Wurzelgemüse vorkommendes sowie als Halbleiter vor allem in der Mikroelektronik verwendetes Halbmetall (chemisches Element Nr. 14, abgekürzt Si); BM.: schneiden; F.: Silizium, Siliziums, Silicium, Siliciums+FW; Z.: Sil-ic-i-um
$Sill, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Sill; Hw.: s. Sille, s. Siele; L.: Kluge 1. A. s. u. Sill, Siele; F.: Sill, Sills, Silles, Sille, Sillen+EW; Z.: Si-l-l
$Sille, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Sille; Hw.: s. Siele: L.: Kluge s. u. Siele, Sill; F.: Sille, Sillen+EW; Z.: Si-l-l-e
Silo, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Silo, Getreidespeicher, Futterspeicher, Großspeicher; ne. silo; Vw.: -; Hw.: s. Silage; Q.: 1820-1830; I.: Lw. span. silo; E.: s. span. silo, M., Getreidebehältnis, Getreidegrube; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. sīrus, M., unterirdische luftdicht geschlossene Getreidekammer, Getreidesilo, (1. Jh. n. Chr.); gr. σιρός (sirós), σειρός (seirós), M., Loch, Grube, Getreidegrube; idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041?; vgl. idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914? (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Silo, EWD s. u. Silo, Duden s. u. Silo; Son.: vgl. nndl. silo, Sb., Silo; frz. silo, M., Silo; nschw. silo, Sb., Silo; nnorw. silo, M., Silo; poln. silos, M., Silo; kymr. seilo, M., Silo; GB.: seit 1820-1830 belegte und aus dem Spanischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen schachtförmigen Speicher besonders für Getreide oder Futter; BM.: biegen bzw. drehen; F.: Silo, Silos+FW; Z.: Si-l-o
Silvester, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Silvester, Jahresende; ne. hogmanay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: benannt nach dem Tagesheiligen, dem Papst Silvester I. (gestorben 335); von lat. silvester, Adj., zu dem Wald gehörig, mit Wald bewachsen (Adj.), waldig, Wald...; vgl. lat. silva, F., Holzung, Holz, Waldung, Wald, Forst; Herkunft unbekannt, alle bisherigen Erklärungsversuche unbefriedigend, s. Walde/Hofmann 2, 537; L.: Kluge s. u. Silvester, Duden s. u. Silvester; Son.: vgl. frz. Saint-Sylvestre, F., Silvester; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus einem PN gebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den letzten Tag des Jahres; BM.: PN als Tagesheiliger des 31. 12. (jeden Jahres); F.: Silvester, Silvesters, Silvestern+FW; Z.: Silv-est-er
Simmer, nhd. (ält.), M., N., (10. Jh.): nhd. Simmer, ein Hohlmaß; ne. a measure (N.) of capacity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: fnhd. sumber, summer, sümmer, M., N., Sumber, Korb, Getreidemaß: mhd. sumber, st. M., st. N., Korb, Geflecht; ahd. sumbar*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Sumber, Korb, Gefäß, geflochtener Korb; ahd. sumbarī*, st. N. (a), Sumber, Korb, geflochtener Korb; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Simmer, Kluge s. u. Simmer, DW 16, 1059, Duden s. u. Simmer; GB.: (sumbar*) seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein Hohlmaß für Getreide und feste Stoffe; BM.: ?; F.: Simmer, Simmers, Simmern+EW?; Z.: Simmer
Simonie, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Simonie, Ämterkauf; ne. simony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); E.: mhd. simonīe, simonīi, symonīe, simanīe, sw. F., st. F., Simonie, Erteilung oder Erwerbung eines geistlichen Amtes für Geld; mnd. simonīge, simonigge, F., „Simonie“, Kauf und Verkauf geistlicher Ämter; s. mlat. simonia, F., Simonie, Ämterkäuflichkeit; vgl. gr. Σιμόν (Simón), PN, Simon; hebr. Shim‘on שִׁמְעוֹן, „erhörend“, „erhört“; L.: Kluge s. u. Simonie, DW 16, 1060, Duden s. u. Simonie; Son.: vgl. frz. simonie, F., Simonie; nschw. simoni, Sb., Simonie; nnorw. simoni, M., Simonie; poln. symonia, F., Simonie; kymr. simoniaeth, F., Simonie; poln. síomóntacht, F., Simonie; lit. simonija, F., Simonie; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie aus dem PN Simon und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Kauf und Verkauf geistlicher Ämter (Ämterkauf); BM.: PN (nach dem in der Bibel erwähnten Simon Magus); F.: Simonie, Simonien+FW; Z.: Simon-ie
simpel, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. simpel, einfach; ne. simple; Vw.: -; Hw.: s. fachsimpeln, simplifizieren; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: mhd. simpel, Adj., simpel, einfach, einfältig; mnd. simpel (1), Adj., simpel, einfach, nicht doppelt, zurückgezogen, gering, ungelehrt, unerfahren; afrz. simple, Adj., einfach; lat. simplex, Adj., einfach, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Simpel, Kluge s. u. simpel, EWD s. u. simpel, DW 16, 1060, Duden s. u. simpel, Bluhme s. u. simpel; Son.: vgl. nndl. simpel, Adj., simpel; frz. simpel, Adj., einfach; nschw. simpel, Adj., simpel; nnorw. simpel, Adj., simpel; kymr. syml, Adj., simpel; GB.: seit vor 1326 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einfach; BM.: eins, falten; F.: simpel, simpele, simpeles, simpelem, simpelen, simpeler(, simpelere, simpeleres, simpelerem, simpeleren, simpelerer, simpelst, simpelste, simpelstes, simpelstem, simpelsten, simpelster)+FW(+EW?); Z.: sim-pel
$Simpel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Simpel, einfacher Mensch, Narr, Tor (M.), Trottel; L.: EWD s. u. simpel, DW 16, 1061; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus simpel gebildete Bezeichnung für einen einfachen Menschen oder einen einfältigen Menschen oder einen Narren oder einen Toren oder einen Trottel; F.: Simpel, Simpels, Simpeln+FW(+EW?); Z.: Sim-pel
$Simplex, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Simplex; E.: s. lat. simplex; L.: EWD s. u. simpel, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und als Sb. verwendete Bezeichnung für einfach(es Wort ohne Ableitung oder Zusammensetzung in Gegensatz zu Ableitungen und Zusammensetzungen) wie beispielsweise ich oder du oder er oder Kuh oder Haus oder Baum oder Sonne oder tun oder schön oder eins oder au; F.: Simplex, Simpexe, Simplizia+FW; Z.: Sim-pl-ex
simplifizieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. simplifizieren, vereinfachen; ne. simplify; Vw.: -; Hw.: s. simpel; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. mlat. simplificārī; E.: s. mlat. simplificārī, V., einfach werden, (vor 1471); vgl. lat. simplex, Adj., einfach, einfach redend, einzeln, natürlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln, (um 450 v. Chr.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. simpel, EWD s. u. simpel, Duden s. u. simplifizieren; Son.: vgl. nndl. simplificeren, V., simplifizieren; frz. simplifier, V., simplifizieren; nschw. simplifiera, V., simplifizieren; nnorw. simplifisere, V., simplifizieren; poln. symplifikować, V., simplifizieren; nir. simplím, V., simplifizieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vereinfachen; BM.: eins, machen; F.: simplifizieren, simplifiziere, simplifizierst, simplifiziert, simplifizierest, simplifizieret, simplifizierte, simplifiziertest, simplifizierten, simplifiziertet, ##simplifiziert, simplifizierte, simplifiziertes, simplifiziertem, simplifizierten, simplifizierter##, simplifizierend, ###simplifizierend, simplifizierende, simplifizierendes, simplifizierendem, simplifizierenden, simplifizierender###, simplifizier (!) +FW+; Z.: sim-pl-i-fi-z-ier-en
Sims, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sims, vorstehender Rand; ne. ledge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunden); E.: mhd. simez, simz, st. M., Sims, Gesims, Gesimse, vorderer Teil des Gestühls; mnd. sēmese, sēmes, simes, simse, sems, M., Gesims, Gesimsstein, Sims, Rinnleiste, Hohlkehle; ahd.? simiz, st. M. (a?), st. N. (a)?, Architrav, Sockel; frühroman. *sīmātus, Adj., plattgedrückt; vgl. lat. sīma, F., Rinnleiste, (um 84-um 25 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. sīmus, Adj., mit eingedrückter Nase, stumpfnasig, plattnasig, aufwärts gebogen; gr. σιμός (simós), Adj., nach oben gebogen; vgl. idg. *su̯ē̆i-, *su̯ē̆-, V., biegen, drehen, schwingen, Pokorny 1041 (1793/265) (RB. idg. aus iran., gr., kelt., germ., balt., toch.); idg. *seu- (3), *sū̆-, *seu̯ə-, V., biegen, drehen, treiben, Pokorny 914 (1593/65) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ., balt., slaw., heth.); oder von idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sims, Kluge s. u. Sims, EWD s. u. Sims, DW 16, 1062, EWAhd 7, 1226, Duden s. u. Sims, Bluhme s. u. Sims; Son.: vgl. nschw. gesims, Sb., Sims; nnorw. gesims, M., Sims; poln. gezyms, M., Sims; GB.: seit um 1170 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kleineren waagerechten lang gestreckten Wandvorsprung; F.: Sims, Simses, Simse, Simsen+FW; Z.: Si-m-s
Simse, Semse, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Simse, Semse, Riedgras; ne. sedge, bulrush; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: verwandt mit mhd. semede, semde, st. F., sw. F., st. N., Schilf, Ried (N.) (1), Binse; mnd. semede, semde, Sb., Binse; ahd. semida, st. F. (ō), Schilf, Binse; germ. *samiþō, st. F. (ō), Binse, Schilfrohr; s. auch mnd. sēm (2), sem, seem, seym, Sb., Binse; L.: Kluge s. u. Simse, DW 16, 1063, Duden s. u. Simse; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschliches an feuchten sumpfigen Stellen wachsendes Riedgras; BM.: Binse; F.: Simse, Simsen, Semse, Semsen+EW; Z.: Sim-s-e
Simulant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Simulant, (ein Kranksein) Vortäuschender; ne. simulator; Vw.: -; Hw.: s. simulieren, Simulation, Simulator; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. simulāns; E.: s. lat. simulāns, (Part. Präs.=)Adj., nachahmend, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. simulāre, V., ähnlich sein (V.), ähnlich machen; vgl. lat. similis, Adj., ähnlich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. simulieren, EWD s. u. simulieren, Kluge s. u. Simulant; Son.: vgl. nndl. simulant, M., Simulant; nschw. simulant, Sb., Simulant; nnorw. simulant, M., Simulant; poln. symulant, M., Simulant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ein Kranksein vortäuschenden Menschen; BM.: eins bzw. zusammen; F.: Simulant, Simulanten+FW; Z.: Sim-ul-ant
Simulation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Simulation, Simulieren, Nachmachen, Nachahmen, Schein; ne. simulation; Vw.: -; Hw.: s. simulieren, Simulant, Simulator; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?; I.: Lw. lat. simulātio; E.: s. lat. simulātio, F., Schein, Vorgeben, Vorschützen, Verstellung, Vorspiegelung, Vorstellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. simulāre, V., ähnlich sein (V.), ähnlich machen; vgl. lat. similis, Adj., ähnlich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. simulieren, EWD s. u. simulieren, Kluge s. u. Simulation; Son.: vgl. nndl. simulatie, Sb., Simulation; frz. simulation, F., Simulation; nschw. simulation, Sb., Simulation; nnorw. simulasjon, M., Simulation; poln. symulacja, F., Simulation; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Nachmachen oder Nachahmen oder einen Schein; BM.: eins bzw. zusammen; F.: Simulation, Simulationen+FW(+EE?); Z.: Sim-ul-at-io-n
Simulator, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Simulator, Nachahmer, Anlage zu einer künstlichen Herstellung wirklichkeitsgetreuer Verhältnisse; ne. simulator; Vw.: -; Hw.: s. simulieren, Simulant, Simulation; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. simulātor; E.: s. lat. simulātor, M., Nachahmer, Heuchler, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. simulāre, V., ähnlich sein (V.), ähnlich machen; vgl. lat. similis, Adj., ähnlich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. simulieren, EWD s. u. simulieren, Kluge s. u. Simulator; Son.: vgl. nndl. simulator, Sb., Simulator; frz. simulateur, M., Simulator; nschw. simulator, Sb., Simulator; nnorw. simulator, M., Simulator; poln. symulator, M., Simulator; lit. simuliatorius, M., Simulator; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Nachahmer oder eine Anlage zu einer künstlichen Herstellung wirklichkeitsgetreuer Verhältnisse; BM.: eins bzw. zusammen; F.: Simulator, Simulatoren+FW; Z.: Sim-ul-at-or
simulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. simulieren, vortäuschen, nachahmen; ne. simulate; Vw.: -; Hw.: s. Simulant, Simulation, Simulator; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. simulāre; E.: mhd. simulieren, sw. V., simulieren, gleichkommen; mnd. simulēren, sw. V., „simulieren“, sich verstellen; lat. simulāre, V., ähnlich sein (V.), ähnlich machen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. similis, Adj., ähnlich; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. simulieren, DW 16, 1064, EWD s. u. simulieren, Duden s. u. simulieren; Son.: vgl. nndl. simuleren, V., simulieren; frz. simuler, V., simulieren; nschw. simulera, V., simulieren; nnorw. simulere, V., simulieren; poln. symulować, V., simulieren; lit. simuliuoti, V., simulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vortäuschen oder nachahmen; BM.: eins bzw. zusammen; F.: simulieren, simuliere, simulierst, simuliert, simulierest, simulieret, simulierte, simuliertest, simulierten, simuliertet, ##simuliert, simulierte, simuliertes, simuliertem, simulierten, simulierter##, simulierend, ###simulierend, simulierende, simulierendes, simulierendem, simulierenden, simulierender###, simulier (!)+FW(+EW); Z.: sim-ul-ier-en
simultan, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. simultan, gleichzeitig; ne. simultaneous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. simultané; E.: s. frz. simultané, Adj., simultan, gleichzeitig; vgl. lat. simul, Adv., gleich, zugleich, zusammen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. simultan, EWD s. u. simultan, Duden s. u. simultan; Son.: vgl. nndl. sumultaan, Adj., simultan; nschw. simultan, Adj., simultan; nnorw. simultan, Adj., simultan; poln. symultaniczny, Adj., simultan; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gleichzeitig; BM.: eins bzw. zusammen; F.: simultan, simultane, simultanes, simultanem, simultanen, simultaner(, simultanere, simultaneres, simultanerem, simultaneren, simultanerer, simultanst, simultanste, simultanstes, simultanstem, simultansten, simultanste)+FW(+EW?); Z.: sim-ult-an
Sinau, Sinnau, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sinau, Frauenmantel (Pflanze); ne. parsley-piert; Vw.: -; Hw.: s. Tau (1); Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. sindau, sindauwe, F., Frauenmantel; mnd. sindouwe, sindouw, sindow, sindō, sinnouwe, sinnouw, sinnaw, sinōt, F., Sindau, Taubehalt, Sonnentau; von einem *sin-, Adv., immer; und mnd. douwe (1), douw, dow, dau, dauwe, dou, douch, M., Tau (M.); mhd. tau (1), st. N., st. M., Tau (M.); ahd. tou, st. M. (wa), st. N. (wa), Tau (M.), Regen (M.); germ. *dawwa-, *dawwaz, st. M. (a), Tau (M.), Feuchtigkeit; germ. *dawwa-, *dawwam, st. N. (a), Tau (M.), Feuchtigkeit; vgl. idg. *dʰeu- (1), V., laufen, rinnen, Pokorny 259 (393/41) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., kelt.?, germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Sinau, Kluge s. u. Sin(n)au, DW 16, 1152 (Sinnau), Duden s. u. Sinau; GB.: (sindau) seit 15. Jh. belegte und aus sin (immer) und dau (Tau M.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche Pflanze mit großen runden und an dem Rande ausgebogten und gesägten Blättern und mit behaarten Stängeln und gelbgrünen unscheinbaren Blüten; BM.: immer, laufen bzw. rinnen; F.: Sinau, Sinaus, Sinaue, Sinauen, Sinnau, Sinnaus, Sinnaue, Sinnauen+EW; Z.: Sin-au
Sinfonie, Symphonie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sinfonie, Symphonie, mehrsätziges Instrumentalwerk für ein großes Orchester; ne. symphony; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mhd. symphonīe, st. F., sw. F., Symphonie; mnd. simphonīa, F., Harfe, Leier, eine Art (F.) (1) Orgel?; mnd. simfenīge, simfenige, simfenīe, F., ein musikalisches Instrument, eine Art Orgel?; it. sinfonia, F., ein Musikstück; lat. symphōnia, F., Einklang, Musik, Konzert, (81-43 v. Chr.); gr. συμφωνία (symphōnía), F., Einklang, Musik, Konzert; vgl. gr. σύμφωνος (sýmphōnos), Adj., zusammenklingend, harmonisch; gr. συν (syn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sinfonie, DW 20, 1410, EWD s. u. Sinfonie, Duden s. u. Symphonie; Son.: vgl. nndl. symfonie, Sb., Sinfonie, Symphonie; frz. symphonie, F., Sinfonie, Symphonie; nschw. symfoni, Sb., Sinfonie, Symphonie; nnorw. symfoni, M., Sinfonie, Symphonie; poln. symfonia, F., Sinfonie, Symphonie; kymr. symffoni, F., Sinfonie, Symphonie; lit. simfonija, F., Sinfonie; GB.: seit um 1230 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein auf das Zusammenklingen eines großen Orchesters angelegtes und aus mehreren Sätzen bestehendes Instrumentalwerk; BM.: eins, sprechen; F.: Sinfonie, Sinfonien, Symphonie, Symphonien+FW; Z.: Sin-fo-n-ie
$Sinfoniker, Symphoniker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sinfoniker; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Sinfon(ie), s. ik, s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Sinfonie; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Sinfon(ie) und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen an einer Sinfonie beteiligten Musiker; F.: Sinfoniker, Sinfonikers, Sinfonikern+FW(+EW?); Z.: Sin-fo-n-ik-er
$sinfonisch, symphonisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sinfonisch, Sinfonie betreffend; L.: Kluge s. u. Sinfonie, EWD s. u. Sinfonie, DW 20, 1415; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sinfon(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Sinfonie betreffend; F.: sinfonisch, sinfonische, sinfonisches, sinfonischem, sinfonischen, sinfonischer+FW+EW; Z.: sin-fo-n-isch
$singbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. singbar, sich singen lassend; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. sing(en), s. bar; L.: DW 16, 1066, EWD s. u. singen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. cantabilis (preisenswert) unter Bedeutungsänderung aus sing(en) und bar gebildete Bezeichnung für sich singen lassend; F.: singbar, singbare, singbares, singbarem, singbaren, singbarer(, singbarere, singbareres, singbarerem, singbareren, singbarerer, singbarst, singbarste, singbarstes, singbarstem, singbarsten, singbarster)+EW; Z.: sing—bar
singen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. singen, mit der Stimme ein Lied oder eine Melodie hervorbringen; ne. sing (V.); Vw.: -; Hw.: s. Song; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. singen, st. V., singen, dichten (V.) (1), frohlocken, pfeifen; mnd. singen (1), st. V., singen, feierlich vortragen, dichten, gesangartig hersagen; mnl. singhen, st. V., singen; ahd. singan, st. V. (3a), singen, klingen, jauchzen, krähen, verkünden, sprechen, besingen, lobsingen; as. singan, st. V. (3a), singen; anfrk. singan*, singon, st. V. (3a), singen, mitsingen, psalmodieren; germ. *sengwan, *singwan, st. V., singen; idg. *sengᵘ̯ʰ-, V., singen, sprechen, Pokorny 906 (1577/49) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. singen, Kluge s. u. singen, DW 16, 1067, EWD s. u. singen, Falk/Torp 429, Seebold 392, EWAhd 7, 1248, Duden s. u. singen, Bluhme s. u. singen; Son.: vgl. afries. siunga, singa, st. V. (3a), singen; saterl. sjonga, V., singen; ae. singan, st. V. (3a), singen, krähen, lesen (V.) (1), erzählen, tönen, klingen; an. syngja, syngva, st. V. (3a), singen; got. siggwan, st. V. (3,1), singen, vorlesen, rezitieren; krimgot. singhen, V., singen, vorlesen, rezitieren; nndl. zingen, V., singen; nschw. sjunga, V., singen; nnorw. synge, V., singen; gr. ὀμφή (omphḗ), F., Stimme, Rede, Wort; kymr. dehongli, V., aussagen, erklären; ksl. setu, V., er sagt; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Sprache des Menschen mögliches mit der Stimme ein Lied oder eine Melodie hervorbringen; BM.: sprechen; F.: singen, singe, singst, singt, singest, singet, sang, sangst, sangen, sangt, sänge, sängest, sängen, sänget, gesungen, ##gesungen, gesungene, gesungenes, gesungenem, gesungenen, gesungener##, singend, ###singend, singende, singendes, singendem, singenden, singender###, sing (!)+EW; Z.: sing-en
$Singer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Singer, Singender; Vw.: s. Minne-; E.: s. sing(en), s. er (Suff.); L.: DW 16, 1090, EWD s. u. singen; GB.: (singære) seit 1210 belegte und aus sing(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Singenden (Sänger); F.: Singer, Singers, Singern+EW; Z.: Sing-er
Single, nhd., M., F., N., (20. Jh.): nhd. Single, Alleinstehende, Schallplatte, Einzelspiel; ne. single (N.); Vw.: -; Hw.: s. Singular, singulär; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. single; E.: s. ne. single, Adj., einzeln, einfach; lat. singulāris (1), Adj., zum Einzelnen gehörig, einzeln, vereinzelt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. singulus, Adj., einzeln, einzig, ein einziger, einer allein; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Single, Duden s. u. Single; Son.: vgl. nndl. single, Sb., Single; frz. single, M., Single; nschw. singel, Sb., Single; nnorw. singel, M., Singel; poln. singiel, M., Singel; kymr. record sengl, F., Single; nir. ticéad Singil, M., Single; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen – abgesehen von den für die Zeugung und die Geburt notwendigen Eltern - nicht in einer familiären Beziehung lebenden Menschen bzw. für eine kleine Schallplatte mit nur je einem Lied auf der Vorderseite und der Rückseite oder für ein Einzelspiel beispielsweise in dem Tennisspiel in Gegensatz zu einem Doppel; BM.: eins; F.: Single, Singles+FW; Z.: Sin-gl-e
Singrün, Sinngrün, nhd. (ält.), N., (11. Jh.): nhd. Singrün, Sinngrün, Immergrün; ne. evergreen (N.), houseleek?; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); I.: Lüt. lat. simperviva; E.: mhd. singrüene, st. N., Immergrün; mnd. singrȫne, singrone, syngrȫne, sincgrȫne, N., „Singrün“, Immergrün; mnl. sindegroen, N., Immergrün; ahd. singruona, st. F. (ō), Immergrün, Dachhauswurz?; as. singrōna, F., Immergrün; germ. *sim-, Adj., immer, dauernd; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.): ahd. gruoni, Adj., grün, grünlich, grünbewachsen, frisch, neu; as. grōni, Adj., grün; germ. *grōni-, *grōniz, *grōnja-, *grōnjaz, Adj., grün; vgl. idg. (*gʰrē-), *gʰrō-, *gʰrə-, *gʰreh₁-, V., wachsen (V.) (1), grünen, Pokorny 454 (666/82) (RB. idg. aus germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Singrün, Kluge s. u. Singrün, DW 16, 1178 (Sinngrün), EWAhd 7, 1253, Duden s. u. Singrün; GB.: (singruona) seit 11. Jh. belegte und wohl nach lat. semperviva gebildete Bezeichnung für eine in mehreren Arten vorkommende und als Kraut oder Halbstrauch schon vormenschlich wachsende Pflanze mit gegenständigen lederartigen Blättern und einzelnen blauen oder roten oder weißen Blüten; BM.: eins, wachsen (V.) (1); F.: Singrün, Singrüns, Singrüne, Singrünen+EW; Z.: Sin-grü-n
$Singsang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Singsang; E.: s. sing(en), s. Sang; L.: DW 16, 1094, EWD s. u. singen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sing(en) und Sang gebildete eher abwertende Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches einfaches Singen; F.: Singsang, Singsangs+EW; Z.: Sing—sang
$Singspiel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Singspiel; E.: sing(en), s. Spiel; L.: DW 16, 1094, EWD s. u. singen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sing(en) und Spiel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Schauspiel mit gesanglichen Einlagen (später Musical); F.: Singspiel, Singspiels, Singspieles, Singspiele, Singspielen+EW; Z.: Sing—spiel
Singular, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Singular, Einzahl; ne. singular (N.); Vw.: -; Hw.: s. singulär, Single; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. (numerus) singulāris; E.: s. lat. (numerus) singulāris, M., Singular; lat. singulāris (1), Adj., zum Einzelnen gehörig, einzeln, vereinzelt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. singulus, Adj., einzeln, einzig, ein einziger, einer allein; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Singular, EWD s. u. Singular, fehlt DW, Duden s. u. Singular; Son.: vgl. singularis, Sb., Singular; frz. singulier, M., Singular; nschw. singular, Sb., Singular; nnorw. singular, M., Singular; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Numerus der einzelnen Person oder Sache in Gegensatz zu dem Plural für mehrere Personen oder Sachen oder auch den Dual für zwei Personen oder Sachen; BM.: eins; F.: Singular, Singulars, Singulares, Singulare, Singularen+FW(+EW?); Z.: Sin-gul-ar
singulär, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. singulär, allein vorkommend, einzigartig; ne. singular, unique; Vw.: -; Hw.: s. Singular, Single; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. singulier; E.: s. frz. singulier, Adj., singulär; lat. singulāris (1), Adj., zum Einzelnen gehörig, einzeln, vereinzelt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. singulus, Adj., einzeln, einzig, ein einziger, einer allein; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Singular, fehlt DW; Son.: vgl. nschw. singular, Adj., singulär; nnorw. singulær, Adj., singulär; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allein vorkommend oder einzigartig in Gegensatz zu häufig oder gewöhnlich; BM.: eins; F.: singulär, singuläre, singuläres, singulärem, singulären, singulärer+FW(+EW?); Z.: sin-gul-är
sinister, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. sinister, link(e), dunkel, düster, zwielichtig; ne. sinister; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. sinister; E.: s. lat. sinister, Adj., linke, zur linken Seite gehörig, linkisch, verkehrt, unglücklich, widerwärtig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. sinister; Son.: vgl. nndl. sinister, Adj., sinister; frz. sinistre, Adj., sinister; nschw. sinister, Adj., sinister; kymr. sinistr, Adj., sinister; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches (linke oder) dunkel oder zwielichtig; BM.: streben; F.: sinister, sinistere, sinisteres, sinisterem, sinisteren, sinisterer(, sinisterere, sinistereres, sinistererem, sinistereren, sinistererer, sinisterst, sinisterste, sinisterstes, sinisterstem, sinistersten, sinisterster)+FW; Z.: sin-ist-er
sinken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. sinken, nach unten gleiten; ne. sink (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sinken, st. V., sinken, fallen, sinken auf, vordringen in, versinken, sich senken in, sich versenken in, herabfallen, zufallen (V.) (1); mnd. sinken, singken, st. V., sinken, untergehen, sozial und moralisch sinken, in Armut geraten (V.), in Schande geraten (V.), versinken, schwinden, nachlassen; mnl. sinken, st. V., sinken, sich senken, untergehen, abnehmen; ahd. sinkan, sincan*, st. V. (3a), sinken, sich niederlassen, versinken; as. sinkan, st. V. (3a), sinken; anfrk. -; germ. *senkwan, *sinkwan, st. V., sinken; idg. sengᵘ̯-?, V., fallen, sinken, Pokorny 906 (1576/48) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. sinken, Kluge s. u. sinken, DW 16, 1097, EWD s. u. sinken, Falk/Torp 428, EWAhd 7, 1255, Duden s. u. sinken, Bluhme s. u. sinken; Son.: vgl. afries. sinka, st. V. (3a), sinken; ae. sincan, st. V. (3a), sinken, versinken, abführen; an. søkkva (1), st. V. (3a), sinken; got. sigqan, st. V. (3,1), sinken; nndl. zinken, V., sinken; nschw. sjunka, V., sinken; nnorw. synke, V., sinken; ? arm. ankanim, Adj., ich falle; ? gr. ἑάφθη (heáphthē), V. (3. Pers. Sg. Imp.), sank, fiel; ? lit. sèkti, V., sich senken, fallen, versiegen; GB.: (sinkan) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich auf Grund der Anziehungskraft der Masse langsam senkrecht nach unten gleiten; BM.: fallen; F.: sinken, sinke, sinkst, sinkt, sinkest, sinket, sank, sankst, sanken, sankt (!), sänke (!), sänkest, sänken, sänket, gesunken, ##gesunken, gesunkene, gesunkenes, gesunkenem, gesunkenen, gesunkener##, sinkend, ###sinkend, sinkende, sinkendes, sinkendem, sinkenden, sinkender###, sink (!)+EW; Z.: sink-en
Sinn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sinn, Geist, Wahrnehmung, Empfindung, Gesinnung; ne. sense (N.); Vw.: -; Hw.: s. sinnen, sinnieren; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sin, st. M., Sinn, Sinnlichkeit; mnd. sin (1), M., N., Sinn, Fähigkeit geistiger Betätigung, Fähigkeit der sinnlichen Wahrnehmung, denkender Geist, geistige Klarheit, intellektuelles Vermögen, Verstand; mnl. sin, M., Sinn, Richtung, Verstand, Denkvermögen; ahd. sin (1), st. M. (a), Sinn, Verstand, Vernunft, Geist, Gemüt, Gedanke, Einsicht, Erkenntnisart, Bedeutung, Verlangen, Herz, Besinnung, Absicht; as. -; anfrk. -; germ. *senna-, *sennaz, *senþna-, *senþnaz, st. M. (a), Sinn; vgl. idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sinn, Kluge s. u. Sinn, DW 16, 1103, EWD s. u. Sinn, Falk/Torp 430, Seebold 395, EWAhd 7, 1227, Duden s. u. Sinn, Bluhme s. u. Sinn; Son.: vgl. afries. sinn, sin (2), st. M. (a), Sinn, Bewusstsein, Verstand; nfries. sin; ae. -; an. -; got. -; nnorw. sinn, N., Gesinnung (dt. Lw.); lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden, wahrnehmen; air. sét, Sb., Weg; kymr. hynt, F., Weg; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung von Lebewesen mögliche Fähigkeit der Wahrnehmung und Empfindung eines Lebewesens wie Sehen oder Hören oder Riechen oder Schmecken oder Fühlen; BM.: gehen bzw. wahrnehmen; F.: Sinn, Sinnes, Sinns, Sinne, Sinnen (!)+EW; Z.: Sinn
Sinnbild, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sinnbild, Bildsymbol; ne. allegory, symbol; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Sinn, Bild; L.: Kluge s. u. Sinnbild, DW 16, 1153, EWD s. u. Sinn, Duden s. u. Sinnbild; Son.: verwendet als Ersatzwort für gr. ἔμβλημα (émblēma) und lat. symbolum; vgl. nndl. zinne-beeld, Sb., Sinnbild; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sinn und Bild gebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach dem Vorbild des Lateinischen und Griechischen als Bild (Bildsymbol) für einen abstrakten Sachverhalt verwendete Gegebenheit wie beispielsweise ein Herz für Zuneigung oder ein Kreuz für den Tod oder eine Taube für Frieden; BM.: wahrnehmen; F.: Sinnbild, Sinnbildes, Sinnbilds, Sinnbilder, Sinnbildern+EW; Z.: Sinn-bild
sinnen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. sinnen, denken, seine Gedanken worauf richten, nachdenken, fest nachdenken; ne. brood (V.), contemplate; Vw.: -; Hw.: s. Sinn, sinnieren; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. sinnen (1), st. V., sinnen, denken nach, mit Sinn begaben, sich zum Sinne gestalten, merken, mit den Sinnen wahrnehmen, verstehen, seine Gedanken richten auf, streben; mhd. sinnen (3), sw. V., sinnen; mnd. sinnen, st. V., sw. V., „sinnen“, erstreben, ersinnen, erbitten, ersuchen, begehren, verlangen, fordern, ansinnen, Forderung stellen; mnd. sinnen, st. V., sw. V., „sinnen“, erstreben, ersinnen, erbitten, ersuchen, begehren, verlangen, fordern; mnl. sinnen, st. V., versuchen, verlangen, erstreben, denken, nachsinnen; ahd. sinnan*, st. V. (3a), sinnen, streben, verlangen, gehen; as. *sinnan?, st. F. (3a); anfrk. -; germ. *senþnan, st. V., gehen, fahren; idg. *sent-, V., gehen, empfinden, wahrnehmen, Pokorny 908 (1581/53) (RB. idg. aus iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sinnen, DW 16, 1156, EWD s. u. sinnen, Falk/Torp 430, Seebold 394, EWAhd 7, 1258, Duden s. u. sinnen; Son.: vgl. afries. sinna?, st. V.?, gehen?; nfries. sinnen; ae. sinnan (1), st. V. (3a), sinnen, nachdenken, sorgen um, wandeln, beachten; ae. sīþian, sw. V. (2), gehen, weggehen, reisen, wandern; an. sinna (2), sw. V., sich kümmern um, achten auf; got. -; nschw. sinna, V., sinnieren; av. hant-, V., gelangen, gelangen lassen; lat. sentīre, V., fühlen, denken, empfinden; kymr. hynt, F., Weg; air. sēt, Sb., Weg; lit. siųsti, V., senden, schicken; lit. sintėti, sich entschließen, denken; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische mit abweichender Bedeutung verbindbare Bezeichnung über etwas fest nachdenken; BM.: gehen bzw. wahrnehmen; F.: sinnen (!), sinne (!), sinnst, sinnt, sinnest, sinnet, sann (!), sannst, sannen, sänne, sännest, sännst, sännen, sännet, sännt (!), sönne (!), sönnest, sönnst, sännen, sönnet, sönnt, gesonnen, ##gesonnen, gesonnene, gesonnenes, gesonnenem, gesonnenen, gesonnener##, sinnend, ###sinnend, sinnende, sinnendes, sinnendem, sinnenden, sinnender###, sinn (!)+EW; Z.: sinn-en
$Sinnen, nhd., N., (!): nhd. Sinnen (N.), Denken; Vw.: s. An-; E.: s. sinnen; L.: DW 16, 1177; GB.: seit (?) belegte und aus sinnen gebildete Bezeichnung für Denken; F.: Sinnen, Sinnens+EW; Z.: Sinn-en
$Sinngedicht, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sinngedicht; L.: Kluge s. u. Sinngedicht, DW 16, 1177, EWD s. u. Sinn; GB.: seit Mitte 17. Jh. für Epigramm aus Sinn und Gedicht gebildete Bezeichnung für ein kurzes Gedicht zu einem Gedanken wie beispielsweise Friedrich von Logaus wie willst du weiße Lilien zu roten Rosen machen, küss eine weiße Galathee sie wird errötend lachen; F.: Sinngedicht, Sinngedichts, Sinngedichtes, Sinngedichte, Sinngedichten+EW; Z.: Sinn-ge-di-ch-t
sinnieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sinnieren, gründlich nachdenken, grübeln; ne. ponder; Vw.: -; Hw.: s. Sinn, sinnen; Q.: 19. Jh.; E.: Erweiterung von sinnen (s. d.); L.: Kluge s. u. sinnieren, DW 16, 1179, EWD s. u. sinnen, Duden s. u. sinnieren; Son.: vgl. nschw. sinna, V., sinnieren; GB.: seit 19. Jh. aus sinnen durch einfügen von ier zwischen sinn und en gebildete Bezeichnung für über etwas gründlich nachdenken oder grübeln; BM.: gehen bzw. wahrnehmen; F.: sinnieren, sinniere, sinnierst, sinniert, sinnierest, sinnieret, sinnierte, sinniertest, sinnierten, sinniertet, ##sinniert, sinnierte, sinniertes, sinniertem, sinnierten, sinnierter##, sinnierend, ###sinnierend, sinnierende, sinnierendes, sinnierendem, sinnierenden, sinnierender###, sinnier (!)+FW+EW?; Z.: sinn-ier-en
$sinnig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sinnig, Sinn treffend; Vw.: s. blöd-, eigen-, größenwahn-, irr-, leicht-, schwach-, stumpf-, tief-, trüb-, un-, wahn-; E.: s. Sinn, a. ig: L.: Kluge s. u. Sinn, DW 16, 1179, EWD s. u. Sinn; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Sinn und ig gebildete Bezeichnung für Sinn betreffend; F.: sinnig, sinnige, sinniges, sinnigem, sinnigen, sinniger(, sinnigere, sinnigeres, sinnigerem, sinnigeren, sinnigerer, sinnigst, sinnigste, sinnigstes, sinnigstem, sinnigsten, sinnigster)+EW; Z.: sinn-ig
$sinnlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. sinnlich, durch die Sinne empfindbar; Vw.: s. be-, über-; L.: Kluge s. u. Sinn, DW 16, 1179, EWD s. u. Sinn; GB.: (sinneliche) seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. sensibiliter gebildete Bezeichnung für durch die Sinne empfindbar; F.: sinnlich, sinnliche, sinnliches, sinnlichem, sinnlichen, sinnlicher(, sinnlichere, sinnlicheres, sinnlicherem, sinnlicheren, sinnlicherer, sinnlichst, sinnlichste, sinnlichstes, sinnlichstem, sinnlichsten, sinnlichster)+EW; Z.: sinn-lich
$Sinnlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sinnlichkeit, Sinnenhaftigkeit; E.: s. sinnlich, s. heit, s. keit; L.: DW 16, 1190, EWD s. u. Sinn; GB.: (sinnelicheit) vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. sensualitas aus sinnlich und keit gebildete Bezeichnung für Sinnenhaftigkeit; F.: Sinnlichkeit, Sinnlichkeiten+EW; Z.: Sinn—lich—kei-t
$sinnlos, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sinnlos, wahnsinnig, unsinnig, witzlos, dumm; E.: s. Sinn, s. los; L.: DW 16, 1190, EWD s. u. Sinn; GB.: um 1000 belegte und vielleicht nach lat. demens oder insensibilis aus Sinn und los gebildete Bezeichnung für wahnsinnig oder unsinnig oder witzlos oder dumm; F.: sinnlos, sinnlose, sinnloses, sinnlosem, sinnlosen, sinnloser(, sinnlosere, sinnloseres, sinnloserem, sinnloseren, sinnloserer, sinnlosest, sinnloseste, sinnlosestes, sinnlosestem, sinnlosesten, sinnlosester)+EW; Z.: sinn—lo-s
$sinnreich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sinnreich, sinnvoll, an Sinnen reich, verständig; E.: s. Sinn, s. reich; L.: EWD s. u. Sinn, DW 16, 1198; GB.: (sinnerīche) (1170-1190) belegte und vielleicht nach lat. ingeniosus oder sensatus aus Sinn und reich gebildete Bezeichnung an Sinnen reich oder verständig; F.: sinnreich, sinnreiche, sinnreiches, sinnreichem, sinnreichen, sinnreicher(, sinnreichere, sinnreicheres, sinnreicherem, sinnreicheren, sinnreicherer, sinnreichst, sinnreichste, sinnreichstes, sinnreichstem, sinnreichsten, sinnreichster)+EW; Z.: sinn—reich
$Sinnung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sinnung; Vw.: s. Be-, (Ge-); E.: s. sinn(en), s. ung; L.: DW 16, 1202; GB.: (sinnunga) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus sinn(en) und ung vielleicht nach lat. praestīgia gebildete Bezeichnung für Blendwerk oder Truggestalt; F.: Sinnung, Sinnungen+EW; Z.: Sinn-ung
$sinnvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sinnvoll, sinnreich; E.: s. Sinn, s. voll; L.: DW 16, 1203, EWD s. u. Sinn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sinn und voll gebildete Bezeichnung für voll Sinn oder sinnreich; F.: sinnvoll, sinnvolle, sinnvolles, sinnvollem, sinnvollen, sinnvoller(, sinnvollere, sinnvolleres, sinnvollerem, sinnvolleren, sinnvollerer, sinnvollst, sinnvollste, sinnvollstes, sinnvollstem, sinnvollsten, sinnvollster)+EW; Z.: sinn—vol-l
Sinologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sinologie, Chinawissenschaft, Chinakunde; ne. sinology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. Sinae, gr. Σιναι (Sina), arab. Sin, wohl von chin. Qin, einer alten chinesischen Dynastie; gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Duden s. u. Sinologie; Son.: vgl. nndl. sinologie, Sb., Sinologie; frz. sinologie, F., Sinologie; nschw. sinologi, Sb., Sinologie; nnorw. sinologi, M., Sinologie; kymr. sinoleg, F., Sinologie; nir. sínealaíocht, F., Sinologie; poln. sinologia, F., Sinologie; lit. sinologija, F., Sinologie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Chinesischen gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die wissenschaftliche Erforschung Chinas oder die Chinawissenschaft oder Chinakunde; BM.: ON, sammeln; F.: Sinologie+FW; Z.: Sin-o—log-ie
sint, nhd. (ält.), Präp., Konj., (9./10. Jh.): nhd. sint, seit, da; ne. since; Vw.: s. -emal; Hw.: s. seit; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. sint, Präp., seit; mhd. sint (2), Konj., seit, seitdem, nachdem, nachher, darauf, später, da, weil, wenn; mnd. sint (2), sunt, sent, sünt, sin, Präp., seit; mnd. sint (3), sunt, sent, sünt, sin, Konj., seit, seitdem, da, weil; ahd. sint, Präp., seit; ahd. sīd, Präp., Adv., Konj., seit, seitdem, nach, nachdem, weil, von da an, hernach, später; as. sīth (2), Adv., später, nachher, seitdem, wann; germ. *seiþi-, *seiþiz, *sīþi-, *sīþiz, Adv., später; s. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen, Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 16, 1204; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Angabe des Zeitpunkts zu dem ein noch anhaltender Zustand oder Vorgang begonnen hat (seit, da); BM.: senden; F.: sint+EW; Z.: si-n-t
sintemal, nhd. (ält.), Konj., (14. Jh.): nhd. sintemal, weil; ne. since; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. sint dem māle, Adv., seit dieser Zeit; s. nhd. seit, Mal (1); L.: Kluge 1. A. s. u. sintemal, Kluge s. u. sintemal, DW 16, 1211, Duden s. u. sintemal; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus sint dem māle durch Zusammenrückung gebildete Konjunktion (Verbindungswort) für die Einleitung einer Erklärung (weil); BM.: seit dieser Zeit; F.: sintemal+EW; Z.: si-n-t-e—ma-l
Sinter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sinter, Tropfstein, Schlacke, Hammerschlag; ne. sinter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sindære*, sinder, sinter, st. M., st. N., Sinter, Hammerschlag, Metallschlacke, Schlacke, Sündenkruste; mnd. sinder, sindel, sintel, sinter, Sb., „Sinter, Hammerschlag, Metallschlacke, Rückstand von Verbranntem; mnd. sünder (1), M., Sinter“, Eisenrost (M.) (1); mnl. sinder, sindel, M., Sinter, Schlacke, ausgebranntes Stück Kohle; ahd. sintar, st. M. (a?), Sinter, Schlacke, Metallschlacke; as. sinder, st. M. (a?), Sinter, Schlacke; anfrk. sindar, M., N.?, Metallschlacke; germ. *sendra-, *sendraz, st. M. (a), Sinter, Metallschlacke; idg. *sendʰro-?, Sb., *sendʰrā?, F., Flüssigkeit, Schlacke, Sinter, Pokorny 906 (1575/47) (RB. idg. aus germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sinter, Kluge s. u. SinterDW 16, 1215, EWD s. u. Sinter, Falk/Torp 431, EWAhd 7, 1265, Duden s. u. Sinter, Bluhme s. u. Sinter; Son.: vgl. afries. -; ae. sinder, st. N. (a), Sinter, Schlacke, Abfall von Metall, Hammerschlag; an. sindr, st. N. (a), Sinter, Schlacke, glühender Eisenfunke; got. -; nschw. sinder, Sb., Sinter; nnorw. sinder, N., Sinter; kymr. sinter, sintr, M., Sinter; nir. sintéar, M., Sinter; ksl. sędra, F., Tropfstein, gerinnendes Blut; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und vielleicht das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein meist durch Ablagerung aus fließendem Wasser entstandenes poröses Gestein (Tropfstein) oder für eine bei Schmieden abfallende Metallschlacke; BM.: Flüssigkeit; F.: Sinter, Sinters, Sintern+EW; Z.: Sint-er
$sintern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. sintern, sich als Sinter absondern; E.: s. Sinter, s. (e)n (Suff.); L.: EWD s. u. Sinter, DW 16, 1217; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Sinter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich als Sinter absondern oder aussondern; F.: sintern, sintere, sinter (!), sinterst, sintert, sinterte, sintertest, sinterten, sintertet, gesintert, ##gesintert, gesinterte, gesintertes, gesintertem, gesinterten, gesinterter##, sinternd, ###sinternd, sinterndes, sinterndem, sinternden, sinternder###, sinter (!)+EW; Z.: sint-er-n
Sintflut, Sündflut, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sintflut, große Flut; ne. deluge, Flood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. sintfluot, sinvluot, st. F., Sintflut; mnd. sintvlōt, sentvlōt, syntvlōt, sindtvlōt, syndtvlōt, M., F., Sintflut, große, Flut, Überschwemmung; ahd. sinfluot, sintfluot, st. F. (i), Sintflut, Flut, Wasserflut, Überschwemmung; vgl. germ. *sim-, Adj., immer, dauernd; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. fluot, st. F. (i), Flut, Strömung, Sturzbach; germ. *flōdi, *flōdiz, st. F. (i), Flut; s. germ. *flōdu-, *flōduz, st. M. (u), N., Flut; idg. *pluti-, Sb., Überfließen, Pokorny 836; s. idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835 (1442/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sintflut, EWD s. u. Sintflut, DW 16, 1218, 20, 116, EWAhd 7, 1246, Duden s. u. Sintflut, Bluhme s. u. Sintflut; Son.: vgl. nndl. zondvloed, Sb., Sintflut; nschw. syndaflod, Sb., Sintflut; nnorw. syndflod, M., F., Sintflut; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus sin und Flut gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine große Flut oder eine von Menschen wegen der Größe schwer vergessliche Überschwemmung; BM.: eins, fließen; F.: Sintflut, Sintfluten+EW; Z.: Sin-t—flu-t
Sinus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sinus, eine Winkelfunktion; ne. sinus, sine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. lat. sinus, M., bauchige Krümmung, Rundung, Bausch, Falte, Bogen, Bucht, Geldtasche, (190-159 v. Chr.), (Lüs. arab. ǧaib); weitere Herkunft unklar; L.: fehlt Kluge 1. A., Kluge s. u. Sinus, Duden s. u. Sinus; Son.: vgl. nndl. sinus, Sb., Sinus; frz. sinus, M., Sinus; nschw. sinus, Sb., Sinus; nnorw. sinus, M., Sinus; poln. sinus, M., Sinus; kymr. sinws, M., Sinus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und sachlich mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für eine für die von den Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Trigonometrie sehr wichtige Winkelfunktion (der insgesamt drei elementaren Winkelfunktionen Sinus und Cosinus und Tangens des rechtwinkeligen Dreiecks); BM.: Krümmung; F.: Sinus, Sinusse+FW; Z.: Sin-us
Siphon, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Siphon, ständig in einer unteren Biegung mit Wasser gefülltes gekrümmtes Rohr; ne. siphon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sīpho; E.: s. lat. sīpho, M., Spritze, Röhre Weinheber; gr. σίφων (síphōn), M., Abzugsröhre, Weinheber, Feuerspritze; semit. Herkunft?, vgl. hebr. sāfūn, Sb., Schatz; oder von idg. *tu̯ībʰ-?, Adj., hohl, röhrenartig, Pokorny 1102?; L.: Duden s. u. Siphon, fehlt Kluge 1. A., fehlt DW, EWD s. u. Siphon, Duden s. u. Siphon; Son.: vgl. nndl. sifon, Sb., Siphon; frz. siphon, M., Siphon; nschw. sifon, Sb., Siphon; nnorw. sifong, M., Siphon; poln. syfon, M., Siphon; kymr. seiffon, M., Siphon; nir. siofón, M., Siphon; lit. sifonas, M., Siphon; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie vielleicht dem Semitischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes gegen Gerüche von Abwasser ständig in einer unteren Biegung mit Wasser gefülltes gekrümmtes Rohr und ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu der Erzeugung als ansprechend angesehener kohlensäurehaltiger Getränke; BM.: Schatz bzw. hohl?; F.: Siphon, Siphons, Siphone, Siphonen+FW; Z.: Siphon
Sippe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sippe, Friede, Bündnis, Verwandtschaft; ne. kin, tribe, clan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. sippe, st. F., Blutsverwandtschaft, Verwandtschaftsgrad; mnd. sibbe (2), F., Blutsverwandtschaft, Sippe, Verwandtschaftsgrad; mnl. sibbe, F., Sippe, Familie, Verwandtschaft; ahd. sippa, sibba, st. F. (jō), Friede, Verwandtschaft, Sippe, Bündnis, Blutsverwandtschaft; as. sibbia*, st. F. (jō), Sippe; anfrk. -; germ. *sebjō, st. F. (ō), Sippe, Verwandtschaft; s. idg. *su̯ebʰo-, *su̯ebʰ-, *sebʰo-, *sebʰ-, *su̯obʰo-, Adj., eigen, eigenartig, Pokorny 883; vgl. idg. se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sippe, Kluge s. u. Sippe, DW 16, 1223, EWD s. u. Sippe, Falk/Torp 432, Heidermanns 472, EWAhd 7, 1166, Duden s. u. Sippe, Bluhme s. u. Sippe; Son.: vgl. afries. sibbe (2), st. F. (jō), Sippe, Verwandtschaft, Sippeband; ae. sibb (1), sib, st. F. (jō), Verwandtschaft, Sippe, Liebe, Freundschaft, Friede, Glück; an. sifjar, F. Pl., Sippe, Verwandtschaft, Schwangerschaft; got. sibja, st. F. (jō), Sippenverhältnis, Verwandtschaft, Sippe; nndl. sibbe, F., Verwandtschaft; ne. gossip, F., Gevatterin; nisl. sifjar, Pl., Verwandte (Pl.); apreuß. subs, Adj., eigen, selbst; russ. особа (osóba), F., Person; ksl. sobi, Sb., Eigenart, Charakter; GB.: (sippa) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch bestimmte Gegebenheiten und Bräuche verbundene und oft eine Vielzahl von Familien umfassende Gruppe von sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen vor allem durch Abstammung mit einander verwandten Menschen; BM.: für sich; F.: Sippe, Sippen+EW; Z.: Si-p-p-e
$Sippschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sippschaft; E.: s. Sippe, s. schaft; L.: Kluge 1. A. s. u. Sippe, DW 16, 1228, EWD s. u. Sippe; GB.: (sippeschaft) seit 1220-1250 belegte und aus Sipp(e) und schaft gebildete Bezeichnung für Verwandtschaft oder Blutsverwandtschaft oder auch Gemeinschaft; F.: Sippschaft, Sippschaften+EW; Z.: Si-p-p-schaf-t
Sire, Sir, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sire, Sir, Herr, Gentleman, ehrwürdiger Mann; ne. sir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: (sire) aus afrz. sir, M., Sir, Herr; lat. senior, M., F., Älterer, Ältere (F.), Greis, Greisin, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. senex, Adj., alt, bejahrt; idg. *seno-, *sen-, Adj., alt, Pokorny 907 (1580/52) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 16, 1230, Duden s. u. Sir; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Englischen und dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Anrede eines ursprünglich dem niederen Adel angehörenden Herrn; BM.: alt; F.: Sire, Sir, Sirs+FW; Z.: Si-r
Sirene, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Sirene, schöne und verführerische Frau, später ein Alarmgerät; ne. siren; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. lat. sīren; E.: s. mhd. sirēne, syrēne, st. F., sw. F., Sirene, Wassergeist, Schlange; mnd. sirēne, M., Sirene, ein fabelhaftes Seeungeheuer; frz. sirène, F., Sirene; lat. sīren, sīrēna, F., Sirene, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); gr. Σειρήν (Sīrḗn), F., Sirene; Herkunft unklar, vielleicht von idg. *tu̯er- (2), *tur-, *tu̯erə-, V., fassen, einfassen, einzäunen, Pokorny 1101? (1914/91) (RB. idg. aus gr., kelt.?, balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sirene, EWD s. u. Sirene, DW 16, 1231, Duden s. u. Sirene; Son.: vgl. nndl. sirene, Sb. Sirene; frz. sirène, F., Sirene; nschw. siren, Sb., Sirene; nnorw. sirene, M., F., Sirene; poln. syrena, F., Sirene; kymr. seiren, F., Sirene; nir. síréana, F., Sirene; lit. sirena, F., Sirene; GB.: (sirēne) seit 1120/1130 belegte und vielleicht aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft geklärte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche schöne und für Seefahrer verführerische Frau sowie später ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Alarmgerät; BM.: fassen; F.: Sirene, Sirenen+FW; Z.: Sir-en-e
sirren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. sirren, hell tönen; ne. buzz (V.); Vw.: -; Hw.: s. surren; Q.: 20. Jh.; E.: Schallwort; L.: Kluge s. u. sirren, fehlt DW, Duden s. u. sirren; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend als Schallwort gebildete Bezeichnung für hell tönen; BM.: lautmalend; F.: sirren, sirre (!), sirrst, sirrt, sirrest, sirret, sirrte, sirrtest, sirrten, sirrtet, gesirrt, gesirrte, ##gesirrte, gesirrtes, gesirrtem, gesirrten, gesirrter##, sirrend, ###sirrend, sirrende, sirrendes, sirrendem, sirrenden, sirrender###, sirr (!)+EW; Z.: sirr-en
Sirtaki, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sirtaki, ein griechischer Tanz; ne. sirtaki; Vw.: -; Hw.: -; I.: Lw. gr. συρτάκι (syrtáki); E.: s. gr. συρτάκι (syrtáki), M., Sirtaki; der Name und der Tanz wurden 1964 für den Film Alexis Sorbas erfunden und leiten sich als kleiner Syrtos von dem Volkstanz Syrtos ab, von ngr. συρτóς χορóς (syrtós chorós), M., schleppender Tanz; vgl. gr. σύρτης (sýrtēs), M., Zugseil; idg. *su̯erbʰ-, V., drehen, wischen, fegen, Pokorny 1050? (1818/290) (RB. idg. aus gr.?, kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Duden s. u. Sirtaki; Son.: vgl. nndl. sirtaki, Sb., Sirtaki; frz. sirtaki, M., Sirtaki; nnorw. sirtaki, M., Sirtaki; poln. sirtaki, M., Sirtaki; GB.: seit 1964 belegte und aus dem Griechischen aufgenommene sowie mit gr. syrtós schleppend und gr. sýrtēs Zugseil sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Männern getanzten griechischen Volkstanz; BM.: kleiner gezogener Tanz; F.: Sirtaki, Sirtakis+FW; Z.: Sirt-ak-i
Sirup, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sirup, süßer Saft, dickflüssige Zuckerlösung, eine trinkbare Flüssigkeit; ne. syrup; Vw.: -; Hw.: s. Sorbet; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. sirop, syrop, sirup, syrup, sirope, st. M., sw. M., Sirup, süßer Saft; mnd. sirop, syrop, cyrop, czyrop, sirup, sirōp, M., Sirup, dickflüssige Zuckerlösung, ein Medizintrank; mnl. sirop, syrop, cyrop, czyrop, sirup, sirōp, M., Sirup, dickflüssige Zuckerlösung, ein Medizintrank; afrz. sirop, M., Sirup; mlat. siropus, M., Sirup, dickflüssiger Heiltrank; arab. sarāb, Sb., Trank; vgl. arab. sariba, V., trinken; L.: Kluge s. u. Sirup, DW 16, 1236, EWD s. u. Sirup, Duden s. u. Sirup; Son.: vgl. nndl. siroop, Sb., Sirup; frz. sirop, M., Sirup; nschw. sirap, Sb., Sirup; nnorw. sirup, M., Sirup; poln. syrop, M., Sirup; kymr. surop, M., Sirup; nir. síoróip, F., Sirup; lit. sirupas, M., Sirup; GB.: (sirop) seit 12. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie dem Mittellateinischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine bei der Herstellung von Zucker entstehende dickflüssige braune und viel Zucker enthaltende Masse oder trinkbare Flüssigkeit; BM.: trinken; F.: Sirup, Sirups, Sirupe, Sirupen+FW(+EW?); Z.: Sirup
Sisal, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sisal, Sisalfaser; ne. sisal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: von dem ON Sisal (Ort in Mexiko); L.: Kluge s. u. Sisal, fehlt DW, Duden s. u. Sisal; Son.: vgl. nndl. sisalhennep, Sb., Sisal; frz. sisal, M., Sisal; nschw. sisalhampa, Sb., Sisal; nnorw. sisal, M., Sisal; poln. sizal, M., Sisal; kymr. sisal, M., Sisal; nir. siosal, M., Sisal; lit. sizalis, M., Sisal; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach dem ON Sisal in Yucatán in Mexiko als dem Ausfuhrort gebildete Bezeichnung für von Menschen erst seit dem 19. Jh. besonders zu einer Herstellung von Schnüren und Seilen sowie Läufern und Teppichen verwendete aus den Blättern der Sisalagave gewonnene gelblich glänzende sehr widerstandsfähige Faser; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Sisal, Sisals+FW; Z.: Sisal
...sistent, nhd., (Part. Präs.=)Suff., (18. Jh.?): nhd. ...sistent; ne. ...sistent; Vw.: s. kon-, re-; Hw.: s. ...sistenz; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...sistēns, Suff., ...sistent; vgl. lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. ...sistent, Suff., ...sistent; frz. ...sistant, Suff., ...sistent; nschw. ...sistens, Suff., ...sistent; nnorw. ...sistens, Suff., ...sistent; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven des Stehens verwendete Bezeichnung; BM.: stehen; F.: ...sistent, ...sistente, ...sistentes, ...sistentem, ...sistenten, ...sistenter(, ...sistentere, ...sistenteres, ...sistenterem, ...sistenteren, ...sistenterer, ...sistentest, ...sistenteste, ...sistentestes, ...sistentestem, ...sistentesten, ...sistentester)+FW(+EW?); Z.: -si-st-ent
...sistenz, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. ...sistenz; ne. ...sistency; Vw.: s. Kon-, Re-, Sub-; Hw.: s. ...sistent; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...sistentia, Suff., ...sistenz; vgl. lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. ...sistentie, Suff., ...sistenz; frz. ...sistance, Suff., ...sistenz; nschw. ...sistens, Suff., ...sistenz; nnorw. ...sistens, Suff., ...sistenz; poln. ...systencja, Suff., ...sistenz; lit. ...sistencija, Suff., ...sistenz; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Stehens verwendete Bezeichnung; BM.: stehen; F.: ...sistenz, ...sistenzen+FW; Z.: -si-st-enz
sistieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sistieren, einstellen, unterbrechen; ne. adjourn; Vw.: s. as-, in-, per-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sistere; E.: s. lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen, (um 250-184 v. Chr.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 16, 1238, Duden s. u. sistieren; GB.: etwas vorläufig einstellen bzw. jemanden zu einer Feststellung der Personalien zu einer Dienststelle bringen; BM.: stehen; F.: sistieren, sistiere, sistierst, sistiert, sistierest, sistieret, sistierte, sistiertest, sistierten, sistiertet, ##sistiert, sistierte, sistiertes, sistiertem, sistierten, sistierter##, sistierend, ##sistierend, sistierende, sistierendes, sistierendem, sistierenden, sistierender###, sistier (!)+FW; Z.: si-st-ier-en
Sisyphusarbeit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sisyphusarbeit, endlose sinnlose Arbeit; ne. Sisyphean task; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet von dem PN Sisyphus; s. lat. Sīsyphus, Sīsyphos, M.=PN, Sisyphos; gr. Σίσυφος (Sísyphos), M.=PN, Sisyphos; wohl Fremdwort; für die Herkunft des Grundworts s. nhd. Arbeit; L.: Kluge s. u. Sisyphusarbeit, fehlt DW, Duden s. u. Sisyphusarbeit; Son.: vgl. nndl. susyfusarbeid, Sb., Sisyphyusarbeid; frz. travail de Sisyphe, M., Sisyphyusarbeid; nschw. sisyfusarbete, Sb., Sisyphyusarbeid; nnorw. sisyfosarbeid, N., Sisyphyusarbeid; poln. syzyfowa praca, F., Sisyphyusarbeid; GB.: seit 20. Jh. aus dem PN Sisyphus eines von Hermes für die zeitweilige Überlistung des Todes mit einer endlosen und sinnlosen Arbeit bestraften mythischen Königs von Korinth und Arbeit gebildete Bezeichnung für eine endlose und sinnlose Arbeit; BM.: PN (Sisyphus der wegen eines Frevels dazu verurteilt worden war einen Stein einen Berg hinaufzurollen obwohl er kurz vor dem Gipfel immer wieder nach unten rollt), Mühe; F.: Sisyphusarbeit, Sisyphusarbeiten+FW+EW; Z.: Sisyph-us—arb-eit
Sit-in, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Sit-in, Sitzstreik, Sitzblockade; ne. sit-in; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sit-in; E.: s. sit-in, N., Sit-in, Sitzstreik; vgl. ne. sit, V., sitzen; ae. sittan, st. V. (5), sitzen, sich setzen, bleiben, liegen; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.; vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. in, Präp., in; ae. in (1), Präp., in, an, zu, zwischen, während (Konj.); germ. *en, Präp., in; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Sit-in, fehlt DW, Duden s. u. Sit-in; Son.: vgl. nndl. sit-in, Sb., Sit-in; frz. sit-in, M., Sit-in; nschw. sit-in, Sb., Sit-in; nnorw. sit-in, Sb., Sit-in; GB.: seit etwa der 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen demonstrativen Sitzstreik bei dem durch bloßes Sitzen eine erzeugende Arbeit (anderer) verhindert (blockiert) wird; BM.: sitzen, in; F.: Sit-in, Sit-ins+FW; Z.: Si-t—in
Sitte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sitte, Brauch, Gewohnheit; ne. custom; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. site, st. M., sw. M., Volksart, Volksbrauch, Gewohnheit, Art und Weise; mnd. sēde (1), sedde, sīde, sede, M., F., Sitte, Angewohnheit, Gepflogenheit, Brauch, Gewohnheit, Mode, Herkommen; mnl. sēde, F., Sitte; ahd. situ, st. M. (u, i), Sitte, Brauch, Gewohnheit, Weise (F.) (2), Art und Weise, Verhaltensweise, Lebensweise, Lebenswandel, Sittsamkeit; as. sidu*, st. M. (u), Sitte, Brauch; anfrk. sido, st. M. (u), Sitte, Gewohnheit, Verhaltensweise; germ. *sedu-, *seduz, *sidu-, *siduz, st. M. (u), Sitte, Brauch; s. idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); oder von idg. *sēi- (3), *sē-, *səi-, *sī-, *sh₂ei-, V., Sb., binden, Strick (M.) (1), Riemen (M.) (1), Pokorny 891 (1550/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sitte, Kluge s. u. Sitte, DW 16, 1238, EWD s. u. Sitte, Falk/Torp 428, EWAhd 7, 1290, Duden s. u. Sitte, Bluhme s. u. Sitte; Son.: vgl. afries. side, st. M. (u), Sitte; nnordfries. sede, side; ae. sidu (1), seodu, siodu, st. M. (u), Sitte, Gewohnheit, Art und Weise, Sittlichkeit, gute Sitte; an. siðr, st. M. (u), Sitte, Kultgebrauch, Glaube; got. sidus, st. M. (u), Sitte, Gewohnheit; nndl. zede, Sb., Sitte; nschw. sed, Sb., Sitte; nnorw. sed, M., Sitte; ai. svadha, Sb., Eigenart; gr. ἦθος (ēthos), M., Aufenthaltsort, Gewohnheit, Denkweise, Sinnesart; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine für bestimmte Lebensbereiche einer Gemeinschaft geltende und als verbindlich betrachtete Gewohnheit die im Laufe der Zeit entwickelt und in manchen Fällen auch schriftlich aufgezeichnet wurde; BM.: für sich; F.: Sitte, Sitten+EW; Z.: Si-t-t-e
$Sittenlehre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sittenlehre; E.: s. Sitt(e), s. en (Suff.), s. Lehre; L.: DW 16, 1751, EWD s. u. Sitte; GB.: seit um die Mitte 17. Jh. belegte und aus Sitt(e) und en (Suff.) sowie Lehre für lat. ethica oder philosophia moralis gebildete und verwendete Bezeichnung für die Lehre von den (guten) Sitten; F.: Sittenlehre, Sittenlehren+EW; Z.: Si-t-t-en—lehr-e
Sittich, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sittich, Papagei; ne. parakeet, conur; Vw.: (Wellen-); Hw.: s. Papagei; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. sitich, st. M., Papagei; mnd. sīdik, M., Sittich, Papagei; mnd. sedek, sedec, seddek, seddeck, sēdik, zedyck, M., Sittich, Papagei; ahd. sitih, st. M. (a?, i?), Papagei; lat. psittacus, M., Papagei, (23/24-79 n. Chr.); gr. ψίττακος (psíttakos), M., Papagei; Lehnwort aus dem orientalischen Raum; wohl zu ai. súka-, M., Papagei; vgl. idg. *kā̆u-, *kē̆u-, *kū-, V., heulen, schreien, Pokorny 535 (821/53) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sittich, Kluge s. u. Sittich, DW 16, 1258, EWD s. u. Sittich, EWAhd 7, 1287, Duden s. u. Sittich; GB.: (sitich) seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie einer Sprache des Orients wie dem Altindischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl vor 50 Millionen Jahren entstandenen kleinen meist sehr bunt gefärbten Vogel (Papagei) mit langem keilförmigem Schwanz; BM.: schreien; F.: Sittich, Sittichs, Sittiche, Sittichen+FW; Z.: Sit-t-ich
$sittlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sittlich, sittsam, der Sitte gemäß; Vw.: s. un-; L.: Kluge s. u. Sitte, DW 16, 1266, EWD s. u. Sitte; GB.: (situlīh) seit um 790 belegte und aus Sitt(e) und lich gebildete Bezeichnung für den (guten) Sitten und dem Anstand entsprechend oder sittsam; F.: sittlich, sittliche, sittliches, sittlichem, sittlichen, sittlicher(, sittlichere, sittlicheres, sittlicherem, sittlicheren, sittlicherer, sittlichst, sittlichste, sittlichstes, sittlichstem, sittlichsten, sittlichster)+EW; Z.: si-t-t-lich
$Sittlichkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sittlichkeit, Sitte, Moral, Anstand, Schicklichkeit; E.: s. sittlich, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. Sitte, DW 16, 1271; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und nach lat. moralitas aus sittlich und keit gebildete Bezeichnung für Sitte oder Moral oder Anstand oder Schicklichkeit; F.: Sittlichkeit; Z.: Si-t-t-lich—kei-t
$sittsam, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sittsam, sittlich, den (guten) Sitten entsprechend, sittlich; ne. ethical; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); I.: Lw.-; E.: s. mnd. sēdesam, Adj., sittsam, gesittet; ahd. situsam, Adj., passend, geeignet; L.: Kluge s. u. Sitte, DW 16, 1272, EWD s. u. Sitte, EWAhd 7, 1295; GB.: seit um 765 belegte und aus Sitt(e) und sam gebildete Bezeichnung für den (guten) Sitten und dem Anstand entsprechend oder sittlich; F.: sittsam, sittsame, sittsames, sittsamem, sittsamen, sittsamer(, sittsamere, sittsameres, sittsamerem, sittsameren, sittsamerer, sittsamst, sittsamste, sittsamstes, sittsamstem, sittsamsten, sittsamster)+EW; Z.: si-t-t-sam
Situation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Situation, Lage; ne. situation; Vw.: -; Hw.: s. situieren, situiert; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. situation; E.: s. frz. situation, F., Situation, Lage; vgl. frz. situer, V., in die richtige Lage bringen; mlat. situāre, V., in die richtige Lage bringen; lat. situs, M., Lage, Stellung, Bau, bebautes Grundstück, Bezirk, (81-43 v. Chr.); lat. sinere, V., niederlassen, niederlegen, geschehen lassen, dulden, gestatten; idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Situation, DW 16, 1276, EWD s. u. Situation, Duden s. u. Situation; Son.: vgl. nndl. situatie, Sb., Situation; nschw. situation, Sb., Situation; nnorw. situasjon, M., Situation; poln. sytuacja, F., Situation; lit. situacija, F., Situation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Lage in der sich etwas oder jemand befindet; BM.: senden bzw. werfen; F.: Situation, Situationen+FW(+EW?); Z.: Si-t-u-at-io-n
situieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. situieren, einrichten, einbetten, legen; ne. situate; Vw.: -; Hw.: s. Situation, situiert; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. frz. situer; E.: s. frz. situer, V., in die richtige Lage bringen; mlat. situāre, V., in die richtige Lage bringen; lat. situs, M., Lage, Stellung, Bau, bebautes Grundstück, Bezirk, (81-43 v. Chr.); lat. sinere, V., niederlassen, niederlegen, geschehen lassen, dulden, gestatten; idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Situation, Duden s. u. situeren; Son.: vgl. nndl. situeren, V., situieren; nschw. situera, V., situieren; poln. sytuować, V., situieren; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für an einem bestimmten Ort einrichten oder in einen Zusammenhang stellen oder legen; BM.: senden bzw. werfen; F.: situieren, situiere, situierst, situiert, situierest, situieret, situierte, situiertest, situierten, situiertet, ##situiert, situierte, situiertes, situiertem, situierten, situierter##, situierend, ###situierend, situierende, situierendes, situierendem, situierenden, situierender###, situier (!)+FW(+EW?); Z.: si-t-u-ier-en
situiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. situiert, eingesessen, befindlich, gegeben; ne. well-off, situated; Vw.: -; Hw.: s. Situation, situieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. situé; E.: s. frz. situé, Adj., situiert; vgl. frz. situer, V., in die richtige Lage bringen; mlat. situāre, V., in die richtige Lage bringen; lat. situs, M., Lage, Stellung, Bau, bebautes Grundstück, Bezirk, (81-43 v. Chr.); lat. sinere, V., niederlassen, niederlegen, geschehen lassen, dulden, gestatten; idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Situation, EWD s. u. Situation, Duden s. u. situert; Son.: vgl. nnorw. situert, Adj., situiert; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eingesessen oder befindlich oder gegeben; BM.: senden bzw. werfen; F.: situiert, situierte, situiertes, situiertem, situierten, situierter(, situiertere, situierteres, situierterem, situierteren, situierterer, situiertest, situierteste, situiertestes, situiertestem, situiertesten, situiertester)+FW(+EW); Z.: si-t-u-ier-t
Situla, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Situla, ein Gefäß, Mischeimer; ne. situla; Vw.: -; Hw.: s. Seidel; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. situla; E.: s. lat. situla, F., Situla, Eimer, Krug (M.) (1), Urne, (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unklar; L.: Duden s. u. Situla; Son.: vgl. frz. situle, F., Situla; poln. situla, F., Situla; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der Herkunft unklare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Verwendung von Metall entwickeltes und besonders für die Eisenzeit typisches meist aus Bronze getriebenes eimerartiges Gefäß oder einen Mischeimer; BM.: ?; F.: Situla, Situlen+FW; Z.: Situl-a
Sitz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sitz, Sitzplatz, Wohnort; ne. seat (N.); Vw.: -; Hw.: s. sitzen, setzen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. siz, sitz, st. M., Sitzen, Beisammensitzen, Sitz, Platz (M.) (1), Wohnsitz, Hintern; mhd. sez, setz, st. N., st. M., Sitz, Lager, Wohnsitz, Belagerung, Abgabe von einem Sesslehen; mnd. set (3), M., Sitz, Gesäß, After; ahd. sez (1), st. N. (a), Sitz, Thron, Gesäß; as. *set?, st. N. (a), Sitz; anfrk. -; germ. *seta-, *setam, st. N. (a), Sitz; s. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sitzen, DW 16, 1276, EWD s. u. sitzen, Duden s. u. Sitz; Son.: vgl. afries. -; ae. set (1), st. N. (a), Sitz, Lager, Stall, Hürde, Sonnenuntergang; an. set, st. N. (a), Sitz, Bettbank; got. -; nndl. zit, Sb., Sitz; nschw. sits, Sb., Sitz; nnorw. sete, N., Sitz; GB.: (sez) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Sitzplatz oder Wohnort; BM.: sitzen; F.: Sitz, Sitzes, Sitze, Sitzen+EW; Z.: Sitz
sitzen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. sitzen, auf dem Gesäß ruhen; ne. sit; Vw.: -; Hw.: s. Beisasse, Insasse, Gesäß, setzen, Sitz, Sessel, Satz; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. sitzen (1), st. V., sitzen, sich setzen, leben, sein (V.), Sitz innehaben, wohnen, Platz nehmen, sich daransitzen, sich daranmachen, absteigen, absitzen von, lagern; mnd. sitten (1), st. V., sitzen, teilnehmen, im Dienst sein (V.), thronen, regieren, Sitz innehaben, Sitzung abhalten, zu Gericht (N.) (1) sitzen, rechtsprechen; mnl. sitten, st. V., sitzen; ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen; as. sittian, st. V. (5), sitzen, sich setzen, wohnen, verharren; anfrk. sitten*, sitton*, st. V. (5), sitzen; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.; vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sitzen, Kluge s. u. sitzen, DW 16, 1280, EWD s. u. sitzen, Falk/Torp 426, Seebold 396, EWAhd 7, 1302, Duden s. u. sitzen, Bluhme s. u. sitzen; Son.: vgl. afries. sitta, st. V. (5), sitzen, wohnen, sich befinden, besitzen; saterl. sitta, V., sitzen; ae. sittan, st. V. (5), sitzen, sich setzen, bleiben, liegen; an. sitja, st. V. (5), sitzen; got. sitan, st. V. (5), sitzen; nndl. zitten, V., sitzen; nschw. sitta, V., sitzen; nnorw. sitte, V., sitzen; air. saidid, V., er sitzt, setzt sich; ai. sī́dati, V., sitzen; gr. ἕζεσθαι (hézesthai), V., sich setzen; lat. sīdere, V., sich setzen, sich niederlassen, sich senken, sitzen bleiben; lit. sė́sti, V., sitzen; ksl. sěsti, V., sitzen; GB.: (sizzen) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches auf dem Gesäß ruhen; BM.: sein (V.)?; F.: sitzen (!), sitze (!), sitzt, sitzest, sitzet, saß, saßest, saßen, saßt, saßet (!), säße, säßest, säßen, säßet, säßt (!), gesessen, ##gesessen, gesessene, gesessenes, gesessenem, gesessenen, gesessener##, sitzend, ###sitzend, sitzende, sitzendes, sitzendem, sitzenden, sitzender###, sitz (!)+EW; Z.: sitz-en
$Sitzer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Sitzer, Sitzender; Vw.: s. Vor-; E.: s. sitz(en), s. er (Suff.); L.: DW 16, 1301; GB.: (sitzære*) seit 1347-1350 belegte und aus sitz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Sitzenden; F.: Sitzer, Sitzers, Sitzern+EW; Z.: Sitz-er
$Sitzfleisch, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sitzfleisch, Ausdauer; E.: s. sitz(en), s. Fleisch; L.: DW 16, 1302, EWD s. u. sitzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sitz(en) und Fleisch gebildete Bezeichnung für das Fleisch auf dem der Sitzende sitzt oder die Ausdauer; F.: Sitzfleisch, Sitzfleisches, Sitzfleischs (!)+EW; Z.: Sitz—flei-sch
$Sitzung, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Sitzung, Sitzen (N.), Besitznahme, Zusammenkunft; E.: s. sitz(en), s. ung, L.: Kluge s. u. sitzen, DW 16, 1304, EWD s. u. sitzen; GB.: (sitzunge) seit um 1275 belegte und aus sitz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Sitzen (N.) mögliches Sitzen (N.) oder Besitznahme oder Zusammenkunft; F.: Sitzung, Sitzungen+EW; Z.: Sitz-ung
Six, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Six, Seele; ne. soul (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Six, Kluge s. u. Six, fehlt DW 16, 1304?; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht zu einer Verhüllung gebildete Bezeichnung für die Seele; BM.: vielleicht zu einer Verhüllung eines Wortes gebildetes Wort; F.: Six, Sixe+EW?; Z.: Si-x
Skala, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Skala, Maßeinteilung; ne. scale (N.); Vw.: -; Hw.: s. Eskalation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. scala; E.: s. it. scala, F., Treppe; lat. scālae, F. Pl., Stiege (F.) (1), Leiter (F.), Treppe, Steigerung im Ausdruck, Stufen (F. Pl.), Sturmleiter (F.), (204-169 v. Chr.); vgl. lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen, sich erheben; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918 (1605/77) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Skala, fehlt DW, EWD s. u. Skala, Duden s. u. Skala; Son.: vgl. nndl. schaal, Sb., Skala; frz. scalair, F., Skala; nschw. skala, Sb., Skala; nnorw. skala, M., Skala; poln. skala, F., Skala; lit. skalė, F., Skala; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung (um)gebildete Bezeichnung für eine Maßeinteilung; BM.: steigen bzw. schneiden; F.: Skala, Skalen, Skalas+FW(+EW?); Z.: Ska-l-a
Skalde, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Skalde, altnordischer Dichter; ne. scald (M.), skald; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. an. skāld; E.: s. an. skāld, st. N. (a), Dichter; vgl. idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897 (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Skalde, EWD s. u. Skalde, DW 16, 1305, Duden s. u. Skalde; Son.: vgl. nndl. skald, Sb., Skalde; frz. scalde, M., Skalde; nschw. skald, Sb., Skalde; nnorw. skald, M., Skalde; nisl. skáld, M., Skalde; poln. skald, M., Skalde; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen altnordischen Dichter an einem Hof in dem mittelalterlichen Norwegen und Island; BM.: zeigen bzw. sagen; F.: Skalde, Skalden+EW; Z.: Ska-ld-e
Skalp, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Skalp, (abgezogene) Kopfhaut; ne. scalp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. scalp; E.: s. ne. scalp, N., Skalp; me. scalp, Sb. Schädel; von einem nordischen Wort abgeleitet; an. skalpr, st. M. (a), Schwertscheide, Schiff, Ausgehöhltes, Gewölbtes; vgl. germ. *skaljō, *skēlō, st. F. (ō), Schale (F.) (1), Hülse, Muschel; vgl. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Skalp, EWD s. u. Skalp, DW 16, 1306, Duden s. u. Skalp; Son.: vgl. nndl. scalp, Sb., Skalp; frz. scalp, M., Skalp; nschw. skalp, Sb., Skalp; nnorw. skalp, M., Skalp; poln. skalp, M., Skalp; lit. skalpas, M., Skalp; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Mittelenglischen sowie mittelbar dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die abgezogene Kopfhaut (eines toten Menschen); BM.: schneiden; F.: Skalp, Skalps, Skalpe, Skalpen+FW; Z.: Skal-p
Skalpell, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Skalpell, chirurgisches Operationsmesser; ne. scalpel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: vgl. ahd. skalpellīn*, scalpellīn*, st. N. (a)?, Skalpell, Federmesser, kleines Messer; lat. scalpellum, N., Skalpell, chirurgisches Messer, Lanzette, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scalprum, N., scharfes Schneideinstrument, Federmesser; vgl. idg. *skelep-, *skelp-, V., schneiden, schälen, kratzen, Pokorny 926; idg. *skel- (1), *kel- (7), skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Skalpell, DW 16, 1306, EWD s. u. Skalpell, EWAhd 7, 1361, Duden s. u. Skalpell; Son.: vgl. nndl. scalpel, Sb., Skalpell; frz. scalpel, Sb., Skalpell; nschw. skalpell, Sb., Skalpell; nnorw. skalpell, M., Skalpell; poln. skalpel, M., Skalpell; lit. skalpelis, M., Skalpell; GB.: (skalpellīn) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit der Nutzung von Metall und den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und für Operationen verwendetes chirurgisches Messer (Operationsmesser); BM.: schneiden; F.: Skalpell, Skalpells, Skalpelle, Skalpellen+FW(+EW); Z.: Skal-p-ell
$skalpieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. skalpieren, Kopfhaut (eines toten Menschen) abziehen; E.: s. Skalp, s. ieren (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Skalp; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Skalp und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes die Kopfhaut eines toten Menschen abziehen; F.: skalpieren, skalpiere, skalpierst, skalpiert, skalpierest, skalpieret, skalpierte, skalpiertest, skalpierten, skalpiertet, ##skalpiert, skalpierte, skalpiertes, skalpiertem, skalpierten, skalpierter##, skalpierend, ###skalpierend, skalpierende, skalpierendes, skalpierendem, skalpierenden, skalpierender###, skalpier (!)+FW; Z.: skal-p-ier-en
Skandal, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Skandal, anstößiges Ereignis; ne. scandal; Vw.: -; Hw.: s. skandalös; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. scandalum; E.: s. lat. scandalum, N., Fallstrick, Ärgernis, (um 160-220 n. Chr.); gr. σκάνδαλον (skándalon), N., Lockung, Lust, Ärgernis; E. s. idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Skandal, DW 16, 1306, EWD s. u. Skandal, Duden s. u. Skandal; Son.: vgl. nndl. schandaal, Sb., Skandal; frz. scandale, M., Skandal; nschw. skandal, Sb., Skandal; nnorw. skandale, M., Skandal; poln. skandal, M., Skandal; kymr. sgandal, F., Skandal; nir. scannal, M., Skandal; lit. skandalas, M., Skandal; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums möglichesfür Menschen aufsehenerregendes und anstößiges Ereignis; BM.: schneiden?; F.: Skandal, Skandals, Skandales, Skandale, Skandalen+FW(+EW?); Z.: Ska-nd-al
skandalös, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. skandalös, unerhört, Ärgernis erregend; ne. scandalous; Vw.: -; Hw.: s. Skandal; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. scandaleux, mlat. scandalōsus; E.: das Wort wurde zweimal in das Deutsche entlehnt, in einer frühen Form scandalos von mlat. scandalōsus, Adj., skandalös, schockierend, beschämend, schändlich; ansonsten von frz. scandaleux, Adj., skandalös; vgl. lat. scandalum, N., Fallstrick, Ärgernis, (um 160-220 n. Chr.); gr. σκάνδαλον (skándalon), N., Lockung, Lust, Ärgernis; E. s. idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Skandal, fehlt DW, EWD s. u. Skandal, Duden s. u. skandalös; Son.: vgl. nndl. schandalig, Adj., skandalös; nschw. skandalös, Adj., skandalös; nnorw. skandaløs, Adj., skandalös; poln. skandaliczny, Adj., skandalös; nir. scannalach, Adj., skandalös; lit. skandalingas, Adj., skandalös; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein für Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches unerhört und Ärgernis erregend eines menschlichen Verhaltens; BM.: schneiden?; F.: skandalös, skandalöse, skandalöses, skandalösem, skandalösen, skandalöser(, skandalösere, skandalöseres, skandalöserem, skandalöseren, skandalöserer, skandalösest, skandalöseste, skandalösestes, skandalösestem, skandalösesten, skandalösester)+FW; Z.: ska-nd-al-ös
skandieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. skandieren, vortragen; ne. scan (V.), chant (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. scandere; E.: s. lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. skandieren, DW 16, 1307, Duden s. u. skandieren; Son.: vgl. nndl. scanderen, V., skandieren; frz. scander, V., skandieren; nschw. skandera, V., skandieren; nnorw. skandere, V., skandieren; poln. skandować, V., skandieren; nir. scanaim, V., skandieren; lit. skanuoti, V., skandieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Lyrik unter starker Betonung der Metrik vortragen; BM.: schneiden; F.: skandieren, skandiere, skandierst, skandiert, skandierest, skandieret, skandierte, skandiertest, skandierten, skandiertet, ##skandiert, skandierte, skandiertes, skandiertem, skandierten, skandierter##, skandierend, ###skandierend, skandierende, skandierendes, skandierendem, skandierenden, skandierender###, skandier (!)+FW; Z.: ska-nd-ier-en
Skarabäus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Skarabäus, Mistkäfer, Pillendreher; ne. scarabaeus, scarab; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. scarabaeus; E.: s. lat. scarabaeus, M., Holzkäfer, (um 15 v. Chr.-um 50 n. Chr.); gr. σκάραβος (skárabos), M., Holzkäfer?; vgl. gr. κάραβος (kā́rabos), M., stacheliger Meerkrebs; vgl. gr. κᾶρίς (kārís), F., kleines Krebstier; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, *k̑erh₂-, *k̑r̥h₂-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574? (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Skarabäus; Son.: vgl. frz. scarabée, M., Skarabäus; nschw. skarabé, Sb., Skarabäus; nnorw. skarabe, skarabé, M., Skarabäus; poln. skarabeusz, M., Skarabäus; kymr. sgarab, M., Skarabäus; nir. scarab, M., Skarabäus; lit. skarabėjas, M., Skarabäus; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für den schon vormenschlichen sich von dem Kot pflanzenfressender Säugetiere ernährenden und in Ägypten als Symbol für die Überwindung des Todes verehrten Käfer (Mistkäfer oder Holzkäfer oder Pillendreher) der nach der Paarung eine Kugel aus Dung pflanzenfressender Säugetiere bildet und nach Eiablage diese fortrollt und anschließend vergräbt; F.: Skarabäus, Skarabäen+FW(+EW); Z.: S-kar-ab-ä-us
Skat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Skat, ein Kartenspiel; ne. skat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. scarto; E.: s. it. scarto, Sb., weggelegte Karten; vgl. it. scartare, V., Karten ablegen; it. carta, F., Spielkarte, Karte; lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus, (81-43 v. Chr.); gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Skat, DW 16, 1308, EWD s. u. Skat, Duden s. u. Skat, Bluhme s. u. Skat; Son.: vgl. nndl. skaat, Sb., Skat; frz. skat, M., Skat; nschw. skat, Sb., Skat; nnorw. skat, M., Skat; poln. skat, M., Skat; kymr. sgat, M., Skat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und vielleicht dem Altindischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein um 1820 in Altenburg in Thüringen entwickeltes und seitdem (von jeweils drei Spielern gespieltes) Kartenspiel mit 32 Karten von denen 2 den (allen Spielern grundsätzlich unbekannten) Skat bilden; BM.: Papier; F.: Skat, Skates, Skats, Skate, Skaten+FW(+EW?); Z.: Skat
Skateboard, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Skateboard, Rollbrett; ne. skateboard (N.); Vw.: -; Hw.: s. Bord (1), skaten; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. skateboard; E.: s. ne. skateboard, N., Skateboard, Rollbrett; vgl. ne. skate, V., gleiten, eislaufen; über nndl. schaats von afrz. eschasse, F., Stelze; von einem frk. *skakkja; ne. board, N., Brett; ae. bord (2), st. N. (a), Brett, Planke, Tafel, Tisch; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Skateboard; Son.: vgl. nndl. skateboard, Sb., Skateboard; frz. skateboard, M., Skateboard; nschw. skateboard, Sb., Skateboard; nnorw. skateboard, N., Skateboard; poln. skateboard, N., Skateboard; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Altfranzösischen und Fränkischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes als Spielgerät und Sportgerät verwendetes Brett auf vier federnd in zwei Achsen gelagerten Rollen mit dem man sich mit einem Bein stehend durch Abstoßen mit dem zweiten Bein fortbewegt und das nur durch Gewichtsverlagerung des Körpers gesteuert wird; BM.: gleiten, Brett; F.: Skateboard, Skateboards+FW; Z.: Skat-e—boar-d
skaten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. skaten, mit Rollschuhen fahren, auf einem Skateboard fahren, in dem Skatestil mit Skiern langlaufen; ne. skate (V.); Vw.: -; Hw.: s. Skateboard; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. skate; E.: s. ne. skate, V., gleiten, eislaufen; über nndl. schaats von afrz. eschasse, F., Stelze; von einem frk. *skakkja; L.: fehlt DW, Duden s. u. skaten; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes sich mit Rollschuhen oder einem Skateboard oder Skiern gleitend fortbewegen; BM.: gleiten; F.: skaten (!), skate (!), skatest, skatet, skatete, skatetest, skateten, skatetet, geskatet, ##geskatet, geskatete, geskatetes, geskatetem, geskateten, geskateter##, skatend, ###skatend, skatende, skatendes, skatendem, skatenden, skatender###, skat (!)+FW+EW; Z.: skat-en
$skaten (2), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. skaten, Skat spielen; E.: s. Skat, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Skat, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Skat und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Skat spielen; F.: skaten, skate, skatest, skatet, skatete, skatetest, skateten, skatetet, geskatet, ##geskatet, geskatete, geskatetes, geskatetem, geskateten, geskateter##, skatend, ###skatend, skatende, skatendes, skatendem, skatenden, skatender###, skat (!)+FW; Z.: skat-en
Skelett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Skelett, Knochengerüst; ne. skeleton; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. gr. σκελετόν (σωμα) (skeletón [sōma]); E.: s. gr. σκελετόν (σωμα) (skeletón [sōma]), N., Mumie, ausgetrockneter Körper; gr. σκελετός (skeletós), Adj., ausgetrocknet, dürr, mager; s. idg. *skel- (3), *kel- (9), V., austrocknen, dörren, Pokorny 927 (1612/84) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Skelett, EWD s. u. Skelett, DW 16, 1308, Duden s. u. Skelett; Son.: vgl. nndl. skelet, Sb., Skelett; frz. squelette, M., Skelett; nschw. skelett, N., Skelett; nnorw. skjelett, N., Skelett; poln. szkielet, M., Skelett; lit. skeletas, M., Skelett; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein die Weichteile eines Körpers eines höheren Lebewesens stützendes bewegliches Gerüst besonders aus Knochen (Knochengerüst); BM.: dörren; F.: Skelett, Skelettes, Skeletts, Skelette, Skeletten+FW(+EW?); Z.: Skel-et-t
Skepsis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Skepsis, Zweifel, Bedenken; ne. scepticism; Vw.: -; Hw.: s. Skeptiker, skeptisch; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. gr. σκέψις (sképsis); E.: s. gr. σκέψις (sképsis), F., Betrachtung, Überlegung; s. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Skepsis, fehlt DW, EWD s. u. Skepsis, Duden s. u. Skepsis; Son.: vgl. nndl. scepsis, Sb., Skepsis; frz. scepticisme, M., Skepsis; nschw. skepsa, skepsis, Sb., Skepsis; nnorw. skepsis, M., Skepsis; poln. sceptycyzm, M., Skepsis; kymr. sgeptigiaeth, sgeptigaeth, F., Skepsis; nir. sceipteachas, M., Skepsis; lit. skeptiškumas, M., Skepsis; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen Zweifel oder ein Bedenken gegenüber einer Gegebenheit; BM.: spähen; F.: Skepsis+FW; Z.: Skep-s-is
Skeptiker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Skeptiker, Zweifler; ne. sceptic (M.); Vw.: -; Hw.: s. Skepsis, skeptisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. σκεπτικός (skeptikós); E.: s. gr. σκεπτικός (skeptikós) (2), M., Skeptiker (Angehöriger einer Richtung der Philosophie); vgl. gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausschauen, ausspähen, betrachten, beobachten, schauen, überlegen (V.), prüfen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Skepsis, fehlt DW, EWD s. u. Skepsis, Duden s. u. Skeptiker; Son.: vgl. nndl. scepticus, Sb., Skeptiker; frz. sceptique, M., Skeptiker; nschw. skeptiker, M., Skeptiker; nnorw. skeptiker, M., Skeptiker; poln. sceptyk, M., Skeptiker; kymr. sgeptig, M., Skeptiker; nir. sceipteach, M., Skeptiker; lit. skeptikas, M., Skeptiker; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Zweifler (Angehörigen einer Richtung der Philosophie); BM.: sehen; F.: Skeptiker, Skeptikers, Skeptikern+FW(+EW); Z.: Skep-t-ik-er
skeptisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. skeptisch, zweifelnd; ne. sceptic (Adj.), sceptical; Vw.: -; Hw.: s. Skepsis, Skeptiker; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. σκεπτικός (skeptikós); E.: s. gr. σκεπτικός (skeptikós) (1), Adj., zur Betrachtung gehörig; vgl. gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausschauen, ausspähen, betrachten, beobachten, schauen, überlegen (V.), prüfen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Skepsis, fehlt DW, EWD s. u. Skepsis, Duden s. u. skeptisch; Son.: vgl. nndl. skeptisch, Adj., skeptisch; frz. sceptique, Adj., skeptisch; nschw. skeptisk, Adj., skeptisch; nnorw. skeptisk, Adj., skeptisch; poln. skeptyczny, Adj., skeptisch; kymr. sgeptig, Adj., skeptisch; nir. sceiptiúil, Adj., skeptisch; lit. skeptiškas, Adj., skeptisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zweifelnd; BM.: sehen; F.: skeptisch, skeptische, skeptisches, skeptischem, skeptischen, skeptischer(, skeptischere, skeptischeres, skeptischerem, skeptischeren, skeptischerer, skeptischst, skeptischste, skeptischstes, skeptischstem, skeptischsten, skeptischster)+FW+EW; Z.: skep-t-isch
Sketch, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Sketch, Skizze, Studie, Entwurf; ne. sketch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Skizze; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. sketch (N.); E.: s. ne. sketch, N., Sketch, Entwurf, Studie; nndl. schets, Sb., Entwurf; it. schizzo, M., Skizze, Spritzer, Farbfleck; vgl. it. schizzare, V., spritzen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Sketch, fehlt DW, EWD s. u. Sketch, Duden s. u. Sketch; Son.: vgl. frz. sketch, M., Sketch; nschw. sketch, Sb., Sketch; nnorw. sketsj, M., Sketch; poln. skecz, M., Sketch; lit. skečas, M., Sketch; GB.: seit 20. Jh. belegte und sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche und aus dem Neuenglischen und Neuniederländischen sowie mittelbar dem Italienischen aufgenommene und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine menschliche Darbietung einer pointierten Kurzszene oder eine Skizze oder eine Studie oder einen Entwurf; BM.: lautmalend; F.: Sketch, Sketches, Sketchs, Sketche, Sketchen+FW; Z.: Sketch
Skinhead, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Skinhead, Glatzkopf; ne. skinhead; Vw.: -; Hw.: s. schinden, Schinn; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. skinhead; E.: s. ne. skinhead, M., skinhead; vgl. ne. skin, N., Haut; ae. scinn, Sb., Pelz; germ. *skenþa, Sb., Haut, Fell; s. idg. *skend-?, *kend-?, *sken-?, *ken-?, V., Sb., abspalten, Haut, Schuppen (F. Pl.), Rinde, Pokorny 929; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. head, N., Kopf; ae. héafod, héafud, st. N. (a), Haupt, Kopf, Spitze, Quelle, Anfang; germ. *haubida-, *haubidam, st. N. (a), Haupt, Kopf; vgl. idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Skinhead, fehlt DW, Duden s. u. Skinhead; Son.: vgl. nndl. skinhead, Sb., Skinhead; frz. skinhead, M., Skinhead; nschw. skinhead, Sb., Skinhead; nnorw. skinhead, M., Skinhead; poln. skinhead, M., Skinhead; lit. skinhedas, M., Skinhead; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen einer Gruppe von (oft rechtsextrem eingestellten) Jugendlichen mit einem kahlgeschorenen Kopf (Glatzkopf) als kennzeichnendem Äußerem; BM.: Haut bzw. schneiden, Kopf bzw. fassen; F.: Skinhead, Skinheads+FW; Z.: Ski-n-hea-d
Skizze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Skizze, sich auf das Wesentliche beschränkende Zeichnung, Entwurf, Schaubild; ne. sketch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sketch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. schizzo; E.: s. it. schizzo, M., Skizze, Spritzer, Farbfleck; vgl. it. schizzare, V., spritzen; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Skizze, Kluge s. u. Skizze, DW 16, 1309, EWD s. u. Skizze, Duden s. u. Skizze, Bluhme s. u. Skizze; Son.: vgl. nndl. schets, Sb., Skizze; esquisse, F., Skizze; nschw. skiss, Sb., Skizze; nnorw. skisse, M., F., Skizze; poln. szkic, M., Skizze; nir. sceitse, M., Skizze; lit. eskizas, M., Skizze; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche von Menschen mit groben Strichen hingeworfene und sich auf das Wesentliche beschränkende Zeichnung oder einen Entwurf oder ein Schaubild; BM.: lautmalend; F.: Skizze, Skizzen+FW(+EW?); Z.: Skizz-e
$skizzieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. skizzieren, eine Skizze anfertigen; E.: s. it. schizzare; L.: Kluge s. u. Skizze, EWD s. u. Skizze, DW 16, 1309; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für Menschen wohl schon früher mögliches eine Skizze anfertigen oder in groben Zügen umreißen; F.: skizzieren, skizziere, skizzierst, skizziert, skizzierest, skizzieret, skizzierte, skizziertest, skizzierten, skizziertet, ##skizziert, skizzierte, skizziertes, skizziertem, skizzierten, skizzierter##, skizzierend, ###skizzierend, skizzierende, skizzierendes, skizzierendem, skizzierenden, skizzierender###, skizzier (!)+FW+EW; Z.: skizz-ier-en
Sklave, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sklave, Unfreier; ne. slave (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1293 (Martina des Hugo von Langenstein); E.: s. mhd. slave, sklafe, sw. M., Sklave, kriegsgefangener Sklave; mnd. slāve (1), M., Slawe, Mensch slawischer Abstammung, Kriegsgefangener, wie ein Sklave Behandelter, Knecht; lat.-ahd. sclavus*, M., Sklave, Unfreier; über ein *scylavus und Vermischung mit mgr. Volksbezeichnung Σκλαβὁνοί (Sklabēnoí) zu mlat. sclavus, M., Sklave; s. gr. σκυλεύειν (skyleúein), V., Kriegsbeute machen; vgl. gr. σκῦλον (skylon), N., abgezogene Tierhaut, dem Feind abgenommene Rüstung, Beutestück, Kriegsbeute; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sklave, Kluge s. u. Sklave, EWD s. u. Sklave, DW 16, 1309, Duden s. u. Sklave, Bluhme s. u. Sklave; Son.: vgl. nndl. slaaf, Sb., Sklave; frz. esclave, M., Sklave; nschw. slav, Sb., Sklave; nnorw. slave, M., Sklave; GB.: seit um 1293 belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Mittelgriechischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschen der in völliger wirtschaftlicher und rechtlicher Abhängigkeit von einem anderen Menschen als dessen Eigentum lebt; BM.: PN bzw. umhüllen?; F.: Sklave, Sklaven+FW; Z.: Skla-v-e
$sklaven, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. sklaven; Vw.: s. ver-; E.: s. Sklave; L.: Kluge s. u. Sklave, DW 16, 1315; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Sklav(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Sklave machen oder Sklave sein (V.); F.: sklaven (!), sklave (!), sklavst, sklavt, sklavest, sklavet, sklavte, sklavtest, sklavten, sklavtet, gesklavt, ##gesklavt, gesklavte, gesklavtes, gesklavtem, gesklavten, gesklavter##, sklavend, ###sklavend, sklavende, sklavendes, sklavendem, sklavenden, sklavender###, sklav (!)+FW(+EW); Z.: skla-v-en
$Sklaverei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sklaverei, Zustand von Sklaven; E.: s. Sklav(e), s. er, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Sklave, DW 16, 1322, EWD s. u. Sklave; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sklav(e) und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Stand als Sklave; F.: Sklaverei+FW+EW; Z.: Skla-v-er-ei
$sklavisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sklavisch, einen Sklaven betreffend; E.: s. Sklav(e), s. isch (Suff.); L.: Kluge s. u. Sklave, DW 16, 1322, EWD s. u. Sklave; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. servilis aus Sklav(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (einen) Sklaven betreffend; F.: sklavisch, sklavische, sklavisches, sklavischem, sklavischen, sklavischer(, sklavischere, sklavischeres, sklavischerem, sklavischeren, sklavischerer, sklavischst, sklavischste, sklavischstes, sklavischstem, sklavischsten, sklavischster)+FW+EW; Z.: skla-v-isch
Sklerose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sklerose, krankhafte Verhärtung und Verengung von Geweben, Verkalkung; ne. sclerosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. sklērōsis; E.: s. mlat. sklērōsis, F., Sklerose; gr. σκλήρωσις (sklḗrōsis), F., Verhärtung; gr. σκληρός (sklērós), Adj., trocken, hart, rauh, rau, schroff, streng; vgl. idg. *skel- (3), *kel- (9), V., austrocknen, dörren, Pokorny 927 (1612/84) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sklerose, EWD s. u. Sklerose, Duden s. u. Sklerose; Son.: vgl. nndl. sclerose, Sb., Sklerose; frz. sclérose, F., Sklerose; nschw. skleros, Sb., Sklerose; nnorw. sklerose, M., Sklerose; kymr. sglerosis, M., Sklerose; nir. scléaois, F., Sklerose; lit. sklerozė, F., Sklerose; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschlich mögliche krankhafte Verhärtung und Verengung von Geweben und Organen wie beispielsweise die Arteriosklerose (Arterienverkalkung); BM.: austrocknen; F.: Sklerose, Sklerosen+FW(+EW); Z.: Skle-ros-e
Skoliose, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Skoliose, Seitabweichung der Wirbelsäule; ne. scoliosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. σκολίωσις (skolíōsis); E.: s. gr. σκολίωσις (skolíōsis), F., Krümmung; vgl. σκολιοῦσθαι (skoliūsthai), V., krumm sein (V.), sich krümmen; gr. σκολιός (skoliós), Adj., krumm, verdreht, schief; idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Skoliose, Duden s. u. Skoliose; Son.: vgl. nndl. scoliose, Sb., Skoliose; frz. scoliose, F., Skoliose; nschw. skolios, Sb., Skoliose; nnorw. skoliose, M., Skoliose; poln. skolioza, F., Skoliose; kymr. sgoliosis, M., Skoliose; lit. skoliozė, F., Skoliose; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (in der Ursache meist unbekannte und nicht heilbare sondern nur behandelbare) seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule; BM.: krumm bzw. schneiden; F.: Skoliose, Skoliosen+FW(+EW?); Z.: Skol-ios-e
Skonto, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Skonto, Preisnachlass bei sofortiger Zahlung; ne. discount, cashback; Vw.: -; Hw.: s. Diskont; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. disconto; E.: s. it. disconto, M., Vorzinsen; vgl. mlat. discomputāre, V., abziehen; lat. dis-, Präf., auseinander, zer...; idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, Pokorny 232; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. putāre, V., rechnen, berechnen, anschlagen, ansehen; idg. *peu- (2), idg., V., erforschen, begreifen, Pokorny 827 (1422/64) (RB. idg. aus gr., ital., slaw.); L.: Kluge s. u. Skonto, Duden s. u. Skonto; Son.: vgl. nndl. disconto, Sb., Skonto; frz. escompte, M., Skonto; nschw. diskont, Sb., Skonto; nnorw. diskonto, M., Skonto; poln. skonto, Sb., Skonto; kymr. discownt, disgownt, M., Skonto; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus it. disconto (und mittelbar lat. discomputare) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Gläubigern möglichen Preisnachlass bei sofortiger Zahlung der Schuld; BM.: zwei, mit, berechnen; F.: Skonto, Skontos, Skonti+FW(+EW); Z.: Skon-t-o
…skop, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. ...skop, ….sicht; ne. …scope; Vw.: s. Horo-, Kaleido-, Mikro-, Peri-, Stetho-, Tele-; Hw.: s. ...skopie; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σκοπός (skopós), M., Ziel, Zweck, Späher, Beobachter; vgl. gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausspähen, betrachten, beobachten, schauen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. -skop, EWD s. u. -skop, Kytzler/Redemund/Eberl 1091; Son.: vgl. nndl. …skoop, Suff., …skop; frz. …scope, Suff., …skop; nschw. …skop, Suff., …skop; nnorw. …skop, Suff., …skop; kymr. …sgop, Suff., …skop; nir. …scóp, Suff., …skop; lit. …skopas, Suff., …skop; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für Substantive des Betrachtens einer Gegebenheit verwendete Bezeichnung; BM.: spähen bzw. sehen; F.: …skop, …skope, …skopen+FW(+EW?); Z.: -skop
...skopie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...skopie, Beobachtung betreffend; ne. ...scopy; Vw.: s. Demo-, Endo-, Gastro-, Teicho-; Hw.: s. ...skop; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, EWD s. u. -skop, Kytzler/Redemund/Eberl 1091; Son.: vgl. nndl. -...scopie, Suff., ...skopie; frz. ...scopoie, Suff., ...skopie nschw. ...skopi, Suff., ...skopie nnorw. ...skopi, Suff., ...skopie poln. ...skopia, Suff., ...skopie GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für Substantive des Betrachtens verwendete Bezeichnung; BM.: spähen bzw. sehen; F.: …skopie, …skopien+FW; Z.: -skop-ie
Skopus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Skopus, Wirkungsbereich; ne. scope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. scopus; E.: s. lat. scopus, M., Ziel, Absicht, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. σκοπός (skopós), M., Ziel, Späher; vgl. gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausspähen, betrachten, beobachten, schauen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Skopus, fehlt DW, Duden s. u. Skopus; Son.: vgl. nndl. scope, Sb., Skopus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Wirkungsbereich einer näheren Bestimmung; BM.: spähen; F.: Skopus, Skopen+FW; Z.: Skop-us
Skorbut, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Skorbut, Mundfäule; ne. scurfy; Vw.: -; Hw.: s. Scharbockskraut; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. mlat. scorbutus, M. Skorbut; E.: s. mnd. schorbuk, schörbuk, schorbuck, scherbuk, scharbuk, scharbuek, scharbok, M., Skorbut, Mundfäule; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Skorbut, EWD s. u. Skorbut, DW 16, 1325, Duden s. u. Skorbut, Bluhme s. u. Skorbut; Son.: vgl. nndl. scheurbuik, Sb., Skorbut; frz. scorbut, M., Skorbut; nschw. skörbjugg, Sb., Skorbut; nnorw. skorbut, M., Skorbut; poln. szkorbut, M., Skorbut; lit. skorbutas, M., Skorbut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit mnd. schorbuk verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine auf einem Mangel an Vitamin C beruhende (und schon in dem 15. Jh. mit Scharbockskraut behandelbare) Krankheit (Mundfäule) bei der es besonders zu Blutungen vor allem des Zahnfleischs und der Haut kommt; BM.: ?; F.: Skorbut, Skorbutes, Skorbuts+FW; Z.: Skorb-ut
Skorpion, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Skorpion, ein Spinnentier; ne. scorpion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. schorpiōn, M., Skorpion; mnd. schorpiōn, M., N., Skorpion, ein Sternbild; ahd. skorpio*, sw. M. (n), Skorpion; lat.-ahd. scorpio*, F., Skorpion; lat. scorpio, M., Skorpion, (81-43 v. Chr.); gr. σκορπίος (skorpíos), M., Skorpion; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von idg. *skerp-, *kerp-, V., schneiden, Pokorny 944; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Skorpion, EWD s. u. Skorpion, DW 16, 1325, Duden s. u. Skorpion; Son.: vgl. nndl. schorpioen, Sb., Skorpion; frz. scorpion, M., Skorpion; nschw. skorpion, Sb., Skorpion; nnorw. skorpion, M., Skorpion; poln. skorpion, M., Skorpion; kymr. sgorpion, M., Skorpion; nir. scairp, F., Skorpion; lit. skorpionas, M., Skorpion; GB.: (skorpio) seit 863-871 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein oft verborgen lebendes meist fünf bis zehn Zentimeter großes weit verbreitetes (Nordafrika und mittlerer Osten sowie Mexiko und Brasilien) schon vormenschliches zu den Spinnentieren gehörendes Tier mit zwei kräftigen Scheren an dem Vorderkörper und einem Giftstachel an dem Ende des langen vielgliederigen Hinterleibs; BM.: schneiden?; F.: Skorpion, Skorpions, Skorpiones, Skorpione, Skorpionen+FW; Z.: Skor-p-i-on
Skribent, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Skribent, Schreiber, Schreiberling, Vielschreiber; ne. scribe; Vw.: s. Sub-; Hw.: s. Skript, Skriptum, ...skribieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. scrībēns; E.: s. mlat. scrībēns, M., Schreiber; vgl. lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 16, 1331, Duden s. u. Skribent; Son.: vgl. nschw. skribent, Sb., Verfasser; nnorw. skribent, M., Schriftsteller; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Gegebenheiten niederschreibenden Menschen oder Schreiber; BM.: schneiden F.: Skribent, Skribenten+FW; Z.: Skri-b-ent
...skribieren, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. ...skribieren, ...schreiben; ne. ...scribe; Vw.: s. de-, sub-, tran-; Hw.: s. Skribent; Q.: ?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. ...scrire, Suff., ...skribieren; nschw. ...skribera, Suff., ...skribieren; nnorw. ...skribere, Suff., ...skribieren; poln. ...skrybować, Suff., ...skribieren; nir. ...críobhaim, Suff., ...skribieren; GB.: vielleicht 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von schreiben betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...skribieren, ...skribiere, ...skribierst, ...skribiert, ...skribierest, ...skribieret, ...skribierte, ...skribiertest, ...skribierten, ...skribiertet, ##...skribiert, ...skribierte, ...skribiertes, ...skribiertem, ...skribierten, ...skribierter##, ...skribierend, ###...skribierend, ...skribierende, ...skribierendes, ...skribierendem, ...skribierenden, ...skribierender###, ...skribier (!)+FW+EW; Z.: -skri-b-ier-en
Skript, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Skript, Skriptum, Mitschrift, Drehbuch; ne. script (N.); Vw.: s. Manu-, Post-; Hw.: s. Skriptum, Skribent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. scrīptum; E.: s. lat. scrīptum, N., Schreiben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Skriptum, fehlt DW, Duden s. u. Skriptum; Son.: vgl. nndl. script, Sb., Skript; frz. script, M., Skript; nschw. script, skript, N., Skript; nnorw. skript, M., Skript; poln. skrypt, M., Skript; kymr. sgript, F., Drehbuch; nir. script, F., Drehbuch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich nach Entwicklung von Schrift durch den Menschen mögliche Mitschrift einer Vorlesung oder für eine einer Sendung zugrunde liegende schriftliche Aufzeichnung (Drehbuch); BM.: schneiden; F.: Skript, Skripts, Skriptes, Skripten+FW+EW?; Z.: Skri-p-t
...skription, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...skription, ...schreibung; ne. ...scription; Vw.: s. De-, In-, Sub-, Trans-; Hw.: s. ...skribieren; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. scrīptio, F., Schreiben, schriftliches Ausarbeiten, schriftliche Darstellung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...scriptie, Suff., ...skription; nschw. ...skription, Suff., ...skription; nnorw. ...skripsjon, Suff., ...skription; poln. ...skrypcja, Suff., ...skription; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Schreiben betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...skription, ...skriptionen+FW; Z.: -skri-p-t-io-n
Skriptum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Skriptum, Skript, Mitschrift, Drehbuch; ne. script (N.); Vw.: -; Hw.: s. Skript, Skribent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. scrīptum; E.: s. lat. scrīptum, N., Schreiben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Skriptum, fehlt DW, Duden s. u. Skriptum; Son.: vgl. nndl. script, Sb., Skriptum; frz. script, M., Skriptum; nschw. script, skript, N., Skriptum; nnorw. skript, M., Skriptum; poln. skrypt, M., Skriptum; kymr. sgript, F., Drehbuch; nir. script, F., Drehbuch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine Mitschrift einer Vorlesung oder für eine einer Sendung zugrunde liegende schriftliche Aufzeichnung (Drehbuch); BM.: schneiden; F.: Skriptum, Skriptums, Skripten, Skript, Skripts, Skriptes+FW(+EW?); Z.: Skri-p-t-um
Skrotum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Skrotum, Hodensack, Sack; ne. scrotum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. scrōtum; E.: s. lat. scrōtum, N., Hodensack, (14-37 n. Chr.); vgl. idg. *skeru-, *keru-, *skreu-, *kreu-, V., schneiden, Pokorny 947; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Skrotum; Son.: vgl. nndl. scrotum, Sb., Skrotum; frz. scrotum, M., Skrotum; nschw. skrotum, scrotum, N., Skrotum; nnorw. skrotum, Sb., Skrotum; kymr. sgrotwm, M., Skrotum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich bei höheren Lebewesen möglichen Hodensack oder Sack; BM.: schneiden; F.: Skrotum, Skrotums, Skrota+FW(+EW); Z.: Skro-t-um
Skrupel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Skrupel, Hemmung, Besorgnis, Gewissensbiss; ne. scruple (N.); Vw.: -; Hw.: s. skrupulös; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. scrūpulus; E.: s. lat. scrūpulus, M., spitzes Steinchen, Ängstlichkeit, ängstliches Gefühl, ängstliche Genauigkeit, Besorgnis, Unruhe, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. scrūpus, M., spitzer Stein; s. idg. *skerup-, *kerup-, *skreup-, *kreup-, V., schneiden, Pokorny 947; idg. *skeru-, *keru-, *skreu-, *kreu-, V., schneiden, Pokorny 947; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Skrupel, Kluge s. u. Skrupel, DW 16, 1332, EWD s. u. Skrupel, Duden s. u. Skrupel, Bluhme s. u. Skrupel; Son.: vgl. nndl. scrupule, Sb., Skrupel; frz. scrupule, M., Skrupel; nschw. skrupel, Sb., Skrupel; nnorw. skruppel, M., Skrupel; poln. skrupuły, Sb. Pl., Skrupel; lit. skrupulas, M., Skrupel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche auf moralischen Bedenken beruhende Hemmung oder Besorgnis ob ein bestimmtes Handeln mit dem eigenen Gewissen vereinbar ist; BM.: schneiden; F.: Skrupel, Skrupels, Skrupeln+FW(+EW); Z.: Skr-u-p-el
$skrupellos, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. skrupellos, ohne Skrupel seiend, bedenkenlos; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Skrupel, s. los; L.: EWD s. u. Skrupel, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Skrupel und los gebildete Bezeichnung für schlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ohne Skrupel seiend oder bedenkenlos; F.: skrupellos, skrupellose, skrupelloses, skrupellosem, skrupellosen, skrupelloser(, skrupellosere, skrupelloseres, skrupelloserem, skrupelloseren, skrupelloserer, skrupellosest, skrupelloseste, skrupellosestes, skrupellosestem, skrupellosesten, skrupellosester)+FW+EW; Z.: skr u-p-el—lo-s
skrupulös, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. skrupulös, bedacht, sorgfältig, gewissenhaft; ne. scrupulous; Vw.: -; Hw.: s. Skrupel; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. scrūpulōsus; E.: s. lat. scrūpulōsus, Adj., voll spitzer Steinchen seiend, schroff, rauh, rau, ängstlich, gewissenhaft, genau, förmlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scrūpulus, M., spitzes Steinchen, Ängstlichkeit, ängstliches Gefühl, ängstliche Genauigkeit, Besorgnis, Unruhe; lat. scrūpus, M., spitzer Stein; s. idg. *skerup-, *kerup-, *skreup-, *kreup-, V., schneiden, Pokorny 947; idg. *skeru-, *keru-, *skreu-, *kreu-, V., schneiden, Pokorny 947; vgl. idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Skrupel, Duden s. u. skrupulös; Son.: vgl. nndl. scrupuleus, Adj., skrupulös; frz. scrupuleux, Adj., skrupulös; nnorw. skrupuløs, Adj., skrupulös; poln. skrupulatny, Adj., skrupulös; nir. scrupallach, Adj., skrupulös; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches bedacht oder sorgfältig oder gewissenhaft; BM.: schneiden; F.: skrupulös, skrupulöse, skrupulöses, skrupulösem, skrupulösen, skrupulöser(, skrupulösere, skrupulöseres, skrupulöserem, skrupulöseren, skrupulöserer, skrupulösest, skrupulöseste, skrupulösestes, skrupulösestem, skrupulösesten, skrupulösester)+FW(+EW); Z.: skr-u-p-ul-ös
Skulptur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Skulptur, Werk eines Bildhauers; ne. sculpture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. sculptūra; E.: s. lat. sculptūra, F., Bilden durch Graben (N.), Stechen, Schnitzen, Skulptur, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. sculpere, V., bilden, schnitzen, meißeln, tief einprägen, graben; idg. *skelep-, *skelp-, V., schneiden, schälen, kratzen, Pokorny 926; s. idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Skulptur, EWD s. u. Skulptur, DW 16, 1333, Duden s. u. Skulptur; Son.: vgl. nndl. sculptuur, Sb., Skulptur; frz. sculpture, F., Skulptur; nschw. skulptur, Sb., Skulptur; nnorw. skulptur, M., Skulptur; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das durch Abtragen von Stein oder Holz entstehende räumliche Werk eines Bildhauers; BM.: schneiden; F.: Skulptur, Skulpturen+FW(+EW); Z.: Skul-p-t-ur
skurril, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. skurril, bizarr, absonderlich, sonderbar, eigenartig, verschroben; ne. bizarre; Vw.: -; Hw.: s. Skurrilität; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. scurrīlis; E.: s. lat. scurrīlis, Adj., possenreißermäßig, übertrieben im Scherzen, lustig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scurra, F., Pflastertreter, Tagedieb, Lebemann; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. skurril, DW 16, 1334, EWD s. u. skurril,Duden s. u. skurril; Son.: vgl. ne. scurrilous, Adj., niederträchtig, gemein, ordinär; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas für Menschen absonderlich oder sonderbar oder eigenartig oder verschroben; BM.: bewegen; F.: skurril, skurrile, skurriles, skurrilem, skurrilen, skurriler(, skurrilere, skurrileres, skurrilerem, skurrileren, skurrilerer, skurrilst, skurrilste, skurrilstes, skurrilstem, skurrilsten, skurrilster)+FW(+EW); Z.: skur-r-il
Skurrilität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Skurrilität, Absurdität, Absonderlichkeit, Eigenartigkeit; ne. scurrility; Vw.: -; Hw.: s. skurril; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.?; I.: Lw. lat. scurrīlitās; E.: s. lat. scurrīlitās, F., Lustigmacherei, Possenreißerei, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. scurra, F., Pflastertreter, Tagedieb, Lebemann; vgl. idg. *sker- (2), *ker- (9), *skerə-, *skrē-, *skerH-, kerH-, V., bewegen, schwingen, springen, Pokorny 933 (1623/95) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. skurril, fehlt DW, Duden s. u. Skurrilität; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Absonderlichkeit oder Eigenartigkeit; BM.: bewegen; F.: Skurrilität, Skurrilitäten+FW(+EW?); Z.: Skur-r-il-it-ät
Skylla, Szylla, nhd., F.=PN, (19. Jh.): nhd. Skylla, Szylla, ein Seeungeheuer; ne. Scylla; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. Scylla, gr. Σκύλλα (Skýlla); E.: s. lat. Scylla, F.=ON, F.=PN, Skylla; gr. Σκύλλα (Skýlla), F.=ON, F.=PN, Skylla; weitere Herkunft unklar?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Szylla; Son.: vgl. nndl. Scylla, F.=PN, Skylla; frz. Scylla, F.=PN, Skylla; nschw. Skylla, F.=PN, Skylla; nir. Sciolla, F.=PN, Skylla; poln. Skylla, F.=PN, Skylla; lit. Scilė, F.=PN, Skylla; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen vorhandenes Seeungeheuer (Scylla und Charybdis, Meerenge von Messina) und davon abgeleitet für ein unausweichliches Übel; BM.: PN; F.: Skylla, Szylla+FW; Z.: Skyll-a
Slalom, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slalom, Zickzackfahren; ne. slalom (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1904; I.: Lw. nnorw. slalom; E.: s. nnorw. slalåm, M., F., Slalom; vgl. nnorw. sla, Adj., geneigt; nnorw. låm, M., F., Schleppspur; nnorw. løpe, V., laufen; germ. *hlaupan, st. V., laufen; idg. *ku̯elp- (1), *ku̯elb-, *ku̯l̥p-, *ku̯l̥b-, *klup-, *klub-, V., stolpern, traben, Pokorny 630? (1012/244) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Slalom, fehlt DW, EWD s. u. Slalom, Duden s. u. Slalom; Son.: vgl. nndl. slalom, Sb., Slalom; frz. slalom, M., Slalom; nschw. slalom, N., Slalom; poln. slalom, M., Slalom; kymr. slalom, M., F., Slalom; lit. slalomas, M., Slalom; GB.: seit 1904 belegte und aus dem Neunorwegischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und durchgeführtes Wettrennen von Skiläufern bei dem von dem Start bis zu dem Ziel eine Zahl von in Schlangenlinien oder Zickzacklinien aufgestellten Toren fehlerfrei möglichst schnell durchfahren werden muss; BM.: geneigt, laufen; F.: Slalom, Slaloms+FW; Z.: Sla-lo-m
Slang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Slang, Umgangssprache; ne. slang (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. slang; E.: s. ne. slang, N., Slang, Umgangssprache; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht aus frz. (dial.) exlanguer, V., schwatzen; vgl. frz. langue, F., Sprache; lat. lingua, Zunge, Rede, Sprache, (um 450 v. Chr.); idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Slang, fehlt DW, EWD s. u. Slang, Duden s. u. Slang; Son.: vgl. nndl. slang, Sb., Slang; nschw. slang, Sb., Slang; nnorw. slang, M., Slang; poln. slang, M., Slang; kymr. slang, M., F., Slang; lit. slengas, M., Slang; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche vereinfachte Umgangssprache bestimmter Gruppen; BM.: schwatzen?; F.: Slang, Slangs+FW; Z.: S-lang
Slapstick, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slapstick, Burleske, derb-komische Einlage in Lustspielen; ne. slapstick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. slapstick; E.: s. ne. slapstick, N., Slapstick, Pritsche; vgl. ne. slap, V., schlagen; von ndd. slapp, Adj., schlaff; mnd. slap, Adj., schlapp, schlaff, nicht gespannt, nicht prall, träge, energielos, kraftlos; s. ahd. slaf*, Adj., träge, schlaff, lässig; s. germ. *slapa-, *slapaz, Adj., schlaff, träge; s. idg. *slāb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655; vgl. idg. *lē̆b-, *lō̆b-, *lāb-, *slab-, *lₑb-, V., schlaff hängen, Pokorny 655 (1063/19) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt., slaw.); ne. stick, N., Stock; ae. sticca, sw. M. (n), Stecken (M.), Stock, Zeiger, Löffel (M.) (1); germ. *stekkō-, *stekkōn, *stekka-, *stekkan, *stikkō-, *stikkōn, *stikka-, *stikkan, sw. M. (n), Stecken (M.), Stange; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016; idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015; idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Slapstick, fehlt DW, Duden s. u. Slapstick; Son.: vgl. nndl. slap-stick, Sb., Slapstick; nschw. slapstick, Sb., Slapstick; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Niederdeutschen und dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für Menschen derb-komische Einlage in Lustspielen; BM.: schlaff, stechen; F.: Slapstick, Slapsticks+FW; Z.: Slap-stick
Slawist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Slawist, Gelehrter auf dem Gebiet der Slawistik oder der slawischen Sprachen; ne. Slavist, Slavicist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: von dem Volksstamm der Slawen; dessen Herkunft ungeklärt; über ein *scylavus und Vermischung mit mgr. Volksbezeichnung Σκλαβὁνοί (Sklabēnoí) zu mlat. sclavus, M., Sklave; s. gr. σκυλεύειν (skyleúein), V., Kriegsbeute machen; vgl. gr. σκῦλον (skylon), N., abgezogene Tierhaut, dem Feind abgenommene Rüstung, Beutestück, Kriegsbeute; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Slawist, fehlt DW, Duden s. u. Slawist; Son.: vgl. nschw. slavist, Sb., Slawist; nnorw. slavist, M., Slavist; poln. slawista, M., Slawist; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Slaw(e) und ist gebildete Bezeichnung für einen auf dem Gebiet der Slawistik oder der slawischen Sprachen tätigen Gelehrten oder Lehrer oder Forscher; BM.: ?; F.: Slawist, Slawisten+EW?; Z.: Slaw-ist
$Slawistik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Slawistik, Lehre und Forschung auf dem Gebiet der slawischen Sprachen; E.: s. Slawist, s. ik; L.: EWD s. u. Slawist, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Slawist und ik gebildete Bezeichnung für die Forschung und Lehre auf dem Gebiet der wohl in der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrtausends aus dem Urslawischen entwickelten slawischen Sprachen; F.: Slawistik+EW?; Z.: Slaw-ist-ik
$slawistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. slawistisch, Slawistik betreffend; E.: s. Slawist, s. isch; L.: EWD s. u. Slawist, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Slawist und isch gebildete Bezeichnung für Slawistik betreffend; F.: slawistisch, slawistische, slawistisches, slawistischem, slawistischen, slawistischer+EW?; Z.: slaw-ist-isch
Slibowitz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slibowitz, ein Pflaumenschnaps; ne. slivovitz, plum brandy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. serbo-kroat. šljivovica; E.: s. serbo-kroat. šljivovica, F., Slibowitz; vgl. serbo-kroat. šljiva, F., Pflaume; L.: Kluge s. u. Slibowitz, Duden s. u. Slibowitz; Son.: vgl. nndl. slivovitsj, slivovitz, Sb., Slibowitz; nschw. sliwowitz, Sb., Slibowitz; nnorw. slivovits, M., Slibowitz; poln. śliwowica, F., Slibowitz; kymr. slifofits, M., Slibowitz; lit. slivovica, F., Slibowitz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Serbo-Kroatischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Obstbrand aus Pflaumen (Pflaumenschnaps); BM.: Pflaume; F.: Slibowitz, Slibowitzes, Slibowitze, Slibowitzen+FW; Z.: Slib-o-witz
Slip, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slip, Schlüpfer, Unterhose; ne. panties, briefs; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. slip; E.: s. ne. slip, N., Slip, Unterhose, Unterrock; vgl. ne. slip, V., gleiten, schlüpfen; mnd. slippen, sw. V., gleiten, gleiten lassen, rutschen, fortgleiten; germ. *slippjan, sw. V., gleiten; idg. *sleib-, *leib-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 663, 960; s. idg. *lei- (3), *slei-, Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662 (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sel- (5), V., schleichen, kriechen, Pokorny 900 (1564/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Slip, EWD s. u. Slip, fehlt DW, Duden s. u. Slip; Son.: vgl. nndl. slipje, Sb., Unterhose; ne. slip, N., Unterrock, Unterkleid; frz. slip, M., Slip; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kleinere eng anliegende Unterhose deren Beinteil in der Beuge des Oberschenkels endet; BM.: schlüpfen bzw. gleiten; F.: Slip, Slips+FW; Z.: Sli-p
Slogan, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slogan, Motto, Wahlspruch; ne. slogan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. slogan; E.: s. ne. slogan, N., Slogan, Werbespruch; gäl. sluaghghairm, Sb., Kampfruf; gäl. sluagh, M., Heer; gäl. gairm, V., schreien, rufen; L.: Kluge s. u. Slogan, EWD s. u. Slogan, Duden s. u. Slogan; Son.: vgl. nndl. slogan, Sb., Slogan; frz. slogan, M., Slogan; nschw. slogan, Sb., Slogan; nnorw. slogan, N., Slogan; poln. slogan, M., Slogan; kymr. slogan, M., F., Slogan; nir. sluaghán, M., Slogan; lit. sloganas, M., Slogan; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Gälischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine besonders in Werbung und Politik verwendete möglichst einprägsame und nicht immer der Wirklichkeit entsprechende Redensart wie beispielsweise Just do it oder Wohnst du noch oder lebst du schon oder Vorsprung durch Technik oder Our challenge is life oder Wenn’s gut werden muss oder Der Natur zuliebe; BM.: Herr, schreien; F.: Slogan, Slogans+FW; Z.: Slog-an
$Slowfox, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Slowfox; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. ne. slow, s. ne. foxtrott; L.: EWD s. u. Foxtrott, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. slow und ne fox(trot) gebildete Bezeichnung für einen in dem 20. Jh. in England aus dem Foxtrott entwickelten anspruchsvollen Gesellschaftstanz; F.: Slowfox, Slowfoxes, Slowfoxe, Slowfoxen+FW; Z.: Slo-w—fox
Slum, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Slum, Elendsviertel; ne. slum (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. slum; E.: s. ne. slum, N., Slum, Elendsviertel, enge Gasse im Armeleuteviertel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Slums, EWD s. u. Slums, fehlt DW, Duden s. u. Slum; Son.: vgl. nndl. slum, Sb., Slum; nschw. slum, Sb., Slum; nnorw. slum, M., Slum; poln. slumsy, Sb. Pl., Slums; kymr. slym, F., Slum; nir. sluma, M., Slum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein Elendsviertel oder eine enge Gasse in einem Armeleuteviertel oder Elendsviertel einer Großstadt; BM.: enge Gasse in einem Armenviertel; F.: Slum, Slums+FW; Z.: Slum
Smaragd, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Smaragd, ein (tief)grüner Edelstein; ne. emerald (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. smaracte, smaragde, sw. M., Smaragd; mhd. smaract, smarac, smāract, smāraget, smārat, st. M., Smaragd; mnd. smaragd, M., Smaragd, grüner Edelstein; mnd. smaragdus, M., Smaragd, grüner Edelstein; lat. smaragdus, M., F., Smaragd, (96-55 v. Chr.); gr. σμάραγδος (smáragdos), F., M., Smaragd; wohl aus semitischer Quelle, vgl. hebr. bāreget, akkad. barakta; semit. brq, V., glänzen, blitzen; L.: Kluge 1. A. s. u. Smaragd, Kluge s. u. Smaragd, DW 14, 1334, EWD s. u. Smaragd, Duden s. u. Smaragd; Son.: vgl. nndl. smaragd, Sb., Smaragd; frz. émeraude, F., Smaragd; nschw. smaragd, Sb., Smaragd; nnorw. smaragd, M., Smaragd; poln. szmaragd, M., Smaragd; kymr. emerald, emrald, M., Smaragd; nir. smaragaid, F., Smaragd; lit. smaragdas, M., Smaragd; GB.: (smaract) seit 1130/1150 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie wohl dem Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen dem Menschen wertvollen (tief)grünen Edelstein; BM.: glänzen; F.: Smaragd, Smaragds, Smaragdes, Smaragde, Smaragden+FW(+EW); Z.: Smaragd
$smaragden, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. smaragden, Smaragd betreffend, wie Smaragd aussehend; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); L.: EWD s. u. Smaragd, DW 16, 1338; GB. (smaractīn) nach 1193 belegte und aus Smaragd und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Smaragd betreffend; F.: smaragden, smaragdene, smaragdenes, smaragdenem, smaragdenen, smaragdener+FW(+EW); Z.: smaragd-en
smart, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. smart, clever, schlau, gewitzt; ne. smart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. smart; E.: s. ne. smart, Adj., smart, schlau; ae. smeart, Adj., schmerzend, schmerzhaft; germ. *smarta-, *smartaz, Adj., schmerzend; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735?; idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. smart, fehlt DW, Duden s. u. smart, Heidermanns 518; Son.: vgl. afries. smert, Adj., scharf, schmerzend; nschw. smart, Adj., smart; nnorw. smart, Adj., smart; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in anderer Bedeutung mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für clever oder schlau oder gewitzt; BM.: schmerzen bzw. brennen; F.: smart, smarte, smartes, smartem, smarten, smarter(, smartere, smarteres, smarterem, smarteren, smarterer, smartest, smarteste, smartestes, smartestem, smartesten, smartester)+FW; Z.: smar-t
Smartphone, Smart Phone, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Smartphone; ne. smartphone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. smartphone; E.: s. ne. smartphone, N., Smartphone; vgl. ne. smart, Adj., smart, schlau; ae. smeart, Adj., schmerzend, schmerzhaft; germ. *smarta-, *smartaz, Adj., schmerzend; idg. *mer- (5), *merə-, *merh₂-, V., reiben, packen, zerdrücken, rauben, Pokorny 735?; idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Smartphone; Son.: vgl. nndl. smartphone, Sb., Smartphone; frz. smartphone, M., Smartphone; nschw. smartphone, Sb., Smartphone; nnorw. smarttelefon, M., Smartphone; poln. smartfon, M., Smartphone; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen als kleiner Computer entwickeltes und verwendetes Mobiltelefon mit Touchscreen und der Möglichkeit zusätzliche Funktionen wie Applikationen (Apps) oder Global Positioning System (GPS) darauf einzurichten; BM.: schlaues Telefon bzw. schmerzen bzw. brennen, sprechen; F.: Smartphone, Smartphones, Smart Phone, Smart Phones+FW; Z.: Smar-t-pho-n-e
Smiley, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Smiley, lächelndes Strichgesicht; ne. smiley (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. smiley; E.: s. ne. smiley, N., Smiley; vgl. ne. smile, V., lächeln; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Altnordischen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Smiley; Son.: vgl. nndl. smiley, Sb., Smiley; nschw. smiley, Sb., Smiley; nnorw. smiley, M.?, Smiley; poln. smiley, M., Smiley; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und aus ne. smil(e) (lächeln) und ey (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Emoticon in Form eines stilisierten lächelnden Strichgesichts; BM.: lächeln; F.: Smiley, Smileys+FW(+EW?); Z.: Smil-ey
Smog, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Smog, Rauch; ne. smog; Vw.: -; Hw.: s. Schmauch, schmauchen; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. smog; E.: s. ne. smog, N., Smog, Rauch; Kreuzung von ne. smoke, N., Rauch; ae. smoca, sw. M. (n), Rauch; germ. *smauki-, *smaukiz, st. M. (i), Rauch; s. idg. *smeuk-, *meuk-, *smeug-, *meug-, *smeugʰ-, *meugʰ-, V., Sb., rauchen, Rauch, Pokorny 971? (1676/148) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); und ne. fog, N., Nebel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Smog, fehlt DW, EWD s. u. Smog, Duden s. u. Smog; Son.: vgl. nndl. smog, Sb., Smog; frz. smog, M., Smog; nschw. smog, Sb., Smog; nnorw. smog, M., Smog; poln. smog, M., Smog; lit. smogas, M., Smog; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie dort aus smoke (Rauch) und fog (Nebel) gebildete Bezeichnung für den sachlich seit der Industrialisierung durch Abgase hervorgerufenen Dunst über Großstädten und Industriegebieten; BM.: Rauch, Nebel; F.: Smog, Smogs+FW; Z.: Smo-g
Smoking, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Smoking, schwarzer Gesellschaftsanzug; ne. tuxedo, dinner-jacket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. smoking-jacket; E.: s. smoking-jacket, M., Anzug zum Rauchen; vgl. ne. smoke, V., rauchen; ae. smocian, sw. V. (1?) (2?), rauchen, räuchern; germ. *smaukjan?, sw. V., rauchen; germ. *smukōn, sw. V., rauchen; s. idg. *smeuk-, *meuk-, *smeug-, *meug-, *smeugʰ-, *meugʰ-, V., Sb., rauchen, Rauch, Pokorny 971? (1676/148) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu idg. *smel- (1), V., brennen, schwelen, Pokorny 969? (1671/143) (RB. idg. aus kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Smoking, fehlt DW, EWD s. u. Smoking, Duden s. u. Smoking; Son.: vgl. nndl. smoking, Sb., Smoking; nschw. smoking, Sb., Smoking; nnorw. smoking, Sb., Smoking; poln. smoking, M., Smoking; lit. smokingas, M., Smoking; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen smoking(-jacket) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen meist schwarzen Abendanzug mit seidenen Revers; BM.: rauchen bzw. brennen; F.: Smoking, Smokings, Smokinge, Smokingen+FW(+EW); Z.: Smok-ing
Smutje, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Smutje, Schiffskoch; ne. ship’s cook; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl gebildet zu smud, Sb., große Hitze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Smutje, fehlt DW, Duden s. u. Smutje; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht zu smud, Sb., große Hitze gebildete und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Schiffskoch; BM.: große Hitze?; F.: Smutje, Smutjes+EW?; Z.: Smut-je
Snack, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Snack, schmackhafter kleiner Imbiss; ne. snack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. snack; E.: s. ne. snack, N., Snack; vgl. ne. snack, V., schnappen, beißen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von mnl. snacken, V., beißen; einer Variante von schnappen (s. d.); L.: Kluge s. u. Snack, fehlt DW, Duden s. u. Snack; Son.: vgl. nndl. snack, Sb., Snack; frz. snack, M., Snack; nschw. snack, Sb., Snack; nnorw. snackbar, M., Snackbar; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit schnappen verbindbare Bezeichnung für einen schmackhaften kleinen Imbiss; BM.: schnappen; F.: Snack, Snacks+FW; Z.: Snack
Snob, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Snob, übertrieben vornehm tuender Mensch; ne. snob; Vw.: -; Hw.: s. Snobismus; Q.: nach 1850; I.: Lw. ne. snob; E.: s. ne. snob, M., Snob; von einem nordenglischen Dialektwort für Flickschuster; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Snob, fehlt DW, EWD s. u. Snob, Duden s. u. Snob; Son.: die frühere Erklärung als Abkürzung für lat. sine nobilitate wurde aufgegeben; vgl. nndl. snob, Sb., Snob; frz. snob, M., Snob; nschw. snobb, Sb., Snob; nnorw. snobb, M., Snob; poln. snob, M., Snob; kymr. snob, M., Snob; lit. snobas, M., Snob; GB.: seit nach 1850 belegte und vielleicht aus einem ne. Dialektwort für Flickschuster aufgenommene Bezeichnung für einen übertrieben vornehm tuenden Menschen; BM.: Flickschuster; F.: Snob, Snobs+FW; Z.: Snob
Snobismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Snobismus, Blasiertheit; ne. snobism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. snobism; E.: s. ne. snobism, N., Snobismus; vgl. ne. snob, M., Snob; von einem nordenglischen Dialektwort für Flickschuster; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Snob, EWD s. u. Snob, fehlt DW, Duden s. u. Snobismus; Son.: vgl. frz. snobisme, M., Snobismus; nnorw. snobbisme, M., Snobismus; poln. snobizm, M., Snobismus; kymr. snobyddiaeth, F., Snobismus; lit. snobizmas, M., Snobismus; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie aus snob und ism gebildete Bezeichnung für das Verhalten eines Snobs oder Blasiertheit; BM.: Flickschuster; F.: Snobismus, Snobismen+FW(+EW?); Z.: Snob-ism-us
$snobistisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. snobistisch; E.: s. Snob, s. ist (Suff.), s. isch (Suff.);L.: Kluge s. u. Snob, EWD s. u. Snob, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ne. snob und ist sowie isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für Snob betreffend oder sich wie ein Snob verhaltend; F.: snobistisch, snobistische, snobistisches, snobistischem, snobistischen, snobistischer(, snobistischere, snobistischeres, snobistischerem, snobistischeren, snobistischerer, snobistischst, snobistischste, snobistischstes, snobistischstem, snobistischsten, snobistischster)+FW(+EW); Z.: snob-ist-isch
Snowboard, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Snowboard, ein Wintersportgerät für ein Gleiten auf Schnee; ne. snowboard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. ne. snowboard; E.: s. ne. snowboard, N., Snowboard; vgl. ne. snow, N., Schnee; ae. snāw, st. M. (wa), Schnee; germ. *snaiwa-, *snaiwaz, *snaigwa-, *snaigwaz, st. M. (a), Schnee; s. idg. *sneigᵘ̯ʰ-, V., schneien, ballen, Pokorny 974 (1682/154) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. board, N., Brett; ae. bord (2), st. N. (a), Brett, Planke, Tafel, Tisch; germ. *burda- (1), *burdam, st. N. (a), Brett, Tisch; idg. *bʰr̥dʰo-, Sb., Brett, Pokorny 138; s. idg. *bʰeredʰ-, V., schneiden, Pokorny 138 (219/52) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Snowboard; Son.: vgl. nndl. snowboard, Sb., Snowboard; frz. snowboard, M., Snowboard; nschw. snöbräda, Sb., Snowboard; nnorw. snøbrett, N., Snowboard; poln. snowboard, M., Snowboard; GB.: seit 4. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und dort aus snow und board gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes als Sportgerät dienendes Brett für ein Gleiten auf Schnee; BM.: schneien, spalten; F.: Snowboard, Snowboards+FW; Z.: Snow—boar-d
so, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. so, auf diese Weise; ne. so; Vw.: s. al-, -fort, -tan; Hw.: s. als, sotan; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. sō, Adv., so, deshalb, dann, als; mnd. sō (2), Adv., so, auf diese Weise, in diesem Ausmaß, derart, solch, in gleichem Maße; mnl. sō, Adv., so; ahd. sō, Adv., Konj., so, ebenso, also, da, darauf, als, solange, wenn, auf diese Art, auf diese Weise, von solcher Art; as. sō (1), Adv., Konj., so, wie, als ob, wenn, indem, als, da, so dass; anfrk. sō, Adv., Konj., so, wenn, als; germ. *swē, Adv., so; idg. *su̯e-, Partikel, so, wie, wenn, Pokorny 884; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. so, Kluge s. u. so, EWD s. u. so, DW 16, 1341, Falk/Torp 543, Duden s. u. so, Bluhme s. u. so; Son.: vgl. afries. sā, sō, Adv., Konj., so, wenn, oder, als, wie; saterl. so, Adv., Konj., so, wenn, als, wie; ae. swā, se (1), swǣ, swē, Adv., Konj., so, wie, folglich, sofern, so dass; an. svā, Adv., so, sogleich, auch, solch; got. swē, relat. Adv., Konj., wie, gegen, als, da; got. swa, Adv., so; nndl. zo, Adv., so; nschw. så, Adv., so; nnorw. så, Adv., so; gr. ὅς (hós), Adv., wie; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung um einen Zusammenhang näher zu beschreiben (auf diese Weise); BM.: für sich; F.: so+EW; Z.: so
Socke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Socke, kurzer Strumpf; ne. sock (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sockel; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. soc, st. M., sw. M., Socke; mhd. socke, sw. M., Socke, Schlüpfschuh; mnd. sok, socke, M., F., Socke, Fußbekleidung, Überschuh, Stiefel aus Tuch bzw. Filz, Schuhfutter; mnl. soc, M., Socke; ahd. sok, st. M. (a?), Schuh, Schlüpfschuh; as. sok, sokk, st. M. (a?), Socke; lat. soccus, M., leichter Schuh, niedriger Schuh, (um 250-184 v. Chr.); gr. *σοκχος (sokchos), συκχίς (sykchís), M., Art Schuh; Lw. aus dem Osten; L.: Kluge 1. A. s. u. Socke, Kluge s. u. Socke, DW 16, 1389, EWD s. u. Socke, Duden s. u. Socke, Bluhme s. u. Socke; Son.: vgl. nndl. sok, Sb., Socke; nschw. sokka, Sb., Socke; nnorw. sokk, M., Socke; kymr. socsen, F., Socke; GB.: seit Mitte 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kurzen bis an die Wade oder in die Mitte der Wade reichenden Strumpf; BM.: niedriger Schuh; F.: Socke, Socken+FW(+EW?); Z.: Sock-e
Sockel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sockel, Fundament, Unterbau, Block; ne. pedestal, socle (ält.); Vw.: -; Hw.: s. Socke; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. socle; E.: s. frz. socle, M., Sockel; lat. socculus, M., Schühlein, leichte Sandale, kleiner Schuh, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. soccus, M., leichter Schuh, niedriger Schuh, (um 250-184 v. Chr.); gr. *σοκχος (sokchos), συκχίς (sykchís), M., Art Schuh; Lw. aus dem Osten; L.: Kluge s. u. Sockel, EWD s. u. Sockel, DW 16, 1392, Duden s. u. Sockel, Bluhme s. u. Sockel; Son.: vgl. nndl. sokkel, Sb., Sockel; nschw. sockel, Sb., Sockel; nnorw. sokkel, M., Sockel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Unterbau oder Block auf dem etwas steht; BM.: kleiner Schuh; F.: Sockel, Sockels, Sockeln+FW; Z.: Sock-el
Sod, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Sod, Sodbrennen, Sieden; ne. heartburn; Vw.: s. -brennen; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sōt, st. M., st. N., Siedendes, Sieden, Brühe, Gesottenes, Wallen, Aufwallen, Seufzen, Jammer, siedende Flüssigkeit, Siedewasser, Sud, Speise, Spülwasser, siedender Schwefel, Höllenpech, Höllenpfuhl, Brunnen, Ziehbrunnen; mnd. sōt (1), söt, soet, soͤt, soit, zood, M., Sod, Quelle, aufwallendes Wasser, gegrabener Brunnen, offener Brunnen; ahd. sod*, st. M. (a), Gesottenes, Siedendes, Brühe; as. *sôth? (1), st. M. (a), Sod, Brunnen; germ. *sauþa-, *sauþaz, st. M. (a), Kochen, Sieden, Quelle, Brunnen; vgl. idg. *seu- (4), *seut-, *h₂seut-, V., sieden, sich bewegen, aufwallen, Pokorny 914 (1594/66) (RB. idg. aus ind.?, iran., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sod, DW 16, 1394, Falk/Torp 443, Seebold 401, Duden s. u. Sod; Son.: vgl. afries. -; afries. sâth, st. M. (a), Brunnen; saterl. sâd; ae. séaþ, st. M. (a?, u?), Höhle, Grube, Brunnen, Quelle, See (M.); an. seyðr, st. F. (ō), Wirbelstrom, wallender Strom; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sieden (und vergleichbares Sodbrennen); BM.: sieden bzw. sich bewegen; F.: Sod, Sodes, Sods, Sode, Soden+EW; Z.: So-d
Soda, nhd., N., F., (18. Jh.): nhd. Soda, Natriumsalz der Kohlensäure, Getränk mit Kohlensäure; ne. soda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. span. soda; E.: s. span. soda, F., Soda; arab. suwwād, Sb., eine Pflanze aus deren Asche Menschen Soda gewinnen können; L.: Kluge s. u. Soda, DW 16, 1397, EWD s. u. Soda, Duden s. u. Soda, Bluhme s. u. Soda; Son.: vgl. nndl. soda, Sb., Soda; frz. soude, F., Soda; nschw. soda, Sb., Soda; nnorw. soda, M., Soda; poln. soda, F., Soda; kymr. soda, M., Soda; nir. sóid, F., Soda; lit. soda, F., Natron; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein Natriumsalz der Kohlensäure und ein mit Kohlensäure versetztes Getränk sowie eine Pflanze aus deren Asche Menschen Soda gewinnen können; BM.: ein Pflanzenname; F.: Soda, Sodas+FW; Z.: Soda
Sodbrennen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Sodbrennen, brennende Empfindung in der Speiseröhre; ne. heartburn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. Sod, brennen; L.: Kluge 1. A. s. u. Sod, Kluge s. u. Sodbrennen, DW 16, 1398, EWD s. u. Sodbrennen, Duden s. u. Sodbrennen, Bluhme s. u. Sodbrennen; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine sich bei manchen Menschen nach dem Genuss mancher Speisen oder Getränke von dem Magen über die Speiseröhre bis in den Rachenraum ausbreitende brennende Empfindung; BM.: sieden bzw. sich bewegen, durch starke Wärme beeinflussen?; F.: Sodbrennen, Sodbrennens+EW; Z.: So-d—bren-n-en
Sode, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sode, Rasenstück, Torfstück; ne. turf, sod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. sōde (1), soede, F., Sode, (von Menschen mit dem Spaten ausgestochenes) Rasenstück oder Torfstück; mnl. sōde, F., Rasenstück; afries. sâtha, sw. M. (n), Rasen (M.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Sode, DW 16, 1398, EWD s. u. Sode, Sode, Bluhme s. u. Sode; Son.: vgl. nndl. zode, Sb., Sode; GB.: seit 17. Jh. mnd. und mnl. (sowie afries.) belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein Stück Rasen (M.) oder Torf; BM.: Rasen (M.); F.: Sode, Soden+EW; Z.: Sod-e
Sodomie, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sodomie, homosexuelle Handlung von Männern; ne. sodomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1272 (Jans von Wien Werke); E.: mhd. sodomā, Sb., Sodomie; mnd. sodomicum, F., Sodomie; lat. sodomīa, F., Sodomie, (540-604 n. Chr.); lat. Sodoma, F.=ON, Sodom; s. gr. Σόδομα (Sódoma), F.=PN, Sodom; aus dem Hebräischen; L.: Kluge s. u. Sodomie, DW 16, 1400 (Sodomei), Duden s. u. Sodomie; Son.: vgl. nndl. sodomie, Sb., Sodomie; frz. sodomie, F., Sodomie; nschw. sodomi, Sb., Sodomie; nnorw. sodomi, M., Sodomie; poln. sodomia, F., Sodomie; kymr. sodomiaeth, F., Sodomie; nir. sodamacht, F., Sodomie; lett. sodomija, F., Sodomie; GB.: (sodomā) seit um 1272 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen und Hebräischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den Geschlechtsverkehr von Menschen mit Tieren und früher auch für einen Geschlechtsverkehr zwischen Männern; BM.: ON (nach den für sexuelle Ausschweifungen bekannten Einwohnern des von Hebräern bewohnten Ortes Sodom); F.: Sodomie+FW; Z.: Sodom-ie
Sofa, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sofa, Couch, ein geposlstertes Sitzmöbel; ne. sofa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. sofa, it. sofa; E.: s. frz. sofa, M., Sofa; it. sofa, M., Sofa; arab. ṣuffa, Sb., Ruhebank; L.: Kluge s. u. Sofa, DW 16, 1400, EWD s. u. Sofa, Duden s. u. Sofa; Son.: vgl. nndl. sofa, Sb., Sofa; nschw. soffa, Sb., Sofa; nnorw. sofa, M., Sofa; poln. sofa, F., Sofa; kymr. soffa, F., Sofa; lit. sofa, F., Sofa; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für ein für mehrere Menschen Platz bietendes gepolstertes Sitzmöbel mit Rückenlehne und Armlehnen; BM.: Ruhebank; F.: Sofa, Sofas+FW; Z.: Sofa
$sofern, nhd., Konj., (16. Jh.): nhd. sofern, soweit; L.: Kluge 1. A. s. u. sofern, DW 16, 1402, EWD s. u. so; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus so und fern gebildete Bezeichnung für soweit; F.: sofern+EW; Z.: so—fer-n
sofort, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. sofort, sogleich, gleich, unmittelbar; ne. immediately, promptly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. sōvōrt, Adv., sofort, gleich darauf, sogleich; s. mnd. sō (2), Adv., so, auf diese Weise, in diesem Ausmaß, derart, solch, in gleichem Maße; s. as. sō (1), Adv., Konj., so, wie, als ob, wenn, indem, als, da, so dass; germ. *swē, Adv., so; idg. *su̯e-, Partikel, so, wie, wenn, Pokorny 884; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); mnd. vōrt (1), voirt, furt, vord, vōrde, Adv., fort, weg, hinweg, von dannen, fürder, hinwärts, weit weg, weit verbreitet, sodann; as. forth, Adv., vorwärts, hervor, fort, fortan, sofort, weiter; germ. *furþa, Adv., fort; idg., *pr̥-, Adv., Adj., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. sofort, DW 16, 1404, EWD s. u. so, Duden s. u. sofort; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus so und fort gebildete Bezeichnung für sogleich oder gleich oder unmittelbar nach einem bestimmten Geschehen erfolgend; BM.: für sich, vorwärts; F.: sofort+EW; Z.: so—for-t
$sofortig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sofortig, gleich, umgehend; E.: s. sofort, s. ig; L.: DW 16, 1404, EWD s. u. so; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sofort und ig gebildete Bezeichnung für gleich oder umgehend; F.: sofortig, sofortige, sofortiges, sofortigem, sofortigen, sofortiger+EW; Z.: so—for-t-ig
soft, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. soft, weich, sanft; ne. soft; Vw.: -; Hw.: s. sanft; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. soft; E.: s. ne. soft, Adj., weich, sanft; ae. sōfte, Adv., sanft, mild, ruhig, angenehm; vgl. germ. *samþja-, *samþjaz?, Adj., bequem, leicht; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. soft, fehlt DW, Duden s. u. soft; Son.: meist als Vorsilbe verwendet wie beispielsweise bei Softeis oder Software; vgl. nndl. soft, Adj., soft; frz. soft, Adj., soft; nschw. soft…, Präf., soft…; nnorw. soft…, Präf., soft…; poln. soft…, Präf., soft…; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und jenseits des Altenglischen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weich oder sanft; BM.: eins; F.: soft, softe, softes, softem, soften, softer(, softere, softeres, softerem, softeren, softerer, softest, softeste, softestes, softestem, softesten, softester)+FW; Z.: sof-t
Sog, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sog, saugende Strömung; ne. untertow, pull (N.); Vw.: -; Hw.: s. saugen, säugen; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. soch, sogh, sogg, sāg, N., Sog, Saugen (N.), Saugung, Einsaugen von Muttermilch; vgl. mnd. sȫgen (1), soegen, soͤgen, sw. V., säugen, Brust geben, zu saugen geben, nähren, freundlich erweisen, mit freundlichen Worten füttern; as. sôgian*, sw. V. (1a), säugen; germ. *saugjan, sw. V., säugen; idg. *seuk-, *sū̆k-, Sb., V., Saft, saugen, Pokorny 912; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Sog, DW 16, 1404, EWD s. u. saugen, Duden s. u. Sog, Bluhme s. u. Sog; Son.: vgl. nndl. zog, Sb., Sog; nschw. sug, Sb., N., Sug; nnorw. sug, N., Sog; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und über saugen und säugen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine saugende Strömung in Luft oder Wasser; BM.: rinnen bzw. saugen; F.: Sog, Soges, Sogs, Soge, Sogen+EW; Z.: So-g
$sogar, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. sogar, so gänzlich, obendrein, überdies, auch; E.: s. so, s. gar; L.: EWD s. u. so, DW 16, 1404; GB.: seit 18. belegte und durch Zusammenrückung von so und gar gebildete Bezeichnung für so gänzlich oder obendrein oder überdies oder auch; F.: sogar+EW; Z.: so—gar
$sogleich, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. sogleich, sofort, unmittelbar; E.: s. so, s. gleich; L.: Kluge s. u. sogleich, DW 16, 1407, EWD s. u. so; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus so und gleich gebildete Bezeichnung für gleich oder sofort oder unmittelbar nach einem bestimmten Geschehen erfolgend; F.: sogleich+EW; Z.: so—g-leich
Sohle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sohle, Lauffläche eines Fußes, untere Fläche der Fußbekleidung; ne. sole (N.) (1); Vw.: Brand-; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. sole, sw. F., Schuhsohle; mhd. sol (2), sw. F., Sohle, Huf, Schuhsohle, Grundfläche eines Stollens; mnd. sōle (1), solle, F., (M.), Sohle, Schuhsohle, Stiefelsohle, Fußsohle; mnd. sāle (4), F., Sohle; mnl. sōle, F., Sohle; ahd. sola, st. F. (ō), sw. F. (n), Sohle, Fuß, Fußsohle, Sandale; as. sola*, sw. F. (n), Sohle, Fußsohle; anfrk. -; lat. sola, N., Pl., Böden, Fußsohlen; lat. solum, N., Boden, Fußboden, Fußsohle, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. (*su̯el-) (3), *su̯ol-, *sul-, Sb., Sohle, Grund, Pokorny 1046 (1803/275) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sohle 2, Kluge s. u. Sohle, DW 16, 1408, EWD s. u. Sohle, Duden s. u. Sohle, Bluhme s. u. Sohle; Son.: vgl. nndl. zool, Sb., Sohle; frz. sol, M., Boden; nschw. sula, Sb., Sohle; nnorw. såle, M., Sohle; GB.: (sola) seit 810-817 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lauffläche eines Fußes und die untere Fläche einer Fußbekleidung; BM.: Grund; F.: Sohle, Sohlen+EW; Z.: Sohl-e
$Sohle (2), nhd., F.: nhd. ein Fisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Sohle 1, DW 16, 1408ff. (ein Name des Plattfischs); GB.: s. Plattfisch; F.: Sohle, Sohlen+EW; Z.: Sohl-e
$sohlen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. sohlen; Vw.: s. ver-; E.: s. Sohl(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sohle, DW 16, 1408?, EWD s. u. Sohle,; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Sohl(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Fußbekleidung von Menschen mögliches mit einer Sohle versehen (V.); F.: sohlen, sohle (!), sohlst, sohlt, sohlest, sohlet, sohlte, sohltest, sohlten, sohltet, gesohlt, ##gesohlt, gesohlte, gesohltes, gesohltem, gesohlten, gesohlter##, sohlend, ###sohlend, sohlende, sohlendes, sohlendem, sohlenden, sohlender###, sohl (!)+EW; Z.: sohl-en
Sohn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sohn, direkter männlicher Nachkomme; ne. son; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. sun, suon, son, sūn, mmd., st. M., Sohn, direkter männlicher Nachkomme, männliches Tierjunges; mnd. sȫne (1), söne, soene, sōne, sone, sönne, soͤnne, sune, M., Sohn, Schwiegersohn, männlicher Nachkomme; mnl. sōne, zuene, M., Sohn; ahd. sunu, sun, st. M. (u, i), Sohn; as. sunu, st. M. (u), Sohn; mnd. sone, M., Sohn; anfrk. -; germ. *sunu-, *sunuz, st. M. (u), Sohn; idg. *sūnús, *sui̯ús, M., Geburt, Sohn, Pokorny 913; s. idg. *seu- (2), *seu̯ə-, *sū̆-, V., gebären, Pokorny 913 (1592/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sohn, Kluge s. u. Sohn, DW 16, 1419, EWD s. u. Sohn, Falk/Torp 441, Duden s. u. Sohn, Bluhme s. u. Sohn; Son.: vgl. afries. sunu, sune, sone, son, st. M. (u), Sohn; saterl. sone, M., Sohn; ae. sunu, st. M. (u), Sohn, Nachkomme, Junges; an. sonr, sunr, st. M. (u), Sohn; got. sunus, st. M. (u), Sohn; nndl. zoon, Sb., Sohn; nschw. son, Sb., Sohn; nnorw. sønn, M., Sohn; ai. sūnú-, M., Sohn; gr. υἱός (hyiós), M., Sohn, Spross; air. suth, Sb., Frucht, Geburt; lit. sūnùs, M., Sohn; ksl. synŭ, M., Sohn; toch. A se, M., Sohn; toch. B soy, M., Sohn; GB.: (sunu) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen unmittelbaren männlichen Nachkommen eines Menschen in Gegensatz zu einer Tochter oder Enkeln; BM.: gebären; F.: Sohn, Sohnes, Sohns, Söhne, Söhnen+EW; Z.: Soh-n
sohr, nhd. (ält.), Adj., (15. Jh.): nhd. sohr, dürr, ausgedörrt, welk; ne. arid, parched; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. sōr, sār, sǖr, sǖre, Adj., trocken, dürr, abgestorben, kraftlos, ausgetrocknet, mager, regenarm, austrocknend; mhd. sōr, Adj., trocken, dürr; mnl. soor, Adj., trocken; as. *sôr?, *sâr?, Adj., trocken; ahd. -; anfrk. -; germ. *sauza-, *sauzaz, Adj., trocken; germ. *suz-, V., trocknen?; idg. *saus-, *sus-, Adj., trocken, dürr, Pokorny 880 (1540/12) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. sohr, DW 16, 1425, Falk/Torp 447, Heidermanns 471, Duden s. u. sohr; Son.: vgl. afries. -; ae. séar, Adj., trocken, dürr, unfruchtbar; an. seyra (1), sw. F. (n), Not, Bedrängnis, Hungersnot; got. -; nndl. zoor, Adj., sohr?; gr. αὖος (auos), αὗος (hauos), Adj., dürr, trocken, dumpf, arm; lit. saũsas, Adj., trocken, dürr; lett. sust, V., trocken werden; ksl. suchŭ, Adj., trocken, dürr; GB.: seit 15. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches dürr oder ausgedörrt oder welk; BM.: trocken; F.: sohr, sohre, sohres, sohrem, sohren, sohrer(, sohrere, sohreres, sohrerem, sohreren, sohrerer, sohrst, sohrste, sohrstes, sohrstem, sohrsten, sohrster)+EW; Z.: sohr
soigniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. soigniert, gepflegt, vornehm, reif; ne. soigné, elegant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. soigné; E.: s. frz. soigné, Adj., soigniert, gepflegt; vgl. frz. soigner, V., pflegen, bewahren; von frk. *sunnjōn, V., sorgen für; germ. *sōnjan, sw. V., stillen, versöhnen, sühnen; L.: Kluge s. u. soigniert, fehlt DW, Duden s. u. soigniert; Son.: vgl. nndl. gesoigneerd, Adj., soigniert; nschw. soignerad, Adj., soigniert; nnorw. soignert, Adj., soigniert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gepflegt oder vornehm oder reif; BM.: sorgen für; F.: soigniert, soignierte, soigniertes, soigniertem, soignierten, soignierter(, soigniertere, soignierteres, soignierterem, soignierteren, soignierterer, soigniertest, soignierteste, soigniertestes, soigniertestem, soigniertesten, soigniertester)+FW; Z.: soign-ier-t
Soiree, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Soiree, festliche Abendveranstaltung; ne. soiree; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. soirée; E.: s. frz. soirée, F., Soiree, Abendveranstaltung; vgl. frz. soir, M., Abend; lat. sēra, F., später Abend, Abend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sērus, Adj., spät, langsam, lange dauernd, spät in Erfüllung gehend; vgl. idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Soiree, fehlt DW, Duden s. u. Soiree; Son.: vgl. nndl. soiree, Sb., Soiree; nschw. soaré, Sb., Soiree; nnorw. soaré, M., Soiree; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit ausgerichtete und besuchte festliche Abendveranstaltung; BM.: senden bzw. säen; F.: Soiree, Soireen+FW; Z.: Soi-r-ee
Soja, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Soja, Sojabohne; ne. soy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. soja; E.: s. nndl. soja, Sb., Soja; von jap. shōyu, Sb., Sojasoße; chin. chǐyóu, Sb., Soja; L.: Kluge s. u. Soja, fehlt DW (dort aber Sojablume), Duden s. u. Soja, Bluhme s. u. Soja; Son.: vgl. frz. soja, M., Soja; nschw. soja, Sb., Soja; nnorw. soya, M., Soja; poln. soja, F., Soja; kymr. soi, M., Soja; nir. anlann soighe, M., Soja, Sojabohne; lit. soja, F., Soja; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Japanischen und Chinesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit rund 1700-1100 v. Chr. in Nordchina als Nahrungspflanze angebaute und in der Gegenwart wegen des massenhaften Anbaus umweltschädlich wirkende sowie wegen der enthaltenen Phytoöstrogene problematische niederige und buschige Pflanze mit meist behaarten Stängeln und Blättern und kleinen weißen oder violetten Blüten und kleinen runden oder nierenförmigen Samen in langen Hülsen beziehungsweise die Samen der Bohne dieser Pflanze; BM.: ?; F.: Soja, Sojas, Sojen+FW; Z.: Soj-a
solar, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. solar, die Sonne betreffend, zu der Sonne gehörig, Sonnen…; ne. solar (Adj.); Vw.: s. -plexus; Hw.: s. Söller; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sōlārius; E.: s. lat. sōlārius, Adj., zur Sonne gehörig Sonne betreffend, Sonnen..., (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein, Sonnenhitze; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. solar, fehlt DW (dort aber solarisch), EWD s. u. solar, Duden s. u. solar; Son.: vgl. nndl. solair, Adj., solar; frz. solaire, Adj., solar; nschw. sol-, Präf., solar, Sonnen…; nnorw. solar, Adj., solar; lit. saulės, Adj., solar; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Sonne betreffend oder zu der Sonne gehörig; BM.: Sonne; F.: solar, solare, solares, solarem, solaren, solarer+FW; Z.: sol-ar
Solarium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Solarium, Sonnenbank; ne. solarium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. sōlārium; E.: s. lat. sōlārium, N., der Sonne ausgesetzter Ort, flaches Dach, Söller, Altan, Terrasse, Sonnenuhr, Obergeschoss; vgl. lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein, Sonnenhitze; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Solarium; Son.: vgl. frz. solarium, M., Solarium; nschw. solarium, N., Solarium; nnorw. solarium, N., Solarium; kymr. solariwm, M., Solarium; poln. solarium, M.?, Solarium; lit. solariumas, M., Solarium; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes Gerät mit künstlich ultraviolette Strahlung erzeugenden Lichtquellen (Sonnenbank) zu einer von Menschen gewünschten Bräunung der Haut des Körpers ohne natürliche Sonneneinstrahlung; BM.: Sonne; F.: Solarium, Solariums, Solarien+FW; Z.: Sol-ar-i-um
Solarplexus, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Solarplexus, Sonnengeflecht; ne. solar plexus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sōlārius, Adj., zur Sonne gehörig Sonne betreffend, Sonnen..., (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein, Sonnenhitze; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. plectere, V., flechten, ineinanderflechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Solarplexus; Son.: vgl. frz. plexus solaire, M., Plexus; nschw. solarplexus, Sb., Solarplexus; nnorw. solarplexus, M., Solarplexus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Geflecht aus Fasern und zwei Knoten des vegetativen Nervensystems in der Form eines unregelmäßigen Ringes mit Strahlen zwischen Brustbein und Bauchnabel auf der Höhe des Übergangs von der Brustwirbelsäule zu der Lendenwirbelsäule bei dem Menschen und höheren Säugetieren das beispielsweise Atmung oder Verdauung ohne bewusste Willensbildung steuert; BM.: Sonne, falten; F.: Solarplexus+FW; Z.: Sol-ar—ple-x-us
$Solbad, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Solbad; E.: s. Sol(e), s. Bad; L.: DW 16, 1427, EWD s. u. Sole; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sol(e) und Bad gebildete Bezeichnung für ein Bad in salzhaltigem Wasser (Sole) und für einen Ort an dem Sole von Menschen für Bäder genutzt wird; F.: Solbad, Solbades, Solbads, Solbäder, Solbädern+EW; Z.: So-l—ba-d
solch, nhd., Pron., Adj., (8. Jh.): nhd. solch, so beschaffen (Adj.); ne. such; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. solich, solch, solh, sölch, sölh, solech, sölich, sölk, Pron., Adj., so gestaltet, beschaffen (Adj.), so beschaffen (Adj.), solch, solche, so eine, so, so groß, derartig; mnd. sülik*, sülk, süllik, sulk, sük, suck, Pron., so beschaffen (Adj.), solch; mnd. sölīk* (1), sollik, söllik, sollek, sölk, solk, sük, Adj., solch, derartig, so ein, so beschaffen (Adj.); mnl. sulc, swilk, Pron., solch; ahd. sulīh, solīh, Pron.-Adj., solch, derartig, so beschaffen (Adj.), so, von der Art; as. sulīk, Pron., Adj., solch; anfrk. -; germ. *swalīka-, *swalīkaz, Pron., Adj., so beschaffen (Adj.), solch; s. idg. *su̯e-, Partikel, so, wie, wenn, Pokorny 884; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. solch, Kluge s. u. solch, EWD s. u. soch(er), DW 16, 1427, Falk/Torp 543, Duden s. u. solch, Bluhme s. u. solch; Son.: vgl. afries. sā̆lik, sā̆lk, sēlik, sēlk, Pron., solch, einig; nfries. suk, sok, Pron., solch; afries. sulik, sullik, suk, Adj., solch; ae. swelc, swilc, Pron., solch; an. slīkr (2), Pron., solch; got. swaleiks, st. Pron. Adj. (a), so beschaffen (Adj.), solch; nndl. zulch, Pron., solch; nschw. slik, Pron., solch; nnorw. slik, Pron., solch; GB.: seit 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fürwort) für so beschaffen (Adj.); BM.: für sich, gleich; F.: solch, solche, solches, solchem, solchen, solcher+EW; Z.: so-lch
Sold, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sold, Lohn; ne. pay (N.); Vw.: -; Hw.: s. Söldner; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. solt (1), salt, st. M., Sold, Lohn, Belohnung, Bezahlung, Schuld, Pflicht (F.) (1), Dienst, Gabe, Geschenk, Unterstützung; mnd. solt (1), tzolt, czolt, szolt, M., N., Sold, Lohn, Gehalt, Besoldung, Stipendium, Löhnung für Kriegsknechte; mfrz. solde, M., Sold; afrz. solde, M., Münze; it. soldo, M., Münze; lat. solidus, M., Goldmünze, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, echt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sold, Kluge s. u. Sold, DW 16, 1433, EWD s. u. Sold, Duden s. u. Sold, Bluhme s. u. Sold; Son.: vgl. nndl. soldij, Sb., Sold; frz. solde, M., Sold; nschw. sold, Sb., Sold; nnorw. sold, M., Sold; poln. żold, M., Sold; GB.: (solt) seit 12. Jh. belegte und aus dem Mittelfranzösischen und dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Lohn oder Entgelt für geleistete Kriegsdienste; BM.: Goldmünze beziehungsweise. ganz; F.: Sold, Soldes, Solds, Solde, Solden+FW(+EW?); Z.: Sol-d
Soldat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Soldat, Angehöriger der Armee; ne. soldier; Vw.: -; Hw.: s. Soldatestka; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. it. soldato; E.: s. mnd. soldāt (2), suldāt, M., Soldat, Söldner; it. soldato, M., Soldat, in Sold Genommener; vgl. it. soldare, V., in Sold nehmen; vgl. it. soldo, M., Sold?; lat. solidus, M., Goldmünze, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, echt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sold, Kluge s. u. Soldat, DW 16, 1436, Duden s. u. Soldat, EWD s. u. Soldat; Son.: vgl. nndl. soldaat, Sb., Soldat; frz. soldat, M., Soldat; nschw. soldat, Sb., Soldat; nnorw. soldat, M., Soldat; kymr. soldiwr, sowldiwr, M., Soldat; nir. saighdiúir, M., Soldat; GB.: seit Anfang 16. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mittels Soldes zu Kriegsdiensten verpflichteten Angehörigen einer Streitmacht oder Armee; BM.: Goldmünze bzw. ganz; F.: Soldat, Soldaten+FW(+EW?); Z.: Sol-d-at
Soldateska, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Soldateska, gewalttätig und rücksichtslos vorgehende Soldatengruppe; ne. marauding soldiery; Vw.: -; Hw.: s. Soldat; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. soldatesca; E.: s. it. soldatesca, F., Truppe von Soldaten; vgl. it. soldato, M., Soldat, in Sold Genommener; vgl. it. soldare, V., in Sold nehmen; vgl. it. soldo, M., Sold?; lat. solidus, M., Goldmünze, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, echt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Soldat, DW 16, 1444, EWD s. u. Soldat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht spätestens seit dieser Zeit mögliche Gruppe von gewalttätig und rücksichtslos vorgehenden Soldaten; BM.: Goldmünze bzw. ganz; F.: Soldateska, Soldatesken+FW(+EW?); Z.: Sol-d-at-estk-a
$soldatisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. soldatisch, Soldaten betreffend; E.: s. Soldat, s. isch; L.: Kluge s. u. Soldat, DW 16, 1444, EWD s. u. Soldat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Soldat und isch gebildete Bezeichnung für (einen oder mehrere) Soldaten betreffend; F.: soldatisch, soldatische, soldatisches, soldatischem, soldatischen, soldatischer(, soldatischere, soldatischeres, soldatischerem, soldatischeren, soldatischerer, soldatischst, soldatischste, soldatischstes, soldatischstem, soldatischsten, soldatischster)+FW+EW; Z.: sol-d-at-isch
$solden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. solden, Sold als Entgelt zahlen; Vw.: s. be-; E.: s. Sold, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sold, DW 16, 1445; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Sold und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Sold als Entgelt zahlen oder leisten; F.: solden, solde, soldest, soldet, soldete, soldetest, soldeten, soldetet, gesoldet, ##gesoldet, gesoldete, gesoldetes, gesoldetem, gesoldeten, gesoldeter##, soldend, ###soldend, soldende, soldendes, soldendem, soldenden, soldender###, sold(!)+FW+EW; Z.: sol-d-en
Söldner, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Söldner, für Geld dienender Soldat; ne. mercenary; Vw.: -; Hw.: s. Sold; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. soldenære, soldener, soldner, st. M., Soldkrieger, Söldner; mnd. söldenēr, söldenēre, söldner, czoldener, zoldenēre, soldernēr, M., Söldner; vgl. mhd. solt (1), salt, st. M., Sold, Lohn, Belohnung, Bezahlung, Schuld, Pflicht (F.) (1), Dienst, Gabe, Geschenk, Unterstützung; s. mfrz. solde, M., Sold; lat. solidus, M., Goldmünze, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, echt; idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. Söldner, DW 16, 1446, EWD s. u. Sold, Duden s. u. Söldner; Son.: vgl. nndl. soldenier, Sb., Söldner?; ne. soldier, M., Soldat; nschw. soldenär, Sb., Söldner; GB.: (soldenære) seit 12. Jh. belegte und aus solden und ære gebildete Bezeichnung für einen für seine Kriegsdienste bezahlten Mann oder einen für Geld dienenden Soldaten; BM.: Goldmünze; F.: Söldner, Söldners, Söldnern+FW(+EW); Z.: Söl-d-n-er
Sole, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sole, Salzlake; ne. brine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Suhle; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. sul, sol, st. F., Salzwasser, Salzbrühe; mnd. sōle (2), sāle, saale*, F., Sole, Salzsole, salzhaltiges Quellwasser aus dem Salz gewonnen wird; ahd. sol, sul*, st. M. (a?), st. N. (a), Suhle, Lache (F.) (1), Sumpfloch, sumpfige Stelle; germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-, *sulwaz?, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); oder verwandt mit germ. *salta-, *saltam, st. N. (a), Salz; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln; L.: Kluge s. u. Sole, DW 16, 1447, EWD s. u. Sole, Duden s. u. Sole, Bluhme s. u. Sole; Son.: vgl. gr. ὕλη (hýlē), F., Kot, Schlamm; air. sál, M., Schmutz, Schlacke, Fleck; kymr. hael, Sb., Schmutz, Dung; lit. sùltis, F., Salzlake, Saft; ksl. slatina, Sb., Salzwasser, Meer; GB.: (sul) vielleicht seit 14. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches in stärkerem Maße Kochsalz enthaltendes Wasser oder Salzwasser (97,5 Prozent des Wassers der Erde Salzwasser in den Ozeanen) oder Salzlake; BM.: Schmutz bzw. Salz?; F.: Sole, Solen+EW; Z.: So-l-e
$Solei, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Solei; E.: s. Sol(e), s. Ei; L.: EWD s. u. Sole, DW 16, 1449; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sol(e) und Ei gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit dieser Zeit zwecks Haltbarmachung in Salzwasser (gekochtes oder) eingelegtes gekochtes Ei; F.: Solei, Soleis, Soleies, Soleier, Soleiern+EW; Z.: So-l—ei
solidarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. solidarisch, haltend zu, einstehend für; ne. solidary; Vw.: -; Hw.: s. solidarisieren, Solidarität; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. solidaire; E.: s. frz. solidaire, Adj., solidarisch; vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. solidarisch, DW 16, 1451, EWD s. u. solidarisch, Duden s. u. solidarisch; Son.: vgl. nndl. solidair, Adj., solidarisch; frz. solidaire Adj., solidarisch; nschw. solidarisk Adj., solidarisch; nnorw. solidarisk Adj., solidarisch; poln. solidarny Adj., solidarisch; lit. solidarus, Adj., solidarisch; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches haltend zu oder einstehend für; BM.: wohlbehalten; F.: solidarisch, solidarische, solidarisches, solidarischem, solidarischen, solidarischer(, solidarischere, solidarischeres, solidarischerem, solidarischeren, solidarischerer, solidarischst, solidarischste, solidarischstes, solidarischstem, solidarischsten, solidarischster)+FW+EW; Z.: sol-id-ar-isch
solidarisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. solidarisieren, für jemanden eintreten, sich verbünden; ne. solidarise; Vw.: -; Hw.: s. solidarisch, Solidarität; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. frz. se solidariser; E.: s. se solidariser, V., sich solidarisieren, für jemanden eintreten; vgl. frz. solidaire, Adj., solidarisch; vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. solidarisch, fehlt DW (aber solidarisch), EWD s. u. solidarisch, Duden s. u. solidarisieren; Son.: vgl. nnorw. solidarisere, V., solidarisieren; poln. solidaryzować, V., solidarisieren; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eintreten für oder sich verbünden; BM.: wohlbehalten; F.: solidarisieren, solidarisiere, solidarisierst, solidarisiert, solidarisierest, solidarisieret, solidarisierte, solidarisiertest, solidarisierten, solidarisiertet, ##solidarisiert, solidarisierte, solidarisiertes, solidarisiertem, solidarisierten, solidarisierter##, solidarisierend, ###solidarisierend, solidarisierende, solidarisierendes, solidarisierendem, solidarisierenden, solidarisierender###, solidarisier (!)+FW+EW; Z.: sol-id-ar-is-ier-en
Solidarität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Solidarität, gegenseitige Hilfsbereitschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl; ne. solidarity; Vw.: -; Hw.: s. solidarisch, solidarisieren; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. solidarité; E.: s. frz. solidarité, F., Solidarität; vgl. frz. solidaire, Adj., solidarisch; vgl. lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. solidarisch, fehlt DW (aber solidarisch), EWD s. u. solidarisch, Duden s. u. Soldarität; Son.: vgl. nndl. solidariteit, Sb., Solidarität; nschw. solidaritet, Sb., Solidarität; nnorw. solidaritet, M., Solidarität; poln. solidarność, F., Solidarität; lit. solidarumas, M., Solidarität; GB.: seit 17. Jh. belegte und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche gegenseitige Hilfsbereitschaft oder ein Zusammengehörigkeitsgefühl; BM.: wohlbehalten; F.: Solidarität+FW; Z.: Sol-id-ar-it-ät
solide, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. solide, sicher, fest, ordentlich; ne. solid (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Solidität; Q.: 17. Jh.; E.: s. frz. solide, Adj., solide; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. solide, DW 16, 1450 (solid), EWD s. u. solide, Duden s. u. solide; Son.: vgl. nndl. solide, Adj., solide; nschw. solid, Adj., solide; nnorw. solid, Adj., solide; poln. solidny, Adj., solide; kymr. soled, Adj., solide; nir. soladach, Adj., solide; lit. solidus, Adj., solide; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sicher oder fest oder ordentlich oder gut fundiert; BM.: wohlbehalten; F.: solide, solides, solidem, soliden, solider(, solidere, solideres, soliderem, solideren, soliderer, solidest, solideste, solidestes, solidestem, solidesten, solideste)+FW; Z.: sol-id-e
Solidität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Solidität, Festigkeit, Haltbarkeit; ne. solidity; Vw.: -; Hw.: s. solide; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. solidité; E.: s. frz. solidité, F., Solidität, Festigkeit; vgl. frz. solide, Adj., solide; lat. solidus, Adj., gediegen, derb, dicht, echt, fest, hart, (um 250-184 v. Chr.); idg. *solo-, *soleu̯o-, *solu̯o-, Adj., wohlbehalten, ganz, Pokorny 979 (1694/166) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., toch.); L.: Kluge s. u. solide, DW 16, 1451, EWD s. u. solide, Duden s. u. Solidität; Son.: vgl. nschw. soliditet, Sb., Solidität; nnorw. soliditet, M., Solidität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Festigkeit oder Haltbarkeit; BM.: wohlbehalten; F.: Solidität+FW(+EW); Z.: Sol-id-it-ät
Solist, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Solist, allein auftretender Künstler; ne. soloist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. soliste; E.: s. frz. soliste, M., Solist; vgl. it. solo, Adj., solo, allein; lat. sōlus, Adj., ganz allein, einzig, bloß, alleinstehend, verlassen (Adj.), (um 250-184 v. Chr.); idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883?; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. solo, EWD s. u. Solo, Duden s. u. Solist; Son.: vgl. nndl. solist, Sb., Solist; nschw. solist, Sb., Solist; nnorw. solist, M., Solist; poln. solist, M., Solist; lit. solistas, M., Solist; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für in einer Kunst allein auftretender oder in einem Alleingang etwas unternehmender Künstler; BM.: abseits bzw. für sich; F.: Solist, Solisten+FW(+EW); Z.: So-l-ist
Solitär, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Solitär, ein (allein zu spielendes) Brettspiel; ne. solitaire (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?); I.: Lw. lat. sōlitārius; E.: s. lat. sōlitārius, Adj., einzeln, einsam, ungesellig, (116-27 v. Chr.); lat. sōlus, Adj., ganz allein, alleinig, einzig, bloß, allein; idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883?; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Solitär; Son.: vgl. frz. solitaire, M., Solitär; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes von einem Menschen einzeln oder einsam oder allein zu spielendes Brettspiel; BM.: abseits bzw. für sich; F.: Solitär, Solitärs+FW; Z.: So-l-it-är
Soll, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Soll, eine mit Wasser gefüllte Bodensenke; ne. kettle hole; Vw.: -; Hw.: s. Sölle, s. Suhle; Q.: 20. Jh.; E.: mnd. sol (2), sōl, sael, N., Suhle, stehendes Gewässer, Teich, Tümpel; ahd. sol, sul*, st. M. (a?), st. N. (a), Suhle, Lache (F.) (1), Sumpfloch, sumpfige Stelle; s. germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-, *sulwaz?, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Soll, DW 16, 1452 (Sol[l]), EWD s. u. sollen, Duden s. u. Soll; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für eine mit stehendem Wasser gefüllte kreisrunde Bodensenke; BM.: schmutzig; F.: Soll, Solls, Sölle, Söllen+EW; Z.: Sol-l
$Sölle, nhd., F.: nhd. Sölle, eine mit Wasser gefüllte Bodensenke; Hw.: s. Soll, s. Suhle; L.: Kluge s. u. Soll, s. DW 16, 1452 (Stängelmoos); F.: Sölle, Söllen+EW; Z.: Söl-l-e
sollen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. sollen, genötigt sein (V.), müssen; ne. shall; Vw.: -; Hw.: s. Soll (Schuld); Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. solen* (2), soln, suln, saln, anom. V., müssen, sollen, werden, dürfen, können, wollen (V.), mögen; mnd. schȫlen (1), schöllen, schullen, sȫlen, scölen, solen, sw. V., verpflichtet sein (V.), wert sein (V.), von Nutzen sein (V.), taugen, gebühren; ahd. skulan*, skolan*, sulen, solen*, Prät.-Präs. sollen, müssen, gebühren, dürfen; as. skulan*, Prät.-Präs., sollen, müssen, werden; anfrk. sulan*, sulon*, Prät. Präs., sollen; germ. *skulan, Prät.-Präs., sollen; idg. *skel- (2)?, kel- (8)?, V., schuldig sein (V.), schulden, sollen, Pokorny 927 (1611/83) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. sollen, Kluge s. u. sollen, DW 16, 1452, EWD s. u. sollen, Falk/Torp 459, Seebold 405, Duden s. u. sollen, Bluhme s. u. sollen; Son.: Prät.-Präs.; vgl. afries. skela, skila, Prät. Präs., sollen; saterl. scela, V., sollen; ae. sculan, Prät. Präs., sollen, schuldig sein (V.); an. skulu, Prät. Präs., sollen; got. skulan, Prät. Präs. (4), schuldig sein (V.), sollen, schulden, müssen; nndl. zullen, V., sollen; nschw. skola, V., sollen; nnorw. skulle, V., sollen; lit. skelė́ti, V., schulden; GB.: (skulan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für genötigt sein (V.) oder müssen; BM.: schuldig sein (V.); F.: sollen, sollst, soll (!), sollt, sollest, sollet, sollte, solltest, sollten, solltet, gesollt, ##gesollt, gesollte, gesolltes, gesolltem, gesollten, gesollter##, sollend, ###sollend, sollende, sollendes, sollendem, sollenden, sollender###, soll (!)+EW; Z.: sol-l-en
Söller, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Söller, offener Umgang; ne. balcony, loft (N.); Vw.: -; Hw.: s. solar; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sölere*, sölre, solre, soller, sulre, st. M., Söller, Galerie, Dachboden, Vorplatz, Stockwerk, Flur (M.) im ersten Stockwerk, Laube, Saal; mnd. söller, sölder, süller, sülre, M., Söller, der Sonne ausgesetztes flaches Dach, offener Ausbau am Gebäude; mnl. solre, M., Söller; ahd. solāri, soleri, solre, st. M. (ja), Obergeschoss, Söller, Saal, oberer Saal, Dachboden; as. sōlari, st. M. (ja), Söller, Obergemach; anfrk. solere*, solre*, st. M. (ja), Thron; germ. *solari-, *solariz, st. M. (i), Söller, Dachboden; lat. sōlārium, N., der Sonne ausgesetzter Ort, flaches Dach, Söller, Terrasse, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sōl, M., Sonne; idg. *sā́u̯el-, *sāu̯ol-, *suu̯él-, *su̯el-, *sūl-, *seh₂u̯el-, *sah₂u̯el-, Sb., Sonne, Pokorny 881 (1541/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Söller, Kluge s. u. Söller, DW 16, 1500, EWD s. u. Söller, Duden s. u. Söller, Bluhme s. u. Soeller; Son.: vgl. afries. -; ae. solor, st. M. (i), Söller, Oberzimmer, Halle; an. -; got. -; nndl. zolder, Sb., Söller; GB.: seit dem Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen auf einem Unterbau ruhenden Balkon; BM.: Sonne; F.: Söller, Söllers, Söllern+FW(+EW?); Z.: Söl-l-er
solo, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. solo, allein; ne. solo (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Solist; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. it. solo; E.: s. it. solo, Adj., allein; lat. sōlus, Adj., ganz allein, alleinig, einzig, bloß, allein, (um 250-184 v. Chr.); idg. *su̯ē̆dʰ-, Sb., Eigenart, Gewohnheit, Sitte, Pokorny 883?; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882? (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. solo, EWD s. u. Solo, Duden s. u. solo; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. solo, Adj., solo; frz. solo, Adj., solo; nschw. solo, Adj., solo; nnorw. solo, Adj., solo; poln. solo, Adj., solo; kymr. solo, Adj., solo; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte Bezeichnung für allein oder ohne Begleitung seiend; BM.: abseits bzw. für sich; F.: solo+FW; Z.: sol-o
$Solo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Solo, Einzelspiel; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. it. solo, s. lat. solus; L.: EWD s. u. Solo, DW 16, 1506; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Einzelspiel in Gegensatz zu einem Doppel oder einem Mannschaftsspiel; F.: Solo, Solos+FW; Z.: Sol-o
Solper, Sulper, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Solper, Sulper, Salzlake; ne. brine (N.); Vw.: -; Hw.: s. Salpeter; Q.: 15. Jh.; E.: mlat. salpetra, M., Salpeter; vgl. lat. sāl, M., N., Salz; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; lat. petra, F., Stein, Felsstein, Fels; gr. πέτρα (pétra), F., Fels, Felsgebirge, Klippe; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Solper, Kluge s. u. Solper, DW 16, 1506, Duden s. u. Solper; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit hergestellte und verwendete Salzlake für Pökelfleisch; BM.: Salz, Fels; F.: Solper, Solpers, Solpern, Sulper, Sulpers, Sulpern+FW+EW; Z.: So-l-p-er
solvent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. solvent, flüssig, zahlungsfähig; ne. solvent; Vw.: s. in-; Hw.: s. solvieren; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, (um 450 v. Chr.); lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: fehlt DW (aber solvieren), Duden s. u. solvent; Son.: vgl. frz. solvable, Adj., solvent; nschw. solvent, Adj., solvent; nnorw. solvent, Adj., solvent; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für flüssig oder zahlungsfähig; BM.: lösen; F.: solvent, solvente, solventes, solventem, solventen, solventer(, solventere, solventeres, solventerem, solventeren, solventerer, solventest, solventeste, solventestes, solventestem, solventesten, solventester)+FW(+EW); Z.: so-lv-ent
solvieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. solvieren, lösen, auflösen; ne. solve, dissolve; Vw.: s. ab-; Hw.: s. solvent; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. solvēre; E.: s. lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, (um 450 v. Chr.); lat. sē (1), Präp., ohne, beiseite, besonders; idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); lat. luere, V., büßen, zahlen; idg. *leu- (1), *leu̯ə-, *lū̆-, Sb., V., Schmutz, beschmutzen, Pokorny 681 (1115/71) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., balt.); L.: DW 16, 1507, Duden s. u. solvieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen in den Bestandteilen verbindbare Bezeichnung für lösen oder auflösen; BM.: lösen; F.: solvieren, solviere, solvierst, solviert, solvierest, solvieret, solvierte, solviertest, solvierten, solviertet, ##solviert, solvierte, solviertes, solviertem, solvierten, solvierter##, solvierend, ###solvierend, solvierende, solvierendes, solvierendem, solvierenden, solvierender###, solvier (!)+FW(+EW?); Z.: so-lv-ier-en
...som, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. ...som, auf den Leib Bezogenes; ne. ...some; Vw.: s. Chromo-; Hw.: s. somato...; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. sōma, N., Leichnam, Körper, Buch; gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1091; Son.: vgl. nndl. ...soom, Suff., ...som; frz. ...some, Suff., ...som; nschw. ...som, Suff., ...som; nnorw. ...som, Suff., ...som; poln. ...som, Suff., ...som; kymr. ...som, Suff., ...som; nir. ...sóm, Suff., ...som; lit. ...soma, Suff., ...som; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbareund in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit dem Körper zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Körper; F.: ...som, ...soms, ...somen+FW(+EW); Z.: -som
Soma (1), nhd. (ält.), N., (18. Jh.?): nhd. Soma (N.), Leib, Körper; ne. soma; Vw.: s. -tologie; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. mlat. sōma, gr. σῶμα (sōma); E.: s. mlat. sōma, N., Leichnam, Körper, Buch; gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 920; Son.: vgl. nndl. soma, Sb., Soma (N.); frz. soma, M., Soma (N.); nschw. soma, Sb., Soma (N.); poln. soma, Sb., Soma (N.); lit. soma, Sb., Soma (N.); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Lebens möglichen Leib oder Körper einer lebenden Gegebenheit; BM.: schwellen; F.: Soma, Somas, Somata+FW; Z.: So-m-a
Soma (2), nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Soma (M.), ein Opfertrank; ne. soma sacrifice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ai. sṓma; E.: s. ai. sṓma, M., Soma; vgl. indo-iranisch *sauma-, Sb., ausgepresster Saft; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Soma; Son.: vgl. nndl. soma, Sb., Soma (M.); frz. soma, M., Soma (M.); nschw. soma, Sb., Soma (M.); nnorw. soma, M., Soma (M.); kymr. Soma, M., Soma (M.); poln. soma, M.?, Soma (M.); lit. soma, M.?, Soma (M.); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Altindischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in dem in der Vorstellung von Menschen möglichen Mondgott personifizierten Opfertrank der vedischen Religion; BM.: Saft; F.: Soma, Somas+FW; Z.: So-m-a
somato..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. somato..., auf den Leib bezogen; ne. somato...; Vw.: s. -logie; Hw.: s. ...som; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. sōma, N., Leichnam, Körper, Buch; gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1091; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von mit dem Körper zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Körper; F.: somato...+FW; Z.: som-at-o-
Somatologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Somatologie, ein Teil der Naturlehre; ne. somatology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σῶμα (sōma), N., Körper, Leib; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Somatologie; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von den allgemeinen Eigenschaften des menschlichen Körpers als Teil der Naturlehre; BM.: schwellen, zählen; F.: Somatologie+FW; Z.: So-m-a-to-log-ie
Sombrero, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sombrero, Sonnenhut; ne. sombrero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. sombrero; E.: s. span. sombrero, M., Schattenspender, Sombrero; vgl. span. sombra, F., Schatten; lat. umbra (1), Schatten, Schutz, Schirm, Zuflucht, Muße, Spur, Abbild; s. idg. *u̯esperos, *u̯ekeros, Sb., Abend, Pokorny 1173 (2019/95) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sombrero; Son.: vgl. nndl. sombrero, Sb., Sombrero; frz. sombrero, M., Sombrero; nschw. sombrero, Sb., Sombrero; nnorw. sombrero, M., Sombrero; poln. sombrero, M., Sombrero; kymr. sombrero, F., Sombrero; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den in Mittelamerika und Südamerika von Menschen getragenen kegelförmigen und einen breiten Rand habenden Sonnenhut; BM.: Abend; F.: Sombrero, Sombreros+FW; Z.: S-ombr-er-o
Sommer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sommer, wärmste Jahreszeit; ne. summer (N.); Vw.: s. Altweiber-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sumer, st. M., Sommer; mnd. sōmer, soemer, sommer, sāmer, M., Sommer, warme Jahreszeit; mnl. sōmer, M., Sommer; ahd. sumar, st. M. (a), Sommer; as. sumar*, st. M. (a), Sommer; anfrk. -; germ. *sumera-, *sumeraz, *sumara-, *sumaraz, st. M. (a), Sommer; germ. *sumara-, *sumaram, st. N. (a), Sommer; idg. *sₑmₑr-, Sb., Sommer, Pokorny 905; s. idg. *sem- (3), Sb., Sommer, Pokorny 905 (1572/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sommer, Kluge s. u. Sommer, DW 16, 1509, EWD s. u. Sommer, Falk/Torp 445, Duden s. u. Sommer, Bluhme s. u. Sommer; Son.: vgl. afries. sumur, sumer, st. M. (a), Sommer; saterl. sumer; ae. sumor, st. M. (u), Sommer; an. sumarr, st. M. (a), Sommer; an. sumar, st. N. (a), Sommer; nndl. zomer, Sb., Sommer; nschw. sommar, Sb., Sommer; nnorw. sommer, M., Sommer; ai. sámā, Sb., Jahr, Halbjahr; av. ham-, Sommer; arm. amar̄n, Sb., Sommer; kymr. haf, M., Sommer; air. sam, Sb., Sommer; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die zwischen Frühling und Herbst liegende wärmste Jahreszeit; BM.: ?; F.: Sommer, Sommers, Sommern+EW; Z.: Som-m-er
$Sommerfrische, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sommerfrische; E.: s. Sommer, s. Frisch(e), s. frisch; L.: Kluge s. u. Sommerfrische, DW 16, 1526, EWD s. u. frisch; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Sommer und Frische gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und bis zu der Zeit des Massentourismus mit Flugzeugen in entfernte Gebiete der Welt verwendeten Erholungsurlaub von Stadtbewohnern auf dem Lande in der Sommerzeit; F.: Sommerfrische, Sommerfrischen+EW; Z.: Som-m-er—frisch-e
$Sommerlaube, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sommerlaube, Gartenlaube; E.: s. Sommer, s. Laube; L.: DW 16, 1542, EWD s. u. Laube; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sommer und Laube gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Gartenlaube in der Sommerzeit; F.: Sommerlaube, Sommerlauben+EW; Z.: Som-m-er-lau-b-e
$sommerlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sommerlich, den Sommer betreffend; E.: s. Sommer, s. lich; L.: Kluge s. u. Sommer, DW 16, 1542, EWD s. u. Sommer; GB.: (sumarlīh*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. aestivus aus Sommer und lich gebildete Bezeichnung für den Sommer betreffend; F.: sommerlich, sommerliche, sommerliches, sommerlichem, sommerlichen, sommerlicher(, sommerlichere, sommerlicheres, sommerlicherem, sommerlicheren, sommerlicherer, sommerlichst, sommerlichste, sommerlichstes, sommerlichstem, sommerlichsten, sommerlichster)+EW; Z.: som-m-er-lich
$sommers, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. sommers, während des Sommers; E.: s. Sommer, s. (e)s (Suff.); L.: Kluge s. u. Sommer, fehlt DW, EWD s. u. Sommer, s. Sommer; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Sommer und (e)s Suff. gebildete Bezeichnung für (während des) Sommers; F.: sommers+EW; Z.: som-m-er-s
$Sommersprosse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sommersprosse; L.: Kluge s. u. Sommersprosse, DW 16, 1557, EWD s. u. Sommer; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Sommer und Sprosse gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen durch Pigmentablagerung bei Sonneneinstrahlung verursachten kleinen braunen Hautfleck (Sommerfleck) auf der weißen Haut von Menschen der auch wieder verblassen kann ; F.: Sommersprosse, Sommersprossen+EW; Z.: Som-m-er—s-pro-ss-e
$Sommervogel, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Sommervogel, Schmetterling; E.: s. Sommer, s. Vogel; L.: Kluge s. u. Sommervogel, DW 16, 1563; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Sommer und Vogel gebildete Bezeichnung für einen Schmetterling; F.: Sommervogel, Sommervogels, Sommervögel, Sommervögeln+EW; Z.: Som-m-er—vo-g-el
$somnambul, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. somnambul, schlafwandelnd, mondsüchtig; I.: Lw. frz. somnabule, lat. somnambulus; E.: s. frz. somnambul(e), lat. somnambul(us); L.: DW 16, 1570, EWD s. u. somnambul,; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schlafwandelnd oder mondsüchtig; F.: somnambul, somnambule, somnambules, somnambulem, somnambulen, somnambuler+FW(+EW); Z.: som-n—amb-ul
Sonate, nhd., (Part. Prät.=)F., (17. Jh.): nhd. Sonate, mehrsätziges Musikstück; ne. sonata; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. sonata; E.: s. it. sonata, F., Sonate; vgl. it. sonare, V., tönen, klingen; lat. sonāre, V., tönen, ertönen, schallen, erschallen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch, Getöse; vgl. idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sonate, DW 16, 1570, EWD s. u. Sonate, Duden s. u. Sonate; Son.: vgl. sonate, Sb., Sonate; frz. sonate, F., Sonate; nschw. sonat, Sb., Sonate; nnorw. sonate, M., Sonate; poln. sonata, F., Sonate; kymr. sonata, F., Sonate; nir. sonáid, F., Sonate; lit. sonata, F., Sonate; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zyklisch angelegte Instrumentalkomposition mit meist mehreren Sätzen in kleiner oder solistischer Besetzung; BM.: tönen; F.: Sonate, Sonaten+FW(+EW); Z.: Son-at-e
$Sonatine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sonatine; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. it. sonatina; Hw.: s. Sonate; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sonate; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine kleinere leicht spielbare Sonate mit verkürzter Durchführung; F.: Sonatine, Sonatinen+FW(+EW); Z.: Son-at-in-e
Sonde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sonde, nautisches Senkblei; ne. probe (N.), sonde, sounder; Vw.: -; Hw.: s. sondieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. sonde; E.: s. frz. sonde, F., Senkblei, Sonde; lat. subundāre, V., untertauchen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser, Feuchtigkeit, Strom; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sonde, DW 16, 1570, EWD s. u. Sonde, Duden s. u. Sonde, Bluhme s. u. Sonde; Son.: vgl. nndl. sonde, Sb., Sonde; nschw. sond, Sb., Sonde; nnorw. sonde, M., Sonde; poln. sonda, F., Sonde; kymr. sond, M., F., Sonde; lit. zondas, M., Sonde; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dem 17. Jh. entwickeltes und verwendetes stabförmiges oder röhrenförmiges oder schlauchförmiges medizinisches Instrument das zu einer Untersuchung oder Behandlung in Höhlen oder Gewebe eines Körpers eines Menschen wie beispielsweise den Magen eingeführt wird oder für ein nautisches Senkblei; BM.: unten, befeuchten; F.: Sonde, Sonden+FW; Z.: S-on-d-e
sonder, nhd. (ält.), Präp., (8. Jh.): nhd. sonder, ohne, ausgenommen; ne. without; Vw.: -; Hw.: s. sondern (1); Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: s. mhd. sunder, Adj., abgesondert, einsam, besonders; mnd. sunder (2), sünder, synder, sonder, Präp., ohne, außer, mit Ausnahme, zahllos, unzählig, ausgenommen; ahd. suntar (1), Adv., Konj., besonders, abseits, heimlich, sondern (Konj.), gleichwohl, vielmehr, auf besondere Weise, getrennt, abgesondert, einzeln, dennoch, dass nicht; as. -; anfrk. sunder, sundir, Präp., ohne; germ. *sundra-, *sundraz, *sundara-, *sundaraz, Adj., abgesondert, abseits; idg. *seni-, *senu-, *sₑni-, *sn̥ter-, Präp., Adv., Konj., für sich, abgesondert, Pokorny 907 (1578/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. sonder, Kluge s. u. sonder, DW 16, 1571, EWD s. u. sonder, Falk/Torp 444, Duden s. u. sonder; Son.: vgl. ai. sanutá-, Präp., weg, abseits; gr. ἄτερ (áter), Präp., außer, abeits, ohne; lat. sine, Präp., ohne, air. sain, Adj., besonders, verschieden (Adj.) (1); toch. A sne, Präp., ohne, toch. B Präp., snai; Son.: vgl. afries. sunder (2), Präp., sonder, ohne; saterl. sunder, Präp., sonder, ohne; GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung (Fürwort) um etwas an einer Sache nicht Beteiligtes oder nicht Vorhandenes anzuzeigen (ohne oder ausgenommen); F.: sonder+EW; Z.: sonder
$sonderbar, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sonderbar, abgesondert, besondere, eigenartig; E.: s. sonder, s. bar; L.: Kluge s. u. sonderbar, DW 16, 1576, EWD s. u. sonder; GB.: (suntarbāro) seit 10. Jh. belegte und aus sonder und bar belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früh mögliches abgesondert; F.: sonderbar, sonderbare, sonderbares, sonderbarem, sonderbaren, sonderbarer(, sonderbarere, sonderbareres, sonderbarerem, sonderbareren, sonderbarerer, sonderbarst, sonderbarste, sonderbarstes, sonderbarstem, sonderbarsten, sonderbarster)+EW; Z.: sonder—bar
$sonderlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sonderlich, besondere, eigenartig; E.: s. sonder, s. lich; L.: DW 16, 1580, EWD s. u. sonder; GB.: (suntarlīh*) seit um 1000 belegte und aus sonder und lich gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches besondere oder eigenartig; F.: sonderlich, sonderliche, sonderliches, sonderlichem, sonderlichen, sonderlicher, sonderlichere, sonderlicheres, sonderlicherem, sonderlicheren, sonderlicherer, sonderlichst, sonderlichste, sonderlichstes, sonderlichstem, sonderlichsten, sonderlichster+EW; Z.: sonder—lich
$Sonderling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sonderling, eigenartiger Mensch; E.: s. sonder, s. ling; L.: Kluge s. u. Sonderling, EWD s. u. sonder, DW 16, 1580; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. homo singularis et peculiaris opinionis aus sonder und ling gebildete Bezeichnung für einen eigenartigen Menschen; F.: Sonderling, Sonderlings, Sonderlinges, Sonderlinge, Sonderlingen+EW; Z.: Sonder-ling
sondern (1), nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. sondern (Konj.), sonder; ne. but (Konj.); Vw.: -; Hw.: s. sonder; Q.: um 790 (Weißenburger Katechismus); E.: mhd. sundern (2), Konj., ausgenommen, außer, gleichwohl, vielmehr, indessen, aber, sondern (Konj.); s. mhd. sunder (1), sonder, Adj., abgesondert, einsam, besondere, ausdrücklich, ausschließlich, eigen, ausgezeichnet, außergewöhnlich; ahd. suntar* (2), Adj., entfernt, entlegen, abgesondert; germ. *sundra-, *sundraz, *sundara-, *sundaraz, Adj., abgesondert, abseits; idg. *seni-, *senu-, *sₑni-, sn̥ter-, Präp., Adv., Konj., für sich, abgesondert, Pokorny 907 (1578/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. sondern, EWD s. u. sonder, DW 16, 1585, Duden s. u. sondern, Bluhme s. u. sondern; Son.: vgl. air. sain, Adj., besonders, verschieden; GB.: (suntar) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Verbindungswort) um nach einer verneinten Aussage eine Verbesserung oder Berichtigung hervorzuheben; BM.: für sich; F.: sondern+EW; Z.: sonder-n
sondern (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sondern (V.), trennen, absondern; ne. separate (V.), sunder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sundern, V., sondern (V.), absondern, trennen, unterscheiden; mnd. sünderen, sunderen, sönderen, sündern, sw. V., sondern (V.), absondern, aussondern, trennen, schneiden, abteilen, aussortieren; ahd. suntarōn*, sw. V. (2), sondern (V.), trennen, aussondern, teilen, absondern, ausschließen, vereiteln; as. -; anfrk. -; germ. *sundrōn, sw. V., sondern (V.); s. idg. *seni-, *senu-, *sₑni-, sn̥ter-, Präp., Adv., Konj., für sich, abgesondert, Pokorny 907 (1578/50) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. sondern, EWD s. u. sonder, DW 16, 1583, Falk/Torp 444, Duden s. u. sondern; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. afzonderen, V., absondern; nschw. söndra, V., sondern; GB.: (suntarōn) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches trennen oder absondern; BM.: für sich; F.: sondern (!), sondere (!), sonder (!), sondre, sonderst, sondert, sonderte, sondertest, sonderten, sondertet, gesondert, ##gesondert, gesonderte, gesondertes, gesondertem, gesonderten, gesonderter##, sondernd, ###sondernd, sondernde, sonderndes, sonderndem, sondernden, sondernder###, sonder (!)+EW; Z.: sond-er-n
sondieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. sondieren, erkunden, untersuchen, ergründen; ne. sound (V.), probe (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sonde; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. sonder; E.: s. frz. sonder, V., loten, untersuchen, ergründen; lat. subundāre, V., untertauchen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. unda, F., Woge, Welle, Nass, Gewässer, Wasser, Feuchtigkeit, Strom; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. sondieren, Sonde, DW 16, 1587, EWD s. u. Sonde, Duden s. u. sondieren; Son.: vgl. nschw. sondera, V., sondieren; nnorw. sondere, V., sondieren; poln. sondować, V., sondieren; lit. zonduoti, V., sondieren; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erkunden oder (mit einer Sonde) untersuchen oder ergründen; BM.: unten, befeuchten; F.: sondieren, sondiere, sondierst, sondiert, sondierest, sondieret, sondierte, sondiertest, sondierten, sondiertet, ##sondiert, sondierte, sondiertes, sondiertem, sondierten, sondierter##, sondierend, ###sondierend, sondierende, sondierendes, sondierendem, sondierenden, sondierender###, sondier (!)+FW(+EW); Z.: s-on d-ier-en
Sonett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Sonett, ein Gedicht; ne. sonnet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. sonetto; E.: s. it. sonetto, M., Sonett; vgl. it. sono, M., Klang, Ton; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch, Getöse; vgl. idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sonett, DW 16, 1587, EWD s. u. Sonett, Duden s. u. Sonett; Son.: vgl. nndl. sonnet, Sb., Sonett; frz. sonett, M., Sonett; nschw. sonett, Sb., Sonett; nnorw. sonett, M., Sonett; poln. sonet, M., Sonett; kymr. soned, F., Sonett; nir. soinéad, M., Sonett; lit. sonetas, M., Sonett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gereimtes Gedicht das gewöhnlich aus zwei eine Einheit bildenden vierzeiligen und zwei sich daran anschließenden ebenfalls eine Einheit bildenden dreizeiligen Strophen besteht; BM.: tönen; F.: Sonett, Sonetts, Sonettes, Sonette, Sonetten+FW(+EW?); Z.: Son-ett
Song, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Song, Lied; ne. song; Vw.: -; Hw.: s. singen; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. song; E.: s. ne. song, N., Lied; ae. sang (1), song, st. M. (a), Geräusch (N.) (1), Gesang, Lied, Gedicht, Vogelschrei; germ. *sangwa-, sangwaz, st. M. (a), Sang, Gesang; s. idg. sengᵘ̯ʰ-, V., singen, sprechen, Pokorny 906 (1577/49) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Song, fehlt DW, EWD s. u. Song, Falk/Torp 429, Seebold 393, Duden s. u. Song; Son.: vgl. ahd. sang, st. M. (a), st. N. (a), Gesang, Lied, Klang, Singen; mhd. sanc, st. N., st. M., Gesang, Musik; as. sang, st. M. (a), Gesang, Lied; mnd. sanc, sank, M., Singen; anfrk. sang, st. M. (a), Gesang, Lied; vgl. afries. sang, song, st. M. (a), Gesang; saterl. sang; an. sǫngr, st. M. (a), Gesang, Musik, Gottesdienst; got. saggws, st. M. (i), Gesang, Musik; nndl. song, Sb., Song; nnorw. song, M., Song; poln. song, M., Song; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Lied der Unterhaltungsmusik; BM.: singen; F.: Song, Songs+FW; Z.: Song
$Sonnabend, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sonnabend; L.: Kluge s. u. Sonnabend, DW 16, 1587, EWD s. u. Sonnabend; GB.: (sunnūnāband*) 863-871 belegte und vielleicht nach lat. vesper sabbati oder lat. sabbatum aus Sonn(e) und Abend gebildete Bezeichnung für den Abend (des Tages) vor dem Sonntag; F.: Sonnabend, Sonnabends, Sonnabende, Sonnabenden+EW; Z.: Son-n—ab-end
Sonne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sonne, Licht und Wärme (für die Erde) spendender Himmelskörper (des Sonnensystems); ne. sun (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwelen?; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sunne, sw. F., st. F., st. M., sw. M., Sonne, Sonnenschein, Tageslicht, sonnenbeschienener Platz, östliche Himmelsgegend; mnd. sunne (1), sonne, F., M., Sonne, Sonnenschein, Zeit eines Tages vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne; mnl. sonne, F., Sonne; ahd. sunna (2), sw. F. (n), Sonne; ahd. sunno, sw. M. (n), Sonne; as. sunna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Sonne; anfrk. sunna*, sw. F. (n), Sonne; germ. *sunnō, st. F. (ō), Sonne; germ. *sunnō-, *sunnōn, sw. F. (n), Sonne; germ. *sunnō-, *sunnōn, *sunna-, *sunnan, sw. M. (n), Sonne; idg. *su̯en-, *sun-, Sb., Sonne, Pokorny 881; L.: Kluge 1. A. s. u. Sonne, Kluge s. u. Sonne, DW 16, 1590, EWD s. u. Sonne, Falk/Torp 444, Duden s. u. Sonne, Bluhme s. u. Sonne; Son.: vgl. afries. sunne, sinne (2), st. F. (ō), sw. F. (n), Sonne; saterl. sunne; ae. sunne, sw. F. (n), Sonne; an. sunna, sw. F. (n), Sonne; got. sunnō, sw. F. (n), sw. N. (n), Sonne; krimgot. sune, F., N., Sonne; nndl. zon, Sb., Sonne; ai. súvar, sū́rya-, M., Sonne; av. xvəng, Sb. (Gen.), Sonne; gr. ἥλιος (hḗlios), ἠέλιος (ēélios), M., M.=PN, Sonne, Sonnengott, Sonnenhitze, Lichtseite, Osten; lat. sōl, M., Sonne, Sonnengott, Sonnenschein, Sonnenhitze; kymr. haul, M., Sonne; lit. sáulė, F., Sonne; ksl. slŭnĭce, N., Sonne; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie (teilweise) mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den aus Sicht des Menschen während des Tages als gelb bis glutrot leuchtende Scheibe an dem Himmel erscheinenden immer nur von den ihm zugewandten Teilen der sich um die eigene Achse drehenden Erde sichtbaren und der Erde und damit auch dem Menschen Licht und Wärme spendenden und Leben ermöglichenden Himmelskörper; BM.: ?; F.: Sonne, Sonnen (!)+EW; Z.: Son-n-e
$sonnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. sonnen, der Sonne aussetzen; L.: Kluge s. u. Sonne, DW 16, 1627, EWD s. u. Sonne; GB.: (sünnen) 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus Sonn(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Lebens mögliches der Sonne aussetzen; F.: sonnen (!), sonne (!), sonnst, sonnt, sonnest, sonnet, sonnte, sonntest, sonnten, sonntet, gesonnt, ##gesonnt, gesonnte, gesonntes, gesonntem, gesonnten, gesonnter##, sonnend, ###sonnend, sonnende, sonnendes, sonnendem, sonnenden, sonnender###, sonn (!)+EW; Z.: son-n-en
$Sonnenblume, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sonnenblume; E.: s. Sonn(e), s. en (Suff.), s. Blume; L.: Kluge s. u. Sonnenblume, DW 16, 1638, EWD s. u. Sonne; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Blume gebildete Bezeichnung für verschiedene dem Erscheinungsbild der Sonne ähnelnde oder durch die Sonne besonders geprägte Blumenarten; F.: Sonnenblume, Sonnenblumen+EW; Z.: Son-n-en—blu-m-e
$Sonnenfinsternis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sonnenfinsternis; E.: s. Sonn(e), s. en (Suff.), s. Finsternis; L.: DW 16, 1645, EWD s. u. Sonne; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. eclipsis solis aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Finsternis gebildet Bezeichnung für eine vorübergehende abgegrenzte bei Neumond mögliche Verdunkelung des Lichtes der Sonne auf der Erde (für Menschen) durch den (ganzen oder teilweisen Schatten des) Mond(es) ; F.: Sonnenfinsternis, Sonnenfinsternisse, Sonnenfinsternissen+EW; Z.: Son-n-en—fin-st-er-nis
$Sonnenfleck, Sonnenflecken, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sonnenfleck; E.: s. Sonn(e), s. en (Suff.), s. Fleck; L.: DW 16, 1645 EWD s. u. Sonne; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Fleck oder Flecken gebildete Bezeichnung für eine kühlere (und aus der Sicht des Menschen) dunkele Stelle in der sichtbaren Sonnenscheibe (sowie auch für Sommersprossen); F.: Sonnenfleck, Sonnenflecks, Sonnenflecken+EW; Z.: Son-n-en—fle-ck
$Sonnenschein, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sonnenschein; E.: s. Sonn(e), s. en (Suff.), s. Schein; L.: DW 16, 1670, EWD s. u. Sonne; GB.: (sunnenschīn) seit 1257 belegte und aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Schein gebildete Bezeichnung für das für Menschen während des Tages bei Fehlen von Wolken sichtbare Licht der Sonne (sowie übertragen [Adj.] für einen beglückenden oder erfreuenden Menschen); Son.: sunnaskīm* zwölftes Jh.; F.: Sonnenschein+EW; Z.: Son-n-en—schei-n
$Sonnenstich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sonnenstich; E.: L.: DW 16, 1683, EWD s. u. Sonne; GB.: seit 17. Jh, belegte und aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Stich gebildete Bezeichnung für das Stechen der Sonne und einen dadurch verursachten Hitzschlag (Erkrankung oder Ohnmacht) empfindlicher und unvorsichtiger Menschen; F.: Sonnenstich, Sonnenstiches, Sonnenstichs, Sonnenstiche, Sonnenstichen+EW; Z.: Son-n-en—sti-ch
$Sonnenstrahl, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sonnenstrahl; L.: DW 16, 1683, EWD s. u. Sonne; GB.: vielleicht seit 17. Jh, (oder mhd.) belegte und wohl nach lat. radius solis aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Strahl gebildete Bezeichnung für den unter Umständen Menschen einzeln als Strahl erkennbaren Lichtstrahl (Energiewelle) der Sonne; F.: Sonnenstrahl, Sonnenstrahls, Sonnenstrahles, Sonnenstrahlen+EW; Z.: Son-n-en—strah-l
$Sonnenuhr, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sonnenuhr; E.: s. Sonn(e), s. en (Suff.), s. Uhr; L.: DW 16, 1690, EWD s. u. Sonne; GB.: vielleicht seit 17. Jh, (oder mhd.) belegte und wohl nach lat. solarium aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Uhr gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und für China um 2500 v. Chr. erstmals nachweisbaren senkrecht in den Boden gesteckten Stab dessen durch das Sonnenlicht verursachter Schatten Menschen einen Schluss auf die ungefähre Tageszeit ermöglicht(e); F.: Sonnenuhr, Sonnenuhren+EW+FW; Z.: Son-n-en—uh-r
$Sonnenwende, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Sonnenwende; L.: Kluge s. u. Sonnenwende, DW 16, 1696, EWD s. u. Sonne; GB.: (sunnawentī*) 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. solstitium (oder gr. heliotropium) aus Sonn(e) und en (Suff.) sowie Wende gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Sonnensystems möglichen Zeitpunkt zu dem die Sonne während ihres jährlichen Laufes (aus der Sicht des Menschen) ihren höchsten (Sommersonnenwende um 21. Juni) oder tiefsten Stand (Wintersonnenwende 21. Dezember) erreicht; F.: Sonnenwende, Sonnenwenden+EW; Z.: Son-n-en—we-nd-e
$sonnig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sonnig, von Sonne beschienen, Sonne sehen lassend; E.: s. Sonn(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Sonne, EWD s. u. Sonne, DW 16, 1708; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sonn(e) und ig gebildete Bezeichnung für (aus der Sicht des Menschen) von der Sonne beschienen oder dem Menschen die Sonne sehenlassend; F.: sonnig, sonnige, sonniges, sonnigem, sonnigen, sonniger(, sonnigere, sonnigeres, sonnigerem, sonnigeren, sonnigerer, sonnigst, sonnigste, sonnigstes, sonnigstem, sonnigsten, sonnigster)+EW; Z.: son-n-ig
$Sonntag, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sonntag; Vw.: s. Palm-; E.: s. Sonn(e), s. Tag; L.: Kluge s. u. Sonntag, DW 16, 1715, EWD s. u. Sonntag; GB.: (sunnūntag*) seit 863-871 belegte und nach lat. dies solis aus Sonn(e) und Tag gebildete Bezeichnung für den (je nach Betrachtungsweise ersten oder) letzten Tag der menschlichen Zeiteinheit Woche zwischen Samstag und Montag; F.: Sonntag, Sonntags, Sonntages, Sonntage, Sonntagen+EW; Z.: Son-n—t-ag
$Sonntagskind, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Sonntagskind; L.: DW 16, 1723, EWD s. u. Sonntag; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Sonntag und s sowie Kind gebildete und nach Entwicklung von Sprache und Wochentagen für den Menschen mögliche Bezeichnung für ein wegen der Entwicklung der Geburtshilfe inzwischen selteneres (zufällig) an einem Sonntag geborenes und deswegen angeblich durch Glück und besondere Kräfte ausgezeichnetes Kind; F.: Sonntagskind, Sonntagskinds, Sonntagskindes, Sonntagskinder, Sonntagskindern+EW; Z.: Son-n—t-ag-s—kin-d
sonor, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sonor, volltönend, wohltönend, klangvoll; ne. sonorous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. sonore; E.: s. frz. sonore, Adj., sonor, volltönend; lat. sonōrus, Adj., schallend, klingend, ertönend, rauschend, klangvoll, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. sonāre, V., tönen, ertönen, schallen, erschallen, klingen; lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch, Getöse; vgl. idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sonor, DW 16, 1730, EWD s. u. sonor, Duden s. u. sonor; Son.: vgl. nndl. sonoor, Adj., sonor; nschw. sonor, Adj., sonor; nnorw. sonor, Adj., sonor; kymr. soniarus, Adj., sonor; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für volltönend oder wohltönend oder klangvoll; BM.: tönen; F.: sonor, sonore, sonores, sonorem, sonoren, sonorer(, sonorere, sonoreres, sonorerem, sonoreren, sonorerer, sonorst, sonorste, sonorstes, sonorstem, sonorsten, sonorster)+FW(+EW?); Z.: son-or
sonst, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. sonst, ansonsten, gewöhnlich, in anderen Fällen; ne. else, otherweise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: s. mhd. sus (1), sust, sunst, Adv., so, folgendermaßen, sonst, anderswie, sowieso, ohnehin, ebenso, in gleicher Weise, da, nun, dann, in solcher Weise; ahd. sus, Adv., so, folgendermaßen, auf diese Weise; as. sus, Adv., so; germ. *swa, *swō, Adv., so; idg. *su̯e-, Partikel, so, wie, wenn, Pokorny 884; vgl. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sonst, Kluge s. u. sonst, DW 16, 1730, EWD s. u. sonst, Duden s. u. sonst, Bluhme s. u. sonst; Son.: vgl. nndl. zus, Adv., sonst, folgend; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ansonsten oder gewöhnlich oder in anderen Fällen; BM.: für sich; F.: sonst+EW; Z.: so-n-s-t
$sonstig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sonstig, andere, fernere, übrig; E.: s. sonst, s. ig; L.: Kluge s. u. sonst, DW 16, 1749, EWD s. u. sonst; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sonst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches andere oder fernere oder üb(e)rig; F.: sonstig, sonstige, sonstiges, sonstigem, sonstigen, sonstiger+EW; Z.: so-n-s-t-ig
Soor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Soor, eine Pilzinfektion des Menschen; ne. thrush; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Soor, fehlt DW, Duden s. u. Soor; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine mit grauweißem Belag der Mundschleimhaut einhergehende Pilzinfektion; BM.: ?; F.: Soor, Soores, Soors, Soore, Sooren+FW?+EW?; Z.: Sohr
...soph, nhd., M, (12. Jh.?): nhd. ...soph, Denker; ne. ...sophist, ...sopher; Vw.: s. Anthropo-, Philo-; Hw.: s. ...sophie, ...sophieren, ...sophisch; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. mhd. …sophe, Suff., …soph; lat. …sophus, Suff., …soph; gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; Herkunft unklar; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1091; Son.: vgl. nndl. ...soof, Suff., ...soph; frz. ...sophe, Suff., ...soph; nschw. ...sof, Suff., ...soph; nnorw. ...sof, Suff., ...soph; poln. ...zof, Suff., ...soph; lit. ...sofas, Suff., ...soph; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für Denker verwendete Bezeichnung; BM.: weise; F.: ...soph, ...sophen+FW(+EW); Z.: -soph
…sophie, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. ...sophie, Weisheitslehre; ne. …sophy; Vw.: s. Philo-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. -sophie; Son.: vgl. …sofie, Suff., …sophie; frz. …sophie, Suff., …sophie; nschw. …sofi, Suff., …sophie; nnorw. …sofi, Suff., …sophie; poln. …zofia, Suff., …sophie; lit. …sofija Suff., …sophie; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für eine Liebe oder Neigung zu einer Gegebenheit anzuzeigen; BM.: weise; F.: …sophie, …sophien+FW(+EW); Z.: -soph-ie
...sophieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...sophieren, …denken; ne. ...sophise; Vw.: s. phil-; Hw.: s. ...soph, ...sophie, ...sophisch; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; Herkunft unklar; Son.: vgl. nndl. ...soferen, Suff., ...sophieren; frz. ...sopher, Suff., ...sophieren; nschw. ...sofera, Suff., ...sophieren; nnorw. ...sofere, Suff., ...sophieren; poln. ...zofować, Suff., ...sophieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums verbindbare und umgebildete sowie in der Herkunft unklare und in Zusammensetzungen als Grundwort zur Bildung von die Weisheit und das Denken betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: weise; F.: ...sophieren, ...sophiere, ...sophierst, ...sophiert, ...sophierest, ...sophieret, ...sophierte, ...sophiertest, ...sophierten, ...sophiertet, ##...sophiert, ...sophierte, ...sophiertes, ...sophiertem, ...sophierten, ...sophierter##, ...sophierend, ###...sophierend, ...sophierende, ...sophierendes, ...sophierendem, ...sophierenden, ...sophierender###, ...sophier (!)+FW(+EW); Z.: -sophi-ier-en
...sophisch, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. ...sophisch; ne. ...sophic, ...sophical; Vw.: s. philo-; Hw.: s. ...soph, ...sophie, ...sophieren; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; Herkunft unklar; Son.: vgl. nndl. ...sofisch, Suff., ...sophisch; frz. ...sophique, Suff., ...sophisch; nschw. ...sofisk, Suff., ...sophisch; nnorw. ...sofisk, Suff., ...sophisch; poln. ...zoficzny, Suff., ...sophisch; kymr. ...soffaidd, Suff., ...sophisch; lit. ...sofinis, Suff., ...sophisch; GB.: vielleicht seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Griechischen gebildete und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von die Weisheit betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: weise; F.: ...sophisch, ...sophische, ...sophisches, ...sophischem, ...sophischen, ...sophischer(, ...sophischere, ...sophischeres, ...sophischerem, ...sophischeren, ...sophischerer, ...sophischst, ...sophischste, ...sophischstes, ...sophischstem, ...sophischsten, ...sophischster)+FW+EW; Z.: -soph-isch
Sophist, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Sophist; ne. sophist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. sophistēs; E.: s. mnd. sophiste, M., Sophist, Haarspalter, Wortklauber; lat. sophistēs, Sophist, (81-43 v. Chr.); gr. σοφιστής (sophistḗs), M., Weiser (M.) (1), Meister einer Wissenschaft; vgl. gr. σοφός (sophós), Adj., geschickt, klug, weise; weitere Herkunft unklar; L.: EWD s. u. Sophist, DW 16, 1571, Duden s. u. Sophist; Son.: vgl. frz. sophiste, M., Sophist; nschw. sofist, Sb., Sophist; nnorw. sofist, M., Sophist; poln. sofista, M., Sophist; kymr. soffydd, M., Sophist; nir. sofaist, M., Sophist; GB.: vielleicht seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Vertreter einer Gruppe griechischer Philosophen und Rhetoren des 5. bis 4. Jahrhunderts v. Chr. die als erste den Menschen in den Mittelpunkt philosophischer Betrachtungen stellten und als berufsmäßige Wanderlehrer Kenntnisse besonders in der Redekunst und der Kunst des Beweises verbreiteten; BM.: weise; F.: Sophist, Sophisten+FW(+EW?); Z.: Soph-ist
$sophistisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sophistisch, (einen) Sophisten betreffend; I.: Lw. lat. sophisticus; E.: s. Sophist, s. isch; L.: DW 16, 1753, EWD s. u. Sophist; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. sophisticus aus Sophist und isch gebildete Bezeichnung für (mindestens einen) Sophisten betreffend; BM.: weise; F.: sophistisch, sophistische, sophistisches, sophistischem, sophistischen, sophistischer+FW(+EW); Z.: soph-ist-isch
Sopran, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sopran, höchste Frauenstimmlage; ne. soprano; Vw.: -; Hw.: s. super…; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. soprano; E.: s. it. soprano, M., Sopran; vgl. it. soprano, Adj., obere, darüber liegende; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sopran, EWD s. u. Sopran, DW 16, 1753, Duden s. u. Sopran; Son.: vgl. nndl. sopraan, Sb., Sopran; frz. soprano, M., Sopran; nschw. sopran, Sb., Sopran; nnorw. sopran, M., Sopran; poln. sopran, M., Sopran; kymr. soprano, M., F., Sopran; nir. soprán, M., Sopran; lit. sopranas, M., Sopran; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die (obere oder) höchste Frauenstimmlage; BM.: über; F.: Sopran, Soprans, Soprane, Sopranen+FW; Z.: S-op-r-an
$Sopranistin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sopranistin; E.: s. Sopran, s. ist, s. in; L.: Kluge s. u. Sopran, fehlt DW, EWD s. u. Sopran; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sopran und ist sowie in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in der höchsten Frauenstimmlage singende Frau; F.: Sopranistin, Sopranistinnen+FW(+EW); Z.: S-op-r-an-ist-in
Sorbet, Sorbett, Scherbet, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Sorbet, Sorbett, Scherbet, Halbgefrorenes Eis; ne. sorbet, sherbet; Vw.: -; Hw.: s. Sirup; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. sorbet; E.: s. frz. sorbet, M., Sorbet; it. sorbetto, M., Sorbet; span. sorbete, M., Sorbet; türk. şerbet, Sb., süßer kühlender Trunk; vgl. arab. sariba, V., trinken; L.: Kluge s. u. Sorbet(t), DW 16, 1754, Duden s. u. Sorbet, Sorbett; Son.: vgl. nndl. sorbet, Sb., Sorbet; nschw. sorbet, Sb., Sorbet; nnorw. sorbe, sorbé, M., Sorbet; poln. sorbet, M., Sorbet; kymr. sorbed, M., Sorbet; nir. soirbéad, M., Sorbet; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie Spanischen und Türkischen und dem Arabischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete halbgefrorene Speise aus Saft oder Wein oder Schaumwein; BM.: trinken; F.: Sorbet, Sorbets, Sorbett, Sorbetts, Scherbet, Scherbett+FW(+EW?); Z.: Sorb-et
...sorbieren, nhd., V., (17. Jh.?): nhd. ...sorbieren; ne. ...sorbe; Vw.: s. ab-, re-; Hw.: s. ...sorption; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. sorbēre, sorbere, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken, schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...sorberen, Suff., ...sorbieren; frz. ...sorber, Suff., ...sorbieren; nschw. ...sorbera, Suff., ...sorbieren; nnorw. ...sorbere, Suff., ...sorbieren; poln. ...sorbować, Suff., ...sorbieren; lit. ...sorbuoti, Suff., ...sorbieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Aufnehmens oder Schlürfens verwendete Bezeichnung; BM.: schlürfen; F.: ...sorbieren, ...sorbiere, ...sorbierst, ...sorbiert, ...sorbierest, ...sorbieret, ...sorbierte, ...sorbiertest, ...sorbierten, ...sorbiertet, ##...sorbiert, ...sorbierte, ...sorbiertes, ...sorbiertem, ...sorbierten, ...sorbierter##, ...sorbierend, ###...sorbierend, ...sorbierende, ...sorbierendes, ...sorbierendem, ...sorbierenden, ...sorbierender###, ...sorbier (!)+FW(+EW); Z.: -sorb-ier-en
Sore, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sore, Diebsgut; ne. loot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen; dieses von wjidd. sechore, Sb., Ware; hebr. seḥōrā(h), Sb., Ware; L.: Kluge s. u. Sore, fehlt DW, Duden s. u. Sore; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für Diebsgut oder gestohlene Sachen; BM.: Ware; F.: Sore, Soren+FW(+EW?); Z.: Sore
Sorge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sorge, Befürchtung, Unruhe; ne. sorrow (N.); Vw.: -; Hw.: s. sorgen, entsorgen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sorge, st. F., sw. F., Sorge, Besorgnis, Kummer; mnd. sorge, F., Sorge, Besorgnis, Besorgtheit, Bekümmernis, Angst, Furcht, Not, Armut, innere Unruhe; mnl. sorghe, surghe, F., Sorge; ahd. sworga*, sorga, st. F. (ō), sw. F. (n), Sorge, Besorgnis, Sorgfalt, Aufmerksamkeit, Mühe, Mühsal, Unruhe, Argwohn; as. sorga, st. F. (ō), Sorge; anfrk. sorga*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sorge; germ. *swurgō, *surgō, st. F. (ō), Sorge; s. idg. *su̯ergʰ-, V., sorgen, sich kümmern, krank sein (V.), Pokorny 1051 (1819/291) (RB. idg. aus, ind., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sorge, Kluge s. u. Sorge, DW 16, 1755, EWD s. u. Sorge, Falk/Torp 446, Duden s. u. Sorge, Bluhme s. u. Sorge; Son.: vgl. afries. -; ae. sorg (1), sorh, st. F. (ō), Sorge, Schmerz, Kummer, Elend; an. sorg, st. F. (ō), Sorge, Trauer; got. saúrga, st. F. (ō), Sorge, Kummer; nndl. zorg, Sb., Sorge; nschw. sorg, Sb., Sorge; nnorw. sorg, M., F., Sorge; ? air. serg, Sb., Krankheit; ? ksl. sragъ, Adj., furchtbar, drohend; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Befürchtung oder Unruhe oder quälende Gedanken oder das Bemühen um das Wohlergehen mindestens eines anderen Menschen oder eine andere Gegebenheit; BM.: sich kümmern; F.: Sorge, Sorgen+EW; Z.: Sorg-e
sorgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sorgen, in Sorge sein (V.), Sorge tragen, sich Gedanken machen, Befürchtungen hegen; ne. worry (V.), care (V.); Vw.: s. ent-; Hw.: s. Sorge; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sorgen, sw. V., besorgt sein (V.), bekümmert sein (V.); mnd. sorgen, sörgen, soͤrgen, sw. V., sorgen, in Sorge sein (V.), besorgt sein (V.), bekümmert sein (V.), Kummer haben, Leid empfinden; mnl. sorghen, surghen, sw. V., sorgen; ahd. sworgōn*, sorgōn*, sw. V. (2), sorgen, sorgen für; ahd. sworgēn*, sorgēn, sw. V. (3), sorgen, sich kümmern, sich ängstigen, in Sorge sein (V.), in Sorge sein (V.) wegen, bemüht sein (V.), sich sorgen, sich kümmern um, Sorge tragen, Sorge tragen für, Argwohn hegen, bange sein (V.), sich bemühen, besorgt sein (V.), verdrießlich sein (V.); as. sorgon, sw. V. (2), sorgen, sich kümmern; anfrk. sorgon*, sw. V. (2), sich sorgen, sich fürchten; germ. *swurgēn, *swurgǣn, *surgēn, *surgǣn, sw. V., sorgen; idg. *su̯ergʰ-, V., sorgen, sich kümmern, krank sein (V.), Pokorny 1051; L.: Kluge s. u. Sorge, DW 16, 1773, EWD s. u. Sorge, Duden s. u. sorgen; Son.: vgl. afries. sorgia, sw. V. (2), sorgen; ae. sorgian, sw. V. (2), sorgen, bekümmert sein (V.); ae. sœ̄rgian, sw. V., sorgen; an. syrgja, sw. V. (2?, 3?), sorgen; got. saúrgan, sw. V. (3), sorgen, bekümmert sein (V.); nndl. zorgen, V., sorgen; nschw. sörja, V., sorgen; nnorw. sørge, V., sorgen; ai. sū́rkṣati, V., kümmert sich um etwas; av. nišhauruuaiti, V., gibt acht, behüte; lat. servāre, erretten, retten, erhalten (V.), bewahren; lit. sérgėti, V., hüten, bewahren; ksl. strěšti, V., hüten, bewahren; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Sorg(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich Gedanken machen oder Befürchtungen hegen; BM.: sich kümmern; F.: sorgen (!), sorge (!), sorgst, sorgt, sorgest, sorget, sorgte, sorgtest, sorgten, sorgtet, gesorgt, ##gesorgt, gesorgte, gesorgtes, gesorgtem, gesorgten, gesorgter##, sorgend, ###sorgend, sorgende, sorgendes, sorgendem, sorgenden, sorgender###, sorg (!)+EW; Z.: sorg-en
$sorgenfrei, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sorgenfrei; E.: s. Sorg(e), s. en (Suff.), s. frei; L.: EWD s. u. Sorge, DW 16, 1784; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sorg(e) und en (Suff.) sowie frei gebildete Bezeichnung für frei von Befürchtungen oder Kummer in Gegensatz zu sorgenvoll; F.: sorgenfrei, sorgenfreie, sorgenfreies, sorgenfreiem, sorgenfreien, sorgenfreier(, sorgenfreiere, sorgenfreieres, sorgenfreierem, sorgenfreieren, sorgenfreierer, sorgenfreiest, sorgenfreieste, sorgenfreiestes, sorgenfreiestem, sorgenfreiesten, sorgenfreiester)+EW; Z.: sorg-en—frei
$sorgenvoll, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sorgenvoll; E.: s. Sorg(e), s. en (Suff.), s. voll; L.: DW 16, 1790, EWD s. u. Sorge; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sorg(e) und en (Suff.) sowie voll gebildete Bezeichnung für besorgt oder bekümmert in Gegensatz zu sorglos oder sorgenfrei; F.: sorgenvoll, sorgenvolle, sorgenvolles, sorgenvollem, sorgenvollen, sorgenvoller(, sorgenvollere, sorgenvolleres, sorgenvollerem, sorgenvolleren, sorgenvollerer, sorgenvollst, sorgenvollste, sorgenvollstes, sorgenvollstem, sorgenvollsten, sorgenvollster)+EW; Z.: sorg-en—vol-l
$Sorger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sorger, Sorgender; Vw.: s. Seel-; Q.: um 1210 (Tristan); L.: DW 16, 1790; GB.: (sorgære) seit um 1210 belegte und aus sorg(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Sorgenden oder Besorger; F.: Sorger, Sorgers, Sorgern+EW; Z.: Sorg-er
$Sorgerin, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sorgerin, Sorgende; Vw.: s. Für-; Q.: um 1210 (Tristan); L.: DW 16, 1791; GB.: (sorgærinne) seit um 1210 belegte und aus Sorger und in gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Sorgende oder Besorgerin; F.: Sorgerin, Sorgerinne+EW; Z.: Sorg-er-in
$Sorgfalt, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sorgfalt, Sorgfältigkeit, Umsicht; Sorge; E.: s. Sorg(e), s. falt; L.: Kluge s. u. Sorgfalt, DW 16, 1791, EWD s. u. Sorge; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach Einfalt aus Sorg(e) und falt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Sorgfältigkeit oder Umsicht oder Sorge; F.: Sorgfalt+EW; Z.: Sorg-fal-t
$sorgfältig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. sorgfältig; L.: EWD s. u. Sorge, DW 16, 1792; GB.: (sorcveltic) seit 1275-1300 belegte und aus Sorgfalt und ig gebildete Bezeichnung für sorgsam oder besorgt oder bekümmert in Gegensatz zu sorglos; F.: sorgfältig, sorgfältige, sorgfältiges, sorgfältigem, sorgfältigen, sorgfältiger(, sorgfältigere, sorgfältigeres, sorgfältigerem, sorgfältigeren, sorgfältigerer, sorgfältigst, sorgfältigste, sorgfältigstes, sorgfältigstem, sorgfältigsten, sorgfältigster)+EW; Z.: sorg—fäl-t-ig
$sorglich, nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. sorglich, sorgsam, besorgt, bekümmert, aufmerksam; L.: Kluge s. u. Sorge, DW 1600, 1800, EWD s. u. Sorge; GB.: (sworglīh*) seit 863-871 belegte und aus Sorg(e) und lich gebildete Bezeichnung für sorgsam oder besorgt oder bekümmert oder aufmerksam; F.: sorglich, sorgliche, sorgliches, sorglichem, sorglichen, sorglicher(, sorglichere, sorglicheres, sorglicherem, sorglicheren, sorglicherer, sorglichst, sorglichste, sorglichstes, sorglichstem, sorglichsten, sorglichster)+EW; Z.: sor-g-lich
$Sorgnis, nhd. (ält.), F., 14.Jh.?: nhd. Sorgnis, Sorge, Kummer; Vw.: s. Be-; L.: DW 16, 1807; GB.: vielleicht seit 14. Jh. (Besorgnis) belegte und aus Sorg(e) und nis gebildete Bezeichnung für Sorge oder Kummer; F.: Sorgnis, Sorgnisse, Sorgnissen+EW; Z.: Sorg-nis
$sorgsam, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. sorgsam, sorgfältig, besorgt; L.: Kluge s. u. Sorge, DW 16, 1807, EWD s. u. Sorge; F.: sorgsam, sorgsame, sorgsames, sorgsamem, sorgsamen, sorgsamer(, sorgsamere, sorgsameres, sorgsamerem, sorgsameren, sorgsamerer, sorgsamst, sorgsamste, sorgsamstes, sorgsamstem, sorgsamsten, sorgsamster)+EW; Z.: sor-g-sam
...sorption, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...sorption; ne. ...sorption; Vw.: s. Ab-; Hw.: s. ...sorbieren; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: (s. lat. sorptio,)s. lat. sorbēre, sorbere, V., zu sich nehmen, hinunterschlucken, schlürfen; idg. *srebʰ-, *sr̥bʰ-, V., schlürfen, Pokorny 1001 (1733/205) (RB. idg. aus arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...sorptie, Suff., ...sorption; frz. ...sorption, Suff., ...sorption; nschw. ...sorption, vnnorw. ...sorpsjon, Suff., ...sorption; poln. ...sorbcja, Suff., ...sorption; lit. ...sorbcija, F., Absorption; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus lat. (ab)sorptio aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schlürfen; F.: ...sorption, ...sorptionen+FW(+EW?); Z.: -sorp-t-io-n
Sorte, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Sorte, Art (F.) (1); ne. sort (N.); Vw.: -; Hw.: s. sortieren, Sortiment; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. sors; E.: s. lat. sors, F., Los, Losstäbchen, Spruchorakel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sorte, Kluge s. u. Sorte, DW 16, 1811, EWD s. u. Sorte, Duden s. u. Sorte, Bluhme s. u. Sorte; Son.: vgl. nndl. soort, Sb., Sorte; frz. sorte, M., Sorte, Los; nschw. sort, Sb., Sorte; nnorw. sort, M., Sorte; nir. sórt, M., Sorte; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Art die sich (innerhalb einer Gattung) durch bestimmte Merkmale oder Eigenschaften von anderen Gruppen der gleichen Gattung (Sorten) unterscheidet; BM.: fügen; F.: Sorte, Sorten+FW(+EW?); Z.: Sor-t-e
sortieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sortieren, reihen, ordnen; ne. sort (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sorte, Sortiment; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. it. sortire; E.: s. mnd. sortēren, tzortēren, sw. V., „sortieren“; it. sortire, V., sortieren; lat. sortīrī, V., losen, losen lassen, durch das Los bestimmen, durch das Los erhalten (V.), aussuchen, wählen; lat. sors, Los, Losstäbchen, Spruchorakel; vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. sortieren, EWD s. u. Sorte, DW 16, 1813, Duden s. u. sortieren; Son.: vgl. nndl. sorteren, V., sortieren; nschw. sortera, V., sortieren; nnorw. sortere, V., sortieren; poln. sortować, V., sortieren; GB.: seit Ende 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für in Gruppen einteilen oder reihen oder ordnen; BM.: fügen; F.: sortieren, sortiere, sortierst, sortiert, sortierest, sortieret, sortierte, sortiertest, sortierten, sortiertet, ##sortiert, sortierte, sortiertes, sortiertem, sortierten, sortierter##, sortierend, ###sortierend, sortierende, sortierendes, sortierendem, sortierenden, sortierender###, sortier (!)+FW(+EW); Z.: sor-t-ier-en
Sortiment, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sortiment, eine Gesamtheit von Waren, Warenlager; ne. assortment, range (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sorte, sortieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. sortimento; E.: s. it. (ält.) sortimento, M., Sortiment; it. sortire, V., sortieren; lat. sortīrī, V., losen, losen lassen, durch das Los bestimmen, durch das Los erhalten (V.), aussuchen, wählen; lat. sors, Los, Losstäbchen, Spruchorakel; vgl. lat. serere, V., fügen, reihen, knüpfen, anknüpfen; idg. *ser- (4), V., reihen, knüpfen, beschlafen?, Pokorny 911 (1587/59) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Sorte, EWD s. u. Sorte, DW 16, 1814, Duden s. u. Sortiment; Son.: vgl. nndl. assortiment, Sb., Sortiment; frz. assortiment, M., Sortiment; nschw. sortiment, N., Sortiment; nnorw. sortiment, N., Sortiment; poln. sortyment, M., Sortiment; lit. asortimentas, M., Sortiment; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesamtheit von zu Verfügung stehenden Waren oder ein Warenlager; BM.: fügen; F.: Sortiment, Sortiments, Sortimentes, Sortimente, Sortimenten+FW; Z.: Sor-t-im-ent
SOS, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. SOS, ein Notsignal; ne. SOS; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. SOS; E.: s. SOS, N., SOS; gewählt nach der Länge der Morsebuchstaben des Morsealphabets, da S aus drei Kürzen und O aus drei Längen besteht; nachträglich versehen mit der abgekürzten Bedeutung Save Our Ship oder Save Our Souls; L.: Kluge s. u. SOS, fehlt DW, Duden s. u. SOS; Son.: vgl. nndl. SOS, Sb., SOS; frz. SOS, M., SOS; nschw. SOS, Sb., SOS; nnorw. SOS, N., SOS; poln. SOS, Sb., SOS; GB.: seit 1906 als Abkürzung verwendetes internationales Notsignal; BM.: Abkürzung; F.: SOS+FW; Z.: S-O-S
Soße, Sauce, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Sauce, Soße, Tunke; ne. sauce (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sauciere; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. sauce; E.: s. frz. sauce, F., Sauce, Soße; lat. salsa, F., gesalzene Brühe; vgl. lat. sāl, M., N., Salz, Verstand, Feinheit, Klugheit, Geschmack, Meer, Meerwasser; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *sē-, *sə-, V., sich setzen, herausträufeln, Kluge s. u. Salz; L.: Kluge s. u. Soße, DW 16, 1815 (Sosze), EWD s. u. Soße, Duden s. u. Soße, Bluhme s. u. Sosse; Son.: vgl. nndl. saus, Sb., Soße; nschw. sås, Sb., Soße; nnorw. saus, M., Soße; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete flüssige bis sämig gebundene Beigabe zu verschiedenen Speisen; BM.: Salz; F.: Soße, Soßen, Sauce, Saucen+FW(+EW?); Z.: So-ß-e
sotan, nhd. (ält.), Adj., (15. Jh.): nhd. sotan, so beschaffen (Adj.); ne. conditioned; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. fnhd. sōtān, Adj., sotan; mhd. sōgetān, Adj., so getan, so beschaffen (Adj.), solch, derartig, so geartet (Adj.); mhd. sō, Adv., so, deshalb, dann, als; ahd. sō, Adv., Konj., so, ebenso, also, da, darauf, als, solange, wenn, auf diese Art, auf diese Weise, von solcher Art, so wie, wie, noch so; germ. *swē, Adv., so; idg. *su̯e-, Partikel, so, wie, wenn, Pokorny 884; s. idg. *se-, Adv., Pron., abseits, getrennt, für sich, sich, Pokorny 882 (1542/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., germ., balt., slaw.); mhd. tuon (1), tūn, tōn, duon, dūn, anom. V., tun, machen, schaffen, geben, handeln, antun, verfahren (V.); ahd. tuon, anom. V., tun, machen, wirken, schaffen, handeln; westgerm. *dōn, *dēn, *dǣn, st. V., setzen, machen, tun; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. sotan, DW 16, 1817 (sothan); GB.: (sotān) seit 15. Jh. belegte und aus so und (ge)tan gebildete Bezeichnung für so beschaffen (Adj.); BM.: für sich, setzen; F.: sotan+EW; Z.: so-ta-n
Soubrette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Soubrette, eine Gesangsrolle; ne. soubrette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. soubrette; E.: s. frz. soubrette, F., Soubrette; vgl. prov. soubreto, Adj., geziert; prov. soubrá, V., darüber hinaus sein (V.); lat. superāre, V., hervorragen, hervorkommen, (um 250-184 v. Chr.); lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Soubrette, DW 16, 1821, Duden s. u. Soubrette; Son.: vgl. nndl. soubrette, Sb., Soubrette; nschw. subrett, Sb., Soubrette; nnorw. subtrette, F., Soubrette; poln. subretka, F., Soubrette; kymr. soubrette, F., Soubrette; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Provenzalischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesangsrolle des komischen Rollenfachs eines Soprans; BM.: oben; F.: Soubrette, Soubretten+FW; Z.: S-oub-r-et-t-e
Soufflé, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Soufflé, Auflauf; ne. soufflé; Vw.: -; Hw.: s. soufflieren, Suffleur; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. soufflé; E.: s. frz. soufflé, M., Soufflé, Auflauf; vgl. frz. souffler, V., blasen, hauchen; lat. sufflāre, V., an etwas blasen, aufblasen, anblasen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Soufflé, fehlt DW, Duden s. u. Soufflé; Son.: vgl. nndl. soufflé, Sb., Soufflé; nschw. sufflé, Sb., Soufflé; nnorw. sufflé, M., Soufflé; poln. suflet, M., Soufflé; kymr. soufflé, M., Soufflé; lit. suflė, F., Soufflé; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (lockeren) Auflauf als eine sachlich vielleicht schon früher (in dem Mittelalter) von Menschen entwickelte und verwendete Speise; BM.: unter, blasen; F.: Soufflé, Soufflés+FW; Z.: S-ouf-fl-é
$Souffleuse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Souffleuse, Vorsagende, Einblasende; Hw.: s. Souffleur; L.: Kluge s. u. soufflieren, fehlt DW, EWD s. u. soufflieren; F.: Souffleuse, Souffleusen+FW; Z.: S-ou-f-fl-eus-e
Souffleur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Souffleur, Vorsagender, Einblasender; ne. prompter; Vw.: -; Hw.: s. soufflieren, Soufflé, Souffleuse; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. souffleur; E.: s. frz. souffleur, M., Souffleur; vgl. frz. souffler, V., blasen, hauchen; lat. sufflāre, V., an etwas blasen, aufblasen, anblasen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. soufflieren, EWD s. u. soufflieren, fehlt DW, Duden s. u. Souffleur; Son.: vgl. nschw. sufflör, Sb., Suffleur; nnorw. sufflør, M., Suffleur; poln. sufler, M., Souffleur; lit. sufleris, M., Souffleur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Schauspielern für die Zuschauer unsichtbar ihren Text sicherheitshalber unsichtbar von unten Vorsagenden; BM.: unter, blasen; F.: Souffleur, Souffleurs, Souffleures, Souffleure, Souffleuren+FW; Z.: S-ouf-fl-eur
soufflieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. soufflieren, vorsagen, flüsternd vorsprechen; ne. prompt (V.); Vw.: -; Hw.: s. Souffleur, Soufflé; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. souffler; E.: s. frz. souffler, V., blasen, hauchen; lat. sufflāre, V., an etwas blasen, aufblasen, anblasen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. flāre, V., blasen, wehen, herausblasen, hauchen; idg. *bʰel- (3), *bʰlē-, *bʰelh₁-, V., aufblasen, aufschwellen, schwellen, sprudeln, strotzen, Pokorny 120 (199/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. soufflieren, DW 16, 1821, EWD s. u. soufflieren, Duden s. u. soufflieren; Son.: vgl. nndl. souffleren, V., soufflieren; nschw. sufflera, V., soufflieren; nnorw. sufflere, V., soufflieren; lit. sufleruoti, V., soufflieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Schauspielern den Text sicherheitshalber für die Zuschauer unsichtbar von unten vorsagen; BM.: unter, blasen; F.: soufflieren, souffliere, soufflierst, souffliert, soufflierest, soufflieret, soufflierte, souffliertest, soufflierten, souffliertet, ##souffliert, soufflierte, souffliertes, souffliertem, soufflierten, soufflierter##, soufflierend, ###soufflierend, soufflierende, soufflierendes, soufflierendem, soufflierenden, soufflierender###, soufflier (!)+FW; Z.: s-ouf-fl-ier-en
Sound, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Sound, Klang, Klangfarbe; ne. sound (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: ne. sound, N., Sound, Klang, Geräusch (N.) (1); lat. sonus (1), M., Schall, Ton (M.) (2), 204-169 v. Chr.); idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sound, fehlt DW, Duden s. u. Sound; Son.: vgl. nndl. sound, Sb., Sound; frz. son, M., Klang; nschw. sound, N., Sound; nnorw. sound, M., Sound; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Klang eines Musikstücks oder eine charakteristische Klangfarbe; BM.: tönen; F.: Sound, Sounds+FW; Z.: Soun-d
Souper, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Souper, festliches Abendessen; ne. dinner; Vw.: -; Hw.: s. soupieren, Suppe; Q.: 19. Jh.; E.: frz. Lw.; E.: vgl. frz. soupe, F., Suppe, Fleischbrühe, in die Suppe getunktes Brot; vorroman. *suppa, F., Suppe; lat. suppa, F., Suppe, eingetunkte Brotschnitte; frühes germ. Lehnwort, vgl. germ. *suppō-, *suppōn, sw. F. (n), Brühe, Suppe; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. soupieren, fehlt DW, Duden s. u. Souper; Son.: vgl. nschw. supé, Sb., Souper; nnorw. supe, M., Souper; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Vorromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit dieser Zeit von Menschen ausgerichtetes festliches Abendessen mit Gästen; BM.: würzen; F.: Souper, Soupers+FW; Z.: Sou-p-er
soupieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. soupieren, festlich zu Abend essen; ne. have supper; Vw.: -; Hw.: s. Souper, Suppe; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. souper; E.: s. frz. souper, V., soupieren; vgl. frz. soupe, F., Suppe, Fleischbrühe, in die Suppe getunktes Brot; vorroman. *suppa, F., Suppe; lat. suppa, F., Suppe, eingetunkte Brotschnitte; frühes germ. Lehnwort, vgl. germ. *suppō-, *suppōn, sw. F. (n), Brühe, Suppe; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. soupieren, EWD s. u. soupieren, fehlt DW, Duden s. u. soupieren; Son.: vgl. nndl. souperen, V., soupieren; nschw. supera, V., soupieren; nnorw. supere, V., soupieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Vorromanischen und dem Lateinischen des Altertums und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für festlich zu Abend essen; BM.: würzen; F.: soupieren, soupiere (!), soupierst, soupiert, soupierest, soupieret, soupierte, soupiertest, soupierten, soupiertet, ##soupiert, soupierte, soupiertes, soupiertem, soupierten, soupierter##, soupierend, ###soupierend, soupierende, soupierendes, soupierendem, soupierenden, soupierender###, soupier (!)+FW(+EW); Z.: sou-p-ier-en
Soutane, Sutane, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Soutane, Sutane, Talar; ne. soutane; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. soutane; E.: s. frz. soutane, F., Soutane; it. sottana, F., Untergewand; vgl. it. sottano, Adj., unter; it. sotto, Adv., unten; lat. subtus, Adv., unten, unterwärts; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Soutane, DW 16, 1821, EWD s. u. Soutane, Duden s. u. Soutane; Son.: vgl. nndl. soutane, Sb., Soutane; poln. sutanna, F., Soutane; nir. sútán, M., Soutane; lit. sutana, F., Soutane; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich in dem 16. Jh. als Subtunica unter der Supertunica (später Talar) entwickelte Amtstracht von Universitätsangehörigen und katholischen Geistlichen; BM.: unter; F.: Soutane, Soutanen, Sutane, Sutanen+FW; Z.: S-ou-t-an-e
Souterrain, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Souterrain, Kellergeschoss; ne. souterrain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. souterrain; E.: s. frz. souterrain, M., Souterrain, unter der Erde Befindliches; vgl. frz. souterrain, Adj., unterirdisch; lat. subterrāneus, Adj., unter der Erde befindlich, unterirdisch, (1. Jh. n. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Souterrain, DW 16, 1821, EWD s. u. Souterrain, Duden s. u. Souterrain; Son.: vgl. nndl. souterrain, Sb., Souterrain; nschw. suterräng, Sb., Souterrain; poln. suterena, F., Souterrain; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (unter der Erde) in dem Keller eines Gebäudes liegendes Geschoss; BM.: unten, Erde bzw. trocknen; F.: Souterrain, Souterrains+FW; Z.: Sou-terr-ain
Souvenir, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Souvenir, Andenken; ne. souvenir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. souvenir; E.: s. frz. souvenir, M., Souvenir, Andenken; vgl. frz. souvenir, sw. V., erinnern; lat. subvenīre, V., unten hinkommen, dazukommen, vorkommen, beistehen, (um 250-184 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Souvenir, DW 16, 1821, EWD s. u. Souvenir, Duden s. u. Souvenir; Son.: vgl. nndl. souvenir, Sb., Souvenir; nschw. suvenir, Sb., Souvenir; nnorw. suvenir, M., Souvenir; poln. souvenir, M., Souvenir; kymr. swfenîr, M., Souvenir; lit. suvenyras, M., Souvenir; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Andenken oder einen kleinen als Erinnerung an eine Reise von dort von Menschen mitgenommenen Gegenstand; BM.: unter, kommen; F.: Souvenir, Souvenirs+FW; Z.: S-ou-ven-ir
souverän, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. souverän, uneingeschränkt herrschend, sicher, fest; ne. sovereign (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Souveränität; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. souverain; E.: s. frz. souverain, Adj., höchst; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. souverän, DW 16, 1822, EWD s. u. souverän, Duden s. u. souverän; Son.: vgl. nndl. soeverein, Adj., souverän; nschw. suverän, Adj., souverän; nnorw. suverén, Adj., souverän; poln. suwerenny, Adj., souverän; kymr. sofran, Adj., souverän; lit. suverenus, Adj., souverän; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für uneingeschränkt herrschend oder sicher oder fest; BM.: unten; F.: souverän, souveräne, souveränes, souveränem, souveränen, souveräner(, souveränere, souveräneres, souveränerem, souveräneren, souveränerer, souveränste, souveränstes, souveränstem, souveränsten, souveränster)+FW; Z.: s-ouv-er-än
$Souverän, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Souverän, uneingeschränkter Herrscher; E.: s. souverän; L.: Kluge s. u. souverän, DW 16, 1822, EWD s. u. souverän; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit souverän verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht sachlich schon früher möglichen uneingeschränkten Herrscher; F.: Souverän, Souveräns, Souveränes, Souveräne, Souveränen+FW; Z.: S-ouv-er-än
Souveränität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Souveränität, höchste Gewalt, Unabhängigkeit; ne. sovereignty; Vw.: -; Hw.: s. souverän; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. souveraineté; E.: s. frz. souveraineté, F., Souveränität; vgl. frz. souverain, Adj., höchst; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. souverän, DW 16, 1822; Son.: vgl. nndl. soevereiniteit, Sb., Souveränität; nschw. suveränitet, Sb., Souveränität; nnorw. suverenitet, M., Souveränität; poln. suwerennność, F., Souveränität; kymr. sofraniaeth, F., Souveränität; lit. suverenitetas, M., Souveränität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die höchste Gewalt oder für die Unabhängigkeit eines Staates; BM.: unten; F.: Souveränität, Souveränitäten+FW(+EW); Z.: S-ouv-er-än-it-ät
$sowieso, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. sowieso, ohnehin, auf jeden Fall; E.: s. sowie, s. so; L.: Kluge s. u. sowieso, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sowie und so gebildete Bezeichnung für ohnehin oder auf jeden Fall; F.: sowieso+EW; Z.: so-wie-so
Sowjet, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sowjet; ne. Soviet (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. russ. sovét; E.: s. russ. sovét (cosem), M., Soviet, Rat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Sowjet, Duden s. u. Sowjet; Son.: vgl. frz. soviet, M., Sowjet; nschw. sovjet, Sb., Sowjet; nnorw. sovjet, N., Sowjet; kymr. sofiet, F., Sowjet; nir. an tSóivéid, F., Sowjet; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Russischen aufgenommene Bezeichnung für die gewählte oberste Volksvertretung in der Sowjetunion (UdSSR); BM.: Rat; F.: Sowjet, Sowjets+FW; Z.: Sowjet
sozial, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sozial, die Gesellschaft betreffend; ne. social (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Sozialismus, Sozialist, sozialistisch, Soziologie, Sozio...; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. social; E.: s. frz. social, Adj., sozial, die Gesellschaft betreffend; lat. sociālis, Adj., die Gesellschaft betreffend, gesellschaftlich, gesellig, ehelich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sozial, EWD s. u. sozial, DW 16, 1826, Duden s. u. sozial; Son.: vgl. nndl. sociaal, Adj., sozial; nschw. social, Adj., sozial; nschw. sosial, Adj., sozial; poln. socjalny, Adj., sozial; nir. soisialta, Adj., sozial; lit. socialinis, Adj., sozial; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesellschaft oder das Zusammenleben von Menschen betreffend; BM.: folgen; F.: sozial, soziale, soziales, sozialem, sozialen, sozialer(, sozialere, sozialeres, sozialerem, sozialeren, sozialerer, sozialst, sozialste, sozialstes, sozialstem, sozialsten, sozialster)+FW(+EW?); Z.: soz-ial
$Sozialdemokratie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sozialdemokratie, soziale Demokratie; Q.: um 1850; E.: s. sozial, s. Demokratie; I.: Lw. frz. démocratie sociale; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demokratie; GB.: seit um 1850 belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für eine soziale Demokratie; F.: Sozialdemokratie, Sozialdemokratien+FW(+EW?M; Z.: Soz-ial-dem-o-kra-t-ie
sozialisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sozialisieren, humanisieren, vergemeinschaften, privaten Besitz in sozialen Besitz überführen; ne. socialise; Vw.: -; Hw.: s. sozial, Sozialismus, Sozialist, sozialistisch, Soziologie; Q.: vor Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. socialiser; E.: s. frz. socialiser, V., sozialisieren; frz. social, Adj., sozial, die Gesellschaft betreffend; lat. sociālis, Adj., die Gesellschaft betreffend, gesellschaftlich, gesellig, ehelich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. sozial, fehlt DW, EWD s. u. sozial, Duden s. u. sozialisieren; Son.: vgl. nndl. socialiseren, V., sozialisieren; nschw. socialisera, V., sozialisieren; nnorw. sosialisere, V., sozialisieren; poln. socjalizować, V., sozialisieren; nir. sóisialim, V., sozialisieren; GB.: vor Mitte 19. Jh, belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von privatem in gemeinschaftlichen Besitz überführen; BM.: folgen; F.: sozialisieren, sozialisiere, sozialisierst, sozialisiert, sozialisierest, sozialisieret, sozialisierte, sozialisiertest, sozialisierten, sozialisiertet, ##sozialisiert, sozialisierte, sozialisiertes, sozialisiertem, sozialisierten, sozialisierter##, sozialisierend, ###sozialisierend, sozialisierende, sozialisierendes, sozialisierendem, sozialisierenden, sozialisierender###, sozialisier (!)+FW(+EW?); Z.: soz-ial-is-ier-en
Sozialismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sozialismus, eine Gesellschaftsform; ne. socialism; Vw.: -; Hw.: s. sozial, sozialisieren, Sozialist, sozialistisch, Soziologie; Q.: 1839; I.: Lw. ne. socialism; E.: s. ne. socialism, N., Sozialismus; frz. socialisme, M., Sozialismus; neoklassische Bildung; vgl. ne. social, Adj., sozial; über Altfranzösisch von lat. sociālis, Adj., die Gesellschaft betreffend, gesellschaftlich, gesellig, ehelich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sozialismus, DW 16, 1826, EWD s. u. sozial, Duden s. u. Sozialismus; Son.: vgl. nndl. socialisme, Sb., Sozialismus; nschw. socialism, Sb., Sozialismus; nnorw. socialsime, M., Sozialismus; poln. socjalizm, M., Sozialismus; kymr. sosialaeth, F., Sozialismus; nir. sóisialachas, M., Sozialismus; lit. socializmas, M., Sozialismus; GB.: seit 1839 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die den gesellschaftlichen Besitz der Produktionsmittel und die Kontrolle der Warenproduktion und Warenverteilung verfechtende politische Bewegung (Gesellschaftsform); BM.: folgen; F.: Sozialismus, Sozialismen+FW(+EW?); Z.: Soz-ial-ism-us
Sozialist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sozialist, Anhänger des Sozialismus; ne. socialist (M.); Vw.: -; Hw.: s. sozial, Sozialismus, sozialisieren, sozialistisch, Soziologie; Q.: 1840; I.: Lw. ne. socialist; E.: s. ne. socialist, M., Sozialist; vgl. ne. social, Adj., sozial; über Altfranzösisch von lat. sociālis, Adj., die Gesellschaft betreffend, gesellschaftlich, gesellig, ehelich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sozialismus, DW 16, 1826, EWD s. u. sozial, Duden s. u. Sozialist; Son.: vgl. nndl. socialist, Sb., Sozialist; frz. socialiste, M., Sozialist; nschw. socialist, Sb., Sozialist; nnorw. sosialist, M., Sozialist; poln. socjalista, M., Sozialist; kymr. sosialydd, M., Sozialist; nir. sóisialaí, M., Sozialist; lit. socialistas, M., Sozialist; GB.: seit 1840 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Anhänger des Sozialismus; BM.: folgen; F.: Sozialist, Sozialisten+FW(+EW?); Z.: Soz-ial-ist
sozialistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sozialistisch, Sozialismus betreffend; ne. socialist (Adj.), socialistic; Vw.: -; Hw.: s. sozial, Sozialismus, Sozialist, sozialisieren, Soziologie; Q.: 1839; I.: Lw. ne. socialistic; E.: s. ne. socialistic, Adj., sozialistisch; vgl. ne. social, Adj., sozial; über Altfranzösisch von lat. sociālis, Adj., die Gesellschaft betreffend, gesellschaftlich, gesellig, ehelich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sozialismus, EWD s. u. sozial, fehlt DW, Duden s. u. sozialistisch; Son.: vgl. nndl. socialistisch, Adj., sozialistisch; frz. socialiste, Adj., sozialistisch; nschw. socialistisk, Adj., sozialistisch; nnorw. sosialistisk, Adj., sozialistisch; poln. socjalistyczny, Adj., sozialistisch; kymr. sosialadd, Adj., sozialistisch; nir. sísialaíoch, Adj., sozialistisch; lit. socialistinis, Adj., sozialistisch; GB.: seit 1839 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sozialismus betreffend; BM.: folgen; F.: sozialistisch, sozialistische, sozialistisches, sozialistischem, sozialistischen, sozialistischer(, sozialistischere, sozialistischeres, sozialistischerem, sozialistischeren, sozialistischerer, sozialistischst, sozialistischste, sozialistischstes, sozialistischstem, sozialistischsten, sozialistischster)+FW(+EW); Z.: soz-ial-ist-isch
Soziation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Soziation, mehrschichtige Gesellschaft von Lebewesen; ne. sociation; Vw.: s. As-; Hw.: s. soziieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. sociātio; E.: s. lat. sociātio, F., Vereinigung, (3. Jh. n. Chr.); lat. sociāre, V., vergesellschaften, vereinigen, verbinden, verheiraten; lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Soziation; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Gesellschaft von Lebewesen mit einer oder mehreren dominierenden Arten in jeder Schicht; BM.: folgen; F.: Soziation, Soziationen+FW(+EW); Z.: Soz-i-at-io-n
soziieren, nhd. (ält.), sw. V., (19. Jh.): nhd. soziieren, vereinigen, verbinden; ne. associate (V.); Vw.: s. as-; Hw.: s. Soziation, soziativ; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. sociāre; E.: s. lat. sociāre, V., vergesellschaften, vereinigen, verbinden, verheiraten, (81-43 v. Chr.); lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. soziieren; Son.: vgl. frz. associer, V., zusammenschließen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vereinigen oder verbinden; BM.: folgen; F.: soziieren, soziiere, soziierst, soziiert, soziierest, soziieret, soziierte, soziiertest, soziierten, soziiertet, ##soziiert, soziierte, soziiertes, soziiertem, soziierten, soziierter##, soziierend, ###soziierend, soziierende, soziierendes, soziierendem, soziierenden, soziierender###, soziier (!)+FW+EW; Z.: soz-i-ier-en
Sozietät, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sozietät, Gesellschaft; ne. partnership, society; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. société; E.: s. mnd. sosietēt, F., Sozietät, Gesellschaft, Genossenschaft; frz. société, F., Gesellschaft; lat. societās, F., Gesellschaft, Verbindung, Teilnahme, Bündnis, Komplott, Handelsgesellschaft, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. socius, Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, zugestellt, gemeinsam; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, sich herausstellen; s. idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sozietät, Duden s. u. Sozietät; Son.: vgl. nndl. societeit, Sb., Sozietät; nschw. societet, Sb., Sozietät; nnorw. sosietet, M., Sozietät; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gesellschaft oder eine Gruppe von Menschen deren Zusammengehörigkeit durch gemeinsame soziale Normen und Interessen sowie Ziele aber nicht durch ein gemeinsames Wohngebiet bestimmt ist; BM.: folgen; F.: Sozietät, Sozietäten+FW; Z.: Soz-iet-ät
$Sozio…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. Sozio…; E.: s. lat. socius; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit socius des Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von eine Gesellschaft betreffenden Substantiven entwickelte und verwendete Bezeichnung; L.: Kluge s. u. sozial, fehlt DW; F.: Sozio...+FW; Z.: Soz-io-
Soziologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Soziologie, Wissenschaft von dem Zusammenleben, Gesellschaftskunde; ne. sociology; Vw.: -; Hw.: s. sozial, Sozio..., Sozialismus, Sozialist, sozialistisch, sozialisieren; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. sociologie; E.: s. frz. sociologie, F., Soziologie; neoklassische Bildung zu lat. socius (1), Adj., teilnehmend, in Verbindung stehend, in Gesellschaft stehend, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, mitgehen, mit übergehen; idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. sozial, fehlt DW, EWD s. u. Soziologie, Duden s. u. Soziologie; Son.: vgl. nndl. sociologie, Sb., Soziologie; frz. sociologie, F., Soziologie; nschw. sociologi, Sb., Soziologie; nnorw. sosiologi, M., Soziologie; poln. socjologia, F., Soziologie; lit. sociologija, F., Soziologie; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Wissenschaft zu der Erforschung des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft oder die Gesellschaftskunde; BM.: folgen, sammeln; BM.: folgen, sammeln; F.: Soziologie+FW(+EW); Z.: Soz-io-log-ie
$soziologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. soziologisch, gesellschaftskundlich; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Soziolog(ie), s. isch; L.: EWD s. u. Soziologie, fehlt DW; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Soziolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Soziologie betreffend oder gesellschaftskundlich; F.: soziologisch, soziologische, soziologisches, soziologischem, soziologischen, soziologischer+FW+EW; Z.: soz-io-log-isch
Sozius, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sozius, Teilhaber, Beifahrer, Beifahrersitz an einem Motorrad; ne. associate, socius; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. socius; E.: s. lat. socius (2), Gesellschafter, Genosse, Teilnehmer, Bundesgenosse, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *sokᵘ̯i̯os, M., Gefolgsmann, Pokorny 896; vgl. idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sozius, EWD s. u. Sozius, Duden s. u. Sozius; Son.: s. mhd. socīe, sw. M., Gefährte; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen Gesellschafter oder einen Teilhaber in einem Betrieb oder für einen Mitfahrer auf oder an einem Motorrad; BM.: folgen; F.: Sozius, Sozii, Soziusse+FW; Z.: Soz-i-us
Spachtel, Spatel, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Spachtel, Spatel, Abkratzgerät; ne. spatula; Vw.: -; Hw.: s. Spaten; Q.: 16. Jh.; E.: von mhd. spatel, st. F., schmales flaches Schäufelchen, Spatel; lat. spatula, F., Rührlöffellein, kleiner Rührlöffel, Spatel, Schulterblatt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. spatha, spada, F., Rührlöffel, Spatel, Langschwert; gr. σπάθη (spáthē), F., breites flaches Holz der Weber; vgl. idg. *spē-, *spəʰh-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge s. u. Spachtel, DW 16, 1829 (Spachtel), DW 16, 1987 (Spatel), EWD s. u. Spachtel, Duden s. u. Spachtel, Bluhme s. u. Spachtel, Bluhme s. u. Spatel; Son.: vgl. nndl. spatel, Sb., Spachtel; frz. spatule, F., Spachtel; nschw. spatel, Sb., Spachtel; nnorw. spatel, M., Spachtel; poln. szpachla, F., Spachtel; nir. spadal, M., Spachtel; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kleines aus einem Griff und einem Blatt bestehendes Werkzeug zu einem Auftragen oder Glattstreichen oder Abkratzen von Farbe oder Mörtel oder Kitt; BM.: Span; F.: Spachtel, Spachtels, Spachteln, Spatel, Spatels, Spateln+FW(+EW); Z.: Spa-ch-t-el
$spachteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. spachteln, mit einer Spachtel bearbeiten; L.: Kluge s. u. Spachtel, fehlt DW, EWD s. u. Spachtel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spachtel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Spachtel mögliches mit einer Spachtel bearbeiten; F.: spachteln (!), spachtel (!), spachtle, spachtele, spachtelst, spachtelt, spachtelte, spachteltest, spachtelten, spachteltet, gespachtelt, ##gespachtelt, gespachtelte, gespachteltes, gespachteltem, gespachtelten, gespachtelter##, spachtelnd, ###spachtelnd, spachtelnde, spachtelndes, spachtelndem, spachtelnden, spachtelnder###, spachtel (!)+FW+EW; Z.: spa-ch-t-el-n
spack, nhd. (ält.?), Adj., (15. Jh.): nhd. spack, dürr, trocken, mager; ne. dry (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. spak (1), spāk, spack, Adj., dürr, trocken, rissig, durchlässig, undicht; s. mnd. spāke (1), M., F., Reis (N.), Holzspan, Reisig, Reisigholz, dürres Reisholz; ahd. spahha, spacha, sw. F. (n), Reis (N.), Zweig, Span; ahd. spah, st. N. (a), Reis (N.), Zweig, Span, Reisig, Brennholz; germ. *spakō-, *spakōn, sw. F. (n), dürres Reis (N.), abgefallene dürre Äste; wohl lautmalend nach dem Knacken?; L.: Kluge s. u. spack, DW 16, 1829, Duden s. u. spack; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches dürr oder trocken oder mager; BM.: lautmalend?; F.: spack, spacke, spackes, spackem, spacken, spacker(, spackere, spackeres, spackerem, spackeren, spackerer, spackst, spackste, spackstes, spackstem, spacksten, spackster)+EW; Z.: spack
Spagat (1), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Spagat (M.) (1), Spreizschritt, eine Turnübung; ne. split (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. it. spaccata; E.: s. it. spaccata, F., Spagat (M.) (1), Grätsche; vgl. it. spaccare, V., spalten; lang. *spahhan, V., spalten; vgl. germ. *spaka-, *spakam, st. N. (a), Reisig; s. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Spagat 1, EWD s. u. Spagat, fehlt DW, Duden s. u. Spagat; Son.: vgl. nndl. spagaat, Sb., Spagat (M.) (1); nschw. spagat, Sb., Spagat (M.) (1); nnorw. spagat, M., Spagat (M.) (1); lit. špagatas, M., Spagat (M.) (1); GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen als Turnübung von Menschen entwickelten und verwendeten Spreizschritt bis zu einem Sitz mit in entgegengesetzter Richtung gestreckten Beinen; BM.: spalten bzw. streuen; F.: Spagat, Spagates, Spagats, Spagate, Spagaten+FW(+EW?); Z.: Spa-g-at
Spagat (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spagat (M.) (2), Schnur (F.) (1), fester Bindfaden; ne. string (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spaghetti; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. spaghetto; E.: s. it. spaghetto, M., Spagat (M.) (2), dünner Bindfaden; vgl. it. spago, M., Schnur (F.) (1); lat. spacus, M., Bindfaden; vgl. gr. σπάειν (spáein), V., ziehen, reißen, zücken; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Spagat 2, DW 16, 1831, Duden s. u. Spagat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen festen Bindfaden; BM.: Schnur (F.) (1); F.: Spagat, Spagates, Spagats, Spagate, Spagaten+FW(+EW?); Z.: Spag-at
Spaghetti, nhd., Sb. Pl., (20. Jh.): nhd. Spaghetti, lange Nudel; ne. spaghetti; Vw.: -; Hw.: s. Spagat (2); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. spaghetti; E.: s. ne. spaghetti, M. Pl., Spaghetti; vgl. it. spago, M., Schnur (M.) (1); lat. spacus, M., Bindfaden; vgl. gr. σπάειν (spáein), V., ziehen, reißen, zücken; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Spaghetti, fehlt DW, EWD s. u. Spaghetti, Duden s. u. Spaghetti; Son.: vgl. nndl. spaghetti, Sb., Spaghetti; frz. spaghetti, M. Pl., Spaghetti; nschw. spagetti, Sb., Spaghetti; nnorw. spagetti, M. Pl., Spaghetti; poln. spaghetti, M. Pl., Spaghetti; kymr. sbageti, M., Spaghetti; nir. spaigití, M., Spaghetti; lit. spagečiai, M. Pl., Spaghetti; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht vor 4000 Jahren in China von Menschen entwickelte und seitdem verwendete lange dünne schnurartige Nudeln; BM.: Schnur (F.) (1); F.: Spaghetti+FW; Z.: Spagh-ett-i
spähen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. spähen, blicken, schauen, sehen; ne. peer (V.), peek (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spion; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spehen (1), spēn, sw. V., spähen, sehen, schauen, betrachten, aufpassen, urteilen, suchen nach, hindurchsehen durch, sich umsehen unter, ansehen, beobachten, bemerken; mnd. spēen, spēn, spēgen, sw. V., spähen, erforschen, erkunden; mnl. spien, V., spähen; ahd. spehōn*, sw. V. (2), spähen, erspähen, erkunden, ausspähen, auskundschaften, aufsuchen; as. -; anfrk. -; germ. *spahōn, sw. V., scharf und forschend ausblicken, kundschaften; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. spähen, Kluge s. u. spähen, DW 16, 1837, EWD s. u. spähen, Duden s. u. spähen, Bluhme s. u. spaehen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. spā (2), sw. V. (2), prophezeien; got. spaíhōn, sw. V. (2), spähen; nndl. spieden, V., spähen; nschw. späja, V., spähen; nnorw. speide, V., spähen; ai. páśyati-, V., er sieht; gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausschauen, ausspähen, betrachten, beobachten; lat. specere, V., sehen; GB.: (spehōn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches forschend blicken oder schauen oder sehen; BM.: sehen; F.: spähen, spähe, spähst, späht, spähest, spähet, spähte, spähtest, spähten, spähtet, gespäht, ##gespäht, gespähte, gespähtes, gespähtem, gespähten, gespähter##, spähend, ###spähend, spähende, spähendes, spähendem, spähenden, spähender###, späh (!))+EW; Z.: späh-en
$Späher, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Späher, Spähender; E.: s. späh(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. spähen, DW 16, 1841, EWD s. u. spähen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus späh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Augen möglichen Spähenden; F.: Späher, Spähers, Spähern+EW; Z.: Späh-er
Spake, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Spake, ein Speichengriff; ne. a handle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Speiche, Spike; I.: fries. Lw.; E.: friesische Form des Wortes Speiche (s. d.); L.: Kluge s. u. Spake, DW 16, 1845, Duden s. u. Spake; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus der friesischen Form des Wortes Speiche aufgenommene Bezeichnung für einen über das Steuerrad etwas hinausreichenden Speichengriff; BM.: spitz; F.: Spake, Spaken+EW; Z.: Spa-k-e
spakig, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. spakig, stockfleckig; ne. foxed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu spack (s. d.); L.: Kluge s. u. spakig, fehlt DW, Duden s. u. spakig; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte und vielleicht aus spack und ig gebildete Bezeichnung für stockfleckig oder faulig oder angeschimmelt; BM.: ?; F.: spakig, spakige, spakiges, spakigem, spakigen, spakiger(, spakigere, spakigeres, spakigerem, spakigeren, spakigerer, spakigst, spakigste, spakigstes, spakigstem, spakigsten, spakigster)+EW; Z.: spak-ig
Spalier, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spalier, Lattengerüst, Menschenreihe; ne. espalier (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. spalliera; E.: s. it. spalliera, F., Schulterharnisch, Wandteppich, Rückenlehne, Baumgeländer; vgl. it. spalla, F., Schulter; lat. spatula, F., Rührlöffellein, kleiner Rührlöffel, Spatel, Schulterblatt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. spatha, spada, F., Rührlöffel, Spatel, Langschwert; gr. σπάθη (spáthē), F., breites flaches Holz der Weber; vgl. idg. *spē-, *spəʰh-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge s. u. Spalier, DW 16, 1845, EWD s. u. Spalier, Duden s. u. Spalier; Son.: s. mhd. spalier, st. N., st. M., die Schultern deckendes gefüttertes Kleidungsstück, Wams, Schutzpolster unter der Rüstung; mnd. spōldener, spoldenēr, spaldener, M.?, innere Schulterberge, Teil des Heergewätes, inneres Schulterstück der Bekleidung Gewappneter; nndl. spalier, Sb., Spalier; frz. espalier, M., Spalier; nschw. spaljé, Sb., Spalier; nnorw. spalier, N., Spalier; poln. szpaler, M., Spalier; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein meist gitterartiges Gestell aus Holzlatten (Lattengerüst) oder Draht an dem Pflanzen gezogen werden oder auch eine Menschenreihe; BM.: Span; F.: Spalier, Spaliers, Spaliere, Spalieren+FW(+EW); Z.: Spa-l-ier
Spalt, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Spalt, durch Spalten (N.) entstandene Öffnung in Holz; ne. cleft (N.), splitting (N.); Vw.: s. Zwie-; Hw.: s. spalten; Q.: 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: mhd. spalt (1), st. M., Spalt, Spalte, Ritze; mnd. spalt, M., Spalt, Spaltung; ahd. spalt, st. M. (a?, i?), Spalt, Spaltung, Zerteilung, as. spalt, st. M. (a?, i?), Spalt, Spaltung, Zerteilung, Ritze; L.: Kluge s. u. spalten, DW 16, 1849, EWD s. u. spalten, Duden s. u. Spalt; Son.: vgl. nschw. spalt, Sb., Spalt; GB.: (spalt) seit um 1000 belegte und mit spalten sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche einen kleineren Zwischenraum bildende schmale und längliche Öffnung; BM.: trennen; F.: Spalt, Spalts, Spaltes, Spalte, Spalten+EW; Z.: S-pal-t
$Spalte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Spalte, Riss, blockartiger Teil; L.: Kluge s. u. spalten, DW 16, 1851, EWD s. u. spalten; E.: s. spalten; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und mit spalten verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen längeren Riss und einen von Menschen seit Erfindung des Buchdrucks entwickelten blockartigen Teil untereinander gesetzter Zeilen einer Druckseite; F.: Spalte, Spalten+EW; Z.: S-pal-t-e
spalten, nhd., sw. V., (8. Jh./9. Jh.): nhd. spalten, der Länge nach gewaltsam trennen, teilen; ne. split (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spalt; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spalten, red. V., st. V., spalten, sich spalten, zerspringen, abfallen von, zerfallen (V.) in, zerteilen, zerteilen in, abtrennen, trennen; mnd. spalden, spōlden, st. V., sw. V., spalten, teilen, aufspalten, aufschlitzen, splittern, zergehen, sich verteilen, zerschlagen (V.), herausreißen; mnl. spouden, sw. V., spalten; ahd. spaltan*, red. V., spalten, trennen, gewaltsam zerteilen; as. -; anfrk. -; germ. *spaldan?, st. V., spalten; idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *pel- (3b), *pelə-, plē-, V., Sb., verdecken, verhüllen, Haut, Fell, Tuch, Kleid, Pokorny 803 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. spalten, Kluge s. u. spalten, DW 16, 1852, EWD s. u. spalten, Falk/Torp 511, Seebold 448, Duden s. u. spalten, Bluhme s. u. spalten; Son.: vgl. afries. -; ae. spelt (2), st. M. (a), Buchdeckel; an. spjald, speld, st. N. (a), Holzscheibe, Brett; got. spilda, st. F. (ō), Tafel, Schreibtafel, Gesetzestafel; nndl. spouwen, V., spalten; ? ai. spháṭati, V., birst; ? air. altan, Sb., Rasiermesser; ksl. rasplatiti, V., trennen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gewaltsam trennen oder teilen; BM.: trennen; F.: spalten (!), spalte (!), spaltest, spaltet, spaltete, spaltetest, spalteten, gespaltet, ##gespaltet, gespaltete, gespaltetes, gespaltetem, gespalteten, gespalteter##, gespalten, ##gespalten, gespaltene, gespaltenes, gespaltenem, gespaltenen, gespaltener##, spaltend, ###spaltend, spaltende, spaltendes, spaltendem, spaltenden, spaltender###, spalt (!)+EW; Z.: s-pal-t-en
$*Spalterei?, nhd., F.: nhd. *Spalterei?; Vw.: s. Haar-; E.: s. spalt(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus spalt(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Spalten; F.: Spalterei, Spaltereien+EW; Z.: S-pal-t-er-ei
Span, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Span, Abfall bei Holzarbeit; ne. sliver (N.), chip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spān, st. M., Span, Holzspan; mnd. spān (1), span, spaen, spain, spēn, M., Span, Holzspan, Holzscheit, Latte; mnd. spōn (1), spoͤn, spoen, spoyn, spůn, M., F.?, Span, Abfall bei der Holzarbeit; mnl. spaen, Sb., Span; ahd. spān*, st. M. (a?, i?), Span, Holzspan, Splitter; as. -; anfrk. -; s. germ. *spēnu-, *spēnuz, *spǣnu-, *spǣnuz, st. M. (u), Span, Splitter, Löffel (M.) (1); vgl. idg. *spē-, *spədʰ-, spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Span, Kluge s. u. Span, DW 16, 1862, EWD s. u. Span, Duden s. u. Span, Bluhme s. u. Span; Son.: vgl. afries. -; ae. spōn, st. M. (a?, u?), Span, Schnitzel; an. spānn, st. M. (u), Span, Schindel, Holzspan zum Losen; got. -; nndl. spaan, Sb., Span; ne. spoon, N., Löffel; nschw. spån, N., Span; nnorw. spon, M., Span; ai. sphya-, Sb., Span; gr. σφήν (sphḗn), M., Keil; GB.: (spān) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bei der von Menschen durchgeführten Holzarbeit entstehenden Abfall in einzelnen länglichen und meist eher kleinen Teilen; BM.: ?; F.: Span, Spans, Spanes, Späne, Spänen+EW; Z.: Spa-n
Spanferkel, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Spanferkel, Saugferkel, noch saugendes Ferkel; ne. pigling, sucking-pig; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1158 (Glosse); E.: vgl. mhd. spenvarch, spenfarch*, spenevarch, spenefarch*, st. N., Saugferkel, Milchferkel, noch säugendes Ferkel; mnd. spōneverken, sponeverken, spōnverken, spunverken, N., Spanferkel, Ferkel das von der Muttersau genommen und im Ganzen gebraten wird, Saugferkel, Milchferkel; mnl. spēnevarken, N., Spanferkel; ahd. spunnifarh*, spunnifarah*, st. N. (iz/az), Saugferkel; mhd. spen, st. F., Muttermilch, Mutterbrust; germ. *spanō-, *spanōn, *spana-, *spanan, sw. M. (n), Brustwarze, Zitze; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); mhd. varch, st. N., Schwein, Ferkel; ahd. farh, farah, st. N. (a) (iz) (az), Ferkel, Schwein; germ. *farha-, *farhaz, st. M. (a), Schwein; idg. *pork̑os, Sb., Wühler, Schwein, Pokorny 841 (1453/95) (RB. idg. aus iran., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *perk̑- (3), pr̥k̑-, V., Sb., reißen, wühlen, kratzen, Furche, Pokorny 821 (1410/52) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spanferkel, Kluge s. u. Spanferkel, DW 16, 1874, EWD s. u. Spanferkel, Duden s. u. Spanferkel, Bluhme s. u. Spanferkel; Son.: vgl. ae. spane, spanu, sw. F. (n), Brustwarze; nndl. speenvarken Sb., Spanferkel; air. sine, M., Zitze; apreuß. spenis, Sb., Brustwarze; lit. spenỹs, M., Zitze; GB.: (spunnifarh) seit um 1158 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein junges noch saugendes oder gesäugt werdendes Schwein oder Ferkel; BM.: Brustwarze bzw. ziehen, wühlen; F.: Spanferkel, Spanferkels, Spanferkeln+EW; Z.: Span-ferk-el
Spange, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spange, Klammer, Schnalle; ne. clasp (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spengler; Q.: vor 743? (Lex Baiovariorum); E.: mhd. spange (1), spanne, sw. F., st. F., Spange, Beschlag, Balken, Eisenband, Riegel, Band (N.), Klammer, Rand, Erzreif an dem Schild, Schildspange; mnd. spange, spenke*, F., Spange, Metallstück, Metallschmuck, Schließe, Gewandschließe; mnl. spange, F., Spange; ahd. spanga, sw. F. (n), Spange, Spannbalken, kleiner Verschluss, Beschlag; as. -; anfrk. -; germ. *spangō, st. F. (ō), Spange; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spange, Kluge s. u. Spange, DW 16, 1875, EWD s. u. Spange, Falk/Torp 508, Duden s. u. Spange, Bluhme s. u. Spange; Son.: vgl. afries. -; ae. spang, st. F. (ō), st. N. (a), Spange; an. spǫng, st. F. (ō), Spange, dünne Platte, Eisscholle; got. -; nndl. spang, Sb., Spange; nisl. spöng, F., Spange; GB.: vielleicht seit vor 743 belegte Bezeichnung für eine Klammer oder eine Schnalle oder einen seit Nutzung von Metall durch den Menschen möglichen aus festem Material bestehenden Gegenstand mit dem etwas mit Hilfe eines Dornes eingeklemmt und zusammengehalten wird; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Spange, Spangen+EW; Z.: Spa-ng-e
Spaniel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spaniel, ein Hund; ne. spaniel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. spaniel; E.: s. ne. spaniel, N., Spaniel; afrz. espagneul, espgaigneul, M., spanischer Hund; afrz. espagneul, espgaigneul, Adj., spanisch; span. espanol, Adj., spanisch; von lat. Hispānia, ON, Spanien; vgl. lat. Hispānus (1), M., Spanier (M. Sg.); Herkunft wohl aus dem Iberischen; L.: Kluge s. u. Spaniel, fehlt DW, Duden s. u. Spaniel; Son.: vgl. nndl. spaniel, Sb., Spaniel; frz. épagneul, M., Spaniel; nschw. spaniel, Sb., Spaniel; nnorw. spaniel, M., Spaniel; poln. spaniel, M., Spaniel; kymr. sbaniel, M., Spaniel; nir. spáinnéar, M., Spaniel; lit. kokerspanielis, M., Cockerspaniel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und wohl dem Iberischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen nach der Zähmung des Wolfes in verschiedenen Formen gezüchteten Jagdhund und Haushund mit großen Schlappohren und seidigem Fell; BM.: Spanien; F.: Spaniel, Spaniels, Spanieln+FW; Z.: Span-i-el
$Spann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spann; Vw.: s. Vor-; L.: Kluge s. u. spannen, DW 16, 1889, EWD s. u. spannen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit spannen verbindbare Bezeichnung für durch spannen Zusammenfassen oder die Handlung des Spannens und die zusammengefassten Gegebenheiten; F.: Spann, Spanns, Spannes, Spanne, Spannen+EW; Z.: Span-n
Spanne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Spanne, Handlung des Spannens, sich zwischen zwei Eckpunkten Erstreckendes; ne. span (N.); Vw.: -; Hw.: s. spannen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. spanne, spange, st. F., sw. F., Spanne, Handspanne, Breite der ausgespannten Hand (ein Längenmaß); mnd. spanne (1), spenne, F., Spanne, flache ausgestreckte Hand, ein Längenmaß; mnl. spanne, Sb., Spanne; ahd. spanna (1), st. F. (ō?, jō?), sw. F. (n)?, Spanne, flache Hand als Längenmaß; as. spanna?, st.? F. (ō?, jō?), Spanne; anfrk. -; germ. *spannō, st. F. (ō), Spanne, Hand; s. idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spanne, Kluge s. u. Spanne, DW 16, 1893, EWD s. u. spannen, Falk/Torp 507, Seebold 450, Duden s. u. Spanne; Son.: vgl. afries. spanne, sponne, st. F. (ō), Mantelrand; saterl. spanne; ae. spann (1), st. F. (ō), Spanne; an. spǫnn (2), st. F. (ō), Spanne, Hand; got. -; nndl. spanne, span, Sb., Spanne; nschw. spann, Sb., Spanne; nisl. spänn, F., Schwingungsweite; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Handlung des Spannens und etwas sich zwischen zwei Eckpunkten Erstreckendes; BM.: ziehen; F.: Spanne, Spannen+EW; Z.: Span-n-e
spannen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. spannen, ausspannen, dehnen; ne. span (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spanne, Gespann, Gespenst, Spant, abspenstig, spinnen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. spannen, red. V., spannen, sich halten in, sich strecken auf, dehnen; mnd. spannen (1), spennen, st. V., sw. V., spannen, verbinden, klammern, zusammenbinden, anheften, anstecken, festbinden, heften, befestigen; mnl. spannen, sw. V., spannen; ahd. spannan*, red. V., spannen, fesseln, binden, ausdehnen, strecken; as. *spannan?, red. V. (6?), spannen, festmachen; anfrk. -; germ. *spannan, st. V., spannen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spanne, Kluge s. u. spannen, DW 16, 1895, EWD s. u. spannen, Falk/Torp 507, Seebold 450, Duden s. u. spannen, Bluhme s. u. spannen; Son.: vgl. afries. spanna, sponna, st. V. (7)=red. V., sw. V. (1), fesseln, spannen; saterl. spanna, V., fesseln, spannen; ae. spannan, st. V. (7)=red. V. (2), spannen, befestigen, verbinden, anheften; an. -; got. -; nndl. spannen, V., spannen; nschw. spänna, V., spannen; nisl. spenna, V., spannen; arm. henum, V., ich webe, ich nähe zusammen; lit. pìnti, V., flechten, winden; ksl. propęti, V., ausspannen, kreuzigen; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches so dehnen dass es straff und glatt ist; BM.: ziehen; F.: spannen (!), spanne (!), spannst, spannt, spannest, spannet, spannte, spanntest, spannten, spanntet, gespannt, ##gespannt, gespannte, gespanntes, gespanntem, gespannten, gespannter##, spannend, ###spannend, spannende, spannendes, spannendem, spannenden, spannender###, spann (!)+EW; Z.: span-n-en
$spannend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (19. Jh.): nhd. spannend, anspannend, anstrengend; E.: s. spannen, s. d; L.: EWD s. u. spannen, s. DW unter spannen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und als Part. Präs. zu spannen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches anspannend oder anstrengend; F.: spannend, spannende, spannendes, spannendem, spannenden, spannender(, spannendere, spannenderes, spannenderem, spannenderen, spannenderer, spannendst, spannendste, spannendstes, spannendstem, spannendsten, spannendster)+EW; Z.: span-n-en-d
$Spannkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spannkraft, Schnellkraft; E.: s. spann(en), s. Spann(ung), s. Kraft; L.: DW 16, 1911, EWD s. u. spannen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus spann(en) und Spann(ung) sowie Kraft gebildete Bezeichnung für die bei Spannen und Spannung erforderliche und vorhandene Kraft oder Schnellkraft oder Elastizität; F.: Spannkraft, Spannkräfte, Spannkräften+EW; Z.: Span-n—kra-f-t
$Spannung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spannung, Dehnung; Vw.: s. Strom-; E.: s. spann(en), s. ung; L.: Kluge s. u. spannen, DW 16, 1914, EWD s. u. spannen,; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spann(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Dehnung oder Handlung und Zustand des Spannens; F.: Spannung, Spannungen+EW; Z.: Span-n-ung
Spant, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Spant, Schiffsrippe; ne. frame (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. span, N., Dachsparren, Schiffsrippe; s. nhd. spannen; L.: Kluge s. u. Spant, DW 16, 1918, EWD s. u. Spant, Duden s. u. Spant, Bluhme s. u. Spant; Son.: vgl. nschw. spant, N., Spant; nnorw. spant, N., Spant; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit spannen verbindbare Bezeichnung für einen wie eine Rippe geformten Bauteil zu dem Verstärken der Außenwand des Rumpfes eines Schiffes oder Flugzeugs; BM.: ziehen; F.: Spant, Spantes, Spants, Spanten+EW; Z.: Span-t
$Sparbüchse, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Sparbüchse; E.: s. spar(en), s. Büchse; L.: DW 16, 1920, EWD s. u. sparen; GB.: sparbühse vielleicht seit 1391 belegte und aus spar(en) und Büchse gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und für das Sparen oder Aufbewahren von Geld bestimmte Büchse; F.: Sparbüchse, Sparbüchsen+EW+FW; Z.: Spa-r—büchs-e
sparen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sparen, nicht völlig aufbrauchen, zurücklegen und schonen; ne. save (V.), spare (V.); Vw.: -; Hw.: s. spärlich; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sparen* (1), sparn, sw. V., sparen, sparen für, schonen, verschonen, erhalten (V.), zögern, warten, sich verzögern, aufschieben; mnd. spāren (1), sparen, sparren, spār, sw. V., sparen, bewahren, beschützen, schonen, enthalten (V.), meiden, unterlassen (V.), zurückhalten; mnl. spāren, sw. V., sparen; ahd. sparēn*, sw. V. (3), sparen, schonen, erhalten (V.); ahd. sparōn*, sw. V. (2), sparen, schonen, erhalten (V.), aufheben, aufsparen; as. sparōn*, sw. V. (2), sparen; anfrk. -; germ. *sparēn, *sparǣn, sw. V., bewahren, behalten, schonen, sparen; s. idg. *spəro-, Adj., ergiebig, Pokorny 983?; vgl. idg. spēi- (3), spē-, spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sparen, Kluge s. u. sparen, DW 16, 1921, EWD s. u. sparen, Falk/Torp 510, Duden s. u. sparen, Bluhme s. u. sparen; Son.: vgl. afries. sparia, spara, sw. V. (2), bewahren, beschützen, verschonen; nfries. sparjen, V., bewahren, beschützen; afries. sparia, spara, sw. V. (2), bewahren, beschützen, verschonen; nfries. sparjen, V., bewahren, beschützen; an. spara, sw. V. (3), sparen, schonen; got. -; nndl. sparen, V., sparen; nschw. spara, V., sparen; nnorw. spare, V., sparen; ai. sprnóti, V., macht los, befreit; lat. parcere, V., sparen; aruss. sporъ, Adj., reichlich; GB.: (sparēn) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (nicht gleich verwenden sondern für) einen späteren Gebrauch zurücklegen oder schonen; BM.: gedeihen; F.: sparen, spare, sparst, spart, sparest, sparet, sparte, spartest, sparten, spartet, gespart, ##gespart, gesparte, gespartes, gespartem, gesparten, gesparter##, sparend, ###sparend, sparende, sparendes, sparendem, sparenden, sparender###, spar (!)+EW; Z.: spa-r-en
$Sparer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Sparer, Sparender; E.: s. spar(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sparen, DW 16, 1934, EWD s. u. sparen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spar(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon etwas früher möglichen Sparenden; F.: Sparer, Sparers, Sparern+EW; Z.: Spa-r-er
Spargel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Spargel, ein Gemüse; ne. asparagus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. spargel, sparger, st. M., Spargel; lat. asparagus, sparagus, M., fetter Keim, Spargel, Gartenspargel, (234-149 v. Chr.); gr. ἀσπάραγος (aspáragos), M., Spargel; vielleicht von av. sparega-, Sb., Spross; vgl. ai. sphūrjati, V., donnern, grollen; vgl. idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spargel, Kluge s. u. Spargel, EWD s. u. Soargel, DW 16, 1934, Duden s. u. Spargel, Bluhme s. u. Spargel; Son.: vgl. nndl. asperge, Sb., Spargel; frz. asperge, F., Spargel; nschw. sparris, Sb., Spargel; nnorw. asparges, M., Spargel; poln. szparagi, M., Spargel; kymr. asbaragws, M., Spargel; GB.: seit 1482 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie vielleicht dem Altvestischen und Altindischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche Pflanze mit wie feine Nadeln erscheinenden Blättern und grünlichen Blüten aus deren Wurzelstock stangenförmige Sprosse hervorwachsen die von Menschen abgeschnitten und als Gemüse gegessen werden; BM.: spritzen; F.: Spargel, Spargels, Spargeln+FW(+EW?); Z.: S-par-g-el
Spark, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Spark, Spörgel; ne. spurrey; Vw.: -; Hw.: s. Spörgel; Q.: 18. Jh.; E.: über das Niederdeutsche von Spörgel (s. d.); L.: Kluge s. u. Spark, DW 16, 1941, Duden s. u. Spark; Son.: vgl. poln. sporek, Sb., Spark; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Spörgel verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen als Viehfutter verwendete Pflanze; BM.: ?; F.: Spark, Sparkes, Sparks+EW; Z.: Spar-k
Sparkalk, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sparkalk, ein Kalk; ne. burnt lime; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. sparkalc, spārkalc, st. M., Sparkalk, Gips; mnd. spārkalk, spārekalk, sparkalk, M., Sparkalk, aus Gips gebrannter Kalk; mnd. spērkalk, spērekalk, M., Sparkalk, aus Gips gebrannter Kalk; Herkunft des Vorderglieds vgl. ae. spærstān, st. M. (a), Gips, Kalk; Herkunft ungeklärt?; Hinterglied s. nhd. Kalk; L.: Kluge s. u. Sparkalk, DW 16, 1941; GB.: (sparkalc) seit 1419 belegte und aus in der Herkunft unerklärtem Spar und Kalk gebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl schon früher aus Gips gebrannten Kalk; BM.: Gips?; F.: Sparkalk, Sparkalkes, Sparkalke, Sparkalken+FW; Z.: Spar—kal-k
$Sparkasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sparkasse; E.: s. spar(en), s. Kasse; L.: DW 16, 1941.: EWD s. u. sparen; GB.: seit 18. Jh. (Oldenburg 1786) belegte und aus spar(en) und Kasse gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für die Aufbewahrung von Ersparnissen; F.: Sparkasse, Sparkassen+EW+FW; Z.: Spa-r—kas-s-e
Sparke, nhd. (ält.), M.: nhd. Sparke, Funke; ne. spark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1221-1224 (Sachsenspiegel); E.: mhd. sparke, sw. M., Funke; mnd. sparke, M., Funke; ahd. -; as. -; anfrk. -; s. germ. *sprakō-, *sprakōn, *spraka-, *sprakan, Sb., Funke; s. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993; vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809; L.: DW 16, 1941, Falk/Torp 515; Son.: vgl. afries. -; ae. spearca, sw. M. (n), Funke; an. -; got. -; GB.: seit 1221-1224 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein glimmendes oder glühendes und sich bei Verbrennungsvorgängen und Reibungsvorgängen oder bei der Funkenentladung lösendes Teilchen oder einen Funken; BM.: spritzen; F.: Sparke, Sparkes, Sparken+EW; Z.: Spar-k-e
spärlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. spärlich, wenig, sparsam, haushälterisch; ne. sparse; Vw.: -; Hw.: s. sparen; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. *sperlich, Adj., spärlich; mnd. spārlīk? (1), Adj., sparend, spärlich, schonend, knapp; mhd. sperlīche, Adv., spärlich; ahd. sparalīhho 3, sparalīcho, Adv., mäßig, spärlich, kärglich, genügsam, sparsam; vgl. ahd. spar, Adj., knapp, sparsam; germ. *spara-, *sparaz, Adj., weitreichend, sparsam, gespart; idg. *spəro-, Adj., ergiebig, Pokorny 983; idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; as. līk (2), Adj., Suff., …lich; anfrk. -līk, Adj., Suff.; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. sparen, Kluge s. u. spärlich, DW 16, 1942, Duden s. u. spärlich; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für wenig oder sparsam oder haushälterisch; BM.: gedeihen, gleich; F.: spärlich, spärliche, spärliches, spärlichem, spärlichen, spärlicher(, spärlichere, spärlicheres, spärlicherem, spärlicheren, spärlicherer, spärlichst, spärlichste, spärlichstes, spärlichstem, spärlichsten, spärlichster)+EW; Z.: spä-r-lich
Sparren, nhd., M., (10./11. Jh.): nhd. Sparren, Dachsparren; ne. bar (N.), rafter, spar (N.); Vw.: -; Hw.: s. sperren, Speer, Sparring; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. sparre, sw. M., Stange, Balken; mnd. spāre (2), spār, spare, sparren, sparre, F., „Sparren“ (M.), Latte, Stange, Pfahl, Balken, Pfosten; mnl. sparre, M., Sparren; ahd. sparro, sw. M. (n), Sparren, Balken, Stange; as. sparro, sw. M. (n), Sparren (M.), Balken (M.); anfrk. -; germ. *sparrō-, *sparrōn, *sparra-, *sparran, sw. M. (n), Sparren; idg. *sper- (1), *per- (4), Sb., V., Sparren, Stange, Speer, stützen, stemmen, sich sperren, Pokorny 990 (1714/186) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sparren, Kluge s. u. Sparren, DW 16, 1946, EWD s. u. Sparren,Falk/Torp 510, Duden s. u. Sparren, Bluhme s. u. Sparren; Son.: vgl. afries. *spera (2), sw. M. (n), Sparren; ae. -; an. sparri, sw. M. (n), Sparren, Balken, Pflock; got. *sparra, sw. M. (n), Sparren; nndl. spar, Sb., Fichte; nschw. sparre, Sb., Sparren; lit. spỹris, M., Leitersprosse, Fußtritt; lit. ãtspyris, M., Strebepfeiler; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von dem First bis zu dem Rand des Daches verlaufenden Balken (des Dachstuhls); BM.: stützen; F.: Sparren, Sparrens+EW; Z.: Spar-r-en
Sparring, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Sparring, Boxtraining, Kampftraining; ne. sparring (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sparren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sparring; E.: s. ne. sparring, N., Sparring, Kampftraining; vgl. ne. spar, V., boxen, streiten; über me. von frz. esparre, F.?, Sparren, Stange; an. sperra, sw. F. (n), Dachsparren; mnd. sper, N., Gespärre, Sparrwerk; germ. *sparrjō-, *sparrjōn, sw. F. (n), Sparren; s. idg. *sper- (1), *per- (4), Sb., V., Sparren, Stange, Speer, stützen, stemmen, sich sperren, Pokorny 990 (1714/186) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sparring; Son.: vgl. frz. sparring, M., Sparring; nschw. sparring, Sb., Sparring; nnorw. sparring, Sb., Sparring; poln. sparring, M., Sparring; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein besonderes Kampftraining von Boxkämpfern unter Verwendung eines Partners; BM.: stützen; F.: Sparring, Sparrings+FW; Z.: Spar-r-ing
$sparsam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sparsam, haushälterisch, aufbewahrend statt verbrauchend; E.: s. spar(en), s. sam; L.: Kluge 1. A. s. u. sparen, Kluge s. u. sparen, DW 16, 1952, EWD s. u. sparen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spar(en) und sam gebildete Bezeichnung für von Menschen seit Entwicklung von Vermögen mögliches haushälterisch oder Güter aufbewahrend statt verbrauchend; F.: sparsam, sparsame, sparsames, sparsamem, sparsamen, sparsamer(, sparsamere, sparsameres, sparsamerem, sparsameren, sparsamerer, sparsamst, sparsamste, sparsamstes, sparsamstem, sparsamsten, sparsamster)+EW; Z.: spa-r—sam
$Sparsamkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sparsamkeit, Sparsamsein; E.: s. sparsam, s. heit, s. keit; L.: EWD s. u. sparen, DW 16, 1952; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus sparsam und keit gebildete Bezeichnung für von Menschen seit Entwicklung von Vermögen mögliches Sparsamsein; F.: Sparsamkeit+EW; Z.: Spa-r—sam—kei-t
spartanisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. spartanisch, einfach, streng, anspruchslos; ne. Spartan (Adj.), frugal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: gebildet zu dem ON Sparta; s. lat. Sparta, F.=ON, Sparta; Σπάρτη (Spártē), F.=ON, Sparta; Etymologie unbekannt, Frisk 2, 758; L.: Kluge s. u. spartanisch, DW 16, 1957, EWD s. u. spartanisch, Duden s. u. spartanisch; Son.: vgl. nndl. Spartaans, Adj., spartanisch; frz. spartiate, Adj., spartanisch; nschw. spartansk, Adj., spartanisch; nnorw. spartansk, Adj., spartanisch; poln. spartański, Adj., spartanisch; kymr. spartaidd, Adj., spartanisch; nir. spartach, Adj., spartanisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem in seiner Etymologie unbekannten ON Sparta in dem Griechenland des Altertums und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für Sparta betreffend oder einfach oder streng; BM.: nach dem ON Sparta und der dort herrschenden Zucht und Ordnung; F.: spartanisch, spartanische, spartanisches, spartanischem, spartanischen, spartanischer, (spartanischere, spartanischeres, spartanischerem, spartanischeren, spartanischerer, spartanischst, spartanischste, spartanischstes, spartanischstem, spartanischsten, spartanischster+FW+EW; Z.: spart-an-isch
Sparte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Sparte, Abteilung, Aufgabe; ne. division, branch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. Spartam et Martham; E.: s. lat. Spartam et Martham, Redewendung, Pfarre und die Quarre, das Amt und die Familie; von lat. Sparta, F.=ON, Sparta; gr. Σπάρτη (Spártē), F.=ON, Sparta; Etymologie unbekannt, Frisk 2, 758; L.: Kluge s. u. Sparte, EWD s. u. Sparte, DW 16, 1957, Duden s. u. Sparte, Bluhme s. u. Sparte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lat. Sparta(m et Martham) umgebildete und in der Etymologie unbekannte Bezeichnung für eine Abteilung eines Fachgebiets oder eines Unternehmens oder eine Aufgabe; BM.: ON (nach einer Äußerung des Telephos bei Euripides in der Agamemnon zu Menelaos sagt Du hast Sparta erhalten das verwalte); F.: Sparte, Sparten+FW(+EW?); Z.: Spart-e
Spasmus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Spasmus, Krampf; ne. spasm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. spasmus; E.: s. lat. spasmus, M., Zuckung, Krampf, (um 47 n. Chr.); gr. σπασμός (spasmós), M., Ziehen, Zuckung, Krampf; s. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Duden s. u. Spasmus; Son.: vgl. nnorw. spasme, M., Spasmus; lit. spazmas, M., Krampf; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung höherer Lebewesen möglichen Krampf oder eine Verkrampfung der Muskulatur; BM.: spannen; F.: Spasmus, Spasmen+FW; Z.: Spa-sm-us
Spaß, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spaß, Vergnügen; ne. fun (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. spasso; E.: s. it. spasso, M., Vergnügen; vgl. it. spassare, V., zerstreuen, unterhalten (V.); lat. expandere, V., auseinanderspannen, auseinanderbreiten, ausspannen, ausbreiten, ausstrecken, aufschlagen, (230/220-168 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pandere, V., auseinanderbreiten, ausbreiten, ausspannen, aufsperren; idg. *pet- (1), *pₑt-, *petə-, V., ausbreiten, Pokorny 824 (1419/61) (RB. idg. aus iran., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spasz, Kluge s. u. Spaß, EWD s. u. Spaß, DW 16, 1958 (Spasz), Duden s. u. Spasz, Bluhme s. u. Spass; Son.: vgl. ndän. spas, Sb., Spaß; nnorw. spas. M., Spaß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche ausgelassen-scherzhafte lustige Äußerung oder eine Unterhaltung oder ein Vergnügen; BM.: aus, ausbreiten; F.: Spaß, Spaßes, Späße, Späßen+FW(+EW?); Z.: S-paß
$spaßen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. spaßen, Spaß machen, Vergnügen bereiten; E.: s. Spaß, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Spaß, fehlt DW, EWD s. u. Spaß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spaß und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Spaß machen oder Vergnügen bereiten; F.: spaßen, spaße (!), spaßst (!), spaßt, spaßest, spaßet, spaßte, spaßtest, spaßten, spaßtet, gespaßt, ##gespaßt, gespaßte, gespaßtes, gespaßtem, gespaßten, gespaßter##, spaßend, ###spaßend, spaßende, spaßendes, spaßendem, spaßenden, spaßender###, spaß (!)+FW+EW; Z.: s-paß-en
$spaßig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spaßig, lustig, vergnüglich; E.: s. Spaß, s. ig; L.: Kluge s. u. Spaß, fehlt DW, EWD s. u. Spaß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spaß und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches lustig oder vergnüglich; F.: spaßig, spaßige, spaßiges, spaßigem, spaßigen, spaßiger(, spaßigere, spaßigeres, spaßigerem, spaßigeren, spaßigerer, spaßigst, spaßigste, spaßigstes, spaßigstem, spaßigsten, spaßigster)+FW(+EW); Z.: s-paß-ig
$Spaßmacher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spaßmacher, Spaßvogel; E.: s. Spaß, s. Macher; L.: fehlt DW, EWD s. u. Spaß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spaß und Macher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Spaß verursachenden Menschen; F.: Spaßmacher, Spaßmachers, Spaßmachern+FW+EW; Z.: S-paß—mach-er
$Spaßvogel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spaßvogel, Spaßmacher; E.: s. Spaß, s. Vogel; L.: EWD s. u. Spaß, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spaß und Vogel gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Spaß verursachenden und übertragen (Adj.) als Vogel bezeichneten Menschen; F.: Spaßvogel, Spaßvogels, Spaßvögel, Spaßvögeln+FW+EW; Z.: S-paß—vo-g-el
spastisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spastisch, mit Krämpfen behaftet, krampfhaft; ne. spastic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Spasmus; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. spasticus; E.: s. lat. spasticus, Adj., mit Krämpfen behaftet, spastisch, (23/24-79 n. Chr.); gr. σπαστικός (spastikós), Adj., mit Krämpfen behaftet; gr. σπασμός (spasmós), M., Krampf; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Duden s. u. spastisch; Son.: vgl. nndl. spastisch, Adj., spastisch; frz. spastique, Adj., spastisch; nschw. spastik, Adj., spastisch; nnorw. stastisk, Adj., spastisch; kymr. sbastig, Adj., spastisch; poln. spastyczny, Adj., spastisch; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung höherer Lebewesen mögliches mit Krämpfen behaftet, krampfhaft; BM.: spannen; F.: spastisch, spastische, spastisches, spastischem, spastischen, spastischer+FW(+EW?); Z.: spa-st-isch
Spat (1), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Spat (M.) (1), blätterig brechendes Gestein; ne. spavin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. spāt, st. M., Splitter, blätterig brechendes Gestein; mnd. spāt (1), M., Spat (M.) (1), blättrig brechendes Gestein, Marienglas; ahd. spāt, spat, st. M. (a?, i?), Spat (M.) (1), Alaun, Gips; as. -; anfrk. -; germ. *spēda-, *spēdaz, *spǣda-, *spǣdaz, st. M. (a), Spat (M.) (1), Gestein, Stück; idg. *spē-, *spədʰ-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Spat, Kluge s. u. Spat 1, EWD s. u. Spat, DW 16, 1971, Falk/Torp 505, Duden s. u. Spat, Bluhme s. u. Spat; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (spāt) seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches glanzloses und blätterig brechendes sowie schieferig spaltbares Gestein; BM.: Scheit; F.: Spat, Spates, Spats, Spate, Spaten, Späte, Späten+EW; Z.: Spa-t
Spat (2), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Spat (M.) (2), eine Geschwulst an einem Sprunggelenk an einem Pferdefuß; ne. spavin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. spat, st. M., st. F., Kniesucht der Pferde; mnd. spat, N., M., Spat (M.) (2), eine Fußkrankheit bei Pferden; mndl. spat, Sb., Spat (M.) (2), Krampf; weitere Herkunft ungeklärt?; idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Spat 2, DW 16, 1969, Duden s. u. Spat; Son.: vgl. nndl. spat, Sb., Krampf; gr. σπάδων (spádōn) (1), F., Zucken, Krampf; GB.: (spat) seit nach 1193 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine besonders bei Pferden zu einer Erlahmung führende Entzündung der Knochenhaut an einem Sprunggelenk; BM.: ziehen bzw. spannen?; F.: Spat, Spates, Spats+EW?; Z.: Spa-t
spät, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. spät, in der Zeit weit fortgeschritten, nicht rechtzeitig; ne. late (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. sputen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spāte (1), spæte, spāde, Adj., spät; mnd. spāde (2), spaede, spāt, spēde, Adj., spät; mnl. spade, spaed, Adj., spät, lang dauernd; ahd. spāti, Adj., spät, zu spät, spät kommend; as. -; anfrk. -; germ. *spēdja-, *spēdjaz, *spǣdja-, *spǣdjaz, Adj., dünn, spät, ausgedehnt; vgl. idg. *spēi- (3), *spē-, spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. spät, Kluge s. u. spät, DW 16, 1974, EWD s. u. spät, Falk/Torp 505, Heidermanns 533, Duden s. u. spät, Bluhme s. u. spaet; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. spēþs, Adj. (a), spät; nndl. spa, spade, Adj., spät?; lat. spatium, N., Raum, Weite, Dauer, Zwischenraum; lit. spė̃tas, Sb., Muße; ksl. spěti, V., fortschreiten, gedeihen; GB.: (spāti) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Zeit weit fortgeschritten; BM.: sich dehnen bzw. gedeihen; F.: spät, späte, spätes, spätem, späten, später(, spätere, späteres, späterem, späteren, späterer, spätest, späteste, spätestes, spätestem, spätesten, spätester)+EW; Z.: spä-t
Spaten, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spaten (M.), Grabscheit; ne. spade (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spachtel; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. spade, sw. M., Spaten (M.), Hacke (F.) (2), Karst (M.) (1); mhd. spate (1), spat, sw. M., Spaten (M.); mnd. spāde (1), M., F., Spaten (M.), ein Grabwerkzeug; mnl. spāde, M., Spaten (M.); ahd. spata, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Spaten, Hacke (F.) (2); as. spado, sw. M. (n), Spaten (M.), Hacke (F.) (2); anfrk. -; germ. *spadō-, *spadōn, *spada-, *spadan, Sb., Spaten; s. idg. *spē-, *spədʰ-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Spaten, Kluge s. u. Spaten, DW 16, 1989, EWD s. u. Spaten, Falk/Torp 507, Duden s. u. Spaten, Bluhme s. u. Spaten; Son.: vgl. afries. spada, sw. M. (n), Spaten (M.); nnordfries. spade; ae. spada, sw. M. (n), Spaten (M.); ae. spade, sw. F. (n), Spaten (M.); ae. spadu, F., Spaten (M.); an. -; got. -; gr. σπάθη (spáthē), F., breites flaches Holz der Weber; GB.: (spata) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht seit Nutzung von Metall entwickeltes zu einem Abstechen und Ausheben von Erde bestimmtes Gerät aus einem viereckigen und unten mit einer Schneide versehenen Blatt und langem Stiel mit einem als Griff dienenden Querholz am Ende; BM.: Scheit; F.: Spaten, Spatens+EW; Z.: Spat-en
$späten, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. späten, spät sein (V.), spät machen; Vw.: s. ver-; E.: s. spät, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. spät, DW 16, 1992; GB.: (spāten*) seit um 1000 belegte und aus spät und (en) gebildete Bezeichnung für spät sein (V.) oder spät machen; F.: späten (!), späte (!), spätest, spätet, spätete, spätetest, späteten, spätetet, gespätet, ##gespätet, gespätete, gespätetes, gespätetem, gespäteten, gespäteter##, spätend, ###spätend, spätende, spätendes, spätendem, spätenden, spätender###, spät (!)+EW; Z.: spä-t-en
Spatz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spatz, Sperling; ne. sparrow; Vw.: -; Hw.: s. Sperling; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. spatze, spatz, sw. M., Spatz, Sperling; mhd. spaz, st. M., Spatz, Sperling; wohl gebildet zu mhd. sparwe, sperwe, sw. M., Sperling; ahd. sparo, sw. M. (n), Spatz, Sperling; s. germ. *sparwa-, *sparwaz, st. M. (a), *sparwō-, *sparwōn, *sparwa-, *sparwan, sw. M. (n), Sperling; idg. *sparro-, *praro-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991; vgl. idg. *sper- (2), *sperg-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991 (1715/187) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spatz, Kluge s. u. Spatz, DW 16, 2003, EWD s. u. Spatz, Duden s. u. Spatz, Bluhme s. u. Spatz; GB.: seit 1190-1210 belegte und zu mhd. sparwe gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleinen (14 bis 16 Zentimeter großen) graubraun gefiederten Vogel mit kräftigem kegelförmigem Schnabel und kurzen Flügeln; BM.: Vogel; F.: Spatz, Spatzen+EW; Z.: Spa-tz
$Spätzle, nhd., Sb. Pl., (18. Jh.): nhd. Spätzle; E.: s. Spatz, s. le; L.: EWD s. u. Spatz, s. DW 16, 2009 (Spätzlein); GB.: seit 18. Jh. belegte und übertragen (Adv.) aus Spatz und le gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und als Speise verwendete kleine längliche Stücke aus Nudelteig die in siedendem Salzwasser gekocht werden; F.: Spätzle, Spätzlen+EW; Z.: Spä-tz-l-e
spazieren, nhd., V., (12. Jh.): nhd. spazieren, umhergehen, schlendern; ne. stroll (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Salman und Morolf); E.: mhd. spazieren (1), spacieren, sw. V., spazieren, spazieren gehen, sich ergehen; mnd. spassēren (1), spassīren, sw. V., spazieren, wandeln, wandern, ausfahren, ausreiten, herumtreiben; it. spaziare, V., spazieren; lat. spatiārī, V., einhergehen, einherschreiten, herumspazieren, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. spatium, N., Raum, Weite, Dauer; idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. spazieren, Kluge s. u. spazieren, DW 16, 2011 spazieren, EWD s. u. spazieren; Son.: vgl. nndl. spatsera, V., spazieren; nschw. spatsera, V., spazieren; nnorw. spasere, V., spazieren; poln. spacerować, V., spazieren; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gemächlich gehen oder schlendern; BM.: sich dehnen; F.: spazieren, spaziere, spazierst, spaziert, spazierest, spazieret, spazierte, spaziertest, spazierten, spaziertet, ##spaziert, spazierte, spaziertes, spaziertem, spazierten, spazierter##, spazierend, ###spazierend, spazierende, spazierendes, spazierendem, spazierenden, spazierender###, spazier (!)+FW(+EW?); Z.: spa-z-ier-en
$Spaziergang, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Spaziergang, gemächliches Gehen oder Schlendern; E.: s. spazier(en), s. Gang; L.: DW 16, 2019, EWD s. u. spazieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus spazier(en) und Gang gebildete Bezeichnung für ein gemächliches Gehen oder Schlendern; F.: Spaziergang, Spazierganges, Spaziergangs, Spaziergänge, Spaziergängen+FW+EW; Z.: Spa-z-ier—ga-ng
$Spazierstock, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spazierstock; E.: s. spazier(en), s. Stock; L.: DW 16, 2024, EWD s. u. spazieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spazier(en) und Stock gebildete Bezeichnung für einen von Menschen als zusätzliche Stütze bei einem Spazieren oder Spaziergang verwendeten Stock; F.: Spazierstock, Spazierstocks, Spazierstockes, Spazierstöcke, Spazierstöcken+FW+EW; Z.: Spa-z-ier—sto-ck
Specht, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Specht, ein bunter Vogel; ne. woodpecker, pecker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. speht (1), spehte, sw. M., st. M., Specht, Schwätzer; mnd. specht, M., N., Specht; ahd. speht, speh, st. M. (a?), Specht; as. speht*, st. M. (a?), Specht; germ. *speha-, *spehaz, *spehta-, *spehtaz, *spihta-, *spihtaz, st. M. (a), Specht; s. idg. *spī̆ko-, *pī̆ko-, Sb., Specht, Vogel, Pokorny 999 (1725/197) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Specht, Kluge s. u. Specht, DW 16, 2025, EWD s. u. Specht, Falk/Torp 513, Seebold 450, Duden s. u. Specht, Bluhme s. u. Specht; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. spettr, st. M. (a), Specht; got. -; nndl. specht, Sb., Specht; nschw. hackspett, Sb., Specht; nnorw. hakkespett, M., Specht; nisl. spæta, F., Specht; ai. piká-, Sb., Kuckuck; lat. pīcus, M., Specht; apreuß. picle, Sb., Krammetsvogel; GB.: (speht) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen etwas größeren bunten Vogel mit langem geradem kräftigem Schnabel mit dem er (an einem Baumstamm kletternd) Insekten und deren Larven aus der Rinde herausholt; BM.: Vogel bzw. lautmalend?; F.: Specht, Spechts, Spechtes, Spechte, Spechten+EW; Z.: Spech-t
Speck, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Speck, festes Fettgewebe; ne. bacon, lard (N.); Vw.: -; Hw.: s. spicken; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spec, st. M., st. N., Speck; mnd. spek, N., M., Speck, Gewebefett; mnl. spec, M., Speck; ahd. spek, spec, st. M. (a), Speck, Fett; as. spek, spekk, st. M. (a), Speck; anfrk. -; germ. *spika-, *spikam, *spikka-, *spikkam, st. N. (a), Speck; idg. *spig-, Adj., Sb., dick, Hüfte, Speck, Pokorny 983; vgl. idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speck, Kluge s. u. Speck, EWD s. u. Speck, DW 16, 2031, Falk/Torp 512, Duden s. u. Speck, Bluhme s. u. Speck; Son.: vgl. afries. spek, Sb., Speck; ae. spic, spec, st. N. (a), Speck; an. spik, st. N. (a), Speck; got. -; nndl. spek, Sb., Speck; nschw. späck, N., Speck; nisl. spik, N., Speck; ai. pivas-, N., Fett; gr. πῖαρ (piar), N., Fett, Fruchtbarkeit; lat. pinguis, Adj., fett; ? lat. spectile, N., Speckstück; GB.: (spek) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das zwischen Haut und Muskelschicht des Menschen und höherer Tiere liegende Fettgewebe; BM.: gedeihen; F.: Speck, Speckes, Specks, Specke, Specken+EW; Z.: Spe-ck
Specke, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Specke, Knüppeldamm, Knüppelbrücke; ne. corduroy road; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. specke, spicke, sw. F., Knüppelbrücke, Knüppeldamm; mnd. specke, F., Holzbündel, Faschine zur Befestigung aufgeworfener Erde; germ. *spakjō-, *spakjōn, Sb., Specke, Brücke, Damm; idg. *spē-, *spədʰ-, *spə-, Sb., Span, Scheit, Pokorny 980 (1697/169) (RB. idg. aus gr., germ., heth.?); L.: Kluge s. u. Specke, DW 16, 2040, Duden s. u. Specke; Son.: s. ahd. spahha, spacha, sw. F. (n), Reis (N.), Zweig, Span, dürres Reisholz, Brennholz; GB.: seit 14. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen errichteten und durch Rundholz oder Bohlen befestigten Weg (Knüppeldamm) durch ein Moor oder einen Sumpf; BM.: aus Knüppeln Gemachtes bzw. Scheit?; F.: Specke, Specken+EW; Z.: Speck-e
$speckig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. speckig; L.: Kluge s. u. Speck, EWD s. u. Speck, DW 16, 2044 (speckicht); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Speck und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für Speck betreffend oder mit Speck versehen (Adj.); F.: speckig, speckige, speckiges, speckigem, speckigen, speckiger(, speckigere, speckigeres, speckigerem, speckigeren, speckigerer, speckigst, speckigste, speckigstes, speckigstem, speckigsten, speckigster)+EW; Z.: spe-ck-ig
$Speckseite, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Speckseite; E.: s. Speck, s. Seite; L.: DW 16, 2049, EWD s. u. Speck; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Speck und Seite gebildete Bezeichnung für ein großes geräuchertes Stück Speck von einer Körperseite eines Schweines; F.: Speckseite, Speckseiten+EW; Z.: Spe-ck—sei-t-e
spedieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. spedieren, Frachtgut abfertigen, befördern, versenden; ne. dispatch (V.), forward (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spedition, Spediteur, speditiv; Q.: um 1600; I.: Lw. it. spedire; E.: s. it. spedire, V., beschleunigen, befördern, versenden; lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, herauswickeln, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Spedition, DW 16, 2053, EWD s. u. spedieren, Duden s. u. spedieren; Son.: vgl. nschw. spediera, V., spedieren; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Frachtgut abfertigen oder befördern oder versenden; BM.: aus, Fuß; F.: spedieren, spediere, spedierst, spediert, spedierest, spedieret, spedierte, spediertest, spedierten, spediertet, ##spediert, spedierte, spediertes, spediertem, spedierten, spedierter##, spedierend, ###spedierend, spedierende, spedierendes, spedierendem, spedierenden, spedierender###, spedier (!)+FW; Z.: s-ped-ier-en
Spediteur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spediteur, Transportunternehmer, Frachtgüter versendender Kaufmann; ne. carrier, forwarder; Vw.: -; Hw.: s. Spedition, spedieren, speditiv; Q.: frühes 18. Jh.; I.: Lw. it. speditore; E.: eine frühe Form des Wortes ist Speditor; s. it. speditore, M., Spediteur, Beförderer; mlat. expedītor, M., Ausrüster, Ausführender; vgl. lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, herauswickeln, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Spedition, fehlt DW, EWD s. u. spedieren, Duden s. u. Spediteur; Son.: vgl. nndl. expediteur, M., Spediteur; nschw. speditör, Sb., Spediteur; nnorw. speditør, M., Spediteur; poln. spedytor, M., Spediteur; GB.: seit frühes 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher entwickelten Frachtgüter versendenden Kaufmann; BM.: aus, Fuß; F.: Spediteur, Spediteurs, Spediteures, Spediteure, Spediteuren+FW(+EW); Z.: S-ped-it-eur
Spedition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spedition, Güterversand, gewerbsmäßig Güter versendendes Unternehmen; ne. forwarding (N.), conveyance; Vw.: -; Hw.: s. spedieren, Spediteur, speditiv; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. it. spedizione; E.: s. it. spedizione, F., Spedition, Abfertigung; lat. expedītio, F., Erledigung, Ausführung, Durchführung, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, herauswickeln; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Spedition, fehlt DW, EWD s. u. spedieren, Duden s. u. Spedition; Son.: vgl. nndl. expeditie, Sb., Spedition; nschw. spedition, Sb., Spedition; nnorw. spedisjon, M., Spedition; poln. spedycja, F., Spedition; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gewerbsmäßig Güter versendendes Unternehmen; BM.: aus, Fuß; F.: Spedition, Speditionen+FW(+EW?); Z.: S-ped-it-io-n
speditiv, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. speditiv, zügig, rasch oder zügig vorankommend; ne. rapid (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. spedieren, Spedition, Spediteur; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. speditivo; E.: s. it. speditivo, Adj., hurtig; vgl. lat. expedītīvus, Adj., entfesselt?, zweckmäßig, befreiend, (um 325-um 403 n. Chr.); vgl. lat. expedīre, V., entfesseln, befreien, frei machen, loswickeln, herauswickeln; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Spedition, Duden s. u. speditiv; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen rasch oder zügig vorankommend; BM.: aus, Fuß; F.: speditiv, speditive, speditives, speditivem, speditiven, speditiver(, speditivere, speditiveres, speditiverem, speditiveren, speditiverer, speditivst, speditivste, speditivstes, speditivstem, speditivsten, speditivster)+FW(+EW?); Z.: s-ped-it-iv
Speer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Speer, Spieß (M.) (1), eine Wurfwaffe; ne. spear (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sparren; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. sper (1), st. N., st. M., Speer, Speerspitze, Lanze, Speerlänge; mnd. spēr (1), sper, spēre, spērt, N., Speer, Lanze, Stoßwaffe; mnl. spēre, M.?, Speer; ahd. sper, st. N. (a), Speer, Lanze, Wurfspieß; as. sper, st. N. (a), Speer; anfrk. -; germ. *speru, *sperru, N., Speer; idg. *sper- (1), *per- (4), Sb., V., Sparren (M.), Stange, Speer, stützen, stemmen, sich sperren, Pokorny 990 (1714/186) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speer, Kluge s. u. Speer, EWD s. u. Speer, DW 16, 2053, Falk/Torp 510, Duden s. u. Speer, Bluhme s. u. Speer; Son.: vgl. afries. spere, sper, spiri, Sb., Speer; ae. speru, N., Speer, Wurfspieß; ae. spere, st. N. (i), Speer, Wurfspieß, Rohr; an. spjǫr, *speru, N. Pl., Speer; an. spǫrr (2), st. M. (a?, u?), Speer; got. -; nndl. speer, Sb., Speer; lat. sparum, N., Jagdspeer; lat. sparus, M., Jagdspeer; GB.: (sper) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen (oder Vorläufern sachlich vielleicht seit vor 500000 Jahren entwickelte und seitdem verwendete) Waffe zu einem Stoßen oder Werfen in Form eines langen dünnen und vorne zugespitzten oder mit einer Spitze versehenen Stabes; BM.: Stange; F.: Speer, Speeres, Speers, Speere, Speeren+EW; Z.: Speer
Speiche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Speiche, Strebe in einem Rad; ne. spoke (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spake, Spike, Spieker; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. speiche, sw. F., Radspeiche; mnd. spēke (1), speike, F., Speiche; mnd. spāke (2), F., Speiche; mnl. spēke, speec, F., Speiche; ahd. speihha, speicha, sw. F. (n), Speiche, Radspeiche; as. spêka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Speiche; as. spaka*, sw. F. (n), Speiche; anfrk. -; germ. *spaikō, st. F. (ō), Speiche; s. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speiche, Kluge s. u. Speiche, DW 16, 2066, EWD s. u. Speiche, Falk/Torp 512, Duden s. u. Speiche, Bluhme s. u. Speiche; Son.: vgl. afries. spêke, spêtze, spêze, Adj., ...speichig; ae. spāca, sw. M. (n), Speiche; nndl. spaak, Sb., Speiche; lat. spīca, F., Ähre; GB.: (speihha) seit dem Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen nach der Entwicklung des Rades mögliche einzelne der wohl bis zu 36 Streben zwischen Felge und Nabe des Rades; BM.: spitz; F.: Speiche, Speichen+EW; Z.: Spei-ch-e
Speichel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Speichel, Spucke; ne. saliva; Vw.: -; Hw.: s. speien; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. speichel, sw. F., st. F., Speichel; mnd. spēkele, speikele, specule, F., Speichel; mnl. spēkel, M., Speichel; ahd. speihhila*, speichila, st. F. (ō), Speichel, Spucke; as. -; anfrk. -; germ. *spaikilō-, *spaikilōn, *spaikiljō-, *spaikiljōn, Sb., Speichel; vgl. idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speichel, Kluge s. u. Speichel, DW 16, 2067, EWD s. u. Speichel, Falk/Torp 514, Duden s. u. Speichel, Bluhme s. u. Speichel; Son.: vgl. afries. spêkle, M., Speichel; ae. -; an. -; got. -; nndl. speeksel, Sb., Speichel; GB.: (speihhila) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in dem Mund höherer Lebewesen befindliche von Drüsen abgesonderte und der Verdauung dienende Flüssigkeit oder Spucke; BM.: speien bzw. spucken; F.: Speichel, Speichels, Speicheln+EW; Z.: Spei-ch-el
$Speichellecker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Speichellecker, kriechender Schmeichler; E.: s. Speichel, s. Lecker; L.: DW 16, 2070, EWD s. u. Speichel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Speichel und lecker gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen kriechenden Schmeichler; F.: Speichellecker, Speichelleckers, Speichelleckern+EW; Z.: Spei-ch-el—leck-er
Speicher, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Speicher, Vorratsraum, zeitweiliger Aufbewahrungsort; ne. storage, reservoir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spīchære*, spīcher, st. M., Speicher, Vorratsgebäude; mnd. spīkære* (1), spīker, spyker, spieker, M., N., Speicher, Lagerhaus, Lagerboden, Vorratskammer, Kornspeicher; mnl. spīker, M., Speicher; ahd. spīhhāri*, spīchāri, st. M. (ja), Speicher, Kornspeicher, Scheune; as. spīkari*, st. M. (ja), Speicher (M.); lat. spīcārium, N., Kornspeicher; vgl. lat. spīca, F., Ähre, Getreideähre, Kornähre; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speicher, Kluge s. u. Speicher, DW 16, 2070, EWD s. u. Speicher, Duden s. u. Speicher, Bluhme s. u. Speicher; GB.: (spīhhāri) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftigkeit oder den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Vorratsraum oder zeitweiligen Aufbewahrungsort für Getreide und andere Vorräte; BM.: Ähre bzw. spitz; F.: Speicher, Speichers, Speichern+FW(+EW); Z.: Spei-ch-er
$speichern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. speichern, aufbewahren; L.: Kluge s. u. Speicher, DW 16, 2072, EWD s. u. Speicher; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Speicher und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für in einem von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickelten und verwendeten Vorratsraum unterbringen und aufbewahren; F.: speichern (!), speichere, speicher (!), speicherst, speichert, speicherte, speichertest, speicherten, speichertet, gespeichert, ##gespeichert, gespeicherte, gespeichertes, gespeichertem, gespeicherten, gespeicherter##, speichernd, ###speichernd, speicherndes, speicherndem, speichernden, speichernder###, speicher (!)+FW+EW; Z.: spei-ch-er-n
Speidel, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Speidel, Keil; ne. wedge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Speil; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: wohl verwandt mit nhd. Speil, dieses von mhd. spīl, st. M., Spitze; germ. *spīlō-, *spīlōn, sw. F. (n), Speiler, Stab; idg. *speilo-, *spilo-, Sb., Spitze, Pokorny 981; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Speidel, DW 16, 2073, Duden s. u. Speidel; GB.: seit 1270-1300 belegte und mit Speil verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes nach hinten breiter werdendes Stück oder Werkzeug aus Holz oder Metall mit einer zugespitzten Kante; BM.: spitz?; F.: Speidel, Speidels, Speideln+EW; Z.: Spei-d-el
speien, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. speien, spucken, sich übergeben, erbrechen; ne. spew (V.); Vw.: -; Hw.: s. Speichel, spirzen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spīwen, spīen, st. V., speien, ausspeien; mnd. speien?, sw. V., erbrechen, speien; mnd. spīen (1), spien, spīgen, spiggen, st. V., sw. V., speien, sich erbrechen, übergeben (V.), Speichel auswerfen, spucken; mnl. spīen, spijjen, spuwen, st. V., speien; ahd. spīwan, spīan*, st. V. (1b), speien, spucken, ausspeien, ausspucken, anspeien, bespeien, sich erbrechen; as. spīwan*, st. V. (1), speien; anfrk. -; germ. *speiwan, st. V., speien; idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. speien, Kluge s. u. speien, DW 16, 2074, EWD s. u. speien, Duden s. u. speien, Bluhme s. u. speien; Son.: vgl. afries. spīa, st. V. (1), speien; ae. spīwan, st. V. (1), speien; an. spȳja (2), st. V. (1), speien; got. speiwan 5, st. V. (1), speien; nndl. spuwen, V., speien; nschw. spy, V., speien; nnorw. spy, V., speien; ai. (ni-)ṣṭhī́vati, V., speien; gr. πτύειν (ptýein), V., speien, spucken, auswerfen; lat. spuere, V., spucken, ausspucken, speien; kymr. poer, M., Speichel; lit. spiáuti, V., speien; ksl. plijvati, V., speien; GB.: (spīwan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches spucken oder sich übergeben (V.) oder erbrechen; BM.: ?; F.: speien, speie (!), speist (!), speit, speiest, speiet, spie, spiest, spien, spiet (!), gespien, ##gespien, gespiene, gespienes, gespienem, gespienen, gespiener##, speiend, ###speiend, speiende, speiendes, speiendem, speienden, speiender###, spei (!), speie (!)+EW; Z.: spei-en
Speigatt, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Speigatt, eine Öffnung in Schiffswänden; ne. scupper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. spēgat, spēgȫte, M., F., Speigatt, Spritzloch, Seitenöffnung der Schiffe durch die das Wasser wieder abläuft; s. mnd. spīen (1), spien, spīgen, spiggen, st. V., sw. V., speien, sich erbrechen, übergeben (V.), Speichel auswerfen, spucken; as. spīwan*, st. V. (1), speien; germ. *speiwan, st. V., speien; idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); mnd. gat, N., Loch, Durchgang, Öffnung, Durchbruch, Durchlass, Grube; as. gat, st. N. (a), Loch; germ. *gata-, *gatam, st. N. (a), Loch; vgl. idg. *gʰed-, V., Sb., scheißen, Loch, Pokorny 423 (607/23) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., germ.); L.: Kluge s. u. Speigatt, DW 16, 2083 (Speigat), Duden s. u. Speigatt; GB.: (spēgat) mnd. seit 16. Jh. belegte und aus speien und Gatt gebildete Bezeichnung für eine zu einem Abfließen ungewollt aufgenommenen Wassers dienende Öffnung in Schiffswänden; BM.: speien, Loch; F.: Speigatt, Speigatts, Speigatte, Speigatten+EW; Z.: Spei-gat-t
Speik, nhd., M., (11./12. Jh.): nhd. Speik, Lavendel, Baldrian; ne. spikenard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mnd. spīk (1), spick, Sb., Speik, Lavendel; mnd. *spēk?, M.?, Speik, eine Heilpflanze; ahd. spīk, spīc, st. M. (a?, i?), Deutscher Speik?, Narde?, Baldrian?; s. lat. spīca, F., Ähre, Getreideähre, Kornähre; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 16, 2083, Duden s. u. Speik; GB.: (spīk) seit 11./12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Lavendel und eine in den Alpen wachsende Art des Baldrians; BM.: spitz; F.: Speik, Speikes, Speiks, Speike, Speiken+FW(+EW?); Z.: Spei-k
Speil, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Speil, Splitter, Span, Keil; ne. splinter; Vw.: -; Hw.: s. Speidel, s. Speiler; Q.: 17. Jh.; E.: mhd. spīl, st. M., Spitze; mnd. spīle, F., Speil, dünner zugespitzter Stab, Stange, Stock, Stock zu dem Aufhängen von Fleisch oder Würsten oder Fisch, Verschlussholz; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *spīlō-, *spīlōn, sw. F. (n), Speiler, Stab; idg. *speilo-, *spilo-, Sb., Spitze, Pokorny 981; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Speil, DW 16, 2084, Falk/Torp 513, Duden s. u. Speil; Son.: vgl. afries. -; ae. *spilu, st. F. (ō), Stift (M.), Spitze; an. spila, sw. F. (n), schmales Holzstück; got. -; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Splitter oder Span oder Keil oder ein besonders zu dem Verschließen des Wurstzipfels verwendetes dünnes Holzstäbchen; BM.: spitz; F.: Speil, Speiles, Speils, Speile, Speilen+EW; Z.: Spei-l
$Speiler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Speiler; Hw.: s. Speidel, s. Speil; L.: Kluge s. u. Speil, DW 16, 2084; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Speil verbindbare Bezeichnung für einen dünnen Span oder Stab aus Holz zu einem Schließen und Aufhängen von Würsten; F.: Speiler, Speilers, Speilern+EW; Z.: Spei-l-er
Speise, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Speise, zubereitetes Essen, Nahrung; ne. dish (N.), food, speiss; Vw.: s. Glocken-; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. spīse, st. F., sw. F., Speise, Kost, Lebensmittel; mnd. spīse, spisse*, F., Speise, menschliche Nahrung, Essen (N.), Lebensmittel, Esswaren; mnl. spīse, F., Speise; ahd. spīsa, st. F. (ō), Speise, Proviant, Lebensunterhalt, Aufwand; as. spīsa*?, st. F. (ō), Speise; mlat. spēsa, F., Speise?; vgl. lat. expēnsa, F., Ausgabe, Aufwand; lat. expendere, V., gegen einander aufwägen, abwägen; lat. ex, Präp., aus; lat. pendere, V., wägen, schätzen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Speise, Kluge s. u. Speise, DW 16, 2085, EWD s. u. Speise, Duden s. u. Speise, Bluhme s. u. Speise; Son.: vgl. nndl. spijs, Sb., Speise; nschw. spis, Sb., Speise; nnorw. spise, M., Speise; GB.: (spīsa) seit 863-871 belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit Beherrschung des Feuers mögliches zubereitetes Essen als Nahrung; BM.: aus, spannen bzw. ziehen; F.: Speise, Speisen+FW(+EW); Z.: Spei-s-e
$Speisekammer, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Speisekammer, Vorratskammer für Speisen; E.: s. Speise, s. Kammer; L.: DW 16, 2105, EWD s. u. Speise; GB.: (spīsekamer) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Speise und Kammer gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorratskammer für Speisen; F.: Speisekammer, Speisekammern+EW+FW; Z.: Spei-s-e—kam-m-er
$speisen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. speisen, essen, verzehren; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Speise, DW 16, 2109, EWD s. u. Speise; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Speis(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches essen oder verzehren; F.: speisen (!), speise (!), speisst (!), speist (!), speisest, speiset, speiste, speistest, speisten, speistet, gespeist, ##gespeist, gespeiste, gespeistes, gespeistem, gespeisten, gespeister##, speisend, ###speisend, speisende, speisendes, speisendem, speisenden, speisender###, speis (!)+FW+EW; Z.: spei-s-en
$Speisung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Speisung, Speisen (N.), Verköstigung; E.: s. speis(en), s. ung; L.: DW 16, 2127, EWD s. u. Speise; GB.: (spīsunge) seit 1. Hälfte 14. Jh. belegte und aus speis(en) und ung gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Speisen (N.); F.: Speisung, Speisungen+FW+EW; Z.: Spei-s-ung
...spekt, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. ...spekt, …sicht; ne. ...spect; Vw.: s. A-, Pro-, Re-; Hw.: s. ...spektion, ...spektor; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...spect, Suff., ...spekt; frz. ...spect, Suff., ...spekt; nschw. ...spekt, Suff., ...spekt; nnorw. ...spekt, Suff., ...spekt; poln. ...spekt, Suff., ...spekt; lit. ...spektas, Suff., ...spekt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Beobachtung oder Sicht betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: sehen; F.: ...spekt, ...spekts, ...spektes, ...spekte, ...spekten+FW; Z.: -spek-t
Spektakel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spektakel, Schauspiel, Aufsehenerregendes; ne. spectacle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. spectāculum; E.: s. mnd. spektākel, N., Spektakel, Schauspiel, Schaustellung, grausiges Geschehen, erregendes Geschehen; lat. spectāculum, N., Anblick, Schau, Schauspiel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. spectāre, V., schauen, sehen, anschauen, ansehen, betrachten; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Spektakel, EWD s. u. Spektakel, DW 16, 2131, Duden s. u. Spektakel; Son.: vgl. nndl. spektakel, Sb., Spektakel; frz. spectacle, M., Spektakel; nschw. spektakel, N., Spektakel; nnorw. spektakkel?, N., Spektakel; kymr. sbectacl, M., F., Spektakel; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches Schauspiel oder etwas aus der Sicht des Menschen Aufsehenerregendes; BM.: spähen; F.: Spektakel, Spektakels, Spektakeln+FW(+EW?); Z.: Spek-t-ak-el
$spektakeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. spektakeln, lärmen, Aufsehen erregen; E.: s. Spektakel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 16, 2134; Q.: Ende 18. Jh.; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Spektakel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für lärmen oder Aufsehen erregen; F.: spektakeln, spektakel (!), spektakle, spektakele (!), spektakelst, spektakelt, spektakelte, spektakeltest, spektakelten, spektakeltet, ##spektakelt, spektakelte, spektakeltes, spektakeltem, spektakelten, spektakelter##, spektakelnd, ###spektakelnd, spektakelnde, spektakelndes, spektakelndem, spektakelnden, spektakelnder###, spektakel (!)+FW(+EW?); Z.: spek-t-ak-el-n
$spektakulär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. spektakulär, aufsehenerregend; L.: Kluge s. u. Spektakel, fehlt DW, EWD s. u. Spektakel; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Spektakel verbindbare Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen aufsehenerregend; F.: spektakulär, spektakuläre, spektakuläres, spektakulärem, spektakulären, spektakulärer(, spektakulärere, spektakuläreres, spektakulärerem, spektakuläreren, spektakulärerer, spektakulärst, spektakulärste, spektakulärstes, spektakulärstem, spektakulärsten, spektakulärster)+FW(+EW?); Z.: spek-t-ak-ul-är
...spektion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...spektion; ne. ...spection; Vw.: s. In-; Hw.: s. ...spekt, ...spektor; Q.: 16. Jh.?); I.: lat. Lw.; E.: s. lat. spectio, F., Beobachten, Beobachtungsrecht, Beobachtung, Anblick, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...spectie, Suff., ...spektion; frz. ...spection, Suff., ...spektion; nschw. ...spektion, Suff., ...spektion; nnorw. ...speksjon, Suff., ...spektion; poln. ...spekcja, Suff., ...spektion; lit. ...spekcija, Suff., ...spektion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Beobachten betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: sehen; F.: ...spektion, ...spektionen+FW(+EW); Z.: -spek-t-io-n
...spektor, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...spektor, ...prüfer; ne. ...spector; Vw.: s. In-; Hw.: s. ...spekt, ...spektion; Q.: 16. Jh.?); I.: lat. Lw. (īnspector); E.: s. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...specteur, Suff., ...spektor; frz. ...specteur, Suff., ...spektor; nschw. ...spektör, Suff., ...spektor; nnorw. ...spektør, Suff., ...spektor; poln. ...spektor, Suff., ...spektor; kymr. ...sbector, Suff., ...spektor; lit. ...spektorius, Suff., ...spektor; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von einen Seher oder Prüfer oder Beobachter betreffenden Substantiven; BM.: sehen; F.: ...spektor, ...spektore, ...spektoren+FW(+EW?); Z.: -spek-t-or
$spektral, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spektral, Spektrum betreffend; E.: s. Spektrum; L.: EWD s. u. Spektrum, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Spektrum verbindbare Bezeichnung für Spektrum betreffend; F.: spektral, spektrale, spektrales, spektralem, spektralen, spektraler+FW(+EW?); Z.: spek-t-r-al
Spektrum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spektrum, Erscheinung, Gesamtheit; ne. spectrum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. spectrum; E.: s. lat. spectrum, N., Schemen, Gesicht, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Spektrum, EWD s. u. Spektrum, fehlt DW, Duden s. u. Spektrum; Son.: vgl. nndl. spectrum, Sb., Spektrum; frz. spectre, M., Spektrum; nschw. spektrum, N., Spektrum; nnorw. spektrum, N., Spektrum; poln. spektrum, M., Spektrum; kymr. sbectrwm, M., Spektrum; nir. speictream, M., Spektrum; lit. spektras, M., Spektrum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Erscheinung oder Gesamtheit oder Aufeinanderfolge der (7) Regenbogenfarben (von rot über orange und gelb und grün sowie hellblau und indigo bis violett); BM.: sehen; F.: Spektrum, Spektrums, Spektren, Spektra+FW; Z.: Spek-t-r-um
Spekulant, nhd., (Part. Präs.=)M., (17. Jh.): nhd. Spekulant, Grübler, auf Gewinn ausgerichteter Unternehmer; ne. speculator; Vw.: -; Hw.: s. spekulieren, Spekulation, spekulativ; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. speculāns; E.: s. lat. speculāns, (Part. Präs.=)M., Umsehender; vgl. lat. speculārī, V., spähen, sich umsehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spekulieren, DW 16, 2134, EWD s. u. spekulieren, Duden s. u. Spekulant; Son.: vgl. nndl. speculant, Sb., Spekulant; frz. spéculateur, M., Spekulant; nschw. spekulant, Sb., Spekulant; nnorw. spekulant, M., Spekulant; poln. spekulant, M., Spekulant; lit. spekuliantas, M., Spekulant; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Menschen der mit einem bestimmten Ergebnis (Gewinn) rechnet oder für einen auf Gewinn ausgerichteter Unternehmer; BM.: spähen; F.: Spekulant, Spekulanten+FW; Z.: Spek-ul-ant
Spekulation, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Spekulation; ne. speculation; Vw.: -; Hw.: s. spekulieren, Spekulant; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); I.: Lw. lat. speculātio; E.: s. mhd. speculācie, sw. F., Spekulation; lat. speculātio, F., Ausspähen, Auskundschaften, Betrachtung, Beschauen, Warte, (um 310-394 n. Chr.); vgl. lat. speculārī, V., spähen, sich umsehen; vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spekulieren, DW 16, 2134, EWD s. u. spekulieren, Duden s. u. Spekulation; Son.: vgl. nndl. speculatie, Sb., Spekulation; nschw. spekulation, Sb., Spekulation; nnorw. spekulasjon, M., Spekulation; poln. spekulacja, F., Spekulation; nir. spéacláireacht, F., Spekulation; lit. spekuliacija, F., Spekulation; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine auf Mutmaßungen beruhende menschliche Erwartung; BM.: spähen; F.: Spekulation, Spekulationen+FW(+EW?); Z.: Spek-ul-at-io-n
Spekulatius, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spekulatius, ein Mandelkeks; ne. speculoos, almond biscuit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. speculaties; E.: s. nndl. speculaties, Sb., Spekulatius; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von lat. speculum, N., Spiegel, Vorbild, (81-43 v. Chr.); oder von lat. speculātor, M., Kundschafter, Späher, Spion; beides von lat. specere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Spekulatius, EWD s. u. Spekulatius, Duden s. u. Spekulatius; Son.: vgl. nndl. speculaas, Sb., Spekulatius; frz. spéculoos, M., Spekulatius; nschw. spekulatius, Sb., Spekulatius; nnorw. spekulatius, Sb., Spekulatius; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein flaches Gebäck aus gewürztem Mürbeteig in Form kleinerer Figuren; BM.: sehen?; F.: Spekulatius+FW(+EW); Z.: Spek-ul-at-i-us
spekulativ, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spekulativ, mutmaßlich; ne. speculative; Vw.: -; Hw.: s. spekulieren, Spekulant, Spekulation; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. speculātīvus; E.: s. lat. speculātīvus, Adj., spekulativ, wachsam, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. speculārī, V., spähen, sich umsehen; vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spekulieren, DW 16, 2135, EWD s. u. spekulieren, Duden s. u. spekulativ; Son.: vgl. nndl. speculatief, Adj., spekulativ; nschw. spekulativ, Adj., spekulativ; nnorw. spekulativ, Adj., spekulativ; poln. spekulacyjny, Adj., spekulativ; lit. spekuliatyvus, Adj., spekulativ; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung einer auf Mutmaßungen beruhenden Erwartung (mutmaßlich); BM.: spähen; F.: spekulativ, spekulative, spekulatives, spekulativem, spekulativen, spekulativer(, spekulativere, spekulativeres, spekulativerem, spekulativeren, spekulativerer, spekulativst, spekulativste, spekulativstes, spekulativstem, spekulativsten, spekulativster)+FW(+EW?); Z.: spek-ul-at-iv
spekulieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. spekulieren, erhoffen, trachten nach, mit einem Ergebnis rechnen; ne. speculate; Vw.: -; Hw.: s. Spekulant, Spekulation, spekulativ; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: mhd. speculieren (1), sw. V., spekulieren; lat. speculārī, V., spähen, sich umsehen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spekulieren, DW 16, 2136, EWD s. u. spekulieren, Duden s. u. spekulieren; Son.: vgl. nndl. speculeren, V., spekulieren; frz. spéculer, V., spekulieren; nschw. spekulera, V., spekulieren; nnorw. spekulere, V., spekulieren; poln. spekulować, V., spekulieren; lit. spekuliuoti, V., spekulieren; GB.: um 1300 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für mit einem Ergebnis rechnen; BM.: spähen; F.: spekulieren, spekuliere, spekulierst, spekuliert, spekulierest, spekulieret, spekulierte, spekuliertest, spekulierten, spekuliertet, ##spekuliert, spekulierte, spekuliertes, spekuliertem, spekulierten, spekulierter##, spekulierend, ###spekulierend, spekulierende, spekulierendes, spekulierendem, spekulierenden, spekulierender##, spekulier (!) +FW(+EW?); Z.: spek-ul-ier-en
Spelt, Spelz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Spelt, Spelz, Dinkel; ne. spelt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. spelze, sw. F., Spelt, Spelz, Dinkel; mnd. spelte (3), F., Spelz, eine weizenähnliche Getreideart; mnl. spelte, M., Spelt, Spelz; ahd. spelza, spelta, st. F. (ō), Spelt, Spelz, Dinkel; ahd. spelzo, sw. M. (n), Spelt, Spelz, Dinkel; as. spelta*, st. F. (ō), „Spelt“, Spelz; anfrk. -; germ. *speltō, st. F. (ō), Spelt; idg. *speltā, F., Brett, Pokorny 985; vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spelt, Kluge s. u. Spelt, DW 16, 2139, EWD s. u. Spelt, Duden s. u. Spelt, Bluhme s. u. Spelz; Son.: vgl. afries. -; ae. spelta, M., Spelt, Spelz; nndl. spelt, Sb., Spelt; nschw. spelt, Sb., Spelt; nnorw. spelt, M., Spelt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie (mit anderer Bedeutung) für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine dem Weizen ähnliche Getreideart; BM.: spalten; F.: Spelt, Spelts, Speltes, Spelte, Spelten, Spelz, Spelzes, Spelze, Spelzen+EW; Z.: Spel-t
Spelunke, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Spelunke, verrufene Gaststätte, zwielichtige Gaststätte; ne. drinking hole; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. spēlunca; E.: s. mhd. spelunke, sw. F., Felsgrotte; mnd. spelunke, spelunk, F., Spelunke, Felsgrotte, Höhle in einem Berg; lat. spēlunca, F., Höhle, Grotte, (81-43 v. Chr.); gr. σπήλαιον (spḗlaion), N., Höhle, Grotte; vgl. gr. σπέος (spéos), N., Grotte, Höhle; Wort ohne Etymologie, Frisk 2, 764; L.: Kluge s. u. Spelunke, DW 16, 2141, EWD s. u. Spelunke, Duden s. u. Spelunke; Son.: vgl. nndl. spelonk, Sb., Spelunke; ne. spelunk, V., Höhlen erforschen; GB.: seit Mitte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und in Form und Inhalt umgebildete Bezeichnung für eine verrufene Gaststätte; BM.: Höhle; F.: Spelunke, Spelunken+FW; Z.: Spe-l-unk-e
$Spelze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spelze, Getreidehülse, Spreu; E.: s. Spelt, Spelz; L.: DW 16, 2142, EWD s. u. Spelz; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Spelt (Spelz) verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon ältere Samenhülse von Spelt oder Spelz oder Gras; F.: Spelze, Spelzen+EW; Z.: Spel-z-e
$spendabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spendabel, freigebig, freigiebig, großzügig; E.: s. spend(en), s. (h)abil(is); L.: Kluge s. u. spenden, EWD s. u. spenden, DW 16, 2142; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus spend(en) und abilis des Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für freigebig oder freigiebig oder großzügig; F.: spendabel, spendabele (!), spendabeles (!), spendabelem (!), spendabelen (!), spendabeler (!)(, spendabelere, spendabeleres, spendabelerem, spendabeleren, spendabelerer, spendabelst, spendabelste, spendabelstes, spendabelstem, spendabelsten, spendabelster)(+FW)+EW?; Z.: spen-d-ab-el
Spende, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spende, unentgeltliche Austeilung, Gabe; ne. donation; Vw.: -; Hw.: s. spenden; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spende, st. F., sw. F., Almosen, Geschenk; mnd. spende, spenne, spinde, spinne, F., Spende, Gabe an die Armen, Almosen, liebevolle Gabe, Liebesdienst; ahd. spenta, st. F. (ō), Spende, Austeilung, Verteilung, Ausgabe, Aufwand, Almosen, Sold; lat. spenda, F., Spende?; vgl. lat. expendere, V., gegeneinander aufwägen, abwägen; lat. ex, Präp., aus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pendere, V., wägen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spende, DW 14, 2143, EWD s. u. spenden, Duden s. u. Spende; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht sachlich seit Entstehung des Menschen und Vermögen oder den Hochkulturen des Altertums zu einer Unterstützung an andere gegebene Gabe; BM.: aus, ziehen; F.: Spende, Spenden+FW; Z.: Spen-d-e
spenden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. spenden, unentgeltlich darreichen, austeilen, geben; ne. spend, donate, bestow; Vw.: -; Hw.: s. Spende, Spese; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. spenden (1), sw. V., spenden, Almosen geben, schenken; mnd. spenden, spinden, sw. V., spenden, schenken, Almosen austeilen; mnl. spenden, V., spenden; ahd. spentōn, sw. V. (2), spenden, austeilen, geben; as. spendon, sw. V. (2); lat. expendere, V., gegeneinander aufwägen, abwägen, (um 250-184 v. Chr.); lat. ex, Präp., aus; idg. *eg̑ʰs, lat. pendere, V., wägen, schätzen; idg. *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spende, Kluge s. u. spenden, DW 16, 2148, EWD s. u. spenden, Duden s. u. spenden, Bluhme s. u. spenden; Son.: vgl. ae. āspendan, sw. V. (1), ausgeben, verschwenden, spenden; nndl. spenderen, V., spenden; nschw. spendera, V., spendieren; GB.: um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und von Vermögen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches Dinge anderen als Unterstützung geben; BM.: aus, ziehen; F.: spenden, spende (!), spendest, spendet, spendete, spendetest, spendeten, spendetet, gespendet, ##gespendet, gespendete, gespendetes, gespendetem, gespendeten, gespendeter##, spendend, ###spendend, spendende, spendendes, spendendem, spendenden, spendender###, spend (!)+FW(+EW); Z.: spen-d-en
$Spender, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Spender, Spendender; L.: Kluge s. u. spenden, DW 16, 2148ff., EWD s. u. spenden; GB.: (spentāri) um 800 belegte und aus spend(en) und er (Suff.) vielleicht nach lat. dispensator gebildete Bezeichnung für einen für sachlich seit Entstehung des Menschen und von Vermögen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen Spendenden oder Austeiler oder Ausgeber; F.: Spender, Spenders, Spendern+FW+EW; Z.: Spen-d-er
$spendieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. spendieren, geben; E.: s. spend(en), s. ieren; L.: DW 16, 2152, EWD s. u. spenden; GB.: seit 17. Jh. vielleicht unter Einfluss von it. spend(ere) aus spend(en) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und von Vermögen oder den Hochkulturen des Altertums möglichen geben; F.: spendieren, spendiere, spendierst, spendiert, spendierest, spendieret, spendierte, spendiertest, spendierten, spendiertet, ##spendiert, spendierte, spendiertes, spendiertem, spendierten, spendierter##, spendierend, ###spendierend, spendierende, spendierendes, spendierendem, spendierenden, spendierender###, spendier (!)+FW(+EW?); Z.: spen-d-ier-en
Spengler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Spengler, Blechner; ne. tinsmith; Vw.: -; Hw.: s. Spange; Q.: 1287 (Urkunde); E.: mhd. spengelære*, spengeler, spenglære*, spengler, st. M., Spengler, Spangenmacher, Blechschmied; mnd. spengelære*, spengeler, M., Spengler, Spangenmacher, Blechschmied; mhd. spange (1), spanne, sw. F., st. F., Spange, Beschlag, Balken, Eisenband, Riegel, Band (N.), Klammer, Rand, Erzreif am Schild, Schildspange; mnd. spange, spenke*, F., Spange, Metallstück, Metallschmuck, Schließe, Gewandschließe; ahd. spanga, sw. F. (n), Spange, Spannbalken, kleiner Verschluss, Beschlag; s. germ. *spangō, st. F. (ō), Spange; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982 (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spengler, Kluge s. u. Spengler, EWD s. u. Spengler, DW 16, 2155, Duden s. u. Spengler, Bluhme s. u. Spengler; GB.: seit 1287 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Blechner oder auf Grund der Arbeitsteilung mit Blech Arbeitenden; BM.: Hersteller von Spangen bzw. ziehen; F.: Spengler, Spenglers, Spenglern+EW; Z.: Spe-ng-l-er
spenstig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. vorstellend?, spannend?, lockend?, verführbar?, spenstig?, (wider)spenstig; ne. seducible?, recalcitrant?, stubborn?; Vw.: s. wider-; Hw.: s. spannen; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: s. ahd. spenstīg, Adj., verführbar, verführerisch; vgl. ahd. spannan*, red. V., spannen, fesseln, binden, ausdehnen, strecken; germ. *spannan, st. V., spannen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: DW 16, 2157; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für vorstellend? oder lockend? oder verführbar?; BM.: spannen; F.: spenstig, spenstige, spenstiges, spenstigem, spenstigen, spenstiger(, spenstigere, spenstigeres, spenstigerem, spenstigeren, spenstigerer, spenstigst, spenstigste, spenstigstes, spenstigstem, spenstigsten, spenstigster)+EW; Z.: spen-st-ig
Spenzer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spenzer, kurze Jacke; ne. spencer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. spencer; E.: vielleicht über das Französische von ne. spencer, N., Spenzer; möglicherweise von dem PN des Grafen George John Spencer (1758-1834); L.: Kluge s. u. Spenzer, DW 16, 2157, Duden s. u. Spenzer; Son.: vgl. nndl. spencer, Sb., Spenzer; frz. spencer, M., Spenzer; ndän. spencer, Sb., Spenzer; nnorw. spenserjakke, M., F., Spenzer; poln. spencer, M., Spenzer; kymr. sbenser, F., Spenzer; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus dem PN Spencer gebildete und über das Französische aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine kurze und enganliegende Jacke; BM.: PN (dem Grafen soll bei der Jagd ein Rockschoß abgerissen worden sein was dann nachgeahmt wurde); F.: Spenzer, Spenzers, Spenzern+FW; Z.: Spenzer
Sperber, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Sperber, ein kleinerer Raubvogel oder Greifvogel; ne. sparrowhawk; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. sperwære, sparwære, sperbære, sperwer, sparwer, sperber, st. M., Sperber; mnd. sperwære*, sperwer, sperwere, sparwer, M., Sperber, Stoßvogel; mnl. sperwāre, M., Sperber; ahd. sparwāri*, st. M. (ja), Sperber; as. sparwari*, st. M. (ja), Sperber (M.); anfrk. -; germ. *sparwara-, *sparwaraz, st. M. (a), Sperber; vgl. idg. *sparu̯o-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991; idg. *sper- (2), *sperg-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991 (1715/187) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); Hinterglied vielleicht von ahd. aro, sw. M. (n), Aar, Adler; germ. *arō-, *arōn, *ara-, *aran, *arn, sw. M. (n), Adler, großer Greifvogel; s. idg. *er- (1), Sb., Adler, Pokorny 325 (452/33) (RB. idg. aus ind., gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sperber, Kluge s. u. Sperber, EWD s. u. Sperber, DW 16, 2158, Duden s. u. Sperber, Bluhme s. u. Sperber; Son.: vgl. afries. -; ae. spearhafoc, st. M. (a), Sperber; an. -; got. *sparwāreis?, st. M. (ja), Sperber; nndl. sperwer, Sb., Sperber; nschw. sparvhök, Sb., Sperber; nnorw. spurvehauk, M., Sperber; GB.: (sparwarius) seit vielleicht vor 743 belegte und für das Germanische erschließbare sowie möglicherweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleineren Raubvogel oder Greifvogel (oder Vogel?); BM.: Vogel; F.: Sperber, Sperbers, Sperbern+EW; Z.: Sper-b-er
Sperenzchen, nhd., Sb. Pl., (17. Jh.): nhd. Sperenzchen, Umstände; ne. fuss (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Verkleinerung zu Sperenzien, gebildet zu lat. spērāns, Adj., hoffend, erwartend; vgl. lat. spērāre, V., erwarten, vermuten, hoffen, fürchten, befürchten; idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sperenzchen, EWD s. u. Sperenzchen, Duden s. u. Sperenzchen; Son.: vgl. frz. espérance, F., Hoffnung, Erwartungswert; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und chen (Suff.) gebildete Bezeichnung für Umstände oder etwas womit jemand nach Einschätzung anderer unnötigerweise und ärgerlicherweise eine Erwartung behindert; BM.: gedeihen; F.: Sperenzchen, Sperenzchens+FW+EW; Z.: Spe-r-enz-chen
Sperling, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Sperling, Spatz; ne. sparrow; Vw.: -; Hw.: s. Spatz; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. sperlinc, spirlinc, st. M., Sperling; mnd. sperlinc, sperlink, sparlinc, sparlink, M., Sperling; ahd. speriling, M., Sperling; Weiterbildung zu germ. *sparwa-, *sparwaz, st. M. (a), *sparwō-, *sparwōn, *sparwa-, *sparwan, sw. M. (n), Sperling; idg. *sparro-, *praro-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991; s. idg. *sper- (2), sperg-, Sb., Sperling, Vogel, Pokorny 991 (1715/187) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sperling, Kluge s. u. Sperling, DW 16, 2163, EWD s. u. Sperling, Duden s. u. Sperling, Bluhme s. u. Sperling; Son.: vgl. ae. spearwa, sw. M. (n), Sperling, Wade; an. spǫrr (1), st. M. (a), Sperling; got. sparwa, sw. M. (n), Sperling; nschw. sparv, Sb., Sperling; nnorw. spurv, M., Sperling; nisl. spörfugl, M., Sperling; gr. Σποργίλος (Sporgílos), M.=PN, Sperling, Sporgilos; apreuß. spurglis, Sb., Sperling; toch. A spār, Sb. Pl., ein Vogel; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleinen graubraun gefiederten Vogel mit kräftigem kegelförmigem Schnabel und kurzen Flügeln; BM.: Vogel; F.: Sperling, Sperlings, Sperlinge, Sperlingen+EW; Z.: Sper-ling
Sperma, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sperma, Samenflüssigkeit; ne. sperm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. sperma; E.: s. lat. sperma, N., Same, Samen (M.), (um 363-um 420 n. Chr.); gr. σπέρμα (spérma), N., Same, Samen (M.), Gesätes; vgl. gr. σπείρειν (speírein), V., ausstreuen, verstreuen; vgl. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sperma, EWD s. u. Sperma, Duden s. u. Sperma; Son.: vgl. nndl. sperma, Sb., Sperma; frz. sperme, M., Sperma; nschw. sperma, Sb., Sperma; nnorw. sperma, N., Sperma; poln. sperma, F., Sperma; kymr. sberm, M., Sperma; nir. speirm, F., Sperma; lit. sperma, F., Sperma; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielen Tieren eigene milchige Spermien und bestimmte Sekrete enthaltende Samenflüssigkeit; BM.: sprühen; F.: Sperma, Spermas, Spermen, Sparmata+FW; Z.: S-per-m-a
$sperrangelweit, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. sperrangelweit, sehr weit; E.: s. sperr(en), s. Angel, s. weit; L.: Kluge s. u. sperrangelweit, DW 16, 2169; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus etwas älterem sperrweit (weit aufgesperrt) und angelweit (so weit wie Türangeln es zulassen) gebildete Bezeichnung für sehr weit; F.: sperrangelweit, sperrangelweite, sperrangelweites, sperrangelweitem, sperrangelweiten, sperrangelweiter+EW; Z.: sper-r—ang-el—w-ei-t
$Sperre, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Sperre; L.: Kluge s. u. sperren, DW 16, 2169, EWD s. u. sperren; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit sperren verbindbare Bezeichnung für die von Menschen entwickelte Handlung des Sperrens und das dazu erforderliche Werkzeug sowie das Ergebnis; F.: Sperre, Sperren+EW; Z.: Sper-r-e
sperren, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. sperren, schließen, auseinanderspreizen, Zugang verhindern; ne. block (V.), close (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sparren; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. sperren (1), spirren, sw. V., mit Sparren versehen (V.), mit Dachbalken versehen (V.), einschließen, zuschließen, verschließen, sperren, anspannen, auseinanderspannen, dehnen, strecken, sich spreizen; mnd. spēren (1), speren, sperren, spāren, sparren, sw. V., sperren, auseinanderbreiten, auseinanderspannen; mnl. sperren, sw. V., sperren; ahd. *sperren?, sw. V. (1a), sperren; as. -; anfrk. -; germ. *sparrjan, sw. V., sperren; idg. *sper- (1), *per- (4), Sb., V., Sparren, Stangen, Speer, stützen, stemmen, sich sperren, Pokorny 990 (1714/186) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sperren, Kluge s. u. sperren, DW 16, 2172, EWD s. u. sperren, Duden s. u. sperren, Bluhme s. u. sperren; Son.: vgl. afries. -; ae. *sparrian, sw. V. (1?), sperren; an. sperra (2), sw. V. (1), mit Sparren versehen (V.), spreizen, verhindern; got. -; nndl. sperren, V., sperren; nschw. spärra, V., sperren; nnorw. sperre, V., sperren; lit. spìrti, V., sich stemmen, stützen; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare einen Zugang verhindern; BM.: stützen; F.: sperre (!), sperre (!), sperrst, sperrt, sperrest, sperret, sperrte, sperrtest, sperrten, sperrtet, gesperrt, ##gesperrt, gesperrte, gesperrtes, gesperrtem, gesperrten, gesperrter##, sperrend, sperrende, ###sperrende, sperrendes, sperrendem, sperrenden, sperrender###, sperr (!)+EW; Z.: sper-r-en
$Sperrholz, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Sperrholz; E.: s. sperr(en), s. Holz; L.: Kluge s. u. Sperrholz, DW 16, 2186, EWD s. u. sperren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus sperr(en) und Holz gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu einem Sperren benutztes Holz und später ein von Menschen durch Leimen hergestelltes mindestens dreischichtiges formstabiles preiswertes Holz für Möbel und das Bauwesen; F.: Sperrholz, Sperrholzes, Sperrhölzer, Sperrhölzern+EW; Z.: Sper—hol-z
$sperrig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. sperrig, eine Sperre bilden könnend, widerstehend; L.: Kluge s. u. sperren, DW 16, 2186, EWD s. u. sperren; GB.: (sperric) vielleicht seit 1386-1418 belegte und aus sperr(en) und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches eine Sperre bilden könnend oder widerstehend; F.: sperrig, sperrige, sperriges, sperrigem, sperrigen, sperriger(, sperrigere, sperrigeres, sperrigerem, sperrigeren, sperrigerer, sperrigst, sperrigste, sperrigstes, sperrigstem, sperrigsten, sperrigster)+EW; Z.: sper-r-ig
$Sperrsitz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sperrsitz, gesperrter Sitz; L.: Kluge s. u. Sperrsitz, EWD s. u. sperren, DW 16, 2191; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sperr(en) und Sitz gebildete Bezeichnung für einen für alle außer dem besonders dafür Zahlenden gesperrten Sitz beispielsweise in einem Theater oder Zirkus; F.: Sperrsitz, Sperrsitzes, Sperrsitze, Sperrsitzen+EW; Z.: Sper-r—sitz
$sperrweit, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sperrweit, weit aufgesperrt; Hw.: (s. angelweit,) s. sperrangelweit; E.: s. sperr(en), s. weit; L.: EWD s. u. sperren, DW 16, 2193; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sperr(en) und weit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sperren durch den Menschen mögliches weit aufgesperrt; F.: sperrweit, sperrweite, sperrweites, sperrweitem, sperrweiten, sperrweiter+EW; Z.: sper-r—w-ei-t
Spese, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Spese, Kosten, Auslage; ne. expenses; Vw.: -; Hw.: s. spenden; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. spese; E.: s. it. spese, F. Pl., Spesen; it. spesa, F., Aufwand; lat. expēnsa, F., Ausgabe, Aufwand; vgl. lat. expendere, V., gegen einander aufwägen, abwägen; lat. ex, Präp., aus; lat. pendere, V., wägen, schätzen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spesen, DW 16, 2194, EWD s. u. Spesen, Duden s. u. Spesen, Bluhme s. u. Spesen; Son.: vgl. frz. dépenses, F. Pl., Aufwand; nschw. speser, Sb. Pl., Spesen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für Kosten oder Auslagen die von einem Unternehmer oder später einem Arbeitgeber einem vorläufigen Träger erstattet werden; BM.: aus, ziehen bzw. spannen; F.: Spese, Spesen+FW; Z.: S-pe-s-e
speuzen, spützen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. speuzen, spützen, speien, spucken, erbrechen, sich übergeben (V.); ne. vomit (V.) spout (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. spiutzen, spūtzen, sw. V., speuzen, speien; mnd. spütten, sw. V., speien, spucken, übergeben (V.); ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *spūtjan, *spūttjan, sw. V., spucken; s. idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, *pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. speutzen, Kluge s. u. speuzen, DW 16, 2197, Falk/Torp 513, Duden s. u. speuzen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. spȳta (3), sw. V. (1), spucken; got. -; nndl. spuiten, V., spritzen; GB.: seit 1348/1350 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich übergeben (V.); BM.: speien; F.: speuzen, speuze, speuzst, speuzt, speuzest, speuzet, speuzte, speuztest, speuzten, speuztet, gespeuzt, ##gespeuzte, gespeuzt, gespeuztes, gespeuztem, gespeuzten, gespeuzter##, speuzend, ###speuzend, speuzende, speuzendes, speuzendem, speuzenden, speuzender###, speuz (!), spützen, spütze, spützst, spützt, spützest, spützet, spützte, spütztest, spützten, spütztet, gespützt, gespützte, ##gespützte, gespütztes, gespütztem, gespützten, gespützter##, spützend, ###spützend, spützende, spützendes, spützendem, spützenden, spützender###, spütz (!)+EW; Z.: speu-z-en
Spezerei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Spezerei, Gewürzware, Delikatesse; ne. spices (N. Pl.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1327; E.: mhd. specerīe, spezerīe, F., Spezerei, Gewürzwaren; mnd. spēcerīe, specerie, speccerīe, spezerīe, spetzerīe, speserīe, spēcirīe, specierie, spisarīe, F., Spezerei, Gewürz, kurze Ware, Kurzware, kleine Krämerware; mnd. spisserīe, spisserie, spisserīge, spisserige, spitzerīe, spytterye, F., Spezerei, Gewürz, Kurzwaren die von Nadlern bzw. Krämern verkauft werden, kleine Krämerwaren bzw. Metallwaren; it. spezierie, F. Pl., Spezereien, Gewürze; lat. speciaria, F., Spezerei, Gewürzhandel; vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spezerei, Kluge s. u. Spezerei, EWD s. u. Spezerei, DW 16, 2198, Duden s. u. Spezerei; Son.: vgl. nndl. scecerij, Sb., Spezerei; nschw. specerier, Sb., Spezerei; nnorw. speseri, N., Spezerei; GB.: (specerīe) seit 1327 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare veraltende Bezeichnung für ein überseeisches Gewürz oder auch eine Delikatesse; BM.: sehen; F.: Spezerei, Spezereien+FW(+EW); Z.: Spez-er-ei
Spezi (1), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spezi (M.), Freund, Kumpel; ne. special friend, crony; Vw.: -; Hw.: s. spezial; Q.: 19. Jh.; E.: abgekürzt aus Spezialfreund; s. lat. speciālis (1), Adj., besondere, speziell, eigentümlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Spezi 1, DW 16, 2201, Duden s. u. Spezi; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spezialfreund abgekürzte Bezeichnung für einen Freund; BM.: sehen; F.: Spezi, Spezis+FW(+EW); Z.: Spez-i
Spezi (2), nhd., N., (20. Jh.): nhd. Spezi (N.), ein Limonadenmischgetränk; ne. cola and lemonade mix (N.); Vw.: -; Hw.: s. spezial; Q.: 20. Jh.; E.: abgekürzt aus Spezialmischung; s. lat. speciālis (1), Adj., besondere, speziell, eigentümlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Spezi 2, Duden s. u. Spezi; Son.: vgl. frz. spezi, M., Spezi (N.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Spezialmischgetränk abgekürzte Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Limonade und Cola; BM.: sehen; F.: Spezi, Spezis+FW(+EW); Z.: Spez-i
spezial, nhd. (ält.), Adj., (15. Jh.): nhd. spezial, speziell, besondere; ne. special (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. spezialisieren, Spezialist, Spezialität, Spezi (1), Spezi (2); Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. speciālis; E.: s. lat. speciālis (1), Adj., besondere, speziell, eigentümlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spezial, DW 16, 2201, EWD s. u. spezial, Duden s. u. spezial; Son.: heute ist mehr die französierte Form speziell in Gebrauch; vgl. nndl. speciaal, Adj., spezial; frz. spécial, Adj., spezial; nschw. special…, Präf., spezial…; nnorw. spesial, Adj., spezial; poln. specjalistyczny, Adj., spezial; nir. speisialta, Adj., spezial; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches besondere; BM.: sehen; F.: spezial, speziale, speziales, spezialem, spezialen, spezialer(, spezialere, spezialeres, spezialerem, spezialeren, spezialerer, spezialst, spezialste, spezialstes, spezialstem, spezialsten, spezialster)+FW(+EW?); Z.: spez-i-al
spezialisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. spezialisieren, sich auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren; ne. specialize; Vw.: -; Hw.: s. spezial, Spezialist, Spezialität; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. frz. spécialiser; E.: s. frz. spécialiser, V., spezialisieren; vgl. frz. spécial, Adj., speziell; lat. speciālis (1), Adj., besondere, speziell, eigentümlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; s. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spezial, DW 16, 2202, EWD s. u. spezial, Duden s. u. spezialisieren; Son.: vgl. nndl. specialiseren, V., spezialisieren; frz. spécialiser, V., spezialisieren; nschw. specialisera, V., spezialisieren; nnorw. spesialisere, V., spezialisieren; poln. specjalizować, V., spezialisieren; lit. specializuoti, V., spezialisieren; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allgemein Lebewesen seit ihrer Entstehung und besonders dem Menschen spätestens seit dieser Zeit mögliches seine Interessen innerhalb eines größeren Rahmens auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren; BM.: sehen; F.: spezialisieren, spezialisiere, spezialisierst, spezialisiert, spezialisierest, spezialisieret, spezialisierte, spezialisiertest, spezialisierten, spezialisiertet, ##spezialisiert, spezialisierte, spezialisiertes, spezialisiertem, spezialisierten, spezialisierter##, spezialisierend, ###spezialisierend, spezialisierende, spezialisierendes, spezialisierendem, spezialisierenden, spezialisierender###, spezialisier (!)+FW(+EW); Z.: spez-i-al-is-ier-en
Spezialist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spezialist, Fachmann, Sachverständiger; ne. specialist (M.); Vw.: -; Hw.: s. spezial, spezialisieren, Spezialität; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. spécialiste; E.: s. frz. spécialiste, M., Spezialist; vgl. frz. spécial, Adj., speziell; lat. speciālis (1), Adj., besondere, speziell, eigentümlich, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; s. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spezial, EWD s. u. spezial, Duden s. u. Spezialist; Son.: vgl. nndl. specialist, Sb., Spezialist; nschw. specialist, Sb., Spezialist; nnorw. spesialist, M., Spezialist; nnorw. specjalista, M., Spezialist; lit. specialistas, M., Spezialist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fachmann oder einen in einem Fachgebiet über besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten verfügenden Menschen; BM.: sehen; F.: Spezialist, Spezialisten+FW+EW?; Z.: Spez-i-al-ist
Spezialität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spezialität, Besonderheit; ne. speciality; Vw.: -; Hw.: s. spezial, spezialisieren, Spezialist; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. speciālitās; E.: s. lat. speciālitās, F., besondere Beschaffenheit, Besonderheit, Freundschaft, (um 362 n. Chr.); vgl. lat. speciēs, Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; s. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spezial, DW 16, 2202, EWD s. u. spezial, Duden s. u. Spezialität; Son.: vgl. nndl. specialiteit, Sb., Spezialität; frz. spécialité, F., Spezialität; nschw. specialitet, Sb., Spezialität; nnorw. spesialitet, M., Spezialität; poln. specjalność, F., Spezialität; nir. speisialtacht, F., Spezialität; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und (aus dem Französischen und) mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Besonderheit oder besondere Beschaffenheit; BM.: sehen; F.: Spezialität, Spezialitäten+FW; Z.: Spe-z-i-al-it-ät
$speziell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. speziell, besondere; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: DW 16, 2202, EWD s. u. spezial; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (und dem Französischen) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für besondere; F.: speziell, spezielle, spezielles, speziellem, speziellen, spezieller(, speziellere, spezielleres, speziellerem, spezielleren, speziellerer, speziellst, speziellste, speziellstes, speziellstem, speziellsten, speziellster)+FW; Z.: spe-z-i-ell
Spezies, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Spezies, Art (F.) (1); ne. species; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. speciēs; E.: s. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Duden s. u. Spezies, DW 16, 2203, EWD s. u. Spezies, Duden s. u. Spezies; Son.: vgl. nndl. species, Sb., Spezies; frz. espèce, F., Spezies; nschw. species, Sb., Spezies; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Art (F.) (1) innerhalb einer Gattung wobei die Art die Gesamtheit von Lebewesen ist die unter gleichen äußeren Bedingungen einander in allen wesentlichen Merkmalen gleichen und sich miteinander fruchtbar paaren (können); BM.: sehen; F.: Spezies+FW(+EW); Z.: Spez-ies
Spezifikation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Spezifikation, Spezifizieren, Gesamtheit von Vorgaben nach denen etwas geschehen soll; ne. specification; Vw.: -; Hw.: s. spezifizieren, Spezifikum, spezifisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. specificātio; E.: s. mnd. spēcificātie, F., Spezifikation, Verzeichnis der einzelnen Posten, Stückverzeichnis; s. mlat. specificātio, F., Spezifizierung; vgl. mlat. specificāre, V., spezifizieren, nach der Art einordnen; vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. spezifizieren, DW 16, 2201 (Spezification), Duden s. u. Spezifikation; Son.: vgl. nndl. specificatie, Sb., Spezifikation; frz. spécification, F., Spezifikation; nschw. specifikation, Sb., Spezifikation; nnorw. spesifikasjon, M., Spezifikation; poln. specyfikacja, F., Spezifikation; lit. specifikacija, F., Spezifikation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit von Vorgaben nach denen etwas geschehen soll; BM.: sehen, setzen; F.: Spezifikation, Spezifikationen+FW+EW; Z.: Spez-i-fi-k-at-io-n
Spezifikum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spezifikum, Besonderheit, Eigentümlichkeit entscheidendes Merkmal; ne. specific (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spezifikation, spezifizieren, spezifisch; Q.: 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. mlat. specificus, Adj., besondere, charakteristisch; vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. spezifizieren, EWD s. u. Spezies, Duden s. u. Spezifikum; Son.: vgl. poln. specyika, F., Spezifikum; lit. specifika, F., Spezifikum; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und umgebildete Bezeichnung für eine gezielt wirkende Medizin und davon abgeleitet seit der späteren Neuzeit Bezeichnung für eine jemanden oder etwas auszeichnende Besonderheit oder Eigentümlichkeit; BM.: sehen, setzen; F.: Spezifikum, Spezifikums, Spezifika+FW(+EW); Z.: Spez-i-fi-k-um
spezifisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. spezifisch, eigentümlich, besondere, der besonderen Eigentümlichkeit gemäß; ne. specific (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. spezifizieren, Spezifikation, Spezifikum; Q.: um 1700; I.: Lw. mlat. specificus; E.: s. mlat. specificus, Adj., besondere, charakteristisch; vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. spezifizieren, DW 16, 2204, EWD s. u. Spezies, Duden s. u. spezifisch; Son.: vgl. nndl. specifiek, Adj., spezifisch; frz. spécifique, Adj., spezifisch; nschw. specifik, Adj., spezifisch; nnorw. spesifikk, Adj., spezifisch; kymr. sbesiffig, Adj., spezifisch; nir. speiceasach, Adj., spezifisch; lit. specifinis, Adj., spezifisch; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eigentümlich oder besondere; BM.: sehen, setzen; F.: spezifisch, spezifische, spezifisches, spezifischem, spezifischen, spezifischer+FW(+EW); Z.: spez-i-f-isch
spezifizieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. spezifizieren, einzeln anführen; ne. specify; Vw.: -; Hw.: s. Spezifikation, Spezifikum, spezifisch; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. spēcificēren, spēcificīren, sw. V., spezifizieren, stückweise angeben, verzeichnen, stückweise berechnen; mlat. specificāre, V., spezifizieren, nach der Art einordnen; vgl. lat. speciēs, F., Sehen, Anblick, Idee, Gewürz; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. spezifizieren, DW 16, 2204 (spezificieren, Duden s. u. spezifizieren), Duden s. u. Spezies; Son.: vgl. nndl. specificeren, V., spezifizieren; frz. spécifier, V., spezifizieren; nschw. specificera, V., spezifizieren; nnorw. spesifisere, V., spezifizieren; poln. specyfikować, V., spezifizieren; lit. specifikuoti, V., spezifizieren; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einzeln anführen; BM.: sehen, setzen; F.: spezifizieren, spezifiziere, spezifizierst, spezifiziert, spezifizierest, spezifizieret, spezifizierte, spezifiziertest, spezifizierten, spezifiziertet, ##spezifiziert, spezifizierte, spezifiziertes, spezifiziertem, spezifizierten, spezifizierter##, spezifizierend, ###spezifizierend, spezifizierende, spezifizierendes, spezifizierendem, spezifizierenden, spezifizierender###, spezifizier (!)+FW(+EW); Z.: spez-i-fi-z-ier-en
Spezimen, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Spezimen, Muster, Probearbeit; ne. specimen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. specimen; E.: s. lat. specimen, N., Kennzeichen, Probe, Beispiel, Gewähr, Muster, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. specere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. spezifizieren, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. specimen, Sb., Spezimen; frz. spécimen, M., Spezimen; nschw. specimen, Sb., Spezimen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Muster oder eine Probearbeit; BM.: sehen; F.: Spezimen, Spezimens, Spezimina+FW(+EW?); Z.: Spez-im-en
$Spezl, nhd., M, 19. Jh.?.: nhd. Spezl. besonderer Freund; Hw.: s. Spezi; E.: s. Spezi 1; L.: Kluge s. u. Spezi 1, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Spezialfreund abgekürzte Bezeichnung für einen besonderen Freund; F.: Spezl, Spezls, Spezln+FW+EW; Z.: Spez-l
Sphäre, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Sphäre, umgebender Bereich; ne. sphere; Vw.: s. Atmo-, Hemi-, Strato-(, Hydro-, Bio-, Geo-, Anthropo-); Hw.: s. sphärisch; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. spære, spēre, spēr, F., sw. F., Sphäre, Sonnenhof, Mondhof; mnd. spēre (2), spēr, F., M., Sphäre, Bahn, Kreisbahn der Weltkörper; ahd. spēra*, st. F. (ō), Sphäre, Himmelskugel; lat. sphaera, F., Himmelskugel, Ball (M.) (1), Kreisbahn der Planeten, (234-149 v. Chr.); gr. σφαῖρα (sphaira), F., Ball (M.) (1), Kugel; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); oder semitischer Herkunft?; L.: Kluge s. u. Sphäre, DW 16, 2205, EWD s. u. Sphäre,Duden s. u. Sphäre; Son.: vgl. nndl. sfeer, Sb., Sphäre; frz. sphère, F., Sphäre; nschw. sfär, Sb., Sphäre; nnorw. sfære, M., Sphäre; poln. sfera, F., Sphäre; kymr. sffêr, M., F., Sphäre; nir. sféar, M., Sphäre; lit. sfera, F., Sphäre; GB.: (spēra) seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare oder aus dem Semitischen kommende Bezeichnung für einen jemanden oder etwas umgebenden Bereich; BM.: sprühen; F.: Sphäre, Sphären+FW+EW?; Z.: Sphär-e
sphärisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. sphärisch, kugelförmig; ne. spherical, spheric; Vw.: -; Hw.: s. Sphäre; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. sphaericus; E.: s. lat. sphaericus, Adj., kugelförmig, Kugel betreffend; gr. σφαιρικός (sphairikós), Adj., kugelartig, sphärisch; vgl. gr. σφαῖρα (sphaira), F., Ball (M.) (1), Kugel; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sphäre, EWD s. u. Sphäre, DW 16, 2210, Duden s. u. sphärisch; Son.: vgl. nndl. sferisch, Adj., sphärisch; frz. sphérique, Adj., sphärisch; nschw. sfärisk, Adj., sphärisch; nnorw. sfærisk, Adj., sphärisch; poln. sferycny, Adj., sphärisch; nir. sféarúil, Adj., sphärisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Sphäre betreffend oder kugelförmig; BM.: sprühen; F.: sphärisch, sphärische, sphärisches, sphärischem, sphärischen, sphärischer(, sphärischere, sphärischeres, sphärischerem, sphärischeren, sphärischerer, sphärischst, sphärischste, sphärischstes, sphärischstem, sphärischsten, sphärischster)+FW+EW; Z.: sphär-isch
Sphinx, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sphinx, ein Fabelwesen; ne. sphinx; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. Sphīnx; E.: s. lat. Sphīnx (1), F.=PN, Sphinx, (um 250-184 v. Chr.); gr. Σφίγξ (Sphínx), F.=PN, Sphinx; vgl. gr. σφίγγειν (sphíngein), V., zuschnüren, umfassen; vgl. idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sphinx, DW 16, 2211, EWD s. u. Sphinx, Duden s. u. Sphinx; Son.: vgl. nndl. sfinx, Sb., Sphinx; frz. sphinx, M., Sphinx; nschw. sfinx, Sb., Sphinx; nnorw. sfinks, M., Sphinx; poln. sfinks, M., Sphinx; kymr. sffincs, M., F., Sphinx; nir. sfioncs, F., Sphinx; lit. sfinksas, M., Sphinx; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Ungeheuer in Gestalt eines geflügelten Löwen mit Frauenkopf; BM.: gedeihen; F.: Sphinx, Sphingen+FW; Z.: Sphi-nx
Sphragistik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sphragistik, Siegelkunde; ne. sphragistics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σφραγιστικός (sphragistikós), gr., Adj.: nhd. das Siegeln betreffend; vgl. σφραγίς (sphragís), F., Siegel, Staatssiegel, Siegelabdruck; weitere Herkunft unklar; L.: Duden s. u. Sphragistik; Son.: vgl. nndl. sfragistiek, Sb., Sphragistik; frz. sphragistique, F., Sphragistik; nschw. sfragistik, Sb., Sphragistik; nnorw. sfragistikk, M., Sphragistik; kymr. sffragisteg, F., Sphragistik; poln. sfragistyka, F., Sphragistik; lit. sfragistika, F., Sphragistik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für die sich mit der rechtlichen Funktion und Bedeutung des Siegels befassende Wissenschaft oder Siegelkunde; BM.: Siegel; F.: Sphragistik+FW(+EW); Z.: Sphrag-ist-ik
Spick-Aal, Spickaal, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spick-Aal, geräucherter und gedörrter Aal; ne. smoked eel; Vw.: -; Hw.: s. spicken?; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. spik, Adj., trocken, trocken geräuchert; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht aus dem Nordischen entlehnt; s. an. spikihvalr, st. M. (a), geräucherter Walspeck; an. spikilakx, st. M. (a), gedörrter Lachs; L.: Kluge s. u. Spick-Aal, DW 16, 2213 (Spickaal), EWD s. u. Spickaal, Duden s. u. Spickaal, Bluhme s. u. Spickaal; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Nordischen entlehnte Bezeichnung für einen geräucherten und gedörrten Aal; BM.: trocken; BM.: Streifen (M.)? bzw. Schlange?; F.: Spickaal, Spickaals, Spickaales, Spickaale, Spickaalen, Spick-Aal, Spick-Aals, Spick-Aales, Spick-Aale, Spick-Aalen+EW; Z.: Spick—Aal
spicken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. spicken, mit Speck durchflechten, füllen, abschauen; ne. lard (V.), cheat (V.); Vw.: -; Hw.: s. Speck; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. spicken, sw. V., mit Speck bestreichen, spicken, gut versehen (V.); mnd. specken (1), spicken, sw. V., specken, spicken, Stück Fleisch mit Speckstreifen durchziehen, mit Speck füllen, vollstopfen, ausstopfen, düngen; mnl. specken, V., spicken; s. mhd. spec, st. M., st. N., Speck; ahd. spek, spec, st. M. (a), Speck, Fett; as. spek, spekk, st. M. (a), Speck; anfrk. -; germ. *spika-, *spikam, *spikka-, *spikkam, st. N. (a), Speck; idg. *spig-, Adj., Sb., dick, Hüfte, Speck, Pokorny 983; vgl. idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Die Bedeutung abschreiben ist nicht ausreichend erklärt, vielleicht Einfluss von lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. spicken, Kluge s. u. spicken, DW 16, 2214, EWD s. u. spicken, Duden s. u. spicken, Bluhme s. u. spicken 1, Bluhme s. u. spicken 2; Son.: vgl. nndl. spekken, V., spicken; nschw. späcka, V., spicken; nnorw. spekke, V., spicken; poln. szpikować, V., spicken; GB.: seit um 1340 belegte und aus Speck und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mageres Fleisch mit Speck durchziehen und später auch abschauen; BM.: gedeihen; F.: spicken, spicke, spickst, spickt, spickest, spicket, spickte, spicktest, spickten, spicktet, gespickt, ##gespickt, gespickte, gespicktes, gespicktem, gespickten, gespickter##, spickend, ###spickend, spickende, spickendes, spickendem, spickenden, spickender###, spick (!)+EW; Z.: spi-ck-en
$Spicknadel, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Spicknadel; E.: s. spick(en), s. Nadel; L.: DW 16, 2221, EWD s. u. spicken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spick(en) und Nadel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für das Spicken von Fleisch mit Fettstückchen entwickelte und verwendete Nadel; F.: Spicknadel, Spicknadeln+EW; Z.: Spi-ck—na-d-el
$Spickzettel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spickzettel; E.: s. spick(en), s. Zettel; L.: DW 16, 2222, EWD s. u. spicken; GB.: seit 19. belegte und aus spick(en) und Zettel gebildete Bezeichnung für einen von Schülern und Rednern entwickelten und verwendeten Zettel für das (heimliche) Abschauen von Wissen zwecks Verhinderung von Fehlern oder Verschleierung von Lücken; F.: Spickzettel, Spickzettels, Spickzetteln+EW+FW; Z.: Spi-ck—zet-t-el
Spiegel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Spiegel, ein Abbild zeigende glatte Fläche, Pegel; ne. mirror (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spiegel, st. M., Spiegel, Spiegelbild, Ebenbild; mnd. spēgel (1), speyl, spīgel, speigel, speiel, M., N., Spiegel, Spiegelbild, Abbild, Vorbild, Muster; mnl. spieghel, M., Spiegel; ahd. spiegal, st. M. (a), Spiegel; as. spēgal*, spiagal*, st. M. (a), Spiegel; anfrk. *spēgal?, st. M. (a); germ. *spiegel-, Sb., Spiegel?; lat. speculum, N., Spiegel, Vorbild, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. specere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spiegel, Kluge s. u. Spiegel, DW 16, 2222, EWD s. u. Spiegel, Duden s. u. Spiegel, Bluhme s. u. Spiegel; Son.: vgl. afries. spêgel 1, Sb., Spiegel; saterl. spegel; ae. -; an. spegill, st. M. (a), Spiegel; got. -; nndl. spiegel, Sb., Spiegel; nschw. spegel, Sb., Spiegel; nnorw. speil, N., Spiegel; GB.: (spiegal) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen nach dem natürlichen Vorbild einer Wasseroberfläche von Menschen vor vielleicht 8000 Jahren aus Glas oder Metall entwickelten und verwendeten Gegenstand in dessen glatter Oberfläche sich andere Gegebenheiten als Abbild erkennen lassen; BM.: sehen; F.: Spiegel, Spiegels, Spiegeln+FW; Z.: Spieg-el
$Spiegelbild, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spiegelbild; E.: s. Spiegel, s. Bild; L.: DW 16, 2243, EWD s. u. Spiegel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spiegel und Bild gebildete Bezeichnung für ein mit Hilfe eines Spiegels von Menschen erstelltes Abbild einer Gegebenheit; F.: Spiegelbild, Spiegelbilds, Spiegelbildes, Spiegelbilder, Spiegelbildern+FW+EW; Z.: Spieg-el—bild
$Spiegelei, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Spiegelei; E.: s. Spiegel, s. Ei; L.: Kluge s. u. Spiegelei, DW 16, 2245, EWD s. u. Spiegel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spiegel und Ei gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in einer Pfanne ohne Rühren gebackenes und auch als Ochsenauge bezeichnetes Ei in Gegensatz zu einem Rührei; F.: Spiegelei, Spiegeleis, Spiegeleies, Spiegeleier, Spiegeleiern+FW+EW; Z.: Spieg-el—ei
$Spiegelfechten, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spiegelfechten, Spiegelfechterei; Hw.: s. Spiegelfechterei; E.: s. Spiegel, s. fechten; L.: Kluge s. u. Spiegelfechten, DW 16, 2245; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spiegel und fechten gebildete Bezeichnung für ein nur scheinbares Fechten (mit einem Spiegelbild) in Gegensatz zu einem wirklichen Fechten; F.: Spiegelfechten, Spiegelfechtens+FW+EW; Z.: Spieg-el—fech-t-en
$Spiegelfechterei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spiegelfechterei, Spiegelfechten; Hw.: s. Spiegelfechten; L.: Kluge s. u. Spiegelfechten, EWD s. u. Spiegel, DW 16, 2245; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spiegelfecht(en) und er sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein nur scheinbares Fechten (mit einem Spiegelbild) in Gegensatz zu einem wirklichen Fechten; F.: Spiegelfechterei, Spiegelfechtereien+FW+EW; Z.: Spieg-el—fech-t-er-ei
$spiegeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. spiegeln; Vw.: s. vor-; E.: s. Spiegel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Spiegel, DW 16, 2257, EWD s. u. spiegeln; GB.: (spiegelen*) seit 1200-1210 belegte und aus Spiegel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für als Spiegel wirken oder wie ein Spiegel wirken; F.: spiegeln, spiegel (!), spiegle (!), spiegele, spiegelst, spiegelt, spiegelte, spiegeltest, spiegelten, spiegeltet, gespiegelt, ##gespiegelt, gespiegelte, gespiegeltes, gespiegeltem, gespiegelten, gespiegelter##, spiegelnd, ###spiegelnd, spiegelnde, spiegelndes, spiegelndem, spiegelnden, spiegelnder###, spiegel (!)+FW+EW; Z.: spieg-el-n
$Spiegelung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Spiegelung, Spiegeln (N.), Widerschein, Abbild; Vw.: s. Vor-; E.: s. spiegel(n), s. ung; L.: EWD s. u. Spiegel, DW 16, 2268; GB.: (spiegelunge) 1343-1349 belegte und aus spiegel(n) und ung gebildete Bezeichnung für die Wirkung des Spiegels oder einen Widerschein oder ein Abbild; F.: Spiegelung, Spiegelungen+FW+EW; Z.: Spieg-el-ung
Spieker, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Spieker, Nagel; ne. nail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Speiche; Q.: 18. Jh.; E.: s. Speiche; L.: Kluge s. u. Spieker, DW 16, 2274, Duden s. u. Spieker; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Speiche verbindbare Bezeichnung für einen an dem unteren Ende zugespitzten und an dem oberen Ende abgeplatteten oder abgerundeten Stift der in etwas hineingetrieben wird; BM.: spitz; F.: Spieker, Spiekers, Spiekern+EW; Z.: Spie-k-er
Spiel, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Spiel, Tätigkeit ohne Zweck, Aufführung; ne. play (N.); Vw.: s. Bei,- Vabanque-; Hw.: s. spielen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spil, st. N., Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen; mnd. spil (1), spīl, N., Spiel, Scherz, Kurzweil, Lust, Vergnügen, Unterhaltung, Beischlaf, Bühnenspiel, Würfelspiel; mnl. spel, N., Spiel; ahd. spil, st. N. (a), Spiel, Scherz, Musik, Schauspiel, Schau, Instrumentenspiel, Possenspiel, Bewegung, Schwingen (N.); as. spil*, st. N. (a), Spiel, Bewegung, Musik; anfrk. *spil?, st. N. (a), Spiel; germ. *spila-, *spilam, st. N. (a), Spiel, Tanz; L.: Kluge 1. A. s. u. Spiel, Kluge s. u. Spiel, DW 16, 2275, EWD s. u. Spiel, Falk/Torp 513, Duden s. u. Spiel, Bluhme s. u. Spiel; Son.: vgl. afries. spil (1), spel (1), st. N. (a), Spiel; nnordfries. spall; ae. -; an. -; got. -; GB.: (spil) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine von Lebewesen ohne zusätzlichen besonderen Zweck zu einem Vergnügen und zu einer Entspannung ausgeübte Tätigkeit der Bewegung (oder auch die Stoßfedern des Birkhahns); BM.: Tanz bzw. sich bewegen?; F.: Spiel, Spieles, Spiels, Spiele, Spielen+EW; Z.: Spiel
$Spielbein, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Spielbein; E.: s. Spiel, s. Bein; L.: Kluge s. u. Spielbein, DW 16, 2321; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spiel und Bein gebildete Bezeichnung für ein lose aufgestütztes frei bewegliches Bein eines Menschen in Gegensatz zu dem Standbein und auch für ein von Menschen aus einem Knochen hergestelltes Spielgerät; F.: Spielbein, Spielbeines, Spielbeins, Spielbeine, Spielbeinen+EW; Z.: Spiel—bei-n
spielen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. spielen, sich vergnügen; ne. play (V.), toy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spiel; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. spilen (1), spiln, sw. V., sich vergnügen, spielen, Glückspiel machen, scherzen, kosen, brettspielen, würfeln, sich lebhaft bewegen vor Vergnügen; mnd. spēlen (1), spellen, spȫlen, spelen, spillen, sw. V., spielen, um Geld spielen, in lebhafter und freier Tätigkeit sein (V.), lebhaft hinbewegen und herbewegen; mnl. spēlen, sw. V., spielen; ahd. spilēn, sw. V. (3), spielen; ahd. spilōn, sw. V. (2), spielen, etwas spielen, sein Spiel treiben; as. spilōn*, sw. V. (2), sich bewegen, tanzen; anfrk. -; germ. *spilōn, sw. V., spielen, tanzen, sich bewegen; L.: Kluge 1. A. s. u. Spiel, Kluge s. u. Spiel, DW 16, 2325, EWD s. u. Spiel, Duden s. u. spielen; Son.: vgl. afries. spilia, sw. V. (2), spielen; ae. spilian, sw. V. (2), spielen; an. -; got. -; nndl. spelen, V., spielen; nschw. spela, V., spielen; nnorw. spille, V., spielen; GB.: (spilōn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus Speil und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich vergnügen oder sich als Zeitvertreib mit etwas beschäftigen; BM.: sich bewegen?; F.: spielen (!), spiele (!), spielst, spielt, spielest, spielet, spielte, spieltest, spielten, spieltet, gespielt, ##gespielt, gespielte, gespieltes, gespieltem, gespielten, gespielter##, spielend, ###spielend, spielende, spielendes, spielendem, spielenden, spielender###, spiel (!)+EW; Z.: spiel-en
$spielend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. spielend, spielerisch, in einem Spiele; E. s. spielen, s. d; L.: EWD s. u. Spiel, fehlt DW (s. u. spielen); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spielen und d (Suff.) gebildete Bezeichnung für spielerisch oder in einem Spiele; F.: spielend, spielend, spielende, spielendes, spielendem, spielenden, spielender; Z.: spiel-en-d
$Spieler, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Spieler, Spielender; Vw.: s. Falsch-, Schau-, Taschen-; E.: s. spiel(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Spiel, DW 16, 2388; GB.: (spilāri*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lusor aus spiel(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Spielenden; F.: Spieler, Spielers, Spielern+EW; Z.: Spiel-er
$spielerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. spielerisch, als Spieler; E.: s. Spieler, s. isch; L.: DW 16, 2392, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lusorius aus Spieler und isch gebildete Bezeichnung für spielend oder als Spieler; F.: spielerisch, spielerische, spielerisches, spielerischem, spielerischen, spielerischer(, spielerischere, spielerischeres, spielerischerem, spielerischeren, spielerischerer, spielerischst, spielerischste, spielerischstes, spielerischstem, spielerischsten, spielerischster)+EW; Z.: spiel-er-isch
$Spielhahn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Spielhahn, Birkhahn; E.: s. Spiel, s. Hahn; L.: Kluge s. u. Spielhahn, DW 16, 2399; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spiel und Hahn gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Birkhahn; F.: Spielhahn, Spielhahns, Spielhahnes, Spielhähne, Spielhähnen+EW; Z.: Spiel—hahn
$Spielhölle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Spielhölle, Spielbank, Spielhaus; E.: s. Spiel, s. Hölle Q.: um 1830; L.: DW 16, 2399, EWD s. u. Hölle; GB.: seit um 1830 belegte und aus Spiel und Hölle gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Betrieb für das Vermögen von Spielern gefährdende Glücksspiele um Geld wie beispielsweise Spielbanken; F.: Spielhölle, Spielhöllen+EW; Z.: Spiel—höl-l-e
$Spielmann, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Spielmann; E.: s. Spiel, s. Mann; L.: DW 16, 2408, EWD s. u. Spiel; GB.: (spiloman) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Spiel und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen andere durch Spiel beispielsweise von Musik unterhaltenden Mann; F.: Spielmann, Spielmannes, Spielmanns, Spielmänner, Spielmännern+EW; Z.: Spiel—man-n
$Spielraum, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spielraum; E.: s. Spiel, s. Raum; L.: Kluge s. u. Spielraum, DW 16, 2414, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spiel und Raum gebildete Bezeichnung für den Raum für Spiel(e) und den Raum in dem sich eine Gegebenheit frei bewegen kann; F.: Spielraum, Spielraumes, Spielraums, Spielräume, Spielräumen+EW; Z.: Spiel—rau-m
$Spielsache, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spielsache, Spielware, Spielzeug; E.: s. Spiel, s. Sache; L.: DW 16, 2416, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spiel und Sache gebildete Bezeichnung für eine für Spiel(e) von Menschen genutzte Sache; F.: Spielsache, Spielsachen+EW; Z.: Spiel—sach-e
$Spielware, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spielware, Spielsache, Spielzeug; E.: s. Spiel, s. Ware; L.: DW 16, 2424, EWD s. u. Spiel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spiel und Ware gebildete Bezeichnung für eine Spielsache als Handelsware; F.: Spielware, Spielwaren+EW; Z.: Spiel—war-e
$Spielzeug, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Spielzeug, Spielsache, Spielware; E.: s. Spiel, s. Zeug; L.: DW 16, 2429 EWD s. u. Spiel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spiel und Zeug gebildete Bezeichnung für Zeug für Spiel(e); F.: Spielzeug, Spielzeuges, Spielzeugs, Spielzeuge (!), Spielzeugen (!)+EW; Z.: Spiel—zeu-g
Spiere, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Spiere, Rundholz, eine Stange der Takelage; ne. spar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: an. Lw.; E.: s. an. spīra, sw. F. (n), Rohr, schlanker Baum; germ. *spīra, Sb., Spitze, Stange?; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Spiere, DW 16, 2433, Duden s. u. Spiere; Son.: s. mhd. spir, st. N., Ähre; mnd. spīr, M., Halm, Grashalm, Ähre; vgl. ae. spīr, Sb., Halm, Schössling, Blatt; nndl. spier, Sb., Spiere; frz. espar, M., Spiere; nschw. spira, Sb., Spiere; nnorw. spire, M., F., Spiere; nir. sparra, M., Spiere; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Stange der Takelage; F.: Spiere, Spieren+EW; Z.: Spie-r-e
Spierling, Speierling, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spierling, Speierling, Vogelbeerbaum, Eberesche, Frucht des Sperberbaums, Frucht des Elsebeerbaums; ne. rowan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: ahd. spīrling, st. M. (a)?, Speierling, Frucht des Speierlings; s. germ. *spīra, Sb., Spitze, Stange?; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Spierling, Speierling, DW 16, 2435, DW 16, 2083 (Speierling), Duden s. u. Spierling; GB.: (spīrling) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische teilweise erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten Obstbaum mit gerbstoffhaltigen Früchten; BM.: spitz; F.: Spierling, Spierlings, Spierlinge, Spierlingen, Speierling, Speierlings, Speierlinge, Speierlingen+EW; Z.: Spie-r-ling
Spierschwalbe, nhd. (dial.), F., (15. Jh.): nhd. Spierschwalbe, eine Schwalbe; ne. swift (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. spīrswāle, F., Spierschwalbe, Turmschwalbe, Mauerschwalbe; as. spīr?, st. F. (i), Spierschwalbe, Mauerschwalbe; s. germ. *spīra, Sb., Spitze, Stange?; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); as. swala, swalwa, sw. F. (n), Schwalbe; anfrk. -; germ. *swalwō-, *swalwōn, sw. F. (n), Schwalbe; L.: Kluge s. u. Spierschwalbe, DW 16, 2436 Spierschwalbe; Son.: s. mhd. spīre, sw. F., Spierschwalbe, Turmschwalbe; vgl. nschw. spira, Sb., Mauersegler; GB.: seit dem Spätmittelalter mnd. belegte Bezeichnung für einen Vogel mit gegabeltem Schwanz und sehr langen sichelförmigen Flügeln der seine Nester vor allem unter Dachrinnen und in Mauernischen baut; BM.: spitz; F.: Spierschwalbe, Spierschwalben+FW; Z.: Spie-r—schwalb-e
Spieß (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Spieß (M.) (1), spitze Stange; ne. skewer, spit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spiez, spīz, st. M., Spieß (M.) (1), Speer, Kampfspieß, Jagdspieß, Spießträger, Krieger; mhd. spiz, st. M., Spieß (M.) (1); mnd. spēt, speit, speet, speyt, spoet, N., M., Spieß (M.) (1), Speer, Reiterlanze, Botenspieß, Wurfspieß, Bratspieß, Turnierwaffe; mnd. spis (1), spies, spitz*, M., Spieß (M.) (1); mnl. spiet, M., Spieß (M.) (1); ahd. spioz, st. M. (a), Speer, Spieß (M.) (1), Jagdspieß; ahd. spiz (2), st. N. (a), st. M. (a?, i?), Spieß (M.) (1), Bratspieß, Strich; as. spiot?, st. M. (a), Spieß (M.) (1); anfrk. spiet, st. M. (a), Spieß (M.) (1); germ. *speuta-, *speutaz, st. M. (a), Spieß (M.) (1), Speer; vgl. idg. *speud-, *peud-, V., drücken, eilen, Pokorny 998 (1724/196) (RB. idg. aus iran., gr., alb.?, germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spieß 1, Kluge s. u. Spieß 1, DW 16, 2437, EWD s. u. Spieß 2, Falk/Torp 514, Duden s. u. Spieß, Bluhme s. u. Spiess 2; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. spjōt, st. N. (a), Spieß (M.) (1), Speer; got. *speuts?, st. M. (a), Spieß (M.) (1); got. *spiuts?, st. M. (u?), Spieß (M.) (1); nschw. spjut, Sb., Spieß (M.) (1); nnorw. spjut, spyd, N., Spieß (M.) (1); GB.: (spioz) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Waffe besonders zu einem Stoßen in Form einer langen zugespitzten oder mit einer Spitze versehenen Stange; BM.: drücken; F.: Spieß 1, Spießes, Spieße, Spießen+EW; Z.: Spieß
Spieß (2), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Spieß (M.) (2), Bratspieß; ne. skewer, spit (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. spiz (3), st. M., Spieß (M.) (1), Holzspieß, Bratspieß, Spießbraten, Braten (M.), Splitter; mnd. spit, N., Bratspieß, Stange, Stock; mnl. spit, M., Spieß (M.) (1), Bratspieß?; ahd. spiz (2), st. N. (a), st. M. (a?, i?), Spieß (M.) (1), Bratspieß, Strich; as. -; anfrk. -; germ. *spita-, *spitam, st. N. (a), Spieß (M.) (1); vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spieß 2, Kluge s. u. Spieß 2, DW 16, 2437, EWD s. u. Spieß 1, Duden s. u. Spieß, Bluhme s. u. Spiess 1; Son.: vgl. afries. -; ae. spitu, st. M. (u)?, st. F. (ō)?, Bratspieß, Spieß (M.) (1); an. -; got. -; GB.: (spiz) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickelten spitzen Gegenstand zu einem Aufstecken von Fleisch zu dem Braten (Bratspieß); BM.: spitz; F.: Spieß, Spießes, Spieße, Spießen+EW; Z.: Spie-ß
Spieß (3), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spieß (M.) (3), Feldwebel; ne. sarge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; E.: Herkunft ungeklärt, entweder von dem Offiziersdegen oder von einem Wort für Wirt, abgeleitet von lat. hospes, M., Fremder, Fremdling, Gastfreund; von lat. *hosti-potis, M., Gastherr; vgl. idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453 (662/78) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr.?, alb.?, ital., germ., slaw.); idg. *potis, M., Herr, Gatte, Pokorny 842 (1456/98) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *poti, Pron., Adj., selbst, Pokorny 842; L.: Kluge s. u. Spieß 3, DW 16, 2453, EWD s. u. Spieß 2, Duden s. u. Spieß; GB.: seit 1919 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Feldwebel; BM.: ?; F.: Spieß, Spießes, Spieße, Spießen+FW; Z.: Spie-ß
$Spießbürger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spießbürger; E.: s. Spieß 2, s. Bürger; L.: Kluge s. u. Spießbürger, EWD s. u. Spieß 2, DW 16, 2455 (Spieszbürger); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spieß 2 und Bürger gebildete eher abwertende Bezeichnung für einen mit einem Spieß bewaffneten Bürger; F.: Spießbürger, Spießbürgers, Spießbürgern+EW; Z.: Spie-ß—bür-g-er
$spießbürgerlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spießbürgerlich; E.: s. Spießbürger, s. lich; L.: DW 16, 2455 (spieszbürgerlich), EWD s. u. Spieß 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spießbürger und lich gebildete eher abwertende Bezeichnung für einen Spießbürger betreffend; F.: spießbürgerlich, spießbürgerliche, spießbürgerliches, spießbürgerlichem, spießbürgerlichen, spießbürgerlicher(, spießbürgerlichere, spießbürgerlicheres, spießbürgerlicherem, spießbürgerlicheren, spießbürgerlicherer, spießbürgerlichst, spießbürgerlichste, spießbürgerlichstes, spießbürgerlichstem, spießbürgerlichsten, spießbürgerlichster)+EW; Z.: spie-ß—bür-g-er-lich
$spießen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. spießen, auf einen Spieß stecken, durchstechen, durchbohren; Vw.: s. auf-; L.: Kluge s. u. Spieß 1, DW 16, 2457 (spieszen), EWD s. u. Spieß 2; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Spieß und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Spießen mögliches auf einen Spieß stecken; F.: spießen (!), spieße (!), spießst, spießt, spießest, spießet, spießte, spießtest, spießten, spießtet, gespießt, ##gespießt, gespießte, gespießtes, gespießtem, gespießten, gespießter##, spießend, ###spießend, spießende, spießendes, spießendem, spießenden, spießender###, spieß (!)+EW; Z.: spie-ß-en
$Spießer, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Spießer; E.: s. spieß(en), s. er (Suff.); L.: DW 16, 2460, EWD s. u. Spieß 2; GB.: (spiezære*) vielleicht seit 1449 belegte und aus spieß(en) und er gebildete Bezeichnung für einen Spießenden oder Spießträger und später eher abwertend für einen Spießbürger und in der Jägersprache für einen einjährigen bis zweijährigen Rothirsch oder Rehbock dessen (erstes) Geweih nur aus zwei geraden Spießen ohne Verästelungen besteht ; F.: Spießer, Spießers, Spießern+EW; EW; Z.: Spie-ß-er
$Spießgeselle, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Spießgeselle, Gehilfe, Helfershelfer, Kumpan; L.: Kluge s. u. Spießgeselle, DW 16, 2462 (Spieszgesell), EWD s. u. Spieß 2, DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spieß und Geselle gebildete Bezeichnung für einen Gehilfen oder Helfershelfer oder Kumpan; F.: Spießgeselle, Spießgesellen+EW; Z.: Spie-ß—ge-sel-l-e
$spießig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. spießig; Q.: um 1900; E.: s. Spieß, s. ig; L.: DW 16, 2468 (spieszig), EWD s. u. Spieß 2; GB.: vielleicht um 1900 belegte und aus Spieß und ig gebildete Bezeichnung für Spieß betreffend und später auch für spießbürgerlich; F.: spießig, spießige, spießiges, spießigem, spießigen, spießiger(, spießigere, spießigeres, spießigerem, spießigeren, spießigerer, spießigst, spießigste, spießigstes, spießigstem, spießigsten, spießigster)+EW; Z.: spie-ß-ig
$Spießrute, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Spießrute, als Spieß verwendete spitze Rute; E.: s. Spieß, s. Rute; L.: Kluge s. u. Spießrute, DW 16, 2472 (Spieszrute), EWD s. u. Spieß 1; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spieß und Rute gebildete Bezeichnung für eine bis in das19. Jh. für den so genannten Spießrutenlauf als Leibesstrafe einfacher Soldaten verwendete spitze Rute; F.: Spießrute, Spießruten+EW; Z.: Spie-ß—rut-e
Spike, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Spike, nagelartiger Stift; ne. spike; Vw.: -; Hw.: s. Speiche, Spake; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. spike; E.: s. ne. spike, N., Nagel; me. spyke, Sb., Nagel, spitzes Metall; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Spikes, fehlt DW, EWD s. u. Spikes, Duden s. u. Spikes; Son.: in dem Plural verwendet; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Mittelenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen für besseres Greifen auf dem Boden entwickelten und verwendeten nagelartigen Stift auf Schuhsohlen von Sportschuhen oder Reifen von Kraftfahrzeugen; BM.: Nagel; F.: Spikes+FW; Z.: Spik-e
Spilling, nhd. (dial.), M., (12. Jh.): nhd. Spilling, Kriechenpflaume; ne. damson; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. spenelinc, spinlinc, spillinc, st. M., Pflaume, Kriechenpflaume, Pflaumenbaum, Spillenbaum, Spilling; mnd. spellinc, spellich, spillinc, spillink, spelling, M., Spilling, gelbe Pflaume, Baum der gelbe Pflaumen trägt; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von ahd. spenula, spinula, sw. F. (n), Haarnadel, Stecknadel; germ. *spinulō, st. F. (ō), Stecknadel; idg. *spē̆inā, *pē̆ina-, F., Spitze, Pokorny 981; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spilling, Kluge s. u. Spilling, DW 16, 2487, Duden s. u. Spilling; GB.: (spenelinc) seit 12. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte Pflaumenart (Kriechenpflaume); BM.: spitz?; F.: Spilling, Spillings, Spillinge, Spillingen+EW; Z.: Spi-ll-ing
$Spillmage, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Spillmage, Kunkelmage; E.: s. Spindel, s. Mage; L.: Kluge 1. A. s. u. Mage, DW 16, 2487, DRW Neuzelle vierzehnhundertvierzehn/vierzehnhundertsechsundzwanzig; GB.: (spinnelmāc) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Spindel und Mage gebildete Bezeichnung für einen Verwandten von weiblicher Seite in Gegensatz zu Speermage; F.: Spillmage, Spillmagen+EW; Z.: Spill—mag-e
Spinat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spinat, ein Gemüse; ne. spinach; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. spināt, spinot, st. M., Spinat; mnd. spināsie, spināse, spinacie, spināt, M., Spinat; ahd. spinaz*, st. M. (a?, i?), Spinat; mlat. spinacia, F., Spinat; span.-arab. ispināǧ, arab. isfināǧ, Sb., Spinat; pers. ispanāǧ, ispānāḫ, Sb., Spinat; L.: Kluge s. u. SpinatDW 16, 2489, EWD s. u. Spinat, Duden s. u. Spinat; Son.: vgl. nndl. spinazie, Sb., Spinat; frz. épinard, M., Spinat; nschw. spenat, Sb., Spinat; nnorw. spinat, M., Spinat; nir. spionáiste, F., Spinat; lit. špinatai, M. Pl., Spinat; GB.: (spinaz*) seit 12. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Spanisch-Arabischen und Persischen kommende Bezeichnung für eine schon vormenschliche kleinere Pflanze mit hohen Stängeln und lang gestielten dreieckigen kräftig grünen Blättern die von Menschen vielleicht seit 2000 Jahren als Gemüse gegessen werden; BM.: ?; F.: Spinat, Spinats Spinates, Spinate, Spinaten+FW(+EW?); Z.: Spinat
Spind, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Spind, Schrank; ne. locker; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1331 (Daniel); E.: mhd. spint (2), st. N., Spind, Schrank; mnd. spinde (1), F., N., Spind, Schrank, Speiseschrank, Vorratsbehälter; mnd. spint (1), M., N., „Spind“, Schrank, kastenähnlicher Behälter, Reliquienschrein; lat. spenda, F., Spende?, Vorratskammer; vgl. lat. expendere, V., gegeneinander aufwägen, abwägen; lat. ex, Präp., aus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spind, EWD s. u. Spind, DW 16, 2492, Duden s. u. Spind, Bluhme s. u. Spind; Son.: vgl. ne. (ält.) spence, N., Speisekammer; lit. spinta, F., Spind, Schrank; GB.: seit um 1331 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Sesshaftigkeit entwickelten und verwendeten einfachen schmalen Schrank; BM.: aus, ziehen; F.: Spind, Spindes, Spinds, Spinde, Spinden+FW(+EW?); Z.: Spin-d
Spindel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spindel, ein walzenförmiges drehbares Holzstück; ne. spindle; Vw.: -; Hw.: s. Gangspill, Zaspel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. spinnel, spinele, spille, st. F., sw. F., Spindel; mnd. spinnel, spinel, spynel, F., Spindel; mnd. spindel, F., Spindel; mnl. spille, Sb., Spindel; ahd. spinnila, spilla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Spindel, Stock; ahd. spinnil, st. F. (i)?, Spindel; as. spinnila*, sw. F. (n), Spindel; anfrk. -; wgerm. *spennilō, st. F. (ō), Spindel; vgl. idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spindel, Kluge s. u. Spindel, DW 16, 2492, EWD s. u. Spindel, Falk/Torp 508, Seebold 452, Duden s. u. Spindel, Bluhme s. u. Spindel; Son.: vgl. afries. spindel, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Spindel; nnordfries. spandel; ae. spinel (1), spinl, st. F. (ō), Spindel; an. -; got. -; nndl. spil, Sb., Spindel; nschw. spindel, Sb., Spindel; nnorw. spindel, M., Spindel; GB.: (spinnila) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes in Drehung versetzbares längliches oder stabförmiges Holzstück auf das ein gesponnener Faden aufgewickelt werden kann; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Spindel, Spindeln+EW; Z.: Spin-d-el
$spindeldürr, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spindeldürr; E.: s. Spindel, s. dürr; L.: DW 16, 2501, EWD s. u. Spindel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spindel und dürr gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wie eine Spindel dürr; F.: spindeldürr, spindeldürre, spindeldürres, spindeldürrem, spindeldürren, spindeldürrer+EW; Z.: spin-d-el—dürr
Spinett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Spinett, ein Tasteninstrument; ne. spinet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. spinetta; E.: s. it. spinetta, F., Spinett; vgl. it. spina, F., Dorn; lat. spīna, Dorn, Dornbusch, dorniges Gewächs, Rückgrat, Spitzfindigkeit, (70-19 v. Chr.); idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Spinett, DW 16, 2505, EWD s. u. Spinett, Duden s. u. Spinett; Son.: vgl. nndl. spinet, Sb., Spinett; frz. épinette, F., Spinett; nschw. spinett, Sb., Spinett; nnorw. spinett, N., Spinett; poln. szpinet, M., Spinett; kymr. sbined, F., Spinett; nir. spinéad, F., Spinett; lit. spinetas, M., Spinett; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und gespieltes Tasteninstrument dessen Saiten mit (einem Dorn oder) den Spitzen eines Federkiels angerissen werden; BM.: spitz; F.: Spinett, Spinetts, Spinettes, Spinette, Spinetten+FW; Z.: Spi-n-ett
Spinne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Spinne, Spinnentier; ne. spider (N.); Vw.: -; Hw.: s. spinnen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spinne, sw. F., Spinne, Spinnerin; mnd. spinne (1), spenne, F., Spinne, Spinner, Bösartiger, vergiftend Wirkender, Netze Spinnender, böser Geist; mnl. spinne, F., Spinne; ahd. spinna (1), sw. F. (n), Spinne; as. -; anfrk. -; germ. *spennō-, *spennōn?, sw. F. (n), Spinne; s. idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spindel, Kluge s. u. Spinne, DW 16, 2506, EWD s. u. spinnen, Falk/Torp 508, Seebold 452, Duden s. u. Spinne; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. spin, Sb., Spinne; nschw. spindel, Sb., Spinne; ksl. pędъ, Sb., Spanne, Handbreit; GB.: (spinna) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines (wie die Insekten) zu den Gliederfüßlern (Gliederfüßer) gehörendes vor 380 bis 350 Millionen Jahren entstandenes und Insekten jagendes und grundsätzlich giftiges sowie weltweit in vielleicht 50000 Arten verbreitetes Tier mit einem nur in Kopf-Brust-Stück und Hinterleib gegliederten Körper und vier Beinpaaren; BM.: spannen bzw. spinnen; F.: Spinne, Spinnen+EW; Z.: Spin-n-e
$spinnefeind, spinnenfeind nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. spinnefeind; E.: s. Spinne, s. feind; L.: Kluge s. u. spinnefeind, DW 16, 2512, EWD s. u. spinnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spinn(e) und en (Suff.) sowie feind gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches so feind wie Spinnen untereinander sein können; F.: spinnefeind+EW; Z.: spin-n-e—fei-nd
spinnen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. spinnen, Fäden drehen, verrückt sein (V.); ne. spin (V.), weave (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spinne, Homespun, spannen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. spinnen, st. V., spinnen, weben; mnd. spinnen (1), st. V., spinnen, weben, Netz spinnen, hinterhältig bewerkstelligen, listig knüpfen; mnl. spinnen, V., spinnen; ahd. spinnan*, st. V. (3a), spinnen, weben, einen Faden drehen; as. -; anfrk. -; germ. *spennan, st. V., spinnen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; s. idg. *spen- (1), *pen- (3), spenh₁-, penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spindel, Kluge s. u. spinnen, DW 16, 2525, EWD s. u. spinnen, Falk/Torp 508, Seebold 452, Duden s. u. spinnen, Bluhme s. u. spinnen; Son.: vgl. afries. spinna, st. V. (3a), spinnen; ae. spinnan, st. V. (3a), spinnen, drehen; an. spinna, st. V. (3a), spinnen; got. spinnan, st. V. (3,1), spinnen; nndl. spinnen, V., spinnen; nschw. spinne, V., spinnen; nnorw. spinne, V., spinnen; lit. spręsti, V., spannen; lit. pìnti, V., flechten, winden; ksl. pręsti (prędo̧), V., spinnen; ? gr. πένεσθαι (pénesthai), V., arbeiten, sich anstrengen, sich abmühen; GB.: (spinnan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Spinn(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Faden bilden oder mehrere Fasern zu einem Faden zusammendrehen; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: spinnen (!), spinne (!), spinnst, spinnt, spinnest, spinnet, spann, spannst, spannen, spannt, spänne, spännest, spännst, spännen, spännet, spännt, spönne, spönnst, spönnest, spönnen, spönnet, spönnt, gesponnen, ##gesponnen, gesponnene, gesponnenes, gesponnenem, gesponnenen, gesponnener##, spinnend, ###spinnend, spinnende, spinnendes, spinnendem, spinnenden, spinnender###, spinn (!)+EW; Z.: spin-n-en
$Spinngewebe, Spinnengewebe, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Spinngewebe; Hw.: s. Spinnwebe; E.: s. Spinn(e), s. en (Suff.), s. Gewebe; L.: DW 16, 2532, EWD s. u. spinnen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Spinn(e) und en (Suff.) sowie Gewebe gebildete Bezeichnung für das von Spinnen seit ihrer Entstehung für die Jagd auf Insekten gebildete (gesponnene) und verwendete Gewebe aus einem körpereigenen Faden; F.: Spinngewebe, Spinngewebes, Spinngeweben+EW; Z.: Spin-n—ge—we-b-e
$Spinnwebe, Spinnewebe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Spinnwebe; Hw.: s. Spinngewebe; E.: s. Spinn(e), s. en (Suff.), s. Webe; L.: Kluge 1. A. s. u. Spindel, Kluge s. u. Spinnwebe, DW 15, 2542, EWD s. u. spinnen; GB.: (spinnawebbi*) seit 9. Jh. belegte und aus Spinn(e) und en (Suff.) sowie Webe gebildete Bezeichnung für das von Spinnen seit ihrer Entstehung für die Jagd auf Insekten gebildete (gesponnene) und verwendete Gewebe aus einem körpereigenen Faden; F.: Spinnwebe, Spinnweben+EW; Z.: Spin-n—we-b-e
spinös, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. spinös, dornig, heikel, schwierig; ne. awkward, spinose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. spīnōsus; E.: s. lat. spīnōsus, Adj., voll Dornen seiend, dornig, stachelig, spitzfindig, stechend, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. lat. spīna, F., Dorn, Sporn, Stachel, Dornbusch; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. spinös, Duden s. u. spinös; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dornig oder heikel oder schwierig; BM.: spitz; F.: spinös, spinöse, spinöses, spinösem, spinösen, spinöser(, spinösere, spinöseres, spinöserem, spinöseren, spinöserer, spinösest, spinöseste, spinösestes, spinösestem, spinösesten, spinösester)+FW(+EW?); Z.: spi-n-ös
spintisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. spintisieren, grübeln, eigenartigen Gedanken nachhängen; ne. yarn (V.), ruminate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); E.: s. mnd. spintisīren, sw. V., spintisieren, grübeln; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu spinnen (s. d.); L.: Kluge s. u. spintisieren, DW 16, 2550, EWD s. u. spintisieren, Duden s. u. spintisieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit spinnen verbindbare Bezeichnung für grübeln oder sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eigenartigen Gedanken nachhängen; BM.: ziehen bzw. spannen?; F.: spintisieren, spintisiere, spintisierst, spintisiert, spintisierest, spintisieret, spintisierte, spintisiertest, spintisierten, spintisiertet, ##spintisiert, spintisierte, spintisiertes, spintisiertem, spintisierten, spintisierter##, spintisierend, ###spintisierend, spintisierende, spintisierendes, spintisierendem, spintisierenden, spintisierender###, spintisier (!)+EW?+FW?; Z.: spin-t-is-ier-en
Spion, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Spion, heimlicher Kundschafter; ne. spy (N.); Vw.: -; Hw.: s. spionieren, Spionage; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. it. spione; E.: s. mnd. spiōn, M., Spion, Kundschafter; it. spione, M., Spion; vgl. it. spia, F., Späher; vielleicht aus dem Gotischen?, verwandt mit nhd. spähen (s. d.); L.: Kluge s. u. Spion, DW 16, 2252, EWD s. u. Spion, Duden s. u. Spion; Son.: vgl. nndl. spion, Sb., Spion; nschw. spion, Sb., Spion; nnorw. spion, M., Spion; poln. szpieg, M., Spion; kymr. ysbïwr, M., Spion; nir. spiaire, M., Spion; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht mit dem Gotischen und mit spähen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen aber wohl erst spät als gefährlich angesehenen heimlichen Kundschafter oder Auskundschafter; BM.: spähen; F.: Spion, Spiones, Spions, Spione, Spionen+FW(+EW?); Z.: Spio-n
Spionage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spionage, Auskundschaften, Auskundschaftung; ne. espionage; Vw.: -; Hw.: s. Spion, spionieren; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. espionnage; E.: s. frz. espionnage, M., Spionage; vgl. frz. espion, M., Spion; it. spione, M., Spion; vgl. it. spia, F., Späher; s. Kluge s. u. Spion; vielleicht aus dem Gotischen?, verwandt mit nhd. spähen; L.: Kluge s. u. Spion, DW 16, 2554, EWD s. u. Spion, Duden s. u. Spionage; Son.: vgl. nndl. spionage, Sb., Spionage; nschw. spioneri, N., Spionage; nnorw. spionasje, M., Spionage; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Italienischen und vielleicht dem Gotischen und mit spähen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht erst seit den Hochkulturen des Altertums als gefährlich angesehenes Auskundschaften oder eine Tätigkeit für einen Auftraggeber oder Interessenten zu einer Auskundschaftung militärischer oder politischer oder wirtschaftlicher Geheimnisse; BM.: spähen; F.: Spionage+FW(+EW?); Z.: Spio-n-ag-e
spionieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. spionieren, auskundschaften, ausspähen; ne. spy (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spion, Spionage; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. espionner; E.: s. frz. espionner, V., spionieren; vgl. frz. espion, M., Spion; it. spione, M., Spion; vgl. it. spia, F., Späher; s. Kluge s. u. Spion; vielleicht aus dem Gotischen?, verwandt mit nhd. spähen; L.: Kluge s. u. Spion, EWD s. u. Spion, DW 16, 2553, Duden s. u. spionieren; Son.: vgl. nndl. spioneren, V., spionieren; nschw. spionera, V., spionieren; nnorw. spionere, V., spionieren; poln. szpiegować, V., spionieren; kymr. ysbïo, V., spionieren; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Italienischen und vielleicht dem Gotischen und mit spähen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht erst seit den Hochkulturen des Altertums als gefährlich angesehenes etwas auskundschaften oder ausspähen; BM.: spähen; F.: spionieren, spioniere, spionierst, spioniert, spionierest, spionieret, spionierte, spioniertest, spionierten, spioniertet, ##spioniert, spionierte, spioniertes, spioniertem, spionierte, spionierter##, spionierend, ###spionierend, spionierende, spionierendes, spionierendem, spionierenden, spionierender###, spionier (!)+FW; Z.: spio-n-ier-en
Spirale, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Spirale, Schneckenlinie, sich um eine Achse windende Linie; ne. spiral (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mlat. spiralis, Adj., schneckenförmig; vgl. lat. spīra, F., Windung, Ringel, gekrümmter Haarschmuck; vgl. gr. σπεῖρα (speira), F., Gewundenes, Windung, Strick (M.) (1); s. idg. *sper- (3), V., drehen, winden, Pokorny 991 (1716/188) (RB. idg. aus arm., gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Spirale, EWD s. u. Spirale, DW 16, 2554, Duden s. u. Spirale; Son.: vgl. nndl. spiraal, Sb., Spirale; frz. spirale, F., Spirale; nschw. spiral, Sb., Spirale; nnorw. spiral, M., Spirale; poln. spirala, F., Spirale; lit. spiralė, F., Spirale; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wie eine Schneckenlinie sich um eine Achse windende Linie; BM.: Windung; F.: Spirale, Spiralen+FW; Z.: Spir-al-e
$spiralförmig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spiralförmig, in Form einer Schneckenlinie gebildet; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 16, 2555, EWD s. u. Spirale; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Spiral(e) und förmig gebildete Bezeichnung für in Form einer Schneckenlinie gebildet; F.: spiralförmig, spiralförmige, spiralförmiges, spiralförmigem, spiralförmigen, spiralförmiger+FW(+EW?); Z.: spir-al—för-m-ig
Spirant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Spirant, Frikativ, Reibelaut; ne. spirant; Vw.: s. A-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. spīrans; E.: s. mlat. spīrans, M., Atmender, Hauch; vgl. lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Spirant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch Reibung der ausströmenden Luft an Lippen oder Zähnen oder dem Gaumen gebildeter (stimmhafter oder stimmloser) Laut (Reibelaut) wie f oder r (Zäpfchen-r) oder sch; BM.: anhauchen; F.: Spirant, Spiranten+FW; Z.: Spir-ant
...spiration, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...spiration; ne. ...spiration, ...spiracy; Vw.: s. A-, In-, Kon-; Hw.: s. ...spirieren; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. spīrātio, F., Hauchen, Atmen, Atem, (um 47 n. Chr.); vgl. lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...spiratie, Suff., ...spiration; frz. ...spiration, Suff., ...spiration; nschw. ...spiration, Suff., ...spiration; nnorw. ...spirasjon, Suff., ...spiration; poln. ...spiracja, Suff., ...spiration; lit. ...spiracija, Suff., ...spiration; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Hauchens verwendete Bezeichnung; BM.: anhauchen; F.: ...spiration, ...spirationen+FW(+EW?); Z.: -spir-at-io-n
...spirieren, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. ...spirieren, blasen, wehen, hauchen; ne. ...spire; Vw.: s. a-, in-, kon-, tran-; Hw.: s. ...spiration; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben, um 250-184 v. Chr.); idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...spireren, Suff., ...spirieren; frz. ...spirer, Suff., ...spirieren; nschw. ...spirera, Suff., ...spirieren; nnorw. ...spirere, Suff., ...spirieren; poln. ...spirować, Suff., ...spirieren; lit. ...spiruoti, Suff., ...spirieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Blasens oder Wehens oder Hauchens verwendete Bezeichnung; F.: ...spirieren, ...spiriere, ...spirierst, ...spiriert, ...spirierest, ...spirieret, ...spirierte, ...spiriertest, ...spirierten, ...spiriertet, ##...spiriert, ...spirierte, ...spiriertes, ...spiriertem, ...spirierten, ...spirierter##, ...spirierend, ###...spirierend, ...spirierende, ...spirierendes, ...spirierendem, ...spirierenden, ...spirierender###, ...spirier (!)+FW; Z.: -spir-ier-en
Spiritismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spiritismus, Geisterbeschwörung; ne. spiritism, spiritualism; Vw.: -; Hw.: s. Spiritual, Spiritualität, Spirituose, Spiritus; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spiritismusfehlt DW, EWD s. u. Spiritismus, Duden s. u. Spiritismus; Son.: vgl. nndl. spiritisme, Sb., Spiritismus; frz. spiritisme, M., Spiritismus; nschw. spiritism, Sb., Spiritismus; nnorw. spiritisme, M., Spiritismus; poln. spirytyzm, M., Spiritismus; nir. spioradachas, M., Spiritismus; lit. spiritizmas, M., Spiritismus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus lat. spirit(us) und ismus gebildete Bezeichnung für den in der Vorstellung von Menschen möglichen Glauben an Geister und deren Beschwörenkönnen oder für Geisterbeschwörung; BM.: blasen; F.: Spiritismus+FW; Z.: S-pir-it-ism-us
$Spiritist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spiritist; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Spiritis(mus), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Spiritismus; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Spiritis(mus)und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger des Spiritismus; F.: Spiritist, Spiritisten+FW+EW?; Z.: S-pir-it-ist
$spiritistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spiritistisch, Spiritismus betreffend; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Spiritist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Spiritismus; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Spiritist und isch gebildete Bezeichnung für Spiritismus betreffend; F.: spiritistisch, spiritistische, spiritistisches, spiritistischem, spiritistischen, spiritistischer+FW(+EW); Z.: s-pir-it-ist-isch
Spiritual, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Spiritual, geistliches Lied farbiger Amerikaner in dem Süden der Vereinigten Staaten Nordamerikas; ne. spiritual (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spiritualität, Spiritismus, Spirituose, Spiritus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. spiritual; E.: s. ne. spiritual, N., Spiritual; lat. spīritālis, spīrituālis, Adj., zur Luft gehörig, Luft..., geistig, geistlich, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen; s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spiritual, fehlt DW, Duden s. u. Spiritual; Son.: vgl. nndl. spiritual, Sb., Spiritual; frz. negro-spiritual, M., Spiritual; nschw. spiritual, Sb., Spiritual; nnorw. spiritual, M., Spiritual; poln. negro spiritual, Sb., Spiritual; lett. spiričuels, Sb. Pl., Spirituals; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein geistliches Volkslied Farbiger in dem Süden der Vereinigten Staaten Nordamerikas; BM.: blasen; F.: Spiritual, Spirituals+FW; Z.: S-pir-it-u-al
Spiritualität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spiritualität, Geistigkeit; ne. spirituality; Vw.: -; Hw.: s. Spiritual, Spiritismus, Spirituose, Spiritus; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. s. lat. spīritālitās; E.: s. lat. spīritālitās, spīrituālitās, F., Geistigkeit, Spiritualität, Geistlichkeit, Unkörperlichkeit, Offenheit für Übernatürliches, (um 451-518 n. Chr.); vgl. lat. spīritālis, spīrituālis, Adj., zur Luft gehörig, Luft..., geistig, geistlich; lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen; s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Spiritualität; Son.: vgl. nndl. spiritualiteit, Sb., Spiritualität; frz. spiritualité, F., Spiritualität; nnorw. spiritualitet, M., Spiritualität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Geistigkeit oder das innere geistige Wesen eines Menschen; BM.: blasen; F.: Spiritualität+FW+EW; Z.: S-pir-it-u-al-it-ät
Spirituose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spirituose, alkoholisches Getränk; ne. spirit (N.), spirituous liquor; Vw.: -; Hw.: s. Spiritual, Spiritualität, Spirutus, Spiritismus; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. lat. spirituōsus, Adj., zum Alkohol gehörig; vgl. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen; s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spirituose, EWD s. u. Spirituosen, fehlt DW, Duden s. u. Spirituose; Son.: vgl. nndl. spiritualiën, Sb., Pl, Spirituosen; frz. spiritueux, M., Spirituose; nschw. spirituosa, Sb., Spirituose; nnorw. spirituosa, M., Spirituose; poln. spirytualia, Sb. Pl., Spirituosen; lit. spiritas, M., Spirituose; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen hergestelltes und verwendetes (starkes) alkoholisches Getränk; BM.: blasen; F.: Spirituose, Spirituosen+FW; Z.: Spir-it-u-os-e
Spiritus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Spiritus, Sprit, Alkohol; ne. spiritus, spirit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sprit, Spiritual, Spiritualität, Spirituose, Spiritismus; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. spīritus; E.: s. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spiritus, DW 16, 2555, EWD s. u. Spiritus, Duden s. u. Spiritus, Bluhme s. u. Sprint; Son.: vgl. nndl. spiritus, Sb., Spiritus; frz. esprit, M., Geist; nschw. sprit, Sb., Spiritus; nnorw. sprit, M., Spiritus; poln. spirytus, M., Spiritus; kymr. ysbryd, M., Geist, Seele; lit. spiritas, M., Spiritus; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für den technischen Zwecken dienenden vergällten und deswegen von Menschen nicht trinkbaren Alkohol; BM.: blasen; F.: Spiritus, Spiritusse, Spiritussen+FW; Z.: S-pir-it-us
spirzen, spürzen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. spirzen, spürzen, spucken, Speichel mit Druck aus dem Mund ausstoßen; ne. spit (V.); Vw.: -; Hw.: s. speien-; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. spirzen, spürzen, sw. V., speien, spucken; gebildet zu mhd. spīwen, spīen, st. V., speien, ausspeien; ahd. spīwan*, spīan*, st. V. (1b), speien, spucken, ausspeien, ausspucken, anspeien, bespeien, sich erbrechen; germ. *speiwan, st. V., speien; idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, *pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. spirzen, DW 16, 2556, Duden s. u. spirzen; GB.: seit um 1300 belegte und aus speien gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Speichel mit Druck aus dem Mund ausstoßen; BM.: speien; F.: spirzen, spirze, spirzst, spirzt, spirzest, spirzet, spirzte, spirztest, spirzten, spirztet, gespirzt, ##gespirzt, gespirzte, gespirztes, gespirztem, gespirzten, gespirzter##, spirzend, ###spirzend, spirzende, spirzendes, spirzendem, spirzenden, spirzender###, spirz (!), spürzen, spürze, spürzst, spürzt, spürzest, spürzet, spürzte, spürztest, spürzten, spürztet, gespürzt, ###gespürzt, gespürzte, gespürztes, gespürztem, gespürzten, gespürzter###, spürzend, ###spürzend, spürzende, spürzendes, spürzendem, spürzenden, spürzender###, spürz (!)+EW; Z.: spi-rz-en
$Spittel, nhd. (ält.), N., M., (16. Jh.?): nhd. Spittel; E.: s. Hospital; L.: Kluge s. u. Hospital, DW 16, 2561; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Spital gebildete vereinfachte Form von Spital; F.: Spittel, Spittels, Spitteln+FW(+EW?); Z.: S-pit-t-el
spitz, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. spitz, schmal zusammenlaufend, verletzend; ne. pointed, spiky; Vw.: -; Hw.: s. Spitze, spitzen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spiz (1), spitz, spitze, Adj., spitz, spitzig; mhd. spitze, Adj., spitz, spitzig; mnd. spis (2), spiczs, spīs, spiis, spits, spitz, spytz, Adj., spitz, scharf, stechend, spitz zulaufend, schmal, in einer Spitze auslaufend; ahd. spizzi*, Adj., spitz, zugespitzt; germ. *spitja-, *spitjaz, Adj., spitz; s. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. spitz, Kluge s. u. spitz, DW 16, 2562, EWD s. u. spitz, Falk/Torp 513, Heidermanns 535, Duden s. u. spitz, Bluhme s. u. spitz; Son.: s. mnd. spez, spets, M., Speer, Reiterlanze, Spitze; vgl. nndl. spits, Adj., spitz; nschw. spetsig, Adj., spitz; nnorw. spiss, Adj., spitz; GB.: (spizzi) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schmal zusammenlaufend oder in einer Spitze auslaufend oder auch verletzend; BM.: ?; F.: spitz, spitze, spitzes, spitzem, spitzen, spitzer(, spitzere, spitzeres, spitzerem, spitzeren, spitzerer, spitzest, spitzeste, spitzestes, spitzestem, spitzesten, spitzester)+EW; Z.: spi-tz
Spitz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spitz (M.) (2), ein Hund; ne. spitz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu spitz bzw. s. auch mhd. spitzen, sw. V., lauern, erwarten; L.: Kluge s. u. Spitz, (DW 16, 2568,) EWD s. u. Spitz, Duden s. u. Spitz; Son.: vgl. nndl. spits, Sb., Spitz (M.) (2); nschw. spetshund, Sb., Spitz (M.) (2); nnorw. spisshund, M., Spitz (M.) (2); poln. szpic, M., Spitz (M.) (2); kymr. ci sbits, M., Spitz (M.) (2); GB.: seit 18. Jh. belegte und mit spitz und spitzen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen gezüchtete Hunderasse mit spitzer Schnauze und spitzen Ohren; BM.: spitz; F.: Spitz, Spitzes, Spitze, Spitzen+EW; Z.: Spi-tz
$Spitzbube, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Spitzbube, Schelm, Übeltäter, Betrüger, Lauser und euch eine Backware; E.: s. spitz?, s. Bube; L.: Kluge s. u. Spitzbube, DW 16, 2576, EWD s. u. Bube; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus spitz (klug) und Bube gebildete Bezeichnung für einen Schelm oder Übeltäter oder Betrüger oder Lauser oder auch die Backware Linzer Auge; F.: Spitzbube, Spitzbuben+EW; Z.: Spi-tz—bub-e
$spitzbübisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. spitzbübisch, schelmisch, betrügerisch, Spitzbuben betreffend; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Spitzbub(e), s. isch; L.: DW 16, 2581, EWD s. u. Bube; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus Spitzbub(e) und isch gebildete Bezeichnung für schelmisch oder betrügerisch oder (einen) Spitzbuben betreffend; F.: spitzbübisch, spitzbübische, spitzbübisches, spitzbübischem, spitzbübischen, spitzbübischer(, spitzbübischere, spitzbübischeres, spitzbübischerem, spitzbübischeren, spitzbübischerer, spitzbübischst, spitzbübischste, spitzbübischstes, spitzbübischstem, spitzbübischsten, spitzbübischster)+EW; Z.: spi-tz—büb-isch
Spitze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spitze, spitzes Ende, spitzer Gegenstand; ne. peak (N.); Vw.: -; Hw.: s. spitz, spitzen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. spitze (1), st. F., sw. F., st. M., sw. M., Spitze, Ende, Endpunkt; mnd. spisse (1), spitse, spitze, F., Spitze, spitzes Ende, spitzer Gegenstand, Zinke; ahd. spizzī*, st. F. (ī), Spitze, Bergspitze; ahd. spizza (1), sw. F. (n), Spitze, Stachel, Pfahlwerk; germ. *spitī-, *spitīn, sw. F. (n), Spitze; germ. *spitjō-, *spitjōn, sw. F. (n), Spitze; vgl. idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. spitz, DW 16, 2582, EWD s. u. spitz, Heidermanns 535, Duden s. u. Spitze; Son.: vgl. nndl. spits, Sb., Spitze; nnorw. spiss, M., Spitze; GB.: (spizza) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches spitzes Ende oder einen spitzen Gegenstand; BM.: ?; F.: Spitze, Spitzen+EW; Z.: Spi-tz-e
Spitzel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spitzel, Spion; ne. snitch (M.), informer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. Spitz, M., Polizeiagent; wohl zugehörig zu nhd. spitz (s. d.); L.: Kluge s. u. Spitzel, DW 16, 2597, EWD s. u. spitz, Duden s. u. Spitzel; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl über spitz und das Rotwelsche aus Spitz und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in fremdem Auftrag andere heimlich beobachtenden und auskundschaftenden Menschen oder Spion; BM.: spitz; F.: Spitzel, Spitzels, Spitzeln+FW(+EW?); Z.: Spi-tz-el
$spitzeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. spitzeln, beobachten, auskundschaften; Vw.: s. be-; L.: DW 16, 2597, EWD s. u. spitz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spitzel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für beobachten oder auskundschaften; F.: spitzeln, spitzel (!), spitzle, spitzele, spitzelst, spitzelt, spitzelte, spitzeltest, spitzelten, spitzeltet, gespitzelt, ##gespitzelt, gespitzelte, gespitzeltes, gespitzeltem, gespitzelten, gespitzelter##, spitzelnd, ###spitzelnd, spitzelnde, spitzelndes, spitzelndem, spitzelnden, spitzelnder###, spitzel (!)+FW+EW; Z.: spi-tz-el-n
spitzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. spitzen, spitz machen; ne. nib (V.), make (V.) spiky; Vw.: -; Hw.: s. spitz, Spitz, Spitze, Spitzel; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. spitzen, sw. V., spitzen, scharf machen, zuspitzen, mit Spitzen versehen (V.), zieren, spitzig reden; mnd. spissen, spitsen, spitzen, sw. V., spitzen, spitz werden, scharf machen, in scharfer bzw. schneidender bzw. verletzender Art (F.) (1) formulieren, Schärfe verleihen, mit Worten sticheln, Hoffnung richten auf; ahd. spizzen*, sw. V. (1a), schärfen, spitzen, spitz machen; ahd. spizzōn*, sw. V. (2), spitzen, zuspitzen, spitz machen, spitz hervortreiben; germ. *spitjan, sw. V., spitz machen, zuspitzen; germ. *spitjōn, sw. V., spitz machen, zuspitzen; idg. *spē̆i- (1), *pē̆i-, *spī̆-, *pī̆-, *speiH-, *peiH-, Adj., Sb., spitz, Spitze, Pokorny 981 (1699/171) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. spitz, DW 16, 2597f., EWD s. u. spitz, Duden s. u. spitzen; Son.: vgl. nndl. spitsen, V., spitzen; nschw. spetsa, V., spitzen; nnorw. spisse, V., spitzen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus spitz und en (Suff.) gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches spitz machen; BM.: ?; F.: spitzen (!), spitze (!), spitzst, spitzt, spitzest, spitzet, spitzte, spitztest, spitzten, spitztet, gespitzt, ##gespitzt, gespitzte, gespitztes, gespitztem, gespitzten, gespitzter##, spitzend, ###spitzend, spitzende, spitzendes, spitzendem, spitzenden, spitzender###, spitz (!)+EW; Z.: spi-tz-en
$spitzfindig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. spitzfindig, übertrieben scharfe Unterscheidungen treffend, haarspalterisch; L.: Kluge s. u. spitzfindig, DW 16, 2616, EWD s. u. finden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spitz und findig (oder fündig?) gebildete Bezeichnung für übertrieben scharfe Unterscheidungen treffend oder haarspalterisch; F.: spitzfindig, spitzfindige, spitzfindiges, spitzfindigem, spitzfindigen, spitzfindiger(, spitzfindigere, spitzfindigeres, spitzfindigerem, spitzfindigeren, spitzfindigerer, spitzfindigst, spitzfindigste, spitzfindigstes, spitzfindigstem, spitzfindigsten, spitzfindigster)+EW; Z.: spi-tz-fi—n-d-ig
$spitzig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. spitzig, spitz, Spitze habend; L.: Kluge s. u. spitz, DW 16, 2627, EWD s. u. spitz; GB.: (spitzic) seit um 1254 belegte und wohl aus spitz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches spitz (seiend) oder Spitze habend; F.: spitzig, spitzige, spitziges, spitzigem, spitzigen, spitziger(, spitzigere, spitzigeres, spitzigerem, spitzigeren, spitzigerer, spitzigst, spitzigste, spitzigstes, spitzigstem, spitzigsten, spitzigster)+EW; Z.: spi-tz-ig
$Spitzmaus, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Spitzmaus; E.: s. spitz, s. Maus; L.: DW 16, 2641, EWD s. u. spitz; GB.: (spizzimūs*) seit 11. Jh. belegte und aus spitz (oder Spitze) und Maus gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschliches einer Maus ähnelndes kleines Säugetier mit spitzer rüsselartiger Schnauze und giftigem Speichel aus der Familie der Insektenfresser; F.: Spitzmaus, Spitzmäuse, Spitzmäusen+EW; Z.: Spi-tz—maus
$Spitzname, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spitzname, Spottname, Übername; ne. nickname; E.: s. spitz, s. Name; L.: Kluge s. u. Spitzname, DW 16, 2643, EWD s. u. spitz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spitz (spöttisch?) und Name gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache möglichen Spottnamen oder Übernamen für einen Menschen oder auch eine andere Gegebenheit wie beispielsweise Drahtesel oder Schifferklavier oder Pantoffelkino; F.: Spitzname, Spitznamen+EW; Z.: Spi-tz—nam-e
...spizieren, nhd., V., (18. Jh.?): nhd. ...spizieren; ne. ...spect; Vw.: s. in-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?); I.: lat. Lw.; E.: s. lat. specere, spicere, V., sehen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); Son.: vgl. nndl. ...specteren, Suff., ...spizieren; frz. ...specter, Suff., ...spizieren; nschw. ...spektera, Suff., ...spizieren; nnorw. ...spisere, Suff., ...spizieren; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Sehen oder Betrachten betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: sehen; F.: ...spizieren, ...spiziere, ...spizierst, ...spiziert, ...spizierest, ...spizieret, ...spizierte, ...spiziertest, ...spizierten, ...spiziertet, ##...spiziert, ...spizierte, ...spiziertes, ...spiziertem, ...spizierten, ...spizierter##, ...spizierend, ###...spizierend, ...spizierende, ...spizierendes, ...spizierendem, ...spizierenden, ...spizierender###, ...spizier (!)+FW(+EW?); Z.: -spiz-ier-en
Spleen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spleen, seltsame Eigenart, Marotte; ne. spleen, quirk (N.), eccentricity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: ne. spleen, N., Spleen, Marotte; lat. splēn, Milz; s. gr. σπλήν (splḗn), M., Milz; idg. *spelg̑ʰen?, *spelg̑ʰā?, *spelg̑ʰ-?, *spleng̑ʰ-?, *splē̆g̑ʰ-?, Sb., Milz, Pokorny 987 (1707/179) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spleen, DW 16, 2650, EWD s. u. Spleen, Duden s. u. Spleen; Son.: vgl. nndl. spleen, Sb., Spleen; frz. spleen, M., Spleen, Schwermut; nnorw. spleen, M., Spleen; nir. splín, F., Milz; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seltsame Eigenart oder eine Marotte; BM.: Milz; F.: Spleen, Spleens+FW; Z.: Spleen
$spleenig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. spleenig, eigenartig, verrückt; E.: s. Spleen, s. ig; L.: Kluge s. u. Spleen, fehlt DW, EWD s. u. Spleen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Spleen und ig gebildete Bezeichnung für eigenartig oder verrückt; F.: spleenig, spleenige, spleeniges, spleenigem, spleenigen, spleeniger(, spleenigere, spleenigeres, spleenigerem, spleenigeren, spleenigerer, spleenigst, spleenigste, spleenigstes, spleenigstem, spleenigsten, spleenigster)+FW(+EW); Z.: spleen-ig
Spleiße, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Spleiße, Spließ, Span, Splitter, Dachschindel; ne. splinter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spließ, spleißen; Q.: 1422 (Vokabular); E.: mhd. splīze, sw. F., Spleiße, abgespaltener Span(; regionale Ableitung von spleißen) (s. d.); L.: Kluge s. u. Spleiße, DW 16, 2650 (Spleisze), Duden s. u. Spleiße, Bluhme s. u. Spleiss; GB.: (splīze) seit 1422 belegte und mit spleißen verbindbare Bezeichnung für einen Span oder Splitter oder eine Dachschindel; BM.: spalten; F.: Spleiße, Spleißen+EW; Z.: Splei-ß-e
spleißen, nhd., V., (12. Jh.): nhd. spleißen, spalten, abreißen; ne. splice (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spleiße, Spließ, splitten, Splitter; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. splīzen, st. V., spleißen, spalten, trennen, abtrennen, bersten; mnd. splīten, spliten, splijten, st. V., spleißen, spalten, reißen, auseinanderreißen, springen, brechen, bersten; mnl. spliten, V., spleißen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *splītan, *spleitan, st. V., spalten, spleißen; vgl. idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000 (1728/200) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); idg. *spel- (2), *pel- (9), spelH-, pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. spleiszen, Kluge s. u. spleißenDW 16, 2651 (spleiszen), EWD s. u. spleißen, Falk/Torp 518, Seebold 455, Duden s. u. spleißen; Son.: s. ahd. splīzōn, sw. V. (2)?, spitzen, einspitzen, einzacken; vgl. afries. splīta, st. V. (1), spleißen, spalten; nnordfries. splitte, V., spleißen, spalten; ae. *splǣtan, sw. V., spleißen; an. -; got. -; nndl. splijten, V., spleißen; GB.: seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen und mit spleißen verbindbare Bezeichnung für spalten oder Tauenden ineinanderflechten; BM.: spalten; F.: spleißen, spleißt, spleißest, spleißet, spliss (!), splissst (1), splisst (!), splissest, splissen, splisset, gesplissen, ##gesplissen, gesplissene, gesplissenes, gesplissenem, gesplissenen, gesplissener##, spleißend, ###spleißend, spleißende, spleißendes, spleißendem, spleißenden, spleißender###, spleiß (!)+EW; Z.: splei-ß-en
Spließ, nhd. (ält.), M., (19. Jh.?): nhd. Spließ, Spleiße, Span, Splitter, Dachschindel; ne. splinter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spleiße, spleißen; Q.: 19. Jh.?; E.: s. spleißen; L.: Kluge s. u. Spleiße, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen Span oder Splitter; BM.: spalten; F.: Spließ, Spließes, Spließe, Spließen+EW; Z.: Splie-ß
Splint (1), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Splint (M.) (1), gespaltener Eisenstift, ein Sicherungselement; ne. splint (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. splinte, splente, M., F., Splint (M.) (1), eiserner Vorsteckstift, Quereisen, ein Eisen das durch das Loch eines Riegels gesteckt wird oder als Schlüssel für eine Art (F.) (1) Schloss dient, junges schlankes Mädchen (Bedeutung örtlich beschränkt); s. mhd. splinza, st. F., sw. F., Riegel; s. germ. *splint-, sw. V., spalten; vgl. idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000; idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Splint 1, DW 16, 2656, EWD s. u. Splint, Duden s. u. Splint, Bluhme s. u. Splint; Son.: s. ahd. splinza 2, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Riegel; vgl. nnorw. splint, M., Splitter; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach der Nutzung von Metallen entwickelten und verwendeten gespaltenen Eisenstift oder einen gebogenen Eisenstift als Sicherungselement; BM.: spalten; F.: Splint, Splintes, Splints, Splinte, Splinten+EW; Z.: Spli-nt
Splint (2), nhd., M., (18. Jh.): nhd. Splint (M.) (2), Holz zwischen Rinde und Kern; ne. splint (N.), sapwood; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl zu spleißen (s. d.); L.: Kluge s. u. Splint 2, DW 16, 2657, Duden s. u. Splint; Son.: vgl. nnorw. splint, M., Splitter; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl mit spleißen verbindbare Bezeichnung für das weiche Holz zwischen Rinde eines Baumes und seinem in Jahresringen zunehmenden Kern; BM.: spalten; F.: Splint, Splintes, Splints, Splinte, Splinten+EW; Z.: Spli-nt
$Splinter, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Splinter, Splitter, Span; E.: s. spleißen, s. Splitter; L.: Kluge s. u. spleißen, Splinter, DW 16, 2657; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und mit spleißen und Splitter verbindbare Bezeichnung für Splitter oder Span; F.: Splinter, Splinters, Splintern+EW; Z.: Spli-nt-er
splitten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. splitten, spalten, teilen, aufteilen; ne. split (V.); Vw.: -; Hw.: s. Splitter, spleißen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. split; E.: s. ne. split, V., spalten, teilen; mnl. splitten, V., splitten; vgl. mnd. splitten, sw. V., spalten; mnl. spliten, V., spleißen; mnd. splīten, spliten, splijten, st. V., spleißen, spalten, reißen, auseinanderreißen, springen, brechen, bersten; as. -; anfrk. -; germ. *splītan, *spleitan, st. V., spalten, spleißen; vgl. idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000 (1728/200) (RB. idg. aus kelt., germ., balt.); idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. splitten; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung notwendiger Werkzeuge dem Menschen mögliches spalten oder teilen oder aufteilen; BM.: spalten; F.: splitten, splitte (!), splittest, splittet, splittete, splittetest, splitteten, splittetet, gesplittet, ##gesplittet, gesplittete, gesplittetes, gesplittetem, gesplitteten, gesplitteter##, splittend, ###splittend, splittende, splittendes, splittendem, splittenden, splittender###, splitt (!)+FW(+EW?); Z.: spli-tt-en
Splitter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Splitter, Span, Bruchstück; ne. splinter (N.); Vw.: -; Hw.: s. splitten, splitternackt, spleißen; Q.: 13. Jh.; E.: s. mnd. splitter (1), M., Splitter, abgesplittertes Stück Holz, Makel, Uneinigkeit, Zersplitterung; s. germ. *splitra, Sb., Splitter; idg. *splei-, *plei-, V., spalten, spleißen, Pokorny 1000; vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. spleiszen, Kluge s. u. Splitter, DW 16, 2661, EWD s. u. Splitter, Falk/Torp 518, Duden s. u. Splitter, Bluhme s. u. Splitter; Son.: s. mhd. spelter, spilter, M., F., Spelter, abgespaltenes Holzstück, Scheit, Splitter, Lanzensplitter, Spion; vgl. nndl. splinter, Sb., Splitter; nschw. splitter, N., Splitter; nschw. splint, M., Splitter; GB.: seit 13. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Span oder ein kleines flaches spitzes Bruchstück besonders aus einem spröden Material; BM.: spalten; F.: Splitter, Splitters, Splittern+EW; Z.: Spli-tt-er
$splitterfasernackt, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. splitterfasernackt, ganz nackt; Hw.: s. splitternackt; E.: s. Splitter, s. Faser, s. nackt: L.: DW 16, 2665, EWD s. u. Faser; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl aus splitternackt und fasernackt gebildete Bezeichnung für ganz nackt; F.: splitterfasernackt, splitterfasernackte, splitterfasernacktes, splitterfasernacktem, splitterfasernackten, splitterfasernackter+EW; Z.: spli-tt-er—fas-er—nackt
$splittern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. splittern, in Splitter brechen; E.: s. Splitter, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Splitter, DW 16, 2666, EWD s. u. Splitter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Splitter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Splitter brechen; F.: splittern (!), splittere, splitter (!), splitterst, splittert, splitterte, splittertest, splitterten, splittertet, gesplittert, gesplitterte, gesplittertes, gesplittertem, gesplitterten, gesplitterter, splitternd, splitterndes, splitterndem, splitternden, splitternder+EW; Z.: spli-tt-er-n
splitternackt, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. splitternackt, ganz nackt; ne. stark naked; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; Hw.: s. splitterfasernackt; E.: s. mnd. splitternāket Adj., splitternackt; s. nhd. Splitter, nackt; L.: Kluge s. u. splitternackt, DW 16, 2666, EWD s. u. Splitter, Duden s. u. splitternackt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus Splitter und nackt gebildete Bezeichnung für ganz nackt; BM.: spalten, wohl übertragen (Adj.) von einem entrindeten Baum; F.: splitternackt, splitternackte, splitternacktes, splitternacktem, splitternackten, splitternackter+EW; Z.: spli-tt-er—nackt
$Splitterrichter, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Splitterrichter, kleinlicher Richter; L.: Kluge s. u. Splitterrichter, DW 16, 2666; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und vielleicht nach Matthäus 7, 3ff. und Lukas 6, 41f. aus Splitter (in dem Auge eines anderen bei einem Balken in dem eigenen Auge) und Richter gebildete Bezeichnung für einen kleinlichen Richter; F.: Splitterrichter, Splitterrichters, Splitterrichtern+EW; Son.: nach DRW in Rechtsquellen siebzehnhundertsechzehn erstmals belegt; Z.: Spli-tt-er—rich-t-er
Spoiler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Spoiler, Verderber, Vorrichtung zu einer Beeinflussung der Luftströmung; ne. spoiler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. spoiler; E.: s. ne. spoiler, N., Verderber, Spoiler, Vorrichtung zu einer Beeinflussung der Luftströmung; vgl. ne. spoil, V., verderben, wegnehmen; afrz. espoillier, espollier, V., wegnehmen; lat. spoliāre, V., ausziehen, entkleiden, berauben, plündern, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. spolium, N., abgezogene Haut, abgelegte Haut, dem Feind abgenommene Rüstung, Raub; idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Spoiler, fehlt DW, Duden s. u. Spoiler; Son.: vgl. nndl. spoiler, M., Spoiler; frz. spoiler, M., Spoiler; nschw. spoiler, Sb., Spoiler; nnorw. spoiler, M., Spoiler; poln. spoiler, M., Spoiler; lit. spoileris, M., Spoiler; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vorrichtung zu einer Beeinflussung der Luftströmung hinter einem fahrenden Kraftfahrzeug oder fliegenden Luftfahrzeug oder für eine Zusammenfassung einer Geschichte die dem Leser oder Zuschauer das Interesse an der Geschichte verdirbt indem die Spannung betreffende Informationen aus der Handlung schon in der kurzen Zusammenfassung mitgeteilt und auf diese Weise dem Leser vorweg verraten werden; BM.: spalten; F.: Spoiler, Spoilers, Spoilern+FW; Z.: Spoi-l-er
Spökenkieker, nhd. (dial.), M., (19. Jh.): nhd. Spökenkieker, Geisterseher, Hellseher; ne. soothsayer; Vw.: -; Hw.: s. Spuk, kieken; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu der niederdeutschen Form von Spuk, s. mnd. spōk, spūk, spoeck, spoek, spoͤk, spoyk, spouk, spůk, spōke, spoeke, N., M., Spuk, spukhaftes Wesen, Gespenst, Unwesen, Unfug, Spukgestalt, Truggestalt, Zauberbild, Monstrum; mnl. spooc, M., Spuk; mnl. spoke, Sb., Spuk; Herkunft unklar; Hinterglied s. kieken (gucken oder sehen); L.: Kluge s. u. Spökenkieker, Duden s. u. Spökenkieker; Son.: norddeutsch; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für einen Geisterseher oder Hellseher oder einen (angeblich) das so genannte zweite Gesicht habenden Menschen; BM.: Spuck, schauen; F.: Spökenkieker, Spökenkiekers, Spökenkiekern+EW; Z.: Spök-en—kiek-er
Spondeus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spondeus, ein Versfuß; ne. spondee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. spondēus; E.: s. lat. spondēus, M., Spondeus (ein Versfuß); gr. σπονδείος (spondeios), M., Spondeus; vgl. gr. σπονδείος (spondeios), Adj., zur Opferspende gehörig; gr. σπονδή (spondḗ), F., Weihegruß, Opfer, Trankopfer; vgl. idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Spondeus, Duden s. u. Spondeus; Son.: vgl. nndl. spondeus, Sb., Spondeus; frz. spondée, M., Spondeus; nschw. spondé, Sb., Spondeus; nnorw. sponde, spondé, M., Spondeus; poln. spondej, Sb., Spondeus; nir. spoindé, M., Spondeus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen in der literarischen Dichtung verwendeten aus zwei Längen bestehenden Versfuß wie beispielsweise Vollmond oder Kindheit oder All‘ jetzt froh Wettschwungs kraftvoll rings heben die Arm’ auf ; BM.: opfern; F.: Spondeus, Spondeen+FW; Z.: Spond-e-us
Spondylose, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Spondylose, Abnützung der Wirbelsäule, Verschleiss der Wirbelsäule; ne. spondylosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. sphondylus, spondylus, M., Wirbelbein, (4 v.-65 n. Chr.); gr. σφόνδυλος (sphóndylos), σπόνδυλος (spóndylos), M., Spinnwirtel, Rückenwirbel; vgl. idg. *spend-, *sped-, V., zucken, zappeln, Pokorny 989 (1711/183) (RB. idg. aus ind., gr., germ., balt.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Spondylose, Duden s. u. Spondylose; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Wirbeltieren mögliche nicht entzündliche Abnützungsschäden (einzelner Wirbelknochen) der Wirbelsäule; Son.: vgl. kymr. sbondylosis, M., Spondylose; BM.: zucken; F.: Spondylose, Spondylosen+FW; Z.: Spond-yl-os-e
sponsern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. sponsern, unterstützen; ne. sponsor (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sponsor, sponsieren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sponsor; E.: s. ne. sponsor, V., sponsern, unterstützen; lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Duden s. u. sponsern; Son.: vgl. nndl. sponsoren, V., sponsern; frz. sponsoriser, V., sponsern; nschw. sponsra, V., sponsern; nnorw. sponse, V., sponsern; kymr. sbonsro, V., sponsern; poln. sponsorwać, V., sponsern; lit. sponsoriuoti, V., sponsern; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (sponsor) aufgenommene und (auch) durch (e)n (Suff.) umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches andere finanziell oder auch durch Sachleistungen oder Dienstleistungen unterstützen; BM.: geloben; F.: sponsern, sponsere, sponser (!), sponserst, sponsert, sponserte, sponsertest, sponserten, sponsertet, gesponsert, ##gesponsert, gesponserte, gesponsertes, gesponsertem, gesponserten, gesponserter##, sponsernd, ###sponsernd, sponserndes, sponserndem, sponsernden, sponsernder###, sponser (!)+FW(+EW); Z.: spons-er-n
sponsieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verloben, sponsieren, sein Studium mit dem Magistergrad abschließen, geloben; ne. to finish (V.) one’s master; Vw.: -; Hw.: s. sponsern, Sponsor; Q.: Ende 14. Jh. (Die Offenbarungen der Adelheit Langmann); E.: mhd. sponsieren (1), sponzieren, sw. V., verloben, tändeln, zärtlich sein (V.), buhlen; lat. spōnsāre, V., sich verloben; vgl. lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: DW 16, 2674; GB.: seit Ende 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einem Mädchen den Hof machen oder geloben; BM.: geloben; F.: sponsieren, sponsiere, sponsierst, sponsiert, sponsierest, sponsieret, sponsierte, sponsiertest, sponsierten, sponsiertet, ##sponsiert, sponsierte, sponsiertes, sponsiertem, sponsierten, sponsierter##, sponsierend, ###sponsierend, sponsierende, sponsierendes, sponsierendem, sponsierenden, sponsierender###, sponsier (!)+FW(+EW); Z.: spons-ier-en
Sponsor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sponsor, Geldgeber, Gönner; ne. sponsor (M.); Vw.: -; Hw.: s. Gespons, sponsern, sponsieren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sponsor; E.: s. ne. sponsor, M., Unterstützer, Sponsor; lat. spōnsor, M., Bürge, Pate, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. spondēre, V., feierlich geloben, verbürgen; idg. *spend-, V., opfern, geloben, Pokorny 989 (1710/182) (RB. idg. aus gr., ital., heth.); L.: Kluge s. u. Sponsor, Duden s. u. Sponsor; Son.: vgl. nndl. sponsor, Sb., Sponsor; frz. sponsor, M., Sponsor; nschw. sponsor, Sb., Sponsor; nnorw. sponsor, M., Sponsor; poln. sponsor, M., Sponsor; lit. sponzorius, M., Sponsor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Geldgeber oder Gönner oder einen Menschen oder ein Unternehmen das jemanden oder eine Gegebenheit (finanziell) unterstützt; BM.: geloben; F.: Sponsor, Sponsors, Sponsoren+FW; Z.: Spons-or
spontan, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. spontan, sofortig; ne. spontaneous; Vw.: -; Hw.: s. Spontaneität; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. spontāneus; E.: s. lat. spontāneus, Adj., freiwillig, frei, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. spōns, F., freier Wille, eigener Wille, Trieb, Willkür; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. spontan, fehlt DW, EWD s. u. Spontaneität, Duden s. u. spontan; Son.: vgl. nndl. spontaan, Adj., spontan; frz. spontané, Adj., spontan; nschw. spontan, Adj., spontan; nnorw. spontan, Adj., spontan; poln. spontaniczny, Adj., spontan; nir. spontáineach, Adj., spontan; lit. spontaniškas, Adj., spontan; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sofortig oder aus einem plötzlichen Impuls ohne Planung geschehend; BM.: freier Wille bzw. ziehen; F.: spontan, spontane, spontanes, spontanem, spontanen, spontaner(, spontanere, spontaneres, spontanerem, spontaneren, spontanerer, spontanst, spontanste, spontanstes, spontanstem, spontansten, spontanster)+FW+EW; Z.: spon-t-an
Spontaneität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spontaneität, Unmittelbarkeit; ne. spontaneity; Vw.: -; Hw.: s. spontan; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. spontanéité; E.: s. frz. spontanéité, F., Spontaneität; vgl. frz. spontané, Adj., spontan; lat. spontāneus, Adj., freiwillig, frei, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. spōns, F., freier Wille, eigener Wille, Trieb, Willkür; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. spontan, EWD s. u. Spontaneität, fehlt DW, Duden s. u. Spontaneität; Son.: vgl. nschw. spontanitet, Sb., Spontaneität; nnorw. spontaninet, M., Spontaneität; poln. spontaniczność, F., Spontaneität; nir. spontáineacht, F., Spontaneität; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Unmittelbarkeit oder ein Vor-sich-Gehen ohne äußeren Anlass oder Einfluss; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Spontaneität, Spontaneitäten+FW(+EW?); Z.: Spon-t-an-e-it-ät
$Sponti, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sponti, ein linksgerichteter politischer Aktivist; E.: s. spont(an), s. i (Suff.); L.: Kluge s. u. spontan, fehlt DW; GB.: seit etwa 1970 belegte und wenige Jahrzehnte verwendete sowie aus Spont(an) und i (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen linksgerichteten politischen Aktivisten; F.: Sponti, Spontis+FW; Z.: Spon-t-i
Spor, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Spor, Schimmel; ne. mildew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von mhd. spör, spöre, sper, Adj., hart, trocken, rauh, hart vor Trockenheit; ahd. spōri*, Adj., roh; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Spor, Kluge s. u. Spor, DW 16, 2676, Duden s. u. Spor; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen Schimmel oder Schimmelpilz besonders an Kleidern und Büchern sowie Holz; BM.: trocken; F.: Spor, Spors, Spore (!), Sporen+EW; Z.: Spor
sporadisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sporadisch, vereinzelt, verstreut; ne. sporadic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. sporadique; E.: s. frz. sporadique, Adj., sporadisch, vereinzelt; gr. σποραδικός (sporadikós), Adj., zerstreut; vgl. gr. σπείρειν (speírein), V., ausstreuen, verstreuen; vgl. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. sporadisch, fehlt DW, EWD s. u. sporadisch, Duden s. u. sporadisch; Son.: vgl. nndl. sporadisch, Adj., sporadisch; nschw. sporadisk, Adj., sporadisch; nnorw. sporadisk, Adj., sporadisch; poln. sporadyczny, Adj., sporadisch; lit. sporadiškas, Adj., sporadisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vereinzelt oder verstreut; BM.: sprühen; F.: sporadisch, sporadische, sporadisches, sporadischem, sporadischen, sporadischer(, sporadischere, sporadischeres, sporadischerem, sporadischeren, sporadischerer, sporadischst, sporadischste, sporadischstes, sporadischstem, sporadischsten, sporadischster)+FW(+EW); Z.: s-por-ad-isch
Spore, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Spore, ungeschlechtliche Fortpflanzungszelle von Farnen; ne. spore (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1841; E.: gr. σπορά (sporá), F., Säen, Aussähen, Saat; s. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sporn, Kluge s. u. Spore, DW 16, 2677, EWD s. u. Spore, Duden s. u. Spore, Bluhme s. u. Spore 1; Son.: vgl. nndl. spore, Sb., Spore; frz. spore, F., Spore; nschw. spor, Sb., Spore; nnorw. spore, M., Spore; kymr. sbôr, M., Spore; nir. spór, M., Spore; lit. spora, F., Spore; GB.: seit 1841 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist dickwandige und der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienende Zelle mit oft nur einem Kern; BM.: sprühen; F.: Spore, Sporen+FW(+EW?); Z.: S-por-e
Spörgel, Spergel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spörgel, Spergel, Spark; ne. spurrey; Vw.: -; Hw.: s. Spark; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frühroman. *spergula; E.: s. frühroman. *spergula, F., Spörgel, Spark; vgl. lat. spargus, M., eine Pflanze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Spörgel, DW 16, 2678, Duden s. u. Spörgel; Son.: vgl. nndl. spurrie, Sb., Spörgel; frz. spergule, F., Spörgel; nschw. spärgel, Sb., Spörgel; poln. sporek, Sb., Spärgel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Frühromanischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche von Menschen später an Tiere verfütterte Pflanze; BM.: ?; F.: Spörgel, Spörgels, Spörgeln, Spergel, Spergels, Spergeln+EW; Z.: Spörg-el
Sporkel, Spurkel, Spürkel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Sporkel, Spurkel, Spürkel, Februar, Feber; ne. February; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1315; E.: mhd. spurkel, F., Februar; mnd. spörkel, spürkel, Sb., Februar; mnl. sporkel, Sb., Sporkel; Herkunft unklar, vielleicht von spurcālia, N. Pl., heidnische Riten, heidnische Gebräuche; s. lat. spurcāre, V., besudeln, verunreinigen; vgl. lat. spurcus, Adj., schweinisch, unflätig, garstig, ekelhaft, unrein; wohl etruskischer Herkunft; L.: Kluge s. u. Sporkel, DW 16, 2678, DW 17, 251; Son.: vgl. nndl. sprokkelmaand, Sb., Sporkel, Februar; GB.: seit 1315 belegte und in der (etruskischen?) Herkunft unklare und vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zweiten Monat in dem julianischen und gregorianischen Kalender zwischen Januar und März; BM.: heidnische Gebräuche bzw. unrein; F.: Sporkel, Sporkels, Sporkeln, Spurkel, Spurkels, Spurkeln, Spürkel, Spürkels, Spürkeln+EW; Z.: Spork-el
Sporn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sporn, Stachel; ne. spur (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spor (2), st. M., Sporn, Ansporn; mhd. spore, sw. M., Sporn; mnd. spōrn, spāren, sw. M., Sporn, Reitersporn, Ansporn, Anreiz, Antrieb, Anstoß, Hahnensporn, Werkzeug zum Stoßen oder Stechen?; mnl. spore, Sb., Sporn; ahd. sporo, sw. M. (n), Sporn, Antrieb; as. sporo, sw. M. (n), Sporn; anfrk. -; germ. *spurō-, *spurōn, *spura-, *spuran, sw. M. (n), Sporn; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sporn, Kluge s. u. Sporn, DW 16, 2679, EWD s. u. Sporn, Falk/Torp 509, Seebold 454, Duden s. u. Sporn, Bluhme s. u. Sporn; Son.: vgl. afries. spora, sw. M. (n), Sporn; ae. spure, sw. F. (n), Ferse; ae. spure, sw. F. (n), Ferse; an. spori (1), sw. M. (n), Sporn; got. *spaúra, *spōra, sw. M. (n), Sporn; nndl. spoor, Sb., Sporn; nschw. sporre, Sb., Sporn; ai. sphuráti, V., stößt zurück; gr. ἀσπαίρειν (aspaírein), V., zucken, zappeln; lat. spernere, V., zurückstoßen, verschmähen; air. seir, Sb., Fußknöchel, Ferse; lit. spírti, V., nach hinten ausschlagen, mit dem Fuß stoßen; GB.: (sporo) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen an einem Bügel an dem Absatz des Stiefels befestigten Dorn oder Stachel für das Anspornen von Pferden durch den Reiter; BM.: spritzen; F.: Sporn, Spornes, Sporns, Sporen, Sporne, Spornen+EW; Z.: S-por-n
$spornen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. spornen, mit Spornen antreiben; Vw.: s. an-; L.: Kluge s. u. Sporn, DW 16, 2684, EWD s. u. Sporn; GB.: sporen (!) 1190-1200 belegte und aus spor und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für spornen oder mit Spornen antreiben; F.: spornen (!), sporne (!), spornst, spornt, spornest, spornet, spornte, sporntest, spornten, sporntet, gespornt, ##gespornt, gespornte, gesporntes, gesporntem, gespornten, gespornter##, spornend, ###spornend, spornende, spornendes, spornendem, spornenden, spornender###, sporn (!)+EW; Z.: s-por-n-en
$spornstreichs, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. spornstreichs, unter Anwendung mindestens einen Spornstreichs, schnell, umgehend; L.: Kluge s. u. spornstreichs, DW 16, 2687, EWD s. u. Sporn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spornstreich sowie s (Suff.) gebildete Bezeichnung für schnell oder umgehend; F.: spornstreichs+EW; Z.: s-por-n—strei-ch-s
Sport, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sport, Körperübungen, sportlicher Wettkampf; ne. sport (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. sport; E.: s. ne. sport, N., Sport; vgl. ne. disport, N., Vergnügen; mfrz. desporter, V., sich vergnügen; lat. dēportāre, V., herabtragen, forttragen, wegschaffen, wegbringen, sich betragen; lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen, darbringen, mitnehmen, herbeitragen, überbringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. Sport, DW 16, 2688, EWD s. u. Sport, Duden s. u. Sport, Bluhme s. u. Sport; Son.: vgl. nndl. sport, Sb., Sport; frz. sport, M., Sport; nschw. sport, Sb., Sport; nnorw. sport, M., Sport; nnorw. sport, M., Sport; kymr. sbort, M., F., Sport; nir. spórt, M., Sport; lit. sportas, M., Sport; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Mittelfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums nach bestimmten Regeln aus Freude an Bewegung und Spiel und zu einer körperlichen Ertüchtigung ausgeübte körperliche Betätigung wie laufen oder gehen oder springen oder schwimmen oder werfen oder reiten oder fahren oder inzwischen fast 250 weitere und wohl aus Geschäftstüchtigkeit vielen noch kommenden Sportarten; BM.: hinüberführen; F.: Sport, Sports+FW; Z.: S-por-t
Sportel, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Sportel, Gebühr, Einkommen von Amtsträgern; ne. fee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. sportula; E.: s. lat. sportula, F., Körbchen, Körblein, Speisekörbchen, Speisekörblein, Spende, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sporta, F., Korb, geflochtener Korb, Tragbahre, Sänfte; gr. σπυρίς (spyrís), F., Korb, geflochtener Korb; vgl. idg. *sper- (3), V., drehen, winden, Pokorny 991 (1716/188) (RB. idg. aus arm., gr., ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sporteln, Kluge s. u. Sportel, fehlt DW (aber DW 16, 2688 Sporteln und Zusammensetzungen), Duden s. u. Sportel; Son.: vgl. nschw. sportler, Sb., Gebühr an die Staatskasse; nnorw. sportel, M., Gebühr an die Staatskasse; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums unter weitgehender Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ältere Form des Einkommens von Amtsträgern; BM.: drehen bzw. winden; F.: Sportel, Sportels, Sporteln+FW(+EW?); Z.: Spor-t-el
$Sportler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sportler; E.: s. Sport, s. ler (Suff.); L.: Kluge s. u. Sport, EWD s. u. Sport, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sport und ler (Suff) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sport spätestens in den Hochkulturen des Altertums möglichen Sport treibenden Menschen; F.: Sportler, Sportlers, Sportlern+FW(+EW); Z.: S-por-t-l-er
$sportlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sportlich, Sport betreffend, fair; E.: s. Sport, s. lich; L.: Kluge s. u. Sport, EWD s. u. Sport, DW 16, 2689; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sport und lich gebildete Bezeichnung für Sport betreffend oder fair; F.: sportlich, sportliche, sportliches, sportlichem, sportlichen, sportlicher(, sportlichere, sportlicheres, sportlicherem, sportlicheren, sportlicherer, sportlichst, sportlichste, sportlichstes, sportlichstem, sportlichsten, sportlichster)+FW+EW; Z.: s-por-t-lich
$Sportskanone, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Sportskanone, hervorragender Sportler; L.: Kluge s. u. Kanone, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Sport und s sowie Kanone gebildete Bezeichnung für einen hervorragenden Sportler; F.: Sportskanone, Sportskanonen+FW(+EW?); Z.: S-por-t-s—kan-on-e
$Sportsmann, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sportsmann, Sportler; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Sport, s. s, s. Mann; L.: EWD s. u. Sport, fehlt DW; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Sport und s sowie Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sport spätestens in den Hochkulturen des Altertums möglichen Sport treibenden Menschen; F.: Sportsmann, Sportsmannes, Sportsmanns, Sportsmänner, Sportsmännern+FW+EW; Z.: S-por-t-s—man-n
Spot, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Spot, kurze Werbesendung; ne. spot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. spot; E.: s. ne. spot, N., Spot, Fleck, Ort; wohl von mnl. spotte, N., Fleck; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Spot, Duden s. u. Spot; Son.: vgl. nndl. spot, Sb., Spot; frz. spot, M., Spot; ndän. spot, Sb., Spot; nnorw. spot, M., Spot; poln. spot, M., Spot; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie wohl dem Mittelniederländischen aufgenommene (und teilweise umgebildete) sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich von Menschen seit dieser Zeit hergestellten Werbezwecken dienenden sehr kurzen Film; BM.: Fleck; F.: Spot, Spots+FW(+EW?); Z.: Spot
Spott, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Spott, Hohn, Scherz; ne. taunt (N.), ridicule (N.); Vw.: -; Hw.: s. spotten; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spot, st. M., Spott, Verspottung, Hohn, Schmach, Sünde, Zweifel; mnd. spot, N., M., Spott, Hohn, Verhöhnung, Scherz, Spaß, Unfug, Ulk, Gegenstand des Spottes, Sünde; mnl. spot, M., Spott; ahd. spot, st. M. (a), Spott, Scherz, Belustigung, Ironie, Spaß; as. spot*, spott, st. M. (a), Spott; anfrk. -; germ. *spuþþa-, *spuþþaz, *sputta-, *sputtaz, st. M. (a), Spott; vgl. idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, *pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spott, Kluge s. u. Spott, DW 16, 2689, EWD s. u. Spott, Duden s. u. Spott, Bluhme s. u. Spott; Son.: vgl. afries. spott, spot, st. M. (a), Spott, Hohn; nfries. spot; ae. -; an. spottr, st. M. (a), Spott, Hohn; an. spott, st. N. (a), Spott, Hohn; got. -; nndl. spot, Sb., Spott; GB.: (spot) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen jemanden empfindlich treffenden Hohn oder Scherz; BM.: spucken; F.: Spott, Spottes, Spotts+EW; Z.: Spo-t-t
$spottbillig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spottbillig, sehr billig; E.: s. Spott, s. billig; L.: EWD s. u. Spott, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spott und billig gebildete Bezeichnung für sehr billig oder außerordentlich preiswert; F.: spottbillig, spottbillige, spottbilliges, spottbilligem, spottbilligen, spottbilliger(, spottbilligere, spottbilligeres, spottbilligerem, spottbilligeren, spottbilligerer, spottbilligst, spottbilligste, spottbilligstes, spottbilligstem, spottbilligsten, spottbilligster)+EW; Z.: spo-t-t—bil-l-ig
$spötteln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. spötteln, leicht spotten oder scherzen; E.: s. Spott, s. el (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: DW 16, 2696, EWD s. u. Spott; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spott und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches leicht spotten oder scherzen; F.: spötteln, spöttel (!), spöttle, spöttele, spöttelst, spöttelt, spöttelte, spötteltest, spöttelten, spötteltet, gespöttelt, ##gespöttelt, gespöttelte, gespötteltes, gespötteltem, gespöttelten, gespöttelter##, spöttelnd, ###spöttelnd, spöttelnde, spöttelndes, spöttelndem, spöttelnden, spöttelnder###, spöttel (!)+EW; Z.: spö-t-t-el-n
spotten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. spotten, sich lustig machen, scherzen, Spott treiben; ne. mock (V.), sneer (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spott; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. spotten (1), spoten, sw. V., verhöhnen, verspotten, spotten, spotten über, sich lustig machen über, scherzen, spaßen, spottend lachen; mnd. spotten (1), spōden, sw. V., spotten, verspotten, scherzen, Spaß machen, höhnen, missachten; mnl. spotten, sw. V., spotten; ahd. spottōn*, spotōn*, sw. V. (2), spotten, auslachen, verspotten; as. -; anfrk. -; germ. *spudōn, sw. V., spotten; vgl. idg. *spi̯ēu-, *pi̯ēu-, *spi̯ū-, *pi̯ū-, *spīu̯-, pīu̯-, V., speien, spucken, Pokorny 999 (1727/199) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spott, DW 16, 2696, EWD s. u. Spott, Duden s. u. spotten; Son.: vgl. afries. spottia, spotta, sw. V. (2), spotten; ae. -; an. spotta, sw. V. (2), verhöhnen; got. -; GB.: (spottōn) seit 10. Jh. belegte aus Spott und en (Suff.) gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sich über etwas lustig machen oder scherzen; BM.: spucken; F.: spotten, spotte (!), spottest, spottet, spottete, spottetest, spotteten, spottetet, gespottet, ##gespottet, gespottete, gespottetes, gespottetem, gespotteten, gespotteter##, spottend, ###spottend, spottende, spottendes, spottendem, spottenden, spottender###, spott (!)+EW; Z.: spo-t-t-en
$Spötter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spötter, Spottender; E.: s. spott(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Spott, DW 16, 1696, EWD s. u. Spott; GB.: seit 1130/1140 belegte und aus spott(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Spottenden; F.: Spötter, Spötters, Spöttern+EW; Z.: Spö-t-t-er
$spöttisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. spöttisch, spottend, scherzend, verhöhnend; E.: s. Spott, s. isch; L.: Kluge s. u. Spott, DW 16, 2705, EWD s. u. Spott; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spott und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches spottend oder scherzend oder verhöhnend; F.: spöttisch, spöttische, spöttisches, spöttischem, spöttischen, spöttischer(, spöttischere, spöttischeres, spöttischerem, spöttischeren, spöttischerer, spöttischst, spöttischste, spöttischstes, spöttischstem, spöttischsten, spöttischster)+EW; Z.: spö-t-t-isch
Sprache, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sprache, Fähigkeit zu dem Sprechen, Verständigungsmittel; ne. language, speech; Vw.: -; Hw.: s. sprechen, Spruch; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sprāche, st. F., sw. F., Sprache, Ausspruch, Gespräch, Beratung, Gericht (N.) (1); mnd. sprāke (1), F., Sprache, Fähigkeit zu sprechen, Sprechen, Rede, Gegenrede, Wortschatz, Gespräch, Unterredung, Beredung; mnl. sprāke, F., Sprache; ahd. sprāhha, sprācha, st. F. (ō), Sprache, Sprechen, Rede, Aussage, Unterredung, Unterhaltung, Verhandlung, Ausspruch; as. sprāka, st. F. (ō), sw. F. (n), Sprache, Rede, Unterredung; anfrk. sprāka*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sprache; wgerm. *sprēkō, *sprǣkō, *sprēkjō, *sprǣkjō, st. F. (ō), Sprache; s. idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprache, Kluge s. u. Sprache, DW 16, 2718, EWD s. u. Sprache, Falk/Torp 515, Seebold 456, Duden s. u. Sprache, Bluhme s. u. Sprache; Son.: vgl. afries. sprēke, sprētze, sprēze, st. F. (ō), N.?, Sprache, Anspruch, Anklage; nnordfries. sprek; ae. sprǣc, sprēc, st. F. (jō), Sprache, Erzählung, Rede, Unterhaltung; an. -; got. -; nndl. spraak, Sb., Sprache; nschw. språk, N., Sprache; nnorw. språk, N., Sprache; GB.: seit um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den weitweit derzeit in zwischen 6000 und 7164 Formen oder Gestaltungen oder Einheiten (in Asien etwa 2300 und in Afrika etwa 2100 sowie in Europa etwa 200) genutzten Ausdruck menschlicher Gedanken in lesbaren oder hörbaren und aus Buchstaben (Zeichen) oder Lauten gebildeten Worten; BM.: sprühen bzw. spritzen; F.: Sprache, Sprachen+EW; Z.: S-pra-ch-e
$Sprachforscher, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sprachforscher; E.: s. Sprach(e), s. Forscher; L.: DW 16, 2751, EWD s. u. Sprache; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sprach(e) und Forscher gebildete Bezeichnung für einen mindestens eine Sprache näher betrachtenden und dadurch untersuchenden oder erforschenden Menschen; F.: Sprachforscher, Sprachforschers, Sprachforschern+EW; Z.: S-pra-ch—forsch-er
$...sprachig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...sprachig, Sprache betreffend; E.: s. Sprach(e), s. ig; L.: EWD s. u. Sprache, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Sprach(e) und ig gebildete Bezeichnung für Sprache betreffend; F.: ...sprachig, ...sprachige, ...sprachiges, ...sprachigem, ...sprachigen, ...sprachiger+EW; Z.: -s-pra-ch-ig
$Sprachlehre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sprachlehre, Gesamtheit der Regeln einer Sprache; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. Sprach(e), s. Lehre; L.: DW 16, 2767, EWD s. u. Sprache; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und nach Grammatik aus Sprach(e) und Lehre gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Regeln einer Sprache; F.: Sprachlehre, Sprachlehren+EW; Z.: S-pra-ch—lehr-e
$sprachlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. sprachlich, Sprache betreffend, redend, sprechend; E. s. Sprach(e), s. lich; L.: DW 16, 2767, EWD s. u. Sprache; GB.: (sprāhlīh*) seit um 1000 belegte und aus Sprach(e) und lich gebildete Bezeichnung für redend oder die Sprache betreffend in Gegensatz zu sprachlos; F.: sprachlich, sprachliche, sprachliches, sprachlichem, sprachlichen, sprachlicher+EW; Z.: s-pra-ch—lich
$sprachlos, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. sprachlos, ohne Sprache seiend, stumm, überrascht; E.: s. Sprach(e), s. los, L.: DW 16, 2768 EWD s. u. Sprache,; GB.: (sprāhhalōs*) vielleicht nach lat. elinguis aus Sprach(e) und los gebildete Bezeichnung für ohne Sprache seiend oder stumm oder überrascht; F.: sprachlos, sprachlose, sprachloses, sprachlosem, sprachlosen, sprachloser(, sprachlosere, sprachloseres, sprachloserem, sprachloseren, sprachloserer, sprachlosest, sprachloseste, sprachlosestes, sprachlosestem, sprachlosesten, sprachlosester)+EW; Z.: s-pra-ch—lo-s
$Sprachwissenschaft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Sprachwissenschaft; E.: s. Sprach(e), s. Wissenschaft; L.: DW 16, 2790, EWD s. u. Sprache; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und nach lat. philologia aus Sprach(e) und Wissenschaft gebildete Bezeichnung für die nach Vorläufern in Indien und in dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie in Arabien in der Neuzeit entwickelte mindestens eine Sprache betreffende Wissenschaft; F.: Sprachwissenschaft, Sprachwissenschaften+EW; Z.: S-pra-ch—wi-ss-en—schaf-t
Spray, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Spray, Sprühflüssigkeit; ne. spray (N.); Vw.: -; Hw.: s. sprühen; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. spray; E.: s. ne. spray, N., Spray; vgl. ne. spray, V., sprühen, verbreiten; mnl. sprayen, spraeyen, V., sprühen; vgl. germ. *sprewjan, sw. V., sprühen; idg. *spreu-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Spray, fehlt DW, EWD s. u. Spray, Duden s. u. Spray; Son.: vgl. nndl. spray, Sb., Spray; frz. spray, M., Spray; nschw. spray, Sb., Spray; nnorw. spray, M., Spray; poln. spray, M., Spray; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete zu sprühende Flüssigkeit (Sprühflüssigkeit); BM.: sprühen; F.: Spray, Sprays+FW; Z.: Spray
$sprayen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. sprayen, sprühen; E.: s. ne. spray (V.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Spray, EWD s. u. Spray, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl aus ne. spray und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes sprühen; F.: sprayen, spraye (!), sprayst, sprayt, sprayest, sprayet, sprayte, spraytest, sprayten, spraytet, gesprayt, ##gesprayt, gesprayte, gespraytes, gespraytem, gesprayten, gesprayter##, sprayend, ###sprayend, sprayende, sprayendes, sprayendem, sprayenden, sprayender###, spray (!)+FW+EW; Z.: spray-en
sprechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. sprechen, sagen, reden; ne. speak; Vw.: -; Hw.: s. Spruch, Sprache; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sprechen (1), st. V., sprechen, sagen, vereinbaren, reden, sprechen von, Namen geben, nennen, besprechen, aussprechen; mnd. sprēken (1), st. V., sprechen, aussprechen, sagen, sprechend äußern, lauten, bedeuten, Anspruch erheben, Einspruch erheben, fordern; mnl. spēken, st. V., sprechen; mnl. sparken, V., sprechen; ahd. sprehhan?, sprechan, spehhan*, st. V. (4), sprechen, reden, sagen, äußern; as. sprekan, st. V. (4), sprechen; anfrk. sprekan*, sprecan, st. V. (4), sprechen; germ. *sprekan, st. V., sprechen; idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprache, Kluge s. u. sprechen, EWD s. u. sprechen, DW 16, 2798, Falk/Torp 515, Seebold 455, Duden s. u. sprechen, Bluhme s. u. sprechen; Son.: vgl. afries. spreka (1), st. V. (4), sprechen, sagen, behaupten; nfries. spreka, V., sprechen, sagen, behaupten; ae. sprecan, st. V. (5), sprechen, sagen, sich unterhalten (V.); an. -; got. -; nndl. spreken, V., sprechen; ai. spū́rjati, V., donnert, grollt; alb. shpreh, V., ausdrücken, lehren; gr. σφαραγεῖσθαι (spharageisthai), V., schwellen, strotzen; kymr. ffraeth, Adj., witzig, scharfzüngig; lit. sprógti, V., bersten, platzen; GB.: (sprehhan?) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise für das Indogermanische mit anderer Bedeutung erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache Menschen mögliches etwas sagen oder reden; BM.: sprühen bzw. spritzen; F.: sprechen, spreche, sprichst, spricht, sprecht, sprechest, sprechet, sprach, sprachst, sprachen, spracht, spräche, sprächest, sprächen, sprächet, gesprochen, ##gesprochen, gesprochene, gesprochenes, gesprochenem, gesprochenen, gesprochener##, sprechend, ###sprechend, sprechende, sprechendes, sprechendem, sprechenden, sprechender###, sprich (!)+EW; Z.: s-pre-ch-en
$Sprecher, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sprecher, Sprechender; Vw.: s. Fern-, Laut-; E.: s. sprech(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sprechen, EWD s. sprechen, EWD s. u. sprechen, DW 17, 1; GB.: (neben etwas älterem sprāhhāri*) (sprehhāri*) seit 12. Jh. belegte vielleicht nach lat. contionator aus sprech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Sprechenden und von Menschen später für Entfernung und Stärke entwickelte und unterstützend verwendete Geräte; F.: Sprecher, Sprechers, Sprechern+EW; Z.: S-pre-ch-er
Sprehe, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Sprehe, Star (M.) (1); ne. starling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. sprē (2), sprēi, spreey, M., Sprehe, Star (M.) (1); as. sprēha*, sw. F. (n)?, Sprehe, Star (M.) (1); idg. *sper- (6), *per- (6), sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprehe, Kluge s. u. Sprehe, DW 17, 9, Duden s. u. Sprehe; GB.: seit 16. Jh. mnd. und älter as. (sprēha) belegte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen etwas größeren Singvogel mit schillerndem schwarzem Gefieder und kurzem Hals sowie langem spitzem Schnabel; BM.: streuen; F.: Sprehe, Sprehen+EW; Z.: Spreh-e
Spreißel, nhd. (dial.), N., (13. Jh.): nhd. Spreißel, Splitter, Span; ne. splinter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1255 (Frauendienst des Ulrich von Liechtenstein); E.: mhd. sprīzel, st. M., sw. M., Spreißel, Span, Splitter, Lanzensplitter; s. mhd. sprīze, st. M., sw. M., Lanzensplitter, Splitter; ahd. sprizzalōn*, sw. V. (2), spreißeln, spalten, splittern; germ. *sprit-, V., zerspringen, spritzen; vgl. idg. *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Spreißel, DW 17, 11 (Spreiszel), Duden s. u. Spreißel; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: (sprīzel) seit 1255 belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Splitter oder Span; BM.: streuen; F.: Spreißel, Spreißels, Spreißeln+EW; Z.: Sprei-ß-el
spreiten, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. spreiten, ausbreiten; ne. spread (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. spreiten, sw. V., spreiten, ausbreiten, überdecken, sich hinwerfen; mhd. sprīten, st. V., spreiten, ausbreiten; mhd. sprīden, st. V., sich ausbreiten, sich zerstreuen, zersplittern; mnd. sprēden, spreiden, sw. V., spreiten, verteilen, legen, ausbreiten, breiten, decken, aufschlagen, spannen, auslegen; mnl. spreiden, V., spreiten, ausbreiten; ahd. spreiten*, sw. V. (1a), ausbreiten, breiten, decken, bedecken; ahd. sprītan*, st. V. (1a), ausbreiten, umherschweifen, ausspannen, wuchern as. -; anfrk. *spreiden?, sw. V. (1), ausbreiten; germ. *spraidjan, sw. V., ausbreiten; germ. *spreidan?, st. V., ausbreiten; vgl. idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. spreiten, Kluge s. u. spreiten, DW 17, 14, Falk/Torp 517, Duden s. u. spreiten; Son.: vgl. afries. -; ae. sprǣdan, sw. V. (1), spreiten, ausbreiten; an. -; aschw. sprēda, V., spreiten; got. -; nndl. spreiden, V., spreiten; GB.: (spreiten) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches (sich) ausbreiten; BM.: streuen; F.: spreiten, spreite (!), spreitest, spreitet, spreitete, spreitetest, spreiteten, spreitetet, gespreitet, ##gespreitet, gespreitete, gespreitetes, gespreitetem, gespreiteten, gespreiteter##, spreitend, ###spreitend, spreitende, spreitendes, spreitendem, spreitenden, spreitender###, spreit (!)+EW; Z.: s-prei-t-en
$Spreize, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Spreize; E.: s. spreizen; L.: DW 17, 18, EWD s. u. spreizen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit spreizen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete waagerechte Strebe mit der Bauteile abgespreizt werden sowie für eine turnerische Stellung des Menschen bei der ein Bein gespreizt wird; F.: Spreize, Spreizen+EW; Son.: älter ahd. spriuza drittes Viertel neuntes Jh.;Z.: S-prei-z-e
spreizen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. spreizen, seitlich wegstrecken, einen Gegenstand mit einer Stütze versehen (V.), emporrecken; ne. spread (V.), straddle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spriuzen, sw. V., stützen, spreizen; mnd. sprīssen, sw. V., spreizen; s. mhd. spriuzen, sw. V., aufreißen, stützen, spreizen, stemmen; ahd. spriuzen*, sw. V. (1a), stemmen, sich stemmen, stützen, unterstützen, spreizen; as. -; anfrk. -; germ. *spreutan, *sprūtan, sw. V., sprießen, spritzen; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; s. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. spreizen, Kluge s. u. spreizen, DW 17, 19, EWD s. u. spreizen, Falk/Torp 517, Seebold 459, Duden s. u. spreizen, Bluhme s. u. spreizen; Son.: vgl. afries. sprūta, st. V. (2), sprießen, abstammen; ae. *sprūtan, st. V. (2), sprießen, wachsen (V.) (1); an. -; got. spriutan, st. V. (2), sprießen, hervorschießen; nndl. spreiden, V., spreizen; nschw. spreta, V., spreizen; nnorw. sprette, V., hüpfen; GB.: (spriuzen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches so weit wie möglich seitwärts wegstrecken oder mit einer Stütze versehen (V.); BM.: streuen bzw. sprühen; F.: spreizen (!), spreize (!), spreizst, spreizt, spreizest, spreizet, spreizte, spreiztest, spreizten, spreiztet, gespreizt, ##gespreizt, gespreizte, gespreiztes, gespreiztem, gespreizten, gespreizter##, spreizend, ###spreizend, spreizende, spreizendes, spreizendem, spreizenden, spreizender###, spreiz (!)+EW; Z.: s-prei-z-en
Sprengel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Sprengel, Weihwassersprengel, Büschel; ne. diocese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1301 (Kreuzfahrt Landgraf Ludwigs des Frommen); E.: mhd. sprengel, st. M., Sprengel, Büschel, Weihwedel, Weihwasser; mnd. sprengel (1), M., Weihquast, Sprengel, Bischofsbezirk, soweit von einem Bischofssitz das Weihwasser versandt wird, Aufsichtsbezirk eines Weihbischofs; s. mhd. sprengen, sw. V., sprengen, streuen, spritzen; mnd. sprengen (1), sw. V., sprengen, gewaltsam stoßen, stürzen, springen machen, streuen; ahd. sprengen*, sw. V. (1a), ausstreuen, verbreiten, springen machen, sprengen, erklingen lassen, träufeln; as. *sprengian?, sw. V. (1a), sprengen; germ. *sprangjan, sw. V., springen machen, sprengen; idg. *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprengel, Kluge s. u. Sprengel, DW 17, 26, EWD s. u. Sprengel, Duden s. u. Sprengel, Bluhme s. u. Sprengel; GB.: seit 1301 belegte und mit sprengen verbindbare Bezeichnung für ein Büschel und den Amtsbereich eines Geistlichen; BM.: sprühen; F.: Sprengel, Sprengels, Sprengeln+EW; Z.: S-pre-ng-el
sprengen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sprengen, aussprengen, zerstören; ne. strew; Vw.: -; Hw.: s. Sprengel, springen, Sprenkel (2), sprenzen; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. sprengen, sw. V., sprengen, streuen, spritzen; mnd. sprengen (1), sw. V., sprengen, gewaltsam stoßen, stürzen, springen machen, streuen; mnl. sprengen, sw. V., sprengen; ahd. sprengen*, sw. V. (1a), ausstreuen, verbreiten, springen machen, sprengen, erklingen lassen, träufeln; as. *sprengian?, sw. V. (1a), sprengen; anfrk. -; germ. *sprangjan, sw. V., springen machen, sprengen; idg. *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprengel, Kluge s. u. sprengen, DW 17, 28, EWD s. u. sprengen, Falk/Torp 516, Seebold 457, Duden s. u. sprengen; Son.: vgl. afries. sprendza, sprenga, sw. V. (1), besprengen; ae. sprėngan, sprængan, sw. V. (1), zerstreuen, aussprengen, säen, springen; an. sprengja, sw. V. (1), laufen machen, springen lassen; got. -; nschw. spränga, V., sprengen; nnorw. sprenge, V., sprengen; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für springen machen oder bersten machen oder zerstören; BM.: springen lassen bzw. sprühen; F.: sprengen, sprenge, sprengst, sprengt, sprengest, sprenget, sprengte, sprengtest, sprengten, sprengtet, gesprengt, ##gesprengt, gesprengte, gesprengtes, gesprengtem, gesprengten, gesprengter##, sprengend, ###sprengend, sprengende, sprengendes, sprengendem, sprengenden, sprengender###, spreng (!)+EW; Z.: s-pre-ng-en
Sprenkel (1), nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Sprenkel (M.) (1), Vogelstrick, Fangschlinge, Schlinge; ne. springe (N.); Vw.: -; Hw.: s. springen, sprengen; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. sprinkel (3), M., Vogelstrick, Fangschlinge; s. mnd. springen (1), sprinken, sprengen, st. V., springen, entspringen, zerspringen, erregt in die Höhe fahren, schnell erheben, hüpfen; as. springan*, st. V. (3a), springen; germ. *sprengan, st. V., springen; idg. *sperg̑ʰ-, *spreg̑ʰ-, *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; s. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprenkel 1, Kluge s. u. Sprenkel 1, DW 17, 47, Duden s. u. Sprenkel; Son.: s. mhd. sprinke, M., F., Falle, Fessel (F.) (1)?; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit springen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon früher für den Fang von Vögeln und anderen Tieren entwickelte und verwendete Schlinge; BM.: springen bzw. spritzen; F.: Sprenkel, Sprenkels, Sprenkeln+EW; Z.: Spre-nk-el
Sprenkel (2), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Sprenkel (M.) (2), Sprinkel; ne. speckle (N.); Vw.: -; Hw.: s. sprengen, Sprinkler; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. mhd. sprinkel, st. M., Sprenkel (M.) (2), Sprinkel; mnd. sprinkel (2), F., Sommersprosse, Fleck im Gesicht; mhd. sprengen, sw. V., sprengen, streuen, spritzen; mnd. sprengen (1), sw. V., sprengen, gewaltsam stoßen, stürzen, springen machen, streuen; mnl. sprengen, sw. V., sprengen; ahd. sprengen*, sw. V. (1a), ausstreuen, verbreiten, springen machen, sprengen, erklingen lassen, träufeln; as. *sprengian?, sw. V. (1a), sprengen; anfrk. -; germ. *sprangjan, sw. V., springen machen, sprengen; idg. *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprenkel 2, Kluge s. u. Sprenkel 2, DW 17, 46, EWD s. u. Sprenkel, Duden s. u. Sprenkel, Bluhme s. u. Sprenkel 2; Son.: vgl. nschw. (dial.) sprällel, Sb., Fleck; GB.: seit 1348/1350 belegte und mit sprengen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen kleinen Fleck (auf der Haut); BM.: spritzen; F.: Sprenkel, Sprenkels, Sprenkeln+EW; Z.: S-pre-nk-el
$sprenkeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. sprenkeln, mit Sprenkeln versehen (V.); E.: s. Sprenkel, s. (e)n; L.: Kluge 1. A. s. u. Sprenkel 2, DW 17, 49, EWD s. u. Sprenkel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sprenkel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Sprenkeln versehen (V.); F.: sprenkeln, sprenkel (!), sprenkle, sprenkele, sprenkelst, sprenkelt, sprenkelte, sprenkeltest, sprenkelten, sprenkeltet, gesprenkelt, ###gesprenkelt, gesprenkelte, gesprenkeltes, gesprenkeltem, gesprenkelten, gesprenkelter###, sprenkelnd, ###sprenkelnd, sprenkelnde, sprenkelndes, sprenkelndem, sprenkelnden, sprenkelnder###, sprenkel (!)+EW; Z.: s-pre-nk-el-n
sprenzen, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.?): nhd. sprenzen, spritzen, besprengen; ne. water (V.); Vw.: -; Hw.: s. sprengen, springen; E.: s. mhd. sprenzen (2), sw. V., sprengen, spritzen, bunt machen, schmücken, putzen, sprenkeln, sich spreizen, zeigen, kleiden in, einherstolzieren; vgl. ahd. sprengen*, sw. V. (1a), ausstreuen, verbreiten, springen machen, sprengen, erklingen lassen, träufeln; germ. *sprangjan, sw. V., springen machen, sprengen; idg. *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. sprenzen, DW 17, 51, Duden s. u. sprenzen; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und mit sprengen verbindbare Bezeichnung für mit Wasser besprengen; BM.: zucken bzw. sprühen; F.: sprenzen, sprenze, sprenzst (!), sprenzt, sprenzest, sprenzet, sprenzte, sprenztest, sprenzten, sprenztet, gesprenzt, ##gesprenzt, gesprenzte, gesprenztes, gesprenztem, gesprenzten, gesprenzter##, sprenzend, ###sprenzend, sprenzende, sprenzendes, sprenzendem, sprenzenden, sprenzender###, sprenz (!)+EW; Z.: s-pre-n-z-en
Spreu, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spreu, Spelze, Getreidehülse, Getreideabfall; ne. chaff (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spriu, sprū, st. M., st. N., st. F., Spreu, Geringstes; mnd. sprǖ, sprǖe, sprů, N., Spreu, Kaff (N.) (2); ahd. spriu, st. N. (wa), Spreu, Kaff (N.) (2); as. spriu*, st. N. (wa), Spreu; vgl. germ. *sprewjan, sw. V., sprühen; idg. *spreu-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spreu, Kluge s. u. Spreu, EWD s. u. Spreu, DW 17, 52, Falk/Torp 517, Duden s. u. Spreu, Bluhme s. u. Spreu; Son.: vgl. kymr. ffrau, Sb., Hervorsprudeln; lett. spraūtiēs, V., hervordringen, emporkommmen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Grannen und Hülsen und Spelzen von Getreide oder aus der Sicht des Getreide nutzenden Menschen für Getreidehülse oder Getreideabfall; BM.: sprühen; F.: Spreu+EW; Z.: Spreu
$Sprichwort, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Sprichwort; E.: s. sprech(en), s. Wort; L.: Kluge 1. A. s. u. Sprichwort, Kluge s. u. Sprichwort, DW 17, 62, EWD s. u. Sprichwort; BM.: unklar?; GB.: seit um 1210 belegte und vielleicht nach lat. proverbium aus sprech(en) (sowie Spruch) und Wort gebildete Bezeichnung für ein sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliches geläufiges Wort oder meist eine Erfahrungsweisheit von Menschen mitteilende Redensart wie beispielsweise aller guten Dinge sind drei oder Morgenstund‘ hat Gold im Mund oder wer zuerst kommt mahlt zuerst oder es ist nicht alles Gold was glänzt oder wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein oder Schuster bleib bei deinem Leisten oder was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr oder wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte oder alle Wege führen nach Rom oder Lügen haben kurze Beine oder von nichts kommt nichts oder bellende Hunde beißen nicht oder was der Bauer nicht kennt frisst er nicht (oder insgesamt für die deutsche Sprache geschätzte 250000 Sprichwörter und Redewendungen); F.: Sprichwort, Sprichwortes, Sprichworts, Sprichwörter, Sprichwörtern+EW; Z.: S-pri-ch—wor-t
$sprichwörtlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. sprichwörtlich, einem Sprichwort gemäß oder erfahrungsgemäß oder allgemein bekannt; E.: s. Sprichwort, s. lich; L.: DW 17, 62, EWD s. u. Sprichwort; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sprichwort und lich gebildete Bezeichnung für einem Sprichwort gemäß oder erfahrungsgemäß oder allgemein bekannt; F.: sprichwörtlich, sprichwörtliche, sprichwörtliches, sprichwörtlichem, sprichwörtlichen, sprichwörtlicher+EW; Z.: s-pri-ch—wör-t—lich
Spriegel, Sprügel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Spriegel, Sprügel, ein eine Plane tragender Bügel; ne. hoop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Spriegel, Kluge s. u. Spriegel, DW 17, 47, Duden s. u. Spriegel; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen eine Plane tragenden Bügel; BM.: ?; F.: Spriegel, Spriegels, Spriegeln, Sprügel, Sprügels, Sprügeln+EW; Son.: versprigeln, V., mit Spriegeln oder Holzbügeln verschließen zwölfhundertneunundsechzig; Z.: Sprieg-el
sprießen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. sprießen, hervorwachsen, zu wachsen beginnen; ne. spring (V.), sprout (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spriet, Spross, Sprotte; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. spriezen (1), sprūzen, st. V., sprießen, entstehen, auseinanderwachsen, emporwachsen; mnd. sprūten, st. V., sw. V., sprießen, entsprießen, entstammen, folgen, treiben, herstammen; mnl. sprūten, st. V., sprießen; ahd. *spriozan?, st. V. (2b?), sprießen; as. -; anfrk. -; germ. *spreutan, st. V., sprießen, spritzen; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; s. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sprieszen, Kluge s. u. sprießen, DW 17, 73 (sprieszen), EWD s. u. sprießen, Duden s. u. sprießen, Bluhme s. u. spriessen; Son.: vgl. afries. sprūta, st. V. (2), sprießen, abstammen; ae. *sprūtan, st. V. (2), sprießen, wachsen (V.) (1); an. -; got. *spriutan, st. V. (2), sprießen, hervorschießen; nndl. spruiten, V., sprießen; kymr. ffrwst, M., Hast, Eile; lit. spráusti, V., in einen engen Raum pressen, einklemmen; lett. sprâgt, V., bersten, platzen, sprießen; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hervorwachsen oder zu wachsen beginnen; BM.: sprühen bzw. streuen; F.: sprießen, sprieße (!), sprießt, sprießest, sprießet, spross (!), sprossest, sprossen (!), sprosst, sprösse, sprössest, sprössen, sprösset, gesprossen, ##gesprossen, gesprossene, gesprossenes, gesprossenem, gesprossenen, gesprossener##, sprießend, ###sprießend, sprießende, sprießendes, sprießendem, sprießenden, sprießender###, sprieß (!)+EW; Z.: s-prie-ß-en
Spriet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Spriet, Stange; ne. sprit; Vw.: -; Hw.: s. sprießen, Sprosse; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. sprēt, spreeth, N., Spriet, eiserne wohl geformte Stange oder Baum, von einem Mast (M.) ausgehende Segelstange, Stange die Hintergestell und Vordergestell eines Wagens verbindet; mnl. spriet, Sb., Spriet; vgl. germ. *sprutō-, *sprutōn, *spruta-, *sprutan, sw. M. (n), Spross; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; s. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Spriet, DW 17, 76, Duden s. u. Spriet, Falk/Torp 518, Bluhme s. u. Spriet; Son.: vgl. ae. spréot, M., Pfahl, Stange, Speer; an. sproti, sw. M. (n), Zweig, Stab; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine diagonal von dem Mast (M.) ausgehende dünne Stange für das Sprietsegel eines von Menschen entwickelten und verwendeten Segelschiffs; BM.: sprühen bzw. streuen; F.: Spriet, Sprietes, Spriets, Spriete, Sprieten+EW; Z.: S-prie-t
$Springbrunnen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Springbrunnen; E.: s. spring(en), s. Brunnen; L.: DW 17, 80, EWD s. u. springen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spring(en) und Brunnen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dem 12. Jh. nach natürlichem Vorbild entwickelten und verwendeten Brunnen aus dem das Wasser je nach verwendbarem Druck (etwas) entgegen der Schwerkraft (bis zu mehr als 100 Metern) in die Höhe fließt oder springt oder gedrückt wird; F.: Springbrunnen, Springbrunnens+EW; Z.: S-pri-ng-bru-nn-en
springen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. springen, in die Höhe schnellen, bersten; ne. jump (V.), spring (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sprung, sprengen, Sprenkel (1), sprenzen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. springen, st. V., springen, laufen, stürzen, spritzen; mnd. springen (1), sprinken, sprengen, st. V., springen, entspringen, zerspringen, erregt in die Höhe fahren, schnell erheben, hüpfen; mnl. springhen, st. V., springen; ahd. springan*, st. V. (3a), springen, sprudeln, fließen, herausspringen, entspringen, hervorquellen, aufspringen; as. springan*, st. V. (3a), springen; anfrk. *springan?, st. V. (3a), springen; germ. *sprengan, st. V., springen; idg. *sperg̑ʰ-, *spreg̑ʰ-, *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; s. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), perə-, prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. springen, Kluge s. u. springen, DW 17, 81, EWD s. u. springen,Falk/Torp 516, Seebold 457, Duden s. u. springen, Bluhme s. u. springen; Son.: vgl. afries. springa, st. V. (3a), springen; saterl. springa, V., springen; ae. springan, st. V. (3a), springen, hervorbrechen, sich erheben, sich verbreiten; an. springa, st. V. (3a), springen, rennen, bersten; got. -; nndl. springen, V., springen; nnorw. springe, V., springen; ai. spṛhayati, V., sehnt sich nach, verlangt, beneidet; gr. σπέρχεσθαι (spérchesthai), V., einherstürmen, eilen; GB.: (springan) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches durch Sichabstoßen mit den Beinen von dem Boden entgegen der Schwerkraft etwas für kurze Zeit in die Höhe schnellen oder auch zerspringen oder bersten; BM.: sprühen; F.: springen, springe, springst, springt, springest, springet, sprang, sprangst, sprangen, sprangt, spränge, sprängest, sprängen, spränget, gesprungen, ##gesprungen, gesprungene, gesprungenes, gesprungenem, gesprungenen, gesprungener##, springend, ###springend, springende, springendes, springendem, springenden, springender###, spring (!)+EW; Z.: s-pri-ng-en
$Springer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Springer, Springender; E.: s. spring(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. springen, DW 17, 102, EWD s. u. springen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus spring(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Springenden und später für die Figur des Pferdes in dem von Menschen entwickelten Brettspiel Schach; F.: Springer, Springers, Springern+EW; Z.: S-pri-ng-er
$Springflut, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Springflut; E.: s. spring(en), s. Flut; L.: EWD s. u. springen, DW 17, 108; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spring(en) und Flut gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche bei Neumond oder Vollmond immer wieder einmal eintretende große Flut oder etwas höhere Flut; F.: Springflut, Springfluten+EW; Z.: S-pri-ng—flu-t
$Springinsfeld, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Springinsfeld; E.: s. springen, s. in, s. (da)s, s. Feld; L.: EWD s. u. springen, DW 17, 111; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus spring(en) und in und (da)s sowie Feld gebildete Bezeichnung für einen Landsknecht oder Handwerksburschen sowie später einen unbekümmerten und übermütigen Menschen oder ein fröhliches Kind; F.: Springinsfeld, Springinsfeldes, Springinsfelds+EW; Z.: S-pri-ng—in-s—fel-d
$Springwurz, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Springwurz; E.: s. spring(en), s. Wurz; L.: Kluge s. u. Springwurz, DW 17, 122; GB.: (springwurz) seit 12. Jh. belegte und aus spring(en) und wurz gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche kleine Pflanze (Spring-Wolfsmilch); F.: Springwurz, Springwurzen+EW; Z.: S-pri-ng—wurz
Sprinkler, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sprinkler, Brause; ne. sprinkler; Vw.: -; Hw.: s. Sprenkel (2); Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. sprinkler; E.: s. ne. sprinkler, N., Sprinkler, Brause; vgl. ne. sprinkle, V., sprenkeln, besprühen, bespritzen; vielleicht von mnl. sprenkelen, V., sprenkeln; vgl. germ. *sprangjan, sw. V., springen machen, sprengen; idg. *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sprinkler, Duden s. u. Sprinkler, Bluhme s. u. Sprinkler; Son.: vgl. nndl. sprinkler, Sb., Sprinkler; frz. sprinkler, M., Sprinkler; nschw. sprinkler, Sb., Sprinkler; nnorw. sprinkler, M., Sprinkler; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Mittelniederländischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Anlage zu einem bei Bedarf möglichen maschinellen Versprühen von Wasser; BM.: sprühen bzw. spritzen; F.: Sprinkler, Sprinklers, Sprinklern+FW; Z.: S-pri-nk-l-er
Sprint, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sprint, Kurzstreckenlauf; ne. sprint (N.); Vw.: -; Hw.: s. sprinten; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. sprint; E.: s. ne. sprint, N., Sprint; ne. sprint, V., sprinten, schnell laufen; aus einer nordgermanischen Sprache, vgl. nschw. spritta, V., zucken; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Sprint, EWD s. u. Sprint, fehlt DW, Duden s. u. Sprint, Bluhme s. u. Sprint; Son.: vgl. nndl. sprint, Sb., Sprint; frz. sprint, M., Sprint; nnorw. sprint, M., Sprint; poln. sprint, M., Sprint; kymr. sbrint, M., Sprint; lit. sprintas, M., Sprint; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar einer nordgermanischen Sprache aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für möglichst schnelles Laufen von Sportlern auf einer kurzen Strecke (Kurzstreckenlauf) von 100 oder 200 Metern; BM.: laufen; F.: Sprint, Sprints+FW; Z.: S-pri-n-t
sprinten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. sprinten, eine kurze Strecke möglichst schnell laufen; ne. sprint (V.); Vw.: -; Hw.: s. Sprint; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. sprint; E.: s. ne. sprint, V., sprinten, schnell laufen; aus einer nordgermanischen Sprache, vgl. nschw. spritta, V., zucken; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); E.: s. Sprint; L.: Kluge s. u. Sprint, fehlt DW, EWD s. u. Sprint, Duden s. u. sprinten; Son.: vgl. nndl. sprinten, V., sprinten; frz. sprinter, V., sprinten; nschw. sprinta, V., sprinten; nnorw. sprinte, V., sprinten; kymr. sbrintio, V., sprinten; lit. sprintuoti, V., sprinten; GB.: seit etwa 1920-1930 aus dem Neuenglischen aufgenommene und durch en (Suff.) umgebildete sowie mittelbar aus einer nordgermanischen Sprache aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine kurze Strecke möglichst schnell laufen; BM.: laufen; F.: sprinten, sprinte, sprintest, sprintet, sprintete, sprintetest, sprinteten, sprintetet, gesprintet, ##gesprintet, gesprintete, gesprintetes, gesprintetem, gesprinteten, gesprinteter##, sprintend, ###sprintend, sprintende, sprintendes, sprintendem, sprintenden, sprintender###, sprint (!)+FW(+EW); Z.: s-pri-n-t-en
$Sprinter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sprinter, Kurzstreckenläufer; E.: s. sprint(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Sprint, EWD s. u. Sprint, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1920-1930 belegte und aus sprint(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Kurzstreckenläufer; F.: Sprinter, Sprinters, Sprintern+FW; Z.: S-pri-n-t-er
Sprit, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sprit, Benzin, Spiritus, Alkohol; ne. spiritus, spirit (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sprit, Spiritual, Spiritualität, Spirituose, Spiritismus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. spīritus; E.: s. lat. spīritus, M., Hauch, Lufthauch, Luftzug, Luft, Einatmen, Atemholen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Spiritus, EWD s. u. Spiritus, Bluhme s. u. Sprint; Son.: Abkürzung von Spiritus; vgl. frz. esprit, M., Geist; nschw. sprit, Sb., Spiritus; nnorw. sprit, M., Spiritus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus lat. spīritus gebildete Bezeichnung für den technischen Zwecken dienenden und deshalb nicht trinkbaren vergällten Alkohol; BM.: blasen; F.: Sprit, Sprites, Sprits, Spriten+FW; Z.: S-pri-t
$Spritze, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Spritze; Hw.: s. spritzen; L.: Kluge s. u. spritzen, DW 17, 126, EWD s. u. spritzen; GB.: (sprizza) seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Beförderung einer Flüssigkeit wie beispielsweise Wasser durch eine Feuerwehr oder eines Arzneimittels durch medizinisches Personal; F.: Spritze, Spritzen+EW; Z.: S-pri-tz-e
spritzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. spritzen, Flüssigkeit herauspressen, hervorquellen; ne. splash (V.), splatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spritze, s. Spurt?, spurten?; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: mhd. sprützen, sw. V., spritzen, sprossen, herausspritzen aus, bespritzen; mnd. sprütten, sw. V., spritzen, speien, spucken; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *sprutjan, sw. V., sprießen, spritzen; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; s. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. spritzen, Kluge s. u. spritzen, DW 17, 129, EWD s. u. spritzen, Falk/Torp 518, Seebold 459, Duden s. u. spritzen, Bluhme s. u. spritzen; Son.: vgl. afries. -; ae. spryttan, sw. V. (1), sprießen, hervorkommen, entspringen; an. -; got. -; nndl. spuiten, V., spritzen; nschw. spruta, V., spritzen; nnorw. sprute, V., spritzen; GB.: um 1300 belegte und mit Spritze verbindbare Bezeichnung für von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes eine Flüssigkeit (in Form von Tropfen oder anderen Einzelteilen oder als Strahl) irgendwohin gelangen lassen; BM.: sprühen; F.: spritzen (!), spritze (!), spritzst, spritzt, spritzest, spritzet, spritzte, spritztest, spritzten, spritztet, gespritzt, ##gespritzt, gespritzte, gespritztes, gespritztem, gespritzten, gespritzter##, spritzend, ###spritzend, spritzende, spritzendes, spritzendem, spritzenden, spritzender###, spritz (!)+EW; Z.: s-pri-tz-en
$Spritzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spritzer; E.: s. spritz(en), s. er; L.: Kluge s. u. spritzen, EWD s. u. spritzen, DW 17, 135; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spritz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen kleinen ungewollt an einen Ort kommenden Teil einer Flüssigkeit sowie später auch für ein Mischgetränk (Gespritzter); F.: Spritzer, Spritzers, Spritzern+EW; Z.: S-pri-tz-er
$spritzig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spritzig, spritzbar, anregend, prickelnd, flüssig, unterhaltsam; L.: Kluge s. u. spritzen, EWD s. u. spritzen, DW 17, 137; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus spritz(en) und ig gebildete Bezeichnung für spritzbar oder anregend oder prickelnd oder flüssig oder unterhaltsam; F.: spritzig, spritzige, spritziges, spritzigem, spritzigen, spritziger(, spritzigere, spritzigeres, spritzigerem, spritzigeren, spritzigerer, spritzigst, spritzigste, spritzigstes, spritzigstem, spritzigsten, spritzigster)+EW; Z.: s-pri-tz-ig
$Spritztour, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Spritztour, kleiner Ausflug; E.: s. spritz(en), s. Tour; L.: DW 17, 139, EWD s. u. spritzen; GB.: seit 19. Jh, belegte und aus spritz(en) und Tour in der Studentensprache gebildete Bezeichnung für einen kleinen Ausflug ohne umständliche Vorbereitung; F.: Spritztour, Spritztouren+EW+FW; Z.: S-pri-tz—tour
spröde, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. spröde, brüchig, leicht brechend; ne. brittle (Adj.), chapped; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. sprȫde, Adj., spröde, dürftig, mager, wenig ergiebig, kärglich; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit springen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. spröde, Kluge s. u. spröde, EWD s. u. spröde, DW 17, 142, Duden s. u. spröde, Bluhme s. u. sproede; Son.: s. fläm. sprooi, Adj., spröde; me. sprēþe, Adj., spröde; nschw. spröd, Adj., spröde; nnorw. sprø, Adj., spröde; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für brüchig oder leicht brechend einer Gegebenheit in Gegensatz zu geschmeidig; BM.: ?; F.: spröde, spröd, sprödes, sprödem, spröden, spröder(, sprödere, spröderes, spröderem, spröderen, spröderer, sprödest, sprödeste, sprödestes, sprödestem, sprödesten, sprödester)+EW; Z.: spröd-e
$Sprödigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sprödigkeit, Brüchigkeit; E.: s. spröd(e), s. ig, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. spröde, DW 17, 148, EWD s. u. spröde; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus spröd(e) und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für Brüchigkeit einer Gegebenheit; F.: Sprödigkeit, Sprödigkeiten+EW; Z.: Spröd-ig-kei-t
Spross, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Spross, junger Trieb, Nachkomme; ne. sprout (N.); Vw.: -; Hw.: s. sprießen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. spruz, sproz, st. M., Spross, Schößling; mnd. sprūt, spruut, M., Spross, Sprössling; mhd. spriezen, st. V., sprießen, entstehen, auseinanderwachsen; ahd. *spriozan?, st. V. (2b?), sprießen; germ. *spreutan, *sprūtan, sw. V., sprießen, spritzen; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; s. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992, 993; vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Spross, DW 17, 150 (Sprosz), EWD s. u. Sprosse, Duden s. u. Spross, Bluhme s. u. Spross; GB.: (spruz) seit 15. Jh. belegte und mit sprießen verbindbare Bezeichnung für einen jungen Trieb oder einen Nachkommen; BM.: sprühen bzw. streuen; F.: Spross, Sprosses, Sprosse (!), Sprossen (!)+EW; Z.: S-pro-ss
Sprosse, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Sprosse, Leitersprosse, Stufe, Querholz einer Leiter (F.); ne. rung; Vw.: -; Hw.: s. Sprosser, sprießen, Spriet; Q.: 1000 (Notker); E.: s. mhd. sprozze, sw. M., sw. F., Stufe, Leitersprosse; mnd. sprōte, sprāte, F., Spross, Sprössling, Leitersprosse, Sprosse; mnl. sporte, F., Sprosse; ahd. sprozzo*, sw. M. (n), Sprosse; as. -; anfrk. -; germ. *sprutō-, *sprutōn, *spruta-, *sprutan, sw. M. (n), Spross; idg. *spreud-?, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; vgl. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., spritzen, sprühen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprosse, Kluge s. u. Sprosse, EWD s. u. Sprosse, DW 17, 150, Falk/Torp 518, Duden s. u. Sprosse, Bluhme s. u. Sprosse; Son.: vgl. afries. -; ae. sprota, sw. M. (n), Zweig, Spross, Pflock, Nagel; ae. spréot, M., Pfahl, Stange, Speer; an. sproti, sw. M. (n), Zweig, Stab; got. -; nndl. sport, Sb., Sprosse; nschw. spröjs, Sb., Sprosse; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Leitersprosse oder das Querholz einer Leiter (F.); BM.: Seitenast bzw. sprühen; F.: Sprosse, Sprossen+EW; Z.: S-pro-ss-e
$sprossen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sprossen, Spross bilden, sprießen; L.: Kluge s. u. Spross, DW 17, 156, EWD s. u. Sprosse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Spross und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Spross bilden oder sprießen; F.: sprossen (!), sprosse (!), sprossst (!), sprosst, sprossest, sprosset, sprosste, sprosstest, sprossten, sprosstet, gesprosst, ##gesprosst, gesprosste, gesprosstes, gesprosstem, gesprossten, gesprosster##, sprossend, ###sprossend, sprossende, sprossendes, sprossendem, sprossenden, sprossender###, spross (!)+EW; Z.: s-pro-ss-en
Sprosser, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sprosser, ein Singvogel; ne. a songbird; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Sprosse; L.: Kluge s. u. Sprosser, DW 17, 161, Duden s. u. Sprosser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus spross(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen der Nachtigall ähnlichen Singvogel; BM.: Sprosse (wegen der Brustzeichnung von Flecken in dem Gefieder); F.: Sprosser, Sprossers, Sprossern+EW; Z.: S-pro-ss-er
$Sprössling, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Sprössling, Spross, Trieb, Abkömmling; L.: Kluge s. u. Spross, DW 17, 161, EWD s. u. Sprosse; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Spross und ling gebildete Bezeichnung für einen Trieb oder Abkömmling; F.: Sprössling, Sprösslings, Sprösslinge, Sprösslingen+EW; Z.: S-prö-ss-ling
Sprotte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sprotte, ein kleiner Heringsfisch; ne. sprat; Vw.: -; Hw.: s. sprießen; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. sprot (1), sprotte, F., Sprotte (ein Fisch), ein kleiner Fisch, geräucherte Sardelle; mnl. sprot, F., Sprotte; ae. sprott, M., Sprotte; s. germ. *sprutto, Sb., Brißling; vgl. idg. *sper- (5, 6), *per- (6), V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, streuen, spritzen, säen, sprengen, sprühen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.), 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sprotte, Kluge s. u. Sprotte, DW 17, 164, EWD s. u. Sprotte, Duden s. u. Sprotte, Bluhme s. u. Sprotte; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Heringsfisch; BM.: sprühen; F.: Sprotte, Sprotten+EW; Z.: S-pro-t-t-e
Spruch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Spruch; ne. quote (N.), saying (N.); Vw.: -; Hw.: s. sprechen, Sprache; Q.: um 1200 (Iwein); E.: mhd. spruch, st. M., Spruch, Sangspruch, Wort, Vers, Rede, kleineres Gedicht, ausgezeichneter Spruch, Sinnspruch, Sentenz, Sprichwort; mnd. sprȫke, M., Spruch, Gespräch, Beredung, Besprechung, Rede, Gerede, Erzählung, Ausspruch; mnl. sprōke, M., Spruch; s. mhd. sprechen (1), st. V., sprechen, sagen, vereinbaren, reden, sprechen von, Namen geben, nennen, besprechen, aussprechen; mnd. sprēken (1), st. V., sprechen, aussprechen, sagen, sprechend äußern, lauten, bedeuten, Anspruch erheben, Einspruch erheben, fordern; ahd. sprehhan?, sprechan, spehhan*, st. V. (4), sprechen, reden, sagen, äußern; as. sprekan, st. V. (4), sprechen; germ. *sprekan, st. V., sprechen; idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spruch, Kluge s. u. sprechen, DW 17, 165, EWD s. u. Spruch, Duden s. u. Spruch, Bluhme s. u. Spruch; Son.: vgl. nndl. spreuk, Sb., Spruch; GB.: seit um 1200 belegte und mit sprechen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Sprache möglichen von einem Menschen einprägsam und treffend formulierten Gedanken wie beispielsweise Der frühe Vogel fängt den Wurm oder Jeder ist seines Glückes Schmied oder Besser spät als nie oder Auch aus Steinen die einem in den Weg gelegt sind kann man etwas Schönes bauen; BM.: sprühen bzw. spritzen; F.: Spruch, Spruches, Spruchs, Sprüche, Sprüchen+EW; Z.: S-pru-ch
$spruchreif, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spruchreif, entscheidungsreif; L.: Kluge s. u. spruchreif, DW 17, 180, EWD s. u. Spruch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spruch und reif gebildete Bezeichnung für entscheidungsreif; F.: spruchreif, spruchreife, spruchreifes, spruchreifem, spruchreifen, spruchreifer(, spruchreifere, spruchreiferes, spruchreiferem, spruchreiferen, spruchreiferer, spruchreifst, spruchreifste, spruchreifstes, spruchreifstem, spruchreifsten, spruchreifster)+EW; Z.: s-pru-ch—rei-f
$Sprudel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sprudel, Wirbel, Quelle; L.: Kluge s. u. sprudeln, DW 17, 181, EWD s. u. sprudeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit sprudeln verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Wirbel oder eine Quelle; F.: Sprudel, Sprudels, Sprudeln+EW; Z.: Spru-d-el
sprudeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. sprudeln, wallend und wirbelnd hervorquellen oder hervorströmen; ne. bubble (V.), fizz (V.); Vw.: -; Hw.: s. sprühen; Q.: 17. Jh.; E.: Weiterbildung zu sprühen (s. d.); L.: Kluge s. u. sprudeln, DW 17, 182, EWD s. u. sprudeln, Duden s. u. sprudeln, Bluhme s. u. sprudeln; Son.: vgl. nschw. sprudla, V., sprudeln; nnorw. sprudle, V., sprudeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sprudel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches wallend und wirbelnd hervorquellen oder hervorströmen; BM.: sprühen bzw. streuen; F.: sprudeln (!), sprudel (!), sprudle, sprudelst, sprudelt, sprudelte, sprudeltest, sprudelten, sprudeltet, gesprudelt, ##gesprudelt, gesprudelte, gesprudeltes, gesprudeltem, gesprudelten, gesprudelter##, sprudelnd, ###sprudelnd, sprudelnde, sprudelndes, sprudelndem, sprudelnden, sprudelnder###, sprudel (!)+EW; Z.: spru-d-el-n
sprühen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sprühen, stieben, fein regnen; ne. spray (V.); Vw.: -; Hw.: s. sprudeln, Spray; Q.: 16. Jh.; E.: letztlich von vgl. germ. *sprewjan, sw. V., sprühen; idg. *spreu-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 994; idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen, Pokorny 993 (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sprühen, Kluge s. u. sprühen, DW 17, 186, EWD s. u. sprühen, Duden s. u. sprühen, Bluhme s. u. spruehen; Son.: vgl. nndl. sproeien V., ausgießen, spritzen; frz. esproher, V., besprengen (Lw. aus dem Deutschen); GB.: seit 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in vielen kleinen fein verteilten Tröpfchen an eine bestimmte Stelle gelangen lassen; BM.: sprühen bzw. streuen; F.: sprühen, sprühe, sprühst, sprüht, sprühest, sprühet, sprühte, sprühtest, sprühten, sprühtet, gesprüht, ##gesprüht, gesprühte, gesprühtes, gesprühtem, gesprühten, gesprühter##, sprühend, ###sprühend, sprühende, sprühendes, sprühendem, sprühenden, sprühender###, sprüh (!)+EW; Z.: sprüh-en
Sprung, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Sprung, abschnellende Bewegung; ne. leap (N.), jump (N.); Vw.: -; Hw.: s. springen; Q.: um 1065 (Hoheliedkommentar des Williram von Ebersberg); E.: s. mhd. sprunc, st. M., Anfang, Beginn, Ursprung, Quell; mnd. sprunc, sprunk, M., Sprung, Satz, Tanz, Quelle; mnl. spronc, M., Sprung; ahd. sprung, st. M. (a), Sprung; ahd. springan*, st. V. (3a), springen, sprudeln, fließen, herausspringen, entspringen, hervorquellen, hervorsprießen, aufspringen; as. springan*, st. V. (3a), springen; germ. *sprengan, st. V., springen; idg. *sperg̑ʰ-, *spreg̑ʰ-, *spreng̑ʰ-, V., bewegen, eilen, springen, Pokorny 998; s. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. springen, Kluge s. u. springen, DW 17, 190, EWD s. u. Sprung, Duden s. u. Sprung, Bluhme s. u. Sprung; Son.: vgl. nndl. sprong, Sb., Sprung; nschw. språng, N., Sprung; GB.: (sprung) seit um 1065 belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche abschnellende Bewegung oder springende Bewegung; BM.: sprühen; F.: Sprung, Sprunges, Sprungs, Sprünge, Sprüngen+EW; Z.: S-pr-ung
$sprunghaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. sprunghaft, in Sprüngen geschehend; E.: s. Sprung, s. haft; L.: DW 17, 205, EWD s. u. Sprung; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Sprung und haft gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in Sprüngen geschehend; F.: sprunghaft, sprunghafte, sprunghaftes, sprunghaftem, sprunghaften, sprunghafter(, sprunghaftere, sprunghafteres, sprunghafterem, sprunghafteren, sprunghafterer, sprunghaftest, sprunghafteste, sprunghaftestes, sprunghaftestem, sprunghaftesten, sprunghaftester)+EW; Z.: s-pr-ung—haf-t
$Sprungschanze, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sprungschanze, Absprungschanze für Skipringer; E.: s. Sprung, s. Schanze; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schanze; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Sprung und Schanze gebildete Bezeichnung für eine etwa seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Absprungschanze für Skispringer; F.: Sprungschanze, Sprungschanzen+EW+FW; Z.: S-pr-ung-schanz-e
$Spucke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Spucke, Speichel; E.: s. spucken; L.: Kluge s. u. spucken, DW 17, 208, EWD s. u. spucken; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit spucken verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Speichel; F.: Spucke, Spucken+EW; Z.: Spu-ck-e
spucken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. spucken, Speichel ausstoßen; ne. spit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: aus dem Norddeutschen; wohl Ableitung von speien (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. spucken, Kluge s. u. spucken, DW 17, 208, EWD s. u. spucken, Duden s. u. spucken, Bluhme s. u. spucken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Norddeutschen kommende und aus Spuck(e) und en (Suff.) gebildete sowie mit speien verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Speichel mit Druck aus dem Mund ausstoßen; BM.: speien?; F.: spucken, spucke (!), spuckst, spuckt, spuckest, spucket, spuckte, spucktest, spuckten, spucktet, gespuckt, ##gespuckt, gespuckte, gespucktes, gespucktem, gespuckten, gespuckter##, spuckend, ###spuckend, spuckende, spuckendes, spuckendem, spuckenden, spuckender###, spuck (!)+EW; Z.: spu-ck-en
Spuk, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Spuk, Gespenst, gespenstisches Treiben, Geistererscheinung; ne. spook (N.), haunting (N.); Vw.: -; Hw.: s. Spökenkieker; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. spōk, spūk, spoeck, spoek, spoͤk, spoyk, spouk, spůk, spōke, spoeke, N., M., Spuk, spukhaftes Wesen, Gespenst, Unwesen, Unfug, Spukgestalt, Truggestalt, Zauberbild, Monstrum; mnl. spooc, M., Spuk; mnl. spoke, Sb., Spuk; Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Spuk, Kluge s. u. Spuk, DW 17, 210, EWD s. u. Spuk, Duden s. u. Spuk, Bluhme s. u. Spuk; Son.: vgl. ? ae. pūca, M., Kobold; nndl. spook, Sb., Spuk; nschw. spöke, N., Spuk; GB.: seit 17. Jh. mnd. und mnl. belegte sowie in der Herkunft unklare Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Geistererscheinung; F.: Spuk, Spukes, Spuks, Spuke, Spuken+EW; Z.: Spuk
$spuken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. spuken, Spuk treiben; E.: s. Spuk, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Spuk, EWD s. u. Spuk, DW 17, 214; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Spuk und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen mögliches Spuk treiben; F.: spuken, spuke (!), spukst, spukt, spukest, spuket, spukte, spuktest, spukten, spuktet, gespukt, ##gespukt, gespukte, gespuktes, gespuktem, gespukten, gespukter###, spukend, ###spukend, spukende, spukendes, spukendem, spukenden, spukender###, spuk (!)+EW; Z.: spuk-en
$spukhaft, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. spukhaft, mit Spuk verbunden, spukbehaftet, mit Spuk behaftet; E.: s. Spuk, s. haft; L.: DW 17, 218, EWD s. u. Spuk, GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spuk und haft gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen mögliches mit Spuk verbunden oder mit Spuk behaftet; F.: spukhaft, spukhafte, spukhaftes, spukhaftem, spukhaften, spukhafter(, spukhaftere, spukhafteres, spukhafterem, spukhafteren, spukhafterer, spukhaftest, spukhafteste, spukhaftestes, spukhaftestem, spukhaftesten, spukhaftester)+EW; Z.: spuk—haf-t
Spule, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Spule, Gerät bei dem Weben und Spinnen zu einer Aufwickelung eines Fadens; ne. coil (N.), spool (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. spuole, sw. M., Spule, Weberspule, Röhre, Federkiel; mnd. spōle, spoele, spöle, spoule, M., F., Spule, Federspule, Weberspule, ein Gerät beim Spinnen (N.) und Weben; mnl. spoele, Sb., Spule; ahd. spuola, sw. F. (n), Spule, Weberspule; ahd. spuolo, sw. M. (n), Spule, Spule des Weberschiffchens; as. spōla, sw. F. (n), Spule, Gewebeeinschlag; anfrk. -; germ. *spōlō-, *spōlōn, *spōla-, *spōlan, sw. M. (n), *spōlō, st. F. (ō), Spule; germ. *spōlō-, *spōlōn, sw. F. (n), Spule; s. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spule, Kluge s. u. Spule, EWD s. u. Spule, DW 17, 219, Falk/Torp 511, Duden s. u. Spule, Bluhme s. u. Spule; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *spōla?, st. F. (ō), Spule; nndl. spoel, F., Spule; GB.: (spuolo) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen beispielsweise zu einer Aufwickelung eines Fadens entwickelte und verwendete Rolle; BM.: spalten; F.: Spule, Spulen+EW; Z.: Spul-e
$spulen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. spulen, rollen, aufwickeln; E.: s. Spul(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Spule, EWD s. u. Spule, DW 17, 222; GB.: seit 15. Jh, belegte und aus Spul(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher entwickeltes beispielsweise einen Faden rollen oder aufwickeln; F.: spulen (!), spule (!), spulst, spult, spulest, spulet, spulte, spultest, spulten, spultet, gespult, ##gespult, gespulte, gespultes, gespultem, gespulten, gespulter##, spulend, ###spulend, spulende, spulendes, spulendem, spulenden, spulender###, spul (!)+EW; Z.: spul-en
spülen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. spülen, waschen, mit Wasser reinigen; ne. rinse (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. spüelen, sw. V., spülen, waschen, reinigen; mhd. spuolen, sw. V., spülen; mnd. spȫlen (1), spoͤlen, spoelen, sw. V., spülen, spülend reinigen, reinigen, waschen; mnl. spoelen, sw. V., spoelen, ahd. spuolen?, sw. V. (1a), sw. V., spülen; vgl. ahd. irspuolen, sw. V., (1a), waschen; as. -; anfrk. -; germ. *spōljan, sw. V., spülen; L.: Kluge 1. A. s. u. spülen, Kluge s. u. spülen, EWD s. u. spülen, DW 17, 223, Duden s. u. spülen, Falk/Torp 514, Bluhme s. u. spuelen; Son.: vgl. afries. -; ae. *spylian, sw. V. (1?), spülen, waschen; an. -; got. -; nndl. spoelen, V., spülen; nschw. spola, V., spülen; nnorw. spyle, V., spülen; GB.: (spuolen) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen schon früher mögliches waschen oder mit Wasser reinigen; BM.: ?; F.: spülen, spüle (!), spülst, spült, spülest, spület, spülte, spültest, spülten, spültet, gespült, ##gespült, gespülte, gespültes, gespültem, gespülten, gespülter##, spülend, ###spülend, spülende, spülendes, spülendem, spülenden, spülender###, spül (!)+EW; Z.: spül-en
$Spülicht, nhd. (ält.), N., (18. Jh.?): nhd. Spülicht, Spülwasser und darin enthaltener Abfall; E.: s. spül(en), s. icht; L.: Kluge s. u. spülen, EWD s. u. spülen, DW 17, 227; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus spül(en) und icht gebildete Bezeichnung für von Menschen schon früher entwickeltes und verwendetes Spülwasser und darin enthaltenen Abfall; F.: Spülicht, Spülichts, Spülichte, Spülichten+EW; Z.: Spül-icht
$Spulwurm, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Spulwurm; E.: s. Spul(e), s. Wurm; L.: Kluge s. u. Spulwurm, DW 17, 230, EWD s. u. Spule; GB.: (spuolwurm) seit 11. Jh. belegte und aus Spul(e) und Wurm gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und einiger höherer Säugetiere möglichen und dem Lateinischen des Altertums (ascaris, lumbricus) bereits bekannten bis zu 60 Zentimeter langen und dem Regenwurm und einem Faden ähnelnden Eingeweidewurm der über verunreinigte Nahrung in den Körper des Wirtes gelangt und außer durch Arznei mit geraspelten Möhren und gemahlenen Kürbiskernen sowie Olivenöl bekämpft werden kann; F.: Spulwurm, Spulwurms, Spulwurmes, Spulwürmer, Spulwürmern+EW; Z.: Spul—wur-m
Spund, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Spund, Stöpsel, Verschlusszapfen; ne. plug (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. mhd. spunte, sw. M., Spund, Spundloch, dickes Brett mit Spund am Rand, eingerahmte Pfähle eines Rostes; mhd. spunt, st. M., st. N., Spund, Spundloch, dickes Brett mit Spund am Rand, eingerahmte Pfähle eines Rostes; mnd. spunt, N., Spund, Spundloch, Zapfloch, Zapfen (M.) von einem Fass, Stöpsel, Pfropfen (M.), Verschlusszapfen; mnl. spond, M., Spund; it. spunto, punto, M., Punkt, Stelle; lat. pūnctum, N., Stich, Punkt, Abschnitt, (190-159 v. Chr.); vgl. lat. pungere, V., stechen; idg. *peug̑-, V., Sb., stechen, Faust, Pokorny 828; idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spund, Kluge s. u. Spund, DW 17, 230, EWD s. u. Spund, Duden s. u. Spund, Bluhme s. u. Spund; Son.: vgl. nndl. spon, Sb., Spund; nschw. spont, Sb., Spunt; nnorw. spuns, N., Spund; GB.: (spunt) seit 1290-1300 belegte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Zapfen zu einem Verschließen eines Spundlochs eines Fasses; BM.: stechen; F.: Spund, Spundes, Spunds, Spünde, Spünden, Spunde, Spunden+EW; Z.: S-pu-n-d
$Spundloch, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Spundloch; L.: DW 17, 234, EWD s. u. Spund; GB.: (spuntloh*) seit 12. Jh. belegte und aus Spund und Loch gebildete Bezeichnung für eine durch einen Spund verschließbare Öffnung eines Fasses durch die Flüssigkeit eingefüllt und mittels eines Hahnes bei Bedarf entnommen werden kann; F.: Spundloch, Spundlochs, Spundloches, Spundlöcher, Spundlöchern+EW; Z.: S-pu-n-d—loch
Spur, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Spur, Fährte, hinterlassenes Zeichen; ne. trace (N.); Vw.: -; Hw.: s. spüren; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. spor (1), spur, st. N., st. M., Fährte, Spur, Weg, Zeichen, Fußstapfe; mhd. spur, Sb., Spur; mnd. spōr (1), spoͤr, N., Spur, Fußspur, Spur eines Reittiers, Wildfährte, Wagenspur, Geleis; mnl. spor, N., Spur; ahd. spur, st. N. (a), Spur; ahd. spor, st. N. (a), Spur, Tritt, Fuß; as. -; anfrk. -; germ. *spura-, *spuram, st. N. (a), Spur, Tritt; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spur, Kluge s. u. Spur, EWD s. u. Spur, DW 17, 235, Falk/Torp 509, Seebold 454, Duden s. u. Spur, Bluhme s. u. Spur; Son.: vgl. afries. -; ae. spor (1), st. N. (a), Spur; an. spor, st. N. (a), Spur; got. -; nndl. spoor, Sb., Spur; nschw. spår, N., Spur; nnorw. spor, N., Spur; GB.: (spor) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Fährte oder Aufeinanderfolge von Abdrücken oder Eindrücken (Zeichen) die jemand oder etwas gewollt oder ungewollt hinterlässt; BM.: treten bzw. spritzen; F.: Spur, Spuren+EW; Z.: S-pur
$spürbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spürbar, bemerkbar, erkennbar; E.: s. spür(en), s. bar; L.: Kluge s. u. spüren, DW 17, 242, EWD s. u. Spur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus spür(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches bemerkbar oder erkennbar; F.: spürbar, spürbare, spürbares, spürbarem, spürbaren, spürbarer(, spürbarere, spürbareres, spürbarerem, spürbareren, spürbarerer, spürbarst, spürbarste, spürbarstes, spürbarstem, spürbarsten, spürbarster)+EW; Z.: s-pür—bar
$spuren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. spuren, Spur machen, Spur halten, tun was befohlen wird; L.: Kluge s. u. Spur, DW 17, 242, EWD s. u. Spur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spur und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Spur machen oder eine Spur halten oder tun was befohlen wird; F.: spuren (!), spure, spurst, spurt, spurest, spuret, spurte, spurtest, spurten, spurtet, gespurt, ##gespurt, gespurte, gespurtes, gespurtem, gespurten, gespurter##, spurend, ###spurend, spurende, spurendes, spurendem, spurenden, spurender###, spur (!)+EW; Z.: s-pur-en
spüren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. spüren, eine Spur suchen und finden, empfinden, fühlen; ne. feel (V.), sense (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spur; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. spüren*, spürn, spuren, sw. V., spüren, aufspüren, suchen, finden, verfolgen, anfassen, fühlen, merken, erkennen, aufsuchen; mnd. spȫren, spören, spoeren, spoͤren, sporen, sw. V., spüren, suchen (V.), ausfindig machen, Spur bzw. Fährte aufnehmen, aufspüren, aushorchen, wahrnehmen, erkennen, merken, erfahren (V.); mnl. spōren, sw. V., spüren; ahd. spurien, spurren*, sw. V. (1a), aufspüren, aufsuchen, auskundschaften; as. *spurian?, sw. V. (1a), spüren, untersuchen; anfrk. *spuren?, sw. V. (1), untersuchen, spüren; germ. *spurjan, sw. V., verfolgen, spüren, erfahren (V.); s. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Spur, Kluge s. u. spüren, DW 17, 243, EWD s. u. Spur, Falk/Torp 509, Duden s. u. spüren, Bluhme s. u. spueren; Son.: vgl. afries. spera (1), sw. V. (1), mit den Füßen erreichen, betreten (V.); nnordfries. spörre, V., mit den Füßen erreichen, betreten (V.); ae. spyrian, spirian, sw. V. (1), spuren, eine Spur machen, gehen, reisen; an. spyrja, sw. V. (1), fragen, erfahren (V.); got. -; nndl. speuren, V., spüren; nschw. spörja, V., spüren; nisl. spyrja, V., spüren; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder höherer Tiere mögliches eine Spur suchen und finden oder etwas empfinden oder fühlen; BM.: Spur suchen oder verfolgen bzw. sprühen bzw. spritzen; F.: spüren, spüre, spürst, spürt, spürest, spüret, spürte, spürtest, spürten, spürtet, gespürt, ##gespürt, gespürte, gespürtes, gespürtem, gespürten, gespürter##, spürend, ###spürend, spürende, spürendes, spürendem, spürenden, spürender###, spür (!)+EW; Z.: s-pür-en
$Spürhund, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Spürhund; E.: s. spür(en), s. Hund; L.: DW 17, 249, EWD s. u. Spur; GB.: (spurihunt) vielleicht seit vor 743 belegte und aus spür(en) und Hund gebildete Bezeichnung für einen von Menschen besonders zu einem Aufspüren beispielsweise von Wild ausgebildeten Hund; F.: Spürhund, Spürhunds, Spürhundes, Spürhunde, Spürhunden+EW; Z.: S-pür—hun-d
Spurkel, nhd. (ält.), M.: nhd. Spurkel; Vw.: s. Sporkel
Spürkel, nhd. (ält.), M.: nhd. Spürkel; Vw.: s. Sporkel
$spurlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. spurlos, ohne eine Spur zu hinterlassen; E.: s. Spur, s. los; L.: DW 17, 251, EWD s. u. Spur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Spur und los gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches ohne eine Spur zu hinterlassen; F.: spurlos, spurlose, spurloses, spurlosem, spurlosen, spurloser(, spurlosere, spurloseres, spurloserem, spurloseren, spurloserer, spurlosest, spurloseste, spurlosestes, spurlosestem, spurlosesten, spurlosester)+EW; Z.: s-pur—lo-s
$Spürsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Spürsinn, Sinn für ein Aufspüren; E.: s. spür(en), s. Sinn; L.: EWD s. u. Spur, DW 17, 252; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus spür(en) und Sinn gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen besonderen Sinn für ein Aufspüren; F.: Spürsinn, Spürsinnes, Spürsinns, Spürsinne, Spürsinnen+EW; Z.: S-pür—sinn
Spurt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Spurt, schneller Lauf, Sprint; ne. spurt (N.); Vw.: -; Hw.: s. spurten, spritzen?; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. spurt; E.: s. ne. spurt, N., Spurt, Strahl; ne. spurt, spirt, V., spritzen, herausschießen; weitere Herkunft ungeklärt, wohl verwandt mit spritzen (s. d.); L.: Kluge s. u. Spurt, fehlt DW, EWD s. u. Spurt, Duden s. u. Spurt, Bluhme s. u. Spurt; Son.: vgl. nndl. spurt, Sb., Spurt; nschw. spurt, Sb., Spurt; nnorw. spurt, N., Spurt; lit. spurtas, M., Spurt; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit spritzen verwandte Bezeichnung für einen zwischenzeitlich und vor allem an dem Ende eingelegten schnellen Lauf; BM.: sprühen?; F.: Spurt, Spurts+FW; Z.: S-pur-t
spurten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. spurten, schnell laufen; ne. spurt (V.); Vw.: -; Hw.: s. Spurt, spritzen?; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. spurt; E.: s. ne. spurt, spirt, V., spritzen, herausschießen, s. en (Suff.); weitere Herkunft ungeklärt, wohl verwandt mit spritzen (s. d.); L.: Kluge s. u. Spurt, fehlt DW, EWD s. u. Spurt, Duden s. u. spurten; Son.: vgl. nschw. spurta, V., spurten; nnorw. spurte, V., spurten; lit. spurtuoti, V., spurten; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit en umgebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches schnell laufen; BM.: sprühen?; F.: spurten, spurte, spurtest, spurtet, spurtete, spurtetest, spurteten, spurtetet, gespurtet, ##gespurtet, gespurtete, gespurtetes, gespurtetem, gespurteten, gespurteter##, spurtend, ###spurtend, spurtende, spurtendes, spurtendem, spurtenden, spurtender###, spurt (!)+FW; Z.: s-pur-t-en
$Spurweite, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Spurweite; E.: s. Spur, s. Weite; L.: Kluge s. u. Spur, DW 17, 253, EWD s. u. Spur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Spur und Weite gebildete Bezeichnung für die Weite oder den Abstand der Spur bei Geleisen und Wagen besonders der seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Eisenbahnen wie beispielsweise 1435 Millimeter der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Bundesbahn; F.: Spurweite, Spurweiten+EW; Z.: S-pur—w-ei-t-e
spürzen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. spürzen; Vw.: s. spirzen
sputen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. sputen, eilen, beeilen; ne. speed (V.), hurry (V.); Vw.: -; Hw.: s. spät; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. spōden (1), spoeden, spȫden*, sw. V., sputen, beeilen, eilig entsenden, zur Eile mahnen, antreiben, vorantreiben, beschleunigen, fördern, sich sputen, schnell aufbrechen, sich rasch fort machen, entschlossen abwenden von, schnell machen, sich bemühen, bestrebt sein (V.); as. spōdian*, sw. V. (1a), fördern; ahd. spuoten?, sw. V. (1a), sputen, beschleunigen; as. spōd, st. F. (i), Gelingen; ahd. spuot, st. F. (i), Schnelligkeit, Geschwindigkeit, Wirken?; germ. *spōdi-, *spōdiz, st. F. (i), Gelingen, Erfolg, Eile; s. idg. *spēi- (3), *spē-, *spī-, V., sich dehnen, gedeihen, gelingen, Pokorny 983 (1701/173) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. sputen, Kluge s. u. sputen, DW 17, 253, EWD s. u. sputen, Duden s. u. sputen, Bluhme s. u. sputen; Son.: vgl. nndl. spoeden, V., sputen; ai. sphā́yate, V., wird fett, gedeiht; lat. spēs, F., Hoffnung; lit. spė́ti, V., Muße haben, zurechtkommen; ksl. spěti, V., fortschreiten, gedeihen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht mindestens seit der Entstehung des Menschen mögliches eilen oder beeilen; BM.: gedeihen; F.: sputen, spute, sputest, sputet, sputete, sputetest, sputeten, sputetet, gesputet, ##gesputet, gesputete, gesputetes, gesputetem, gesputeten, gesputeter##, sputend, ###sputend, sputende, sputendes, sputendem, sputenden, sputender###, sput (!)+EW; Z.: spu-t-en
spützen, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. spützen; Vw.: s. speuzen
Squash, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Squash, ein Ballspiel; ne. squash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. squash; E.: s. ne. squash, N., Squash; vgl. ne. squash, V., kräftig schlagen, zerquetschen, auspressen; afrz. esquasser, V., kräftig schlagen; frühroman. *exquassare, V., heftig erschüttern, heftig schütteln; vgl. lat. quatere, cutere, V., schütteln, erschüttern, schlagen, stoßen; idg. *ku̯ēt-, *ku̯ət-, *kū̆t-, V., schütteln, Pokorny 632 (1018/250) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Squash, fehlt DW, Duden s. u. Squash; Son.: vgl. nndl. squash, Sb., Squash; frz. squash, M., Squash; nschw. squash, Sb., Squash; nnorw. squash, M., Squash; poln. squash, M., Squash; lit. skvošas, M., Squash; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Frühromanischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mit einem kleinen Ball der mit einem Schläger gegen eine Wand geschlagen wird gespieltes Ballspiel eines Spielers gegen einen zweiten Spieler (Einzel) oder zweier Spieler gegen zwei Spieler (Doppel) auf einem (gemeinsamen) von vier Wänden umgebenen Spielfeld; BM.: schütteln; F.: Squash, Squashs+FW; Z.: schüt-t-el-n
Staat, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Staat, Land, Pracht, Aufwand; ne. state (N.); Vw.: -; Hw.: s. stattlich; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: s. mhd. stāt, st. M., Staat; mnd. *stāt? (2), M., Staat; lat. status, M., Stehen, Stand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staat, Kluge s. u. StaatDW 17, 270, EWD s. u. Staat, Duden s. u. Staat, Bluhme s. u. Staat; Son.: vgl. nndl. staat, Sb., Staat; frz. état, M., Staat; nschw. stat, Sb., Staat; nnorw. stat, M., Staat; GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Institutionen (Staatsgewalt) deren Zusammenwirken das dauerhafte und geordnete Zusammenleben der in einem bestimmten abgegrenzten Territorium (Staatsgebiet) lebenden Menschen (Staatsvolk) gewährleisten soll; BM.: stehen; F.: Staat, Staates, Staats, Staaten+FW; Z.: Staa-t
$staatlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. staatlich, den Staat betreffend; L.: Kluge s. u. Staat, DW 17, 286; EWD s. u. Staat; GB.: nach vereinzelten früheren Belegen seit 19. Jh. allgemein belegte und aus Staat und lich gebildete Bezeichnung für den Staat betreffend; F.: staatlich, staatliche, staatliches, staatlichem, staatlichen, staatlicher+FW+EW; Z.: staa-t-lich
$Staatsaffäre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Staatsaffäre; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lüs. und Lw. frz. affaires d‘État; L.: EWD s. u. Affäre, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach französischem Vorbild aus Staat und s sowie Affäre gebildete Bezeichnung für eine einen Staat betreffende Affäre von allgemeiner Wichtigkeit; Z.: Staatsaffäre, Staatsaffären(+EW?)+FW; Z.: Staa-t-s—af-fä-r-e
$Staatsangehörigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Staatsangehörigkeit; E.: s. Staat, s. s, s. Angehörigkeit; L.: DW 17, 289, EWD s. u. Staat; GB.: nach DRW in Rechtsquellen 1831 belegte und aus Staat und s sowie Angehörigkeit gebildete Bezeichnung für ein besonderes Rechtsverhältnis zwischen einem Staat und seinen ihm gegenüber besonders berechtigten und verpflichteten Angehörigen; F.: Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeiten+FW+EW; Z.: Staa-t-s—an—ge—hö-r-ig—kei-t
$Staatsanwalt, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Staatsanwalt; E.: s. Staat, s. s, s. Anwalt; L.: DW 17, 289, EWD s. u. Anwalt; GB.: nach DRW seit 1817 belegte und aus Staat und s sowie Anwalt gebildete Bezeichnung für einen als Folge der Gewaltenteilung besonders für Strafsachen bestimmten Vertreter des Staates für die früher auch dem darüber urteilendendem Richter zustehenden Untersuchungen von Straftaten; F.: Staatsanwalt, Staatsanwaltes, Staatsanwalts, Staatsanwälte, Staatsanwälten+FW+EW; Z.: Staa-t-s—an—wal-t
$Staatsbürger, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Staatsbürger, Staatsangehöriger; E.: nach DRW in Rechtsquellen seit 1712 belegte und aus Staat und s sowie Bürger gebildete Bezeichnung für den als Bürger eines Staates betrachteten Staatsangehörigen; L.: DW 17, 293, EWD s. u. Staat; F.: Staatsbürger, Staatsbürgers, Staatsbürgern+FW+EW; Z.: Staa-t-s—bür-g-er
$Staatskunst, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Staatskunst; E.: s. Staat, s. s, s. Kunst; L.: DW 17, 309, EWD s. u. Kunst; GB.: seit 17. Jh. (DRW 1672) belegte und vielleicht nach lat. politica aus Staat und s sowie Kunst gebildete Bezeichnung für die Kunst einen Staat zu führen; F.: Staatskunst, Staatskünste, Staatskünsten+FW+EW; Z.: Staa-t-s—kun-st
$Staatsmann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Staatsmann; E.: s. Staat, s. s, s. Mann; L.: DW 17, 312, DRW s. Staatsmann, Staatsleute; GB.: nach DRW 1672 (Staatsleute) und 1673 (Staatsmann) belegte und wohl nach frz. homme d’état gebildete Bezeichnung für einen Mann der Staatsangelegenheiten zu leiten versteht oder dem solche anvertraut sind; F.: Staatsmann, Staatsmannes, Staatsmanns, Staatsmänner, Staatsmännern+FW+EW; Z.: Staa-t-s—man-n
$Staatsräson, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Staatsräson; L.: EWD s. u. Räson, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Staat und s sowie Räson (Raison) gebildete Bezeichnung für den Grundsatz dass der Staat seine Interessen notfalls auch gegen Einzelinteressen durchsetzen kann und darf; F.: Staatsräson+EW?+FW; Z.: Staa-t-s—rä-s-on
$Staatsstreich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Staatsstreich; E.: s. Staat, s. s, s. Streich; L.: DW 17, 321, EWD s. u. Staat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Staat und s sowie Streich belegte Bezeichnung anfangs für einen staatsklugen Streich und später für einen Umsturz oder eine rechtswidrige Absetzung der Regierung eines Staates; F.: Staatsstreich, Staatsstreiches, Staatsstreichs, Staatsstreiche, Staatsstreichen+FW+EW; Z.: Staa-t-s—strei-ch
Stab, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stab, Stock; ne. rod, staff (N.); Vw.: s. -reim; Hw.: s. Steven; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stap, st. M., Stab, Stock, Stütze, Krummstab, Bischofsstab, Steckenpferd; mnd. staf, stāf, stef, M., Stab, Stock, Ast, Zweig, Stab aus Holz oder Metall als Handelsware, Stabholz, Daubenholz, Stabeisen, Pfosten, Stütze; mnl. staf, M., Stab; ahd. stab (1), st. M. (a?, i?), Stab, Stock, Stange, Keule, Barren, Strich; as. staf*, st. M. (a), Stab; anfrk. *staf?, st. M. (a), Stab; germ. *staba-, *stabaz, st. M. (a), Stab; germ. *stabi-, *stabiz, st. M. (i), Stab; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stab, Kluge s. u. Stab, DW 17, 328, EWD s. u. Stab, Falk/Torp 483, Duden s. u. Stab, Bluhme s. u. Stab; Son.: vgl. afries. *staf, st. M. (a?, i?), Stab; ae. stæf, st. M. (a), Stab, Stock, Buchstabe, Schrift, Literatur; an. stafr, st. M. (a?, i?), Stab, Stock, Pfeiler, Formular, Buchstabe; got. *stafs, st. M. (i), Element, Stab, Buchstabe; nndl. staf, staaf, Sb., Stab; nschw. stav, stb, Sb., Stab; nnorw. stav, M., Stab; ai. stambha-, Sb., Pfosten, Pfeiler, Säule; lit. stãbas, M., Pfosten, Säule, Götzenbild; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen meist runden und glatten sowie schlanken von Menschen hergestellten und verwendeten Stock oder stockähnlichen Gegenstand; BM.: stützen bzw. stehen; F.: Stab, Stabes, Stabs, Stäbe, Stäben+EW; Z.: Sta-b
$staben, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. staben, Stabreim bilden; E.: s. Stab, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Stab, DW 17, 362; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Stab und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Stabreim bilden; F.: staben, stabe (!), stabst, stabt, stabest, stabet, stabte, stabtest, stabten, stabtet, gestabt, ##gestabt, gestabte, gestabtes, gestabtem, gestabten, gestabter##, stabend, ###stabend, stabende, stabendes, stabendem, stabenden, stabender###, stab (!)+EW; Z.: sta-b-en
stabil, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. stabil, fest, beständig; ne. stable (Adj.), stabile; Vw.: -; Hw.: s. Stabilität; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. stabilis; E.: s. lat. stabilis, Adj., fest, feststehend, nicht wankend, dauerhaft, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stabil, DW 17, 370, EWD s. u. stabil, Duden s. u. stabil; Son.: vgl. nndl. stabiel, Adj., stabil; frz. stable, Adj., stabil; nschw. stabil, Adj., stabil; nnorw. stabil, Adj., stabil; poln. stabilny, Adj., stabil; lit. stabilus, Adj., stabil; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fest oder beständig; BM.: stehen; F.: stabil, stabile, stabiles, stabilem, stabilen, stabiler(, stabilere, stabileres, stabilerem, stabileren, stabilerer, stabilst, stabilste, stabilstes, stabilstem, stabilsten, stabilster)+FW(+EW?); Z.: sta-b-il
$stabilisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. stabilisieren, stabil machen; L.: Kluge s. u. stabil, fehlt DW, EWD s. u. stabil; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus lat.: stabilis und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für stabil machen; F.: stabilisieren, stabilisiere, stabilisierst, stabilisiert, stabilisierest, stabilisieret, stabilisierte, stabilisiertest, stabilisierten, stabilisiertet, ##stabilisiert, stabilisierte, stabilisiertes, stabilisiertem, stabilisierten, stabilisierter##, stabilisierend, ###stabilisierend, stabilisierende, stabilisierendes, stabilisierendem, stabilisierenden, stabilisierender###, stabilisier (!)+FW(+EW); Z.: sta-b-il-is-ier-en
Stabilität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stabilität, Festigkeit, Festgefügtsein; ne. stability; Vw.: -; Hw.: s. stabil; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. stabilitās; E.: s. lat. stabilitās, F., Feststehen, Festigkeit, Standhaftigkeit, Fundament, feststehende Regel, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stabil, EWD s. u. stabil, DW 17, 370, Duden s. u. Stabilität; Son.: vgl. nndl. stabiliteit, Sb., Stabilität; frz. stabilité, F., Stabilität; nschw. stabilitet, Sb., Stabilität; nnorw. stabilitet, M., Stabilität; poln. stabilność, F., Stabilität; lit. stabilumas, M., Stabilität; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Festigkeit oder ein Festgefügtsein; BM.: stehen; F.: Stabilität, Stabilitäten+FW(+EW); Z.: Sta-b-il-it-ät
Stabreim, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stabreim, Alliteration; ne. alliteration; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: s. Stab, Reim; L.: Kluge s. u. Stabreim, DW 17, 377, EWD s. u. Stab, Duden s. u. Stabreim; Son.: vgl. nndl. stafrijm, Sb., Stabreim; nschw. stavrim, N., Stabreim; nnorw. stavrim, N., Stabreim; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Stab und Reim gebildete Bezeichnung für eine Stilfigur bei der die betonten Stammsilben benachbarter Wörter den gleichen Anfangslaut haben wie beispielsweise Fischers Fritz fischt frische Fische oder Milch macht müde Männer munter; BM.: stützen bzw. stehen, fügen bzw. passen; F.: Stabreim, Stabreimes, Stabreims, Stabreime, Stabreimen+EW; Z.: Sta-b-re-i-m
Stachel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stachel, spitzes stechendes Ding; ne. prick (N.), spike (N.); Vw.: -; Hw.: s. stechen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stachel, st. M., Stachel; ahd. stahhil*, stachil*, st. M. (a), Stachel; s. ahd. stehhan*, stechan, st. V. (4), stechen, erstechen, durchbohren; germ. *stekan, *stikan, st. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stachel, Kluge s. u. Stachel, DW 17, 381, EWD s. u. Stachel, Duden s. u. Stachel, Bluhme s. u. Stachel; Son.: vgl. nndl. stekel, Sb., Stachel; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches meist dünnes spitzes hartes Gebilde eines Tieres oder einer Pflanze zu einem Stechen sowie einen von Menschen später in Metall nachgebildeten kleinen Teil (etwa des Stacheldrahts); BM.: stechen; F.: Stachel, Stachels, Stacheln+EW; Z.: Sta-ch-el
$Stachelbeere, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stachelbeere; E.: s. Stachel, s. Beere; L.: DW 17, 389, EWD s. u. Stachel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stachel und Beere gebildete Bezeichnung für die Beere des aus Europa und Nordwestafrika sowie den gemäßigten Klimagebieten Asiens kommenden und stachelähnliche (?) Gebilde an den Früchten habenden Stachelbeerstrauchs F.: Stachelbeere, Stachelbeeren+EW; Z.: Sta-ch-el—bee-r-e
$Stacheldraht, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stacheldraht; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Stachel, s. Draht: L.: EWD s. u. Stachel, DW 17, 392; GB.: vielleicht Anfang 20. Jh. belegte und aus Stachel und Draht gebildete Bezeichnung für einen in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten und in zwei Formen 1867 und 1872 patentierten sowie später in Österreich für Pferdekoppeln verbotenen Draht mit einem s-förmigen Stachel zwischen zwei ineinander verdrillten Adern oder einen um eine Ader doppelt gewickelten Stachel; F.: Stacheldraht, Stacheldrahtes, Stacheldrahts, Stacheldrahte, Stacheldrahten. Stacheldrähte, Stacheldrähten+EW; Z.: Sta-ch-el—drah-t
$stachelig, stachlig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. stachelig, Stachel habend; L.: Kluge s. u. Stachel, DW 17, 407, EWD s. u. Stachel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stachel und ig gebildete Bezeichnung für Stachel habend; F.: stachelig, stachelige, stacheliges, stacheligem, stacheligen, stacheliger(, stacheligere, stacheligeres, stacheligerem, stacheligeren, stacheligerer, stacheligst, stacheligste, stacheligstes, stacheligstem, stacheligsten, stacheligster), stachlig, stachlige, stachliges, stachligem, stachligen, stachliger(, stachligere, stachligeres, stachligerem, stachligeren, stachligerer, stachligst, stachligste, stachligstes, stachligstem, stachligsten, stachligster)+EW; Z.: sta-ch-el-ig
$stacheln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stacheln, mit einem Stachel stoßen, reizen; Vw.: s. an-, auf-; E.: s. Stachel, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Stachel, DW 17, 396, EWD s. u. Stachel; F.: stacheln (!), stachel (!), stachle, stachele, stachelst, stachelt, stachelte, stacheltest, stachelten, stacheltet, gestachelt, ##gestachelt, gestachelte, gestacheltes, gestacheltem, gestachelten, gestachelter##, stachelnd, ###stachelnd, stachelnde, stachelndes, stachelndem, stachelnden, stachelnder###, stachel (!)+EW; Z.: sta-ch-el-n
$Stachelschwein, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Stachelschwein; E.: s. Stachel, s. Schwein; L.: DW 17, 402, EWD s. u. Stachel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stachel und Schwein gebildete Bezeichnung für ein aus Afrika und Indien kommendes Stacheln habendes und wie ein Schwein grunzendes Säugetier, F.: Stachelschwein, Stachelschweins, Stachelschweines, Stachelschweine, Stachelschweinen+EW; Z.: Sta-ch-el—schwei-n
stad, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. stad, still, ruhig; ne. quiet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: eine regionale Variante von stet (s. d.); L.: Kluge s. u. stad, DW 17, 415, Duden s. u. stad; GB.: seit 20. Jh. belegte und zu stet gehörige Bezeichnung für still oder ruhig; BM.: stehen; F.: stad+EW; Z.: sta-d
Stad, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Stad, Stade, Gestade; ne. shore (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gestade, Stade, Staden; E.: s. mhd. stat (2), st. M., st. N., Gestade, Ufer, Strand, Landeplatz; mhd. stade, sw. M., Gestade, Ufer; mnd. stat (3), stāt, staat, N., Gestade, Ufer, am Fleet liegendes Grundstück; mnd. stāde (1), stade, N., Gestade, Ufer; ahd. stad, st. M. (a, i), Ufer, Gestade, Küste, Strand; ahd. stado, sw. M. (n), Ufer, Gestade; as. stath*, st. M. (a), Gestade; germ. *staþa-, staþaz, st. M. (a), Gestade, Ufer; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 17, 415, Seebold 460; GB.: (stad) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen an das Wasser grenzenden Teil des festen Landes; BM.: stehen; F.: Stad, Staden+EW; Z.: Sta-d
Stade, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Stade, Stad, Gestade; ne. shore (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: s. Gestade, Stad, Staden; E.: s. mhd. stat (2), st. M., st. N., Gestade, Ufer, Strand, Landeplatz; mhd. stade, sw. M., Gestade, Ufer; mnd. stat (3), stāt, staat, N., Gestade, Ufer, an einem Fleet liegendes Grundstück; mnd. stāde (1), stade, N., Gestade, Ufer; ahd. stad, st. M. (a, i), Ufer, Gestade, Küste, Strand; ahd. stado, sw. M. (n), Ufer, Gestade; as. stath*, st. M. (a), Gestade; germ. *staþa-, staþaz, st. M. (a), Gestade, Ufer; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 17, 415, Seebold 460; GB.: (stado) seit 8./9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen an das Wasser grenzenden Teil des festen Landes; BM.: stehen; F.: Stade, Staden+EW; Z.: Sta-d-e
Stadel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stadel, Feldscheune; ne. barn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stadel, st. M., Scheune, Herberge; mnd. stādel (1), stadel, stade, M., Stadel, Schober, Tenne, Diele, Scheune, Stelle wo man Frucht und Ware aufschüttet; ahd. stadal, st. M. (a), Stehen, Stellung, Stand, Stadel, Scheune, Speicher, Stallung; as. stathal*, st. M. (a), Stellung, Stätte; anfrk. -; germ. *staþala-, *staþalaz, st. M. (a), Stehen, Stadel, Gestell; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stadel, Kluge s. u. Stadel, DW 17, 416, EWD s. u. Stadel, Falk/Torp 478, Duden s. u. Stadel, Bluhme s. u. Stadel; Son.: vgl. afries. stathul, st. M. (a), Fuß, Basis; ae. staþol, staþul, st. M. (a), Grund, Stütze, Unterlage, Stand; an. stǫðull, st. M. (a), Melkplatz für Kühe; poln. stodoła, F., Stadel; GB.: (stadal) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes einfaches Holzgebäude zu einer Aufbewahrung von vor allem Heu; BM.: stehen; F.: Stadel, Stadels, Stadeln+EW; Z.: Sta-d-el
Staden, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Staden, Stade, Ufer, Gestade; ne. shores; Vw.: -; Hw.: s. Gestade, Stade, Stad; Q.: 15. Jh.; E.: von Gestade (s. d.); germ. *staþa- (1), staþaz, st. M. (a), Gestade, Ufer; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staden, Kluge s. u. Staden, DW 17, 415, Duden s. u. Staden; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für den sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen an das Wasser grenzenden Teil des festen Landes; BM.: stehen; F.: Staden, Stadens+EW; Z.: Sta-d-en
Stadion, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Stadion, große Wettkampfstätte; ne. stadium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. gr. στάδιον (stádion); E.: s. gr. στάδιον (stádion), N., Rennbahn, Stadion; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004? (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stadion, EWD s. u. Stadion, Duden s. u. Stadion; Son.: vgl. nndl. stadion, Sb., Stadion; frz. stade, M., Stadion; nschw. stadion, N., Sb., Stadion; nnorw. stadion, N., Stadion; poln. stadion, M., Stadion; kymr. stadiwm, M., Stadion; nir. staid, F., Stadion; lit. stadionas, M., Stadion; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine mit Rängen und Tribünen für Zuschauer versehene Anlage für Veranstaltungen wie beispielsweise Wettkämpfe oder Schauspiele; BM.: stehen; F.: Stadion, Stadions, Stadien+FW; Z.: Sta-d-i-on
Stadium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Stadium, Entwicklungsabschnitt, Entwicklungsstufe; ne. stadium, stage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. lat. stadium, N., Stadium (griechisches Längenmaß), Rennbahn, (um 180-102 v. Chr.); gr. στάδιον (stádion), N., Rennbahn; vgl. idg. *spei (2), *spī̆, V., ziehen, spannen, Pokorny 982? (1700/172) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004? (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stadium, EWD s. u. Stadium, Duden s. u. Stadium; Son.: vgl. nndl. stadium, Sb., Stadium; frz. stade, M., Stadium; nschw. stadium, N., Stadium; nnorw. stadium, N., Stadium; poln. stadium, M., Stadium; poln. stadiwm, M., Stadium; kymr. stadiwm, M., Stadium; nir. staid, F., Stadium; lit. stadija, F., Stadium; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Entwicklungsabschnitt oder eine Entwicklungsstufe; BM.: stehen; F.: Stadium, Stadiums, Stadien+FW; Z.: Sta-d-i-um
Stadt, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stadt, große Siedlung; ne. town, city; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stat, st. F., Ort, Stelle, Stätte; mnd. stat (2), stāt, staet, stait, staat, M., F., Stadt, Ortschaft, befestigter Ort, Burg, Bürgerschaft, mit Rechten begabte Bürgerschaft; mnl. stat, F., Statt, Stadt; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort, Platz (M.) (1), Raum, Wohnstätte, Stadt, Gegend, Topos; as. stėdi, stadi*, stidi*, st. F. (i), Stätte, Ort; anfrk. stad*, stat*, st. F. (i), Stätte, Ort, Stelle; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stadt, Kluge s. u. Statt, EWD s. u. Stadt, DW 17, 953, Falk/Torp 478, Seebold 461, Duden s. u. Stadt, Bluhme s. u. Stadt; Son.: die heutige Bedeutung als Stadt (größerer Ort mit eigenem Recht wohl) erst ab 12. Jh.; vgl. afries. stede, sted (2), stidi, st. F. (ō), Statt, Stätte, Hausstätte, Stadt; nnordfries. stad, sted; ae. stėde (1), st. M. (i), Stätte, Statt, Platz (M.) (1), Ort, Lage, Stellung, Festigkeit, Stetigkeit; an. -; got. staþs (1), st. M. (i), Stätte, Ort, Gegend, Platz (M.) (1); Son.: vgl. nndl. stad, Sb., Stadt; nschw. stad, Sb., Stadt; GB.: (stat) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zunächst nur eine Stätte oder Stelle und seit 12. Jh. Bezeichnung für einen größeren Ort mit eigenem besonderem entwickeltem oder gewährtem Recht (in der Bundesrepublik Deutschland 2957, in Österreich etwa 200 Stadtgemeinden und in der Schweiz rund 170 Orte mit mehr als 10000 Einwohnern); BM.: stehen; F.: Stadt, Städte, Städten+EW; Z.: Sta-dt
$Städter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Städter; Vw.: s. Groß-; E.: s. Stadt, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Stadt, DW 17, 453, EWD s. u. Stadt; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Stadt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Bewohner einer Stadt; F.: Städter, Städters, Städtern+EW; Z.: Stä-dt-er
$städtisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. städtisch, Stadt betreffend; Vw.: s. groß-; E.: s. Stadt, s. isch; L.: Kluge s. u. Stadt, DW 17, 469, EWD s. u. Stadt; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Stadt und isch gebildete Bezeichnung für Stadt betreffend; F.: städtisch, städtische, städtisches, städtischem, städtischen, städtischer(, städtischere, städtischeres, städtischerem, städtischeren, städtischerer, städtischst, städtischste, städtischstes, städtischstem, städtischsten, städtischster)+EW; Z.: stä-dt-isch
Stafel, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Stafel, Alphütte, Schutzhütte, Unterstand; ne. shelter (N.), stable; Vw.: -; Hw.: s. Staffel; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. stapfel, staffel, st. M., sw. M., Stufe, Grad; ahd. stapfal*, staphal*, staffal*, st. M. (a?), Staffel, Fußgestell, Sockel; as. stapal, st. M. (a), „Stapel“, Haufe, Haufen; germ. *stapula-, *stapulaz, st. M. (a), Stufe, Pfosten, Stapel; vgl. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Lager, Behausung; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stafel, DW 17, 514 (Verweis), Duden s. u. Stafel; Son.: vgl. frz. étable, F., Stafel; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Staffel und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Schutzhütte in dem Gebirge; BM.: stützen bzw. stehen?; F.: Stafel, Stafels, Stafeln+EW; Z.: Staf-el
Stafette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stafette, Staffellauf; ne. courier, relay (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. staffetta; E.: s. it. staffetta, M., reitender Eilbote; vgl. it. staffa, F., Steigbügel; ahd. stapfo, stapho, stapfeo*, stapheo, sw. M. (n), Schritt, Stapfe, Stapfen (M.), Fußsohle, Fußstapfe, Fußstapfen, Heuschrecke; ahd. stapf, staph, st. M. (i), Schritt, Fußstapfe; as. -; anfrk. -; germ. *stapi-, *stapiz, st. M. (i), Stufe, Schritt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staffette, Kluge s. u. Stafette, EWD s. u. Stafette, DW 17, 514, Duden s. u. Stafette; Son.: vgl. nndl. estafette, Sb., Stafette; frz. estafette, F., Stafette; nschw. stafett, Sb., Stafette; nnorw. stafett, M., Stafette; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Staffellauf oder eine Gruppe von Menschen die miteinander wechselnd etwas (Stab oder Nachricht) schnell übermittelt; BM.: Steigbügel bzw. stützen; F.: Stafette, Stafetten+FW(+EW?); Z.: Staf-ett-e
Staffage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Staffage, Ausstattung, Aufmachung, Beiwerk; ne. staffage, decoration; Vw.: -; Hw.: s. Stoff; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu nhd. staffieren, V., ausstatten; vgl. mnl. stofferen, stoffeeren, V., ausstatten; mnd. stoffēren, stōfēren, staffēren, stāfēren, sw. V., staffieren, aufzieren, schmücken, herrichten; afrz. estofer, V., staffieren; vgl. afrz. estoffe, Sb., Stoff; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Staffage, DW 17, 514, Duden s. u. Staffage; Son.: vgl. nndl. stoffering, Sb., Staffage; nschw. staffage, Sb., Staffage; nnorw. staffasje, M., Staffage; poln. sztafaż, M., Staffage; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus staff(ieren) und age (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Ausstattung oder Aufmachung oder ein (einem schönen Schein dienendes schmückendes) Beiwerk; BM.: Stoff; F.: Staffage, Staffagen+FW(+EW?); Z.: Staff-age
Staffel, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Staffel, Stufe, Tritt; ne. step (N.), scale (N.); Vw.: -; Hw.: s. Staffelei, Stapel, Stafel; E.: s. mhd. stapfel, staffel, st. M., sw. M., Stufe, Grad; ahd. stapfal*, staphal*, staffal*, st. M. (a?), Staffel, Fußgestell, Sockel; as. stapal, st. M. (a), Stapel, Haufe, Haufen; germ. *stapula-, *stapulaz, st. M. (a), Stufe, Pfosten, Stapel; vgl. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staffel, Kluge s. u. Staffel, DW 17, 515, EWD s. u. Staffel, Duden s. u. Staffel, Bluhme s. u. Staffel; Son.: vgl. nschw. stafett, Sb., Staffel; lit. estafetė, F., Staffel (im Sport); GB.: (stapfal) vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Stufe oder den einzelnen Tritt einer von Menschen errichteten Treppe; BM.: stampfen; F.: Staffel, Staffels, Staffeln+EW; Z.: Sta-ff-el
Staffelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Staffelei, hölzernes Arbeitsgestell; ne. easel, scaffold; Vw.: -; Hw.: s. Staffel, Stapel; Q.: 17. Jh.; E.: in der Bedeutung Treppenleiter gebildet zu Staffel (s. d.); L.: Kluge s. u. Staffelei, EWD s. u. Staffel, DW 17, 525, Duden s. u. Staffelei; Son.: vgl. nschw. staffli, N., Staffelei; nnorw. staffeli, N., Staffelei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Staffel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht in dem Ägypten des Altertums entwickeltes und seitdem verwendetes in Höhe und Neigung verstellbares zu dem Malen verwendetes Gestell aus Holz und später auch Metall; BM.: stampfen; F.: Staffelei, Staffeleien+EW; Z.: Sta-ff-el-ei
$Staffellauf, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Staffellauf; E.: s. Staffel, s. Lauf; L.: fehlt DW, EWD s. u. Staffel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Staffel und Lauf gebildete Bezeichnung für einen wohl bei Feuerwehrwettbewerben entwickelten und seit 1908 bei Olympischen Spielen verwendeten Lauf weniger sich zwecks angestrebter Beibehaltung hoher Geschwindigkeit unter erforderlicher Übergabe eines Stabes abwechselnder Teilnehmer; F.: Staffellauf, Staffellaufes, Staffellaufs, Staffelläufe, Staffelläufen+EW; Z.: Sta-ff-el—lauf
$staffeln, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. staffeln, mit Staffeln versehen (V.), schichten; E.: s. Staffel, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Staffel, DW 17, 527, EWD s. u. Staffel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Staffel und (e)n gebildete Bezeichnung für mit Staffeln oder Stufen versehen (V.) oder schichten; F.: staffeln (!), staffel (!), staffle, staffele, staffelst, staffelt, staffelte, staffeltest, staffelten, staffeltet, gestaffelt, ##gestaffelt, gestaffelte, gestaffeltes, gestaffeltem, gestaffelten, gestaffelter##, staffelnd, ###staffelnd, staffelnde, staffelndes, staffelndem, staffelnden, staffelnder###, staffel (!)+EW; Z.: sta-ff-el-n
staffieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. staffieren, schmücken, ausstatten; ne. garnish (V.); Vw.: s. aus-; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. stoffēren (1), stōfēren, staffēren, stāfēren, sw. V., staffieren, aufzieren, schmücken, herrichten, bekleiden, einfassen, Schnittwerk bunt bemalen, fassen, übermalen, kunstvoll herrichten, dekorieren, ausmalen, mit Möbeln ausstatten; afrz. estofer, V., staffieren; vgl. afrz. estoffe, Sb., Stoff, Zeug, Material, weitere Herkunft ungeklärt, Kluge s. u. Stoff; vielleicht von lat. stuppa, Werg; s. gr. στύπη (stýpē), F., Werg; gr. στύφειν (stýphein), V., zusammenziehen, dicht machen, festmachen; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: DW 17, 530, EWD s. u. ausstaffieren, Duden s. u. staffieren; GB.: seit Anfang 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schmücken oder ausstatten; BM.: Stoff; F.: staffieren, staffiere, staffierst, staffiert, staffierest, staffieret, staffierte, staffiertest, staffierten, staffiertet, ##staffiert, staffierte, staffiertes, staffiertem, staffierten, staffierter##, staffierend, ###staffierend, staffierende, staffierendes, staffierendem, staffierenden, staffierender###, staffier (!)+FW(+EW?); Z.: staf-f-ier-en
Stag, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Stag, starkes Tau (N.); ne. stay (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. stach, stech, N., Stag, Stützseil; germ. *staga-, *stagam, st. N. (a), Stag, Tau (N.); idg. *stāk-, *stek-, V., Adj., Sb., stehen, stellen, stehend, Ständer, Pfahl, Pokorny 1011; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stag, DW 17, 537, Falk/Torp 480, Duden s. u. Stag; Son.: vgl. ae. stæg, st. N. (a), Stag, Tau (N.); an. stag, st. N. (a), Stag, Tau (N.); ? heth. ištagga-, Sb., Bogensehne; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein starkes Tau (N.) zu einer Befestigung von Masten; BM.: stehen; F.: Stag, Stages, Stags, Stage, Stagen+EW; Z.: Sta-g
Stagnation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stagnation, Stillstand; ne. stagnation; Vw.: -; Hw.: s. stagnieren; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. stāgnātio; E.: s. lat. stāgnātio, F., Bewurf, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. stāgnāre, V., austreten, überschwemmt sein (V.), überschwemmen; vgl. lat. stāgnum, N., stehendes Gewässer, stehendes Wasser, See (M.), Landsee; idg. *stag-, V., sickern, tröpfeln, rinnen, Pokorny 1001 (1744/216) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. stagnieren, DW 17, 539, EWD s. u. Stagnation, Duden s. u. Stagnation; Son.: vgl. nndl. stagnatie, Sb., Stagnation; frz. stagnation, F., Stagnation; nschw. stagnation, Sb., Stagnation; nnorw. stagnasjon, M., Stagnation; poln. stagnacja, F., Stagnation; lit. stagnacija, F., Stagnation; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Stillstand (in einer Entwicklung); BM.: sickern; F.: Stagnation, Stagnationen+FW(+EW?); Z.: Stag-n-at-io-n
stagnieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stagnieren, stillstehen; ne. stagnate; Vw.: -; Hw.: s. Stagnation; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. stāgnāre; E.: s. lat. stāgnāre, V., austreten, überschwemmt sein (V.), überschwemmen, (86-34 v. Chr.); vgl. lat. stāgnum, N., stehendes Gewässer, stehendes Wasser, See (M.), Landsee; idg. *stag-, V., sickern, tröpfeln, rinnen, Pokorny 1001 (1744/216) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. stagnieren, EWD s. u. Stagnation, DW 17, 539, Duden s. u. stagnieren; Son.: vgl. nndl. stagneren, V., stagnieren; frz. stagner, V., stagnieren; nschw. stagnera, V., stagnieren; nnorw. stagnere, V., stagnieren; poln. przeżywać stagnację, V., stagnieren; lit. stagnuoti, V., stagnieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für stillstehen (oder in einer Entwicklung nicht weiterkommen); BM.: sickern; F.: stagnieren, stagniere, stagnierst, stagniert, stagnierest, stagnieret, stagnierte, stagniertest, stagnierten, stagniertet, ##stagniert, stagnierte, stagniertes, stagniertem, stagnierten, stagnierter##, stagnierend, ###stagnierend, stagnierende, stagnierendes, stagnierendem, stagnierenden, stagnierender###, stagnier (!)+FW(+EW); Z.: stag-n-ier-en
Stahl, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stahl, gehärtetes Eisen; ne. steel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stahel, stāl, st. N., st. M., Stahl, Rüstung, Stahlrüstung, stählerne Panzerringe, Stahlbogen der Armbrust; mnd. stāl (2), stael, stail, stāle, stale, M., N., Muster, Kleidermuster, Modell, Muster zum Bestimmen des Feingehalts umlaufender Münzen, Probemünze; mnd. stāl (1), stael, staal, stahl, M., Stahl, gehärtetes Eisen, stählerne Platte, Siegel, Petschaft, Werkzeug eines Schusters, Zubehör einer Feldkanone, Waffengewalt; mnl. stael, M., Stahl; ahd. stahal, stāl, st. M. (a?), Stahl; as. -; anfrk. -; germ. *stahala-, *stahalam, *stahla-, *stahlam, st. N. (a), Stahl; s. idg. *stāk-, *stek-, V., Adj., Sb., stehen, stellen, stehend, Ständer, Pfahl, Pokorny 1011; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stahl, Kluge s. u. Stahl, DW 17, 540, EWD s. u. Stahl, Falk/Torp 480, Duden s. u. Stahl, Bluhme s. u. Stahl; Son.: vgl. afries. stēlen, Adj., stählern; nfries. stielen, Adj., stählern; ae. stíele, st. N. (a), Stahl; an. stāl (1), st. N. (a), Stahl, Waffe; got. -; nndl. staal, Sb., Stahl; nschw. stål, N., Stahl; nnorw. stål, N., Stahl; poln. stal, F., Stahl; ai. stákati, V., widerstrebt; av. staxta-, staxra-, Adj., stark, fest; GB.: (stahel) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in einer besonderen in dem Vorderen Orient seit etwa 1400 v. Chr. von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten Legierung (mit bis zu 2 Prozent Kohlenstoff und für die Rostfreiheit mehr als 10,5 Prozent Chrom) geschmiedetes Eisen oder gehärtetes Eisen; BM.: stehen; F.: Stahl, Stahles, Stahls, Stähle, Stählen, Stahle, Stahlen+EW; Z.: Stah-l
$stählen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. stählen, Stahl machen, hart wie Stahl machen, härten, stärken; E.: s. Stahl, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Stahl, EWD s. u. Stahl, DW 17, 564; GB.: seit um 1120/1130 belegte und aus Stahl und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes zu Stahl machen oder hart wie Stahl machen oder härten oder stärken; F.: stählen (!), stähle (!), stählst, stählt, stählest, stählet, stählte, stähltest, stählten, stähltet, gestählt, ##gestählt, gestählte, gestähltes, gestähltem, gestählten, gestählter##, stählend, ###stählend, stählende, stählendes, stählendem, stählenden, stählender###, stähl (!)+EW; Z.: stäh-l-en
$stählern, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. stählern, aus Stahl bestehend; E.: s. Stahl, s. ern (Suff.); L.: Kluge s. u. Stahl, DW 17, 560, EWD s. u. Stahl; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und aus Stahl und ern (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus Stahl hergestellt oder aus Stahl bestehend; F.: stählern, stählerne, stählernes, stählernem, stählernen, stählerner+EW; Z.: stäh-l-ern
$stahlhart, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. stahlhart, wie Stahl hart, sehr hart; E.: s. Stahl, s. hart; L.: DW 17, 576 EWD s. u. Stahl; GB.: (stahelherte) 1077-1081 belegte und aus Stahl und hart gebildete Bezeichnung für wie Stahl hart oder sehr hart; F.: stahlhart, stahlharte, stahlhartes, stahlhartem, stahlharten, stahlharter+EW; Son.: PN Stahelhart oder Stalhart schon in Urkunden Lorschs des achten Jh.; Z.: stah-l—har-t
$Stahlhelm, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stahlhelm; E.: s. Stahl, s. Helm; L.: DW 17, 576, EWD s. u. Helm 1; GB.: vielleicht 19. Jh. belegte und aus Stahl und Helm gebildete Bezeichnung für den 1915 zuerst für Soldaten des Deutschen Reiches zu einem Schutz vor allem gegen Granatsplitter entwickelten und ziemlich erfolgreich verwendeten Helm aus Stahl; F.: Stahlhelm, Stahlhelmes, Stahlhelms, Stahlhelme, Stahlhelmen+EW; Z.: Stah-l—hel-m
Stake, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Stake, Staken, Stocherstange, Bootsstange; ne. stake (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stecken, Staket, staksen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stāke, stake, M., Stake, Stange, Zaunstange, Fahnenstange, Stiel, dicker Stock, Handstock, Wanderstock, Windlichtstock, Speer, Spieß; mnl. stake, M., Stake; s. germ. *stakō-, *stakōn, *staka-, *stakan, *stekō-, *stekōn, *steka-, *stekan, sw. M. (n), Stange, Stecken (M.), Pfahl; vgl. idg. *steg- (2), *teg- (2), Sb., Stange, Pfahl, Stock, Balken, Knüttel, Pokorny 1014? (1750/222) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt., slaw.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staken, Kluge s. u. Stake, DW 17, 586, EWD s. u. Stake, Duden s. u. Stake; Son.: vgl. ae. staca, sw. M. (n), Pfahl, Stange; got. *staka, *stakka, sw. M. (n), Stecken (M.), Pfahl; nschw. stake, Sb, Stecken (M.); lit. stãgaras. Sb., Stängel; lett. stḗga, Sb., Stange; russ. stožá, stožará, stožerá. Sb., Stützpfahl eines Heuschobers, Stock; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und seitdem verwendete Stocherstange oder Bootsstange; BM.: stechen bzw. Stange; F.: Stake, Staken+EW; Z.: Stak-e
$staken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. staken, mit einer Stake stoßen; E.: s. Stak(e), s. en; L.: DW 17, 589, EWD s. u. Stake; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Stake verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit einer Stake versehen (V.) oder mit einer Stake stoßen; F.: staken (!), stake (!), stakest, stakt, stakte, staktest, stakte. stakten ##gestakt, gestakte, gestaktes, gestaktem, gestakten, gestakter##, stakend, ###stakend, stakende, stakendes, stakendem, stakenden, stakender###, staken (!)+EW; Z.: stak-en
$Staken, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Staken, Stake, Stocherstange, Bootsstange; E.: s. Stake; L.: DW 17, 586, EWD s. u. Stake; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und seitdem verwendete Stocherstange; F.: Staken, Stakens+EW; Z.: Stak-en
Staket, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Staket, Lattenzaun; ne. paling (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stake; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. frz. estachette; E.: s. frz. estachette, F., Staket; it. stacchetta, F., Staket; frz. estache, M., Pfahl; wohl aus dem Germanischen; germ. *stakō-, *stakōn, *staka-, *stakan, *stekō-, *stekōn, *steka-, *stekan, sw. M. (n), Stange, Stecken (M.), Pfahl; vgl. idg. *steg- (2), *teg- (2), Sb., Stange, Pfahl, Stock, Balken, Knüttel, Pokorny 1014? (1750/222) (RB. idg. aus arm., gr., germ., balt., slaw.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Staket, DW 17, 592, EWD s. u. Staket, Duden s. u. Staket, Bluhme s. u. staken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und seitdem verwendeten Lattenzaun; BM.: Stange bzw. stechen?; F.: Staket, Stakets, Staketes, Stakete, Staketen+FW(+EW?); Z.: Stak-et
staksen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. staksen, ungelenk gehen; ne. teeter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu Stake; L.: Kluge s. u. staksen, fehlt DW, EWD s. u. Stake, Duden s. u. staksen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit Stake verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ungelenk gehen; BM.: stechen bzw. Stange; F.: staksen, stakse, staksst (!), stakst, staksest, stakset, stakste, stakstest, staksten, stakstet, gestakst, ##gestakst, gestakste, gestakstes, gestakstem, gestaksten, gestakster##, staksend, ###staksend, staksende, staksendes, staksendem, staksenden, staksender###, staks (!)+EW; Z.: stak-s-en
Stalagmit, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stalagmit, nach oben wachsender Tropfstein; ne. stalagmite; Vw.: -; Hw.: s. Stalaktit; Q.: um 1700; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σταλαγμός (stalagmós), M., Getröpfel, Tropfen (N.); vgl. idg. *stel- (1), *tel-, V., fließen lassen, harnen, Pokorny 1018 (1758/230) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: DW 17, 593, EWD s. u. Stalagmit, Duden s. u. Stalagmit; Son.: vgl. nndl. stalagmiet, Sb., Stalagmit; frz. stalagmite, F., Stalagmit; nschw. stalagmit, Sb., Stalagmit; nnorw. stalagmitt, M., Stalagmit; poln. stalagmit, M., Stalagmit; kymr. stalagmid, M., Stalagmit; lit. stalagmitas, M., Stalagmit; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches bei von der Decke tropfendem Kalkwasser infolge Verdunstung an dem Boden von einem Höhlenboden kerzenartig nach oben wachsendes Tropfsteingebilde; BM.: fließen lassen; F.: Stalagmit, Stalagmits, Stalagmiten, Stalagmite+FW; Z.: Stal-agm-it
Stalaktit, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stalaktit, nach unten wachsender Tropfstein; ne. stalactite; Vw.: -; Hw.: s. Stalagmit; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. σταλακτός (stalaktós), Adj., tröpfelnd; vgl. gr. σταλάσσειν (stalássein), σταλάττειν (staláttein), V., triefen, tropfen; vgl. idg. *stel- (1), *tel-, V., fließen lassen, harnen, Pokorny 1018 (1758/230) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Stalagmit, DW 17, 594, Duden s. u. Stalaktit; Son.: vgl. nndl. stalactiet, Sb., Stalaktit; frz. stalactite, F., Stalaktit; nschw. stalaktit, Sb., Stalaktit; nnorw. stalaktitt, M., Stalaktit; poln. stalaktyt, M., Stalaktit; kymr. stalactid, M., Stalaktit; lit. stalaktitas, M., Stalaktit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches bei an der Decke austretendem Kalkwasser infolge Verdunstung an der Decke von der Höhlendecke zapfenartig nach unten wachsendes Tropfsteingebilde; BM.: fließen lassen; F.: Stalaktit, Stalaktits, Stalaktiten, Stalaktite+FW; Z.: Stal-akt-it
Stalinorgel, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stalinorgel, ein Raketenwerfer; ne. Stalin’s organ pipes; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.:; E.: s. PN Stalin, der Stählerne?; russ. сталь (stal), F., Stahl; aus einer germanischen Sprache?; germ. *stahala-, *stahalam, *stahla-, *stahlam, st. N. (a), Stahl; s. idg. *stāk-, *stek-, V., Adj., Sb., stehen, stellen, stehend, Ständer, Pfahl, Pokorny 1011; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Orgel; L.: Duden s. u. Stalinorgel; Son.: vgl. nnorw. stalinorgel, N., Stalinorgel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN Stalin und Orgel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen in der Sowjetunion erfundenen und ab dem 14. 7. 1941 verwendeten Mehrfachraketenwerfer Katjuscha mit dem eine Reihe oder Mehrzahl von Raketengeschossen gleichzeitig abgeschossen werden kann; BM.: PN, wirken; F.: Stalinorgel, Stalinorgeln+FW; Z.: Sta-l-in—org-el
stalken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. stalken, anschleichen, verfolgen, nachstellen; ne. stalk (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. stalk; E.: s. ne. stalk, V., nachstellen, pirschen; ae. *stealcian, sw. V., sich verstohlen bewegen, vorsichtig schreiten; s. germ. *stelk-, V., steif sein (V.), stelzen; idg. *stelg-, V., Sb., stellen, Stengel, Pokorny 1020; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. stalken; GB.: seit dem späteren 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Ende des 20. Jh. strafbares (aus verschiedenen Gründen) einen Menschen (insbesondere eine Frau) verfolgen und ihm nachstellen und dadurch schaden; BM.: still sein (V.); F.: stalken, stalke, stalkst, stalkt, stalkest, stalket, stalkte, stalktest, stalkten, stalktet, gestalkt, ##gestalkt, gestalkte, gestalktes, gestalktem, gestalkten, gestalkter##, stalkend, ###stalkend, stalkende, stalkendes, stalkendem, stalkenden, stalkender###, stalk (!)+FW(+EW); Z.: stal-k-en
Stall, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stall, geschlossener Raum zu einem Aufenthalt von Vieh; ne. stable (N.); Vw.: s. Augias-, Mar-; Hw.: s. stellen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stal, st. M., Stall, Stand, Stehort; mnd. stal (2), stāl, stael, stail, stel, M., N., Stall, Stellung, Zustand, Stallung, Gehege; mnl. stal, Sb., Stall; ahd. stal, st. M. (a?, i?), Stall, Stallung, Stelle, Stätte, Stellvertretung, Person, Gestalt; as. *stal?, *stall?, st. M. (a?); anfrk. -; germ. *stalla-, *stallaz, st. M. (a), Standort, Stelle, Stall?; s. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stall, Kluge s. u. Stall, DW 17, 594, EWD s. u. Stall, Falk/Torp 487, Duden s. u. Stall, Bluhme s. u. Stall; Son.: vgl. afries. stall (1), stal, st. M. (a), Stand, Standplatz, Stehen, Recht zum Stehen; ae. steall (2), st. M. (a), Stand, Stelle, Stellung, Zustand, Gebäude, Stall; an. *stallr (2), st. M. (a), Stand?, Stall?; got. *stalla, stalls, sw. M. (n), st. M. (a), Stall; nndl. stal, Sb., Stall; ne. stall, N., Verkaufsstand, Bude; nschw. stall, N., Stall; nnorw. stall, M., Stall; ? ai. sthálam, Sb., Erhebung, Anhöhe; gr. στόλος (stólos), M., Zurüstung, Zug, Kriegszug, Heereszug, Heer; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes Gebäude oder einen abgeschlossenen Raum in einem Gebäude für den mindestens zeitweisen Aufenthalt von Vieh; BM.: stellen; F.: Stall, Stalles, Stalls, Ställe, Ställen+EW; Z.: Sta-l-l
stallen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. stallen (V.) (2), harnen (von einem Pferd); ne. urinate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. stallen, V., harnen; mnd. stallen (2), sw. V., harnen; vielleicht von idg. *stel- (1), *tel-, V., fließen lassen, harnen, Pokorny 1018 (1758/230) (RB. idg. aus arm.?, gr., kelt.?, germ., balt., slaw.); oder vielleicht kommt das Wort auch von der Bedeutung stehen bleiben; L.: Kluge s. u. stallen, DW 17, 616, Duden s. u. stallen, Bluhme s. u. stallen; Son.: vgl. gr. σταλάσσειν (stalássein), V., triefen, tropfen; ? mbret. staut, Sb., Harn; lit. tel̃žti, V., harnen, nass machen; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Urin lassen oder harnen des Pferdes; BM.: fließen lassen; F.: stallen, stalle (!), stallst, stallt, stallest, stallet, stallte, stalltest, stallten, stalltet, gestallt, ##gestallt, gestallte, gestalltes, gestalltem, gestallten, gestallter##, stallend, ###stallend, stallende, stallendes, stallendem, stallenden, stallender###, stall (!) +EW; Z.: stal-l-en
$Stallschweizer, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Stallschweizer; E.: s. Stall, s. Schweizer; L.: Kluge s. u. Schweizer, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Stall und Schweizer gebildete Bezeichnung wohl für einen Betreuer von Stalltieren; F.: Stallschweizer, Stallschweizers, Stallschweizern+EW; Z.: Stal-l—schweiz-er
Stalt, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Stalt, Gestalt, Beschaffenheit; ne. shape (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. stalt (2), st. F., Gestalt, Aussehen, Beschaffenheit, Ursache; mnd. stalt (1), N., F., Gestalt; mhd. stellen, stallen, sw. V., stellen, beibringen, einstellen, entwickeln, sich entwickeln, sich verhalten (V.), sich gebärden; ahd. stellen*, sw. V. (1a), stellen, errichten, setzen; germ. *stalljan, sw. V., stellen; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 17, 634; GB.: seit 1301-1319 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die äußere Erscheinung (Beschaffenheit) eines Menschen in Hinblick auf die Art des Wuchses; BM.: stellen; F.: Stalt, Stalten+EW; Z.: Stal-t
Stamm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stamm, Baumstamm, Volksstamm; ne. stem (N.); Vw.: -; Hw.: s. Steven; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stam, st. M., Stamm, Baumstamm, Zweig, Ursprung, Grund, Grundlage; mhd. stamme, sw. M., Stamm, Baumstamm, Grund, Quelle, Ursache; mnd. stam, M., Stamm, Baumstamm, Geschlecht, Abstammung; mnd. stamme, stemne, stempne, stemme, sw. M., Stamm, Baumstamm, gefällter Baum; mnl. stam, M., Stamm; ahd. stam (1), st. M. (a), Stamm; as. stamn*, st. M. (a), Steven, Stamm; anfrk. -; germ. *stamna-, *stamnaz, st. M. (a), Stamm; idg. *stombʰos, *stombos, Sb., Pfosten, Stamm, Busch, Pokorny 1011; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stamm, Kluge s. u. Stamm, DW 17, 634, EWD s. u. Stamm, Falk/Torp 484, Duden s. u. Stamm, Bluhme s. u. Stamm; Son.: vgl. afries. stevene, F., Steven, Vorderschiff; ae. stėfn (1), stėmn (1), st. M. (a), Stamm, Wurzel, Grund, Steven; an. stafn, st. M. (a), Steven, Raum im Vordersteven, Giebel (M.) (1), Hausgiebel, Kopftuch; got. -; ai. sthana-, N., Standort; gr. στάμνος (stámnos), M., F., großer Krug (M.) (1); air. taman, Sb., Stamm; toch. stām, Sb., Baum; toch. B stām, Sb., Baum; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Baumstamm beziehungsweise für eine größere Gruppe von viele Gemeinsamkeiten aufweisenden und in dem gleichen Siedlungsgebiet lebenden Menschen (Volksstamm); BM.: stützen bzw. stehen; F.: Stamm, Stammes, Stamms, Stämme, Stämmen+EW; Z.: Sta-mm
$Stammbaum, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stammbaum; I.: Lüs. lat. arbor generationis; E.: s. Stamm, s. Baum; L.: DW 17, 645, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. arbor generationis oder arbor consanguinitatis aus Stamm und Baum gebildete Bezeichnung für eine bildliche Darstellung einer Gruppe verwandter Menschen durch einen Baum mit Stamm und Ästen und Zweigen; F.: Stammbaum, Stammbaums, Stammbaumes, Stammbäume, Stammbäumen+EW; Z.: Sta-mm—bau-m
$Stammbuch, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Stammbuch, Familienbuch; E.: s. Stamm, s. Buch; L.: DW 17, 646, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stamm und Buch gebildete Bezeichnung für ein Familienbuch einer Gruppe verwandter Menschen; F.: Stammbuch, Stammbuches, Stammbuchs, Stammbücher, Stammbüchern+EW; Z.: Sta-mm—buch
stammeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. stottern, stammeln, stockend sprechen; ne. stammer (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stamelen, sw. V., stammeln; mnd. stamelen, sw. V., stammeln, stottern; mnl. stamelen, sw. V., stammeln; ahd. stamalōn*, stammalōn*, sw. V. (2), stammeln, stottern; as. -; anfrk. -; germ. stamalōn, sw. V., stammeln; s. idg. stem-?, V., stoßen, stottern, stammeln, hemmen, Pokorny 1021 (1761/233) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. stammeln, Kluge s. u. stammeln, DW 17, 648, EWD s. u. stammeln, Heidermanns 544, Duden s. u. stammeln, Bluhme s. u. stammeln; Son.: s. as. stamul, Adj., (subst. Adj.=) M., stammelnd, Stammler (M.); vgl. afries. -; ae. stam, Adj., stammelnd, stotternd; an. stamr, Adj., stammelnd, beraubt; got. stamms, Adj. (a), lallend, stammelnd; nndl. stamelen, V., stammeln; nschw. stamma, V., stammeln; nnorw. stamme, V., stammeln; GB.: (stamalōn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches stockend sprechen oder stottern; BM.: stottern; F.: stammeln, stammel (!), stammle, stammelst, stammelt, stammelte, stammeltest, stammelten, stammeltet, gestammelt, ##gestammelt, gestammelte, gestammeltes, gestammeltem, gestammelten, gestammelter##, stammelnd, ###stammelnd, stammelnde, stammelndes, stammelndem, stammelnden, stammelnder###, stammel (!)+EW; Z.: stam-m-el-n
$stammen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. stammen, kommen, sein (V.); Vw.: s. ab-; E.: s. Stamm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Stamm, EWD s. u. Stamm, DW 17, 652; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Stamm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für kommen oder sein (V.); F.: stammen, stamme (!), stammst, stammt, stammest, stammet, stammte, stammtest, stammten, stammtet, gestammt, ##gestammt, gestammte, gestammtes, gestammtem, gestammten, gestammter##, stammend, ###stammend, stammende, stammendes, stammendem, stammenden, stammender###, stamm (!)+EW; Z.: sta-mm-en
$Stammhalter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stammhalter; E.: s. Stamm, s. Halter; L.: DW 17, 661, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stamm und Halter gebildete Bezeichnung für einen Stammerhalter oder den ältesten Sprössling eines Geschlechts von dem die Fortpflanzung des Geschlechts erwartet wird; F.: Stammhalter, Stammhalters, Stammhaltern+EW; Z.: Sta-mm—hal-t-er
$stämmig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stämmig, fest, stark, gedrungen; E.: s. Stamm, s. ig; L.: Kluge s. u. Stamm, DW 17, 664, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stamm und ig gebildete Bezeichnung für einem Stamm ähnlich oder fest oder stark oder gedrungen; F.: stämmig, stämmige, stämmiges, stämmigem, stämmigen, stämmiger(, stämmigere, stämmigeres, stämmigerem, stämmigeren, stämmigerer, stämmigst, stämmigste, stämmigstes, stämmigstem, stämmigsten, stämmigster)+EW; Z.: stä-mm-ig
$Stammkader, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Stammkader, Stammgruppe; E.: s. Stamm, s. Kader; L.: Kluge s. u. Kader, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Stamm und Kader gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche Stammgruppe von Menschen; F.: Stammkader, Stammkaders, Stammkadern+EW+FW; Z.: Sta-mm—kad-er
$Stammler, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Stammler, Stammelnder; E.: s. stamm(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 17, 666, EWD s. u. stammeln; GB.: (stamalāri*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. balbus gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Stammelnden; F.: Stammler, Stammlers, Stammlern+EW; Z.: Stam-m-l-er
$Stammung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Stammung; Vw.: s. Ab-; E.: s. stamm(en), s. ung; L.: DW 17, 671; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus stamm(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliche Abstammung oder Herkunft; F.: Stammung, Stammungen+EW; Z.: Sta-mm-ung
$Stammvater, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stammvater; E.: s. Stamm, s. Vater; L.: DW 17, 671, EWD s. u. Stamm; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. auctor generis aus Stamm und Vater gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen ältesten bekannten Mann von dem sich ein Geschlecht herleitet; F.: Stammvater, Stammvaters, Stammväter, Stammvätern+EW; Z.: Sta-mm—vät-er
Stampe, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stampe, Lokal, Gaststätte; ne. pub; Vw.: -; Hw.: s. stampfen; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, von mnd. stampen (1), sw. V., stampfen, zerstampfen, mit dem Mörser zerkleinern, Lohe stampfen; germ. *stampōn, sw. V., stampfen; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011? (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stampe, DW 17, 675, Duden s. u. Stampe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Gaststätte; BM.: stampfen; F.: Stampe, Stampen+EW; Z.: Stamp-e
$Stampe (2), nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Stampe, ein Trinkglas; E.: s. mnd. stampe(n); L.: Kluge s. u. Stamper, DW 17, 675?; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit mnd, stampe(n) verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Trinkglas; F.: Stampe, Stampen+EW; Z.: Stamp-e
Stamper, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stamper, Schnapsglas; ne. shot glass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl verwandt mit stampfen (s. d.), s. mnd. stamp (1), M., Stampfer, Mörser; L.: Kluge s. u. Stamper, DW 17, 675, Duden s. u. Stamper; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit mnd, stamp verbindbare sowie mit stampfen verwandte Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Alkohol und Glas mögliches Schnapsglas ohne Stiel; BM.: stampfen? (weil das Glas wie ein Mörser aussieht); F.: Stamper, Stampers, Stampern+EW; Z.: Stamp-er
$Stamperl, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Stamperl; E.: s. Stamper, s. (e)l (Suff.); L.: Kluge s. u. Stamper, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Stamper verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Alkohol und Glas mögliches Gläschen Schnaps; F.: Stamperl, Stamperls, Stamperln+EW; Z.: Stamp-er-l
stampfen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. stampfen, fest stoßen; ne. stamp (V.), stomp (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stempel, Stampe; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. stampfen, sw. V., stampfen, zerstoßen (V.); mnd. stampen (1), sw. V., stampfen, zerstampfen, mit dem Mörser zerkleinern, Lohe stampfen; mnl. stampen, V., stampfen; ahd. stampfōn*, stamphōn*, sw. V. (2), stampfen, zerstampfen, zerstoßen (V.); as. -; anfrk. -; germ. *stampōn, sw. V., stampfen; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011? (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stampfen, Kluge s. u. stampfen, DW 17, 677, EWD s. u. stampfen, Falk/Torp 484, Duden s. u. stampfen, Bluhme s. u. stampfen; Son.: vgl. afries. -; ae. stempan, sw. V. (1), stampfen; an. stappa (2), sw. V. (1), stampfen, zusammenpacken; got. *stampjan?, sw. V. (1), stampfen; got. *stampōn?, sw. V. (2), stampfen; gr. στέμβειν (stémbein), V., stampfen, misshandeln, schmähen; nndl. stampen, V., stampfen; nschw. stampa, V., stampfen; nnorw. stampe, V., stampfen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches fest stoßen oder fest mit mindestens einem Fuß auftreten oder mit einer Hand vergleichbar handeln; BM.: ?; F.: stampfen (!), stampfe (!), stampfst, stampft, stampfest, stampfet, stampfte, stampftest, stampften, stampftet, gestampft, ##gestampft, gestampfte, gestampftes, gestampftem, gestampften, gestampfter##, stampfend, ###stampfend, stampfende, stampfendes, stampfendem, stampfenden, stampfender###, stampf (!)+EW; Z.: stampf-en
$Stampfer, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Stampfer, Stampfender; E.: s. stampf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. stampfen, EWD s. u. stampfen, DW 17, 680; GB.: (stampfāri*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus stampf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Stampfenden und ein von Menschen für Stampfen mit der Hand entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Stampfer, Stampfers, Stampfern+EW; Z.: Stampf-er
Stand, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stand, Stehen, aufrechte Stellung, Zustand; ne. stand (N.); Vw.: s. Gegen-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. stant, st. M., Stand, Sitz, Schießstand, Schießstätte, Bestehen, Innehaltung, Besitz, Zustand, Lebensweise, Amt, Würde; mnd. stant, stānt, N., M., Stehen, Stand, Art (F.) (1) zu stehen, Anstand, Ruhezustand, Friede, Bestehen, Beständigkeit; mnl. stant, M., Stand, Stehen; ahd. *stant?, st. M. (a); as. -; anfrk. -; germ. *standan, st. V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stand, Kluge s. u. Stand, DW 17, 683, EWD s. u. Stand, Duden s. u. Stand, Bluhme s. u. Stand; Son.: vgl. nndl. stand, Sb., Stand; nnorw. stand, M., Stand; ? heth. ištantāi-, V., zögern, zaudern; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Stehen oder die aufrechte Stellung oder einen Zustand; BM.: stehen; F.: Stand, Standes, Stands, Stände, Ständen+EW; Z.: Sta-n-d
Standard, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Standard, Maßstab, Norm; ne. standard (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Standarte; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. standard; E.: s. ne. standard, N., Standard, Standarte, Fahne; afrz. estendart, M., Standarte; vgl. lat. extendere, V., ausdehnen, ausspannen, ausstrecken; lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Standard, fehlt DW, EWD s. u. Standard, Duden s. u. Standard; Son.: vgl. nndl. standaard, Sb., Standard; frz. standard, M., Standard; nschw. standard, Sb., Standard; nnorw. standard, M., Standard; lit. standartas, M., Standard; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und bei Bedarf an eine Gegebenheit angelegten Maßstab; BM.: aus spannen; F.: Standard, Standards+FW; Z.: S-tand-ard
$standardisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. standardisieren, einen Standard machen; E.: s. Standard, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Standard, fehlt DW, EWD s. u. Standard; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Standard und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für Menschen mögliches einen Standard machen; F.: standardisieren, standardisiere, standardisierst, standardisiert, standardisierest, standardisieret, standardisierte, standardisiertest, standardisierten, standardisiertet, ##standardisiert, standardisierte, standardisiertes, standardisiertem, standardisierten, standardisierter##, standardisierend, ###standardisierend, standardisierende, standardisierendes, standardisierendem, standardisierenden, standardisierender###, standardisier (!)+FW+EW?; Z.: s-tand-ard-is-ier-en
Standarte, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Standarte, Fahne; ne. standard (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Standard; Q.: um 1210 (Willehalm des Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. stanthart, standert, standart, st. M., Standarte; mnd. standert, standerde, stangerde, scanyerde, stangerdo, stanyerde, F., M., Standarte, Wimpel, Schiffsflagge; mnd. stanthart, M., Standarte, Reiterstandarte, weibliche Flügelhaube; afrz. estendart, M., Standarte; vgl. lat. extendere, V., ausdehnen, ausspannen, ausstrecken; lat. ex, Präp., aus; vgl. idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Standarte, Kluge s. u. Standarte, DW 17, 727, EWD s. u. Standarte, Duden s. u. Standarte; Son.: vgl. nndl. standaard, Sb., Standarte; frz. étendard, F., Standarte; nschw. standar, Sb., Standarte; nnorw. standart, M., Standarte; poln. sztandar, M., Standarte; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Fahne einer Truppe bzw. für eine Fahne als Hoheitszeichen; BM.: aus, spannen; F.: Standarte, Standarten+FW; Z.: S-tand-art-e
$Standbild, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Standbild, Statue, Bildsäule; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Stand, s. Bild; L.: EWD s. u. Stand, DW 17, 731; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stand und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches stehendes ausgehauenes Bild oder eine Statue oder eine Bildsäule, F.: Standbild, Standbilds, Standbildes, Standbilder, Standbildern+EW; Z.: Sta-n-d—bild
$Ständchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ständchen; E.: s. Stand, s. chen; L.: Kluge s. u. Ständchen, DW 17, 731, EWD s. u. Stand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stand und chen gebildete Bezeichnung für einen kleinen Stand oder später vor allem eine kurze Musik; F.: Ständchen, Ständchens+EW; Z.: Stä-n-d-chen
standen, nhd. (ält.-dial.), V.: nhd. standen, stehen; ne. stand (V.); Vw.: -; Hw.: s. stehen; Q.: 8. Jh.? (Hildebrandslied); I.: Lw.-; E.: mhd. standen (1), anom. V., beharren, stehen, an einer Stelle sich befinden, stehen, zur Seite stehen, stehen bleiben; mnd. standen?, st. V.?, stehen, beharren, an einer Stelle befinden, still stehen, dauern (V.) (1); ahd. stantan (1), st. V. (6), stehen, bestehen, sich befinden, bleiben, feststehen, unbeweglich sein (V.), stehen bleiben, beruhen, stellen, einsetzen, sich stellen; as. standan, st. V. (6), stehen; anfrk. *standan?, st. V. (6), stehen; germ. *standan, st. V., stehen; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 17, 1398, Falk/Torp 477, Seebold 460; Son.: unr. V.; vgl. afries. standa 70?, stonda, st. V. (6), stehen, sich befinden, bestehen, dauern (V.) (1); nfries. stean, V., stehen; ae. standan, st. V. (6), stehen, bestehen, bleiben; an. standa, st. V. (6), stehen; got. standan, unr. st. V. (6), stehen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lebens mögliches stehen; F.: ? standen, stande (!), standest, standet, standete, standetest, standeten, standetet, gestandet, ##gestandet, gestandete, gestandetes, gestandetem, gestandeten, gestandeter##, standend, ###standend, standende, standendes, standendem, standenden, standender###, stand (!)+EW; Z.: sta-nd-en
$Ständer, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Ständer, Stehender; E.: s. Stand, s. er; L.: Kluge 1. A. s. u. Ständer, Kluge s. u. Ständer, DW 17, 740; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Stand und standen sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Stehenden oder ein von Menschen entwickeltes und für verschiedene Zwecke verwendetes Gestell wie einen Gepäckständer oder einen Kleiderständer; F.: Ständer, Ständers, Ständern+EW; Z.: Stä-n-d-er
$Standgericht, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Standgericht; Q.: um 1500; L.: DW 17, 764, EWD s. u. Stand; GB.: seit um 1500 belegte und aus Stand und Gericht gebildete Bezeichnung für ein Strafgericht bei dem das Urteil in dem Stand gleich nach dem Verhör gefällt und ohne eine Möglichkeit der Überprüfung vollstreckt wird; F.: Standgericht, Standgerichts, Standgerichtes, Standgerichte, Standgerichten+EW; Z.: Sta-n-d—ge—rich-t
$standhaft, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. standhaft, an einem Stand festhaltend, stehen bleibend, beharrlich; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. Stand, s. haft; L.: DW 17, 764, EWD s. u. Stand; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. constans aus Stand und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches an einem Stand festhaltend oder stehen bleibend oder beharrlich; F.: standhaft, standhafte, standhaftes, standhaftem, standhaften, standhafter(, standhaftere, standhafteres, standhafterem, standhafteren, standhafterer, standhaftest, standhafteste, standhaftestes, standhaftestem, standhaftesten, standhaftester)+EW; Z.: sta-n-d—haf-t
ständig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. ständig, stetig, feststehend; ne. constant; Vw.: s. in-; Hw.: s. stehen, Stand; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.-; E.: s. mnd. *standich?, Adj., ständig; mhd. stant, st. M., Stand, Sitz, Schießstand, Schießstätte, Bestehen, Innehaltung, Besitz, Zustand, Lebensweise, Amt, Würde; mnd. stant, stānt, N., M., Stehen, Stand, Art (F.) (1) zu stehen, Anstand, Ruhezustand, Friede, Bestehen, Beständigkeit; mnl. stant, M., Stand, Stehen; ahd. *stant?, st. M. (a); as. -; anfrk. -; germ. *standan, st. V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. ständig, Kluge s. u. ständig, DW 17, 771, EWD s. u. Stand, Duden s. u. ständig; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus Stand und ig gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches stetig oder beständig oder feststehend; F.: ständig, ständige, ständiges, ständigem, ständigen, ständiger+EW; Z.: stä-n-d-ig
$ständisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ständisch, Stand betreffend; E.: s. Stand, s. isch; L.: Kluge s. u. Stand, DW 17, 774, EWD s. u. Stand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stand und isch gebildete Bezeichnung für Stand betreffend; F.: ständisch, ständische, ständisches, ständischem, ständischen, ständischer+EW; Z.: stä-n-d-isch
$Standpauke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Standpauke, nachdrückliche Ermahnung; E.: s. Stand, s. Pauke; L.: Kluge s. u. Standpauke, DW 17, 782, EWD s. u. Pauke; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stand und Pauke gebildete nachdrückliche Ermahnung; F.: Standpauke, Standpauken+EW; Z.: Sta-n-d—pauk-e
$Standpunkt, nhd., (Part. Prät.=M., (18. Jh.): nhd. Standpunkt; L.: DW 17, 782, EWD s. u. Stand; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stand und Punkt gebildete Bezeichnung für den Punkt an dem der jeweilige Betrachter steht und von dem aus er die Welt betrachtet; F.: Standpunkt, Standpunktes, Standpunkts, Standpunkte, Standpunkten+EW+FW; Z.: Sta-n-d—pu-n-k-t
$Standrecht, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Standrecht, Standgericht, Recht des Standgerichts; L.: Kluge s. u. Standrecht, DW 17, 782, EWD s. u. Stand; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stand und Recht gebildete Bezeichnung für das Recht des Standgerichts; F.: Standrecht, Standrechtes, Standrechts, Standrechte, Standrechten+EW; Z.: Sta-n-d—rech-t
$Standrede, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Standrede; E.: s. Stand, s. Rede; L.: DW 17, 786, EWD s. u. Pauke; GB.: nach einer Hinrichtung in dem Stande gehaltene Rede; F.: Standrede, Standreden+EW; Z.: St-n-d—re-d-e
Stange, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stange, Stab, Stock; ne. pole (N.), stang; Vw.: s. Pleuel-; Hw.: s. Stängel; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. stange, st. F., sw. F., Stange, Horn, Geweih; mnd. stange, sw. M., F., Stange, Fahnenstange, Eisenstange, Schaft für die Wetterfahne, Turmstange; mnl. stanghe, F., Stange; ahd. stanga, st. F. (ō), sw. F. (n), Stange, Stock, Spieß (M.) (1), Stab, Wurfspieß, Balken?, Riegel?; as. stanga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Stange; anfrk. -; germ. *stangō, st. F. (ō), Stange; s. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stange, Kluge s. u. Stange, DW 17, 789, EWD s. u. Stange, Falk/Torp 482, Seebold 470, Duden s. u. Stange, Bluhme s. u. Stange; Son.: vgl. afries -; ae. -; an. stǫng, st. F. (ō), Stange; got. *stagga?, st. F. (ō), Stange; nndl. stang, Sb., Stange; nschw. stång, Sb., Stange; nnorw. stang, M., F., Stange; ai. tigmá-, Adj., scharf, spitzig; gr. στίζειν (stízein), V., stechen, brandmarken; lat. īnstīgāre, V., anspornen; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein langes und meist rundes Stück Holz oder Metall das in dem Verhältnis zu seiner Länge dünn oder schlank ist; BM.: stechen bzw. spitz; F.: Stange, Stangen+EW; Z.: Stang-e
Stängel, Stengel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stängel, Stengel, ein tragender Pflanzenteil; ne. stalk (N.), stem (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stange; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stengel, st. M., Stängel, Stengel, Stiel, Stange, Angelrute; mnd. stengel, M., Stängel, Stengel, Stiel der Pflanze, Stempelfaden der Lilie, Glockenklöppel; mnl. stengel, M., Stängel, Stengel; ahd. stengil, stingil, st. M. (a), Stängel, Stengel, Stab, Stiel; as. stėngil*, st. M. (a), Stängel, Stengel; anfrk. -; germ. *stangila-, *stangilaz, st. M. (a), Stängel, Stengel; s. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014 (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stengel, Kluge s. u. Stengel, DW 18, 2353, EWD s. u. Stengel, Falk/Torp 482, Duden s. u. Stängel, Bluhme s. u. Stengel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *stiggils?, st. M., Stengel, Stängel; nndl. stengel, Sb., Stängel; nnorw. stengel, M., Stengel; GB.: (stengil) seit um 790 belegte Bezeichnung für den schon vormenschlich bei kleineren Pflanzen vorhandenen von der Wurzel an aufwärts wachsenden schlanken die Blätter und Blüten tragenden Teil; BM.: stechen bzw. spitz; F.: Stängel, Stängels, Stängeln, Stengel, Stengels, Stengeln+EW; Z.: Stäng-el
Stank, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Stank, Gestank, unangenehmer Geruch; ne. smell (N.), fragance, stench; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stanc, st. M., Geruchssinn, Geruch, Wohlgeruch, Gestank, Duft, Qualm; mnd. stank, M., Gestank, Geruch, Wohlgeruch, Verwesungsgeruch, Leichengestank, Sündhaftigkeit, Sünde, Schwefelgestank, Hölle, Verdammnis, Anstoß; ahd. stank*, stanc*, st. M. (a?, i?), Geruch, Duft, Gestank; as. stank, st. M. (a?, i?), Gestank, Geruch; anfrk. *stank?, st. M. (a?, i?), Geruch, Gestank; germ. *stankwa-, *stankwaz, st. M. (a), Gestank, Duft, Geruch; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 17, 822, EWD s. u. Gestank, Falk/Torp 481, Duden s. u. Stank; Son.: vgl. afries. -; ae. stėnc, st. M. (i), Duft, Geruch, Gestank; an. stǫkkr (1), st. M. (a), plötzliche Bewegung, Schrecken (M.); got. -; nndl. stank, Sb., Stank; nschw. stank, Sb., Stank; nnorw. stank, M., Stank; GB.: (stank) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen dem Menschen unangenehmen Geruch oder Gestank; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: Stank, Stankes+EW; Z.: Sta-n-k
$Stänker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stänker, einer der Gestank macht; E.: s. Stank, s. er; L.: Kluge s. u. stänkern, DW 17, 832, EWD s. u. stänkern; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht aus Stank und er gebildete Bezeichnung für einen (Menschen) der Stank oder Gestank macht; F.: Stänker, Stänkers, Stänkern+EW; Z.: Stä-n-k-er
$Stänkerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stänkerei; E.: s. Stänker, s. ei (Suff.); L.: DW 17, 832 EWD s. u. stänkern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stänker und ei gebildete Bezeichnung für das Verhalten und das Ergebnis eines Stänkers; F.: Stänkerei, Stänkereien+EW; Z.: Stä-n-k-er-ei
$Stänkerer, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Stänkerer, Stänkernder; E.: s. Stänker, s. stänker(n), s. er; L.: Kluge s. u. stänkern, DW 17, 832; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Stänker oder stänker(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Stänker oder Stänkernden; F.: Stänkerer, Stänkerers, Stänkerern+EW; Z.: Stä-n-k-er-er
stänkern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. stänkern, dagegensprechen, motzen, verpesten; ne. stir (V.); Vw.: -; Hw.: s. stinken; Q.: 17. Jh.; E.: s. stinken; L.: Kluge s. u. stänkern, DW 17, 836, EWD s. u. stänkern, Duden s. u. stänkern, Bluhme s. u. staenkern; GB.: mit jemandem oder etwas nicht einverstanden sein und daher mehr auf versteckte Art gegen ihn oder dagegen sprechen; BM.: stinken; F.: stänkern, stänkere, stänker (!), stänkre, stänkerst, stänkert, stänkerte, stänkertest, stänkerten, stänkertet, gestänkert, ##gestänkert, gestänkertes, gestänkertem, gestänkerten, gestänkerter##, stänkernd, ###stänkernd, stänkernde, stänkerndes, stänkerndem, stänkernden, stänkernder###, stänker (!)+EW; Z.: stä-n-k-er-n
Stanniol, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Stanniol, Zinnfolie, Aluminiumfolie, Alufolie; ne. tinfoil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. stāgnum (2), Zinn, Werk, Werkblei; vgl. idg. *stag-, V., sickern, tröpfeln, rinnen, Pokorny 1001? (1744/216) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Stanniol, DW 17, 841, EWD s. u. Stanniol, Duden s. u. Stanniol; Son.: vgl. nndl. staniol, Sb., Stanniol; nschw. stanniol, Sb., Stanniol; nnorw. stanniol, N., Stanniol; poln. staniol, M., Stanniol; nir. scragall stán, M., Stanniol; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete aus Zinn oder Aluminium bestehende dünne Folie; BM.: sickern bzw. rinnen; F.: Stanniol, Stanniols, Stanniole, Stanniolen+FW; Z.: Stan-n-iol
Stanze, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stanze (F.) (1), eine Strophe; ne. stanza; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. stanza; E.: s. stanza, F., Stanze (F.) (1), Strophe, Standort, Wohnung; vgl. lat. stāns, (Part. Präs.=)Adj., stehend, ausgestattet mit einem Fundament; vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stanze, DW 17, 842, EWD s. u. Stanze 1, Duden s. u. Stanze 1, Bluhme s. u. Stanze; Son.: vgl. nndl. stanza, Sb., Stanze; frz. stance, F., Stanze; nschw. stans, Sb., Stanze; poln. stanca, F., Stanze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Strophe aus acht elfsilbigen jambischen Versen; BM.: stehen; F.: Stanze, Stanzen+EW; Z.: Stan-nz-e
stanzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stanzen, Formstücke ausschneiden, durch Pressen (N.) in einer bestimmten Form abtrennen; ne. stamp (V.), punch (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu stampfen?; L.: Kluge s. u. stanzen, DW 17, 844, EWD s. u. Stanze 2, Duden s. u. stanzen, Bluhme s. u. stanzen; Son.: vgl. nndl. stansen, V., stanzen; nschw. stanse, V., stanzen; nnorw. stanse, V., stanzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit stampfen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes durch Pressen (N.) in einer bestimmten Form abtrennen; BM.: ?; F.: stanzen (!), stanze (!), stanzst (!), stanzt, stanzest, stanzet, stanzte, stanztest, stanzten, stanztet, gestanzt, ##gestanzt, gestanzte, gestanztes, gestanztem, gestanzten, gestanzter##, stanzend, ###stanzend, stanzende, stanzendes, stanzendem, stanzenden, stanzender###, stanz (!)+EW(?); Z.: stanz-en
Stapel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stapel, Stoß, Haufe, Warenniederlage; ne. pile (N.), stack (N.); Vw.: -; Hw.: s. Staffel; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stāpel, stābel, staepel, M., Stapel, Sockel, Postament, Säule, Grenzpfahl; mnl. stapel, M., Stapel; s. mhd. stapfel, staffel, st. M., sw. M., Stufe, Grad; ahd. stapfal*, staphal*, staffal*, st. M. (a?), „Staffel“, Fußgestell, Sockel; as. stapal, st. M. (a), „Stapel“, Haufe, Haufen; germ. *stapula-, *stapulaz, st. M. (a), Stufe, Pfosten, Stapel; vgl. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stapel, Kluge s. u. Stapel, DW 17, 845, EWD s. u. Stapel, Falk/Torp 482, Seebold 463, Duden s. u. Stapel, Seebold 463, Falk/Torp 482, Bluhme s. u. Stapel; Son.: vgl. afries. stapul, stapel, st. M. (a), „Staffel“, Amboss, Richtblock, Zahnkrone; ae. stapol, st. M. (a), Stamm, Pfosten, Stütze; ae. stapela, sw. M. (n), Pfosten; an. stopull, st. M. (a), dicker Pfahl, Kirchturm; nndl. stapel, Sb., Stapel; nschw. stapel, Sb., Stapel; nnorw. stabel, M., Stapel; GB.: seit 15. Jh. mnd. und mnl. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aufgeschichteten Haufen einer Menge gleicher Dinge; BM.: stützen; F.: Stapel, Stapels, Stapeln+EW; Z.: Stap-el
$Stapellauf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stapellauf, Lauf von dem Stapel; E.: s. Stapel, s. Lauf; L.: DW 17, 852, EWD s. u. Stapel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stapel und Lauf gebildete Bezeichnung für den Lauf eines auf dem Stapel von Menschen entwickelten und gefertigten Wasserfahrzeugs in das Wasser zwecks Verwendung als Boot oder Schiff; F.: Stapellauf, Stapellaufes, Stapellaufs, Stapelläufe, Stapelläufen+EW; Z.: Stap-el—lauf
$stapeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stapeln, schichten, aufeinanderlegen; L.: Kluge s. u. Stapel, DW 17, 852, EWD s. u. Stapel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stapel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für schichten oder aufeinanderlegen; F.: stapeln (!), stapel (!), staple, stapele, stapelst, stapelt, stapelte, stapeltest, stapelten, stapeltet, gestapelt, ##gestapelt, gestapelte, gestapeltes, gestapeltem, gestapelten, gestapelter##, stapelnd, ###stapelnd, stapelnde, stapelndes, stapelndem, stapelnden, stapelnder###, stapel (!)+EW; Z.: stap-el-n
$Stapelplatz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stapelplatz, Platz für ein Stapeln; E.: s. Stapel, s. Platz; L.: DW 17, 852, EWD s. u. Stapel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stapel und Platz gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung für das Stapeln von Waren entwickelten und verwendeten Platz und einen Handelsplatz; F.: Stapelplatz, Stapelplatzes, Stapelplätze, Stapelplätzen+EW+FW; Z.: Stap-el—pla-tz
Stapf, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Stapf, Stapfe, Fußstapfe, Schritt; ne. step (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stapfe, stapfen, Step; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. stapf, st. M., Stapfe, Fußspur, Stufe, Schritt; mnd. stappe (3), sw. M., Stapfe, Fußstapfe, Ferse, Bein eines Hausgeräts; mnl. stap, M., Auftreten, Schritt; ahd. stapf, staph, st. M. (i), Schritt, Fußstapfe; as. -; anfrk. -; germ. *stapi-, *stapiz, st. M. (i), Stufe, Schritt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stapfe, Kluge s. u. Stapf, DW 17, 857, EWD s. u. Stapfe, Falk/Torp 482, Duden s. u. Stapf, Bluhme s. u. stapfen; Son.: vgl. afries. stap, st. M. (i), Schritt; nfries. staep; ae. stėpe, stæpe, st. M. (i), Schritt, Tritt, Gang (M.) (1), Stufe, Fußgestell, Grad; an. -; got. -; nndl. stap, Sb., Schritt; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (festen) Schritt; BM.: stützen; F.: Stapf, Stapfs, Stapfen+EW; Z.: Stapf
Stapfe, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Stapf, Stapfe, Fußstapfe, Schritt; ne. step (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stapf, stapfen, Stafette; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. stapfe, sw. M., sw. F., Tritt, Fußspur; mnd. stappe (3), sw. M., Stapfe, Fußstapfe, Ferse, Bein eines Hausgeräts; ahd. stapfo, stapho, stapfeo*, stapheo, sw. M. (n), Schritt, Stapfe, Stapfen (M.), Fußsohle, Fußstapfe, Fußstapfen, Heuschrecke; ahd. stapf, staph, st. M. (i), Schritt, Fußstapfe; as. -; anfrk. -; germ. *stapi-, *stapiz, st. M. (i), Stufe, Schritt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stapf, EWD s. u. Stapfe, DW 17, 857, Duden s. u. Stapfe; Son.: vgl. afries. stap, st. M. (i), Schritt; nfries. staep; ae. stėpe, stæpe, st. M. (i), Schritt, Tritt, Gang (M.) (1), Stufe, Fußgestell, Grad; an. -; got. -; nndl. stap, Sb., Schritt; GB.: seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (festen) Schritt; BM.: stützen; F.: Stapfe, Stapfen+EW; Z.: Stapf-e
stapfen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. stapfen, fest auftretend schreiten; ne. step (V.), pace (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stapf, Stapfe; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stapfen, staffen, sw. V., fest auftretend schreiten, stapfen, einherreiten, herantraben, reiten, traben, losgehen auf, ziehen gegen, ziehen entgegen, ziehen über; mnd. stappen (1), stāpen, sw. V., stapfen, schreiten, gehen; ahd. stapfōn, staphōn*, sw. V. (2), stapfen, vorgehen, schreiten; as. stėppian*, st. V. (6), schreiten; anfrk. -; germ. *stappan, sw. V., stapfen, schreiten; germ. *stapjan, *stappjan, sw. V., stapfen, schreiten; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Stapfe, DW 17, 864, Duden s. u. stapfen, Falk/Torp 482, Seebold 462, Bluhme s. u. stapfen; Son.: vgl. afries. stapa, steppa, st. V. (6), schreiten, treten, stapfen; nnordfries. stape, V., schreiten, stapfen; ae. stėppan, stæppan, st. V. (6), stapfen, schreiten, gehen; an. -; got. -; nndl. stappen, V., stapfen; GB.: seit Anfang 9. Jh, belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches mit festen Schritten gehen und dabei die Beine höher anheben und kräftig auftreten; BM.: stützen; F.: stapfen (!), stapfe (!), stapfst, stapft, stapfest, stapfet, stapfte, stapftest, stapften, stapftet, gestapft, ##gestapft, gestapfte, gestapftes, gestapftem, gestapften, gestapfter##, stapfend, ###stapfend, stapfende, stapfendes, stapfendem, stapfenden, stapfender###, stapf (!)+EW; Z.: stapf-en
$Stapler, nhd., M. (18. Jh.?): nhd. Stapler, Stapelnder; Vw.: s. (Gabel-,) Hoch-; E.: s. stap(e)l(n), s. er (Suff.); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus stap(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Stapelnden; F.: Stapler, Staplers, Staplern+EW; Z.: Stap-l-er
Star (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Star (M.) (1), ein Singvogel; ne. starling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. star, sw. M., Star (M.) (1); mnd. stār (1), stāre, M., Star (M.) (1), Wachtel; mnl. sterre, Sb., Star (M.) (1); ahd. staro, sw. M. (n), Star (M.) (1) (ein Vogel); as. stara, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Star (M.) (1); anfrk. -; germ. *starō-, *starōn, *stara-, *staran, sw. M. (n), Star (M.) (1); idg. *storos, *stornis, *str̥nos?, M., Star (M.) (1), Vogel, Pokorny 1036 (1778/250) (RB. idg. aus ital., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Star, Kluge s. u. Star 1, DW 17, 256 (Staar), EWD s. u. Star 1, Falk/Torp 486, Duden s. u. Star, Bluhme s. u. Star 1; Son.: vgl. afries. -; ae. stær (1), M., Star (M.) (1); an. stari, sw. M. (n), Star (M.) (1); got. -; nschw. stare, Sb., Star (M.) (1); nnorw. stær, M., Star (M.) (1); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen etwas größeren Singvogel mit schillerndem schwarzem Gefieder und kurzem Hals sowie langem spitzem Schnabel; BM.: Vogel; F.: Star, Stares, Stars, Stare, Staren+EW; Z.: Star
Star (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Star (M.) (2), krankhafte Trübung der Augenlinse (eine Augenkrankheit); ne. cataract, glaucoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. stār (2), N., Star (M.) (2), eine Augenkrankheit, Totenstarre der Augen; rückgebildet aus stārblint; vgl. mhd. staren, sw. V., starren, anstarren; ahd. starēn*, starōn*, sw. V. (3, 2), starren, stieren, hinschauen; germ. *starēn, *starǣn, sw. V., starr werden; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Star 2, EWD s. u. Star 2, DW 17, 260 (Staar), Duden s. u. Star, Bluhme s. u. Star 2; Son.: vgl. nndl. staar, Sb., Star (M.) (2); GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung von Augen mögliche (krankhafte) Trübung der Augenlinse; BM.: starr; F.: Star, Stares, Stars, Stare, Staren+EW; Z.: Star
Star (3), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Star (M.) (3), Filmgröße, Theatergröße, durch öffentliche Auftritte berühmt gewordener Mensch; ne. star (M.); Vw.: -; Hw.: s. Stern (2); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. star; E.: s. ne. star, N., Stern; ae. steorra, sw. M. (n), Stern (M.) (1); ahd. sterro, sw. M. (n), Stern (M.) (1), Gestirn; as. sterro, sw. M. (n), Stern (M.) (1); anfrk. -; germ. *sternō-, *sternōn, *sterna-, *sternan, sw. M. (n), Stern (M.) (1); s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Star 3fehlt DW, EWD s. u. Star 3, Duden s. u. Star; Son.: vgl. nndl. ster, Sb., Star (M.) (3); frz. star, M., F., Star (M.) (3); nschw. stjärna, Sb., Star (M.) (3); nnorw. stjerne, M., F., Star (M.) (3); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altenglischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch öffentliche Auftritte berühmt gewordenen Menschen; BM.: Stern bzw. streuen; F.: Star, Stars+FW; Z.: Star
Stär, Stehr, Ster, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Stär, Ster (M.) (1), Widder, Schafbock; ne. ram (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. ster (3), stere, sterre, sw. M., Ster (M.) (1), Widder; mnd. stēr (1), stērn, M., Ster (M.) (1), Widder, Schafbock; ahd. stero, sw. M. (n), Stehr (M.) (1), Schafbock, Widder; s. germ. *sterō-, *sterōn, *stera-, *steran, Adj., unfruchtbar; vgl. idg. *ster- (1), Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stähr, Ster 1, DW 18, 2389, Falk/Torp 486, Duden s. u. Stär; Son.: vgl. got. staírō, sw. F. (n) oder sw. Adj., Unfruchtbare; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Widder oder Schafbock; BM.: unfruchtbar bzw. starr; F.: Stär, Stäres, Stärs, Stäre, Stären, Stehr, Stehrs, Stehres, Stehre, Stehren, Ster, Sters, Stere, Steren+EW; Z.: Stär
stark, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. stark, hart, kräftig; ne. strong; Vw.: -; Hw.: s. Stärke, stärken; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. starc, Adj., stark, gewaltig, kräftig, gesund; mnd. stark, stārk, staerk, staerc, Adj., stark, fest, kräftig, leistungsfähig, gesund, gewaltig, laut, schallend; mnl. starc, staerc, sterc, Adj., stark; ahd. stark, starc, starah*, Adj., stark, kräftig, mächtig, gewaltig, schwer, fest, hart, bedeutend, wirksam, streng, lang, starr; as. stark, Adj., stark, kräftig, mächtig, gewaltig, böse; anfrk. stark*, starc*, Adj., stark; germ. *starku-, *starkuz, *starka-, *starkaz, Adj., steif, stark; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stark, Kluge s. u. stark, DW 17, 869, EWD s. u. stark, Falk/Torp 486, Heidermanns 546, Duden s. u. stark, Bluhme s. u. stark; Son.: vgl. afries. sterk, Adj., stark; saterl. sterc, Adj., stark; ae. stearc, starc, Adj., steif, streng, hart, stark, heftig; an. sterkr, Adj., stark; an. starkr, Adj., stark, gesund; got. *starks, Adj. (a?), stark; nndl. sterk, Adj., stark; ne. stark, Adj., krass, gänzlich; nschw. stark, Adj., stark; nnorw. sterk, Adj., stark; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches hart oder kräftig; BM.: starr; F.: stark, starke, starkes, starkem, starken, starker(, stärker, stärkere, stärkeres, stärkerem, stärkeren, stärkerer, stärkste, stärkstes, stärkstem, stärksten, stärkster)+EW; Z.: star-k
Stärke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stärke, Härte, Kraft; ne. strength, force (N.), starch; Vw.: -; Hw.: s. stark, stärken; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sterke, st. F., sw. F., Stärke, Kraft, Gewalt, Tapferkeit, Verstärkung, Vermehrung, Stärkemehl, Stimmkraft; mnd. sterke (2), F., Stärke, körperliches Widerstandsvermögen, Robustheit, Kraft, geistiges Vermögen; mnd. starke (2), F., Stärke, körperliches Widerstandsvermögen, Robustheit, Kraft, geistiges Vermögen; ahd. sterka*, sterca*, st. F. (ō), sw. F. (n), Stütze, Stärke; ahd. sterkī*, sterkīn*, st. F. (ī), Stärke, Kraft, Festigkeit; ahd. starka*, starca*, st. F. (ō), Stärke (F.) (1), Macht; as. -; anfrk. sterki*, sterke, st. F. (ī), Stärke, Kraft; germ. *starkī-, *starkīn, sw. F. (n), Stärke, Kraft; germ. *starkō-, *starkōn, sw. F. (n), Stärke; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stark, DW 17, 889, EWD s. u. stark, Heidermanns 546, Duden s. u. Stärke; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. styrkr, st. M. (i), Stärke, Macht; got. -; nndl. sterkte, Sb., Stärke; nschw. styrka, Sb., Stärke; nnorw. styrke, M., Stärke; GB.: seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche große körperliche Kraft und später auch einen Vielfachzucker (Polysaccharid); BM.: starr; F.: Stärke, Stärken+EW; Z.: Stär-k-e
$Stärke (2), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Stärke; L.: EWD s. u. stark; F.: Stärke, Stärken+EW; Z.: Stär-k-e
stärken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stärken, stark machen, bestärken, kräftigen, bekräftigen; ne. strengthen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. sterken (1), sw. V., stärken, bekräftigen, beglaubigen, erstarken, kräftig werden, verstärken, vermehren, aufmuntern, behilflich sein (V.); mnd. sterken (1), stērken, sw. V., stärken, stark werden, stark machen, an Stärke zunehmen, mächtig sein (V.), widerstandsfähig machen, erquicken, laben, kräftigen; mnd. starken, sw. V., stärken, stark werden, stark machen, an Stärke zunehmen, mächtig sein (V.), widerstandsfähig machen; ahd. sterken*, sw. V. (1a), stärken, sichern, beweisen; as. stėrkian*, sw. V. (1a), stärken; anfrk. sterken*, sw. V. (1), stärken; germ. *starkjan, sw. V., stärken, kräftigen; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stark, DW 17, 896, EWD s. u. stark, Duden s. u. stärken; Son.: vgl. afries. sterka, sw. V. (1), stärken, befestigen; nfries. sterckjen, V., stärken; ae. -; an. styrkja, sw. V. (1), stark machen; got. -; nndl. sterken, V., stärken; nschw. stärka, V., stärken; nnorw. styrke, V., stärken; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches stark machen oder bestärken oder kräftigen M.: starr; F.: stärken (!), stärke (!), stärkst, stärkt, stärkest, stärket, stärkte, stärktest, stärkten, stärktet, gestärkt, ##gestärkt, gestärkte, gestärktes, gestärktem, gestärkten, gestärkter##, stärkend, ###stärkend, stärkende, stärkendes, stärkendem, stärkenden, stärkender###, stärk (!)+EW; Z.: stär-k-en
$Starlet, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Starlet; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. ne. starlet; L.: fehlt DW, EWD s. u. Star 3; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit Star (3) verbindbare Bezeichnung für eine Nachwuchsfilmschauspielerin die gerne ein Star (3) werden möchte und sich wie ein solcher fühlt und benimmt; F.: Starlet, Starlets+FW; Son.: ältester Beleg des OED von siebzehnhundertundsiebenundachtzig; Z.: Star-let
starr, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. starr, stier, steif, unbeweglich; ne. stiff, rigid, stark; Vw.: -; Hw.: s. starren, stier, Storren; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. star (1), Adj., starr, stier, unbeweglich; mhd. sterr, Adj., starr, steif; mhd. sterre (1), Adj., starr, steif; mnd. star, starr, Adj., starr, abweisend; mnl. sterre, Adj., starr, steif; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *stara-, *staraz, *starra-, *starraz, Adj., starr, steif; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. starr, Kluge s. u. starr, starren, DW 17, 911, EWD s. u. starren, Falk/Torp 485, Heidermanns 547, Duden s. u. starr, Bluhme s. u. starr; Son.: vgl. afries. -; ae. *stær (3), *stære, *stare, Adj., starr; an. starr, Adj., steif, starr; got. -; GB.: (star) seit 1348/1350 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für stier oder steif oder unbeweglich in Gegensatz zu beweglich; BM.: steif; F.: starr, starre (!), starres, starrem, starren (!), starrer(, starrere, starreres, starrerem, starreren, starrerer, starrst, starrste, starrstes, starrstem, starrsten, starrster)+EW; Z.: star-r
$Starre, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Starre, Starrsein; Q.: um 1700; E.: s. starr, s. e (Suff.); L.: DW 17, 918, EWD s. u. starren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus starr und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für Starrsein; F.: Starre, Starren (!)+EW; Z.: Star-r-e
starren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. starren, starr sein (V.), starr werden, emporstehen, starr blicken; ne. gaze (V.); Vw.: -; Hw.: s. starr, Storren; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. staren, sw. V., starren, stieren; mhd. starren (1), starn, staren, sw. V., starr sein (V.), starr werden, steif sein (V.), steif werden; mnd. starren (1), sw. V., starren, starr sein (V.), steif sein (V.); mnd. starren (2), sw. V., starren, mit starren Augen blicken, stieren, erstarren; mnd. stāren, sw. V., starren, starr sein (V.), leblos werden, trübe werden, sich verdunkeln, stieren; s. ahd. storrēn*, st. V., (3), emporragen; ahd. starēn*, starōn*, sw. V. (3, 2), starren, starr blicken, stieren, hinschauen, auflauern; germ. *sturrēn, *sturrǣn, sw. V., widerspenstig sein (V.); germ. *starēn, *starǣn, sw. V., starr werden; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. starr, Kluge s. u. starren, DW 17, 918, EWD s. u. starren, Falk/Torp 486, Duden s. u. starren, Bluhme s. u. starren; Son.: vgl. afries. -; ae. starian, sw. V. (2), starren, blicken; an. stara, sw. V. (3), stieren, starren; got. staúrran, sw. V. (3), starr sein (V.)?; nndl. staren, V., starren; lit. stérti, V., erstarren, den Mund aufsperren; toch. B ścire, Adj., hart, starr, steif; GB.: (starēn) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches starr sein (V.) bzw. starr werden; BM.: steif; F.: starren (!), starre (!), starrst, starrt, starrest, starret, starrte, starrtest, starrten, starrtet, gestarrt, ##gestarrt, gestarrte, gestarrtes, gestarrtem, gestarrten, gestarrter##, starrend, ###starrend, starrende, starrendes, starrendem, starrenden, starrender###, starr (!)+EW; Z.: star-r-en
$Starrheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Starrheit, Starrsein; E.: s. starr, s. heit; L.: DW 17, 926, EWD s. u. starren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus starr und heit gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Starrsein; F.: Starrheit, Starrheiten+EW; Z.: Star—hei-t
Start, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Start, Beginn, Anfang; ne. start (N.); Vw.: -; Hw.: s. stürzen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. start; E.: s. ne. start, N., Start; verwandt mit ae. styrtan, sw. V. (1), losstürzen, aufspringen; germ. *sturtjan, sw. V., stürzen; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Start, DW 17, 932, EWD s. u. Start, Duden s. u. Start, Bluhme s. u. Start; Son.: vgl. nndl. start, Sb., Start; nschw. start, Sb., Start; nnorw. start, M., Start; poln. start, M., Start; lit. startas, M., Start; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Beginn oder Anfang; BM.: starr bzw. fallen; F.: Start, Startes, Starts, Starte, Starten+FW; Z.: Star-t
$starten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. starten, beginnen, anfangen; E.: s. Start, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Start, fehlt DW, EWD s. u. Start; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Start und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für beginnen oder anfangen; F.: starten (!), starte (!), startest, startet, startete, startetest, starteten, startetet, gestartet, ##gestartet, gestartete, gestartetes, gestartetem, gestarteten, gestarteter##, startend, ###startend, startende, startendes, startendem, startenden, startender###, start (!)+FW+EW; Z.: star-t-en
$Starter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Starter, Startender; Vw.: s. Kick-; E.: s. start(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Start, fehlt DW, EWD s. u. Start; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus start(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Startenden oder für einen Start nötiges Gerät; F.: Starter, Starters, Startern+FW; Z.: Star-t-er
...stase, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...stase; ne. ...stasy, ...stasis; Vw.: s. Ek-, Meta-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. gr. στάσις (stásis); E.: s. gr. στάσις (stásis), F., Aufstellen, Wägen (N.), Stehen, Stelle, Partei, Aufstand; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004; L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1093; Son.: vgl. nndl. ...stase, Suff., ...stase; frz. ...stase, Suff., ...stase; nschw. ...stas, Suff., ...stase; nnorw. ...stase, Suff., ...stase; poln. ...staza, Suff., ...stase; kymr. ...stasis, vlit. ...stazė, Suff., ...stase; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Stehens oder Stellens verwendete Bezeichnung; BM.: stehen; F.: ...stase, ...stasen+FW(+EW?); Z.: -sta-s-e
...stat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. ...stat, ...statos; ne. ...state; Vw.: s. Apo-, Thermo-; Hw.: -; I.: neoklassische Bildung; E.: gr. στατός (statós), Adj., stillstehend; vgl. gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1092; Son.: vgl. nnd. ...staat, Präf., ...stat; frz. ...stat, Präf., ...stat; nschw. ...stat, Präf., ...stat; nnorw. ...stat, Präf., ...stat; poln. ...stat, Präf., ...stat; ...statas, Präf., ...stat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Stehens oder Stellens verwendete Bezeichnung; BM.: stehen; F.: ...stat, ...staten+FW(+EW?); Z.: -sta-t
stätig, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. stätig, beständig, feststehend, störrisch; ne. steadily?; Vw.: -; Hw.: s. stet; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stetic, Adj., nicht von der Stelle zu bringen seiend; mnd. stādich, stadich, Adj., stetig, beständig, dauernd, unaufhörlich, unablässig, ständig, rechtlich bindend; ahd. stetīg*, Adj., stetig, beständig, feststehend; s. germ. *stēdja-, *stēdjaz, *stǣdja-, *stǣdjaz, Adj., stet, fest, beständig; germ. *stada-, *stadaz, Adj., stet, standhaft; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stätig, DW 17, 935, Duden s. u. stätig; GB.: (stetīg) seit dem Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für beständig oder feststehend; BM.: stehen; F.: stätig, stätige, stätiges, stätigem, stätigen, stätiger(, stätigere, stätigeres, stätigerem, stätigeren, stätigerer, stätigst, stätigste, stätigstes, stätigstem, stätigsten, stätigster)+EW; Z.: stä-t-ig
Statik, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Statik, Lehre von den auf ruhende Körper wie etwa Bauten wirkenden Kräften; ne. statics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στατικός (statikós), Adj., stillstehend, zum Wägen gehörig; vgl. gr. στάσις (stásis), F., Aufstellen, Wägen (N.), Stehen, Stelle, Partei, Aufstand; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statik, EWD s. u. Statik, DW 17, 938, Duden s. u. Statik; Son.: vgl. nndl. statica, Sb., Statik; frz. statique, F., Statik; nschw. statik, Sb., Statik; nnorw. statikk, M., Statik; poln. statyka, F., Statik; kymr. stateg, F., Statik; nir. stataic, F., Statik; lit. statika, F., Statik; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Teilgebiet der Mechanik für die Lehre von den auf ruhende Körper wirkenden Kräften; BM.: stehen; F.: Statik, Statiken+FW(+EW); Z.: Sta-t-ik
$Statiker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Statiker; E.: s. Statik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Statik, fehlt DW, EWD s. u. Statik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Statik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen die Lehre von den auf ruhende Körper wirkenden Kräften verwendenden Fachmann; F.: Statiker, Statikers, Statikern+FW+EW; Z.: Sta-t-ik-er
Station, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Station, Haltestelle, Aufenthaltsort; ne. station; Vw.: -; Hw.: s. stationär; I.: Lw. lat. statio; E.: s. lat. statio, F., Stehen, Stillstehen, Feststehen, Stillstand, Standort, Aufenthalt, Stelle, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Station, DW 17, 939, EWD s. u. Station, Duden s. u. Station; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (einen wichtigen Punkt bestimmenden) Ort; BM.: stehen; F.: Station, Stationen+FW; Z.: Sta-t-io-n
stationär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stationär, ortsfest, stehend, unverändert; ne. steady, stationary; Vw.: -; Hw.: s. Station; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. statiōnārius; E.: s. lat. statiōnārius (1), Adj., stillstehend, zu dem Standort gehörig, beständig, zu einem Stehen gebracht, (um 75-um 150 n. Chr.); vgl. lat. statio, F., Stehen, Stillstehen, Feststehen, Stillstand, Standort, Aufenthalt, Stelle; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Station, DW 17, 943, EWD s. u. Station, Duden s. u. stationär; Son.: vgl. stationair, Adj., stationär; frz. stationnaire, Adj., stationär; nschw. statinär, Adj., stationär; nschw. stasjonær, Adj., stationär; poln. stacjonarny, Adj., stationär; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erde mögliches ortsfest; BM.: stehen; F.: stationär, stationäre, stationäres, stationärem, stationären, stationärer+FW; Z.: sta-t-io-n-är
$stationieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stationieren, einen festen Ort zuweisen oder einnehmen; E.: s. Station, s. ieren; L.: Kluge s. u. Station, DW 17, 943, EWD s. u. Station; GB.: nach einem älteren Vorläufer des sechzehnten Jahrhunderts seit 18. Jh. belegte und aus Station und ieren gebildete Bezeichnung für einen festen Ort zuweisen oder einnehmen; F.: stationieren, stationiere, stationierst, stationiert, stationierest, stationieret, stationierte, stationiertest, stationierten, stationiertet, ##stationiert, stationierte, stationiertes, stationiertem, stationierten, stationierter##, stationierend, ###stationierend, stationierende, stationierendes, stationierendem, stationierenden, stationierender###, stationier +FW(+EW?); Z.: sta-t-io-n-ier-en
$statisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. statisch, stehend, Statik betreffend; E.: s. Stat(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Statik, DW 17, 947, EWD s. u. Statik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stat(ik) und isch gebildete Bezeichnung für Statik betreffend; F.: statisch, statische, statisches, statischem, statischen, statischer(, statischere, statischeres, statischerem, statischeren, statischerer, statischst, statischste, statischstes, statischstem, statischsten, statischster)+FW(+EW); Z.: sta-t-isch
...statisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. ...statisch; ne. ...static; Vw.: s. ek-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. στατικός (statikós); E.: s. gr. στατικός (statikós), Adj., stillstehend, zum Wägen gehörig; vgl. gr. στάσις (stásis), F., Aufstellen, Wägen (N.), Stehen, Stelle, Partei, Aufstand; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1092; Son.: vgl. nndl. ...statisch, Suff., ...statisch; frz. ...statique, Suff., ...statisch; nschw. ...statisk, Suff., ...statisch; nnorw. ...statisk, Suff., ...statisch; poln. ...statyczny, Suff., ...statisch; kymr. ...statig, Suff., ...statisch; nir. ...staiseach, Suff., ...statisch; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: stehen; F.: ...statisch, ...statische, ...statisches, ...statischem, ...statischen, ...statischer(, ...statischere, ...statischeres, ...statischerem, ...statischeren, ...statischerer, ...statischst, ...statischste, ...statischstes, ...statischstem, ...statischsten, ...statischster)+FW(+EW); Z.: -sta-t-isch
Statist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Statist, Stehender, stumme Figur, Randfigur, Nebenfigur; ne. statist (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. status, M., Stehen, Stand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statist, EWD s. u. Statist, DW 17, 949, Duden s. u. Statist; Son.: vgl. nschw. statist, Sb., Statist; nnorw. statist, M., Statist; poln. statysta, M., Statist; lit. statistas, M., Statist; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und ist gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (vor allem stehende) Randfigur oder Nebenfigur vor allem in einem Bühnenstück; BM.: stehen; F.: Statist, Statisten+FW(+EW); Z.: Sta-t-ist
Statistik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Statistik, zahlenmäßige Darstellung und Auswertung von Massenerscheinungen; ne. statistics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. statistique; E.: s. frz. statistique, F., Wissenschaft, Staatswissenschaft; vgl. lat. status, M., Stehen, Stand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statistik, EWD s. u. Statistik, DW 17, 947, Duden s. u. Statistik; Son.: vgl. nndl. statistiek, Sb., Statistik; nschw. statistik, Sb., Statistik; nnorw. statistikk, M., Statistik; nnorw. statystyka, F., Statistik; kymr. ystadegaeth, F., Statistik; nir. staitistic, F., Statistik; lit. statistika, F., Statistik; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine zahlenmäßige Darstellung und Auswertung von Massenerscheinungen oder Häufigkeiten; BM.: stehen; F.: Statistik, Statistiken+FW; Z.: Sta-t-ist-ik
$Statistiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Statistiker, Fachmann der Statistik; E.: s. Statistik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Statistik, DW 17, 951, EWD s. u. Statistik; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Statistik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Fachmann der Statistik; F.: Statistiker, Statistikers, Statistikern+FW(+EW); Z.: Sta-t-ist-ik-er
$statistisch, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. statistisch, Statistik betreffend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Statist(ik), s. isch; L.: Kluge s. u. Statistik, DW 17, 947, EWD s. u. Statistik; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Statist(ik) und isch gebildete Bezeichnung für Statistik betreffend; F.: statistisch, statistische, statistisches, statistischem, statistischen, statistischer+FW+EW; Z.: sta-t-ist-isch
Stativ, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Stativ, Untergestell; ne. stand (N.), tripod; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. statīvus, Adj., stehend, stillstehend, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stativ, DW 17, 952, EWD s. u. Stativ, Duden s. u. Stativ; Son.: vgl. nndl. statief, Sb., Stativ; nschw. stativ, N., Stativ; nnorw. stativ, N., Stativ; poln. statyw, M., Stativ; lit. statyvas, M., Stativ; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten meist dreibeinigen gestellartigen und zusammenlegbaren Gegenstand als Untergestell zu einem möglichst erschütterungsfreien Feststellen bestimmter feinmechanischer Geräte; BM.: stehen; F.: Stativ, Stativs, Statives, Stative, Stativen+FW; Z.: Sta-t-iv
$statt, nhd., Präp., Konj., (17. Jh.): nhd. statt, anstatt, an der Stelle von; Vw.: s. an-; Q.: 17. Jh.; E.: s. Statt; L.: EWD s. u. statt, s. Statt?; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Statt verbindbare Bezeichnung für anstatt oder an der Stelle von; F.: statt+EW; Z.: sta-t-t
Statt, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Statt, Ort, Stelle, Stätte; ne. place (N.); Vw.: s. Wal-; Hw.: s. Stadt, abstatten, Stätte; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stat, st. F., Ort, Stelle, Stätte; mnd. stat (1), stāt, staet, F., Stätte, Stelle, Ort, Stelle an der sich etwas befindet oder befunden hat, Gegend, Hofstelle; mnl. stat, F., Statt, Ort; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort, Platz (M.) (1), Raum, Wohnstätte, Stadt, Gegend, Topos; as. stad?, st. F. (i)?; anfrk. stad, stat*, st. F. (i), Stätte, Ort, Stelle; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Statt, Kluge s. u. Statt, DW 17, 953, EWD s. u. Statt, Duden s. u. Statt, Bluhme s. u. Staette, Bluhme s. u. Statt; Son.: vgl. afries. stede, sted (2), stidi, st. F. (ō), Statt, Stätte, Hausstätte, Stadt; nnordfries. stad, sted; ae. stėde (1), st. M. (i), Stätte, Statt, Platz (M.) (1), Ort, Lage, Stellung, Festigkeit, Stetigkeit; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Ort oder eine Stelle oder Stätte; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Statt+EW; Z.: Sta-t-t
Stätte, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Stätte, Ort, Statt, Platz (M.) (1); ne. place (N.), site (N.); Vw.: -; Hw.: s. Statt; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. stete, st. F., sw. F., Stätte, Stadt, Stelle, Platz (M.) (1), Ort, Gestade, Ufer; mnd. stēde (1), steede, stedde, stidde, F., Stelle, Platz, Ort, Ortschaft, Hofstelle, Stätte, Raum, Gegend, Gebiet, Landstrich; mnl. stēde, F., Stätte; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort, Platz (M.) (1), Raum, Wohnstätte, Stadt, Gegend, Topos; as. stėdi, stadi*, stidi*, st. F. (i), Stätte, Ort; anfrk. -; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Statt, Kluge s. u. Statt, DW 17, 1006, EWD s. u. Stätte, Duden s. u. Stätte, Bluhme s. u. Stätte; Son.: vgl. afries. stede, sted (2), stidi, st. F. (ō), Statt, Stätte, Hausstätte, Stadt; nnordfries. stad, sted; ae. stėde (1), st. M. (i), Stätte, Statt, Platz (M.) (1), Ort, Lage, Stellung, Festigkeit, Stetigkeit; an. -; got. -; GB.: (stete) seit 1170-1190 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ort oder eine Statt oder einen Platz; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Stätte, Stätten+EW; Z.: Stä-t-t-e
statten, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. statten, mit einer Statt versehen (V.); ne. place (V.), locate; Vw.: s. ab-, be-, er-; Hw.: s. Statt, Stätte; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: s. mhd. staten, sw. V., anwenden, ausführen, machen, befestigen, bestätigen; mhd. stat, st. F., Ort, Stelle, Stätte, Platz (M.) (1), Raum; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Statt, Kluge s. u. Statt, DW 17, 1016; GB.: seit um 1170 belegte und aus Statt und en (Suff.) gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches mit einer Statt versehen (V.); BM.: stehen bzw. stellen; F.: statten, statte, stattest, stattet, stattete, stattetest, statteten, stattetet, gestattet, ##gestattet, gestattete, gestattetes, gestattetem, gestatteten, gestatteter##, stattend, ###stattend, stattende, stattendes, stattendem, stattenden, stattender###, statt (!)+EW; Z.: sta-t-t-en
$stattfinden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. stattfinden, sein (V.); E.: s. Statt, s. finden; L.: Kluge 1. A. s. u. Statt, fehlt DW?, EWD s. u. Statt; F.: stattfinden, finde statt, findest statt, findet statt, finden statt, fand statt, fandest statt, fandst statt, fanden statt, fandet statt, fände statt, fändest statt, fänden statt, fändet statt, stattgefunden, ##stattgefunden, stattgefundene, stattgefundenes, stattgefundenem, stattgefundenen, stattgefundener##, stattfindend, ###stattfindend, stattfindende, stattfindendes, stattfindendem, stattfindenden, stattfindender###, stattzufinden, ####stattzufinden, stattzufindend, stattzufindende, stattzufindendes, stattzufindendem, stattzufindenden, stattzufindender###, find (!) statt+EW; Z.: sta-t-t—fi-n-d-en
$stattgeben, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. stattgeben, zulassen, einräumen; E.: s. Statt, s. geben; L.: EWD s. u. Statt, fehlt DW?; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Statt und geben gebildete Bezeichnung für zulassen oder einräumen; F.: stattgeben, gebe statt, gibst statt, gibt statt, gebt statt, gebest statt, gebet statt, gab statt, gabst statt, gaben statt, gabt statt, gäbe statt, gäbest statt, gäben statt, gäbet statt, stattgegeben, ##stattgegeben, stattgegebene, stattgegebenes, stattgegebenem, stattgegebenen, stattgegebener##, stattgebend, ###stattgebend, stattgebende, stattgebendes, stattgebendem, stattgebenden, stattgebender###, stattzugeben, ####stattzugeben, stattzugebend, stattzugebende, stattzugebendes, stattzugebendem, stattzugebenden, stattzugebender####, gib (!) statt+EW; Z.: sta-t-t—geb-en
$statthaft, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. statthaft, zulässig, möglich, gültig; E.: s. Statt, s. haft; L.: DW 17, 1016, EWD s. u. gestatten; GB.: seit 8. Jh. belegte und sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für zulässig oder möglich oder gültig; F.: statthaft, statthafte, statthaftes, statthaftem, statthaften, statthafter(, statthaftere, statthafteres, statthafterem, statthafteren, statthafterer, statthaftest, statthafteste, statthaftestes, statthaftestem, statthaftesten, statthaftester)+EW; Z.: sta-t-t—haf-t
$Statthalter, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Statthalter, Platzeinnehmer, Stellvertreter; E.: s. Statt, s. Halter; L.: Kluge s. u. Statthalter, EWD s. u. Statt, DW 17, 1024; GB.: (stathaltære*) seit 1277 belegte und vielleicht nach lat. vicārius aus Statt und Halter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Platzeinnehmer oder Stellvertreter; F.: Statthalter, Statthalters, Statthaltern+EW; Z.: Sta-t-t—hal-t-er
stattlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. stattlich, ansehnlich, beeindruckend, vortrefflich; ne. handsome, stately; Vw.: -; Hw.: s. Staat; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. stātlīk, statlīk, stātelīk, staetlīk, staedlīk, Adj., stattlich, ansehnlich, angesehen (Adj.), vornehm, rechtlich begründet, rechtswirksam, fest; mnd. *stāt? (2), M., „Staat“, Aufwand, Prunk; lat. status, M., Stehen, Stand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); mnd. līk (3), līch, lich, Adj., gleich, gleichgesinnt, vergleichbar, gleichartig seiend, gleichmäßig, eben, gerade, angemessen, nicht krumm, ähnlich, gerecht, billig, richtig; as. līk (2), Adj., Suff., …lich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. stattlich, DW 17, 1033, EWD s. u. stattlich, Duden s. u. stattlich; Son.: vgl. nschw. ståtlig, Adj., stattlich; nnorw. staselig, Adj., stattlich; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Statt und lich gebildete Bezeichnung für ansehnlich oder beeindruckend oder vortrefflich; BM.: stehen, gleich; F.: stattlich, stattliche, stattliches, stattlichem, stattlichen, stattlicher(, stattlichere, stattlicheres, stattlicherem, stattlicheren, stattlicherer, stattlichst, stattlichste, stattlichstes, stattlichstem, stattlichsten, stattlichster)+EW; Z.: sta-t-t-lich
Statue, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Statue, Standbild; ne. statue; Vw.: -; Hw.: s. Statuette; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. statua; E.: s. lat. statua, F., Statue, Standbild, Bildsäule, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, ernennen, aufstellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statue, EWD s. u. Statue, DW 17, 1048, Duden s. u. Statue; Son.: vgl. nndl. statuette, Sb., Statuette; frz. statue, F., Statue; nschw. staty, Sb., Statue; nnorw. statue, M., Statue; poln. statua, F., Statue; lit. statula, F., Statue; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bildhauerisches Standbild; BM.: stehen; F.: Statue, Statuen+FW; Z.: Sta-tu-e
Statuette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Statuette, kleine Statue; ne. statuette, figurine; Vw.: -; Hw.: s. Statue; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. statuette; E.: s. frz. statuette, F., Statuette, kleine Statue; vgl. frz. statue, F., Statue; lat. statua, F., Statue, Standbild, Bildsäule, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, ernennen, aufstellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statue, EWD s. u. Statue; Son.: vgl. nndl. statuette, Sb., Statuette; nschw. statyett, Sb., Statuette; poln. statuett, M., Statuette; lit. statulėlė, F., Statuette; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich spätestens seit den Frühkulturen der Menschheit mögliche kleine Statue; BM.: stehen; F.: Statuette, Statuetten+FW; Z.: Sta-tu-ett-e
statuieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. statuieren, festsetzen, bestimmen; ne. lay (V.) down; Vw.: -; Hw.: s. Statut; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. statuere; E.: s. mnd. statuēren, stituēren, sw. V., statuieren, festsetzen, bestimmen; lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, (204-169 v. Chr.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben, stellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statut, DW 17, 1057, EWD s. u. Statut, Duden s. u. statuieren; Son.: vgl. nschw. statuera, V., statuieren; nnorw. statuere, V., statuieren; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches festsetzen oder bestimmen; BM.: stehen bzw. stellen; F.: statuieren, statuiere, statuierst, statuiert, statuierest, statuieret, statuierte, statuiertest, statuierten, statuiertet, ##statuiert, statuierte, statuiertes, statuiertem, statuierten, statuierter##, statuierend, ###statuierend, statuierende, statuierendes, statuierendem, statuierenden, statuierender###, statuier (!)+FW(+EW); Z.: sta-tu-ier-en
Statur, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Statur, Erscheinungsbild, Wuchs, Gestalt; ne. stature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. statūra; E.: s. mnd. statūre, statūr, F., Statur, Wuchs, Gestalt; lat. statūra, F., Wuchs, Größe, Gestalt, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben, stellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statur, EWD s. u. Statur, DW 17, 1058, Duden s. u. Statur; Son.: vgl. nndl. statuur, Sb., Statur; frz. stature, F., Statur; ndän. statur, Sb., Statur; nnorw. statur, M., Statur; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Lebewesen mögliche körperliche Erscheinungsbild oder den Wuchs oder die Gestalt; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Statur, Staturen+FW(+EW?); Z.: Sta-t-ur
Status, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Status, Stand, Zustand; ne. status; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. status; E.: s. lat. status, M., Stehen, Stand, (um 250-184 v. Chr.); lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben, stellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); R.: Status quo, M., Status quo, gegenwärtiger Zustand; ne. status quo; L.: Kluge s. u. Status, DW 17, 1060, EWD s. u. Status, Duden s. u. Status; Son.: vgl. nndl. status, Sb., Status; frz. état, M., Status, Zustand; nschw. status, Sb., Status; nnorw. status, M., Status; poln. status, M., Status; poln. statws, M., Status; GB.: seit der frühen 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Stand oder Zustand einer Gegebenheit; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Status+FW; Z.: Sta-t-us
$Statussymbol, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Statussymbol; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Status, s. Symbol; L.: fehlt DW, EWD s. u. Status; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Status und Symbol gebildete Bezeichnung für ein Symbol für den Rang eines Menschen in der ihn umgebenden Gesellschaft wie beispielsweise Geld oder Eigentum oder Urlaub oder Beruf oder Beziehungen oder Zeit oder Muskeln oder Narben oder Achtsamkeit oder Sinn; F.: Statussymbol, Statussymboles, Statussymbols, Statussymbole, Statussymbolen+FW; Z.: Sta-t-us—sym-bol
Statut, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Statut, Satzung, Ordnung, Beschluss, Festgesetztes; ne. statute; Vw.: -; Hw.: s. statuieren; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. statūtum; E.: s. mhd. statut, st. N., Statut, Verordnung; mnd. statūt, statūte, N., F., Statut, Verordnung, Satzung; lat. statūtum, N., Festsetzung, Satzung, Statut, Erlass, Entscheidung, (um 250-317 n. Chr.); vgl. lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen, standhaft bleiben, stellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Statut, DW 17, 1060, EWD s. u. Statut, Duden s. u. Statut; Son.: vgl. nndl. statuut, Sb., Statut; frz. statut, M., Statut; nschw. statut, Sb., Statut; nnorw. statutt, M., N., Statut; poln. statut, M., Statut; kymr. statud, M., Statut; lit. statutas, M., Statut; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliche Satzung oder Ordnung oder Beschluss oder Festgesetztes; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Statut, Statuts, Statutes, Statuten+FW(+EW?); Z.: Sta-tu-t
$Stau, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Stau, Stillstand, Stocken; E.: s. stauen; L.: Kluge s. u. stauen, DW 17, 1069, EWD s. u. stauen, Duden s. u. Stau, Bluhme s. u. Stau; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit stauen verbindbare Bezeichnung für einen zu einem Stillstand oder Stocken gekommenen Fluss einer Gegebenheit; F.: Stau, Staus, Staues, Staue, Stauen+EW; Z.: Stau
Staub, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Staub, feiner Schmutz; ne. dust (N.); Vw.: -; Hw.: s. stauben; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. stoub, stoup, st. M., Staub, Staubwolke, Staubkorn, Staubmehl; mnd. stof, stōf, N., M., Staub, aufgewirbelter Sand, Straßenstaub, Mehlstaub, Mühlstaub, Spreu, Stäubchen; mnl. stof, M., Staub; ahd. stoub*, st. M. (a)?, Staub, Sand; as. -; anfrk.? stuppi*, st. N. (ja), Staub; germ. *stauba-, *staubaz, st. M. (a), Staub; idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, schütteln, stinken, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staub, Kluge s. u. Staub, EWD s. u. Staub, DW 17, 1069, Falk/Torp 497, Seebold 474, Duden s. u. Staub, Bluhme s. u. Staub; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. stubjus, sw. M. (n)?, st. M. (u)?, Staub; nndl. stof, Sb., Staub; nschw. stoft, N., Staub; nnorw. støv, N., Staub; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für feinen Schmutz oder etwas aus feinsten Teilchen Bestehendes das in der Luft schwebt oder sich als feine Schicht auf Oberflächen legt; BM.: stieben; F.: Staub, Staubes, Staubs, Staube, Stauben, Stäube, Stäuben+EW; Z.: Stau-b
stauben, stäuben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. stauben, stäuben, als Staub wirbelnd umherfliegen, Staub von sich geben; ne. make (V.) dust; Vw.: -; Hw.: s. Staub; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. stouben, stöuben, sw. V., Staub aufwirbeln, sich mit Staub bedecken, aufstöbern, aufschrecken, stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, trinken, sich betrinken; mnd. stȫven, sw. V., stäuben, streuen, ausstauben, von Staub reinigen, aufspüren, aufstöbern, jagen, kühn gegenübertreten; ahd. stouben*, sw. V. (1a), zerstreuen, verscheuchen, in Unordnung versetzen; as.? stôvian, stôƀian, stôvon, stôƀon, sw. V. (1a), aufstöbern; anfrk. -; germ. *staubjan, sw. V., stäuben, jagen; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261; L.: Kluge s. u. Staub, DW 17, 1097, EWD s. u. Staub, Falk/Torp 497, Seebold 474, Duden s. u. stauben; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches als Staub wirbelnd umherfliegen oder Staub von sich geben; BM.: stieben; F.: stauben, staube (!), staubst, staubt, staubest, staubet, staubte, staubtest, staubten, staubtet, gestaubt, ##gestaubt, gestaubte, gestaubtes, gestaubtem, gestaubten, gestaubter##, staubend, ###staubend, staubende, staubendes, staubendem, staubenden, staubender###, staub (!), stäuben (!), stäube (!), stäubst, stäubt, stäubest, stäubet, stäubte, stäubtest, stäubten, stäubtet, gestäubt, ##gestäubt, gestäubte, gestäubtes, gestäubtem, gestäubten, gestäubter##, stäubend, ###stäubend, stäubende, stäubendes, stäubendem, stäubenden, stäubender###, stäub (!)+EW; Z.: stau-b-en
stäuben, nhd., sw. V.: nhd. stäuben; Vw.: s. stauben
$Staubgefäß, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Staubgefäß; E.: s. Staub, s. Gefäß; L.: Kluge s. u. Gefäß, DW 17, 1112 (Staubgefäsz), EWD s. u. Gefäß; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Staub und Gefäß gebildete Bezeichnung für das sachlich seit der Entstehung von Blütenpflanzen mögliche den Blütenstaub der männlichen Blüte einer Pflanze enthaltende Gefäß in Gegensatz zu dem weiblichen Griffel; F.: Staubgefäß, Staubgefäßes, Staubgefäße, Staubgefäßen+EW; Z.: Stau-b—ge-fäß
$staubig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. staubig, aus Staub bestehend, Staub betreffend; E.: s. Staub, s. ig; L.: Kluge s. u. Staub, DW 17, 1114, EWD s. u. Staub; GB.: (stoubic) nach 1150 belegte und vielleicht nach lat. pulverulentus aus Staub und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches aus Staub bestehend oder Staub betreffend; F.: staubig, staubige, staubiges, staubigem, staubigen, staubiger(, staubigere, staubigeres, staubigerem, staubigeren, staubigerer, staubigst, staubigste, staubigstes, staubigstem, staubigsten, staubigster)+EW; Z.: stau-b-ig
Stauche, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Stauche, ein Ärmel an Frauenkleidern; ne. a sleeve; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. stūche (2), sw. F., sw. M., Stauche, weiter herabhängender Ärmel an Frauenkleidern, weiter Ärmel, Ärmel, Halstuch, Kopftuch, Schleier, Schürze; mhd. stūch, st. M., weit herabhängender Ärmel; mnd. stūke (1), F., Stauche, weiter herabhängender offener Ärmel an Frauengewändern, Kopfbinde, Schleier; ahd. stūhha*, stūcha, sw. F. (n), Ärmel, Stauche; germ. *stūkō-, *stūkōn, sw. F. (n), Hervorstehendes, Ärmel; idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stauche, Kluge s. u. Stauche, DW 17, 1125, Falk/Torp 494, Duden s. u. Stauche; Son.: vgl. afries. -; ae. stoc (2), Sb., Ärmel, Stauche; an. stūka, sw. F. (n), langer Oberärmel, Anbau; got. -; GB.: (stūhha) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen weiten herabhängenden Ärmel an Frauenkleidern; BM.: stoßen; F.: Stauche, Stauchen+EW; Z.: Stau-ch-e
stauchen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stauchen, stoßen, zusammendrücken; ne. clinch (V.), compress (V.); Vw.: (s. ver-); Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stūken, sw. V., stoßen, stauchen, Flachs in kleinen Bunden zu dem Trocknen aufstellen; mnl. stuken, V., stauchen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. stauchen, DW 17, 1132, Duden s. u. stauchen, Bluhme s. u. stauchen; Son.: vgl. nschw. stuka, V., stauchen; nnorw. stuke, V., stauchen; GB.: seit 15. Jh. mnd. und mnl. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches gegen etwas stoßen und dadurch zusammendrücken; BM.: ?; F.: stauchen (!), stauche (!), stauchst, staucht, stauchest, stauchet, stauchte, stauchtest, stauchten, stauchtet, gestaucht, ##gestaucht, gestauchte, gestauchtes, gestauchtem, gestauchten, gestauchter##, stauchend, ###stauchend, stauchende, stauchendes, stauchendem, stauchenden, stauchender###, stauch (!)+EW; Z.: stauch-en
$Staudamm, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Staudamm; Hw.: s. Staumauer; E.: s. stau(en), s. Damm; L.: DW 17, 1141, EWD s. u. stauen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stau(en) und Damm gebildete Bezeichnung für einen sachlich (seit etwa 2500 v.Chr. nahe Kairo in Ägypten an dem Wadi Garawi) von Menschen durch Aufschütten von Steinen und Erde zwecks Stauen von Wasser errichteten Damm; F.: Staudamm, Staudammes, Staudamms, Staudämme, Staudämmen+EW; Z.: Stau—damm
Staude, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Staude, strauchartige Pflanze; ne. shrub (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stūde, sw. F., st. F., Staude, Pflanze, Strauch, Busch, Baum, buschiger Baum, Rute, Penis; mnd. stūde, stude, studde?, N., Staude, Staudicht, Gesträuch, Gebüsch; ahd. stūda, sw. F. (n), Staude, Strauch, Busch; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu ahd. studen, sw. V., (1b), errichten, befestigen, fest machen, aufstellen, gründen; germ. *stuþjan, sw. V., stützen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Staude, Kluge s. u. Staude, DW 17, 1141, EWD s. u. Staude, Duden s. u. Staude, Bluhme s. u. Staude; GB.: (stūda) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche aus mehreren aus einer Wurzel wachsenden Stängeln bestehende strauchartige oder krautartige Pflanze wie Akelei oder Enzian oder Fetthenne oder Rittersporn oder Haselnuss; BM.: stehen?; F.: Staude, Stauden+EW; Z.: Stau-d-e
stauen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. stauen, fließendes Wasser hemmen, Waren fest schichten; ne. stow (V.), jam (V.), accumulate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. stouwen (1), stöuwen, stowen, stawen, steuwen, stūwen, sw. V., stauen, durch Anlage eines Wehres (N.) hemmen, aufhäufen, abdämmen; mnl. stouwen, st. V., stauen; s. mhd. stöuwen, stouwen, stöuen, stöun, stoun, sw. V., klagen über, anklagen, schelten, schelten wegen, (scheltend) Einhalt tun, Einhalt gebieten, sich stauen; ahd. stouwen*, sw. V. (1b), stauen, anklagen, sich beklagen, schelten; ahd. stuowōn*, sw. V. (2), beklagen; germ. *stōwjan, sw. V., stauen; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stauen, Kluge s. u. stauen, DW 17, 1161, EWD s. u. stauen, Seebold 465, Duden s. u. stauen, Bluhme s. u. Stau; Son.: vgl. s. ae. stōwian, sw. V. (1?), zurückhalten; got. stōjan, sw. V. (1), richten, beurteilen; nndl. stouwen, V., stauen; lit. V., stovė́ti, stillstehen; ksl. staviti, V., stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden; GB.: seit 17. Jh. mnd. und mnl. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches zu einem Stillstand bringen oder zu einem Stillstand kommen oder schichten; BM.: stehen; F.: stauen, staue, staust, staut, stauest, stauet, staute, stautest, stauten, stautet, gestaut, ##gestaut, gestaute, gestautes, gestautem, gestauten, gestauter##, stauend, ###stauend, stauende, stauendes, stauendem, stauenden, stauender###, stau (!)+EW; Z.: stau-en
Stauf, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Stauf, Becher (ohne Fuß); ne. tumbler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stouf, st. M., Becher ohne Fuß; mnd. stōp, stoep, stoip, stoop, M., N., Stauf, Becher, Trinkbecher, ein Hohlmaß, ein Flüssigkeitsmaß, Achtelmaß für Butter; mnl. stoop, M., Becher; ahd. stouf, st. M. (a), Kelch, Becher, Trinkgefäß, Krug (M.) (1), Klippe, Riff, Fels, Berg; as. stōp*, st. M. (a), Becher (M.); anfrk. -; germ. *staupa-, *staupaz, st. M. (a), Vertiefung, Erhebung, Becher; s. idg. *steub-, *teub-, Sb., V., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stauf, DW 17, 1169, Heidermanns 548, Duden s. u. Stauf; Son.: vgl. afries. -; ae. stoppa, sw. M. (n), Eimer; ae. stéap (2), st. M. (a), Becher; an. staup, st. N. (a), Loch in einem Weg, Becher, Metallklumpen; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon früher entwickelten und verwendeten Becher (ohne Fuß); BM.: stoßen; F.: Stauf, Staufes, Staufs, Staufe, Staufen+EW; Z.: Stau-f
$Staumauer, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Staumauer; Hw.: s. Staudamm; E.: s. stau(en) oder Stau und Mauer; L.: fehlt DW, EWD s. u. stauen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stau(en) oder Stau und Mauer gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Mauer zwecks Stauens von Wasser; F.: Staumauer, Staumauern+EW+FW; Z.: Stau—mau-er
staunen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. staunen, mit großer Verwunderung wahrnehmen, verwundert sein (V.); ne. marvel (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Schweizerischen; vgl. mnd. stǖnen, sw. V., sich widersetzen; mnl. stunen, V., sich widersetzen; letztlich von idg. *steu-, *steu̯ə-, Adj., fest, dick, breit, Pokorny 1009?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. staunen, EWD s. u. staunen, DW 17, 1176, Duden s. u. staunen, Bluhme s. u. staunen; Son.: vgl. gr. στύειν (stýein), V., steifen, emporrichten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Schweizerischen kommende sowie mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelniederländischen und letztlich mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit großer Verwunderung wahrnehmen; BM.: stehen; F.: staunen (!), staune, staunst, staunt, staunest, staunet, staunte, stauntest, staunten, stauntet, gestaunt, ##gestaunt##, staunend, ###staunend, staunende, staunendes, staunendem, staunenden, staunender###, staun (!)+EW; Z.: stau-n-en
Staupe (1), nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Staupe (F.) (1), Züchtigung; ne. public corporal punishment; Vw.: -; Hw.: s. Staupe (2); Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. stūpe, sw. F., st. F., Staupe (F.) (1), Strafe des Auspeitschens, Schandpfahl, Schandsäule; mnd. stūpe, F., Staupe (F.) (1), Schandpfahl, Schandsäule, Rutenzüchtigung, Stäupung, öffentliche Auspeitschung, Züchtigung Gottes, Krampf, Zuckung, schüttelnder Krankheitsanfall; mnl. stupe, F., Staupe (F.) (1); germ. *stūpō, st. F. (ō), Pfahl; idg. *steub-, *teub-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder aus dem Polabischen, s. staup, Sb., Altar, Opferpfosten; L.: Kluge s. u. Staupe (1), DW 17, 1196, Falk/Torp 496, Duden s. u. Staupe; Son.: vgl. stūpe, st. F. (ō), Staupe (F.) (1), Züchtigung; GB.: seit Ende 13. Jh.) belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete öffentliche Züchtigung mit Ruten; BM.: schlagen; F.: Staupe, Staupen+EW; Z.: Stau-p-e
Staupe (2), nhd., F.: nhd. Staupe (F.) (2), eine Hundekrankheit; ne. canine distemper; Vw.: -; Hw.: s. Staupe (1); Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. stūpe, F., Staupe (F.) (1), Schandpfahl, Schandsäule, Rutenzüchtigung, Stäupung, öffentliche Auspeitschung, Züchtigung Gottes, Krampf, Zuckung, schüttelnder Krankheitsanfall; mnl. stupe, F., Krampf, Zuckung; von einem idg. *steu-, V., starr, steif sein (V.): L.: Kluge s. u. Staupe 2, DW 17, 1196ff. (II), Duden s. u. Staupe, Bluhme s. u. Staupe 2; Son.: vgl. nndl. stuip, Sb., Staupe (F.) (2); GB.: vielleicht seit 17. Jh. mnd. und mnl. belegte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch einen Virus hervorgerufene vor allem Hunde betreffende Krankheit; BM.: starr; F.: Staupe, Staupen+EW; Z.: Stau-p-e
$stäupen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stäupen, öffentlich mit Ruten züchtigen, auspeitschen; E.: s. Staup(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Staupe, DW 17, 1196, EWD s. u. Staupe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Staup(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes öffentliches mit Ruten züchtigen oder auspeitschen; F.: stäupen, stäupe, stäupst, stäupt, stäupest, stäupet, stäupte, stäuptest, stäupten, stäuptet, gestäupt, ##gestäupt, gestäupte, gestäuptes, gestäuptem, gestäupten, gestäupter##, stäupend, ###stäupend, stäupende, stäupendes, stäupendem, stäupenden, stäupender###, stäup (!)+EW; Z.: stäu-p-en
$Stausee, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stausee; E.: s. Stau oder stau(en), s. See; L.: DW 17, 1211, EWD s. u. stauen; GB.: seit 20. Jh. (1909?) belegte und aus Stau oder stau(en) und See gebildete Bezeichnung für einen von Menschen durch Errichtung eines Staudamms oder einer Staumauer gebildeten See; F.: Stausee, Stausees, Stauseen+EW; Z.: Stau—see
$Stauung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stauung; E.: s. stau(en), s. ung; L.: Kluge s. u. stauen, DW 17, 1211, EWD s. u. stauen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus stau(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen Vorgang und ein Ergebnis eines Stauen von Wasser oder einer anderen Gegebenheit; F.: Stauung, Stauungen+EW; Z.: Stau-ung
Steak, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Steak, Filet, kurz gebratene Fleischscheibe; ne. steak; Vw.: s. Beef-, Rump-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. steak; E.: s. ne. steak, N., Steak; an. steik, st. F. (ō), Braten (M.); germ. *staikō?, st. F. (ō), Stecken (M.), Spieß (M.) (1), Braten (M.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Steak, fehlt DW, EWD s. u. Steak, Seebold 467, Duden s. u. Steak; Son.: vgl. nndl. biefstuk, Sb., Steak; poln. stek, M., Steak; kymr. stêc, F., Steak; nir. stéig, F., Steak; lit. steikas, M., Steak; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altnordischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nur kurz gebratene oder zu bratende Fleischscheibe aus der Lende eines Schlachttiers; BM.: stechen; F.: Steak, Steaks+FW; Z.: Steal
Stearin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Stearin, ein Fett; ne. stearin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. stéarine; E.: s. frz. stéarine, F., Stearin, Talgfett; neoklassische Bildung zu gr. στέαρ (stéar), N., Fett, Talg; s. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stearin, DW 17, 1215, EWD s. u. Stearin, Duden s. u. Stearin; Son.: vgl. nndl. stearine, Sb., Stearin; nschw. stearin, Sb., Stearin; nnorw. stearin, M., Stearin; poln. stearyna, F., Stearin; nir. stéirin, M., Stearin; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für die Kerzenherstellung und für kosmetische Erzeugnisse von Menschen entwickeltes und verwendetes weißes Gemisch aus Stearinsäure und Palmitinsäure oder Talgsäure; BM.: verdichten bzw. gerinnen; F.: Stearin, Stearins, Stearine, Stearinen+FW(+EW?); Z.: Stea-r-in
$Stearinkerze, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stearinkerze; E.: s. Stearin, s. Kerze; L.: DW 17, 1215, EWD s. u. Stearin; GB.: seit 19. Jh. (1837?) belegte und aus Stearin und Kerze gebildete Bezeichnung für eine von Menschen aus Stearin (Talgsäure) und etwas Wachs gebildete und für die Erzeugung von Licht verwendete Kerze; F.: Stearinkerze, Stearinkerzen+FW(+EW?); Z.: Stea-r-in—kerz-e
$Stechapfel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stechapfel; E.: s. stech(en), s. Apfel; L.: DW 17, 1216, EWD s. u. stechen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus stech(en) und Apfel gebildete Bezeichnung für eine kugelige und stachelige sowie giftige Frucht einer Pflanze innerhalb der Nachtschattengewächse; F.: Stechapfel, Stechapfels, Stechäpfel, Stechäpfeln+EW; Z.: Ste-ch—apfel
$Stechbrille, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Stechbrille; E.: s. stech(en), s. Brille; L.: Kluge s. u. Feldstecher, DW 17, 1220; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus stech(en) und Brille gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und klemmerartig auf die Nase gesetzte Brille oder Sehhilfe; F.: Stechbrille, Stechbrillen+EW+FW; Z.: Ste-ch—brill-e
stechen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. stechen, mit einer Spitze eindringen; ne. stab (V.), prick (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stich, Stichel, sticken, Stek, stecken, Stachel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stechen (1), st. V., stechen, zustechen, zustoßen, stoßen, bestechen, turnieren, tjostieren, kämpfen; mnd. stēken (1), stecken, st. V., stechen, Pferd spornen, verwunden, verletzen, niederstechen, erstechen; mnl. stēken, st. V., stechen; ahd. stehhan*, stechan, st. V. (4), stechen, erstechen, durchbohren; as. stekan*, st. V. (4), stechen; anfrk. -; germ. *stekan, *stikan, st. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stechen, Kluge s. u. stechen, DW 17, 1222, EWD s. u. stechen, Falk/Torp 480, Seebold 467, Duden s. u. stechen, Bluhme s. u. stechen; Son.: vgl. afries. steka, st. V. (5), stechen; nfries. stecken, V., stechen; ae. -; an. steikja, sw. V., braten; got. stikan, st. V. (5), stechen; nndl. steken, V., stechen; nschw. sticka, V., stechen; nnorw. stikke, V., stechen; gr. στίζειν (stízein), V., stechen, brandmarken; lat. īnstīgāre, V., anspornen; GB.: (stehhan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Spitze eindringen oder mit einem spitzen Gegenstand bearbeiten; BM.: spitz; F.: stechen, steche, stichst, sticht, stecht, stechest, stechet, stach, stachst, stachen, stacht (!), stäche (!), stächest, stächst (!), stächen (!), stächet, stächt (!), gestochen, ##gestochen, gestochene, gestochenes, gestochenem, gestochenen, gestochener##, stechend, ###stechend, stechende, stechendes, stechendem, stechenden, stechender###, stich (!)+EW; Z.: ste-ch-en
stechend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. stechend, durchdringend; Vw.: s. be-; Hw.: s. stechen, Stecher; Q.: 15. Jh.?); E.: s. stechen; L.: fehlt DW, dort aber stechendbitter u. a., Duden s. u. stechend; Son.: vgl. nnorw. stikkende, Adj., stechend; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus stechen und d gebildete Bezeichnung für durchdringend; BM.: spitz; F.: stechend, stechende, stechendes, stechendem, stechenden, stechender(, stechendere, stechenderes, stechenderem, stechenderen, stechenderer, stechendst, stechendste, stechendstes, stechendstem, stechendsten, stechendster)+EW; F.: ste-ch-en-d
Stecher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Stecher, Stechender, ein sexuell sehr aktiver Mann; ne. engraver; Vw.: s. Feld-; Hw.: s. stechen; Q.: 1237-1252 (Lamprecht von Regensburg); E.: mhd. stechære, stecher, sticher, st. M., Stecher, Mörder, Turnierer, Stechwaffe, Stechmesser, Dolch; mnd. stēkære*, stēker, M., Stecher (ein Fisch), Stecher, Turnierkämpfer; s. nhd. stechen; L.: Kluge s. u. stechen, DW 17, 1272, EWD s. u. stechen, Duden s. u. Stecher; GB.: seit 1237-1252 belegte und aus stech(en) und er (Suff.) Bezeichnung für einen wohl nach natürlichem Vorbild stechenden Menschen und von Menschen entwickelte Geräte; BM.: spitz; F.: Stecher, Stechers, Stechern+EW; Z.: Ste-ch-er
$Stechpalme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Stechpalme; E.: s. stech(en), s. Palme; L.: DW 17, 1281, EWD s. u. stechen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus stech(en) und Palme gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche (westeuropäische) auch Hülse oder Winterbeere genannte Pflanze mit gezähnten immergrünen Blättern und für Menschen nicht essbaren und sehr giftigen kleinen roten Früchten; F.: Stechpalme, Stechpalmen+EW+FW; Z.: Ste-ch—palm-e
$Steckbrief, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Steckbrief; E.: s. steck(en), s. Brief; L.: Kluge s. u. Steckbrief, DW 12, 1286, EWD s. u. stecken, Brief; GB.: nach DRW in Rechtsquellen 1541 belegte und aus steck(en) und Brief gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes amtliches öffentlich ausgehängtes zu einer Verhaftung eines flüchtigen Straftäters (oder Schuldners) aufforderndes Schreiben; F.: Steckbrief, Steckbriefs, Steckbriefes, Steckbriefe, Steckbriefen+EW+FW; Z.: Steck—brief
$Steckdose, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Steckdose; E.: s. steck(en), s. Dose; L.: EWD s. u. stecken, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus steck(en) und Dose gebildete Bezeichnung für eine (wie das Gegenstück Stecker) seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete sowie auf Putz oder unter Putz angebrachte Vorrichtung für die bei Bedarf verwendbare Herstellung einer Verbindung von Leitungen des elektrischen Stromes; F.: Steckdose, Steckdosen+EW+FW; Z.: Steck—do-s-e
stecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stecken, steckend befestigen; ne. stick (V.); Vw.: -; Hw.: s. ersticken, stechen; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. stecken, sw. V., stecken, weilen, aufstecken, anbringen, festhaften; mnd. stēken (4), stecken, sw. V., stecken, durch Stecken (N.) an etwas befestigen, an seinen Ort stecken, einlassen, verzapfen ahd. stekken*, stecken*, sw. V. (1a), stecken, befestigen, nageln, anstecken, einbohren; ahd. stekkēn*, steckēn*, sw. V. (3), stecken; as. -; anfrk. steken*, steckon*, sw. V. (1), stecken; germ. *stakjan, sw. V., stecken; vgl. idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. stechen, Kluge s. u. stecken, DW 17, 1298, EWD s. u. stecken, Falk/Torp 479, Seebold 468, Duden s. u. stecken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *stakjan?, sw. V. (1), stecken; nndl. steken, V., stecken; nschw. sticka, V., stecken; nnorw. stikke, V., stecken; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht von Menschen entwickeltes und verwendetes an eine bestimmte Stelle stellen oder befestigen; BM.: stechen bzw. spitz; F.: stecken, stecke, steckst, steckt, steckest, stecket, steckte, stecktest, steckten, stecktet, gesteckt, ##gesteckt, gesteckte, gestecktes, gestecktem, gesteckten, gesteckter##, steckend, ###steckend, steckende, steckendes, steckendem, steckenden, steckender###, steck (!)+EW; Z.: steck-en
Stecken, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stecken (M.), Stab, Stock; ne. prick (N.), stick (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stake; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. stecke, sw. M., Stecken (M.), Knüttel, Pfahl, Pflock; mnd. stecke (2), M., Stecken (M.), Schaufel, Stab; mnl. stecke, M., Stecken (M.); ahd. stekko, stecko, stehho*, stecho*, sw. M. (n), Stecken (M.), Stock, Pfahl, Pflock, Stachel; as. stekko 3 (?), sw. M. (n), Stecken (M.), Pfahl; anfrk. -; germ. *stakō-, *stakōn, *staka-, *stakan, *stekō-, *stekōn, *steka-, *stekan, *stikō-, *stika-, *stikan, sw. M. (n), Stecken, Stange; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stechen, Kluge s. u. Stecken, DW 17, 1288, EWD s. u. Stecken, Falk/Torp 470, Duden s. u. Stecken, Bluhme s. u. Stecken; Son.: vgl. afries. stek (1), N., Umzäunung; ae. stecca, sw. M. (n), Stecken (M.), Stock; an. *-stjaki, sw. M. (n), Aufstecher?; got. *stika, *stikka, sw. M. (n), Stecken (M.); got. *stika, *stikka, sw. M. (n), Stecken (M.); nschw. stake, Sb, Stecken (M.); lit. stãgaras, Sb., Stängel; lett. stḗga, Sb., Stange; russ. stožá, stožará, stožerá. Sb., Stützpfahl eines Heuschobers, Stock; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von einem Baum oder Strauch abgetrennten meist gerade gewachsenen dünnen Ast oder Teil eines Astes der von Menschen besonders als Stab oder Stock oder Stütze genutzt wird; BM.: stechen bzw. Stange; F.: Stecken, Steckens+EW; Z.: Steck-en
$Steckenpferd, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Steckenpferd; E.: s. Stecken, s. Pferd; L.: Kluge s. u. Steckenpferd, DW 17, 1352, EWD s. u. Pferd; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stecken und Pferd gebildete Bezeichnung für ein teilweise einem Pferd nachgebildetes Kinderspielzeug und übertragen (Adj.) für eine von Menschen gepflegte Liebhaberei wie beispielsweise Briefmarkensammeln; F.: Steckenpferd, Steckenpferdes, Steckenpferds, Steckenpferde, Steckenpferden+EW+FW; Z.: Steck-en—p-fe-rd
$Stecker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stecker; E.: s. steck(en), s. er; L.: EWD s. u. stecken, DW 17, 1359; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus steck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Steckenden und später für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gegenstück zu seiner Steckdose als Teil einer möglichen Verbindung elektrischer Leitungen; F.: Stecker, Steckers, Steckern+EW; Z.: Steck-er
$Steckling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Steckling, Pflanzenreis; E.: s. steck(en), s. ling; L.: DW 17, 1365 EWD s. u. stecken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus steck(en) und ling gebildete Bezeichnung für sachlich Menschen schon früher mögliches Schnittling folgendes in die Erde gestecktes Pflanzenreis beispielsweise für Philodendron oder Rose oder Rosmarin oder Johannisbeere; F.: Steckling, Stecklings, Stecklinge, Stecklingen+EW; Z.: Steck—ling
$Stecknadel, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Stecknadel; E.: s. steck(en), s. Nadel; L.: DW 17, 1366, EWD s. u. Nadel; GB.: (steckenādele) seit 1347-1359 belegte und aus steck(en) und Nadel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für ein bloßes Feststecken entwickelte und verwendete Nadel in Gegensatz zu einer Nähnadel oder einer Sicherheitsnadel; F.: Stecknadel, Stecknadeln+EW; Z.: Steck—na-d-el
$Steckrübe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Steckrübe; E.: s. steck(en), s. Rübe; L.: DW 17, 1370, EWD s. u. stecken,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus steck(en) und Rübe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach der Aussaat durch Stecken (N.) verpflanzte Rübe oder als Wintergemüse verwendete süßlich-herb schmeckende Unterart des Rapses; F.: Steckrübe, Steckrüben+EW; Z.: Steck—rüb-e
$Steckung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Steckung; Vw.: s. An-; E.: s. steck(en), s. ung; L.: DW 17, 1732; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus steck(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein Stecken (N.); F.: Steckung, Steckungen+EW; Z.: Steck-ung
Steg, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Steg, kleine Brücke (meist aus Holz); ne. jetty, plank (N.); Vw.: -; Hw.: s. steigen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stec, st. M., Steg, Weg, Steig, Pfad, Brücke, schmale Brücke, schmaler Weg; mnd. stech (1), stēch, N., Steg, Planke, Auftritt am Galgen?, enger Weg, Fußpfad; ahd. steg, st. M. (a?), Steg, Übergangsweg; as. -; anfrk. -; germ. *stiga-, *stigaz, st. M. (a), Steg, Weg; s. idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steg, Kluge s. u. Steg, DW 17, 1374, EWD s. u. Steg, Seebold 466, Duden s. u. Steg, Bluhme s. u. Steg; Son.: vgl. afries. -; ae. *stiga, sw. M. (n), Steig; an. -; got. -; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl meist von Menschen entwickelte und verwendete kleine schmale Brücke; BM.: steigen; F.: Steg, Stegs, Steges, Stege, Stegen+EW; Z.: Steg
Stegreif, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Stegreif, Steigbügel; ne. stirrup; Vw.: -; Hw.: s. Reif (2); Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. stegereif, st. M., Stegreif, Steigbügel; mnd. stēgerēp, stēgereip, stēgereyp, stēgerīp, stēgeripf, M., Stegreep, Stegreif, Steigbügel, Steigring, symbolischer Dienst den der Vasall seinem Lehnsherrn zu leisten hat; ahd. stegareif*, stiegereif, st. M. (a), Stegreif, Steigbügel; s. ahd. stegōn, sw. V. (2), steigen, emporsteigen; ahd. stīgan*, st. V. (1a), steigen, hinaufsteigen, hinabsteigen; germ. *steigan, st. V., steigen; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. reif, st. M. (a), Reif (M.) (2), Riemen (M.) (1), Band (N.), Seil, Strick (M.) (1), Fassreifen, Kreis, Umlauf; asgerm. *raipa-, *raipaz, st. M. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); germ. *raipa-, *raipam, st. N. (a), Strick (M.) (1), Reif (M.) (2), Band (N.); idg. *reip-, *h₁reip-, V., Sb., reißen, Rand, Pokorny 858; vgl. idg. *rei- (1), Hrei-?, V., ritzen, reißen, schneiden, Pokorny 857 (1491/14) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steg, Kluge s. u. Stegreif, DW 17, 1386, Duden s. u. Stegreif; GB.: (stegareif) seit 11. Jh. belegte und aus steig(en) und Reif gebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich nach Zähmung des Pferdes entwickelten und verwendeten Steigbügel; BM.: steigen, schneiden; F.: Stegreif, Stegreifs, Stegreife, Stegreifen+EW; Z.: Steg—rei-f
stehen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. stehen, auf einer Stelle verharren; ne. stand (V.); Vw.: s. er-(, s. ver-); Hw.: s. standen; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. stān (1), stēn, stōn, anom. V., stehen, sich aufhalten, dauern (V.) (1), sich an einer Stelle befinden, zur Seite stehen, stehen bleiben, still stehen, zum Stehen kommen; mnd. stān (1), staen, stain, staan, stahn, st. V., stehen, bestehen, dauern (V.) (1), anhalten, Stand halten, stehen bleiben, Widerstand leisten; mnl. staen, st. V., stehen; ahd. stān, stēn*, anom. V., stehen, bestehen, bleiben, sein (V.), liegen; as. stān*, anom. V., stehen, treten; anfrk. *stān?, anom. V., stehen; germ. *stēn, *stǣn, st. V., stehen; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stehen, Kluge s. u. stehen, DW 17, 1396, EWD s. u. stehen, Seebold 464, Duden s. u. stehen, Bluhme s. u. stehen; Son.: unreg. V.; vgl. afries. stān, anom. V., stehen, sich befinden, bestehen, dauern (V.) (1), bleiben; ae. -; an. -; got. -; nndl. staan, V., stehen; nschw. stå, V., stehen; nnorw. stå, V., stehen; gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, hinstellen, aufstellen; lat. sistere, V., hinstellen; vgl. lat. stāre, V., stehen; air. air-siss, V., feststehen, stehen bleiben; lit. stóti, V., sich hinstellen; ksl. stojati, V., stehen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung höherer Lebewesen mögliches sich in aufrechter Körperhaltung befinden oder in dieser Stellung verharren; BM.: stellen; F.: stehen, stehe, stehst, steht, stehest, stehet, stand, standest, standst, standen, standet, stände, ständest, ständen, ständet, stünde, stündest, stünden, stündet, gestanden, ##gestanden, gestandene, gestandenes, gestandenem, gestandenen, gestandener##, stehend, ###stehend, stehende, stehendes, stehendem, stehenden, stehender###, steh (!)+EW; Z.: steh-en
stehlen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. stehlen, entwenden, wegnehmen; ne. steal (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stelen (1), steln*, st. V., stehlen, wegnehmen, nehmen, sich wegstehlen von, sich hinschleichen, sich aneignen, heimlich erlangen, tun, verheimlichen; mnd. stēlen (3), steylen, stālen, st. V., stehlen, sich heimlich entfernen, sich unrechtmäßig aneignen, heimlich fortschaffen; mnl. stēlen, ahd. stelan*, st. V. (4), stehlen, rauben, wegnehmen; as. stelan*, st. V. (5), stehlen; anfrk. -; germ. *stelan, st. V., stehlen; s. idg. *ster- (3), V., rauben, stehlen, Pokorny 1028? (1766/238) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, tlā-, telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060? (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stehlen, Kluge s. u. stehlen, DW 17, 1735, EWD s. u. stehlen, Falk/Torp 489, Seebold 468, Duden s. u. stehlen, Bluhme s. u. stehlen; Son.: vgl. afries. stela, st. V. (4), stehlen; nfries. stellen, V., stehlen; ae. stelan, st. V. (4), stehlen, rauben; an. stela, st. V. (4), stehlen; got. stilan, st. V. (4), stehlen; nndl. stelen, V., stehlen; nschw. stjäla, V., stehlen; nnorw. stjele, V., stehlen; gr. στερεῖν (sterein), V., berauben; mir. tlenaid, V., stiehlt; GB.: (stelan) seit Ende 8. Jh, belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Besitzes Menschen mögliches etwas jemand anderem Gehörendes heimlich unerlaubt wegnehmen oder entwenden und behalten; BM.: heben bzw. tragen; F.: stehlen, stehle, stiehlst, stiehlt, stehlt, stehlest, stehlet, stahl (!), stahlst, stahlen (!), stahlt, stähle (!), stählest, stählst, stählen (!), stählet, stählt, stöhle (!), stöhlest, stöhlst, stöhlen (!), stöhlet, stöhlt, gestohlen, ##gestohlen, gestohlene, gestohlenes, gestohlenem, gestohlenen, gestohlener##, stehlend, ###stehlend, stehlende, stehlendes, stehlendem, stehlenden, stehlender###, stiehl (!)+EW; Z.: s-tehl-en
steif, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. steif, starr, förmlich; ne. stiff (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Steiper, Stiefel (2); Q.: 1320-1340 (Karl Meinet); E.: s. mhd. stīf, Adj., Adv., „steif“, starr, fest, aufrecht, wacker, stattlich; mnd. stīf, Adj., steif, fest, massiv, mächtig, kräftig, hart, nicht biegsam, scharf, stachelig, starr, straff, angespannt; mnl. stijf, Adj., steif, unbeugsam; germ. *steifa-, *steifaz, *stīfa-, *stīfaz, Adj., steif; s. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015 (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. steif, Kluge s. u. steif, DW 18, 1778, EWD s. u. steif, Falk/Torp 492, Heidermanns 549, Duden s. u. steif, Bluhme s. u. steif; GB.: seit 1320-1340 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für starr und unbeweglich in Gegensatz zu weich oder beweglich oder biegsam; Son.: vgl. afries. stêf, Adj., steif; saterl. stjuf, Adj., steif; afries. stīf, Adj., entschlossen; ae. stīf, Adj., steif; an. -; got. -; nndl. stijf, Adj., steif; nschw. styv, Adj., steif; nnorw. stiv, Adj., steif; lat. stipulus, Adj., fest; lit. stìpti, V., erstarren; BM.: stopfen bzw. stocken; F.: steif, steife, steifes, steifem, steifen, steifer(, steifere, steiferes, steiferem, steiferen, steiferer, steifst, steifste, steifstes, steifstem, steifsten, steifster)+EW; Z.: stei-f
$Steife, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Steife, Starrheit; E.: s. steif, s. e (Suff.): L.: Kluge s. u. steif, DW 18, 1830, EWD s. u. steif; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus steif und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für Starrheit in Gegensatz zu Beweglichkeit; F.: Steife, Steifen (!)+EW; Z.: Stei-f-e
$steifen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. steifen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. steif, DW 18, 1830, EWD s. u. steif,[KG5] ; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit Steif(e) und en (Suff.) verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früh mögliche Starrheit; F.: steifen (!), steife (!), steifst, steift, steifest, steifet, steifte, steiftest, steiften, steiftet, gesteift, ##gesteift, gesteifte, gesteiftes, gesteiftem, gesteiften, gesteifter##, steifend, ###steifend, steifende, steifendes, steifendem, steifenden, steifender###, steif (!)+EW; Z.: stei-f-en
$Steifheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Steifheit, Starrheit, Festigkeit; E.: s. steif, s. heit; L.: Kluge s. u. steif, DW 18, 1843, EWD s. u. steif; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus steif und heit gebildete Bezeichnung für Starrheit oder Festigkeit; F.: Steifheit, Steifheiten+EW; Z.: Stei-f-hei-t
Steig, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Steig, schmaler und steiler Fußweg; ne. steep path; Vw.: -; Hw.: s. steigen; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. stīc, st. M., Steig, Pfad; mhd. steic, st. M., Steig, Emporsteigen, Aufstieg, Ansteigen der Töne, Abgesang; mnd. stīch, M., Steig, Fußweg, schmaler Weg zwischen Flurstücken bzw. im Gelände, Bergpfad; ahd. stīg, st. M. (a?, i?), Steig, Pfad; as. -; anfrk. -; germ. *steiga-, *steigaz, st. M. (a), Weg, Pfad, Steig; s. idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steig, Kluge s. u. Steig, DW 18, 1856, EWD s. u. steigen, Seebold 466, Duden s. u. Steig; Son.: vgl. afries. -; ae. stīg, st. M. (a), st. F. (ō), Steig, Steg, Pfad, Weg, Straße, Linie; an. stīgr, st. M. (a), Pfad, Weg; got. -; nschw. stig, Sb., Steig; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen schmalen und steilen Fußweg oder Weg; BM.: steigen; F.: Steig, Steiges, Steigs, Steige, Steigen+EW; Z.: Steig
$Steigbügel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Steigbügel, Stegreif; E.: s. steig(en), s. Bügel; L.: DW 18, 1936, EWD s. u. Bügel; GB.: seit 17. Jh. älterem Stegreif folgende und aus steig(en) und Bügel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Bügel als Hilfsmittel für das Besteigen eines Pferdes; F.: Steigbügel, Steigbügels, Steigbügeln+EW; Z.: Steig—büg-el
Steige (1), nhd. (dial.), F., (8. Jh.): nhd. Steige (F.) (1), steiler aufsteigender Weg; ne. stairs; Vw.: -; Hw.: s. steigen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stīge (1), st. F., „Steige“ (F.) (1), Steig, Pfad, Treppe; mhd. steige, st. F., Steige (F.) (1), steile Straße, steile Anhöhe, Anhöhe, Emporsteigen, Abgesang; ahd. steiga*, st. F. (ō), Steige (F.) (1), Pfad, steiler Weg; ahd. stīga (1), st. F. (ō), Steig, Pfad, Weg; germ. *steigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; germ. *staigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; idg. *stoigʰo-, stigʰo-, Sb., Weg, Steig, Pokorny 1017; idg. steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Steige 1, DW 18, 1868, Seebold 466, Falk/Torp 492, Duden s. u. Steige; Son.: süddeutsch, österr.; vgl. afries. stīge (2), Sb., Steig, Steg; ae. stīg, st. M. (a), st. F. (ō), Steig, Steg, Pfad, Weg, Straße, Linie; got. staiga, st. F. (ō), Steig, Weg; GB.: (steiga) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen steil(en) aufsteigenden Weg; BM.: schreiten; F.: Steige, Steigen+EW; Z.: Steig-e
Steige (2), nhd. (dial.), F., (9. Jh.): nhd. Steige (F.) (2), flache Lattenkiste; ne. crate (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stiege (1); Q.: 9. Jh.; E.: wohl von einer Nebenform von Stiege (F.) (1) übertragen; vgl. mhd. stiege, st. F., sw. F., Stiege (F.) (1), Treppe; ahd. stiega, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Stiege (F.) (1), Treppe, Auffahrt, Pass, Schweinestall?; ahd. stīga (1), st. F. (ō), Steig, Pfad, Weg; germ. *steigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; germ. *staigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; idg. *stoigʰo-, *stigʰo-, Sb., Weg, Steig, Pokorny 1017; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Steige 2, EWD s. u. Steige, DW 18, 1871, Duden s. u. Steige; Son.: süddeutsch, österr.; GB.: (stiega) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl spätestens seit dieser Zeit entwickelte und verwendete flache Lattenkiste; BM.: Leiter (F.) bzw. steigen; F.: Steige, Steigen+EW; Z.: Steig-e
Steige (3), nhd. (ält.-dial.), F., (8. Jh.): nhd. Steige (F.) (3), Pferch, Verschlag, Kleintierstall; ne. stable (N.), sty (N.) (1), fold (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. stīge, stīc, st. F., sw. F., Verschlag, Stall für Kleinvieh; mhd. stīc (1), st. F., Verschlag, Kleinviehstall; mnd. stēge, M., F., Pferch, Schweinpferch; ahd. stīga (2), stīa, st. F. (ō), Stall, Pferch, Hürde, kleiner Viehstall, Schweinestall; as. stīga (1), st. F. (ō), Steige (F.) (3), Schweinestall; anfrk. -; germ. *stijō-, *stijōn, sw. F. (n), Gedränge, Pferch, Stall; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Steige 3, DW 18, 1871, Falk/Torp 490, Duden s. u. Steige; Son.: vgl. afries. -; ae. stig, N., Stall, Hürde, Halle; an. stīa (1), sw. F. (n), Gehege; got. -; GB.: (stīga) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Stall für Kleinvieh einschließlich von Schwejnen; BM.: drängen bzw. stopfen; F.: Steige, Steigen+EW; Z.: Stei-g-e
Steige (4), Stiege, nhd., F.: nhd. Steige (F.) (4), Zahl von zwanzig Stück; ne. twenty pieces; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: mnd. stīge (1), F., N., Stiege (F.) (2), Steige, ein Zählmaß, Zahl von zwanzig, Getreidezehnte, ein Maß im Holzhandel, ein Flächenmaß für Äcker; mnl. stīge, F., Steige (F.) (4); as. stīga* (2), sw. F. (n), Stiege (F.) (2), zwanzig Stück; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Stiege 1, Kluge s. u. Steige 4, EWD s. u. Stiege 2, DW 18, 1872, Duden s. u. Steige, Bluhme s. u. Stiege 2; Son.: vgl. afries. stīge (1) st. F. (ō), Stiege (F.) (2), zwanzig Stück; saterl. stige; krimgot. stega, Num. Kard., zwanzig; GB.: seit 18. Jh. mnd. und mnl. belegte und mit dem Altsächsischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Zahl von zwanzig Stück; BM.: ?; F.: Steige, Steigen, Stiege, Stiegen+EW; Z.: Steig-e
steigen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. steigen, sich aufwärts bewegen; ne. rise (V.); Vw.: -; Hw.: s. Steig, Steige (1), steigern, Steg, Stiege (1); Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stīgen (1), st. V., steigen, aufsteigen, hochsteigen, sich erheben, besteigen, ersteigen, wachsen (V.) (1), nahen; mhd. steigen, sw. V., steigen, aufrichten, erhöhen, antreiben, bedrängen, sich erheben, ansteigen lassen, aufsteigen; mnd. stīgen (1), st. V., steigen, sich erheben, in die Höhe gehen, nach oben gehen, nach unten gehen, Hindernis bewältigen, im Wert steigen; mnl. stīghen, st. V., steigen; ahd. stīgan*, st. V. (1a), steigen, hinaufsteigen, hinabsteigen; as. stīgan, st. V. (1), steigen; anfrk. stīgan?, st. V. (1), steigen; germ. steigan, st. V., steigen; idg. steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steig, Kluge s. u. steigen, DW 18, 1874, EWD s. u. steigen, Falk/Torp 491, Seebold 466, Duden s. u. steigen, Bluhme s. u. steigen; Son.: vgl. afries. stīga, st. V. (1), steigen; ae. stīgan, st. V. (1), steigen, sich erheben, gehen; an. stīga, st. V. (1), steigen, schreiten; got. steigan, st. V. (1), steigen; nndl. stijgen, V., steigen; nschw. stiga, V., steigen; nnorw. stige, V., steigen; ai. stighnoti, V., schreitet, steigt; gr. στείχειν (steíchein), V., schreiten, gehen, nahen; ? lat. vestīgāre, V., der Spur folgen; air. tíagu, V., gehe; ? lett. staĩgât, V., gehen, wandeln; ksl. postigno̧ti, V., hingelangen, erreichen; GB.: (stīgan) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich auf einem Weg aufwärts bewegen; BM.: schreiten; F.: steigen, steige (!), steigst, steigt, steigest, steiget, stieg (!), stiegst, stiegen (!), stiegt, stiegest, stieget, gestiegen, ##gestiegen, gestiegene, gestiegenes, gestiegenem, gestiegenen, gestiegener##, steigend, ###steigend, steigende, steigendes, steigendem, steigenden, steigender###, steig (!)+EW; Z.: steig-en
$Steiger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Steiger, Steigender, Aufsicht Führender; L.: Kluge s. u. steigen, DW 18, 1927, EWD s. u. steigen; GB.: (*steigære und stīgære*) 1290-1300 belegte und aus steig(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Steigenden und Aufsicht Führenden; F.: Steiger, Steigers, Steigern+EW; Z.: Steig-er
steigern, nhd., V., (14. Jh.): nhd. steigern, vergrößern, erhöhen, vermehren; ne. increase (V.), raise (V.); Vw.: -; Hw.: s. steigen; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. steigeren*, steigern, sw. V., steigern, erhöhen; mnd. stēgeren, steigeren, steieren, sw. V., steigern, höher machen, verteuern, in dem Preis erhöhen, auftreiben, in die Höhe gehen, aufbäumen; letztlich zu ahd. stīgan*, st. V. (1a), steigen, hinaufsteigen, hinabsteigen; as. stīgan, st. V. (1), steigen; germ. *steigan, st. V., steigen; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steig, Kluge s. u. steigern, EWD s. u. steigern, DW 18, 1931, Duden s. u. steigern; Son.: vgl. nschw. stegra, V., steigern; GB.: um 1340 belegte und mit steigen verbindbare Bezeichnung für sachlich Menschen wohl schon früher mögliches vergrößern oder erhöhen oder vermehren; BM.: schreiten; F.: steigern, steigere, steiger (!), steigre, steigerst, steigert, steigerte, steigertest, steigerten, steigertet, gesteigert, ##gesteigert, gesteigerte, gesteigertes, gesteigertem, gesteigerten, gesteigerter##, steigernd, ###steigernd, steigernde, steigerndes, steigerndem, steigernden, steigernder###, steiger (!)+EW; Z.: steig-er-n
$Steigerung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Steigerung, Vergrößerung, Erhöhung, Vermehrung, Zunahme; Vw.: s. Ver-; E.: s. steiger(n), s. ung; L.: Kluge s. u. steigern, DW 18, 1940, EWD s. u. steigern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus steiger(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Vergrößerung oder Erhöhung oder Vermehrung oder Zunahme; F.: Steigerung, Steigerungen+EW; Z.: Steig-er-ung
$Steigung (1), nhd., F. (13. Jh.): nhd. Steigung, Steigen (N.); E.: s. Steig(e), s. ung; L.: Kluge s. u. Steige 1, DW 18, 1947; GB.: um 1300 belegte und aus steig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Steigen (N.); F.: Steigung, Steigungen+EW; Z.: Steig-ung
$Steigung (2), nhd., F., (15. Jh.): nhd. Steigung; E.: s. steig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. steigen, EWD s. u. steigen, DW 18, 1947; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus steig(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher mögliches Steigen (N.); F.: Steigung, Steigungen+EW; Z.: Steig-ung
steil, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. steil, jäh ansteigend, jäh abfallend; ne. steep (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. steil, Adj., steil; mhd. steigel, Adj., steil; mnd. steil (1), Adj., steil, trotzig, hoffärtig, stolz; mnd. stēl (2), steil, Adj., steil, schroff, abweisend, hoffärtig; mnl. steil, Adj., steil; ahd. steigal*, Adj., steil; as. -; anfrk. -; germ. *staigala-, *staigalaz, *staigula-, *staigulaz, *staigla-, *staiglaz, Adj., steil; s. idg. steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. steil, Kluge s. u. steil, DW 18, 1949, EWD s. u. steil, Falk/Torp 492, Heidermanns 541, Duden s. u. steil, Bluhme s. u. steil; Son.: vgl. afries. -; ae. stǣgel, Adj., steil, schwer zu besteigen; an. -; got. -; GB.: (steigal) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl früh mögliches jäh ansteigend oder jäh abfallend; BM.: steigen; F.: steil, steile, steiles, steilem, steilen, steiler(, steilere, steileres, steilerem, steileren, steilerer, steilst, steilste, steilstes, steilstem, steilsten, steilster)+EW; Z.: stei-l
$Steile, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Steile, Steilheit; E.: s. steil, s. e (Suff.); L.: EWD s. u. steil, DW 18, 1963; GB.: seit 18. Jh. (Goethe) belegte und aus steil und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliche Steilheit; F.: Steile, Steilen+EW; Z.: Stei-l-e
$Steilheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Steilheit, Steile, steile Stelle; E.: s. steil, s. heit; L.: DW 18, 1963, EWD s. u. steil; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus steil und heit gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliche Steile; F.: Steilheit, Steilheiten+EW; Z.: Stei-l—hei-t
Stein, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stein, Fels; ne. stone (N.); Vw.: s. Bauta-, Schorn-, -metz; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stein, st. M., Stein, Edelstein, Fels, Felsen, Eckstein, Grundstein, Gewichtseinheit, bestimmte Gewichtseinheit, Viertelzentner, Felshöhle; mnd. stēn (1), stein, stehen, stīn, M., Stein, Fels, felsiger Stein, Klippe, Hochufer, Halbedelstein, Edelstein, Bernstein; mnl. steen, M., Stein; ahd. stein, st. M. (a), Stein, Fels, Steinblock; as. stên, st. M. (a), Stein, Fels; anfrk. stein*, stēn*, st. M. (a), Stein; germ. *staina-, *stainaz, st. M. (a), Stein; idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stein, Kluge s. u. Stein, DW 18, 1965, EWD s. u. Stein, Falk/Torp 490, Duden s. u. Stein, Bluhme s. u. Stein; Son.: vgl. afries. stên, st. M. (a), Stein; nnordfries. stien; ae. stān, st. M. (a), Stein, Fels; an. steinn, st. M. (a), Stein, Edelstein, Steinhaus, Farbe; got. stains, st. M. (a), Stein, Fels; nndl. stehen, Sb., Stein; nschw. sten, Sb., Stein; nnorw. stein, M., Stein; ai. styā́yate, V., gerinnen; gr. στία (stía), F., Steinchen; lat. stīria, F., gefrorener Tropfen (M.), Eiszapfen; ksl. stěna, F., Wand, Felswand; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fels oder eine feste überwiegend schon vormenschliche mineralische Masse; BM.: verdichten; F.: Stein, Steines, Steins, Steine, Steinen+EW; Z.: Stei-n
$steinalt, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. steinalt, sehr alt, uralt, hochbetagt; E.: s. Stein, s. alt; L.: DW 18, 2039, EWD s. u. Stein; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stein und alt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sehr alt; F.: steinalt, steinalte, steinaltes, steinaltem, steinalten, steinalter(, steinälter, steinältere, steinälteres, steinälterem, steinälteren, steinälterer, steinälteste, steinältestes, steinältestem, steinältesten, steinältester)+EW; Z.: stei-n—al-t
$Steinbeißer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Steinbeißer; E.: s. Stein. s. Beißer; L.: Kluge s. u. Steinbeißer, DW 18, 2046 (Steinbeiszer); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stein und Beißer gebildete Bezeichnung für verschiedene wohl auch schon vormenschlich mögliche Vögel und Fische; F.: Steinbeißer, Steinbeißers, Steinbeißern+EW; Z.: Stei-n—bei-ß-er
$Steinbock, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Steinbock; E.: s. Stein, s. Bock; L.: Kluge s. u. Steinbock, DW 18, 2050; GB.: (steinbok) seit 10. Jh. belegte und aus Stein und Bock gebildete Bezeichnung für ein vor mehr als 20000 Jahren die Alpen besiedelndes einem Reh und einer Ziege ähnliches Tier; F.: Steinbock, Steinbockes, Steinbocks, Steinböcke, Steinböcken+EW; Z.: Stei-n—bock
$Steinbrech, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Steinbrech; E.: s. Stein, s. brech(en); L.: Kluge s. u. Steinbrech, DW 18, 2050; GB.: (steinbrehha*) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. saxifraga aus Stein und brech(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon früher mögliche und an schwierigen Orten wachsende kleine Pflanze; F.: Steinbrech, Steinbrechs, Steinbreches, Steinbreche, Steinbrechen+EW; Z.: Stei-n—bre-ch
$Steinbruch, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Steinbruch; E.: s. Stein, s. Bruch; L.: DW 18, 2055, EWD s. u. Bruch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stein und Bruch gebildete Bezeichnung für eine Steinlawine und eine von Menschen entwickelte und verwendete Grube aus der Steine gebrochen werden; F.: Steinbruch, Steinbruches, Steinbruchs, Steinbrüche, Steinbrüchen+EW; Z.: Stei-n-bruch
$Steinbutt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Steinbutt; E.: s. Stein, s. Butt; L.: Kluge s. u. Steinbutt, Butt, DW 18, 2055, EWD s. u. Butt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stein und Butt gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen den Schollen ähnlichen Fisch; F.: Steinbutt, Steinbuttes, Steinbutts, Steinbutte, Steinbutten+EW; Z.: Stei-n-bu-tt
$*steinern? (1), nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. *steinern?, zu Stein werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Stein, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Stein, DW ?; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Stein und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches zu Stein werden; F.: steinern (!), steinere, steiner (!), steinerst, steinert, steinerte, steinertest, steinerten, steinertet, gesteinert, ##gesteinert, gesteinerte, gesteinertes, gesteinertem, gesteinerten, gesteinerter##, steinernd, ###steinernd, steinerndes, steinerndem, steinernden, steinernder###, steiner (!)+EW; Z.: stei-n-er-n
$steinern (2), nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. steinern, Stein betreffend, aus Stein bestehend; E.: s. Stein, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Stein, DW 18, 2070, EWD s. u. Stein; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stein und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Stein betreffend oder aus Stein bestehend; F.: steinern, steinerne, steinernes, steinernem, steinernen, steinerner+EW; Z.: stei-n-ern
$Steingut, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Steingut; E.: s. Stein, s. Gut; L.: DW 18, 2031, EWD s. u. Stein[KG6] ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stein und Gut belegte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Ton (M.) (1) und ähnliche Erden aus denen von Menschen entwickeltes und verwendetes Steingut als weiße glasierte Irdenware für Geschirr hergestellt wird; F.: Steingut, Steingutes, Steinguts+EW; Z.: Stei-n—gut
$steinhart, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. steinhart, wie Stein hart; E.: s. Stein, s. hart; L.: DW 18, 2087, EWD s. u. Stein; GB.: (steinherte) seit 1172-1190 belegte und aus Stein (und hart) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches wie Stein hart; F.: steinhart, steinharte, steinhartes, steinhartem, steinharten, steinharter(, steinhärter, steinhärtere, steinhärteres, steinhärterem, steinhärteren, steinhärterer, steinhärtest, steinhärteste, steinhärtestes, steinhärtestem, steinhärtesten, steinhärtester)+EW; Z.: stei-n—har-t
$steinig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. steinig, Stein betreffend, felsig; E.: s. Stein, s. ig; L.: Kluge s. u. Stein, DW 18, 2101, EWD s. u. Stein; GB.: (steinag*) vielleicht seit Ende 8. Jh. belegte und aus Stein und ag oder ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Stein betreffend oder von vielen Steinen bedeckt oder felsig; F.: steinig, steinige, steiniges, steinigem, steinigen, steiniger(, steinigere, steinigeres, steinigerem, steinigeren, steinigerer, steinigst, steinigste, steinigstes, steinigstem, steinigsten, steinigster)+EW; Z.: stei-n-ig
$steinigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. steinigen; E.: s. steinig, d. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Stein, EWD s. u. Stein, DW 18, 2101; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl nach lat. lapidare aus steinig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Hochkulturen des Altertums bekanntes Steine auf Menschen werfen und dadurch verletzen und töten; F.: steinigen, steinige, steinigst, steinigt, steinigest, steiniget, steinigte, steinigtest, steinigten, steinigtet, gesteinigt, ##gesteinigt, gesteinigte, gesteinigtes, gesteinigtem, gesteinigten, gesteinigter##, steinigend, ###steinigend, steinigende, steinigendes, steinigendem, steinigenden, steinigender###, steinig (Imp.) (!)+EW; Z.: stei-n-ig-en
$Steinkauz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Steinkauz; E.: s. Stein, s. Kauz; L.: DW 18, 2107, EWD s. u. Kauz; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stein und Kauz (teilweise lautmalend) gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht vormenschliche kleine kurzschwänzige Eule; F.: Steinkauz, Steinkauzes, Steinkäuze, Steinkäuzen+EW; Z.: Stei-n—kauz
Steinmetz, nhd., M., (10./11. Jh.): nhd. Steinmetz, Steinbehauer, Steinhauer; ne. stone-mason; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. steinmetze, sw. M., Steinmetz, Bildhauer; ahd. steinmezzo, steinmizzo, sw. M. (n), Steinhauer, Steinmetz; s. ahd. stein, st. M. (a), Stein, Fels, Steinblock; germ. *staina-, *stainaz, st. M. (a), Stein; idg. *stāi-, *stī̆-, sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); ahd. mezzo (1), sw. M. (n), Steinmetz, Steinhauer, Arbeiter im Steinbruch; entweder direkt aus germ. *mattjō-, *mattjōn, *mattja-, *mattjan, sw. M. (n), Haue, Metze (F.) (1), Meißel; idg. *mat- (2), Sb., Hacke (F.) (2), Schlegel, Pokorny 700 (1158/23) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.?); oder über einen Umweg von galloroman. *matsione, EWAhd 6, 395; von germ. makjō-, *makjōn, *makja-, *makjan, sw. M. (n), Passender, Ehemann, Macher; vgl. idg. *mag̑-, V., kneten, drücken, streichen, machen, Pokorny 696 (1142/7) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stein, Kluge 1. A. s. u. Metze 1, Kluge s. u. Steinmetz, DW 18, 2126, EWD s. u. Stein, Duden s. u. Steinmetz, Bluhme s. u. Steinmetz; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. lapicida aus Stein und Metz gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Stein(e) behauenden und bearbeitenden Handwerker; BM.: verdichten, Haue bzw. machen?; F.: Steinmetz, Steinmetzen+EW; Z.: Stei-n-metz
$Steinöl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Steinöl; I.: Lüs. lat. petroleum; E.: s. Stein, s. Öl; L.: DW 18, 2133, EWD s. u. Petroleum; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach mlat. petroleum aus Stein und Öl gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon seit dem Mittelalter aus Stein gewonnenes Öl; F.: Steinöl, Steinöles, Steinöls, Steinöle, Steinölen+EW+FW; Z.: Stei-n—öl
$Steinpilz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Steinpilz, Herrenpilz, ein Speisepilz; E.: s. Stein, s. Pilz; L.: Kluge s. u. Steinpilz, DW 18, 2138, EWD s. u. Stein; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stein und Pilz gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlichen ziemlich festen und harten sowie von Menschen geschätzten und auch Herrenpilz oder Braunkopf genannten Speisepilz; F.: Steinpilz, Steinpilzes, Steinpilze, Steinpilzen+EW+FW; Z.: Stei-n—pilz
$steinreich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. steinreich, sehr reich; E.: s. Stein, s. reich; L.: Kluge s. u. steinreich, DW 18, 2141, EWD s. u. Stein; GB.: (steinrīche) seit 15. Jh. belegte und aus Stein und reich gebildete Bezeichnung für an Steinen reich und später für sehr reich; F.: steinreich, steinreiche, steinreiches, steinreichem, steinreichen, steinreicher+EW; Z.: stei-n—reich
Steiper, nhd. (ält.-dial.), F., (15. Jh.): nhd. Steiper, eine Stütze; ne. support (N.), prop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. stīper, st. F., Stützholz; mnd. stīper, Sb., Pfosten, Träger; wohl zu mhd. stīf, Adj., Adv., steif, starr, fest, aufrecht, wacker, stattlich; germ. *steifa-, *steifaz, *stīfa-, *stīfaz, Adj., steif; s. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015 (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); oder von lat. stīpāre, V., zusammenpressen, zusammenhäufen, vollstopfen; vgl. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015 (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Steiper, DW 18, 2164, Duden s. u. Steiper; Son.: vgl. afries. stīpe, F., Pfahl; ae. stīpere, Sb., Stütze; GB.: (stīper) seit 15. Jh.) belegte und mit steif und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen schon früher entwickelte und verwendete Stütze; BM.: stopfen bzw. stocken; F.: Steiper, Steipers, Steipern+EW; Z.: Stei-p-er
Steiß, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Steiß, Hintere, Gesäß; ne. rump (N.), buttocks; Vw.: -; Hw.: s. Stutzen, Stuten; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. stiuz, st. N., Steiß; mnd. stǖt (1), stūt, M., dicker Teil des Schenkels, Oberschenkel, Steiß, Hintern; mnl. stuut, stuyt, M., Steiß; ahd. stiuz, st. M. (a?, i?), Steiß; as. -; anfrk. -; germ. *steuta-, *steutaz, *stūta-, *stūtaz, st. M. (a), Gestutztes, Steiß; s. idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steisz, Kluge s. u. Steiß, DW 18, 2164 (Steisz), EWD s. u. Steiß, Falk/Torp 495, Duden s. u. Steiß, Bluhme s. u. Steiß; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. stūtr, st. M. (a), junger Ochse, Horn, Stumpf; got. -; nndl. stuit, Sb., Steiß; GB.: (stiuz) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Steißbein oder das Gesäß; BM.: stoßen; F.: Steiß, Steißes, Steiße, Steißen+EW; Z.: Stei-ß
$Steißbein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Steißbein, der untere Abschnitt der Wirbelsäule; E.: s. Steiß, s. Bein; L.: EWD s. u. Steiß, DW 18, 2167 (Steiszbein); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Steiß und Bein gebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlich möglichen dem Kreuzbein folgenden unteren Abschnitt der Wirbelsäule; F.: Steißbein, Steißbeines, Steißbeins Steißbeine, Steißbeinen+EW; Z.: Stei-ß—bei-n
Stek, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stek, Knoten (M.), Schifferknoten; ne. knot (N.), hitch (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stich, stechen; Q.: 20. Jh.; E.: niederdeutsche Form von Stich, s. mnd. stēke, stēk, steeke, stecke, stik*, st. M., Stich, Stich einer Waffe, Stich eines Insekts, Bienenstich, Verletzung durch einen Stich, Stichwunde, Turnier, Stechspiel, Stich mit der Nadel; as. stiki*, st. M. (i), Stich; germ. *stiki-, *stikiz, st. M. (i), Stich; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stek, Duden s. u. Stek; Son.: vgl. nschw. stek, N., Stek; GB.: seit 20. Jh. belegte niederdeutsche und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (Stich und) einen Schifferknoten; BM.: stechen; F.: Stek, Steks+EW; Z.: Ste-k
Stele, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Stele, freistehende Säule (F.) (1); ne. stele; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. gr. στήλη (stḗlē); E.: s. gr. στήλη (stḗlē), F., Pfeiler, Grabstein, Säule (F.) (1); vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten (M.), Stamm, Stiel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 18, 2169, Duden s. Stele; Son.: vgl. nndl. stele, Sb., Stele; frz. stèle, F., Stele; nschw. stele, Sb., Stele; nnorw. stele, M., Stele; poln. stela, F., Stele; lit. stela, F., Stele; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete freistehende Säule; BM.: stellen bzw. Stamm; F.: Stele, Stelen+FW; Z.: Stel-e
Stellage, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Stellage, Gestell; ne. rack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. stellage; E.: s. nndl. stellage, Sb., Stellage; weitere Herkunft s. mhd. stellen, stallen, sw. V., stellen, beibringen, einstellen, entwickeln, sich entwickeln, sich verhalten (V.); mnd. stellen (1), sw. V., stellen, hinstellen, zur Stelle schaffen, anstellen, betreiben, machen, jagen, nachstellen; ahd. stellen*, sw. V. (1a), stellen, errichten, setzen; as. stėllian*, sw. V. (1a), hinstellen; anfrk. -; germ. *stalljan, sw. V., stellen; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stellage, DW 18, 2169, EWD s. u. stellen, Duden s. u. Stellage; Son.: vgl. nschw. ställning, Sb., Gerüst, Stellung; GB.: seit 16. Jh.) belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie mit stellen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht nach der Sesshaftwerdung zu dieser Zeit oder schon früher zu einer Aufbewahrung von Sachen entwickelten und verwendeten Aufbau aus Stangen und Brettern; BM.: stellen; F.: Stellage, Stellagen(+EW)+FW; Z.: Stel-l-ag-e
stellar, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. stellar, Sterne betreffend; ne. stellar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. stēllāris; E.: s. lat. stēllāris, Adj., zu den Sternen gehörig, Stern..., (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. stēlla, F., Stern (M.) (1), Planet, Komet, Sternfisch, Sonne; idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. stellar; Son.: vgl. frz. stellaire, Adj., stellar; nnorw. stellar, Adj., stellar; poln. stelarny, Adj., stellar; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sterne betreffend; BM.: Stern; F.: stellar, stellare, stellares, stellarem, stellaren, stellarer+FW(+EW?); Z.: stel-l-ar
$Stelldichein, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Stelldichein; E.: s. stell(en), s. dich, s. ein; L.: Kluge s. u. Stelldichein, EWD s. u. Stelldichein, DW 18, 2172; GB.: seit 18. Jh. (Campe) belegte und aus stell(en) und dich sowie ein nach frz. rendez-vous gebildete Bezeichnung für ein vertrauliches Treffen von Menschen (verschiedenen Geschlechts); F.: Stelldichein, Stelldicheins+EW; Z.: Stel-l—di-ch—ein
$Stelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Stelle, Ort, Platz; Vw.: s. Bett-; E.: s. stelle(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Stelle, Kluge s. u. stellen, DW 18, 2172, EWD s. u. stellen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht aus stelle(n) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Ort oder einen Platz; F.: Stelle, Stellen+EW; Z.: Stel-l-e
stellen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stellen, hinstellen, setzen, bringen; ne. put (V.), place (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gestalt, Stall, Stellage; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stellen, stallen, sw. V., stellen, beibringen, einstellen, entwickeln, sich entwickeln, sich verhalten (V.); mnd. stellen (1), sw. V., stellen, hinstellen, zur Stelle schaffen, anstellen, betreiben, machen, jagen, nachstellen; mnl. stellen, sw. V., stellen; ahd. stellen*, sw. V. (1a), stellen, errichten, setzen; as. stėllian*, sw. V. (1a), hinstellen; anfrk. -; germ. *stalljan, sw. V., stellen; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stelle, Kluge s. u. stellen, EWD s. u. stellen, DW 18, 2195, Falk/Torp 487, Duden s. u. stellen, Bluhme s. u. stellen; Son.: vgl. afries. stallia, sw. V. (2), festmachen, einstehen, haften; ae. stellan (1), sw. V. (1), setzen, stellen, legen; ae. stiellan (2), sw. V. (1), stallen, stellen, setzen; an. stilla (2), sw. V. (1), ordnen, einrichten; got. -; nschw. ställa, V., stellen; nnorw. stille, V., feststellen; gr. στέλλειν (stéllein), V., bestellen, kommen lassen, schicken, senden; apreuß. stallit, V., stehen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas an einen bestimmten Platz oder Ort setzen oder bringen; BM.: unbeweglich; F.: stellen (!), stelle (!), stellst, stellt, stellest, stellet, stellte, stelltest, stellten, stelltet, gestellt, ##gestellt, gestellte, gestelltes, gestelltem, gestellten, gestellter##, stellend, ###stellend, stellende, stellendes, stellendem, stellenden, stellender###, stell (!)+EW; Z.: stel-l-en
$Steller, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Steller, Stellender; Vw.: s. (Brief-,) Her-, Schrift-; E.: s. stell(en), s. er (Suff.); L.: DW 18, 2258; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus stell(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Stellenden; F.: Steller, Stellers, Stellern+EW; Z.: Stel-l-er
$Stellmacher, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stellmacher, Wagenbauer; E.: s. (Ge)stell, s. Stell(e), s. Macher; L.: Kluge s. u. Stellmacher, DW 18, 2262, EWD s. u. stellen; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus (Ge)stell oder Stell(e) und Macher gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Arbeitsteilung möglichen (Gestellmacher oder) Wagenbauer; F.: Stellmacher, Stellmachers, Stellmachern+EW; Z.: Stel-l—mach-er
$Stellung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Stellung, Lage, Anordnung; Vw.: s. An-, Aus-, Her-, Ver-, Vor-; E.: s. stell(en), s. ung; L.: Kluge s. u. stellen, DW 18, 2266, EWD s. u. stellen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus stell(en) und ung gebildete Bezeichnung für Stellen (N.) oder Lage oder Anordnung; F.: Stellung, Stellungen+EW; Z.: Stel-l-ung; Z.: Stel-l-ung
$Stellvertreter, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stellvertreter, Bevollmächtigter, Statthalter; L.: DW 18, 2274, EWD s. u. stellen; GB.: DRW 1661 belegte und aus Stell(e) und Vertreter gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Bevollmächtigten oder Statthalter eines anderen Menschen; F.: Stellvertreter, Stellvertreters, Stellvertretern+EW; Z.: Stel-l—ver—tre-t-er
$Stellwagen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stellwagen, Wagen (N.) mit großem Gestell, Fuhrwerk; E.: s. (Ge)stell, s. stell(en), s. Wagen (M.); L.: Kluge s. u. Stellwagen, DW 18, 2276; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht aus (Ge)stell und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Wagen (M.) mit großem Gestell oder ein Fuhrwerk; F.: Stellwagen, Stellwagens, Stellwägen+EW; Z.: Stel-l—wag-en
Stelze, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Stelze, Holzbein, Stange mit Trittklotz; ne. stilt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. stelze, sw. F., Stelze, Stelzbein, Bein, Krücke, Schemel; mnd. stelte, F., Stelze, Stelzschemel der Krüppel, Stelzfuß, Krücke, Gehstelze; mnl. stelte, F., Stelze; ahd. stelza, sw. F. (n), Stelze, Stelzbein, Krücke, Holzbein, dreibeiniger Stuhl; as. -; anfrk. -; germ. *steltō-, *steltōn, Sb., Stelze; idg. *steld-, V., Sb., stellen, Stängel, Pokorny 1020; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stelze, Kluge s. u. Stelze, DW 18, 2279, EWD s. u. Stelze, Falk/Torp 489, Duden s. u. Stelze, Bluhme s. u. Stelze; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. stelt, Sb., Stelze; nschw. stylta, Sb., Stelze; nnorw. stylte, M., Stelze; GB.: (stelza) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums (lat. grallae) gebildete und verwendete in ihrer unteren Hälfte mit einem kurzen Querholz als Tritt für den Fuß versehene Stange die paarweise benutzt wird um in etwas erhöhter Stellung zu gehen; BM.: stellen; F.: Stelze, Stelzen+EW; Z.: S-tel-z-e
$stelzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stelzen, auf Stelzen gehen, gestelzt gehen, hinken; L.: Kluge s. u. Stelze, DW 18, 2294, EWD s. u. Stelze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stelz(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums Menschen mögliches auf Stelzen gehen oder gestelzt gehen oder hinken; F.: stelzen (!), stelze (!), stelzst, stelzt, stelzest, stelzet, stelzte, stelztest, stelzten, stelztet, gestelzt, ##gestelzt, gestelzte, gestelztes, gestelztem, gestelzten, gestelzter##, stelzend, ###stelzend, stelzende, stelzendes, stelzendem, stelzenden, stelzender###, stelz (!)+EW; Z.: s-tel-z-en
$Stelzfuß, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stelzfuß, Holzbein; E.: s. Stelz(e), s. stelz(en), s. Fuß; L.: DW 18, 2302 (Stelzfusz), EWD s. u. Stelze; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stelz(e) oder stelz(en) und Fuß gebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach Verlust eines Fußes gebildetes und verwendetes Holzbein; F.: Stelzfuß, Stelzfußes, Stelzfüße, Stelzfüßen+EW; Z.: S-tel-z—fuß
stemmen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. stemmen, in die Höhe drücken; ne. stem (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. stemmen, sw. V., stehen machen, steif machen, befestigen, aufgestaut werden, anschwellen, austreten; mnd. stemmen, sw. V., steif machen, fest machen, halten, umklammert sein (V.); mnl. stemmen, sw. V., stehen machen; germ. *stamjan, *stammjan, sw. V., stehen machen, stemmen; s. idg. *stem-?, V., stoßen, stottern, stammeln, hemmen, Pokorny 1021 (1761/233) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. stemmen, Kluge s. u. stemmen, DW 18, 2307, EWD s. u. stemmen, Falk/Torp 483, Duden s. u. stemmen, Bluhme s. u. stemmen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. stemma, sw. V. (1), dämmen, aufhalten; got. -; nschw. stämma, V., hemmen; nnorw. stemme, V., stemmen; lit. stùmti, V., stoßen, schieben, drängen; lett. stuômîtiês, V., stottern, stammeln; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stemmen oder mit großem Kraftaufwand in die Höhe drücken; BM.: stoßen; F.: stemmen (!), stemme (!), stemmst, stemmt, stemmest, stemmet, stemmte, stemmtest, stemmten, stemmtet, gestemmt, ##gestemmt, gestemmte, gestemmtes, gestemmtem, gestemmten, gestemmter##, stemmend, ###stemmend, stemmende, stemmendes, stemmendem, stemmenden, stemmender###, stemm (!)+EW; Z.: stem-m-en
Stempel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Stempel, Gerät zu dem Drucken; ne. stamp (N.); Vw.: -; Hw.: s. stampfen; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. stempfel, stempel, st. M., Stößel, Stempfel, Grabstichel, Münzstempel, Prägstock, Prägestock, Prägebild, Relief, Petschaft; mnd. stempel, stemmel, M., Stempel, Stempfel, ein Werkzeug zum Stampfen, Stößel, Mörserkeule, Stampfer; ahd.? stempfil*, stemphil*, st. M. (a?), Stampfer, Mörserkeule; as. -; anfrk. -; germ. *stampila, *stampilaz, Sb., Stampfe; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stempel, Kluge s. u. Stempel, EWD s. u. Stempel, DW 18, 2332, Duden s. u. Stempel, Bluhme s. u. Stempel; Son.: vgl. nndl. stempel, Sb., Stempel; nschw. stämpel, Sb., Stempel; nnorw. stempel, N., Stempel; kymr. stamp, M., Stempel; GB.: seit 1233-1267 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon seit 3500 v. Chr. in Mesopotamien entwickeltes und verwendetes sowie oft mit einem Knauf versehenes kleines Gerät an dessen Unterseite spiegelbildlich in (Holz oder) Gummi oder Kunststoff oder Metall geschnitten eine kurze Angabe wie beispielsweise ein Siegel angebracht ist das eingefärbt etwa auf Papier gedruckt wird; BM.: stampfen; F.: Stempel, Stempels, Stempeln+EW; Z.: Stemp-el
$stempeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stempeln, mit einem Stempel versehen (V.); E.: s. Stempel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Stempel, DW 18, 2337, EWD s. u. Stempel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stempel und (e)n gebildete Bezeichnung für mit einem Stempel versehen (V.); F.: stempeln (!), stempel (!), stemple, stempele, stempelst, stempelt, stempelte, stempeltest, stempelten, stempeltet, gestempelt, ##gestempelt, gestempelte, gestempeltes, gestempeltem, gestempelten, gestempelter##, stempelnd, ###stempelnd, stempelnde, stempelndes, stempelndem, stempelnden, stempelnder###, stempel (!)+EW; Z.: stemp-el-n
steno..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. steno..., eng; ne. steno...; Vw.: s. -gramm, -graphie, -graphieren, -typistin; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στενός (stenós), Adj., eng, beengt, schmal; idg. *sten- (2)?, Adj., V., eng?, einengen?, Pokorny 1021 (1763/235) (GB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1092; Son.: vgl. nndl. steno…, frz. sténo…, Präf., steno…; nschw. steno…, Präf., steno…; nnorw. steno…, Präf., steno…; poln. steno…, Präf., steno…; kymr. steno…, Präf., steno…; lit. steno…, Präf., steno…; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für eng verwendete Bezeichnung; BM.: eng; F.: steno…+FW; Z.: sten-o-
$Stenograf, nhd., M.: nhd. Stenograf; Vw.: s. Stenograph
Stenografie, nhd., F.: nhd. Stenografie; Vw.: s. Stenographie
$stenografieren, nhd., sw. V.: nhd. stenografieren; Vw.: s. stenographieren
$stenografisch, nhd., Adj.: nhd. stenografisch; Vw.: s. stenographisch
Stenogramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Stenogramm, mit Kurzschrift geschriebener Text; ne. stenograph (N.), shorthand; Vw.: -; Hw.: s. Stenographie; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στενός (stenós), Adj., eng, beengt, schmal; idg. *sten- (2)?, Adj., V., eng?, einengen?, Pokorny 1021 (1763/235) (GB. idg. aus gr., germ., balt.); vgl. gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen; vgl. idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stenographie, DW 18, 2368, EWD s. u. Stenografie; Son.: vgl. nnorw. stenogram, N., Stenogramm; poln. stenogram, M., Stenogramm; kymr. stenograff, M., Stenogramm; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen (stenó, grámma) des Altertums gebildete Bezeichnung für einen in (der besonderen) Kurzschrift (Stenographie) geschriebenen Text; BM.: eng, ritzen; F.: Stenogramm, Stenogramms, Stenogrammes, Stenogramme, Stenogrammen+FW; Z.: Sten-o-gram-m
$Stenograph, Stenograf, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stenograph, Schreiber von Stenographie und Stenogrammen; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. Stenographie, DW 18, 2368, EWD s. u. Stenografie; F.: Stenograph, Stenographen, Stenograf, Stenografen+FW; Z.: Sten-o-graph
Stenographie, Stenografie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stenographie, Kurzschrift8, Engschrift); ne. stenography; Vw.: -; Hw.: s. Stenogramm; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στενός (stenós), Adj., eng, beengt, schmal; idg. *sten- (2)?, Adj., V., eng?, einengen?, Pokorny 1021 (1763/235) (GB. idg. aus gr., germ., balt.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stenographie, DW 18, 2368, EWD s. u. Stenografie, Duden s. u. Stenographie, Stenografie; Son.: vgl. nndl. stenografie, Sb., Stenographie; frz. sténographie, F., Stenographie; nschw. stenografi, Sb., Stenographie; nnorw. stenografi, M., Stenographie; poln. stenografia, F., Stenographie; kymr. stenograffeg, F., Stenographie; lit. stenografija, F., Stenographie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für die zu einem schnelleren Schreiben entwickelte besondere Kurzschrift (Engschrift); BM.: eng, ritzen; F.: Stenographie, Stenographien, Stenografie, Stenografien+FW; Z.: Sten-o-graph-ie
$stenographieren, stenografieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. stenographieren, in Kurzschrift schreiben; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Stenograph(ie), s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Stenographie, DW 18, 2368 (stenographieren), EWD s. u. Stenografie F.: stenographieren, stenographiere, stenographierst, stenographiert, stenographierest, stenographieret, stenographierte, stenographiertest, stenographierten, stenographiertet, ##stenographiert, stenographierte, stenographiertes, stenographiertem, stenographierten, stenographierter##, stenographierend, ###stenographierend, stenographierende, stenographierendes, stenographierendem, stenographierenden, stenographierender###, stenographier (!), stenografieren, stenografiere, stenografierst, stenografiert, stenografierest, stenografieret, stenografierte, stenografiertest, stenografierten, stenografiertet, ##stenografiert, stenografierte, stenografiertes, stenografiertem, stenografierten, stenografierter##, stenografierend, ###stenografierend, stenografierende, stenografierendes, stenografierendem, stenografierenden, stenografierender###, stenografier (!)+FW(+EW); Z.: sten-o-graph-ier-en
$stenographisch, stenografisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stenographisch, in Kurzschrift schreibend; Q.: Mitte 17. Jh.; L.: Kluge s. u. Stenographie, DW 18, 2368, EWD s. u. Stenografie; F.: stenographisch, stenographische, stenographisches, stenographischem, stenographischen, stenographischer, stenografisch, stenografische, stenografisches, stenografischem, stenografischen, stenografischer+FW+EW; Z.: sten-o-graph-isch
Stenotypistin, nhd. (ält.), F., (19. Jh.): nhd. Stenotypistin, Schreibkraft; ne. stenotypist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στενός (stenós), Adj., eng, beengt, schmal; idg. *sten- (2)?, Adj., V., eng?, einengen?, Pokorny 1021 (1763/235) (GB. idg. aus gr., germ., balt.); gr. τύπος (týpos), M., Schlag, Stoß, Bild, Darstellung, Abbildung, Modell; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stenotypistin, DW 18, 2369, EWD s. u. Stenografie, Duden s. u. Stenotypistin; Son.: vgl. nndl. stenotypist, Sb., Stenotypistin; frz. sténotypiste, F., Stenotypistin; nnorw. stenotypi, M., Stenotypie; poln. stenotypistka, F., Stenotypistin; kymr. stenoteipydd, M., Stenotypist; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums (stenós, týpos) und ist (Suff.) sowie in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Stenographie und Maschinenschreiben beherrschende und verwendende Schreibkraft; BM.: eng, stoßen; F.: Stenotypistin, Stenotypistinen+FW; Z.: Sten-o-ty-p-ist-in
Stentorstimme, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stentorstimme, laute und gewaltige Stimme; ne. stentorian voice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von dem in der Illias Homers einmal für die die Göttin Hera auftretenden (PN) Stentor; gr. Στέντωρ (Sténtōr), M.=PN, Stentor; vgl. idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Stimme; L.: Kluge s. u. Stentorstimme, DW 18, 2370, Duden s. u. Stentorstimme; Son.: vgl. nndl. stentorstem, Sb., Stentorstimme; frz. voix de stentor, F., Stentorstimme; nschw. stentorsröst, Sb., Stentorstimme; nnorw. stentorstemme, M., Stentorstimme; poln. głos stentorowy, M., Stentorstimme; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem teilweise mit dem Indogermanischen verbindbaren PN Stentor und Stimme gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche laute und gewaltige Stimme; BM.: PN bzw. dröhnen; F.: Stentorstimme, Stentorstimmen+FW+EW; Z.: Stentor—stimm-e
Stenz, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stenz, Geck, Zuhälter; ne. fop (M.), pimp (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: s. rotw. stenz, Sb., Stock; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Stenz, DW 18, 2370, Duden s. u. Stenz, Bluhme s. u. Stenz; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen geckenhaften Mann oder Gecken oder auch Zuhälter; BM.: Stock; F.: Stenz, Stenzes, Stenze, Stenzen+FW; Z.: Stenz
Step, Stepp, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Step, ein Tanz; ne. step; Vw.: -; Vw.: -; Hw.: s. steppen (2), Stapf; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. step; E.: s. ne. step, N., Step, Schritt, Tritt; ae. stėpe, stæpe, st. M. (i), Schritt, Tritt, Gang (M.) (1), Stufe, Fußgestell, Grad; germ. *stapi-, *stapiz, st. M. (i), Stufe, Schritt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Step, fehlt DW, EWD s. u. Step; Son.: vgl. nndl. step, Sb., Step; nschw. stepp, Sb., Step; nnorw. steppedans, M., Step, Stepdanz; poln. step, M., Step; lit. stepas, M., Step; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Bühnentanz mit Untermalung des Rhythmus durch Klappern (N.) oder Stampfen (N.) mit den Schritten und Schuhsohlen; BM.: stampfen; F.: Step, Stepp, Steps, Stepps+FW; Z.: Step
$Steppdecke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Steppdecke; E.: s. stepp(en), s. Decke; L.: DW 18, 2375, EWD s. u. steppen 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stepp(en) und Decke gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Decke mit durch Nähte gegen Verrutschen befestigter Füllung; F.: Steppdecke, Steppdecken+FW+EW; Z.: Step-p—deck-e
Steppe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Steppe, weite baumlose Ebene; ne. steppe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. russ. степь (step’); E.: s. russ. степь (step’), F., Steppe; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Steppe, DW 18, 2375, EWD s. u. Steppe, Duden s. u. Steppe, Bluhme s. u. Steppe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche weite baumlose Ebene oder ein baumloses und dürres Flachland; Son.: vgl. nndl. steppe, Sb., Steppe; frz. steppe, F., Steppe; nschw. stäpp, Sb., Steppe; nnorw. steppe, M., Steppe; poln. step, M., Steppe; kymr. stepdir, M., Steppe; nir. steip, F., Steppe; lit. stepė, F., Steppe; BM.: ?; F.: Steppe, Steppen (!)+FW(+EW?); Z.: Step-p-e
steppen (1), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. steppen (V.) (1), sticken; ne. stitch (V.); Vw.: -; Hw.: s. stupfen, stippen; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. steppen, sw. V., steppen (V.) (1), steppen auf, steppen zwischen, stellenweise stechen, durchstechen, reihenweise nähen, durchnähen, einstechen, einnähen in, sticken; s. mnd. steppen, stippen, sw. V., sticken, stechen, durchstechen; vgl. as. steppon, sw. V. (2), steppen (V.) (1), zeichnen, reihenweise ziehen; weitere Herkunft unklar, oder von as. stip, st. N. (a), Punkt; s. lat. stīpes, M., Pfahl, Stock; idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. steppen, Kluge s. u. steppen 2, DW 18, 2377, EWD s. u. steppen 2, Duden s. u. steppen; Son.: vgl. ne. stipple, V., tüpfeln; GB.: seit um 1185 belegte und vielleicht mit dem Altsächsischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft unklare oder mit dem Lateinischen des Altertums und dem teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht schon etwas früher von Menschen entwickeltes und verwendetes mit lückenlosen und geraden Stichen nähen oder sticken; BM.: lautsymbolisch? bzw. stopfen?; F.: steppen (!), steppe (!), steppst, steppt, steppest, steppet, steppte, stepptest, steppten, stepptet, gesteppt, ##gesteppt, gesteppte, gestepptes, gestepptem, gesteppten, gesteppter##, steppend, ###steppend, steppende, steppendes, steppendem, steppenden, steppender###, stepp (!)+EW; Z.: step-p-en
steppen (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. steppen (V.) (2), Stepptanz tanzen; ne. step (V.), tap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Step, Stapf; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. step; E.: s. ne. step, V., steppen (V.) (2); ne. step, N., Step, Schritt, Tritt; ae. stėpe, stæpe, st. M. (i), Schritt, Tritt, Gang (M.) (1), Stufe, Fußgestell, Grad; germ. *stapi-, *stapiz, st. M. (i), Stufe, Schritt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. steppen 1, fehlt DW, EWD s. u. Step, Duden s. u. steppen; Son.: vgl. nschw. steppa, V., steppen (V.) (2); nnorw. steppe, V., steppen (V.) (2); poln. stepowač, V., steppen (V.) (2); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschlossenen Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Steppeisen beschlagenen Spitzen und Absätzen der Schuhe in schnellem stark akzentuiertem Bewegungswechsel auf den Boden setzend tanzen; F.: steppen (!), steppe (!), steppst, steppt, steppest, steppet, steppte, stepptest, steppten, stepptet, gesteppt, ##gesteppt, gesteppte, gestepptes, gestepptem, gesteppten, gesteppter##, steppend, ###steppend, steppende, steppendes, steppendem, steppenden, steppender###, stepp (!)+FW; Z.: step-p-en
Steppke, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Steppke, Knirps, kleiner Knabe oder Bube; ne. nipper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; E.: Herkunft ungeklärt, eine Verkleinerungsform von Stopfen (s. d.); vielleicht auch von dem PN Stephan?; L.: Kluge s. u. Steppke, DW 18, 2387, EWD s. u. Steppke, Duden s. u. Steppke; GB.: seit um 1900 belegte und vielleicht mit Stop(fen) oder Step(han verbindbare Bezeichnung für einen Knirps oder kleinen Knaben oder Buben; BM.: Stöpsel bzw. PN?; F.: Steppke, Steppkes+EW; Z.: Stepp-ke
Ster (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ster (M.) (2), Raummeter, Kubikmeter; ne. stere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. stère; E.: s. frz. stère, F., Ster (M.) (2); gr. στερεός (stereós), στερρός (sterrós), Adj., starr, hart, fest; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ster 2, DW 18, 2391, Duden s. u. Ster, Bluhme s. u. Ster; Son.: s. mhd. ster (2), star, st. N., Ster (M.) (2), Maß, Getreidemaß; vgl. nndl. stère, Sb., Ster (M.) (2); frz. stère, M., Ster (M.) (2); kymr. stêr, M., Ster (M.) (2); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Raummaß von einem Raummeter oder Kubikmeter; BM.: starr; F.: Ster, Sters, Stere, Steren+FW; Z.: Ster
sterben, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. sterben, das Leben verlieren, aufhören zu leben, tot werden; ne. die; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. sterben, sw. V., sterben, töten; mnd. sterven (1), starven, st. V., sterben, Tod erleiden, verloren gehen, absterben, entsagen, aufgeben; mnl. sterven, st. V., sterben; ahd. sterban, st. V. (3b), sterben; as. stervan, st. V (3b), sterben; anfrk. -; wgerm. *sterban, st. V., steif werden, sterben; idg. *sterbʰ-, *strebʰ-, Adj., Sb., V., starr, steif, straff, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1025; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sterben, Kluge s. u. sterben, EWD s. u. sterben, DW 18, 2416, Falk/Torp 487, Seebold 472, Duden s. u. sterben, Bluhme s. u. sterben; Son.: vgl. afries. sterva, st. V. (3b), sterben; saterl. stjerwa, V., sterben; ae. steorfan, st. V. (3b), sterben; an. -; got. -; nndl. sterven, V., sterben; ne. starve, V., verhungern; lat. torpēre, V., steif sein (V.), betäubt sein (V.); mir. ussarb, usarb, Sb., Tod; lit. tir̃pti, V., erstarren, gefühllos werden; russ. stérbnut, V., hart werden, erstarren, absterben; GB.: seit um 830 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens grundsätzlich notwendiges das Leben verlieren oder aufhören zu leben oder tot werden; BM.: starr; F.: sterben, sterbe, stirbst, stirbt, sterbest, sterbet, starb, starbst, starben, starbt, stürbe (!), stürbest, stürbst, stürben, stürbet, stürbt, gestorben, ##gestorben, gestorbene, gestorbenes, gestorbenem, gestorbenen, gestorbener##, sterbend, ###sterbend, sterbende, sterbendes, sterbendem, sterbenden, sterbender###, stirb (!)+EW; Z.: ster-b-en
$sterbenskrank, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sterbenskrank; E.: s. sterben, s. s, s. krank; L.: DW 18, 2435, EWD s. u. sterben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sterben und s sowie krank gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches sehr krank oder zu dem Sterben krank oder todkrank; F.: sterbenskrank, sterbenskranke, sterbenskrankes, sterbenskrankem, sterbenskranken, sterbenskranker+EW; Z.: ster-b-en—kra-nk
$Sterbenswörtchen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sterbenswörtchen; E.: s. sterben, s. s, s. Wörtchen; L.: Kluge s. u. Sterbenswörtchen, DW 18, 2438, EWD s. u. sterben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus sterben und s sowie Wörtchen gebildete Bezeichnung für das (kleinste dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche und) vor dem Tode noch verbleibende Wort; F.: Sterbenswörtchen, Sterbenswörtchens+EW; Z.: Ster-b-en-s—wör-t-chen
$sterblich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. sterblich, sterben könnend, sterben betreffend; Vw.: s. un-; E.: s. sterb(en), lich; L.: Kluge s. u. sterben, DW 18, 2448, EWD s. u. sterben; GB.: (sterbelich) seit 1150-1170 belegte und aus sterb(e)(n) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches sterben könnend oder sterben betreffend; F.: sterblich, sterbliche, sterbliches, sterblichem, sterblichen, sterblicher+EW; Z.: ster-b—lich
$Sterblichkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Sterblichkeit, Möglichkeit des Sterbens; Vw.: s. Un-; E.: s. sterblich, s. heit, s. keit; L.: DW 18, 2448; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus sterblich und keit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Lebens bestehende Möglichkeit des Sterbens; F.: Sterblichkeit+EW; Z.: Ster-b—lich—kei-t
stereo…, nhd., Partikel, (19. Jh.?): nhd. stereo..., Raum betreffend; ne. stereo…; Vw.: s. -typ; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. stereo(phonic); E.: s. ne. stereo(phonic), Adj., stereophon; gr. στερεόν (stereón), N., Raum, Figur; vgl. gr. στερεός (stereós), στερρός (sterrós), Adj., starr, hart, fest; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stereo-, EWD s. u. stereo-, Duden s. u. stereo-; Son.: vgl. nndl. stereo…, Präf., stereo…; frz. stéréo…, Präf., stereo…; nschw. stereo…, Präf., stereo…; nnorw. stereo…, Präf., stereo…; poln. stereo…, Präf., stereo…; kymr. stereo…, Präf., stereo…; nir. steiréa…, Präf., stereo…; lit. stereo…, Präf., stereo…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für einen ganzen) Raum betreffend verwendete Bezeichnung; BM.: Raum bzw. starr; F.: stereo…+FW; Z.: ster-eo-
$stereotyp, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stereotyp, feststehend und sich ständig wiederholend; Q.: 1820-1830; E.: s. frz. stéréotype, Adj., mittels feststehender Lettern gedruckt; L.: DW 18, 2455, EWD s. u. stereotyp; GB.: aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus den Griechischen (stereós und týpos) gebildete Bezeichnung für feststehend und sich ständig wiederholend; F.: stereotyp, stereotype, stereotypes, stereotypem, stereotypen, stereotype+FW; Z.: ster-eo—ty-p
Stereotyp, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stereotyp, festes und klischeehaftes Bild; ne. steretoype (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στερεός (stereós), στερρός (sterrós), Adj., starr, hart, fest; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. τύπος (týpos), M., Schlag, Stoß, Bild, Darstellung, Abbildung, Modell; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stereotyp, DW 18, 2455, EWD s. u. stereotyp, stereotyp Duden s. u. Stereotyp; Son.: vgl. nndl. stereotype, Sb., Stereotyp; frz. stéréotype, M., Stereotyp; nschw. stereotyp, Sb., Stereotyp; nnorw. stereotyp, M., Stereotyp; poln. stereotyp, M., Stereotyp; kymr. stereoteip, M., Stereotyp; nir. steiréaphláta, M., Stereotyp; lit. stereotipas, M., Stereotyp; GB.: seit 19. Jh. belegte und über stereotyp gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein festes und klischeehaftes Bild (von etwas); F.: Stereotyp, Stereotyps, Stereotype, Stereotypen+FW; Z.: Ster-eo—ty-p
steril, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. steril, unfruchtbar, keimfrei; ne. sterile; Vw.: -; Hw.: s. sterilisieren, Sterilität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. stérile; E.: s. frz. stérile, Adj., steril, unfruchtbar; lat. sterilis, Adj., unfruchtbar, leer, erfolglos, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ster- (6), Adj., unfruchtbar, Pokorny 1031 (1769/241) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. steril, DW 18, 2455, EWD s. u. steril, Duden s. u. steril; Son.: vgl. nndl. steriel, Adj., steril; nschw. steril, Adj., steril; nnorw. steril, Adj., steril; poln. sterylny, Adj., steril; kymr. sterilaidd, Adj., steril; nir. steiriúil, Adj., steril; lit. sterilus, Adj., steril; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für unfruchtbar oder keimfrei; BM.: unfruchtbar; F.: steril, sterile, steriles, sterilem, sterilen, steriler(, sterilere, sterileres, sterilerem, sterileren, sterilerer, sterilst, sterilste, sterilstes, sterilstem, sterilsten, sterilster)+FW(+EW?); Z.: ster-il
sterilisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. sterilisieren, keimfrei machen, unfruchtbar machen; ne. neuter, sterilize; Vw.: -; Hw.: s. steril, Sterilität; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. stériliser; E.: s. frz. stériliser, V., sterilisieren; vgl. frz. stérile, Adj., steril, unfruchtbar; lat. sterilis, Adj., unfruchtbar, leer, erfolglos, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ster- (6), Adj., unfruchtbar, Pokorny 1031 (1769/241) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. steril, fehlt DW, EWD s. u. steril; Son.: vgl. nndl. sterilisieren, V., sterilisieren; nschw. sterilisera, V., sterilisieren; nnorw. sterilisere, V., sterilisieren; poln. sterylizowač, V., sterilisieren; kymr. sterileiddio, V., sterilisieren; nir. steirilím, V., sterilisieren; lit. sterilizuoti, V., sterilisieren; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für keimfrei machen oder unfruchtbar machen; BM.: unfruchtbar; F.: sterilisieren, sterilisiere, sterilisierst, sterilisiert, sterilisierest, sterilisieret, sterilisierte, sterilisiertest, sterilisierten, sterilisiertet, ##sterilisiert, sterilisierte, sterilisiertes, sterilisiertem, sterilisierten, sterilisierter##, sterilisierend, ###sterilisierend, sterilisierende, sterilisierendes, sterilisierendem, sterilisierenden, sterilisierender###, sterilisier (!)+FW(+EW?); Z.: ster-il-is-ier-en
Sterilität, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Sterilität, Unfruchtbarkeit, Keimfreiheit; ne. sterility; Vw.: -; Hw.: s. steril, sterilsieren; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. sterilitās; E.: s. lat. sterilitās, F., Unfruchtbarkeit, Zeugungsunfähigkeit, Dürftigkeit, Hungersnot, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. sterilis, Adj., unfruchtbar, leer, erfolglos; idg. *ster- (6), Adj., unfruchtbar, Pokorny 1031 (1769/241) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. steril, DW 18, 2456, Duden s. u. Sterilität; Son.: vgl. frz. stérilité, F., Sterilität; nschw. sterilitet, Sb., Sterilität; nnorw. sterilitet, M., Sterilität; poln. sterylność, F., Sterilität; kymr. sterileiddiwch, M., Sterilität; nir. steiriliú, M., Sterilität; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich in der Natur nur teilweise mögliche und von dem modernen Menschen vielfach bewusst angestrebte Unfruchtbarkeit oder für Keimfreiheit; BM.: unfruchtbar; F.: Sterilität+FW; Z.: Ster-il-it-ät
Sterke, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Sterke, junge Kuh; ne. heifer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. stīrke, stirke, sw. F., Mutterkalb; aus dem mnd. sterke, starke, F., Kuh die noch nicht gekalbt hat; vgl. germ. *steran, Adj., unfruchtbar; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stärke, Kluge s. u. Sterke, DW 18, 2456, Duden s. u. Sterke, Bluhme s. u. Sterke; Son.: vgl. ae. stierc-, st. N. (a), Kalb, Sterke?; nisl. stirtla, Sb., unfruchtbare Kuh; ai. stari-, F., Kuh die keine Milch hat und nicht trächtig ist; lat. sterilis, Adj., unfruchtbar, leer, erfolglos; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche noch nicht gekalbt habende junge Kuh; BM.: starr; F.: Sterke, Sterken+EW; Z.: Ster-k-e
Sterling, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sterling, englische Münze; ne. sterling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. sterlinc, stærlinc, st. M., Sterling als Münze; mnd. sterlinc, stērlinc, starlinc, starling, M., Sterling, englischer oder nach englischem Vorbild geprägter Silberpfennig; mlat. sterlinges, esterlingus, M., Münze; letztlich von gr. στατήρ (statḗr), M., Stater (Münze); vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sterling, DW 18, 2458, Duden s. u. Sterling; GB.: seit 1170-1190 belegte und mit dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Währungseinheit in Großbritannien; BM.: stehen; F.: Sterling, Sterlings, Sterlinge, Sterlingen+FW(+EW?); Z.: Ste-r-ling
Stern (1), nhd., M.: nhd. Stern (M.) (1), ein Himmelskörper; ne. star (N.) (1); Vw.: s. Davids-; Hw.: s. Gestirn, Star (3); Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stern, steren, st. M., Stern (M.) (1); mhd. sterne, sterre, sw. M., Stern (M.) (1); mhd. sterre (2), sw. M., st. M., Stern (M.) (1); mnd. stērn (2), stern, M., F., Stern (1), Gestirn, Stirnfleck, Blesse; mnd. stērne (2), sterne, M., F., Stern (1), Gestirn, Stirnfleck, Blesse; mnd. sterre, M., Stern; mnl. sterne, steerne, M., Stern; ahd. stern, st. M. (a), Stern (M.) (1), Sternchen; ahd. sterno, sterro, sw. M. (n), Stern (M.) (1), Gestirn; ahd. sterro, sw. M. (n), Stern (M.) (1), Gestirn; as. sterro, sw. M. (n), Stern (M.) (1); anfrk. -; germ. *sternō-, *sternōn, *sterna-, *sternan, sw. M. (n), Stern (M.) (1); s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stern, Kluge s. u. Stern 1, DW 18, 2459, EWD s. u. Stern, Falk/Torp 485, Duden s. u. Stern, Bluhme s. u. Stern; Son.: vgl. afries. stēra (1), sw. M. (n), Stern (M.) (1); nnordfries. steer; ae. steorra, sw. M. (n), Stern (M.) (1); an. -; got. staírnō, sw. F. (n), Stern (M.) (1); krimgot. stern, F., Stern; nndl. ster, Sb., Stern; nschw. stjärna, Sb., Stern (M.) (1); nnorw. stjerne, M., F., Stern (M.) (1); ai. stár-, Sb., Stern (M.) (1); av. star-, Sb., Stern (M.) (1); gr. ἀστήρ (ástḗr), F., Stern (M.) (1), Gestirn, Meteor; lat. stēlla, F., Stern (M.) (1), Planet; kymr. seren, F., Stern (M.) (1); mir. ser, Sb., Stern; toch. B. ścirye, Sb., Stern (M.) (1); heth. hašter-, Sb., Stern; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen zumindest für den Menschen als silberig weißer funkelnder Punkt besonders an dem nächtlichen Himmel sichtbaren Himmelskörper; BM.: mit, breiten bzw. streuen; F.: Stern, Sterns, Sternes, Sterne, Sternen+EW; Z.: Ster-n
Stern (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stern (M.) (2), Schiffsheck; ne. stern, back (N.) of a ship; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. stern; E.: s. ne. stern, N., Heck; an. stjōrn, st. F. (i?), Steuer (N.), Herrschaft, Haushalt; vgl. germ. *steurjan, sw. V., steuern, festsetzen; s. idg. *steu-, *steu̯ə-, Adj., fest, dick, breit, Pokorny 1009?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stern 2, DW 18, 2459, Duden s. u. Stern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Altnordischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hintersten Teil eines Schiffes (Heck); BM.: stehen; F.: Stern, Sterns, Sternes, Sterne, Sternen+FW; Z.: Ste-r-n
$Sternbild, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Sternbild; L.: DW 28, 2482, EWD s. u. Stern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stern und Bild gebildete Bezeichnung für einen in der freiäugigen Sicht des Menschen als aus mehreren Sternen zusammengesetzter Himmelskörper erscheinendes oder angesehenes Gebilde wie beispielsweise Steinbock oder Wassermann oder Fische oder Widder oder Stier oder Zwillinge oder Krebs oder Löwe oder Jungfrau oder Waage oder Skorpion oder Schütze oder Großer Bär (Großer Wagen) oder Kleiner Bär oder Kassiopeia oder Orion (Jäger) oder Großer Hund oder Zentaur oder Kreuz des Südens oder Schiffskiel oder Drache; F.: Sternbild, Sternbildes, Sternbilds, Sternbilder, Sternbildern+EW; Z.: Ste-r-n-.bild
Sternschnuppe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sternschnuppe, Meteor; ne. falling star, meteor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. Stern (1), Schnuppe; L.: Kluge s. u. Sternschnuppe, DW 18, 2517, EWD s. u. Schnuppe, Duden s. u. Sternschnuppe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stern und Schnuppe gebildete Bezeichnung für eine durch in die Erdatmosphäre eindringende und bei dabei verglühende kleine feste kosmische Körper hervorgerufene Leuchterscheinung; BM.: breiten bzw. streuen, fließen bzw. Feuchtigkeit; F.: Sternschnuppe, Sternschnuppen+EW; Z.: Ster-n—schnu-p-p-e
$Sternstunde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sternstunde, Glücksstunde, durch einen besonderen Glücksfall gekennzeichneter Augenblick, Schicksalsstunde; L.: DW 18, 2523, EWD s. u. Stern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stern und Stunde gebildete Bezeichnung für eine aus Sicht des Menschen mögliche über Glück und Unglück entscheidende Stunde (Schicksalsstunde); F.: Sternstunden, Sternstunden+EW; Z.: Ster-n—stund-e
Sternum, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Sternum, Brustbein; ne. sternum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. gr. στέρνον (stérnon); E.: s. gr. στέρνον (stérnon), N., Brust, Herz, Gemüt; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sternum; Son.: vgl. frz. sternum, M., Sternum; kymr. sternwm, M., Sternum; nir. steirneam, M., Sternum; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen länglichen flachen Knochen in der vorderen Mitte des Brustkorbs des Menschen und mancher Wirbeltiere an dem (die oberen sieben) Rippen angewachsen sind; F.: Sternum, Sternums, Sterna+FW; Z.: Ster-n-um
$Sternwarte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Sternwarte; E.: s. Stern, s. Warte; L.: Kluge s. u. Sternwarte, DW 18, 2525, EWD s. u. Stern; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und vielleicht nach mlat. observatorium gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie meist mit Fernrohren ausgestattete Beobachtungsstelle für Himmel und Sterne; F.: Sternwarte, Sternwarten+EW; Z.: Ster-n-war-t-e
Steroid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Steroid, eine organische Verbindung; ne. steroid (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στερεός (stereós), στερρός (sterrós), Adj., starr, hart, fest; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Steroid; Son.: vgl. nndl. steroïde, Sb., Steroid; frz. stéroïde, M., Steroid; nschw. steroid, Sb., Steroid; nnorw. steroid, N., Steroid; poln. steroid, steryd, M., Steroid; kymr. steroid, M., Steroid; nir. stéaróideach, Sb., Steroid; lit. steroidas, M., Steroid; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für die biologischen Funktionen wichtige organische Verbindung mit vier Kohlenstoffringen wie beispielsweise Cholesterin; BM.: stark, Gestalt; F.: Steroid, Steroids, Steroides, Steroide, Steroiden+FW; Z.: Ster-oi-d
Sterz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sterz (M.) (2), Schwanz, Handhabe (Handgriff) des Pfluges; ne. tail (N.), stem (N.), ploughtail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. sterz, st. M., Schweif, Stängel, Stiel, Pflugsterz; mnd. stērt, stert, start, M., Sterz, Schwanz, Zipfel, Zacken (M.), Siegelband, Balken, langer Baum; mnl. stert, Sb., Sterz (M.) (2); ahd. sterz, st. M. (a?, i?), Sterz (M.) (2), Schwanz, Strunk, Pflugsterz; as. -; anfrk. -; germ. *sterta-, *stertaz, st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sterz, Kluge s. u. Sterz, DW 18, 2530, EWD s. u. Sterz, Falk/Torp 487, Duden s. u. Sterz, Bluhme s. u. Sterz; Son.: vgl. afries. stert, st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz; nnordfries. stert; ae. steort, st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz, Pflugsterz, Vorgebirge; an. stertr (1), st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz; got. -; nndl. staart, Sb., Schwanz; nschw. stjärt, Sb., Schwanz; nisl. stertur, M., Schwanz; GB.: (sterz) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Schwanz eines Tieres wie eines großen Säugetiers oder eines Fisches oder eines Vogels oder für die Handhabe (Handgriff) eines Pfluges; BM.: starr; F.: Sterz, Sterzes, Sterze, Sterzen+EW; Z.: Ster-z
stet, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. stet, beständig, fest, gleichbleibend; ne. constant; Vw.: -; Hw.: s. stätig, stad; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. stæte (1), stāte, stēte, Adj., stet, fest, beständig, treu, anhaltend, standhaft, zuverlässig, dauerhaft, unvergänglich, sicher, verbindlich, rechtsgültig, gültig; mnd. stēde (3), steede, steide, stāde, stade, Adj., stet, fest, beständig, treu, rechtsverbindlich, anerkannt, gültig, wertbeständig, zuverlässig, unbeirrbar; mnl. stede, Adj., fest, unzerbrechlich; ahd. stāti*, Adj., stet, beständig, fest, unbeweglich; as. -; anfrk. *stēdi?, Adj., stet, beständig, fest; germ. *stēdja-, *stēdjaz, *stǣdja-, *stǣdjaz, Adj., stet, fest, beständig; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stet, Kluge s. u. stet, DW 18, 2545, EWD s. u. stet, Falk/Torp 478, Seebold 461, Heidermanns 548, Duden s. u. stet, Bluhme s. u. stetig; Son.: vgl. afries. stēde (1), Adj., stet, stetig, fest, unveränderlich; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beständig oder fest oder verhältnismäßig lange Zeit gleichbleibend; BM.: stehen; F.: stet, stete, stetes, stetem, steten, steter(, stetere, steteres, steterem, steteren, steterer, stetest, steteste, stetestes, stetestem, stetesten, stetester)+EW; Z.: ste-t
Stethoskop, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Stethoskop, Hörrohr; ne. stethoscope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στῆθος (stēthos), N., Brust, Sitz der geistigen Fähigkeiten; weitere Herkunft unklar; gr. σκοπός (skopós), M., Ziel, Zweck, Späher, Beobachter; vgl. gr. σκέπτεσθαι (sképtesthai), V., ausspähen, betrachten, beobachten, schauen; vgl. idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Stethoskop, fehlt DW, Duden s. u. Stethoskop; Son.: vgl. nndl. stethoscooop, Sb., Stethoskop; frz. stéthoscope, M., Stethoskop; nschw. stetoskop, N., Stethoskop; nnorw. stetoskop, N., Stethoskop; poln. stetoskop, M., Stethoskop; kymr. stethosgop, M., Stethoskop; nir. steiteascóp, Sb., Stethoskop; lit. stetoskopas, M., Stethoskop; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Hörrohr oder für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät (Hörrohr) zu einem Abhören akustischer Phänomene eines anderen Körpers (Menschen); BM.: Brust, spähen; F.: Stethoskop, Stethoskops, Stethoskopes, Stethoskope, Stethoskopen+FW; Z.: Steth-o-skop
$stetig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. stetig, beständig; L.: Kluge 1. A. s. u. stetig, Kluge s. u. stet, DW 18, 2564; EWD s. u. stet, Bluhme s. u. stetig; GB.: (stetīg*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus stet und ig gebildete und für das Germanische teilweise erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für beständig; F.: stetig, stetige, stetiges, stetigem, stetigen, stetiger+EW; Z.: ste-t-ig
$Stetigkeit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Stetigkeit, Beständigkeit; E.: s. stetig, s. heit, s. keit; L.: DW 18, 2564, EWD s. u. stet; GB.: (stæticheit*) seit 1060-1065 belegte und aus stetig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Beständigkeit; F.: Stetigkeit, Stetigkeiten+EW; Z.: Ste-t-ig—kei-t
$stets, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. stets, immer; E.: s. stet, s. s (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. stet, DW 18, 2580, EWD s. u. stet; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus stet und s (Suff.) belegte Bezeichnung für immer; F.: stets+EW; Z.: ste-t-s
Steuer (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Steuer (F.), Unterstützung, Abgabe; ne. tax (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stiure (2), stūre, stiur, stiuwer, st. F., Steuer (F.), Stütze, Spende, Gebühr, Stipendium, Anstoß, Antrieb, Halt, Unterstützung, Hilfe, Beistand; mnd. stǖre (2), stūre, F., M., Steuer (F.), Beitrag, Gabe, Geschenk, Spende, Abwehr; mnd. stǖr (2), stuyr, stūr, F., M., Steuer (F.), Beitrag, Gabe, Geschenk, Spende, Abwehr; mnl. sture, F., Hilfe, Stütze; ahd. stiura (2), st. F. (ō), Stütze, Lenkung, Hilfe; ahd. stiurī* (2), st. F. (ī), Steuerung, Leitung, Lenkung; as. *stiuria?, st. F. (ō), Steuer (F.), Leistung, Hilfe; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Steuer (F.), Kluge s. u. Steuer 1, DW 18, 2585, EWD s. u. Steuer (F.), Duden s. u. Steuer, Bluhme s. u. Steuer 1; GB.: seit um 765 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums mögliche vielfach regelmäßig zu leistende Geldabgabe; BM.: ?; F.: Steuer, Steuern+EW; Z.: Steu-er
Steuer (2), nhd., N., (13. Jh.): nhd. Steuer (N.), Steuerruder, eine Lenkvorrichtung; ne. rudder (N.), steering wheel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. stiur (1), stūr, st. N., Steuer (N.), Steuerruder; mhd. stiuwere*, stiuwer, st. F., Stütze, Steuerruder, Schiffshinterteil, Anstoß, Antrieb, Unterstützung, Hilfe, Gabe, Beitrag; mnd. stǖre (1), sture, schǖre, N., F., Steuer (N.), Steuerruder, Festigkeit, Zucht, Widerstand, Hinderung; mnd. stǖr (1), stur, N., F., Steuer (N.), Steuerruder, Festigkeit, Zucht, Widerstand, Hinderung; mnl. stuur, M., Steuer; mhd. stiuren, sw. V., steuern, sich bezähmen, sich beherrschen, sich stützen auf, Ende machen; mnd. stǖren (1), sturen, sw. V., steuern, lenken, leiten, richten, schicken, senden; ahd. stiuren*, sw. V. (1a), lenken, leiten, steuern; germ. *steurjan, sw. V., steuern, festsetzen; s. idg. *steu-, *steu̯ə-, Adj., fest, dick, breit, Pokorny 1009?; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Steuer (M.), Kluge s. u. Steuer 2, DW 18, 2603, EWD s. u. Steuer (N.), Duden s. u. Steuer; Son.: vgl. nndl. stuur, Sb., Steuer (N.); nnorw. styre, N., Steuer (N.); GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Lenkvorrichtung bei Fahrzeugen; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Steuer, Steuers, Steuern+EW; Z.: Steu-er
$Steuerbord, nhd., N., M., (17. Jh.): nhd. Steuerbord, rechte Seite (eines Schiffes oder auch eines Flugzeugs); Hw.: s. Backbord; E.: s. Steuer (N.), s. Bord; L.: Kluge s. u. Steuerbord, DW 18, 2613, EWD s. u. Steuer N.; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Steuer (N.) und Bord gebildete Bezeichnung für die von dem Heck Richtung Bug aus gesehen rechte Seite eines von Menschen seit dem Altertum entwickelten Wasserfahrzeugs oder später auch Luftfahrzeugs in Gegensatz zu Backbord; F.: Steuerbord, Steuerbordes, Steuerbords, Steuerborde, Steuerborden+EW; Z.: Steu-er—bor-d
$steuern (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. steuern, stützen, Steuer (F.) leisten; Vw.: s. aus-, bei-, be-, ver-; L.: Kluge s. u. Steuer 1, DW 18, 2639, EWD s. u. Steuer F.; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Steuer (F.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Steuer (F.) leisten; F.: steuern (!), steuere, steuer (!), steuerst, steuert, steuerte, steuertest, steuerten, steuertet, gesteuert, ##gesteuert, gesteuerte, gesteuertes, gesteuertem, gesteuerten, gesteuerter##, steuernd, ###steuernd, steuerndes, steuerndem, steuernden, steuernder###, steuer (!)+EW; Z.: steu-er-n
$steuern (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. steuern, lenken; L.: Kluge 1. A. s. u. Steuer (N.), Kluge s. u. Steuer 2, DW 18, 2639; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Steuer (N.) und (e)n) (Suff.) gebildete Bezeichnung für (durch ein Steuer beispielsweise ein Fahrzeug) lenken; F.: steuern (!), steuere, steuer (!), steuerst, steuert, steuerte, steuertest, steuerten, steuertet, gesteuert, ##gesteuert, gesteuerte, gesteuertes, gesteuertem, gesteuerten, gesteuerter##, steuernd, ###steuernd, steuerndes, steuerndem, steuernden, steuernder###, steuer (!)+EW; Z.: steu-er-n
Steven, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Steven, Schiffsvorderteil; ne. stem (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stamm, Stab; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. stēven (1), F., Steven, Vorderbalken, Schnabel des Schiffes; mhd. stebene, st. F., Schiffsvorderteil, Steven; mndl. stevene, Sb., Steven; an. stafn, st. M. (a), Steven, Raum im Vordersteven; germ. *stabna-, *stabnaz, st. M. (a), Stab, Steven; germ. *stamna-, *stamnaz, st. M. (a), Stamm; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Steven, DW 18, 2669, EWD s. u. Steven, Duden s. u. Steven; Son.: vgl. nndl. steven, Sb., Steven; nschw. stäv, Sb., Steven; nnorw. stevn, M., Steven; poln. stewa, F., Steven; GB.: seit 17. Jh. mnd. und mnl. belegte und mit dem Altnordischen verbindbare sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Schiffen mögliches Schiffsvorderteil oder die Verlängerung des Kieles eines Schiffes nach oben in Gegensatz zu dem Heck; BM.: stützen bzw. stehen; F.: Steven, Stevens+EW; Z.: Ste-v-en
Steward, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Steward, Passagierbetreuer; ne. steward; Vw.: -; Hw.: s. Wart; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. steward; E.: s. ne. steward, M., Steward; ae. stigweard, M., Hauswart; vgl. ae. stig, N., Stall, Hürde, Halle; germ. *stijō-, *stijōn, sw. F. (n), Gedränge, Pferch, Stall; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); ae. weard, st. M., Wart, Wärter, Wächter, Hüter, Schützer, Herr; germ. *warda-, *wardaz, st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter; germ. *wardu-, *warduz, st. M. (u), Wart, Wärter, Wächter; s. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.)?; L.: Kluge s. u. Steward, fehlt DW, EWD s. u. Steward, Duden s. u. Steward; Son.: vgl. nndl. steward, Sb., Steward; frz. steward, M., Steward; nschw. steward, Sb., Steward; nnorw. steward, M., Steward; poln. steward, M., Steward; kymr. stiward, M., Steward; nir. siobhard, M., Steward; lit. stiuardas, M., Steward; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Betreuer von Passagieren (Passagierbetreuer) auf Reisen in Schiffen und Flugzeugen; BM.: Halle, Wart; F.: Steward, Stewards+FW; Z.: Ste-war-d
$Stewardess, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stewardess; Hw.: s. Steward; E.: s. steward, s. ess; L.: Kluge s. u. Steward, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Steward und ess (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Passagierbetreuerin in Flugzeugen; F.: Stewardess, Stewardessen+FW; Z.: Ste-war-d-es-s
stibitzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stibitzen, stehlen, wegnehmen, entwenden; ne. pilfer, swipe (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl aus der Studentensprache; L.: Kluge s. u. stibitzen, EWD s. u. stibitzen, DW 18, 2671, Duden s. u. stibitzen, Bluhme s. u. stibitzen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie wohl aus der Studentensprache kommende Bezeichnung für stehlen oder wegnehmen oder auf listige Weise entwenden; F.: stibitzen, stibitze, stibitzst (!), stibitzt, stibitzest, stibitzet, stibitzte, stibitztest, stibitzten, stibitztet, ##stibitzt, stibitzte, stibitztes, stibitztem, stibitzten, stibitzter##, stibitzend, ###stibitzend, stibitzende, stibitzendes, stibitzendem, stibitzenden, stibitzender###, stibitz (!)+EW; Z.: sti-bi-tz-en
Stich, nhd., M., (9./10. Jh.): nhd. Stich, Eindringen, Einbohren; ne. stabbing (N.), sting (N.); Vw.: -; Hw.: s. stechen, Stichel, Steck; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. stich, stic, st. M., Stich, Speerstoß, Zusammenprall der Lanzen, Hieb, Stoß, Knoten (M.), Punkt, Augenblick, abschüssige Stelle, steile Anhöhe; mnd. sticke (2), stick, M., Stich, Einstich, Seitenstechen; mnd. stēke, stēk, steeke, stecke, stik*, st. M., Stich, Stich einer Waffe, Stich eines Insekts, Bienenstich, Verletzung durch einen Stich, Stichwunde, Turnier; mnl. stēke, M., Stich; ahd. stih, st. M. (i), Stich, Stoß; as. stiki*, st. M. (i), Stich; anfrk. -; germ. *stiki-, *stikiz, st. M. (i), Stich; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stich, Kluge s. u. Stich, DW 18, 2673, EWD s. u. Stich, Falk/Torp 491, Seebold 468, Duden s. u. Stich, Bluhme s. u. Stich; Son.: vgl. afries. steke, stek (2), st. M. (i), Stich; ae. stice, st. M. (i), Stich; an. -; got. stiks, st. M. (i), Stich, Punkt; nndl. steek, Sb., Stich; nschw. stick, N., Stich; nnorw. sting, N., Stich; GB.: (stih) 9./10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein Eindringen oder Einbohren mit einem spitzen Gegenstand; BM.: stechen bzw. spitz; F.: Stich, Stiches, Stichs, Stiche, Stichen+EW; Z.: Sti-ch
Stichel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stichel, Stecher, Stichling, spitzes Instrument oder Werkzeug verschiedener Art; ne. chisel (N.), prickle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stich, stechen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stichel, st. M., Stachel; mnd. stickel?, M., „Stickel”, Stichel, Stachel; mnl. stekele, M., stachlige Pflanze; ahd. stihhil, stichil*, st. M. (a), „Stecher“, Stichel, Stechgerät, Stachel, Pflock, Pfahl; ahd. stikkil*, stickil*, st. M. (a), Stickel, Brecheisen, Pflock; as. -; anfrk. -; germ. *stikla-, *stiklaz, *stikila-, *stikilaz, st. M. (a), Stachel, Spitze, Trinkhorn, Becher; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stechen, Kluge s. u. Stichel, DW 18, 2705, EWD s. u. Stichel, Falk/Torp 491, Seebold 468, Duden s. u. Stichel; Son.: vgl. afries. -; ae. sticel, sticels, st. M. (a), Stachel, Dorn, Stichel; an. stikill, st. M. (a), Spitze eines Trinkhorns; got. *stikils?, st. M. (a), Stachel; got. stikls, st. M. (a), Becher, Kelch; nndl. stekel, Sb., Stachel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Werkzeug zu einem Gravieren und Ziselieren; BM.: stechen bzw. spitz; F.: Stichel, Stichels, Sticheln+EW; Z.: Sti-ch-el
$Stichelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stichelei, Sticheln (N.), Spöttelei; E.: s. stichel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 18, 2706, EWD s. u. sticheln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus stichel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Sticheln oder für mit Worten einem anderen leichte Stiche versetzen; F.: Stichelei, Sticheleien+EW; Z.: Sti-ch-el-ei
$sticheln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sticheln, mit leichten Stichen versehen (V.); E.: s. Stichel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Stichel, DW 18, 2709, EWD s. u. sticheln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stichel und (e)n gebildete Bezeichnung für mit leichten Stichen versehen (V.); F.: sticheln, stich(e)l, stichle, stichele, stichelst, stichelt, stichelte, sticheltest, stichelten, sticheltet, gestichelt, ##gestichelt, gestichelte, gesticheltes, gesticheltem, gestichelten, gestichelter##, stichelnd, ###stichelnd, stichelnde, stichelndes, stichelndem, stichelnden, stichelnder###, stichel (!)+EW; Z.: sti-ch-el-n
$stichhaltig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. stichhaltig, einen Stich aushaltend; Q.: um 1800; L.: DW 18, 2716, EWD s. u. Stich; GB.: seit um 1800 belegte und aus Stich und haltig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einen Stich aushaltend oder fest oder gründlich; F.: stichhaltig, stichhaltige, stichhaltiges, stichhaltigem, stichhaltigen, stichhaltiger(, stichhaltigere, stichhaltigeres, stichhaltigerem, stichhaltigeren, stichhaltigerer, stichhaltigst, stichhaltigste, stichhaltigstes, stichhaltigstem, stichhaltigsten, stichhaltigster)+EW; Z.: sti-ch—hal-t-ig
$stichig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. stichig, einen Stich habend; Vw.: s. wurm-; Q.: 1466 (Vokabular); E.: s. Stich, s. ig; L.: DW 18, 2718; GB.: seit 1466 belegte und aus Stich und ig gebildete Bezeichnung für einen Stich habend; F.: stichig, stichige, stichiges, stichigem, stichigen, stichiger+EW; Z.: sti-ch-ig
$Stichling, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stichling; E.: s. Stich, s. ling; L.: Kluge s. u. Stichling, DW 18, 2720, EWD s. u. Stichel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Stich und ling gebildete Bezeichnung für einen Kämpfer und einen kleinen Fisch sowie weitere Tiere; F.: Stichling, Stichlings, Stichlinges, Stichlinge, Stichlingen+EW; Z.: Sti-ch-ling
...stichon, nhd., Sb.., (16. Jh.?): nhd. ...stichon, ...sticho, Reihe, Linie, Zeile; ne. ...stich; Vw.: s. Di-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στίχος (stíchos), F., Reihe, Linie; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1092; Son.: vgl. nndl. ...stichon, Suff., ...stichon; frz. ...stique, Suff., ...stichon; poln. ...stych, Suff., ...stichon; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von die Sprache betreffenden Substantiven für Reihe oder Linie oder Zeile betreffende Bezeichnung; BM.: schreiten; F.: ...stichon, ...stichons, ...stichen+FW; Z.: -stich-on
$Stichprobe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Stichprobe; E.: s. Stich, s. Probe; L.: Kluge s. u. Stichprobe, DW 18, 2725, EWD s. u. Stich; GB.: vielleicht seit 1583 belegte und aus Stich und Probe gebildete Bezeichnung für eine mittels eines Stiches beispielsweise in eine Schmelzmasse entnommene Probe oder Teilmenge von der aus auf Eigenschaften der Gesamtmenge Schlüsse gezogen werden können; F.: Stichprobe, Stichproben+EW+FW; Z.: Sti-ch—pro-b-e
$Stichtag, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stichtag, festgesetzter Tag; E.: s. Stich, s. tag; L.: DW 18, 2727, EWD s. u. Stich[KG7] ; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stich und Tag gebildete Bezeichnung für einen von Menschen durch Ausstechen festgesetzten Tag dessen Gegebenheiten für Entscheidungen zugrunde gelegt werden; F.: Stichtag, Stichtags, Stichtages, Stichtage, Stichtagen+EW; Son.: mnd. schon dreizehnhundertunddreiundsiebzig; Z.: Sti-ch—t-ag
$Stichwahl, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stichwahl, Entscheidungswahl; E.: s. Stich, s. Wahl; L.: Kluge s. u. Stichwahl, DW 18, 2727, EWD s. u. Stich; GB.: seit dem späten 19. Jh. belegte und aus Stich und Wahl gebildete Bezeichnung für eine Entscheidungswahl meist zwischen den zwei Bewerbern mit den höchsten Stimmenzahlen; F.: Stichwahl, Stichwahlen+EW; Z.: Sti-ch—wah-l
$Stichwort, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Stichwort, stechendes Wort, Schlagwort; E.: s. Stich, s. Wort; L.: Kluge s. u. Stichwort, DW 18, 2728, EWD s. u. Stich; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stich und Wort gebildete Bezeichnung für ein stechendes Wort oder ein Schlagwort oder ein wichtiges Wort; F.: Stichwort, Stichworts, Stichwortes, Stichworte, Stichworten, Stichwörter, Stichwörtern+EW; Z.: Sti-ch—wor-t
sticken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sticken, mit einem farbigen Faden ein Muster auf einem Stoff anbringen, Muster einnähen oder auch unterdrücken; ne. embroider, stitch (V.); Vw.: s. er-; Hw.: s. stechen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sticken, stichen, sw. V., sticken, stechend festsitzen, festhalten, besticken, stecken, aufstecken, anbringen, aufrichten; mnd. sticken (1), stigken, sw. V., sticken, stecken, aufstecken, sich schmücken, sich zieren, herrichten, gebrauchsfertig machen, schäften; mnl. sticken, sw. V., hineinstecken; ahd. stikken*, sticken*, sw. V. (1a), stechen?, stopfen, füllen, vollstopfen; as. -; anfrk. -; germ. *stikjan, sw. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sticken, Kluge s. u. sticken, DW 18, 2737, EWD s. u. sticken, Falk/Torp 491, Duden s. u. sticken, Bluhme s. u. sticken; Son.: vgl. afries. -; ae. sticcian, sw. V. (1?), stecken; ae. stician, sw. V. (2), stechen, durchbohren, töten, feststecken; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen spätestens seit der Zeitenwende aus dem Nähen entwickeltes und verwendetes mit einem (farbigen) Faden ein Muster auf einem Stoff anbringen oder auch unterdrücken; BM.: stechen; F.: sticken, sticke, stickst, stickt, stickest, sticket, stickte, sticktest, stickten, sticktet, gestickt, ##gestickt, gestickte, gesticktes, gesticktem, gestickten, gestickter##, stickend, ###stickend, stickende, stickendes, stickendem, stickenden, stickender###, stick (!) (+)EW; Z.: sti-ck-en
$Stickerei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stickerei, Sticken (N.), Gesticktes; E.: s. stick(en), s. er (Suff.), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. sticken, DW 18, 2744, EWD s. u. sticken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus stick(en) und er (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Sticken (N.) und Gesticktes; F.: Stickerei, Stickereien+EW; Z.: Sti-ck-er-ei
stickig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. stickig, muffig, schwül, von verbrauchter und deshalb schlechter Luft erfüllt; ne. sticky; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu ersticken (s. d.); L.: Kluge s. u. stickig, DW 18, 2749, EWD s. u. ersticken, Duden s. u. stickig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus (er)stick(en) und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für muffig oder schwül oder von verbrauchter und deshalb schlechter Luft erfüllt; BM.: stechen; F.: stickig, stickige, stickiges, stickigem, stickigen, stickiger(, stickigere, stickigeres, stickigerem, stickigeren, stickigerer, stickigst, stickigste, stickigstes, stickigstem, stickigsten, stickigster)+EW; Z.: sti-ck-ig
$Stickstoff, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stickstoff; Q.: 1791; E.: s. (er)stick(en), s. Stoff; L.: Kluge s. u. Stickstoff, DW 18, 2752, EWD s. u. Stickstoff; GB.: seit 1791 belegte und aus (er)stick(en) und Stoff gebildete Bezeichnung für das vielleicht vor 3,5 Milliarden Jahre durch langen Regen (M.) und Auswaschen von Kohlendioxid und Schwefel aus der Atmosphäre gebildete und danach 78 Prozent der gegenwärtigen Luft der Erde stellende sowie 1771 von Carl Wilhelm Scheele für die Luft nachgewiesene und meist aus der atomaren Form auf Grund einer exothermen Reaktion sofort zu den molekularen Form N2 umgewandelte an sich ungiftige aber bei voller Verdrängung von lebensnotwendigem Sauerstoff Leben bedrohende Gas (chemisches Element Nr. 7, abgekürzt N für [neulat.?] nitrogenium, ein Nichtmetall); F.: Stickstoff, Stickstoffs, Stickstoffes+EW+FW; Z.: Sti-ck—stoff
stieben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. stieben, fortwirbeln, umherwirbeln, auseinanderwirbeln; ne. drift (V.), spray (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gestöber, stöbern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stieben, stiuben, st. V., stieben, Funken sprühen, wie Staub auffliegen, umherfliegen, umherstieben, fliegen über, stauben, stäuben, schnell laufen; mnd. stūven (2), stuven, st. V., stieben, herausfliegen, schwirren, schwärmen, auffliegen, umherwirbeln, wirbeln; mnl. stūven, V., stieben; ahd. stioban*, st. V. (2a), stäuben, stieben; as. -; anfrk. -; germ. *steuban, st. V., stieben; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stieben, Kluge s. u. stieben, DW 18, 2755, EWD s. u. stieben, Falk/Torp 497, Seebold 474, Duden s. u. stieben, Bluhme s. u. stieben; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; gr. τῦφος (typhos), M., Dampf (M.) (1), Rauch, Qualm, Dünkel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches in Teilchen auseinanderwirbeln; BM.: wehen; F.: stieben, stiebe, stiebst, stiebt, stiebest, stiebet, stob (!), stobst, stoben, stobt, stöbe, stöbest, stöben, stöbet, gestoben, ##gestoben, gestobene, gestobenes, gestobenem, gestobenen, gestobener##, stiebend, ###stiebend, stiebende, stiebendes, stiebendem, stiebenden, stiebender###, stieb (!)+EW; Z.: stie-b-en
stief…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. stief...; ne. step…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. stief..., Adj., nicht unmittelbar in leiblicher Verwandtschaft stehend, stief...; mnd. stēf, Adj., „stief...“, nicht leiblich; mnl. stiep…, Präf., Stief...; ahd. stiof…, Präf., Stief…; as. -; anfrk. -; germ. *steupa-, *steupaz, Adj., gestutzt, verwaist, Stief...; vgl. idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stief-, Kluge s. u. Stief-, DW 18, 2767, EWD s. u. Stief-, Falk/Torp 497, Heidermanns 554, Duden s. u. Stief-, Bluhme s. u. Stiefmutter; Son.: vgl. afries. *stiāp…, Präf., Stief...; ae. stéop… (2), Präf., Stief...; an. *stjūp…, stȳf, stȳk, Adj., steif...; got. -; nndl. stief…, Präf., stief…; nschw. styv…, Präf., stief…; nnorw. stef…, Präf., stief…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Verwandtschaft durch Heirat verwendete Bezeichnung; BM.: stoßen; F.: stief…+EW; Z.: stie-f-
Stiefel (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Stiefel (M.) (1), hoher Schuh mit langem Schaft; ne. boot (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. stivāl, stival, stifāl*, stivel, stifel, stevel, st. M., sw. M., Stiefel (M.) (1); mnd. stēvel (1), stēvele, steffel, stāvel, stāvele, stavile, staffele, staffel, M., Stiefel (M.) (1), Beinbekleidung, ein Teil einer Rüstung, Fußbekleidung, Wasserstiefel, Seemannsstiefel; mnl. stevel, M., Stiefel (M.) (1); afrz. estival, Sb., Stiefel (M.) (1); von lat. aestās, F., Sommer; vgl. idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11; idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stiefel, Kluge s. u. Stiefel 1, DW 18, 2772, EWD s. u. Stiefel, Duden s. u. Stiefel, Bluhme s. u. Stiefel; Son.: vgl. nschw. stövel, Sb., Stiefel; nnorw. støvel, M., Stieel (M.) (1); GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vor rund 15000 Jahren entwickelte hohen Schuh mit langem Schaft; BM.: leuchten; F.: Stiefel, Stiefels, Stiefeln+FW(+EW?); Z.: Stiefel
Stiefel (2), nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Stiefel (M.) (2), Stütze (von Rankengewächsen); ne. prop (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. stivel (1), stifel*, stibel, mmd., st. M., sw. M., Stütze, Holzstütze, Weinstockstange; mnd. stēvel (2), M., Stiefel (M.) (2), Holz für Stangen, Pfahl; s. mhd. stivelen, sw. V., stützen; ahd.? stifulen*, stivulen*, sw. V. (1a), festhalten, stützen; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht gebildet zu steif (s. d.); L.: Kluge s. u. Stiefel 2 Stange, DW 18, 2785, Duden s. u. Stiefel; Son.: vgl. ? lat. stipula, F., Halm, Strohhalm, Kornhalm; GB.: seit 11. Jh. belegte Bezeichnung für eine Stütze oder Stange zu einem Stützen von Rankengewächsen; BM.: stützen; F.: Stiefel, Stiefels, Stiefeln+EW; Z.: Stie-f-el
$Stiefelknecht, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stiefelknecht; E.: s. Stiefel, s. Knecht; L.: DW 18, 2791, EWD s. u. Stiefel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stiefel und Knecht gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht schon etwas früher entwickelte und verwendete hölzerne Hilfe für das Ausziehen von Stiefeln; F.: Stiefelknecht, Stiefelknechtes, Stiefelknechts, Stiefelknechte, Stiefelknechten+FW+EW; Z.: Stie-f-el—kne-cht
$stiefeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stiefeln, mit Stiefeln gehen; L.: Kluge s. u. Stiefel 1, DW 18, 2791, EWD s. u. Stiefel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stiefel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Stiefeln mögliches Stiefel anziehen und mit Stiefeln gehen; F.: stiefeln (!), stiefel (!), stiefle, stiefele, stiefelst, stiefelt, stiefelte, stiefeltest, stiefelten, stiefeltet, gestiefelt, ##gestiefelt, gestiefelte, gestiefeltes, gestiefeltem, gestiefelten, gestiefelter##, stiefelnd, ###stiefelnd, stiefelnde, stiefelndes, stiefelndem, stiefelnden, stiefelnder###, stiefel (!)+FW+EW; Z.: stiefel-n
$Stiefkind, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Stiefkind; E.: s. Stief…, s. Kind; L.: DW 18, 2802, EWD s. u. Stief-; GB.: (stiofkind*) seit um 1000 belegte und aus Stief… und Kind gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein angeheiratetes Kind (Stiefsohn oder Stieftochter) des anderen Ehegatten; F.: Stiefkind, Stiefkindes, Stiefkinds, Stiefkinder, Stiefkindern+EW; Z.: Stie-f—kin-d
$Stiefmutter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stiefmutter; E.: s. Stief…, s. Mutter; L.: DW 18, 2804, EWD s. u. Stief-; GB.: (stiofmuoter) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und aus Stief… und Mutter gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch eine neue Heirat des Vaters rechtlich erworbene Mutter eines Kindes des Vaters mit einer anderen Frau; F.: Stiefmutter, Stiefmütter, Stiefmüttern+EW; Z.: Stie-f—mu-tt-er
$stiefmütterlich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. stiefmütterlich(, lieblos, feindselig); E.: s. Stiefmutter, s. lich; L.: EWD s. u. Stief-, DW 18, 2804; GB.: vielleicht seit 15. Jh. md. als Adv. (stieffmuderlichen) belegte und nach lat. (?) novercaliter aus Stiefmutter und lich gebildete Bezeichnung für Stiefmutter betreffend oder lieblos oder feindselig oder abweisend; F.: stiefmütterlich, stiefmütterliche, stiefmütterliches, stiefmütterlichem, stiefmütterlichen, stiefmütterlicher+EW; Z.: stie-f—mü-tt-er—lich
$Stiefmütterchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Stiefmütterchen; E.: s. Stief…, s. Mütterchen, s. Stiefmutter, s. chen; L.: Kluge s. u. Stiefmütterchen, DW 18, 2804, EWD s. u. Stief-; GB.: (nach etwas älterem stiffmuttrigen) seit 17. Jh. belegte und aus Stiefmutter und chen gebildete Bezeichnung für eine kleine Blume (Veilchen lat. viola tricolor) deren Blüte Ähnlichkeit mit Gesicht und Verhalten einer Stiefmutter gegenüber Kindern und Stiefkindern haben soll; F.: Stiefmütterchen, Stiefmütterchens+EW; Z.: Stie-f—mü-tt-er-chen
$Stiefvater, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stiefvater; E.: s. Stief…, s. Vater; L.: DW 18, 2814, EWD s. u. Stief-; GB.: (stioffater) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Stief… und Vater gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch eine neue Heirat der Mutter rechtlich erworbener Vater eines Kindes der Mutter mit einem anderen Mann; F.: Stiefvater, Stiefvaters, Stiefväter, Stiefvätern+EW; Z.: Stie-f—vat-er
$Stieg, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stieg, Fußweg, Steig; E.: s. steig(en); L.: DW 18, 2814, EWD s. u. steigen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit steig(en) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Fußweg oder Steig; F.: Stieg, Stieges, Stiegs, Stiege (!), Stiegen (!)+EW; Z.: Stieg
Stiege (1), nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Stiege (F.) (1), Treppe, Leiter (F.), Stufe; ne. stairs, staircase; Vw.: -; Hw.: s. Steige (2), steigen; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. stiege, st. F., sw. F., Stiege (F.) (1), Treppe; ahd. stiega, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Stiege (F.) (1), Treppe, Auffahrt, Pass, Schweinestall?; ahd. stīga (1), st. F. (ō), Steig, Pfad, Weg; germ. *steigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; germ. *staigō, st. F. (ō), Steig, Weg, Pfad; idg. *stoigʰo-, *stigʰo-, Sb., Weg, Steig, Pokorny 1017; idg. *steigʰ-, V., schreiten, steigen, Pokorny 1017 (1755/227) (RB. idg. aus ind., gr., alb., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stiege 1, Kluge s. u. Stiege 1, DW 18, 2818, EWD s. u. Stiege 1, Duden s. u. Stiege, Bluhme s. u. Stiege 1; GB.: (stīga) seit 9./10. Jh. belegte Bezeichnung für einen durch Menschen wohl nach natürlichem Vorbild seit der Sesshaftigkeit entwickelten und verwendeten mittels Stufen gebildeten Aufgang der unterschiedlich hoch liegende Ebenen innerhalb und außerhalb von Gebäuden verbindet bzw. an Steigungen in einem Gelände angelegt ist; BM.: steigen; F.: Stiege, Stiegen+EW; Z.: Stieg-e
Stiege (2), nhd., F.: nhd. Stiege; Vw.: s. Steige (4)
Stieglitz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Stieglitz, Distelfink; ne. goldfinch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Wolfddietrich Red. B); E.: mhd. stigeliz, stigliz, st. M., sw. M., Distelfink, Stieglitz; mhd. stigelitze, stiglitze, sw. M., Distelfink, Stieglitz; mnd. stēgelisse, stēgliss, stēgelitze, stēgelitz, M., Stieglitz, Distelfink; ahd. stigeliz*, stigliz, st. M. (a?, i?), Stieglitz, Distelfink; von tschech. stehlec; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Stieglitz, Kluge s. u. Stieglitz, DW 18, 2828, EWD s. u. Stieglitz, Duden s. u. Stieglitz, Bluhme s. u. Stieglitz; Son.: vgl. nschw. steglits, Sb., Stieglitz; nnorw. stillits, M., Stieglitz; poln. szczygieł, M., Stieglitz; GB.: (stigeliz) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen kleiner Singvogel mit rot und schwarz und weiß gefiedertem Kopf und weißlichem Bauch und schwarzen Flügeln mit einem gelben Fleck; BM.: lautmalend?; F.: Stieglitz, Stieglitzes, Stieglitze, Stieglitzen+FW; Z.: Stieglitz
stiekum, nhd. (ält.), Adv., (20. Jh.): nhd. stiekum, heimlich, leise, ruhig, schweigend; ne. clandestine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. rotw. stiekum; E.: s. rotw. stiekum, Adv., stiekum; wjidd. schtieke, Adj., ruhig; hebr. š e ṯīqāh, Sb., Schweigen; L.: Kluge s. u. stiekum, Duden s. u. stiekum; Son.: vgl. nndl. stiekem, Adv., stiekum; GB.: seit der späten Neuzeit (20. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar aus dem Westjiddischen und dem Hebräischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für heimlich oder leise oder ruhig oder schweigend; BM.: Schweigen; F.: stiekum+FW; Z.: stiek-um
Stiel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stiel, Griff, Schaft; ne. stalk (N.), shaft (N.), stem (N.); Vw.: s. Pappen-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stil, st. M., Stiel, Schaft, Stängel, Stengel, Griffel; mnd. stīl (2), styl, stīles, stīls, styls, stīlus, stylus, M., Stiel, Schreibgriffel aus Metall oder Bein oder Holz, Pfriem?, Ahle; mnl. stēle, M.?, Stiel; ahd. stil, st. M. (a?), Griffel, Stängel, Stengel, Stiel; as. stil, st. M. (a?), Stiel; lat. stilus, M., Schreibgriffel, Stiel, spitziger Pfahl; vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stiel, Kluge s. u. Stiel, DW 18, 2832, EWD s. u. Stiel, Duden s. u. Stiel, Bluhme s. u. Stiel; Son.: vgl. nndl. steel, Sb., Stiel; nschw. stjälk, Sb., Stiel; nnorw. stilk, M., Stiel; lit. stieblis, M., Pflanzenstiel; Son.: vgl. ae. stela, sw. M. (n), Stängel, Stengel, Stiel, Unterstützung; GB.: (stil) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen stabförmigen oder stangenförmigen Teil eines Werkzeugs; BM.: spitzig; F.: Stiel, Stieles, Stiels, Stiele, Stielen+EW; Z.: Stie-l
stier, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. stier, ausdruckslos, leer blickend, glasig; ne. vacant, broke; Vw.: -; Hw.: s. starr, starren; Q.: 15. Jh.; E.: von mhd. sterre, Adj., starr, Steif; mndl. sterre, Adj., starr; mhd. star (1), Adj., starr, stier, unbeweglich; mhd. sterr, Adj., starr, steif; mhd. sterre (1), Adj., starr, steif; mnd. star, starr, Adj., starr, abweisend; mnl. sterre, Adj., starr, steif; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *stara-, *staraz, *starra-, *starraz, Adj., starr, steif; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stier, Kluge s. u. stier, EWD s. u. stieren, DW 18, 2853, Duden s. u. stier; GB.: (sterre) seit 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher Menschen mögliches ausdruckslos oder leer blickend oder glasig; BM.: starr; F.: stier (!), stiere (!), stieres (!), stierem, stieren (!), stierer+EW; Z.: stier
Stier, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stier, geschlechtsreifes männliches Rind; ne. bull (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. stier, st. M., Stier; mnd. stēr (2), stēre, stīr, M., Stier, männliches Rind; mnl. stier, M., Stier; ahd. stior, st. M. (a), Stier, Jungstier, Ochse; as. -; anfrk. stier*, st. M. (a), Stier; germ. *steura-, *steuraz, st. M. (a), Stier; idg. *steuro-, M., Stier, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder altes Lw., s. assyr. šûru, Sb., Stier; hebr. šōr, Sb., Stier; phön. thōr, Sb., Stier; aram. tōra, Sb., Stier; L.: Kluge 1. A. s. u. Stier, Kluge s. u. Stier, EWD s. u. Stier, DW 18, 2845, Falk/Torp 479, Duden s. u. Stier, Bluhme s. u. Stier; Son.: vgl. afries. -; ae. stéor (1), st. M. (a), Stier; an. þjōrr, st. M. (a), Stier; got. stiur (1), st. M. (a), Stierkalb; nndl. stier, Sb., Stier; ne. steer, N., Rind, junger Ochse; nschw. tjur, Sb., Stier; nnorw. tyr, M., Stier; av. staora-, Sb., Großvieh; gr. ταῦρος (tauros) (1), M., Stier; lat. taurus, M., Stier; kymr. tarw, M., Stier; nir. tarbh, M., Stier; apreuß. tauris, M., Wisent; lit. tauras, M., Büffel, Auerochse, Stier; GB.: (stior) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein geschlechtsreifes männliches Rind; BM.: stehen; F.: Stier, Stieres, Stiers, Stiere, Stieren+EW; Z.: Stie-r
$stieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stieren, starren, starr und glasig schauen; E.: s. stier, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. stier, DW 18, 2858, EWD s. u. stieren, Duden s. u. stieren, Bluhme s. u. stieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus stier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches starr und glasig schauen; F.: stieren (!), stiere (!), stierst, stiert, stierest, stieret, stierte, stiertest, stierten, stiertet, gestiert, ##gestiert, gestierte, gestiertes, gestiertem, gestierten, gestierter##, stierend, ###stierend, stierende, stierendes, stierendem, stierenden, stierender###, stier (!)+EW; Z.: stier-en
$Stiesel, Stießel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stiesel, Stießel, unhöflicher Mensch; E.: s. stoß(en), s. el (Suff.); L.: DW 18, 2866, EWD s. u. Stiesel; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und möglicherweise aus stoß(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Höflichkeit möglichen unhöflichen Menschen; F.: Stiesel, Stiesels, Stieseln, Stießel, Stießels, Stießeln+EW; Z.: Stie-s-el
Stift (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Stift (M.), länglicher Pflock, zugespitztes Stück aus Metall oder Holz; ne. pen (N.), stick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. stift (2), steft, st. M., Stachel, Dorn, Stift (M.), oberstes Ende, Spitze, Stängel, Stengel; mnd. stift (1), stypht, M., Stift (M.) (1), Metallstift, kleiner Nagel, oberstes Ende, Spitze; ahd. steft, stift, st. M. (a?, i?), Stift (M.), Achse, Stachel, Dorn; as. -; anfrk. -; germ. *stifta-, *stiftaz, st. M. (a), Stift (M.), Nagel; s. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015 (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stift (M.), Kluge s. u. Stift 1, DW 18, 2867, EWD s. u. Stift, Falk/Torp 492, Duden s. u. Stift, Bluhme s. u. Stift; Son.: vgl. afries. sticht, stift, st. N. (a), Stift (N.); ae. -; an. -; got. -; nschw. stift, N., Bleistiftmine; GB.: (steft) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes kürzeres dünneres längliches und an einem Ende zugespitztes Stück aus Metall oder Holz; BM.: Stange; F.: Stift, Stiftes, Stifts, Stifte, Stiften+EW; Z.: Stif-t
Stift (2), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Stift (N.), Kloster; ne. seminary, chapter; Vw.: -; Hw.: s. stiften (1); Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. stift (1), st. F., st. M., st. N., Stiftung, geistliche Stiftung, Stift (N.), Kanonikerkollegium, Bistum, Abtei, Verfügung; mhd. stifte, st. F., Stift (N.), Stiftung, Veranlassung, Gründung, Grundlage, Bau, geistliche Stiftung, Gotteshaus; mnd. sticht, stift, N., Stift (N.), geistliche Korporation, Ordnung, Stiftung, Festsetzung, geistliche Stiftung, Bistum; mnd. stichte, stifte, N., Stift (N.), geistliche Korporation, Ordnung, Stiftung, Festsetzung, geistliche Stiftung, Bistum, Abtei, Klosterkirche, Domkirche; mnl. stichte, stift, N., Stift (N.); s. mhd. stiften (1), stihten, sw. V., stiften (V.) (1), gründen, geistliche Stiftung einrichten, bauen, bestiften, hinstellen, feststellen, wirtschaften, bewirtschaften; mnd. stichten, stiften, sw. V., stiften, gründen, errichten, als Anlage schaffen, darbringen, begründen, schaffen; ahd. stiften*, stihten*, sw. V. (1a), gründen, stiften (V.) (1), begründen; germ. *stiftjan, sw. V., einrichten, bauen, stiften (V.) (1)?; vgl. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015? (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stift (N.), Kluge s. u. Stift 2, DW 18, 2869, EWD s. u. stiften, Duden s. u. Stift; Son.: vgl. nschw. stift, N., Stift (N.); GB.: seit um 1190 belegte und mit stiften und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mit einer Stiftung ausgestattete geistliche Körperschaft oder Kloster; BM.: bauen bzw. Stange; F.: Stift, Stiftes, Stifts, Stifte, Stiften+EW; Z.: Stif-t
stiften (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stiften (V.) (1), gründen, errichten; ne. donate, endow; Vw.: -; Hw.: s. Stift (2); Q.: 8. Jh.; E.: mhd. stiften (1), stihten, sw. V., stiften (V.) (1), gründen, geistliche Stiftung einrichten, bauen, bestiften, hinstellen, feststellen, wirtschaften, bewirtschaften; mnd. stichten, stiften, sw. V., stiften, gründen, errichten, als Anlage schaffen, darbringen, begründen, schaffen; mnl. stichten, V., stiften (V.) (1); ahd. stiften*, stihten*, sw. V. (1a), gründen, stiften (V.) (1), begründen; as. -; anfrk. stiften*, stihten*, stifton*, sw. V. (1), „stiften“ (V.) (1), gründen, bauen; mnl. stichten, sw. V., stiften (V.) (1), gründen; germ. *stiftjan, sw. V., einrichten, bauen, stiften (V.) (1)?; vgl. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015? (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stiften 1, DW 18, 2876, EWD s. u. stiften, Falk/Torp 493, Duden s. u. stiften; Son.: vgl. afries. stifta, sw. V. (1), stiften (V.) (1), begründen, erbauen; nfries. stichtjen, V., stiften (V.) (1), begründen; ae. stihtan, stihtian, sw. V. (1), regieren, ordnen, stiften (V.) (1), einrichten, anreizen; an. -; got. -; nschw. stifta?, V., stiften (V.) (1); GB.: (stiften) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Einrichtung durch eine Stiftung gründen oder errichten; BM.: bauen bzw. Stange; F.: stiften (!), stifte (!), stiftest, stiftet, stiftete, stiftetest, stifteten, stiftetet, gestiftet, ##gestiftet, gestiftete, gestiftetes, gestiftetem, gestifteten, gestifteter##, stiftend, ###stiftend, stiftende, stiftendes, stiftendem, stiftenden, stiftender###, stift (!)+EW; Z.: stif-t-en
stiften (2), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. stiften (V.) (2), sich entfernen; ne. do (V.) a bunk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: aus der Soldatensprache, Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. stiften 2, DW 18, 2890, Duden s. u. stiften; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus der Soldatensprache aufgenommene sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon früher Menschen mögliches sich unauffällig entfernen (gehen); BM.: ?; F.: stiften, stifte, stiftest, stiftet, stiftete, stiftetest, stifteten, stiftetet, gestiftet, ##gestiftet, gestiftete, gestiftetes, gestiftetem, gestifteten, gestifteter##, stiftend, ###stiftend, stiftende, stiftendes, stiftendem, stiftenden, stiftender###, stift+EW; Z.: stift-en
$Stifter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Stifter, Stiftender, Gründer, Urheber; E.: s. stift(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. stiften 1, DW 18, 2890, EWD s. u. stiften; GB.: (stiftære) seit um 1254 belegte und aus stift(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Stiftenden oder Gründer oder Urheber; F.: Stifter, Stifters, Stiftern+EW; Z.: Stif-t-er
$Stiftskirche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Stiftskirche, Kollegiatkirche; E.: s. Stift, s. s, s. Kirche; L.: DW 18, 2897, EWD s. u. stiften; GB.: nach DRW (stifftkirche) seit 1487 (Bern) belegte und aus Stift (und s) sowie Kirche gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche zu einem Stift gehörige Kirche oder eine Kollegiatkirche oder eine Kollegiatskirche; F.: Stiftskirche, Stiftskirchen+EW+FW; Z.: Stif-t-s—ki-r-ch-e
$Stiftung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Stiftung; E.: s. stift(en), s. ung; L.: Kluge s. u. stiften 1, DW 18, 2900, EWD s. u. stiften; GB.: (stiftunge) 1290 belegte und aus stift(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Besetzung oder Belehnung oder Gründung oder Bestiftung; F.: Stiftung, Stiftungen+EW; Son.: älter ahd. stiftunga drittes Viertel neuntes Jh. für Kunstgriff oder hinterlistigen Anschlag oder Machenschaft; Z.: Sti-f-t-ung
Stigma, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Stigma, Wundmal, entehrendes Kennzeichen, Fleck; ne. stigma; Vw.: -; Hw.: s. stigmatisieren; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. stigma; E.: s. lat. stigma, N., Brandmal, (4 v.-65 n. Chr.); gr. στίγμα (stígma), N., Stich, Punkt, Fleck; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stigma, EWD s. u. Stigma, fehlt DW, Duden s. u. Stigma; Son.: vgl. nndl. stigma, Sb., Stigma; frz. stigmate, M., Stigma; nschw. stigma, N., Stigma; nnorw. stigma, N., Stigma; poln. stygmat, M., Stigma; kymr. stigma, M., Stigma (bot.); nir. stiogma, M., Stigma (bot.); GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums (unter Bedeutungsänderung) aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches entehrendes Kennzeichen wie beispielsweise ein Brandmal oder ein(en) Fleck; BM.: stechen; F.: Stigma, Stigmas, Stigmen, Stigmata+FW; Z.: Stig-m-a
stigmatisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stigmatisieren, brandmarken, mit einem entehrenden Kennzeichen versehen (V.); ne. stigmatize; Vw.: -; Hw.: s. Stigma; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. stigmātizāre; E.: s. mlat. stigmātizāre, V., mit Narben zeichnen, tätowieren, (11./12. Jh.); vgl. lat. stigma, N., Brandmal, (4 v.-65 n. Chr.); gr. στίγμα (stígma), N., Stich, Punkt, Fleck; s. idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stigma, fehlt DW, EWD s. u. Stigma, Duden s. u. stigmatisieren; Son.: vgl. nndl. stigmatiseren, V., stigmatisieren; frz. stigmatiser, V., stigmatisieren; nschw. stigmatisera, V., stigmatisieren; nnorw. stigmatisere, V., stigmatisieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem entehrenden Zeichen versehen (V.) oder beispielsweise brandmarken; BM.: stechen; F.: stigmatisieren, stigmatisiere, stigmatisierst, stigmatisiert, stigmatisierest, stigmatisieret, stigmatisierte, stigmatisiertest, stigmatisierten, stigmatisiertet, ##stigmatisiert, stigmatisierte, stigmatisiertes, stigmatisiertem, stigmatisierten, stigmatisierter##, stigmatisierend, ###stigmatisierend, stigmatisierende, stigmatisierendes, stigmatisierendem, stigmatisierenden, stigmatisierender###, stigmatisier (!)+FW(+EW?); Z.: stig-m-at-is-ier-en
$stigmatisiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. stigmatisiert; E.: s. stigmatisiert, s. Stigma; L.: EWD s. u. Stigma, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus stigmatisieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem entehrenden Kennzeichen versehen (Adj.) oder beispielsweise gebrandmarkt; F.: stigmatisiert, stigmatisierte, stigmatisiertes, stigmatisiertem, stigmatisierten, stigmatisierter(, stigmatisiertere, stigmatisierteres, stigmatisierterem, stigmatisierteren, stigmatisierterer, stigmatisiertest, stigmatisierteste, stigmatisiertestes, stigmatisiertestem, stigmatisiertesten, stigmatisiertester)+FW(+EW?); Z.: stig-m-at-is-ier-t
Stil, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stil, Ausdrucksweise; ne. style (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stilett; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. stilus; E.: s. lat. stilus, M., Schreibgriffel, Stil, spitziger Pfahl, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Stil, EWD s. u. Stil, DW 18, 2905, Duden s. u. Stil, Bluhme s. u. Stil; Son.: vgl. nndl. stijl, Sb., Stil; frz. style, M., Stil; nschw. stil, Sb., Stil; nnorw. stil, M., Stil; poln. styl, M., Stil; lit. stilius, M., Stil; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die einzelnen Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliche Art und Weise etwas mündlich oder schriftlich auszudrücken; BM.: spitzig; F.: Stil, Stiles, Stils, Stile, Stilen+FW; Z.: Sti-l
$Stilblüte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stilblüte; E.: s. Stil, s. Blüte; L.: Kluge s. u. Stilblüte, DW 18, 2931, EWD s. u. Blüte; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Stil und Blüte gebildete Bezeichnung für eine in dem Einzelfall wegen Verletzung grundsätzlich allgemein anerkannter Sprachregeln angreifbare Ausdrucksweise eines Menschen wie beispielsweise Opfer eines Kompotts (!) (statt Opfer eine Komplotts) oder Bronchialgewalt (!) (statt Brachilgewalt) oder Präsidentsfall (!) (statt Präzedenzfall) oder schnöder Mammut (!) (statt schnöder Mammon); F.: Stilblüte, Stilblüten+FW+EW; Z.: Sti-l—blü-t-e
Stilett, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Stilett, kleiner spitzer Dolch; ne. stiletto, stylet; Vw.: -; Hw.: s. Stil; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. stilet; E.: s. frz. stilet, stylet, M., Stilett; it. stiletto, M., Stilett; vgl. it. stilo, M., Dolch, Schreibgriffel; lat. stilus, M., Schreibgriffel, Stiel, spitziger Pfahl; vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Stilett, EWD s. u. Stilett, DW 18, 2932, Duden s. u. Stilett; Son.: vgl. nndl. stilet, Sb., Stilett; nschw. stilett, Sb., Stilett; nnorw. stilett, M., Stilett; poln. sztylet, M., Stilett; kymr. stileto, M., Stilett; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen in dem 16. Jh. entwickelten und verwendeten kleinen Dolch mit dreikantiger Klinge; BM.: spitzig; F.: Stilett, Stiletts, Stilettes, Stilette, Stiletten+FW; Z.: Sti-l-ett
$stilisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. stilisieren, Stil geben oder darstellen oder abfassen; E.: s. Stil, s. isieren; L.: Kluge s. u. Stil, DW 18, 2935, EWD s. u. Stil; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit Stil verbindbare Bezeichnung für Stil geben oder darstellen oder abfassen; F.: stilisieren, stilisiere, stilisierst, stilisiert, stilisierest, stilisieret, stilisierte, stilisiertest, stilisierten, stilisiertet, ##stilisiert, stilisierte, stilisiertes, stilisiertem, stilisierten, stilisierter##, stilisierend, ###stilisierend, stilisierende, stilisierendes, stilisierendem, stilisierenden, stilisierender###, stilisier (!)+FW(+EW); Z.: sti-l-is-ier-en
$Stilist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stilist, ein eine vorbildliche Ausdrucksweise entwickelnder und verwendender Verfasser; E.: s. frz. styliste; L.: Kluge s. u. Stil, EWD s. u. Stil, DW 18, 2935; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und den Hochkulturen des Altertums möglichen eine vorbildliche Ausdrucksweise entwickelnden und verwendenden Verfasser; F.: Stilist, Stilisten+FW(+EW); Z.: Sti-l-ist
$Stilistik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stilistik, vorbildliche Ausdrucksweise; E.: s. frz. stylistique; Q.: um 1800; L.: Kluge s. u. Stil, DW 18, 2935, EWD s. u. Stil; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für (die Lehre der) vorbildliche(n) Ausdrucksweise; F.: Stilistik, Stilistiken+FW(+EW); Z.: Sti-l-ist-ik
$stilistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stilistisch, Stil betreffend, Ausdrucksweise betreffend; E.: s. frz. stylistique; L.: Kluge s. u. Stil, DW 18, 2935, EWD s. u. Stil; GB.: seit 1813 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für den Stil betreffend oder die Ausdrucksweise betreffend; F.: stilistisch, stilistische, stilistisches, stilistischem, stilistischen, stilistischer+FW(+EW); Z.: sti-l-ist-isch
still, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. still, ruhig, lautlos, lärmfrei; ne. silent, still (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. stillen, Stille; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stille, Adj., still, heimlich, ruhig, schweigend; mnd. stille (3), Adj., still, ruhig, friedlich, müßig, unbeachtet, beiseite lassend, untätig bleibend; mnl. stille, Adj., still, ruhig; ahd. stilli, Adj., still, ruhig, gelassen, unveränderlich, ungestört, unerwähnt, mild; as. stilli* (1), Adj., still, ruhig; anfrk. -; westgerm. *stellja-, *stelljaz, Adj., still, ruhig; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. still, Kluge s. u. still, DW 18, 2939, EWD s. u. still, Falk/Torp 488, Heidermanns 550, Duden s. u. still, Bluhme s. u. still; Son.: vgl. afries. stille, Adj., still; ae. stille, Adj. (ja), still, ruhig, beständig, sanft, heimlich; an. -; got. -; nndl. stil, Adj., still; nschw. stilla, Adj., still; nnorw. stille, Adj., still; air. tuilid, Adj., schläft; lit. tìlti, V., verstummen; ksl. utoliti, V., überreden, besänftigen; GB.: (stilli) seit um 765 belegte und für das Westgermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ruhig oder lautlos oder lärmfrei; F.: still, stille, stilles, stillem, stillen, stiller(, stillere, stilleres, stillerem, stilleren, stillerer, stillst, stillste, stillstes, stillstem, stillsten, stillster)+EW; Z.: s-til-l
Stille, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stille, Ruhe, Lautlosigkeit, Lärmfreiheit; ne. silence (N.); Vw.: -; Hw.: s. still, stillen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stille (3), st. F., sw. F., Stille, Ruhe, Schweigen, Stillschweigen, Zeit nach den letzten Propheten, Heimlichkeit, Verborgenheit; mnd. stille (1), F., Stille, Ruhe, Sanftheit, Milde, Lautlosigkeit; ahd. stillī, st. F. (ī), Stille, Ruhe, Schweigen, Ruhezustand; as. *stilli? (2), st. F. (i), Stille; anfrk. -; germ. *stellī-, *stellīn, sw. F. (n), Stille; s. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge s. u. still, DW 18, 2989, EWD s. u. still, Heidermanns 550, Duden s. u. Stille; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. stilte, Sb., Stille; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Ruhe oder Lautlosigkeit oder Lärmfreiheit; BM.: ?; F.: Stille, Stillen+EW; Z.: S-til-l-e
stillen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stillen, still machen, säugen; ne. nurse (V.), suckle (V.); Vw.: -; Hw.: s. stille, Stille; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stillen (2), sw. V., beruhigen, sich beruhigen, sich legen, besänftigen, schweigen, zum Schweigen bringen, stillen, einstellen, schlichten, beschwichtigen; mnd. stillen, sw. V., stillen, still werden, still stehen, still machen, beruhigen, beschwichtigen, lindern; ahd. stillen, sw. V. (1a), stillen, beruhigen, zur Ruhe bringen; as. *stillian?, sw. V. (1a), beruhigen, zur Ruhe bringen; germ. *stelljan, sw. V., stillen, dämpfen; idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *tel- (3), V., still sein (V.), Pokorny 1061 (1843/20) (RB. idg. aus kelt., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. still, Kluge s. u. stillen, DW 18, 3009, Falk/Torp 488, Heidermanns 550, Duden s. u. stillen; Son.: vgl. afries. -; ae. stillan, sw. V. (1), stillen, still sein (V.), beruhigen, sich beruhigen, besänftigen; an. stilla (1), sw. V. (1), stillen, mäßigen, dämpfen; got. -; nndl. stillen, V., stillen; ne. still, V., beschwichtigen; nschw. stilla, V., stillen; nisl. stilla, V., stillen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu einem Schweigen bringen oder einem Kind die Brust zu dem Saugen geben oder säugen; BM.: still sein (V.); F.: stillen (!), stille !), stillst, stillt, stillest, stillet, stillte, stilltest, stillten, stilltet, gestillt, ##gestillt, gestillte, gestilltes, gestilltem, gestillten, gestillter##, stillend, ###stillend, stillende, stillendes, stillendem, stillenden, stillender###, still (!)+EW; Z.: s-til-l-en
$Stillleben, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Stillleben; E.: s. still, s. Leben; L.: Kluge s. u. Stilleben, DW 18, 3006, EWD s. u. still; GB.: (nach Vorläufern von siebzehnhundertundeinundvierzig bis siebzehnhundertfünfundfünfzig) seit 1776 belegte und aus dem Neuenglischen (dort still-life ab sechzehnhundertundfünfundneunzig belegt) und Neuniederländischen stilleven (siebzehntes Jh.) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Darstellung lebloser Gegenstände wie Früchte oder Blumen oder Speisen oder Instrumente; F.: Stillleben, Stilllebens+EW; Z.: S-til-l—le-b-en
$stillschweigen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. stillschweigen, schweigen; L.: DW 18, 1030, EWD s. u. schweigen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus still und schweigen gebildete Bezeichnung für still sein (V.) und schweigen; F.: stillschweigen, schweige still (!), schweigst still, schweigt still, schweigest still, schweiget still, schwieg still, schwiegst still, schwiegen still, schwiegt still, schwiegest still, schwieget still, stillgeschwiegen, ##stillgeschwiegen, stillgeschwiegene, stillgeschwiegenes, stillgeschwiegenem, stillgeschwiegenen, stillgeschwiegener##, stillschweigend, ###stillschweigend, stillschweigende, stillschweigendes, stillschweigendem, stillschweigenden, stillschweigender###, stillzuschweigen, ####stillzuschweigen, stillzuschweigend, stillzuschweigende, stillzuschweigendes, stillzuschweigendem, stillzuschweigenden, stillzuschweigender####, schweig still (!)+EW; Son.: älter stilleswīgen, N. , Stillschweigen (vor dreizehnhundertsechsundzwanzig); Z.: s-til-l—schwei-g-en
$stillschweigend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (14. Jh.): nhd. stillschweigend; E.: s. still, s. schweigend; L.: DW 18, 3037, EWD s. u. schweigen; GB.: (stilleswīgende) 1330-1360 belegte und aus still und schweigend gebildete Bezeichnung für schweigend oder stillschweigend (trotz Entwicklung und Beherrschung von Sprache); F.: stillschweigend, stillschweigende, stillschweigendes, stillschweigendem, stillschweigenden, stillschweigender(, stillschweigendere, stillschweigenderes, stillschweigenderem, stillschweigenderen, stillschweigenderer, stillschweigendst, stillschweigendste, stillschweigendstes, stillschweigendstem, stillschweigendsten, stillschweigendster)+EW; Z.: s-til-l—schwei-g-en-d
$Stillstand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stillstand, Stehenbleiben; Vw.: s. Waffen-; E.: s. still, s. Stand; L.: DW 18, 3043, EWD s. u. Waffe; GB.: seit 1545 belegte und aus still und Stand gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Stehenbleiben; F.: Stillstand, Stillstands, Stillstandes, Stillstände, Stillständen+EW; Z.: S-til-l—sta-n-d
Stimme, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stimme, Ton (M.) (2), Fähigkeit zu reden; ne. voice (N.); Vw.: s. Stentor-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stimme, st. F., sw. F., Stimme, Ton (M.) (2), Klang, Melodie, Gesang, Ruf, Wort, Schrei, Musik; mnd. stemme (1), stemne, stem, stempne, stimme, stimne, F., M., Stimme, Organ bzw. Mittel des Sprechens, Laut, Ton (M.) (2), Schrei, Zunge; mnl. stemme, stēvene, F., Stimme; ahd. stimmī*, stimnī*, st. F. (ī), Stimme; ahd. stimma, stimna, st. F. (ō), sw. F. (n), Stimme, Laut, Klang; ahd. stimmī*, st. F. (ī), Stimme; as. stemna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Stimme; anfrk. stemma*, st. F. (ō), Stimme; germ. *stemnō, st. F. (ō), Stimme; idg. *stemnā, F., Mund (M.), Stimme?; L.: Kluge 1. A. s. u. Stimme, Kluge s. u. Stimme, EWD s. u. Stimme, DW 18, 3059, Falk/Torp 484, Duden s. u. Stimme, Bluhme s. u. Stimme; Son.: vgl. afries. stemme, stifne, st. F. (ō), Stimme; nnordfries. stemm; ae. stėfn (3), stėmn, st. F. (ō), Stimme, Ton (M.) (2); an. -; got. stibna, st. F. (ō), Stimme; nndl. stem, Sb., Stimme; nschw. stämma, Sb., Stimme; nnorw. stemme, M., Stimme; av. staman-, M., Maul; gr. στόμα (stóma), N., Maul, Mund (M.); kymr. safn, F., Mund (M.); GB.: (stimma) seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die nach Entstehung des Menschen entwickelte Fähigkeit Töne und Wörter zu erzeugen und zu verstehen; BM.: Mund (M.)?; F.: Stimme, Stimmen+EW; Z.: Stimm-e
stimmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stimmen, sich hören lassen, übereinstimmen, seine Stimme abgeben, richtig sein (V.); ne. chime (V.), vote (V.), attune; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. stimmen, sw. V., stimmen, Stimme hören lassen, rufen, mit Stimme versehen (V.), erfüllen, anstimmen, gleichstimmend machen, gleichlauten, nennen, benennen, festsetzen, bestimmen, abschätzen, taxieren; mnd. stemmen (1), stimmen, sw. V., stimmen, votieren, anstimmen, singen, erklingen lassen, klanglich in Übereinstimmung bringen; ahd. gistimmen*, sw. V. (1a), anstimmen, gemeinsam singen; s. ahd. stimmī*, stimnī*, st. F. (ī), Stimme; ahd. stimma, stimna, st. F. (ō), sw. F. (n), Stimme, Laut, Klang; ahd. stimmī*, st. F. (ī), Stimme; as. stemna, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Stimme; anfrk. stemma*, st. F. (ō), Stimme; germ. *stemnō, st. F. (ō), Stimme; idg. *stemnā, F., Mund (M.), Stimme?; germ. *stemnō, st. F. (ō), Stimme; idg. *stemnā, F., Mund (M.), Stimme?; L.: Kluge s. u. stimmen, DW 18, 3110, EWD s. u. Stimme, Duden s. u. stimmen; Son.: die Bedeutung seine Stimme abgeben ist eine Lüs. zu votieren; vgl. nndl. stemmen, V., stimmen; nschw. stämma, V., stimmen; nnorw. stimme, V., stimmen; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Stimme hören lassen oder richtig sein (V.); BM.: Mund (M.?); F.: stimmen (!), stimme (!), stimmst, stimmt, stimmest, stimmet, stimmte, stimmtest, stimmten, stimmtet, gestimmt, ##gestimmt, gestimmte, gestimmtes, gestimmtem, gestimmten, gestimmter##, stimmend, ###stimmend, stimmende, stimmendes, stimmendem, stimmenden, stimmender###, stimm (!)+EW; Z.: stimm-en
$Stimmenmehrheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stimmenmehrheit, Mehrheit von Stimmen; E.: s. Stimm(e), s. en (Suff.), s. Mehrheit; L.: DW 18, 3112, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 18. Jh. (1774 Wieland) belegte und nach lat. vota maiora oder vota plurima und frz. majorité aus Stimm(e) und en (Suff.) sowie Mehrheit gebildete Bezeichnung für die Mehrheit der bei einer Abstimmung oder Wahl abgegebenen Stimmen (von Menschen); F.: Stimmenmehrheit, Stimmenmehrheiten+EW; Z.: Stimm-en—meh-r—hei-t
$stimmig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. stimmig, Stimme betreffend; Vw.: s. ein-, mehr-(, s. un-); E.: s. Stimm(e), s. ig; L.: Kluge s. u. stimmen, DW 18, 3119, EWD s. u. Stimme; GB.: vielleicht seit 1536 belegte nach lat. vocalis aus Stimm(e) und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für Stimme betreffend; F.: stimmig, stimmige, stimmiges, stimmigem, stimmigen, stimmiger(, stimmigere, stimmigeres, stimmigerem, stimmigeren, stimmigerer, stimmigst, stimmigste, stimmigstes, stimmigstem, stimmigsten, stimmigster)+EW; Z.: stimm-ig
$Stimmrecht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Stimmrecht; L.: DW 18, 3124, EWD s. u. Stimme; GB.: seit um 1770 belegte und aus Stimm(e) und stimm(en) sowie Recht gebildete Bezeichnung für das Recht an einer Abstimmung über eine Entscheidung teilzunehmen und dabei seine Stimme abzugeben und dadurch die Entscheidung zu beeinflussen; F.: Stimmrecht, Stimmrechtes, Stimmrechte, Stimmrechten+EW; Z.: Stimm—rech-t
$Stimmung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stimmung; Vw.: s. Miss-; E.: s. stimm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. stimmen, DW 18, 3127, EWD s. u. Stimme; GB.: nach älteren aus stimm(en) und ung gebildeten Vorläufern für Laut später für innere Verhältnisse des jeweiligen oder der weiligen Menschen; F.: Stimmung, Stimmungen+EW; Z.: Stimm-ung
$stimmungsvoll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stimmungsvoll, voll guter Stimmung seiend, mit angenehmer Stimmung erfüllt; E.: s. Stimmung, s. s, s. voll; L.:, DW 18, 3139, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 1857 belegte und aus Stimmung und s sowie voll gebildete Bezeichnung für mit (angenehmer) Stimmung erfüllt; F.: stimmungsvoll, stimmungsvolle, stimmungsvolles, stimmungsvollem, stimmungsvollen, stimmungsvoller(, stimmungsvollere, stimmungsvolleres, stimmungsvollerem, stimmungsvolleren, stimmungsvollerer, stimmungsvollst, stimmungsvollste, stimmungsvollstes, stimmungsvollstem, stimmungsvollsten, stimmungsvollster)+EW; Z.: stimm-ung-s—vol-l
$Stimmvieh, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Stimmvieh; E.: s. stimm(en), s. Vieh; L.: DW 18, 2137, EWD s. u. Stimme,; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und nach ne. voting cattle aus stimm(en) und Vieh gebildete abwertende Bezeichnung für Teilnehmer an Abstimmungen (ohne wirkliche eigene Meinung); F.: Stimmvieh, Stimmviehs+EW; Z.: Stimm—vieh
Stimulans, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.): nhd. Stimulans, Anregung, Anregungsmittel; ne. stimulant (N.); Vw.: -; Hw.: s. stimulieren, Stimulation, Stimulus; Q.: 18. Jh.; I.: (Lw. lat. stimulāns); E.: s. stimulāns, (Part. Präs.=)Adj., anregend, reizend; lat. stimulāre, V., mit dem Stachel stechen, stacheln, martern, quälen, beunruhigen, anspornen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stimulus, M., Stachel, Fußangel, Treibstachel, Treibstecken, Qual, Ansporn; vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. stimulieren, EWD s. u. stimulieren, fehlt DW, Duden s. u. Stimulans; Son.: vgl. nndl. stimulans, Sb., Stimulans; frz. stimulant, M., Stimulans; nschw. stimulans, Sb., Stimulans; nnorw. stimulans, M., Stimulans; poln. stymulant, M., Stimulans; lit. stimuliatas, M., Stimulans; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entdecktes oder entwickeltes und verwendetes den Kreislauf und den Stoffwechsel anregendes Mittel wie etwa Kaffee; BM.: spitzig; F.: Stimulans, Stimulanziens, Stimulantia+FW; Z.: Sti-m-ul-ans
Stimulation, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Stimulation, Anregung; ne. stimulation; Vw.: -; Hw.: s. stimulieren, Stimulans, Stimulus; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. stimulātio; E.: s. lat. stimulātio, F., Reizung, Sporn, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. stimulāre, V., mit dem Stachel stechen, stacheln, martern, quälen, beunruhigen, anspornen; vgl. lat. stimulus, M., Stachel, Fußangel, Treibstachel, Treibstecken, Qual, Ansporn; vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. stimulieren, DW 18, 3141, Duden s. u. Stimulation; Son.: vgl. nndl. stimulatie, Sb., Stimulation; frz. stimulation, F., Stimulation; poln. stymulacja, F., Stimulation; GB.: vielleicht seit der 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Anregung und ein Angeregtwerden; BM.: spitzig; F.: Stimulation, Stimulationen+FW(+EW?); Z.: Sti-m-ul-at-io-n
stimulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stimulieren, anregen; ne. stimulate; Vw.: -; Hw.: s. Stimulans, Stimulation, Stimulus; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. stimulāre; E.: s. lat. stimulāre, V., mit dem Stachel stechen, stacheln, martern, quälen, beunruhigen, anspornen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stimulus, M., Stachel, Fußangel, Treibstachel, Treibstecken, Qual, Ansporn; vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. stimulieren, DW 18, 3141, EWD s. u. stimulieren, Duden s. u. stimulieren; Son.: vgl. nndl. stimuleren, V., stimulieren; frz. stimuler, V., stimulieren; nschw. stimulera, V., stimulieren; nnorw. stimulere, V., stimulieren; poln. stymulować, V., stimulieren; lit. stimuliuoti, V., stimulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter teilweiser Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für jemanden oder etwas anregen; BM.: spitzig; F.: stimulieren, stimuliere, stimulierst, stimuliert, stimulierest, stimulieret, stimulierte, stimuliertest, stimulierten, stimuliertet, ##stimuliert, stimulierte, stimuliertes, stimuliertem, stimulierten, stimulierter##, stimulierend, ###stimulierend, stimulierende, stimulierendes, stimulierendem, stimulierenden, stimulierender###, stimulier (!)+FW(+EW); Z.: sti-m-ul-ier-en
Stimulus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stimulus, Reiz, Anregung; ne. stimulus; Vw.: -; Hw.: s. stimulieren, Stimulans, Stimulation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. stimulus; E.: s. lat. stimulus, M., Stachel, Fußangel, Treibstachel, Treibstecken, Qual, Ansporn, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); L.: Kluge s. u. stimulieren, fehlt DW, EWD s. u. stimulieren, Duden s. u. Stimulus; Son.: vgl. frz. stimulus, M., Stimulus; nschw. stimulus, N., Sb., Stimulus; nnorw. stimulus, M., Stimulus; lit. stimulas, M., Stimulus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen eine Reaktion auslösenden Reiz oder eine Anregung); BM.: spitzig; F.: Stimulus, Stimuli+FW; Z.: Sti-mu-l-us
stinken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. stinken, unangenehm riechen, üblen Geruch verbreiten; ne. stink (V.); Vw.: -; Hw.: s. stänkern, Stunk; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stinken (1), st. V., riechen, duften, stinken, durch Geruchssinn wahrnehmen; mnd. stinken, st. V., stinken, üblen Geruch verbreiten, verwerflich sein (V.), widerwärtig sein (V.), unrein sein (V.), unzüchtig sein (V.), aussätzig sein (V.); mnl. stinken, V., stinken; ahd. stinkan*, stincan*, st. V. (3a), riechen, duften, stinken; as. -; anfrk. stinkan*, stincon*, st. V. (3a), stinken, duften; germ. *stenkwan, *stinkwan, st. V., stinken; s. idg. *steug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. steu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stinken, Kluge s. u. stinken, EWD s. u. stinken, DW 18, 3146, Falk/Torp 481, Seebold 471, Duden s. u. stinken, Bluhme s. u. stinken; Son.: vgl. afries. -; ae. stincan (1), st. V. (3a), stinken, riechen, duften, schnüffeln; an. støkkva (1), st. V. (3a), springen, bersten, spritzen, fliehen; got. stigqan, st. V. (3,1), stoßen, zusammenstoßen; nndl. stinken, V., stinken; nschw. stinka, V., stinken; nnorw. stinke, V., stinken; GB.: (stinkan) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens des Menschen und höherer Lebewesen mögliches unangenehm riechen; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: stinken, stinke, stinkst, stinkt, stinkest, stinket, stank, stankst, stanken, stankt, stänke, stänkest, stänken, stänket, gestunken, ##gestunken##, stinkend, ###stinkend, stinkende, stinkendes, stinkendem, stinkenden, stinkender###, stink (!)+EW; Z.: sti-n-k-en
$stinkfaul, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stinkfaul, sehr faul; E.: s. stink(end), s. faul; L.: DW 18, 3166, EWD s. u. faul; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus stink(en) und stink(end) sowie faul gebildete Bezeichnung für sehr faul oder so faul dass es schon stinkt; F.: stinkfaul, stinkfaule, stinkfaules, stinkfaulem, stinkfaulen, stinkfauler(, stinkfaulere, stinkfauleres, stinkfaulerem, stinkfauleren, stinkfaulerer, stinkfaulst, stinkfaulste, stinkfaulstes, stinkfaulstem, stinkfaulsten, stinkfaulster)+EW; Z.: sti-n-k—fau-l
$Stinktier, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Stinktier; E.: s. stink(en), s. Tier; L.: DW 18, 3171, EWD s. u. stinken; GB.: seit 1783 belegte und aus stinke(en) und Tier gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen zu seiner Verteidigung eine stinkende Flüssigkeit ausspritzenden Marder (Skunk); F.: Stinktier, Stinktiers, Stinktieres, Stinktiere, Stinktieren+EW; Z.: Sti-n-k—tie-r
$stinkvornehm, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. stinkvornehm, sehr vornehm, unangenehm vornehm; E.: s. stink(en), s. vornehm; L.: Kluge s. u. stinken, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus stink(en) und vornehm gebildete Bezeichnung für äußerst vornehm oder sehr vornehm oder unangenehm vornehm; F.: stinkvornehm, stinkvornehme, stinkvornehmes, stinkvornehmem, stinkvornehmen, stinkvornehmer+EW; Z.: sti-n-k—vor—nehm
Stint, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stint, ein kleiner Fisch; ne. a fish (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: mhd. stinz, st. M., Stinz, Stint; mhd. stinze, sw. M., „Stinz“, Stint; mnd. stint, M., Stint, ein Fisch, Spierling, Grundel; germ. *stent, Sb., Stint; wohl zu germ. *stunta-, *stuntaz, Adj., kurz, knapp, dumm, stumpf; s. idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stint, DW 18, 3172, EWD s. u. Stint, Duden s. u. Stint, Bluhme s. u. Stint; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit germ. *stunta-(kurz) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen silberglänzenden und zu den Lachsen gehörenden und mit Gräten und Schwanz gebraten gegessenen Fisch; BM.: kurz bzw. stoßen?; F.: Stint, Stintes, Stints, Stinte, Stinten+FW; Z.: Sti-n-t
Stipendiat, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Stipendiat, mit Hilfe eines Stipendiums Studierender oder Forschung Betreibender; ne. fellow (M.), fellowship holder; Vw.: -; Hw.: s. Stipendium; Q.: 1. Viertel 17. Jh.?; E.: s. mnd. stīpendiat, M., Stipendiat, Inhaber eines Studentenstipendiums; vgl. lat. stīpendium, N., Steuer (F.), Tribut, Zoll (N.) (2), Strafe, Beistand, Unterstützung, Sold, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. stips, F., Beitrag an Geld, Gabe, Spende, Gebühr, Almosen; idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015?; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010? (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stipendium, DW 18, 3173, Duden s. u. Stipendiat; Son.: vgl. nnorw. stipendiat, M., Stipendiat; poln. stypendysta, M., Stipendiat; lit. stipendininkas, M., Stipendiat; GB.: vielleicht seit 1. Viertel 17. Jh. mnd. belegte und mit lat. stipendium und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit Hilfe eines Stipendiums Studierenden oder Forschung Betreibenden; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Stipendiat, Stipendiats, Stipendiates, Stipendiate, Stipendiaten+FW; Z.: Sti-pen-d-i-at
Stipendium, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Stipendium, finanzielle Unterstützung; ne. stipend; Vw.: -; Hw.: s. Stipendiat; Q.: um 1500; I.: Lw. lat. stīpendium; E.: s. mnd. stīpendium, N., Stipendium, finanzielle Unterstützung für Studienzwecke; lat. stīpendium, N., Steuer (F.), Tribut, Zoll (M.) (2), Strafe, Beistand, Unterstützung, Sold, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. stips, F., Beitrag an Geld, Gabe, Spende, Gebühr, Almosen; idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015?; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010? (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); lat. pendere, V., wägen, abwägen, beurteilen, schätzen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stipendium, DW 18, 3174, EWD s. u. Stipendium,Duden s. u. Stipendium; Son.: vgl. nndl. stipendium, Sb., Stipendium; frz. stipendier, V., bestechen; nschw. stipendium, N., Stipendium; nnorw. stipendium, N., Stipendium; poln. stypendium, N., Stipendium; nir. stipinn, F., Stipendium; lit. stipendija, F., Stipendium; GB.: seit um 1500 mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterstützung zu einer Finanzierung eines Studiums oder künstlerischer oder sonstiger geistiger Tätigkeit(en); BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Stipendium, Stipendiums, Stipendien+FW; Z.: Sti-pen-d-i-um
$Stippe, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Stippe; Stich, Soße, eine Angeltechnik; E.: s. stippe(n); L.: DW 18, 3176, EWD s. u. stippen; GB.: vielleicht seit 1425 nd. belegte und mit stippen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Stich oder eine Soße oder eine Angeltechnik; F.: Stippe, Stippen+EW; Z.: Stip-p-e
stippen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stippen, stechen, leicht anstoßen, in eine Soße eintunken; ne. dunk (V.), dip (V.); Vw.: -; Hw.: s. steppen (1); Q.: 16. Jh.; E.: Nebenform von steppen (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. stippen, DW 18, 3177, EWD s. u. stippen Duden s. u. stippen, Bluhme s. u. steppen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie mit steppen verbindbare Bezeichnung für stechen oder leicht anstoßen oder in eine Soße eintunken; BM.: einstechen bzw. lautsymbolisch?; F.: stippen (!), stippe (!), stippst, stippt, stippest, stippet, stippte, stipptest, stippten, stipptet, gestippt, ##gestippt, gestippte, gestipptes, gestipptem, gestippten, gestippter##, stippend, ###stippend, stippende, stippendes, stippendem, stippenden, stippender###, stipp (!)+EW; Z.: stip-p-en
Stippvisite, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Stippvisite, Kurzbesuch; ne. flying visit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: das Vorderglied stammt aus dem Niederdeutschen, s. nd. Stipp, M.?, Punkt; mnd. stippe, stip, N., Punkt, Tupf, Hautmal, Hautfleck, Tüpfel, kleiner Farbfleck, Pausenzeichen? (Bedeutung örtlich beschränkt); as. stip, st. N. (a), Punkt; lat. stīpes, M., Pfahl, Stock; idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015; vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); Hinterglied s. nhd. Visite; L.: Kluge s. u. Stippvisite, DW 18, 3180, EWD s. u. stippen, Duden s. u. Stippvisite; Son.: vgl. nndl. stip, Sb., Punkt, Tupfen; ne. stipple, N., Stippchen (entzündliches kleines Knötchen); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Stipp(e) (Punkt) und Visite gebildete Bezeichnung für einen Kurzbesuch; BM.: Punkt, sehen; F.: Stippvisite, Stippvisiten+EW+FW; Z.: Stipp-vi-s-it-e
Stipulation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stipulation, Abmachung, Übereinkunft, Vertrag; ne. stipulation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. stipulātio; E.: s. lat. stipulātio, F., förmliche Anfrage, Stipulation, Versprechen, Vertrag, Kontrakt, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. stīpāre, V., zusammenpressen, zusammenhäufen, vollstopfen, stopfen, zusammenpacken; idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015 (1753/225) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stipulation, DW 18, 3180, Duden s. u. Stipulation; Son.: vgl. nschw. stipulation, Sb., Stipulation; nnorw. stipulasjon, M., Stipulation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zwischen Menschen sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Abmachung oder Übereinkunft oder einen Vertrag; BM.: verdichten; F.: Stipulation, Stipulationen+FW(+EW?); Z.: Sti-p-ul-at-io-n
Stirne, Stirn, nhd., F., (11./12. Jh.): nhd. Stirn, Stirne, oberer Teil des Gesichts; ne. forehead; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11./12. Jh. (Glosse); E.: mhd. stirne (1), stiere, sw. F., st. F., Stirn; mnd. stērne (1), sterne, stērn, stern, F., N., Stirn, Stirne, mittleres Kopfstück einer Lederhaut, Abfallleder; mnl. sterne, stern, F., Stirn, Stirne; ahd. stirna, st. F. (ō), sw. F. (n), Stirn, Stirn; as. -; anfrk. -; germ. *sternjō, st. F. (ō), Stirn; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stirn, Kluge s. u. Stirn, DW 18, 3181, EWD s. u. Stirn, Falk/Torp 485, Duden s. u. Stirne, Bluhme s. u. Stirn; Son.: vgl. afries. -; ae. steornede, Adj., dreist; an. -; got. -; ai. stṛṇā́ti, V., streut; gr. στορνύναι (stornýnai), V., ausbreiten, zurechtmachen, bedecken; lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; ksl. prostrěti, ‚V., streuen; GB.: (stirna) seit 11./12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den oberen Teil des Gesichts höherer Lebewesen; BM.: breiten; F.: Stirne, Stirn, Stirnen+EW; Z.: Stir-n
$Stirnfläche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stirnfläche; E.: s. Stirn, s. Fläche; L.: DW 18, 3200, EWD s. u. Stirn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stirn und Fläche gebildete Bezeichnung für die vordere oder obere Fläche einer sachlich schon früher möglichen räumlichen Gegebenheit; F.: Stirnfläche, Stirnflächen+EW; Z.: Stir-n—fläch-e
$stirnig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stirnig, Stirn betreffend; Vw.: s. eng-; E.: s. Stirn, s. ig; L.: DW 18, 3202 (stirnig 2); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stirn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Stirn mögliches die Stirn betreffend; F.: stirnig, stirnige, stirniges, stirnigem, stirnigen, stirniger+EW; Z.: stir-n-ig
$Stirnwand, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stirnwand, Vorderwand; E.: s. Stirn, s. Wand; L.: DW 18, 3213, EWD s. u. Stirn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stirn und Wand gebildete Vorderwand einer sachlich auch schon früher möglichen räumlichen Gegebenheit; F.: Stirnwand, Stirnwände, Stirnwänden+EW; Z.: Stir-n—wa-nd
...stituieren, nhd., V., (15. Jh.?) nhd. ...stituieren; ne. ...stitute; Vw.: nhd. ...stituieren; s. (in-,) kon-, pro-, re-, sub-; Hw.: s. ...stitution; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mhd. ...stituieren, Suff., ...stituieren; mnd. ...stituēren, Suff., ...stituieren; lat. ...stituiere, sw. V., ...stituere; lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen, bestimmen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. ...stitueren, Suff., ...stituieren; frz. ...stituer, Suff., ...stituieren; nschw. ...stituera, Suff., ...stituieren; nnorw. ...stituere, Suff., ...stituieren; poln. ...stytuować, Suff., ...stituieren; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Stellens oder Setzens verwendete Bezeichnung; BM.: begründen; F.: ...stituieren, ...stituiere, ...stituierst, ...stituiert, ...stituierest, ...stituieret, ...stituierte, ...stituiertest, ...stituierten, ...stituiertet, ##...stituiert, ...stituierte, ...stituiertes, ...stituiertem, ...stituierten, ...stituierter##, ...stituierend, ###...stituierend, ...stituierende, ...stituierendes, ...stituierendem, ...stituierenden, ...stituierender###, ...stituier (!)+FW(+EW?); Z.: -sti-tu-ier-en
...stitution, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...stitution; ne. ...stitution; Vw.: s. In-, (Kon-,) Pro-, Re, -Sub-; Hw.: s. ...tituieren; Q.: 15. Jh.?); I.: lat. Lw.; E.: s. mnd. ...stitūtiōn, Suff., ...stitution; lat. ...stitūtio, Suff., ...stitution; lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: nndl. ...stitutie, Suff., ...stitution; frz. ...stitution, Suff., ...stitution; nschw. ...stitution, Suff., ...stitution; nnorw. ...stitusjon, vpoln. ...stytucja, Suff., ...stitution; lit. ...stitutcija, Suff., ...stitution; GB.: vielleicht seit 15. Jh. (mnd.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Stellens oder Setzens verwendete Bezeichnung; BM.: begründen; F.: ...stitution, ...stitutionen+FW(+EW); Z.: -sti-tu-t-io-n
$Stöber, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Stöber; E.: s. stöber(n); L.: DW 19, 2, EWD s. u. stöbern; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und mit stöber(n) verbindbare Bezeichnung für eine Art kleiner Jagdhund; F.: Stöber, Stöbers, Stöbern+EW; Z.: Stö-b-er
stöbern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stöbern, wirbelnd umherfliegen, suchen; ne. browse (V.); Vw.: -; Hw.: s. stieben; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. stȫveren, stoeveren, steifferen, steiferen, sw. V., stöbern, scheuchen, wegjagen, forttreiben, Beine machen; s. mnd. stȫven, sw. V., stäuben, streuen, ausstauben, von Staub reinigen, aufspüren; mhd. stouben, stöuben, sw. V.: nhd. Staub aufwirbeln, sich mit Staub bedecken, aufstöbern; mhd. stieben, stiuben, st. V., stieben, Funken sprühen, wie Staub auffliegen, umherfliegen, umherstieben, fliegen über, stauben, stäuben, schnell laufen; mnd. stūven (2), stuven, st. V., stieben, herausfliegen, schwirren, schwärmen, auffliegen, umherwirbeln, wirbeln; ahd. stioban*, st. V. (2a), stäuben, stieben; germ. *steuban, st. V., stieben; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stöbern, Kluge s. u. stöbern, DW 19, 3, EWD s. u. stöbern 1, Duden s. u. stöbern, Bluhme s. u. stoebern; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wirbelnd umherfliegen oder suchen; BM.: wehen; F.: stöbern, stöbere, stöber (!), stöbre (!), stöberst, stöbert, stöberte, stöbertest, stöberten, stöbertet, gestöbert, ##gestöbert, gestöbertes, gestöbertem, gestöberten, gestöberter##, stöbernd, ###stöbernd, stöbernde, stöberndes, stöberndem, stöbernden, stöbernder###, stöber (!)+EW; Z.: stö-b-er-n
$Stocher, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Stocher; Vw.: s. Zahn-; E.: s. stocher(n); L.: Kluge s. u. stochern, DW 19, 6, EWD s. u. stochern; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit stochern verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Stochernden oder ein von Menschen zu einem Stochern oder Hineinstechen entwickeltes und verwendetes kleines Gerät; F.: Stocher, Stochers, Stochern+EW; Z.: Sto-ch-er
stochern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stochern, hineinstechen; ne. poke (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stock, Stocker; Q.: 16. Jh.; E.: wohl von nd. stoken, V., stochern; vgl. nndl. stoken, V., heizen; ne. stoke, V., schüren; letztlich von Stock, s. ahd. stok, stoc, st. M. (a), Stock, Stumpf, Block um die Füße der Gefangenen; as. stok, stokk*, st. M. (a), Stock, Stängel, Stengel; anfrk. -; germ. *stukka-, *stukkaz, st. M. (a), Stock, Stumpf; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stocher, Kluge s. u. stochern, DW 19, 7, EWD s. u. stochern, Duden s. u. stochern, Bluhme s. u. stochern; GB.: seit 16. Jh. belegte und letztlich mit Stock und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit einem Gegenstand wiederholt in etwas hineinstechen; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: stochern (!), stochere, stocher (!), stochre (!), stocherst, stochert, stocherte, stochertest, stocherten, stochertet, gestochert, ##gestochert, gestochertes, gestochertem, gestocherten, gestocherter##, stochernd, ###stochernd, stochernde, stocherndes, stocherndem, stochernden, stochernder###, stocher (!)+EW; Z.: sto-ch-er-n
Stock, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stock, Baumstumpf; ne. stick (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stocker, stochern; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stoc, st. M., Stock, Pfahl, Knüttel, Stab, Grenzpfahl, Baumstamm, Baumstumpf, Holzklotz; mnd. stok, stock, M., Stock, Wanderstock, Gehstock, Stecken (M.) des Hirten, Stab zum Losen, Kerbstock; mnl. stoc, M., Stock; ahd. stok, stoc, st. M. (a), Stock, Stumpf, Block um die Füße der Gefangenen; as. stok, stokk*, st. M. (a), Stock, Stängel, Stengel; anfrk. -; germ. *stukka-, *stukkaz, st. M. (a), Stock, Stumpf; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stock, Kluge s. u. Stock, DW 19, 10, EWD s. u. Stock, Falk/Torp 494, Duden s. u. Stock, Bluhme s. u. Stock; Son.: vgl. afries. stokk, stok, st. M. (a), Stock, Stab; nfries. stoack; ae. stūc, Sb., Haufe, Haufen; ae. stocc, st. N. (a), Stock, Stamm, Stumpf, Block, Klotz, Pfahl, Trompete; an. stokkr, st. M. (a), Stock, Balken; got. -; nndl. stok, Sb., Stock; nschw. stock, Sb., Stock; nnorw. stokk, M., Stock; ai. tujáti, V., drängt, stößt; mir. tūag, Sb., Axt, Bogen; lit. stū́gti, V., in die Höhe stehen; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von einem Baum oder Strauch abgeschnittenen meist gerade gewachsenen dünnen Ast oder Teil eines Astes der besonders als Stütze benutzt wird oder auch einen Baumstumpf; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: Stock, Stockes, Stocks, Stöcke, Stöcken+EW; Z.: Sto-ck
$Stöckelschuh, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stöckelschuh; E.: s. Stöckel, s. Schuh; L.: Kluge s. u. Stöckelschuh, DW 19, 60; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stöckel (für einen kleinen Stock) und Schuh gebildete Bezeichnung für seinen von Menschen seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten Schuh mit einem hohen Absatz (Stock); F.: Stöckelschuh, Stöckelschuhs, Stöckelschuhes, Stöckelschuhe, Stöckelschuhen+EW; Z.: Stö-ck-el—schuh
stocken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. stocken, steif werden, gerinnen, fleckig werden; ne. curdle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1295 (Urkunde); E.: s. mhd. stocken, sw. V., stocken, ausreuten, Wurzelstöcke ausroden, mit Grenzpfählen versehen (V.), in das Gefängnis setzen, steif machen; s. mhd. stoc, st. M., Stock, Pfahl; ahd. stok, stoc, st. M. (a), Stock, Stumpf, Block um die Füße der Gefangenen; germ. *stukka-, *stukkaz, st. M. (a), Stock, Stumpf; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stocken, DW 19, 83?, EWD s. u. stocken, Duden s. u. stocken; GB.: seit 1295 belegte und aus Stock und en (Suff.) gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches steif werden oder gerinnen einer Flüssigkeit oder fleckig werden; BM.: stocksteif werden bzw. schlagen; F.: stocken, stocke (!), stockst, stockt, stockest, stocket, stockte, stocktest, stockten, stocktet, gestockt, ##gestockt, gestockte, gestocktes, gestocktem, gestockten, gestockter##, stockend, ###stockend, stockende, stockendes, stockendem, stockenden, stockender###, stock (!)+EW; Z.: sto-ck-en
Stockente, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Stockente, Märzente, Wildente; ne. mallard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Stock, Ente; L.: Kluge s. u. Stockente, DW 19, 84, Duden s. u. Stockente; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine Ente mit braunem Gefieder bei der das Männchen einen dunkelgrünen Kopf und einen gelben Schnabel hat; BM.: Benennung nach dem Nisten der Stockente in Wurzelstöcken; F.: Stockente, Stockenten+EW; Z.: Sto-ck—ent-e
Stocker, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Stocker, Stockmeister, Gefängniswärter; ne. jailer; Vw.: -; Hw.: s. Stock, stochern; Q.: 1288 (Urkunde); E.: mhd. stockære*, stocker, st. M., Stocker, Stockwärter, Stockmeister, Gefängniswärter; mnd. stöckære*, stöcker, stocker, M., Gefängniswärter, Stockmeister, Gerichtsdiener, Büttel, Henker; s. mhd. stoc, st. M., Stock, Pfahl, Knüttel, Stab, Grenzpfahl, Baumstamm, Baumstumpf, Holzklotz, Weinstock; ahd. stok, stoc, st. M. (a), Stock, Stumpf, Block um die Füße der Gefangenen; germ. *stukka-, *stukkaz, st. M. (a), Stock, Stumpf; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stocker, DW 19, 85, Duden s. u. Stocker; GB.: seit 1288 belegte und aus Stock und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nach Vorläufern in den Hochkulturen des Altertums sachlich seit dieser Zeit von Menschen infolge Arbeitsteilung entwickelten und verwendeten Gefangenenwärter (Stockwärter); BM.: Stock (verwendet zu der Bestrafung); F.: Stocker, Stockers, Stockern+EW; Z.: Sto-ck-er
$Stockfisch, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Stockfisch; E.: s. Stock, s. Fisch: L.: Kluge s. u. Stockfisch, DW 19, 91, EWD s. u. Stock; GB.: seit 1295 belegte und aus Stock und Fisch gebildete Bezeichnung für einen an Stöcken in der Luft getrockneten Fisch; F.: Stockfisch, Stockfischs, Stockfisches, Stockfische, Stockfischen+EW; Z.: Sto-ck—fisch
$Stockfleck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stockfleck; E.: s. stock(en), s. Fleck; L.: Kluge s. u. Stockfleck, DW 19, 99, EWD s. u. stocken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stock(en) und Fleck gebildete Bezeichnung für einen durch Feuchtigkeit in dumpfer Luft ohne ausreichende Versorgung mit frischer Luft verursachten Fleck; F.: Stockfleck, Stockflecks, Stockfleckes, Stockflecken, Stockflecke+EW; Z.: Stock—fle-ck
$stockig, (stöckig,) nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stockig, stöckig; E.: s. Stock, s. ig, L.: EWD s. u. stocken, DW 19, 105; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stock und ig gebildete Bezeichnung für Stock habend oder Stock betreffend oder auch fleckig; F.: stockig, stockige, stockiges, stockigem, stockigen, stockiger(, stockigere, stockigeres, stockigerem, stockigeren, stockigerer, stockigst, stockigste, stockigstes, stockigstem, stockigsten, stockigster)+EW; Z.: sto-ck-ig
$Stockschnupfen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stockschnupfen, stockender Schnupfen; E.: s. stock(en), s. Schnupfen; L.: DW 19, 124, EWD s. u. stocken; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus stock(en) und Schnupfen gebildete Bezeichnung für einen stockenden Schnupfen in Gegensatz zu einem fließenden Schnupfen; F.: Stockschnupfen, Stockschnupfens+EW; Z.: Sto-ck—schnu-pf-en
$Stockwerk, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Stockwerk; E.: s. Stock, s. Werk; L.: Kluge s. u. Stockwerk, DW 19, 133, Duden s. u. Stockwerk; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stock und Werk gebildete Bezeichnung für das Geschoss eines Bauwerks wie etwa das Erdgeschoss oder den ersten oder einen höheren Stock; F.: Stockwerk, Stockwerks, Stockwerkes, Stockwerke, Stockwerken+EW; Z.: Sto-ck—werk
$Stockzahn, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stockzahn, Backenzahn; E.: s. Stock, s. Zahn; L.: Kluge s. u. Stockzahn, DW 19, 138; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stock und Zahn gebildete Bezeichnung für einen einem Wurzelstock in der Form ähnlichen Backenzahn; F.: Stockzahn, Stockzahns, Stockzahnes, Stockzähne, Stockzähnen+EW; Z.: Sto-ck—z-ah-n
Stoff, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stoff, Materie, Gewebe; ne. stuff (N.), fabric (N.); Vw.: (s. Bau-, s. Brenn-, s. Harn-, s. Kohlen-, s. Kunst-, s. Roh-, s. Sauer-, s. Stick-, s. Süß, s. Wasser-, s. Zell-); Hw.: s. Staffage; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. mnl. stoffe; E.: s. mnl. stoffe, Sb., Stoff; afrz. estoffe, Sb., Stoff; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Stoff, Kluge s. u. Stoff, DW 19, 133, EWD s. u. Stoff, Duden s. u. Stoff, Bluhme s. u. Stoff; Son.: vgl. nndl. stof, Sb., Stoff; frz. étoffe, F., Stoff; nschw. stoff, Sb., Stoff; nnorw. stoff, N., Stoff; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein aus Garn bestehendes Gewebe oder auch eine andere Gegebenheit; BM.: ?; F.: Stoff, Stoffes, Stoffs, Stoffe, Stoffen+FW; Z.: Stoff
Stoffel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stoffel, Tölpel, ungehobelter Mann; ne. boor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von dem PN Christoph, Christophorus, M.=PN, Christusträger; gr. χριστός (christós), M., Gesalbter, Christus, (Lüs. hebr. māsīah, maschiach, Sb., Messias, Gesalbter); vgl. gr. χρίειν (chríein), V., bestreichen, salben, färben; idg. *gʰrēi-, *gʰrei-, *gʰrəi-, *gʰrī-, V., streichen, streifen, beschmieren, Pokorny 457 (670/86) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); idg. *gʰer- (2), V., reiben, streichen, Pokorny 439 (633/49) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt., slaw.); gr. φέρειν (phérein), V., tragen, bringen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Stoffel, Kluge s. u. Stoffel, DW 19, 163, EWD s. u. Stoffel, Duden s. u. Stoffel; Son.: vgl. nndl. stoffel, Sb., Stoffel; GB.: seit 16. Jh. belegte und von dem PN Christoph(el) abgeleitete Bezeichnung für einen Tölpel oder einen ungehobelten Mann; BM.: von der Gutmütigkeit des Christopherus abgeleitet bzw. Christus, tragen; F.: Stoffel, Stoffels, Stoffeln+FW(+EW); Z.: Sto-f-f-el
$stoffelig, stofflig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stoffelig; E.: s. Stoffel, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Stoffel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stoffel und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für ungehobelt oder tölpelig; F.: stoffelig, stoffelige, stoffeliges, stoffeligem, stoffeligen, stoffeliger(, stoffeligere, stoffeligeres, stoffeligerem, stoffeligeren, stoffeligerer, stoffeligst, stoffeligste, stoffeligstes, stoffeligstem, stoffeligsten, stoffeligster,) stofflig, stofflige, stoffliges, stoffligem, stoffligen, stoffliger(, stoffligere, stoffligeres, stoffligerem, stoffligeren, stoffligerer, stoffligst, stoffligste, stoffligstes, stoffligstem, stoffligsten, stoffligster)+FW8+EW); Z.: sto-f-f-el-ig
$stofflich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. stofflich; E.: s. Stoff, s. lich; L.: Kluge s. u. Stoff, DW 19, 169, EWD s. u. Stoff; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stoff und lich gebildete Bezeichnung für Stoff betreffend; F.: stofflich, stoffliche, stoffliches, stofflichem, stofflichen, stofflicher+FW+EW; Z.: stoff-lich
$Stoffwechsel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stoffwechsel; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Stoff, s. Wechsel; L.:, DW 19, 176, EWD s. u. Stoff; GB.: seit 1843 belegte und aus Stoff und Wechsel gebildete Bezeichnung für den Wandel der organische Wesen bildenden Stoffe (Metabolismus) durch den in jeder einzelnen Zelle von Lebewesen und vor allem in der Leber in die das Blut aus dem Darm die Nährstoffe bringt die Bestandteile der von außen durch Essen aufgenommenen Nahrung aufgebaut oder umgebaut oder abgebaut werden; F.: Stoffwechsel, Stoffwechsels, Stoffwechseln+FW+EW; Z.: Stoff—wech-s-el
stöhnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. stöhnen, klagen, mit einem lang gezogenen Laut schwer ausatmen; ne. groan (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. stenen, sw. V., stöhnen; mnd. stēnen (3), sw. V., stöhnen, keuchen; mnd. stȫnen (2), sw. V., stöhnen; mnl. stēnen, st. V., sw. V., stöhnen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *stanjan, sw. V., stöhnen; germ. *stenan, st. V., stöhnen, brüllen; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stöhnen, Kluge s. u. stöhnen, DW 19, 178, EWD s. u. stöhnen, Falk/Torp 481, Seebold 469, Duden s. u. stöhnen, Bluhme s. u. stoehnen; Son.: vgl. afries. -; ae. stenan, st. V. (4)?, seufzen, stöhnen; ae. stunian (1), sw. V. (2), krachen, tönen, brüllen; an. stynja, sw. V. (1), stöhnen; got. -; ?ai. stánati, V., donnert, brüllt; gr. στένειν (sténein) (1), στείνειν (steínein), V., stöhnen, laut klagen, ächzen; lit. stenė́ti, V., stöhnen, ächzen; ksl. stenati, V., stöhnen; GB.: (stenen) seit 14. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit einem lang gezogenen Laut schwer ausatmen; BM.: dröhnen; F.: stöhnen, stöhne, stöhnst, stöhnt, stöhnest, stöhnet, stöhnte, stöhntest, stöhnten, stöhntet, gestöhnt, ##gestöhnt, gestöhnte, gestöhntes, gestöhntem, gestöhnten, gestöhnter##, stöhnend, ###stöhnend, stöhnende, stöhnendes, stöhnendem, stöhnenden, stöhnender###, stöhn (!)+EW; Z.: stöhn-en
Stoiker, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stoiker, Anhänger der Stoa, gelassener oder unerschütterlicher oder gleichmütiger Mensch; ne. stoic (M.); Vw.: -; Hw.: s. stoisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. stōicus; E.: s. lat. stōicus, M., Stoiker, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. stōicus, Adj., stoisch; gr. Στωικός (Stōikós), Adj., stoisch, zur Stoa gehörig; vgl. gr. στοά (stoá), F., Säule (F.) (1), Säulenhalle; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stoisch, EWD s. u. stoisch, DW 19, 191, Duden s. u. Stoiker; Son.: vgl. nndl. stoïcijn, Sb., Stoiker; nnorw. stoiker, M., Stoiker; poln. stoik, M., Stoiker; kymr. stoic, M., Stoiker; nir. stóch, M., Stoiker; lit. stoikas, M., Stoiker; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen gelassenen oder unerschütterlichen oder gleichmütigen Menschen; BM.: stehen; F.: Stoiker, Stoikers, Stoikern+FW+EW; Z.: Sto-ik-er
stoisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. stoisch, unerschütterlich, gleichmütig, gelassen; ne. stoic (Adj.), stoical; Vw.: -; Hw.: s. Stoiker; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. stōicus; E.: s. lat. stōicus, Adj., stoisch, (116-27 v. Chr.); gr. Στωικός (Stōikós), Adj., stoisch, zur Stoa gehörig; vgl. gr. στοά (stoá), F., Säule (F.) (1), Säulenhalle; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stoisch, DW 19, 192, EWD s. u. stoisch, Duden s. u. stoisch; Son.: vgl. nndl. stoïcijns, Adj., stoisch; frz. stoïque, Adj., stoisch; nschw. stoisk, Adj., stoisch; nnorw. stoisk, Adj., stoisch; poln. stoicki, Adj., stoisch; kymr. stoicaidd, Adj., stoisch; nir. stóch, Adj., stoisch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Stoa betreffend oder gelassen oder unerschütterlich oder gleichmütig; BM.: stehen; F.: stoisch, stoische, stoisches, stoischem, stoischen, stoischer(, stoischere, stoischeres, stoischerem, stoischeren, stoischerer, stoischst, stoischste, stoischstes, stoischstem, stoischsten, stoischster)+FW(+EW); Z.: sto-isch
$Stoizismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stoizismus, Gleichmut, Gleichmütigkeit, Gelassenheit; E.: s. Sto(a), s. z, s. ismus; L.: fehlt DW, EWD s. u. stoisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sto(a) und z sowie ismus gebildete Bezeichnung für die von der Stoa ausgehende Geisteshaltung der Gleichmütigkeit oder Gelassenheit; F.: Stoizismus+FW; Z.: Sto-iz-ism-us
Stola, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stola, priesterliches Gewandstück, Überwurf; ne. stole (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. stōle, stōl, st. F., sw. F., Priesterbinde, Priestergewand, Stola des Messpriesters; mnd. stōle, F., Stola, Binde des Messpriesters, weißes Gewand; lat.-ahd.? stōla, F., priesterliche Stola; lat. stola, F., langes Kleid, Stola, (204-169 v. Chr.); gr. στολή (stolḗ), F., Ausrüstung, Kleid, Gewand; vgl. gr. στέλλειν (stéllein), V., bestellen, kommen lassen, schicken, senden; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stola, DW 19, 194, EWD s. u. Stola, Duden s. u. Stola; Son.: vgl. an. stōla, sw. F. (n), Stola; nndl. stola, Sb., Stola; frz. étola, F., Stola; nschw. stola, Sb., Stola; nnorw. stola, M., Stola; poln. stola, F., Stola; kymr. stola, F., Stola; nir. stoil, F., Stola; GB.: seit um 790 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums über einem Kleid getragenen und um Schultern und Arme gelegten Überwurf; BM.: stellen; F.: Stola, Stolen+FW; Z.: Stol-a
Stolle, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stolle, Stützpfosten, Stollen; ne. pillar, support (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stollen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); I.: Lw.-; E.: mhd. stolle, sw. M., Stütze, Gestellpfosten, Gestell, Tischbein, Stuhlbein, Bergwerksstollen, Stollen, Bettpfosten, Pfosten, Fuß; mnd. stolle, M., Stolle, Stollen im Bergwerk, waagerechter Erzgang; ahd. stollo, sw. M. (n), Pfeiler, Stütze, Pfosten, Gestell, Fußgestell, Sockel, Grundlage; as. -; anfrk. -; germ. *stullō-, *stullōn, *stulla-, *stullan, sw. M. (n), Stolle, Stütze, Gestell; s. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 19, 200; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. stallr (1), st. M. (a), Gerüst, Altar, Stall, Krippe; an. stalli, sw. M. (n), Gestell; got. -; GB.: (stollo) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl schon früher entwickelten und verwendeten Stützpfosten; BM.: stellen bzw. Pfosten; F.: Stolle, Stollen+EW; Z.: Stol-l-e
$Stolle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Stolle; L.: EWD s. u. Stollen; F.: Stolle, Stollen+EW; Z.: Stol-l-e
Stollen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stollen, Gang, ein länglich geformtes Gebäck aus Hefeteig; ne. tunnel (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stolle; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stolle, sw. M., Stütze, Gestellpfosten; mnd. stolle, M., Stolle, Stollen im Bergwerk, waagerechter Erzgang; ahd. stollo, sw. M. (n), Pfeiler, Stütze, Pfosten, Gestell, Fußgestell, Sockel, Grundlage; as. stollo, sw. M. (n), Gestell; anfrk. -; germ. *stullō-, *stullōn, *stulla-, *stullan, sw. M. (n), Stolle, Stütze, Gestell; s. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stolle, Kluge s. u. Stolle, DW 19, 200, EWD s. u. Stollen, Falk/Torp 488, Duden s. u. Stolle, Bluhme s. u. Stollen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. stallr (1), st. M. (a), Gerüst, Altar, Stall, Krippe; an. stalli, sw. M. (n), Gestell; got. -; GB.: (stollo) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen unterirdischen Gang und für ein länglich geformtes Gebäck aus Hefeteig; BM.: stellen bzw. Pfosten; F.: Stollen, Stollens+EW; Z.: Stol-l-en
$stolpen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stolpen, straucheln?; L.: Kluge s. u. stolpern, DW 19, 217; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit stolpern und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches straucheln; F.: stolpen, stolpe, stolpst, stolpt, stolpest, stolpet, stolpte, stolptest, stolpten, stolptet, gestolpt, ##gestolpt, gestolpte, gestolptes, gestolptem, gestolpten, gestolpter##, stolpend, ###stolpend, stolpende, stolpendes, stolpendem, stolpenden, stolpender###, stolp(!)+EW; Z.: stolp-en
stolpern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stolpern, straucheln; ne. stumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. stülpen; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. stülperen, stölperen, stölpern, sw. V., stolpern; s. mnd. stülpen, stulpen, stölpen, sw. V., stülpen, stülpen um etwas abzudecken oder abzuschließen, mit der Öffnung nach unten aufsetzen, über etwas legen, verbergen, umstürzen, umkehren; vgl. mnd. stulpe (1), F., Stulpe, umgeschlagenes Kniestück an hohen Stiefeln; vgl. anord. stolpi, M., Pfosten; letztlich von idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stolpern, Kluge s. u. stolpern, DW 19, 219, EWD s. u. stolpern, Duden s. u. stolpern, Bluhme s. u. stolpern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit stolpen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in dem Gehen oder Laufen mit dem Fuß an ein Hindernis stoßen und dadurch den festen Halt verlieren und straucheln; BM.: stellen; F.: stolpern, stolpere, stolper (!), stolpre (!), stolperst, stolpert, stolperte, stolpertest, stolperten, stolpertet, gestolpert, ##gestolpert, gestolpertes, gestolpertem, gestolperten, gestolperter##, stolpernd, ###stolpernd, stolpernde, stolperndes, stolperndem, stolpernden, stolpernder###, stolper (!)+EW; Z.: stolp-er-n
stolz, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. stolz, stattlich, hochmütig; ne. proud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. stolz, Adj., übermütig, hochgemut; mnd. stolt (1), Adj., stolz, hochgeboren, edel, ritterlich, hochangesehen, vornehm, ruhmvoll, berühmt, wohlgestaltet; mnl. stout, stolt, Adj., tapfer, verwegen; ahd. stolz*, Adj., übermütig, stolz, schnöde, überheblich; as. -; anfrk. -; germ. *stulta-, *stultaz, Adj., stolz, hochmütig; s. idg. *steld-, V., Sb., stellen, Stängel, Pokorny 1020; vgl. idg. stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht auch Entlehnung von lat. stultus, Adj., töricht, einfältig, albern (Adj.), dumm, (um 250-184 v. Chr.); L.: Kluge 1. A. s. u. stolz, Kluge s. u. stolz, DW 19, 231, EWD s. u. stolz, Falk/Torp 489, Heidermanns 563, Duden s. u. stolz, Bluhme s. u. stolz; Son.: Vgl. afries. stult 3, stolt, Adj., stolz; nnordfries. stolt, Adj., stolz; ae. -; an. stoltr, Adj., übermütig, stolz; got. -; nndl. stoug, Adj., kühn, verwegen; nschw. stolt, Adj., stolz; nnorw. stolt, Adj., stolz; GB.: (stolz) seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches stattlich oder hochmütig oder selbstbewusst oder von Selbstbewusstsein und Freude über einen Besitz oder eine Leistung erfüllt; BM.: stellen; F.: stolz, stolze, stolzes, stolzem, stolzen, stolzer(, stolzere, stolzeres, stolzerem, stolzeren, stolzerer, stolzest, stolzeste, stolzestes, stolzestem, stolzesten, stolzester)+FW?+EW; Z.: stol-z
$Stolz, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stolz; E.: s. stolz; L.: DW 19, 266, EWD s. u. stolz; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit stolz verbindbare Bezeichnung für Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl; F.: Stolz, Stolzes+FW?, +EW; Z.: Stol-z
$stolzieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. stolzieren, stolz schreiten; E.: stolz, s. afrz. ier (Suff.), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. stolzieren, stolz, DW 19, 289, EWD s. u. stolz; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit Stolz und ieren verbindbare Bezeichnung für stolz schreiten; F.: stolzieren, stolziere, stolzierst, stolziert, stolzierest, stolzieret, stolzierte, stolziertest, stolzierten, stolziertet, ##stolziert, stolzierte, stolziertes, stolziertem, stolzierten, stolzierter##, stolzierend, ###stolzierend, stolzierende, stolzierendes, stolzierendem, stolzierenden, stolzierender###, stolzier (!)+FW?(+EW?); Z.: stol-z-ier-en
stopfen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stopfen, füllen, dicht machen; ne. stuff (V.); Vw.: -; Hw.: s. stoppen, Stöpsel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stopfen, sw. V., stechen, stopfen, verstopfen; mnd. stoppen (1), sw. V., stopfen, ausstopfen, zustopfen, verstopfen, anhalten, hindern, undurchlässig machen; mnl. stoppen, sw. V., stopfen, ahd. stopfōn*, stophōn*, sw. V. (2), stupfen, stechen, anstacheln, zur Verzweiflung treiben, verstopfen; anfrk. stuppen*, stuppon*, sw. V. (1), stopfen, verstopfen, verschließen; germ. *stoppōn, sw. V., stopfen, schließen?; vgl. lat. stuppa, stūpa, F., Werg; gr. στύπη, (stýpē), F., Werg; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stöpsel, Kluge s. u. stopfen, DW 19, 308, EWD s. u. stopfen, Duden s. u. stopfen, Bluhme s. u. stopfen; Son.: vgl. afries. stoppia, sw. V. (2), stopfen; ae. stoppian, sw. V. (2), stopfen; an. stoppa, sw. V. (1), stopfen; got. -; nndl. stoppen, V., stopfen; nschw. stoppa, V., stopfen; nisl. stoppa, V., stopfen; GB.: (stopfōn) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches füllen oder dicht machen oder ein Loch mit einem Gewebe ausbessern oder etwas schiebend in etwas hineinstecken; BM.: Werg bzw. sich verdichten; F.: stopfen (!), stopfe, stopfst, stopft, stopfest, stopfet, stopfte, stopftest, stopften, stopftet, gestopft, ##gestopft, gestopfte, gestopftes, gestopftem, gestopften, gestopfter##, stopfend, ###stopfend, stopfende, stopfendes, stopfendem, stopfenden, stopfender###, stopf (!)+FW?+EW; Z.: sto-pf-en
Stopfen, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stopfen, Stöpsel; ne. plug (N.), stopper; Vw.: -; Hw.: s. Stöpsel, stopfen, stoppen, Steppke; Q.: 18. Jh.; E.: Variante zu Stöpsel; letztlich zu ahd. stopfōn*, stophōn*, sw. V. (2), stupfen, stechen, anstacheln, zur Verzweiflung treiben, verstopfen; germ. *stuppjan, sw. V., stupfen, stoßen?; germ. *stoppōn, sw. V., stopfen, schließen?; s. mlat. stuppāre?, V., mit Werg zustopfen; vgl. lat. stuppa, stūpa, F., Werg; gr. στύπη, (stýpē), F., Werg; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stopfen, DW 19, 327, EWD s. u. stopfen, Duden s. u. Stopfen; Son.: vgl. nndl. stop, Sb., Stop, Stopfen; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten runden oder zylinderförmigen Gegenstand aus härterem Material zu einem Verschließen einer Öffnung oder einen Stöpsel; BM.: sich verdichten; F.: Stopfen, Stopfens+FW?+EW; Z.: Sto-pf-en
$Stopfung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Stopfung, Füllung, Dichtmachung; Vw.: s. Ver-; E.: s. stopf(en), s. ung; L.: DW 19, 333; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus stopf(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Füllung oder Dichtmachung; F.: Stopfung, Stopfungen+EW+FW?+EW; Z.: Sto-pf-ung
$stopp, stop, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. stopp, halt (Interj.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 19, 353 (stoppen EWD s. u. stoppen,); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stopp(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches halt (Interj.); F.: stop, stopp+FW+EW; Z.: sto-p-p
$Stopp, Stop, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stopp, Halt; L.: Kluge s. u. stoppen, EWD s. u. stoppen, fehlt DW?; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit stoppen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich Menschen schon früher möglichen Halt; F.: Stopp, Stopps, Stop, Stops+FW+EW; Z.: Sto-p-p
Stoppel, nhd., M., F., (16. Jh.): nhd. Stoppel, Stöpsel?; ne. stubble; Vw.: -; Hw.: s. stoppeln; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. mnd. stoppel (2), stuppel, M., N., Stoppel, stehengebliebener unterer Pflanzenteil, Strohabfall, Spreu, Leichtes, Nichtiges, Vergängliches; mhd. stupfel, st. F., sw. F., Stupfel, Stoppel; ahd. stupfila*, stupfala*, stuphala*, st. F. (ō), Stoppel; germ. *stuppila, F., Stoppel; mlat. stupula, F., Stoppel; s. lat. stipula, F., Halm, Strohhalm; vgl. lat. stīpāre, V., zusammenpressen, zusammenhäufen, vollstopfen; vgl. idg. *stē̆ibʰ-, *stē̆ib-, *stī̆bʰ-, *stī̆b-, *stē̆ip-, *stī̆p-, Sb., Adj., Stange, Stecken (M.), steif, Pokorny 1015; idg. *stāi-, *stī̆-, *sti̯ā-, V., verdichten, drängen, stopfen, gerinnen, stocken, Pokorny 1010 (1746/218) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stoppel, Kluge s. u. Stoppel, DW 19, 335, EWD s. u. Stoppel, Duden s. u. Stoppel, Bluhme s. u. Stoppel; Son.: vgl. nndl. stoppel, Sb., Stoppel; nschw. stubb, Sb., Stoppel; nisl. stubbur, M., Stummel, Stumpf; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den nach dem Mähen stehen gebliebenen Rest des Halmes von Gras oder Getreide; BM.: Halm; F.: Stoppel, Stoppels, Stoppeln+FW+EW; Z.: Sto-p-p-el
$stoppelig, stopplig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stoppelig; L.: DW 19, 347, EWD s. u. Stoppel (Vw.); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stoppel und ig gebildete Bezeichnung für mit Stoppel(n) versehen (Adj.); F.: stoppelig, stoppelige, stoppeliges, stoppeligem, stoppeligen, stoppeliger(, stoppeligere, stoppeligeres, stoppeligerem, stoppeligeren, stoppeligerer, stoppeligst, stoppeligste, stoppeligstes, stoppeligstem, stoppeligsten, stoppeligster), stopplig, stopplige, stoppliges, stoppligem, stoppligen, stoppliger(, stoppligere, stoppligeres, stoppligerem, stoppligeren, stoppligerer, stoppligst, stoppligste, stoppligstes, stoppligstem, stoppligsten, stoppligster)+FW+EW; Z.: sto-p-p-el-ig
stoppeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stoppeln, Ähren lesen; ne. glean, patch (V.) up; Vw.: -; Hw.: s. Stoppel; Q.: 15. Jh.; E.: s. Stoppel; L.: Kluge s. u. stoppeln, DW 19, 349, EWD s. u. Stoppel, Duden s. u. stoppeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Stoppel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes auf abgeernteten Feldern übrig gebliebene Früchte auflesen bzw. Reste zusammenstecken; BM.: Halm; F.: stoppeln, stoppel (!), stopple, stoppelst, stoppelt, stoppelte, stoppeltest, stoppelten, stoppeltet, gestoppelt, ##gestoppelt, gestoppelte, gestoppeltes, gestoppeltem, gestoppelten, gestoppelter##, stoppelnd, ###stoppelnd, stoppelnde, stoppelndes, stoppelndem, stoppelnden, stoppelnder###, stoppel (!)+FW+EW; Z.: sto-p-p-el-n
stoppen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stoppen, anhalten; ne. stop (V.); Vw.: -; Hw.: s. stopfen, Stöpsel, Stopfen; Q.: 18. Jh.; E.: Hybridbildung, von mnd. stoppen (1), sw. V., stopfen, ausstopfen, zustopfen, verstopfen, anhalten, hindern, undurchlässig machen; mnl. stoppen, sw. V., stopfen; und ne. stop, V., stoppen; letztlich von germ. *stuppjan, sw. V., stupfen, stoßen?; germ. *stoppōn, sw. V., stopfen, schließen?; s. mlat. stuppāre?, V., mit Werg zustopfen; vgl. lat. stuppa, stūpa, F., Werg; gr. στύπη, (stýpē), F., Werg; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stoppen, Kluge s. u. stoppen, DW 19, 353, EWD s. u. stoppen, Duden s. u. stoppen, Bluhme s. u. stoppen; Son.: vgl. nndl. stoppen, V., stoppen; frz. stopper, V., stoppen; nschw. stoppa, V., stoppen; nnorw. stoppe, V., stoppen; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelniederländischen und Neuenglischen sowie dem erschließbaren Germanischen und dem Mittellateinischen und Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen schon früher mögliches anhalten oder zu einem Aufhören bringen; BM.: Werg bzw. sich ballen; F.: stoppen, stoppe (!), stoppst, stoppt, stoppest, stoppet, stoppte, stopptest, stoppten, stopptet, gestoppt, ##gestoppt, gestoppte, gestopptes, gestopptem, gestoppten, gestoppter##, stoppend, ###stoppend, stoppende, stoppendes, stoppendem, stoppenden, stoppender###, stopp (!), +FW+EW; Z.: sto-p-p-en
$Stopper, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stopper; E.: s. stopp(en), s. er (er); L.: Kluge s. u. stoppen, DW 19, 353, EWD s. u. stoppen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus stopp(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für etwas Anhaltendes (Stoppendes); F.: Stopper, Stoppers, Stoppern+FW+EW; Z.: Sto-p-p-er
$Stopplicht, Stoplicht, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Stopplicht; E.: s. Stopp, s. Licht; L.: fehlt DW EWD s. u. stoppen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Stopp und Licht gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Halt anzeigendes oder erforderndes Licht; F.: Stopplicht, Stopplichtes, Stopplichts, Stopplichter, Stopplichtern+FW+EW; Z.: Sto-p-p—lich-t
$Stoppschild, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Stoppschild, Halteschild; E.: s. stopp(en), s. Schild; L.: fehlt DW, EWD s. u. stoppen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus stopp(en) und Schild gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Fahrzeugführer an gefährlichen Kreuzungsstellen zu einem kurzen vorsichtigen Halt aufforderndes Schild oder Straßenverkehrszeichen; F.: Stoppschild, Stoppschilds, Stoppschildes, Stoppschilder, Stoppschildern+FW+EW; Z.: Sto-p-p—schil-d
$Stoppstraße, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stoppstraße; E.: s. stopp(en), s. Straße; L.: fehlt DW, EWD s. u. stoppen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Stopp und Straße gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete gegenüber einer Vorfahrtsstraße als nachrangig gekennzeichnete Straße an der ein aus ihr in eine Vorfahrtsstraße einfahrender Kraftfahrzeugführer sein Kraftfahrzeug zwecks Vermeidung von Zusammenstößen mindestens kurz anhalten muss; F.: Stoppstraße, Stoppstraßen+EW+FW; Z.: Sto-p-p—stra-ß-e
$Stoppuhr, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stoppuhr; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. stopp(en), s. Uhr; GB.: mindestens seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen (stopwatch) übersetzte Bezeichnung für eine von Menschen seit dem 17. Jh. allmählich entwickelte und verwendete sowie mit Zeitmessfunktionen ausgestattete vor allem für Sportereignisse genutzte Uhr; I.: Lüs. ne. stopwatch; L.: EWD s. u. stoppen, DW 19, 355; F.: Stoppuhr, Stoppuhren+EW; Z.: Sto-p-p—uh-r
Stöpsel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stöpsel, Stoppel, Pfropfen (M.); ne. plug (N.), stopper; Vw.: -; Hw.: s. stopfen, Stpösel, stoppen; Q.: 17. Jh.; E.: von nd. stopsel, M., Stöpsel; s. mnd. stoppen (1), sw. V., stopfen, ausstopfen, zustopfen, verstopfen, anhalten, hindern, undurchlässig machen; mhd. stopfen, sw. V., stechen, stopfen, verstopfen; ahd. stopfōn*, stophōn*, sw. V. (2), stupfen, stechen, anstacheln, zur Verzweiflung treiben, verstopfen; germ. *stuppjan, sw. V., stupfen, stoßen?; germ. *stoppōn, sw. V., stopfen, schließen?; s. mlat. stuppāre?, V., mit Werg zustopfen; vgl. lat. stuppa, stūpa, F., Werg; gr. στύπη, (stýpē), F., Werg; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stöpsel, Kluge s. u. Stöpsel, DW 19, 355, EWD s. u. Stöpsel, Duden s. u. Stöpsel, Bluhme s. u. Stoepsel; Son.: vgl. nndl. stopne, Sb., Stöpsel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und genutzten runden oder zylinderförmigen Gegenstand (aus härterem Material) zu einem Verschließen einer Öffnung; BM.: Werg bzw. sich ballen; F.: Stöpsel, Stöpsels, Stöpseln+EW; Z.: Stö-p-s-el
$stöpseln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stöpseln; Vw.: s. zu-; E.: s. Stöpsel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 19, 538, EWD s. u. Stöpsel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stöpsel und (e)n gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes eine Öffnung mit einem Stöpsel (oder Propfen M.) oder Pfropfen (M.) versehen (V.) und dadurch verschließen; F.: stöpseln, stöpsel, stöpsle, stöpsele, stöpselst, stöpselt, stöpselte, stöpseltest, stöpselten, stöpseltet, gestöpselt, gestöpselte, gestöpseltes, gestöpseltem, gestöpselten, gestöpselter, stöpselnd, stöpselnde, stöpselndes, stöpselndem, stöpselnden, stöpselnder+EW; Z.: stö-p-s-el-n
Stör (1), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stör (M.), ein Speisefisch; ne. sturgeon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. stör, störe, stür, stüre, sw. M., Stör; mnd. stȫr (1), stȫre, stoer, staͤr, stǖr stür, M., Stör (M.) (1); mnl. stōre, steure, steur, stuere, stuer, M., Stör (M.); ahd. sturio, sturo, sw. M. (n), Stör; as. sturio, sw. M. (n), Stör; germ. *sturjō-, *sturjōn, *sturja-, *sturjan, sw. M. (n), Stör; L.: Kluge 1. A. s. u. Stör, Kluge s. u. Stör 1, DW 19, 358, EWD s. u. Stör, Falk/Torp 505, Duden s. u. Stör, Bluhme s. u. Stoer; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen großen auf dem Rücken blaugrau und auf der Unterseite weißlich gefärbten Fisch der Nordhalbkugel; Son.: vgl. afries. -; ae. styria, sw. M. (n), Stör; an. styrja (1), sw. F. (n), Stör; got. -; lit. erškẽtas, M., Stör (M.); russ. osëtr, Sb., Stör (M.); BM.: ?; F.: Stör, Störs, Störes, Störe, Stören+EW; Z.: Stör
Stör (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Stör (F.), Arbeit von Handwerkern in dem Haus von Kunden, Walz; ne. travelling (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Stör 2, Duden s. u. Stör; GB.: seit der frühen Neuzeit vor allem in dem süddeutschen Raume belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von einem Gewerbetreibenden in dem Haus eines Kunden zu verrichtende Arbeit; BM.: ?; F.: Stör, Stören+EW; Z.: Stör
Storch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Storch, ein größerer Stelzvogel; ne. stork (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 846? (Glosse); E.: mhd. storch, st. M., sw. M., Storch; mhd. storche, storke, sw. M., Storch; mnd. stork, storke, storeck, M., Storch, Totenvogel (Bedeutung örtlich beschränkt); mnl. storke, Sb., Storch; ahd. storh, storah, st. M. (a)?, Storch; as. stork*, st. M. (a?), Storch; anfrk. -; germ. *sturka-, *sturkaz, st. M. (a), Storch; s. idg. *sterg-, *terg-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1023; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Storch, Kluge s. u. Storch, DW 19, 364, EWD s. u. Storch, Falk/Torp 487, Seebold 473, Duden s. u. Storch, Bluhme s. u. Storch; Son.: vgl. afries. -; ae. storc, st. M. (a), Storch; an. storkr, st. M. (a), Storch; got. -; nndl. stork, Sb., Storch; nschw. stork, Sb., Storch; nnorw. stork, M., Storch; ? ai. srjayá-, Sb., ein Vogel; GB.: vielleicht seit vor 846 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen größeren schwarz und weiß gefiederten und in dem Winter nach Afrika fliegenden Stelzvogel mit langem Hals und sehr langem rotem Schnabel und langen roten Beinen; BM.: starr?; F.: Storch, Storches, Storchs, Störche, Störchen+EW; Z.: Stor-ch
$Storchschnabel, Storchenschnabel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Storchschnabel; L.: Kluge s. u. Storchschnabel, DW 19, 382; GB.: (storhessnabul*) 11. Jh. belegte und aus Storch und (es) (oder) en (Suff.) sowie Schnabel gebildete Bezeichnung für den Schnabel des Storches und eine ihm in der Form ähnelnde Blütenpflanze (Geranie); F.: Storchschnabel, Storchschnabels, Storchschnäbel, Storchschnäbeln, Storchenschnabel, Storchenschnabels, Storchenschnäbel, Storchenschnäbeln; +EW; Z.: Stor-ch-en—schna-b-el
Store, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Store, gardinenartiger durchscheinender Fenstervorhang; ne. curtain (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. store; E.: s. frz. store, F., Vorhang; it. stora, F., Decke, Vorhang; lat. storea, Matte (F.) (1), geflochtene Decke aus Stroh; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Store, DW 19, 361 (Stor), EWD s. u. Store, Duden s. u. Stor; Son.: vgl. nndl. store, Sb., Store; ndän. stores, Sb., Store; nnorw. stores, Sb., Store; poln. stora, F., Store; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durchscheinenden Fenstervorhang; BM.: breiten; F.: Store, Stores, Storen+FW; Z.: Stor-e
stören, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. stören, ärgern, beeinträchtigen; ne. disturb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. stœren, sw. V., vernichten, zerstreuen, hindern, stören; mnd. stȫren, sw. V., stören, hindern, verhindern, unterbinden, unterbrechen, zerstören; mnd. stǖren (2), sw. V., stören, verstören, zerstören, verstört sein (V.), entsetzt sein (V.), reizen, erregen; mnl. stōren, sw. V., hindern, verwüsten; ahd. stōren, sw. V. (1a), stören, zerstören, vernichten; as. *stôrian?, sw. V. (1a); as. *sturian?, sw. V. (1a), stören; anfrk. *stōren?, sw. V. (1), stören; germ. *staurjan, sw. V., stören?; s. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100?; L.: Kluge 1. A. s. u. stören, Kluge s. u. stören, DW 19, 385, EWD s. u. stören, Falk/Torp 505, Duden s. u. stören, Bluhme s. u. stoeren; Son.: vgl. afries. stēra (2), sw. V. (1), stärken; ae. styrian, stirian, sw. V. (1), bewegen, erregen, beunruhigen; nndl. storen, V., stören; nschw. störa, V., stören; nnorw. forstyrre, V., stören; GB.: (stōren) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ärgern oder beeinträchtigen; BM.: drehen; F.: stören (!), störe (!), störst, stört, störest, störet, störte, störtest, störten, störtet, gestört, ##gestört, gestörte, gestörtes, gestörtem, gestörten, gestörter##, störend, ###störend, störende, störendes, störendem, störenden, störender###, stör (!)+EW; Z.: s-tör-en
$Störenfried, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Störenfried, Störender, Störer; L.: Kluge s. u. Störenfried, stören, DW 19, 406; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus stören und Fried(e) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Störer oder Stifter von Unruhe; F.: Störenfried, Störenfrieds, Störenfriedes, Störenfriede, Störenfrieden+EW; Z.: S-tör-en-frie-d
$Störer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Störer, Störender, Störenfried; E.: s. stör(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. stören, DW 19, 406; GB.: (stœrære) seit um 1150 belegte und aus stör(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Störenden; F.: Störer, Störers, Störern+EW; Z.: S-tör-er
stornieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. stornieren, (einen Auftrag) rückgängig machen; ne. cancel, rescind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. stornare; E.: s. it. stornare, V., stornieren; von frühroman. *extornare, V., ausdrehen; lat. extornāre, V., abdrehen, abdrechseln, Versprechen lösen, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. tornāre, V., drechseln, mit dem Drechslereisen runden, runden, drehen, kneten, umdrehen, umkehren; gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stornieren, DW 19, 421, Duden s. u. stornieren; Son.: vgl. nndl. storneren, V., stornieren; frz. ristourner, V., stornieren; nschw. stornera, V., stornieren; poln. stornować, V., stornieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und dem Frühromanischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung arbeitsteiliger Wirtschaft in den Hochkulturen des Altertums mögliches (einen Auftrag) rückgängig machen; BM.: aus, drehen; F.: stornieren, storniere, stornierst, storniert, stornierest, stornieret, stornierte, storniertest, stornierten, storniertet, ##storniert, stornierte, storniertes, storniertem, stornierten, stornierter##, stornierend, ###stornierend, stornierende, stornierendes, stornierendem, stornierenden, stornierender###, stornier (!)+FW(+EW); Z.: s-tor-n-ier-en
Storren, nhd. (ält.-dial.), M., (11. Jh.?): nhd. Storren, Baumstumpf, dürrer emporstehender Ast; ne. stump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gestör, störrisch, starr, starren; E.: mhd. storre, sw. M., Storren, Baumstumpf, Baumstamm, Klotz, Zahnstorren, Zahnstumpf; ahd.? storro*, sw. M. (n), Klotz?, Stumpf?; s. ahd. storrēn*, sw. V. (3), emporragen; germ. *sturrēn, *sturrǣn, sw. V., widerspenstig sein (V.); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022; L.: Kluge 1. A. s. u. Storren, Kluge s. u. Storren, DW 19, 422 (Storre); GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Baumstumpf; BM.: starr; F.: Storren, Storrens+EW; Z.: Storr-en
$störrig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. störrig, steif, hart, emporstarrend; E.: s. Storr(en), s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Storren, DW 19, 424 (störrig, störricht), EWD s. u. störrisch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Storr(en) und ig gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für steif oder hart oder emporstarrend; F.: störrig, störrige, störriges, störrigem, störrigen, störriger(, störrigere, störrigeres, störrigerem, störrigeren, störrigerer, störrigst, störrigste, störrigstes, störrigstem, störrigsten, störrigster)+EW; Z.: störr-ig
störrisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. störrisch, widerspenstig, eigensinnig, starrsinnig; ne. stubborn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu Storren (s. d.); L.: Kluge s. u. störrisch, DW 19, 431, EWD s. u. störrisch, Duden s. u. störrisch, Bluhme s. u. stoerrisch; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und mit Storr(en) und isch verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches widerspenstig oder eigensinnig oder starrsinnig; BM.: starr wie ein Baumstumpf; F.: störrisch, störrische, störrisches, störrischem, störrischen, störrischer(, störrischere, störrischeres, störrischerem, störrischeren, störrischerer, störrischst, störrischste, störrischstes, störrischstem, störrischsten, störrischster)+EW; Z.: störr-isch
Story, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Story, Geschichte, Bericht, Erzählung, Text; ne. story (N.); Vw.: -; Hw.: s. Historie, Historiker, historisch; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. ne. story; E.: s. ne. story, N., Story, Geschichte, Bericht; afrz. estoire, F., Geschichte; lat. historia, Kunde (F.), Kenntnis, Erzählung, Geschichte, (um 250-184 v. Chr.); gr. ἱστορία (historía), F., Geschichte; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Story, fehlt DW, EWD s. u. Story, Duden s. u. Story; Son.: vgl. nschw. story, Sb., Story; nnorw. story, M., Story; kymr. stori F., Story; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und mit dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen sowie dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Geschichte oder einen Bericht oder eine Erzählung oder einen Text; BM.: wahrnehmen; F.: Story, Storys+FW; Z.: Stor-y
Storzer, Störzer, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Storzer, Störzer, Landstreicher, Vagabund; ne. vagabond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1400 (Gesta Romanorum); E.: mhd. sterzære*, sterzer, st. M., Sterzer, Vagabund, betrügerischer Bettler; s. mhd. sterzen (1), st. V., stolzieren; vgl. mhd. sterz, stert, t. M., Sterz (M.) (2), Schweif, Stängel, Stengel, Schwanz, Stiel, Pflugsterz, Strunk; ahd. sterz, st. M. (a?, i?), Sterz (M.) (2), Schwanz, Strunk, Pflugsterz; germ. *sterta-, *stertaz, st. M. (a), Sterz (M.) (2), Schwanz; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 19, 447; GB.: (sterzære) seit vor 1400 belegte und (über Sterz) mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach Sesshaftwerdung des Menschen auffälligen Landstreicher oder Vagabunden oder ohne einen festen Sitz umherziehenden Menschen; BM.: starr; F.: Storzer, Storzers, Storzern, Störzer, Störzers, Störzern+EW; Z.: Stor-z-er
Stoß, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stoß, Stich, Schlag, schnelle Bewegung; ne. push (N.); Vw.: -; Hw.: s. stoßen; Q.: um 765 Glosse); E.: mhd. stōz, st. M., Stoß, Stich, Schlag, Anlauf, Widerstreben, Verbindungsstelle, Windstoß, Zusammentreffen, Begegnen, Zusammenstoß, Streit, Widerstreit; mnd. stōt (1), stoet, stoit, M., Stoß, Anstoß, Schnabelhieb, Schlag, Hieb, Zwist, Aufruhr, Streit, Unglück; ahd. stōz, st. M. (a?, i?), Stoß, Schlag; as. -; anfrk. -; germ. *stauti-, *stautiz, st. M. (i), Stoß; s. idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stoßen, EWD s. u. stoßen, DW 19, 448, Falk/Torp 495, Seebold 463, Duden s. u. Stoß; Son.: vgl. afries. stêt, st. M. (a?, i?), Stoß; afries. *stow?, Sb., Stoß; ae. -; an. steytr, st. M. (a?, i?), Stoß; got. -; nndl. stoot, Sb., Stoß; nschw. stöt, Sb., Stoß; nnorw. støt, N., Stoß; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Stich oder Schlag oder eine schnelle Bewegung die in heftigem Anprall auf jemanden oder etwas trifft; BM.: schlagen; F.: Stoß, Stoßes, Stöße, Stößen+EW; Z.: Sto-ß
$Stoßdegen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stoßdegen; E.: s. Stoß, s. Degen; L.: Kluge s. u. Haudegen, DW 19, 483; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stoß und Degen gebildete Bezeichnung für einen zu einem Stoß eingerichteten Degen; F.: Stoßdegen, Stoßdegens+EW+FW; Z.: Sto-ß—deg-en
$Stößel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Stößel, Stampfer, Mörserkeule; E.: s. stoß(en), s. el (Suff.); L.: Kluge s. u. stoßen, DW 19, 483 (Stöszel); GB.: (stōzil) seit 12. Jh. belegte und aus stoß(en) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich schon früher entwickelten und verwendeten Stampfer oder eine Mörserkeule; F.: Stößel, Stößels, Stößeln+EW; Z.: Stö-ß-el
stoßen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. stoßen, mit gezielter Bewegung treffen; ne. push (V.), thrust (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stoß, stutzen, stottern; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. stōzen (1), red. V., st. V., bewegen, forttreiben, stoßen, hinausstoßen, verstoßen (V.), keltern, zuweisen, Geld zuweisen, stoßen an, grenzen an, Stoß versetzen; mnd. stōten (1), stȫten, stoeten, stoiten, støten, st. V., sw. V., stoßen, Stoß versetzen, stampfen, schieben, werfen, hineinstoßen, schlagen, stoßend bewegen; mnl. stōten, st. V., stoßen; ahd. stōzan, red. V., stoßen, treiben, umstoßen; ahd. stōzōn*, sw. V. (2), stoßen, erschüttern, in Unruhe sein (V.), anstacheln, aufwühlen; as. stôtan*, red. V. (3b), stoßen; anfrk. *stōtan?, st. V. (7)=red. V., stoßen; germ. *stautan, st. V., stoßen; germ. *stautōn, sw. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; s. idg. *steu- (1), teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stoszen, Kluge s. u. stoßen, DW 19, 487, EWD s. u. stoßen, Falk/Torp 495, Seebold 463, Duden s. u. stoßen, Bluhme s. u. stossen; Son.: vgl. afries. stêta, st. V. (7)=red. (V.), sw. V. (1), stoßen; nnordfries. stiete; ae. -; an. stauta, sw. V. (2), stoßen; an. steyta, sw. V. (1), stoßen, werfen; got. stautan, red. V. (2), stoßen; nndl. stoten, V., stoßen; nschw. stöta, V., stoßen; nnorw. støte, V., stoßen; ai. tudáti, V., stößt; ? alb. shtyn, V., stoßen; ? lat. tundere, V., stoßen, schlagen; ? lat. studēre, V., sich bemühen, eifrig betreiben; air. do-tuit, V., fällt; GB.: seit um 765 legte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit gezielter Bewegung treffen; BM.: schlagen; F.: stoßen, stoße (!), stößt, stoßt, stoßest, stoßet, stieß, stießest, stießt, stießen, stießet, gestoßen, ##gestoßen, gestoßene, gestoßenes, gestoßenem, gestoßenen, gestoßener##, stoßend, ###stoßend, stoßende, stoßendes, stoßendem, stoßenden, stoßender###, stoß (!)+EW; Z.: sto-ß-en
$Stotterer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stotterer, Stotternder, Stammler; E.: s. stotter(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. stottern, DW 19, 576; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus stotter(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Stotternden oder Stammler; F.: Stotterer, Stotterers, Stotterern+EW; Z.: Sto-t-t-er-er
stottern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stottern, stammeln; ne. stutter (V.); Vw.: -; Hw.: s. stoßen; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stȫteren, stȫtren, sw. V., stottern, stammeln, lallen; s. mnd. stōten (1), stȫten, stoeten, stoiten, støten, st. V., sw. V., stoßen, Stoß versetzen, stampfen, schieben, werfen, hineinstoßen, schlagen, stoßend bewegen, gewaltsam befördern, verbannen, hauen, anstoßen; as. stôtan*, red. V. (3b), stoßen; germ. *stautan, st. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stottern, Kluge s. u. stottern, EWD s. u. stottern, DW 19, 577, Duden s. u. stottern, Bluhme s. u. stottern; Son.: vgl. nndl. stotteren, V., stottern; nnorw. stotre, V., stottern; GB.: seit 15. Jh. mnd, belegte und mit dem Altsächsischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches stockend und unter häufiger krampfartiger Wiederholung einzelner Laute und Silben sprechen oder stammeln; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: stottern, stottere, stotter (!), stottre (!), stotterst, stottert, stotterte, stottertest, stotterten, stottertet, gestottert, ##gestottert, gestottertes, gestottertem, gestotterten, gestotterter##, stotternd, ###stotternd, stotternde, stotterndes, stotterndem, stotternden###, stotternder+EW; Z.: sto-t-t-er-n
Stotzen, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Stotzen, Baumstumpf, Hinterschenkel; ne. haunch (N.), stump (N.); Vw.: -; Hw.: s. stutzen, Stutzen; Q.: 15. Jh.; E.: von mhd. stutzen, sw. V., stutzen; mnd. stossen, stotzen, sw. V., stutzen; ahd. *stuzzen?, sw. V., stutzen; entweder Bildung zu stoßen; germ. *stautōn, sw. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *stuttjan, sw. V. stutzen?; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stotz, Kluge s. u. Stotzen, DW 19, 582 (Stotz), Duden s. u. Stotzen, Bluhme s. u. Stotz; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit stutzen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Baumstumpf und einen Hinterschenkel eines geschlachteten Tieres; BM.: stoßen? bzw. stehen?; F.: Stotzen, Stotzens+EW; Z.: Sto-tz-en
Stout, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Stout, Stout-Bier, Porter; ne. stout (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. stout; E.: s. ne. stout, N., Stout; vgl. ne. stout, Adj., kräftig, beleibt, stolz; über Anglonormannisch und Altfranzösisch aus einer westgermanischen Sprache; vielleicht von germ. *stulta-, *stultaz, Adj., stolz, hochmütig; s. idg. *steld-, V., Sb., stellen, Stängel, Pokorny 1020; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vielleicht auch Entlehnung von lat. stultus, Adj., töricht, einfältig, albern (Adj.), dumm, (um 250-184 v. Chr.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Stout; Son.: vgl. nndl. stout, Sb., Stout; frz. stout, M., Stout; nschw. stout, Sb., Stout; nnorw. stout, M., Stout; poln. stout, M., Stout; kymr. stowt, M., Stout; lit. stautas, M., Stout; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar über das Anglonormannische und Altfranzösische aus einer westgermanischen Sprache aufgenommene sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein stark gehopftes dunkles obergäriges Bier mit meist hohem Alkoholgehalt; BM.: stark; F.: Stout, Stouts+FW; Z.: Stout
Stövchen, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Stövchen, kleiner Warmhalteofen; ne. tea warmer; Vw.: -; Hw.: s. Stube; Q.: 20. Jh.; E.: Verkleinerungsform von Stove; mnd. stōve, stāve, stūve, stūbe, sw. M., Badestube, Einrichtung zu warmem Baden, heizbares Gemach, Zechstube, Wirtshaus, Wohnung, Stube; s. mhd. stube, sw. F., Stube, Badezimmer; ahd. stuba, sw. F. (n), Stube, Badezimmer, heizbares Gemach; germ. *stubō, st. F. (ō), Raum, Stube, Ofen; lat. *tūfus, M., Dampf (M.) (1); gr. τῦφος (typhos), M., Dampf (M.) (1), Rauch, Qualm, Dünkel; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vielleicht auch Einfluss von ne. stove, N., Herd; L.: Kluge s. u. Stövchen, fehlt DW, Duden s. u. Stövchen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus mnd. stov(e) und chen gebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten kleinen Untersatz zu einem Warmhalten meist von Getränken; BM.: wehen bzw. Dampf (M.) (1); F.: Stövchen, Stövchens+FW+EW; Z.: S-töv—chen
strack, nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. strack, straff, gerade (Adj.) (2), errichtet; ne. taut; Vw.: -; Hw.: s. stracks, schnurstracks, strecken; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. strac (1), Adj., strack, gerade (Adj.) (2), kräftig, straff, ausgestreckt, stramm, stark, steif, unmittelbar; mnd. strak (1), strack, Adj., strack, stramm, gerade emporgerichtet, steif, straff, fest gedreht, stark; ahd. *strak?, *strac?, Adj., ausgestreckt, gerade (Adj.) (2), strack; lang. *strak, Adj., gerade (Adj.) (2), strack; germ. *straka-, *strakaz, Adj., strack, straff, gespannt, gestreckt; s. idg. *streg-, *treg-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1023; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. strack, Kluge s. u. strack, DW 19, 591, EWD s. u. stracks, Duden s. u. strack, Bluhme s. u. strack; Son.: vgl. ? russ. strógij, Adj., streng, hart; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches straff oder gerade; BM.: starr; F.: strack, stracke, strackes, strackem, stracken, stracker(, strackere, strackeres, strackerem, strackeren, strackerer, strackst, strackste, strackstes, strackstem, stracksten, strackster)+EW; Z.: stra-ck
stracks, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. stracks, sofort; ne. straightaway; Vw.: s. schnur-; Hw.: s. strack; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. strackes, Adv., sofort, geradezu, auf der Stelle, stracks; mnd. strackes, stracks, strax, strākes, Adv., „stracks“, strack, gerade gestreckt, in gerader Linie, senkrecht, geradezu, sofort, gleich, alsbald, bald, unverzüglich, ohne Zögern, unmittelbar; ahd. *strak?, *strac?, Adj., ausgestreckt, gerade (Adj.) (2), strack; lang. *strak, Adj., gerade (Adj.) (2), strack; germ. *straka-, *strakaz, Adj., strack, straff, gespannt, gestreckt; s. idg. *streg-, *treg-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1023; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 19, 601, EWD s. u. stracks, Duden s. u. stracks; Son.: vgl. nschw. strax, Adv., stracks; nnorw. straks, Adv., stracks; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus strack und s gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sofort; BM.: fallen; F.: stracks+EW; Z.: stra-ck-s
$strafbar, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. strafbar; E.: s. Straf(e), s. bar; L.: Kluge s. u. Strafe, DW 19, 619, EWD s. u. strafen; GB.: seit 1483 belegte und aus Straf(e) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Strafen mögliches eine Strafe verhängend oder mit einer Strafe bedroht; F.: stafbar, stafbare, stafbares, stafbarem, stafbaren, stafbarer(, stafbarere, stafbareres, stafbarerem, stafbareren, stafbarerer, stafbarst, stafbarste, stafbarstes, stafbarstem, stafbarsten, stafbarster)+EW; Z.: stra-f-bar
Strafe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Strafe, Schelte, Züchtigung, Sühne; ne. punishment, penalty; Vw.: -; Hw.: s. strafen; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Alpharts Tod); E.: mhd. strāfe, st. F., Schelte, Tadel, Züchtigung, Strafe; mhd. mnd. straffe, straff, strāfe, straeffe, strave, F., Strafe, Bestrafung, Geldstrafe, Zurechtweisung, Verweis, Vermahnung, Tadel Kritik, Schelte, Schimpfe, Erziehung zum Gehorsam, Zucht; mhd. strāfen (1), sw. V., tadeln, zurechtweisen, schelten, strafen, bestrafen, züchtigen, beschimpfen, verschmähen, schmähen, mit Leibesstrafe belegen (V.), mit Geldstrafe belegen (V.); mnd. straffen (1), strāfen, straphen, straven, sw. V., strafen, tadeln, tadelnd ausstellen, schelten, ausschelten, anfahren, heruntermachen, abkanzeln, beschimpfen, zur Rede stellen, anschuldigen; weitere Herkunft unklar, vielleicht von einem germ. *straf-, V., schelten; idg. *strep-, Adj., starr, steif, straff, Pokorny 1025; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strafe, Kluge s. u. Strafe, DW 19, 630, EWD s. u. strafen, Falk/Torp 499, Duden s. u. Strafe, Bluhme s. u. Strafe; Son.: vgl. afries. straffia, strafia, sw. V. (2), strafen, schelten, anfechten; nfries. straffjen, V., strafen, schelten; nndl. straf, Sb., Strafe; nschw. straff, N., Strafe; nnorw. straff, M., Strafe; GB.: (strāfe) seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und mit strafen verbindbare Bezeichnung für ein als Vergeltung für ein mit Strafe bedrohtes schuldhaft begangenes Unrecht von dem Staat dem Täter zufügbares oder zugefügtes Übel; BM.: starr?; F.: Strafe, Strafen+EW; Son.: DRW um zwölfhundertfünfzig DHeldenb II vier; Z.: Stra-f-e
strafen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. strafen, bestrafen, als Strafe auferlegen; ne. punish; Vw.: -; Hw.: s. Strafe; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: mhd. strāfen (1), sw. V., tadeln, zurechtweisen, schelten, strafen, bestrafen, züchtigen, beschimpfen, verschmähen, schmähen, mit Leibesstrafe belegen (V.), mit Geldstrafe belegen (V.); mnd. straffen (1), strāfen, straphen, straven, strawen, sw. V., strafen, tadeln, tadelnd ausstellen, schelten, ausschelten, anfahren, heruntermachen; Herkunft unklar, vielleicht von germ. *straf-, V., schelten; idg. *strep-, Adj., starr, steif, straff, Pokorny 1025; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 19, 701, Falk/Torp 499, Duden s. u. strafen; Son.: vgl. afries. straffia, strafia, sw. V. (2), strafen, schelten, anfechten; nfries. straffjen, V., strafen, schelten; nndl. straffen, V. strafen; nschw. straffa, V., strafen; nnorw. straffe, V., strafen; GB.: (strāfen) seit 1172-1190 belegte und mit Strafe verbindbare Bezeichnung für tadeln oder schelten oder züchtigen oder beschimpfen oder eine angedrohte Strafe bei Verwirklichung eines Straftatbestands einem Täter auferlegen; BM.: starr?; F.: strafen (!), strafe (!), strafst, straft, strafest, strafet, strafte, straftest, straften, straftet, gestraft, ##gestraft, gestrafte, gestraftes, gestraftem, gestraften, gestrafter##, strafend, ###strafend, strafende, strafendes, strafendem, strafenden, strafender###, straf (!)+EW; Son.: DRW erste Hälfte 13. Jh.; Z.: stra-f-en
straff, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. straff, angespannt, gedehnt; ne. taut, tense; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mhd. straf, Adj., straff, streng; weitere Herkunft unklar, vielleicht zu idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. straff, Kluge s. u. straff, DW 19, 733, EWD s. u. straff, Duden s. u. straff, Bluhme s. u. straff; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für angespannt oder gedehnt; BM.: starr?; F.: straff, straffe, straffes, straffem, straffen, straffer(, straffere, strafferes, strafferem, strafferen, strafferer, straffst, straffste, straffstes, straffstem, straffsten, straffster)+EW; Z.: straff
$straffen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. straffen, straff machen, spannen, dehnen; E.: s. straff, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. straff, DW 19, 740, EWD s. u. straff; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem älteren straff verbindbare Bezeichnung für straff machen oder spannen oder dehnen; F.: straffen (!), straffe (!), straffst, strafft, straffest, straffet, straffte, strafftest, strafften, strafftet, gestrafft, ##gestrafft, gestraffte, gestrafftes, gestrafftem, gestrafften, gestraffter##, straffend, ###straffend, straffende, straffendes, straffendem, straffenden, straffender###, straff (!)+EW; Z.: straff-en
$Strafkammer, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Strafkammer; E.: s. Straf(e), s. Kammer; L.: DW 19, 672, EWD s. u. Kammer; GB.: seit dem späten 19. Jh. (GVG 1877) belegte und aus Straf(e) und Kammer gebildete Bezeichnung für die für Strafsachen in Gegensatz zu Zivilsachen zuständige Kammer (Abteilung) des Landgerichts; F.: Strafkammer, Strafkammern+EW+FW; Son.: in DRW ein Verweis auf DW zehn drei Spalte sechshundertzweiundsiebzig ohne Jahr; Z.: Stra-f—kam-m-er
$sträflich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. sträflich, strafend, strafbar; E.: s. Straf(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Strafe, DW 19, 742, EWD s. u. strafen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Straf(e) und lich gebildete Bezeichnung für strafend oder strafbar; F.: sträflich, sträfliche, sträfliches, sträflichem, sträflichen, sträflicher(, sträflichere, sträflicheres, sträflicherem, sträflicheren, sträflicherer, sträflichst, sträflichste, sträflichstes, sträflichstem, sträflichsten, sträflichster)+EW; Z.: strä-f-lich
$Sträfling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sträfling; Strafgefangener; E.: s. Straf(e), s. ling; L.: Kluge s. u. Strafe, DW 19, 742, EWD s. u. strafen; GB.: seit 1702 belegte und aus Straf(e) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Strafen möglichen Strafgefangenen; F.: Sträfling, Sträflings, Sträflinge, Sträflingen+EW; Z.: Strä-f-ling
Strahl, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Strahl, Blitz, Pfeil; ne. ray (N.); Vw.: -; Hw.: s. Strähl; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. strāle, st. F., sw. F., sw. M., Pfeil, Wetterstrahl, Blitz, Streifen (M.); mhd. strāl, st. F., st. M., Strahl, Pfeil, Wetterstrahl, Blitz, Streifen (M.); mnd. strāle, stral*, F., M., N., Strahl (ausgehend von einer Lichtquelle), Sonnenstrahl, Wetterstrahl, Lichtstrahl; mnl. strael, M., Pfeil; ahd. strāla, st. F. (ō), Pfeil, Spieß (M.) (1), Lanze, Strahl; as. strāla*, st. F. (ō), Strahl, Pfeil; anfrk. -; germ. *strēlō, *strǣlō, st. F. (ō), Strahl; idg. *strēlā, F., Pfeil, Strahl, Pokorny 1028; vgl. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strahl, Kluge s. u. Strahl, EWD s. u. Strahl, DW 19, 754, Falk/Torp 500, Duden s. u. Strahl, Bluhme s. u. Strahl; Son.: vgl. afries. -; ae. strǣl, strēl, st. F. (ō), st. M. (a), Pfeil, Lanze; an. -; got. -; nndl. straal, Sb., Strahl; nschw. stråle, Sb., Strahl; nnorw. stråle, Sb., Strahl; lit. strėlà, Sb., Geschoss, Pfeil; ksl. strěla, Sb., Geschoss, Pfeil; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie teilweise weiter mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von einer Lichtquelle in gerader Linie ausgehendes Licht oder einen Blitz oder einen von Menschen entwickelten und verwendeten Pfeil; BM.: Streifen (M.); F.: Strahl, Strahls, Strahles, Strahlen+EW; Z.: Strah-l
Strähl, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Strähl, Kamm; ne. comb (N.); Vw.: -; Hw.: s. Strahl; Q.: um 1293 (Martina); E.: mhd. stræl, st. M., Kamm; s. mhd. strælen, sw. V., kämmen, glätten, scheiteln; ahd. strālen*, sw. V. (1a), kämmen, strählen; vgl. germ. *strēlō, *strǣlō, st. F. (ō), Strahl; idg. *strēlā, F., Pfeil, Strahl, Pokorny 1028; s. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strähle, Kluge s. u. Strähl, DW 19, 793; GB.: seit um 1293 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare sowie teilweise weiter mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kamm; BM.: Strich; F.: Strähl, Strähls, Strähle, Strählen+EW; Z.: Sträh-l
$strahlen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. strahlen, leuchten, glänzen; E.: s. Strahl, s. en (Suff.): L.: Kluge s. u. Strahl, DW 19, 794; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Strahl und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für leuchten oder glänzen; F.: strahlen (!), strahle (!), strahlst, strahlt, strahlest, strahlet, strahlte, strahltest, strahlten, strahltet, gestrahlt, ##gestrahlt, gestrahlte, gestrahltes, gestrahltem, gestrahlten, gestrahlter##, strahlend, ###strahlend, strahlende, strahlendes, strahlendem, strahlenden, strahlender###, strahl (!)+EW; Z.: strah-l-en
$Strahlung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Strahlung, Glanz, Schimmer; E.: s. strahl(en), s. ung; L.: DW 19, 810, EWD s. u. Strahl; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus strahl(en) und ung gebildete Bezeichnung für Glanz oder Schimmer oder teilweise natürliche und teilweise für organische Gewebe gefährliche Ausbreitung von Energie in der Form der Ausbreitung von Teilchen oder der Ausbreitung von Wellen; F.: Strahlung, Strahlungen+EW; Z.: Strah-l-ung
Strähne, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Strähne, Strang; ne. strand (N.), streak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. strene, stren, sw. M., Strähne, Haarsträhne, Haarflechte, Flachs; mnl. strene, F., Strähne; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu germ. *strinō-, *strinōn, Sb., Streifen (M.), Strang; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strähne, Kluge s. u. Strähne, EWD s. u. Strähne, DW 14, 812, Falk/Torp 500, Duden s. u. Strähne, Bluhme s. u. Straehne; Son.: vgl. nndl. streng, Sb., Strähne; GB.: (strene) seit dem 11. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist größere Anzahl glatter streifenähnlich liegender oder hängender Haare; BM.: Strich; F.: Strähne, Strähnen+EW; Z.: Sträh-n-e
$strähnig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. strähnig; E.: s. Strähn(e), s. ig; L.: DW 19, 815, EWD s. u. Strähne; GB.: seit 1856 belegte und aus Strähn(e) und ig gebildete Bezeichnung für Strähne betreffend; F.: strähnig, strähnige, strähniges, strähnigem, strähnigen, strähniger(, strähnigere, strähnigeres, strähnigerem, strähnigeren, strähnigerer, strähnigst, strähnigste, strähnigstes, strähnigstem, strähnigsten, strähnigster)+EW; Z.: sträh-n-ig
stramm, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. stramm, straff, kräftig gebaut; ne. sturdy, tight (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 15. Jh.; E.: s. nndl. stram, Adj., stramm; schweiz. stramm, Adj., stramm; mnd. stram (1), stramp, Adj., stramm, steif, straff, gespannt, straff angespannt, steil, hochaufgerichtet; vielleicht von idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stramm, Kluge s. u. stramm, DW 19, 822, EWD s. u. stramm, Duden s. u. stramm, Bluhme s. u. stramm; Son.: vgl. nschw. stram, Adj., stramm; nnorw. stram, Adj., stramm; ? gr. στερέμνιος (sterémnios), Adj., hart, fest; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für straff oder kräftig gebaut; BM.: starr; F.: stramm, stramme, strammes, strammem, strammen, strammer(, strammere, strammeres, strammerem, strammeren, strammerer, strammst, strammste, strammstes, strammstem, strammsten, strammster)+EW; Z.: stra-m-m
$strammstehen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. strammstehen, gerade und fest stehen; E.: s. stramm, s. stehen; L.: fehlt DW, EWD s. u. stramm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus stramm und stehen gebildete Bezeichnung für gerade und fest stehen; F.: strammstehen, stehe stramm, stehst stramm, steht stramm, stehen stramm, stehest stramm, stehet stramm, stand stramm, standest stramm, standst stramm, standen stramm, standet stramm, stände stramm, ständest stramm, ständen stramm, ständet stramm, stünde stramm, stündest stramm, stünden stramm, stündet stramm, strammgestanden, ##strammgestanden, strammgestandene, strammgestandenes, strammgestandenem, strammgestandenen, strammgestandener##, strammstehend, ###strammstehend, strammstehende, strammstehendes, strammstehendem, strammstehenden, strammstehender###, strammzustehen, ####strammzustehen, strammzustehend, strammzustehende, strammzustehendes, strammzustehendem, strammzustehenden, strammzustehender####, steh (!) stramm+EW; Z.: stra-m-m—steh-en
$strammziehen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. strammziehen, gerade und straff ziehen; E.: s. stramm, s. ziehen; L.: fehlt DW, EWD s. u. stramm; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus stramm und ziehen gebildete Bezeichnung für gerade und straff ziehen; F.: strammziehen, ziehe stramm, ziehst stramm, zieht stramm, ziehen stramm, ziehest stramm, ziehet stramm, zog stramm, zogst stramm, zogen stramm, zogt stramm, zöge stramm, zögest stramm, zögst stramm, zögen stramm, zöget stramm, strammgezogen, ##strammgezogen, strammgezogene, strammgezogenes, strammgezogenem, strammgezogenen, strammgezogener##, strammziehend, ###strammziehend, strammziehende, strammziehendes, strammziehendem, strammziehenden, strammziehender###, strammzuziehen, ####strammzuziehen, strammzuziehend, strammzuziehende, strammzuziehendes, strammzuziehendem, strammzuziehenden, strammzuziehender####, zieh stramm (!)+EW; Z.: stra-m-m—zie-h-en
strampeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. strampeln, hampeln, mit den Füßen zappeln, mit den Füßen ausschlagen; ne. kick (V.), thrash (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu mnd. strampen, sw. V., aufstampfen, mit den Füßen heftig auftreten; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. strampeln, Kluge s. u. strampeln, DW 19, 830, EWD s. u. strampeln, Duden s. u. strampeln, Bluhme s. u. strampeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und zu mnd. strampen gebildete sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für hampeln oder mit den Füßen zappeln oder mit den Füßen ausschlagen; BM.: ?; F.: strampeln, strampel (!), strample, strampelst, strampelt, strampelte, strampeltest, strampelten, strampeltet, gestrampelt, ##gestrampelt, gestrampelte, gestrampeltes, gestrampeltem, gestrampelten, gestrampelter##, strampelnd, ###strampelnd, strampelnde, strampelndes, strampelndem, strampelnden, strampelnder###, strampel (!)+EW; Z.: stramp-el-n
Strand, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Strand, Sandstreifen oder Kiesstreifen an einem Meer oder an einem See; ne. beach (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: s. mhd. strant, st. M., Strand, Küste; mnd. strant, M., N., Strand, Meeresufer; mnl. strant, M., Strand; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *strandō, st. F. (ō), Rand, Strand; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strand, Kluge s. u. StrandDW 19, 834, EWD s. u. Strand, Duden s. u. Strand, Bluhme s. u. Strand; Son.: vgl. afries. -; ae. strand, st. M. (a), Strand, Ufer; an. strǫnd, st. F. (ō), Strand, Küste; got. -; nndl. strand, Sb., Strand; nschw. strand, Sb., Strand; nnorw. strand, M., F., Strand; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen flachen sandigen oder kiesigen Rand eines Gewässers; BM.: breiten; F.: Strand, Strandes, Strands, Strände, Stränden+EW; Z.: Stra-nd
$stranden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stranden; E.: s. Strand, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Strand, DW 19, 841, EWD s. u. Strand; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Strand und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Bewegung des Menschen in oder auf Wasser oder in Luft mögliches ungewollt auf einen Strand oder eine Untiefe geraten (V.); F.: stranden, strande (!), strandest, strandet, strandete, strandetest, strandeten, strandetet, gestrandet, ##gestrandet, gestrandete, gestrandetes, gestrandetem, gestrandeten, gestrandeter##, strandend, ###strandend, strandende, strandendes, strandendem, strandenden, strandender###, strand (!)+EW; Z.: stra-nd-en
$Strandgut, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Strandgut; E.: s. Strand oder strand(en), s. Gut; L.: DW 19, 845, EWD s. u. Strand; GB.: seit dem 16. Jh. mnl. und seit 17. Jh. nhd. belegte und aus Strand oder strand(en) und Gut gebildete Bezeichnung für alles ungewollt an den Strand geratene oder sonst herrenlose Gut an einem Strand; F.: Strandgut, Strandgutes, Strandguts, Strandgüter, Strandgütern+EW; Z.: Stra-nd—gut
Strang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Strang, aus festen Fäden zusammengedrehtes Seil; ne. string (N.), rope (N.); Vw.: -; Hw.: s. strangulieren, Strangulation, streng; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stranc, st. M., Strick (M.) (1), Strang, Seil, Flussarm, Streifen (M.), Strähne, Haarsträhne, Lichtstreifen; mhd. strange, sw. M., Strick (M.) (1), Strang, Seil; mnd. stranc* (2), strank, strenc, strenge, strenk, M., N., Strang, Tau (N.), Strick (M.) (1), zusammengedrehter Strick (M.) (1); mnl. strenc, M., Strang, Band (N.), Tau (N.); mnl. strenge, Sb., Strang; ahd. strang* (1), st. M. (a?, i?), Strang, Strick (M.) (1), Schnur (F.) (1); ahd. strango*, sw. M. (n), Strang, Verzweigung; as. -; anfrk. -; germ. *stranga-, *strangaz, st. M. (a), Strang; germ. *strangi-, *strangiz, *strengi-, *strengiz, st. M. (i), Strang; idg. *strenk-, *streng-, Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen, Pokorny 1036?; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strang, Kluge s. u. Strang, DW 19, 854, EWD s. u. Strang, Falk/Torp 498, Duden s. u. Strang, Bluhme s. u. Strang; Son.: vgl. afries. -; ae. strėng (1), st. M. (i), Strang, Strick (M.) (1), Leine, Sehne; an. strengr, st. M. (a), Strang, Seil, Bogensehne; got. *strigga, Sb., Nessel, Riemen (M.) (1); nndl. streng, Sb., Strang; nschw. sträng, Sb., Strang; nisl. strengur, M., Seil; gr. στραγγός (strangós), Adj., gedreht, tropfenweise fließend; gr. στραγγάλη (strangálē), F., Strang, Strick (M.) (1), Hinrichtung; lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen; air. sreng, F., Strick (M.) (1); GB.: seit 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus festen Fäden zusammengedrehtes und für verschiedene Zwecke verwendbares Seil; BM.: drehen; F.: Strang, Strangs, Stranges, Stränge, Strängen+EW; Z.: Stra-ng
Strangulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Strangulation, Erwürgen; ne. strangulation; Vw.: -; Hw.: s. strangulieren, Strang; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. strangulātio; E.: s. lat. strangulātio, F., Erwürgen, Ersticken, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. strangulāre, V., erwürgen, erdrosseln, ersticken, würgen, quälen; gr. στραγγαλίζειν (strangalízein), V., erdrosseln; s. idg. *strenk-, *streng-, Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen, Pokorny 1036; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. strangulieren, DW 19, 872, EWD s. u. strangulieren, Duden s. u. Strangulation; Son.: vgl. frz. strangulation, F., Strangulation; nschw. strangulation, Sb., Strangulation; nnorw. stangulasjon, M., Strangulation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich nach Entstehung des Menschen mögliche Erwürgen (eines Menschen) mit einem Strang; BM.: drehen; F.: Strangulation, Strangulationen+FW+EW; Z.: Stra-ng-ul-at-io-n
strangulieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. strangulieren, mit einem Strang erwürgen, erdrosseln, erhängen; ne. strangle, strangulate; Vw.: -; Hw.: s. Strang, Strangulation; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. strangulāre; E.: s. lat. strangulāre, V., erwürgen, erdrosseln, ersticken, würgen, quälen, (116-27 v. Chr.); gr. στραγγαλίζειν (strangalízein), V., erdrosseln; s. idg. *strenk-, *streng-, Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen, Pokorny 1036; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. strangulieren, DW 19, 872, EWD s. u. strangulieren, Duden s. u. strangulieren; Son.: vgl. nndl. stranguleren, V., strangulieren; frz. étrangler, V., strangulieren; nnorw. strangulere, V., strangulieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (sachlich nach Entstehung des Menschen mögliches einen Menschen mit einem Strang erwürgen oder erdrosseln oder erhängen; BM.: drehen; F.: strangulieren, stranguliere, strangulierst, stranguliert, strangulierest, strangulieret, strangulierte, stranguliertest, strangulierten, stranguliertet, ##stranguliert, strangulierte, stranguliertes, stranguliertem, strangulierten, strangulierter##, strangulierend, ###strangulierend, strangulierende, strangulierendes, strangulierendem, strangulierenden, strangulierender###, strangulier (!)+FW(+EW?); Z.: stra-ng-ul-ier-en
Strapaze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Strapaze, große Anstrengung; ne. strain (N.); Vw.: -; Hw.: s. strapazieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. strapazzo; E.: s. it. strapazzo, M., Anstrengung?; vgl. it. strappazare, V., anstrengen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Strapaze, DW 19, 875, EWD s. u. Strapaze, Duden s. u. Strapaze; Son.: vgl. nschw. strapats, Sb., Strapaze; nnorw. stabas, M., Strapaze; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine große Anstrengung; BM.: ?; F.: Strapaze, Strapazen+FW(+EW?); Z.: Strapaz-e
strapazieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. strapazieren, anstrengen, beanspruchen; ne. strain (V.), stress (V.); Vw.: -; Hw.: s. Strapaze; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. strapazzare; E.: s. it. strapazzare, V., überanstrengen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Strapaze, DW 19, 876, EWD s. u. Strapaze, Duden s. u. strapazieren; Son.: vgl. nschw. strapatsera, V., strapazieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für anstrengen oder beanspruchen; BM.: ?; F.: strapazieren, strapaziere, strapazierst, strapaziert, strapazierest, strapazieret, strapazierte, strapaziertest, strapazierten, strapaziertet, ##strapaziert, strapazierte, strapaziertes, strapaziertem, strapazierten, strapazierter##, strapazierend, ###strapazierend, strapazierende, strapazierendes, strapazierendem, strapazierenden, strapazierender###, strapazier (!)+FW(+EW?); Z.: strapaz-ier-en
$strapaziös, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. strapaziös, anstrengend, beschwerlich; E.: s. Strapaze, s. strapazieren; L.: Kluge s. u. Strapaze, DW 19, 879, EWD s. u. Strapaze; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen (strappazoso) aufgenommene und umgebildete sowie mit Strapaze und strapazieren verbindbare Bezeichnung für anstrengend oder beschwerlich; F.: strapaziös, strapaziöse, strapaziöses, strapaziösem, strapaziösen, strapaziöser(, strapaziösere, strapaziöseres, strapaziöserem, strapaziöseren, strapaziöserer, strapaziösest, strapaziöseste, strapaziösestes, strapaziösestem, strapaziösesten, strapaziösester)+FW(+EW); Z.: strapaz-i-ös
Straps, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Straps, Strumpfhalter; ne. suspender; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. straps; E.: s. ne. straps, N. Pl., Strapse, Strumpfhalter; ne. strap, N., Riemen; vgl. ne. strop, N., Streichriemen; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von lat. stroppus, M., gedrehter Riemen (M.) (1), (280/260-vor 200 v. Chr.); gr. στρόφος (stróphos), M., gedrehtes Band (N.), geflochtenes Band (N.); vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, winden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Straps, DW 19, 880 (Straps), Duden s. u. Straps; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein paarweise für jedes Bein an einem Hüfthalter angebrachtes Gummiband mit kleiner Schließe zu einem Befestigen von zwei Strümpfen an den zwei Beinen (je Bein ein Strumpf); F.: Straps, Strapses, Strapse, Strapsen+FW(+EW?); Z.: Strap-s
Strass, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Strass, unechter Schmuck; ne. strass, rhinestone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von dem PN Georg Friedrich Strass (1701-1773), dem Erfinder der Edelsteinimitate; Son.: vgl. nndl. stras, Sb., Strass; frz. stras, strass, M., Strass; nschw. strass, Sb., Strass; nnorw. strass, M., Strass; L.: Kluge s. u. Straß, DW 19, 880 (Strasz), Duden s. u. Strass; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen aus bleihaltigem Glas mit starker Lichtbrechung hergestelltes glitzerndes Material das als unechter Schmuck verwendet werden kann; BM.: PN des Erfinders; F.: Strass, Strasses, Strasse, Strassen+FW; Z.: Strass
Straße, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Straße, befestigter Verkehrsweg höherer Ordnung; ne. street; Vw.: -; Hw.: s. Estrade, Streetworker; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. strāze, strōze, strouze, st. F., sw. F., Straße, Durchgang, Gasse, Gasse in einer Menschenmenge, Weg, Milchstraße, Erdzone, Streifen (M.); mnd. strāte (1), straete, straite, F., Straße, Landstraße, freie öffentliche Straße, städtische Straße, breiter Verkehrsweg durch die Häuserreihen, Häuserkomplex; mnl. strāte, F., Straße; ahd. strāza, st. F. (ō), sw. F. (n), Weg, Bahn, Straße; as. strāta, sw. F. (n), Straße; anfrk. strāta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Straße; germ. *strāta, F., Weg, Straße; s. lat. strāta (via), F., gepflasterter Weg, Pflaster, Straße; vgl. lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strasze, Kluge s. u. Straße, EWD s. u. Straße, DW 19, 882, Duden s. u. Straße, Bluhme s. u. Strasse; Son.: vgl. afries. strēte, st. F. (ō), Straße; saterl. strete; ae. strǣt (1), strēt, st. F. (ō), Straße; an. stræti, N., Straße; got. -; nndl. staat, Sb., Straße; ndän. stræde, N., Straße; nisl. stræti, N., Straße; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen befestigten Verkehrsweg höherer Ordnung für Fahrzeuge (und Fußgänger); BM.: breiten bzw. streuen; F.: Straße, Straßen+FW(+EW); Z.: Stra-ß-e
Strat, nhd. (ält.), M.: nhd. Strat, Lager, Polster, Matratze; ne. camp (N.), bed (N.); Vw.: s. Sub-; Hw.: -; Q.: nach 1291 (Reinfried von Braunschweig); E.: mhd. strāt, st. M., Bett, Bettgewand, Decke, Laken; mlat. strātum, N., Decke; vgl. lat. strātus, M., Hinstreuen, Hinbreiten; vgl. lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; L.: DW 19, 933; GB.: seit nach 1291 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Stoff überzogenes Polster das als Lager oder Matratze oder Bettauflage zu dem Schlafen dienen kann; BM.: streuen; F.: Strat, Strates, Strats, Strate, Straten+FW(+EW); Z.: Stra-t
Stratege, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stratege, Feldherr, Fachmann für das Zusammenwirken der Streitkräfte, allgemein ein durch seine Erfahrung an Vorgängen geschulter Sachkenner; ne. strategist, strategian; Vw.: -; Hw.: s. Strategie, strategisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. stratège; E.: s. frz. stratège, M., Stratege; gr. στρατηγός (stratēgós), στραταγός (stratagós), M., Heerführer, Feldherr, Befehlshaber, Stratege (athenischer Staatsbeamter), oberste Militärbehörde; vgl. gr. στρατός (stratós), M., Heer, Kriegsheer, Schar (F.) (1), Volk; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Strategie, DW 19, 934, EWD s. u. Stratege, Duden s. u. Stratege; Son.: vgl. nschw. strateg, Sb., Stratege; nnorw. strateg, M., Stratege; poln. strateg, M., Stratege; kymr. strategydd, M., Stratege; nir. straitéisí, M., Stratege; lit. strategas, M., Stratege; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Feldherrn oder Fachmann für das Zusammenwirken von Streitkräften oder allgemein für einen durch seine Erfahrung an Vorgängen geschulten Sachkenner; BM.: treiben bzw. führen; F.: Stratege, Strategen+FW; Z.: Stra-t-eg-e
Strategie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Strategie, Plan für ein Vorgehen; ne. strategy; Vw.: -; Hw.: s. Stratege, strategisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. stratégie; E.: s. frz. stratégie, F., Strategie, Plan für das Vorgehen; gr. στρατηγία (stratēgía), F., Feldherrnamt, Kriegskunst, Taktik; vgl. gr. στρατηγός (stratēgós), στραταγός (stratagós), M., Heerführer, Feldherr, Befehlshaber, Stratege (athenischer Staatsbeamter), oberste Militärbehörde; vgl. gr. στρατός (stratós), M., Heer, Kriegsheer, Schar (F.) (1), Volk; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Strategie, DW 19, 834, EWD s. u. Stratege, Duden s. u. Strategie; Son.: vgl. nndl. strategie, Sb., Strategie; nschw. strategi, Sb., Strategie; nnorw. strategi, M., Strategie; poln. strategia, F., Strategie; kymr. strategaeth, F., Strategie; nir. stratéis, F., Strategie; lit. strategija, F., Strategie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten genauen Plan für ein Vorgehen; BM.: treiben bzw. führen; F.: Strategie, Strategien+FW(+EW); Z.: Stra-t-eg-ie
strategisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. strategisch, Strategie betreffend, Planung eines Vorhabens betreffend; ne. strategic, strategical; Vw.: -; Hw.: s. Strategie, Stratege; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. stratégique; E.: s. frz. stratégique, Adj., strategisch; gr. στρατηγικός (stratēgikós), Adj., den Feldherrn betreffend; vgl. gr. στρατηγός (stratēgós), M., Heerführer, Feldherr, Befehlshaber, Stratege (ein athenischer Staatsbeamter); vgl. gr. στρατός (stratós), M., Heer, Kriegsheer, Schar (F.) (1), Volk; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen, leiten, verfolgen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Strategie, DW 19, 935, EWD s. u. Stratege, Duden s. u. strategisch; Son.: vgl. nndl. strategisch, Adj., strategisch; nschw. strategisk, Adj., strategisch; nnorw. strategisk, Adj., strategisch; poln. strategiczny, Adj., strategisch; nir. straitéiseach, Adj., strategisch; lit. strateginis, Adj., strategisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Strateg(e) und Strateg(ie) sowie isch gebildete Bezeichnung für Strategie betreffend oder Planung eines Vorgehens betreffend; BM.: treiben bzw. führen; F.: strategisch, strategische, strategisches, strategischem, strategischen, strategischer(, strategischere, strategischeres, strategischerem, strategischeren, strategischerer, strategischst, strategischste, strategischstes, strategischstem, strategischsten, strategischster)+EW; Z.: stra-t-eg-isch
Stratosphäre, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stratosphäre, mittlere Schicht der Erdatmosphäre; ne. stratosphere; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung (nach dem Muster von Atmosphäre); E.: s. lat. strātum, N., Decke, Bett, Matratze, Bettdecke, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. sphaera, F., Himmelskugel, Ball (M.) (1), Kreisbahn der Planeten, (234-149 v. Chr.); gr. σφαῖρα (sphaira), F., Ball (M.) (1), Kugel; vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809 (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Stratosphäre, Duden s. u. Stratosphäre; Son.: vgl. nndl. stratosfeer, Sb., Stratosphäre; frz. stratosphère, F., Stratosphäre; nschw. stratosfär, Sb., Stratosphäre; nnorw. stratosfære, M., Stratosphäre; poln. stratosfera, F., Stratosphäre; kymr. stratosffer, M., Stratosphäre; nir. strataisféar, M., Stratosphäre; lit. stratosfera, F., Stratosphäre; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und nach Atmosphäre aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche mittlere und der Troposphäre (0 bis 15 Kilometer nach außen folgende) in etwa zwölf bis fünfzig Kilometern Höhe gelegene und danach von Mesosphäre und Thermosphäre gefolgte Schicht der Erdatmosphäre; BM.: breiten, sprühen; BM.: breiten, Ball bzw. spritzen; F.: Stratosphäre, Stratosphären+FW; Z.: Stra-t-o-sphä-r-e
sträuben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. sträuben, sich aufrichten; ne. bristle (V.), ruffle (V.); Vw.: -; Hw.: s. struppig; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. strūben, sw. V., struppig werden, starren, sträuben, sich sträuben gegen, sich widersetzen, rau emporstehen; mhd. strouben, sw. V., starren, rauh emporstehen, starr emporrichten, sträuben, sich widersetzen; mnd. strǖven, struven, sw. V., sträuben, widerstreben, wehren, weigern, empören, aufwirbeln; mnl. strūven, sw. V., sträuben; ahd. strūben, sw. V. (1a), rauh machen, sträuben, rauh werden, starren; as. strūvian*, sw. V. (1a), sträuben; anfrk. -; germ. *strūbjan, sw. V., steif sein (V.), sträuben; idg. *streubʰ-, *streub-, Adj., V., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sträuben, Kluge s. u. sträuben, DW 19, 942, EWD s. u. sträuben, Falk/Torp 504, Heidermanns 562, Duden s. u. sträuben, Bluhme s. u. straeuben; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; ksl. struputu, Sb., Rauheit, Härte; tschech. ko-strba, M., zottiger haariger Mensch; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches machen dass sich etwas senkrecht aufstellt oder sich aufrichtet; BM.: starr; F.: sträuben, sträube, sträubst, sträubt, sträubest, sträubet, sträubte, sträubtest, sträubten, sträubtet, gesträubt, ##gesträubt, gesträubte, gesträubtes, gesträubtem, gesträubten, gesträubter##, sträubend, ###sträubend, sträubende, sträubendes, sträubendem, sträubenden, sträubender###, sträub (!)+EW; Z.: sträu-b-en
$sträubend, nhd., (Part. Präs.=)Adj.(4. Viertel 9. Jh.?): nhd. sträubend, sich aufrichtend; Vw.: s. haar-; E.: s. sträuben, s. d (Suff.); GB.: vielleicht seit 4. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich aufrichtend; F.: sträubend, sträubende, sträubendes, sträubendem, sträubenden, sträubender+EW; Z.: sträu-b-en-d
Strauch, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Strauch, Busch, buschartiges Holzgewächs; ne. bush (N.), shrub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. strūch (2), st. M., Strauch; germ. *strūka, Sb., Strauch; mnd. strūk, strǖk, strūke, struk?, M., Strauch, Staude, Busch, Gebüsch, Strauchwerk, Dickicht, Weinstock, Gerte; gmnl. struuc, M., Strauch; germ. *strūka, Sb., Strauch; idg. *strē̆ugʰ-?, Adj., starr, steif, struppig, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strauch, Kluge s. u. Strauch, DW 19, 964, EWD s. u. Strauch, Falk/Torp 503. Duden s. u. Strauch, Bluhme s. u. Strauch; Son.: vgl. gr. στρύχνον (strýchnon), N., eine Art Nachtschattengewächs; lit. strùgas, Adj., kurz, verstümmelt; GB.: seit 1190-1210 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine mehrere an der Wurzel beginnende holzige Zweige habende sachlich seit Entwicklung von Pflanzen schon vormenschlich mögliche Pflanze oder einen Busch; BM.: starr; F.: Strauch, Strauche, Strauches, Strauchs, Sträucher, Sträuchern+EW; Z.: Strau-ch
$Strauchdieb, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Strauchdieb, Straßenräuber; E.: s. Strauch, s. Dieb; L.: EWD s. u. Strauch, DW 19, 979; GB.: nach DRW in Rechtsquellen ab 1438 (Quedlinburg) mnd. belegte und aus Strauch und Dieb gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und des Vermögens sowie des Rechtes möglichen Straßenräuber; F.: Strauchdieb, Strauchdiebs, Strauchdiebes, Strauchdiebe, Strauchdieben+EW; Z.: Strau-ch—dieb
straucheln, nhd., V., (12. Jh.): nhd. straucheln, stolpern; ne. falter, stumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. Strunk; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Salman und Morolf); E.: mhd. strūchelen*, strūcheln, sw. V., straucheln, stolpern, fallen, sinken, stürzen; mnd. strǖkelen, strukelen, sw. V., straucheln, fehltreten, fehlgehen, fehlen, irren; mnl. strūkelen, sw. V., straucheln; s. mhd. strūchen, sw. V., straucheln; s. ahd. strūhhōn*, strūchōn*, sw. V. (2), strauchen, straucheln, stolpern; s. germ. *strūka, Sb., Strauch; vgl. idg. *strē̆ugʰ-?, Adj., starr, steif, struppig, Pokorny 1027; idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. straucheln, Kluge s. u. straucheln, DW 19, 979, EWD s. u. straucheln,Duden s. u. straucheln, Bluhme s. u. straucheln; Son.: vgl. nndl. struikelen, V., straucheln; gr. στρεύγεσθαι (streúgesthai), V., sich quälen, hinschmachten; aslaw. strъati, V., zerfleischen; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht schon vormenschlich mögliches in dem Gehen mit dem Fuß unabsichtlich an etwas anstoßen und in Gefahr kommen zu fallen oder stolpern; BM.: über Wurzeln stolpern bzw. starr; F.: straucheln, strauchel (!), strauchle, strauchelst, strauchelt, strauchelte, straucheltest, strauchelten, straucheltet, gestrauchelt, ##gestrauchelt, gestrauchelte, gestraucheltes, gestraucheltem, gestrauchelten, gestrauchelter##, strauchelnd, ###strauchelnd, strauchelnde, strauchelndes, strauchelndem, strauchelnden, strauchelnder###, strauchel (!)+EW; Z.: strau-ch-el-n
$strauchig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. strauchig, mit Sträuchern bewachsen (Adj.); E.: s. Strauch, s. ig; L.: DW 19, 991, EWD s. u. Strauch; GB.: seit 1574 belegte und aus Strauch und ig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit Sträuchern bewachsen (Adj.); F.: strauchig, strauchige, strauchiges, strauchigem, strauchigen, strauchiger(, strauchigere, strauchigeres, strauchigerem, strauchigeren, strauchigerer, strauchigst, strauchigste, strauchigstes, strauchigstem, strauchigsten, strauchigster)+EW; Z.: strau-ch-ig
Strauß (1), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Strauß (M.) (1), Auseinandersetzung, Zwist, Gefecht; ne. fight (N.), strout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); E.: s. mhd. strūz (1), st. M., sw. M., Strauß (M.) (1), Widerstand, Zwist, Streit, Kampf, Gefecht; mnd. strūs (2), strūts, M., Strauß (M.) (1), Kampf, Ehestreit; germ. *strūta-, *strūtaz, st. M. (a), Widerstand, Strauß (M.) (1); s. idg. *streudʰ-, *streud-, V., Adj., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strausz 1, Kluge s. u. Strauß 1, DW 19, 1005, EWD s. u. Strauß 1, Falk/Torp 503, Duden s. u. Strauß, Bluhme s. u. Strauss 1; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. strūtr, st. M. (a), Spitze eines Hutes; got. -; mir. toit, F., Streit, Kampf; ksl. trudu, Sb., Mühe, Kampf; GB.: seit nach 1231 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Auseinandersetzung oder einen Zwist oder ein Gefecht; BM.: starr; F.: Strauß, Straußes, Sträuße, Sträußen+EW; Z.: Strau-ß
Strauß (2), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Strauß (M.) (2), Blumenstrauß; Vw.: -; Hw.: s. striezen?; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. gestriuze, st. N., Strauß (M.) (1), Kampf, Handgemenge, Gefecht, Durcheinander, Aufruhr, Buschwerk, Gesträuch; vgl. mhd. striuzach, st. N., Gebüsch; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht verwandt mit nhd. strotzen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strausz 2, Kluge s. u. Strauß 2, DW 19, 1014, EWD s. u. Strauß 2, Duden s. u. Strauß; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit strotzen verbindbare Bezeichnung für zusammengebundene oder zusammengestellte abgeschnittene oder gepflückte Blumen oder Zweige; BM.: strotzen?; F.: Strauß, Straußes, Sträuße, Sträußen+EW; Z.: Strau-ß
Strauß (3), nhd., M., (9. Jh.): nhd. Strauß (F.) (3), Vogel Strauß; ne. ostrich; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. strūz, st. M., sw. M., Vogel Strauß; mhd. strūze, sw. M., Strauß (M.) (3), Vogel Strauß, Kralle (?); mnd. strūs (1), strūse, stūts, strūtse, M., Strauß (M.) (3), ein Vogel; mnl. struus, M., Strauß (F.) (3), Vogel Strauß; ahd. strūz, st. M. (a), Strauß (M.) (3); as. strūt*?, strūth*, strūd, st. M. (a), Vogel Strauß, Strauß (M.) (3); anfrk. -; germ. *strūtjo, *strūþjo, M., Strauß (M.) (3); lat. strūthio, F., Strauß (M.) (3), Vogel Strauß; gr. στρουθίον (struthíon), N., Spatz; vgl. gr. στροῦθος (strouthos), M., F., Sperling, kleiner Vogel; L.: Kluge 1. A. s. u. Strausz 2, Kluge s. u. Strauß 3, EWD s. u. Strauß 3, DW 19, 1001, Duden s. u. Strauß, Bluhme s. u. Strauss 3; Son.: vgl. afries. -; ae. strūta, strȳta, sw. M. (n), Vogel Strauß, Strauß (M.) (3); an. -; got. -; nndl. struisvogel, Sb., Strauß (M.) (3); frz. austruche, F., Strauß (M.) (3); nschw. struts, Sb., Strauß (M.) (3); nnorw. struts, M., Strauß (M.) (3); poln. struś, M., Strauß (M.) (3); kymr. estrys, M., F., Strauß (M.) (3); nir. ostrais, F., Strauß (M.) (3); lit. strutis, M., Strauß (M.) (3); GB.: (strūz) seit 1. Drittel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in den Steppen Afrikas und Vorderasiens lebenden großen flugunfähigen Laufvogel mit langem und nacktem Hals und kräftigem Rumpf sowie hohen Beinen und schwarz-weißem bis graubraunem Gefieder; BM.: Spatz?; F.: Strauß, Straußes, Strauße, Straußen+EW; Z.: Strauß
Stream, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Stream, Audiodaten, Videodaten; ne. stream (N.); Vw.: s. Live-; Hw.: s. Streaming; Q.: Anfang 21. Jh.; I.: Lw. ne. stream; E.: s. ne. stream, N., Strom, Stream; ae. stréam, st. M. (a), Strom, Fluss, Strömung; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); GB.: seit Anfang 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische für das Germanische erschließbare Bezeichnung für von einem Unternehmen in dem Internet zu der Verfügung gestellte Audiodateien oder Videodateien; BM.: sich bewegen; F.: Stream, Streams+FW; Z.: S-t-rea-m
Streaming, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Streaming, Herunterladen von Audiodaten oder Videodaten; ne. streaming (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stream, Livestream, Strom; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. streaming; E.: s. ne. streaming, N., Streaming, Fließen; vgl. ne. stream, V., strömen; ae. stréam, st. M. (a), Strom, Fluss, Strömung; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Streaming; Son.: vgl. nndl. streaming, Sb., Streaming; frz. streaming, M., Streaming; nschw. streaming, Sb., Streaming; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Datenübertragungsverfahren bei dem die Audiodaten oder Videodaten bereits während der Übertragung angesehen oder angehört werden können; BM.: sich bewegen; F.: Streaming, Streamings+FW; Z.: S-t-rea-m-ing
$Strebe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Strebe, Stütze; E.: s. strebe(n); L.: Kluge s. u. streben, EWD s. u. streben, DW 19, 1038; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit strebe(n) verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon früher entwickelte und verwendete Vorrichtung um einen schrägen Schub aufzuheben; F.: Strebe, Streben+EW; Z.: Stre-b-e
$Strebebogen, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Strebebogen, Stützbogen; E.: s. Strebe, s. Bogen; L.: DW 19, 1038, EWD s. u. streben; GB.: seit 1527 (Dürer) belegte und aus Strebe und Bogen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl schon früher entwickelte und verwendete als Bogen ausgestaltete Strebe oder Stütze; F.: Strebebogen, Strebebogens, Strebebögen+EW; Z.: Stre-b-e—bog-en
streben, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. streben, sich regen, sich mühen, kämpfen, versuchen ein Ziel zu erreichen; ne. strive (V.); Vw.: -; Hw.: s. Streber; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. streben (1), streven, strefen*?, sw. V., bewegen, sich heftig regen, ringen, kämpfen, vorwärts drängen, sich aufrichten; mnd. strēven, sw. V., streben, zappeln, zucken, hinschlagen und herschlagen, regen, bewegen, anstrengen, ringen, abmühen, bemühen; ahd. streben*, sw. V. (1b), streben, eilen, trachten; ahd. strebōn*, sw. V. (2), streben, eilen, trachten; as. -; anfrk. -; germ. *stribōn, sw. V., sich anstrengen, streben; idg. *strē̆ibʰ-, Adj., V., starr, steif, streben, Pokorny 1026; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. streben, Kluge s. u. streben, DW 19, 1042, EWD s. u. streben, Falk/Torp 501, Duden s. u. streben, Bluhme s. u. streben; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. streven, V., streben; nschw. sträva, V., streben; GB.: (strebōn) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sich regen oder sich mühen oder versuchen ein Ziel zu erreichen; BM.: starr; F.: streben (!), strebe (!), strebst, strebt, strebest, strebet, strebte, strebtest, strebten, strebtet, gestrebt, ##gestrebt, gestrebte, gestrebtes, gestrebtem, gestrebten, gestrebter##, strebend, ###strebend, strebende, strebendes, strebendem, strebenden, strebender###, streb (!)+EW; Z.: stre-b-en
$Strebepfeiler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Strebepfeiler, Stützpfeiler; E.: s. Strebe, s. Pfeiler; L.: DW 19, 1075, EWD s. u. streben; GB.: seit 1489 belegte und aus Strebe und Pfeiler gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Stützpfeiler; F.: Strebepfeiler, Strebepfeilers, Strebepfeilern+EW+FW; Z.: Stre-b-e—pfei-l-er
Streber, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Streber, Strebender, Überfleißiger, Widersacher; ne. nerd, overachiever; Vw.: -; Hw.: s. streben; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. strebære*, streber, st. M., Streber; s. mhd. streben (1), streven, strefen*?, sw. V., bewegen, sich heftig regen, ringen, kämpfen, vorwärts drängen, sich aufrichten; ahd. streben*, sw. V. (1b), streben, eilen, trachten; ahd. strebōn*, sw. V. (2), streben, eilen, trachten; germ. *stribōn, sw. V., sich anstrengen, streben; idg. *strē̆ibʰ-, Adj., V., starr, steif, streben, Pokorny 1026; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Streber, DW 19, 1077, EWD s. u. streben, Duden s. u. Streber; Son.: vgl. nndl. streber, Sb., Streber; nschw. streber, Sb., Streber; nnorw. streber, M., Streber; GB.: (mhd. strebære) vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus streb(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen sich ehrgeizig und egoistisch um sein Fortkommen in Schule oder Beruf bemühenden Menschen; BM.: starr; F.: Streber, Strebers, Strebern+EW; Z.: Stre-b-er
$strebig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. strebig, strebsam, tüchtig; Vw.: s. ziel-; E.: s. streb(en), s. ig; L.: Kluge s. u. streben, DW 19, 1081; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus streb(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches strebsam oder tüchtig;; F.: strebig, strebige, strebiges, strebigem, strebigen, strebiger(, strebigere, strebigeres, strebigerem, strebigeren, strebigerer, strebigst, strebigste, strebigstes, strebigstem, strebigsten, strebigster)+EW; Z.: stre-b-ig
$strebsam, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. strebsam, strebig, fleißig, eiferig, tüchtig, schaffensfroh, auf Fortschritt bedacht; E.: s. streb(en), s. sam; L.: Kluge s. u. streben, DW 19, 1081, EWD s. u. streben; GB.: seit 1810 belegte und aus streb(en) und sam gebildete Bezeichnung für strebig oder fleißig oder eiferig oder schaffensfroh oder auf Fortschritt bedacht; F.: strebsam, strebsame, strebsames, strebsamem, strebsamen, strebsamer(, strebsamere, strebsameres, strebsamerem, strebsameren, strebsamerer, strebsamst, strebsamste, strebsamstes, strebsamstem, strebsamsten, strebsamster)+EW; Z.: stre-b-sam
$Strecke, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Strecke, Stück, Abschnitt; Vw.: s. Weg-; E.: s. strecken; L.: Kluge s. u. strecken, DW 19, 1092; EWD s. u. strecken; GB.: vielleicht seit 16. Jh. oder schon in mhd. zilstrecke belegte und mit strecken verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Stück oder einen Abschnitt (eines Weges); F.: Strecke, Strecken+EW; Z.: Stre-ck-e
strecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. strecken, sich dehnen, sich erstrecken, in die Länge ziehen; ne. stretch (V.); Vw.: -; Hw.: s. schnurstracks, strack; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. strecken, sw. V., gerade machen, ausdehnen, strecken; mnd. strecken, sterken, sw. V., strecken, zur vollen Länge strecken, straffen, ausstrecken, ausbreiten, gerade richten; mnl. strecken, sw. V., strecken; ahd. strekken*, strecken*, sw. V. (1a), strecken, ausstrecken, hinstrecken, sich erstrecken; as. -; anfrk. -; germ. *strakkjan, sw. V., strecken; idg. *streg-, *treg-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1023; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. strecken, Kluge s. u. strecken, DW 19, 1100, EWD s. u. strecken, Falk/Torp 497, Heidermanns 559, Duden s. u. strecken, Bluhme s. u. strecken; Son.: vgl. afries. strekka, strikka, sw. V. (1), sich erstrecken; ae. strėccan, sw. V. (1), strecken, ausbreiten, niederwerfen, reichen; an. -; got. -; nndl. strecken, V., strecken; nnorw. strekken, V., strecken; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches dehnen oder in die Länge ziehen; BM.: starr; F.: strecken (!), strecke (!), streckst, streckt, streckest, strecket, streckte, strecktest, streckten, strecktet, gestreckt, ##gestreckt, gestreckte, gestrecktes, gestrecktem, gestreckten, gestreckter##, streckend, ###streckend, streckende, streckendes, streckendem, streckenden, streckender###, streck (!)+EW; Z.: stre-ck-en
Streetworker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Streetworker, ein auf der Straße tätiger Sozialarbeiter; ne. street worker; Vw.: -; Hw.: s. Straße, Werk; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. street worker; E.: s. ne. street worker, M., Streetworker; vgl. ne. street, N., Straße; ae. strǣt (1), strēt, st. F. (ō), Straße; germ. *strāta, F., Weg, Straße; s. lat. (via) strāta, N. Pl., gepflasterter Weg, Pflaster, Straße; vgl. lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ne. worker, M., Arbeiter; ne. work, N., Arbeit, Werk; ae. weorc, worc, st. N. (a), Werk, Arbeit, Leiden, Last; germ. *werka-, *werkam, st. N. (a), Werk, Werg; idg. *u̯erg̑om, N., Werk, Pokorny 1168; s. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Duden s. u. Streetworker; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh belegte und aus den Neuenglischen aufgenommene und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf der Straße und damit nicht in einem Unternehmensgebäude tätigen Sozialarbeiter; BM.: Straße bzw. streuen, Arbeit bzw. tun; F.: Streetworker, Streetworkers, Streetworkern+FW; Z.: Stree-t—work-er
Streich, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Streich, Hieb, Schlag; ne. stroke (N.); Vw.: -; Hw.: s. streichen, streicheln; Q.: um 1200 (Iwein); E.: mhd. streich, st. M., Schlag, Hieb, Streich, Schwertstreich; mhd. strīch, st. M., Streich, Schlag; s. mhd. streichen, sw. V., streifen, berühren, streichen, streicheln, sich reiben an; ahd. streihhōn*, streichōn*, sw. V. (2), streicheln; germ. *straikōn, sw. V., streicheln; idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; s. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028? (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. streichen, Kluge s. u. Streich, DW 19, 1153, EWD s. u. Streich, Duden s. u. Streich; Son.: vgl. nndl. streek, Sb., Streich; GB.: seit um 1200 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlich möglichen (kurzen und schnellen) Hieb oder Schlag; BM.: breiten bzw. streuen; F.: Streich, Streichs, Streiches, Streiche (!), Streichen (!)+EW; Z.: Strei-ch
streicheln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. streicheln, sanft über etwas streichen; ne. stroke (V.), fondle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Streich, streichen; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönchs); E.: mhd. streichelen*, streicheln, sw. V., streicheln; s. mhd. streichen, sw. V., streifen, berühren, streichen, streicheln, sich reiben an; ahd. streihhōn*, streichōn*, sw. V. (2), streicheln; germ. *straikōn, sw. V., streicheln; idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; s. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028? (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. streicheln, DW 19, 1176, EWD s. u. streicheln, Seebold 476, Duden s. u. streicheln; Son.: vgl. ae. strācian, sw. V. (2), streichen; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und mit streichen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mit leichten gleitenden Bewegungen der Hand sanft über etwas streichen; BM.: breiten bzw. streuen; F.: streicheln, streichel (!), streichle, streichelst, streichelt, streichelte, streicheltest, streichelten, streicheltet, gestreichelt, ##gestreichelt, gestreichelte, gestreicheltes, gestreicheltem, gestreichelten, gestreichelter##, streichelnd, ###streichelnd, streichelnde, streichelndes, streichelndem, streichelnden, streichelnder###, streichel (!)+EW; Z.: strei-ch-el-n
streichen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. streichen, sich fortbewegen, gehen, entfernen, mit einer gleitenden Bewegung fahren über; ne. stroke (V.), strike (V.); Vw.: -; Hw.: s. Streich, streicheln, Strich, Streik; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. strīchen (1), st. V., streichen, fortgehen, sich entfernen, Striche machen, streichend bewegen, streichend messen, glatt streichen, glätten; mnd. strīken (1), stricken, stryken, strieken, strēken, striken, st. V., streichen, umherstreichen, herumstreichen, aufstreichen, glatt streichen, plätten, bügeln, bestreichen, anstreichen; mnl. strīken, V., streichen; ahd. strīhhan*, strīchan*, st. V. (1a), bestreichen, schleifen (V.) (1); as. -; anfrk. *strīkkan?, st. V. (1), streichen; germ. *streikan, *strīkan, st. V., streichen, streifen; idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; s. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028? (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. streichen, Kluge s. u. streichen, DW 19, 1183, EWD s. u. streichen, Falk/Torp 500, Seebold 476, Duden s. u. streichen, Bluhme s. u. streichen; Son.: vgl. afries. strīka, st. V. (1), streichen; nfries. strijcken, V., streichen; ae. strīcan, st. V. (1), streichen, streicheln, reiben, wischen, sich bewegen, gehen; an. strȳkja, strȳkva, st. V. (1), streichen; got. *streikan, st. V. (1), streichen; nndl. strijken, V., streichen; nschw. stryka, V., streichen; nnorw. stryke, V., streichen; ? lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen; ksl. stristi, V., scheren (V.) (1), abschneiden; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit einer gleitenden Bewegung über etwas hinfahren; BM.: breiten bzw. streuen; F.: streichen (!), streiche (!), streichst, streicht, streichest, streichet, strich, strichst, strichen, stricht, strichest, strichet, gestrichen, ##gestrichen, gestrichene, gestrichenes, gestrichenem, gestrichenen, gestrichener##, streichend, ###streichend, streichende, streichendes, streichendem, streichenden, streichender###, streich (!)+EW; Z.: strei-ch-en
$Streicher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Streicher, Streichender; Vw.: s. An-, Land-; E.: s. streich(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. streichen, DW 19, 1225, EWD s. u. streichen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus streich(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht spätestens seit Entstehung des Menschen möglichen Streichenden; F.: Streicher, Streichers, Streichern+EW; Z.: Strei-ch-er
$Streichholz, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Streichholz, Zündholz; E.: s. streich(en), s. Holz; L.: DW 19, 1230, EWD s. u. streichen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus streich(en) und Holz gebildete Bezeichnung für ein von Menschen zu einem Streichen entwickeltes und verwendetes Holz sowie später für ein 1805 von Jean-Louis Chancel für ein Anzünden von Feuer entwickeltes und verwendetes Zündholz; F.: Streichholz, Streichholzes, Streichhölzer, Streichhölzern+EW; Z.: Strei-ch—hol-z
$Streif, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Streif; L.: Kluge s. u. streifen, DW 19, 1247, EWD s. u. Streifen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit streifen verbindbare Bezeichnung; F.: Streif, Streifes, Streifs, Streife (!), Streifen (!)+EW; Z.: Strei-f
$Streife, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Streife; L.: Kluge s. u. streifen, EWD s. u. streifen; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit streifen verbindbare Bezeichnung; F.: Streife, Streifen (!)+EW; Z.: Strei-f-e
Streifen, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Streifen (M.), Strahl, Band (N.), Strich; ne. stripe (N.); Vw.: -; Hw.: s. streifen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. strīfe, sw. M., Streifen (M.); mnd. strīpe, strīpen, F., Streifen (M.); mnd. strīpen (3), M., Streifen (M.), Streifen (M.) im Wollgewebe, Streifen (M.) im Gefieder; mnl. strīpe, F., Streifen (M.); ahd. stripf* (2), Sb., Streifen (M.); germ. *strīpō-, *strīpōn, *strīpa-, *strīpan, Sb., Streifen (M.); vgl. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Streifen, Kluge s. u. streifen, DW 19, 1247 (Streif), EWD s. u. Streifen, Falk/Torp 501, Duden s. u. Streifen, Bluhme s. u. Streifen; Son.: vgl. nndl. strip, Sb., Streifen (M.); nnorw. stripe, M., F., Streifen (M.); air. sríab, Sb., Streifen, Strahl; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht schon vormenschlich mögliches langes schmales Gebilde oder einen sich abhebenden Strich; BM.: Strich bzw. Strahl; F.: Streifen, Streifens+EW; Z.: Strei-f-en
streifen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. streifen, anstreifen, mit Streifen versehen (V.), leicht berühren; ne. brush (V.), streak (V.); Vw.: -; Hw.: s. Streifen; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: mhd. streifen, sw. V., streifen, gleiten, ziehen, sich zwängen durch, marschieren, mit Streichgarn fischen, abhäuten; mhd. striefen, st. V., streifen; mnd. strīpen (1), sw. V., streifen, Streifen (M.) machen, durch Streifen (M.) kenntlich machen; mnd. strēfen*, streifen*, streyfen, sw. V., streifen; mnl. strīpen, sw. V., streifen; vgl. germ. *streupan, sw. V., streifen; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. streifen, Kluge s. u. streifen, DW 19, 1260, EWD s. u. streifen, Falk/Torp 504, Duden s. u. streifen; Son.: vgl. got. *straupōn?, sw. V. (2), streifen; got. *straupjan?, sw. V. (1), abstreifen; GB.: seit 1220-1250 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches leicht berühren; BM.: Strich bzw. Strahl; F.: streifen (!), streife (!), streifst, streift, streifest, streifet, streifte, streiftest, streiften, streiftet, gestreift, ##gestreift, gestreifte, gestreiftes, gestreiftem, gestreiften, gestreifter##, streifend, ###streifend, streifende, streifendes, streifendem, streifenden, streifender###, streif (!)+EW; Z.: strei-f-en
$streifig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. streifig, gestreift, Streifen (M.) habend; E.: s. Streif(en), s. ig; L.: DW 19, 1286, EWD s. u. Streifen; GB.: nach älterem streificht seit 18. Jh. belegte und aus Streif(en) und ig gebildete Bezeichnung für gestreift oder Streifen habend; F.: streifig, streifige, streifiges, streifigem, streifigen, streifiger+EW; Z.: strei-f-ig
$Streifschuss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Streifschuss, ein Ziel nur streifender Schuss; L.: DW 19, 1295 (Streifschusz), EWD s. u. streifen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus streif(en) und Schuss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Schusses möglichen ein Ziel nur streifenden und nicht voll treffenden Schuss; F.: Streifschuss, Streifschusses, Streifschüsse, Streifschüssen+EW; Z.: Strei-f—schu-s-s
Streik, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Streik, Arbeitsniederlegung für Forderungen Arbeitender; ne. strike (N.); Vw.: -; Hw.: s. streichen; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. strike; E.: s. ne. strike, N., Streik; vgl. nd. strike, V., die Arbeit einstellen, schlagen; ae. strīcan, st. V. (1), streichen, streicheln, reiben, wischen, sich bewegen, gehen; germ. *streikan, *strīkan, st. V., streichen, streifen; idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; s. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028? (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Streik, DW 19, 1298, EWD s. u. Streik, Duden s. u. Streik, Bluhme s. u. Streik; Son.: vgl. nschw. strejk, Sb., Streik; nnorw. streik, M., Streik; poln. strajk, M., Streik; kymr. streic, F., Streik; lit. streikas, M., Streik; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine gemeinsame organisierte Arbeitsniederlegung von Arbeitnehmern zu einer Durchsetzung bestimmter wirtschaftlicher oder sozialer die Arbeit betreffender Forderungen; BM.: breiten bzw. streuen; F.: Streik, Streikes, Streiks, Streike, Streiken+FW; Z.: Strei-k
$streiken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. streiken; Q.: um 1865; E.: s. Streik, s. en (Suff.); L.: DW 19, 1300, EWD s. u. Streik; GB.: seit um 1865 belegte und aus Streik und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Streik durchführen oder die Arbeit zwecks Durchsetzung von Forderungen von Arbeitnehmern gemeinsam niederlegen; F.: streiken (!), streike (!), streikst, streikt, streikest, streiket, streikte, streiktest, streikten, streiktet, gestreikt, ##gestreikt, gestreikte, gestreiktes, gestreiktem, gestreikten, gestreikter##, streikend, ###streikend, streikende, streikendes, streikendem, streikenden, streikender###, streik (!)+EW; Z.: strei-k-en
Streit, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Streit, Meinungsverschiedenheit, Zwist, heftige Auseinandersetzung; ne. row (N.), quarrel (N.); Vw.: -; Hw.: s. streiten, streitig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. strīt (1), st. M., Streit, Schlacht, Kampf, Wettkampf, Krieg, Wortstreit, Waffenstreit; mnd. strīt (1), M., N., Streit, Kampf, Glaubenskampf, Waffenkampf, Schlacht, Schlachtreihe, Krieg, Fehde; mnl. strijt, M., Streit; ahd. strīt, st. M. (a), Streit, Zwietracht, Empörung; as. strīd*, st. M. (i), Streit, Eifer; anfrk. -; germ. *streida-, streidaz?, st. M. (a), Streit; germ. *streida-, *streidam, st. N. (a), Streit; s. idg. *strē̆i-, *steri-, Adj., starr, steif, Pokorny 1026; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Streit, Kluge s. u. Streit, DW 19, 1310, EWD s. u. streiten, Seebold 475, Duden s. u. Streit, Bluhme s. u. Streit; Son.: vgl. afries. strīd, st. N. (a), Streit, Kampf, Uneinigkeit, Zwist, Prozess; nfries. strijd; ae. strīþ?, st. M. (a), Streit, Kampf; an. strið, st. N. (a), Streit, Krieg; got. -; nndl. strijd, Sb., Streit; GB.: (strīt) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich spätestens seit Entstehung des Menschen mögliche heftige Auseinandersetzung; BM.: starr bzw. fallen; F.: Streit, Streits, Streites, Streite, Streiten+EW; Z.: Strei-t
$Streitaxt, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Streitaxt, in einem Streit benutzbare Axt; E.: s. Streit, s. Axt; L.: DW 19, 1338, EWD s. u. streiten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Streit und Axt gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit etwa 11500 v. Chr. und vor allem seit 3500 v. Chr. teilweise aus Metall entwickelte in einem Streit benutzbare Axt; F.: Streitaxt, Streitäxte, Streitäxten+EW; Z.: Strei-t—ax-t
$streitbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. streitbar, in einem Streit benutzbar, einen Streit nicht scheuend; E.: s. streit(en), s. bar; L.: Kluge s. u. streiten, DW 19, 1338, EWD s. u. streiten; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus streit(en) und bar gebildete Bezeichnung für in einem Streit benutzbar oder einen Streit nicht scheuend; F.: streitbar, streitbare, streitbares, streitbarem, streitbaren, streitbarer(, streitbarere, streitbareres, streitbarerem, streitbareren, streitbarerer, streitbarst, streitbarste, streitbarstes, streitbarstem, streitbarsten, streitbarster)+EW; Z.: strei-t-bar
streiten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. streiten, sich auseinandersetzen, kämpfen; ne. argue, quarrel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Streit, streitig; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. strīten, st. V., kämpfen, streiten, sich streiten, sich wehren gegen, sich wehren mit, wetteifern mit, kämpfen um, kämpfen für, streben nach; mnd. strīden (2), stridden, st. V., sw. V., streiten, mit Worten streiten, in gelehrter Auseinandersetzung widersprüchliche Meinungen verfechten; mnl. strīden, V., streiten; ahd. strītan, st. V. (1a), streiten, kämpfen, widerstreiten; as. strīdan*, st. V. (1a), streiten; anfrk. *strīdan?, st. V. (1), streiten; germ. *streidan, st. V., streiten, schreiten?, spreizen?; s. idg. *strē̆i-, *steri-, Adj., starr, steif, Pokorny 1026; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Streit, Kluge s. u. streiten, DW 19, 1343, EWD s. u. streiten, Falk/Torp 501, Seebold 475, Duden s. u. streiten, Bluhme s. u. Streit; Son.: vgl. afries. strīda, st. V. (1), streiten; nfries. strijdjen, V., streiten; ae. strīdan, st. V. (1), schreiten; an. -; got. -; nndl. strijden, V., streiten; ne. stride, V., schreiten; nschw. strida, V., streiten; nisl. stríða, V., necken, ärgern; lit. strainùs, Adj., rüstig, widerspenstig; GB.: (strītan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich mit jemandem heftig in Wortwechseln und vielleicht auch Handgreiflichkeiten auseinandersetzen oder kämpfen; BM.: starr bzw. fallen; F.: streiten (!), streite (!), streitest, streitet, stritt, strittest, strittst (!), stritten, strittet, gestritten, ##gestritten, gestrittene, gestrittenes, gestrittenem, gestrittenen, gestrittener##, streitend, ###streitend, streitende, streitendes, streitendem, streitenden, streitender###, streit (!)+EW; Z.: strei-t-en
$Streitfall, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Streitfall; E.: s. Streit, s. Fall; L.: DW 19, 1375, EWD s. u. streiten; GB.: seit 1828 belegte und aus Streit und Fall gebildete Bezeichnung für einen mit einem Streit verbundenen Fall; F.: Streitfall, Streitfalles, Streitfalls, Streitfälle, Streitfällen+EW; Z.: Strei-t—fall
$Streithammel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Streithammel; Q.: um 1800; L.: DW 19, 1380, EWD s. u. streiten; GB.: seit um 1800 belegte und aus Streit und Hammel gebildete Bezeichnung für einen wie ein Hammel streitsüchtigen Menschen; F.: Streithammel, Streithammels, Streithammeln+EW; Z.: Strei-t—ham-m-el
streitig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. streitig, umstritten, gegensätzlich; ne. controversial; Vw.: -; Hw.: s. streiten, Streit; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. strītic, strītec, Adj., „streitig“, streitbar, kämpferisch, kampfbegierig, streithaft, kampflustig, kampftüchtig, ungestüm, unlenksam, ungehorsam mit, eifrig, strebend, begehrend; mnd. strīdich, striddich, Adj., „streitig“, zum Streit geneigt, streitsüchtig, streitbar, zanksüchtig, händelsüchtig, kampfbegierig, kriegerisch; ahd. strītīg, Adj., streitig, streitend, gerichtlich; as. -; anfrk. -; germ. *streidīga-, *streidīgaz, Adj., eigensinnig, hartnäckig; s. idg. *strē̆i-, *steri-, Adj., starr, steif, Pokorny 1026; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. streiten, DW 19, 1381, EWD s. u. streiten, Heidermanns 561, Duden s. u. streitig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (strītīg) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Leben mögliches umstritten oder gegensätzlich; BM.: starr bzw. fallen; F.: streitig, streitige, streitiges, streitigem, streitigen, streitiger(, streitigere, streitigeres, streitigerem, streitigeren, streitigerer, streitigst, streitigste, streitigstes, streitigstem, streitigsten, streitigster)+EW; Z.: strei-t-ig
$Streitigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Streitigkeit, Streit, Streitfall; E.: s. streitig, s. heit, s. keit; L.: DW 19, 1380, EWD s. u. streiten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus streitig und keit gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen oder der Entwicklung von Sprache möglichen Streit oder einen Streitfall; F.: Streitigkeit, Streitigkeiten+EW; Z.: Strei-t-ig—kei-t
$Streitmacht, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Streitmacht, in einem Streit einsetzbare Macht, Kampftruppe; E.: s. Streit, s. Macht; L.: DW 19, 1391, EWD s. u. streiten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Streit und Macht gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht sachlich seit Entwicklung von Waffen durch Menschen mögliche in einem Streit einsetzbare Macht oder Kampftruppe; F.: Streitmacht, Streitmächte, Streitmächten+EW; Z.: Strei-t—mach-t
$Streitschrift, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Streitschrift, Kampfschrift; E.: s. Streit, s. Schrift; L.:, DW 19, 1395, EWD s. u. streiten; GB.: seit 1678 belegte und aus Streit und Schrift gebildete Bezeichnung für eine in einem Streit unter Menschen eingesetzte und von Menschen verfasste Schrift; F.: Streitschrift, Streitschriften+EW; Z.: Strei-t—schri-f-t
$Streitwagen, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Streitwagen, Kampfwagen; E.: s. Streit, s. Wagen; L.: DW 19, 1398, EWD s. u. streiten; GB.: seit 1489 belegte und aus Streit und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums (um 1900v. Chr.) entwickelten und verwendeten Kampfwagen von dem aus ein Streit ausgeführt werden kann; F.: Streitwagen, Streitwagens, Streitwägen+EW; Z.: Strei-t—wag-en
streng, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. streng, strikt, hart, beißend, stark; ne. strict, rigorous; Vw.: -; Hw.: s. Strenge, Strang; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. strenge, Adj., stark, gewaltig, tapfer; mnd. strenge (2), Adj., streng, hart, stark, kraftvoll, gewaltig, mächtig, kampftüchtig, tapfer, tatkräftig, energisch; mnl. stranc, strenghe, Adj., stark, dick, streng; ahd. strengi, Adj., stark, mächtig, groß, drückend, kräftig, heldenhaft, unerbittlich, hart; ahd. strang* (2), Adj., stark, mannhaft; as. strang, Adj., stark, mächtig, kraftvoll; anfrk. -; germ. *strangja-, *strangjaz, Adj., straff, streng; idg. *strenk-, *streng-, Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen, Pokorny 1036; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. streng, Kluge s. u. streng, DW 19, 1403, EWD s. u. streng, Falk/Torp 498, Heidermanns 560, Duden s. u. streng, Bluhme s. u. streng; Son.: vgl. afries. *streng, Adj., streng; ae. strang, strong, Adj., stark, mächtig, kühn, tapfer, beständig; ne. strong, Adj., stark; an. strangr, Adj., heftig, hart, streng; got. -; nndl. streng, Adj., streng; ne. strong, Adj., stark; nschw. sträng, Adj., streng; nnorw. streng, Adj., streng; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches strikt oder hart oder stark in Gegensatz zu nachsichtig oder weich; BM.: starr; F.: streng, strenge, strenges, strengem, strengen, strenger(, strengere, strengeres, strengerem, strengeren, strengerer, strengst, strengste, strengstes, strengstem, strengsten, strengster)+EW; Z.: stre-ng
Strenge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Strenge, Härte, Stärke, Tapferkeit, Bitterkeit; ne. rigour, strength; Vw.: -; Hw.: s. streng; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. strenge (3), strange, st. F., Strenge, Härte, Stärke, Kehlsucht der Pferde, Langfurche; mnd. strenge (3), F., Strenge, Stärke, Härte; ahd. strengī, strengīn, st. F. (ī), Stärke, Kraft, Festigkeit; as. *strėngi?, st. F. (i), Kraft; anfrk. -; germ. *strangī-, *strangīn, sw. F. (n), Kraft, Stärke; idg. *strenk-, *streng-, Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen, Pokorny 1036; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. streng, EWD s. u. streng, DW 19, 1447, Duden s. u. Strenge; Son.: vgl. afries. -; ae. strėngu, strėngo, st. F. (ō), Stärke, Kraft, Geschick, Festigkeit; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus streng und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Härte oder Stärke oder Tapferkeit oder Bitterkeit; BM.: starr; F.: Strenge+EW; Z.: Stre-ng-e
Stress, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stress, Anspannung, große Belastung; ne. stress (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1950-1960; E.: s. ne. stress, N., Stress, Druck, Anspannung; vgl. ne. stress, V., unter Druck setzen, zwingen; wohl von frz. estrecier, V., zwingen; frühroman. *stritiare, V., zwingen?; vgl. lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stress, fehlt DW, EWD s. u. Stress, Duden s. u. Stress, Bluhme s. u. Stress; Son.: vgl. nndl. stress, Sb., Stress; frz. stress, M., Stress; nschw. stress, Sb., Stress; nnorw. stress, N., M., Stress; poln. stres, M., Stress; lit. stresas, M., Stress; GB.: seit 1950-1960 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen und dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Anspannung oder große Belastung (physischer und psychischer Art); BM.: starr bzw. fallen; F.: Stress, Stresses, Stresse, Stressen+FW; Z.: Stre-ss
$Streu, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Streu, Hingestreutes; E.: s. streuen; L.: Kluge 1. A. s. u. Streu, Kluge s. u. streuen, DW 19, 1476, EWD s. u. streuen; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit streuen verbindbare Bezeichnung für (von Menschen beispielsweise dem Vieh in einem Stall) Hingestreutes (wie Stroh oder Laub); F.: Streu, Streuen+EW; Z.: Streu
streuen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. streuen, ausbreiten, verteilen, auswerfen, durch Werfen oder Fallenlassen verteilen; ne. strew, scatter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. ströuwen, strouwen, strōwen, sw. V., niederstrecken, zu Boden werfen, streuen, ausstreuen, ausschütten, vergießen, ausbreiten, ausspannen; mhd. strewen, sw. V., niederstrecken, streuen, ausbreiten; mnd. ströuwen, ströuen, strouwen, strauwen, strēwen, strōwen, sw. V., streuen, ausbreiten, verteilen, bedecken, beschichten, belegen (V.), besetzen, bestücken, bestreuen; mnl. strōien, sw. V., streuen; ahd. strouwen*, sw. V. (1b), streuen; ahd. strewen*, sw. V. (1b), streuen, bestreuen, ausbreiten, ebnen, niederstrecken; as. strôian*, sw. V. (1b), streuen; as. strėuwian*, sw. V. (1b), streuen, bestreuen; anfrk. -; germ. *straujan, sw. V., streuen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, strē-, sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Streu, Kluge s. u. streuen, DW 19, 1483, EWD s. u. streuen, Falk/Torp 502, Duden s. u. streuen, Bluhme s. u. streuen; Son.: vgl. afries. strêwa, sw. V. (1), herunterreißen; nfries. strijen, V., herunterreißen; ae. stréowian, strēwian, sw. V. (1), streuen; an. -; got. straujan, sw. V. (1), streuen, ausbreiten; nndl. strooien, V., streuen; nschw. strö, V., streuen; nnorw. strø, V., streuen; ai. stṛṇṓti, V., streckt nieder, unterwirft; lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, schichten; air. sernim, V., breite aus; GB.: (strouwen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch Werfen oder Fallenlassen (über eine Fläche) verteilen; BM.: breiten; F.: streuen, streue, streust, streut, streuest, streuet, streute, streutest, streuten, streutet, gestreut, ##gestreut, gestreute, gestreutes, gestreutem, gestreuten, gestreuter##, streuend, ###streuend, streuende, streuendes, streuendem, streuenden, streuender###, streu (!)+EW; Z.: streu-en
streunen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. streunen, umherschweifen; ne. stray (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. striunen, sw. V., streunen, neugierig oder verdächtig nach etwas forschen; ahd. striunen*, sw. V. (1a), gewinnen, streunen, sich beunruhigen; as. striunian*, sw. V. (1a), schmücken; anfrk. -; germ. *streunjan, sw. V., ausstatten, gewinnen?; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. streunen, DW 19, 1506, EWD s. u. streunen, Falk/Torp 502, Duden s. u. streunen, Bluhme s. u. streunen; Son.: vgl. afries. -; ae. stríenan, strīnan, strȳnan, sw. V. (1), erwerben, häufen, erzeugen, zunehmen; an. -; got. -; GB.: (striunen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches umherschweifen; BM.: streuen; F.: streunen, streune, streunst, streunt, streunest, streunet, streunte, streuntest, streunten, streuntet, gestreunt, ##gestreunt, gestreunte, gestreuntes, gestreuntem, gestreunten, gestreunter##, streunend, ###streunend, streunende, streunendes, streunendem, streunenden, streunender###, streun (!)+EW; Z.: streu-n-en
$Streuner, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Streuner, Streunender, Umherschweifender; E.: s. streun(en), s. er (Suff.); L.: DW 19, 1508, EWD s. u. streunen; GB.: seit 1557 belegte und aus streun(en) und er (Suff.) belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Sesshaftigkeit auffälligen Umherschweifenden; F.: Streuner, Streuners, Streunern+EW; Z.: Streu-n-er
$Streusel, nhd., M., N., (19. Jh.?): nhd. Streusel, Streubares; E.: s. streu(en), s. sel (Suff.); L.: Kluge s. u. streuen, DW 19, 1511, EWD s. u. streuen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus streu(en) und sel (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes Streubares wie beispielsweise Klümpchen aus Mehl und Butter sowie Zucker auf Kuchen; F.: Streusel, Streusels, Streuseln+EW; Z.: Streu-s-el
Strich, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Strich, Linie, Zeichen; ne. line (N.), streak (N.); Vw.: -; Hw.: s. streichen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. strich, st. M., Strich, Linie, Richtung, Weg; mnd. strēke, M., Strich, dünne gezogene Linie, Kennmarke; mnl. strēke, M., Strich; ahd. strih, st. M. (i), Strich, Linie, Federzeichen, Erdstrich, Einschnitt; as. -; anfrk. -; germ. *striki-, *strikiz, st. M. (i), Strich; s. idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; vgl. idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028? (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029? (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Strich, DW 19, 1514, EWD s. u. Strich, Falk/Torp 501, Seebold 476, Duden s. u. Strich, Bluhme s. u. Strich; Son.: vgl. afries. *strike, st. M. (i), Strich, Gang (M.) (2); nfries. strijck; ae. strica, sw. M. (n), Strich, Zeichen; an. -; got. striks, st. M. (i), Strich; nschw. streck, N., Strich; nnorw. strek, M., Strich; GB.: (strih) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Menschen allmählich mögliche Linie oder ein Zeichen; BM.: breiten; F.: Strich, Striches, Strichs, Striche, Strichen+EW; Z.: Stri-ch
$stricheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. stricheln, mit Strichen versehen (V.); E.: s. Strich, s. el (Suff.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Strich, DW 19, 1551, EWD s. u. Strich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Strich und el (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Schrift durch Menschen mögliches mit kleinen Strichen versehen (V.); F.: stricheln, strichel (!), strichle (!), strichele (!), strichelst, strichelt, strichelte, stricheltest, strichelten, stricheltet, gestrichelt, ##gestrichelt, gestrichelte, gestricheltes, gestricheltem, gestrichelten, gestrichelter##, strichelnd, ###strichelnd, strichelnde, strichelndes, strichelndem, strichelnden, strichelnder###, strichel (!)+EW; Z.: stri-ch-el-n
$Strichpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (17. Jh.?): nhd. Strichpunkt, Semikolon; E.: s. Strich, s. Punkt; L.: DW 19, 1557, EWD s. u. Strich; GB.: seit 1641 belegte und wohl nach lat.-gr. semicolon gebildete Bezeichnung für das von Menschen nach Entwicklung von Schrift entwickelte und aus einem Strich und einem Punkt zusammengesetzte und verwendete Satzzeichen Strichpunkt (Semikolon); F.: Strichpunkt, Strichpunkts, Strichpunktes, Strichpunkte, Strichpunkten+EW+FW; Z.: Stri-ch—pu-n-k-t
Strick, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Strick (M.) (1), Schlinge, Knoten (M.), Seil; ne. rope (N.), cord (N.); Vw.: -; Hw.: s. stricken; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stric, strich, st. M., Band (N.), Strick (M.) (1), Seil, Fessel (F.) (1), Verstrickung, Fallstrick, Knoten (M.), Schlinge, Masche (F.) (1), Verknüpfung; mnd. strick, stricke, N., M., Falle, Strick (M.) (1), Tau (N.); mn. stric, streck, stricke, M., Strick (M.) (1); ahd. strik, stric, st. M. (a?, i?), Strick (M.) (1), Schlinge, Fallstrick; as. strikko, sw. M. (n), Strick (M.) (1); anfrk. strikk*, strick*, st. M. (a), Strick (M.) (1), Schlinge; germ. *strikki-, *strikkiz, st. M. (i), Strick (M.) (1); idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036? (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.), Seebold 477?; L.: Kluge 1. A. s. u. Strick, Kluge s. u. Strick, DW 19, 1562, EWD s. u. Strick, Falk/Torp 500, Duden s. u. Strick, Bluhme s. u. Strick; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (strik) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit Höherentwicklung mögliches aus Fasern geflochtenes Seil; BM.: drehen; F.: Strick, Strickes, Stricks, Stricke, Stricken+EW; Z.: Stri-ck
stricken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. stricken, eine Schlinge knüpfen, einen Knoten knüpfen; ne. knit, plait (V.); Vw.: -; Hw.: s. Strick; Q.:; I.: Lw.-; E.: mhd. stricken (1), sw. V., zusammenfügen, knüpfen, verknüpfen, stricken, festschnüren, heften, schlingen (V.) (1), flechten, binden; mnd. stricken (1), sw. V., stricken, bestricken, verstricken, mit Stricknadeln stricken, knoten, flechten, schlingen; mnl. stricken, sw. V., stricken; ahd. strikken*, stricken*, sw. V. (1a), stricken, flechten, zusammenschnüren, zusammenbinden, verstricken; as. -; anfrk. -; germ. *strikkjan, sw. V., stricken, verknüpfen?; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036? (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 19, 1574, EWD s. u. Strick, Falk/Torp 500, Duden s. u. stricken; Son.: vgl. afries. -; ae. strician, sw. V. (1), stricken, zusammenknüpfen, ausbessern; an. -; got. -; nnorw. strikke, V., stricken; GB.: (strikken) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Faden mit Stricknadeln oder einer Strickmaschine zu einer Art (einem Gewebe ähnelnden) Geflecht von Maschen verschlingen, was die Römer noch nicht kannten sondern sich in dem ersten nachchristlichen Jahrtausenden in unterschiedlichen Gegenden entwickelte; BM.: drehen; F.: stricken (!), stricke (!), strickst, strickt, strickest, stricket, strickte, stricktest, strickten, stricktet, gestrickt, ##gestrickt, gestrickte, gestricktes, gestricktem, gestrickten, gestrickter##, strickend, ###strickend, strickende, strickendes, strickendem, strickenden, strickender###, strick (!)+EW; Z.: stri-ck-en
$Stricknadel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Stricknadel; E.: s. strick(en), s. Nadel; E.: s. strick(en), s. Nadel; L.: DW 19, 1586, EWD s. u. Nadel; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus strick(en) und Nadel gebildete Bezeichnung für eine von Menschen für das Stricken entwickelte und verwendete Nadel in Gegensatz zu einer Nähnadel oder einer Stopfnadel oder einer Stecknadel; F.: Stricknadel, Stricknadeln+EW; Z.: Stri-ck—na-d-el
$Strickzeug, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Strickzeug, Strickgerät, Zuggeschirr; E.: s. strick(en), s. Zeug; L.: DW 19, 1591, EWD s. u. Strick; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus strick(en) und Zeug gebildete Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete Strickgerät und auch ein Zuggeschirr; F.: Strickzeug, Strickzeuges, Strickzeugs, Strickzeuge, Strickzeugen+EW; Z.: Stri-ck—zeu-g
Striegel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Striegel, Instrument zu dem Reinigen und Pflegen des Felles größerer Haustiere und zu einem Reinigen und Pflegen von Ackerland; ne. curry-comb; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. strigel, st. M., Striegel; mnd. strīgel, strīkel, M., Striegel, Pferdestriegel; ahd. strigil, st. M. (a), Striegel, Pferdestriegel; lat. strigilis, F., Schabeisen, Striegel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *streig-, Sb., V., Strich, streichen, Pokorny 1028; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Striegel, Kluge s. u. Striegel, DW 19, 1593, EWD s. u. Striegel, Duden s. u. Striegel, Bluhme s. u. Striegel; Son.: vgl. frz. étrille, F., Striegel; nschw. strigel, Sb., Striegel; nnorw. strigle, M., Striegel; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine harte Bürste zu dem Reinigen und Pflegen des Felles größerer Haustiere und von Ackerland; BM.: Strich; F.: Striegel, Striegels, Striegeln+FW(+EW?); Z.: Strie-g-el
$striegeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. striegeln, das Fell größerer Haustiere reinigen und pflegen; E.: s. Striegel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Striegel, DW 19, 1596, EWD s. u. Striegel; GB.: (strigelen) seit um 1230 belegte und aus dem Lateinischen (dēstrigilāre) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Fell größerer Haustiere oder auch Ackerland reinigen und pflegen; F.: striegeln(!), striegel (!), striegle, striegele, striegelst, striegelt, striegelte, striegeltest, striegelten, striegeltet, gestriegelt, ##gestriegelt, gestriegelte, gestriegeltes, gestriegeltem, gestriegelten, gestriegelter##, striegelnd, ###striegelnd, striegelnde, striegelndes, striegelndem, striegelnden, striegelnder###, striegel+FW(+EW); Z.: strie-g-el-n
Strieme, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Strieme, Streifen (M.), Strahl; ne. stripe (N.), streak (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. strime, st. M., sw. M., Strieme, Streifen (M.); mhd. strīm, st. M., Streifen (M.); mnd. strīme, strime, M., Strieme, Striemen, Streifen (M.), Strich; mnd. strēme, M., Strieme, Streifen (M.), Strich, Wundennarbe, Wundnarbe; mnl. strieme, Sb., Strieme; ahd. strimo*, strīmo*, sw. M. (n), Strieme, Streifen (M.), Linie; as. -; anfrk. -; germ. *strīmō-, *strīmōn, *strīma-, *strīman, sw. M. (n), Strieme; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strieme, Kluge s. u. Strieme, DW 19, 1601, EWD s. u. Strieme, Falk/Torp 500, Duden s. u. Strieme, Bluhme s. u. Strieme; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. striem, Sb., Strieme; GB.: (strimo) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich durch dunklere Färbung abhebenden oft blutunterlaufenen angeschwollenen Streifen (M.) oder Strahl in der Haut; BM.: Streifen (M.); F.: Strieme, Striemen+EW; Z.: Strie-m-e
$Striemen, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Striemen; Q.: 1000 (Notker); L.: DW 19, 1609, EWD s. u. Strieme; GB.: (strimo*) seit dem Frühmittelalter (um 1000) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich durch dunklere Färbung abhebenden oft blutunterlaufenen angeschwollenen Streifen (M.) oder Strahl in der Haut; F.: Striemen, Striemens+EW; Z.: Strie-m-en
Striezel, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Striezel, ein Hefegebäck; ne. long plaited bun; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. strützel, strutzel, st. M., Stolle; ahd. struzzil*, st. M. (a)?, längliches Brot, Stollen (M.) (1)?, Striezel?; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Striezel, DW 19, 1601, Duden s. u. Striezel, Bluhme s. u. Striezel; GB.: (struzzil*) vielleicht seit 12. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes gebackenes meist längliches und geflochtenes Hefegebäck; BM.: ?; F.: Striezel, Striezels, Striezeln+EW; Z.: Striez-el
striezen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. striezen, quälen. plagen, wegnehmen; ne. torture (V.), steal (V.), take (V.) away; Vw.: -; Hw.: s. Strauß (2)?, s. triezen?; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu alem. ūs-strötzeln, V., ausschneiteln, entästen, abreißen; L.: Kluge s. u. striezen, DW 19, 1613, Duden s. u. striezen; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für quälen oder plagen oder wegnehmen; BM.: abreißen?; F.: striezen, strieze, striezst (!), striezt, striezest, striezet, striezte, strieztest, striezten, strieztet, gestriezt, ##gestriezt, gestriezte, gestrieztes, gestrieztem, gestriezten, gestriezter##, striezend, ###striezend, striezende, striezendes, striezendem, striezenden, striezender###, striez (!)+EW; Z.: striez-en
strikt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. strikt, streng; ne. strict; Vw.: -; Hw.: s. Restriktion, restriktiv, restringieren, stringent; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. strictus; E.: s. mnd. stricte, Adv., strikt, genau; lat. strictus, Adj., zusammengezogen, dicht, straff, stramm, eng, kurz, bündig, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. strik, DW 19, 1615, EWD s. u. strikt, Duden s. u. strikt; Son.: vgl. nndl. strikt, Adj., strikt; frz. strict, Adj., strikt; nschw. strikt, Adj., strikt; nnorw. strikte, Adj., strikt; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder der Entwicklung von Sprache mögliches streng; BM.: zusammenziehen; F.: strikt, strikte, striktes, striktem, strikten, strikter(, striktere, strikteres, strikterem, strikteren, strikterer, striktest, strikteste, striktestes, striktestem, striktesten, striktester)+FW(+EW?); Z.: stri-k-t
stringent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. stringent, zusammenfassend, bündig, schlüssig; ne. stringent, compelling; Vw.: -; Hw.: s. strikt; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. stringēns; E.: s. lat. stringēns, (Part. Präs.=)Adj., anziehend, zusammenfassend; vgl. lat. stringere, V., anziehen, straff anziehen, zusammenziehen, kurz zusammenfassen, schmieden; idg. *streig- (2), Adj., V., Sb., steif, straff, drehen, Strick (M.) (1), Pokorny 1036 (1780/252) (RB. idg. aus ital., germ.); vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stringent, strikt, DW 19, 1616, Duden s. u. stringent; Son.: vgl. nnorw. stringent, Adj., stringent; GB.: vielleicht 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für zusammenfassend oder bündig oder schlüssig; BM.: zusammenziehen; F.: stringent, stringente, stringentes, stringentem, stringenten, stringenter +FW(+EW?); Z.: stri-n-g-ent
$Strip, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Strip, Striptease, Streifen (M.) Wundpflaster; E.: s. ne. strip, V. ausziehen; Hw.: s. Striptease; L.: Kluge s. u. Striptease, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für Striptease oder auch für Streifen (M.) Wundpflaster; F.: Strip, Strips+FW; Z.: Stri-p
Strippe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Strippe, Band (N.), Riemen (M.) (1), Strang, Schnur (F.) (1), Schleife, Schlinge, Kabel; ne. string (N.), strop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Strupfe; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. strippe, F., Strippe, Riemen (M.) (1) für einen Sattelgurt, aus Riemen (M.) (1) zusammengewundener Strang, Schleife, Schlinge des Geldbeutels; mhd. strüpfe, F., Strippe, Band (N.); lat. stroppus, M., gedrehter Riemen (M.) (1), (280/260-vor 200 v. Chr.); gr. στρόφος (stróphos), M., gedrehtes Band (N.), geflochtenes Band (N.); vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, winden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Strippe, EWD s. u. Strippe, DW 19, 1618, Duden s. u. Strippe, Bluhme s. u. Strippe; Son.: vgl. ae. stropp, st. M. (a), Riemen (M.) (1), Strippe; nndl. strop, Sb., Strippe; nschw. stropp, Sb., Schlaufe; nnorw. stropp, M., Riemen (M.) (1); GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langes dünnes und aus mehreren zusammengedrehten oder zusammengeflochtenen Fäden oder Fasern hergestelltes Gebilde wie ein Band oder einen Riemen oder einen Strang oder eine Schnur (F.) (1) oder eine Schleife oder eine Schlinge oder ein Kabel; BM.: drehen bzw. winden; F.: Strippe, Strippen+FW+EW?; Z.: Strip-p-e
strippen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. strippen, Kleidung ausziehen; ne. strip (V.); Vw.: -; Hw.: s. Striptease; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. strip; E.: s. ne. strip, V., ausziehen; ae. *stríepan, *strīpan, *strȳpan, sw. V. (1), streifen, rauben; germ. *straupjan, sw. V., abstreifen; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Striptease, Duden s. u. strippen; Son.: vgl. nndl. strip, V., strippen; nschw. stippa, V., strippen; nnorw. strippe, V., strippen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (beruflich gegen Entgelt) die Kleidung ausziehen und dabei tanzen; BM.: streifen; F.: strippen (!), strippe (!), strippst, strippt, strippest, strippet, strippte, stripptest, strippten, stripptet, gestrippt, ##gestrippt, gestrippte, gestripptes, gestripptem, gestrippten, gestrippter##, strippend, ###strippend, strippende, strippendes, strippendem, strippenden, strippender###, stripp (!)+FW+EW; Z.: stri-p-p-en
$Stripper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stripper; E.: s. stripp(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Striptease, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus stripp(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Mann der (beruflich gegen Entgelt) die Kleidung auszieht und dabei tanzt; F.: Stripper, Strippers, Strippern+FW(+EW); Z.: Stri-p-p-er
$Stripperin, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stripperin; E.: s. Stripper, s. in, s. stripp(en); L.: Kluge s. u. Striptease; GB. seit 20. Jh. belegte und aus stripp(en) und er (Suff.) sowie in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Frau die (beruflich gegen Entgelt) die Kleidung auszieht und dabei tanzt; F.: Stripperin, Stripperinnen+FW(+EW); Z.: Stri-p-p-er-in
Striptease, nhd., M., N., (20. Jh.): nhd. Striptease, Strip, Nackttanz, Entkleidungsnummer; ne. striptease (N.); Vw.: -; Hw.: s. strippen, zeisen; Q.: nach 1945; I.: Lw. ne. striptease; E.: s. ne. striptease, N., Striptease; vgl. ne. strip, V., ausziehen; ae. *stríepan, *strīpan, *strȳpan, sw. V. (1), streifen, rauben; germ. *straupjan, sw. V., abstreifen; idg. *ster- (4), *sterə-, *strē-, *strei-, *streu-, Sb., V., Streifen (M.), Strich, Strähne, Strahl, streifen, Pokorny 1028 (1767/239) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); ne. tease, V., aufreizen, necken, Wolle zupfen; ae. tǣsan, sw. V. (1), reißen, kämmen, verwunden, beleidigen, angreifen; germ. *taisjan, sw. V., zupfen, auffasern; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Striptease, fehlt DW, EWD s. u. Striptease, Duden s. u. Striptease; Son.: Kurzform Strip; nndl. strip-tease, Sb., Striptease; frz. strip-tease, M., Striptease; nschw. stript-tease, Sb., Striptease; nnorw. striptease, M., Striptease; poln. striptiz, M., Striptease; lit. striptizas, M., Striptease; GB.: seit nach 1945 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Vorführung von erotisch stimulierendem Nackttanz; BM.: Strich, teilen; F.: Striptease, Stripteases+FW; Z.: Stri-p-tea-s-e
$Stripteuse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stripteuse, Stripteasetänzerin; E.: s. Stript(ease), s. euse (Suff.); L.: Kluge s. u. Striptease, fehlt DW; GB.: seit dem späten 20. Jh. belegte und aus Stript(ease) und euse (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Striptease betreibende Frau (Stripteasetänzerin); F.: Stripteuse, Stripteusen+FW?; Z.: Stri-p-teu-s-e
$strittig, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. strittig, streitig, umstritten; L.: Kluge s. u. streiten, DW 19, 1625, EWD s. u. streiten; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem neben Streit bestehenden Stritt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches streitig oder umstritten; F.: strittig, strittige, strittiges, strittigem, strittigen, strittiger(, strittigere, strittigeres, strittigerem, strittigeren, strittigerer, strittigst (!), strittigste, strittigstes, strittigstem, strittigsten, strittigster)+EW; Z.: stri-t-t-ig
$Strobel, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Schopf mit wirrem Haar, Strubbelkopf; L.: Kluge 1. A. s. u. Strobel, DW 19, 1630; GB.: (strobel) vielleicht seit 1281 belegte und mit sträuben verbindbare Bezeichnung für einen Schopf mit wirrem Haar oder einen Strubbelkopf; F.: Strobel, Strobels, Strobeln+EW; Z.: Strob-el
Stroh, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Stroh, trockene Halme von ausgedroschenem Getreide; ne. straw (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. strō, strou, st. N., Stroh, Strohhalm, Strohlager, Strohsack, ärmliches Lager, Strohgebund; mnd. strō, stroe, strū, M., N., Stroh, Strohhalm, gedroschenes Getreide, Strohkorb, Strohgeflecht; mnl. strō, N., Stroh; ahd. strō, strou, st. N. (wa), Stroh; as. strau?, st. N. (wa), Stroh; anfrk. strō, st. N. (wa), Stroh; germ. *strawa-, *strawam, st. N. (a), Stroh; s. idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stroh, Kluge s. u. Stroh, DW 19, 1635, EWD s. u. Stroh, Falk/Torp 502, Duden s. u. Stroh, Bluhme s. u. Stroh; Son.: vgl. afries. strē, st. N. (a), Stroh; saterl. streu; ae. stréaw, st. N. (a), Stroh, Heu; an. strā, st. N. (a), Stroh; got. *strau, st. N. (wa), Stroh?; nndl. stro, Sb., Stroh; nschw. strö, N., Streu; nisl. strá, N., Strohhalm; lat. strāmen, N., untergestreutes Stroh, Streu; GB.: (strō) vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliche trockene Halme von (ausgedroschenem) Getreide; BM.: streuen; F.: Stroh, Strohes, Strohs+EW; Z.: Stroh
$Strohblume, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Strohblume; E.: s. Stroh, s. Blume; L.: DW 19, 1649, EWD s. u. Stroh; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stroh und Blume gebildete Bezeichnung für eine dem Stroh ähnelnde und seit dem 18. Jh, von Australien nach Europa gebrachte Blume; F.: Strohblume, Strohblumen+EW; Z.: Stroh—blu-m-e
$Strohhalm, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Strohhalm; E.: s. Stroh, s. Halm; L.: DW 19, 1661, EWD s. u. Stroh; GB.: (strōhalm) seit 1489 belegte und aus Stroh und Halm gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung und Verwendung von Stroh möglichen und von Menschen als Trinkhilfe entwickelten und verwendeten Halm aus Stroh; F.: Strohhalm, Strohhalmes, Strohhalms, Strohhalme, Strohhalmen+EW; Z.: Stroh—hal-m
$Strohmann, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Strohmann, Mittelsmann; E.: s. Stroh, s. Mann; L.: Kluge s. u. Strohmann, DW 19, 1671, EWD s. u. Stroh; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stroh und Mann gebildete Bezeichnung für einen aus Stroh und Mann gebildeten oder einen bei Geschäften nur vorgeschobenen und vordergründig als handelnd sichtbaren Mann oder Mittelsmann; F.: Strohmann, Strohmanns, Strohmannes, Strohmänner, Strohmännern+EW; Z.: Stroh—man-n
$Strohwitwe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Strohwitwe; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Stroh, s. Witwe; L.: Kluge s. u. Strohwitwe, DW 19, 1683, EWD s. u. Stroh; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Stroh und Witwe gebildete Bezeichnung für eine Ehefrau in einer Zeit vorübergehender Abwesenheit des Ehemanns; F.: Strohwitwe, Strohwitwen+EW; Z.: Stroh—wi-t-w-e
$Strohwitwer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Strohwitwer; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: EWD s. u. Stroh; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Stroh und Witwer gebildete Bezeichnung für einen Ehemann in einer Zeit vorübergehender Abwesenheit der Ehefrau; F.: Strohwitwer, Strohwitwers, Strohwitwern+EW; Z.: Stroh—wi-t-w-er
Strolch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Strolch, Landstreicher, Spitzbube, durchtriebener Mann; ne. thug; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. strolegh; E.: s. it. (lombard.) strolegh, M., Strolch; wohl von astrologo, M., Astrologe, Scharlatan; lat. astrologus, M., Sternkundiger, Sterndeuter, Astronom, (204-169 v. Chr.); gr. ἀστρολόγος (astrológos), M., Sternkundiger, Sterndeuter; vgl. gr. ἄστρον (ástron), N., Sternbild, Gestirn, Stern (M.) (1); idg. *stē̆r- (2), *h₂stḗr-, Sb., Stern (M.) (1), Pokorny 1027 (1765/237) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Strolch, DW 19, 1685, EWD s. u. Strolch, Duden s. u. Strolch, Bluhme s. u. Strolch; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen (Lombardischen) und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Landstreicher oder Spitzbuben oder einen durchtriebenen Mann; BM.: Sternenkunde; F.: Strolch (!), Strolches, Strolchs, Strolche (!), Strolchen (!)+FW(+EW?); Z.: Stro-lch
$strolchen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. strolchen, umherstreifen; E.: s. Strolch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Strolch, DW 19, 1683, EWD s. u. Strolch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Strolch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für umherstreifen; F.: strolchen (!), strolche (!), strolchst, strolcht, strolchest, strolchet, strolchte, strolchtest, strolchten, strolchtet, gestrolcht, ###gestrolcht, gestrolchte, gestrolchtes, gestrolchtem, gestrolchten, gestrolchter##, strolchend, ###strolchend, strolchende, strolchendes, strolchendem, strolchenden, strolchender###, strolch (!)+FW(+EW); Z.: stro-lch-en
Strom, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Strom, Strömung, Fluss, elektrischer Strom; ne. stream (N.); Vw.: s. Mahl-; Hw.: s. Streaming, Livestream; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stroum, strōm, st. M., Strömen, Strömung, Weg, Richtung, Streifen (M.), Lichtstreifen, Strahl, Streif, Lichtströmung; mnd. strōm (1), strōme, stroem, stroom, strām, strāme, M., Strom, Strömen, Strömung, Flutstrom; mnl. stroom, M., Strom; ahd. stroum, strōm*, st. M. (a?), Fluss, Strom, Flussbett; as. strôm, st. M. (a), Strom, Flut; anfrk. -; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strom, Kluge s. u. Strom, DW 20, 1, EWD s. u. Strom, Falk/Torp 502, Duden s. u. Strom, Bluhme s. u. Strom; Son.: vgl. afries. strâm, st. M. (a), Strom, Strömung, Wasserlauf; nnordfries. strum; ae. stréam, st. M. (a), Strom, Fluss, Strömung; an. straumr, st. M. (a), Strom, Fluss; nndl. stroom, Sb., Strom; nschw. ström, Sb., Strom; nnorw. strøm, M., Strom; lat. serum, N., Molke, Käsewasser, wässeriger Teil; air. srúaim, N., Strom; lit. sriaumuõ, Sb., Strom; lett. straume, F., Strom; ksl. ostrovъ, Sb., Insel, Bach; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen großen und meist in ein Meer mündenden Fluss und seit 19. Jh. auch für den ihm entfernt ähnelnden von dem Menschen beherrschbaren und verwendbaren elektrischen Strom; BM.: sich bewegen; F.: Strom, Stromes, Stroms, Ströme, Strömen+EW; Z.: S-t-ro-m
$strömen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. strömen, fließen; E.: s. Strom, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Strom, DW 20, 51, EWD s. u. Strom; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Strom und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Flüssigkeiten und Entwicklung von ihnen ähnlichen seit Elektrizität mögliches fließen; F.: strömen (!), ströme (!), strömst, strömt, strömest, strömet, strömte, strömtest, strömten, strömtet, geströmt, ##geströmt, geströmte, geströmtes, geströmtem, geströmten, geströmter##, strömend, ###strömend, strömende, strömendes, strömendem, strömenden, strömender###, ström (!) +EW; Z.: s-t-rö-m-en
Stromer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stromer, Herumtreiber, Landstreicher, Vagabund; ne. tramp (M.), stray (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350; I.: rotw. Lw.; E.: von einem rotw. stromer, M., Halsabschneider; mhd. strōmære*, strōmer, st. M., Stromer, Landstreicher; aus dem Rotwelschen; wohl gebildet zu strōmen, V., hinziehen und herziehen; vgl. mhd. stroum, strōm, st. M., Strömen, Strömung, Weg, Richtung, Streifen (M.), Lichtstreifen, Strahl, Streif, Lichtströmung; ahd. stroum, strōm*, st. M. (a?), Fluss, Strom, Flussbett; germ. *strauma-, *straumaz, st. M. (a), Strom; s. idg. *sreumen-, Sb., Fluss, Pokorny 1003; vgl. idg. *sreu-, V., fließen, Pokorny 1003 (1739/211) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stromer, DW 20, 59, EWD s. u. Stromer, Duden s. u. Stromer; GB.: seit 1350 belegte und aus dem Rotwelschen aufgenommene und zu strōmen gebildete Bezeichnung für einen Herumtreiber oder Landstreicher; BM.: sich bewegen; F.: Stromer, Stromers, Stromern+FW(+EW?); Z.: S-t-ro-m-er
$stromern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. stromern, herumstreichen; E.: s. Stromer, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Stromer, DW 20, 60, EWD s. u. Stromer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stromer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung auffälliges wie ein Landstreicher herumstreichen; F.: stromern (!), stromere, stromer (!), stromerst, stromert, stromerte, stromertest, stromerten, stromertet, gestromert, gestromerte, gestromertes, gestromertem, gestromerten, gestromerter, stromernd, stromerndes, stromerndem, stromernden, stromernder+FW+EW; Z.: s-t-ro-m-er-n
$Stromlinie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stromlinie; E.: s. Strom, s. Linie; L.: Kluge s. u. Stromlinie, DW 20, 65, EWD s. u. Strom; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Strom und Linie gebildete und in dem 18. Jh. in der sogenannten Bernoulli-Gleichung theoretisch formulierte Bezeichnung für die möglichst einfache und gegenüber Luftwirbeln in sich geschlossene Linie eines Stromes; F.: Stromlinie, Stromlinien+EW+FW; Z.: S-t-ro-m—lin-ie
$Stromlinienform, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Stromlinienform; E.: s. Stromlin(ie), s. ein (Suff.), s. Form; L.: EWD s. u. Strom, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Stromlin(ie) und ien (Suff.) sowie Form gebildete Bezeichnung für die Widerstände möglichst vermeidende und in sich geschlossene Form der Stromlinie; F.: Stromlinienform, Stromlinienformen+EW+FW; Z.: S-t-ro-m—lin-ie-n—for-m
$stromlinienförmig, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. stromlinienförmig, stromlinig; E.: s. Stromlinienform, s. ig; L.: Kluge s. u. Stromlinie, DW 20, 65 (s. u. Stromlinie); GB.: seit 1930 belegte und aus Stromlinienform und ig gebildete Bezeichnung für Stromlinienform betreffend; F.: stromlinienförmig, stromlinienförmige, stromlinienförmiges, stromlinienförmigem, stromlinienförmigen, stromlinienförmiger+EW+FW; Z.: s-t-ro-m—lin-ien—för-m-ig
$stromlinig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. stromlinig, stromlinienförmig; E.: s. Stromlin(ie), s. ig; L.: Kluge s. u. Stromlinie, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Stromlin(ie) und ig gebildete Bezeichnung für stromlinienförmig; F.: stromlinig, stromlinige, stromliniges, stromlinigem, stromlinigen, stromliniger+EW+FW; Z.: s-t-ro-m-lin-ig
$Stromspannung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stromspannung; E.: s. Strom, s. Spannung; L.: DW 20, 44, EWD s. u. spannen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Strom und Spannung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Elektrizität mögliche Spannung von Strom die angibt wie viel Energie nötig ist um Elektronen zu bewegen; F.: Stromspannung, Stromspannungen+EW; Z.: S-t-ro-m—span-n-ung
$Strömung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Strömung, Strömen (N.), Strom; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. ström(en), s. ung; L.: EWD s. u. Strom, DW 20, 68; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus ström(en) und ung gebildete Bezeichnung für Strömen (N.) oder Strom; F.: Strömung, Strömungen+EW; Z.: S-t-rö-m-ung
Strontium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Strontium, ein Leichtmetall; ne. strontium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: vom schottischen ON Strontian, gäl. Sròn an t-Sìthein, ON, „Spitze an dem Feenhügel“; vgl. air. suide, N., Sitz; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Strontium; Son.: vgl. nndl. strontium, Sb., Strontium; frz. strontium, M., Strontium; nschw. strontium, N., Strontium; nnorw. strontium, N., Strontium; kymr. strontiwm, M., Strontium; nir. strointiam, M., Strontium; poln. stront, M., Strontium; lit. stroncis, M., Strontium; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus einem ON in Schottland gebildete Bezeichnung für ein in geringen Mengen natürlich vorkommendes und (nur) in seinem Isotop Strontium 90 gefährliches 1798 entdecktes schon vormenschliches silberweißes sehr reaktionsfähiges Leichtmetall (chemisches Element Nr. 38, abgekürzt Sr) das von Menschen in der Pyrotechnik für rote Flammenfarben und für besondere Keramiken und Gläser sowie als Zusatz in Aluminiumlegierungen und in der Medizin bei Osteoporose und Zahnempfindlichkeit verwendet wird; BM.: ON; F.: Strontium, Strontiums+FW; Z.: Stron-t-i-um
...stroph, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. ...stroph; ne. ...strophe; Vw.: s. Apo-; Hw.: s. Strophe; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. ...strophus, gr. ...στροφος (strophos); E.: s. lat. ...strophus, Präf., ...stroph; gr. ...στροφος (strophos), Präf., ...stroph; vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, wenden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; Son.: vgl. nndl. ...strof, Präf., ...stroph; frz. ...strophe, Präf., ...stroph; nschw. ...strof, Präf., ...stroph; nnorw. ...strof, Präf., ...stroph; poln. ...strof, Präf., ...stroph; ...nir. stróf, Präf., ...stroph; lit. ...strofa, M., Präf., ...stroph; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Wendung verwendete Bezeichnung; BM.: drehen; F.: ...stroph, ...strophs, ...strophe, ...strophen+FW(+EW?); Z.: -stroph
Strophe, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Strophe, Vers, rhythmische Einheit eines Gedichts; ne. strophe; Vw.: -; Hw.: s. Stropp; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. stropha; E.: s. lat. stropha, F., Drehung, Wendung, Strophe, (um 15 v. Chr.-um 50 n. Chr.); gr. στροφή (strophḗ), F., Wendung; vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, wenden, umkehren; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Strophe, EWD s. u. Strophe, DW 20, 74, Duden s. u. Strophe; Son.: vgl. nndl. strofe, Sb., Strophe; frz. strophe, F., Strophe; nschw. strof, Sb., Strophe; nnorw. strofe, M., Strophe; kymr. stroffe, F., Strophe; nir. stróf, F., Strophe; lit. strofa, F., Strophe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen aus mehreren rhythmisch gegliederten Verszeilen bestehenden und in gleicher Form sich wiederholenden Abschnitt oder Vers eines Liedes oder Gedichts; BM.: drehen bzw. winden; F.: Strophe, Strophen+FW; Z.: Stroph-e
Stropp, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Stropp, Tau (N.) mit Schlinge oder Haken (M.); ne. rope (N.) with a loop; Vw.: -; Hw.: s. Strophe; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. strop, M., gedrehter Strick (M.) (1), Öse, Schlinge, Schlaufe; s. nndl. strop, Sb., Schleife, Knoten (M.); ae. stropp, st. M., Riemen (M.) (1), Strippe; lat. stroppus, struppus, M., gedrehter Riemen (M.) (1), (280/260-vor 200 v. Chr.); gr. στρόφος (stróphos), M., gedrehtes Band (N.), geflochtenes Band (N.); vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, winden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Stropp, DW 20, 76, Duden s. u. Stropp; Son.: vgl. nndl. strop, Sb., Stropp; nschw. stropp, Sb., Schlaufe; nnorw. stropp, M., Lasche, Schlaufe; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem Neuniederländischen sowie dem Altenglischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Tau (N.) mit einer Schlinge oder einem Haken (M.); BM.: drehen bzw. winden; F.: Stropp, Stropps, Stroppes+EW?+FW?; Z.: Stro-pp
strotzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. strotzen, prall gefüllt sein (V.), in großer Menge aufweisen; ne. bristle (V.) up, drip (V.) with; Vw.: -; Hw.: s. Strauß (2); Q.: nach 1291 (Reinfried von Braunschweig); E.: mhd. strozzen, strotzen, sw. V., strotzen, aufwallen; vgl. germ. *þrūtan?, st. V., schwellen; idg. *streudʰ-, *streud-, Adj., V., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stengel, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022; L.: Kluge 1. A. s. u. strotzen, Kluge s. u. strotzen, DW 20, 80, EWD s. u. strotzen, Seebold 524, Duden s. u. strotzen, Bluhme s. u. strotzen; Son.: vgl. ae. þrūtian, sw. V., schwellen, strotzen, drohen; me. strut, V., strotzen, stolzieren; an. þrūtna, sw. V. (2?), aufschwellen, übermütig werden; nschw. strutta, V., stolzieren; GB.: nach 1291 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches prall gefüllt sein (V.) oder in großer Menge aufweisen; BM.: schwellen bzw. starr; F.: strotzen, strotze, strotzst (!), strotzt, strotzest, strotzet, strotzte, strotztest, strotzten, strotztet, gestrotzt, ##gestrotzt##, strotzend, ###strotzend, strotzende, strotzendes, strotzendem, strotzenden, strotzender###, strotz (!)+EW; Z.: stro-tz-en
strubbelig, strubblig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. strubbelig, strubblig, zerzaust, struppig; ne. tousled; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. strobelen, V., verstrubbeln, struppig machen; vgl. ahd. irstrobalōn*, sw. V. (2), sich sträuben, starr stehen, starren; vgl. *strub-, *strup-, V., steif sein (V.); idg. *streubʰ-, *streub-, Adj., V., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. strubbelig, DW 20, 89 (strubelig), EWD s. u. strubb(e)lig, Falk/Torp 504, Duden s. u. strubbelig; Son.: s. ahd. strobal, Adj., struppig; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zerzaust oder struppig; BM.: starr; F.: strubbelig, strubbelige, strubbeliges, strubbeligem, strubbeligen, strubbeliger(, strubbeligere, strubbeligeres, strubbeligerem, strubbeligeren, strubbeligerer, strubbeligst, strubbeligste, strubbeligstes, strubbeligstem, strubbeligsten, strubbeligster), strubblig, strubblige, strubbliges, strubbligem, strubbligen, strubbliger(, strubbligere, strubbligeres, strubbligerem, strubbligeren, strubbligerer, strubbligst, strubbligste, strubbligstes, strubbligstem, strubbligsten, strubbligster)+EW; Z.: stru-b-b-el-ig
strubblig, nhd., Adj.: nhd. strubblig; Vw.: s. strubbelig
Strudel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Strudel, Wasserstrudel, Wasserwirbel, ein Gebäck; ne. vortex, swirl (N.), strudel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1299 (Urkunde); E.: mhd. strudel, st. M., Strudel; abgeleitet von ahd. stredan*, st. V. (5), erglühen, glühen, zischen, sausen; germ. *streþan, st. V., branden, wallen (V.) (1); s. idg. *sredʰ-?, *sret-, V., strudeln, wallen (V.) (1), brausen, rauschen, Pokorny 1101 (1734/206) (RB. idg. aus gr., kelt., germ.); vgl. idg. *ser- (1), V., strömen, sich bewegen, Pokorny 909 (1584/56) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strudel, Kluge s. u. Strudel, DW 20, 100, EWD s. u. Strudel, Duden s. u. Strudel, Bluhme s. u. Strudel; Son.: vgl. frz. strudel, M., Apfelstrudel; nschw. strudel, Sb, Strudel (Gebäck); poln. strudel, M., Strudel (Gebäck); kymr. strwdel, M., Strudel (Gebäck); lit. štrudelis, M., Strudel (Gebäck); GB.: seit 1299 belegte Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Stelle in einem Gewässer wo das Wasser eine schnelle Drehbewegung macht und dabei meist zu einem Mittelpunkt hin nach unten zieht sodass an der Oberfläche eine trichterförmige Vertiefung entsteht oder auch ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gebäck wie Apfelstrudel oder Topfenstrudel; BM.: strömen; F.: Strudel, Strudels, Strudeln+EW; Z.: Stru-d-el
$strudeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. strudeln, Strudel sein (V.), Strudel machen; E.: s. Strudel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 20, 104, EWD s. u. Strudel,; GB.: seit um 1450 belegte und aus Strudel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches ein Strudel sein (V.) oder einen Strudel machen; F.: strudeln (!), strudel (!), strudle, strudele, strudelst, strudelt, strudelte, strudeltest, strudelten, strudeltet, gestrudelt, ##gestrudelt, gestrudelte, gestrudeltes, gestrudeltem, gestrudelten, gestrudelter##, strudelnd, ###strudelnd, strudelnde, strudelndes, strudelndem, strudelnden, strudelnder###+EW; Z.: stru-d-el-n
...struieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...struieren; ne. ...struct; Vw.: s. in-, kon-, ob-; Hw.: s. ...strukteur, ...struktion; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, (um 450 v. Chr.); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...strueren, Suff., ...struieren; frz. ...struiere, Suff., ...struieren; nschw. ...struera, Suff., ...struieren; nnorw. ...struere, Suff., ...struieren; poln. ...struować, Suff., ...struieren; lit. ...struoti, Suff., ...struieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit bauen zusammenhängenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: breiten; F.: ...struieren, ...struiere, ...struierst, ...struiert, ...struierest, ...struieret, ...struierte, ...struiertest, ...struierten, ...struiertet, ##...struiert, ...struierte, ...struiertes, ...struiertem, ...struierten, ...struierter##, ...struierend, ###...struierend, ...struierende, ...struierendes, ...struierendem, ...struierenden, ...struierender###, ...struier (!)+FW(+EW); Z.: -stru-ier-en
...strukteur, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...strukteur; ne. ...structor, ...structer; Vw.: s. In-, Kon-; Hw.: s. ...struieren, ...struktion; Q.: 19. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: s. frz. ...structeur, M., ...strukteur; lat. strūctor, M., Maurer, Anordner, Anrichter, Friseur, Tafeldecker, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, (um 450 v. Chr.); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...structeur, Suff., ...strukteur; nschw. ...struktör, Suff., ...strukteur; nnorw. ...struktør, Suff., ...strukteur; poln. ...struktor, Suff., ...strukteur; lit. ...struktorius, Suff., ...strukteur; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit bauen zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: breiten; F.: ...strukteur, ...strukteurs, ...strukteure, ...strukteuren+FW(+EW?); Z.: -stru-k-t-eur
...struktion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...struktion; ne. ...struction; Vw.: s. De-, In-, Kon-, Ob-; Hw.: s. ...struieren, ...strukteur; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. strūctio, F., Zusammenfügung, Erbauung, Errichtung, Gerüst, Unterweisung, Belehrung, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten, (um 450 v. Chr.); idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...structie, Suff., ...struktion; frz. ...struction, Suff., ...struktion; nschw. ...struktion, Suff., ...struktion; nnorw. ...struksjon, Suff., ...struktion; poln. ...strukcja, Suff., ...struktion; lit. ...strukcija, Suff., ...struktion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen zu einer Bildung von mit bauen zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: breiten; F.: ...struktion, ...struktionen+FW(+EW?); Z.: -stru-k-t-io-n
struktiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. struktiv, zu dem Aufbau gehörig, einen Aufbau sichtbar machend; ne. belonging to a structure; Vw.: s. de-, in-, kon-; Hw.: s. Struktur, strukturell; Q.: 19. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. struere, V., aufbauen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. struktiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Bau sichtbar machend; BM.: breiten; F.: struktiv, struktive, struktives, struktivem, struktiven, struktiver+FW(+EW); Z.: stru-k-t-iv
Struktur, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Struktur, Gefüge, Gliederung; ne. structure (N.); Vw.: -; Hw.: s. strukturell, struktiv; Q.: 13. Jh.; I.: Lw. lat. strūctūra; E.: mnd. structūre, F., „Struktur“, Bau, Bauwerk; lat. strūctūra, F., ordentliche Zusammenfügung, Ordnung, Aufmauern, Mauern, Mauerwerk, Bauart, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. struere, V., aufbauen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Struktur, DW 20, 90 (Structur), EWD s. u. Struktur, Duden s. u. Struktur; Son.: vgl. nndl. structuur, Sb., Struktur; frz. structure, F., Struktur; nschw. struktur, Sb., Struktur; nnorw. struktur, M., Struktur; poln. struktura, F., Struktur; nir. struchtúr, M., Struktur; lit. struktūra, F., Struktur; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Anordnung der Teile einer Gegebenheit eines Ganzen zueinander oder ein Gefüge oder eine Gliederung; BM.: breiten; F.: Struktur, Strukturen+FW(+EW?); Z.: Stru-k-t-ur
$Strukturalismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Strukturalismus; E.: s. Struktur, s. alismus; L.: Kluge s. u. Struktur, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Struktur und alismus gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete sowie die Strukturen wie beispielsweise männlich und weiblich oder Natur und Kultur oder Nacht und Tag oder gekocht und roh betonende Denkmethode; F.: Strukturalismus+FW; Z.: Stru-k-t-ur-al-ism-us
strukturell, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. strukturell, Struktur betreffend; ne. structural; Vw.: -; Hw.: s. Struktur, struktiv; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. structurel; E.: s. frz. structurel, Adj., strukturell; frz. structure, F., Struktur; lat. strūctūra, F., ordentliche Zusammenfügung, Ordnung, Aufmauern, Mauern, Mauerwerk, Bauart, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. struere, V., aufbauen; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; s. idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Struktur, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. structureel, Adj., strukturell; nschw. strukturell, Adj., strukturell; nnorw. strukturell, Adj., strukturell; poln. strukturalny, Adj., strukturell; nir. struchtúrach, Adj., strukturell; lit. struktūrinis, Adj., strukturell; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Struktur betreffend oder eine bestimmte Anordnung aufweisend; BM.: breiten; F.: strukturell, strukturelle, strukturelles, strukturellem, strukturellen, struktureller(, strukturellere, strukturelleres, strukturellerem, strukturelleren, strukturellerer, strukturellst, strukturellste, strukturellstes, strukturellstem, strukturellsten, strukturellster)+FW(+EW?); Z.: stru-k-t-ur-el-l
$strukturieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. strukturieren, mit einer Struktur versehen (V.); E.: s. Struktur, s. ieren; L.: Kluge s. u. Struktur, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Struktur und ieren gebildete Bezeichnung für mit einer Struktur versehen (V.); F.: strukturieren, strukturiere, strukturierst, strukturiert, strukturierest, strukturieret, strukturierte, strukturiertest, strukturierten, strukturiertet, ##strukturiert, strukturierte, strukturiertes, strukturiertem, strukturierten, strukturierter##, strukturierend, ###strukturierend, strukturierende, strukturierendes, strukturierendem, strukturierenden, strukturierender###, strukturier (!)+FW(+EW?); Z.: stru-k-t-ur-ier-en
$strukturiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. strukturiert, mir einer Struktur versehen (Adj.); L.: EWD s. u. Struktur, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus strukturier(en) und t gebildete Bezeichnung für mit einer Struktur versehen (Adj.); F.: strukturiert, strukturierte, strukturiertes, strukturiertem, strukturierten, strukturierter(, strukturiertere, strukturierteres, strukturierterem, strukturierteren, strukturierterer, strukturiertest, strukturierteste, strukturiertestes, strukturiertestem, strukturiertesten, strukturiertester)+FW(+EW?); Z.: stru-k-t-ur-ier-t
strullen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. strullen, urinieren, hervorspritzen; ne. pee (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. strullen, strüllen, sw. V., urinieren; s. mnd. strulle, F., Wasserröhre, Rohr eines Brunnens; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht verwandt mit Strudel (s. d.); L.: Kluge s. u. strullen, DW 20, 109, Duden s. u. strullen; GB.: seit 18. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit Strudel verwandte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches mit Geräusch in Form eines Schwalles hervorspritzen; BM.: Rohr; F.: strullen, strulle, strullst, strullt, strullest, strullet, strullte, strulltest, strullten, strulltet, gestrullt, ##gestrullt, gestrullte, gestrulltes, gestrulltem, gestrullten, gestrullter##, strullend, ###strullend, strullende, strullendes, strullendem, strullenden, strullender###, strull (!)+EW; Z.: stru-l-l-en
…strument, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. …strument; ne. …strument; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mhd. …strument, Suff., …strument; mnd. …strument, Suff., …strument; lat. …strūmentum, Suff., ….strument; vgl. lat. struere, V., übereinanderschichten, aneinanderfügen, aufschichten; idg. *steru-, *streu-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. …strument, Suff., …strument; frz. …strument, Suff., …strument; nschw. …strument, Suff., …strument; nnorw. …strument, Suff., …strument; poln. …strument, Suff., …strument; nir. …straim, Suff., …strument; lit. …strumentas, Suff., …strument; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: aufschichten; F.: …strument, …struments, …strumentes, …strumente, …strumenten+FW(+EW?); Z.: -stu-m-ent
Strumpf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Strumpf, lange Socke; ne. stocking (N.), knee sock; Vw.: -; Hw.: s. Stumpf; Q.: um 1300 (Wolfdietrich Fassung D); E.: s. mhd. strumpf, st. M., Strumpf, Stummel, Stumpf, Baumstumpf, verstümmeltes Glied, Rumpf; mnd. strump, M., Stumpf, Stummel, verstümmeltes Glied, gestutzte Hose, Strumpf, Beinling; s. ahd. stumpf* (2), stumph*, st. M. (a?, i?), Stumpf; germ. *stumpa?, *stumpaz, Sb., Stumpf; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strumpf, Kluge s. u. Strumpf, DW 20, 111, EWD s. u. Strumpf, Duden s. u. Strumpf, Bluhme s. u. Strumpf; Son.: vgl. nschw. strumpa, Sb., Strumpf; nnorw. strømpe, M., F., Strumpf; lit. strampas, Sb., Knüttel, Stumpf; GB.: seit um 1300 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Kleidung möglichen den Fuß und das Bein (teilweise) bedeckenden gewirkten oder gestrickten Teil der Kleidung des Menschen; BM.: Stumpf; F.: Strumpf, Strumpfes, Strumpfs, Strümpfe, Strümpfen+EW; Z.: St-r-umpf
Strunk, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Strunk, Stumpf, Stängel, Kohlstängel; ne. stem (N.), stalk (N.); Vw.: -; Hw.: s. straucheln; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. strunc, st. M., Strunk; mnd. strunk, stronk, M., Strunk, Stängel einer Kohlpflanze; mnl. stronc, M., Strunk; ahd. -; as. *strunk?, st. M. (a?, i?), Strunk; anfrk. -; germ. *strunka, Sb., Strunk, Stumpf; vgl. idg. *strenk-, *streng-, idg., Adj., Sb., V., straff, beengt, Strang, drehen, zusammenziehen Pokorny 1036 (1782/254); s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Strunk, Kluge s. u. Strunk, DW 20, 129, EWD s. u. Strunk, Falk/Torp 503, Duden s. u. Strunk, Bluhme s. u. Strunk; Son.: vgl. nndl. stonk, Sb., Baum; lit. strùngas, Adj., gestutzt; GB.: seit 14. Jh. belegte und für das Altsächsische und das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen Stumpf oder einen Stängel (einer Kohlpflanze); BM.: Stängel bzw. starr; F.: Strunk, Strunkes, Strunks, Strunke, Strunken+EW; Z.: Str-unk
Strupfe, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Strupfe, Schnur (F.) (1), Schlinge; ne. string (N.); Vw.: -; Hw.: s. Strippe; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. strupfe, sw. F., Strippe, Lederschlinge; letztlich von lat. stroppus, struppus, M., gedrehter Riemen (M.) (1); gr. στρόφος (stróphos), M., gedrehtes Band (N.), geflochtenes Band (N.); vgl. gr. στρέφειν (stréphein), V., drehen, winden; idg. *streb-, *strebʰ-, V., drehen, winden, Pokorny 1025; L.: Kluge s. u. Strupfe, DW 20, 137, Duden s. u. Strupfe; Son.: vgl. nschw. stropp, Sb., Schlinge; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein langes dünnes und aus mehreren zusammengedrehten oder zusammengeflochtenen Fäden oder Fasern von Menschen hergestelltes Gebilde; BM.: drehen bzw. winden; F.: Strupfe, Strupfen+FW+EW; Z.: Strupf-e
struppig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. struppig, rauh behaart, rau behaart, zottig; ne. shaggy; Vw.: -; Hw.: s. sträuben; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. strūp, Adj., starrend, struppig, lockig; mnd. strūf, struf?, Adj., rau, rauh, uneben, nicht glatt, streng, gereizt, struppig, wirr; ahd. strūb*, Adj., struppig, sich kräuselnd, strubbelig, rauh, rissig; as. strūf, Adj., struppig; germ. *strūba-, *strūbaz, Adj., rauh, struppig; idg. *streubʰ-, *streub-, Adj., V., starr, steif, sträuben, Pokorny 1027; vgl. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. struppig, Kluge s. u. struppig, DW 20, 144, EWD s. u. struppig, Heidermanns 561, Duden s. u. struppig, Bluhme s. u. struppig; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen und dem Althochdeutschen und Altsächsischen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für rau behaart oder zottig oder in alle Richtungen stehend; BM.: starr bzw. Stängel; F.: struppig, struppige, struppiges, struppigem, struppigen, struppiger(, struppigere, struppigeres, struppigerem, struppigeren, struppigerer, struppigst, struppigste, struppigstes, struppigstem, struppigsten, struppigster)+EW; Z.: stru-p-p-ig
$Struwwelpeter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Struwwelpeter; E.: s. strubbel(ig), s. Peter; L.: DW 20, 154, EWD s. u. strubbelig; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus strubbel(ig) und Peter für Kinder gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit auffälligen Menschen mit wirrem und unordentlichem Haar oder einen unordentlichen Menschen; F.: Struwwelpeter, Struwwelpeters, Struwwelpetern+EW+FW; Stru-w-w-el—pet-er
Strychnin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Strychnin, ein sehr gefährliches Gift; ne. strychnine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr.-lat. strychnos, M., eine Art Nachtschattengewächs; gr. στρύχνος (strýchnos), F., eine Art Nachtschattengewächs; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 2, 812; L.: Duden s. u. Strychnin; Son.: vgl. nndl. strychnine, Sb., Strychnin; frz. strychnine, F., Strychnin; nschw. stryknin, N., Strychnin; nnorw. stryknin, M., Strychnin; kymr. strycnin, M., Strychnin; nir. stricnín, M., Strychnin; poln. strychnina, F., Strychnin; lit. strichninas, M., Strychnin; GB.: seit 1. Viertel 19. Jh. belegte und aus dem Griechisch-Lateinischen und dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für das schon vormenschliche farblose und in Wasser schwer lösliche Kristalle bildende hochgiftige Alkaloid des indischen Brechnussbaums; BM.: ?; F.: Strychnin, Strychnins+FW; Z.: Strychn-in
Stubben, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Stubben, Stumpf, Baumstumpf, grobschlächtiger Kerl; ne. stub (N.), stump (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: s. mnd. stubbe, M., Stubben, Baumstumpf, Pfahlstumpf, Gestrüpp, Gesträuch; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *stubba-, *stubbaz, st. M. (a), Stumpf; idg. *steub-, *teub-, *steubʰ-, *teubʰ-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stubben, DW 20, 154, EWD s. u. Stubbe, Falk/Torp 496, Duden s. u. Stubben; Son.: vgl. afries. -; ae. stybb, st. M. (a), Stumpf; an. stubbr, st. M. (a), Baumstumpf; got. -; GB.: vielleicht seit 19. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Baumstumpf oder einen grobschlächtigen Kerl; BM.: stumpf bzw. stoßen; F.: Stubbe, Stubbens+EW; Z.: Stubb-en
Stübchen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Stübchen (N.) (2), ein Flüssigkeitsmaß; ne. a liquid measure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. stübechīn, stübichīn, st. N., Stübchen, Quart, Kanne; mnd. stȫveken (1), stȫvken, stoefken, stȫken, stoken, stouken, stoviken, N., Stübchen, Hohlmaß für Flüssigkeiten (besonders für Bier und Wein) und Butter und Honig, Vierviertelmaß, Maß (N.) zum Eichen (N.) der Solgefäße; mhd. stube, sw. F., Stube, heizbarer Raum, Gemach, Badegemach, Speisesaal, Trinkstube, Zunftstube, Zunftherberge, kleines Wohnhaus, Wohnstube; mnd. stȫveken (1), stȫvken, stoefken, stȫken, stoken, stouken, stoviken, N., Stübchen (N.) (2), Hohlmaß für Flüssigkeiten (besonders für Bier und Wein) und Butter und Honig, Vierviertelmaß, Maß (N.) zum Eichen (N.) der Solgefäße (Bedeutung örtlich beschränkt); mhd. stübich, stubich, st. M., Packfass; mlat. stuppa, stūpa, F., Werg; gr. στύπη (stýpē), F., Werg; vgl. idg. *steu̯ə-, V., sich verdichten, sich ballen, Pokorny 1035 (1775/247) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stübchen, DW 20, 156, Duden s. u. Stübchen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Stub(e) und chen gebildete sowie mit dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein altes Flüssigkeitsmaß; BM.: sich verdichten; F.: Stübchen, Stübchens+EW; Z.: Stüb-chen
Stube, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stube, Zimmer; ne. parlour, living room; Vw.: -; Hw.: s. Stövchen; Q.: 717-725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. stube, sw. F., Stube, heizbarer Raum, Gemach, Badegemach, Speisesaal, Trinkstube, Zunftstube, Zunftherberge, kleines Wohnhaus, Wohnstube; mnd. stūve (2), stūbe, F., Stube, geheizter Raum innerhalb eines Hauses, Wohnzimmer; mnd. stōve, stāve, stūve, stūbe, sw. M., Badestube, Einrichtung zu warmem Baden, heizbares Gemach, Zechstube; mnl. stōve, F., heizbarer Raum, Baderaum; ahd. stuba, sw. F. (n), Stube, Badezimmer, heizbares Gemach; as. -; anfrk. -; germ. *stubō, st. F. (ō), Raum, Stube, Ofen; lat. *tūfus, M., Dampf (M.) (1); gr. τῦφος (typhos), M., Dampf (M.) (1), Rauch, Qualm, Dünkel; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vielleicht auch Ableitung von aestuāre, V., kochen, wallen (V.) (1), brausen, auflodern; idg. *aidʰ-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (26/26) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *ā̆i- (4), *h₁ai-, *h₃ai-, V., brennen, leuchten, Pokorny 11 (24/24) (RB. idg. aus gr.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stube, Kluge s. u. Stube, DW 20, 157, EWD s. u. Stuben, Duden s. u. Stube, Bluhme s. u. Stube; Son.: vgl. afries. -; ae. stofa, sw. M. (n), Stube, Badestube; an. stofa, stufa, sw. F. (n), Stube, Haus; got. -; frz. étuve, F., Badestube; it. stufa, F., Stube; nschw. stuva, Sb., Stube; nnorw. stue, M., F., Wohnzimmer; GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter (712-725) belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftigkeit des Menschen möglichen beheizten Wohnraum; BM.: wehen bzw. Dampf (M.) (1); F.: Stube, Stuben+FW?; Z.: S-tu-b-e
Stüber, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stüber, eine Scheidemünze; ne. stuiver; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stǖvære*, stüver, stuver, M., Stüber (eine kleine Münze); mnl. stuyver, stuver, Sb., Stüber; Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu mnd. stūf (1), Adj., stumpf, ohne Spitze seiend, verstümmelt; L.: Kluge 1. A. s. u. Stüber, Kluge s. u. Stüber, DW 20, 189, Duden s. u. Stüber, Bluhme s. u. Stueber; Son.: vgl. nndl. stüber, M., Stüber; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) mnd. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit mnd. stūf (1), Adj., stumpf, ohne Spitze seiend, verstümmelt verbindbare Bezeichnung für eine flandrisch-burgundische Münze; BM.: stumpf?; F.: Stüber, Stübers, Stübern+EW?; Z.: Stüb-er
Stuck, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stuck, geformter Gips; ne. stucco; Vw.: -; Hw.: s. Stück, s. Stukkateur; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. stucco; E.: s. it. stucco, M., Stuck; vgl. ahd. stukki, stucki, st. N. (ja): nhd. Stück, Teil, Abstand, Brocken (M.), Bissen, Stückchen, Goldstück; germ. *stukkja-, *stukkjam, st. N. (a), Stumpf, Stück; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stück, Kluge s. u. Stuck, DW 20, 195, EWD s. u. Stuck, Duden s. u. Stuck, Bluhme s. u. Stuck; Son.: vgl. nndl. stuc, Sb., Stuck; frz. stuc, M., Stuck; nschw. stuck, Sb., Stuck; nnorw. stukk, M., Stuck; poln. stiuk, M., Stuck; kymr. stwco, M., Stuck; nir. stucó, M., Stuck; lit. stiukas, M., Stuck; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten geformten Gips an Wänden und Decken; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: Stuck, Stuckes, Stucks+FW+EW?; Z.: Stu-ck
Stück, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Stück, Teil, Bruchstück, Bruchteil; ne. piece (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stuck; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. stücke, stück, stucke, stuck, st. N., Teil, Stück, Hälfte, Abteilung, Bestandteil, Gegenstand, Abschnitt, Artikel, Einzelstück, Stück bebautes Land; mnd. stücke, stück, stucke, stugke, stykke, sticke, N., Stück, Teilstück, Teilstück einer Definition, Einzelstück; mnl. stucke, stuc, N., Stück; ahd. stukki, stucki, st. N. (ja), Stück, Teil, Abstand, Brocken (M.), Stückchen; as. stukki*, st. N. (ja), Stück; anfrk. -; germ. *stukkja-, *stukkjam, st. N. (a), Stumpf, Stück; s. idg. *steug-, *teug-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stück, Kluge s. u. Stück, DW 20, 197, EWD s. u. Stück, Falk/Torp 494, Duden s. u. Stück, Bluhme s. u. Stueck; Son.: vgl. afries. stekk (1), st. N. (a), Stück; ae. stycce, sticce (2), st. N. (ja), Stück, Teil, kurze Zeit, kleine Münze; ae. stocc, st. N. (a), Stock, Stamm, Stumpf, Block, Klotz, Pfahl, Trompete; an. stykki, st. N. (ja), Stück; got. -; nndl. stuk, Sb., Stück; nschw. styck, N., Stück; nschw. stycke, N., Stück; nnorw. stykke, N., Stück; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen eine Einheit bildenden Teil eines Ganzen; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: Stück, Stückes, Stücks, Stücke, Stücken+EW; Z.: Stü-ck
$Stuckatur, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Stuckatur, künstlerische Stuckarbeit; E.: s. Stuck, s. atur (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stück, fehlt DW, s. Stukkateur; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stuck und atur (Suff.) gebildete Bezeichnung für künstlerische Stuckarbeit; F.: Stuckatur, Stuckaturen+FW?; Z.: Stu-ck-at-ur
$stückeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. stückeln, in Stücke teilen; Vw.: s. zer-; E.: s. Stück, s. eln (Suff.); L.: Kluge s. u. Stück, DW 20, 231, EWD s. u. Stück; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Stück und el (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für in Stücke teilen; F.: stückeln, stückel (!), stückle (!), stückele, stückelst, stückelt, stückelte, stückeltest, stückelten, stückeltet, gestückelt, ###gestückelt, gestückelte, gestückeltes, gestückeltem, gestückelten, gestückelter###, stückelnd, ###stückelnd, stückelnde, stückelndes, stückelndem, stückelnden, stückelnder###, stückel (!)+EW; Z.: stü-ck-el-n
$stücken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. stücken, mit Stücken versehen (V.); Vw.: s. be-; E.: s. Stück, s. en; L.: Kluge s. u. Stück, DW 20, 233; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Stück und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Stücken versehen (V.); F.: stücken (!), stücke (!), stückst, stückt, stückest, stücket, stückte, stücktest, stückten, stücktet, gestückt, ##gestückt, gestückte, gestücktes, gestücktem, gestückten, gestückter##, stückend, ###stückend, stückende, stückendes, stückendem, stückenden, stückender###, stück (!)+EW; Z.: stü-ck-en
$Stückgut, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Stückgut; E.: s. Stück, s. Gut; L.: DW 20, 238, EWD s. u. Stück; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Stück und Gut gebildete Bezeichnung für ein von Menschen gebildetes als Einzelstück zu beförderndes Gut in Gegensatz zu Massengut oder Schüttgut oder Sauggut; F.: Stückgut, Stückgutes, Stückguts, Stückgüter, Stückgütern+EW; Z.: Stü-ck—gut
$Stücklohn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Stücklohn; E.: s. Stück, s. Lohn; L.: DW 20, 245, EWD s. u. Stück; GB.: seit um 1600 belegte und aus Stück und Lohn gebildete Bezeichnung für den nach der Zahl der gelieferten Stücke berechneten Lohn in Gegensatz beispielsweise zu Zeitlohn; F.: Stücklohn, Stücklohnes, Stücklohns, Stücklöhne, Stücklöhnen+EW; Z.: Stü-ck—loh-n
$Stückwerk, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Stückwerk; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. Stück, s. Werk; L.: DW 20, 252, EWD s. u. Stück; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Stück und Werk gebildete Bezeichnung für ein nur ein Stück bleibendes und nicht vollendetes Werk oder auch für Akkordarbeit; F.: Stückwerk, Stückwerkes, Stückwerks, Stückwerke, Stückwerken+EW; Z.: Stü-ck—werk
Student, nhd., (Part. Präs.=)M., (14. Jh.): nhd. Student, Studierender, Lernender; ne. student (M.); Vw.: -; Hw.: s. studieren, Studium, Studio; Q.: 1330-1360 (Seuse); E.: mhd. studente, sw. M., Schüler, Student; mnd. studente, student, M., Student, Studierender; it. studente, M., Schüler, Student; vgl. lat. studēre, V., sich bemühen, eifrig betreiben; s. idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. studieren, DW 20, 259, EWD s. u. studieren, Duden s. u. Student; Son.: vgl. nndl. student, Sb., Student; frz. étudiant, M., Student; nschw. student, Sb., Student; nnorw. student, M., Student; poln. stutend, M., Student; kymr. asudiwr, M., Student; lit. studentas, M., Student; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dem Hochmittelalter möglichen an einer Hochschule Studierenden oder Lernenden; BM.: stoßen; F.: Student, Studenten+FW; Z.: Stu-d-ent
$Studentenfutter, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Studentenfutter; E.: s. Student, s. en (Suff.), s. Futter; L.: Kluge s. u. Studentenfutter, DW 20, 266; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für ein bei Studenten beliebtes und sehr nahrhaftes Gemisch aus Mandeln (oder Nüssen) und Rosinen; F.: Studentenfutter, Studentenfutters, Studentenfuttern+FW+EW; Z.: Stu-d-ent-en—fut-t-er
$Studentin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Studentin, Studierende; E.: s. Student, s. in (Suff.); L.: Kluge s. u. studieren, DW 20, 270; GB.: seit 1891 belegte und aus Student und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine (in Preußen ab 1896 als Gasthörerin zugelassene und seitdem allmählich völlig gleichberechtigte) weibliche Studierende; F.: Studentin, Studentinnen+FW; Z.: Stu-d-ent-in
$studentisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. studentisch, Studenten betreffend; E.: s. Student, s. isch; L.: DW 20, 270, EWD s. u. studieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Student und isch gebildete Bezeichnung für Studenten betreffend; F.: studentisch, studentische, studentisches, studentischem, studentischen, studentischer(, studentischere, studentischeres, studentischerem, studentischeren, studentischerer, studentischst, studentischste, studentischstes, studentischstem, studentischsten, studentischster)+FW; Z.: stu-d-ent-isch
$Studie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Studie, Untersuchung, Vorarbeit eines Werkes; Q.: um 1800; E.: s. Studium, s. studieren; L.: Kluge s. u. studieren, DW 20, 271, EWD s. u. studieren; GB.: um 1800 belegte und aus dem Plural Studien von Studium gebildete Bezeichnung für eine Untersuchung oder Vorarbeit zu einem größeren Werk; F.: Studie, Studien+FW; Z.: Stu-d-i-e
studieren, nhd., V., (13. Jh.): nhd. studieren, lernen, sich intensiv um etwas bemühen; ne. study (V.); Vw.: -; Hw.: s. Student, Studium, Studio; Q.: um 1250 (Heilige Regel für ein vollkommenes Leben); E.: mhd. studieren (1), studēren, sw. V., studieren, lernen aus, sich bemühen um; mnd. studēren (1), studīren, sw. V., studieren, Wissen aneignen, Wissen erstreben, geistig arbeiten; lat. studēre, V., sich bemühen, eifrig betreiben, (um 250-184 v. Chr.); idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. studieren, DW 20, 272, EWD s. u. studieren, Duden s. u. studieren; Son.: vgl. nndl. studeren, V., studieren; frz. étudier, V., studieren; nschw. studera, V., studieren; nnorw. studere, V., studieren; poln. studiować, V., studieren; kymr. astudio, V., studieren; nir. staidéar, V., studieren; lit. studijuoti, V., studieren; GB.: seit um 1250 belegte und aus mlat. studi(are) sowie mittelbar lat. stud(ere) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes (gründlich) lernen sich um etwas bemühen; BM.: stoßen; F.: studieren, studiere, studierst, studiert, studierest, studieret, studierte, studiertest, studierten, studiertet, ##studiert, studierte, studiertes, studiertem, studierten, studierter##, studierend, ###studierend, studierende, studierendes, studierendem, studierenden, studierender###, studier (!)+FW(+EW?); Z.: stu-d-ier-en
$Studierende, nhd., (Part. Präs.=)F., (19. Jh.?): nhd. Studierende, Studentin; L.: Kluge s. u. studieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus studieren und d (Suff.) sowie e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Studentin; F.: Studierende, Studierenden+FW(+EW); Z.: Stu-d-ier-end-e
$Studierender, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.?): nhd. Studierender, Student; L.: Kluge s. u. studieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus studieren und d (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Studenten; F.: Studierender, Studierenden+FW(+EW); Z.: Stu-d-ier-end-er
Studio, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Studio, Arbeitszimmer, Künstlerraum, Künstlerwerkstatt; ne. studio; Vw.: -; Hw.: s. studieren, Studium, Student; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. studio; E.: s. it. studio, M., Studierzimmer, Arbeitszimmer; lat. studium, N., innerer Trieb und Drang, eifriges Streben (N.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. studēre, V., sich bemühen, eifrig betreiben; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. studieren, DW 20, 285, EWD s. u. studieren, Duden s. u. Studio; Son.: vgl. nndl. studio, Sb., Studio; frz. studio, M., Studio; nschw. studio, Sb., Studio; nnorw. studio, N., Studio; poln. studio, Sb., Studio; kymr. stydi, F., Studio; nir. stiúdideo, M., Studio; lit. studija, F., Studio; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Arbeitszimmer oder eine vielleicht seit dieser Zeit mögliche besondere Künstlerwerkstatt; BM.: stoßen; F.: Studio, Studios+FW; Z.: Stu-d-i-o
Studium, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Studium, Studieren; ne. study (N.), studies; Vw.: -; Hw.: s. studieren, Student, Studio; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); I.: Lw. lat. studium; E.: s. mhd. studium, st. N., Universität; mnd. studium, N., Studium, Universität, Studieren (N.), wissenschaftliche Beschäftigung, Vorlesungsstoff; lat. studium, N., innerer Trieb und Drang, eifriges Streben (N.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. studēre, V., sich bemühen, eifrig betreiben; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. studieren, EWD s. u. studieren, DW 20, 286, Duden s. u. Studium; Son.: vgl. nndl. studie, Sb., Studium; frz. étude, F., Studium; nschw. studium, N., Studium; nnorw. studium, N., Studium; poln. studium, N., Studium; lit. studijos, F. Pl., Studium; GB.: seit 1314 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit etwa dem 12. Jh. mögliche akademische Ausbildung an einer Universität oder Hochschule; BM.: stoßen; F.: Studium, Studiums, Studien+FW; Z.: Stu-d-i-um
Stufe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Stufe, waagerechte Trittfläche (einer Treppe); ne. step (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. stuofe, sw. (?) F., Stufe, Grad; mnd. stōpe (1), F., Stufe, Treppenstufe, Treppe, Altarstufe, Grenzzeichen; mnl. stoep, stoepe, stoop, stoope, F., Stufe; ahd. stuofa*, st. F. (ō), Stufe, Treppe; as. stōpo*, sw. M. (n), Tritt, Spur; anfrk. -; germ. *stōpō-, *stōpōn, *stōpa-, *stōpan, Sb., Stufe, Spur; vgl. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stufe, Kluge s. u. Stufe, DW 20, 292, EWD s. u. Stufe, Falk/Torp 482, Duden s. u. Stufe, Bluhme s. u. Stufe; Son.: vgl. afries. stōpe, stōpa, F., Beisteuer; ae. stōpel, st. M. (a?), Fußspur; an. -; got. -; nndl. stoep, Sb., Stufe; ksl. stepenĭ, M., Stufe; GB.: seit um 1000 belegte Bezeichnung für den einzelnen Tritt (waagerechte Trittfläche) einer wohl nach natürlichem Vorbild von Menschen entwickelten und verwendeten Treppe; BM.: stehen; F.: Stufe, Stufen+EW; Z.: Stu-f-e
$stufen (1), stofen, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. langsam kochen; E.: s. Stufe?, Stube?; L.: Kluge 1. A. s. u. stufen, DW 20, 311; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für langsam kochen; F.: stufen (!), stufe (!), stufst, stuft, stufest, stufet, stufte, stuftest, stuften, stuftet, gestuft, ##gestuft, gestufte, gestuftes, gestuftem, gestuften, gestufter##, stufend, ###stufend, stufende, stufendes, stufendem, stufenden, stufender###, stuf (!)+EW; Z.: stuf-en
$stufen (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stufen; Vw.: s. ab-; L.: Kluge s. u. Stufe, DW 20, 310, EWD s. u. Stufe; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit Stuf(e) und en (Suff.) verbindbare Bezeichnung für mit einer Stufe versehen (V.); F.: stufen (!), stufe (!), stufst, stuft, stufest, stufet, stufte, stuftest, stuften, stuftet, ##gestuft, gestufte, gestuftes, gestuftem, gestuften, gestufter##, stufend, ###stufend, stufende, stufendes, stufendem, stufenden, stufender###, stuf (!)+EW; Z.: stu-f-en
$stufenweise, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stufenweise; E.: s. Stuf(e), s. en (Suff.), s. Weise; L.: EWD s. u. Stufe, DW 20, 309; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stuf(e) und en (Suff.) sowie Weise gebildete Bezeichnung für in der Art von Stufen; F.: stufenweise, stufenweises, stufenweisem, stufenweisen, stufenweiser+EW; Z.: stu-f-en—wei-s-e
Stuhl, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Stuhl, Sitz; ne. chair; Vw.: -; Hw.: s. Fauteuil; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stuol, stūl, stōl, st. M., Stuhl, Sitz, Platz (M.) (1), Rang, Thron, Papststuhl, päpstliche Gewalt, Kanzel, Lehrstuhl, Singstuhl, Weberstuhl, Dachstuhl, Nachtstuhl, Stuhlgang; mnd. stōl, stoel, stoil, stoul, stůl, M., Stuhl, Stuhl vom Sitz des Rates, Richterstuhl, Sitz, Sitzgerät, Schemel, Dreibein, Ehrensitz, Thron; mnl. stoel, M., Stuhl; ahd. stuol, st. M. (a), Stuhl, Sitz, Thron, Bank (F.) (1); as. stōl, st. M. (a), Stuhl, Thron; anfrk. -; germ. *stōla-, *stōlaz, st. M. (a), Stuhl, Thron; idg. *stālo-, Sb., Gestell, Pokorny 1004?; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stuhl, Kluge s. u. Stuhl, EWD s. u. Stuhl, DW 20, 322, Falk/Torp 488, Seebold 464, Duden s. u. Stuhl, Bluhme s. u. Stuhl; Son.: vgl. afries. stōl, st. M. (a), Stuhl, Gericht (N.) (1), Bischofsstuhl, päpstlicher Stuhl; saterl. stole; ae. stōl (1), st. M. (a), Stuhl, Sitz, Thron; an. stōll (1), st. M. (a), Stuhl, Thron; got. stōls, st. M. (a), Stuhl, Thron; krimgot. stul, st. M., Stuhl, Thron; nndl. stoel, Sb., Stuhl; ne. stool, N., Kot; nschw. stol, Sb., Stuhl; nnorw. stol, M., Stuhl; lit. stãlas, M., Tisch; ksl. stolŭ, Sb., Tisch, Stuhl; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl in Ägypten seit 3100 v. Chr. entwickeltes und verwendetes (grundsätzlich) mit (vier) Beinen und einer Rückenlehne und gelegentlich Armlehnen versehenes Sitzmöbel für einen Menschen; BM.: stehen bzw. stellen; F.: Stuhl, Stuhls, Stuhles, Stühle, Stühlen+EW; Z.: Stuh-l
$Stuhlgang, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Stuhlgang; E.: s. Stuhl, s. Gang; L.: DW 20, 355, EWD s. u. Stuhl; GB.: seit 15. Jh. als Gang zu dem Stuhl gebildete verschleiernde Bezeichnung für die Entleerung des Darmes von den Resten verdauter Nahrung des Menschen; F.: Stuhlgang, Stuhlganges, Stuhlgangs, Stuhlgänge, Stuhlgängen+EW; Z.: Stuh-l—ga-ng
$Stukkateur, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stukkateur; L.: Kluge s. u. Stuck, fehlt DW, EWD s. u. Stuck,; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen (sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen) Stuck herstellenden Handwerker; F.: Stukkateur, Stukkateurs, Stukkateure, Stukkateuren+FW; Z.: Stu-kk-at-eur
Stulle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stulle, Brotscheibe; ne. piece of bread, sandwich; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: nndl. Lw.?; E.: wohl zu nndl. stul, Sb., Brocken (M.), Stück; L.: Kluge s. u. Stulle, DW 20, 368, EWD s. u. Stulle, Duden s. u. Stulle, Bluhme s. u. Stulle; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Neuniederländischen verbindbare Bezeichnung für eine (mit einem Aufstrich bestrichene) Brotscheibe; BM.: Stück; F.: Stulle, Stullen+FW(?); Z.: Stul-l-e
Stulpe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Stulpe, Krempe, Schaft; ne. gaiter, turn-up; Vw.: -; Hw.: s. stülpen; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. stulpe (1), F., Stulpe, umgeschlagenes Kniestück an hohen Stiefeln; vgl. anord. stolpi, M., Pfosten; letztlich von idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stulpe, Kluge s. u. Stulpe, DW 20, 370, EWD s. u. stülpen, Duden s. u. Stulpe, Bluhme s. u. Stulpe; Son.: vgl. lit. stul̃bas, M., Pfosten; lett. stulbs, Sb., Pfosten, Stielschaft; s. aruss. stŭlbŭ, Sb., Pfosten; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten breiten und sich nach oben trichterförmig erweiternden Umschlag oder Aufschlag an Ärmeln oder Stiefeln; BM.: stellen; F.: Stulpe, Stulpen+EW; Z.: Stul-p-e
stülpen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. stülpen, darüberziehen; ne. pull (V.) over; Vw.: -; Hw.: s. Stulpe, stolpern; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stülpen, stulpen, stölpen, sw. V., stülpen, stülpen um etwas abzudecken oder abzuschließen, mit der Öffnung nach unten aufsetzen, über etwas legen, verbergen, umstürzen, umkehren; mnl. stelpen, sw. V., dagegenhalten, stillen, hemmen; s. mnd. stulpe (1), F., Stulpe, umgeschlagenes Kniestück an hohen Stiefeln; vgl. anord. stolpi, M., Pfosten; letztlich von idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel, Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stulpe, DW 20, 371, EWD s. u. stülpen, Duden s. u. stülpen, Bluhme s. u. stülpen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Mittelniederdeutschen kommende und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (über einen Gegenstand) darüberziehen; BM.: stellen; F.: stülpen, stülpe (!), stülpst, stülpt, stülpest, stülpet, stülpte, stülptest, stülpten, stülptet, gestülpt, ##gestülpt, gestülpte, gestülptes, gestülptem, gestülpten, gestülpter##, stülpend, ###stülpend, stülpende, stülpendes, stülpendem, stülpenden, stülpender###, stülp (!)+EW; Z.: stül-p-en
$Stulpenhandschuh, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stulpenhandschuh; E.: s. Stulp(e), s. en (Suff.), s. Handschuh; L.: EWD s. u. stülpen, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stulp(e) und en (Suff.) sowie Handschuh gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten mit Stulpen versehenen Handschuh; F.: Stulpenhandschuh, Stulpenhandschuhs, Stulpenhandschuhe, Stulpenhandschuhen+EW; Z.: Stul-p-en-hand—schuh
$Stulpenstiefel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stulpenstiefel; E.: s. Stulp(e), s. en (Suff.), s. Stiefel; L.: EWD s. u. stülpen, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Stulp(e) und en (Suff.) sowie Stiefel gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten mit Stulpen versehenen Stiefel; F.: Stulpenstiefel, Stulpenstiefels, Stulpenstiefeln+EW; Z.: Stul-p-en—stiefel
$Stülpnase, Stulpnase, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stülpnase; L.: EWD s. u. stülpen; GB.: seit 1646 belegte und aus stülp(en) und Nase gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche an der Spitze hochgebogene Nase (eines Menschen); F.: Stülpnase, Stülpnasen+EW; Z.: Stül-p-na-s-e
stumm, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. stumm, sprachlos, unfähig zu sprechen; ne. mute (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. stum, stump, Adj., stumm; mnd. stum, stom, Adj., stumm, physisch unfähig zu reden seiend, lautlos, klanglos, schweigend; mnl. stom, Adj., stumm; ahd. stum, stumb*, Adj., stumm; as. stum, stumm, Adj., stumm; anfrk. -; germ. *stumma-, *stummaz, Adj., stumm; s. idg. *stem-?, V., stoßen, stottern, stammeln, hemmen, Pokorny 1021 (1761/233) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. stumm, Kluge s. u. stumm, DW 20, 378, EWD s. u. stumm, Falk/Torp 483, Heidermanns 564, Duden s. u. stumm, Bluhme s. u. stumm; Son.: vgl. afries. stumm, stum, Adj., stumm; nnordfries. stomm, stamm, Adj., stumm; ae. -; an. -; got. -; nndl. stom, Adj., stumm; nschw. stum, Adj., stumm; nnorw. stum, Adj., stumm; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches unfähig zu sprechen; BM.: stottern bzw. hemmen; F.: stumm, stumme, stummes, stummem, stummen, stummer(, stummere, stummeres, stummerem, stummeren, stummerer, stummst, stummste, stummstes, stummstem, stummsten, stummster)+EW; Z.: stum-m
Stummel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stummel, Reststück, Stumpf; ne. stump (N.); Vw.: -; Hw.: s. stümmeln, verstümmeln; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. stumbel, stumpel, st. M., „Stummel“, abgeschnittenes Stück, Semmel; mnl. stommel, M., Stummel; s. ahd. stumbal*, Adj., stumpfsinnig, verstümmelt; germ. *stemb-, V., stampfen, verstümmeln; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stummel, Kluge s. u. Stummel, DW 20, 398, EWD s. u. Stummel, Duden s. u. Stummel, Bluhme s. u. Stummel; Son.: vgl. nschw. stump, Sb., Stummel; nnorw. stump, M., Stummel; ai. stambha-, Pfosten, Pfeiler; gr. ἀστεμφής (astemphḗs), Adj., unerschütterlich, fest; lit. stimburỹs, Sb., Schwanzstummel; GB.: seit dem 14. Jh. belegte Bezeichnung für ein (übrig gebliebenes kurzes) Reststück; BM.: stützen; F.: Stummel, Stummels, Stummeln+EW; Z.: Stum-m-el
stümmeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stümmeln, verstümmeln, Glieder schneiden; ne. mutilate; Vw.: s. ver-; Hw.: s. Stummel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stümbelen*, stümbeln, stumbelen, sw. V., stümmeln, schneiden, abschneiden, beschneiden, Glied abschneiden, verstümmeln; mnd. stummelen, stumelen, sw. V., stümmeln, verstümmeln, niedermetzeln; mnd. stōmelen, sw. V., verstümmeln; ahd. stumbalen*, sw. V. (1a), verstümmeln; ahd. stumbalōn*, sw. V. (2), stümmeln, verstümmeln, stutzen, abschneiden; as. *stumblon?, sw. V. (2), stümmeln; germ. *stemb-, V., stampfen, verstümmeln; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. verstümmeln, DW 20, 403, EWD s. u. Stummel, Duden s. u. stümmeln; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für Glieder schneiden; BM.: stützen; F.: stümmeln, stümmel (!), stümmle, stümmele, stümmelst, stümmelt, stümmelte, stümmeltest, stümmelten, stümmeltet, gestümmelt, ##gestümmelt, gestümmelte, gestümmeltes, gestümmeltem, gestümmelten, gestümmelter##, stümmelnd, ###stümmelnd, stümmelnde, stümmelndes, stümmelndem, stümmelnden, stümmelnder###, stümmel (!)+EW; Z.: stüm-m-el-n
$stummen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. stummen, stumm sein (V.), stumm werden; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. stumm, DW 20, 410; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus stumm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches stumm sein (V.) oder stumm werden; F.: stummen (!), stumme (!), stummst, stummt, stummest, stummet, stummte, stummtest, stummten, stummtet, gestummt, ##gestummt, gestummte, gestummtes, gestummtem, gestummten, gestummter##, stummend, ###stummend, stummende, stummendes, stummendem, stummenden, stummender###, stumm (!)+EW; Z.: stum-m-en
$Stummheit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Stummheit, Stummsein; E.: s. stumm, s. heit; L.: Kluge s. u. stumm, DW 20, 413, EWD s. u. stumm; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus stumm und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Stummsein; F.: Stummheit+EW; Z.: Stum-m-hei-t
Stump, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stump, Stumpen, Baumstumpf; ne. stump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Stumpen; Q.: 14. Jh.; I.: Lw.-; E.: vielleicht niederdeutsche Entsprechung von stumpf (s. d.), oder auch zu Stummel gehörig (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stump, Kluge s. u. Stump(en), DW 20, 416, EWD s. u. Stumpen, Duden s. u. Stumpen; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht mit dem Niederdeutschen oder mit Stummel verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung notwendiger Werkzeuge mögliches stumpf Abgeschnittenes; BM.: stampfen?; F.: Stump, Stumpen, Stumpens+EW; Z.: Stump
Stumpen, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stumpen, Stump, Baumstumpf, Zigarrenrest; ne. stump (N.), cheroot; Vw.: -; Hw.: s. Stump; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. --; E.: vielleicht niederdeutsche Entsprechung von stumpf (s. d.), oder auch zu Stummel gehörig (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stump, Kluge s. u. Stump(en), DW 20, 416 (Stumpe, Stumpf), EWD s. u. Stumpen, Duden s. u. Stumpen; GB.: seit 14. Jh. belegte und vielleicht mit dem Niederdeutschen oder mit Stummel verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung notwendiger Werkzeuge mögliches stumpf Abgeschnittenes oder Stumpf oder Rest; BM.: stampfen?; F.: Stumpen, Stumpens+EW; Z.: Stump-en
Stümper, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stümper, Nichtskönner, Pfuscher; ne. bungler, incompetent (M.); Vw.: -; Hw.: s. stumpf; Q.: 14. Jh. (Marienlieder aus dem 14. Jh. von Bruder Hans); E.: s. mhd. stümper, st. M., Stümper, Schwächling; mnd. stümpære*, stümper, stumper, stumpere, M., Stümper, sozial schlecht Gestellter, Bedürftiger, Verelendeter, Besitzloser, verachtendes Gewerbe Betreibender, Unvermögender, Schwächling, geistig Beschränkter, nichts Leistender, Pfuscher, Ahnungsloser, Trottel, Rohling, Lump, Schurke; mnl. stomper, stumper, M., langsamer, Schwächling, Trödler; mnd. stump (1), Adj., stumpf, verstümmelt, gewaltsam verkürzt, unzulänglich, nicht spitz, breit; germ. *stumpa-, *stumpaz, Adj., stumpf, verstümmelt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Stümper, DW 20, 420, EWD s. u. Stümper, Duden s. u. Stümper, Bluhme s. u. Stuemper; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit stumpf verbindbare Bezeichnung für einen sein Aufgabe schlecht ausführenden Menschen oder einen Nichtskönner oder einen Pfuscher; BM.: ein verstümmeltes Glied Habender; F.: Stümper, Stümpers, Stümpern+EW; Z.: Stümp-er
$stümperhaft, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. stümperhaft; E.: s. Stümper, s. haft; L.: Kluge s. u. Stümper, DW 20, 424, EWD s. u. Stümper; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stümper und haft gebildete Bezeichnung für als Stümper handelnd; F.: stümperhaft, stümperhafte, stümperhaftes, stümperhaftem, stümperhaften, stümperhafter(, stümperhaftere, stümperhafteres, stümperhafterem, stümperhafteren, stümperhafterer, stümperhaftest, stümperhafteste, stümperhaftestes, stümperhaftestem, stümperhaftesten, stümperhaftester)+EW; Z.: stümp-er-haf-t
$stümpern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. stümpern, wie ein Stümper handeln; L.: Kluge s. u. Stümper, DW 20, 426, EWD s. u. Stümper; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Stümper und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl auch schon früher nach der Arbeitsteilung mögliches wie ein Stümper handeln; F.: stümpern (!), stümpere, stümper (!), stümperst, stümpert, stümperte, stümpertest, stümperten, stümpertet, gestümpert, gestümperte, gestümpertes, gestümpertem, gestümperten, gestümperter, stümpernd, stümperndes, stümperndem, stümpernden, stümpernder+EW; Z.: stümp-er-n
stumpf, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. stumpf, verstümmelt; ne. blunt, obtuse; Vw.: -; Hw.: s. Stümper, Stumpf; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. stumpf, Adj., stumpf; mnd. stump (1), Adj., stumpf, verstümmelt, gewaltsam verkürzt, unzulänglich, nicht spitz, breit; mnl. stomp, Adj., stumpf; ahd. stumpf* (1), stumph, Adj., stumpf, verstümmelt; as. -; anfrk. -; germ. *stumpa-, *stumpaz, Adj., stumpf, verstümmelt; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stumpf, Kluge s. u. stumpf, DW 20, 440, EWD s. u. stumpf, Falk/Torp 484, Heidermanns 564, Duden s. u. stumpf, Bluhme s. u. stumpf; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; lit. stùmbas, M., Strunk, Stamm; GB.: (stumpf) seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für verstümmelt oder nicht scharf oder nicht in eine Spitze zulaufend; BM.: stampfen; F.: stumpf, stumpfe, stumpfes, stumpfem, stumpfen, stumpfer(, stumpfere, stumpferes, stumpferem, stumpferen, stumpferer, stumpfst, stumpfste, stumpfstes, stumpfstem, stumpfsten, stumpfster, stumpfest, stumpfeste, stumpfestes, stumpfestem, stumpfesten, stumpfester)+EW; Z.: stumpf
Stumpf, nhd., M., (10./11. Jh.): nhd. Stumpf, Stummel; ne. stump (N.); Vw.: -; Hw.: s. stumpf; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. stumpf, st. M., sw. M., Stumpf, Stummel; mnd. stump (2), mhd.?, M., Stumpf, Baumstumpf; mnl. stompe, Sb., Stumpf; ahd. stumpf* (2), stumph*, st. M. (a?, i?), Stumpf, Schenkel?; as. -; anfrk. -; germ. *stumpa, *stumpaz, st. M. (a), Stumpf; s. idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, *stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 20, 427, EWD s. u. Stumpf, Falk/Torp 484, Duden s. u. Stumpf; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. stumpr, st. M. (a), Stumpf, Brotstück; got. -; nndl. stomp, Sb., Stumpf, abgestumpfter Gegenstand; nschw. stumpf, Sb., Stumpf; nnorw. stump, M., Stumpf; GB.: seit 10./11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Stummel oder einen zurückgebliebenen aufrecht ragenden Rest eines Ganzen; BM.: stampfen; F.: Stumpf, Stumpfes, Stumpfs, Stümpfe, Stümpfen+EW; Z.: Stumpf
$stumpfen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. stumpfen; Vw.: s. ab-; L.: Kluge s. u. stumpfen, DW 20, 463, EWD s. u. stumpf; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus stumpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für stumpf sein (V.) oder stumpf werden; F.: stumpfen (!), stumpfe (!), stumpfst, stumpft, stumpfest, stumpfet, stumpfte, stumpftest, stumpften, stumpftet, gestumpft, ##gestumpft, gestumpfte, gestumpftes, gestumpftem, gestumpften, gestumpfter##, stumpfend, ###stumpfend, stumpfende, stumpfendes, stumpfendem, stumpfenden, stumpfender###, stumpf (!)+EW; Z.: stumpf-en
$Stumpfheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Stumpfheit, Stumpfsein; E.: s. stumpf, s. heit; L.: Kluge s. u. stumpf, DW 20, 470, EWD s. u. stumpf; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus stumpf und heit gebildete Bezeichnung für Stumpfsein; F.: Stumpfheit, Stumpfheiten+EW; Z.: Stumpf-hei-t
$Stumpfsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stumpfsinn, Geistesschwäche, Gefühllosigkeit; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. stumpf, s. Sinn; L.: DW 20, 479, EWD s. u. stumpf; GB.: nach älterem Stumpfsinnigkeit seit Ende 18. Jh. aus stumpfsinn(ig) rückgebildete Bezeichnung für Stumpfheit oder Geistesschwäche oder Gefühllosigkeit; F.: Stumpfsinn, Stumpfsinns, Stumpfsinnes, Stumpfsinne, Stumpfsinnen+EW; Z.: Stumpf—sinn
$stumpfsinnig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. stumpfsinnig, geistesschwach, dumm; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus stumpf und Sinn und ig gebildete Bezeichnung für geistesschwach oder dumm; L.: DW 20, 479, EWD s. u. stumpf; F.: stumpfsinnig, stumpfsinnige, stumpfsinniges, stumpfsinnigem, stumpfsinnigen, stumpfsinniger(, stumpfsinnigere, stumpfsinnigeres, stumpfsinnigerem, stumpfsinnigeren, stumpfsinnigerer, stumpfsinnigst, stumpfsinnigste, stumpfsinnigstes, stumpfsinnigstem, stumpfsinnigsten, stumpfsinnigster)+EW; Z.: stumpf—sinn-ig
Stunde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Stunde, ein Zeitmaß; ne. hour; Vw.: -; Hw.: s. stunden; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. stunde, stunt, st. F., sw. F., Stunde, Zeitpunkt, bestimmter Zeitpunkt, passender Zeitpunkt, Zeit, Mal (N.) (1), Zeitabschnitt, Augenblick; mnd. stunde, stunt, stonde, stont, F., Stunde, Zeitpunkt, bestimmter Zeitpunkt, Augenblick; mnld. stonde, F., Zeit, Zeitpunkt; ahd. stunta, st. F. (ō), sw. F. (n), Stunde, Zeit, Zeitabschnitt; ahd. stunt, st. F. (indekl.), Mal (N.) (1), mal (zur Bildung von Zahladverbien); as. stunda*, st. F. (ō), Stunde, Zeit, Weile; anfrk. -; germ. *stundō, st. F. (ō), Zeitpunkt, Zeit; L.: Kluge 1. A. s. u. Stunde, Kluge s. u. Stunde, DW 20, 487, EWD s. u. Stunde, Duden s. u. Stunde, Bluhme s. u. Stunde; Son.: vgl. afries. stunde, st. F. (ō), Stunde, Zeit, Mal (N.) (1); nfries. stuwn; ae. stund (1), st. F. (ō), kurzer Zeitraum, Zeitpunkt, Augenblick, Zeit, Stunde; an. stund (1), st. F. (ō), Weile, Zeit, Stunde; got. *stunda (2), st. F. (ō), Zeitraum, Zeit; nndl. stond, stonde, Sb., Stunde; nschw. stund, Sb., Weile; nnorw. stund, M., F., Weile; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische für Zeitpunkt oder Zeit erschließbare Bezeichnung für eine von Menschen in Sumer und Ägypten des Altertums eingeführte Zeitspanne (von einer bestimmten Dauer); BM.: ?; F.: Stunde, Stunden+EW; Z.: Stund-e
stunden, nhd., V., (14. Jh.): nhd. stunden, Zahlungsaufschub für eine Schuld gewähren; ne. defer; Vw.: -; Hw.: s. Stunde; Q.: vor 1312 (Apokalpyse von Heinrich von Hesler); E.: s. mhd. stunden (1), sw. V., stunden, in Stunden einteilen, sich aufhalten, beharren; mnd. stunden, stunnen, sw. V., stunden, noch nicht kommen, auf sich warten lassen, warten, zaudern, säumen; s. mhd. stunde, stunt, st. F., sw. F., Stunde, Zeitpunkt, bestimmter Zeitpunkt, passender Zeitpunkt, Zeit, Mal (N.) (1), Zeitabschnitt, Augenblick; ahd. stunta, st. F. (ō), sw. F. (n), Stunde, Zeit, Zeitabschnitt; mnd. stunde, stunt, stonde, stont, F., Stunde, Zeitpunkt, bestimmter Zeitpunkt, Augenblick; ahd. stunt, st. F. (indekl.), Mal (N.) (1), mal (zur Bildung von Zahladverbien); as. stunda*, st. F. (ō), Stunde, Zeit, Weile; germ. *stundō, st. F. (ō), Zeitpunkt, Zeit; L.: Kluge s. u. stunden, DW 20, 523, EWD s. u. Stunde, Duden s. u. stunden; GB.: seit vor 1312 belegte und aus Stund(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Zahlungsaufschub für eine Schuld gewähren; BM.: ?; F.: stunden (!), stunde (!), stundest, stundet, stundete, stundetest, stundeten, stundetet, gestundet, ##gestundet, gestundete, gestundetes, gestundetem, gestundeten, gestundeter##, stundend, ###stundend, stundende, stundendes, stundendem, stundenden, stundender###, stund (!)+EW; Z.: stund-en
$stündlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. stündlich; E.: s. Stund(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Stunde, DW 20, 545, EWD s. u. Stunde; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht nach dem Vorbild von täglich gebildete Bezeichnung für (augenblicklich oder zeitlich oder) jede Stunde betreffend; F.: stündlich, stündliche, stündliches, stündlichem, stündlichen, stündlicher+EW; Z.: stünd-lich
$Stundung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stundung, Leistungsaufschub; E.: s. stund(en), s. ung: L.: DW 20, 548, EWD s. u. Stunde; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus stund(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Geld möglichen Leistungsaufschub einer Schuld; F.: Stundung, Stundungen+EW; Z.: Stund-ung
Stunk, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stunk, Ärger, Streit; ne. trouble (N.); Vw.: -; Hw.: s. stinken; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu stinken (s. d.); L.: Kluge s. u. Stunk, DW 20, 549, EWD s. u. stinken, Duden s. u. Stunk; GB.: seit 19. Jh. belegte und zu stinken gebildete Bezeichnung für Ärger oder Streit; BM.: stoßen bzw. schlagen; F.: Stunk, Stunks+EW; Z.: Stu-n-k
Stunt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Stunt, gefährliches Kunststück; ne. stunt (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. stunt; E.: s. ne. stunt, N., Stunt, Trick, Kunststück; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Stunt, Duden s. u. Stunt; Son.: vgl. nndl. stunt, Sb., Stunt; nschw. stunt, Sb., Stunt; nnorw. stunt, N., Stunt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein gefährliches Kunststück oder eine gefährliche und akrobatische Aktion; BM.: ?; F.: Stunt, Stunts+FW; Z.: Stunt
stupend, nhd., (Gerundiv=)Adj., (18. Jh.): nhd. stupend, erstaunlich, staunenswert, großartig, verblüffend; ne. stupendous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. stupendus; E.: s. lat. stupendus, Adj., erstaunlich, staunenswert, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stupend, DW 20, 552, Duden s. u. stupend; Son.: vgl. frz. stupeur, F., Staunen; nnorw. stupende, Adv., stupend; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für erstaunlich oder staunenswert oder großartig oder verblüffend; BM.: stoßen; F.: stupend, stupende, stupendes, stupendem, stupenden, stupender(, stupendere, stupenderes, stupenderem, stupenderen, stupenderer, stupendest, stupendeste, stupendestes, stupendestem, stupendesten, stupendester)+FW(+EW?); Z.: stu-p-end
$Stupf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Stupf, Punkt, Stich; L.: DW 20, 552, EWD s. u. stupsen; GB.: (stupf) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit stupfen verbindbare sowie für das Germanische (*stuppō-) erschließbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Punkt oder Stich; F.: Stupf, Stupfs, Stupfes, Stupfe, Stupfen+EW; Z.: Stu-pf
stupfen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. stupfen, stupsen, stecken, stoßen; ne. prod; Vw.: -; Hw.: s. steppen (1); E.: mhd. stupfen, stüpfen, stopfen, sw. V., stupfen, stechen, stoßen, stacheln, antreiben, mit den Fingern berühren, wegstoßen, heimlich entfernen, hervordringen, keimen, dringen aus, umstoßen; ahd. stupfen*, stuphen*, sw. V. (1a), stoßen, stupfen, antreiben; germ. *stuppjan, sw. V., stupfen, stoßen; weitere Herkunft ungeklärt, lautsymbolisch?; oder zu idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; s. idg. *steu- (1), teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stupfen, Kluge s. u. stupfen, DW 20, 559, EWD s. u. stupsen, Falk/Torp 496, Duden s. u. stupfen, Bluhme s. u. stupsen; GB.: (stupfen) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und lautmalend gebildete oder teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für stupsen oder stecken oder stoßen oder anstoßen; BM.: stoßen; F.: stupfen (!), stupfe (!), stupfst, stupft, stupfest, stupfet, stupfte, stupftest, stupften, stupftet, gestupft, ##gestupft, gestupfte, gestupftes, gestupftem, gestupften, gestupfter##, stupfend, ###stupfend, stupfende, stupfendes, stupfendem, stupfenden, stupfender###, stupf (!)+EW; Z.: stu-pf-en
stupid, nhd., Adj.: nhd. stupid; Vw.: s. stupide
stupide, stupid, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. stupide, stupid, dumm, geistlos; ne. stupid (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Stupidität; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. stupide; E.: s. frz. stupide, Adj., dumm, geistlos; lat. stupidus (1), Adj., betäubt, verdutzt, betroffen, verblüfft, vernarrt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stupēre, V., betäubt sein (V.), erstarrt sein (V.), lahm sein (V.), starr sein (V.); idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stupid, DW 20, 567, EWD s. u. stupid(e), Duden s. u. stupid; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dumm oder geistlos; Son.: vgl. nndl. stupide, Adj., stupid; nschw. stupid, Adj., stupid; nnorw. stupid, Adj., stupide; BM.: stoßen; F.: stupide, stupid, stupides, stupidem, stupiden, stupider(, stupidere, stupideres, stupiderem, stupideren, stupiderer, stupidest, stupideste, stupidestes, stupidestem, stupidesten, stupidester)+FW(+EW?); Z.: stu-p-id-e
Stupidität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Stupidität, Dummheit, Geistlosigkeit; ne. stupidity; Vw.: -; Hw.: s. stupide; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. stupiditās; E.: s. lat. stupiditās, F., Sinnlosigkeit, Verdutztheit, Dummheit, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. stupēre, V., betäubt sein (V.), erstarrt sein (V.), lahm sein (V.), starr sein (V.); idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. stupid, DW 20, 568, EWD s. u. stupid(e), Duden s. u. Stupidität; Son.: vgl. frz. stupidité, F., Stupidität; nnorw. stupiditet, M., Stupidität; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Dummheit oder Geistlosigkeit; BM.: stoßen; F.: Stupidität, Stupiditäten+FW; Z.: Stu-p-id-it-ät
$Stups, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stups, Stoß; E.: s. stups(en); L.: DW 20, 572, EWD s. u. stupsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit stupsen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich auch schon vormenschlich möglichen leichten Stoß; F.: Stups, Stupses, Stupse, Stupsen+EW; Z.: Stups
$stupsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. stupsen, stoßen; E.: vgl. Stups; L.: Kluge s. u. stupsen, DW 20, 572; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Stups verbindbare Bezeichnung für sachlich auch schon vormenschlich mögliches leichtes stoßen; F.: stupsen (!), stupse (!), stupsst (!), stupst, stupsest, stupset, stupste, stupstest, stupsten, stupstet, gestupst, ##gestupst, gestupste, gestupstes, gestupstem, gestupsten, gestupster##, stupsend, ###stupsend, stupsende, stupsendes, stupsendem, stupsenden, stupsender###, stups (!)+EW; Z.: stups-en
$Stupsnase, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Stupsnase; E.: s, Stups, s. stups(en), s. Nase; L.: DW 20, 572, EWD s. u. stupsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Stups und stups(en) sowie Nase gebildete und sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche aufgeworfene und stumpfe ziemlich kleine Nase; F.: Stupsnase, Stupsnasen+EW; Z.: Stups—na-s-e
stur, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. stur, starr, steif, hart, stattlich; ne. sturdy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: mnd. stūr (1), stur, stuyr, stor, Adj., stur, steif, hart, streng, ernst, störrisch, widerspenstig, lästig, grimmig, wild, zornig; mnd. stūre (1), sture, stuyer, Adj., stur, steif, hart, streng, ernst, störrisch, widerspenstig, lästig, grimmig, wild; mnl. stuur, Adj., stur; vielleicht vgl. ahd. stūr*, Adj., stark, groß; germ. *stūra-, *stūraz, Adj., steif, stark; s. idg. *steu-, *steu̯ə-, Adj., fest, dick, breit, Pokorny 1009; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stur, DW 20, 572, EWD s. u. stur, Falk/Torp 493, Heidermanns 566, Duden s. u. stur, Bluhme s. u. stur; GB.: seit 19. Jh. mnd. und mnl. sowie vielleicht ahd belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und möglicherweise dem Altindischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für starr oder steif oder hart; Son.: vgl. ? ai. sthūrá-, Adj., groß, stark, dick; BM.: stehen; F.: stur, sture, stures, sturem, sturen, sturer(, sturere, stureres, sturerem, stureren, sturerer, sturst, sturste, sturstes, sturstem, stursten, sturster)+EW; Z.: stu-r
$sturen, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. anstarren; E.: nach Kluge 1. A. Ablautbildung zu starr; L.: Kluge 1. A. s. u. sturen, DW 20. 574; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegt und wohl aus starr und Ablaut sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches anstarren; F.: s. starren; Z.: stur-en
$Sturheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sturheit; E.: s. stur, s. heit; L.: EWD s. u. stur, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus stur und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Starrheit oder Steifheit in Gegensatz zu Beweglichkeit oder Einsichtigkeit; F.: Sturheit, Sturheiten+EW; Z.: Stu-r—hei-t
Sturm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sturm, Unwetter, sehr starker Wind (mit mehr als 75 und höchstens 118 Stundenkilometern Geschwindigkeit); ne. storm (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. sturm (1), storm, sturn, storm, mmd., st. M., Sturm, Lärm, Unruhe, Unwetter, Ansturm, Angriff, Kampf, innerer Kampf, heftige Gemütsbewegung, Sturm auf Stadt; mnd. storm, M., Sturm, Sturmwind, Unwetter, Streit, Zank, Kampf, Todeskampf, Angriff, Ansturm, Ungestüm, Getobe; mnl. storm, M., Sturm; ahd. sturm, storm*, st. M. (a), Sturm, Unwetter, Aufruhr, Kampf; as. storm, st. M. (a), Sturm, Sturmwind; anfrk. -; germ. *sturma-, *sturmaz, st. M. (a), Unwetter, Sturm; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sturm, Kluge s. u. Sturm, DW 20, 576, EWD s. u. Sturm, Falk/Torp 505, Duden s. u. Sturm, Bluhme s. u. Sturm; Son.: vgl. afries. -; ae. storm, st. M. (a), Sturm, Unruhe, Angriff; an. stormr, st. M. (a), Sturm, Kampf; got. *staúrms, st. M. (a), Sturm; nndl. storm, Sb., Sturm; nschw. storm, Sb., Sturm; nnorw. storm, Sb., Sturm; gr. ὁρμή (hormḗ), F., Anlauf, Andrang, Angriff, Aufbruch, Abmarsch; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen , sehr starken Wind; BM.: wirbeln; F.: Sturm, Sturmes, Sturms, Stürme, Stürmen+EW; Z.: Stur-m
$stürmen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. stürmen, Sturm sein (V.), toben, lärmen, kämpfen; Vw.: s. an-; E.: s. Sturm, s. en (Suff.); L.: DW 20, 610, EWD s. u. Sturm; GB.: (sturmen*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus Sturm und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Sturm sein (V.) oder toben oder lärmen oder kämpfen; F.: stürmen (!), stürme (!), stürmst, stürmt, stürmest, stürmet, stürmte, stürmtest, stürmten, stürmtet, gestürmt, ##gestürmt, gestürmte, gestürmtes, gestürmtem, gestürmten, gestürmter##, stürmend, ###stürmend, stürmende, stürmendes, stürmendem, stürmenden, stürmender###, stürm (!)+EW; Z.: stür-m-en
$Stürmer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stürmer, Stürmender, Angreifender, Kämpfer; E.: s. stürm(en), s. er (Suff.); L.: DW 20, 625, EWD s. u. Sturm; GB.: (sturmære) um 1350 belegte und aus stürm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Stürmenden oder einen Angreifer oder einen Kämpfer; F.: Stürmer, Stürmers, Stürmern+EW; Z.: Stür-m-er
$stürmisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. stürmisch, sturmähnlich, angreiferisch, kämpferisch; E.: s. Sturm, s. isch; L.: DW 20, 650, EWD s. u. Sturm; GB.: (nach dem Mittelhochdeutschen häufiger) seit dem 16. Jh. belegte und aus Sturm und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für sturmähnlich oder angreiferisch oder kämpferisch; F.: stürmisch, stürmische, stürmisches, stürmischem, stürmischen, stürmischer(, stürmischere, stürmischeres, stürmischerem, stürmischeren, stürmischerer, stürmischst, stürmischste, stürmischstes, stürmischstem, stürmischsten, stürmischster)+EW; Z.: stür-m-isch
$Sturz, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sturz, Fall; Vw.: s. Um-; E.: s. stürzen; L.: Kluge s. u. stürzen, DW 20, 679, EWD s. u. stürzen, Duden s. u. Sturz, Bluhme s. u. Sturz; GB.: seit um 765 belegte und mit stürzen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Fall; F.: Sturz, Sturzes, Stürze, Stürzen+EW; Z.: Stur-z
$Sturzacker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Sturzacker, roh gepflügter Acker; E.: s. Sturz, s. Acker; L.: Kluge s. u. Sturzacker, DW 20, 692; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Sturz und Acker gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Sesshaftigkeit des Menschen und Entwicklung von Landwirtschaft möglichen nach der Ernte nur roh gepflügten Acker; F.: Sturzacker, Sturzackers, Sturzäcker, Sturzäckern+EW; Z.: Stur-z—ack-er
stürzen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. stürzen, jäh fallen, umstülpen, hinunterstoßen; ne. plunge (V.), fall (V.); Vw.: -; Hw.: s. Start; Q.: 1000 (Notker); E.: mhd. stürzen (1), sturzen, storzen, sterzen, sw. V., fallen, stürzen, verfallen (V.) in, einfließen in; mnd. störten (1), storden, stürten, sw. V., stürzen, kippen, ausladen (V.) (1), fallen, umstürzen, ausschütten, entleeren, zum Stürzen bringen, fällen; mnl. storten, V., stürzen; ahd. sturzen, sw. V. (1a), stürzen, fallen, sinken; as. -; anfrk. -; wgerm. *sturtjan, sw. V., stürzen; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. stürzen, Kluge s. u. stürzen, DW 20, 697, EWD s. u. stürzen, Falk/Torp 487, Duden s. u. stürzen, Bluhme s. u. stuerzen; Son.: vgl. afries. sterta, sw. V. (1), umstürzen, stürzen; nfries. stirtten, V., umstürzen, stürzen; ae. styrtan, sw. V. (1), losstürzen, aufspringen; an. -; got. -; nndl. storten, V., stürzen; nschw. störta, V., stürzen, lostürzen; nnorw. styrte, V., stürzen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches jäh fallen oder umstülpen oder hinunterstoßen; BM.: starr bzw. fallen; F.: stürzen (!), stürze (!), stürzst, stürzt, stürzest, stürzet, stürzte, stürztest, stürzten, stürztet, gestürzt, ##gestürzt, gestürzte, gestürztes, gestürztem, gestürzten, gestürzter##, stürzend, ###stürzend, stürzende, stürzendes, stürzendem, stürzenden, stürzender###, stürz (!)+EW; Z.: stür-z-en
$Sturzhelm, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Sturzhelm; E.: s. Sturz, s. Helm; L.: DW 20, 720, EWD s. u. Helm 1; GB.: wohl nach älterem Vorläufer seit 1916 belegte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Helm zu dem Schutz des Kopfes bei einem Sturz oder Stoß; F.: Sturzhelm, Sturzhelmes, Sturzhelms, Sturzhelme, Sturzhelmen+EW; Z.: Stur-z—hel-m
$Stürzung, nhd. (ält.), F., (15. Jh.?): nhd. Stürzung, Stürzen (N.); Vw.: s. Be-; E.: s. stürz(en), s. ung; L.: DW 20, 723; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus stürz(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein wohl schon vormenschlich mögliches Stürzen; F.: Stürzung, Stürzungen+EW; Z.: Stür-z-ung
Stuss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Stuss, Unsinn, Blödsinn, Schwachsinn, Irrsinn; ne. baloney, nonsense; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche von wjidd. stuß, Sb., Stuss; hebr. šeṭūṯ, Sb., Irrsinn, Narrheit; L.: Kluge s. u. Stuss, DW 20, 725 (Stusz), EWD s. u. Stuss, Duden s. u. Stuss; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder der Entwicklung von Sprache möglichen Unsinn oder Blödsinn oder Schwachsinn oder Irrsinn; BM.: Irrsinn; F.: Stuss, Stusses+FW; Z.: Stuss
Stute, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Stute, weibliches erwachsenes Pferd; ne. mare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. stuot, stūt, st. F., Gestüt, Herde von Zuchtpferden, Herde, Stute, weibliches Tier; mnd. stōt (2), stoot, stoydt, stoyd, stoedt, stoet, stǖt, F., Gestüt, Stuterei, im freien Gelände gehaltene Pferdeherde; ahd. stuot, st. F. (i), Pferdeherde, Gestüt; as. stōd*, st. F. (i), Gestüt; anfrk. -; germ. *stōda-, *stōdam, st. N. (a), Pferdeherde, Gestüt; germ. *stōdō (1), st. F. (ō), Pferdeherde, Gestüt; s. idg. *stāto-, *stəto-, Sb., Stehen, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Stute, Kluge s. u. Stute, EWD s. u. Stute, DW 20, 727, Falk/Torp 479, Duden s. u. Stute, Bluhme s. u. Stute; Son.: vgl. afries. -; ae. stōd (2), st. F. (ō), Gestüt; an. stōð (2), st. F. (ō), Stutenherde; got. -; ne. stud, N., Gestüt; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und mit anderer Bedeutung für das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Pferdeherde oder ein Gestüt; BM.: stehen; F.: Stute, Stuten+EW; Z.: Stu-t-e
Stuten, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Stuten, feines Weißbrot; ne. raisin bread; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. stūte (1), stute, M., Stuten (M.), Weißbrot, schenkelförmiges Weißbrot, feineres Weißbrot; das Wort bedeutet eigentlich Oberschenkel und ist eine Variante zu Steiß (s. d.); L.: Kluge s. u. Stuten, DW 20, 730, Duden s. u. Stuten; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte Bezeichnung für ein von Menschen gebackenes feines Weißbrot oft mit Rosinen; BM.: Oberschenkel (nach der Form des Brotes) bzw. stoßen; F.: Stuten, Stutens+EW; Z.: Stu-t-en
$Stutz, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Stutz, Stoß; E.: s. stutzen; L.: DW 20, 736, EWD s. u. Stutzen; GB.: vielleicht seit 1627 belegte und mit stutzen verbindbare Bezeichnung für Stoß; F.: Stutz, Stutzes, Stutzen+EW; Z.: Stu-tz
$Stütz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Stütz, Aufstützen; Vw.: s. Liege-; E.: s. stützen; L.: DW 20, 736; GB.: vielleicht seit 1847 belegte und mit stützen verbindbare Bezeichnung für Aufstützen; F.: Stütz, Stütze, Stützen+EW; Z.: Stü-tz
Stütze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Stütze, stützender Pfahl, Pfosten; ne. support (N.); Vw.: -; Hw.: s. stützen; Q.: 1281-1287 (Trojanischer Krieg des Konrad von Würzburg); E.: s. mhd. stütze, st. F., Stütze; mnd. stütte, stutte, M.?, F., Stütze, Pfosten, Strebe, Stock, Ständer, Pfahl; ahd. -; ahd. -; anfrk. -; germ. *stuþō, st. F. (ō), Unterstützung; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. stützen, DW 20, 743, EWD s. u. stützen, Falk/Torp 495, Duden s. u. Stütze; Son.: vgl. afries. -; ae. studu, stuþu, F. (kons.), Säule (F.) (1), Pfeiler, Pfosten, Stütze; an. stoð, st. F. (ō), Stütze, Säule (F.) (1), Pfeiler; got. -; nndl. stut, Sb., Stütze; nschw. stöd, N., Stütze; nnorw. støtte, M., F., Stütze; GB.: seit 1281-1287 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Stütze oder einen von Menschen entwickelten und verwendeten Gegenstand der stützen soll; BM.: stehen; F.: Stütze, Stützen+EW; Z.: Stü-tz-e
stutzen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. stutzen, innehalten, hemmen, kürzen, zurückschneiden; ne. trim (V.); Vw.: -; Hw.: s. stoßen, Stotzen, Stutzen; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. stutzen, sw. V., stutzen; mnd. stossen, stotzen, sw. V., stutzen; ahd. *stuzzen?, sw. V., stutzen; entweder Bildung zu stoßen; germ. *stautōn, sw. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *stuttjan, sw. V. stutzen?; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stutzen, Kluge s. u. stutzen, DW 20, 758, EWD s. u. stutzen, Seebold 463, Duden s. u. stutzen, Bluhme s. u. stutzen; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit stoßen verbindbare oder für das Germanische als *stuttjan erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für schlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung erforderlicher Werkzeuge mögliches zurückschneiden; BM.: stoßen? bzw. stehen?; F.: stutzen (!), stutze, stutzst (!), stutzt, stutzest, stutzet, stutzte, stutztest, stutzten, stutztet, gestutzt, ##gestutzt, gestutzte, gestutztes, gestutztem, gestutzten, gestutzter##, stutzend, ###stutzend, stutzende, stutzendes, stutzendem, stutzenden, stutzender###, stutz (!)+EW; Z.: stu-tz-en
Stutzen, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Stutzen, Klotz, Wadenstrumpf, kurzes Gewehr, kurzes Stück; ne. nozzle (V.), carbine; Vw.: -; Hw.: s. Steiß, Stotzen, stutzen; Q.: 1350-1365 (Gedichte von Heinrich der Teichner); E.: mhd. stutze (1), sw. F., Stutzen (M.), Gefäß von Böttcherarbeit in Form eines abgestutzten Kegels; Bildung zu ahd. *stuzzen?, sw. V., stutzen; entweder Bildung zu stoßen; germ. *stautōn, sw. V., stoßen; idg. *steud-, *teud-, V., stoßen, schlagen, Pokorny 1033; s. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder von germ. *stuttjan, sw. V. stutzen?; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Stutzen, DW 20, 755, EWD s. u. Stutzen, Duden s. u. Stutzen; GB.: seit 1350-1365 belegte und mit stoßen verbindbare oder für das Germanische als *stuttjan erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes kurzes Stück; BM.: stoßen? bzw. stehen?; F.: Stutzen, Stutzens+EW; Z.: Stu-tz-en
stützen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. stützen, Halt geben; ne. support (V.); Vw.: -; Hw.: s. Stütze; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. *stützen, sw. V., stützen; mnl. stütten, sw. V., stützen; mnl. stutten, sw. V., stützen; ahd. stuzzen?, sw. V. (1a); s. ahd. irstuzzen, sw. V. (1a), stürzen, ins Unglück stürzen; von einem *stud-, V., stehen, stützen; germ. *stuþjan, sw. V., stützen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. stützen, Kluge s. u. stützen, DW 20, 773, EWD s. u. stützen, Seebold 463, Duden s. u. stützen, Bluhme s. u. stuetzen; Son.: s. ahd. studen, sw. V. (1b), errichten, befestigen, aufstellen, gründen; vgl. afries. -; ae. -; an. styðja (2), sw. V. (1), stützen; got. *stuþjan, sw. V. (1), anbinden; nndl. stutten, V., stützen; nschw. stötta, V., stützen; nnorw. støtte, V., stützen; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes stützen oder (durch eine Stütze) Halt geben; BM.: stehen; F.: stützen (!), stütze (!), stützst, stützt, stützest, stützet, stützte, stütztest, stützten, stütztet, gestützt, ##gestützt, gestützte, gestütztes, gestütztem, gestützten, gestützter##, stützend, ###stützend, stützende, stützendes, stützendem, stützenden, stützender###, stütz (!)+EW; Z.: stü-tz-en
Stutzer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Stutzer, Modegeck; ne. dandy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: von einem stutzen, V., prunken, prangen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Stutzer, DW 20, 783, Duden s. u. Stutzer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus stutz(en), V., prunken, prangen und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Modegeck oder einen eitlen und auf eine modische Erscheinung Wert legenden Mann; BM.: prunken; F.: Stutzer, Stutzers, Stutzern+EW; Z.: Stutz-er
$stutzig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. stutzig, erstaunt, widerspenstig; L.: Kluge s. u. stutzen, DW 20, 793, EWD s. u. stutzen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus stutz(en) und ig gebildete Bezeichnung für erstaunt oder widerspenstig; F.: stutzig, stutzige, stutziges, stutzigem, stutzigen, stutziger(, stutzigere, stutzigeres, stutzigerem, stutzigeren, stutzigerer, stutzigst, stutzigste, stutzigstes, stutzigstem, stutzigsten, stutzigster)+EW; Z.: stutz-ig
$Stützpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (19. Jh.): nhd. Stützpunkt; L.: DW 20, 803, EWD s. u. stützen; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus stütz(en) und Punkt sowie teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen stützenden und Halt bietenden Punkt; Z.: Stützpunkt, Stützpunktes, Stützpunkts, Stützpunkte, Stützpunkten+EW+FW; Z.: Stü-tz—pu-n-k-t
Styropor, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Styropor, ein Kunststoff; ne. styrofoam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. στύραξ (stýrax), M., F., Storax; wohl semitischer Herkunft; gr. πόρος (póros), M., Furt, Pfad, Durchgang; idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: fehlt DW, Duden s. u. Styropor; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen und teilweise mittelbar dem Semitischen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen aus Styrol und Wasser sowie dem Treibmittel Pentan entwickelten und verwendeten und zu 98 Prozent aus Luft bestehenden und deswegen leichten meist weißen Kunststoff; BM.: gr. stýrax, M., Storax, hinüberführen; F.: Styropor, Styropors+FW; Z.: Styr-o.-por
subaltern, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. subaltern, untergeordnet, untertänig; ne. subaltern (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. subalternus; E.: s. lat. subalternus, Adj., untergeordnet, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); vgl. lat. alter, Pron., einer von zweien, andere, weitere; vgl. idg. *ali̯os, *h₂eli̯os, Adj., andere, Pokorny 25; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. subaltern, DW 20, 809, EWD s. u. sub-, Duden s. u. subaltern; Son.: vgl. nndl. subaltern, Adj., subaltern; frz. subalterne, Adj., subaltern; nschw. subaltern, Adj., subaltern; nnorw. subaltern, Adj., subaltern; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für untergeordnet oder untertänig; BM.: unten, andere; F.: subaltern, subalterne, subalternes, subalternem, subalternen, subalterner(, subalternere, subalterneres, subalternerem, subalterneren, subalternerer, subalternst, subalternste, subalternstes, subalternstem, subalternsten, subalternster)+FW(+EW); Z.: s-ub-al-t-er-n
Subjekt, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Subjekt, Unterlegtes, Unterstelltes, Hndelndes, Satzgegenstand; ne. subject (N.); Vw.: -; Hw.: s. Sujet, subjektiv; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. subiectum; E.: mhd. subjectum, N., Subjekt; lat. subiectum, N., Unterlegtes, Unterstelltes, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. subicere, V., unten an etwas werfen, unter etwas legen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Subjekt, DW 20, 811 (Subject), EWD s. u. Subjekt, Duden s. u. Subjekt; Son.: vgl. nndl. subject, Sb., Subjekt; frz. sujet, M., Subjekt; nschw. subjekt, N., Subjekt; nnorw. subjekt, N., Subjekt; lit. subjektas, M., Subjekt; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Unterlegtes oder Unterstelltes sowie das Handelnde (Subjekt) als Satzgegenstand von dem ein Prädikat ausgesagt wird; BM.: unter, werfen; F.: Subjekt, Subjekts, Subjektes, Subjekte, Subjekten+FW(+EW?); Z.: S-ub-je-k-t
subjektiv, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. subjektiv, das Subjekt betreffend, persönlich bedingt; ne. subjective; Vw.: -; Hw.: s. Subjekt; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. subiectīvus; E.: s. lat. subiectīvus, Adj., hinzugefügt, nachgesetzt, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. subicere, V., unten an etwas werfen, unter etwas legen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Subjekt, DW 20, 814 (subjectiv), EWD s. u. Subjekt,Duden s. u. subjektiv; Son.: vgl. nndl. subjectief, Adj., subjektiv; frz. subjectif, Adj., subjektiv; nschw. subjektiv, Adj., subjektiv; nnorw. subjektiv, Adj., subjektiv; poln. subiektywny, Adj., subjektiv; lit. subjektyvus, Adj., subjektiv; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das Subjekt betreffend oder persönlich bedingt oder von persönlichen Gefühlen bestimmt in Gegensatz zu objektiv; BM.: unter, werfen; F.: subjektiv, subjektive, subjektives, subjektivem, subjektiven, subjektiver(, subjektivere, subjektiveres, subjektiverem, subjektiveren, subjektiverer, subjektivst, subjektivste, subjektivstes, subjektivstem, subjektivsten, subjektivster)+FW(+EW); Z.: s-ub-je-k-t-iv
$Subjektivismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Subjektivismus, eine philosophische Anschauung nach der es keine objektive Erkenntnis sondern nur Schöpfungen des subjektiven Bewusstseins gibt, Ichbezogenheit; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. subjektiv, s. ismus; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus subjektiv und ismus gebildete Bezeichnung für Ichbezogenheit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Subjekt; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus subjektiv und ismus gebildete Bezeichnung für Ichbezogenheit; F.: Subjektivismus+FW(+EW); Z.: S-ub-je-kt-iv-ism-us
$subjektivistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. subjektivistisch, ichbezogen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. subjektiv, s. istisch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Subjekt; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus subjektiv und istisch gebildete Bezeichnung für Subjektivismus betreffend oder ichbezogen; F.: subjektivistisch, subjektivistische, subjektivistisches, subjektivistischem, subjektivistischen, subjektivistischer+FW(+EW); Z.: s-ub-je-kt-iv-ist-isch
$Subjektivität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Subjektivität; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 20, 814, EWD s. u. Subjekt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen (subjectivité) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das subjektive Wesen einer Sache oder das Subjektivsein oder der Inbegriff dessen was ein Subjekt in seinem Wesen ausmacht in Gegensatz zu Objektivität; F.: Subjektivität, Subjektivitäten+FW(+EW?); Z.: S-ub-je-kt-iv-it-ät
subkutan, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. subkutan, unter der Haut befindlich; ne. subcutaneous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. s. lat. subtercutāneus; E.: s. lat. subtercutāneus, Adj., unterhalb der Haut befindlich, (um 400 n. Chr.); vgl. subter (1), Adv., unterhalb, unten, weiter unten, von unten hervor; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cutis, F., Haut, Leder, gegerbte Haut, geschmeidige Haut, Fell; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. sub-, Duden s. u. subkutan; Son.: vgl. nschw. subkutan, Adj., subkutan; nnorw. subkutan, Adj., subkutan; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und (teilweise) aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für unter der Haut befindlich oder unter die Haut (eingefügt); BM.: unten, umhüllen; F.: subkutan, subkutane, subkutanes, subkutanem, subkutanen, subkutaner+FW(+EW); Z.: s-ub-ku-t-an
sublim, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sublim, verfeinert, feinsinnig; ne. sublime (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. sublimieren; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. sublīmis; E.: s. lat. sublīmis, Adj., hoch, erhaben, emporstehend, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. līmis, Adj., schief, schielend; idg. *el (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. sublim, DW 20, 815, EWD s. u. sublim, Duden s. u. sublim; Son.: vgl. nndl. subliem, Adj., sublim; frz. sublime, Adj., sublim; nschw. sublim, Adj., sublim; nnorw. sublim, Adj., sublim; poln. sublimacyjny, Adj., sublim; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für verfeinert oder feinsinnig; BM.: unter, schief; F.: sublim, sublime, sublimes, sublimem, sublimen, sublimer(, sublimere, sublimeres, sublimerem, sublimeren, sublimerer, sublimst, sublimste, sublimstes, sublimstem, sublimsten, sublimster)+FW(+EW?); Z.: s-ub-li-m
$Sublimat, nhd., (Part. Prät.)=N., (16. Jh.): nhd. Sublimat, Verfeinertes, Veredeltes; L.: DW 20, 814, EWD s. u. sublim,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (sublimare) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Verfeinertes oder Veredeltes wie beispielsweise Quecksilberchlorid; F.: Sublimat, Sublimates, Sublimats, Sublimate, Sublimaten+FW(+EW?); Z.: S-ub-li-m-at
sublimieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. sublimieren, verfeinern, veredeln; ne. sublime (V.); Vw.: -; Hw.: s. sublim; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Meister Altschwert); E.: mhd. sublimieren, sw. V., veredeln, verherrlichen; lat. sublīmāre, V., hoch erheben, emporheben, erheben; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. līmis, Adj., schief, schielend; idg. *el (8), *elē̆i-, *lē̆i- (1), V., biegen, Pokorny 307 (451/32), (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. sublim, DW 20, 816, EWD s. u. sublim, Duden s. u. sublimieren; Son.: vgl. nndl. sublimeren, V., sublimieren; frz. sublimer, V., sublimieren; nschw. sublimera, V., sublimieren; nnorw. sublimere, V., sublimieren; poln. sublimować, V., sublimieren; lit. sublimuoti, V., sublimieren; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für verfeinern oder veredeln oder in das Erhabene steigern; BM.: unter, schief; F.: sublimieren, sublimiere, sublimierst, sublimiert, sublimierest, sublimieret, sublimierte, sublimiertest, sublimierten, sublimiertet, ##sublimiert, sublimierte, sublimiertes, sublimiertem, sublimierten, sublimierter##, sublimierend, ###sublimierend, sublimierende, sublimierendes, sublimierendem, sublimierenden, sublimierender###, sublimier (!)+FW+EW?; Z.: s-ub-li-m-ier-en
$Sublimierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Sublimierung, Verfeinerung, Veredelung; E.: s. sublimier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. sublim, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus sublimieren und ung gebildete Bezeichnung für eine Verfeinerung oder Veredelung; F.: Sublimierung, Sublimierungen+FW+EW; Z.: S-ub-lim-ier-ung
Subordination, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Subordination, Unterordnung; ne. subordination; Vw.: -; Hw.: s. subordinieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. subōrdinātio; E.: s. lat. subōrdinātio, F., Verderben, Unterordnen; vgl. mlat. subōrdināre, V., unterordnen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. subordinieren, DW 20, 814, Duden s. u. Subordination; Son.: vgl. frz. subordination, F., Subordination; nschw. subordination, Sb., Subordination; nnorw. subordinasjon, M., Subordination; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Unterordnung einer Gegebenheit unter eine andere; BM.: unter, fügen; F.: Subordination, Subordinationen+FW+EW; Z.: S-ub-or-d-in-at-io-n
subordinieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. subordinieren, unterordnen; ne. subordinate; Vw.: -; Hw.: s. Subordination; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. subōrdināre; E.: s. mnd. subordinēren, sw. V., einordnen in einen Text; mlat. subōrdināre, V., unterordnen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ōrdināre, V., ordnen, ordnen, in Reih und Glied aufstellen; vgl. lat. ōrdo, M., Reihe, Stand, Ordnung; vgl. idg. *ar- (1), V., fügen, passen, Pokorny 55? (96/96) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. subordinieren, DW 20, 817, Duden s. u. subordinieren; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für eine Gegebenheit unter eine andere Gegebenheit unterordnen; Son.: vgl. nndl. subordineren, V., subordinieren; frz. subordonner, V., subordinieren; nschw. subordinera, V., subordinieren; nnorw. subordinere, V., subordinieren; poln. subordynować, V., subordinieren; lit. subordinuoti, V., subordinieren; BM.: unter, fügen; F.: subordinieren, subordiniere, subordinierst, subordiniert, subordinierest, subordinieret, subordinierte, subordiniertest, subordinierten, subordiniertet, ##subordiniert, subordinierte, subordiniertes, subordiniertem, subordinierten, subordinierter##, subordinierend, ###subordinierend, subordinierende, subordinierendes, subordinierendem, subordinierenden, subordinierender###, subordinier (!)+FW+EW?; Z.: s-ub-or-d-in-ier-en
$subpolar, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. subpolar, unterhalb eines Poles liegend; L.: fehlt DW, EWD s. u. sub-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus sub und polar gebildete Bezeichnung für unterhalb eines der beiden Pole und oberhalb der gemäßigten Klimazone liegend; F.: subpolar, subpolare, subpolares, subpolarem, subpolaren, subpolarer+FW+EW?; Z.: s-ub—pol-ar
Subsidium, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Subsidium, Hilfsgeld, Beihilfe, Subvention; ne. subsidy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. subsidium; E.: s. mnd. subsidie, F., „Subsidie“, in Geld bestehende Unterstützung, Beisteuer; lat. subsidium, N., Hilfe, Hintertreffen, Rückhalt, Reserve, Beistand, (81-43 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sedēre, V., sitzen, Sitzung halten, zu Gericht sitzen, sich senken; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Subsidien, DW 20, 817, Duden s. u. Subsidien; Son.: vgl. nndl. subsidie, Sb., Subsidium; frz. subsides, M. Pl., Subsidium; nschw. subsidie, Sb., Subsidium; nnorw. subsidie, M., Subsidium; poln. subsydium, Sb., Subsidium; lit. susidija, F., Subsidium; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (staatliche) Beihilfe oder Subvention; BM.: unten, sitzen; F.: Subsidium, Subsidien+FW(+EW?); Z.: S-ub-did-ie
Subsistenz, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Subsistenz, Lebensgrundlage, Lebensunterhalt, Bestehen durch sich selbst, Bestand, Substanz; ne. subsistence; Vw.: s. -wirtschaft; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. lat. subsistentia, F., Bestand, Realität, Substanz, Sein, Materie, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. subsistere, V., stehen machen, Kampf bestehen, stillstehen, haltmachen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 20, 818, Duden s. u. Subsistenz; Son.: vgl. frz. subsistance, M., Subsistenz; nnorw. subsistens, M., Subsistenz; nir. substaineadh, M., Subsistenz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die materielle Lebensgrundlage eines Lebewesens oder den Lebensunterhalt; BM.: unten, stehen; F.: Subsistenz, Subsistenzen+FW+EW?; Z.: Sub-sist-enz
Subsistenzwirtschaft, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Subsistenzwirtschaft, Selbstversorgung, eine Wirtschaftsform; ne. subsistence economy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: z. T. lat. Lw.; E.: s. lat. subsistentia, F., Bestand, Realität, Substanz, Sein, Materie, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. subsistere, V., stehen machen, Kampf bestehen, stillstehen, haltmachen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Wirtschaft; L.: Duden s. u. Subsistenzwirtschaft; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Wirtschaftsform die darin besteht dass eine kleine wirtschaftliche Einheit alle für den eigenen Verbrauch benötigten Güter selbst herstellt und deshalb von dem Markt unabhängig ist; BM.: unten, stehen; F.: Subsistenzwirtschaft, Subsistenzwirtschaften+FW+EW; Z.: Sub-sist-enz—wir-t—schaf-t
Subskribent, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Subskribent, Unterzeichner; ne. subscriber; Vw.: -; Hw.: s. subskribieren, Subskription; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. subscrībēns; E.: s. lat. subscrībēns, (Part. Präs.=)M., Darunterschreibender; vgl. lat. subscrībere, V., untenhin schreiben, darunterschreiben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. subskribieren, fehlt DW, EWD s. u. subskribieren, Duden s. u. Subskribent; Son.: vgl. nnorw. subskribent, M., Subskribent; poln. subskrybent, M., Subskribent; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Unterzeichnenden oder Unterzeichner oder einen sich durch Unterschrift zu einer Abnahme eines Buches Verpflichtenden; BM.: unter, schreiben; F.: Subskribent, Subskribenten+FW+EW; Z.: S-ub-skri-b-ent
subskribieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. subskribieren, unterzeichnen, beglaubigen, sich zu einem Kauf verpflichten; ne. subscribe; Vw.: -; Hw.: s. Subskribent, Subskription; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. subscrībere; E.: mnd. subscribēren, sw. V., subskribieren, unterschreiben, zeichnen; lat. subscrībere, V., untenhin schreiben, darunterschreiben, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. subskribieren, fehlt DW, EWD s. u. subskribieren, Duden s. u. subskribieren; Son.: vgl. frz. souscrire, V., subskribieren, unterschreiben; nschw. subskribera, V., subskribieren; nnorw. subskribere, V., subskribieren; poln. subskrybować, V., subskribieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für unterzeichnen oder beglaubigen oder sich zu einem Kauf verpflichten; BM.: unter, schreiben; F.: subskribieren, subskribiere, subskribierst, subskribiert, subskribierest, subskribieret, subskribierte, subskribiertest, subskribierten, subskribiertet, ##subskribiert, subskribierte, subskribiertes, subskribiertem, subskribierten, subskribierter##, subskribierend, ###subskribierend, subskribierende, subskribierendes, subskribierendem, subskribierenden, subskribierender###, subskribier (!)+FW+EW; Z.: s-ub-skri-b-ier-en
Subskription, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Subskription, Unterzeichnung, Unterschrift; ne. subscription; Vw.: -; Hw.: s. subskribieren, Subskribent; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. subscrīptio; E.: s. lat. subscrīptio, F., Unterschrift, Namensunterschrift, schriftliche Klage, schriftliche Anklage, Anklageschrift, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. subscrībere, V., untenhin schreiben, darunterschreiben; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. subskribieren, fehlt DW, Duden s. u. Subskription; Son.: vgl. frz. souscription, F., Subskription; nnorw. subskripsjon, M., Subskription; poln. subskrypcja, F., Subskription; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterschrift und die schriftliche Verpflichtung zu einer Abnahme einer später zu liefernden Ware (oder Werkes); BM.: unter, schreiben; F.: Subskription, Subskriptionen+FW+EW; Z.: S-ub-skri-p-t-io-n
substantiell, substanziell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. substantiell, substanziell, Substanz betreffend, wesentlich, entscheidend; ne. substantial; Vw.: -; Hw.: s. Substanz; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. substantiel; E.: s. frz. substantiel, Adj., substantiell; afrz. substanticel, sustanciel; lat. substantiālis, Adj., wesentlich, selbständig, den Unterhalt sichernd, (um 160-220 n. Chr.); lat. substantia, F., Bestand, Existenz, Beschaffenheit, Substanz; vgl. lat. substāre, V., darunter sein (V.), dabei sein (V.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Substanz, DW 20, 818, EWD s. u. Substantiv, Duden s. u. substanziell; Son.: vgl. nndl. substantieel, Adj., substanziell; nschw. substantiell, Adj., substanziell; nnorw. substansiell, Adj., substanziell; nir. substaintiúil, Adj., substanziell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Substanz betreffend oder wesentlich oder entscheidend; BM.: unten, stehen; F.: substantiell, substantielle, substantielles, substantiellem, substantiellen, substantieller(, substantiellere, substantielleres, substantiellerem, substantielleren, substantiellerer, substantiellst, substantiellste, substantiellstes, substantiellstem, substantiellsten, substantiellster, substanziell, substanzielle, substanzielles, substanziellem, substanziellen, substanzieller, substanziellere, substanzielleres, substanziellerem, substanzielleren, substanziellerer, substanziellst, substanziellste, substanziellstes, substanziellstem, substanziellsten, substanziellster)+FW(+EW?); Z.: s-ub-sta-nt-iell
Substantiv, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Substantiv, Hauptwort, Dingwort; ne. substantive (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. mlat. (verbum) substantīvum; E.: s. mlat. (verbum) substantīvum, N., Substantiv; lat. substantīvus, Adj., selbständig, für sich selbst bestehen könnend, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. substantia, F., Bestand, Existenz, Beschaffenheit, Substanz; vgl. lat. substāre, V., darunter sein (V.), dabei sein (V.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Substantiv, DW 20, 818, EWD s. u. Substantiv, Duden s. u. Substantiv; Son.: vgl. nndl. substantief, Sb., Substantiv; frz. substantif, M., Substantiv; nschw. substantiv, N., Substantiv; nnorw. substantiv, M., N., Substantiv; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein eine Gegebenheit (Ding oder Lebewesen oder Begriff oder Sachverhalt) erfassendes Hauptwort oder Dingwort; BM.: unten, stehen; F.: Substantiv, Substantivs, Substantives, Substantive, Substantiven+FW(+EW?); Z.: S-ub-sta-nt-iv
$substantivieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. substantivieren, zu einem Substantiv machen; E.: s. Substantiv, s. ieren; L.: Kluge s. u. Substantiv, EWD s. u. Substantiv, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Substantiv und ieren gebildete Bezeichnung für ein Wort einer anderen Wortart zu einem Substantiv machen wie beispielsweise ein Verb wie beispielsweise sein (V.) oder tun oder arbeiten oder helfen oder scheiden; F.: substantivieren, substantiviere, substantivierst, substantiviert, substantivierest, substantivieret, substantivierte, substantiviertest, substantivierten, substantiviertet, ##substantiviert, substantivierte, substantiviertes, substantiviertem, substantivierten, substantivierter##, substantivierend, ###substantivierend, substantivierende, substantivierendes, substantivierendem, substantivierenden, substantivierender###, substantivier (!)+FW+EW; Z.: s-ub-sta-nt-iv-ier-en
Substanz, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Substanz, Wesentliches, Inhalt; ne. substance; Vw.: -; Hw.: s. substantiell; Q.: 1. Hälfte 11. Jh. (St. Galler Schularbeit); E.: s. mhd. substanzje, sw. F., st. F., Substanz; mhd. substanz, st. F., Substanz; mnd. substancie, substancia, F., Substanz, Gott, göttliche Weisheit, Wesenheit des Menschen, Sein (N.), Materie; lat.-ahd. substantia*, F., Substanz, Wesenheit; lat. substantia, F., Bestand, Existenz, Beschaffenheit, Substanz, (98-115 n. Chr.); vgl. lat. substāre, V., darunter sein (V.), dabei sein (V.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. stāre, V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Substanz, DW 20, 819, EWD s. u. Substantiv, Duden s. u. Substanz; Son.: vgl. nndl. substantie, Sb., Substanz; frz. substance, F., Substanz; nschw. substans, Sb., Substanz; nnorw. substans, M., Substanz; nir. substaint, F., Substanz (philosophisch); GB.: (substanzie) seit 1. Hälfte 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und mittelbar dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wesentliches oder Inhalt oder einen wesentlichen Inhalt oder einen Stoff oder eine Materie oder ein Medium; BM.: unten, stehen; F.: Substanz, Substanzen+FW(+EW?); Z.: Su-b-sta-nz
substanziell, nhd., Adj.: nhd. substanziell; Vw.: s. substantiell
Substituent, nhd., (Part. Präs.=)M., (20. Jh.?): nhd. Substituent, ein Atom, Ersetzendes; ne. substituent; Vw.: -; Hw.: s. substituieren, Substitut, Substitution; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. substituēns; E.: s. lat. substituēns, (Part. Präs.=)M., unter etwas Stellender; vgl. lat. substituere, V., unter etwas stellen, unter etwas legen, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.?); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen; lat. sistere, V., hinstellen; vgl. lat. stāre, V., stehen; s. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. substituieren, fehlt DW, Duden s. u. Substituent; Son.: vgl. nschw. substituent, Sb., Substituent; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein oder mehrere Atome die in einem Molekül an die Stelle eines oder mehrerer anderer Atome treten können ohne dass sich dadurch die Struktur des Moleküls grundlegend verändert; BM.: unter, stellen; F.: Substituent, Substituenten+FW(+EW); Z.: S-ub-sti-t-u-ent
substituieren, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. substituieren, austauschen, ersetzen; ne. substitute (V.); Vw.: -; Hw.: s. Substituent, Substitut, Substitution; Q.: 17. Jh.?; E.: mhd. substituieren, sw. V., substituieren; mnd. substituēren, sw. V., substituieren, als amtlichen Stellvertreter einsetzen, ersetzen; lat. substituere, V., unter etwas stellen, unter etwas legen, unterwerfen, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.?); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. substituieren, DW 20, 822, Duden s. u. substituieren; Son.: vgl. nndl. substitueren, V., substituieren; frz. substituer, V., substituieren; nschw. substituera, V., substituieren; nnorw. substituere, V., substituieren; poln. substytuować, V., substituieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für austauschen oder ersetzen; BM.: unter, stellen; F.: substituieren, substituiere, substituierst, substituiert, substituierest, substituieret, substituierte, substituiertest, substituierten, substituiertet, ##substituiert, substituierte, substituiertes, substituiertem, substituierten, substituierter##, substituierend, ###substituierend, substituierende, substituierendes, substituierendem, substituierenden, substituierender###, substituier (!)+FW(+EW); Z.: s-ub-sti-tu-ier-en
Substitut, nhd., M., N., (17. Jh.): nhd. Substitut, Ersatz, Stellvertreter; ne. substitute; Vw.: -; Hw.: s. substituieren, Substituent, Substitution; Q.: 17. Jh.?; E.: s. mnd. substitūte, M., Substitut, bevollmächtigter Stellvertreter, stellvertretender Kanzleischreiber, Unterschreiber; mlat. substitūtus (1), M., Ersatz; vgl. lat. substituere, V., unter etwas stellen, unter etwas legen, unterwerfen, (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.?); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. substituieren, DW 20, 822, Duden s. u. Substitut; Son.: vgl. frz. substitut, M., Substitut; nschw. substitut, N., Substitut; nnorw. substitutt, N., Substitut; poln. substytut, M., F., Substitut; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Ersatz oder einen Stellvertreter; BM.: unter, stellen; F.: Substitut, Substituts, Substitutes, Substitute, Substituten+FW(+EW?); Z.: S-ub-sti-tu-t
Substitution, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Substitution, Ersetzung, Ersetzen, Austauschen; ne. substitution; Vw.: -; Hw.: s. substituieren, Substituent, Substitut; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. substitūtio; E.: s. lat. substitūtio, F., Setzen an die Stelle eines Anderen, Einsetzung eines Ersatzerben, Einsetzung eines Beierben, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. substituere, V., unter etwas stellen, unter etwas legen, unterwerfen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. statuere, V., hinstellen, festsetzen; lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen; lat. stāre, V., stehen; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. substituieren, fehlt DW, Duden s. u. Substitution; Son.: vgl. nndl. substitutie, Sb., Substitution; frz. substitution, F., Substitution; nschw. substitution, Sb., Substitution; nnorw. substitusjon, M., Substitution; poln. substytucja, F., Substitution; lit. substitucija, F., Substitution; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Ersetzen oder Austauschen; BM.: unter, stellen; F.: Substitution, Substitutionen+FW(+EW); Z.: S-ub-sti-tu-t-io-n
Substrat, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Substrat, Zugrundeliegendes, Untergrund; ne. substrate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. substrātum; E.: s. lat. substrātum, N., Untergelegtes; vgl. lat. substernere, V., unterstreuen, unterbreiten, unterlegen (V.), darbieten, unten bestreuen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sternere, V., hinstreuen, ausbreiten, glätten; idg. *ster- (5), *sterə-, *strē-, *sterh₃-, V., breiten, streuen, Pokorny 1029 (1768/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Substrat, fehlt DW, EWD s. u. Substrat, Duden s. u. Substrat; Son.: vgl. nndl. substraat, Sb., Substrat; frz. substrat, M., Substrat; nschw. substrat, Sb., Substrat; nnorw. substrat, N., Substrat; poln. substrat, M., Substrat; kymr. swbstrad, M., Substrat; lit. substratas, M., Substrat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das einer Gegebenheit Zugrundeliegende oder einen Untergrund; BM.: unter, breiten; F.: Substrat, Substrats, Substrates, Substrate, Substraten+FW; Z.: S-ub-stra-t
subsumieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. subsumieren, darunternehmen, zuordnen oder unterordnen; ne. subsume; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. mlat. subsūmere; E.: s. mlat. subsūmere, V., einordnen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen, anziehen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb; lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. subsumieren, fehlt DW, EWD s. u. sub-, Duden s. u. subsumieren; Son.: vgl. nndl. subsumeren, V., subsumieren; frz. subsumer, V., subsumieren; nschw. subsumera, V., subsumieren; nnorw. subsumere, V., subsumieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für darunternehmen oder zuordnen oder unterordnen; BM.: unter, nehmen; F.: subsumieren, subsumiere, subsumierst, subsumiert, subsumierest, subsumieret, subsumierte, subsumiertest, subsumierten, subsumiertet, ##subsumiert, subsumierte, subsumiertes, subsumiertem, subsumierten, subsumierter##, subsumierend, ###subsumierend, subsumierende, subsumierendes, subsumierendem, subsumierenden, subsumierender###, subsumier (!)+FW+EW; Z.: s-ub-s-um-ier-en
$Subsumtion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Subsumtion, Zuordnung, Unterordnung; E.: s. lat. subsumere, V. einordnen; L.: fehlt DW, EWD s. u. sub-; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus mlat. subsumtio (vor 1360), F., Zusammenfassung aufgenommene und umgebildete sowie lat. subsumere, V., darunternehmen gebildete dem Lateinischen des Altertums noch unbekannte Bezeichnung für eine Zuordnung oder Unterordnung; F.: Subsumtion, Subsumtionen+FW+EW?; Z.: S-ub-s-um-t-io-n
subtil, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. subtil, fein, differenziert; ne. subtle; Vw.: -; Hw.: s. Subtilität; Q.: Ende 13. Jh. (Meister Eckhart); E.: mhd. subtīl, subtil, Adj., subtil, fein, scharf, spitzfindig; mnd. subtīl (1), subtīle, Adj., subtil, fein, klein, dünn, zart, kunstvoll, erlesen (Adj.), verletzlich, scharfsinnig; lat. subtīlis, Adj., feingewebt, feinsinnig, fein, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tēla, F., Gewebe; lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. subtil, DW 20, 823, EWD s. u. subtil, Duden s. u. subtil; Son.: vgl. nndl. subtiel, Adj., subtil; frz. subtil, Adj., subtil; nschw. subtil, Adj., subtil; nnorw. subtil, Adj., subtil; poln. subtelny, Adj., subtil; lit. subtilus, Adj., subtil; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für fein; BM.: unten, flechten; F.: subtil, subtile, subtiles, subtilem, subtilen, subtiler(, subtilere, subtileres, subtilerem, subtileren, subtilerer, subtilst, subtilste, subtilstes, subtilstem, subtilsten, subtilster)+FW(+EW); Z.: s-ub-til
Subtilität, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Subtilität, Subtilsein, Feinheit, Nuance; ne. subtlety; Vw.: -; Hw.: s. subtil; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. subtīlitās; E.: s. mnd. subtīlitēt, F., Subtilität, Kompliziertheit, Spitzfindigkeit, Ausgeklügeltheit; lat. subtīlitās, F., Feinheit, Dünnheit, Zartheit, Scharfsinn, Gründlichkeit, Genauigkeit, Spitzfindigkeit, (81-43 v. Chr.); lat. subtīlis, Adj., feingewebt, feinsinnig, fein; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. tēla, F., Gewebe; lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. subtil, DW 20, 831, Duden s. u. Subtilität; Son.: vgl. frz. subtilité, F., Subtilität; nschw. subtilitet, Sb., Subtilität; nnorw. subtilitet, M., Subtilität; poln. subtelność, F., Subtilität; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Subtilsein oder eine Feinheit oder Nuance besonders in dem Ausdruck und Verhalten; BM.: unten, flechten; F.: Subtilität, Subtilitäten+FW+EW; Z.: S-ub-til-it-ät
subtrahieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. subtrahieren, abziehen, wegnehmen; ne. subtract; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. subtrahere; E.: s. lat. subtrahere, V., hervorziehen unter, unter der Hand entziehen, nach und nach heimlich entfernen, (um 50 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. subtrahieren, fehlt DW, EWD s. u. subtrahieren, Duden s. u. subtrahieren; Son.: vgl. frz. soustraire, V., subtrahieren; nschw. subrahera, V., subtrahieren; nnorw. subtrahere, V., subtrahieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches abziehen oder wegnehmen; BM.: unten, ziehen; F.: subtrahieren, subtrahiere, subtrahierst, subtrahiert, subtrahierest, subtrahieret, subtrahierte, subtrahiertest, subtrahierten, subtrahiertet, ##subtrahiert, subtrahierte, subtrahiertes, subtrahiertem, subtrahierten, subtrahierter##, subtrahierend, ###subtrahierend, subtrahierende, subtrahierendes, subtrahierendem, subtrahierenden, subtrahierender###, subtrahier (!)+FW+EW; Z.: s-ub-trah-ier-en
Subtraktion, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Subtraktion, Subtrahieren, Abzug, Wegnahme; ne. subtraction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. subtractio; E.: s. lat. subtractio, F., Sich-Entziehen, Abweichen, Wegnahme, Schmälerung, (390-406 n. Chr.); lat. subtrahere, V., hervorziehen unter, unter der Hand entziehen, nach und nach heimlich entfernen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, EWD s. u. subtrahieren, Duden s. u. Subtraktion; Son.: vgl. frz. soustraction, F., Subtraktion; nschw. subtraktion, Sb., Subtraktion; nnorw. subtraksjon, M., Subtraktion; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Subtrahieren oder Abzug oder Wegnahme oder das von Menschen nach Entwicklung von Sprache entwickelte und verwendete Minus-Rechnen in der Mathematik; BM.: unten, ziehen; F.: Subtraktion, Subtraktionen+FW+EW; Z.: S-ub-trak-t-io-n
$subtropisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. subtropisch, die Subtropen (Südeuropa oder Südasien oder Südnordamerika oder Nordafrika oder Südsüdamerika oder Nordaustralien oder Südafrika) betreffend; E.: s. sub-, s. tropisch; L.: fehlt DW, EWD s. u. tropisch; GB.: seit 19. Jh. belebte und aus sub und Trop(en) sowie isch gebildete Bezeichnung für Subtropen betreffend; F.: subtropisch, subtropische, subtropisches, subtropischem, subtropischen, subtropischer+FW(+EW); Z.: s-ub-tro-p-isch
$Subunternehmer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Subunternehmer, Unterunternehmer; E.: s. sub-, s. Unternehmer; L.: fehlt DW.: EWD s. u. sub-; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus sub- und Unternehmer gebildete Bezeichnung für einen (unselbständigen) Unterunternehmer; F.: Subunternehmer, Subunternehmers, Subunternehmern+EW+FW; Z.: S-ub—unter—nehm-er
Subvention, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Subvention, Zuschuss, Beistand, Hilfeleistung; ne. subvention, subsidy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. subventio; E.: s. lat. subventio, F., Hilfeleistung, Beistand, (um 485-um 580 n. Chr.); vgl. lat. subvenīre, V., unten hinkommen, dazukommen, vorkommen, beistehen, unterstütze; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Subvention, fehlt DW, EWD s. u. Subvention, Duden s. u. Subvention; Son.: vgl. frz. subvention, F., Subvention; nschw. subvention, Sb., Subvention; nnorw. subvensjon, M., Subvention; poln. subwencja, F., Subvention; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen zweckgebundenen von der öffentlichen Hand wohl vielfach über Lobbyisten gewährten Zuschuss oder Beistand als einer den Wettbewerb verzerrenden Unterstützung bestimmter begünstigter Wirtschaftszweige; BM.: unten, kommen; F.: Subvention, Subventionen+FW+EW; Z.: S-ub-ven-t-io-n
$subventionieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. subventionieren, Subvention gewähren, mit Beihilfe unterstützen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. subventionner; E.: s. frz. subventionner, s. Subvention; L.: fehlt DW, EWD s. u. Subvention; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Subvention verbindbare Bezeichnung für eine Subvention gewähren oder mit Beihilfe unterstützen; F.: subventionieren, subventioniere, subventionierst, subventioniert, subventionierest, subventionieret, subventionierte, subventioniertest, subventionierten, subventioniertet, ##subventioniert, subventionierte, subventioniertes, subventioniertem, subventionierten, subventionierter##, subventionierend, ###subventionierend, subventionierende, subventionierendes, subventionierendem, subventionierenden, subventionierender###, subventionier (!)+FW+(EW); Z.: s-ub-ven-t-io-n-ier-en
Subversion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Subversion, Umsturz, Zersetzung; ne. subversion; Vw.: -; Hw.: s. subversiv; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. subversio; E.: s. lat. subversio, F., Umkehrung, Umsturz, Zerstörung, (297-310 n. Chr.); vgl. lat. subvertere, V., umkehren, umstürzen, vernichten; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. subversiv, fehlt DW, EWD s. u. Subversion, Duden s. u. Subversion; Son.: vgl. nndl. subersie, Sb., Subversion; frz. subversion, F., Subversion; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche meist in dem Verborgenen betriebene auf die Untergrabung oder Zersetzung oder den Umsturz der bestehenden staatlichen Ordnung zielende Tätigkeit; BM.: unter, wenden; F.: Subversion, Subversionen+FW(+EW); Z.: S-ub-ver-s-io-n
subversiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. subversiv, umstürzlerisch, einen Umsturz betreffend; ne. subversive; Vw.: -; Hw.: s. Subversion; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. subversive; E.: s. ne. subversive, Adj., subversiv, umstürzlerisch; mlat. subversīvus, Adj., umstürzlerisch; vgl. lat. subvertere, V., umkehren, umstürzen, vernichten, (190-159 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. subversiv, fehlt DW, EWD s. u. Subversion, Duden s. u. subversiv; Son.: vgl. nndl. subversief, Adj., subversiv; frz. subversif, Adj., subversiv; nschw. subversiv, Adj., subversiv; nnorw. subversiv, Adj., subversiv; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für umstürzlerisch oder einen Umsturz betreffend; BM.: unter, wenden; F.: subversiv, subversive, subversives, subversivem, subversiven, subversiver(, subversivere, subversiveres, subversiverem, subversiveren, subversiverer, subversivst, subversivste, subversivstes, subversivstem, subversivsten, subversivster)+FW(+EW); Z.: s-ub-ver-s-iv
$Suche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Suche, Prüfung, Verlangen; L.: Kluge s. u. suchen, DW 20, 833, EWD s. u. Suche; GB.: (suohha) seit 9. Jh. belegte und mit suchen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Prüfung oder für Verlangen; F.: Suche, Suchen+EW; Z.: Such-e
suchen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. suchen, nachforschen, erstreben, sich bemühen zu finden; ne. seek (V.), search; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. suochen (1), sw. V., suchen, suchen nach, herausfinden, zu bekommen suchen, zu finden suchen, angreifen, sich wenden an, sich schmiegen an, erforschen, durchsuchen; mnd. sȫken (1), soeken, soyken, sůken, sw. V., suchen, trachten nach, streben, begehren, betreiben, aufsuchen; mnl. soeken, souken, sw. V., suchen; ahd. suohhen*, suochen, sw. V. (1a), suchen, forschen, fragen; as. sōkian, sw. V. (1a), suchen, aufsuchen, fordern, klagen; anfrk. suoken*, suocon*, sw. V. (1), suchen; germ. *sōkjan, sw. V., suchen, streiten; idg. *sāg-, *seh₂g-, V., suchen, nachspüren, Pokorny 876 (1530/2) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. suchen, Kluge s. u. suchen, DW 20, 834, EWD s. u. suchen, Falk/Torp 423, Seebold 384, Duden s. u. suchen, Bluhme s. u. suchen; Son.: vgl. afries. sēka, sēza, sw. V. (1), suchen, aufsuchen, aufspüren; nfries. sijkjen, V., suchen; afries. *sōkia, sw. V. (2), suchen; ae. sœ̄can, sēcan, sw. V. (1), suchen, forschen, streben; an. sœkja, sw. V. (1), suchen, besuchen, angreifen vor Gericht bringen; got. sōkjan, sw. V. (1), suchen, streiten; nndl. zoeken, V., suchen; nschw. söka, V., suchen; nnorw. søke, V., suchen; gr. ἡγεῖσθαι (hēgeisthai), V., vorangehen, führen, anführen; lat. sāgīre, V., leicht spüren, leicht wittern, leicht wahrnehmen; air. saigid, V., sucht, erstrebt; heth. sak-, sakk-, V., wissen, erfahren (V.), merken; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich bemühen etwas zu finden; BM.: nachspüren; F.: suchen (!), suche (!), suchst, sucht (!), suchest, suchet, suchte, suchtest, suchten, suchtet, gesucht, ##gesucht, gesuchte, gesuchtes, gesuchtem, gesuchten, gesuchter##, suchend, ###suchend, suchende, suchendes, suchendem, suchenden, suchender###, such+EW; Z.: such-en
$Sucher, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Sucher, Suchender; Vw.: s. Be-, Ver-; E.: s. such(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. suchen, DW 20, 855, EWD s. u. suchen; GB.: (suohhāri*) seit um 790 belegte und aus such(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen Suchenden; F.: Sucher, Suchers, Suchern+EW; Z.: Such-er
Sucht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sucht, Siechtum, Krankheit, Abhängigkeit, Leidenschaft, Begierde; ne. addiction, obsession; Vw.: s. Misel-; Hw.: s. Seuche, siech; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. suht, st. F., Sucht, Krankheit, Leiden, Pest, Aussatz, Fieber, Rheuma, Tobsucht, Wahnsinn, Gift, Plage; mnd. sucht (2), socht, suchte, F., Sucht, Krankheit, Seuche, Epidemie, Sündhaftigkeit, Leidenschaft; mnl. sucht, socht, F., Sucht; ahd. suht, st. F. (i), Sucht, Krankheit, Seuche; as. suht, st. F. (i), Sucht, Krankheit; anfrk. -; germ. *suhti-, *suhtiz, st. F. (i), Sucht, Krankheit; s. idg. seug-, Adj., bekümmert, traurig, krank, siech, Pokorny 915 (1595/67) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sucht, Kluge s. u. Sucht, DW 20, 858, EWD s. u. Sucht, Falk/Torp 442, Seebold 399, Duden s. u. Sucht, Bluhme s. u. Sucht; Son.: vgl. afries. sechte, st. F. (i), Sucht, Siechtum, Krankheit; nfries. sjochte; ae. suht, st. F. (i), Sucht, Krankheit; an. sōtt, st. F. (i), Krankheit, Gram; got. saúhts, st. F. (i), Krankheit, Sucht; nndl. zucht, Sb., Sucht; nschw. sot, Sb., Sucht; nnorw. sott, M., F., Seuche; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (krankhafte) Abhängigkeit oder eine Leidenschaft oder eine Begierde; BM.: krank; F.: Sucht, Süchte, Süchten+EW; Z.: Such-t
$süchtig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. süchtig, begierig, verlangend, krank; Vw.: s. eifer-, gelb-, genuss-, ich-, mond-, scheel-, selbst-, tob-, trunk-; E.: s. Sucht, s. ig; L.: Kluge s. u. Sucht, DW 20, 897, EWD s. u. Sucht; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus Sucht und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich möglicherweise seit Entstehung von Leben mögliches begierig oder verlangend oder krank; F.: süchtig, süchtige, süchtiges, süchtigem, süchtigen, süchtiger(, süchtigere, süchtigeres, süchtigerem, süchtigeren, süchtigerer, süchtigst, süchtigste, süchtigstes, süchtigstem, süchtigsten, süchtigster)+EW; Z.: süch-t-ig
$Suchung, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Suchung, Suchen; Vw.: s. Heim-, Unter-, Ver-; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. such(en), s. ung (Suff.); L.: DW 20, 905; GB.: (suohhunga) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit suchen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Suchen; F.: Suchung, Suchungen+EW; Z.: Such-ung
suckeln, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. suckeln, saugen; ne. suckle (V.); Vw.: -; Hw.: s. saugen; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. suggelen*, suggeln, sw. V., in kleinen Zügen säugen; s. mhd. sūgen, st. V., saugen; ahd. sūgan*, st. V. (2a), saugen, trinken, in sich aufnehmen; germ. *sūgan, st. V., saugen; idg. *seuk-, *sū̆k-, Sb., V., Saft, saugen, Pokorny 912; s. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. suckeln, Kluge s. u. suckeln, DW 20, 909, EWD s. u. saugen; Duden s. u. suckeln, Bluhme s. u. suckeln; GB.: (suggelen) seit 14. Jh. belegte und mit saugen und dem Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in rasch aufeinanderfolgenden kurzen Zügen saugen; BM.: saugen; F.: suckeln, suckel (!), suckle (!), suckelst, suckelt, suckelte, suckeltest, suckelten, suckeltet, gesuckelt, ##gesuckelt, gesuckelte, gesuckeltes, gesuckeltem, gesuckelten, gesuckelter##, suckelnd, ##suckelnd, suckelnde, suckelndes, suckelndem, suckelnden, suckelnder###, suckel (!)+EW; Z.: su-ck-el-n
Sud, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Sud, Sieden, Brühe, Extrakt, eine Flüssigkeit; ne. brew (N.); Vw.: -; Hw.: s. sieden; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. sōde (2), sodde, M., Sud, Sieden, Aufwallen, Aufgekochtes, Brühe, Brunnen (Bedeutung örtlich beschränkt); s. germ. *sudi-, *sudiz, *suþi-, *suþiz, st. M. (i), Sud; idg. *seu- (4), *seut-, h₂seut-, V., sieden, sich bewegen, aufwallen, Pokorny 914 (1594/66) (RB. idg. aus ind.?, iran., germ., balt., slaw.); L.: DW 20, 912, EWD s. u. Sud, Falk/Torp 443, Seebold 401, Duden s. u. Sud, Bluhme s. u. Sud; Son.: s. ahd. sutī, st. F. (ī), Feuerball; vgl. afries. soth, Sb., Brühe; ae. *syde, st. M. (i), Sud; ae. gesod, st. N. (a), Kochen; an. soð, st. N. (a), Brühe, Fleischsuppe; got. -; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Flüssigkeit in der etwas gekocht oder gebraten wird und für die danach zurückbleibende Flüssigkeit oder Brühe; BM.: sieden bzw. sich bewegen; F.: Sud, Sudes, Suds, Sude, Suden+EW; Z.: Su-d
Süd, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Süd, Süden, eine Himmelsrichtung, Gegend gegen Mittag mit dem jeweils höchsten Sonnenstand jedes Tages, Wind aus Süden; ne. south (N.); Vw.: -; Hw.: s. Süden; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. sūden (2), sūdem, st. N., Süden; mhd. sunt, st. M., Süd; mnd. sǖden (1), suden, N., Süden, südlich Gelegenes, Südwind; ahd. sundan (2), st. M. (a)?, st. N. (a), Süden, Südwind, Mittag; ahd. sund* (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Süden; as. *sūth? (1), st. M. (a?), st. N. (a), Süden; anfrk. sūth, Adv., im Süden; germ. *sunþa, Sb., Süden; idg. *su̯en-, sun-, Sb., Sonne, Pokorny 881; L.: Kluge 1. A. s. u. Süden, Kluge s. u. Süden, DW 20, 947, EWD s. u. Süd, Falk/Torp 444, Duden s. u. Süden, Bluhme s. u. Sueden; Son.: vgl. afries. sūth, st. N. (a), Süden; nfries. suwd; ae. sūþ, Adj., Adv., südlich; an. suðr (1), st. N. (a), Süden; got. -; nndl. zuiden, Sb., Süden; frz. sud, M., Süd; nschw. söder, Sb., Süd; nnorw. sør, N., Süd; nnorw. syd, M., Süd; GB.: (sund) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für die in Richtung des Sonnenhöchststands jedes Tages gelegene Himmelsrichtung und Wind aus Süden; BM.: Sonne; F.: Süd, Südens+EW; Z.: Süd
$Sudelei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sudelei, schmutziges Verhalten; E.: s. sudel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. sudeln, DW 20, 832, EWD s. u. sudeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus sudel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht den Hochkulturen des Altertums mögliches schmutziges Verhalten (des Menschen); F.: Sudelei, Sudeleien+EW; Z.: Su-d-el-ei
sudeln, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. sudeln, besudeln, beschmutzen; ne. botch (V.), soil (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. sudelen, sw. V., sudeln, besudeln, beschmutzen; mnd. suddelen, suddeln, sūdelen, sw. V., sudeln, besudeln, beschmutzen, verunreinigen, unordentlich arbeiten; s. ahd. solōn*, sw. V. (2); beschmutzen, besudeln, sich in der Suhle wälzen; vgl. ahd. sol, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Suhle, Lache (F.) (1), Sumpfloch, sumpfige Stelle; germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-, *sulwaz?, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. sudeln, Kluge s. u. sudeln, DW 20, 938, EWD s. u. sudeln, Duden s. u. sudeln, Bluhme s. u. sudeln; Son.: vgl. nschw. söla, V., sudeln; GB.: (sudelen) seit 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besudeln oder beschmutzen oder schmutzig machen; BM.: schmutzig; F.: sudeln, sudel (!), sudle (!), sudelst, sudelt, sudelte, sudeltest, sudelten, sudeltet, gesudelt, ##gesudelt, gesudelte, gesudeltes, gesudeltem, gesudelten, gesudelter##, sudelnd, ###sudelnd, sudelnde, sudelndes, sudelndem, sudelnden, sudelnder###, sudel (!)+EW; Z.: su-d-el-n
Süden, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Süden, Süd, Himmelsrichtung, Gegend gegen Mittag, Wind aus Süden; ne. south (N.); Vw.: -; Hw.: s. Süd; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: s. mhd. sūden (2), sūdem, st. N., Süden; mhd. sunt, st. M., Süd; mnd. sǖden (1), suden, N., Süden, südlich Gelegenes, Südwind; ahd. sundan (2), st. M. (a)?, st. N. (a), Süden, Südwind, Mittag; ahd. sund* (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Süden; as. *sūth? (1), st. M. (a?), st. N. (a), Süden; anfrk. sūth, Adv., im Süden; germ. *sunþa, Sb., Süden; idg. *su̯en-, sun-, Sb., Sonne, Pokorny 881; L.: Kluge 1. A. s. u. Süden, Kluge s. u. Süden, DW 20, 947, EWD s. u. Süd, Falk/Torp 444, Duden s. u. Süden, Bluhme s. u. Sueden; Son.: vgl. afries. sūth, st. N. (a), Süden; nfries. suwd; ae. sūþ, Adj., Adv., südlich; an. suðr (1), st. N. (a), Süden; got. -; nndl. zuiden, Sb., Süden; frz. sud, M., Süden; nschw. söder, Sb., Süden; nnorw. sør, N., Süden; nnorw. syd, M., Süden; GB.: (sundan) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für die in Richtung des Sonnenhöchststands jedes Tages gelegene Himmelsrichtung; BM.: Sonne; F.: Süden, Südens+EW; Z.: Süd-en
$südlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. südlich; L.: DW 20, 974, EWD s. u. Süd; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Süd (oder Süd[en]) und lich gebildete Bezeichnung für (sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches) Süd oder Süd(en) betreffend; F.: südlich, südliche, südliches, südlichem, südlichen, südlicher(, südlichere, südlicheres, südlicherem, südlicheren, südlicherer, südlichst, südlichste, südlichstes, südlichstem, südlichsten, südlichster)+EW; Z.: süd—lich
$Südpol, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Südpol; Hw.: s. Nordpol; E.: s. Süd (oder Süd[en]), s. Pol; L.: EWD s. u. Süd, DW 20, 983; GB.: $Südpol, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Südpol; Hw.: s. Nordpol; E.: s. Süd (oder Süd[en]), s. Pol; L.: DW 20, 983, EWD s. u. Süd; GB.: seit 1678 belegte und aus Süd (oder Süd[en]) und Pol (daneben auch Süderpol) gebildete Bezeichnung für den aus der Sicht des Menschen in dem Süden gelegenen sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Pol der Erdoberfläche an dem sich wie an dem Gegenstück Nordpol Erdachse und Erdoberfläche sowie Meridiane schneiden; F.: Südpol, Südpols, Südpoles+EW+FW; Z.: Süd—pol
$Südwester, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Südwester; E.: s. Süd(en), s. West(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Südwester, DW 20, 994; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und vielleicht nach ne. southwester aus Süd(en) und West(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und aus ölgetränkter Leinwand mit breiter Krempe und Nackenschutz gegen Regen und Seewasser bei stürmischen von Südwestwind verursachten Wetter verwendeten Seemannshut; F.: Südwester, Südwesters, Südwestern+EW; Z.: Süd-we-st-er
$Suff, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Suff; E.: s. sauf(en); L.: Kluge s. u. saufen, DW 20, 998, EWD s. u. saufen, Bluhme s. u. Suff; GB.: seit 15. Jh, belegte und mit sauf(en) verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Schluck oder Zug eines Getränks durch ein höheres Lebewesen; F.: Suff, Suffes, Suffs+EW; Z.: Su-f-f
$süffeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. süffeln, schlürfend trinken, ein wenig trinken; E.: s. Suff, s. el (Suff.), s. en (Suff.); L.: DW 20, 998, EWD s. u. saufen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Suff und el (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes schlürfend trinken oder ein wenig trinken; F.: süffeln, süffel, süffle, süffele, süffelst, süffelt, süffelte, süffeltest, süffelten, süffeltet, gesüffelt, gesüffelte, gesüffeltes, gesüffeltem, gesüffelten, gesüffelter, süffelnd, süffelnde, süffelndes, süffelndem, süffelnden, süffelnder+EW; Z.: sü-f-f-el-n
süffig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. süffig, leicht zu trinken seiend, wohlschmeckend; ne. palatable; Vw.: -; Hw.: s. saufen; Q.: 19. Jh.; E.: s. saufen; L.: DW 20, 1002, EWD s. u. saufen, Duden s. u. süffig, Bluhme s. u. sueffig; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Suff und ig gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen leicht und angenehm zu trinken seiend oder gut trinkbar oder wohlschmeckend; BM.: feucht bzw. saugen; F.: süffig, süffige, süffiges, süffigem, süffigen, süffiger(, süffigere, süffigeres, süffigerem, süffigeren, süffigerer, süffigst, süffigste, süffigstes, süffigstem, süffigsten, süffigster)+EW; Z.: sü-f-f-ig
süffisant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. süffisant, herablassend, selbstgefällig, spöttisch; ne. smug, sardonic; Vw.: -; Hw.: s. Süffisanz; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. suffisant; E.: s. frz. suffisant, Adj., süffisant, selbstgefällig; vgl. frz. suffire, V., genügen; lat. sufficere, V., untermachen, unterbauen, nachfügen, nachwachsen lassen, ergänzen, ersetzen, (81-43 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. süffisant, DW 20, 822, EWD s. u. süffisant, Duden s. u. süffisant; Son.: vgl. ne. sufficient, Adj., ausreichend, genügend; nnorw. suffisant, Adj., süffisant; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für selbstgefällig oder spöttisch oder ein Gefühl geistiger Überlegenheit genüsslich zu der Schau tragend; BM.: unter, machen bzw. setzen; F.: süffisant, süffisante, süffisantes, süffisantem, süffisanten, süffisanter (, süffisantere, süffisanteres, süffisanterem, süffisanteren, süffisanterer, süffisantest, süffisanteste, süffisantestes, süffisantestem, süffisantesten, süffisantester)+FW+EW; Z.: s-üf-fi-s-ant
Süffisanz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Süffisanz, Herablassung, Selbstgefälligkeit; ne. conceit (N.); Vw.: -; Hw.: s. süffisant; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. suffisance; E.: s. frz. suffisance, F., Süffisanz; vgl. frz. suffire, V., genügen; lat. sufficere, V., untermachen, unterbauen, nachfügen, nachwachsen lassen, ergänzen, ersetzen, (81-43 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. süffisant, fehlt DW, EWD s. u. süffisant (Süffisance), Duden s. u. Süffisanz; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Herablassung oder Selbstgefälligkeit; BM.: unter, machen bzw. setzen; F.: Süffisanz+FW+EW; Z.: S-üf-fi-z-anz
Suffix, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Suffix, Nachsilbe; ne. suffix; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. suffixum; E.: s. lat. suffixum, N., Angefügtes; vgl. lat. suffigere, V., auf etwas fügen, unter etwas heften, anheften, unter etwas stecken; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Suffix, fehlt DW, EWD s. u. Suffix, Duden s. u. Suffix; Son.: vgl. nndl. suffix, Sb., Suffix; frz. suffixe, M., Suffix; nschw. suffix, N., Suffix; nnorw. suffiks, N., Suffix; poln. sufiks, M., Suffix; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein an dem Stamm (oder das Ende) eines Wortes angefügtes Wortbildungselement oder eine Nachsilbe wie beispielsweise ung in Bezeichnung oder um in suffixum; BM.: unter, machen bzw. setzen; F.: Suffix, Suffixes, Suffixe, Suffixen+FW(+EW?); Z.: Suf-fi-x
…suffizienz, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. …suffizienz, …genügen; ne. …sufficiency; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. …sufficientia, Suff., …suffizienz; lat. sufficere, V., untermachen, unterbauen, Grund legen, nachfügen, nachwachsen lassen, ergänzen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. frz. …sufficance, Suff., …suffizienz; nschw. …sufficiens, Suff., …suffizienz; nnorw. …suffisiens, Suff., …suffizienz; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Genügens verwendete Bezeichnung; BM.: unter, machen; F.: …suffizienz, …suffizienzen+FW; Z.: -suf-fi-z-i-enz
Suffragan, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Suffragan; ne. suffragan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1300 (Das Leben der heiligen Elisabeth); E.: mhd. suffragān, st. M., Suffragan; mnd. suffrāgāneus, M., Suffragan, Suffraganbischof, Weihbischof; lat. suffrāgāneus, M., Weihbischof, Suffraganbischof, Unterstützer; lat. suffrāgāre, V., begünstigen, beistimmen, vonstattengehen; vgl. lat. suffrāgium, N., Abstimmung, Votum, Stimme; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 20, 1004, Duden s. u. Suffragan; Son.: vgl. frz. suffragant, Sb., Suffragan; poln. sufragan, M., Suffragan; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen einem Erzbischof unterstellten und einer Diözese vorstehenden Bischof oder einen Suffraganbischof oder einen Weihbischof; ; BM.: unten, schneiden; F.: Suffragan, Suffragans, Suffragane, Suffraganen+FW(+EW?); Z.: S-uf-fra-g-an
Suffragette, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Suffragette, Frauenrechtlerin; ne. suffragette; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. suffragette; E.: s. frz. suffragette, F., Suffragette, Frauenrechtlerin; ne. suffragette, F., Suffragette, Wahlrechtskämpferin; ne. suffrage, N., Wahlstimme; lat. suffrāgium, N., Abstimmung, Votum, Stimmen, Beistimmung, (um 250-184 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *bʰreg̑- (1), V., brechen, krachen, Pokorny 165 (273/106) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133 (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Suffragette, fehlt DW, Duden s. u. Suffragette; Son.: vgl. nndl. suffragette, Sb., Suffragette; nschw. suffragett, Sb., Suffragette; nnorw. suffragette, M., F., Suffragette; poln. sufrażystka, F., Suffragette; kymr. swffragét, F., Suffragette; nir. sufraigéid, F., Suffragette; lit. sufražistė, F., Suffragette; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche radikal für die Rechte von Frauen eintretende Frau (Frauenrechtlerin); BM.: unten, schneiden; F.: Suffragette, Suffragetten+FW; Z.: S-uf-fra-g-ett-e
Sufi, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sufi, muslimischer Mystiker, Derwisch; ne. sufi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. arab. ṣūfī; E.: s. arab. ṣūfī, M., Sufi; vgl. arab. ṣūf, Sb., grober Wollstoff; L.: Duden s. u. Sufi; Son.: vgl. nndl. soefi, Sb., Sufi; frz. soufi, M., Sufi; nschw. sufi, Sb., Sufi; nnorw. sufi, M., Sufi; poln. sufi?, M., Sufi; kymr. swffi, M., Sufi; air. sufaí, M., Sufi; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Islams seit dem 7. Jh. (632) möglichen islamischen Mystiker oder Derwisch; BM.: Mann in einem groben Wollkleid; F.: Sufi, Sufis+FW; Z.: Suf-i
suggerieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. suggerieren, beeinflussend nahelegen, einreden; ne. suggest, connote; Vw.: -; Hw.: s. suggestiv; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. suggerere; E.: s. lat. suggerere, V., von unten hinanbringen, unterlegen (V.), hinzufügen, anfügen, beifügen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. suggerieren, DW 20, 1006, EWD s. u. suggerieren, Duden s. u. suggerieren; Son.: vgl. nndl. suggereren, V., suggerieren; frz. suggérer, V., suggerieren; nschw. suggerera, V., suggerieren; nnorw. suggerere, V., suggerieren; poln. sugerować, V., suggerieren; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches beeinflussend nahelegen oder einreden; BM.: unter, tragen; F.: suggerieren, suggeriere, suggerierst, suggeriert, suggerierest, suggerieret, suggerierte, suggeriertest, suggerierten, suggeriertet, ##suggeriert, suggerierte, suggeriertes, suggeriertem, suggerierten, suggerierter##, suggerierend, ###suggerierend, suggerierende, suggerierendes, suggerierendem, suggerierenden, suggerierender###, suggerier (!)+FW(+EW?); Z.: s-ug-ger-ier-en
$Suggestion, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Suggestion, Beeinflussung; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. lat. suggestio; I.: Lw. lat. suggestio; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh, belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beeinflussung; L.: EWD s. u. suggerieren; F.: Suggestion, Suggestionen+FW+EW; Z.: S-ug-ge-st-io-n
suggestiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. suggestiv, andeutend, beeinflussend; ne. suggestive; Vw.: -; Hw.: s. suggerieren; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. suggestive; E.: s. ne. suggestive, Adj., suggestiv; frz. suggestif, Adj., suggestiv; frz. suggérer, V., suggerieren; lat. suggerere, V., von unten hinanbringen, unterlegen (V.), hinzufügen, anfügen, beifügen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. gerere, V., tragen, sich betragen, sich benehmen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. suggerieren, fehlt DW, EWD s. u. suggerieren, Duden s. u. suggestiv; Son.: vgl. frz. suggestif, Adj., suggestiv; nschw. suggestiv, Adj., suggestiv; nnorw. suggestiv, Adj., suggestiv; poln. sugestywny, Adj., suggestiv; lit. sugestyvus, Adj., suggestiv; GB.: seit der späteren Neuzeit (Anfang) 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches andeutend oder beeinflussend oder eine starke psychische und emotionale Wirkung ausübend; BM.: unter, tragen; F.: suggestiv, suggestive, suggestives, suggestivem, suggestiven, suggestiver+FW(+EW?); Z.: s-ug-ge-st-iv
Suhle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Suhle, Kotlache; ne. wallow (N.), mire (N.); Vw.: -; Hw.: s. suhlen, Soll, Sole?; Q.: 8. Jh. (Würzburger Markbeschreibungen); E.: s. mhd. sol (1), söl, st. M., st. N., Suhle, Sumpfland, Lache (F.) (1), Kotlache; mnd. sol (2), sōl, sael, N., Suhle, stehendes Gewässer, Teich, Tümpel; ahd. sol, sul*, st. M. (a?), st. N. (a), Suhle, Lache (F.) (1), Sumpfloch, sumpfige Stelle; s. germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-, *sulwaz?, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Suhle, DW 20, 1007, EWD s. u. suhlen, Falk/Torp 437, Heidermanns 567, Duden s. u. Suhle; Son.: vgl. ae. sol, st. N. (a), Schlamm, Pfütze, Morast; lit. sulà, F.?, abfließender Baumsaft; apreuß. sulo, Sb., geronnene Milch; GB.: (sol) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Suhle oder oder eine Kotlache oder einen Sumpf in dem sich Wild zu einer Kühlung wälzt oder suhlt; BM.: schmutzig; F.: Suhle, Suhlen+EW; Z.: Suhl-e
suhlen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. suhlen, wälzen in, besudeln; ne. wallow (V.); Vw.: -; Hw.: s. Suhle, sielen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. sūlen* (2), sūln, sülwen, sulwen, sw. V., besudeln, mit Kot beschmutzen, im Kot wälzen; mnd. sȫlen (1), solen, sw. V., suhlen, besudeln, beschmutzen, im Schmutz herumwälzen vgl. ahd. bisulen*, sw. V. (1a), beschmutzen, verunreinigen, besudeln; ahd. solōn*, sw. V. (2), suhlen, beschmutzen, besudeln, sich in der Suhle wälzen; germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-?, *sulwaz, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Suhle, DW 20, 1007, EWD s. u. suhlen, Falk/Torp 437, Heidermanns 567, Duden s. u. suhlen, Bluhme s. u. suhlen; Son.: vgl. ae. sylian, sw. V. (2), beschmutzen; GB.: (solōn) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches sich in etwas wälzen oder besudeln; BM.: schmutzig; F.: suhlen (!), suhle (!), suhlst, suhlt, suhlest, suhlet, suhlte, suhltest, suhlten, suhltet, gesuhlt, ##gesuhlt, gesuhlte, gesuhltes, gesuhltem, gesuhlten, gesuhlter##, suhlend, ###suhlend, suhlende, suhlendes, suhlendem, suhlenden, suhlender###, suhl (!)+EW; Z.: suhl-en
Sühne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sühne, Genugtuung, Vergeltung, Versöhnung; ne. atonement; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. suone, st. F., st. M., Urteil, Sühne, Versöhnung; mnd. sȫne (2), sōne, sȫn, sōn, szoene, soyne, F., M., Sühne, Beilegung eines Streites, Schlichtung eines Rechtsstreits, Friede, Versöhnung, Aussöhnung, Buße; mnl. soene, soen, F., Versöhnung; ahd. suona, st. F. (ō), Sühne, Versöhnung, Urteil, Entscheidung, Entschluss, Prüfung, Gericht (N.) (1), Recht; as. sōna*, st. F. (ō), Sühne, Gericht (N.) (1); anfrk. -; germ. *sōnō, *swōnō?, F., Beschwichtigung, Sühne, Versöhnung, Urteil?; L.: Kluge 1. A. s. u. Sühne, Kluge s. u. Sühne, DW 20, 1012, EWD s. u. Sühne, Seebold 496, Duden s. u. Sühne, Bluhme s. u. Suehne; Son.: vgl. afries. sōne, st. F. (ō), Sühne, Vergleich; nnordfries. sone; ae. -; an. -; got. *sōna?, st. F. (ō), Sühne; nndl. zoen, Sb., Sühne; GB.: (suona) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Genugtuung oder Vergeltung oder Versöhnung; BM.: Beschwichtigung; F.: Sühne, Sühnen+EW; Z.: Sühn-e
$sühnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. sühnen, stillen, versöhnen, vergelten; E.: s. Sühn(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sühne, DW 20, 1022, EWD s. u. Sühne; GB.: (suonen) 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches stillen oder versöhnen oder vergelten; F.: sühnen (!), sühne (!), sühnst, sühnt, sühnest, sühnet, sühnte, sühntest, sühnten, sühntet, gesühnt, ##gesühnt, gesühnte, gesühntes, gesühntem, gesühnten, gesühnter##, sühnend, ###sühnend, sühnende, sühnendes, sühnendem, sühnenden, sühnender###, sühn (!)+EW; Z.: sühn-en
Suite, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Suite, Zimmerflucht, eine Komposition; ne. suite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. suite; E.: s. frz. suite, F., Folge; vor-rom. *sequita, F., Folge; lat. sequī, V., folgen, Folge leisten, begleiten, sich herausstellen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sekᵘ̯- (1), V., folgen, Pokorny 896 (1558/30) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Suite, DW 20, 1037, EWD s. u. Suite, Duden s. u. Suite; Son.: vgl. nndl. suite, Sb., Suite; nschw. svit, Sb., Suite; nnorw. suite, M., Suite; poln. suita, F., Suite; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Vorromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Flucht aneinandergrenzender Zimmer oder Räume oder für eine Komposition oder eine Folge aus nur lose aneinander gefügten Sätzen; BM.: folgen; F.: Suite, Suiten+FW; Z.: Su-it-e
Suizid, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Suizid, Selbstmord, Selbsttötung; ne. suicide (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. mlat. suicidium; E.: s. mlat. suicidium, N., Selbstmord, Selbsttötung; vgl. lat. sui, Pron, seiner, gegen sich; lat. suus, Poss.-Pron., sein (Pron.); idg. *seu̯e-, *su̯e-, Adv., Pron., Adj., abseits, getrennt, für sich, sich, sein (Poss.-Pron.), eigen, Pokorny 882; idg. *seu̯o-, *su̯o-, Poss.-Pron., sein (Poss.-Pron.), Pokorny 882; lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Suizid, fehlt DW, Duden s. u. Suizid; Son.: vgl. nndl. suïcide, Sb., Suizid; frz. suicide, M., Suizid; nschw. suicid, N., Suizid; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Selbstmord oder eine Tötung eines Menschen durch sich selbst; BM.: für sich, fallen; F.: Suizid, Suizids, Suizides, Suizide, Suiziden+FW(+EW); Z.: Su-i-zi-d
Sujet, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Sujet, Thema, Gegenstand, Untersuchung; ne. subject (N.); Vw.: -; Hw.: s. Subjekt; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. sujet; E.: s. frz. sujet, M., Thema, Subjekt; lat. subiectum, N., Unterlegtes, Unterstelltes, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. subicere, V., unten an etwas werfen, unter etwas legen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. iacere, V., werfen; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Sujet, DW 20, 1040, EWD s. u. Sujet, Duden s. u. Sujet; Son.: vgl. nschw. sujett, Sb., Sujet; nnorw. sujett, N., Sujet; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Thema oder den Gegenstand eines Gesprächs oder einer wissenschaftlichen Untersuchung; BM.: unten, werfen; F.: Sujet, Sujets+FW; Z.: S-u-je-t
Sukkubus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Sukkubus, nächtlicher Dämon; ne. succubus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. succubus; E.: s. mlat. succubus, M., nächtlicher Dämon, Succubus, Sukkubus, (um 1190); vgl. lat. succumbere, V., sinken, niederfallen, niedersinken, nachgeben; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cumbere, V., sich legen, sich niederlegen; idg. *keub-, V., Sb., biegen, Biegung, Gelenk, Pokorny 589; s. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Sukkubus, fehlt DW, Duden s. u. Sukkubus; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen nächtlichen Dämon der einen Menschen in dem Schlaf heimsucht und mit diesem Menschen geschlechtlich verkehrt; BM.: unter, biegen; F.: Sukkubus, Sukkuben+FW; Z.: S-uk-ku-b-us
Sukzession, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Sukzession, Einrücken, Nachfolge, Erbfolge; ne. succession; Vw.: -; Hw.: s. sukzessiv; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. successio; E.: s. lat. successio, F., Einrücken in die Stelle eines anderen, Aufeinanderfolge, Nachfolge, Herkunft, Abstammung, Geburt, Familie, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. succēdere, V., unter etwas gehen, von unten hervorgehen, hinaufsteigen lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. sukzessiv, DW 20, 1041, Duden s. u. Sukzession; Son.: vgl. frz. succession, F., Sukzession; nschw. succession, Sb., Sukzession; nnorw. suksesjon, M., Sukzession; poln. sukcesja, Sb., Sukzession; GB.: vielleicht seit der 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Einrücken in die Stelle eines anderen oder eine zeitliche Aufeinanderfolge oder für eine Nachfolge beispielsweise in eine Vermögenslage (Erbfolge); BM.: unter, treten; F.: Sukzession, Sukzessionen+FW+EW; Z.: S-uk-zes-s-io-n
sukzessiv, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sukzessiv, nach und nach geschehend, allmählich; ne. successive; Vw.: -; Hw.: s. Sukzession; Q.: 17. Jh.; Hw.: s. sukzessive; E.: früh-rom. *successivus, Adj., nachfolgend; vgl. lat. succēdere, V., unter etwas gehen, von unten hervorgehen, hinaufsteigen, (um 250-184 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. sukzessiv, DW 20, 1043, EWD s. u. sukzessiv, Duden s. u. sukzessiv; Son.: vgl. nndl. successief, Adj., sukzessiv; frz. successif, Adj., sukzessiv; nschw. successiv, Adj., sukzessiv; nnorw. suksessiv, Adj., sukzessiv; poln. sukcesywny, Adj., sukzessiv; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nach und nach geschehend oder allmählich; BM.: unter, treten; F.: sukzessiv, sukzessive, sukzessives, sukzessivem, sukzessiven, sukzessiver+FW(+EW); Z.: s-uk-zes-s-iv
$sukzessive, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. sukzessive, allmählich; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; Hw.: s. sukzessiv; L.: DW 20, 1043, EWD s. u. sukzessiv; F.: sukzessive+FW(+EW); Z.: s-uk-zes-s-iv-e
Sulfat, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Sulfat, Salz der Schwefelsäure; ne. sulfate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: lat. sulphur, N., Schwefel, Blitz; idg. *su̯elplos?, Sb., Schwefel, Pokorny 1046 (1805/277) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Sulfat; Son.: vgl. frz. sulfate, M., Sulfat; nschw. sulfat, N., Sulfat; nnorw. sulfat, N., Sulfat; lit. sulfatase, M., Sulfat; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Sulph(ur) und (f)at (Suff.) gebildete Bezeichnung für das schon vormenschlich mögliche Salz der Schwefelsäure wie beispielsweise Ammoniumsulfat oder Natriumsulfat oder Kaliumsulfat oder Kalziumsulfat (Gips Calciumsulfat-Dihydrat) oder Magnesiumsulfat oder Kupfersulfat (Kupfervitriol); BM.: Schwefel; F.: Sulfat, Sulfats, Sulfates, Sulfate, Sulfaten+FW; Z.: Sulf-at
Sultan, Soldan (ält.), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Sultan, Soldan, ein islamischer Herrschertitel (Macht, Herrscher); ne. sultan; Vw.: -; Hw.: s. Sultanine; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. soldān (2), st. M., Sultan; mnd. soldān, tzoldān, zoldān, soldaen, sōldān, soeldān, M., Sultan; mnd. sultān, M., Sultan, Herrscher der Mamelucken; it. sultano, M., Sultan; arab. sultān, Sb., Herrschaft, Herrscher; L.: DW 20, 1047, EWD s. u. Sultan, Duden s. u. Sultan; Son.: vgl. nndl. sultan, Sb., Sultan; frz. sultan, M., Sultan; nschw. sultan, Sb., Sultan; nnorw. sultan, M., Sultan; poln. sułtan, M., Sultan; kymr. swltan, M., Sultan; nir. sultán, M., Sultan; lit. sultonas, M., Sultan; GB.: (soldān) seit um 1185 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für einen in dem 10. Jh. eingeführten Titel des islamischen Herrschers der Mamelucken (sultān, Macht, Herrscher); BM.: Herrscher; F.: Sultan, Sultans, Sultane, Sultanen+FW; Z.: Sultan
Sultanine, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Sultanine, Rosine, Weinbeere; ne. sultana; Vw.: -; Hw.: s. Sultan; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: gebildet zu Sultan (s. d.); L.: Kluge s. u. Sultanine, DW 20, 1047, EWD s. u. Sultan, Duden s. u. Sultanine; Son.: vgl. nndl. sultanarozijn, Sb., Sultanine; nschw. sultanrussin, Sb., Sultanine; poln. sułtanka, F., Sultanine; kymr. syltana, F., Sultanine; GB.: seit der späten Neuzeit (1909) belegte und aus Sultan und ine (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine große und kernlose Rosine; BM.: Sultanine als Analogie zu Rosine in der Bedeutung fürstliche Fruch“; F.: Sultanine, Sultaninen+FW; Z.: Sultan-in-e
…sultat, nhd., (Part. Prät.=)Suff., (17. Jh.?): nhd. …sultat; ne. …sult; Vw.: s. Re-; Hw.: s. …sultieren; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. resultāre, V., zurückspringen, zurückprallen, widerhallen; vgl. lat. resilīre, V., zurückspringen, zurückprallen, abprallen, sich zurückziehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. salīre, V., springen, hüpfen, rinnen, rieseln, bespringen, bedecken, besteigen; idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. …sultaat, Suff., …sultat; nschw. …sultat, Suff., …sultat; nnorw. …sultat, Suff., …sultat; poln. …zultat, Suff., …sultat; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort zu der Bildung von Substantiven des Springens verwendete Bezeichnung; BM.: springen; F.: …sultat, …sultates, …sultats, …sultate, …sultaten+FW(+EW); Z.: -sul-t-at
…sultieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. …sultieren; ne. …sult; Vw.: s. in-, kon-, re-; Hw.: s. …sultat; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. resultāre, V., zurückspringen, zurückprallen, widerhallen; vgl. lat. resilīre, V., zurückspringen, zurückprallen, abprallen, sich zurückziehen; lat. re, Präp., zurück, entgegen, rückwärts, noch einmal; weitere Herkunft ungeklärt?; lat. salīre, V., springen, hüpfen, rinnen, rieseln, bespringen, bedecken, besteigen; idg. *sel- (4), V., springen, Pokorny 899 (1563/35) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. …sulteren, Suff., …sultieren; frz. …sulter, Suff., …sultieren; nschw. …sultera, Suff., …sultieren; nnorw. …sultere, Suff., …sultieren; poln. …sultować, Suff., …sultieren; lit. …sultuotis, Suff., …sultieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie als Grundwort in Zusammensetzungen zu einer Bildung von Verben des Springens verwendete Bezeichnung; F.: ...sultieren, ...sultiere, ...sultierst, ...sultiert, ...sultierest, ...sultieret, ...sultierte, ...sultiertest, ...sultierten, ...sultiertet, ##...sultiert, ...sultierte, ...sultiertes, ...sultiertem, ...sultierten, ...sultierter##, ...sultierend, ###...sultierend, ...sultierende, ...sultierendes, ...sultierendem, ...sultierenden, ...sultierender###, ...sultier+FW(+EW); Z.: ...sul-t-ier-en
$Sulz, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sulz; E.: s. ahd sulza; L.: Kluge s. u. Sülze, fehlt DW (aber viele Zusammensetzungen und Ableitungen); GB.: (sulza) seit 9. Jh. belegte und mit Sülze verbindbare Bezeichnung für Salzsole; F.: Sulz, Sulzen+EW; Z.: Sul-z
Sülze, Sulze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Sulze, Sülze, Salzsole, Salzlecke; ne. jellied meat, saltworks; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. sulze, sülze, st. F., sw. F., Salzwasser, Salzlache, Schlamm, Salzlecke für Vieh, Sülze; mhd. sulz, st. F., „Sulz“, Salzwasser, Salzsole, Brühe, Sülze, gallertartige Speise, Fleischsülze; mnd. sülte (1), sulte, F., Sülze, Saline, Salzbrühe, Salzquelle, Salzsole, Salzwerk, gallertartiger Absud; ahd. sulza, st. F. (ō), sw. F. (n), Salzwasser, Sülze, Salzlake; s. ahd. sulzī*, st. F. (ī), Salzwasser, Sülze; lat.-ahd. sulcia*, sulzia*, F., Sulze, Sülze, Wurst, Saline; as. sultia*, sulta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Sülze; anfrk. sulita*, sulta*, st. F. (ō), Sülze, Salzwasser; germ. *sultjō, st. F. (ō), Salzwasser, Sülze; idg. *sal- (1), *səl-, *sald-, N., Salz, Pokorny 878 (1534/6) (RB. idg. aus ind., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sulze, Kluge s. u. Sülze, DW 20, 1053, EWD s. u. Sülze, Falk/Torp 437, Duden s. u. Sülze, Bluhme s. u. Suelze, Sulze; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. zult, Sb., Sülze; GB.: (sulza) seit Mitte 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete aus kleinen Fleischstückchen oder Fischstückchen in Salzsole oder Aspik bestehende Speise; BM.: Salz; F.: Sülze, Sülzen, Sulze, Sulzen+EW; Z.: Sül-z-e
$sülzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. sülzen, Sülze machen, Salz sieden; E.: s. Sülz(e), s. en (Suff.); L.: DW 20, 1059, EWD s. u. Sülze; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Sülz(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickeltes und verwendetes Sülze machen oder Salz sieden; F.: sülzen (!), sülze (!), sülzst (!), sülzt, sülzest, sülzet, sülzte, sülztest, sülzten, sülztet, gesülzt, ##gesülzt, gesülzte, gesülztes, gesülztem, gesülzten, gesülzter##, sülzend, ###sülzend, sülzende, sülzendes, sülzendem, sülzenden, sülzender###, sülz (!)+EW; Z.: sül-z-en
Sumach, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Sumach, Färberbaum; ne. sumac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; E.: mhd. sumach, st. M., Färberbaum, Gerberbaum; mnd. smacke (1), Sb., Sumach, Mittel zum Schwarzfärben; it. sommaco, M., Sumach, Gerbersumach; vielleicht von aram. summaq, Adj., dunkelrot; L.: DW 20, 1061, Duden s. u. Sumach; Son.: vgl. nndl. sumak, Sb., Sumach; frz. sumac, M., Sumach; nschw. sumaksläktet, Sb., Sumach; nnorw. sumakslekt, M., F., Sumach; poln. sumak, M., Sumach; nir. sumach, M., Sumach; GB.: (sumach) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie vielleicht aus dem Aramäischen (summaq, Adj., dunkelrot) kommende Bezeichnung für einen Baum oder Strauch mit kleinen und trockenen Steinfrüchten und gefiederten Blättern die von Menschen zusammen mit jungen Trieben zu dem Gerben von Saffianleder verwendet werden; BM.: dunkelrot?; F.: Sumach, Sumachs, Sumache, Sumachen+FW(+EW); Z.: Sumach
...sumieren, nhd., V., (16. Jh.?): nhd. ...sumieren; ne. ...sumate; Vw.: s. kon-, sub-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. sūmere, V., zu sich nehmen, an sich nehmen, nehmen, ergreifen; vgl. lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...sumeren, Suff., ...sumieren; frz. ...sommer, Suff., ...sumieren; nschw. ...sumera, Suff., ...sumieren; nnorw. ...sumere, Suff., ...sumieren; poln. ...sumować, Suff., ...sumieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von Verben des Nehmens verwendete Bezeichnung; BM.: unter, nehmen; F.: ...sumieren (!), ...sumiere, ...sumierst, ...sumiert, ...sumierest, ...sumieret, ...sumierte, ...sumiertest, ...sumierten, ...sumiertet, ##...sumiert, ...sumierte, ...sumiertes, ...sumiertem, ...sumierten, ...sumierter##, ...sumierend, ###...sumierend, ...sumierende, ...sumierendes, ...sumierendem, ...sumierenden, ...sumierender###, ...sumier (!)+FW+EW; Z.: -s-um-ier-en
summarisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. summarisch, zusammenfassend, gerafft zusammengefasst; ne. summary (Adj.); Vw.: s. Summe, summieren; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. mlat. summārius; E.: s. mlat. summārius, Adj., zusammengefasst, knapp, kurzgefasst; vgl. lat. summa, F., höchste Stelle, Gesamtheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. summus, Adj. (Superl.), höchste; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Summe, EWD s. u. Summe, DW 20, 1063, Duden s. u. summarisch; Son.: vgl. frz. sommaire, Adj., summarisch; nschw. summarisk, Adj., summarisch; nnorw. summarisk, Adj., summarisch; poln. sumaryczny, Adj., summarisch; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zusammenfassend oder gerafft zusammengefasst; BM.: hinauf; F.: summarisch, summarische, summarisches, summarischem, summarischen, summarischer+FW(+EW); Z.: s-um-m-ar-isch
Summe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Summe, Geldbetrag, Ergebnis eines menschlichen Zusammenzählens oder einer Addition; ne. sum (N.); Vw.: -; Hw.: s. summarisch, summieren; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: mhd. summe, st. F., sw. F., Summe, Inbegriff, Gesamtzahl, Betrag, Anzahl, Menge; mnd. summa, F., M., Summe, Menge, Quantität, Geldbetrag, Zusammenfassung eines Textes, kurzgefasster Inhalt, Auszug; mnd. summe (1), somme, sum, summer, M., F., Summe, Menge, Quantität, Zahl, Betrag, Geldmenge, Rechnung; lat. summa, F., höchste Stelle, Gesamtheit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. summus, Adj. (Superl.), höchste; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Summe, DW 20, 1065, EWD s. u. Summe, Duden s. u. Summe, Bluhme s. u. Summe; Son.: vgl. nndl. som, Sb., Summe; frz. somme, F., Summe; nschw. summa, Sb., Summe; nnorw. sum, M., Summe; poln. suma, F., Summe; kymr. swm, M., Summe; nir. suim, F., Summe; lit. suma, F., Summe; GB.: seit 1220-1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliche Ergebnis eines menschlichen Zusammenzählens; BM.: hinauf bzw. oberste Zahl (früher wurde von unten nach oben gerechnet); F.: Summe, Summen+FW+EW; Z.: S-um-m-e
summen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. summen (V.) (1), einen leisen Laut von sich geben; ne. hum (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. summen (2), sw. V., summen (V.) (1); mnd. summen (1), sw. V., summen (V.) (1); lautmalerisch; L.: Kluge 1. A. s. u. summen, Kluge s. u. summen, DW 20, 1070, EWD s. u. summen, Duden s. u. summen, Bluhme s. u. summen; GB.: seit um 1340 belegte und lautmalend nach natürlichem Vorbild etwa der Biene gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen leisen und etwas dumpfen gleichmäßig vibrierenden Ton (M.) (2) von sich geben; BM.: lautmalend; F.: summen (!), summe (!), summst (!), summt, summest, summet, summte, summtest, summten, summtet, gesummt, ##gesummt, gesummte, gesummtes, gesummtem, gesummten, gesummter##, summend, ###summend, summende, summendes, summendem, summenden, summender###, summ (!)+EW; Z.: summ-en
$Summer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Summer, Summender; E.: s. summ(en), s. er (Suff.); L.: DW 20, 1076, EWD s. u. summen; GB.: seit 1875 belegte und aus summ(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Summenden und für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für ein Summen (N.); F.: Summer, Summers, Summern+EW; Z.: Summ-er
summieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. summieren, zusammenzählen, anwachsen; ne. summarise, summate; Vw.: -; Hw.: s. Summe, summarisch; Q.: 13. Jh. (Alexander des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. summieren, sw. V., summieren; mnd. summēren, sw. V., summieren; lat. summāre (1), V., auf den Höhepunkt bringen, erhöhen; vgl. lat. summus, Adj., höchste, oberste, trefflichste, äußerster, fein; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Summe, DW 20, 1078; EWD s. u. Summe, Duden s. u. summieren; Son.: vgl. nschw. summera, V., summieren; nnorw. summere, V., summieren; poln. sumować, V., summieren; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menschen seit Entwicklung von Sprache und Zahlen mögliches zusammenzählen oder anwachsen; BM.: unten; F.: summieren, summiere, summierst, summiert, summierest, summieret, summierte, summiertest, summierten, summiertet, ##summiert, summierte, summiertes, summiertem, summierten, summierter##, summierend, ###summierend, summierende, summierendes, summierendem, summierenden, summierender###, summier (!)+FW(+EW); Z.: s-um-m-ier-en
Sumo, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Sumo, Sumoringen; ne. sumo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. jap. sumō; E.: s. jap. sumō, Sb., Sumo; vgl. jap. sumafu, V., sich wehren; L.: fehlt DW, Duden s. u. Sumo; Son.: vgl. nndl. sumo, Sb., Sumo; frz. sumo, M., Sumo; nschw. sumo, Sb., Sumo; nnorw. sumo, M., Sumo; poln. sumo, M., Sumo; kymr. swmo, M., Sumo; nir. súmó, M.?, Sumo; lit. sumo, Sb. (indekl.), Sumo; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene Bezeichnung für die japanische Form des Ringkampfs oder Ringens; BM.: sich wehren; F.: Sumo+FW; Z.: Sum-o
Sumpf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Sumpf, morastiges Gelände; ne. swamp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. sumpf, sunpf, st. M., Sumpf; mnd. sump, sumpt, M., Sumpf, Morast, Pfuhl, Schmutzlache, Schmutzloch, Grube voll Unrat, Trog, Wasserbehälter; mnl. somp, tsomp, sump, M., Sumpf; ahd. sunft*, st. M. (a?, i?), Sumpf; as. -; anfrk. -; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von germ. *swamba-, *swambaz, st. M. (a), Schwamm, Pilz; vgl. idg. *su̯ombʰos, *su̯ombos, Adj., schwammig, porös, Pokorny 1052 (1822/294) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sumpf, Kluge s. u. Sumpf, DW 20, 1080, EWD s. u. Sumpf, Duden s. u. Sumpf, Bluhme s. u. Sumpf; Son.: vgl. nndl. (dial.) somp, Sb., Sumpf; nnorw. sump, M., Sumpf; GB.: seit 863-871 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein seit Verfestigung der Erdoberfläche sachlich schon vormenschlich mögliches feuchtes und morastiges sowie vielleicht schwammiges und sumpfiges Gelände; BM.: schwammig; F.: Sumpf, Sumpfes, Sumpfs, Sümpfe, Sümpfen+EW; Z.: Sumpf
$sumpfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. sumpfen, sumpfig werden, sumpfig sein (V.); Vw.: s. ver-; E.: s. Sumpf, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sumpf, DW 20, 1092; GB.: seit 1691 belegte und aus Sumpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sumpfig werden oder sumpfig sein (V.); F.: sumpfen, sumpfe (!), sumpfst, sumpft, sumpfest, sumpfet, sumpfte, sumpftest, sumpften, sumpftet, gesumpft, ##gesumpft, gesumpfte, gesumpftes, gesumpftem, gesumpften, gesumpfter##, sumpfend, ###sumpfend, sumpfende, sumpfendes, sumpfendem, sumpfenden, sumpfender###, sumpf (!)+EW; Z.: sumpf-en
$sumpfig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. sumpfig, Sumpf betreffend, morastig; L.: Kluge s. u. Sumpf, DW 20, 1096 (sumpfig, sumpficht), EWD s. u. Sumpf; GB.: seit 1493 belegte und aus Sumpf und ig gebildete Bezeichnung für Sumpf betreffend oder von Wasser durchtränkt oder feucht oder morastig; F.: sumpfig, sumpfige, sumpfiges, sumpfigem, sumpfigen, sumpfiger(, sumpfigere, sumpfigeres, sumpfigerem, sumpfigeren, sumpfigerer, sumpfigst, sumpfigste, sumpfigstes, sumpfigstem, sumpfigsten, sumpfigster)+EW; Z.: sumpf-ig
Sums, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sums, unnötiges Gerede, unnötiges Aufheben; ne. ado, fuss (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: jidd. Lw.; E.: aus der Berliner Sprache, aus dem Jiddischen übernommen, s. jidd. zumuss, Sb., Speise aus Obst oder Gemüse; mhd. zuomüese, st. N., Zumus, Zuspeise, Feldfrüchte außer Getreide; vgl. mhd. zuo (1), ze, zū, zō, Adv., zu, hinzu, herzu, dahin, dorthin, wohin, dazu, daran, dabei, dafür, darauf, darüber, darüber hinaus; ahd. zuo (1), Präp., Präf., zu, in, an, unter, zusätzlich zu, mit, auf; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. muos, st. N., „Mus“, Essen (N.), Mahlzeit, Speise, breiartige Speise; ahd. muos, st. N. (a), Mus, Brei, Speise, Essen (N.), Mahl, Mahlzeit, Gericht (N.) (2); germ. *mōsa-, *mōsam, st. N. (a), Essen (N.), Speise, Mus; s. idg. *mad-, Adj., V., nass, fett, triefen, Pokorny 694 (1139/4) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Sums, DW 20, 1104, EWD s. u. summen, Duden s. u. Sums; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und wohl in der Berliner Sprache aus dem Jiddischen und mittelbar dem Mittelhochdeutschen aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches unnötiges Gerede oder unnötiges Aufheben; BM.: Zukost; F.: Sums, Sumses+FW; Z.: Su-m-s
$sumsen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. sumsen, summen; E.: s. summen; L.: DW 20, 1105, EWD s. u. summen; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend nach natürlichem Vorbild etwa der Biene gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen leisen und etwas dumpfen gleichmäßig vibrierenden Ton (M.) (2) von sich geben; F.: sumsen, sumse, sumsest, sumst, sumset, sumste, sumstest, sumsten, sumstet, gesumst, ##gesumst, gesumste, gesumstes, gesumstem, gesumsten, gesumster##, sumsend, ###sumsend, sumsende, sumsendes, sumsendem, sumsenden, sumsender###, sums (!)+EW; Z.: su-m-s-en
Sund, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sund, Meerenge; ne. sound (N.) (2), strait; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 13. Jh. (Livländische Reimchronik); E.: s. mhd. sunt, st., M., Sund, Meerenge; mnd. sunt (1), M., Sund, Meerenge; vgl. ae. anord. sund, N., enger Zugang, Zwischenraum, weitere Herkunft unklar; vielleicht verwandt mit schwinden (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sund, Kluge s. u. Sund, DW 20, 1107, EWD s. u. Sund,Falk/Torp 548, Seebold 492, Duden s. u. Sund, Bluhme s. u. Sund; Son.: vgl. afries. -; ae. sund (1), st. N. (a), Schwimmen, Schwimmfähigkeit, Sund, Meer, Wasser; an. sund (1), st. N. (a), Schwimmen, Sund, Meer; got. -; nschw. sund, N., Sund; nnorw. sund, N., Sund; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus dem Altenglischen und dem Altnordischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare und vielleicht mit schwinden verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche enge Durchfahrtsstelle in einem Meer oder eine Meerenge; BM.: enger Zugang; F.: Sund, Sundes, Sunds, Sunde, Sunden+FW(+EW?); Z.: Sun-d
Sünde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Sünde, Übertretung oder Verletzung eines religiöses Gebots des Christentums; ne. sin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. sünde, sünte, st. F., Schuld, Sünde, Schande; mhd. sunte, st. F., Sünde; mnd. sünde, sunde, sunne, sönde, sonde, F., Sünde, Verfehlung, sündige Handlung; mnl. sonde, sunde, F., Sünde; ahd. sunta (1), suntea, st. F. (jō), sw. F. (n), Sünde, Vergehen, Laster, Schuld, Schandfleck, Schandtat, Verbrechen; as. sundia?, st. F. (jō), sw. F. (n), Sünde; anfrk. sunda, st. F. (jō), Sünde, Sündenschuld; germ. *sundjō, st. F. (ō), Sünde; s. idg. *sent-, *sont-, *sn̥t-, V., Adj., seiend, wahr, Pokorny 341; vgl. idg. *es-, *h₁es-, V., sein (V.), Pokorny 340 (498/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sünde, Kluge s. u. Sünde, DW 20, 1109, EWD s. u. Sünde, Falk/Torp 444, Duden s. u. Sünde, Bluhme s. u. Suende; Son.: vgl. afries. sende, sonde, st. F. (ō), Sünde; saterl. sende; afries. sinne (1), st. F. (jō), Verbrechen; ae. synn, syn, st. F. (jō), Sünde, Schuld, Verbrechen, Unrecht; an. syn, st. F. (jō), Leugnung; got. *sundi, Sb., Sünde; nndl. zonde, Sb., Sünde; nschw. synd, Sb., Sünde; nnorw. synd, M., Sünde; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Übertretung oder Verletzung eines religiösen Gebots des Christentums; BM.: Schuld an einer Tat bzw. sein (V.); F.: Sünde, Sünden+EW; Z.: Sü-nd-e
$Sündenbock, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sündenbock; E.: s. Sünd(e), s. en (Suff.), s. Bock; L.: Kluge s. u. Sündenbock, DB 20, 1143, EWD s. u. Sünde; GB.: vielleicht seit dem frühen 17. Jh. belegte und aus Sünd(e) und en (Suff.) sowie Bock gebildete Bezeichnung für den Bock Azazel der nach 3. Mos. 26 die Sünde des Volkes stellvertretend in die Wüste trägt und später für einen Menschen der die Verantwortung für einen Schaden hat oder tragen muss; F.: Sündenbock, Sündenbocks, Sündenbockes, Sündenböcke, Sündenböcken+EW; Z.: Sü-nd-en—bock
$Sündenfall, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Sündenfall; E.: s. Sünd(e), s. en (Suff.), s. Fall; L.: DW 20, 1143, EWD s. u. Sünde; GB.: seit 1275-1300 belegte und aus Sünd(e) und en (Suff.) sowie Fall nach einer lateinischen Vorlage gebildete Bezeichnung für den nach der Vorstellung von Juden und Christen möglichen von Gott den Menschen verbotenen und in Genesis 2, 17 geschilderten Verzehr der Früchte des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen durch die ersten Menschen Adam und Eva in dem Paradies mit der Folge der Vertreibung aus dem Paradies und der bleibenden Fehlerhaftigkeit des Menschen; F.: Sündenfall, Sündenfalles, Sündenfalls, Sündenfälle, Sündenfällen+EW; Z.: Sü-nd-en-fall
$Sündenpfuhl, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Sündenpfuhl, Sündenbefleckung; E.: s. Sünd(e), s. (en), s. Pfuhl; L.: DW 20, 1151, EWD s. u. Pfuhl,; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Sünd(e) und en (Suff.) sowie Pfuhl gebildete Bezeichnung für den nach der Vorstellung von Christen möglichen Zustand schlimmster Sündenbefleckung; F.: Sündenpfuhl, Sündenpfuhles, Sündenpfuhls, Sündenpfuhle, Sündenpfuhlen+EW; Z.: Sü-nd-en—pfuhl
$Sünder, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Sünder; E.: s. Sünd(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Sünde, EWD s. u. Sünde, DW 20, 1158; GB.: nach lat. peccator aus Sünd(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nach der Vorstellung von Juden und Christen eine Sünde begehenden Menschen; F.: Sünder, Sünders, Sündern+EW; Z.: Sü-nd-er
$sündhaft, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. sündhaft, mit Sünde behaftet; E.: s. Sünd(e), s. haft; L.: DW 20, 1175, EWD s. u. Sünde; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und nach lat. peccatorius aus Sünd(e) und haft gebildete Bezeichnung für nach der Vorstellung von Juden und Christen mit Sünde behaftet; F.: sündhaft, sündhafte, sündhaftes, sündhaftem, sündhaften, sündhafter(, sündhaftere, sündhafteres, sündhafterem, sündhafteren, sündhafterer, sündhaftest, sündhafteste, sündhaftestes, sündhaftestem, sündhaftesten, sündhaftester)+EW; Z.: sü-n-d—haf-t
$sündig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. sündig, sündhaft; E.: s. Sünd(e), s. ig (Suff.); L.: Kluge s. u. Sünde, DW 20, 1175, EWD s. u. Sünde; GB.: (suntīg) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. peccatricius aus Sünd(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung von Juden und Christen mögliches sündhaft oder schuldig oder gottlos oder schädlich; F.: sündig, sündige, sündiges, sündigem, sündigen, sündiger(, sündigere, sündigeres, sündigerem, sündigeren, sündigerer, sündigst, sündigste, sündigstes, sündigstem, sündigsten, sündigster)+EW; Z.: sü-nd-ig
$sündigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. sündigen, Sünde begehen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. Sünde, DW 20, 1180, EWD s. u. Sünde; GB.: (sündigen) seit 1070/1080 belegte und vielleicht nach lat. peccare aus sündig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein nach der Vorstellung von Juden und Christen mögliches eine Sünde oder Verletzung eines Gebotes Gottes begehen; F.: sündigen (!), sündige (!), sündigst, sündigt, sündigest, sündiget, sündigte, sündigtest, sündigten, sündigtet, gesündigt, ##gesündigt, gesündigte, gesündigtes, gesündigtem, gesündigten, gesündigter##, sündigend, ###sündigend, sündigende, sündigendes, sündigendem, sündigenden, sündigender###, sündig (!)+EW; Z.: sü-nd-ig-en
super…, nhd., Präf., (8. Jh.?): nhd. super..., über…, übergeordnet; ne. super…; Vw.: s. -intendent, -lativ, -markt; Hw.: s. Sopran; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. super; E.: s. lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei, (um 450 v. Chr.); idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. super-, DW 20, 1194, EWD s. u. super-, Duden s. u. super-; Son.: vgl. nndl. super…, Präf., super…; frz. super…, Präf., super…; nschw. super…, Präf., super…; nnorw. super…, Präf., super…; poln. super…, Präf., super…; lit. super…, Präf., super…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für über verwendete Bezeichnung; BM.: über; F.: super…+FW; Z.: s-up-er-
superb, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. superb, vorzüglich, hervorragend; ne. superb; Vw.: -;Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. superbe; E.: s. frz. superbe, Adj., superb, vorzüglich; lat. superbus, Adj., sich erhebend, stolz, hochfahrend, übermütig, hochmütig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. superb, DW 20, 1196, Duden s. u. superb; Son.: vgl. nschw. superb, Adj., superb; nnorw. superb, Adj., superb; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches vorzüglich oder hervorragend; BM.: unten; F.: superb, superbe, superbes, superbem, superben, superber +FW(+EW); Z.: s-up-er-b
$Super-GAU, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Super-GAU; L.: Kluge s. u. GAU, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und für Super-größter anzunehmender Unfall abgekürzte (modische) Bezeichnung; F.: Super-GAU, Super-GAUs, Super-GAUes, Super-GAUe, Super-GAUen+FW+EW; Z.: S-up-er—G-A-U
$Superintendent, nhd., (Part. Präs.=)M., (15. Jh.?): nhd. Superintendent; E.: . s. lat. superintenden(s), s. t; L.: Kluge s. u. Intendant, DW 20, 1200; GB.: vielleicht seit 1482 belegte und aus lat. superintenden(s) und t gebildete Bezeichnung für einen geistlichen Leiter (M.) einer größeren Verwaltungseinheit der christlichen und später der evangelischen Kirche; F.: Superintendent, Superintendenten+FW; Z.: S-up-er—in-tend-ent
Superlativ, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Superlativ, Höchststufe; ne. superlative (N.); Vw.: -; Hw.: s. Positiv, s. Komparativ; -; Q.: 18. Jh.; E.: lat.-ahd. superlativum*, N., Superlativ (erste Hälfte elftes Jh.); lat. superlātīvum, N., Superlativ; lat. superlātus, Adj., übertrieben; vgl. lat. superferre, V., darübertragen, darüberführen, darüberlegen; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. ferre, V., tragen; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Superlativ, DW 20, 1210, EWD s. u. super-, Duden s. u. Superlativ; Son.: vgl. nndl. superlatief, Sb., Superlativ; frz. superlatif, M., Superlativ; nschw. superlativ, Sb., Superlativ; nnorw. superlativ, M., Superlativ; GB.: nach dem Lateinisch-althochdeutschen des elften Jahrhunderts seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der grammatikalischen Höchststufe von Adjektiven wie beispielsweise älteste zu alt oder beste zu gut oder dickste zu dick oder ernsteste zu ernst oder feinste zu fein oder größte zu groß oder höchste zu hoch wie sie formal für jedes Adjektiv mittels der Silbe (e)st möglich ist aber nicht bei jedem Adjektiv wirklich sinnvoll erscheint weshalb sie in solchen Fällen unter den Formen (entweder ganz weggelassen wird oder zusammen mit dem Komparativ in Klammer gesetzt ist); BM.: oben, tragen; F.: Superlativ, Superlativs, Superlatives, Superlative, Superlativen+FW(+EW); Z.: S-up-er-lat-iv
$Supermarkt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Supermarkt; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; E.: s. super, s. Markt; L.: EWD s. u. Markt, fehlt DW; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika groß ausgebautes Einzelhandelsgeschäft mit reichem Angebot zu etwas niedrigeren Preisen und Selbstbedienung; F.: Supermarkt, Supermarktes, Supermarkts, Supermärkte, Supermärkten+FW(+EW?); Z.: S-up-er—mark-t
supfen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. supfen, Flüssiges einnehmen, trinken, schlürfen; ne. drink (V.), sip (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. supfen, sw. V., schlürfen; ahd. supfen*, suphen*, sw. V. (1a), trinken, schlürfen; as. -; anfrk. -; germ. *suppōn, sw. V., einweichen; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. supfen, DW 20, 1215, Falk/Torp 445, Seebold 400, Duden s. u. supfen; Son.: vgl. afries. -; ae. soppian, sw. V. (2), tunken, einweichen; an. -; got. suppōn?, sw. V. (2), einweichen; GB.: (supfen) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches trinken oder schlürfen; BM.: saugen; F.: supfen, supfe (!), supfst, supft, supfest, supfet, supfte, supftest, supften, supftet, gesupft, ##gesupft, gesupfte, gesupftes, gesupftem, gesupften, gesupfter##, supfend, ###supfend, supfende, supfendes, supfendem, supfenden, supfender###, supf (!)+EW; Z.: su-pf-en
Supinum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Supinum, eine Verbform; ne. supine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. supīnum (verbum); E.: s. lat. supīnum (verbum), N., Supinum; lat. supīnus, Adj., rücklings, rückwärts gebogen, rückwärts befindlich, rückwärts hingelegt, zurückgebend, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Supinum, fehlt DW, Duden s. u. Supinum; Son.: vgl. nndl. supinum, Sb., Supinum; frz. supin, N., Supinum; nschw. supinum, N., Supinum; nnorw. supinum, N., Supinum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine Verbform zu der Bezeichnung einer Absicht oder eines Bezugs nach Verben der Bewegung oder des Veranlassens wie gehen oder kommen oder senden wie beispielsweise ich gehe um Hilfe zu erbitten oder wir kommen um zuzuschauen; BM.: unten; F.: Supinum, Supinums, Supina+FW; Z.: S-up-in-um
Suppe, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Suppe, Brühe, eine flüssige Speise; ne. soup; Vw.: -; Hw.: s. soupieren, Souper; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: ursprünglich aus dem Niederdeutschen; mnd. suppe, supe, F., Suppe, Getränk, Brei, Brühe; mnd. soppe, sōpe, F., M., Suppe, Brühe, Brühe in die Brot eingebrockt ist, flüssige Speise, eingeweichtes Brot, geschnittenes Brot, gebrochenes Brot, Flüssigkeit; mnd. sūpe, sūp, F., Suppe, Brühe, Schlürfen; mhd. suppe, suffe, soppe, sw. F., st. F., Suppe, Brühe, Morgensuppe, Frühstück, Mahlzeit, Mistjauche; mnl. soppe, F., Suppe; ahd. supfa, supha*, st. F. (ō), Trunk, Suppe?; as. -; anfrk. -; germ. *suppō-, *suppōn, sw. F. (n), Brühe, Suppe; vgl. idg. *seu- (1), *seu̯ə-, *sū-, Sb., Adj., V., Saft, feucht, regnen, rinnen, saugen, Pokorny 912 (1591/63) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Suppe, Kluge s. u. Suppe, DW 20, 1219, EWD s. u. Suppe, Falk/Torp 445, Duden s. u. Suppe, Bluhme s. u. Suppe; Son.: s. lang. *supfa?, st. F. (ō)?, Brühe, Suppe; vgl. afries. -; ae. sopp, Sb., eingeweichter Bissen; an. -; got. *suppa, st. F. (ō), eingetunkte Schnitte; nndl. soep, Sb., Suppe; nschw. soppa, Sb., Suppe; nnorw. suppe, M., F., Suppe; GB.: (ahd, supfa) seit 11. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit Beherrschung des Feuers und Entwicklung von brauchbaren Gefäßen mögliche flüssige Speise oder Brühe; BM.: feucht; F.: Suppe, Suppen+EW; Z.: Su-pp-e
$Suppenkelle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Suppenkelle, Suppenschöpflöffel; E.: s. Supp(e), s. en (Suff.), s. Kelle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kelle; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Supp(e) und en (Suff.) sowie Kelle gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes Schöpfgerät für eine Suppe oder einen Suppenschöpflöffel; F.: Suppenkelle, Suppenkellen+EW; Z.: Su-pp-en—kel-l-e
Supplement, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Supplement, Ergänzungsband; ne. supplement (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. supplēmentum; E.: s. lat. supplēmentum, N., Ergänzungsmittel, Ergänzung, Verstärkung, Rekrutierung, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. supplēre, V., wieder vollmachen, ergänzen, vervollständigen, nachfüllen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick, schwanger; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Supplement, DW 20, 1245, Duden s. u. Supplement; Son.: vgl. nndl. supplement, Sb., Supplement; frz. supplément, M., Supplement; nschw. supplement, N., Supplement; nnorw. supplement, N., Supplement; poln. suplement, M., Supplement; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Ergänzungsband zu etwas schon Erschienenem; BM.: unten, gießen; F.: Supplement, Supplements, Supplementes, Supplemente, Supplementen+FW(+EW); Z.: S-up-ple-m-ent
$supplementär, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. supplementär, ergänzend, zusätzlich, anhangsweise; E.: s. Supplement, s. är (Suff.), s. frz. supplementaire; L.: Kluge s. u. Supplement, DW 20, 1247 (supplementar, supplementär); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Supplement und är (Suff.) nach frz. supplementaire gebildete Bezeichnung für ergänzend oder zusätzlich oder anhangsweise; F.: supplementär, supplementäre, supplementäres, supplementärem, supplementären, supplementärer+FW(+EW); Z.: s-up-ple-m-ent-är
Supplikant, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Supplikant, Bittsteller; ne. supplicant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. supplicāns; E.: s. mlat. supplicāns (2), (Part. Präs.=)M., demütig Bittender, Betender; lat. supplicāns, (Part. Präs.=)Adj., inständig bittend; vgl. lat. supplicāre, V., vor jemanden in die Knie gehen, flehendlich bitten, demütig bitten, anflehen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. plicāre, V., falten, zusammenfalten, zusammenlegen; gr. πλέκειν (plékein), V., flechten; idg. *plek̑-, V., flechten, wickeln, Pokorny 834 (1440/82) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw.); vgl. idg. *pel- (3a), V., falten, Pokorny 802 (1387/29) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Supplikant, DW 20, 1250, Duden s. u. Supplikant; Son.: vgl. nndl. suppliant, Sb., Supplikant; nschw. supplikant, Sb., Supplikant; nnorw. supplikant, M., Supplikant; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen eine Bitte Stellenden oder einen Bittsteller; BM.: unten, falten; F.: Supplikant, Supplikanten+FW; Z.: S-up-pli-k-ant
supra…, nhd., Präf., (19. Jh.?): nhd. supra..., über…, oberhalb; ne. super…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. suprā; E.: s. lat. suprā, Adv., Präp., auf der oberen Seite, oben darauf, oberhalb, darüber heraus, vorher, von früher her, (234-149 v. Chr.); lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. supra-, DW 20, 1257, Duden s. u. supra-; Son.: s. Supraleiter; vgl. nndl. super…, Präf., supra…; frz. supra…, Präf., supra…; nschw. supra…, Präf., supra…; nnorw. supra…, Präf., supra…; lit. supra…, Präf., supra…; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für über oder oberhalb; BM.: unten; F.: supra…+FW; Z.: s-up-ra-
Surcot, Surkot, nhd., N., M., (13. Jh.): nhd. Surcot, Surkot, Obergewand; ne. surcoat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. surkōt, st. N., M., Surkot, Oberkleid der Männer und Frauen, Überrock, Schleppe; mnd. sorkot, sorkōt, sarkōt, sarkot, sorkōte, sorkote, sorkte, M., langes Oberkleid mit aufgeschlitzten Ärmeln, weites Obergewand, Surkot; mlat. surcotium, sorcutium, N., Überrock, Surcot; afrz. surcot, sur cotta, Adv., über dem Hemd; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mlat. cotta, F., Umhang, Mantel; aus awfrk. *kotta, F., grobes Wollzeug; L.: DW 20, 1263, Duden s. u. Surcot; GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und dem Altwestfränkischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten ärmellosen Überwurf über ein unteres Gewand; BM.: unten; F.: Surcot, Surcots, Surkot, Surkots+FW(+EW?); Z.: S-ur-cot
surfen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. surfen, auf dem Wasser dahingleiten, wellenreiten; ne. surf (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. surf; E.: s. ne. surf, V., surfen; vgl. ne. surf, N., Brandung; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. surfen, fehlt DW, Duden s. u. surfen; Son.: vgl. nndl. surfen, V., surfen; frz. surfer, V., surfen; nschw. surfa, V., surfen; nnorw. surfe, V., surfen; poln. surfować, V., surfen; lit. surfinti, V., surfen, wellenreiten; GB.: seit dem 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für mit einem von Menschen entwickelten und verwendeten sowie bereits in Höhlenmalereien des 12. Jh. abgebildeten Brett auf dem Wasser dahingleiten oder wellenreiten; BM.: Brandung; F.: surfen, surfe, surfst, surft, surfest, surfet, surfte, surftest, surften, surftet, gesurft, ##gesurft, gesurfte, gesurftes, gesurftem, gesurften, gesurfter##, surfend, ###surfend, surfende, surfendes, surfendem, surfenden, surfender###, surf (!)+EW; Z.: surf-en
$Surfer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Surfer, Surfender. wellenreitender Mensch; E.: s. surf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. surfen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus surf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich anscheinend schon früher möglichen surfenden oder wellenreitenden Menschen; F.: Surfer, Surfers, Surfern+FW; Z.: Surf-er
Surrealismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Surrealismus, eine künstlerische Bewegung; ne. surrealism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung, frz. surréalisme; E.: s. frz. surréalisme, M., Surrealismus; vgl. frz. sur, Präp., über; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei, (um 450 v. Chr.); idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); frz. réalisme, M., Realismus, Wirklichkeitssinn; neoklassische Bildung zu lat. reālis, Adj., wesentlich, gegenständlich, (1. Hälfte 4. Jh.); vgl. lat. rēs, F., Sache, Ding, Gegenstand, Besitz, Wesen; idg. *rei- (4), *rēi-, *reh₁í-, Sb., Besitz, Sache, Pokorny 860 (1494/17) (RB. idg. aus ind., iran., ital.); L.: Kluge s. u. Surrealismus, fehlt DW, EWD s. u. real, Duden s. u. Surrealismus; Son.: vgl. nndl. surrealisme, Sb., Surrealismus; nschw. surrealism, Sb., Surrealismus; nnorw. surrealisme, M., Surrealismus; poln. surrealizm, M., Surrealismus; kymr. swrrealath, F., Surrealismus; lit. siurrealizmas, M., Surrealismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus sur und realisme gebildete sowie aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine das Unbewusste und Träume sowie Visionen als Ausgangsbasis künstlerischer Tätigkeit ansehende in Paris um 1920 entwickelte Richtung moderner Kunst und Literatur in Malerei und Fotografie sowie Film; BM.: über, Sache; F.: Surrealismus+FW(+EW); Z.: S-ur-rea-l-ism-us
surren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. surren, schwirrend brummen; ne. buzz (V.), whirr (V.); Vw.: -; Hw.: s. sirren; Q.: 17. Jh.; E.: Schallwort; L.: Kluge 1. A. s. u. surren, Kluge s. u. surrfen, DW 20, 1264, EWD s. u. surren, Duden s. u. surren, Bluhme s. u. surren; Son.: vgl. nschw. surra, V., surren; nnorw. surre, V., surren; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher in der Natur mögliches ein dunkel tönendes mit schneller Bewegung verbundenes Geräusch von sich geben; BM.: lautmalend?; F.: surren, surre, surrst, surrt, surrest, surret, surrte, surrtest, surrten, surrtet, gesurrt, ##gesurrt, gesurrte, gesurrtes, gesurrtem, gesurrten, gesurrter##, surrend, ###surrend, surrende, surrendes, surrendem, surrenden, surrender###, surr (!)+EW; Z.: surr-en
Surrogat, nhd., (Part. Prät.=)N., (16. Jh.): nhd. Surrogat, (nicht vollwertiger) Ersatz; ne. surrogate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. subrogāre, V., an Stelle eines anderen wählen lassen, (81-43 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. rogāre, V., holen, fragen, befragen, Gesetzesvorschlag machen, vorschlagen, ersuchen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Surrogat, DW 20, 1267, EWD s. u. Surrogat, Duden s. u. Surrogat; Son.: vgl. nndl. surrogaat, Sb., Surrogat; nschw. surrogat, N., Surrogat; nnorw. surrogat, N., Surrogat; poln. surogat, M., Surrogat; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (behelfsmäßigen und nicht vollwertigen) Ersatz wie beispielsweise Malzkaffe für Bohnenkaffe oder Forellenrogen für Kaviar; BM.: unten, gerade (Adj.) (2) bzw. richten; F.: Surrogat, Surrogats, Surrogates, Surrogate, Surrogaten+FW(+EW?); Z.: S-ur-rog-at
Sushi, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Sushi, eine japanische Speise; ne. sushi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: jap. Lw.; E.: aus dem Japanischen; die Herkunft des Wortes ist ungeklärt, es gibt einen Erklärungsversuch das Wort aus einem gleichlautenden altjapan. sushi, Adj., sauer, säuerlich; L.: fehlt DW, Duden s. u. Sushi; Son.: vgl. nndl. sushi, Sb., Sushi; frz. sushi, M., Sushi; nschw. sushi, Sb., Sushi; nnorw. sushi, M., Sushi; poln. sushi, M., Sushi; kymr. swshi, M., Sushi; lit. sušis, M., Sushi; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Japanischen aufgenommene und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine ursprünglich von Menschen in Indochina entwickelte und später von Japanern übernommene Speise in Form kleiner Häppchen aus essigsaurem Reis (M.) und verschiedenen Zutaten wie vor allem rohem Fisch; BM.: sauer?; F.: Sushi, Sushis+FW; Z.: Sushi
suspekt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. suspekt, verdächtig, fragwürdig; ne. suspect (Adj.), suspicious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. suspectus; E.: mnd. suspect, Adj., suspekt, in Verdacht habend, verdächtig; lat. suspectus (1), (Part. Prät.=)Adj., beargwöhnt, verdächtig, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. suspicere, V., in die Höhe sehen, aufwärts sehen, argwöhnen; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. specere, spicere, V., sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. suspekt, DW 20, 1271, EWD s. u. suspekt, Duden s. u. suspekt; Son.: vgl. nndl. suspect, Adj., suspekt; frz. suspect, Adj., suspekt; nschw. suspekt, Adj., suspekt; nnorw. suspekt, Adj., suspekt; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verdächtig oder fragwürdig; BM.: unter, spähen; F.: suspekt, suspekte, suspektes, suspektem, suspekten, suspekter(, suspektere, suspekteres, suspekterem, suspekteren, suspekterer, suspektest, suspekteste, suspektestes, suspektestem, suspektesten, suspektester)+FW; Z.: s-us-pek-t
suspendieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. suspendieren, von dem Dienst vorübergehend beurlauben; ne. suspend; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. suspendere; E.: s. mnd. suspendēren, sw. V., suspendieren, aufschieben, aufheben, entlassen (V.), entheben; lat. suspendere, V., aufhängen, weihen, heiligen, (um 250-184 v. Chr.); lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor, (um 250-184 v. Chr.); idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. pendere, V., wägen, abwägen; idg. *spend-, *pend-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988; idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. suspendieren, DW 20, 1272, EWD s. u. suspendieren, Duden s. u. suspendieren; Son.: vgl. nndl. suspenderen, V., suspendieren; frz. suspendre, V., suspendieren; nschw. suspendera, V., suspendieren; nnorw. suspendere, V., suspendieren; lit. suspenduoti, V., suspendieren; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von dem Dienst vorübergehend beurlauben oder eine gewisse Zeit aus einer Stellung entlassen (V.); BM.: unten, ziehen; F.: suspendieren, suspendiere, suspendierst, suspendiert, suspendierest, suspendieret, suspendierte, suspendiertest, suspendierten, suspendiertet, ##suspendiert, suspendierte, suspendiertes, suspendiertem, suspendierten, suspendierter##, suspendierend, ###suspendierend, suspendierende, suspendierendes, suspendierendem, suspendierenden, suspendierender###, suspendier (!)+FW+EW; Z.: s-us-pen-d-ier-en
süß, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. süß, lieblich, wohlklingend; ne. sweet; Vw.: -; Hw.: s. Süße, süßen, Mädesüß; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. süeze (1), suoze, sūze, sūze, Adj., süß, mild, milde, angenehm, lieblich, freundlich, liebenswert, schön, zärtlich, edel, gütig; mnd. sȫte (2), soete, soyte, soute, suͤte, sůte, sote, sute, Adj., süß, nicht sauer, frisch, ungesäuert, nicht salzhaltig, milde, angenehm, lieblich, wohlschmeckend, schmackhaft; mnl. soete, Adj., süß; ahd. swuozi*, suozi*, Adj., süß, angenehm, lieblich; as. swōti*, Adj., süß, angenehm, lieblich; anfrk. suoti* (1), swōti* (1), suot*, Adj., süß; germ. *swōtu-, *swōtuz, *swōtja-, *swōtjaz, Adj., süß; idg. *su̯ādús, *su̯éh₂du-, Adj., süß, Pokorny 1039; s. idg. su̯ād-, Adj., V., süß, sich freuen, gefallen (V.), Pokorny 1039 (1790/262) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. süß, DW 20, 1279, EWD s. u. süß, Falk/Torp 556, Heidermanns 584, Duden s. u. süß, Bluhme s. u. suess; Son.: vgl. afries. swēte, Adj., süß; nnordfries. sweete, Adj., süß; ae. swœ̄te (1), swēte, Adj. (ja), süß, angenehm, rein; ae. swōt (1), Adj., süß; an. sœtr, Adj., süß, angenehm, lieb; got. -; nndl. zoet, Adj., süß; nschw. söt, Adj., süß; nnorw. søt, Adj., süß; ai. svādú, Adj., süß; gr. ἡδύς (hēdýs), Adj., angenehm, süß; lat. suāvis, Adj., lieblich, angenehm, anziehend; GB.: (swuozi) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für wie Honig oder Zucker schmeckend oder lieblich oder wohlklingend in Gegensatz zu sauer oder bitter; BM.: sich freuen; F.: süß, süße, süßes, süßem, süßen, süßer(, süßere, süßeres, süßerem, süßeren, süßerer, süßest, süßeste, süßestes, süßestem, süßesten, süßester)+EW; Z.: süß
Süße, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Süße, Süßsein, süßer Geschmack, Lieblichkeit; ne. sweetness; Vw.: -; Hw.: s. süß, süßen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. süeze (2), suoze, sūze, sw. F., st. F., Süße, Süßheit, Süßigkeit, Lieblichkeit, Schönheit, Freundlichkeit, Güte, Gütigkeit; mhd. suoze, st. F., Süßheit, Süßigkeit; mnd. sȫte (1), soyte, F., Süße, Wohlgeschmack, Erquickung, süßer Geschmack, süßer Duft, Süßigkeit, Wohllaut; ahd. swuozī*, suozī, st. F. (ī), Süße, Süßigkeit, Lieblichkeit; as. -; anfrk. suoti* (2), swōti* (2), st. F. (ī), Süße; germ. *swōtī-, *swōtīn, sw. F. (n), Süße; idg. *su̯ādús, *su̯éh₂du-, Adj., süß, Pokorny 1039; s. idg. *su̯ād-, Adj., V., süß, sich freuen, gefallen (V.), Pokorny 1039 (1790/262) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. süß, EWD s. u. süß, DW 20, 1327, Heidermanns 585, Duden s. u. Süße; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. sœti, sw. F. (īn), Süße, Süßigkeit; got. -; GB.: seit um765 belegte Bezeichnung für einen süßen Geschmack; BM.: sich freuen; F.: Süße, Süßen+EW; Z.: Süß-e
süßen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. süßen, süß machen; ne. sweeten; Vw.: -; Hw.: s. süß, Süße; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. süezen, sūzen, suozen, sw. V., süßen, süß machen, versüßen, angenehm machen, erquicken, sich erquicken, gefallen (V.), lieb werden, erfreuen; mnd. sȫten, söten, soten, suͤten, sw. V., süßen, süß machen, versüßen, angenehm machen; ahd. swuozen*, suozen*, sw. V. (1a), süßen, süß machen, angenehm machen, genießbar machen, würzen, erklären, raten, leicht verständlich machen, erläutern, anraten; as. -; anfrk. -; germ. *swōtjan, sw. V., süßen; s. idg. *su̯ādús, *su̯éh₂du-, Adj., süß, Pokorny 1039; vgl. idg. su̯ād-, Adj., V., süß, sich freuen, gefallen (V.), Pokorny 1039 (1790/262) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. süß, DW 20, 1330, EWD s. u. süß, Heidermanns 585, Duden s. u. süßen; Son.: vgl. afries. -; ae. swœ̄tan, swētan, sw. V. (1), süßen, angenehm machen, versüßen; an. -; got. -; nndl. sussen, V., süßen; GB.: (swuozen) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für süß machen; BM.: sich freuen; F.: süßen (!), süße (!), süßst (!), süßt, süßest, süßet, süßte, süßtest, süßten, süßtet, gesüßt, ##gesüßt, gesüßte, gesüßtes, gesüßtem, gesüßten, gesüßter##, süßend, ###süßend, süßende, süßendes, süßendem, süßenden, süßender###, süß (!)+EW; Z.: süß-en
$Süßholz, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Süßholz; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: s. süß, s. Holz; L.: DW 20, 1334, EWD s. u. süß; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus süß und Holz gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche in ihrer Wurzel Süßes enthaltende Pflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler; F.: Süßholz, Süßholzes, Süßhölzer, Süßhölzern+EW; Z.: Süß—hol-z
$Süßholzraspler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Süßholzraspler, Schmeichler; E.: s. Süßholz, s. Raspler; L.: DW 20, 1334, EWD s. u. süß; GB.: seit 1848 belegte und aus Süßholz und Raspler gebildete Bezeichnung für einen Schmeichler; F.: Süßholzraspler, Süßholzrasplers, Süßholzrasplern+EW; Z.: Süß—hol-z—ra-s-p-l-er
$Süßigkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Süßigkeit, Süße, Süßheit, Lieblichkeit, Freundlichkeit; E.: s. süßig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. süß, DW 20, 1337, EWD s. u. süß; GB.: (süezicheit) seit 1190-1200 belegte und aus süß und ig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Süße oder Süßheit oder Lieblichkeit oder Freundlichkeit; F.: Süßigkeit, Süßigkeiten+EW; Z.: Süß-ig-kei-t
$süßlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. süßlich, süß, lieblich, mild; E.: s. süß, s. lich; L.: Kluge s. u. süß, DW 20, 1347, EWD s. u. süß; GB.: seit 863-871 belegte und aus süß und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches süß oder lieblich oder mild; F.: süßlich, süßliche, süßliches, süßlichem, süßlichen, süßlicher(, süßlichere, süßlicheres, süßlicherem, süßlicheren, süßlicherer, süßlichst, süßlichste, süßlichstes, süßlichstem, süßlichsten, süßlichster)+EW; Z.: süß-ich
$süßsauer, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. süßsauer; E.: s. süß, s. sauer; L.: DW 20, 1354, EWD s. u. sauer; GB.: seit 1579 belegte und aus süß und sauer gebildete Bezeichnung für süß und sauer zugleich; F.: süßsauer, süßsaure, süßsaures, süßsaurem, süßsauren, süßsaurer+EW; Z.: süß—sau-er
$Süßstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Süßstoff; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. süß, s. Stoff; L.: DW 20, 1355, EWD s. u. süß; GB.: seit 1872 belegte und aus süß und Stoff gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen süßenden Stoff beispielsweise der Runkelrübe und die von Menschen entwickelten und verwendeten Süßmittel wie Saccharin; F.: Süßstoff, Süßstoffs, Süßstoffes, Süßstoffe, Süßstoffen+EW+FW; Z.: Süß—stoff
Sutter, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Sutter, Sutte, Sumpf, Pfuhl, Pfütze, Tabakjauche; ne. puddle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. mhd. sute, sutte, st. F., sw. F., siedende Lache, Pfütze, unterster Schiffsraum, Schiffsjauche, Krankenstube in einem Spital, unterstes Schiffsdeck, Schiffsdeck, Hölle (bildlich); weitere Herkunft ungeklärt, wohl von germ. *sula-, *sulaz, *sulwa-, *sulwaz?, Adj., schmutzig, dunkel; idg. *salu̯o-, Adj., schmutzig, grau, Pokorny 879; vgl. idg. *sal- (2), *selH-, Adj., schmutzig, grau, düster, dunkel, Pokorny 879 (1535/7) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Sutter, Kluge s. u. Sutter, DW 20, 1362; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit mhd. sute und dem erschließbaren Germanischen (*sula-) sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches ständig feuchtes Gelände oder einen Sumpf oder Pfuhl oder eine Pfütze oder später auch Tabakjauche; BM.: schmutzig?; F.: Sutter, Sutters, Suttern+EW; Z.: Su-t-t-er
Sweater, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Sweater, Pullover; ne. sweater; Vw.: -; Hw.: s. Schweiß (1), schwitzen; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. sweater; E.: s. ne. sweater, N., Sweater, Pullover; vgl. ne. sweat, V., schwitzen; ae. swǣtan, sw. V. (1), schwitzen, bluten, sich plagen, bedrücken, zusammenschmieden, schweißen; germ. *swaitjan, sw. V., schwitzen machen; idg. *su̯eid- (2), V., schwitzen, Pokorny 1043 (1795/267) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Sweater, fehlt DW, Duden s. u. Sweater; Son.: vgl. nndl. sweater, Sb., Sweater; frz. sweater, M., Sweater; nschw. sweater, Sb., Sweater; nnorw. sweater, M., Sweater; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein gewirktes über den Kopf anzuziehendes Sportkleidungsstück für den Oberkörper (Pullover); BM.: schwitzen; F.: Sweater, Sweaters+FW; Z.: Sweat-er
Swimmingpool, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Swimmingpool, Schwimmbecken; ne. swimming pool; Vw.: -; Hw.: s. schwimmen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. swimming pool; E.: s. ne. swimming pool, N., Schwimmbecken; vgl. ne. swim, V., schwimmen; ae. swimman, st. V. (3a), schwimmen, fließen; germ. *swemman, st. V., schwimmen; idg. *su̯em-?, V., sich bewegen, schwimmen, Pokorny 1046 (1806/278) (RB. idg. aus kelt., germ.); ne. pool, N., Schwimmbecken, Teich, Lache (F.); ae. pōl, st. M. (a), Pfuhl; germ. *pōla-, *pōlaz, st. M. (a), Pfuhl; s. idg. *bʰel- (1), *bʰelə-, *bʰelH-, Adj., V., glänzend, weiß, glänzen, Pokorny 118 (197/30) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Swimmingpool, fehlt DW, Duden s. u. Swimmingpool; Son.: vgl. nndl. swimming-pool, Sb., Swimmingpool; nschw. swimmingpool, Sb., Swimmingpool; nnorw. swimmingpool, M., Swimmingpool; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und zu dem Schwimmen verwendbares Wasserbecken; BM.: sich bewegen, glänzen; F.: Swimmingpool, Swimmingpools+FW; Z.: Swim-m-ing—pool
Swing, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Swing, eine Musikrichtung; ne. swing (N.); Vw.: -; Hw.: s. schwingen; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. swing; E.: s. ne. swing, N., swing; vgl. ne. swing, V., schwingen; ae. swingan, st. V. (3a), schlagen, geißeln, sich schwingen; germ. *swengan, *swengwan, st. V., schwingen; idg. *su̯eng-, *su̯enk-, *su̯eg-, *su̯ek-, V., biegen, schwingen, schwenken, Pokorny 1047 (1809/281) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: EWD s. u. Swing, fehlt DW, Duden s. u. Swing; Son.: vgl. nndl. swing, Sb., Swing; frz. swing, M., Swing; nschw. swing, Sb., Swing; nnorw. swing, M., Swing; poln. swing, M., Swing; lit. svingas, M., Swing; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und verwendete Musikrichtung oder einen Jazzstil; BM.: biegen; F.: Swing, Swings+FW; Z.: Swing
$swingen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. swingen, Swin g verwenden; E.: s. Swing, s. en (Suff.); L.: EWD s. u. Swing, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Swing und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Swing als Musikrichtung oder Jazzstil verwenden; F.: swingen, swinge, swingst, swingt, swingest, swinget, swingte, swingtest, swingten, swingtet, geswingt, ##geswingt, geswingte, geswingtes, geswingtem, geswingten, geswingter##, swingend, ###swingend, swingende, swingendes, swingendem, swingenden, swingender###, swing (!)+FW; Z.: swing-en
Syllogismus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Syllogismus, Vernunftschluss; ne. syllogism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. syllogismus; E.: s. lat. syllogismus, M., förmlicher Vernunftschluss, Syllogismus, (4 v.-65 n. Chr.); gr. συλλογισμός (syllogismós), M., förmlicher Vernunftschluss, Syllogismus; vgl. gr. συλλογίζεσθαι (syllogízesthai), V., sich zusammenrechnen, berechnen, zusammenfassen, überlegen (V.); gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Syllogismus, fehlt DW, Duden s. u. Syllogismus; Son.: vgl. nndl. syllogisme, Sb., Syllogismus; frz. syllogisme, M., Syllogismus; nschw. syllogism, Sb., Syllogismus; nnorw. syllogisme, M., Syllogismus; nir. siollóig, F., Syllogismus; lit. silogistika, F., Syllogismus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen aus zwei Prämissen gezogenen Vernunftschluss (über die Anwendung eines [Rechts]satzes auf einen Sachverhalt wie beispielsweise Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Folglich ist Sokrates sterblich, oder Alle Münchener sind Bayern. Alle Schwabinger sind Münchener. Folglich sind alle Schwabinger Bayern, oder Wer stiehlt, wird bestraft. X hat gestohlen. Folglich wird X bestraft); BM.: eins, sammeln; F.: Syllogismus, Syllogismen+FW; Z.: Syl-log-ism-us
Symbiose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Symbiose, für alle Beteiligten vorteilhafte Verbindung; ne. symbiosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. gr. συμβίωσις (symbíōsis); E.: s. gr. συμβίωσις (symbíōsis), F., Zusammenleben, Umgang; vgl. gr. σύμβιος (sýmbios), Adj., zusammenlebend; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βίος (bíos), M., Leben; vgl. gr. βῆσθαι (bēsthai), V., leben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Symbiose, fehlt DW, EWD s. u. Symbiose, Duden s. u. Symbiose; Son.: vgl. nndl. symbiose, Sb., Symbiose; frz. symbiose, F., Symbiose; nschw. symbios, Sb., Symbiose; nnorw. symbiose, M., Symbiose; poln. symbioza, F., Symbiose; kymr. symbiosis, M., Symbiose; nir. simbeois, F., Symbiose; lit. simbiozė, F., Symbiose; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das für alle Beteiligten vorteilhafte Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Art wie beispielsweise von Ameisen und Blattläusen oder Madenhacker und Huftieren oder Putzergarnele und Muräne oder Mensch und Haustier oder Menschen und Pflanzen; BM.: eins bzw. zusammen, leben; F.: Symbiose, Symbiosen+FW(+EW?); Z.: Sym-bio-s-e
Symbol, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Symbol, Sinnbild; ne. symbol; Vw.: -; Hw.: s. symbolisch, symbolisieren; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. symbolum; E.: s. lat. symbolum, N., Marke, Kennzeichen, Symbol, Sinnbild, (um 250-184 v. Chr.); gr. σύμβολον (sýmbolon), N., Übereinkunft, Vertrag, Kennzeichen, Vorzeichen; vgl. gr. συμβάλλειν (symbállein), V., zusammenwerfen, aufschütten; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Symbol, DW 20, 1377, EWD s. u. Symbol, Duden s. u. Symbol; Son.: vgl. nndl. symbool, Sb., Symbol; frz. symbole, M., Symbol; nschw. symbol, Sb., Symbol; nnorw. symbol, N., Symbol; poln. symbol, M., Symbol; kymr. symbol, M., Symbol; nir. siombail, F., Symbol; lit. simbolas, M., Symbol; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen spätestens seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Sinnbild wie beispielsweise die Eule für Weisheit oder das Herz für die Liebe oder das Kreuz für das Christentum oder den Löwen für Mut und Stärke oder den Regenbogen für Hoffnung; BM.: eins, werfen; F.: Symbol, Symbols, Symboles, Symbole, Symbolen+FW(+EW); Z.: Sym-bol
$Symbolik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Symbolik, sinnbildliche Bedeutung, sinnbildlichen Gehalt; E.: s. Symbol, s. ik (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Symbol; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Symbol und ik (Suff.) gebildete Bezeichnung für sinnbildliche Bedeutung oder sinnbildlichen Gehalt; F.: Symbolik, Symboliken+FW; Z.: Sym-bol-ik
symbolisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. symbolisch, sinnbildlich, als Sinnbild stehend, als Sinnbild verwendet, ein Sinnbild darstellend; ne. symbolic; Vw.: -; Hw.: s. Symbol, symbolisieren; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. symbolicus; E.: s. lat. symbolicus, Adj., symbolisch, sinnbildlich, figürlich, gr. συμβολικός (symbolikós), Adj., sinnbildlich, figürlich; vgl. gr. σύμβολον (sýmbolon), N., Übereinkunft, Vertrag, Kennzeichen, Vorzeichen; vgl. gr. συμβάλλειν (symbállein), V., zusammenwerfen, aufschütten; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Symbol, DW 20, 1386, EWD s. u. Symbol, Duden s. u. symbolisch; Son.: vgl. nndl. symbolisch, Adj., symbolisch; frz. symbolique, Adj., symbolisch; nschw. symbolisk, Adj., symbolisch; nnorw. symbolsk, Adj., symbolisch; poln. symboliczny, Adj., symbolisch; nir. siombalach, Adj., symbolisch; lit. simbolinis, Adj., symbolisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sinnbildlich oder als Sinnbild verwendet; BM.: eins, werfen; F.: symbolisch, symbolische, symbolisches, symbolischem, symbolischen, symbolischer(, symbolischere, symbolischeres, symbolischerem, symbolischeren, symbolischerer, symbolischst, symbolischste, symbolischstes, symbolischstem, symbolischsten, symbolischster)+FW(+EW); Z.: sym-bol-isch
symbolisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. symbolisieren, sinnbildlich darstellen; ne. symbolize; Vw.: -; Hw.: s. Symbol, symbolisch; I.: Lw. mlat. symbolizāre; E.: s. mlat. symbolizāre, V., übereinstimmen; vgl. lat. symbolum, N., Marke, Kennzeichen, Symbol, Sinnbild, (um 250-184 v. Chr.); gr. σύμβολον (sýmbolon), N., Übereinkunft, Vertrag, Kennzeichen, Vorzeichen; vgl. gr. συμβάλλειν (symbállein), V., zusammenwerfen, aufschütten; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge s. u. Symbol, DW 20, 1391, EWD s. u. Symbol, Duden s. u. symbolisieren; Son.: vgl. nndl. symboliseren, V., symbolisieren; frz. symboliser, V., symbolisieren; nschw. symbolisera, V., symbolisieren; nnorw. symbolisere, V., symbolisieren; poln. symbolizować, V., symbolisieren; kymr. symboleiddio, V., symbolisieren; nir. siombalaím, V., symbolisieren; lit. simbolizuoti, V., symbolisieren; GB.: nach vereinzelten Belegen des späten siebzehnten Jahrhunderts seit spätem 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sinnbildlich darstellen; BM.: eins, werfen; F.: symbolisieren, symbolisiere, symbolisierst, symbolisiert, symbolisierest, symbolisieret, symbolisierte, symbolisiertest, symbolisierten, symbolisiertet, ##symbolisiert, symbolisierte, symbolisiertes, symbolisiertem, symbolisierten, symbolisierter##, symbolisierend, ##symbolisierend, symbolisierende, symbolisierendes, symbolisierendem, symbolisierenden, symbolisierender###, symbolisier (!)(+)FW(+EW); Z.: sym-bol-is-ieren
Symmetrie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Symmetrie, Ebenmaß, Spiegelbild; ne. symmetry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. symmetria; E.: s. lat. symmetria, F., Ebenmaß, Symmetrie, (116-27 v. Chr.); gr. συμμετρία (symmetría), F., Ebenmaß, Symmetrie; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Symmetrie, DW 20, 1393, EWD s. u. Symmetrie, Symmetrie; Son.: vgl. nndl. symmetrie, Sb., Symmetrie; frz. symétrie, F., Symmetrie; nschw. symmetri, Sb., Symmetrie; nnorw. symmetri, M., Symmetrie; poln. symetria, F., Symmetrie; nir. siméadracht, F., Symmetrie; lit. simetrija, F., Symmetrie; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Ebenmaß oder Spiegelbild oder eine wechselseitige Entsprechung wie beispielsweise der beiden Hälften des Herzens oder zweier Spielfelder einer Tischtennisplatte oder des Quadrats; BM.: eins, messen; F.: Symmetrie, Symmetrien+FW(+EW?); Z.: Sym-me-t-r-ie
$symmetrisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. symmetrisch, ebenmäßig, spiegelbildlich; E.: s. Symmetr(ie), s. isch; Q.: Mitte 16. Jh.; L.: Kluge s. u. Symmetrie, DW 20, 1395, EWD s. u. Symmetrie; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und nach dem Griechischen des Altertums und dem Griechisch-Lateinischen aus Symmetr(ie) und isch gebildete Bezeichnung für ebenmäßig oder spiegelbildlich; F.: symmetrisch, symmetrische, symmetrisches, symmetrischem, symmetrischen, symmetrischer(, symmetrischere, symmetrischeres, symmetrischerem, symmetrischeren, symmetrischerer, symmetrischst, symmetrischste, symmetrischstes, symmetrischstem, symmetrischsten, symmetrischster)+FW+EW; Z.: sym-me-t-r-isch
Sympathie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Sympathie, Zuneigung, Wohlwollen; ne. sympathy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. sympathīa; E.: s. lat. sympathīa, F., natürlicher Zusammenhang, Sympathie, (81-43 v. Chr.); gr. συμπάθεια (sympátheia), F., Mitempfinden, Sympathie; vgl. gr. συμπαθής (sympathḗs), Adj., mitleidig; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πάσχειν (páschein), V., einen Eindruck empfangen, erfahren (V.), erleben; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Sympathie, DW 20, 1400, EWD s. u. Sympathie, Duden s. u. Sympathie; Son.: vgl. nndl. sympathie, Sb., Sympathie; frz. sympathie, F., Sympathie; nschw. sympati, Sb., Sympathie; nnorw. sympati, M., Sympathie; poln. sympatia, F., Sympathie; lit. simpatija, F., Sympathie; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Zuneigung oder Wohlwollen oder eine positive gefühlsmäßige Einstellung zu einem Menschen oder einer Gegebenheit; BM.: zusammen, leiden; F.: Sympathie, Sympathien+FW(+EW); Z.: Sym-path-ie
sympathisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. sympathisch, Sympathie erweckend, zuneigend, wohlwollend, angenehm; ne. sympathetic, likeable; Vw.: -; Hw.: s. Sympathie, sympathisieren; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. sympathique; E.: s. frz. sympathique, Adj., sympathisch; vgl. frz. sympathie, F., Sympathie; lat. sympathīa, F., natürlicher Zusammenhang, Sympathie, (81-43 v. Chr.); gr. συμπάθεια (sympátheia), F., Mitempfinden, Sympathie; vgl. gr. συμπαθής (sympathḗs), Adj., mitleidig; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πάσχειν (páschein), V., einen Eindruck empfangen, erfahren (V.), erleben; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Sympathie, EWD s. u. Sympathie, DW 20, 1407, Duden s. u. sympathisch; Son.: vgl. nndl. sympathiek, Adj., sympathisch; nschw. sympatisk, Adj., sympathisch; nnorw. sympatisk, Adj., sympathisch; poln. sympatyczny, Adj., sympathisch; kymr. sympathetig, Adj., sympathisch; nir. simpiteach, Adj., sympathisch; lit. simpatiškas, Adj., sympathisch; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Sympathie erweckend oder zuneigend oder wohlwollend oder angenehm; BM.: zusammen, leiden; F.: sympathisch, sympathische, sympathisches, sympathischem, sympathischen, sympathischer(, sympathischere, sympathischeres, sympathischerem, sympathischeren, sympathischerer, sympathischst, sympathischste, sympathischstes, sympathischstem, sympathischsten, sympathischster)+FW; Z.: sym-path-isch
sympathisieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. sympathisieren, angenehm machen, zugeneigt sein (V.), zuneigen; ne. sympathise; Vw.: -; Hw.: s. Sympathie, sympathisch; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. sympathiser; E.: s. frz. sympathiser, V., sympathisieren; vgl. frz. sympathie, F., Sympathie; lat. sympathīa, F., natürlicher Zusammenhang, Sympathie, (81-43 v. Chr.); gr. συμπάθεια (sympátheia), F., Mitempfinden, Sympathie; vgl. gr. συμπαθής (sympathḗs), Adj., mitleidig; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πάσχειν (páschein), V., einen Eindruck empfangen, erfahren (V.), erleben; idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Sympathie, DW 20, 1408, EWD s. u. Sympathie, Duden s. u. sympathisieren; Son.: vgl. nschw. sympatisera, V., sympathisieren; nnorw. sympatisere, V., sympathisieren; poln. sympatyzować, V., sympathisieren; lit. simpatizuoti, V., sympathisieren; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches angenehm machen oder zugeneigt sein (V.) oder zuneigen; BM.: zusammen, leiden; F.: sympathisieren, sympathisiere, sympathisierst, sympathisiert, sympathisierest, sympathisieret, sympathisierte, sympathisiertest, sympathisierten, sympathisiertet, ##sympathisiert, sympathisierte, sympathisiertes, sympathisiertem, sympathisierten, sympathisierter##, sympathisierend, ###sympathisierend, sympathisierende, sympathisierendes, sympathisierendem, sympathisierenden, sympathisierender###, sympathisier (!)+FW(+EW); Z.: sym-path-is-ier-en
Symposion, Symposium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Symposion, Zusammenkunft zu fachlichem Gespräch, Gastmahl; ne. symposium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. symposion; E.: s. lat. symposion, N., Gastmahl, (um 125-175 n. Chr.); gr. συμπόσιον (sympósion), N., Gastmahl; vgl. gr. συμπίνειν (sympínein), V., mittrinken; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πίνειν (pínein), V., trinken; idg. *pōi- (2), *pō-, *pī-, *pₒ-, *peh₃-, *poh₃-, *peh₃i-, V., trinken, Pokorny 839 (1451/93) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Symposion, EWD s. u. Symposium, DW 20, 1416, Duden s. u. Symposion; Son.: vgl. nndl. symposion, Sb., Symposion; frz. symposium, M., Symposion; nschw. symosium, Sb., Symposion; nnorw. symposion, N., Symposion; poln. sympozjum, Sb., Symposion; kymr. symposiwm, M., Symposion; nir. siompóisiam, M., Symposion; lit. simpoziumas, M., Symposion; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zusammenkunft zu fachlichem Gespräch oder (zu einem) Gastmahl; BM.: zusammen, trinken; F.: Symposion, Symposions, Symposium, Symposiums, Symposien+FW; Z.: Sym-po-s-i-on
Symptom, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Symptom, Krankheitszeichen, Kennzeichen; ne. symptom; Vw.: -; Hw.: s. symptomatisch; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. σύμπτωμα (sýmptōma); E.: s. gr. σύμπτωμα (sýmptōma), N., Begebenheit, Zufall, Unfall; vgl. gr. συμπίπτειν (sympíptein), V., zusammenfallen, zusammenstürzen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πίπτειν (píptein), V., hinstürzen, umfallen, fallen, losstürmen, dahinsinken, umkommen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Symptom, DW 20, 1416, EWD s. u. Symptom, Duden s. u. Symptom; Son.: vgl. nndl. symptoom, Sb., Symptom; frz. symptôme, M., Symptom; nschw. symptom, symtom, N., Symptom; nnorw. symptom, N., Symptom; poln. symptom, M., Symptom; kymr. symtpom, M., Symptom; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für eine bestimmte Krankheit kennzeichnendes Krankheitszeichen wie beispielsweise Fieber oder Heiserkeit oder Hautausschlag oder Schmerzen oder Übelkeit oder allgemein ein Kennzeichen; BM.: eins, stürzen; F.: Symptom, Symptoms, Symptomes, Symptome, Symptomen+FW; Z.: Sym-pto-m
symptomatisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. symptomatisch, kennzeichnend; ne. symptomatic, symptomatical; Vw.: -; Hw.: s. Symptom; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. συμπτωματικός (symptōmatikós); E.: gr. συμπτωματικός (symptōmatikós), Adj., zufällig; vgl. gr. συμπίπτειν (sympíptein), V., zusammenfallen, zusammenstürzen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. πίπτειν (píptein), V., hinstürzen, umfallen, fallen, losstürmen, dahinsinken, umkommen; idg. *pet- (2), *petə-, *ptē-, *ptō-, V., stürzen, fliegen, fallen, Pokorny 825 (1420/62) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge s. u. Symptom, DW 20, 1418, EWD s. u. Symptom, Duden s. u. symptomatisch; Son.: vgl. nndl. symptomatisch, Adj., symptomatisch; frz. symptomatique, Adj., symptomatisch; nschw. symptomatisk, symtomatisk, Adj., symptomatisch; nnorw. symptomatisk, Adj., symptomatisch; poln. symptomatyczny, Adj., symptomatisch; kymr. symptomaidd, Adj., symptomatisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für kennzeichnend; BM.: eins, stürzen; F.: symptomatisch, symptomatische, symptomatisches, symptomatischem, symptomatischen, symptomatischer(, symptomatischere, symptomatischeres, symptomatischerem, symptomatischeren, symptomatischerer, symptomatischst, symptomatischste, symptomatischstes, symptomatischstem, symptomatischsten, symptomatischster)+FW+EW; Z.: sym-pto-m-at-isch
syn…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. syn..., gemeinsam, zusammen, mit…; ne. syn…; Vw.: s. -agoge-, -apse, -ästhesie, -chron, -chronie, -chronisch, -dikat, -dikus, -drom, -kope, -odal, -ode, -onym, -opse, -tax, -these, -thetisch; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: gr. σύν (sýn), ξύν (xýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. syn-, fehlt DW (aber beispielsweise Synagoge), EWD s. u. syn-, Duden s. u. syn-; Son.: vgl. nndl. syn…, Präf., syn…; frz. syn…, Präf., syn…; nschw. syn…, Präf., syn…; nnorw. syn…, Präf., syn…; poln. syn…, Präf., syn…; kymr. syn…, Präf., syn…; nir. sion…, Präf., syn…; lit. sin…, Präf., syn…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort oder Vorsilbe für zusammen oder gemeinsam oder mit… verwendete Bezeichnung; BM.: eins bzw. zusammen; F.: syn…+FW; Z.: syn-
Synagoge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Synagoge, Versammlungshaus der jüdischen Gemeinde, Gebetshaus der Juden; ne. synagogue; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. synagōge, sinagōge, st. F., Synagoge, Bethaus der Juden, Juden insgesamt; mnd. sinagōge, synagōge, F., Synagoge, Schule für Juden, Judenschaft; mnl. singagoge, F., Synagoge; ahd. synagogi*, sinagogi*, st. N. (ja), Synagoge; lat. synagōga, F., Synagoge, (um 160-220 n. Chr.); gr. συναγωγή (synagōgḗ), F., Synagoge; vgl. gr. συνάγειν (synágein), V., zusammenführen, zusammenbringen, versammeln; gr. συν (syn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; vgl. idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἄγειν (ágein), V., in Bewegung setzen, bringen, holen, führen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Synagoge, DW 20, 1418, EWD s. u. Synagoge, EWAhd 7, 1242, Duden s. u. Synagoge; Son.: vgl. nndl. synagoog, Sb., Synagoge; frz. synagogue, F., Synagoge; nschw. synagoga, Sb., Synagoge; nnorw. synagoge, M., Synagoge; poln. synagoga, F., Synagoge; kymr. synagog, M., Synagoge; nir. sionagóg, F., Synagoge; lit. sinagoga, F., Synagoge; GB.: (synagogi) seit dem Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Versammlungshaus der jüdischen Gemeinde oder das Gebetshaus der Juden; BM.: eins, bewegen; F.: Synagoge, Synagogen+FW; Z.: Syn-ag-og-e
Synapse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Synapse, Verbindung zweier Zellen; ne. synapse (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. σύναψις (sýnapsis); E.: s. gr. σύναψις (sýnapsis), F., Verbindung; vgl. gr. συνάπτειν (synáptein), V., verknüpfen, zusammenfügen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἅπτεσθαι (háptesthai), V., anfassen, berühren; idg. *ap- (1), *əp-, *ēp-, *h₁ep-, V., fassen, nehmen, erreichen, Pokorny 50 (88/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Synapse; Son.: vgl. nndl. synaps, Sb., Synapse; frz. synapse, F., Synapse; nschw. synaps, Sb., Synapse; nnorw. synapse, M., Synapse; poln. synapsa, F., Synapse; kymr. synaps, M., Synapse; lit. sinapsė, F., Synapse; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die der Übertragung eines chemischen oder elektrischen Reizes dienende Verbindung zwischen einer Nervenzelle oder Sinneszelle und einer anderen Nervenzelle oder einer anderen Zielzelle wie einer Muskelzelle oder Drüsenzelle mittels Ausschüttung so genannter Neurotransmitter (ein menschliches Gehirn hat ungefähr 100 Billionen Synapsen wobei eine einzelne Nervenzelle bis zu 10000 Synapsen aufweisen kann); BM.: eins, fassen; F.: Synapse, Synapsen+FW(+EW); Z.: Syn-ap-s-e
Synästhesie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Synästhesie, Vermischung von Sinneseindrücken; ne. synaesthesia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: gr. συναίσθησις (synaísthēsis), F., Mitempfinden, gleichzeitige Wahrnehmung; vgl. gr. συναισθάνεσθαι (synaisthánesthai), V., zugleich wahrnehmen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. αἰσθάνεσθαι (aisthánesthai), V., wahrnehmen, bemerken; vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Synästhesie, fehlt DW, Duden s. u. Synästhesie; Son.: vgl. nndl. synesthesie, Sb., Synästhesie; frz. synesthésie, F., Synästhesie; nschw. synestesi, Sb., Synästhesie; nnorw. synestesi, M., Synästhesie; poln. synestezja, F., Synästhesie; kymr. synesthesia, M., Synästhesie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Vermischung von Sinneseindrücken wie beispielsweise des Sehens oder Hörens eines Wortes und des Riechens eines Geruchs oder Schmeckens eines Geschmacks; BM.: eins, wahrnehmen; F.: Synästhesie, Synästhesien+FW; Z.: Syn-ä-th-es-ie
synchron, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. synchron, gleichzeitig; ne. synchronous; Vw.: -; Hw.: s. synchronisch, Synchronie; Q.: 1920-1930; I.: Lw. gr. σύγχρονος (sýnchronos); E.: s. gr. σύγχρονος (sýnchronos), Adj., gleichzeitig; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 1122; L.: Kluge s. u. synchron, DW 20, 1420 (synchronisch), EWD s. u. synchronisch, Duden s. u. synchron; Son.: vgl. nndl. synchroon, Adj., synchron; frz. synchrone, Adj., synchron; nschw. synkron, Adj., synchron; nnorw. synkron, Adj., synchron; poln. synchroniczny, Adj., synchron; kymr. syncronaidd, Adj., synchron; nir. sioncrónach, Adj., synchron; lit. sinchroninis, Adj., synchron; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Etymologie unklare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gleichzeitig; BM.: eins, Zeit; F.: synchron, synchrone, synchrones, synchronem, synchronen, synchroner(, synchronere, synchroneres, synchronerem, synchroneren, synchronerer, synchronst, synchronste, synchronstes, synchronstem, synchronsten, synchronster)+FW(+EW?); Z.: syn-chron
Synchronie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Synchronie, Gleichzeitigkeit; ne. synchrony; Vw.: -; Hw.: s. synchron, synchronisch; Q.: 1917; I.: Lw. frz. synchronie; E.: s. frz. synchronie, F., Gleichzeitigkeit; frz. synchrone, Adj., gleichzeitig; mlat. synchronus, Adj., zeitgenössisch; gr. σύγχρονος (sýnchronos), Adj., gleichzeitig; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 1122; L.: Kluge s. u. synchron, fehlt DW, EWD s. u. synchronisch, Duden s. u. Synchronie; Son.: vgl. nndl. synchronie, Sb., Synchronie; nschw. synkroni, Sb., Synchronie; poln. synchronizm, Sb., Synchronie; nir. sioncrónacht, F., Synchronie; GB.: seit 1917 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Etymologie teilweise unklare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliche Gleichzeitigkeit oder den Zustand einer Sprache in einem bestimmten Zeitraum; BM.: eins, Zeit; F.: Synchronie, Synchronien+FW+EW?; Z.: Syn-chron-ie
$Synchronisation, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Synchronisation, Gleichzeitigmachung; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. synchron, s. isation; L.: fehlt DW, EWD s. u. synchronisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit synchron und synchronisch verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliche von Menschen entwickelte und verwendete Gleichzeitigmachung zeitlich unterschiedlicher Gegebenheiten wie beispielsweise von Tönen und Lippenbewegungen in einem Film oder die automatische Aktualisierung von E-mails auf unterschiedlichen Geräten oder die Cloud; F.: Synchronisation, Synchronisationen+FW; Z.: Syn-chron-is-at-io-n
synchronisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. synchronisch, synchron, gleichzeitig, zeitgleich geschehend; ne. synchronic; Vw.: -; Hw.: s. synchron, Synchronie; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mlat. synchronus, gr. σύγχρονος (sýnchronos); E.: s. mlat. synchronus, Adj., zeitgenössisch; gr. σύγχρονος (sýnchronos), Adj., gleichzeitig; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. χρόνος (chrónos), M., Zeit, Zeitdauer; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 2, 1122; L.: Kluge s. u. synchron, DW 20, 1420 (synchronisch), EWD s. u. synchronisch, Duden s. u. synchronisch; Son.: vgl. nndl. synchronisch, Adj., synchronisch; frz. synchronique, Adj., synchronisch; nschw. synkronisk, Adj., synchronisch; nnorw. synkronisk, Adj., synchronisch; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches gleichzeitig oder zeitgleich; BM.: eins, Zeit; F.: synchronisch, synchronische, synchronisches, synchronischem, synchronischen, synchronischer(, synchronischere, synchronischeres, synchronischerem, synchronischeren, synchronischerer, synchronischst, synchronischste, synchronischstes, synchronischstem, synchronischsten, synchronischster)+FW+EW; Z.: syn-chron-isch
$synchronisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. synchronisieren, gleichzeitig machen; Q.: 1920-1930; E.: s. synchron, s. isieren (Suff.); L.: DW 20, 1420, EWD s. u. synchronisch; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus synchron und isieren gebildete Bezeichnung für gleichzeitig machen oder in der Tonfilmtechnik die auf einem besonderen Tonstreifen aufgenommenen Worte und Geräusche mit einem ursprünglich stummen Bildfilmstreifen nachträglich vereinigen; F.: synchronisieren, synchronisiere, synchronisierst, synchronisiert, synchronisierest, synchronisieret, synchronisierte, synchronisiertest, synchronisierten, synchronisiertet, ##synchronisiert, synchronisierte, synchronisiertes, synchronisiertem, synchronisierten, synchronisierter##, synchronisierend, ###synchronisierend, synchronisierende, synchronisierendes, synchronisierendem, synchronisierenden, synchronisierender###, synchronisier (!)+FW+EW; Z.: syn-chron-is-ier-en
Syndikat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Syndikat, Verkaufskartell; ne. syndicate (N.); Vw.: -; Hw.: s. Syndikus; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. syndicate; E.: s. ne. syndicate, N., Syndikat; frz. syndicat, M., Rechtsbeistand, Syndikat; lat. syndicus, Syndikus; s. gr. σύνδικος (sýndikos), M., Sachwalter, Anwalt; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. δίκη (díkē), F., Art und Weise, Brauch, Sitte, Recht, Gerechtigkeit; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Syndikat, DW 20, 1420, EWD s. u. Syndikat, Duden s. u. Syndikat; Son.: s. mnd. sindicāt, syndicāt, N., Syndikat, Amt des Syndikus, Stellung des Syndikus; vgl. nndl. syndicaat, Sb., Syndikat; nschw. syndikat, N., Syndikat; nnorw. syndikat, N., Syndikat; poln. syndikat, M., Syndikat; kymr. syndicet, M., F., Syndikat; nir. siondacáit, F., Syndikat; lit. sindikatas, M., Syndikat; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wirtschaftlichen Zusammenschluss bei dem die Mitglieder ihre Erzeugnisse über eine gemeinsame Verkaufsorganisation (Verkaufskartell) absetzen müssen oder einen als geschäftliches Unternehmen getarnten Zusammenschluss rechtswidrig Handelnder; BM.: zusammen, Recht; F.: Syndikat, Syndikates, Syndikats, Syndikate, Syndikaten+FW; Z.: Syn-di-k-at
Syndikus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Syndikus, Rechtsbevollmächtigter, ständiger Rechtsbeistand; ne. syndic; Vw.: -; Hw.: s. Syndikat; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. syndicus; E.: s. mnd. sindicus, sijnnikus, M., Syndikus; lat. syndicus, M., Syndikus, Vertreter, Sachwalter, Anwalt, (140-180 n. Chr.); gr. σύνδικος (sýndikos), M., Sachwalter, Anwalt; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. δίκη (díkē), F., Art und Weise, Brauch, Sitte, Recht, Gerechtigkeit; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Syndikat, DW 20, 1421, EWD s. u. Syndikat, Duden s. u. Syndikus; Son.: vgl. frz. syndic, M., Syndicus; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Rechtsbevollmächtigten oder ständigen Rechtsbeistand eines Unternehmens oder eines Verbandes oder einer Gemeinde; BM.: zusammen, Recht; F.: Syndikus, Syndizi, Syndikusse, Syndikussen+FW(+EW); Z.: Syn-di-k-us
Syndrom, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Syndrom, komplexes Bild; ne. syndrome; Vw.: s. Down-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. συνδρομή (syndromḗ); E.: s. gr. συνδρομή (syndromḗ), F., Zusammenlauf, Anhäufung; vgl. gr. συντρέχειν (syntréchein), V., mitlaufen, sich vereinigen, zusammenlaufen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τρέχειν (tréchein), V., laufen, eilen, rennen; idg. *dʰregʰ- (1), V., laufen, Pokorny 273 (407/55) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt.?); L.: Kluge s. u. Syndrom, fehlt DW, Duden s. u. Syndrom; Son.: vgl. nndl. syndroom, Sb., Syndrom; frz. syndrome, M., Syndrom; nschw. syndrom, N., Syndrom; nnorw. syndrom, N., Syndrom; poln. snydrom, M., Syndrom; kymr. syndrom, M., Syndrom; nir. siondróm, M., Syndrom; lit. sindromas, M., Syndrom; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome ergebendes komplexes Bild oder Krankheitsbild; BM.: eins, laufen; F.: Syndrom, Syndroms, Syndromes, Syndrome, Syndromen+FW(+EW); Z.: Syn-drom
Synergie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Synergie, Zusammenarbeit; ne. synergy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr. συνεργία (synergía); E.: s. gr. συνεργία (synergía), F., gemeinschaftliche Tätigkeit, Mitarbeit Hilfe; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Synergie; Son.: vgl. nndl. synergie, Sb., Synergie; frz. synergie, F., Synergie; nschw. synergi, Sb., Synergie; nnorw. synergi, M., Synergie; nir. sineirgíocht, F., Synergie; kymr. synergedd, M., Synergie; poln. synergie, F., Synergie; lit. sinergija, F., Synergie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die für den Zusammenhalt und die gemeinsame Erfüllung von Aufgaben zu Verfügung stehende Energie oder eine Zusammenarbeit; BM.: zusammen, Tat; F.: Synergie, Synergien+FW; Z.: Syn-erg-ie
Synkope, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Synkope, Ausfall eines unbetonten Vokals, rhythmische Verschiebung, Ohnmacht; ne. syncope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. syncopē; E.: s. lat. syncopē, F., Synkope, Verkürzung des Wortes in der Mitte, Ohnmacht, (um 400 n. Chr.); gr. συγχοπή (synchopḗ), F., Verkürzung des Wortes in der Mitte; vgl. gr. συνκόπτειν (synkóptein), V., zusammenschlagen, zusammenhauen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. κόπτειν (kóptein), V., schlagen, stoßen, fällen; idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Synkope, EWD s. u. Synkope, DW 20, 1423, Duden s. u. Synkope; Son.: vgl. nndl. syncope, Sb., Synkope; frz. syncope, F., Synkope; nschw. synkope, Sb., Synkope; nnorw. synkope, M., Synkope; poln. synkopa, F., Synkope; nir. sioncóipiú, M., Synkope; nir. sioncóipis, F., Synkope, kurzzeitige Ohnmacht; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Ausfall eines unbetonten Vokals oder eine Ohnmacht; BM.: eins, schneiden; F.: Synkope, Synkopen+FW(+EW); Z.: Syn-kop-e
$synkopieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. synkopieren, ohnmächtig machen, verkürzen; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; L.: Kluge s. u. Synkope, DW 20, 1420, EWD s. u. Synkope; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Synkop(e) und ieren gebildete Bezeichnung für ohnmächtig machen oder verkürzen; F.: synkopieren, synkopiere, synkopierst, synkopiert, synkopierest, synkopieret, synkopierte, synkopiertest, synkopierten, synkopiertet, ##synkopiert, synkopierte, synkopiertes, synkopiertem, synkopierten, synkopierter##, synkopierend, ###synkopierend, synkopierende, synkopierendes, synkopierendem, synkopierenden, synkopierender###, synkopier (!)+FW(+EW); Z.: syn-kop-ier-en
Synkretismus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Synkretismus, Vermischung oder Verbindung verschiedener Religionen oder Lehren; ne. syncretism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. συγκρητισμός (synkrētismós); E.: s. gr. συγκρητισμός (synkrētismós), M., Vereinigung zweier Streitender gegen einen Dritten; vgl. gr. συγκρητίζειν (synkrētízein), V., sich gegen einen gemeinsamen Feind verbünden; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. Κρής (Krḗs), M., Kreter; gr. Κρήτη (Krḗtē), F.=ON, Kreta; L.: Synkretismus DW 20, 1420; Son.: vgl. nndl. syncretisme, Sb., Synkretismus; frz. syncrétisme, M., Synkretismus; nschw. synketisme, Sb., Synkretismus; nnorw. synkretisme, M., Synkretismus; kymr. syncretiaeth, F., Synkretismus; lit. sinkretizmas, M., Synkretismus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vermischung oder Verbindung verschiedener Religionen oder Lehren; BM.: eins, ON; F.: Synkretismus+FW; Z.: Syn—kret-ism-us
synodal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. synodal, Synode betreffend, eine Kirchenversammlung betreffend, zu einer Kirchenversammlung gehörend; ne. synodal; Vw.: -; Hw.: s. Synode; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. synodālis; E.: s. lat. synodālis, Adj., zur Synode gehörig, Synode betreffend, Synoden..., Synodal..., (vor 513 n. Chr.); vgl. lat. synodus, M., Zusammenkommen, Kirchenversammlung, Synode; gr. σύνοδος (sýnodos), F., Zusammenkunft, Zusammenkommen, Festversammlung; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Synode, DW 20, 1425, EWD s. u. Synode, Duden s. u. synodal; Son.: vgl. nnorw. synodal, Adj., synodal; kymr. synodaidd, Adj., synodal; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Kirche mögliche Kirchenversammlung betreffend; BM.: zusammen, Weg; F.: synodal, synodale, synodales, synodalem, synodalen, synodaler+FW; Z.: syn-od-al
Synode, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Synode, Kirchenversammlung; ne. synod; Vw.: -; Hw.: s. synodal, Sendgericht; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. synodus; E.: s. lat. synodus, M., Zusammenkommen, Kirchenversammlung, Synode; gr. σύνοδος (sýnodos), F., Zusammenkunft, Zusammenkommen, Festversammlung; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὁδός (hodós), M., Weg, Gang (M.) (2); idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887; L.: Kluge s. u. Synode, DW 20, 1426, EWD s. u. Synode, Duden s. u. Synode; Son.: vgl. ahd. senod, st. M. (a), Versammlung, Synode; afries. sinuth, sineth, send, sind, st. M. (a?), st. N. (a?), Sendgericht, Synodalgericht; ae. sinoþ, senoþ, sionoþ, st. F. (ō), Synode, Konzil, Versammlung; nndl. synode, Sb., Synode; frz. synode, F., Synode; nschw. synod, Sb., Synode; nnorw. synode, M., Synode; poln. synod, M., Synode; kymr. synod, M., F., Synode; nir. sionad, M., Synode; lit. sinodas, M., Synode; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Kirche mögliche beratende und beschließende Kirchenversammlung; BM.: zusammen, Weg; F.: Synode, Synoden+FW; Z.: Syn-od-e
synonym, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. synonym, gleichbedeutend, sinnverwandt; ne. synonymous, synonymic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. synonymique; E.: s. frz. synonymique, Adj., synonym, gleichbedeutend; lat. synōnymos, Adj., gleichbedeutend, synonym, (70-19 v. Chr.); gr. συνώνυμος (synōnymos), Adj., gleichbedeutend, synonym; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄνομα (ónoma), N., Name; idg. *enomn̥-, *nōmn̥-, *h₁nḗh₃mon-, *h₁néh₃mn-, Sb., Name, Pokorny 321 (468/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. synonym, DW 20, 1427, EWD s. u. Synonym, Duden s. u. synonym; Son.: vgl. nndl. synoniem, Adj., synonym; nschw. synonym, Adj., synonym; nnorw. synonym, Adj., synonym; poln. synonimiczny, Adj., synonym; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für gleichbedeutend oder sinnverwandt; BM.: eins, Name; F.: synonym, synonyme, synonymes, synonymem, synonymen, synonymer+FW; Z.: syn-on-ym
$Synonym, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Synonym, (ungefähr) gleichbedeutendes Wort ; Q.: Ende 15. Jh.; E.: s. synonym; L.: DW 20, 1426, EWD s. u. Synonym; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches (ungefähr) gleichbedeutendes Wort wie beispielsweise reden und sprechen oder Geschenk und Gabe oder Pferd und Ross oder schon und bereits oder hüpfen und springen; F.: Synonym, Synonymes, Synonyms, Synonyme, Synonymen+FW(+EW); Z.: Syn-on-ym
$Synonymie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Synonymie; E.: s. synonym, s. ie (Suff.); L.: Kluge s. u. synonym, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus synonym und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für gleiche Bedeutung graphisch oder lautlich verschiedener Wörter; F.: Synonymie, Synonymien+FW; Z.: Syn-on-ym-ie
Synopse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Synopse, vergleichende Gegenüberstellung, Zusammenschau; ne. synopsis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. synopsis; E.: s. lat. synopsis, F., Entwurf, Abriss, kures Verzeichnis; gr. σύνοψις (sýnopsis), F., kurzes Verzeichnis, Abriss; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ὄψεσθαι (ópsesthai), V., sehen; idg. *okᵘ̯-, *okᵘ̯i-, *okᵘ̯en-, *okᵘ̯n-, Sb., Auge, Pokorny 775; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Synopse, fehlt DW, Duden s. u. Synopse; Son.: vgl. nndl. synopsis, Sb., Synopse; frz. synopsis, F., Synopse; nschw. synops, Sb., Synopse; nnorw. synopsis, M., Synopse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Zeichen oder Schrift durch Menschen mögliche vergleichende Gegenüberstellung von Texten oder für eine Zusammenschau; BM.: eins, sehen; F.: Synopse, Synopsen+FW; Z.: Syn-op-s-e
$syntaktisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. syntaktisch, Syntax betreffend; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Synta(x), s. kt, s. isch (Suff.), s. gr. syntaktikós; L.: EWD s. u. Syntax, DW 20, 1426; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und in Anlehnung an gr. syntaktikós aus Synta(x) und kt sowie isch gebildete Bezeichnung für Syntax oder Satzlehre oder Satzbau oder Wortverbindung in einem Satz betreffend; F.: syntaktisch, syntaktische, syntaktisches, syntaktischem, syntaktischen, syntaktischer+FW(+EW); Z.: syn-tak-t-isch
Syntax, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Syntax, Satzlehre, Wortfügungslehre; ne. syntax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. gr. σύνταξις (sýntaxis); E.: s. gr. σύνταξις (sýntaxis), F., Zusammenstellung, Aufstellung, Anordnung, Heerbann, Kontingent; vgl. gr. συντάσσειν (syntássein), V., zusammenordnen, einrichten; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τάσσειν (tássein), τάττειν (táttein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Syntax, fehlt DW, EWD s. u. Syntax, Duden s. u. Syntax; Son.: vgl. nndl. syntaxis, Sb., Syntax; frz. syntaxe, F., Syntax; nschw. syntax, Sb., Syntax; nnorw. syntaks, M., Syntax; lit. sintaksė, F., Syntax; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in einer Sprache übliche Verbindung von Wörtern zu Wortgruppen und Sätzen oder für Satzlehre oder Wortfügungslehre; BM.: eins, stellen; F.: Syntax, Syntaxen+FW; Z.: Syn-tax
Synthese, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Synthese, Vereinigung, Zusammenfügung, Zusammensetzung; ne. synthesis; Vw.: -; Hw.: s. synthetisch, Synthesizer; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. synthesis; E.: s. lat. synthesis, F., Zusammensetzung, Mischung, Aufsatz, Tafelgeschirr, Schlafrock, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. σύνθεσις (sýnthesis), N., Zusammensetzung, Zusammenstellung; vgl. gr. συντιθέναι (syntithénai), V., zusammenstellen, zusammensetzen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Synthese, DW 20, 1429, EWD s. u. Synthese, Duden s. u. Synthese; Son.: vgl. nndl. synthese, Sb., Synthese; frz. synthèse, F., Synthese; nschw. syntes, Sb., Synthese; nnorw. syntese, M., Synthese; poln. synteza, F., Synthese; kymr. synthesis, M., Synthese; nir. sintéis, F., Synthese; lit. sintezė, F., Synthese; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Vereinigung oder Zusammenfügung oder Zusammensetzung oder für etwas aus verschiedenen Teilen Zusammengesetztes; BM.: zusammen, setzen; F.: Synthese, Synthesen+FW; Z.: Syn-the-s-e
Synthesizer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Synthesizer, ein Musikinstrument; ne. synthesiser, synthesizer; Vw.: -; Hw.: s. Synthese, synthetisch; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. synthesizer; E.: s. ne. synthesizer, N., Synthesizer; vgl. ne. synthesize, V., verbinden; vgl. lat. synthesis, F., Zusammensetzung, Mischung, Aufsatz, Tafelgeschirr, Schlafrock, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. σύνθεσις (sýnthesis), N., Zusammensetzung, Zusammenstellung; vgl. gr. συντιθέναι (syntithénai), V., zusammenstellen, zusammensetzen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Synthesizer; Son.: vgl. nndl. synthesizer, Sb., Syntheszizer; frz. synthétiseur, M., Synthesizer; nschw. synt, Sb., Synthesizer; nnorw. synthesizer, M., Synthesizer; kymr. syntheseisydd, M., Synthesizer; nir. sintéiseoir, M., Synthesizer; poln. syntetyzator, M., Synthesizer; lit. sintezatorius, M., Synthesizer; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen dieser Zeit entwickeltes elektronisches Musikinstrument zu einer Erzeugung von Klängen und Geräuschen sowie Tönen; BM.: zusammen, setzen; F.: Synthesizer, Synthesizers, Synthesizern+FW; Z.: Syn-the-s-iz-er
synthetisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. synthetisch, künstlich; ne. synthetic, artificial; Vw.: -; Hw.: s. Synthese, Synthesizer; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. gr. συνθετικός (synthetikós); E.: s. gr. συνθετικός (synthetikós), Adj., zum Zusammestellen geschickt, zum Ordnen geschickt; E vgl. gr. συντιθέναι (syntithénai), V., zusammenstellen, zusammensetzen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Synthese, DW 20, 1430, EWD s. u. Synthese, Duden s. u. synthetisch; Son.: vgl. nndl. synthetisch, Adj., synthetisch; frz. synthétique, Adj., synthetisch; nschw. syntetisk, Adj., synthetisch; nnorw. syntetisk, Adj., synthetisch; poln. syntetyczny, Adj., synthetisch; lit. sintetinis, Adj., synthetisch; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für künstlich oder aus künstlichen Fasern bestehend; BM.: zusammen, setzen; F.: synthetisch, synthetische, synthetisches, synthetischem, synthetischen, synthetischer(, synthetischere, synthetischeres, synthetischerem, synthetischeren, synthetischerer, synthetischst, synthetischste, synthetischstes, synthetischstem, synthetischsten, synthetischster)+FW+EW; Z.: syn-the-t-isch
Syphilis, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Syphilis, Franzosenkrankheit, eine Geschlechtskrankheit (Lues oder harter Schanker); ne. syphilis; Vw.: -; Hw.: s. versifft; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: onomastische Bildung von dem PN Syphilus (einem mit einer Geschlechtskrankheit geschlagenen Hirten) von dem Veroneser Arzt Girolamo Fracostoro (1478-1553) 1530 erfunden; Son.: vgl. nndl. syfilis, Sb., Syphilis; frz. syphilis, F., Syphilis; nschw. syfilis, Sb., Syphilis; nnorw. syfilis, M., Syphilis; poln. syfilis, M., Syphilis; kymr. siffilis, M., Syphilis; nir. sifilis, F., Syphilis; lit. sifilis, M., Syphilis; L.: Kluge s. u. Syphilis, EWD s. u. Syphilis, DW 20, 1432, Duden s. u. Syphilis; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus einem PN (Syphilus) gebildete Bezeichnung für eine durch ein leicht übertragbares Bakterium ausgelöste chronisch verlaufende und mit Schädigungen der Haut und der inneren Organe sowie der Knochen verbundene bei früher Erkennung mittels Antibiotika gut heilbare Geschlechtskrankheit; BM.: PN; F.: Syphilis+FW; Z.: Syphil-is
Syrah, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Syrah, Shiraz, eine Rebsorte für Rotwein; ne. shiraz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. syrah; E.: s. frz. syrah, M., Syrah, Shiraz; die Herkunft des Namens ist ungeklärt, vielleicht von einem ON, wobei dafür Syrakus, Syrien oder Shiraz oder die Kykladeninsel Syros als Namensgeber angesehen werden; L.: Duden s. u. Syrah; Son.: vgl. nndl. syrah, Sb., Syrah; nschw. syrah, Sb., Syrah; nnorw. syrah, M., Syrah; poln. syrah, M., Syrah; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie nach einem nicht sicher bekannten ON gebildete Bezeichnung für eine qualitativ hochwertige ursprünglich in dem Rhonetal kultivierte französische Rebsorte für Rotwein; BM.: ?; F.: Syrah, Syrahs+FW; Z.: Syr-ah
System, nhd., N., (16. Jh.): nhd. System, Konstrukt, Verbund; ne. system; Vw.: -; Hw.: s. systematisch; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. systēma; E.: s. lat. systēma, N., aus mehreren Dingen bestehendes Ganzes, System, (um 500 n. Chr.); gr. σύστημα (sýstēma), N., Bildung, Gebilde; vgl. gr. συνιστάναι (synistánai), V., zusammenstellen; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. System, DW 20, 1433, EWD s. u. System, Duden s. u. System; Son.: vgl. nndl. system, Sb., System; frz. système, M., System; nschw. system, N., System; nnorw. system, N., System; poln. system, M., System; kymr. system, F., System; nir. sistéam, M., System; lit. sistema, F., System; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Prinzip in dem Gegebenheiten gegliedert und geordnet werden oder ein Konstrukt oder einen Verbund; BM.: zusammen, stellen; F.: System, Systems, Systeme, Systemen+FW(+EW); Z.: Sy-st-em
$Systematik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Systematik, planmäßige einheitliche Darstellung einer Gesamtheit nach bestimmten Ordnungsprinzipien; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. systemat(isch), s. ik; L.: DW 20, 1441, EWD s. u. System; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus systemat(isch) und ik gebildete Bezeichnung für eine planmäßige einheitliche Darstellung einer Gesamtheit nach bestimmten Ordnungsprinzipien; F.: Systematik, Systematiken+FW; Z.: Sy-st-em-at-ik
$Systematiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Systematiker; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: DW 20, 1441, EWD s. u. System; GB.: seit 1768 belegte und aus Systematik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen ein System entwickelnden und verwendenden Menschen wie beispielsweise den schwedischen Arzt Carl von Linné (1707-1778); F.: Systematiker, Systematikers, Systematikern+FW+EW; Z.: Sy-st-em-at-ik-er
systematisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. systematisch, System betreffend, methodisch, planmäßig, nach Plan erfolgend; ne. systematic; Vw.: -; Hw.: s. System; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. lat. systēmaticus; E.: s. lat. systēmaticus (1. Hälfte 4. Jh. n. Chr.), Adj., systematisch,; gr. συστηματικός (systēmatikós), Adj., systematisch, wie ein gebildetes Ganzes seiend; gr. σύστημα (sýstēma), N., Bildung, Gebilde; vgl. gr. συνιστάναι (synistánai), V., zusammenstellen; vgl. gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. System, DW 20, 1441, EWD s. u. System, Duden s. u. systematisch; Son.: vgl. nndl. systematisch, Adj., systematisch; frz. systématique, Adj., systematisch; nschw. systematisk, Adj., systematisch; nnorw. systematisk, Adj., systematisch; poln. systematyczny, Adj., systematisch; nir. sistéamach, Adj., systematisch; lit. sistemingas, Adj., systematisch; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein System betreffend oder methodisch oder planmäßig oder nach Plan erfolgend; BM.: zusammen, stellen; F.: systematisch, systematische, systematisches, systematischem, systematischen, systematischer(, systematischere, systematischeres, systematischerem, systematischeren, systematischerer, systematischst, systematischste, systematischstes, systematischstem, systematischsten, systematischster)+FW+EW; Z.: sy-st-em-at-isch
$systematisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. systematisieren, systematisch ordnen; E.: s. systemat(isch), s. isieren (Suff.); L.: Kluge s. u. System, DW 20, 1441, EWD s. u. System; GB.: seit 1813 belegte und aus dem Französischen und dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl nach Entwicklung von System durch Menschen mögliches systematisch ordnen; F.: systematisieren, systematisiere, systematisierst, systematisiert, systematisierest, systematisieret, systematisierte, systematisiertest, systematisierten, systematisiertet, ##systematisiert, systematisierte, systematisiertes, systematisiertem, systematisierten, systematisierter##, systematisierend, ###systematisierend, systematisierende, systematisierendes, systematisierendem, systematisierenden, systematisierender###, systematisier (!)+FW+EW; Z.: sy-st-em-at-is-ier-en
Systole, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Systole, Zusammenziehung des Herzmuskels, Kürzung eines Vokals; ne. systole; Vw.: -; Hw.: s. Diastole; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. συστολή (systolḗ); E.: s. gr. συστολή (systolḗ), F., Einschränkung, Verkürzung; vgl. συστέλλειν (systéllein), V., zusammenziehen, einziehen, einschränken, beschränken, zusammenstellen; gr. σύν (sýn), Adv., zusammen, zugleich, gleichfalls; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. στέλλειν (stéllein), V., bestellen, kommen lassen, schicken, senden; vgl. idg. *stel- (3), V., Adj., Sb., stellen, stehend, unbeweglich, steif, Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel, Stängel, Stengel Pokorny 1019 (1760/232) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 20, 1445, Duden s. u. Systole; Son.: vgl. nndl. systole, Sb., Systole; frz. systole, F., Systole; nschw. systole, Sb., Systole; nnorw. systole, M., Systole; kymr. systol, M., Systole; nir. siostól, M., Systole; lit. sistolė, F., Systole; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung von Herzen in Lebewesen mögliche mit der Erweiterung rhythmisch ziemlich rasch abwechselnde Zusammenziehung des Herzmuskels und wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums in der Sprache auch die Kürzung (Zusammenziehung) eines von Natur aus langen Vokals; BM.: Verkürzung bzw. zusammen, stellen; F.: Systole, Systolen+FW; Z.: Sy-stol-e
Szene, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Szene, Bühne, Schauplatz, Auftritt, Ort einer Handlung; ne. scene; Vw.: -; Hw.: s. inszenieren; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. scaena; E.: s. lat. scaena, F., Bühne, Schaubühne, Szene, Theater, (um 250-184 v. Chr.); gr. σκηνή (skēnḗ), F., Zelt, Hütte, Quartier, hölzernes Gerüst für Schauspieler, Bühne; vgl. gr. σκιά (skiá), F., Schatten; vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917 (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Szene, DW 20, 1445, EWD s. u. Szene, Duden s. u. Szene, Bluhme s. u. Szene; Son.: vgl. nndl. scène, Sb., Szene; nschw. scen, Sb., Szene; nnorw. scene, M., Szene; poln. scena, F., Szene; nir. stáitse, M., Szene; lit. scena, F., Bühne; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine kleinere Einheit eines Aktes eines Theaterstücks oder eines Filmes oder die Bezeichnung für den Ort einer Handlung; BM.: schimmern bzw. Schatten; F.: Szene, Szenen+FW; Z.: Sze-n-e
$Szenerie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Szenerie, Schauplatz, Bühnenbild; ne. stage (N.); E.: s. szen(ieren), s. erie (Suff.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 20, 1446, EWD s. u. Szene; GB.: seit 1822 belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für den Schauplatz (der Handlung einer Szene) oder ein Bühnenbild; F.: Szenerie, Szenerien+FW; Z.: Sze-n-er-ie
szenieren, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. szenieren, in Szene setzen; ne. stage (V.); Vw.: s. in-; Hw.: s. Szene; Q.: 19. Jh.?; I.: s. lat. scaena; E.: s. Szen(e), s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Szene; GB.: die Aufführung eines Bühnenwerks in Szene setzen oder technisch und künstlerisch vorbereiten und umsetzen; BM.: schimmern bzw. Schatten; F.: szenieren, szeniere, szenierst, szeniert, szenierest, szenieret, szenierte, szeniertest, szenierten, szeniertet, ##szeniert, szenierte, szeniertes, szeniertem, szenierten, szenierter##, szenierend, ###szenierend, szenierende, szenierendes, szenierendem, szenierenden, szenierender###, szenier (!)+FW+EW?; Z.: sze-n-ier-en
$szenisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. szenisch, Szene betreffend; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Szen(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Szene, DW 20, 1446, EWD s. u. Szene; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Szen(e) und isch gebildete Bezeichnung für Szene betreffend; F.: szenisch, szenische, szenisches, szenischem, szenischen, szenischer+FW; Z.: sze-n-isch
Szintigraphie, Szintigrafie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Szintigraphie, Szintigrafie, ein feinbildgebendes Verfahren mit einer Gammakamera; ne. scintigraphy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. scintilla, F., Funke, noch glimmender Funke, kleinster Überrest, Überrest, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *sk̑āi-, *sk̑əi-, *sk̑ī-, V., Sb., schimmern, Schatten, Pokorny 917? (1603/75 (RB. idg. aus, ind., iran., gr., alb., ital.?, germ., balt., slaw., toch.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Szintigrafie; Son.: vgl. nndl. scintigrafie, Sb., Szintigraphie; frz. scintigraphie, F., Szintigraphie; poln. scyntygrafia, F., Szintigraphie; kymr. sintigraffeg, F., Szintigraphie; GB.: seit 2. Hälfte 20. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes bilderzeugendes nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren mithilfe von Einwirkung der Strahlung radioaktiver Stoffe auf eine fluoreszierende Schicht erzeugter Leuchtbilder; BM.: Funke bzw. schimmern, ritzen; F.: Szintigraphie, Szintigraphien, Szintigrafie, Szintigrafien+FW; Z.: Szi-n-t-i-graph-ie
t, T, nhd., N.: nhd. t, T; ne. t (letter); Vw.: -; Hw.: s. Tau (3); Q.: ?; I.: Lw. lat. t; E.: s. lat. t, T, Buchstabe T; gr. ταῦ (tau), N. (indekl.), Tau (griechischer Buchstabe); aus dem Semit., vgl. hebr. tāw, Frisk 2, 860; L.: DW 21, 1, Duden s. u. T; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben t des lateinischen Alphabets; BM.: ?; F.: T, Ts+FW; Z.: T
Tabak, Tobak, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tabak, Tobak, eine nikotinhaltige Pflanze; ne. tobacco; Vw.: -; Hw.: s. Tabatiere; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: span. tabaco; E.: s. mnd. tabak, tobak, M., Tabak, getrocknete Blätter der Tabakpflanze; span. tabaco, M., Tabak, Tabakpflanze; von Taino (Sprache auf Haiti) tábu, V., sinken, eintauchen; Taino áku, Sb., Auge; das wäre also die Bedeutung Augen sinken bzw. einschlafen“; vielleicht ursprünglich aus dem Arabischen (über englische Vermittlung), vgl. arab. ṭubhāq, Sb., eine aromatische Pflanze; L.: Kluge 1. A. s. u. Tabak, Kluge s. u. Tabak, EWD s. u. Tabak, DW 21, 2, Duden s. u. Tabak; Son.: vgl. nndl. tabak, Sb., Tabak; frz. tabac, M., Tabak; nschw. tobak, Sb., Tabak; nnorw. tobakk, M., Tabak; poln. tabaka, F., Tabak; kymr. tybaco, M., Tabak; nir. tobac, M., Tabak; lit. tabakas, M., Tabak; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar aus der Sprache Taino auf Haiti aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche und in dem südlicheren Amerika verbreitete nikotinhaltige und vielleicht seit um 500 n. Chr. von Priestern der Mayas und seit dem 16. Jh. durch Seeleute Spaniens und Hollands und Portugals und Englands in Europa für das Rauchen genutzte Pflanze mit großen behaarten Blättern und in Trauben oder Rispen stehenden weißen oder gelben oder rosa und oft stark duftenden Blüten; BM.: Augen sinken bzw. schlafen; F.: Tabak, Tabaks, Tabake, Tabaken, Tobak, Tobaks, Tobake, Tobaken+FW; Z.: Tab-ak
Tabatiere, nhd. (ält.), F., (18. Jh.?): nhd. Tabatiere, Schnupftabakdose; ne. snuff tobacco tin; Vw.: -; Hw.: s. Tabak; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. tabatière; E.: s. frz. tabatière, F., Tabatiere; vgl. frz. tabac, M., Tabak; span. tabaco, M., Tabak, Tabakpflanze; von Taino (Sprache auf Haiti) tábu, V., sinken, eintauchen; áku, Sb., Auge; das wäre also Augen sinken bzw. einschlafen; L.: Kluge s. u. Tabak, fehlt DW, Duden s. u. Tabatiere; Son.: vgl. nschw. tabatiär, Sb., Tabatiere; poln. tabakiera, F., Tabatiere; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar teilweise aus der Sprache Taino auf Haiti aufgenommene Bezeichnung für eine zu der Aufbewahrung von Schnupftabak dienende Schnupftabakdose; BM.: Augen sinken bzw. schlafen; F.: Tabatiere, Tabatieren+FW; Z.: Tab-at-ier-e
tabellarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tabellarisch, tabellenartig, in Tabellen angeordnet, Tabelle betreffend, listenförmig geordnet; ne. tabular; Vw.: -; Hw.: s. Tabelle; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. tabellārius; E.: s. lat. tabellārius (1), Adj., zu den Briefen gehörig, Brief..., (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde; von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tabelle, fehlt DW, EWD s. u. Tabelle, Duden s. u. tabellarisch; Son.: vgl. frz. tabellaire, Adj., tabellarisch; nschw. tabularisk, Adj., tabellarisch; nnorw. tabellarisk, Adj., tabellarisch; poln. tabelaryczny, Adj., tabellarisch; kymr. tablaidd, Adj., tabellarisch; nir. táblach, Adj., tabellarisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums um isch abgewandelt aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in Tabellen angeordnet oder eine Tabelle betreffend; BM.: Brett; F.: tabellarisch, tabellarische, tabellarisches, tabellarischem, tabellarischen, tabellarischer+FW; Z.: tab-el-l-ar-isch
Tabelle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tabelle, Übersichtstafel, Übersicht, Verzeichnis; ne. chart (N.), spreadsheet; Vw.: -; Hw.: s. tabellarisch; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. tabella; E.: s. lat. tabella, F., kleines Brett, kleine Tafel, Brettchen, Brettlein, Täfelchen, Täfellein, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde; von einem *tal-ghlā?;. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tabelle, DW 21, 6, EWD s. u. Tabelle, Duden s. u. Tabelle; Son.: vgl. nndl. tabel, Sb., Tabelle; frz. tableau, M., Tabelle; nschw. tabell, Sb., Tabelle; nnorw. tabell, M., Tabelle; poln. tabela, F., Tabelle; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Übersicht oder Übersichtstafel oder Verzeichnis; F.: Tabelle, Tabellen+EW; Z.: Tab-el-l-e
Tabernakel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tabernakel, Schutzdach über Heiligenstatuen, Schrein für geweihte Hostien; ne. tabernacle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. tabernackel, tavernakel, st. N., Tabernakel; mnd. tabernākel, tabernākul, tobernākel, M., N., Tabernakel, Zelt, Hütte, bewegliche Unterkunft, Aufbewahrungsort der Bundeslade; lat. tabernāculum, N., Hüttlein, Hütte, Bude, Zelt, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. taberna, F., Bude, Wohnraum, Hütte; idg. *trē̆b-, *trōb-, *treb-, Sb., Balken, Gebäude, Wohnung, Pokorny 1090 (1886/63) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Tabernakel, EWD s. u. Tabernakel, DW 21, 21, Duden s. u. Tabernakel; Son.: vgl. nndl. tabernakel, Sb., Tabernakel; frz. tabernacle, M., Tabernakel; nschw. tabernakel, Sb., Tabernakel; nnorw. tabernakel, N., Tabernakel; poln. tabernakulum, M., Tabernakel; kymr. tabernacl, M., Tabernakel; nir. taiberanacal, M., Tabernakel; lit. tabernakulis, M., Tabernakel; GB.: seit 1277/1287 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen und seit 12. Jh. in christlichen Kirchen verwendeten Schrein für geweihte Hostien; BM.: Wohnung; F.: Tabernakel, Tabernakels, Tabernakeln+FW; Z.: Taber-nak-el
Tableau, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tableau, Gemälde, Schilderung, Übersicht; ne. tableau, layout; Vw.: -; Hw.: s. Tablett, Tafel; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. tableau; E.: s. frz. tableau, M., Tableau, Tafel; lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tableau, fehlt DW, Duden s. u. Tableau; Son.: vgl. nndl. tableau, Sb., Tableau; nschw. nschw. tablå, Sb., Tableau; nnorw. tablå, N., Tableau; poln. tableau, M., Fototafel; kymr. tablo, M., Tableau; nir. tabló, M., Tableau; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein wirkungsvoll gruppiertes Bild oder ein Mittel zu der Sichtbarmachung von Gegebenheiten oder ein Gemälde oder eine Schilderung oder eine Übersicht; BM.: Brett; F.: Tableau, Tableaus+FW; Z.: Ta-bl-eau
Tablet, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tablet, Tablet-PC; ne. tablet; Vw.: -; Hw.: s. Tablett, Tablette; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. tablet; E.: abgekürzt aus Tabletcomputer; vgl. ne. tablet, N., Tablet, Notizblock, Schreibtafel; afrz. tablete, F., Schreibtafel; vgl. lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Tablet; GB.: seit um 1990 belegte und aus dem Neuenglischen abkürzend aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen flachen und seit etwa 1989 von Menschen entwickelten und verwendeten Minicomputer oder Kleincomputer (Tablet-PC); BM.: Brett; F.: Tablet, Tablets+FW; Z.: Ta-bl-et
Tablett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tablett, Servierbrett; ne. tray, tablet; Vw.: -; Hw.: s. Tablette, Tablet, Tableau; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. tablette; E.: s. frz. tablette, F., kleines Brett, Tablett, Tablette; vgl. frz. table, F., Brett, Tisch; lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tablett, DW 21, 8 (Tabulétt), EWD s. u. Tablett, Duden s. u. Tablett; Son.: vgl. nndl. tablet, Sb., Tablette; nschw. tablett, Sb., Tablette; nnorw. tablett, M., Tablett; kymr. tabled, F., Tablette; nir. táibléad, M., Tablette; poln. tabletka, F., Tablette; lit. tabletė, F., Tablette; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein hauptsächlich zu dem Servieren von Speisen und Getränken von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Brett mit zwecks Sicherung des Servierguts erhöhtem Rand; BM.: Brett; F.: Tablett, Tablettes, Tabletts, Tablette, Tabletten+FW; Z.: Ta-bl-ett
Tablette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tablette, Pille; ne. pill, tablet; Vw.: -; Hw.: s. Tablett, Tablet; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. tablette; E.: s. frz. tablette, F., kleines Brett, Tablett, Tablette; vgl. frz. table, F., Brett, Tisch; lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tablette, fehlt DW, EWD s. u. Tablette, Duden s. u. Tablette; Son.: die pharmazeutische Bedeutung ist erst seit der Zeit um 1900 entstanden; vgl. nndl. tablet, Sb., Tablette; nschw. tablett, Sb., Tablette; nnorw. tablett, M., Tablett; poln. tabletka, F., Tablette; kymr. tabled, F., Tablette; nir. táibléad, M., Tablette; lit. tabletė, F., Tablette; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit angenehm oder neutral schmeckendem Überzug versehenes kugelförmig oder elliptisch gepresstes sowie 1843 von William Brockedon in Großbritannien als Patent beantragtes und zu dem Schlucken (N.) bestimmtes Arzneimittel; BM.: Brett; F.: Tablette, Tabletten+FW; Z.: Ta-bl-ett-e
tablieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. tablieren, siedenden Zucker umrühren, Schokolade temperieren; ne. stir (V.) sugar; Vw.: s. e-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: aus. dem Französischen; vielleicht von frz. tableau, M., Tableau, Tafel; lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. tablieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und vielleicht teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes für Konserven oder Bonbons bestimmten siedenden Zucker umrühren; F.: tablieren, tabliere, tablierst, tabliert, tablierest, tablieret, tablierte, tabliertest, tablierten, tabliertet, ##tabliert, tablierte, tabliertes, tabliertem, tablierten, tablierter##, tablierend, ###tablierend, tablierende, tablierendes, tablierendem, tablierenden, tablierender###, tablier (!)+FW
tabu, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tabu, verboten; ne. taboo (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Tabu; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. taboo; E.: s. ne. taboo, tabu, Adj., tabu; polyn. tapu, Sb., Adj., Tabu, gekennzeichnet, unberührbar, heilig; L.: Kluge s. u. Tabu, fehlt DW, EWD s. u. Tabu, Duden s. u. tabu; Son.: indeklinabel; vgl. nndl. taboe, Adj., tabu; frz. tabou, Adj., tabu; nschw. tabu, Adj., tabu; nnorw. tabu, Adj., tabu; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und von Tabu abgeleitete Bezeichnung von für Menschen rituell oder gesellschaftlich verboten; BM.: unberührbar; F.: tabu+FW; Z.: tabu
Tabu, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tabu, Verbot; ne. taboo (N.); Vw.: -; Hw.: s. tabu; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. tabou, ne. taboo; E.: s. frz. tabou, M., Tabu; ne. taboo, N., Tabu; polyn. tapu, Sb., Adj., Tabu, gekennzeichnet, unberührbar, heilig; L.: Kluge s. u. Tabu, EWD s. u. Tabu, fehlt DW, Duden s. u. Tabu; Son.: vgl. nndl. taboe, Sb., Tabu; frz. tabou, Adj., Tabu; lit. tabu, M., Tabu; nschw. tabu, N., Tabu; nnorw. tabu, N., Tabu; poln. tabu, M., Tabu; kymr. tabŵ, N., Tabu; nisl. tabú, M., Tabu; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und Neuenglischen sowie mittelbar dem Polynesischen aufgenommene Bezeichnung für ein für Menschen wohl schon früher entwickeltes und von ihnen mehr oder weniger allgemein in der jeweiligen Gesellschaft anerkanntes rituelles oder gesellschaftliches Verbot; BM.: unberührbar; F.: Tabu, Tabus+FW; Z.: Tabu
$tabuieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. tabuieren, tabuisieren, tabu machen; E.: s. tabu, s. ieren; L.: Kluge s. u. Tabu, fehlt DW, EWD s. u. tabu; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus tabu und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches tabu machen; F.: tabuieren, tabuiere, tabuierst, tabuiert, tabuierest, tabuieret, tabuierte, tabuiertest, tabuierten, tabuiertet, ##tabuiert, tabuierte, tabuiertes, tabuiertem, tabuierten, tabuierter##, tabuierend, ###tabuierend, tabuierende, tabuierendes, tabuierendem, tabuierenden, tabuierender###, tabuier+FW(+EW?); Z.: tabu-ier-en
$tabuisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tabuisieren, tabuieren, tabu machen; Vw.: ent-; E.: s. tabu, s. is. s. ieren; L.: Kluge s. u. Tabu, fehlt DW, EWD s. u. tabu; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus tabu und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches tabu machen; F.: tabuisieren, tabuisiere, tabuisierst, tabuisiert, tabuisierest, tabuisieret, tabuisierte, tabuisiertest, tabuisierten, tabuisiertet, ##tabuisiert, tabuisierte, tabuisiertes, tabuisiertem, tabuisierten, tabuisierter##, tabuisierend, ###tabuisierend, tabuisierende, tabuisierendes, tabuisierendem, tabuisierenden, tabuisierender###, tabuisier (!)+FW(+EW?); Z.: tabu-is-ier-en
Tabulator, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Tabulator, eine Vorrichtung an Schreibmaschinen und Rechenmaschinen sowie Computern; ne. tabulator; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: lat. tabula, Tafel, Brett, Urkunde; von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tabulator; Son.: vgl. frz. tabulateur, M., Tabulator; nnorw. tabulator, M., Tabulator; poln. tabulator, M., Tabulator; kymr. tablwr, M., Tabulator; lit. tabuliatorius, M., Tabulator; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Vorrichtung an Schreibmaschinen oder Rechenmaschinen oder Computern für das Weiterrücken (des Wagens oder des Schreibeinsatzes) auf vorher festgelegte Stellen bei einem Schreiben möglichst übersichtlicher Tabellen; BM.: Brett; F.: Tabulator, Tabulators, Tabulatoren+FW; Z.: Ta-bul-at-or
Tacheles, nhd., Sb.?, (20. Jh.): nhd. Tacheles, Unverblümtheit; ne. straight talking; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: wjidd. Lw.; E.: s. wjidd. tachles, Sb., Zweck; wjidd. tachles reden, V., zu der Sache kommen; vgl. hebr. hebr. taḵlīṯ, Sb., Ende; L.: Kluge s. u. Tacheles, fehlt DW, EWD s. u. Tacheles, Duden s. u. Tacheles; Son.: vor allem in der Redewendung Tacheles reden verwendet; vgl. nndl. tacheles, Partikel, Tacheles; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen aufgenommene sowie wohl mit dem Hebräischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches unverblümtes Reden (Unverblümtheit); BM.: Zweck bzw. Ende; F.: Tacheles+FW; Z.: Tachel-es
Tacho, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tacho, Tachometer, Drehzahlmesser, Geschwindigkeitsmesser; ne. tachometer; Vw.: s. -meter; Hw.: -; Q.: 20. Jh.); I.: neoklassische Bildung; E.: Abkürzung von Tachometer (s. d.); L.: Kluge s. u. Tacho, fehlt DW, EWD s. u. Tachometer, Duden s. u. Tacho; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Tachometer abgekürzte Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Geschwindigkeitsmesser von Fahrzeugen; BM.: schnell, messen; F.: Tacho, Tachos+FW; Z.: Tach-o
Tachometer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tacho, Tachometer, Drehzahlmesser, Geschwindigkeitsmesser; ne. tachometer; Vw.: -; Hw.: s. Tacho; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ταχύς (tachýs), Adj., schnell, geschwind; idg. *dʰengʰ- (2), V., Adj., erreichen, zugreifen, fest, kräftig, schnell, Pokorny 250 (380/28) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., slaw.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tacho, EWD s. u. Tachometer, Duden s. u. Tacho; Son.: vgl. nndl. tachometer, Sb., Tachometer; frz. tachymètre, F., Tachometer; nschw. takometer, N., Tachometer; nnorw. takometer, N., Tachometer; poln. tachometr, M., Tachometer; kymr. taomedr, M., Tachometer; nir. tacóiméadar, M., Tachometer; lit. tachometras, M., Tachometer; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Geschwindigkeitsmesser (Drehzahlmesser) von Fahrzeugen; BM.: schnell, messen; F.: Tachometer, Tachometers, Tachometern+FW; Z.: Tach-o-me-t-er
Tadel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tadel, Rüge, missbllgende Äußerung; ne. reproach (N.), censure (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: mnd. tādel (1), taddel, M., Tadel, Fehlerhaftigkeit, Makel; mnd. dādel (2), M., Tadel, Rüge; mhd. tadel, st. M., st. N., Tadel, Fehler, Makel, Mangel (M.), Gebrechen, Hautflecken, Eiterauge, Eiterschorf; ahd. zādal, st. M. (a?), Mangel (M.), Not, Armut, Dürftigkeit, Hungersnot; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Tadel, Kluge s. u. Tadel, DW 21, 8, EWD s. u. Tadel, Duden s. u. Tadel, Bluhme s. u. Tadel; Son.: vgl. ae. tǣl (1), tāl, F., Tadel, Vorwurf, Verleumdung, Lästerung; GB.: seit um 1230 belegte und mit dem Althochdeutschen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Rüge oder missbilligende Äußerung; BM.: Mangel (M.)?; F.: Tadel, Tadels, Tadeln+EW; Z.: Tad-el
$tadellos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. tadellos, tadelfrei, einwandfrei; E.: s. Tadel, s. los; L.: DW 21, 11, EWD s. u. Tadel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tadel und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches tadelfrei in Gegensatz zu tadelnswert; F.: tadellos, tadellose, tadelloses, tadellosem, tadellosen, tadelloser(, tadellosere, tadelloseres, tadelloserem, tadelloseren, tadelloserer, tadellosest, tadelloseste, tadellosestes, tadellosestem, tadellosesten, tadellosester)+EW; Z.: tad-el—lo-s
$tadeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. tadeln, Tadel erteilen, missbilligen; E.: s. Tadel, s. n; L.: Kluge s. u. Tadel, DW 21, 11,EWD s. u. Tadel, EWD s. u. Tadel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tadel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen Tadel erteilen oder missbilligen; F.: tadeln, tadel (!), tadle, tadele, tadelst, tadelt, tadelte, tadeltest, tadelten, tadeltet, getadelt, ##getadelt, getadelte, getadeltes, getadeltem, getadelten, getadelter##, tadelnd, ###tadelnd, tadelnde, tadelndes, tadelndem, tadelnden, tadelnder###, tadel (!)+EW; Z.: tad-el-n
Tafel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tafel, Brett, Platte, großer Speisetisch; ne. board (N.), table (N.); Vw.: s. Votiv-; Hw.: s. Tablett, Tablette, Tableau, Zabel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tavel, tafel*, tabele, tofel, dave, dafel*, st. F., M., Tafel, Tisch, Tischplatte, Metallplatte, Platte, Bildtafel, Schreibtafel, Holztafel, Holzplatte, Tabelle; mhd. tavele, sw. F., st. F., st. M., Tafel; mnd. tāfel, tāfele, taffle, tafle, taffel, taphel, taffele, tafle, tāvel, tavele, F., Tafel, Platte, Steintafel, Metallplatte; mnl. tāfel, tāfele, tāvel, tāvele, F., Tafel, Brett; ahd. tafala*, tavala*, tabela*, tabula*, sw. F. (n), Tafel, Schreibtafel, Spielbrett, Brett; as. tāfla*, sw. F. (n), Tafel, Würfelbrett; as. *tāfel?, st. F. (i?)?, Tafel; roman. tavola (roman.), lat. tabula, F., Tafel, Brett, Urkunde, (um 250-184 v. Chr.); von einem *tal-ghlā?; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tafel, Kluge s. u. Tafel, DW 21, 13, EWD s. u. Tafel, Duden s. u. Tafel, Bluhme s. u. Tafel; Son.: s. ahd. zabal, st. N. (a), Brett, Brettspiel, Würfelspiel; mhd. zabel, st. N., Spielbrett und Brettspiel; nhd. (ält.) Zabel, N., Spielbrett; vgl. nndl. tafel, Sb., Tafel; frz. table, F., Tisch; frz. tableau, M., Tafel; nschw. tavla, Sb., Tafel; nnorw. taffel, N., Tafel, Festtafel; poln. tablica, F., Tafel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Romanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Schrift durch den Menschen mögliche bemalte oder beschriebene für Mitteilungen dienende Platte oder einen großen Speisetisch; BM.: Brett; F.: Tafel, Tafeln+FW; Z.: Ta-f-el
$Täfelchen, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Täfelchen, kleine Tafel; Vw.: s. Schiefer-; E.: s. Tafel, s. chen; L.: DW 21, 18; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Tafel und chen gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche kleine Tafel; F.: Täfelchen, Täfelchens+FW+EW; Z.: Tä-f-el—chen
$tafeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. tafelnan einer Tafel anschlagen, an einer Tafel speisen; E.: s. Tafel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Tafel, DW 21, 21, EWD s. u. Tafel; GB.: seit 13. Jh. belegte und von Tafel abgeleitete Bezeichnung für unter Verwendung einer von Menschen entwickelten Tafel an einer Tafel anschlagen oder an einer Tafel speisen; F.: tafeln (!), tafel (!), tafle, tafele, tafelst, tafelt, tafelte, tafeltest, tafelten, tafeltet, getafelt, ##getafelt, getafelte, getafeltes, getafeltem, getafelten, getafelter##, tafelnd, ###tafelnd, tafelnde, tafelndes, tafelndem, tafelnden, tafelnder###, tafel (!)+FW+EW; Z.: ta-f-el-n
$täfeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. täfeln, mit Tafeln verkleiden; E.: s. Tafel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Tafel, DW 21, 21, EWD s. u. Tafel; GB.: seit 8. Jh. belegte und von Tafel abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Raum mit Tafeln (aus Holz) verkleiden; F.: täfeln, täfel !), täfle, täfele, täfelst, täfelt, täfelte, täfeltest, täfelten, täfeltet, getäfelt, ##getäfelt, getäfelte, getäfeltes, getäfeltem, getäfelten, getäfelter##, täfelnd, ###täfelnd, täfelnde, täfelndes, täfelndem, täfelnden, täfelnder###, täfel !)+FW+EW; Z.: tä-f-el-n
$Tafelrunde, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Tafelrunde; E.: s. Tafel, s. Runde; L.: Kluge 1. A. s. u. Tafel, DW 21, 22, EWD s. u. rund, Tafel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tafel und Runde gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Speisen (N.) an einer Tafel in einer Runde; F.: Tafelrunde, Tafelrunden+FW+EW; Z.: Ta-f-el-ru-n-d-e
Taft, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Taft, Seidentaft; ne. taffeta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. taffetà; E.: s. mnd. taft (1), Sb., Taft, Taffet, ein Seidenstoff; it. taffetà, F., Taft; pers. tāftä, Sb., Seidenstoff, eine Art Gewand, Gewebtes; vgl. pers. tāftän, V., drehen, wenden, weben, Kluge s. u. Taft; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Taft, DW 21, 26 (Taffet), EWD s. u. Taft, Duden s. u. Taft, Bluhme s. u. Taft; Son.: vgl. nndl. taf, Sb., Taft; frz. taffetas, M., Taft; nschw. taft, Sb., N., Taft; nnorw. taft, M., N., Taft; poln. tafta, F., Taft; kymr. taffeta, M., Taft; nir. tafata, M., Taft; lit. tafta, Sb., Taft; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Italienischen und mittelbar dem Persischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und oft zu dem Füttern der Kleidung verwendeten steifen Stoff aus Seide (oder Kunstseide); BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Taft, Taftes, Tafts, Tafte, Taften+FW(+EW?); Z.: Taf-t
Tag, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tag, Zeitspanne von vierundzwanzig Stunden; ne. day; Vw.: s. (All-,) Diens-, Erge-, Donners-, Frei-, Gründonners-, Mit-, Mon-, Pfinz-, Sams-, Sonn-; Hw.: s. tagen, heute; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tag, st. M., Tag, Tageszeit; mnd. dach (1), dag, tach, M., Tag, Tageslicht, Licht, Helligkeit, Termin, bestimmter Tag, Zahltag, Gerichtstag, Verhandlungstag; mnl. dach, dagk, M., Tag; ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; as. dag, st. M. (a), Tag; anfrk. dag, st. M. (a), Tag; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tag, Kluge s. u. Tag, DW 21, 27, EWD s. u. Tag, Falk/Torp 199, Duden s. u. Tag, Bluhme s. u. Tag; Son.: vgl. afries. dei, dî, st. M. (a), Tag, Festtag, Lebenstag, Frist; nnordfries. dai, dei; ae. dæg, st. M. (a), Tag; an. dagr, st. M. (a), Tag; got. dags, st. M. (a), Tag, d-Rune; krimgot., tag, M., Tag; nndl. dag, Sb., Tag; nschw. dag, Sb., Tag; nnorw. dag, M., Tag; ? ai. áhar-, N., Tag; ai. dáhati, V., wärmen; gr. τέφρα (téphra), F., Asche; lat. fovēre, V., wärmen; lit. dègti, V., brennen; ksl. zesti, Sb., Asche; toch. tsärk-, V., wärmen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die ursprünglich nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (und später einschließlich der Dunkelheit oder Nacht für jeweils 24 Stunden) berechnete menschliche Zeiteinheit einer Umdrehung der Erde um ihre eigene Achse mit entsprechender Folge für die Beleuchtung (Tag oder Nacht) ihrer einzelnen Stellen der Oberfläche durch die Sonne; BM.: brennen?; F.: Tag, Tags, Tages, Tage, Tagen+EW; Z.: T-ag
$Tagebau, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Tagebau; E.: s. Tag, s. e, s. Bau; L.: DW 21, 60, EWD s. u. Tag; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Tag und e sowie Bau gebildete Bezeichnung für ein Tagwerk oder für einen an der Erdoberfläche liegenden oder ausgeführten Bergbau; F.: Tagebau, Tagebaus+EW; Z.: T-ag-e—bau
$Tageblatt, Tagblatt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tageblatt; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Tag, s. e, s. Blatt; L.: DW 21, 60, EWD s. u. Tag; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Tag und e sowie Blatt gebildete Bezeichnung für eine (wochen)täglich erscheinende Zeitung (Tageszeitung), F.: Tagblatt, Tagblattes, Tagblatts, Tagblätter, Tagblättern, Tageblatt, Tageblattes, Tageblatts, Tageblätter, Tageblättern+EW; Z.: T-ag-e—bla-t-t
$Tagebuch, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Tagebuch; E.: s. Tag, s. e. s. Buch; L.: Kluge s. u. Tagebuch, DW 21, 61, EWD s. u. Tag; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tag und e sowie Buch gebildete Bezeichnung für ein Buch über die nach Tagen geordneten Begebenheiten eines Lebens eines Menschen; F.: Tagebuch, Tagebuches, Tagebuchs, Tagebücher, Tagebüchern+EW; Z.: T-ag-e—buch
$Tagedieb, Tagdieb, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tagedieb, Müßiggänger, Nichtstuer; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Tag, s. e., s. Dieb; L.: DW 21, 61, EWD s. u. Tag; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Tag und e sowie Dieb gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit als nutzlos eingeordneten Müßiggänger oder Nichtstuer; F.: Tagedieb, Tagediebs, Tagediebes, Tagediebe, Tagedieben+EW; Z.: T-ag-e—dieb
$Tagegeld, Taggeld, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tagegeld, ein Aufwandsersatz; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Tag, s. e, s. Geld; L.: DW 21, 75, EWD s. u. Tag; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Tag und e und Geld gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit je Tag einer Reise pauschal gezahlten Aufwandsersatz; F.: Tagegeld, Tagegeldes, Tagegelds, Tagegelder, Tagegeldern+EW; Z.: T-ag-e—geld
$Tagelohn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Tagelohn; E.: s. Tag, s. e, s. Lohn; L.: DW 21, 81, EWD s. u. Tag; GB.: (tagalōn*) seit um 830 belegte und aus Tag und e sowie Lohn gebildete Bezeichnung für einen je Tag berechneten Lohn; F.: Tagelohn, Tagelohnes, Tagelohns, Tagelöhne, Tagelöhnen+EW; Z.: T-ag-e—loh-n
$Tagelöhner, Taglöhner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tagelöhner; E.: s. Tagelohn, s. er (Suff.); L.: DW 21, 81, EWD s. u. Tag; GB.: seit 15. Jh. belegte und von Tagelohn mittels er (Suff.) abgeleitete Bezeichnung für den sachlich schon früher möglichen Empfänger eines Tagelohns; F.: Tagelöhner, Tagelöhners, Tagelöhnern+EW; Z.: T-ag-e—löh-n-er
tagen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tagen, Tag werden, Tagung abhalten; ne. be (V.) in session; Vw.: -; Hw.: s. Tag; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. tagen (1), dagen, sw. V., tagen, Tag werden, hell werden, erstrahlen, strahlen, aufgehen; mnd. dāgen, dagen, sw. V., Tag werden, zu einem Tage vorladen, vor Gericht laden (V.) (2), einen Tag zur Verhandlung bestimmen, Tagfahrt oder Versammlung abhalten, verhandeln, sich vergleichen, vertagen, fristen; ahd. tagēn, sw. V. (3), tagen, Tag werden; s. ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge s. u. tagen, DW 21, 62, EWD s. u. Tag, Duden s. u. tagen, Bluhme s. u. Tag; Son.: s. ae. dagian, sw. V., tagen, Tag werden; an. daga, V., tagen; GB.: seit 10. Jh. belegte und von Tag mittels en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches Tag werden und sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Tagung abhalten; BM.: brennen; F.: tagen (!), tage (!), tagst, tagt, tagest, taget, tagte, tagtest, tagten, tagtet, getagt, ##getagt, getagte, getagtes, getagtem, getagten, getagter##, tagend, ###tagend, tagende, tagendes, tagendem, tagenden, tagender###, tag (!)+EW; Z.: t-ag-en
$Tageskurs, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tageskurs, Preis eines Wertpapiers, Kurs eines Tages; E.: s. Tag, s. es, s. Kurs; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tag und es sowie Kurs gebildete Bezeichnung für einen in dem Börsenhandel an einem bestimmten Tag für ein Wertpapier bestimmten Preis eines Wertpapiers oder auch einen Kurs von der Dauer eines Tages; F.: Tageskurs, Tageskurses, Tageskursen; Z.: T-ag-es—kurs
$Tagesordnung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tagesordnung; E.: s. Tag, s. es, s. Ordnung; L.: Kluge s. u. Tagesordnung, DW 21,70, EWD s. u. Tag; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tag und es sowie Ordnung gebildete Bezeichnung für die vorher festgelegte Reihenfolge der in einer Tagung zu behandelnden Angelegenheiten; F.: Tagesordnung, Tagesordnungen+EW; Z.: T-ag-es—or-d-n-ung
$Tageszeit, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Tageszeit; E.: s. Tag, s. es, s. Zeit; L.: EWD s. u. Tag, DW 21, 74; GB.: vielleicht seit (neuntem Jahrhundert tagazīt* oder) 18. Jh. belegte und aus Tag und es sowie Zeit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt und der Erde in der Vorstellung des Menschen mögliche Zeit während der Umdrehung der Erde um ihre eigene Achse während eines Tages auf der Erde; F.: Tageszeit, Tageszeiten+EW; Z.: T-ag-es—zei-t
$Tagewerk, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Tagewerk; Hw.: s. Tagwerk; E.: s. Tag, s. e, s. Werk; L.: EWD s. u. Tag; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Tag und e sowie Werk gebildete Bezeichnung für das sachlich wohl schon früher mögliche Werk eines Menschen an einem Tag (in der Landwirtschaft von 2500 bis 3600 Quadratmetern Grundstück); F.: Tagewerk, Tagewerks, Tagewerkes, Tagewerke, Tagewerken+EW; Z.: T-ag-e—werk
$Tagfalter, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tagfalter, ein Schmetterling; E.: s. Tag, s. Falter; L.: DW 21, 75, EWD s. u. Falter; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tag und Falter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vor mehr als 200 Millionen Jahren entwickelten hauptsächlich während des Tages fliegenden Falter oder Schmetterling in Gegensatz zu einem Nachtfalter; F.: Tagfalter, Tagfalters, Tagfaltern+EW; Z.: T-ag—fal-t-er
$täglich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. täglich; Vw.: s. all-, tag-; E.: s. Tag, s. lich; L.: Kluge 1. A. s. u. Tag, Kluge s. u. täglich, DW 21, 79, EWD s. u. Tag; GB.: (tagalīh* seit etwa siebenhundertfünfundsechzig und täglich) seit 17. Jh. belegte und aus Tag und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Erde mögliches den oder jeden Tag betreffend in Gegensatz zu nächtlich; F.: täglich, tägliche, tägliches, täglichem, täglichen, täglicher+EW; Z.: t-äg-lich
$tags, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. tags; E.: s. Tag, s. s (Suff.); L.: Kluge s. u. Tag, DW 21, 64, EWD s. u. Tag; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Tag und (e)s (Suff.) gebildete Bezeichnung für während des Tages in Gegensatz zu nachts; F.: tags+EW; Z.: t-ag-s
$tagtäglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. tagtäglich, täglich, jeden Tag betreffend, gewöhnlich, immer; E.: s. Tag, s. täglich; L.: Kluge s. u. täglich, DW 21, 86, EWS s. u. Tag; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Tag und täglich gebildete Bezeichnung und täglich verstärkende Bezeichnung für täglich oder jeden Tag betreffend oder gewöhnlich; F.: tagtäglich, tagtägliche, tagtägliches, tagtäglichem, tagtäglichen, tagtäglicher+EW; Z.: t-ag—t-äg-lich
$Tagung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tagung; E.: s. tag(en), s. ung; L.: DW 21, 86, EWD s. u. Tag; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tag(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Erde mögliches Tagwerden und nach Entstehung des Menschen auch mögliches Zusammentreffen von Menschen an einem vereinbarten Tag zwecks Behandlung bestimmter Angelegenheiten; F.: Tagung, Tagungen+EW; Z.: T-ag-ung
$Tagwerk, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Tagwerk; Hw.: s. Tagewerk; E.: s. Tag, s. Werk; L.: Kluge s. u. Tagwerk, fehlt DW, EWD s. u. Tag; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte Bezeichnung für die Größe eines von einem Menschen an einem Tag durchschnittlich bearbeitbaren Grundstücks von 2500 bis 3600 Quadratmetern; F.: Tagwerk, Tagwerks, Tagwerkes, Tagwerke, Tagwerken+EW; Z.: T-ag—werk
Taifun, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Taifun, ein tropischer Wirbelsturm; ne. typhoon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. typhoon; E.: s. ne. typhoon, N., Taifun; aus kantonesisch tai fung, Sb., großer Wind; bei der ne. Schreibung Einfluss von gr. τυφῶν (typhōn) (1), M., Wirbelsturm, Windsbraut; L.: Kluge s. u. Taifun, fehlt DW, EWD s. u. Taifun, Duden s. u. Taifun; Son.: vgl. nndl. tyfoon, Sb., Taifun; frz. typhon, M., Taifun; nschw. tyfon, Sb., Taifun; nnorw. taifun, M., Taifun; poln. tajfun, M., Taifun; kymr. teffŵn, M., Taifun; nir. tíofún, M., Taifun; lit. taifūnas, M., Taifun; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Kantonesischen aufgenommene Bezeichnung für einen schon vormenschlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen tropischen Wirbelsturm; BM.: großer Wind; F.: Taifun, Taifuns, Taifune, Taifunen+FW; Z.: Tai-fun
Taiga, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Taiga, ein großes Waldgebiet in Sibirien; ne. taiga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. russ. тайга (tajgá); E.: s. russ. тайга (tajgá), F., Taiga; von einem turksprachlichen taiga, Sb., Felsengebirge?, mongol. tajga, Bergwald; L.: fehlt DW, EWD s. u. Taiga, Duden s. u. Taiga; Son.: vgl. nndl. taiga, Sb., Taiga; frz. taiga, F., Taiga; nschw. taiga, Sb., Taiga; nnorw. taiga, M., Taiga; poln. tajga, F., Taiga; kymr. taiga, M., Taiga; lit. taiga, F., Taiga; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Russischen und mittelbar einem Turksprachlichen oder dem Mongolischen aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches großes zusammenhängendes und teilweise sumpfiges oder bergiges Waldgebiet vor allem in Sibirien; BM.: Bergwald?; F.: Taiga+FW; Z.: Taig-a
Taille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Taille, Gürtellinie; ne. waist; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. frz. taille; E.: s. frz. taille, F., Taille; vgl. frz. tailler, V., taillieren, nach einer Form schneiden; lat. taliāre, V., spalten, schneiden; idg. *tāl-, V., Sb., wachsen (V.) (1), grünen, Gewächs, Trieb, Pokorny 1055 (1829/6) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. Taille, fehlt DW, EWD s. u. Taille, Duden s. u. Taille; Son.: vgl. nndl. taille, Sb., Taille; poln. talia, F., Taille; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung ursprünglich für Größe und seit der mittleren Neuzeit Bezeichnung für den zwischen Hüfte und Brustkorb etwa in Höhe des Nabels gelegenen schmalsten Abschnitt des Rumpfes des Menschen; BM.: schneiden bzw. wachsen (V.) (1); F.: Taille, Taillen+FW; Z.: Tail-l-e
$tailliert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. tailliert, auf Taille gearbeitet, in Kartenspielen aufgedeckt; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Taille; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und von Taille abgeleitete Bezeichnung für auf Taille gearbeitet oder in Kartenspielen aufgedeckt; F.: tailliert, taillierte, tailliertes, tailliertem, taillierten, taillierter(, tailliertere, taillierteres, taillierterem, taillierteren, taillierterer, tailliertest, taillierteste, tailliertestes, tailliertestem, tailliertesten, tailliertester)+FW; Z.: tail-l-ier-t
Takel, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Takel, Tauwerk und Hebezeug eines Schiffes; ne. tackle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. tākel, N., Takel, Ausstattung, Gerätschaft, Ausrüstung eines Bewaffneten, Schiffsausrüstung, Tauwerk, Hebezeug, Takelanlage des Schiffes, Ackergerät des Landmanns; mnl. takel, N., Takel; von me. takken, V., lose befestigen, heften; ae. tacen (?), st. V., nehmen; germ. *takan, st. V., anfassen, berühren; idg. *dēg-, V., packen?, berühren?, Pokorny 183?; idg. *teg-?, *tog-?, *teg-?, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054; L.: Kluge 1. A. s. u. Takel, Kluge s. u. Takel, DW 21, 92, EWD s. u. Takelage, Duden s. u. Takel, Bluhme s. u. Takel; Son.: vgl. nndl. takel, Sb., Takel; nnorw. takkel, N., Takel; GB.: seit 16. Jh. belegte und in dem Mittelniederdeutschen und Mittelniederländischen aus dem Mittelenglischen und vielleicht Altenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Tauwerk und Hebezeug eines Schiffes; BM.: berühren?; F.: Takel, Takels, Takeln+EW; Z.: Tak-el
$Takelage, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Takelage; E.: s. Takel, s. age; L.: Kluge s. u. Takel, fehlt DW, EWD s. u. Takelage; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Takel und age gebildete Bezeichnung für die von Menschen entwickelte und verwendete Gesamtheit der die Segel eines Segelschiffs tragenden Vorrichtungen; F.: Takelage, Takelagen+FW+EW; Z.: Tak-el-ag-e
$takeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. takeln; Vw.: s. ab-, auf-; L.: Kluge s. u. Takel, DW 21, 92, EWD s. u. Takelage; GB.: seit 16. Jh. belegte und von Takel mittels (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes mit vorteilhaften Vorrichtungen wie Masten und Rahen und Segeln und Tauwerk versehen (V.); F.: takeln (!), takel (!), takle, takele, takelst, takelt, takelte, takeltest, takelten, getakelt, ##getakelt, getakelte, getakeltes, getakeltem, getakelten, getakelter##, takelnd, ###takelnd, takelnde, takelndes, takelndem, takelnden, takelnder###, takel (!)+EW; Z.: tak-el-n
Takt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Takt, Tastsinn, eine musikalische Einheit, Höflichkeit, Anstand; ne. tact; Vw.: s. Kon-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. tāctus; E.: s. mnd. tact, M., Takt, rhythmische Abfolge von Tönen; lat. tāctus (1), M., Berühren, Berührung, Wirkung, Einfluss, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Takt, DW 21, 92, EWD s. u. Takt 1, Takt 2, Duden s. u. Takt; Son.: vgl. nndl. tact, Sb., Takt; frz. tact, M., Takt; nschw. takt, Sb., Takt; nnorw. takt, M., F., Takt; poln. takt, M., Takt; kymr. tact, M., Takt; lit. taktas, M., Takt; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Musik mögliche von Menschen vorgenommene Einteilung eines rhythmischen Ablaufs in gleiche Einheiten oder Höflichkeit oder Anstand; BM.: berühren; F.: Takt, Taktes, Takts, Takte, Takten+FW; Z.: Tak-t
$taktieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. taktieren, eine Taktik anwenden; E.: s. Taktik; L.: Kluge s. u. Taktik, fehlt DW, EWD s. u. Taktik; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Takt(ik) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Taktik anwenden; F.: taktieren, taktiere, taktierst, taktiert, taktierest, taktieret, taktierte, taktiertest, taktierten, taktiertet, ##taktiert, taktierte, taktiertes, taktiertem, taktierten, taktierter##, taktierend, ###taktierend, taktierende, taktierendes, taktierendem, taktierenden, taktierender###, taktier (!)+FW(+EW?); Z.: tak-t-ier-en
Taktik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Taktik, Planung und Vorbereitung sowie Durchführung militärischer Unternehmen; ne. tactic; Vw.: -; Hw.: s. taktisch; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. tactique; E.: s. frz. tactique, F., Taktik; vgl. gr. τακτικός (taktikós), Adj., Stellung eines Heeres betreffend; vgl. gr. τάσσειν (tássein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Taktik, DW 21, 94, EWD s. u. Taktik, Duden s. u. Taktik; Son.: vgl. nndl. tactiek, Sb., Taktik; nschw. taktik, Sb., Taktik; nnorw. taktikk, M., Taktik; poln. taktyka, F., Taktik; kymr. tacteg, F., Taktik; lit. taktika, F., Taktik; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Theorie und Praxis der Planung und Vorbereitung sowie Durchführung militärischer Unternehmen; BM.: stellen bzw. ordnen; F.: Taktik, Taktiken+FW; Z.: Tak-t-ik
$Taktiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Taktiker, Taktierender, Taktik verwendender Mensch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Taktik, s. er (Suff.); L.: DW 21, 95, EWD s. u. Taktik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Taktik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl auch schon früher möglichen Taktik verwendenden Menschen; F.: Taktiker, Taktikers, Taktikern+FW+EW; Z.: Tak-t-ik-er
taktisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. taktisch, Taktik betreffend; ne. tactical; Vw.: hypo-; Hw.: s. Taktik; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. gr. τακτικός (taktikós); E.: s. gr. τακτικός (taktikós), Adj., Stellung eines Heeres betreffend; vgl. τάσσειν (tássein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Taktik, DW 21, 95, EWD s. u. Taktik, Duden s. u. taktisch; Son.: vgl. nndl. tactisch, Adj., taktisch; frz. tactique, Adj., taktisch; nschw. taktisk, Adj., taktisch; nnorw. taktisk, Adj., taktisch; poln. taktyczny, Adj., taktisch; kymr. tactegol, Adj., taktisch; lit. taktinis, Adj., taktisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Takt(ik) und isch gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl auch schon früher mögliches Taktik betreffend; BM.: stellen bzw. ordnen; F.: taktisch, taktische, taktisches, taktischem, taktischen, taktischer(, taktischere, taktischeres, taktischerem, taktischeren, taktischerer, taktischst, taktischste, taktischstes, taktischstem, taktischsten, taktischster)+FW+EW; Z.: tak-t-isch
$taktlos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. taktlos, unhöflich; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Takt, s. los; L.: DW 21, 95, EWD s. u. Takt 1; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Takt und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches geschmacklos oder unangebracht oder unhöflich in Gegensatz zu taktvoll; F.: taktlos, taktlose, taktloses, taktlosem, taktlosen, taktloser(, taktlosere, taktloseres, taktloserem, taktloseren, taktloserer, taktlosest, taktloseste, taktlosestes, taktlosestem, taktlosesten, taktlosester)+FW+EW; Z.: tak-t—lo-s
$Taktlosigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Taktlosigkeit, Geschmacklosigkeit, Unhöflichkeit; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. taktlos. s. ig. s. keit, s. heit; L.: DW 21, 96, EWD s. u. Takt 1; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus taktlos und igkeit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Geschmacklosigkeit oder Unhöflichkeit; F.: Taktlosigkeit, Taktlosigkeiten+FW+EW; Z.: Tak-t—lo-s-ig—kei-t
$taktvoll, nhd., Adj., Adv., (19. Jh.): nhd. taktvoll, einfühlsam, zurückhaltend; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Takt, s. voll; L.: DW 21, 96, EWD s. u. Takt 1; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Takt und voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einfühlsam oder zurückhaltend in Gegensatz zu taktlos; F.: taktvoll, taktvolle, taktvolles, taktvollem, taktvollen, taktvoller(, taktvollere, taktvolleres, taktvollerem, taktvolleren, taktvollerer, taktvollst, taktvollste, taktvollstes, taktvollstem, taktvollsten, taktvollster)+FW+EW; Z.: ta-k-t—vol-l
Tal, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Tal, Geländeeinschnitt; ne. valley, dale; Vw.: -; Hw.: s. Taler; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tal, st. M., st. N., Tal; mnd. dāl (1), M., N., Tal; mnl. dal, N., Tal; ahd. tal, st. M. (a), st. N. (a) (iz) (az), Tal, Abgrund, Schlucht; as. dal*, st. M. (a), st. N. (a), Tal, Abgrund; anfrk. dal*, st. N. (a)?, st. M. (a)?, Tal; germ. *dala-, *dalam, st. N. (a), Tal; germ. *dala-, *dalaz, st. M. (a), Tal; idg. dʰel- (1), dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thal, Kluge s. u. Tal, DW 21, 296 (Thal), EWD s. u. Tal, Falk/Torp 204, Duden s. u. Tal, Bluhme s. u. Tal; Son.: vgl. afries. del, st. N. (a), Tal; nnordfries. dal; ae. dæl, st. N. (a), Tal, Abgrund; an. dalr (1), st. M. (a), Tal, Bogen, Biegung; got. dals, dal (?), st. M. (a) (N. (a)?), Grube, Schlucht, Tal; nndl. dal, Sb., Tal; nschw. dal, Sb., Tal; nnorw. dal, M., Tal; gr. θόλος (thólos), F., Gewölbe, Kuppel, Kuppeldach, Kuppelbau, Rundbau; kymr. dôl, F., Wiese; ksl. dolu, M., Grube; russ. дол (dol), M., Tal; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen tiefen Einschnitt in der Erdoberfläche (Geländeeinschnitt) in Gegensatz zu einer Erhebung (Berg oder Gebirge); BM.: Biegung; F.: Tal, Tales, Tals, Täler, Tälern+EW; Z.: Tal
Talar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Talar, (weite) Amtstracht; ne. gown (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. tālāris; E.: s. mnd. tālār, M., Talar, langes Obergewand, Amtstracht eines Würdenträgers; lat. tālāris, F., bis an die Knöchel gehendes Bekleidungsstück; lat. tālāris, Adj., zu den Knöcheln gehörig, Knöchel...; vgl. lat. tālus, M., Sprungbein, Knöchel, Fesselknochen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Talar, DW 21, 96, EWD s. u. Talar,Duden s. u. Talar; Son.: vgl. nndl. talaar, Sb., Talar; nschw. talar, Sb., Talar; nnorw. talar, M., Talar; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine (weite) Amtstracht; BM.: Knöchel; F.: Talar, Talars, Talare, Talaren+FW; Z.: Tal-ar
Talent, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Talent, eine antike Gewichtseinheit, Fähigkeit, Begabung; ne. talent; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. tālent, N., Talent, ein größeres Gewicht in der Antike bzw. die diesem entsprechende Menge Edelmetalle; lat. talentum, N., Talent (Geldeinheit), ein griechisches Gewicht, Pfund, (um 450 v. Chr.); s. gr. τάλαντον (tálanton), N., Waagschale, Waage; vgl. gr. τλῆναι (tlēnai), V., aufheben, tragen, wägen; vgl. idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Talent, DW 21, 96, EWD s. u. Talent, Duden s. u. Talent; Son.: s. ahd. talenta, st. F. (ō), Talent (eine Münze); vgl. nndl. talent, Sb., Talent; frz. talent, M., Talent; nschw. talang, Sb., Talent; nnorw. talent, N., Talent; kymr. talent, F., Talent; nir. tallan, F., Talent; lit. talentas, M., Talent; GB.: seit Anfang 16. Jh. über das Mittelniederdeutsche aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen verbindbare Bezeichnung für eine besondere menschliche Gewichtseinheit und eine Fähigkeit oder Begabung; BM.: wägen; F.: Talent, Talents, Talentes, Talente, Talenten+FW(+EW); Z.: Tal-ent
$talentiert, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. talentiert, talentvoll, begabt, fähig; E.: s. Talent, s. iert; L.: Kluge s. u. Talent, fehlt DW, EWD s. u. Talent; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Talent und iert gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches begabt oder fähig in Gegensatz zu talentlos; F.: talentiert, talentierte, talentiertes, talentiertem, talentierten, talentierter(, talentiertere, talentierteres, talentierterem, talentierteren, talentierterer, talentiertest, talentierteste, talentiertestes, talentiertestem, talentiertesten, talentiertester)+FW(+EW?); Z.: tal-ent-ier-t
$talentlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. talentlos, ohne Talent seiend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Talent, s. los; L.: DW 21, 98, EWD s. u. Talent; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Talent und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Talent oder Begabung oder Fähigkeit seiend in Gegensatz zu talentiert; F.: talentlos, talentlose, talentloses, talentlosem, talentlosen, talentloser(, talentlosere, talentloseres, talentloserem, talentloseren, talentloserer, talentlosest, talentloseste, talentlosestes, talentlosestem, talentlosesten, talentlosester)+FW+EW; Z.: tal-ent—lo-s
$Talentlosigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Talentlosigkeit, Fehlen eines Talents; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. talentlos, s. ig, s. keit, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Talent; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus talentlos und igkeit gebildete Bezeichnung für das seit Entstehung des Menschen mögliche Fehlen eines besonderen Talents oder einer Fähigkeit oder einer Begabung; F.: Talentlosigkeit, Talentlosigkeiten+FW+EW; Z.: Tal-ent—lo-s-ig—kei-t
$talentvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. talentvoll, talentiert; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Talent, s. voll; L.: EWD s. u. Talent; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Talent und voll gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches begabt oder fähig oder talentiert; F.: talentvoll, talentvolle, talentvolles, talentvollem, talentvollen, talentvoller(, talentvollere, talentvolleres, talentvollerem, talentvolleren, talentvollerer, talentvollst, talentvollste, talentvollstes, talentvollstem, talentvollsten, talentvollster)+FW+EW; Z.: tal-ent—vol-l
Taler, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Taler, eine Münze; ne. thaler; Vw.: -; Hw.: s. Tal; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. dālære*, dāler, dalder, M., Taler; gekürzt aus Joachimstaler, einer Silbermünze aus Joachimstal; s. nhd. Tal; L.: Kluge 1. A. s. u. Thaler, Kluge s. u. Taler, DW 21, 301 (Thaler), EWD s. u. Taler, Duden s. u. Taler; Son.: vgl. nndl. daalder, Sb., Taler; ne. dollar, N., Dollar; frz. thaler, M., Taler; nschw. daler, Sb., Taler; nnorw. daler, N., Taler; poln. talar, M., Taler; kymr. thaler, doler, F., Taler; lett. dālderis, Sb., Taler; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus Tal und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in Gebieten des Heiligen Römischen Reiches bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts gebräuchliche Silbermünze aus (Joachims)tal (in dem Erzgebirge); F.: Taler, Talers, Talern+EW; BM.: ON (nach dem Herkunftsort der Münze); Z.: Tal-er
Talg, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Talg, festes und weißlich oder gelbliches Fett; ne. tallow (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. talch, tallich, N., Talg, tierisches Fett; mnl. talch, Sb., Talg, weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem germ. *talga-, *talgaz, st. M. (a), Talg; idg. *del- (4), V., tröpfeln, Pokorny 196 (315/20) (RB. idg. aus arm., kelt., germ.); oder Zusammenhang mit got. tulgus, Adj. (u), fest, beständig; germ. *tulgu-, *tulguz, Adj., fest, standhaft; idg. *delēgʰ-, *dl̥̄gʰó-?, Adj., V., lang, längen, Pokorny 197; idg. *del- (5), *delh₁-, Adj., V., lang, längen, Pokorny 196 (316/21) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Talg, Kluge s. u. Talg, DW 21, 98, EWD s. u. Talg, Falk/Torp 160, Duden s. u. Talg, Bluhme s. u. Talg; Son.: vgl. ae. tielg, telg, st. M. (a), Farbe, Tinktur; me. talgh, Sb., Talg; an. tolg, F., Talg; nndl. talk, Sb., Talk; nnorw. talg, M., F., Talg; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. und mnl. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus dem Fettgewebe besonders der Nieren von Rindern oder Schafen gewonnenes festes und weißliches oder gelbliches Fett; F.: Talg, Talges, Talgs, Talge, Talgen+EW; Z.: Tal-g
$talgartig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. talgartig, Talg entsprechend; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Talg, s. artig; L.: DW 21, 98, EWD s. u. Talg; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Talg und artig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Talg entsprechend; F.: talgartig, talgartige, talgartiges, talgartigem, talgartigen, talgartiger(, talgartigere, talgartigeres, talgartigerem, talgartigeren, talgartigerer, talgartigst, talgartigste, talgartigstes, talgartigstem, talgartigsten, talgartigster)+EW; Z.: tal-g—ar-t-ig
$talgig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. talgig, Talg betreffend; E.: s. Talg, s. ig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Talg; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Talg und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Talg betreffend; F.: talgig, talgige, talgiges, talgigem, talgigen, talgiger(, talgigere, talgigeres, talgigerem, talgigeren, talgigerer, talgigst, talgigste, talgigstes, talgigstem, talgigsten, talgigster)+EW; Z.: tal-g-ig
Talisman, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Talisman, Glücksbringer; ne. talisman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. it. talismano; E.: s. it. talismano, M., Talisman, Glücksbringer; über das Mittelgriechische von arab. tilasm, Sb., Zauberbild; gr. τέλεσμα (télesma), N., Ausgabe, Aufwand, bestätigtes Abbild; vgl. gr. τελεῖν (telein), V., zu Ende bringen, beenden, vollenden, bezahlen; idg. *kel- (1), *kelə-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Talisman, DW 21, 99, EWD s. u. Talisman, Duden s. u. Talisman; Son.: vgl. nndl. talisman, Sb., Talisman; frz. talisman, M., Talisman; nschw. talisman, Sb., Talisman; nnorw. talisman, M., Talisman; poln. talizman, M., Talisman; kymr. talismon, M., Talisman; lit. talismanas, M., Talisman; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie dem Mittelgriechischen und Arabischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen kleinen in der Vorstellung von Menschen als Glücksbringer dienenden Gegenstand; F.: Talisman, Talismans, Talismane, Talismanen+FW; BM.: beenden bzw. hoch; Z.: Talisman
Talk (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Talk (M.) (1), ein Mineral (Magnesiumsilikathydrat); ne. talc (N.), talcum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. talc, span. talco; E.: s. frz. talc, M., Talk (M.) (1); span. talco, M., Talk (M.) (1); arab. talq, Sb., Talk (M.) (1); L.: Kluge s. u. Talk 1, EWD s. u. Talk, DW 21, 100, Duden s. u. Talk; Son.: vgl. nndl. talk, Sb., Talk (M.) (1); nschw. talk, Sb., Talk (M.) (1); nnorw. talk, M., Talk (M.) (1); poln. talk, M., Talk (M.) (1); kymr. talc, M., Talk (M.) (1); nir. talc, M., Talk (M.) (1); lit. talkas, M., Talk (M.) (1); GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Spanischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr häufig natürlich vorkommendes mattweiß oder gelblich oder braun schimmerndes und sich fett anfühlendes Mineral; BM.: ?; F.: Talk, Talkes, Talks+EW; Z.: Talk
Talk (2), Dalk, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Talk (M.) (2), ungeschickter Mensch; ne. clunk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: von mhd. talgen, sw. V., kneten; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Talk 2, DW 21, 100, Duden s. u. Talk; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen ungeschickten Menschen; BM.: weich; F.: Talk, Talkes, Talks+EW; Z.: Talk
Talk (3), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Talk (M.) (3), Gespräch; ne. talk (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. talk; E.: s. ne. talk, N., Gespräch; vgl. ne. talk, V., reden, sprechen; ne. tale, N., Erzählung; ae. talu, st. F. (ō), Zahl, Reihe, Erzählung, Geschichte; germ. *talō, st. F. (ō), Berechnung, Zahl, Rede; idg. *del- (1), V., zielen, berechnen, nachstellen, schädigen, zählen, Pokorny 193?; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Talk; Son.: vgl. nnorw. talk, Sb., Talk (M.) (3); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein öffentliches meist der Unterhaltung dienendes Gespräch; BM.: reden bzw. teilen; F.: Talk, Talkes, Talks+FW; Z.: Tal-k
$talken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. talken, sprechen, reden; E.: s. Talk; L.: Kluge s. u. Talk 2, DW21, 100; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Talk (3) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher Menschen mögliches sprechen oder reden; F.: talken, talke, talkst, talkt, talkest, talket, talkte, talktest, talkten, talktet, getalkt, ##getalkt, getalkte, getalktes, getalktem, getalkten, getalkter##, talkend, ###talkend, talkende, talkendes, talkendem, talkenden, talkender###, talk (!)+FW+EW; Z.: talk-en
$talket, talkert, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. talket, talkert; L.: Kluge s. u. Talk 2, DW 21, 100; L.: Kluge s. u. Talk 2; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches ungeschickt; F.: talket, talkete, talketes, talketem, talketen, talketer(, talketere, talketeres, talketerem, talketeren, talketerer, talketst, talketste, talketstes, talketstem, talketsten, talketster, talkert, talkerte, talkertes, talkertem, talkerten, talkerter, talkertere, talkerteres, talkerterem, talkerteren, talkerterer, talkertst, talkertste, talkertstes, talkertstem, talkertsten, talkertster)+EW; Z.: talk-et
Talmi, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Talmi, wertloser Schmuck; ne. tinsel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: gekürzt aus Talmigold, N., Talmigold, eine mit Gold plattierte Kupferlegierung; weitere Herkunft des Vorderglieds ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Talmi, fehlt DW, EWD s. u. Talmi, Duden s. u. Talmi; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Schmuck ohne (besonderen) Wert; BM.: ?; F.: Talmi, Talmis+FW; Z.: Talmi
Talmud, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Talmud, eine jüdische Schriftensammlung; ne. Talmud; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1290-1300 (Seifried Helbling); E.: mhd. talmut, talamuot, M., Talmud; mhd. dalmut, st. M., Talmud; mnd. talmūt, M., Talmud, Sammlung jüdischer Wissenstexte und Gesetze; hebr. תַּלְמוּד (talmut?), Sb., Belehrung, Studium; L.: Duden s. u. Talmud; Son.: vgl. nndl. Talmoed, Sb., Talmud; frz. Talmud, M., Talmud; nschw. talmud, Sb., Talmud; nnorw. talmud, M., Talmud; poln. Talmud, M., Talmud; kymr. Talmwd, M., Talmud; nir. talmúd, M., Talmud; lit. talmudas, M., Talmud; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die Sammlung (der Schriften) der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft; BM.: Belehrung; F.: Talmud, Talmudes, Talmuds, Talmude, Talmuden+FW; Z.: Talmud
Talon, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Talon, Kartenrest, Kontrollabschnitt; ne. counterfoil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. talon; E.: s. frz. talon, M., Talon, Rest; lat. tālus, M., Sprungbein, Knöchel, Fesselknochen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Talon, fehlt DW, EWD s. u. Talon, Duden s. u. Talon; Son.: vgl. nndl. talon, Sb., Talon; nschw. talong, Sb., Talon; nnorw. talong, M., Talon; poln. Talon, M., Gutschein; lit. talonas, M., Talon; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für den restlichen Kartenstapel bei einem sachlich wohl seit dem 12. Jh. von Menschen entwickelten und verwendeten Kartenspiel; BM.: Knöchel; F.: Talon, Talons+FW; Z.: Tal-on
Tamarinde, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tamarinde, Tamarindenbaum, Tamarindenfrucht; ne. tamarind; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mnd. tamarinde, F., Tamarinde, Fruchthülse des Tamarindenbaums aus der ein Sud hergestellt wird; mlat. tamarinda, F., Tamarinde; arab. tamr hindī, Sb., indische Dattel; L.: DW 21, 101, Duden s. u. Tamarinde; Son.: vgl. nndl. tamarinde, Sb., Tamarinde; frz. tamarin, M., Tamarinde; nschw. tamarind, Sb., Tamarinde; nnorw. tamarind, M., Tamarinde; kymr. tamarind, M., Tamarinde; nir. tamarain, F., Tamarinde; poln. tamaryndowiec, M., Tamarinde; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Mittellateinische aus dem Arabischen und Indischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen tropischen Baum mit paarig gefiederten immergrünen Blättern und gelblichen Blüten sowie essbaren süß-säuerlichen Früchten die an getrocknete Datteln und Zitrusfrüchte erinnern; BM.: indische Dattel; F.: Tamarinde, Tamarinden+FW; Z.: Tamar-ind-e
Tamariske, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Tamariske, Tamariskengewächs; ne. tamarisk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: s. mhd. tamarisc, st. F., Tamarisk; mhd. tämris, Sb., Baumname (Tamariske?); mlat. tamariscus, F., Tamariske; lat. tamarīx, F., Tamariske, Tamariskenstaude, (14-37 n. Chr.); weitere Herkunft vielleicht berberisch, s. Walde/Hofmann 2, 646; L.: DW 21, 102, Duden s. u. Tamariske; Son.: vgl. nndl. tamarisk, Sb., Tamariske; frz. tamarix, F., Tamariske; nschw. tamariske, Sb., Tamariske; nnorw. tamarisk, M., Tamariske; poln. tamaryszek, M., Tamariske; nir. tamaraisc, F., Tamariske; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Mittellateinischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie vielleicht in der weiteren Herkunft berberische Bezeichnung für eine schon vormenschliche Pflanze mit kleinen schuppenartigen Blättern und rosafarbenen in Trauben stehenden Blüten; BM.: ?; F.: Tamariske, Tamarisken+FW; Z.: Tamarisk-e
Tamburin, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Tamburin, Schellentrommel, Handtrommel; ne. tambourine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210? (Athis und Prophilias); E.: mhd. tamburīn, tamerīn, st. N., Tamburin; s. mhd. tambūr, st. M., st. F., Handtrommel, Tamburin; frz. tambour, M., Trommel; pers. tambûr, tabīr, Sb., arabische Laute (F.), arab. tunbūr, Sb., arabische Laute (F.); L.: Kluge s. u. Tamburin, DW 21, 102, EWD s. u. Tambour, Duden s. u. Tamburin; Son.: vgl. nndl. tamboerijn, Sb., Tamburin; frz. tambourin, M., Tamburin; nschw. tamburin, Sb., Tamburin; nnorw. tamburin, M., Tamburin; poln. tamburyn, M., Tamburin; kymr. tambwrîn, M., Tamburin; nir. tambóirín, F., Tamburin; lit. tambūrinas, M., Tamburin; GB.: seit um 1210 belegte und aus dem Französischen und Persischen sowie Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine leichte von Menschen mit der Hand zu schlagende Schellentrommel oder Handtrommel; BM.: arabische Laute (F.); F.: Tamburin, Tamburins, Tamburines, Tamburine, Tamburinen+FW; Z.: Tamb-ur-in
Tampon, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tampon, Pfropf, Stopfen (M.); ne. tampon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. tampon; E.: s. frz. tampon, M., Tampon; mlat. tamponus, M., Wattebausch, Tampon; über afrz. von germ. *tappō-, *tappōn, *tappa-, *tappan, sw. M. (n), Zapfen (M.); L.: Kluge s. u. Tampon, fehlt DW, EWD s. u. Tampon, Duden s. u. Tampon; Son.: vgl. nndl. tampon. Sb., Tampon; nschw. tampong, Sb., Tampon; nnorw. tampong, M., Tampon; poln. tampon, M., Tampon; kymr. tampon, M., Tampon; lit. tamponas, M., Tampon; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Mittellateinische mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten zu dem Aufsaugen von Flüssigkeiten dienenden Wattebausch der um 1930 von Carl Cleveland Haas in den Vereinigten Staaten von Amerika zu dem Tampon für das Aufsagen der Menstruationsflüssigkeit in der Scheide von Frauen weiterentwickelt wurde; BM.: Zapfen (M.); F.: Tampon, Tampons+FW; Z.: Tamp-on
Tamtam, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tamtam, Betriebsamkeit, Marktschreierei; ne. fuss (N.), ballyhoo, tam-tam; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. tamtam; E.: s. frz. tamtam, M., Tamtam; aus Indien, tamtam, Sb., eine Art Gong; lautmalend; L.: Kluge s. u. Tamtam, DW 21, 103 (Interj.), EWD s. u. Tamtam, Duden s. u. Tamtam; Son.: vgl. nndl. tamtam, Sb., Tamtam; nnorw. tamtam, M., Tamtam; poln. tam-tam, M., Tamtam (Gong); nir. tamtam, M., Tamtam; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Indischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher Menschen mögliche laute Betriebsamkeit oder Marktschreierei mit der auf etwas aufmerksam gemacht werden soll; BM.: lautmalend?; F.: Tamtam, Tamtams+FW; Z.: Tam-tam
Tand, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tand, wertloses Zeug; ne. trumpery; Vw.: -; Hw.: s. tändeln; Q.: vor Ende 13. Jh.? (Der jüngere Sigenot); E.: mhd. tant, M., leeres Geschwätz, Tand, Posse; mnd. tant (2), M., Tand, Kramware, Trödelware, Kleinware, sinnloses Tun, sinnloses Gerede, dummes Geschwätz; roman. tanto, M., Kaufpreis; lat. tantum (2), N., Kleinigkeit, Nichtigkeit; lat. tantus, Adj., von solcher Größe seiend, so groß, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tand, Kluge s. u. Tand, DW 21, 103, EWD s. u. Tand, Duden s. u. Tand, Bluhme s. u. Tand; Son.: vgl. ndän. tant, Sb., Tand; nnorw. tant, M., N., Tand; GB.: vielleicht seit vor Ende 13. Jh. belegte und aus dem Romanischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wertloses Zeug; BM.: Kleinigkeit; F.: Tand, Tandes, Tands+FW; Z.: Ta-nd
$Tändelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tändelei, Spielerei; E.: s. tändel(n), s. ei (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tand, DW 21, 103, EWD s. u. Tand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tändel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich Menschen wohl schon früher mögliche Spielerei; F.: Tändelei, Tändeleien+EW; Z.: Tä-nd-el-ei
tändeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. tändeln, verspielt sein (V.), scherzen; ne. dally; Vw.: -; Hw.: s. Tand; Q.: 15. Jh.; E.: s. Tand, s. eln; L.: Kluge s. u. tändeln, Tand, DW 21, 105, EWD s. u. Tand, Duden s. u. tändeln, Bluhme s. u. taendeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tand und el (Suff.) sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für Menschen sachlich wohl auch schon früher mögliches etwas mehr in spielerisch-leichter als in ernsthafter Weise tun oder scherzen; BM.: Kleinigkeit; F.: tändeln, tändel (!), tändle, tändelst, tändelt, tändelte, tändeltest, tändelten, tändeltet, getändelt, ##getändelt, getändelte, getändeltes, getändeltem, getändelten, getändelter##, tändelnd, ###tändelnd, tändelnde, tändelndes, tändelndem, tändelnden, tändelnder###, tändel (!)+FW+EW; Z.: tä-nd-el-n
Tandem, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tandem, leichter Wagen mit zwei hintereinander gespannten Pferden; ne. tandem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. tandem; E.: s. ne. tandem, N., Tandem; lat. tandem, Adv., endlich, doch endlich, zuletzt, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tandem, fehlt DW, EWD s. u. Tandem, Duden s. u. Tandem; Son.: vgl. nndl. tandem, Sb., Tandem; frz. tandem, M., Tandem; nschw. tandem, Sb., Tandem; nnorw. tandem, M., Tandem; poln. tandem, M., Tandem; kymr. tandem, M., Tandem; nir. tandam, M., Tandem; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gefährt wie beispielsweise auch ein Fahrrad mit zwei hintereinanderliegenden Antriebsstellen (um 1890ff.); BM.: zuletzt; F.: Tandem, Tandems+FW; Z.: Ta-nd-em
Tang, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tang, Seetang, Braunalge oder Rotalge; ne. tang, seaweed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. mnd. danc, dang, dank, M., Tang, Seetang, von der Flut zurückgelassene Pflanzenteile; aus einer ostnordischen Sprache, s. nschw. tång, M., Tang; ndän. tang, Sb., Tang; wohl verwandt mit germ. *þenhta-, *þenhtaz, Adj., dicht, fest; idg. *tenkto-, Adj., dicht; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tang, Kluge s. u. Tang, DW 21, 108, EWD s. u. Tang, Duden s. u. Tang, Bluhme s. u. Tang; Son.: vgl. nnorw. tang, M., N., Tang; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus einer ostnordischen Sprache aufgenommene sowie wohl mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in rund 10000 Arten in Küstennähe in dem Meer wachsende und meist auf Felsen festsitzende Braunalge oder Rotalge; BM.: dicht; F.: Tang, Tanges, Tangs, Tange, Tangen+FW; Z.: Tan-g
Tanga, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Tanga, ein Bikini, eine Unterhose; ne. tanga, thong; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. port. tanga; E.: s. port. tanga, F., Tanga; von Tupi tanga, Sb., Lendenschurz; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tanga; Son.: vgl. nndl. tanga, Sb. Tanga; frz. tanga, M., Tanga; nschw. tanga, Sb., Tanga; nnorw. tanga, M., Tanga; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Portugiesischen und mittelbar dem Tupi aufgenommene Bezeichnung für einen sehr knappen Bikini dessen Höschen aus zwei durch Bänder miteinander verbundenen schmalen Stoffdreiecken besteht und fast mehr Haut enthüllt als verdeckt; BM.: Lendenschurz; F.: Tanga, Tangas+FW; Z.: Tanga
Tangente, nhd., (Part. Präs.=)F., (18. Jh.): nhd. Tangente, eine eine Kurve berührende Gerade; ne. tangent (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. tangēns, (Part. Präs.=)Adj., berührend; vgl. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Tangente, fehlt DW, EWD s. u. Tangente, Tangente; Son.: vgl. nndl. tangente, Sb., Tangente; frz. tangente, F., Tangente; nschw. tangent, Sb., Tangente; nnorw. tangent, M., Tangente; nir. tangant, M., Tangente; lit. tangentas, M., Tangente; GB.: seit 18. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine eine Kurve an einem Punkt berührende Gerade; BM.: berühren; F.: Tangente, Tangenten+FW; Z.: Ta-n-g-ent-e
tangieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. tangieren, berühren, beeinflussen; ne. be (V.) tangent to, affect (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tangere; E.: s. lat. tangere, tagere (ält.), V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen, ergreifen, stechen, stoßen, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. tangieren; Son.: vgl. nschw. tangera, V., tangieren; nnorw. tangere, V., tangieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden in bestimmter Weise berühren und (in dem Denken oder Handeln) beeinflussen; BM.: berühren; F.: tangieren, tangiere, tangierst, tangiert, tangierest, tangieret, tangierte, tangiertest, tangierten, tangiertet, ##tangiert, tangierte, tangiertes, tangiertem, tangierten, tangierter##, tangierend, ###tangierend, tangierende, tangierendes, tangierendem, tangierenden, tangierender###, tangier (!)+FW; Z.: ta-n-g-ier-en
Tango, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tango, ein argentinischer Tanz; ne. tango (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 20. Jh.; I.: Lw. span. tango; E.: s. span. tango, M., Tango; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht afrikanischen Ursprungs; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tango, Duden s. u. Tango; Son.: vgl. nndl. tango, Sb., Tango; frz. tango, M., Tango; nschw. tango, Sb., Tango; nnorw. tango, M., Tango; poln. tango, M., Tango; kymr. tango, M., F., Tango; lit. tangó, M., Tango; lit. tango, M., Tango; GB.: seit 1. Viertel 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft (afrikanisch?) ungeklärte Bezeichnung für einen aus Südamerika (Argentinien) stammenden Gesellschaftstanz; BM.: ?; F.: Tango, Tangos+FW; Z.: Tang-o
Tank, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tank, Flüssigkeitsbehälter; ne. tank (N.); Vw.: -; Hw.: s. tanken; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. ne. tank; E.: s. ne. tank, N., Tank, Behälter; aus einer indischen Sprache, s. Gujarāti tānkh, Marāthi. ṭānken, Sb., unterirdische Zisterne; vgl. ai. taḍāgam, Sb., Teich, Waserbehälter, künstlicher See; L.: Kluge s. u. Tank, fehlt DW, EWD s. u. Tank, Duden s. u. Tank, Bluhme s. u. Tank 1; Son.: vgl. nndl. tank, Sb., Tank; frz. tank, M., Panzer; nschw. tank, Sb., Tank; nnorw. tank, M., Tank; poln. tank, M., Tank; kymr. tanc, M., Tank; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus einer indischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten größeren Behälter zu dem Aufbewahren oder Mitführen von Flüssigkeiten; BM.: Teich?; F.: Tank, Tankes, Tanks, Tanke, Tanken+FW; Z.: Tank
tanken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tanken, auftanken, einen Behälter mit einer Flüssigkeit füllen, Treibstoff aufnehmen; ne. tank (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tank; Q.: um 1910; I.: Lw. ne. tank; E.: s. ne. tank, V., tanken; vgl. ne. tank, N., Tank, Behälter; aus einer indischen Sprache, s. Gujarāti tānkh, Marāthi. ṭānken, Sb., unterirdische Zisterne; vgl. ai. taḍāgam, Sb., Teich, Waserbehälter, künstlicher See; L.: Kluge s. u. Tank, fehlt DW, EWD s. u. Tank; Son.: vgl. nndl. tanken, V., tanken; nschw. tanka, Sb., tanken; nnorw. tanke, V., tanken; poln. tankować, V., tanken; GB.: seit um 1910 belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar einer indischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes einen Behälter mit einer Flüssigkeit füllen oder Treibstoff aufnehmen; BM.: Teich?; F.: tanken (!), tanke (!), tankst, tankt, tankest, tanket, tankte, tanktest, tankten, tanktet, getankt, ##getankt, getankte, getanktes, getanktem, getankten, getankter##, tankend, ###tankend, tankende, tankendes, tankendem, tankenden, tankender###, tank (!) +FW; Z.: tank-en
$Tanker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tanker, ein Transportschiff; E.: s. tank(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Tank, fehlt DW, EWD s. u. Tank; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Tank und tank(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit für die Beförderung von Flüssigkeiten entwickeltes und verwendetes Tansportschiff; F.: Tanker, Tankers, Tankern+FW; Z.: Tank-er
$Tankwart, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tankwart; E.: s. Tank, s. Wart; L.: fehlt DW, EWD s. u. Wart; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus tank(en) und Wart gebildete Bezeichnung für einen seit dieser Zeit an einer Tankstelle vor allem vor der später zunehmenden Selbstbedienung für das Tanken von Kraftfahrzeugen Beschäftigten; F.: Tankwart, Tankwarte, Tankwarts, Tankwartes+EW; Z.: Tank—war-t
Tann, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tann, Wald; ne. forest, pine forest; Vw.: -; Hw.: s. Tanne; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. tan (1), st. M., N., Tann, Wald, Tannenwald; mnd. dan (3), M., Tann, Tanne, Wald; vielleicht von mhd. tanne, st. F., sw. F., Tanne, Mastbaum; ahd. tanna, sw. F. (n), Tanne, Edeltanne, Fichte, Kiefer (F.); as. dėnnia* (2), danne*, sw. F. (n), Tanne; germ. *danwō, Sb., Tanne, Fichte; germ. *dannjō-, *dannjōn, sw. F. (n), Tanne, Fichte; idg. *dʰanu-, Sb., Baum?, Tanne?, Pokorny 234 (356/4) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tann, Kluge s. u. Tann, DW 21, 109, EWD s. u. Tenne, Falk/Torp 200, Duden s. u. Tann, Bluhme s. u. Tann; Son.: vgl. ae. dėnn, st. N. (a), Höhle, Lager, Schweineweide; ? ai. dhánu-, F., Sandbank, Insel; ai. dhánvan-, N., dürres, trockenes Land, Wüste; GB.: seit nach 1193 belegte und wohl mit Tanne und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen Wald; BM.: Baum?; F.: Tann, Tannes, Tanns, Tanne, Tannen+FW; Z.: Tann
Tanne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tanne, Tannenbaum, ein Waldbaum; ne. fir (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tann; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. tanne, st. F., sw. F., Tanne, Mastbaum; mnd. danne (1), F., Tanne; mnl. danne, F., Tanne; ahd. tanna, sw. F. (n), Tanne, Edeltanne, Fichte, Kiefer (F.); as. dėnnia* (2), danne*, sw. F. (n), Tanne; anfrk. -; germ. *danwō, Sb., Tanne, Fichte; germ. *dannjō-, *dannjōn, sw. F. (n), Tanne, Fichte; idg. *dʰanu-, Sb., Baum?, Tanne?, Pokorny 234 (356/4) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tanne, Kluge s. u. Tanne, DW 21, 109, EWD s. u. Tanne, Falk/Torp 200, Duden s. u. Tanne, Bluhme s. u. Tanne; Son.: vgl. nndl. dennenboom, Sb., Tanne; ai. dhanvana-, M., ein Baum; ai. dhánu-, Sb., Bogen; heth. tanau-, Adj., ein Baum; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen hohen immergrünen Nadelbaum mit vorne abgestumpften oberseits dunkelgrünen und unterseits zwei weiße Streifen aufweisenden Nadeln und aufrecht stehenden Zapfen; BM.: Baum; F.: Tanne, Tannen+EW; Z.: Tan-n-e
$tannen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tannen, Tanne betreffend, aus Tanne hergestellt; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Tanne, s. n; L.: DW 21, 110, EWD s. u. Tanne; GB.: (nach mhd. tennen) seit 18. Jh. belegte und aus Tann(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Tanne betreffend oder aus Tanne hergestellt; F.: tannen, tannene, tannenes, tannenem, tannenen, tannener+EW; Z.: tan-n-en
Tantal, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tantal, ein Schwermetall; ne. tantalum; Vw.: -; Hw.: s. Tantalusqualen; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. Τάνταλος (Tántalos), M.=PN, „Träger“, Tantalos; vgl. idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. tantaal, Sb., Tantal; nndl. tantalium, Sb., Tantal; frz. tantalum, Sb., Tantal; nschw. tantal, N., Sb., Tantal; nnorw. tantal, N., Tantal; kymr. tantalwm, M., Tantal; nir. tantalam, M., Tantal; poln. tantal, M., Tantal; lit. tantalas, M., Tantal; L.: fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. aus dem PN Tantalus gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr selten vorkommendes grau glänzendes sehr dehnbares und von Anders Gustav Ekberg in Schweden 1802 in zwei Erzen aus Finnland und Schweden entdecktes (ungiftiges) Schwermetall der Vanadiumgruppe (chemisches Element Nr. 73, abgekürzt Ta) das für Kondensatoren und Implantate sowie in Ölraffinerien und in hochlichtbrechenden Gläsern verwendet wird; BM.: PN (benannt nach dem stets dürstenden aber seinen Durst niemals löschen könnenden Tantalus wegen des Unvermögens auch bei großer Menge von Säure nichts von dieser aufnehmen zu können); F.: Tantal, Tantals+FW; Z.: Tan-tal
Tantalusqualen, nhd., F. Pl., (20. Jh.): nhd. Tantalusqualen, große Qualen; ne. torments of Tantalus; Vw.: -; Hw.: s. Tantal; Q.: 20. Jh.; E.: Vorderglied von dem PN Tantalus; s. lat. Tantalus, Tantalos, M.=PN, Tantalus, Tantalos, (81-43 v. Chr.); gr. Τάνταλος (Tántalos), M.=PN, Träger, Tantalos; vgl. idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tantalusqualen, fehlt DW, Duden s. u. Tantalusqualen; Son.: vgl. nndl. tantaluskwelling, Sb., Tantalusqualen; frz. supplice de Tantalus, M., Tantalusqual; nschw. tantaluskval, Sb., Tantalusqualen; nnorw. tantaluskval, M., Tantalusqualen; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für Qualen die dadurch entstehen dass etwas Ersehntes wie Wasser sich zwar in der greifbaren Nähe befindet aber letztlich trotz qroßer Qualen sachlich doch nicht zu erlangen ist; BM.: PN (nach dem in der Mythologie der Griechen erwähnten Tantalus der als Strafe der Götter für seine ihnen gegenüber frevlerischen Taten des Verrats von Gesprächsinhalten und Diebstahl von Nektar und Ambrosia ewige Qualen in der Unterwelt erleidet); F.: Tantalusqualen+FW+EW; Z.: Tan-tal-us—qual-en
Tante, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tante, Schwester eines Elters; ne. aunt; Vw.: -; Hw.: s. Tunte; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. tante; E.: s. frz. tante, F., Tante; afrz. ante, F., Tante; lat. amita, F., Vaterschwester, Tante, (81-43 v. Chr.); idg. *amma, *ama, *amī̆, F., Mutter (F.) (1), Pokorny 36 (68/68) (idg. aus gr.?, alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tante, Kluge s. u. Tante, DW 21, 116, EWD s. u. Tante, Duden s. u. Tante, Bluhme s. u. Tante; Son.: vgl. nndl. tante, Sb., Tante; nschw. tant, Sb., Tante; nnorw. tante, M., F., Tante; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen (amita) des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen (*amma) verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon früher in der Vorstellung der Menschen bewusste Schwester eines Elters; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Tante, Tanten+FW; Z.: T-an-t-e
Tantieme, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tantieme, Gewinnbeteiligung, eine Vergütung; ne. royalty, profitsharing; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. frz. tantième, F., Tantieme, Gewinnbeteiligung; vgl. frz. tant, Adj., soviel; lat. tantus, Adj., von solcher Größe seiend, so groß, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *to- (1), *tā-, *ti̯o-, Pron., der, die, Pokorny 1086 (1880/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tantieme, fehlt DW, EWD s. u. Tantieme, Duden s. u. Tantieme; Son.: vgl. nndl. tantième, Sb., Tantieme; frz. tantième, M., Tantieme; nschw. tantiem, Sb., Tantieme; nnorw. tantieme, N., Tantieme; poln. tantiema, F., Tantieme; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Einnahmebeteiligung oder Gewinnbeteiligung an einem Unternehmen und die gezahlte Vergütung für einen Autor; BM.: groß; F.: Tantieme, Tantiemen+FW; Z.: Tant-iem-e
Tanz, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tanz, eine Abfolge rhythmischer Körperbewegungen; ne. dance (N.); Vw.: s. Konter-, Veits-; Hw.: -; Q.: um 1190 (Visio Tnugdali); E.: mhd. tanz, st. M., Tanz, Gesang, Spiel zum Tanz; mnd. dans, danz, M., Tanz, Tanzfest, Kampf, Streit, Verwicklung; afrz. danse, Sb., Tanz; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Tanz, Kluge s. u. Tanz, DW 21, 117, EWD s. u. tanzen, Duden s. u. Tanz, Bluhme s. u. Tanz; Son.: vgl. nndl. dans, Sb., Tanz; frz. danse, F., Tanz; nschw. dans, Sb., Tanz; nnorw. dans, M., Tanz; GB.: seit um 1190 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine nach einem durch Musik oder eine andere akustische Äußerung hervorgebrachten Rhythmus ausgeführte sachlich schon vor den Hochkulturen des Altertums und in einem weiteren Sinne auch schon vormenschlich mögliche Abfolge von Körperbewegungen; BM.: ?; F.: Tanz, Tanzes, Tänze, Tänzen+EW?+FW?; Z.: Tanz
$tanzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. tanzen; E.: s. Tanz, s. en; L.: Kluge s. u. Tanz, DW 21, 122, EWD s. u. tanzen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tanz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vor den Hochkulturen des Altertums und in einem weiteren Sinne auch schon vormenschlich mögliches einen Tanz ausführen; F.: tanzen, tanze (!), tanzst, tanzt, tanzest, tanzet, tanzte, tanztest, tanzten, tanztet, getanzt, ##getanzt, getanzte, getanztes, getanztem, getanzten, getanzter##, tanzend, ###tanzend, tanzende, tanzendes, tanzendem, tanzenden, tanzender###, tanz (!)+EW?+FW?; Z.: tanz-en
$Tänzer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tänzer, Tanzender; Vw.: s. Seil-; E.: s. tanz(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Tanz, fehlt DW (ausgenommen Solotänzer); GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tanz und tanz(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vor den Hochkulturen des Altertums und in einem weiteren Sinne auch schon vormenschlich möglichen Tanzenden+FW?+EW?F.: Tänzer, Tänzers, Tänzern+EW; Z.: Tänz-er
Tape, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Tape, Magnetband, Tonband, Klebeband, Verband; ne. tape (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. tape; E.: s. ne. tape, N., Tape, Klebeband, Tonband; lat. tapēte, F., Teppich, Decke, (230/220-168 v. Chr.); gr. τάπης (tápēs), F., Teppich; Lehnwort aus dem Iranischen; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tape; Son.: vgl. nschw. tape, Sb., Tape; nnorw. tape, M., Tape; kymr. tâp, M., Tape; nir. téip, F., Tape; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie dem Iranischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Magnetband oder Tonband oder Klebeband; BM.: Teppich; F.: Tape, Tapes+FW; Z.: Tap-e
$Tapet, nhd. (ält.), N., (15. Jh.?): nhd. Tapet; E.: s. Tapete; L.: Kluge s. u. Tapete, DW 21, 132; GB.: vielleicht seit dem 15. Jh. belegte und mit Tapete verbindbare ältere Bezeichnung für den Bezug eines Konferenztischs; F.: Tapet+FW; Z.: Tap-et
Tapete, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tapete, eine Wandverkleidung; ne. wallpaper; Vw.: -; Hw.: s. tapezieren, Tapisserie; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. tapēte; E.: mnd. tapēt, tappēt, tapeeth, tapīt, dappēte, teppet, teppete, topēt, topeet, N., Tapete, gewirktes oder gewebtes oder besticktes großflächiges Ziertextil, Teppich, Wandbehang, Wandteppich; mlat. tapetia, F., Wandteppich; lat. tapēte, F., Teppich, Decke, (230/220-168 v. Chr.); gr. τάπης (tápēs), F., Teppich; Lehnwort aus dem Iranischen; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tapete, DW 21, 132, EWD s. u. Tapete, Duden s. u. Tapete; Son.: vgl. nndl. tapijt, Sb., Tapete; ne. tapestry, N., Wandteppich; nschw. tapet, Sb., Tapete; nnorw. tapet, N., Tapete; poln. tapeta, F., Tapete; kymr. tapestri, Sb., Wandteppich; nir. taipéis, F., Tapete; lit. tapetai, M. Pl., Tapete; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsveränderung aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich in Italien seit dem 14. Jh. auf Stoff und später andernorts auch auf Papier aufgebrachtes und zwecks Verschönerung in Bahnen auf Wände eines Raumes geklebtes Muster oder eine Wandverkleidung; BM.: spannen; F.: Tapete, Tapeten+FW; Z.: Tap-et-e
tapezieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tapezieren, Wände eines Zimmers bekleben; ne. hang (V.) wallpaper; Vw.: -; Hw.: s. Tapete, Tapisserie; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. it. tappezzare, frz. tapisser; E.: s. it. tappezzare, V., tapezieren; frz. tapisser, V., tapezieren; vgl. afrz. tapiz, tapis, M., Decke, Teppich; gr. τάπης (tápēs), F., Teppich; Lehnwort aus dem Iranischen; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tapete, DW 21, 132, EWD s. u. tapezieren, Duden s. u. tapezieren; Son.: vgl. nschw. tapetsera, V., tapezieren; nnorw. tapetsere, V., tapezieren; poln. tapetować, V., tapezieren; lit. tapetuoti, V., tapezieren; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen aufgenommene sowie von Tapete abgeleitete Bezeichnung für seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes die Wände eines Zimmers zwecks Verschönerung mit Mustern verkleiden oder bekleben; BM.: spannen; F.: tapezieren, tapeziere, tapezierst, tapeziert, tapezierest, tapezieret, tapezierte, tapeziertest, tapezierten, tapeziertet, ##tapeziert, tapezierte, tapeziertes, tapeziertem, tapezierten, tapezierter##, tapezierend, ###tapezierend, tapezierende, tapezierendes, tapezierendem, tapezierenden, tapezierender###, tapezier (!)+FW(+EW); Z.: tap-ez-ier-en
$Tapezierer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tapezierer, Tapezierender; E.: s. tapezieren; L.: Kluge s. u. Tapete, DW 21, 132, EWD s. u. tapezieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus tapezier(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach Arbeitsteilung vielleicht seit dieser Zeit Räume tapezierenden Handwerker; F.: Tapezierer, Tapezierers, Tapezierern+FW(+EW); Z.: Tap-ez-ier-er
tapfer, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. tapfer, schwer, mutig, furchtlos; ne. brave (Adj.), bodl (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. tapfer, Adj., fest, gedrungen, voll, gewichtig; mnd. dapper, Adj., tapfer, schwer mnd. tapper (1), taffer, tapfer, Adj., tapfer, furchtlos, unerschrocken, nachhaltig, wirkungsvoll, ausdauernd; mnl. dapper, Adj., tapfer; ahd. tapfar*, taphar*, Adj., schwer, gewichtig; as. -; anfrk. -; germ. *dapra-, *dapraz, Adj., schwer, gedrungen, fest; s. idg. *dʰeb-, Adj., dick, fest, gedrungen, Pokorny 239 (361/9) (RB. idg. aus germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. tapfer, Kluge s. u. tapfer, DW 21, 934, EWD s. u. tapfer, Falk/Torp 200, Heidermanns 146, Duden s. u. tapfer, Bluhme s. u. tapfer; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. dapr, Adj., traurig, betrübt, träg; got. -; nndl. dapper, Adj., tapfer; ne. dapper, Adj., gewandt, elegant, gepflegt; nschw. tapper, Adj., tapfer; nnorw. tapper, Adj., tapfer; apreuß. debīkan, Adj., groß; ksl. debelŭ, Adj., dick; toch. A tpär, Adj., hoch; toch. B tapre, Adj., hoch; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich schwer oder mutig oder furchtlos mit Gefahren und Schwierigkeiten auseinandersetzend; BM.: schwer; F.: tapfer, tapfere, tapferes, tapferem, tapferen, tapferer(, tapferere, tapfereres, tapfererem, tapfereren, tapfererer, tapferst, tapferste, tapferstes, tapferstem, tapfersten, tapferster)+EW; Z.: tapf-er
$Tapferkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tapferkeit; E.: s. tapfer, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. tapfer, DW 21, 137, EWD s. u. tapfer; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tapfer und keit gebildete Bezeichnung für Mut oder Furchtlosigkeit; F.: Tapferkeit, Tapferkeiten+EW; Z.: Tapf-er-kei-t
...taph, nhd., M., (12. Jh.): nhd. ...taph, Grab; ne. ...taph; Vw.: s. Epi-, Keno-; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τάφος (táphos), M., Leichenbestattung, Leichenfeier, Grab; idg. *dʰembʰ-, *dʰm̥bʰ-, V., graben, Pokorny 248 (375/23) (RB. idg. aus arm., gr., balt.?); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1093; Son.: vgl. nndl. ...taaf, Suff., ...taph; frz. ...taphe, Suff., ...taph; nschw. ...taf, Suff., ...taph; nnorw. ...taf, Suff., ...taph; poln. ...tafium, Suff., ...taph; kymr. ...taff, Suff., ...taph; lit. ...tafija, Suff., ...taph; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit einem Grab zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Grab; F.: ...taph, ...taphs, ...taphes, ...taphe, ...taphen+FW; Z.: -taph
Tapir, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tapir, ein schweineähnliches pflanzenfressendes Säugetier; ne. tapir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. tapir; E.: s. frz. tapir, M., Tapir; aus der südamerikanische Indianersprache Tupi tapira, Sb., Tapir; L.: EWD s. u. Tapir, fehlt DW, Duden s. u. Tapir; Son.: vgl. nndl. tapir, Sb., Tapir; nschw. tapir, Sb., Tapir; nnorw. tapir, M., Tapir; poln. tapir, M., Tapir; kymr. tapir, M., Tapir; nir. taipir, F., Tapir; lit. tapyras, M., Tapir; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar der südamerikanischen Indianersprache Tupi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches mittelgroßes unpaarhufiges Säugetier in den tropischen Wäldern Amerikas und Asiens mit kurzem dichtem Fell und einem kurzen Rüssel; BM.: ?; F.: Tapir, Tapirs, Tapire, Tapiren+FW; Z.: Tapir
Tapisserie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tapisserie, Bildwirkerei, gewirkter Wandteppich, teppichartige Stickerei; ne. tapestry; Vw.: -; Hw.: s. tapezieren, Tapete; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. tapisserie, F., Tapisserie, Bildwirkerei; afrz. tapiz, M., Decke, Wandverkleidung; gr. τάπης (tápēs), F., Teppich; Lehnwort aus dem Iranischen; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: DW 21, 138 (Verweis auf Tapezerei), Duden s. u. Tapisserie; Son.: vgl. nschw. tapisseri, N., Tapisserie; nnorw. tapisseri, N., Tapisserie; kymr. tapestri, M., Tapisserie; nir. taipéis, F., Tapisserie; poln. tapiseria, F., Tapisserie; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und dem Iranischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen schon früher entwickelten und gewebten Wandteppich oder eine teppichartige Stickerei oder Bildwirkerei; BM.: spannen; F.: Tapisserie, Tapisserien+FW; Z.: Tap-is-s-er-ie
Tappe, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Tappe, Pfote; ne. paw (N.); Vw.: -; Hw.: s. ertappen, tappen, täppisch; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. mhd. tāpe, sw. F., Pfote, Tatze; lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. Tappe, Kluge s. u. Tappe, EWD s. u. tappen, DW 21, 139; Son.: s. it. patta, F., Tappe; frz. patte, F., Pfote; GB.: seit 1190-1210 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen in Zehen gespaltenen Fuß oder eine Pfote verschiedener Säugetiere; BM.: lautmalend; F.: Tappe, Tappen+FW; Z.: Tapp-e
tappen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. tappen, tastend gehen, ungeschickt gehen; ne. toddle; Vw.: s. er-; Hw.: s. Tappe, täppisch; Q.: 15. Jh.?; E.: s. Tappe; L.: Kluge s. u. ertappen, DW 21, 140, EWD s. u. tappen, Duden s. u. tappen, Bluhme s. u. tappen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Tapp(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich mit leisen und dumpf klingenden Tritten ungeschickt und tastend gehen oder ein dumpfes Geräusch verursachen; BM.: Pfote; F.: tappen (!), tappe (!), tappst, tappt, tappest, tappet, tappte, tapptest, tappten, tapptet, getappt, ##getappt, getappte, getapptes, getapptem, getappten, getappter##, tappend, ###tappend, tappende, tappendes, tappendem, tappenden, tappender###, tapp (!)+EW; Z.: tapp-en
täppisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. täppisch, ungeschickt; ne. clumsy; Vw.: -; Hw.: s. Tappe, tappen; Q.: 1290-1300 (Seifried Helbling); E.: s. mhd. tæpisch, Adj., täppisch; s. mhd. tāpe, sw. F., Pfote, Tatze; lautmalend; L.: Kluge s. u. täppisch, DW 21, 143, EWD s. u. tappen, Duden s. u. täppisch, Bluhme s. u. taeppisch; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus Tapp(e) und tapp(en) sowie isch gebildete Bezeichnung für ungeschickt; BM.: lautmalend; F.: täppisch, täppische, täppisches, täppischem, täppischen, täppischer(, täppischere, täppischeres, täppischerem, täppischeren, täppischerer, täppischst, täppischste, täppischstes, täppischstem, täppischsten, täppischster)+EW; Z.: täpp-isch
Tara, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Tara, Gewicht der Verpackung, Leergewicht; ne. tara weight, tare (N.); Vw.: -; Hw.: s. tarieren; Q.: um 1400; I.: Lw. it. tara; E.: s. it. tara, F., Tara, Abzug; arab. ṭarḥ, Sb., Abzug; vgl. arab. ṭaraḥa, V., entfernen, wegwerfen, beseitigen; L.: Kluge s. u. Tara, DW 21, 144, EWD s. u. Tara, Duden s. u. Tara; Son.: vgl. nndl. tarra, Sb., Tara; frz. tare, F., Tara?; nschw. tara, Sb., Tara; nnorw. tara, M., Tara; poln. tara, F., Tara; nir. táir, F., Tara; GB.: seit um 1400 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Arabischen aufgenommene (und umgebidete) Bezeichnung für das von Menschen entwickelte und verwendete besondere Gewicht der Verpackung einer Ware; BM.: entfernen; F.: Tara, Taren+FW; Z.: Tar-a
Tarantel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tarantel, eine große und giftige Wolfsspinne; ne. tarantula; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1586; I.: Lw. it. tarantola; E.: s. it. tarantola, F., Tarantel; mlat. tarantula, F., Tarantel; angeblich vom ON Tarent, s. it. Taranto, M.=ON, Tarentl; lat. Tarentum, N.=ON, Tarent; Herkunft ungeklärt, vielleicht etr.?; L.: Kluge s. u. Tarantel, DW 21, 144, EWD s. u. Tarantel, Duden s. u. Tarantel; Son.: s. mhd. tarant, tarrant, st. M., Skorpion, Tarantel, Drache (M.) (1), Belagerungswerkzeug; vgl. nndl. tatantula, Sb., Tarantula; frz. tarentule, F., Tarantel; nschw. tarantel, Sb., Tarantel; nnorw. tarantell, M., Tarantel; poln. tarantula, F., Tarantel; kymr. tarantwla, F., Tarantel; nir. tarantúla, M., Tarantel; lit. tarantulas, M., Tarantel; GB.: seit 1586 belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene sowie angeblich von dem ON Tarent abgeleitete und vielleicht etruskische Bezeichnung einer sehr großen und giftigen Wolfsspinne; BM.: ON; F.: Tarantel, Taranteln+FW; Z.: Tarant-el
$Tarantella, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tarantella; E.: s. Tarantel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tarantel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie vielleicht mit Tarantel verbindbare Bezeichnung für einen süditalienischen Volkstanz mit schneller Musik; F.: Tarantella, Tarantellas+FW; Z.: Tarant-el-l-a
tarieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. tarieren, ausgleichen; ne. tare (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tara; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. it. tarare; E.: s. it. tarare, V., tarieren; vgl. it. tara, F., Tara, Abzug; arab. ṭarḥ, Sb., Abzug; vgl. arab. taraha, V., entfernen, wegwerfen; L.: Kluge s. u. Tara, fehlt DW, EWD s. u. Tara, Duden s. u. tarieren; Son.: vgl. nndl. tarere, V., tarieren; frz. tarer, V., tarieren; nschw. tarera, V., tarieren; poln. tarować, V., tarieren; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Arabischen verbindbare sowie umgebildete Bezeichnung für seit dieser Zeit Menschen mögliches und von ihnen verwendetes ausgleichen oder den Verpackungsabzug berechnen; BM.: entfernen; F.: tarieren, tariere, tarierst, tariert, tarierest, tarieret, tarierte, tariertest, tarierten, tariertet, ##tariert, tarierte, tariertes, tariertem, tarierten, tarierter##, tarierend, ###tarierend, tarierende, tarierendes, tarierendem, tarierenden, tarierender###, tarier (!)+FW; Z.: tar-ier-en
Tarif, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tarif, Gebühr, festgesetzter Preis; ne. tarif; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. tarif; E.: s. frz. tarif, M., Tarif; it. tariffa, F., Tarif; arab. taʿrīf, Sb., Bekanntmachung, Preisliste; vgl. arab., V., arrafa ‛bekanntmachen; L.: Kluge s. u. Tarif, DW 21, 145, EWD s. u. Tarif, Duden s. u. Tarif; Son.: vgl. nndl. tarief, Sb., Tarif; nschw. tariff, Sb., Tarif; nnorw. tariff, M., Tarif; poln. taryfa plac, F., Tarif; lit. tarifas, M., Tarif; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Französische und Italienische mittelbar aus dem Arabischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Geld mögliche Gebühr oder einen festgesetzten Preis; BM.: bekanntmachen; F.: Tarif, Tarifes, Tarifs, Tarife, Tarifen+FW(+EW?); Z.: T-ar-if
$tariflich, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. tariflich, Tarif betreffend, tarifmäßig; E.: s. Tarif, s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tarif; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Tarif und lich gebildete Bezeichnung für Tarif betreffend; F.: tariflich, tarifliche, tarifliches, tariflichem, tariflichen, tariflicher+FW+EW; Z.: t-ar-if—lich
$tarifmäßig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tarifmäßig, Tarif gemäß, tariflich; E.: s. Tarif, s. mäßig; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tarif; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tarif und mäßig gebildete Bezeichnung für einem Tarif gemäß oder tariflich; F.: tarifmäßig, tarifmäßige, tarifmäßiges, tarifmäßigem, tarifmäßigen, tarifmäßiger(, tarifmäßigere, tarifmäßigeres, tarifmäßigerem, tarifmäßigeren, tarifmäßigerer, tarifmäßigst, tarifmäßigste, tarifmäßigstes, tarifmäßigstem, tarifmäßigsten, tarifmäßigster)+FW+EW; Z.: t-ar-if—mä-ß-ig
tarnen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tarnen, verhüllen, sich schwer erkennbar machen; ne. camouflage (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wurde im 20. Jh. wiederbelebt um ein bis dahin verwendetes frz. camoufler zu ersetzen; s. mhd. tarnen, sw. V., zudecken, verhüllen, verbergen; ahd. tarnen*, *tarnōn?, sw. V. (1a, 2?), „tarnen“, verbergen, verdecken, unsichtbar machen; as. dėrnian, sw. V. (1a, 2?), verbergen, verhehlen, tarnen; germ. *darnjan, sw. V., verbergen, verheimlichen; s. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. tarnen, fehlt DW, EWD s. u. tarnen, Heidermanns 147, Duden s. u. tarnen, Bluhme s. u. tarnen; Son.: vgl. ae. diernan, dirnan, dyrnan, dernan, sw. V. (1), verheimlichen, verbergen; GB.: seit dem Althochdeutschen belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in dem 20. Jh. wiederbelebte Bezeichnung für sachlich dem Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sich durch Verkleiden und Schminken der Umgebung anpassen und dadurch schwer(er) erkennbar machen; BM.: verbergen; F.: tarnen, tarne, tarnst, tarnt, tarnest, tarnet, tarnte, tarntest, tarnten, tarntet, getarnt, ##getarnt, getarnte, getarntes, getarntem, getarnten, getarnter##, tarnend, ###tarnend, tarnende, tarnendes, tarnendem, tarnenden, tarnender###, tarn (!)+EW; Z.: tar-n-en
$Tarnkappe, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Tarnkappe, unsichtbar machende Kappe; E.: s. tarn(en), s. Kappe; L.: Kluge 1. A. s. u. Kappe, Kluge s. u. Tarnkappe, DW 21, 145, EWD s. u. tarnen; GB.: seit um 1200 belegte und aus tarn(en) und Kappe gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung von Menschen mögliche Menschen für andere Menschen unsichtbar machende Kappe; F.: Tarnkappe, Tarnkappen+EW; Z.: Tar-n—kapp-e
Tarock, Tarot, nhd., M., N., (18. Jh.): nhd. Tarock, Tarot, ein Kartenspiel; ne. tarot, tarot card game; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. tarocco; E.: s. it. tarocco, M., Tarock; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Tarock, DW 21, 145 (Tarók), Duden s. u. Tarock; Son.: vgl. nndl. tarok, Sb., Tarock; frz. tarot, M., Tarock; ndän. tarok, Sb., Tarock; poln. tarok, M., Tarock; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Kartenspiel; BM.: ?; F.: Tarock, Tarocks, Tarot, Tarots+FW(+EW?); Z.: Tarock
Tartsche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Tartsche, kleiner Schild, Faustschild; ne. targe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. mhd. tarsche, F., Tartsche; mnd. tartze (1), tartsche, tarce, tarse, F., Tartsche, kleiner abgerundeter Schild; mnd. darsche, F., Tartsche; afrz. targe, Sb., kleiner Rundschild; aus einer germanischen Sprache entlehnt, vgl. ae. targe, sw. F. (n), kleiner Schild; germ. *targō, st. F. (ō), Einfassung, Rand, Schild, Zarge; germ. *targō-, *targōn, sw. F. (n), Einfassung, Rand, Schild, Zarge; vgl. idg. *dergʰ-, V., fassen, Pokorny 212 (331/36) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Tartsche, DW 21, 146, EWD s. u. Zarge, Duden s. u. Tartsche; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und über das Altfranzösische aus dem erschließbaren Germanischen aufgenommene Bezeichnung für einen in dem Mittelalter von Menschen entwickelten und verwendeten kleinen Schild (Faustschild); BM.: Einfassung bzw. fassen; F.: Tartsche, Tartschen+FW(+EW?); Z.: Tartsch-e
Tasche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tasche, beutelförmiger Tragbehälter; ne. bag (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tasche, sw. F., st. F., Tasche, Leib, Eingeweide; mnd. tasche, F., Tasche, Geldbeutel, Transportbehältnis für den persönlichen Gebrauch, Geldbeutel; mnl. tasce, tesce, F., Tasche; ahd. taska, tasca, zaska*, sw. F. (n), st. F. (ō), Tasche, Quersack, Reisetäschchen, Brotbeutel; as. dasga*, st. F. (ō), sw. F. (n), Tasche; anfrk. -; germ. *taskō, st. F. (ō), Tasche; germ. *taskō-, *taskōn, sw. F. (n), Tasche; lat. tasca, F., Tasche; s. idg. *dʰəskā, F., Tasche?; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tasche, Kluge s. u. Tasche, DW 21, 147, EWD s. u. Tasche, Falk/Torp 160, Duden s. u. Tasche, Bluhme s. u. Tasche; Son.: vgl. nndl. tas, Sb., Tasche; GB.: (taska) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen meist aus biegbarem Stoff hergestelltes und zwei Tragegriffe aufweisendes sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Transportbehältnis oder einen beutelförmigen Tragbehälter; BM.: setzen bzw. legen; F.: Tasche, Taschen+FW; Z.: Ta-sch-e
$Taschenbuch, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Taschenbuch; E.: s. Tasche, s. n, s. Buch; L.: DW 21, 151, EWD s. u. Tasche; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Tasch(e) und en (Suff.) sowie Buch gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit jährlich erscheinendes Buch in Taschenformat und ein seit 1939 von Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in dem Deutschen Reich aus Kostengründen entwickeltes und verwendetes sowie Platz in einer kleinen Bekleidungstasche findendes Buch; F.: Taschenbuch, Taschenbuches, Taschenbuchs, Taschenbücher, Taschenbüchern+FW+EW; Z.: Ta-sch-en—buch
$Taschengeld, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Taschengeld; E.: s. Tasche, s. n, s. Geld; L.: DW 21, 151, EWD s. u. Tasche; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Tasch(e) und en (Suff.) sowie Geld gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit zu der Bestreitung kleinerer Ausgaben (in die Tasche) gegebenes Wochengeld und Monatsgeld sowie seit etwa 1970 Kindern und Jugendlichen zwecks Erziehung zu Konsumenten meist von den Eltern oder anderen Verwandten gewährtes summenmäßig begrenztes Geld; F.: Taschengeld, Taschengeldes, Taschengelds, Taschengelder, Taschengeldern+FW+EW; Z.: Ta-sch-en—geld
$Taschenmesser, nhd., N., (13./14. Jh.): nhd. Taschenmesser; E.: s. Tasch(e), s. en, s. Messer (N.); L.: DW 21, 152, EWD s. u. Tasche; GB.: seit 13./14. Jh. belegte und aus Tasch(e) und en (Suff.) sowie Messer (N.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit 600-500 v. Chr. entwickeltes und verwendetes sowie in einer Hosentasche beförderbares und wegen der Gefährlichkeit teilweise dem Waffengesetz unterfallendes Messer (N.); F.: Taschenmesser, Taschenmessers, Taschenmessern+FW+EW; Z.: Ta-sch-en—mes-ser
$Taschenspieler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Taschenspieler; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. Tasche, s. n, s. Spieler; L.: DW 21, 153, EWD s. u. Tasche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tasch(e) und en (Suff.) und sowie Spieler gebildete Bezeichnung für einen mit Hilfe seiner Tasche und Ablenkung anderen Menschen Geschicklichkeit vorführenden Menschen; F.: Taschenspieler, Taschenspielers, Taschenspielern+FW+EW; Z.: Ta-sch-en—spiel-er
$Taschentuch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Taschentuch, Sacktuch, Schnupftuch; E.: s. Tasch(e), s. en, s. Tuch; Q.: 1810; L.: DW 21, 154, EWD s. u. Tasche; GB.: seit 1810 belegte und aus Tasch(e) und en (Suff.) sowie Tuch gebildete und von Menschen aus Stoff und später aus Papier (Patent von achtzehnhundertvierundneunzig) entwickeltes und verwendetes sowie in der Tasche aufbewahrtes Tuch (Sacktuch um 1800, daneben auch Schnupftuch); F.: Taschentuch, Taschentuches, Taschentuchs, Taschentücher, Taschentüchern+FW+EW; Z.: Ta-sch-en—tuch
$Täschner, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Täschner, Taschenmacher, Hersteller von Taschen; E.: s. Tasch(e), s. (e)n, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Tasche; GB.: (nach DRW taschenære* in Rechtsquellen) seit 1337 belegte und aus Tasch(e) und (e)n (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Taschenmacher oder Hersteller von Taschen aus Leder; F.: Täschner, Täschners, Täschnern+FW; Z.: Tä-sch-n-er
Taskforce, Task-Force, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Taskforce, Arbeitsgruppe, Einsatztruppe; ne. task force; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. task force; E.: s. ne. task force, N., Taskforce; vgl. ne. task, N., Aufgabe, Auftrag; vgl. afrz. tasche, F., Arbeit?; vgl. lat. tāxa, tāsca, F., Steuer (F.), Abgabe eines Teiles der Ernte, Akkordarbeit, Stückarbeit; lat. tāxāre, V., berühren, antasten; lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); ne. force, N., Kraft, Gewalt; afrz. force, F., Kraft, Macht; lat. fortis, Adj., stark, kräftig, dauerhaft, tüchtig, fest, lang; idg. *bʰereg̑ʰ-, Adj., hoch, erhaben, Pokorny 140 (222/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. Taskforce; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus task und force gebildete und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen für eine begrenzte Zeit gebildete für eine Aufgabe bestimmte und meist mit Entscheidungsbefugnissen ausgestattete Arbeitsgruppe (des Staates), Einsatztruppe; BM.: berühren, stark bzw. tragen; F.: Taskforce, Taskforces, Task-Force, Task-Forces+FW; Z.: Task-for-c-e
Tasse, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tasse, Trinkschale, ein Trinkgefäß; ne. cup (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. tazza; E.: s. unter Einfluss von frz. tasse von it. tazza, F., Tasse, Trinkschale; arab. tās, Sb., Schälchen; pers. täst, Sb., Becken, Schale (F.) (2); L.: Kluge 1. A. s. u. Tasse, Kluge s. u. Tasse, DW 21, 155, EWD s. u. Tasse, Duden s. u. Tasse, Bluhme s. u. Tasse; Son.: s. mnd. *tasse?, F., Tasse; vgl. frz. tasse, F., Tasse; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und Französischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes kleines an mindestens einer Seite einen Henkel aufweisendes Trinkgefäß; BM.: Schale (F.) (2); F.: Tasse, Tassen+FW; Z.: Tas-s-e
Tastatur, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Tastatur, ein Eingabegerät; ne. keyboard; Vw.: -; Hw.: s. Taste, tasten; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. it. tastatura; E.: s. it. tastatura, F., Tastatur; vgl. it. tasto, M., Taste; it. tastare, V., fühlen, greifen; lat. *tastāre, V., tasten, befühlen; vgl. lat. tāxāre, V., berühren, antasten; lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Taste, fehlt DW, Duden s. u. Tastatur; Son.: vgl. nnorw. tastatur, N., Tastatur; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie letztlich mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete größere Anzahl von in bestimmter Weise angeordneten Tasten zu einem Spielen eines Musikinstruments oder zu einer Eingabe von Menschen entwickelter Zeichen in ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Schreibgerät wofür der Buchdrucker und Journalist Christopher Latham Sholes (1819-1890) in Wisconsin 1868 für die Anordnung der Zeichenfolge der obersten Zeichenreihe als QWERTY (und darunter weiterer drei Zeichenreihen) ein Patent erhielt; BM.: berühren; F.: Tastatur, Tastaturen+FW(+EW?); Z.: Tast-at-ur
Taste, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Taste, herabzudrückender Hebel, Druckknopf; ne. button (N.), key (N.); Vw.: -; Hw.: s. tasten, Tastatur; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. it. tasto; E.: s. it. tasto, M., Taste; vgl. it. tastare, V., fühlen, greifen; lat. *tastāre, V., tasten, befühlen; vgl. lat. tāxāre, V., berühren, antasten; lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Taste, DW 21, 156, EWD s. u. tasten; Duden s. u. Taste; Son.: vgl. ndän. taste, Sb., Taste; nnorw. tast, M., Taste; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem (erschließbaren) Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten zu einem Bedienen eines Geräts notwendigen kleineren Druckknopf oder herabzudrückenden Hebel; BM.: berühren; F.: Taste, Tasten+FW(+EW?); Z.: Tast-e
tasten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. tasten, greifen, vorsichtig fühlen, berühren, vorsichtig hinweggleiten; ne. grope (V.), fumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. Taste, tasten; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. tasten, dasten, sw. V., tasten, antasten, greifen, angreifen, nachforschen, herumfühlen, befühlen, berühren, mit Klatschlaut niederfallen, suchen, streben; mnd. tasten, sw. V., tasten, durch Berührung sinnlich wahrnehmen, spüren, empfinden, herumtasten; mnl. tasten, sw. V., tasten; afrz. taster, V., befühlen; lat. *tastāre, V., tasten, befühlen; vgl. lat. tāxāre, V., berühren, antasten; lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. tasten, Kluge s. u. tasten, DW 21, 156, EWD s. u. tasten, Duden s. u. tasten, Bluhme s. u. tasten; Son.: vgl. nndl. tasten, V., tasten; ne. taste, V., schmecken; frz. tâtonner, V., vorantasten; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen entwickeltes und verwendetes vorsichtig fühlende suchende Bewegungen mit der Hand ausführen; BM.: berühren; F.: tasten (!), taste (!), tastest, tastet, tastete, tastetest, tasteten, tastetet, getastet, ##getastet, getastete, getastetes, getastetem, getasteten, getasteter##, tastend, ###tastend, tastende, tastendes, tastendem, tastenden, tastender###, tast (!)+FW; Z.: tast-en
Tat, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tat, ausgeführtes Tun, Handlung; ne. deed; Vw.: -; Hw.: s. tun; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tāt, st. F., Tat, Handlung; mnd. dāt, dade, F., Tat; mnl. daet, F., Tat; ahd. tāt, st. F. (i), Tat, Handlung, Geschehen, Ereignis, Begebenheit, Ding, Tun, Handeln, Wirken, Verwirklichung, Geschehnis; as. dād, st. F. (i), Tat, Ereignis, Gewalt, Vorbedeutung; anfrk. dād*, dāt*, st. F. (i), Tat; germ. *dēdi-, *dēdiz, *dǣdi-, *dǣdiz, st. F. (i), Tat; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. That, Kluge s. u. Tat, DW 21, 307 (That), EWD s. u. Tat, Falk/Torp 198, Seebold 157, Duden s. u. Tat, Bluhme s. u. Tat; Son.: vgl. afries. dēd, dēde, st. F. (i), Tat, Handlung, Tatsache, Verwundung; nfries. diede, daed; ae. dǣd, st. F. (i), Tat, Handlung, Ereignis; an. dāð, st. F. (i), Tat, gute Eigenschaft; got. *dēþs, st. F. (i), Tat; nndl. daad, Sb., Tat; nschw. dåd, Sb., Tat; nnorw. dåd, M., Tat; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit ihrer Entstehung ausgeführtes Tun oder eine Handlung; BM.: setzen bzw. stellen; F.: Tat, Taten+EW; Z.: Ta-t
…tät, …ität, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. ...tät; ne. …ty; Vw.: s. Absurdi-, Affini-, Aktivi-, Aktuali-, Ambigui-, Animosi-, Antiqui-, Autori-, Boni-, Brutali-, Debili-, Duplizi-, Effektivi-, Elastizi-, Elektrizi-, Extremi-, Fakul-, Fertili-, Festivi-, Formali-, Frigidi-, Frivoli-, Generosi-, Homosexuali-, Humani-, Identi-, Immuni-, Individuali-, Intensi-, Intimi-, Invalidi-, Kalami-, Kapazi-, Kausali-, Kontigui-, Kontinui-, Kriminali-, Kuriosi-, Labili-, Laszivi-, Legali-, Liberali-, Liquidi-, Majes-, Majori-, Mentali-, Minori-, Mobili-, Moderni-, Morali-, Mortali-, Naivi-, Neutrali-, Novi-, Obszöni-, Originali-, Pari-, Passivi-, Pie-, Populari-, Priori-, Promiskui-, Prosperi-, Puber-, Rari-, Rationali-, Reali-, Rigidi-, Rivali-, Sensibili-, Sentimentali-, Seriosi-, Skurrili-, Solidari-, Solidi-, Souveräni-, Sozie-, Speziali-, Spontanei-, Stabili-, Sterili-, Stupidi-, Subtili-, Trini-, Triviali-, Universali-, Universi-, Virtuosi-, Vitali-, Zelebri-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. …tās, frz. …té; E.: s. frz. …té., Suff., ...tät; lat. …tās, Suff., …tät; L.: Kluge s. u. -tät, s. DW (bei den Einzelfällen); Son.: vgl. nndl. …teit., Suff., ...tät; nschw. …tet., Suff., ...tät; nnorw. …tet., Suff., ...tät; lit. …tetas, Suff., …tät; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und verwendete sowie aus dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort (oder Nachsilbe) zu einer Bildung femininer Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...tät, ...täten, …ität, …itäten+FW; Z.: -t-ät
Tatar, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Tatar, ein Fleischgericht; ne. tatare, steak tartare; Vw.: -; Hw.: s. Tatarennachricht; Q.: 19. Jh.?; E.: gebildet zum Stamm der Tataren, s. mlat. Tatarus, M., Tatar, Tartar; türk.-pers. tâtâr, tatâr, M., Tatar, Tartar; L.: DW 21, 158, Duden s. u. Tatar; Son.: vgl. nndl. tartaar, Sb., Tatar; frz. steak tartare, M., Tatar; nschw. tatarbiff, Sb., Tatar; nnorw. biff tartar, M., Tatar; poln. tatar, M., Tatar; lit. totoriškas steikas, M., Tatar; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Türkisch-Persischen aufgenommene sowie das Volk der Tataren betreffende Bezeichnung für ein mageres mit Zwiebeln und Pfeffer und Salz vermischtes roh gegessenes Hackfleisch von Rind; BM.: nach den Tataren die das Fleisch für ihre Mahlzeiten unter den Sattel ihre Pferde legten um es bei dem Reiten weich oder mürbe zu machen; F.: Tatar, Tatars+FW; Z.: Tatar
Tatarennachricht, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tatarennachricht, Schreckensnachricht; ne. terrible news; Vw.: -; Hw.: s. Tatar; Q.: 19. Jh.; E.: onomastische Bildung nach der 1854 in Bukarest angeblich von einem tatarischen Postreiter ausgelösten und in Zeitungen verbreitete falschen Nachricht von dem Fall Sebastopols; Vorderglied s. mlat. Tatarus, M., Tatar, Tartar; türk.-pers. tâtâr, tatâr, M., Tatar, Tartar; Hinterglieder s. nhd. nach, richt(en); L.: Kluge s. u. Tatarennachricht, fehlt DW (s. aber Tatár), Duden s. u. Tatarennachricht; GB.: seit 1854 belegte und aus Tatar und en (Suff.) sowie Nachricht gebildete Bezeichnung für eine sachlich auch vielleicht schon seit Entstehung der Sprache des Menschen mögliche unverbürgte Nachricht eines Schreckensereignisses; BM.: PN, richten; F.: Tatarennachricht, Tatarennachrichten+FW+EW; Z.: Tartar-en—nach-rich-t
$Täter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Täter; Vw.: s. Übel-; E.: s. Tat, s. er; L.: Kluge s. u. Tat, DW 21, 316 (Thäter, Täter), EWD s. u. Tat; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tat und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen eine Tat ausführenden Menschen; F.: Täter, Täters, Tätern+EW; Z.: Tä-t-er
$tätig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. tätig, Tat betreffend, ausführend, handgreiflich; Vw.: s. mild-, werk-; E.: s. Tat; s. ig; L.: Kluge s. u. Tat, DW 21, 218 (thätig, tätig), EWD s. u. Tat; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Tat und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eine Tat betreffend oder ausführend oder handgreiflich; F.: tätig, tätige, tätiges, tätigem, tätigen, tätiger(, tätigere, tätigeres, tätigerem, tätigeren, tätigerer, tätigst, tätigste, tätigstes, tätigstem, tätigsten, tätigster)+EW; Z.: tä-t-ig
$tätigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. tätigen, zu einer Tat machen, tun, handeln, ausführen; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. tätig, s. en (Suff.); L.: DW 21, 318 (thätigen), EWD s. u. Tat; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus tätig und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches zu einer Tat machen oder tun oder handeln oder ausführen; F.: tätigen (!), tätige (!), tätigst, tätigt, tätigest, tätiget, tätigte, tätigtest, tätigten, tätigtet, getätigt, ##getätigt, getätigte, getätigtes, getätigtem, getätigten, getätigter##, tätigend, ###tätigend, tätigende, tätigendes, tätigendem, tätigenden, tätigender###, tätig (!)+EW; Z.: tä-t-ig-en
$Tatkraft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tatkraft, Leistungsfähigkeit; E.: s. Tat, s. Kraft; L.: DW 21, 318 (Thatkraft), EWD s. u. Tat,; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tat und Kraft gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche eine Tat hervorbringende Kraft oder Leistungsfähigkeit; F.: Tatkraft+EW; Z.: Ta-t—kra-f-t
$tätlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. tätlich, durch eine Tat geschehend, Tat betreffend; E.: s. Tat, s. lich; L.: Kluge s. u. Tat, DW 21, 320, EWD s. u. Tat; GB.: vielleicht 1523 belegte und aus Tat und lich gebildete Bezeichnung für sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches durch eine Tat geschehend oder durch Taten sich äußernd oder Tat betreffend; F.: tätlich, tätliche, tätliches, tätlichem, tätlichen, tätlicher+EW; Z.: tä-t-lich
tätowieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. tätowieren, Muster in die Haut einbringen, Bilder schaffen; ne. tattoo (V.); Vw.: -; Hw.: s. tattoo; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. tattoo; E.: s. ne. tattoo, tattou, V., tätowieren; aus polyn. ta tatau, V., tätowieren; vgl. polyn. ta, V., schlagen; polyn. tatau, Sb., Zeichen, Hautverzierung; L.: Kluge s. u. tätowieren, DW 21, 159, EWD s. u. tätowieren, Duden s. u. tätowieren; Son.: vgl. nndl. tatoeeren, V., tätowieren; frz. tatouer, V., tätowieren; nschw. tatuera, V., tätowieren; nnorw. tatovere, V., tätowieren; poln. tatuować, V., tätowieren; nir. tatuálaim, V., tätowieren; lit. tatuiruoti, V., tätowieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Polynesischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit Herstellung erster Bilder entwickeltes und verwendetes durch Einbringen von Farbstoffen in die eingeritzte Haut von Menschen Bilder schaffen; BM.: schlagen, Zeichen; F.: tätowieren, tätowiere, tätowierst, tätowiert, tätowierest, tätowieret, tätowierte, tätowiertest, tätowierten, tätowiertet, ##tätowiert, tätowierte, tätowiertes, tätowiertem, tätowierten, tätowierter##, tätowierend, ###tätowierend, tätowierende, tätowierendes, tätowierendem, tätowierenden, tätowierender###, tätowier (!)+FW(+EW?); Z.: tä-tow-ier-en
$Tatsache, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tatsache, nachweisbares Geschehenes; E.: s. Tat, s. Sache; L.: Kluge s. u. Tatsache, DW 21, 322, EWD s. u. Tat; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tat und Sache gebildete Bezeichnung für etwas sachlich seit Entstehung der Welt mögliches nachweisbar Geschehenes; F.: Tatsache, Tatsachen+EW; Z.: Ta-t—sach-e
tätscheln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tätscheln, liebkosend klopfen, streicheln; ne. pat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: zu mhd. tetschen, sw. V., patschen, sich klatschend bewegen; lautmalend; L.: Kluge s. u. tätscheln, DW 2, 825 (däscheln), EWD s. u. tätscheln, Duden s. u. tätscheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen (tetschen) verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung von Primaten mögliches wiederholt mit der Hand leicht schlagen oder liebkosend klopfen oder streicheln; BM.: lautmalend; F.: tätscheln, tätschel (!), tätschle, tätschelst, tätschelt, tätschelte, tätscheltest, tätschelten, tätscheltet, getätschelt, ##getätschelt, getätschelte, getätscheltes, getätscheltem, getätschelten, getätschelter##, tätschelnd, ###tätschelnd, tätschelnde, tätschelndes, tätschelndem, tätschelnden, tätschelnder###, tätschel (!)+EW; Z.: tätsch-el-n; Z.: tätsch-el-n
$tatschen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. tatschen, plump irgendwo anfassen oder berühren; E.: lautmalend gebildet?; L.: Kluge 1. A. s. u. tatschen, DW 21, 160; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Primaten mögliches plump irgendwo anfassen oder berühren; F.: tatschen, tatsche, tatschst, tatscht, tatschest, tatschet, tatschte, tatschtest, tatschten, tatschtet, getatscht, ##getatscht, getatschte, getatschtes, getatschtem, getatschten, getatschter##, tatschend, ###tatschend, tatschende, tatschendes, tatschendem, tatschenden, tatschender###, tatsch (!)+EW; Z.: tatsch-en
Tatterich, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tatterich, Zittern der Hände; ne. trembling (N.) of the hands; Vw.: -; Hw.: s. tattern, verdattert; Q.: 19. Jh.; E.: von tatterig, Adj., zitterig; zu einem tattern, V., zittern, stottern; dieses lautsymbolische Bildung; L.: Kluge s. u. Tatterich, fehlt DW? (s. aber tattern), EWD s. u. verdattert, Duden s. u. Tatterich, Bluhme s. u. Tatterich; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl lautmalend aus tatter(n) und ig bzw. ich gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches krankhaftes Zittern der Hände (oder einen krankhaft mit den Händen zitternden Menschen); BM.: lautmalend; F.: Tatterich, Tatterichs, Tatteriches+EW; Z.: Tatt-er-ich
tattern, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. tattern, schwatzen, schnattern, zittern; ne. chatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tatterich, verdattert; E.: vielleicht mhd. tateren, sw. V., schwatzen, plappern; Herkunft ungeklärt?; L.: DW 21, 160, Duden s. u. tattern; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für schwatzen oder schnattern oder zittern oder stockend und unter häufiger krampfartiger Wiederholung einzelner Laute und Silben sprechen; BM.: lautmalend?; F.: tattern, tattere, tatter (!), tatterst, tattert, tatterte, tattertest, tatterten, tattertet, getattert, ##getattert, getatterte, getattertes, getattertem, getatterten, getatterter##, tatternd, ###tatternd, tatterndes, tatterndem, tatternden, tatternder###, tatter (!)+EW; F.: ta-t-t-er-n
Tattoo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tattoo, Tätowierung; ne. tattoo (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. tätowieren; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. tattoo; E.: s. ne. tattoo, N., Tattoo, Tätowierung; ne. tattoo, tattou, V., tätowieren; aus polyn. ta tatau, V., tätowieren; vgl. polyn. ta, V., schlagen; polyn. tatau, Sb., Zeichen, Hautverzierung; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tattoo, s. tätowieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Polynesischen gebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht seit Herstellung erster Bilder entwickeltes und verwendetes durch Einbringen von Farbstoffen in die eingeritzte Haut geschaffenes Bild; BM.: schlagen, Zeichen; F.: Tattoo, Tattoos+FW; Z.: Ta-ttoo
Tatze, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Tatze, Pranke, Pfote; ne. paw; Vw.: -; Hw.: s. Tatzelwurm; Q.: Ende 13. Jh. (Die Heidin); E.: mhd. tatze, F., Tatze, Pfote, Hand; wohl Intensivbildung zu „Tappe“ (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tatze, Kluge s. u. Tatze, DW 21, 160, EWD s. u. Tatze, Duden s. u. Tatze, Bluhme s. u. Tatze; Son.: vgl. nschw. tass, Sb., Tatze; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und wohl zu Tappe intensivierend gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlich möglichen größeren in Zehen gespaltenen Fuß oder eine Pranke oder Pfote verschiedener Säugetiere; BM.: lautmalend?; F.: Tatze, Tatzen+EW; Z.: Tatz-e
Tatzelwurm, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tatzelwurm, Drache; ne. tatzelwurm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. Tatz(e), s. el (Suff.), Wurm, (Wurm mit Tatzen); L.: Kluge s. u. Tatzelwurm, fehlt DW, Duden s. u. Tatzelwurm; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte Bezeichnung eines in der Vorstellung von Menschen möglichen in den Alpen lebenden Tieres zwischen Drache und Wurm; Son.: vgl. poln. tatzelwurm, M., Tatzelwurm; lit. tacelvurmas, M., Tatzelwurm; BM.: Tatze, drehen; F.: Tatzelwurm, Tatzelwurms, Tatzelwurmes, Tatzelwürmer, Tatzelwürmern+EW; Z.: Tatz-el—wur-m
Tau (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tau (M.), Feuchtigkeit der Nachtluft; ne. dew (N.); Vw.: s. Mehl-; Hw.: s. tauen, Sinau; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tou, st. N., M., Tau (M.), Tautropfen; mhd. tau, st. N., st. M., Tau (M.); mnd. douwe (1), douw, dow, dau, dauwe, dou, douch, M., Tau (M.); mnl. dau, dou, M., Tau (M.); ahd. tou, st. M. (wa), st. N. (wa), Tau (M.), Regen; as. dou?, st. M. (wa), st. N. (wa), Tau (N.); anfrk. dou, st. M. (a), st. N. (a), Tau (M.); germ. *dawwa-, *dawwaz, st. M. (a), Tau (M.), Feuchtigkeit; germ. *dawwa-, *dawwam, st. N. (a), Tau (M.), Feuchtigkeit; s. idg. dʰeu- (1), V., laufen, rinnen, Pokorny 259 (393/41) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., kelt.?, germ., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Tau (M.), Kluge s. u. Tau 1, DW 21, 323 (Thau), EWD s. u. Tau (M.), Falk/Torp 204, Duden s. u. Tau, Bluhme s. u. Tau 1; Son.: vgl. afries. dâw, st. N. (a), Tau (M.); nnordfries. dauw; ae. déaw, st. M. (a), st. N. (a), Tau (M.); an. dǫgg, st. F. (wō), Tau (M.); got. -; nndl. dauw, Sb., Tau (M.); nschw. dagg, Sb., Tau (M.); nnorw. dogg, M., F., Tau (M.); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Festigung der Erdoberfläche mögliche sich an der Erdoberfläche tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft; BM.: laufen bzw. rinnen; F.: Tau, Taus, Taues+EW; Z.: Tau
Tau (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Tau (N.) (1), Seil oder Strick (M.); ne. rope (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. touwe, touw, thauw, tow, tau, N., Gerät, Werkzeug, Geschirr, Kriegsgerät, Wagen (M.), Fuhrwerk; mnl. tou, touwe, N., Werkzeug, Gerät; as. tou, tô*, st. N. (wa)?, Werg, Docht; germ. *tawa, *tawwa, Sb., Bereitetes, Gerät; vgl. idg. *deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tau (N.), Kluge s. u. Tau 2, DW 21, 162, EWD s. u. Tau (N.), Duden s. u. Tau, Bluhme s. u. Tau 2; Son.: vgl. afries. tāuwe, tāuw, F., Gerät, Tau (N.) (1); ae. *tōw, Sb., Spinnen (N.); ae. *tawu, F.?, N. Pl.?, Gerät, Werkzeug, Ausrüstung; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus festem haltbarem Gewebe von Menschen entwickeltes und zusammengedrehtes Gebilde oder Seil oder Strick (M.); BM.: Gerät; F.: Tau, Taus, Taues, Taue, Tauen+EW; Z.: Tau
Tau (3), nhd., N., (13. Jh.): nhd. Tau (N.) (2), neunzehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. tau; Vw.: -; Hw.: s. T; Q.: Ende 13. Jh. (das alte Passional); E.: mhd. tau (2), st. N., tau (griechischer Buchstabe); gr. ταῦ (tau), N. (indekl.), Tau (griechischer Buchstabe); aus dem Semit., vgl. hebr. tāw, Frisk 2, 860; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tau; Son.: vgl. nndl. tau, Sb., Tau (N.) (3); frz. tau, M., Tau (N.) (3); nschw. tau, N., Tau (N.) (3); nnorw. tau, Sb., Tau (N.) (3); poln. tau, M., Tau (N.) (3); kymr. tàw, F., Tau (N.) (3); nir. tó, M.?, Tau (N.) (3); lit. tau, M., Tau (N.) (3); GB.: seit Ende 13. Jh. belegte Bezeichnung für den in seiner Form einem Kreuz ähnelnden neunzehnten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Tau, Taus+FW; Z.: Tau
taub, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. taub, gehörlos, betäubt; ne. deaf (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. dumm, toben, doof; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. toup, tōp, dōf, Adj., taub, verstockt, betört, töricht, stumpfsinnig, unsinnig, besinnungslos, närrisch, toll, leblos, tot, öde, wüst, dumm; mnd. dōf, Adj., taub, leer, taub (von Nüssen), blank, eitel, unbrauchbar, unbenutzbar, unnütz, vergeblich; mnl. doof, Adj., taub; ahd. toub*, Adj., taub, stumpf, empfindungslos; as. dōf?, Adj., taub, stumpfsinnig; anfrk. douf, Adj., taub; mnl. doof, Adj., taub; germ. *dauba-, *daubaz, Adj., taub, betäubt, empfindungslos; idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. taub, Kluge s. u. taub, DW 21, 162, EWD s. u. taub, Falk/Torp 209, Seebold 155, Heidermanns 148, Duden s. u. taub, Bluhme s. u. taub; Son.: vgl. afries. dâf, Adj., taub; nnordfries. doaf, daf, Adj., taub; ae. déaf, Adj., taub, leer, unfruchtbar; ae. déaf, Adj., taub, leer, unfruchtbar; got. daufs, Adj. (a), taub, verstockt; nndl. doof, Adj., taub; nschw. döv, Adj., taub; nnorw. døv, Adj., taub; gr. τυφλός (typhlós), Adj., blind, unsichtbar, unbemerkt, dunkel, blöde; ? air. dub, Adj., schwarz; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht vereinzelt schon seit Entstehung des Menschen mögliches gehörlos oder ohne Gehör seiend oder später auch vereinzelt betäubt; BM.: Rauch?; F.: taub, taube, taubes, taubem, tauben, tauber(, taubere, tauberes, tauberem, tauberen, tauberer, taubst, taubste, taubstes, taubstem, taubsten, taubster)+EW; Z.: tau-b
Taube, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Taube, ein Vogel; ne. dove (N.); Vw.: s. Turtel-; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. tūbe, sw. F., st. F., Taube; mnd. dūve (2), duve, F., Taube; mnl. dūve, F., Taube; ahd. tūba (1), sw. F. (n), Taube; as. dūva* (1), sw. F. (n), Taube; anfrk. dūva, sw. F. (n), Taube; germ. *dūbō-, *dūbōn, sw. F. (n), Taube; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Taube, Kluge s. u. Taube, DW 21, 166, EWD s. u. Taube, Falk/Torp 209, Seebold 155, Duden s. u. Taube, Bluhme s. u. Taube; Son.: vgl. afries. -; ae. *dūfe, sw. F. (n), Taube; an. dūfa (1), sw. F. (n), Taube (F.); got. *dūbō?, sw. F. (n), Taube; nndl. duif, Sb., Taube; nschw. duva, Sb., Taube; nnorw. due, M., F., Taube; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen vor rund 8000 Jahren in Europa und Nordafrika und Südwestasien Jahren als Felsentaube lebenden und seitdem von Menschen auch als standorttreues Haustier gezüchteten mittelgroßen Vogel mit gedrungenem Körper und kleinem Kopf sowie kurzem leicht gekrümmtem Schnabel und niederigen Beinen; BM.: wirbeln; F.: Taube, Tauben+EW; Z.: Tau-b-e
$täuben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. täuben, besinnungslos und taub machen; Vw.: s. be-; E.: s. taub, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. taub, Kluge s. u. taub, DW 21, 169; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus taub und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich (vielleicht seit Entstehung des Menschen) mittels Betäubungsmitteln mögliches besinnungslos und taub machen; F.: täuben, täube, täubst, täubt, täubest, täubet, täubte, täubtest, täubten, täubtet, getäubt, ##getäubt, getäubte, getäubtes, getäubtem, getäubten, getäubter##, täubend, ###täubend, täubende, täubendes, täubendem, täubenden, täubender###, täub (!)+EW; Z.: täu-b-en
$Tauber, Täuber, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tauber, Täuber, Täuberich, männliche Taube; E.: s. Taub(e), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Taube, Kluge s. u. Taube, DW 21, 177, EWD s. u. Taube; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Taube und (e)r gebildete Bezeichnung für die männliche Taube; F.: Tauber (!), Taubers, Taubern+EW; Z.: Tau-b-er
$Täuberich, Tauberich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Täuberich, Tauber; E.: s. Taub(e), s. er (Suff.), s. ich (Suff.); L.: Kluge s. u. Taube, DW 21, 177, EWD s. u. Taube; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Taub(e) und er sowie ich gebildete Bezeichnung für die männliche Taube; F.: Täuberich, Täuberichs, Täuberiche, Täuberichen, Tauberich, Tauberichs, Tauberiche, Tauberichen +FW; Z.: Täu-b-er-ich
$Täubling, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Täubling; E.: s. taub?, s. ling; L.: Kluge s. u. Täubling, DW 21, 180; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl aus taub und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen milden bis unerträglich scharfen teilweise essbaren Pilz; F.: Täubling, Täublings, Täublingen+EW; Z.: Täu-b-ling
$Taubnessel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Taubnessel; E.: s. taub, s. Nessel; L.: DW 21, 180, EWD s. u. Nessel, taub; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus taub und Nessel gebildete Bezeichnung für eine gut essbare und viel Vitamin enthaltende (in Gegensatz zu Brennnessel) nicht brennende und wohl schon vormenschliche Nessel; F.: Taubnessel, Taubnesseln+EW; Z.: Tau-b—ness-el
$taubstumm, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. taubstumm; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. taub, s. stumm; L.: DW 21, 180, EWD s. u. taub; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus taub und stumm gebildete Bezeichnung für (gleichzeitig) taub und stumm (weltweit mehr als 466 Millionen Menschen mit Hörverlust, in Deutschland schätzungsweise knapp 100000 gehörlose Menschen); F.: taubstumm, taubstumme, taubstummes, taubstummem, taubstummen, taubstummer+EW; Z.: tau-b—stum-m
tauchen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. tauchen, sich unter Wasser fortbewegen; ne. dive (V.); Vw.: -; Hw.: s. Taucher; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. tūchen, douchen, sw. V., tauchen, versinken, fallen, fallen in, sich verbergen, sich verbergen vor, untertauchen, untertauchen in, tauchen in; mnd. dūken, dǖken, st. V., tauchen, sich beugen, ducken, eintauchen; mnl. dūken, V., tauchen; ahd. intūhhan*, intūchan*, st. V. (2a), eintauchen; ahd. firtūhhan*, firtūchan*, st. V. (2a), versinken, in Vergessenheit versinken; as. *dūkan?, st. V. (2a), tauchen; anfrk. -; germ. *dūkan, st. V., tauchen, bücken; idg. *dʰeub-, *dʰeup-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tauchen, Kluge s. u. tauchen, DW 21, 181, EWD s. u. tauchen, Falk/Torp 207, Seebold 156, Duden s. u. tauchen, Bluhme s. u. tauchen; Son.: vgl. afries. dūka, st. V. (2), tauchen, untertauchen; ae. dœ̄can, sw. V., schmieren (V.) (1); an. -; got. *dauka (1)?, Sb., Erdhöhle, Wohnung; nndl. duiken, V., tauchen; nschw. dyka, V., tauchen; nnorw. tykke, V., tauchen; GB.: seit dem 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen ohne Hilfsmittel nur sehr kurze Zeit mögliches ganz unter die Wasseroberfläche gehen und sich unter Wasser fortbewegen; BM.: tief?; F.: tauchen, tauche, tauchst, taucht, tauchest, tauchet, tauchte, tauchtest, tauchten, tauchtet, getaucht, ##getaucht, getauchte, getauchtes, getauchtem, getauchten, getauchter##, tauchend, ###tauchend, tauchende, tauchendes, tauchendem, tauchenden, tauchender###, tauch (!)+EW; Z.: tauch-en
Taucher, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Taucher, ein Wasservogel, tauchender Mensch; ne. diver (a bird); Vw.: -; Hw.: s. tauchen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tūchære, tūcher, st. M., Taucher, Tauchente; mnd. dǖkære*, dǖker, dūker, M., Taucher, Tauchente, nordische Ente, Balg der Tauchente, Balg des Fischotters oder des Iltis; ahd. tūhhāri, tūchāri, st. M. (ja), Taucher (ein Vogel); as. dūkari*, st. M. (ja), Taucher; germ. *dūkarja-, *dūkarjaz, st. M. (a), Taucher (ein Vogel); vgl. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tauchen, DW 21, 183, EWD s. u. tauchen, Duden s. u. Taucher; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche für Nahrungssuche und bei Flucht tauchende Ente sowie auch einen tauchenden Menschen; BM.: tief?; F.: Taucher, Tauchers, Tauchern+EW; Z.: Tauch-er
$Tauchsieder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tauchsieder; E.: s. tauch(en), s. sied(en), s. er; L.: fehlt DW, EWD s. u. sieden; GB.: seit 1924 belegte und aus tauch(en) und Sieder gebildete Bezeichnung für ein von Theodor Stiebel in Spiralform entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem schnellen und energiesparenden Sieden von Wasser mittels elektrischen Stromes; F.: Tauch—sie-d-er
tauen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tauen, auftauen, schmelzen, niederfließen, mit Tau (M.) netzen; ne. thaw (V.), dew (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tau (1), verdauen; Q.: um1000 (Notker); E.: mhd. touwen (1), toun, douwen, sw. V., tauen, heruntertröpfeln, herunterrieseln, tauig sein (V.), tauig werden, sich mit Tau bedecken, im Tau glänzen, herabfließen von, sich senken auf, sich senken in, betauen, auftauen; mnd. douwen (1), döuwen, dawen, dōgen, sw. V., tauen, auftauen; mnl. dauwen, V., tauen; ahd. touwōn*, sw. V. (2), tauen (1), Tau (M.) spenden, benetzen; vgl. germ. *þaujan, sw. V., tauen; idg. *tā-, *tə-, *teh₂-, V., schmelzen, fließen, schwinden, Pokorny 1053 (1824/1) (RB. idg. aus iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tauen, Kluge s. u. tauen, DW 21, 326 (thauen), EWD s. u. tauen, Falk/Torp 175, EWAhd 2, 619, Duden s. u. tauen, Bluhme s. u. tauen; Son.: vgl. afries. -; ae. þawian, sw. V. (1?), tauen; an. þeyja, sw. V. (1), tauen; got. -; nndl. dooien, V., tauen; nschw. täa, V., tauen; nisl. þeyja, V., tauen; osset. thayun, V., tauen, schmelzen; gr. τήκειν (tḗkein), V., schmelzen, auflösen; mlat. tābēns, (Part. Präs.=)Adj., schmelzend, ruhig; kymr. tawdd, Adj., geschmolzen; ksl. tajati, V., schmelzen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schmelzen von Eis oder Schnee oder mit Tau netzen; BM.: schmelzen; F.: tauen (!), taue (!), taust, taut, tauest, tauet, taute, tautest, tauten, tautet, getaut, ##getaut, getaute, getautes, getautem, getauten, getauter##, tauend, ###tauend, tauende, tauendes, tauendem, tauenden, tauender###, tau (!)+EW; Z.: tau-en
$Taufe, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Taufe; ne. baptism; E.: s. taufen; L.: Kluge 1. A. s. u. Taufe, Kluge s. u. taufen, DW 21, 187; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit taufen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht nach älteren Vorläufern seit etwa 30 n. Chr. unter Verwendung von Wasser vollzogene Feier der förmlichen Aufnahme eines Menschen in eine christliche Gemeinschaft; F.: Taufe, Taufen+EW; Z.: Tauf-e
taufen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. taufen, die Taufe vollziehen; ne. baptise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. toufen, sw. V., taufen; mnd. dȫpen, sw. V., taufen, tauchen; mnl. dōpen, sw. V., taufen; ahd. toufen, sw. V. (1a), taufen; as. dôpian*, sw. V. (1a), taufen; anfrk. -; germ. *daupjan, sw. V., tauchen, taufen; s. idg. dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Taufe, Kluge s. u. taufen, DW 21, 188, EWD s. u. taufen, Falk/Torp 209, Seebold 156, Duden s. u. taufen, Bluhme s. u. taufen; Son.: s. anfrk. dōpi, st. F. (ī), Taufe; vgl. afries. dêpa, sw. V. (1), taufen; nnordfries. döpe, V., taufen; ae. díepan (1), sw. V. (1), taufen, tauchen, eintauchen; ae. dyppan, sw. V. (1), eintauchen, taufen; an. deypa, sw. V. (1a), tauchen; got. daupjan, sw. V. (1), taufen, tauchen, sich taufen lassen; nndl. dopen, V., taufen; nschw. döpa, V., taufen; nnorw. døpe, V., taufen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich nach älteren Vorläufern seit vielleicht 30 n. Chr. von Menschen entwickeltes und genutztes unter eintauchendes Verwenden von Wasser in einer feierlichen Handlung in die christliche Gemeinschaft aufnehmen; BM.: tief; F.: taufen (!), taufe (!), taufst, tauft, taufest, taufet, taufte, tauftest, tauften, tauftet, getauft, ##getauft, getaufte, getauftes, getauftem, getauften, getaufter##, taufend, ###taufend, taufende, taufendes, taufendem, taufenden, taufender###, tauf (!)+EW; Z.: tauf-en
$Täufer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Täufer, Taufender; E.: s. taufen; L.: Kluge s. u. taufen, DW 21, 191, EWD s. u. taufen; GB.: (toufāri*) seit um 830 belegte und aus tauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nach älteren Vorläufern vielleicht seit 30 n. Chr. entwickelten und unter eintauchender Verwendung von Wasser einen anderen Menschen in eine jüdisch-christliche Gemeinschaft aufnehmenden Taufenden (Johannes der Täufer); F.: Täufer, Täufers, Täufern+EW; Z.: Täuf-er
$Täufling, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Täufling; E.: s. tauf(en), s. ling; L.: Kluge s. u. taufen, DW 21, 192, EWD s. u. taufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus tauf(en) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit etwa 30 n. Chr. unter eintauchender Verwendung von Wasser in eine christliche Gemeinschaft neu aufzunehmenden und deshalb danach aufgenommenen oder getauften Menschen; F.: Täufling, Täuflings, Täuflinge, Täuflingen+EW; Z.: Täuf-ling
$Taufname, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Taufname; E.: s. tauf(en), s. Name; L.: DW 21, 193, EWD s. u. taufen; GB.: (toufname) seit 1350 belegte und aus tauf(en) und Name gebildete Bezeichnung des bei einer Taufe unter eintauchender Verwendung von Wasser vergebenen Namens; F.: Taufname, Taufnamen+EW; Z.: Tauf—nam-e
taugen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. taugen, nützlich sein (V.), geeignet sein (V.); ne. be good for; Vw.: -; Hw.: s. tüchtig, Tugend; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. tugen, anom. V., tüchtig sein (V.), förderlich sein (V.), nützen; mnd. dȫgen, dogen, V., taugen, brauchbar sein (V.), Gültigkeit haben, kräftig sein (V.), nützen, tauglich sein (V.); mnl. dōghen, dȫghen, sw. V., taugen; ahd. tugan*, Prät.-Präs., taugen, nützen, sich eignen, reichen, zukommen, fähig sein (V.), gut sein (V.); as. dugan*, Prät.-Präs., taugen, nützen; anfrk. dugan*, Prät. Präs., „taugen“, nützen; germ. *dugan, Prät.-Präs., taugen; germ. *daug-, Prät. Präs., taugen; idg. dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. taugen, Kluge s. u. taugen, DW 21, 196, EWD s. u. taugen, Duden s. u. taugen, Bluhme s. u. taugen; Son.: vgl. afries. duga, Prät. Präs., taugen, nützlich sein (V.), gültig sein (V.); nnordfries. döge, V., taugen; ae. dugan, Prät. Präs., taugen, nützen, fähig sein (V.), gedeihen; an. -; got. dugan, Prät. Präs. (2), taugen, nützen; nndl. deugen, V., taugen; nschw. duga, V., taugen; nnorw. duge, V., taugen; nisl. duga, V., taugen; ai. dógdhi, V., melkt, milcht, zieht Nutzen aus; gr. τεύχειν (teúchein), V., bereiten, verfertigen, veranstalten, veranlassen; air. dúal, Adj., angeboren, passend; lett. padūgt, V., können, vermögen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt sowie spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches nützlich sein (V.), geeignet sein (V.); BM.: berühren; F.: taugen, tauge, taugst, taugt, taugest, tauget, taugte, taugtest, taugten, taugtet, getaugt, ##getaugt, getaugte, getaugtes, getaugtem, getaugten, getaugter##, taugend, ###taugend, taugende, taugendes, taugendem, taugenden, taugender###, taug (!)+EW; Z.: taug-en
$Taugenichts, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Taugenichts; Q.: 1691; E.: s. tauge(n), s. nichts; L.: DW 21, 200, EWD s. u. taugen; GB.: seit 1691 belegte und aus tauge(n) und nichts gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen zu nichts taugenden oder tauglichen oder brauchbaren Menschen; F.: Taugenichts, Taugenichtses, Taugenichtse, Taugenichtsen+EW; Z.: Taug-e—n-ich-t-s
$tauglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. tauglich, nützlich, geeignet, brauchbar; E.: s. taug(en), s. lich; L.: EWD s. u. taugen, DW 21, 200; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus taug(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt sowie spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches taugend oder nützlich oder geeignet oder brauchbar; F.: tauglich, taugliche, taugliches, tauglichem, tauglichen, tauglicher(, tauglichere, tauglicheres, tauglicherem, tauglicheren, tauglicherer, tauglichst, tauglichste, tauglichstes, tauglichstem, tauglichsten, tauglichster)+EW; Z.: taug—lich
$Taumel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Taumel, Schwindel, Rausch; E.: s. taumel(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Taumel, Kluge s. u. taumeln, DW 21, 202, EWD s. u. taumeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit taumel(n) verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schwindel oder Rausch; F.: Taumel, Taumels+EW; Z.: Tau-m-el
$taumelig, taumlig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. taumelig, schwindelig, benommen; E.: s. Taumel, s. ig; L.: DW 21, 204 (taumelicht, taumelig), EWD s. u. taumeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Taumel und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schwindelig oder benommen; F.: taumelig, taumelige, taumeliges, taumeligem, taumeligen, taumeliger(, taumeligere, taumeligeres, taumeligerem, taumeligeren, taumeligerer, taumeligst, taumeligste, taumeligstes, taumeligstem, taumeligsten, taumeligster, taumlig, taumlige, taumliges, taumligem, taumligen, taumliger, taumligere, taumligeres, taumligerem, taumligeren, taumligerer, taumligst, taumligste, taumligstes, taumligstem, taumligsten, taumligster)+EW; Z.: tau-m-el-ig
taumeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. taumeln, wie benommen herschwanken und hinschwanken; ne. tumble (V.); Vw.: -; Hw.: s. tummeln, Tümmler; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. tumbelen*, tumbeln, sw. V., umherirren; mhd. tūmelen*, tūmeln, sw. V., taumeln, tanzen; mnd. tūmelen, sw. V., taumeln; mnl. tūmelen, sw. V., taumeln; ahd. tūmilōn*, sw. V. (2), „taumeln“, wirbeln, sich umdrehen; s. germ. *dū-, V., schütten, drehen, taumeln; idg. *dʰeu- (4), V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Taumel, Kluge s. u. taumeln, DW 21, 205, EWD s. u. taumeln, Falk/Torp 206, Duden s. u. taumeln, Bluhme s. u. taumeln; Son.: vgl. nschw. tumla, V., taumeln; nnorw. tumle, V., taumeln; ai. dhūnóti, V., schüttelt, erschüttert; gr. θύειν (thýein), V., einherstürmen, brausen, toben, rauchen; GB.: seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wie benommen herschwanken und hinschwanken; BM.: wirbeln; F.: taumeln (!), taumel (!), taumle, taumelst, taumelt, taumelte, taumeltest, taumelten, taumeltet, getaumelt, ##getaumelt##, taumelnd, ###taumelnd, taumelnde, taumelndes, taumelndem, taumelnden, taumelnder###, taumel (!)+EW; Z.: tau-m-el-n
$Tausch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tausch, Austausch, Tauschen; ne. swap (N.), exchange (N.); Vw.: -; Hw.: s. tauschen; Q.: 16. Jh.; E.: s. tauschen; L.: Kluge 1. A. s. u. Tausch, DW 21, 208, EWD s. u. tauschen, Duden s. u. Tausch; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie wohl aus dem niederdeutschen und niederländischen Bereich kommende Bezeichnung für den sachlich schon in und vor den Hochkulturen des Altertums Menschen möglichen gewollten Wechsel des an einer Gegebenheit Berechtigten; F.: Tausch, Tausches, Tauschs, Täusche, Täuschen+EW; Z.: Tausch
tauschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tauschen, austauschen; ne. swap (V.), exchange (V.); Vw.: -; Hw.: s. täuschen; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, wohl aus dem niederdeutschen-niederländischen Bereich; L.: Kluge 1. A. s. u. Tausch, Kluge s. u. tauschen, DW 21, 209, EWD s. u. tauschen, Duden s. u. tauschen, Bluhme s. u. tauschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie aus dem niederdeutschen und niederländischen Bereich kommende Bezeichnung für den sachlich schon in und vor den Hochkulturen des Altertums Menschen möglichen gewollten Wechsel des an einer Gegebenheit Berechtigten bzw. für etwas geben und etwas anderes dafür erhalten bzw. nehmen; BM.: ?; F.: tauschen (!), tausche (!), tauschst, tauscht, tauschest, tauschet, tauschte, tauschtest, tauschten, tauschtet, getauscht, ##getauscht, getauschte, getauschtes, getauschtem, getauschten, getauschter##, tauschend, ###tauschend, tauschende, tauschendes, tauschendem, tauschenden, tauschender###, tausch (!)+EW; Z.: tausch-en
täuschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. täuschen, irreführen, absichtlich einen falschen Eindruck erwecken; ne. deceive, fool (V.); Vw.: -; Hw.: s. tauschen; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. tūschen (1), tiuschen (1), sw. V., täuschen, hintergehen, verspotten, spaßen, betrügen, tauschen; mnd. tǖschen*, tūschen, sw. V., täuschen, betrügen, Spiel mit jemandem haben, mit Würfeln spielen, tauschen; mnl. tuuscen, sw. V., täuschen; weitere Herkunft unklar?, wohl aus dem niederdeutschen-niederländischen Bereich; L.: Kluge s. u. täuschen, DW 21, 210, EWD s. u. täuschen, Duden s. u. täuschen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl unklare sowie aus dem niederdeutschen-niederländischen Bereich kommende Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums oder schon früher mögliches absichtlich einen falschen Eindruck erwecken; BM.: ?; F.: täuschen (!), täusche (!), täuschst, täuscht, täuschest, täuschet, täuschte, täuschtest, täuschten, täuschtet, getäuscht, ##getäuscht, getäuschte, getäuschtes, getäuschtem, getäuschten, getäuschter##, täuschend, ###täuschend, täuschende, täuschendes, täuschendem, täuschenden, täuschender###, täusch (!)+EW; Z.: täusch-en
$Täuscher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Täuscher, Täuschender; E.: s. täusch(en), s. er (Suff.); L.: DW 21, 212, EWD s. u. täuschen; GB.: (tiuschære) seit 13. Jh. belegte und aus täusch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Täuschenden; F.: Täuscher, Täuschers, Täuschern+EW; Z.: Täusch-er
$Tauschhandel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tauschhandel; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Tausch, s. Handel; L.: DW 21, 213, EWD s. u. tauschen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus Tausch und Handel gebildete Bezeichnung für den sachlich dem Menschen wohl schon früher möglichen und in einem Tausch bestehenden Handel von Waren; F.: Tauschhandel, Tauschhandels+EW; Z.: Tausch—hand-el
tausend, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. tausend, große Zahl, größere Zahl; ne. thousand (Num. Kard.); Vw.: s. -sassa; Hw.: -; Q.: nach 765? belegte (Glosse); E.: mhd. tūsent, tūsant, tūsint, tūsunt, tūsinc, tousent, dūsent, dūsint, Num. Kard., tausend; mnd. dūsent, Num. Kard., tausend; mnl. dūsent, Num. Kard., tausend; ahd. dūsunt*, Num. Kard., tausend; as. thūsūndig, Num. Kard., tausend; anfrk. thūsint, Num. Kard., tausend; germ. *þūsundi, *þūshundi, Num. Kard., Großhundert, Tausend; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. tausend, Kluge s. u. tausend, DW 21, 215, EWAhd 2, 890, EWD s. u. tausend, Falk/Torp 186, Duden s. u. tausend, Bluhme s. u. tausend; Son.: vgl. afries. thūsend, *thūshund, Num. Kard., tausend; saterl. dusend, Num. Kard., tausend; ae. þūsend, Num. Kard., tausend; an. þūsund, st. F. (i?), Tausend; got. þūsundi, st. F. (jō), Num. Kard., tausend; nndl. duizend, Num. Kard., tausend; nschw. tusen, Num. Kard., tausend; nnorw. tusen, Num. Kard., tausend; ai. taviṣá-, Adj., stark; ai. táviṣī, Sb., Kraft, Macht; lit. tūkstantis, Num.-Kard., tausend; ksl. tysęšti, Num.-Kard., tausend; poln. tysiąc, Num.-Kard., tausend; toch. B. tmane, tumane, Num. Kard., zehntausend; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer größeren oder großen Zahl; BM.: groß bzw. schwellen; F.: tausend, tausende, tausender, tausenden+EW; Z.: tau-s-end
$Tausendfüßer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tausendfüßer; E.: s. tausend, s. Fuß; L.: DW 21, 220 (Tausendfüszer), EWD s. u. tausend; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus tausend und Fuß sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches kleines Tier mit mehreren (sowie bisher bis zu 1306) Füßen (in Australien); F.: Tausendfüßer, Tausendfüßers, Tausendfüßern+EW; Z.: Tau-s-end—füß-er
$Tausendfüßler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tausendfüßler; L.: DW 21, 220 (Tausenfüszler), EWD s. u. tausend, s. Füßl(er), GB.: seit 18. Jh. belegte und aus tausend und Fuß und (e)l sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches kleines Tier mit mehreren (sowie bisher bis zu 1306) Füßen (in Australien); F.: Tausendfüßler, Tausendfüßlers, Tausendfüßlern+EW; Z.: Tau-s-end—füß-l-er
$Tausendgüldenkraut, Tausendguldenkraut, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Tausendgüldenkraut; E.: s. tausend, s. Gulden, s. Kraut; L.: Kluge 1. A. s. u. tausend, Kluge s. u. Tausendgüldenkraut, DW 21, 110 (Tausendguldenkraut); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tausend und Gulden sowie Kraut gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche kleine in Teilen Europas und Asiens beheimatete sowie teilweise unter Naturschutz stehende Pflanze; Z.: Tau-s-end—güld-en—krau-t
Tausendsassa, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tausendsassa, Alleskönner, vielseitig begabter Mensch, umfassend begabter Mensch; ne. whizz-kid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: wohl von einem für Hunde verwendeten Zuruf tausend sa sa; s. tausend; das Hinterglied wohl aus frz. ça, Adv., da; gekürzt aus frz. cela, Pron., das; von frz. ce, Pron., dieser; lat. ecce, Adv., da, siehe da, gib acht da, anbei, plötzlich, unerwartet: und frz. là, Adv., da, dort; lat. illac, Adv., da, dort, dorthin, in diese Richtung; lat. illa, Dem.-Pron. (F. Sg.), jene; beide lat. Worte abstammend von idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Tausendsassa, fehlt DW, EWD s. u. tausend, Duden s. u. Tausendsassa; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus tausend und frz. ça gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Alleskönner oder einen vielseitig oder umfassend begabten Menschen; BM.: groß, der; F.: Tausendsassa, Tausendsassas+EW; Z.: Tau-s-end—sa s-sa
Tautologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tautologie, Pleonasmus; ne. tautology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tautologia; E.: s. lat. tautologia, F., Dasselbesagendes, Tautologie, (5. Jh. n. Chr.); gr. ταυτολογία (tautología), F., Tautologie; vgl. gr. αὐτός (autós), Adj., selbst, allein; vgl. idg. *au- (4), *u- (2), *u̯ē̆-(5), *u̯o?, Pron., Konj., jener, andererseits, Pokorny 73? (122/122) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Tautologie, fehlt DW, Duden s. u. Tautologie; Son.: vgl. nndl. tautologie, Sb., Tautologie; frz. tautologie, F., Tautologie; nschw. tautologi, Sb., Tautologie; nnorw. tautologi, M., Tautologie; poln. tautologia, F., Tautologie; kymr. tawtolegaeth, F., Tautologie; lit. tautologija, F., Tautologie; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Ausdruck in dem derselbe Sachverhalt mehrfach (zweifach) bezeichnet ist wie beispielsweise nie und nimmer oder still und leise oder voll und ganz; BM.: selbst, sprechen bzw. sammeln; F.: Tautologie, Tautologien+FW; Z.: T-au-t-o-log-ie
Taverne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Taverne, Schenke, Wirtshaus, Gasthaus, Weinwirtschaft; ne. tavern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. taverne, taferne, taberne, st. F., sw. F., „Taverne“, Schenke, Wirtshaus; mhd. tavern, tafern, tabern, st. F., Schenke, Taverne; mnd. taverne, tavērne, taveerne, tafferne, tapherne, taberne, teverne, F., Taverne, Schenke, Wirtshaus, Schmaus, Gastmahl, Bewirtung mit Ausschank; ahd. taferna*, taverna, sw. F. (n), Taverne, Gasthaus, Wirtshaus, Krämerbude; as. taverna*, st. F. (ō), Taverne, Schenke; lat. taberna, F., Bude, Wohnraum, Hütte, Laden (M.), Gasthaus, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *trē̆b-, *trōb-, *trₑb-, Sb., Balken, Gebäude, Wohnung, Pokorny 1090 (1886/63) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Taverne, DW 21, 228, Duden s. u. Taverne; Son.: s. it. taverna, F., Taverne, Schenke; vgl. nndl. taveerne, Sb., Taverne; nschw. taverna, Sb., Taverne; nnorw. tavern, M., Taverne; poln. tawerna, F., Taverne; kymr. tafarn, F., M., Taverne; nir. tábhairne, M., Taverne; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes Wirtshaus oder Gasthaus oder eine Weinwirtschaft; BM.: Balken; F.: Taverne, Tavernen+FW; Z.: Tav-ern-e
...tax, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...tax; ne. ...tax; Vw.: s. Syn-; Hw.: s. ...taxe; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. τάσσειν (tássein), τάττειν (táttein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); Son.: vgl. nndl. ...taxis, Suff., ...tax; frz. ...taxe, Suff., ...tax; nschw. ...tax, Suff., ...tax; nnorw. ...taks, Suff., ...tax; lit. ...taksė, Suff., ...tax; L.: DW 20, 1428 (Syntax); GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Ordnen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: stellen; F.: ...tax, ...taxen+FW; Z.: -tax
$Taxameter, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Taxameter, Fahrpreismessgerät; E.: s. Tax(a), s. Meter; L.: Kluge s. u. taxieren, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Tax(a) und Meter gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes elektrisches Gerät für die Ermittelung des Fahrpreises in Taxis auf der Grundlage zugehöriger Tarife mit Druckern für den Ausdruck einer jeweiligen Rechnung; F.: Taxameter, Taxameters, Taxametern+FW; Z.: Tax-a—me-t-er
$Taxation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Taxation, Abschätzen; E.: s. lat. tāxātio, s. n; L.: EWD s. u. taxieren, DW 21, 229; GB.: seit 1572 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Abschätzen; F.: Taxation, Taxationen+FW(+EW); Z.: Tax-at-io-n
$Taxator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Taxator, Schätzender; E.: s. lat. taxare, V., berühren, antasten, s. lat. tāxātor; L.: fehlt DW, EWD s. u. taxieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung (?) aufgenommene oder gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Schätzenden; F.: Taxator, Taxators, Taxatoren+FW; Z.: Tax-at-or
Taxe, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Taxe, Gebühr, Schätzung, Preis; ne. tax (N.); Vw.: -; Hw.: s. taxieren; Q.: 1450-1471 (Urkundliche Beiträge zur Geschichte Böhmens und seiner Nachbarländer im Zeitalter Georgs von Podiebrad); E.: s. mhd. tax, st. F., Steuer (F.), Abgabe; mnd. tax, taxe, taxse, M., F., Taxe, festgesetzte Menge, Quote, festgesetzter Preis, festgesetzter Wert, Veranlagung, aufgrund der jeweiligen Vermögensverhältnisse angesetzter anteiliger Beitrag (M.), Steuer (F.), Landsteuer, Regel (Bedeutung örtlich beschränkt und jünger), Norm; mlat. tāxa, F., Steuer (F.), Abgabe eines Teils der Ernte; vgl. lat. tāxāre, V., berühren, antasten, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. tangere, V., berühren; s. idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. taxieren, DW 21, 228, EWD s. u. taxieren, Duden s. u. Taxe; Son.: vgl. frz. taxe, F., Abgabe, Gebühr; GB.: seit 1450-1471 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit Entwicklung von Geld festgesetzte Gebühr oder einen Preis; BM.: berühren; F.: Taxe, Taxen+FW; Z.: Tax-e
...taxe, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...taxe; ne. ...taxis; Vw.: s. Para-; Hw.: s. ...tax; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. τάσσειν (tássein), V., stellen, aufstellen, ordnen; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); Son.: vgl. frz. ...taxe, Suff., ...taxe; nnorw. ...takse, Suff., ...taxe; poln. ...taksa, Suff., ...taxe; kymr. ...tacsis, Suff., ...taxe; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Ordnen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: berühren; F.: -taxe, -taxen; Z.: tax-e
Taxi, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Taxi, Mietauto; ne. taxi, taxicab, cab; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. taxi, frz. taxi; E.: s. ne. taxi, N., Taxi; frz. taxi, M., Taxi; gekürzt aus frz. taximètre, M., Taxameter, Fahrzeug mit Preisanzeiger; vgl. frz. taxe, F., Abgabe, Gebühr; mlat. tāxa, F., Steuer (F.), Abgabe eines Teils der Ernste; vgl. lat. tāxāre, V., berühren, antasten, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. tangere, V., berühren; s. idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Taxi, fehlt DW, EWD s. u. Taxi, Duden s. u. Taxi; Son.: vgl. nndl. taxi, Sb., Taxi; nschw. taxi, Sb., Taxi; nnorw. taxi, M., Taxi; poln. taksówka, F., Taxi; kymr. tacsi, M., Taxi; nir. tacsaí, M., Taxi; lit. taksi, M., Taxi; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen (gekürzt) aufgenommene und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen für sich und andere entwickelte und verwendete Beförderungsmittel wie beispielsweise in Berlin 1617 und 1668 zu öffentlicher Benutzung eingesetzte Sänften und seit der späten Neuzeit (1920-1930) ein von einem Chauffeur gefahrenes Mietauto; BM.: berühren; F.: Taxi, Taxis+FW; Z.: Tax-i
taxieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. taxieren, schätzen, Wert ermitteln; ne. value (V.); Vw.: -; Hw.: s. Taxe; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. taxieren, sw. V., schätzen, taxieren; mnd. taxēren, taxīren, sw. V., taxieren, Wert schätzen, veranschlagen, festsetzen, bemessen (V.); frz. taxer, V., schätzen, Wert ermitteln; lat. tāxāre, V., berühren, antasten, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. taxieren, DW 21, 229, EWD s. u. taxieren, Duden s. u. taxieren; Son.: vgl. nndl. taxeren, V., taxieren; ne. tax, V., besteuern; nschw. taxera, V., taxieren; nnorw. taksere, V., taxieren; poln. taksować, V., taxieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für schätzen oder den Wert von etwas ermitteln; BM.: berühren; F.: taxieren, taxiere, taxierst, taxiert, taxierest, taxieret, taxierte, taxiertest, taxierten, taxiertet, ##taxiert, taxierte, taxiertes, taxiertem, taxierten, taxierter##, taxierend, ###taxierend, taxierende, taxierendes, taxierendem, taxierenden, taxierender###, taxier (!)+FW+EW; Z.: tax-ier-en
$Taxierer, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Taxierer, Taxierender, Schätzender; E.: s. taxieren; L.: DW 21, 119, EWD s. u. taxieren; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus taxier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Taxierenden oder Schätzenden; F.: Taxierer, Taxierers, Taxierern+FW; Z.: Tax-ier-er
$Taxierung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Taxierung, Schätzung, Bestimmung von Wert; E.: s. taxier(en), s. ung; L.: DW 21, 229, EWD s. u. taxieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus taxier(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Schätzung oder einschätzende Bestimmung von Wert; F.: Taxierung, Taxierungen+FW+EW; Z.: Tax-ier-ung
Taxonomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Taxonomie, Klassifizierung, Klassifikationsschema; ne. taxonomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τάξις (táxis), F., Ordnung, Anordnung, Aufstellung; idg. *tāg-, V., stellen, ordnen, Pokorny 1055 (1827/4) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., toch.); gr. νέμειν (némein), V., zuteilen, austeilen, weiden lassen; idg. *nem- (1), V., zuteilen, rechnen, nehmen, anordnen, zählen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Taxonomie, fehlt DW, Duden s. u. Taxonomie; Son.: vgl. nndl. taxonomie, Sb., Taxonomie; frz. taxonomie, F., Taxonomie; nschw. taxonomi, Sb., Taxonomie; nnorw. taksonomi, M., Taxonomie; poln. taksonomia, F., Taxonomie; kymr. tacsonomeg, F., Taxonomie; lit. taksonomija, F., Taksonomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Klassifizierung oder Einteilung in systematische Kategorien nach bestimmten Kriterien wie beispielsweise 2022 innerhalb der Europäischen Union für die beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel oder auch von Lebewesen in Domäne und Reich und Stamm und Klasse und Ordnung und Familie und Gattung sowie Art; BM.: stellen, nehmen; F.: Taxonomie, Taxonomien+FW(+EW); Z.: Tax-o-nom-ie
$Teach-in, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Teach-in; L.: Kluge s. u. Teach-in, fehlt DW; GB.: seit etwa 1968 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus teach und in gebildete Bezeichnung für eine von politischen Aktivisten oft als Fortsetzung eines so genannten Sit-ins durchgeführte gewaltfreie Informationsveranstaltung an Universitäten zu politischen oder gesellschaftlichen oder allgemeinen Fragen; F.: Teach-in, Teach-ins+FW; Z.: Teach-in
Teak, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Teak, ein Edelholz; ne. teak; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. teak; E.: s. ne. teak, N., Teak; port. teca, F., Teak; von malayalam. tēkka, Sb., Teak; L.: Kluge s. u. Teak, fehlt DW, EWD s. u. Teakholz, Duden s. u. Teak; Son.: vgl. nndl. teak, Sb., Teak; frz. teck, M., Teak; nschw. teak, Sb., Teak; nnorw. teak, M., Teak; kymr. tîc, M., Teak; nir. téac, F., Teak; lit. didysis tikmedis, Sb., Teak; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Portugiesischen sowie der südindischen Sprache Malayalam aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches von Menschen verwendetes hartes und gelb bis dunkelgoldbraunes Edelholz in Südasien; BM.: ?; F.: Teak, Teaks+FW; Z.: Teak
Team, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Team, Mannschaft, Arbeitsgruppe; ne. team (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zaum; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. team; E.: s. ne. team, N., Team, Mannschaft; ae. téam, st. M. (a), Nachkommenschaft, Stamm, Familie, Gebären, Bande (F.) (1), Zucht, Gespann; germ. *tauhma-, *tauhmaz, st. M. (a), Seil, Zaum, Nachkommenschaft; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Team, fehlt DW, EWD s. u. Team, Duden s. u. Team; Son.: vgl. nndl. team, N., Team; nschw. team, N., Team; nnorw. team, N., Team; poln. team, M., Team; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine an einer gemeinsamen Aufgabe arbeitende Mannschaft oder Gruppe von Menschen (Arbeitsgruppe); BM.: ziehen; F.: Team, Teams+FW; Z.: Tea-m
$Teamwork, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Teamwork, Gemeinschaftsarbeit; L.: EWD s. u. Team; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus team und work (N.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche von einer Gruppe von Menschen durchgeführte Gemeinschaftsarbeit; F.: Teamwork, Teamworks+FW; Z.: Tea-m—work
Technetium, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Technetium, ein Metall; ne. technetium; Vw.: -; Hw.: s. Technik, technisch; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τεχνητός (technētós), Adj., künstlich gemacht; vgl. gr. τεχνᾶν (technan), V., künstlich verfertigen, listig ersinnen; gr. τέχνη (téchnē), F., Handwerk, Kunst, List; idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058 (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); L.: Duden s. u. Technetium; Son.: vgl. nndl. technetium, Sb., Technetium; frz. technétium, M., Technetium; nnorw. teknetium, N., Technetium; nnorw. technetium, N., Technetium; kymr. technetiwm, M., Technetium; nir. teicnéitiam, M., Technetium; poln. technet, M., Technetium; lit. technecis, M., Technetium; GB.: seit 1937 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches graues äußerst selten natürlich vorkommendes und von Emilio Segré und Carlo Perrier an der Universität Palermo durch Bombardierung von Molybdänfolie mit Deuteronen als erstes künstlich dargestelltes und deswegen nach gr. techetos (künstlich) benanntes sowie in allen Isotopen radioaktives und mit einer Halbwertszeit von 2111000 Jahren aus dem Abbrand von Urankernreaktoren gewinnbares Übergangsmetall (chemisches Element Nr. 43, abgekürzt Tc) das als Radiopharmakon in der Nuklearmedizin und als Korrosionsinhibitor für Stahl in geschlossenen Systemen sowie in der Supraleitungstechnik und als Katalysator verwendet wird; BM.: künstlich hergestellt; F.: Technetium, Technetiums+FW; Z.: Tech-n-it-i-um
Technik, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Technik, Kunstfertigkeit, Geschicklichkeit; ne. technics; Vw.: s. Pyro-; Hw.: s. technisch, Technetium; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. technica; E.: s. mlat. technica, F., Technik; gr. τεχνικός (technikós) (1), Adj., kunstvoll, kunstgemäß; s. gr. τέχνη (téchnē), F., Handwerk, Kunst, List; idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058 (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Technik, DW 21, 230, EWD s. u. Technik, Duden s. u. Technik; Son.: vgl. nndl. techniek, Sb., Technik; frz. technique, F., Technik; nschw. teknik, Sb., Technik; nnorw. teknikk, M., Technik; poln. technika, F., Technik; kymr. techneg, F., Technik; nir. teicnic, F., Technik; lit. technika, F., Technik; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. aus dem Mittellateinischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen allmählich zunehmende Gesamtheit der die Erkenntnisse der Naturwissenschaften für den Menschen praktisch nutzbar machenden Maßnahmen und Einrichtungen sowie Verfahren; BM.: weben bzw. flechten; F.: Technik, Techniken+FW(+EW); Z.: Tech-n-ik
$Techniker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Techniker; E.: s. Technik, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Technik, DW 21, 230, EWD s. u. Technik; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Technik und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine auf der Grundlage schon seit dem Altertum von Menschen gewonnener Erkenntnisse in Technik ausgebildete Fachkraft; F.: Techniker, Technikers, Technikern+FW; Z.: Tech-n-ik-er
technisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. technisch, Technik betreffend; ne. technical; Vw.: -; Hw.: s. Technik, Technetium; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. gr. τεχνικός (technikós); E.: s. gr. τεχνικός (technikós), Adj., kunstvoll, kunstgemäß; vgl. gr. τέχνη (téchnē), F., Handwerk, Kunst, List; vgl. idg. *tek- (3), V., weben, flechten, Pokorny 1058 (1838/15) (RB. idg. aus iran., arm., germ., slaw.?); L.: Kluge s. u. Technik, DW 21, 231, EWD s. u. Technik, Duden s. u. technisch; Son.: vgl. nndl. technisch, Adj., technisch; frz. technique, Adj., technisch; nschw. teknisk, Adj., technisch; nnorw. teknisk, Adj., technisch; poln. techniczny, Adj., technisch; kymr. technegol, Adj., technisch; nir. teichniúil, Adj., technisch; lit. teschninis, Adj., technisch; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und nach gr. technikós aus Techn(ik) und isch gebildete Bezeichnung für Technik betreffend; BM.: weben bzw. flechten; F.: technisch, technische, technisches, technischem, technischen, technischer+FW+EW; Z.: tech-n-isch
$technisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. technisieren, technisch gestalten; E.: s. techni(sch), s. Techni(k); L.: Kluge s. u. Technik, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und von Technik und technisch abgeleitete Bezeichnung für mechanisierend oder maschinisierend oder automatisierend gestalten; F.: technisieren, technisiere, technisierst, technisiert, technisierest, technisieret, technisierte, technisiertest, technisierten, technisiertet, ##technisiert, technisierte, technisiertes, technisiertem, technisierten, technisierter##, technisierend, ###technisierend, technisierende, technisierendes, technisierendem, technisierenden, technisierender###, technisier (!)+FW(+EW); Z.: tech-n-is-ier-en
$Technologe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Technologe, Fachmann auf dem Gebiet der Technik; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Technik; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen Fachmann auf dem Gebiet der Technik; F.: Technologe, Technologen+FW; Z.: Tech-n-o-log-e
$Technologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Technologie, Technikkunde, Umwandelung von Rohstoffen in Erzeugnisse mittels technischer Verfahren; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; L.: DW 21, 231, EWD s. u. Technik; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechisch-Lateinischen (!) des Altertums (technologia) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Umwandelung von Rohstoffen in Erzeugnisse mittels technischer Verfahren; F.: Technologie, Technologien+FW; Z.: Tech-n-o-log-ie
Techtelmechtel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Techtelmechtel, Tändelei, Flirt, lockere Liebschaft; ne. fling (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus von it. a teco meco, Adv., unter vier Augen; vgl. lat. tēcum, Präp., mit dir; lat. mēcum, Präp., mit mir; idg. *tū̆, *túh₂, Pron., du, Pokorny 1097 (1905/82) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. cum, con, com, Präp., mit, samt, nebst, nicht ohne, zusammen mit; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); idg. *me- (1), Pron., meiner, mir, mich, Pokorny 702 (1162/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Techtelmechtel, fehlt DW, EWD s. u. Techtelmechtel, Duden s. u. Techtelmechtel; GB.: seit 18. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie möglicherweise aus dem Italienischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche lockere Liebschaft unter Menschen; BM.: ?; F.: Techtelmechtel, Techtelmechtels, Techtelmechteln+FW?+EW?; Z.: Techt-el—mecht-el
Teddybär, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Teddybär, Teddy, Stoffbär; ne. teddy bear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. teddy bear; E.: s. ne. teddy bear; Vorderglied von ne. Teddy, PN, Teddy; Kurzform des PN Theodore; von lat. Theodōrus, M.=PN, Theodoros; gr. Θεόδωρος (Theódōros), M.=PN, Theodōros; vgl. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Bär; L.: Kluge s. u. Teddybär, fehlt DW, EWD s. u. Teddy, Duden s. u. Teddybär; Son.: vgl. nndl. teddybeer, Teddybär; frz. teddy-bear, Sb., Teddybär; nschw. teddybjörn, Sb., Teddybär; nnorw. teddibjørn, M., Teddybär; kymr. tedi bêr, M., Teddybär; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Richard Steiff seit 1902 als Spielzeug für Kinder entwickelten und verwendeten Stoffbären; BM.: PN (nach dem als Bärenjäger bekannten 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Theodore [Teddy] Roosevelt [1858-1919]); F.: Teddybär, Teddybären+FW+EW; Z.: Tedd-y—bär
Tee, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tee, Teestrauch, Teegetränk; ne. tea (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. südchin. tē; E.: s. südchin. tē, Sb., Tee; von chin. tschhā, Sb., Tee; L.: Kluge 1. A. s. u. Thee, Kluge s. u. Tee, DW 21, 342 (Thee), EWD s. u. Tee, Duden s. u. Tee, Bluhme s. u. Tee; Son.: vgl. nndl. thee, Sb., Tee; frz. thé, M., Tee; nschw. te, N., Tee; nnorw. te, M., Tee; kymr. te, M., Tee; nir. tae, M., Tee; Hindi cāy, F., Tee; npers. čâie, Sb., Tee; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Südchinesischen und dem Chinesischen aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für die schon vormenschliche Pflanze des Teestrauchs und für den vor mehr als 2000 Jahren erstmals in China als anregendes Getränk zubereiteten Aufguss von Pflanzenteilen des Teestrauchs; BM.: ?; F.: Tee, Tees+FW(+EW?); Z.: Tee
$Teen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Teen; Hw.: s. Teenager; E.: s. ne. ten; L.: Kluge s. u. Teenager, fehlt DW; F.: Teen, Teens+FW; Z.: Teen
Teenager, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Teenager, Jugendlicher; ne. teenager; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1950; I.: Lw. ne. teenager; E.: s. ne. teenager, N., Teenager; vgl. ne. …teen, Suff., …zehn; ae. …tēne, …téon, Suff., …zehn; vgl. ae. tíen, tíene, tȳn, tēn, téon, Num. Kard., zehn; germ. *tehun, *tehan, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ne. age, N., Alter (N.); über afrz. von lat. aetās, F., Zeitlichkeit, Lebenszeit, Dasein, Jugend; lat. aevitās, F., Zeitlichkeit, Lebenszeit, Lebensalter; idg. *aiu̯-, *ai̯u-, *h₂ói̯u-, *h₂éi̯u-, *h₂i̯u-, Sb., Lebenskraft, Pokorny 17 (42/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Teenager, fehlt DW, EWD s. u. Teenager, Duden s. u. Teenager; Son.: vgl. nndl. teenager, Sb., Teenager; frz. teenager, M., Teenager; ndän. teenager, Sb., Teenager; nnorw. teenager, M., Teenager; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen abkürzend aus teenager aufgenommene Bezeichnung für einen Menschen in dem Alter von etwa dreizehn bis neunzehn Jahren oder allgemeiner zwischen zehn und zwanzig Jahren; BM.: zehn; F.: Teenager, Teenagers, Teenagern+FW; Z.: Teen-ag-er
$Teenie, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Teenie; E.: s. Teen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen abkürzend aus teen(ager) und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Menschen in dem Alter von etwa dreizehn bis neunzehn Jahren oder allgemeiner zwischen zehn und zwanzig Jahren; L.: Kluge s. u. Teenager; GB.; F.: Teenie, Teenies+FW; Z.: Teen-ie
Teer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Teer, eine schwarze kleberige Masse; ne. tar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. mnd. tēr (3), tere, tēre, M., Teer, dunkles Gemisch, Pech; germ. *terwja-, *terwjam, st. N. (a), Teer, Kienholz; idg. *deru-, *dreu-, drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Teer, Kluge s. u. Teer, EWD s. u. Teer, DW 21, 344 (Theer, Teer), Falk/Torp 157, Duden s. u. Teer, Bluhme s. u. Teer; Son.: vgl. afries. tere, tēr?, M., Teer; nnordfries. tjär; ae. teoru, teru, st. N. (wa), Teer, Harz, Gummi, Balsam, Ohrenschmalz; ae. tierwa, sw. M. (n), Teer, Harz; an. tjara, sw. F. (n), Teer; an. tyrvi, st. N. (ja), Kienholz; nndl. teer, Sb., Teer; nschw. tjära, Sb., Teer; nnorw. tjære, M., F., Teer; ai. daru, Sb., Holz; gr. δόρυ (dóry), N., Baumstamm, Balken, Holz, Speer; lit. dervà, F., Teer; ksl. drěvo, N., Baum; GB.: seit 1517 mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon in der Natur vorkommenden und bei der Trockendestillation von Holz oder Torf oder Kohle sich absetzenden zähflüssigen braunen bis tiefschwarzen und stechend riechenden sowie ab 1902 (Ernest Guglielminetti) lange für den Straßenbau und zu der Abdichtung gegen Feuchtigkeit verwendeten Stoff; BM.: Baum; F.: Teer, Teeres, Teers, Teere, Teeren+EW; Z.: Teer
$teeren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. teeren, mit Teer bestreichen oder mit Teer versehen (V.); E.: s. Teer, s. en; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Teer und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Teer bestreichen oder mit Teer versehen (V.): L.: Kluge s. u. Teer, DW 21, 344 (theeren, teeren), EWD s. u. Teer; F.: teeren (!), teere (!), teerst, teert, teerest, teeret, teerte, teertest, teerten, teertet, geteert, ##geteert, geteerte, geteertes, geteertem, geteerten, geteerter##, teerend, ###teerend, teerende, teerendes, teerendem, teerenden, teerender##, teer (!)+EW; Z.: teer-en
$Teerjacke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Teerjacke; E.: s. Teer, s. Jacke; L.: Kluge s. u. Teerjacke, DW 21, 345 (Theerjacke); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Teer und Jacke gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete durch Tränken in Teer wasserabweisend gestaltete Jacke für Matrosen und danach auch für Matrosen (Großbritanniens); F.: Teerjacke, Teerjacken+EW; Z.: Teer—jack-e
...teger, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. ...teger; ne. ...teger; Vw.: s. in-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tangere, V., berühren, anrühren, betreten (V.), gelangen; idg. *tag-, V., berühren, angreifen, Pokorny 1054 (1826/3) (RB. idg. aus phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. ...teger, Suff., ...teger; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von berühren betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: berühren; F.: ...teger, ...tegre, ...tegres, ...tegrem, ...tegren, ...tegrer(, ...tegrere, ...tegreres, ...tegrerem, ...tegreren, ...tegrerer, ...tegerst, ...tegerste, ...tegerstes, ...tegerstem, ...tegersten, ...tegerster)+FW; Z.: -teg-er
...tegieren, nhd., V.., (16. Jh.?): nhd. ...tegieren; ne. ...tect; Vw.: s. pro-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: frz. und lat. Lw.; E.: s. frz. ...téger, Suff., ...tegieren; lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: nndl. ...tegeren, Suff., ...tegieren; nschw. ...tegera, Suff., ...tegieren; nnorw. ...tegere, Suff., ...tegieren; poln. ...tegować, Suff., ...tegieren; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von das Berühren oder Decken (N.) betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: decken; F.: ...tegieren, ...tegiere, ...tegierst, ...tegiert, ...tegierest, ...tegieret, ...tegierte, ...tegiertest, ...tegierten, ...tegiertet, ##...tegiert, ...tegierte, ...tegiertes, ...tegiertem, ...tegierten, ...tegierter##, ...tegierend, ###...tegierend, ...tegierende, ...tegierendes, ...tegierendem, ...tegierenden, ...tegierender###, ...tegier (!)+FW(+EW); Z.: -teg-ier-en
Teich, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Teich, Weiher, kleineres stehendes Gewässer; ne. pond; Vw.: -; Hw.: s. Deich; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. tīch, st. M., Deich, Damm, Teich; ahd. tīh*, dīh*, st. M. (a)?, Deich, Damm, Untiefe; germ. *dīka-, *dīkaz, st. M. (a), Deich, Teich; s. idg. *dʰēigᵘ̯-, *dʰōigᵘ̯-, *dʰīgᵘ̯-, V., stechen, stecken, festsetzen, Pokorny 243 (366/14) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Teich, Kluge s. u. Teich, DW 21, 231, EWD s. u. Teich, EWAhd 2, 630, Falk/Torp 205, Duden s. u. Teich, Bluhme s. u. Teich; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliches kleineres stehendes Gewässer oder einen Weiher; BM.: stecken; F.: Teich, Teiches, Teichs, Teiche, Teichen+EW; Z.: Teich
Teichoskopie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Teichoskopie, Mauerschau; ne. teichoscopy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. τειχοσκοπία -; E.: s. gr. τειχοσκοπία (teichoskopía), F., Mauerschau; vgl. τεῖχος (teichos), N., Wall, Mauer, Verschanzung; idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Teichoskopie, Duden s. u. Teichoskopie; Son.: vgl. poln. teichoskopia, Sb., Teichoskopie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Mittel in einem Drama auf der Bühne nicht oder nur schwer darstellbare Ereignisse dem Zuschauer dadurch nahezubringen dass ein Schauspieler sie schildert als sähe er sie beispielsweise von einer Mauer aus außerhalb der Bühne vor sich gehen (Mauerschau); BM.: mauern, sehen; F.: Teichoskopie+FW; Z.: Teich-o-skop-ie
Teiding, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Teiding, Unterredung, Verhandlung, leeres Gerede; ne. talk (N.), chatter (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ding, Thing, verteidigen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. tagedinc, tegedinc, st. N., st. M., Taiding, Gerichtsverhandlung, Termin, Frist, Verhandlung, Übereinkunft; s. ahd. tagading*, tagoding*, tegiding*, st. N. (a), Termin, Frist, Übereinkunft, festgesetzter Tag, Aufschub, Waffenstillstand, Gericht (N.) (1), Volksversammlung; s. ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); ahd. ding, st. N. (a), Versammlung, Kirchengemeinde, Gemeinde, Gericht (N.) (1), Gerichtstag; germ. *þenga-, *þengaz, *þinga-, *þingaz, *þenha-, *þenhaz, N., Zeit, Rat, Versammlung, Ding; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Theiding, Kluge s. u. Teiding, DW 21, 62, 233, Duden s. u. Teiding; GB.: seit 863-871 belegte und aus Tag und a sowie Ding gebildete und für die Bestandteile für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Unterredung oder eine Verhandlung; BM.: Tag, Rat; F.: Teiding, Teidings, Teidinge, Teidingen+EW; Z.: T-ei—din-g
teig, nhd. (ält.), Adj., (13. Jh.): nhd. teig, überreif, weich; ne. overripe; Vw.: -; Hw.: s. Teig; Q.: 1255 (Frauendienst des Ulrich von Liechtenstein); E.: s. mnd. teic, teig, Adj., weich, reif, durch Fäulnis weich geworden; mnd. dēch, deich, Adj., teigig, teige, schlecht durchgebacken; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *daiga-, *daigaz, Adj., weich; vgl. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge 1. A. s. u. teig, Kluge s. u. teig, DW 21, 233, Falk/Torp 206, Seebold 151, Heidermanns 145, Duden s. u. teig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. deigr, Adj., weich, feige; got. -; GB.: mnd. seit dem Spätmittelalter (1255) belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches überreif oder weich; BM.: weich bzw. kneten; F.: teig+EW; Z.: teig
Teig, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Teig, Teigmasse; ne. dough; Vw.: -; Hw.: s. teig; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. teic (2), teig, st. M., st. N., Teig; mnd. dēch (1), dêch, deich, M., Teig; mnl. deech, M., Teig; ahd. teig, st. M. (a), Teig, weiche Masse; as. -; anfrk. -; germ. *daiga-, *daigaz, st. M. (a), Teig; s. idg. *dʰeig̑ʰ-, V., kneten, formen, mauern, Pokorny 244; L.: Kluge 1. A. s. u. Teig, Kluge s. u. Teig, EWD s. u. Teig, DW 21, 235, Falk/Torp 206, Seebold 151, Duden s. u. Teig, Bluhme s. u. Teig; Son.: vgl. afries. -; ae. dāg, st. M. (a), Teig, Metallmasse; an. deig, st. N. (a), Teig; got. daigs, st. M. (a), Teig; nndl. deeg, Sb., Teig; ai. degdhi, V., verstreicht, beschmiert; gr. θιγγάνειν (thingánein), V., berühren, anrühren, umarmen; lat. fingere, V., formen, gestalten, bilden, schaffen; air. com-od-ding, V., bauen, errichten; aruss. děža, Sb., Teigmulde; toch. AB tsik-, V., formen, bilden; GB.: (teig) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus verschiedenen Stoffen wie beispielsweise Mehl und Milch und Fett (und Salz sowie Ei und bei Bedarf Zucker und Hefe) hergestellten und durch Verquellung der Getreideeiweißstoffe mit Flüssigkeit entstehenden Masse aus der Brot oder Kuchen gebacken wird; BM.: formen; F.: Teig, Teiges, Teigs, Teige, Teigen+EW; Z.: Teig
Teil, nhd., M., N., (8. Jh.): nhd. Teil, Anteil, Stück; ne. part (N.); Vw.: s. Ur-; Hw.: s. teilen, Drittel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. teil (1), tēl, deil, st. N., st. M., Teil, Stück, Hälfte, Anteil, Besitz, Teilen, Teilung, Fülle, Seite, Partei, Bereich, Gebühr; mnd. dēl, deil, N., M., Teil, Anteil, Part, Grubenanteil, Schiffsanteil; mnl. deel, N., Teil; ahd. teil (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a), Teil, Anteil, Stück, Seite; as. dêl* (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a)?, Teil, Anteil; anfrk. deil, st. M. (a?, i?), Teil; germ. *daila-, *dailaz, st. M. (a), Teil; germ. *daila-, *dailam, st. N. (a), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. M. (i), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. F. (i), Teil; idg. *dəilo-, Sb., Teil, Pokorny 175?; s. idg. *dā-, dāi-, dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Teil, DW 21, 347 (Theil EWD s. u. Teil,), Falk/Torp 298, Duden s. u. Teil, Bluhme s. u. Teil; Son.: vgl. afries. dêl, st. M. (a), Teil, Anteil, Gerichtssprengel; nfries. deel; ae. dǣl, dāl (1), st. M. (i), Teil, Anteil, Los, Abteilung, Menge, Betrag; got. dails, st. F. (i), Teil, Anteil; got. daila (1), st. F. (ō), Teilnahme, Gemeinschaft, Mine; got. *daila (2), sw. M. (n); nndl. deel, Sb., Teil; ne. deal, N., Abmachung; nschw. del, Sb., Teil; nnorw. del, M., Teil; ksl. dělŭ, M. Teil; lit. dalìs, F., Teil; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches als Stück mit anderem zusammen ein Ganzes Bildendes und dementsprechend aus dem Ganzen durch Trennung als Stück Herstellbares; BM.: zerschneiden; F.: Teil, Teiles, Teils, Teile, Teilen+EW; Z.: Tei-l
$teilbar, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. teilbar; E.: s. Teil, s. teil(en), s. bar; L.: DW 21, 355 (theilbar), EWD s. u. Teil; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. divisibilis aus Teil und bar gebildete Bezeichnung für in Teile oder Stücke einteilbar oder auftrennbar; F.: teilbar, teilbare, teilbares, teilbarem, teilbaren, teilbarer+EW; Z.: tei-l—bar
teilen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. teilen, spalten, trennen, zerteilen, zerlegen; ne. share (V.), part (V.); Vw.: -; Hw.: s. Teil; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. teilen (1), deilen, sw. V., teilen, aufteilen, verteilen, zerteilen, zerkleinern, vergeben (V.), verschenken; mnd. dēlen (1), deilen, dilen, tēlen, teilen, sw. V., teilen, erbteilen, einteilen, messen, verteilen, austeilen, scheiden, Rechtsspruch erteilen, urteilen; ahd. teilen, sw. V. (1a), teilen, verteilen, austeilen; ahd. teilōn*, sw. V. (2), einteilen; as. dêlian, sw. V. (1a), teilen, austeilen, sich trennen; anfrk. deilen*, deilon, sw. V. (1), teilen; germ. *dailjan, sw. V., teilen; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175; L.: Kluge s. u. Teil, DW 21, 356 (theilen), EWD s. u. Teil, Duden s. u. teilen; Son.: vgl. afries. dêla, sw. V. (1), teilen, urteilen, erkennen; saterl. dela, V., teilen; ae. dǣlan, sw. V. (1), teilen, verteilen; an. deila (2), sw. V. (1), teilen; got. dailjan, sw. V. (1), teilen, einem zuteilen, mitteilen; nndl. delen, V., teilen; nschw. dela, V., teilen; nnorw. dele, V., teilen; ai. dáyate, V., teilt; gr. δαίεσθαι (daíesthai), V., geteilt werden, zerteilen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches ein Ganzes in Stücke spalten oder trennen oder zerteilen oder zerlegen (V.); BM.: zerschneiden; F.: teilen (!), teile (!), teilst, teilt, teilest, teilet, teilte, teiltest, teilten, teiltet, geteilt, ##geteilt, geteilte, geteiltes, geteiltem, geteilten, geteilter##, teilend, ###teilend, teilende, teilendes, teilendem, teilenden, teilender###, teil (!)+EW; Z.: tei-l-en
$teilhaben, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. teilhaben; E.: s. Teil, s. haben; L.: DW 21, 359 (Theilhaben, theilhabend), EWD s. u. Teil,; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Teil und haben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einen Teil haben (mehrerer) an einer Gegebenheit; F.: teilhaben, hast teil, hat teil, habt teil, habest teil, habet teil, hatte teil, hattest teil, hatten teil, hattet teil, hätte teil, hättest teil, hätten teil, hättet teil, teilgehabt, ##teilgehabt, teilgehabte, teilgehabtes, teilgehabtem, teilgehabten, teilgehabter##, teilhabend, ###teilhabend, teilhabende, teilhabendes, teilhabendem, teilhabenden, teilhabender###, teilzuhaben, ####teilzuhaben, teilzuhabend, teilzuhabende, teilzuhabendes, teilzuhabendem, teilzuhabenden, teilzuhabender####, hab (!) teil+EW; Z.: tei-l—hab-en
$Teilhaber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Teilhaber, einen Teil habender Mensch; E.: s. Teil, s. hab(en), s. er (Suff.); Q.: Anfang 18. Jh.; L.: DW 21, 359 (Theilhaber), EWD s. u. Teil; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. particeps aus Teil und hab(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen einen Teil an etwas habenden Menschen; F.: Teilhaber, Teilhabers, Teilhabern+EW; Z.: Tei-l—hab-er
$teilhaftig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. teilhaftig; E.: s. teilhaft, s. ig; L.: DW 21, 360 (theilhaftig), EWD s. u. Teil; GB.: seit vor 1190 belegte und vielleicht nach lat. particeps aus Teil und haftig gebildete Bezeichnung für sachlich schon früh mögliches einen Teil an etwas habend; F.: teilhaftig, teilhaftige, teilhaftiges, teilhaftigem, teilhaftigen, teilhaftiger(, teilhaftigere, teilhaftigeres, teilhaftigerem, teilhaftigeren, teilhaftigerer, teilhaftigst, teilhaftigste, teilhaftigstes, teilhaftigstem, teilhaftigsten, teilhaftigster)+EW; Z.: tei-l—haf-t-ig
$teilig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. teilig, einen Teil an etwas habend; Vw.: s. gegen-, nach-; E.: s. Teil, s. ig; L.: DW 21, 360 (theilig); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Teil und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches einen Teil an etwas habend; F.: teilig, teilige, teiliges, teiligem, teiligen, teiliger(, teiligere, teiligeres, teiligerem, teiligeren, teiligerer, teiligst, teiligste, teiligstes, teiligstem, teiligsten, teiligster)+EW; Z.: tei-l-ig
$Teilnahme, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Teilnahme; L.: DW 21, 361 (Theilnahme), EWD s. u. Teil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Teil und Nahme gebildete Bezeichnung für Anteilnahme oder Beteiligtsein oder Beteiligung oder Interesse; F.: Teilnahme, Teilnahmen+EW; Z.: Tei-l—nahm-e
$teils, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. teils, teilweise; E.: s. Teil, s. s; L.: DW 21, 363 (theils mit Verweis auf Theil), EWD s. u. Teil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Teil und s gebildete Bezeichnung für teilweise; F.: teils; Z.: tei-l-s
$Teilung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Teilung, Spaltung, Trennung, Gliederung; Vw.: s. Ab-, Arbeits-, Mit-; E.: s. teil(en), s. ung; L.: DW 21, 363 (Theilung), EWD s. u. Teil; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus teil(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen und der Arbeitsteilung mögliche Spaltung oder Trennung oder Gliederung oder Division; F.: Teilung, Teilungen+EW; Z.: Tei-l-ung
Teint, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Teint, Gesichtsfarbe; ne. complexion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. teint; E.: s. frz. teint, M., Gefärbtes, Färbung, Teint; vgl. frz. teindre, V., färben; lat. tinguere, V., benetzen, anfeuchten, eintauchen, färben, (81-43 v. Chr.); idg. *teng- (1), V., benetzen, befeuchten, Pokorny 1067 (1853/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Teint, fehlt DW, EWD s. u. Teint, Duden s. u. Teint; Son.: vgl. nndl. teint, Sb., Teint; ndän. teint, Sb., Teint; nnorw. teint, M., Teint; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Farbe des Gesichts bzw. der Gesichtshaut eines Menschen beispielsweise von hell bis dunkel oder von weiß über gelb und rot sowie braun bis schwarz; BM.: färben; F.: Teint, Teints+FW; Z.: Teint
...tekt, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. ...tekt; ne. ...tect; Vw.: s. Archi-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. lat. ...tectus, Suff., ...tekt; gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister, Künstler; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. ...tect, Suff., ...tekt; frz. ...tecte, Suff., ...tekt; nschw. ...tekt, Suff., ...tekt; nnorw. ...tekt, Suff., ...tekt; poln. ...tekt, Suff., ...tekt; lit. ...tektas, Suff., ...tekt; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Bildung von mit Bauen zusammenhängenden Berufen verwendete Bezeichnung; BM.: flechten oder fügen; F.: ...tekt, ...tekten+FW(+EW); Z.: -tekt
Tektal, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tektal, mit dem Zungenrücken gegen das Munddach gebildeter Laut; ne. tectal? (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. tēctum, N., Dach, Decke, Betthimmel, Obdach, Wohnung, Haus, (um 250-184 v. Chr.), s. lat. contēctālis; vgl. idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tektal, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (und al Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Entwicklung von Sprache mit dem Zungenrücken gegen das Munddach der Mundhöhle gebildeten Laut (Velar und Labiovelar sowie Palatal oder eine Teilmenge der Gaumenlaute wie *k̑, *g̑ und *g̑ʰ); BM.: decken; F.: Tektal, Tektals, Tektales, Tektale, Tektalen+FW; Z.: Tek-t-al
...tektion, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. ...tektion; ne. …tection; Vw.: s. Pro-; Hw.: s. ...tektor, ...tektiv; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ...tēctio, Suff., ...tēctio; lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. frz. ...tection, Suff., ...tektion; nnorw. ...teksjon, Suff., ...tektion; poln. ...tekcja, Suff., ...tektion; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit Decken (N.) und Schutz zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: decken; F.: ...tektion, ...tektionen+FW; Z.: -tek-t-io-n
...tektiv, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...tektiv; ne. ...tektiv; Vw.: s. De-; Hw.: s. ...tektion, ...tektor; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...tective, Suff., ...tektiv; frz. ...tective, Suff., ...tektiv; nschw. ...tektiv, Suff., ...tektiv; nnorw. ...tektiv, Suff., ...tektiv; poln. ...tektyw, Suff., ...tektiv; lit. ...tektyvas, Suff., ...tektiv; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort für die Bildung von mit Decken (N.) und Schutz zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: decken; F.: ...tektiv, ...tektivs, ...tektive, ...tektiven+FW; Z.: -tek-t-iv
Tektonik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tektonik, ein Gebiet der Geologie; ne. tectonics; Vw.: s. Archi-; Hw.: s. tektonisch; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τεκτονικός (tektonikós), M., Baukunst; vgl. gr. τεκτονικός (tektonikós), Adj., im Bauen geschickt; vgl. gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tektonik, Kytzler/Redemund/Eberl Nr. 5690; Son.: vgl. frz. tectonique, F., Tektonik; nschw. tektonik, Sb., Tektonik; nnorw. tektonikk, M., Tektonik; poln. tektonika, F., Tektonik; kymr. tectoneg, F., Tektonik; nir. teicteonaic, F.?, Tektonik; lit. tektonika, F., Tektonik; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sich mit dem Bau der Erdkruste befassende Gebiet der Geologie; BM.: fügen; F.: Tektonik+FW; Z.: Tekt-on-ik
tektonisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tektonisch, Tektonik betreffend, Bewegungen der Erdkruste betreffend; ne. tectonic; Vw.: -; Hw.: s. Tektonik; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. lat. tectonicus, Adj., Bauen betreffend, Bau..., zum Bauen gehörig, (um 310-394 n. Chr.); gr. τεκτονικός (tektonikós), Adj., im Bauen geschickt; vgl. gr. τέκτων (téktōn), N., Zimmermann, Bildhauer, Baumeister; vgl. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Duden s. u. tektonisch; Son.: vgl. nndl. tektonisch, Adj., tektonisch; frz. rectonique, Adj., tektonisch; nschw. tektonisk, Adj., tektonisch; nnorw. tektonisk, Adj., tektonisch; kymr. tectonig, Adj., tektonisch; poln. tektoniczny, Adj., tektonisch; lit. tektoninis, Adj., tektonisch; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Festigung der Erdoberfläche mögliches durch Bewegung der Erdkruste hervorgerufen, Bewegungen der Erdkruste betreffend; BM.: fügen; F.: tektonisch, tektonische, tektonisches, tektonischem, tektonischen, tektonischer+FW+EW; Z.: tekt-on-isch
...tektor, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. ...tektor; ne. ...tector; Vw.: s. De-, Pro-; Hw.: s. ...tektion, ...tektiv; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; s. lat. tegere, V., decken, bedecken, verdecken, verbergen, verhehlen; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. frz. ...tecteur, Suff., ...tektor; nschw. ...tektor, Suff., ...tektor; nnorw. ...tektor, Suff., ...tektor; poln. ...tektor, Suff., ...tektor; lit. ...tektorius, Suff., ...tektor; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von sachlich wohl schon früher möglichen mit Decken (N.) und Schutz zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: decken; F.: ...tektor, ...tektors, ...tektoren+FW; Z.: -tek-t-or
tele…, nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. tele..., fern, entfernt, weit; ne. tele…; Vw.: s. -fax, -fon, -gen, -gramm, -graph, -kinese, -pathie, -prompter, -skop, -vision; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); L.: Kluge s. u. tele-, DW s. Telegramm u. a., EWD s. u. tele-, Duden s. u. tele-, Kytzler/Redemund/Eberl 1093; Son.: s. Teleobjektiv; vgl. nndl. tele..., Präf., tele...; frz. télé..., Präf., tele...; nschw. tele..., Präf., tele...; nnorw. tele..., Präf., tele...; poln. tele..., Präf., tele...; kymr. tele..., Präf., tele...; nir. teilea..., Präf., tele...; lit. tele..., Präf., tele...; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für sachlich wohl schon früher mögliches fern oder entfernt oder weit verwendete Bezeichnung; BM.: fern; F.: tele…+FW; Z.: tel-e-
Telefax, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Telefax, Fax, Fernkopie; ne. telefax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; E.: ursprünglich gekürzt aus Faksimile (s. d.), seit 1941 als Firmenbezeichnung in den Vereinigten Staaten von Amerika verwendet; letztlich von gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Telefax, fehlt DW, Duden s. u. Telefax; Son.: vgl. nndl. telefax, Sb., Telefax; nschw. telefax, Sb., Telefax; nnorw. telefaks, M., Telefax; poln. telefaks, M., Telefax; kymr. teleffacs, M., Telefax; GB.: nach ersten Vorläufern von 1846 (Alexander Baine in Schottland) seit 1920-1930 belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine durch ein elektronisches Gerät beispielsweise der Xerox Corporation in den Vereinigten Staaten von Amerika von 1966 versendete Kopie (Fernkopie) eines Schriftstücks (inzwischen technisch eher überholt); BM.: fern, setzen; F.: Telefax, Telefaxes, Telefaxe, Telefaxen+FW; Z.: Tele-fa-x
Telefon, Telephon, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Telefon, Fernsprecher; ne. telephone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Telefon, EWD s. u. Telefon, fehlt DW, Duden s. u. Telefon; Son.: vgl. nndl. telefoon, Sb., Telefon; frz. téléphone, M., Telefon; nschw. telefon, Sb., Telefon; nnorw. telefon, M., Telefon; poln. telefon, M., Telefon; kymr. teleffon, M., Telefon; nir. teilafón; lit. telefonas, M., Telefon; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wie Philipp Reis (1834-1874) in dem Physikalischen Verein in Frankfurt am Main bis zu dem 26. Oktober 1861 entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät das mittels des elektrischen Stromes über eine Drahtleitung oder über eine Funkverbindung Gespräche zwischen einzelnen Menschen über beliebig große Entfernungen ermöglicht (angeblich mit dem Satz Das Pferd frisst keinen Gurkensalat 1877 in dem (zweiten) Deutschen Reich erstes Gespräch mit einem Gerät Bells und Siemens & Halskes); BM.: fern, sprechen; F.: Telefon, Telefons, Telefones, Telefone, Telefonen, Telephon, Telephons, Telephones, Telephone, Telephonen +FW; Z.: Tel-e-fo-n
$telefonieren, telephonieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. telefoniere, fernsprechen, ein Ferngespräch führen, ein Telefonat führen; E.: s. Telefon, s. ieren (Suff.); L.: Kluge s. u. Telefon, fehlt DW, EWD s. u. Telefon; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Telefon und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für fernsprechen oder ein Ferngespräch führen; F.: telefonieren, telefoniere, telefonierst, telefoniert, telefonierest, telefonieret, telefonierte, telefoniertest, telefonierten, telefoniertet, ##telefoniert, telefonierte, telefoniertes, telefoniertem, telefonierten, telefonierter##, telefonierend, ###telefonierend, telefonierende, telefonierendes, telefonierendem, telefonierenden, telefonierender###, telefonier (!)+FW+EW?; Z.: tel-e-fo-n-ier-en
$telefonisch, telephonisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. telefonisch, Telefon betreffend, fernmündlich; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Telefon, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Telefon; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Telefon und isch (Suff.) gebildete Bezeichnung für Telefon betreffend; F.: telefonisch, telefonische, telefonisches, telefonischem, telefonischen, telefonischer+FW+EW; Z.: tel-e-fo-n-isch
telegen, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. telegen, wirkungsvoll in dem Fernsehen, gut zu Geltung kommend, ansehnlich; ne. telegenic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. telegenic; E.: s. ne. telegenic, Adj., telegen; neoklassische Bildung; s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. γένος (génos), N., Sprössling, Familie, Geschlecht, Stamm, Gattung, Menschenalter; vgl. idg. *g̑en- (1), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₁-, *g̑n̥h₁-, V., erzeugen, Pokorny 373 (547/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. telegen; Son.: vgl. kymr. telegenig, Adj., telegen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines in Fernsehaufnahmen gut zu Geltung kommenden Menschen oder einer sonstigen Gegebenheit; BM.: fern, erzeugen; F.: telegen, telegene, telegenes, telegenem, telegenen, telegener(, telegenere, telegeneres, telegenerem, telegeneren, telegenerer, telegenst, telegenste, telegenstes, telegenstem, telegensten, telegenster)+FW(+EW?); Z.: tel-e-gen
$telegrafieren, nhd., sw. V.: nhd. telegrafieren; Vw.: s. telegraphieren
$telegrafisch, nhd., Adj.: nhd. telegrafisch; Vw.: s. telegraphisch
Telegramm, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Telegramm, Depesche, von Menschen fernmündlich mit Hilfe von Geräten übermittelte Nachricht; ne. telegram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. télégramme, ne. telegram; E.: s. frz. télégramme, M., Telegramm; ne. telegram, N., Telegramm; Neubildung zu gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. γράμμα (grámma), N., Buchstabe, Schriftzeichen, Schrift; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Telegramm, DW 21, 238, EWD s. u. Telegramm, Duden s. u. Telegramm; Son.: vgl. nndl. telegram, Sb., Telegramm; nschw. telegram, N., Telegramm; nnorw. telegram, N., Telegramm; poln. telegram, M., Telegram; kymr. telegram, M., Telegramm; nir. teileagram, M., Telegramm; lit. telegrama, F., Telegramm; GB.: seit 1852 (E. P. Smith Rochester/Vereinigte Staaten von Amerika) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine von Menschen über elektrische Signale oder auch akustisch oder optisch an einen anderen Ort zu fast der gleichen Zeit fernmündlich oder fernschriftlich übermittelte Nachricht wie beispielsweise 1791 durch den Franzosen Claude Chappe oder 1837 durch den Amerikaner Samuel Morse oder an dem 5. November 1850 durch den Iren William Brooke O‘Shaughnessy; BM.: fern, ritzen; F.: Telegramm, Telegramms, Telegrammes, Telegramme, Telegrammen+FW; Z.: Tel-e-gramm
Telegraph, Telegraf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Telegraph, Telegraf, Nachrichtenübermittlungsapparat; ne. telegraph (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. télégraphe; E.: s. frz. télégraphe, M., Telegraph; neoklassische Bildung; s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Telegraph, EWD s. u. Telegraf, DW 21, 238 (Telegraph), Duden s. u. Telegraph; Son.: vgl. nndl. telegraaf, Sb., Telegraph; nschw. telegraf, Sb., Telegraph; nnorw. telegraf, M., Telegraph; poln. telegraf, M., Telegraph; kymr. telegraff, M., Telegraph; nir. teileagraf, M., Telegraph; lit. telegrafas, M., Telegraph; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung zu einer Übermittelung von Nachrichten durch elektrische Signale über eine grundsätzlich beliebig weite Entfernung; BM.: fern, ritzen; F.: Telegraph, Telegraphs, Telegraphes, Telegraphe, Telegraphen+FW; Z.: Tel-e-graph
$telegraphieren, telegrafieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. telegraphieren, fernmündlich Mitteilungen oder Nachrichten durch Geräte mittels Elektrizität über eine grundsätzlich beliebig weite Entfernung übermitteln; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Telegraf, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. Telegraf; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für ein mittels elektrischer Signale eine Mitteilung oder Nachricht überörtlich etwa zeitgleich versenden oder fernmündlich Mitteilungen oder Nachrichten durch Geräte mittels Elektrizität über eine grundsätzlich beliebig weite Entfernung übermitteln; F.: telegraphieren, telegraphiere, telegraphierst, telegraphiert, telegraphierest, telegraphieret, telegraphierte, telegraphiertest, telegraphierten, telegraphiertet, ##telegraphiert, telegraphierte, telegraphiertes, telegraphiertem, telegraphierten, telegraphierter##, telegraphierend, ###telegraphierend, telegraphierende, telegraphierendes, telegraphierendem, telegraphierenden, telegraphierender###, telegraphier, telegrafieren, telegrafiere, telegrafierst, telegrafiert, telegrafierest, telegrafieret, telegrafierte, telegrafiertest, telegrafierten, telegrafiertet, ##telegrafiert, telegrafierte, telegrafiertes, telegrafiertem, telegrafierten, telegrafierter##, telegrafierend, ###telegrafierend, telegrafierende, telegrafierendes, telegrafierendem, telegrafierenden, telegrafierender###, telegrafier (!)+FW(+EW); Z.: tel-e-graph-ier-en
$telegraphisch, telegrafisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. telegraphisch, fernmündlich; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Telegraph, s. isch; L.: DW 21, 238 (telegraphisch), EWD s. u. Telegraf; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und nach frz. télegraphique aus Telegraph und isch gebildete Bezeichnung für fernmündlich; F.: telegraphisch, telegraphische, telegraphisches, telegraphischem, telegraphischen, telegraphischer, telegrafisch, telegrafische, telegrafisches, telegrafischem, telegrafischen, telegrafischer+FW+EW; Z.: tel-e-graph-isch
Telekinese, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Telekinese, Bewegen oder Bewegtwerden von Gegenständen durch übersinnliche Kräfte; ne. telekinesis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. κίνησις (kínēsis), F., Erschütterung, Unruhe; vgl. gr. κινεῖν (kinein), V., bewegen, rütteln, fortführen; idg. *kīneu-, *kn̥eu-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538; s. idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Telekinese; Son.: vgl. nndl. telekinese, Sb., Telekinese; frz. télékinésie, F., Telekinese; nschw. telekinesi, Sb., Telekinese; nnorw. telekinese, M., Telekinese; kymr. telecinesis, M., Telekinese; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das zumindest in der Vorstellung oder Behauptung mancher Menschen (wie beispielsweise Uri Geller) mögliche Bewegen oder Bewegtwerden von Gegenständen durch übersinnliche Kräfte; BM.: fern, bewegen; F.: Telekinese+FW; Z.: Tel-e-ki-n-es-e
Telemark, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Telemark (M.), ein Schischwung quer zu einem Hang, eine Stellung des Schispringers bei dem Aufsetzen mit einem nach vorne geschobenen Bein; ne. telemark (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. nnorw. telemark; E.: s. nnorw. telemark, Sb., Telemark; Kurzform von telemarksjøring, M., F., Telemarkfahren; von dem ON Telemark (Gebiet und eine Verwaltungseinheit in Norwegen); vgl. an. mǫrk (2), st. F. (ō), Wald; germ. *mark, *markō, st. F. (ō), Mark (F.) (1), Grenze; idg. *mereg̑-, Sb., Rand, Grenze, Pokorny 738 (1233/98) (RB. idg. aus iran., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Telemark; Son.: vgl. frz. télémark, M., Telemark (M.); kymr. telemarc, M., Telemark (M.); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neunorwegischen aufgenommene Bezeichnung für einen Schischwung quer zu einem Hang und für die Stellung des Schispringers bei dem Aufsetzen mit einem nach vorne geschobenen Bein; BM.: ON (nach dem Herkunftsort des Fahrstils); F.: Telemark, Telemarks+FW; Z.: Tele-mark
Telepathie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Telepathie, Gedankenlesen, Gedankenübertragung; ne. telepathy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. telepathy; E.: s. ne. telepathy, N., Telepathy; gebildet zu gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. πάθος (páthos), N., Gemütsbewegung, Leid; s. idg. *kᵘ̯ent-, *kᵘ̯entʰ-, V., leiden, dulden, Pokorny 641 (1036/14) (RB. idg. aus gr., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. Telepathie, fehlt DW, Duden s. u. Telepathie; Son.: vgl. nndl. telepathie, Sb., Telepathie; frz. télépathie, F., Telepathie; nschw. telepati, Sb., Telepathie; nnorw. telepati, M., Telepathie; poln. telepatia, F., Telepathie; kymr. telepathi, M., Telepathie; nir. teileapeite, F., Telepathie; lit. telepatija, F., Telepathie; GB.: seit der späteren Neuzeit (Dezember 1882 von dem Autor Frederic W. H. Myers in London) belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in der Vorstellung mancher Menschen mögliche Wahrnehmung von Gedanken und Gefühlen anderer Lebewesen ohne Vermittelung der Sinne; BM.: fern, leiden; F.: Telepathie+FW; Z.: Tel-e-path-ie
Teleprompter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Teleprompter, aus seit 1972 von Irving B. Kahn entwickeltes und aus einem Monitor und einem Einwegspiegel vor einem Kameraobjektiv zusammengesetztes digitales Lesegerät das es beispielsweise einem Ansager in dem Fernsehen ermöglicht einen Text ohne Senkung des Blickes vorzulesen ohne dass er wirklich frei spricht und dies dem Zuschauer auffällt; ne. teleprompter; Vw.: -; Hw.: s. prompt; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. teleprompter; E.: s. ne. teleprompter, N., Teleprompter; vgl. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); lat. prōmptus (1), Adj., sichtbar, offenbar, gleich zur Hand, bereit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. prōmere, V., hervornehmen, herausnehmen, hervorbringen, herausholen; lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, *ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Teleprompter; Son.: vgl. nndl. teleprompter, Sb., Teleprompter; frz. téléprompteur, M., Teleprompter; nschw. teleprompter, Sb., Teleprompter; nnorw. teleprompter, M.?, Teleprompter; poln. teleprompter, M., Teleprompter; GB.: seit der späten Neuzeit (1972) belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät das es einem Menschen (unter Täuschung der Zuschauer) ermöglicht einen Text von einer schriftlichen Vorlage abzulesen ohne dass er dafür seinen Blick senken muss; BM.: fern, vorwärts, nehmen; F.: Teleprompter, Teleprompters, Telepromptern+FW; Z.: Tel-e—pro-m-pt-er
Teleskop, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Teleskop, Fernrohr; ne. telescope; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. telescopio, mlat. telescopium; E.: s. it. telescopio, M., Teleskop (Galilei 1611); mlat. telescopium, N., Teleskop; zu gr. τηλεσκόπος (tēleskópos), Adj., weitschauend; vgl. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); gr. σκοπεῖν (skopein), V., beobachten, untersuchen, prüfen, betrachten, sehen; idg. *spek̑-, V., spähen, sehen, Pokorny 984 (1702/174) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Teleskop, DW 21, 238, EWD s. u. tele-, Duden s. u. Teleskop; Son.: vgl. nndl. telescoop, Sb., Teleskop; frz. télescope, M., Teleskop; nschw. teleskop, N., Teleskop; nnorw. teleskop, N., Teleskop; poln. teleskop, M., Teleskop; kymr. telesgop, M., Teleskop; nir. teileascóp, M., Teleskop; lit. teleskopas, M., Teleskop; GB.: seit 1611 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Galileo Galilei 1608 erfundenes und 1610 weiterentwickeltes stark vergrößerndes Fernrohr; BM.: fern, beobachten; F.: Teleskop, Teleskops, Teleskope, Teleskopen+FW; Z.: Tel-e-skop
$teleskopieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. teleskopieren; E.: s. Teleskop, s. ieren; L.: Kluge s. u. Teleskop, DW s. Teleskop; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Teleskop und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung; F.: teleskopieren, teleskopiere, teleskopierst, teleskopiert, teleskopierest, teleskopieret, teleskopierte, teleskopiertest, teleskopierten, teleskopiertet, ##teleskopiert, teleskopierte, teleskopiertes, teleskopiertem, teleskopierten, teleskopierter##, teleskopierend, ###teleskopierend, teleskopierende, teleskopierendes, teleskopierendem, teleskopierenden, teleskopierender###, teleskopier (!)+FW(+EW?); Z.: tel-e-skop-ier-en
Television, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Television, Fernsehen; ne. television; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); lat. vīsio, F., Sehen, Ansehen, Anblick, Erscheinung, Vorstellung, Idee; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Television, fehlt DW, Duden s. u. Television; Son.: abgekürzt mit TV; vgl. nndl. televise, Sb., Television; frz. télévision, F., Television; nschw. television, Sb., Television; nnorw. televisjon, M., Television; poln. telewizja, F., Television; nir. teilifís, F., Television; lit. televizija, F., Television; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen (tele) und Lateinischen (visio) des Altertums gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das 1886 von Paul Nipkow in einem Patent dargelegte und seitdem weltweit umfassend verwirklichte Fernsehen; BM.: fern, sehen; F.: Television+FW; Z.: Tele-vi-s-io-n
Telex, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Telex, Fernschreiben; ne. telex (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. telex; E.: s. ne. telex, N., Telex; gekürzt aus teleprinter exchange, N., Fernschreiber-Austausch; letztlich von gr. τῆλε (tēle), πήλυι (pḗlyi), Adv., fern, weit; vgl. idg. *kᵘ̯el- (2), Adj., fern, Pokorny 640 (1032/10) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.); lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Telex, fehlt DW, Duden s. u. Telex; Son.: vgl. nndl. telex, Sb., Telex; frz. telex, M., Telex; nschw. telex, Sb., Telex; nnorw. teleks, M., Telex; poln. teleks, M., Telex; kymr. telecs, N., Telex; nir. teiléacs, M., Telex; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mittelbar aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für das um 1970 von dem Unternehmen Siemens entwickelte und verwendete sowie 2007 als technisch überholt abgeschaltete Fernschreiben; BM.: Abkürzung bzw. fern, aus; F.: Telex, Telexe, Telexen+FW; Z.: Tel-ex
Teller, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Teller, Essgeschirr; ne. plate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. teller, teler, telier, st. N., st. M., Teller; mnd. teller (1), telre, tellȫr, tellōr, tellēr, talliōr, tallōr, N., M., Teller, Speiseplatte, individuell genutztes Essgeschirr, Anrichteplatte, Holzplatte, Holzteller; mnl. taeljoor, teljuur, M., Teller; frz. tailloir, M., Teller, Vorlegeteller, Kluge s. u. Teller; afrz. tailler, V., schneiden, zerlegen (V.); lat. taliāre, V., spalten, schneiden; idg. *tāl-, V., Sb., wachsen (V.) (1), grünen, Gewächs, Trieb, Pokorny 1055 (1829/6) (RB. idg. aus gr., ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Teller, Kluge s. u. Teller, EWD s. u. Teller, DW 21, 238, Duden s. u. Teller, Bluhme s. u. Teller; Son.: vgl. nschw. tallrik, Sb., Teller; nnorw. tallerken, M., Teller; poln. talerz, M., Teller; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Unterlage aus Holz oder Keramik oder auch Pappe oder Plastik auf der Speisen aufgelegt und mittels Besteck (Messer und Gabel und Löffel) gegessen werden; BM.: schneiden; F.: Teller, Tellers, Tellern+FW; Z.: Tel-l-er
Tellur, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tellur, ein Halbmetall; ne. tellurium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1798; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. tellūs, Erde, Fußboden, Erdboden, Land, Gegend; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Tellur; Son.: vgl. nndl. tellurr, Sb., Tellur; frz. tellure, M., Tellur; nschw. tellur, N., Sb., Tellur; nnorw. tellur, N., Tellur; poln. tellur, M., Tellur; kymr. telwriwm, M., Tellur; nir. teallúiriam, M., Tellur; lit. telūras, M., Tellur; GB.: seit 1798 belegte und mit dem Lateinischen (tellūs) des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1782 von dem österreichischen Chemiker und Mineralogen Franz Joseph Müller von Reichenstein (1740-1825) entdecktes seltenes silberweißes und metallisch glänzendes dem Zinn und Antimon ähnelndes sprödes und für den Menschen giftiges Halbmetall (chemisches Element Nr. 52, abgekürzt Te) das für Solarzellen und Halbleiterbauelemente und als Legierungszusatz und Katalysator sowie zu dem Färben von Glas verwendet wird; BM.: Erde; F.: Tellur, Tellurs+FW; Z.: Tel-l-ur
Tempel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tempel, Gotteshaus, Heiligtum; ne. temple (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. tempel, st. N., st. M., Tempel, Templerorden; mnd. tempel, temple, M., Tempel, Kultstätte, geweihtes Gebäude, israelitischer Tempel; ahd. tempal, st. N. (a), Tempel; as. tempal*, st. M. (a), Tempel (M.); anfrk. -; germ. *tempal-, *templ-, Sb., Tempel; s. lat. templum, N., Tempel, heiliger Bezirk, Ausblick, (280/260-vor 200 v. Chr.); vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Tempel, Kluge s. u. Tempel, DW 21, 242, EWD s. u. Tempel, Duden s. u. Tempel, Bluhme s. u. Tempel; Son.: vgl. nndl. tempel, Sb., Tempel; frz. temple, M., Tempel; nschw. tempel, N., Tempel; nnorw. tempel, N., Tempel; kymr. teml, F., Tempel; nir. teampall, M., Tempel; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit etwa 9600 v. Chr. in Göbekli Tepe in der südöstlichen Türkei bzw. Mesopotamien nachweisbares Gebäude einer Kultstätte; BM.: spannen; F.: Tempel, Tempels, Tempeln+FW(+EW); Z.: Temp-el
Tempera, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tempera, Temperafarbe, Temperabild; ne. tempera; Vw.: s. -farbe; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. it. tempera, F., Tempera; E.: s. it. tempera, F., Tempera; vgl. it. temperare, V., mischen; lat. temperāre, V., Maß halten, sich mäßigen, zurückhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Farbe; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tempera; Son.: vgl. nndl. tempera, Sb., Tempera; frz. détempre, F., Tempera; nschw. tempera, Sb., Tempera; nnorw. tempera, Sb., Tempera; poln. Tempera, F., Tempera; kymr. tempera, M., Tempera; nir. teampara, M., Tempera; lit. tempera, F., Tempera; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen aus anorganischen Pigmenten und einer Emulsion aus bestimmten Ölen sowie einem Bindemittel hergestellte Farbe die auf Papier einen matten und deckenden Effekt hat; BM.: mischen, sprühen?; F.: Tempera, Temperas+FW; Z.: Temp-er-a
Temperafarbe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Temperafarbe, Tempera; ne. tempera; Vw.: -; Hw.: s. Tempera; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. z. T. it. Lw.; E.: s. it. tempera, F., Tempera; vgl. it. temperare, V., mischen; lat. temperāre, V., Maß halten, sich mäßigen, zurückhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Farbe; L.: fehlt DW, Duden s. u. Temperafarbe; Son.: meist verkürzt zu Tempera; vgl. nndl. tempera, Sb., Tempera; frz. détempre, F., Tempera; nschw. tempera, Sb., Tempera; nnorw. tempera, Sb., Tempera; poln. Tempera, F., Tempera; kymr. tempera, M., Tempera; nir. teampara, M., Tempera; lit. tempera, F., Tempera; GB.: nach Vorläufern in den Hochkulturen des Altertums seit dem 19. Jh. belegte und aus Tempera und Farbe gebildete Bezeichnung für eine aus anorganischen Pigmenten und einer Emulsion aus bestimmten Ölen sowie einem Bindemittel hergestellte Farbe die auf Papier einen matten und deckenden Effekt hat; BM.: mischen, sprühen?; F.: Temperafarbe, Temperafarben+FW+EW; Z.: Temp-er-a—far-b-e
Temperament, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Temperament, menschliche Veranlagung, Gemütsart; ne. temperament, temper (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. temperāmentum; E.: mnd. temperament, N., Temperament, Mischungsverhältnis der Grundelemente in der Komplexionslehre und der Humoralpathologie; lat. temperāmentum, N., richtiges Verhältnis, rechtes Maß, Mittelweg, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. temperāre, V., Maß halten, sich mäßigen, beherrschen; lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Temperament, DW 21, 249, EWD s. u. Temperament, Duden s. u. Temperament; Son.: vgl. nndl. temperament, Sb., Temperament; frz. tempérament, M., Temperament; nschw. temperament, N., Temperament; nnorw. temperament, N., Temperament; poln. temperament, M., Temperament; lit. temperamentas, M., Temperament; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die menschliche Veranlagung oder Gemütsart oder die für ein einzelnes Lebewesen besondere relativ konstante Weise des Fühlens und Erlebens und Handelns sowie Reagierens; BM.: spannen; F.: Temperament, Temperaments, Temperamentes, Temperamente, Temperamenten+FW(+EW); Z.: Temp-er-am-ent
$temperamentlos, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. temperamentlos, ohne besonderes Temperament seiend; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. Temperament, s. los; L.: EWD s. u. Temperament, fehlt DW (dort aber Temperament); GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus Temperament und los gebildete Bezeichnung für ohne besonderes Temperament seiend in Gegensatz zu temperamentvoll; F.: temperamentlos, temperamentlose, temperamentloses, temperamentlosem, temperamentlosen, temperamentloser(, temperamentlosere, temperamentloseres, temperamentloserem, temperamentloseren, temperamentloserer, temperamentlosest, temperamentloseste, temperamentlosestes, temperamentlosestem, temperamentlosesten, temperamentlosester)+FW+EW; Z.: temp-er-am-ent—lo-s
$temperamentvoll, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. temperamentvoll, Temperament habend; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Temperament, s. voll; L.: EWD s. u. Temperament, fehlt DW (dort aber Temperament); GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Temperament und voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches auffälliges Temperament habend; F.: temperamentvoll, temperamentvolle, temperamentvolles, temperamentvollem, temperamentvollen, temperamentvoller(, temperamentvollere, temperamentvolleres, temperamentvollerem, temperamentvolleren, temperamentvollerer, temperamentvollst, temperamentvollste, temperamentvollstes, temperamentvollstem, temperamentvollsten, temperamentvollster)+FW+EW; Z.: temp-er-am-ent—vol-l
Temperatur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Temperatur, Wärme, Wärmezustand; ne. temperature; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; E.: mhd. temperatūr, st. F., Temperatur, Mischung, Maß, Mäßigkeit, Vermischung; lat. temperātūra, F., gehörige Vermischung, gehörige Beschaffenheit, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. temperāre, V., Maß halten, sich mäßigen, zurückhalten; lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Temperatur, DW 21, 250, EWD s. u. Temperatur, Duden s. u. Temperatur; Son.: vgl. nndl. temperatuur, Sb., Temperatur; frz. température, F., Temperatur; nschw. temperatur, Sb., Temperatur; nnorw. temperatur, M., Temperatur; poln. temperatura, F., Temperatur; kymr. tymheredd, M., Temperatur; lit. temperatūra, F., Temperatur; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen gemessene Wärme einer Gegebenheit wie beispielsweise der Luft oder des Wassers oder eines Körpers (absoluter und niemals tatsächlich sondern grundsätzlich immer nur annäherungsweise erreichbarer Temperaturnullpunkt 0 ° Kelvin = minus 273,15 Grad Celsius bei dem die Teilchen zu einem Stillstand kommen und jede Unordnung verschwindet, Temperatur des Universums inzwischen minus 270 Grad Celsius); BM.: ziehen; F.: Temperatur, Temperaturen+FW(+EW); Z.: Temp-er-at-ur
temperieren, nhd., V., (12. Jh.): nhd. temperieren, die Temperatur regeln, die Temperatur auf eine angestrebte Wärme bringen, mäßigen; ne. temper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. temperieren, sw. V., mischen, mäßigen, mildern, dämpfen, abschwächen, vermischen mit, einrichten, zurichten; mnd. temperēren, temperīren, sw. V., mischen, vermischen, zusammenbringen, mäßigen, mildern; lat. temperāre, V., Maß halten, sich mäßigen, zurückhalten, (um 250-184 v. Chr.); lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, span; L.: Kluge s. u. temperieren, DW 21, 250, EWD s. u. temperieren, Duden s. u. temperieren; Son.: vgl. nndl. temperen, V., temperieren; frz. tempérer, V., temperieren; nschw. temperera, V., temperieren; nnorw. temperere, V., temperieren; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung in bestimmten Grenzen mögliches die Temperatur regeln oder die Temperatur auf eine angestrebte Wärme bringen; BM.: ziehen; F.: temperieren, temperiere, temperierst, temperiert, temperierest, temperieret, temperierte, temperiertest, temperierten, temperiertet, ##temperiert, temperierte, temperiertes, temperiertem, temperierten, temperierter##, temperierend, ###temperierend, temperierende, temperierendes, temperierendem, temperierenden, temperierender###, temperier (!)+FW+EW; Z.: temp-er-ier-en
Tempo, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Tempo, Geschwindigkeit; ne. tempo, pace (N.); Vw.: -; Hw.: s. temporär, Tempus; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. it. tempo; E.: s. it. tempo, M., Zeit, Zeitabschnitt; lat. tempus, timpus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick, Zeitpunkt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tempo, DW 21, 252, EWD s. u. Tempus, Duden s. u. Tempo; Son.: vgl. nndl. tempo, Sb., Tempo; frz. temps, M., Zeit; nschw. tempo, N., Tempo; nnorw. tempo, N., Tempo; poln. tempo, M., Tempo; kymr. tempo, M., Tempo; lit. tempas, M., Tempo; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Geschwindigkeit mit der ein Geschehen wie beispielsweise die Fahrt eines Kraftfahrzeugs abläuft; BM.: ziehen; F.: Tempo, Tempos, Tempi+FW; Z.: Temp-o
temporär, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. temporär, vorübergehend, zeitweilig; ne. temporary; Vw.: -; Hw.: s. Tempo, Tempus; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. temporaire; E.: s. frz. temporaire, Adj., temporär; lat. temporārius, Adj., der Zeit angemessen, sich nach Zeit und Umständen richtend, nur eine Zeit dauernd, (um 100-24 v. Chr.); vgl. lat. tempus, timpus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick, Zeitpunkt; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tempo, fehlt DW, Duden s. u. temporär; Son.: vgl. nschw. temporär, Adj., temporär; nnorw. temporær, Adj., temporär; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für vorübergehend oder zeitweilig; BM.: dehnen bzw. spannen; F.: temporär, temporäre, temporäres, temporärem, temporären, temporärer+FW(+EW); Z.: temp-or-är
Tempranillo, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Tempranillo, eine Rotweinsorte, eine Rotweintraube; ne. tempranillo; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. span. tempranillo; E.: s. span. tempranillo, M., Tempranillo, kleine Frühe; span. temprano, Adj., früh; lat. temporāneus, Adj., zur rechten Zeit geschehend, zur rechten Zeit kommend, zu einem glücklichen Zeitpunkt geschehend, (390-406 n. Chr.); lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tempranillo; Son.: vgl. nndl. tempranillo, Sb., Tempranillo; frz. tempranillo, M., Tempranillo; nschw. tempranillo, Sb., Tempranillo; nnorw. tempranillo, M., Tempranillo; poln. tempranillo, M., Tempranillo; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach der Sesshaftwerdung entwickelte und hauptsächlich in Spanien angebaute Rotweinsorte oder Rotweintraube; BM.: früh (nach der frühen Reifezeit); F.: Tempranillo, Tempranillos+FW; Z.: Temp-r-an-il-l-o
Tempus, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Tempus, Zeitform des Verbs, Verlaufszeit; ne. tense (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tempo, temporär; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. tempus; E.: s. lat. tempus, N., Zeitabschnitt, Zeitspanne, Zeit, rechte Zeit, Augenblick, Zeitpunkt, (um 250-184 v. Chr.); idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tempus, fehlt DW, EWD s. u. Tempus, Duden s. u. Tempus; Son.: vgl. nndl. tempus, Sb., Tempus; ne. temps, M., Tempus; nschw. tempus, N., Tempus; nnorw. tempus, N., Tempus; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Angabe der Verlaufszeit; BM.: spannen; F.: Tempus, Tempora+FW; Z.: Temp-us
Tendenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tendenz, Hang, Neigung, Entwicklung; ne. tendency; Vw.: -; Hw.: s. tendieren, tendenziös; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. tendance; E.: s. frz. tendance, F., Tendenz; vgl. frz. tendre, V., strecken, hinstrecken; lat. tendere, V., spannen, ausspannen; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tendenz, DW 21, 252, EWD s. u. tendieren, Duden s. u. Tendenz; Son.: vgl. nndl. tendens, Sb., Tendenz; nschw. tendens, Sb., Tendenz; nnorw. tendens, M., Tendenz; poln. tendencja, F., Tendenz; lit. tendencija, F., Tendenz; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine für Menschen seit ihrer Entstehung sachlich mögliche sich abzeichnende Neigung oder Entwicklung in eine bestimmte Richtung; BM.: ziehen; F.: Tendenz, Tendenzen+FW(+EW?); Z.: Tend-enz
$tendenziell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tendenziell, tendenzmäßig, tendenziös, Tendenz betreffend; E.: s. Tendenz, s. iell; L.: Kluge s. u. Tendenz, fehlt DW (dort aber Tendenz); GB.: seit 19. Jh. belegte und von Tendenz abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches tendenzmäßig oder tendenziös oder die Tendenz betreffend; F.: tendenziell, tendenzielle, tendenzielles, tendenziellem, tendenziellen, tendenzieller+FW; Z.: tend-enz-i-ell
tendenziös, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tendenziös, tendenziell, Tendenz betreffend, parteiisch; ne. biased, tendentious; Vw.: -; Hw.: s. Tendenz, tendieren; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. tendencieux; E.: s. frz. tendencieux, Adj., tendencieux; vgl. frz. tendance, F., Tendenz; lat. tendere, V., spannen, ausspannen; s. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tendenz, fehlt DW (dort aber Tendenz), EWD s. u. tendieren, Duden s. u. tendenziös; Son.: vgl. nndl. tendentieus, Adj., tendenziös; nschw. tendentiös, Adj., tendenziös; nnorw. tendensiøs, Adj., tendenziös; lit. tendencingas, Adj., tendenziös; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für parteiisch oder von einer Weltanschauung beeinflusst; BM.: ziehen; F.: tendenziös, tendenziöse, tendenziöses, tendenziösem, tendenziösen, tendenziöser(, tendenziösere, tendenziöseres, tendenziöserem, tendenziöseren, tendenziöserer, tendenziösest, tendenziöseste, tendenziösestes, tendenziösestem, tendenziösesten, tendenziösester)+FW(+EW?); Z.: tend-enz-i-ös
Tender, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tender, die Lokomotive einer Eisenbahn begleitender Kohlewagen; ne. tender (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. tender; E.: s. ne. tender, N., Tender, Begleitboot; gekürzt von ne. attender, M., Begleiter; vgl. ne. attend, V., beachten, aufwarten, begleiten; frz. attendre, V., aufwarten; lat. attendere, V., hinspannen, hinstrecken, hinwenden, richten; lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tender, DW 21, 253, EWD s. u. Tender, Duden s. u. Tender; Son.: vgl. nndl. tender, Sb., Tender; frz. tender, M., Tender; nschw. tender, Sb., Tender; nnorw. tender, M., Tender; poln. tender, M., Tender; kymr. tendar, M. Tender; lit. tenderis, M., Tender; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen gekürzt aus (at)tender aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den früher die Lokomotive einer mit Dampf betriebenen und deswegen einen mitgeführten Vorrat an Brennstoff benötigenden Eisenbahn begleitenden Kohlewagen; BM.: bei, ziehen; F.: Tender, Tenders, Tendern+FW; Z.: Ten-d-er
tendieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tendieren, sich neigen; ne. tend (V.), drift (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tendenz, tendenziös; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); E.: lat. tendere, V., spannen, ausspannen; s. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. tendieren, Tendenz, fehlt DW, EWD s. u. tendieren, Duden s. u. tendieren; Son.: vgl. nndl. tenderen, V., tendieren; frz. tendre, V., tendieren; nschw. tendera, V., tendieren; nnorw. tendere, V., tendieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sich in einer bestimmten Richtung neigen; BM.: ziehen; F.: tendieren, tendiere, tendierst, tendiert, tendierest, tendieret, tendierte, tendiertest, tendierten, tendiertet, ##tendiert, tendierte, tendiertes, tendiertem, tendierten, tendierter##, tendierend, ###tendierend, tendierende, tendierendes, tendierendem, tendierenden, tendierender###, tendier (!)+FW+EW?; Z.: tend-ier-en
tengeln, nhd., sw. V.: nhd. tengeln; Vw.: s. dengeln
Tenne, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tenne, Platz (M.) (1), Estrichboden; ne. threshing-floor, barn floor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: s. mhd. tenne, st. N., sw. M., st. M., st. F., sw. F., Tenne, Fußboden; mnd. tinne (2), F., Diele auf der gedroschen wird, Tenne; mnd. denne (3), dēne, danne, F., Vertiefung, schalenförmige Vertiefung, kleines Tal; mnd. tinne (2), F., Diele auf der gedroschen wird, Tenne; mnl. denne, F., Tenne; ahd. tenna (1), st. F. (jō), Tenne; ahd. tenni, st. N. (ja), Tenne; as. dėnni, st. N. (ja), Tenne; anfrk. -; germ. *danjō, st. F. (ō), Tenne; s. idg. *dʰen- (2), Sb., Fläche der Hand, Fläche, Brett, Pokorny 249 (377/25) (RB. idg. aus ind., gr., ital., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Tenne, Kluge s. u. Tenne, DW 21, 253, EWD s. u. Tenne, Duden s. u. Tenne, Bluhme s. u. Tenne; Son.: vgl. afries. dann, M.?, N.?, Hundelager; ae. *dėn, st. F. (ō); an. -; got. -; ? ai. dhánvan-, N., Wüste, Steppe; gr. θέναρ (thénar), N., Handfläche, Fläche; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit ihrer Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten festgestampften oder gepflasterten vor allem zu dem Dreschen von Getreide verwendeten Platz; BM.: Brett; F.: Tenne, Tennen+EW; Z.: Ten-n-e
Tenness, nhd., N., (21. Jh.): nhd. Tenness, ein chemisches Element; ne. tennessine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2016; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Tennessee; von Cherokee Ta-Na-Si; Son.: vgl. nndl. tennessine, Sb., Tenness; frz. tennesse, M., Tenness; nschw. tenness, N., Tenness; nnorw. tenness, N., Tenness; kymr. tennessin, M., Tenness; nir. teinisín, M., Tenness; poln. tenes, M., Tenness; lit. tenesinas, M., Tenness; GB.: seit 2016 belegte Bezeichnung für ein in dem Kernforschungszentrum Dubna 2010 entdecktes zu den Halogenen und Transactinoiden gehörendes natürlich nicht nachgewiesenes von Menschen aus Berkelium künstlich erzeugtes sehr seltenes superschweres kurzlebiges radioaktives chemisches sowie nach dem Ortsnamen des nach der Indianersiedlung Tanasi an dem Little Tennessee River benannten Bundesstaats Tennessee in den Vereinigten Staaten von Amerika – in dem das das Vorprodukt Berkelium erzeugende Oak Ridge National Laboratory Dubna liegt - benanntes Element (chemisches Element Nr. 117, abgekürzt Ts) das nur wissenschaftlich verwendet wird; BM.: ON; F.: Tenness+FW; Z.: Te-n-n-e-s-s
Tennis, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tennis, ein Ballspiel; ne. tennis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. tennis; E.: s. (lawn) tennis, N., Tennis; von frz. tenez, V. (Imperat.), halten Sie ihn zurück; lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tennis, fehlt DW, EWD s. u. Tennis, Duden s. u. Tennis; Son.: vgl. nndl. tennis, Sb., Tennis; frz. tennis, M., Tennis; nschw. tennis, Sb., Tennis; nnorw. tennis, M., Tennis; poln. tenis, M., Tennis; kymr. tennis, M., Tennis; lit. tenisas, M., Tennis; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Französischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht in Nordfrankreich in dem 13. Jh. entwickeltes und seitdem mit einem Schläger und einem kleinen Ball weltweit meist zwischen zwei Spielern oder Spielerinnen auf Rasen (M.) oder Hartplatz oder Sandplatz oder in einer Halle gespieltes Ballspiel mit weltweit mehr als 100 Millionen Spielern; BM.: halten; F.: Tennis+FW; Z.: Ten-n-is
Tenor (1), nhd., M., (14. Jh.): nhd. Tenor (M.) (1), höhere männliche Stimmlage, höhere Männerstimme; ne. tenor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. tenōr, tenūr, st. M., Tenorstimme; mnd. tenōr, tenoer, M., Sinnzusammenhang, Inhalt, Tenor; it. tenore, M., Tenor; lat. tenor, M., unterbrochener Lauf, Zusammenhang, Stimmhöhe, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tenor, DW 21, 255 (Tenór), EWD s. u. Tenor 1, Duden s. u. Tenor; Son.: vgl. nndl. tenor, Sb., Tenor (M.) (1); frz. ténor, M., Tenor (M.) (1); nschw. tenor, Sb., Tenor (M.) (1); nnorw. tenor, M., Tenor (M.) (1); poln. tenor, M., Tenor (M.) (1); kymr. tenor, M., Tenor (M.) (1); nir. teanór, M., Tenor (M.) (1); lit. tenoras, M., Tenor (M.) (1); GB.: seit um 1340 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen entwickelte dominierende und die Melodie tragende höhere Männerstimme (männliche Stimmlage); BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Tenor, Tenors, Tenöre, Tenören+FW; Z.: Ten-or
Tenor (2), nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tenor (M.) (2), Zusammenhang, Grundhaltung, grundlegender Gehalt; ne. tenor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. tenor; E.: s. lat. tenor, M., unterbrochener Lauf, Zusammenhang, Stimmhöhe, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tenor, DW 21, 255 (Ténor), EWD s. u. Tenor 2, Duden s. u. Tenor; Son.: vgl. nndl. teneur, Sb., Tenor (M.) (2); frz. teneur, M., Tenor (M.) (2); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den grundlegenden Gehalt einer Gegebenheit; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Tenor, Tenors+FW; Z.: Ten-or
Tensid, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tensid, eine in Waschmitteln oder Spülmitteln enthaltene Substanz; ne. tenside, surfactant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. tēnsus, (Part. Prät.=)Adj., gespannt; vgl. lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tensid; Son.: vgl. nndl. tenside, Sb., Tensid; nschw. tensid, Sb., Tensid; nnorw. tensid, N., Tensid; poln. tensid, M., Tensid; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen herabsetzende sowie die Bildung von Dispersionen oder feinen Mischungen ermöglichende oder unterstützende Substanz wie beispielsweise Seife oder Waschmittel oder Spülmittel oder Shampoo; BM.: spannen, wahrnehmen; F.: Tensid, Tensids, Tensides, Tenside, Tensiden+FW; Z.: Ten-s-id
Tension, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tension, Spannung, Anspannung; ne. tension; Vw.: s. Ex-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tēnsio; E.: s. lat. tēnsio, F., Spannung, Ausdehnung, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. tendere, V., spannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tension; Son.: vgl. frz. tension, F., Spannung; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Spannung oder Anspannung einer Gegebenheit; BM.: dehnen; F.: Tension, Tensionen+FW; Z.: Ten-s-io-n
...tensität, nhd., F.., (18. Jh.?): nhd. ...tensität; ne. ...tensity; Vw.: s. In-; Hw.: s. ...tensiv; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...tensiteit, Suff., ...tensität; frz. ...tensité, Suff., ...tensität; nschw. ...tensitet, Suff., ...tensität; nnorw. ...tensitet, Suff., ...tensität; poln. ...tenywność, Suff., ...tensität; lit. ...tensyvumas, Suff., ...tensität; GB.: vielleicht seit 1730 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit Spannung oder Wirksamkeit oder Stärke von Handlungen und Abläufen zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tensität, ...tensitäten+FW(+EW?); Z.: -ten-s-it-ät
...tensiv, nhd., Adj.., (18. Jh.=): nhd. ...tensiv; ne. ...tensive; Vw.: s. ex-, in-; Hw.: s. ...tensität; Q.: 18. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); Son.: vgl. nndl. ...tensief, Suff., ...tensiv; frz. ...tensiv, Suff., ...tensiv; nschw. ...tensiv, Suff., ...tensiv; nnorw. ...tensiv, Suff., ...tensiv; poln. ...tensywny, Suff., ...tensiv; lit. ...tensyvus, Suff., ...tensiv; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit Spannung zusammenhängenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tensiv, ...tensive, ...tensives, ...tensivem, ...tensiven, ...tensiver(, ...tensivere, ...tensiveres, ...tensiverem, ...tensiveren, ...tensiverer, ...tensivst, ...tensivste, ...tensivstes, ...tensivstem, ...tensivsten, ...tensivster)+FW(+EW?); Z.: -ten-s-iv
Tentakel, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tentakel, Fangarm; ne. tentacle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. temptāculum; E.: s. lat. temptāculum, N., Tentakel, Fangarm, (nach 220 n. Chr.); vgl. lat. temptāre, V., betasten, befühlen, berühren, angreifen, prüfen; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Tentakel, fehlt DW, Duden s. u. Tentakel; Son.: vgl. nndl. tentakel, Sb., Tentakel; frz. tentacule, M., Tentakel; nschw. tentakel, Sb., Tentakel; nnorw. tentakel, M., Tentakel; kymr. tentacle, N., Tentakel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit mehr als 500 Millionen Jahren natürlich entwickelten Fangarm verschiedener Lebewesen wie Kraken oder Quallen; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Tentakel, Tentakels, Tentakeln+FW; Z.: Ten-t-ak-el
tentativ, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. tentativ, versuchsweise; ne. tentative; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. tentative; E.: s. ne. tentative, Adj., tentativ, versuchsweise; lat. temptātīvus, Adj., versuchsweise, versuchend, zögernd, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); vgl. lat. temptāre, V., betasten, befühlen, berühren, angreifen, prüfen; idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. tentativ, fehlt DW, Duden s. u. tentativ; Son.: vgl. nndl. tentatief, Adj., tentativ; frz. tentative, Adj., tentativ; nschw. tentativ, Adj., tentativ; nnorw. tentativ, Adj., tentativ; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung der Welt mögliches versuchsweise; BM.: ziehen; F.: tentativ, tentative, tentatives, tentativem, tentativen, tentativer+FW(+EW); Z.: tent-at-iv
...tention, nhd., F.., (16. Jh.?): nhd. ...tention; ne. ...tention; Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tēntio, F., Dehnung, Spannung, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. tendere, V., spannen, ausspannen, ausdehnen, ausstrecken, errichten; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...tentie, Suff., ...tention; frz. ...tention, Suff., ...tention; nschw. ...tention, Suff., ...tention; nnorw. ...tensjon, Suff., ...tention; poln. ...tencja, Suff., ...tention; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von mit Spannung zusammenhängenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tention, ...tentionen+FW; Z.: -ten-t-io-n
Tenuis, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tenuis, stimmloser unbehauchter Verschlusslaut (wie k und p und t); Hw.: s. Media; E.: s. lat. tenuis, Adj., dünn; L.: fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für einen stimmlosen unbehauchten Verschlusslaut
Teppich, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Teppich, Zierdecke zu einem Behängen von Wänden, Zierdecke zu einem Bedecken des Fußbodens eines Raumes; ne. carpet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. teppich, st. M., st. N., Teppich; mnd. teppēt, teppet, tept, teppede, M., Teppich, Decke zum Überbreiten, Tapete als Wandbekleidung; mnl. tapijt, M., Teppich; ahd. teppih*, st. M. (a)?, st. N. (a), Teppich, Decke; as. teppid, st. M. (a?), st. N. (a), Teppich; anfrk. -; germ. *tepid-, Sb., Teppich; s. lat. tapēte, N., Teppich; vgl. gr. τάπης (tápēs), F., Teppich; Lehnwort aus dem Iranischen; vgl. idg. *temp-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1064 (1850/27) (RB. idg. aus iran., arm., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Teppich, Kluge s. u. Teppich, DW 21, 256, EWD s. u. Teppich, Duden s. u. Teppich, Bluhme s. u. Teppich; Son.: vgl. nndl. tapijt, Sb., Teppich; frz. tapis, M., Teppich; ndän. täppe, Sb., Teppich; nschw. teppe, N., Teppich; GB.: (teppih*) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl nach der Sesshaftwerdung des Menschen entwickelten und verwendeten gewebten oder gewirkten Wandbehang oder Fußbodenbelag oder eine Zierdecke; BM.: spannen; F.: Teppich, Teppichs, Teppiche, Teppichen+FW; Z.: Tep-p-ich
Tequila, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tequila, ein mexikanischer Branntwein; ne. tequila; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: span. Lw.; E.: benannt nach der mexikanischen Stadt Tequila; L.: Duden s. u. Tequila; Son.: vgl. nndl. tequila, Sb., Tequila; frz. tequila, F., Tequila; nschw. tequila, Sb., Tequila; nnorw. tequila, M., Tequila; poln. tequila, F., Tequila; kymr. tecila, M., Tequila; lit. tekila, F., Tequila; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie nach einem Ortsnamen gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dem 16. Jh. von Spaniern in Mexiko entwickelten und seitdem verwendeten aus dem vergorenen Saft der Blauen Agave durch Destillation gewonnenen 1873 erstmals dokumentarisch erwähnten mexikanischen Branntwein; BM.: ON (nach dem Herkunftsort des Branntweins); F.: Tequila, Tequilas+FW; Z.: Tequila
Terbium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Terbium, ein Metall; ne. terbium; Vw.: -; Hw.: s. Erbium, Ytterbium, Yttrium; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem ON Ytterby in Schweden der eine wichtige Rolle bei der Geschichte der Entdeckung der Seltenen Erden spielt; für die Herkunft des Hinterglieds von Ytterby s. an. bygð, st. F. (ō), Wohnsitz, Besiedlung; vgl. an. byggja, sw. V. (1), wohnen, besiedeln, bauen; germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Terbium; Son.: vgl. nndl. terbium, Sb., Terbium; frz. terbium, M., Terbium; nschw. terbium, N., Terbium; nnorw. terbium, N., Terbium; kymr. terbiwm, M., Terbium; nir. teirbiam, M., Terbium; poln. terb, M., Terbium; lit. terbis, M., Terbium; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches silberig glänzendes weiches und mit dem Messer gut schneidbares sowie in der Natur kaum und nur in Verbindungen vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika und China und Russland und Australien sowie Indien abgebautes und in Glas oder Farbfernsehgeräten oder Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen verwendetes zu den Seltenen Erden zählendes 1843 entdecktes und nach dem ON Ytterby bei Stockholm in Schweden als dem ersten Fundort benanntes radioaktives und zu Gefügestabilisierung in Hochtemperaturbrennstoffzellen verwendetes Metall (Lanthanoid) (chemisches Element Nr. 65, abgekürzt Tb); BM.: ON; F.: Terbium, Terbiums+FW; Z.: Ter-b-i-um
Termin, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Termin, festgesetzter Zeitpunkt, bestimmter Zeitraum, Frist, Grenze; ne. appointment, term; Vw.: -; Hw.: s. terminieren; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. termin, st. M., st. N., Frist, Grenze; mnd. termīn, tarmīn, termēn, tormīn, trammīn, M., Termin, festgesetzter Zeitpunkt, Gerichtstag, anberaumter Gerichtstermin; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Termin, DW 21, 259, EWD s. u. Termin, Duden s. u. Termin; Son.: vgl. nndl. termijn, Sb., Termin; frz. terme, M., Ende; nschw. termin, Sb., Termin; nnorw. termin, M., Termin; poln. termin, M., Termin; kymr. terfyn, M., Termin; nir. téarma, M., Termin; lit. terminas, M., Termin; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen festgesetzten oder bestimmten Zeitpunkt oder für eine Frist oder Grenze; BM.: überwinden; F.: Termin, Termins, Termine, Terminen+FW; Z.: Ter-m-in
Terminal, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Terminal, Abfertigungshalle, Sichtgerät einer Datenverarbeitungsanlage; ne. terminal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. terminal; E.: s. ne. terminal, N., Terminal; vgl. ne. terminal, Adj., das Ende bildend; lat. terminālis, zur Grenze gehörig, Grenz..., zu dem Ende gehörig, zu dem Schluss gehörig, (116-27 v. Chr.); lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Terminal, fehlt DW, Duden s. u. Terminal; Son.: vgl. lit. nndl. terminal, Sb., Terminal; frz. terminal, M., Terminal; nschw. terminal, Sb., Terminal; nnorw. terminal, M., Terminal; poln. terminal, M., Terminal; kymr. terfynol, M., Terminal; lit. terminalas, M., Terminal; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Anlage zu einem Entladen oder Beladen einschließlich einem Sichtgerät einer Datenverarbeitungsanlage; BM.: überwinden; F.: Terminal, Terminals+FW; Z.: Ter-m-in-al
Termination, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Termination, Begrenzung; ne. termination; Vw.: s. De-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. terminātio; E.: s. lat. terminātio, F., Begrenzung, Abgrenzung, Grenzbestimmung, Grenzziehung, (81-43 v. Chr.); lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: DW 21, 260, Duden s. u. Termination; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Begrenzung einer Gegebenheit; BM.: abgrenzen bzw. bestimmen; F.: Termination, Terminationen+FW(+EW); Z.: Ter-m-in-at-io-n
terminieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. terminieren, zeitlich festlegen, begrenzen; ne. terminate (V.), time (V.); Vw.: s. de-; Hw.: s. Termin; Q.: 14. Jh. (Deutsche Mystiker); E.: mhd. terminieren, V., erklären, begrenzen, bestimmen, in einen bestimmten Bezirk Almosen für die Bettelklöster einsammeln; mnd. terminēren, terminīren, sw. V., Termin festlegen, feststellen, eine Rechtsangelegenheit zu einem Ende bringen, eine Rechtsangelegenheit abschließen; lat. termināre, V., begrenzen, abgrenzen, abmarken, beschränken, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, Ende, Ziel; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Termin, DW 21, 260, EWD s. u. Termin, Duden s. u. terminieren; Son.: vgl. nnorw. terminere, V., terminieren, begrenzen; kymr. terfynau, V., terminieren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung eines Verständnisses der Zeit seitens des Menschen mögliches zeitlich (einen bestimmten Zeitpunkt für etwas) festlegen oder begrenzeni; BM.: bestimmen; F.: terminieren, terminiere, terminierst, terminiert, terminierest, terminieret, terminierte, terminiertest, terminierten, terminiertet, ##terminiert, terminierte, terminiertes, terminiertem, terminierten, terminierter##, terminierend, ###terminierend, terminierende, terminierendes, terminierendem, terminierenden, terminierender###, terminier (!)+FW(+EW); Z.: ter-m-in-ier-en
Terminologie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Terminologie, festgelegter Wortschatz, Gesamtheit der für ein Fachgebiet üblichen Fachausdrücke; ne. terminology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Terminologie, fehlt DW, Duden s. u. Terminologie; Son.: vgl. nndl. terminologie, Sb., Terminologie; frz. terminologie, F., Terminologie; nschw. terminologi, Sb., Terminologie; nnorw. terminologi, M., Terminologie; poln. terminologia, F., Terminologie; kymr. terminoleg, F., Terminologie; nir. téarmaíocht, F., Terminologie; lit. terminija, F., Terminologie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen festgelegten Wortschatz oder die Gesamtheit der für ein Fachgebiet üblichen Fachausdrücke beispielsweise der Rechtssprache; BM.: durchdringen; F.: Terminologie, Terminologien+FW; Z.: Ter-m-in-o-log-ie
$Terminus, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Terminus, Ausdruck; E.: s. lat. terminus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Termin; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausdruck; F.: Terminus, Termini+FW; Z.: Ter-m-in-us
Termite, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Termite, ein holzfressendes Insekt; ne. termit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. tarmes; E.: s. lat. tarmes, M., Holzwurm, Fleischmade, (8. Jh. n. Chr.); vgl. idg. *ter- (6), M., Bohrer, Insekt, Pokorny 1076 (1865/42) (RB. idg. aus gr., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Termite, fehlt DW, EWD s. u. Termite, Duden s. u. Termite; Son.: vgl. nndl. termiet, Sb., Termite; frz. termite, M., Termite; nschw. termit, Sb., Termite; nnorw. termitt, M., Termite; poln. termit, M., Termite; kymr. termit, M., Termite; nir. teirmít, F., Termite; lit. termitas, M., Termite; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches schabenähnliches und vor allem in den Subtropen in schätzungsweise knapp 3000 Arten in sehr großer Zahl lebendes holzfressendes Insekt; BM.: Bohrer; F.: Termite, Termiten+FW; Z.: Ter-m-it-e
$Terne, nhd. (ält.), F., (18. Jh.?): nhd. Terne, Dreitreffer in der Zahlenlotterie; E.: s. it. terno; L.: Kluge 1. A. s. u. Terne, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus it. terno sowie mittelbar lat. terni, Zahlwort, je drei, aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für drei ausgewählte oder richtige Gewinnzahlen in einem Glücksspiel; F.: Terne, Ternen+FW(+EW); Z.: Tern-e
Teroldego, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Teroldego, ein Rotwein, eine Rotweinsorte; ne. teroldego; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. it. teroldego; E.: s. it. teroldego, M., Teroldego; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem ON Teroldege; oder abgeleitet von der dt. Bezeichnung Tiroler Gold; Son.: vgl. frz. teroldego, M., Teroldego; nschw. teroldego, Sb., Teroldego; nnorw. teroldego, M., Teroldego; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung (ON?, Tiroler Gold?) für eine sachlich seit dem 14. Jahrhundert nachweisbare und vor allem in dem Trentino angebaute Rotweinsorte; BM.: ?; F.: Teroldego, Teroldegos+FW; Z.: Teroldeg-o
Terpentin, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Terpentin, Terpentinöl; ne. turpentine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. terebintina (resina); E.: s. mnd. terpentīn, tarpentēn, terbentīn, termentīn, M., N., Terpentin, Harz verschiedener Nadelhölzer, Destillat aus dem Harz verschiedener Nadelbäume, Terpentinöl; lat. terebintina (resina), F., Terpentinharz; vgl. lat. terebinthinus, Adj., vom Terpentinbaum stammend; gr. τερεβίνθινος (terebínthinos), Adj., vom Terpentinbaum stammend; vgl. gr. τερέβινθος (terébinthos), F., Terpentinbaum; wohl arm. Herkunft?; L.: Kluge s. u. Terpentin, DW 21, 261, EWD s. u. Terpentin, Duden s. u. Terpentin; Son.: s. mhd. therebint, sw. M., Terpentinbaum; vgl. nndl. terpentijn, Sb., Terpentin; frz. térebinthine, F., Terpentin; nschw. terpentin, Sb., Terpentin; nnorw. terpentin, M., N., Terpentin; poln. terpentyna, F., Terpentin; kymr. tyrpant, M., Terpentin; nir. tuirpintín, M., Terpentin; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Griechischen und vielleicht Armenischen kommende Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche Harz verschiedener Nadelbäume; BM.: ?; F.: Terpentin, Terpentins, Terpentine, Terpentinen+FW+EW?; Z.: Terpentin
Terrain, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Terrain, Gelände; ne. terrain; Vw.: s. Sou-; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. terrain; E.: s. frz. terrain, M., Terrain, Gelände; lat. terrēnum, N., Erdstoff, Erde, Acker, (65-8 v. Chr.); vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Terrain, fehlt DW, EWD s. u. Terrain, Duden s. u. Terrain; Son.: vgl. nndl. terrein, Sb., Terrain; nschw. terräng, Sb., Terrain; nnorw. tereng, N., Terrain; poln. teren, M., Terrain; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Gelände; BM.: Erde; F.: Terrain, Terrains+FW; Z.: Terr-ain
Terrarium, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Terrarium, ein Behälter zu einer Haltung von Kriechtieren; ne. terrarium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. terrārium; E.: s. lat. terrārium, N., Erddamm; vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Terrarium; Son.: vgl. nndl. terrarium, Sb., Terrarium; nschw. terrarium, N., Terrarium; nnorw. terrarium, N., Terrarium; poln. terrarium, M., Terrarium; kymr. terariwm, M., Terrarium; lit. terariumas, M., Terrarium; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und verwendeten Behälter zu einer Haltung und Zucht sowie Beobachtung von Kriechtieren wie beispielsweise Lurchen; BM.: Erde; F.: Terrarium, Terrariums, Terrarien+FW; Z.: Terr-ar-i-um
Terrasse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Terrasse, größerer Balkon; ne. terrace (N.); Vw.: -; Hw.: s. Traß; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. terrasse; E.: s. frz. terrasse, F., Terrasse; afrz. terrasse, F., Erdanhäufung, Terrasse; vor-rom. *terracea, F., Erdanhäufung; vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Terrasse, DW 21, 261, EWD s. u. Terrasse, Duden s. u. Terrasse; Son.: s. mhd. terraz, tarraz, terrāz, st. M., st. N., Wall, Bastei, Bollwerk, Barrikade, erhöhter freier Platz, Terrasse, Dachterrasse, Erker, Altan; mnd. tarras, terras, terrast, teratz, terratz, N., befestigter Wall, Bollwerk, Mörtel aus rheinischem Tuffstein; vgl. nndl. terras, Sb., Terrasse; nschw. terrass, Sb., Terrasse; nnorw. terrasse, M., Terrasse; poln. taras, M., Terrasse; lit. teras, M., F., Terrasse; lit. terasa F., Terrasse; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Vorromanischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung genutzte größere Fläche an einem Haus für den Aufenthalt in dem Freien; BM.: Erde; F.: Terrasse, Terrassen+FW; Z.: Terr-ass-e
Terrier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Terrier, ein Hund; ne. terrier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. terrier; E.: s. ne. terrier, N., Terrier; frz. (chien) terrier, M., Erdhund, Hund; lat. terrārius, Adj., auf freiem Boden aufgewachsen, im Freien aufgewachsen; vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Terrier, fehlt DW, EWD s. u. Terrier, Duden s. u. Terrier; Son.: vgl. nndl. terrier, Sb., Terrier; frz. terrier, M., Terrier; nschw. terrier, Sb., Terrier; nnorw. terrier, M., Terrier; poln. terrier, M., Terrier; lit. terjeras, M., Terrier; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen unter Zähmung des Wolfes in vielen Rassen gezüchteten kleinen bis mittelgroßen Hund; F.: Terrier, Terriers, Terriern+FW; Z.: Terr-ier
Terrine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Terrine, Schüssel, Pastete; ne. tureen, terinne; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. terrine; E.: s. frz. terrine, F., Terrine, Schüssel aus feuerfestem Steingut; frz. terrin, Adj., irden; früh-rom. terrine, Adj., irden; lat. terrēnus, Adj., aus Erde bestehend, erdig, irden, zur Erde gehörig, auf der Erde befindlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Terrine, DW 21, 261, EWD s. u. Terrine, Duden s. u. Terrine; Son.: vgl. nndl. terrine, Sb., Terrine; nschw. terrin, Sb., Terrine; nnorw. terrin, M., Terrin; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Schüssel (aus feuerfestem Steingut); BM.: Erde; F.: Terrine, Terrinen+FW; Z.: Terr-in-e
territorial, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. territorial, ein Gebiet betreffend, einen örtlichen Bereich betreffend; ne. territorial; Vw.: -; Hw.: s. Territorium; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. territōriālis; E.: s. lat. territōriālis, Adj., zum Gebiet gehörig; lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Territorium, fehlt DW, EWD s. u. Territorium, Duden s. u. territorial; Son.: vgl. nndl. territoriaal, Adj., territorial; frz. territorial, Adj., territorial; nschw. teritoriell, Adj., territorial; nnorw. territorial, Adj., territorial; poln. terytorialny, Adj., territorial; lit. teritorinis, Adj., territorial; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Gebiet betreffend; BM.: Erde; F.: territorial, territoriale, territoriales, territorialem, territorialen, territorialer+FW(+EW?); Z.: terr-it-or-i-al
Territorium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Territorium, Gebiet; ne. territory; Vw.: -; Hw.: s. territorial; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. territōrium; E.: s. lat. territōrium, N., Stadtgebiet, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Territorium, fehlt DW, EWD s. u. Territorium, Duden s. u. Territorium; Son.: vgl. nndl. territorium, Sb., Territorium; frz. territoire, M., Territorium; nschw. territorium, N., Territorium; nnorw. territorium, N., Territorium; poln. terytorium, M., Territorium; lit. teritorija, F., Territorium; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Gebiet; BM.: Erde; F.: Territorium, Territoriums, Territorien+FW; Z.: Terr-it-or-i-um
Terror, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Terror, Schrecken (M.); ne. terror; Vw.: -; Hw.: s. terrorisieren, Terrorist, Terrorismus; Q.: 1830-1840; I.: Lw. lat. terror; E.: s. lat. terror, M., Schrecken (M.), Schreck, einschüchternder Eindruck, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *tres-, *ters-, V., zittern, zappeln, Pokorny 1095 (1896/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. terrorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Terrorismus, Duden s. u. Terror; Son.: vgl. nndl. terreur, Sb., Terror; frz. terreur, F., Terror; nschw. terror, Sb., Terror; nnorw. terror, M., Terror; poln. terror, M., Terror; lit. teroras, M., Terror; GB.: seit 1830-1840 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vor allem seit dieser Zeit von Menschen durchgeführte und als solche eingestufte systematische Verbreitung von Schrecken (M.) oder Angst durch Gewalttaten; BM.: zittern; F.: Terror, Terrors+FW; Z.: Terr-or
terrorisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. terrorisieren, Terror verbreiten, in Angst und Schrecken versetzen, einschüchtern; ne. terrorize; Vw.: -; Hw.: s. Terror, Terrorist, Terrorismus; Q.: um 1800; I.: Lw. frz. terroriser; E.: s. frz. terroriser, V., terrorisieren; vgl. frz. terreur, M., Schrecken; lat. terror, M., Schrecken (M.), Schreck, einschüchternder Eindruck, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *tres-, *ters-, V., zittern, zappeln, Pokorny 1095 (1896/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. terrorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Terrorismus, Duden s. u. terrorisieren; Son.: vgl. nndl. terroriseren, V., terrorisieren; nschw. terrorisera, V., terrorisieren; nnorw. terrorisere, V., terrorisieren; poln. terroryzować, V., terrorisieren; lit. terorizuoti, V., terrorisieren; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vor allem seit dieser Zeit von Menschen durchgeführtes und als solche eingestuftes systematisches jemanden durch Gewaltaktionen in Angst und Schrecken versetzen oder einschüchtern; BM.: zittern; F.: terrorisieren, terrorisiere, terrorisierst, terrorisiert, terrorisierest, terrorisieret, terrorisierte, terrorisiertest, terrorisierten, terrorisiertet, ##terrorisiert, terrorisierte, terrorisiertes, terrorisiertem, terrorisierten, terrorisierter##, terrorisierend, ###terrorisierend, terrorisierende, terrorisierendes, terrorisierendem, terrorisierenden, terrorisierender###, terrorisier (!)+FW(+EW); Z.: terr-or-is-ier-en
Terrorismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Terrorismus, Ausübung von Terror, Schreckensherrschaft; ne. terrorism; Vw.: -; Hw.: s. Terror, terrorisieren, Terrorist; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. terrorisme; E.: s. frz. terrorisme, M., Terrorismus; vgl. lat. terreur, M., Schrecken; lat. terror, M., Schrecken (M.), Schreck, einschüchternder Eindruck, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *tres-, *ters-, V., zittern, zappeln, Pokorny 1095 (1896/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. terrorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Terrorismus, Duden s. u. Terrorismus; Son.: vgl. nndl. terrorisme, Sb., Terrorismus; nschw. terrorism, Sb., Terrorismus; nnorw. terrorisme, M., Terrorismus; poln. terroryzm, M., Terrorismus; lit. terorizmas, M., Terrorismus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelte auf Durchsetzung von Zielen durch Ausübung von Gewaltakten gerichtete Einstellung und Verhaltensweise (Schreckensherrschaft); BM.: zittern; F.: Terrorismus+FW; Z.: Terr-or-ism-us
Terrorist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Terrorist, Anhänger des Terrorismus; ne. terrorist; Vw.: -; Hw.: s. Terror, terrorisieren, Terrorismus; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. terroriste; E.: s. frz. terroriste, M., Terrorist; vgl. lat. terreur, M., Schrecken; lat. terror, M., Schrecken (M.), Schreck, einschüchternder Eindruck, (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *tres-, *ters-, V., zittern, zappeln, Pokorny 1095 (1896/73) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ital., kelt., balt.); L.: Kluge s. u. terrorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Terrorismus, Duden s. u. Terrorist; Son.: vgl. nndl. terrorist, Sb., Terrorist; frz. terroriste, M., Terrorist; nschw. terrorist, Sb., Terrorist; nnorw. terrorist, M., Terrorist; poln. terrorysta, M., Terrorist; lit. teroristas, M., Terrorist; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vor allem seit dieser Zeit möglichen zu Erreichung eines Zieles bewusst Gewaltakte verübenden Menschen; BM.: zittern; F.: Terrorist, Terroristen+FW+EW?; Z.: Terr-or-ist
$terroristisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. terroristisch, Terroristen betrefffend; E.: s. Terror, s. ist, s. isch; L.: Kluge s. u. terrorisieren, fehlt DW, EWD s. u. Terrorismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Terrorist und isch gebildete Bezeichnung für Terroristen betreffend; F.: terroristisch, terroristische, terroristisches, terroristischem, terroristischen, terroristischer(, terroristischere, terroristischeres, terroristischerem, terroristischeren, terroristischerer, terroristischst, terroristischste, terroristischstes, terroristischstem, terroristischsten, terroristischster+FW(+EW); Z.: terr-or-ist-isch
Tertiär, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tertiär, eine erdgeschichtliche Formation, ältere Periode der Erdneuzeit; ne. tertiary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. tertiārius; E.: lat. tertiārius (2), M., Drittel, Ersatzmann; vgl. lat. tertius, Num. Ord., dritte; idg. *tr̥tīi̯o-, *triti̯o-, Num. Ord., dritte, Pokorny 1090; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Tertiär; Son.: vgl. nndl. tertiair, Sb., Tertiär; frz. tertiaire, F., Tertiär; nschw. tertiär, Sb., Tertiär; nnorw. tertiær, Sb., Tertiär; poln. trzeciorzęd, M., Tertiär; lit. terciaras, M., Tertiär; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die nach den Erkenntnissen der Vorgeschichtswissenschaft vor rund 50 Millionen Jahren beginnende und bis vor rund 2 Millionen Jahren reichende ältere Periode der Erdneuzeit; BM.: drei; F.: Tertiär, Tertiärs+FW+EW?; Z.: Ter-t-i-är
Terz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Terz, dritte kanonische Hore, dritter Ton (M.) (2) der diatonischen Tonleiter; ne. tierce, terce; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. mhd. terz (2), st. F., dritte kanonische Hore, Gemeindeparzelle; vgl. lat. tertia, lat. tertius, Num. Ord., dritte; idg. *tr̥tīi̯o-, *triti̯o-, Num. Ord., dritte, Pokorny 1090; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 21, 261, EWD s. u. Terz, Duden s. u. Terz; Son.: vgl. frz. tierce, F., Terz; nschw. ters, Sb., Terz; nnorw. ters, M., Terz; kymr. ters, M., Terz; nir. teirt, F., Terz; poln. tercja, F., Terz; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den dritten Ton (M.) (2) einer von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten diatonischen Tonleiter( und als M. auch für Unruhe oder Ärger); BM.: drei; F.: Terz, Terzen+FW; Z.: Ter-z
$Terzett, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Terzett; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Terz, s. ett; L.: DW 21, 262 (Terzétt), EWD s. u. Terz; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen (terzetto) aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein von drei Menschen gebotenes Musikstück; F.: Terzett, Terzettes, Terzetts, Terzette, Terzetten+FW(+EW?); Z.: Ter-z-et-t
Tesching, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Tesching, ein Gewehr; ne. tesching; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: zunächst als Teschinen vielleicht zu dem ON Teschen an der Olsa in Schlesien gebildet (gezogene Büchsenröhre von Teschen); der ON zu einem PN *Ciecha, *Ciesza; L.: Kluge s. u. Tesching, fehlt DW, Duden s. u. Tesching; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus dem ON Tesch(en) und ing gebildete Bezeichnung für ein leichtes kleinkaliberiges Gewehr; BM.: ON (von dem angeblichen Herkunftsort); F.: Tesching, Teschings, Teschinge, Teschingen+EW(?); Z.: Tesch-ing
Test, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Test, Funktionsprobe, Eignungsprüfung; ne. test (N.); Vw.: -; Hw.: s. testen; Q.: Anfang 20. Jh.; I.: Lw. ne. test; E.: s. ne. test, N., Test; lat. tēsta, F., Geschirr, Flasche, Krug (M.) (1), Urne, Leuchter, Topf, Ziegelstein, Scherbe, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Test, DW 2, 1030?, EWD s. u. Test, Duden s. u. Test, Bluhme s. u. Test; Son.: s. mhd. test, M., Probiertiegel, Test; vgl. nndl. test, Sb., Test; frz. test, M., Test; nschw. test, N., Test; nnorw. test, M., Test; poln. test, M., Test; lit. testas, M., Test; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar unter Bedeutungsänderung dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach einer genau durchdachten Methode vorgenommenen Versuch oder eine Prüfung zu der Feststellung der Eignung oder der Eigenschaften oder der Leistung eines Menschen oder einer Sache; BM.: flechten; F.: Test, Tests+FW; Z.: Test
$Testat, nhd., (Part. Prät.=)N., (20. Jh.): nhd. Testat, Bestätigung, Bestätigungsvermerk; E.: s. lat. testare; L.: fehlt DW, EWD s. u. testieren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (testare) des Altertums gebildete Bezeichnung für einen Bestätigungsvermerk für eine Überprüfung von Kenntnissen oder einer Leistung; F.: Testat, Testates, Testats, Testate, Testaten+FW; Z.: Te-st-at
Testament, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Testament letztwillige Verfügung; ne. testament; Vw.: -; Hw.: s. Legat (N.), s. testieren; Q.: 1282 (Urkunde); E.: mhd. testament, st. N., Testament, Zeugnis; mnd. tēstāment, tēstāmente, tēstēment, tēstāmte, N., Testament; lat. tēstāmentum, N., Testament, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. tēstārī, V., bezeugen, Zeuge sein (V.), durch sein Zeugnis darlegen; lat. tēstis, M., Zeuge, wer als Dritter (und Zeuge) bei zwei Streitenden steht; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Testament, DW 21, 263, EWD s. u. Testament, Duden s. u. Testament; Son.: vgl. nndl. testament, Sb., Testament; frz. testament, M., Testament; nnorw. testamente, N., Testament; nnorw. testament, N., Testament; poln. testament, M., Testament; lit. testamentas, M., Testament; GB.: seit 1282 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Sprache und Recht sowie Schrift mögliche letztwillige schriftliche Erklärung in der ein Berechtigter die Verteilung seines Vermögens nach seinem Tode an Begünstigte festlegt; BM.: Zeuge; F.: Testament, Testaments, Testamentes, Testamente, Testamenten+FW(+EW); Z.: Te-sta-m-ent
$testamentarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. testamentarisch, Testament(ar) betreffend; E.: s. Testament, s. ar, s. isch; L.: Kluge s. u. Testament, EWD s. u. Testament; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Testament und ar sowie isch gebildete und mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen Testamentar oder ein Testament betreffend; F.: testamentarisch, testamentarische, testamentarisches, testamentarischem, testamentarischen, testamentarischer+FW+EW; Z.: te-sta-m-ent-ar-isch
testen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. testen, prüfen, überprüfen; ne. test (V.); Vw.: -; Hw.: s. Test; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. test (V.); E.: s. ne. test, V., testen; vgl. ne. test, N., Test, Prüfung; über afrz. von lat. tēsta, F., Geschirr, Flasche, Krug (M.) (1), Urne, Leuchter, Topf, Ziegelstein, Scherbe, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. testen, fehlt DW, EWD s. u. Test, Duden s. u. testen; Son.: vgl. nndl. teste, V., testen; frz. tester, V., testen; nschw. testa, V., testen; nnorw. teste, V., testen; poln. testować, V., testen; lit. testuoti, V., testen; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch einen Versuch etwas (auf seine Gebrauchsfähigkeit) prüfen oder überprüfen; BM.: flechten; F.: testen (!), teste (!), testest, testet, testete, testetest, testeten, testetet, getestet, ##getestet, getestete, getestetes, getestetem, getesteten, getesteter##, testend, ##testend, testende, testendes, testendem, testenden, testender##, test (!)+FW+EW; Z.: test-en
testieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. testieren, (eine Urkunde) bestätigen, bezeugen, ein Testament errichten; ne. attest (V.), testify; Vw.: at-, pro-; Hw.: s. Testament; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. tēstārī; E.: s. mnd. tēstēren, tēstīren, sw. V., ein Testament errichten, testieren; lat. tēstārī, V., bezeugen, Zeuge sein (V.), durch sein Zeugnis darlegen, bekunden, versichern, beweisen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. tēstis, M., Zeuge, wer als Dritter (und Zeuge) bei zwei Streitenden steht; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); idg. *stā-, *stə-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. testieren, DW 21, 263, EWD s. u. testieren, Duden s. u. testieren; Son.: vgl. frz. tester, V., testieren; nschw. attestera, V., testieren; nnorw. attestere, V., testieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung der Schrift mögliches eine Urkunde bestätigen oder ein Testament errichten; BM.: Zeuge bzw. drei, stehen; F.: testieren, testiere, testierst, testiert, testierest, testieret, testierte, testiertest, testierten, testiertet, ##testiert, testierte, testiertes, testiertem, testierten, testierter##, testierend, ###testierend, testierende, testierendes, testierendem, testierenden, testierender###, testier (!)+FW+EW; Z.: te-st-ier-en
Testikel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Testikel, Hode, Hoden, Samendrüse; ne. testicle; Vw.: -; Hw.: s. Testosteron; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tēsticulus; E.: s. lat. tēsticulus, M., (Hödlein,) Hode, Hoden, (3. Viertel 1. Jh. v. Chr.); vgl. lat. tēstis, M., Hode, Hoden; Etymologie ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 676; L.: Duden s. u. Testikel; Son.: vgl. nndl. testikel, Sb., Testikel; frz. testicule, M., Testikel; nschw. tesikel, Sb., Testikel; nnorw. testikkel, M., Testikel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Etymologie ungeklärte Bezeichnung für eine der beiden meist rundlichen Drüsen des (männlichen) Menschen in denen der männliche Same gebildet wird; BM.: Hode; F.: Testikel, Testikels, Testikeln+FW(+EW?); Z.: Test-i-k-el
Testosteron, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Testosteron, ein Hormon, Keimdrüsenhormon (des Menschen); ne. testosterone; Vw.: -; Hw.: s. Testikel; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu lat. tēstis, M., Hode, Hoden, (um 450 v. Chr.); Etymologie ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 676; L.: fehlt DW, Duden s. u. Testoteron; Son.: vgl. nndl. testosteron, Sb., Testosteron; frz. testostérone, F., Testosteron; nschw. testosteron, N., Testosteron; nnorw. testosteron, N., Testosteron; poln. testosteron, M., Testosteron; kymr. testosteron, M., Testosteron; nir. téististéarón, M.?, Testosteron; lit. testosteronas, M., Testosteron; GB.: seit 20. Jh. belegte und von testis abgeleitete sowie in der Etymologie ungeklärte Bezeichnung für das seit Entstehung des Menschen vorhandene männliche Keimdrüsenhormon (des Menschen); BM.: Hode; F.: Testosteron, Testosterons+FW; Z.: Test-oster-on
Tetanus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tetanus, Wundstarrkrampf; ne. tetanus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. tetanus; E.: s. lat. tetanus, F., Halsstarre, Tetanus, (23/24-79 n. Chr.); gr. τέτανος (tétanos), M., Spannung, Starrkrampf; vgl. gr. τείνειν (teínein), V., dehnen, spannen; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tetanus, EWD s. u. Tetanus, Duden s. u. Tetanus; Son.: vgl. nndl. tetanus, Sb., Tetanus; frz. tétanos, M., Tetanus; nschw. tetanus, Sb., Tetanus; nnorw. tetanus, M., Tetanus; kymr. tetanws, M., Tetanus; nir. teiteanas, M., Tetanus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine nach Infektion einer Wunde (möglicherweise) auftretende und sich durch Muskelkrämpfe und Fieber äußernde gefährliche Krankheit (Wundstarrkrampf); BM.: spannen; F.: Tetanus+FW; Z.: Te-tan-us
tetr..., nhd., Präf.: nhd. tetr...; Vw.: s. tetra...
tetra..., tetr..., nhd., Sb., Adj.., (18. Jh.?): nhd. tetra...; ne. tetra…; Vw.: s. -eder, -rch; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. gr. τετρα- (tetra); E.: s. gr. τετρα- (tetra), Präf., vier...; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. tetra-, Duden s. u. tetr-; Son.: vgl. nndl. tetra…, Präf., tetra…; frz. tétra…, Präf., tetra…; nschw. tetra…, Präf., tetra…; nnorw. tetra…, Präf., tetra…; poln. tetra…, Präf., tetra…; kymr. tetra…, Präf., tetra…; nir. teitri…, Präf., tetra…; lit. tetra…, Präf., tetra…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort verwendete Bezeichnung für vier wie beispielsweise einen Tetraeder; BM.: vier; F.: tetra…, tetr…+FW; Z.: tetr-a-
Tetraeder, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Tetraeder, Vierflächner; ne. tetrahedron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. τετράεδρος (tetráedros), Adj., vierflächig; vgl. gr. τετρα- (tetra), Präf., vier...; idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἕδρα (hédra), F., Sitz, Sessel, Fläche; vgl. idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Tetraeder; Son.: vgl. nndl. tetraëder, Sb., Tetraeder; frz. tétraèdre, M., Tetraeder; nschw. tetraeder, Sb., Tetraeder; nnorw. tetraeder, N., Tetraeder; kymr. tetrahedron, M., Tetraeder; nir. teitrihéadrán, M., Tetraeder; lit. tetraedras, M., Tetraeder; GB.: vielleicht seit der mittleren Neuzeit (18. Jh.?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von insgesamt vier gleichseitigen Dreiecken dreier Seitenflächen und einer dreieckigen gleichseitigen Grundfläche begrenzten pyramidischen Körper mit vier Flächen und vier Ecken sowie sechs Kanten; BM.: vier, sitzen; F.: Tetraeder, Tetraeders, Tetraedern+FW; Z.: Tetr-a-ed-er
Tetrarch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Tetrarch, Herrscher über ein Viertel eines Reiches, Vierfürst; ne. tetrarch (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. tetrarche, sw. M., Herrscher über den vierten Teil eines Landes; lat.-ahd. tetrarcha*, st. M., Tetrarch; lat. tetrarchēs, M., Tetrarch, Fürst der ein Viertel des Landes beherrscht; gr. τετράρχης (tetrárchēs), M., Vierfürst, Fürst; vgl. gr. τέσσαρες (téssares), Num. Kard., vier; vgl. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642; gr. ἄρχειν (árchein), V., Erster sein (V), herrschen; idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.)?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tetrarch; Son.: vgl. nndl. tetrarch, Sb., Tetrarch; nschw. tetrark, M., Tetrarch; nnorw. tetrark, M., Tetrark; poln. tetrarcha, M., Tetrarch; kymr. tetrarch, M., Tetrarch; nir. teatarc, M., Tetrarch; lit. tetrarchas, M., Tetrarch; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von vier gleichzeitig regierenden Herrschern (Vierfürst) vor allem in dem späten römischen Kaiserreich; BM.: vier, herrschen; F.: Tetrarch, Tetrarchen+FW(+EW?); Z.: Tetr-arch
Teuchel, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Teuchel, Wasserleitungsröhre; ne. water conduit; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1368; E.: mhd. tiuchel, st. M., st. F., Röhre, Wasserleitungsröhre; Herkunft ungeklärt?, vielleicht von lat. dūcere, V., ziehen, schleppen; vgl. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220; vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Teuchel, DW 2, 1036 (Deuchel), Duden s. u. Teuchel; GB.: seit 1368 belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht von lat. ducere abgeleitete Bezeichnung für eine sachlich schon den Hochkulturen des Altertums bekannte Wasserleitungsröhre; BM.: ziehen?; F.: Teuchel, Teuchels, Teucheln+EW; Z.: Teu-ch-el
teuer, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. teuer, wertvoll, kostbar; ne. dear (Adj.), costly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tiure, Adj., teuer, wertvoll, kostbar; mnd. dǖre (1), dǖr, dūre, dūr, Adj., teuer, kostbar, herrlich, ausgezeichnet, knapp; mnd. ture, Adj., kühn, dreist?, hervorragend, trefflich?; mnl. diere, dūre, Adj., teuer, kostbar; ahd. tiuri*, Adj., teuer, kostbar, wertvoll, lieb, angesehen, geschätzt, hochgeschätzt; as. diuri*, Adj., teuer, lieb, wertvoll, kostbar; anfrk. diuri*, Adj., kostbar; anfrk. *dūri?, Adj., teuer, kostbar; germ. *deurja-, *deurjaz, *deuzja-, *deuzjaz, Adj., wertvoll, kostbar, teuer; s. idg. *dēiro-, *dīro-, Sb., Zier, Schönheit, Kostbarkeit, Pokorny 186; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); oder zu, dauern?; L.: Kluge 1. A. s. u. teuer, Kluge s. u. teuer, DW 21, 367 (theuer), EWD s. u. teuer, Falk/Torp 199, Heidermanns 154, Duden s. u. teuer, Bluhme s. u. teuer; Son.: vgl. afries. diōre, diūre, Adj., teuer, kostbar, wertvoll; saterl. djor, Adj., teuer; ae. díere, déore, dȳre, Adj., teuer, kostbar, edel; an. dȳrr, Adj., teuer, kostbar; got. -; nndl. duur, Adj., teuer; nschw. dyr, Adj., teuer; nnorw. dyr, Adj., teuer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wertvoll oder kostbar; BM.: glänzen; F.: teuer, teuere, teueres, teuerem, teueren, teuerer (, teuerere, teuereres, teuererem, teuereren, teuererer, teuerst, teuerste, teuerstes, teuerstem, teuersten, teuerster)+EW; Z.: teu-er
$teuern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. teuern, teuer sein (V.), teuer machen; Vw.: s. be-, ver-; L.: Kluge s. u. teuer, DW 21, 371 (theuern); GB.: seit 8. Jh. belegte und aus teuer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für teuer sein (V.) oder teuer machen; F.: teuern (!), teuere (!), teuer (!), teuerst, teuert, teuerte, teuertest, teuerten, teuertet, geteuert, ##geteuert, geteuerte, geteuertes, geteuertem, geteuerten, geteuerter##, teuernd, ###teuernd, teuerndes, teuerndem, teuernden, teuernder###, teuer (!)+EW; Z.: teu-er-n
$Teuerung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Teuerung, Ansteigen von Preisen für Waren; E.: s. teuer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. teuer, EWD s. u. teuern; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus (teuer und) teuer(n) sowie ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung des von Menschen vielleicht nach der Sesshaftwerdung entwickelten Handels mögliches allgemeines Ansteigen von Preisen für Waren; F.: Teuerung, Teuerungen+EW; Z.: Teu-er-ung
Teufe, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Teufe, Tiefe; ne. depth; Vw.: -; Hw.: s. tief, Tiefe; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; E.: s. nhd. teuff, Sb., Teufe, Tiefe; Variante zu Tiefe (s. d.); L.: Kluge s. u. Teufe, DW 21, 265, EWD s. u. Teufe, Duden s. u. Teufe; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und mit tief verbindbare Bezeichnung für die senkrecht nach unten reichende Ausrichtung; BM.: tief; F.: Teufe, Teufen+EW; Z.: Teuf-e
Teufel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Teufel, Dämon, Feind Gottes; ne. devil (N.); Vw.: -; Hw.: s. diabolisch; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tiuvel, tievel, tīvel, tivel, tūvel, tūbel, diuvel, dievel, dīvel, tiufel*, tiefel*, tīfel*, tifel*, tūfel*, tūivel, st. M., Teufel; mnd. dǖvel (1), duvel, M., Teufel; mnl. dūvel, dievel, M., Teufel; ahd. tiufal*, tiuval*, st. M. (a), st. N. (iz/az), Teufel, Geist, Dämon; as. diuval*, diuvil*, diobol*, st. M. (a), Teufel; anfrk. diuval*, st. M. (a), Teufel; germ. *diabul-, M., Teufel; mlat. *diavulus, s. lat. diabolus, M., Teufel; gr. διάβολος (diábolos), M., Verleumder; vgl. gr. διαβάλλειν (diabállein), V., verleumden, entzweien; gr. διά (diá), Präp., durch, hindurch, während (Präp.); idg. *dis-, Num. Kard., Präf., zwei, auseinander, zer...; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); gr. βάλλειν (bállein), V., werfen; vgl. idg. *gᵘ̯el- (2), *gᵘ̯elə-, *gᵘ̯lē-, V., träufeln, quellen, werfen, Pokorny 471 (691/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt.?, germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Teufel, Kluge s. u. Teufel, DW 21, 265, EWD s. u. Teufel, Duden s. u. Teufel, Bluhme s. u. Teufel; Son.: vgl. afries. diōvel, st. M. (a), Teufel; nfries. dyvel, deal, M., Teufel; ae. díofol, déofol, st. M. (a), st. N. (a), Teufel; an. -; got. diabaúlus, diabulus, st. M. (u), Teufel; nndl. duivel, Sb., Teufel; frz. diable, M., Teufel; nschw. djävul, Sb., Teufel; nnorw. djevel, M., Teufel; poln. diabeł, M., Teufel; kymr. diafol, M., Teufel; nir. diabhal, M., Teufel; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Widersacher oder Feind (des) Gottes (des Judentums und des Christentums); BM.: Verleumder bzw. zwei, werfen; F.: Teufel, Teufels, Teufeln+FW(+EW?); Z.: Teu-fel
$Teufelei, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Teufelei, von einem Teufel entwickelte schändliche oder niederträchtige Handlung; E.: s. Teufel, s. ei (Suff.); L.: Kluge s. u. Teufel, DW 21, 277, EWD s. u. Teufel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Teufel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine nach der Vorstellung von Juden und Christen von (einem) Teufel entwickelte schändliche oder niederträchtige Handlung; F.: Teufelei, Teufeleien+FW(+EW); Z.: Teu-fel-ei
$teufeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. teufeln, Teufel sein (V.), als Teufel wirken; Vw.: s. ver-; E.: s. Teufel, s. n; L.: Kluge s. u. Teufel, DW 21, 279; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Teufel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Judentums und Christentums in der Vorstellung von Juden und Christen mögliches Teufel sein (V.) oder als Teufel wirken; F.: teufeln (!), teufel (!), teufle, teufele, teufelst, teufelt, teufelte, teufeltest, teufelten, teufeltet, geteufelt, ##geteufelt, geteufelte, geteufeltes, geteufeltem, geteufelten, geteufelter##, teufelnd, ###teufelnd, teufelnde, teufelndes, teufelndem, teufelnden, teufelnder###, teufel (!)+FW(+EW); Z.: teu-fel-n
$teuflisch, teufelisch, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. teuflisch; E.: s. Teuf(e)l, s. isch; L.: Kluge s. u. Teufel, DW 21, 294, EWD s. u. Teufel; GB.: seit 1233-1267 belegte und nach lat. diabolicus aus Teuf(e)l und isch gebildete Bezeichnung für (einen) Teufel betreffend, (einem) Teufel gemäß; F.: teuflisch, teuflische, teuflisches, teuflischem, teuflischen, teuflischer(, teuflischere, teuflischeres, teuflischerem, teuflischeren, teuflischerer, teuflischst, teuflischste, teuflischstes, teuflischstem, teuflischsten, teuflischster)+FW+EW; Z.: teu-fl-isch
Text, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Text, Wortlaut, Buchstelle; ne. text; Vw.: s. Kon-; Hw.: -; Q.: um 1331 (Daniel); E.: mhd. text, st. M., Text; mnd. text, M., gesprochene oder geschriebene Folge von Aussagen, Text, Schriftart; lat. textus, M., Gewebe, Geflecht, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Text, DW 21, 294, EWD s. u. Text, Duden s. u. Text; Son.: vgl. nndl. tekst, Sb., Text; frz. texte, M., Text; nschw. text, Sb., Text; nnorw. tekst, M., F., Text; poln. tekst, M., Text; kymr. testun, M., Text; nir. téacs, M., Text; lit. tekstas, M., Text; GB.: seit um 1331 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche in dem Wortlaut festgelegte und inhaltlich zusammenhängende Folge von Wörtern oder Aussagen; BM.: flechten; F.: Text, Textes, Texte, Texten+FW(+EW); Z.: Text
$texten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. texten, einen Text bilden; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. Text, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Text; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus Text und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches eine Wortfolge bilden oder einen Text bilden; F.: texten (!), texte (!), textest, textet, textete, textetest, texteten, textetet, getextet, ##getextet, getextete, getextetes, getextetem, getexteten, getexteter##, textend, ###textend, textende, textendes, textendem, textenden, textender###, text (!)+FW+EW; Z.: text-en
$Texter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Texter, Textender, einen Text verfassender Mensch; Q.: Mitte 20. Jh.; E.: s. text(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Text; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus text(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache des Menschen möglichen Textenden oder einen Text verfassenden Menschen; F.: Texter, Texters, Textern+FW; Z.: Text-er
textil, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. textil, gewebt, Gewebe betreffend; ne. textile (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Textilie; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. textilis; E.: s. lat. textilis, Adj., gewebt, gewirkt, geflochten, zusammengefügt, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. textil, fehlt DW, EWD s. u. textil, Duden s. u. textil; Son.: vgl. lit. textiel, Adj., textil; frz. textile, Adj., textil; nschw. textil, Adj., textil; nnorw. tekstil, Adj., textil; poln. tekstylny, Adj., textil; lit. tektilės, Adj., textil; lit. tekstilinis, Adj., textil; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches gewebt oder ein Gewebe betreffend; BM.: flechten; F.: textil, textile, textiles, textilem, textilen, textiler+FW(+EW); Z.: text-il
Textilie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Textilie, textiles Material, Gewebe; ne. textile (N.); Vw.: -; Hw.: s. textil; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. lat. textilia (textile); E.: s. lat. textilia, N. Pl., Textilien; lat. textile, N., Gewebe, Zeug, Tuch, Leinwand, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. textil, fehlt DW, EWD s. u. textil, Duden s. u. Textilie; Son.: vgl. nndl. textiel, Sb., Textilie; nschw. textil, Sb., Textilie; nnorw. tekstil, M., N., Textilie; poln. tekstylia, Sb. Pl., Textilie; kymr. tecstil, M., Textilie; lit. tektilė, F., Textilie; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (textile) aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Kleidungsstück aus gewebtem Material oder ein Gewebe allgemein; BM.: flechten; F.: Textilie, Textilien+FW; Z.: Text-il-ie
Thalamus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Thalamus, Hauptteil des Zwischenhirns; ne. thalamus; Vw.: s. Hypo-; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. thalamus; E.: s. lat. thalamus, M., Gemach, Wohnzimmer, Wohnung, Schlafzimmer, (70-19 v. Chr.); gr. θάλαμος (thálamos), M., Lager, Zimmer, Schlafzimmer; vgl. idg. *dʰel- (1), *dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Duden s. u. Thalamus; Son.: vgl. nndl. thalamus, Sb., Thalamus; frz. thalamus, M., Thalamus; nschw. thalamus, talamus, Sb., Thalamus; nnorw. talamus, M.?, Thalamus; kymr. thalamws, M., Thalamus; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene Bezeichnung für den Hauptteil des sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen vorhandenen Zwischenhirns des Menschen; BM.: Lager; F.: Tahalamus, Thalami+FW; Z.: Thal-am-us
Thallium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Thallium, ein Schwermetall; ne. thallium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θαλλός (thallós), M., Schössling, grüner Zweig; vgl. idg. *dʰā̆l-, V., blühen, grünen, Pokorny 234 (355/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.?); L.: Duden s. u. Thallium; Son.: vgl. nndl. thallium, Sb., Thallium; frz. thallium, M., Thallium; nschw. tallium, N., Thallium; nnorw. thallium, N., Thallium; kymr. thaliwm, M., Thallium; nir. tailliam, M., Thallium; poln. tal, M., Thallium; lit. talis, M., Thallium; GB.: seit nach 1861 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches 1861 entdecktes weiß bis grau glänzendes sehr weiches dem Blei sehr ähnliches sowie sehr giftiges und beispielsweise in Spinat oder Rucola oder Feldsalat oder Artischocke enthaltenes und vor allem in Brasilien und China und Nordmazedonien und Russland in Zinklagerstätten und Kohle auffindbares Schwermetall (chemisches Element Nr. 81, abgekürzt Tl) das für Spezialgläser und Optiken und Elektronik und Supraleiter verwendet wird und bis zu einem weitgehenden Verbot auch als Insektizid verwendet wurde; BM.: grün; F.: Thallium, Thalliums+FW; F.: Thal-l-i-um
Theater, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Theater, darstellende Künste, Schauspielkunst, Theatergebäude, Getue; ne. theatre; Vw.: s. Amphi-; Hw.: s. theatralisch; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. theātrum; E.: s. mnd. teāter, N., Theater, Schaubühne; lat. theātrum, N., Theater, (81-43 v. Chr.); gr. θέατρον (théatron), N., Theater, Schauspielhaus; vgl. gr. θεᾶσθαι (theāsthai), V., schauen, anschauen; gr. θέα (théa), F., Anschauen; vgl. idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. Theater, DW 21, 331, EWD s. u. Theater, Duden s. u. Theater; Son.: vgl. nndl. theater, Sb., Theater; frz. théâtre, M., Theater; nschw. teater, Sb., Theater; nnorw. teater, N., Theater; poln. teatr, M., Theater; kymr. theatr, F., Theater; lit. teatras, M., Theater; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu einer Aufführung von Bühnenwerken bestimmtes sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes größeres Bauwerk und ein dort aufgeführtes Verhalten und die Schauspielkunst (sowie allgemein ein veranstaltetes Getue); BM.: sehen; F.: Theater, Theaters, Theatern+FW; Z.: Thea-t-er
theatralisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. theatralisch, Theater betreffend, Schauspielkunst betreffend, übertrieben; ne. theatrical, histrionic; Vw.: -; Hw.: s. Theater; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. theātrālis; E.: s. lat. theātrālis, Adj., zum Theater gehörig, Theater betreffend, Theater..., theatralisch, Schauspiel betreffend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. theātrum, N., Theater; gr. θέατρον (théatron), N., Theater, Schauspielhaus; vgl. gr. θεᾶσθαι (theāsthai), V., schauen, anschauen; gr. θέα (théa), F., Anschauen; vgl. idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); L.: Kluge s. u. Theater, DW 21, 342, EWD s. u. Theater, Duden s. u. theatralisch; Son.: vgl. nndl. theatraal, Adj., theatralisch; frz. théâtral, Adj., theatralisch; nschw. teatralisk, Adj., theatralisch; nnorw. teatralsk, Adj., theatralisch; poln. teatralny, Adj., theatralisch; kymr. theatraidd, Adj., theatralisch; lit. teatrališkas, Adj., theatralisch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Theat(er) und al sowie isch gebildete Bezeichnung für Theater betreffend oder Schauspielkunst betreffend oder übertrieben; BM.: schauen; F.: theatralisch, theatralische, theatralisches, theatralischem, theatralischen, theatralischer(, theatralischere, theatralischeres, theatralischerem, theatralischeren, theatralischerer, theatralischst, theatralischste, theatralischstes, theatralischstem, theatralischsten, theatralischster)+FW+EW; Z.: thea-t-r-al-isch
Theismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Theismus, Glaube an einen persönlichen Gott als Schöpfer und Lenker der Welt; ne. theism; Vw.: s. Mono-, Poly-; Hw.: s. Theist; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Theismus, Duden s. u. Theismus; Son.: vgl. nndl. theïsme, Sb., Theismus; frz. théisme, M., Theismus; nschw. teism, Sb., Theismus; nnorw. teisme, M., Theismus; poln. teizm, M., Theismus; kymr. theistiaeth, F., Theismus; lit. teizmas, M., Theismus; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und in der Aufklärung aus dem Griechischen (und dem Französischen) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Lehre von einem persönlichen Gott als Schöpfer und Lenker der Welt; BM.: Heiliges bzw. stieben; F.: Theismus+FW; Z.: The-ism-us
Theist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Theist, Anhänger des Theismus; ne. theist; Vw.: s. A-; Hw.: s. Theismus; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. frz. théiste, M., Theist; nnorw. teist, M., Theist; kymr. theistiad, M., Theist; L.: fehlt DW, EWD s. u. Theismus, Duden s. u. Theist; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums (und dem Französischen) gebildete Bezeichnung für einen Anhänger der Lehre von einem persönlichen Gott als Schöpfer und Lenker der Welt; BM.: Heiliges bzw. stieben; F.: Theist, Theisten+FW(+EW); Z.: The-ist
$theistisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. theistisch; Vw.: s. a-, pan-; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Theismus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Theist und isch gebildete Bezeichnung für Theismus oder Theisten betreffend; F.: theistisch, theistische, theistisches, theistischem, theistischen, theistischer+FW(+EW); Z.: the-ist-isch
...thek, nhd., F.., (16. Jh.?): nhd. ...thek, ...theke, Stelle; ne. ...theque, ...thec, ...theca; Vw.: s. Biblio-, Disco-, Glypto-, Hypo-, Pinako-; Hw.: s. ...theke; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. thēca, gr. θήκη (thḗkē); E.: s. lat. thēca, F., Hülle, Decke, Scheibe (F.), Kästchen, Behälter, Kugel, (vor 66 n. Chr.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1094; Son.: vgl. nndl. ...theek, Suff., ...thek; frz. ...thèque, Suff., ...thek; nschw. ...tek, Suff., ...thek; nnorw. ...tek, Suff., ...thek; poln. ...teka, Suff., ...thek; lit. ...teka, Suff., ...thek; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von das Setzen oder eine Stelle betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: stellen; F.: ...thek, ...theken+FW; Z.: -the-k
Theke, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Theke, Schanktisch; ne. bar; Vw.: -; Hw.: s. Zieche; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. lat. thēca; E.: s. lat. thēca, F., Hülle, Decke, Scheibe (F.), Kästchen, Behälter, Kugel, (vor 66 n. Chr.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Theke, DW 21, 364, EWD s. u. Theke, Duden s. u. Theke; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit einer Art Tischplatte versehenen langen höheren kastenförmigen Einrichtungsgegenstand in Geschäften und Gaststätten an dem Kunden bedient werden (Schanktisch); BM.: setzen bzw. stellen bzw. legen; F.: Theke, Theken+FW; Z.: The-k-e
...theke, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. ...theke, ...thek, Verkaufsstelle; ne. ...thecary; Vw.: s. Apo-; Hw.: s. ...thek; Q.: 13. Jh.?; I.: Lw. lat. thēca, gr. θήκη (thḗkē); E.: s. lat. thēca, F., Hülle, Decke, Scheibe (F.), Kästchen, Behälter, Kugel, (vor 66 n. Chr.); gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: (DW 21, 364,) Kytzler/Redemund/Eberl 1094; Son.: vgl. nndl. ...theek, Suff., ...theke; nschw. ...tek, Suff., ...theke; nnorw. ...tek, Suff., ...theke; poln. ...teka, Suff., ...theke; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von das Setzen oder Stellen oder Legen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: stellen; F.: ...theke, ...theken+FW; Z.: -the-k-e
Thema, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Thema, Gegenstand, Inhalt, Betreff, Fragestellung; ne. theme; Vw.: -; Hw.: s. thematisch; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. thema, st. N., Thema; mnd. tēma, tēm, N., Thema, zu behandelnde Aufgabe, Gegenstand einer Aussage, behandelter Inhalt; lat. thema, N., Thema, Satz, (4 v.-65 n. Chr.); gr. θέμα (théma), N., Gegebenes, Aufgestelltes; vgl. gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Thema, DW 21, 364, EWD s. u. Thema, Duden s. u. Thema; Son.: vgl. nndl. thema, Sb., Thema; frz. thème, M., Thema; lit. tema, F., Thema; nschw. tema, N., Thema; nnorw. tema, N., Thema; poln. temat, M., Thema; kymr. thema, F., Thema; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Gegenstand oder Inhalt oder Betreff oder die Fragestellung eines Gesprächs oder einer wissenschaftlichen Untersuchung; BM.: setzen bzw. stellen; F.: Thema, Themas, Themen+FW; Z.: The-m-a
$Thematik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Thematik, Thema, Fragestellung; E.: s. Thema, s. t, s. ik; L.: fehlt DW, EWD s. u. Thema; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Thema und t sowie ik gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit der Aspekte eines Themas oder einer Fragestellung; F.: Thematik, Thematiken+FW; Z.: The-m-at-ik
thematisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. thematisch, zu einem Thema gehörend, ein Thema betreffend; ne. thematic; Vw.: -; Hw.: s. Thema; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. mlat. *themāticus; E.: mlat. *themāticus, Adv., Thema betreffend, thematisch; gr. θεματικός (thematikós), Adj., Gegebenes betreffend; gr. θέμα (théma), N., Gegebenes, Aufgestelltes; vgl. gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Thematik, fehlt DW, EWD s. u. Thema, Duden s. u. thematisch; Son.: vgl. nndl. thematisch, Adj., thematisch; frz. thématique, Adj., thematisch; nschw. tematisk, Adj., thematisch; nnorw. tematisk, Adj., thematisch; poln. tematyczny, Adj., thematisch; kymr. thematig, Adj., thematisch; lit. teminis, Adj., thematisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem erschließbaren Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu einem Thema gehörend oder ein Thema betreffend; BM.: setzen bzw. stellen; F.: thematisch, thematische, thematisches, thematischem, thematischen, thematischer+FW+EW; Z.: the-m-at-isch
theo..., nhd., Sb., Adj., (14. Jh.?): nhd. theo..., Gott...; ne. theo...; Vw.: s. -kratie, -loge, -logie, -logisch; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θεός (theós), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259?; oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268?; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261?; L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1094; Son.: vgl. nndl. theo..., Präf., theo...; frz. théo..., Präf., theo...; nschw. teo..., Präf., theo...; nnorw. teo..., Präf., theo...; poln. teo..., Präf., theo...; lit. teo..., Präf., theo...; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für Gott oder Götter betreffende Wörter verwendete Bezeichnung; BM.: Gott bzw. stieben; F.: theo...+FW; Z.: theo-
Theokratie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Theokratie, Religionsherrschaft; ne. theocracy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. κρατεῖν (kratein), V., herrschen, beherrschen, Gewalt haben, besiegen; gr. κράτος (krátos), κάρτος (kártos), κρέτος (krétos), M., Stärke, Kraft, Macht, Gewalt; idg. *kart-, Adj., hart, Pokorny 531; vgl. idg. *kar- (3), Adj., hart, Pokorny 531 (811/43) (RB. idg. aus ind., gr., ill.?, ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Theokratie; Son.: vgl. nndl. theocratie, Sb., Theokratie; frz. théocratie, F., Theokratie; nschw. teokrati, Sb., Theokratie; nnorw. teokrati, N., Theokratie; kymr. theocratiaeth, F., Theokratie; poln. teokracja, F., Theokratie; lit. teokratija, F., Theokratie; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen gebildete und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine die staatliche Macht und die kirchliche Macht vereinigende Staatsform oder eine Religionsherrschaft wie beispielsweise in dem Vatikan; BM.: Gott bzw. stieben, herrschen bzw. hart; F.: Theokratie, Theokratien+FW; Z.: Theo—kra-t-ie
Theologe, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Theologe, Fachmann für Glaubenslehre, sich mit religiösen Lehren befassender Gelehrter; ne. theologian; Vw.: -; Hw.: s. Theologe, Theologie; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. theologus; E.: s. mnd. teologe, M., Theologe, Religionsgelehrter; lat. theologus, M., Theologe, (81-43 v. Chr.); gr. θεολόγος (theológos), M., Gottesgelehrter, Theologe; vgl. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Theologie, fehlt DW, EWD s. u. Theologe, Duden s. u. Theologe; Son.: vgl. nndl. theoloog, Sb., Theologe; frz. théologien, M., Theologe; nschw. teolog, Sb., Theologe; nnorw. teolog, M., Theologe; poln. teolog, M., Theologe; lit. teologas, M., Theologe; GB.: seit Mitte 14. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich mit Glaubenslehre oder religiösen Lehren befassenden Fachmann; BM.: stieben, sammeln; F.: Theologe, Theologen+FW(+EW); Z.: Theo-log-e
Theologie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Theologie, Glaubenslehre; ne. theology; Vw.: -; Hw.: s. Theologe, theologisch; Q.: Anfang 15. Jh.; I.: Lw. lat. theologia; E.: s. mnd. teologīe, F., Theologie, Religionskunde; lat. theologia, F., Theologie, Götterlehre (116-27 v. Chr.); gr. θεολογία (theología), F., Götterlehre; vgl. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Theologie, DW 21, 365, EWD s. u. Theologie, Duden s. u. Theologie; Son.: vgl. nndl. theologie, Sb., Theologie; frz. théologie, F., Theologie; nschw. teologi, Sb., Theologie; nnorw. teologie, M., Theologie; poln. teologia, F., Theologie; lit. teologija, F., Theologie; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die (wissenschaftliche) Lehre von einer als wahr vorausgesetzten Religion zusammen mit ihrer Offenbarung und Überlieferung und Geschichte (Glaubenslehre); BM.: stieben, sammeln; F.: Theologie, Theologien+FW(+EW); Z.: Theo-log-ie
theologisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. theologisch, Theologie betreffend, zu Theologie gehörend; ne. theologic, theological; Vw.: -; Hw.: s. Theologe, Theologie; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. theologicus; E.: s. mnd. teologisch, Adj., theologisch, religionskundlich; lat. theologicus, Adj., zur Götterlehre gehörig, theologisch, (3. Jh. n. Chr.); gr. θεολογικός (theologkiós), Adj., zur Götterlehre gehörig, theologisch; vgl. gr. θεός (théos), M., Gott; entweder von idg. *dʰēs-, *dʰəs-, *dʰeh₁s-, Sb., Heiliges, Göttliches, Pokorny 259? (392/40) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital.); oder von idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268? (399/47) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Theologie, DW 21, 665, EWD s. u. Theologe, Duden s. u. theologisch; Son.: vgl. nndl. theologisch, Adj., theologisch; frz. théologique, Adj., theologisch; nschw. teologisk, Adj., theologisch; nnorw. teologisk, Adj., theologisch; poln. teologiczny, Adj., theologisch; lit. teologijos, Adj., theologisch; lit. teologinis, Adj., theologisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Gotteslehre oder Götterlehre betreffend oder Theologie betreffend; BM.: stieben, sammeln; F.: theologisch, theologische, theologisches, theologischem, theologischen, theologischer+FW+EW; Z.: theo-log-isch
Theorem, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Theorem, aus Grundannahmen einer wissenschaftlichen Ansicht gewonnener Satz; ne. theorem; Vw.: -; Hw.: s. Theorie, theoretisch; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. theōrēma; E.: s. lat. theōrēma, N., Lehrsatz, Theorem, Vision, Kontemplation, nachahmenswertes Beispiel, (um 165 n. Chr.); gr. θεώρημα (theṓrēma), N., Angeschautes, Schauspiel, Lehrsatz; vgl. gr. θεωρεῖν (theorein), V., Zuschauer sein (V.), beschauen, anschauen; gr. θεωρός (theōrós), M., Zuschauer, Zeuge; gr. θέα (théa), F., Anschauen; vgl. idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); und idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Theorie, fehlt DW, Duden s. u. Theorem; Son.: vgl. nndl. theorema, Sb., Theorem; frz. théorème, M., Theorem; nschw. teorem, N., Theorem; nnorw. teorem, N., Theorem; poln. teoremat, M., Theorem; kymr. theorem, F., Theorem; nir. teoririm, F., Theorem; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon in dem Altertum möglichen aus Grundannahmen einer wissenschaftlichen Ansicht gewonnenen Satz; BM.: sehen; F.: Theorem, Theorems, Theoreme, Theoremen+FW(+EW?); Z.: Theo-r-em
$Theoretiker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Theoretiker, theoretisch vorgehender Mensch, Verfasser einer Theorie; L.: Kluge s. u. Theorie, EWD s. u. Theorie, DW 21, 366, Duden s. u. Theoretiker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus (Theorie und) theoret(isch) und ik sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen theoretisch in Gegensatz zu praktisch vorgehenden Menschen oder für einen Verfasser einer Theorie; F.: Theoretiker, Theoretikers, Theoretikern+FW; Z.: Theo-r-et-ik-er
theoretisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. theoretisch, Theorie betreffend; ne. theoretical; Vw.: -; Hw.: s. Theorie, Theorem; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. theōrēticus; E.: s. lat. theōrēticus, Adj., beschaulich, spekulativ, theoretisch, kontemplativ, (um 340-397 n. Chr.); gr. θεωρητικός (theōrētikós), Adj., beschauend, betrachtend; vgl. gr. θεωρός (theōrós), M., Zuschauer, Zeuge; gr. θέα (théa), F., Anschauen; vgl. idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); und idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Theorie, DW 21, 366, EWD s. u. Theorie, Duden s. u. theoretisch; Son.: vgl. nndl. theoretisch, Adj., theoretisch; frz. théorique, Adj., theoretisch; nschw. teoretisk, Adj., theoretisch; nnorw. theoretisk, Adj., theoretisch; poln. teoretyczny, Adj., theoretisch; nir. teoiriciúil, Adj., theoretisch; lit. teorinis, Adj., theoretisch; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Theorie betreffend in Gegensatz zu Praxis; BM.: sehen; F.: theoretisch, theoretische, theoretisches, theoretischem, theoretischen, theoretischer(, theoretischere, theoretischeres, theoretischerem, theoretischeren, theoretischerer, theoretischst, theoretischste, theoretischstes, theoretischstem, theoretischsten, theoretischster)+FW; Z.: theo-r-et-isch
$theoretisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. theoretisieren, eine Theorie entwickeln, theoretische Überlegungen anstellen; Q.: Anfang 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Theorie; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus theoret(isch) und is sowie ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Theorie entwickeln oder theoretische Überlegungen anstellen; F.: theoretisieren, theoretisiere, theoretisierst, theoretisiert, theoretisierest, theoretisieret, theoretisierte, theoretisiertest, theoretisierten, theoretisiertet, ##theoretisiert, theoretisierte, theoretisiertes, theoretisiertem, theoretisierten, theoretisierter##, theoretisierend, ###theoretisierend, theoretisierende, theoretisierendes, theoretisierendem, theoretisierenden, theoretisierender###, theoretisier (!)+FW; Z.: theo-r-et-is-ier-en
Theorie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Theorie, abstrakte Betrachtungsweise, bloße Vermutung; ne. theory; Vw.: -; Hw.: s. Theorem, theoretisch; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. theōria; E.: s. lat. theōria, F., Theorie, Spekulation, Betrachtung, (um 383-419/420 n. Chr.); gr. θεωρία (theōría), F., Theorie, Anschauen, Betrachtung; vgl. gr. θεωρός (theōrós), M., Zuschauer, Zeuge; gr. θέα (théa), F., Anschauen; vgl. idg. *dʰāu-, V., staunen, sehen, Pokorny 243; idg. *dʰei̯ə-, *dʰi̯ā, *dʰī-, V., sehen, schauen, Pokorny 243 (365/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.); und idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Theorie, DW 21, 366, EWD s. u. Theorie, Duden s. u. Theorie; Son.: vgl. nndl. theorie, Sb., Theorie; frz. théorie, F., Theorie; nschw. teori, Sb., Theorie; nnorw. teori, M., Theorie; poln. teoria, F., Theorie; kymr. theori, F., Theorie; nir. teoiric, F., Theorie; lit. teorija, F., Theorie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Menschen spätestens seit Entwicklung von Sprache gedanklich mögliches allmählich entwickeltes und verwendetes System wissenschaftlich begründeter Aussagen zu einer Erklärung einzelner Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten oder Gesetzmäßigkeiten in Gegensatz zu Praxis; BM.: sehen; F.: Theorie, Theorien+FW; Z.: Theo-r-ie
Therapeut, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Therapeut, Arzt, Heilkundiger; ne. therapist; Vw.: -; Hw.: s. Therapie; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. gr. θεραπευτής (therapeutḗs); E.: s. gr. θεραπευτής (therapeutḗs), M., Diener, Wärter; vgl. gr. θεραπεύειν (therapeúein), V., bedienen, verehren, pflegen, heilen (V.) (1); gr. θεράπων (therápōn), M., Pfleger, Diener, Aufwärter, Wärter, Gefolgsmann, Waffengefährte; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 1, 663; L.: Kluge s. u. Therapie, fehlt DW, EWD s. u. Therapie, Duden s. u. Therapeut; Son.: vgl. nndl. therapeut, Sb., Therapeut; frz. thérapeute, M., Therapeut; nschw. terapeut, Sb., Therapeut; nnorw. terapeut, M., Therapeut; poln. terapeuta, M., Therapeut; kymr. therapydd, M., Therapeut; nir. teiripeach, M., Therapeut; lit. terapeutas, M., Therapeut; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Arzt oder Heilkundigen in Hinblick auf seine Aufgabe der Anwendung bestimmter Therapien gegen bestimmte Krankheiten; BM.: Pfleger; F.: Therapeut, Therapeuten+FW; Z.: Therap-eut
$therapeutisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. therapeutisch, einen Therapeuten betreffend(, Therapie betreffend); E.: s. Therapeut, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Therapie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Therapeut und isch gebildete Bezeichnung für einen Therapeuten betreffend (oder Therapie betreffend); F.: therapeutisch, therapeutische, therapeutisches, therapeutischem, therapeutischen, therapeutischer+FW+EW; Z.: therap-eut-isch
Therapie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Therapie, Heilbehandlung; ne. therapy; Vw.: s. Hippo-; Hw.: s. Therapeut; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. θεραπεία; E.: gr. θεραπεία (therapeía), F., Dienen, Bedienung, Dienst; vgl. gr. θεράπων (therápōn), M., Pfleger, Diener, Aufwärter, Wärter, Gefolgsmann, Waffengefährte; weitere Herkunft ungeklärt, Frisk 1, 663; L.: Kluge s. u. Therapie, fehlt DW, EWD s. u. Therapie, Duden s. u. Therapie; Son.: vgl. nndl. therapie, Sb., Therapie; frz. thérapie, F., Therapie; nschw. terapi, Sb., Therapie; nnorw. terapi, M., Therapie; poln. terapia, F., Therapie; kymr. therapi, M., Therapie; nir. teiripe, F., Therapie; lit. terapija, F., Therapie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit gr. θεράπων (therápōn), M., Pfleger, Diener, Aufwärter, Wärter verbindbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums in einer Krankheit nach Möglichkeit in Anspruch genommene Heilbehandlung; BM.: Pfleger; F.: Therapie, Therapien+FW; Z.: Therap-ie
Theriak, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Theriak, ein Allheilmittel des Mittelalters; ne. theriac; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; E.: mhd. tiriac, st. M., Theriak; mhd. trīak, st. M., Theriak; lat. thēriacum, N., Gegenmittel gegen den Biss giftiger Tiere, Heilmittel gegen Bisse, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. thēriacus, Adj., gegen das Gift von Tieren dienlich, gegen Bisse heilend; gr. θηριακός (thēriakós), Adj., Tiere betreffend; vgl. gr. θήρ (thḗr), M., wildes Tier, Raubtier; idg. *g̑ʰu̯ē̆r-, Sb., wildes Tier, Pokorny 493 (731/13) (RB. idg. aus gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Theriak, Kluge s. u. Theriak, DW 21, 367, Duden s. u. Theriak; Son.: vgl. nndl. theriak, Sb., Theriak; frz. thériaque, F., Theriak; nschw. teriak, Sb., Theriak; lit. teriakas, M., Theriak; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit Tier verbindbare Bezeichnung für ein besonders bei Vergiftungen angewandtes opiumhaltiges Allheilmittel des Mittelalters; BM.: wildes Tier; F.: Theriak, Theriaks+FW(+EW?); Z.: Ther-i-ak
therm..., nhd., Partikel: nhd. therm...; Vw.: s. thermo...
thermal, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. thermal, Wärme betreffend, durch Wärme bewirkt; ne. thermal (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Therme; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. frz. thermal; E.: s. frz. thermal, Adj., thermal; vgl. gr. θέρμη (thérmē), F., Erwärmung, Wärme, Hitze; gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Therme, fehlt DW, Duden s. u. thermal; Son.: vgl. nnorw. termal, Adj., thermal; poln. termalny, Adj., thermal; nir. teirmeach, Adj., thermal; lit. terminis, Adj., thermal; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wärme betreffend oder durch Wärme bewirkt; BM.: heiß; F.: thermal, thermale, thermales, thermalem, thermalen, thermaler+FW; Z.: ther-m-al
Therme, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Therme, warme Quelle, warmes Bad; ne. thermal (N.), thermal bath; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. thermae; E.: s. lat. thermae, F. Pl., Therme, warmes Bad, Warmbad; gr. θερμά (thermá), F., warmes Bad; vgl. gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Therme, DW 21, 367 (Thermen), Duden s. u. Therme; Son.: vgl. nndl. therme, Sb., Therme; frz. thermes, Sb. Pl., Thermen; nschw. termer, Sb. Pl., Thermen; nnorw. terme, M., Therme; poln. terma, F., Therme; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon von den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Badeanlage mit meist warmem Wasser; BM.: warm; F.: Therme, Thermen+FW(+EW?); Z.: Ther-m-e
Thermik, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Thermik, durch Erwärmung bewirkter Aufwind, aufwärtsgerichtete Warmluftbewegung; ne. thermal (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: von gr. θερμά (thermá), F., warmes Bad; vgl. gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Thermik; Son.: vgl. nndl. thermiek, Sb., Thermik; frz. ascendance thermique, F., Thermik; nschw. termik, Sb., Thermik; nnorw. termikk, M., Thermik; poln. termika, F., Thermik; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums abgeleitete Bezeichnung für den sachlich spätestens seit der Verfestigung der Erdoberfläche durch starke durch die Strahlung der Sonne mögliche Erwärmung des Bodens und der darüberliegenden Luftschichten bewirkter Aufwind oder aufwärtsgerichtete Warmluftbewewegung; BM.: warm; F.: Thermik+FW; Z.: Ther-m-ik
thermo..., therm..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. thermo..., therm…, warm; ne. thermo...; Vw.: s. -meter, -stat; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; E.: gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. thermo-, EWD s. u. thermo-, Duden s. u. thermo-; Son.: vgl. nndl. thermo…, Präf., thermo...; frz. thermo…, Präf., thermo...; nschw. termo…, Präf., thermo...; nnorw. termo…, Präf., thermo...; poln. termo…, Präf., thermo...; kymr. thermo…, Präf., thermo...; nir. teirmi…, Präf., thermo...; lit. termo..., Präf., termo...; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu der Bildung von Wärme betreffenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: heiß; F.: thermo…, therm…+FW; Z.: ther-m-o-
Thermometer, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Thermometer, Temperaturmesser, ein Gerät zu sem Messen von Wärme; ne. thermometer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Thermometer, EWD s. u. thermo-, DW 21, 367, Duden s. u. Thermometer; Son.: vgl. nndl. thermometer, Sb., Thermometer; frz. thermomètre, M., Thermometer; nschw. termometer, Sb., Thermometer; nnorw. termometer, N., Thermometer; poln. termometr, M., Thermometer; kymr. thermomedr, M., Thermometer; nir. teirmiméadar, M., Thermometer; lit. termometras, M., Thermometer; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte Bezeichnung für ein ab 1592/1596 von Galileo Galilei und danach anderen (1654 Ferdinando II. de Medici, Fahrenheit 1714, Celsius 1742) entwickeltes und verwendetes sowie lange Zeit Quecksilber nutzendes und in der Europäischen Union für den Privatgebrauch seit 2009 auf Gallium beschränktes Gerät zu dem Messen von Wärme; BM.: warm, messen; F.: Thermometer, Thermometers, Thermometern+FW; Z.: Ther-m-o-me-t-er
$Thermosflasche, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Thermosflasche, Thermoskanne, Warmhalteflasche; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. thermo-; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Thermos und Flasche (oder auch Thermos und Kanne, Thermoskanne) gebildete Bezeichnung für eine für das Warmhalten erwärmter Flüssigkeiten von Menschen seit 1874 (Sir James Dewar in Cambridge) entwickelte und verwendete Flasche (oder Kanne) (Warmhalteflasche); F.: Thermosflasche, Thermosflaschen+FW+EW; Z.: Ther-m-os—fla-sch-e
Thermostat, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Thermostat, Wärmeregler; ne. thermostat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θερμός (thermós), Adj., warm, hitzig; idg. *gᵘ̯ʰer-, *gᵘ̯ʰor-, Adj., heiß, warm, Pokorny 493 (732/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. στατός (statós), Adj., stillstehend; vgl. gr. ἱστάναι (histánai), V., stellen, aufstellen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Thermostat, fehlt DW, EWD s. u. thermo-, Duden s. u. Thermostat; Son.: vgl. nndl. thermostaat, Sb., Thermostat; frz. thermostat, M., Thermostat; nschw. termostat, Sb., Thermostat; nnorw. termostat, M., Thermostat; poln. termostat, M., Thermostat; kymr. thermostat, M., Thermostat; nir. teirmeastat, M., Thermostat; lit. termostatas, M., Thermostat; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon von Cornelis Drebbel (1572-1633 für alchemistische Öfen und Brutschränke) entwickelte Vorrichtung zu der Wärmeregulierung oder einen Wärmeregler; BM.: warm, stehen; F.: Thermostat, Thermostaten+FW; Z.: Ther-m-o-sta-t
Thesaurus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Thesaurus, Schatzhaus, systematische Wortsammlung; ne. thesaurus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lat. thēsaurus, M., Vorrat, Schatz; s. gr. θησαυρός (thēsaurós), M., Schatz; ohne bekannte Etymologie, wahrscheinlich technisches Lehnwort; L.: Kluge s. u. Thesaurus, Duden s. u. Thesaurus; Son.: vgl. nndl. thesaurus, Sb., Thesaurus; frz. thésaurer, M., Thesaurus; nschw. tesaurus, Sb., Thesaurus; nnorw. tesaurus, M., Thesaurus; poln. tezaurus, M., Thesaurus; kymr. thesawrws, M., Thesaurus; lit. tezauras, M., Thesaurus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der Etymologie bisher nicht geklärte sowie vielleicht als technisches Lehnwort zu verstehende Bezeichnung für ein Schatzhaus und auch eine systematische Wortsammlung; BM.: Schatz; F.: Thesaurus, Thesauren, Thesauri+FW; Z.: Thesaur-us
These, nhd., F., (16. Jh.): nhd. These, aufgestellter Lehrsatz; ne. thesis; Vw.: s. Hypo-, Paren-, Pro-, Syn-; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. thèse; E.: s. frz. thèse, F., These; lat. thesis, F., Satz, Annahme, These, Senken der Stimme, (4 v.-65 n. Chr.); gr. θέσις (thésis), F., Setzen, Legen Stellen, Satzung, Ordnung; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. These, DW 21, 367, EWD s. u. These, Duden s. u. These; Son.: vgl. nndl. thesis, Sb., These; nschw. tes, Sb., These; nnorw. tese, M., These; poln. teza, F., These; kymr. thesis, M., These; nir. teis, F., These; lit. tezė, F., These; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen behauptend aufgestellten Lehrsatz als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen; BM.: setzen bzw. legen; F.: These, Thesen+FW; Z.: The-s-e
Theta, nhd., N., (?): nhd. Theta, achtes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. theta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. thēta, gr. θῆτα (thēta); E.: s. lat. thēta, N., Theta, Zeichen für Null; gr. θῆτα (thēta), N., Theta; aus dem Semit., vgl. hebr. tēth; L.: Duden s. u. Theta; Son.: nndl. thèta, Sb., Theta; frz. theta, M., Theta; nschw. theta, N., Theta; nnorw. theta, M., Theta; kymr. theta, F., Theta; nir. téite, M.?, Theta; poln. theta, F., Theta; lit. Teta, Sb., Theta; GB.: aus dem Semitischen in das Griechische und Lateinische sowie seit dem Mittelalter in das Deutsche aufgenommene Bezeichnung für den achten Buchstaben des griechischen Alphabets; BM.: ?; F.: Theta, Thetas+FW; Z.: Thet-a
...thetisch, nhd., Adj.., (17. Jh.?): nhd. ...thetisch; ne. ...thetic, ...thetical; Vw.: s. hypo-, syn-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; idg. *dʰē- (2), V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. ...thetisch, Suff., ...thetisch; frz. ...thétique, Suff., ...thetisch; nschw. ...tetisk, Suff., ...thetisch; nnorw. ...tetisk, Suff., ...thetisch; poln. ...tetyczny, Suff., ...thetisch; nir. ...téiseach, Suff., ...thetisch; lit. ...tetinis, Suff., ...thetisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit stellen oder setzen zusammenhängenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: stellen; F.: ...thetisch, ...thetische, ...thetisches, ...thetischem, ...thetischen, ...thetischer(, ...thetischere, ...thetischeres, ...thetischerem, ...thetischeren, ...thetischerer, ...thetischst, ...thetischste, ...thetischstes, ...thetischstem, ...thetischsten, ...thetischster)+FW+EW; Z.: -the-t-isch
Thing, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Thing, Versammlung; ne. thing (N.); Vw.: -; Hw.: s. Ding; Q.: 18. Jh.; E.: s. ahd. ding, st. N. (a), Versammlung, Kirchengemeinde, Gemeinde, Gericht (N.) (1), Gerichtstag; as. thing, st. N. (a), Ding, Sache, Gericht (N.) (1), Versammlung; anfrk. thing*, st. N. (a), Sache, Ding, Anliegen; germ. *þenga-, *þengaz, *þinga-, *þingaz, *þenha-, *þenhaz, N., Zeit, Rat, Versammlung, Ding; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Thing, Duden s. u. Thing; Son.: vgl. nndl. ding, Sb., Thing; frz. thing, M., Thing; nschw. ting, N., Thing; nnorw. ting, M., Thing; poln. ting, M., Thing; GB.: seit 18. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich beispielsweise von Tacitus (um 98 n. Chr.) bezeugte Volksversammlung und Gerichtsversammlung der Germanen; BM.: ziehen; F.: Thing, Thinges, Things, Thinge, Thingen+EW; Z.: Thin-g
Thora, Tora, Torah, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Thora, Tora, Torah, Pentateuch, das mosaische Gesetz der Juden; ne. Torah; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. hebr. תּוֹרָה (tōrāh); E.: s. hebr. תּוֹרָה (tōrāh), Sb., Lehre; Gesetz, Weisung; L.: Duden s. u. Thora; Son.: vgl. nndl. thora, Sb., Thora; frz. thora, F., Thora; nschw. torah, Sb., Thora; nnorw. tora, M., Thora; poln. tora, Sb., Thora; kymr. tora, M., Thora; nir. torah, M., Thora; lit. tora, Sb., Thora; GB.: seit 20. Jh. aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für die fünf Bücher Moses des Alten Testaments der Juden; BM.: Weisung; F.: Thora, Tora, Torah+FW; Z.: Thora
Thorax, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Thorax, Brustkorb; ne. thorax; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. θώραξ (thōrax); E.: s. gr. θώραξ (thōrax), M., Brustharnisch, Brustpanzer; technisches Wort ohne sichere Etymologie, vielleicht von idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. Thorax, Duden s. u. Thorax; Son.: vgl. frz. thorax, M., Thorax; nnorw. toraks, M., Thorax; kymr. thoracs, M., Thorax; nir. tóracs, M., Thorax; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung ohne sichere Etymologie für den sachlich seit der Entwicklung höherer Wirbeltiere vorhandenen Brustkorb (vor allem des Menschen); BM.: halten bzw. stützen; F.: Thorax, Thoraxes, Thoraxe, Thoraxen+FW; Z.: Thor-ax
Thorium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Thorium, ein Schwermetall; ne. thorium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem PN Thor, an. Þórr, M.=PN, Thor; vgl. germ. *þunara-, *þunaraz, st. M. (a), Donner; s. idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Thorium; Son.: vgl. nndl. thorium, Sb., Thorium; frz. thorium, M., Thorium; nschw. torium, N., Thorium; nnorw. thorium, N., Thorium; kymr. thoriwm, M., Thorium; nir. tóiriam, M., Thorium; poln. tor, M., Thorium; lit. toris, M., Thorium; GB.: seit 1829 belegte Bezeichnung für ein schon vormenschliches und vor allem in Indien und Brasilien und Australien sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika in einem Umfang von vielleicht 6,4 Millionen Tonnen vorhandenes 1829 von dem Schweden Jöns Jakob Berzelius (1777-1848) entdecktes schwach radioaktives und in der Erdkruste relativ häufiges sowie in Kernkraftwerken als Primärenergieträger genutztes giftiges nicht besonders gefährliches weiches silberglänzendes und von dem Entdecker nach dem Donnergott Thor der Germanen mit dem Suffix ium benanntes Schwermetall in der Gruppe der Actinoide (chemisches Element Nr. 90, abgekürzt Th); BM.: PN, F.: Thorium, Thoriums+FW; Z.: Tho-r-i-um
Thriller, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Thriller, spannende Geschichte, spannender Film, Kriminalroman; ne. thriller; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1925; I.: Lw. ne. thriller; E.: s. ne. thriller, N., Thriller, Kriminalroman; vgl. ne. thrill, V., durchdringen, zittern machen; vgl. ae. þȳrel, st. N. (a), Loch, Öffnung; germ. *þurhila-, *þurhilam, st. N. (a), Loch, Öffnung; s. idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Thriller, fehlt DW, EWD s. u. Thriller, Duden s. u. Thriller; Son.: vgl. nndl. thriller, Sb., Thriller; frz. thriller, M., Thriller; nschw. thriller, Sb., Thriller; nnorw. thriller, M., Thriller; poln. thriller, M., Thriller; lit. trileris, M., Thriller; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altenglische für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine spannende Geschichte oder ein Loch oder eine Öffnung; F.: Thriller, Thrillers, Thrillern+FW; Z.: Thri-l-l-er
thrombo..., nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. thrombo..., thromb..., Blutgerinnung betreffend; ne. thrombo...; Vw.: s. -zyt; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?); Hw.: s. Thrombose, s. Thrombozyt; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θρόμβος (thrómbos), M., geronnene Masse, Klumpen (M.); idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. trombo..., Präf., thrombo...; frz. thrombo..., Präf., thrombo...; nschw. trombo..., Präf., thrombo...; nnorw. trombo..., Präf., thrombo...; kymr. thrombo..., Präf., thrombo...; nir. trombai..., Präf., thrombo...; poln. trombo..., Präf., thrombo...; lit. trombo..., Präf., thrombo...; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von die sachlich seit der schon vormenschlichen Entstehung von Blut bedeutsame Blutgerinnung betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: gerinnen; F.: thrombo...+FW; Z.: thromb-o-
Thrombose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Thrombose, Blutgerinnsel; ne. thrombosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1845; I.: Lw. gr. θρόμβωσις (thrómbōsis); E.: s. gr. θρόμβωσις (thrómbōsis), F., Thrombose, Blutgerinnsel; vgl. gr. θρομβοῦσθαι (thrombūsthai), gerinnen, Knoten bilden; gr. θρόμβος (thrómbos), M., geronnene Masse, Klumpen (M.); idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: Kluge s. u. Thrombose, fehlt DW, EWD s. u. Thrombose, Duden s. u. Thrombose; Son.: vgl. nndl. thrombose, Sb., Thrombose; frz. thrombose, F., Thrombose; nschw. trombos, Sb., Thrombose; nnorw. trombose, M., Thrombose; kymr. thrombosis, M., Thrombose; nir. trombóis, F., Thrombose; lit. trombozė, F., Thrombose; GB.: seit um 1845 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit Entwicklung von Blut möglichen völligen oder teilweisen Verschluss eines Blutgefäßes durch mindestens ein Blutgerinnsel; BM.: gerinnen; F.: Thrombose, Thrombosen+FW(+EW); Z.: Thromb-os-e
Thrombozyt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Thrombozyt, Blutplättchen; ne. thrombocyte; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. θρόμβος (thrómbos), M., geronnene Masse, Klumpen (M.); idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); gr. κύτος (kýtos), N., Höhlung, Wölbung, Gefäß; E.: s. idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Thrombozyt; Son.: vgl. frz. thrombocyte, M., Thrombozyt; nschw. trombocyt, Sb., Thrombozyt; nnorw. trombocytt, M., Thrombozyt; kymr. thrombosyt, M., Thrombozyt; nir. trombaicít, M., Thrombozyt; poln. trombocyt, M., Thrombozyt; lit. trombocitas, M., Thrombozyt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich möglichen kleinsten scheibenartigen flachen Zellen des Blutes mit einem Durchmesser von 1,3 bis 3,0 Mikrometern (Blutplättchen); GB.: gerinnen, bedecken; F.: Thrombozyt, Thrombozyten+FW(+EW?); Z.: Thromb-o—zy-t
Thron, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Thron, prunkvoller Sessel eines Monarchen; ne. throne (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. trōn, thrōn, M. Thron; mnd. trōn (1), M., Thron; afrz. throne, trone, M., Thron; lat. thronus, M., Thron, (um 75-um 150 n. Chr.); gr. θρόνος (thrónos), M., Sitz, Sessel, Thron; vgl. ai. dadhā́ra, V. (Perf.), hält, stützt, trägt; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Thron, Kluge s. u. Thron, DW 21, 427, EWD s. u. Thron, Duden s. u. Thron; Son.: vgl. nndl. troon, Sb., Thron; frz. trône, M., Thron; nschw. tron, Sb., Thron; nnorw. trone, M., F., Thron; poln. tron, M., Thron; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen meist reich verzierten und für feierliche Anlässe verwendeten prunkvollen Sessel eines Monarchen; BM.: halten bzw. stützen; F.: Thron, Thrones, Throns, Throne, Thronen+FW(+EW?); Z.: Thro-n
$thronen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. thronen, auf einem Thron sitzen; E.: s. Thron, s. en; L.: Kluge s. u. Thron, DW 21, 430, EWD s. u. Thron; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Thron und en (Suff.)) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Thronen in den Hochkulturen des Altertums mögliches auf einem Thron sitzen; F.: thronen (!), throne (!), thronst, thront, thronest, thronet, thronte, throntest, thronten, throntet, gethront, ##gethront, gethronte, gethrontes, gethrontem, gethronten, gethronter##, thronend, ###thronend, thronende, thronendes, thronendem, thronenden, thronender###, thron (!)+FW+EW; Z.: thro-n-en
Thulium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Thulium, ein Metall, eine Seltene Erde, ein Lanthanoid; ne. thulium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von der alten Bezeichnung für Skandinavien Thule, s. lat. Thūlē, F.=ON, Thule, (43/44 n. Chr.); gr. Θούλη (Thúlē), F.=ON, Thule; weitere Herkunft ungeklärt?, germanischer Herkunft?, vielleicht von idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Thulium; Son.: vgl. nndl. thulium, Sb., Thulium; frz. thulium, M, Thulium; nschw. tulium, N., Thulium; nnorw. thulium, N., Thulium; kymr. thwliwm, M., Thulium; nir. túiliam, M., Thulium; poln. tul, M., Thulium; lit. tulis, M., Thulium; GB.: seit 4. Viertel 19. Jh. belegte sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein 1879 von dem schwedischen Chemiker Per Teodor Cleve entdecktes und nach (griechisch) Thule – vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbar - benanntes schon vormenschliches zu den Seltenen Erden zählendes und in der Natur nur in der Form eines einzelnen Isotops auch in Monazitsanden hauptsächlich in Australien und Brasilien sowie Indien vorkommendes sowie in mehreren radioaktiven Isotopen künstlich hergestelltes Metall oder Lanthanoid (chemisches Element Nr. 69, abgekürzt Tm) das in der Lasertechnologie und in der Röntgentechnik und in Hochtemperatursupraleitern sowie in Energiesparlampen und in Fernsehgeräten und zu Materialprüfung verwendet wird; BM.: ON; F.: Thulium, Thuliums+FW; Z.: Thu-l-i-um
Thunfisch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Thunfisch, ein großer Speisefisch; ne. tuna; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. thynnus; E.: s. lat. thynnus, M., Thunfisch, (65-8 v. Chr.); gr. θύννος (thýnnos), M., Thunfisch; Wort aus dem Mittelmeerraum, vielleicht semitischer Herkunft, vgl. arab. tinnīn, Sb., großer Fisch, hebr. tannīn, Sb., großer Fisch; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Fisch; L.: Kluge s. u. Thunfisch, DW 21, 456, EWD s. u. Thunfisch, Duden s. u. Thunfisch; Son.: vgl. frz. tonijn, Sb., Thunfisch; frz. thon, M., Thunfisch; nschw. tonfisk, Sb., Thunfisch; nnorw. tunfisk, M., Thunfisch; poln. tuńczyk, M., Thunfisch; kymr. tiwna, M., Thunfisch; nir. tuinnín, M., Thunfisch; lit. tunas, M., Thunfisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie vielleicht mittelbar dem Semitischen gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen in vielen wärmeren und tieferen Meeren mit bis zu fünf Metern Länge vorkommenden Schwarmfisch mit blauschwarzem Rücken und silberig grauen Seiten und weißlichem Bauch sowie mondsichelförmiger Schwanzflosse; BM.: Fisch bzw. Zukost; F.: Thunfisch, Thunfischs, Thunfisches, Thunfische, Thunfischen+FW+EW; Z.: Thun—fisch
Thusnelda, Tusnelda, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Thusnelda, Freundin, Tussi; ne. bimbo, chick; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: nach dem PN Thusnelda (um 10 v. Chr.-17. n. Chr.?) der Gemahlin des Arminius wobei die Herkunft des Namens nicht geklärt ist und auch ein Überlieferungsfehler vorliegen könnte; L.: Kluge s. u. Thusnelda, fehlt DW, Duden s. u. Thusnelda; GB.: seit 19. Jh. nach dem Germanischen belegte und in der Herkunft nicht geklärte sowie allmählich abwertend verwendete Bezeichnung für eine zu einem Mann als Freundin gehörende Frau; BM.: ?; F.: Thusnelda, Thusneldas, Tusnelda, Tusneldas+EW; Z.: Thusneld-a
Thymian, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Thymian, eine Gewürzpflanze, eine Heilpflanze; ne. thyme; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstädter Genesis); E.: s. mhd. thimean, thymiāmata, thymiama, F., Thymian; mnd. tīmeān, tiimean, thymeān, tīmegān, tīmegen, tīmiān, tiimiān, M., Thymian, Quendel; lat. thȳmiāma, N., Räucherwerk, Weihrauch, (14-37 n. Chr.); gr. θυμίαμα (thȳmíama), N., Räucherwerk, Räuchern; vgl. gr. θυμιάειν (thȳmiáein), V., räuchern, in Rauch aufgehen lassen; gr. θύειν (thýein), V., opfern; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Thymian, DW 21, 479, EWD s. u. Thymian, Duden s. u. Thymian; Son.: vgl. nndl. tijm, Sb., Thymian; frz. thym, M., Thymian; nschw. timjan, Sb., Thymian; nnorw. timina, M., Thymian; poln. tymianek, M., Thymian; kymr. teim, M., Thymian; nir. tím, F., Thymian; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche in kleinen Sträuchern wachsende und von Menschen wohl schon länger als Gewürz und gegen Krankheiten verwendete Pflanze mit würzig duftenden und kleinen dunkelgrünen auf der Unterseite silberig weißen Blättern und meist hellroten bis violetten Blüten; BM.: wehen; F.: Thymian, Thymians, Thymiane, Thymianen+FW(+EW); Z.: Thy-m-i-an
Tiara, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tiara, Dreifachkrone; ne. tiara; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. gr. τιάρα (tiára); E.: gr. τιάρα (tiára), F., Kopfbedeckung der Orientalen; Fremdwort aus dem Orient; L.: Kluge s. u. Tiara, fehlt DW, Duden s. u. Tiara; Son.: vgl. nndl. tiara, Sb., Tiara; frz. tiare, F., Tiara; nschw. tiara, Sb., Tiara; nnorw. tiara, M., Tiara; poln. tiara, F., Tiara; kymr. tiara, M., F., Tiara; nir. tiara, M., Tiara; lit. tiara, F., Tiara; GB.: seit 18. Jh belegte und aus dem Griechischen sowie mittelbar aus dem Orient aufgenommene Bezeichnung für eine kegelförmige und mit einer goldenen Spitze oder mit einem Diademreif versehene kostbare Kopfbedeckung vor allem des Papstes (bis 1978); BM.: ?; F.: Tiara, Tiaren+FW; Z.: Tiar-a
Tichter, Diechter, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Tichter, Dichter, Enkel, Enkelkind; ne. grandchild; Vw.: -; Hw.: s. Tochter; Q.: um 1275 (Berthold von Regensburch); E.: mhd. diehter, dīhter, tiehter, st. N.: nhd. Enkel (M.) (1), Enkelkind; germ. *þeuhter, M., Nachkomme, Enkel (M.) (1); s. idg. *teuk-, V., Sb., schwellen, Fett, Pokorny 1081; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tichter, DW 2, 1099 (Diechter, Dichter, Tiechter, Tichter), Falk/Torp 175, Duden s. u. Tichter; Son.: vgl. ai. dauhitra-, M., Erbtochtersohn; gr. θυγατεριδοῦς (thygateridūs), θυγατεριδέος (thygateridéos), M., Tochtersohn, Enkel; GB.: seit um 1275 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Kind (Sohn oder Tochter) eines Sohnes oder einer Tochter; BM.: schwellen; F.: Tichter, Tichters, Tichtern, Diechter, Diechters, Diechtern+EW; Z.: Ti-ch-t-er
Tick, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tick, Schrulle, Eigenheit; ne. tic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. tic; E.: s. frz. tic, M., Tick, Zucken; lautmalend; L.: Kluge s. u. Tick, DW 21, 479, EWD s. u. Tick, Duden s. u. Tick; Son.: vgl. nndl. tik, Sb., Tick; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche lächerlich oder befremdend wirkende Eigenheit; BM.: lautmalend; F.: Tick, Ticks+FW(+EW); Z.: Tick
ticken, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ticken, (wie eine Uhr) regelmäßig aufeinanderfolgende Geräusche von sich geben, ungewöhnliche Bewegungen machen; ne. tick (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: wohl lautmalend(er Herkunft); L.: Kluge s. u. ticken, DW 21, 480, EWD s. u. ticken, Duden s. u. ticken, Bluhme s. u. ticken; Son.: vgl. nndl. tikken, V., ticken; nschw. ticka, V., ticken; nnorw. tikke, V., ticken; poln. tykać, V., ticken; kymr. ticio, V., ticken; nir. ticeálann, V., ticken; lit. tiksėti, V., ticken; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für in gleichmäßiger Aufeinanderfolge einen kurzen und hellen Ton (M.) (2) von sich geben und hören lassen; BM.: lautmalend; F.: ticken, ticke (!), tickst, tickt, tickest, ticket, tickte, ticktest, tickten, ticktet, getickt, ##getickt, getickte, geticktes, geticktem, getickten, getickter##, tickend, ###tickend, tickende, tickendes, tickendem, tickenden, tickender###, tick (!)+EW; Z.: tick-en
Ticket, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Ticket, Fahrkarte, Fahrschein, Eintrittskarte; ne. ticket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. ticket; E.: s. ne. ticket, N., Ticket; afrz. estiquet, M., Ticket; vgl. afrz. estiquier, estequier, V., feststecken; afrz. estichier, estechier, V., hineinstecken; von germ. *stekan, *stikan, st. V., stechen; idg. *steig-, *teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016? (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); s. idg. *stei-, *tei-, Adj., spitzig, Pokorny 1015 (1752/224) (RB. idg. aus ind.?, iran., ital., germ.); idg. *stegʰ-, *stengʰ-, V., Sb., Adj., stechen, Stange, Halm, spitz, steif, Pokorny 1014? (1751/223) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ticket, fehlt DW, Duden s. u. Ticket; Son.: vgl. nndl. ticket, Sb., Ticket; frz. ticket, M., Ticket; kymr. ticed, M. Ticket; nir. ticéad, M., Ticket; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Fahrkarte oder einen Fahrschein oder eine Eintrittskarte; BM.: stechen; F.: Ticket, Tickets+FW; Z.: Tick-et
Ticktack, nhd., F., N., (19. Jh.): nhd. Ticktack, Uhr, Ticken; ne. tick-tock (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. Ticktack, DW 21, 480, Duden s. u. Ticktack; GB.: seit 19. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums allmählich entwickelte und verwendete Uhr; BM.: lautmalend; F.: Ticktack, Ticktacks+EW; Z.: Tick-tack
Tide, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tide, Gezeit; ne. tide (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zeit; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. tīde (2), N., F., Gezeiten, die Zeit der Ebbe und Flut zusammen, Flut selbst, Ebbe-Flut-Periode, Hochwasserstand, Zeitraum von zwölf Stunden, Zeit, Periode, Festtag, an einem Festtag gehaltenes Fest, einzelne kanonische Hore, kirchliches Gebet zu verschiedenen Tageszeiten; mnd. tīt (1), F., M., Zeit, Zeitraum, Verlauf der Zeit, Periode, Weile, Zeitpunkt; as. tīd, st. F. (i), Zeit, Stunde; germ. *tīdi-, *tīdiz, st. F. (i), Zeit; idg. *dīt-, Sb., Zeitabschnitt, Zeit, Pokorny 175?; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tide, fehlt DW, Duden s. u. Tide; Son.: vgl. nndl. getijde, Sb., Tide; nschw. tidvatten, N., Tide; nnorw. tidevann, N., Tide; GB.: seit 19. Jh. als Plural belegte Bezeichnung für die durch die Anziehungskraft des Mondes auf das Wasser der meisten Meere der Erde verursachten Gezeit(en) oder die Zeit der Ebbe und Flut zusammen; BM.: teilen; F.: Tide, Tiden+EW; Z.: Ti-d-e
tief, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. tief, weit nach unten reichend; ne. deep (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Tiefe, Teufe; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tief, tīf, tūf, dief, dīf, Adj., tief, weit, genau, richtig, inständig, bedeutungsvoll, weitläufig; mnd. dēp (1), dêp, Adj., tief, hoch, schmutzig, gründlich, eingehend, weit, weitläufig, weitgehend; mnl. diep, Adj., tief; ahd. tiof, Adj., tief, unergründlich, bedeutungsvoll; ahd. tiufi, Adj., tief, unergründlich; as. diop*, Adj., tief, trübe, unergründlich, ewig; anfrk. diep*, Adj., tief; germ. *deupa-, *deupaz, Adj., tief; idg. dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tief, Kluge s. u. tief, DW 21, 480, EWD s. u. tief, Falk/Torp 209, Seebold 156, Heidermanns 153, Duden s. u. tief, Bluhme s. u. tief; Son.: vgl. afries. diāp (1), diāpe (1), Adj., tief; saterl. djap, Adj., tief; ae. déop (1), Adj., tief, hoch, schrecklich, geheimnisvoll, ernst; an. djūpr, Adj., tief; got. diups, Adj. (a), tief; nndl. diep, Adj., tief; nschw. djup, Adj., tief; nschw. dyp, Adj., tief; kymr. dwfn, dyfn, Adj., tief; lit. dùbti, V., sich senken, einsinken; ksl. bezdŭna, Sb., Tiefe, Abgrund; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für weit nach unten reichend in Gegensatz zu flach; BM.: hohl; F.: tief, tiefe, tiefes, tiefem, tiefen, tiefer(, tiefere, tieferes, tieferem, tieferen, tieferer, tiefst, tiefste, tiefstes, tiefstem, tiefsten, tiefster)+EW; Z.: tief
Tiefe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tiefe, Abgrund, Tiefgründigkeit; ne. depth; Vw.: -; Hw.: s. tief, Teufe; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. tiefe (2), tūfe, tiufe, dōfde, st. F., Tiefe, Vertiefung, Grundlosigkeit, Abgrund; mnd. dēpe (2), F., Tiefe; mnl. diepe, F., Tiefe; ahd. tiufī, tiufīn, st. F. (ī), Tiefe, Abgrund, Unergründlichkeit; as. diupi*, sw. F. (ī), Tiefe; anfrk. diupi 5, sw.? F. (ī), Tiefe; germ. *deupī-, *deupīn, sw. F. (n), Tiefe; s. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. tief, DW 21, 486, EWD s. u. tief, Falk/Torp 209, Heidermanns 153, Duden s. u. Tief; Son.: vgl. afries. -; ae. díepe, sw. F. (n), Tiefe; an. -; got. diupei, sw. F. (n), Tiefe; nndl. diepte, Sb., Tiefe; nschw. djup, N., Tiefe; nnorw. dybde, M., Tiefe; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für die senkrecht nach unten reichende Ausrichtung oder den Abgrund oder die Tiefgründigkeit; BM.: hohl; F.: Tiefe, Tiefen+EW; Z.: Tief-e
$tiefen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. tiefen, tief machen; Vw.: s. ver-; L.: Kluge s. u. tief, DW 21, 489; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus tief und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nach unten richten oder tief machen; F.: tiefen (!), tiefe (!), tiefst, tieft, tiefest, tiefet, tiefte, tieftest, tieften, tieftet, getieft, ##getieft, getiefte, getieftes, getieftem, getieften, getiefter##, tiefend, ###tiefend, tiefende, tiefendes, tiefendem, tiefenden, tiefender###, tief (!)+EW; Z.: tief-en
$Tiefsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tiefsinn, tief eindringender Sinn, Gedankentiefe, hintergründige Bedeutung; E.: s. tief, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 21, 492, EWD s. u. tief; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus tief und Sinn gebildete Bezeichnung für eine hintergründige Bedeutung; F.: Tiefsinn, Tiefsinns, Tiefsinnes+EW; Z.: Tief—sinn
$tiefsinnig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tiefsinnig, hintergründig; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Tiefsinn, s. ig; L.: DW 21, 492, EWD s. u. tief; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tiefsinn und ig gebildete Bezeichnung für hintergründig und früher auch schwermütig; F.: tiefsinnig, tiefsinnige, tiefsinniges, tiefsinnigem, tiefsinnigen, tiefsinniger(, tiefsinnigere, tiefsinnigeres, tiefsinnigerem, tiefsinnigeren, tiefsinnigerer, tiefsinnigst, tiefsinnigste, tiefsinnigstes, tiefsinnigstem, tiefsinnigsten, tiefsinnigster)+EW; Z.: tief-sin-n-ig
Tiegel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Tiegel, feuerfestes Gefäß um Metall darin zu schmelzen; ne. jar, pan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. tegel, tigel, st. M., Tiegel, Schmelztiegel; mhd. tigele, F., Tiegel, Schmelztiegel; mnd. dēgel, degel, M., Tiegel; ahd. tegel, st. M. (a?), Tiegel, Tongeschirr; as. -; anfrk. -; germ. *digula-, *digulaz, st. M. (a), Tiegel?; lat. tēgula (2), Tiegel, Pfanne; s. gr. τάγηνον (tágenon), τήγανον (tḗganon), N., Bratpfanne; technisches Wort ohne Etymologie, s. Frisk 2, 845, oder zu idg. *tēg-?, *təg-?, V., brennen, Pokorny 1057? (1834/11) (RB. idg. aus gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tiegel, Kluge s. u. Tiegel, DW 21, 494, EWD s. u. Tiegel, Falk/Torp 205, Duden s. u. Tiegel, Bluhme s. u. Tiegel; Son.: vgl. afries. -; ae. tī̆gel, tī̆gele, tigole, tigule, st. F. (ō), sw. F. (n), Tiegel, Topf, irdenes Gefäß, Scherbe; an. digull, st. M. (a), Tiegel (Lw. aus dem Mittelniederdeutschen); an. tigl, st. N. (a), Ziegel, Mauerstein; got. -; nndl. degelpers, Sb., Tiegel; ne. tile, N., Fliese; nschw. degel, Sb., Tiegel; nnorw. digel, M., Tiegel; poln. tygiel, M., Tiegel; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes oft feuerfestes meist flacheres rundes Gefäß zu einem Erhitzen oder Schmelzen und auch Aufbewahren bestimmter Stoffe; BM.: brennen?; BM.: Bratpfanne; F.: Tiegel, Tiegels, Tiegeln+FW(+EW); Z.: Tieg-el
Tier, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Tier, ein (nicht menschliches) bewegliches Lebewesen; ne. animal; Vw.: s. Murmel-, Ren-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tier, tīr, tēr, dier, dīer, st. N., Tier, wildes Tier, Wild, Reh, Damwild, Hinde, Lebewesen, Fabelwesen, Wesen; mnd. dēr (2), dēre, N., Tier, vierfüßiges Tier, freilebendes Tier, Hirsch, Reh; mnl. dier, N., Tier; ahd. tior*, st. N. (a), Tier, Lebewesen, wildes Tier; as. dior?, st. N. (a), Tier; anfrk. dier, st. N. (a), Tier; germ. *deuza-, *deuzam, st. N. (a), Tier; s. idg. *dʰeu̯es-, *dʰu̯ē̆s-, *dʰeus-, *dʰū̆s-, V., stieben, stäuben, wirbeln, Pokorny 268; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tier, Kluge s. u. Tier, DW 21, 373 (Thier), EWD s. u. Tier, Falk/Torp 217, Heidermanns 155, Duden s. u. Tier, Bluhme s. u. Tier; Son.: vgl. afries. diār, diēr, st. N. (a), Tier; nnordfries. dier, N., Tier; ae. déor (1), st. N. (a), Tier; an. dȳr (1), st. N. (a), wildes Tier, Reh; got. dius, st. N. (a), wildes Tier, Tier; nndl. dier, Sb., Tier; ne. deer, N., Wild; nschw. djur, N., Tier; nnorw. dyr, N., Tier; lat. bestia, F., Tier, Bestie; air. dásacht, F., Tollwut, Besessenheit; lit. dùsti, V., keuchen; ksl. duchu, M., Atem, Seele; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein (nicht menschliches und) nicht pflanzliches sowie sachlich seit etwa 560 Millionen Jahren mögliches bewegliches Lebewesen; BM.: stieben bzw. stinken; F.: Tier, Tieres, Tiers, Tiere, Tieren+EW; Z.: Tie-r
$tieren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. tieren, Tier sein (V.) oder Tier werden; Vw.: s. ver-; E.: s. Tier, s. en; L.: Kluge s. u. Tier, DW 21, 377 (thieren); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Tier und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Tier sein (V.) oder Tier werden; F.: tieren (!), tiere (!), tierst, tiert, tierest, tieret, tierte, tiertest, tierten, tiertet, getiert, ##getiert, getierte, getiertes, getiertem, getierten, getierter##, tierend, ###tierend, tierende, tierendes, tierendem, tierenden, tierender###, tier (!)+EW; Z.: tie-r-en
$Tiergarten, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tiergarten; E.: s. Tier, s. Garten; L.: Kluge 1. A. s. u. Tier, DW 21, 378 (Thiergarten), EWD s. u. Tier; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Tier und Garten gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes eingehegtes Gelände mit einigermaßen wild lebenden Tieren wie es bereits den Hochkulturen des Altertums als lat.-gr. therotrophium (oder vielleicht begrenzt auch lat. vīvārium) bekannt war; F.: Tiergarten, Tiergartens, Tiergärten+EW; Z.: Tie-r—gar-t-en
$tierisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. tierisch, Tier betreffend, Tiere betreffend; E.: s. Tier, s. isch; L.: Kluge s. u. Tier, DW 21, 381 (thierisch), EWD s. u. Tier; GB.: nach älterem tierlich seit 16. Jh. belegte und aus Tier und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit 560 Millionen Jahren mögliches Tiere betreffend; F.: tierisch, tierische, tierisches, tierischem, tierischen, tierischer(, tierischere, tierischeres, tierischerem, tierischeren, tierischerer, tierischst, tierischste, tierischstes, tierischstem, tierischsten, tierischster)+EW; Z.: tie-r-isch
$Tierkreis, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Tierkreis; E.: s. Tier, s. Kreis; L.: DW 21, 383 (Thierkreis), EWD s. u. Tier; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. zōdiacus und gr. zōdiakós aus Tier und Kreis gebildete Bezeichnung für zwölf (oder dreizehn?) weder dem Südhimmel noch dem Nordhimmel zurechenbare aber zeitweise von nördlichen und südlichen Breiten aus sichtbare Sternbilder (Steinbock Wassermann Fische Widder Stier Zwillinge Krebs Löwe Jungfrau Waage Skorpion und Schütze [sowie Schlangenträger); F.: Tierkreis, Tierkreises, Tierkreise, Tierkreisen+EW; Z.: Tie-r—kreis
$Tierreich, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tierreich; E.: s. Tier, s. Reich; L.: DW 21, 385 (Thierreich), EWD s. u. Reich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tier und Reich gebildete Bezeichnung für die auch schon vormenschlich mögliche Gesamtheit der Tiere in Gegensatz beispielsweise zu dem Pflanzenreich als der Gesamtheit der Pflanzen; F.: Tierreich, Tierreichs, Tierreiches+EW; Z.: Tie-r—rei-ch
Tiger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tiger, eine große Raubkatze; ne. tiger; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1254 (Weltchronik des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. tigris, M., Tiger; mnd. tīger, M., N., Großkatze, Tiger; lat. tigris, M., F., Tiger; gr. τίγρις (tígris), M., F., Tiger; vgl. av. tiγraii-, Sb., Pfeil; vgl. idg. steig-, teig-, V., Adj., stechen, spitz, Pokorny 1016 (1754/226) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Tiger, DW 21, 496, Duden EWD s. u. Tiger, s. u. Tiger, Bluhme s. u. Tiger; Son.: s. ahd. tigirtior, tigritior, st. N. (a), Tiger; vgl. nndl. tijger, Sb., Tiger; frz. tigre, M., Tiger; nschw. tiger, Sb., Tiger; nnorw. tiger, M., Tiger; poln. tygrys, M., Tiger; kymr. teigr, M., Tiger; nir. tiogar, M., Tiger; lit. tigras, M., Tiger; GB.: seit um 1254 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliche in Asien beheimatete und von dem Menschen bis auf rund 3000 frei lebende Tiere ausgerottete große Raubkatze von bis zu etwa 3 Metern Länge und bis zu 300 Kilogramm Gewicht sowie von blass rötlich gelber bis rotbrauner Färbung mit schwarzen Querstreifen; BM.: Pfeil bzw. stechen; F.: Tiger, Tigers, Tigern+FW; Z.: Tig-er
$tigern, nhd., V., (20. Jh.): nhd. tigern, sich wie ein Tiger bewegen oder wie ein Tiger sein (V.); E.: s. Tiger, s. n; L.: Kluge s. u. tigern, DW 21, 498; GB.: seit 20 Jh. belegte und aus Tiger und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sich wie ein Tiger bewegen oder wie ein Tiger sein (V.); F.: tigern (!), tigere, tiger (!), tigre, tigerst, tigert, tigerte, tigertest, tigerten, tigertet, getigert, ##getigert, getigertes, getigertem, getigerten, getigerter##, tigernd, ###tigernd, tigernde, tigerndes, tigerndem, tigernden, tigernder###, tiger (!)+FW; Z.: tig-er-n
Tilde, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Tilde, ein diakritisches Zeichen, in Wörterbüchern teilweise ein Wiederholungszeichen; ne. tilde; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. span. tilde; E.: s. span. tilde, F., Tilde; von lat. titulus, M., Überschrift, Titel, Aufschrift, (81-43 v. Chr.); Herkunft unklar, wohl etr. Einfluss vorhanden, s. Walde/Hofmann 2, 686; L.: Kluge s. u. Tilde, fehlt DW, Duden s. u. Tilde; Son.: vgl. nndl. tilde, Sb., Tilde; frz. tilde, M., Tilde; ndän. tilde, Sb., Tilde; nnorw. tilde, M., Tilde; poln. tylda, F., Tilde; kymr. tild, M., Tilde; lit. tildė, F., Tilde; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie wohl mittelbar dem Lateinischen (titulus) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein diakritisches Zeichen unklarer und vielleicht etruskischer Herkunft in Gestalt einer kleinen liegenden Schlangenlinie über einem palatalisierten n in dem Spanischen und nasalierten Vokalen in dem Portugiesischen; BM.: Titel; F.: Tilde, Tilden+FW; Z.: Tild-e
tilgen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tilgen, vernichten, auslöschen; ne. extinguish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. tīligen, tiligen, tilgen, tilken, dilken, tiljen, tillen, sw. V., tilgen, vertilgen, löschen (V.) (1), streichen, streichen aus, entfernen, vertreiben, vertreiben von, austilgen, auslöschen; mnd. dēlgen, delgen, dēligen, dēlegen, delligen, dilligen, sw. V., tilgen, vernichten, Eintragung löschen, ungültig machen, unschädlich machen, Feuer löschen; mnl. delighen, sw. V., tilgen; ahd. tīligōn, sw. V. (2), tilgen, vertilgen, vernichten; as. -; anfrk. *diligon?, sw. V. (2), tilgen; germ. *dīligōn, sw. V., tilgen, auslöschen?; lat. dēlēre, V., zerstören, zugrunde richten; vgl. lat. dē, Präp., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. lēvāre, V., glatt machen, glätten; idg. lei- (3), Adj., V., schleimig, klebrig, gleiten, glätten, streichen, Pokorny 662? (1072/28) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tilgen, Kluge s. u. tilgen, DW 21, 499, EWD s. u. tilgen, Falk/Torp 206, Duden s. u. tilgen, Bluhme s. u. tilgen; Son.: vgl. afries. dīligia, sw. V. (2), tilgen; nfries. dylgjen, V., tilgen; ae. dīlegian, dīligian, dīlgian, dȳlegian, dȳligian, dȳlgian, sw. V. (2), tilgen; an. -; got. -; nndl. delgen, V., tilgen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vernichten oder auslöschen; BM.: weg, glätten; F.: tilgen, tilge, tilgst, tilgt, tilgest, tilget, tilgte, tilgtest, tilgten, tilgtet, getilgt, ##getilgt, getilgte, getilgtes, getilgtem, getilgten, getilgter##, tilgend, ###tilgend, tilgende, tilgendes, tilgendem, tilgenden, tilgender###, tilg (!)+FW(+EW); Z.: til-g-en
$Tilgung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Tilgung, Löschung, Beseitigung; Vw.: s. Ver-; E.: s. tilg(en), s. ung; L.: Kluge s. u. tilgen, DW 21, 501, EWD s. u. tilgen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus tilg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Löschen (Löschng) oder Beseitigen (Beseitigung) insbesondere seit Entwicklung des Geldes auch von Schulden; F.: Tilgung, Tilgungen+FW+EW; Z.: Til-g-ung
Timbre, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Timbre, charakteristische Klangfarbe; ne. timbre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. timbre; E.: s. frz. timbre, M., Schellentrommel, Timbre; über Mittelgriechisch von gr. τύμπανον (týmpanon), N., Handpauke, Pauke, Trommel, Tamburin; wohl zu gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); oder zu assyr. tuppanu, Frisk 944; L.: Kluge s. u. Timbre, fehlt DW, Duden s. u. Timbre; Son.: vgl. nndl. timbre, Sb., Timbre; nschw. timbre, Sb., Timbre; nnorw. timbre, M., Timbre; poln. tembr, M., Timbre; lit. tembras, M., Timbre; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die individuell charakteristische Klangfarbe einer Stimme (oder eines Instruments); BM.: schlagen; F.: Timbre, Timbres+FW; Z.: Timb-r-e
Timing, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Timing, Wählen des günstigen Zeitpunkts für den Beginn eines Handlungsablaufs, zeitliche Abstimmung; ne. timing (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. timing; E.: s. ne. timing, N., Timing, Zeiteinteilung, zeitliche Abstimmung; vgl. ne. time, N., Zeit; ae. tīma, sw. M. (n), Zeit, Zeitabschnitt, Zeitalter, Termin, günstige Gelegenheit, metrische Quantität; germ. *timō-, *timōn, *tima-, *timan, sw. M. (n), Zeit; idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Timing; Son.: vgl. nschw. tajming, Sb., Timing; poln. timing, M., Timing; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Bestimmung und Wahl des für eine beabsichtigte Wirkung günstigen Zeitpunkts für den Beginn eines Handlungsablaufs; BM.: Zeit bzw. teilen; F.: Timing, Timings+FW; Z.: Ti-m-ing
...tinent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. ...tinent; ne. ...tinent; Vw.: s. abs-, imper-, inkon-; Hw.: s. ...tinenz; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. ...tinent, Suff., ...tinent; frz....tinent, Suff., ...tinent, nschw....tinent, Suff., ...tinent, nnorw. ...tinent, Suff., ...tinent, poln. ...tynencki, Suff., ...tinent; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Halten betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tinent, ...tinente, ...tinentes, ...tinentem, ...tinenten, ...tinenter(, ...tinentere, ...tinenteres, ...tinenterem, ...tinenteren, ...tinenterer, ...tinentest, ...tinenteste, ...tinentestes, ...tinentestem, ...tinentesten, ...tinentester)+FW(+EW); Z.: -tin-ent
...tinenz, nhd., F.., (13. Jh.?): nhd. ...tinenz; ne. ...tinence; Vw.: s. Abs-, Imper-, Per-; Hw.: s. ...tinent; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. tenēre, V., halten, haben; idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. frz. ...tinence, Suff., ...tinenz; nschw. ...tinens, ...tinence, Suff., ...tinenz; nnorw. ...tinens, ...tinence, Suff., ...tinenz; poln. ...tynencja, ...tinence, Suff., ...tinenz; lit. ...tinencija, ...tinence, Suff., ...tinenz; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Halten betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tinenz, ...tinenzen+FW+EW; Z.: -tin-enz
$tingeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tingeln, umherziehen; E.: s. Tingeltangel; L.: Kluge s. u. Tingeltangel, fehlt DW, EWD s. u. Tingeltangel; GB.: seit 20. Jh. belegte und vielleicht aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches umherziehen; F.: tingeln, tingel (!), tingle, tingele, tingelst, tingelt, tingelte, tingeltest, tingelten, tingeltet, getingelt, ##getingelt, getingelte, getingeltes, getingeltem, getingelten, getingelter##, tingelnd, ###tingelnd, tingelnde, tingelndes, tingelndem, tingelnden, tingelnder###, tingel (!)+EW; Z.: ting-el-n
Tingeltangel, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Tingeltangel, billige Unterhaltung; ne. music hall; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1872; E.: lautmalende Bezeichnung für Blechmusik mit Becken und Schellen; L.: Kluge s. u. Tingeltangel, fehlt DW, EWD s. u. Tingeltangel, Duden s. u. Tingeltangel, Bluhme s. u. Tingeltangel; GB.: seit 1872 belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für billige Unterhaltung oder einfache Unterhaltungsmusik oder den Ort ihrer Aufführung; BM.: lautmalend; F.: Tingeltangel, Tingeltangels+EW; Z.: Ting-el-tang-el
Tinktur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tinktur, dünnflüssiger Auszug (Lösung) eines Grundstoffs; ne. tincture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. tīnctūra; E.: s. lat. tīnctūra, F., Färben, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. tinguere, V., benetzen, anfeuchten, eintauchen, tränken; idg. *teng- (1), V., benetzen, befeuchten, Pokorny 1067 (1853/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Tinktur, fehlt DW, EWD s. u. Tinktur, Duden s. u. Tinktur; Son.: vgl. nndl. tinctuur, Sb., Tinktur; frz. teinture, F., Färbemittel; nschw. tinktur, Sb., Tinktur; nnorw. tinktur, M., Tinktur; poln. tynktura, F., Tinktur; kymr. tintur, M., Tinktur; nir. tintiúr, M., Tinktur; lit. tinktūra, F., Tinktur; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit ihrer Entstehung allmählich entwickelten und verwendeten dünnflüssigen Auszug (Lösung) eines pflanzlichen oder tierischen Grundstoffs; BM.: tränken; F.: Tinktur, Tinkturen+FW(+EW); Z.: Tink-t-ur
Tinnef, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Tinnef, wertloses Zeug; ne. trash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche aus wjidd. tinnef, Sb., Dreck, schlechte Qualität; von hebr. tinnūf, Sb., Schmutz, Verschmutzung; L.: Kluge s. u. Tinnef, fehlt DW, EWD s. u. Tinnef, Duden s. u. Tinnef; Son.: vgl. nndl. tinnef, Sb., Tinnef; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein für Menschen wertloses Zeug; BM.: Schmutz; F.: Tinnef, Tinnefs+FW; Z.: Tinnef
Tinnitus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tinnitus, ein Ohrgeräusch; ne. tinnitus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. tinnītus; E.: s. lat. tinnītus, M., Klingen, Klirren, Schellen, Klingeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. tinnīre, V., klingen, klingeln, klimpern, schellen, schreien; schallnachahmend; L.: Kluge s. u. Tinnitus, Duden s. u. Tinnitus; Son.: vgl. nndl. tinnitus, Sb., Tinnitus; nschw. tinnitus, Sb., Tinnitus; nnorw. tinnitus, M., Tinnitus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene lautmalend gebildete Bezeichnung für ein subjektiv wahrgenommenes belastendes Rauschen oder Klingeln (N.) oder Pfeifen (N.) in den Ohren von Menschen oder ein Ohrgeräusch ohne erkennbare Schallwellen; BM.: schallnachahmend; F.: Tinnitus+FW; Z.: Tinn-it-us
Tinte, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tinte, gefärbte Flüssigkeit; ne. ink (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tincte, tinte, timpte, sw. F., Tinte; mnd. tinte (1), tint, tinkte, tink, F., Tinte, flüssiger Farbstoff zum Schreiben, Tinktur; mnd. tente (2), F., Tinte, Tinktur; s. mhd. tincte, tinte, timpte, sw. F., Tinte; ahd. tinkta*, tincta, sw. F. (n), Tinte; germ. *tinkta, F., Tinte; s. lat. (aqua) tīncta, F., gefärbtes Wasser; vgl. lat. tinguere, benetzen, anfeuchten, eintauchen, färben; idg. *teng- (1), V., benetzen, befeuchten, Pokorny 1067 (1853/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tinte, Kluge s. u. Tinte, DW 2, 1179 (Dinte), EWD s. u. Tinte, Duden s. u. Tinte, Bluhme s. u. Tinte; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach Entwicklung von Schrift zu dem Schreiben von Zeichen auf einem Stoff vor etwa 5000 Jahren entwickelte und in Ägypten schon in dem 3. Jh. v. Chr. aus Eisengallus hergestellte und verwendete gefärbte Flüssigkeit; BM.: färben; F.: Tinte, Tinten+FW; Z.: Tin-t-e
$Tintenfass, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Tintenfass; E.: s. Tint(e), s. en (Suff.), s. Fass; L.: Kluge s. u. Tintenfass, DW 2, 1181 (Dintenfasz), EWD s. u. Tinte; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tint(e) und en (Suff.) sowie Fass gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und vielleicht bis in das 21. Jh. verwendetes Behältnis aus Glas für die Aufbewahrung von Tinte; F.: Tintenfass, Tintenfasses, Tintenfässer, Tintenfässern+EW; Z.: Tin-t-en—fas-s
$Tintenkuli, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tintenkuli; E.: s. Tinte, s. n, s. Kuli; L.: Kluge s. u. Kuli 2, fehlt DW; GB.: seit 1928 belegte und aus Tint(e) und en (Suff.) sowie Kuli (Kugelschreiber) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen für das Schreiben entwickelten und verwendeten Röhrchenfüller mit Schreibtinte der 1953 durch einen Tuscheschreiber ergänzt wurde; F.: Tintenkuli, Tintenkulis+FW; Z.: Tin-t-en-ku-l-i
...tion, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. …tion; ne. …tion; Vw.: s. Absolu-, Absorp-, Abstrak-, Adap-, Addi-, Administra-, Adop-, Agita-, Akklama-, Akkumula-, Akquisi-, Ak-, Allitera-, Ambi-, Anima-, Appella-, Applika-, Apposi-, Approba-, Argumenta-, Artikula-, Aspira-, Assimila-, Assozia-, Attrak-, Auk-, Bas-, Dedika-, Deduk-, Defini-, Defla-, Deforma-, Degusta-, Deklama-, Deklara-, Deklina-, Dekora-, Delega-, Demarka-, Demonstra-, Deporta-, Deputa-, Deriva-, Designa-, Deskrip-, Destilla-, Destina-, Destruk-, Determina-, Detona-, Devo-, Dik-, Direk-, Diskre-, Disposi-, Disputa-, Disserta-, Distink-, Distribu-, Diversifika-, Dokumenta-, Domestika-, Edi-, Ejakula-, Emanzipa-, Emigra-, Emo-, Erek-, Erup-, Eskala-, Evalua-, Evoka-, Evolu-, Exeku-, Exhibi-, Exklama-, Exkommunika-, Expedi-, Explika-, Exposi-, Extrak-, Faszina-, Fermenta-, Fik-, Forma-, Frak-, Frik-, Funk-, Genera-, Gestikula-, Gratifika-, Gratula-, Gravita-, Habilita-, Halluzina-, Illumina-, Illustra-, Imita-, Implika-, Improvisa-, Inaugura-, Indigna-, Indika-, Indiskre-, Indisposi-, Induk-, Infek-, Infla-, Informa-, Inhala-, Injek-, Inkarna-, Innova-, Inquisi-, Inskrip-, Inspek-, Inspira-, Installa-, Institu-, Instruk-, Integra-, Inten-, Interjek-, Interpella-, Interpunk-, Interven-, Intui-, Investi-, Jurisdik-, Kalkula-, Kapitula-, Kastra-, Kau-, Koali-, Kogni-, Kollabora-, Kolla-, Kollek-, Kombina-, Kommunika-, Kompensa-, Kompila-, Komplika-, Komposi-, Kondensa-, Kondi-, Konfek-, Konfigura-, Konfirma-, Konfödera-, Konfronta-, Kongrega-, Konjuga-, Konjunk-, Konnota-, Konsekra-, Konsolida-, Konspira-, Konstella-, Konsterna-, Konstitu-, Konstruk-, Konsulta-, Kontamina-, Kontempla-, Kontrak-, Kontribu-, Konven-, Konversa-, Konzentra-, Konzep-, Koopera-, Koordina-, Kopula-, Korpora-, Korrela-, Korrup-, Krea-, Kumula-, Legitima-, Lek-, Liquida-, Lo-, Luxa-, Machina-, Manipula-, Manzipa-, Masturba-, Media-, Medita-, Meliora-, Menstrua-, Migra-, Modifika-, Modula-, Multiplika-, Muni-, Muta-, Na-, Naviga-, Nega-, Obduk-, Obliga-, Obstruk-, Opera-, Opposi-, Op-, Organisa-, Ostenta-, Ova-, Ovula-, Perfek-, Perfora-, Peti-, Por-, Posi-, Prädestina-, Präpara-, Präposi-, Präven-, Produk-, Progress-, Prohibi-, Proklama-, Promo-, Propor-, Prostitu-, Protek-, Provoka-, Publika-, Ratifik-, Ra-, Redak-, Reduk-, Reduplika-, Reforma-, Rehabilita-, Rekaptitula-, Reklama-, Rekrea-, Rek-, Rela-, Relega-, Renova-, Repara-, Repeti-, Repräsenta-, Reputa-, Reserva-, Resigna-, Resolu-, Restaura-, Restitu-, Restrik-, Revolu-, Rezep-, Rota-, Säkularisa-, Sank-, Satisfak-, (Sciencefic-,) Segrega-, Sek-, Selek-, Sensa-, Separa-, Simula-, Situa-, Spekula-, Spezifika-, Stagna-, Sta-, Stimula-, Stipula-, Strangula-, Subordina-, Subskrip-, Substitu-, Subven-, Tradi-, Transak-, Transforma-, Transplanta-, Transposi-, Varia-, Vegeta-, Ventila-, Verifika-, Vibra-, Visita-, Zelebra-, Zirkula-; Hw.: s. …ion; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. …tio; E.: s. lat. …tio, Suff., …tion; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. -tion, Duden s. u. -tion; Son.: vgl. nndl. …tie, Suff., …tion; frz. …tion, Suff., …tion; nschw. …tion, Suff., …tion; nnorw. …sjon, Suff., …tion; poln. …cja, Suff., …ion; lit. …cija, Suff., …tion; GB.: vielleicht seit 12. Jh. verwendete und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von meist von Verben abgeleiteten weiblichen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: …tion, …tionen+FW(+EW); Z.: -t-io-n
Tip, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tip, Hinweis; ne. tip (N.); Vw.: -; Hw.: s. tippen (1), tippen (2); Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. tip; E.: s. ne. tip, N., Spitze, Anstoßen; über Mittelenglisch von an. typpa, sw. V., mit Kopfputz versehen (V.); verwandt mit germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; s. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Tip, fehlt DW, EWD s. u. Tip, Duden s. u. Tip, Bluhme s. u. Tip; Son.: vgl. nndl. tip, Sb., Tip; nschw. tip, Sb., Tip; nnorw. tips, N., Tip; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über Mittelenglisch und Altnordisch mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht vor allem seit Entwicklung von Sprache des Menschen möglichen gegebenen Hinweis; BM.: Ende; F.: Tip, Tips+FW; Z.: Tip
Tipi, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Tipi, Indianerzelt; ne. tipi, tepee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: indianisches Lw.; E.: aus einer Sprache der Prärieindianer (Dakota, Lakota); von ti, thi, V., wohnen, verweilen; pi, V., benutzen; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tipi; Son.: vgl. nndl. tipi, Sb., Tipi; frz. tipi, M., Tipi; nschw. tipi, Sb., Tipi; nnorw. tipi, M., Tipi; poln. tipi, M., Tipi; nir. típí, M., Tipi; lit. tipi, M.?, Tipi; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer Sprache der Prärieindianer Nordamerikas aufgenommene Bezeichnung für das mit Leder oder Leinwand überspannte kegelförmige Indianerzelt; BM.: wohnen, benutzen; F.: Tipi, Tipis+FW; Z.: Ti-pi
tippeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. tippeln, wandern, zu Fuß gehen; ne. foot (V.) it; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. tippeln, fehlt DW, EWD s. u. tippeln, Duden s. u. tippeln, Bluhme s. u. tippeln; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für (einen lästigen Weg) wandern oder zu Fuß gehen; BM.: lautmalend; F.: tippeln, tippel (!), tipple, tippelst, tippelt, tippelte, tippeltest, tippelten, tippeltet, getippelt, ##getippelt, getippelte, getippeltes, getippeltem, getippelten, getippelter##, tippelnd, ###tippelnd, tippelnde, tippelndes, tippelndem, tippelnden, tippelnder###, tippel (!)+EW; Z.: tipp-el-n
tippen (1), nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tippen (V.) (1), antippen, drücken, stoßen; ne. type (V.), tap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tip; Q.: 16. Jh.; E.: aus dem niederdeutschen Bereich stammend; vielleicht lautmalend; L.: Kluge s. u. tippen, DW 21, 504, EWD s. u. tippen 2, Duden s. u. tippen, Bluhme s. u. tippen; Son.: vgl. nndl. typen, V., tippen (V.) (1); nnorw. tippe, V., tippen (V.) (1); BM.: lautmalend?; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl in dem niederdeutschen Bereich lautmalend gebildete Bezeichnung für drücken oder stoßen; F.: tippen, tippe, tippst, tippt, tippest, tippet, tippte, tipptest, tippten, tipptet, getippt, ##getippt, getippte, getipptes, getipptem, getippten, getippter##, tippend, ###tippend, tippende, tippendes, tippendem, tippenden, tippender###, tipp (!)+EW; Z.: tipp-en
tippen (2), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. tippen (V.) (2), vermuten, wetten, eine Vorhersage machen; ne. bet (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tip; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. tip; E.: s. ne. tip, V., tippen (V.) (2); über Mittelenglisch von an. typpa, sw. V., mit Kopfputz versehen (V.); verwandt mit germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; s. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Tip, DW 21, 504, EWD s. u. Tip, Duden s. u. tippen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Mittelenglische und das Altnordische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches vermuten oder wetten oder eine Vorhersage machen; BM.: Schwanz bzw. Spitze; F.: tippen, tippe, tippst, tippt, tippest, tippet, tippte, tipptest, tippten, tipptet, getippt, ##getippt, getippte, getipptes, getipptem, getippten, getippter##, tippend, ###tippend, tippende, tippendes, tippendem, tippenden, tippender###, tipp (!)+FW+EW; Z.: tip-p-en
tipptopp, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tipptopp, tadellos, einwandfrei; ne. tiptop; Vw.: -; Hw.: s. Tip, top…; Q.: Ende 19. Jh.; E.: ne. tiptop; E.: von ne. tiptop, Adj., tiptop; vgl. ne. tip, N., Spitze, Anstoßen; über Mittelenglisch von an. typpa, sw. V., mit Kopfputz versehen (V.); verwandt mit germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; s. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); ne. top, N., Spitze, Oberteil; ae. topp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Quaste, Zipfel, Kreisel; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; s. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. tipptopp, fehlt DW, EWD s. u. tipptopp, Duden s. u. tipptopp; Son.: vgl. nndl. tiptop, Adj., tipptopp; nschw. tiptop, Adj., tipptopp; nnorw. tipptopp, Adj., tipptopp; poln. tip-top, Adj., tipptopp; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Mittelenglische und das Altnordische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für vielleicht sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches tadellos oder einwandfrei; BM.: Spitze der Spitze; F.: tipptopp, tipptoppe, tipptoppes, tipptoppem, tipptoppen, tipptopper+FW(+EW); Z.: tip-p-top-p
Tirade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tirade, Wortschwall, Worterguss, Ausführung; ne. tirade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. tirade; E.: s. frz. tirade, F., länger anhaltendes Ziehen, langgezogener Vortrag; it. tirada, F., Tirade; vgl. it. tirare, V., ziehen; vulgärlat. *tirare, V., ziehen, schießen; lat. tīro (1), M., junger Soldat, Rekrut, Anfänger, Lehrling; wohl entlehnt von einem gr. *τείρων (téirōn), s. Walde/Hofmann 2, 685; L.: Kluge s. u. Tirade, DW 21, 504, EWD s. u. Tirade, Duden s. u. Tirade; Son.: vgl. nndl. tirade, Sb., Tirade; nschw. tirad, Sb., Tirade; nnorw. tirade, M., Tirade; poln. tyrada, F., Tirade; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie mit dem Vulgärlateinischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen Wortschwall oder Worterguss oder eine Ausführung eines Menschen; BM.: ziehen; F.: Tirade, Tiraden+FW; Z.: Tir-ad-e
Tiramisu, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tiramisu, eine Süßspeise; ne. tiramisu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. tiramisù; E.: s. it. tiramisù, M., Tiramisu; von it. tirami su, V., zieh mich hoch, mach mich munter; it. tirare, V., ziehen, werfen; mlat. tirāre, V., ziehen; von lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); oder (nach Gamillscheg 850a) über das Fränkische von germ. *teran, sw. V., reißen, zerreißen; idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); it. su, Präp., Adv., auf, über, herauf; lat. sursum, Adv., aufwärts, in die Höhe gerichtet, geradeaus, oberwärts, oben, nach oben, auf und nieder, oben und unten; lat. sub, Präp., unter, unterhalb, unten an, an, vor; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tiramisu; Son.: vgl. nndl. tiramisu, Sb., Tiramisu; frz. tiramisu, M., Tiramisu; nschw. tiramisu, Sb., Tiramisu; nnorw. tiramisu, M., Tiramisu; poln. tiramisu, M., Tiramisu; lit. tiramisu, M.?, Tiramisu; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und aus dem Doppelrahmfrischkäse Mascarpone und mit Kaffee getränkten Löffelbiskuits gebildete Süßspeise; BM.: zieh mich hoch; F.: Tiramisu, Tiramisus+FW; Z.: Tir-a-mi-su
Tisch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tisch, Esstisch; ne. table (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tisch, tis, disch, disk, st. M., Tisch, Speisetafel, Essen (N.), Mahlzeit, Krämertisch; mnd. disch, disk, M., Tisch, Tisch mit Tischkasten, Lade, Geldlade, Speisetisch, Tischplatte, Mahlzeit; mnl. disc, M., Tisch; ahd. tisk*, tisc, st. M. (i), Tisch, Schüssel, Dreifuß, Speisebrett; as. disk*, st. M. (i), Tisch, Gericht (N.) (2); anfrk. disk, disc, st. M. (a), Tisch; germ. *disku, *diskuz, st. M. (u), Tisch, Speisebrett, Schüssel; lat. discus, M., Teller, Wurfscheibe, Diskus; gr. δίσκος (dískos), M., Wurfscheibe, Diskus; vgl. gr. δικεῖν (dikeīn), V., werfen; vgl. gr. δείκνυμι (deíknymi), V., zeigen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Tisch, Kluge s. u. Tisch, DW 21, 505, EWD s. u. Tisch, Duden s. u. Tisch, Bluhme s. u. Tisch; Son.: vgl. afries. -; ae. disc, dix, st. M. (a), Platte, Schüssel, Napf; an. diskr, st. M. (a), Teller; got. *disks, *diskus, st. M. (u?), Tisch; nndl. dis, Sb., Tisch; ne. dish, N., Speise; frz. disque, M., Scheibe; nschw. disk, Sb., Theke; nnorw. disk, M., Theke; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein aus einer geraden viereckigen Platte und in der Regel vier Beinen bestehendes sowie zu dem Arbeiten und auch dem zusätzlichen Sitzen auf daneben gestellten Stühlen bei dem Essen (N.) dienendes Möbelstück; BM.: Scheibe; F.: Tisch, Tisches, Tischs, Tische, Tischen+FW(+EW); Z.: Ti-sch
$tischen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tischen, auf einen Tisch bringen; Vw.: s. auf-; L.: Kluge s. u. Tisch, DW 21, 513,EWD s. u. Tisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Tisch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen seit der Erfindung des Tisches entwickeltes und verwendetes auf einen Tisch bringen; F.: tischen (!), tische (!), tischst, tischt, tischest, tischet, tischte, tischtest, tischten, tischtet, getischt, ##getischt, getischte, getischtes, getischtem, getischten, getischter##, tischend, ###tischend, tischende, tischendes, tischendem, tischenden, tischender###, tisch (!)+FW+EW; Z.: ti-sch-en
$Tischler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tischler, Schreiner, Hersteller von Tischen, Möbelhersteller; E.: s. Tisch, s. (e)l (Suff.), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Tischler, DW 21, 517, EWD s. u. Tisch; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tisch und (e)l (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Hersteller von Tischen und anderen Möbeln; F.: Tischler, Tischlers, Tischlern+EW; Z.: Ti-sch-l-er
Titan (1), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Titan (M.) (1), ein besonders großer Riese; ne. titan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: von lat. Tītān, M., Titan (M.) (1); lat. Tītānus, M., Titan (M.) (1); gr. Τιτάν (Titán), M., Titan (M.) (1); keine Etymologie?, s. Frisk 2, 904; L.: Kluge s. u. Titan 1, DW 21, 521 (Titanen), Duden s. u. Titan; Son.: vgl. nndl. titan, Sb., Titan (M.) (1); frz. titan, M., Titan (M.) (1); nschw. titan, Sb., Titan (M.) (1); nnorw. titan, M., Titan (M.) (1); poln. tytan, M., Titan (M.) (1); kymr. titan, M., Titan (M.) (1); nir. tiotán, M., Titan (M.) (1); lit. titanas, M., Titan (M.) (1), Riese; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung des Menschen seit unbekannter Zeit besonders großen Riesen; BM.: ?; F.: Titan, Titanen+FW; Z.: Titan
Titan (2), nhd., N., (18. Jh.): nhd. Titan (M.) (2), ein Metall; ne. titanium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1795; E.: von gr. Τιτάν (Titán), M., Titan (M.) (1); keine Etymologie?, s. Frisk 2, 904; L.: Kluge s. u. Titan 2, DW 21, 521, Duden s. u. Titan; Son.: vgl. nndl. titaan, Sb., Titan (M.) (2); frz. titane, M., Titan (M.) (2); nschw. titan, Sb., Titan (M.) (2); nnorw. titan, N., Titan (M.) (2); lit. titanas, M., Titan (M.) (2); GB.: seit 1795 belegte und der Mythologie der Griechen entnommene Bezeichnung für ein 1791 von William Gregor in Titaneisen in England und nochmals 1795 von dem Chemiker Martin Heinrich Klaproth (Wernigerode 1743-Berlin 1817) in den Hauzenberger Graphitgruben in dem Bayerischen Wald entdecktes silbrigweißes und hartes sowie vor allem in Australien und Skandinavien und Nordamerika und dem Ural und Malaysia sowie Paraguay vorkommendes und von Menschen als Legierungsbestandteil für Stahl verwendetes Leichtmetall (chemisches Element Nr. 22, abgekürzt Ti); BM.: es wurde ein beliebiger Name aus der griechischen Mythologie zu der Benennung des neu entdeckten Metalls gewählt; F.: Titan, Titans+FW; Z.: Titan
Titel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Titel, Aufschrift, Inschrift, Überschrift, Name (eines Buches oder Werkes); ne. title (N.); Vw.: -; Hw.: s. titeln, tituliieren; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. titel, tittel, titulus, tütel, st. M., Titel; mnd. titel (1), tittel, M., Titel, Inschrift, Aufschrift, Überschrift, Buchtitel; ahd. titul*, st. M. (a), Titel, Aufschrift, Strich, Schriftzug; ahd. titulo, M. (indekl.), Titel, Aufschrift; lat. titulus, M., Überschrift, Titel, Aufschrift, (81-43 v. Chr.); Herkunft unklar, wohl etr. Einfluss vorhanden, s. Walde/Hofmann 2, 686; L.: Kluge 1. A. s. u. Titel, Kluge s. u. Titel, DW 21, 522, EWD s. u. Titel, Duden s. u. Titel, Bluhme s. u. Titel; Son.: vgl. nndl. titel, Sb., Titel; frz. titre, M., Titel; nschw. titel, Sb., Titel; nnorw. tittel, M. Tittel; poln. tytuł, M., Titel; kymr. teitl, M., Titel; nir. teideal, M., Titel; lit. titulas, M., Titel; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unklare und vielleicht aus dem Etruskischen kommende Bezeichnung für jemandes Rang und für den besonderen Namen eines Buches oder Werkes; BM.: ?; F.: Titel, Titels, Titeln+FW(+EW); Z.: Titel
titeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. titeln, betiteln, mit einem Titel oder besonderen Namen versehen (V.); ne. title (V.), headline (V.), entitle; Vw.: -; Hw.: s. Titel, titulieren; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. titelen, sw. V., titeln, mit einem Titel versehen (V.); mnd. titelen, sw. V., „titeln“, mit einem Titel versehen (V.), betiteln; ahd. titulōn*, sw. V. (2), betiteln; lat. titulāre, V., titulieren, betiteln, benennen, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. titulus, M., Überschrift, Titel, Aufschrift; Herkunft unklar, wohl etr. Einfluss vorhanden, s. Walde/Hofmann 2, 686; L.: Kluge s. u. Titel, DW 21, 526, EWD s. u. Titel, Duden s. u. titeln; Son.: vgl. nndl. titelen, V., titeln; frz. intituler, V., titeln; nnorw. title, V., titeln; kymr. teitlo, V., titeln; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Titel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Menschen oder ein Amt oder ein Werk mit einem Titel oder besonderen Namen versehen (V.); BM.: ?; F.: titeln (!), titel (!), title, titele, titelst, titelt, titelte, titeltest, titelten, titeltet, getitelt, ##getitelt, getitelte, getiteltes, getiteltem, getitelten, getitelter##, titelnd, ###titelnd, titelnde, titelndes, titelndem, titelnden, titelnder###, titel (!)+FW(+EW); Z.: titel-n
Titte, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Titte, Brustdrüse, Brustwarze; ne. tit (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Zitze; Q.: 20. Jh.; E.: niederdeutsche Entsprechung von Zitze; s. mnd. titte, M., F., Titte, Busen, weibliche Brust, Zitze, Euter, Saugwerk, bestimmter Teil einer Pumpenvorrichtung; s. mhd. tite, M., Titte; mhd. tite, titte, sw. M., Titte, Brustwarze, Brustdrüse, weibliche Brust; mnd. titte, M., F., Titte, Busen, weibliche Brust; mnl. tette, tet, F., Zitze, Brustwarze; vgl. ahd. tutta, sw. F. (n), Tutte, Brustwarze, Zitze, Brust, ahd. tutto 5, sw. M. (n), Brustwarze, Zitze, Brust, germ. *tut-, *tutt-, Sb., Zitze, Tutte; s. idg. *tata-, *tē̆ta-, Sb., Vater, Zitze, Pokorny 1056 (1832/9) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Titte, DW 21, 527, Duden s. u. Titte; Son.: vgl. nschw. tutte, Sb., Titte; GB.: seit 20. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit der Entstehung von Primaten vorhandene weibliche Brust oder Brustdrüse oder Brustwarze; BM.: Vater?; F.: Titte, Titten+EW; Z.: Tit-t-e
$Titulatur, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Titulatur, Gesamtheit eines Titels; E.: s. Titel; L.: Kluge s. u. Titel, DW 21, 527; GB.: vielleicht seit dem 17. Jh. belegte und aus lat. titul(us) und titula(re) sowie tura (Suff.) gebildete und umgebildete Bezeichnung für die Gesamtheit eines Titels eines Menschen oder Amtes oder Werkes; F.: Titulatur, Titulaturen+FW(+EW); Z.: Titul-at-ur
titulieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. titulieren, mit einem Titel versehen (V.); ne. title (V.); Vw.: -; Hw.: s. Titel, titeln; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. titulāre; E.: s. mhd. titulieren, sw. V., titulieren; mnd. titulēren, titelēren, sw. V., nennen, bezeichnen, mit einem bestimmten Titel bezeichnen, mit einer bestimmten Anrede ansprechen, titulieren, weihen, widmen, Namen geben; lat. titulāre, V., titulieren, betiteln, benennen, erwähnen, aufführen, schriftlich niederlegen, schreiben, (um 160-220 n. Chr.); lat. titulus, M., Titel, Überschrift, Aufschrift; weitere Herkunft unklar, wohl etr. Einfluss vorhanden; L.: Kluge s. u. Titel, DW 21, 527, EWD s. u. Titel, Duden s. u. titulieren; Son.: vgl. nschw. titulera, V., titulieren; nnorw. titulere, V., titulieren; poln. tytołować, V., titeln; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich schon in dem Altertum mögliches mit einem Titel versehen (V.); BM.: ?; F.: titulieren, tituliere, titulierst, tituliert, titulierest, titulieret, titulierte, tituliertest, titulierten, tituliertet, ##tituliert, titulierte, tituliertes, tituliertem, titulierten, titulierter##, titulierend, ###titulierend, titulierende, titulierendes, titulierendem, titulierenden, titulierender###, titulier !)+FW+EW; Z.: titul-ier-en
Tjost, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tjost, ritterlicher Zweikampf, ritterliches Zweikampfspiel, ritterlicher Zweikampf zu Pferde; ne. jousting (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. tjost, tjust, tjüst, jost, just, schust, M., ritterlicher Zweikampf mit dem Speer, Speerstoß in einem Zweikampf, Turnierkampf, Zweikampf, Lanzenstoß; mhd. tjoste, tjuste, joste, juste, schuste, kuste, st. F., ritterlicher Zweikampf mit dem Speer, Speerstoß in einem Zweikampf; mnd. djost, djoste, diost, joste, yoste, M., Tjost, ritterlicher Zweikampf mit dem Speer, Turnierkampf; s. mhd. tjost, M., ritterlicher Zweikampf mit dem Speer; mnd. dust (3), zdyust, zdust, zdiust, Sb., Tjost, ritterlicher Zweikampf, Belustigung, Tanz, Lustbarkeit; afrz. jouste, vgl. lat. iūxtā, Adv., dicht nebeneinander, nahe bei; idg. *i̯ug-, V., Sb., Adv., verbinden, Jochgenosse, Gefährte, geschirrt, Pokorny 509; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tjost; Son.: vgl. nnorw. dysting, M., Tjost; nir. giústail, Tjost; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums (iuxta) und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit von Männern mit scharfen Waffen geführten ritterlichen Zweikampf zu Pferde; BM.: verbinden; F.: Tjost, Tjostes, Tjosts, Tjoste, Tjosten+FW; Z.: Tjo-st
Toast, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Toast, geröstetes Weißbrot, Trinkspruch; ne. toast; Vw.: -; Hw.: s. toasten; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. toast; E.: s. ne. toast, N., Toast; vgl. ne. toast, V., rösten (V.) (1); afrz. toster, V., rösten (V.) (1); lat. tōstus, Adj., getrocknet; vgl. lat. torrēre, V., dörren, ausdörren, braten, backen; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Toast, DW 21, 527, EWD s. u. Toast, Duden s. u. Toast; Son.: vgl. nndl. toost, Sb., Toast; frz. toast, M., Toast; nschw. toast, Sb., Toast; nnorw. toast, M., Toast; poln. toast, M., Toast; kymr. tost, M., Toast; nir. tósta, M., Toast; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Altfranzösische mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein geröstetes Weißbrot (in Scheiben) oder einen Trinkspruch (bei einer gemeinschaftlichen Feier); BM.: trocknen; F.: Toast, Toasts, Toaste, Toasten+FW; Z.: Toas-t
toasten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. toasten, einen Trinkspruch ausbringen, (Brot) rösten; ne. toast (V.); Vw.: -; Hw.: s. Toast; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. toast; E.: s. ne. toast, V., toasten, rösten (V.) (1); afrz. toster, V., rösten (V.) (1); lat. tōstus, Adj., getrocknet; vgl. lat. torrēre, V., dörren, ausdörren, braten, backen; idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Toast, fehlt DW, EWD s. u. Toast, Duden s. u. toasten; Son.: vgl. nndl. toosten, V., toasten; kymr. tostio, V., toasten; nir. tóstaim, V., toasten; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie über das Altfranzösische mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen Trinkspruch ausbringen oder (Brot) rösten; BM.: trocknen; F.: toasten (!), toaste (!), toastest, toastet, toastete, toastetest, toasteten, toastetet, getoastet, ##getoastet, getoastete, getoastetes, getoastetem, getoasteten, getoasteter##, toastend, ###toastend, toastende, toastendes, toastendem, toastenden, toastender###, toast (!)+FW; Z.: toas-t-en
$Toaster, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Toaster, ein Gerät für elektrisches Rösten von Backwaren; ne. toaster; E.: s. Toast, s. toasten; L.: Kluge s. u. Toast, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1908 belegte und aus Toast und er (Suff.) gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung eines von Albert Marsh vorbereiteten und 1908 patentierten Geräts für das elektrische Rösten von Backwaren; F.: Toaster, Toasters, Toastern+FW; Z.: Toas-t-er
Tobel, nhd. (ält.), M., N., (10. Jh.): nhd. Tobel, Waldschlucht; ne. glen, ravine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. tobel, st. M., Waldtal, Schlucht; ahd. tobil, st. M. (a)?, Bergschlucht, Waldschlucht; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht entlehnt von lat. tubus, M., Röhre, Wasserröhre?; germ. *dūban, st. V., einsinken, tauchen?; idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tobel, Kluge s. u. Tobel, DW 21, 528, Falk/Torp 209, Seebold 155, Duden s. u. Tobel; Son.: vgl. ? lit. daubà, F., Schlucht; ksl. dupina, F., Loch; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdkruste mögliche Waldschlucht; BM.: tief; F.: Tobel, Tobels, Tobeln+FW?+EW; Z.: Tob-el
toben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. toben, außer sich sein (V.), sich wie rasend gebärden, rasend werden, tobend sich auslassen; ne. rage (V.), riot (V.); Vw.: -; Hw.: s. taub; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. toben (1), töben, doben, doven, sw. V., toben, tollen, rasen, wüten, außer sich geraten (V.), in Wut geraten (V.), unsinnig handeln, unsinnig reden, von Sinnen sein (V.), Verrat begehen; mnd. dōven, sw. V., toben, lärmen, rasen, toll sein (V.), unsinnig sein (V.), unruhig sein (V.); ahd. tobōn, sw. V. (2), toben, wüten, rasen; ahd. tobēn*, sw. V. (3), toben, toll sein (V.), lärmend herumschwärmen; as. dovōn*, sw. V. (2), toben; germ. *dubōn, sw. V., toben; germ. *dubēn, *dubǣn, sw. V., betäubt sein (V.), erlahmen; idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; s. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. toben, Kluge s. u. toben, DW 21, 528, EWD s. u. toben, Falk/Torp 209, Duden s. u. toben, Bluhme s. u. toben; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches außer sich sein (V.) oder sich wie wahnsinnig gebärden; BM.: wirbeln; F.: toben, tobe, tobst, tobt, tobest, tobet, tobte, tobtest, tobten, tobtet, getobt, ##getobt, getobte, getobtes, getobtem, getobten, getobter##, tobend, ###tobend, tobende, tobendes, tobendem, tobenden, tobender###, tob (!)+EW; Z.: to-b-en
$Tobsucht, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Tobsucht, (krankhafter) Zustand höchster Erregung; E.: s. tob(en), s. Sucht; L.: DW 21, 531, EWD s. u. toben; GB.: tobesuht seit 1172-1190 belegte und aus tobe(n) und Sucht gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen ausnahmsweise möglichen (krankhaften) Zustand höchster Erregung; F.: Tobsucht+EW; Z.: To-b—such-t
$tobsüchtig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. tobsüchtig, höchst erregt; L.: DW 21, 532, EWD s. u. toben; GB.: (tobesühtic) seit 12. Jh. (vor 1200) belegte und aus Tobsucht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen ausnahmsweise mögliches höchst erregt; F.: tobsüchtig, tobsüchtige, tobsüchtiges, tobsüchtigem, tobsüchtigen, tobsüchtiger(, tobsüchtigere, tobsüchtigeres, tobsüchtigerem, tobsüchtigeren, tobsüchtigerer, tobsüchtigst, tobsüchtigste, tobsüchtigstes, tobsüchtigstem, tobsüchtigsten, tobsüchtigster)+EW; Z.: to-b—süch-t-ig
Tochter, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tochter, weibliches Kind; ne. daughter; Vw.: -; Hw.: s. Tichter; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tohter, anom. F., sw. F., Tochter; mnd. dochter, F., Tochter; mnl. dochter, F., Tochter; ahd. tohter, st. F. (er), sw. F. (n), Tochter; as. dohtar, st. F. (er), sw. F. (er), Tochter; anfrk. dohter*, st. F. ®, Tochter; germ. *duhter, F. (kons.), Tochter; idg. *dʰugʰəter, *dʰugəter, *dʰugh₂tér, F., Tochter, Pokorny 277 (415/63) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tochter, Kluge s. u. Tochter, DW 21, 532, EWD s. u. Tochter, Falk/Torp 207, Duden s. u. Tochter, Bluhme s. u. Tochter; Son.: vgl. afries. dochter, F. (kons.), Tochter; nfries. dochter, doayter, F., Tochter; ae. dohtor, F. (kons.), Tochter; an. dōttir, F. (kons.), Tochter; got. daúhtar, st. F. ®, Tochter; nndl. dochter, Sb., Tochter; nschw. dotter, Sb., Tochter; nnorw. datter, M., F., Tochter; ai. guhitár-, F., Tochter; gr. θυγάτηρ (thygátēr), F., Tochter; gall. tuxtir, F., Tochter; lit. duktė̃, F., Tochter; ksl. dusti, F., Tochter; toch. A ckācar, F., Tochter; toch. B tkācer, F., Tochter; hieroglyphenluwisch tuwatari, F., Tochter; GB.: (tohter) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen unmittelbaren weiblichen Nachkommen eines Menschen oder ein weibliches Kind eines Vaters und einer Mutter; BM.: ?; F.: Tochter, Töchter, Töchtern+EW; Z.: Tochter
Tod, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tod, Sterben; ne. death; Vw.: -; Hw.: s. tot, töten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tōt (2), st. M., Tod, Ende, Sterben, Lebensende, Toter, Leichnam, gewaltsamer Tod, Tötung, Todesstrafe; mnd. dōt (1), dot, dōd, M., F., Tod, Totschlag, Anklage des Totschlags; mnl. doot, M., Tod; ahd. tōd, st. M. (a), Tod, Untergang; as. dôth*, st. M. (a), Tod; anfrk. dōd* (2), dōt, st. M. (u), Tod; germ. *dauþu-, *dauþuz, st. M. (u), Tod; s. idg. *dʰeu- (2), V., Sb., hinschwinden, sterben, Tod, Pokorny 260 (394/42) (RB. idg. aus arm., ital.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tod, Kluge s. u. Tod, DW 21, 537, EWD s. u. Tod, Falk/Torp 199, Seebold 148, Duden s. u. Tod, Bluhme s. u. Tod; Son.: vgl. afries. dâth, dât, dâd (2), st. M. (a), Tod, Totschlag; saterl. dae; ae. déaþ, st. M. (a?, u?), Tod; an. dauðr (1), st. M. (u), Tod; got. dauþus, st. M. (u), Tod; nndl. dood, Sb., Tod; nschw. död, Sb., Tod; nnorw. død, M., Tod; lat. fūnus, N., Leichenbegängnis; air. duine, Sb., Mensch; lit. dvesti, V., verenden; ksl. daviti, V., würgen, erwürgen; GB.: (tōd) seit um 765 belegte Bezeichnung für das Sterben oder den sachlich seit Beginn des Lebens möglichen Zeitpunkt und Vorgang des Aufhörens aller Lebensfunktionen eines einzelnen Lebewesens; BM.: sterben; F.: Tod, Todes, Tods, Tode, Toden+EW; Z.: To-d
$Todesangst, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Todesangst; E.: s. Tod, s. es, s. Angst; L.: DW 21, 553, EWD s. u. Tod; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tod und es (Suff.) sowie Angst gebildete Bezeichnung für die vielfach bei Lebewesen in Angst und körperlichen Erscheinungen wie Zittern oder Schwitzen oder Schwindel oder Herzrasen oder Krämpfen oder Schmerzen erkennbare Angst vor dem unabwendbaren Ende des eigenen Lebens; F.: Todesangst, Todesängste, Todesängsten+EW; Z.: To-d-es—ang-st
$Todeskandidat, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Todeskandidat; E.: s. Tod, s. es, s. Kandidat; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kandidat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tod und es sowie Kandidat gebildete Bezeichnung für einen Menschen dem das Ende des (eigenen) Lebens unmittelbar bevorsteht; F.: Todeskandidat, Todeskandidaten+EW+FW; Z.: To-d-es—kand-id-at
$Todesstrafe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Todesstrafe; E.: s. Tod, s. es, s. Strafe; L.: DW 21, 575, EWD s. u. Tod; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Tod und es (Suff.) sowie Strafe gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung der jedenfalls um 1700 v. Chr. schon bezeugten durch den Menschen möglichen Strafe in der Form der Tötung eines Menschen durch Aussetzen oder elektrischen Stuhl (Strom) oder Erhängen oder Erschießen oder Erschlagen oder Erstechen oder Ersticken oder Ertränken oder Erwürgen oder Köpfen oder Kreuzigen oder Steinigen oder Stürzen von einem Felsen oder Verbrennen (Scheiterhaufen) oder Vergiften; F.: Todesstrafe, Todesstrafen+EW; Z.: To-d-es—stra-f-e
$Todfeind, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Todfeind; E.: s. Tod, s. Feind; L.: DW 21, 582, EWD s. u. Tod, GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Tod und Feind gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen den Tod seines Feindes anstrebenden Menschen; F.: Todfeind, Todfeindes, Todfeinds, Todfeinde, Todfeinden+EW; Z.: To-d—fei-nd
$todkrank, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. todkrank, sterbenskrank; E.: s. Tod, s. krank; L.: EWD s. u. Tod, DW 21, 584; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Tod und krank gebildete Bezeichnung für sehr schwer krank und dadurch dem Tode oder dem Sterben nahe; F.: todkrank, todkranke, todkrankes, todkrankem, todkranken, todkranker+EW; Z.: to-d—kra-nk
$tödlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. tödlich; E.: s. Tod, lich; L.: Kluge s. u. Tod, DW 21, 584, EWD s. u. Tod; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Tod und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches den Tod bewirkend; F.: tödlich, tödliche, tödliches, tödlichem, tödlichen, tödlicher(, tödlichere, tödlicheres, tödlicherem, tödlicheren, tödlicherer, tödlichst, tödlichste, tödlichstes, tödlichstem, tödlichsten, tödlichster)+EW; Z.: tö-d-lich
$todmüde, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. todmüde; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Tod, s. müde; L.: DW 21, 584, EWD s. u. Tod; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tod und müde gebildete Bezeichnung für sehr müde und dadurch vielleicht nach der eigenen Vorstellung dem Tode nahe; F.: todmüde, todmüdes, todmüdem, todmüden, todmüder+EW; Z.: to-d—mü-d-e
$Todsünde, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Todsünde; E.: s. Tod, s. Sünde; L.: DW 21, 588, EWD s. u. Tod; GB.: seit 1250-1272 belegte und nach lat. peccatum mortale aus Tod und Sünde gebildete Bezeichnung für eine nach der Vorstellung einer (christlichen) Kirche besonders schwere und deshalb eigentlich den Tod verdienende Sünde wie Hochmut oder Habgier oder Wollust oder Zorn oder Völlerei oder Neid oder Trägheit; F.: Todsünde, Todsünden+EW; Z.: To-d—sü-nd-e
Toga, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Toga, ein Obergewand; ne. toga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. toga; E.: s. lat. toga, F., Bedeckung, Bedachung, Toga, Zivilamt; s. idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 21, 630, Duden s. u. Toga; Son.: vgl. nndl. toga, Sb., Toga; frz. toge, F., Toga; nschw. toga, Sb., Toga; nnorw. toga, M., Toga; poln. toga, F., Toga, Robe; kymr. toga, F., Toga; nir. toga, M., Toga; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des in Rom des Altertums entwickelten und verwendeten weiten Obergewand der vornehmen Römer von etwa sechs Metern Länge und zweieinhalb Metern Breite; BM.: decken; F.: Toga, Togen+FW; Z.: Tog-a
Tohuwabohu, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tohuwabohu, Durcheinander, Chaos; ne. tohu wa-bohu; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1817 (Goethe); I.: Lw. hebr. tohû wạ vohû; E.: s. hebr. tohû wạ vohû, Sb., Wüste und Öde (nach der lutherischen Übersetzung des Anfangs der Genesis); L.: Kluge s. u. Tohuwabohu, fehlt DW, EWD s. u. Tohuwabohu, Duden s. u. Tohuwabohu; Son.: vgl. frz. tohu-bohu, M., Tohuwabohu; GB.: seit 1817 belegte und aus dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich vielleicht auch schon früher mögliches (völliges) Durcheinander; BM.: wüst und leer; F.: Tohuwabohu, Tohuwabohus+FW; Z.: Tohu-wabohu
toi toi toi, nhd., Interj., (19. Jh.): nhd. toi toi toi, viel Glück!; ne. toi toi toi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: aus dem Norddeutschen, lautlicher Ersatz für eine dreifache abergläubische Handlung; L.: Kluge s. u. toi, toi, toi, fehlt DW, Duden s. u. toi, toi, toi; Son.: vgl. nschw. tvi tvi tvi, Interj., toi toi toi; GB.: seit 19. Jh. belegter und aus dem Norddeutschen aufgenommener lautlicher Ersatz für eine dreifache abergläubische Handlung; BM.: drei Laute?; F.: toi+EW; Z.: toi toi toi
Toilette, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Toilette, Ankleiden und Frisieren, Festgarderobe, Klosett; ne. toilet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. toilette; E.: s. frz. toilette, F., Tüchlein, Toilette; vgl. frz. toile, F., Tuch; lat. tēla, F., Gewebe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. texere, V., flechten, weben; idg. *tek̑t-?, V., flechten, fügen, Pokorny 1058 (1839/16) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Toilette, fehlt DW, EWD s. u. Toilette, Duden s. u. Toilette; Son.: vgl. nndl. toilet, Sb., Toilette; nschw. toalett, Sb., Toilette; nnorw. toalett, N., Toilette; poln. toaleta, F., Toilette; lit. tualetas, M., Toilette; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Sichankleiden und Sichzurechtmachen sowie eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Vorrichtung für die Aufnahme von Kot und Urin des Menschen (Klosett oder Abort); BM.: flechten bzw. weben; F.: Toilette, Toiletten+FW; Z.: Toil-et-t-e
Töle, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Töle, Hündin; ne. bitch, cur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: vielleicht Weiterbildung zu ahd. zōha (1), st. F. (ō), Zohe, Hündin; as. toka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, „Zohe“, Hündin; germ. *tauhō-, *tauhōn, sw. F. (n), Hündin, Zohe, weibliches Zuchttier; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220; vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Töle, fehlt DW, EWD s. u. Töle, Falk/Torp 151, Duden s. u. Töle; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und vielleicht aus dem Althochdeutschen und dem Altsächsischen weitergebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon früher aus dem Wolf durch Zähmung von dem Menschen entwickelte Hündin; BM.: ziehen?; F.: Töle, Tölen+EW; Z.: Tö-l-e
tolerant, nhd., (Part. Präs-=)Adj., (18. Jh.): nhd. tolerant, duldend, duldsam, verständnisvoll; ne. tolerant; Vw.: -; Hw.: s. Toleranz, tolerieren; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. tolerāns; E.: s. lat. tolerāns, (Part. Präs.=)Adj., ertragend, duldend, ausdauernd, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. tolerāre, V., tragen, halten, ertragen (V.), aushalten, erdulden; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tolerieren, DW 21, 631, EWD s. u. tolerant, Duden s. u. tolerant; Son.: vgl. nndl. tolerant, Adj., tolerant; frz. tolérant, Adj., tolerant; nschw. tolerant, Adj., tolerant; nnorw. tolerant, Adj., tolerant; poln. tolerancyjny, Adj., tolerant; lit. tolerantiškas, Adj., tolerant; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für duldend oder duldsam oder verständnisvoll gegenüber anderen Überzeugungen und Einstellungen von Menschen; BM.: dulden; F.: tolerant, tolerante, tolerantes, tolerantem, toleranten, toleranter(, tolerantere, toleranteres, toleranterem, toleranteren, toleranterer, tolerantest, toleranteste, tolerantestes, tolerantestem, tolerantesten, tolerantester)+FW(+EW?); Z.: tol-er-ant
Toleranz, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Toleranz, Dulden, Duldsamkeit, Aufgeschlossenheit; ne. tolerance; Vw.: -; Hw.: s. tolerieren, tolerant; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. lat. tolerantia; E.: s. lat. tolerantia, F., Ertragung, Erduldung, Dulden, Geduld, Obliegen, Verpflichtung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. tolerāre, V., tragen, halten, ertragen (V.), aushalten, erdulden; idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tolerieren, DW 21, 631, EWD s. u. tolerant, Duden s. u. Toleranz; Son.: vgl. nndl. tolerantie, Sb., Toleranz; frz. tolérance, F., Toleranz; nschw. tolerans, Sb., Toleranz; nnorw. toleranse, M., Toleranz; poln. tolerancja, F., Toleranz; lit. tolerancija, F., Toleranz; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Dulden anderer Überzeugungen und Einstellungen und Verhaltensweisen oder eine Duldsamkeit oder Aufgeschlossenheit; BM.: dulden; F.: Toleranz, Toleranzen+FW(+EW?); Z.: Tol-er-anz
tolerieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tolerieren, dulden, gelten lassenhinnehmen; ne. tolerate; Vw.: -; Hw.: s. tolerant, Toleranz; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. tolerāre; E.: s. lat. tolerāre, V., tragen, halten, ertragen (V.), aushalten, erdulden, (170-um 90 v. Chr.); idg. *tel- (1), *telə-, *tlēi-, *tlē-, *tlā-, *telh₂-, V., heben, wägen, tragen, dulden, Pokorny 1060 (1841/18) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tolerieren, DW 21, 631, EWD s. u. tolerieren, Duden s. u. tolerieren; Son.: vgl. nndl. tolereren, V., tolerieren; frz. tolérer, V., tolerieren; nschw. tolerera, V., tolerieren; nnorw. tolerere, V., tolerieren; poln. tolerować, V., tolerieren; lit. toleruoti, V., tolerieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für andere Weltanschauungen oder Verhaltensweisen dulden oder gelten lassen oder hinnehmen; BM.: dulden; F.: tolerieren, toleriere, tolerierst, toleriert, tolerierest, tolerieret, tolerierte, toleriertest, tolerierten, toleriertet, ##toleriert, tolerierte, toleriertes, toleriertem, tolerierten, tolerierter##, tolerierend, ###tolerierend, tolerierende, tolerierendes, tolerierendem, tolerierenden, tolerierender###, tolerier+FW(+EW); Z.: tol-er-ier-en
toll, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. toll, des Verstands beraubt, ungewöhnlich, verrückt, tobsüchtig, großartig; ne. terrific, awesome; Vw.: s. kutten-; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: mhd. tol (1), dol, dul, Adj., töricht, unsinnig, vermessen (Adj.), übermütig, toll, mutig, stattlich, schön, ansehnlich; mnd. dōl (1), dol, Adj., toll, übermütig, hochmütig, vermessen (Adj.); mnl. dol, Adj., töricht, einfältig; ahd. tol* (1), Adj., toll, dumm, töricht, albern; as. dol*, Adj., toll, töricht; anfrk. -; wgerm. *dwula-, *dwulaz, *dula-, *dulaz, Adj., toll, töricht, betäubt; s. idg. *dʰeu̯el-, *dʰu̯el-, V., trüben, wirbeln, Pokorny 265; vgl. idg. *dʰeu- (4), dʰeu̯ə-, dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. toll, Kluge s. u. toll, DW 21, 631, EWD s. u. toll, Seebold 172, Heidermanns 170, Duden s. u. toll, Bluhme s. u. toll; Son.: vgl. afries. doll, dull, dol, Adj., toll, töricht, vermessen (Adj.); nfries. doll, dull, Adj., toll; ae. dol, Adj., töricht, einfältig, anmaßend; ae. *dwol, Adj., ketzerisch; an. -; got. -; nndl. dol, Adj., toll; ne. dull, Adj., langweilig; ? gr. θολερός (tholerós), Adj., schlammig, schmutzig, trübe, verwirrt; ? air. dall, Adj., blind; ? kymr. dall, Adj., blind; lit. dulinė́ti, V., herumlaufen, herumlungern; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung des Menschen mögliches ungewöhnlich oder verrückt oder tobsüchtig oder großartig; BM.: stieben; F.: toll, tolle (!), tolles, tollem, tollen, toller(, tollere, tolleres, tollerem, tolleren, tollerer, tollst, tollste, tollstes, tollstem, tollsten, tollster)+EW; Z.: to-l-l
Tolle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tolle, Haartolle, Haarschopf; ne. quiff; Vw.: -; Hw.: s. Dolde; Q.: 19. Jh.; E.: niederdeutsche Entsprechung von Dolde, s. mhd. tolde, dolde, sw. F., st. F., sw. M., st. M., Dolde, Blütendolde, Baumwipfel, Baumkrone, Spitze, Pflanzenwipfel; mnd. -; ahd. toldo*, sw. M. (n), „Pflanzenkrone“, Dolde, Wipfel; as. -; ahd.? tolda*, sw. F. (n), Baumwipfel; s. ahd. doldom*?, Sb., Höhe (?); as. -; anfrk. -; germ. *dulþō-, *dulþōn, *dulþa-, *dulþan, sw. M. (n), Wipfel, Dolde; s. idg. *dʰā̆l-, V., blühen, grünen, Pokorny 234 (355/3) (RB. idg. aus arm., gr., alb., kelt., germ.?); L.: Kluge s. u. Tolle, DW 21, 637, EWD s. u. Tolle, Duden s. u. Tolle; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit Dolde verbindbare Bezeichnung für ein über einen Kamm gewickeltes und mit diesem auf dem Kopf befestigtes Deckhaar oder für eine in die Stirn fallende Locke oder für einen Haarschopf; BM.: blühen; F.: Tolle, Tollen+EW; Z.: Tol-l-e
$tollen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tollen, wie toll spielen, jagen; E.: s. toll, s. en; L.: Kluge s. u. toll, DW 21, 638, EWD s. u. toll; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus toll und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des tierischen Lebens mögliches wie toll spielen oder jagen; F.: tollen (!), tolle (!), tollst, tollt, tollest, tollet, tollte, tolltest, tollten, tolltet, getollt, ##getollt, getollte, getolltes, getolltem, getollten, getollter##, tollend, ###tollend, tollende, tollendes, tollendem, tollenden, tollender###, toll (!)+EW; Z.: to-l-l-en
$Tollhaus, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Tollhaus, Irrenhaus; E.: s. toll, s. Haus; L.: DW 21, 640, EWD s. u. toll; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. domus mente captorum aus toll und Haus gebildete Bezeichnung für ein Haus herumtollender oder irrer Menschen (Irrenhaus); F.: Tollhaus, Tollhauses, Tollhäuser, Tollhäusern+EW; Z.: To-l-l—hau-s
$Tollheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Tollheit, Tollsein, Verrücktheit; E.: s. toll, heit; L.: Kluge s. u. toll, DW 21, 642, EWD s. u. toll; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus toll und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Tollsein oder Verrücktheit; F.: Tollheit, Tollheiten+EW; Z.: To-l-l-hei-t
$Tollkirsche, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tollkirsche; E.: s. toll, s. Kirsche; L.: Kluge s. u. Tollkirsche, DW 21, 643, EWD s. u. toll; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus toll und Kirsche gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche giftige Pflanze der Nachtschattengewächse; F.: Tollkirsche, Tollkirschen+EW; Z.: Tol-l—kir-sch-e
$tollkühn, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. tollkühn, sehr kühn; E.: s. toll, s. kühn; L.: Kluge s. u. dummdreist, DW 21, 645, EWD s. u. toll; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus toll und kühn gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sehr kühn; F.: tollkühn, tollkühne, tollkühnes, tollkühnem, tollkühnen, tollkühner(, tollkühnere, tollkühneres, tollkühnerem, tollkühneren, tollkühnerer, tollkühnst, tollkühnste, tollkühnstes, tollkühnstem, tollkühnsten, tollkühnster)+EW; Z.: to-l-l—kühn
$Tollwut, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tollwut; E.: s. toll, Wut; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 21, 648 (Tollwuth), EWD s. u. toll; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus toll und Wut gebildete Bezeichnung für eine von einem Tier wie beispielsweise einen Fuchs oder einen Hund auch auf den Menschen übertragbare gefährliche durch ein Virus verursachte Krankheit; F.: Tollwut+EW; Z.: To-l-l—wut
Tolpatsch, Tollpatsch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tolpatsch, Tölpel, ungeschickter Mensch; ne. clumsy fellow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. ungar. talpas; E.: in Verbindung mit der Bedeutung von Tölpel (s. d.) von ungar. talpas, M., Fußsoldat; s. ungar. talpas, Adj., breitfüßig; vgl. ungar. talp, Sb., Sohle; L.: Kluge s. u. Tolpatsch, DW 21, 650, EWD s. u. Tolpatsch, Duden s. u. Tolpatsch; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen ungeschickten und einfältigen Menschen oder Tölpel; BM.: Sohle bzw. Soldat der eine unverständliche Sprache spricht; F.: Tolpatsch, Tolpatschs, Tolpatsches, Tolpatsche, Tolpatschen+FW(+EW?); Z.: Tolp-atsch
Tölpel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tölpel, Tolpatsch, unbeholfener Mensch; ne. hick (M.), clunk (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd. tölpel, st. M., Tölpel, Bauer (M.) (1), bäuerisch roher Mensch; wohl lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Tölpel, Kluge s. u. Tölpel, DW 21, 653, EWD s. u. Tölpel, Duden s. u. Tölpel, Bluhme s. u. Toelpel; Son.: vgl. nschw. tölp, Sb., Tölpel; nnorw. tølper, M., Tölpel; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte Bezeichnung wohl lautmalender Herkunft für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Tolpatsch oder unbeholfenen und einfältigen Menschen; BM.: lautmalend; F.: Tölpel, Tölpels, Tölpeln+EW; Z.: Tölp-el
$Tölpelei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tölpelei, Unbeholfenheit, Einfalt; Q.: Mitte 17. Jh.; L.: DW 21, 666, EWD s. u. Tölpel; GB.: nach mhd. dörperîe seit Mitte 17. Jh. belegte und aus Tölpel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Unbeholfenheit und Einfalt; F.: Tölpelei, Tölpeleien+EW; Z.: Tölp-el-ei
$tölpelhaft, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tölpelhaft, tölpelartig, einfältig; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Tölpel, s. haft; L.: DW 21, 666, EWD s. u. Tölpel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Tölpel und haft gebildete Bezeichnung für sich tölpelartig oder einfältig oder wie ein Tölpel benehmend; F.: tölpelhaft, tölpelhafte, tölpelhaftes, tölpelhaftem, tölpelhaften, tölpelhafter(, tölpelhaftere, tölpelhafteres, tölpelhafterem, tölpelhafteren, tölpelhafterer, tölpelhaftest, tölpelhafteste, tölpelhaftestes, tölpelhaftestem, tölpelhaftesten, tölpelhaftester)+EW; Z.: tölp-el—haf-t
$tölpisch, nhd. (ält.), Adj., (17. Jh.): nhd. tölpisch, tölpelhaft; E.: s. Tölp(el), s. isch; L.: DW 21, 671, EWD s. u. Tölpel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tölp(el) und isch gebildete Bezeichnung für tölpelhaft; F.: tölpisch, tölpische, tölpisches, tölpischem, tölpischen, tölpischer(, tölpischere, tölpischeres, tölpischerem, tölpischeren, tölpischerer, tölpischst, tölpischste, tölpischstes, tölpischstem, tölpischsten, tölpischster)+EW; Z.: tölp-isch
...tom, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. ...tom, Schneiden betreffend; ne. …tom; Vw.: A-, Häma-; Hw.: s. ...tomie; Q.: 15. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τομή (tomḗ), F., abgeschnittenes Stück; vgl. idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. mhd. athom, Sb., Atom; nndl. ...toom, Suff., ...tom; frz. ...tome, Suff., ...tom; nschw. ...tom, Suff., ...tom; nnorw. ...tom, Suff., ...tom; poln. ...tom, Suff., ...tom; kymr. ...tom, Suff., ...tom; nir. ...damh, Suff., ...tom; lit. ...tomas, Suff., ...tom; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu der Bildung von das Schneiden betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...tom, ...toms, ...tomes, ...tome, ...tomen+FW(EW?); Z.: -tom
Tomahawk, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tomahawk, Kriegsbeil, Streitaxt; ne. tomahawk (N.), hatchet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. tomahawk; E.: s. ne. tomahawk, N., Tomahawk; aus der Indianersprache Algonkin tomahak, Sb., Axt, Kriegsbeil; vielleicht von einem *temah-, V., mit einem Werkzeug abschneiden; L.: Kluge s. u. Tomahawk, DW 21, 676, Duden s. u. Tomahawk; Son.: vgl. nndl. tomahawk, Sb., Tomahawk; frz. tomahawk, M., Tomahawk; nschw. tomahawk, Sb., Tomahawk; nnorw. tomahawk, M., Tomahawk; poln. tomahawk, M., Tomahawk; lit. tomahaukas, M., Tomahawk; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar der nordamerikanischen Indianersprache Algonkin aufgenommene Bezeichnung für die möglicherweise schon vor Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) entwickelte und verwendete Streitaxt nordamerikanischer Indianer; BM.: abschneiden; F.: Tomahawk, Tomahawks+FW; Z.: Tomahawk
Tomate, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tomate, eine Pflanze mit roten Früchten; ne. tomato; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. tomate; E.: s. frz. tomate, F., Tomate; span. tomate, M., Tomate; aus der Indianersprache tomātl, Sb., Tomate; L.: Kluge s. u. Tomate, EWD s. u. Tomate, DW 21, 677, Duden s. u. Tomate; Son.: vgl. nndl. tomaat, Sb., Tomate; nschw. tomat, Sb., Tomate; nnorw. tomat, M., Tomate; kymr. tomato, M., Tomate; GB.: seit 1553 aus dem Französischen und dem Spanischen sowie mittelbar einer Indianersprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Nachtschattengewächsen gehörende und ursprünglich in Mittelamerika beheimatete und von Christoph Kolumbus nach Europa gebrachte sowie botanisch zu Obst zu zählende und von Mayas und Azteken als Schwellfrucht benannte Pflanze; BM.: ?; F.: Tomate, Tomaten+FW(+EW?); Z.: Tomat-e
Tombola, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tombola, Verlosung; ne. tombola; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. it. tombola; E.: s. it. tombola, F., Tombola; vgl. it. tombolare, V., purzeln; dieses lautmalend; L.: Kluge s. u. Tombola, EWD s. u. Tombola, fehlt DW, Duden s. u. Tombola; Son.: vgl. nndl. tombola, Sb., Tombola; frz. tombola, F., Tombola; nschw. tombola, Sb., Tombola; nnorw. tombola, M., Tombola; poln. tombola, F., Tombola; kymr. tombola, M., Tombola; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Verlosung gespendeter Gegenstände; BM.: lautmalend; F.: Tombola, Tombolas, Tombolen+FW; Z.: Tombol-a
...tomie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. ...tomie, Schneiden (N.), Schneidung; ne. ...tomy; Vw.: s. Ana-, Dicho-, Hysterek-, Lobo-, Vasek-; Hw.: s. ...tom; Q.: 15. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τομή (tomḗ), F., abgeschnittenes Stück; vgl. idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. ...tomie, Suff., ...tomie; frz. ...tomie, Suff., ...tomie; nschw. ...tomi, Suff., ...tomie; nnorw. ...tomi, Suff., ...tomie; poln. ...tomia, Suff., ...tomie; kymr. ...tomeg, Suff., ...tomie; nir. ...tamaíocht, Suff., ...tomie; lit. ...tomija, Suff., ...tomie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Schneiden betreffenden femininen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: schneiden; F.: ...tomie, ...tomien+FW; Z.: -tom-ie
Ton (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ton (M.) (1), Lehm; ne. clay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. fnhd. dāhe, F., tāhen, M., Lehm, Ton (M.) (1); mhd. dache, dāche, tache, tāche, sw. F., Lehm; ahd. dāha, sw. F. (n), Ton (M.) (1), Scherbe, Topf, Tontopf, Hafen (M.) (2), Gefäß, irdenes Gefäß; as. *thāha?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ton (M.) (1); anfrk. -; germ. *þanhō-, *þanhōn, *þahō-, *þahōn, sw. F. (n), Lehm, Ton (M.) (1); s. idg. *tenk-, V., ziehen, gerinnen, fest werden, Pokorny 1068; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thon, Kluge s. u. Ton 1, DW 21, 389 (Thon), EWD s. u. Ton 1, Falk/Torp 179, EWAhd 2, 494, Duden s. u. Ton, Bluhme s. u. Ton 1; Son.: vgl. afries. -; ae. þōhe, þō, sw. F. (n), Ton (M.) (1), Lehm; an. -; got. þāhō, sw. F. (n), Lehm, Ton (M.) (1); GB.: (dāha) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches von Menschen besonders zu einer Herstellung von Töpferwaren verwendetes lockeres und feinkörniges Sediment (Lehm); BM.: spannen bzw. dicht; F.: Ton, Tons, Tones, Tone, Tonen+EW; Z.: Ton
Ton (2), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Ton, (M.) (2), Laut; ne. sound (N.), tone (N.); Vw.: -; Hw.: s. tönen; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. dōn, tōn, st. M., Melodie, Lied, Gesang, Weise (F.) (1), Art und Weise, Strophenform, Laut, Ton (M.) (2), Stimme, Klang, Geräusch (N.) (1), Schall; mnd. tōn (2), M., Ton (M.) (2), Weise (F.) (1); mnd. dōn (1), dōne, M., F., Ton (M.) (2), Melodie, Klang, Wort, Rede, Geheiß, Befehl, Gattung; lat. tonus, M., Spannen eines Seiles, Ton (M.) (2), Donner, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ton, Kluge s. u. Ton 2, DW 21, 749, EWD s. u. Ton 2, Duden s. u. Ton, Bluhme s. u. Ton 2; Son.: vgl. nndl. toon, Sb., Ton (M.) (2); frz. ton, M., Farbton; nschw. ton, Sb., Ton (M.) (2); nnorw. tone, M., Ton (M.) (2); GB.: (dōn) seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von dem Gehör von Lebewesen wahrgenommene gleichmäßige über Tonwellen erfolgende Schwingung der Luft; BM.: ziehen bzw. spannen; F.: Ton, Tones, Tons, Töne, Tönen+FW; Z.: Ton
$Tonart, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tonart; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Ton (M.) (2), s. Art; L.: DW 21, 753, EWD s. u. Ton 2.; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Ton (M.) (2) und Art gebildete Bezeichnung zu der Bestimmung des Tongeschlechts der Musik als Dur und Moll auf einer bestimmten einzelnen Tonstufe; F.: Tonart, Tonarten+FW+EW; Z.: Ton—art
$Tonband, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tonband, ein Tonträger; E.: s. Ton, s. Band (N.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Band; GB.: seit 1935 belegte und aus Ton (M.) (2) und Band (N.) gebildete Bezeichnung für einen aufwickelbaren und mit analogen Daten bespielbaren Tonträger aus Kunststoff auf einer Spule; F.: Tonband, Tonbandes, Tonbands, Tonbänder, Tonbändern+FW+EW; Z.: Ton—band
tönen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. tönen, hörbar sein (V.); ne. sound (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ton (2); Q.: vor 1190 (Millstädter Psalter); E.: mhd. dœnen (1), tœnen, sw. V., singen, klingen, spielen, tönen; mnd. dȫnen (2), sw. V., tönen, lärmen, schreien; lat. tonāre, V., ertönen, erschallen, donnern, herdonnern, laut reden; idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ton, Kluge s. u. Ton 2, DW 21, 759, EWD s. u. Ton 2, Duden s. u. tönen, Bluhme s. u. toenen; Son.: vgl. nschw. tona, V., tönen; GB.: seit vor 1190 belegte und von Ton (M.) (2) abgeleitete oder aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mit Sinnesorganen von Lebewesen über Schallwellen hörbar sein (V.); BM.: ziehen bzw. spannen; F.: tönen (!), töne (!), tönst, tönt, tönest, tönet, tönte, töntest, tönten, töntet, getönt, ##getönt, getönte, getöntes, getöntem, getönten, getönter##, tönend, ###tönend, tönende, tönendes, tönendem, tönenden, tönender###, tön (!)+FW+EW; Z.: tön-en
$Tonerde, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tonerde; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Ton (M.) (1), s. Erde; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ton 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ton (M.) (1) und Erde gebildete Bezeichnung für durch Gletscher zu feinem Staub zermahlenes und von Menschen zu einer Herstellung unterschiedlicher Gegenstände verwendetes Gestein; F.: Tonerde, Tonerden+EW; Z.: Ton—er-d-e
$tönern, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. tönern; E.: s. Ton (M.) (1), s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Ton (M.) (1), fehlt DW, EWD s. u. Ton (M.) (1); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Ton (M.) (1) und er (Suff.) sowie (e) gebildete Bezeichnung für aus Ton (M.) (1) bestehend oder Ton (M.) (1) betreffend; F.: tönern, tönerne, tönernes, tönernem, tönernen, tönerner+EW; Z.: tön-ern
Tonic, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Tonic, Tonicwasser; ne. tonic (N.), tonic water (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tonikum; Q.: 19. Jh.); I.: Lw. ne. tonic; E.: s. ne. tonic, N., Tonic, Tonicwasser; vgl. ne. tonic, Adj., stärkend, belebend; frz. tonique, Adj., kräftigend; gr. τονικός (tonikós), Adj., auf Spannung beruhend, Spannungs...; s. gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tonic, fehlt DW, Duden s. u. Tonic; Son.: vgl. nndl. tonic, Sb., Tonic; nschw. tonic, Sb., Tonic; poln. tonik, M., Tonic; kymr. tonig, M., Tonikum; lit. tonikas, M., Tonic; GB.: seit 1858 für den Londoner Unternehmer Erasmus Bond patentierte und danach aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit dieser Zeit von Menschen mit Kohlensäure und Chinin versetzte sowie deswegen leicht bitter schmeckende Limonade (Tonic Water); BM.: dehnen bzw. spannen; F.: Tonic, Tonics+FW; Z.: Ton-ic
...tonie, nhd., F.., (18. Jh.?): nhd. ...tonie, Spannung; ne. ...tony; Vw.: s. Mono-; Hw.: s. ...tonisch; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. ...tonie, Suff., ...tonie; nschw. ...toni, Suff., ...tonie; nnorw. ...toni, Suff., ...tonie; poln. ...tonia, Suff., ...tonie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. aus dem Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von eine sachlich wohlschon früher mögliche Spannung betreffenden femininen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tonie, ...tonien+FW(+EW); Z.: -ton-ie
tonieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. tonieren, tönen, einen Ton (M.) (2) erzeugen; ne. sound (V.), resonete; Vw.: s. de-, in-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. tonāre; lat. tonāre, V., ertönen, erschallen, donnern, herdonnern, (um 250-184 v. Chr.); idg. *sten- (1), *ten- (2), V., donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen, Pokorny 1021 (1762/234) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 21, 775; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Lebens mögliches einen Ton (M. (2) erzeugen; BM.: dröhnen; F.: tonieren, toniere, tonierst, toniert, tonierest, tonieret, tonierte, toniertest, tonierten, toniertet, ##toniert, tonierte, toniertes, toniertem, tonierten, tonierter##, tonierend, ###tonierend, tonierende, tonierendes, tonierendem, tonierenden, tonierender###, tonier (!)+FW(+EW)
Tonikum, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Tonikum, stärkendes Mittel; ne. tonic (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tonic; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. τονικός (tonikós), Adj., auf Spannung beruhend, Spannungs...; s. gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tonikum, fehlt DW, Duden s. u. Tonikum; Son.: vgl. nndl. tonicum, Sb., Tonikum; frz. tonique, M., Tonikum; nschw. tonikum, N., Tonikum; kymr. tonig, M., Tonikum; lit. tonikas, M., Tonic; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes stärkendes Mittel; BM.: dehnen bzw. spannen; F.: Tonikum, Tonikums, Tonika+FW(+EW); Z.: Ton-ik-um
...tonisch, nhd., Adj.., (20. Jh.?): nhd. ...tonisch; ne. ...tonic; Vw.: s. iso-; Hw.: s. ...tonie; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τόνος (tónos), M., Spannung, Anspannung, Heben der Stimme, Ton (M.) (2); idg. *ten- (1), *tend-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 21, 775, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. ...toon, Suff., ...tonisch; frz. ...tonique, vnschw. ...tonisk, Suff., ...tonisch; nnorw. ...tonisk, Suff., ...tonisch; kymr. ...tonig, Suff., ...tonisch; poln. ...toniczny, Suff., ...tonisch; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Spannung betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: dehnen; F.: ...tonisch, ...tonische, ...tonisches, ...tonischem, ...tonischen, ...tonischer+FW(+EW); Z.: -ton-isch
$Tonleiter, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tonleiter (F.); Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Ton (M.) (2), s. Leiter (F.); L.: DW 21, 780, EWD s. u. Ton 2; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Ton (M.) (2) und Leiter (F.) gebildete Bezeichnung für eine (wiederholbare) Reihe von ihrer Höhe nach meist als Oktave in acht Tönen geordneten Klängen wie beispielsweise c d e f g a h oder g a h c d e fis; F.: Tonleiter, Tonleitern+EW; Z.: Ton—lei-t-er
Tonne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tonne (F.) (1), großes Fass; ne. tun (N.), ton, barrel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tunne (1), tonne, sw. F., st. F., Tonne (F.) (1), Bottich; mnd. tunne, tonne, F., Tonne (F.) (1), Seetonne zur Markierung des Fahrwassers; mnl. tonne, F., Tonne (F.) (1); lat.-ahd.? tunna*, st. F. (ō), Tonne (F.) (1), Fass; as. *tunna?, st. F. (ō), Tonne (F.) (1); anfrk. -; germ. tonna, tunna, F., Tonne (F.) (1)?; s. lat.-kelt. tunna, F., Tonne (F.) (1); aus dem Keltischen, vgl. mir. tonn, F., Haut, Schlauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Tonne, Kluge s. u. Tonne, DW 21, 785, EWD s. u. Tonne, Duden s. u. Tonne, Bluhme s. u. Tonne; Son.: vgl. afries. tunne, tonne, st. F. (ō), Tonne (F.) (1); nnordfries. tenn; ae. tunne, sw. F. (n), Tonne (F.) (1), Fass; an. -; got. -; nndl. ton, Sb., Tonne (F.) (1); frz. tonne, F., tonne (F.) (2); frz. tonneau, M., Tonne (F.) (1); nschw. tunna, Sb., Tonne (F.) (1); nisl. tunna, F., Tonne (F.) (1); kymr. tunnell, F., Tonne (F.) (2); lit. tone, F., Tonne (F.) (2); GB.: (lat.-ahd.? tunna) seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen großen von Menschen aus Holz oder Metall oder später Plastik hergestellten zylindrischen Behälter (Fass) zu einem Aufnehmen und Befördern meist flüssiger Stoffe wie Wein oder Bier; BM.: Haut?; F.: Tonne, Tonnen+FW; Z.: Tonn-e
Tonsur, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Tonsur, kahlgeschorene runde Fläche des Kopfes von Geistlichen; ne. tonsure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. tōnsūra; E.: s. lat. tōnsūra, F., Scheren (N.), Abscheren, Bescheren, Schur, Beschneiden, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); vgl. lat. tondēre, V., scheren (V.) (1), abscheren, rasieren, glattmachen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tonsur, DW 21, 808, EWD s. u. Tonsur, Duden s. u. Tonsur; Son.: vgl. nndl. tonsuur, Sb., Tonsur; frz. tonsure, F., Tonsur; nschw. tonsur, Sb., Tonsur; nnorw. tonsur, M., Tonsur; kymr. tonsur, M., Tonsur; poln. tonsura, F., Tonsur; GB.: seit Mitte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus ungeklärtem Grund und verbindlich seit dem 6. Jh. kreisrund geschorene Stelle auf dem behaarten Teil des Kopfes eines Geistlichen; BM.: schneiden; F.: Tonsur, Tonsuren+FW; Z.: Ton-s-ur
top… (1), nhd., Partikel, (20. Jh.?): nhd. top…, herausragend; ne. highly, top (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. tippen (2), tipptopp; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. top; E.: s. ne. top, N., Spitze; ae. topp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Quaste, Zipfel, Kreisel; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; s. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. top-, fehlt DW, Duden s. u. top-; GB.: vielleicht seit 20. Jh. aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für herausragend verwendete Bezeichnung; BM.: Spitze; F.: top...+FW; Z.: top-
top... (2), nhd., Partikel: nhd. top...; Vw.: s. topo...
...top, nhd., N.., (20. Jh.?): nhd. ...top, ...topisch, Ort betreffend; ne. ...tope; Vw.: s. Bio-, Iso-; Hw.: s. ...topie, topo...; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. ...toop, Suff., ...top; frz. ...tope, vnschw. ...top, vnnorw. ...top, Suff., ...top; poln. ...top, Suff., ...top; kymr. ...top, Suff., ...top; nir. ...tóp, Suff., ...top; lit. ...topas, Suff., ...top; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung zu einer Bildung von Orte betreffenden zusammengesetzten neutralen Substantiven; BM.: Ort; BM.: ...top, ...tops, ...topes, ...tope, ...topen+FW; Z.: -top
Topas, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Topas, ein Schmuckstein, ein Mineral; ne. topaz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: mhd. topāzje, topāze, topāzie, topāzje, st. M., sw. M., Topas, Edelstein; mhd. topasius, st. N., Topas; mhd. topāziōn, thopazion, st. N., Topas; lat. topāzus, topāzos, F., Topas, gr. τόπαζος (tópazos), F., Topas; Fremdwort, s. Frisk 2, 911; L.: Kluge 1. A. s. u. Topas, Kluge s. u. Topas, DW 21, 813, EWD s. u. Topas, Duden s. u. Topas; Son.: vgl. nndl. topaas, Sb., Topas; frz. topaze, F., Topas; nschw. topas, Sb., Topas; nnorw. topas, M., Topas; poln. topaz, M., Topas; kymr. topas, M., Topas; nir. tópás, M., Topas; lit. topazas, M., Topaz; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches farbloses oder in vielen hellen Farben vor allem in Myanmar und Mexiko und Mosambik und Nigeria und Pakistan und Russland und Sri Lanka sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika vorkommendes durchsichtiges und glänzendes sowie von Menschen als Schmuckstein verwendetes Mineral; BM.: ?; F.: Topas, Topases, Topase, Topasen+FW(+EW); Z.: Topaz
Topf (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Topf (M.) (1), ein Gefäß; ne. pot (N.); Vw.: -; Hw.: s. Topfen?; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. topf (1), top, st. M., Topf, Schädel, Hirnschale; mnd. dop, dopp, doppe, dobbe, M., Schale (F.) (1), Eierschale, hohle Rundung; germ. *duppa, Sb., Höhlung, Topf; vgl. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Topf, Kluge s. u. Topf 1, DW 21, 814, EWD s. u. Topf, Falk/Torp 209, Duden s. u. Topf, Bluhme s. u. Topf; Son.: vgl. an. doppa, st. F. (ō), Metallknopf an dem Sattel; GB.: seit 1170-1190 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon vor mehr als 10000 Jahren (aus Ton M. 1) entwickeltes und seitdem verwendetes Kochgefäß (oft mit einem Deckel); BM.: tief bzw. hohl; F.: Topf, Topfes, Topfs, Töpfe, Töpfen+EW; Z.: Topf
Topf (2), nhd. (ält.-dial.), M., (10. Jh.): nhd. Topf (M.) (2), Kreisel; ne. top (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Topfen?; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. topf, st. M., sw. M., Kreisel; mnd. dop, dopp, dobb, doppe, dobbe, M., Schale (F.) (1), Eierschale, hohle Rundung, Kappe, Kapsel; ahd. topf, toph, st. M. (a?, i?), Kreisel, Spielreifen; ahd. topfo* (1), topho, sw. M. (n), Kreisel, Spielreifen; as. duppa*, dubba*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Kreisel; afrz. topet, Sb., Kreisel; germ. *dopp-, Sb., Kreisel, Spitze; L.: Kluge s. u. Topf 2, DW 21, 836; Son.: vgl. frz. toupie, F., Topf (M.) (2); GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem Altfranzösischen und dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich seit vor mehr als 30000 Jahren entwickeltes sich drehendes Spielzeug (Kreisel); BM.: ?; F.: Topf, Topfes, Topfs, Töpfe?, Töpfen?+EW; Z.: Topf
Topfen, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Topfen, Quark, Blödsinn; ne. curd; Vw.: -; Hw.: s. Topf (1)?, Topf (2)?; Q.: 1290-1300 (Seifried Helbling); E.: s. mhd. topfe (3), sw. M., Quark, Topfen; wohl Zusammenhang mit Topf (1) oder Topf (2); L.: Kluge s. u. Topfen, DW 2, 1259 (Doppe), EWD s. u. Topfen, Duden s. u. Topfen; GB.: seit 1290-1300 belegte und wohl mit Topf verbindbare Bezeichnung für das aus sauerer Milch entstehende und von Menschen wahrscheinlich schon früher entdeckte und hergestellte weiße breiige Nahrungsmittel (Quark oder Glumse) und später auch für wenig brauchbaren Blödsinn; BM.: ?; F.: Topfen, Topfens+EW; Z.: Topf-en
$Töpfer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Töpfer, Topfmacher; E.: s. Topf, s. er; L.: DW 21, 850, EWD s. u. Topf; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Topf und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen nach der entsprechenden Arbeitsteilung schon in den Hochkulturen des Altertums Töpfe aus Ton (M.) (1) herstellenden Handwerker; F.: Töpfer, Töpfers, Töpfern+EW; Z.: Töpf-er
$topfit, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. topfit, sehr fit; E.: s. top, s. fit; L.: fehlt DW, EWD s. u. fit; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus top und fit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben mögliches sehr fit; F.: topfit, topfitte, topfittes, topfittem, topfitten, topfitter(, topfittere, topfitteres, topfitterem, topfitteren, topfitterer, topfitteste, topfittestes, topfittestem, topfittesten, topfittester)+FW; Z.: top-fit
...topie, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. ...topie, Ort; ne. ...topia; Vw.: s. Dys-, U-; Hw.: s. ...top, topo...; Q.:; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. ...topie, Suff., ...topie; nschw. ...topi, Suff., ...topie; nnorw. ...topi, Suff., ...topie; poln. ...topia, Suff., ...topie; kymr. ...topia, Suff., ...topie; nir. ...tóipe, Suff., ...topie; poln. ...topija, Suff., ...topie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort für Orte betreffende feminine Substantive verwendete Bezeichnung; BM.: Ort; F.: ...topie, ...topien+FW(EW?); Z.: top-ie
topo..., top..., nhd., Partikel, (17. Jh.?): nhd. topo..., top..., Ort betreffend; ne. topo..., top...; Vw.: s. -graphie; Hw.: s. ...topie, ...top; Q.: 17. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1095; Son.: vgl. nndl. topo..., Suff., topo...; frz. topo..., Suff., topo...; nschw. topo..., Suff., topo...; nnorw. topo..., Suff., topo...; poln. topo..., Suff., topo...; kymr. topo..., Suff., topo...; nir. topo..., Suff., topo...; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von mit einem Ort zusammenhängenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: Ort; F.: topo...+FW; Z.: top-o-
Topographie, Topografie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Topographie, Ortsbeschreibung; ne. topography; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. gr. τοπογραφία (topographía); E.: s. gr. τοπογραφία (topographía), F., Beschreibung eines Ortes; s. gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); gr. γράφειν (gráphein), V., einritzen, schreiben; vgl. idg. gribʰ-, V., ritzen, kribbeln, Pokorny 392; idg. *gerebʰ-, V., ritzen, kerben, Pokorny 392 (560/44) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Topografie; Son.: vgl. nndl. topografija, F., Topographie; frz. topographie, F., Topographie; nschw. topografi, Sb., Topographie; nnorw. topografi, M., Topographie; poln. topografia, F., Topographie; kymr. topograffeg, Topographie; nir. topografaíocht, F., Topographie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Beschreibung und Darstellung sowie Beschaffenheit geographischer Orte oder Örtlichkeiten (Ortsbeschreibung); BM.: Ort, ritzen; F.: Topographie, Topographien+FW(+EW?); Z.: Top-o-graph-ie
Topos, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Topos, feste Wendung, festes Bild, Binsenweisheit, Gemeinplatz; ne. topos; Vw.: -; Hw.: s. Dystopie, Utopie; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. gr. τόπος (tópos); E.: s. gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Topos; Son.: vgl. nndl. topos, Sb., Topos; frz. topo, M., Topos; ndän. topos, Sb., Topos; nnorw. topos, M., Topos; poln. topos, M., Topos; kymr. topos, M., Topos; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für Menschen festes Bild oder eine Binsenweisheit oder einen Gemeinplatz wie beispielsweise Lebensreise oder Kampf zwischen Gut und Böse oder politische Korrektheit; BM.: treffen; F.: Topos, Topoi+FW; Z.: Top-os
topp, nhd., Interj., (17. Jh.): nhd. topp, einverstanden; ne. settled!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, aus dem Niederdeutschen, wohl Zusammenhang mit frz. toper, V. einwilligen, einschlagen, bei einem Spiel mithalten; lautmalend?; L.: Kluge s. u. topp, DW 21, 863, EWD s. u. topp, Duden s. u. topp; Son.: vgl. nndl. top, Interj., topp; frz. tope, Interj., einverstanden; nschw. topp, Interj., topp; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht lautmalend gebildete und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für einverstanden; BM.: lautmalend?; F.: topp+EW; Z.: top-p
Topp, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Topp, Mastspitze; ne. topmast; Vw.: -; Hw.: s. Zopf; Q.: um 1700; E.: niederdeutsche Entsprechung von Zopf; vgl. germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; vgl. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Topp, Kluge s. u. Topp, DW 21, 866, EWD s. u. Topp, Duden s. u. Topp; Son.: vgl. nschw. topp, Sb., Spitze; nnorw. topp, M., Spitze; GB.: seit um 1700 belegte und mit dem Niederdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den obersten Teil eines Mastes oder eine Mastspitze; BM.: Schwanz; F.: Topp, Topps, Toppe, Toppen+FW; Z.: Top-p
Tor (1), nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tor (M.), Narr; ne. fool (M.); Vw.: -; Hw.: s. töricht; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: mhd. tōre, tōr, dōre, sw. M., Tor (M.), Narr, Dummkopf, Irrsinniger, Tauber (M.) (2), Taubstummer; mnd. dōre (1), dōr, M., Tor (M.), Unvernünftiger, Geisteskranker, Narr, Wahnsinniger; mnl. door, M., Tor (M.); s. germ. *dauza-?, dauzaz, Adj., töricht, Kluge s. u. Tor; von einer Verbalwurzel mit der Bedeutung verwirrt sein (V.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thor (M.), Kluge s. u. Tor 1, DW 21, 392 (Thor), EWD s. u. Tor (M.), Duden s. u. Tor, Bluhme s. u. Tor 2; GB.: seit um 1120 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen törichten Menschen oder Narren; BM.: verwirrt sein (V.); F.: Tor, Tores, Tors, Tore, Toren+EW; Z.: Tor
Tor (2), nhd., N., (8. Jh.): nhd. Tor (N.), große Türe, breiter Eingang, Einfahrt; ne. gate (N.), door; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse, althochdeutscher Isidor); E.: mhd. tor, st. N., Tor (N.), Türe, Öffnung, Stadttor, Burgtor, Fallgatter; mnd. dōr (1), dār, dȫr, dȫre, dōre, N., Tor (N.); ahd. tor*, st. N. (a), Tor (N.); as. duru*, st. F. (ō) (Pl.), Türe; anfrk. duri*, st. F. (athem.), Tür, Türe; germ. *dura-, *duram, st. N. (a), *dur-, F., Tür, Tor (N.); idg. *dʰu̯ē̆r-, *dʰu̯ō̆r-, *dʰur-, *dʰu̯r̥-, Sb., Tür, Tor (N.), Pokorny 278 (418/ 66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thor (N.), Kluge s. u. Tor 2, EWD s. u. Tor (N.), DW 21, 393 (Thor), Duden s. u. Tor, Bluhme s. u. Tor 1; Son.: vgl. afries. dore, dure, F., Tür; nnordfries. dör; ae. dor, st. N. (a), Tor (N.), Tür, Türe; ae. duru, st. F. (u), Tür, Türe, Tor (N.), Pforte; an. dyrr, F. Pl., N. Pl., Tür; got. daúri?, st. N. (ja), Tor (N.); got. daúr, st. N. (a), einflügeliges Tor (N.), Tür, Pforte; got. daúrō, sw. F. (n) Pl. (= daurons), zweiflügeliges Tor (N.), Tür, Pforte; GB.: (tor*) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche große Türe oder einen möglichen breiten Eingang; BM.: ?; F.: Tor, Tores, Tors, Tore, Toren+EW; Z.: Tor
...tor, nhd., M..: nhd. ...tor; Vw.: s. ...ator
Tora, nhd., F.: nhd. Tora; Vw.: s. Thora
Torah, nhd., F.: nhd. Torah; Vw.: s. Thora
$tören, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. tören, einen Toren machen; Vw.: s. be-; E.: s. Tor (M.); L.: Kluge s. u. Tor 1, DW 21, 397; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tor (M.) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Toren machen; F.: tören, töre, törst, tört, törest, töret, törte, törtest, törten, törtet, getört, ##getört, getörte, getörtes, getörtem, getörten, getörter##, törend, ###törend, törende, törendes, törendem, törenden, törender###, tör (!)+EW; Z.: tör-en
Torero, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Torero, Stierkämpfer; ne. torero; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. torero; E.: s. span. torero, M., Torero, Stierkämpfer; vgl. span. toro, M., Stier; lat. taurus (1), Stier, Ochs, Ochse, Rindsleder, Rohrdommel, Baumwurzel; s. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Torero, fehlt DW, EWD s. u. Torero, Duden s. u. Torero; Son.: vgl. nndl. torero, Sb., Torero; frz. torero, M., Torero; nschw. torero, Sb., Torero; nnorw. torero, M., Torero; poln. toreador, M., Torero; kymr. torero, M., Torero; lit. toreadoras, M., Torero; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vor 3000 Jahren in dem Mittelmeergebiet entwickelten Stierkämpfer; BM.: Stier; F.: Torero, Toreros+FW; Z.: To-r-er-o
Torf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Torf, eine vor allem durch Zersetzung von Pflanzen entstandene faserige Erdart; ne. turf (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. torf, M., Torf, grüner Rasen (M.), ausgestochener oder ausgeschnittener Rasen (M.), Rasenstück, Torf als Brennmaterial, Torfmoor; mnl. torf, turf, M., Torf, Rasen, Rasenstück; as. turf, st. M., Rasen (M.); anfrk. -; ahd. -; germ. *turba-, *turbaz, st. M. (a), Torf, Rasen (M.); idg. *dorbʰós, Sb., Gedrehtes, Büschel (N.), Rasen (M.), Pokorny 211; vgl. idg. derbʰ-, V., winden, drehen, Pokorny 211 (328/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Torf, Kluge s. u. Torf, EWD s. u. Torf, DW 21, 881, Falk/Torp 158, Duden s. u. Torf, Bluhme s. u. Torf; Son.: s. ahd. zurft, Sb.?, Scholle (F.) (1); vgl. afries. turf, torf, st. M. (a), Torf, Rasen (M.); ae. turf, F. (kons.), Rasen (M.), Torf, Boden; an. torf, st. N. (a), Torf, Rasen (M.); nndl. turf, Sb., Torf; nschw. torv, Sb., Torf; nnorw. torv, M., F., Torf; poln. torf, M., Torf; russ. dërn, Sb., Rasenstück; GB.: seit der 2. Hälfte 16. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich vor allem durch Zersetzung von Pflanzen (in Mooren) entstandenen dunkelbraunen bis schwarzen Boden von faseriger Beschaffenheit (eine Erdart); BM.: drehen; F.: Torf, Torfes, Torfs, Torfe, Torfen+EW; Z.: Torf
$Torfmull, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Torfmull; E.: s. Torf, s. Mull; L.: Kluge s. u. Müll, DW 21, 889; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Torf und Mull gebildete Bezeichnung für getrockneten und von Menschen in Gärten für die Verbesserung des Bodens verwendeten Torf; F.: Torfmull, Torfmulles, Torfmulls, Torfmulle, Torfmullen+EW; Z.: Torf—mull
$Torheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Torheit, Dummheit; E.: s. Tor (M.) (1), s. heit; L.: Kluge s. u. Tor (M.) 1, DW 21, 400 (Thorheit), EWD s. u. Tor M; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tor (M.) und heit gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Dummheit; F.: Torheit, Torheiten+EW; Z.: Tor-hei-t
töricht, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. töricht, dumm, unvernünftig, unklug; ne. foolish; Vw.: -; Hw.: s. Tor (1); Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: s. mhd. tōreht, tōraht, tōroht, törot, tœreht, tœroht, Adj., töricht, närrisch, unbesonnen, dumm; mnd. dȫricht, Adj., töricht, unsinnig; mnd. dȫricht, Adj., töricht, unsinnig; mhd. tōre, tōr, dōre, sw. M., Tor (M.), Narr, Dummkopf, Irrsinniger, Tauber (M.) (2), Taubstummer; mnd. dōre (1), dōr, M., Tor (M.), Unvernünftiger, Geisteskranker, Narr, Wahnsinniger; s. germ. *dauza-?, dauzaz, Adj., töricht, Kluge s. u. Tor; von einer Verbalwurzel mit der Bedeutung verwirrt sein (V.); L.: Kluge s. u. Tor 1, DW 21, 401 (thöricht), EWD s. u. Tor M., Duden s. u. töricht, Bluhme s. u. töricht; GB.: seit 1170-1190 belegte und aus Tor (M.) (1) und icht (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches dumm oder unvernünftig; BM.: verwirrt sein (V.); F.: töricht, törichte, törichtes, törichtem, törichten, törichter(, törichtere, törichteres, törichterem, törichteren, törichterer, törichtst, törichtste, törichtstes, törichtstem, törichtsten, törichtster)+EW; Z.: tör-ich-t
Torkel, nhd. (ält.-dial.), F., (9. Jh.): nhd. Torkel, Kelter, Presse (für Säfte); ne. winepress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. torkel, sw. F., st. M., Kelter; ahd. torkul*, torcul*, st. N. (a), Torkel, Kelter, Presse; ahd. torkula*, torcula*, st. F. (ō), sw. F. (n), Torkel, Kelter, Presse; lat. torculum, N., Presse, Kelter, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Torkel, DW 21, 890, Duden s. u. Torkel, Bluhme s. u. Torkel; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen in dem Mittelmeergebiet mindestens seit 1600-1100 v. Chr. entwickelte und verwendete Presse zu einer Gewinnung von Traubensaft aus Trauben oder Obstsäften aus anderem Obst; BM.: drehen; F.: Torkel, Torkels, Torkeln+FW(+EW?); Z.: Tork-el
torkeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. torkeln, die Kelter drehen, taumeln, unsicher gehen; ne. totter (V.), stagger (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. torkeln, sw. V., torkeln, hin und her schwanken, taumeln; lat. torculāre, V., keltern, Trauben pressen, (536-um 610 n. Chr.); vgl. lat. torculum, N., Presse, Kelter; vgl. idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. torkeln, Kluge s. u. torkeln, DW 21, 892, EWD s. u. torkeln, Duden s. u. torkeln; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für drehen und sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen auch mögliches taumeln oder unsicher gehen; BM.: drehen; F.: torkeln (!), torkel (!), torkle, torkelst, torkelt, torkelte, torkeltest, torkelten, torkeltet, getorkelt, ##getorkelt##, torkelnd, ###torkelnd, torkelnde, torkelndes, torkelndem, torkelnden, torkelnder###, torkel (!)+FW(+EW); Z.: tork-el-n
Törn, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Törn, Fahrt mit einem Segelboot; ne. sea voyage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. turn; E.: s. ne. turn, N., Drehung, Wendung; afrz. tourn, torn, M., Drehung, Wendung; lat. tornus, Dreheisen, Drechseleisen, Grabstichel, Meißel; gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Törn, fehlt DW, Duden s. u. Törn; Son.: vgl. nschw. törn, Sb., Stoß; nnorw. torn, Sb., Törn; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen sowie dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Fahrt mit einem Segelboot; BM.: drehen; F.: Törn, Törns+FW(+EW); Z.: Tör-n
Tornado, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tornado, Wirbelsturm; ne. tornado; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. span. tornado; E.: s. span. tornado, M., Tornado, Wirbelsturm; vgl. span. tornar, V., drehen; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tornado, fehlt DW, EWD s. u. Tornado, Duden s. u. Tornado; Son.: vgl. nndl. tornado, Sb., Tornado; frz. tornade, F., Tornado; nschw. tornado, Sb., Tornado; nnorw. tornado, M., Tornado; poln. tornado, N., Tornado; kymr. tornado, M., Tornado; nir. tornádó, M., Tornado; lit. tornadas, M., Tornado; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in Verbindung mit Gewittern oder Schauern auftretenden heftigen meist kleinräumigen Wirbelsturm vor allem in Nordamerika; BM.: drehen; F.: Tornado, Tornados+FW; Z.: Tor-n-ad-o
Tornister, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tornister, Ranzen, Behälter; ne. satchel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. gr. κάνυστρον (kánystron); E.: über die Vermittlung von osteuropäischen Sprachen von mgr. τάγιστρον (tágistron), N., Hafersack für Reiter; gr. κάνυστρον (kánystron), N., Körbchen; vgl. gr. κάνεον (káneon), N., Korb, Schüssel; gr. κάννα (kánna), F., Rohr; vgl. hebr. kaneh; L.: Kluge 1. A. s. u. Tornister, Kluge s. u. Tornister, DW 21, 895, EWD s. u. Tornister, Duden s. u. Tornister; Son.: vgl. nschw. tornister, Sb., Tornister; nnorw. tornister, N., Tornister; poln. tornister, M., Tornister; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit dieser Zeit sachlich entwickelten und verwendeten auf dem Rücken getragenen größeren Ranzen von Soldaten oder einen Behälter; BM.: Rohr; F.: Tornister, Tornisters, Tornistern+FW; Z.: Torn-ist-er
$torpedieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. torpedieren, mit einem Torpedo beschießen; L.: Kluge s. u. Torpedo. fehlt DW, EWD s. u. Torpedo; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Torped(o) und ieren (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Torpedo beschießen (und nach Möglichkeit treffen und beschädigen oder zerstören); F.: torpedieren, torpediere, torpedierst, torpediert, torpedierest, torpedieret, torpedierte, torpediertest, torpedierten, torpediertet, ##torpediert, torpedierte, torpediertes, torpediertem, torpedierten, torpedierter##, torpedierend, ###torpedierend, torpedierende, torpedierendes, torpedierendem, torpedierenden, torpedierender###, torpedier (!)+FW(+EW?); Z.: tor-p-ed-ier-en
Torpedo, nhd., M., N., (19. Jh.): nhd. Torpedo, Unterwassergeschoss, Schiffsgeschoss; ne. torpedo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. torpedo; E.: s. ne. torpedo, N., Torpedo; span. torpedo, M., Zitterrochen, Torpedo; lat. torpēdo, F., Stumpfheit, Trägheit, Dumpfheit, Krampffisch, Zitterrochen, 234-149 v. Chr.); vgl. lat. torpēre, V., ohne Leben sein (V.), taub sein (V.), betäubt sein (V.), steif sein (V.); idg. *sterp-, *terp-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1024; s. idg. *ster- (1), *ter- (7), *sterə-, *terə-, *strē-, *trē-, *sterh₁-, *terh₁-, Adj., Sb., V., starr, steif, Stängel, Stengel, starren, stolpern, fallen, stolzieren, Pokorny 1022 (1764/236) (RB. idg. aus. gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Torpedo, fehlt DW, EWD s. u. Torpedo, Duden s. u. Torpedo; Son.: vgl. nndl. torpedo, Sb., Torpedo; nschw. torped, Sb., Torpedo; nnorw. torpedo, M., Torpedo; poln. torpeda, F., Torpedo; kymr. torpido, M., Torpedo; nir. toirpéad, M., Torpedo; lit. torpeda, F., Torpedo; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen Zitterrochen und danach für ein von Menschen seit 1873 entwickeltes und verwendetes zigarrenförmiges Unterwassergeschoss oder Schiffsgeschoss (mit eigenem Antrieb); BM.: steif; F.: Torpedo, Torpedos+FW; Z.: Tor-p-ed-o
Torso, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Torso, Körper ohne Kopf und Gliedmaßen; ne. torso; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. torso; E.: s. it. torso, M., Strunk, Torso; lat. thyrsus, M., Stengel, Stängel, Bacchusstab, (70-19 v. Chr.); gr. θύρσος (týrsos), M., Stab der bei Bacchusfesten gebraucht wurde; Lehnwort unbekannter Herkunft, s. Frisk 1, 697; L.: Kluge s. u. Torso, DW 21, 896, EWD s. u. Torso, Duden s. u. Torso; Son.: vgl. nndl. torso, Sb., Torso; frz. torse, M., Torso; nschw. torso, Sb., Torso; nnorw. torso, M., Torso; poln. tors, M., Torso; kymr. torso, M., Torso; lit. torsas, M., Torso; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums als Lehnwort unbekannter Herkunft aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen (menschlichen) Körper ohne Kopf und Gliedmaßen; BM.: Stab; F.: Torso, Torsos, Torsi+FW; Z.: Tors-o
Tort, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tort, Kränkung; ne. tort (N.), wrong (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. tort; E.: s. frz. tort, M., Unrecht, Kränkung; vgl. lat. tortus (1), Adj., gedreht, gewunden, krumm, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tort, Kluge s. u. Tort, DW 21, 896, EWD s. u. Tort, Duden s. u. Tort; Son.: vgl. nnorw. tort, Sb., Schaden (M.); GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliche Kränkung; BM.: drehen; F.: Tort, Tortes, Torts+FW; Z.: Tor-t
$Törtchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Törtchen; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Tort(e), s. chen; L.: DW 21, 897, EWD s. u. Torte; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Tort(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl spätestens seit dieser Zeit mögliche kleine von Menschen entwickelte und verwendete Torte; F.: Törtchen, Törtchens+FW(+EW); Z.: Tor-t—chen
Torte, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Torte, Kuchen; ne. tart (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Tortilla; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. torta; E.: ursprünglich mnd. tarte, torte, F., Torte, Kuchen, flaches rundes Backwerk; von it. torta, F., Gebäck, Torte; afrz. tarte, F., Torte, Obstkuchen; lat. torta, F., Gebäck, gewundenes Brot, Torte, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Torte, Kluge s. u. Torte, DW 21, 897, EWD s. u. Torte, Duden s. u. Torte, Bluhme s. u. Torte; Son.: vgl. nndl. taart, Sb., Torte; frz. tarte, F., Torte; nschw. tårta, Sb., Torte; kymr. tarten, F., Torte; nir. toirtín, M., Torte; lit. tortas, M., Torte; GB.: seit 15. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche aus dem Italienischen und Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen größeren sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und in einer Backform gebackenen Kuchen oder eine Süßspeise; BM.: drehen; F.: Torte, Torten+FW+EW; Z.: Tor-t-e
$Tortelett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tortelett; E.: s. Torte, s. lett; L.: fehlt DW, EWD s. u. Torte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Torte und der Verkleinerungssilbe lett gebildete Bezeichnung für einen kleineren von Menschen sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und in einer Backform gebackenen Kuchen oder eine Süßspeise; F.: Tortelett, Torteletts, Tortelettes, Tortelette, Torteletten+FW; Z.: Tor-t-e-let-t
$Tortelette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tortelette; E.: s. Torte; L.: Fehlt DW, EWD s. u. Torte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Torte und der Verkleinerungssilbe lette gebildete Bezeichnung für einen kleineren von Menschen sachlich vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und in einer Backform gebackenen Kuchen oder eine Süßspeise; F.: Tortelette, Torteletten+FW; Z.: Tor-t-e-let-t-en
Tortilla, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tortilla, Maisfladen, Fladenbrot; ne. tortilla; Vw.: -; Hw.: s. Torte; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. span. tortilla; E.: s. span. tortilla, F., Tortilla, Omelette; vgl. span. torta, F., Torte; lat. torta, F., Gebäck, gewundenes Brot, Torte, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tortilla; Son.: vgl. nndl. tortilla, Sb., Tortilla; frz. tortilla, F., Tortilla; nschw. tortilla, Sb., Tortilla; nnorw. tortilla, M., Tortilla; poln. tortilla, F., Tortilla; kymr. trotila, F., Tortilla; lit. tortilija, F., Tortilla; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein vor allem in Spanien wohl schon früher von Menschen aus Maismehl oder Kartoffeln und Eiern sowie Zwiebeln hergestelltes Fladenbrot; BM.: drehen; F.: Tortilla, Tortillas+FW; Z.: Tor-t-ill-a
Tortur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tortur, Folter, Quälerei; ne. torture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1469 (Chronik deutscher Städte); I.: Lw. lat. tortūra; E.: s. mhd. tortūr, F., Folter; lat. tortūra, F., Tortur, Krümmung, Bauchgrimmen, (um 400 n. Chr.); vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tortur, DW 21, 898, EWD s. u. Tortur, Duden s. u. Tortur; Son.: vgl. nndl. tortuur, Sb., Tortur; frz. torture, F., Tortur; nschw. tortyr, Sb., Tortur; nnorw. tortur, M., Tortur; poln. tortura, F., Tortur; GB.: seit 1469 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Folter oder Quälerei; BM.: drehen; F.: Tortur, Torturen+FW+EW; Z.: Tor-t-ur
$Torwart, Torwärter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Torwart; E.: s. Tor (N.), s. Wart; L.: DW 21, 406, EWD s. u. Wart; GB.: nach mhd. torwart für Bewacher eines Tores seit 1871 in der Football Association eingeführter das Tor (N.) seiner Mannschaft besonders bewachen und dafür als einziger auch die Hände benutzen dürfender Spieler einer Ballspielmannschaft; F.: Torwart, Torwarts, Torwartes, Torwärter, Torwärtern, Torwarte, Torwarten+EW; Z.: Tor—war-t
Torwärter, nhd., M., (?): nhd. das Tor (N.) seiner Mannschaft besonders bewachen und dafür als einziger auch die Hände benutzen dürfender Spieler einer Ballspielmannschaft;Vw.: s. Torwart; E.: s. Tor (N.), s. Wärter; L.: fehlt DW
tosen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tosen, brausen; ne. roar (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. dōsen, sw. V., tosen; ahd. dōsōn*, sw. V. (2), tosen, brausen, dröhnen; germ. *þūs-, V., tosen; entweder von idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder zu idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. tosen, Kluge s. u. tosen, DW 21, 901, EWD s. u. tosen, EWAhd 2, 737, Falk/Torp 188, EWAhd 2, 736, Duden s. u. tosen, Bluhme s. u. tosen; Son.: s. mnd. tāsen, sw. V., tosen, ausgelassen sein (V.), fröhlich sein (V.); vgl. ae. *þyssa, sw. M. (n), Toser, Tosender; an. þausn, st. F. (ō), Lärm, Unruhe; ? gr. θύειν (thýein), θυίειν (thyíein), V., einherstürmen, brausen, toben; lat. furere, V., rasen, wüten; GB.: seit 10. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschliches tosen und brausen oder in heftiger und wilder Bewegung sein (V.) und dabei ein brausendes, dröhnendes Geräusch hervorbringen; BM.: schwellen? bzw. wirbeln?; F.: tosen, tose, tosst (!), tost, tosest, toset, toste, tostest, tosten, tostet, getost, ##getost##, tosend, ###tosend, tosende, tosendes, tosendem, tosenden, tosender###, tos (!)+EW; Z.: to-s-en
$Tosen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Tosen, Brausen (N.), Sturmgebrause; E.: s. tosen; L.: fehlt DW, Kluge s. u. tosen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus tosen gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches Brausen oder Sturmgebrause; F.: Tosen+EW; Z.: To-s-en
tot, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. tot, gestorben, abgestorben; ne. dead (Adj.); Vw.: s. mause-; Hw.: s. töten, Tod; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. tōt, Adj., tot, gestorben; mnd. dōt (2), dot, dode, Adj., tot, leblos, schlaff, getilgt, gelöscht, abgetan, aufgehört, heimgefallen; mnl. doot, Adj., tot, gestorben; ahd. tōt, Adj., gestorben, tot; as. dôd, Adj., tot, gestorben; mnl. doot, Adj., tot, gestorben; anfrk. dōd* (1), Adj., tot; germ. *dauda- (1), *daudaz, *dauþa-, *dauþaz, Adj., tot; s. idg. dʰeu- (2), V., Sb., hinschwinden, sterben, Tod, Pokorny 260 (394/42) (RB. idg. aus arm., ital.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. tot, Kluge s. u. tot, DW 21, 588, EWD s. u. tot, Falk/Torp 199, Seebold 148, Heidermanns 149, Duden s. u. tot, Bluhme s. u. tot; Son.: vgl. anfrk. dōd (1), Adj., tot; afries. dâd (1), Adj., tot; nnordfries. ded, Adj., tot; ae. déad, dǣþ, Adj., tot, starr, betäubt, träge, geronnen; an. dauðr (2), Adj., tot, getötet; got. dauþs (1), Adj. (a), tot; nndl. dood, Adj., tot; nschw. död, Adj., tot; nnorw. død, Adj., tot; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Entstehung des Lebens mögliches gegenteiliges gestorben oder abgestorben oder leblos; BM.: sterben; F.: tot, tote, totes, totem, toten, toter+EW; Z.: to-t
total, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. total, ganz, gänzlich, umfassend; ne. total (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Totalisator; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. total; E.: s. frz. total, Adj., total, gänzlich; mlat. tōtālis, Adj., gänzlich, völlig; vgl. lat. tōtus, Adj., ganz, völlig, mit Leib und Seele seiend, (um 250-184 v. Chr.); idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. total, DW 21, 906, EWD s. u. total, Duden s. u. total; Son.: vgl. nndl. totaal, Adj., total; frz. total, Adj., total; nschw. total, Adj., total; nnorw. total, Adj., total; poln. totalny, Adj., total; lit. totalus, Adj., total; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ganz oder gänzlich oder umfassend; BM.: schwellen; F.: total, totale, totales, totalem, totalen, totaler+FW; Z.: to-t-al
Totalisator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Totalisator, Zählwerk zu der Buchung von Wetten; ne. totalizator, tote board; Vw.: -; Hw.: s. total; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. totalisateur; E.: s. ne. totalisateur, M., Totalisator, Zählwerk; vgl. frz. total, Adj., total; mlat. tōtālis, Adj., gänzlich, völlig; vgl. lat. tōtus, Adj., ganz, völlig, mit Leib und Seele seiend, (um 250-184 v. Chr.); idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Totalisator, fehlt DW, EWD s. u. total, Duden s. u. Totalisator; Son.: vgl. nndl. totalisator, Sb., Totalisator; nschw. totalisator, Sb., Totalisator; nnorw. totalisator, M., Totalisator; poln. totalizator, M., Totalisator; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Mittellateinischen sowie teilweise dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Zählwerk zu der Buchung von Wetten; BM.: schwellen; F.: Totalisator, Totalisatoren+FW(+EW?); Z.: To-t-al-is-at-or
$totalitär, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. totalitär, allumfassend, vollständig unterwerfend; E.: s. total; L.: Kluge s. u. total, fehlt DW, EWD s. u. total; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Mittellateinischen und teilweise dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches allumfassend oder vollständig unterwerfend; F.: totalitär, totalitäre, totalitäres, totalitärem, totalitären, totalitärer(, totalitärere, totalitäreres, totalitärerem, totalitäreren, totalitärerer, totalitärst (!), totalitärste, totalitärstes, totalitärstem, totalitärsten, totalitärster)+FW(+EW?); Z.: to-t-al-it-är
$Totalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Totalität, Vollständigkeit, Allheit, Ganzheit; E.: s. total; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: DW 21, 911, EWD s. u. total; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus total und ität gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Vollständigkeit; F.: Totalität, Totalitäten+FW(+EW?); Z.: To-t-al-it-ät
$totaliter, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. totaliter, vollständig, gänzlich, ganz; E.: s. total, s. lat. totaliter; Q.: Anfang 17. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. total; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches vollständig oder gänzlich oder ganz; F.: totaliter+FW; Z.: to-t-al-it-er
Tote, nhd. (ält.-dial.), F., (9. Jh.): nhd. Tote, Taufpatin, Patin, Patenkind; ne. godmother; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Urkunde); E.: mhd. tote, sw. F., Patin; ahd. tota, sw. F. (n), Patin, Taufpatin; ahd. toto, dodo*, sw. M. (n), Pate, Taufpate, Herr; weitere Etymologie unbekannt, wohl kindliche Lallform von ahd. gota, F., Gote (F.); dieses letztlich von germ. *guda-, *gudaz, st. M. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; germ. *guda-, *gudam, st. N. (a), Gerufener, Angerufener, Gott; s. idg. *g̑ʰū̆to-, Adj., angerufen, Pokorny 413; vgl. idg. *g̑ʰau-, *g̑ʰau̯ə-, V., rufen, anrufen, Pokorny 413 (598/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., germ., balt., slaw.); oder von einem roman. *don; von lat. dominus, M., Herr, Hausherr, Gebieter, Kaiser; lat. domus, F., Haus, Wohnung, Wohnhaus; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tote, DW 21, 906 (Tot), EWAhd 2, 708, Duden s. u. Tote; GB.: (toto) seit Anfang 9. Jh. belegte und in der weiteren Etymologie unbekannte sowie vielleicht für das Germanische als kindliche Lallform erklärbare und mit Gott und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Taufpatin oder Patin oder auch ein Patenkind; BM.: anrufen?; F.: Tote (!), Toten (!)+EW; Z.: Tot-e
Totem, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Totem, ein verehrtes Wesen; ne. totem; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. totem; E.: s. ne. totem, N., Totem; aus der Indianersprache Ojibwe ototeman, odoodeman, Sb., Stammeszeichen, Totem; zu einem ote, Sb., Sippe; L.: Kluge s. u. Totem, fehlt DW, EWD s. u. Totem, Duden s. u. Totem; Son.: vgl. nndl. totem, Sb., Totem; frz. totem, M., Totem; nschw. totem, Sb., N., Totem; nnorw. totem, N., Totem; poln. totem, M., Totem; kymr. totem, M., Totem; nir. tótam, M., Totem; lit. totemas, M., Totem; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar der Indianersprache Ojibwe aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Naturvölkern verehrtes Wesen wie Gans oder Otter oder Falke oder Biber oder Hirsch oder Specht oder Lachs oder Braunbär oder Rabe oder Schlange oder Eule; BM.: Sippe; F.: Totem, Totems+FW; Z.: T-ote-m
$Totemismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Totemismus; E.: s. Totem, s. is, s. mus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Totem; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Totem und ismus (Suff.) gebildete Bezeichnung für den bei Naturvölkern verbreiteten Glauben an die übernatürliche Kraft eines Totems und seine Verehrung; F.: Totemismus+FW; Z.: T-ote-m-ism-us
töten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. töten, tot machen, sterben machen, Leben nehmen; ne. kill (V.), slay; Vw.: -; Hw.: s. tot, Tod; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. tœten (1), tœden, sw. V., töten, sterben, absterben, umkommen, umbringen, quälen, martern, abtöten, ungültig erklären; mnd. dȫden (1), doden, sw. V., töten, sterben lassen, schlachten, löschen, tilgen; mnl. dōden, sw. V., töten; ahd. tōden, sw. V. (1a), töten; as. -; anfrk. -; germ. *dauþjan, sw. V., töten; s. idg. dʰeu- (2), V., Sb., hinschwinden, sterben, Tod, Pokorny 260 (394/42) (RB. idg. aus arm., ital.?, kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. tot, Kluge s. u. tot, DW 21, 593, EWD s. u. tot, Falk/Torp 199, Heidermanns 149, Duden s. u. töten; Son.: vgl. afries. dêda, dêia (2), dêtha, sw. V. (1), töten; nfries. deyen, deadyen, V., töten; ae. *díedan, sw. V. (1), töten; an. deyða, sw. V. (1), töten; got. -; nndl. doden, V., töten; nschw. döda, V., töten; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliches ein Lebewesen tot machen oder einem Lebewesen das Leben nehmen; BM.: sterben; F.: töten, töte (!), tötest, tötet, tötete, tötetest, töteten, tötetet, getötet, ##getötet, getötete, getötetes, getötetem, getöteten, getöteter##, tötend, ###tötend, tötende, tötendes, tötendem, tötenden, tötender###, töt (!), töte (!)+EW; Z.: tö-t-en
$Totenbahre, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Totenbahre; Liege für einen toten Menschen; E.: s. tot, s. en, s. Bahre; L.: DW 21, 596 (Todtenbahre), EWD s. u. tot; GB.: (tōtenbāre) seit 1411 belegte und vielleicht nach lat. feretrum aus tot und en (Suff.) sowie Bahre gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeitentwickelte und verwendete Liege für einen toten Menschen; F.: Totenbahre, Totenbahren+EW; Z.: To-t-en—bahr-e
$Totenbett, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Totenbett, Sterbebett; E.: s. tot, s. en, s. Bett; L.: DW 21, 599 (Todtenbett), EWD s. u. tot; GB.: seit 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat grabatum aus tot und en (Suff.) sowie Bett gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwickelte Bett eines toten Menschen oder das Bett eines sterbenden Menschen; F.: Totenbett, Totenbettes, Totenbetten+EW; Z.: To-t-en—bett
$Totengräber, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Totengräber; E.: s. tot, s. en, s. Gräber; L.: EWD s. u. tot, DW 21, 607 (Todtengräber); GB.: seit 14. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. Vorbild aus tot und en und Gräber (M.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung der dafür erforderlichen Werkzeuge möglichen ein Erdgrab eines toten Menschen herstellenden Menschen; F.: Totengräber, Totengräbers, Totengräbern+EW; Z.: To-t-en—gräb-er
$Totenkopf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Totenkopf; E.: s. tot, s. en, s. Kopf; L.: DW 21, 611 (Todtenkopf), EWD s. u. tot; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tot und en und Kopf gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Kopf eines toten Menschen; F.: Totenkopf, Totenkopfes, Totenkopfs, Totenköpfe, Totenköpfen+EW; Z.: To-t-en—ko-pf
$Tötung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Tötung; E.: s. töt(en), s. ung; L.: EWD s. u. tot, DW 21, 629 (Tödtung); GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus töt(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliche Beendigung des Lebens eines Lebewesens; F.: Tötung, Tötungen+EW; Z.: tot
Touch, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Touch, Flair, Anflug, Fluidum; ne. touch (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. touch; E.: s. ne. touch, N., Berührung; afrz. touche, Sb., Berührung; vgl. frz. toucher, V., berühren; afrz. tochier, V., berühren, ein Tonwerkzeug blasen; von vulgärlat. *toccare, dieses von einer Wurzel *tokk-; L.: Kluge s. u. Touch, fehlt DW, Duden s. u. Touch; Son.: vgl. nnorw. touch, Sb., Touch; nnorw. touchn, M., Touch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und dem Altfranzösischen aufgenommene Bezeichnung für etwas vielleicht schon früher mögliches einer Gegebenheit als leicht angedeutete Eigenschaft oder Anflug ein besonderes Fluidum Verleihendes; BM.: berühren; F.: Touch, Touchs+FW; Z.: Touch
Toupet, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Toupet, Haarteil; ne. toupee, toupet, hairpiece; Vw.: -; Hw.: s. Zopf; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. fauxtoupet; E.: s. frz. fauxtoupet, M., falsches Haarbüschel; vgl. afrz. top, toup, Sb., Haarbüschel, Ende; von awfrk. *top, Sb., Haarbüschel, Gamillscheg 857a; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; vgl. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Toupet, DW 21, 916, EWD s. u. Toupet, Duden s. u. Toupet; Son.: vgl. nndl. toupet, Sb., Toupet; nschw. tupé, Sb., Toupet; nnorw. tupe, M., Toupet; poln. tupecik, M., Toupet; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Altwestfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von einzelnen Menschen verwendetes (fremdes oder künstliches) Haarteil; BM.: Schwanz; F.: Toupet, Toupets+FW; Z.: Toup-et
$toupieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. toupieren; Q.: um 1800; E.: s. Toupet; L.: DW 21, 916, EWD s. u. Toupet,; GB.: seit um 1800 belegte und mit Toupet verbindbare Bezeichnung für von Menschen sachlich vielleicht schon früher verwendetes gegen die Wuchsrichtung Haare hochkämmen; F.: toupieren, toupiere, toupierst, toupiert, toupierest, toupieret, toupierte, toupiertest, toupierten, toupiertet, ##toupiert, toupierte, toupiertes, toupiertem, toupierten, toupierter##, toupierend, ###toupierend, toupierende, toupierendes, toupierendem, toupierenden, toupierender###, toupier (!)+FW(+EW); Z.: toup-ier-en
Tour, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tour, Fahrt, Ausflug; ne. tour (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tournee; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. tour; E.: s. frz. tour, M., Rundfahrt, Drehung; vgl. afrz. torner, V., drechseln, drehen, formen, wenden; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tour, DW 21, 916, EWD s. u. Tour, Duden s. u. Tour; Son.: vgl. nndl. tour, Sb., Tour; nschw. tur, Sb., Tour; nnorw. tur, M., Tour; poln. tour, M., Tour; nir. turas, M., Tour; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht nach der Sesshaftwerdung mögliche Fahrt oder einen Ausflug von Menschen über eine bestimmte Strecke; BM.: drehen; F.: Tour, Touren+FW; Z.: Tour
Tourismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tourismus, Fremdenverkehr; ne. tourism; Vw.: -; Hw.: s. Tourist; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. tourism; E.: s. ne. tourism, N., Tourismus; vgl. ne. tour, N., Tour, Rundfahrt; frz. tour, M., Rundfahrt, Drehung; vgl. afrz. torner, V., drechseln, drehen, formen, wenden; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tourist, fehlt DW, EWD s. u. Tour, Duden s. u. Tourismus; Son.: vgl. nndl. toerisme, Sb., Tourismus; frz. tourisme, M., Tourismus; poln. turism, Sb., Tourismus; nnorw. turisme, M., Tourismus; kymr. twrustiaeth, F., Tourismus; lit. turizmas, M., Tourismus; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das infolge der vielfältigen Entwicklung neuer Beförderungsmöglichkeiten seit dem 19. Jh. stark erleichterte Reisen zu einem zunehmend als selbverständlicher Selbstzweck angesehenes Kennenlernen fremder Orte und Länder und vielleicht auch zu einer Erholung; BM.: drehen; F.: Tourismus+FW; Z.: Tour-ism-us
Tourist, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tourist, fremder Urlauber, Urlaubsreisender; ne. tourist; Vw.: -; Hw.: s. Tourismus; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. tourist; E.: s. ne. tourist, M., Tourist; vgl. ne. tour, N., Tour, Rundfahrt; frz. tour, M., Rundfahrt, Drehung; vgl. afrz. torner, V., drechseln, drehen, formen, wenden; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tourist, DW 21, 922, EWD s. u. Tour, Duden s. u. Tourist; Son.: vgl. nndl. toerist, Sb., Tourist; frz. touriste, M., Tourist; nschw. turist, Sb., Tourist; nnorw. turist, M., Tourist; poln. turysta, M., Tourist; kymr. twrist, M., Tourist; nir. turasóir, M., Tourist; lit. turistas, M., Tourist; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Urlaubsreisenden; BM.: drehen; F.: Tourist, Touristen+FW; Z.: Tour-ist
$Touristik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Touristik, Reisewesen, Urlaubswesen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Tourist, s. ik; L.: DW 21, 923, EWD s. u. Tour; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Tourist und ik gebildete Bezeichnung für das von immer mehr Menschen geschäftsmäßig und als selbverständlicher Selbstzweck betriebene Reisewesen und Urlaubswesen; F.: Touristik+FW; Z.: Tour-ist-ik
$touristisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. touristisch, Reisewesen betreffend; E.: s. Tourist, s. isch; L.: Kluge s. u. Tourist, DW 21, 924; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tourist und isch gebildete Bezeichnung für das sachlich seit dem 19. Jh. stark aufblühende Reisewesen betreffend; F.: touristisch, touristische, touristisches, touristischem, touristischen, touristischer(, touristischere, touristischeres, touristischerem, touristischeren, touristischerer, touristischst, touristischste, touristischstes, touristischstem, touristischsten, touristischster)+FW+EW; Z.: tour-ist-isch
Tournee, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tournee, Rundreise, Gastspielreise, Geschäftsreise; ne. tour (N.), roadshow; Vw.: s. Tour; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. tournée; E.: s. frz. tournée, F., Tournee, Runde; afrz. tornee, F., Abkehr, Rückzug; afrz. torner, V., drechseln, drehen, formen, wenden; lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tournee, fehlt DW, EWD s. u. Tour, Duden s. u. Tournee; Son.: vgl. nndl. tournee, Sb., Tournee; nschw. turné, Sb., Tournee; nnorw. turné, M., Tournee; poln. turnée, Sb., Tournee; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit dieser Zeit wegen der wachsenden Einnahmen stark zunehmende Gastspielreise vor allem von Künstlern; BM.: drehen; F.: Tournee, Tourneen+FW; Z.: Tour-n-ee
$Toxikologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Toxikologie, Giftkunde; Q.: um 1800; E.: s. Toxikum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Toxikum; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit dieser Zeit entstehende Wissenschaft von Giften und Vergiftungen (Giftkunde); F.: Toxikologie+FW; Z.: Tox-i-ko-log-ie
$toxikologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. toxikologisch, giftkundlich; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Toxikolog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Toxikum; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Toxikolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für giftkundlich; F.: toxikologisch, toxikologische, toxikologisches, toxikologischem, toxikologischen, toxikologischer+FW+EW; Z.: tox-i-ko-log-isch
$Toxikum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Toxikum, Gift; Q.: um 1700; E.: s. lat. toxicum, s. toxisch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Toxikum; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich in der Natur vielfach vorhandene Gift und insbesondere das von dem Menschen später verwendete besondere Pfeilgift; F.: Toxikum, Toxikums, Toxika+FW(+EW?); Z.: Tox-ik-um
$Toxin, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Toxin; Q.: um 1888; E.: s. Toxikum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Toxikum; GB.: seit um 1888 belegte und mit Toxikum verbindbare Bezeichnung für einen von Bakterien oder Pflanzen oder Tieren abgeschiedenen oder bei Zerfall von Bakterien entstehenden organischen Giftstoff (als Teilmenge aller Giftstoffe); F.: Toxin, Toxine+FW; Z.: Tox-in
toxisch, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. toxisch, giftig, schädlich; ne. toxic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: Adjektivbildung zu gr. τοξικόν (toxikón), N., Pfeilgift; vgl. gr. τοξικός (toxikós), Adj., auf den Bogen bezogen; vgl. gr. τόξον (tóxon), M., Bogen, Schießgerät; vgl. idg. *tekᵘ̯-, V., laufen, fließen, Pokorny 1059 (1840/17) (RB. idg. aus ind., iran., alb., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. toxisch, fehlt DW, EWD s. u. Toxikum, Duden s. u. toxisch; Son.: vgl. nndl. toxisch, Adj., toxisch; frz. toxique, Adj., toxisch; nschw. toxisk, Adj., toxisch; nnorw. toksisk, Adj., toxisch; poln. toksyczny, Adj., toxisch; nir. tocsaineach, Adj., toxisch; lit. toksiškas, Adj., toxisch; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für giftig oder für den Körper schädlich; BM.: Bogen; F.: toxisch, toxische, toxisches, toxischem, toxischen, toxischer(, toxischere, toxischeres, toxischerem, toxischeren, toxischerer, toxischst, toxischste, toxischstes, toxischstem, toxischsten, toxischster)+FW+EW; Z.: tox-isch
$Trab, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Trab; E.: s. traben; L.: Kluge s. u. traben, DW 21, 293, EWD s. u. traben; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit traben verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit Entstehung des Pferdes möglichen beschleunigten Lauf eines sachlich schon vormenschlich möglichen Rosses oder Pferdes; F.: Trab, Trabes, Trabs+EW; Z.: Trab
Trabant, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Trabant, unselbständiger Begleiter, Satellit; ne. trabant (ält.), satellite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw.; E.: s. mhd. drabant, trabant, st. M., Fußsoldat; mnd. dravant, drabant, drivant, M., böhmischer Söldner, Trabant, Fußsoldat, Fußschütze, Leibwächter, Begleiter, Diener, dienender Begleiter, Gesinnungsgenosse; weitere Herkunft ungeklärt, wohl zu tschech. drabant, M., Fußsoldat, Leibwache; tschech. drab, M., Fußsoldat; L.: Kluge 1. A. s. u. traben, Kluge s. u. Trabant, DW 21, 941, EWD s. u. Trabant, Duden s. u. Trabant; Son.: vgl. nndl. (ält.) trawand, Sb., Trabant; frz. (ält.) traban, M., Trabant; nschw. draband, Sb., Trabant; nnorw. drabant, M., Trabant; poln. trabant, M., Trabant; GB.: seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen ständigen unselbständigen Begleiter von jemandem oder etwas; BM.: Fußsoldat; F.: Trabant, Trabanten+FW; Z.: Trab-ant
traben, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. traben, Trab laufen, reiten; ne. trot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Trappe (2), trampeln; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: mhd. draben (1), draven, drafen*, traben, trafen, sw. V., gehen, reiten, traben, eilen, laufen, sich trollen, Trab reiten; mnd. drāven (1), draven, sw. V., traben, trotten, trappen, zu Fuß traben, zu Pferde traben, treten; mnl. drāven, V., traben; as. thravōn*, sw. V. (2), traben; germ. *þreb-, V., drücken, treiben; idg. *trep- (1), V., trippeln, trampeln, zittern, treten, Pokorny 1094 (1894/71) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. traben, Kluge s. u. traben, DW 21, 952, EWD s. u. traben, Duden s. u. traben, Bluhme s. u. traben; Son.: vgl. afries. thravia, sw. V., traben; ae. þrafian, sw. V., drängen, treiben, drücken, tadeln; nndl. draven, V., traben; nschw. trava, V., traben; nnorw. trave, V., traben; russ. tropát′, V., stampfen, trampeln; ai. tṛpráḥ, Adj., unstet, hastig; gr. τραπεῖν (trapein), V., keltern; lat. trepidāre, V., trippeln, eilfertig hin und her laufen; lit. trepė́ti, V., treten, stampfen; ksl. trepetъ, Sb., Zittern, Beben; GB.: seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches in mäßiger Geschwindigkeit laufen; BM.: drücken bzw. lautmalend?; F.: traben, trabe (!), trabst, trabt, trabest, trabet, trabte, trabtest, trabten, trabtet, getrabt, ##getrabt, getrabte, getrabtes, getrabtem, getrabten, getrabter##, trabend, ###trabend, trabende, trabendes, trabendem, trabenden, trabender###, trab (!)+EW; Z.: trab-en
$Traber, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Traber, Trabender; E.: s. trab(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. traben, DW 21, 972, EWD s. u. traben; GB.: seit 1391 belegte und aus trab(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen für besondere Trabrennen gezüchtetes Pferd; F.: Traber, Trabers, Trabern+EW; Z.: Trab-er
Trachom, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Trachom, eine Augeninfektion; ne. trachoma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. gr. τραχώμα (trachōma); E.: s. gr. τραχώμα (trachōma), N., Verhärtung am Auge, Trachom; vgl. gr. τραχύς (trachýs), Adj., rau, hart, steinig, zackig, uneben; idg. *dʰerəgʰ-, V., Sb., trüben, Schmutz, Trübes, Hefe, Pokorny 251; vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Trachom; Son.: vgl. nndl. trachoom, Sb., Trachom; frz. tracome, M., Trachom; kymr. tracoma, M., Trachom; lit. trachoma, F., Trachom; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine langwierig verlaufende Virusinfektion des Auges mit Bindehautentzündung; BM.: trüben; F.: Trachom, Trachoms, Trachome, Trachomen+FW(+EW?); Z.: Tra-ch-om
Tracht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tracht, Getragenes, Last; ne. attire (N.), load (N.); Vw.: s. Ein-; Hw.: s. trächtig; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. traht (2), draht, st. F., „Tracht“, Tragen, Bürde, Schwangerschaft, Träger, Last, Holz das bei der Belagerung zusammengetragen wird um die Gräben auszufüllen, Belagerung; mnd. dracht (1), F., Tragen (N.), Schwangerschaft, Frucht, Tragen (N.) der Heiltümer, Ertrag, Last; mnl. dracht, F., Tracht; mhd. tragen, st. V., tragen, haben, besitzen, ertragen; ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tracht, Kluge s. u. Tracht, DW 21, 977, EWD s. u. Tracht, Duden s. u. Tracht, Bluhme s. u. Tracht; Son.: vgl. nndl. dracht, Sb., Tracht; nschw. dräkt, Sb., Tracht; nnorw. drakt, M., F., Tracht; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem für das Germanische und teilweise Indogermanische erschließbare tragen verbindbare Bezeichnung für eine von einer bestimmten Gruppe Menschen getragene kennzeichnende Kleidung (Getragenes) und Last; BM.: tragen bzw. ziehen; F.: Tracht, Trachten+EW; Z.: Trach-t
trachten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. trachten, in dem Sinn haben, überlegen (V.), streben; ne. aspire, strive; Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. trahten, sw. V., erwägen, bedenken, beachten, trachten; mnd. trachten (1), sw. V., „trachten“, betrachten, bedenken, planen, aussinnen; mnl. trachten, sw. V., trachten, streben, suchten; ahd. trahten*, sw. V. (1a), betrachten, etwas betrachten, erwägen; ahd. trahtōn, sw. V. (2), betrachten, trachten, behandeln, trachten nach, streben, streben nach; as. trahton*, sw. V. (2), „trachten“, betrachten, behandeln; anfrk. -; germ. *trahten?, sw. V., trachten; s. lat. tractāre, V., betreiben, bedenken, behandeln, untersuchen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. trachten, Kluge s. u. trachten, DW 22, 995, EWD s. u. trachten, Duden s. u. trachten, Bluhme s. u. trachten; Son.: vgl. afries. -; ae. trahtian, sw. V. (2), erklären, erörtern, betrachten; an. -; got. -; nndl. trachten, V., trachten; ne. treat, V., behandeln; frz. traiter, V., behandeln; nschw. trakta, V., trachten; nnorw. trakte, V., trachten; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas in dem Sinn haben und danach streben oder überlegen (V.); BM.: ziehen; F.: trachten (!), trachte, trachtest, trachtet, trachtete, trachtetest, trachteten, trachtetet, getrachtet, ##getrachtet, getrachtete, getrachtetes, getrachtetem, getrachteten, getrachteter##, trachtend, ###trachtend, trachtende, trachtendes, trachtendem, trachtenden, trachtender###, tracht (!)+FW+EW; Z.: trach-t-en
trächtig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. trächtig, schwanger, Leibesfrucht tragend; ne. gravid (Adj.), pregnant; Vw.: -; Hw.: s. Tracht; Q.: 1315/1323 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: mhd. trehtic* (2), trehtec, Adj., trächtig; mnd. drechtich, Adj., trächtig, tragend, fruchtbar, schwanger, beträchtlich, inhaltsschwer; s. mhd. traht (2), draht, st. F., Tracht, Tragen, Bürde, Schwangerschaft; mnd. dracht (1), F., Tragen (N.), Schwangerschaft, Frucht, Tragen (N.) der Heiltümer, Ertrag, Bodenertrag, Last; mhd. tragen, st. V., tragen, haben, besitzen, ertragen; ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. trächtig, DW 21, 1006, EWD s. u. Tracht, Duden s. u. trächtig; Son.: vgl. nschw. dräktig, Adj., trächtig; nnorw. drektig, Adj., trächtig; GB.: seit 1315/1323 belegte und aus Tracht und ig gebildete sowie mit tragen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schwanger und deshalb eine Leibesfrucht in sich tragend; BM.: tragen bzw. ziehen; F.: trächtig, trächtige, trächtiges, trächtigem, trächtigen, trächtiger+EW; Z.: träch-t-ig
tradieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. tradieren, überliefern, weiterführen, weitergeben; ne. pass (V.) on; Vw.: -; Hw.: s. Tradition, traditionell; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. trādere; E.: s. lat. trādere, V., übergeben (V.), überreichen, geben, zustellen, überliefern, einliefern, anvertrauen, überlassen (V.), hinzufügen, (204-169 v. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Tradition, DW 21, 1022, EWD s. u. Tradition, Duden s. u. tradieren; Son.: vgl. nschw. tradera, V., tradieren; nnorw. tradere, V., tradieren; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches (etwas Überliefertes und dadurch Erlebtes) weiterführen oder weitergeben; BM.: über, geben; F.: tradieren, tradiere, tradierst, tradiert, tradierest, tradieret, tradierte, tradiertest, tradierten, tradiertet, ##tradiert, tradierte, tradiertes, tradiertem, tradierten, tradierter##, tradierend, ###tradierend, tradierende, tradierendes, tradierendem, tradierenden, tradierender###, tradier(!)+FW(+EW); Z.: tra-die-r-en
Tradition, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tradition, Überlieferung, Herkommen, Brauch, hergebrachte Verhaltensweise; ne. tradition; Vw.: -; Hw.: s. tradieren, traditionell; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. trāditio; E.: s. lat. trāditio, F., Übergabe, Auslieferung, Vortrag, Lehre, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trādere, V., übergeben (V.), überreichen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: DW 21, 1022, EWD s. u. Tradition, Duden s. u. Tradition; Son.: vgl. nndl. traditie, Sb., Tradition; frz. tradition, F., Tradition; nschw. tradition, Sb., Tradition; nnorw. tradisjon, M., Tradition; poln. tradycja, F., Tradition; kymr. traddodiad, M., Tradition; nir. traidisiún, M., Tradition; lit. tradicija, F., Tradition; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Überlieferung oder ein Herkommen oder einen Brauch oder eine althergebrachte menschliche Verhaltensweise; BM.: über, geben; F.: Tradition, Traditionen+FW(+EW?); Z.: Tra-di-t-io-n
traditionell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. traditionell, auf Tradition beruhend, herkömmlich, überliefert, übergeben (Adj.), hergebracht; ne. traditional (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Tradition, tradieren; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. traditionell; E.: s. frz. traditionell, Adj., traditionell; mlat. trāditiōnālis, Adj., über eine Schenkung geschehend, Gabe betreffend; s. lat. trāditio, F., Übergabe, Auslieferung, Vortrag, Lehre, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trādere, V., übergeben (V.), überreichen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. dare, V., geben, zuschreiben, reichen, hingeben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Tradition, DW 21, 1025, EWD s. u. Tradition, Duden s. u. traditionell; Son.: vgl. nndl. traditioneel, Adj., traditionell; nschw. traditionell, Adj., traditionell; nnorw. tradisjonell, Adj., traditionell; lit. tradicinis, Adj., traditionell; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für übergeben (Adj.) oder hergebracht; BM.: über, geben; F.: traditionell, traditionelle, traditionelles, traditionellem, traditionellen, traditioneller(, traditionellere, traditionelleres, traditionellerem, traditionelleren, traditionellerer, traditionellst, traditionellste, traditionellstes, traditionellstem, traditionellsten, traditionellster)+FW(+EW?); Z.: tra-di-t-io-n-ell
Trafik, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Trafik, Laden (M.), Kiosk; ne. tobacconists’s; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. trafic; E.: s. frz. trafic, M., Verkehr; it. traffico, M., Handel, Verkehr; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von arab. tafriq, Sb., das Verteilen, Kleinverkauf; L.: fehlt DW, Duden s. u. Trafik; Son.: vgl. ne. traffic, N., Verkehr; nschw. trafik, Sb., Verkehr; nnorw. trafikk, M., Verkehr; poln. trafika, F., Trafik; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und vielleicht mit dem Arabischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Laden (M.) oder ein Kiosk für Tabak und Zeitschriften; BM.: Kleinverkauf?; F.: Trafik, Trafiken+FW(+EW?); Z.: Trafik
Trafo, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trafo, Transformator; ne. transformer; Vw.: -; Hw.: s. Transformator; Q.: 20. Jh.; E.: Abkürzung für Transformator (s. d.); L.: Kluge s. u. Trafo, fehlt DW, Duden s. u. Trafo; GB.: seit 20. Jh. belegte Kurzbezeichnung für eine von Menschen seit 1831 gedanklich erfasste und seit 1885 tatsächlich umgesetzte Maschine mit der die Spannung elektrischen Stromes erhöht oder vermindert werden kann; BM.: über, formen; F.: Trafo, Trafos+FW; Z.: Tra-fo
...trag, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. ...trag; ne. ...tract; Vw.: s. Ein-, Ver-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.?; E.: s. tragen; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit tragen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von vielleicht das Tragen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ziehen; F.: ...trag, ...trags, ...trages, ...träge, ...trägen+EW; Z.: -trag
Tragant, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tragant, Wirbelkraut, Bockshorn, eine gallertartige Substanz; ne. astragalus, tragacanth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); I.: Lw.; E.: mhd. tragant, st. M., st. N., Baumharz; mnd. trāgent*, tragent, traget, N., Tragant; mnd. dragant, dragent, Sb., Tragant; ahd. tragant*, dragant, st. M. (a?, i?), Bocksdorn, Tragantgummi; lat. tragacanthum, dragantum, N., Bocksdorn, Tragant; gr. τραγάκανθα (tragákantha), F., Bocksdorn, Tragant; vgl. gr. τράγος (trágos), M., Ziegenbock, Bock; vgl. idg. *terg-, V., wischen, reinigen, Pokorny 1073; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 21, 1026, Duden s. u. Tragant; Son.: vgl. kymr. dragant, M., Tragant; poln. traganek, M., Tragant; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Europa bis Asien verbreitete zu den Schmetterlingsblütlern gehörende kleinere Pflanze mit meist gefiederten Blättern und verschiedenfarbigen Blüten und eine gallertartige Substanz; BM.: Bock bzw. wischen; F.: Tragant, Tragantes, Tragants, Tragante, Traganten+FW(+EW?); Z.: Tra-g-ant
$Tragbahre, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Tragbahre; E.: s. trag(en), s. Bahre; L.: DW 21, 1028, EWD s. u. Bahre; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus trag(en) und Bahre gebildete Bezeichnung für ein von Menschen sachlich wohl schon etwas früher für die Beförderung von liegenden Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät; F.: Tragbahre, Tragbahren+EW; Z.: Trag—bahr-e
$tragbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. tragbar; Vw.: s. un-; E.: s. trag(en), s. bar; L.: DW 21, 1031, EWD s. u. tragen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus trag(en) und bar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder früher mögliches ertragbar oder tragfähig; F.: tragbar, tragbare, tragbares, tragbarem, tragbaren, tragbarer(, tragbarere, tragbareres, tragbarerem, tragbareren, tragbarerer, tragbarst, tragbarste, tragbarstes, tragbarstem, tragbarsten, tragbarster)+EW; Z.: trag—bar
Trage, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Trage, Tragbahre; ne. stretcher; Vw.: -; Hw.: s. tragen; Q.: 1310 (Stadtrecht München); E.: mhd. trage (2), sw. F., Trage, Tragkorb, Kinderträgerin, Amme; mnd. drāge (1), F., Trage, Bahre, Brett worauf Brot und Fleisch getragen wird; ahd. -; as. *drago?, sw. M. (n), Träger; germ. *dragō-, *dragōn, sw. F. (n), Schlitten; s. idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. tragen, DW 21, 1035, EWD s. u. tragen, Falk/Torp 210, Seebold 161, Duden s. u. Trage; Son.: vgl. afries. -; ae. dræge, sw. F. (n), Schleppnetz; an. draga (1), sw. F. (n), geschleppte Last, von Pferden geschleifte Holzlast; got. -; GB.: seit 1310 belegte und aus trag(en) und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl schon früher entwickelte und verwendete Vorrichtung zu einem Tragen von Gegebenheiten; BM.: ziehen bzw. schleppen; F.: Trage, Tragen+EW; Z.: Trag-e
träge, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. träge, langsam, faul, schwerfällig; ne. indolent, slothful; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. træge (2), trāge, trāc, trege, Adj., träge, langsam, verdrossen, faul, nachlässig, bequem, schwach, müde, störrisch; mnd. trāch, Adj., träge, langsam, beschwerlich, mühsam; mnl. traech, trage, Adj., sich schwerfällig bewegend; ahd. trāgi, Adj., träge, langsam, lässig; as. trāg*, Adj., träge; germ. *trēga-, *trēgaz, *trǣga-, *trǣgaz, *trēgja-, *trēgjaz, *trǣgja-, *trǣgjaz, Adj., träge, unwillig; idg. *dreg̑ʰ-, Adj., unwillig, verdrossen, schlaff, Pokorny 226 (348/53) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. träge, DW 21, 1037, EWD s. u. träge, Falk/Torp 169, Heidermanns 601, Duden s. u. träge, Bluhme s. u. traege; Son.: vgl. nndl. traag, Adj., träge; nschw. trög, Adj., träge; nnorw. treg, Adj., träge; ai. drhyati, V., ist fest, ist stark; lit. dirzti, Adj., zäh, hart; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches (aus der Sicht des Menschen) langsam oder faul oder schwerfällig; BM.: schlaff; F.: träge, träges, trägem, trägen, träger(, trägere, trägeres, trägerem, trägeren, trägerer, trägst, trägste, trägstes, trägstem, trägsten, trägster)+EW; Z.: träg-e
tragen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. tragen, eine Last fortbewegen, ziehen, fortschleppen; ne. carry, bear; Vw.: -; Hw.: s. Trage, Getreide; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tragen, st. V., tragen, haben, besitzen, ertragen; mnd. drāgen (1), drigen, drān, st. V., tragen, weiterführen, leiten, austragen, hintragen, hinbringen, bewegen, wenden; mnl. drāghen, st. V., tragen; ahd. tragan, st. V. (6), tragen, ertragen (V.), befördern, bringen, herbeibringen, zurücktragen; as. dragan, st. V. (6), tragen, bringen; anfrk. dragan*, st. V. (6), tragen; germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tragen, Kluge s. u. tragen, DW 21, 1048, EWD s. u. tragen, Falk/Torp 211, Seebold 160, Duden s. u. tragen, Bluhme s. u. tragen; Son.: vgl. afries. drega, draga, st. V. (6), tragen, bei sich haben, bringen, eintragen; saterl. drega, drein, V., tragen; ae. dragan, st. V. (6), ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen; ae. dragan, st. V. (6), ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen; got. dragan, st. V. (6), tragen, aufladen, ziehen; nndl. dragen, V., tragen; lat. trahere, V., ziehen; ai. dhrájati, V., gleitet dahin, bewegt sich, fliegt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen und manchen Tieren mögliches etwas mit seiner Körperkraft halten und irgendwohin bringen oder fortschleppen; BM.: ziehen bzw. schleppen; F.: tragen, trägst, trägt, tragt, tragest, traget, trug (!), trugst, trugen, trugt, trüge (!), trügest (!), trügen (!), trüget (!), getragen, ##getragen, getragene, getragenes, getragenem, getragenen, getragener##, tragend, ###tragend, tragende, tragendes, tragendem, tragenden, tragender###, trag (!)+EW; Z.: trag-en
$Träger, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Träger, Tragender; Vw.: s. (Brief-), (Sozialversicherungs-), Würden-; E.: s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, DW 21, 1118, EWD s. u. tragen; GB.: seit dem 8. Jh. belegte und aus trag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Tragenden; F.: Träger, Trägers, Trägern+EW; Z.: Träg-er
$Trägheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Trägheit, Verharrung; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. träg(e), s. heit; L.: DW 21, 1133, EWD s. u. träge; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. tarditas aus träg(e) und heit gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt möglichen Versuch jedes Körpers der Verharrung in seinem bestehenden Bewegungszustand; F.: Trägheit, Trägheiten+EW; Z.: Träg—hei-t
$Tragik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tragik, Leid; E.: s. tragisch; L.: Kluge s. u. tragisch, DW 21, 1142, EWD s. u. Tragödie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aus trag(isch) und ik (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches Leid; F.: Tragik+FW; Z.: Tra-g-ik
$Tragikomödie, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tragikomödie; E.: s. Tragi(k), s. Komödie; L.: DW 21, 1142, EWD s. u. Tragödie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine Mischform zwischen einer Tragödie und einer Komödie mit oft eher glücklichem Ausgang; F.: Tragikomödie, Tragikomödien+FW; Z.: Tra-g-i—ko-m-ö-d-i-e
$tragikomisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. tragikomisch; E.: s. tragi(sch), s. komisch; L.: DW 21, 1142, EWD s. u. Tragödie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und umgebildete Bezeichnung für tragi(sch) und komisch zugleich; F.: tragikomisch, tragikomische, tragikomisches, tragikomischem, tragikomischen, tragikomischer(, tragikomischere, tragikomischeres, tragikomischerem, tragikomischeren, tragikomischerer, tragikomischst, tragikomischste, tragikomischstes, tragikomischstem, tragikomischsten, tragikomischster)+FW(+EW); Z.: tra-g-i—ko-m-isch
tragisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. tragisch, Tragödie betreffend, verhängnisvoll, schicksalhaft, erschütternd; ne. tragic, tragical; Vw.: -; Hw.: s. Tragödie; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. tragicus; E.: s. lat. tragicus (1), Adj., zur Tragödie gehörig, tragisch, (81-43 v. Chr.); gr. τραγικός (tragikós), Adj., zur Tragödie gehörig, tragisch; vgl. gr. τράγος (trágos), M., Ziegenbock, Bock; vgl. idg. *terg-, V., wischen, reinigen, Pokorny 1073; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tragisch, DW 21, 1143, EWD s. u. Tragödie, Duden s. u. tragisch; Son.: vgl. nndl. tragisch, Adj., tragisch; frz. tragique, Adj., tragisch; nschw. tragisk, Adj., tragisch; nnorw. tragisk, Adj., tragisch; poln. tragiczny, Adj., tragisch; lit. tragiškas, Adj., tragisch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen auf verhängnisvolle Weise eintretend und schicksalhaft in einen Untergang führend; BM.: bohren; F.: tragisch, tragische, tragisches, tragischem, tragischen, tragischer(, tragischere, tragischeres, tragischerem, tragischeren, tragischerer, tragischst, tragischste, tragischstes, tragischstem, tragischsten, tragischster)+FW(+EW); Z.: tra-g-isch
$Tragöde, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tragöde, eine tragische Rolle spielender Darsteller; E.: s. Tragödie; L.: DW 21, 1154, EWD s. u. Tragödie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (tragoedus) und Griechischen (tragōidós) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen eine tragische Rolle spielenden Darsteller; F.: Tragöde, Tragöden+FW+EW; Z.: Tra-g-ö-d-e
Tragödie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tragödie, Trauerspiel, erschütterndes Ereignis; ne. tragedy; Vw.: -; Hw.: s. tragisch; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. tragoedia; E.: s. lat. tragoedia, F., Tragödie, tragische Szene, (81-43 v. Chr.); gr. τραγηδία (tragēdía), F., Tragödie; vgl. gr. τράγος (trágos), M., Ziegenbock, Bock; vgl. idg. *terg-, V., wischen, reinigen, Pokorny 1073; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. ἀοιδή (aoidḗ), ᾠδή (ōidē), F., Gesang; vgl. gr. ἀείδειν (aeídein), V., singen; idg. *au̯eid-, V., Sb., singen, Sänger, Pokorny 77; idg. *au̯- (6), *au̯ed-, V., sprechen, Pokorny 76 (124/124) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tragödie, DW 21, 1154, EWD s. u. Tragödie, Duden s. u. Tragödie; Son.: vgl. nndl. tragedie, Sb., Tragödoe; frz. tragédie, F., Tragödie; nschw. tragedi, Sb., Tragödie; nnorw. tragedie, M., Tragödie; poln. tragedia, F., Tragödie; kymr. tradiedi, F., Tragödie; nir. traigéide, F., Tragödie; lit. tragedija, F., Tragödie; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in dem klassischen Griechenland entwickelte Tragik darstellende Gattung des Dramas (Trauerspiel); BM.: Ziegenbock, singen; F.: Tragödie, Tragödien+FW(+EW); Z.: Tra-g-ö-d-ie
$Tragödin, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tragödin; E.: s. Tragöd(e), s. in; L.: DW 21, 1158, EWD s. u. Tragödie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tragöd(e) und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine eine tragische Rolle spielende Darstellerin; F.: Tragödin, Tragödinnen+FW(+EW); Z.: Tra-g-ö-d-in
$Tragweite, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tragweite, Reichweite, Ausmaß; E.: s. trag(en), s. Weite; L.: Kluge s. u. Tragweite, DW 21, 1167; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus trag(en) und Weite gebildete Bezeichnung für eine Reichweite einer Gegebenheit oder ein Ausmaß einer Auswirkung; F.: Tragweite, Tragweiten+EW; Z.: Trag—w-ei-t-e
...trahieren, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. ...trahieren; ne. ...tract; Vw.: s. abs-, at-, ex-, kon-, sub-; Hw.: s. ...trakt; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. trahere, V., ziehen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW 21, 1170; Son.: vgl. nndl. tracteren, Suff., ...trahieren; frz. ...traire, Suff., ...trahieren; nschw. ...trahera, Suff., ...trahieren; nnorw. ...trahere, Suff., ...trahieren; lit. ...trahuoti, Suff., ...trahieren; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von ziehen betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; BM.: ziehen; F.: ...trahieren, ...trahiere, ...trahierst, ...trahiert, ...trahierest, ...trahieret, ...trahierte, ...trahiertest, ...trahierten, ...trahiertet, ##...trahiert, ...trahierte, ...trahiertes, ...trahiertem, ...trahierten, ...trahierter##, ...trahierend, ###...trahierend, ...trahierende, ...trahierendes, ...trahierendem, ...trahierenden, ...trahierender###, ...trahier (!)+FW(+EW); Z.: -trah-ier-en
Trainer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trainer, Abrichter, Lehrer; ne. trainer; Vw.: -; Hw.: s. trainieren, Training; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. trainer; E.: s. ne. trainer, M., Trainer, Abrichter; vgl. ne. train, V., trainieren, ziehen, aufziehen; frz. traîner, V., ziehen; über frühroman. *tragināre von lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. trainieren, fehlt DW, EWD s. u. trainieren, Duden s. u. Trainer; Son.: vgl. nndl. trainer, Sb., Trainer; frz. êntraîneur, M., Trainer; nschw. tränare, Sb., Trainer; nnorw. trener, M., Trainer; poln. trener, M., Trainer; lit. treneris, M., Trainer; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich viell den Hochkulturen des Altertums möglichen andere Menschen oder auch Tiere durch Üben auf einen Wettkampf oder die Aufgaben des Lebens vorbereitenden Menschen oder einen Abrichter oder einen Lehrer; BM.: ziehen; F.: Trainer, Trainers, Trainer+FW; Z.: Train-er
trainieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trainieren, abrichten, einüben, lehren; ne. train (V.); Vw.: -; Hw.: s. Training, Trainer; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. train; E.: s. ne. train, V., trainieren, ziehen, aufziehen; frz. traîner, V., ziehen; über frühroman. *tragināre von lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. trainieren, DW 21, 1172, EWD s. u. trainieren, Duden s. u. trainieren; Son.: vgl. nndl. trainen, V., trainieren; frz. tráiner, V., trainieren; nschw. träna, V., trainieren; nnorw. trene, V., trainieren; poln. trenować, V., trainieren; nir. traenálaim, V., trainieren; lit. treniruoti, V., trainieren; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Französischen und dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Menschen oder Tiere durch Üben auf einen Wettkampf vorbereiten oder abrichten oder einüben oder lehren; BM.: ziehen; F.: trainieren, trainiere, trainierst, trainiert, trainierest, trainieret, trainierte, trainiertest, trainierten, trainiertet, ##trainiert, trainierte, trainiertes, trainiertem, trainierten, trainierter##, trainierend, ###trainierend, trainierende, trainierendes, trainierendem, trainierenden, trainierender###, trainier (!)+FW(+EW); Z.: train-ier-en
Training, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Training, Trainieren, Übung (zu einer Leistungssteigerung), Vorbereitung zu einem Wettkampf; ne. training (N.), workout; Vw.: -; Hw.: s. trainieren, Trainer; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. training; E.: s. ne. training, N., Training, Trainieren, Abrichten; vgl. ne. train, V., trainieren, ziehen, aufziehen; frz. traîner, V., ziehen; über frühroman. *tragināre von lat. trahere, V., ziehen, reizen, schleppen, (um 250-184 v. Chr.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. trainieren, fehlt DW, EWD s. u. trainieren, Duden s. u. Training; Son.: vgl. nndl. training, Sb., Training; frz. entraînement, M., Training; nschw. träning, Sb., Training; nnorw. trening, M., F., Training; poln. trening, M., Training; lit. treniravimas, M., Training; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Französischen und dem Frühromanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Übung zu einer Leistungssteigerung oder eine Vorbereitung zu einem Wettkampf; BM.: ziehen; F.: Training, Trainings+FW; Z.: Train-ing
Trakt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Trakt, Gebäudeflügel, Gebäudeteil, Zug; ne. wing (N.), tract; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. tractus; E.: s. lat. tractus, M., Ziehen, Zug, Ausdehnung, Landstrich, Gegend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Trakt, DW 21, 1011 (Tract), EWD s. u. Trakt, Duden s. u. Trakt; Son.: vgl. nschw. trakt, Sb., Trakt; nnorw. trakt, M., F., Trakt; poln. trakt, M., Trakt; lit. traktas, M., Trakt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Gebäudeflügel oder Gebäudeteil; BM.: ziehen; F.: Trakt, Traktes, Trakts, Trakte, Trakten+FW; Z.: Trak-t
...trakt, nhd., M.., (15. Jh.): nhd. ...trakt: ne. ...tract; Vw.: s. Ex-, Kon-; Hw.: s. ...trahere; I.: lat. Lw.; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. ...tract, Suff., ...tract; vgl. lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW 21, 1173; Son.: vgl. nndl. ...tract, Suff., ...trakt; frz. ...trat, Suff., ...trakt; nschw. ...trakt, Suff., ...trakt; nnorw. ...trakt, Suff., ...trakt; poln. ...trakt, Suff., ...trakt; kymr. ...tract, Suff., ...trakt; lit. ...traktas, Suff., ...trakt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven des Ziehens verwendete Bezeichnung; BM.: ziehen; F.: ...trakt, ...trakts, ...traktes, ...trakte, ...trakten+FW; Z.: -trak-t
Traktandum, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Traktandum, Tagesordnungspunkt, Verhandlungsgegenstand; ne. agenda; Vw.: -; Hw.: s. Traktat, traktieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. tractandum; E.: s. lat. tractandum, N., zu Behandelndes; vgl. lat. tractāre, V., betreiben, bedenken, behandeln, untersuchen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Traktat (Traktanden), fehlt DW, Duden s. u. Traktandum; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen (zu behandelnden) Tagesordnungspunkt oder Verhandlungsgegenstand bei einer Sitzung; BM.: ziehen; F.: Traktandum, Traktandum, Traktanden+FW; Z.: Trak-t-and-um
Traktat, nhd., (Part. Prät.= M., N., (8. Jh.): nhd. Traktat, Abhandlung; ne. treatise, tractate; Vw.: s. traktieren, Traktandum; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. trāhtade*, trāhtæde, trāhtede*, st. N., Erörterung, Traktat; mhd. tractāt, st. M., Traktat, Abhandlung; ahd. traktāt*, tractāt, st. M. (a), Traktat, Predigt, Abhandlung; lat. tractātus, M., Behandlung, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. tractāre, betreiben, bedenken, behandeln, untersuchen; vgl. lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Traktat, DW 21, 1014 (Tractat), EWD s. u. Traktat, Duden s. u. Traktat; Son.: vgl. nndl. traktaat, Sb., Traktat; frz. traité, M., Traktat; frz. tract, M., Flugblatt; nschw. traktat, Sb., N., Traktat; nnorw. traktat, M., Traktat; poln. traktat, M., Traktat; kymr. traethawd, M., Traktat; lit. traktatas, M., Traktat; nir. tráchtas, M., Traktat; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Abhandlung (über eine Angelegenheit); BM.: ziehen; F.: Traktat, Traktates, Traktats, Traktate, Traktaten+FW; Z.: Trak-t-at
traktieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. traktieren, behandeln, einwirken, schlecht behandeln, plagen; ne. maltreat, pester; Vw.: -; Hw.: s. Traktat, Traktandum; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. tractāre; E.: s. lat. tractāre, V., betreiben, bedenken, behandeln, untersuchen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Traktat, DW 21, 1018 (tractieren), EWD s. u. Traktat, Duden s. u. traktieren; Son.: vgl. nndl. traktieren, V., traktieren; frz. tracter, V., ziehen; nschw. traktera, V., traktieren; nnorw. trakassere, V., traktieren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mit etwas Unangenehmem auf jemanden oder etwas einwirken oder jemanden oder etwas behandeln; BM.: ziehen; F.: traktieren, traktiere, traktierst, traktiert, traktierest, traktieret, traktierte, traktiertest, traktierten, traktiertet, ##traktiert, traktierte, traktiertes, traktiertem, traktierten, traktierter##, traktierend, ###traktierend, traktierende, traktierendes, traktierendem, traktierenden, traktierender###, traktier (!)+FW; Z.: trak-t-ier-en
Traktion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Traktion, Zug, Ziehen, Zugkraft; ne. traction; Vw.: Abs-, At-, Ex-, Kon-, Sub-; Hw.: traktieren; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tractio; E.: s. lat. tractio (1), F., Ableitung, Befördern, Beförderung; vgl. lat. trahere, V., ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Traktion; Son.: vgl. nndl. tractie, Sb., Traktion; frz. traction, F., Traktion; nschw. traktion, Sb., Traktion; poln. trakcja, F., Traktion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Ziehen oder eine Zugkraft Zugkraft; BM.: ziehen; F.: Traktion, Traktionen+FW; Z.: Trak-t-io-n
Traktor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Traktor, eine Zugmaschine; ne. tractor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. tractor; E.: s. ne. tractor, N., Traktor; vgl. lat. trahere, ziehen, reizen, fortschleppen, verheeren; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Traktor, fehlt DW, EWD s. u. Traktor, Duden s. u. Traktor; Son.: vgl. nnsl. tractor, Sb., Traktor; frz. tracteur, M., Traktor; nschw. traktor, Sb., Traktor; nnorw. traktor, M., Traktor; poln. traktor, M., Traktor; kymr. tractor, M., Traktor; nir. tarracóir, M., Traktor; lit. traktorius, M., Traktor; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Zugmaschine oder ein von Menschen ab 1885 entwickeltes und zu einem Ziehen schwerer landwirtschaftlicher Geräte verwendetes Kraftfahrzeug; BM.: ziehen; F.: Traktor, Traktors, Traktoren+FW(+EW); Z.: Trak-t-or
trällern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. trällern, fröhlich vor sich hin singen; ne. trill (V.), warble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: von einem aus der spanischen Musik stammenden Kehrreim tralla, trallala; lautmalend; L.: Kluge s. u. trällern, EWD s. u. trällern, DW 21, 1174, Duden s. u. trällern, Bluhme s. u. traellern; Son.: vgl. nschw. tralla, V., trällern; nnorw. tralle, V., trällern; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Sprache des Menschen mögliches ohne genaue Artikulation von Wörtern munter vor sich hin singen; BM.: singen ohne den Gebrauch sinntragender Wörter bzw. lautmalend; F.: trällern, trällere, träller, trällre, trällerst, trällert, trällerte, trällertest, trällerten, trällertet, geträllert, ##geträllert, geträllertes, geträllertem, geträllerten, geträllerter##, trällernd, ###trällernd, trällernde, trällerndes, trällerndem, trällernden, trällernder###, träller+EW; Z.: träll-er-n
Trambahn, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trambahn, Tram, Straßenbahn; ne. tramway; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1870; I.: Lw. ?; E.: Umformung von einem älteren „Tramway“, dieses aus dem Englischen; Vorderglied wohl von mnd. trāme, trame, treme, M., Querstab einer Leiter (V.), Sprosse einer Leiter (F.), Sprosse einer Treppe, Sprosse eines Stuhles; mndl. trame, M., Balken; ahd. drāma*, sw. F. (n)?, Balken, Stütze; vgl. germ. *þramila-, *þramilaz, st. M. (a), Balken; s. idg. *termn̥, Sb., Grenzpfahl, Pokorny 1074; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge s. u. Trambahn, fehlt DW, EWD s. u. Trambahn, Duden s. u. Trambahn, EWAhd 2, 753, Bluhme s. u. Tram; Son.: vgl. nndl. tram, Sb., Trambahn; frz. tramway, M., Trambahn; GB.: seit um 1870 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Mittelniederdeutschen und dem Mittelniederländischen sowie dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine beispielsweise seit 1881 in Berlin entwickelte und verwendete (elektrisch betriebene) Straßenbahn; BM.: Balken, Durchhau?; F.: Trambahn, Trambahnen, Tram, Trams+FW+EW; Z.: Tram-bahn
Traminer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Traminer, Gewürztraminer; ne. traminer, gewurztraminer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. tramīner, st. M., Traminer (Traubensorte); vom ON Tramin, Herkunft ungeklärt?, vielleicht von lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: DW 21, 1177; Duden s. u. Traminer; Son.: vgl. nndl. traminer, gewürztraminer, Sb., Traminer; frz. traminer, M., Traminer; nschw. gewürztraminer, M., Gewürztraminer; nnorw. gewürztraminer, roter traminer, M., Gewürztraminer; poln. gewürzttraminer, traminer aromatico, M., Gewürztraminer; GB.: seit 1348/1350 belegte und nach einem ON in Südtirol (mit dem Suffix er)gebildete Sammelbezeichnung für verschiedene in Südtirol angebaute meist weiße Rebsorten; BM.: ON (nach dem vermeintlichen Herkunftsort der Rebsorte); F.: Traminer, Traminers, Traminern+EW; Z.: Tramin-er
$Trampel, nhd., M.(, F.), (17. Jh.): nhd. Trampel, ungeschickt und schwer gehender Mensch; E.: s. trampeln; L.: DW 21, 1178, EWD s. u. trampeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus trampel(n) rückgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen ungeschickten und schwerfällig gehenden Menschen; F.: Trampel, Trampels, Trampeln+EW; Z.: Tra-m-p-el
trampeln, nhd., V., (15. Jh.): nhd. trampeln, mit schweren Schritten gehen, mit Füßen kräftig aufstampfen; ne. trample; Vw.: -; Hw.: s. trampen, traben, Trappe (2); Q.: 15. Jh. (Glosse); E.: mhd. trampelen*, trampeln, sw. V., derb auftreten, trampeln; s. germ. *trempan, st. V., treten, stampfen; s. idg. *drem-, V., laufen, treten, Pokorny 204; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. trampeln, Kluge s. u. trampeln, DW 21, 1180, EWD s. u. trampeln, Falk/Torp 170, Seebold 507, Duden s. u. trampeln, Bluhme s. u. trampeln; Son.: vgl. nnorw. trampe, V., trampeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit schweren Schritten gehen oder mit Füßen kräftig aufstampfen; BM.: treten; F.: trampeln, trampel (!), trample, trampelst, trampelt, trampelte, trampeltest, trampelten, trampeltet, getrampelt, ##getrampelt, getrampelte, getrampeltes, getrampeltem, getrampelten, getrampelter##, trampelnd, ###trampelnd, trampelnde, trampelndes, trampelndem, trampelnden, trampelnder###, trampel (!(+EW; Z.: tra-m-p-el-n
$Trampeltier, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Trampeltier; E.: s. trampel(n), s. Tier; L.: Kluge 1. A. s. u. trampeln, Kluge s. u. Trampeltier, DW 21, 1180 (Trampelthier), EWD s. u. trampeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus trampel(n) und Tier gebildete Bezeichnung für ein zweihöckeriges und in Asien um 2500 v. Chr. von Menschen gezähmtes Kamel das seinerseits vor vielleicht 50 Millionen Jahren in dem späteren Nordamerika in der Größe von Hasen entstand; F.: Trampeltier, Trampeltiers, Trampeltieres, Trampeltiere, Trampeltieren+EW; Z.: Tra-m-p-el—tie-r
trampen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. trampen, herumreisen, per Anhalter mit einem Kraftfahrzeug fahren; ne. tramp (V.), hitchhike; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. ne. tramp; E.: s. ne. tramp, V., herumwandern, vagabundieren; me. trampen, V., mit schwerem Schritt laufen; germ. *trempan, st. V., treten, stampfen; s. idg. *drem-, V., laufen, treten, Pokorny 204; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. trampen, (s. DW 21, 1180 schwer auftreten,) EWD s. u. trampen, Duden s. u. trampen; Son.: vgl. nschw. tramp, V., trampen; nnorw. trampe, V., trampen; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit dem späten 19. Jh. mögliche per Anhalter mit einem Kraftfahrzeug fahren; BM.: treten; F.: trampen (!), trampe (!), trampst, trampt, trampest, trampet, trampte, tramptest, trampten, tramptet, getrampt, ##getrampt, getrampte, getramptes, getramptem, getrampten, getrampter##, trampend, ###trampend, trampende, trampendes, trampendem, trampenden, trampender###, tramp (!)+FW(+EW); Z.: tra-m-p-en
$Tramper, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tramper, Trampender; E.: s. tramp(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. trampen, (DW 21, 1180 Tramper schwerer unförmiger Schuh,) EWD s. u. trampen,; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus tramp(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem späten 19. Jh. möglichen Trampenden; F.: Tramper, Trampers, Trampern+FW; Z.: Tra-m-p-er
Trampolin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Trampolin, ein gefedertes Sportgerät; ne. trampoline (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. it. trampolino; E.: s. it. trampolino, M., Trampolin, Sprungbrett; vgl. it. trampolo, M., Stelze; letztlich wohl von germ. *trempan, st. V., treten, stampfen; s. idg. *drem-, V., laufen, treten, Pokorny 204; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Trampolin, DW 21, 1185, Duden s. u. Trampolin; Son.: vgl. nndl. trampoline, Sb., Trampolin; frz. trampoline, M., Trampolin; nschw. trampolin, Sb., Trampolin; nnorw. trampoline, M., Trampolin; poln. trampolina, F., Trampolin; kymr. trampolin, M., Trampolin; lit. tramplinas, M., Sprungbrett; GB.: vielleicht seit 1928 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und zwecks Ausführung von Sprüngen mit einem stark federndem an einem Rahmen befestigtem Sprungtuch versehenes Gerät; BM.: treten; F.: Trampolin, Trampolins, Trampoline, Trampolinen+FW; Z.: Tra-m-p-ol-in
Tran, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tran, ein Öl, Fischfett; ne. train oil (N.); Vw.: -; Hw.: s. Träne; Q.: um 1600; Hw.: s. tranig; E.: s. mnd. trān (1), M., Tran; mnd. trān, trane, M. Träne, Tropfen (M.); mnl. traen, M., Träne, Tropfen; as. trahn*, st. M. (i), Träne; germ. *trahnu-, *trahnuz, st. M. (u), Träne; idg. *dak̑ru-, N., Träne, Pokorny 179 (299/4) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *ak̑ru-, Sb., Träne, Pokorny 23 (46/46) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thran, Kluge s. u. Tran, DW 21, 406 (Thran), EWD s. u. Tran, Duden s. u. Tran, Bluhme s. u. Tran; Son.: vgl. nndl. traan, Sb., Tran; nschw. tran, Sb., Tran; nnorw. tran, M., F., Tran; poln. tran, M., Tran; GB.: seit um 1600 mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus dem Speck von Walen oder Robben oder Seefischen gewonnenes Öl oder Fischfett; BM.: Träne; F.: Tran, Tranes, Trans, Trane, Tranen+FW; Z.: T-ran
Trance, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trance, Dämmerzustand, Entrückungszustand; ne. trance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. trance; E.: s. ne. trance, N., Trance; afrz. transe, F., Verscheiden, Angstzustand; vgl. afrz. transir, V., verscheiden, vor Kälte starr sein (V.); lat. trānsīre, V., hinübergehen, hingehen, übergehen (V.) (1), überschreiten, abfertigen; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Trance, fehlt DW, EWD s. u. Trance, Duden s. u. Trance; Son.: vgl. nndl. trance, Sb., Trance; frz. transe, F., Trance; nschw. transe, Sb., Trance; nnorw. transe, M., Trance; poln. trance, M., Trance; lit. transas, M., Trance; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen dem Schlaf oder der Betäubung ähnlichen Dämmerzustand eines Lebewesens oder einen Entrückungszustand; BM.: über, gehen; F.: Trance, Tranceen+FW; Z.: Tra-nc-e
Tranche, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Tranche, Teil eines Ganzen; ne. tranche; Vw.: -; Hw.: s. tranchieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. tranche; E.: s. frz. tranche, F., Scheibe; vgl. frz. trancher, V., abschneiden, zerlegen (V.); lat. truncāre, V., stutzen, beschneiden, verstümmeln, abschneiden, niedermetzeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tranchieren, fehlt DW, Duden s. u. Tranche; Son.: vgl. poln. transza, F., Tranche; GB.: vielleicht seit dem 20. Jahrhundert belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine fingerdicke Scheibe von Fleisch oder Fisch und davon abgeleitet für einen Teil beispielsweise eines Ganzen wie beispielsweise eines Geldbetrags; BM.: stutzen; F.: Tranche, Tranchen+FW; Z.: Tra-nch-e
tranchieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. tranchieren, Geflügel zerlegen (V.); ne. carve; Vw.: -; Hw.: s. Tranche; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. trancher; E.: s. frz. trancher, V., abschneiden, zerlegen (V.); lat. truncāre, V., stutzen, beschneiden, verstümmeln, abschneiden, niedermetzeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tranchieren, DW 21, 1186, EWD s. u. tranchieren, Duden s. u. tranchieren; Son.: vgl. nndl. trancheren, V., tranchieren; ne. trench, V., graben; nschw. tranchera, V., tranchieren; nnorw. tranchere, V., tranchieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vor allem von Menschen entwickeltes und verwendetes Geflügel zerlegen (V.); BM.: stutzen; F.: tranchieren, tranchiere, tranchierst, tranchiert, tranchierest, tranchieret, tranchierte, tranchiertest, tranchierten, tranchiertet, ##tranchiert, tranchierte, tranchiertes, tranchiertem, tranchierten, tranchierter##, tranchierend, ###tranchierend, tranchierende, tranchierendes, tranchierendem, tranchierenden, tranchierender###, tranchier (!)+FW+EW; Z.: tra-nch-ier-en
Träne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Träne, Augenflüssigkeit; ne. tear (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tran; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. trahen, trān, trōn, st. M., Träne, Tropfen (M.), Strom, Blutstrom, Tränenstrom, Honigtropfen, Honig; mnd. trān (2), trāne, M., Träne, Tropfen (M.); ahd. trahan*, trān*, st. M. (a?, i?), Träne, Tropfen (M.); as. trahn*, st. M. (i), Träne; anfrk. tran*, st. M. (i), Träne; germ. *trahnu-, *trahnuz, st. M. (u), Träne; idg. *dak̑ru-, N., Träne, Pokorny 179 (299/4) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); s. idg. *ak̑ru-, Sb., Träne, Pokorny 23 (46/46) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thräne, Kluge s. u. Träne, DW 21, 407 (Thräne), EWD s. u. Träne, Falk/Torp 169, Duden s. u. Träne, Bluhme s. u. Traene; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. traan, Sb., Träne; nschw. tår, Sb., Träne; nnorw. tåre, M., F., Träne; gr. δάκρυ (dákry), N., Träne; lat. dadrima, lacrima, F., Träne; air. dēr, N., Träne; ? ai. áśru, M., Träne; ? lit. ašara, F., Träne; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich in Drüsen in dem Auge von Säugetieren entstehende und bei Bedarf als Tropfen an dem Rande der Oberfläche austretende klare reinigende und schmierende sowie Stress lösende Flüssigkeit aus Wasser und Fetten und Salzen sowie Eiweißstoffen; BM.: ?; F.: Träne, Tränen+EW; Z.: T-rän-e
$tränen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tränen, Tränen bilden, Tränen ausrinnen lassen; E.: s. Trän(e), s. en; L.: DW 21, 412 (thränen), EWD s. u. Träne; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Trän(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Säugetieren mögliches Tränen bilden oder Tränen rinnen lassen; F.: tränen (!), träne (!), tränst, tränt, tränest, tränet, tränte, träntest, tränten, träntet, getränt, ##getränt, getränte, geträntes, geträntem, getränten, getränter##, tränend, ###tränend, tränende, tränendes, tränendem, tränenden, tränender###, trän (!)+EW; Z.: t-rän-en
$tranig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tranig, Tran enthaltend, fettig, träge; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Tran, s. ig; L.: DW 21, 1188, EWD s. u. Tran; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Tran und ig gebildete Bezeichnung für Tran enthaltend oder fettig oder träge; F.: tranig, tranige, traniges, tranigem, tranigen, traniger(, tranigere, tranigeres, tranigerem, tranigeren, tranigerer, tranigst, tranigste, tranigstes, tranigstem, tranigsten, tranigster)+EW; Z.: t-ran-ig
Trank, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Trank, Getränk, Trinken; ne. potion; Vw.: -; Hw.: s. trinken, Trunk; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. tranc, dranc, st. N., st. M., Trank, Getränke, Trinken, Trunk, Trinkgelage, Trunkenheit; mnd. drank (1), M., Trank, Arzneitrank, Labetrunk, Trunk, Getränk; mnl. dranc, M., Trank, Getränk; ahd. trank*, tranc, st. M. (a), Trank, Getränk, Trinken; as. drank, st. M. (a), Trank; anfrk. drank*, dranc*, st. M. (a), Trank, Getränk; germ. *dranka-, drankaz, st. M. (a), Trank; s. idg. dʰreg̑-, V., ziehen, gleiten, streifen, Pokorny 273 (406/54) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trank, Kluge s. u. Trank, DW 21, 1189, EWD s. u. Trank, Seebold 165, Duden s. u. Trank, Bluhme s. u. Trank; Son.: vgl. afries. drank, dronk, st. M. (a), Trank; nfries. dranck; ae. drėnc, st. M. (i), Trank, Trunk, Ertrinkung; an. -; got. dragk, draggk, st. N. (a), Trank; nndl. drank, Sb., Trank; ne. drench, N., Regenguss; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von dem Menschen verwendetes Getränk oder Trinken (N.); BM.: ziehen bzw. gleiten; F.: Trank, Trankes, Tranks, Tränke (!), Tränken (!)+EW; Z.: Tra-n-k
$Tränke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tränke, Ort des Trinkens; E.: s. tränke(n), s. Trank; L.: DW 21, 1204, EWD s. u. tränken; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Trank und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Tieren oder Menschen genutzten Ort des Trinkens; F.: Tränke, Tränken+EW; Z.: Trä-n-k-e
tränken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. tränken, zu trinken geben, trinken machen; ne. soak (V.), drench (V.); Vw.: -; Hw.: s. trinken; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. trenken (1), drenken, sw. V., trinken lassen, tränken, zu trinken geben, trunken machen, ertränken; mnd. drenken (2), sw. V., tränken, Holz von einer Flüssigkeit durchziehen lassen, ertränken, unter Wasser setzen; mnl. drenken, sw. V., tränken; ahd. trenken*, sw. V. (1a), tränken, zu trinken geben, trinken; as. drėnkian?, sw. V. (1a), tränken; anfrk. drenken, drencon*, sw. V. (1), tränken; germ. drankjan, sw. V., tränken; s. idg. dʰreg̑-, V., ziehen, gleiten, streifen, Pokorny 273, Seebold 273 (406/54) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge s. u. tränken, DW 21, 1208, EWD s. u. tränken, Falk/Torp 211, Seebold 165, Duden s. u. tränken, Bluhme s. u. traenken; Son.: vgl. afries. drentza, drenka, sw. V. (1), ertränken, ertrinken; nnordfries. drenke, dranken; ae. drėncan, sw. V. (1), tränken, betrunken machen, ertränken; an. drekkja (2), sw. V. (1), tränken, ertränken; got. dragkjan*, sw. V. (1), tränken, tränken mit; nndl. drenken, V., tränken; nschw. dränka, V., tränken; nisl. drekkja, V., tränken; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Tränk(e) und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches zu trinken geben oder trinken machen oder mit Flüssigkeit versehen (V.); BM.: ziehen bzw. gleiten; F.: tränken (!), tränke (!), tränkst, tränkt, tränkest, tränket, tränkte, tränktest, tränkten, tränktet, getränkt, ##getränkt, getränkte, getränktes, getränktem, getränkten, getränkter##, tränkend, ###tränkend, tränkende, tränkendes, tränkendem, tränkenden, tränkender###, tränk (!)+EW; Z.: trä-n-k-en
trans…, nhd., Präp., (12. Jh.?): nhd. trans..., über, hinüber, jenseits; ne. trans…; Vw.: s. -aktion, -ferieren, formator, -fusion, -istor, -kribieren, -mitter, -parent, -pirieren, -plantieren, -ponieren, -portieren, -vestit, -zendent; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; I.: Lw. lat. trāns; E.: s. lat. trāns, Präp., jenseits, über, (um 250-184 v. Chr.); idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. trans-, fehlt DW, EWD s. u. trans-, Duden s. u. trans-; Son.: vgl. nndl. trans..., Präf., trans...; frz. trans..., Präf., trans...; nschw. trans..., Präf., trans...; nnorw. trans..., Präf., trans...; poln. trans..., Präf., trans...; kymr. traws…, Präf., trans…; nir. tras…, Präf., trans…; lit. trans..., Präf., trans...; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für über oder hinüber oder jenseits; BM.: durch bzw. über; F.: trans…+FW; Z.: tra-ns-
Transaktion, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Transaktion, Unternehmung, Vorgang; ne. transaction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. trānsāctio; E.: s. lat. trānsāctio, F., Vollendung, Vergleich, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. āctio, F., In-Bewegung-Setzen, Bewegung, Handlung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. agere, V., treiben, betreiben, machen; idg. *ag̑-, *h₂eg̑-, *h₂ag̑-, *h₂og̑-, V., treiben, schwingen, bewegen, führen, Pokorny 4 (10/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Transaktion, fehlt DW, Duden s. u. Transaktion; Son.: vgl. nndl. transactie, Sb., Transaktion; frz. transaction, F., Transaktion; nschw. transaktion, Sb., Transaktion; nnorw. transaksjon, M., Transaktion; poln. transaksjon, M., Transaktion; lit. transakcija, F., Transaktion; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie aus trans und actio gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche (größere finanzielle) Unternehmung oder einen Vorgang; BM.: über, treiben; F.: Transaktion, Transaktionen+FW(+EW); Z.: Tra-ns-ak-t-io-n
Transfer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Transfer, Beförderung, Übertragung; ne. transfer (N.); Vw.: -; Hw.: s. transferieren; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. transfer; E.: s. ne. transfer, N., Transfer, Übertragung; ne. transfer, V., transferieren, übertragen (V.); lat. trānsferre, V., hinübertragen, hintragen, hinbringen, hinsetzen, versetzen, aussetzen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. transferieren, fehlt DW (aber transferieren), EWD s. u. transferieren, Duden s. u. Transfer; Son.: vgl. nndl. transfer, Sb., Transer; frz. transfert, M., Transfer; nschw. transfer, Sb., Transfer; nnorw. transfer, M., Transfer; poln. transfer, M., Transfer; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Raumes und des Menschen mögliche Beförderung oder eine Übertragung einer Gegebenheit; BM.: über, tragen; F.: Transfer, Transfers+FW; Z.: Tra-ns-fer
transferieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. transferieren, befördern, übertragen (V.); ne. transfer (V.); Vw.: -; Hw.: s. Transfer; Q.: um 1410-1479 (Niklas von Wyle); I.: Lw. lat. trānsferre; E.: mhd. transferieren, sw. V., übersetzen; lat. trānsferre, V., hinübertragen, hintragen, hinbringen, hinsetzen, versetzen, aussetzen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. transferieren, DW 21, 1237 (transferieren), EWD s. u. transferieren, Duden s. u. transferieren; Son.: vgl. nndl. transfereren, V., transferieren; frz. transférer, V., transferieren; nschw. transferera, V., transferieren; nnorw. transferere, V., transferieren; poln. transferować, V., transferieren; GB.: seit um 1410-1479 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon seit Entstehung des Raumes und des Menschen mögliches von einem Ort zu einem anderen Ort befördern oder übertragen (V.); BM.: über, tragen; F.: transferieren, transferiere, transferierst, transferiert, transferierest, transferieret, transferierte, transferiertest, transferierten, transferiertet, ##transferiert, transferierte, transferiertes, transferiertem, transferierten, transferierter##, transferierend, ###transferierend, transferierende, transferierendes, transferierendem, transferierenden, transferierender###, transferier (!)+FW(+EW); Z.: tra-ns-fer-ier-en
Transformation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Transformation, Umwandlung (Umwandelung); ne. transformation; Vw.: -; Hw.: s. transformieren, Transformator; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. trānsfōrmātio; E.: s. lat. trānsfōrmātio, F., Umbildung, Verwandlung, (354-430 n. Chr.); lat. trānsfōrmāre, V., verwandeln, umformen, umgestalten; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten; vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Transformator, DW 21, 1238, EWD s. u. transformieren, Duden s. u. Transformation; Son.: vgl. nndl. transformatie, Sb., Transformation; frz. transformation, F., Transformation; nschw. transoformation, Sb., Transformation; nnorw. transformasjon, M., Transformation; poln. transformacja, F., Transformation; lit. transformacija, F., Transformation; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliche Umwandlung (Umwandelung) einer Gegebenheit; BM.: über, formen; F.: Transformation, Transformationen+FW; Z.: Tra-ns-for-m-at-io-n
Transformator, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Transformator, Trafo (abgekürzt), Umwandler von Stromspannungen; ne. transformer; Vw.: -; Hw.: s. Trafo, transformieren, Transformation; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. transformateur; E.: s. frz. transformateur, M., Umwandler, Transformator; vgl. frz. transformer, V., umformen; lat. trānsfōrmāre, V., verwandeln, umformen, umgestalten; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten; vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Transformator, fehlt DW, EWD s. u. transformieren, Duden s. u. Transformator; Son.: üblicherweise abgekürzt mit „Trafo“; vgl. nndl. transformator, Sb., Transformator; nschw. transformator, Sb., Transformator; nnorw. transformator, M., Transformator; poln. transformator, M., Transformator; nir. transfhoirmitheoir, M., Transformator; lit. transformatorius, M., Transformator; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen seit 1831 (Michael Faraday) gedanklich erfasste und seit 1885 (Blathy und Deri sowie Zipernowsky in Ungarn) tatsächlich umgesetzte elektrische Maschine mit der die Spannung eines Stromes erhöht oder vermindert also umgewandelt oder transformiert werden kann; BM.: über, formen; F.: Transformator, Transformators, Transformatoren+FW; Z.: Tra-ns-for-m-at-or
transformieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. transformieren, verwandeln, umwandeln, umformen; ne. transform (V.); Vw.: -; Hw.: s. Transformator, Transformation; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: mhd. transformieren, sw. V., verwandeln, umwandeln; frz. transformer, V., umformen; lat. trānsfōrmāre, V., verwandeln, umformen, umgestalten, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. fōrmāre, V., formen, bilden, gestalten; vgl. lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit; idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Transformator, DW 21, 1238, EWD s. u. transformieren, Duden s. u. transformieren; Son.: vgl. nndl. transformeren, V., transformieren; frz. transformer, V., transformieren; nschw. transformera, V., transformieren; nnorw. transformere, V., transformieren; kymr. trawsffurfio, V., transformieren; lit. transformuoti, V., transformieren; GB.: seit vor 1326 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt (oder des Menschen) mögliches etwas in etwas anderes wie beispielsweise nichts in etwas oder dunkel in hell umwandeln oder umformen; BM.: über, formen; F.: transformieren, transformiere, transformierst, transformiert, transformierest, transformieret, transformierte, transformiertest, transformierten, transformiertet, ##transformiert, transformierte, transformiertes, transformiertem, transformierten, transformierter##, transformierend, ###transformierend, transformierende, transformierendes, transformierendem, transformierenden, transformierender###, transformier (!)+FW+EW; Z.: tra-ns-for-m-ier-en
Transfusion, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Transfusion, Übertragung; ne. transfusion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. trānsfūsio; E.: s. lat. trānsfūsio, F., Hinübergießen, Hinüberschütten, Abgießen, Abschütten, Ergießung, Übertragung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trānsfundere, V., hinübergießen, abgießen, abschütten, ergießen, übertragen (V.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. fundere, V., gießen, fließen lassen, ausgießen, abgießen, ausschütten; idg. *g̑ʰeud-, V., gießen, Pokorny 448; vgl. idg. *g̑ʰeu-, V., gießen, Pokorny 447 (650/66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Transfusion, fehlt DW, Duden s. u. Transfusion; Son.: vgl. nndl. transfusie, Sb., Transfusion; frz. transfusion, F., Transfusion; nschw. transfusion, Sb., Transfusion; nnorw. transfusjon, M., Transfusion; poln. transfuzja, F., Transfusion; lit. transfuzija, F., Transfusion; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Übertragung oder das Einbringen von Blut oder Kochsalzlösung oder Ähnlichem in einen Organismus; BM.: über, gießen; F.: Transfusion, Transfusionen+FW; Z.: Tra-ns-fu-s-io-n
Transistor, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Transistor, Halbleitertriode, Verstärker, Schalter; ne. transistor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 20. Jh.; I.: Lw. ne. transistor; E.: s. ne. transistor, N., Transistor; Neubildung zu ne. transfer, N., Übertragung; und ne. resist, V., widerstehen, sich widersetzen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. sistere, V., hinstellen, hinbringen, stehen machen, stellen; lat. stāre, V., stehen, stillstehen, feststehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Transistor, fehlt DW, EWD s. u. Transistor, Duden s. u. Transistor; Son.: vgl. nndl. transistor, Sb., Transistor; frz. trensistor, M., Transistor; nschw. transistor, Sb., Transistor; nnorw. transistor, M., Transistor; poln. tranzystor, M., Transistor; kymr. transistor, M., Transistor; nir. trasreitheoir, M., Transistor; lit. tranzistorius, M., Transistor; GB.: seit Mitte 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein als Verstärker oder Gleichrichter oder Schalter dienendes 1948 in den Laboren von Bell Telefon (Bell Telephone) erfundenes elektronisches Bauelement aus einem kristallinen Halbleiter mit mindestens drei Elektroden (Halbleitertriode) für die Steuerung von Schaltkreisen oder ein Verstärken meist niederiger elektrischer Spannungen und Ströme (wobei ein durchschnittliches Smartphone der Gegenwart mehr als 150 Milliarden (!) Transistoren vor allem in den Speicherchips enthält); BM.: über, stehen; F.: Transistor, Transistors, Transistoren+FW; Z.: Tra-ns-ist-or
Transit, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Transit, Durchfahrt, Durchgang, Durchreise; ne. transit (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. it. transito; E.: s. it. transito, M., Übergang, Transit; lat. trānsitus, M., Hinübergehen, Übergang, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trānsīre, V., hinübergehen, hingehen, übergehen (V.) (1), überschreiten, abfertigen; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Transit, DW 21, 1239, EWD s. u. Transit, Duden s. u. Transit; Son.: vgl. nndl. transit, Sb., Transit; frz. transit, M., Transit; nschw. transit, Sb., Transit; nnorw. transitt, M., Transit; poln. tranzyt, M., Transit; lit. tranzitas, M., Transit; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Durchfahrt oder einen Durchgang oder eine Durchreise; BM.: über, gehen; F.: Transit, Transites, Transits, Transite, Transiten+FW(+DW); Z.: Tra-ns-it
$Transitgut, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Transitgut; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Transit, s. Gut; L.: fehlt DW, EWD s. u. Transit; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Transit und Gut gebildete Bezeichnung für das für einen Transit von einem Staat in einen anderen Staat bestimmte Gut; F.: Transitgut, Transitgutes, Transitguts, Transitgüter, Transitgütern+FW+EW; Z.: Tra-ns-it—gut
$Transithandel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Transithandel; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Transit, s. Handel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Transit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Transit und Handel gebildete Bezeichnung für den Handel zwischen zwei Staaten unter Beförderung durch einen dritten Staat; F.: Transithandel, Transithandels+FW+EW; Z.: Ta-ns-it—hand-el
transitiv, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. transitiv, ein Akkusativobjekt verlangend; ne. transitive; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. trānsitīvus; E.: s. lat. trānsitīvus, Adj., übergehend, transitiv; vgl. lat. trānsīre, V., hinübergehen, hingehen, übergehen (V.) (1), überschreiten, abfertigen; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. īre, V., gehen, reisen; idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. transitiv, EWD s. u. transitiv, fehlt DW, Duden s. u. transitiv; Son.: vgl. nndl. transitief, Adj., transitiv; frz. transitif, Adj., transitiv; nschw. transitiv, Adj., transitiv; nnorw. transitiv, Adj., transitiv; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein Objekt auf sich ziehend oder ein Objekt verlangend sowie ein persönliches Passiv bildend wie beispielsweise fahren oder geben oder helfen oder machen oder retten oder singen oder trinken oder ziehen in Gegensatz zu intransitiv wie beispielsweise erholen oder fallen oder fehlen oder folgen oder gehen oder helfen oder regnen oder scheinen oder schlafen oder schweigen oder schwimmen oder wandern; BM.: über, gehen; F.: transitiv, transitive, transitives, transitivem, transitiven, transitiver+FW(+EW); Z.: tra-ns-it-iv
$Transitverkehr, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Transitverkehr, Durchgangsverkehr; E.: s. Transit, s. Verkehr; L.: EWD s. u. Transit, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Transit und Verkehr gebildete Bezeichnung für den Durchgangsverkehr von Menschen oder Sachen durch das Hoheitsgebiet eines Staates ohne Beladen oder Entladen in diesem Staat; F.: Transitverkehr, Transitverkehrs, Transitverkehre, Transitverkehren+FW+EW; Z.: Tra-ns-it—ver—keh-r
transkribieren, transskribieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. transkribieren, in eine Schrift übertragen (V.); ne. transcribe; Vw.: -; Hw.: s. Transkription; Q.: 1. Viertel 18. Jh.?; I.: Lw. lat. trānscrībere; E.: s. lat. trānscrībere, V., in das andere schreiben, abschreiben, kopieren, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. transkribieren, fehlt DW, Duden s. u. transkribieren; Son.: vgl. frz. transcrire, V., transkribieren; nschw. transkribera, V., transkribieren; nnorw. transkribere, V., transkribieren; poln. transkrybować, V., transkribieren; nir. tras-críobhaim, V., transkribieren; GB.: vielleicht seit dem 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (aus einer Schrift) in eine Schrift übertragen (V.); BM.: über, schneiden; F.: transkribieren, transkribiere, transkribierst, transkribiert, transkribierest, transkribieret, transkribierte, transkribiertest, transkribierten, transkribiertet, ##transkribiert, transkribierte, transkribiertes, transkribiertem, transkribierten, transkribierter##, transkribierend, ###transkribierend, transkribierende, transkribierendes, transkribierendem, transkribierenden, transkribierender###, transkribier (!)+FW(+EW); Z.: tra-ns-skri-b-ier-en
Transkription, Transskription, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Transkription, Umschrift; ne. transcription; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. lat. trānscrīptio; E.: s. lat. trānscrīptio, F., Überschreibung, Übertragung, Umschreibung, Abschreiben, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. trānscrībere, V., in das andere schreiben, abschreiben, kopieren, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. scrībere, V., schreiben, einritzen mit einem Griffel, graben, einzeichnen; idg. *skerībʰ-, *kerībʰ-, V., schneiden, ritzen, schreiben, Pokorny 946; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Transkription; Son.: vgl. nndl. transcriptie, Sb., Transkription; frz. transcription, F., Transkription; nschw. transkription, Sb., Transkription; nnorw. transkripsjon, M., Transkription; kymr. trawsgrifiad, M., Transkription; nir. tras-scríobh, M., Transkription; poln. transkrypcja, F., Transkription; lit. transkripcija, F., Transkription; GB.: seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Umschrift oder Wiedergabe einer sprachlichen oder lautlichen Einheit in Schriftzeichen oder in einem weiteren Sinne auch für das Übersetzen eines Textes einer Sprache in eine andere Sprache; BM.: über, schneiden; F.: Transkription, Transkriptionen+FW+EW; Z.: Tra-ns-skri-p-t-io-n
Transmitter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Transmitter, (als Neurotransmitter) Botenstoff der an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen überträgt; ne. transmitter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. transmitter; E.: s. ne. transmitter, N., Transmitter, Übermittler; vgl. ne. transmit, V., übermitteln; lat. trānsmittere, V., hinüberschicken, hindurchschicken, übersetzen lassen, übersetzen (V.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. mittere, V., gehen lassen, schicken, laufen lassen, senden, abschicken; idg. *smeit-, *smit-, V., werfen, Pokorny 968 (1669/141) (RB. idg. aus iran., ital.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Transmitter; Son.: vgl. frz. transmetteur, M., Transmitter; nschw. transmitter, Sb., Transmitter; nnorw. transmitter, M., Transmitter; poln. transmiter, M., Transmitter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Transformator zu einer Umwandelung einer zu messenden elektrischen Größe oder einen Botenstoff; BM.: durch, senden; F.: Transmitter, Transmitters, Transmittern+FW; Z.: Tra-ns-mit-t-er
transparent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. transparent, durchsichtig, durchscheinend, durchschaubar; ne. transparent; Vw.: -; Hw.: s. Transparenz; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. mlat. trānspārēns; E.: s. mlat. trānspārēns, (Part. Präs.=)Adj., durchscheinend, durchsichtig; vgl. mlat. trānspārēre, V., bescheinen, sichtbar werden, hindurchscheinen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. pārēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.); idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. transparent, DW 21, 1240, EWD s. u. transparent, Duden s. u. transparent; Son.: vgl. nndl. transparant, Adj., transparent; frz. transparent, Adj., transparent; nschw. transparent, Adj., transparent; nnorw. transparent, Adj., transparent; poln. transparentny, Adj., transparent; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie in den Teilen aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches durchsichtig oder durchscheinend; BM.: über, zeigen; F.: transparent, transparente, transparentes, transparentem, transparenten, transparenter(, transparentere, transparenteres, transparenterem, transparenteren, transparenterer, transparentest, transparenteste, transparentestes, transparentestem, transparentesten, transparentester)+FW(+EW); Z.: tra-ns-par-ent
$Transparent, nhd., (Part. Präs.=)N., (18. Jh.): nhd. Transparent, Plakat, Banner; E.: s. transparent; L.: Kluge s. u. transparent, DW 21, 1240, EWD s. u. transparent; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit transparent verbindbare sowie aus dem Mittellateinischen aufgenommene und in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Plakat oder Banner; F.: Transparent, Transparentes, Transparents, Transparente, Transparenten+FW(+EW); Z.: Tra-ns-par-ent
Transparenz, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Transparenz, Durchsichtigkeit, Durchschaubarkeit; ne. transparency; Vw.: -; Hw.: s. transparent; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mlat. trānspārentia; E.: mlat. trānspārentia, F., Durchscheinigkeit; vgl. mlat. trānspārēre, V., bescheinen, sichtbar werden, hindurchscheinen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. pārēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.); idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.); L.: Kluge s. u. transparent, fehlt DW, EWD s. u. transparent; Son.: vgl. nndl. transparantie, Sb., Transparenz; frz. transparence, F., Transparenz; nschw. transparens, Sb., Transparenz; nnorw. transparent, M., N., Transparenz; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die verhältnismäßige Durchsichtigkeit einer Gegebenheit wie etwa des Wassers oder der Luft oder auch menschlichen Verhaltens; BM.: über, zeigen; F.: Transparenz, Transparenzen+FW; Z.: Tra-ns-par-enz
transpirieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. transpirieren, Schweiß absondern, schwitzen; ne. transpire; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. transpirer; E.: s. frz. transpirer, V., transpirieren, schwitzen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. spīrāre, V., blasen, wehen, hauchen, schnauben, brausen, gären; idg. *peis- (2), *speis-, V., blasen, Pokorny 796 (1380/22) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. transpirieren, DW 21, 1241, Duden s. u. transpirieren; Son.: vgl. nndl. transpireren, V., transpirieren; nschw. transpirera, V., transpirieren; nnorw. transpirere, V., transpirieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Teilen mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zwecks Regelung der Temperatur des Körpers Schweiß absondern oder schwitzen; BM.: über, blasen; F.: transpirieren, transpiriere, transpirierst, transpiriert, transpirierest, transpirieret, transpirierte, transpiriertest, transpirierten, transpiriertet, ##transpiriert, transpirierte, transpiriertes, transpiriertem, transpirierten, transpirierter##, transpirierend, ###transpirierend, transpirierende, transpirierendes, transpirierendem, transpirierenden, transpirierender###, transpirier (!)+FW(+EW); Z.: tra-ns-spir-ier-en
$Transplantat, nhd., (Part. Prät.=)M., (20. Jh.): nhd. Transplantat, Verpflanztes; E.: s. Transplantation; L.: EWD s. u. transplantieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen aus dem Lateinischen des Altertums (transplantare) gebildete Bezeichnung für ein nach dem Vorbild von Pflanzenteilen durch einen Menschen von einem Körper in einen anderen Körper verpflanztes organisches Gewebe; F.: Transplantat, Transplantates, Transplantats, Transplantate, Transplantaten+FW(+EW); Z.: Tra-ns-pla-nt-at
Transplantation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Transplantation, Verpflanzung; ne. transplantation, transplant (N.); Vw.: -; Hw.: s. transplantieren; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mlat. trānsplantātio; E.: mlat. trānsplantātio, F., Verpflanzen, Verpflanzung, Versetzen, Versetzung; lat. trānsplantāre, V., verpflanzen, versetzen, (nach 220 n. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. transplantieren, DW 21, 1242, EWD s. u. transplantieren, Duden s. u. Transplantation; Son.: vgl. frz. transplantation, F., Transplantation; nschw. transplantation, Sb., Transplantation; nnorw. transplantasjon, M., Transplantation; poln. transplantacja, F., Transplantation; kymr. trawsblaniad, M., Transplantation; lit. transplantacija, F., Transplantation; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für das sachlich wohl schon vor rund 2500 Jahren durch Heilende in Indien erfolgte und seit 1883 immer häufigere sowie seit 1967 zu Routine werdende Übertragen eines Gewebes beispielsweise der Haut oder eines Organs von einem Körperteil auf einen anderen Körperteil oder auf einen anderen Menschen; BM.: über, pflanzen bzw. breit; F.: Transplantation, Transplantationen+FW(+EW); Z.: Tra-ns-pla-nt-at-io-n
transplantieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. transplantieren, verpflanzen; ne. transplant (V.); Vw.: -; Hw.: s. Transplantation, implantieren, Plantage, Pflanze; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. trānsplantāre; E.: s. lat. trānsplantāre, V., verpflanzen, versetzen, (nach 220 n. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. plantāre, V., pflanzen, versetzen, bepflanzen, (1. Jh. n. Chr.); idg. *plā̆t-, (*plā̆d-), *plē̆t-, *plō̆t-, *plət-, Adj., breit, flach, Pokorny 833 (1437/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *pelə-, *plā-, *pl̥h₂i-, Adj., V., breit, flach, breiten, schlagen, klatschen, Pokorny 805 (1392/34) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. transplantieren, DW 21, 1242EWD s. u. transplantieren, Duden s. u. transplantieren; Son.: vgl. nndl. transplanteren, V., transplantieren; frz. transplanter, V., transplantieren; nschw. transplantera, V., transplantieren; nnorw. transplantere, V., transplantieren; poln. transplantować, V., transplantieren; kymr. trawsblannu, V., transplantieren; lit. transplantuoti, V., transplantieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor rund 2500 Jahren durch Heilende in Indien erfolgte und seit 1883 immer häufigere sowie seit 1967 zu Routine werdende übertragen eines Gewebes beispielsweise der Haut oder eines Organs von einem Körperteil auf einen anderen Körperteil oder auf einen anderen Menschen und operativ in einen anderen lebenden Organismus einsetzen; BM.: über, pflanzen bzw. breit; F.: transplantieren, transplantiere, transplantierst, transplantiert, transplantierest, transplantieret, transplantierte, transplantiertest, transplantierten, transplantiertet, ##transplantiert, transplantierte, transplantiertes, transplantiertem, transplantierten, transplantierter##, transplantierend, ###transplantierend, transplantierende, transplantierendes, transplantierendem, transplantierenden, transplantierender###, transplantier (!)+FW(+EW); Z.: tra-ns-pla-nt-ier-en
transponieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. transponieren, in eine andere Tonart übertragen (V.); ne. transpose (V.); Vw.: -; Hw.: s. Transposition; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. trānspōnere; E.: s. lat. trānspōnere, V., versetzen, umsetzen, verpflanzen, (61/62-vor 117 n. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. transponieren, DW 21, 1242, Duden s. u. transponieren; Son.: vgl. nndl. transponeren, V., transponieren; frz. transpose, V., transponieren; nschw. transponera, V., transponieren; nnorw. transponere, V., transponieren; poln. transponować, V., transponieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches in eine andere Tonart übertragen (V.) oder übersetzen; BM.: über, senden; F.: transponieren, transponiere, transponierst, transponiert, transponierest, transponieret, transponierte, transponiertest, transponierten, transponiertet, ##transponiert, transponierte, transponiertes, transponiertem, transponierten, transponierter##, transponierend, ###transponierend, transponierende, transponierendes, transponierendem, transponierenden, transponierender###, transponier (!)+FW+EW; Z.: tra-ns-po-n-ier-en
Transport, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Transport, Beförderung, Verschickung; ne. transport (N.); Vw.: -; Hw.: s. transportieren; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. transport; E.: s. frz. transport, M., Transport, Beförderung; vgl. frz. transporter, V., transportieren, mlat. transportus, M., Beförderung, Transport; lat. trānsportāre, V., überfahren (V.), übersetzen (V.) (1), (81-43 v. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. transportieren, DW 21, 1242, EWD s. u. transportieren, Duden s. u. Transport; Son.: vgl. nndl. transport, Sb., Transport; frz. transport, M., Transport; nschw. transport, Sb., Transport; nnorw. transport, M., Transport; poln. transport, M., Transport; lit. transportas, M., Transport; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Beförderung von Gegenständen oder Menschen zu Lande oder Wasser oder in der Luft oder in dem Weltraum; BM.: über, hinüberführen; F.: Transport, Transports, Transportes, Transporte, Transporten+FW; Z.: Tra-ns-por-t
$transportabel, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. transportabel, beförderbar; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Transport, s. lat. habilis; L.: DW 21, 1242, EWD s. u. transportieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach frz. transportable aus Transport und abel gebildete Bezeichnung für beförderbar in Gegensatz zu unbeweglich; F.: transportabel, transportable, transportables, transportablem, transportablen, transportabler+FW(+EW); Z.: tra-ns-por-t-ab-el
transportieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. transportieren, an einen anderen Ort bringen, befördern; ne. transport (V.); Vw.: -; Hw.: s. Transport; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. trānsportāre; E.: s. lat. trānsportāre, V., überfahren (V.), übersetzen (V.) (1), (81-43 v. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. portāre, V., befördern, tragen, führen, fahren, bringen; vgl. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinüberführen, hinüberbringen, übersetzen (V.) (1), durchdringen, fliegen, Pokorny 816 (1401/43); L.: Kluge s. u. transportieren, DW 21, 1245, EWD s. u. transportieren, Duden s. u. transportieren; Son.: vgl. nndl. transporteren, V., transportieren; frz. transporter, V., transportieren; nschw. transportera, V., transportieren; nnorw. transportere, V., transportieren; poln. transportować, V., transportieren; lit. transportuoti, V., transportieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich Menschen wohl schon früh mögliches etwas an einen anderen Ort bringen oder befördern; BM.: über, hinüberführen; F.: transportieren, transportiere, transportierst, transportiert, transportierest, transportieret, transportierte, transportiertest, transportierten, transportiertet, ##transportiert, transportierte, transportiertes, transportiertem, transportierten, transportierter##, transportierend, ###transportierend, transportierende, transportierendes, transportierendem, transportierenden, transportierender###, transportier (!)+FW+EW; Z.: tra-ns-por-tier-en
Transposition, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Transposition, Wortartwechsel, Grundtonartwechsel; ne. transposition; Vw.: -; Hw.: s. transponieren; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu lat. trānsposītum, N., Versetztes, Verpflanztes; vgl. lat. trānspōnere, V., versetzen, umsetzen, verpflanzen, (61/62-vor 117 n. Chr.); lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. pōnere, V., setzen, stellen, legen, belegen (V.), hinbetten; lat. *posinere, V., setzen; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *sēi- (2), *sē-, *səi-, *sī-, *sə-, *seh₁-, V., Sb., senden, werfen, fallen lassen, säen, säumen (V.) (1), Ruhe, Kraft, Pokorny 889 (1549/21) (RB. idg. ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. transponieren, fehlt DW, Duden s. u. Transposition; Son.: vgl. nndl. transpositie, Sb., Transposition; frz. transposition, F., Transposition; nschw. transposition, Sb., Transposition; poln. transpozycja, F., Transposition; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für das wohl vor allem dem Menschen aber auch der Natur seit langer Zeit durch Mutation von Genen mögliche Übertragen von Merkmalen oder Gegebenheiten aus einer Art in eine andere Art; BM.: über, senden; F.: Transposition, Transpositionen+FW(+EW); Z.: Tra-ns-po-s-it-io-n
Transvestit, nhd., (Part. Prät.=)M., (20. Jh.): nhd. Transvestit, sich als Frau verkleidender Mann; ne. transvestite; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. vestis, Bekleidung, Kleid, Kleidung, Anzug; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Transvestit, Duden s. u. Transvestit; Son.: vgl. nndl. transvestiet, travestiet, Sb., Transvestit; frz. travesti, M., Transvestit; nschw. transvestit, Sb., Transvestit; nnorw. transvestitt, M., Transvestit; poln. transwestyta, M., Transvestit; lit. transvestitas, M., Transvestit; GB.: seit 1910 (Magnus Hirschfeld) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit sich als Frau verkleidenden Mann; BM.: über, kleiden; F.: Transvestit, Transvestiten+FW(+EW?); Z.: Tra-ns-ves-t-it
transzendent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. transzendent, übernatürlich, übersinnlich; ne. transcendent, transcendental; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. trānscendēns; E.: s. lat. trānscendēns, (Part. Präs.=)Adj., übersteigend, übertreffend; vgl. lat. trānscendere, V., hinübersteigen, hinüberschreiten, übergehen, übersteigen, aufsteigen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. scandere, V., steigen, besteigen, emporsteigen; idg. *sked-, *ked-, *skend-, *kend-, *skedh₂-, *kedh₂-, V., spalten, zerstreuen, Pokorny 918; vgl. idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. transzendent, fehlt DW, EWD s. u. transzendent, Duden s. u. transzendent; Son.: vgl. nndl. transcendent, Adj., transzendent; frz. trancendant, Adj., transzendent; nschw. transcendent, Adj., transzendent; nnorw. transcendent, Adj., transzendent; poln. transcendententny, Adj., transzendent; GB.: seit der mittleren Neuzeit (2. Hälfte 18. Jh.) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Grenzen der Erfahrung und der sinnlich erkennbaren Welt übersteigend; BM.: über, schneiden; F.: transzendent, transzendente, transzendentes, transzendentem, transzendenten, transzendenter(, transzendentere, transzendenteres, transzendenterem, transzendenteren, transzendenterer, transzendentest, transzendenteste, transzendentestes, transzendentestem, transzendentesten, transzendentester)+FW(+EW); Z.: tra-ns-ze-nd-ent
$transzendental, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. transzendental; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. transzendent, s. al; L.: EWD s. u. transzendent; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für übersinnlich oder für die Grenzen der Erfahrung und der sinnlich erkennbaren Welt übersteigend oder überschreitend; F.: transzendental, transzendentale, transzendentales, transzendentalem, transzendentalen, transzendentaler+FW(+EW?); Z.: tra-ns-ze-nd-ent-al
$Transzendenz, nhd., (Part. Präs.?=)F., (18. Jh.): nhd. Transzendenz; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. transzendent; L.: EWD s. u. transzendent; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus transzenden(t) und z gebildete Bezeichnung für die Erfahrung des Gegenständlichen Übersteigendes; F.: Transzendenz, Transzendenzen+FW(+EW?); Z.: Tra-ns-ze-nd-enz
Trapez, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Trapez, ein ungleichseitiges Viereck; ne. trapezium, trapeze; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. trapezium; E.: s. lat. trapezium, N., ungleichseitiges Viereck, Trapez, (um 100 n. Chr.); gr. τραπέζιον (trapézion), N., Tischlein, Tischchen; vgl. gr. τράπεζα (trápeza), F., Tisch; vgl. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trapez, fehlt DW, EWD s. u. Trapez, Duden s. u. Trapez; Son.: vgl. nndl. trapezium, trapeze, Sb., Trapez; frz. trapèze, M., Trapez; nschw. trapets, Sb., N., Trapez; nnorw. trapes, M., Trapez; poln. trapez, M., Trapez; kymr. trapîs, M., Trapez; lit. trapecija, F., Trapez; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Viereck mit zwei gegenüberliegenden parallelen aber ungleich langen Seiten wobei ein Rechteck sogar zwei Paar parallele Seiten und ein Quadrat zwei Paar parallele Seiten und vier gleich lange Seiten hat (und später auch ein Turngerät aus zwei in der Höhe befestigten Seilen mit einem Holm aus Holz); BM.: Tischchen bzw. vier; F.: Trapez, Trapezes, Trapeze, Trapezen+FW(+EW?); Z.: Trap-ez
$Trapezoid, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Trapezoid; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Trapez, s. oid (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Trapez; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Trapez und oid (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Viereck das – in Gegensatz zu einem Trapez - keine zueinander parallelen Seiten hat; F.: Trapezoid, Trapezoids, Trapezoides, Trapezoide, Trapezoiden+FW; Z.: Trap-ez-oid
Trappe (1), nhd., M., F., (12. Jh.): nhd. Trappe (M./F.), Trappgans; ne. bustard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: mhd. trappe (2), trap, sw. M., Trappgans, Trappe (Vogel), Tor (M.), Tropf; mnd. trappe (1), M., Trappe (ein Vogel); weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Slawischen?; L.: Kluge 1. A. s. u. Trappe, Kluge s. u. Trappe 1, DW 21, 1253, Duden s. u. Trappe, Bluhme s. u. Trappe; Son.: vgl. nndl. trapgans, Sb., Trappe (M./F.); nschw. trapp, Sb., Trappe (M./F.); nnorw. trappe, M., Trappe (M./F.); poln. drop, Sb., Trappe (M./F.); GB.: seit um 1185 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht aus dem Slawischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen weltweit gefährdeten bis zu einem Meter großen braunen flugfähigen Vogel mit weißem Bauch und schwarz gebändertem Schwanz sowie bartartigen Federn an der Unterseite des Halses von dem bei einem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm noch etwa 300 in Deutschland (vor allem in dem Havelländischen Luch und in dem brandenburgisch-sachsen-anhaltinischen Fiener Bruch) und etwas mehr in Österreich leben; BM.: ?; F.: Trappe, Trappen+EW; Z.: Trapp-e
Trappe (2), nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Trappe (F.) (2), Fußspur; ne. track (N.); Vw.: -; Hw.: s. traben, trampeln; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Trappe 2, DW 21, 1253, Duden s. u. Trappe; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine von einem Fuß hinterlassene Spur; BM.: lautmalend; F.: Trappe, Trappen+EW; Z.: Trap-p-e
$trappeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. trappeln; L.: DW 21, 1258, EWD s. u. trappen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus trappen und (e)l (Infix) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit kleinen schnellen hörbaren Schritten gehen; F.: trappeln, trappel (!), trapple, trappele, trappelst, trappelt, trappelte, trappeltest, trappelten, trappeltet, getrappelt, getrappelte, getrappeltes, getrappeltem, getrappelten, getrappelter, trappelnd, trappelnde, trappelndes, trappelndem, trappelnden, trappelnder+EW; Z.: trapp-el-n
$trappen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. trappen, mit kurzen hörbaren Schritten gehen; L.: DW 21, 1258, EWD s. u. trappen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für mit kurzen hörbaren Schritten gehen; F.: trappen (!), trappe (!), trappst, trappt, trappest, trappet, trappte, trapptest, trappten, trapptet, getrappt, ##getrappt, getrappte, getrapptes, getrapptem, getrappten, getrappter##, trappend, ###trappend, trappende, trappendes, trappendem, trappenden, trappender###, trapp (!)+EW; Z.: trapp-en
Trapper, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trapper, Pelztierjäger; ne. trapper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. trapper; E.: s. ne. trapper, M., Trapper; vgl. ne. trap, N., Falle; ae. træppe, trėppe, sw. F. (n), Falle; weitere Herkunft ungeklärt, vgl. lang. *trappa?, sw. F. (n)?, Falle, Schlinge; L.: Kluge s. u. Trapper, DW 21, 1296, Duden s. u. Trapper; Son.: vgl. nndl. trapper, Sb., Trapper; frz. trappeur, M., Trapper; nschw. trapper, M., Trapper; poln. traper, M., Trapper; kymr. trapiwr, M., Trapper; GB.: seit 19. Jh. belegte und von trap und ae. traeppe abgeleitete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Pelztierjäger (in Nordamerika); F.: Trapper, Trappers, Trappern+FW; BM.: Fallensteller; Z.: Trapp-er
$Trappgans, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Trappgans, Trappe; E.: s. Trappe, s. Gans; L.: Kluge s. u. Trappe 1, DW 21, 1269; GB.: wohl seit 18. Jh. belegte und aus Trapp(e) und Gans gebildete Bezeichnung für eine Trappe; F.: Trappgans, Trappgänse, Trappgänsen+EW; Z.: Trapp—ga-n-s
trapsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trapsen, trampeln, aufstampfen; ne. clump (V.), trample (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: verwandt mit trampeln; letztlich von vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. trapsen, DW 21, 1272 (trappsen), EWD s. u. trappen, Duden s. u. trapsen, Bluhme s. u. trapsen; Son.: meist gebraucht in der Redewendung Nachtigall ich hör dir (!) trapsen; GB.: seit 19. Jh. belegte und letztlich mit dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für trampeln oder mit den Füßen kräftig aufstampfen; BM.: treten; F.: trapsen, trapse (!), trapsst (!), trapst (!), trapsest, trapset, trapste, trapstest, trapsten, trapstet, getrapst, ##getrapst, getrapste, getrapstes, getrapstem, getrapsten, getrapster##, trapsend, ###trapsend, trapsende, trapsendes, trapsendem, trapsenden, trapsender###, traps (!)+EW; Z.: trap-s-en
$Trara, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Trara; E.: s. trällern; L.: EWD s. u. trällern; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit trällern verbindbare sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für einen ein Hornsignal oder Trompetensignal nachahmenden Ausruf; F.: Trara, Traras+EW; Z.: Tra-ra
Trash, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Trash, Müll, Schund, Ramsch, Abfall; ne. trash (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. trash; E.: s. ne. trash, N., Müll, Abfall; aus dem Mittelenglischen, weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Trash; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für Müll oder Schund oder Ramsch oder Abfall oder künstlerisch Wertloses; BM.: Abfall; F.: Trash, Trashs+FW; Z.: Trash
Trass, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Trass, Bimssteintuff, ein vulkanischer Tuffstein; ne. trass; Vw.: -; Hw.: s. Terrasse; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. terras; E.: s. nndl. terras, Sb., Trass, Terasse, Zementestrich; frz. terrasse, F., Terrasse; afrz. terrasse, F., Erdanhäufung, Terrasse; vor-rom. *terracea, F., Erdanhäufung; vgl. lat. terra, F., Land, Erdboden, Erde, Erdkörper, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *ters-, V., Sb., trocknen, verdorren, dürsten, Durst, Pokorny 1078 (1870/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trasz, Kluge s. u. Trass, DW 21, 1274, Duden s. u. Trass; Son.: vgl. nndl. tras, Sb., Trass; frz. trass, M., Trass; nschw. trass, Sb., Trass; GB.: seit 16. Jh. belegte und über das Neuniederländische aus dem Altfranzösischen sowie Vorromanischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen vulkanischen Tuffstein; BM.: Erde; F.: Trass, Trasses, Trasse, Trassen (!)+FW; Z.: Tr-a-ß
Trasse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trasse, geplante sowie verwendete Wegführung; ne. line (N.), train path; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. tracé; E.: s. frz. tracé, F., Trasse, geplante Wegführung; vgl. frz. tracer, V., Richtung anzeichnen, vorzeichnen; früh-rom. *tracitare, V., durchziehen; lat. tractum, N., Gezogenes, gezogene Spinnerwolle, Blatt; vgl. lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Trasse, (DW 21, 1273?), EWD s. u. Trasse, Duden s. u. Trassen, Bluhme s. u. Trasse; Son.: s. mhd. trazze, st. F., Weg; vgl. nndl. tracé, Sb., Trasse; ne. trace, N., Spur; nnorw. trase, trasé, M., Trasse; poln. trasa, F., Trasse; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und geplante sowie verwendete Wegführung einer Bahn; BM.: ziehen bzw. laufen; F.: Trasse, Trassen+FW(+EW?); Z.: Tras-s-e
$trassieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trassieren, eine Trasse vorbereiten; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Trass(e), s. ieren; L.: (DW 21, 1273?,) EWD s. u. Trasse; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Trasse und ieren gebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes eine Trasse (einer Bahn) vorbereiten; F.: trassieren, trassiere, trassierst, trassiert, trassierest, trassieret, trassierte, trassiertest, trassierten, trassiertet, ##trassiert, trassierte, trassiertes, trassiertem, trassierten, trassierter##, trassierend, ###trassierend, trassierende, trassierendes, trassierendem, trassierenden, trassierender###, trassier (!)+FW(+EW?); Z.: tras-s-ier-en
$Tratsch, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tratsch, Geschwätz; E.: s. tratschen; L.: DW 21, 1275?, EWD s. u. tratschen; GB.: seit 19. Jh. belegte und von tratschen gebildete Bezeichnung für Geschwätz oder Gerede; F.: Tratsch, Tratsches, Tratsche, Tratschen+EW; Z.: Tratsch
tratschen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. tratschen, schwatzen; ne. chitchat (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. tratschen, DW 21, 1276, EWD s. u. tratschen, Duden s. u. tratschen, Bluhme s. u. tratschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entwicklung von Sprache mögliches schwatzen oder unnötig reden; BM.: lautmalend?; F.: tratschen, tratsche, tratschst, tratscht, tratschest, tratschet, tratschte, tratschtest, tratschten, tratschtet, getratscht, ##getratscht, getratschte, getratschtes, getratschtem, getratschten, getratschter##, tratschend, ###tratschend, tratschende, tratschendes, tratschendem, tratschenden, tratschender###, tratsch (!)+EW; Z.: tratsch-en
Tratte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tratte, gezogener Wechsel; ne. draft (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. tratta, tratto; E.: s. it. tratta, F., Tratte; it. tratto, M., Tratte; vgl. it. trare, V., ziehen; lat. trahere, V., ziehen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tratte, Kluge s. u. Tratte, DW 21, 1282, Duden s. u. Tratte; Son.: vgl. nndl. traite, Sb., Tratte; frz. traité, M., Vertrag; nschw. tratta, Sb., Tratte; nnorw. tratte, M., Tratte; poln. trata, F., Tratte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen gezogenen Wechsel (unbedingte Anweisung des Ausstellers an den Bezogenen) aufgrund dessen der oder die Bezogene an dem Fälligkeitstag die Wechselsumme dem Remittenten (Nehmer) zu zahlen hat; BM.: ziehen; F.: Tratte, Tratten+FW; Z.: Trat-t-e
tratzen, nhd., V., (20. Jh.): nhd. tratzen, reizen, necken; ne. tease (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: mhd. tratzen (1), trezen, tretzen, trutzen, trotzen, sw. V., tratzen, reizen, necken, zum Besten haben; wohl eine Abwandlung von reizen und triezen (s. d.); L.: Kluge s. u. tratzen, fehlt DW, Duden s. u. tratzen; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit reizen und triezen verwandte Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entwicklung von Sprache mögliches durch Bemerkungen oder Anspielungen einen Scherz mit jemandem treiben oder necken; BM.: ?; F.: tratzen, tratze, tratzst (!), tratzt, tratzest, tratzet, tratzte, tratztest, tratzten, tratztet, getratzt, ##getratzt, getratzte, getratztes, getratztem, getratzten, getratzter##, tratzend, ###tratzend, tratzende, tratzendes, tratzendem, tratzenden, tratzender###, tratz (!)+EW; Z.: tratz-en
Traube, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Traube, Weintraube; ne. grape, cluster (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. trūbe, troube, sw. M., sw. F., st. F., Traube, Weintraube, Ganzes von mehreren zusammenhängenden einzelnen Dingen; mnd. drūve, F., Traube, Weintraube, schwärmende Bienentraube, Knauf, Handgriff des Bohrers; mnd. drūf, F., Traube, Weintraube, schwärmende Bienentraube, Knauf; mnl. drūve, M., Traube; ahd. drūbo (1), sw. M. (n), Traube; ahd.? drūba*, trūba, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Traube; as. drūva*, thrūvo*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Traube; anfrk. thrūvo, sw. M. (n), Traube; germ. *þrūbō-, *þrūbōn, *þrūba-, *þrūban, sw. M. (n), Traube; L.: Kluge 1. A. s. u. Traube, Kluge s. u. Traube, DW 21, 1286, EWD s. u. Traube, Falk/Torp 195, Duden s. u. Traube, Bluhme s. u. Traube; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. druif, Sb., Traube; nschw. druva, Sb., Traube; nnorw. drue, M., F., Traube; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für den vielleicht schon vor bis zu 130 Millionen Jahren entwickelten (vormenschlichen) Blütenstand bei dem jede Blüte einzeln an einem kleinen von der Hauptachse abgehenden Stiel hängt und davon abgeleitet für die Früchte des schon vor 5000 Jahren von Menschen in dem späteren Ägypten als Frucht und gepresster Saft genutzten Weinstocks; BM.: ?; F.: Traube, Trauben+EW; Z.: Traub-e
$Traubenlese, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Traubenlese, Ernte von Trauben; E.: s. Traub(e), s. en (Suff.), s. Lese; L.: DW 21, 1315, EWD s. u. lesen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Traub(e) und en (Suff.) und Lese gebildete Bezeichnung für die Ernte (Lese) von Trauben durch Menschen; F.: Traubenlese, Traubenlesen+EW; Z.: Traub-en—les-e
trauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. trauen, glauben, vertrauen, wagen; ne. trust (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. triuwen, sw. V., glauben, trauen, vertrauen; mhd. trūwen, sw. V., trauen, hoffen, glauben; mnd. trūwen, trouwen, truwen*, sw. V., trauen, vertrauen, Glauben schenken, Ehe geloben; s. mnl. betrūwen, sw. V., vertrauen; ahd. trūēn, trūwēn*, sw. V. (3), trauen, vertrauen, sich verlassen (V.), glauben, hoffen, vertrauen auf; ahd. triuwōn*, sw. V. (2), vertrauen, verbünden; as. treuwon*, sw. V. (2), verbünden; as. treuwon*, sw. V. (2), verbünden; anfrk. -; germ. *trewōn, *trewwōn, sw. V., vertrauen, trauen; germ. *trūwēn, *trūwǣn, sw. V., trauen, vertrauen; s. idg. *deru̯o-, *dreu̯o-, Adj., treu, Pokorny 214; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. trauen, Kluge s. u. trauen, DW 21, 1326, EWD s. u. trauen, Falk/Torp 171, Heidermanns 604, Duden s. u. trauen, Bluhme s. u. trauen; Son.: vgl. afries. trūwa, trouwa, sw. V. (1), glauben; ae. tréowan, tríewan, tréowian, sw. V. (1), vertrauen, glauben, hoffen, sich entschuldigen, überzeugen, treu sein (V.); an. trūa, sw. V. (3), vertrauen, glauben; got. -; nndl. trouwen, V., trauen; ne. trow, V., glauben; nschw. tro, V., glauben; nnorw. tro, V., trauen; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in gewissem Umfang an jemanden glauben oder vertrauen oder wagen; BM.: Baum; F.: trauen, traue, traust, traut, trauest, trauet, traute, trautest, trauten, trautet, getraut, ##getraut, getraute, getrautes, getrautem, getrauten, getrauter##, trauend, ###trauend, trauende, trauendes, trauendem, trauenden, trauender###, trau !)+EW; Z.: trau-en
$Trauen, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Trauen; Vw.: s. Miss-, Ver-, Zu-; E.: s. trauen; L.: DW 21, 1353; GB.: seit 1353 belegte und mit trauen verbindbare Bezeichnung für Zutrauen zu einem anderen Menschen oder Vertrauen; F.: Trauen, Trauens+EW; Z.: Trau-en
$Trauer, nhd., F., (16./17. Jh.): nhd. Trauer, Schmerz; E.: s. trauern; L.: Kluge s. u. trauern, DW 21, 1357, EWD s. u. trauern; GB.: seit 16./17. Jh. belegte und mit trauern sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die durch einen schweren Verlust verursachte Gemütslage eines Menschen; F.: Trauer+EW; Z.: Trau-er
trauern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. trauern, Trauer haben, seelischen Schmerz empfinden; ne. mourn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. trūren (1), trōren, drūren, sw. V., trauern, trauern über, trauern um, traurig machen, traurig sein (V.), verzagen, verzweifeln, jammern; mnd. trūren*, truren, troren, sw. V., trauern, traurig sein (V.); mnl. trūren, treuren, sw. V., traurig sein (V.), trauern; ahd. trūrēn, sw. V. (3), trauern, traurig sein (V.), ernst sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *drūsēn, *drūsǣn, sw. V., die Augen senken, trauern; s. idg. *dʰreus-, V., zerbrechen, Pokorny 274; vgl. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trauer, Kluge s. u. trauern, DW 21, 1390, EWD s. u. trauern, Falk/Torp 215, Duden s. u. trauern, Bluhme s. u. Trauer; Son.: vgl. afries. -; ae. *dréor (2), Sb., Trauer; an. -; got. -; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches seelischen Schmerz empfinden; BM.: abbrechen bzw. zerbröckeln; F.: trauern , trauere, trauer (!), traure, trauerst, trauert, trauerte, trauertest, trauerten, trauertet, getrauert, ##getrauert, getrauertes, getrauertem, getrauerten, getrauerter##, trauernd, ###trauernd, trauernde, trauerndes, trauerndem, trauernden, trauernder###, trauer (!)+EW; Z.: trau-er-n
$Trauerspiel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Trauerspiel, Tragödie; Q.: um 1630; L.: DW 21, 1391, EWD s. u. trauern; GB.: seit um 1630 belegte und aus Trauer und Spiel gebildete Bezeichnung für ein schon von den Griechen des Altertums entwickeltes durch Trauer und tragischen Ausgang bestimmtes Schauspiel (Tragödie) in Gegensatz etwa zu einem durch Freude und Lust gekennzeichneten Lustspiel (Komödie); F.: Trauerspiel, Trauerspieles, Trauerspiels, Trauerspiele, Trauerspielen+EW; Z.: Trau-er.-spiel
Traufe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Traufe, untere Dachkante; ne. eave; Vw.: -; Hw.: s. triefen; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. troufe, drupa, sw. F., st. F., Traufe, Dachtraufe, Streifen des Regenbogens, Augenbalsam; mhd. trouf, trūf, st. N., st. M., „Trauf“, Traufe, Träufeln, Dachtraufe, Streifen (M.) des Regenbogens, Guss, Balsam, Augenbalsam, Beträufeln; ahd. trouf, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Traufe, Tropfen (M.), Dachrinne: s. ahd. triofan*, st. V. (2a), triefen, tropfen, träufeln; germ. *dreupan, st. V., herabhängen, triefen, tropfen; idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275; s. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Traufe, Kluge s. u. Traufe, DW 21, 1404, EWD s. u. Traufe, Duden s. u. Traufe, Bluhme s. u. Traufe; GB.: (trouf) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für die untere Kante einer Dachfläche bei einem geneigten Dach; BM.: triefen bzw. abbrechen; F.: Traufe, Traufen+EW; Z.: Trauf-e
$träufeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. träufeln, in kleinen Tropfen fallen lassen oder fallen, tröpfeln; ne. drip (V.); E.: s. Traufe; L.: EWD s. u. träufeln; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte Bezeichnung für in kleinen Tropfen fallen lassen oder fallen; F.: träufeln, träufel (!), träufle, träufele, träufelst, träufelt, träufelte, träufeltest, träufelten, träufeltet, geträufelt, geträufelte, geträufeltes, geträufeltem, geträufelten, geträufelter, träufelnd, träufelnde, träufelndes, träufelndem, träufelnden, träufelnder+FW; Z.: träu-f-el-n
träufen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. träufeln, tröpfeln; ne. drip (V.); Vw.: -; Hw.: s. triefen; Q.: 16. Jh.; E.: Bildung zu mhd. troufen (1), tröufen, droufen, sw. V., träufeln, träufeln in, träufeln auf, sich unter die Traufe begeben (V.), triefen, tropfen, tropfen durch, undicht sein (V.); mnd. drȫpen, sw. V., träufeln; mnl. drōpen, sw. V., träufeln; ahd. troufen*, sw. V. (1a), träufeln, herabträufeln; germ. *draupjan, sw. V., träufeln, triefen lassen; idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275?; s. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Traufe, Kluge s. u. träufeln, DW 21, 1415, EWD s. u. träufeln, Falk/Torp 214, Seebold 169, Duden s. u. träufeln, Bluhme s. u. traeufeln; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für eine Flüssigkeit in kleinen Tropfen auf etwas fallen lassen oder träufeln; BM.: zerbröckeln; F.: träufeln, träufel (!), träufle, träufelst, träufelt, träufelte, träufeltest, träufelten, träufeltet, geträufelt, ##geträufelt, geträufelte, geträufeltes, geträufeltem, geträufelten, geträufelter##, träufelnd, ###träufelnd, träufelnde, träufelndes, träufelndem, träufelnden, träufelnder###, träufel (!)+EW; Z.: träu-f-en
traulich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. traulich, vertraut, vertraulich; ne. cosy, familiar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: gekürzt aus vertraulich; s. nhd. trauen; L.: Kluge s. u. traulich, DW 21, 1426, EWD s. u. traulich, Duden s. u. traulich; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte Bezeichnung für vertraut; BM.: Baum; F.: traulich, trauliche, trauliches, traulichem, traulichen, traulicher(, traulichere, traulicheres, traulicherem, traulicheren, traulicherer, traulichst, traulichste, traulichstes, traulichstem, traulichsten, traulichster)+EW; Z.: trau-lich
Traum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Traum, Traumvorstellung, sehnlicher Wunsch; ne. dream (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. troum, trōm, træm, drōm, st. M., Traum, Täuschung, Verstellung, Trugbild, Phantasiegebilde, Phantom; mnd. drōm (2), M., Traum, Erdichtung, Fabel, Lüge, Treiben; mnl. droom, M., Traum; ahd. troum, st. M. (a), Traum; as. drôm, st. M. (a), Treiben (N.), Freude, Fröhlichkeit, Traum; anfrk. -; germ. *drauma-, *draumaz, st. M. (a), Jubel, Gesang, fröhliches Treiben, Traum, Trugbild; s. idg. dʰreugʰ- (2), V., trügen, schädigen, Pokorny 276 (412/60) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Traum, Kluge s. u. Traum, EWD s. u. Traum, DW 21, 1436, Falk/Torp 213, Duden s. u. Traum, Bluhme s. u. Traum; Son.: vgl. afries. drâm, st. M. (a), Traum; nnordfries. drom; ae. dréam, dríem, st. M. (a), Freude, Entzücken, Jubel, Lied, Gesang; an. draumr, st. M. (a), Traum; got. -; nndl. droom, Sb., Traum; nschw. dröm, Sb., Traum; nnorw. drøm, M., Traum; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in dem Schlaf auftretende und sachlich (seitdem deswegen) mögliche Abfolge von elektrischen Impulsen in dem Gehirn oder Vorstellungen und Bildern oder Bezeichnung für einen sehnlichen Wunsch; BM.: trügen; F.: Traum, Traumes, Traums, Träume, Träumen+EW; Z.: Traum
Trauma, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Trauma, Verletzung; ne. trauma; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. gr. τραῦμα (trauma); E.: s. gr. τραῦμα (trauma), τρῶμα (trōma), N., Wunde, Verletzung; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *teu̯h₂-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trauma, fehlt DW, EWD s. u. Trauma, Duden s. u. Trauma; Son.: vgl. nndl. trauma, Sb., Trauma; frz. trauma, M., Trauma; nschw. trauma, N., Trauma; nnorw. trauma, N., Trauma; poln. trauma, F., Trauma; kymr. trawma, M., Trauma; lit. trauma, F., Trauma; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche durch Gewalt verursachte Verletzung oder Erschütterung; BM.: bohren bzw. drehen; F.: Trauma, Traumas, Traumata+FW; Z.: Trau-m-a
traumatisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. traumatisch, Trauma betreffend, verletzt, durch Gewalt verursacht; ne. traumatic; Vw.: -; Hw.: s. Trauma; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. lat. traumaticus; E.: s. lat. traumaticus, Adj., zur Heilung von Wunden geeignet, (360 n. Chr.); gr. τραυματικός (traumatikós), Adj., zur Heilung von Wunden geeignet; vgl. gr. τραῦμα (trauma), τρῶμα (trōma), N., Wunde, Verletzung; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *teu̯h₂-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trauma, fehlt DW, EWD s. u. Trauma, Duden s. u. traumatisch; Son.: vgl. nndl. traumatisch, Adj., traumatisch; frz. traumatique, Adj., traumatisch; nschw. traumatisk, Adj., traumatisch; nnorw. traumatisk, Adj., traumatisch; poln. traumatyczny, Adj., traumatisch; kymr. trawmatig, Adj., traumatisch; lit. trauminis, Adj., traumatisch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Trauma betreffend oder verletzt oder durch Gewalt verursacht; BM.: bohren bzw. drehen; F.: traumatisch, traumatische, traumatisches, traumatischem, traumatischen, traumatischer(, traumatischere, traumatischeres, traumatischerem, traumatischeren, traumatischerer, traumatischst, traumatischste, traumatischstes, traumatischstem, traumatischsten, traumatischster)+FW+EW; Z.: trau-m-at-isch
$träumen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. träumen, Traum haben; L.: Kluge 1. A. s. u. Traum, DW 21, 1478, EWD s. u. Traum, Duden s. u. träumen, Bluhme s. u. traeumen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Traum und en gebildete Bezeichnung für einen Traum haben; F.: träumen (V.), träume (!), träumst, träumt, träumest, träumet, träumte, träumtest, träumten, träumtet, geträumt, ##geträumt, geträumte, geträumtes, geträumtem, geträumten, geträumter##, träumend, ###träumend, träumende, träumendes, träumendem, träumenden, träumender###, träum (!)+EW; Z.: träu-m-en
$Träumer, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Träumer, Träumender; E.: s. träumen; L.: DW 21, 1495, EWD s. u. Traum; GB.: seit Ende 10. Jh. belegte und aus träum(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen (und anscheinend auch höherer Tiere) möglichen Träumenden; F.: Träumer, Träumers, Träumern+EW; Z.: Träu-m-er
$träumerisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. träumerisch, einen Träumer betreffend; E.: s. Träumer, s. isch; L.: EWD s. u. Traum, DW 21, 1503; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Träumer und isch gebildete Bezeichnung für einen Träumer betreffend oder wie bei einem Träumenden oder in einem Traum erfolgend; F.: träumerisch, träumerische, träumerisches, träumerischem, träumerischen, träumerischer(, träumerischere, träumerischeres, träumerischerem, träumerischeren, träumerischerer, träumerischst, träumerischste, träumerischstes, träumerischstem, träumerischsten, träumerischster)+EW; Z.: träu-m-er-isch
traun, nhd. (ält.), Interj., (12. Jh.): nhd. traun, treu, in der Tat; ne. indeed; Vw.: -; Hw.: s. treu; Q.: 3. Viertel 12. Jh. (König Rother); E.: gebildet zu mhd. entriuwen, Adv., wahrlich, wahrhaftig, in Wahrheit, fürwahr, wirklich; vgl. mhd. triuwen (1), trūwen, triun, Adv., wahrlich, wahrhaftig, wirklich; mhd. triuwe (2), triu, trīwe, trūwe, Adj., treu, zuverlässig, aufrichtig; ahd. gitriuwi*, gitrūwi*, Adj., treu, getreu, zuverlässig, glaubwürdig; germ. *trewa-, *trewaz, *trewwa-, *trewwaz, Adj., treu; idg. *deru̯o-, *dreu̯o-, Adj., treu, Pokorny 214; s. idg. *deru-, *dōru-, *dreu, *dru-, *drou-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. traun, Kluge s. u. traun, DW 21, 1526, Duden s. u. traun; GB.: seit 3. Viertel 12. Jh. belegte Bezeichnung um etwas als wahr (treu) oder tatsächlich (in der Tat) anzuzeigen; BM.: treu; F.: traun+EW; Z.: trau-n
$traurig, trauerig, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. traurig, Trauer betreffend; L.: Kluge 1. A. s. u. Trauer, DW 21, 1533, EWD s. u. trauern; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Trauer und ig gebildete Bezeichnung für Trauer betreffend oder durch Leid verursacht; F.: traurig, traurige, trauriges, traurigem, traurigen, trauriger(, traurigere, traurigeres, traurigerem, traurigeren, traurigerer, traurigst, traurigste, traurigstes, traurigstem, traurigsten, traurigster)+EW; Z.: trau-r-ig
$Trauring, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Trauring, Ehering; E.: s. trau(en), s. ring; L.: DW 21, 1533, EWD s. u. trauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus trau(en) und Ring gebildete Bezeichnung für einen als Zeichen einer Trauung oder Eheschließung auf einen Finger (Ringfinger) gesteckten Ring oder Ehering; F.: Trauring, Trauringes, Traurings, Trauringe, Trauringen+EW; Z.: Trau—ri-ng
traut, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. traut, lieb, geliebt, geborgen, vertraut; ne. homely, cosy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. trūt, Adj., traut, lieb; mnd. trūt (1), Adj., traut, lieb, verwandt; mnd. drūt (2), Adj., traut; ahd. trūt* (1) Adj., vertraut, traut, lieb; as. drūd?, Adj., traut, lieb; anfrk. -; germ. *drūda-, *drūdaz, Adj., geliebt, traut; idg. vgl. Kluge s. v. traut; vielleicht zu air. drúth, Adj., lüstern; L.: Kluge 1. A. s. u. traut, Kluge s. u. traut, DW 21, 1547, EWD s. u. traut, Falk/Torp 214, Heidermanns 161, Duden s. u. traut, Bluhme s. u. traut; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. *drūþs?, Adj., traut, lieb; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches geborgen oder vertraut; BM.: ?; F.: traut, traute, trautes, trautem, trauten, trauter(, trautere, trauteres, trauterem, trauteren, trauterer, trautest, trauteste, trautestes, trautestem, trautesten, trautester)+EW; Z.: traut
$Trauung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Trauung, Anvertrauung, Eheschließung; E.: s. trau(en), s. ung; L.: Kluge s. u. trauen, DW 21, 1559, EWD s. u. trauen; GB. seit 1347-1359 belegte und aus trau(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung der Ehe unter Menschen mögliche gegenseitige Anvertrauung zweier Eheleute oder Eheschließung; F.: Trauung, Trauungen+EW; Z.: Trau-ung
$Trauzeuge, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Trauzeuge; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus trau(en) und Zeuge gebildete Bezeichnung für einen Zeugen einer Trauung; L.: DW 21, 1565, EWD s. u. trauen; F.: Trauzeuge, Trauzeugen+EW; Z.: Trau—zeu-g-e
Traverse, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Traverse, Querstrebe, quer verlaufender Träger, Quergang; ne. traverse (N.), truss; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. frz. traverse; E.: s. frz. traverse, F., Querstrebe, Querstange; lat. trānsversum, N., Quere, schräge Lage, schräge Richtung; vgl. lat. trānsvertere, V., hinüberwenden, umwinden, umwandeln, abwenden, umwenden; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Traverse, DW 21 1566, Duden s. u. Traverse; Son.: vgl. nschw. travers, Sb., Traverse; nnorw. travers, M., Traverse; poln. trawers, M., Traverse; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen quer verlaufenden Träger (Querstrebe) oder für einen Quergang; BM.: über; F.: Traverse, Traversen+FW; Z.: Tra-ver-s-e
Travestie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Travestie, Parodie; ne. travesty (N.); Vw.: -; Hw.: s. travestieren; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. ne. travesty; E.: s. ne. travesty, N., Travestie; vgl. frz. travesti, Adj., verkleidet; frz. travestir, V., verkleiden; it. travestire, V., verkleiden; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. travestieren, DW 21, 1565, Duden s. u. Travestie; Son.: vgl. nndl. travestie, Sb., Travestie; nschw. travesti, Sb., Travestie; nnorw. travesti, M., Travestie; poln. trawestacja, F., Travestie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in den Teilen aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine komisch-satirische literarische Gattung die bekannte Stoffe der Dichtung in das Lächerliche zieht indem sie sie in eine ihnen nicht angemessene Form einkleidet oder überträgt; BM.: über, kleiden; F.: Travestie, Travestien+FW(+EW); Z.: Tra-ves-t-ie
travestieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. transvestieren, einkleiden, lächerlich machen; ne. travesty (V.); Vw.: -; Hw.: s. Travestie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. travestir; E.: s. frz. travestir, V., verkleiden; it. travestire, V., verkleiden; vgl. lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge s. u. travestieren, DW 21, 1567, Duden s. u. travestieren; Son.: vgl. nndl. travesteren, V., travestieren; nschw. travestera, V., travestieren; nnorw. travestere, V., travestieren; poln. trawestować, V., travestieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen aufgenommene sowie in Teilen in dem Lateinischen des Altertums vorhandene Bezeichnung für etwas einkleiden oder lächerlich machen; BM.: über, kleiden; F.: travestieren, travestiere, travestierst, travestiert, travestierest, travestieret, travestierte, travestiertest, travestierten, travestiertet, ##travestiert, travestierte, travestiertes, travestiertem, travestierten, travestierter##, travestierend, ###travestierend, travestierende, travestierendes, travestierendem, travestierenden, travestierender###, travestier (!)+FW(+EW); Z.: tra-ves-t-ier-en
Trawler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trawler, Fischdampfer, Fangschiff; ne. trawler; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. trawler; E.: s. ne. trawler, M., Trawler, Fangschiff mit Grundnetz; vgl. ne. trawl, V., mit einem Schleppnetz fischen; mndl. trāghelen, V., schleppen; lat. trāgula, Wurfspieß, Ziehnetz, Schleppnetz; vgl. idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Trawler, fehlt DW, Duden EWD s. u. Trawler, s. u. Trawler; Son.: s. mndl. trāghel, F., Schleppnetz; vgl. nndl. trawler, Sb., Trawler; nschw. tråler, Sb., Trawler; nnorw. nschw. tråler, M., Trawler; poln. trawler, M., Trawler; kymr. treilliur, M., Trawler; nir. trálaer, M., Trawler; lit. traleris, M., Trawler; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene (und aus trawl und er gebildete) und mit dem Mittelniederländischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fischdampfer oder ein Grundnetz ziehendes oder schleppendes Fangschiff; BM.: ziehen bzw. schleppen; F.: Trawler, Trawlers, Trawlern+FW; Z.: Traw-l-er
Treber, nhd., Sb. Pl., (11. Jh.): nhd. Treber, Rückstand bei der Bierherstellung, Trester; ne. draff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. treber, trebern, F. Pl., Treber, Rückstand beim Keltern; mnd. drēver (1), M., Treber (Rückstand beim Keltern); ahd. wīntrebir*, st. N. Pl. (a) (iz) (az), Weintreber; ahd. trabo, sw. M. (n)?, Treber; as. -; anfrk. -; s. germ. *draba-, *drabam, st. N. (a), Hefe, Treber; s. idg. *dʰerəbʰ-, *dʰrābʰ-, *dʰrəbʰ-, Sb., Trübes, Hefe, Pokorny 252; vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Treber, Kluge s. u. Treber, DW 21, 1568, EWD s. u. Treber, Duden s. u. Treber, Bluhme s. u. Treber; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. draf (2), st. N. (a), Bodensatz, Hefe; got. -; mnl. draf, Sb., Treber, Bodensatz; nndl. draf, Sb., Treber; nschw. drav, Sb., Treber; russ. (dial.) drob, Sb., Bodensatz, Bierhefe; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bei der Bierherstellung oder dem Keltern der (roten) Trauben des Weines anfallende und nach der Gärung abgetrennte ballaststoffreiche und spurenelementreiche Rückstände (Trester); BM.: Trübes; F.: Treber, Trebern+EW; Z.: Tre-b-er
$Treck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Treck, Zug, Fahrt; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. treck(en); L.: DW 21, 1575, EWD s. u. trecken; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und mit trecken verbindbare Bezeichnung für einen Zug von Menschen oder eine Fahrt; F.: Treck, Trecks+EW; Z.: Treck
trecken, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. trecken, ziehen, fahren; ne. pull (V.), trek (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Salman und Morolf); E.: mhd. trecken (1), sw. V., sich verbreiten, ziehen, ziehen auf, führen, lenken, häufen auf; mnd. trecken (1), sw. V., st. V., ziehen, führen, schleppen, hinziehen, hinzögern; mnl. trecken, V., ziehen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *trekan, st. V., stoßen, ziehen, scharren?; idg. *dereg-, V., ziehen, Pokorny 209; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. trecken, Kluge s. u. trecken, DW 21, 1575, EWD s. u. trecken, Falk/Torp 169, Seebold 506, Duden s. u. trecken, Bluhme s. u. trecken; Son.: vgl. afries. trekka, st. V. (4), ziehen, gehen; nnordfries. trecke, tracke; ae. -; an. -; got. -; nndl. trekken, V., trecken; nschw. draga, V., ziehen; nnorw. trekke, V., ziehen; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für hinter sich her in der eigenen Richtung gleichmäßig bewegen; BM.: ziehen bzw. spalten; F.: trecken (!), trecke (!), treckst, treckt, treckest, trecket, treckte, trecktest, treckten, trecktet, getreckt, ##getreckt, getreckte, getrecktes, getrecktem, getreckten, getreckter##, treckend, ###treckend, treckende, treckendes, treckendem, treckenden, treckender###, treck (!)+EW; Z.: treck-en
$Trecker, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trecker, Traktor, Zugmaschine; Q.: um 1930; L.: DW 21, 1581, EWD s. u. trecken; GB.: nach älteren Vorläufern seit um 1930 aus dem Neuenglischen aufgenommene und aus treck(en)und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den 1892 von John Froelich in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten und seitdem verwendeten mit Benzin statt Tieren betriebenen Traktor oder eine Zugmaschine; F.: Trecker, Treckers, Treckern+FW; Z.: Treck-er
Treff, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Treff, Eichel oder Kreuz in Kartenspielen; ne. club (symbol); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. trèfle; E.: s. frz. trèfle, M., Klee; lat. trifolium, N., Dreiblatt, Klee, (14-37 n. Chr.); vgl. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. folium, N., Blatt, Papierblatt, (204-169 v. Chr.); s. idg. *bʰel- (4), *bʰlō-, Sb., V., Blatt, Blüte, blühen, sprießen, Pokorny 122 (200/33) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Treff, DW 21, 1584, Duden s. u. Treff, Bluhme s. u. Treff; Son.: vgl. ne. trefoil, N., Klee, Dreiblatt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Farbe Eichel oder Kreuz in Kartenspielen; BM.: drei, Blatt; F.: Treff, Treffs+FW; Z.: Tre-f-f
$Treff (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Treff, Treffen; L.: EWD s. u. treffen; GB.: seit 20. Jh. belegte und von treffen abgeleitete Bezeichnung für ein sachlich wohl mindesten seit Entstehung des Menschen mögliches Treffen; F.: Treff, Treffs, Treffes, Treffe, Treffen+EW; Z.: Treff
treffen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. treffen, berühren, erreichen, begegnen; ne. meet, hit (V.); Vw.: -; Hw.: s. trefflich, triftig; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. treffen, st. V., bedeuten, betreffen, zusammentreffen, kämpfen, treffen, Erfolg haben, gelten für, sich beziehen auf; mnd. drēpen (1), st. V., treffen, erreichen, betreffen, berühren, angehen, bewerkstelligen, übereintreffen, vereinbaren; mnl. drēpen, st. V., treffen; ahd. treffan*, st. V. (4), treffen, zielen, betreffen; as. drepan?, st. V. (4), treffen; anfrk. drepan, st. V. (4), „treffen“, betreffen; germ. *drepan, st. V., streichen, stoßen, schlagen; idg. *dʰrebʰ-, *dʰreb-, V., zerbrechen, zermalmen, töten, Pokorny 272? (405/53) (RB. idg. aus gr.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. treffen, Kluge s. u. treffen, DW 21, 1586, EWD s. u. treffen, Falk/Torp 212, Seebold 166, Duden s. u. treffen, Bluhme s. u. treffen; Son.: vgl. afries. -; ae. drepan, st. V. (5), treffen, schlagen, töten, besiegen; an. drepa, st. V. (4), schlagen, stoßen, töten; got. -; nndl. treffen, V., treffen; nschw. träffa, V., treffen; nnorw. treffe, V., treffen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches berühren oder (mit großer Wucht) erreichen oder begegnen; BM.: stoßen; F.: treffen (!), treffe, triffst, trifft, trefft, treffest, treffet, traf, trafst, trafen, traft, träfe, träfest, träfst, träfen, träfet, träft, getroffen, ##getroffen, getroffene, getroffenes, getroffenem, getroffenen, getroffener##, treffend, ###treffend, treffende, treffendes, treffendem, treffenden, treffender###, triff (!)+EW; Z.: treff-en
$Treffen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Treffen, Zusammentreffen; E.: s. treffen; L.: DW 21, 1654, EWD s. u. treffen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus treffen gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl mindesten seit Entstehung des Menschen mögliches Zusammentreffen; F.: Treffen, Treffens+EW; Z.: Treff-en
$treffend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. treffend, trefflich, entsprechend, angemessen, richtig; L.: DW 21, 1667, EWD s. u. treffen; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus treffen und d gebildete Bezeichnung für entsprechend oder angemessen oder richtig; F.: treffend, treffende, treffendes, treffendem, treffenden, treffender+EW; Z.: treff-en-d
$Treffer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Treffer, Treffender; E.: s. treff(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. treffen, DW 21, 1667, EWD s. u. treffen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus treff(en) und er gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen das angestrebte Ziel findenden Schuss oder Schlag oder Wurf; F.: Treffer, Treffers, Treffern+EW; Z.: Treff-er
trefflich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. trefflich, treffend, vortrefflich, vorzüglich; ne. splendid, excellent; Vw.: -; Hw.: s. treffen; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. trefflich, treffelich, treflich, Adj., trefflich, vortrefflich, wichtig, hauptsächlich, vorzüglich, entsprechend, geeignet; mnd. drēpelīk (1), drēplīk, Adj., trefflich, zutreffend, vortrefflich, passend, treffend, bedeutend, stark, heftig, gewaltig, gewichtig, hervorragend, wichtig, ernsthaft, angelegentlich; mnd. treffelīk*, treffelik, Adj., trefflich, passend, vorzüglich; mnd. drēflīk, Adj., trefflich, triftig, gewichtig; s. mhd. treffen, st. V., bedeuten, betreffen, zusammentreffen, kämpfen, treffen, Erfolg haben, gelten für, sich beziehen auf; mnd. drēpen (1), st. V., treffen, erreichen, betreffen, berühren, angehen, bewerkstelligen, übereintreffen, vereinbaren; ahd. treffan*, st. V. (4), treffen, zielen, betreffen; as. *drepan?, st. V. (4), treffen; germ. *drepan, st. V., streichen, stoßen, schlagen; idg. *dʰrebʰ-, dʰreb-, V., zerbrechen, zermalmen, töten, Pokorny 272? (405/53) (RB. idg. aus gr.?, germ., slaw.); mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; mnd. līk (3), līch, lich, Adj., gleich, gleichgesinnt, vergleichbar, gleichartig seiend, gleichmäßig, eben, gerade, angemessen, nicht krumm, ähnlich, gerecht, billig, richtig; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; as. līk (2), Adj., Suff., …lich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. trefflich, DW 21, 1677, EWD s. u. treffen, Duden s. u. trefflich; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus treff(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches treffend oder vortrefflich oder vorzüglich; BM.: stoßen, gleich; F.: trefflich, treffliche, treffliches, trefflichem, trefflichen, trefflicher(, trefflichere, trefflicheres, trefflicherem, trefflicheren, trefflicherer, trefflichst, trefflichste, trefflichstes, trefflichstem, trefflichsten, trefflichster)+EW; Z.: treff-lich
$Treffpunkt, nhd., (Part. Prät.=)M., (19. Jh.): nhd. Treffpunkt, Ort eines Zusammentreffens, Ort des Zusammenkommens; E.: s. treff(en), s. Punkt; L.: DW 21, 1700, EWD s. u. treffen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus treff(en) und Punkt gebildete Bezeichnung für den sachlich in Raum und Zeit seit Beginn der Welt möglichen Punkt des Zusammentreffens mehrerer Gegebenheiten oder einen Ort des Zusammenkommens; F.: Treffpunkt, Treffpunktes, Treffpunkts, Treffpunkte, Treffpunkten+EW+FW; Z.: Treff—pu-n-k-t
$Treibeis, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Treibeis, treibendes Eis; E.: s. treiben, s. Eis; L.: DW 22, 3, EWD s. u. treiben; GB.: seit 1701 belegte Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Wasser und Frost mögliches in Flüssen oder Seen oder Meeren treibendes Eis; F.: Treibeis, Treibeises+EW; Z.: Trei-b—eis
treiben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. treiben, vorwärtsbewegen, fortjagen, handeln; ne. drive (V.); Vw.: -; Hw.: s. Drift, Getriebe, Trieb; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. trīben (1), trīven, trīfen*, st. V., wenden, treiben, zubringen, vertreiben, sich beschäftigen mit; mnd. drīven (1), st. V., treiben, antreiben, betreiben (mit Vieh), auf die Weide treiben, beweiden, in die Mast (F.) treiben, benutzen; mnl. drīven, st. V., treiben; ahd. trīban, st. V. (1a), treiben, betreiben, bewirken; as. drīvan*, st. V. (1a), treiben, vertreiben, ausüben; anfrk. drīvan*, st. V. (1), „treiben“, vertreiben; germ. *dreiban, st. V., treiben; idg. *dʰreibʰ-, V., treiben, stoßen, Pokorny 274 (409/57) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. *dʰer- (1), dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. treiben, Kluge s. u. treiben, EWD s. u. treiben, DW 22, 4, Falk/Torp 212, Seebold 162, Duden s. u. treiben, Bluhme s. u. treiben; Son.: vgl. afries. drīva, st. V. (1), treiben, drängen, nötigen, vertreiben; nnordfries. driwe, V., treiben; ae. drīfan, st. V. (1), treiben, jagen, verfolgen, betreiben; an. drīfa (2), st. V. (1), treiben, fahren, kommen; got. dreiban, st. V. (1), treiben; nndl. drijven, V., treiben; nschw. driva, V., treiben; nnorw. drive, V., treiben; lit. drìbti, V., in Flocken niederfallen, plumpsen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches jemanden oder etwas dazu veranlassen sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen, vorwärtsbewegen oder fortjagen oder handeln; BM.: stoßen; F.: treiben, treibst, treibt, treibest, treibet, trieb (!), triebst, trieben, triebt, triebe, triebest, triebet, getrieben, ##getrieben, getriebene, getriebenes, getriebenem, getriebenen, getriebener##, treibend, ###treibend, treibende, treibendes, treibendem, treibenden, treibender###, treib (!)+EW; Z.: trei-b-en
Treiben, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Treiben, Vorwärtsbewegen; ne. drive (N.), activities; Vw.: s. Haberfeld-; Hw.: s. treiben; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. trīben (2), (subst. Inf.=)st. N., Hinneigung, Treiben, Verlangen, Antrieb, Neigung; mnd. drīven* (2), drīvent*, drūvent, drūven, N., „Treiben“, Handel mit Vieh, verunreinigtes Silber das abgetrieben wird, Menge die auf einmal abgetrieben wird; s. nhd. treiben (1); L.: DW 22, 76, EWD s. u. treiben; Son.: vgl. nschw. drev, Sb., Treiben; GB.: seit vor 1350 belegte Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches jemanden oder etwas veranlassen sich in eine bestimmte Richtung (vorwärts) zu bewegen; BM.: stoßen; F.: Treiben, Treibens+EW; Z.: Trei-b-en
$Treibender, nhd., (Part. Präs.=)M.: nhd. Treibender, Treiber, Handelnder; Vw.: s. Gewerbe-; E.: s. treiben; GB.: seit 19. Jh. aus treiben und d sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Treiber oder Handelnden oder Vorwärtsbewegenden; F.: Treibender, Treibende, Treibenden+EW; Z.: Trei-b-en-d-er
$Treiber, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Treiber, Treibender; Vw.: s. Quer-; E.: s. treib(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. treiben, DW 11, 77, EWD s. u. treiben; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus treib(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Treibenden oder seit dem späteren 20. Jh. nach ne. (device) driver für ein Computerprogramm oder Softwaremodul das ein Betriebssystem (Software) und ein Gerät (Hardware) miteinander verbinden kann; F.: Treiber, Treibers, Treibern+EW; Z.: Trei-b-er
$Treiberei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Treiberei, Treiben; Vw.: s. Quer-; E.: s. Treiber, s. ei (Suff.); L.: DW 22, 82; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Treiber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich spätestens seine Entstehung des Menschen mögliches Treiben; F.: Treiberei, Treibereien+EW; Z.: Trei-b-er-ei
$Treibjagd, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Treibjagd, treibende Jagd; E.: s. treib(en), s. Jagd; L.: DW 22, 88, EWD s. u. treiben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus treib(en) und Jagd gebildete sowie wohl nach tierischem Vorbild vielleicht schon früh nach Entstehung tierischen Lebens entwickelte Jagd durch Zutreiben möglicher Beute durch Jagende auf andere Jagende zwecks gemeinsamen Erlangens einer Beute; F.: Treibjagd, Treibjagden+EW; Z.: Trei-b—jag-d
$Treibriemen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Treibriemen, treibender Riemen; E.: s. treib(en), s. Riemen; L.: DW 22, 93, EWD s. u. Riemen 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus treib(en) und Riemen gebildete Bezeichnung für einen von Menschen für einen Antrieb entwickelten und verwendeten endlosen Riemen wie beispielsweise den 1917 von John Gates für die Übertragung einer Kraft von einem Triebwerk auf eine Maschine entwickelten Keilriemen; F.: Treibriemen, Treibriemens+EW; Z.: Trei-b—rie-m-en
$Treibung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Treibung, Treiben; Vw.: s. Ab-; E.: s. treib(en), s. ung; L.: DW 22, 95; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus treib(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Treiben; F.: Treibung, Treibungen+EW; Z.: Trei-b-ung
treideln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. treideln, ein Schiff gegen die Strömung eines Gewässers stromaufwärts ziehen; ne. tow (V.), trail (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. mnd. treilen, troilen, sw. V., Schiff mit dem treil (Zugseil) ziehen, Schiff auf dem so genannten Leinpfad mit dem Zugseil ziehen, treideln; mnl. treilen, V., treideln; frz. trailler, V., treideln; vgl. lat. frühromanisch *tragulare, V., treideln, schleppen; vgl. lat. trāgula, F., Wurfspieß, Ziehnetz, Schleppnetz; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257; vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. treideln, Kluge s. u. treideln, DW 22, 100, EWD s. u. treideln, Duden s. u. treideln; Son.: vgl. nndl. treilen, V., treideln; nschw. trailer, V., treideln; nnorw. trailer, V., treideln; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. mnd. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Schiffen durch den Menschen mögliches ein Schiff an einem Schlepptau gegen die Strömung ziehen; BM.: schleppen bzw. ziehen; F.: treideln, treidel (!), treidle, treidelst, treidelt, treidelte, treideltest, treidelten, treideltet, getreidelt, ##getreidelt, getreidelte, getreideltes, getreideltem, getreidelten, getreidelter##, treidelnd, ###treidelnd, treidelnde, treidelndes, treidelndem, treidelnden, treidelnder###, treidel (!)+FW+EW; Z.: trei-d-el-n
$tremolieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. tremolieren, vibrieren, beben lassen; L.: Kluge s. u. Tremolo, fehlt DW (s. Tremolo); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tremol(o) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher Menschen mögliches vibrieren oder beben lassen einer Singstimme oder eines Musiktons; F.: tremolieren, tremoliere, tremolierst, tremoliert, tremolierest, tremolieret, tremolierte, tremoliertest, tremolierten, tremoliertet, ##tremoliert, tremolierte, tremoliertes, tremoliertem, tremolierten, tremolierter##, tremolierend, ###tremolierend, tremolierende, tremolierendes, tremolierendem, tremolierenden, tremolierender###, tremolier (!)+FW(+EW); Z.: tre-m-ol-ier-en
Tremolo, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Tremolo, Beben, Bebung, Bebenlassen; ne. tremolo (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. it. tremolo; E.: s. it. tremolo, M., Zittern, Tremolo; s. lat. tremulus (1), Adj., zitternd, zuckend, (81-43 v. Chr.); s. idg. *trem-, *trems-, V., trippeln, trampeln, zittern, Pokorny 1092 (1891/68) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ter- (1), V., zappeln?, zittern?, Pokorny 1070 (1860/37) (RB. idg. aus ind., alb.); L.: Kluge s. u. Tremolo, DW 22, 104, Duden s. u. Tremolo; Son.: vgl. nndl. tremolo, Sb., Tremolo; frz. trémolo, M., Tremolo; nschw. tremolo, N., Tremolo; nnorw. tremolo, M., Tremolo; poln. tremolo, M., Tremolo; kymr. tremolo, M., Tremolo; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht seit der Entstehung der Stimme des Menschen mögliche rasche und in kurzen Abständen erfolgende Wiederholung eines Tones oder Intervalls oder das Bebenlassen (einer Stimme); BM.: zittern; F.: Tremolo, Tremolos, Tremoli+FW; Z.: Tre-m-ol-o
Tremse, Tremisse, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Tremse, Tremisse, Kornblume, eine Pflanze; ne. cornflower, bluebottle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht zu mhd. tremen, V., leuchten; L.: Kluge s. u. Tremse, DW 22, 104, Duden s. u. Tremse; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte vielleicht mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Korbblütlern gehörende Pflanze mit schmalen Blättern und einzeln stehenden Blüten von leuchtend blauer Farbe (Kornblume); BM.: leuchten?; F.: Tremse, Tremsen, Tremisse, Tremissen+EW?; Z.: Trem-s-e
Trenchcoat, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trenchcoat, ein Mantel; ne. trench coat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. trench coat; E.: s. ne. trench coat, N., Trenchcoat, Schützengrabenmantel; vgl. ne. trench, M., Schützengraben, Graben (M.); afrz. trenche, M., Graben (M.); afrz. trenchier, V., graben?, abschneiden, Gamillscheg 682a; lat. truncāre, V., stutzen, beschneiden, verstümmeln, abschneiden, niedermetzeln, (43 v. Chr.-18 n. Chr.); idg. *trenk- (1), V., stoßen, drängen, Pokorny 1093; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ne. coat, N., Mantel; afrz. cote, F., Mantel; mlat. cotta, cota, scota, F., Chorhemd, Umhang, Mantel, Tunika; awfr. *kotta, F., grobes Wollzeug; L.: EWD s. u. Trenchcoat, Duden s. u. Trenchcoat; Son.: vgl. nndl. trenchcoat, Sb., Trenchcoat; frz. trench-coat, M., Trenchcoat; nschw. trenchcoat, Sb., Trenchcoat; nnorw. trenchcoat, M., Trenchcoat; poln. trencz, M., Trenchcoat; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen und dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus seit 1897 für Thomas Burberry patentierter Gabardine oder Popeline bestehenden zweireihigen und ursprünglich mit dem Graben (Schützengraben) verbundenen Mantel mit lose aufliegendem passenartigem Schulterstück und Schulterklappen und Gürtel; BM.: bohren; F.: Trenchcoat, Trenchcoats+FW; Z.: Tre-nch-coat
Trend, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trend, Richtung, Tendenz, Entwicklung; ne. trend (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. trend; E.: s. ne. trend, N., Trend, Entwicklung; vgl. ne. trend, V., drehen, wenden; ae. trėndan, sw. V., umdrehen, rollen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Trend, fehlt DW, EWD s. u. Trend, Duden s. u. Trend, Bluhme s. u. Trend; Son.: vgl. nndl. trend, Sb., Trend; nschw. trend, Sb., Trend; nnorw. trend, M., Trend; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altenglischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sich abzeichnende Entwicklung in eine bestimmte Richtung; BM.: drehen bzw. rollen; F.: Trend, Trends+FW; Z.: Trend
$trendeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. trödeln, rollen; L.: Kluge 1. A. s. u. trendeln, DW 22, 106; GB.: seit 15. Jh. vor allem niederdeutsch belegte Bezeichnung für rollen; F.: trendeln, trendel (!), trendle, trendele, trendelst, trendelt, trendelte, trendeltest, trendelten, getrendelt, ##getrendelt, getrendelte, getrendeltes, getrendeltem, getrendelten, getrendelter##, trendelnd, ###trendelnd, trendelnde, trendelndes, trendelndem, trendelnden, trendelnder###, trendel (!)+EW; Z.: trend-el-n
$trennbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. trennbar, abteilbar, abtrennbar; Vw.: s. un-; Q.: um 1700; E.: s. trenn(en), s. bar; L.: EWD s. u. trennen, DW 22, 110; GB. seit um 1700 belegte und aus trenn(en) und bar gebildete Bezeichnung für abteilbar oder abtrennbar; F.: trennbar, trennbare, trennbares, trennbarem, trennbaren, trennbarer+EW; Z.: tre-nn—bar
trennen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. trennen, auseinanderbringen, voneinander lösen; ne. separate, part (V.); Vw.: -; Hw.: s. abtrünnig, entrinnen; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. trennen, sw. V., trennen, scheiden, spalten; mnd. *trennen?, drennen?, sw. V., trennen; mnl. trennen, sw. V., trennen; ahd. trennen, sw. V. (1a), trennen, auftrennen, zerreißen?; as. -; anfrk. -; germ. *trannjan?, sw. V., trennen, spalten; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206? (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. trennen, Kluge s. u. trennen, DW 22, 111, EWD s. u. trennen, Falk/Torp 170, Seebold 507, Duden s. u. trennen, Seebold 508?, Bluhme s. u. trennen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Erde mögliches (zwei Teile) voneinander lösen; BM.: laufen; F.: trennen, trenne, trennst, trennt, trennest, trennet, trennte, trenntest, trennten, trenntet, getrennt, ##getrennt, getrennte, getrenntes, getrenntem, getrennten, getrennter##, trennend, ###trennend, trennende, trennendes, trennendem, trennenden, trennender###, trenn (!)+EW; Z.: tre-nn-en
$Trennung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Trennung, Bildung von Teilen; E.: s. trenn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. trennen, DW 22, 135, EWD s. u. trennen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus trenn(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Bildung von Teilen eines ursprünglichen Ganzen; F.: Trennung, Trennungen+EW; Z.: Tre-nn-ung
Trense, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Trense, Pferdezaum; ne. snaffle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. mnl. trense; E.: s. mnl. trense, F., Zügel; span. trenza, F., Flechte, Zopf; vgl. span. trena, F., aus drei Teilen geflochtenes; lat. trīnus, Adj., je drei, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trense, Kluge s. u. Trense, DW 22, 147, EWD s. u. Trense, Duden s. u. Trense; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen sowie mittelbar aus dem Spanischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein aus einem in der Mitte mit einem Gelenk versehenen schmalen Eisenteil bestehendes dreiteiliges Gebiss an dem Pferdezaum an dessen geradem metallenem Mittelstück sich je ein Ring oder zwei Ringe besonders für die Befestigung der Zügel befinden; BM.: drei; F.: Trense, Trensen+FW; Z.: Tre-n-s-e
Trepanation, nhd., F. (18. Jh.): nhd. Trepanation, Öffnung des Schädel(knochen)s mit einem Bohrer; ne. trepanation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. mlat. trepanātio; E.: s. mlat. trepanātio, F., Trepanation; vgl. gr. τρύπανον (trýpanon), N., Drillbohrer; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *teu̯h₂-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Trepanation; Son.: vgl. frz. trépanation, F., Trepanation; nschw. trepanation, Sb., Trepanation; nnorw. trepanasjon, M., Trepanation; kymr. trepaniad, M., Trepanation; nir. treapánadh, M.?, Trepanation; poln. trepanacja, F., Trepanation; lit. trepanacija, F., Trepanation; GB.: seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen schon seit rund 14000 Jahren durchgeführte operative Öffnen des Schädel(knochen)s zwecks (versuchter) Heilung von Krankheiten (des Gehirns) mit einem Bohrer; BM.: bohren; F.: Trepanation, Trepanationen+FW+EW; Z.: Tre-p-an-at-io-n
Treppe, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Treppe, Stiege; ne. staircase; Vw.: -; Hw.: s. Turm; Q.: um 1170 (Kölner Schreinsurkunde); E.: mnd. treppe, F., Treppe, Stufenleiter (F.), Leiter (F.); mnd. dreppe, F., „Treppe“, Stufe, Treppenstufe; mhd. trappe (3), treppe, sw. M., st. F., sw. F., Treppe; mnl. trappe, F., Treppe; von einem lautmalenden Wort für treten; L.: Kluge 1. A. s. u. Treppe, Kluge s. u. Treppe, DW 22, 151, EWD s. u. Treppe, Duden s. u. Treppe, Bluhme s. u. Treppe; Son.: vgl. nndl. trap, Sb., Treppe; nschw. trappa, Sb., Treppe; nnorw. trapp, M., F., Treppe; GB.: seit um 1170 belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen von Menschen mit Stufen errichteten Aufgang der unterschiedlich hoch liegende Ebenen innerhalb und außerhalb von Gebäuden verbindet oder an Steigungen in einem Gelände angelegt ist; BM.: lautmalend; F.: Treppe, Treppen+EW; Z.: Trepp-e
$Treppenwitz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Treppenwitz; E.: s. Trepp(e), s. en (Suff.), s. Witz; L.: Kluge s. u. Treppenwitz, DW 22, 162, EWD s. u. Treppe; GB.: vor Mitte 19. Jh. belegte und nach frz. esprit d’escalier aus Trepp(e) und en sowie Witz gebildete und sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung eines erst auf der Treppe (und damit zu spät) entstandenen Witzes; F.: Treppenwitz, Treppenwitzes, Treppenwitze, Treppenwitzen+EW; Son.: s. Hertslet, W. L., Treppenwitz der Weltgeschichte, 1882; Z.: Trepp-en—wi-tz
Tresen, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Tresen, Schanktisch, Ladentisch; ne. counter (N.), bar (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tresor; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. trese, trise, tresil, sw. M., st. M., Schatz, Schatzkammer; mnd. trese, st. M., st. F., Schatz, Schatzkammer, Ort an dem Schätzbares und Wertvolles aufbewahrt wird, Archiv; ahd. treso, triso, st. M. (wa), st. N. (wa), Schatz, Speicher, Schatzkammer; as. *tresa?, st. M. (a)?, st. N. (a)?, Schatz; s. lat. thēsaurus, M., Vorrat, Schatz; gr. θησαυρός (thēsaurós), M., Schatz; weitere Etymologie unbekannt, wahrscheinlich technisches Lehnwort; L.: Kluge s. u. Trese, DW 22, 163, Duden s. u. Trese; GB.: seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen mit einer Art Tischplatte versehenen langen höheren kastenförmigen Einrichtungsgegenstand wie einen Schanktisch oder einen Ladentisch; BM.: Schatz; F.: (Trese,) Tresen+FW; Z.: Tres-en
Tresor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tresor, Panzerschrank, Geldschrank, Schatzkasten; ne. safe; Vw.: -; Hw.: s. Tresen; Q.: Ende 19. Jh.?; I.: Lw. frz. trésor; E.: s. frz. trésor, M., Tresor; mfrz. trésor, M., Tresor; lat. thēsaurus, M., Vorrat, Schatz, (um 250-184 v. Chr.); gr. θησαυρός (thēsaurós), M., Schatz; weitere Etymologie unbekannt, wahrscheinlich technisches Lehnwort; L.: Kluge s. u. Tresor, DW 22, 169, EWD s. u. Tresor, Duden s. u. Tresor; Son.: s. mhd. tresor, trisor, st. M., Schatz, Schatzkammer; mhd. tresore, tresere, tresori, st. F., Schatzkammer; GB.: vielleicht seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen unter Bedeutungsänderung aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen zu einem Aufbewahren von Wertgegenständen und Dokumenten verwendeten oder geeigneten Panzerschrank oder Geldschrank oder Schatzkasten; BM.: Schatz; F.: Tresor, Tresors, Tresore, Tresoren+FW; Z.: Tres-or
Trespe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Trespe, ein unter Getreide wachsendes Unkraut (Gras); ne. common bromegrass; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. trefse, sw. M., Lolch, Trespe, Unkraut; mhd. trefs (2), tresp, st. M., Unkraut, Roggen-Trespe; mnd. derspe, drespe, drepse, M., Trespe, Roggentrespe; ahd. trefso*, trespo*, sw. M. (n), Roggentrespe; as. drepso, sw. M. (n), Trespe; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Trespe, Kluge s. u. Trespe, DW 22, 171, Duden s. u. Trespe; Son.: s. alem. dräff, F., Raigras; vgl. nndl. dreb, Sb., Raigras; nnorw. drap, M., Reigras; GB.: seit 9. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für ein in zahlreichen Arten in den gemäßigten Zonen wachsendes Gras mit vielblütigen und in Rispen gestalteten Ährchen; BM.: ?; F.: Trespe, Trespen+EW; Z.: Tresp-e
Tresse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tresse, Borte, Litze; ne. braid (N.), galloon, tress (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. tresse; E.: s. frz. tresse, F., Schnur (F.) (1), Borte; it. treccia, F., Flechte; von gr. τριχία (trichía), F., Strick (F.) (1); gr. θρίξ (thríx), F., Haar (N.), Tierhaar, Wolle; vgl. idg. *dʰrigʰ-, Sb., Haar (N.), Borste, Pokorny 276 (413/61) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tresse, Kluge s. u. Tresse, EWD s. u. Tresse, DW 22, 174, Duden s. u. Tresse, Bluhme s. u. Tresse; Son.: vgl. nndl. tres, Sb., Tresse; ndän. tresse, Sb., Tresse; nnorw. tressem, M., Tresse; kymr. tres, F., Tresse; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit gefertigte als schmückender Besatz an Kleidungsstücken oder zu der Rangbezeichnung an Uniformen dienende meist mit Metallfäden durchzogene schmale und flache Borte oder Litze; BM.: Haar; F.: Tresse, Tressen+FW; Z.: Tress-e
Trester, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Trester, (vor der Gärung abgetrennter) Rückstand der gekelterten (roten) Trauben des Weines; ne. husks (Pl.), pomace; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. trester, Pl., Treber; mnd. *trester?, Sb., „Trester“, Fruchtrückstand?, Getreiderückstand?; ahd. trestir, st. N. (iz/az), Trester, Abfall; as. -; anfrk. -; germ. *drahsta-, *drahstam, st. N. (a), Bodensatz, Trester; s. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trester, Kluge s. u. Trester, DW 22, 178, EWD s. u. Trester, Falk/Torp 212, Duden s. u. Trester, Bluhme s. u. Trester; Son.: vgl. afries. -; ae. dærst, dærste, dearste, dræst, st. F. (ō), Hefe, Bodensatz, Trester, Sauerteig, Abfall; an. -; got. -; alb. dra, Sb., Bodensatz des Öles, ausgelassene Butter; lat. foria, F., Durchlauf, Durchfall (bei Schweinen); alit. drages, Sb., Hefe; ksl. droždiję, Sb., Hefe; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den festen aus Hopfen und Malz oder Trauben verbleibenden Rückstand bei dem Brauen (N.) von Bier und Keltern von Wein; BM.: Trübes; F.: Trester, Tresters, Trestern+EW; Z.: Tres-t-er
treten, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. treten, auftreten, austreten,ausschlagen, trampeln; ne. kick (V.), step (V.), tread (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tritt, Trott, Trotte; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. treten (1), tretten, treden, dreten, dretten, st. V., treten, betreten (V.), einhergehen, gehen, eintreten, aufspringen, springen, tanzen, gehen an; mnd. trēden* (1), treden, terden, st. V., treten, gehen, schreiten, tanzen, sich durch Treten verletzen; mnd. trēden* (2), tredden, sw. V., treten, niedertreten, zertreten (V.), zerstampfen, tot treten, vernichten; mnl. trēden, st. V., treten; ahd. tretan*, st. V. (5), treten, betreten (V.), zertreten (V.); as. tredan?, st. V. (5), treten; anfrk. tredan, tredon*, st. V. (5), treten; mnl. treden, V., treten; wgerm. *tredan, st. V., treten; s. idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. treten, Kluge s. u. treten, DW 22, 183, EWD s. u. treten, Falk/Torp 169, Duden s. u. treten, Bluhme s. u. treten; Son.: vgl. afries. treda, st. V. (5), treten; nnordfries. trede, tree, V., treten; ae. tredan, st. V. (5), treten, trampeln, durchziehen, überschreiten; an. troða, st. V. (5), treten; got. trudan, unr. st. V. (4), treten, keltern; nndl. treden, V., treten; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches mit den Füßen auftreten oder austreten oder ausschlagen; BM.: laufen; F.: treten, trete (!), trittst, tritt (!), tretet, tretest, trat, tratest (!), tratst, traten, tratet, träte, trätest, träten, trätet, getreten, ##getreten, getretene, getretenes, getretenem, getretenen, getretener##, tretend, ###tretend, tretende, tretendes, tretendem, tretenden, tretender###, tritt (!)+EW; Z.: tre-t-en
$Treter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Treter, Tretender; Vw.: s. Ab-, Leise-; E.: s. treten; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus tret(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Tretenden; L.: DW 22, 238; F.: Treter, Treters, Tretern+EW; Z.: Tre-t-er
$Tretmühle, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tretmühle, durch Treten angetriebene Mühle, anstrengende Mühle; E.: s. tret(en), s. Mühle; L.: EWD s. u. Mühle, DW 22, 236; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus tret(en) und Mühle gebildete sowie seit dem Altertum durch Treten von Menschen oder Tieren angetriebene und dementsprechend eintönige und auch anstrengende Mühle; F.: Tretmühle, Tretmühlen+EW+FW; Z.: Tre-t—mühl-e
$Tretung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tretung, Treten (N.); Vw.: s. (Ab-,) Über-; E.: s. tret(en), s. ung; L.: Kluge s. u. treten, DW 22, 243; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tret(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich schon früher mögliches Treten (N.); F.: Tretung, Tretungen+EW; Z.: Tre-t-ung
treu, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. treu, aufrichtig, fest, zuverlässig, unveränderlich; ne. faithful, true; Vw.: -; Hw.: s. Treue, Trost, traun; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. triuwe (2), triu, trīwe, trūwe, Adj., treu, zuverlässig, aufrichtig; mnd. trǖwe*, truwe, Adj., treu, getreu, zuverlässig, sicher; mnl. trūwe, trouwe, Adj., treu; ahd. gitriuwi*, gitrūwi*, Adj., treu, getreu, zuverlässig, glaubwürdig; as. *treu?, Adj.; anfrk. *trūwi?, Adj., treu; germ. *trewa-, *trewaz, *trewwa-, *trewwaz, Adj., treu; idg. *deru̯o-, *dreu̯o-, Adj., treu, Pokorny 214; s. idg. *deru-, *dōru-, *dreu, *dru-, *drou-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. treu, Kluge s. u. treu, DW 22, 243, EWD s. u. treu, Heidermanns 603, Duden s. u. treu, Bluhme s. u. treu; Son.: vgl. afries. triūwe (2), triōwe (2), Adj., treu, zuverlässig, glaubwürdig; saterl. trjuwe, Adj., treu, zuverlässig; ae. tréowe, tríewe, tréow (2), Adj., treu, ehrlich; an. tryggr, Adj., treu, vertrauensvoll; got. triggws, Adj. (wa), treu, zuverlässig; nndl. trouw, Adj., treu; nschw. trygg, Adj., sicher; nnorw. tro, Adj., treu; nisl. tryggur, Adj., treu; gr. δροόν (droón), Adj., stark; air. derb, Adj., sicher; kymr. drud, Adj., teuer, tapfer; lit. drū́tas, Adj., fest; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufrichtig oder fest; BM.: Baum; F.: treu, treue, treues, treuem, treuen, treuer, treuere, treueres, treuerem, treueren, treuerer, treuest, treueste, treuestes, treuestem, treuesten, treuester+EW; Z.: treu
$Treubruch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Treubruch; E.: s. Treu(e), s. Bruch; L.: DW 22, 277, EWD s. u. treu; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Treu(e) und Bruch gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Bruch oder die Verletzung der von einem Menschen erwarteten oder versprochenen Treue; F.: Treubruch, Treubruchs, Treubruches, Treubrüche, Treubrüchen+EW; Z.: Treu—bruch
Treue, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Treue, Treusein, Beständigkeit; ne. fidelity, loyalty; Vw.: -; Hw.: s. treu; Q.: vor 790 (Glosse); E.: mhd. triuwe (1), Triuwe, trīwe, triu, trouwe, trūwe, trūiwa, trūe, driuwe, drūwe, st. F., Treue, Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, Beständigkeit, Vertrauen, Verbundenheit, Ergebenheit, Freundschaft; mnd. trūwe*, truwe, trouwe, F., Treue, Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Treueversprechen, Eheversprechen, Verlobung; mnl. trouwe, trūwe, F., Treue; ahd. triuwa*, st. F. (ō), Treue, Glaube, Beständigkeit; as. treuwa*, st. F. (ō), Treue, lautere Gesinnung, Friede, Bund; anfrk. -; germ. *trewō, *trewwō, st. F. (ō), Treue; s. idg. *dreu̯o-, Adj., treu, Pokorny 214; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214; L.: Kluge 1. A. s. u. treu, Kluge s. u. treu, EWD s. u. treu, DW 22, 282, Falk/Torp 171, Heidermanns 603, Duden s. u. Treue; Son.: vgl. afries. trouwia, treōwia, sw. V. (2), Eheversprechen geben, sich verloben mit, heiraten; ae. tréow (1), trȳw, st. F. (wō), Treue, Wahrheit, Glauben (N.), Versprechen; an. -; got. triggwa, st. F. (ō bzw. wō), Bündnis, Bund; nndl. trouw, Sb., Treue; GB.: seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Treusein oder Beständigkeit; BM.: Baum; F.: Treue+EW; Z.: Treu-e
$treuen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. treuen, treu sein (V.); Vw.: s. be-; E.: s. treu; L.: Kluge s. u. treu, DW 22, 345; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus treu und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches treu sein (V.) oder treu handeln; F.: treuen (!), treue (!), treust, treut, treuest, treuet, treute, treutest, treuten, treutet, getreut, ##getreut, getreute, getreutes, getreutem, getreuten, getreuter##, treuend, ###treuend, treuende, treuendes, treuendem, treuenden, treuender###, treu (!)+EW; Z.: treu-en
Treuhand, nhd., F., (vor 13. Jh.?): nhd. Treuhand, treue Hand; Hw.: s. Treuhänder; E.: s. treu, s. Hand; L.: DW 22, 360 (1663 Schottel für lat. dextra fidelis), fehlt DRW; GB.: aus treu und Hand gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon früher mögliche zuverlässige Wahrung der Belange eines anderen Menschen; F.: Treuhand
$Treuhänder, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Treuhänder, Interessenwahrer; E.: s. Treuhand, s. er (Suff.); L.: DW 22, 360, EWD s. u. treu; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Treuhand und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen treuen Wahrer der Interessen eines anderen; F.: Treuhänder, Treuhänders, Treuhändern+EW; Z.: Treu—händ-er
$treulich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. treulich, treu; E.: s. treu, s. lich; L.: DW 22, 373, EWD s. u. treu; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus treu und lich gebildete Bezeichnung für treu; F.: treulich, treuliche, treuliches, treulichem, treulichen, treulicher(, treulichere, treulicheres, treulicherem, treulicheren, treulicherer, treulichst, treulichste, treulichstes, treulichstem, treulichsten, treulichster)+EW; Z.: treu—lich
$treulos, nhd., Adj., Adv. (12. Jh.): nhd. treulos, ohne Treue handelnd; E.: s. treu, s. los; L.: DW 22, 379, EWD s. u. treu; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus treu und los gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Treue handelnd; F.: treulos, treulose, treuloses, treulosem, treulosen, treuloser(, treulosere, treuloseres, treuloserem, treuloseren, treuloserer, treulosest, treuloseste, treulosestes, treulosestem, treulosesten, treulosester)+EW; Z.: treu—lo-s
$Treulosigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Treulosigkeit, Fehlen von Treue; E.: s. treulos, s. ig. s. keit, s. heit; L.: EWD s. u. treu, DW 22, 382; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus treulos und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Fehlen von Treue; F.: Treulosigkeit, Treulosigkeiten+EW; Z.: Treu—lo-s-ig—kei-t
tri..., nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. tri..., drei...; ne. tri…; Vw.: s. -angel, -athlon, -logie; Hw.: s. drei; Q.: 12. Jh.?; I.: gr. Lw., lat. Lw.; E.: von gr. τρεῖς (treis), Num. Kard., drei; oder von lat. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. tri-, EWD s. u. tri-, Duden s. u. tri-; Son.: vgl. nndl. tri…, Präf., tri…; frz. tri…, Präf., tri…; nschw. tri…, Präf., tri…; nnorw. tri…, Präf., tri…; kymr. tri…, Präf., tri…; nir. tri…, Präf., tri…; lit. tri…, Präf., tri…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen oder Griechischen des Altertums aufgenommene und (umgebildete sowie) in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für die Bildung von drei oder eine Dreiheit benennenden oder ausdrückenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: drei; F.: tri...+FW; Z.: tri-
Triade, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Triade, Dreiheit, Gruppe von drei; ne. triad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. τριάς (triás); E.: s. gr. τριάς (triás), F., Dreizahl; vgl. gr. τρεῖς (treis), Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Triade, fehlt DW, Duden s. u. Triade; Son.: vgl. nndl. triade, Sb., Triade; frz. triade, F., Triade; nschw. triad, Sb., Triade; nnorw. triade, M., Triade; poln. triada, F., Triade; kymr. triawd, M., Triade; nir. triad, M., Triade; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Dreiheit oder eine Gruppe von drei oder eine Dreiergruppe; BM.: drei; F.: Triade, Triaden+FW; Z.: Tri-ad-e
Triage, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Triage, Selektierung, Einteilung von Verletzten nach Schweregrad, Ausschuss bei Kaffeebohnen; ne. triage (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. triage; E.: s. frz. triage, M., Triage, Auslesen, Sortieren; vgl. frz. trier, V., aussuchen, sortieren; vulgärlat. trītāre, V., zerreiben, zertreten (V.), zerkleinern, Gamillscheg 867b; lat. terere, V., reiben, glätten, blank machen, abdrehen; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Triage; Son.: vgl. nndl. triage, Sb., Triage; nschw. triage, Sb., Triage; nnorw. triage, M.?, Triage; poln. triaż, M., Triage; GB.: seit 20. Jh. vor allem in der Militärmedizin belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Vulgärlateinischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Erstellung einer Reihenfolge für die Erteilung medizinischer Hilfeleistung bei hohem Patientenaufkommen oder Überlastung; BM.: reiben; F.: Triage, Triagen+FW; Z.: Tri-ag-e
Triangel, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Triangel, Dreieck; ne. triangle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. drīangel, st. M., Dreieck; lat. triangulum, N., Dreieck, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. angulus, M., Winkel, Ecke; idg. *ang-, Sb., Glied, Pokorny 46; idg. *ank- (2), *ang-, V., biegen, Pokorny 45 (81/81) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Triangel, DW 22, 402, EWD s. u. tri-, Duden s. u. Triangel; Son.: vgl. nndl. triangel, Sb., Triangel; frz. triangle, M., Triangel; nschw. triangel, Sb., Triangel; nnorw. triangel, M., N., Triangel; kymr. triongl, M., Triangel; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes dreieckiges metallisches (und nach Google in einem Manuskript des 10. Jh. erwähntes) musikalisches Schlaginstrument; BM.: drei, biegen; F.: Triangel, Triangeln+FW; Z.: Tri-ang-el
$Trias, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Trias, Dreiheit, Dreizahl; E.: s. lat. trias; L.: Kluge s. u. Triade, DW 22, 408; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für die Dreiheit oder Dreizahl und die älteste durch die Abfolge von Buntsandstein und Keuper in Mitteleuropa gekennzeichnete Periode des Erdmittelalters zwischen Perm und Jura; F.: Trias+FW; Z.: Tri-as
Triathlon, nhd., M?., (20. Jh.): nhd. Triathlon, Dreikampf; ne. triathlon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. τρεῖς (treis), Num. Kard., drei; oder von lat. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. ἆθλον (athlon), N., Kampfpreis, Preis, Belohnung; vgl. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109? (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Triathlon; Son.: vgl. nndl. triatlon, Sb., Triathlon; frz. triathlon, M., Triathlon; nschw. triathlon, triatlon, Sb., N., Triathlon; nnorw. triatlon, M., Triathlon; poln. triatlon, M., Triathlon; kymr. triathlon, M., Triathlon; lit. triatlonas, M., Triathlon; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen oder Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen seit etwa 1970 von dem San Diego Track Club in den Vereinigten Staaten von Amerika von Menschen entwickelten und aus drei bei örtlichen Austragungen unterschiedlich langen und unmittelbar aufeinanderfolgenden Bewerben in Laufen und Schwimmen sowie Radfahren bestehenden von Menschen ausgeübten Wettkampf; BM.: drei, Pfand; F.: Triathlon, Triathlons+FW; Z.: Tri-ath-l-on
tribuieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.?): nhd. tribuieren, zuteilen, medizinisch behandeln; ne. treat (V.) medically; Vw.: s. at-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. tribuere; E.: s. lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 22, 410; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zuteilen oder medizinisch behandeln; BM.: zuteilen; F.: tribuieren, tribuiere, tribuierst, tribuiert, tribuierest, tribuieret, tribuierte, tribuiertest, tribuierten, tribuiertet, ##tribuiert, tribuierte, tribuiertes, tribuiertem, tribuierten, tribuierter##, tribuierend, ###tribuierend, tribuierende, tribuierendes, tribuierendem, tribuierenden, tribuierender###, tribuier (!)+FW; Z.: tri-b-u-ier-en
Tribun, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Tribun, ein Amtsträger; ne. tribune; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1300-1350 (Sankt Pauler Evangelienreimwerk); I.: Lw. lat. tribūnus; E.: s. mhd. tribūne, sw. M., Tribun?; lat. tribūnus, M., Vorsteher der drei Stammestribus, Tribusvorsteher, Stammesoberhaupt, Zahlmeister, Kriegstribun, Legionsoberst, Kohortenkommandeur, Tribun, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel, einer der drei Stämme, Stamm; vgl. idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 22, 413, EWD s. u. Tribun, Duden s. u. Tribun; Son.: vgl. nndl. tribune, Sb., Tribun; frz. tribun, M., Tribun; nnorw. tribun, M., Tribun; poln. trybun, M., Tribun; kymr. tribiwn, M., Tribun; nir. treabhann, M., Tribun; GB.: seit 1300-1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den zweithöchsten Offizier einer altrömischen Legion und davon abgeleitet für einen Amtsträger; BM.: drei; F.: Tribun, Tribuns, Tribunen, Tribune+FW(+EW); Z.: Tri-b-un
Tribunal, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Tribunal, Gerichtshof, höheres Gericht, Strafgericht; ne. tribunal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Mitteldeutsches Schachbuch des Pfarrer zu dem Hechte); I.: Lw. frz. tribunal; E.: s. frz. tribunal, N., Tribunal; mhd. tribunal, st. N., Tribunal; lat. trībūnal, N., Tribunal, Bühne für den Tribun, (81-43 v. Chr.); lat. tribūnus, M., Vorsteher der drei Stammestribus, Zahlmeister, Kriegstribun, Tribun; vgl. lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tribunal, DW 22, 402, EWD s. u. Tribunal, Duden s. u. Tribunal; Son.: vgl. nndl. tribunaal, Sb., Tribunal; nschw. tribunal, Sb., Tribunal; nnorw. tribunal, N., Tribunal; poln. trybunal, M., Tribunal; lit. tribunolas, M., Tribunal; GB.: seit 2, Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein höheres Gericht; BM.: drei; F.: Tribunal, Tribunals, Tribunale, Tribunalen+FW; Z.: Tri-b-un-al
Tribüne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tribüne, erhöhter Platz, Podest, Rednergerüst; ne. tribune (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. tribune; E.: mhd. tribune, st. F., Chorschranke; s. frz. tribune, F., Rednerbühne; vgl. lat. trībūnal, N., Tribunal, Bühne für den Tribun; lat. tribūnus, M., Vorsteher der drei Stammestribus, Zahlmeister, Kriegstribun, Tribun; vgl. lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tribüne, DW 22, 415, EWD s. u. Tribüne, Duden s. u. Tribüne; Son.: vgl. nndl. tribune, Sb., Tribüne; nschw. tribun, Sb., Tribüne; nnorw. tribune, M., Tribüne; poln. trybuna, F. Tribüne; lit. tribūna, F., Tribüne; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen erhöhten Platz oder ein Podest oder ein Rednergerüst; BM.: drei; F.: Tribüne, Tribünen+FW; Z.: Tri-b-ün-e
Tribut, nhd., (Part. Prät.=)M., (9. Jh.): nhd. Tribut, Steuer (F.), Abgabe; ne. tribute; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. tribūte, st. N., Tribut; ahd. tribuz*, st. M. (a)?, Tribut; as. -; anfrk. -; germ. *tribut-, Sb., Tribut; s. lat. tribūtum, N., öffentliche Abgabe, Steuer (F.); vgl. lat. tribuere, V., zuteilen, zugestehen, gewähren, schenken; lat. tribus, F., Bezirk, Gau, Volk, Pöbel; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tribut, DW 22, 416, EWD s. u. Tribut, Duden s. u. Tribut; Son.: das Wort wurde zuerst in das Althochdeutsche und dann noch einmal in das Mittelhochdeutsche entlehnt; vgl. afries. tribūt, tribuet, st. M. (a?), Tribut, Abgabe; ae. trifot, Sb., Tribut; an. -; got. -; nndl. tribuut, Sb., Tribut; frz. tribut, M., Tribut; nschw. tribut, Sb., Tribut; nnorw. tributt, M., Tribut; poln. trybut, M., Tribut; GB.: seit um 830 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums zweimal aufgenommene Bezeichnung für eine vor allem von einem besiegten Volk an einen Sieger zu leistende Abgabe; BM.: drei; F.: Tribut, Tributes, Tributs, Tribute, Tributen+FW(+EW?); Z.: Tri-b-ut
Trichine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trichine, ein Fadenwurm; ne. trichina, trichinella; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. trichine; E.: s. ne. trichine, N., Haarwurm; gr. τρίχινος (tríchinos), Adj., aus Haaren bestehend, hären; vgl. gr. θρίξ (thríx), F., Haar (N.), Tierhaar, Wolle; vgl. idg. *dʰrigʰ-, Sb., Haar (N.), Borste, Pokorny 276 (413/61) (RB. idg. aus gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Trichine, DW 22, 422, EWD s. u. Trichine, Duden s. u. Trichine; Son.: vgl. nndl. trichine, Sb., Trichine; frz. trichine, F., Trichine; nschw. trikin, Sb., Trichine; nnorw. trikin, M., Trichine; poln. trychina, F., Trichine; kymr. tricina, M., F., Trichine; nir. tricíne, F., Trichine; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in dem Muskelgewebe höherer Lebewesen wie etwa Schweinen parasitierenden und dadurch durchaus gefährlichen Fadenwurm (Haarwurm) von zwei bis vier Millimetern Länge; BM.: Haar; F.: Trichine, Trichinen+FW; Z.: Trich-in-e
Trichter, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Trichter, ein Eingießgerät; ne. funnel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. trahtære*, trahter, trehter, trihter, st. M., Trichter, Denkender; mnd. trechtære*, trechter, M., Trichter; mnl. trachter, trechter, M., Trichter; ahd. trahtāri* (1), trehteri*, trihtere, st. M. (ja), Trichter; as. trahtari*, st. M. (ja), Trichter (M.); anfrk. -; germ. *trahter-, M., Trichter; lat. trāiectōrium, N., Trichter, (61/62-vor 117 n. Chr.); vgl. lat. trāicere, V., hinüberwerfen, hinwerfen; lat. trāns, Präp., jenseits, über; idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075 (1864/41) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ.); lat. iacere, V., werfen; vgl. idg. *ter- (5), Adv., durch, hindurch, über, Pokorny 1075; idg. *i̯ē-, *i̯ə-, *Hu̯eh₁, V., werfen, machen, tun, Pokorny 502 (745/5) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trichter, Kluge s. u. Trichter, EWD s. u. Trichter, DW 22, 423, Duden s. u. Trichter, Bluhme s. u. Trichter; Son.: vgl. afries. -; ae. tracter, trehtre, Sb., Trichter; an. -; got. -; nndl. trechter, Sb., Trichter; nschw. tratt, Sb., Trichter; nnorw. trakt, M., F., Trichter; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein zu einem Abfüllen oder Eingießen von Flüssigkeiten oder rieselnden Stoffen in Flaschen oder andere Gefäße mit enger Öffnung bestimmtes Gerät von konischer Form das an seinem unteren Ende in ein engeres Rohr übergeht; BM.: durch, werfen; F.: Trichter, Trichters, Trichtern+FW; Z.: Tr-i-cht-er
$trichtern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. trichtern, mit einem Trichter füllen; Vw.: s. ein-; E.: s. Trichter, s. n; L.: Kluge s. u. Trichter, DW 22, 431; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Trichter und (e)n gebildete Bezeichnung für eine Gegebenheit mit einem Trichter in eine andere Gegebenheit füllen und übertragen (Adj.) für mühsam belehren; F.: trichtern, trichtere, trichter (!), trichterst, trichtert, trichterte, trichtertest, trichterten, trichtertet, getrichtert, ##getrichtert, getrichterte, getrichtertes, getrichtertem, getrichterten, getrichterter##, trichternd, ###trichternd, trichterndes, trichterndem, trichternden, trichternder###, trichter (!)+FW+EW; Z.: tr-i-cht-er-n
Trick, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Trick, einer Täuschung dienendes Kunststück; ne. trick (N.); Vw.: s. Hat-; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. trick (N.); E.: s. ne. trick, N., Dreh, Kunststück; frz. trique, M., Trick; afrz. trichier, V., betrügen; vulgärlat. *triccare, V., betrügen; lat. trīcārī, V., Schwierigkeiten machen, Ausflüchte suchen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. trīca, F., Verdrießlichkeit, Widerwärtigkeit, Rank, Ränke; idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trick, DW 22, 422, EWD s. u. Trick, Duden s. u. Trick, Bluhme s. u. Trick; Son.: vgl. nndl. truc, Sb., Trick; frz. trick, M., Trick; nschw. trick, N., Trick; nnorw. trikk, M., Trick; poln. trik, M., Trick; kymr. tric, M., Trick; lit. triukas, M., Trick; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Französischen sowie dem Vulgärlateinischem und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein hauptsächlich von Menschen genutztes listiges oder geschicktes sowie einer Täuschung dienendes Vorgehen oder Kunststück; BM.: reiben bzw. bohren; F.: Trick, Tricks+FW; Z.: Tri-ck
$Trickfilm, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trickfilm; E.: s. Trick, s. Film; L.: EWD s. u. Trick, fehlt DW (trotz Trick); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Trick und Film gebildete Bezeichnung für einen Tricks verwendenden Film wie beispielsweise den in Argentinien 1917 von Quirino Cristiani in Spielfilmlänge hergestellten Animationsfilm El Apóstol; F.: Trickfilm, Trickfilmes, Trickfilms, Trickfilme, Trickfilmen+FW+EW; Z.: Tri-ck—fil-m
$tricksen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tricksen; Vw.: s. aus-; E.: s. Trick, s. s, s. en; L.: Kluge s. u. Trick, fehlt DW, EWD s. u. Trick; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Trick und s sowie en gebildete Bezeichnung für einen Trick oder mehrere Tricks nutzen oder anwenden; F.: tricksen, trickse (!), tricksst (!), trickst, tricksest !), trickset (!), trickste, trickstest, tricksten, trickstet, getrickst, ##getrickst, getrickste, getrickstes, getrickstem, getricksten, getrickster##, tricksend, ###tricksend, tricksende, tricksendes, tricksendem, tricksenden, tricksender###, tricks (!)+FW+EW; Z.: tri-ck-s-en
Trieb, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Trieb, Antrieb, innere Kraft; ne. urge (N.), instinct; Vw.: -; Hw.: s. treiben; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. trīp, st. M., Trieb, Antrieb, Handeln; mnd. drīf (2), drîf, M., Trieb; s. mhd. trīben (1), trīven, trīfen*, st. V., wenden, treiben, zubringen, vertreiben, sich beschäftigen mit; mnd. drīven (1), st. V., treiben, antreiben, betreiben (mit Vieh), auf die Weide treiben, beweiden, in die Mast (F.) treiben, benutzen; ahd. trīban, st. V. (1a), treiben, betreiben, bewirken; as. drīvan*, st. V. (1a), treiben, vertreiben, ausüben; anfrk. drīvan*, st. V. (1), treiben, vertreiben; germ. *dreiban, st. V., treiben; idg. *dʰreibʰ-, V., treiben, stoßen, Pokorny 274 (409/57) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trieb, Kluge s. u. Trieb, DW 22, 434, EWD s. u. Trieb, Duden s. u. Trieb, Bluhme s. u. Trieb; Son.: vgl. nndl. aandrift, Sb., Trieb; nschw. drift, Sb., Trieb; nnorw. drift, M., F., Trieb; GB.: (trib) seit 9. Jh. belegte und mit treiben verbindbare Bezeichnung für einen inneren auf die Befriedigung starker und oft lebensnotwendiger Bedürfnisse gerichteten Antrieb oder eine (angeborene und zielgerichtete) innere Kraft; BM.: treiben; F.: Trieb, Triebes, Triebs, Triebe, Trieben+EW; Z.: Trie-b
$Triebfeder, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Triebfeder, Antrieb, innere Kraft; E.: s. Trieb, s. Feder; L.: DW 22, 452, EWD s. u. Trieb; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Trieb und Feder gebildete Bezeichnung für eine (von Menschen entwickelte und verwendete) als Antrieb wirkende Feder oder Kraft; F.: Triebfeder, Triebfedern+EW; Z.: Trie-b—fed-er
$triebhaft, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. triebhaft, triebbedingt, sinnlich, lüstern; E.: s. Trieb, s. haft; L.: DW 22, 454, EWD s. u. Trieb; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Trieb und haft gebildete Bezeichnung für triebbedingt oder sinnlich oder lüstern sowie (älter) frisch; F.: triebhaft, triebhafte, triebhaftes, triebhaftem, triebhaften, triebhafter(, triebhaftere, triebhafteres, triebhafterem, triebhafteren, triebhafterer, triebhaftest, triebhafteste, triebhaftestes, triebhaftestem, triebhaftesten, triebhaftester)+EW; Z.: trie-b—haf-t
$Triebkraft, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Triebkraft, Antriebskraft; E.: s. Trieb, s. Kraft; L.: EWD s. u. Trieb, DW 22, 455; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Trieb und Kraft gebildete Bezeichnung für eine Antriebskraft oder eine als Antrieb wirkende Kraft; F.: Triebkraft, Triebkräfte, Triebkräften+EW; Z.: Trie-b—kra-f-t
$Triebwagen, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Triebwagen, mit einem eigenen Antrieb versehener Wagen (M.); E.: s. Trieb, s. Wagen (M.); L.: DW 22, 643, EWD s. u. Trieb; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Trieb und Wagen (M.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und mit einem eigenen Antrieb versehenen Wagen (M.) (eines Zuges); F.: Triebwagen, Triebwagens, Triebwägen+EW; Z.: Trie-b—wag-en
triefen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. triefen, tropfen; ne. ooze (V.); Vw.: -; Hw.: s. Traufe, träufen, Tripper; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. triefen (1), st. V., triefen, tropfen, rieseln, herabströmen von, trotten, trollen; mnd. drēpen (2), st. V., triefen, tropfen (V.); mnl. drūpen, sw. V., triefen; ahd. triofan*, st. V. (2a), triefen, tropfen, träufeln; as. driopan*, st. V. (2a), triefen; anfrk. driepan*, st. V. (2), triefen, tröpfeln; germ. *dreupan, st. V., herabhängen, triefen, tropfen; idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275; s. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. triefen, Kluge s. u. triefen, DW 22, 468, EWD s. u. triefen, Falk/Torp 214, Seebold 169, Duden s. u. triefen, Bluhme s. u. triefen; Son.: vgl. afries. driāpa, st. V. (2), triefen, herabhängen; ae. dréopan, st. V. (2), triefen, tropfen, tröpfeln; an. drjūpa, st. V. (2), tropfen, den Kopf hängen lassen; got. -; nnordfries. drüppe, V., triefen; nndl. druipen, V., triefen; nschw. drypa, V., triefen; nnorw. dryppe, V., triefen; mir. drúcht, Sb., Tau (M.); GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches in (zahlreichen großen) Tropfen fließen oder tropfen; BM.: abbrechen; F.: triefen, triefe, triefst, trieft, triefest, triefet, troff (!), troffst, troffen, trofft, triefte, trieftest, trieften, trieftet, tröffe, tröffest, tröffen, tröffet, getroffen, ##getroffen, getroffene, getroffenes, getroffenem, getroffenen, getroffener##, getrieft, ##getrieft, getriefte, getrieftes, getrieftem, getrieften, getriefter##, triefend, ###triefend, triefende, triefendes, triefendem, triefenden, triefender###, trief (!)+EW; Z.: trie-f-en
Triel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Triel, Regenpfeifer; ne. plover; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend nach dem Ruf dieser Vögel; L.: Kluge s. u. Triel, DW 22, 484, Duden s. u. Triel; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen schnepfenähnlichen Watvogel; BM.: lautmalend; F.: Triel, Trieles, Triels, Triele, Trielen+EW; Z.: Triel
triezen, nhd., V., (16. Jh.): nhd. triezen, zusetzen, quälen, foppen; ne. pester (V.); Vw.: -; Hw.: s. striezen?; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. trizen, tritzen, sw. V., triezen, quälen, aufwinden; Ableitung von Trieze, Sb., Winde, mnd. trītse, Tau (N.) um eine Drehscheibe, weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. triezen, DW 22, 492, EWD s. u. triezen, Duden s. u. triezen, Bluhme s. u. triezen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Triez(e) und en (Suff.) gebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zusetzen oder quälen oder foppen; BM.: Winde (F.); F.: triezen, trieze, triezst (!), triezt, triezest, triezet, triezte, trieztest, triezten, trieztet, getriezt, ##getriezt, getriezte, getrieztes, getrieztem, getriezten, getriezter##, triezend, triezend, ###triezende, triezendes, triezendem, triezenden, triezender###, triez (!)+EW; Z.: triez-en
Trift, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Trift, Viehweide, Strömung; ne. cattle track; Vw.: -; Hw.: s. treiben, Drift; Q.: vor 1200 (Barlaam des Otto von Freising); E.: mhd. trift, trifte, st. F., st. M., Holztreiben, Holzschwemmen, Holzflözen, Trift, Weide (F.) (2), Weiderecht, Bezirk, Abteilung, Herde, Viehherde, Tun, Treiben, Antrieb, Verhalten, Druck, Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Lebensweise; mnd. drift, F., Trieb, Antrieb, Getriebenes, Triebkraft, Eifer, Ungestüm, Treiben, Betreiben, Antreiben, Herantreiben, Strömung, Weg, Bahn, Trift; mnl. drift, F., Trift; mhd. trīben (1), trīven, trīfen*, st. V., wenden, treiben, zubringen, vertreiben, sich beschäftigen mit; mnd. drīven (1), st. V., treiben, antreiben, betreiben (mit Vieh), auf die Weide treiben, beweiden, in die Mast (F.) treiben, benutzen; ahd. trīban, st. V. (1a), treiben, betreiben, bewirken; as. drīvan*, st. V. (1a), treiben, vertreiben, ausüben; anfrk. drīvan*, st. V. (1), „treiben“, vertreiben; germ. *dreiban, st. V., treiben; idg. *dʰreibʰ-, V., treiben, stoßen, Pokorny 274 (409/57) (RB. idg. aus germ., balt.); vgl. idg. dʰer- (1), dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trift, Kluge s. u. Trift, DW 22, 494, EWD s. u. Trift, Duden s. u. Trift, Bluhme s. u. Trift; Son.: s. ahd. anatrift, st. F. (i), Einwirkung; vgl. afries. drift, st. F. (i?), Trift, Viehtreiben, Viehweg; nfries. drift; me. drift, Sb., Strömung; an. drift, dript, st. F. (i), Schneegestöber, Blumenduft; frz. drift, Sb., Strömung; GB.: seit vor 1200 belegte und mit treiben verbindbare Bezeichnung für einen von Vieh benutzten Weg mit spärlicher Grasnarbe zwischen der Weide (F.) (2) und dem Stall oder der Tränke oder dem Platz zu dem Melken; BM.: stoßen; F.: Trift, Triften+EW; Z.: Tri-f-t
$triften, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. triften, flößen, treiben; L.: Kluge s. u. Trift, DW 22, 504, EWD s. u. Trift; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Trift und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl auch schon früher mögliches treiben oder flößen; F.: triften (!), trifte (!), triftest, triftet, triftete, triftetest, trifteten, triftetet, getriftet, ##getriftet, getriftete, getriftetes, getriftetem, getrifteten, getrifteter##, triftend, ###triftend, triftende, triftendes, triftendem, triftenden, triftender###, trift (!)+EW; Z.: tri-f-t-en
triftig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. triftig, überzeugend, einleuchtend, stichhaltig, zwingend; ne. compelling; Vw.: -; Hw.: s. treffen; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. triftic, Adj., triftig, treffend, zielend, gehörend, gehörig; mnd. driftich, Adj., auf die Weide (F.) (2) oder in die Mast (F.) zu treiben seiend, treibbar, treibfähig, sendend; über ein nicht bezeugtes trift von mhd. treffen, st. V., bedeuten, betreffen, zusammentreffen, kämpfen, treffen, Erfolg haben, gelten für, sich beziehen auf; ahd. treffan*, st. V. (4), treffen, zielen, betreffen; germ. *drepan, st. V., streichen, stoßen, schlagen; idg. *dʰrebʰ-, *dʰreb-, V., zerbrechen, zermalmen, töten, Pokorny 272? (405/53) (RB. idg. aus gr.?, germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. triftig, Kluge s. u. triftig, DW 22, 505, EWD s. u. triftig, Duden s. u. triftig, Bluhme s. u. triftig; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Trift und ig gebildete Bezeichnung für Menschen überzeugend oder Menschen einleuchtend; BM.: stoßen; F.: triftig, triftige, triftiges, triftigem, triftigen, triftiger(, triftigere, triftigeres, triftigerem, triftigeren, triftigerer, triftigst, triftigste, triftigstes, triftigstem, triftigsten, triftigster)+EW; Z.: tri-f-t-ig
Trigger, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trigger, Auslöser, Drücker, Hahn, Abzug; ne. trigger (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. trigger; E.: s. ne. trigger, N., Trigger, Auslöser; nndl. trekker, Sb., Abzug, Drücker; vgl. nndl. trekken, V., ziehen; vielleicht von germ. *dragan, st. V., ziehen, schleppen; idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257? (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089? (1885/62) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., slaw.); L.: Duden s. u. Trigger; Son.: vgl. frz. trigger, M., Trigger; nnorw. trigger, M., Trigger; nir. truicear, M., Trigger; lett. trigeris, Sb., Trigger; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Auslöser oder einen Drücker oder einen Hahn oder einen Abzug oder ein Schaltelement zu dem Auslösen eines anderen Vorgangs; BM.: ziehen; F.: Trigger, Triggers, Triggern+FW; Z.: Trig-g-er
Trigonometrie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Trigonometrie (Dreieckskunde), ein Teilgebiet der Mathematik; ne. trigonometry; Vw.: -; Hw. -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. nlat. trigonometria; E.: s. nlat. trigonometria, F., Trigonometrie; gr. τρίγωνος (trígōnos), Adj., dreieckig, dreiwinkelig; gr. τρεῖς (treis), Num. Kard., drei; oder von lat. trēs, treis, trīs, trē, Num. Kard., drei, ein paar, einige; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. γωνία (gōnía), F., Winkel, Ecke; idg. *g̑enu- (1), *g̑neu-, N., Knie, Ecke, Winkel, Pokorny 380 (552/36) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., germ., toch., heth.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: EWD s. u. tri-, Duden s. u. Trigonometrie; Son.: vgl. nndl. trigonometrie, Sb., Trigonometrie; frz. trigonométrie, F., Trigonometrie; nschw. trigonometri, Sb., Trigonometrie; nnorw. trigonometri, M., Trigonometrie; kymr. trigonometreg, F., Trigonometrie; poln. trygonometria, F., Trigonometrie; lit. trigonometrija, F., Trigonometrie; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neulateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und sich mit der Berechnung von Werten von Dreiecken unter Benutzung der trigonometrischen Funktionen befassende Teilgebiet der Mathematik; BM.: drei, Winkel, messen; F.: Trigonometrie+FW(+EW?); Z.: Tri—gon-o—me-t-r-ie
Trikot, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Trikot, Leibchen; ne. tricot; Vw.: -; Hw.: s. Trikotage; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. tricot; E.: s. frz. tricot, M., Strickstoff, Gewirk, Strickarbeit; mfrz. tricoter, V., stricken klöppeln; vgl. mfrz. trique, M., starker Stock, Knüppel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Trikot, DW 22, 514, EWD s. u. Trikot, Duden s. u. Trikot; Son.: vgl. nndl. tricot, Sb., Trikot; nschw. trikå, Sb., Trikot; nnorw. trikot, M., Trikot; poln. trykot, M., Trikot; kymr. trico, M., Trikot; lit. triko, M., Trikot; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten gestrickten oder gewirkten elastischen Stoff für anliegende Kleidungsstücke; BM.: stricken bzw. Knüppel; F.: Trikot, Trikots+FW; Z.: Trik-ot
Trikotage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trikotage, Trikotwäsche, gestrickte Wäsche; ne. hosiery; Vw.: -; Hw.: s. Trikot; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. tricotage; E.: s. frz. tricotage, M., Stricken, Klöppeln, Strickware; vgl. frz. tricot, M., Strickstoff, Gewirk, Strickarbeit; mfrz. tricoter, V., stricken klöppeln; vgl. mfrz. trique, M., starker Stock, Knüppel; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Trikot, fehlt DW, EWD s. u. Trikot, Duden s. u. Trikotage; Son.: vgl. nnorw. trikotasje, M., Strickware; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein auf einer von Menschen entwickelten und verwendeten Maschine gestricktes Material oder Trikotwäsche; BM.: stricken bzw. Knüppel; F.: Trikotage, Trikotagen+FW; Z.: Trik-ot-ag-e
Triller, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Triller, rascher mehrmaliger Wechsel zweier Töne; ne. trill (N.); Vw.: -; Hw.: s. trillern; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. trillo; E.: s. it. trillo, M., Triller; wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. Triller, DW 22, 521, EWD s. u. Triller, Duden s. u. Triller; Son.: vgl. nndl. triller, Sb., Triller; frz. trille, M., Triller; nschw. drill, Sb., Triller; nnorw. trille, M., F., Triller; poln. trel, tryl, M., Triller; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen raschen mehrmaligen Wechsel zweier Töne; BM.: lautmalend; F.: Triller, Trillers, Trillern+FW; Z.: Trill-er
trillern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. trillern, trällern, tremolierend singen oder pfeifen; ne. trill (V.), warble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; I.: Lw. it. trillare; E.: s. it. trillare, V., Triller singen, rütteln, schütteln; vgl. it. trillo, M., Triller; wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. trillern, Kluge s. u. Triller, EWD s. u. Triller, DW 22, 528, Duden s. u. trillern, Bluhme s. u. trillern; Son.: vgl. nnorw. slå triller, V., trillern; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für rasch zwischen mehreren Tönen wechselnd (tremolierend) singen oder pfeifen; BM.: lautmalend; F.: trillern (!), trillere, triller (!), trillre, trillerst, trillert, trillerte, trillertest, trillerten, trillertet, getrillert, ##getrillert, getrillerte, getrillertes, getrillertem, getrillerten, getrillerter##, trillernd, ###trillernd, trillernde, trillerndes, trillerndem, trillernden, trillernder###, triller (!)+FW,+EW; Z.: trill-er-n
$Trillerpfeife, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trillerpfeife; E.: s. Triller, s. Pfeife; L.: Trillerpfeife DW 22, 532, EWD s. u. Triller; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Triller und Pfeife gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und Triller nutzende Signalpfeife beispielsweise bei Eisenbahnen; F.: Trillerpfeife, Trillerpfeifen+EW+FW; Z.: Trill-er—pfeif-e
Trilogie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trilogie, Folge von drei Werken; ne. trilogy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. τριλογία (trilogía); E.: s. gr. τριλογία (trilogía), F., Trilogie, Gruppe von drei Dialogen; vgl. gr. τρι- (tri), Präf., drei...; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Trilogie, DW 22, 539, EWD s. u. tri-, Duden s. u. Trilogie; Son.: vgl. nndl. trilogie, Sb., Trilogie; frz. trilogie, F., Trilogie; nschw. trilogi, Sb., Trilogie; nnorw. trilogi, M., Trilogie; poln. trylogia, F., Trilogie; kymr. trioleg, F., Trilogie; nir. tríológ, F., Trilogie; lit. trilogija, F., Trilogie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Folge von drei Werken wie beispielsweise Friedrich Schillers Wallenstein oder Peter Jacksons Der Herr der Ringe; BM.: drei, sammeln; F.: Trilogie, Trilogien+FW; Z.: Tri-log-ie
$Trimester, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Trimester; E.: s. tri, s. (Se)mester; L.: fehlt DW, EWD s. u. tri-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine aus einem Drittel des Jahres bestehende zeitliche Untereinheit von Studienjahren; F.: Trimester, Trimesters, Trimestern+FW; Z.: Tri—me-s-t-er
trimmen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trimmen, leistungsfähig machen, in Ordnung bringen; ne. trim (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. trim; E.: s. ne. trim, V., trimmen, kürzen; vgl. ae. trymman, sw. V. (1), befestigen, stärken, trösten, ermuntern, mahnen, in Ordnung bringen, vorbereiten, sich waffnen, sich ordnen, stark werden, Geiseln geben; germ. *trumjan, sw. V., fest machen, befestigen; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. trimmen, DW 22, 542, EWD s. u. trimmen, Duden s. u. trimmen, Heidermanns 605, Bluhme s. u. trimmen; Son.: vgl. nndl. trimmen, V., trimmen; nschw. trimma, V., trimmen; nnorw. trimme, V., trimmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Altenglischen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch sportliche Übungen leistungsfähig machen oder die Haare zurechtmachen oder in Ordnung bringen; BM.: Baum; F.: trimmen, trimme, trimmst, trimmt, trimmest, trimmet, trimmte, trimmtest, trimmten, trimmtet, getrimmt, ##getrimmt, getrimmte, getrimmtes, getrimmtem, getrimmten, getrimmter##, trimmend, ###trimmend, trimmende, trimmendes, trimmendem, trimmenden, trimmender###, trimm (!)+EW; Z.: tri-m-m-en
$Trimmer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trimmer, ein Träger; E.: s. trimm(en), s. er (Suff.); L.: DW 22, 542, EWD s. u. trimmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus trimm(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für eine sorgfältige Gesichtshaarpflege von Männern und auch einen Träger; F.: Trimmer, Trimmers, Trimmern+EW; Z.: Tri-m-m-er
Trine, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Trine, Tussi, eine schwerfällige und umständliche Frau; ne. dumb woman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Kurzform des Namens Katharina; von gr. Αἰκατερίνα (Aikaterína); weitere Herkunft des Namens ungeklärt; L.: Kluge s. u. Trine, DW 22, 543, Duden s. u. Trine; GB.: seit 18. Jh. belegte und von dem griechischen Frauennamen Katharina kürzend abgeleitete abwertende Bezeichnung für eine schwerfällige und umständliche Frau; BM.: Abkürzung eines PN; F.: Trine, Trinen+EW+FW; Z.: Tr-in-e
Trinität, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Trinität, Dreifaltigkeit, Dreiheit; ne. trinity; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: s. mhd. trinitāt, st. F., Trinität, Dreiheit, Dreieinigkeit; s. lat. trīnitās, F., Dreizahl, Dreieinigkeit; vgl. lat. trīnus, Adj., je drei; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Trinität, DW 22, 545, Duden s. u. Trinität; Son.: vgl. nndl. triniteit, Sb., Trinität; frz. trinité, F., Trinität; nschw. trinitet, Sb., Trinität; nnorw. trinitatis, Sb., Trinität; lit. trejybė, F., Trinität; GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte aus drei Beteiligten gebildete Dreiheit wie beispielsweise (Gott) Vater und Sohn und Heiliger Geist; BM.: drei; F.: Trinität, Trinitäten+FW(+EW); Z.: Tri-n-it-ät
trinken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. trinken, Flüssigkeit über den Mund in sich aufnehmen; ne. drink (V.); Vw.: -; Hw.: s. Trank, Trunk, trunken, tränken; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. trinken (1), st. V., trinken, vertrinken, seinen Durst stillen, einatmen; mnd. drinken (1), st. V., trinken, ertrinken, trinken machen, Gildenschmaus halten, ein Fest begehen; mnl. drinken, st. V., trinken; ahd. trinkan, trincan*, st. V. (3a), trinken; as. drinkan, st. V. (3a), trinken; anfrk. drinkan, drincon*, st. V. (3a), trinken; germ. *drenkan, st. V., trinken; s. idg. *dʰreg̑-, V., ziehen, gleiten, streifen, Pokorny 273 (406/54) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. trinken, Kluge s. u. trinken, DW 22, 554, EWD s. u. trinken, Falk/Torp 211, Seebold 165, Duden s. u. trinken, Bluhme s. u. trinken; Son.: vgl. afries. drinka, st. V. (3a), trinken; saterl. saterl. drinca, V., trinken; ae. drincan, st. V. (3a), trinken, verschlingen, unterhalten werden; an. drekka (2), st. V. (3a), trinken; got. drigkan, st. V. (3, 1), trinken; nndl. drinken, V., trinken; nschw. dricka, V., trinken; nnorw. drikke, V., trinken; ? ai. dhrájati, V., gleitet dahin, zieht; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit Entstehung des Menschen mögliches Flüssigkeit über den Mund in sich aufnehmen; BM.: ziehen bzw. gleiten; F.: trinken, trinke, trinkst, trinkt, trinkest, trinket, trank (!), trankst, tranken, trankt, tränke, tränkest, tränken, tränket, getrunken, ##getrunken, getrunkene, getrunkenes, getrunkenem, getrunkenen, getrunkener##, trinkend, ###trinkend, trinkende, trinkendes, trinkendem, trinkenden, trinkender###, trink (!)+EW; Z.: tri-n-k-en
$Trinker, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Trinker, (alkoholische Getränke) Trinkender; E.: s. trink(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. trinken, DW 22, 592EWD s. u. trinken; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus trink(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen häufig alkoholische Getränke trinkenden Menschen; F.: Trinker, Trinkers, Trinkern+EW; Z.: Tri-n-k-er
$Trinkgeld, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Trinkgeld; E.: s. trink(en), s. Geld; L.: DW 22, 599, EWD s. u. trinken; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus trink(en) und Geld gebildete Bezeichnung für ein als Gefälligkeit oder Dankbarkeit oder Gewohnheit über einen an sich vollständigen Preis einer Leistung hinaus an einen Vertragspartner oder dessen Bedienstete entrichtetes Geld; F.: Trinkgeld, Trinkgeldes, Trinkgelds, Trinkgelder, Trinkgeldern+EW; Z.: Tri-n-k—geld
$Trinkspruch, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Trinkspruch; E.: s. trink(en), s. Spruch; L.: DW 22, 621, EWD s. u. trinken; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus trinken und Spruch gebildete Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten lustig sein sollenden Spruch während des Trinkens alkoholischer Getränke wie beispielsweise Prost, Zum Wohl, Auf deine Gesundheit oder Lieber saufen bis zum Abwinken als winken bis zum Absaufen, up dat et uns wull gaa up unse olen dage; F.: Trinkspruch, Trinkspruches, Trinkspruchs, Trinksprüche, Trinksprüchen+EW; Z.: Tri-n-k—s-pru-ch
Trio, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Trio, Dreiergruppe; ne. trio; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. it. trio; E.: s. it. trio, M., Trio; lat. trēs, Num. Kard., drei, (um 250-184 v. Chr.); idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Trio, EWD s. u. Trio, DW 22, 631, Duden s. u. Trio; Son.: vgl. nndl. trio, Sb., Trio; frz. trio, M., Trio; nschw. trio, Sb., Trio; nnorw. trio, M., Trio; poln. trio, M., Trio; lit. trio, M., Trio; nir. triúr, M., Trio; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus drei (Menschen) bestehende Dreiergruppe; BM.: drei; F.: Trio, Trios+FW; Z.: Tri-o
Trip, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trip, Reise, Ausflug; ne. trip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. trip; E.: s. ne. trip, N., Reise, Abstecher; vgl. ne. trip, V., trippeln; afrz. triper, V., springen, hüpfen, mit den Füßen treten, Gamillscheg 870b; mnl. trippen, V., springen; letztlich von idg. *trep- (1), V., trippeln, trampeln, zittern, treten, Pokorny 1094 (1894/71) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lautmalend?; L.: Kluge s. u. Trip, fehlt DW, EWD s. u. Trip, Duden s. u. Trip; Son.: vgl. nndl. trip, Sb., Trip; nschw. tripp, Sb., Trip; nnorw. tripp, M., Trip; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen entwickelte und seitdem ausgeführte Reise oder einen Ausflug; BM.: treten; F.: Trip, Trips+FW; Z.: Trip
trippeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. trippeln, mit kurzen und schnellen Schritten laufen; ne. scuttle (V.), patter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1390? (Pilgerfahrt des träumenden Mönchs); E.: mhd. trippelen, trippeln, sw. V., trippeln?; mit Vokalvariationen gebildet zu trappen, letztlich von idg. *trep- (1), V., trippeln, trampeln, zittern, treten, Pokorny 1094 (1894/71) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. trippeln, Kluge s. u. trippeln, DW 22, 641, EWD s. u. trippeln, Duden s. u. trippeln, Bluhme s. u. trippeln; Son.: vgl. nschw. trippa, V., trippeln; nnorw. trippe, V., trippen; GB.: vielleicht seit 1390 belegte und letztlich lautmalend gebildete und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung höherer Wirbeltiere mögliches mit kurzen und schnellen Schritten laufen; BM.: lautmalend; F.: trippeln, trippel (!), tripple, trippelst, trippelt, trippelte, trippeltest, trippelten, trippeltet, getrippelt, ##getrippelt, getrippelte, getrippeltes, getrippeltem, getrippelten, getrippelter##, trippelnd, ###trippelnd, trippelnde, trippelndes, trippelndem, trippelnden, trippelnder###, trippel (!)+EW; Z.: tripp-el-n
Tripper, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tripper, Harnröhrenkatarrh, eine Geschlechtskrankheit; ne. gonorrhoea; Vw.: -; Hw.: s. triefen; Q.: Ende 17. Jh.; E.: von md. trippen, V., tropfen; verwandt mit triefen, letztlich also von germ. *dreupan, st. V., herabhängen, triefen, tropfen; idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275; s. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tripper, Kluge s. u. Tripper, DW 22, 650, EWD s. u. Tripper, Duden s. u. Tripper, Bluhme s. u. Tripper; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und von md. trippen abgeleitete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine die Harnröhre betreffende und durch einen 1879 von dem Hautarzt Albert Neisser entdeckten Erreger übertragbare eiterige Schleimhautabsonderung in Tropfenform verursachende Geschlechtskrankheit des Menschen; BM.: abbrechen; F.: Tripper, Trippers, Trippern+EW; Z.: Tri-pp-er
Triptychon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Triptychon, dreiteiliges Bild; ne. triptych; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. τρίπτυχος (tríptychos), Adj., dreischichtig, dreilagig, dreifach gefaltet; vgl. gr. τρι- (tri), Präf., drei...; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. πτύσσειν (ptýssein), V., zusammenlegen, falten; idg. *epi, *opi, *pi, Präp., nahe, auf, hinter, Pokorny 323 (473/54) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?, heth.?); L.: EWD s. u. tri-, Duden s. u. Triptychon; Son.: vgl. nndl. triptiek, Sb., Triptychon; frz. triptyque, M., Triptychon; nschw. triptyk, Sb., Triptychon; nnorw. triptyk, N., Triptychon; kymr., tritpych, M., Triptychon; nir. triptic, F., Triptychon; poln. tryptyk, Sb., Triptychon; lit. triptikas, M., Triptychon; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für ein dreiteiliges Bild; BM.: drei, falten; F.: Triptychon, Triptychons, Triptychen, Triptycha+FW(+EW?); Z.: Tri—p-t-ych-on
trist, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. trist, traurig, trostlos; ne. triste, somber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1235-1240 (Willehalm von Orlens des Rudolf von Ems); E.: mhd. triste, trihte, Adj., trist, traurig; aus frz. triste, Adj.; lat. trīstis, Adj., traurig, betrübt, verstimmt, verdrießlich, widerlich, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *treisti-?, Adj., trotzig, finster, Pokorny 1092 (1889/66) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge s. u. trist, EWD s. u. trist, DW 22, 656, Duden s. u. trist; Son.: vgl. nndl. triest, Adj., trist; nschw. trist, Adj., trist; nnorw. trist, Adj., trist; kymr. trist, Adj., trist; F.: trist, triste, tristes, tristem, tristen, trister, tristere, tristeres, tristerem, tristeren, tristerer, tristest, tristeste, tristestes, tristestem, tristesten, tristester+FW+EW; GB.: seit 1235-1240 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches traurig oder trostlos; BM.: finster; Z.: trist
$Tristesse, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Tristesse, Traurigkeit, Trostlosigkeit; E.: s. trist, s. esse; L.: fehlt DW, EWD s. u. trist; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit lat. tristis verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliche Traurigkeit oder Trostlosigkeit; F.: Tristesse, Tristessen+FW; Z.: Trist-ess-e
$Tritium nhd., N., (?).: nhd. Tritium; Hw.: s. Wasserstoff, s. Deuterium, s. Protium; E.: s. gr. trít(os). Num. Ord., dritte, s. lat. ium; L.: fehlt DW; GB: farbloses Gas als schwerstes und einziges radioaktives sowie in der Natur in Spuren (rund 3,5 Kilogramm, zu 99 Prozent in oberflächennahen Schichten der Ozeane) vorkommendes und für Lebewesen schädliches Isotop (Halbwertszeit von 12,33 Jahren) des Wasserstoffs (überschwerer Wasserstoff) mit einem Proton (und einem Elektron) und zwei Neutronen (abgekürzt ³H oder T) das Ernest Rutherford und Mark Oliphant sowie Paul Harteck 1934 aus Deuterium erzeugten und dessen Name aus dem Griechischen des Altertums (trít[os] dritte) und dem Lateinischen ium (Suff.) gebildet ist und das vor allem als sogenannter Tracer in Biologie und Chemie sowie Medizin verwendet wird und der Datierung von Grundwasser und als Brennstoff der Kernfusionsforschung sowie der Herstellung selbstleuchtender Leuchtmittel und als Bestandteil in der Nuklearwaffentechnologie dient; F.: Tritium, Tritiums+FW; Z.: Tri-ti-um
Tritt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Tritt, Aufsetzen eines Fußes; ne. kick (N.), step (N.); Vw.: -; Hw.: s. treten; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. trit, st. M., Tritt, Schritt, Fehltritt, Tanz, Tanzlied, Fußsohle, Vorrichtung zum Auftreten, Fußspur, Weg, Ablauf; mnd. tret, M., Tritt, Schritt, Tanzschritt; mnl. trēde, M., Tritt; s. mhd. treten (1), tretten, treden, dreten, dretten, st. V., treten, betreten (V.), einhergehen, gehen, eintreten, aufspringen, springen, tanzen, gehen an; mnd. trēden* (1), treden, terden, st. V., treten, gehen, schreiten, tanzen, sich durch Treten verletzen; ahd. tretan*, st. V. (5), treten, betreten (V.), zertreten (V.); mnd. trēden* (2), tredden, sw. V., treten, niedertreten, zertreten (V.), zerstampfen, tot treten, vernichten; as. tredan?, st. V. (5), treten; anfrk. tredan, tredon*, st. V. (5), treten; mnl. treden, V., treten; wgerm. *tredan, st. V., treten; s. idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tritt, Kluge s. u. treten, EWD s. u. Tritt, DW 22, 660, Duden s. u. Tritt, Bluhme s. u. Tritt; GB.: seit 1200-1210 belegte und mit dem Westgermanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche (einmalige) Aufsetzen eines Fußes; BM.: treten; F.: Tritt, Trittes, Tritts, Tritte, Tritten+EW; Z.: Tri-t-t
$Trittbrett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Trittbrett; E.: s. Tritt, s. Brett; L.: DW 22, 688, EWD s. u. Tritt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tritt und Brett gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes für einen Tritt und damit das Betreten benutzbares Brett an einer Außenseite eines Fahrzeugs; F.: Trittbrett, Trittbrettes, Trittbretts, Trittbretter, Trittbrettern+EW; Z.: Tri-t-t—bre-t-t
$Trittleiter, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trittleiter, Stehleiter, Haushaltsleiter; E.: s. Tritt, s. Leiter (F.); L.: EWD s. u. Tritt, DW 22, 691; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tritt und Leiter (F.) gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete sowie mit flachen Tritten oder Stufen statt runden Sprossen versehene Leiter (F.); F.: Trittleiter, Trittleitern+EW; Z.: Tri-t-t-lei-t-er
Trittschäuflein, nhd. (ält.), N., (18. Jh.): nhd. Trittschäuflein, Schwelle; ne. treshold; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. drischūvel, drischūfel, drischübel, st. N., st. M., Türschwelle; mnd. dreskelef, Sb., Schwelle; ahd. driskufli*, driscufli*, driskubli*, st. N. (ja), Schwelle, Türschwelle; as. -; anfrk. -; germ. *þreskudla-, *þreskudlaz, st. M. (a), Türschwelle, Schwelle; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071; L.: Kluge s. u. Trittschäuflein, fehlt DW, EWAhd 2, 787, Falk/Torp 192, Duden s. u. Trittschäuflein; Son.: vgl. afries. -; ae. þerscold, þerscwold, þerxold, st. M. (a), Schwelle, Grenze; an. þreskǫldr, þreskjǫldr, þrøskǫldr, st. M. (a), Türschwelle; got. -; nschw. tröskel, Sb., Schwelle; nnorw. terskel, M., Schwelle; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung entwickelten und in den Türrahmen eingepassten etwas erhöht liegenden schmalen Balken als unteren Abschluss einer Türöffnung; BM.: reiben bzw. drehen; F.: Trittschäuflein, Trittschäufleins+EW; Z.: Tri-t-t-schäuf-lein
Triumph, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Triumph, glänzender Erfolg, Siegesjubel; ne. triumph (N.); Vw.: -; Hw.: s. Trumpf, triumphal, triumphieren; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. triumphus; E.: s. lat. triumphus, M., Siegeseinzug, Triumph, Erfolg, feierlicher Einzug in Rom, dreischrittiger Tanz, (um 250-184 v. Chr.); lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Triumph, DW 22, 694, EWD s. u. triumphieren, Duden s. u. Triumph; Son.: vgl. nnld. triomf, Sb., Triumph; frz. triomphe, M., Triumph; nschw. triumf, Sb., Triumph; nnorw. triumf, M., Triumph; poln. triumf, M., Triumph; lit. triumfas, M., Triumph; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl seit ihrer Entstehung mit Freude erlebten Sieg (Siegesjubel) oder (glänzenden) Erfolg; BM.: drei, Fuß; F.: Triumph, Triumphes, Triumphs, Triumphe, Triumphen+FW(+EW?); Z.: Tri-um-ph
triumphal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. triumphal, herrlich, begeistert gefeiert; ne. triumphal; Vw.: -; Hw.: s. Triumph, triumphieren; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. triumphālis; E.: s. lat. triumphālis (1), Adj., triumphal, triumphierend, siegreich, zum Triumph gehörig, Triumph..., kaiserlich, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. triumphus, M., Siegeseinzug, Triumph, Erfolg, feierlicher Einzug in Rom, dreischrittiger Tanz; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Triumph, DW 22, 703, EWA s. u. triumphieren, Duden s. u. triumphal; Son.: vgl. nndl. triomfantelijk, Adj., triumphal; poln. triumfalny, Adj., triumphal; lit. triumfinis, Adj., triumphal; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie von Triumph abgeleitete Bezeichnung für herrlich oder begeistert gefeiert; BM.: drei, Fuß; F.: triumphal, triumphale, triumphales, triumphalem, triumphalen, triumphaler(, triumphalere, triumphaleres, triumphalerem, triumphaleren, triumphalerer, triumphalst, triumphalste, triumphalstes, triumphalstem, triumphalsten, triumphalster)+FW(+EW); Z.: tri-um-ph-al
$Triumphator, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Triumphator, Triumphierender, gefeierter Sieger; E.: s. lat. triumphator; L.: EWD s. u. triumphieren, DW 22, 703; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Triumphierenden oder gefeierten Sieger; F.: Triumphator, Triumphators, Triumphatoren+FW(+EW); Z.: Tri-um-ph-at-or
triumphieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. triumphieren, einen Siegeseinzug halten, in Siegesjubel ausbrechen, einen Sieg begeistert feiern; ne. triumph (V.); Vw.: -; Hw.: s. Triumph, triumphal; Q.: Mitte 14. Jh.; I.: Lw. lat. triumphāre; E.: s. lat. triumphāre, V., triumphieren, Sieg davontragen, frohlocken, Triumph halten, völlig besiegen, erobern, dreimal singen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. triumphus, M., Siegeseinzug, Triumph, Erfolg, feierlicher Einzug in Rom, dreischrittiger Tanz; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Triumph, DW 22, 709, EWA s. u. triumphieren, Duden s. u. triumphieren; Son.: vgl. nndl. triomferen, V., triumphieren; frz. triompher, V., triumphieren; nschw. triumfera, V., triumphieren; nnorw. triumfere, V., triumphieren; poln. triumfować, V., triumphieren; lit. triumfuoti, V., triumphieren; GB.: seit Mitte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches siegen und einen Siegeseinzug halten oder in Siegesjubel ausbrechen oder einen Sieg begeistert feiern; BM.: drei, Fuß; F.: triumphieren, triumphiere, triumphierst, triumphiert, triumphierest, triumphieret, triumphierte, triumphiertest, triumphierten, triumphiertet, ##triumphiert, triumphierte, triumphiertes, triumphiertem, triumphierten, triumphierter##, triumphierend, ###triumphierend, triumphierende, triumphierendes, triumphierendem, triumphierenden, triumphierender###, triumphier (!)+FW(+EW); Z.: tri-um-ph-ier-en
Triumvirat, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Triumvirat, Dreimännerherrschaft, Dreiergruppe; ne. triumvirate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. triumvirātus; E.: s. lat. triumvirātus, M., Amt eines Triumvirn, Triumvirat, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. triumvir, M., einer der Dreimänner; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. vir, M., Mann, reifer Mann, erwachsener Mann, Ehemann, Gemahl; idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 22, 723, EWD s. u. tri-, Duden s. u. Triumvirat; Son.: vgl. nndl. triumviraat, Sb., Triumvirat; frz. triumvirat, M., Triumvirat; nnorw. triumvirat, Sb., Triumvirat; poln. triumwirat, M., Triumvirat; lit. triumviratas, M., Triumvirat; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den sachlich seit dieser Zeit geschichtlich bekannten (inoffiziellen) Bund dreier Männer zu der Ausführung politischer Amtsgeschäfte beispielsweise in Rom 60 v. Chr. Gaius Iulius Caesar und Gnaeus Pompeius Magnus sowie Marcus Licinius Crassus und 43 v. Chr. Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus sowie Gaius Octavius (Augustus); BM.: drei, Mann; F.: Triumvirat, Triumvirats, Triumvirates, Triumvirate, Triumviraten+FW(+EW); Z.: Tri-um-vi-r-at
trivial, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. trivial, gewöhnlich, selbverständlich, unbedeutend; ne. trivial; Vw.: -; Hw.: s. Trivialität; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. trivial; E.: frz. trivial, Adj., trivial, unbedeutend; lat. triviālis, Adj., dreifältig, dreifach, allgemein zugänglich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. trivium, N., Wegkreuzung, Scheideweg, Kreuzweg, öffentliche Straße; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. via, F., Straße, Weg, Fahrstraße, Gasse, Pfad; vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. trivial, DW 22, 724, EWD s. u. trivial, Duden s. u. trivial; Son.: vgl. nndl. triviaal, Adj., trivial; nschw. trivial, Adj., trivial; nnorw. triviell, Adj., trivial; poln. trywialny, Adj., trivial; lit. trivialus, Adj., trivial; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (allgemein zugänglich oder) gewöhnlich oder selbverständlich oder unbedeutend; BM.: drei, Straße; F.: trivial, triviale, triviales, trivialem, trivialen, trivialer(, trivialere, trivialeres, trivialerem, trivialeren, trivialerer, trivialst, trivialste, trivialstes, trivialstem, trivialsten, trivialster)+FW; Z.: tri-v-i-al
Trivialität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Trivialität, Selbverständlichkeit, Kleinigkeit; ne. triviality; Vw.: -; Hw.: s. trivial; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. trivialité; E.: s. frz. trivialité, F., Trivialität; vgl. frz. trivial, Adj., trivial, unbedeutend; lat. triviālis, Adj., dreifältig, dreifach, allgemein zugänglich, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. trivium, N., Wegkreuzung, Scheideweg, Kreuzweg, öffentliche Straße; lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. via, F., Straße, Weg, Fahrstraße, Gasse, Pfad; vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. trivial, DW 22, 723; EWD s. u. trivial, Duden s. u. Trivialität; Son.: vgl. nnorw. trivialitet, M., Trivialität; poln. trywialność, F., Trivialität; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für eine (allgemein zugängliche) Selbverständlichkeit oder eine Kleinigkeit; BM.: drei, Straße; F.: Trivialität, Trivialitäten+FW+EW; Z.: Tri-v-i-al-it-ät
Trochäus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Trochäus, ein Versfuß; ne. trochee, trochaic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. trochaeus; E.: s. lat. trochaeus, M., Trochäus, (81-43 v. Chr.); gr. τροχαῖος (trochaios), M., Laufender, Trochäus; vgl. gr. τρέχειν (tréchein), V., laufen, eilen, rennen; idg. *dʰregʰ- (1), V., laufen, Pokorny 273 (407/55) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt.?); L.: Kluge s. u. Trochäus, Duden s. u. Trochäus; Son.: vlg. nndl. trochee, Sb., Trochäus; frz. trochée, M., Trochäus; nschw. troké, Sb., Trochäus; nnorw. troké, M., Trochäus; poln. trochej, M., Trochäus; nir. trócae, M., Trochäus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus einer langen betonten und einer kurzen unbetonten Silbe bestehenden Versfuß wie beispielsweise Freude schöner Götterfunken; BM.: laufen; F.: Trochäus, Trochäen+FW; Z.: Troch-ä-us
trocken, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. trocken, dürr, langweilig; ne. dry (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. trocknen, dröge; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. trucken, trocken, Adj., trocken; mnd. drȫge (1), drüge, dryge, Adj., dröge, trocken, ausgetrocknet, dürr, welk; mnl. drōghe, Adj., trocken; ahd. trukkan*, truckan*, trokkan*, Adj., trocken, ausgetrocknet, durstig; as. drokno, Adv., trocken; anfrk. druki*, Adj., trocken; germ. *druhna-, *druhnaz, *drukna-, *druknaz, Adj., trocken; s. idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. trocken, Kluge s. u. trocken, EWD s. u. trocken, DW 22, 727, Heidermanns 162, Duden s. u. trocken, Bluhme s. u. trocken; Son.: vgl. afries. -; ? nordfries. drīch, Adj., lange vorhaltend; ae. drȳge, dréoge, Adj. (ja), trocken, dürr; ? an. drjūgr, Adj., aushaltend, ausreichend; nndl. droog, Adj., trocken; lit. drúkts, Adj., dick, fest; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung der Welt mögliches dürr oder langweilig oder ohne Feuchtigkeit seiend; BM.: halten; F.: trocken, trockene, trockenes, trockenem, trockenen, trockener(, trockenere, trockeneres, trockenerem, trockeneren, trockenerer, trockenst, trockenste, trockenstes, trockenstem, trockensten, trockenster)+EW; Z.: tro-ck-en
$Trockendock, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Trockendock; E.: s. trocken, s. Dock; L.: DW 22, 752, EWD s. u. Dock; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus trocken und Dock gebildete Bezeichnung für ein von Ägyptern und Griechen schon seit 200 v. Chr. entwickeltes und verwendetes Dock für den (einfacheren) Bau von Schiffen außerhalb des Wassers; F.: Trockendock, Trockendocks, Trockendockes, Trockendocke, Trockendocken+EW; Z.: Tro-ck-en—dock
$Trockenheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Trockenheit, Fehlen von Feuchtigkeit, Dürre; E.: s. trocken, s. heit; L.: Kluge s. u. trocken, DW 22, 754; GB.: seit Anfang 14. Jh. belegte und aus trocken und heit gebildete Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung der Erde mögliche Fehlen von Feuchtigkeit oder für Dürre; F.: Trockenheit, Trockenheiten+EW; Z.: Tro-ck-en-hei-t
trocknen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. trocknen, trocken werden, trocken machen; ne. dry (V.); Vw.: -; Hw.: s. trocken; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. truckenen, trückenen, sw. V., trocken werden, trocknen, trocken machen, abtrocknen, austrocknen; ahd. trukkanen*, trokkanen*?, sw. V. (1a), trocknen, trocken werden, austrocknen; germ. *druknajan, sw. V., trocknen; s. idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, festhalten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge s. u. trocken, DW 22, 763, EWD s. u. trocken, Duden s. u. trocknen; Son.: vgl. nndl. drogen, V., trocknen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und von trocken abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt oder der Erde mögliches trocken werden oder trocken machen oder von Feuchtigkeit befreien; BM.: halten; F.: trocknen, trockne (!), trocknest, trocknet, trocknete, trocknetest, trockneten, trocknetet, getrocknet, ##getrocknet, getrocknete, getrocknetes, getrocknetem, getrockneten, getrockneter##, trocknend, ###trocknend, trocknende, trocknendes, trocknendem, trocknenden, trocknender###, trockne (!)+EW; Z.: tro-ck-n-en
Troddel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Troddel, Quaste, Fransenbüschel; ne. tassel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 15. Jh.; E.: mhd. trōdel, M., Troddel, Holzfaser im Hanf, Werg; s. ahd. trādo, sw. M. (n), Faden, Saum (M.) (1), Troddel, Franse; germ. *þrēdu-, *þrēduz, *þrǣdu-, *þrǣduz, st. M. (u), Draht, Faden; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Troddel, Kluge s. u. Troddel, EWD s. u. Troddel, DW 22, 769, Duden s. u. Troddel, Bluhme s. u. Troddel; GB.: seit 3. Viertel 15. Jh. belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine größere Anzahl an dem oberen Ende zusammengefasster gleich langer an einer Schnur (F.) (1) hängender Fäden oder eine Quaste oder ein Fransenbüschel; BM.: drehen; F.: Troddel, Troddeln+EW; Z.: Tro-d-d-el
Trödel, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Trödel, Kram, Kleinhandel; ne. junk (N.); Vw.: -; Hw.: s. Trödelmarkt; Q.: 16. Jh.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Trödel, DW 22, 772, EWD s. u. Trödel, Duden s. u. Trödel; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für Kram oder Kleinhandel oder wertloses Zeug; BM.: ?; F.: Trödel, Trödels+EW; Z.: Tröd-el
$Trödelmarkt, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Trödelmarkt, Flohmarkt; E.: s. Trödel, s. Markt; L.: Kluge 1. A. s. u. trödeln, DW 22, 777, EWD s. u. Trödel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Trödel und Markt gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen aber später durch den Geschäftssinn von Kaufleuten und Gewerbetreibenden mit Hilfe ihrer Werbung weitgehend verdrängten Markt für bereits gebrauchte Gegenstände; F.: Trödelmarkt, Trödelmarkts, Trödelmarktes, Trödelmärkte, Trödelmärkten+EW+FW; Z.: Tröd-el—mark-t
trödeln (1), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. trödeln (V.) (1), mit Trödel handeln; ne. thrift (V.), sell out old stuff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Trödel; L.: Kluge 1. A. s. u. trödeln, Kluge s. u. trödeln 1, Trödel, DW 22, 778, EWD s. u. Trödel, Duden s. u. trödeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Trödel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit Trödelwaren handeln; BM.: ?; F.: trödeln, trödel (!), trödle, trödelst, trödelt, trödelte, trödeltest, trödelten, trödeltet, getrödelt, ##getrödelt, getrödelte, getrödeltes, getrödeltem, getrödelten, getrödelter##, trödelnd, ###trödelnd, trödelnde, trödelndes, trödelndem, trödelnden, trödelnder###, trödel (!)+EW; Z.: tröd-el-n
trödeln (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. trödeln (V.) (2), langsam tun; ne. linger, slack (V.); Vw.: -; Hw.: s. trudeln; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl zu trudeln (s. d.); L.: Kluge s. u. trödeln 2, DW 22, 778, EWD s. u. trödeln 2, Duden s. u. trödeln, Bluhme s. u. troedeln; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und wohl mit trudeln verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Zeit und des Menschen mögliches etwas langsam tun; BM.: ?; F.: trödeln, trödel (!), trödle, trödelst, trödelt, trödelte, trödeltest, trödelten, trödeltet, getrödelt, ##getrödelt, getrödelte, getrödeltes, getrödeltem, getrödelten, getrödelter##, trödelnd, ###trödelnd, trödelnde, trödelndes, trödelndem, trödelnden, trödelnder###, trödel (!)+EW; Z.: tröd-el-n
$Trödler, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Trödler, Trödelhändler, Zeit Vertrödelnder; E.: s. Trödel, s. trödeln, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Trödel, DW 22, 780, EWD s. u. Trödel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tröd(e)l und tröd(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen mit Trödel handelnden und wohl auch einen Zeit vertrödelnden Menschen; F.: Trödler, Trödlers, Trödlern+EW; Z.: Tröd-l-er
Trog, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Trog, langer muldenförmiger oben offener Behälter; ne. trough; Vw.: -; Hw.: s. Truhe; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. troc, st. M., Trog, Sarg; mnd. troch, M., Trog, Mulde (F.) (1); mnl. troch, M., Trog; ahd. trog (1), st. M. (a), Trog, Napf, Schüssel, Wanne, Rinne; as. trog, st. M. (a), Trog; anfrk. -; germ. *truga-, *trugaz, st. M. (a), Trog, Baum; germ. *truga-, *trugam, st. N. (a), Trog, Baum; s. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Trog, DW 22, 783, EWD s. u. Trog, Falk/Torp 157, Duden s. u. Trog, Bluhme s. u. Trog; Son.: vgl. afries. -; ae. trog, st. M. (a), Trog, Korb, Boot; an. trog, st. N. (a), Trog; got. -; nndl. troch, Sb., Trog; nschw. tråg, N., Trog; nisl. trog, N., Trog, Mulde; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung geschaffenen langen muldenförmigen oben offenen Behälter oder ein großes längliches und oben offenes aus Holz oder Stein beispielsweise für die Aufbewahrung von Wasser oder die Herstellung von Teig gefertigtes Gefäß; BM.: Baum; F.: Trog, Troges, Trogs, Tröge, Trögen+EW; Z.: Tro-g
Troika, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Troika, Dreigespann; ne. troika; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. russ. тройка (troika); E.: s. russ. тройка (troika), F., Troika; vgl. russ. три (tri), Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Troika, fehlt DW, EWD s. u. Troika, Duden s. u. Troika; Son.: vgl. nndl. troika, Sb., Troika; frz. troïka, F., Troika; nschw. trojka, Sb., Troika; nnorw. troika, M., Troika; kymr. troica, M., F., Troika; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und von der russischen Zahl (Num. Kard.) drei abgeleitete Bezeichnung für eine aus drei Menschen bestehende (und etwas leitende) Gruppe oder ein Dreigespann (aus Pferden); BM.: drei; F.: Troika, Troikas+FW; Z.: Troi-k-a
Trojaner, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Trojaner, Bewohner Trojas, ein Computervirus; ne. trojan horse (computing); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.; E.: abgeleitet von dem Trojanischen Pferd der Griechen des Altertums, letztlich von gr. Τρώς (Trōs), Τροία (Troía), F.=ON, Troja; L.: Kluge s. u. Trojaner, fehlt DW, Duden s. u. Trojaner; Son.: s. mhd. Troiān, st. M., Trojaner; vgl. nndl. trojaans, paard, Sb., trojanisches Pferd, Computervirus; frz. cheval de Troie, M., trojanisches Pferd, Computervirus; nschw. trojan, Sb., Computervirus; nnorw. trojansk hest, M., trojanisches Pferd, Computervirus; poln. kón trojański, M., trojanisches Pferd, Computervirus; lit. trojos arklys, M., trojanisches Pferd, Computervirus; GB.: seit 20. Jh. belegte und letztlich aus dem griechischen ON Troja und n (Suff.) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Bewohner Trojas und einen ähnlich den Griechen vor Troja in einem künstlichen Pferd in einer harmlos erscheinenden Verkleidung versteckten Computervirus; BM.: PN (nach dem Trojanischen Pferd); F.: Trojaner, Trojaners, Trojanern+FW; Z.: Tro-j-an-er
Troll, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Troll, großes dämonisches Wesen, Kobold; ne. troll (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1230-1250 (Ortnit); E.: mhd. trol, st. M., Troll, gespenstisches zauberhaftes Ungetüm, Unhold, ungeschlachter Mensch, Tölpel; mhd. trolle (1), sw. M., Troll, gespenstisches zauberhaftes Ungetüm, Unhold, ungeschlachter Mensch, Tölpel; an. troll, st. N. (a), Troll; germ. *trulla-, *trullam?, st. N. (a), Troll; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204?; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204? (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Troll, DW 22, 798, EWD s. u. Troll, Falk/Torp 172, Duden s. u. Troll; Son.: vgl. nndl. troll, Sb., Troll; frz. troll, M., Troll; nschw. troll, N., Troll; nnorw. troll, N., Troll; poln. troll, M., Troll; nir. troll, M., Troll; lit. troliai, M. Pl., Trolle; GB.: seit nach 1230-1250 belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen in nordischen Sagen vorkommendes großes dämonisches Wesen oder einen Kobold; BM.: treten; F.: Troll, Trolles, Trolls, Trolle, Trollen+EW; Z.: Tro-ll
trollen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. trollen, in kurzen Schritten laufen, sich entfernen; ne. run (V.) with short steps; Vw.: -; Hw.: s. Trulle; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: mhd. trollen, sw. V., trollen, in kurzen Schritten laufen; mnd. drullen, sw. V., trollen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. trollen, Kluge s. u. trollen, DW 22, 801, EWD s. u. trollen, Duden s. u. trollen, Bluhme s. u. trollen; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung höherer tierischer Lebewesen mögliches in kurzen Schritten laufen oder sich entfernen; BM.: ?; F.: trollen (!), trolle (!), trollst, trollt, trollest, trollet, trollte, trolltest, trollten, trolltet, getrollt, ##getrollt, getrollte, getrolltes, getrolltem, getrollten, getrollter##, trollend, ###trollend, trollende, trollendes, trollendem, trollenden, trollender###, troll (!)+EW; Z.: troll-en
Trommel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Trommel, ein Schlaginstrument; ne. drum (N.); Vw.: -; Hw.: s. Trommelfell; Q.: 1408/1410 (Der Ring des Heinrich von Wittenweiler); E.: mhd. trumbel, trumel, st. F., Trommel, Lärm; s. mhd. trumbe, trumpe, trumme, trume, sw. F., Trumme, Posaune, Trompete, Trommel, Laute; ahd. trumba, sw. F. (n), Trompete, Tuba; lautmalenden Ursprungs; L.: Kluge 1. A. s. u. Trommel, Kluge s. u. Trommel, DW 22, 811, EWD s. u. Trommel, Duden s. u. Trommel, Bluhme s. u. Trommel; Son.: vgl. nndl. trommel, Sb., Trommel; nschw. trumma, Sb., Trommel; nnorw. tromme, M., F., Trommel; kymr. drwm, M., Trommel; nir. druma, M., Trommel; GB.: seit 1408/1410 unter Verwendung des Suffixes el gebildete und mit dem Althochdeutschen verbindbare sowie wohl lautmalend entstandene Bezeichnung für ein vielleicht nach natürlichen Vorbildern beispielsweise in Ägypten schon 2700 v. Chr. von Menschen entwickeltes Schlaginstrument (bei dem über eine zylindrische Zarge aus Holz oder Metall an beiden Öffnungen ein Fell gespannt ist und auf dem mit Trommelstöcken ein dumpfer Ton [M.] [2] unbestimmter Höhe erzeugt wird); BM.: lautmalend; F.: Trommel (!), Trommeln (!)+EW; Z.: Tromm-el
$Trommelfell, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Trommelfell; E.: s. Trommel, s. Fell; L.: Kluge s. u. Trommelfell, DW 22, 818, EWD s. u. Trommel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Trommel und Fell vielleicht nach lat. membrana tympani gebildete Bezeichnung für einen das Hören von Tönen ermöglichenden etwa 0,85 Quadratzentimeter Fläche und 1 Millimeter Stärke messenden kleinen Körperteil des Menschen und aller Säugetiere in dem Innenohr; F.: Trommelfell, Trommelfells, Trommelfelles, Trommelfelle, Trommelfellen+EW; Z.: Tromm-el—fel-l
$Trommelfeuer, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Trommelfeuer, eine andauernde Geschossfolge; Q.: 1915; E.: s. Trommel, s. Feuer; L.: DW 22, 818, EWD s. u. Trommel; GB.: seit 1915 belegte und aus Trommel und Feuer nach dem Vorbild von Trommelschlägen für eine andauernde Abfolge von Geschoßen gebildete Bezeichnung; F.: Trommelfeuer, Trommelfeuers, Trommelfeuern+EW; Z.: Tromm-el—feuer
$trommeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. trommeln, Trommel spielen, Trommel schlagen; E.: s. Trommel, s. (e)n Suff.); L.: Kluge s. u. Trommel, EWD s. u. Trommel, DW 22, 821; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Trommel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für Trommel spielen oder Trommel schlagen oder ein vergleichbares Geschehen; F.: trommeln (!), trommel (!), trommle, trommele, trommelst, trommelt, trommelte, trommeltest, trommelten, trommeltet, getrommelt, ##getrommelt, getrommelte, getrommeltes, getrommeltem, getrommelten, getrommelter##, trommelnd, ###trommelnd, trommelnde, trommelndes, trommelndem, trommelnden, trommelnder###, trommel (!)+EW; Z.: tromm-el
$Trommelschläger, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Trommelschläger, Trommelspieler; E.: s. Trommel, s. Schläger; L.: EWD s. u. Trommel, DW 22, 826; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Trommel und Schläger gebildete Bezeichnung für einen von Menschen für das Spielen oder Schlagen einer Trommel entwickeltes kleines Gerät und den damit spielenden oder schlagenden Menschen (Trommelspieler); F.: Trommelschläger, Trommelschlägers, Trommelschlägern+EW; Z.: Tromm-el—schläg-er
$Trommler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Trommler, Trommelspieler, Trommelschläger, Trommelnder; E.: s. Tromm(e)l, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Trommel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tromm(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Trommelspieler oder Trommelschläger; F.: Trommler, Trommlers, Trommlern+EW; Z.: Tromm-l-er
Trompete, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Trompete, ein Blechblasinstrument; ne. trumpet (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: s. mhd. trumet, trumpet, sw. F., Trompete; mnd. trummit*, trumpit, F.?, Trompete; mnl. trompet, F., Trompete; afrz. trompette, F., Trompete; afrz. trompe, F., Trompete; frk. *trumpa, F., Trompete, Gamillscheg 2, 872b; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von einem lat. *tubulināre, zu lat. tubus, M., Röhre, Wasserröhre, (um 84-um 25 v. Chr.); lat. tuba, F., Tuba, Trompete, Röhre, (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unsicher, vielleicht zu tībia?, s. Walde/Hofmann 2, 712; L.: Kluge s. u. Trompete, DW 22, 830, EWD s. u. Trompete, Duden s. u. Trompete; Son.: vgl. nndl. trompet, Sb., Trompete; frz. trompette, F., Trompete; nschw. trumpet, Sb., Trompete; nnorw. trompet, M., Trompete; poln. trąbka, F., Trompete; kymr. trymped, M., Trompete; nir. trumpa, M., Trompete; GB.: (trumet) seit um 1340 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem erschlossenen Fränkischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vor vielleicht mehr als 3300 Jahren (Tutanchamun) jedenfalls in Ägypten entwickeltes und verwendetes Blechblasinstrument mit kesselförmigem Mundstück und drei Ventilen sowie gerader oder gebogener oder gewundener zylindrisch-konischer Röhre; BM.: Röhre; F.: Trompete, Trompeten+FW; Z.: Trom-p-et-e
$trompeten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. trompeten, Trompete spielen, Trompete blasen; E.: seit 15. Jh. belegte und aus Trompete und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen schon früher entwickeltes und verwendetes Trompete spielen oder Trompete blasen; L.: Kluge s. u. Trompete, DW 22, 829, EWD s. u. Trompete; F.: trompeten (!), trompete (!), trompetest, trompetet, trompetete, trompetetest, trompeteten, trompetetet, ##trompetet, trompetete, trompetetes, trompetetem, trompeteten, trompeteter##, trompetend, ###trompetend, trompetende, trompetendes, trompetendem, trompetenden, trompetender###, trompet (!)+FW; Z.: trom-p-et-en
$Trompeter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Trompeter, Trompetender, Trompetenbläser, Trompetenspieler; E.: s. Trompete, s. (e)r, s. trompete(n); L.: DW 22, 844, EWD s. u. Trompete; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Trompet(e) und trompet(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit mehr als 3300 Jahren möglichen Trompetenbläser oder Trompetenspieler; F.: Trompeter, Trompeters, Trompetern+FW(+EW); Z.: Trom-p-et-er
Tropen, nhd., Sb. Pl., (19. Jh.): nhd. Tropen, heiße Zone; ne. tropics; Vw.: -; Hw.: s. tropisch; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τροπή (tropḗ), F., Wende (F.), Umkehr, Wendung, Wendepunkt, Sonnenwenden, Flucht (F.) (1); vgl. gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tropen, EWD s. u. tropisch, DW 22, 850, Duden s. u. Tropen; Son.: vgl. nndl. tropen, Sb., Pl., Tropen; frz. tropiques, Sb. Pl., Tropen; nschw. tropikerna, Sb. Pl., Tropen; nnorw. tropene, M. Pl., Tropen; lit. tropikai, M. Pl., Tropen; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die ständig für Menschen ziemlich hohe Temperaturen aufweisenden Gebiete (Zone) der Erde beiderseits des Äquators; BM.: reiben bzw. drehen; F.: Tropen+FW; Z.: Tro-p-en
$Tropenhelm, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tropenhelm, ein Sonnenschutzhelm; E.: s. Tropen, s. Helm; L.: EWD s. u. Helm 1; GB.: seit 1909 belegte und aus Tropen und Helm gebildete Bezeichnung für einen von Europäern als Schutz gegen die Sonneneinstrahlung in den Tropen entwickelten und verwendeten Helm; F.: Tropenhelm, Tropenhelmes, Tropenhelms, Tropenhelme, Tropenhelmen+FW+EW; Z.: Tro-p-en-hel-m
$Tropenkoller, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tropenkoller, ein hochgradiger Erregungszustand in den Tropen; E.: s. Tropen, s. Koller; GB.: um 1895 belegte und aus Tropen und Koller gebildete Bezeichnung für einen in den Tropen infolge des Klimas bei Menschen aus Europa möglichen hochgradigen Erregungszustand; L.: EWD s. u. Koller, DW 22, 852; F.: Tropenkoller, Tropenkollers, Tropenkollern+FW; Z.: Tro-p-en—kol-l-er
Tropf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tropf, armseliger Mensch, einfältiger Mensch, Gerät für das langsame Eintropfen von Flüssigkeiten; ne. poor human being; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. trope, M., Tropf; s. mhd. tropfe, trophe, troppe, troffe, droffe, tropfen, sw. M., Tropfe, Tropfen (M.), Träne, Schlagfluss, Tropf, armseliger Mensch, dummer Mensch, Nichts; mnd. trop, troppe, M., Tropf, armseliger Mensch, dummer Mensch; mnd. drōpe (1), drope, drape, droppe*, M., Tropfe, Tropfen (M.), Bezeichnung für eine Krankheit die man einem bösen Tropfen zuschreibt; ahd. tropfo, troffo, tropho, sw. M. (n), Tropfen (M.), Regentropfen; germ. *drupō-, *drupōn, *drupa-, *drupan, *druppō-, *druppōn, *druppa-, *druppan, sw. M. (n), Tropfen (M.); s. idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275?; vgl. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tropf, Kluge s. u. Tropf, DW 22, 853, EWD s. u. Tropf, Duden s. u. Tropf, Bluhme s. u. Tropf; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen als bedauernswert angesehenen oder armseligen oder einfältigen Menschen und später für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für das langsame Eintropfen von Flüssigkeiten (mit Heilmitteln) in die Blutbahn eines Menschen; BM.: Tropfen (M.); F.: Tropf, Tropfs, Tropfes, Tröpfe, Tröpfen+EW; Z.: Tro-pf
Tropfe, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Tropfe, Tropfen (M.), kleinste Menge Flüssigkeit; ne. drop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tropfen, tropfen, Drops; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tropfe, sw. M., Tropfe, Träne; mnd. drōpe (1), drope, drape, M., Tropfe, Tropfen (M.); mnl. droppe, druppe, M., Tropfen (M.); ahd. tropfo, troffo, tropho, sw. M. (n), Tropfen (M.), Regentropfen, Flüssigkeit; as. druppo?, sw. M. (n), Tropfen (M.); anfrk. dropo, sw. M. (n), Tropfen (M.); germ. *drupō-, *drupōn, *drupa-, *drupan, *druppō-, *druppōn, *druppa-, *druppan, sw. M. (n), Tropfen (M.); idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275?; vgl. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 22, 862, Seebold 169; Son.: vgl. afries. -; ae. dropa, drapa, sw. M. (n), Tropfen (M.), Gicht; an. dropi, sw. M. (n), Tropfen (N.), Tröpfeln; got. -; nndl. drop, Sb., Tropfe, Tropfen (M.); nschw. droppe, Sb., Tropfe, Tropfen (M.); nnorw. dråpe, M., Tropfe, Tropfen (M.); GB.: (tropfo) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch die physikalischen Eigenschaften (Adhäsion) von Flüssigkeiten von der Natur grundsätzlich vorgegebene kleinste Menge Flüssigkeit von kugeliger oder länglichrunder Gestalt; BM.: abbrechen; F.: Tropfe, Tropfen+EW; Z.: Tro-pf-e
$tröpfeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. tröpfeln, tropfen, in kleinen Tropfen herabfallen; E.: s. tropfen; L.: Kluge s. u. Tropfen, DW 22, 859, EWD s. u. Tropfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tropf(en) und el (Suff.) sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Flüssigkeiten in der Welt mögliches infolge der Erdanziehungskraft (Schwerkraft) in kleinen Einheiten (Tropfen oder Tröpfeln oder Tröpflein oder Tröpfchen) herabfallen; F.: tröpfeln (!), tröpfel (!), tröpfle, tröpfele, tröpfelst, tröpfelt, tröpfelte, tröpfeltest, tröpfelten, tröpfeltet, getröpfelt, ##getröpfelt, getröpfelte, getröpfeltes, getröpfeltem, getröpfelten, getröpfelter##, tröpfelnd, ###tröpfelnd, tröpfelnde, tröpfelndes, tröpfelndem, tröpfelnden, tröpfelnder###, tröpfel (!)+EW; Z.: trö-pf-el-n
tropfen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. tropfen, in Tropfen herabfallen; ne. trickle (V.), drop (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tropfen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. tropfen (1), sw. V., tropfen, tropfen auf; mnd. drōpen, dropen, drāpen, sw. V., tropfen, tröpfeln, betropfen; mnl. droppen, sw. V., tropfen; ahd. tropfōn*, trophōn*, sw. V. (2), tropfen, herabträufeln; as. -; anfrk. dropen*, sw. V. (1), tropfen; germ. *druppōn, sw. V., herabhängen, triefen, tropfen; idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275; s. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Tropfen, DW 22, 878, EWD s. u. Tropfen, Duden s. u. tropfen; Son.: vgl. afries. -; ae. droppian, sw. V. (2), tropfen, tröpfeln; ae. dryppan, sw. V. (2?), tropfen; an. -; got. -; nndl. druipen, V., tropfen; nschw. droppa, V., tropfen; nnorw. dryppe, V., tropfen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Tropf(en) sowie en gebildete und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Flüssigkeiten in der Welt mögliches infolge der Erdanziehungskraft (Schwerkraft) in kleinen Einheiten (Tropfen oder Tröpfeln oder Tröpflein oder Tröpfchen) herabfallen; BM.: abbrechen; F.: tropfen (!), tropfe (!), tropfst, tropft, tropfest, tropfet, tropfte, tropftest, tropften, tropftet, getropft, ##getropft, getropfte, getropftes, getropftem, getropften, getropfter##, tropfend, ###tropfend, tropfende, tropfendes, tropfendem, tropfenden, tropfender###, tropf (!)+EW; Z.: tro-pf-en
Tropfen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tropfen (M.), kleinste Menge Flüssigkeit; ne. drop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tropfe, tropfen, Drops; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. tropfe, sw. M., Tropfe, Träne; mnd. drōpe (1), drope, drape, M., Tropfe, Tropfen (M.); mnl. droppe, druppe, M., Tropfen (M.); ahd. tropfo, troffo, tropho, sw. M. (n), Tropfen (M.), Regentropfen, Flüssigkeit; as. druppo?, sw. M. (n), Tropfen (M.); anfrk. dropo, sw. M. (n), Tropfen (M.); germ. *drupō-, *drupōn, *drupa-, *drupan, *druppō-, *druppōn, *druppa-, *druppan, sw. M. (n), Tropfen (M.); idg. *dʰreub-?, V., triefen, tropfen, Pokorny 275?; vgl. idg. *dʰreu-, V., abbrechen, zerbröckeln, zerbrechen, Pokorny 274 (410/58) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tropfen, Kluge s. u. Tropfen, DW 22, 862, EWD s. u. Tropfen, Seebold 169, Duden s. u. Tropfen, Bluhme s. u. Tropfen; Son.: vgl. afries. -; ae. dropa, drapa, sw. M. (n), Tropfen (M.), Gicht; an. dropi, sw. M. (n), Tropfen (N.), Tröpfeln; got. -; nndl. drop, Sb., Tropfen (M.); nschw. droppe, Sb., Tropfen (M.); nnorw. dråpe, M., Tropfen (M.); GB.: (tropfo) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch die physikalischen Eigenschaften (Adhäsion) von Flüssigkeiten von der Natur grundsätzlich vorgegebene kleinste Menge Flüssigkeit von kugeliger oder länglichrunder Gestalt; BM.: abbrechen; F.: Tropfen, Tropfens+EW; Z.: Tro-pf-en
Trophäe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Trophäe, Siegeszeichen; ne. trophy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frz. trophée; E.: s. frz. trophée, F., Trophäe; lat. tropaeum, N., Siegeszeichen, Trophäe, (81-43 v. Chr.); gr. τρόπαιον (trópaion), N., Siegesdenkmal; vgl. gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trophäe, DW 22, 891, EWD s. u. Trophäe, Duden s. u. Trophäe; Son.: vgl. nndl. trofee, Sb., Trophäe; nschw. trofé, Sb., Trophäe; nnorw. trofé, M., N., Trophäe; poln. trofeum, Sb., Trophäe; kymr. troffi, M., Trophäe; nir. trófaí, M., Trophäe; lit. trofėjus, M., Trophäe; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches erbeutetes Siegeszeichen (Zeichen eines Sieges); BM.: drehen; F.: Trophäe, Trophäen+FW; Z.: Tro-ph-ä-e
...trophie, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. ...trophie, ...nahrung; ne. …trophy; Vw.: s. A-, Hyper-; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τροφή (trophḗ), F., Ernährung, Nahrung, Pflege, Geschlecht; vgl. gr. τρέφειν (tréphein), V., sich verdichten, gerinnen lassen, dick machen, ernähren; idg. *dʰerebʰ-, V., Adj., gerinnen, ballen, dickflüssig, derb, Pokorny 257 (388/36) (RB. idg. aus ind., gr., germ.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1096; Son.: vgl. nndl. ...trofie, Suff., ...trophie; frz. ...trophie, Suff., ...trophie; nschw. ...trofi, Suff., ...trophie; nnorw. ...trofi, Suff., ...trophie; poln. ...trofia, Suff., ...trophie; lit. ...trofija, Suff., ...trophie; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Nahrung betreffenden femininen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: ballen; F.: ...trophie, ...trophien+FW; Z.: -troph-ie
tropisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. tropisch, Tropen betreffend; ne. tropical; Vw.: -; Hw.: s. Tropen; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. tropicus; E.: s. lat. tropicus, Adj., zur Wende gehörig, zur Wendung gehörig, (um 100 n. Chr.); gr. τροπικός (tropikós), Adj., zur Wende gehörig; vgl. gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tropen, s. DW 22, 893, EWD s. u. tropisch, Duden s. u. tropisch; Son.: vgl. nndl. tropisch, Adj., tropisch; frz. tropiacl, Adj., tropisch; nschw. tropisk, Adj., tropisch; nnorw. tropisk, Adj., tropisch; poln. tropikalny, Adj., tropisch; kymr. trofegol, Adj., tropisch; lit. tropinis, Adj., tropisch; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Wendekreis an dem Himmel und damit die Tropen betreffend; BM.: drehen; F.: tropisch, tropische, tropisches, tropischem, tropischen, tropischer(, tropischere, tropischeres, tropischerem, tropischeren, tropischerer, tropischst, tropischste, tropischstes, tropischstem, tropischsten, tropischster)+FW; Z.: tro-p-isch
Tropus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tropus, bildlicher Ausdruck, Sinnbild; ne. trope (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. tropus; E.: s. lat. tropus, M., Tropus, Gesangsweise; gr. τρόπος (trópos), M., Wendung, Richtung; gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tropus, DW 22, 893, Duden s. u. Tropus; Son.: vgl. nndl. troop, Sb., Tropus; frz. trope, M., Tropus; nschw. trop, Sb., Tropus; nnorw. trope, M., Tropus; lit. tropas, M., Tropus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen bildlichen Ausdruck oder ein Sinnbild wie etwa die Sonne lacht oder der Himmel weint; BM.: drehen; F.: Tropus, Tropen+FW; Z.: Tro-p-us
Tross, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Tross, Begleitfahrzeuge; ne. impedimenta, baggage train; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: s. mhd. trosse, st. F., Trosse, Gepäck; mnd. trosse (1), F., Tross, Gepäck; mnd. tros (2), M., Tross, Trosse, Gepäck; mnl. trosse, tros, M., Tross; frz. trousse, F., Bündel; mlat. trossa, F., Tross, Gepäck; vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tross, Kluge s. u. Tross, DW 22, 1066 (Trosz), EWD s. u. Tross, Duden s. u. Tross, Bluhme s. u. Tross; Son.: vgl. nndl. tros, Sb., Tross; nschw. tross, Sb., Tross; nnorw. tross, N., Tross; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung der Begleitfahrzeuge mit dem militärischen Versorgungsgut und der dazugehörigen Mannschaft des Heeres; BM.: drehen; F.: Tross, Trosses, Trosse, Trossen+EW; Z.: Tro-ss
Trosse, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Trosse, starkes Schiffstau; ne. hawser, cable (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. trosse (2), trotze, F., Trosse, Tauwerk das nur einmal aus zwei oder drei Garnen zusammengedreht ist, Tau (N.) um Schiffe fest zu binden; frz. trousse, F., Bündel, Seil; mlat. trossa, F., Tross, Gepäck; vgl. lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen, lenken; idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077 (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Trosse, DW 22, 898, EWD s. u. Trosse, Duden s. u. Trosse, Bluhme s. u. Trosse; Son.: vgl. nndl. tros, Sb., Trosse; nschw. tross, Sb., Tross; nnorw. trosse, M., Trosse; lit. trosas, M., Drahtseil; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein starkes Schiffstau; BM.: drehen; F.: Trosse, Trossen+FW; Z.: Tro-ss-e
Trost, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Trost, Unterstützung, Aufmunterung, seelischer Halt, Zuversicht; ne. solace (N.); Vw.: -; Hw.: s. trösten, treu; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. trōst, drōst, st. M., Vertrauen, Trost, Zuversicht, Hoffnung, Hilfe, Beistand, Schutz, Rettung, Heil, Versprechen; mnd. trōst, M., Trost, Gemütsberuhigung, Zuversicht, Tröstung, tätige Hilfe, Helfer; mnl. troost, M., Trost; ahd. trōst (1), st. M. (a), Trost, Tröstung, Tröster; as. trôst* (1), st. M. (a), Trost; anfrk. -; germ. *trausta-, *traustaz, st. M. (a), Zuversicht, Bündnis; s. idg. *deru-, *dreu-, drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trost, Kluge s. u. Trost, DW 22, 901, EWD s. u. Trost, Falk/Torp 171, Heidermanns 600, Duden s. u. Trost, Bluhme s. u. Trost; Son.: vgl. afries. trâst, st. M. (a), F., Hilfe, Zuversicht, Verantwortung, Trost; nnordfries. trast; ae. -; an. traust, st. N. (a), Trost, Stärke, Hilfe; got. trausti, st. N. (ja), Bündnis, Bund, Vertrag; nndl. troost, Sb., Trost; nschw. tröst, Sb., Trost; nnorw. trost, M., Trost; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Unterstützung und Aufmunterung in einem Leid oder in einer Niedergeschlagenheit; BM.: Baum; F.: Trost, Trostes, Trosts+EW; Z.: Tro-st
trösten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. trösten, Trost spenden, seelischen Halt geben, in einem Leid oder in einer Niedergeschlagenheit aufrichten; ne. comfort (V.), solace (V.); Vw.: -; Hw.: s. Trost; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. trœsten, sw. V., trösten, zuversichtlich machen, ermutigen, erheitern, vertrösten, seine Zuversicht setzen auf, sich verlassen (V.) auf, Sicherheit und Schutz gewähren, sicheres Geleit gewähren; mnd. trȫsten*, trōsten, sw. V., trösten, Trost spenden, Zuversicht geben, ermutigen, mit der Tat helfen; ahd. trōsten, sw. V. (1a), trösten, aufrichten, zusprechen; as. trôston*, sw. V. (2), trösten; as. trōstian*, sw. V. (1a), trösten; anfrk. *trōsten?, sw. V. (1), trösten; anfrk. *trōston?, sw. V. (1), trösten; germ. *traustjan, sw. V., zuversichtlich sein (V.), vertrauen; s. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Trost, DW 22, 953, EWD s. u. Trost, Falk/Torp 171, Heidermanns 600, Duden s. u. trösten; Son.: vgl. afries. trâstia, trâsta, sw. V. (2), trösten; ae. -; an. treysta, sw. V. (1), trösten, stärken, vertrauen; got. -; nndl. troosten, V., trösten; nschw. trösta, V., trösten; nnorw. trøste, V., trösten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Trost spenden oder seelischen Halt geben oder in einem Leid oder in einer Niedergeschlagenheit aufrichten; BM.: Baum; F.: trösten, tröste, tröstest, tröstet, tröstete, tröstetest, trösteten, tröstetet, getröstet, ##getröstet, getröstete, getröstetes, getröstetem, getrösteten, getrösteter##, tröstend, ###tröstend, tröstende, tröstendes, tröstendem, tröstenden, tröstender###, tröst (!)+EW; Z.: trö-st-en
$Tröster, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tröster, Tröstender; E.: s. tröst(en), s. er (Suff.); L.: DW 22, 988?, EWD s. u. Trost; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus tröst(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Tröstenden oder einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen jemanden in einem Leid oder in einer Niedergeschlagenheit aufrichtenden Menschen; F.: Tröster, Trösters, Tröstern+EW; Z.: Trö-st-er
$tröstlich, nhd., Adj., Adv., (10. Jh.): nhd. tröstlich, tröstend, hilfreich; E.: s. Trost, s. lich; L.: Kluge s. u. Trost, DW 22, 1006, EWD s. u. Trost; GB.: (trōstlīh) seit 10. Jh. belegte und aus Trost oder tröst(en) und lich gebildete Bezeichnung für tröstend oder hilfreich; F.: tröstlich, tröstliche, tröstliches, tröstlichem, tröstlichen, tröstlicher(, tröstlichere, tröstlicheres, tröstlicherem, tröstlicheren, tröstlicherer, tröstlichst, tröstlichste, tröstlichstes, tröstlichstem, tröstlichsten, tröstlichster)+EW; Z.: trö-st—lich
Trott, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Trott, träger Fortgang, mittlere Gangart von Pferden; ne. trot (N.); Vw.: -; Hw.: s. trotten, Globetrotter, treten; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. it. trotto; E.: s. it. trotto, M., Trott, Trab; von frührom. *tolutare, V., im Passschritt gehen; weitere Herkunft unklar?; L.: Kluge 1. A. s. u. Trott, Kluge s. u. Trott, DW 22, 1072, EWD s. u. trotten, Duden s. u. Trott, Bluhme s. u. Trott; Son.: vgl. frz. trot, M., Trott; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen verbindbare und in der weiteren Herkunft wohl unklare Bezeichnung für einen trägen Fortgang oder eine mittlere Gangart von Pferden; BM.: laufen bzw. treten; F.: Trott, Trottes, Trotts, Trotte, Trotten (!)+FW; Z.: Tro-t-t
Trotte, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Trotte, Kelter, Weinpresse; ne. winepress; Vw.: -; Hw.: s. treten; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. trote, trotte, sw. F., st. F., Kelter, Weinpresse; ahd. trota, truta, st. F. (ō), sw. F. (n)?, Kelter; as. -; anfrk. -; germ. *trudō, st. F. (ō), Tritt, Spur; s. idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204; vgl. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trotte, Kluge s. u. Trotte, DW 22, 1075, Seebold 506, Duden s. u. Trotte; Son.: vgl. afries. -; ae. trodu, st. F. (ō), Spur; an. -; got. -; GB.: (trota) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit der Nutzung der Weintraube entwickelte und verwendete Kelter oder Presse zu einer Gewinnung von Traubensaft oder anderen Obstsäften; BM.: treten; F.: Trotte, Trotten+EW; Z.: Tro-t-t-e
Trottel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trottel, dummer Mensch, Schwachsinniger; ne. dork, dumbass, moron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht über ein trotteln, V., planlos herumlaufen zu Trott (s. d.); L.: Kluge s. u. Trottel, DW 22, 1077, EWD s. u. Trottel, Duden s. u. Trottel; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Trott verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl auch schon früher möglichen dummen Menschen oder Schwachsinnigen; BM.: treten?; F.: Trottel, Trottels, Trotteln+EW?; Z.: Tro-t-t-el
$trotteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trotteln, trotten, langsam und unaufmerksam gehen; E.: s. Trott; L.: Kluge s. u. Trott, DW 22, 1077, EWD s. u. trotten; GB: seit 19. Jh. belegte und vielleicht von Trott abgeleitete Bezeichnung für langsam und unaufmerksam gehen; F.: trotteln (!), trottel (!), trottle, trottele, trottelst, trottelt, trottelte, trotteltest, trottelten, trotteltet, getrottelt, ##getrottelt, getrottelte, getrotteltes, getrotteltem, getrottelten, getrottelter##, trottelnd, ###trottelnd, trottelnde, trottelndes, trottelndem, trottelnden, trottelnder###, trottel (!)+FW+EW; Z.: tro-t-t-el-n
trotten, nhd., V., (10. Jh.): nhd. trotten, langsam und schwerfällig gehen, traben; ne. trot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Trott; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. troten (1), trotten, sw. V., trotten, laufen, mit kurzen Schritten laufen, traben; ahd. trotōn*, sw. V. (2), treten, keltern; as. -; anfrk. -; germ. *trudan, st. V., treten; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204; s. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Trott, DW 22, 1079, EWD s. u. trotten, Falk/Torp 169, Seebold 505, Duden s. u. trotten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. troða, st. V. (5), treten; got. trudan 2, unr. st. V. (4), treten, keltern; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und von Trott abgeleitete Bezeichnung für langsam und schwerfällig gehen oder traben; BM.: treten; F.: trotten, trotte, trottest, trottet, trottete, trottetest, trotteten, trottetet, getrottet, ##getrottet, getrottete, getrottetes, getrottetem, getrotteten, getrotteter##, trottend, ###trottend, trottende, trottendes, trottendem, trottenden, trottender###, trott+EW; Z.: tro-t-t-en
Trottoir, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Trottoir, Gehweg, Gehsteig, Bürgersteig; ne. pavement, sidewalk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. trottoir; E.: s. frz. trottoir, M., Trottoir; vgl. frz. trotter, V., Trab gehen; über frk. *trottōn von von germ. *trudan, st. V., treten; idg. *dreu-, V., laufen, treten, Pokorny 204; s. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Trottoir, DW 22, 1083, EWD s. u. Trottoir, Duden s. u. Trottoir; Son.: vgl. nndl. trottoir, Sb., Trottoir; nschw. trottoar, Sb., Trottoir; nnorw. trottoar, Sb., Trottoir; poln. trotuar, M., Trottoir; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie über das erschließbare Altfränkische und Germanische teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und von der für Fahrzeuge bestimmten Fahrbahn abgegrenzten Gehweg oder Gehsteig oder Bürgersteig (für Fußgänger); BM.: laufen bzw. treten; F.: Trottoir, Trottoirs+FW(+EW?); Z.: Tro-t-t-oir
trotz, nhd., Konj., Präp., (16./17. Jh.): nhd. trotz, trotzdem, ungeachtet, entgegenstehend, gleichwohl, obwohl; ne. despite, notwithstanding; Vw.: -; Hw.: s. Trotz; Q.: 16./17. Jh.; E.: s. mhd. traz (3), truz, troz, Präp., trotz, auch schon; s. mhd.-mmd. traz (1), tratz, truz, trutz, st. M., Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Trotz, Widerstand, Frechheit, Hohn; weitere Herkunft unklar; vielleicht verwandt mit lit. nirsti, V., heftig zürnen; L.: Kluge 1. A. s. u. Trotz, Kluge s. u. Trotz, DW 22, 1090, EWD s. u. Trotz, Duden s. u. trotz, Bluhme s. u. trotz; Son.: vgl. nschw. trots, Präp., trotz; nnorw. tross, Präp., trotz; GB.: seit 16./17. Jh. aus Trotz entwickelte Konjunktion und Präposition für entgegenstehend oder gleichwohl oder obwohl; BM.: zürnen?; F.: trotz+EW; Z.: trotz
Trotz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Trotz, Widerstand, Herausforderung; ne. defiance, despite (N.); Vw.: -; Hw.: s. Trutz, trotz; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: mhd.-mmd. traz (1), tratz, truz, trutz, st. M., Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Trotz, Widerstand, Frechheit, Hohn; weitere Herkunft unklar; vielleicht verwandt mit lit. nirsti, V., heftig zürnen; L.: Kluge 1. A. s. u. Trotz, Kluge s. u. Trotz, DW 22, 1090, EWD s. u. Trotz, Duden s. u. Trotz, Bluhme s. u. Trotz; Son.: vgl. nschw. trots, N., Trotz; nnorw. tross, M., Trotz; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem Litauischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Widerstand eines Menschen gegen einen anderen Menschen aus dem Gefühl eines Rechthabens heraus oder eine Herausforderung; BM.: zürnen?; F.: Trotz, Trotzes+EW; Z.: Trotz
$trotzdem, nhd., Konj., (19. Jh.): nhd. trotzdem, obwohl; E.: s. trotz, s. dem; L.: EWD s. u. Trotz, DW 22, 1114; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus trotz und dem gebildete Bezeichnung für die Konjunktion obwohl; F.: trotzdem+EW; Z.: trotz-dem
$trotzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. trotzen, Widerstand leisten, entgegentreten; E.: s. Trotz, s. en; L.: DW 22, 1115, EWD s. u. Trotz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Trotz und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Widerstand leisten oder entgegentreten; F.: trotzen, trotze, trotzst, trotzt, trotzest, trotzet, trotzte, trotztest, trotzten, trotztet, getrotzt, ##getrotzt, getrotzte, getrotztes, getrotztem, getrotzten, getrotzter##, trotzend, ###trotzend, trotzende, trotzendes, trotzendem, trotzenden, trotzender###, trotz (!)+EW; Z.: trotz-en
$trotzig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. trotzig, herausfordernd, Widerstand leistend; E.: s. Trotz, s. ig; L.: DW 22, 1138, EWD s. u. Trotz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Trotz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches herausfordernd oder Widerstand leistend; F.: trotzig, trotzige, trotziges, trotzigem, trotzigen, trotziger(, trotzigere, trotzigeres, trotzigerem, trotzigeren, trotzigerer, trotzigst, trotzigste, trotzigstes, trotzigstem, trotzigsten, trotzigster)+EW; Z.: trotz-ig
$Trotzkopf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Trotzkopf, trotziges Kind; E.: s. Trotz, s. Kopf; L.: DW 11, 1138, EWD s. u. Trotz; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Trotz und Kopf gebildete Bezeichnung für ein trotziges Kind oder einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache möglichen Widerstand leistenden Menschen; F.: Trotzkopf, Trotzkopfes, Trotzkopfs, Trotzköpfe, Trotzköpfen+EW; Z.: Trotz—ko-pf
Troubadour, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Troubadour, Dichter und Sänger; ne. troubadour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. troubadour; E.: s. frz. troubadour, M., Troubadour; prov. trobador, M., Troubadour; vgl. prov. trobar, V., dichten; afrz. trover, V., dichten, finden; vulgärlat. *tropare, V., erfinden; vgl. lat. tropus, M., Tropus, Gesangsweise; gr. τρόπος (trópos), M., Wendung, Richtung; gr. τρέπειν (trépein), V., drehen, wenden; idg. *trep- (2), V., wenden, Pokorny 1094; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Troubadour, DW 22, 1163, Duden s. u. Troubadour; Son.: vgl. nndl. troubadour, Sb., Troubadour; nschw. trubadur, Sb., Troubadour; nnorw. trubadur, M., Troubadour; poln. trubadur, M., Troubadour; kymr. trwbadŵr, M., Troubadour; nir. trúbadóir, M., Troubadour; lit. trubadūras, M., Troubadour; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Provenzalischen aufgenommene und mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen hochmittelalterlichen Dichter und Sänger als Vertreter einer höfischen Liebeslyrik mit dem Schwergewicht auf Frauenverehrung; BM.: drehen; F.: Troubadour, Troubadours, Troubadoure, Troubadouren+FW; Z.: Trou-b-ad-our
trübe, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. trübe, aufgewühlt, dunkel, traurig; ne. murky, opaque; Vw.: -; Hw.: s. trüben, Trübsal; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. trüebe (1), trūbe, truobe, Adj., lichtlos, glanzlos, düster, trüb, trübe, dunkel, finster, unlauter, traurig; mnd. drȫve, drove, Adj., trübe, betrübt, traurig; mnl. droeve, Adj., trübe; ahd. truobi*, Adj., trübe, dunkel, verwirrt, verdunkelt, undurchsichtig; as. drōvi*, Adj., trübe, betrübt; anfrk. -; germ. *drōba-, *drōbaz, *drōbja-, *drōbjaz, Adj., zäh, dickflüssig, trüb, verwirrt; s. idg. *dʰerəbʰ-, *dʰrābʰ-, *dʰrəbʰ-, Sb., Trübes, Hefe, Pokorny 252; vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. trübe, Kluge s. u. trübe, DW 22, 1165, EWD s. u. trübe, Falk/Torp 203, Heidermanns 160, Duden s. u. trübe, Bluhme s. u. truebe; Son.: vgl. afries. drēve, Adj., unbefahrbar, aufgeweicht, schlecht, locker; ae. drōf, Adj., trüb, trübe, schlammig, unruhig; an. -; got. *drōbjis?, Adj. (ja?), trübe; nndl. droef, Adj., trübe; gr. τρέφειν (tréphein), V., sich verdichten, gerinnen lassen, dick machen, ernähren; lit. drebti, V., mit Dickflüssigem werfen; GB.: (truobi*) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines wegen Ablagerungen oder Schwebstoffen aufgewühlten oder dunkelen oder traurigen Zustands einer Gegebenheit; BM.: Schmutz; F.: trübe, trüb, trübes, trübem, trüben, trüber(, trübere, trüberes, trüberem, trüberen, trüberer, trübst, trübste, trübstes, trübstem, trübsten, trübster)+EW; Z.: trü-b-e
Trubel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Trubel, Wirbel, Durcheinander, Aufregung, lebhaftes geschäftiges oder lustiges Treiben; ne. turmoil, trouble (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. trouble; E.: s. frz. trouble, M., Trubel, Verwirrung, Unordnung; vgl. frz. troubler, V., verwirren, trüben; früh-rom. *turbulare, V., verwirren; lat. turbāre, V., in Unruhe versetzen, in Unordnung bringen, verwirren; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trubel, Kluge s. u. Trubel, DW 22, 1189, EWD s. u. Trubel, Duden s. u. Trubel, Bluhme s. u. Trubel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Frühromanischen und dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches lebhaftes geschäftiges oder lustiges Treiben von Lebewesen; BM.: drehen bzw. wirbeln; F.: Trubel, Trubels+FW+EW; Z.: Tru-b-el
trüben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. trüben, trübe machen, verunreinigen, trübe werden; ne. tarnish (V.), dim (V.); Vw.: -; Hw.: s. trübe, Trübsal; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. truoben (1), sw. V., „trüben“, sich betrüben, trübe sein (V.), trübe werden, traurig werden; mnd. drȫven (1), droven, drüven, sw. V., trüben, trübe sein (V.), trübe machen ahd. truoben, sw. V. (1a), trüben, verwirren, beunruhigen; ahd. truobēn, sw. V. (3), sich trüben, trübe werden, betrübt werden, dunkel werden; as. drōvian*, sw. V. (1a), betrübt werden, zurückschrecken; anfrk. druoven*, druovon*, sw. V. (1?, 2?), trüben, verwirren; germ. *drōbjan, sw. V., trübe machen, aufrühren; germ. *drōbēn, *drōbǣn, sw. V., trübe werden, dunkel werden; idg. *dʰerəbʰ-, *dʰrābʰ-, *dʰrəbʰ-, Sb., Trübes, Hefe, Pokorny 252; idg. *dʰer- (1), dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. trübe, Kluge s. u. trübe, DW 22, 1192, EWD s. u. trübe, Duden s. u. trüben; Son.: vgl. afries. -; ae. drēfan, sw. V. (1), aufrühren, bewegen, stören; an. -; got. drōbjan, sw. V. (1), trüben, irre machen, aufwiegeln, bewegen; nndl. vertroebelen, V., trüben; gr. τρέφειν (tréphein), V., sich verdichten, gerinnen lassen, dick machen, ernähren; lit. drebti, V., mit Dickflüssigem werfen; GB.: (truobēn) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für durch Ablagerungen oder Schwebstoffe trübe machen oder verunreinigen oder trübe werden; BM.: Schmutz; F.: trüben (!), trübe (!), trübst, trübt, trübest, trübet, trübte, trübtest, trübten, trübtet, getrübt, ##getrübt, getrübte, getrübtes, getrübtem, getrübten, getrübter##, trübend, ###trübend, trübende, trübendes, trübendem, trübenden, trübender###, trüb (!)+EW; Z.: trü-b-en
Trübsal, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Trübsal, Betrübnis, Traurigkeit, Melancholie; ne. distress, misery; Vw.: -; Hw.: s. trübe, trüben; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. trüebesal, truobesail, trüebsail, trüebeseli, st. N., st. M., F., Trübheit, Finsternis, Trübsal, Kummer, Betrübnis; s. mhd. trüebe (1), trūbe, truobe, Adj., lichtlos, glanzlos, düster, trüb, trübe, dunkel, finster, unlauter, traurig; ahd. truobi*, Adj., trübe, dunkel, verwirrt, verdunkelt, undurchsichtig; germ. *drōba-, *drōbaz, *drōbja-, *drōbjaz, Adj., zäh, dickflüssig, trüb, verwirrt; s. idg. *dʰerəbʰ-, *dʰrābʰ-, *dʰrəbʰ-, Sb., Trübes, Hefe, Pokorny 252; vgl. idg. *dʰer- (1), *dʰerə-, Sb., V., Trübes, Schmutz, trüben, Pokorny 251 (381/29) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für das Hinterglied s. nhd. …sal; L.: Kluge s. u. Trübsal, DW 22, 1209, EWD s. u. trübe, Duden s. u. Trübsal; GB.: (trüebesal) seit 11. Jh. belegte und aus trüb(e) und sal gebildete Bezeichnung für bedrückendes menschliches Leiden oder Betrübnis oder Traurigkeit; BM.: Schmutz; F.: Trübsal, Trübsale+EW; Z.: Trü-b-sal
$trübselig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. trübselig, betrübt, traurig; E.: s. trüb(e), s. selig, s. Trübsal, s. ig; L.: Kluge s. u. Trübsal, DW 22, 1216, EWD s. u. trübe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus trüb(e) und selig gebildete Bezeichnung für betrübt oder traurig; F.: trübselig, trübselige, trübseliges, trübseligem, trübseligen, trübseliger(, trübseligere, trübseligeres, trübseligerem, trübseligeren, trübseligerer, trübseligst, trübseligste, trübseligstes, trübseligstem, trübseligsten, trübseligster)+EW; Z.: trü-b-sel-ig
$Trübsinn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Trübsinn, düstere Stimmung; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. trüb(e), s. Sinn; L.: DW 22, 1216, EWD s. u. trübe; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus trüb(e) und Sinn gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder früher mögliche düstere Stimmung von Menschen; F.: Trübsinn, Trübsinns, Trübsinnes+EW; Z.: Trü-b—sinn
$trübsinnig, nhd., M., (18. Jh.): nhd. trübsinnig, düster gestimmt; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Trübsinn, s. ig; L.: DW 22, 1216, EWD s. u. trübe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Trübsinn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder früher mögliches düster gestimmt (von Menschen); F.: trübsinnig, trübsinnige, trübsinniges, trübsinnigem, trübsinnigen, trübsinniger(, trübsinnigere, trübsinnigeres, trübsinnigerem, trübsinnigeren, trübsinnigerer, trübsinnigst, trübsinnigste, trübsinnigstes, trübsinnigstem, trübsinnigsten, trübsinnigster)+EW; Z.: trü-b-sinn-ig
Truchsess, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Truchsess, Mundschenk; ne. steward, Lord High Steward; Vw.: -; Hw.: s. Drost; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. truhtsæze, truhsæze, trugsāze, trohtsāze, drogsāze, truhtzæte, sw. M., Truchsess, die Speisen Aufsetzender, Vorsteher über Hofhaltung und Küche; mhd. truhtsæzære*, truhtsæzer, truhsæzer, st. M., „Truchtsetzer“, Truchsess; mnd. drost (2), droste, drotsāte, drotsēte, drossete, drostete, drotzete, M., Drost, Truchsess der am weltlichen oder geistlichen Hofe das erste Ehrenamt bekleidet; mnl. drosssote, M., Truchsess; ahd. truhtsāzo*, truhsāzo, sw. M. (n), Truchsess; truhtsezzo*, truhsezzo*, sw. M. (n), Truchsess; vgl. ahd. truht*, st. F. (i), Schar (F.) (1), Gefolge; germ. *druhti-, *druhtiz, st. F. (i), Gefolge, Schar (F.) (1), Zug; idg. *dʰereugʰ-, Adj., V., fest, halten, Pokorny 254; vgl. idg. *dʰer- (2), *dʰerə-, V., halten, festhalten, stützen, Pokorny 252 (382/30) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); ahd. sizzen, st. V. (5), sitzen, thronen, sich befinden, wohnen, bleiben; germ. *setjan, *sitjan, st. V., sitzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *ē̆s-, V., sitzen, Pokorny 342 (500/81) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Truchsesz, Kluge s. u. Truchsess, DW 22, 1228 (Truchsesz), EWD s. u. Truchsess, Falk/Torp 214, Seebold 167, Duden s. u. Truchsess, Bluhme s. u. Truchsess; Son.: vgl. afries. drusta, M., Droste, Truchsess; ae. dryht, driht, st. F. (i), Menge, Schar (F.) (1), Heer, Gefolge, Volk; an. drōtt, st. F. (i), Kriegsschar, Schar (F.) (1), Gefolge; got. draúhts (2), st. F. (i), Heer, Schar (F.) (1), Gefolge, Volk?; nndl. drossaard, Sb., Truchsess; GB.: (truhtsāzo) seit 10. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Tätigkeit (Mundschenk) an einem mittelalterlichen Hof eines Adeligen; BM.: Schar (F.) (1) bzw. halten, sitzen; F.: Truchsess, Truchsesses, Truchsessen, Truchsesse+EW; Z.: Tru-ch-sess
trudeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. trudeln, sich langsam drehend bewegen; ne. spin (V.), corkscrew (V.); Vw.: -; Hw.: s. trödeln (2); Q.: Mitte 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht Nebenform von trödeln (2) (s. d.); L.: Kluge s. u. trudeln, DW 22, 1239, EWD s. u. trudeln, Duden s. u. trudeln, Bluhme s. u. trudeln; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit trödeln verbindbare Bezeichnung für sich langsam drehend bewegen; BM.: ?; F.: trudeln, trudel (!), trudle, trudelst, trudelt, trudelte, trudeltest, trudelten, trudeltet, getrudelt, ##getrudelt, getrudelte, getrudeltes, getrudeltem, getrudelten, getrudelter##, trudelnd, ###trudelnd, trudelnde, trudelndes, trudelndem, trudelnden, trudelnder###, trudel (!)+EW; Z.: trud-el-n
Trüffel, nhd., F., M., (18. Jh.): nhd. Trüffel, ein Speisepilz; ne. truffle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. truffe, truffle; E.: s. frz. truffe, truffle, M., Trüffel; aprov. trufla, F., Trüffel, Spötterei; mlat. tubera, F., Erdschwamm, Erdknolle; lat. tūber, N., Höcker, Buckel, Beule, Geschwulst, (190-159 v. Chr.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trüffel, Kluge s. u. Trüffel, DW 22, 1239, EWD s. u. Trüffel, Duden s. u. Trüffel; Son.: vgl. nndl. truffel, Sb., Trüffel; nschw. tryffel, Sb., Trüffel; nnorw. trøffel, M., Trüffel; poln. trufla, F., Trüffel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Altprovenzalischen aufgenommene und mit dem Mittellateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlich möglichen von Menschen bereits vor mehr als 4000 Jahren als Speisepilz erwähnten und verwendeten knolligen Schlauchpilz mit rauer dunkeler Oberfläche; BM.: schwellen; F.: Trüffel, Trüffels, Trüffeln+FW; Z.: Trüf-f-el
Trug, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Trug, Betrug, Täuschung; ne. deception, illusion; Vw.: -; Hw.: s. trügen; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. mhd. truc, st. M., Trug, Betrug; mhd. troc (2), st. M., Trug, Betrug, dämonisches Blendwerk; mhd. trüge (1), truge, st. F., sw. F., Trug, Betrug, Betrügerei, Täuschung, trügerische Aufmachung der Frauen; mnd. droch (1), N., Trug, Betrug, Trugbild; ahd. bitrog*, st. M. (a?), „Betrug“, Trugbild, Gespenst; as. *drugi?, st. M. (i), Trug; vgl. as. *drog?, st. N. (a), Trug?; germ. *druga-, *drugam, N., Trugbild; vgl. idg. *dʰreugʰ- (2), V., trügen, schädigen, Pokorny 276; L.: Kluge 1. A. s. u. Trug, Kluge s. u. trügen, DW 22, 1245, EWD s. u. trügen, Seebold 168, Duden s. u. Trug, Bluhme s. u. Trug; GB.: seit um 1230 belegte und für das Altsächsische und das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früh mögliche von etwas ausgehende Täuschung (von Menschen); BM.: schädigen; F.: Trug, Truges, Trugs+EW; Z.: Trug
$Trugbild, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Trugbild; E.: s. Trug, s. Bild; L.: DW 22, 1256, EWD s. u. trügen; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Trug und Bild gebildete Bezeichnung für ein durch Täuschung verursachtes Bild einer Gegebenheit in der Vorstellung mindestens eines Menschen; F.: Trugbild, Trugbildes, Trugbilds, Trugbilder, Trugbildern+EW; Z.: Trug—bild
trügen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. trügen, betrügen, irreführen, zu falschen Vorstellungen verleiten, täuschen; ne. deceive; Vw.: -; Hw.: s. Trug; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. triegen (1), trūgen, st. V., betrügen, trügen, täuschen, irreführen, heimsuchen, verführen, belügen, beirren bei, abbringen von; mnd. drȫgen (2), sw. V., trügen, betrügen; mnd. drēgen (2), drogen, st. V., trügen, betrügen, täuschen; mnl. drieghen, st. V., trügen; ahd. triogan, st. V. (2a), trügen, betrügen, täuschen; as. driogan*, st. V. (2a), betrügen; anfrk. *driegan?, st. V. (2), trügen; germ. *dreugan (2), st. V., trügen, schädigen?; idg. *dʰreugʰ- (2), V., trügen, schädigen, Pokorny 276 (412/60) (RB. idg. aus ind., iran., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trug, Kluge s. u. trügen, DW 22, 1260, EWD s. u. trügen, Falk/Torp 213, Seebold 168, Duden s. u. trügen, Bluhme s. u. truegen; Son.: vgl. afries. *driāga, st. V. (2), trügen; ae. -; an. -; got. -; ai. druhyati, V., beschädigt, sucht zu schaden; lat. fraus, F., Betrug, Betrügerei, Hinterlist; GB.: (triogan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches betrügen oder irreführen oder zu falschen Vorstellungen verleiten oder täuschen; BM.: schädigen; F.: trügen (!), trüge (!), trügst, trügt, trügest, trüget, trog, trogst, trogen, trogt, tröge, trögest, trögen, tröget, getrogen, ##getrogen, getrogene, getrogenes, getrogenem, getrogenen, getrogener##, trügend, ###trügend, trügende, trügendes, trügendem, trügenden, trügender###, trüg (!)+EW; Z.: trüg-en
$Trüger, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Trüger, Trügender; E.: s. trüg(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Be-; L.: DW 22, 1278; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus trüg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder jedenfalls der Hochkulturen des Altertums möglichen Trügenden; F.: Trüger, Trügers, Trügern+EW; Z.: Trüg-er
$trügerisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. trügerisch, täuschend; E.: s. Trüger, s. isch; L.: DW 22, 1285,EWD s. u. trügen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Trüger und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder jedenfalls der Hochkulturen des Altertums mögliches täuschend; F.: trügerisch, trügerische, trügerisches, trügerischem, trügerischen, trügerischer(, trügerischere, trügerischeres, trügerischerem, trügerischeren, trügerischerer, trügerischst, trügerischste, trügerischstes, trügerischstem, trügerischsten, trügerischster)+EW; Z.: trüg-er-isch
$Trugschluss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Trugschluss; E.: s. Trug, s. Schluss, L.: DW 22, 1313 (Trugschlusz), EWD s. u. trügen; GB.: seit 1743 belegte und aus Trug und Schluss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen (und Entwicklung von Sprache) möglichen der Wahrheit oder Wirklichkeit widersprechenden Schluss des Menschen; F.: Trugschluss, Trugschlusses, Trugschlüsse, Trugschlüssen+EW; Z.: Trug—schlu-ss
Truhe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Truhe, Kiste; ne. chest (V.), trunk; Vw.: s. Scheib-; Hw.: s. Trog; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. truhe, sw. F., st. F., Truhe, Lade, Kiste, Geldkiste, Schrank, Sarg, hölzernes Gerinne in dem ein Bach über einen Graben geleitet wird; ahd. truha, sw. F. (n), Truhe, Büchse, kleiner Kasten; entweder von germ. *truga-, *trugaz, st. M. (a), Trog, Baum; germ. *truga-, *trugam, st. N. (a), Trog, Baum; vgl. idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); oder zu germ. *þrūh-, Sb., ausgehöhlter Baumstamm, Trog; idg. *treuk-, V., reiben, drehen, bohren, Pokorny 1074; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Truhe, Kluge s. u. Truhe, DW 22, 1321, EWD s. u. Truhe, Falk/Torp 194, EWAhd 2, 815, Duden s. u. Truhe, Bluhme s. u. Truhe; Son.: s. schweiz. Trucke, F., Truhe; s. ahd. druoh, drūh, st. F. (i), Fessel (F.) (1), Kette (F.) (1); mhd. drū, st. M., st. F., Fessel (F.) (1), Falle um wilde Tiere zu fangen, Drauche, Not, Schwertgriff, Heft (N.) (2); as. thrūh, st. F. (i), Fessel (F.) (2); vgl. ae. þrūh, M., F. (kons.), N., Röhre, Trog, Korb; an. þrō, st. F. (ō), ausgehöhlter Stock, hölzerne Wasserrinne; lit. traukai, M. Pl., Gefäße; GB.: (truha) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein einer Kiste ähnliches und von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes mit aufklappbarem Deckel versehenes kastenartiges der Aufbewahrung von Gegenständen dienendes Möbelstück; BM.: Baum? bzw. bohren?; F.: Truhe, Truhen+EW; Z.: Tru-h-e
Trulle, Trolle, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Trulle, Trolle, dicke plumpe schlampige Frau, Weib; ne. trollop; Vw.: -; Hw.: s. Trollen; Q.: 1337 (Das Schachzabelbuch Kunrats von Ammenhausen); E.: mhd. trülle (1), sw. F., st. F., Kebsweib, Hure; s. mhd. trollen, sw. V., „trollen“, in kurzen Schritten laufen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Trulle, DW 22, 1334, Duden s. u. Trulle; GB.: seit 1337 belegte und mit trollen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen weiblichen Menschen und davon abgeleitet für eine schlampige Frau; BM.: Tölpel?; F.: Trulle, Trullen, Trolle, Trollen+EW; Z.: Trull-e
Trumm, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Trumm, Endstück eines Gegenstands, äußerstes Ende, Teilstück, Stück, Teil; ne. whopper, piece; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. drum (1), trum, st. N., „Trumm“, Endstück, Ende, Grenze, Rand, Spitze, Klotz, Stück, Splitter; mnd. drōm (1), drȫm, drum, dram, N., Trumm, Endstück, Saum (M.) (1); mnl. drom, dreum, drōme, Fadenende eines Gewebes; ahd. drum (2), st. N. (a), Ende, Stamm, Stück; as. *thrum?, *thrumm?, st. M. (i), „Trumm“, Kraft?, Ende?; anfrk. -; germ. *þruma-, *þrumam, st. N. (a), Rand, Ende, Trumm; s. þramu; idg. *termn̥, Sb., Grenzpfahl, Pokorny 1074; vgl. idg. *ter- (4), *terə-, *tr̥̄-, *trā-, *teru-, *terh₂-, V., durchdringen, überqueren, überwinden, überholen, retten, Pokorny 1074 (1863/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trumm, Kluge s. u. Trümmer, DW 22, 1336, EWD s. u. Trümmer, Falk/Torp 181, EWAhd 2, 818, Duden s. u. Trumm, Bluhme s. u. Trumm, Truemmer; Son.: vgl. afries. -; ae. *þrum, Sb., Band (N.); an. þrǫmr, st. M. (u), Rand; got. -; ai. *tárman-, Sb., Ziel, Spitze; gr. τέρμα (térma), N., äußerstes Ende, Grenze, Ziel, Endziel, Zweck; lat. terminus, M., Grenze, Grenzzeichen, Grenzstein; GB.: (drum) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Stück oder Teil (von etwas); BM.: Grenzpfahl bzw. überwinden; F.: Trumm, Trumms, Trümmer, Trümmern+EW; Z.: Tru-m-m
$trümmern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. trümmern, in Trümmer legen, teilen, trennen; Vw.: s. zer-; E.: s. Trumm, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Trümmer, DW 22, 1352; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Trumm und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches in Trümmer legen oder teilen oder trennen; F.: trümmern (!), trümmere, trümmer (!), trümmerst, trümmert, trümmerte, trümmertest, trümmerten, trümmertet, getrümmert, ##getrümmert, getrümmerte, getrümmertes, getrümmertem, getrümmerten, getrümmerter##, trümmernd, ###trümmernd, trümmerndes, trümmerndem, trümmernden, trümmernder###, trümmer (!)+EW; Z.: trü-m-m-er-n
Trumpf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Trumpf, siegende oder stechende Karte in einem Kartenspiel, Vorteil; ne. trump (N.); Vw.: -; Hw.: s. Triumph; Q.: 1590; I.: Lw. lat. triumphus; E.: s. lat. triumphus, M., Siegeseinzug, Triumph, Erfolg, feierlicher Einzug in Rom, dreischrittiger Tanz, (um 250-184 v. Chr.); lat. trēs, Num. Kard., drei; idg. *trei-, Num. Kard., drei, Pokorny 1090 (1888/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trumpf, Kluge s. u. Trumpf, DW 22, 1363, EWD s. u. Trumpf, Duden s. u. Trumpf, Bluhme s. u. Trumpf; Son.: vgl. nndl. tromp, Sb., Trumpf; nschw. trumf, Sb., Trumpf; nnorw. trumf, M., Trumpf; GB.: seit 1590 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die höchste Karte in einem Kartenspiel oder für ein entscheidendes Mittel für einen Vorteil oder einen Sieg; BM.: drei, gehen; F.: Trumpf, Trumpfes, Trumpfs, Trümpfe, Trümpfen+FW; Z.: Tru-m-pf
$trumpfen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. trumpfen, siegen; Vw.: s. auf-, über-; E.: s. Trumpf, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Trumpf, DW 22, 1370, EWD s. u. Trumpf; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Trumpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches siegen; F.: trumpfen, trumpfe, trumpfest, trumpfet, trumpfte, trumpftest, trumpften, trumpftet, getrumpft, ##getrumpft, getrumpfte, getrumpftes, getrumpftem, getrumpften, getrumpfter##, trumpfend, ###trumpfend, trumpfende, trumpfendes, trumpfendem, trumpfenden, trumpfender###, trumpf (!)+FW; Z.: tru-m-pf-en
Trunk, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Trunk, Trinken (N.), Getränk; ne. potion; Vw.: s. trinken, Trank; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. trunc, st. M., Trunk, Schluck; mnd. drunk, M., Trunk, Trinken, Getränk, Trank, Dünnbier; mnl. dronc, M., Trunk; ahd. trunk* (2), trunc, st. M. (a?, i?), Trunk, Schluck; as. -; anfrk. -; germ. *drunki-, *drunkiz, st. M. (i), Trunk; s. idg. *dʰreg̑-, V., ziehen, gleiten, streifen, Pokorny 273; L.: Kluge 1. A. s. u. Trunk, Kluge s. u. trinken, EWD s. u. Trunk, DW 22, 1375, Falk/Torp 212, Seebold 165, Duden s. u. Trunk, Bluhme s. u. Trunk; Son.: vgl. afries. -; ae. drync, st. M. (i), Trunk, Getränk, Zug; an. drykkr, st. M. (i), Trunk, Trank; got. *drugks?, st. M. (i), Trank; GB.: (trunk*) seit um 790 belegte und mit trinken und Trank sowie trunken verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches Trinken (N.) und Getränk; BM.: ziehen bzw. gleiten; F.: Trunk, Trunkes, Trunks, Trünke, Trünken+EW; Z.: Tru-n-k
trunken, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.): nhd. trunken, betrunken, berauscht, begeistert; ne. drunken; Vw.: -; Hw.: s. trinken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. trunken, (Part. Prät.=)Adj., betrunken; mnd. drunken (1), (Part. Prät.=)Adj., trunken, betrunken; mnl. dronken, Adj., trunken; ahd. trunkan*, truncan*, (Part. Prät.=)Adj., trunken, betrunken, berauscht; as. drunkan?, (Part. Prät.=)Adj., trunken; anfrk. drunkan, Part. Prät.=Adj., trunken; germ. *drunkana-, *drunkanaz, Adj., trunken; vgl. idg. *dʰreg̑-, V., ziehen, gleiten, streifen, Pokorny 273 (406/54) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge s. u. trunken, DW 22, 1391, EWD s. u. trunken, Falk/Torp 212, Duden s. u. trunken; Son.: vgl. afries. drunken, Adj., trunken; ae. druncen (2), Adj., trunken; an. drukkinn, Adj., getrunken habend, betrunken; got. drugkanei, sw. F. (n), Trunkenheit; GB.: (trunkan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus trinken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entdeckung und Nutzung von Rauschmitteln durch den Menschen spätestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches betrunken oder berauscht oder begeistert; BM.: ziehen; F.: trunken, trunkene, trunkenes, trunkenem, trunkenen, trunkener(, trunkenere, trunkeneres, trunkenerem, trunkeneren, trunkenerer, trunkenst, trunkenste, trunkenstes, trunkenstem, trunkensten, trunkenster)+EW; Z.: tru-n-k-en
$Trunkenbold, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Trunkenbold, Trunkenheit schätzender und suchender Mensch; E.: s. trunken, s. bald; L.: DW 22, 1396, EWD s. u. trunken; Z.: Trunkenbold, Trunkenboldes, Trunkenbolds, Trunkenbolde, Trunkenbolden+EW; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus trunken und bold (bald) gebildete Bezeichnung für einen spätestens seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Trunkenheit schätzenden und suchenden Menschen; Z.: Tru-n-k-en—bol-d
$Trunkenheit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Trunkenheit, Rauschzustand (durch Alkohol); E.: s. trunken, s. heit; Hw.: s. trinken; L.: Kluge s. u. trunken, DW 22, 1398, EWD s. u. trunken; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus trunken und heit gebildete Bezeichnung für den sachlich seit der Entdeckung von Rauschmitteln durch den Menschen möglichen Rauschzustand (durch Alkohol); F.: Trunkenheit+EW; Z.: Tru-n-k-en-hei-t
$Trunksucht, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Trunksucht, krankhaftes Streben nach Trunkenheit; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Trunk, s. Sucht; Hw.: s. trinken; L.: EWD s. u. Trunk, DW 22, 1406; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Trunk und Sucht gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entdeckung von Rauschmitteln durch den Menschen mögliches krankhaftes und aus geschäftlichen Gründen zunehmend erleichtertes Streben (N.) nach Trunkenheit; F.: Trunksucht+EW; Z.: Tru-n-k—such-t
$trunksüchtig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. trunksüchtig; E.: s. Trunksucht, s. ig; L.: DW 22, 1406, EWD s. u. Trunk; GB.: seit 1690 belegte und aus Trunk und süchtig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entdeckung von Rauschmitteln durch den Menschen mögliches nach Trunkenheit durch Rauschmittel wie beispielsweise Alkohol süchtig; F.: trunksüchtig, trunksüchtige, trunksüchtiges, trunksüchtigem, trunksüchtigen, trunksüchtiger(, trunksüchtigere, trunksüchtigeres, trunksüchtigerem, trunksüchtigeren, trunksüchtigerer, trunksüchtigst, trunksüchtigste, trunksüchtigstes, trunksüchtigstem, trunksüchtigsten, trunksüchtigster)+EW; Z.: tru-n-k—süch-t-ig
Trupp, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Trupp, Truppe, Gruppe, Schar (F.) (1); ne. troop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Truppe; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. nndl. troep; E.: s. nndl. troep, Sb., Trupp; mnl. trop, troepe, M., Trupp, Schar (M.) (1); frz. troupe, F., Truppe, Gruppe; afrz. trope, M., Gruppe von Personen; galloroman. troppus, M., Herde; vielleicht aus dem Fränkischen, frk. *þrop, Sb., Anhäufung; germ. *þurpa-, *þurpam, st. N. (a), Dorf, Schar (F.) (1)?; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Trupp, Kluge s. u. Trupp, DW 22, 1410, EWD s. u. Trupp, Duden s. u. Trupp, Bluhme s. u. Trupp; Son.: vgl. nschw. trupp, Sb., Truppe; nnorw. tropp, M., Truppe; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar aus dem Altfranzösischen sowie aus dem Galloromanischen und vielleicht aus dem Altfränkischen und dem erschließbaren Germanischen aufgenommene und teilweise umgebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit in Bewegung befindliche gemeinsam ein Vorhaben ausführende Gruppe oder Schar (F.) (1) von Menschen; BM.: drehen bzw. wirbeln; F.: Trupp, Trupps+FW(+EW); Z.: Tru-pp
Truppe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Truppe, Trupp, Gruppe, Schar (F.) (2), Heer; ne. troop (N.); Vw.: -; Hw.: s. Trupp; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. nndl. troep; E.: s. nndl. troep, Sb., Trupp; mnl. trop, troepe, M., Trupp, Schar (M.) (1); frz. troupe, F., Truppe, Gruppe; galloroman. troppus, M., Herde; vielleicht aus dem Fränkischen, frk. *þrop, Sb., Anhäufung; germ. *þurpa-, *þurpam, st. N. (a), Dorf, Schar (F.) (1)?; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Trupp, EWD s. u. Trupp, DW 22, 1410 (Trupp), Duden s. u. Truppe; Son.: vgl. nschw. trupp, Sb., Truppe; nnorw. tropp, M., Truppe; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar aus dem Altfranzösischen sowie aus dem Galloromanischen und vielleicht aus dem Altfränkischen und dem erschließbaren Germanischen aufgenommene und teilweise umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen militärischen Verband von Menschen (Heer); BM.: drehen bzw. wirbeln; F.: Truppe, Truppen+FW(+EW?); Z.: Tru-p-p-e
Trust, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Trust, Stiftung, Konzern, Zusammenschluss mehrerer Unternehmen; ne. trust (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. trust; E.: s. ne. trust, Abkürzung für trust-company, N., Treuhandgesellschaft; ne. trust, N., Trauhand, Treuhandvermögen, Vertrauen; vgl. an. traustr, Adj., zuverlässig, stark; germ. *trausta-, *traustaz, Adj., stark, fest; idg. *deru-, *dreu-, *drū-, Sb., Baum, Pokorny 214 (333/38) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 22, 1430, EWD s. u. Trust, Duden s. u. Trust; Son.: vgl. nschw. trust, Sb., Trust; nnorw. trust, M., Trust; poln. trust, M., Trust; lit. trestas, M., Trust; GB.: seit nach 1870 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für den auf Vertrauen aufbauenden Zusammenschluss mehrerer von Menschen geführter Unternehmen; BM.: Baum; F.: Trust, Trusts+FW; Z.: Tru-st
Truthahn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Truthahn, Puter; ne. turkey (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: Herkunft des Vorderglieds ungeklärt, vielleicht zu mnd. drōten, droten, V., drohen, bedrohen, drängen; s. ahd. drouwen* (2), sw. V. (1b), drohen, tadeln; vgl. ahd. drawa*, drowa*, drōa, drewa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Drohung, Androhung, Tadel; germ. *þrawō, st. F. (ō), Leid, Drohung; germ. *þrōwō, st. F. (ō), Leid; s. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, *teri-, *trēi-, *trī-, *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Hahn; L.: Kluge 1. A. s. u. Truthahn, Kluge s. u. Truthahn, DW 22, 1433, EWD s. u. Truthahn, Duden s. u. Truthahn, Bluhme s. u. Truthahn; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und hinsichtlich der Herkunft des Bestimmungsworts ungeklärte sowie möglicherweise zu drohen gehörige Bezeichnung für einen aus Nordamerika und Mittelamerika stammenden und schon von Indianern gezähmten und als Haustier gehaltenen großen Hühnervogel mit rötlich violettem nacktem Kopf und Hals mit Karunkeln (oder Bindegewebsknötchen mit erweiterten Blutgefäßen) sowie leicht verdaulichem eiweißreichem Fleisch; BM.: drohen, singen; F.: Truthahn, Truthahns, Truthahnes, Truthähne, Truthähnen+EW; Z.: Trut—hahn
Trutz, nhd., M.: nhd. Trutz, Gegenwehr, Widerstand; ne. defence; Vw.: -; Hw.: s. Trotz, trotz; Q.: 20. Jh.?; E.: Nebenform von Trotz (s. d.); L.: Kluge s. u. Trotz, DW 22, 1438, Duden s. u. Trutz, Bluhme s. u. Trutz; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und als Nebenform zu Trotz gebildete Bezeichnung für Gegenwehr oder Widerstand; BM.: zürnen?; F.: Trutz, Trutzes+EW; Z.: Trutz
Tschako, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tschako, ein Hut; ne. shako; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ungar. csákó; E.: s. ungar. csákó, Sb., seitwärts abstehender Teil der geschlitzten Krempe eines Hutes; vgl. ungar. scákós, Adj., abstehend, sich aufwärts krümmend; L.: DW 22, 1440, EWD s. u. Tschako, Duden s. u. Tschako; Son.: vgl. nschw. tschakå, Sb., Tschako; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Ungarischen aufgenommene (und umgeschriebene) Bezeichnung für einen Hut (M.) oder eine aus einem Schild und einem zylinderförmigen Oberteil bestehende militärische Kopfbedeckung; BM.: abstehend; F.: Tschako, Tschakos+FW(+EW?); Z.: Tschako
tschilpen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tschilpen, tönen wie ein Sperling oder Spatz; ne. chirp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend nach dem Laut der Sperlinge; L.: Kluge s. u. tschilpen, DW 22, 1442, Duden s. u. tschilpen, Bluhme s. u. tschilpen; GB.: seit 20. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches kurze helle Laute wie ein Sperling oder Spatz von sich geben; BM.: lautmalend; F.: tschilpen, tschilpe, tschilpst, tschilpt, tschilpest, tschilpet, tschilpte, tschilptest, tschilpten, tschilptet, getschilpt, ##getschilpt, getschilpte, getschilptes, getschilptem, getschilpten, getschilpter##, tschilpend, ###tschilpend, tschilpende, tschilpendes, tschilpendem, tschilpenden, tschilpender###, tschilp (!)+EW; Z.: tschilp-en
tschüs, tschüss, nhd., Interj., (20. Jh.): nhd. tschüs, adieu; ne. bye; Vw.: -; Hw.: s. adieu; Q.: 20. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. nd. adjüs, Adj., adios, tschüs; span. adiós, Interj., adios; von lat. ad deum, s. lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); lat. deus, M., Gott, Gottheit; idg. *déiu̯os, M., Himmlischer, Gott, Pokorny 185; s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. tschüs; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie mittelbar aus dem Spanischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen verwendeten Abschiedsgruß; BM.: zu, Gott; F.: tschüs+FW; Z.: tschüs
tschüss, nhd., Interj.: nhd. tschüss; Vw.: s. tschüs
Tsetse, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tsetse, Tsetsefliege; ne. tsetsefly, tsetse; Vw.: s. -fliege; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. tsetse, tsetsefly; E.: s. ne. tsetse, tsetsefly, N., Tsetsefliege, Tsetse; bantusprachlich (Twana) Tsetse, Nachahmung des Fluggeräuschs?; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tsetsefliege, Duden s. u. Tsetsefliege; Son.: vgl. nndl. tseetseevlieg, Sb., Tsetsefliege; frz. mouche tsé-tsé, F., Tsetse, Tsetsefliege; nschw. tsetseflugor, Sb., Tsetse, Tsetsefliege; nnorw. tsetseflue, M., F., Tsetse, Tsetsefliege; poln. mucha tse-tse, F., Tsetse, Tsetsefliege; nir. seitse, Sb., Tsetse, Tsetsefliege; lit. musė cėcė, F., Tsetse, Tsetsefliege; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer Bantusprache Afrikas aufgenommene und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für die in Afrika heimische und die unbehandelt tödlich verlaufende Schlafkrankheit auch auf Menschen übertragende Fliege; BM.: lautmalend?; F.: Tsetse, Tsetses+FW+EW; Z.: Tse-tse
Tsetsefliege, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tsetsefliege, Tsetse; ne. tsetsefly, tsetse; Vw.: -; Hw.: s. Tsetse; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. tsetsefly, tsetse; E.: s. ne. tsetsefly, tsetse, N., Tsetsefliege, Tsetse; bantusprachlich (Twana) Tsetse, Nachahmung des Fluggeräuschs?; L.: fehlt DW, EWD s. u. Tsetsefliege, Duden s. u. Tsetsefliege; Son.: vgl. nndl. tseetseevlieg, Sb., Tsetsefliege; frz. mouche tsé-tsé, F., Tsetsefliege; nschw. tsetseflugor, Sb., Tsetsefliege; nnorw. tsetseflue, M., F., Tsetsefliege; poln. mucha tse-tse, F., Tsetsefliege; nir. seitse, Sb., Tsetsefliege; lit. musė cėcė, F., Tsetsefliege; GB.: seit 19. Jh. belegte und in dem Bestimmungswort aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer Bantusprache Afrikas aufgenommene und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für eine in Afrika heimische und die unbehandelt tödlich verlaufende Schlafkrankheit auch auf Menschen übertragende Fliege; BM.: lautmalend?; F.: Tsetsefliege, Tsetsefliegen, Tsetse, Tsetses+FW+EW; Z.: Tse-tse—flie-g-e
Tsunami, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Tsunami, Flutwelle; ne. tsunami; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. jap. tsunami (Welle in einem Hafen); E.: s. jap. tsunami, Sb., Hafenwelle, Hochwasser; L.: fehlt DW, Duden s. u. Tsunami; Son.: vgl. nndl. tsunami, Sb., Tsunami; frz. tsunami, M., Tsunami; nschw. tsunami, Sb., Tsunami; nnorw. tsunami, M., Tsunami; poln. tsunami, N., Tsunami; kymr. tswnami, F., Tsunami; nir. súnámaí, Sb., Tsunami; lit. cunamis, M., Tsunami; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach 2004 aus dem Japanischen international aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche und 1868 von Ferdinand Hochstetter beschriebene überwiegend durch Seebeben ausgelöste und sich infolge plötzlicher Wasserverdrängung mit hoher Geschwindigkeit ausbreitende Flutwelle (Hafenwelle) die beispielsweise in Alaska 1958 eine Landzunge mit einer Höhe von mehr als 500 Metern über dem Meeresspiegel überspülte; BM.: Welle in einem Hafen; F.: Tsunami, Tsunamis+FW; Z.: Tsu-nami
Tuba, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tuba, ein Blasinstrument; ne. tuba; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. tuba; E.: s. lat. tuba, F., Tuba, Trompete, Röhre, (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unsicher, vielleicht zu tībia?, s. Walde/Hofmann 2, 712; L.: Kluge s. u. Tuba, DW 22, 1444, EWD s. u. Tuba, Duden s. u. Tuba; Son.: vgl. nndl. tuba, Sb., Tuba; frz. tuba, F., Tuba; nschw. tuba, Sb., Tuba; nnorw. tuba, M., Tuba; poln. tuba, F., Tuba; kymr. tiwba, M., Tuba; nir. tiúba, M., Tuba; lit. tūba, F., Tuba; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene sowie in der Herkunft unsichere und vielleicht mit tibia verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in Berlin um 1835 kurz nach der Erfindung der Ventiltechnik gebautes Blechblasinstrument mit oval gewundenem Rohr und nach oben gerichtetem Schalltrichter; BM.: Röhre; F.: Tuba, Tubas, Tuben+FW; Z.: Tub-a
Tube, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tube, Rohr; ne. tube; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. tube; E.: s. ne. tube, N., Rohr; frz. tube, M., Rohr; lat. tubus, M., Röhre, Wasserröhre, weibliches Glied, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. tuba, F., Tuba, Trompete, Röhre; Herkunft unsicher, vielleicht zu tībia?, s. Walde/Hofmann 2, 712; L.: Kluge s. u. Tube, fehlt DW, EWD s. u. Tube, Duden s. u. Tube, Bluhme s. u. Tube; Son.: vgl. nndl. tube, Sb., Tube; frz. tube, M., Tube; nschw. tub, Sb., Tube; nnorw. tube, M., Tube; poln. tubka, F., Tube; kymr. tiwb, M., Tube; GB.: vielleicht seit 1841 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen aus biegsamem Metall oder elastischem Kunststoff gefertigten kleinen röhrenförmigen und 1841 von dem Maler John Goffe Rand in den Vereinigten Staaten von Amerika für ein Patent angemeldeten Behälter mit Schraubverschluss für pastenartige Stoffe wie beispielsweise Zahnpasta die zu der Entnahme in jeweils gewünschter Menge herausgedrückt werden können; BM.: Röhre; F.: Tube, Tuben+FW; Z.: Tub-e
Tuberkel, nhd., M., F., (19. Jh.): nhd. Tuberkel, knötchenförmige Geschwulst; ne. tubercle; Vw.: -; Hw.: s. tuberkulös, Tuberkulose; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. tūberculum; E.: s. lat. tūberculum, N., kleiner Höcker, Höckerlein, kleine Geschwulst, kleine Beule, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. tūber, N., Höcker, Buckel, Beule, Geschwulst; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 22, 1146, Duden s. u. Tuberkel; Son.: vgl. nndl. tuberkel, Sb., Tuberkel; frz. tubercule, M., Tuberkel; nschw. tuberkel, Sb., Tuberkel; nnorw. tuberkel, M., Tuberkel; kymr. twbercwl, M., Tuberkel; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche knötchenförmige Geschwulst oder Zellenanhäufung in Körpern von Lebewesen; BM.: schwellen; F.: Tuberkel, Tuberkels, Tuberkeln+FW(+EW?); Z.: Tu-b-er-kel
tuberkulos, nhd., Adj.: nhd. tuberkulos; Vw.: s. tuberkulös
tuberkulös, tuberkulos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tuberkulös, tuberkulos, mit Tuberkulose behaftet; ne. tuberulous; Vw.: -; Hw.: s. Tuberkulose, Tuberkel; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. tuberculeux; E.: s. frz. tuberculeux, Adj., tuberkulös; vgl. frz. tubercule, M., Tuberkel, Knolle, Höcker; lat. tūberculum, N., kleiner Höcker, Höckerlein, kleine Geschwulst, kleine Beule, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. tūber, N., Höcker, Buckel, Beule, Geschwulst; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tuberkulose, DW 22, 1146, EWD s. u. Tuberkel, Duden s. u. tuberkulös; Son.: vgl. nschw. tuberkulos, Adj., tuberkulös; nnorw. tuberkuløs, Adj., tuberkulös; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Tuberkeln mögliches mit Tuberkulose behaftet; BM.: schwellen; F.: tuberkulös, tuberkulöse, tuberkulöses, tuberkulösem, tuberkulösen, tuberkulöser, tuberkulos, tuberkulose, tuberkuloses, tuberkulosem, tuberkulosen, tuberkuloser+FW+EW?; Z.: tu-b-er-kul-ös
Tuberkulose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tuberkulose, Lungenschwindsucht; ne. tuberculosis; Vw.: -; Hw.: s. tuberkulös, Tuberkel; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. tūberculum, N., kleiner Höcker, Höckerlein, kleine Geschwulst, kleine Beule, (14-37 n. Chr.); vgl. lat. tūber, N., Höcker, Buckel, Beule, Geschwulst; vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tuberkulose, DW 22, 1447, EWD s. u. Tuberkel, Duden s. u. Tuberkulose; Son.: vgl. nndl. tuberculose, Sb., Tuberkulose; frz. tuberculose, F., Tuberkulose; nschw. tuberkulos, Sb., Tuberkulose; nnorw. tuberkulose, M., Tuberkulose; kymr. twbercwlosis, M., Tuberkulose; lit. tuberkuiozė, F., Tuberkulose; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon in Skelettüberresten ägyptischer Mumien von 3000 v. Chr. nachweisbare meist chronisch verlaufende Infektionskrankheit mit Tuberkeln in den befallenen Organen; BM.: schwellen; F.: Tuberkulose, Tuberkulosen+FW; Z.: Tu-b-er-kul-os-e
Tuch, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Tuch, Stoff, Gewebe; ne. cloth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. tuoch, st. N., M., Tuch, Tuchballen, Leinwand; mnd. dōk (1), M., Tuch, Gewebe aus starkem Leinen (N.) oder Wolle, Gewebe, Tuch um den Kopf, bestimmtes Maß für Tuch, Decke, Windel, Wischtuch, Kleidung, Kopftuch; mnl. doec, N., Tuch; ahd. tuoh, st. M. (a)?, st. N. (a), Tuch, Stoff, ein Stück Stoff, Strickstoff, Hülle, Lappen (M.), Kleiderfetzen, Flicken (M.); as. *dōk?, st. N. (a)?, Tuch; anfrk. -; germ. *dōka, *dōkaz, st. M. (a), Tuch; L.: Kluge 1. A. s. u. Tuch, Kluge s. u. Tuch, DW 22, 1448, EWD s. u. Tuch, Falk/Torp 206, Duden s. u. Tuch, Bluhme s. u. Tuch; Son.: vgl. afries. dōk, st. M. (a), Tuch, Binde; saterl. doc; an. dūkr, st. M. (a), Tuch, Schleier, Segel; ae. -; an. -; got. -; nndl. doek, Sb., Tuch; nschw. duk, Sb., Tuch; GB.: (tuoh) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung aus Fasern entwickeltes und für verschiedene Zwecke bestimmtes Stück Stoff oder Gewebe; BM.: ?; F.: Tuch, Tuches, Tuchs, Tücher, Tüchern+EW; Z.: Tuch
$Tuchfühlung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tuchfühlung; E.: s. Tuch, s. Fühlung; L.: Kluge s. u. Tuchfühlung, DW 22, 1478, EWD s. u. Tuch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tuch und Fühlung gebildete Bezeichnung für eine großflächige Berührung von Tuch oder Bekleidung mehrerer Menschen wie beispielsweise von Soldaten bei einem Antreten ermöglichende besondere Nähe; F.: Tuchfühlung+EW; Z.: Tuch—fühl-ung
tüchtig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. tüchtig, fleißig, wirksam, brauchbar, effizient; ne. efficient, able; Vw.: -; Hw.: s. Tugend, taugen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. tühtic, tühtec, Adj., brauchbar, tüchtig, wacker, edel, fein, gesittet, gebildet, nützlich, fähig; mnd. düchtich, düftich, Adj., tüchtig, tugendhaft, fähig, tauglich, brauchbar, makellos, unbeanstandet; mnl. duchtich, Adj., tüchtig; s. mhd. tuht, duht, tūiht, st. F., Andrang, Tüchtigkeit, Fähigkeit, Kraft; mnd. ducht (1), F., Ducht, Tüchtigkeit, Tugend, Furcht, Ehrfurcht; vgl. mhd. tugen, anom. V., tüchtig sein (V.), förderlich sein (V.), nützen; mnd. dȫgen, dogen, V., taugen, brauchbar sein (V.), Gültigkeit haben, kräftig sein (V.), nützen, tauglich sein (V.); ahd. tugan*, Prät.-Präs., taugen, nützen, sich eignen, reichen, zukommen, fähig sein (V.), gut sein (V.); as. dugan*, Prät.-Präs., taugen, nützen; germ. *dugan, Prät.-Präs., taugen; germ. *daug-, Prät. Präs., taugen; idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. tüchtig, Kluge s. u. tüchtig, DW 22, 1492, EWD s. u. tüchtig, Duden s. u. tüchtig, Bluhme s. u. tuechtig; Son.: vgl. nndl. duchtig, Adj., tüchtig; ne. doughty, Adj., furchtlos; nschw. duktig, Adj., tüchtig; nnorw. dyktig, Adj., tüchtig; GB.: (tühtic) seit 11. Jh. belegte und aus tuht und ig gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen für taugen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für fleißig oder wirksam oder brauchbar; BM.: taugen bzw. berühren; F.: tüchtig, tüchtige, tüchtiges, tüchtigem, tüchtigen, tüchtiger(, tüchtigere, tüchtigeres, tüchtigerem, tüchtigeren, tüchtigerer, tüchtigst, tüchtigste, tüchtigstes, tüchtigstem, tüchtigsten, tüchtigster)+EW; Z.: tüch-t-ig
$Tüchtigkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Tüchtigkeit, Fleißigkeit, Wirksamkeit, Brauchbarkeit; E.: s. tüchtig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. tüchtig, DW 22, 1512, EWD s. u. tüchtig; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tüchtig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Fleißigkeit oder Wirksamkeit oder Brauchbarkeit; F.: Tüchtigkeit, Tüchtigkeiten+EW; Z.: Tüch-t-ig-kei-t
Tücke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Tücke, hinterhältig-heimtückische Boshaftigkeit; ne. malice; Vw.: s. Heim-; Hw.: -; Q.: um 1220 (Heinrich und Kunigunde des Ebernand von Erfurt); E.: mhd. tücke, tucke, st. F., Tücke, Handlungsweise, Benehmen, Tun, Arglist, Tücke, Art (F.) (1), Wesen, List, Verstellung, Bösartigkeit, Bosheit; s. mhd. tuc, duc, st. M., Schlag, Stoß, schnelle Bewegung; mnd. tuk, M., Zug, Ruck, Tücke; mnl. tuc, tuk, M., Stoß; L.: Kluge 1. A. s. u. Tücke, Kluge s. u. Tücke, DW 22, 1524, EWD s. u. Tücke, Duden s. u. Tücke, Bluhme s. u. Tuecke; GB.: (tücke) seit um 1220 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche hinterhältig-heimtückische Boshaftigkeit; BM.: Stoß?; F.: Tücke, Tücken+EW; Z.: Tück-e
tuckern, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. tuckern, schippern, langsam fahren; ne. chug (V.), putter (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: lautmalend; L.: Kluge s. u. tuckern, DW 22, 1537, Duden s. u. tuckern, Bluhme s. u. tuckern; GB.: seit 20. Jh. belegte wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für gleichmäßig aufeinanderfolgende klopfende stumpf-harte Laute von sich geben oder schippern oder langsam fahren; BM.: lautmalend; F.: tuckern, tuckere, tucker (!), tuckre, tuckerst, tuckert, tuckerte, tuckertest, tuckerten, tuckertet, getuckert, ##getuckert, getuckertes, getuckertem, getuckerten, getuckerter##, tuckernd, ###tuckernd, tuckernde, tuckerndes, tuckerndem, tuckernden, tuckernder###, tucker (!)+EW; Z.: tuck-er-n
$tückisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. tückisch, durch Tücke gekennzeichnet; Vw.: s. heim-; E.: s. Tück(e), s. isch; L.: Kluge s. u. Tücke, DW 22, 1533, EWD s. u. Tücke; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tück(e) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches durch Tücke gekennzeichnet; F.: tückisch, tückische, tückisches, tückischem, tückischen, tückischer(, tückischere, tückischeres, tückischerem, tückischeren, tückischerer, tückischst, tückischste, tückischstes, tückischstem, tückischsten, tückischster)+EW; Z.: tück-isch
Tüder, Tuder, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Tüder, Tuder, Strick zu einem Anbinden von Vieh auf einer Weide (F.) (2); ne. tether (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zitter; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. tuder, tudder, tider, M., Tüder, Weideseil, Strick (M.) (1) mit dem man ein Tier auf einer Weide (F.) (2) anbindet; mnl. tuder, Sb., Deichsel; vgl. germ. *teudra-, *teudram, st. N. (a), Seil, Strick (M.) (1), Deichsel; idg. deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Tüder, DW 22, 1540, Falk/Torp 165, Duden s. u. Tüder; Son.: s. ahd. ziotar, st. M. (a?), st. N. (a), Zieter, Deichsel; mhd. zieter, st. M., st. N., Deichsel; nhd. (ält.-dial.) Zieter, M., N., Zieter; vgl. afries. tiāder, Sb., Weideseil; nnordfries. tjudder, tjodder; mnd. tuder, tudder, M., Weideseil, Strick (M.) (1); ? ae. tūdor, tudder, st. N. (a), Nachkomme, Frucht; an. -; an. tjōðr, st. N. (a), Fußfessel für Tiere; got. ?; nschw. tjuder, N., Seil; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen Strick zu einem Anbinden von Vieh auf einer Weide (F.) (2); BM.: ziehen; F.: Tüder, Tüders, Tüdern, Tuder, Tuders, Tudern+EW; Z.: Tü-d-er
Tuff (1), nhd., M., (10. Jh.): nhd. Tuff (M.) (1), Tuffstein, ein Gestein; ne. tuff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. tupfstein, topfstein, st. M., Tuffstein; mhd. tuft (2), Sb., Tuff, Tuffstein; mnd. dufstēn, dūfstēn, dufstein, M., Tuffstein; ahd. tufstein, st. M. (a), Tuffstein, Bimsstein; lat. tōfus, M., Tuff, Tuffstein, (70-19 v. Chr.); Lehnwort aus dem Oskisch-Umbrischen, weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Tuff, Kluge s. u. Tuff, DW 22, 1544, EWD s. u. Tuff 1, Duden s. u. Tuff, Bluhme s. u. Tuffstein; Son.: vgl. nndl. tufsteen, Sb., Tufstein; frz. tuf, M., Tuffstein; nschw. tuffsten, Sb., Tuffstein; nnorw. tuff, M., Tuff (M.) (1); kymr. twff, M., Tuff (M.) (1); nir. tufa bolcánach, Sb., Tuffstein; lit. tufas, M., Tuff (M.) (1); GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und dem Oskisch-Umbrischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches lockeres und poröses sowie aus verfestigtem vulkanischem Magma bestehendes Gestein; BM.: ?; F.: Tuff, Tuffes, Tuffs, Tuffe, Tuffen+FW; Z.: Tuff
Tuff (2), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tuff (M.) (2), Blumenbüschel, kleines rundes Blumengebinde; ne. bouquet of flowers; Vw.: -; Hw.: s. Zopf; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. touffe; E.: s. frz. touffe, F., Büschel; afrz. tofe, F., Büschel, Schneeflocke; wohl aus dem Germ., vgl. mfrk. *tupfa, Sb., Zopf, Gamillscheg, 856b; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; vgl. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: DW 22, 1545, EWD s. u. Tuff 2, Duden s. u. Tuff; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Mittelfränkischen und Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Blumenbüschel oder ein kleines rundes Blumengebinde; BM.: Büschel; F.: Tuff, Tuffes, Tuffs+FW; Z.: Tuff
$Tuffstein, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tuffstein, Tuff, ein Stein; E.: s. Tuff (M.) (1), s. Stein; L.: DW 22, 1545, EWD s. u. Tuff 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Tuff und Stein gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen Stein aus lockerem und porösem und verfestigtem vulkanischem Magma; F.: Tuffstein, Tuffsteins, Tuffsteines, Tuffsteine, Tuffsteinen+FW+EW; Z.: Tuff-stei-n
$Tüftelei, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tüftelei, Versuch der Lösung einer nicht leichten Aufgabe durch möglichst geschickte Bemühung; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. tüftel(n), s. ei (Suff.); L.: DW 22, 1554, EWD s. u. tüfteln; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus tüftel(n) und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für den von Menschen unternommenen Versuch der Lösung einer nicht leichten Aufgabe durch möglichst geschickte Bemühung; F.: Tüftelei, Tüfteleien+EW; Z.: Tüf-t-el-ei
$tüftelig, tüftlig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. tüftelig, geschickt versuchend; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. tüftel(n), s. ig; L.: DW 22, 1559, EWD s. u. tüfteln; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus tüftel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geschickt versuchend; F.: tüftelig, tüftelige, tüfteliges, tüfteligem, tüfteligen, tüfteliger(, tüfteligere, tüfteligeres, tüfteligerem, tüfteligeren, tüfteligerer, tüfteligst, tüfteligste, tüfteligstes, tüfteligstem, tüfteligsten, tüfteligster, tüftlig, tüftlige, tüftliges, tüftligem, tüftligen, tüftliger, tüftligere, tüftligeres, tüftligerem, tüftligeren, tüftligerer, tüftligst, tüftligste, tüftligstes, tüftligstem, tüftligsten, tüftligster)+EW; Z.: tüf-t-el-ig
tüfteln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. tüfteln, geschickt zu lösen versuchen, genau nachdenken; ne. tinker (V.); Vw.: -; Hw.: s. tupfen; Q.: um 1350 (Das Buch von guter Speise); E.: s. mhd. tüftelen*, tüfteln, sw. V., schlagen, klopfen; s. mhd. tupfen (1), tuphen, sw. V., tupfen, rühren, anrühren; ahd. tupfen, tuphen*, sw. V. (1a), betupfen, benetzen; germ. *duppjan, sw. V., tauchen, tupfen; s. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. tüfteln, DW 22, 1555, EWD s. u. tüfteln, Duden s. u. tüfteln, Bluhme s. u. tuefteln; GB.: um 1350 belegte und mit tupfen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine nicht leichte Aufgabe (durch sorgfältige Kleinarbeit) geschickt zu lösen versuchen; BM.: klopfen bzw. tief; F.: tüfteln, tüftel (!), tüftle, tüftelst, tüftelt, tüftelte, tüfteltest, tüftelten, tüfteltet, getüftelt, ##getüftelt, getüftelte, getüfteltes, getüfteltem, getüftelten, getüftelter##, tüftelnd, ##tüftelnd, tüftelnde, tüftelndes, tüftelndem, tüftelnden, tüftelnder#, tüftel (!)+EW; Z.: tüf-t-el-n
$Tüftler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tüftler, Tüftelnder E.: s. tüft(e)l(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. tüfteln, DW 22, 2559; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus tüft(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Tüftelnden oder eine nicht leichte Aufgabe durch sorgfältige Kleinarbeit zu lösen versuchenden Menschen; F.: Tüftler, Tüftlers, Tüftlern+EW; Z.: Tüf-t-l-er
Tugend, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tugend, Tugendhaftigkeit; ne. virtue; Vw.: -; Hw.: s. tüchtig, taugen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tugent, tugende, st. F., Heldentat, Tugend, Brauchbarkeit, Macht; mnd. dȫgent (1), F., Tugend, Tüchtigkeit, sittliche Kraft, Freundlichkeit, Gastlichkeit, Güte, Zucht, Gesittung; mnl. dōghet, deoghet, F., Tugend; ahd. tugund*, tugundi*, st. F. (i), Tugend, Stärke (F.) (1), Kraft, Tüchtigkeit; as. -; anfrk. dugith*, st. F. (i), Tugend; germ. *dugunþi-, *dugunþiz, st. F. (i), Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Tugend; s. idg. *dʰeugʰ-, V., berühren, drücken, melken, spenden, Pokorny 271 (400/48) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tugend, Kluge s. u. Tugend, DW 22, 1560, EWD s. u. Tugend, Falk/Torp 207, Seebold 150, Duden s. u. Tugend, Bluhme s. u. Tugend; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. deugd, Sb., Tugend; nschw. dygd, Sb., Tugend; nnorw. dyd, M., Tugend; GB.: (tugund*) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vor allem seit den Hochkulturen des Altertums betonte sittlich wertvolle menschliche Eigenschaft wie Weisheit und Mäßigkeit und Tapferkeit und Gerechtigkeit bei dem griechischen Philosophen Plato des Altertums oder zusätzlich Wahrheit und Barmherzigkeit und Friedfertigkeit und Starkmut und Glaube und Güte und Demut und Hoffnung und Liebe sowie ohne Tapferkeit bei Heinrich von Mügeln (um 1355); BM.: berühren; F.: Tugend, Tugenden+EW; Z.: Tug-end
$tugendhaft, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. tugendhaft, vorbildlich; E.: s. Tugend, s. haft; L.: DW 22, 1645, EWD s. u. Tugend; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Tugend und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vorbildlich; F.: tugendhaft, tugendhafte, tugendhaftes, tugendhaftem, tugendhaften, tugendhafter(, tugendhaftere, tugendhafteres, tugendhafterem, tugendhafteren, tugendhafterer, tugendhaftest, tugendhafteste, tugendhaftestes, tugendhaftestem, tugendhaftesten, tugendhaftester)+EW; Z.: tug-end—haf-t
Tüll, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tüll, feines netzartiges Gewebe; ne. tulle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. tulle; E.: s. frz. tulle, M., Tüll; vom ON Tulle; von mlat. locum Tutela; von lat. tūtēla, F., Fürsorge, Obhut, Schutz, Schirm, Vormundschaft, Bevormundung, Aufrechterhaltung, Einfriedung; vgl. lat. tuērī, V., erblicken, ins Auge fassen, ansehen, betrachten; idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Tüll, DW 22, 1695, EWD s. u. Tüll, Duden s. u. Tüll; Son.: vgl. nndl. tule, Sb., Tüll; nschw. tyll, Sb., Tüll; nnorw. tyll, M., N., Tüll; poln. tiul, M., Tüll; kymr. tiwl, M., Tüll; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem französischen ON Tulle gebildete und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen sachlich nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes feines netzartiges Gewebe; BM.: ON (nach dem Herstellungsort); F.: Tüll, Tülls, Tülle, Tüllen+FW; Z.: Tüll
Tülle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Tülle, Ausgussmündung von Gefäßen, kleine Rinne, kleine Röhre; ne. nozzle, spout (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. tülle, st. F., sw. F., sw. M., st. N., Tülle, Pfahl, Bretterwand, Bretterzaun, Palisade, Palisadenwand, Pfahlwerk, Röhre; mnd. dille (2), F., Tülle, Röhre um etwas hinein zustecken, Eisenring, Eisenfassung; mnl. dulle, F., Röhre, Zwinge; ahd. tulli*, st. N. (ja), Pfeil?, Röhre?, Huf?; ahd. duli1, st. N. (?), Röhre; germ. *dulja, Sb., Röhre, Tülle; idg. *dʰel- (1), dʰolo-, Sb., Wölbung, Biegung, Höhlung, Pokorny 245 (368/16) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tülle, Kluge s. u. Tülle, DW 22, 1696, EWD s. u. Tülle, Falk/Torp 204, Duden s. u. Tülle; GB.: (tulli) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Ausgussmündung von Gefäßen, kleine Rinne, kleine Röhre; BM.: Röhre bzw. Biegung; F.: Tülle, Tüllen+EW; Z.: Tül-l-e
Tulpe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tulpe, eine Blume; ne. tulip; Vw.: -; Hw.: s. Turban; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: benannt nach Turban, s. mlat. tulipa, F., Turban; it. tulipano, M., Turban; vgl. pers. dulband, Sb., Turban; L.: Kluge 1. A. s. u. Tulpe, Kluge s. u. Tulpe, DW 22, 1702, EWD s. u. Tulpe, Duden s. u. Tulpe, Bluhme s. u. Tulpe; Son.: vgl. nndl. tulp, Sb., Tulpe; frz. tulipe, F., Tule; nschw. tulpan, Sb., Tulpe; nnorw. tulipan, M., Tulpe; poln. tulipan, M., Tulpe; kymr. tiwlip, M., Tulpe; nir. tiúilip, F., Tulpe; lit. tulpė, F., Tulpe; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen und dem Italienischen sowie mittelbar dem Persischen aufgenommene Bezeichnung für eine zu den Liliengewächsen gehörende und in dem Frühjahr blühende Pflanze mit meist aufrecht auf einem hohen Stängel sitzender großer kelchförmiger und wohl turbanähnlicher Blüte in vielen leuchtenden Farben; BM.: Turban; F.: Tulpe, Tulpen+FW; Z.: Tulp-e
...tum, nhd., N., (8. Jh.?): nhd. …tum; ne. …dom; Vw.: s. Bis-(, Eigen-) ; Hw.: s. eigentümlich; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. tuom (1), st. M., Macht, Herrschaft, Würde, Stand, Besitz; mnd. dōm (3), Suff., ...tum; mnd. dōm (1), dôm, M., Urteil, rechtliche Entscheidung, Erkenntnis, Rechtsweisung, Gesetz; mnl. doem, M., Urteil, rechtliche Entscheidung; ahd. tuom (1), st. M. (a), st. N. (a), Urteil, Gericht (N.) (1), Entscheidungsstunde, Recht, Macht, Ruhm, Gerechtigkeit, Herrschaft, Fähigkeit, Entscheidung, Richterspruch, freie Verfügung; as. dōm, st. M. (a), Gericht (N.) (1), Urteil, Verfügung, Belieben, Macht, Ruhm; anfrk. duom (2), st. M. (a), st. N. (a), Urteil; germ. *dōma-, *dōmaz, st. M. (a), Urteil, Stand, Würde, Ruhm; s. idg. *dʰēmi-, *dʰəmi-, Sb., Aufgestelltes, Satzung, Pokorny 235; vgl. idg. *dʰē- (2), dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. -tum, Kluge s. u. -tum, DW 22, 1716, EWD s. u. -tum, Falk/Torp 198, Seebold 158, Duden s. u. -tum; Son.: vgl. afries. dōm (1), st. M. (a), Urteil, Entscheidung, Bestimmung, ...tum; ae. dōm, st. M. (a), Urteil, Beschluss, Erklärung, Gesetz, Sitte; an. dōmr, st. M. (a), Urteil, Gericht (N.) (1); got. dōms, st. M. (a), Urteil, Ruhm; nndl. …dom, Suff., …tum; nschw. …dom, Suff., …tum; nnorw. …dom, Suff., …tum; ai. dhama, Sb., Sitz, Gesetz; gr. θωμός (thōmós), M., Haufe, Haufen; lit. dome, Sb., Aufmerksamkeit; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu der Bildung abstrakter Substantive wie Bauerntum oder Bistum oderBrauchtum oder Christentum oder Eigentum oder Fürstentum oder Irrtum oder Reichtum verwendete Bezeichnung; BM.: setzen bzw. legen; F.: ...tum, ...tums+EW; Z.: -tum
tumb, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. tumb, einfältig, arglos; ne. dumb; Vw.: -; Hw.: s. dumm; Q.: 20. Jh.; E.: s. mhd. tump, tumb, tumbe, tum, dump, Adj., kindisch, dumm, töricht, einfältig, unverständig, unwissend; ahd. tumb, Adj., dumm, töricht, stumm; germ. *dumba-, *dumbaz, Adj., trüb, stumm, dumm; idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, dʰeu̯h₂-, dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tumb, fehlt DW, Duden s. u. tumb; Son.: meist in der Wendung tumber Tor aus dem Parzifal des Wolfram von Eschenbach; vgl. afries. dumb, dum, Adj., stumm, dumm, unbedacht; nfries. domme, dom, Adj., dumm; ae. dumb, Adj., stumm; an. dumbr, Adj., stumm, dumm; got. dumbs, Adj. (a), stumm; GB.: seit 20. Jh. belegte und (neben dumm) mit dem Mittelhochdeutschen und dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einfältig oder arglos; BM.: wehen; F.: tumb, tumbe, tumbes, tumbem, tumben, tumber(, tumbere, tumberes, tumberem, tumberen, tumberer, tumbst, tumbste, tumbstes, tumbstem, tumbsten, tumbster)+EW; Z.: tu-mb
Tummel, Tümmel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Tummel, Tümmel, Lärm, Laut, Rausch, Geräusch; ne. ado; Vw.: -; Hw.: s. tummeln; Q.: um 1150 (Speculum ecclesiae); E.: mhd. tumel, st. M., betäubender Schall, Lärm; vgl. germ. *dū-, V., schütten, drehen, taumeln; idg. *dʰeu- (4), V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 22, 1717, Duden s. u. Tummel; GB.: (tumel) seit um 1150 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon früher mögliche und von Menschen als störend und unangenehm empfundene laute und durchdringende Geräusche; BM.: stieben; F.: Tummel, Tummels, Tummeln, Tümmel, Tümmels, Tümmeln+EW; Z.: Tu-m-m-el
tummeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. tummeln, lärmen, dröhnen; ne. bustle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Getümmel, Tummel, Tümmler, taumeln; Q.: 17. Jh.; E.: mhd. tumelen (1), sw. V., tummeln, schreien, lärmen; mnd. tumelen, tummelen, sw. V., tummeln, im Kreise drehen, springen, tanzen, taumeln; s. ahd. tūmilōn*, sw. V. (2), taumeln, wirbeln, sich umdrehen; s. germ. *dū-, V., schütten, drehen, taumeln; idg. *dʰeu- (4), V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. tummeln, DW 22, 1724, EWD s. u. tummeln, Duden s. u. tummeln, Bluhme s. u. tummeln; Son.: vgl. nschw. tumla, V., tummeln; nnorw. tumle, V., tummeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen sowie dem Althochdeutschen und teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Lebens mögliches sich lebhaft hin bewegen und her bewegen; BM.: stieben; F.: tummeln, tummel (!), tummle, tummelst, tummelt, tummelte, tummeltest, tummelten, tummeltet, getummelt, ##getummelt, getummelte, getummeltes, getummeltem, getummelten, getummelter##, tummelnd, ###tummelnd, tummelnde, tummelndes, tummelndem, tummelnden, tummelnder###, tummel (!)+EW; Z.: tu-m-m-el-n
$Tummelplatz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tummelplatz, Platz freier Bewegung und Vergnügung, Spielplatz; E.: s. tummel(n), s. Platz; L.: Kluge s. u. tummeln, EWD s. u. tummeln, DW 2, 1518 (Dummelplatz); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tummel(n) und Platz gebildete Bezeichnung für einen Platz freier Bewegung und Vergnügung; F.: Tummelplatz, Tummelplatzes, Tummelplätze, Tummelplätzen+EW+FW; Z.: Tu-m-m-el—pla-tz
Tümmler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tümmler, Delphin; ne. porpoise; Vw.: -; Hw.: s. tummeln, taumeln; Q.: 18. Jh.; E.: nd. tumler, M., Tümmler; nndl. toumelaar, Sb., Tümmler; mhd. tumelære*, tumeler, tumerære, tumerer, st. M., Belagerungsmaschine, Schleudermaschine; mnd. tumelære* (1), tumeler, tummeler, M., Tummler, Seiltänzer, Springer, eine Schleudermaschine; s. mhd. tumelen (1), sw. V., tummeln, schreien, lärmen; mnd. tumelen, tummelen, sw. V., tummeln, im Kreise drehen, springen, tanzen, taumeln; vgl. ahd. tūmilōn*, sw. V. (2), „taumeln“, wirbeln, sich umdrehen; s. germ. *dū-, V., schütten, drehen, taumeln; idg. *dʰeu- (4), V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Rauch, Hauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Tümmler, EWD s. u. Tümmler, DW 22, 1751, Duden s. u. Tümmler; Son.: vgl. nndl. tuimelaar, Sb., Tümmler; ne. tumbler, N., Flugtaube; nschw. tumlare, Sb., Tümmler; nnorw. tumler, M., Tümmler; GB.: seit 18. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen und dem Mittelniederdeutschen sowie teilweise dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich mögliches zu den Zahnwalen gehörendes in den Meeren und meist in Herden lebendes Säugetier mit schnabelartig verlängertem Maul sowie zeitweise auch eine Belagerungsmaschine; BM.: stieben; F.: Tümmler, Tümmlers, Tümmlern+EW; Z.: Tü-m-m-l-er
Tumor, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tumor, Geschwulst; ne. tumour; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. tumor; E.: s. lat. tumor, M., Angeschwollensein, Aufgeschwollensein, Aufschwellen, Anschwellen, Geschwulst, Erhöhung, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tumor, fehlt DW, EWD s. u. Tumor, Duden s. u. Tumor; Son.: vgl. nndl. tumor, Sb., Tumor; frz. tumeur, M., Tumor; nschw. tumör, Sb., Tumor; nnorw. tumor, M., Tumor; poln. tumor, M., Tumor; kymr. tiwmor, M., Tumor; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche krankhafte Anschwellung (Geschwulst) eines Organs oder eines Teiles eines Organs; BM.: schwellen; F.: Tumor, Tumors, Tumores, Tumore, Tumoren+FW; Z.: Tu-m-or
Tümpel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Tümpel, Weiher, Teich; ne. puddler (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: vgl. mhd. tümpfel, st. M., Tümpel, Strudel, tiefe Stelle in einem Wasser; mnd. dümpel?, M.?, Tümpel, tiefe Stelle in einem Wasser; ahd. tumpfilo, tumphilo, sw. M. (n), Tümpel, Strudel; s. germ. *dumpa, Sb., Vertiefung, Grube; idg. *dʰumb-, Sb., Vertiefung, Höhle, Tümpel, Pokorny 267; vgl. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tümpel, Kluge s. u. Tümpel, DW 22, 1755, EWD s. u. Tümpel, Falk/Torp 209, Duden s. u. Tümpel, Bluhme s. u. Tuempel; Son.: s. lang. *tumpfilo, sw. M., Untiefe; me. dimpel, Sb., Bodensenke; GB.: seit um 790 belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Ansammlung von Wasser in einer kleineren Senke; BM.: tief bzw. hohl; F.: Tümpel, Tümpels, Tümpeln+EW; Z.: Tü-m-p-el
Tumult, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tumult, Aufruhr, Durcheinander; ne. tumult, turmoil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. lat. tumultus; E.: s. lat. tumultus, M., Lärm, Getöse, Getümmel, Aufruhr, Tumult, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Tumult, DW 22, 1763, EWD s. u. Tumult, Duden s. u. Tumult; Son.: vgl. nndl. tumult, Sb., Tumult; frz. tumulte, M., Tumult; nschw. tumult, N., Tumult; nnorw. tumult, M., Tumult; poln. tumult, M., Tumult; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen verwirrenden und lärmenden Durcheinanders aufgeregter Menschen; BM.: schwellen; F.: Tumult, Tumultes, Tumults, Tumulte, Tumulten+FW(+EW?); Z.: Tu-m-ult
Tumulus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tumulus, Hügelgrab, Grabhügel; ne. tumulus, barrow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. tumulus; E.: s. lat. tumulus, M., aufgeworfener Erdhaufe, aufgeworfener Erdhaufen, Erdhügel, Hügel, Grabhügel, (120-67 v. Chr.); vgl. idg. *tēu-, *təu-, *teu̯ə-, *tu̯ō-, *tū̆-, *teu̯h₂-, V., schwellen, Pokorny 1080 (1873/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tumulus; Son.: vgl. frz. tumulus, M., Tumulus; kymr. twmwlws, M., Tumulus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches vorgeschichtliches Hügelgrab oder einen Grabhügel; BM.: schwellen; F.: Tumulus, Tumuli+FW; Z.: Tu-m-ul-us
tun, nhd., V., (8. Jh.): nhd. tun, machen; ne. do (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tat, sotan; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. tuon (1), tūn, tōn, duon, dūn, dōn, tœn, tain, tuogen, tuomen, anom. V., tun, machen, schaffen, geben, handeln, antun, verfahren (V.), sich verhalten (V.), befinden; mnd. dōn (2), st. V., tun, machen, bewirken, besorgen, erweisen, ausführen, verrichten, handeln, verfahren (V.) mit; mnl. doen, V., tun; ahd. tuon, anom. V., tun, machen, wirken, schaffen, handeln; as. dōn, doan*, duan, anom. V., tun, machen, versetzen; anfrk. duon, anom. V., tun; wgerm. *dōn, *dēn, *dǣn, st. V., setzen, machen, tun; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. thun, Kluge s. u. tun, DW 21, 434 (thun), EWD s. u. tun, Falk/Torp 197, Seebold 157, Duden s. u. tun, Bluhme s. u. tun; Son.: unr. V.; vgl. afries. duā, dwā, anom. V., tun, machen; nfries. duden, dien, V., tun; saterl. duwan, V., tun; ae. dōn, anom. V., tun, machen, vollführen, verrichten, lassen; an. -; got. -; nndl. doen, V., tun; ai. dádhāti, V., setzt; gr. τιθέναι (tithénai), V., setzen, stellen, legen; lat. dāre, V., setzten, stellen; lat. facere, V., machen, tun; air. dorat, V., hat gegeben; lit. dė́ti, V., legen; ksl. děti, V., legen; heth. dai-, V., setzen, stellen; GB.: (tuon) seit 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches (etwas) tun oder machen; F.: tun, tue (!), tu (!), tust (!), tut, tuest (!), tuet (!), tat (!), tatest, tatst, taten (!), tatet, täte, tätest, täten, tätet, getan, ##getan, getane, getanes, getanem, getanen, getaner##, tuend, ###tuend, tuende, tuendes, tuendem, tuenden, tuender###, tu (!)+EW; Z.: tu-n
$Tünch, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Tünch, Kalkanstrich; ne. whitewash (N.); E.: s. tünchen; L.: DW 22, 1772, EWD s. u. tünchen; GB.: seit 13. Jh. belegte und wohl aus tünchen gebildete Bezeichnung für den vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Kalkanstrich von Wänden von Gebäuden; F.: Tünch, Tünches, Tünche, Tünchen+FW; Z.: Tünch
Tünche, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Tünche, Kalkverputz; ne. whitewash (N.); Vw.: -; Hw.: s. tünchen; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mnd. dȫneke, dȫnke, dönke, F., Tünche, Farbe; ahd. tunihha* (1), tunicha, st. F. (ō), Tünche, Tünchen (N.), Anstrich; ne. whitewash (N.); s. lat. tunica, F., Tunika; Lehnwort aus dem Semitischen; vgl. hebr. ketonet, Sb., auf dem bloßen Leib getragenes Gewand, arab. kattán, Sb., Leinen (N.); L.: Kluge s. u. tünchen, DW 22, 1778, EWD s. u. tünchen, Duden s. u. Tünche, Bluhme s. u. Tuenche; GB.: (tunihha*) seit 9./10. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums sowie mittelbar aus dem Semitischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete weiße oder getönte Farbe; BM.: Leinen (N.); F.: Tünche, Tünchen+FW; Z.: Tünch-e
tünchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. tünchen, verputzen, mit weißer Farbe überstreichen; ne. whitewash (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tünche; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. tünchen, sw. V., tünchen; mnd. dȫneken (1), dönneken, donneken, donken, dēneken, sw. V., tünchen, mit Kalk bestreichen, mit Lehm bestreichen; ahd. tunihhōn*, tunichōn*, sw. V. (2), tünchen, kalken, betünchen, mit Kalk bestreichen, verputzen; germ. *tunik-, sw. V., tünchen; vgl. lat. tunica, F., Tunika; Lehnwort aus dem Semitischen, vgl. hebr. ketonet, Sb., auf dem bloßen Leib getragenes Gewand, arab. kattán, Sb., Leinen (N.); L.: Kluge 1. A. s. u. tünchen, Kluge s. u. tünchen, DW 22, 1778, EWD s. u. tünchen, Duden s. u. tünchen, Bluhme s. u. Tuenche; GB.: (tunihhōn*) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Lateinischen des Altertums und mittelbar mit dem Semitischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes mit weißer Farbe überstreichen oder färben; BM.: Leinen (N.); F.: tünchen, tünche, tünchst, tüncht, tünchest, tünchet, tünchte, tünchtest, tünchten, tünchtet, getüncht, ##getüncht, getünchte, getünchtes, getünchtem, getünchten, getünchter##, tünchend, ###tünchend, tünchende, tünchendes, tünchendem, tünchenden, tünchender###, tünch (!)+FW(+EW); Z.: tünch-en
$Tüncher, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tüncher, Tünchender, mit weißer Farbe überstreichender Mensch; E.: s. tünch(en), s. er (Suff.); L.: DW 22, 1772, EWD s. u. tünchen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus tünch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Tünchenden oder mit weißer Farbe überstreichenden Menschen; F.: Tüncher, Tünchers, Tünchern+EW; Z.: Tünch-er
Tundra, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Tundra, Kältesteppe, sumpfige und baumlose Steppe; ne. tundra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. russ. тундра (tundra); E.: s. russ. тундра (tundra), F., Tundra; finn. tunturi, Sb., baumlose Hochfläche; oder von kolalappisch tūndar, tuoDDar, nnorw.lappisch duoddâr, Sb., Tundra; L.: DW 22, 1789, EWD s. u. Tundra, Duden s. u. Tundra; Son.: vgl. nndl. toendra, Sb., Tundra; frz. toundra, F., Tundra; nschw. tundra, Sb., Tundra; nnorw. tundra, M., Tundra; poln. tundra, F., Tundra; kymr. twndra, M., Tundra; nir. tundra, M., Tundra; lit. tundra, F., Tundra; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Russischen sowie dem Finnischen oder Kolalappischen aufgenommene Bezeichnung für die nördlich der nordpolaren Waldgrenze befindliche sumpfige und baumlose Steppe; BM.: baumlose Hochfläche; F.: Tundra, Tundren+FW; Z.: Tundr-a
$Tunichtgut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tunichtgut, Taugenichts, zu nichts guter Mensch; E.: s. tu(n), s. nicht, s. gut, L.: fehlt DW, EWD s. u. tu(n); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tu(n) und nicht sowie gut gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Taugenichts oder zu nichts guten Menschen; F.: Tunichtgut, Tunichtgutes, Tunichtguts, Tunichtgute, Tunichtguten+EW; Z.: Tu-n-ich—gut
Tunika, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Tunika, Gewand; ne. tunic; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: ahd. tunihha (2), tunicha, sw. F. (n), Tunika, Gewand; germ. *tunik-, F., Tunika, Gewand; lat. tunica, F., Tunika, (um 250-184 v. Chr.); Lehnwort aus dem Semitischen, vgl. hebr. ketonet, Sb., auf dem bloßen Leib getragenes Gewand, arab. kattán, Sb., Leinen (N.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tunika; Son.: vgl. ae. tunece, tunice, sw. F. (n), Unterkleid, Rock des Geistlichen; nndl. tunica, Sb., Tunika; frz. tunique, F., Tunika; nschw. tunika, Sb., Tunika; nnorw. tunika, M., Tunika; poln. tunika, F., Tunika; kymr. tiwnig, F., Tunika; nir. tuineach, F., Tunika; GB.: (tunihha) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und mittelbar aus dem Semitischen aufgenommene Bezeichnung für ein ärmelloses weißes Untergewand; BM.: ?; F.: Tunika, Tuniken+FW(+EW); Z.: Tunik-a
$Tunke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Tunke, Eintunke, Soße (Sauce), Brühe; L.: Kluge s. u. tunken, DW 22, 1791, EWD s. u. tunken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tunken gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Eintunke oder Soße (Sauce) oder Brühe; F.: Tunke, Tunken+EW; Z.: Tunk-e
tunken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. tunken, in eine Flüssigkeit eintauchen, benetzen, anfeuchten; ne. dip (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. dunken (1), dünken, sw. V., tunken, tauchen; mhd. tunken (1), tūnken, sw. V., tunken, eintunken, tauchen, tauchen in; ahd. dunkōn*, sw. V. (2), tunken, tauchen, färben; germ. *þunkōn, sw. V., tunken; idg. *teng- (1), V., benetzen, befeuchten, Pokorny 1067 (1853/30) (RB. idg. aus gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. tunken, Kluge s. u. tunken, DW 22, 1794, EWD s. u. tunken, EWAhd 2, 855, Falk/Torp 187, Duden s. u. tunken, Bluhme s. u. tunken; Son.: vgl. gr. τέγγειν (téngein), V., benetzen, befeuchten; lat. tinguere, V., benetzen, anfeuchten, eintauchen, tränken; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung entwickeltes und verwendetes etwas in eine Flüssigkeit eintauchen oder benetzen oder anfeuchten; BM.: befeuchten; F.: tunken (!), tunke (!), tunkst, tunkt, tunkest, tunket, tunkte, tunktest, tunkten, tunktet, getunkt, ##getunkt, getunkte, getunktes, getunktem, getunkten, getunkter##, tunkend, ###tunkend, tunkende, tunkendes, tunkendem, tunkenden, tunkender###, tunk (!)+EW; Z.: tunk-en
$tunlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. tunlich, zu tun seiend, möglich; E.: s. tun, s. lich; L.: DW 21, 456 (thunlich), EWD s. u. tun,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus tun und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zu tun seiend oder möglich; F.: tunlich, tunliche, tunliches, tunlichem, tunlichen, tunlicher(, tunlichere, tunlicheres, tunlicherem, tunlicheren, tunlicherer, tunlichst, tunlichste, tunlichstes, tunlichstem, tunlichsten, tunlichster)+EW; Z.: tu-n—lich
Tunnel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Tunnel, unterirdischer Gang; ne. tunnel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1820-1830; I.: Lw. ne. tunnel; E.: s. ne. tunnel, N., Tunnel; afrz. tonnel, M., Tonnengewölbe, Fass; lat.-kelt. tunna, F., Tonne (F.) (1); aus dem Keltischen, gall. *tunna, F., Tonne; L.: Kluge s. u. Tunnel, DW 22, 1808, EWD s. u. Tunnel, Duden s. u. Tunnel; Son.: vgl. nndl. tunnel, Sb., Tunnel; frz. tunnel, M., Tunnel; nschw. tunnel, Sb., Tunnel; nnorw. tunnel, M., Tunnel; poln. tunel, M., Tunnel; kymr. twnnel, M., Tunnel; lit. tunelis, M., Tunnel; GB.: seit 1820-1830 belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und ausgeführtes unterirdisches röhrenförmiges Bauwerk besonders als Verkehrsweg durch einen Berg; BM.: Tonne; F.: Tunnel, Tunnels, Tunneln+FW; Z.: Tunn-el
Tunte, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Tunte, Weibsperson, Homosexueller, zimperlicher Mensch; ne. faggot, fag; Vw.: -; Hw.: s. Tante; Q.: 20. Jh.; E.: wahrscheinlich eine Umbildung von Tante (s. d.); L.: Kluge s. u. Tunte, DW 22, 1812, Duden s. u. Tunte; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl aus Tante umgebildete herabwürdigende Bezeichnung für eine Weibsperson oder einen Homosexuellen oder einen zimperlichen Menschen; BM.: Mutter (F.) (1); F.: Tunte, Tunten+EW; Z.: T-un-t-e
Tüpfel, nhd., M., N., (15. Jh.): nhd. Tüpfel, kleiner Farbfleck; ne. dapple (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Verkleinerungsform von fnhd. tupf, M., Tupfen (M.); s. ahd. topfo* (2), topho*, sw. M. (n), Tupfen (M.), Stich, Zeichen, Mal (N.) (2), Wundmal; vgl. ahd. topfōn*, tophōn*, sw. V. (2), tupfen; germ. *duppjan, sw. V., tauchen, tupfen?; idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Tüpfel, Kluge s. u. Tüpfel, DW 22, 1818, EWD s. u. Tüpfel, Duden s. u. Tüpfel, Bluhme s. u. Tuepfel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus fnhd. tupf und el (Suff.) gebildete sowie mit dem Althochdeutschen und dem erschlossenen Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Punkt oder ein Pünktchen oder einen kleinen Farbfleck; BM.: tauchen bzw. tief; F.: Tüpfel, Tüpfels, Tüpfeln+EW; Z.: Tüpf-el
$Tüpfelchen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Tüpfelchen; E.: s. Tüpfel, s. chen; L.: EWD s. u. Tüpfel, DW 22, 1820; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Tüpfel und chen gebildete Bezeichnung für ein kleines Pünktchen (beispielsweise auf dem Buchstaben i); F.: Tüpfelchen, Tüpfelchens+EW; Z.: Tüpf-el—chen
tupfen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. tupfen, anstoßen, berühren, betupfen, benetzen; ne. dab (V.), dapple (V.); Vw.: -; Hw.: s. tüfteln; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. tupfen (1), tuphen, sw. V., tupfen, rühren, anrühren; ahd. tupfen, tuphen*, sw. V. (1a), betupfen, benetzen; as. -; anfrk. -; germ. *duppjan, sw. V., tauchen, tupfen; s. idg. *dʰeub-, Adj., tief, hohl, Pokorny 267 (397/45) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. tupfen, DW 22, 1823, EWD s. u. tupfen, Falk/Torp 209, Seebold 156, Duden s. u. tupfen, Bluhme s. u. tupfen; Son.: vgl. afries. -; ae. dyppan, sw. V. (1), eintauchen, taufen; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches leicht anstoßen oder berühren oder betupfen oder benetzen; BM.: tauchen bzw. tief; F.: tupfen, tupfe, tupfst, tupft, tupfest, tupfet, tupfte, tupftest, tupften, tupftet, getupft, ##getupft, getupfte, getupftes, getupftem, getupften, getupfter##, tupfend, ###tupfend, tupfende, tupfendes, tupfendem, tupfenden, tupfender###, tupf (!)+EW; Z.: tupf-en
$Tupfer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Tupfer; E.: s. tupf(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. tupfen, DW 22, 1829, EWD s. u. tupfen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus tupf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen kleinen Anstoß und ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Stück locker gefalteten Verbandsmull zu dem Abtupfen von Wunden; F.: Tupfer, Tupfers, Tupfern+EW; Z.: Tupf-er
$Türangel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Türangel; E.: s. Tür(e), s. Angel; L.: DW 21, 463, EWD s. u. Tür(e); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Tür(e) und Angel gebildete Bezeichnung für die von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung wohl schon vor rund 5000 Jahren entwickelte und seitdem verwendete Einrichtung (Band oder Scharnier) zu dem Befestigen beweglicher Türen in feststehenden Rahmen in Gebäuden; F.: Türangel, Türangeln+EW; Z.: Tür—ang-el
Turban, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Turban, eine Kopfbedeckung; ne. turban; Vw.: -; Hw.: s. Tulpe; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. it. turbante; E.: s. it. turbante, F., Turban; türk. tülbent, Sb., Turban; pers. dulband, Sb., Turban; L.: Kluge s. u. Turban, EWD s. u. Turban, DW 22, 1835, Duden s. u. Turban; Son.: vgl. nndl. tulband, Sb., Turban; frz. turban, M., Turban; nschw. turban, Sb., Turban; nnorw. turban, M., Turban; poln. turban, M., Turban; kymr. tyrban, M., Turban; nir. turban, M., Turban; lit. turbanas, M., Turban; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Türkischen und Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine aus einem in bestimmter Weise um den Kopf gewundenen langen und schmalen Tuch bestehende Kopfbedeckung in muslimischen Ländern und Teilen Indiens wie sie beispielsweise an einem rund 5000 Jahre alten Terrakottafigürchen einer Frau der Harappakultur nachgewiesen ist; BM.: ?; F.: Turban, Turbans, Turbane, Turbanen+FW; Z.: Turban
Turbine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Turbine, Kraftmaschine; ne. turbine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. turbine; E.: s. frz. turbine, F., Turbine; von dem frz. Ingenieur Burdin neu gebildet zu lat. turbo, F., Wirbelwind, Sturmwind, wirbelnde Bewegung, Wirbel, (81/79-52/50 v. Chr.); idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Turbine, DW 22, 1844, EWD s. u. Turbine, Duden s. u. Turbine; Son.: vgl. nndl. turbine, Sb., Turbine; nschw. turbin, Sb., Turbin; nnorw. turbin, M., Turbine; poln. turbina, F., Turbine; kymr. tyrbin, M., Turbine; nir. turibín, M., Turbine; lit. turbina, F., Turbine; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie aus dem Lateinischen des Altertums (turbo) von dem Ingenieur Claude Burdin (1788-1873) gebildete Bezeichnung für eine die Energie eines strömendes Gases oder einer Flüssigkeit mit Hilfe eines Schaufelrads in Rotationsbewegungen und danach in Energie umsetzende Kraftmaschine; BM.: drehen bzw. bewegen; F.: Turbine, Turbinen+FW; Z.: Tur-b-in-e
turbulent, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. turbulent, unruhig, stürmisch; ne. turbulent; Vw.: -; Hw.: s. Turbulenz; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. turbulentus; E.: s. lat. turbulentus, Adj., unruhig, bewegt, beunruhigt, stürmisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. turba, F., lärmende Unordnung, Verwirrung, Getümmel, Gewühl; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. turbulent, DW 22, 1847, EWD s. u. turbulent, Duden s. u. turbulent; Son.: vgl. nndl. turbulent, Adj., turbulent; frz. turbulent, Adj., turbulent; nschw. turbulent, Adj., turbulent; nnorw. turbulent, Adj., turbulent; poln. turbulentny, Adj., turbulent; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches unruhig oder stürmisch; BM.: wirbeln; F.: turbulent, turbulente, turbulentes, turbulentem, turbulenten, turbulenter(, turbulentere, turbulenteres, turbulenterem, turbulenteren, turbulenterer, turbulentest, turbulenteste, turbulentestes, turbulentestem, turbulentesten, turbulentester)+FW(+EW?); Z.: tur-b-ul-ent
Turbulenz, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Turbulenz, Unruhe, Ungestüm; ne. turbulence; Vw.: -; Hw.: s. turbulent; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. turbulentia; E.: s. lat. turbulentia, F., Unruhe, Verwirrung, Störung, Erschütterung, Wirren, Gedränge, (um 160-220 n. Chr.); vgl. lat. turba, F., lärmende Unordnung, Verwirrung, Getümmel, Gewühl; vgl. idg. *tu̯er- (1), *tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100 (1913/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. turbulent, DW 22, 1848, EWD s. u. turbulent, Duden s. u. Turbulenz; Son.: vgl. nndl. turbulentie, Sb., Turbulenz; frz. turbulence, F., Turbulenz; nschw. turbulens, Sb., Turbulenz; nnorw. turbulens, M., Turbulenz; poln. turbulencja, F., Turbulenz; lit. turbulencija, F., Turbulenz; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen sehr unruhigen Verlauf (Unruhe) oder Strömungszustand einer Gegebenheit wie einer Flüssigkeit oder eines Gases; BM.: wirbeln; F.: Turbulenz, Turbulenzen+FW(+EW); Z.: Tur-b-ul-enz
Türe, Tür, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Türe, Tür, Öffnung; ne. door; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. türe, sw. F., Tür, Öffnung, Eingang; mnd. dȫre (1), dȫr, döre, F., Türe, Tür, Haus, Gemeinschaft; mnl. dore, dure, doere, F., Tür, Türe; ahd. tura, st. F. (ō), Tür, Pforte; ahd. turi, st. F. (i, später ō), Tür, Pforte; as. duru*, st. F. (ō) (Pl.), Tür; as. dor*, st. N. (a), Tor (N.); anfrk. duri*, st. F. (athem.), Tür, Türe; germ. *dura-, *duram, st. N. (a), *dur-, F., Tür, Tor (N.); idg. *dʰu̯ē̆r-, *dʰu̯ō̆r-, *dʰur-, dʰu̯r̥-, Sb., Tür, Tor (N.), Pokorny 278 (418/ 66) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Thür, Kluge s. u. Tür, DW 21, 457 (Thür), EWD s. u. Tür, Falk/Torp 210, Duden s. u. Tür, Bluhme s. u. Tuer; Son.: vgl. afries. dore?, dure, F., Tür; nnordfries. dör; ae. duru, st. F. (u), Tür, Türe, Tor (N.), Pforte; ae. dor, st. N. (a), Tor (N.), Tür, Türe; an. dyrr, F. Pl., N. Pl., Tür; got. daúrō, sw. F. (n) Pl. (= daurons), zweiflügeliges Tor (N.), Tür, Pforte; got. *daúri?, st. N. (ja), Tor (N.); got. daúr, st. N. (a), einflügeliges Tor (N.), Tür, Pforte; krimgot. thurn, N., Tür; nndl. deur, Sb., Tür; nschw. dörr, Sb., Tür; nnorw. dør, M., F., Tür; ai. dvā́raḥ. Sb. Pl., Tür; gr. θύρα (thýra), F., Tür, Pforte, Tor (N.); lat. forēs, F. Pl., zweiflügelige Tür, Flügeltür, Haustür; lat. foris, F., zweiflügelige Tür, Flügeltür, Türflügel; kymr. dôr, F., Tür; lit. dùrys, F. Pl., Tür; ksl. dviri, Sb. Pl., Tür; Son.: vgl. lit. dùrys, F. Pl., Tür; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Vorrichtung in Form einer in Scharnieren oder Angeln oder Bändern in einem feststehenden Rahmen hängenden meist rechteckigen Platte zu einem bei Bedarf möglichen Verschließen eines Durchgangs; BM.: ?; F.: Tür, Türe, Türen+EW; Z.: Tür
Türke, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Türke, Vorspiegelung der Wahrheit falscher Tatsachen; ne. pretence; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: abgeleitet von einer Bezeichnung einer besonderen als Überraschung geplanten Gefechtsübung, gebildet von dem PN der Türken, Starke?; chin. tu-kin; vielleicht auch gebildet zu frz. tête de turc, F., Türkenkopf, Zielscheibe des Spottes, Prügelknabe; L.: Kluge s. u. Türke, DW 22, 1848, Duden s. u. Türke; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine Vorspiegelung der Wahrheit falscher Tatsachen und für den Angehörigen eines schon früher entstandenen Turkvolks; BM.: PN; F.: Türke, Türken+FW; Z.: Türk-e
$türken, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. türken, vorspiegeln, fälschen; E.: s. Türke, s. n; L.: Kluge s. u. Türke, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Türk(e) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vorspiegeln oder fälschen; F.: türken (!), türke (!), türkst, türkt, türkest, türket, türkte, türktest, türkten, türktet, getürkt, ##getürkt, getürkte, getürktes, getürktem, getürkten, getürkter##, türkend, ###türkend, türkende, türkendes, türkendem, türkenden, türkender###, türk (!)+FW; Z.: türk-en
$Türkenbund, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Türkenbund; E.: s. Türk(e), s. (e)n (Suff.), s. Bund; L.: Kluge s. u. Türkenbund; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Türk(e) und (e)n und Bund gebildete Bezeichnung einer zwischen 50 und 200 Zentimeter großen seltenen essbaren Lilie mit auffälligen nach unten hängenden turbanförmigen Blüten deren zurückgeschlagene Blütenblätter an das türkische Wort für Turban (tülbent) erinnern; F.: Türkenbund, Türkenbunds, Türkenbundes, Türkenbünde, Türkenbünden+FW+EW; Z.: Türk-en—bund
Türkis, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Türkis, ein Edelstein; ne. turqouise (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. turkīs, turkoys, türis, st. M., Türkis (Edelstein), Kleiderstoff; mnd. torkīs, M., Türkis; mnd. turkōs, M., Türkis (Edelstein); s. mfrz. turquois, F., türkischer Edelstein, Türkis; frz. turquoise, Adj., türkisch; von dem PN der Türken, Starke?; chin. tu-kin; L.: Kluge s. u. Türkis, DW 22, 1862, EWD s. u. Türkis, Duden s. u. Türkis; Son.: vgl. nndl. turkoois, Sb., Türkis; frz. turquoise, F., Türkis; nschw. turkos, Sb., Türkis; nnorw. turkis, M., Türkis; poln. turkus, M., Türkis; nir. turcaid, F., Türkis; lit. turkis, M., Türkis; GB.: seit 1200-1210 belegte und aus dem Mittelfranzösischen aufgenommene und umgebildete und mittelbar aus dem Türkischen sowie wohl dem Chinesischen aufgenommene Bezeichnung für ein schon vormenschliches sehr feinkörniges und undurchsichtiges blaues oder blaugrünes oder grünes sowie vor allem in dem Iran und in den Vereinigten Staaten von Amerika vorhandenes und von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums als Edelstein geschätztes Mineral; BM.: PN; F.: Türkis, Türkises, Türkise, Türkisen+FW(+EW?); Z.: Türk-is
Turm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Turm, hochaufragendes schmaleres festes Bauwerk; ne. tower (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. turn, turm, tuorn, torn, torm, mmd., st. M., Turm, Gefängnis, Verlies; mnd. turn, M., Turm; mnd. tōrn*, torn, toren, torne, tarn, tārn, tārne, tōrne*, tōren*, M., Turm, Gefängnis; mnl. torn, tōren, M., Turm; ahd. turn, st. M. (a?, i?), Turm; ahd. turri, st. N. (ja), Turm; as. turn, st. M. (a), Turn; anfrk. turn, st. M. (a?, i?), Turm; afrz. torz, M., Turm; germ. *turri, M., Turm; lat. turris, F., Burg, Turm, (um 250-184 v. Chr.); gr. τύρσις (týrsis), F., Turm, Burg, befestigte Stadt, befestigter Wohnsitz; wohl aus einer Mittelmeersprache entlehnt; vielleicht liegt im Althochdeutschen ein Einfluss von ksl. trěmŭ, Sb., Turm vor; L.: Kluge 1. A. s. u. Turm, Kluge s. u. Turm, DW 21, 466 (Thurm), Duden s. u. Turm, Bluhme s. u. Turm; Son.: vgl. afries. turn, st. M. (a?, i?), Turm; saterl. torn EWD s. u. Turm,; afries. tor?, st. M. (a), Turm; s. saterl. torn; ae. torr (1), st. M. (a?, i?), Turm; ae. tūr, M., Turm; an. turn, st. M. (a), Turm; got. -; nndl. toren, Sb., Turm; frz. tour, F., Turm; nschw. torn, N., Turm; nnorw. tårn, N., Turm; kymr. tŵr, M., Turm; nir. túr, M., Turm; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen und einer Sprache des Mittelmeerraums des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes (2025 bis 828 Meter [Burj Khalifa in Dubai, geplant Jeddah Tower in Saudi-Arabien mehr als 1000 Meter]) hoch aufragendes und auf verhältnismäßig kleiner Grundfläche stehendes festes Bauwerk (wie beispielsweise der dem 9. Jahrtausend v. Chr. zugerechnete so genannte Turm von Jericho aus unbearbeiteten Steinen mit einer Höhe von 8,25 Metern und einem Basisdurchmesser von 8 Metern und einem oberen Durchmesser von rund sieben Metern sowie der ältesten bekannten Treppe mit 22 Stufen aus bearbeiteten Steinplatten in dem Inneren) das oft Teil eines größeren Bauwerks wie etwa einer Burg oder einer Stadtbefestigung ist; BM.: ?; F.: Turm, Turmes, Turms, Türme, Türmen (!)+FW(+EW?); Z.: Turm
Turmalin, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Turmalin, ein Edelstein; ne. tourmaline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. tourmaline, ne. tourmaline; E.: s. frz. tourmaline, F., Turmalin; ne. tourmaline, N., Turmalin; aus singhal. turamalli; L.: Kluge s. u. Turmalin, DW 22, 1870, Duden s. u. Turmalin; Son.: vgl. nndl. toermalijn, Sb., Turmalin; nschw. turmalin, Sb., Turmalin; nnorw. turmalin, M., N., Turmalin; poln. turmaliny, Sb., Turmalin; kymr. twrmalin, M., Turmalin; nir. túrmailín, M., Turmalin; lit. turmalinas, M., Turmalin; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Singhalesischen (Stein in gemischten Farben) aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in verschiedenen Farben und weltweit vor allem in Brasilien und Afrika vorkommenden sowie teilweise wegen der Seltenheit ziemlich teueren Edelstein; BM.: ?; F.: Turmalin, Turmalins, Turmaline, Turmalinen+FW(+EW?); Z.: Turmal-in
türmen (1), nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. türmen (V.) (2), davonlaufen; ne. skedaddle, rabbit (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; vielleicht Zusammenhang mit stürmen; L.: Kluge s. u. türmen 2, DW 22, 1871, EWD s. u. türmen 2, Duden s. u. türmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit stürmen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches vor jemanden oder etwas davonlaufen; BM.: ?; F.: türmen, türme, türmst, türmt, türmest, türmet, türmte, türmtest, türmten, türmtet, ##getürmt, getürmte, getürmtes, getürmtem, getürmten, getürmter##, türmend, ###türmend, türmende, türmendes, türmendem, türmenden, türmender###, türm (!)+EW; Z.: türm-en
$türmen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. türmen, einen Turm bauen, aufhäufen; Vw.: s. auf-; E.: s. Turm, s. en; L.: Kluge s. u. türmen 1, Turm, DW 21, 470 (thürmen), EWD s. u. Turm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Turm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung (oder dem 9. Jt. v. Chr.) dem Menschen mögliches und von ihm verwendetes einen Turm bauen oder turmartig aufeinanderlegen (aufhäufen); F.: türmen (!), türme (!), türmst, türmt, türmest, türmet, türmte, türmtest, türmten, türmtet, getürmt, ##getürmt, getürmte, getürmtes, getürmtem, getürmten, getürmter##, türmend, ###türmend, türmende, türmendes, türmendem, türmenden, türmender###, türm (!)+FW(+EW); Z.: türm-en
$Türmer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Türmer; E.: s. Turm, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Turm, DW 21, 471 (Thürmer), EWD s. u. Turm; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Turm sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums sachlich möglichen Bewohner und Bewacher eines Turmes; F.: Türmer, Türmers, Türmern+EW; Z.: Türm-er
turnen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. turnen, sich sportlich betätigen, gymnastische Übungen oder Leibesübungen machen; ne. do (V.) gymnastics; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1811 (Turnvater Jahn); E.: von Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) eingeführt mit Rückgriff auf ahd. turnen*, sw. V. (1a), lenken, wenden; germ. *turnan, sw. V., wenden, drehen; vgl. lat. tornāre, V., drechseln, runden, drehen, (81-43 v. Chr.); gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. turnen, Kluge s. u. turnen, DW 22, 1875, EWD s. u. turnen, Duden s. u. turnen, Bluhme s. u. turnen; Son.: vgl. nndl. turnen, V., turnen; ne. turn, V., drehen; frz. tourner, V., drehen; nnorw. turne, V., turnen; GB.: seit 1811 belegte und mit dem Althochdeutschen sowie dem erschließbaren Germanischen und dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sich unter Benutzung besonderer Geräte wie Reck oder Barren oder Pferd oder Ringe oder Kasten oder Bock oder Brett oder Matte gemäß den Vorstellungen Friedrich Ludwig Jahns sportlich betätigen; BM.: drehen; F.: turnen, turne, turnst, turnt, turnest, turnet, turnte, turntest, turnten, turntet, geturnt, ##geturnt, geturnte, geturntes, geturntem, geturnten, geturnter##, turnend, ###turnend, turnende, turnendes, turnendem, turnenden, turnender###, turn (!)+EW; Z.: tur-n-en
Turnier, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Turnier, ritterliches Kampfspiel, ritterliches Waffenspiel; ne. tournament, tourney; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: mhd. turnei, turner, tornei, turnoi, st. M., Turnier, Kampf, alte französische Silbermünze, Turnose (Münze aus Tours); mnd. tornei, torei?, M., N.?, Turnier; s. mhd. turnei, st. M., Turnier, Kampf, alte französische Silbermünze; prov. tornie, M., Turnier; afrz. tournoi, M., Turnier; lat. tornāre, V., drechseln; gr. τορνεύειν (torneúein), V., drechseln, drehen; vgl. gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Turnier, DW 22, 1881, EWD s. u. Turnier, Duden s. u. Turnier; Son.: vgl. nndl. toernooi, Sb., Turnier; frz. tournoi, M., Turnier; nschw. turnering, Sb., Turnier; nnorw. turnering, M., F., Turnier; poln. turniej, M., Turnier; kymr. twrneimant, twrnamaint, M., Turnier; nir. turnaimint, F., Turnier; lit. turnyras, M., Turnier; GB.: seit um 1190 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Rittern durchgeführtes (ritterliches) Kampfspiel oder Waffenspiel; BM.: drehen; F.: Turnier, Turniers, Turnieres, Turniere, Turnieren+FW(+EW); Z.: Tur-n-ier
Turnus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Turnus, festgelegte Abfolge; ne. rota, rotation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. *turnus; E.: s. mlat. *turnus, M., Wechsel, Reihenfolge; gr. τόρνος (tórnos), M., Zirkel, Schnitzmesser, Dreheisen; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Turnus, fehlt DW, EWD s. u. Turnus, Duden s. u. Turnus; Son.: vgl. ndän. turnus, Sb., Turnus; nnorw. turnus, M., Turnus; poln. turnus, M., Turnus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem erschließbaren Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche regelmäßige Abfolge von sich stets wiederholenden Ereignissen wie beispielsweise den Tageszeiten und Jahreszeiten in der Umdrehung der Erde um die eigene Achse und dem Umlauf der Erde um die Sonne; BM.: drehen; F.: Turnus, Turnusse+FW(+EW?); Z.: Tur-n-us
turteln, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. turteln, flirten; ne. flirt (V.), whisper (V.) sweet nothings; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; E.: lautmalender Herkunft nach dem Ruf der Taube; L.: DW 22, 1905, Duden s. u. turteln, Bluhme s. u. turteln; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und lautmalend nach dem Ruf der Taube gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches sich auffallend zärtlich-verliebt einem Vertreter des anderen Geschlechts gegenüber verhalten (V.); BM.: lautmalend; F.: turteln, turtel (!), turtle, turtelst, turtelt, turtelte, turteltest, turtelten, turteltet, geturtelt, ##geturtelt, geturtelte, geturteltes, geturteltem, geturtelten, geturtelter##, turtelnd, ###turtelnd, turtelnde, turtelndes, turtelndem, turtelnden, turtelnder###, turtel (!)+FW; Z.: turt-el-n
Turteltaube, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Turteltaube, eine Wildtaube; ne. turtle-dove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. turteltūbe, sw. F., Turteltaube; mnd. dorteldūve, F., Turteltaube; mnd. torteldūve, F., Turteltaube; mnd. turteldūve, turtelduve, tarteldūve, tartelduve, terdeldūve, tirteldūve, F., Turteltaube; mnl. turteldūve, F., Turteltaube; ahd. turtulatūba, turtultūba*, turtiltūba, st. F. (ō), sw. F. (n), Turteltaube; anfrk. durduldūva*, F., Turteltaube; s. ahd. turtula*, sw. F. (n), Turteltaube; lat. turtur, turdella, M., F., kleine Drossel, Turteltaube; vgl. lat. turdus, M., Drossel (F.) (1); idg. *trozdos-, *tr̥zdos-, Sb., Drossel (F.) (1), Pokorny 1096 (1901/78) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. tūba (1), sw. F. (n), Taube; germ. *dūbō-, *dūbōn, sw. F. (n), Taube; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Turteltaube, Kluge s. u. Turteltaube, DW 22, 1907, EWD s. u. Turteltaube, Duden s. u. Turteltaube; Son.: vgl. nndl. turtelduif, Sb., Turteltaube; frz. tourterelle, F., Turteltaube; nschw. turturduva, Sb., Turteltaube; nnorw. turteldue, M., F., Turteltaube; kymr. turtur, F., Turteltaube; GB.: seit um 830 belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche kleine Taube mit grauem an Brust und Hals rötlichem Gefieder und einem großen schwarz-weiß gestreiften Fleck auf jeder Seite des Halses sowie dem Menschen auffällig erscheinendem Verhalten; BM.: wirbeln; F.: Turteltaube, Turteltauben+FW; Z.: Turt-el—tau-b-e
Tusch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Tusch, fanfarenartiger Festgruß; ne. fanfare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. frz. touch; E.: s. frz. touch, M., geblasenes Signal, Trompetenzeichen; vgl. afrz. toche, M., geblasenes Signal, Trompetenzeichen; afrz. tochier, V., berühren, ein Tonwerkzeug blasen; von vulgärlat. *toccare, dieses von einer Wurzel *tokk-; L.: Kluge 1. A. s. u. Tusch, Kluge s. u. Tusch, DW 22, 1913, EWD s. u. Tusch, Duden s. u. Tusch, Bluhme s. u. Tusch; Son.: vgl. ne. touch, N., Berührung; frz. touche, F., Taste; nschw. tusch, Sb., Tusch; poln. tusz, M., Tusch; GB.: seit 1745 belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene sowie mit dem Vulgärlateinischen verbindbare und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für einen von Menschen nach Entwicklung von Musikinstrumenten entwickelten und verwendeten schmetternden Trompetenschall und Paukenschall (fanfarenartigem Festgruß); BM.: lautmalend; F.: Tusch, Tusches, Tuschs, Tusche, Tuschen+FW(+EW); Z.: Tusch
Tusche, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Tusche, eine schwarze Flüssigkeit; ne. tusche, drawing ink (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: rückgebildet aus tuschen, sw. V., schwarze Farbe auftragen; frz. toucher, V., berühren; afrz. tochier, V., berühren, ein Tonwerkzeug blasen; von vulgärlat. *toccare, dieses von einer Wurzel *tokk-; L.: Kluge 1. A. s. u. Tusche, Kluge s. u. Tusche, DW 22, 1917, EWD s. u. tuschen, Duden s. u. Tusche, Bluhme s. u. Tusche; Son.: vgl. nndl. tusch, Sb., Tusche; nschw. tuschfärg, Sb., Tusche; nnorw. tusj, M., Tusche; poln. tusz, M., Tusche; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus tuschen rückgebildete sowie aus dem Französischen und mittelbar dem Vulgärlateinischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare lautmalend gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vor 4500 bis 3000 Jahren entwickelte und seitdem besonders zu einem Beschriften und Zeichnen verwendete intensiv gefärbte Flüssigkeit mit Bindemitteln; BM.: lautmalend; F.: Tusche, Tuschen+FW; Z.: Tusch-e
tuscheln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. tuscheln, flüstern; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von einem tusch!, Interj., still!; dies lautmalend; L.: Kluge s. u. tuscheln, DW 22, 1919, EWD s. u. tuscheln, Duden s. u. tuscheln; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Sprache zwischen Menschen mögliches und verwendetes miteinander flüstern; BM.: lautmalend; F.: tuscheln, tuschel (!), tuschle, tuschelst, tuschelt, tuschelte, tuscheltest, tuschelten, tuscheltet, getuschelt, ##getuschelt, getuschelte, getuscheltes, getuscheltem, getuschelten, getuschelter##, tuschelnd, ###tuschelnd, tuschelnde, tuschelndes, tuschelndem, tuschelnden, tuschelnder###, tuschel (!)+EW; Z.: tusch-el-n
tuschen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. tuschen, zu Ruhe bringen, stillen; ne. pacify; Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. tuschen, duschen, sw. V., sich still verhalten (V.), sich verbergen; weitere Herkunft ungeklärt; L.: DW 22, 1923; GB.: seit um 1210 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches und verwendetes zu Ruhe bringen; BM.: sich verbergen?; F.: tuschen (!), tusche (!), tuschst, tuscht, tuschest, tuschet, tuschte, tuschtest, tuschten, tuschtet, getuscht, ##getuscht, getuschte, getuschtes, getuschtem, getuschten, getuschter##, tuschend, ###tuschend, tuschende, tuschendes, tuschendem, tuschenden, tuschender###, tusch (!)+EW; Z.: tusch-en
Tüte, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Tüte, Papiertüte; ne. bag (N.); Vw.: -; Hw.: s. tuten, Zotte (2); Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. tute, F., Tute, Horn, alles was hornförmig gestaltet ist; mndl. tute, F., Tute; lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Tüte, Kluge s. u. Tüte, DW 22, 1933, EWD s. u. Tüte, Duden s. u. Tüte, Bluhme s. u. Tuete; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes meist aus festerem Papier und seit 1961 auch aus Plastik bestehendes trichterförmiges oder rechteckiges Verpackungsmittel; BM.: lautmalend?; F.: Tüte, Tüten+EW; Z.: Tüt-e
tuten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. tuten, einen lauten Ton (M.) (2) hören lassen; ne. toot (V.); Vw.: -; Hw.: s. Tüte; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. tuten, sw. V., tuten, auf dem Horne blasen; vgl. mnd. tute, F., Tute, Horn, alles was hornförmig gestaltet ist; mndl. tute, F., Tute; lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. tuten, Kluge s. u. tuten, DW 22, 1938, EWD s. u. tuten, Duden s. u. tuten, Bluhme s. u. tuten; Son.: vgl. nndl. toeteren, V., tuten; nschw. tuta, V., tuten; nnorw. tute, V., tuten; GB.: seit 14. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes mit einem Horn ein Geräusch oder einen Ton (M.) (2) von sich geben; BM.: lautmalend; F.: tuten, tute, tutest, tutet, tutete, tutetest, tuteten, tutetet, getutet, ##getutet, getutete, getutetes, getutetem, getuteten, getuteter##, tutend, ###tutend, tutende, tutendes, tutendem, tutenden, tutender###, tut (!)+EW; Z.: tut-en
Tutor, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Tutor, Studentenberater; ne. tutor (M.); Vw.: -; Hw.: s. Tutorium; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. tūtor; E.: s. lat. tūtor, M., Beschützer, Vormund, Kurator, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. tuērī, V., erblicken, ins Auge fassen, ansehen, betrachten; idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Tutor, fehlt DW, Duden s. u. Tutor; Son.: vgl. frz. tuteur, M., Tutor; nnorw. tutor, M., Tutor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Studentenberater oder einen Betreuer von einer Betreuung bedürftigen Studierenden; BM.: beachten; F.: Tutor, Tutors, Tutoren+FW; Z.: Tu-t-or
Tutorium, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Tutorium, eine Lehrveranstaltung; ne. tutorial (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tutor; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. tūtōrium; E.: mlat.? tūtōrium, N., Vormundschaft; lat. tūtōrius, Adj., vormundschaftlich, den Vormund betreffend, (um 67-um 127 n. Chr.); vgl. lat. tuērī, V., erblicken, ins Auge fassen, ansehen, betrachten; idg. *teu- (2), V., aufmerken, beachten, Pokorny 1079 (1872/49) (RB. idg. aus gr.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Tutor, fehlt DW, EWD s. u. Tutorium; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine meist in einer kleineren Gruppe abgehaltene entweder von Dozenten oder älteren graduierten Studierenden geleitete oft ein Seminar begleitende ergänzende einübende Lehrveranstaltung an einer Hochschule; BM.: beachten; F.: Tutorium, Tutoriums, Tutorien+FW; Z.: Tu-t-or-i-um
Tüttel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Tüttel, kleine Punkt, Pünktchen; ne. tittle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. titulus; E.: s. mhd. tütel (1), sw. M., Punkt; lat. titulus, M., Titellein, Überschrift, Titel, Aufschrift, (81-43 v. Chr.); Herkunft unklar, wohl etr. Einfluss vorhanden, s. Walde/Hofmann 2, 686; L.: Kluge 1. A. s. u. Tüttel, Kluge s. u. Tüttel, DW 22, 1949, Duden s. u. Tüttel, Bluhme s. u. Tuettel; Son.: s. mhd. tütel (1), sw. M., Punkt; nndl. tittel, Sb., Tüttel; ndän. toddel, Sb., Tüttel; nisl. toddel, Sb., Tüttel?; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der Herkunft unklare und vielleicht aus dem Etruskischen kommende Bezeichnung für einen kleinen Punkt oder ein Pünktchen; BM.: Überschrift; F.: Tüttel, Tüttels, Tütteln+FW+EW; Z.: Tüt-t-el
Twen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Twen, Zwanzigjähriger; ne. twentysomething; Vw.: -; Hw.: s. zwanzig; Q.: 20. Jh.; E.: Neubildung zu ne. twenty, Num. Kard., zwanzig; ae. twēntig, twēgentig, twœ̄ntig, Num. Kard., zwanzig; vgl. germ. *tegu-, M., zehn, ...zig; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Twen, fehlt DW, Duden s. u. Twen; Son.: vgl. nndl. twen, Sb., Twen; ndän. twen, Sb., Twen; nnorw. twen, Sb., Twen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene oder gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen jungen Menschen in seinen zwanziger Lebensjahren (von 20 bis 29); BM.: zwanzig; F.: Twen, Twens+FW; Z.: Twe-n
Twinset, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Twinset, ein aus zwei Teilen bestehendes Kleiderensemble (Strickensemble); ne. twinset; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. twinset; E.: s. ne. twinset, N., Twinset; vgl. ne. twin, N., Zwilling; vgl. ae. twinn, Adj.: nhd. doppelt, je zwei; germ. *twihna-, *twihnaz, Adj., zweifach, aus zwei bestehend; vgl. idg. *du̯ōu, Num. Kard. (M.), *du̯ai, Num. Kard. (F.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ne. set, N., Satz, Sammlung; vgl. ne. set, V., setzen, legen; ae. sėttan, sw. V. (1), setzen, legen, stellen, aufstellen, gründen; germ. *satjan, sw. V., sitzen machen, setzen; idg. *sed- (A), V., sitzen, Pokorny 884 (1543/15) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Twinset; Son.: vgl. frz. twinset, M., Twinset; nnorw. twinsett, N., Twinset; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein aus einem Pullover und einer Jacke von gleicher Farbe und gleichem Material bestehendes von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Kleiderensemble oder Strickensemble; BM.: zwei, setzen; F.: Twinset, Twinsets+FW; Z.: Twi-n—set
Twirl, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Twirl, Quirl, Handhabe; ne. twirling-stick; Vw.: -; Hw.: s. Quirl; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. twirel, twirl, quirel, st. M., Quirl; mnd. dwerl, dwarl, twerl, M., Wirbel, Kraushaar, Locke, verworrene Stelle im Kopfhaar, querdrähtige Stelle im Holz; ahd. dwiril*, st. M. (a), Quirl, Schlagbesen; as. -; anfrk. -; germ. *þwerila-, *þwerilaz, st. M. (a), Quirl; s. idg. *tu̯er- (1), tur-, V., drehen, quirlen, wirbeln, bewegen, Pokorny 1100; L.: DW 22, 1956, EWAhd 2, 925, Falk/Torp 197, Seebold 528; Son.: vgl. afries. -; ae. þwirel, st. M. (a), Quirl, Rührlöffel; an. Þyrill, st. M. (a), ON, Bergname, Quirl; got. -; GB.: (dwiril) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon in vor der Zeitenwende entwickeltes und verwendetes aus einer kleineren und sternförmig gekerbten Halbkugel und einem längerem Stiel bestehendes und zu dem Verrühren von Flüssigkeiten verwendetes Küchengerät (Quirl); BM.: drehen bzw. wirbeln; F.: Twirl, Twirls, Twirles, Twirle, Twirlen+EW; Z.: Twir-l
Twist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Twist, Garn, Stopfgarn; ne. darning (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. mnl. twist; E.: s. mnl. twist, Sb., mehrfach gedrehter Faden; ae. twist, Suff., Verzweites; letztlich von idg. *dwis-, Adj., zweimal; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 22, 1956, EWD s. u. Twist, Duden s. u. Twist, Bluhme s. u. Twist; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene und mit dem Altenglischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen aus mehreren zusammengedrehten (Baumwoll-)fäden entwickeltes und hergestelltes Garn und auch einen Tanz; BM.: zwei; F.: Twist, Twistes, Twists, Twiste, Twisten+FW; Z.: Twi-st
twittern, nhd., V., (21. Jh.): nhd. twittern, Kurznachrichten über ein Handy versenden; ne. tweet; Vw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. twitter; E.: s. ne. twitter, V., twittern; vgl. ne. twitter, N., Gezwitscher; ne. twitter, V., zwitschern; wohl lautmalend; L.: fehlt DW, Duden s. u. twittern; Son.: vgl. nndl. twitteren, V., twittern; frz. twitter, V., twittern; nschw. twittra, V., twittern; GB.: seit 21. Jh. belegte und lautmalend gebildete sowie aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Kurznachrichten über ein Handy versenden; BM.: zwitschern bzw. lautmalend; F.: twittern, twittere, twitter (!), twitterst, twittert, twitterte, twittertest, twitterten, twittertet, getwittert, ##getwittert, getwitterte, getwittertes, getwittertem, getwitterten, getwitterter##, twitternd, ###twitternd, twitterndes, twitterndem, twitternden, twitternder###, twitter (!)+FW+EW; Z.: twitt-er-n
Tympanon, Tympanum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Tympanon, Tympanum, Bogenfeld über einem Portal; ne. tympanon, tympanum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. lat. tympanum, gr. τύμπανον (týmpanon); lat. tympanum, N., Handpauke, Handtrommel, Füllung des Türflügels; gr. τύμπανον (týmpanon), N., Handpauke, Pauke, Trommel, Tamburin, Füllung des Türflügels; wohl zu gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Tympanon; Son.: vgl. nndl. timpaan, Sb., Tympanon; frz. tympan, M., Tympanon; nschw. tympanon, Sb., Tympanon; nnorw. tympanon, N., Tympanon; poln. tympanon, M., Tympanon; lit. timpanas, M., Tympanon; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes oft mit Figuren geschmücktes Bogenfeld über einem Portal oder einem Fenster; BM.: schlagen; F.: Tympanon, Tympanons, Tympanum, Tympanums, Tympana+FW; Z.: Ty-m-p-an-on
Typ, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Typ, Sorte, Art (F.) (1); ne. type (N.); Vw.: s. Proto-, Stereo-; Hw.: s. Typus, Type, typisch, Typologie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. typus; E.: s. lat. typus, M., Figur, Bild, Bildwerk, Symbol, symbolische Zahl, (81-43 v. Chr.); gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Typ, DW 22, 1957, EWD s. u. Typ, Duden s. u. Typ; Son.: vgl. nndl. type, Sb., Typus; frz. type, M., Typus; nschw. typ, Sb., Typus; nnorw. typus, M., Typus; poln. typ, M., Typus; kymr. teip, M., Typus; nir. tíopa, M., Typus; lit. tipas, M., Typus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine durch bestimmte charakteristische Merkmale gekennzeichnete Sorte oder Art von Gegebenheiten; BM.: stoßen; F.: Typ, Type, Typs, Typen+FW(+EW); Z.: Ty-p
...typ, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. ...typ, ...typus; ne. ...type; Vw.: s. Proto-, Stereo-; Hw.: s. typo...; Q.: 17. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1096; Son.: vgl. nndl. ...type, Suff., ...typ; frz. ...type, Suff., ...typ; nschw. ...typ, Suff., ...typ; nnorw. ...typ, Suff., ...typ; poln. ...typ, Suff., ...typ; kymr. ...teip, Suff., ...typ; lit. ...tipas, Suff., ...typ; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Substantiven der Art verwendete Bezeichnung; BM.: stoßen; F.: ...typ, ...type, ...typs, ...types+FW; Z.: -ty-p
Type, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Type, Letter; ne. sort (N.); Vw.: -; Hw.: s. Typus, Typ, typisch, Typologie; Q.: um 1800; I.: lat. Lw.; E.: rückgebildet aus dem Plural Typen zu lat. typus, M., Figur, Bild, Bildwerk, Symbol, symbolische Zahl, (81-43 v. Chr.); gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Type, DW 22, 1957, EWD s. u. Typ, Duden s. u. Type; Son.: vgl. nndl. type, Sb., Type; frz. type, M., Type; nschw. typ, Sb., Type; nnorw. type, M., Type; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums rückgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bestimmte Art von sachlich wohl seit dem Spätmittelalter von Menschen für den Buchdruck entwickelten und verwendeten Druckbuchstaben (Lettern); BM.: stoßen; F.: Type, Typen+FW+EW; Z.: Ty-p-e
Typhus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Typhus, eine Infektionskrankheit; ne. typhus, typhoid fever; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: gr. Lw.; E.: Neubildung zu gr. τῦφος (typhos), M., Dampf (M.) (1), Rauch, Qualm, Dünkel; s. idg. *dʰeubʰ-, V., Adj., stieben, rauchen, verdunkelt, Pokorny 263; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261 (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Typhus, DW 22, 1959, EWD s. u. Typhus, Duden s. u. Typhus; Son.: vgl. nndl. tyfus, Sb., Typhus; frz. typhus, M., Typhus; lit. tyfus, Sb., Typhus; nnorw. tyfus, M., Typhus; poln. tyfus, M., Typhus; kymr. teiffws, M., Typhus; nir. tífeas, M., Typhus; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon dem Altertum bekannte mit Hautausschlag und Durchfällen und Darmgeschwüren und starken Bauchschmerzen und schweren Bewusstseinsstörungen verbundene fieberhafte Infektionskrankheit deren Erreger erst seit 1906 bekannt ist; BM.: rauchen; F.: Typhus+FW; Z.: Ty-ph-us
typisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. typisch, durch besondere Merkmale gekennzeichnet, wesentliche Merkmale aufweisend; ne. typic, typical; Vw.: -; Hw.: s. Typ, Typus, Type, Typologie; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. typicus; E.: s. lat. typicus, Adj., typisch, bildlich, regelmäßig wiederkehrend, symbolisch, vorbildlich, (5. Jh. n. Chr.); gr. τυπικός (typikós), Adj., vorbildlich, figürlich; vgl. gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Typ, DW 22, 1960, EWD s. u. Typ, Duden s. u. typisch; Son.: vgl. nndl. typisch, Adj., typisch; frz. typique, Adj., typisch; nschw. typisk, Adj., typisch; nnorw. typisk, Adj., typisch; poln. typowy, Adj., typisch; lit. tipiškas, M., typisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches durch besondere Merkmale gekennzeichnet oder wesentliche Merkmale aufweisend; BM.: stoßen; F.: typisch, typische, typisches, typischem, typischen, typischer(, typischere, typischeres, typischerem, typischeren, typischerer, typischst, typischste, typischstes, typischstem, typischsten, typischster)+FW+EW; Z.: ty-p-isch
$typisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. typisieren, Typ bilden; E.: s. Typ, s. is, s. ieren; L.: Kluge s. u. Typ; GB.: seit vielleicht dem 20. Jh. belegte und aus Typ und is sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich vor allem seit dieser Zeit von Menschen gefördertes und verwendetes Typ bilden; F.: typisieren, typisiere, typisierst, typisiert, typisierest, typisieret, typisierte, typisiertest, typisierten, typisiertet, ##typisiert, typisierte, typisiertes, typisiertem, typisierten, typisierter##, typisierend, ###typisierend, typisierende, typisierendes, typisierendem, typisierenden, typisierender###, typisier (!)+FW(+EW); Z.: ty-p-is-ier-en
typo..., nhd., Sb.., (19. Jh.?): nhd. typo..., typ...; ne. typo..., typ...; Vw.: s. -logie; Hw.: s. ...typ; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1096; Son.: vgl. nndl. typo..., Präf., typo...; frz. typo..., Präf., typo...; nschw. typo..., Präf., typo...; nnorw. typo..., Präf., typo...; poln. typo..., Präf., typo...; kymr. teipo..., Präf., typo...; lit. tipo..., Präf., typo...; GB.: vielleicht seit der späteren Neuzeit (19. Jh?) belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort zu einer Bildung von Substantiven der Art verwendete Bezeichnung; BM.: stoßen; F.: typo...+FW; Z.: ty-p-o-
Typologie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Typologie, Typenlehre, Artenkunde; ne. typology; Vw.: -; Hw.: s. Typ, Typus, Type, typisch; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Typ, fehlt DW, EWD s. u. Typ, Duden s. u. Typologie; Son.: vgl. nndl. typologie, Sb., Typologie; frz. typologie, F., Typologie; nschw. typologi, Sb., Typologie; nnorw. typologi, M., Typologie; poln. typologia, F., Typologie; kymr. teipoleg, F., Typologie; lit. tipologija, F., Typologie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit kennzeichnender Merkmale oder die Artenkunde; BM.: stoßen, sammeln; F.: Typologie, Typologien+FW(+EW); Z.: Ty-p-o-log-ie
$typologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. typologisch, artenkundlich; E.: s. Typolog(ie), s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Typ; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Typolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für artenkundlich; F.: typologisch, typologische, typologisches, typologischem, typologischen, typologischer+FW(+EW); Z.: ty-p-o-log-isch
Typus, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Typus, Grundform, Art; ne. type (N.); Vw.: -; Hw.: s. Typ, Type, typisch, Typologie; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. typus; E.: s. lat. typus, M., Figur, Bild, Bildwerk, Symbol, symbolische Zahl, (81-43 v. Chr.); gr. τύπος (týpos), Schlag, Stoß, Bild; vgl. gr. τύπτειν (týptein), V., schlagen; idg. *steup-, *teup-, V., Sb., stoßen, schlagen, Stock, Stumpf, Pokorny 1034; vgl. idg. *steu- (1), *teu- (1), V., stoßen, schlagen, Pokorny 1032 (1773/245) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Typ, DW 22, 1961, EWD s. u. Typ, Duden s. u. Typus; Son.: vgl. nndl. type, Sb., Typus; frz. type, M., Typus; nschw. typ, Sb., Typus; nnorw. typus, M., Typus; poln. typ, M., Typus; kymr. teip, M., Typus; nir. tíopa, M., Typus; lit. tipas, M., Typus; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen geschaffene durch bestimmte kennzeichnende Merkmale geprägte Grundform oder Art von Gegebenheiten; BM.: stoßen; F.: Typus, Typen+FW; Z.: Ty-p-us
Tyrann, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Tyrann, Alleinherrscher, Gewaltherrscher, Despot; ne. tyrant; Vw.: -; Hw.: s. Tyrannis, tyrannisch, tyrannisieren, Tyrannei; Q.: 2. Hälfte 14. Jh. (Heinrich von Mügeln); E.: mhd. tiranne, sw. M., Tyrann; mnd. tiranne, tiran, M., Despot, Gewaltherrscher, grausamer Gewaltherrscher; lat. tyrannus, Herr, Gebieter, Herrscher; lat. tyrannus, M., Herr, Gebieter, Herrscher, (220-130 v. Chr.); gr. τύραννος (týrannos), M., Tyrann, Herrscher; Fremdwort aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum, s. Frisk 2, 947; L.: Kluge s. u. Tyrann, DW 22, 1967, EWD s. u. Tyrann, Duden s. u. Tyrann; Son.: vgl. nndl. tiran, Sb., Tyrann; frz. tyran, M., Tyrann; nschw. tyrann, Sb., Tyrann; nnorw. tyrann, M., Tyrann; poln. tyran, M., Tyrann; kymr. teryn, M., Tyrann; nir. tíoránach, M., Tyrann; lit. tironas, M., Tyrann; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für zunächst einen sachlich seit dieser Zeit möglichen Alleinherrscher und dann für einen Gewaltherrscher oder Despoten; BM.: ?; F.: Tyrann, Tyrannen+FW; Z.: Tyrann
Tyrannei, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Tyrannei, Gewaltherrschaft; ne. tyranny; Vw.: -; Hw.: s. Tyrann, Tyrannis, tyrannisch, tyrannisieren; Q.: 2. Hälfte 14. Jh.; E.: fnhd. tyranney, mnd. tirannīe, frz. tiranie, F., Tyrannei; mlat. tyrannia, F., Tyrannis, unumschränkte Herrschaft, Gewaltherrschaft; lat. tyrannis, F., Tyrannis, unumschränkte Herrschaft, Gewaltherrschaft, (81-43 v. Chr.); gr. τυραννίς (tyrannís), F., Tyrannis, unumschränkte Herrschaft; gr. τύραννος (týrannos), M., Tyrann, Herrscher; Fremdwort aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum, s. Frisk 2, 947; L.: Kluge s. u. Tyrann, DW 22, 1974, EWD s. u. Tyrann, Duden s. u. Tyrannei; Son.: vgl. nndl. tyrannie, Sb., Tyranei; frz. tyrannie, F., Tyrannei; nschw. tyranni, N., Tyrannei; nnorw. tyranni, N., Tyrannei; poln. tyrania, F., Tyrannei; nir. tíorántacht, F., Tyrannei; lit. tironija, F., Tyrannei; GB.: seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und über das Mittelniederdeutsche und das Französische aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare und aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum aufgenommene Bezeichnung für eine durch Menschen spätestens seit dieser Zeit ausgeübte Gewaltherrschaft; BM.: ?; F.: Tyrannei, Tyranneien+FW; Z.: Tyrann-ei
Tyrannis, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Tyrannis, Tyrannenherrschaft; ne. tyranny; Vw.: -; Hw.: s. Tyrann, tyrannisch, tyrannisieren, Tyrannei; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. tyrannis; E.: s. lat. tyrannis, F., Tyrannis, unumschränkte Herrschaft, Gewaltherrschaft, (81-43 v. Chr.); gr. τυραννίς (tyrannís), F., Tyrannis, unumschränkte Herrschaft; gr. τύραννος (týrannos), M., Tyrann, Herrscher; Fremdwort aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum, s. Frisk 2, 947; L.: Kluge s. u. Tyrann, fehlt DW, Duden s. u. Tyrannis; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (und Griechischen sowie dem kleinasiatisch-ägäischen Raum) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine von einem Gewaltherrscher ausgeübte Tyrannenherrschaft; BM.: ?; F.: Tyrannis+FW; Z.: Tyrann-is
tyrannisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. tyrannisch, despotisch, rücksichtslos (jemanden) beherrschend, uneingeschränkt; ne. tyrannical, tyrannous; Vw.: -; Hw.: s. Tyrann, Tyrannis, tyrannisieren, Tyrannei; Q.: vor 1483 (Das Buch der Beispiele der alten Weisen); I.: Lw. lat. tyrannicus; E.: s. mhd. tirannisch, Adj., tyrannisch, wild, brünstig; mnd. tirannisch, tiransch, tirans, Adj., tyrannisch, grausam, gewaltsam, rücksichtslos, despotisch; lat. tyrannicus, Adj., tyrannisch, despotisch, frevelhaft, (81-43 v. Chr.); gr. τυραννικός (tyrannikós), Adj., tyrannisch, königlich; vgl. gr. τύραννος (týrannos), M., Tyrann, Herrscher; Fremdwort aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum, s. Frisk 2, 947; L.: Kluge s. u. Tyrann, DW 22, 1988, EWD s. u. Tyrann, Duden s. u. tyrannisch; Son.: vgl. frz. tyrannique, Adj., tyrannisch; nschw. tyrannisk, Adj., tyrannisch; nnorw. tyrannisk, Adj., tyrannisch; poln. tyrański, Adj., tyrannisch; nir. tíoránta, Adj., tyrannisch; GB.: seit vor 1483 belegte und nach dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aus Tyrann und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches despotisch oder rücksichtslos (jemanden) beherrschend; BM.: ?; F.: tyrannisch, tyrannische, tyrannisches, tyrannischem, tyrannischen, tyrannischer(, tyrannischere, tyrannischeres, tyrannischerem, tyrannischeren, tyrannischerer, tyrannischst, tyrannischste, tyrannischstes, tyrannischstem, tyrannischsten, tyrannischster)+FW+EW; Z.: tyrann-isch
tyrannisieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. tyrannisieren, rücksichtslos beherrschen; ne. tyrannise; Vw.: -; Hw.: s. Tyrann, Tyrannis, tyrannisch, Tyrannei; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. tirannisēren, sw. V., tyrannisieren, in tyrannischer Art und Weise handeln, rücksichtslos herrschen; s. mlat. tyrannizāre, V., eine Tyrannei ausüben, Tyrann sein (V.); vgl. lat. tyrannus, M., Herr, Gebieter, Herrscher; gr. τύραννος (týrannos), M., Tyrann, Herrscher; Fremdwort aus dem kleinasiatisch-ägäischen Raum, s. Frisk 2, 947; L.: Kluge s. u. Tyrann, DW 22, 1993, EDW s. u. Tyrann, Duden s. u. tyrannisieren; Son.: vgl. nndl. tiranniseren, V., tyrannisieren; frz. tyranniser, V., tyrannisieren; nschw. tyrannisera, V., tyrannisieren; nnorw. tyrannisere, V., tyrannisieren; poln. tyranizować, V., tyrannisieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit mögliches rücksichtslos (jemanden) beherrschen oder jemandem rücksichtslos seinen Willen aufzwingen; BM.: ?; F.: tyrannisieren, tyrannisiere, tyrannisierst, tyrannisiert, tyrannisierest, tyrannisieret, tyrannisierte, tyrannisiertest, tyrannisierten, tyrannisiertet, ##tyrannisiert, tyrannisierte, tyrannisiertes, tyrannisiertem, tyrannisierten, tyrannisierter##, tyrannisierend, ###tyrannisierend, tyrannisierende, tyrannisierendes, tyrannisierendem, tyrannisierenden, tyrannisierender###, tyrannisier (!)+FW(+EW); Z.: tyrann-is-ier-en
u, U, nhd., N.: nhd. U, u; ne. u; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. lat. U; E.: s. lat. U, u, Buchstabe; gr. υ (y), Buchstabe, y; aus dem Semitischen; s. wau, Wau, abgeleitet von der Darstellung eines Hakens oder eines Nagels; L.: DW 23, 1, Duden s. u. U; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben u des lateinischen Alphabets; BM.: Haken?; F.: U, Us+FW(+EW); Z.: U
ü, Ü, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Ü, ü; ne. ue (letter), ü (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. u, e; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ü; GB.: wohl seit 16. Jh. belegte und aus einer Zusammenziehung der zwei Buchstaben u und e des Umlauts ue zu einem das e über dem u zu zwei Punkten (oder kleinen senkrechten Strichen) über dem u (ü) vereinfachenden Buchstaben(teil) entstandene Bezeichnung; BM.: Haken?; F.: ü, üs, Ü, Üs(+FW+EW); Z.: Ü
übel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. übel, böse, schlecht; ne. evil (Adj.), bad (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Übel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. übel, Adj., übel, böse, bösartig, boshaft, grimmig, schlecht; mnd. ȫvel (1), ovel, ǖvel, uvel, ǖbel, Adj., übel, schlecht, schlimm, falsch, verwerflich, unzureichend; mnl. evel, ovel, oevel, Adj., übel; ahd. ubil (1), Adj., übel, böse, falsch, schlecht, schlimm, verkehrt, sündhaft, schwer, erbärmlich, unheilvoll, lasterhaft, gottlos, boshaft; as. uvil, Adj., übel; anfrk. uvel* (1), Adj., übel, schlecht, böse; germ. *ubela-, *ubelaz, *ubila-, *ubilaz, Adj., übel, schlecht, böse; idg. *upélos, Adj., übel, Pokorny 1107; s. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. übel, Kluge s. u. übel, DW 23, 6, EWD s. u. übel, Falk/Torp 31, Heidermanns 637, Duden s. u. übel, Bluhme s. u. uebel; Son.: vgl. afries. evel (2), Adj., übel, böse; saterl. ewel, Adj., übel, böse; afries. evel (2), Adj., übel, böse; saterl. ewel, Adj., übel, böse; got. ubils, Adj. (a), übel, böse, schlecht; nndl. euvel, Adj., übel; air. fel, Adj., schlecht; ? heth. hwappa-, Adj., böse, schlecht; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Wertvorstellungen mögliches böse oder schlecht; BM.: unten; F.: übel, übele, übeles, übelem, übelen, übeler(, übelere, übeleres, übelerem, übeleren, übelerer, übelst, übelste, übelstes, übelstem, übelsten, übelster)+EW; Z.: üb-el
Übel, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Übel, Missstand, Schlechtigkeit; ne. evil (N.), evil deed; Vw.: -; Hw.: s. übel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. übel (3), st. F., st. N., Böses, Übel, Schlechtigkeit, Bosheit, Bösartigkeit, Erbostheit, Unheil; mhd. übele (2), st. F., Schlechtigkeit, Bosheit, Härte, Leiden (N.), Bösartigkeit, Erbostheit; ahd. ubil (2), st. N. (a), Übel, Böses, Unheil, Untat; ahd. ubilī, st. F. (ī), Schlechtigkeit, Übel, Bosheit; mnd. ȫvel (2), ovel, ǖbel, mnd., N., Übel (N.), Böses, Leiden (N.), Sünde, Krankheit; as. uvil* (1), st. N. (a), Böses, Übel; anfrk. uvel* (2), uvil*, st. N. (a), Übel; germ. *ubila-, *ubilam, *ubela-, *ubelam, st. N. (a), Böses, Übel, Unheil; germ. *ubilī-, *ubilīn, *ubelī-, *ubelīn, sw. F. (ī), Schlechtigkeit, Übel; idg. *upélos, Adj., übel, Pokorny 1107; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. übel, DW 23, 25, EWD s. u. übel, Heidermanns 637, Duden s. u. Übel; Son.: vgl. afries. evel (1), st. N. (a), Übel; ae. yfel (2), st. N. (a), Übel, Elend, Bosheit; an. -; got. ubil, Adj. (a), N., Übel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Wertvorstellungen möglichen Missstands oder einer Schlechtigkeit; BM.: unten; F.: Übel, Übels, Übeln+EW; Z.: Üb-el
$Übelkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Übelkeit; E.: s. übel, s. keit. s. heit; L.: Kluge s. u. übel, DW 23, 38, EWD s. u. übel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus übel und keit gebildete Bezeichnung für einen sachlich zumindest seit Entstehung des Menschen möglichen und oft als unangenehmes Gefühl in dem Oberbauch mit Appetitverlust beschriebenen Zustand; F.: Übelkeit, Übelkeiten+EW; Z.: Üb-el—kei-t
$übeln, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. übeln; Vw.: s. ver-; E.: s. übel, s. (e)n; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus übel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung vielleicht für übel sein (V.) oder übel machen; F.: übeln, übel (!), üble (!), übele (!), übelst, übelt, übelte, übeltest, übelten, übeltet, geübelt, ##geübelt, geübelte, geübeltes, geübeltem, geübelten, geübelter##, übelnd, ###übelnd, übelnde, übelndes, übelndem, übelnden, übelnder###+EW; Z.: üb-el-n
$Übeltat, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Übeltat, missbilligtes Verhalten; E.: s. übel, s. Tat; L.: DW 23, 47 (Übelthat), EWD s. u. übel; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. maleficium aus übel und Tat gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Wertvorstellungen mögliches missbilligtes Verhalten; F.: Übeltat, Übeltaten+EW; Z.: Üb-el—ta-t
$Übeltäter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Übeltäter, Missetäter, Straftäter; E.: s. Übeltat, s. er (Suff.); L.: DW 23, 47, EWD s. u. übel; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. maleficus aus Übeltat und er (Suff.) oder übel und Täter gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung der Strafe durch Menschen möglichen Missetäter oder Straftäter; F.: Übeltäter, Übeltäters, Übeltätern+EW; Z.: Üb-el—tä-t-er
üben, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. üben, ausüben, verrichten, tun; ne. practise (V.), exercise (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. üeben (1), üben, uoben, ūben, ubin, ūben, sw. V., üben, als Landmann bauen, kultivieren, hegen, pflegen, verehren, anbeten; mnd. ȫven, ǖven, ȫvenen, sw. V., üben, ausüben, ausführen, verrichten, betätigen, gestalten; mnl. oeven, sw. V., üben; ahd. uoben, sw. V. (1a), üben, pflegen, tun, verrichten, bereiten (V.) (1), ausüben; as. ōvian*, sw. V. (1a), feiern; anfrk. -; germ. *ōbjan, sw. V., tun, wirken; idg. *op- (1), V., Sb., arbeiten, Ertrag, Reichtum, Pokorny 780 (1343/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. üben, Kluge s. u. üben, DW 23, 55, EWD s. u. üben, Falk/Torp 16, Duden s. u. üben, Bluhme s. u. ueben; Son.: vgl. afries. *êwa (2), *jōwa, sw. V. (1), üben; afries. ōvenia, ōvonia, ōfnia, sw. V. (2), durchführen; nfries. oeffenjen, V., durchführen; ae. ėfnan (2), sw. V. (1), ausführen, vollbringen, tun; nndl. oefenen, V., üben; nschw. öva, V., üben; nnorw. øve, V., üben; ai. ápas-, Sb., Werk, Handlung; lat. opus, N., Werk, Bedürfnis, Arbeit, Beschäftigung; GB.: (uoben) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches etwas wiederholt tun oder ausüben oder verrichten um es möglichst gut zu können; BM.: arbeiten bzw. Ertrag; F.: üben, übe, übst, übt, übest, übet, übte, übtest, übten, übtet, geübt, ##geübt, geübte, geübtes, geübtem, geübten, geübter##, übend, ###übend, übende, übendes, übendem, übenden, übender###, üb (!)+EW; Z.: üb-en
über, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. über, oberhalb; ne. over; Vw.: -; Hw.: s. übrig, ober (2); Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. über (1), Präp., über, hinüber, oberhalb, gegenüber, jenseits, für, bei, hinsichtlich, in Bezug auf, über ... hinaus; mnd. ȫver (2), ōver, āver, auer*, äver, Adv., über, gegenüber, auf der anderen Seite, über etwas hinweg, vorüber; mnd. ȫver (1), over, oͤver, oever, ōver, ower, oůer, āver, Präp., über, auf, bei, an, in, von, oberhalb von, jenseits von, gegenüber von, zu, durch, vermittels, nach, über hinaus, vor, seit; mnl. ōver, Präp., Adv., über; ahd. ubar (1), Präp., Präf., über, gegenüber, jenseits, über ... hin; as. ovar* (1), Adv., Präp., über, jenseits; as. uvar*, Präp., über, nach; anfrk. over* (1), ovir*, Präp., über, überall; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. über, Kluge s. u. über, DW 23, 72, EWD s. u. über, Falk/Torp 31, Duden s. u. über, Bluhme s. u. ueber; Son.: vgl. afries. over, ūr, Präp., über, gegen, wider; ae. ofer, ofor (1), Präp., Adv., oben, oberhalb, jenseits, quer, über; an. yfir, Adv., Präp., oben, über; got. ufar, Präp., Präf., über; nndl. over, Präp., über; nschw. över, Adv., Präp., über; nnorw. over, Präp., über; ai. upári, Präp., über; gr. ὑπέρ (hypér), ὕπερ (hýper), Präp., über, über ... hinaus, oberhalb; lat. super, Adv., Präp., Präf., oben, drüber, darauf, bei; GB.: (ubar) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für etwas sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches oberhalb (von etwas anderem seiend); BM.: ?; F.: über(, überm, übern, übers)+EW; Z.: üb-er
$überall, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. überall, an jedem Ort und zu jeder Zeit; E.-: s. über, s. all; L.: DW 23, 126, EWD s. u. über; GB.: (ubaral*) seit 765 belegte und aus über und all gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich; F.: überall (+EW); F.: üb-er—al-l
$überanworten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. überantworten, übertragen (V.), geben; E.: s. über, s. antworten; L.: Kluge s. u. überantworten, DW 23, 126; GB.: (überantwürten*) seit 1461 belegte und aus über und antworten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches übertragen (V.) oder geben; F.: überantworten, überantworte, überantwortest, überantwortet, überantwortete, überantwortetest, überantworteten, überantwortetet, ##überantwortet, überantwortete, überantwortetes, überantwortetem, überantworteten, überantworteter##, überantwortend, ###überantwortend, überantwortende, überantwortendes, überantwortendem, überantwortenden, überantwortender###, überantwort (!)+EW; Z.: üb-er—an-t-wor-t-en
$Überbau, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Überbau; E.: s. über, s. Bau; L.: DW 23, 135, EWD s. u. Bau; GB.: (überbū) seit 1275 belegte und aus über und Bau gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen und Sesshaftwerdung möglichen Bau über einen bereits vorhandenen Bau oder über eine Grenze; F.: Überbau, Überbaus, Überbaues, Überbaue, Überbauen+EW; Z.: Üb-er-bau
$Überbein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Überbein, ein Knochenvorsprung; E.: s. über, s. Bein; L.: DW 23, 135, EWD s. u. über; GB.: (überbein) seit 1270-1300 belegte und aus über und Bein gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen bei Arthrose oder Gelenkschädigung möglichen höckerigen oder spornartigen und aus Gelenkflüssigkeit entstehenden Knochenvorsprung; F.: Überbein, Überbeins, Überbeines, Überbeine, Überbeinen+EW; Z.: Üb-er—bei-n
$überbleiben, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. überbleiben, übrig bleiben; E.: s. über, s. bleiben; L.: DW 23, 142, EWD s. u. bleiben; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und möglicherweise unter Einfluss des Lateinischen aus über und bleiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches übrig bleiben; F.: überbleiben, bleibe über, bleibst über, bleibt über, bleibest über, bleibet über, blieb über, bliebst über, blieben über, bliebt über, bliebest über, bliebet über, übergeblieben, ##übergeblieben, übergebliebene, übergebliebenes, übergebliebenem, übergebliebenen, übergebliebener##, überbleibend, ###überbleibend, überbleibende, überbleibendes, überbleibendem, überbleibenden, überbleibender###, überzubleiben, ####überzubleiben, überzubleibend, überzubleibende, überzubleibendes, überzubleibendem, überzubleibenden, überzubleibender####, bleib (!) über +EW; Z.: üb-er—b-lei-b-en
$Überbleibsel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Überbleibsel, Überrest, Rest; E.: s. überbleib(en), s. sel; L.: Kluge s. u. bleiben, DW 23, 142, EWD s. u. bleiben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus überbleib(en) und sel (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Rest (Überrest) einer ursprünglich umfassenderen Gegebenheit; F.: Überbleibsel, Überbleibsels, Überbleibseln+EW; Z.: Üb-er—b-lei-b-s-el
$überbrücken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. überbrücken, eine Brücke über etwas legen; E.: s. über, s. Brücke, s. n; L.: Kluge s. u. Brücke, DW 23. 151, EWD s. u. Brücke; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus über und Brück(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Brücken durch Menschen mögliches eine Brücke über etwas legen; F.: überbrücken, überbrücke (!), überbrückst, überbrückt, überbrückest, überbrücket, überbrückte, überbrücktest, überbrückten, überbrücktet, ##überbrückt, überbrückte, überbrücktes, überbrücktem, überbrückten, überbrückter##, überbrückend, ###überbrückend, überbrückende, überbrückendes, überbrückendem, überbrückenden, überbrückender###, überbrück (!)+EW; Z.: üb-er—brü-ck-en
$überbürden, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. überbürden, Bürde auflegen, überladen (V.) (?); E.: s. über, s. Bürde, s. n; L.: Kluge s. u. Bürde, DW 23. 152; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus über und Bürd(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Bürde auflegen oder vielleicht auch überladen (V.); F.: überbürden, überbürde, überbürdest, überbürdet, überbürdete, überbürdetest, überbürdeten, überbürdetet, ##überbürdet, überbürdete, überbürdetes, überbürdetem, überbürdeten, überbürdeter##, überbürdend, ###überbürdend, überbürdende, überbürdendes, überbürdendem, überbürdenden, überbürdender###, überbürd (!)+EW; Z.: üb-er—bür-d-en
Überdruss, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Überdruss, Abneigung, Widerwille; ne. tedium; Vw.: -; Hw.: s. verdrießen; Q.: Anfang 14. Jh. (Die Erlösung); E.: s. mhd. überdrōz, überdroz, overthruz, st. F., Überdruss; s. mhd. über (1), Präp., über, hinüber, oberhalb, gegenüber, jenseits, für, bei, hinsichtlich, in Bezug auf, über ... hinaus; ahd. ubar (1), Präp., Präf., über, gegenüber, jenseits, über ... hin; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. drōz, st. M., Verdruss, Widerwille, Schrecken (M.), Beschwerde; germ. *þrauta-, *þrautam?, st. N. (a), Beschwerde, Mühsal, Verdruss; idg. *treud-, V., quetschen, stoßen, drücken, Pokorny 1095 (1898/75) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *teru-, *treu-, *terh₃u-, V., reiben, bohren, Pokorny 1071; vgl. idg. *ter- (3), *terə-, *terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Überdrusz, Kluge s. u. Überdruss, DW 23, 162 (Überdrusz), EWD s. u. verdrießen, Duden s. u. Überdruss; GB.: seit Anfang 14. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums für den Menschen mögliche Abneigung gegen etwas womit jemand sehr lange eingehend befasst war oder einen Widerwillen; BM.: über, drehen; F.: Überdruss, Überdrusses+EW; Z.: Üb-er—dru-ss
$überdrüssig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. überdrüssig, lästig; E.: s. Überdruss, s. ig; L.: DW 23, 164, EWD s. u. verdrießen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Überdruss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches dem Menschen lästig und deshalb von ihm abgelehnt; F.: überdrüssig, überdrüssige, überdrüssiges, überdrüssigem, überdrüssigen, überdrüssiger(, überdrüssigere, überdrüssigeres, überdrüssigerem, überdrüssigeren, überdrüssigerer, überdrüssigst, überdrüssigste, überdrüssigstes, überdrüssigstem, überdrüssigsten, überdrüssigster)+EW; Z.: üb-er—drü-ss-ig
$überein, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. überein, übereinander, deckungsgleich, zusammen; E.: s. über, s. ein; L.: Kluge s. u. überein, DW 23, 176; GB.: seit 1482 belegte und aus über und ein gebildete Bezeichnung für übereinander und deshalb deckungsgleich oder zusammen; F.: überein+EW; Z.: üb-er—ei-n
$übereinkommen, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. übereinkommen, vereinbaren, absprechen; E.: s. überein, s. kommen; L.: Kluge s. u. kommen, DW 23, 183, EWD s. u. kommen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus überein und kommen gebildete Bezeichnung für vereinbaren oder absprechen; F.: übereinkommen, komme überein, kommst überein, kommt überein, kommen überein, kommest überein, kommet überein, kam überein, kamst überein, kamen überein, kamt überein, käme überein, kämest überein, kämen überein, kämet überein, übereingekommen, ##übereingekommen, übereingekommene, übereingekommenes, übereingekommenem, übereingekommenen, übereingekommener##, übereinkommend, ###übereinkommend, übereinkommende, übereinkommendes, übereinkommendem, übereinkommenden, übereinkommender###, übereinzukommen, ####übereinzukommen, übereinzukommend, übereinzukommende, übereinzukommendes, übereinzukommendem, übereinzukommenden, übereinzukommender####, komm (!) überein+EW; Z.: üb-er—ei-n—kom-m-en
$Übereinkunft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Übereinkunft, Vereinbarung, Absprache; E.: s. überein, s. überein(kommen), s. Kunft; L.: DW 23, 186, EWD s. u. kommen; GB.: seit 1678 belegte und aus überein(kommen) und kunft gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Vereinbarung oder Absprache; F.: Übereinkunft, Übereinkünfte, Übereinkünften+EW; Z.: Üb-er—ein—kun-f-t
$übereinstimmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. übereinstimmen; E.: s. überein, s. stimmen; L.: DW 23, 186, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und vielleicht nach lat. consonare aus überein und stimmen gebildete Bezeichnung für einer Stimme sein (V.) und dadurch gleichen; F.: übereinstimmen, stimme überein, stimmst überein, stimmt überein, stimmest überein, stimmet überein, stimmte überein, stimmtest überein, stimmten überein, stimmtet überein, übereingestimmt, ##übereingestimmt, übereingestimmte, übereingestimmtes, übereingestimmtem, übereingestimmten, übereingestimmter##, übereinstimmend, ###übereinstimmend, übereinstimmende, übereinstimmendes, übereinstimmendem, übereinstimmenden, übereinstimmender###, übereinzustimmen, ####übereinzustimmen, übereinzustimmend, übereinzustimmende, übereinzustimmendem, übereinzustimmenden, übereinzustimmender####, stimm (!) überein+EW; Z.: üb-er—ein—stimm-en
$überflügeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. überflügeln, übertreffen; E.: s. über, s. Flügel, s. (e)n; L.: DW 23, 217, EWD s. u. Flügel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus über und Flügel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für durch den Flügel in dem Fliegen (N.) übertreffen; F.: überflügeln, überflügel (!), überflügle, überflügele, überflügelst, überflügelt, überflügelte, überflügeltest, überflügelten, überflügeltet, überflügelt, überflügelte, überflügeltes, überflügeltem, überflügelten, überflügelter, überflügelnd, überflügelnde, überflügelndes, überflügelndem, überflügelnden, überflügelnder+EW; Z.: üb-er—flü-g-el-n
$überflüssig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. überflüssig, überfließend, überreich, unnötig; E.: über, s. flüssig, s. Überfluss, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Überdrusz, Kluge s. u. überflüssig, DW 23, 217 (überflüsziglich); GB.: (übervlüzzic) seit Ende 12. Jh. belegte und aus Überfluss und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches über einen Bedarf hinausreichend und deswegen über eine Grenze fließend und unnötig; F.: überflüssig, überflüssige, überflüssiges, überflüssigem, überflüssigen, überflüssiger(, überflüssigere, überflüssigeres, überflüssigerem, überflüssigeren, überflüssigerer, überflüssigst, überflüssigste, überflüssigstes, überflüssigstem, überflüssigsten, überflüssigster)+EW; Z.: üb-er—flü-ss-ig
$überfordern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. überfordern; E.: s. über, s. fordern; L.:, DW 23, 230, EWD s. u. fordern; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. superpellere aus über und fordern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder Entstehung von Recht mögliches mehr fordern als jemand leisten kann; F.: überfordern, überfordere, überforder (!), überfordre, überforderst, überfordert, überforderte, überfordertest, überforderten, überfordertet, überfordert, ##überfordert, überforderte, überfordertes, überfordertem, überforderten, überforderter##, überfordernd, ###überfordernd, überfordernde, überforderndes, überforderndem, überfordernden, überfordernder###, überforder (!)+EW; Z.: üb-er—for-d-er-n
$Übergabe, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Übergabe, Übertragung, Überantwortung; E.: s. über, s. Gabe; L.: DW 23, 243, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. traditio aus über und Gabe gebildete sowie mit übergeben verbindbare Bezeichnung für das sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches Geben von etwas durch einen an einen anderen; F.: Übergabe, Übergaben+EW; Z.: Üb-er—gab-e
$Übergang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Übergang; E.: s. über, s. Gang; L.: DW 23, 245, EWD s. u. gehen; GB.: (ubargang*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. transitus, aus über und Gang gebildete sowie mit übergehen verbindbare Bezeichnung für (ahd. einen Untergang oder) ein Übergehen oder einen Überweg; F.: Übergang, Überganges, Übergangs, Übergänge, Übergängen+EW; Z.: Üb-er—ga-ng
$übergeben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. übergeben; E.: s. über, s. geben; L.: DW 23, 251, EWD s. u. geben[KG8] ; GB.: seit 1150-1190 belegte und vielleicht nach lat. tradere aus über und geben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinübergeben von etwas durch einen an einen anderen geben; F.: übergeben, übergebe, übergibst, übergibt, übergebt, übergebest, übergebet, übergab, übergabst, übergaben, übergabt, übergäbe, übergäbest, übergäben, übergäbet, übergeben, ##übergeben, übergebene, übergebenes, übergebenem, übergebenen, übergebener##, übergebend, ###übergebend, übergebende, übergebendes, übergebendem, übergebenden, übergebender###, übergib (!)+EW; Z.: üb-er—geb-en
$übergehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. übergehen; E.: s. über, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 23, 257, EWD s. u. gehen; GB.: (ubargangan*) seit 8, Jh. belegte und aus über und gehen gebildete Bezeichnung für über etwas gehen (oder ahd. übertreten); F.: übergehen, gehe über, gehst über, geht über, gehen über, gehest über, gehet über, ging über, gingst über, gingen über, gingt über, gingest über, ginget über, übergegangen, ##übergegangen, übergegangene, übergegangenes, übergegangenem, übergegangenen, übergegangener##, übergehend, ###übergehend, übergehende, übergehendes, übergehendem, übergehenden, übergehender###, überzugehen, #####überzugehen, überzugehend, überzugehende, überzugehendes, überzugehendem, überzugehenden, überzugehender####, geh über, übergehe, übergehst, übergeht, übergehest, übergehet, überging, übergingst, übergingen, übergingt, übergingest, überginget, übergangen, ##übergangen, übergangene, übergangenes, übergangenem, übergangenen, übergangener##, übergehend, ###übergehend, übergehende, übergehendes, übergehendem, übergehenden, übergehender###, übergeh (!)+EW; Z.: üb-er—geh-en
$übergeschnappt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. übergeschnappt, verrückt; E.: s. überschnappen, s. über, s. schnappen; L.: Kluge s. u. übergeschnappt, DW 23, 510 (überschnappen); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus über (eine Grenze) schnappen und dadurch die Vernunft verlieren gebildete Bezeichnung; F.: übergeschnappt, übergeschnappte, übergeschnapptes, übergeschnapptem, übergeschnappten, übergeschnappter(, übergeschnapptere, übergeschnappteres, übergeschnappterem, übergeschnappteren, übergeschnappterer, übergeschnapptest, übergeschnappteste, übergeschnapptestes, übergeschnapptestem, übergeschnapptesten, übergeschnapptester)+EW; Z.: üb-er—ge-schnapp-t
$Übergewicht, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Übergewichteine, über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körpergewichts; E.: s. über, s. Gewicht; L.: DW 23, 267, EWD s. u. Gewicht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus über und Gewicht gebildete Bezeichnung für eine Erhöhung des Körpergewichts durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körpergewichts; F.: Übergewicht, Übergewichts, Übergewichtes, Übergewichte, Übergewichten+EW; Z.: Über—ge—wich-t
$übergreifen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. übergreifen; E.: s. über, s. greifen; L.: Kluge s. u. greifen, DW 23, 279, EWD s. u. greifen; GB.: (ubargrīfan*) seit 10./11. Jh. belegte und aus über und greifen gebildete Bezeichnung für (ahd. überschreiten oder) über etwas anderes greifen; F.: übergreifen, übergreife, übergreifst, übergreift, übergreifest, übergreifet, übergriff, übergriffst, übergriffen, übergrifft, übergriffest, übergriffet, ##übergegriffen, übergegriffene, übergegriffenes, übergegriffenem, übergegriffenen, übergegriffener##, übergreifend, ###übergreifend, übergreifende, übergreifendes, übergreifendem, übergreifenden, übergreifender###, übergreif (!)+EW; Z.: üb-er—greif-en
$Übergriff, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Übergriff, Übertretung, Verletzung; E.: s. über, s. Griff; L.: DW 23, 279, EWD s. u. greifen; GB.: (ubargrif*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus über und Griff gebildete Bezeichnung für einen Griff über etwas anderes oder eine Übertretung oder eine Verletzung; F.: Übergriff, Übergriffes, Übergriffs, Übergriffe, Übergriffen+EW; Z.: Üb-er—griff
$überhandnehmen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. überhandnehmen, gewinnen, zunehmen Mehrheit werden; E.: s. über, s. Hand, s. nehmen; L.: Kluge s. u. überhandnehmen, fehlt DW, EWD s. u. Hand; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus über und Hand und nehmen gebildete Bezeichnung für stark zunehmen oder für die Mehrheit werden; F.: überhandnehmen, nimmt überhand, nehme überhand, nehmen überhand, nähme überhand, nähmen überhand, überhandgenommen, ##überhandgenommen, überhandgenommene, überhandgenommenes, überhandgenommenem, überhandgenommenen, überhandgenommener##, überhandnehmend, ###überhandnehmend, überhandnehmende, überhandnehmendes, überhandnehmendem, überhandnehmenden, überhandnehmender###, überhandzunehmen, ####überhandzunehmen, überhandzunehmend, überhandzunehmende, überhandzunehmendes, überhandzunehmendem, überhandzunehmenden, überhandzunehmender####, nimm (!) überhand+EW; Z.: üb-er—hand—nehm-en
$Überhang, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Überhang, über etwas Anderes Hinaushängendes; E.: s. über, s. Hang; L.: EWD s. u. hängen; GB.: seit 1289 belegte und aus über und Hang gebildete Bezeichnung für etwas über etwas Anderes Hinaushängendes wie beispielsweise einen Felsen oder ein Mandat; F.: Überhang, Überhanges, Überhangs, Überhänge, Überhängen+EW; Z.: Üb-er—hang
überhaupt, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. überhaupt, außerdem, insgesamt, gar; ne. anyway, generally; Vw.: -; Hw.: s. Haupt; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. überhoubet (2), Adv., überhaupt; mnd. ȫverhȫvet, ōverhȫvet, Adv., insgesamt, vollständig, zusammen, überhaupt, pro Stück, durchschnittlich, kopfüber, unüberlegt, überstürzt; mhd. über (1), Präp., über, hinüber, oberhalb, gegenüber, jenseits, für, bei, hinsichtlich, in Bezug auf, über ... hinaus; mnd. ȫver (2), ōver, āver, auer*, äver, Adv., über, gegenüber, auf der anderen Seite, über etwas hinweg, vorüber; mnd. ȫver (1), over, oͤver, oever, ōver, ower, oůer, āver, Präp., über, auf, bei, an, in, von, oberhalb von, jenseits von, gegenüber von, zu, durch, vermittels, nach, über hinaus, vor, seit; ahd. ubar (1), Präp., Präf., über, gegenüber, jenseits, über ... hin; as. ovar* (1), Adv., Präp., über, jenseits; as. uvar*, Präp., über, nach; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *upo, *up, eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. houbet, houbt, houpt, st. N., Haupt, Spitze, Anfang, Beginn; mnd. hȫvet, hōvet, hōft, hoevet, hoyvet N., Haupt, Kopf, Meinung, Spitze; ahd. houbit (1), st. N. (a), Haupt, Kopf, Spitze, Anfang, Oberhaupt, Anführer, oberster Teil; as. hôvid, st. N. (a), Haupt, Spitze; germ. *haubida-, *haubidam, st. N. (a), Haupt, Kopf; idg. *kaput, *kapē̆lo-, *kaplo-, Sb., Schale (F.) (1), Kopf, Kniescheibe, Pokorny 529 (807/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Überdrusz, Kluge s. u. überhaupt, DW 23, 302, EWD s. u. über, Duden s. u. überhaupt; Son.: vgl. nndl. überhaupt, Adv., überhaupt; nnorw. overhodet, Adv., überhaupt; GB.: seit um 1150 belegte und aus über und Haupt gebildete Bezeichnung für außerdem oder insgesamt oder gar; BM.: über, Kopf; F.: überhaupt+EW; Z.: üb-er—haupt
$überholen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. überholen, einholen und vorbeifahren, übertreffen, überprüfen und bei Bedarf ausbessern; E.: s. über, s. holen; L.: Kluge s. u. überholen, DW 23, 324, EWD s. u. holen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus über und holen gebildete Bezeichnung für einholen und vorbeifahren oder übertreffen oder überprüfen und bei Bedarf ausbessern; F.: überholen, überhole, überholst, überholt, überholest, überholet, überholte, überholtest, überholten, überholtet, ##überholt, überholte, überholtes, überholtem, überholten, überholter##, überholend, ###überholend, überholende, überholendes, überholendem, überholenden, überholender###, überhol (!)+EW; Z.: üb-er—hol-en
$überholt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. überholt, veraltet; E.: s. überhol(en), s. t; L.: DW 23, 324, EWD s. u. holen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus überhol(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für veraltet; F.: überholt, überholte, überholtes, überholtem, überholten, überholter+EW; Z.: üb-er—hol-t
$überirdisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. überirdisch, über der Erdoberfläche befindlich, menschliches Verständnis überschreitend; E.: s. über, s. irdisch; L.: DW 23, 329, EWD s. u. irden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus über und irdisch gebildete Bezeichnung für über der Erdoberfläche befindlich oder für menschliches Verständnis überschreitend; F.: überirdisch, überirdische, überirdisches, überirdischem, überirdischen, überirdischer (, überirdischere, überirdischeres, überirdischerem, überirdischeren, überirdischerer, überirdischst, überirdischste, überirdischstes, überirdischstem, überirdischsten, überirdischster)+EW; Z.: üb-er—ird-isch
überkandidelt, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. überkandidelt, überspannt, übertrieben; ne. bumptious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. Vorsilbe über; s. ndd. kandidelt, Adj., frisch, munter; vgl. lat. candidus (1), Adj., glänzend weiß, schneeweiß, fleckenlos, aufrichtig, heiter, glücklich; vgl. lat. candēre, V., glänzend sein (V.), schimmernd sein (V.), weiß sein (V.), hell sein (V.); idg. *kand-, *skand-, *kend-, *skend-, V., Adj., leuchten, glühen, hell, Pokorny 526 (801/33) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. überkandidelt, fehlt DW, EWD s. u. überkandidelt, Duden s. u. überkandidelt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus über und kandidelt gebildete Bezeichnung für überspannt oder übertrieben oder extravagant; BM.: über, leuchten; F.: überkandidelt, überkandidelte, überkandideltes, überkandideltem, überkandidelten, überkandidelter(, überkandideltere, überkandidelteres, überkandidelterem, überkandidelteren, überkandidelterer, überkandideltest, überkandidelteste, überkandideltestes, überkandideltestem, überkandideltesten, überkandideltester)+EW+FW; Z.: üb-er-kand-id-elt
$überkommen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. überkommen (V.); E.: s. über, s. kommen; L.: Kluge s. u. überkommen, DW 23, 343, EWD s. u. kommen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus über und kommen gebildete Bezeichnung für über etwas kommen; F.: überkommen, überkomme, überkommst, überkommt, überkommest, überkommet, überkam, überkamst, überkamen, überkamt, überkäme, überkämest, überkämen, überkämet, ##überkommen, überkommene, überkommenes, überkommenem, überkommenen, überkommener##, überkommend, ###überkommend, überkommende, überkommendes, überkommendem, überkommenden, überkommender###, überkomm (!)+EW; Z.: üb-er—kom-m-en
$überkommen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. überkommen (Adj.), hergebracht, gewohnt; E.: s. über, s. kommen; L.: fehlt DW, EWD s. u. kommen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus überkommen (V.) gebildete Bezeichnung für hergebracht oder gewohnt; F.: überkommen, überkommene, überkommenes, überkommenem, überkommenen, überkommener+EW; Z.: üb-er—kom-m-en
$überkugeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. überkugeln, wie eine Kugel über sich selbst rollen; E.: s. über, s. kugeln; L.: DW 23, 355, EWD s. u. überkugeln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus über und kugeln gebildete Bezeichnung für wie eine Kugel über sich selbst rollen; F.: überkugeln, überkugel (!), überkugle, überkugele, überkugelst, überkugelt, überkugelte, überkugeltest, überkugelten, überkugeltet, übergekugelt, ##übergekugelt, übergekugelte, übergekugeltes, übergekugeltem, übergekugelten, übergekugelter##, überkugelnd, ###überkugelnd, überkugelnde, überkugelndes, überkugelndem, überkugelnden, überkugelnder###, überkugel (!)+EW; Z.: üb-er—ku-g-el-n
$überlassen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. überlassen, geben, lassen; E.: s. über, s. lassen; L.: Kluge s. u. überlassen, DW 23, 365, EWD s. u. lassen; GB.: um 1272 belegte und aus über und lassen gebildete Bezeichnung für geben oder lassen; F.: überlassen, überlasse, überlässt, überlasst, überlassest, überlasset, überließ, überließest, überließt, überließen, überließet, ##überlassen, überlassene, überlassenes, überlassenem, überlassenen, überlassener##, überlassend, ###überlasssend, überlassende, überlassendes, überlassendem, überlassenden, überlassender###, überlass (!)+EW; Z.: üb-er—la-ss-en
$überlaufen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. überlaufen, laufen über; E.: s. über, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 23, 372, EWD s. u. laufen; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus über und laufen gebildete Bezeichnung für über etwas laufen; F.: überlaufen, laufe über, läufst über, läuft über, lauft über, laufen über, laufest über, laufet über, lief über, liefst über, liefen über, lieft über, liefest über, liefet über, übergelaufen, ##übergelaufen, übergelaufene, übergelaufenes, übergelaufenem, übergelaufenen, übergelaufener##, überlaufend, ###überlaufend, überlaufende, überlaufendes, überlaufendem, überlaufenden, überlaufender##, überzulaufen, ####überzulaufen, überzulaufend, überzulaufende, überzulaufendes, überzulaufendem, überzulaufenden, überzulaufende####r, lauf(+) über (!)+EW; Z.: üb-er—lauf-en
$Überläufer, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Überläufer, Überlaufender, Verräter; E.: s. über, s. Läufer; L.: DW 23, 373, EWD s. u. laufen; GB.: (überloufære*) seit nach 1298 belegte und aus überlauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen (mhd.) darüberlaufenden und später für zu einem bisherigen Feind hinüberlaufenden Menschen (Verräter); F.: Überläufer, Überläufers, Überläufern+EW; Z.: Üb-er-läuf-er
$überleben, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. überleben; E.: s. über, s. leben; L.: Kluge s. u. leben, DW 23, 389, EWD s. u. leben; GB.: seit vor Mitte 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. supervivere und supravivere aus über und leben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches eine Gefahr überstehen oder länger leben (als befürchtet); F.: überleben, überlebe, überlebst, überlebt, überlebest, überlebet, überlebte, überlebtest, überlebten, überlebtet, ##überlebt, überlebte, überlebtes, überlebtem, überlebten, überlebter##, überlebend, ###überlebend, überlebende, überlebendes, überlebendem, überlebenden, überlebender###, überleb (!)+EW; Z.: üb-er—le-b-en
$überlegen (1), nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. überlegen (V.), denken, nachdenken; E.: s. über, s. legen: L.: Kluge s. u. überlegen 1, legen, DW 23, 383, EWD s. u. legen; GB.: (ubarleggen) seit um 1000 belegte und aus über und legen gebildete Bezeichnung für sachlich (ahd. vorwerfen oder) seit Entstehung des Menschen mögliches denken oder nachdenken; F.: überlegen (!), überlege, überlegst, überlegt, überlegest, überleget, überlegte, überlegtest, überlegten, überlegtet, ##überlegt, überlegte, überlegtes, überlegtem, überlegten, überlegter##, überlegend, ###überlegend, überlegende, überlegendes, überlegendem, überlegenden, überlegender###, überleg (!)+EW; Z.: üb-er—leg-en
$überlegen (2), nhd., Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. überlegen, darüberliegend, übertreffend, bessere; E.: s. überlegen (V.); L.: Kluge s. u. überlegen 2, DW 23, 383, EWD s. u. legen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus überliegen gebildete Bezeichnung für übertreffend oder bessere; F.: überlegen, überlegene, überlegenes, überlegenem, überlegenen, überlegener(, überlegenere, überlegeneres, überlegenerem, überlegeneren, überlegenerer, überlegenst, überlegenste, überlegenstes, überlegenstem, überlegensten, überlegenster)+EW; Z.: üb-er—leg-en
$Überlegung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Überlegung, Denken, Nachdenken; E.: s. überlegen (V.) (1), s. ung; L.: DW 23, 383, EWD s. u. legen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus überleg(en) (V.) (1) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches Denken oder Nachdenken; F.: Überlegung, Überlegungen+EW; Z.: Üb-er—leg-ung
$überliefern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. überliefern, weitergeben, übergeben (V.); E.: s. über, s. liefern; L.: Kluge s. u. liefern, DW 23, 396, EWD s. u. liefern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus über und liefern gebildete Bezeichnung für weitergeben oder übergeben (V.); F.: überliefern, überliefere, überliefer (!), überlieferst, überliefert, überlieferte, überliefertest, überlieferten, überliefertet, ##überliefert, überlieferte, überliefertes, überliefertem, überlieferten, überlieferter##, überliefernd, ###überliefernd, überlieferndes, überlieferndem, überliefernden, überliefernder###, überliefer (!)+EW; Z.: üb-er—lief-er-n
$Überlieferung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Überlieferung, Überliefern, Quelle(n) für das Wissen über die Vergangenheit; E.: s. überliefer(n), s. ung; L.: DW 23, 396, EWD s. u. liefern; GB.: seit 1787 belegte und aus überliefer(n) und ung gebildete Bezeichnung für Quelle(n) für das Wissen über die Vergangenheit; F.: Überlieferung, Überlieferungen+EW; Z.: Üb-er—lief-er-ung
$überlisten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. überlisten, durch Verstand überwinden, durch List besiegen; E.: s. über, s. List, s. en; L.: Kluge s. u. List, DW 23, 396, EWD s. u. List; GB.: seit um 1210 belegte und aus über und List und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch Verstand überwinden, durch List besiegen; F.: überlisten, überliste, überlistest, überlistet, überlistete, überlistetest, überlisteten, überlistetet, ##überlistet, überlistete, überlistetes, überlistetem, überlisteten, überlisteter##, überlistend, ###überlistend, überlistende, überlistendes, überlistendem, überlistenden, überlistender###, überlist (!)+EW; Z.: üb-er—lis-t-en
$übermächtig, nhd., Adj., Adv., (12. Jh.?): nhd. übermächtig, sehr mächtig, zu mächtig, eine Übermacht betreffend; E.: s. Übermacht, s. ig; L.: EWD s. u. mächtig, DW 23, 404; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Übermacht und ig gebildete Bezeichnung für sehr mächtig oder eine Übermacht betreffend; F.: übermächtig, übermächtige, übermächtiges, übermächtigem, übermächtigen, übermächtiger(, übermächtigere, übermächtigeres, übermächtigerem, übermächtigeren, übermächtigerer, übermächtigst, übermächtigste, übermächtigstes, übermächtigstem, übermächtigsten, übermächtigster)+EW; Z.: üb-er—mäch-t-ig
$übermannen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. übermannen, überwältigen, besiegen; E.: s. über, s. Mann, s. en; L.: Kluge s. u. Mann, DW 23, 404, EWD s. u. Mann; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus über und Mann und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches überwältigen; F.: übermannen, übermanne, übermannst, übermannt, übermannest, übermannet, übermannte, übermanntest, übermannten, übermanntet, ##übermannt, übermannte, übermanntes, übermanntem, übermannten, übermannter##, übermannend, ###übermannend, übermannende, übermannendes, übermannendem, übermannenden, übermannender###, übermann (!)+EW; Z.: üb-er-man-n-en
$Übermensch, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Übermensch, idealer Mensch, überragender Mensch; E.: s. über, s. Mensch; L.: DW 23, 417 EWD s. u. Mensch; GB.: seit 16. Jh. belegte und (in der Philosophie) aus über und Mensch gebildete Bezeichnung für einen idealen Menschen oder einen überragenden Menschen; F.: Übermensch, Übermenschen+EW; Z.: Üb-er—men-sch
$übermenschlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. übermenschlich, übernatürlich; E.: s. Übermensch, s. lich, s. über, s. menschlich; L.: DW 23, 417, EWD s. u. Mensch; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und vielleicht nach lateinischen Vorbild aus Übermensch und lich oder über und menschlich gebildete Bezeichnung für die Grenzen der menschlichen Leitungsfähigkeit überschreitend oder übernatürlich; F.: übermenschlich, übermenschliche, übermenschliches, übermenschlichem, übermenschlichen, übermenschlicher(, übermenschlichere, übermenschlicheres, übermenschlicherem, übermenschlicheren, übermenschlicherer, übermenschlichst, übermenschlichste, übermenschlichstes, übermenschlichstem, übermenschlichsten, übermenschlichster)+EW; Z.: üb-er—men-sch-lich
$übermitteln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. übermitteln, mitteilen, senden, geben; E.: s. über, s. mitteln; L.: Kluge s. u. übermitteln, fehlt DW (?), EWD s. u. Mittel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus über und mitteln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mitteilen oder senden oder geben; F.: übermitteln, übermittel !), übermittle, übermittele, übermittelst, übermittelt, übermittelte, übermitteltest, übermittelten, übermitteltet, ##übermittelt, übermittelte, übermitteltes, übermitteltem, übermittelten, übermittelter##, übermittelnd, ###übermittelnd, übermittelnde, übermittelndes, übermittelndem, übermittelnden, übermittelnder###, übermittel (!)+EW; Z.: üb-er—mi-tt-el-n
$Übermut, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Übermut, ausgelassene Fröhlichkeit, Leichtsinn; E.: s. über, s. Mut; L.: DW 23, 426, EWD s. u. Mut; GB.: (ubarmuot) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. hybris oder superbia aus über und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche ausgelassene Fröhlichkeit oder Leichtsinn; F.: Üb-er—mu-t+EW
$übermütig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. übermütig, ausgelassen fröhlich, leichtsinnig; E.: s. Übermut, s. ig; L.: EWD s. u. Mut, DW 23, 426; GB.: (ubarmuotīg*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. superbus aus Übermut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausgelassen fröhlich oder leichtsinnig; F.: übermütig, übermütige, übermütiges, übermütigem, übermütigen, übermütiger(, übermütigere, übermütigeres, übermütigerem, übermütigeren, übermütigerer, übermütigst, übermütigste, übermütigstes, übermütigstem, übermütigsten, übermütigster)+EW; Z.: üb-er—mü-t-ig
$übernachten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. übernachten; E.: s. über, s. Nacht, s. en; L.: Kluge s. u. Nacht, DW 23, 431, EWD s. u. Nacht; GB.: (ubarnahtēn*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. pernoctare aus über und Nacht und en (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches während einer Nacht bleiben und schlafen; F.: übernachten, übernachte, übernachtest, übernachtet, übernachtete, übernachtetest, übernachteten, übernachtetet, ##übernachtet, übernachtete, übernachtetes, übernachtetem, übernachteten, übernachteter##, übernachtend, ###übernachtend, übernachtende, übernachtendes, übernachtendem, übernachtenden, übernachtender###, übernacht (!) (1)+EW; Z.: üb-er—nacht-en
$Übernahme, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Übernahme, Nehmen über Gebühr, Übernehmen; E.: s. über, s. Nahme, s. übernehmen; L.: DW 23, 434, EWD s. u. nehmen; GB.: (übernāme) seit um 1300 belegte und aus über und Nahme gebildete und mit übernehmen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches von einem anderen etwas Übernehmen; F.: Übernahme, Übernahmen+EW; Z.: Üb-er—nahm-e
$überragen, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. überragen, hinausragen, übertreffen; E.: s. über, s. ragen; L.: DW 23, 452, EWD s. u. ragen; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und nach lat. supereminere aus über und ragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches über etwas anderes hinausragen oder etwas übertreffen; F.: überragen, überrage, überragst, überragt, überragest, überraget, überragte, überragtest, überragten, überragtet, ##überragt, überragte, überragtes, überragtem, überragten, überragter##, überragend, ###überragend, überragende, überragendes, überragendem, überragenden, überragender###, überrag (!)+EW; Z.: üb-er—rag-en
$überraschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. überraschen, überfallen, anders als erwartet kommen; E.: s. über, s. rasch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. überraschen, DW 23, 452, EWD s. u. über; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus über und rasch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches anders als erwartet kommen und dadurch (Menschen) erfreuen oder erstaunen oder verwirren; F.: überraschen, überrasche, überraschst, überrascht, überraschest, überraschet, überraschte, überraschtest, überraschten, überraschtet, ##überrascht, überraschte, überraschtes, überraschtem, überraschten, überraschter##, überraschend, ###überraschend, überraschende, überraschendes, überraschendem, überraschenden, überraschender###, überrasch (!)+EW; Z.: üb-er—rasch-en
$Überraschung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Überraschung; E.: s. überrasch(en), s. ung; L.: DW 23, 456, EWD s. u. über; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus überrasch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Überfallen oder Erstaunen; F.: Überraschung, Überraschungen+EW; Z.: Üb-er—rasch-ung
$überrumpeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. überrumpeln. überfallen (V.), überraschen; E.: s. über, s. rumpeln; L.: Kluge s. u. überrumpeln, DW 23, 480, EWD s. u. rumpeln; GB.: seit 1550 belegte und aus über und rumpeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches überfallen (V.) oder überraschen; F.: überrumpeln, überrumpel (!), überrumple, überrumpele, überrumpelst, überrumpelt, überrumpelte, überrumpeltest, überrumpelten, überrumpeltet, ##überrumpelt, überrumpelte, überrumpeltes, überrumpeltem, überrumpelten, überrumpelter##, überrumpelnd, ###überrumpelnd, überrumpelnde, überrumpelndes, überrumpelndem, überrumpelnden, überrumpelnder###, überrumpel (!)+EW; Z.: üb-er—rump-el-n
$überrunden, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. überrunden, um eine Runde überholen; E.: s. über, s. Rund(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. rund, fehlt DW, EWD s. u. rund; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus über und Rund(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen anderen Läufer bei einem Wettlauf um eine Runde überholen; F.: überrunden, überrunde, überrundest, überrundet, überrundete, überrundetest, überrundeten, überrundetet, ##überrundet, überrundete, überrundetes, überrundetem, überrundeten, überrundeter##, überrundend, ###überrundend, überrundende, überrundendes, überrundendem, überrundenden, überrundender###, überrund (!)+EW; Z.: üb-er—ru-n-d-en
$überschlagen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. überschlagen, übersteigen, sich um die eigene senkrechte Achse drehen, abschätzen, schnell folgen; E.: s. über, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 23, 502, EWD s. u. schlagen; GB.: (ubarslahan*) seit um 1000 belegte und aus über und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vor allem dem Menschen mögliches übersteigen oder sich um die eigene senkrechte Achse drehen oder ein Ergebnis abschätzen oder schnell folgen; F.: schlagen, überschlage, überschlägst, überschlägt, überschlagt, überschlagest, überschlaget, überschlug, überschlugst, überschlugen, überschlugt, überschlüge, überschlügest, überschlügen, überschlüget, überschlagen, ##überschlagen, überschlagene, überschlagenes, überschlagenem, überschlagenen, überschlagener##, überschlagend, ###überschlagend, überschlagende, überschlagendes, überschlagendem, überschlagenden, überschlagender###, überschlag (!)+EW; Z.: üb-er—schlag-en
$überschneiden, nhd., st. V., (19. Jh.?): nhd. überschneiden, schneiden über, zeitlich zusammenfallen; E.: s. über, s. schneiden; L.: DW 23, 511, EWD s. u. schneiden; GB.: vielleicht nach mhd. Vorläufern seit 19. Jh. belegte und aus über und schneiden gebildete Bezeichnung für über etwas anderes schneiden oder zeitlich zusammenfallen; F.: überschneiden, überschneide, überschneidest, überschneidet, überschnitt, überschnittest, überschnittst (!), überschnitten, überschnittet, überschnitten, ##überschnitten, überschnittene, überschnittenes, überschnittenem, überschnittenen, überschnittener##, überschneidend, ###überschneidend, überschneidende, überschneidendes, überschneidendem, überschneidenden, überschneidender###, überschneid (!)+EW; Z.: üb-er—schneid-en
$überschreiten, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. überschreiten, schreiten über, übertreten; E.: s. über, s. schreiten; L.: Kluge s. u. schreiten, DW 23, 518, EWD s. u. schreiten; GB.: (ubarskrītan*) seit 11. Jh. belegte und aus über und schreiten gebildete Bezeichnung für schreiten über oder übertreten; F.: überschreiten, überschreite, überschreitest, überschreitet, überschritt, überschrittest, überschrittst (!), überschritten, überschrittet, überschritten, ##überschritten, überschrittene, überschrittenes, überschrittenem, überschrittenen, überschrittener##, überschreitend, ###überschreitend, überschreitende, überschreitendes, überschreitendem, überschreitenden, überschreitender###, überschreit (!)+EW; Z.: üb-er—schrei-t-en
$Überschuss, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Überschuss, Rest; E.: s. über, s. Schuss; L.: Kluge s. u. Überschuss, DW 23, 522 (Überschusz); GB.: (überschuz) seit 1276 belegte und aus über und Schuss gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Geld möglichen Ertrag nach Abzug der dafür erforderlichen Kosten (Rest) oder für eine ein bestimmtes Maß überschreitende Menge; F.: Überschuss, Überschusses, Überschüsse, Überschüssen+EW; Z.: Üb-er—schu-s-s
$Überschwang, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Überschwang, Übermaß, Fülle; E.: s. über, s. Schwang; L.: Kluge s. u. Überschwang, DW 23, 527; GB.: (uberswanc) seit nach 1270 belegte und aus über und Schwang gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon seit Entstehung der Welt mögliches Übermaß oder eine Fülle; F.: Überschwang, Überschwangs, Überschwanges+EW; Z.: Üb-er-schwang
$überschwänglich, überschwenglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. überschwänglich, übermäßig, lebhaft; E.: s. Überschwang, s. lich; L.: Kluge s. u. Überschwang (überschwenglich), DW 23, 527 (überschwänglich); GB.: (überswenklich) seit vor 1350 belegte und aus Überschwang und lich gebildete Bezeichnung für übermäßig oder lebhaft; F.: überschwänglich, überschwängliche, überschwängliches, überschwänglichem, überschwänglichen, überschwänglicher(, überschwänglichere, überschwänglicheres, überschwänglicherem, überschwänglicheren, überschwänglicherer, überschwänglichst, überschwänglichste, überschwänglichstes, überschwänglichstem, überschwänglichsten, überschwänglichster, überschwenglich, überschwengliche, überschwengliches, überschwenglichem, überschwenglichen, überschwenglicher, überschwenglichere, überschwenglicheres, überschwenglicherem, überschwenglicheren, überschwenglicherer, überschwenglichst, überschwenglichste, überschwenglichstes, überschwenglichstem, überschwenglichsten, überschwenglichster)+EW; Z.: üb-er—schwäng-lich
$überschwemmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. überschwemmen, überströmen, überfluten; E.: s. über, s. schwemmen; L.: Kluge s. u. schwemmen, DW 23, 532, EWD s. u. schwemmen; GB.: seit 1598 belegte und aus über und schwemmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches mit einer Gegebenheit überströmen oder überfluten und dadurch schwimmen machen; F.: überschwemmen, überschwemme, überschwemmst, überschwemmt, überschwemmest, überschwemmet, überschwemmte, überschwemmtest, überschwemmten, überschwemmtet, überschwemmt, ##überschwemmt, überschwemmte, überschwemmtes, überschwemmtem, überschwemmten, überschwemmter##, überschwemmend, ###überschwemmend, überschwemmende, überschwemmendes, überschwemmendem, überschwemmenden, überschwemmender###, überschwemm (!)+EW; Z.: üb-er—schwem-m-en
$Überschwemmung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Überschwemmung, Überflutung; E.: s. überschwemm(en), s. ung; L.: DW 23, 532, EWD s. u. schwemmen; GB.: seit 1598 belegte und aus überschwemm(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung der Welt oder Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Überflutung; F.: Überschwemmung, Überschwemmungen+EW; Z.: Üb-er—schwem-m-ung
$überschwenglich, nhd., Adj.: nhd. überschwenglich; Vw.: s. überschwänglich
$übersehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. übersehen, verstehen, nicht sehen; E.: s. über, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 23, 538; GB.: (ubarsehan) seit um 765 belegte und aus über und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Augen mögliches über etwas sehen und deshalb auch verstehen sowie später auch für nicht sehen; F.: übersehen, übersehe, übersiehst, übersieht, überseht, übersehest, übersehet, übersah, übersahst, übersahen, übersaht, übersähe, übersähest, übersähst, übersähen, übersähet, übersäht, übersehen, ##übersehen, übersehene, übersehenes, übersehenem, übersehenen, übersehener##, übersehend, ###übersehend, übersehende, übersehendes, übersehendem, übersehenden, übersehender###, übersieh (!), übersiehe (!)+EW; Z.: üb-er-seh-en
$übersetzen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. übersetzen, hinübersetzen; E.: s. über, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 23, 544, EWD s. u. setzen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus über und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinübersetzen; F.: übersetzen, setze über, setzt über, setzen über, setzest über, setzet über, setzte über, setztest über, setzten über, setztet über, übergesetzt, ##übergesetzt, übergesetzte, übergesetztes, übergesetztem, übergesetzten, übergesetzter##, übersetzend, ###übersetzend, übersetzende, übersetzendes, übersetzendem, übersetzenden, übersetzender###, überzusetzen, ####überzusetzen, überzusetzend, überzusetzende, überzusetzendes, überzusetzendem, überzusetzenden, überzusetzender####, setz (!) über+EW; Z.: üb-er-setz-en
$übersetzen (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. übersetzen, hinübersetzen, übertragen (V.); E.: s. über, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 23, 544ff. , EWD s. u. setzen; GB.: seit 15. Jh. belegte und nach lat. traducere und transferre gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl schon seit der Entwicklung von Sprache mögliches eine Vorstellung von einer Sprache in eine andere Sprache übertragen (V); F.: übersetzen, übersetze, übersetzst (!), übersetzt, übersetzest, übersetzet, übersetzte, übersetztest, übersetzten, übersetztet, ##übersetzt, übersetzte, übersetztes, übersetztem, übersetzten, übersetzter##, übersetzend, ###übersetzend, übersetzende, übersetzendes, übersetzendem, übersetzenden, übersetzender###, übersetz (!)+EW; Z.: üb-er-setz-en
$Übersetzung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Übersetzung, Übertragung; E.: s. übersetz(en), s. ung; L.: DW 23, 551, EWD s. u. setzen; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. traductio und translatio aus übersetz(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl schon seit der Entwicklung von Sprache mögliches eine Vorstellung von einer Sprache in eine andere Sprache übertragen (Übertragung); F.: Übersetzung, Übersetzungen+EW; Z.: Üb-er—setz-ung
$übersinnlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. übersinnlich, über das sinnlich Erfahrbare hinausreichend, jenseitig; E.: s. über, s. sinnlich; L.: DW 23, 559, EWD s. u. Sinn; GB.: (übersinnelich) seit um 1400 belegte und vielleicht nach lat. transcendens aus über und sinnlich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht mögliches über das sinnlich dem Menschen Erfahrbare hinausreichend; F.: übersinnlich, übersinnliche, übersinnliches, übersinnlichem, übersinnlichen, übersinnlicher(, übersinnlichere, übersinnlicheres, übersinnlicherem, übersinnlicheren, übersinnlicherer, übersinnlichst, übersinnlichste, übersinnlichstes, übersinnlichstem, übersinnlichsten, übersinnlichster)+EW; Z.: üb-er—sinn—lich
$überspannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. überspannt, übertrieben, ausgefallen; E.: s. überspann(en), s. t (Suff.); L.: DW 23, 562 (Überspanntheit), EWD s. u. spannen; E.: seit 18. Jh. belegte und aus überspann(en) und t gebildete Bezeichnung für übertrieben oder ausgefallen; F.: überspannt, überspannte, überspanntes, überspanntem, überspannten, überspannter(, überspanntere, überspannteres, überspannterem, überspannteren, überspannterer, überspanntest, überspannteste, überspanntestes, überspanntestem, überspanntesten, überspanntester)+EW; Z.: über—span-n-t
$überspringen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. überspringen, hinüberspringen; E.: s. über, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 23, 565, EWD s. u. springen; GB.: seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. transilire aus über und springen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches über etwas hinüberspringen; F.: überspringen, überspringe, überspringst, überspringt, überspringest, überspringet, übersprang, übersprangst, übersprangen, übersprangt, überspränge, übersprängest, übersprängen, überspränget, übersprungen, ##übersprungen, übersprungene, übersprungenes, übersprungenem, übersprungenen, übersprungener##, überspringend, ###überspringend, überspringende, überspringendes, überspringendem, überspringenden, überspringender###, überspring (!)+EW; Z.: üb-er—s-pri-ng-en
$übertölpeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. übertölpeln, überlisten, benachteiligen; E.: s. über, s. Tölpel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. übertölpeln, DW 23, 596, EWD s. u. übertölpeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus über und Tölpel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches überlisten oder benachteiligen; F.: übertölpeln, übertölpel (!), übertölple, übertölpele, übertölpelst, übertölpelt, übertölpelte, übertölpeltest, übertölpelten, übertölpeltet, ##übertölpelt, übertölpelte, übertölpeltes, übertölpeltem, übertölpelten, übertölpelter##, übertölpelnd, ###übertölpelnd, übertölpelnde, übertölpelndes, übertölpelndem, übertölpelnden, übertölpelnder###, übertölpel (!)+EW; Z.: üb-er—tölp-el-n
$übertreffen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. übertreffen, überragen; E.: s. über, s. treffen; L.: Kluge s. u. treffen, DW 23, 604, EWD s. u. treffen; GB.: (ubartreffan) seit 11. Jh. belegte und aus über und treffen gebildete Bezeichnung für besser als andere ein angestrebtes Ziel treffen oder überragen; F.: übertreffen, übertreffe, übertriffst, übertrifft, übertrefft, übertreffest, übertreffet, übertraf, übertrafst, übertrafen, übertraft, überträfe, überträfest, überträfst, überträfen, überträfet, überträft, übertroffen, ##übertroffen, übertroffene, übertroffenes, übertroffenem, übertroffenen, übertroffener##, übertreffend, ###übertreffend, übertreffende, übertreffendes, übertreffendem, übertreffenden, übertreffender###, übertriff (!)+EW; Z.: üb-er—treff-en
$übertreten, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. übertreten (V.), hinübertreten, überschreiten; E.: s. über, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 23, 613, EWD s. u. treten; GB.: (übertreten) seit vor 1190 belegte und aus über und treten gebildete Bezeichnung für hinübertreten oder (eine gesetzte Grenze) überschreiten; F.: übertreten, übertrete (!), übertrittst, übertritt, übertretet, übertretest, übertrat, übertratest (!), übertratst, übertraten, übertratet, überträte, überträtest, überträten, überträtet, übertreten, ##übertreten, übertretene, übertretenes, übertretenem, übertretenen, übertretener##, übertretend, ###übertretend, übertretende, übertretendes, übertretendem, übertretenden, übertretender###, übertritt (!)+EW; Z.: üb-er—tre-t-en
$Übertretung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Übertretung, Überschreitung; E.: s. übertret(en), s. ung; L.: Kluge s. u. treten, DW 23, 614; GB.: (übertretunge) vielleicht seit 1390 belegte und wohl nach lat. transgressio aus übertret(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Überschreitung einer gesetzten Grenze; F.: Übertretung, Übertretungen+EW; Z.: Üb-er—tre-t-ung
$Übertritt, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Übertritt, Übertreten; E.: s. über, s. Tritt; L.: DW 23, 615, EWD s. u. treten; GB.: (übertrit) seit um 1210? belegte und aus über und Tritt gebildete sowie mit übertreten verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht vor allem seit Entstehung des Menschen mögliches Übertreten einer gesetzten Grenze; F.: Übertritt, Übertritts, Übertrittes, Übertritte, Übertritten+EW; Z.: Üb-er—tri-t-t
$übertrumpfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. übertrumpfen, besiegen, besser sein (V.); E.: s. über, s. trumpfen; L.: Kluge s. u. Trumpf, DW 23, 615; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus über und trumpfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen mögliches besiegen oder besser sein (V.); F.: übertrumpfen, übertrumpfe, übertrumpfest, übertrumpfet, übertrumpfte, übertrumpftest, übertrumpften, übertrumpftet, übertrumpft, ‚##übertrumpft, übertrumpfte, übertrumpftes, übertrumpftem, übertrumpften, übertrumpfter##, übertrumpfend, ###übertrumpfend, übertrumpfende, übertrumpfendes, übertrumpfendem, übertrumpfenden, übertrumpfender###, übertrumpf (!)+EW+FW; Z.: üb-er—tru-m-pf-en
$übervorteilen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. übervorteilen, überlisten, benachteiligen; E.: s. über, s. Vorteil, s. en; L.:, DW 23, 621 (übervortheilen), EWD s. u. Teil; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus über und Vorteil und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht vor allem seit Entstehung des Menschen mögliches überlisten oder benachteiligen; F.: übervorteilen, übervorteile (!), übervorteilst, übervorteilt, übervorteilest, übervorteilet, übervorteilte, übervorteiltest, übervorteilten, übervorteiltet, ##übervorteilt, übervorteilte, übervorteiltes, übervorteiltem, übervorteilten, übervorteilter##, übervorteilend, ###übervorteilend, übervorteilende, übervorteilendes, übervorteilendem, übervorteilenden, übervorteilender###, übervorteil (!)+EW; Z.: üb-er—vor—tei-l-en
$überwältigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. überwältigen, besiegen, bezwingen; E.: s. über, s. (Ge)walt, s. ig, s. en; L.: DW 23, 631, EWD s. u. Gewalt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus über und (Ge)walt und ig (Suff.) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entstehung des Menschen mögliches besiegen oder bezwingen; F.: überwältigen, überwältige, überwältigst, überwältigt, überwältigest, überwältiget, überwältigte, überwältigtest, überwältigten, überwältigtet, ##überwältigt, überwältigte, überwältigtes, überwältigtem, überwältigten, überwältigter##, überwältigend, ###überwältigend, überwältigende, überwältigendes, überwältigendem, überwältigenden, überwältigender###, überwältig (!)+EW; Z.: üb-er—wäl-t-ig-en
$überwerfen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. überwerfen, über werfen, aneinandergeraten; E.: s. über, s. werfen; L.: Kluge s. u. überwerfen, DW 23, 645, EWD s. u. werfen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. transicere aus über und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich vor allem seit Entstehung des Menschen mögliches etwas über etwas werfen oder auch aneinandergeraten; F.: überwerfen, überwerfe, überwirfst, überwirft, überwerft, überwerfest, überwerfet, überwarf, überwarfst, überwarfen, überwarft, überwürfe, überwürfest, überwürfen, überwürfet, überworfen, ##überworfen, überworfene, überworfenes, überworfenem, überworfenen, überworfener##, überwerfend, ###überwerfend, überwerfende, überwerfendes, überwerfendem, überwerfenden, überwerfender###, überwirf (!)+EW; Z.: üb-er—wer-f-en
$überwinden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. überwinden, besiegen, überwältigen; E.: s. über, s. winden; L.: Kluge 1. A. s. u. überwinden, DW 23, 653; GB.: (ubarwintan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus über und winden gebildete Bezeichnung für besiegen oder überwältigen; F.: überwinden, überwinde, überwindest, überwindet, überwand, überwandest (!), überwandst, überwanden, überwandet, überwände, überwändest, überwänden, überwändet, überwunden, ##überwunden, überwundene, überwundenes, überwundenem, überwundenen, überwundener##, überwindend, ###überwindend, überwindende, überwindendes, überwindendem, überwindenden, überwindender###, überwind (!)+EW; Z.: üb-er—wi-nd-en
$überzeugen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. überzeugen, größeres Wissen verschaffen; E.: s. über, s. zeugen; L.: Kluge s. u. überzeugen, Zeug, DW 23, 674, EWD s. u. zeugen 2; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus über und Zeug(e) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vor allem seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches größeres Wissen verschaffen; F.: überzeugen, überzeuge, überzeugst, überzeugt, überzeugest, überzeuget, überzeugte, überzeugtest, überzeugten, überzeugtet, ##überzeugt, überzeugte, überzeugtes, überzeugtem, überzeugten, überzeugter##, überzeugend, ###überzeugend, überzeugende, überzeugendes, überzeugendem, überzeugenden, überzeugender###, überzeug (!)+EW; Z.: üb-er—zeu-g-en
$Überzeugung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Überzeugung, Anschauung, Ansicht; E.: s. überzeug(en), s. ung; L.: DW 23, 674, EWD s. u. zeugen 2; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus überzeug(en) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für Verschaffung größeren Wissens oder Anschauung oder Ansicht; F.: Überzeugung, Überzeugungen+EW; Z.: Üb-er-zeu-g-ung
$überziehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. überziehen, hinüberziehen; E.: s. über, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 23, 682, EWD s. u. ziehen; GB.: (ubarziohan*) seit 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. obducere aus über und ziehen gebildete Bezeichnung für etwas über etwas hinüberziehen; F.: überziehen, überziehe, überziehst, überzieht, überziehest, überziehet, überzog, überzogst, überzogen, überzogt, überzöge, überzögest, überzögst, überzögen, überzöget, überzogen, ##überzogen, überzogene, überzogenes, überzogenem, überzogenen, überzogener##, überziehend, ###überziehend, überziehende, überziehendes, überziehendem, überziehenden, überziehender###, überzieh (!)+EW; Z.: üb-er—zie-h-en
$Überzieher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Überzieher, ein leichter Herrenmantel; E.: s. überzieh(en), s. er (Suff.); L.: DW 23, 682, EWD s. u. ziehen; GB.: nach älteren Vorläufern des siebzehnten Jahrhunderts seit 19. Jh. belegte und aus überzieh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung vor allem für einen sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten leichten Herrenmantel; F.: Überzieher, Überziehers, Überziehern+EW; Z.: Üb-er—zie-h-er
$Überzug, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Überzug, Hinüberzug, über etwas gezogene leichte Hülle; E.: s. über, s. Zug; L.: DW 23, 691, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. transitus aus über und Zug gebildete Bezeichnung für einen Hinüberzug und eine über etwas gezogene leichte Hülle; F.: Überzug, Überzuges, Überzugs, Überzüge, Überzügen+EW; Z.: Üb-er—zu-g
$überzwerch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. überzwerch, überkreuz, quer, schräg; E.: s. über, s. zwerch; L.: Kluge s. u. überzwerch, DW 23, 691, EWD s. u. Zwerchfell; GB.: (übertwerch) vielleicht seit 1390 belegte und aus über und zwerch gebildete Bezeichnung für überkreuz oder quer oder schräg; F.: überzwerch, überzwerche, überzwerches, überzwerchem, überzwerchen, überzwercher(, überzwerchere, überzwercheres, überzwercherem, überzwercheren, überzwercherer, überzwerchst, überzwerchste, überzwerchstes, überzwerchstem, überzwerchsten, überzwerchster)+EW; Z.: üb-er—zwerch
$üblich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. üblich, gewöhnlich, herkömmlich, allgemein; E.: s. üb(en), s. lich; L.: Kluge s. u. üben, DW 23, 696, EWD s. u. üben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus üb(en) und lich gebildete Bezeichnung für gewöhnlich oder herkömmlich oder allgemein; F.: üblich, übliche, übliches, üblichem, üblichen, üblicher+EW; Z.: üb-lich
übrig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. übrig, (überig,) überschüssig, verbleibend, zurückgeblieben, restlich; ne. left (Adj.), spare (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. über; Q.: 1120/1130 (Millstädter Physiologus); E.: mhd. überic (1), uberic, uberc, ubric, übric, überich, überig, übrig, überech, obrig, Adj., übrig, überschüssig, befreit, übrigbleibend, hinreichend, hinlänglich, übergroß, übertrieben, übermäßig, unverständig, ungebraucht, überflüssig; mnd. ȫverich (1), ōverich, ōverch, ōverch, ȫverk, ȫvrich, overich, Adj., übrig, als Rest verbleibend, restlich, übrig geblieben, über etwas hinausgehend, zusätzlich, andere, übermäßig; mnl. overich, Adj., übrig; mhd. über (1), Präp., über, hinüber, oberhalb, gegenüber, jenseits, für, bei, hinsichtlich, in Bezug auf, über ... hinaus; mnd. ȫver (2), ōver, āver, auer*, äver, Adv., über, gegenüber, auf der anderen Seite, über etwas hinweg, vorüber; mnd. ȫver (1), over, oͤver, oever, ōver, ower, oůer, āver, Präp., über, auf, bei, an, in, von, oberhalb von, jenseits von, gegenüber von, zu, durch, vermittels, nach, über hinaus, vor, seit; ahd. ubar (1), Präp., Präf., über, gegenüber, jenseits, über ... hin; as. ovar* (1), Adv., Präp., über, jenseits; as. uvar*, Präp., über, nach; anfrk. over* (1), ovir*, Präp., über, überall; germ. *uber, *uberi, Adv., Präp., über; idg. *upér, *upéri, Adv., Präp., über, oberhalb, Pokorny 1105 (1923/6) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. übrig, Kluge s. u. übrig, DW 23, 697, EWD s. u. über, Duden s. u. übrig; Son.: vgl. nndl. overig, Adj., übrig; nschw. övrig, Adj., übrig; GB.: seit 1120/1130 belegte und aus über und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches überschüssig oder verbleibend oder zurückgeblieben oder restlich; BM.: über; F.: übrig, übrige, übriges, übrigem, übrigen, übriger+EW; Z.: üb-r-ig
$übrigens, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. übrigens, nebenbei, ansonsten, sonst; E.: s. übrig, s. ens; L.: Kluge s. u. über, übrig, DW 23, 696, EWD s. u. über; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus übrig und ens (Suff.) gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen mögliches nebenbei oder ansonsten oder sonst; F.: übrigens+EW; Z.: üb-r-ig-ens
$übrigbleiben, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. übrigbleiben, zurückbleiben, als Rest bleiben; E.: s. übrig, s. bleiben; L.: fehlt DW, EWD s. u. bleiben; GB.: (ubarlīban*!) seit 9. Jh. belegte und aus über oder übrig und leiben oder bleiben gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches zurückbleiben oder als Rest bleiben; F.: übrigbleiben, bleibe übrig, bleibst übrig, bleibt übrig, bleibest übrig, bleibet übrig, blieb übrig, bliebst übrig, blieben übrig, bliebt übrig, bliebest übrig, bliebet übrig, übriggeblieben, ##übriggeblieben, übriggebliebene, übriggebliebenes, übriggebliebenem, übriggebliebenen, übriggebliebener##, übrigbleibend, ###übrigbleibend, übrigbleibende, übrigbleibendes, übrigbleibendem, übrigbleibenden, übrigbleibender###, übrigzubleiben, ####übrigzubleiben, übrigzubleibend, übrigzubleibende, übrigzubleibendes, übrigzubleibendem, übrigzubleibenden, übrigzubleibender####, bleib (!) übrig+EW; Z.: üb-r-ig—b-lei-b-en
$Übung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Übung, Wiederholung eines Verhaltens zwecks Vervollkommnung; Vw.: s. Leibes-; E.: s. üb(en), s. ung; L.: Kluge s. u. üben, DW 23, 696, EWD s. u. üben; GB.: (uobunga) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. cultura aus üb(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Wiederholung eines Verhaltens zwecks Vervollkommnung; F.: Übung, Übungen+EW; Z.: Üb-ung
Ufer, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Ufer, Uferbegrenzung, Gestade, Küste, Begrenzung eines Gewässers durch Land; ne. shore (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1200-1210 (Parzifal); E.: mhd. uover, uofer*, uober, uber, ūber, st. N., Ufer; mhd. ūfer, st. N., Ufer; mnd. ȫver (4), oͤver, oever, oyver, ōver, auver, M., N., Ufer, Uferstreifen, Begrenzung eines Gewässers, Insel, Anlegestelle für Schiffe, Außendeichsland, Anhöhe; mnl. oever, N., Ufer; ahd. -; as. *ovir?, st. N. (a?), Ufer; afries. -; germ. *ōfra-, *ōfram, *ōbera-, *ōberam, st. N. (a), Ufer; idg. *apero-, Adj., hintere, Pokorny 53; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Ufer, Kluge s. u. Ufer, DW 23, 716, EWD s. u. Ufer, Falk/Torp 28, Duden s. u. Ufer, Bluhme s. u. Ufer; Son.: vgl. afries. ōvera, ōvere, sw. M. (n), Ufer; nnordfries. over; ae. ōfer, ōfor, st. M. (a), Ufer, Rand, Küste; ae. œ̄fer, F., Ufer; an. -; got. -; nndl. oever, Sb., Ufer; ai. apara-, Adj., hintere, spätere; arm. ap’n, Sb., Ufer; gr. ἤπειρος (ḗpeiros) (1), ἄπειρος (ápeiros), F., Festland, Ufer, Kontinent; GB.: (uover) seit 1200-1210 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Gestade oder eine Küste oder Begrenzung eines Gewässers durch Land; BM.: ?; F.: Ufer, Ufers, Ufern+EW; Z.: Uf-er
$uferlos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. uferlos, endlos, grenzenlos; E.: s. Ufer, s. los; L.: Kluge s. u. Ufer, DW 23, 724, EWD s. u. Ufer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ufer und los gebildete Bezeichnung für endlos oder grenzenlos; F.: uferlos, uferlose, uferloses, uferlosem, uferlosen, uferloser+EW; Z.: uf-er-lo-s
Ufo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Ufo, unbekanntes Flugobjekt; ne. UFO, unidentified flying object; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. UFO; E.: s. ne. UFO, N., Unidentified Flying Object; nach den Anfangsbuchstaben gebildet; s. nhd. un…, kennen, Flug, Objekt; L.: Kluge s. u. Ufo, fehlt DW, Duden s. u. Ufo; Son.: vgl. nndl. U. F. O., Sb., Ufo; frz. UFO, M., Ufo; nschw. ufo, N., Ufo; nnorw. ufo, M., Ufo; poln. UFO, M., Ufo; kymr. iwffo, M., Ufo; GB.: seit um 1960 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für ein unbekanntes und deswegen von Menschen vielfach als außerirdisch angesehenes Flugobjekt; BM.: aus Anfangsbuchstaben gebildete Abkürzung; F.: Ufo, Ufos+EW; Z.: U-f-o
Uhr, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Uhr, Zeitmesser, Chronometer, Gerät zu der Zeitmessung; ne. clock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1320-1340 (Karl Meinet); E.: mhd. ūr (1), st. F., Stunde, Uhr; mhd. ūre (2), sw. F., Stunde, Uhr; mnd. ūre, ūr, F., Stunde, Uhr; mnl. ure, F., Uhr; lat. hōra, F., Stunde, Zeit, (um 250-184 v. Chr.); gr. ὥρα (hōra), F., Frühling, Jugendzeit, Jahreszeit, Zeitabschnitt; idg. *i̯ēro-, *i̯əro-, *i̯oro-, *Hu̯eh₁ro-, *Hu̯oh₁ro-, Sb., Sommer?, Frühling?, Jahr?, Pokorny 296; s. idg. *ei- (1), *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293 (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Uhr, Kluge s. u. Uhr, DW 23, 731, EWD s. u. Uhr, Duden s. u. Uhr, Bluhme s. u. Uhr; Son.: vgl. nndl. uur, Sb., Stunde; ne. hour, N., Stunde; frz. horloge, F., Uhr; frz. heure, F., Stunde; nschw. ur, N., Uhr; nnorw. ur, N., Uhr; kymr. war, F., Stunde; nir. uair, F., Stunde; GB.: seit 1320-1340 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen wohl schon vor 5000 Jahren ausgehend von dem sich als Folge der Erdumdrehung ändernden Sonnenstand entwickeltes und seitdem in unterschiedlicher Gestalt verwendetes Gerät zu der Zeitmessung; BM.: gehen; F.: Uhr, Uhren+EW; Z.: Uh-r
Uhu (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Uhu, eine Eule; ne. eagle owl; Vw.: -; Hw.: s. Schuhu, Uhu (2); Q.: 16. Jh.; E.: gedehnt aus mhd. ūve, hūwe, M., Uhu; mnd. ûhu, M., Uhu, Eulenvogel; lautmalend zum Ruf des Vogels; L.: Kluge 1. A. s. u. Uhu, Kluge s. u. Uhu, DW 23, 749, EWD s. u. Uhu, Duden s. u. Uhu, Bluhme s. u. Uhu; Son.: vgl. nndl. oehoe, Sb., Uhu; frz. hibou, M., Uhu; nschw. uv, Sb., Uhu; nnorw. hubro, M., Uhu; GB.: seit 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen zu den Eulen gehörenden großen in der Dämmerung jagenden Vogel mit gelbbraunem dunkelbraun geflecktem Gefieder und großen orangeroten Augen und dickem rundem Kopf sowie langen Federn an den Ohren; BM.: lautmalend; F.: Uhu, Uhus+EW; Z.: U-hu
Uhu (2), nhd., M., (20. Jh.): nhd. Uhu, ein Klebstoff; ne. glue (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1932; E.: von der Vogelart Uhu abgeleitet, nach einer Tradition der Papierwarenbranche und Schreibwarenbranche Produkte nach großen Vögeln zu benennen (s. Pelikan, Adler); GB.: seit um 1932 belegte und zwecks Werbewirksamkeit von Menschen ohne wirklichen Sachzusammenhang willkürlich verwendete Bezeichnung für einen Klebstoff aus Kunststoff; BM.: Vogel; F.: Uhu, Uhus+EW; Z.: U-hu
Ukas, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ukas, kaiserlicher Befehl, kaiserliche Anordnung; ne. ukase, edict; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. russ. указ (ukáz); E.: s. russ. указ (ukáz), M., Befehl, Gesetz; vgl. russ. ukazat‘, V., auf etwas hinweisen; befehlen, verordnen; von …kazát, V., zeigen; L.: Kluge s. u. Ukas, EWD s. u. Ukas, DW 23, 751, Duden s. u. Ukas; Son.: vgl. nndl. oekaze, Sb., Ukas; frz. ukase, oukase, M., Ukas; nschw. ukas, Sb., Ukas; nnorw. ukas, M., Ukas; poln. ukaz, M., Ukas; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene Bezeichnung für einen Befehl oder eine kaiserliche Anordnung; BM.: zeigen; F.: Ukas, Ukasses, Ukasse, Ukassen+FW; Z.: Ukas
Ukulele, nhd., F., N., (20. Jh.?): nhd. Ukulele, ein Saiteninstrument; ne. ukulele; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. ukulele; E.: s. ne. ukulele, N., Ukulele; von hawaiisch ukulele, Sb., Ukulele, hüpfender Floh; L.: fehlt DW, Duden s. u. Ukulele; Son.: vgl. nndl. ukulele, Sb., Ukulele; frz. ukulélé, M., Ukulele; nschw. ukulele, Sb., Ukulele; nnorw. ukulele, M., Ukulele; poln. ukulele, Sb., Ukulele; kymr. iwcalili, M., F., Ukulele; nir. ucailéile, F., Ukulele; lett. ukulele, Sb., Ukulele; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und mittelbar dem Hawaiischen aufgenommene sowie die einem hüpfenden Floh ähnliche Bewegung der Finger über den Saiten beschreibende Bezeichnung für eine ursprünglich aus Portugal stammende kleine Gitarre mit vier Stahlsaiten (Saiteninstrument); BM.: hüpfender Floh; F.: Ukulele, Ukulelen+FW; Z.: Ukulele
Ulan, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ulan, ein Lanzenreiter; ne. uhlan, lancer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. poln. ułan; E.: s. poln. ułan, M. leichter tatarischer Reiter; ukrain. ulán, M., Ulan; aus einer Turksprache, vgl. türk. oğlan, Sb., Bursche, Junge; L.: DW 23, 751, EWD s. u. Ulan, Duden s. u. Ulan; Son.: vgl. nnfl. ulaan, Sb., Ulan; frz. uhlan, M., Ulan; nschw. ulan, Sb., Ulan; nnorw. ulan, M., Ulan; kymr. wlan, M., Ulan; lit. ulanas, M., Ulan; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Polnischen sowie mittelbar aus einer Turksprache aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher möglichen mit einer Lanze bewaffneten Reiter oder Lanzenreiter; BM.: Bursche?; F.: Ulan, Ulanen+FW; Z.: Ulan
Ulk, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Ulk, harmloser Scherz, Unfug, Streich; ne. practical joke (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. ulk, M., Ulk, Unheil, Übel, Plage, Unruhe, Ärger; weitere Herkunft unklar, Zusammenhang mit Eule?, Kluge s. u. Ulk; L.: Kluge s. u. Ulk, EWD s. u. Ulk, fehlt DW, Duden s. u. Ulk, Bluhme s. u. Ulk; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und in der weiteren Herkunft unklare sowie über die Studentensprache verbreitete und vielleicht mit Eule verbindbare Bezeichnung für einen lustigen und harmlosen Scherz oder Unfug oder Streich; BM.: Eule?; F.: Ulk, Ulkes, Ulks, Ulke, Ulken+EW; Z.: Ulk
$ulken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. ulken, lärmend spotten; Vw.: s. ver-; E.: s. Ulk, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. ulken, DW 23, 753, EWD s. u. Ulk; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ulk und en gebildete Bezeichnung für einen Ulk machen oder ein Ulk sein (V.)? oder lärmend spotten; F.: ulken (!), ulke (!), ulkst, ulkt, ulkest, ulket, ulkte, ulktest, ulkten, ulktet, geulkt, ##geulkt, geulkte, geulktes, geulktem, geulkten, geulkter##, ulkend, ###ulkend, ulkende, ulkendes, ulkendem, ulkenden, ulkender###, ulk (!)+EW; Z.: ulk-en
$ulkig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ulkig, scherzhaft, lustig; E.: s. Ulk, s. ig; L.: Kluge s. u. Ulk, DW 23, 754, EWD s. u. Ulk; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ulk und ig gebildete Bezeichnung für einen Ulk betreffend oder scherzhaft oder lustig; F.: ulkig, ulkige, ulkiges, ulkigem, ulkigen, ulkiger(, ulkigere, ulkigeres, ulkigerem, ulkigeren, ulkigerer, ulkigst, ulkigste, ulkigstes, ulkigstem, ulkigsten, ulkigster)+EW; Z.: ulk-ig
Ulme, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Ulme, Ulmenbaum; ne. elm; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. ahd. ulm*, F., Ulme; lat. ulmus, F., Ulme, (234-149 v. Chr.); idg. *elem-, Sb., Ulme, Pokorny 303; vgl. idg. *el- (1), *ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302 (445/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ulme, Kluge s. u. Ulme, DW 23, 755, EWD s. u. Ulme, Duden s. u. Ulme, Bluhme s. u. Ulme; Son.: s. mhd. ulmboum, ulmpoum, st. M., Ulme; vgl. nndl. olm, Sb., Ulme; nschw. alm, Sb., Ulme; nnorw. alm, M., Ulme; kymr. llwyfen, F., Ulme; air. lem, M., Ulme; GB.: (ulm) seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vormenschlichen und vielleicht vor 65 Millionen Jahren entwickelten und auch Rüster oder Rusten oder Effe genannten Laubbaum mit eiförmigen gesägten Blättern und büschelig angeordneten Blüten und Früchten; BM.: rot bzw. braun; F.: Ulme, Ulmen+EW; Z.: Ul-m-e
$ultimativ, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. ultimativ, letzte, zwingend; E.: s. Ultimat(um), s. iv; L.: Kluge s. u. Ultimatum, fehlt DW, EWD s. u. Ultimatum; F.: ultimativ, ultimative, ultimatives, ultimativem, ultimativen, ultimativer(, ultimativere, ultimativeres, ultimativerem, ultimativeren, ultimativerer, ultimativst, ultimativste, ultimativstes, ultimativstem, ultimativsten, ultimativster)+FW; Z.: ul-t-im-at-iv
Ultimatum, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Ultimatum, Zeitpunkt für eine endgültige Entscheidung, Aufforderung zu einer befriedigenden Lösung; ne. ultimatum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: Neubildung zu lat. ultimus, Adj. (Superl.), entfernteste, äußerste, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ulter, Adj., jenseitig, drüben befindlich; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Ultimatum, fehlt DW, Duden s. u. Ultimatum; Son.: vgl. nndl. ultimatum, Sb., Ultimatum; frz. ultimatum, M., Ultimatum; nschw. ultimatum, N., Ultimatum; nnorw. ultimatum, N., Ultimatum; poln. ultimatum, Sb., Ultimatum; kymr. wltimatwm, M., Ultimatum; lit. ultimatumas, M., Ultimatum; GB.: seit 18. Jh. belegte und von lat. ultimus (oder eher ultimare zu Ende gehen) abgeleitete Bezeichnung für eine Aufforderung eine schwebende Angelegenheit befriedigend zu lösen unter Androhung harter Gegenmaßnahmen falls der andere nicht Folge leistet; BM.: darüberhinaus; F.: Ultimatum, Ultimatums, Ultimaten+FW; Z.: Ul-t-im-at-um
ultra…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. ultra..., darüber hinaus, jenseits; ne. ultra…; Vw.: s. -marin; Hw.: s. Nonplusultra; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. lat. ultrā; E.: s. lat. ultrā, Adv., jenseits, darüber hinaus, weiter hinaus, weiterhin, weiter, ferner, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. ultra-, fehlt DW (aber ultramontan DW 23, 759), EWD s. u. ultra-, Duden s. u. ultra-; Son.: s. Ultraschall, ultraviolett; vgl. nndl. ultra…, Präf., ultra…; frz. ultra…, Präf., ultra…; nschw. ultra…, Präf., ultra…; nnorw. ultra…, Präf., ultra…; poln. ultra…, Präf., ultra…; kymr. wltra…, Präf., ultra…; nir. ultra…, Präf., ultra…; lit. ultra…, Präf., ultra…; GB.: vielleicht 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für jenseits; BM.: darüberhinaus; F.: ultra…+FW; Z.: ul-tr-a-
Ultramarin, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Ultramarin, Kornblumenblau; ne. ultramarine (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. mlat. ultrāmarīnu (azurum); E.: s. mlat. ultrāmarīnu (azurum), N., Ultramarin; vgl. mlat. ultrāmarīnus, Adj., überseeisch, jenseits des Meeres liegend; lat. ultrā, Adv., jenseits, darüber hinaus, weiter hinaus, weiterhin, weiter, ferner; vgl. idg. *al- (1), *ol-, Adv., darüberhinaus, Pokorny 24 (49/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch.); lat. marīnus, Adj., zum Meer gehörig, Meer...; vgl. lat. mare, N., Meer, Meerwasser, Seewasser, Meerfarbe, Weiher, Teich; idg. *mō̆ri, Sb., Meer, See (F.), Pokorny 748 (1257/122) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Ultramarin, fehlt DW, EWD s. u. ultra-, Duden s. u. Ultramarin; Son.: vgl. nndl. ultramarijn, Sb., Ultramarin; nschw. ultramarin, Sb., Ultramarin; nnorw. ultramarin, M., N., Ultramarin; poln. ultramaryna, F., Ultramarin; nir. ultramairín, M., Ultramarin; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine leuchtend blaue Farbe; BM.: darüberhinaus, Meer; F.: Ultramarin, Ultramarins+FW; Z.: Ul-tr-a-mar-in
$ultramontan, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ultramontan, streng päpstlich gesinnt; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; E.: s. lat. ultra, s. lat. montan(us); L.: DW 23, 759, EWD s. u. ultra-; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (ultra, montanus) gebildete Bezeichnung für (jenseits der Alpen gewollt und damit) streng päpstlich gesinnt; F.: ultramontan, ultramontane, ultramontanes, ultramontanem, ultramontanen, ultramontaner+FW; Z.: ul-tr-a—mon-t-an
$ultrarot, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ultrarot, infrarot; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. ultra, s. rot; L.: fehlt DW, EWD s. u. ultra-; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus ultra und rot gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches infrarot; F.: ultrarot, ultrarote, ultrarotes, ultrarotem, ultraroten, ultraroter+FW+EW; Z.: ul-tr-a—rot
$Ultraschall, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Ultraschall; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. ultra, s. Schall; L.: EWD s. u. ultra-; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus ultra und Schall gebildete Bezeichnung für den jenseits des Hörbereichs des Menschen liegenden und deswegen von dem Menschen nicht hörbaren Schall sowie ein daraus seit 1938 in der Medizin von Menschen (K. T. Dussik in Österreich) entwickeltes und verwendetes bildgebendes und auf der unterschiedlichen Geschwindigkeit von Wellen in verschiedenen Medien oder Geweben beruhendes und nicht völlig unproblematisches Untersuchungsverfahren für Körperinneres wie beispielsweise das Gehirn; F.: Ultraschall, Ultraschalls, Ultraschalles+FW+EW; Z.: Ul-tr-a—schal-l
$ultraviolett, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. ultraviolett; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. ultra, s. violett; L.: EWD s. u. ultra-; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ultra und violett gebildete Bezeichnung für einen den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer bis 400 Nanometer umfassenden und für den Menschen nicht sichtbaren energiereichsten Teil der Strahlung; F.: ultraviolett, ultraviolette, ultraviolettes, ultraviolettem, ultravioletten, ultravioletter+FW; Z.: ul-tr-a—viol-ett
um, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. um, zu beiden Seiten von, mehrere Seiten betreffend; ne. about, around; Vw.: s. war-, -zingeln; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh.? (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. umbe, Präp., Adv., um, gegen, herum, für; mnd. ümme, umme, üm, um, umb, umbe, unbe, Präp., Adv., um, herum, umher, vorbei, vorüber, erneut, wiederum, aufgrund, für, wegen; mnl. omme, om, Präp., Adv., um; ahd. umbi, Präp., Adv., Präf., um, an, bei, herum, um ... herum, im Umkreis, durch, aus, wegen, mit, um ... willen, für, gegen, gegenüber; as. umbi (1), Präp., um, herum, bezüglich; anfrk. umbi…, Präf.; germ. *umbi, Adv., Präp., um; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34? (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. um, Kluge s. u. um, DW 23, 761, EWD s. u. um, Falk/Torp 32, Duden s. u. um, Bluhme s. u. um; Son.: vgl. afries. umbe, umme, umb, um, ombe, om, Präp., um, wegen; saterl. umme, Präp., um, wegen; ae. ymb, emb, œmb, umb, Präp., Adv., um, herum, nahe, gegen, betreffs; an. umb, Präp., Adv.; an. um, umb, Präp., Adv., um, herum, ringsum; got. -; nndl. om, Präp., um; nschw. om, Präp., um; nnorw. om, Präp., um; ai. abhí, Adv., Präp., um, zu beiden Seiten von; gr. ἀμφί (amphi), Adv., Präp., auf beiden Seiten, ringsum, um; air. imm, imb; GB.: (umbi) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mehrere Seiten betreffend; BM.: beiderseits; F.: um, ums+EW; Z.: um
$umarmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. umarmen; E.: s. um, s. armen; L.: Kluge s. u. Arm, DW 23, 807, EWD s. u. Arm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus um und armen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Armes mögliches mit einem Arm etwas eine gewisse Zeit umgeben oder umfassen und dadurch Vertrautheit oder Freundschaft oder Zuneigung ausdrücken; F.: umarmen, umarme, umarmst, umarmt, umarmest, umarmet, umarmte, umarmtest, umarmten, umarmtet, ##umarmt, umarmte, umarmtes, umarmtem, umarmten, umarmter##, umarmend, ###umarmend, umarmende, umarmendes, umarmendem, umarmenden, umarmender###, umarm (!)+EW; Z.: um—ar-m-en
$umbringen, nhd., V., (15. Jh.): nhd. umbringen, umlegen, um das Leben bringen, töten; E.: s. um, s. bringen; L.: Kluge s. u. umbringen, DW 23, 828, EWD s. u. bringen; Son.: unreg. V.; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und bringen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches umlegen oder um das Leben bringen oder töten; F.: umbringen, bringe um, bringst um, bringt um, bringen um, bringest um, bringet um, brachte um, brachtest um, brachten um, brachtet um, brächte um, brächtest um, brächten um, brächtet um, umgebracht, ##umgebracht, umgebrachte, umgebrachtes, umgebrachtem, umgebrachten, umgebrachter##, umbringend, ###umbringend, umbringende, umbringendes, umbringendem, umbringenden, umbringender###, umzubringen, ####umzubringen, umzubringend, umzubringende, umzubringendes, umzubringendem, umzubringenden, umzubringender####, bring (!) um+EW; Z.: um—bri-ng-en
$umfassen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. umfassen, mit einer Einfassung umgeben (V.), umschließen; E.: s. um, s. fassen; L.: DW 23, 872, EWD s. u. fassen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und fassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches mit einer Einfassung umgeben (V.) oder umschließen; F.: umfassen, umfasse, umfasst, umfasst, umfassest, umfasset, umfasste, umfasstest, umfassten, umfasstet, ##umfasst, umfasste, umfasstes, umfasstem, umfassten, umfasster##, umfassend, ###umfassend, umfassende, umfassendes, umfassendem, umfassenden, umfassender###, umfass (!)+EW; Z.: um—fass-en
$umfassend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. umfassend, weitgehend; E.: s. umfassen, s. d; L.: DW 23, 872, EWD s. u. fassen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus umfassen und d gebildete Bezeichnung für viel umfassend oder weitgehend oder vielseitig oder vollständig; F.: umfassend, umfassende, umfassendes, umfassendem, umfassenden, umfassender(, umfassendere, umfassenderes, umfassenderem, umfassenderen, umfassenderer, umfassendst, umfassendste, umfassendstes, umfassendstem, umfassendsten, umfassendster)+EW; Z.: um-fass-en-d
$umfrieden, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. umfrieden, mit Frieden umgeben, umschließen, einhegen; E.: s. um, s. Friede, s. n; L.: Kluge s. u. Friede, DW 23, 885, EWD s. u. Friede; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus um und Fried(e) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Frieden umgeben oder umschließen oder einhegen; F.: umfrieden, umfriede, umfriedest, umfriedet, umfriedete, umfriedetest, umfriedeten, umfriedetet, ##umfriedet, umfriedete, umfriedetes, umfriedetem, umfriedeten, umfriedeter##, umfriedend, ###umfriedend, umfriedende, umfriedendes, umfriedendem, umfriedenden, umfriedender###, umfried (!)+EW; Z.: um—frie-d-en
$Umgangsform, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Umgangsform, Verhaltensweise; E.: s. Umgang, s. s, s. Form; L.: DW 23, 897, EWD s. u. Form; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Umgang und s und Form gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche anerkannte Verhaltensweise (unter Menschen); F.: Umgangsform, Umgangsformen+EW+FW; Z.: Um-ga-ng-s—for-m
$umgarnen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. umgarnen, mit Garn umgeben (V.); E.: s. um, s. Garn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Garn, DW 23, 899, EWD s. u. Garn; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus um und Garn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einem Garn oder wie mit einem Garn umgeben (V.); F.: umgarnen, umgarne, umgarnst, umgarnt, umgarnest, umgarnet, umgarnte, umgarntest, umgarnten, umgarntet, ##umgarnt, umgarnte, umgarntes, umgarntem, umgarnten, umgarnter##, umgarnend, ###umgarnend, umgarnende, umgarnendes, umgarnendem, umgarnenden, umgarnender###, umgarn (!)+EW; Z.: um—gar-n-en
$umgeben, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. umgeben, um etwas geben oder tun; E.: s. um, s. geben; L.: DW 23, 899, EWD s. u. geben,; GB.: seit 1. Viertel Jh. belegte und vielleicht nach lat. circumdare aus um und geben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches etwas um etwas geben oder tun; F.: umgeben, umgebe, umgibst, umgibt, umgebt, umgebest, umgebet, umgab, umgabst, umgaben, umgabt, umgäbe, umgäbest, umgäben, umgäbet, umgeben, ##umgeben, umgebene, umgebenes, umgebenem, umgebenen, umgebener##, umgebend, ###umgebend, umgebende, umgebendes, umgebendem, umgebenden, umgebender###, umgib (!)+EW; Z.: um—geb-en
$Umgebung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Umgebung, Einhüllung, Nähe; E.: s. umgeb(en), s. ung; L.: EWD s. u. geben; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus umgeb(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich eine wohl seit Entstehung der Welt mögliche Einhüllung oder Nähe; F.: Umgebung, Umgebungen+EW; Z.: Um—geb-ung
$umgehend, nhd., (Part. Präs.=)Adv., (14. Jh.): nhd. umgehend, schnell, flugs, sofort; E.: s. umgehen, s. d; L.: Kluge s. u. umgehend, DW 23, 918, EWD s. u. um; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus umgehen und d gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Zeit in dem Bewusstsein des Menschen mögliche Bezeichnung für schnell oder flugs oder sofort; F.: umgehend+EW; Z.: um—geh-end
$umhalsen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. umhalsen, umfassen; E.: s. um, s. Hals, s. en; L.: Kluge s. u. Hals, DW 23, 932; , EWD s. u. Hals GB.: seit 12. Jh. belegte und aus um und Hals und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Halses mögliches mit einem Arm einen Hals eine gewisse Zeit umgeben (V.) oder umfassen und dadurch Vertrautheit oder Freundschaft oder Zuneigung ausdrücken; F.: umhalsen, umhalse, umhalsst (!), umhalst, umhalsest, umhalset, umhalste, umhalstest, umhalsten, umhalstet, ##umhalst, umhalste, umhalstes, umhalstem, umhalsten, umhalster##, umhalsend, ###umhalsend, umhalsende, umhalsendes, umhalsendem, umhalsenden, umhalsender###, umhals (!)+EW; Z.: um—hal-s-en
$Umhang, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Umhang; E.: s. um, s. Hang, s. hängen; L.: Kluge s. u. hängen, EWD s. u. hängen; GB.: (umbihang) seit 10. Jh. belegte und aus um und Hang oder umhängen gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes einfaches um Hals oder Schulter eines Menschen gehängtes schützendes Kleidungsstück; F.: Umhang, Umhangs, Umhanges, Umhänge, Umhängen+EW; Z.: Um—hang
$umher, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. umher, herum, ringsum, nahe; E.: s. um, s. her; L.:, DW 23, 940, EWD s. u. um; GB.: seit 1450 belegte und aus um und her gebildete Bezeichnung für ringsum oder nahe; F.: umher+EW; Z.: um—her
$umhin, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. umhin, um, nahe; E.: s. um, s. hin; L.: DW 23, 953, EWD s. u. um; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und hin gebildete Bezeichnung für um oder nahe F.: umhin+EW; Z.: um—hin
$Umkehr, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Umkehr, Umwendung, Wendung in entgegengesetzte Richtung, vollständiger Richtungswechsel; E.: s. um, s. Kehr; L.:, DW 23, 960 EWD s. u. kehren 1; GB.: (umbikēr*) seit um 1000 belegte und aus um und Kehr gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen vollständigen Richtungswechsel oder eine Umwendung; F.: Umkehr, Umkehren+EW; Z.: Um—keh-r
$umkehren, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. umkehren, vollständig die Richtung wechseln, umwenden, wenden; E.: s. um, s. kehren (V.) (1); L.: Kluge s. u. kehren 1, DW 23, 960, EWD s. u. kehren 1; GB.: seit 863-871 belegte und aus um und kehren (V.) (1) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches vollständig die Richtung wechseln oder wenden; F.: umkehren, kehre um, kehrst um, kehrt um, kehren um, kehrest um, kehret um, kehrte um, kehrtest um, kehrten um, kehrtet um, umgekehrt, ##umgekehrt, umgekehrte, umgekehrtes, umgekehrtem, umgekehrten, umgekehrter##, umkehrend, ###umkehrend, umkehrende, umkehrendes, umkehrendem, umkehrenden, umkehrender###, umzukehren, ###umzukehren, umzukehrend, umzukehrende, umzukehrendes, umzukehrendem, umzukehrenden, umzukehrender###, kehr (!) um+EW; Z.: um—keh-r-en
$Umkehrung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Umkehrung, Umkehr, Wende; E.: s. umkehr(en), s. ung; L.: DW 23, 960, EWD s. u. kehren (V.) 1; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus umkehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen vollständigen Richtungswechsels oder eine Umkehr oder Wende; F.: Umkehrung, Umkehrungen+EW; Z.: Um—keh-r-ung
$umkleiden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. umkleiden, umziehen, Kleid wechseln, Kleidung wechseln; E.: s. um, s. kleiden; L.: DW 23, 976, EWD s. u. Kleid; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und kleiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit dem Besitz mehrerer Kleider dem Menschen mögliches das Kleid wechseln; F.: umkleiden, kleide um, kleidest um, kleidet um, kleidete um, kleidetest um, kleideten um, kleidetet um, umgekleidet, ##umgekleidet, umgekleidete, umgekleidetes, umgekleidetem, umgekleideten, umgekleideter##, umkleidend, ###umkleidend, umkleidende, umkleidendes, umkleidendem, umkleidenden, umkleidender###, umzukleiden, ####umzukleiden, umzukleidend, umzukleidende, umzukleidendes, umzukleidendem, umzukleidenden, umzukleidender####, kleid (!) um+EW; Z.: um-kleid-en
$umkommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. umkommen, sterben; E.: s. um, s. kommen; L.: Kluge s. u. umkommen, kommen, DW 23, 976, EWD s. u. kommen; GB.: seit um 765 belegte und aus um und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches sterben; F.: umkommen, komme um, kommst um, kommt um, kommen um, kommest um, kommet um, kam um, kamst um, kamen um, kamt um, käme um, kämest um, kämen um, kämet um, umgekommen, ##umgekommen, umgekommene, umgekommenes, umgekommenem, umgekommenen, umgekommener##, umkommend, ###umkommend, umkommende, umkommendes, umkommendem, umkommenden, umkommender###, umzukommen, ###umzukommen, umzukommend, umzukommende, umzukommendes, umzukommendem, umzukommenden, umzukommender###, komm (!) um+EW; Z.: um—kom-m-en
$Umkreis, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Umkreis, Umgebung, Nähe; E.: s. um, s. Kreis; L.: DW 23, 976, EWD s. u. Kreis; GB.: (umbekreiz) seit 1172-1190 belegte und aus um und Kreis gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen um eine Gegebenheit herum bildbaren Kreis oder für Umgebung oder Nähe; F.: Umkreis, Umkreises, Umkreise, Umkreisen+EW; Z.: Um—kreis
$umkreisen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. umkreisen; E.: s. um, s. kreisen; L.: Kluge s. u. Kreis, DW 23, 989, EWD s. u. Kreis; GB.: seit um 1180 belegte und aus um und kreisen gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Kreis um eine Gegebenheit bilden; F.: umkreisen, umkreise, umkreisst (!), umkreist, umkreisest, umkreiset, umkreiste, umkreistest, umkreisten, umkreistet, ##umkreist, umkreiste, umkreistes, umkreistem, umkreisten, umkreister##, umkreisend, ###umkreisend, umkreisende, umkreisendes, umkreisendem, umkreisenden, umkreisender###, umkreis (!)+EW; Z.: um—kreis-en
$umkrempeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. umkrempeln, umschlagen, umstülpen, umkehren; E.: s. um, s. krempeln; L.: Kluge s. u. umkrempeln, krempeln, fehlt DW, EWD s. u. Krempe; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus um und krempeln gebildete Bezeichnung für umschlagen oder umstülpen oder umkehren; F.: umkrempeln, krempel (!) um, kremple um, krempele um, krempelst um, krempelt um, krempeln um, krempelte um, krempeltest um, krempelten um, krempeltet um, gekrempelt um, umgekrempelt, ##umgekrempelt, umgekrempelte, umgekrempeltes, umgekrempeltem, umgekrempelten, umgekrempelter##, umkrempelnd, ###umkrempelnd, umkrempelnde, umkrempelndes, umkrempelndem, umkrempelnden, umkrempelnder##, umzukrempeln, ####umzukrempeln, umzukrempelnd, umzukrempelnde, umzukrempelndes, umzukrempelndem, umzukrempelnden, umzukrempelnder####, krempel (!) um+EW; Z.: um—kre-m-p-el-n
$Umlaut, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Umlaut; E.: s. um, s. Laut; L.: DW 23, 1011, EWD s. u. laut; GB.: seit 1774 belegte und aus um und Laut gebildete Bezeichnung für die aus den Selbstlauten a und o und u zunächst durch Darüberschreiben des klein gehaltenen Selbstlauts e und später vereinfacht zweier kleiner Punkte oder senkrechter Striche gebildeten Vokale ä und ö sowie ü der deutschen Sprache wie beispielsweise in Käse oder Löwe oder Türe und auch einiger anderer Sprachen als Folge einer beispielsweise seit dem Althochdeutschen allmählich eintretenden assimilierenden Artikulation an einen Vokal wie etwa i oder Halbvokal einer umgebenden Silbe; F.: Umlaut, Umlautes, Umlauts, Umlaute, Umlauten+EW; Z.: Um—lau-t
$ummodeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ummodeln, umwandeln, umgestalten, mutieren; E.: s. um, s. modeln; L.: Kluge s. u. ummodeln, EWD s. u. Modell, DW 23, 1024; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus um und modeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Natur als mutieren und von dem Menschen als bewusst umgestalten; F.: ummodeln, model (!) um, modle um, modele um, modelst um, modelt um, modeln um, modelte um, modeltest um, modelten um, modeltet um, gemodelt um, umgemodelt, ##umgemodelt, umgemodelte, umgemodeltes, umgemodeltem, umgemodelten, umgemodelter##, ummodelnd, ###ummodelnd, ummodelnde, ummodelndes, ummodelndem, ummodelnden, ummodelnder###, umzumodeln, ####umzumodeln, umzumodelnd, umzumodelnde, umzumodelndes, umzumodelndem, umzumodelnden, umzumodelnder####, model (!) um+EW+FW; Z.: um—mo-d-el-n
$umnachten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. umnachten, mit Nacht umhüllen, verdunkeln; E.: s. um, s. nachten; L.: Kluge s. u. Nacht, DW 23, 1024, EWD s. u. Nacht; E.: seit 18. Jh. belegte und aus um und Nacht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Licht mögliches mit Nacht umhüllen oder verdunkeln oder verwirren; F.: umnachten, umnachte, umnachtest, umnachtet, umnachtete, umnachtetest, umnachteten, umnachtetet, ##umnachtet, umnachtete, umnachtetes, umnachtetem, umnachteten, umnachteter##, umnachtend, ###umnachtend, umnachtende, umnachtendes, umnachtendem, umnachtenden, umnachtender###, umnacht (!)+EW; Z.: um—nacht-en
$umrahmen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. umrahmen, einrahmen, mit einem Rahmen versehen (V.); E.: s. um, s. rahmen; L.: DW 23, 1030, EWD s. u. Rahmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus um und rahmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung und Verwendung von Rahmen mögliches mit einem Rahmen versehen (V.); F.: umrahmen, umrahme, umrahmst, umrahmt, umrahmest, umrahmet, umrahmte, umrahmtest, umrahmten, umrahmtet, ##umrahmt, umrahmte, umrahmtes, umrahmtem, umrahmten, umrahmter##, umrahmend, ###umrahmend, umrahmende, umrahmendes, umrahmendem, umrahmenden, umrahmender###, umrahm (!)+EW; Z.: um-rahm-en
$umringen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. umringen, mit einem Ring umgeben (V.); E.: s. um, s. ringen; L.: Kluge s. u. Ring, DW 23, 1044, EWD s. u. Ring; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus um und ringen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches mit einem Ring umgeben (V.); F.: umringen, umringe, umringst, umringt, umringest, umringet, umringte, umringtest, umringten, umringtet, ##umringt, umringte, umringtes, umringtem, umringten, umringter##, umringend, ###umringend, umringende, umringendes, umringendem, umringenden, umringender###, umring (!)+EW; Z.: um—ri-ng-en
$umrühren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. umrühren, rühren, durch Rühren bewegen, mischen; E.: s. um, s. rühren; L.: DW 23, 1050, EWD s. u. rühren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus um und rühren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch Rühren bewegen und mischen; F.: umrühren, rühre um, rührst um, rührt um, rührest um, rühret um, rührte um, rührtest um, rührten um, rührtet um, umgerührt, ##umgerührt, umgerührte, umgerührtes, umgerührtem, umgerührten, umgerührter##, umrührend, ###umrührend, umrührende, umrührendes, umrührendem, umrührenden, umrührender###, umzurühren, ####umzurühren, umzurührend, umzurührende, umzurührendes, umzurührendem, umzurührenden, umzurührender####, rühr (!) um+EW; Z.: um—rühr-en
$umsatteln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. umsatteln, mir einem anderen Sattel versehen (V.); E.: s. um. s. satteln; L.: Kluge s. u. Sattel 1, DW 23, 1050, EWD s. u. Sattel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus um und satteln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Erfindung und Verwendung des Sattels durch den Menschen mögliches mit einem anderen Sattel versehen (V.); F.: umsatteln, sattel (!) um, sattle um, sattele um, sattelst um, sattelt um, satteln um, sattelte um, satteltest um, sattelten um, satteltet um, umgesattelt, ##umgesattelt, umgesattelte, umgesatteltes, umgesatteltem, umgesattelten, umgesattelter##, umsattelnd, ###umsattelnd, umsattelnde, umsattelndes, umsattelndem, umsattelnden, umsattelnder###, umzusatteln, ####umzusatteln, umzusattelnd, umzusattelnde, umzusattelndes, umzusattelndem, umzusattelnden, umzusattelnder####, sattel (!) um+EW; Z.: um—sat-t-el-n
$Umsatz, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Umsatz, Umsetzen, Umsetzung, Umschlag; E.: s. um, s. Satz; L.: DW 23, 1055, EWD s. u. setzen; E.: seit 18. Jh. belegte und aus um und Satz gebildete Bezeichnung für einen von Menschen erreichten Gesamtwert umgesetzter Waren oder erbrachter Leistungen oder einen Umschlag; F.: Umsatz, Umsatzes, Umsätze, Umsätzen+EW; Z.: Um—satz
$umschichtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. umschichtig, abwechselnde Schicht betreffend, abwechselnd; E.: s. um, s. Schicht, s. ig; L.: DW 23, 1065, EWD s. u. Schicht; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus um und Schicht und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für abwechselnde Schicht betreffend; F.: umschichtig, umschichtige, umschichtiges, umschichtigem, umschichtigen, umschichtiger(, umschichtigere, umschichtigeres, umschichtigerem, umschichtigeren, umschichtigerer, umschichtigst, umschichtigste, umschichtigstes, umschichtigstem, umschichtigsten, umschichtigster)+EW; Z.: um—schicht-ig
$Umschlag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Umschlag, Einband, Umsatz; E.: s. um, s. Schlag; L.: DW 23, 1068, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus um und Schlag gebildete Bezeichnung für einen Einband oder einen Umsatz; F.: Umschlag, Umschlags, Umschlages, Umschläge, Umschlägen+EW; Z.: Um—schlag
$umschlagen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. umschlagen, zu Boden schlagen, umhauen, umwenden, umsetzen; E.: s. um, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 23, 1068, EWD s. u. schlagen; GB.: (umbeslahen) seit 13. Jh. belegte und aus um und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umhauen oder umwenden oder umsetzen; F.: umschlagen, schlage um, schlägst um, schlägt um, schlagt um, schlagen um, schlagest um, schlaget um, schlug um, schlugst um, schlugen um, schlugt um, schlüge um, schlügest um, schlügen um, schlüget um, umgeschlagen, ##umgeschlagen, umgeschlagene, umgeschlagenes, umgeschlagenem, umgeschlagenen, umgeschlagener##, umschlagend, ###umschlagend, umschlagende, umschlagendes, umschlagendem, umschlagenden, umschlagender###, umzuschlagen, ####umzuschlagen, umzuschlagend, umzuschlagende, umzuschlagendes, umzuschlagendem, umzuschlagenden, umzuschlagender####, schlag (!) um +EW; Z.: um—schlag-en
$Umschweif, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Umschweif, Umweg, Umstand; E.: s. um, s. Schweif; L.: DW 23, 1126, EWD s. u. Schweif; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus um und Schweif gebildete Bezeichnung für einen wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Umweg oder Umstand; Z.: Umschweif, Umschweifes, Umschweifs, Umschweife, Umschweifen+EW; Son.: umbisweift Anfang neuntes Jh.; Z.: Um—schwei-f
$umsetzen (1), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. umhegen, umschließen, einfassen; E.: s. um, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 23, 1145, EWD s. u. setzen; GB.: (umbisezzen*) seit um 1000 belegte und aus um und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches umhegen oder umschließen oder einfassen; F.: umsetzen, setze um, setzt um, setzen um, setzest um, setzet um, setzte um, setztest um, setzten um, setztet um, umgesetzt, ##umgesetzt, umgesetzte, umgesetztes, umgesetztem, umgesetzten, umgesetzter##, umsetzend, ###umsetzend, umsetzende, umsetzendes, umsetzendem, umsetzenden, umsetzender###, umzusetzen, ####umzusetzen, umzusetzend, umzusetzende, umzusetzendes, umzusetzendem, umzusetzenden, umzusetzender####, setz (!) um+EW; Z.: um—setz-en
$umsetzen (2), nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. an einen anderen Ort bringen, an eine andere Stelle setzen; L.: DW 23, 1145ff., EWD s. u. setzen; GB.: seit 1372 belegte und aus um und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches an eine andere Stelle setzen; F.: umsetzen, setze um, setzt um, setzen um, setzest um, setzet um, setzte um, setztest um, setzten um, setztet um, umgesetzt, ##umgesetzt, umgesetzte, umgesetztes, umgesetztem, umgesetzten, umgesetzter##, umsetzend, ###umsetzend, umsetzende, umsetzendes, umsetzendem, umsetzenden, umsetzender###, umzusetzen, ####umzusetzen, umzusetzend, umzusetzende, umzusetzendes, umzusetzendem, umzusetzenden, umzusetzender####, setz (!) um+EW; Z.: um—setz-en
$umsichtig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. umsichtig, vorsichtig, überlegt; E.: s. Umsicht, s. ig; L.: DW 23, 1145, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 1520 belegte und aus Umsicht und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Sicht mögliches Umsicht betreffend; F.: umsichtig, umsichtige, umsichtiges, umsichtigem, umsichtigen, umsichtiger(, umsichtigere, umsichtigeres, umsichtigerem, umsichtigeren, umsichtigerer, umsichtigst, umsichtigste, umsichtigstes, umsichtigstem, umsichtigsten, umsichtigster)+EW; Z.: um—sich-t-ig
$umsonst, nhd., Adv., (12. Jh.?): nhd. nur um dies selbst, umsonst, ohne Aufwand, vergeblich; E.: s. um, s. sonst; L.: Kluge 1. A. s. u. um, Kluge s. u. sonst, DW 23, 1155; GB.: (umbesunst) seit 1190-1195 belegte und aus um und sonst gebildete Bezeichnung für ohne Aufwand oder vergeblich; F.: umsonst+EW; Z.: um—so-n-s-t
$Umstand, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Umstand, Herumstehendes, Gegebenheit, Zustand; E.: s. um, s. Stand; L.: Kluge s. u. Umstand, DW 23, 1165, EWD s. u. stehen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und Stand gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gegebenheit oder Verrichtung oder einen Zustand; F.: Umstand, Umstands, Umstandes, Umstände, Umständen+EW; Z.: Um—sta-n-d
$umstimmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. reihum abstimmen, anders stimmen; E.: s. um, s. stimmen; L.: DW 23, 1190, EWD s. u. Stimme,; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus um und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Sprache oder der Stimme mögliches reihum abstimmen oder anders stimmen; F.: umstimmen, stimme um, stimmst um, stimmt um, stimmest um, stimmet um, stimmte um, stimmtest um, stimmten um, stimmtet um, umgestimmt, ##umgestimmt, umgestimmte, umgestimmtes, umgestimmtem, umgestimmten, umgestimmter##, umstimmend, ###umstimmend, umstimmende, umstimmendes, umstimmendem, umstimmenden, umstimmender###, umzustimmen, ####umzustimmen, umzustimmend, umzustimmende, umzustimmendem, umzustimmenden, umzustimmender####, stimm (!) um+EW; Z.: um—stimm-en
$umstritten, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. umstritten, strittig, streitig, bestritten; E.: s. um, s. streiten; L.: fehlt DW, EWD s. u. streiten; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus um und streiten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches strittig oder streitig oder bestritten; F.: umstritten, umstrittene, umstrittenes, umstrittenem, umstrittenen, umstrittener(, umstrittenere, umstritteneres, umstrittenerem, umstritteneren, umstrittenerer, umstrittenst, umstrittenste, umstrittenstes, umstrittenstem, umstrittensten, umstrittenster)+EW; Z.: um—stri-t-t-en
$Umsturz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. umgestürzter Baum, Umsturz, Umkehrung; E.: s. um, s. Sturz; L.: DW 23, 1203, EWD s. u. stürzen; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus um und Sturz gebildete Bezeichnung für einen umgestürzten Baum oder eine Umkehrung einer bestehenden Ordnung; F.: Umsturz, Umsturzes, Umstürze, Umstürzen+EW; Z.: Um—stur-z
$umstürzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. umstürzen, umwerfen, umkehren; E.: s. um, s. stürzen; L.: Kluge s. u. stürzen, DW 23, 1203, EWD s. u. stürzen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus um und stürzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches umwerfen oder durch Sturz umkehren; F.: umstürzen, stürze um, stürzst um (!), stürzt um, stürzen um, stürzest um, stürzet um, stürzte um, stürztest um, stürzten um, stürztet um, umgestürzt, ##umgestürzt, umgestürzte, umgestürztes, umgestürztem, umgestürzten, umgestürzter##, umstürzend, ###umstürzend, umstürzende, umstürzendes, umstürzendem, umstürzenden, umstürzender###, umzustürzen, ####umzustürzen, umzustürzend, umzustürzende, umzustürzendes, umzustürzendem, umzustürzenden, umzustürzender####, stürz (!) um+EW; Z.: um—stür-z-en
$Umtrunk, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Umtrunk, gemeinsames Trinken (alkoholischer Getränke); E.: s. um. s. Trunk; L.: DW 23, 1233, EWD s. u. Trunk; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus um und Trunk gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung des Alkohols durch den Menschen mögliches gemeinsames Trinken; F.: Umtrunk, Umtrunkes, Umtrunks, Umtrünke, Umtrünken+EW; Z.: Um—tru-n-k
$umtun, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. umtun, herumtun, herumbringen, umlegen, anstrengen; E.: s. um, s. tun; L.: Kluge s. u. tun, EWD s. u. um, DW 23, 1233; GB.: (umbetuon) seit 1255 belegte und aus um und tun gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herumtun oder herumbringen oder umlegen oder anstrengen; F.: umtun, tue um, tu um (!), tust um, tut um, tun um, tuest um, tuet um, tat um, tatest um (!), tatst um, taten um, tatet um, täte um, tätest um, täten um, tätet um, umgetan, ##umgetan, umgetane, umgetanes, umgetanem, umgetanen, umgetaner##, umtuend, ###umtuend, umtuende, umtuendes, umtuendem, umtuenden, umtuender###, umzutuen (!), ####umzutuen, umzutuend, umzutuende, umzutuendes, umzutuendem, umzutuenden, umzutuender####, tu (!) um+EW; Z.: um—tu-n
$Umwelt, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Umwelt, den Menschen und andere Lebewesen umgebende Welt; E.: s. um. s. Welt; L.: Kluge s. u. Umwelt, DW 23, 1259, EWD s. u. Welt; GB.: seit 1800 belegte und aus um und Welt gebildete Bezeichnung für die den Menschen und andere Lebewesen umgebende Welt; F.: Umwelt, Umwelten+EW; Z.: Um—w-el-t
$umwinden, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. umwinden, umwickeln; E.: s. um, s. winden; L.: DW 23, 1274, EWD s. u. winden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus um und winden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches umwickeln; F.: umwinden, umwinde, umwindest, umwindet, umwand, umwandest, umwandst, umwanden, umwandet, umwände, umwändest, umwänden, umwändet, umwunden, ##umwunden, umwundene, umwundenes, umwundenem, umwundenen, umwundener##, umwindend, ###umwindend, umwindende, umwindendes, umwindendem, umwindenden, umwindender###, umwind (!)+EW; Z.: um—wi-nd-en
$umzäunen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. umzäunen, mit einem Zaun umgeben (V.); E.: s. um, z. zäunen; L.: DW 23, 1284, EWD s. u. Zaun; GB.: (umbeziunen) seit um 1190 belegte und aus um und zäunen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes etwas mit einem Zaun umgeben (V.); F.: umzäunen, umzäune, umzäunst, umzäunt, umzäunest, umzäunet, umzäunte, umzäuntest, umzäunten, umzäuntet, umzäunt, ##umzäunt, umzäunte, umzäuntes, umzäuntem, umzäunten, umzäunter##, umzäunend, ###zäunend, umzäunende, umzäunendes, umzäunendem, umzäunenden, umzäunender###, umzäun (!)+EW; Z.: um—zäu-n-en
$umziehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. umziehen, anderswohin ziehen, sich anders anziehen; E.: s. um, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 23, 12, EWD s. u. ziehen; GB.: (umbeziehen) seit 1130/1140 belegte und aus um und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes anderswohin ziehen oder (sich) anders anziehen; F.: umziehen, ziehe um, ziehst um, zieht um, ziehen um, ziehest um, ziehet um, zog um, zogst um, zogen um, zogt um, zöge um, zögest um, zögst um, zögen um, zöget um, umgezogen, ##umgezogen, umgezogene, umgezogenes, umgezogenem, umgezogenen, umgezogener##, umziehend, ###umziehend, umziehende, umziehendes, umziehendem, umziehenden, umziehender###, umzuziehen, ####umzuziehen, umzuziehend, umzuziehende, umzuziehendes, umzuziehendem, umzuziehenden, umzuziehender####, zieh (!) um+EW; Z.: um-zie-h-en
umzingeln, nhd., V., (17. Jh.): nhd. umzingeln, einkreisen, umgeben; ne. surround, beleaguer; Vw.: -; Hw.: s. ingel; Q.: 17. Jh.; E.: mnd. ümmesingelen, ümmezingelen, sw. V., umzingeln, umstellen; Hybridbildung; s. um…; Hinterglied s. mhd. zingeln, V., eine Stadt mit Schanzen umgeben (V.); vgl. lat. cingulus, M., Gürtel, Erdgürtel, Zone; vgl. lat. cingere, V., gürten, umgürten, umgeben (V.), einschließen; idg. *kenk- (1), V., gürten, binden, Pokorny 565 (873/105) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.); L.: Kluge s. u. umzingeln, DW 23, 1297, Duden s. u. umzingeln, Bluhme s. u. umzingeln; Son.: vgl. nndl. omsingelen, V., umzingeln; GB.: seit 17. Jh. mnd. belegte und aus um und lat. cingulus gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches jemanden einkreisen um eine Flucht unmöglich zu machen; BM.: beiderseits, gürten; F.: umzingeln, umzingel (!), umzingle, umzingelst, umzingelt, umzingelte, umzingeltest, umzingelten, umzingeltet, ##umzingelt, umzingelte, umzingeltes, umzingeltem, umzingelten, umzingelter##, umzingelnd, ###umzingelnd, umzingelnde, umzingelndes, umzingelndem, umzingelnden, umzingelnder###, umzingel (!)+EW(+FW); Z.: um-zing-el-n
$Umzug, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Umzug, Herumziehen, gewollte Ortsveränderung; E.: s. um, s. Zug; L.: DW 23, 1303, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus um und Zug gebildete und mit umziehen verbindbare Bezeichnung für eine seit Sesshaftwerdung des Menschen entwickelte und verwendete gewollte Ortsveränderung von Menschen; F.: Umzug, Umzuges, Umzugs, Umzüge, Umzügen+EW; Z.: Um—zu-g
un…, nhd., Partikel, (8. Jh.): nhd. un..., nicht; ne. un…; Vw.: -bill, -entwegt, -flat, -gefähr, -gestüm, -getüm, -geziefer, -pässlich, -schlitt, -wirsch; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. un, Präf., in..., un...; mnd. un…, Präf., un...; mnl. on…, Präf., un…; ahd. un, Präf., un...; as. un…, Präf., un...; anfrk. un…, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. un-, Kluge s. u. un-, DW 24, 1, EWD s. u. un-, Falk/Torp 29, Duden s. u. un-, Bluhme s. u. un-; Son.: vgl. afries. un…, Präf., un...; ae. un…, Präf., un...; an. *ū…, *ō… (2), verneinendes Präfix, un...; got. un…, untrennbares negierendes Präf., un...; nndl. on…, Präf., un…; frz. in…, Präf., un…; nschw. o…, Präf., un…; nnorw. u…, Präf., un…; ai. a…, an…, Präf., un…; gr. ἀ- (a), Präf., un..., ...los, ...leer; lat. in…, Präf., un...; air. in…, an…, é…, Präf., un…; kymr. an…, Präf., un…; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Vorsilbe oder Bestimmungssilbe verwendete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon bald nach der Entwicklung von Sprache (mögliche Anzeige einer) Verneinung (nicht); BM.: nicht; F.: un…+EW; Z.: un-
$unablässig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. unablässig, unaufhörlich; E.: s. un, s. ab, s. lässig; L.: Kluge s. u. unablässig, DW 24, 68, EWD s. u. lassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und ablässig gebildete Bezeichnung für unaufhörlich oder nicht ablassend; F.: unablässig, unablässige, unablässiges, unablässigem, unablässigen, unablässiger(, unablässigere, unablässigeres, unablässigerem, unablässigeren, unablässigerer, unablässigst, unablässigste, unablässigstes, unablässigstem, unablässigsten, unablässigster)+EW; Z.: un—ab—lä-ss-ig
$unachtsam, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. unachtsam, unaufmerksam; E.: s. un, s. achtsam; L.: DW 24, 99, EWD s. u. Acht 2; GB.: (unahtsam) seit vor 1350 belegte und aus un und achtsam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches unaufmerksam; F.: unachtsam, unachtsame, unachtsames, unachtsamem, unachtsamen, unachtsamer(, unachtsamere, unachtsameres, unachtsamerem, unachtsameren, unachtsamerer, unachtsamst, unachtsamste, unachtsamstes, unachtsamstem, unachtsamsten, unachtsamster)+EW; Z.: un—ach-t—sam
unannehmlich, nhd., Adj.: nhd. unannehmlich, unannehmbar, unangenehm; Hw.: s. Unannehmlichkeit; Q.: vor 14. Jh.?; L.: DW 24, 153; GB.: vielleicht vor 14. Jh. belegte und aus un und annehmlich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches unannehmbar oder unangenehm; F.: unannehmlich, unannehmliche, unannehmlichem, unannehmlichen, unannehlicher, unannehmliches+EW
$Unannehmlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Unannehmlichkeit, Unannehmbares, Unangenehmes; E.: s. unannehmlich, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. Unannehmlichkeit, DW 24, 153; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus un und annehmlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung von Menschen Unannehmbares oder Unangenehmes; F.: Unannehmlichkeit, Unannehmlichkeiten+EW; Z.: Un—an-nehm-lich-kei-t
$unanständig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unanständig, Anstand verletzend; E.: s. un, s. anständig; L.: DW 24, 161, EWD s. u. Anstand; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und anständig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Anstand verletzend; F.: unanständig, unanständige, unanständiges, unanständigem, unanständigen, unanständiger(, unanständigere, unanständigeres, unanständigerem, unanständigeren, unanständigerer, unanständigst, unanständigste, unanständigstes, unanständigstem, unanständigsten, unanständigster)+EW; Z.: un—an—stä-n-d-ig
$unbändig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. unbändig, ungebändigt, schrankenlos; E.: s. un, s. Band (N.), s. ig; L.: Kluge s. u. unbändig, DW 24, 241, EWD s. u. bändigen; GB.: (unbendic*) seit um 1210 belegte und aus un und Band (N.) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches ungebändigt oder schrankenlos; F.: unbändig, unbändige, unbändiges, unbändigem, unbändigen, unbändiger(, unbändigere, unbändigeres, unbändigerem, unbändigeren, unbändigerer, unbändigst, unbändigste, unbändigstes, unbändigstem, unbändigsten, unbändigster)+EW; Z.: un—bänd-ig
$unbedarft, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. unbedarft, einfältig, gutmütig; E.: s. un, s. bedürf(en), s. t: L.: Kluge s. u. unbedarft, DW 24, 258, EWD s. u. unbedarft; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus un und bedarft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einfältig oder gutmütig; F.: unbedarft, unbedarfte, unbedarftes, unbedarftem, unbedarften, unbedarfter(, unbedarftere, unbedarfteres, unbedarfterem, unbedarfteren, unbedarfterer, unbedarftest, unbedarfteste, unbedarftestes, unbedarftestem, unbedarftesten, unbedarftester)+EW; Z.: un—be-darf-t
$unbedingt, nhd., (Part.-Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unbedingt, uneingeschränkt; E.: s. un, s. bedingt; L.: DW 24, 264, EWD s. u. bedingen; GB.: (unbedinget) 1262 belegte und aus un und bedingt gebildete Bezeichnung für uneingeschränkt oder bedingungslos; F.: unbedingt, unbedingte, unbedingtes, unbedingtem, unbedingten, unbedingter+EW; Z.: un—be—din-g-t
$unbefangen, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unbefangen, unvoreingenommen, frei; E.: s. un, s. befangen (Adj.); L.: DW 24, 270, EWD s. u. befangen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und befangen (Adj.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches unvoreingenommen; F.: unbefangen, unbefangene, unbefangenes, unbefangenem, unbefangenen, unbefangener(, unbefangenere, unbefangeneres, unbefangenerem, unbefangeneren, unbefangenerer, unbefangenst, unbefangenste, unbefangenstes, unbefangenstem, unbefangensten, unbefangenster)+EW; Z.: un—be—fa-n-g-en
$Unbefangenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Unbefangenheit, Unvoreingenommenheit, Freiheit; E.: s. unbefangen, s. heit; L.: DW 24, 270, EWD s. u. befangen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus unbefangen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Unvoreingenommenheit oder Freiheit; F.: Unbefangenheit, Unbefangenheit+EW; Z.: Un-bee—fa-n-g-en—hei-t
$unbehaust, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. unbehaust; E.: s. un, s. behaust; L.: DW 24, 292, EWD s. u. Haus; GB.: (unbehūset) seit 2. Hälfte 14. Jh. belegte und aus un und behaust gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen als Ausnahme einer üblichen Gegebenheit mögliches kein Haus habend; F.: unbehaust, unbehauste, unbehaustes, unbehaustem, unbehausten, unbehauster+EW; Z.: un—be—hau-s-t
$unbeholfen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unbeholfen, ungeschickt; E.: s. un, s. behelfen; L.: Kluge s. u. unbeholfen, DW 24, 297, EWD s. u. helfen; GB.: (unbeholfen) seit Ende 13. Jh. belegte und aus un und beholfen und behelfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen ungeschickt; F.: unbeholfen, unbeholfene, unbeholfenes, unbeholfenem, unbeholfenen, unbeholfener(, unbeholfenere, unbeholfeneres, unbeholfenerem, unbeholfeneren, unbeholfenerer, unbeholfenst, unbeholfenste, unbeholfenstes, unbeholfenstem, unbeholfensten, unbeholfenster)+EW; Z.: un—be-hol-f-en
$unbekannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. unbekannt, fremd, nicht bekannt; E.: s. un, s. bekannt; L.: DW 24, 298, EWD s. u. bekannt; GB.: (unbekant) seit 1170-1190 belegte und aus un und bekannt gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens und dann auch des Wissens mögliches fremd oder nicht bekannt; F.: unbekannt, unbekannte, unbekanntes, unbekanntem, unbekannten, unbekannter(, unbekanntere, unbekannteres, unbekannterem, unbekannteren, unbekannterer, unbekanntest, unbekannteste, unbekanntestes, unbekanntestem, unbekanntesten, unbekanntester)+EW; Z.: un—be—kan-n-t
$unbekümmert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. unbekümmert, unbesorgt, unbeschwert; E.: s. un, s. bekümmert; L.: DW 24, 307, EWD s. u. Kummer); GB.: (unbekumberet) seit um 1170 belegte und aus un und bekümmert gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliches unbesorgt oder unbeschwert; F.: unbekümmert, unbekümmerte, unbekümmertes, unbekümmertem, unbekümmerten, unbekümmerter(, unbekümmertere, unbekümmerteres, unbekümmerterem, unbekümmerteren, unbekümmerterer, unbekümmertst, unbekümmertste, unbekümmertstes, unbekümmertstem, unbekümmertsten, unbekümmertster)+EW+FW; Z.: un—be—küm-m-er-t
$unbeliebt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. unbeliebt, ungewünscht, nicht beliebt; E.: s. un, s. beliebt; L.: DW 24, 313, EWD s. u. belieben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und beliebt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches ungewünscht; F.: unbeliebt, unbeliebte, unbeliebtes, unbeliebtem, unbeliebten, unbeliebter(, unbeliebtere, unbeliebteres, unbeliebterem, unbeliebteren, unbeliebterer, unbeliebtest, unbeliebteste, unbeliebtestes, unbeliebtestem, unbeliebtesten, unbeliebtester)+EW; Z.: un—be—lieb-t
$unbenommen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unbenommen, unverwehrt, frei; E.: s. un, s. benehmen; L.: Kluge s. u. unbenommen, DW 24, 318, EWD s. u. nehmen; GB.: (unbenomen) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus un und benommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches unverwehrt oder frei; F.: unbenommen, unbenommene, unbenommenes, unbenommenem, unbenommenen, unbenommener(, unbenommenere, unbenommeneres, unbenommenerem, unbenommeneren, unbenommenerer, unbenommenst, unbenommenste, unbenommenstes, unbenommenstem, unbenommensten, unbenommenster)+EW; Z.: un—be-nom-m-en
$unbequem, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. unbequem, unangenehm, lästig; E.: s. un, s. bequem; L.: EWD s. u. bequem, DW 24, 319; GB.: (unbikwāmi*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus un und bequem gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches unangenehm oder lästig; F.: unbequem, unbequeme, unbequemes, unbequemem, unbequemen, unbequemer(, unbequemere, unbequemeres, unbequemerem, unbequemeren, unbequemerer, unbequemst, unbequemste, unbequemstes, unbequemstem, unbequemsten, unbequemster)+EW; Z.: un—be—quem
$unberufen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. unberufen, unaufgefordert; E.: s. un, s. berufen (Adj.); L.: Kluge s. u. unberufen, DW 24, 331, EWD s. u. berufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und berufen (Adj.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches unaufgefordert; F.: unberufen, unberufene, unberufenes, unberufenem, unberufenen, unberufener+EW; Z.: un—be-ru-f-en
$unbeschadet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. unbeschadet, ungeachtet; E.: s. un, s. beschadet; L.: DW 24, 331, EWD s. u. Schaden; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und beschadet gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches ungeachtet; F.: unbeschadet, unbeschadete, unbeschadetes, unbeschadetem, unbeschadeten, unbeschadeter(, unbeschadetere, unbeschadeteres, unbeschadeterem, unbeschadeteren, unbeschadeterer, unbeschadetst, unbeschadetste, unbeschadetstes, unbeschadetstem, unbeschadetsten, unbeschadetster)+EW; Z.: un—be—schad-et
$unbescholten, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. unbescholten, untadelig; E.: s. un, s. bescholten; L.: Kluge s. u. schelten, DW 24, 344, EWD s. u. schelten; GB.: (unbescholten) seit 1140-1160 belegte und aus un und bescholten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches untadelig oder erstrebenswert; F.: unbescholten, unbescholtene, unbescholtenes, unbescholtenem, unbescholtenen, unbescholtener(, unbescholtenere, unbescholteneres, unbescholtenerem, unbescholteneren, unbescholtenerer, unbescholtenst, unbescholtenste, unbescholtenstes, unbescholtenstem, unbescholtensten, unbescholtenster)+EW; Z.: un—be-schol-t-en
$unbewusst, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unbewusst, jenseits des Bewusstseins ablaufend; E.: s. un, s. bewusst; L.: DW 24, 381, EWD s. u. bewußt; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und bewusst gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen als Gegensatz zu bewusst mögliches nicht besonders bewusst in dem Inneren des Menschen ablaufend; F.: unbewusst, unbewusste, unbewusstes, unbewusstem, unbewussten, unbewusster(, unbewusstere, unbewussteres, unbewussterem, unbewussteren, unbewussterer, unbewusstest, unbewussteste, unbewusstestes, unbewusstestem, unbewusstesten, unbewusstester)+EW; Z.: un—be—wu-ss-t
Unbill, Unbild, nhd. (ält.), N., F., M., (11. Jh.): nhd. Unbill, Verkehrtheit, was nicht zu einem Vorbilde taugt; ne. hardship; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. unbilede*, unbilde, st. N., Unbill, Frevel, Unrecht, Unbegreifliches; mnd. unbilde (2), N., Unbill, Verkehrtheit, Unrecht; ahd. unbilidi*, st. N. (ja), Unförmigkeit, Unrecht, Hindernis; mhd. un…, Präf., in..., un...; mnd. un…, Präf., un…; ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), nē, nei, n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); Hinterglied von ahd. biladi, st. N. (ja), Bild, Ebenbild, Vorbild, Beispiel, Gestalt, Form, Wesen; as. bilithi, st. N. (ja), Bild, Abbild, Gleichnis, Zeichen; anfrk. bilithi, bilithe, st. N. (ja), Bild, Vorbild; germ. *biliþja-, *biliþjam, st. N. (a), Bild; germ. *bilaþja-, *bilaþjam, st. N. (a), Bild; oder ahd. ? billīg, Adj., billig, recht; weitere Herkunft ungeklärt; von einem ahd. Wort *bil-, und germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); genauer Zusammenhang ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Unbill, Kluge s. u. Unbilden, DW 24, 388 (Unbild), EWD s. u. Unbilden, Unbill, Duden s. u. Unbilden; GB.: (unbilidi) seit 11. Jh.) belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und in der weiteren Herkunft und in dem genauen Zusammenhang wohl ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche üble und zu ertragende Behandlung eines Menschen durch Mitmenschen; BM.: nicht bzw. Bild? oder billig?; F.: Unbill, Unbills, Unbild, Unbilden+EW; Z.: Un-bil-l
$unbillig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. unbillig, unangemessen, unrichtig, unrecht; E.: s. un, s. billig; L.: Kluge s. u. billig, fehlt DW, EWD s. u. billig; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus un und billig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in seinen Vorstellungen mögliches unangemessen oder unrichtig oder unrecht; F.: unbillig, unbillige, unbilliges, unbilligem, unbilligen, unbilliger(, unbilligere, unbilligeres, unbilligerem, unbilligeren, unbilligerer, unbilligst, unbilligste, unbilligstes, unbilligstem, unbilligsten, unbilligster)+EW; Z.: un—bil-l-ig
$unbotmäßig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. unbotmäßig, gebotswidrig, widersetzlich; E.: s. un, s. botmäßig; L.: Kluge s. u. unbotmäßig, botmäßig, DW 24, 398 (unbotmäszig), EWD s. u. Bote; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus un und (Ge)bot sowie mäßig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gebotswidrig; F.: unbotmäßig, unbotmäßige, unbotmäßiges, unbotmäßigem, unbotmäßigen, unbotmäßiger(, unbotmäßigere, unbotmäßigeres, unbotmäßigerem, unbotmäßigeren, unbotmäßigerer, unbotmäßigst, unbotmäßigste, unbotmäßigstes, unbotmäßigstem, unbotmäßigsten, unbotmäßigster)+EW; Z.: un-bot-mä-ß-ig
$Unbotmäßigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Unbotmäßigkeit, Gebotswidrigkeit, Widersetzlichkeit; E.: s. unbotmäßig. s. heit, s. keit; L.: DW 24, 398, EWD s. u. Bote; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unbotmäßig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Gebotswidrigkeit oder Widersetzlichkeit; F.: Unbotmäßigkeit, Unbotmäßigkeiten+EW; Z.: Un—bot—mä-ß-ig—kei-t
und, nhd., Konj., (6. Jh.): nhd. und, sowie, auch; ne. and; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 6. Jh. (Runeninschrift); E.: mhd. unde, und, unt, Konj., und, aber, auch; mnd. unde (2), ende, inde, onde, ond, Konj., und; mnl. ende, end, enn, Konj., und; ahd. inti, indi, anti, enti, unta, Konj., und, auch, und auch, aber, so, denn, nämlich, und daher, sondern (Konj.), während (Konj.); as. ėndi, ande*, Konj., und; anfrk. in (3), inde, Konj., und; germ. *andi, Konj., und, weiter; s. idg. *anti̯os, *h₂ánti̯o-, Adj., gegenüber, vor einem liegend, Pokorny 50; s. idg. *ants, *h₂ent-, *h₂ant-, Sb., Vorderseite, Stirn, Pokorny 48 (86/86) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. und, Kluge s. u. und, EWD s. u. und-, DW 24, 405, EWAhd 5, 125, Duden s. u. und, Falk/Torp 13, Bluhme s. u. und; Son.: vgl. afries. and (2), anda (2), ande (2), end (2), ende (2), enda (4), Konj., und, wie, als (Konj.), wenn, indessen; nnordfries. en; westfries. in, en; ae. and (1), end, Konj., und, aber; an. enn (2), Adv., noch; got. -; nndl. en, Konj., und; ai. ánti, Präp., vor; gr. ἀντί (antí), Adv., Präp., angesichts, gegenüber, vor; lat. ante, Präp., vorn, vor; heth. hanti, Adv., getrennt, gesondert; GB.: seit 3. Viertel 6. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die reihende oder aufzählende Verbindung verschiedenerer einzelner Gegebenheiten wie beispielsweise a und b und c oder er und sie und es oder Himmel und Erde oder Mann und Frau oder singen und sprechen; BM.: Vorderseite; F.: und+EW; Z.: und
$Unding, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Unding, Unsinn, Übel, Schaden (M.); E.: s. un, s. Ding; L.: Kluge s. u. Unding, DW 24, 440; GB.: (undinc) vor 1150 belegte und aus un und Ding gebildete Bezeichnung für Ärgernis oder Unsinn oder Übel oder Schaden (M.); F.: Unding, Undings, Undinges, Undinge, Undingen+EW; Z.: Un—din-g
$Undulation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Undulation, Schwingung, Wellenbewegung; Hw.: s. undulieren, Ondulation, ondulieren; Q.: 18. Jh.; E.: s. ondulieren, s. lat. undula; L.: EWD s. u. ondulieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus lat. undula, F., Welllein und tion (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich schon seit Entstehung der Welt (und des Wassers) mögliche Schwingung oder Wellenbewegung; F.: Undulation, Undulationen+FW; Z.: U-n-d-ul-at-io-n
$undulieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. undulieren, wellenförmig verlaufen (V.); Hw.: s. ondulieren, Undulation, undulieren; E.: s. lat. undula; L.: EWD s. u. ondulieren, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und von lat. undula abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches wellenförmig verlaufen (V.) beispielsweise einer Fieberkurve; F.: undulieren, unduliere, undulierst, unduliert, undulierest, undulieret, undulierte, unduliertest, undulierten, unduliertet, ##unduliert, undulierte, unduliertes, unduliertem, undulierten, undulierter##, undulierend, ###undulierend, undulierende, undulierendes, undulierendem, undulierenden, undulierender###, undulier (!)+FW; Z.: u-n-d-ul-ier-en
$unendlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. unendlich, endlos; E.: s. un, s. endlich; L.: DW 24, 465, EWD s. u. Ende; GB.: (unentlīh*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus un und endlich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches endlos; F.: unendlich, unendliche, unendliches, unendlichem, unendlichen, unendlicher(, unendlichere, unendlicheres, unendlicherem, unendlicheren, unendlicherer, unendlichst, unendlichste, unendlichstes, unendlichstem, unendlichsten, unendlichster)+EW; Z.: un—end-lich
$unentgeltlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unentgeltlich, ohne Entgelt erfolgend, ohne Kosten erfolgend; E.: s. un, s. entgeltlich; L.: Kluge s. u. entgelten, DW 24, 470, EWD s. u. gelten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und entgeltlich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor der Entwicklung des Geldes durch den Menschen selbverständliches ohne Entgelt oder Kosten erfolgend; F.: unentgeltlich, unentgeltliche, unentgeltliches, unentgeltlichem, unentgeltlichen, unentgeltlicher+EW; Z.: un—ent—gelt-lich
unentwegt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. unentwegt, ununterbrochen, dauernd; ne. persistent, incessant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: ursprünglich aus der Schweiz stammende Bildung aus un und entwegt, Adj., unruhig; s. nhd. un…, ent…, bewegen (2); L.: Kluge s. u. unentwegt, fehlt DW, EWD s. u. unentwegt, Duden s. u. unentwegt; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus un und ent sowie (be)wegt gebildete Bezeichnung für ununterbrochen oder dauernd; BM.: nicht auseinander bewegen; F.: unentwegt, unentwegte, unentwegtes, unentwegtem, unentwegten, unentwegter+EW; Z.: un—ent-weg-t
$unerfindlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unerfindlich, unergründlich, unbegreiflich, rätselhaft; E.: s. un, s. erfind(en), s. lich; L.: Kluge s. u. unerfindlich, DW 24, 478, EWD s. u. finden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und erfind(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt oder des Menschen vielfach mögliches unergründlich oder unbegreiflich oder rätselhaft; F.: unerfindlich, unerfindliche, unerfindliches, unerfindlichem, unerfindlichen, unerfindlicher(, unerfindlichere, unerfindlicheres, unerfindlicherem, unerfindlicheren, unerfindlicherer, unerfindlichst, unerfindlichste, unerfindlichstes, unerfindlichstem, unerfindlichsten, unerfindlichster)+EW; Z.: un—er—find-lich
$unerhört, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unerhört, ungehört, noch nie gehört, außerordentlich; E.: s. un, s. erhört; L.: DW 24, 486, EWD s. u. hören; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. in und exauditus aus un und erhör(en) sowie t gebildete Bezeichnung für ungehört oder noch nie gehört oder außerordentlich; F.: unerhört, unerhörte, unerhörtes, unerhörtem, unerhörten, unerhörter(, unerhörtere, unerhörteres, unerhörterem, unerhörteren, unerhörterer, unerhörtest, unerhörteste, unerhörtestes, unerhörtestem, unerhörtesten, unerhörtester)+EW; Z.: un-er-hö-r-t
$unerlässlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unerlässlich, unverzichtbar, unentbehrlich; E.: s. un, s. erlässlich; L.: Kluge s. u. unerlässlich, EWD s. u. lassen, DW 24, 493 (Unerläszlichkeit); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus und erlass(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl aus der Sicht des Menschen unverzichtbar oder unentbehrlich; F.: unerlässlich, unerlässliche, unerlässliches, unerlässlichem, unerlässlichen, unerlässlicher(, unerlässlichere, unerlässlicheres, unerlässlicherem, unerlässlicheren, unerlässlicherer, unerlässlichst, unerlässlichste, unerlässlichstes, unerlässlichstem, unerlässlichsten, unerlässlichster)+EW; Z.: un—er—lä-ss-lich
$unerquicklich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unerquicklich, unerfreulich; E.: s. un, s. erquick(en), s. lich; L.: DW 24, 500, EWD s. u. unerquicken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und erquick(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich aus der Sicht des Menschen unerfreulich; F.: unerquicklich, unerquickliche, unerquickliches, unerquicklichem, unerquicklichen, unerquicklicher(, unerquicklichere, unerquicklicheres, unerquicklicherem, unerquicklicheren, unerquicklicherer, unerquicklichst, unerquicklichste, unerquicklichstes, unerquicklichstem, unerquicklichsten, unerquicklichster)+EW; Z.: un—er-qui-ck-lich
$unerschöpflich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unerschöpflich, unausschöpfbar, unendlich; E.: s. un, s. erschöpf(en), s. lich; L.: DW 24, 504, EWD s. u. schöpfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. inexhaustus aus un und erschöpf(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für unausschöpfbar oder unendlich; F.: unerschöpflich, unerschöpfliche, unerschöpfliches, unerschöpflichem, unerschöpflichen, unerschöpflicher(, unerschöpflichere, unerschöpflicheres, unerschöpflicherem, unerschöpflicheren, unerschöpflicherer, unerschöpflichst, unerschöpflichste, unerschöpflichstes, unerschöpflichstem, unerschöpflichsten, unerschöpflichster)+EW; Z.: un—er—schöpf—lich
$unerschütterlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unerschütterlich, sehr fest, nicht erschütterbar; E.: s. un, s. erschütter(n), s. lich; L.: DW 24, 508, EWD s. u. erschüttern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und erschütter(n) sowie lich gebildete Bezeichnung für sehr fest oder nicht erschütterbar; F.: unerschütterlich, unerschütterliche, unerschütterliches, unerschütterlichem, unerschütterlichen, unerschütterlicher(, unerschütterlichere, unerschütterlicheres, unerschütterlicherem, unerschütterlicheren, unerschütterlicherer, unerschütterlichst, unerschütterlichste, unerschütterlichstes, unerschütterlichstem, unerschütterlichsten, unerschütterlichster)+EW; Z.: un—er—schüt-t-er—lich
$unerträglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. unerträglich, unaushaltbar; E.: s. un, s. ertrag(en), s. lich; L.: DW 24, 510, EWD s. u. tragen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. importabilis aus un und ertrag(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für unaushaltbar; F.: unerträglich, unerträgliche, unerträgliches, unerträglichem, unerträglichen, unerträglicher(, unerträglichere, unerträglicheres, unerträglicherem, unerträglicheren, unerträglicherer, unerträglichst, unerträglichste, unerträglichstes, unerträglichstem, unerträglichsten, unerträglichste+EW; Z.: un—er—träg—lich
$Unfall, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Unfall; E.: s. un, s. Fall; L.: Kluge s. u. Unfall, DW 24, 521; GB.: (unval) seit vor 1326 belegte und aus un und Fall gebildete Bezeichnung für ein plötzliches und von außen kommendes sowie eine nicht ganz unerhebliche ungewollte Verletzung eines Menschen verursachendes Ereignis beispielsweise in dem Straßenverkehr; F.: Unfall, Unfalls, Unfalles, Unfälle, Unfällen+EW; Z.: Un—fall
$unfassbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unfassbar, unfasslich, unbegreiflich; E.: s. un, s. fass(en), s. bar; L.: EWD s. u. fassen, DW 24, 531 (unfaszbar); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und fassbar gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen unfasslich oder unbegreiflich; F.: unfassbar, unfassbare, unfassbares, unfassbarem, unfassbaren, unfassbarer(, unfassbarere, unfassbareres, unfassbarerem, unfassbareren, unfassbarerer, unfassbarst, unfassbarste, unfassbarstes, unfassbarstem, unfassbarsten, unfassbarster)+EW; Z.: un—fas-s-bar
$unfasslich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. unfasslich, unfassbar, unbegreiflich; E.: s. un, s. fasslich; L.:, DW 24, 531 (unfaszlich), EWD s. u. fassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und fasslich gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen unfassbar oder unbegreiflich; F.: unfasslich, unfassliche, unfassliches, unfasslichem, unfasslichen, unfasslicher(, unfasslichere, unfasslicheres, unfasslicherem, unfasslicheren, unfasslicherer, unfasslichst, unfasslichste, unfasslichstes, unfasslichstem, unfasslichsten, unfasslichster)+EW; Z.: un—fas-s-lich
$unfehlbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. unfehlbar, fehlerlos; E.: s. un, s. fehlbar; L.: Kluge s. u. unfehlbar, DW 24, 532, EWD s. u. fehlen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. infallibilis aus un und fehlbar gebildete Bezeichnung für fehlerlos oder unweigerlich richtig; F.: unfehlbar, unfehlbare, unfehlbares, unfehlbarem, unfehlbaren, unfehlbarer(, unfehlbarere, unfehlbareres, unfehlbarerem, unfehlbareren, unfehlbarerer, unfehlbarst, unfehlbarste, unfehlbarstes, unfehlbarstem, unfehlbarsten, unfehlbarster)+EW; Z.: un—fehl-bar
Unflat, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Unflat, Schmutz, Dreck; ne. filth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Priesterleben des sogenannten Heinrich von Melk); E.: mhd. unvlāt (1), unflāt*, unfluot, st. M., st. N., Unflat, Schmutz, Dreck, Unsauberkeit, Unrat, Eiter, Unreinheit, Unreinigkeit, sittliche Unreinigkeit, Sünde, Frevel; mhd. unvlāte, unvlāt, unflāte*, unflāt*, st. F., Unflat, Schmutz, Unsauberkeit, Unreinigkeit, Sünde, Unkeuschheit; mnd. unvlāt, unvlēt, unvlōt, M., F., Unflat, Unreinheit, Schmutz, Dreck, unreiner Bestandteil, Abfall; mnd. unvlēde, M., F., Unreinheit, Schmutz, gemeiner roher Mensch, Gesindel; s. mhd. un, Präf., in..., un...; mnd. un…, Präf., un...; ahd. un, Präf., un...; as. un…, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. vlæjen, vlæn, vlæen, sw. V., flaien, spülen, waschen, säubern, sich im Wasser hinbewegen; ahd. flewen (1), sw. V. (1b), waschen, wallen (V.) (1); germ. *flawjan, sw. V., spülen; idg. *pleu-, V., rinnen, fließen, schwimmen, fliegen, Pokorny 835; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., fließen, gießen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Unflat, Kluge s. u. Unflat, DW 24, 544, EWD s. u. Unflat, Duden s. u. Unflat, Bluhme s. u. Unflat; Son.: vgl. nndl. (ält.) onvlaet, Sb., Schmutz, gemeiner Kerl; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus un und dem erschließbaren Flat gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen (oder der Hochkulturen des Altertums) möglichen aus seiner Sicht widerlichen Schmutz oder Dreck; BM.: nicht, waschen; F.: Unflat, Unflates, Unflats+EW; Z.: Un-fla-t
$unflätig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. unflätig, schmutzig, schändlich, unanständig, anstößig; E.: s. Unflat, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Unflat, Kluge s. u. Unflat, DW 24, 544, EWD s. u. Unflat; GB.: (unvlætic) seit 1190-1200 belegte und aus Unflat und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schmutzig oder schändlich oder unanständig oder anstößig; F.: unflätig, unflätige, unflätiges, unflätigem, unflätigen, unflätiger(, unflätigere, unflätigeres, unflätigerem, unflätigeren, unflätigerer, unflätigst, unflätigste, unflätigstes, unflätigstem, unflätigsten, unflätigster)+EW; Z.: un—flä-t-ig
$unförmig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. unförmig; E.: s. un, s. Form, s. ig; L.: DW 24, 575, EWD s. u. Form; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl nach lat. informis aus un und Form sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder schon früher mögliches keine ansprechende Form aufweisend; F.: unförmig, unförmige, unförmiges, unförmigem, unförmigen, unförmiger(, unförmigere, unförmigeres, unförmigerem, unförmigeren, unförmigerer, unförmigst, unförmigste, unförmigstes, unförmigstem, unförmigsten, unförmigster)+EW+FW; Z.: un—för-m-ig
$Unfug, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Unfug, Unding, Unziemlichkeit; E.: s. un, s. Fug; L.: Kluge s. u. Unfug, DW 24, 598, EWD s. u. fügen; GB.: (unvuoc) seit 1225-1230 belegte und aus un und Fug gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches andere belastendes Verhalten von Menschen; F.: Unfug, Unfugs, Unfuges+EW; Z.: Un—fug
…ung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. …ung; ne. …ing; Vw.: s. Acht-, Bösch-, Brand-, Dün-, Gatt-, (Horn-,) Münd-, Nehr-, Öffn-, Richt-, Währ-, Zeit-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …unge, Suff., …ung; mnd. …inge, Suff., …ung; ahd. …unga, Suff., …ung; as. …unga, Suff., …ung; L.: Kluge s. u. -ung, fehlt DW, Duden s. u. -ung, EWAhd 5, 81, EWAhd 5, 85; Son.: vgl. afries -; ae. …ing, Suff., …ung; an. …ing, Suff., …ung; nndl. …ing, Suff., …ung; nschw. …ing, Suff., …ung; nnorw. …ing, Suff., …ung; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe oder Nachsilbe für die Bildung von Substantiven meist aus Verben verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...ung, ...ungen+EW; Z.: -ung
$ungeachtet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. ungeachtet, ohne Rücksicht geschehen, trotzdem erfolgt; E.: s. un, s. geachtet; L.: EWD s. u. ungeachtet, DW 24, 615; GB.: (ungeahtet) seit 1190-1229 belegte und aus un und geachtet gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches ohne Rücksicht geschehen oder trotzdem erfolgt; F.: ungeachtet+EW; Z.: un—ge—ach-t-et
$ungebärdig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. ungebärdig, wild, eigenwillig, frech; E.: s. un, s. gebärdig; L.: Kluge s. u. ungebärdig, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und Gebärd(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wild oder eigenwillig oder frech; F.: ungebärdig, ungebärdige, ungebärdiges, ungebärdigem, ungebärdigen, ungebärdiger(, ungebärdigere, ungebärdigeres, ungebärdigerem, ungebärdigeren, ungebärdigerer, ungebärdigst, ungebärdigste, ungebärdigstes, ungebärdigstem, ungebärdigsten, ungebärdigster)+EW; Z.: un—ge-bär-d-ig
ungefähr, nhd. (ält.), Adj., Adv., (14. Jh.): nhd. ungefähr, schätzungsweise, nicht genau erkennbar; ne. roughly, approximately; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1300-1350 (Sankt Pauler Evangelienreimwerk); E.: mhd. ungevār (2), ungefār*, Adv., ungewiss; s. mhd. un, Präf., in..., un...; ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. gevære (1), Adj., hinterlistig, feindlich, gefährlich, begierig, versessen, versessen auf, eifrig, strebend; ahd. gifāri, Adj., feindlich; vgl. ahd. gi, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. fāri, Adj., bedrohlich, hinterlistig, nachstellend; vgl. ahd. fārēn, sw. V. (3), auflauern, nachstellen, verfolgen, streben, lauern, achten auf; germ. *fērēn, *fǣrǣn, sw. V., auflauern, nachstellen; s. germ. *fērōn, *fǣrōn, sw. V., auflauern, nachstellen; idg. per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge 1. A. s. u. Unflat, Kluge s. u. ungefähr, DW 24, 650, EWD s. u. ungefähr, Duden s. u. ungefähr; Son.: vgl. nndl. ongeveer, Adv., ungefähr; nschw. ungefär, Adv., ungefähr; GB.: seit 1300-1350 belegte und aus un und mhd. gevære (1), Adj., hinterlistig, feindlich, gefährlich, begierig, versessen, versessen auf, eifrig, strebend, sowie ahd. gifāri gebildete Bezeichnung für schätzungsweise oder nicht genau erkennbar; BM.: nicht, mit, versuchen; F.: ungefähr, ungefähre, ungefähres, ungefährem, ungefähren, ungefährer+EW; Z.: un—ge-fähr
$ungefüge, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ungefüge, unfügsam, unförmig, schwerfällig; E.: s. un, s. gefüge; L.: Kluge s. u. fügen, EWD s. u. fügen, DW 24, 675; GB.: (ungevüege) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus un und gefüge gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches unfügsam oder unförmig oder schwerfällig; F.: ungefüge, ungefüges, ungefügem, ungefügen, ungefüger(, ungefügere, ungefügeres, ungefügerem, ungefügeren, ungefügerer, ungefügst, ungefügste, ungefügstes, ungefügstem, ungefügsten, ungefügster)+EW; Z.: un—ge-füg-e
$ungeheuer, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. ungeheuer, sehr groß, riesig; E.: s. un, s. geheuer; L.: Kluge 1. A. s. u. ungeheuer, DW 24, 691, EWD s. u. geheuer; GB.: (ungihiuri*) seit um 790 belegte und aus un und geheuer gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sehr groß oder in der Vorstellung der Menschen riesig; F.: ungeheuer, ungeheuere, ungeheueres, ungeheuerem, ungeheueren, ungeheuerer(, ungeheuerere, ungeheuereres, ungeheuererem, ungeheuereren, ungeheuererer, ungeheuerst, ungeheuerste, ungeheuerstes, ungeheuerstem, ungeheuersten, ungeheuerster)+EW; Z.: un—ge-heu-er
$Ungeheuer, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Ungeheuer, Ungetüm; E.: s. un, s. geheuer; L.: Kluge 1. A. s. u. ungeheuer, Kluge s. u. Ungeheuer, DW 24, 691, EWD s. u. geheuer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. monstrum aus un und geheuer gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen sehr gefährliches und Schrecken verbreitendes Lebewesen oder Ungetüm wie beispielsweise ein Drache; F.: Ungeheuer, Ungeheuers, Ungeheuern+EW; Z.: Un—ge-heu-er
$ungeheuerlich, nhd., Adj., (13./14. Jh.?): nhd. ungeheuerlich, sehr groß, riesig und schrecklich; E.: s. ungeheuer, s. lich; L.: DW 24, 691, EWD s. u. geheuer; GB.: (ungehiurlich) vielleicht seit 13./14. Jh. belegte und aus ungeheuer und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sehr groß oder in der Vorstellung der Menschen riesig und schrecklich; F.: ungeheuerlich, ungeheuerliche, ungeheuerliches, ungeheuerlichem, ungeheuerlichen, ungeheuerlicher(, ungeheuerlichere, ungeheuerlicheres, ungeheuerlicherem, ungeheuerlicheren, ungeheuerlicherer, ungeheuerlichst, ungeheuerlichste, ungeheuerlichstes, ungeheuerlichstem, ungeheuerlichsten, ungeheuerlichster)+EW; Z.: un—ge-heu-er—lich
$ungelenk, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ungelenk, ungelenkig, unbiegsam, steif, unbeholfen; E.: s. un, s. Gelenk; L.: Kluge 1. A. s. u. Gelenk, Kluge s. u. Gelenk, DW 24, 752, EWD s. u. Gelenk; GB.: (ungelenke) seit 1237-1252 belegte und aus un und gelenk gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen sachlich schon vormenschlich mögliches unbiegsam oder steif oder unbeholfen; F.: ungelenk, ungelenke, ungelenkes, ungelenkem, ungelenken, ungelenker(, ungelenkere, ungelenkeres, ungelenkerem, ungelenkeren, ungelenkerer, ungelenkst, ungelenkste, ungelenkstes, ungelenkstem, ungelenksten, ungelenkster)+EW; Z.: un—ge-lenk
$ungelenkig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. ungelenkig, ungelenk, unbiegsam, steif, unbeholfen; E.: s. un, s. gelenkig; L.: DW 24, 752, EWD s. u. Gelenk,; GB. seit 18. Jh. belegte und aus ungelenk und ig gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen sachlich schon vormenschlich mögliches ungelenk oder unbiegsam oder steif oder unbeholfen F.: ungelenkig, ungelenkige, ungelenkiges, ungelenkigem, ungelenkigen, ungelenkiger(, ungelenkigere, ungelenkigeres, ungelenkigerem, ungelenkigeren, ungelenkigerer, ungelenkigst, ungelenkigste, ungelenkigstes, ungelenkigstem, ungelenkigsten, ungelenkigster)+EW; Z.: un—ge-lenk-ig
$Ungemach, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Ungemach, Unheil, Übel; E.: s. un, s. gemach; L.: Kluge s. u. Ungemach, DW 24, 758, EWD s. u. gemach; GB.: seit 863-871 belegte und aus un und Gemach gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches Unheil oder Übel; F.: Ungemach, Ungemachs, Ungemaches+EW; Z.: Un—ge—mach
$ungeniert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. ungeniert, gelöst, bedenkenlos; E.: s. un, s. geniert; L.: DW 24, 785, EWD s. u. genieren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und genier(en) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für gelöst oder bedenkenlos; F.: ungeniert, ungenierte, ungeniertes, ungeniertem, ungenierten, ungenierter(, ungeniertere, ungenierteres, ungenierterem, ungenierteren, ungenierterer, ungeniertest, ungenierteste, ungeniertestes, ungeniertestem, ungeniertesten, ungeniertester)+EW; Z.: un—gen-ier-t
$ungenügend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. ungenügend, nicht ausreichend, dürftig, mangelhaft; E.: s. un, s. genügen, s. d; L.: Kluge s. u. genug, DW 24, 792, EWD s. u. genug; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und genügen sowie d (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen wohl seit Entstehung der Welt mögliches nicht ausreichend oder dürftig oder mangelhaft; F.: ungenügend, ungenügende, ungenügendes, ungenügendem, ungenügenden, ungenügender+EW; Z.: un—gen-üg-end
$ungerade, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ungerade, krumm, nicht restlos durch zwei teilbar; E.: s. un, s. gerade; L.: fehlt DW, EWD s. u. gerade 1; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus un und gerade gebildete Bezeichnung für krumm sowie in der Mathematik für nicht restlos durch zwei teilbar wie beispielsweise die Zahlen ein(s) oder drei oder fünf oder sieben oder neun oder elf; F.: ungerade, ungerades, ungeradem, ungeraden, ungerader+EW; Z.: un—ge-ra-d-e
$ungeschickt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. ungeschickt, unbeholfen; E.: s. un, s. geschickt; L.: DW 24, 840, EWD s. u. geschickt; E.: seit vor 1326 belegte und aus un und geschickt gebildete Bezeichnung für unbeholfen oder linkisch; F.: ungeschickt, ungeschickte, ungeschicktes, ungeschicktem, ungeschickten, ungeschickter+EW; Z.: un—ge—schick-t
$ungeschlacht, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. ungeschlacht, plump, unförmig; E.: s. un, s. geschlacht; L.: Kluge s. u. ungeschlacht, DW 24, 846, EWD s. u. ungeschlacht; GB.: (ungeslaht) seit 1060-1080 belegte und aus un und geschlacht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches plump oder klobig oder unförmig; F.: ungeschlacht, ungeschlachte, ungeschlachtes, ungeschlachtem, ungeschlachten, ungeschlachter(, ungeschlachtere, ungeschlachteres, ungeschlachterem, ungeschlachteren, ungeschlachterer, ungeschlachtest, ungeschlachteste, ungeschlachtestes, ungeschlachtestem, ungeschlachtesten, ungeschlachtester)+EW; Z.: un—ge-schlach-t
$ungeschoren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. ungeschoren, nicht geschoren, nicht beeinträchtigt; E.: s. un, s. geschoren; L.: Kluge s. u. scheren 1, DWE 24, 857, EWD s. u. scheren 1; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus un und geschoren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt wohl immer auch mögliches nicht geschoren oder nicht beeinträchtigt; F.: ungeschoren, ungeschorene, ungeschorenes, ungeschorenem, ungeschorenen, ungeschorener(, ungeschorenere, ungeschoreneres, ungeschorenerem, ungeschoreneren, ungeschorenerer, ungeschorenst, ungeschorenste, ungeschorenstes, ungeschorenstem, ungeschorensten, ungeschorenster)+EW; Z.: un—ge-schor-en
$ungestalt, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. ungestalt, verunstaltet, formlos, plump, hässlich, nicht ansprechend; E.: s. un, s. gestalt; L.: Kluge s. u. ungestalt, DW 24, 867, EWD s. u. verunstalten; GB.: seit um 1210 belegte und aus un und gestalt(et) gebildete Bezeichnung für verunstaltet oder formlos oder plump oder hässlich und nicht ansprechend; F.: ungestalt, ungestalte, ungestaltes, ungestaltem, ungestalten, ungestalter(, ungestaltere, ungestalteres, ungestalterem, ungestalteren, ungestalterer, ungestaltest, ungestalteste, ungestaltestes, ungestaltestem, ungestaltesten, ungestaltester)+EW; Z.: un—ge-stal-t
ungestüm, nhd., Adj., (9./10. Jh.): nhd. ungestüm, unbändig, wild, heftig, stürmisch; ne. impetuous, boisterous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9./10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ungestüeme, Adj., ungestüm, stürmisch; mnd. ungestǖme*, ungestume, Adj., ungestüm, lärmend, heftig; ahd. ungistuomi, Adj., ungestüm, wild, übermütig, lästig, ausgelassen, mutwillig, unverschämt; mhd. un, Präf., in..., un...; mnd. un…, Präf., un...; ahd. un, Präf., un...; as. un…, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.: je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); germ. *stōmja-?, *stōmjaz, Adj., sanft, ruhig; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. ungestüm, Kluge s. u. ungestüm, DW 24, 877, EWD s. u. ungestüm, Duden s. u. ungestüm, Bluhme s. u. ungestuem; GB.: seit 9./10. Jh. belegte und aus un und gestüm gebildete Bezeichnung für wild oder heftig oder stürmish; BM.: nicht, mit stellen; F.: ungestüm, ungestüme, ungestümes, ungestümem, ungestümen, ungestümer(, ungestümere, ungestümeres, ungestümerem, ungestümeren, ungestümerer, ungestümst, ungestümste, ungestümstes, ungestümstem, ungestümsten, ungestümster+EW; Z.: un—ge-stü-m
$Ungestüm, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Ungestüm, Sturm, Wildheit; E.: s. un, s. Gestüm; L.: DW 24, 877, EWD s. u. ungestüm; GB.: (ungestüeme) seit 1060-1065 belegte und aus un und Gestüm gebildete Bezeichnung für Sturm oder Wildheit; F.: Ungestüm, Ungestümes, Ungestüms+EW; Z.: Un—ge-stü-m
Ungetüm, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Ungetüm, Ungeheuer, Monstrum, ungeheuere Gewalt; ne. monster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1340 (Die Minneburg); E.: mhd. ungetüeme, ungetuom, st. N., Ungetüm, ungeheure Gewalt, Ungeheuer; mhd. un, Präf., in..., un...; ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.: je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. *kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); mhd. tuom (1), st. M., Macht, Herrschaft, Würde, Stand, Besitz; ahd. tuom (1), st. M. (a), st. N. (a), Urteil, Gericht (N.) (1), Entscheidungsstunde, Recht, Macht, Ruhm, Gerechtigkeit, Herrschaft, Fähigkeit, Entscheidung, Richterspruch; germ. *dōma-, *dōmaz, st. M. (a), Urteil, Stand, Würde, Ruhm; s. idg. *dʰēmi-, *dʰəmi-, Sb., Aufgestelltes, Satzung, Pokorny 235; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ungestüm, Kluge s. u. Ungetüm, DW 24, 895, EWD s. u. Ungetüm Duden s. u. Ungetüm; GB.: (ungetüeme) seit um 1340 belegte und aus un und Getüm gebildete Bezeichnung für etwas in der Vorstellung des Menschen als ungeheuer groß und abstoßend Empfundenes; BM.: nicht, mit, stellen; F.: Ungetüm, Ungetüms, Ungetümes, Ungetüme, Ungetümen+EW; Z.: Un—ge-tüm
$Ungewitter, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Ungewitter, schlechtes und gefährliches Wetter; E.: s. un, s. Gewitter; L.: Kluge s. u. Ungewitter, DW 24, 924, EWD s. u. Ungewitter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und Gewitter gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches aus der Sicht des Menschen schlechtes und gefährliches Wetter; F.: Ungewitter, Ungewitters, Ungewittern+EW; Z.: Un—ge-wi-t-t-er
$ungewöhnlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. ungewöhnlich, nicht üblich, selten; E.: s. un, s. gewöhnlich; L.: Kluge s. u. gewöhnen, DW 24, 932, EWD s. u. gewöhnlich; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus un und gewöhnlich gebildete Bezeichnung für nicht üblich oder selten; F.: ungewöhnlich, ungewöhnliche, ungewöhnliches, ungewöhnlichem, ungewöhnlichen, ungewöhnlicher, ungewöhnlichere, ungewöhnlicheres, ungewöhnlicherem, ungewöhnlicheren, ungewöhnlicherer, ungewöhnlichst, ungewöhnlichste, ungewöhnlichstes, ungewöhnlichstem, ungewöhnlichsten, ungewöhnlichster+EW; Z.: un—ge-wöhn-lich
$ungewohnt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.): nhd. ungewohnt, nicht gewohnt, nicht üblich, selten; E.: s. un, s. gewohnt; L.: DW 24, 932, EWD s. u. gewohnt; GB.: (ungiwonēt*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. inolitus aus un und gewohnt gebildete Bezeichnung für nicht gewohnt oder nicht üblich oder selten; F.: ungewohnt, ungewohnte, ungewohntes, ungewohntem, ungewohnten, ungewohnter+EW; Z.: un—ge—wohn-t
Ungeziefer, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Ungeziefer, schädliches Kleintier; ne. vermin; Vw.: -; Hw.: s. Ziefer; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. ungezibere, st. N., Ungeziefer; mhd. ungezibel, st. N., Ungeziefer; mnd. ungesīfer, ungezifer, Sb., Ungeziefer; s. mhd. un, Präf., in..., un...; ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. ge…, Präf., ge…; mnd. ge..., che..., E.: je..., Präf., ge...; ahd. gi, Präf., ge...; as. gi (2), ga, ge, Präf., ge...; germ. *ga-, Partikel, Präf., ge..., mit...; idg. kom, Adv., Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612? (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); ahd. zebar, st. N. (a), Opfer; germ. *tibra-, *tibram, st. N. (a), Opfertier, Opfer; idg. *dī̆pro-, *dī̆pₑrā, Sb., Opfertier, Vieh, Pokorny 222 (342/47) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ungeziefer, Kluge s. u. Ungeziefer, DW 24, 943, EWD s. u. Ungeziefer, Duden s. u. Ungeziefer, Bluhme s. u. Ungeziefer; GB.: seit dem Hochmittelalter (nach 1193) belegte und aus un und das für das Germanische und das Indogermanische erschließbare (Ge)ziefer gebildete Bezeichnung für ein aus Sicht des Menschen eher wertloses oder schädliches Tier wie den Floh oder die Kakerlake oder die Ameise (?) oder die Termite oder die Laus oder die Wanze oder die Motte oder den Holzwurm oder den Holzbock oder die Mücke oder die Wespe oder die Spinne (?) oder die Maus oder die Ratte; BM.: nicht zu einem Opfer bestimmtes Tier?; F.: Ungeziefer, Ungeziefers, Ungeziefern+EW; Z.: Un—ge-zief-er
$ungezogen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (8. Jh.): nhd. ungezogen, nicht gezogen, nicht durch Erziehung geändert; E.: s. un, s. gezogen; L.: Kluge s. u. ungezogen, DW 24, 951, EWD s. u. ziehen; GB.: (ungizogan) um 765 belegte und aus un und gezogen bzw. ziehen gebildete Bezeichnung für nicht durch Erziehung geändert oder vermenschlicht; F.: ungezogen, ungezogene, ungezogenes, ungezogenem, ungezogenen, ungezogener(, ungezogenere, ungezogeneres, ungezogenerem, ungezogeneren, ungezogenerer, ungezogenst, ungezogenste, ungezogenstes, ungezogenstem, ungezogensten, ungezogenster)+EW; Z.: un—ge-zog-en
$unglaublich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. unglaublich, nicht glaublich, unwahrscheinlich; E.: s. un, s. glaublich; L.: DW 24, 964, EWD s. u. glauben; GB.: (ungiloublīh*) seit 10. Jh. belegte und aus un und glaublich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unwahrscheinlich und deshalb aus Sicht des Menschen nicht glaublich oder kaum glaubhaft; F.: unglaublich, unglaubliche, unglaubliches, unglaublichem, unglaublichen, unglaublicher(, unglaublichere, unglaublicheres, unglaublicherem, unglaublicheren, unglaublicherer, unglaublichst, unglaublichste, unglaublichstes, unglaublichstem, unglaublichsten, unglaublichster)+EW; Z.: un—g-laub—lich
$Unglimpf, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Unglimpf, Unziemlichkeit; E.: s. un, s. Glimpf; L.: DW 24, 985, EWD s. u. glimpflich; GB.: (ungelimpf) seit 1200-1210 belegte und aus un und Glimpf gebildete Bezeichnung für Unziemlichkeit oder Unangemessenheit oder Schaden oder Unrecht; F.: Unglimpf, Unglimpfes, Unglimpfs+EW; Z.: Un—g-li-m-pf
$unglimpflich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. unglimpflich, unangemessen, unziemlich; E.: s. un, s. glimpflich; L.: DW 24, 985, EWD s. u. glimpflich; GB.: (ungilimpflīh*) seit um 765 belegte und aus un und glimpflich gebildete Bezeichnung für unangemessen oder unziemlich oder schädlich; F.: unglimpflich, unglimpfliche, unglimpfliches, unglimpflichem, unglimpflichen, unglimpflicher(, unglimpflichere, unglimpflicheres, unglimpflicherem, unglimpflicheren, unglimpflicherer, unglimpflichst, unglimpflichste, unglimpflichstes, unglimpflichstem, unglimpflichsten, unglimpflichster)+EW; Z.: un—g-li-m-pf—lich
$Unglück, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Unglück, Unheil, Missgeschick, plötzliches von außen kommendes Ereignis mit erheblicher Gefahr für Menschen oder Sachen; E.: s. un, s. Glück; L.: Kluge s. u. Glück, DW 24, 985, EWD s. u. Glück; GB.: (ungelücke) seit 1150-1170 belegte und aus un und Glück gebildete Bezeichnung für ein plötzliches von außen kommendes Ereignis mit erheblicher Gefahr für Menschen oder Sachen oder für Unheil oder Gefahr; F.: Unglück, Unglücks, Unglückes, Unglücke, Unglücken+EW; Z.: Un—g-lück
$unglücklich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. unglücklich, unzufrieden; E.: s. un, s. glücklich; L.: Kluge s. u. glücklich, EWD s. u. Glück; GB.: (ungelücklich) vielleicht seit 15. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. Vorbild aus un und glücklich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit seinen Lebensumständen unzufrieden; F.: unglücklich, unglückliche, unglückliches, unglücklichem, unglücklichen, unglücklicher(, unglücklichere, unglücklicheres, unglücklicherem, unglücklicheren, unglücklicherer, unglücklichst, unglücklichste, unglücklichstes, unglücklichstem, unglücklichsten, unglücklichster)+EW; Z.: un—g-lück-lich
$unglücksschwanger, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unglücksschwanger, unheilschwanger; E.: s. Unglück, s. s, s. schwanger; L.: DW 24, 1001, EWD s. u. schwanger; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Unglück und s sowie schwanger gebildete Bezeichnung für unheilschwanger oder durch mögliches Unglück bedroht; F.: unglücksschwanger, unglücksschwangere, unglücksschwangeres, unglücksschwangerem, unglücksschwangeren, unglücksschwangerer+EW; Z.: un-g-lück—schwang-er
$Ungunst, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Ungunst, Nachteil, Schaden; E.: s. un, s. Gunst; L.: Kluge s. u. Gunst, DW 24, 1036, EWD s. u. Gunst; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus un und Gunst gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl aus Sicht des Menschen immer möglichen Nachteil oder Schaden; F.: Ungunst, Ungusten+EW; Z.: Un—g-un-s-t
$ungünstig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ungünstig, missgünstig, übelwollend, nachteilig, schädlich, unhold; E.: s. un, s. günstig; L.: Kluge s. u. Gunst, DW 24, 1036, EWD s. u. Gunst; GB.: (ungünstic) seit 1325-1330 belegte und aus Ungunst und ig oder un und günstig gebildete Bezeichnung für nachteilig oder schädlich; F.: ungünstig, ungünstige, ungünstiges, ungünstigem, ungünstigen, ungünstiger(, ungünstigere, ungünstigeres, ungünstigerem, ungünstigeren, ungünstigerer, ungünstigst, ungünstigste, ungünstigstes, ungünstigstem, ungünstigsten, ungünstigster)+EW; Z.: un—g-ün-s-t-ig
$unheilschwanger, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unheilschwanger, unglücksschwanger; E.: s. Unheil, s. schwanger; L.: fehlt DW, EWD s. u. schwanger; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Unheil und schwanger gebildete Bezeichnung für durch mögliches Unheil bedroht; F.: unheilschwanger, unheilschwangere, unheilschwangeres, unheilschwangerem, unheilschwangeren, unheilschwangerer+EW; Z.: un-hei-l—schwang-er
$unheimlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. unheimlich, bedrohlich, finster, nicht vertraut; E.: s. un, s. heimlich; L.: DW 24, 1055, EWD s. u. heimlich; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus un und heimlich gebildete Bezeichnung für bedrohlich oder finster oder nicht vertraut; F.: unheimlich, unheimliche, unheimliches, unheimlichem, unheimlichen, unheimlicher(, unheimlichere, unheimlicheres, unheimlicherem, unheimlicheren, unheimlicherer, unheimlichst, unheimlichste, unheimlichstes, unheimlichstem, unheimlichsten, unheimlichster)+EW; Z.: un—hei-m—lich
$unhold, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. unhold, ungünstig, unfreundlich; E.: s. un, s. hold; L.: DW 24, 1064, EWD s. u. hold; GB.: (unhold*) seit 9. Jh. belegte und aus un und hold gebildete Bezeichnung für ungünstig oder unfreundlich; F.: unhold, unholde, unholdes, unholdem, unholden, unholder(, unholdere, unholderes, unholderem, unholderen, unholderer, unholdest, unholdeste, unholdestes, unholdestem, unholdesten, unholdester)+EW; Z.: un—hol-d
$Unhold, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Unhold, Ungeheuer, Bösewicht; E.: s. un, s. Hold; L.: Kluge s. u. Unhold, DW 24, 1066, EWD s. u. hold; GB.: (unholda) seit um 765 belegte und aus un und Hold gebildete Bezeichnung für Ungeheuer oder Bösewicht; F.: Unhold, Unholds, Unholdes, Unholde, Unholden+EW; Z.: Un—hol-d
uni, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. uni, einfarbig; ne. unicoloured, plain (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. uni; E.: s. frz. uni, Adj., einfarbig vgl. frz. unir, V., verbinden, vereinigen; lat. ūnīre, V., vereinigen; vgl. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. uni, EWD s. u. uni, Duden s. u. uni; Son.: vgl. nndl. uni, Adj., uni; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einfarbig; BM.: ein bzw. er; F.: uni+FW; Z.: u-n-i
uni…, nhd., Partikel, (14. Jh.?): nhd. uni..., einzig; ne. uni…; Vw.: s. -form, -form, -kat, -kum, -sono, -versal, -versität, -versum; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. ūnus, ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. uni-, fehlt DW, EWD s. u. uni-, Duden s. u. uni-; Son.: vgl. nndl. uni…, Präf., uni…; frz. uni…, Präf., uni…; nschw. uni…, Präf., uni…; nnorw. uni…, Präf., uni…; poln. uni…, Präf., uni…; lit. uni…, Präf., uni…; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Bestimmungswort für die Bildung von eine Einheit anzeigenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: ein bzw. er; F.: uni…+FW; Z.: u-n-i-
$unifarben, nhd., Adj., (20. Jh.): nhd. unifarben, einfarbig; E.: s. uni, s. farben; L.: fehlt DW, EWD s. u. uni; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus uni und farben (Adj.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches einfarbig; F.: unifarben, unifarbene, unifarbenes, unifarbenem, unifarbenen, unifarbener+FW+EW; Z.: u-n-i—far-b-en
uniform, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. uniform, einförmig, gleichförmig; ne. uniform (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Uniform; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. uniforme; E.: s. frz. uniforme, Adj., einheitlich, einförmig; lat. ūnifōrmis, Adj., einförmig, gleich, einfach; vgl. lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Uniform, DW 24, 1074, EWD s. u. uniform, Duden s. u. uniform; Son.: vgl. nndl. uniform, Adj., uniform; nnorw. uniform, Adj., uniform; kymr. unffurf, Adj., uniform; nir. aoinfhoirmeach, Adj., uniform; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einförmig oder gleichförmig (und gleichfarbig); BM.: eins, schneiden; F.: uniform, uniforme, uniformes, uniformem, uniformen, uniformer+FW(+EW); Z.: u-n-i-for-m
Uniform, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Uniform, einheitliche Kleidung; ne. uniform (N.); Vw.: -; Hw.: s. Form, uniform; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. uniforme; E.: s. frz. uniforme, F., Uniform; vgl. frz. uniforme, Adj., einheitlich, einförmig; lat. ūnifōrmis, Adj., einförmig, einfach; vgl. lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fōrma, F., Gestalt, Form, Schönheit, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. *bʰer- (3), V., ritzen, schneiden, spalten, reiben, Pokorny 133? (214/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Uniform, DW 23, 1297, EWD s. u. Uniform, Duden s. u. Uniform; Son.: vgl. nndl. uniform, Sb., Uniform; frz. uniforme, M., Uniform; nschw. uniform, Sb., Uniform; nnorw. uniform, M., F., Uniform; kymr. lit. uniforma, F., Uniform; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine in dem öffentlichen Dienst getragene einheitlich gestaltete Kleidung beispielsweise von Soldaten oder sonstigen öffentlichen Bediensteten; BM.: eins, schneiden; F.: Uniform, Uniformen+FW(+EW); Z.: U-n-i-for-m
$uniformieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. uniformieren, durch eine Uniform vereinheitlichen, einheitlich bekleiden; E.: s. Uniform, s. ieren; L.: Kluge s. u. Uniform, EWD s. u. Uniform; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach dem frz. uniformer aus Uniform und ieren gebildete Bezeichnung für durch eine Uniform vereinheitlichen, einheitlich bekleiden; F.: uniformieren, uniformiere, uniformierst, uniformiert, uniformierest, uniformieret, uniformierte, uniformiertest, uniformierten, uniformiertet, ##uniformiert, uniformierte, uniformiertes, uniformiertem, uniformierten, uniformierter##, uniformierend, ###uniformierend, uniformierende, uniformierendes, uniformierendem, uniformierenden, uniformierender###, uniformier (!)+FW(+EW); Z.: u-n-i-for-m-ier-en
$uniformiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. uniformiert, einheitlich gekleidet; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. Uniform; GB.: seit um 1800 belegte und aus uniformier(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für einheitlich gekleidet; F.: unformiert, unformierte, unformiertes, unformiertem, unformierten, unformierter+FW+EW; Z.: u-n-i-for-m-ier-t
Unikat, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Unikat, Unikum, Einzelstück, einzigartige Gegebenheit; ne. unicum; Vw.: -; Hw.: s. Unikum; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ūnicus (1), Adj., einzig, alleinig, ungemein, vorzüglich, ausgezeichnet, außerordentlich, ungewöhnlich; vgl. lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Unikat, fehlt DW, EWD s. u. Unikat, Duden s. u. Unikat; Son.: vgl. nschw. unikat, N., Unikat; poln. unikat, M., Unikat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nur einmal vorkommende und deshalb einzigartige Gegebenheit (Einzelstück wie beispielsweise ein Individuum); BM.: ein; F.: Unikat, Unikats, Unikates, Unikate, Unikaten+FW(+EW?); Z.: U-n-i-k-at
Unikum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Unikum, Unikat, Einzelstück; ne. unicum; Vw.: -; Hw.: s. Unikat; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. ūnicus; E.: s. lat. ūnicus, Adj., einzig, alleinig, ungemein, vorzüglich, ausgezeichnet, (um 250-184 v. Chr.); vgl. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Unikum, EWD s. u. Unikum, fehlt DW, Duden s. u. Unikum; Son.: vgl. nschw. unikum, N., Unikum; nnorw. unikum, N., Unikat; lit. unikumas, M., Unikat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine nur einmal vorkommende Gegebenheit wie beispielsweise ein Individuum und davon abgeleitet für einen einzigartigen etwas kauzigen Menschen; BM.: ein; F.: Unikum, Unikums, Unika+FW(+EW?); Z.: U-n-i-k-um
Union, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Union, Vereinigung; ne. union; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. ūnio; E.: s. mnd. ūnion, Sb., Vereinigung; lat. ūnio (1), F., Eins, Perle, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Union, fehlt DW, EWD s. u. Union, Duden s. u. Union; Son.: vgl. nndl. unie, Sb., Union; frz. union, F., Union; nschw. union, Sb., Union; nnorw. union, M., Union; poln. unia, F., Union; kymr. uniad, M., Union; lit. unija, F., Union; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung eines Zusammenschlusses von Menschen oder juristischen Personen; BM.: ein; F.: Union, Unionen+FW(+EW); Z.: U-n-io-n
unisono, nhd., Adv., (17. Jh.?): nhd. unisono, einstimmig, in Einklang; ne. unisono; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. ūnisonus; E.: s. lat. ūnisonus, Adj., eintönig, einförmig, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. sonus, M., Schall, Ton (M.) (2), Klang, Geräusch; idg. *su̯en-, V., tönen, schallen, Pokorny 1046 (1807/279) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); L.: fehlt DW, Duden s. u. unisono; Son.: vgl. nschw. unisot, Adv., unisono; nnorw. unison, Adv., unisono; poln. unisono, Adv., unisono; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einstimmig oder in Einklang; BM.: eins, tönen; F.: unisono+FW(+EW); Z.: u-n-i-son-o
universal, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. universal, universell, allumfassend, umfassend; ne. universal; Vw.: -; Hw.: s. universell, Universalität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. ūniversālis; E.: s. mnd. ūniversāl, Adj., umfassend; lat. ūniversālis, Adj., zum Ganzen gehörig, zur Gesamtheit gehörig, allgemein, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. ūniversus, Adj., ganz, sämtlich, zusammen genommen; lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. versus, Adv., Präp., ...wärts, gegen ... hin, nach ... zu, gegen, gegenüber, im Vergleich zu; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. universal, fehlt DW, EWD s. u. universal, Duden s. u. universal; Son.: vgl. nndl. universeel, Adj., universal; frz. universel, Adj., universal; nschw. universell, Adj., universal; nnorw. universal, Adj., universal; poln. universalny, Adj., universal; lit. universalus, Adj., univeral; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen wohl seit Anfang der Welt mögliches allumfassend oder umfassend; BM.: eins, drehen; F.: universal, universale, universales, universalem, universalen, universaler(, universalere, universaleres, universalerem, universaleren, universalerer, universalst, universalste, universalstes, universalstem, universalsten, universalster)+FW(+EW); Z.: u-n-i-ver-s-al
$Universalien, nhd., N. Pl., (17. Jh.?): nhd. Universalien; E.: s. lat. universalis; L.: Kluge s. u. universal, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allgemeine Gegebenheiten oder zeitweise von Menschen angenommene Allgemeinbegriffe; F.: Universalien+FW(+EW); Z.: U-n-i-ver-s-al-i-en
Universalität, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Universalität, Gesamtheit, Allumfassendes; ne. universality; Vw.: -; Hw.: s. universal, universell; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. ūniversālitās; E.: s. lat. ūniversālitās, F., Gesamtheit, Ganzes, (1. Viertel 6. Jh. n. Chr.); lat. ūniversālis, Adj., zum Ganzen gehörig, zur Gesamtheit gehörig, allgemein; vgl. lat. ūniversus, Adj., ganz, sämtlich, zusammen genommen; ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. versus, Adv., Präp., ...wärts, gegen ... hin, nach ... zu, gegen, gegenüber, im Vergleich zu; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. universal, Duden s. u. Universalität; Son.: vgl. nndl. universaliteit, Sb., Universalität; frz. universalité, F., Universalität; nschw. universalitet, Sb., Universalität; nnorw. universalität, M., Universalität; poln. uniwersalność, F., Universalität; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas alle Gebiete Umfassendes oder Allumfassendes; BM.: eins, drehen; F.: Universalität+FW(+EW?); Z.: U-n-i-ver-s-al-it-ät
universell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. universell, universal, allumfassend, allgemein; ne. universal; Vw.: -; Hw.: s. universal, Universalität; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. universel; E.: s. frz. universel, Adj., universell; vgl. lat. ūniversālis, Adj., zum Ganzen gehörig, zur Gesamtheit gehörig, allgemein, (um 35-95/96 n. Chr.); vgl. lat. ūniversus, Adj., ganz, sämtlich, zusammen genommen; ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. versus, Adv., Präp., ...wärts, gegen ... hin, nach ... zu, gegen, gegenüber, im Vergleich zu; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. universal, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. universeel, Adj., universell; nschw. universell, Adj., universell; nnorw. universell, Adj., universell; poln. universalny, Adj., universell; lit. universalus, Adj., universell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für allumfassend oder allgemein; BM.: eins, drehen; F.: universell, universelle, universelles, universellem, universellen, universeller(, universellere, universelleres, universellerem, universelleren, universellerer, universellst, universellste, universellstes, universellstem, universellsten, universellster)+FW(+EW); Z.: u-n-i-ver-s-ell
$universitär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. universitär, Universität(en) betreffend; E.: s. Universitä(t), s. r; L.: Kluge s. u. Universität, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit Universität verbindbare Bezeichnung für Universität(en) betreffend; F.: universitär, universitäre, universitäres, universitärem, universitären, universitärer+FW(+EW); Z.: u-n-i-ver-s-it-är
Universität, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Universität, Uni, Hochschule; ne. university; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; I.: Lw. lat. ūniversitās; E.: s. mhd. universitēt, st. F., Universität; mnd. universitēte, sw. F., Universität; lat. ūniversitās, F., Gesamtheit, Ganzes, Weltall, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ūniversus, Adj., ganz, sämtlich, zusammen genommen, insgesamt betrachtet, allgemein; lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Universität, DW 24, 1076, EWD s. u. Universität, Duden s. u. Universität; Son.: abgekürzt Uni; vgl. nndl. universiteit, Sb., Universität; frz. univesité, F., Universität; nschw. universitet, N., Universität; nnorw. universitet, N., Universität; poln. uniwersytet, M., Universität; lit. universitetas, M., Universität; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Gesamtheit und insbesondere für eine seit dem 12. Jh. in mehrere Fakultäten gegliederte von Menschen entwickelte und verwendete Einrichtung für die wissenschaftliche Ausbildung von Menschen (Lehre) und die wissenschaftliche Erforschung neuer Erkenntnisse (Forschung); BM.: eins, drehen; F.: Universität, Universitäten+FW(+EW); Z.: U-n-i-ver-s-it-ät
Universum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Universum, Weltall, Kosmos; ne. universe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. ūniversum; E.: s. lat. ūniversum, N., ganze Welt, Weltall, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ūniversus, Adj., ganz, sämtlich, zusammen genommen, insgesamt betrachtet, allgemein; lat. ūnus, Adj., ein; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. versus (3), Adv., Präp., ...wärts, gegen ... hin, nach ... zu, gegen, gegenüber, im Vergleich zu; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Universum, fehlt DW, EWD s. u. Universum, Duden s. u. Universum; Son.: vgl. nndl. universum, Sb., Universum; frz. univers, M., Universum; nschw. universum, N., Universum; nnorw. univers, N., Universum; poln. uniwersum, Sb., Universum; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in nicht genau bekannter Weise und ohne einen dem Menschen bekannten Grund schon vormenschlich entstandene Weltall; BM.: eins, drehen; F.: Universum, Universums, Universen+FW; Z.: U-n-i-ver-s-um
Unke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Unke, Kröte; ne. toad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. unc, st. M., Schlange, Basilisk; mhd. unke, sw. M., Schlange, Basilisk; mnl. unc, unck, M., Unke; ahd. unk*, unc, st. M. (a?, i?), Schlange, Unke; ahd. unko*, unco*, sw. M. (n), Schlange; as. -; anfrk. -; germ. *unkwi-, *unkwiz, st. M. (i), Schlange, Natter; vgl. idg. *enk-, *onk-, V., seufzen, stöhnen, Pokorny 322 (470/51) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Unke, Kluge s. u. Unke, DW 24, 1080, EWD s. u. Unke, Falk/Torp 30, Duden s. u. Unke, Bluhme s. u. Unke; Son.: vgl. afries. -; ae. ȳce, M., sw. F. (n), Frosch, Kröte; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Kröte mit plumpem flachem Körper und schwarzgrauem bis olivgrünem manchmal geflecktem warzigem Rücken und grauem bis schwarzem Bauch mit gelber bis roter Fleckung; BM.: seufzen bzw. stöhnen; F.: Unke, Unken+EW; Z.: Unk-e
$unken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. unken, wie eine Unke rufen, Unheil vorhersagen; E.: s. Unk(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Unke, DW 24, 1080, EWD s. u. Unke; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Unk(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für wie eine Unke rufen oder Unheil vorhersagen; F.: unken (!), unke (!), unkst, unkt, unkest, unket, unkte, unktest, unkten, unktet, geunkt, ##geunkt, geunkte, geunktes, geunktem, geunkten, geunkter##, unkend, ###unkend, unkende, unkendes, unkendem, unkenden, unkender###, unk (!)+EW; Z.: unk-en
$Unkosten, nhd., Sb. Pl., (14. Jh.): nhd. Unkosten, Kosten; E.: s. un, s. Kost, s. Kosten (Pl.); L.: Kluge s. u. Unkosten, DW 24, 1098 (Unkost), EWD s. u. kosten 1; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus un und Kosten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Geldwirtschaft mögliche Kosten einer Gegebenheit; F.: Unkosten+EW(+FW); Z.: Un—ko-st-en
$Unkraut, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Unkraut; E.: s. un, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Unkraut, DW 24, 1108, EWD s. u. Kraut; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus un und Kraut gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche von dem Menschen als für ihn nutzlos und deswegen eher schädlich eingestufte kleinere Pflanze (wie beispielsweise Brennnessel oder Taubnessel oder Giersch oder Hahnenfuß oder Winde oder Franzosenkraut oder Hirtentäschel oder Löwenzahn oder Quecke oder Vogelmiere oder Schöllkraut oder Ackerschachtelhalm) die da wächst wo sie nach der Vorstellung des Menschen nicht wachsen soll; F.: Unkraut, Unkrauts, Unkrautes, Unkräuter, Unkräutern+EW; Z.: Un—krau-t
$unlängst, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. unlängst, kürzlich, neulich; E.: s. un, s. längst; L.: Kluge 1. A. s. u. unlängst, Kluge s. u. unlängst, fehlt DW, EWD s. u. lang; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und längst gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen in seiner Gegenwart kürzlich oder neulich; F.: unlängst+EW; Z.: un—lä-ng-st
$unlogisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unlogisch, nicht logisch, nicht der Logik entsprechend; E.: s. un, s. logisch; L.:DW 24, 1229 (Herder), EWD s. u. Logik); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und logisch gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen seit den Hochkulturen des Altertums nicht der Logik entsprechend; F.: unlogisch, unlogische, unlogisches, unlogischem, unlogischen, unlogischer(, unlogischere, unlogischeres, unlogischerem, unlogischeren, unlogischerer, unlogischst, unlogischste, unlogischstes, unlogischstem, unlogischsten, unlogischster)+EW+FW; Z.: un—log-isch
$Unmensch, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Unmensch, Nichtmensch; E.: s. un, s. Mensch; L.: DW.: 24, 1173, EWD s. u. Mensch; GB.: (unmennisko) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. non homo aus un und Mensch gebildete Bezeichnung für einen Nichtmenschen und vielleicht auch einen (solchen) Menschen der sich nicht so verhält wie ein Mensch sich eigentlich auf Grund seiner Anlagen und seiner Erziehung verhalten sollte; F.: Unmensch, Unmenschen+EW; Z.: Un—men-sch
$Unmut, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Unmut, Unzufriedenheit, Missstimmung, Betrübnis; E.: s. un, s. Mut; L.: Kluge s. u. Unmut, DW 24, 1197; GB.: seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. perturbatio mentis aus un und Mut gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Unzufriedenheit oder Missstimmung oder Betrübnis; F.: Unmut, Unmutes, Unmuts+EW; Z.: Un—mu-t
$unparlamentarisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unparlamentarisch, ohne Parlament erfolgend; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. un, s. parlamentarisch; L.: DW 24, 122, EWD s. u. Parlament; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und parlamentarisch gebildete Bezeichnung für ohne Parlament erfolgend; F.: unparlamentarisch, unparlamentarische, unparlamentarisches, unparlamentarischem, unparlamentarischen, unparlamentarischer+EW+FW; Z.: un—par-l-am-ent-ar-isch
$unparteiisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unparteiisch, unparteilich, neutral; E.: s. un, s. parteiisch; L.: EWD s. u. Partei, DW 24, 1222; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und parteiisch gebildete Bezeichnung für von keiner Partei beeinflusst und für keine Partei eintretend oder unparteilich oder neutral; F.: unparteiisch, unparteiische, unparteiisches, unparteiischem, unparteiischen, unparteiischer(, unparteiischere, unparteiischeres, unparteiischerem, unparteiischeren, unparteiischerer, unparteiischst, unparteiischste, unparteiischstes, unparteiischstem, unparteiischsten, unparteiischster)+FW+EW; Z.: un—par-t-ei-i-sch
unpässlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unpässlich, unwohl, nicht ganz gesund, indisponiert; ne. unwell, indisposed; Vw.: -; Hw.: s. passen; Q.: 17. Jh.; E.: von nd. to passe sīn, Adj., angemessen sein (V.), gelegen sein (V.); s. nhd. un…, passen, …lich; L.: Kluge s. u. unpässlich, passen, DB 24, 1225, EWD s. u. passen, Duden s. u. unpässlich; Son.: vgl. nndl. onpasselijk, Adj., unpässlich; ndän. upasselig, Adj., unpässlich; nnorw. upassselig, Adj., unpässlich; GB.: seit 17. Jh. belegte und in dem Niederdeutschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unwohl oder nicht ganz gesund; BM.: nicht, ausbreiten, gleich; F.: unpässlich, unpässliche, unpässliches, unpässlichem, unpässlichen, unpässlicher(, unpässlichere, unpässlicheres, unpässlicherem, unpässlicheren, unpässlicherer, unpässlichst, unpässlichste, unpässlichstes, unpässlichstem, unpässlichsten, unpässlichster)+EW+FW; Z.: un—päss-lich
$unpatriotisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unpatriotisch, nicht vaterlandsliebend; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. un, s. patriotisch; L.: DW 24, 1225, EWD s. u. Patriot; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus un und patriotisch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches nicht vaterlandsliebend; F.: unpatriotisch, unpatriotische, unpatriotisches, unpatriotischem, unpatriotischen, unpatriotischer(, unpatriotischere, unpatriotischeres, unpatriotischerem, unpatriotischeren, unpatriotischerer, unpatriotischst, unpatriotischste, unpatriotischstes, unpatriotischstem, unpatriotischsten, unpatriotischster)+EW+FW; Z.: un—pat-r-i-ot-isch
$Unrast, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Unrast, Unruhe, Betriebsamkeit; E.: s. un, s. Rast; L.: EWD s. u. Rast, DW 24, 1230; GB.: (unraste) seit 1320-1340 belegte und aus un und Rast gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliche Unruhe oder Betriebsamkeit; F.: Unrast+EW; Z.: Un—ra-st
$Unrat, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Unrat, Schaden, Abfall, Müll, Schutt; E.: s. un, s. Rat; L.: Kluge 1. A. s. u. Unrat, Kluge s. u. Unrat, DW 24, 1230; GB.: (unrāt) seit um 765 belegte und aus un und Rat gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen grundsätzlich geringwertigen Schaden oder Mangel (M.) oder Abfall oder Müll oder Schutt; F.: Unrat, Unrats, Unrates+EW; Z.: Un—ra-t
$Unruhe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Unruhe, Unrast, Betriebsamkeit; E.: s. un, s. Ruhe; L.: DW 24, 1282, EWD s. u. Ruhe; GB.: (unruowa) seit Ende 8. Jh. belegte und aus un und Ruhe gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens oder des Menschen mögliche Unrast oder Betriebsamkeit; F.: Unruhe, Unruhen+EW; Z.: Un—ruh-e
uns, nhd., Pron.: nhd. uns; Hw.: s. wir
$unsagbar, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. unsagbar, unsäglich, nicht sagbar; E.: s. un, s. sag(en), s. bar; L.: Kluge s. u. sagen, DW 24, 1298, EWD s. u. sagen; GB.: (unsagebære) seit 12. Jh. belegte und aus un und sag(en) und bar gebildete Bezeichnung für unsäglich oder nicht sagbar; F.: unsagbar, unsagbare, unsagbares, unsagbarem, unsagbaren, unsagbarer(, unsagbarere, unsagbareres, unsagbarerem, unsagbareren, unsagbarerer, unsagbarst, unsagbarste, unsagbarstes, unsagbarstem, unsagbarsten, unsagbarster)+EW; Z.: un—sag-bar
$unsäglich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. unsäglich, unsagbar; E.: s. un, s. sag(en), s. lich; L.: Kluge s. u. sagen, DW 24, 1298, EWD s. u. sagen; GB.: (unsegelich) seit vor 1190 belegte und aus un und sag(en) und lich gebildete Bezeichnung für unsagbar; F.: unsäglich, unsägliche, unsägliches, unsäglichem, unsäglichen, unsäglicher(, unsäglichere, unsäglicheres, unsäglicherem, unsäglicheren, unsäglicherer, unsäglichst, unsäglichste, unsäglichstes, unsäglichstem, unsäglichsten, unsäglichster)+EW; Z.: un—säg-lich
$unschätzbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unschätzbar, sehr kostbar, sehr wertvoll; E.: s. un, s. schätz(en), s. bar; L.: DW 24, 1318, EWD s. u. Schatz; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus un und schätz(en) und bar gebildete Bezeichnung für in der Sicht des Menschen sehr kostbar oder sehr wertvoll; F.: unschätzbar, unschätzbare, unschätzbares, unschätzbarem, unschätzbaren, unschätzbarer(, unschätzbarere, unschätzbareres, unschätzbarerem, unschätzbareren, unschätzbarerer, unschätzbarst, unschätzbarste, unschätzbarstes, unschätzbarstem, unschätzbarsten, unschätzbarster)+EW; Z.: un—schätz—bar
$unscheinbar, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. unscheinbar, unsichtbar, ziemlich einfach; E.: s. un, s. Schein, s. bar; L.: Kluge s. u. unscheinbar, EWD s. u. scheinen, DW 24, 1322; GB.: (unschīnbære) seit 15. Jh. belegte und aus un und Schein sowie bar gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen unsichtbar undziemlich einfach; F.: unscheinbar, unscheinbare, unscheinbares, unscheinbarem, unscheinbaren, unscheinbarer(, unscheinbarere, unscheinbareres, unscheinbarerem, unscheinbareren, unscheinbarerer, unscheinbarst, unscheinbarste, unscheinbarstes, unscheinbarstem, unscheinbarsten, unscheinbarster)+EW; Z.: un—schei-n-bar
Unschlitt, nhd. (ält.), M., N., (9. Jh.): nhd. Unschlitt, tierisches Fett, Talg; ne. tallow (N.), fat (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. unslit, st. N., Unschlitt, Talg; mnd. unslet, N., Unschlitt, Talg; ahd. unsliht*, unslit, st. N. (a), Unschlitt, Talg, Fett, Eingeweidefett; wohl von einem *ungislahti, Sb. Pl., Schlachtabfälle; vgl. ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), *nē, *nei, *n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. slahta (2), st. F. (ō), Schlacht, Schlachtung, Abschlachtung, Tötung, Gemetzel, Tod, Ermordung, Vernichtung, Blutbad; germ. *slahtō (2), st. F. (ō), Schlagen, Tötung; vgl. idg. slak-, V., schlagen, hämmern, Pokorny 959 (1650/122) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Unschlitt, Kluge s. u. Unschlitt, DW 24, 1330, EWD s. u. Unschlitt, Duden s. u. Unschlitt, Bluhme s. u. Unschlitt; GB.: unslihti seit 9. Jh. belegte und aus un und Schlitt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung tierischen Lebens mögliches Innereienfett oder tierisches Fett oder Talg; BM.: Schlachtabfälle; F.: Unschlitt, Unschlittes, Unschlitts, Unschlitte, Unschlitten+EW; Z.: Un—schli-t-t
$Unschuld, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Unschuld, Schuldlosigkeit, Freisein von Schuld; E.: s. un, s. Schuld; L.: EWD s. u. Schuld, DW 24, 1345; GB.: (unskuld*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. innocentia und innoxiaaus un und Schuld gebildete Bezeichnung für das Freisein eines Menschen von Schuld an einem Ergebnis oder Schuldlosigkeit; F.: Unschuld+EW; Z.: Un—schul-d
$unschuldig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. unschuldig, schuldlos, frei von Schuld; E.: s. Unschuld, s. ig; L.: DW 24, 1350, EWD s. u. Schuld; GB.: (unskuldīg*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. innoxius und insons aus Unschuld und ig gebildete Bezeichnung für frei von Schuld (an einem Ergebnis); F.: unschuldig, unschuldige, unschuldiges, unschuldigem, unschuldigen, unschuldiger(, unschuldigere, unschuldigeres, unschuldigerem, unschuldigeren, unschuldigerer, unschuldigst, unschuldigste, unschuldigstes, unschuldigstem, unschuldigsten, unschuldigster)+EW; Z.: un—schul-d-ig
$Unsinn, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Unsinn, Torheit, Unvernunft, Fehlen eines Sinnes; E.: s. un, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, DW 24, 1393, EWD s. u. Sinn; GB.: (unsin) seit 1150-1170 belegte und aus un und Sinn gebildete Bezeichnung für das Fehlen eines Sinnes eines Verhaltens (von Menschen); F.: Unsinn, Unsinns, Unsinnes+EW; Z.: Un—sinn
$unsinnig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. unsinnig, sinnlos, töricht, dumm; E.: s. Unsinn, s. ig; L.: EWD s. u. Sinn; GB.: (unsinnīg*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. insensatus aus Unsinn und ig gebildete Bezeichnung für sinnlos oder keinen Sinn enthaltend oder töricht oder dumm; F.: unsinnig, unsinnige, unsinniges, unsinnigem, unsinnigen, unsinniger(, unsinnigere, unsinnigeres, unsinnigerem, unsinnigeren, unsinnigerer, unsinnigst, unsinnigste, unsinnigstes, unsinnigstem, unsinnigsten, unsinnigster)+EW; Z.: un—sinn-ig
$Unsitte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Unsitte, abgelehnte Sitte; E.: s. un, s. Sitte; L.:, DW 24, 1404, EWD s. u. Sitte; GB.: (unsitu*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus un und Sitte gebildete Bezeichnung für eine als wertlos oder schädlich für den Menschen abgelehnte Sitte oder ein unsittliches Benehmen; F.: Unsitte, Unsitten+EW; Z.: Un—si-t-t-e
$unsittlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. unsittlich, unsittsam; E.: s. un, s. sittlich; L.: DW 24, 1406, EWD s. u. Sitte; GB.: (unsitulīh*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus un und sittlich gebildete Bezeichnung für aus der Sicht des Menschen die von ihm seit seiner Entstehung entwickelten Gebote und Verbote des zwischenmenschlichen sexuellen Verhaltens verletzend; F.: unsittlich, unsittliche, unsittliches, unsittlichem, unsittlichen, unsittlicher(, unsittlichere, unsittlicheres, unsittlicherem, unsittlicheren, unsittlicherer, unsittlichst, unsittlichste, unsittlichstes, unsittlichstem, unsittlichsten, unsittlichster)+EW; Z.: un—si-t-t-lich
$unsterblich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. unsterblich; E.: s. un, s. sterblich; L.: EWD s. u. sterben, DW 24, 1419; GB.: (unsterbelich) seit 1275-1276 belegte und vielleicht nach lat. immortalis aus un und sterblich gebildete Bezeichnung für bisher nicht erwiesenes aber in der Vorstellung des Menschen mögliches nicht sterben könnend von Lebewesen( wobei als bisher ältester Mensch die Französin Jeanne Calment von 1875 bis 1997 lebte); F.: unsterblich, unsterbliche, unsterbliches, unsterblichem, unsterblichen, unsterblicher+EW; Z.: un—ster-b—lich
$Unsterblichkeit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Unsterblichkeit; E.: s. unsterblich, s. keit, s. heit; L.: EWD s. u. sterben, DW 24, 1423; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und vielleicht nach lat. immortalitas aus unsterblich und heit bzw. keit gebildete Bezeichnung für bisher nicht erwiesenes aber in der Vorstellung des Menschen mögliches Nichtsterbenkönnen von Lebewesen; F.: Unsterblichkeit+EW; Z.: Un—ster-b—lich—kei-t
$Unstern, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Unstern, ungünstiges Vorzeichen; E.: s. un, s. Stern; L.: Kluge s. u. Unstern, DW 24, 1425, EWD s. u. Stern; GB.: seit 16. Jh. belegte und (wie frz. désastre) aus un und Stern gebildete Bezeichnung für ein aus der Sicht des Menschen mögliches ungünstiges Vorzeichen; F.: Unstern, Unsterns, Unsternes, Unsterne, Unsternen+EW; Z.: Un—ster-n
$unstreitig, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. unstreitig, nicht umstritten, nicht strittig, allgemein anerkannt; E.: s. un, s. streitig; L.: Kluge s. u. streiten, DW 24, 1439; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und aus un und streitig gebildete Bezeichnung für nicht umstritten oder nicht strittig oder allgemein anerkannt; F.: unstreitig, unstreitige, unstreitiges, unstreitigem, unstreitigen, unstreitiger(, unstreitigere, unstreitigeres, unstreitigerem, unstreitigeren, unstreitigerer, unstreitigst, unstreitigste, unstreitigstes, unstreitigstem, unstreitigsten, unstreitigster)+EW; Z.: un—strei-t-ig
unten, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. unten, tief gelegen; ne. below, beneath; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. unden, undene, Adv., unten; mnd. undene (1), unden, Adv., unten, an einer tiefen Stelle; ahd. untana, untan, Adv., unten?; s. ahd. untar (1), Präp., Präf., unter, zwischen, in, inmitten, unterhalb, an, bei, von, ab..., weg...; as. undar (1), Adv., Präp., unter, unten, zwischen; anfrk. under (1), undir, Präp., unter; germ. *under, Adv., Präp., unter, zwischen; idg. *n̥dʰos, *n̥dʰeri, Adv., unter, Pokorny 771 (1318/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. unten, Kluge s. u. unten, DW 24, 1445, EWD s. u. unten, Duden s. u. unten, Bluhme s. u. unten; Son.: vgl. nndl. onder, Adv., unten; GB.: (untana) seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für tief gelegen; BM.: unter; F.: unten+EW; Z.: unt-en
unter, nhd., Präp., (8. Jh.): nhd. unter, darunter, tiefer, zwischen; ne. under; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. under, Präp., unter; mnd. under (1), undir, unner, onder, Präp., unter, unterhalb, auf der Höhe von, angesichts, von Rang; mnl. onder, Präp., unter; ahd. untar (1), Präp., Präf., unter, zwischen, in, inmitten, unterhalb, an, bei, von, ab..., weg...; as. undar (1), Adv., Präp., unter, unten, zwischen; anfrk. under (1), undir, Präp., unter; germ. *under, Adv., Präp., unter, zwischen; idg. *n̥dʰos, *n̥dʰeri, Adv., unter, Pokorny 771 (1318/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. unten, Kluge s. u. unter, DW 24, 1452, EWD s. u. unter, Falk/Torp 30, Duden s. u. unter; Son.: vgl. afries. under, onder, Präp., Präf., unter, innerhalb, zwischen; saterl. under, Präp., unter; ae. under (1), Präp., unter, während (Konj.), durch; an. undir (1), Adv., Präp., unter; got. undar, Präp., unter; nndl. onder, Präp., unter; nschw. under, Präp., unter; nnorw. under, Präp., unter; ai. adhá, Adv., unten; ai. ádhara-, Adj., untere; ai. antáḥ, Präp., innen, zwischen; lat. īnfrā, Adv., Präp., unten, unterhalb, darunter, nach unten; toch. A āñc, Adv., unten; air. eter, etir, Präp., zwischen; ksl. o̧trĭ, Präp., zwischen; GB.: (untar) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für tiefer als eine andere Gegebenheit oder zwischen; BM.: ?; F.: unter, unterm, untern, unters+EW; Z.: unter
$Unter, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Unter, unter einem anderen Stehender; Q.: um 1500; E.: s. unter; L.: EWD s. u. unter; GB.: seit um 1500 belegte und von unter abgeleitete Bezeichnung eines unter einem anderen Stehenden in Gegensatz zu einem Ober; F.: Unter, Unters, Untern+EW; Z.: Unter
$unterbinden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. unterbinden, unten anbinden, verhindern, unterbrechen; E.: s. unter, s. binden; L.: DW 24, 1506, EWD s. u. unter-, GB.: (untarbintan*) 1. Viertel 9. Jh. belegte und wohl nach lat. subnectere aus unter und binden gebildete Bezeichnung für unten anbinden oder verhindern oder unterbrechen; F.: unterbinden, unterbinde, unterbindest, unterbindet, unterband, unterbandest, unterbandst, unterbanden, unterbandet, unterbände, unterbändest, unterbänden, unterbändet, unterbunden, ##unterbunden, unterbundene, unterbundenes, unterbundenem, unterbundenen, unterbundener##, unterbindend, ###unterbindend, unterbindende, unterbindendes, unterbindendem, unterbindenden, unterbindender###, unterbind (!)+EW; Z.: unter—bind-en
$unterbleiben, nhd., st. V., (16. Jh.?): nhd. unterbleiben, nicht geschehen; E.: s. unter, s. bleiben; L.: Kluge s. u. bleiben, DW 24, 1506, EWD s. u. bleiben; GB.: vielleicht seit dem 16. Jh. belegte und aus unter und bleiben gebildete Bezeichnung für nicht geschehen oder nicht vorgenommen werden; F.: unterbleiben, unterbleibe, unterbleibst, unterbleibt, unterbleibest, unterbleibet, unterblieb, unterbliebst, unterblieben, unterbliebt, unterbliebest, unterbliebet, ##unterblieben, unterbliebene, unterbliebenes, unterbliebenem, unterbliebenen, unterbliebener##, unterbleibend, ###unterbleibend, unterbleibende, unterbleibendes, unterbleibendem, unterbleibenden, unterbleibender###, unterbleib (!)+EW; Z.: unter—b-lei-b-en
$unterbrechen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. unterbrechen, brechen, nicht fortführen, dazwischenfahren; E.: s. unter, s. brechen; L.: DW 24, 1510, EWD s. u. unter; GB.: (untarbrehhan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. interrumpere aus unter und brechen gebildete Bezeichnung für brechen oder nicht fortführen oder dazwischenfahren; F.: unterbrechen, unterbreche, unterbrichst, unterbricht, unterbrecht, unterbrechest, unterbrechet, unterbrach, unterbrachst, unterbrachen, unterbracht, unterbräche, unterbrächest, unterbrächst, unterbrächen, unterbrächet, unterbrächt, unterbrochen, ##unterbrochen, unterbrochene, unterbrochenes, unterbrochenem, unterbrochenen, unterbrochener##, unterbrechend, ###unterbrechend, unterbrechende, unterbrechendes, unterbrechendem, unterbrechenden, unterbrechender###, unterbrich (!)+EW; Z.: unter—bre-ch-en
$unterbuttern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. unterbuttern, unterdrücken, verbrauchen; E.: s. unter, s. buttern; L.: Kluge s. u. unterbuttern, DW 24, 1520; GB.: seit 1820 belegte und aus unter und buttern gebildete Bezeichnung für unterdrücken oder verbrauchen; F.: unterbuttern, unterbuttere, unterbutter (!), unterbutterst, unterbuttert, unterbutterte, unterbuttertest, unterbutterten, unterbuttertet, ##unterbuttert, unterbutterte, unterbuttertes, unterbuttertem, unterbutterten, unterbutterter##, unterbutternd, ##unterbutternd, unterbutternde, unterbutterndes, unterbutterndem, unterbutternden, unterbutternder###, unterbutter (!)+EW+FW; Z.: unter—but-t-er-n
$unterdes, nhd., Adv., (16. Jh.?): nhd. unterdes, unterdessen, dazwischen, inzwischen; E.: s. unter, s. des bzw. der; L.: DW 24, 1522, EWD s. u. unter; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus unter und des gebildete Bezeichnung für unterdessen oder dazwischen oder inzwischen; F.: unterdes+EW; Z.: unter—des
$unterdrücken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. unterdrücken, beherrschen, verschweigen; E.: s. unter, s. drücken; L.: Kluge s. u. drücken, DW 24, 1529; GB.: (underdrücken) vor 1190 belegte und vielleicht nach lat. opprimere aus unter und drücken gebildete Bezeichnung für nach unten drücken oder beherrschen oder verschweigen; F.: unterdrücken (!), unterdrücke (!), unterdrückst, unterdrückt, unterdrückest, unterdrücket, unterdrückte, unterdrücktest, unterdrückten, unterdrücktet, ##unterdrückt, unterdrückte, unterdrücktes, unterdrücktem, unterdrückten, unterdrückter##, unterdrückend, ###unterdrückend, unterdrückende, unterdrückendes, unterdrückendem, unterdrückenden, unterdrückender###, unterdrück (!)+EW; Z.: unter-drü-ck-en
$Unterdrücker, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Unterdrücker, Unterdrückender; E.: s. unterdrück(en), s. er (Suff.); L.: DW 24, 1534, EWD s. u. Drücken; GB.: (underdrückære*) seit 1470 belegte und vielleicht nach lat. oppressor aus unterdrück(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen andere Menschen beherrschenden und nach unten drückenden Menschen; F.: Unterdrücker, Unterdrückers, Unterdrückern+EW; Z.: Unter—drü-ck-er
$Unterdrückung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Unterdrückung, Beiseiteschaffung, Beherrschung; E.: s. unterdrück(en), s. ung; L.: DW 24, 1534, EWD s. u. drücken; GB.: (underdrückunge) vielleicht seit 1390 belegte und möglicherweise nach lat. oppressio aus unterdrück(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Beherrschung; F.: Unterdrückung, Unterdrückungen+EW; Z.: Unter—drü-ck-ung
$unterentwickelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. unterentwickelt, weniger entwickelt, zurückgeblieben; E.: s. unter, s. entwickelt; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. unter; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus unter und entwickelt gebildete Bezeichnung für vergleichsweise weniger entwickelt und deshalb gegenüber anderen zurückgeblieben; F.: unterentwickelt, unterentwickelte, unterentwickeltes, unterentwickeltem, unterentwickelten, unterentwickelter(, unterentwickeltere, unterentwickelteres, unterentwickelterem, unterentwickelteren, unterentwickelterer, unterentwickeltest, unterentwickelteste, unterentwickeltestes, unterentwickeltestem, unterentwickeltesten, unterentwickeltester)+EW; Z.: unter—ent—wi-ck-el-t
$unterernährt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. unterernährt, nicht gut genug ernährt, weniger gut genährt; E.: s. unter, s. ernährt; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. unter; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus unter und ernährt gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Lebewesen mögliches nicht gut genug ernährt oder vergleichsweise weniger gut ernährt; F.: unterernährt, unterernährte, unterernährtes, unterernährtem, unterernährten, unterernährter(, unterernährtere, unterernährteres, unterernährterem, unterernährteren, unterernährterer, unterernährtest, unterernährteste, unterernährtestes, unterernährtestem, unterernährtesten, unterernährtester)+EW; Z.: unter—er—nähr-t
$unterfangen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. unterfangen, auffangen, tun, unternehmen, wagen; E.: s. unter, s. fangen; L.: Kluge s. u. unterfangen, DW 14, 1547; GB.: (untarfāhan*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus unter und fangen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches auffangen oder tun oder unternehmen oder wagen; F.: unterfangen, unterfange, unterfängst, unterfängt, unterfangest, unterfanget, unterfing, unterfingst, unterfingen, unterfingt, unterfingest, unterfinget, ##unterfangen, unterfangene, unterfangenes, unterfangenem, unterfangenen, unterfangener##, unterfangend, ###unterfangend, unterfangende, unterfangendes, unterfangendem, unterfangenden, unterfangender###, unterfang (!)+EW; Z.: unter—fa-n-g-en
$Unterfangen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Unterfangen, Tun, Unternehmen; E.: s. unterfangen; L.: Kluge s. u. unterfangen, Unterfangen, DW 14, 1549; GB.: seit 1626 belegte und aus unter und fangen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Tun oder Unternehmen; F.: Unterfangen, Unterfangens+EW; Z.: Unter—fa-n-g-en
$Untergang, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Untergang; E.: s. unter, s. Gang; L.: DW 24, 1558, EWD s. u. gehen; GB.: (untargang) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. interitus oder occasio aus unter und Gang gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches nach unten Gehen einer Gegebenheit wie beispielsweise nach Verfestigung der Erdoberfläche eines schwereren Gegenstands in Wasser oder des scheinbaren Untergangs der Sonne in dem Westen als Folge der Erdumdrehung um die eigene Achse; F.: Untergang, Unterganges, Untergangs, Untergänge, Untergängen+EW; Z.: Unter—ga-ng
$untergeben, nhd., V., (8. Jh.): nhd. untergeben, nach unten geben, unterordnen; E.: s. unter, s. geben; L.: EWD s. u. geben, DW 24, 1564; GB.: (untargeban) seit um 800 belegte und möglicherweise nach lat. Vorbild aus unter und geben gebildete Bezeichnung für nach unten geben oder unterordnen; F.: untergeben, untergebe, untergibst, untergibt, untergebt, untergebest, untergebet, untergab (!), untergabst, untergaben, untergabt, untergäbe, untergäbest, untergäben, untergäbet, ##untergeben, untergebene, untergebenes, untergebenem, untergebenen, untergebener##, untergebend, ###untergebend, untergebende, untergebendes, untergebendem, untergebenden, untergebender###, untergib (!)+EW; Z.: unter—geb-en
$Untergebener, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Untergebener; E.: s. untergeben, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. geben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus untergeben und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen von einem anderen Menschen beherrschten Menschen; F.: Untergebener, Untergebenen, Untergebene+EW; Z.: Unter—geb-en-er
$untergehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. untergehen, unterbrechen, dazwischentreten ; E.: s. unter, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 24, 1570, EWD s. u. gehen; GB.: (untargān*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus unter und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches nach unten gehen oder unterbrechen oder dazwischentreten; F.: untergehen, gehe unter, gehst unter, geht unter, gehen unter, gehest unter, gehet unter, ging unter, gingst unter, gingen unter, gingt unter, gingest unter, ginget unter, untergegangen, ##untergegangen, untergegangene, untergegangenes, untergegangenem, untergegangenen, untergegangener##, untergehend, ###untergehend, untergehende, untergehendes, untergehendem, untergehenden, untergehender###, unterzugehen, ####unterzugehen, unterzugehend, unterzugehende, unterzugehendes, unterzugehendem, unterzugehenden, unterzugehender####, geh (!) unter+EW; Z.: unter—geh-en
$untergraben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. untergraben; E.: s. unter, s. graben; L.: DW 24, 1583, EWD s. u. unter; GB.: (untargraban*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. suffodere aus unter und graben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen nach tierischem Vorbild mögliches unter etwas graben und es dadurch gefährden; F.: untergraben, untergrab (!), untergräbst, untergräbt, untergrabt, untergrabest, untergrabet, untergrub, untergrubst, untergruben, untergrubt, untergrübe, untergrübest, untergrüben, untergrübet, untergraben, ##gegraben, untergrabene, untergrabenes, untergrabenem, untergrabenen, untergrabener##, untergrabend, ###untergrabend, untergrabende, untergrabendes, untergrabendem, untergrabenden, untergrabender###, untergrab (!)+EW; Z.: unter—grab-en
$Untergrundbahn, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Untergrundbahn (abgekürzt U-Bahn); Q.: um 1870?; I.: Lüs. ne. underground railway; E.: s. Untergrund, s. Bahn; L.: DW 24, 1590, EWD s. u. unter; GB.: seit nach 1870 belegte und als Lehnübersetzung aus ne. underground railway gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und in London seit 1870 für die Unterquerung der Themse verwendete unterirdische Eisenbahn; F.: Untergrundbahn, Untergrundbahnen+EW; Z.: Unter—gru-n-d—bahn
$Unterhalt, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Unterhalt; E.: s. unter, s. Halt; L.: DW 24, 1594, EWD s. u. halten,; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach dem Lateinischen aus unter und Halt gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen und sich allmählich zu einem Anspruch verfestigenden Leistungen eines Menschen für den Lebensbedarf mindestens eines anderen Menschen; F.: Unterhalt, Unterhaltes, Unterhalts, Unterhalte, Unterhalten+EW; Z.: Unter—hal-t
$unterhalten, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. unterhalten, fortführen, sprechen; E.: s. unter, s. halten; L.: Kluge s. u. halten, DW 24, 1597, EWD s. u. halten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus unter und halten gebildete Bezeichnung für fortführen oder sprechen; F.: unterhalten, unterhalte, unterhältst, unterhält, unterhaltet, unterhaltest, unterhielt, unterhieltest, unterhieltst, unterhielten, unterhieltet, ##unterhalten, unterhaltene, unterhaltenes, unterhaltenem, unterhaltenen, unterhaltener##, unterhaltend, ###unterhaltend, unterhaltende, unterhaltendes, unterhaltendem, unterhaltenden, unterhaltender###, unterhalt (!)+EW; Z.: unter—hal-t-en
$Unterhaltung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Unterhaltung, Gespräch, Zeitvertreib, Instandhaltung; E.: s. unterhalt(en), s. ung; L.: DW 24, 1607, EWD s. u. halten; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus unterhalt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich spätestens seit Entwicklung von Sprache mögliches Gespräch oder sonstigen Zeitvertreib durch Sport oder Musik oder Theater zwischen Menschen oder auch Instandhaltung; F.: Unterhaltung, Unterhaltungen+EW; Z.: Unter—hal-t-ung
$unterhandeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. unterhandeln, verhandeln; E.: s. unter, s. handeln; L.: Kluge s. u. handeln, EWD s. u. handeln; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus unter und handeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache mögliches verhandeln; F.: unterhandeln, unterhandel (!), unterhandle, unterhandelst, unterhandelt, unterhandelte, unterhandeltest, unterhandelten, unterhandeltet, ##unterhandelt, unterhandelte, unterhandeltes, unterhandeltem, unterhandelten, unterhandelter##, unterhandelnd, ###unterhandelnd, unterhandelnde, unterhandelndes, unterhandelndem, unterhandelnden, unterhandelnder###, unterhandel (!)+EW; Z.: unter—hand-el-n
$unterirdisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. unterirdisch, unter der Erdoberfläche gelegen; E.: s. unter, s. irdisch; L.: DW 24, 1628, EWD s. u. irden; GB.: seit 1643 belegte und nach lat. subterrāneus aus unter und irdisch gebildete Bezeichnung für unter der Erdoberfläche gelegen oder unter der Erdoberfläche erfolgend; F.: unterirdisch, unterirdische, unterirdisches, unterirdischem, unterirdischen, unterirdischer(, unterirdischere, unterirdischeres, unterirdischerem, unterirdischeren, unterirdischerer, unterirdischst, unterirdischste, unterirdischstes, unterirdischstem, unterirdischsten, unterirdischster)+EW; Z.: unter—ird-isch
$unterjochen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. unterjochen, unterdrücken; E.: s. unter, s. Joch, s. en; L.: Kluge s. u. Joch, DW 24, 1630, EWD s. u. Joch; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. subiugare aus unter und jochen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches ein Tier oder auch einen Menschen unter ein Joch und damit unter eine Herrschaft oder Gewalt zwingen oder drücken; F.: unterjochen, unterjoche, unterjochst, unterjocht, unterjochest, unterjochet, unterjochte, unterjochtest, unterjochten, unterjochtet, ##unterjocht, unterjochte, unterjochtes, unterjochtem, unterjochten, unterjochter##, unterjochend, ###unterjochend, unterjochende, unterjochendes, unterjochendem, unterjochenden, unterjochender###, unterjoch (!)+EW; Z.: unter-jo-ch-en
$Unterkauf, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Unterkauf; E.: s. unter, s. Kauf; L.: Kluge s. u. Unterkauf, DW 24, 1633; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus unter und Kauf gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit Entwicklung von Wirtschaft und Geld entwickelte besondere Art des Kaufes (verbotener Zwischenhandel); F.: Unterkauf, Unterkaufes, Unterkaufs, Unterkäufe, Unterkäufen+EW; Z.: Unter—kauf
$unterkommen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. unterkommen. Unterkunft finden, wegnehmen; E.: s. unter, s. kommen; L.: Kluge s. u. kommen, DW 24, 1650, EWD s. u. kommen; GB.: (untarkweman*) seit 9. Jh. belegte und aus unter und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung mögliches Unterkunft finden oder wegnehmen; F.: unterkommen, komme unter, kommst unter, kommt unter, kommen unter, kommest unter, kommet unter, kam unter, kamst unter, kamen unter, kamt unter, käme unter, kämest unter, kämen unter, kämet unter, untergekommen, ##untergekommen, untergekommene, untergekommenes, untergekommenem, untergekommenen, untergekommener##, unterkommend, ###unterkommend, unterkommende, unterkommendes, unterkommendem, unterkommenden, unterkommender###, unterzukommen, ####unterzukommen, unterzukommend, unterzukommende, unterzukommendes, unterzukommendem, unterzukommenden, unterzukommender####, komm (!) unter+EW; Z.: unter—kom-m-en
$unterkühlen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. unterkühlen, zu sehr abkühlen; E.: s. unter, s. kühlen; L.: DW 24, 1647, EWD s. u. kühl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unter und kühlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches unter eine vorgesehene Wärme wie beispielsweise die natürliche Körpertemperatur des Menschen von 36,3 Grad Celsius in dem Inneren abkühlen; F.: unterkühlen, unterkühle, unterkühlst, unterkühlt, unterkühlest, unterkühlet, unterkühlte, unterkühltest, unterkühlten, unterkühltet, unterkühlt, ##unterkühlt, unterkühlte, unterkühltes, unterkühltem, unterkühlten, unterkühlter##, unterkühlend, ###unterkühlend, unterkühlende, unterkühlendes, unterkühlendem, unterkühlenden, unterkühlender###, unterkühl (!)+EW; Z.: unter—kühl-en
$Unterkühlung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Unterkühlung; E.: s. unterkühl(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. kühl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unterkühl(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliche zu starke Kühlung der natürlich vorgegebenen Körpertemperatur eines Lebewesens (Hypothermie); F.: Unterkühlung, Unterkühlungen+EW; Z.: Unter-kühl-ung
$Unterkunft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Unterkunft; E.: s. unter, s. Kunft: L.: DW 14, 1647, EWD s. u. kommen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unter und Kunft gebildete Bezeichnung für einen seit der Sesshaftwerdung bedeutsameren zeitweiligen Aufenthaltsort eines Menschen; F.: Unterkunft, Unterkünfte, Unterkünften+EW; Z.: Unter—kun-f-t
$Unterlage, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Unterlage, unter etwas Gelegtes, Nachweis, Standhaftigkeit; E.: s. unter, s. Lage; L.: DW 24, 1648, EWD s. u. legen; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus unter und Lage gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches unter etwas Gelegtes oder einen Nachweis oder für Standhaftigkeit; F.: Unterlage, Unterlagen+EW; Z.: Unter—lag-e
$Unterlass, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Unterlass, Unterbrechung, Zwischenraum; E.: s. unterlass(en); L.: EWD s. u. lassen; GB.: (untarlāz*) seit um 800 belegte und aus unterlass(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Dimension Zeit mögliche Unterbrechung oder einen Zwischenraum; F.: Unterlass, Unterlasses, Unterlässe, Unterlässen+EW; Z.: Unter—la-ss
$unterlassen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. unterlassen, nicht tun; E.: s. unter, s. lassen; L.: Kluge s. u. unterlassen, DW 24, 1651, EWD s. u. lassen; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. desinere aus unter und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches nicht tun eines Lebewesens; F.: unterlassen, unterlasse, unterlässst (!), unterlässt, unterlasst, unterlassest, unterlasset, unterließ, unterließest, unterließt, unterließen, unterließet, ##unterlassen, unterlassene, unterlassenes, unterlassenem, unterlassenen, unterlassener##, unterlassend, ####unterlassend, unterlassende, unterlassendes, unterlassendem, unterlassenden, unterlassender###, unterlass (!)+EW; Z.: unter—la-ss-en
$unterlaufen, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. unterlaufen, geschehen; E.: s. unter, s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 24, 1658; E.: (underloufen) seit Anfang 13. Jh. belegte und aus unter und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des tierischen Lebens mögliches unter etwas laufen oder tun; F.: unterlaufen, laufe unter, läufst unter, läuft unter, lauft unter, laufen unter, laufest unter, laufet unter, lief unter, liefst unter, liefen unter, lieft unter, liefest unter, liefet unter, untergelaufen, ##untergelaufen, untergelaufene, untergelaufenes, untergelaufenem, untergelaufenen, untergelaufener##, unterlaufend, ###unterlaufend, unterlaufende, unterlaufendes, unterlaufendem, unterlaufenden, unterlaufender###, unterzulaufen, ####unterzulaufen, unterzulaufend, unterzulaufende, unterzulaufendes, unterzulaufendem, unterzulaufenden, unterzulaufender####, lauf (!) unter +EW; Z.: unter—lauf-en
$unterlegen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. unterlegen (V.), legen unter; E.: s. unter, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 24, 1662, EWD s. u. legen; GB.: (untarleggen) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. supponere aus unter und legen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unter (etwas) legen; F.: unterlegen, unterlege, unterlegst, unterlegt, unterlegest, unterleget, unterlegte, unterlegtest, unterlegten, unterlegtet, ##unterlegt, unterlegte, unterlegtes, unterlegtem, unterlegten, unterlegter##, unterlegend, ###unterlegend, unterlegende, unterlegendes, unterlegendem, unterlegenden, unterlegender###, unterleg (!)+EW; Z.: unter—leg-en
$unterliegen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. unterliegen, verlieren; E.: s. unter, s. liegen; L.: Kluge s. u. liegen, DW 24, 1672, EWD s. u. liegen; GB.: (untarliggen*) seit 8. Jh. belegte und aus unter und liegen gebildete Bezeichnung für unter etwas zu liegen kommen und deshalb unterworfen oder ausgesetzt sein (V.) oder verlieren; F.: unterliegen, unterliege, unterliegst, unterliegt, unterliegest, unterlieget, unterlag, unterlagst, unterlagen, unterlagt, unterläge, unterlägest, unterlägen, unterläget, unterlegen, ##unterlegen, unterlegene, unterlegenes, unterlegenem, unterlegenen, unterlegener##, unterliegend, ###unterliegend, unterliegende, unterliegendes, unterliegendem, unterliegenden, unterliegender####, unterlieg (!)+EW; Z.: unter—lieg-en
$untermauern, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. untermauern, stützen, sichern; E.: s. unter, s. mauern; L.: Kluge s. u. Mauer, DW 24, 1683, EWD s. u. Mauer; GB.: (undermūren) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus unter und mauern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches (durch eine Mauer von unten) stützen oder sichern; F.: untermauern, untermauere, untermauer (!), untermauerst, untermauert, untermauerte, untermauertest, untermauerten, untermauertet, ##untermauert, untermauerte, untermauertes, untermauertem, untermauerten, untermauerter##, untermauernd, ###untermauernd, untermauerndes, untermauerndem, untermauernden, untermauernder###, untermauer (!)+EW+FW; Z.: unter—mau-er-n
$Untermensch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Untermensch; E.: s. unter, s. Mensch; L.: DW 24, 1686, EWD s. u. Mensch; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus unter und Mensch gebildete Bezeichnung für ein von Menschen als angeblich unter dem Menschen stehend eingeordnetes menschliches Wesen; F.: Untermensch, Untermenschen+EW; Z.: Unter—men-sch
$Untermieter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Untermieter, mit dem Mieter nicht unmittelbar sondern nur über einen Mieter verbundener Mieter; E.: s. unter, s. Mieter; L.: DW 24, 1687, EWD s. u. Miete 1,; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unter und Mieter gebildete Bezeichnung für einen von einem Mieter etwas mietenden und deshalb ihm untergeordneten und mit dem Vermieter nicht unmittelbar verbundenen Mieter; F.: Untermieter, Untermieters, Untermietern+EW; Z.: Unter—mie-t-er
$unterminieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. unterminieren, untergraben (V.); E.: s. unter, s. minieren; L.: Kluge s. u. Mine, DW 24, 1687, EWD s. u. Mine; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus unter und minieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Erfindung und Entwicklung der Mine durch den Menschen mögliches unter etwas eine Mine legen oder untergraben und es dadurch gefährden; F.: unterminieren, unterminiere, unterminierst, unterminiert, unterminierest, unterminieret, unterminierte, unterminiertest, unterminierten, unterminiertet, ##unterminiert, unterminierte, unterminiertes, unterminiertem, unterminierten, unterminierter##, unterminierend, ###unterminierend, unterminierende, unterminierendes, unterminierendem, unterminierenden, unterminierender###, unterminier (!)+EW+FW; Z.: unter—min-ier-en
Untern, nhd. (ält.-dial.), M., (9. Jh.): nhd. Untern, Zwischenzeit, Zwischenmahlzeit; ne. snack (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. undern, untern, st. M., Mittag; ahd. untarn*, untorn*, st. M. (a?, i?), Zwischenzeit, Mittag, Mittagessen; as. undorn*, st. M. (a), Vormittag; anfrk. -; germ. *undurni-, *undurniz, st. M. (i), Zwischenzeit; vgl. idg. *enter, *n̥ter, Präp., zwischen, hinein, Pokorny 313; idg. en (1), n̥, h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Untern, DW 24, 1691, Falk/Torp 30; Son.: vgl. as. undorn, st. M. (a), Vormittag; ae. undern, st. M. (i), Vormittag, Mittag, Zwischenzeit; an. undorn, undarn, st. M. (i), Zwischenzeit, besonders Mahlzeit um neun und drei Uhr, vormittags neun Uhr; got. undaúrnimats, st. M. (i), Frühstück, Mittagsmahl; GB.: (untarn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen eingenommene Zwischenmahlzeit; BM.: zwischen; F.: Untern+EW; Z.: Unter-n
$Unternbrot, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Unternbrot, Vesperbrot, eine Zwischenmahlzeit; E.: s. Untern, s. Brot; L.: Kluge s. u. Untern, DW 24, 1693 Unter(n)brot; GB.: (undernbrōt) seit 12. Jh. belegte und aus Untern und Brot gebildete Bezeichnung für eine Zwischenmahlzeit; F.: Unternbrot, Unternbrotes, Unternbrots, Unternbrote, Unternbroten+EW; Z.: Unter-n—bro-t
$unternehmen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. unternehmen, tun; E.: s. unter, s. nehmen; L.: DW 24, 2696, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus unter und nehmen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches tun; F.: unternehmen, unternehme, unternimmst, unternimmt, unternehmt, unternehmest, unternehmet, unternahm, unternahmst, unternahmen, unternahmt, unternähme, unternähmst, unternähmest, unternähmen, unternähmt, unternähmet, unternommen, ##unternommen, unternommene, unternommenes, unternommenem, unternommenen, unternommener##, unternehmend, ###unternehmend, unternehmende, unternehmendes, unternehmendem, unternehmenden, unternehmender###, unternimm (!)+EW; Z.: unter—nehm-en
$Unternehmen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Unternehmen, eine wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit; E.: s. unternehmen; L.: EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1606 belegte und aus unternehmen gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit zu einer Erzielung von Einkünften; F.: Unternehmen, Unternehmens+EW; Z.: Unter—nehm-en
$Unternehmer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Unternehmer; Vw.: s. Sub-; E.: s. Unternehm(en), s. er (Suff.); L.: DW 24, 1702, EWD s. u. nehmen; GB.: (undernemære*) seit 15. Jh. belegte und aus Unternehm(en) und er (Suff.) gebildete und mit dem Neuenglischen und dem Französischen vergleichbare Bezeichnung für einen ein Unternehmen entwickelnden und führenden Menschen; F.: Unternehmer, Unternehmers, Unternehmern+EW; Z.: Unter—nehm-er
$Unterpfand, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Unterpfand, ein Pfand, Beweis; E.: s. unter, s. Pfand; Q.: 1291 (Urkunde); L.: DW 24, 1711, EWD s. u. Pfand; GB.: seit 1291 belegte und vielleicht nach lat.-gr. hypotheca aus unter und Pfand gebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Pfand oder einen Beweis; F.: Unterpfand, Unterpfands, Unterpfandes, Unterpfänder, Unterpfändern+EW+FW; Z.: Unter—pfan-d
$Unterricht, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Unterricht, Kenntnisvermittelung; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. unter, s. richt(en); L.: Kluge s. u. unterrichten, DW 24, 1724, EWD s. u. unterrichten; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus unterrichten abgeleitete Bezeichnung für die sachlich seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete planmäßige und regelmäßige Vermittelung von Kenntnissen und Fertigkeiten an Lernende durch Lehrende; F.: Unterricht, Unterrichtes, Unterrichts, Unterrichte, Unterrichten+EW; Z.: Unter—rich-t
$unterrichten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. unterrichten, darunter richten, lehren, Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln; E.: s. unter, s. richten; L.: Kluge s. u. unterrichten, DW 24, 1728, EWD s. u. unterrichten; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht unter lat. Einfluss aus unter und richten gebildete Bezeichnung für planmäßig und regelmäßig Kenntnisse und Fertigkeiten an Lernende vermitteln; F.: unterrichten (!), unterrichte, unterrichtest, unterrichtet, unterrichtete, unterrichtetest, unterrichteten, unterrichtetet, ##unterrichtet, unterrichtete, unterrichtetes, unterrichtetem, unterrichteten, unterrichteter##, unterrichtend, ###unterrichtend, unterrichtende, unterrichtendes, unterrichtendem, unterrichtenden, unterrichtender###, unterricht (!)+EW; Z.: unter—rich-t-en
$Unterrichtung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Unterrichtung, Aufschluss, Benachrichtigung; E.: s. unterricht(en), s. ung; L.: Kluge s. u. unterrichten, DW 24, 1335, EWD s. u. unterrichten; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus unterricht(en) und ung gebildete Bezeichnung für Aufschluss oder Benachrichtigung; F.: Unterrichtung, Unterrichtungen+EW; Z.: Unter—rich-t-ung
$unterringen, nhd., st. V., (20. Jh.?): nhd. unterringen, unterwerfen, unterkriegen; E.: s. unter, s. ringen; L.: Kluge s. u. ringen, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus unter und ringen gebildete Bezeichnung für unterwerfen oder unterkriegen; F.: unterringen, ringe unter, ringst unter, ringt unter, ringen unter, ringest unter, ringet unter, rang unter, rangst unter, rangen unter, rangt unter, ränge unter, rängest unter, rängen unter, ränget unter, untergerungen, ##untergerungen, untergerungene, untergerungenes, untergerungenem, untergerungenen, untergerungener##, unterringend, ###unterringend, unterringende, unterringendes, unterringendem, unterringenden, unterringender###, unterzuringen (!), ####unterzuringen, unterzuringend, unterzuringende, unterzuringendes, unterzuringendem, unterzuringenden, unterzuringender####, ring (!) unter+EW; Z.: unter—ri-ng-en
$untersagen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. untersagen, reden, sprechen, verbieten, verwehren; E.: s. unter, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, EWD s. u. sagen, DW 24, 1740; E.: (untersagen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. interdicere aus unter und sagen gebildete Bezeichnung für reden oder sprechen und später vor allem verbieten oder verwehren; F.: untersagen, untersage, untersagst, untersagt, untersagest, untersaget, untersagte, untersagtest, untersagten, untersagtet, ##untersagt, untersagte, untersagtes, untersagtem, untersagten, untersagter##, untersagend, ###untersagend, untersagende, untersagendes, untersagendem, untersagenden, untersagender###, untersag (!)+EW; Z.: unter—sag-en
$Untersatz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Untersatz; E.: s. unter(e), s. Satz; L.: DW 24, 1744, EWD s. u. setzen; GB.: (undersaz) seit um 1210 belegte und aus unter(e) und Satz gebildete Bezeichnung für etwas unter etwas Gesetztes oder eine Unterlage oder in der Logik für einen unter einen Obersatz gesetzten und damit zugeordneten oder untergeordneten Untersatz; F.: Untersatz, Untersatzes, Untersätze, Untersätzen+EW; Z.: Unter—satz
$unterscheiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. unterscheiden; E.: s. unter, s. scheiden; L.: Kluge s. u. scheiden, EWD s. u. scheiden; GB.: (untarskeidan*) seit viertes Viertel 8. Jh. belegte und aus unter und scheiden gebildete Bezeichnung für trennen oder sondern (V.) oder einen Unterschied machen; F.: unterscheiden, unterscheide, unterscheidest, unterscheidet, unterschied, unterschiedest, unterschiedst, unterschieden, unterschiedet, ##unterschieden, unterschiedene, unterschiedenes, unterschiedenem, unterschiedenen, unterschiedener##, unterscheidend, ###unterscheidend, unterscheidende, unterscheidendes, unterscheidendem, unterscheidenden, unterscheidender###, unterscheid (!)+EW; Z.: unter—schei-d-en
$Unterschied, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Unterschied, Verschiedenheit; E.: s. unterscheiden; L.: EWD s. u. scheiden; GB.: (untarskeit) seit Ende 8. Jh. belegte und mit unterscheiden verbindbare Bezeichnung für das abweichende Ergebnis eines Vergleichs zweier Gegebenheiten; F.: Unterschied, Unterschiedes, Unterschieds, Unterschiede, Unterschieden+EW; Z.: Unter—schie-d
$unterschlagen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. unterschlagen; E.: s. unter, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 24, 1781, EWD s. u. schlagen; GB.: (underslahen) seit um 1150 belegte und aus unter und schlagen gebildete Bezeichnung für unter sich schlagen oder rechtswidrig für sich behalten; F.: schlagen, unterschlage, unterschlägst, unterschlägt, unterschlagt, unterschlagest, unterschlaget, unterschlug, unterschlugst, unterschlugen, unterschlugt, unterschlüge, unterschlügest, unterschlügen, unterschlüget, unterschlagen, ##unterschlagen, unterschlagene, unterschlagenes, unterschlagenem, unterschlagenen, unterschlagener##, unterschlagend, ###unterschlagend, unterschlagende, unterschlagendes, unterschlagendem, unterschlagenden, unterschlagender###, unterschlag (!)+EW; Z.: unter—schlag-en
$Unterschleif, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Unterschleif, Täuschung, Unterschlagung, Unredlichkeit; E.: s. unter, s. schleif(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Unterschleif, Kluge s. u. Unterschleif, DW 24, 1789; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus unter und schleifen oder schliefen gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliche Täuschung oder Unterschlagung oder Unredlichkeit; F.: Unterschleif, Unterschleifs, Unterschleifes, Unterschleife, Unterschleifen+EW; Z.: Unter—schlei-f
$Unterschlupf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Unterschlupf, Ort vorübergehenden Verbergens; E.: s. unter, s. schlipfen; L.: DW 24, 1795, EWD s. u. schlüpfen; E.: seit 16. Jh. zuerst nur vereinzelt belegte und aus unter und schlupfen gebildete Bezeichnung für einen Ort vorübergehenden Verbergens oder Versteckens oder Aufenthalts; F.: Unterschlupf, Unterschlupfs, Unterschlupfes, Unterschlupfe, Unterschlupfen+EW; Z.: Unter—schlu-pf
unterschreiben, nhd. sw. V., (13. Jh.): nhd. unterschreiben, unterzeichnen; Hw.: s. unterzeichnen; E.: s. unter, s. schreiben; L.: DW 24, 1799; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und wohl nach lat. subscribere aus unter und schreiben gebildete Bezeichnung für unterzeichnen; F.: s. schreiben
Untersee, nhd., F.: nhd. Untersee; Q.: v. 19. Jh.?; Hw.: s. Unterseeboot; E.: s. unter, s. See
$Unterseeboot, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Unterseeboot, U-Boot; E.: s. Untersee, s. Boot; Q.: Ende 19. Jh.; L.: EWD s. u. unter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unter und See und Boot gebildete Bezeichnung für ein 1850 von Wilhelm Bauer entwickeltes und 1863 in Frankreich verwirklichtes Menschen außer einer Fahrt auf dem Wasser auch eine Fahrt unter einer Wasseroberfläche in einem Meer oder großen See ermöglichendes Boot; F.: Unterseeboot, Unterseebootes, Unterseeboots, Unterseeboote, Unterseebooten+EW; Z.: Unter—see—boo-t
$untersetzen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. untersetzen, daruntersetzen; E.: s. unter, s. setzen; L.: DW 24, 1808, EWD s. u. setzen; GB.: (untarsezzen*) seit um 1000 belegte und aus unter und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches etwas unter etwas setzen; F.: untersetzen, untersetze, untersetzt, untersetzen, untersetzest, untersetzet, untersetzte, untersetztest, untersetzten, untersetztet, untergesetzt, ##untergesetzt, untergesetzte, untergesetztes, untergesetztem, untergesetzten, untergesetzter##, untersetzend, ###untersetzend, untersetzende, untersetzendes, untersetzendem, untersetzenden, untersetzender###, unterzusetzen, ####unterzusetzen, unterzusetzend, unterzusetzende, unterzusetzendes, unterzusetzendem, unterzusetzenden, unterzusetzender####, untersetz (!)+EW; Z.: unter—setz-en
$untersetzt, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. untersetzt, gedrungen, stämmig, füllig, kräftig; E.: s. untersetz(en), s. t; L.: Kluge s. u. untersetzt, EWD s. u. setzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus untersetz(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches gedrungen oder stämmig oder füllig oder kräftig; F.: untersetzt, untersetzte, untersetztes, untersetztem, untersetzten, untersetzter(, untersetztere, untersetzteres, untersetzterem, untersetzteren, untersetzterer, untersetztest, untersetzteste, untersetztestes, untersetztestem, untersetztesten, untersetztester)+EW; Z.: unter—setz-t
$Unterstand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Unterstand; E.: s. unter, s. Stand; L.: DW 24, 1820, EWD s. u. stehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus unter und Stand gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten überdachten offenen Ort als Schutz etwa vor Niederschlag oder Sonneneinstrahlung; F.: Unterstand, Unterstandes, Unterstands, Unterstände, Unterständen+EW; Z.: Unter—sta-n-d
$unterstehen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. unterstehen, stehen unter, wagen; E.: s. unter, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 24, 1825, EWD s. u. stehen; GB.: nach älteren Vorstufen seit 17. Jh. belegte und aus unter und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unter jemandem oder etwas stehen oder auch wagen; F.: unterstehen, unterstehe, unterstehst, untersteht, unterstehest, unterstehet, unterstand, unterstandest, unterstandst, unterstanden, unterstandet, unterstände, unterständest, unterständen, unterständet, unterstünde, unterstündest, unterstünden, unterstündet, unterstanden, ##unterstanden, unterstandene, unterstandenes, unterstandenem, unterstandenen, unterstandener##, unterstehend, ###unterstehend, unterstehende, unterstehendes, unterstehendem, unterstehenden, unterstehender###, untersteh (!)+EW; Z.: unter—steh-en
$unterstellen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. unterstellen, unterbringen; E.: s. unter, s. stellen; L.: Kluge s. u. unterstellen, DW 24, 1833; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus unter und stellen gebildete Bezeichnung für jemanden oder etwas unter etwas stellen oder unterbringen; F.: unterstellen, unterstelle, unterstellest, unterstellet, unterstellte, unterstelltest, unterstellten, unterstelltet, ##unterstellt, unterstellte, unterstelltes, unterstelltem, unterstellten, unterstellter##, unterstellend, ###unterstellend, unterstellende, unterstellendes, unterstellendem, unterstellenden, unterstellender###, unterstell (!)+EW; Z.: unter—stel-l-en
$untersuchen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. untersuchen, beobachten, prüfen; E.: s. unter, s. suchen; L.: Kluge s. u. suchen, DW 24, 1857, EWD s. u. suchen; GB.: (undersuochen) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus unter und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit seiner Entstehung nach natürlichem Vorbild mögliches beobachten oder prüfen; F.: untersuchen, untersuche, untersuchst, untersucht, untersuchest, untersuchet, untersuchte, untersuchtest, untersuchten, untersuchtet, ##untersucht, untersuchte, untersuchtes, untersuchtem, untersuchten, untersuchter##, untersuchend, ###untersuchend, untersuchende, untersuchendes, untersuchendem, untersuchenden, untersuchender###, untersuch (!)+EW; Z.: unter—such-en
$Untersuchung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Untersuchung, Beobachten, Prüfen; E.: s. untersuch(en), s. ung; L.: DW 24, 1857, EWD s. u. suchen; GB.: (undersuochunge) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus untersuch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit seiner Entstehung nach natürlichem Vorbild mögliches Beobachten und Prüfen; F.: Untersuchung, Untersuchungen+EW; Z.: Unter—such-ung
untertan, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (9. Jh.): nhd. untertan, untergeben (Adj.), unterstellt, unterworfen; ne. subject (Adj.), subservient; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. undertān (1), (Part. Prät.=)Adj., untertan, untertänig, untergeben (Adj.), unterworfen, dazwischengetan, untergemischt, unterschieden, verschieden (Adj.) (2), unterstellt, untergeordnet; mnd. underdān (1), (Part. Prät.=)Adj., untertan, untergeben (Adj.), unterworfen; ahd. untartān, (Part. Prät.=)Adj., untertan; s. ahd. untar (1), Präp., Präf., unter, zwischen, in, inmitten, unterhalb, an, bei, von, ab..., weg...; as. undar (1), Adv., Präp., unter, unten, zwischen; germ. *under, Adv., Präp., unter, zwischen; idg. *n̥dʰos, *n̥dʰeri, Adv., unter, Pokorny 771 (1318/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., germ., toch.); mhd. tān, anom. V., „getan“; wgerm. *dōn, *dēn, *dǣn, st. V., setzen, machen, tun; s. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. unterthan, Kluge s. u. untertan, DW 24, 1861 (unterthan), EWD s. u. untertan, Duden s. u. untertan; GB.: (untartān) seit 9. Jh. belegte und aus unter und tun gebildete Bezeichnung für unterstellt oder unterworfen oder untergeben (Adj.) abhängig von einem sozial höhergestellten Menschen; BM.: unter, tun; F.: untertan+EW; Z.: unter—ta-n
$Untertan, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Untertan; E.: s. untertan; L.: Kluge s. u. untertan, DW 24, 1864 (Unterthan), EWD s. u. untertan; GB.: seit 1130/1150 belegte und aus untertan (Adj.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen einem Herrscher unterstellten oder unterworfenen oder untergebenen Menschen; F.: Untertan, Untertanes, Untertans, Untertanen+EW; Z.: Unter—ta-n
$untertänig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. untertänig, untertan, unterwürfig, unterworfen, beherrscht; E.: s. untertan, s. ig; L.: Kluge s. u. untertan, DW 24, 1868 (unterthänig), EWD s. u. untertan; GB.: (undertænic) vielleicht seit um 1120 belegte und aus untertan und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches untertan oder untergeben (Adj.) oder unterwürfig oder unterworfen oder beherrscht; F.: untertänig, untertänige, untertäniges, untertänigem, untertänigen, untertäniger(, untertänigere, untertänigeres, untertänigerem, untertänigeren, untertänigerer, untertänigst, untertänigste, untertänigstes, untertänigstem, untertänigsten, untertänigster)+EW; Z.: unter—tä-n-ig
$unterwegs, nhd., Adv., (18. Jh.?): nhd. unterwegs, auf einem Weg befindlich; E.: s. unter, s. Weg, s. s; L.: Kluge 1. A. s. u. unterwegen, Kluge s. u. unterwegs, DW 24, 1887, EWD s. u. unter; GB.: nach älteren Vorläufern wie unterwegen seit 18. Jh. belegte und aus unter und Weg und s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliches nach natürlichem tierischem Vorbild auf einem Weg befindlich; F.: unterwegs+EW; Z.: unter—weg-s
$unterweisen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. unterweisen, anweisen, unterrichten, belehren, einführen, ; E.: s. unter, s. weisen; L.: DW 24, 1892, EWD s. u. weisen; GB.: (underwīsen) seit 1130/1150 Jh. belegte und aus unter und weisen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches unterrichten oder belehren oder einführen; F.: unterweisen, unterweise, unterweist, unterweisest, unterweiset, unterwies, unterwiesest, unterwiest, unterwiesen, unterwieset, unterwiesen, ##unterwiesen, unterwiesene, unterwiesenes, unterwiesenem, unterwiesenen, unterwiesener##, unterweisend, ###weisend, unterweisende, unterweisendes, unterweisendem, unterweisenden, unterweisender###, unterweis (!)+EW; Z.: unter—wei-s-en
$Unterwelt, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Unterwelt; E.: s. unter, s. Welt; Q.: Anfang 16. Jh.; L.: DW 24, 1897, EWD s. u. unter; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus unter und Welt gebildete Bezeichnung für eine schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Vorstellung einer unterhalb des an der Erdoberfläche ausgeführten menschlichen Lebens möglichen eigenen Welt an unbekannten Orten unterhalb der Erdkruste; F.: Unterwelt, Unterwelten+EW; Z.: Unter—w-el-t
$unterwerfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. unterwerfen, unterjochen, beherrschen; E.: s. unter, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 24, 1899, EWD s. u. werfen; GB.: (untarwerfan*) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. subicere aus unter und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches unter etwas werfen oder unterjochen und beherrschen; F.: unterwerfen, unterwerfe, unterwirfst, unterwirft, unterwerft, unterwerfest, unterwerfet, unterwarf, unterwarfst, unterwarfen, unterwarft, unterwürfe, unterwürfest, unterwürfen, unterwürfet, unterworfen, ##unterworfen, unterworfene, unterworfenes, unterworfenem, unterworfenen, unterworfener##, unterwerfend, ###unterwerfend, unterwerfende, unterwerfendes, unterwerfendem, unterwerfenden, unterwerfender###, unterwirf (!)+EW; Z.: unter—wer-f-en
$unterzeichnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. unterzeichnen, unterschreiben; E.: s. unter, s. zeichnen; L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 24, 1917, EWD s. u. zeichnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus unter und zeichnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Zeichen und Schrift mögliches seinen Namen (noch zuordenbar) unter etwas schreiben; F.: unterzeichnen, unterzeichne (!), unterzeichnest, unterzeichnet, unterzeichnete, unterzeichnetest, unterzeichneten, unterzeichnetet, ##unterzeichnet, unterzeichnete, unterzeichnetes, unterzeichnetem, unterzeichneten, unterzeichneter##, unterzeichnend, ###unterzeichnete unterzeichnende, unterzeichnendes, unterzeichnendem, unterzeichnenden, unterzeichnender###, unterzeichne (!)+EW; Z.: unter—zei-ch-n-en
$Unterzeichnung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Unterzeichnung, Unterschrift; E.: s. unterzeichn(en), s. ung; L.: DW 24, 1918, EWD s. u. zeichnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus unterzeichn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Zeichen und Schrift mögliches seinen Namen (noch zuordenbar) unter etwas schreiben oder für Unterschrift; F.: Unterzeichnung, Unterzeichnungen+EW; Z.: Unter—zei-ch-n-ug
$Untier, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Untier; E.: s. un, s. Tier; L.: DW 24, 1938 (Unthier), EWD s. u. Tier; GB.: (untier) seit 1187/1189 belegte und aus un und Tier gebildete Bezeichnung für ein gefährliches und oft hässliches sowie vielfach nur in der Vorstellung von Menschen vorhandenes Tier wie beispielsweise Drachen oder Einhorn oder Werwolf oder vielleicht auch Saurier; F.: Untier, Untiers, Untieres, Untiere, Untieren+EW; Z.: Un—tie-r
$untragbar, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. untragbar, unerträglich; E.: s. un, s. tragbar; L.: DW 24, 1948, EWD s. u. tragen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und tragbar gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen mögliches unerträglich oder kaum erträglich; F.: untragbar, untragbare, untragbares, untragbarem, untragbaren, untragbarer(, untragbarere, untragbareres, untragbarerem, untragbareren, untragbarerer, untragbarst, untragbarste, untragbarstes, untragbarstem, untragbarsten, untragbarster)+EW; Z.: un—trag—bar
$untrennbar, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. untrennbar; E.: s. un, s. trennbar; Q.: Mitte 18. Jh.; L.: DW 24, 1950, EWD s. u. trenne,; GB.: seit 1751 belegte und aus un und trennbar gebildete Bezeichnung für beispielsweise in der Sprachwissenschaft mögliches nicht trennbar von Silben oder Bestandteilen bestimmter Wörter wie beispielsweise ge oder be oder zer oder ver oder ent oder er oder re oder de oder des oder dis oder in oder miss oder fehl oder hinter oder un in Gegensatz zu trennbar wie beispielsweise ab oder auf; F.: untrennbar, untrennbare, untrennbares, untrennbarem, untrennbaren, untrennbarer+EW; Z.: un—tre-nn—bar
$unübertrefflich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unübertrefflich, unüberbietbar; E.: s. un, s. übertrefflich; L.: EWD s. u. treffen, DW 24, 1893; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus un und über sowie trefflich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht in Einzelfällen immer mögliches unüberbietbar; F.: unübertrefflich, unübertreffliche, unübertreffliches, unübertrefflichem, unübertrefflichen, unübertrefflicher+EW; Z.: un—üb-er—treff—lich
$unübertroffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. unübertroffen, nicht übertroffen, nicht überboten; E.: s. un, s. übertreffen; L.: DW 24, 1984, EWD s. u. treffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und übertroffen bzw. übertreffen gebildete Bezeichnung für nicht übertroffen oder nicht überboten; F.: unübertroffen, unübertroffene, unübertroffenes, unübertroffenem, unübertroffenen, unübertroffener+EW; Z.: un—üb-er—troff-en
$unumwunden, nhd., (Part. Prät.=Adj.), (18. Jh.): nhd. unumwunden, offen, frei, unbehindert, unmittelbar; E.: s. un, s. umwunden bzw. umwinden; Q.: Ende 18. Jh.; L.: DW 24, 1994, EWD s. u. winden; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus un und umwinden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl immer mögliches offen oder frei oder unbehindert; F.: unumwunden, unumwundene, unumwundenes, unumwundenem, unumwundenen, unumwundener(, unumwundenere, unumwundeneres, unumwundenerem, unumwundeneren, unumwundenerer, unumwundenst, unumwundenste, unumwundenstes, unumwundenstem, unumwundensten, unumwundenster)+EW; Z.: un—um—wu-nd-en
$unverblümt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. unverblümt, nicht durch eine Blume verhüllt oder verschönert; E.: s. un, s. verblümt; L.: Kluge s. u. unverblümt, Blume, EWD s. u. Blume, DW 24, 2008; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und ver sowie Blum(e) und t gebildete Bezeichnung für sachlich immer mögliches nicht durch eine Blume verhüllt oder verschönert; F.: unverblümt, unverblümte, unverblümtes, unverblümtem, unverblümten, unverblümter(, unverblümtere, unverblümteres, unverblümterem, unverblümteren, unverblümterer, unverblümtest, unverblümteste, unverblümtestes, unverblümtestem, unverblümtesten, unverblümtester)+EW; Z.: un—ver—blü-m-t
$unverbrüchlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. unverbrüchlich, unzerbrechlich; E.: s. un, s. verbrüchlich; L.: Kluge s. u. Bruch 1, DW 24, 2012, EWD s. u. Bruch; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus un und ver sowie brüchlich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches unzerbrechlich; F.: unverbrüchlich, unverbrüchliche, unverbrüchliches, unverbrüchlichem, unverbrüchlichen, unverbrüchlicher(, unverbrüchlichere, unverbrüchlicheres, unverbrüchlicherem, unverbrüchlicheren, unverbrüchlicherer, unverbrüchlichst, unverbrüchlichste, unverbrüchlichstes, unverbrüchlichstem, unverbrüchlichsten, unverbrüchlichster)+EW; Z.: un—ver—brü-ch-lich
$unverdrossen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12./13. Jh.): nhd. unverdrossen, ohne Verdruss seiend, ohne Verdruss handelnd; Q.: 1190-1229 (Walther von der Vogelweide); E.: s. un, s. verdrießen bzw. verdrossen; L.: DW 24, 2021, EWD s. u. verdrießen; GB.: seit 1190-1229 belegte und aus un und verdrossen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ohne Verdruss seiend oder ohne Verdruss handelnd; F.: unverdrossen, unverdrossene, unverdrossenes, unverdrossenem, unverdrossenen, unverdrossener(, unverdrossenere, unverdrosseneres, unverdrossenerem, unverdrosseneren, unverdrossenerer, unverdrossenst, unverdrossenste, unverdrossenstes, unverdrossenstem, unverdrossensten, unverdrossenster)+EW; Z.: un—ver-dro-ss-en
$unverfroren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. unverfroren, unbefangen, unverschämt, rücksichtslos, dreist; E.: s. un, s. verfrieren bzw. verfroren; L.: Kluge s. u. unverfroren, DW 24, 2029, EWD s. u. unverfroren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus un und verfroren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unbefangen oder unverschämt oder rücksichtslos oder dreist; F.: unverfroren, unverfrorene, unverfrorenes, unverfrorenem, unverfrorenen, unverfrorener(, unverfrorenere, unverfroreneres, unverfrorenerem, unverfroreneren, unverfrorenerer, unverfrorenest, unverfroreneste, unverfrorenestes, unverfrorenestem, unverfrorenesten, unverfrorenester+EW; Z.: un—ver—fro-r-en
$Unverfrorenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Unverfrorenheit; E.: s. unverfroren, s. heit; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: Kluge s. u. unverfroren, fehlt DW, EWD s. u. unverfroren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus unverfroren und heit gebildete Bezeichnung für wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Unbefangenheit oder Unverschämtheit oder Rücksichtslosigkeit oder Dreistigkeit; F.: Unverfrorenheit, Unverfrorenheiten+EW; Z.: Un—ver—fro-r-en-hei-t
$unvergällt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unvergällt, nicht durch Beigabe von Galle für den Menschen ungenießbar gemacht; E.: s. un, s. vergäll(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. Galle 1; GB.: (unvergellet) seit 1277/1287 belegte und aus un und vergällt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches nicht durch Beigabe von Galle für den Menschen ungenießbar gemacht; F.: unvergällt, unvergällte, unvergälltes, unvergälltem, unvergällten, unvergällter+EW; Z.: un—ver—gäl-l-t
$unverhofft, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. unverhofft, nicht gehofft, unerwartet; E.: s. un, s. verhofft; L.: Kluge s. u. hoffen, DW 24, 2045, EWD s. u. hoffen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus un und verhoff(en) sowie t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nicht gehofft oder unerwartet; F.: unverhofft, unverhoffte, unverhofftes, unverhofftem, unverhofften, unverhoffter(, unverhofftere, unverhoffteres, unverhoffterem, unverhoffteren, unverhoffterer, unverhofftest, unverhoffteste, unverhofftestes, unverhofftestem, unverhofftesten, unverhofftester)+EW; Z.: un—ver—ho-ff-t
$unverhohlen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. unverhohlen, nicht verhohlen, offen; E.: s. un, s. verhehlen, s. verhohlen; L.: EWD s. u. hehlen, DW 24, 2045; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus un und verhohlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches nicht verhohlen oder offen; F.: unverhohlen, unverhohlene, unverhohlenes, unverhohlenem, unverhohlenen, unverhohlener(, unverhohlenere, unverhohleneres, unverhohlenerem, unverhohleneren, unverhohlenerer, unverhohlenst, unverhohlenste, unverhohlenstes, unverhohlenstem, unverhohlensten, unverhohlenster)+EW; Z.: un—ver—hohl-en
$Unvernunft, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Unvernunft, Fehlen von Vernunft, Mangel (M.) der Vernunft; E.: s. un, s. Vernunft; L.: EWD s. u. Vernunft; GB.: (unfirnumft*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. mentis offensio aus un und Vernunft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Fehlen von Vernunft; F.: Unvernunft+EW; Z.: Un—ver—nun-ft
$unvernünftig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. unvernünftig, ohne Vernunft erfolgend, unsinnig; E.: s. Unvernunft, s. ig; L.: DW 24, 2075, EWD s. u. Vernunft; GB.: (unfirnumftīg*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. incapax aus Unvernunft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unsinnig; F.: unvernünftig, unvernünftige, unvernünftiges, unvernünftigem, unvernünftigen, unvernünftiger(, unvernünftigere, unvernünftigeres, unvernünftigerem, unvernünftigeren, unvernünftigerer, unvernünftigst, unvernünftigste, unvernünftigstes, unvernünftigstem, unvernünftigsten, unvernünftigster)+EW; Z.: un—ver—nün-ft-ig
$unverschämt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unverschämt, schamlos, dreist; E.: s. un, s. verschämt; Q.: um 1293 (Martina); L.: DW 24, 2082, EWD s. u. Scham; GB.: (unverschamet*) seit um 1293 belegte und aus un und verschämt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schamlos oder dreist; F.: unverschämt, unverschämte, unverschämtes, unverschämtem, unverschämten, unverschämter(, unverschämtere, unverschämteres, unverschämterem, unverschämteren, unverschämterer, unverschämtest, unverschämteste, unverschämtestes, unverschämtestem, unverschämtesten, unverschämtester)+EW; Z.: un—ver—schäm-t
$unversehrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. unversehrt, unverletzt; E.: s. un, s. versehrt; L.: DW 24, 2091, EWD s. u. versehren; GB.: (unversēret) seit 1250-1300 belegte und aus un und versehrt gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches unverletzt; F.: unversehrt, unversehrte, unversehrtes, unversehrtem, unversehrten, unversehrter(, unversehrtere, unversehrteres, unversehrterem, unversehrteren, unversehrterer, unversehrtest, unversehrteste, unversehrtestes, unversehrtestem, unversehrtesten, unversehrtester)+EW; Z.: un—ver—seh-r-t
$unverzüglich, nhd., Adj., Adv., (16. Jh.): nhd. unverzüglich, ohne schuldhaftes Zögern erfolgend; E.: s. un, s. Verzug, s. lich; L.: Kluge s. u. Verzug, DW 24, 2136; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus un und Verzug sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Erfassung der Zeit durch den Menschen mögliches ohne schuldhaftes Zögern erfolgend; F.: unverzüglich, unverzügliche, unverzügliches, unverzüglichem, unverzüglichen, unverzüglicher(, unverzüglichere, unverzüglicheres, unverzüglicherem, unverzüglicheren, unverzüglicherer, unverzüglichst, unverzüglichste, unverzüglichstes, unverzüglichstem, unverzüglichsten, unverzüglichster)+EW; Z.: un—ver—zü-g-lich
$Unwesen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Unwesen, Missstand; E.: s. un, s. Wesen; L.: Kluge s. u. Unwesen, DW 24, 2192; GB.: nach mhd. unwesen, N., Nichtsein, (vor dreizehnhundertsechsundzwanzig) seit 16. Jh. belegte und aus un und Wesen gebildete Bezeichnung für Missstand; F.: Unwesen, Unwesens+EW; Z.: Un—wes-en
$Unwetter, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Unwetter; E.: s. un, s. Wetter; L.: Kluge s. u. Unwetter, EWD s. u. Ungewitter, DW 24, 2198; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus un und Wetter gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches gefährliches Wetter wie Gewitter oder Glatteis oder Platzregen oder Sturm; F.: Unwetter, Unwetters, Unwettern+EW; Z.: Un—we-t-t-er
$unwiederbringlich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. unwiederbringlich, nicht wieder zurückbringbar; E.: s. un, s. wiederbringlich; L.: Kluge s. u. bringen, EWD s. u. bringen, DW 24, 2210; GB.: (unwiderbringlich) 1330-1360 belegte und vielleicht nach lat. Vorbild aus un und wiederbringlich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder des Menschen mögliches nicht wieder zurückbringbar; F.: unwiederbringlich, unwiederbringliche, unwiederbringliches, unwiederbringlichem, unwiederbringlichen, unwiederbringlicher+EW; Z.: un—wie-der—bri-ng-lich
unwirsch, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. unwirsch, mürrisch, unfreundlich, kurz angebunden; ne. harsh; Vw.: -; Hw.: s. Würde; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: s. mhd. unwirdesch, unwirdisch, Adj., verächtlich, schmählich, hässlich, unwillig, zornig, unwirsch; s. mhd. un, Präf., in..., un...; ahd. un, Präf., un...; germ. *un, Präf., un...; vgl. idg. *nē̆ (1), nē, nei, n̥-, Konj., Negationspartikel, nicht, Pokorny 756 (1283/10) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mhd. wirde, werde, wierde, st. F., Wert, Würde, Ehre, Ehrenbezeigung, Verehrung, Beschaffenheit; s. ahd. wirda, st. F. (ō), Würde, Ansehen; ahd. wirdī, werdī, st. F. (ī), Würde, Ansehen, Verdienst; germ. *werþī-, *werþīn, sw. F. (n), Würde, Ansehen; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. unwirsch, Kluge s. u. unwirsch, DW 24, 2230, EWD s. u. unwirsch, Duden s. u. unwirsch; GB.: seit 1172-1190 belegte und aus un und wirsch gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mürrisch oder unfreundlich; BM.: nicht, Würde bzw. drehen; F.: unwirsch, unwirsche, unwirsches, unwirschem, unwirschen, unwirscher(, unwirschere, unwirscheres, unwirscherem, unwirscheren, unwirscherer, unwirschest, unwirscheste, unwirschestes, unwirschestem, unwirschesten, unwirschester)+EW; Z.: un-wir-sch
Unze (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Unze (F.) (1), ein Münzgewicht, ein Goldgewicht; ne. ounce (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. unze, st. F., sw. F., Unze; mhd. unz (2), st. F., Unze, Flächenmaß; ahd. unza, st. F. (ō), Unze; mnd. unse (2), untze, F., Unze (ein Gewicht); mnl. onse, unce, unse, F., Unze (F.) (1); lat. ūncia, F., Zwölftel, Längenmaß, Gewicht (N.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ūnus, Adj., eins; idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Unze, Kluge s. u. Unze 1, DW 24, 2272, Duden s. u. Unze, Bluhme s. u. Unze; Son.: vgl. nndl. ounce, Sb., Unze; frz. once, F., Unze; nschw. uns, N., Unze; nnorw. unse, M., Unze; poln. uncja, F., Unze; kymr. owns, F., Unze; nir. unsa, M., Unze; lit. uncija, F., Unze; GB.: (unza) seit um 765 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und in englischsprachigen Ländern noch verwendetes Gewichtsmaß von 28,35 Gramm; BM.: eins; F.: Unze, Unzen+FW; Z.: U-n-z-e
Unze (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Unze (F.) (2), Jaguar; ne. jaguar, panther; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. once; E.: s. frz. once, M., Schneeleopard; mlat. luncea, F., Luchs?; lat. lynx, Luchs; s. gr. λύγξ (lýnx), M., Luchs; vgl. idg. *leuk-, *leuk̑-, Adj., V., licht, hell, leuchten, sehen, Pokorny 687 (1128/84) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Unze 2, DW 24, 2275, Duden s. u. Unze; Son.: vgl. nndl. onca, Sb., Unze (F.) (2); ne. ounce, N., Schneeleopard; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen sowie dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in Südamerika heimisches schon vormenschliches dem Leoparden sehr ähnliches Raubtier mit meist rötlich gelbem Fell mit schwarzen Ringelflecken und langem Schwanz; BM.: Luchs; F.: Unze, Unzen+FW; Z.: Unz-e
Unziale, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Unziale, eine Majuskelschrift; ne. uncial (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. ūnciālis, Adj., ein Zwölftel betragend, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. ūncia, F., Zwölftel, Längenmaß, Gewicht (N.) (1), (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ūnus, Adj., eins; idg. *e- (3), Pron., er, der, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Unziale, fehlt DW, Duden s. u. Unziale; Son.: vgl. nndl. unciaal, Sb., Unziale; nschw. uncial, Sb., Unziale; nnorw. uncial, Sb., Unziale; kymr. wnsial, F., Unziale; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte mittelalterliche Buchschrift aus gerundeten Großbuchstaben; BM.: eins; F.: Unziale, Unzialen+FW; Z.: U-n-z-i-al-e
$unzivilisiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.?): nhd. unzivilisiert, ungesittet, barbarisch; E.: s. un, s. zivilisier(en), s. t; L.: fehlt DW, EWD s. u. zivil; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus un und zivilisiert sowie mittelbar lat. civilis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ungesittet oder barbarisch; F.: unzivilisiert, unzivilisierte, unzivilisiertes, unzivilisiertem, unzivilisierten, unzivilisierter(, unzivilisiertere, unzivilisierteres, unzivilisierterem, unzivilisierteren, unzivilisierterer, unzivilisiertest, unzivilisierteste, unzivilisiertestes, unzivilisiertestem, unzivilisiertesten, unzivilisiertester)+EW+FW; Z.: un—zi-v-il-is-ier-t
$Unzucht, nhd., F., (10. Jh.?): nhd. Unzucht, Fehlen von Zucht, Fehlen von Sittlichkeit; E.: s. un, s. Zucht; L.: DW 24, 2306, EWD s. u. Zucht; GB.: (unzuht) vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus un und Zucht gebildete Bezeichnung für eine Verletzung der von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten Sittlichkeitsvorstellungen; F.: Unzucht+EW; Z.: Un—zu-ch-t
$unzüchtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. unzüchtig; E.: s. Unzucht, s. ig; L.: DW 24, 2311, EWD s. u. unzüchtig; GB.: seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. indisciplinatus aus Unzucht und ig gebildete Bezeichnung für die Verletzung der von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten Sittlichkeitsvorstellungen betreffend; F.: unzüchtig, unzüchtige, unzüchtiges, unzüchtigem, unzüchtigen, unzüchtiger(, unzüchtigere, unzüchtigeres, unzüchtigerem, unzüchtigeren, unzüchtigerer, unzüchtigst, unzüchtigste, unzüchtigstes, unzüchtigstem, unzüchtigsten, unzüchtigster)+EW; Z.: un—zü-ch-t-ig
$unzufrieden, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. unzufrieden, nicht zufrieden; E.: s. un, s. zufrieden; L.: DW 24, 2314, EWD s. u. Friede; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus un und zufrieden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nicht zufrieden oder für nicht in Frieden mit sich selbst lebend; F.: unzufrieden, unzufriedene, unzufriedenes, unzufriedenem, unzufriedenen, unzufriedener(, unzufriedenere, unzufriedeneres, unzufriedenerem, unzufriedeneren, unzufriedenerer, unzufriedenst, unzufriedenste, unzufriedenstes, unzufriedenstem, unzufriedensten, unzufriedenster)+EW; Z.: un—zu—frie-d-en
$Unzufriedenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Unzufriedenheit, fehlende Zufriedenheit; E.: s. unzufrieden, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. Friede; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus unzufrieden und heit gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Zustand der fehlenden Zufriedenheit; F.: Unzufriedenheit+EW; Z.: Un—zu—frie-d-en—hei-t
Update, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Update, Aktualisierung, Verbesserung; ne. update (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. update; E.: s. ne. update, N., Update, Aktualisierung; vgl. ne. up, Präp., auf, hinauf; ae. upp, Adv., auf, hinauf, aufwärts; ae. up, Präf., auf; germ. *ūp, *upp, *upa, Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); lat. datum, N., Gegebenes; vgl. lat. dare, V., geben; idg. *dō-, *də-, *deh₃-, V., geben, Pokorny 223 (345/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Update; Son.: vgl. nndl. update, Sb., Update; nschw. uppdatering, Sb., Update; nnorw. oppdatering, M., F., Update; poln. update, M., Update; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen sowie dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für Aktualisierung oder Verbesserung oder eine aktualisierte und verbesserte Version einer Software; BM.: auf; F.: Update, Updates+FW; Z.: Up-da-t-e
üppig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. üppig, überflüssig, in verschwenderischer Fülle vorhanden, füllig, überschwellend; ne. lush (Adj.), voluptuous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. üppic, Adj., unnütz, nichtig, leer, eitel; mnd. uppich, Adj., üppig; ahd. uppīg, ubbīg*, Adj., nichtig, eitel, leer, unnütz, bedeutungslos, müßig, vergeblich, überflüssig, zügellos; ahd. uppi* (1), ubbi*, Adj., nichtig, leer, eitel, übel, verderblich, schädlich; germ. *ubja-, *ubjaz, Adj., üppig, bösartig, hinausgehend über; idg. *upió (vgl. Kluge 807); vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. üppig, Kluge s. u. üppig, DW 24, 2339, EWD s. u. üppig, Duden s. u. üppig, Bluhme s. u. ueppig; Son.: vgl. nschw. yppig, Adj., üppig; nnorw. yppig, Adj., üppig; GB.: (uppīg) seit um 800 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in verschwenderischer Fülle vorhanden oder füllig, überschwellend; BM.: unten; F.: üppig, üppige, üppiges, üppigem, üppigen, üppiger(, üppigere, üppigeres, üppigerem, üppigeren, üppigerer, üppigst, üppigste, üppigstes, üppigstem, üppigsten, üppigster)+EW; Z.: üp-p-ig
$Üppigkeit, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Üppigkeit, Fülle; E.: s. üppig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. üppig, DW 24, 2348, EWD s. u. üppig; GB.: (uppīgheit) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. vanitas aus üppig und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt und der Erde angelegte Fülle; F.: Üppigkeit+EW; Z.: Üp-p-ig-kei-t
Ur, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ur, Auerochse; ne. aurochs; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ūr, st. M., sw. M., Auerochse; mhd. ūre, st. M., sw. M., Auerochse; mnd. ūr? (1), st. M., sw. M., Ur, Auerochse; ahd. ūr, st. M. (i)?, Auerochse, Ur; ahd. ūro, sw. M. (n), Auerochse, Ur; as. ur (2), Sb., u-Rune; as. *ūr?, st. M. (i?, u?), Ur, Auerochse; anfrk. -; germ. *ūrō-, *ūrōn, *ūra-, *ūran, sw. M. (n), Auerochse, Ur; vgl. idg. *ūr-, *au̯er-, Sb., Wasser, Harn, Regen, Pokorny 80; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ur, Kluge s. u. Ur, DW 24, 2353, Falk/Torp 32, Duden s. u. Ur, Bluhme s. u. Ur; Son.: das ausgestorbene Wort Auer wurde in dem 18. Jh. wiederbelebt als Ur; vgl. afries. -; ae. ūr (1), st. M. (a), Auerochs; an. ūrr, st. M. (u), Auerochse; got. -; nndl. oeros, Sb., Ur; nnorw. urokse, M., Ur; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den schon vormenschlichen und vermutlich in Indien vor 10000 Jahren von Menschen gezähmten inzwischen ausgestorbenen und auf eine vielleicht sieben Millionen Jahre alte Vorform zurückgehenden Auerochsen; BM.: benetzen; F.: Ur, Ures, Urs, Ure, Uren+EW; Z.: U-r
ur…, Ur…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. ur…, Ur…, vor…; ne. fore…; Vw.: s. -ahn, -bar, -ig, -kunde, -laub, -stände, -teil; Hw.: s. er…, urig; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. ur…, Präf., ur…; mnd. ōr…, Präf., ur…; ahd. ur…, Präf., ur…; as. ur…, Präf., ur…; germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. ur-, Kluge s. u. ur-, DW 24, 2355, Duden s. u. ur-, Bluhme s. u. ur-; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung zu einer Bildung von Verstärkungen oder um etwas an einem Anfang Liegendes anzuzeigen; BM.: aus; F.: ur...+EW; Z.: ur-
…ur, …üre, nhd., Partikel, F., (8. Jh.?): nhd. …ur, …üre; ne. …ure; Vw.: s. Akupunkt-, Apparat-, Appret-, Architekt-, Armat-, Bless-, Diktat-, Fig-, Fiss-, Frakt-, Garnit-, Glas-, Grav-, Imprimat-, Invent-, Investit-, Kandidat-, Karikat-, Klaus-, Kolorat-, Konjekt-, Konjunkt-, Kontrafakt-, Kont-, Korrekt-, Kreat-, Kult-, Las-, Legislat-, Ligat-, Literat-, Makulat-, Manufakt-, Mens-, Miniat-, Mixt-, Mont-, Nat-, Nomenklat-, Nuntiat-, Partit-, Polit-, Posit-, Prozed-, Ras-, Reparat-, Rupt-, Signat-, Skulpt-, Stat-, Strukt-, Tastat-, Temperat-, Tinkt-, Tons-, Tort-, Zäs-, Zens-; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; I.: Lw. lat. …ūra, frz. …ure; E.: s. frz. …ure, Suff., …ur, …üre; lat. …ūra, Suff., …ur, …üre; L.: Kluge s. u. -ur, Duden s. u. -ur; Son.: vgl. nndl. ...uur, Suff., …ur; nschw. …ur, Sb., Suff., …ur; nnorw. …ur, Sb., Suff., …ur; poln. …ura, Sb., Suff., …ur; lit. …ūra, Sb., Suff., …ur; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe für die Bildung von Substantiven aus anderen Substantiven oder Verben verwendete Bezeichnung; BM.: ?; F.: ...ur, ...uren, …üre, …üren+FW(+EW?); Z.: -ur
Urahn, Urahne, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Urahn, Urahne, Urgroßvater, Vorfahre; ne. foreear, ancestor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. urane, sw. M., Urahne; ahd. urano, sw. M. (n), Urgroßvater, Urahn, ältester Vorfahre; s. ahd. ur…, Präf., ur…; as. ur…, Präf., ur…; germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; ahd. ano, sw. M. (n), Ahne, Großvater, Vorfahr, Vorfahre; germ. *anō-, *anōn, sw. F. (n), Ahn; idg. *an- (1), Sb., Ahn, Pokorny 36 (69/69) (RB. idg. aus arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Urahn, Kluge s. u. Urahn, DW 24, 2359, EWD s. u. Ahn, Duden s. u. Urahn; GB.: (urano) seit 12. Jh. belegte und aus ur und Ahn oder Ahne gebildete sowie in der weiteren Herkunft teilweise ungeklärte Bezeichnung für den ältesten nachweisbaren Vorfahren eines Menschen in einem Stammbaum; BM.: aus; F.: Urahn, Urahns, Urahne, Urahnen+EW; Z.: Ur—ahn
$uralt, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. uralt, sehr alt; E.: s. ur, s. alt; L.: Kluge 1. A. s. u. uralt, DW 24, 2362; GB.: (uralt) seit um 765 belegte und aus ur und alt gebildete Bezeichnung für sehr alt; F.: uralt, uralte, uraltes, uraltem, uralten, uralter+EW; Z.: ur—al-t
Uran, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Uran, ein Schwermetall; ne. uranium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1781 (von dem Chemiker Martin Heinrich Klaproth Wernigerode 1743-Berlin 1817); E.: von dem Planeten Uranus, s. lat. Ūranus, M.=PN, Uranos; gr. Οὐρανός (Uranós), M.=PN, Uranos; vgl. gr. οὐρανός (uranós), M., Himmel, Himmelsgewölbe; vgl. idg. *u̯er- (2), Sb., Hohes, Knoten (M.), Blase, Pokorny 1151? (1993/69) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Uran, fehlt DW, EWD s. u. Uran, Duden s. u. Uran; Son.: vgl. nndl. uraan, Sb., Uran; frz. uranium, M., Uran; nschw. uran, N., Uran; nnorw. uran, N., Uran; poln. uran, M., Uran; kymr. wranwum, M., Uran; nir. úráiniam, M., Uran; lit. uranas, M., Uran; GB.: seit 1781 belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein radioaktives (1896 von Henri Becquerel als radioaktiv erkanntes) weiches und silberglänzendes als Kernbrennstoff und zu der Herstellung von Kernwaffen verwendetes sowie vor allem in Kanada und Australien und Kasachstan und Niger sowie Russland gefördertes Schwermetall (chemisches Element Nr. 92, abgekürzt U); BM.: PN (der Planet Uranus wurde etwa zu derselben Zeit entdeckt); F.: Uran, Urans+FW(+EW?); Z.: Uran
Uräusschlange, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Uräusschlange, afrikanische Hutschlange, Sonnensymbol in der Krone der ägyptischen Könige; ne. Uraeus snake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. gr. Lw.; E.: s. gr. οὐραῖος (uraios), Adj., zu dem Schwanz gehörig; vgl. gr. οὐρά (urá), F., Schwanz, Schweif; vgl. idg. *ers-, Sb., Hinterer, Schwanz, Pokorny 340 (497/78) (RB. idg. aus arm., gr., germ., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Schlange; L.: fehlt DW, Duden s. u. Uräusschlange; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine als Sonnensymbol in der Krone der altägyptischen von dreitausendvierhundert bis dreihundertfünfunddreißig v. Chr. herrschenden Könige verwendete Schlange; BM.: Schwanz, kriechen; F.: Uräusschlange, Uräusschlangen+FW+EW; Z.: Ur-äu-us—schla-ng-e
urban, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. urban, städtisch; ne. urban; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. urbānus; E.: s. lat. urbānus, Adj., zur Stadt gehörig, städtisch, Stadt..., (um 450 v. Chr.); vgl. lat. urbs, F., Stadt, Rom, Stadt Rom, Hauptstadt, Oberstadt, Stadtbewohner; Herkunft ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 838, Pokorny 444; L.: EWD s. u. urban, fehlt DW (ausgenommen PN), Duden s. u. urban; Son.: vgl. frz. urbain, Adj., urban; nschw. urban, Adj., urban; nnorw. urban, Adj., urban; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Stadt betreffend; BM.: Stadt; F.: urban, urbane, urbanes, urbanem, urbanen, urbaner(, urbanere, urbaneres, urbanerem, urbaneren, urbanerer, urbanst, urbanste, urbanstes, urbanstem, urbansten, urbanster)+FW(+EW?); Z.: urb-an
$urbanisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. urbanisieren, nach dem Vorbild der urbs Rom(a) erschließen oder gestalten oder verfeinern; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. urban, s. is, s. ieren; L.: fehlt DW, EWD s. u. urban; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus urban und is und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches nach dem Vorbild der urbs Rom(a) erschließen oder gestalten oder verfeinern; F.: urbanisieren, urbanisiere, urbanisierst, urbanisiert, urbanisierest, urbanisieret, urbanisierte, urbanisiertest, urbanisierten, urbanisiertet, ##urbanisiert, urbanisierte, urbanisiertes, urbanisiertem, urbanisierten, urbanisierter##, urbanisierend, ###urbanisierend, urbanisierende, urbanisierendes, urbanisierendem, urbanisierenden, urbanisierender###, urbanisier (!)+FW+EW; Z.: urb-an-is-ier-en
$Urbanität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Urbanität, Stadtleben, feine Lebensart; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. urban, s. i, s. tät; L.: fehlt DW, EWD s. u. urban; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für Bildung und Zivilisation nach dem Vorbild Roms; Z.: Urbanität; Z.: Urb-an-it-ät
urbar, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. urbar, zu landwirtschaftlicher Nutzung vorbereitet und geeignet; ne. arable; Vw.: -; Hw.: s. Urbar; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. ōrbār, Adj., nützlich, vorteilhaft; mnd. ōrbȫr, ȫrbȫr, ōrbaer, orbar, oerbȫr, M., N., F., Abgabe an den Grundherrn, Einkünfte, Ertrag, abgabepflichtige Güter, Grundstücke, Verzeichnis der grundherrlichen Einkünfte, Verzeichnis der Grundrenten; mhd. urbor (1), urbore, urbar, st. F., st. N., zinstragendes Grundstück, Zinsgut, Zinsgutzins, Rente, Einkünfte, Ertrag, Einnahme, Besitz, Besitztum, Grundbesitz, Reich; vgl. germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. urbar, fehlt DW 24, 2376? , EWD s. u. urbar, Duden s. u. urbar; GB.: seit 17. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zu landwirtschaftlicher Nutzung vorbereitet und geeignet; BM.: aus, tragen; F.: urbar, urbare, urbares, urbarem, urbaren, urbarer(, urbarere, urbareres, urbarerem, urbareren, urbarerer, urbarste, urbarstes, urbarstem, urbarsten, urbarster)+EW; Z.: ur-bar
Urbar, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Urbar, Güterverzeichnis; ne. urbarium; Vw.: -; Hw.: s. urbar; Q.: um 1120? (Millstädter Genesis); E.: mhd. urbor (1), urbore, urbar, st. F., st. N., zinstragendes Grundstück, Zinsgut, Zinsgutzins, Rente, Einkünfte, Ertrag, Einnahme, Besitz, Besitztum, Grundbesitz, Reich; mnd. ōrbȫr, ȫrbȫr, ōrbaer, orbar, oerbȫr, M., N., F., Abgabe an den Grundherren, Einkünfte, Ertrag, abgabepflichtige Güter, Grundstücke, Verzeichnis der grundherrlichen Einkünfte, Verzeichnis der Grundrenten; mnl. orbare, ōrbare, oorbare, orbore, orber, orbere, Sb., Urbar; vgl. germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Urbar, Kluge s. u. urbar, DW 24, 2374, EWD s. u. urbar, Duden s. u. Urbar; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein mittelalterliches Güterverzeichnis und Abgabenverzeichnis (großer Grundherrschaften); BM.: aus, tragen; F.: Urbar, Urbars, Urbare, Urbaren+EW; Z.: Ur-bar
$Urbild, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Urbild, Vorbild, ursprüngliches Bild; E.: s. Ur, s. Bild; L.: Kluge s. u. Urbild, DW 24, 2385, EWD s. u. Bild; GB.: seit 17. Jh. belegte und zunächst nach Archetypus aus Ur und Bild gebildete und dann für Original verwendete Bezeichnung für ein Vorbild oder ursprüngliches Bild; F.: Urbild, Urbildes, Urbilds, Urbilder, Urbildern+EW; Z.: Ur—bild
$Urenkel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Urenkel; E.: s. Ur. s. Enkel; L.: DW 24, 2403, EWD s. u. Enkel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Ur und Enkel gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches (männliches) Kind eines Enkels oder einer Enkelin eines Menschen; F.: Urenkel, Urenkels, Urenkeln+EW; Z.: Ur—en-k-el
$Urfehde, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Urfehde; E.: s. Ur, s. Fehde; L.: Kluge 1. A. s. u. Urahn, Kluge s. u. Urfehde, DW 24, 2409, EWD s. u. Fehde; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Ur und Fehde gebildete Bezeichnung für den durch Eid bekräftigten Verzicht auf Weiterführung wie Rache in einer sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen und später in gestimmte Verhaltensregeln gebrachten Fehde; F.: Urfehde, Urfehden+EW; Z.: Ur—feh-d-e
…urg, nhd., M, (15. Jh.?): nhd. …urg; ne. …urg; Vw.: s. Chir-, Dramat-(, Metall-); Hw.: s. …urgie; Q.: 15. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. lat. …ūrgus, Suff., …urg; vgl. gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. …urg, Suff., …urg; frz. …urge, Suff., …urg; nschw. …urg, Suff., …urg; nnorw. …urg, Suff., …urg; poln. …urg, Suff., …urg; lit. …urgas, Suff., …urg; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für einen Berufsträger wie einen Chirurgen oder einen Dramaturgen oder auch einen Metallurgen; BM.: wirken; F.: …urg, …urgen+FW; Z.: -urg
Urgenz, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Urgenz, Drängen, Dringlichkeit; ne. urgency; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. urgentia; E.: s. lat. urgentia, F., Drängendes, dringende Notwendigkeit, (4. Jh. n. Chr.); vgl. lat. urgēre, V., drängen, treiben, stoßen, treiben, belästigen; idg. *u̯reg-, V., stoßen, drängen, puffen, treiben, verfolgen, Pokorny 1181? (2040/116) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Urgenz; Son.: vgl. nndl. urgentie, Sb., Urgenz; frz. urgence, F., Urgenz; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (besondere) Dringlichkeit; BM.: drehen; F.: Urgenz, Urgenzen+FW; Z.: Urg-enz
…urgie, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. …urgie; ne. …urgy; Vw.: s. Chir-, (Dramat-,) Lit-, Metall-; Hw.: s. …urg; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. mnd. …urgia, Suff., …urgie; lat. …ūrgia, Suff., …urgie; vgl. gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung, Ausführung; idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); Son.: vgl. nndl. …urgie, Suff., …urgie; frz. …urgie, Suff., …urgie; nschw. …urgi, Suff., …urgie; nnorw. …urgi, Suff., …urgie; poln. …urgia, Suff., …urgie; lit. …urgija, Suff., …urgie; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für die Benennung von Fachgebieten; BM.: wirken; F.: …urgie, …urgien+FW; Z.: -urg-ie
$Urheber, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Urheber, Schöpfer (eines Werkes); E.: s. ur, s. heben; L.: Kluge 1. A. s. u. Urahn, Kluge s. u. Urahn, DW 24, 2435; GB.: seit Anfang 15. Jh. belegte und nach älterem urhab wohl nach lat. auctor und später auch frz. auteur aus ur und Heber gebildete Bezeichnung für den Schöpfer eines geistigen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Werkes wie beispielsweise eines Textes oder eines Wortes oder eines Bildes oder eines Tones; F.: Urheber, Urhebers, Urhebern+EW; Z.: Ur—heb-er
urig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. urig, urwüchsig, eigenartig; ne. quaint, rustic (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. ur…; Q.: 19. Jh.; E.: wohl von Bildungen wie uralt abgeleitet; s. germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. urig, DW 24, 2445, EWD s. u. ur-, Duden s. u. urig; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht nach uralt aus ur und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches urwüchsig oder eigenartig; BM.: aus; F.: urig, urige, uriges, urigem, urigen, uriger(, urigere, urigeres, urigerem, urigeren, urigerer, urigst, urigste, urigstes, urigstem, urigsten, urigster)+EW; Z.: ur-ig
Urin, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Urin, Harn; ne. urine; Vw.: -; Hw.: s. Urinal; Q.: 2. Viertel 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. lat. ūrīna; E.: lat. ūrīna, F., Harn, Urin, Same, Samen, (116-27 v. Chr.); s. idg. *ūr-, *au̯er-, Sb., Wasser, Harn, Regen (M.), Pokorny 80; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Urin, EWD s. u. Urin, DW 24, 2446, Duden s. u. Urin; Son.: vgl. nndl. urine, Sb., Urin; frz. urine, F., Urin; nschw. urin, Sb., Urin; nnorw. urin, M., Urin; kymr. wrin, M., Urin; GB.: seit 2. Viertel 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den seit ihrer Entstehung als Folge von Verdauung und Stoffwechsel von höheren tierischen Lebewesen ausgeschiedenen Harn; BM.: fließen; F.: Urin, Urins, Urine, Urinen+FW(+EW?); Z.: U-r-in
Urinal, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Urinal, Harnglas, Pissoir; ne. urinal; Vw.: -; Hw.: s. Urin; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); E.: s. mhd. urināl, st. N., Harnglas; mnd. urināl, ōrgēnāl, orgenāl, N., Urinal, Harnglas, gläserner Urinbehälter; mlat. urinale, N., Harnglas; lat. ūrīnālis, Adj., zum Harn gehörig, Harn treibend, Harn..., Urin...; vgl. lat. ūrīna, F., Harn, Urin, Same; idg. *ūr-, *au̯er-, Sb., Wasser, Harn, Regen (M.), Pokorny 80; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: WW 24, 2449, Duden s. u. Duden; Son.: vgl. nschw. urinal, Sb., Urinal; nnorw. urinal, N., Urinal; nir. úirinéal, M., Urinal; GB.: seit nach 1231 belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes Gefäß zu dem Auffangen des Urins bei Männern; BM.: fließen; F.: Urinal, Urinals, Urinale, Urinalen+FW(+EW?); Z.: U-r-in-al
$urinieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. urinieren, harnen, Wasser lassen; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. mlat. ūrīnāre; L.: DW 24, 2449, EWD s. u. Urin,; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für harnen oder Wasser lassen; F.: urinieren, uriniere, urinierst, uriniert, urinierest, urinieret, urinierte, uriniertest, urinierten, uriniertet, ##uriniert, urinierte, uriniertes, uriniertem, urinierten, urinierter##, urinierend, ###urinierend, urinierende, urinierendes, urinierendem, urinierenden, urinierender###, urinier (!)+FW(+EW); Z.: u-r-in-ier-en
Urkunde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Urkunde, amtliches Schriftstück, Dokument; ne. charter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. urkünde (1), urkunde, orkunde, orkunt, orchunde, st. F., st. N., sw. F., sw. N., Urkunde, Zeugnis, schriftliches Zeugnis, Zeichen, Beweis, Nachweis; mnd. ōrkünde (1), ōrkunde, ōrkonde, oirkunde, ōrkunt, ōkunne, ȫrkunde, ōrekunde, F., Urkunde, Auskunft, Nachricht, Erklärung, Bestätigung, Beurkundung, Deklaration als rechtskräftiges Dokument, Beweis vor Gericht; mnl. orconde, F., Urkunde; ahd. urkundi*, st. N. (ja), Zeugnis, Beweis, Gebot, Bund; ahd. urkunda* (1), st. F. (ō), Zeugnis, Bezeugung; ahd. urkundī*, urkundīn*, st. F. (ī), Zeugnis, Beglaubigung, Bezeugung, Beweis; germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; germ. *kunþa- (1), *kunþaz, Adj., bekannt; s. idg. *g̑en- (2), *g̑enə-, *g̑nē-, *g̑nō-, *g̑enh₃-, *g̑neh₃-, *g̑noh₃-, g̑n̥h₃-, V., erkennen, kennen, Pokorny 376 (548/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Urkunde, Kluge s. u. Urkunde, DW 24, 2455, Duden s. u. Urkunde; Son.: vgl. nndl. oorkonde, Sb., Urkunde; GB.: (urkundi) seit Ende 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Schrift durch Menschen mögliches Schriftstück durch das etwas aufgezeichnet oder beglaubigt oder bestätigt wird; BM.: aus, kennen; F.: Urkunde, Urkunden+EW; Z.: Ur-kun-d-e
$urkunden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. urkunden, eine Urkunde anfertigen; Vw.: s. be-; E.: s. Urkunde, s. n; L.: Kluge s. u. Urkunde, DW 24, 2462; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Urkund(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Schrift durch den Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Urkunde anfertigen; F.: urkunden (!), urkunde (!), urkundest, urkundet, urkundete, urkundetest, urkundeten, urkundetet, geurkundet, ##geurkundet, geurkundete, geurkundetes, geurkundetem, geurkundeten, geurkundeter##, urkundend, ###urkundend, urkundende, urkundendes, urkundendem, urkundenden, urkundender###, urkund (!)+EW; Z.: ur-kun-d-en
$urkundlich, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. urkundlich; E.: s. Urkund(e), s. lich; L.: Kluge s. u. Urkunde, DW 24, 2463, EWD s. u. Urkunde; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und aus Urkund(e) und lich gebildete Bezeichnung für eine Urkunde betreffend; F.: urkundlich, urkundliche, urkundliches, urkundlichem, urkundlichen, urkundlicher+EW; Z.: ur-kun-d-lich
Urlaub, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Urlaub, Erlaubnis, Abschied; ne. holyday (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. urloup, st. M., st. N., Erlaubnis, Erlaubnis zu gehen, Genehmigung, Abschied, Verabschiedung; mnd. ōrlōf (1), ȫrlōf, ōrloef, ōrloph, oerlōf, oͤrlōf, oirlōf, ohrlōf, ōrlof, ūrlauf, N., Erlaub?, Zustimmung, Genehmigung, Erlaubnis sich zu entfernen, Verabschiedung, Entlassung aus einem Arbeitsverhältnis, Kündigung, Abschied; mnl. orlof, oorlof, M., Erlaubnis?; ahd. urloub*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Erlaubnis, Genehmigung, Billigung, Urlaub, Abschied von, Entlassung; as. orlôf*, urlôf*, st. M. (a), Urlaub, Erlaubnis; germ. uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; germ. lauba, Sb., Erlaubnis, Billigung, Genehmigung; vgl. idg. *leubʰ-, V., Adj., gernhaben, begehren, lieb, Pokorny 683? (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Urkunde, Kluge s. u. Urlaub, DW 24, 2466, EWD s. u. Urlaub, Falk/Torp 376, Duden s. u. Urlaub; Son.: vgl. nndl. verlof, Sb., Urlaub; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine dienstfreie (und von dem Arbeitgeber bezahlte) Zeit des mit der Arbeitsteilung oder Arbeitsdifferenzierung allmählich entstehenden Arbeitnehmers; BM.: Erlaubnis sich zu entfernen bzw. aus, lieb; F.: Urlaub, Urlaubs, Urlaubes, Urlaube, Urlauben+EW; Z.: Ur-laub
$urlauben, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. urlauben, Urlaub machen, Urlaub nehmen; Vw.: s. be-; E.: s. Urlaub, s. en (Suff.); L.: DW 24, 2477; GB.: seit um 1200 belegte und aus Urlaub und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für erlauben oder Urlaub nehmen des mit der Arbeitsteilung oder Arbeitsdifferenzierung allmählich entstehenden Arbeitnehmers; F.: urlauben (!), urlaube (!), urlaubst, urlaubt, urlaubest, urlaubet, urlaubte, urlaubtest, urlaubten, urlaubtet, geurlaubt, ##geurlaubt##, urlaubend, ###urlaubend, urlaubende, urlaubendes, urlaubendem, urlaubenden, urlaubender###, urlaub (!)+EW; Z.: ur-laub-en
$Urlauber, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Urlauber; E.: s. Urlaub, s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Urlaub, DW 24, 2477, EWD s. u. Urlaub; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Urlaub und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen während eines Urlaubs Reisenden und sich dadurch Erholenden; F.: Urlauber, Urlaubers, Urlaubern+EW; Z.: Ur-laub-er
Urne, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Urne, Gefäß zu der Aufbewahrung von Leichenbrand, Wahlurne; ne. urn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1285 (Urkunde); E.: mhd. ürn, urn, F., Flüssigkeitsmaß, Urne, Krug (M.) (1); lat. ūrna, *urcna, F., Wassergeschirr, Wasserkrug, Topf, Krug (M.) (1), Urne, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ūrceus, M., Krug (M.) (1); gr. ὕρχη (hýrchē), F., irdenes Gefäß zu einem Einsalzen von Fischen; weitere Herkunft unklar, Entlehnung aus einer Mittelmeersprache; L.: Kluge s. u. Urne, DW 24, 2487, EWD s. u. Urne, Duden s. u. Urne, Bluhme s. u. Urne; Son.: vgl. nndl. urn, Sb., Urne; frz. urne, F., Urne; nschw. urna, Sb., Urne; nnorw. urne, M., F., Urne; poln. urna, F., Urne; kymr. wrn, M., Urne; lit. urna, F., Urne; GB.: seit 1285 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sachlich schon seit der Jungsteinzeit zwischen 10000 und 2000 v. Chr. von Menschen entwickeltes und zu einer Aufbewahrung von Leichenbrand verwendetes Gefäß aus Ton (M.) (1); BM.: ?; F.: Urne, Urnen+FW(+EW?); Z.: Urn-e
Urologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Urologie, Wissenschaft von den Krankheiten der Harnorgane; ne. urology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. οὖρον (uron), N., Urin, Harn; idg. *u̯ers-, Sb., Regen (M.), Tau (M.), Pokorny 81; vgl. idg. *u̯er- (10), *u̯ēr-, V., Sb., fließen, Fluss, Wasser, Regen (M.), Pokorny 1165; idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Urologie; Son.: vgl. nndl. urologie, Sb., Urologie; frz. urologie, F., Urologie; nschw. urologi, Sb., Urologie; nnorw. urologi, M., Urologie; kymr. wroleg, F., Urologie; poln. urologia, F., Urologie; lit. urologija, F., Urologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und betriebene Wissenschaft von den Krankheiten der Harnorgane; BM.: fließen, sammeln; F.: Urologie+FW(+EW?); Z.: Ur-o—log-ie
$Ursache, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Ursache, Herkunft, Grund, Ursprung; E.: s. ur, s. Sache; L.: Kluge 1. A. s. u. Urkunde, Kluge s. u. Ursache, DW 24, 2502, EWD s. u. Ursache; GB.: (ursache) seit 1. Hälfte 15. Jh. belegte und aus ur und Sache gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Grund oder Ursprung eines Verhaltens oder Geschehens; F.: Ursache, Ursachen+EW; Z.: Ur—sach-e
$Ursprung, nhd., F., (9. Jh.?): nhd. Ursprung. Herkunft, Grund, Ursache; E.: s. ur, s. Sprung; L.: Kluge 1. A. s. u. Urkunde, Kluge s. u. Ursprung, DW 24, 2538, EWD s. u. Ursprung; GB.: (ursprinc) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ur und spring(en) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung der Welt mögliche Herkunft oder den Grund oder die Ursache einer Gegebenheit; F.: Ursprung, Ursprünge, Ursprüngen+EW; Son.: ursprunc vor elfhundertneunzig; Z.: Ur—s-prung
$ursprünglich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. ursprünglich, Ursprung betreffend; E.: s. Ursprung, s. lich; L.: Kluge s. u. Ursprung, DW 24, 2546, EWD s. u. Ursprung; GB.: (ursprinclich) seit 14. Jh. belegte und aus Ursprung und lich gebildete Bezeichnung für den seit Entstehung der Welt möglichen Ursprung oder Anfang einer Gegebenheit betreffend; F.: ursprünglich, ursprüngliche, ursprüngliches, ursprünglichem, ursprünglichen, ursprünglicher(, ursprünglichere, ursprünglicheres, ursprünglicherem, ursprünglicheren, ursprünglicherer, ursprünglichst, ursprünglichste, ursprünglichstes, ursprünglichstem, ursprünglichsten, ursprünglichster)+EW; Son:. ursprunclich vor dreizehnhundertsechsundzwanzig; Z.: ur—s-pr-üng—lich
$Ursprünglichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ursprünglichkeit, Einfachheit, Natürlichkeit; E.: s. ursprünglich, s. keit, s. heit; L.: DW 24, 2546, EWD s. u. Ursprung; GB.: (ursprunclīcheit) vielleicht seit 1. Drittel 14. Jh. belegte und aus ursprünglich und keit gebildete Bezeichnung für Einfachheit oder Natürlichkeit einer Gegebenheit; F.: Ursprünglichkeit, Ursprünglichkeiten+EW; Z.: Ur—s-pr-üng—lich—kei-t
Urstände, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Urstände, Auferstehung; ne. resurrection; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 11. Jh. (Notkerglossator); E.: mhd. urstende, urstente, erstende, st. F., st. N., Auferstehung, Entstehung, Erstehen; ahd. urstentī*, st. F. (ī), Auferstehung; ahd. urstenti*, st. N. (ja), Auferstehung; s. germ. *uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; germ. *standan, st. V., stehen; idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Urstände, DW 24, 2555; Son.: heute nur mehr in der Redewendung fröhliche Urstände feiern; GB.: (urstentī) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und wohl als Lehnübertragung von lat. resurrectio gebildete Bezeichnung für eine aus der von bisherigen übereinstimmenden Erfahrung geprägten Sicht des Menschen völlig unverständliche Auferstehung eines Toten wie beispielsweise Christi in der jüdisch-christlichen Religion; F.: Urstände, Urständen+EW; Z.: Ur—stä-n-d-e
Ürte, nhd. (ält.-dial.), F., (13. Jh.): nhd. Ürte, Zeche, Wirtshausrechnung; ne. bill (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1293 (Martina); E.: mhd. ürte, urte, sw. F., st. F., Wirtschaftsrechnung, Zeche, Wirtshaus, Wirtshausgesellschaft, Zechgelage, Gesellschaft, Gemeinde; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Ürte, DW 24, 2562; Son.: ?; GB.: (ürte) seit um 1293 belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen sachlich wohl seit der Entstehung der Geldwirtschaft in den Hochkulturen des Altertums an den Gastgeber zu bezahlende Zeche; BM.: ?; F.: Ürte, Ürten+EW; Z.: Urt-e
Urteil, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Urteil, richterliche Entscheidung, Einschätzung; ne. verdict; Vw.: -; Hw.: s. Ordal; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. urteil, st. F., st. N., Urteil, Entscheidung, Anspruch; mhd. urteile, st. N., st. F., Urteil, Meinung, Entscheidung; mnd. ōrdēl, ōrdeil, ōrdēil, ōrdeel, oerdēl, ȫrdēl, ōrdēle, ōrdēile, ōrdeile, N., F., Urteil, Rechtsauskunft, Rechtsgang; mnl. oordeel, ordeel, N., Urteil; ahd. urteil, st. M. (a)?, st. N. (a), st. F. (i), Urteil, gerechtes Urteil, Beurteilung, Entscheidung, Bestimmung, Gericht (N.) (1); ahd. urteilī*, st. F. (ī), Urteil; ahd. urteila, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Urteil, Beschluss, Meinung; as. urdêli*, st. N. (ja), Urteil, Gericht (N.) (1); germ. uz, Präf., aus..., heraus...; weitere Herkunft ungeklärt; mhd. teil (1), tēl, deil, st. N., st. M., Teil, Stück, Hälfte, Anteil, Besitz, Teilen, Teilung, Fülle, Seite, Partei, Bereich, Gebühr; mnd. dēl, deil, N., M., Teil, Anteil, Part, Grubenanteil, Schiffsanteil; ahd. teil (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a), Teil, Anteil, Stück, Seite; as. dêl (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a)?, Teil, Anteil; anfrk. deil, st. M. (a?, i?), Teil; germ. *daila-, *dailaz, st. M. (a), Teil; germ. *daila-, *dailam, st. N. (a), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. M. (i), Teil; germ. *daili-, *dailiz, st. F. (i), Teil; idg. *dəilo-, Sb., Teil, Pokorny 175?; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Urtel, Kluge s. u. Urteil, DW 24, 2569 (Urtheil), EWD s. u. Urteil, Duden s. u. Urteil; Son.: vgl. nndl. oordeel, Sb., Urteil; ne. ordeal, N., Ordal, Gottesurteil; GB.: (urteili) seit vor 743 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und teilweise in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche einen Rechtsstreit zwischen zwei Beteiligten (in einer Instanz ganz oder teilweise) abschließende Entscheidung eines Dritten oder mehrerer Dritter; BM.: aus, teilen; F.: Urteil, Urteils, Urteiles, Urteile, Urteilen+EW; Z.: Ur—tei-l
$urteilen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. urteilen, Entscheidung erteilen, Entscheidung treffen, Entscheidung fällen; E.: s. Urteil, s. en; Vw.: s. ab-, be-, ver-; L.:, DW 24, 2569 (urtheilen), EWD s. u. Urteil; GB.: (urteilen) seit 1140/1150 belegte und aus Urteil und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches in einem Streit zweier Beteiligter durch einen oder mehrere Dritte eine Entscheidung erteilen oder treffen oder fällen; F.: urteilen (!), urteile (!), urteilst, urteilt, urteilest, urteilet, urteilte, urteiltest, urteilten, urteiltet, geurteilt, ##geurteilt, geurteilte, geurteiltes, geurteiltem, geurteilten, geurteilter##, urteilend, ###urteilend, urteilende, urteilendes, urteilendem, urteilenden, urteilender###, urteil (!)+EW; Z.: ur—tei-l-en
$Urteilskraft, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Urteilskraft, Urteilsvermögen, Beurteilungsvermögen; E.: s. Urteil, s. s, s. Kraft; L.: DW 24, 2584 (Urtheilskraft), EWD s. u. Urteil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Urteil und s und Kraft gebildete Bezeichnung für das seit Entstehung des Menschen nach dem Vorbild von Tieren mögliche Urteilsvermögen oder Beurteilungsvermögen; F.: Urteilskraft, Urteilskräfte, Urteilskräften+EW; Z.: Ur—tei-l-s—kra-f-t
$Urteilsvermögen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Urteilsvermögen, Beurteilungsvermögen, Urteilskraft; E.: s. Urteil, s. s, s. Vermögen; L.: DW 24, 2584 (Urtheilsvermögen), EWD s. u. Urteil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Urteil und s und Vermögen gebildete Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen nach dem Vorbild von Tieren mögliche Urteilskraft; F.: Urteilsvermögen, Urteilsvermögens+EW; Z.: Ur—tei-l-s—ver—mög-en
$Urteilung, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Urteilung, Erteilung eines Urteils, Entscheidung; E.: s. urteil(en), s. ung; Vw.: s. Ab-, Be-, Ver-; L.: DW 24, 2593 (Urtheilung); GB.: seit 14. Jh. belegte und aus urteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich schon früher mögliche Erteilung einer Entscheidung; F.: Urteilung, Urteilungen+EW; Z.: Ur—tei-l-ung
$urwüchsig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. urwüchsig, rein, gewachsen, unverfälscht; E.: s. ur, s. Wuchs, s. ig; L.: DW 24, 2611, EWD s. u. Wuchs; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus ur und Wuchs und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches rein oder gewachsen oder unverfälscht; F.: urwüchsig, urwüchsige, urwüchsiges, urwüchsigem, urwüchsigen, urwüchsiger+EW; Z.: ur—wüch-s-ig
User, nhd., M., (20. Jh.): nhd. User, Anwender, Computernutzer, eine Einrichtung der künstlichen Intelligenz; ne. user; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 20. Jh.; I.: Lw. ne. user; E.: s. ne. user, M., User, Konsument; vgl. ne. use, V., gebrauchen; afrz. user, V., gebrauchen; vgl. lat. ūtī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. User; Son.: vgl. nir. úsáideoir, M., User; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit einen Computer oder elektronischen Rechner nutzenden Menschen oder eine Einrichtung der künstlichen Intelligenz; BM.: gebrauchen bzw. gehen; F.: User, Users, Usern+FW; Z.: Us-er
usuell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. usuell, gebräuchlich, üblich; ne. usual; Vw.: -; Hw.: s. Usus; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. usuel; E.: s. frz. usuel, Adj., usuell, gebräuchlich; lat. ūsuālis, Adj., zum Gebrauch dienlich, gewöhnlich, für den täglichen Bedarf seiend, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. ūtī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Usus, fehlt DW, EWD s. u. Usus, Duden s. u. usuell; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit seiner Entstehung für den Menschen gebräuchlich oder üblich; BM.: gehen; F.: usuell, usuelle, usuelles, usuellem, usuellen, usueller(, usuellere, usuelleres, usuellerem, usuelleren, usuellerer, usuellst, usuellste, usuellstes, usuellstem, usuellsten, usuellster)+FW(+EW?); Z.: u-s-u-ell
$Usurpation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Usurpation, Gewaltergreifung, Machtergreifung; E.: s. lat. usurpatio; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. lat. ūsurpātio; L.: fehlt DW, EWD s. u. usurpieren; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche (rechtlose) Gewaltergreifung, Machtergreifung; F.: Usurpation, Usurpationen+FW+EW; Z.: U-s-urp-at-io-n
$Usurpator, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Usurpator, Gewalt Ergreifender; E.: s. lat. ūsurpātor; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. ūsurpātor; L.: fehlt DW, EWD s. u. usurpieren; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen (rechtlos) Gewalt Ergreifenden; F.: Usurpator, Usurpators, Usurpatoren+FW; Z.: U-s-urp-at-or
usurpieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. usurpieren, unrechtmäßig an sich nehmen, unrechtmäßig die Gewalt an sich ziehen; ne. usurp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. ūsūrpāre; E.: s. lat. ūsūrpāre, V., gebrauchen, ausüben, ausführen, vollführen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. ūtī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. rapere, V., raffen, an sich raffen, erraffen, aufraffen, entraffen; idg. *rep-, *Hrep-, V., reißen, raffen, Pokorny 865 (1511/34) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. usurpieren, fehlt DW, EWD s. u. usurpieren, Duden s. u. usurpieren; Son.: vgl. nndl. usurperen, V., usurpieren; frz. usurper, V., usurpieren; nschw. usurpera, V., usurpieren; nnorw. usurpere, V., usurpieren; poln. uzurpować, V., usurpieren; lit. uzurpuoti, V., usurpieren; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und des Rechtes mögliches (widerrechtlich) die Gewalt an sich ziehen; BM.: gehen, reißen; F.: usurpieren, usurpiere, usurpierst, usurpiert, usurpierest, usurpieret, usurpierte, usurpiertest, usurpierten, usurpiertet, ##usurpiert, usurpierte, usurpiertes, usurpiertem, usurpierten, usurpierter##, usurpierend, ###usurpierend, usurpierende, usurpierendes, usurpierendem, usurpierenden, usurpierender###, usurpier (!)+FW+EW; Z.: u-s-urp-ier-en
Usus, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Usus, Brauch, Gewohnheit; ne. use (N.), custom (N.); Vw.: s. Ab-; Hw.: s. usuell; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ūsus; E.: s. lat. ūsus, M., Benutzung, Gebrauch, Anwendung, Verwendung, Verkehr, Ausübung, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. ūtī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Usus, fehlt DW, EWD s. u. Usus, Duden s. u. Usus; Son.: vgl. nndl. usus, Sb., Usus; frz. usage, M., Gebrauch; nnorw. usus, M., Usus; poln. usus, M., Usus; lit. uzusas, M., Usus; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl nach natürlichem Vorbild seit Entstehung des Menschen mögliche Gewohnheit; BM.: gehen; F.: Usus+FW; Z.: U-s-us
Utensil, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Utensil, Nutzungsgegenstand, Gegenstand; ne. utensil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. ūtēnsilia; E.: s. lat. ūtēnsilia, N. Pl., brauchbare Dinge; lat. ūtēnsilium, N., brauchbares Ding, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. ūtī, V., Gebrauch machen, gebrauchen, anwenden; idg. *itā, V., gehen, Pokorny 293?; s. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Utensilien, fehlt DW, EWD s. u. Utensilien, Duden s. u. Utensil; Son.: vgl. nndl. utensil, Sb., Utensil; frz. ustensile, M., Utensil; nschw. utensilier, Sb. Pl., Utensilien; nnorw. utensilier, Sb. Pl., Utensilien; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit ihrer Entstehung für einen bestimmten Zweck benutzten und vielleicht auch benötigten Gegenstand; BM.: gehen; F.: Utensil, Utensils, Utensilien+FW(+EW); Z.: U-t-ens-il
Uterus, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Uterus, Gebärmutter; ne. uterus, N., Gebärmutter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. lat. uterus; E.: s. lat. uterus, M., Bauch, Leib, Unterleib, Mutterleib, Gebärmutter, Geburt, Gebären, (um 250-184 v. Chr.); idg. *udero-, *u̯ēdero-, Sb., Bauch, Gebärmutter, Pokorny 1104 (1921/4) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Uterus, Duden s. u. Uterus; Son.: vgl. nndl. uterus, Sb., Uterus; frz. utérus, M., Uterus; nschw. uterus, Sb., Uterus; nnorw. uterus, M., Uterus; kymr. wterws, M., Uterus; nir. útaras, Sb., Uterus; GB.: vielleicht seit dem 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die seit Entstehung des Menschen nach tierischem Vorbild vorhandene Gebärmutter (der Frau); BM.: Bauch bzw. Gebärmutter; F.: Uterus, Uteri+FW; Z.: Uter-us
Utopie, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Utopie, Idealbild, Wunschtraum; ne. utopia; Vw.: -; Hw.: s. Dystopie, Topos; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. utopia; E.: s. ne. utopia, F., Utopia; frz. utopie, F., Utopie; neoklassische Bildung zu gr. οὐ (u), οὐκ (uk), οὐχ (uch), Adv., nicht; dessen Herkunft ungeklärt; gr. τόπος (tópos), M., Ort, Stelle; idg. *top-, Sb., V., Ort, gelangen, treffen, Pokorny 1088 (1883/60) (RB. idg. aus gr., kelt.?, germ.?, balt.); L.: Kluge s. u. Utopie, fehlt DW, EWD s. u. Utopie, Duden s. u. Utopie; Son.: vgl. nndl. utopie, Sb., Utopie; nschw. utopi, Sb., Utopie; nnorw. utopi, M., Utopie; poln. utopia, F., Utopie; kymr. wtopia, iutopia, F., Utopie; nir. útóipe, F., Utopie; poln. utopija, F., Utopie; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen und Französischen aufgenommene sowie aus dem Griechischen des Altertums 1516 gebildete Bezeichnung für einen nicht durchführbar erscheinenden Plan; BM.: nicht, Ort, erstmals verwendet von Thomas Morus in seinem 1516 erschienenen Roman De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia; F.: Utopie, Utopien+FW(+DW?); Z.: U-top-ie
$utopisch, nhd., Adj., Adv. (17. Jh.): nhd. utopisch, nur in der Vorstellung von Menschen bestehend, wirklichkeitsfremd; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. Utop(ie), s. (i)sch; L.: Kluge s. u. Utopie, fehlt DW, EWD s. u. Utopie; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. aus Utop(ie) und isch gebildete Bezeichnung für nur in der Vorstellung von Menschen bestehend und damit wirklichkeitsfremd; F.: utopisch, utopische, utopisches, utopischem, utopischen, utopischer(, utopischere, utopischeres, utopischerem, utopischeren, utopischerer, utopischst, utopischste, utopischstes, utopischstem, utopischsten, utopischster)+FW+EW; Z.: u-top-isch
$Utopist, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Utopist, Anhänger einer Utopie; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Utopi(e), s. (i)st; L.: fehlt DW, EWD s. u. Utopie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Utop(ie und) ist gebildete Bezeichnung für einen Anhänger einer Utopie; F.: Utopist, Utopisten+FW(+EW); Z.: U-top-ist
$utopistisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. utopistisch, eine Utopie oder einen Utopisten betreffend; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Utopist, s. isch; L.: fehlt DW, EWD s. u. Utopie; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Utopist und isch gebildete Bezeichnung für einen Utopisten betreffend; F.: utopistisch, utopistische, utopistisches, utopistischem, utopistischen, utopistischer+FW(+EW); Z.: u-top-ist-isch
uzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. uzen, necken; ne. tease (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft unklar, wohl von einem Utz, M., einfältiger Mensch, Trunkenbold; vielleicht eine Kurzform des PN Ulrich, in der Bedeutung einfältiger Mensch; von altdeutsch Udalrich; s. germ. *ōþala-, *ōþalam, st. N. (a), Odal, Erbgut, Erbbesitz, Landgut, o-Rune; idg. *ā̆tos, *atta, M., F., Vater, Mutter, Pokorny 71 (118/118) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., germ., slaw., heth.); germ. *reiki-, *reikiz, Adj., mächtig, reich; s. germ. *rīkja-, *rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. uzen, Kluge s. u. uzen, EWD s. u. uzen, DW 24, 2618, Duden s. u. uzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus einem PN (Ulrich?) und en (Suff.) gebildete sowie in der Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon früher unter Menschen mögliches durch Bemerkungen oder Anspielungen einen Scherz mit einem Menschen treiben; BM.: PN? in Analogie von hänseln zu Hans; F.: uzen, uze, uzst, uzt, uzest, uzet, uzte, uztest, uzten, uztet, geuzt, ##geuzt, geuzte, geuztes, geuztem, geuzten, geuzter##, uzend, ###uzend, uzende, uzendes, uzendem, uzenden, uzender###, uz (!)+EW; Z.: uz-en
v, V, nhd., N.: nhd. v, V; ne. v (letter); Q.: ?; I.: Lw. lat. v; E.: s. lat. v, Buchstabe v; gebildet aus verschiedenen Buchstaben mit der Bedeutung u und v sowie w; die Bedeutung des Buchstabens in dem protosemitischen Alphabet ist unbekannt; L.: DW 25, 1, Duden s. u. V; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben v des lateinischen Alphabets; BM.: ?; F.: v, vs, V, Vs+FW; Z.: V
Vabanque, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. Vabanque, es gilt die Bank, es geht um die Bank; Hw.: s. Vabanquespiel; E.: s. frz. va banque; L.: fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für es geht um die Bank
Vabanquespiel, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Vabanquespiel, Wagnis, Verhalten mit großem Wagnis; ne. risky game; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: z. T. frz. Lw.; E.: das Wort ist zusammengerückt aus frz. va banque (spielen), V., um die gesamte Bank spielen oder alles auf das Spiel setzen; s. frz. va banque, V., es geht um die Bank; s. nhd. Bank, Spiel; L.: Kluge s. u. Vabanquespiel, fehlt DW, Duden s. u. Vabanquespiel; Son.: vgl. nnorw. va banque, Adv., va banque, es geht um die Bank; poln. gra va banque F., Vabanquespiel; GB.: seit dem (18. Jh.) belegte und teilweise aus dem Französischen aufgenommene sowie mittelbar mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in dem Rahmen des Kartenspiels Pharo entwickeltes und verwendetes Verhalten mit großem Wagnis; BM.: um die gesamte Bank spielen; F.: Vabanquespiel, Vabanquespieles, Vabanquespiels, Vabanquespiele, Vabanquespielen+FW+EW; Z.: Va-banqu-e—spiel
Vademekum, Vademecum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Vademekum, Vademecum, Lehrbuch, Handbuch, Taschenbuch, Ratgeber; ne. handbook, vade mecum; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. vāde mēcum; E.: zusammengerückt aus lat. vāde mēcum, V., geh mit mir; vgl. lat. vādere, V., wandern, schreiten, gehen, losgehen; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, V., gehen, schreiten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); lat. me, Pers.-Pron., mich; idg. *me- (1), Pron., meiner, mir, mich, Pokorny 702 (1162/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. cum, con, Präp., mit, samt; idg. *kom, Präp., Präf., neben, bei, mit, entlang, Pokorny 612 (957/189) (RB. idg. aus gr., ill., alb., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Vademekum, fehlt DW, Duden s. u. Vademekum; Son.: vgl. nndl. vademecum, Sb., Vademekum; frz. vade-mecum, M., Vademekum; ndän. vademecum, Sb., Vademekum; nnorw. vademekum, N., Vademekum; poln. wademekum, M., Vademekum; lit. vademekumas, M., Vademekum; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Leitfaden in Form eines kleinen und deswegen leicht überallhin mitnehmbaren Buches oder Handbuchs oder Taschenbuchs; BM.: geh mit mir; F.: Vademekum, Vademekums, Vademecum, Vademecums+FW(+EW?); Z.: Vad-e-me-kum
vag, nhd., Adj.: nhd. vag; Vw.: s. vage
Vagabund, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vagabund, Landstreicher, wohnsitzloser und damit weniger leicht greifbarer und verlässlicher Mensch; ne. vagabond (M.); Vw.: -; Hw.: s. vagabundieren, Vagant, vage; Q.: um 1600; I.: Lw. frz. vagabond; E.: s. frz. vagabond, M., Vagabund, Landstreicher; lat. vagābundus, Adj., umherschweifend, unstet, (1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vagārī, V., umherschweifen, umherstreifen, umherziehen, unstet sein (V.); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Vagabund, DW 25, 5, EWD s. u. Vagabund, Duden s. u. Vagabund; Son.: vgl. nndl. vagabond, Sb., Vagabund; nschw. vagabond, Sb., Vagabund; nnorw. vagabond, M., Vagabund; poln. wagabunda, M., Vagabund; GB.: seit um 1600 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen nach der allgemeinen Entwicklung der Sesshaftigkeit des Menschen ohne festen Wohnsitz umherziehenden und damit auch weniger leicht greifbaren und weniger verlässlichen Menschen; BM.: gebogen sein (V.); F.: Vagabund, Vagabunden+FW(+EW?); Z.: Vag-ab-und
vagabundieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vagabundieren, (ohne festes Ziel) umherziehen, umherstreifen; ne. stray (V.), tramp (V.), vagabond (V.); Vw.: -; Hw.: s. Vagabund, Vagant, vage; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. vagabonder; E.: s. frz. vagabonder, V., vagabundieren, herumziehen; vgl. frz. vagabond, M., Vagabund, Landstreicher; lat. vagābundus, Adj., umherschweifend, unstet, (1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vagārī, V., umherschweifen, umherstreifen, umherziehen, unstet sein (V.); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Vagabund, fehlt DW, EWD s. u. Vagabund, Duden s. u. vagabundieren; Son.: vgl. nnorw. vagabondere, V., vagabundieren; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für als Ausnahme von der inzwischen allmählich überwiegend angenommenen Sesshaftigkeit des Menschen mögliches ohne festes Ziel umherziehen; BM.: gebogen sein (V.); F.: vagabundieren, vagabundiere, vagabundierst, vagabundiert, vagabundierest, vagabundieret, vagabundierte, vagabundiertest, vagabundierten, vagabundiertet, ##vagabundiert, vagabundierte, vagabundiertes, vagabundiertem, vagabundierten, vagabundierter##, vagabundierend, ###vagabundierend, vagabundierende, vagabundierendes, vagabundierendem, vagabundierenden, vagabundierender###, vagabundier (!)+FW+EW; Z.: vag-ab-und-ier-en
Vagant, nhd., (Part. Präs.=)M., (16. Jh.): nhd. Vagant, umherziehender Mensch, umherziehender Musiker; ne. vagrant (M.); Vw.: -; Hw.: s. Vagabund, vagabundieren; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. vagāns; E.: s. lat. vagāns, (Part. Präs.=)M., Umherschweifender, Umherziehender vgl. lat. vagārī, V., umherschweifen, umherstreifen, umherziehen, unstet sein (V.); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Vagabund, DW 25, 5, EWD s. u. Vagabund, Duden s. u. Vagant; Son.: vgl. nnorw. vagant, M., Vagant; poln. wagant, M., Vagant; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen umherziehenden Menschen und insbesondere einen Musiker; BM.: gebogen sein (V.); F.: Vagant, Vaganten+FW+EW; Z.: Vag-ant
vage, vag, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vage, ungenau, unbestimmt; ne. vague; Vw.: -; Hw.: s. Vagabund, vagabundieren; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. vage; E.: s. frz. vage, Adj., umherstreifend, unstet; lat. vagus, Adj., umherschweifend, umherstreifend, unstet, schwankend, unbeständig, unbestimmt, (um 235-200 v. Chr.); idg. *u̯əg-, *u̯āg-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1120 (1952/28) (RB. idg. aus ital., kelt.); L.: Kluge s. u. vage, EWD s. u. vag(e), Duden s. u. vage; Son.: vgl. nndl. vaag, Adj., vage; nschw. vag, Adj., vage; nnorw. vag, Adj., vage; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ungenau oder unbestimmt oder nicht klar umrissen; BM.: gebogen sein (V.); F.: vage, vag, vages, vagem, vagen, vager(, vagere, vageres, vagerem, vageren, vagerer, vagste, vagstes, vagstem, vagsten, vagster)+FW; Z.: vag-e
Vagina, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Vagina, weibliche Scheide; ne. vagina; Vw.: -; Hw.: s. Vanille; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. vāgīna; E.: s. lat. vāgīna (1), F., Scheide, Degenscheide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ā̆g- (1), Sb., V., Scheide, Hohles, decken, stülpen, Pokorny 1110 (1930/6) (RB. idg. aus gr.?, ital., balt., toch.?); L.: Kluge s. u. Vagina, fehlt DW, Duden s. u. Vagina; Son.: vgl. nndl. vagina, Sb., Vagina; frz. vagin, M., Vagina; nschw. vagina, Sb., Vagina; nnorw. vagina, M., Vagina; poln. wagina, F., Vagina; kymr. fagina, Sb., Vagina; nir. faighean, F., Vagina; lit. vózti, V., stülpen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen vorhandene weibliche Scheide als das wichtigste weibliche Geschlechtsorgan; BM.: Scheide bzw. stülpen; F.: Vagina, Vaginen+FW; Z.: Vag-in-a
vakant, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (17. Jh.): nhd. vakant, frei, leer; ne. vacant; Vw.: -; Hw.: s. Vakanz; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. vacāns; E.: s. lat. vacāns (1), (Part. Präs.=)Adj., leer seiend, leer, alleinig, ledig, (540-604 n. Chr.); vgl. lat. vacāre, V., leer sein (V.), ledig sein (V.), frei sein (V.), entblößt sein (V.); vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. vakant, EWD s. u. Vakanz, Duden s. u. vakant; Son.: s. mnd. vacantie, F., gerichtsfreier Tag; vgl. nndl. vacant, Adj., vakant; frz. vacant, Adj., vakant; nschw. vakant, Adj., vakant; nnorw. vakant, Adj., vakant; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches frei oder leer; BM.: mangeln bzw. leer; F.: vakant, vakante, vakantes, vakantem, vakanten, vakanter+FW(+EW); Z.: va-k-ant
Vakanz, nhd., (Part. Präs.=)F., (15. Jh.): nhd. Vakanz, Nichtbesetztsein, freie Stelle, Leere; ne. vacancy; Vw.: -; Hw.: s. vakant; Q.: Ende 15. Jh.; I.: Lw. mlat. vacantia; E.: s. mlat. vacantia, F., freie Zeit, Freizeit, jährliches Einkommen eines vakanten Benefiziums; vgl. lat. vacāre, V., leer sein (V.), ledig sein (V.), frei sein (V.), entblößt sein (V.), (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. vakant, fehlt DW, EWD s. u. Vakanz, Duden s. u. Vakanz; Son.: vgl. nndl. vacature, Sb., Vakanz; frz. vacance, F., Vakanz; nschw. vakans, Sb., Vakanz; nnorw. vakanse, M., Vakanz; poln. wakat, M., Vakanz; GB.: seit Ende 15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche freie Stelle oder Leere; BM.: mangeln bzw. leer; F.: Vakanz, Vakanzen+FW(+EW); Z.: Va-k-anz
Vakuum, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Vakuum, Leere, Luftleere; ne. vacuum (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. vacuum; E.: s. lat. vacuum, N., Leere, leerer Raum, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. vacuus, Adj., leer, ledig, entblößt, frei, ohne, unbefangen, wertlos; vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Vakuum, fehlt DW, EWD s. u. Vakuum, Duden s. u. Vakuum; Son.: vgl. nndl. vacuüm, Sb., Vakuum; nschw. vakuum, N., Vakuum; nnorw. vakuum, N., Vakuum; lit. vakumas, M., Vakuum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Raum ohne festen Stoff und ohne Flüssigkeit und fast ohne Gas bzw. in der Physik die theoretische vollständige Abwesenheit von Materie (in einem räumlichen Bereich); BM.: mangeln bzw. leer; F.: Vakuum, Vakuums, Vakua, Vakuen+FW+EW; Z.: Va-k-u-um
…valent, nhd., (Part. Präs.=)Adj., Sb.., (17. Jh.?): nhd. …valent; ne. …valent; Vw.: s. ambi-, äqui-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. valēns, (Part. Präs.=)Adj., kräftig, stark, nährend; lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. …valent, Suff., …valent; frz. …valent, Suff., …valent; nschw. …valent, Suff., …valent; nnorw. …valent, Suff., …valent; poln. …walentny, Suff., …valent; lit. …valentiškas, Suff., …valent; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Wertigkeit betreffenden Adjektiven und Substantiven; BM.: stark sein (V.); F.: ...valent, ...valente, ...valentes, ...valentem, ...valenten, ...valenter(, ...valentere, ...valenteres, ...valenterem, ...valenteren, ...valenterer, ...valenteste, ...valentestes, ...valentestem, ...valentesten, ...valentester)+FW(+EW); Z.: -val-ent
Valenz, nhd., (Part. Präs.?=)F., (19. Jh.): nhd. Valenz, Wertigkeit; ne. valence; Vw.: s. Äqui-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. valentia; E.: s. lat. valentia (1), F., Stärke, Körperkraft, Vermögen, (um 235-200 v. Chr.); vgl. lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten; idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Valenz, fehlt DW, EWD s. u. Valenz, Duden s. u. Valenz; Son.: vgl. nndl. valentie, Sb., Valenz; frz. valence, F., Valenz; nschw. valens, Sb., Valenz; nnorw. valens, M., Valenz; poln. walencja, F., Valenz; kymr. falens, M., Valenz; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die in der Vorstellung des Menschen sachlich wohl spätestens seit Entwicklung des Geldes mögliche Wertigkeit einer Gegebenheit; BM.: stark sein (V.); F.: Valenz, Valenzen+FW; Z.: Val-enz
valid, nhd., Adj.: nhd. valid; Vw.: s. valide
valide, valid, nhd., Adj., Adv., (18. Jh.): nhd. valide, valid, anerkannt, gültig, gesichert; ne. valid; Vw.: s. in-; Hw.: s. Validität; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: Lw. lat. validus; E.: s. lat. validus, Adj., kräftig, stark, fest, kernig, nahrhaft, wirksam, fett, schwer, heftig, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. valide; Son.: vgl. nndl. valide, Adj., valide; frz. valide, Adj., valide; nschw. valid, Adj., valide; nschw. valid, Adj., valide; GB.: seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für anerkannt oder gültig oder gesichert; BM.: stark sein (V.); F.: valide, valid, valides, validem, validen, valider(, validere, valideres, validerem, valideren, validerer, validest, valideste, validestes, validestem, validesten, validester)+FW(+EW); Z.: val-id-e
Validität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Validität, Wertigkeit, Gültigkeit; ne. validity; Vw.: s. In-; Hw.: s. valide; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. validitās; E.: s. lat. validitās, F., Stärke, (um 340-397 n. Chr.); vgl. lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben; idg. *u̯al-, V., stark sein, Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Validität; Son.: vgl. nndl. validiteit, Sb., Validität; frz. validité, F., Validität; nschw. validitet, Sb., Validität; nnorw. validitet, M., Validität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wertigkeit oder Gültigkeit oder für die Übereinstimmung einer tatsächlichen Messung mit einer logischen Vorstellung von Messung; BM.: stark sein (V.); F.: Validität, Validitäten+FW(+EW?); Z.: Val-id-it-ät
Valuta, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Valuta, Währung, Wert, Wertstellung; ne. valuta; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 16. Jh.; I.: Lw. it. valuta; E.: s. it. valuta, F., Valuta, Wert; vgl. it. valere, V., gelten, wert sein (V.); lat. valēre, V., bei Kräften sein (V.), kräftig sein (V.), stark sein (V.), Kraft haben, vermögen, gelten; idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Valuta, fehlt DW, EWD s. u. Valuta, Duden s. u. Valuta; Son.: vgl. nndl. valuta, F., Valuta; nschw. valuta, Sb., Valuta; nnorw. valuta, M., Valuta; poln. waluta, F., Valuta; lit. valiuta, F., Valuta; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Geldes in den Hochkulturen des Altertums mögliche (ausländische) Währung oder einen Wert oder eine Wertstellung; BM.: stark sein (V.); F.: Valuta, Valuten+FW(+EW?); Z.: Val-ut-a
Vamp, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Vamp, verführerische Frau; ne. vamp (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Vampir; Q.: 1920-1930; I.: Lw. ne. vamp; E.: s. ne. vamp, N., Vamp, Verführerin; entstanden aus der 1914 erfolgten Verfilmung der Erzählung The Vampire von Rudyard Kipling (1865-1936); L.: Kluge s. u. Vamp, fehlt DW, EWD s. u. Vampir, Duden s. u. Vamp; Son.: vgl. nndl. vamp, Sb., Vamp; frz. vamp, M., Vamp; nschw. vamp, Sb., Vamp; nnorw. vamp, M., Vamp; poln. wamp, M., Vamp; kymr. famp, M., Vamp; GB.: seit 1920-1930 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus Vampir abgekürzte und damit letztlich aus dem Slawischen oder Türkischen aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen sowie der Sexualität mögliche erotisch anziehende und dadurch (wohl vor allem für Männer) verführerische Frau; BM.: Vampir; F.: Vamp, Vamps+FW; Z.: Vamp
Vampir, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vampir, Blutsauger; ne. vampire; Vw.: -; Hw.: s. Vamp; Q.: 1725; I.: Lw. serbo-kroat. vàmpīr; E.: s. serbo-kroat. vàmpīr, M., Vampir; vielleicht von einem urslav. *o̧pyrĭ oder *o̧pirĭ; oder von türk. uber, Sb., Hexe; L.: Kluge s. u. Vampir, DW 25, 10 (Vampyr), EWD s. u. Vampir, Duden s. u. Vampir; Son.: vgl. nndl. vampir, Sb., Vampir; frz. vampire, M., Vampir; nschw. vampyr, Sb., Vampir; nnorw. vampyr, M., Vampir; poln. wampir, M., Vampir; kymr. fampir, M., F., Vampir; nir. vaimpír, F., Vampir; lit. vampyras, M., Vampir; GB.: seit 1725 belegte und aus dem Serbokroatischen und mittelbar dem Urslawischen oder Türkischen aufgenommene Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen mögliches in der Nacht aus seinem Sarg steigenden und Menschen Blut aussaugenden Wesen; BM.: ?; F.: Vampir, Vampirs, Vampire, Vampiren+FW; Z.: Vamp-ir
Vanadium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Vanadium, ein Metall; ne. vanadium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu dem PN Vanadis, einem Namen der Göttin Freyja; L.: fehlt DW, Duden s. u. Vanadium; Son.: vgl. nndl. vanadium, Sb., Vanadium; frz. vanadium, M., Vanadium; nschw. vanadin, N., Vanadium; nnorw. vanadium, N., Vanadium; kymr. fanadiwm, M., Vanadium; nir. vanáidiam, M., Vanadium; poln. wanad, M., Vanadium; lit. vanadis, M., Vanadium; GB.: seit 1830 belegte und von dem schwedischen Chemiker Nils Gabriel Sefström (1887-1845) nach einem altnordischen Namen (Vanadis) der Göttin Freyja gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches in Buchweizen oder Sojabohnen oder Olivenöl oder Sonnenblumen oder Äpfeln oder Eiern oder Algen oder Fischen oder Muscheln oder Krabben oder Mineralien enthaltenes und 1801 von dem spanischen Mineralogen Andrés Manuel del Rio in einem Bleierz in Mexiko entdecktes und brown lead genanntes nichtmagnetisches stahlgraues bläulich schimmerndes und in reinem Zustand sehr weiches sowie in Legierungen stark härtendes und außerdem für Batterien und als Katalysator bei der Schwefelsäureherstellung verwendetes Metall (chemisches Element Nr. 23, abgekürzt V); BM.: PN; F.: Vanadium, Vanadiums+FW; Z.: Vanad-i-um
Vandale, Wandale, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vandale, Wandale, Zerstörungswütiger; ne. vandal; Vw.: -; Hw.: s. Vandalismus; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. Vandalus; E.: s. lat. Vandalus, M., Vandale, (98-115 n. Chr.); aus dem Germ., s. germ. *wandōn, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vandale, EWD s. u. Vandale, fehlt DW, Duden s. u. Vandale; Son.: vgl. nndl. vandaal, Sb., Vandale; frz. vandale, M., Vandale; nschw. vandal, Sb., Vandale; nnorw. vandal, M., Vandale; kymr. fandal, M., Vandale; nir. vandal, M., Vandale; lit. vandalas, M., Vandale; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh.(?) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Angehörigen des germanischen Stammes der Wandalen und abgeleitet davon allgemein für einen zerstörungswütigen Menschen; BM.: PN (nach der Eroberung und Plünderung Roms durch die Vandalen von dem 2. bis zu dem 16. Juni 455 n. Chr.); F.: Vandale, Vandalen, Wandale, Wandalen+EW; Z.: Va-nd-al-e
$vandalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vandalisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Vandal(e), s. isch: L.: fehlt DW, EWD s. u. Vandale; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Vandal(e) und isch gebildete Bezeichnung für Vandalen betreffend; F.: vandalisch, vandalische, vandalisches, vandalischem, vandalischen, vandalischer(, vandalischere, vandalischeres, vandalischerem, vandalischeren, vandalischerer, vandalischst, vandalischste, vandalischstes, vandalischstem, vandalischsten, vandalischster)+EW; Z.: va-nd-al-isch
Vandalismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vandalismus, (blinde) Zerstörungswut; ne. vandalism; Vw.: -; Hw.: s. Vandale; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. vandalisme; E.: s. frz. vandalisme, M., Vandalismus; vgl. frz. vandale, M., Barbar, Vandale; lat. Vandalus, M., Vandale, (98-115 n. Chr.); aus dem Germ., s. germ. *wandōn, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vandale, fehlt DW, EWD s. u. Vandalismus, Duden s. u. Vandalismus; Son.: vgl. nndl. vandalisme, Sb., Vandalismus; frz. vandalisme, M., Vandalismus; nschw. vandalism, Sb., Vandalismus; nnorw. vandalisme, M., Vandalismus; poln. wandalizm, M., Vandalismus; kymr. fandaliaeth, F., Vandalismus; lit. vandalizmas, M., Vandalismus; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Vandal(e) und is und mus gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entstehung des Menschen mögliche und nach den Vandalen benannte (blinde) Zerstörungswut; BM.: PN; F.: Vandalismus+EW++FW; Z.: Va-nd-al-ism-us
Vanille, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Vanille, eine Gewürzpflanze; ne. vanilla (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1692; I.: Lw. frz. vanille; E.: s. frz. vanille, F., Vanille; span. vainilla, F., Vanille, kleine Schote; vgl. span. vaina, F., Schote, Hülse, Scheide; lat. vāgīna (1), F., Scheide, Degenscheide, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ā̆g- (1), Sb., V., Scheide, Hohles, decken, stülpen, Pokorny 1110 (1930/6) (RB. idg. aus gr.?, ital., balt., toch.?); L.: Kluge s. u. Vanille, fehlt DW, EWD s. u. Vanille, Duden s. u. Vanille; Son.: vgl. nndl. vanille, Sb., Vanille; nschw. vanilj, Sb., Vanille; nnorw. vanilje, M., Vanille; poln. wanilia, F., Vanille; kymr. fanila, M., Vanille; nir. fanaile, M., Vanille; lit. vanilė, F., Vanille; GB.: seit 1692 belegte und aus dem Französischen und dem Spanischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in den Tropen Amerikas heimische und zu den Orchideen gehörende sowie wie eine Liane rankende Pflanze mit in Trauben stehenden oft gelblich weißen und duftenden Blüten und langen schotenähnlichen schon von Mayas und Azteken genutzten Früchten und das daraus gewonnene Gewürz; BM.: Scheide bzw. stülpen; F.: Vanille+FW; Z.: Van-il-l-e
vaporisieren, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. vaporisieren, verdampfen, in Dampf auflösen; ne. evaporate; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. vaporiser; E.: s. frz. vaporiser, s. lat. vapōrāre, V., dampfen, Dampf (M.) (1) ausströmen, erwärmen, räuchern, ausräuchern, (96-55 v. Chr.); vgl. lat. vapor, vapōs, M., Dunst, Dampf (M.) (1), Brodem, Dunsthitze, Wärme, Feuer, Ausdünstung: vgl. idg. *u̯ēp-?, *u̯əp-?, V., blasen, dunsten, Pokorny 1149; L.: fehlt DW, Duden s. u. vaporisieren; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verdampfen oder in Dampf auflösen; BM.: blasen bzw. dunsten; F.: vaporisieren, vaporisiere, vaporisierst, vaporisiert, vaporisierest, vaporisieret, vaporisierte, vaporisiertest, vaporisierten, vaporisiertet, ##vaporisiert, vaporisierte, vaporisiertes, vaporisiertem, vaporisierten, vaporisierter##, vaporisierend, ###vaporisierend, vaporisierende, vaporisierendes, vaporisierendem, vaporisierenden, vaporisierender###, vaporisier (!)+FW(+EW?); Z.: vap-or-is-ier-en
variabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. variabel, veränderbar, veränderlich; ne. variable (Adj.); Vw.: -; Hw.: variieren, Variation, Variante; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. variābilis; E.: s. lat. variābilis, Adj., veränderlich, (2. Jh. n. Chr.); vgl. lat. variāre, V., mannigfaltig machen, abwechselnd machen, Abwechslung bringen, abwechseln; s. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. variieren, fehlt DW, EWD s. u. variieren, Duden s. u. variabel; Son.: vgl. nndl. variabel, Adj., variabel; frz. variable, Adj., variabel; nschw. variabel, Adj., variabel; nnorw. variabel, Adj., variabel; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches veränderbar oder veränderlich; BM.: auseinander; F.: variabel, variable, variables, variablem, variablen, variabler(, variablere, variableres, variablerem, variableren, variablerer, variabelst, variabelste, variabelstes, variabelstem, variabelsten, variabelster)+FW(+EW); Z.: va-r-i-ab-el
Variante, nhd., (Part. Präs.?=)F., (18. Jh.): nhd. Variante, Spielart, Abwandlung, Fassung, Version; ne. variant (N.); Vw.: -; Hw.: s. variieren, Variation, variabel; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. variante; E.: frz. variante, F., Variante; vgl. frz. varier, V., wechseln, verschieden sein (V.), lat. variāre, V., mannigfaltig machen, abwechselnd machen, Abwechslung bringen, (81/79-52/50 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. Variante, fehlt DW, EWD s. u. variieren, Duden s. u. Variante; Son.: vgl. nndl. variant, Sb., Variante; nschw. variant, Sb., Variante; nnorw. variant, M., Variante; poln. wariant, M., Variante; lit. variantas, M., Variante; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Spielart oder Abwandlung oder Fassung einer Gegebenheit; BM.: auseinander; F.: Variante, Varianten+FW; Z.: Va-r-i-ant-e
Variation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Variation, Abänderung, Abwandelung, Spielart; ne. variation; Vw.: -; Hw.: s. variieren, variabel, Variante; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. variātio; E.: s. lat. variātio, F., Verschiedenheit, Veränderung, Krümmung, Änderung, (59 v. Chr.-17 n. Chr.); vgl. lat. variāre, V., mannigfaltig machen, abwechselnd machen, Abwechslung bringen, abwechseln; s. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. variieren, fehlt DW, EWD s. u. variieren, Duden s. u. Variation; Son.: vgl. nndl. variatie, Sb., Variation; frz. variation, F., Variation; nschw. variation, Sb., Variation; nnorw. variasjon, M., Variation; poln. wariacja, F., Variation; lit. variacija, F., Variation; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Abänderung oder Abwandelung oder Spielart einer Gegebenheit; BM.: auseinander; F.: Variation, Variationen+FW(+EW); Z.: Va-r-i-at-io-n
Varieté, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Varieté, Varietétheater; ne. variety; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. frz. (théâtre des) variétés; E.: s. frz. (théâtre des) variétés, M., Varietétheater; frz. variété, F., Abwechslung, Vielfalt; lat. variētās, F., Mannigfaltigkeit, Buntes, Nuance, Vielseitigkeit, Verschiedenheit, (220-130 v. Chr.); vgl. lat. varius, Adj., mannigfaltig, mannigfach, mannigfarbig, wechselnd, buntfarbig; vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. Varieté, EWD s. u. Varieté, Duden s. u. Varieté; Son.: vgl. nndl. variété, Sb., Varieté; nschw. varieté, Sb., Varieté; nnorw. variete, varieté, M., Varieté; poln. variétés, Sb., Varieté; lit. varjetė, F., Varieté; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus dem Französischen (théâtre des) variétés aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Theater mit einem bunt wechselnden Unterhaltungsprogramm mit verschiedensten Darstellungen; BM.: auseinander; F.: Varieté, Varietés+FW; Z.: Va-r-i-et-é
variieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. variieren, abwechseln, abwandeln; ne. vary; Vw.: -; Hw.: s. variabel, Variation, Variante; Q.: Anfang 16. Jh.; I.: Lw. lat. variāre; E.: s. lat. variāre, V., mannigfaltig machen, abwechselnd machen, Abwechslung bringen, abwechseln, (81/79-52/50 v. Chr.); s. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108? (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge s. u. variieren, fehlt DW, EWD s. u. variieren, Duden s. u. variieren; Son.: vgl. nndl. verieren, V., variieren; frz. varier, V., variieren; nschw. variera, V., variieren; nnorw. variere, V., variieren; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit der Entstehung des Menschen mögliches abwechseln oder abwandeln; BM.: auseinander; F.: variieren, variiere, variierst, variiert, variierest, variieret, variierte, variiertest, variierten, variiertet, ##variiert, variierte, variiertes, variiertem, variierten, variierter##, variierend, ###variierend, variierende, variierendes, variierendem, variierenden, variierender###, variier (!)+FW+EW; Z.: va-r-i-ier-en
Vasall, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Vasall, Gefolgsmann; ne. vassal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); E.: s. mhd. vassal, vassel, fassal*, st. M., Vasall, Ritter, Junker; afrz. vassal, M., Vasall; mlat. vasallus, M., Diener, Vasall; vgl. mlat. vassus, M., Diener; aus dem Gallischen, vgl. mir. foss, M. Diener, kymr. gwas, M., Diener; vgl. idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Vasall, EWD s. u. Vasall, DW 25, 10, Duden s. u. Vasall; Son.: vgl. nndl. vazal, Sb., Vasall; frz. vassal, M., Vasall; nschw. vasall, Sb., Vasall; nnorw. vasall, M., Vasall; poln. wasal, M., Vasall; kymr. gwas, M., Knabe, Diener; lit. vasalas, M., Vasall; GB.: seit um 1170 belegte und aus dem Altfranzösischen und dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Gallischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen mit einem Lehen versehenen Freien in der Nähe eines Herrn in dessen Schutz er sich begeben hat (Gefolgsmann); BM.: unten bzw. über; F.: Vasall, Vasallen+FW; Z.: Va-s-all
Vase, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vase, Blumenvase, ein Gefäß; ne. vase; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. vase; E.: s. frz. vase, F., Vase; lat. vās, N., Gefäß, Geschirr, Gerät, Kriegsgerät, Waffen, Gepäck, (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unklar, s. Walde/Hofmann 2, 736; L.: Kluge s. u. Vase, EWD s. u. Vase, DW 25, 12, Duden s. u. Vase, Bluhme s. u. Vase; Son.: vgl. nnd. vaas, Sb., Vase; nschw. vas, Sb., Vase; nnorw. vase, M., Vase; poln. wazon, M., Vase; kymr. fâs, F., Vase; lit. vaza, F., Vase; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein oft kunstvoll gearbeitetes oben offenes Gefäß besonders für Schnittblumen; BM.: Gefäß; F.: Vase, Vasen+LW(+EW); Z.: Vas-e
Vasektomie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Vasektomie, Samenleiterdurchtrennung; ne. vasectomy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. vās, N., Gefäß, Geschirr, Gerät, (um 250-184 v. Chr.); weitere Herkunft unklar, s. Walde/Hofmann 2, 736; gr. ἐξ (ex), Präp., aus, hinaus; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); gr. τέμνειν (témnein), V., schneiden, hauen, brechen; idg. *tem- (1), *tend-, V., schneiden, Pokorny 1062 (1847/24) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Vasektomie; Son.: vgl. nndl. vasectomie, Sb., Vasektomie; frz. vasectomie, F., Vasektomie; nschw. vasektomi, Sb., Vasektomie; nnorw. vasektomi, M., Vasektomie; kymr. fasectomi, M., Vasektomie; poln. wazektomia, F., Vasektomie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und in der weiteren Herkunft teilweise unklare Bezeichnung für die von Menschen durchgeführte zumindest in der Gegenwart wohl operative Durchtrennung eines Samenleiters (Samenleiterdurchtrennung); BM.: Gefäß, aus, schneiden; F.: Vasektomie, Vasektomien+FW; Z.: Vas-ek-tom-ie
Vaseline, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Vaseline, Fettcreme; ne. vaseline; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: vielleicht als Kunstwort zusammengesetzt aus nhd. Wasser und gr. ἔλαιον (élaion), N., Olivenöl, Öl; Lehnwort aus unbekannter mediterraner Quelle; L.: fehlt DW, EWD s. u. Vaseline, Duden s. u. Vaseline; Son.: vgl. nndl. vaseline, Sb., Vaseline; frz. vaseline, F., Vaseline; nschw. vaselin, N., Vaseline; nnorw. vaselin, M., Vaseline; poln. wazelina, F., Vaseline; kymr. faselin, M., Vaseline; nir. veasailín, M., Vaseline; lit. vazelinas, M., Vaseline; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und vielleicht aus Wasser und dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine seit 1872 aus Erdöl gewonnene salbenartige Masse; BM.: von dem Entdecker Robert Chesebrouch (1837-1933) 1872 angeblich in Anlehnung an nhd. Wasser und gr. (élaion) so genannt; F.: Vaseline+EW+FW; Z.: Va-s-el-in-e
Vater, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vater, männlicher Elter eines Menschen; ne. father (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. vater (1), vatter, fater*, fatter*, st. M., Vater, Gott, Landesherr, geistlicher Würdenträger, Papst, Kardinal, Priester, Pflegevater; mnd. vāder, vader, vāter, fāder*, vār, M., Vater, Bezeichnung Gott Vaters, Kirchenvater, Patriarch; mnl. vāder, M., Vater; ahd. fater, st. M. (er, z. T. a), Vater; as. fadar, fader, st. M. (er), Vater; anfrk. fader*, st. M., Vater; germ. *fader, M. (kons.), Vater; idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vater, Kluge s. u. Vater, DW 25, 13, EWD s. u. Vater, EWAhd 3, 88, Falk/Torp 227, Duden s. u. Vater, Bluhme s. u. Vater; Son.: vgl. afries. feder, fader, M. (kons.), Vater; nnordfries. faer, faar, M., Vater; ae. fæder, M. (kons.), Vater, Gottvater; an. faðir, M. (kons.), Vater; got. fadar, st. M. ®, Vater nndl. vader, Sb., Vater; frz. père, M., Vater; nschw. fader, Sb., Vater; nnorw. far, M., Vater; ai. pitā́, M., Vater; gr. πατήρ (patḗr), M., Vater; lat. pater, M., Vater; air. athir, M., Vater; toch. A pācar, M., Vater; toch. B pācer, M., Vater; GB.: (fater) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich seit der Entstehung des Menschen (möglichen und) nötigen männlichen Elter eines Menschen; BM.: nähren; F.: Vater, Vaters, Väter, Vätern+EW; Z.: Vat-er
$Vaterland, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Vaterland; Hw.: s. a. Mutterland; E.: s. Vater, s. Land; L.: DW 25, 27, EWD s. u. Vater; GB.: (vaterlant) seit nach 1150 belegte und wohl nach lat. patria aus Vater und Land gebildete Bezeichnung für das in der Vorstellung von Menschen sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums ab der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Land aus dem ein Mensch oder sein Vater oder (s)ein Volk stammt; F.: Vaterland, Vaterlandes, Vaterlands, Vaterländer, Vaterländern+EW; Z.: Vat-er—lan-d
$vaterländisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vaterländisch, Vaterland betreffend; E.: s. Vaterland, s. isch; L.: DW 25, 29, EWD s. u. Vater; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vaterland und isch gebildete Bezeichnung für Vaterland betreffend; F.: vaterländisch, vaterländische, vaterländisches, vaterländischem, vaterländischen, vaterländischer(, vaterländischere, vaterländischeres, vaterländischerem, vaterländischeren, vaterländischerer, vaterländischst, vaterländischste, vaterländischstes, vaterländischstem, vaterländischsten, vaterländischster)+EW; Z.: vat-er—län-d-isch
$väterlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. väterlich, Vater betreffend; E.: s. Vater, s. lich; L.: Kluge s. u. Vater, DW 25, 32, EWD s. u. Vater; GB.: (faterlīh) seit um 765 belegte und aus Vater und lich gebildete Bezeichnung für Vater betreffend; F.: väterlich, väterliche, väterliches, väterlichem, väterlichen, väterlicher(, väterlichere, väterlicheres, väterlicherem, väterlicheren, väterlicherer, väterlichst, väterlichste, väterlichstes, väterlichstem, väterlichsten, väterlichster)+EW; Z.: vät-er-lich
$Vatermörder, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Vatermörder; E.: s. Vater, s. Mörder; L.: Kluge s. u. Vatermörder, DW 25, 35; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Vater und Mörder nach lat. patricīda gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Mörder des jeweils eigenen Vaters sowie übertragen (Adj.) für einen früher getragenen hohen steifen Kragen an Herrenhemden mit aufwärts bis an die Wangen ragenden Spitzen; F.: Vatermörder, Vatermörders, Vatermördern+EW; Z.: Vat-er—mör-d-er
$Vaterunser, nhd., N.: nhd. Vaterunser; E.: s. Vater, s. unser; L.: DW 25, 40, EWD s. u. Vater; GB.: seit vielleicht dem 8. Jh. as. belegte und nach dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für das von dem Religionsstifter Jesus Christus in dem Judentum nach Matthäus 6, 9 und Lukas 11 seinen Jüngern selbst gelehrte und an seinen Vater gerichtete Gebet; F.: Vaterunser, Vaterunsers+EW; Z.: Vat-er—un-s-er
Vegetarier, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Vegetarier, Pflanzenesser (Pflanzenfresser); ne. vegetarian (N.); Vw.: -; Hw.: s. vegetieren, Vegetation, vegetativ; Q.: um 1900; I.: Lw. ne. vegetarian; E.: s. ne. vegetarian, N., Vegetarier; Neubildung zu ne. vegetation, N., Vegetation, Pflanzenwelt; frz. végétation, F., Vegetation; lat. vegetātio, F., Belebung, belebende Bewegung, Regung, Unruhe, Aufregung, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. vegetus, Adj., belebt, lebhaft, munter, rüstig; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Vegetarier, fehlt DW, EWD s. u. Vegetation, Duden s. u. Vegetarier; Son.: vgl. nndl. vegetarier, Sb., Vegetarier; frz. végétarien, M., Vegetarier; nschw. vegetarian, Sb., Vegetarier; nnorw. vegetarianer, M., Vegetarier; nnorw. vegetar, M., Vegetarier; poln. wegetarianin, M., Vegetarier; lit. vegetaras, M., Vegetarier; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mittels er (Suff.) umgebildete sowie mit Vegetation verbindbare Bezeichnung für ein sich nur mit pflanzlicher Nahrung ernährendes Lebewesen in Gegensatz beispielsweise zu den Fleischfressern oder Allesfressern; BM.: frisch bzw. stark; F.: Vegetarier, Vegetariers, Vegetariern+FW(+EW); Z.: Veg-et-ar-i-er
$vegetarisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vegetarisch, pflanzlich, Pflanzen betreffend; E.: s. Vegetar(ier), s. isch; L.: Kluge s. u. Vegetarier, fehlt DW, EWD s. u. Vegetation; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Vegetari(er) und (i)sch gebildete Bezeichnung für pflanzlich oder Pflanzen betreffend; F.: vegetarisch, vegetarische, vegetarisches, vegetarischem, vegetarischen, vegetarischer+FW+EW; Z.: veg-et-ar-isch
Vegetation, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Vegetation, Pflanzenwelt, Flora; ne. vegetetion; Vw.: -; Hw.: s. vegetieren, Vegetarier, vegetativ; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. vegetātio; E.: s. lat. vegetātio, F., Belebung, belebende Bewegung, Regung, Unruhe, Aufregung, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. vegetus, Adj., belebt, lebhaft, munter, rüstig; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. vegetieren, fehlt DW, EWD s. u. Vegetation, Duden s. u. Vegetation; Son.: vgl. nndl. vegetatie, Sb., Vegetation; frz. végétation, F., Vegetation; nschw. vegetation, Sb., Vegetation; nnorw. vegetasjon, M., Vegetation; poln. wegetacja, F., Vegetation; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der Pflanzen eines Gebiets; BM.: frisch bzw. stark; F.: Vegetation, Vegetationen+FW+EW; Z.: Veg-et-at-io-n
vegetativ, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. vegetativ, ungeschlechtlich, unbewusst wirkend; ne. vegetative; Vw.: -; Hw.: s. vegetieren, Vegetation, Vegetarier; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. vegetātīvus; E.: s. mlat. vegetātīvus, Adj., wachsend, gedeihend, belebend; lat. vegetāre, V., in Bewegung setzen, beleben, ermuntern, erregen, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. vegetus, Adj., belebt, lebhaft, munter, rüstig; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. vegetieren, fehlt DW, Duden s. u. vegetativ; Son.: vgl. nndl. vegetatief, Adj., vegetativ; frz. végétatif, Adj., vegetativ; nschw. vegetativ, Adj., vegetativ; nnorw. vegetativ, Adj., vegetativ; poln. wegetaywny, Adj., vegetativ; lit. vegetacinis, Adj., vegetativ; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches nicht einem Willen unterliegend oder unbewusst wirkend; BM.: frisch bzw. stark; F.: vegetativ, vegetative, vegetatives, vegetativem, vegetativen, vegetativer+FW+EW; Z.: veg-et-at-iv
vegetieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vegetieren, kärglich leben, unbewusst leben; ne. vegetate; Vw.: -; Hw.: s. Vegetation, Vegetarier, vegetativ; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. vegetāre; E.: s. lat. vegetāre, V., in Bewegung setzen, beleben, ermuntern, erregen, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. vegetus, Adj., belebt, lebhaft, munter, rüstig; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. vegetieren, fehlt DW, EWD s. u. Vegetation, Duden s. u. vegetieren; Son.: vgl. nndl. vegeteren, V., vegetieren; frz. végéter, V., vegetieren; nschw. vegetera, V., vegetieren; nnorw. vegetere, V., vegetieren; poln. wegetować, V., vegetieren; lit. vegetuoti, V., vegetieren; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches sein Leben kärglich vor sich hin leben oder unbewusst leben; BM.: frisch bzw. stark; F.: vegetieren, vegetiere, vegetierst, vegetiert, vegetierest, vegetieret, vegetierte, vegetiertest, vegetierten, vegetiertet, ##vegetiert, vegetierte, vegetiertes, vegetiertem, vegetierten, vegetierter##, vegetierend, ###vegetierend, vegetierende, vegetierendes, vegetierendem, vegetierenden, vegetierender###, vegetier (!)+FW(+EW?); Z.: veg-et-ier-en
vehement, nhd., (Part. Präs.?=)Adj., (17. Jh.): nhd. vehement, fahrend, heftig, nachdrücklich; ne. vehement; Vw.: -; Hw.: s. Vehemenz; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. vehemēns; E.: s. lat. vehemēns, Adj., heftig, hitzig, stürmisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen, reiten; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. vehement, fehlt DW, EWD s. u. Vehemenz, Duden s. u. vehement; Son.: vgl. nndl. vehement, Adj., vehement; frz. véhément, Adj., vehement; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches fahrend oder heftig oder nachdrücklich; BM.: bewegen; F.: vehement, vehemente, vehementes, vehementem, vehementen, vehementer(, vehementere, vehementeres, vehementerem, vehementeren, vehementerer, vehementest, vehementeste, vehementestes, vehementestem, vehementesten, vehementester)+FW(+EW); Z.: veh-em-ent
Vehemenz, nhd., (Part. Präs.?=)F., (17. Jh.): nhd. Vehemenz, Ungestüm, Heftigkeit, Nachdrücklichkeit; ne. vehemence; Vw.: -; Hw.: s. vehement; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. lat. vehementia; E.: s. lat. vehementia, F., Heftigkeit, Hitze, Leidenschaftlichkeit, Stärke, Gewalt, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen, reiten; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. vehement, fehlt DW, EWD s. u. Vehemenz, Duden s. u. Vehemenz; Son.: vgl. frz. véhémence, F., Vehemenz; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche große Heftigkeit oder Nachdrücklichkeit; BM.: bewegen; F.: Vehemenz+FW(+EW); Z.: Veh-em-ent
Vehikel, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Vehikel, Gefährt, Fahrzeug; ne. vehicle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 17. Jh.; I.: Lw. lat. vehiculum; E.: s. lat. vehiculum, N., Transportmittel, Fuhrwerk, Fahrzeug, Kahn, Schiff, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vehikel, fehlt DW, EWD s. u. Vehikel, Duden s. u. Vehikel; Son.: vgl. nndl. vehikel, Sb., Vehikel; nschw. vehikel, Sb., Vehikel; nnorw. vehikkel, N., Vehikel; poln. wehikuł, M., Vehikel; nir. feithicil, F., Vehikel; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Zähmung von Tieren entwickeltes und verwendetes Gefährt oder Fahrzeug; BM.: bewegen; F.: Vehikel, Vehikels, Vehikeln+FW(+EW?); Z.: Veh-ik-el
Veilchen, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Veilchen, eine Blume, blaues Auge; ne. violet (N.); Vw.: -; Hw.: s. violett; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: fnhd. feil, F., Veilchen; mhd. vīolchen, fīolchen*, st. N., Veilchen; mhd. vīol, st. M., Viole, Veilchen; mnd. viōle, vigole, viggole, fyggole, sw. F., Viole, Veilchen, liebliche Blume, Blume der Demut; ahd. fiol*, st. N. (a), Veilchen, Hyazinthe, Levkoje?; lat. viola, F., Viole, Veilchen, (234-149 v. Chr.); s. gr. ἴον (íon), N., Veilchen; Entlehnung aus einer Mittelmeersprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Veilchen, Kluge s. u. Veilchen, DW 25, 43, EWD s. u. Veilchen, Duden s. u. Veilchen, Bluhme s. u. Veilchen; Son.: vgl. nndl. viooltje, Sb., Veilchen; frz. violette, F., Veilchen; nschw. viol, Sb., Veilchen; nnorw. fiol, M., Veilchen; poln. fiołek, M., Veilchen; kymr. fioled, F., Veilchen; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen und Griechischen sowie einer Mittelmeersprache des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine in dem Frühjahr blühende kleine schon vormenschliche vielleicht vor mehr als 17 Millionen Jahren von Südamerika nach Eurasien gelangte und seitdem weltweit verbreitete vielfach stark duftende Pflanze mit herzförmigen Blättern und blauen bis violetten Blüten aus zwei aufwärtsgerichteten und drei abwärts gerichteten Blütenblättern; BM.: ?; F.: Veilchen, Veilchens+FW; Z.: Veil-chen
Veitsbohne, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Veitsbohne, Saubohne, Puffbohne; ne. bell bean; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. vitbōne, vīthbone, Sb., weiße Bohne?; s. PN Veit, lat. Vitus, Herkunft ungeklärt, vielleicht von thrak. bitus, Adj., aus Bithynien stammend; oder von lat. vīta, F., Leben, Lebenszeit; vgl. idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Bohne; L.: Kluge 1. A. s. u. Veitsbohne, Kluge s. u. Veitsbohne, DW 25, 47, Duden s. u. Veitsbohne; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Veit und s und Bohne gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche Pflanze mit blassgrünen Blättern und weißschwarz gefleckten Blüten deren große nierenförmige bräunliche Samen von Menschen als Gemüse gegessen werden; BM.: PN (vielleicht weil an dem Sankt Veitstag die Veitsbohne zu blühen beginnt), Aufgeblasensein; F.: Veitsbohne, Veitsbohnen+EW+FW; Z.: Veit-s—boh-n-e
Veitstanz, nhd. (ält.?), M., (16. Jh.): nhd. Veitstanz, Tanzwut, Brandseuche, Ergotismus; ne. St. Vitus‘ dance; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lüs. lat. chorea sancti Viti; E.: s. PN Veit, lat. Vitus, Herkunft ungeklärt, vielleicht von thrak. bitus, Adj., aus Bithynien stammend; oder von lat. vīta, F., Leben, Lebenszeit; vgl. idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des Hinterglieds s. Tanz; L.: Kluge 1. A. s. u. Veitsbohne, Kluge s. u. Veitstanz, DW 25, 47, Duden s. u. Veitstanz, Bluhme s. u. Veitstanz; Son.: vgl. nndl. sint-vitusdans, Sb., Veitstanz; frz. danse de Saint-Guy, F., Veitstanz; ndän. St. Vejtsdans, Sb., Veitstanz; nisl. vítusdans, M., Veitstanz; GB.: seit 1537 belegte inzwischen veraltete Bezeichnung für die krampfartigen Zuckungen als Symptome der bei Vergiftung durch Mutterkorn entstandenen Nervenkrankheit Ergotismus; BM.: PN (nach an dem Sankt Veitstag aufgeführten wilden Tänzen), Tanz; F.: Veitstanz, Veitstanzes, Veitstänze, Veitstänzen+FW+EW; Z.: Veit-s—tanz
Vektor, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vektor, Richtungspfeil; ne. vector; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. vector; E.: s. lat. vector, M., Träger, Fahrer, Getragener, Passagier, Seefahrer, Reiter; vgl. lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen, reiten; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vektor, fehlt DW, Duden s. u. Vektor; Son.: vgl. nndl. vector, Sb., Vektor; frz. vecteur, M., Vektor; nschw. vektor, Sb., Vektor; nnorw. vektor, M., Vektor; poln. wektor, M., Vektor; kymr. fector, M., Vektor; nir. veicteoir, M., Vektor; poln. vektorius, M., Vektor; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Größe wie beispielsweise die Geschwindigkeit die als ein in bestimmter Richtung mit bestimmter Länge verlaufender Pfeil dargestellt wird und die durch verschiedene Angaben wie Richtung und Betrag festgelegt werden kann; BM.: bewegen; F.: Vektor, Vektors, Vektoren+FW; Z.: Vek-t-or
Velo, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Velo, Fahrrad; ne. bicycle; Vw.: s. -drom, -ziped; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. vélo; E.: s. frz. vélo, M., Velo, Fahrrad; vgl. lat. vēlōx, Adj., schnell, geschwind, rasch, fingerfertig; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Duden s. u. Velo; Son.: vgl. nschw. (ält.) velociped, Sb., Velo; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit 1817 entwickeltes und verwendetes durch Treten angetriebenes Zweirad (Fahrrad); BM.: bewegen; F.: Velo, Velos+FW; Z.: Vel-o
Velodrom, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Velodrom, Radrennbahn; ne. velodrome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. frz. vélodrome; E.: s. frz. vélodrome, M., Velodrom; frz. vélo, M., Fahrrad; vgl. lat. vēlōx, Adj., schnell, geschwind, rasch, fingerfertig; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. δρόμος (drómos), M., Lauf, Wettlauf, Laufbahn; vgl. idg. *dʰregʰ- (1), V., laufen, Pokorny 273 (407/55) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., balt.?); L.: Duden s. u. Velodrom; Son.: vgl. nndl. velodroom, Sb., Velodrom; nschw. velodrom, Sb., Velodrom; nnorw. velodrom, M., Velodrom; poln. velodrom, M., Velodrom; kymr. felodrom, M., Velodrom; lit. velodromas, M., Velodrom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und aus Velo und Drom aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit dieser Zeit für Fahrradrennen entwickelte und verwendete Radrennbahn mit überhöhten Kurven; BM.: schnell, laufen; F.: Velodrom, Velodroms, Velodrome, Velodromen+FW+EW; Z.: Vel-o—drom
Velours, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Velours, Velourleder; ne. velour, velours; Vw.: -; Hw.: s. Flor (2); Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. velours; E.: s. frz. velours, M., Samt; vgl. prov. velos, Adj., zottig; lat. villōsus, Adj., zottig, voll Zotten seiend, haarig, rauh, (70-19 v. Chr.); vgl. lat. villus, M., zottiges Haar der Tiere, Zotte (F.) (1), (81-43 v. Chr.); vgl. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Velours, fehlt DW, EWD s. u. Velours, Duden s. u. Velours; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Provenzalischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit dieser Zeit entwickeltes durch feines Schleifen (N.) eine aufgeraute samtähnliche Oberfläche habendes Leder; Son.: vgl. nschw. velour, Sb., Velours; nnorw. velur, M., N., Velours; kymr. felôr, M., Velours; nir. veiliúr, M., Velours; BM.: Haar (N.); F.: Velours, Velourss+FW; Z.: Vel-our-s
Veloziped, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Veloziped, Fahrrad; ne. velocipede, bicycle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. vélocipède; E.: s. frz. vélocipède, M., Veloziped; vgl. frz. vélo, M., Fahrrad; lat. vēlōx, Adj., schnell, geschwind, rasch, fingerfertig; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. pēs, M., Fuß, Huf, Kralle, Pranke, Fundament, Grundlage; idg. *pō̆ts, M., Fuß, Pokorny 790; idg. *pē̆d- (2), *pō̆d-, V., M., gehen, fallen, Fuß, Fessel (F.) (2), Pokorny 790 (1372/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Veloziped, Duden s. u. Veloziped; Son.: vgl. nschw. velociped, Sb., Veloziped; nnorw. velosiped, M., Veloziped; poln. welocyped, M., Veloziped; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in den Bestandteilen mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein seit 1817 von Menschen entwickeltes und verwendetes Fahrrad; BM.: bewegen, gehen; F.: Veloziped, Velozipedes, Velozipeds, Velozipede, Velozipeden+FW+EW; Z.: Vel-o-zi-ped
Veltliner, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Veltliner, Grüner Veltliner, ein Weißwein; ne. veltliner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1614?; E.: wohl von der italienischen Landschaft Veltlin, Valtellina in Norditalien; deren Name vielleicht von dem ON Tellius, Tell, Teglio; weitere Herkunft ungeklärt?; für das Vorderglied s. it. valle, F., Tal; lat. vallis, F., Tal, Höhlung, Loch; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Veltliner; Son.: vgl. nndl. veltliner, Sb., Veltliner; frz. veltliner, M., Veltliner; nschw. veltliner, Sb., Veltliner; poln. veltliner, M., Veltliner; GB.: vielleicht seit 1614 belegte und aus dem Italienischen und wohl einem Ortsnamen in Norditalien gebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mehrere in Österreich angebaute Weißweinsorten deren bekannteste der Grüne Veltliner ist; BM.: ON; F.: Veltliner, Veltliners, Veltlinern+FW; Z.: Vel-tlin-er
Vendetta, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Vendetta, Rache, Blutrache; ne. vendetta; Vw.: -; Hw.: s. vindizieren; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. vendetta; E.: s. it. vendetta, F., Rache; lat. vindicta, Stab, Freiheitsstab, Befreiung, Errettung, Rache, Strafe, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vindicāre, V., gerichtlich in Anspruch nehmen, vindizieren, sich zueignen, sich zuschreiben; lat. vīs, F., Kraft, Stärke, Gewalt, Zwang, Gewalttat; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Vendetta; Son.: vgl. nndl. vendetta, Sb., Vendetta; nschw. vendetta, Sb., Vendetta; nnorw. vendetta, M., Vendetta; kymr. fendeta, M., F., Vendetta; lit. vendeeta, F., Vendetta; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung der vor allem in Süditalien verbreiteten Form der Rache oder Blutrache; BM.: Kraft, versprechen; F.: Vendetta, Vendetten+FW; Z.: Ven-de-t-t-a
Vene, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vene, ein Blutgefäß; ne. vein; Vw.: -; Hw.: s. venös, s. Ader; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. vēna; E.: s. mnd. vēne, F., Vene, Ader, Venenentzündung; lat. vēna, F., Vene, Ader, Blutader, Pulsader, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vene, fehlt DW, EWD s. u. Vene, Duden s. u. Vene, Bluhme s. u. Vene; Son.: vgl. frz. veine, F., Vene; nschw. ven, Sb., Vene; nnorw. vene, M., Vene; lit. vena, F., Vene; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein Blutgefäß für das innerhalb des Blutkreislaufs zu dem Herzen zurückfließende dunkelere Blut in Gegensatz zu der Ader für das sauerstoffreiche hellere und von dem Herzen ausströmende Blut; BM.: fließen; F.: Vene, Venen+FW+EW; Z.: Ven-e
Venerologie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Venerologie, Wissenschaft von den Geschlechtskrankheiten; ne. venerology, venereology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. Venus, F.=PN, Venus; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Venerologie; Son.: vgl. frz. vénéréologie, F., Venerologie; nschw. venerologi, Sb., Venerologie; kymr. gweneroleg, F., Venerologie; poln. wenerologia, F., Venerologie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit der Entstehung der Medizin entwickelte und betriebene Wissenschaft von den Geschlechtskrankheiten; BM.: Venus bzw. lieben, sammeln; F.: Venerologie+FW; Z.: Ven-er-o—log-ie
…venienz, nhd., (Part. Präs.?=)F., (16. Jh.?): nhd. …venienz; ne. …venience; Vw.: s. Kon-, Pro-; Hw.: s. …venieren; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); Son.: vgl. frz. …venance, Suff., …venienze; nschw. …venans, Suff., …venienze; nnorw. …veniens, Suff., …venienze; poln. …weniencja, Suff., …venienze; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von kommen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: kommen; F.: …venienz, …venienzen+FW; Z.: -ven-i-enz
…venieren, nhd., V.., (17. Jh.?): nhd. …venieren; ne. …vene; Vw.: s. inter-, kon-; Hw.: s. …venienz; Q.: 17. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); Son.: vgl. nndl. …venieren, Suff., …venieren; frz. …venir, Suff., …venieren; nschw. …venera, Suff., …venieren; nnorw. …venere, Suff., …venieren; poln. …weniować, Suff., …venieren; lit. …venuoti, Suff., …venieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von kommen betreffenden Verben verwendete Bezeichnung; L.: fehlt DW; BM.: kommen; F.: ...venieren, ...veniere, ...venierst, ...veniert, ...venierest, ...venieret, ...venierte, ...veniertest, ...venierten, ...veniertet, ##...veniert, ...venierte, ...veniertes, ...veniertem, ...venierten, ...venierter##, ...venierend, ##...venierend, ...venierende, ...venierendes, ...venierendem, ...venierenden, ...venierender###, ...venier (!)+FW+EW; Z.: -ven-ier-en
venös, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. venös, Vene betreffend; ne. venous; Vw.: -; Hw.: s. Vene; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. lat. vēnōsus; E.: s. lat. vēnōsus, Adj., voll Adern seiend, aderig, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. vēna, F., Vene, Ader, Blutader, Pulsader, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vene, fehlt DW, Duden s. u. venös; Son.: vgl. frz. veineux, Adj., venös; nschw. venös, Adj., venös; nnorw. venøs, Adj., venös; lit. veninis, Adj., venös; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Vene betreffend; BM.: fließen; F.: venös, venöse, venöses, venösem, venösen, venöser+FW(+EW?); Z.: ven-ös
…vent, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. nhd. …vent; ne. ...vent; Vw.: s. Ad-, Kon-; Hw.: s. …vention; Q.: 13. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: lat. venīre, V., kommen; idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); Son.: vgl. nndl. …vent, Suff., …vent; frz. …vent, Suff., …vent; nschw. …vent, Suff., …vent; nnorw. …vent, Suff., …vent; poln. …went, Suff., …vent; kymr. …fent, Suff., …vent; nir. …bhint, Suff., …vent; lit. …ventas, Suff., …vent; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von kommen betreffenden maskulinen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: kommen; F.: …vent, …vents, …ventes, …vente, …venten+FW; Z.: -ven-t
Ventil, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Ventil, Einlassvorrichtung; ne. valve; Vw.: -; Hw.: s. ventilieren, Ventilation, Ventilator; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. frühroman. *ventile?; E.: vielleicht von einem frühroman. *ventile, N., Schleuse eines Wasserkanals; gebildet zu lat. ventilāre, V., in die Luft schwenken, schwingen, lüften, umstechen, worfeln, Kühlung zufächeln, fächeln, hinwerfen; vgl. lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff, leichter Stoff, Gunst; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ventil, fehlt DW, EWD s. u. Ventil, Duden s. u. Ventil; Son.: vgl. nndl. ventiel, Sb., Ventil; ne. vent, N., Entlüftung, Luftloch; nschw. ventil, Sb., Ventil; nnorw. ventil, M., Ventil; lit. ventilis, M., Ventil; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Frühromanischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Vorrichtung für das Einblasen und Ausblasen sowie Durchlassen von Flüssigkeiten oder Gasen einschließlich des um 1813 von dem Hornisten Friedrich Blühmel und dem Hornisten und Mechaniker Heinrich Stölzel entwickelten Ventils für Musikinstrumente; BM.: wehen; F.: Ventil, Ventils, Ventiles, Ventile, Ventilen+FW; Z.: Ve-nt-il
Ventilation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ventilation, Belüftung, Lüftung; ne. ventilation; Vw.: -; Hw.: s. ventilieren, Ventil, Ventilator; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. ventilātio; E.: s. lat. ventilātio, F., Lüften, Worfeln, Kornschwingen, Scheidung, Erörterung, Enthüllung, (23/24-79 n. Chr.); lat. ventilāre, V.: nhd. in die Luft schwenken, schwingen, lüften, umstechen, worfeln, Kühlung zufächeln; lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff, leichter Stoff, Gunst; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ventilator, fehlt DW, EWD s. u. Ventilator, Duden s. u. Ventilation; Son.: vgl. nndl. ventilatie, Sb., Ventilation; frz. ventilation, F., Ventilation; nschw. ventilation, Sb., Ventilation; nnorw. ventilasjon, M., Ventilation; poln. wentilacja, F., Ventilation; lit. ventiliacija, F., Ventilation; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die dem natürlichen Vorbild des Windes folgende Bewegung von Luft besonders zu einer Erneuerung der Luft in geschlossenen Räumen unter Beseitigung verbrauchter Luft; BM.: wehen; F.: Ventilation, Ventilationen+FW; Z.: Ve-nt-il-at-io-n
Ventilator, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ventilator, Lüfter; ne. ventilator; Vw.: -; Hw.: s. Ventil, Ventilation, ventilieren; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. ne. ventilator, N., Ventilator; ne. ventilate, V., belüften; lat. ventilāre, V.: nhd. in die Luft schwenken, schwingen, lüften, umstechen, worfeln, Kühlung zufächeln, (116-27 v. Chr.); lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff, leichter Stoff, Gunst; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ventilator, fehlt DW, EWD s. u. Ventil, Duden s. u. Ventilator; Son.: vgl. nndl. ventilator, Sb., Ventilator; frz. ventilateur, M., Ventilator; nschw. ventilator, Sb., Ventilator; nnorw. ventilator, M., Ventilator; poln. wentylator, M., Ventilator; lit. ventilatorius, M., Ventilator; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und mit dem Neuenglischen und dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nach dem natürlichen Vorbild des Windes 1740 wohl von dem Engländer Hales entwickelte und 1902 für James Wood patentierte sowie danach meist von einem Elektromotor angetriebene und mit einem rotierenden Flügelrad arbeitende Vorrichtung besonders zu einer Lüftung von Räumen oder zu einer Kühlung von Motoren; BM.: blasen; F.: Ventilator, Ventilators, Ventilatoren+FW; Z.: Ve-nt-il-at-or
ventilieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. ventilieren, belüften; ne. ventilate; Vw.: s. hyper-; Hw.: s. Ventil, Ventilation, Ventilator; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. ventilāre; E.: s. lat. ventilāre, V.: nhd. in die Luft schwenken, schwingen, lüften, umstechen, worfeln, Kühlung zufächeln, (116-27 v. Chr.); lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff, leichter Stoff, Gunst; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; s. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Ventilator, fehlt DW, EWD s. u. Ventil, Duden s. u. ventilieren; Son.: vgl. ndl. ventileren, V., ventilieren; frz. ventiler, V., ventilieren; nschw. ventilera, V., ventilieren; nnorw. ventilere, V., ventilieren; poln. wentylować, V., ventilieren; lit. ventiliuoti, V., ventilieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt und der Luft mögliches belüften oder mit frischer Luft versorgen; BM.: wehen; F.: ventilieren, ventiliere, ventilierst, ventiliert, ventilierest, ventilieret, ventilierte, ventiliertest, ventilierten, ventiliertet, ##ventiliert, ventilierte, ventiliertes, ventiliertem, ventilierten, ventilierter##, ventilierend, ###ventilierend, ventilierende, ventilierendes, ventilierendem, ventilierenden, ventilierender###, ventilier (!)+FW(+EW?); Z.: ve-nt-il-ier-en
…vention, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. …vention; ne. …vention; Vw.: s. Inter-, Kon-, Prä-, Sub-; Hw.: s. …vent; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. venīre, V., kommen; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …ventie, Suff., …vention; nschw. …vention, Suff., …vention; nnorw. …vensjon, Suff., …vention; poln. …wencja, Suff., …vention; kymr. …fensiwn, Suff., …vention; nir. …bhinsiúin, Suff., …vention; lit. …vencija, Suff., …vention; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von kommen betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: kommen; F.: …vention, …ventionen+FW; Z.: -ven-t-io-n
Ventrikel, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Ventrikel, Herzkammer, Hirnkammer; ne. ventricle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. ventriculus; E.: s. lat. ventriculus, M., kleiner Bauch, Bäuchlein, Magen (M.), Herzkammer, (1. Hälfte 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. venter, M., Bauch, Leib, Unterleib, Mutterleib, Leibesfrucht; idg. *udero-, *u̯ēdero-, Sb., Bauch, Gebärmutter, Pokorny 1104 (1921/4) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Ventrikel, fehlt DW, Duden s. u. Ventrikel; Son.: vgl. frz. ventricule, F., Ventrikel; nschw. ventrikel, Sb., Ventrikel; nnorw. ventrikkel, M., Ventrikel; kymr. fentrigl, M., F., Ventrikel; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung höheren tierischen Lebens möglichen Hohlraum oder Leerraum besonders von Organen wie etwa Herzkammer oder Hirnkammer; BM.: Bauch; F.: Ventrikel, Ventrikels, Ventrikeln+FW+EW; Z.: Ve-nt-r-ik-el
ver…, nhd., Partikel, Präf., (8. Jh.): nhd. ver…; ne. for…; Vw.: -abfolgen, -ballhornen, -blüffen, -brämen, -bumfeien, -dammen, -dattert, -dauen, -derben, -drießen, -dutzt, -ein, -flixt, -franzen, - -gammelt, -gattern-, -gebens, -gessen, -geuden, -gnügen, -grätzen, -heddern, -hohnepiepeln, -knacken, -knusen, -korksen, -kümmeln, -langen, -letzen, -lieren, -loben, -mählen, -maledeien, -masseln, -nunft, -plempern, -pönt, -quasen, -quisten, -rucht, -schleißen, -schmitzt, -schollen, -schroben, -schwenden, -siegen, -sifft, -stümmeln, -teidigen, -trackt, -trag, -tuschen, -wahrlosen, -wegen, -weisen, -wesen, -wöhnen, -zetteln,-zicht, -zichten, -zwickt; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); mnl. ver..., Präf., ver...; ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ver-, Kluge s. u. ver-, DW 25, 51, EWD s. u. ver-, Duden s. u. ver-, Bluhme s. u. ver-; Son.: vgl. afries. for… (1), Präf., ver...; ae. for… (3), Präf., ver…; an. -; got. *fra…, Präf., Partikel, ver...; nndl. ver…, Präf., ver…; nschw. för…, Präf., ver…; nnorw. for…, Präf., ver…; ai. prá..., Präf., vor..., voran..., fort...; gr. παρά (pará), πάρα (pára), Präp., Präf., bei, neben, her, hin; gr. περί (perí), Präp., um, wegen, von, um ... herum, in der Nähe; lat. prō (1), vor, für, zugunsten, statt; lat. per, Präp., Präf., durch, über, durch ... hindurch; air. ro, Präf.?; lit. prõ..., per̃..., Präf.; ksl. pro..., prě..., Präf., durch..., über...; heth. para, Präf.?; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare sowie in Zusammensetzungen als Vorsilbe zu einer Bildung von eine Veränderung oder etwas nicht mehr Bestehendes ausdrückenden Wörtern verwendete Bezeichnung; BM.: vorwärts bzw. durch; F.: ver…+EW; Z.: ver-
$verabfolgen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verabfolgen, geben, verabreichen; E.: s. ver, s. ab, s. folgen; L.: DW 25, 51, EWD s. u. folgen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und ab sowie folgen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geben oder verabreichen; F.: verabfolgen, verabfolge, verabfolgst, verabfolgt, verabfolgest, verabfolget, verabfolgte, verabfolgtest, verabfolgten, verabfolgtet, ##verabfolgt, verabfolgte, verabfolgtes, verabfolgtem, verabfolgten, verabfolgter##, verabfolgend, ###verabfolgend, verabfolgende, verabfolgendes, verabfolgendem, verabfolgenden, verabfolgender###, verabfolg (!)+EW; Z.: ver-ab—fol-g-en
$verabreden, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verabreden, vereinbaren; E.: s. ver, s. ab, s. reden; L.: DW 25, 51, EWD s. u. verabreden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und ab sowie reden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache mögliches vereinbaren F.: verabreden, verabrede, verabredst (!), verabredt (!), verabredest, verabredet, verabredte, verabredtest, verabredten, verabredtet, ##verabredt, verabredte, verabredtes, verabredtem, verabredten, verabredter##, verabredend, ###verabredend, verabredende, verabredendes, verabredendem, verabredenden, verabredender###, verabrede (!)+EW; Z.: ver—ab—re-d-en
$Verabredung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verabredung, Vereinbarung, Abmachung, Vertrag; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. verabreden, s. ung; L.: DW 25, 51, EWD s. u. verabreden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verabred(en) und ung gebildete Bezeichnung für Vereinbarung oder Abmachung oder Vertrag; F.: Verabredung, Verabredungen+EW; Z.: Ver—ab—re-d-ung
$verabscheuen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verabscheuen, Abscheu empfinden, missachten; E.: s. ver, s. ab, s. scheuen; L.: Kluge s. u. Abscheu, DW 25, 60; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und ab sowie scheuen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums oder schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Abscheu empfinden oder missachten; F.: verabscheuen, verabscheue, verabscheust, verabscheut, verabscheuest, verabscheuet, verabscheute, verabscheutest, verabscheuten, verabscheutet, ##verabscheut, verabscheute, verabscheutes, verabscheutem, verabscheuten, verabscheuter##, verabscheuend, ###verabscheuend, verabscheuende, verabscheuendes, verabscheuendem, verabscheuenden, verabscheuender###, verabscheu (!)+EW; Z.: ver—ab—scheu-en
$verabschieden, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verabschieden, Abschied nehmen, Abschied geben; E.: s. ver, s. Abschied, s. en (Suff.); L.: DW 25, 60, EWD s. u. Abschied; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Abschied sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Abschied nehmen und Abschied geben; F.: verabschieden, verabschiede, verabschiedest, verabschiedet, verabschiedete, verabschiedetest, verabschiedeten, verabschiedetet, ##verabschiedet, verabschiedete, verabschiedetes, verabschiedetem, verabschiedeten, verabschiedeter##, verabschiedend, ###verabschiedend, verabschiedende, verabschiedendes, verabschiedendem, verabschiedenden, verabschiedender, verabschied (!)###+EW; Z.: ver—ab—schie-d-en
$verachten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verachten, missachten, geringschätzen; E.: s. ver, s. achten; L.: DW 25, 62, EWD s. u. Acht 2; GB.: (verāhten) seit um 1254 belegte und aus ver und achten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums Menschen und vielleicht auch anderen Lebewesen mögliches missachten oder geringschätzen; F.: verachten, verachte, verachtst (!), verachtt (!), verachtest, verachtet, verachtete, verachtetest, verachteten, verachtetet, ##verachtet, verachtete, verachtetes, verachtetem, verachteten, verachtetter##, verachtend, ###verachtend, verachtende, verachtendes, verachtendem, verachtenden, verachtender###, veracht (!), verachte+EW; Z.: ver—ach-t-en
$verächtlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. verächtlich, verabscheuenswert, verabscheuungswert; E.: s. veracht(en), s. lich; L.: DW 25, 65, EWD s. u. Acht 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus veracht(en) und lich gebildete Bezeichnung für verabscheuenswert oder verabscheuungswert; F.: verächtlich, verächtliche, verächtliches, verächtlichem, verächtlichen, verächtlicher(, verächtlichere, verächtlicheres, verächtlicherem, verächtlicheren, verächtlicherer, verächtlichst, verächtlichste, verächtlichstes, verächtlichstem, verächtlichsten, verächtlichster)+EW; Z.: ver—äch-t—lich
$Verachtung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verachtung, Missachtung, Geringschätzung; E.: s. veracht(en), s. ung; L.: DW 25, 67, EWD s. u. Acht 2; GB.: (verāhtunge) seit um 1275 belegte und aus veracht(en) und ung gebildete Bezeichnung für Menschen mögliche Missachtung oder Geringschätzung; F.: Verachtung+EW; Z.: Ver—ach-t-ung
$veralten, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. veralten, alt werden; E.: s. ver, s. alt, s. en; L.: Kluge s. u. alt, DW 25, 69, EWD s. u. alt; GB.: (firaltēt) seit um 765 belegte und als ver und alt(en) sowie et (Suff.) gebildete Bezeichnung für seit Entstehung der Welt und ihrer Dimension Zeit mögliches alt werden einer Gegebenheit; F.: veralten, veralte, veraltest, veraltet, veraltete, veraltetest, veralteten, veraltetet, ##veraltet, veraltete, veraltetes, veraltetem, veralteten, veralteter##, veraltend, ###veraltend, veraltende, veraltendes, veraltendem, veraltenden, veraltender###, veralt (!)+EW; Z.: ver—al-t-en
$verankern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verankern, mit einem Anker befestigen, festmachen; E.: s. ver, s. ankern; L.: DW 25, 76, EWD s. u. Anker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und ankern gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung von Ankern durch den Menschen mögliches (ein Schiff) mit einem Anker (ältester gut erhaltener Anker achthundert n. Chr.?, lat. ancora zweite Hälfte zweites Jh. v. Chr.) befestigen oder festmachen; F.: verankern, verankere, veranker (!), verankerst, verankert, verankerte, verankertest, verankerten, verankertet, verankert, ##verankert, verankerte, verankertes, verankertem, verankerten, verankerter##, verankernd, ###verankernd, verankerndes, verankerndem, verankernden, verankernder###, veranker (!)+EW; Z.: ver—ank-er-n
$Verankerung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verankerung; E.: s. veranker(n), s. ung; L.: DW 25, 76 (Beleg von achtzehnhundertfünfundachtzig), EWD s. u. Anker; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus veranker(n) und ung gebildete Bezeichnung für das von Menschen nach Erfindung des Schiffes entwickelte Festmachen eines Schiffes in dem Wasser an einem Ufer oder einer sonstigen Gegebenheit mittels eines Ankers; F.: Verankerung, Verankerungen+EW; Z.: Ver—ank-er-ung
$veranlassen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. veranlassen; E.: s. ver, s. Anlass, s. en (Suff.); L.: DW 25, 76, EWD s. u. lassen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und Anlass sowie en gebildete Bezeichnung für einen Anlass geben oder bewirken; F.: veranlassen, verlasse an, verlässt an, verlassen an, verlasst an, verlassest an, verlasset an, verließ an, verließest an, verließt an, verließen an, verließet an, veranlasst, ##veranlasst, veranlasste, veranlasstes, veranlasstem, veranlassten, veranlasster##, veranlassend, ###veranlassend, veranlassende, veranlassendes, veranlassendem, veranlassenden, veranlassender###, verlass (!) an+EW; Z.: ver—an—la-ss-en
$veranschaulichen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. veranschaulichen, anschaulich machen; E.: s. ver, s. anschaulich, s. en; L.: DW 25, 78, EWD s. u. schauen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und anschaulich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches anschaulich machen; F.: veranschaulichen, veranschauliche, veranschaulichst, veranschaulicht, veranschaulichest, veranschaulichet, veranschaulichte, veranschaulichtest, veranschaulichten, veranschaulichtet, ##veranschaulicht, veranschaulichte, veranschaulichtes, veranschaulichtem, veranschaulichten, veranschaulichter##, veranschaulichend, ###veranschaulichend, veranschaulichende, veranschaulichendes, veranschaulichendem, veranschaulichenden, veranschaulichender###, veranschaulich (!)+EW; Z.: ver—an—schau-l-ich-en
$veranschlagen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. veranschlagen, abschätzen, vorsehen; E; s. ver, s. anschlagen; L.: DW 25, 78, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und anschlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung des Geldes von Menschen verwendetes abschätzen oder vorsehen; F.: veranschlagen, veranschlage, veranschlagst, veranschlagt, veranschlagest, veranschlaget, veranschlagte, veranschlagtest, veranschlagten, veranschlagtet, ##veranschlagt, veranschlagte, veranschlagtes, veranschlagtem, veranschlagten, veranschlagter##, veranschlagend, ###veranschlagend, veranschlagende, veranschlagendes, veranschlagendem, veranschlagenden, veranschlagender###, veranschlag (!)+EW; Z.: ver—an—schlag-en
$veranstalten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. veranstalten, durchführen, in das Werk setzen; E.: s. ver, s. anstalten; L.: Kluge s. u. Anstalt, DW 25, 78, EWD s. u. Anstalt; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Anstalt sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durchführen oder in das Werk setzen; F.: veranstalten, veranstalte, veranstaltest, veranstaltet, veranstaltete, veranstaltetest, veranstalteten, veranstaltetet, ##veranstaltet, veranstaltete, veranstaltetes, veranstaltetem, veranstalteten, veranstalteter##, veranstaltend, ###veranstaltend, veranstaltende, veranstaltendes, veranstaltendem, veranstaltenden, veranstaltender###, veranstalt (!)+EW; Z.: ver—an—stal-t-en
Veranda, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Veranda, Balkon; ne. porch, veranda; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. veranda; E.: s. ne. veranda, N., Veranda; aus einer indischen Sprache, s. z. B. Hindi varaṇḍā, Sb., Veranda; dorthin gekommen von port. varanda, Sb. Geländer; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Veranda, EWD s. u. Veranda, Duden s. u. Veranda; Son.: vgl. nndl. veranda, Sb., Veranda; frz. véranda, F., Veranda; nnorw. veranda, Sb., Veranda; nnorw. verwanda, M., Veranda; poln. weranda, F., Veranda; kymr. feranda, F., Veranda; nir. véaránda, M., Veranda; lit. veranda, F., Veranda; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus einer indischen Sprache aufgenommene Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen in Europa öfter errichteten und verwendeten überdachten Vorbau oder einen Balkon an einem Wohnhaus; BM.: Geländer; F.: Veranda, Veranden+FW; Z.: Verand-a
$verantworten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verantworten, einstehen, sich rechtfertigen; E.: s. ver, s. antworten; L.: Kluge s. u. verantworten, DW 25, 79, EWD s. u. Antwort; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und antworten gebildete Bezeichnung für sachlich nach Entstehung des Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einstehen oder sich rechtfertigen; F.: verantworten, verantworte, verantwortest, verantwortet, verantwortete, verantwortetest, verantworteten, verantwortetet, ##verantwortet, verantwortete, verantwortetes, verantwortetem, verantworteten, verantworteter##, verantwortend, ###verantwortend, verantwortende, verantwortendes, verantwortendem, verantwortenden, verantwortender###, verantwort (!)+EW; Z.: ver—an-t-wor-t-en
$verantwortlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verantwortlich, Verantwortung tragend, einstehend, sich rechtfertigend; E.: s. verantwort(en), s. lich; L.: DW 25, 81, EWD s. u. Antwort; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verantwort(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Verantwortung tragend oder einstehend; F.: verantwortlich, verantwortliche, verantwortliches, verantwortlichem, verantwortlichen, verantwortlicher(, verantwortlichere, verantwortlicheres, verantwortlicherem, verantwortlicheren, verantwortlicherer, verantwortlichst, verantwortlichste, verantwortlichstes, verantwortlichstem, verantwortlichsten, verantwortlichster)+EW; Z.: ver—an-t-wor-t—lich
$Verantwortung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verantwortung, Zuständigkeit; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. verantwort(en), s. ung; s. mnl. verantwordinge; L.: DW 25, 81, EWD s. u. Antwort; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus verantwort(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Zuständigkeit; F.: Verantwortung, Verantwortungen+EW; Z.: Ver—an-t-wor-t-ung
$veräppeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. veräppeln, verspotten; E.: s. ver, s. äppeln; L.: Kluge s. u. veräppeln, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und äppeln gebildete sowie in der Herkunft wohl teilweise unbekannte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches zu einem Narren halten oder verspotten; F.: veräppeln, veräppel (!), veräpple, veräppelst, veräppelt, veräppelte, veräppeltest, veräppelten, veräppeltet, veräppelt, veräppelte, veräppeltes, veräppeltem, veräppelten, veräppelter##, veräppelnd, ###veräppelnd, veräppelnde, veräppelndes, veräppelndem, veräppelnden, veräppelnder###, veräppel (!)+EW; Z.: ver—äpp-el-n
$verargen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verargen, übelnehmen; E.: s. ver, s. arg, s. en; L.: Kluge s. u. arg, DW 25, 84, EWD s. u. arg; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ver und arg sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für übelnehmen; F.: verargen, verarge, verargst, verargt, verargest, verarget, verargte, verargtest, verargten, verargtet, ##verargt, verargte, verargtes, verargtem, verargten, verargter##, verargend, ###verargend, verargende, verargendes, verargendem, verargenden, verargender###, verarg (!)+EW; Z.: ver—ar-g-en
$verarmen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verarmen, arm werden; E.: s. ver, s. arm, s. en; L.: Kluge s. u. arm, DW 25, 85, EWD s. u. arm; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ver und armen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches arm werden; F.: verarmen, verarme, verarmst, verarmt, verarmest, verarmet, verarmte, verarmtest, verarmten, verarmtet, ##verarmt, verarmte, verarmtes, verarmtem, verarmten, verarmter##, verarmend, ###verarmend, verarmende, verarmendes, verarmendem, verarmenden, verarmender###, verarm (!)+EW; Z.: ver—arm-en
$verarschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verarschen, verspotten, zu einem Narren machen; E.: s. ver, s. Arsch, s. en; L.: Kluge s. u. verarschen, fehlt DW, EWD s. u. Arsch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Arsch sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verspotten oder zu einem Narren machen; F.: verarschen, verarsche, verarschst, verarscht, verarschest, verarschet, verarschte, verarschtest, verarschten, verarschtet, ##verarscht, verarschte, verarschtes, verarschtem, verarschten, verarschter##, verarschend, ###verarschend, verarschende, verarschendes, verarschendem, verarschenden, verarschender###, verarsch (!)+EW; Z.: ver—arsch-en
$verarzten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verarzten, ärztlich behandeln; E.: s. ver, s. Arzt, s. en; L.: Kluge s. u. Arzt, DW 25, 87, EWD s. u. Arzt; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Arzt sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Ärzten mögliches als (jemanden) ärztlich behandeln; F.: verarzten, verarzte, verarztest, verarztet, verarztete, verarztetest, verarzteten, verarztetet, ##verarztet, verarztete, verarztetes, verarztetem, verarzteten, verarzteter##, verarztend, ###verarztend, verarztende, verarztendes, verarztendem, verarztenden, verarztender###, verarzt (!)+EW; Z.: ver—arz-t-en
$veräußern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. veräußern, sich nach außen kehren, übertragen (V.); E.: s. ver, s. äußern; L.: Kluge s. u. veräußern, DW 25, 88, EWD s. u. äußern; GB.: (veriuzeren*) seit vor 1298 belegte und aus ver und äußern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ein Recht auf einen anderen übertragen (V.); F.: veräußern, veräußere, veräußer (!), veräußre, veräußerst, veräußert, veräußerte, veräußertest, veräußerten, veräußertet, ##veräußert, veräußerte, veräußertes, veräußertem, veräußerten, veräußerter##, veräußernd, ###veräußernd, veräußernde, veräußerndes, veräußerndem, veräußernden, veräußernder###, veräußer (!)+EW; Z.: ver—äuß-er-n
Verb, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verb, Zeitwort, Tätigkeitswort, Tunswort; ne. verb (N.); Vw.: s. Ad-; Hw.: s. verbal; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. verbum; E.: s. lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Rede, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Verb, fehlt DW, EWD s. u. Verb, Duden s. u. Verb; Son.: vgl. nndl. verbum, Sb., Verb; frz. verbe, M., Verb; nschw. verb, N., Verb; nnorw. verb, N., Verb; kymr. berf, F., Verb; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein eine Tätigkeit oder ein Tun oder Geschehen oder einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnendes flektierbares Wort wie sachlich beispielsweise seit Entstehung des Menschen mögliches arbeiten oder bilden oder charakterisieren oder drohen oder enden oder fassen oder geben oder helfen oder irren oder jagen oder lesen oder mahnen oder naschen oder ordnen oder peinigen oder ruhen oder sagen oder sein (V.) oder trösten oder umlegen oder verneinen oder wetten oder zögern; BM.: sagen; F.: Verb, Verbs, Verbes, Verben+FW(+EW); Z.: Ver-b
verbal, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verbal, in Worten erfolgend, mündlich, ein Verb betreffend; ne. verbal; Vw.: -; Hw.: s. Verb; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. verbālis; E.: s. lat. verbālis, Adj., zu dem Wort gehörig, Wort..., Verbal..., um 362 n. Chr.); vgl. lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Rede; vgl. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Verb, fehlt DW, EWD s. u. Verb, Duden s. u. verbal; Son.: vgl. nndl. verbaal, Adj., verbal; frz. verbal, Adj., verbal; nschw. verbal, Adj., verbal; nnorw. verbal, Adj., verbal; poln. werabalny, Adj., verbal; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches in Worten erfolgend oder mündlich oder ein Verb betreffend; BM.: sagen; F.: verbal, verbale, verbales, verbalem, verbalen, verbaler(, verbalere, verbaleres, verbalerem, verbaleren, verbalerer, verbalst, verbalste, verbalstes, verbalstem, verbalsten, verbalster)+FW(+EW); Z.: ver-b-al
$Verbalinjurie, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verbalinjurie; E.: s. verbal, s. Injurie; L.: EWD s. u. Injurie, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verbal und Injurie gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Sprache und den Hochkulturen des Altertums mögliches wörtliches Unrecht wie beispielsweise eine Beleidigung in Gegensatz zu Realinjurie wie beispielsweise einen Schlag; F.: Verbalinjurie, Verbalinjurien+FW+EW; Z.: Ver-b-al—in-ju-r-i-e
$verbalisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verbalisieren, in Worten ausdrücken; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.?; I.: Lw.? frz. verbaliser; E.: s. verbal, s. is. s. ieren, wohl unter Einfluss von frz. verbaliser, V., mündlich verhandeln; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus verbal und is sowie ieren vielleicht unter Einfluss des Französischen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches in Worten ausdrücken; F.: verbalisieren, verbalisiere, verbalisierst, verbalisiert, verbalisierest, verbalisieret, verbalisierte, verbalisiertest, verbalisierten, verbalisiertet, ##verbalisiert, verbalisierte, verbalisiertes, verbalisiertem, verbalisierten, verbalisierter##, verbalisierend, ###verbalisierend, verbalisierende, verbalisierendes, verbalisierendem, verbalisierenden, verbalisierender###, verbalisier (!)+FW(+EW); Z.: ver-b-al-is-ier-en
verballhornen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verballhornen, entstellen; ne. spoof (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. ver…; der Rest des Wortes bezieht sich auf den Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn den Jüngeren (um 1550-nach 1604) bei dem 1586 das alte von einem ungenannten Bearbeiter in unzulänglicher Form in das Hochdeutsche übersetzte lübische Recht zum ersten Mal in einem Druck erschienen war; L.: Kluge 1. A. s. u. ballhornisieren, DW 25, 90, EWD s. u. verballhornen, Duden s. u. verballhornen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und dem PN Balhorn sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Wort oder eine Wortfolge mangels ausreichender Sachkenntnis entstellen; BM.: PN; F.: verballhornen, verballhorne, verballhornst, verballhornt, verballhornest, verballhornet, verballhornte, verballhorntest, verballhornten, verballhorntet, ##verballhornt, verballhornte, verballhorntes, verballhorntem, verballhornten, verballhornter##, verballhornend, ###verballhornend, verballhornende, verballhornendes, verballhornendem, verballhornenden, verballhornender###, verballhorn (!)+EW; Z.: ver—bal-l-hor-n-en
$Verband, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verband, Abdeckung, Zusammenschluss; Vw.: s. Gips-; E.: s. ver, s. Band; L.: Kluge s. u. binden, DW 25, 90, EWD s. u. binden; GB.: seit 1734 belegte und aus ver sowie Band oder bind(en) gebildete Bezeichnung für eine stoffliche Abdeckung einer körperlichen Wunde oder einen Zusammenschluss einzelner Gegebenheiten oder einzelner Teile; F.: Verband, Verbands, Verbandes, Verbände, Verbänden+EW; Z.: Ver—band
$verbannen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verbannen, unter einen Bann stellen, ausweisen; E.: s. ver, s. bannen; L.: DW 25, 91, EWD s. u. Bann; GB.: seit um 765 belegte und aus ver und bannen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches unter einen Bann stellen oder ausweisen; F.: verbannen, verbanne, verbannst, verbannt, verbannest, verbannet, verbannte, verbanntest, verbannten, verbanntet, ##verbannt, verbannte, verbanntes, verbanntem, verbannten, verbannter##, verbannend, ###verbannend, verbannende, verbannendes, verbannendem, verbannenden, verbannender###, verbann (!)+EW; Z.: ver—ba-nn-en
$verbarrikadieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verbarrikadieren, versperren, durch Barrikaden schützen; E.: s. ver, s. Barrikad(e), s. ieren; L.: Kluge s. u. Barrikade, fehlt DW, EWD s. u. Barrikade; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Barrikad(e) sowie ieren gebildete Bezeichnung für versperren oder durch Barrikaden schützen; F.: verbarrikadieren, verbarrikadiere, verbarrikadierst, verbarrikadiert, verbarrikadierest, verbarrikadieret, verbarrikadierte, verbarrikadiertest, verbarrikadierten, verbarrikadiertet, ##verbarrikadiert, verbarrikadierte, verbarrikadiertes, verbarrikadiertem, verbarrikadierten, verbarrikadierter###, verbarrikadierend, ###verbarrikadierend, verbarrikadierende, verbarrikadierendes, verbarrikadierendem, verbarrikadierenden, verbarrikadierender###, verbarrikadier (!) +EW+FW; Z.: ver—bar-r-i-kad-ier-en
$verbergen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verbergen, verstecken; E.: s. ver, s. bergen; L.: Kluge s. u. bergen, DW 25, 101, EWD s. u. bergen; GB.: (firbergan) seit um 765 belegte und aus ver und bergen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung höheren Lebens und damit vormenschlich mögliches verstecken; F.: verbergen, verberge, verbirgst, verbirgt, verbergt, verbergest, verberget, verbarg, verbargst, verbargen, verbargt, verbärge, verbärgest, verbärgst, verbärgen, verbärget, verbärgt, verborgen, ##verborgen, verborgene, verborgenes, verborgenem, verborgenen, verborgener##, verbergend, ###verbergend, verbergende, verbergendes, verbergendem, verbergenden, verbergender###, verbirg (!)+EW; Z.: ver—ber-g-en
$verbessern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verbessern, besser machen, besser werden; Q.: um 1230 (Diu Crōne von Heinrich von dem Türlin); E.: s. ver, s. bessern; L.: DW 25, 106, EWD s. u. besser; GB.: um 1230 belegte und aus ver und bessern gebildete Bezeichnung für besser machen oder besser werden; F.: verbessern, verbessere, verbesser (!), verbesserst, verbessert, verbesserte, verbessertest, verbesserten, verbessertet, verbessert, ##verbessert, verbesserte, verbessertes, verbessertem, verbesserten, verbesserter##, verbessernd, ###verbessernd, verbesserndes, verbesserndem, verbessernden, verbessernder###, verbesser (!)+EW; Z.: ver—bess-er-n
$Verbesserung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verbesserung, Besserung, Berichtigung, Besserwerdung; E.: s. verbesser(n), s. ung; L.: Kluge s. u. besser, DW 25, 107, EWD s. u. besser; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. melioratio aus verbesser(n) und ung gebildete Bezeichnung für Berichtigung oder Besserwerdung; F.: Verbesserung, Verbesserungen+EW; Son.: nach DW mnd. früher häufig für Buße oder Ersatz oder Entschädigung; Z.: Ver—bess-er-ung
$verbeugen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verbeugen, verbiegen, neigen; E.: s. ver, s. beugen; L.: Kluge s. u. beugen, DW 25, 108, EWD s. u. beugen, DW 25, 109; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und beugen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Kopf und Oberkörper zu einem Gruß oder einer Demutsgeste nach vorn neigen; F.: verbeugen, verbeuge, verbeugst, verbeugt, verbeugest, verbeuget, verbeugte, verbeugtest, verbeugten, verbeugtet, ##verbeugt, verbeugte, verbeugtes, verbeugtem, verbeugten, verbeugter##, verbeugend, ###verbeugend, verbeugende, verbeugendes, verbeugendem, verbeugenden, verbeugender###, verbeug (!) +EW; Z.: ver—beug-en
$Verbeugung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verbeugung; E.: s. verbeug(en), s. ung; L.: DW 25, 109, EWD s. u. beugen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verbeug(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Neigung von Kopf und Oberkörper nach vorn zu einem Gruß oder einer Demutsgeste; F.: Verbeugung, Verbeugungen+EW; Z.: Ver—beug-ung
…verbial, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. …verbial; ne. …verbial; Vw.: s. ad-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. Verb, s. ial, s. lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Bezeichnung; idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …verbiaal, Suff., …verbial; frz. …verbial, Suff., …verbial; nschw. …verbial, Suff., …verbial; nnorw. …verbial, Suff., …verbial; kymr. …ferfol, Suff., …verbial; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Verb und ial (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundwort zu der Bildung von mit Verben zusammenhängenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: …verbial, …verbiale, …verbiales, …verbialem, …verbialen, …verbialer+FW; Z.: -ver-b-i-al
$verbieten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verbieten, untersagen; E.: s. ver, s. bieten; L.: Kluge s. u. bieten, DW 25, 110, EWD s. u. bieten; GB.: (firbiotan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und bieten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches untersagen; F.: verbieten, verbiete, verbietest, verbietet, verbot, verbotest (!), verbotst (!), verboten, verbotet, verböte, verbötest, verbötet, ##verboten, verbotene, verbotenes, verbotenem, verbotenen, verbotener##, verbietend, ###verbietend, verbietende, verbietendes, verbietendem, verbietenden, verbietender###, verbiet (!)+EW; Z.: ver—biet-en
$verbinden, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. verbinden, mit einem Verband schützen, vereinigen; E.: s. ver, s. binden; L.: Kluge s. u. binden, DW 25, 115, EWD s. u. binden; GB.: (firbintan*) seit um 1000 belegte und aus ver und binden gebildete Bezeichnung für mit einem Verband schützen oder vereinigen; F.: verbinden, verbinde, verbindest, verbindet, verband (!), verbandest (!), verbandst, verbanden, verbandet, verbände (!), verbändest, verbänden (!), verbändet, verbunden, ###verbunden, verbundene, verbundenes, verbundenem, verbundenen, verbundener###, verbindend, ###verbindend, verbindende, verbindendes, verbindendem, verbindenden, verbindender###, verbind (!)+EW; Z.: ver—bind-en
$Verbindung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verbindung, Verknüpfung, Vereinigung, Zusammenschluss; Vw.: s. Kausal-; E.: s. verbind(en), s. ung; L.: DW 25, 123, EWD s. u. binden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verbind(en) und ung gebildete Bezeichnung für Verknüpfung oder Vereinigung oder Zusammenschluss; F.: Verbindung, Verbindungen+EW; Z.: Ver-bind-ung
$verbitten, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. verbitten, bitten, Unterlassung verlangen; E.: s. ver, s. bitten; L.: Kluge s. u. bitten, DW 25, 126, EWD s. u. bitten; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus ver und bitten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches bitten oder auch eine Unterlassung verlangen; F.: verbitten, verbitte, verbittest, verbittet, verbat (!), verbatest (!), verbatst (!), verbaten (!), verbatet (!), verbäte (!), verbätest, verbäten, verbätet, verbeten, ###verbeten, verbetene, verbetenes, verbetenem, verbetenen, verbetener##, verbittend, ###verbittend, verbittende, verbittendes, verbittendem, verbittenden, verbittender###, verbitt (!)+EW; Z.: ver—bit-t-en
$verbittern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verbittern, bitter werden, bitter machen, vergällen; E.: s. ver, s. bitter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. bitter, DW 25, 127, EWD s. u. bitter; GB.: (verbitteren*) seit vor 1312 belegte und aus ver und bitter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches bitter werden oder bitter machen oder vergällen; F.: verbittern, verbittere, verbitter (!), verbitterst, verbittert, verbitterte, verbittertest, verbitterten, verbittertet, ##verbittert, verbitterte, verbittertes, verbittertem, verbitterten, verbitterter##, verbitternd, ###verbitternd, verbitterndes, verbitterndem, verbitternden, verbitternder###, verbitter (!)+EW; Z.: ver—bi-tt-er-n
$Verbitterung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verbitterung, Groll; E.: s. verbitter(n), s. ung; L.: DW 25, 129, EWD s. u. bitter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verbitter(n) und ung (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Groll wegen einer Enttäuschung oder Verletzung; F.: Verbitterung, Verbitterungen+EW; Z.: Ver—bi-tt-er-ung
$verblassen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verblassen, blass werden, verbleichen; E.: s. ver, s. blass, s. en; L.: Kluge s. u. blass, DW 25, 131, EWD s. u. blass; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und blass sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Möglichkeit des Sehens von Farbe mögliches blass werden oder verbleichen; F.: verblassen, verblasse, verblassst (!), verblasst, verblassest, verblasset, verblasste, verblasstest, verblassten, verblasstet, ##verblasst, verblasste, verblasstes, verblasstem, verblassten, verblasster##, verblassend, ###verblassend, verblassende, verblassendes, verblassendem, verblassenden, verblassender###, verblass (!)+EW; Z.: ver—bla-ss-en
$verbläuen (fälschlich), verbleuen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verbläuen, verprügeln, schlagen; E.: s. ver, s. bläuen, s. blau; L.: Kluge s. u. bleuen, DW 25, 142 (verbleuen), EWD s. u. bleuen; GB.: (firbliuwan*) seit um 790 belegte und aus ver und bleuen bzw. bläuen bzw. blau gebildete Bezeichnung für verprügeln oder (fälschlich) blau schlagen; F.: verbläuen, verbläue, verbläust, verbläut, verbläuest, verbläuet, verbläute, verbläutest, verbläuten, verbläutet, ##verbläut, verbläute, verbläutes, verbläutem, verbläuten, verbläuter##, verbläuend, ###verbläuend, verbläuende, verbläuendes, verbläuendem, verbläuenden, verbläuender###, verbläu (!), verbleuen, verbleue, verbleust, verbleut, verbleuest, verbleuet, verbleute, verbleutest, verbleuten, verbleutet, ##verbleut (!), verbleute, verbleutes, verbleutem, verbleuten, verbleuter##, verbleuend, ###verbleuend, verbleuende, verbleuendes, verbleuendem, verbleuenden, verbleuender###, verbleu (!)+EW; Z.: ver-bläu-en
$Verbleib, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verbleib, Bleiben, Aufenthaltsort; E.: s. verbleib(en); L.: Kluge s. u. bleiben, DW 25, 133, EWD s. u. bleiben; GB: seit 18. Jh. belegte und mit verbleiben verbindbare Bezeichnung für Bleiben oder Aufenthaltsort; F.: Verbleib, Verbleibs, Verbleibes+EW; Son.: nach DW häufiger in dem älteren Niederdeutschen; Z.: Ver—b-lei-b
$verbleiben, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. verbleiben, einigen, sein (V.); E.: s. ver, s. bleiben; L.: Kluge s. u. bleiben, DW 25, 133, EWD s. u. bleiben; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und bleiben gebildete Bezeichnung für bleiben oder einigen oder sein (V.); F.: verbleiben, verbleibe, verbleibst, verbleibt, verbleibest, verbleibet, verblieb, verbliebst, verblieben, verbliebt, verbliebest, verbliebet, ##verblieben, verbliebene, verbliebenes, verbliebenem, verbliebenen, verbliebener##, verbleibend, ###verbleibend, verbleibende, verbleibendes, verbleibendem, verbleibenden, verbleibender###, verbleib (!)+EW; Z.: ver—b-lei-b-en
$verbleichen, nhd., sw. V., st. V., (10. Jh.): nhd. verbleichen, bleich werden, blass werden, verblassen; E.: s. ver, s. bleichen; L.: Kluge s. u. bleichen, DW 25, 136; GB.: (firblīhhan*) seit 10. Jh. belegte und aus ver und bleichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Möglichkeit des Sehens von Farbe mögliches bleich werden oder blass werden oder verblassen F.: verbleichen, verbleiche, verbleichst, verbleicht, verbleichest, verbleichet, verblich, verblichst, verblichen, verblichet, ##verblichen, verblichene, verblichenes, verblichenem, verblichenen, verblichener##, ##verbleicht, verbleichte, verbleichtes, verbleichtem, verbleichten, verbleichter##, verbleichend, ###verbleichend, verbleichende, verbleichendes, verbleichendem, verbleichenden, verbleichender##, verbleich (!)+EW; Z.: ver—blei-ch-en
$verblenden, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verblenden, blind sein (V.), blind machen, verkleiden; E.: s. ver, s. blenden; L.: Kluge s. u. blenden, DW 25, 138, EWD s. u. blenden; GB.: seit nach 1270 belegte und aus ver und blenden gebildete Bezeichnung für blind sein (V.) oder blind machen oder verkleiden; F.: verblenden, verblende, verblendest, verblendet, verblendete, verblendetest, verblendeten, verblendetet, ##verblendet, verblendete, verblendetes, verblendetem, verblendeten, verblendeter##, verblendend, ###verblendend, verblendende, verblendendes, verblendendem, verblendenden, verblendender###, verblend (!)+EW; Z.: ver—ble-nd-en
$verblöden, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verblöden; E.: s. ver, s. blöd(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. blöde, DW 25, 144, EWD s. u. blöd(e); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und blöd(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für blöde werden oder blöde machen oder verdummen; F.: verblöden, verblöde, verblödest, verblödet, verblödete, verblödetest, verblödeten, verblödetet, ##verblödet, verblödete, verblödetes, verblödetem, verblödeten, verblödeter##, verblödend, ###verblödend, verblödende, verblödendes, verblödendem, verblödenden, verblödender###, verblöd (!)+EW; Z.: ver—blö-d-en
verblüffen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verblüffen, erstaunen, zu einem Staunen bringen; ne. flabbergast, astound; Vw.: -; Hw.: s. Bluff, bluffen; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. vörblüffen*, vorblüffen, vorbluffen, sw. V., verblüffen, überraschen, überrumpeln, in Schrecken (M.) bringen, in Verwirrung bringen, bestürzt machen; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); das Hinterglied ist wohl lautmalenden Ursprungs; L.: Kluge 1. A. s. u. verblüffen, Kluge s. u. verblüffen, DW 25, 144, EWD s. u. verblüffen, Duden s. u. verblüffen; Son.: vgl. nndl. verbluffen, V., verblüffen, einschüchtern; nschw. förbluffa, V., verblüffen; nnorw. forbløffe, V., verblüffen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für erstaunen oder zu einem Staunen bringen; BM.: vorwärts; F.: verblüffen, verblüffe, verblüffst, verblüfft, verblüffest, verblüffet, verblüffte, verblüfftest, verblüfften, verblüfftet, ##verblüfft, verblüffte, verblüfftes, verblüfftem, verblüfften, verblüffter##, verblüffend, ###verblüffend, verblüffende, verblüffendes, verblüffendem, verblüffenden, verblüffender###, verblüff (!)+EW; Z.: ver-blüff-en
$verblühen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verblühen, zu blühen aufhören; E.: s. ver, s. blühen; L.: Kluge s. u. blühen, DW 25, 144, EWD s. u. blühen; GB.: (firbluoen*) seit um 1000 belegte und aus ver und blühen gebildete Bezeichnung für sachlich seit dem Blühen von Blüten mögliches und jeweils nach kurzem Blühen verwirklichtes zu blühen aufhören; F.: verblühen, verblühe, verblühst, verblüht, verblühest, verblühet, verblühte, verblühtest, verblühten, verblühtet, ##verblüht, verblühte, verblühtes, verblühtem, verblühten, verblühter##, verblühend, ###verblühend, verblühende, verblühendes, verblühendem, verblühenden, verblühender###, verblüh (!)+EW; Z.: ver—blü-h-en
$verblümt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.?): nhd. verblümt, mit Blumen geschmückt; Vw.: s. un-; E.: s. ver, s. blüm(en), s. t; L.: Kluge s. u. Blume, DW 25, 146 (verblümen) , EWD s. u. Blume; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und blüm(en) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Blumen und Sprache mögliches mit Blumen geschmückt; F.: verblümt, verblümte, verblümtes, verblümtem, verblümten, verblümter(, verblümtere, verblümteres, verblümterem, verblümteren, verblümterer, verblümtest, verblümteste, verblümtestes, verblümtestem, verblümtesten, verblümtester)+EW; Z.: ver—blü-m-t
$verbocken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verbocken, falsch machen; E.: s. ver, s. Bock, s. en; L.: Kluge s. u. verbocken, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Bock sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht an einen Bock schießen angelehntes falsch machen; F.: verbocken, verbocke, verbockst, verbockt, verbockest, verbocket, verbockte, verbocktest, verbockten, verbocktet, ##verbockt, verbockte, verbocktes, verbocktem, verbockten, verbockter##, verbockend, ###verbockend, verbockende, verbockendes, verbockendem, verbockenden, verbockender###, verbock (!)+EW; Z.: ver—bock-en
$verbohrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.?): nhd. verbohrt, durch Bohren befestigt, festgefahren, unbelehrbar; E.: s. ver, s. bohr(en), s. t.: L.: Kluge s. u. verbohrt, DW 25, 148, EWD s. u. bohren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus ver und bohr(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für durch Bohren befestigt oder festgefahren oder unbelehrbar; F.: verbohrt, verbohrte, verbohrtes, verbohrtem, verbohrten, verbohrter(, verbohrtere, verbohrteres, verbohrterem, verbohrteren, verbohrterer, verbohrtest, verbohrteste, verbohrtestes, verbohrtestem, verbohrtesten, verbohrtester)+EW; Z.: ver—bohr-t
$verbomben, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. verbomben, mit Bomben belegen (V.); E.: s. ver, s. bomben; L.: Kluge s. u. Bombe, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus ver und bomben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Bomben durch den Menschen mögliches und verwendetes mit Bomben belegen (V.); F.: verbomben, verbombe, verbombst (!), verbombt, verbombest, verbombet, verbombte, verbombtest, verbombten, verbombtet, ##verbombt, verbombte, verbombtes, verbombtem, verbombten, verbombter##, verbombend, ###verbombend, verbombende, verbombendes, verbombendem, verbombenden, verbombender###, verbomb (!)+EW+FW; Z.: ver—bomb-en
$Verbot, nhd., N., (10./11. Jh.): nhd. Verbot, Untersagung; E.: s. verbieten; L.: Kluge s. u. bieten, DW 25, 152, EWD s. u. bieten; GB.: (firbot*) seit 10./11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. interdictum gebildete und mit verbieten verbindbare Bezeichnung für Untersagung oder verbietende Bestimmung; F.: Verbot, Verbots, Verbotes, Verbote, Verboten+EW; Z.: Ver—bot
verbrämen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verbrämen, säumen (V.) (1), schmückend umhüllen und einfassen; ne. edge (V.), border (V.) a garment; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1293 (Martina); E.: fnhd. verbremen, sw. V., verbrämen; mhd. verbremen*, verbræmen, ferbræmen*, sw. V., verbrämen, mit Dornen umstecken, verdornen; mnd. vörbrēmen*, vorbrēmen, sw. V., verbrämen, mit einem Rand besetzen; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. bremen (2), bræmen, sw. V., verbrämen, einfassen; mnd. brēmen, sw. V., verbrämen, besetzen, säumen; vgl. as. *bremo? (2), Sb., Rand; germ. *brema, N., Verbrämung?; vgl. idg. *bʰerem- (1), V., Sb., hervorstehen, Spitze, Kante, Pokorny 142 (224/57) (RB. idg. aus ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. verblüffen, Kluge s. u. verbrämen, DW 25, 153, EWD s. u. verbrämen, Duden s. u. verbrämen, Bluhme s. u. verbraemen; GB.: seit um 1293 belegte und aus ver und brämen gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich spätestens seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches und von ihm verwendetes etwas mit einem genähten Rand versehen (V.) und dadurch schmückend umhüllen oder einfassen; BM.: vorwärts, Kante; F.: verbrämen, verbräme, verbrämst, verbrämt, verbrämest, verbrämet, verbrämte, verbrämtest, verbrämten, verbrämtet, ##verbrämt, verbrämte, verbrämtes, verbrämtem, verbrämten, verbrämter##, verbrämend, ###verbrämend, verbrämende, verbrämendes, verbrämendem, verbrämenden, verbrämender###, verbräm (!)+EW; Z.: ver—brä-m-en
$verbrannt, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. verbrannt, durch Feuer zerstört oder beschädigt; Vw.: s. hirn-; E.: s. verbrennen; L.: fehlt DW (s. verbrennen); GB. aus verbrennen (und aus ver und brennen bzw. brannt) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Sauerstoffs und des Feuers mögliches durch Feuer bzw. Brand zerstört; F.: verbrannt, verbrannte, verbranntes, verbranntem, verbrannten, verbrannter(, verbranntere, verbrannteres, verbrannterem, verbrannteren, verbrannterer, verbranntest, verbrannteste, verbranntestes, verbranntestem, verbranntesten, verbranntester)+EW; Z.: ver—bran-n-t
$verbraten, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. verbraten, zu lange braten, vergeuden; E.: s. ver, s. braten; L.: Kluge s. u. verbraten, DW 25, 156; GB.: seit 20. Jh. oder früher belegte und aus ver und braten gebildete Bezeichnung für zu lange braten und für vergeuden; F.: verbraten, verbrate, verbratest, verbratet, verbratete, verbratetest, verbrateten, verbratetet, ##verbraten, verbratene, verbratenes, verbratenem, verbratenen, verbratener##, verbratend, ###verbratend, verbratende, verbratendes, verbratendem, verbratenden, verbratender###, verbrat (!)+EW; Z.: ver—bra-t-en
$Verbrauch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verbrauch, Verbrauchen (N.); E.: s. ver, s. (Ge)brauch, s. verbrauchen; L.: DW 25, 156, EWD s. u. brauchen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Brauch oder. brauch(en) gebildete Bezeichnung für Verbrauchen (N.); F.: Verbrauch, Verbrauches, Verbrauchs, Verbräuche, Verbräuchen+EW; Z.: Ver—brau-ch
$verbrauchen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verbrauchen, aufbrauchen, durch Gebrauch beseitigen; E.: s. ver, s. brauchen; L.: Kluge s. u. brauchen, DW 25, 156, EWD s. u. brauchen; GB.: (firbrūhhen*) seit um 1000 belegte und aus ver und brauchen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor menschlich mögliches aufbrauchen oder durch Gebrauch beseitigen; F.: verbrauchen, verbrauche, verbrauchst, verbraucht, verbrauchest, verbrauchet, verbrauchte, verbrauchtest, verbrauchten, verbrauchtet, ##verbraucht, verbrauchte, verbrauchtes, verbrauchtem, verbrauchten, verbrauchter##, verbrauchend, ###verbrauchend, verbrauchende, verbrauchendes, verbrauchendem, verbrauchenden, verbrauchender###, verbrauch(!)+EW; Z.: ver—brau-ch-en
$Verbraucher, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Verbraucher, Verbrauchender; E.: s. ver, s. brauch(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. brauchen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verbrauch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Ausbildung des Marktes möglichen die Leistungen eines Unternehmers oder Herstellers gegen Entgelt nutzenden Menschen oder jede natürliche Person die ein Rechtsgeschäft zu einem weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zurechenbaren Zwecke abschließt; F.: Verbraucher, Verbrauchers, Verbrauchern+EW; Z.: Ver—brau-ch-er
$verbrechen, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.?): nhd. verbrechen, brechen; E.: s. ver, s. brechen; L.: DW 25, 158, EWD s. u. brechen; GB.: seit um 765 belegte und aus ver und brechen gebildete Bezeichnung für brechen; F.: verbrechen, verbreche, verbrichst, verbricht, verbrecht, verbrechest, verbrechet, verbrach, verbrachst, verbrachen, verbracht, verbräche, verbrächest, verbrächst, verbrächen, verbrächet, verbrächt, verbrochen, ##verbrochen, verbrochene, verbrochenes, verbrochenem, verbrochenen, verbrochener##, verbrechend, ###verbrechend, verbrechende, verbrechendes, verbrechendem, verbrechenden, verbrechender###, verbrich (!)+EW; Z.: ver—bre-ch-en
$Verbrechen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Verbrechen; E.: s. verbrechen; L.: Kluge s. u. Verbrechen, DW 25, 158, EWD s. u. brechen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verbrechen bzw. ver und brechen gebildete Bezeichnung für eine schwere und deswegen mit Freiheitsstrafe von einem Jahr und mehr bedrohte Straftat wie beispielsweise Mord oder Totschlag oder Raub oder Meineid in Gegensatz zu weniger streng bestraften Vergehen; F.: Verbrechen, Verbrechens+EW; Z.: Ver—bre-ch-en
$Verbrecher, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Verbrecher, Täter eines Verbrechens; E.: s. Verbrech(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Verbrechen, DW 25, 158, EWD s. u. brechen; GB.: nach DW seit 1280 belegte und aus verbrech(en) und Verbrech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung der Strafe und der Straftaten bzw. Verbrechen schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Täter eines Verbrechens; F.: Verbrecher, Verbrechers, Verbrechern+EW; Z.: Ver—bre-ch-er
$verbrecherisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. verbrecherisch, einen Verbrecher (oder ein Verbrechen) betreffend, sehr verwerflich; E.: s. Verbrecher, s. isch; L.: DW 25, 163, EWD s. u. brechen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Verbrecher und isch gebildete Bezeichnung für einen Verbrecher (oder ein Verbrechen) betreffend oder sehr verwerflich oder kriminell oder skrupellos; F.: verbrecherisch, verbrecherische, verbrecherisches, verbrecherischem, verbrecherischen, verbrecherischer(, verbrecherischere, verbrecherischeres, verbrecherischerem, verbrecherischeren, verbrecherischerer, verbrecherischst, verbrecherischste, verbrecherischstes, verbrecherischstem, verbrecherischsten, verbrecherischster)+EW; Z.: ver—bre-ch-er-isch
$verbreiten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verbreiten, ausbreiten, breit machen, breit werden, bekannt machen; E.: s. ver, s. breiten; L.: Kluge s. u. breit, DW 25, 164, EWD s. u. breit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und breiten gebildete Bezeichnung für ausbreiten oder breit machen oder breit werden oder bekannt machen oder bekannt werden; F.: verbreiten, verbreite, verbreitest, verbreitet, verbreitete, verbreitetest, verbreiteten, verbreitetet, ##verbreitet, verbreitete, verbreitetes, verbreitetem, verbreiteten, verbreiteter##, verbreitend, ###verbreitend, verbreitende, verbreitendes, verbreitendem, verbreitenden, verbreitender###, verbreit (!)+EW; Z.: ver—brei-t-en
$verbreitern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verbreitern, breiter werden, breiter machen; E.: s. ver, s. breit, s. er (Suff.), s. n; L.: Kluge s. u. breit, DW 25, 166, EWD s. u. breit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und breiter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches breiter werden oder breiter machen; F.: verbreitern, verbreitere, verbreiter (!), verbreiterst, verbreitert, verbreiterte, verbreitertest, verbreiterten, verbreitertet, ##verbreitert, verbreiterte, verbreitertes, verbreitertem, verbreiterten, verbreiterter##, verbreiternd, ###verbreiternd, verbreiterndes, verbreiterndem, verbreiternden, verbreiternder###, verbreiter (!)+EW; Z.: ver—brei-t-er-n
$verbriefen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verbriefen, schriftlich festhalten, urkundlich festlegen; E.: s. ver, s. Brief, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Brief, Kluge s. u. Brief, DW 25, 172, EWD s. u. Brief; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und briefen gebildete und damit teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für schriftlich festhalten oder urkundlich festlegen; F.: verbriefen, verbriefe, verbriefst, verbrieft, verbriefest, verbriefet, verbriefte, verbrieftest, verbrieften, verbrieftet, ##verbrieft, verbriefte, verbrieftes, verbrieftem, verbrieften, verbriefter##, verbriefend, ###verbriefend, verbriefende, verbriefendes, verbriefendem, verbriefenden, verbriefender###, verbrief (!)+EW+FW; Z.: ver—brief-en
$verbrüdern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verbrüdern; E.: s. ver, s. Bruder, s. n; L.: Kluge s. u. Bruder, DW 25, 177, EWD s. u. Bruder; GB.: (verbruoderen*) seit 1261 belegte und vielleicht nach lat. frāternāre aus ver und Bruder sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem anderen natürlich nicht nahe verwandten Mann sich als einem gewollten Bruder verbinden; F.: verbrüdern, verbrüdere, verbrüder, verbrüderst, verbrüdert, verbrüderte, verbrüdertest, verbrüderten, verbrüdertet, ##verbrüdert, verbrüderte, verbrüdertes, verbrüdertem, verbrüderten, verbrüderter##, verbrüdernd, ###verbrüdernd, verbrüderndes, verbrüderndem, verbrüdernden, verbrüdernder###, verbrüder (!) +EW; Z.: ver—brüder-n
$Verbrüderung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verbrüderung; E.: s. verbrüder(n), s. ung; L.: EWD s. u. Bruder, DW 25, 178; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verbrüder(n) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vereinbarung eines gewollten brüderlichen Verhältnisses zwischen natürlich nicht nahe miteinander verwandten Männern; F.: Verbrüderung, Verbrüderungen+EW; Z.: Ver—brüder—ung
$verbrühen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verbrühen; E.: s. ver, s. brühen; L.: Kluge s. u. brühen, DW 25. 178, EWD s. u. brühen; GB.: (verbrüejen) seit nach 1150 belegte und aus ver und brühen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verwendung des Feuers und feuerfester Gefäße durch den Menschen mögliches mit einer sehr heißen Flüssigkeit übergießen und dadurch mindestens die Haut verletzen; F.: verbrühen, verbrühe, verbrühst, verbrüht, verbrühest, verbrühet, verbrühte, verbrühtest, verbrühten, verbrühtet, ##verbrüht, verbrühte, verbrühtes, verbrühtem, verbrühten, verbrühter##, verbrühend, ###verbrühend, verbrühende, verbrühendes, verbrühendem, verbrühenden, verbrühender###, verbrüh (!)+EW; Z.: ver—brüh-en
verbumfeien, nhd., sw. V.: nhd. verbumfeien; Vw.: s. verfumfeien
$Verbum, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verbum, Verb; E.: s. lat verbum; L.: fehlt DW, EWD s. u. Verb; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Wort oder (enger) Zeitwort oder Tätigkeitswort oder Tunswort oder Tunwort; F.: Verbum, Verbums, Verba+FW; Z.: Ver-b-um
$Verdacht, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verdacht, Vermutung; E.: s. ver, s. denken; L.: Kluge s. u. Verdacht, DW 25, 186, EWD s. u. Verdacht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und denken gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache oder den Hochkulturen des Altertums mögliche Vermutung eines (rechtswidrigen) Verhaltens eines Menschen; F.: Verdacht, Verdachtes, Verdachts, Verdachte (!), Verdachten (!), Verdächte (!), Verdächten (!)+EW; Z.: Ver—dach-t
$verdächtig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. verdächtig, einen Verdacht betreffend; E.: s. Verdacht, s. ig; L.: Kluge s. u. Verdacht, EWD s. u. Verdacht, DW 25, 188; GB.: (verdæhtic) seit 1301-1319 belegte und aus Verdacht und ig (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Verdacht betreffend; F.: verdächtig, verdächtige, verdächtiges, verdächtigem, verdächtigen, verdächtiger(, verdächtigere, verdächtigeres, verdächtigerem, verdächtigeren, verdächtigerer, verdächtigst, verdächtigste, verdächtigstes, verdächtigstem, verdächtigsten, verdächtigster)+EW; Z.: ver—däch-t-ig
$verdächtigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verdächtigen, einen Verdacht hegen und aussprechen; E.: s. verdächtig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Verdacht, DW 25, 189, EWD s. u. Verdacht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verdächtig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliches einen Verdacht hegen und aussprechen; F.: verdächtigen, verdächtige (!), verdächtigst, verdächtigt, verdächtigest, verdächtiget, verdächtigte, verdächtigtest, verdächtigten, verdächtigtet, ##verdächtigt, verdächtigte, verdächtigtes, verdächtigtem, verdächtigten, verdächtigter##, verdächtigend, ###verdächtigend, verdächtigende, verdächtigendes, verdächtigendem, verdächtigenden, verdächtigender###, verdächtig (!)+EW; Z.: ver—däch-t-ig-en
verdammen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verdammen, für strafwürdig erklären, verrurteilen, verwerfen; ne. condemn, damn (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: fnhd. verdamne, versampnen verdammen, sw. V., verdammen; mhd. verdamnen, verdammen, sw. V., verurteilen, verdammen; mnd. vördammen* (1), vordammen, sw. V., „verdammen“, verurteilen; ahd. firdamnōn*, sw. V. (2), verdammen, verurteilen, bestrafen, besiegen; s. ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. damnāre, V., büßen, büßen lassen; vgl. lat. damnum, N., Einbuße, Verlust, Schaden, Nachteil; vgl. idg. *dāp-, *dəp-, Sb., Opfermahl, Pokorny 176; idg. *dā-, *dāi-, dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175; L.: Kluge 1. A. s. u. verdammen, Kluge s. u. verdammen, DW 25, 190, EWD s. u. verdammen, EWAhd 2, 511, DW 25, 190, Duden s. u. verdammen, Bluhme s. u. verdammen; Son.: vgl. nndl. verdoemen, V., verdammen; frz. damner, V., verdammen; nschw. fördömma, V., verdammen; nnorw. fordomme, V., verdammen; GB.: (firdamnōn) seit 863-871 belegte und aus ver und dammen gebildete sowie teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches einen anderen Menschen wegen seines Verhaltens für strafwürdig erklären oder verurteilen oder verwerfen; BM.: vorwärts, büßen bzw. zerschneiden; F.: verdammen, verdamme, verdammst, verdammt, verdammest, verdammet, verdammte, verdammtest, verdammten, verdammtet, ##verdammt, verdammte, verdammtes, verdammtem, verdammten, verdammter##, verdammend, ###verdammend, verdammende, verdammendes, verdammendem, verdammenden, verdammender###, verdamm (!)+EW+FW; Z.: ver—da-mm-en
$Verdammnis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verdammnis, Verurteilung; E.: s. verdamm(en), s. nis; L.: Kluge s. u. verdammen, DW 25, 195; GB.: (verdamnisse) seit 1280 belegte und aus verdamm(en) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Verurteilung eines anderen Menschen wegen seines Verhaltens; F.: Verdammnis, Verdammnisse, Verdammnissen+EW+FW; Z.: Ver—da-mn-is
$verdammt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (11. Jh.?): nhd. verdammt, verurteilt; E.: s. verdamm(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW (s. verdammen), EWD s. u. verdammen; GB.: (verdamnet) seit um 1070 belegte und aus verdamm(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für verurteilt; F.: verdammt, verdammte, verdammtes, verdammtem, verdammten, verdammter, verdammtere, verdammteres, verdammterem, verdammteren, verdammterer, verdammtest, verdammteste, verdammtestes, verdammtestem, verdammtesten, verdammtester+EW+FW; Z.: ver—da-mm-t
$Verdammung, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Verdammung, Verdammnis, Verurteilung; E.: s. verdamm(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verdammen, DW 25. 196; GB.: (firdamnunga*) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und aus verdamm(en) und ung und damit teilweise aus dem Lateinischen des Altertums gebildete und verwendete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche Verdammnis oder Verurteilung; F.: Verdammung, Verdammungen+EW; Z.: Ver—da-mm-ung
verdattert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verdattert, verdutzt, erstaunt, verwirrt; ne. befuddled; Vw.: -; Hw.: s. Tatterich; Q.: 18. Jh.; E.: s. ver…; und von einem tattern, V., zittern, stottern; dieses lautsymbolische Bildung; L.: Kluge s. u. verdattert, DW 25, 1864 (vertattern), EWD s. u. verdattert, Duden s. u. verdattert, Bluhme s. u. verdattert; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver sowie tattern teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verdutzt oder erstaunt oder verwirrt und nicht in der Lage zu reagieren seiend; BM.: vorwärts, lautmalend?; F.: verdattert, verdatterte, verdattertes, verdattertem, verdatterten, verdatterter(, verdattertere, verdatterteres, verdatterterem, verdatterteren, verdatterterer, verdattertst, verdattertste, verdattertstes, verdattertstem, verdattertsten, verdattertster)+EW; Z.: ver—da-t-t-er-t
verdauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verdauen, verwinden, ausscheiden; ne. digest (V.); Vw.: -; Hw.: s. tauen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: verdöuwen, verdöun, sw. V., verdauen; mnd. vördouwen*, vordouwen, vorduwen, sw. V., verdauen, aufzehren, hinnehmen, verwinden, verdaut werden; mnl. verdouwen, sw. V., verdauen, wegschmelzen, hinsiechen; ahd. firdewen*, firdouwen*, sw. V. (1b), verdauen, ausleeren, erbrechen, ausscheiden; ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. touwōn, sw. V. (2), tauen (1), Tau (M.) spenden, benetzen; vgl. germ. *þaujan, sw. V., tauen; idg. *tā-, *tə-, teh₂-, V., schmelzen, fließen, schwinden, Pokorny 1053 (1824/1) (RB. idg. aus iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verdauen, Kluge s. u. verdauen, DW 25, 199, EWD s. u. verdauen, EWAhd 2, 622, Duden s. u. verdauen, Bluhme s. u. verdauen; Son.: vgl. nndl. verduwen, V., verdauen; nnorw. fordøye, V., verdauen; GB.: (firdewen) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und dauen gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung tierischen Lebens mögliches von außen aus der Umgebung meist über einen Mund aufgenommene und in Organen wie Magen und Darm in Bestandteile zerlegte Nahrung in durch Stoffwechsel für den Körper über das Blut unmittelbar verwertbare Stoffe umwandeln wie beispielsweise Kohlenhydrate in Einfachzucker und Eiweiße in Aminosäuren sowie Fette in Fettsäuren und Glyzeride; BM.: vorwärts, schmelzen; F.: verdauen, verdaue, verdaust, verdaut, verdauest, verdauet, verdaute, verdautest, verdauten, verdautet, ##verdaut, verdaute, verdautes, verdautem, verdauten, verdauter##, verdauend, ###verdauend, verdauende, verdauendes, verdauendem, verdauenden, verdauender###, verdau (!)+EW; Z.: ver—dau-en
$verdaulich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. verdaulich, verdaubar, bekömmlich, verträglich; E.: s. verdau(en), s. lich; L.: Kluge s. u. verdauen, DW 25, 201, EWD s. u. verdauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verdau(en) und lich gebildete Bezeichnung für verdaubar oder bekömmlich oder verträglich; F.: verdaulich, verdauliche, verdauliches, verdaulichem, verdaulichen, verdaulicher(, verdaulichere, verdaulicheres, verdaulicherem, verdaulicheren, verdaulicherer, verdaulichst, verdaulichste, verdaulichstes, verdaulichstem, verdaulichsten, verdaulichster)+EW; Z.: ver—dau—lich
$Verdauung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verdauung; E.: s. verdau(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verdauen, DW 25, 202, EWD s. u. verdauen; GB.: (verdöuwunge) seit 1282 belegte und aus verdau(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung tierischen Lebens mögliche Umwandlung (mechanische Zerkleinerung und chemische Aufspaltung sowie Einfügung in das Blut) von außen über den Mund aufgenommener Nahrung in durch Stoffwechsel für den Körper unmittelbar verwertbare Stoffe; F.: Verdauung, Verdauungen+EW; Z.: Ver—dau-ung
$Verdeck, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Verdeck, Decke, Überdachung; L.: Kluge s. u. Verdeck, DW 25, 202, EWD s. u. Deck; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ver und Deck gebildete Bezeichnung für eine Decke oder Überdachung beispielsweise eines Schiffes; F.: Verdeck, Verdeckes, Verdecks, Verdecke, Verdecken+EW; Z.: Ver—deck
$verdenken, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verdenken, denken, verachten; L.: DW 25, 206, EWD s. u. denken,; GB.: (firdenken*) seit um 765 belegte und aus ver und denken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches verdenken oder verachten oder denken; F.: verdenken, verdenke, verdenkst, verdenkt, verdenkest, verdenket, verdachte, verdachtest, verdachten, verdachtet, verdächte, verdächtest, verdächten, verdächtet, verdacht, ##verdacht, verdachte, verdachtes, verdachtem, verdachten, verdachter##, verdenkend, ###verdenkend, verdenkende, verdenkendes, verdenkendem, verdenkenden, verdenkender###, verdenk (!)+EW; Z.: ver—denk-en
$Verderb, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Verderb, Verfaulen, Ungenießbarwerden; E.: s. verderb(en); L.: Kluge s. u. verderben, DW 25, 209, EWD s. u. verderben; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus verderb(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Verfaulen oder Ungenießbarwerden beispielsweise von Früchten oder Fleisch; F.: Verderb, Verderbes, Verderbs+EW; Z.: Ver-derb
verderben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. verderben, unbrauchbar machen, zunichtemachen, unbrauchbar werden; ne. spoil (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstädter Genesis); E.: mhd. verderben (1), verterben, virterben, vorterben, st. V., verderben, zugrunde gehen, vergehen, zunichte werden, ins Unglück geraten (V.), verloren gehen; mnd. vörderven* (1), vorderven, vordarven, verderven, st. V., verderben, verkommen (V.), herunterkommen, dem Tode näher kommen, vergehen, verwesen (V.) (2), zu Grunde gehen; mnd. vörderven* (2), vorderven, vordarven, vordorven, sw. V., verderben, zugrunde richten, des Vermögens berauben, vernichten, zersprengen, verwüsten; mnl. verderven, st. V., verderben; ahd. -; as. -; anfrk. fardervan*, fardervon*, st. V. (3b), verderben, umkommen, zugrunde gehen; germ. *farderban, st. V., verderben; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *dʰerbʰ-, *dʰerəbʰ-, V., arbeiten, umkommen, Pokorny 257 (387/35) (RB. idg. aus arm., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. verderben, Kluge s. u. verderben, DW 25, 209, EWD s. u. verderben, Duden s. u. verderben; Son.: vgl. afries. forderva (1), st. V. (3b), verderben; nfries. fordearren; ae. -; an. fordjarfa, st. V. (3b), verderben, zunichtemachen; got. -; nndl. bederven, V., verderben; nschw. fördärva, V., verderben; lit. dìrbti, V., arbeiten, machen; GB.: seit vielleicht um 1120 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches unbrauchbar werden oder unbrauchbar machen; BM.: vorwärts, umkommen; F.: verderben, verderbe, verdirbst, verdirbt, verderbt, verdarb, verdarbst, verdarben, verdarbt, verdorben, ##verdorben, verdorbene, verdorbenes, verdorbenem, verdorbenen, verdorbener##, verderbend, ###verderbend, verderbende, verderbendes, verderbendem, verderbenden, verderbender###, verderb (!)+EW; Z.: ver—derb-en
$Verderben, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Verderben, Verderbnis, Untergang, Beendigung; E.: s. verderben; L.: Kluge 1. A. s. u. verderben, Kluge s. u. verderben, DW 25, 216, EWD s. u. verderben; GB.: (verderben) seit um 1200 belegte und aus verderben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Untergang oder Beendigung des Lebens oder der Brauchbarkeit; F.: Verderben, Verderbens+EW; Z.: Ver—derb-en
$verderblich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. verderblich, leicht verderbend, abträglich, unheilvoll; E.: s. verderb(en), s. lich; L.: Kluge s. u. verderben, DW 25, 218, EWD s. u. verderben; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verderb(en) und lich gebildete Bezeichnung für leicht verderbend oder abträglich oder unheilvoll; F.: verderblich, verderbliche, verderbliches, verderblichem, verderblichen, verderblicher(, verderblichere, verderblicheres, verderblicherem, verderblicheren, verderblicherer, verderblichst, verderblichste, verderblichstes, verderblichstem, verderblichsten, verderblichster)+EW; Z.: ver—derb—lich
$Verderbnis, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verderbnis, Verderben, Verdorbensein, Verkommenheit, Untergang; E.: s. verderb(en), s. nis; L.: Kluge s. u. verderben, DW 25, 219, EWD s. u. verderben; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus verderb(en) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Verderben oder Verdorbensein oder Verkommenheit oder Untergang; F.: Verderbnis, Verderbnisse+EW; Z.: Ver—derb—nis
$verdeutschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verdeutschen, in das Deutsche übersetzen, deutsch erklären; E.: s. ver, s. deutsch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. deutsch, DW 25, 221, EWD s. u. deutsch; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und deutsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für in das Deutsche übersetzen oder deutsch erklären; F.: verdeutschen, verdeutsche, verdeutschst, verdeutscht, verdeutschest, verdeutschet, verdeutschte, verdeutschtest, verdeutschten, verdeutschtet, ##verdeutscht, verdeutschte, verdeutschtes, verdeutschtem, verdeutschten, verdeutschter##, verdeutschend, ###verdeutschend, verdeutschende, verdeutschendes, verdeutschendem, verdeutschenden, verdeutschender###, verdeutsch (!)+EW; Z.: ver—deu-t-schen
$verdienen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verdienen, als Entgelt erhalten (V.); E.: s. ver, s. dienen; L.: DW 25, 223, EWD s. u. dienen; GB.: (firdionōn*) seit um1000 belegte und aus ver und dienen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit der Entwicklung des Geldes in den Hochkulturen des Altertums mögliches als Entgelt für eine Leistung erhalten (V.); F.: verdienen, verdiene, verdienst, verdient, verdienest, verdienet, verdiente, verdientest, verdienten, verdientet, ##verdient, verdiente, verdientes, verdientem, verdienten, verdienter##, verdienend, ###verdienend, verdienende, verdienendes, verdienendem, verdienenden, verdienender###, verdien (!)+EW; Z.: ver—die-n-en
$Verdienst, nhd., M., N., (15. Jh.?): nhd. Verdienst, Verhalten, Tat, Leistung, Entgelt; E.: s. verdien(en), s. st (Suff.); L.: DW 25, 229, EWD s. u. dienen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus verdien(en) und st gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Verhalten oder Tat oder Leistung oder Entgelt; F.: Verdienst, Verdienstes, Verdiensts, Verdienste, Verdiensten+EW; Z.: Ver—die-n-st
$verdienstlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. verdienstlich, verdienstvoll; E.: s. Verdienst, s. lich; L.: DW 25, 233, EWD s. u. dienen,; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Verdienst und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verdienstvoll; F.: verdienstlich, verdienstliche, verdienstliches, verdienstlichem, verdienstlichen, verdienstlicher(, verdienstlichere, verdienstlicheres, verdienstlicherem, verdienstlicheren, verdienstlicherer, verdienstlichst, verdienstlichste, verdienstlichstes, verdienstlichstem, verdienstlichsten, verdienstlichster)+EW; Z.: ver—die-n-st—lich
Verdikt, nhd., (Part. Prät.=)N., (19. Jh.): nhd. Verdikt, Urteil, Urteilsspruch; ne. verdict; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. verdict; E.: s. ne. verdict, N., Urteil; afrz. voridit, M., Verdikt; von lat. vērē dictum, wahrhaft gesprochen; lat. vērus, Adj., wahr, wirklich, echt, treffend, vernunftmäßig; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr; idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Verdikt, fehlt DW, EWD s. u. Verdikt, Duden s. u. Verdikt; Son.: vgl. nndl. verdict, Sb., Verdikt; frz. verdict, M., Verdikt; poln. werdykt, M., Verdikt; lit. verdiktas, M., Verdikt; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Urteil oder einen Urteilsspruch (von Geschworenen); BM.: wahr, sprechen; F.: Verdikt, Verdiktes, Verdikts, Verdikte, Verdikten+FW(+EW?); Z.: Ver-di-k-t
$verdolmetschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verdolmetschen, übersetzen, erklären; E.: s. ver, s. dolmetschen; L.: DW 25, 236, EWD s. u. Dolmetscher; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und dolmetschen gebildete Bezeichnung für übersetzen (V.) (2) oder erklären; F.: verdolmetschen, verdolmetsche, verdolmetschst, verdolmetscht, verdolmetschest, verdolmetschet, verdolmetschte, verdolmetschtest, verdolmetschten, verdolmetschtet, verdolmetscht, ##verdolmetscht, verdolmetschte, verdolmetschtes, verdolmetschtem, verdolmetschten, verdolmetschter##, verdolmetschend, ###verdolmetschend, verdolmetschende, verdolmetschendes, verdolmetschendem, verdolmetschenden, verdolmetschender###, verdolmetsch (!)+EW+FW; Z.: ver—dolmetsch-en
$verdonnern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verdonnern, verurteilen; E.: s. ver, s. donnern; L.: Kluge s. u. Donner, DW 25, 237, EWD s. u. Donner; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und donnern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verurteilen; F.: verdonnern, verdonnere, verdonner (!), verdonnerst, verdonnert, verdonnerte, verdonnertest, verdonnerten, verdonnertet, ##verdonnert, verdonnerte, verdonnertes, verdonnertem, verdonnerten, verdonnerter##, verdonnernd, ##verdonnernd, verdonnerndes, verdonnerndem, verdonnernden, verdonnernder###, verdonner (!)+EW; Z.: ver—don-n-er-n
$verdoppeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verdoppeln, doppelt nehmen, doppelt geben, verzweifachen; E.: s. ver, s. doppel(t), s. n; L.: Kluge s. u. doppelt, DW 25, 237, EWD s. u. doppelt; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus ver und doppel(t) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches doppelt nehmen oder doppelt geben oder verzweifachen; F.: verdoppeln, verdoppel (!), verdopple, verdoppele, verdoppelst, verdoppelt, verdoppelte, verdoppeltest, verdoppelten, verdoppeltet, ##verdoppelt, verdoppelte, verdoppeltes, verdoppeltem, verdoppelten, verdoppelter##, verdoppelnd, ###verdoppelnd, verdoppelnde, verdoppelndes, verdoppelndem, verdoppelnden, verdoppelnder###, verdoppel (!)+EW+FW; Z.: ver—do-p-p-el-n
$verdorben, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. verdorben. verkommen (Adj.), verfault; E.: s. verderben; Q.: 1190-1200 (Ulrichsleben des Albert von Augsburg); L.: fehlt DW (s. verderben), EWD s. u. verderben; GB.: seit 1190-1200 belegte und von verderben abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches verkommen (Adj.) oder verfault; F.: verdorben, verdorbene, verdorbenes, verdorbenem, verdorbenen, verdorbener+EW; Z.: ver—dorb-en
$verdorren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verdorren, dürr werden, trocken werden, verkommen (V.); Hw.: s. verdörren; E.: s. ver, s. dorren; L.: DW 25, 238, EWD s. u. dorren; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ver und dorren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Wasser mögliches dürr werden oder trocken werden oder verkommen (V.); F.: verdorren, verdorre, verdorrst, verdorrt, verdorrest, verdorret, verdorrte, verdorrtest, verdorrten, verdorrtet, ##verdorrt, verdorrte, verdorrtes, verdorrtem, verdorrten, verdorrter##, verdorrend, ###verdorrend, verdorrende, verdorrendes, verdorrendem, verdorrenden, verdorrender###, verdorr (!)+EW; Z.: ver—dorr-en
$verdörren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verdörren, dürr machen; E.: s. ver, s. dörren; Hw.: s. verdorren; L.: DW 25, 240, EWD s. u. dörren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und dörren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Wasser mögliches trocken werden oder dürr machen oder dürr werden oder verkommen (V.); F.: verdörren, verdörre, verdörrst, verdörrt, verdörrest, verdörret, verdörrte, verdörrtest, verdörrten, verdörrtet, ##verdörrt, verdörrte, verdörrtes, verdörrtem, verdörrten, verdörrter##, verdörrend, ###verdörrend, verdörrende, verdörrendes, verdörrendem, verdörrenden, verdörrender###, verdörr (!)+EW; Z.: ver—dörr-en
verdrießen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. verdrießen, Missmut hervorrufen, ärgern, unzufrieden machen; ne. annoy; Vw.: -; Hw.: s. Überdruss; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. verdriezen (1), vordriezen, ferdriezen*, st. V., verdrießen, verdrießlich machen, aufgeben, überdrüssig werden, lästig sein (V.), lästig werden, zu viel sein (V.), zu viel werden, stören, ärgern, langweilen; mnd. vördrēten* (1), vordrēten, vordreiten, vordrīten, verdrēten, st. V., verdrießen, ärgern, zu viel werden, zu lang werden, über werden; mnl. verdrieten, V., verdrießen, ärgern; anfrk. farthriotan*, st. V. (2), verdrießen, überdrüssig sein (V.); vgl. ahd. irdriozan*, irdruzzen*, st. V. (2b), sich verdrießen lassen, überdrüssig werden; vgl. ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *þreutan, st. V., belästigen, verdrießen, ermüden; idg. *treud-, V., quetschen, stoßen, drücken, Pokorny 1095 (1898/75) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *teru-, *treu-, terh₃u-, V., reiben, bohren, Pokorny 1071; vgl. idg. ter- (3), terə-, terh₁-, V., reiben, bohren, drehen, Pokorny 1071 (1862/39) (idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. verdrießen, Kluge s. u. verdrießen, DW 25, 244, EWD s. u. verdrießen, Falk/Torp 194, Seebold 523, Duden s. u. verdrießen, Bluhme s. u. verdriessen; Son.: s. as. āthriotan, athriotan, st. V. (2b), verdrießen, verhasst machen; vgl. ae. þréotan, st. V. (2), plagen, ermüden; an. þrjōta, st. V. (2), aufhören, ermangeln, misslingen; got. usþriutan, st. V. (2), einem Beschwerde bringen, beschwerlich fallen; nndl. verdrieten, V., verdrießen, ärgern; gr. τρύειν (trýein), V., aufreiben, zerquälen; lat. trūdere, V., stoßen, drängen; kymr. cythrudd, M., Niedergeschlagenheit, Ärger; lit. trūnė́ti, V., verwesen; lit. triũ̧sas, Sb., mühevolle Arbeit; ksl. truditi sę, V., sich mühen, bemühen, arbeiten; ksl. -trugi, V., verbrauchen; GB.: (farthriotan) seit Anfang 9. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Missmut hervorrufen oder ärgern oder unzufrieden machen; BM.: vorwärts, reiben; F.: verdrießen, verdrieße, verdrießst (!), verdrießt, verdrießest, verdrießet, verdross, verdrossest, verdrossen, verdrosst, verdrösse, verdrössest, verdrössen, verdrösset, ##verdrossen, verdrossene, verdrossenes, verdrossenem, verdrossenen, verdrossener##, ###verdrießend, verdrießende, verdrießendes, verdrießendem, verdrießenden, verdrießender###, verdrieß (!), DW 25, 248 +EW; Z.: ver-drie-ß-en
$verdrießlich, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. verdrießlich, missmutig, ärgerlich; E.: s. verdrieß(en), s. lich; L.: Kluge s. u. verdrießen, DW 25, 248 (verdrieszlich), EWD s. u. verdrießen; GB.: (verdriezlich) seit 1275-1276 belegte und aus verdrieß(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches missmutig oder ärgerlich; F.: verdrießlich, verdrießliche, verdrießliches, verdrießlichem, verdrießlichen, verdrießlicher(, verdrießlichere, verdrießlicheres, verdrießlicherem, verdrießlicheren, verdrießlicherer, verdrießlichst, verdrießlichste, verdrießlichstes, verdrießlichstem, verdrießlichsten, verdrießlichster)+EW; Z.: ver—drie-ß—lich
$Verdrießlichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verdrießlichkeit, Missmut, Ärger; E.: s. verdrießlich, s. heit, s. keit; L.: DW 25, 249, EWD s. u. verdrießen; GB.: (verdriezlīcheit) seit 14. Jh. belegte und aus verdrießlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Missmut oder Ärger; F.: Verdrießlichkeit, Verdrießlichkeiten+EW; Z.: Ver—drie-ß—lich—kei-t
$verdrossen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verdrossen, missmutig, verärgert; Vw.: s. un-; L.: EWD s. u. verdrießen, fehlt DW (s. Verdrossenheit); GB.: seit 13. Jh. belegte und aus verdrießen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches missmutig oder verärgert; F.: verdrossen, verdrossene, verdrossenes, verdrossenem, verdrossenen, verdrossener(, verdrossenere, verdrosseneres, verdrossenerem, verdrosseneren, verdrossenerer, verdrossenst, verdrossenste, verdrossenstes, verdrossenstem, verdrossensten, verdrossenster)+EW; Z.: ver—dro-ss-en
$Verdruss, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Verdruss, Missmut, Ärger, Ekel; E.: s. verdrießen; L.: Kluge 1. A. s. u. verdrießen, Kluge s. u. verdrießen, DW 25, 255 (Verdrusz), EWD s. u. verdrießen; GB.: (firdrōz*) seit 9. Jh. belegte und mit verdrießen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglicher Missmut oder Ärger oder Ekel; F.: Verdruss, Verdrusses, Verdrusse, Verdrussen+EW; Z.: Ver—dru-ss
$verduften, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verduften, Duft verlieren, verschwinden; E.: s. ver, s. duften; L.: Kluge s. u. verduften, DW 25, 257, EWD s. u. Duft; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und duften gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Duft mögliches einen Duft ausströmen und dadurch verlieren oder verschwinden; F.: verduften, verdufte, verduftest, verduftet, verduftete, verduftetest, verdufteten, verduftetet, ##verduftet, verduftete, verduftetes, verduftetem, verdufteten, verdufteter##, verduftend, ###verduftend, verduftende, verduftendes, verduftendem, verduftenden, verduftender###, verduft (!)+EW; Z.: ver—du-f-t-en
$verdummen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verdummen, dumm machen, dumm werden; E.: s. ver, s. dumm, s. en; L.: DW 25, 258, EWD s. u. dumm; GB.: (vertumben) seit 1255 belegte und aus ver und dumm sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches dumm werden oder dumm machen; F.: verdummen, verdumme, verdummst, verdummt, verdummest, verdummet, verdummte, verdummtest, verdummten, verdummtet, ##verdummt, verdummte, verdummtes, verdummtem, verdummten, verdummter##, verdummend, ###verdummend, verdummende, verdummendes, verdummendem, verdummenden, verdummender###, verdumm (!)+EW; Z.: ver—du-mm-en
$verdunkeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verdunkeln, dunkel werden, dunkel machen, verfinstern; E.: s. ver, s. dunkel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. dunkel, DW 25, 259, EWD s. u. dunkel; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus ver und dunkel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliches dunkel werden oder dunkel machen oder verfinstern; F.: verdunkeln, verdunkel (!), verdunkle, verdunkele, verdunkelst, verdunkelt, verdunkelte, verdunkeltest, verdunkelten, verdunkeltet, ##verdunkelt, verdunkelte, verdunkeltes, verdunkeltem, verdunkelten, verdunkelter##, verdunkelnd, ###verdunkelnd, verdunkelnde, verdunkelndes, verdunkelndem, verdunkelnden, verdunkelnder###, verdunkel (!)+EW; Z.: ver—dun-k-el-n
$verdünnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verdünnen, dünn werden, dünn machen; E.: s. ver, s. dünn, s. en; L.: Kluge s. u. dünn, DW 25, 261, EWD s. u. dünn; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und dünn sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches dünn werden oder dünn machen; F.: verdünnen, verdünne, verdünnst, verdünnt, verdünnest, verdünnet, verdünnte, verdünntest, verdünnten, verdünntet, ##verdünnt, verdünnte, verdünntes, verdünntem, verdünnten, verdünnter##, verdünnend, ###verdünnend, verdünnende, verdünnendes, verdünnendem, verdünnenden, verdünnender###, verdünn (!)+EW; Z.: ver—dün-n-en
$verdunsten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verdunsten, zu Dunst werden, zu Dunst machen; E.: s. ver, s. Dunst, s. en (Suff.); L.: DW 25, 261 (verdunsten verdünsten), EWD s. u. Dunst; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Dunst sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches aus einer Flüssigkeit vor Erreichen des Siedepunkts zu einem Dunst oder Gas werden oder machen; F.: verdunsten, verdunste, verdunstest, verdunstet, verdunstete, verdunstetest, verdunsteten, verdunstetet, ##verdunstet, verdunstete, verdunstetes, verdunstetem, verdunsteten, verdunsteter##, verdunstend, ###verdunstend, verdunstende, verdunstendes, verdunstendem, verdunstenden, verdunstender, verdunst (!)###+EW; Z.: ver—du-n-s-t-en
$verdünsten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verdünsten, zu Dunst werden, zu Dunst machen; L.: EWD s. u. Dunst, DW 25, 261 (verdunsten verdünsten); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Dunst sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches aus einer Flüssigkeit vor Erreichen des Siedepunkts zu einem Dunst oder Gas werden oder machen; F.: verdünsten, verdünste, verdünstest, verdünstet, verdünstete, verdünstetest, verdünsteten, verdünstetet, ##verdünstet, verdünstete, verdünstetes, verdünstetem, verdünsteten, verdünsteter##, verdünstend, ###verdünstend, verdünstende, verdünstendes, verdünstendem, verdünstenden, verdünstender, verdünst (!)###+EW; Z.: ver—dü-n-s-t-en
$verdüstern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verdüstern, düster werden, düster machen; E.: s. ver, s. düster, s. (e)n; L.: Kluge s. u. düster, DW 25, 262, EWD s. u. düster; GB.: (verdusteren*) seit 1. Drittel 14. Jh. belegte und aus ver und düster sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lichtes mögliches düster werden oder düster machen; F.: verdüstern, verdüstere, verdüster (!), verdüsterst, verdüstert, verdüsterte, verdüstertest, verdüsterten, verdüstertet, ##verdüstert, verdüsterte, verdüstertes, verdüstertem, verdüsterten, verdüsterter##, verdüsternd, ###verdüsternd, verdüsterndes, verdüsterndem, verdüsternden, verdüsternder###, verdüster (!)+EW; Z.: ver—dü-st-er-n
verdutzt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verdutzt, erstaunt, überrascht, verblüfft; ne. puzzled, baffled; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. vördutten*, vordutten, sw. V., verwirren, verdutzen, besinnungslos machen, ohnmächtig werden; vgl. mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); das Hinterglied stammt von einem tuz, Sb., Stoß; wohl lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. verdutzt, Kluge s. u. verdutzt, fehlt DW (verdutztheit DW 25, 264), EWD s. u. verdutzt, Duden s. u. verdutzt; Son.: vgl. nnorw. betuttet, Adj., verdutzt; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus ver und einem lautmalend entstandenen niederdeutschen Ansatz für einen sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen möglichen Stoß gebildete Bezeichnung für erstaunt oder überrascht oder verblüfft; BM.: vorwärts, Stoß; F.: verdutzt, verdutzte, verdutztes, verdutztem, verdutzten, verdutzter(, verdutztere, verdutzteres, verdutzterem, verdutzteren, verdutzterer, verdutztest, verdutzteste, verdutztestes, verdutztestem, verdutztesten, verdutztester)+EW; Z.: ver-dutz-t
$verebben, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. verebben, abnehmen, nachlassen; E.: s. ver, s. Ebb(e), s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ebbe; GB.: (firebben) seit 11. Jh. belegte und aus ver und Ebbe sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für nach dem natürlichen Vorbild der seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Ebbe gebildete Bezeichnung für abnehmen oder nachlassen; F.: verebben, verebbe, verebbst, verebbt, verebbest, verebbet, verebbte, verebbtest, verebbten, verebbtet, ##verebbt, verebbte, verebbtes, verebbtem, verebbten, verebbter##, verebbend, ###verebbend, verebbende, verebbendes, verebbendem, verebbenden, verebbender###, verebb (!)+EW; Z.: ver—ebb-en
$vereidigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vereidigen, durch einen Eid verpflichten; E.: s. ver, s. Eid, s. ig. s. en; L.: Kluge s. u. Eid, DW 25, 272, EWD s. u. Eid; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und Eid sowie ig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung des Eides wohl in den Hochkulturen des Altertums mögliches durch einen Eid verpflichten; F.: vereidigen, vereidige, vereidigst, vereidigt, vereidigest, vereidiget, vereidigte, vereidigtest, vereidigten, vereidigtet, ##vereidigt, vereidigte, vereidigtes, vereidigtem, vereidigten, vereidigter##, vereidigend, ###vereidigend, vereidigende, vereidigendes, vereidigendem, vereidigenden, vereidigender###, vereidig (!)+EW; Z.: ver—ei-d-ig-en
Verein, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Verein, Vereinigung; ne. society, club (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: s. mhd. vereine, fereine*, st. F., Vereinigung, Übereinkommen; s. mhd. vereinen, V., vereinen, vereinigen, sich vereinigen, eins sein (V.), verbinden, sich verbinden, einigen; vgl. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. ein, ēn, Art., Num. Kard., Indef.-Pron., ein, einzig, irgendein, irgendwer, allein, ein gewisser, jemand; mnd. ēn, ein, Adj., Num. Kard., ein; ahd. ein, Num. Kard., Indef.-Pron., Adj., ein, einer, irgendein, irgendwelch, irgendwelcher, jener, allein, bloß; as. ên, Adj., Num. Kard., ein, einzig; anfrk. ein, Adj., Pron., Num. Kard., ein, allein; germ. *aina-, *ainaz, Num. Kard., ein Num. Kard.; idg. *oinos, Pron., Adj., er, ein, einer, allein, Pokorny 286; s. idg. *e- (3), Pron., der, er, Pokorny 281 (422/3) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Verein, DW 25, 272, EWD s. u. vereinen, Duden s. u. Verein; Son.: vgl. nndl. vereniging, Sb., Verein; nschw. vörening, Sb., Verein; nnorw. forening, M., F., Verein; GB.: seit 1314 belegte und aus ver und ein gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Zusammenschluss von Menschen zu einem bestimmten gemeinsamen durch Satzungen festgelegten Tun oder zu einer Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen wie beispielsweise einen Gesangverein oder einen Sportverein oder eine Aktiengesellschaft; BM.: vorwärts, ein; F.: Verein, Vereines, Vereins, Vereine, Vereinen+EW; Z.: Ver-ei-n
$vereinbaren, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. vereinbaren, abmachen, verabreden; E.: s. ver, s. ein, s. bar, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. vereinbaren, EWD s. u. vereinbaren, DW 25, 273; GB.: (vereinbæren) seit 1270-1300 belegte und aus ver und ein sowie bar und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches abmachen oder verabreden; F.: vereinbaren, vereinbare, vereinbarst, vereinbart, vereinbarest, vereinbaret, vereinbarte, vereinbartest, vereinbarten, vereinbartet, ##vereinbart, vereinbarte, vereinbartes, vereinbartem, vereinbarten, vereinbarter##, vereinbarend, ###vereinbarend, vereinbarende, vereinbarendes, vereinbarendem, vereinbarenden, vereinbarender###, vereinbar (!)+EW; Z.: ver-ei-n-bar-en
$Vereinbarung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vereinbarung, Vertrag, Abrede, Abkommen; E.: s. vereinbar(en), s. ung; L.: Kluge s. u. vereinbaren, DW 25, 274, EWD s. u. vereinbaren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vereinbar(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache möglichen Vertrag oder eine Abrede oder ein Abkommen; F.: Vereinbarung, Vereinbarungen+EW; Z.: Ver-ei-n-bar-ung
$vereinen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. vereinen, vereinigen, verbinden; E.: s. ver, s. einen; L.: Kluge s. u. ein 1, DW 25, 274, EWD s. u. vereinen; GB.: seit um 1165 belegte und aus ver und einen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache nach natürlichem Vorbild mögliches vereinigen oder verbinden; F.: vereinen (!), vereine (!), vereinst, vereint, vereinest, vereinet, vereinte, vereintest, vereinten, vereintet, ##vereint, vereinte, vereintes, vereintem, vereinten, vereinter##, vereinend, ###vereinend, vereinende, vereinendes, vereinendem, vereinenden, vereinender###, verein (!)+EW; Z.: ver-ei-n-en
$vereinfachen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vereinfachen, einfach machen, entwirren; E.: s. ver, s. einfach, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. einfach, DW 25, 276, EWD s. u. einfach; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und einfach sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einfach machen oder entwirren; F.: vereinfachen, vereinfache, vereinfachst, vereinfacht, vereinfachest, vereinfachet, vereinfachte, vereinfachtest, vereinfachten, vereinfachtet, ##vereinfacht, vereinfachte, vereinfachtes, vereinfachtem, vereinfachten, vereinfachter##, vereinfachend, ###vereinfachend, vereinfachende, vereinfachendes, vereinfachendem, vereinfachenden, vereinfachender###, vereinfach (!)+EW; Z.: ver—ei-n-fach-en
$vereinigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. vereinigen, vereinen, verbinden; E.: s. ver, s. einig, s. en; L.: Kluge s. u. einig, DW 25, 276, EWD s. u. einig; GB.: seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus ver und einigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache nach natürlichem Vorbild mögliches vereinen oder verbinden; F.: vereinigen, vereinige, vereinigst, vereinigt, vereinigest, vereiniget, vereinigte, vereinigtest, vereinigten, vereinigtet, ##vereinigt, vereinigte, vereinigtes, vereinigtem, vereinigten, vereinigter##, vereinigend, ###vereinigend, vereinigende, vereinigendes, vereinigendem, vereinigenden, vereinigender###, vereinig (!)+EW; Z.: ver—ei-n-ig-en
$Vereinigung, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Vereinigung, Verein, Zusammenschluss von Menschen; E.: s. vereinig(en), s. ung; L.: DW 25, 277, EWD s. u. einig; GB.: (vereinigunge) seit vor1326 belegte und aus ver und Einigung gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Verein oder Zusammenschluss von Menschen zu einem bestimmten gemeinsamen durch Satzungen festgelegten Tun oder zu einer Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen wie beispielsweise einen Gesangverein oder einen Sportverein oder eine Aktiengesellschaft; F.: Vereinigung, Vereinigungen+EW; Z.: Ver—ei-n-ig-ung
$vereiteln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vereiteln, scheitern machen; E.: s. ver, s. eitel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. vereiteln, DW 25, 280, EWD s. u. eitel; GB.: (verītelen) seit vor 1350. belegte und aus ver und eitel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches scheitern machen; F.: vereiteln, vereitel (!), vereitle, vereitele, vereitelst, vereitelt, vereitelte, vereiteltest, vereitelten, vereiteltet, ##vereitelt, vereitelte, vereiteltes, vereiteltem, vereitelten, vereitelter##, vereitelnd, ###vereitelnd, vereitelnde, vereitelndes, vereitelndem, vereitelnden, vereitelnder###, vereitel (!)+EW; Z.: ver—eitel-n
$verelenden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verelenden, verarmen, elend werden, elend machen; E.: L.: Kluge s. u. elend, DW 25, 281; GB.: seit um 1150 belegte und aus ver und elend sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (verhältnismäßig) elend machen oder elend werden; F.: verelenden, verelende, verelendest, verelendet, verelendete, verelendetest, verelendeten, verelendetet, ##verelendet, verelendete, verelendetes, verelendetem, verelendeten, verelendeter##, verelendend, ###verelendend, verelendende, verelendendes, verelendendem, verelendenden, verelendender###, verelend (!)+EW; Z.: ver—el-end-en
$Verelendung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verelendung, Verarmung; E.: s. verelend(en), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. elend; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verelend(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche verhältnismäßige Verarmung von Menschen; F.: Verelendung, Verelendungen+EW; Z.: Ver—el-end-ung
$verenden, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verenden, enden, sterben; E.: s. ver, s. enden; L.: DW 25, 281, EWD s. u. Ende; GB.: (firentōn*) seit um 1000 belegte und aus ver und enden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und des Lebens mögliches enden oder sterben; F.: verenden, verende (!), verendest, verendet, verendete, verendetest, verendeten, verendetet, ##verendet, verendete, verendetes, verendetem, verendeten, verendeter##, verendend, ###verendend, verendende, verendendes, verendendem, verendenden, verendender, verend (!)###+EW; Z.: ver—end-en
$verengen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verengen, eng werden, eng machen; E.: s. ver, s. engen; L.: Kluge s. u. Enge, DW 25, 282, EWD s. u. eng; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und engen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mögliches eng werden oder eng machen; F.: verengen, verenge, verengst, verengt, verengest, verenget, verengte, verengtest, verengten, verengtet, ##verengt, verengte, verengtes, verengtem, verengten, verengter##, verengend, ###verengend, verengende, verengendes, verengendem, verengenden, verengender###, vereng (!)+EW; Z.: ver—eng-en
$vererben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vererben, Vermögen als Erbe übertragen (V.) oder überlassen (V.); E.: s. ver, s. erben; L.: DW 25, 283, EWD s. u. Erbe; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus ver und erben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Vermögen und Recht des Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches bei dem Tode eines Menschen sein Vermögen einem anderen Menschen als Erbe übertragen (V.) oder überlassen (V.); F.: vererben, vererbe, vererbst, vererbt, vererbest, vererbet, vererbte, vererbtest, vererbten, vererbtet, ##vererbt, vererbte, vererbtes, vererbtem, vererbten, vererbter##, vererbend, ###vererbend, vererbende, vererbendes, vererbendem, vererbenden, vererbender###, vererb (!)+EW; Z.: ver—erb-en
$verfahren (1), nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. verfahren, tun; E.: s. ver, s. fahren; L.: Kluge s. u. verfahren, fahren, DW 25, 286, EWD s. u. verfahren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und fahren gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches tun oder verhalten (V.); F.: verfahren, verfahre, verfährst, verfährt, verfahrt, verfahrest, verfahret, verfuhr, verfuhrst, verfuhren, verfuhrt, verführe, verführest, verführst, verführen, verführet, verführt, ##verfahren, verfahrene, verfahrenes, verfahrenem, verfahrenen, verfahrener##, verfahrend, ###verfahrend, verfahrende, verfahrendes, verfahrendem, verfahrenden, verfahrender###, verfahr (!)+EW; Z.: ver—fahr-en
$verfahren (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. verfahren (Adj.), falsch gefahren (Adj.) und dann ausweglos; L.: EWD s. u. verfahren, s. verfahren (1); E.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus verfahren (V.) (falsch fahren) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches falsch gefahren und dann ausweglos; F.: verfahren, verfahrene, verfahrenes, verfahrenem, verfahrenen, verfahrener(, verfahrenere, verfahreneres, verfahrenerem, verfahreneren, verfahrenerer, verfahrenst, verfahrenste, verfahrenstes, verfahrenstem, verfahrensten, verfahrenster)+EW; Z.: ver—fahr-en
$Verfahren, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Verfahren, Durchführen oder Gestalten eines Verhaltens, Untersuchung; E.: s. verfahren (V.); L.: Kluge s. u. verfahren, DW 25, 291, EWD s. u. verfahren; GB.: seit 17. Jh. belegte und von verfahren (V.) abgeleitete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Durchführen oder Gestalten eines Verhaltens oder Vorgangsweise oder Untersuchung; F.: Verfahren, Verfahrens+EW; Z.: Ver—fahr-en
$verfangen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verfangen, hängen bleiben und dadurch gefangen werden; E.: s. ver, s. fangen; L.: DW 25, 303, EWD s. u. fangen; GB.: (firfāhan) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus ver und fangen gebildete Bezeichnung für hängen bleiben und dadurch gefangen werden; F.: verfangen, verfange, verfangst (!), verfangt, verfangest, verfanget, verfangte, verfangtest, verfangten, verfangtet, ##verfangen, verfangene, verfangenes, verfangenem, verfangenen, verfangener ##, verfangend, ###verfangend, verfangende, verfangendes, verfangendem, verfangenden, verfangender###, verfang (!)+EW; Z.: ver—fa-n-g-en
$verfänglich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. verfänglich, wirksam, gefährlich; E.: s. verfang(en), s. lich; L.: Kluge s. u. verfänglich, DW 25, 308, EWD s. u. fangen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus verfang(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen für ihn möglicherweise wirksam oder gefährlich; F.: verfänglich, verfängliche, verfängliches, verfänglichem, verfänglichen, verfänglicher(, verfänglichere, verfänglicheres, verfänglicherem, verfänglicheren, verfänglicherer, verfänglichst, verfänglichste, verfänglichstes, verfänglichstem, verfänglichsten, verfänglichster)+EW; Z.: ver—fä-n-g-lich
$verfassen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verfassen, umfassen, fassen, in eine Fassung bringen; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. ver, s. fassen; L.: DW 25, 310; EWD s. u. verfassen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus ver und fassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umfassen oder fassen oder in eine Fassung bringen; F.: verfassen, verfasse, verfassst (!), verfasst, verfassest, verfasset, verfasste, verfasstest, verfassten, verfasstet, ##verfasst, verfasste, verfasstes, verfasstem, verfassten, verfasster##, verfassend, ###verfassend, verfassende, verfassendes, verfassendem, verfassenden, verfassender###, verfass (!), verfasse+EW; Z.: ver—fas-s-en
$Verfasser, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Verfasser, Hersteller, Urheber, Schöpfer; E.: s. verfass(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Verfasser, DW 25, 313, EWD s. u. verfassen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verfass(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen (und Entwicklung von Sprache) möglichen Hersteller oder Urheber oder Schöpfer eines Werkes dem erst seit Entwicklung des Urheberrechts ein andere grundsätzlich ausschließendes besonderes Recht an seiner Schöpfung zuerkannt wird; F.: Verfasser, Verfassers, Verfassern+EW; Z.: Ver—fas-s-er
$Verfassung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verfassung, Zustand, Verfassungsurkunde, Fassung, Gestaltung; E.: s. verfass(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Verfassung, DW 25, 313, EWD s. u. verfassen; GB.: seit 1346 belegte und aus verfass(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Fassung oder Gestaltung oder einen Zustand einer Gegebenheit insbesondere seit dem ausgehenden 18. Jh. der politischen Gestaltung einer Gesellschaft in einer besonderen Urkunde (formelle Verfassung) in Gegensatz zu einer schon früher möglichen tatsächlichen Gestaltung in dem Sinne einer materiellen Verfassung; F.: Verfassung, Verfassungen+EW; Z.: Ver—fas-s-ung
$verfehlen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verfehlen, fehlgehen, nicht erreichen, übersehen (V.); E.: s. ver, s. fehlen; L.: DW 25, 323, EWD s. u. fehlen; GB.: (vervælen) seit 1170-1190 belegte und aus ver und fehlen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches fehlgehen oder nicht erreichen oder übersehen (V.); F.: verfehlen, verfehle, verfehlst, verfehlt, verfehlest, verfehlet, verfehlte, verfehltest, verfehlten, verfehltet, ##verfehlt, verfehlte, verfehltes, verfehltem, verfehlten, verfehlter##, verfehlend, ###verfehlend, verfehlende, verfehlendes, verfehlendem, verfehlenden, verfehlender###, verfehl (!)+EW; Z.: ver—fehl-en
$Verfehlung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verfehlung, Verletzung, Verstoß; E.: s. verfehl(en), s. ung; L.: DW 25, 325, EWD s. u. fehlen; E.: seit 17. Jh. belegte und aus verfehl(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl besonders seit Entwicklung von Sprache mögliche Verletzung oder einen Verstoß; F.: Verfehlung, Verfehlungen+EW; Z.: Ver—fehl-ung
$verfeinden, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verfeinden, Feind werden; E.: s. ver, s. Feind, s. en; L.: Kluge s. u. Feind, DW 25, 325, EWD s. u. Feind; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Feind sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Feind werden; F.: verfeinden, verfeinde, verfeindest, verfeindet, verfeindete, verfeindetest, verfeindeten, verfeindetet, ##verfeindet, verfeindete, verfeindetes, verfeindetem, verfeindeten, verfeindeter##, verfeindend, ###verfeindend, verfeindende, verfeindendes, verfeindendem, verfeindenden, verfeindender###, verfeind (!)+EW; Z.: ver—fei-nd-en
$verfeinern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verfeinern, feiner machen, feiner werden, besser machen; E.: s. ver, s. fein, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. fein, DW 25, 326, EWD s. u. fein; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und fein sowie er (Suff.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches feiner machen oder feiner werden oder besser machen; F.: verfeinern, verfeinere, verfeiner (!), verfeinerst, verfeinert, verfeinerte, verfeinertest, verfeinerten, verfeinertet, ##verfeinert, verfeinerte, verfeinertes, verfeinertem, verfeinerten, verfeinerter##, verfeinernd, ###verfeinernd, verfeinerndes, verfeinerndem, verfeinernden, verfeinernder###, verfeiner (!)+EW; Z.: ver—fein-er-n
$verfemen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verfemen, verrufen (V.), ausstoßen, ächten; E.: s. ver, s. Feme, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Feme, DW 25, 327, EWD s. u. Feme; GB.: seit 1343-1349 belegte und aus ver und Fem(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verrufen (V.) oder ausstoßen oder ächten; F.: verfemen, verfeme, verfemst, verfemt, verfemest, verfemet, verfemte, verfemtest, verfemten, verfemtet, ##verfemt, verfemte, verfemtes, verfemtem, verfemten, verfemter##, verfemend, ###verfemend, verfemende, verfemendes, verfemendem, verfemenden, verfemender###, verfem (!)+EW+FW?; Z.: ver—fem-en
$verfilmen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verfilmen, zu einem Film machen, ablichten; E.: s. ver, s. filmen; L.: fehlt DW, EWD s. u. Film; E.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und filmen gebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit Menschen mögliches ein wirkliches oder erdachtes Geschehen zu einem Film machen oder in einem Film mehr oder weniger nach einer Wirklichkeit ablichten; F.: verfilmen, verfilme, verfilmst, verfilmt, verfilmest, verfilmet, verfilmte, verfilmtest, verfilmten, verfilmtet, ##verfilmt, verfilmte, verfilmtes, verfilmtem, verfilmten, verfilmter##, verfilmend, ###verfilmend, verfilmende, verfilmendes, verfilmendem, verfilmenden, verfilmender###, verfilm (!)+EW+FW; Z.: ver—fil-m-en
$verfilzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verfilzen; E.: s. ver, s. filzen; L.: DW 25, 331, EWD s. u. Filz; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ver und Filz sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für dem Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gewebe und später auch gesellschaftliche Beziehungen verwickeln; F.: verfilzen, verfilze, verfilzst (!), verfilzt, verfilzest, verfilzet, verfilzte, verfilztest, verfilzten, verfilztet, ##verfilzt, verfilzte, verfilztes, verfilztem, verfilzten, verfilzter##, verfilzend, ###verfilzend, verfilzende, verfilzendes, verfilzendem, verfilzenden, verfilzender###, verfilz (!)+EW; Z.: ver—fil-z-en
$verfinstern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verfinstern, finster werden, finster machen, verdunkeln; E.: s. ver, s. finster, s. (e)n (Suff.); Q.: vor 1326 (Meister Eckhardt); L.: DW 25, 331, EWD s. u. finster; GB.: vor 1326 belegte und aus ver und finster sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Licht mögliches finster werden oder finster machen oder verdunkeln; F.: verfinstern, verfinstere, verfinster (!), verfinsterst, verfinstert, verfinsterte, verfinstertest, verfinsterten, verfinstertet, verfinstert, ##verfinstert, verfinsterte, verfinstertes, verfinstertem, verfinsterten, verfinsterter##, verfinsternd, ###verfinsternd, verfinsterndes, verfinsterndem, verfinsternden, verfinsternder###, verfinster (!)+EW; Z.: ver—fin-st-er-n
$verfitzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verfitzen, verwickeln, verwirren, verschlingen, verfilzen; E.: s. ver, s. fitzen; L.: Kluge s. u. verfitzen, DW 25, 333; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und fitzen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verwickeln oder verwirren oder verschlingen oder verfilzen; F.: verfitzen, verfitze, verfitzst (!), verfitzt, verfitzest, verfitzet, verfitzte, verfitztest, verfitzten, verfitztet, ##verfitzt, verfitzte, verfitztes, verfitztem, verfitzten, verfitzter##, verfitzend, ###verfitzend, verfitzende, verfitzendes, verfitzendem, verfitzenden, verfitzender###, verfitz (!)+EW; Z.: ver—fitz-en
$verflechten, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. verflechten, flechtend verbinden; E.: s. ver, s. flechten; L.: DW 25, 335, EWD s. u. flechten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und flechten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliches flechtend verbinden beispielsweise von Haaren oder Unternehmen oder Interessen; F.: verflechten, verflechte, verflichtst, verflicht, verflechtet, verflechtest, verflocht, verflochtest, verflochten, verflochtet, verflöchte, verflöchtest, verflöchten, verflöchtet, verflochten, ##verflochten, verflochtene, verflochtenes, verflochtenem, verflochtenen, verflochtener##, verflechtend, ###verflechtend, verflechtende, verflechtendes, verflechtendem, verflechtenden, verflechtender###, verflecht (!)+EW; Z.: ver—fle-ch-t-en
$Verflechtung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verflechtung, flechtende Verbindung; E.: s. verflecht(en), s. ung; Q.: um 1800; L.: DW 25, 336, EWD s. u. flechten; GB.: seit um 1800 belegte und aus verflecht(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl Menschen seit den Hochkulturen des Altertums mögliche flechtende Verbindung; F.: Verflechtung, Verflechtungen+EW; Z.: Ver—fle-ch-t-ung
verflixt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verflixt, verflucht; ne. damned, darned; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: euphemistische Entstellung von verflucht, s. ver, s. flixt?; L.: Kluge s. u. verflixt, DW 25, 340, Duden s. u. verflixt; GB.: seit 19. Jh. belegte euphemistische Bezeichnung für verflucht; BM.: vorwärts, schlagen; F.: verflixt, verflixte, verflixtes, verflixtem, verflixten, verflixter(, verflixtere, verflixteres, verflixterem, verflixteren, verflixterer, verflixtest, verflixteste, verflixtestes, verflixtestem, verflixtesten, verflixtester)+EW; Z.: ver—fli-x-t
$verfluchen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verfluchen, verwünschen, mit einem Fluch belegen (V.); E.: s. ver, s. fluchen; L.: DW 25, 341, EWD s. u. fluchen; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus ver und fluchen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches verwünschen; F.: verfluchen, verfluche, verfluchst, verflucht, verfluchest, verfluchet, verfluchte, verfluchtest, verfluchten, verfluchtet, ##verflucht, verfluchte, verfluchtes, verfluchtem, verfluchten, verfluchter##, verfluchend, ###verfluchend, verfluchende, verfluchendes, verfluchendem, verfluchenden, verfluchender###, verfluch (!)+EW; Z.: ver—flu-ch-en
$verflüchtigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verflüchtigen, zu einer Flucht bringen, flüchtig machen, flüchtig werden; E.: s. ver, s. flüchtig, s. en; L.: DW 25, 344, EWD s. u. Flucht 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und flüchtig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches zu einer Flucht bringen oder flüchtig machen oder flüchtig oder gasförmig werden; F.: verflüchtigen, verflüchtige, verflüchtigst, verflüchtigt, verflüchtigest, verflüchtiget, verflüchtigte, verflüchtigtest, verflüchtigten, verflüchtigtet, ##verflüchtigt, verflüchtigte, verflüchtigtes, verflüchtigtem, verflüchtigten, verflüchtigter##, verflüchtigend, ###verflüchtigend, verflüchtigende, verflüchtigendes, verflüchtigendem, verflüchtigenden, verflüchtigender###, verflüchtig (!)+EW; Z.: ver—flü-ch-t-ig-en
$verfolgen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verfolgen, nachgehen, hinterhereilen, folgen; E.: s. ver, s. folgen; L.: DW 25; 347, EWD s. u. folgen; GB.: (vervolgen) seit 1170-1190 belegte und aus ver und folgen gebildete Bezeichnung für nachgehen oder hinterhereilen oder folgen; F.: verfolgen, verfolge, verfolgst, verfolgt, verfolgest, verfolget, verfolgte, verfolgtest, verfolgten, verfolgtet, ##verfolgt, verfolgte, verfolgtes, verfolgtem, verfolgten, verfolgter##, verfolgend, ###verfolgend, verfolgende, verfolgendes, verfolgendem, verfolgenden, verfolgender###, verfolg (!)+EW; Z.: ver—fol-g-en
$Verfolger, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Verfolger, Verfolgender; E.: s. verfolg(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 350, EWD s. u. folgen; GB.: (vervolgære) seit 1331-1341 belegte und vielleicht nach lat. persecutor aus verfolg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches ein Lebewesen verfolgendes Lebewesen; F.: Verfolger, Verfolgers, Verfolgern+EW; Z.: Ver—fol-g-er
$Verfolgung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verfolgung, Nacheile, Suche, Folge; E.: s. verfolg(en), s. ung; L.: DW 25, 351, EWD s. u. folgen; GB.: (vervolgunge) 1331-1341 belegte und vielleicht nach lat. persecutio aus verfolg(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Nacheile oder Suche oder Folge; F.: Verfolgung, Verfolgungen+EW; Z.: Ver—fol-g-ung
$verfrachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verfrachten, als Fracht versenden, an einen anderen Ort bringen; E.: s. ver, s. Fracht, s. en; L.: DW 25, 352, EWD s. u. Fracht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Fracht sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit Menschen mögliches ein Gut als Fracht versenden oder an einen anderen Ort bringen; F.: verfrachten, verfrachte, verfrachtest, verfrachtet, verfrachtete, verfrachtetest, verfrachteten, verfrachtetet, ##verfrachtet, verfrachtete, verfrachtetes, verfrachtetem, verfrachteten, verfrachteter##, verfrachtend, ###verfrachtend, verfrachtende, verfrachtendes, verfrachtendem, verfrachtenden, verfrachtender, verfracht (!)###+EW; Z.: ver—fr-acht-en
verfranzen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verfranzen, verirren, verlaufen (V.), verfliegen, verzetteln; ne. lose one’s way; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. ver, PN Franz; von ahd. Franko, sw. M. (n)=PN, Franke; germ. *frankō-, *frankōn, *franka-, *frankan, sw. M. (n), Franke, Freier (M.) (1); germ. *franka-, *frankaz, Adj., mutig, frei, frank, kampfbegierig; s. idg. *preg-?, Adj., gierig, heftig, Pokorny 845 (1461/103) (RB. idg. aus germ., slaw.); idg. *spereg-, *pereg-, *sperəg-, *perəg-, *sprēg-, *prēg-, V., zucken, schnellen, streuen, sprengen, spritzen, Pokorny 996 (1722/194) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *sper- (5), *sperə-, V., zucken, stoßen, zappeln, schnellen, Pokorny 992 (1718/190) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. verfranzen, fehlt DW, Duden s. u. verfranzen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Franz sowie en (Suff.) gebildete und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches verirren oder verlaufen (V.) oder verfliegen oder verzetteln; BM.: vorwärts, PN (in der Fliegersprache hatte der Beobachtungsoffizier den Gattungsnamen oder Decknamen oder Übernamen Franz) bzw. streuen; F.: verfranzen, verfranze, verfranzst (!), verfranzt, verfranzest, verfranzet, verfranzte, verfranztest, verfranzten, verfranztet, ##verfranzt, verfranzte, verfranztes, verfranztem, verfranzten, verfranzter##, verfranzend, ###verfranzend, verfranzende, verfranzendes, verfranzendem, verfranzenden, verfranzender###, verfranz (!)+EW; Z.: ver—fra-n-z-en
$verfremden, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verfremden, fremd werden, fremd machen; E.: s. ver, s. fremd, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. fremd, DW 25, 353, EWD s. u. fremd; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und fremd sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon früher mögliches fremd werden oder fremd machen; F.: verfremden, verfremde, verfremdest, verfremdet, verfremdete, verfremdetest, verfremdeten, verfremdetet, ##verfremdet, verfremdete, verfremdetes, verfremdetem, verfremdeten, verfremdeter##, verfremdend, ###verfremdend, verfremdende, verfremdendes, verfremdendem, verfremdenden, verfremdender###, verfremd (!)+EW; Z.: ver—fre-m-d-en
$verfügen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verfügen, anordnen, bestimmen; E.: s. ver, s. fügen; L.: Kluge s. u. verfügen, DW 25, 356; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und fügen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches anordnen oder bestimmen; F.: verfügen, verfüge, verfügst, verfügt, verfügest, verfüget, verfügte, verfügtest, verfügten, verfügtet, ##verfügt, verfügte, verfügtes, verfügtem, verfügten, verfügter##, verfügend, ###verfügend, verfügende, verfügendes, verfügendem, verfügenden, verfügender###, verfüg (!)+EW; Z.: ver—füg-en
Verfügung, nhd., F.: nhd. Verfügung, Zusammenfügung, Anordnung, Bestimmung; E.: s. verfüg(en), s. ung; L.: DW 25, 358; GB.: vielleicht nach 15. Jh. belegte und aus verfüg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliche Zusammenfügung oder Anordnung oder Bestimmung
$verführen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verführen, wegführen, einen falschen Weg führen, verleiten; E.: s. ver, s. führen; L.: DW 25, 359, EWD s. u. führen; GB.: (firfuoren) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und führen gebildete Bezeichnung für wegführen oder einen falschen Weg führen oder verleiten; F.: verführen, verführe, verführst, verführt, verführest, verführet, verführte, verführtest, verführten, verführtet, ##verführt, verführte, verführtes, verführtem, verführten, verführter##, verführend, ###verführend, verführende, verführendes, verführendem, verführenden, verführender###, verführ (!)+EW; Z.: ver—führ-en
$Verführer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Verführer, Verführender; Q.: um 1500; E.: s. verführ(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 364, EWD s. u. führen; GB.: seit um 1500 belegte und aus verführ(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen andere Menschen verführenden oder verleitenden Menschen; F.: Verführer, Verführers, Verführern+EW; Z.: Ver—führ-er
$verführerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verführerisch, Verführer betreffend; E.: s. Verführer, s. isch; L.: DW 25, 365, EWD s. u. führen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Verführer und isch gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Verführer oder verführenden Menschen betreffend; F.: verführerisch, verführerische, verführerisches, verführerischem, verführerischen, verführerischer(, verführerischere, verführerischeres, verführerischerem, verführerischeren, verführerischerer, verführerischst, verführerischste, verführerischstes, verführerischstem, verführerischsten, verführerischster)+EW; Z.: ver—führ-er-isch
verfumfeien, verbumfeien, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verfumfeien, verbumfeien, verbumfiedeln, leichtfertig vertun; ne. waste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. ver; Hinterglied lautmalend gebildet als Schallwort zu dem Klang der Bierfiedel; L.: Kluge s. u. verfumfeien, DW 25, 368, Duden s. u. verfumfeien; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver sowie teilweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leichtfertig vertun; BM.: vorwärts, lautmalend; F.: verfumfeien, verfumfeie, verfumfeist, verfumfeit, verfumfeiest, verfumfeiet, verfumfeite, verfumfeitest, verfumfeiten, verfumfeitet, ##verfumfeit, verfumfeite, verfumfeites, verfumfeitem, verfumfeiten, verfumfeiter##, verfumfeiend, ###verfumfeiend, verfumfeiende, verfumfeiendes, verfumfeiendem, verfumfeienden, verfumfeiender###, verfumfei, verbumfeien, verbumfeie, verbumfeist, verbumfeit, verbumfeiest, verbumfeiet, verbumfeite, verbumfeitest, verbumfeiten, verbumfeitet, ##verbumfeit, verbumfeite, verbumfeites, verbumfeitem, verbumfeiten, verbumfeiter##, verbumfeiend, ###verbumfeiend, verbumfeiende, verbumfeiendes, verbumfeiendem, verbumfeienden, verbumfeiender###, verbumfei (!)+EW; Z.: ver—fum-fei-en
$vergaffen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. vergaffen, vergucken, verknallen, verlieben; E.: s. ver, s. gaffen; L.: Kluge s. u. gaffen, DW 25, 369, EWD s. u. gaffen; GB.: (verkapfen) seit 1180-1222 belegte und aus ver und gaffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich in starres Schauen verlieren oder vergucken oder verknallen oder verlieben; F.: vergaffen, vergaffe, vergaffst, vergafft, vergaffest, vergaffet, vergaffte, vergafftest, vergafften, vergafftet, ##vergafftv, vergafftes, vergafftem, vergafften, vergaffter##, vergaffend, ###vergaffend, vergaffende, vergaffendes, vergaffendem, vergaffenden, vergaffender###, vergaff (!)+EW; Z.: ver—ga-ff-en
$vergällen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vergällen, bitter wie Galle machen, ungenießbar machen; E.: s. ver, s. gällen, s. Galle, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. vergällen, Kluge s. u. vergällen, DW 25, 371, EWD s. u. Galle 1; GB.: (vergellen) seit nach 1270 belegte und aus ver und gällen sowie Gall(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches bitter wie Galle machen oder ungenießbar machen; F.: vergällen, vergälle, vergällst, vergällt, vergällest, vergället, vergällte, vergälltest, vergällten, vergälltet, ##vergällt, vergällte, vergälltes, vergälltem, vergällten, vergällter##, vergällend, ###vergällend, vergällende, vergällendes, vergällendem, vergällenden, vergällender###, vergäll (!)+EW; Z.: ver—gäl-l-en
$vergaloppieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vergaloppieren, fehlerhaft handeln; E.: s. ver, s. galoppieren; L.: Kluge s. u. Galopp, DW 25, 373, EWD s. u. Galopp; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und galoppieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Galopp mögliches fehlerhaft handeln; F.: vergaloppieren, vergaloppiere, vergaloppierst, vergaloppiert, vergaloppierest, vergaloppieret, vergaloppierte, vergaloppiertest, vergaloppierten, vergaloppiertet, ##vergaloppiert, vergaloppierte, vergaloppiertes, vergaloppiertem, vergaloppierten, vergaloppierter##, vergaloppierend, ###vergaloppierend, vergaloppierende, vergaloppierendes, vergaloppierendem, vergaloppierenden, vergaloppierender###, vergaloppier (!)+EW; Z.: ver—gal-op-p-ier-en
$vergammeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. vergammeln, veralten, verkommen (V.); E.: s. ver, s. gammeln; L.: fehlt DW, EWD s. u. gammeln 1, gammeln 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und gammeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches veralten oder verkommen (V.); F.: vergammeln, vergammel (!), vergammle, vergammelst, vergammelt, vergammelte, vergammeltest, vergammelten, vergammeltet, vergammelt, ##vergammelt, vergammelte, vergammeltes, vergammeltem, vergammelten, vergammelter##, vergammelnd, ###vergammelnd, vergammelnde, vergammelndes, vergammelndem, vergammelnden, vergammelnder###, vergammel (!)+EW; Z.: ver—ga-m-m-el-n
vergammelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. vergammelt, veraltet, verdorben, verkommen (Adj.), ungenießbar; ne. rotten; Vw.: -; Hw.: s. gammeln; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet zu mhd. ver…, Präf., ver…; das Hinterglied stammt von mnl. gamel, Adj., alt; germ. *gamala-, *gamalaz, Adj., alt.; vgl. idg. *g̑ʰii̯ōm, Sb., Winter, Schnee, Pokorny 425; vgl. idg. *g̑ʰei- (2), *g̑ʰi-, Sb., Winter, Schnee, Pokorny 425 (612/28) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. vergammelt, fehlt DW, Duden s. u. vergammelt; Son.: s. as. gigamalōd 2, (Part. Prät.=)Adj., gealtert; vgl. ae. gamol, Adj., alt, grau; an. gamall, Adj., alt; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für veraltet oder verdorben oder verkommen (Adj.) oder ungenießbar; BM.: durch, Winter?; F.: vergammelt, vergammelte, vergammeltes, vergammeltem, vergammelten, vergammelter(, vergammeltere, vergammelteres, vergammelterem, vergammelteren, vergammelterer, vergammeltst, vergammeltste, vergammeltstes, vergammeltstem, vergammeltsten, vergammeltster)+EW; Z.: ver—ga-m-m-el-t
vergangen, nhd., (Part. Prät.=)Adj.. (9. Jh.?): nhd. vergangen, vorbeigegangen, beendet E.: s. vergehen; Hw.: s. Vergangenheit; L.: DW 25, 374 (Verweis); GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus vergehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches vorbeigegangen oder beendet; F.: vergangen, vergangene, vergangenen, vergangenen, vergangener, vergangenes+EW
$Vergangenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vergangenheit; E.: s. vergangen, s. heit; L.: DW 25, 374, EWD s. u. gehen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vergangen und heit gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliche Zeit von ihrem Anfang bis zu der Gegenwart in Gegensatz zu Gegenwart und Zukunft; F.: Vergangenheit, Vergangenheiten+EW; Z.: Ver—ga-ng-en—hei-t
$vergasen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vergasen, Festes oder Flüssiges in Gas umwandeln, durch Giftgas töten; E.: s. ver, s. Gas, s. en; L.: Kluge s. u. Gas, fehlt DW, EWD s. u. Gas; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Gas sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Festes oder Flüssiges in Gas umwandeln oder durch Giftgas töten; F.: vergasen, vergase, vergasst (!), vergast, vergasest, vergaset, vergaste, vergastest, vergasten, vergastet, ##vergast, vergaste, vergastes, vergastem, vergasten, vergaster##, vergasend, ##vergasend, vergasende, vergasendes, vergasendem, vergasenden, vergasender###, vergas (!)+EW+FW; Z.: ver—ga-s-en
$Vergasung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Vergasung; E.: s. vergas(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Vergasung, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus vergas(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Umwandlung von Festem oder Flüssigem in Gas und für Tötung durch Giftgas; F.: Vergasung, Vergasungen+EW+FW; Z.: Ver—ga-s-ung
vergattern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vergattern, zwangsweise verpflichten; ne. rope (V.) in to do; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. vergateren*, vergatern, fergateren*, sw. V., vergattern, sich vereinigen, zusammengeraten, zusammenrennen, vereinigen, versammeln; mnd. vörgāderen*, vorgāderen, vorgadderen, vorgaddern, vorgarden, vorgāren, sw. V., sammeln, zusammenbringen, zusammenfügen, ineinanderfügen, zusammenstellen; mnl. vergaderen, V., versammeln; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Hinterglied verwandt mit nhd. Gatte, ne. gather, V., versammeln; letztlich von idg. *gʰedʰ-, *gʰodʰ-, V., umklammern, zusammenhalten, vereinigen, passen, Pokorny 423 (608/24) (RB. idg. aus ind., germ., balt.?, slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. vergattern, Kluge s. u. vergattern, DW 25, 378, EWD s. u. vergattern, Gatter, Duden s. u. vergattern; GB.: seit um 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus ver und gattern gebildete sowie mit Gatte und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dem späteren Mittelalter mögliches bei Antritt der Wache zu der Einhaltung der Vorschriften (zwangsweise) verpflichten; BM.: vorwärts, vereinigen; F.: vergattern, vergattere, vergatter (!), vergattre, vergatterst, vergattert, vergatterte, vergattertest, vergatterten, vergattertet, ##vergattert, vergatterte, vergattertes, vergattertem, vergatterten, vergatterter##, vergatternd, ###vergatternd, vergatternde, vergatterndes, vergatterndem, vergatternden, vergatternder###, vergatter (!)+EW; Z.: ver—gat-t-er-n
$vergeben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vergeben, geben, verzeihen; E.: s. ver, s. geben; L.: DW 25, 381, EWD s. u. geben; GB.: seit um 765 belegte und aus ver und geben gebildete Bezeichnung für geben oder verzeihen; F.: vergeben, vergebe, vergibst, vergibt, vergebt, vergebest, vergebet, vergab, vergabst, vergaben, vergabt, vergäbe, vergäbest, vergäben, vergäbet, vergeben, ##vergeben, vergebene, vergebenes, vergebenem, vergebenen, vergebener##, vergebend, ###vergebend, vergebende, vergebendes, vergebendem, vergebenden, vergebender###, vergib (!)+EW; Z.: ver—geb-en
vergebens, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. vergebens, sinnlos, umsonst; ne. vainly, in vain; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1190 (Millstädter Psalter); E.: mhd. vergebenes, vergebens, Adv., vergebens, schenkweise, unentgeltlich, umsonst, überflüssig, vergeblich, unbelastet, sinnlos, unnütz; mnd. vörgēvenes*, vorgēvens, Adv., vergebens, vergeblich, ohne Nutzen (M.), ungenützt, ohne Erfolg; mnd. vörgēves*, vorgēves, vorgēvest, Adv., vergebens, vergeblich, ohne Nutzen (M.), ungenützt; s. ahd. firgebano*, (Part. Prät.=)Adv., umsonst, vergebens, ohne Gegenleistung, aus Gnade; vgl. ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. gebōn, sw. V. (2), geben, schenken, beschenken, jemanden beschenken, sich anmaßen; germ. *geban, st. V., geben; s. idg. *gʰabʰ-, *gʰeh₂bʰ-, V., fassen, nehmen, Pokorny 407 (586/2) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. vergebens, Kluge s. u. vergebens, DW 25, 388, EWD s. u. geben, Duden s. u. vergebens; Son.: vgl. nndl. vergeefs, Adv., vergebens; nschw. förgäves, Adv., vergebens; nnorw. forgjeves, Adv., vergebens; GB.: seit vor 1190 belegte und aus ver und geben sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches sinnlos oder erfolglos oder fruchtlos oder umsonst; BM.: vorwärts bzw. durch, fassen bzw. nehmen; F.: vergebens+EW; Z.: ver—geb-en-s
$vergeblich, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. vergeblich, sinnlos, erfolglos, fruchtlos(, umsonst); E.: s. vergeb(en), s. lich; GB.: L.: DW 25, 390, EWD s. u. geben; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus vergeb(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches sinnlos oder erfolglos oder fruchtlos; F.: vergeblich, vergebliche, vergebliches, vergeblichem, vergeblichen, vergeblicher(, vergeblichere, vergeblicheres, vergeblicherem, vergeblicheren, vergeblicherer, vergeblichst, vergeblichste, vergeblichstes, vergeblichstem, vergeblichsten, vergeblichster)+EW; Z.: ver—geb-lich
$Vergebung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vergebung, Vergabe, Gabe, Verzeihung; E.: s. vergeb(en), s. ung; L.: DW 25, 392, EWD s. u. geben; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus vergeb(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Vergabe oder Gabe oder Verzeihung; F.: Vergebung, Vergebungen+EW; Z.: Ver—geb-ung
$vergegenwärtigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vergegenwärtigen, in das Bewusstsein rufen, gegenwärtig machen, klar machen; E.: s. ver, s. gegenwärtig. s. en; L.: Kluge s. u. Gegenwart, DW 25, 394, EWD s. u. gegen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und gegenwärtig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in das Bewusstsein rufen oder gegenwärtig machen oder klar machen; F.: vergegenwärtigen, vergegenwärtige, vergegenwärtigst, vergegenwärtigt, vergegenwärtigest, vergegenwärtiget, vergegenwärtigte, vergegenwärtigtest, vergegenwärtigten, vergegenwärtigtet, ##vergegenwärtigt, vergegenwärtigte, vergegenwärtigtes, vergegenwärtigtem, vergegenwärtigten, vergegenwärtigter##, vergegenwärtigend, ###vergegenwärtigend, vergegenwärtigende, vergegenwärtigendes, vergegenwärtigendem, vergegenwärtigenden, vergegenwärtigender###, vergegenwärtig (!)+EW; Z.: ver—gegen—wär-t-ig-en
$vergehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. vergehen, vorbeigehen, vorübergehen, nachlassen, tun, falsch tun; E.: s. ver, s. gehen; L.: Kluge s. u. vergehen, DW 25, 395, EWD s. u. gehen; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus ver und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches vorbeigehen oder vorübergehen oder nachlassen oder tun oder falsch tun; F.: vergehen, vergehe, vergehst, vergeht, vergehest, vergehet, verging, vergingst, vergingen, vergingt, vergingest, verginget, vergangen, ##vergangen, vergangene, vergangenes, vergangenem, vergangenen, vergangener##, vergehend, ###vergehend, vergehende, vergehendes, vergehendem, vergehenden, vergehender###, vergeh (!)+EW; Z.: ver—geh-en
$Vergehen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Vergehen, eine Straftat, Ablauf, Ende; E.: s. vergehen; L.: EWD s. u. gehen; GB.: nach mhd. Vorläufern in anderer Bedeutung seit 18. Jh. belegte und aus vergehen gebildete Bezeichnung für eine in Gegensatz zu Verbrechen mit geringerer Strafe bedrohte Tat von Menschen wie beispielsweise Diebstahl oder Betrug oder Beleidigung oder Körperverletzung oder für Ablauf oder für Ende; F.: Vergehen, Vergehens+EW; Z.: Ver—geh-en
$vergelten, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. vergelten, ausgleichen, rächen, lohnen; E.: s. ver, s. gelten; L.: Kluge s. u. vergelten, DW 25, 407, EWD s. u. gelten; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und gelten gebildete Bezeichnung für ausgleichen oder rächen oder lohnen; F.: vergelten, vergelte, vergiltst, vergilt, vergeltet, vergeltest, vergalt, vergaltest (!), vergaltst, vergalten, vergaltet, vergälte, vergältest, vergälten, vergältet, vergölte, vergöltest, vergölten, vergöltet, vergolten, ##vergolten, vergoltene, vergoltenes, vergoltenem, vergoltenen, vergoltener##, vergeltend, ###vergeltend, vergeltende, vergeltendes, vergeltendem, vergeltenden, vergeltender###, vergelt (!)+EW; Z.: ver—gelt-en
$Vergeltung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vergeltung, Ausgleich, Rache, Lohn; E.: s. vergelt(en), s. ung; L.: EWD s. u. gelten, DW 25, 411; GB.: (vergeltunge) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus vergelt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Ausgleich oder Rache oder Lohn; F.: Vergeltung, Vergeltungen+EW; Z.: Ver—gelt-ung
vergent, nhd., (Part. Präs.=)Adj. (18. Jh.?): nhd. vergent, geneigt; ne. inclined; Vw.: s. di-, kon-; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw. mlat. vergēns; E.: s. mlat. vergēns, (Part. Präs.=)Adj., sich neigend, neigend; lat. vergere, V., sich neigen, sich nähern, drehen, liegen; idg. *u̯erg-, V., drehen, Pokorny 1154; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. vergent; GB.: vielleicht seit 1744 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für geneigt oder gebeugt oder hinunterbeugend; BM.: biegen; F.: vergent, vergente, vergentes, vergente, vergentem, vergenten, vergenter+FW(+EW?); Z.: ver-g-ent
vergessen, nhd., st. V., (9. Jh.?): nhd. vergessen (V.), sich nicht merken können, aus dem Bewusstsein und dem Gedächtnis verlieren; ne. forget; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. vergezzen (1), virgezzen, vorgezzen, st. V., vergessen (V.), sich in Vergessenheit verlieren, aus den Gedanken verlieren; mnd. vörgēten* (2), vorgēten, vorgetten, st. V., vergessen (V.), vergesslich sein (V.), aus dem Sinn bekommen, liegen lassen, nicht beachten; mnl. verghēten, st. V., vergessen (V.); ahd. firgezzan*, st. V. (5), vergessen (V.); as. fargetan*, st. V. (5), vergessen (V.); anfrk. fargetan*, fargeton*, st. V. (5), vergessen (V.); germ. *fargetan, st. V., vergessen (V.); vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); s. idg. *gʰedʰ-, V., fassen, ergreifen, Pokorny 437; L.: Kluge 1. A. s. u. vergessen, Kluge s. u. vergessen, DW 25, 415, EWD s. u. vergessen, EWAhd 4, 202, Seebold 226, Duden s. u. vergessen, Bluhme s. u. vergessen; Son.: vgl. afries. forjeta, st. V. (5), vergessen (V.); ae. forgietan, forgitan, forgytan, forgetan, st. V. (5), vergessen; an. -; got. -; nndl. vergeten, V., vergessen; nschw. förgäten, Adj., vergessen (Adj.); GB.: (firgezzan*) vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen oder höherer Tiere mögliches aus dem Bewusstsein und dem Gedächtnis verlieren; BM.: vorwärts, fassen; F.: vergessen, vergesse, vergisst, vergesst, vergessest, vergesset, vergaß, vergaßest, vergaßt, vergaßen, vergäße, vergäßest, vergäßen, vergäßet, ##vergessen, vergessene, vergessenes, vergessenem, vergessenen, vergessener##, vergessend, ###vergessend, vergessende, vergessendes, vergessendem, vergessenden, vergessender###, vergiss (!)+EW; Z.: ver—gess-en
$Vergessenheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vergessenheit, Vergessensein; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: s. vergessen, s. heit; L.: DW 25, 422, EWD s. u. vergessen; GB.: seit 1190-1210 belegte und aus vergessen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen und höherer Tiere mögliches Vergessensein; F.: Vergessenheit+EW; Z.: Ver—gess-en—hei-t
$vergesslich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. vergesslich, gedächtnissschwach; E.: s. vergess(en), s. lich; L.: Kluge s. u. vergessen, DW 25, 423 (vergeszlich), EWD s. u. vergessen; GB.: (vergezlich) seit 1287 belegte und aus vergess(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und höherer Tiere mögliches gedächtnisschwach; F.: vergesslich, vergessliche, vergessliches, vergesslichem, vergesslichen, vergesslicher(, vergesslichere, vergesslicheres, vergesslicherem, vergesslicheren, vergesslicherer, vergesslichst, vergesslichste, vergesslichstes, vergesslichstem, vergesslichsten, vergesslichster)+EW; Z.: ver—gess-lich
$Vergesslichkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vergesslichkeit, Vergessen, Gedächtnisschwäche; E.: s. vergesslich, s. heit, s. keit; L.: DW 25, 424 (Vergeszlichkeit), EWD s. u. vergessen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vergesslich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und höherer Tiere mögliches Vergessen oder Gedächtnisschwäche; F.: Vergesslichkeit+EW; Z.: Ver—gess-lich—kei-t
vergeuden, nhd., V., (13. Jh.): nhd. vergeuden, verschwenden, sinnlos verbrauchen; ne. waste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1298 (Der Sälden Hort); E.: mhd. vergiuden, sw. V., vergeuden; mnd. vörgoiden*, vorgoiden, V., vergeuden, verschwenden; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. giuden (1), göuden, gūden, sw. V., geuden, prahlen, großtun, sich wichtig machen, angeben, freuen, sich freuen; vgl. lat. gaudium, N., innere Freude; vgl. idg. *gāu-, V., sich freuen, sich brüsten, Pokorny 353 (526/10) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. vergeuden, Kluge s. u. vergeuden, DW 25, 425, EWD s. u. vergeuden, Duden s. u. vergeuden, Bluhme s. u. vergeuden; Son.: vgl. nndl. vergooien, V., vergeuden; GB.: seit nach 1298 belegte und aus ver und geuden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leichtsinnig und verschwenderisch mit etwas bei dem Verbrauch umgehen oder verschwenden; BM.: vorwärts, sich freuen; F.: vergeuden, vergeude, vergeudest, vergeudet, vergeudete, vergeudetest, vergeudeten, vergeudetet, ##vergeudet, vergeudete, vergeudetes, vergeudetem, vergeudeten, vergeudeter##, vergeudend, ##vergeudend, vergeudende, vergeudendes, vergeudendem, vergeudenden, vergeudender###, vergeud (!)+EW+FW?; Z.: ver—geu-d-en
$Vergeudung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vergeudung, Verschwendung; E.: s. vergeud(en), s. ung; L.: Kluge s. u. vergeuden, DW 25, 427, EWD s. u. vergeuden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vergeud(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums Menschen nach dem Vorbild der Natur mögliche Verschwendung; F.: Vergeudung, Vergeudungen+EW; Z.: Ver—geu-d-ung
$vergewaltigen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vergewaltigen; E.: s. ver, s. Gewalt, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. vergewaltigen, DW 25, 428, EWD s. u. Gewalt; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und Gewalt und ig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für seit Entstehung der Sexualität mögliches den triebhaft vorgegebenen Geschlechtsverkehr mit Gewalt zu erreichen versuchen; F.: vergewaltigen, vergewaltige, vergewaltigst, vergewaltigt, vergewaltigest, vergewaltiget, vergewaltigte, vergewaltigtest, vergewaltigten, vergewaltigtet, ##vergewaltigt, vergewaltigte, vergewaltigtes, vergewaltigtem, vergewaltigten, vergewaltigter##, vergewaltigend, ###vergewaltigend, vergewaltigende, vergewaltigendes, vergewaltigendem, vergewaltigenden, vergewaltigender###, vergewaltig (!)+EW; Son.: Vergewaltigung CCC (1532) 159; Z.: ver—ge—wal-t-ig-en
$vergewissern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vergewissern, gewisser machen; E.: s. ver, s. gewiss, s. (e)r, s. (e)n); L.: Kluge s. u. gewiss, DW 25, 430, EWD s. u. gewiß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und gewiss und er und (e)n gebildete Bezeichnung für gewisser machen oder Gewissheit verschaffen; F.: vergewissern, vergewissere, vergewisser (!), vergewisserst, vergewissert, vergewisserte, vergewissertest, vergewisserten, vergewissertet, ##vergewissert, vergewisserte, vergewissertes, vergewissertem, vergewisserten, vergewisserter##, vergewissernd, ###vergewissernd, vergewisserndes, vergewisserndem, vergewissernden, vergewissernder###, vergewisser (!)+EW; Z.: ver—ge-wi-ss-er-n
$vergiften, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. vergiften; E.: s. ver, s. Gift, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Gift, DW 25, 436, EWD s. u. Gift; GB.: (firgiften*) seit 10. Jh. belegte und aus ver und Gift sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches geben und später Gift geben oder Gift beibringen oder Gift aufnehmen und dadurch wohl meist sterben; F.: vergiften, vergifte, vergiftest, vergiftet, vergiftete, vergiftetest, vergifteten, vergiftetet, ##vergiftet, vergiftete, vergiftetes, vergiftetem, vergifteten, vergifteter##, vergiftend, ###vergiftend, vergiftende, vergiftendes, vergiftendem, vergiftenden, vergiftender###, vergift (!)+EW; Z.: ver—gif-t-en
$vergilben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vergilben, gelb werden, sich farblich verändern; E.: s. ver, s. gelb, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Gilbe, Kluge s. u. gelb, DW 25, 443, EWD s. u. gelb; GB.: (vergilwen) seit um 1275 belegte und aus ver und gilben bzw. gelb und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches unter Lichteinwirkung oder Dunkelheit gelb werden bzw. sich farblich verändern (vor allem von weiß beispielsweise einer Malschicht oder einer Firnisschicht); F.: vergilben, vergilbe (!), vergilbst, vergilbt, vergilbest, vergilbet, vergilbte, vergilbtest, vergilbten, vergilbtet, ##vergilbt, vergilbte, vergilbtes, vergilbtem, vergilbten, vergilbter##, vergilbend, ###vergilbend, vergilbende, vergilbendes, vergilbendem, vergilbenden, vergilbender###, vergilb (!)+EW; Z.: ver—gil-b-en
$Vergissmeinnicht, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Vergissmeinnicht; E.: (s. lieber Gott?), s. vergess(en), s. mein, s. nicht; L.: Kluge s. u. Vergissmeinnicht, DW 25, 444 (Vergiszmeinnicht); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vergess(en) und mein sowie nicht gebildete Bezeichnung für eine kleine schon vormenschliche und weit verbreitete hellblau blühende Blume; F.: Vergissmeinnicht, Vergissmeinnichts, Vergissmeinnichtes, Vergissmeinnichte, Vergissmeinnichten+EW; Z.: Ver-giss—mei-n—n-ich-t
$vergittern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vergittern, mit einem Gitter versehen (V.) und verschließen; E.: s. ver, s. Gitter, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Gitter, DW 25, 445, EWD s. u. Gitter; GB.: (vergiteren*) seit 14. Jh. belegte und aus ver und Gitter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes eine Öffnung mit einem Gitter versehen (V.) und verschließen; F.: vergittern, vergittere, vergitter (!), vergitterst, vergittert, vergitterte, vergittertest, vergitterten, vergittertet, ##vergittert, vergitterte, vergittertes, vergittertem, vergitterten, vergitterter##, vergitternd, ###vergitternd, vergitterndes, vergitterndem, vergitternden, vergitternder###, vergitter (!)+EW; Z.: ver—git-t-er-n
$verglasen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verglasen, zu Glas werden, mit Glas versehen (V.); E.: s. ver, s. Glas, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Glas 1, DW 25, 447, EWD s. u. Glas; GB.: seit um 1272 belegte und aus ver und Glas sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für zu Glas werden oder sachlich von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes eine Öffnung oder eine sonstige Gegebenheit mit einem - als solches seit 3500 v. Chr. in dem Vorderen Orient entwickelten und seitdem verwendeten - Glas versehen (V.); F.: verglasen, verglase, verglasst (!), verglast, verglasest, verglaset, verglaste, verglastest, verglasten, verglastet, ##verglast, verglaste, verglastes, verglastem, verglasten, verglaster##, verglasend, ###verglasend, verglasende, verglasendes, verglasendem, verglasenden, verglasender###, verglas (!) +EW; Z.: ver—gla-s-en
$Vergleich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vergleich; E.: s. ver, s. gleich(en); L.: Kluge s. u. gleich, DW 25, 448, EWD s. u. gleich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und gleich(en) gebildete Bezeichnung für die wohl Menschen seit ihrer Entstehung wie vielleicht auch anderen Lebewesen mit Sinnen mögliche Gegenüberstellung mindestens zweier Gegebenheiten sowie eine einen Streit zweier Beteiligter durch gegenseitiges Nachgeben beendende Vereinbarung; F.: Vergleich, Vergleiches, Vergleichs, Vergleiche, Vergleichen+EW; Z.: Ver—g-leich
$vergleichen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. vergleichen, gegenüberstellen und einer Vergleichung unterziehen; E.: s. ver, s. gleichen; L.: Kluge 1. A. s. u. gleich, Kluge s. u. gleich, DW 25, 450, EWD s. u. gleich; GB.: (vergelīchen) seit vielleicht um 1390 belegte und aus ver und gleichen gebildete Bezeichnung für die wohl Menschen seit ihrer Entstehung wie vielleicht auch anderen Lebewesen mit Sinnen mögliche Gegenüberstellung mindestens zweier Gegebenheiten; F.: vergleichen, vergleiche (!), vergleich (!), vergleichst, vergleicht, vergleichest, vergleichet, verglich, verglichst, verglichen, verglicht, verglichest, verglichet, ##verglichen, verglichene, verglichenes, verglichenem, verglichenen, verglichener##, vergleichend, ###vergleichend, vergleichende, vergleichendes, vergleichendem, vergleichenden, vergleichender###, vergleich (!)+EW; Z.: ver—g-leich-en
$Vergleichung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vergleichung, Gleichstellung; E.: s. vergleich(en), s. ung; L.: Kluge s. u. Gleichung, DW 25, 458, EWD s. u. gleich; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus vergleich(en) und ung gebildete Bezeichnung für die wohl Menschen seit ihrer Entstehung wie vielleicht auch anderen Lebewesen mit Sinnen mögliche Gegenüberstellung mindestens zweier Gegebenheiten wie beispielsweise auch mehrerer Rechte oder auch eine Gleichstellung; F.: Vergleichung, Vergleichungen+EW; Z.: Ver—g-leich-ung
$vergnügen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vergnügen, zufriedenstellen, behagen, wohlgefallen, belustigen; E.: s. ver, s. g(e)nügen; L.: EWD s. u. vergnügen, DW 25, 463; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und g(e)nügen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht dem Menschen seit seiner Entstehung sowie möglicherweise höheren Tieren mögliches zufriedenstellen oder behagen oder wohlgefallen oder belustigen; F.: vergnügen, vergnüge, vergnügst, vergnügt, vergnügest, vergnüget, vergnügte, vergnügtest, vergnügten, vergnügtet, ##vergnügt, vergnügte, vergnügtes, vergnügtem, vergnügten, vergnügter##, vergnügend, ###vergnügend, vergnügende, vergnügendes, vergnügendem, vergnügenden, vergnügender###, vergnüg (!), vergnüge (!)+EW; Z.: ver—gn-üg-en
Vergnügen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Vergnügen, Wohlbehagen, Lust, Freude, Behagen, Wohlgefallen; ne. enjoyment, pleasure; Vw.: -; Hw.: s. genug; Q.: 1470-1480 (Urkunde); E.: mhd. vergenüegen, st. N., Vergnügen, Wohlgefallen?; von einem substantivierten vergenüegen, V., zufriedenstellen; s. ver…, s. genug; L.: Kluge 1. A. s. u. Vergnügen, Kluge s. u. Vergnügen, DW 25, 468, EWD s. u. vergnügen, Duden s. u. Vergnügen, Bluhme s. u. Vergnügen; Son.: vgl. nndl. genoegen, Sb., Vergnügen; GB.: (vergenüegen) seit 1470-1480 belegte und von vergnügen abgeleitete Bezeichnung für ein durch eine Beschäftigung oder einen Anblick verschafftes inneres Wohlbehagen oder eine Lust oder eine Freude oder ein Behagen oder ein Wohlgefallen; BM.: vorwärts, genug bzw. mit und reichen; F.: Vergnügen, Vergnügens+EW; Z.: Ver—gn-üg-en
$vergnüglich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. vergnüglich, froh, lustig, unterhaltsam, ausgelassen; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. Vergnüg(en), s. lich; L.: DW 25, 471, EWD s. u. vergnügen; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus vergnüg(en) und Vergnüg(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für froh oder lustig oder unterhaltsam oder ausgelassen; F.: vergnüglich, vergnügliche, vergnügliches, vergnüglichem, vergnüglichen, vergnüglicher(, vergnüglichere, vergnüglicheres, vergnüglicherem, vergnüglicheren, vergnüglicherer, vergnüglichst, vergnüglichste, vergnüglichstes, vergnüglichstem, vergnüglichsten, vergnüglichster)+EW; Z.: ver—gn-üg—lich
$vergnügt, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. vergnügt, belustigt, froh, lustig, unterhaltsam, ausgelassen; E.: s. vergnüg(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. vergnügen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vergnüg(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht dem Menschen seit seiner Entstehung sowie höheren Tieren mögliches belustigt oder froh oder lustig oder unterhaltsam oder ausgelassen; F.: vergnügt, vergnügte, vergnügtes, vergnügtem, vergnügten, vergnügter(, vergnügtere, vergnügteres, vergnügterem, vergnügteren, vergnügterer, vergnügtest, vergnügteste, vergnügtestes, vergnügtestem, vergnügtesten, vergnügtester)+EW; Z.: ver—gn-üg-t
$Vergnügung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Vergnügung, Vergnügen, Wohlbehagen, Lust, Freude; E.: s. vergnüg(en), s. ung; L.: DW 25, 473, EWD s. u. vergnügen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vergnüg(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein durch eine Beschäftigung oder einen Anblick verschafftes Vergnügen oder Wohlbehagen oder eine Lust oder eine Freude F.: Vergnügung, Vergnügungen+EW; Z.: Ver—gn-üg-ung
$vergolden, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. vergolden, mit Gold oder einem Schein von Gold versehen (V.); E.: s. ver, s. Gold, s. en; L.: Kluge s. u. Gold, DW 25, 475, EWD s. u. Gold; GB.: vergulden seit 1190-1200 belegte und aus ver und Gold oder gold und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes eine Gegebenheit mit Gold oder einem Schein von Gold versehen (V.); F.: vergolden, vergolde, vergoldest, vergoldet, vergoldete, vergoldetest, vergoldeten, vergoldetet, ##vergoldet, vergoldete, vergoldetes, vergoldetem, vergoldeten, vergoldeter##, vergoldend, ###vergoldend, vergoldende, vergoldendes, vergoldendem, vergoldenden, vergoldender###, vergold (!)+EW; Z.: ver—gol-d-en
$vergöttern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vergöttern, wie einen Gott behandeln; E.: s. ver, s. Gott oder den Plural Götter, s. n; L.: Kluge s. u. Gott, DW 25, 481, EWD s. u. Gott; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Gott bzw. Götter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich Menschen vielleicht seit der Entwicklung von Sprache und der Vorstellung von einem Gott oder mehreren Göttern mögliches eine Gegebenheit wie einen Gott oder wie Götter behandeln; F.: vergöttern, vergöttere, vergötter (!), vergötterst, vergöttert, vergötterte, vergöttertest, vergötterten, vergöttertet, ##vergöttert, vergötterte, vergöttertes, vergöttertem, vergötterten, vergötterter##, vergötternd, ###vergötternd, vergötterndes, vergötterndem, vergötternden, vergötternder###, vergötter (!)+EW; Z.: ver—gö-t-t-er-n
vergrätzen, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. vergrätzen, verstimmen, verärgern, erregen, schlecht behandeln; ne. annoy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; E.: s. mnd. vörgretten*, vorgretten, sw. V., vergrätzen, ärgern, erzürnen, erbittern, zu Wut reizen; s. mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. greten, sw. V., zum Zorne reizen, ärgern, gereizt sein (V.), zornig sein (V.); idg. *gʰrēd-, V., weinen, Pokorny 439; idg. *gʰer- (1), V., rasseln, lärmen, gurgeln, murren, Pokorny 439 (632/48) (RB. idg. aus ind., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. vergrätzen, fehlt DW, Duden s. u. vergrätzen; GB.: vielleicht seit 20. Jh. (?) belegte und aus ver und einem mnd. Verb gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verstimmen oder verärgern oder erregen oder schlecht behandeln; BM.: vorwärts, lärmen; F.: vergrätzen, vergrätze, vergrätzst (!), vergrätzt, vergrätzest, vergrätzet, vergrätzte, vergrätztest, vergrätzten, vergrätztet, ##vergrätzt, vergrätzte, vergrätztes, vergrätztem, vergrätzten, vergrätzter##, vergrätzend, ###vergrätzend, vergrätzende, vergrätzendes, vergrätzendem, vergrätzenden, vergrätzender###, vergrätz (!)+EW; Z.: ver—grä-tz-en
$vergraulen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. vergraulen, verscheuchen, vertreiben; E.: s. ver, s. graulen; L.: Kluge s. u. vergraulen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und graulen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches gewaltloses verscheuchen oder vertreiben; F.: vergraulen, vergraule, vergraulst, vergrault, vergraulest, vergraulet, vergraulte, vergraultest, vergraulten, vergraultet, ##vergrault, vergraultes, vergraultem, vergraulten, vergraulter##, vergraulend, ###vergraulend, vergraulende, vergraulendes, vergraulendem, vergraulenden, vergraulender###, vergraul (!)+EW; Z.: ver—grau-l-en
$vergreifen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. vergreifen, greifen, ergreifen, falsch greifen, rechtswidrig greifen; E.: s. ver, s. greifen; L.: Kluge s. u. greifen, DW 25, 488, EWD s. u. greifen; GB.: (vergrīfen) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus ver und greifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches schlecht oder falsch (oder rechtswidrig) greifen; F.: vergreifen, vergreife, vergreifst, vergreift, vergreifest, vergreifet, vergriff (!), vergriffst, vergriffen, vergrifft, vergriffest, vergriffet, ##vergriffen, vergriffene, vergriffenes, vergriffenem, vergriffenen, vergriffener##, vergreifend, ###vergreifend, vergreifende, vergreifendes, vergreifendem, vergreifenden, vergreifender###, vergreif (!)+EW; Z.: ver—greif-en
$vergriffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. vergriffen, nicht mehr greifbar, nicht mehr lieferbar; E.: s. vergreifen; L.: EWD s. u. greifen, fehlt DW (s. vergreifen); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vergreifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches schlecht oder falsch oder rechtswidrig gegriffen und deswegen nicht mehr greifbar oder lieferbar; F.: vergriffen, vergriffene, vergriffenes, vergriffenem, vergriffenen, vergriffener+EW; Z.: ver—grif-f-en
$vergröbern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vergröbern, gröber machen, gröber werden; E.: s. ver, s. grob, s. er, s. n; L.: Kluge s. u. grob, DW 25, 492, EWD s. u. grob; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und grob bzw. gröber sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches gröber machen oder gröber werden; F.: vergröbern, vergröbere, vergröber (!), vergröberst, vergröbert, vergröberte, vergröbertest, vergröberten, vergröbertet, ##vergröbert, vergröberte, vergröbertes, vergröbertem, vergröberten, vergröberter##, vergröbernd, ###vergröbernd, vergröberndes, vergröberndem, vergröbernden, vergröbernder###, vergröber (!)+EW; Z.: ver—grö-b-er-n
$vergrößern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vergrößern, größer werden, größer machen; L.: Kluge s. u. groß, DW 25, 493 (vergröszern), EWD s. u. groß; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und groß und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für größer werden oder größer machen; F.: vergrößern, vergrößere, vergrößer (!), vergrößerst, vergrößert, vergrößerte, vergrößertest, vergrößerten, vergrößertet, ##vergrößert, vergrößerte, vergrößertes, vergrößertem, vergrößerten, vergrößerter##, vergrößernd, ##vergrößernd, vergrößerndes, vergrößerndem, vergrößernden, vergrößernder###, vergrößer (!)+EW; Z.: ver—grö-ß-er-n
$vergüten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vergüten, gut machen, entschädigen, entlohnen, bezahlen; E.: s. ver, s. gut bzw. Güt(e), s. en; L.: DW 25, 499, EWD s. u. gut; GB.: (vergüeten) seit 14. Jh. belegte und aus ver sowie gut bzw. Güt(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für gut machen oder entschädigen oder entlohnen oder bezahlen; F.: vergüten, vergüte, vergütest, vergütet, vergütete, vergütetest, vergüteten, vergütetet, ##vergütet, vergütete, vergütetes, vergütetem, vergüteten, vergüteter##, vergütend, ###vergütend, vergütende, vergütendes, vergütendem, vergütenden, vergütender, vergüt (!)###+EW; Z.: ver—güt-en
$Vergütung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vergütung, Entschädigung, Entlohnung, Bezahlung; E.: s. vergüt(en), s. ung; L.: DW 25, 501, EWD s. u. gut; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vergüt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit Entwicklung und Verwendung von Geld mögliche Entschädigung oder Entlohnung oder Bezahlung; F.: Vergütung, Vergütungen+EW; Z.: Ver—güt-ung
$verhaften, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verhaften, in Haft nehmen; E.: s. ver, s. Haft, s. en; L.: Kluge s. u. Haft, DW 25, 503, EWD s. u. Haft; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Haft sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen anderen Menschen unter Entzug der Bewegungsfreiheit in Haft nehmen; F.: verhaften, verhafte, verhaftest, verhaftet, verhaftete, verhaftetest, verhafteten, verhaftetet, ##verhaftet, verhaftete, verhaftetes, verhaftetem, verhafteten, verhafteter##, verhaftend, ###verhaftend, verhaftende, verhaftendes, verhaftendem, verhaftenden, verhaftender###, verhaft (!)+EW; Z.: ver—haf-t-en
$verhaftet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. verhaftet, in Haft genommen; E.: s. verhaft(en), s. et; L.: fehlt DW (s. verhaften), EWD s. u. Haft; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verhaft(en) und et (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von einem anderen Menschen unter Entzug der Bewegungsfreiheit in Haft genommen; F.: verhaftet, verhaftete, verhaftetes, verhaftetem, verhafteten, verhafteter+EW; Z.: ver—haf-t-et
$Verhaftung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verhaftung, Inhaftnahme, Festnahme, Freiheitsentzug; E.: s. verhaft(en), s. ung; L.: DW 25, 505, EWD s. u. Haft; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verhaft(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine Inhaftnahme oder Festnahme eines Menschen meist durch eine staatliche Behörde zu dem Zweck des Freiheitsentzugs; F.: Verhaftung, Verhaftungen+EW; Z.: Ver—haf-t-ung
$verhageln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verhageln, beeinträchtigen; E.: s. ver, s. hageln; L.: Kluge s. u. Hagel, DW 25, 505, EWD s. u. Hagel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und hageln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches durch (natürlichen) Hagel beeinträchtigen (einer Gegebenheit); F.: verhageln, verhagel (!), verhagle, verhagele, verhagelst, verhagelt, verhagelte, verhageltest, verhagelten, verhageltet, ##verhagelt, verhagelte, verhageltes, verhageltem, verhagelten, verhagelter##, verhagelnd, ###verhagelnd, verhagelnde, verhagelndes, verhagelndem, verhagelnden, verhagelnder###, verhagel (!)+EW; Z.: ver—hagel-n
$verhalten, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. verhalten, tun oder unterlassen (V.) oder sein (V.), zurückhalten; E.: s. ver, s. halten; L.: Kluge s. u. verhalten, DW 25, 508; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und halten gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches tun oder unterlassen (V.) oder sein (V.) oder zurückhalten; F.: verhalten, verhalte (!), verhältst, verhält, verhaltet, verhaltest, verhielt, verhieltest, verhieltst, verhielten, verhieltet, ##verhalten, verhaltene, verhaltenes, verhaltenem, verhaltenen, verhaltener##, verhaltend, ###verhaltend, verhaltende, verhaltendes, verhaltendem, verhaltenden, verhaltender###, verhalt (!)+EW; Z.: ver—hal-t-en
$Verhalten, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Verhalten; E.: s. verhalten; L.: DW 25, 514, EWD s. u. verhalten; GB.: seit 13. Jh. belegte und mit verhalten (V.) verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Tun oder Unterlassen (N.) oder Sein (N.) oder Zurückhalten F.: Verhalten, Verhaltens+EW; Z.: Ver—hal-t-en
$Verhältnis, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verhältnis, Beziehung, Verknüpfung, Bezug; E.: s. verhalt(en), s. nis; L.: DW 25, 515, EWD s. u. verhalten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verhalt(en) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Beziehung oder Verknüpfung oder einen Bezug; F.: Verhältnis, Verhältnisses, Verhältnisse, Verhältnissen+EW; Z.: Ver—häl-t-nis
$verhältnismäßig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. verhältnismäßig, entsprechend, vergleichsweise, relativ; Q.: 1780 (Adelung); E.: s. Verhältnis, s. mäßig; L.: DW 25, 515 (verhältnismäszig), EWD s. u. verhalten; GB.: seit 1780 belegte und aus Verhältnis und mäßig gebildete Bezeichnung für entsprechend oder vergleichsweise oder relativ; F.: verhältnismäßig, verhältnismäßige, verhältnismäßiges, verhältnismäßigem, verhältnismäßigen, verhältnismäßiger(, verhältnismäßigere, verhältnismäßigeres, verhältnismäßigerem, verhältnismäßigeren, verhältnismäßigerer, verhältnismäßigst, verhältnismäßigste, verhältnismäßigstes, verhältnismäßigstem, verhältnismäßigsten, verhältnismäßigster)+EW; Z.: ver—häl-t-nis—mä-ß-ig
$verhandeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verhandeln, behandeln, erörtern, besprechen; E.: s. ver, s. handeln; L.: Kluge s. u. handeln, DW 25, 520, EWD s. u. handeln; GB.: (verhandelen) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus ver und handeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches behandeln oder erörtern oder besprechen; F.: verhandeln, verhandel (!), verhandle, verhandelst, verhandelt, verhandelte, verhandeltest, verhandelten, verhandeltet, ##verhandelt, verhandelte, verhandeltes, verhandeltem, verhandelten, verhandelter##, verhandelnd, ###verhandelnd, verhandelnde, verhandelndes, verhandelndem, verhandelnden, verhandelnder###, verhandel (!)+EW; Z.: ver—hand-el-n
$Verhandlung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verhandlung, Behandlung, Erörterung, Besprechung, Gespräch, Gerichtsverhandlung; E.: s. verhand(e)l(n) und ung; L.: DW 25, 521, EWD s. u. handeln; GB.: (verhandelunge) seit 1404 belegte und aus verhand(e)l(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Behandlung oder Erörterung oder Besprechung oder Gespräch; F.: Verhandlung, Verhandlungen+EW; Z.: Ver—hand-l-ung
$Verhängnis, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Verhängnis, Gefahr, Heimsuchung, Unheil; E.: s. verhäng(en), s. nis; L.: Kluge s. u. Verhängnis, DW 25, 527, EWD s. u. Verhängnis; GB.: (verhencnisse) seit Ende 12. Jh. belegte und aus verhäng(en) und nis gebildete Bezeichnung für eine Gefahr oder Heimsuchung oder ein Unheil; F.: Verhängnis, Verhängnisses, Verhängnisse, Verhängnissen+EW; Z.: Ver—häng-nis
$verhängnisvoll, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. verhängnisvoll, gefährlich, unheilvoll, folgenschwer; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Verhängnis, s. voll; L.: DW 25, 530, EWD s. u. Verhängnis; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Verhängnis und voll gebildete Bezeichnung für gefährlich oder unheilvoll oder folgenschwer; F.: verhängnisvoll, verhängnisvolle, verhängnisvolles, verhängnisvollem, verhängnisvollen, verhängnisvoller(, verhängnisvollere, verhängnisvolleres, verhängnisvollerem, verhängnisvolleren, verhängnisvollerer, verhängnisvollst, verhängnisvollste, verhängnisvollstes, verhängnisvollstem, verhängnisvollsten, verhängnisvollster)+EW; Z.: ver—häng-nis—vol-l
$verharmlosen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verharmlosen, als harmlos darstellen, beschönigen, verniedlichen; E.: s. ver, s. harmlos, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Harm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und harmlos sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches als harmlos darstellen oder beschönigen oder verniedlichen; F.: verharmlosen, verharmlose, verharmlosest, verharmloset, verharmlosete, verharmlosetest, verharmloseten, verharmlosetet, ##verharmloset, verharmlosete, verharmlosetes, verharmlosetem, verharmloseten, verharmloseter##, verharmlosend, ###verharmlosend, verharmlosende, verharmlosendes, verharmlosendem, verharmlosenden, verharmlosender, verharmlos (!)###+EW; Z.: ver—harm—lo-s-en
$verharren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verharren, beharren, verweilen, standhalten, bleiben; E.: s. ver, s. harren; L.: Kluge s. u. harren, DW 25, 530, EWD s. u. harren; GB.: seit 1340-1350 belegte und aus ver und harren gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches beharren oder verweilen oder standhalten oder bleiben; F.: verharren, verharre, verharrst, verharrt, verharrest, verharret (!), verharrte, verharrtest, verharrten, verharrtet, ##verharrt, verharrte, verharrtes, verharrtem, verharrten, verharrter##, verharrend, ###verharrend, verharrende, verharrendes, verharrendem, verharrenden, verharrender###, verharr (!)+EW; Z.: ver—harr-en
$verharschen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. verharschen, hart werden, mit einer Kruste überziehen; E.: s. ver, s. Harsch, s. en; L.: Kluge s. u. verharschen, DW 25, 533, EWD s. u. harsch; GB.: seit 1331 belegte und aus ver und Harsch sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdkruste mögliches hart werden oder mit einer Kruste überziehen; F.: verharschen, verharsche, verharschst, verharscht, verharschest, verharschet, verharschte, verharschtest, verharschten, verharschtet, ##verharscht, verharschte, verharschtes, verharschtem, verharschten, verharschter##, verharschend, ###verharschend, verharschende, verharschendes, verharschendem, verharschenden, verharschender###, verharsch (!)+EW; Z.: ver—harsch-en
$verhärten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verhärten, hart werden; E.: s. ver, s. härten; L.: Kluge s. u. hart, DW 25, 533, EWD s. u. hart; GB.: (verharten) 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. obdurare aus ver und harten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdkruste mögliches hart werden; F.: verhärten, verhärte, verhärtest, verhärtet, verhärtete, verhärtetest, verhärteten, verhärtetet, ##verhärtet, verhärtete, verhärtetes, verhärtetem, verhärteten, verhärteter##, verhärtend, ###verhärtend, verhärtende, verhärtendes, verhärtendem, verhärtenden, verhärtender###, verhärt (!)+EW; Z.: ver—här-t-en
$verhaspeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verhaspeln, falsch haspeln, fehlerhaft abwickeln, versprechen, verwickeln; E.: s. ver, s. Haspel, s. n; L.: Kluge s. u. verhaspeln, DW 25, 536, EWD s. u. Haspe; Son.: refl. V.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Haspel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung der Haspel (elfhundertachtundsechzig) durch den Menschen mögliches falsch haspeln oder fehlerhaft abwickeln oder versprechen oder verwickeln; F.: verhaspeln, verhaspel (!), verhasple, verhaspele, verhaspelst, verhaspelt, verhaspelte, verhaspeltest, verhaspelten, verhaspeltet, ##verhaspelt, verhaspelte, verhaspeltes, verhaspeltem, verhaspelten, verhaspelter##, verhaspelnd, ###verhaspelnd, verhaspelnde, verhaspelndes, verhaspelndem, verhaspelnden, verhaspelnder###, verhaspel (!)+FW; Z.: ver—hasp-el-n
$verhätscheln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verhätscheln, überbehüten, verweichlichen, verwöhnen, verziehen, verzärteln; Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. ver, s. hätscheln; L.: Kluge s. u. hätscheln, DW 25, 538, EWD s. u. hätscheln; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus ver und hätscheln gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches überbehüten oder verweichlichen oder verwöhnen oder verziehen oder verzärteln meist eines kleinen Kindes; F.: verhätscheln, verhätschel (!), verhätschle, verhätschele, verhätschelst, verhätschelt, verhätschelte, verhätscheltest, verhätschelten, verhätscheltet, ##verhätschelt, verhätschelte, verhätscheltes, verhätscheltem, verhätschelten, verhätschelter##, verhätschelnd, ###verhätschelnd, verhätschelnde, verhätschelndes, verhätschelndem, verhätschelnden, verhätschelnder###, verhätschel (!)+EW?; Z.: ver—hätsch-el-n
$Verhau, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verhau, ein Hindernis; E.: s. ver, s. Hau; L.: Kluge s. u. Verhau, DW 25, 538, EWD s. u. hauen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und hau bzw. hau(en) gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches durch Hauen aus Ästen und Zweigen herstellbares Hindernis auf einem Weg oder Zugang; F.: Verhau, Verhaues, Verhaus, Verhaue, Verhauen+EW; Z.: Ver—hau
$verhauen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verhauen, abhauen, abschlagen, schlagen, verprügeln; E.: s. ver, s. hauen; L.: Kluge s. u. hauen, DW 25, 539, EWD s. u. hauen; GB.: (firhouwan*) seit um 830 belegte und aus ver und hauen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches abhauen oder abschlagen oder schlagen oder verprügeln meist eines schwächeren Menschen; F.: verhauen (!), verhaue (!), verhaust, verhaut, verhauest, verhauet, verhaute, verhautest, verhauten, verhautet, ##verhaut, verhaute, verhautes, verhautem, verhauten, verhauter##, verhauend, ###verhauend, verhauende, verhauendes, verhauendem, verhauenden, verhauender###, verhau (!)+EW; Z.: ver—hau-en
verheddern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verheddern, verfangen (V.), hängen bleiben; ne. tangle (V.) up; Vw.: -; Hw.: s. Hede; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. ver, s. Hede; L.: Kluge s. u. verheddern, fehlt DW, EWD s. u. verheddern, Duden s. u. verheddern, Bluhme s. u. verheddern; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ver und Hed(e) sowie ern (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder des Lebens mögliches verfangen (V.) oder hängen bleiben; BM.: verwirrt werden wie Werg bzw. vorwärts, kämmen; F.: verheddern, verheddere, verhedder (!), verheddre (!), verhedderst, verheddert, verhedderte, verheddertest, verhedderten, verheddertet, ##verheddert, verhedderte, verheddertes, verheddertem, verhedderten, verhedderter##, verheddernd, ###verheddernd, verheddernde, verhedderndes, verhedderndem, verheddernden, verheddernder###, verhedder (!)+EW; Z.: ver—hed-d-er-n
$verheeren, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. verheeren, durch ein Heer verwüsten; E.: s. ver, s. Heer, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. verheeren, Kluge s. u. verheeren, DW 25, 544, EWD s. u. Heer; GB.: (firheriōn*) seit um 790 belegte und aus ver und Heer sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch ein Heer verwüsten; F.: verheeren, verheere, verheerst, verheert, verheerest, verheeret, verheerte, verheertest, verheerten, verheertet, ##verheert, verheerte, verheertes, verheertem, verheerten, verheerter##, verheerend, ###verheerend, verheerende, verheerendes, verheerendem, verheerenden, verheerender###, verheer (!)+EW; Z.: ver—heer-en
$verheerend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.?): nhd. verheerend, furchtbar, schrecklich, entsetzlich; E.: s. verheeren, s. d; L.: Kluge s. u. verheeren, fehlt DW (s. verheeren); GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus verheeren und d gebildete Bezeichnung für furchtbar oder schrecklich oder entsetzlich; F.: verheerend, verheerende, verheerendes, verheerendem, verheerenden, verheerender(, verheerendere, verheerenderes, verheerenderem, verheerenderen, verheerenderer, verheerendst, verheerendste, verheerendstes, verheerendstem, verheerendsten, verheerendster)+EW; Z.: ver—heer-end
$verhehlen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verhehlen, verbergen, verheimlichen; E.: s. ver, s. hehlen; L.: Kluge s. u. hehlen, DW 25, 547, EWD s. u. hehlen; GB.: (firhelan*) seit um 765 belegte und aus ver und hehlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder höherer Tiere mögliches verbergen oder verheimlichen; F.: verhehlen, verhehle (!), verhehlst, verhehlt, verhehlest, verhehlet, verhehlte, verhehltest, verhehlten, verhehltet, ##verhehlt, verhehlte, verhehltes, verhehltem, verhehlten, verhehlter##, verhehlend, ###verhehlend, verhehlende, verhehlendes, verhehlendem, verhehlenden, verhehlender###, verhehl (!)+EW; Z.: ver—hehl-en
$verheilen, nhd., sw. V., (10. Jh.?): nhd. verheilen, heilen, heil werden; E.: s. ver, s. heilen; L.: Kluge s. u. verheilen, DW 25, 551; GB.: (firheilēn*) seit um 1000 belegte und aus ver und heilen gebildete Bezeichnung für heilen oder heil werden; F.: verheilen, verheile, verheilst, verheilt, verheilest, verheilet, verheilte, verheiltest, verheilten, verheiltet, ##verheilt, verheilte, verheiltes, verheiltem, verheilten, verheilter##, verheilend, ###verheilend, verheilende, verheilendes, verheilendem, verheilenden, verheilender###, verheil (!)+EW; Z.: ver—hei-l-en
$verheimlichen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verheimlichen, verhehlen, verbergen; E.: s. ver, s. heimlich, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. heimlich, DW 25, 553, EWD s. u. heimlich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und heimlich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder früher mögliches verhehlen oder verbergen; F.: verheimlichen, verheimliche, verheimlichst, verheimlicht, verheimlichest, verheimlichet, verheimlichte, verheimlichtest, verheimlichten, verheimlichtet, ##verheimlicht, verheimlichte, verheimlichtes, verheimlichtem, verheimlichten, verheimlichter##, verheimlichend, ###verheimlichend, verheimlichende, verheimlichendes, verheimlichendem, verheimlichenden, verheimlichender###, verheimlich (!)+EW; Z.: ver—hei-m-lich-en
$verheiraten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verheiraten, heiraten, verehelichen, Ehe eingehen oder schließen oder zu einer Ehe geben; E.: s. ver, s. heiraten; Q.: 1278 (Urkunde); L.: DW 25, 553, EWD s. u. Heirat; GB.: seit 1278 belegte und aus ver und heiraten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Ehe (zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts) eingehen oder schließen oder einen Menschen einem Menschen (des anderen Geschlechts) zu einer Ehe geben; F.: verheiraten, verheirate, verheiratest, verheiratet, verheiratete, verheiratetest, verheirateten, verheiratetet, ##verheiratet, verheiratete, verheiratetes, verheiratetem, verheirateten, verheirateter##, verheiratend, ###verheiratend, verheiratende, verheiratendes, verheiratendem, verheiratenden, verheiratender, verheirat (!)###+EW; Z.: ver-hei-ra-t-en
$verheißen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. verheißen, verkünden, versprechen, ankündigen; E.: s. ver, s. heißen; L.: Kluge s. u. verheißen, DW 25, 554, EWD s. u. heißen; GB.: (verheizen) seit 1295 belegte und aus ver und heißen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verkünden oder versprechen oder ankündigen; F.: verheißen, verheiße, verheißt, verheißest, verheißet, verhieß, verhießest, verhießt, verhießen, verhießet, ##verheißen, verheißene, verheißenes, verheißenem, verheißenen, verheißener##, verheißend, ###verheißend, verheißende, verheißendes, verheißendem, verheißenden, verheißender###, verheiß (!)+EW; Z.: ver—hei-ß-en
$Verheißung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verheißung, Verkündung, Verkünden, Ankündigen, Versprechen; E.: s. verheiß(en), s. ung; L.: DW 25, 558 (Verheiszung), EWD s. u. heißen; GB.: seit 1440 belegte und aus verheiß(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Sprache mögliche Verkündung oder Verkünden oder Ankündigen oder Versprechen; F.: Verheißung, Verheißungen+EW; Z.: Ver—hei-ß-ung
$verheizen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verheizen, heizen, verbrennen, verbrauchen, vernichten; E.: s. ver, s. heizen; L.: Kluge s. u. heizen, DW 25, 560, EWD s. u. heizen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und heizen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Beherrschung des Feuers mögliches heizen oder verbrennen oder verbrauchen oder vernichten; F.: verheizen, verheize, verheizst (!), verheizt, verheizest, verheizet, verheizte, verheiztest, verheizten, verheiztet, ##verheizt, verheizte, verheiztes, verheiztem, verheizten, verheizter##, verheizend, ###verheizend, verheizende, verheizendes, verheizendem, verheizenden, verheizender###, verheiz (!)+EW; Z.: ver—hei-z-en
$verhelfen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. verhelfen, helfen, unterstützen, beschaffen (V.); E.: s. ver. s. helfen; L.: Kluge s. u. helfen, DW 25, 560, EWD s. u. helfen; GB.: verhelfen seit 1301-1319 belegte und aus ver und helfen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches helfen oder unterstützen oder beschaffen (V.); F.: verhelfen, verhelfe, verhilfst, verhilft, verhelft, verhelfest, verhelfet, verhalf, verhalfst, verhalfen, verhalft, verhülfe, verhülfest, verhülfen, verhülfet, verhälfe, verhälfest, verhälfen, verhälfet, verholfen, ##verholfen, verholfene, verholfenes, verholfenem, verholfenen, verholfener##, verhelfend, ###verhelfend, verhelfende, verhelfendes, verhelfendem, verhelfenden, verhelfender###, verhilf (!)+EW; Z.: ver—hel-f-en
$verhetzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verhetzen, hetzen, aufhetzen, verjagen; E.: s. ver, s. hetzen; L.: , DW 25, 564, EWD s. u. hetzen; GB.: seit 1276-1318 belegte und aus ver und hetzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches hetzen oder aufhetzen oder verjagen; F.: verhetzen, verhetze, verhetzst (!), verhetzt, verhetzest, verhetzet, verhetzte, verhetztest, verhetzten, verhetztet, ##verhetzt, verhetzte, verhetztes, verhetztem, verhetzten, verhetzter##, verhetzend, ###verhetzend, verhetzende, verhetzendes, verhetzendem, verhetzenden, verhetzender###, verhetz (!)+EW; Z.: ver—hetz-en
$verhexen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. verhexen, verwünschen, verzaubern; E.: s. ver, s. hexen; L.: Kluge s. u. Hexe, DW 25, 567, EWD s. u. Hexe; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ver und hexen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen nach seiner Vorstellung mögliches verwünschen oder verzaubern; F.: verhexen, verhexe (!), verhexst (!), verhext, verhexest, verhexet, verhexte, verhextest, verhexten, verhextet, ##verhext, verhexte, verhextes, verhextem, verhexten, verhexter##, verhexend, ###verhexend, verhexende, verhexendes, verhexendem, verhexenden, verhexender###, verhex (!)+EW; Z.: ver—hex-en
$verhindern, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verhindern, hemmen, abwenden, ausschließen; E.: s. ver, s. hindern; L.: Kluge s. u. hindern, DW 25, 569, EWD s. u. hindern; GB.: (firhintaren*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus ver und hindern gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen seit seiner Entstehung mögliches hemmen oder abwenden oder ausschließen; F.: verhindern, verhindere, verhinder (!), verhinderst, verhindert, verhinderte, verhindertest, verhinderten, verhindertet, ##verhindert, verhinderte, verhindertes, verhindertem, verhinderten, verhinderter##, verhindernd, ###verhindernd, verhinderndes, verhinderndem, verhindernden, verhindernder###, verhinder (!)+EW; Z.: ver—hi-n-d-er-n
$verhoffen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verhoffen, hoffen, erwarten, stehenbleiben; E.: s. ver, s. hoffen; L.: Kluge s. u. hoffen, DW 25, 572, EWD s. u. hoffen; GB.: seit 1348/1350 belegte und aus ver und hoffen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder höherer Tiere mögliches hoffen oder erwarten oder stehenbleiben; F.: verhoffen, verhoffe, verhoffst, verhofft, verhoffest, verhoffet, verhoffte, verhofftest, verhofften, verhofftet, ##verhofft, verhoffte, verhofftes, verhofftem, verhofften, verhoffter##, verhoffend, ###verhoffend, verhoffende, verhoffendes, verhoffendem, verhoffenden, verhoffender###, verhoff (!)+EW; Z.: ver—ho-ff-en
$verhöhnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verhöhnen, verspotten, verlachen; E.: s. ver, s. höhnen; L.: DW 25, 576, EWD s. u. Hohn; GB.: (verhœnen) seit 1276-1318 belegte und aus ver und höhnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verspotten oder verlachen; F.: verhöhnen, verhöhne, verhöhnst, verhöhnt, verhöhnest, verhöhnet, verhöhnte, verhöhntest, verhöhnten, verhöhntet, ##verhöhnt, verhöhnte, verhöhntes, verhöhntem, verhöhnten, verhöhnter##, verhöhnend, ###verhöhnend, verhöhnende, verhöhnendes, verhöhnendem, verhöhnenden, verhöhnender###, verhöhn (!)+EW; Z.: ver—höh-n-en
verhohnepiepeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verhohnepiepeln, verspotten, veralbern, sich über jemanden lustig machen; ne. make (V.) fun of; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. ver; Hinterglied vielleicht von einem hohlhippeln, hohnpippeln, V., lästern; s. hohl, Hippe; L.: Kluge s. u. verhohnepiepeln, fehlt DW, EWD s. u. verhohnepi(e)peln, Duden s. u. verhohnepiepeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und vielleicht hohlhippeln oder hohnpippeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches verspotten oder veralbern oder sich über jemanden lustig machen; BM.: vorwärts, Hohlwaffel?; F.: verhohnepiepeln, verhohnepiepel (!), verhohnepieple, verhohnepiepelst, verhohnepiepelt, verhohnepiepelte, verhohnepiepeltest, verhohnepiepelten, verhohnepiepeltet, ##verhohnepiepelt, verhohnepiepelte, verhohnepiepeltes, verhohnepiepeltem, verhohnepiepelten, verhohnepiepelter##, verhohnepiepelnd, ###verhohnepiepelnd, verhohnepiepelnde, verhohnepiepelndes, verhohnepiepelndem, verhohnepiepelnden, verhohnepiepelnder###, verhohnepiepel (!)+EW; Z.: ver—hoh-n-e—piep-el-n
$Verhohnepiepelung, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Verhohnepiepelung, Verspottung, Veralberung; E.: s. verhohnepiepel(n), s. ung; L.: fehlt DW, EWD s. u. verhohnepiepeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus verhohnepiepel(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliche Verspottung oder Veralberung; F.: Verhohnepiepelung, Verhohnepiepelungen+EW; Z.: Ver—hoh-n-e—piep-el-ung
$verhökern nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verhökern, verkaufen, veräußern, vertreiben, verramschen; E.: s. ver, s. hökern; L.: Kluge s. u. Höker, EWD s. u. Höker, DW 25, 572 (verhöckern); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Höker und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld und Markt dem Menschen mögliches verkaufen oder veräußern oder vertreiben oder verramschen; F.: verhökern, verhökere, verhöker (!), verhökerst, verhökert, verhökerte, verhökertest, verhökerten, verhökertet, ##verhökert, verhökerte, verhökertes, verhökertem, verhökerten, verhökerter##, verhökernd, ###verhökernd, verhökerndes, verhökerndem, verhökernden, verhökernder###, verhöker (!)+EW; Z.: ver—hök-er-n
$Verhör, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verhör, Vernehmen, Hören, Befragen; E.: s. ver, s. hör(en); L.: DW 25, 579, EWD s. u. hören; GB.: (verhœr) seit 1470-1480 belegte und aus ver und hör(en) oder verhör(en) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches Verhören oder Vernehmen oder Hören oder Befragen; F.: Verhör, Verhöres, Verhörs, Verhöre, Verhören+EW; Z.: Ver—hö-r
$verhören, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verhören, vernehmen, befragen; E.: s. ver, s. hören; L.: Kluge s. u. hören, DW 25, 581, EWD s. u. hören; GB.: (verhœren) seit um 1230 belegte und aus ver und hören gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches vernehmen oder befragen; F.: verhören (!), verhöre (!), verhörst, verhört, verhörest, verhöret, verhörte, verhörtest, verhörten, verhörtet, ##verhört, verhörte, verhörtes, verhörtem, verhörten, verhörter##, verhörend, ###verhörend, verhörende, verhörendes, verhörendem, verhörenden, verhörender###, verhör (!)+EW; Z.: ver—hö-r-en
$verhüllen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verhüllen, umhüllen, einhüllen, bedecken, überdecken; E.: s. ver, s. hüllen; L.: DW 25, 586, EWD s. u. hüllen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und hüllen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches einhüllen oder umhüllen oder bedecken oder überdecken; F.: verhüllen, verhülle, verhüllst, verhüllt, verhüllest, verhüllet, verhüllte, verhülltest, verhüllten, verhülltet, ##verhüllt, verhüllte, verhülltes, verhülltem, verhüllten, verhüllter##, verhüllend, ###verhüllend, verhüllende, verhüllendes, verhüllendem, verhüllenden, verhüllender###, verhüll (!)+EW; Z.: ver-hül-l-en
$Verhüllung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verhüllung, Einhüllung, Umhüllung, Bedeckung, Überdeckung; E.: s. verhüll(en), s. ung; L.: DW 55, 588, EWD s. u. hüllen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verhüll(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Einhüllung oder Umhüllung oder Bedeckung oder Überdeckung einer Gegebenheit; F.: Verhüllung, Verhüllungen+EW; Z.: Ver-hül-l-ung
$verhungern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verhungern, an Hunger sterben; E.: s. ver, s. hungern; L.: DW 25, 590, EWD s. u. Hunger; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ver und hungern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und der Tiere mögliches an Hunger oder Nahrungsmangel sterben; F.: verhungern, verhungere, verhunger (!), verhungerst, verhungert, verhungerte, verhungertest, verhungerten, verhungertet, verhungert, ##verhungert, verhungerte, verhungertes, verhungertem, verhungerten, verhungerter##, verhungernd, ###hungernd, verhungerndes, verhungerndem, verhungernden, verhungernder###, verhunger (!)+EW; Z.: ver—hung-er-n
$verhunzen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verhunzen, entstellen, verunstalten; E.: s. ver, s. hunzen; L.: Kluge s. u. hunzen, DW 25, 590, EWD s. u. hunzen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Hund sowie sen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches entstellen oder verunstalten; F.: verhunzen, verhunze, verhunzst (!), verhunzt, verhunzest, verhunzet, verhunzte, verhunztest, verhunzten, verhunztet, ##verhunzt, verhunzte, verhunztes, verhunztem, verhunzten, verhunzter##, verhunzend, ###verhunzend, verhunzende, verhunzendes, verhunzendem, verhunzenden, verhunzender###, verhunz (!)+EW; Z.: ver—hun-z-en
$verhüten, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verhüten, verhindern, vorbeugen; E.: s. ver, s. hüten; L.: Kluge s. u. Hut 2, DW 25, 593, EWD s. u. hüten; GB.: (verhüeten) seit 1160/1170 belegte und aus ver und hüten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums bei Interesse angestrebtes verhindern der Befruchtung eines Eies einer Frau durch Samen des Mannes oder vorbeugen; F.: verhüten, verhüte, verhütest, verhütet, verhütete, verhütetest, verhüteten, verhütetet, ##verhütet, verhütete, verhütetes, verhütetem, verhüteten, verhüteter##, verhütend, ###verhütend, verhütende, verhütendes, verhütendem, verhütenden, verhütender###, verhüt (!)+EW; Z.: ver—hüt-en
$verhütten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verhütten, in einer Hütte zu Metall verarbeiten; E.: s. ver, s. Hütt(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Hütte, fehlt DW, EWD s. u. Hütte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Hütt(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für (Erz) in einer Hütte zu Metall verarbeiten; F.: verhütten, verhütte, verhüttest, verhüttet, verhüttete, verhüttetest, verhütteten, verhüttetet, ##verhüttet, verhüttete, verhüttetes, verhüttetem, verhütteten, verhütteter##, verhüttend, ###verhüttend, verhüttende, verhüttendes, verhüttendem, verhüttenden, verhüttender###, verhütt (!)+EW; Z.: ver—hü-tt-en
$Verhüttung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verhüttung, Metallgewinnung aus Erz in einer Anlage (Hütte); E.: s. verhütt(en), s. ung; L.: DW 25, 596, EWD s. u. Hütte; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verhütt(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen schon vorchristlich entwickelte und verwendete Art der Metallgewinnung aus Erz in einer später als Hütte bezeichneten Anlage; F.: Verhüttung, Verhüttungen+EW; Z.: Ver—hü-tt-ung
$verhutzeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verhutzeln, vertrocknen, verdorren; E.: s. ver, s. Hutzel, s.(e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Hutzel, DW 25, 596; GB.: (verhützelen*) seit 15. Jh. belegte und aus ver und Hutzel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches vertrocknen oder verdorren; F.: verhutzeln, verhutzel (!), verhutzle, verhutzele, verhutzelst, verhutzelt, verhutzelte, verhutzeltest, verhutzelten, verhutzeltet, ##verhutzelt, verhutzelte, verhutzeltes, verhutzeltem, verhutzelten, verhutzelter##, verhutzelnd, ###verhutzelnd, verhutzelnde, verhutzelndes, verhutzelndem, verhutzelnden, verhutzelnder###, verhutzel (!)+EW; Z.: ver—hu-tz-el-n
$verhutzelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verhutzelt, vertrocknet, verdorrt; E.: s. verhutzel(n), s. t (Suff.); L.: fehlt DW (s. verhutzeln), EWD s. u. Hutzel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verhutzel(n) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches vertrocknet oder verdorrt; F.: verhutzelt, verhutzelte, verhutzeltes, verhutzeltem, verhutzelten, verhutzelter(, verhutzeltere, verhutzelteres, verhutzelterem, verhutzelteren, verhutzelterer, verhutzeltst, verhutzeltste, verhutzeltstes, verhutzeltstem, verhutzeltsten, verhutzeltster)+EW; Z.: ver—hu-tz-el-t
Verifikation, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Verifikation, Nachweis der Richtigkeit einer Vermutung, Beglaubigung, Beweis; ne. verfication; Vw.: -; Hw.: s. verifizieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. mlat. vērificātio; E.: mlat. vērificātio, F., Überprüfung, Darstellen als wahr; lat. vērificāre, V., prüfen, als wahr darstellen, die Wahrheit beweisen, (1. Hälfte 12. Jh.); vgl. lat. vērus, Adj., wahr, wirklich, echt, treffend, vernunftmäßig; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr; idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. verifizieren, fehlt DW, Duden s. u. Verifikation; Son.: vgl. nndl. verificatie, Sb., Verifikation; frz. vérification, F., Verifikation; nschw. verifikation, Sb., Verifikation; nnorw. verifikasjon, M., Verifikation; poln. weryfikacja, F., Verifikation; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Nachweis der Richtigkeit einer Vermutung oder Beglaubigung oder Beweis; BM.: wahr, setzen; F.: Verifikation, Verifikationen+FW+EW; Z.: Ver-i-fi-k-at-io-n
verifizieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verifizieren, für wahr erklären, eine Aussage auf den Wahrheitsgehalt überprüfen; ne. verify; Vw.: -; Hw.: s. Verifikation; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mlat. vērificāre; E.: s. mlat. vērificāre, V., prüfen, als wahr darstellen, die Wahrheit beweisen, (1. Hälfte 12. Jh.); vgl. lat. vērus, Adj., wahr, wirklich, echt, treffend, vernunftmäßig; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr; idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. verifizieren, fehlt DW, Duden s. u. verifizieren; Son.: vgl. nndl. verifieren, V., verifizieren; frz. vérifier, V., verifizieren; nschw. verifiera, V., verifizieren; nnorw. verifisere, V., verifizieren; poln. weryfikować, V., verifizieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliches eine Aussage auf den Wahrheitsgehalt überprüfen; BM.: wahr, setzen; F.: verifizieren, verifiziere, verifizierst, verifiziert, verifizierest, verifizieret, verifizierte, verifiziertest, verifizierten, verifiziertet, ##verifiziert, verifizierte, verifiziertes, verifiziertem, verifizierten, verifizierter##, verifizierend, ###verifizierend, verifizierende, verifizierendes, verifizierendem, verifizierenden, verifizierender###, verifizier (!)+FW+EW; Z.: ver-i-fi-z-ier-en
$Verifizierung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verifizierung; E.: s. verifizier(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verifizieren, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verifizier(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliche Überprüfung der Richtigkeit einer Aussage oder Vermutung; F.: Verifizierung, Verifizierungen+FW+EW; Z.: Ver-i-fi-z-ier-ung
$verirren, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verirren; E.: s. ver, s. irren; L.: DW 25, 597, EWD s. u. irr; GB.: (firirrōn*) seit um 830 belegte und aus ver und irren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches gehen ohne an das (gewollte) Ziel zu gelangen; F.: verirren, verirre (!), verirrst, verirrt, verirrest, verirret, verirrte, verirrtest, verirrten, verirrtet, ##verirrt, verirrte, verirrtes, verirrtem, verirrten, verirrter##, verirrend, ###verirrend, verirrende, verirrendes, verirrendem, verirrenden, verirrender###, verirr (!)+EW; Z.: ver-irr-en
veritabel, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. veritabel, wirklich, wahrhaft, wahrhaftig; ne. veritable; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. véritable; E.: s. frz. véritable, Adj., veritabel, wirklich, wahrhaftig; vgl. frz. vérité, F., Wahrheit; lat. vēritās, F., Wahrheit, Wirklichkeit, Naturwahrheit, Realität, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vērus, Adj., wahr, wirklich, echt, treffend, vernunftmäßig; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr; s. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. veritabel, Duden s. u. veritabel; Son.: vgl. nschw. veritabel, Adj., veritabel; nnorw. veritabel, Adj., veritabel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wirklich oder wahrhaft oder wahrhaftig in Gegensatz zu verfälscht oder falsch; BM.: wahr; F.: veritabel, veritabele, veritabeles, veritabelem, veritabelen, veritabeler(, veritabelere, veritabeleres, veritabelerem, veritabeleren, veritabelerer, veritabelst, veritabelste, veritabelstes, veritabelstem, veritabelsten, veritabelster)+FW; Z.: ver-it-ab-el
$verjähren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verjähren; E.: s. ver, s. jähren; L.: Kluge s. u. Jahr, DW 25, 605, EWD s. u. Jahr; GB.: (verjāren) seit 1272 belegte und aus ver und jähren gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickeltes und verwendetes infolge von festgelegtem Zeitablauf nicht mehr allgemein durchgesetzt werden können (eines Rechtes oder Anspruchs); F.: verjähren, verjähre, verjährst, verjährt, verjährest, verjähret, verjährte, verjährtest, verjährten, verjährtet, ##verjährt, verjährte, verjährtes, verjährtem, verjährten, verjährter##, verjährend, ###verjährend, verjährende, verjährendes, verjährendem, verjährenden, verjährender###, verjähr(!)+EW; Z.: ver—jäh-r-en
$verjauchen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verjauchen, mit Jauche versehen (V.), düngen; E.: s. ver, s. Jauche, s. n; L.: fehlt DW, EWD s. u. Jauche; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Jauch(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen nach der Sesshaftwerdung und Tierhaltung entwickeltes und verwendetes Feld zu Gunsten von Pflanzen mit Jauche versehen (V.); F.: verjauchen, verjauche, verjauchst, verjaucht, verjauchest, verjauchet, verjauchte, verjauchtest, verjauchten, verjauchtet, ##verjaucht, verjauchte, verjauchtes, verjauchtem, verjauchten, verjauchter##, verjauchend, ###verjauchend, verjauchende, verjauchendes, verjauchendem, verjauchenden, verjauchender###, verjauch (!)+EW; Z.: ver—jauch-en
$verjubeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verjubeln; E.: s. ver, s. jubeln; L.: DW 25, 610, EWD s. u. jubilieren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und jubeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches (Geld oder sonstiges Vermögen) jubelnd verschwenden oder verbrauchen oder verjuxen; F.: verjubeln, verjubel (!), verjuble, verjubele, verjubelst, verjubelt, verjubelte, verjubeltest, verjubelten, verjubeltet, verjubelt, ##verjubelt, verjubelte, verjubeltes, verjubeltem, verjubelten, verjubelter##, verjubelnd, ###verjubelnd, verjubelnde, verjubelndes, verjubelndem, verjubelnden, verjubelnder###, verjubel (!)+EW+FW; Z.: ver—jubel-n
$verjüngen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verjüngen, jünger machen; E.: s. ver, s. jung, s. en; L.: Kluge s. u. jung, DW 25, 610, EWD s. u. jung; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und jung sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit in der Vorstellung von Menschen mögliches jünger machen oder erscheinen lassen oder kleiner werden; F.: verjüngen, verjünge, verjüngst, verjüngt, verjüngest, verjünget, verjüngte, verjüngtest, verjüngten, verjüngtet, ##verjüngt, verjüngte, verjüngtes, verjüngtem, verjüngten, verjüngter##, verjüngend, ###verjüngend, verjüngende, verjüngendes, verjüngendem, verjüngenden, verjüngender###, verjüng (!)+EW; Z.: ver—jü-n-g-en
$verjuxen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verjuxen, verschwenden, vergeuden, verjubeln; E.: s. ver, s. Jux, s. en; L.: EWD s. u. Jux, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Jux und en (en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches (Geld oder sonstiges Vermögen juxend) verschwenden oder vergeudenen oder verjubeln; F.: verjuxen, verjuxe, verjuxst (!), verjuxt, verjuxest, verjuxet, verjuxte, verjuxtest, verjuxten, verjuxtet, ##verjuxt, verjuxte, verjuxtes, verjuxtem, verjuxten, verjuxter##, verjuxend, ###verjuxend, verjuxende, verjuxendes, verjuxendem, verjuxenden, verjuxender###, verjux (!)+EW+FW; Z.: ver—jux-en
$verkappen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verkappen, durch eine Kappe verhüllen oder verbergen oder verheimlichen oder tarnen; E.: s. ver, s. Kapp(e), s. (e)n (Suff.); L.: DW 25, 616, EWD s. u. Kappe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Kappe sowie n gebildete Bezeichnung für dem Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch eine Kappe verhüllen oder verbergen oder verheimlichen oder tarnen; F.: verkappen, verkappe, verkappst, verkappt, verkappest, verkappet, verkappte, verkapptest, verkappten, verkapptet, ##verkappt, verkappte, verkapptes, verkapptem, verkappten, verkappter##, verkappend, ###verkappend, verkappende, verkappendes, verkappendem, verkappenden, verkappender###, verkapp (!)+EW+FW; Z.: ver—kapp-en
$verkappt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verkappt, durch eine Kappe verhüllt, verborgen, verheimlicht, getarnt; E.: s. verkapp(en), s. t; L.: Kluge s. u. verkappt, fehlt DW (s. verkappen), EWD s. u. Kappe; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verkapp(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch eine Kappe verhüllt oder verborgen oder verheimlicht oder getarnt; F.: verkappt, verkappte, verkapptes, verkapptem, verkappten, verkappter(, verkapptere, verkappteres, verkappterem, verkappteren, verkappterer, verkapptest, verkappteste, verkapptestes, verkapptestem, verkapptesten, verkapptester)+EW; Z.: ver—kap-p-t
$verkapseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verkapseln, in eine Kapsel einschließen; E.: s. ver, s. Kapsel, s. n; L.: Kluge s. u. Kapsel, fehlt DW, EWD s. u. Kapsel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Kapsel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung oder Entwicklung von Kapseln mögliches in eine Kapsel einschließen; F.: verkapseln, verkapsel (!), verkapsle, verkapsele, verkapselst, verkapselt, verkapselte, verkapseltest, verkapselten, verkapseltet, ##verkapselt, verkapselte, verkapseltes, verkapseltem, verkapselten, verkapselter###, verkapselnd, ###verkapselnd, verkapselnde, verkapselndes, verkapselndem, verkapselnden, verkapselnder###, verkapsel (!)+EW+FW; Z.: ver—kap-s-el-n
$Verkauf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Verkauf, Übertragung; Q.: 1271 (Urkunde); E.: s. ver, s. Kauf; L.: DW 25, 618, EWD s. u. kaufen; GB.: seit 1271 belegte und aus ver und Kauf gebildete Bezeichnung für die seit der Entwicklung von Geld und Markt in den Hochkulturen des Altertums mögliche entgeltliche dauerhafte Übertragung von Gegebenheiten zwischen Menschen aus der Sicht des Verkäufers in Gegensatz zu Kauf aus der Sicht des Käufers; F.: Verkauf, Verkaufes, Verkaufs, Verkäufe, Verkäufen+EW+FW; Z.: Ver—kauf
$verkaufen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verkaufen; E.: s. ver, s. kaufen; L.: DW 25, 618, EWD s. u. kaufen; GB.: seit um 765 belegte und aus ver und kaufen gebildete Bezeichnung für die seit der Entwicklung von Geld und Markt in den Hochkulturen des Altertums mögliche entgeltliche dauerhafte Übertragung von Gegebenheiten zwischen Menschen aus der Sicht des Verkäufers in Gegensatz zu kaufen aus der Sicht des Käufers; F.: verkaufen, verkaufe, verkaufst, verkauft, verkaufest, verkaufet, verkaufte, verkauftest, verkauften, verkauftet, ##verkauft, verkaufte, verkauftes, verkauftem, verkauften, verkaufter##, verkaufend, ###verkaufend, verkaufende, verkaufendes, verkaufendem, verkaufenden, verkaufender###, verkauf (!)+EW+FW; Z.: ver-kauf-en
$Verkäufer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Verkäufer, Verkaufenden; E.: s. Verkauf, s. er; Q.: 12. Jh. (Glosse); L.: DW 25, 622, EWD s. u. kaufen; GB.: (verkoufære) seit 12. Jh. belegte und aus Verkauf oder verkauf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für den seit der Entwicklung von Geld und Markt in den Hochkulturen des Altertums möglichen dauerhaft entgeltlich Übertragenden von Gegebenheiten zwischen Menschen in Gegensatz zu Käufer; F.: Verkäufer, Verkäufers, Verkäuferen+EW+FW; Z.: Ver—käuf-er
$Verkäuferin, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verkäuferin; E.: s. Verkäufer, s. in; L.: DW 25, 623, EWD s. u. kaufen; GB.: (verkoufærinne) seit 1276 belegte und aus Verkäufer und in (Suff.) gebildete Bezeichnung für die seit der Entwicklung von Geld und Markt in den Hochkulturen des Altertums mögliche weibliche entgeltlich dauerhaft Übertragende von Gegebenheiten zwischen Menschen in Gegensatz zu Käuferin; F.: Verkäuferin, Verkäuferinnen+EW+FW; Z.: Ver—käuf-er-in
$Verkehr, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verkehr; Vw.: s. Giro-, Transit-; E.: s. ver-, s. Kehr; L.: Kluge s. u. Verkehr, DW 25, 625; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ver und Kehr gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Beförderung von Gütern und sonstigen Gegebenheiten durch Menschen sowie Menschen und deren Bewegung; F.: Verkehr, Verkehrs, Verkehres, Verkehre, Verkehren+EW; Z.: Ver—keh-r
$verkehren, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. verkehren; E.: s. ver, s. kehren; L.: Kluge s. u. kehren 1, DW 25, 626, EWD s. u. kehren 1, EWD s. u. verkehren; GB.: (verkēren) seit 1077-1081 belegte und aus ver und kehren gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung von Tieren und Menschen mögliches bewegen oder treffen oder auch umkehren oder umwenden; F.: verkehren (!), verkehre (!), verkehrst, verkehrt, verkehrest, verkehret, verkehrte, verkehrtest, verkehrten, verkehrtet, ##verkehrt, verkehrte, verkehrtes, verkehrtem, verkehrten, verkehrter##, verkehrend, ###verkehrend, verkehrende, verkehrendes, verkehrendem, verkehrenden, verkehrender###, verkehr (!)+EW; Z.: ver—keh-r-en
$Verkehrsampel, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Verkehrsampel, eine Signalanlage für Verkehrsteilnehmer; Q.: 1920-1930; E.: s. Verkehr, s. s, s. Ampel; L.: fehlt DW, EWD s. u. Ampel; GB.: seit etwa 1920 belegte und aus Verkehr und s sowie Ampel gebildete Bezeichnung für die in London ab 1869 von Menschen entwickelte und danach weltweit verbreitete Signalanlage (zunächst mit roten und grünen Gaslichtern) für Menschen als Verkehrsteilnehmer; F.: Verkehrsampel, Verkehrsampeln+EW+FW; Z.: Ver—keh-r-s—am-pel
$verkehrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. verkehrt, verdreht, entgegengesetzt, falsch; E.: s. verkehr(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW (s. verkehren), EWD s. u. verkehren; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus verkehr(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verdreht oder entgegengesetzt oder falsch; F.: verkehrt, verkehrte, verkehrtes, verkehrtem, verkehrten, verkehrter(, verkehrtere, verkehrteres, verkehrterem, verkehrteren, verkehrterer, verkehrtest, verkehrteste, verkehrtestes, verkehrtestem, verkehrtesten, verkehrtester)+EW; Z.: ver—keh-r-t
$Verkehrtheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verkehrtheit, Verdrehtheit, Falschheit; E.: s. verkehrt, s. heit; L.: DW 25, 637, EWD s. u. verkehren; GB.: (verkērtheit) seit 1343 belegte und aus verkehrt und heit gebildete Bezeichnung für vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verdrehtheit oder Falschheit; F.: Verkehrtheit, Verkehrtheiten+EW; Z.: Ver—kehr-t—hei-t
$verkeilen, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. verkeilen, mit einem Keile befestigen; E.: s. ver, s. keilen; L.: DW 25, 638, EWD s. u. Keil; GB.: (verkīlen) seit 1338-1345 belegte und aus ver und Keil sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen seit der Entwicklung und Verwendung von Keilen mögliches eine Gegebenheit mit einem Keile befestigen; F.: verkeilen, verkeile, verkeilst, verkeilt, verkeilest, verkeilet, verkeilte, verkeiltest, verkeilten, verkeiltet, ##verkeilt, verkeilte, verkeiltes, verkeiltem, verkeilten, verkeilter##, verkeilend, ###verkeilend, verkeilende, verkeilendes, verkeilendem, verkeilenden, verkeilender###, verkeil (!)+EW; Z.: ver—kei-l-en
$verkennen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. verkennen, nicht richtig erkennen und missverstehen; E.: s. ver, s. kennen; L.: Kluge s. u. kennen, DW 25, 639, EWD s. u. kennen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und kennen gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl seit seiner Entstehung mögliches (etwas) nicht richtig erkennen und missverstehen; F.: verkennen, verkenne, verkennst, verkennt, verkennest, verkennet, verkannte, verkanntest, verkannten, verkanntet, verkennte, verkenntest, verkennten, verkenntet, ##verkannt, verkannte, verkanntes, verkanntem, verkannten, verkannter##, verkennend, ###verkennend, verkennende, verkennendes, verkennendem, verkennenden, verkennender###, verkenn (!)+EW; Z.: ver—ken-n-en
$verketten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verketten, mittels einer Kette verbinden; E.: s. ver, s. Kett(e), s. en (Suff.); L.: DW 25, 642, EWD s. u. Kette 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und Kett(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mittels einer von Menschen vielleicht in Khorsabad in dem Irak seit 1400 v. Chr. (aus Eisen) entwickelten und verwendeten Kette verbinden; F.: verketten, verkette, verkettest, verkettet, verkettete, verkettetest, verketteten, verkettetet, ##verkettet, verkettete, verkettetes, verkettetem, verketteten, verketteter##, verkettend, ###verkettend, verkettende, verkettendes, verkettendem, verkettenden, verkettender, verkett (!)###+EW+FW; Z.: ver—ket-t-en
$verketzern, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. verketzern; E.: s. ver, s. Ketzer, s. n; L.: Kluge s. u. Ketzer, DW 25, 643; GB.: (verketzerīen) vielleicht seit 1227-1248 belegte und aus ver und Ketzer sowie n gebildete Bezeichnung für sich der Ketzerei (zwölfhundertfünfzehn/zwölfhundertsechzehn) schuldig machen oder schuldig bezeichnen; F.: verketzern, verketzere, verketzer (!), verketzerst, verketzert, verketzerte, verketzertest, verketzerten, verketzertet, ##verketzert, verketzerte, verketzertes, verketzertem, verketzerten, verketzerter##, verketzernd, ###verketzernd, verketzerndes, verketzerndem, verketzernden, verketzernder###, verketzer (!)+EW+FW; Z.: ver-ketz-er-n
$verklagen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. verklagen, klagen gegen oder über; E.: s. ver, s. klagen; L.: DW 25, 646, EWD s. u. Klage,; GB.: (firklagōn*) seit 11. Jh. belegte und aus ver und klagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache des Menschen und des Rechtes mögliches gegen oder über jemanden bei einer zuständigen Einrichtung klagen oder jammern oder weinen oder sich beschweren; F.: verklagen, verklage, verklagst, verklagt, verklagest, verklaget, verklagte, verklagtest, verklagten, verklagtet, ##verklagt, verklagte, verklagtes, verklagtem, verklagten, verklagter##, verklagend, ###verklagend, verklagende, verklagendes, verklagendem, verklagenden, verklagender###, verklag (!)+EW; Z.: ver—kla-g-en
$verklapsen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verklapsen, veralbern, verspotten; Hw.: s. Klaps; (E.: s. ver, s. klapsen?; Q.: Anfang 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klaps; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus ver und klapsen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches veralbern oder verspotten; F.: verklapsen, verklapse, verklapsst, verklapst, verklapsest, verklapset, verklapste, verklapstest, verklapsten, verklapstet, ##verklapst, verklapste, verklapstes, verklapstem, verklapsten, verklapster##, verklapsend, ###verklapsend, verklapsende, verklapsendes, verklapsendem, verklapsenden, verklapsender###, verklaps (!)+EW; Z.: ver—klap-s-en
$verklären, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verklären, klarer machen, glücklicher erscheinen lassen; E.: s. ver, s. klären; L.: DW 25, 650, EWD s. u. klar; GB.: (verklæren) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ver und klären gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches klarer machen und glücklicher erscheinen lassen; F.: verklären, verkläre, verklärest, verkläret, verklärete, verkläretest, verkläreten, verkläretet, ##verkläret, verklärete, verkläretes, verkläretem, verkläreten, verkläreter##, verklärend, ###verklärend, verklärende, verklärendes, verklärendem, verklärenden, verklärender, verklär (!)###+EW+FW; Z.: ver—klä-r-en
$verklärt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. verklärt, klarer gemacht, glücklicher erscheinend; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: s. verklär(en), s. t; L.: fehlt DW (s. verklären), EWD s. u. klar; GB.: (verklæret) seit vor 1350 belegte und aus verklär(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für klarer gemacht oder glücklicher erscheinend; F.: verklärt, verklärte, verklärtes, verklärtem, verklärten, verklärter(, verklärtere, verklärteres, verklärterem, verklärteren, verklärterer, verklärtest, verklärteste, verklärtestes, verklärtestem, verklärtesten, verklärtester)+EW+FW; Z.: ver—klä-r-t
$verklausulieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verklausulieren, mit Klauseln versehen (V.); Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. ver, s. lat. clausul(a), s. ieren; L.: ,DW 25, 655, EWD s. u. Klausel; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus ver und lat. clausul(a) sowie ieren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (einen Text) mit Klauseln versehen (V.); F.: verklausulieren, verklausuliere, verklausulierst, verklausuliert, verklausulierest, verklausulieret, verklausulierte, verklausuliertest, verklausulierten, verklausuliertet, ##verklausuliert, verklausulierte, verklausuliertes, verklausuliertem, verklausulierten, verklausulierter##, verklausulierend, ###verklausulierend, verklausulierende, verklausulierendes, verklausulierendem, verklausulierenden, verklausulierender###, verklausulier (!)+EW+FW; Z.: ver—klau-s-ul-ier-en
$verkleinern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verkleinern, kleiner machen, kleiner werden; E.: s. ver, s. klein, s. er, s. n; L.: Kluge s. u. klein, DW 25, 662, EWD s. u. klein; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und klein und er sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches kleiner machen oder kleiner werden; F.: verkleinern, verkleinere, verkleiner (!), verkleinerst, verkleinert, verkleinerte, verkleinertest, verkleinerten, verkleinertet, ##verkleinert, verkleinerte, verkleinertes, verkleinertem, verkleinerten, verkleinerter##, verkleinernd, ###verkleinernd, verkleinerndes, verkleinerndem, verkleinernden, verkleinernder###, verkleiner (!)+EW; Z.: ver—klei-n-er-n
$verklingen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. verklingen, Klang verlieren; E.: s. ver, s. klingen; L.: Kluge s. u. klingen, DW 25, 666, EWD s. u. klingen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und klingen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches als Ton (M.) (2) oder Klang nachlassen oder Klang verlieren oder schwinden; F.: verklingen, verklinge, verklingst, verklingt, verklingest, verklinget, verklang, verklangst, verklangen, verklangt, verklänge, verklängest, verklängen, verklänget, verklungen, ##verklungen, verklungene, verklungenes, verklungenem, verklungenen, verklungener##, verklingend, ###verklingend, verklingende, verklingendes, verklingendem, verklingenden, verklingender###, verkling (!)+EW; Z.: ver—kli-ng-en
$verkloppen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verkloppen, schlagen, verprügeln, verhauen, hauen; E.: s. ver, s. kloppen; Q.: um 1800; L.: fehlt DW, EWD s. u. klopfen; GB.: seit um 1800 belegte und aus ver und kloppen (klopfen) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches schlagen oder verprügeln oder verhauen oder hauen; F.: verkloppen, verkloppe, verkloppst, verkloppt, verkloppest, verkloppet, verkloppte, verklopptest, verkloppten, verklopptet, ##verkloppt, verkloppte, verklopptes, verklopptem, verkloppten, verkloppter##, verkloppend, ###verkloppend, verkloppende, verkloppendes, verkloppendem, verkloppenden, verkloppender###, verklopp (!)+EW; Z.: ver—klo-pp-en
verknacken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verknacken, verknacksen, verurteilen, bestrafen; ne. sentence (V.); Vw.: -; Hw.: s. knacken, knacks, verknacksen; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. ver, knacken; das Wort bedeutete ursprünglich verrenken; die ältere Form des Verbes war verknassen, von wjidd. knas, Sb., Geldstrafe; hebr. qenas, V., bestrafen; L.: Kluge s. u. verknacken, fehlt DW, EWD s. u. verknacken, Duden s. u. verknacken; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und teilweise wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Strafe durch den Menschen mögliches verurteilen oder bestrafen; BM.: vorwärts, lautmalend bzw. bestrafen; F.: verknacken, verknacke, verknackst, verknackt, verknackest, verknacket, verknackte, verknacktest, verknackten, verknacktet, ##verknackt, verknackte, verknacktes, verknacktem, verknackten, verknackter##, verknackend, ###verknackend, verknackende, verknackendes, verknackendem, verknackenden, verknackender###, verknack (!)+FW; Z.: ver—knack-en
verknacksen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verknacksen, verknacken, verurteilen, bestrafen; ne. sentence (V.); Vw.: -; Hw.: s. knacken, knacks, verknacken; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. ver…, knacken; das Wort bedeutete ursprünglich verrenken; die ältere Form des Verbs war verknassen, von wjidd. knas, Sb., Geldstrafe; hebr. qenas, V., bestrafen; L.: Kluge s. u. verknacken, fehlt DW, EWD s. u. knacken, verknacken, Duden s. u. verknacken; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Westjiddischen sowie mittelbar dem Hebräischen aufgenommene und teilweise wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Strafe durch den Menschen mögliches verurteilen oder bestrafen; BM.: vorwärts, lautmalend bzw. betrafen; F.: verknacksen, verknackse, verknacksst (!), verknackst, verknacksest, verknackset, verknackste, verknackstest, verknacksten, verknackstet, ##verknackst, verknackste, verknackstes, verknackstem, verknacksten, verknackster##, verknacksend, ###verknacksend, verknacksende, verknacksendes, verknacksendem, verknacksenden, verknacksender###, verknacks (!)+EW?+FW; Z.: ver—knack-s-en
$verknallen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verknallen. verschießen, verlieben; E.: s. ver, s. knallen; L.: DW 25, 669, EWD s. u. Knall; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und knallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches verschießen oder verlieben; F.: verknallen, verknalle, verknallst, verknallt, verknallest, verknallet, verknallte, verknalltest, verknallten, verknalltet, ##verknallt, verknallte, verknalltes, verknalltem, verknallten, verknallter##, verknallend, ###verknallend, verknallende, verknallendes, verknallendem, verknallenden, verknallender###, verknall (!)+EW; Z.: ver—knall-en
$verknallt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verknallt, verschossen, verliebt; E.: s. verknall(en), s. t; L.: fehlt DW (s. verknallen), Kluge s. u. verknallt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verknall(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches verschossen oder verliebt; F.: verknallt, verknallte, verknalltes, verknalltem, verknallten, verknallter(, verknalltere, verknallteres, verknallterem, verknallteren, verknallterer, verknalltest, verknallteste, verknalltestes, verknalltestem, verknalltesten, verknalltester)+EW; Z.: ver—knall-t
$verkneifen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. verkneifen, verbieten, unterdrücken, entsagen; E.: s. ver, s. kneifen; L.: Kluge s. u. verkneifen, DW 25, 669, EWD s. u. kneifen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und kneifen gebildete Bezeichnung für verbieten oder unterdrücken oder entsagen; F.: verkneifen, verkneife, verkneifst, verkneift, verkneifest, verkneifet, verkniff, verkniffst, verkniffen, verknifft, verkniffest, verkniffet, verkniffen, ##verkniffen, verkniffene, verkniffenes, verkniffenem, verkniffenen, verkniffener##, verkneifend, ###verkneifend, verkneifende, verkneifendes, verkneifendem, verkneifenden, verkneifender###, verkneif (!)+EW; Z.: ver—knei-f-en
$verkniffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. verkniffen, unterdrückt, zusammengedrückt; E.: s. verkneifen; L.: fehlt DW (s. verkneifen), EWD s. u. kneifen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verkneifen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches unterdrückt oder zusammengedrückt F.: verkniffen, verkniffene, verkniffenes, verkniffenem, verkniffenen, verkniffener(, verkniffenere, verkniffeneres, verkniffenerem, verkniffeneren, verkniffenerer, verkniffenst, verkniffenste, verkniffenstes, verkniffenstem, verkniffensten, verkniffenster)+EW; Z.: ver—kni-f-f-en
$verknöchern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verknöchern, Knochen werden; E.: s. ver, s. Knoch(en), s. er, s. n; L.: Kluge s. u. Knochen, DW 25, 671, EWD s. u. Knochen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Knoch(en) sowie er und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Knochen aus Bindegewebsmasse schon früh mögliches (zu) Knochen und damit starr und unbeweglich werden; F.: verknöchern, verknöchere, verknöcher (!), verknöcherst, verknöchert, verknöcherte, verknöchertest, verknöcherten, verknöchertet, ##verknöchert, verknöchertes, verknöchertem, verknöcherten, verknöcherter##, verknöchernd, ###verknöchernd, verknöcherndes, verknöcherndem, verknöchernden, verknöchernder###, verknöcher (!)+EW; Z.: ver—knö-ch-er-n
$verknöchert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verknöchert, starr, unbeweglich; E.: s. verknöcher(n), s. t (Suff.); L.: fehlt DW (s. verknöchern), EWD s. u. Knochen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verknöcher(n) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Knochen aus Bindegewebsmasse mögliches starr oder unbeweglich; F.: verknöchert, verknöcherte, verknöchertes, verknöchertem, verknöcherten, verknöcherter(, verknöchertere, verknöcherteres, verknöcherterem, verknöcherteren, verknöcherterer, verknöchertst, verknöchertste, verknöchertstes, verknöchertstem, verknöchertsten, verknöchertster)+EW; Z.: ver—knö-ch-er-t
verknusen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verknusen, mögen, (gut) leiden können; ne. be (V.) able to stand; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. nd. verknūsen, V., zermalmen, verdauen; vgl. mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); Herkunft des Hinterglieds unklar?; vielleicht verwandt mit ahd. firknussen, sw. V. (1b), zerstören, zerstoßen (V.), zerstampfen, zerschlagen (V.), zusammenschlagen, zerschmettern; ahd. knussen, sw. V. (1b), werfen, schütteln, knicken, stoßen, schubsen; germ. *knusjan, sw. V., zerdrücken; s. idg. *gen-, V., Sb., zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes, Pokorny 370 (546/30) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. verknusen, DW 25, 676, EWD s. u. verknusen, Duden s. u. verknusen; Son.: vor allem in der Redewendung (nicht) verknusen können; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus ver und knusen gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mögen oder (gut) leiden können; BM.: verdauen können; F.: verknusen, verknuse, verknusst (!), verknust, verknusest, verknuset, verknuste, verknustest, verknusten, verknustet, ##verknust, verknuste, verknustes, verknustem, verknusten, verknuster##, verknusend, ###verknusend, verknusende, verknusendes, verknusendem, verknusenden, verknusender###, verknus (!)+EW; Z.: ver-knus-en
$verkohlen (1), nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verkohlen, narren, verspotten, belügen; E.: s. ver, s. kohlen; L.: Kluge s. u. verkohlen, Kohl 2, fehlt DW, EWD s. u. Kohl 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und kohlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches narren, verspotten, belügen; F.: verkohlen, verkohle, verkohlst, verkohlt, verkohlest, verkohlet, verkohlte, verkohltest, verkohlten, verkohltet, ##verkohlt, verkohlte, verkohltes, verkohltem, verkohlten, verkohlter##, verkohlend, ###verkohlend, verkohlende, verkohlendes, verkohlendem, verkohlenden, verkohlender###, verkohl (!)+EW; Z.: ver—kohl-en
$verkohlen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verkohlen, zu Kohle werden, zu Kohle machen; E.: s. ver, s. kohlen; L.: Kluge s. u. Kohle, DW 25, 678, EWD s. u. Kohle; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und kohlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zu Kohle werden oder zu Kohle machen; F.: verkohlen, verkohle, verkohlst, verkohlt, verkohlest, verkohlet, verkohlte, verkohltest, verkohlten, verkohltet, ##verkohlt, verkohlte, verkohltes, verkohltem, verkohlten, verkohlter##, verkohlend, ###verkohlend, verkohlende, verkohlendes, verkohlendem, verkohlenden, verkohlender###, verkohl (!)+EW; Z.: ver—kohl-en
$verkoken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verkoken, in Koks umwandeln; E.: s. ver, s. koken; L.: Kluge s. u. Koks 1, fehlt DW, EWD s. u. Koks 2; GB.: seit 19. Jh. belegtes und aus ver und Kok(s) gebildete Bezeichnung für sachlich in England seit 1713 von Menschen entwickeltes und verwendetes Kohle in rauchärmeren und rußärmeren sowie schwefelärmeren Koks umwandeln; F.: verkoken, verkoke, verkokst, verkokt, verkokest, verkoket, verkokte, verkoktest, verkokten, verkoktet, ##verkokt, verkokte, verkoktes, verkoktem, verkokten, verkokter##, verkokend, ###verkokend, verkokende, verkokendes, verkokendem, verkokenden, verkokender###, verkok (!)+EW+FW; Z.: ver—kok-en
$verkommen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. verkommen, verwahrlosen, verfallen; E.: (verkomen) seit 1187/1189 belegte und aus ver und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verwahrlosen und verfallen (V.); L.: Kluge s. u. verkommen, DW 25, 679, EWD s. u. kommen; F.: verkommen, verkomme, verkommst, verkommt, verkommest, verkommet, verkam (!), verkamst, verkamen, verkamt, verkäme, verkämest, verkämen, verkämet, verkommen, ##verkommen, verkommene, verkommenes, verkommenem, verkommenen, verkommener##, verkommend, ###verkommend, verkommende, verkommendes, verkommendem, verkommenden, verkommender###, verkomm (!)+EW; Z.: ver—kom-m-en
$Verkommenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verkommenheit, Verkommensein; E.: s. verkommen, s. heit; L.: DW 25, 680, EWD s. u. kommen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verkommen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Verkommensein; F.: Verkommenheit, Verkommenheiten+EW; Z.: Ver—kom-m-en—hei-t
$verkorken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verkorken, mit einem Verschluss aus Kork verschließen; E.: s. ver, s. korken; L.: DW 25, 681, EWD s. u. Kork; GB. seit 19. Jh. belegte und aus ver und korken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 1680 von Menschen (Pierre Pérignon) entwickeltes und verwendetes Flaschen mit einem Verschluss aus Kork gegen Auslaufen der Flüssigkeit verschließen; F.: verkorken, verkorke (!), verkorkst, verkorkt, verkorkest, verkorket, verkorkte, verkorktest, verkorkten, verkorktet, ##verkorkt, verkorkte, verkorktes, verkorktem, verkorkten, verkorkter##, verkorkend, ###verkorkend, verkorkende, verkorkendes, verkorkendem, verkorkenden, verkorkender###, verkork (!)+EW+FW; Z.: ver-kor-k-en
verkorksen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verkorksen, verderben, pfuschen, schlecht arbeiten; ne. screw (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. ver, s. Kork, s. s, s. en; L.: Kluge s. u. verkorksen, fehlt DW, EWD s. u. verkorksen, Duden s. u. verkorksen; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus ver und Kork sowie s und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen mögliches verderben oder pfuschen oder schlecht arbeiten; BM.: vorwärts, Kork (von einer schlecht verkorkten Flasche deren Inhalt zu gären beginnt); F.: verkorksen, verkorkse, verkorksst (!), verkorkst, verkorksest, verkorkset, verkorkste, verkorkstest, verkorksten, verkorkstet, ##verkorkst, verkorkste, verkorkstes, verkorkstem, verkorksten, verkorkster##, verkorksend, ###verkorksend, verkorksende, verkorksendes, verkorksendem, verkorksenden, verkorksender###, verkorks (!)+EW+FW; Z.: ver—kor-k-s-en
$verkörpern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. mit einem Körper umgeben (V.), verkörpern, darstellen, ausdrücken; E.: s. ver, s. Körper, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Körper, DW 25, 681, EWD s. u. Körper; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Körper sowie (e)n gebildete Bezeichnung für darstellen oder ausdrücken; F.: verkörpern, verkörpere, verkörper (!), verkörperst, verkörpert, verkörperte, verkörpertest, verkörperten, verkörpertet, ##verkörpert, verkörperte, verkörpertes, verkörpertem, verkörperten, verkörperter##, verkörpernd, ###verkörpernd, verkörperndes, verkörperndem, verkörpernden, verkörpernder###, verkörper (!)+EW+FW; Z.: ver—körp-er-n
$verköstigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verköstigen, mit der erforderlichen Kost versorgen; E.: s. ver, s. Kost, s. ig, s. en; L.: Kluge s. u. Kost, DW 25, 683, EWD s. u. Kost; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Kost sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit dem Übergang von der Selbstversorgung des Menschen zu Fremdversorgung in der arbeitsteiligen Wirtschaft seit den Hochkulturen des Altertums verbundenes andere mit der erforderlichen Kost versorgen; F.: verköstigen, verköstige, verköstigst, verköstigt, verköstigest, verköstiget, verköstigte, verköstigtest, verköstigten, verköstigtet, ##verköstigt, verköstigte, verköstigtes, verköstigtem, verköstigten, verköstigter##, verköstigend, ###verköstigend, verköstigende, verköstigendes, verköstigendem, verköstigenden, verköstigender###, verköstig (!)+EW+FWß; Z.: ver—kö-st-ig-en
$verkraften, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verkraften, Kraft haben, können; E.: s. ver, s. Kraft, s. en; L.: Kluge s. u. Kraft, fehlt DW, EWD s. u. Kraft; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Kraft sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Kraft haben oder können; F.: verkraften, verkrafte, verkraftest, verkraftet, verkraftete, verkraftetest, verkrafteten, verkraftetet, ##verkraftet, verkraftete, verkraftetes, verkraftetem, verkrafteten, verkrafteter##, verkraftend, ###verkraftend, verkraftende, verkraftendes, verkraftendem, verkraftenden, verkraftender###, verkraft (!)+EW; Z.: ver—kra-f-t-en
$verkrümeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verkrümeln, verbröseln, schwinden; E.: s. ver, s. Krümel, s. n; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: DW 25, 689, EWD s. u. Krume GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ver und Krümel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches in Krümel verstreuen oder verbröseln und dadurch schwinden; F.: verkrümeln, verkrümel (!), verkrümle, verkrümele, verkrümelst, verkrümelt, verkrümelte, verkrümeltest, verkrümelten, verkrümeltet, verkrümelt, ##verkrümelt, verkrümelte, verkrümeltes, verkrümeltem, verkrümelten, verkrümelter##, verkrümelnd, ###verkrümelnd, verkrümelnde, verkrümelndes, verkrümelndem, verkrümelnden, verkrümelnder###, verkrümel (!)+EW; Z.: ver—krü-m-el-n
$verkrüppeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verkrüppeln, Krüppel werden, zu Krüppel machen, missgestalten; E.: s. ver, s. Krüppel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 25, 690, EWD s. u. Krüppel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Krüppel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Krüppel werden oder zu Krüppel machen oder missgestalten; F.: verkrüppeln, verkrüppel (!), verkrüpple, verkrüppele, verkrüppelst, verkrüppelt, verkrüppelte, verkrüppeltest, verkrüppelten, verkrüppeltet, verkrüppelt, ##verkrüppelt, verkrüppelte, verkrüppeltes, verkrüppeltem, verkrüppelten, verkrüppelter##, verkrüppelnd, ###verkrüppelnd, verkrüppelnde, verkrüppelndes, verkrüppelndem, verkrüppelnden, verkrüppelnder###, verkrüppel (!)+EW; Z.: ver—krü-p-p-el-n
$verkrüppelt, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. verkrüppelt, missgestaltet; E.: s. verkrüppel(n), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. Krüppel, fehlt DW (s. verkrüppeln); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Krüppel sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches missgestaltet; F.: verkrüppelt, verkrüppelte, verkrüppeltes, verkrüppeltem, verkrüppelten, verkrüppelter(, verkrüppeltere, verkrüppelteres, verkrüppelterem, verkrüppelteren, verkrüppelterer, verkrüppeltst, verkrüppeltste, verkrüppeltstes, verkrüppeltstem, verkrüppeltsten, verkrüppeltster)+EW; Z.: ver-krü-p-p-el-t
$verkühlen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verkühlen, abkühlen, erkälten; E.: s. ver, s. kühlen; L.: DW 25, 691, EWD s. u. kühl; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und kühlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliches abkühlen oder erkälten; F.: verkühlen, verkühle, verkühlst, verkühlt, verkühlest, verkühlet, verkühlte, verkühltest, verkühlten, verkühltet, verkühlt, ##verkühlt, verkühlte, verkühltes, verkühltem, verkühlten, verkühlter##, verkühlend, ###verkühlend, verkühlende, verkühlendes, verkühlendem, verkühlenden, verkühlender###, verkühl (!)+EW; Z.: ver—kühl-en
verkümmeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verkümmeln, verkaufen; ne. sell (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. ver; Hinterglied ist an Kümmel angeschlossen (s. d.), letztlich aber von rotw. verkimmern, V., verkaufen; vielleicht zu wjidd. kinjen, V., verkaufen; L.: Kluge s. u. verkümmeln(, DW 25, 692), Duden s. u. verkümmeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Kümmel gebildete und in einem anderen Zusammenhang aus dem Rotwelschen und vielleicht mittelbar aus dem Westjiddischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (Gestohlenes) verkaufen oder jemandem etwas gegen Zahlung einer bestimmten Summe als Eigentum überlassen (V.); BM.: verkaufen; F.: verkümmeln, verkümmel (!), verkümmle, verkümmelst, verkümmelt, verkümmelte, verkümmeltest, verkümmelten, verkümmeltet, ##verkümmelt, verkümmelte, verkümmeltes, verkümmeltem, verkümmelten, verkümmelter##, verkümmelnd, ###verkümmelnd, verkümmelnde, verkümmelndes, verkümmelndem, verkümmelnden, verkümmelnder###, verkümmel (!)+EW+FW; Z.: ver—küm-m-el-n
$verkümmern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verkümmern, schwinden; E.: s. ver, s. kümmern; L.: Kluge s. u. kümmern, DW 25, 692, EWD s. u. Kummer; GB.: (verkumberen*) seit 1272 belegte und aus ver und kümmern bzw. Kummer und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Lebens mögliches schwinden oder in einen schlechten Zustand geraten (V.); F.: verkümmern, verkümmere, verkümmer (!), verkümmerst, verkümmert, verkümmerte, verkümmertest, verkümmerten, verkümmertet, ##verkümmert, verkümmerte, verkümmertes, verkümmertem, verkümmerten, verkümmerter##, verkümmernd, ###verkümmernd, verkümmerndes, verkümmerndem, verkümmernden, verkümmernder###, verkümmer(!)+EW+FW; Z.: ver—küm-m-er-n
$verkuppeln, nhd., sw. V., (14. Jh.?): nhd. verkuppeln, verbinden, zusammenbringen; E.: s. ver, s. kuppeln; L.: DW 25, 702, EWD s. u. kuppeln; GB.: (verkuppelen*) seit um 1340 belegte und aus ver und kuppeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verbinden oder zusammenbringen vor allem zweier erwachsener Menschen verschiedenen Geschlechts; F.: verkuppeln, verkuppel (!), verkupple, verkuppelst, verkuppelt, verkuppelte, verkuppeltest, verkuppelten, verkuppeltet, verkuppelt, ##verkuppelt, verkuppelte, verkuppeltes, verkuppeltem, verkuppelten, verkuppelter##, verkuppelnd, ###verkuppelnd, verkuppelnde, verkuppelndes, verkuppelndem, verkuppelnden, verkuppelnder###, verkuppel (!)+EW+FW; Z.: ver—ku-p-p-el-n
$verkürzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verkürzen; E.: s. ver, s. kürzen; L.: DW 25, 703, EWD s. u. kurz; GB.: (verkürzen) seit um 1220 belegte und aus ver und kürzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches kürzer werden oder kürzer machen; F.: verkürzen, verkürze, verkürzst (!), verkürzt, verkürzest, verkürzet, verkürzte, verkürztest, verkürzten, verkürztet, ##verkürzt, verkürzte, verkürztes, verkürztem, verkürzten, verkürzter##, verkürzend, ###verkürzend, verkürzende, verkürzendes, verkürzendem, verkürzenden, verkürzender###, verkürz (!)+EW+FW; Z.: ver—kür-z-en
$Verlag, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Verlag, Vertrieb vor allem von Druckwerken; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. ver, s. leg(en); L.: Kluge s. u. Verleger, DW 25, 711, EWD s. u. verlegen; GB. seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus ver sowie leg(en) gebildete Bezeichnung für ein für den von Menschen entwickelten und verwendeten Buchdruck ab etwa 1450 (Johannes Gensfleisch genannt Gutenberg in Mainz) vor allem Druckwerke möglichst erfolgreich zu vertreiben versuchendes Unternehmen; F.: Verlag, Verlags, Verlages, Verlage, Verlagen+EW; Z.: Ver—lag
$verlagern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verlagern, verlegen (V.); E.: s. ver, s. lagern; L.: DW 25, 712, EWD s. u. Lager,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und lagern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches etwas von einem Ort (Lager) zu einem anderen Ort (Lager) bringen oder verlegen (V.); F.: verlagern, verlagere, verlager (!), verlagerst, verlagert, verlagerte, verlagertest, verlagerten, verlagertet, verlagert, ##verlagert, verlagerte, verlagertes, verlagertem, verlagerten, verlagerter##, verlagernd, ###verlagernd, verlagerndes, verlagerndem, verlagernden, verlagernder###, verlager (!)+EW; Z.: ver—lag-er-n
verlangen, nhd., V., (13. Jh.): nhd. verlangen, (nachdrücklich) fordern, wollen (V.), wünschen, begehren; ne. demand (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1260 (Engelhard des Konrad von Würzburg); E.: mhd. verlangen (1), ferlangen*, vorlangen, sw. V., sehnlichst begehren, verlangen, wissen wollen (V.), sich langweilen; mnd. vörlangen* (1), vorlangen, sw. V., verlängern, aufschieben, lang werden, schwer fallen zu ertragen (V.), mit Unmut erfüllen, langweilen, sich hinziehen, einhändigen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. langen, sw. V., lang werden, lange dauern (V.) (1), greifen nach, reichen, reichen über, sich ausstrecken; mnd. langen (1), sw. V., langen, reichen, erlangen, erreichen, gelangen, hinreichen, erstreben, durchsetzen, suchen, holen, herbeiholen, herausholen, überreichen; ahd. langōn?, sw. V. (2); ahd. langēn, sw. V. (3), verlangen, verlangen nach, sich sehnen, begehren; as. langon, sw. V. (2), verlangen; germ. *langēn, *langǣn, sw. V., sich sehnen nach, verlangen; s. idg. *lengᵘ̯h-, *lengᵘ̯ho-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660; vgl. idg. *legᵘ̯ʰ-, Adj., V., leicht, flink, sich bewegen, Pokorny 660 (1070/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verlangen, Kluge s. u. verlangen, DW 25, 715, EWD s. u. lang, Falk/Torp 361, Duden s. u. verlangen; Son.: vgl. nndl. verlangen, V., verlangen; ne. long, V., sich sehnen; nschw. längta, V., sehnen; nnorw. forlange, V., verlangen; GB.: seit vor 1260 belegte und aus ver und langen gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches (nachdrücklich) fordern oder wollen (V.) oder wünschen oder begehren; BM.: vorwärts, sich bewegen; F.: verlangen, verlange, verlangst, verlangt, verlangest, verlanget, verlangte, verlangtest, verlangten, verlangtet, ##verlangt, verlangte, verlangtes, verlangtem, verlangten, verlangter##, verlangend, ###verlangend, verlangende, verlangendes, verlangendem, verlangenden, verlangender###, verlang (!)+EW; Z.: ver—la-ng-en
$Verlangen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verlangen, Wünschen (N.), Wollen (N.), Ersehnen, Streben (N.), Begehren; Q.: 15. Jh. (Veit Webers Lied von dem Siege bei Murten); E.: s. verlangen; L.: DW 25, 717, EWD s. u. lang; GB. seit 15. Jh. belegte und von verlangen abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Wünschen (N.) oder Wollen (N.) oder Ersehnen oder Streben (N.) oder Begehren; F.: Verlangen, Verlangens+EW; Z.: Ver—la-ng-en
$Verlass, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verlass, Verlässlichkeit; E.: s. ver, s. lass(en); L.: DW 25, 724 (Verlasz), EWD s. u. lassen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und lass(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Verlässlichkeit; F.: Verlass, Verlasses+EW; Z.: Ver-la-ss
$verlassen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verlassen, weggehen, vertrauen; E.: s. ver, s. lassen; L.: Kluge s. u. verlassen, DW 25, 725, EWD s. u. lassen; GB.: (firlāzan) seit um 765 belegte und aus ver und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches von einem Ort oder einer anderen Gegebenheit weggehen oder vertrauen; F.: verlassen, verlasse, verlässt, verlasst, verlassest, verlasset, verließ, verließest, verließt, verließen, verließet, ##verlassen, verlassene, verlassenes, verlassenem, verlassenen, verlassener##, verlasssend, ###verlasssend, verlasssende, verlasssendes, verlasssendem, verlasssenden, verlasssender###, verlass (!)+EW; Z.: ver—la-ss-en
$verlässlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. verlässlich, zuverlässig, glaubwürdig, vertrauenswürdig; E.: s. verlass(en), s. lich; L.: DW 25, 735, EWD s. u. lassen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verlass(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zuverlässig oder glaubwürdig oder vertrauenswürdig; F.: verlässlich, verlässliche, verlässliches, verlässlichem, verlässlichen, verlässlicher(, verlässlichere, verlässlicheres, verlässlicherem, verlässlicheren, verlässlicherer, verlässlichst, verlässlichste, verlässlichstes, verlässlichstem, verlässlichsten, verlässlichster)+EW; Z.: ver—lä-ss—lich
$Verlaub, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verlaub, Erlaubnis; E.: s. ver, s. Laub; L.: Kluge s. u. Verlaub, DW 25, 737, EWD s. u. Verlaub; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und (Er)laub(nis) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Erlaubnis; F.: Verlaub+EW; Z.: Ver—laub
$Verlauf, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Verlauf, Ablauf, Lauf; E.: s. ver, s. Lauf; L.: DW 25, 738, EWD s. u. Lauf; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und Lauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Dimension Zeit möglichen Ablauf oder Lauf einer Gegebenheit; F.: Verlauf, Verlaufes, Verlaufs, Verläufe, Verläufen+EW; Z.: Ver—lauf
$verlaufen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. verlaufen, ablaufen, falsch laufen; E.: s. ver. s. laufen; L.: Kluge s. u. laufen, DW 25, 739, EWD s. u. laufen; GB.: (firloufan) seit 863-871 belegte und aus ver und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches ablaufen und auch für falsch laufen; F.: verlaufen, verlaufe, verläufst, verläuft, verlauft, verlaufest, verlaufet, verlief, verliefst, verliefen, verlieft, verliefest, verliefet, ##verlaufen, verlaufene, verlaufenes, verlaufenem, verlaufenen, verlaufener##, verlaufend, ###verlaufend, verlaufende, verlaufendes, verlaufendem, verlaufenden, verlaufender###, verlauf (!)+EW; Z.: ver—lauf-en
$verlautbaren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verlautbaren, verkünden, veröffentlichen; E.: s. ver, s. laut, s. bar, s. en; L.: Kluge s. u. verlautbaren, DW 25, 750, EWD s. u. laut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und laut sowie bar und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches (einen Gedanken) verkünden oder veröffentlichen; F.: verlautbaren, verlautbare, verlautbarst, verlautbart, verlautbarest, verlautbaret, verlautbarte, verlautbartest, verlautbarten, verlautbartet, ##verlautbart, verlautbarte, verlautbartes, verlautbartem, verlautbarten, verlautbarter##, verlautbarend, ###verlautbarend, verlautbarende, verlautbarendes, verlautbarendem, verlautbarenden, verlautbarender###, verlautbar (!)+EW; Z.: ver—lau-t—bar-en
$Verlautbarung, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Verlautbarung, Verkündung, Veröffentlichung; E.: s. verlautbar(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verlautbaren, DW 25, 751; GB.: vielleicht seit dem 19. Jh. belegte und aus verlautbar(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Verkündung oder Veröffentlichung eines Gedankens (eines Menschen); F.: Verlautbarung, Verlautbarungen+EW; Z.: Ver—lau-t—bar-ung
$verlauten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verlauten, laut werden, laut machen, äußern, bekannt werden; E.: s. ver, s. laut, s. en (Suff.); L.: DW 25, 750, EWD s. u. laut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und laut sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches äußern oder bekannt werden; F.: verlauten, verlaute, verlautest, verlautet, verlautete, verlautetest, verlauteten, verlautetet, ##verlautet, verlautete, verlautetes, verlautetem, verlauteten, verlauteter##, verlautend, ###verlautend, verlautende, verlautendes, verlautendem, verlautenden, verlautender, verlaut (!)###+EW; Z.: ver—lau-t-en
$verleben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verleben, sein (V.) und erleben; E.: s.: ver, s. leben; L.: DW 25, 752, EWD s. u. leben; GB.: (verleben) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und leben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches sein (V.) und erleben; F.: verleben, verlebe, verlebst, verlebt, verlebest, verlebet, verlebte, verlebtest, verlebten, verlebtet, ##verlebt, verlebte, verlebtes, verlebtem, verlebten, verlebter##, verlebend, ###verlebend, verlebende, verlebendes, verlebendem, verlebenden, verlebender###, verleb (!)+EW; Z.: ver—le-b-en
$verlebt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. verlebt, verbraucht, ausgelebt; E.: s. verleb(en), s. t; L.: fehlt DW (s. verleben), EWD s. u. leben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verleben gebildet Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches verbraucht oder ausgelebt; F.: verlebt, verlebte, verlebtes, verlebtem, verlebten, verlebter(, verlebtere, verlebteres, verlebterem, verlebteren, verlebterer, verlebtest, verlebteste, verlebtestes, verlebtestem, verlebtesten, verlebtester)+EW; Z.: ver—le-b-t
$verlegen (1), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verlegen, legen, hinlegen, verdecken; E.: s. ver, s. legen; L.: Kluge s. u. legen, DW 25, 756, EWD s. u. verlegen; GB.: (firleggen) seit um 1000 belegte und aus ver und legen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches legen oder hinlegen oder verlegen oder verdecken; F.: verlegen, verlege, verlegst, verlegt, verlegest, verleget, verlegte, verlegtest, verlegten, verlegtet, ##verlegt, verlegte, verlegtes, verlegtem, verlegten, verlegter##, verlegend, ###verlegend, verlegende, verlegendes, verlegendem, verlegenden, verlegender###, verleg (!)+EW; Z.: ver—leg-en
$verlegen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verlegen (Adj.), bedrückt, befangen (Adj.); E.: s. verlegen (1) (V.); L.: Kluge s. u. verlegen, fehlt DW (s. verliegen), EWD s. u. verlegen; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches bedrückt oder befangen (Adj.); F.: verlegen, verlegene, verlegenes, verlegenem, verlegenen, verlegener(, verlegenere, verlegeneres, verlegenerem, verlegeneren, verlegenerer, verlegenst, verlegenste, verlegenstes, verlegenstem, verlegensten, verlegenster)+EW; Z.: ver—leg-en
$Verlegenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verlegenheit, Bedrücktheit, Befangenheit; E.: s. verlegen (Adj.), s. heit; L.: Kluge s. u. verlegen, DW 25, 761, EWD s. u. verlegen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verlegen (Adj.) und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Bedrücktheit oder Befangenheit; F.: Verlegenheit, Verlegenheiten+EW; Z.: Ver—leg-en-hei-t
$Verleger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Verleger, Verlegender; E.: s. verleg(en) (V.) (1), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Verleger, DW 25, 762, EWD s. u. verlegen; GB.: (verlegære*) seit 1464-1475. belegte und aus verlegen (V.) (1) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vor allem seit Erfindung des Buchdrucks (um 1450) den Vertrieb einer Ware Druckerzeugnis leitenden Menschen; F.: Verleger, Verlegers, Verlegern+EW; Z.: Ver—leg-er
$verleiden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verleiden, verdrießen, vergällen, verderben; E.: s. ver, s. Leid, s. en; L.: Kluge s. u. Leid, DW 25, 768, EWD s. u. Leid; GB.: seit um 1150 belegte und aus ver und Leid und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches verdrießen oder vergällen oder verderben; F.: verleiden, verleide, verleidest, verleidet, verleidete, verleidetest, verleideten, verleidetet, ##verleidet, verleidete, verleidetes, verleidetem, verleideten, verleideter##, verleidend, ###verleidend, verleidende, verleidendes, verleidendem, verleidenden, verleidender###, verleid (!)+EW; Z.: ver—lei-d-en
$Verleih, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Verleih; E.: s. ver, s. leih(en); L.: Kluge s. u. leihen, EWD s. u. leihen, fehlt DW (aber verleihen, Verleihe); GB.: seit 20. Jh. belegte und aus verleihen beziehungsweise ver und leih(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Überlassung eines Gegenstands an einen anderen Menschen auf Zeit ohne Gegenleistung; F.: Verleih, Verleihs, Verleihe, Verleihen+EW; Z.: Ver—leih
$verleihen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verleihen, auf Zeit ohne Gegenleistung überlassen (V.); E.: s. ver, s. leihen; L.: Kluge s. u. leihen, DW 25, 768, EWD s. u. leihen; GB.: (firlīhan*) seit vor 790 belegte und aus ver und leihen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Gegenstand einem anderen Menschen ohne Gegenleistung auf Zeit überlassen (V.); F.: verleihen, verleihe, verleihst, verleiht, verleihest, verleihet, verlieh, verliehst, verliehen, verliehn (!), verlieht, verliehest, verliehet, ##verliehen, verliehene, verliehenes, verliehenem, verliehenen, verliehener##, ##verliehn (!), verliehne (!), verliehnes (!), verliehnem (!), verliehnen (!), verliehner (!)##, verleihend, ###verleihend, verleihende, verleihendes, verleihendem, verleihenden, verleihender###, verleih (!)+EW; Z.: ver—leih-en
$Verleiher, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Verleiher, Verleihender; E.: s. verleih(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 772, EWD s. u. leihen; GB.: (verlīhære*) vielleicht seit 1467-1483 belegte und aus verleih(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen einem anderen Menschen einen Gegenstand auf Zeit ohne Gegenleistung überlassenden Menschen; F.: Verleiher, Verleihers, Verleihern+EW; Z.: Ver—leih-er
$Verleihung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verleihung, Überlassung, Übertragung, Gabe; E.: s. verleih(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 772, EWD s. u. leihen; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und aus verleih(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Überlassung oder Übertragung oder Gabe einer Gegebenheit; F.: Verleihung, Verleihungen+EW; Z.: Ver—leih-ung
$verleiten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verleiten, verführen, bewirken, überreden; E.: s. ver, s. leiten; L.: Kluge s. u. leiten, EWD s. u. leiten, DW 25, 773; GB.: (firleiten*) seit um 765 belegte und aus ver und leiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit Entwicklung von Sprache mögliches verführen oder bewirken oder überreden; F.: verleiten, verleite, verleitest, verleitet, verleitete, verleitetest, verleiteten, verleitetet, ##verleitet, verleitete, verleitetes, verleitetem, verleiteten, verleiteter##, verleitend, ###verleitend, verleitende, verleitendes, verleitendem, verleitenden, verleitender###, verleit (!)+EW; Z.: ver—lei-t-en
$verlernen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verlernen, vergessen (V.); E.: s. ver, s. lernen; L.: DW 25, 776, EWD s. u. lernen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und lernen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh dem Menschen mögliches verlieren von erlernten Wissen durch Zeitablauf ohne Anwendung oder vergessen (V.); F.: verlernen, verlerne, verlernst, verlernt, verlernest, verlernet, verlernte, verlerntest, verlernten, verlerntet, ##verlernt, verlernte, verlerntes, verlerntem, verlernten, verlernter##, verlernend, ###verlernend, verlernende, verlernendes, verlernendem, verlernenden, verlernender###, verlern (!)+EW; Z.: ver-ler-n-en
$verlesen, nhd., st. V., (15. Jh.?): nhd. verlesen, vorlesen, falsch lesen; E.: s. ver, s. lesen; L.: Kluge s. u. lesen, DW 25, 777, EWD s. u. lesen; GB.: vielleicht seit 1470-1480 belegte und aus ver und lesen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Schrift durch den Menschen mögliches Geschriebenes anderen Menschen vorlesen oder falsch lesen; F.: verlesen, verlese, verles (!), verliest, verlest, verlesest, verleset, verlas, verlast, verlasest, verlasen, verlaset, verläse, verläsest, verläsen, verläset, ##verlesen verlesene, verlesenes, verlesenem, verlesenen, verlesener##, verlesend, ###verlesend, verlesende, verlesendes, verlesendem, verlesenden, verlesender###, verlies (!)+EW; Z.: ver—les-en
verletzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verletzen, schädigen; ne. injure; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1235-1240 (Willehalm von Orlens des Rudolf von Ems); E.: mhd. verletzen, ferletzen*, sw. V., verletzen, verwunden, schädigen; mnd. vörletzen*, vorletten, vorletzen, sw. V., verletzen, verwunden, versehren, schädigen, verheerend um sich greifen (Feuer); mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. letzen, lezen, sw. V., „letzen“, hemmen, aufhalten, hindern, sich erholen; mnd. letten, sw. V., hinhalten, hindern, sich aufhalten, zögern; ahd. lezzen, sw. V. (1a), hemmen, aufhalten, hindern; as. lėttian, sw. V. (1a), ablassen, müde werden, hemmen, verhindern; germ. *latjan, sw. V., lass machen, müde machen; s. idg. *lēid-, *lēd-, *ləd-, *leh₁d-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666; vgl. idg. *lēi- (3), *lē- (3), *leh₁-, V., lassen, nachlassen, Pokorny 666 (1076/32) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verletzen, Kluge s. u. verletzen, DW 25, 779, EWD s. u. verletzen, Duden s. u. verletzen; GB.: seit 1235-1240 belegt und aus ver und letzen gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches schädigen; BM.: vorwärts, lassen; F.: verletzen, verletze, verletzst (!), verletzt, verletzest, verletzet, verletzte, verletztest, verletzten, verletztet, ##verletzt, verletzte, verletztes, verletztem, verletzten, verletzter##, verletzend, ###verletzend, verletzende, verletzendes, verletzendem, verletzenden, verletzender###, verletz (!)+EW; Z.: ver—le-tz-en
$Verletzung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verletzung, Schädigung, Beeinträchtigung; E.: s. verletz(en), s. ung; L.: EWD s. u. Verletzung, EWD s. u. verletzen, DW 25, 782; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verletz(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Schädigung oder Beeinträchtigung; F.: Verletzung+EW; Z.: Ver—le-tz-ung
$verleugnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verleugnen, ableugnen, abstreiten; E.: s. ver, s. leugnen; L.: Kluge s. u. leugnen, DW 25, 749 (verläugnen), EWD s. u. leugnen; GB.: (firlougnen*) seit um 765 belegte und aus ver und leugnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches ableugnen oder abstreiten; F.: verleugnen, verleugne, verleugnest, verleugnet, verleugnete, verleugnetest, verleugneten, verleugnetet, ##verleugnet, verleugnete, verleugnetes, verleugnetem, verleugneten, verleugneter##, verleugnend, ###verleugnend, verleugnende, verleugnendes, verleugnendem, verleugnenden, verleugnender###, verleugn (!)+EW; Z.: ver—leug-n-en
$verleumden, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. verleumden, in schlechten Ruf setzen und schaden; E.: s. ver, s. Leumund; L.: Kluge 1. A. s. u. verleumden, Kluge s. u. verleumden, DW 25, 783, EWD s. u. Leumund; GB.: (verliumunden) seit vor 1260 belegte und aus ver und Leumund sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen anderen Menschen durch Verbreitung von Unwahrheit über ihn in schlechten Ruf setzen und ihm schaden; F.: verleumden, verleumde (!), verleumdest, verleumdet, verleumdete, verleumdetest, verleumdeten, verleumdetet, ##verleumdet, verleumdete, verleumdetes, verleumdetem, verleumdeten, verleumdeter##, verleumdend, ###verleumdend, verleumdende, verleumdendes, verleumdendem, verleumdenden, verleumdender###, verleumde (!)+EW; Z.: ver—leu-m-d-en
$Verleumder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verleumder, Verleumdender; E.: s. verleumd(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 785, EWD s. u. Leumund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verleumd(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen einem anderen durch Verbreitung von Unwahrheit über ihn schadenden Menschen; F.: Verleumder, Verleumders, Verleumdern+EW; Z.: Ver—leu-m-d-er
$verleumderisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verleumderisch, verleumdend, Verleumder betreffend; E.: s. Verleumder, s. isch; L.: DW 25, 785, EWD s. u. Leumund; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Verleumder und isch gebildete Bezeichnung für einen Verleumder betreffend; F.: verleumderisch, verleumderische, verleumderisches, verleumderischem, verleumderischen, verleumderischer(, verleumderischere, verleumderischeres, verleumderischerem, verleumderischeren, verleumderischerer, verleumderischst, verleumderischste, verleumderischstes, verleumderischstem, verleumderischsten, verleumderischster)+EW; Z.: ver—leu-m-d-er-isch
$Verleumdung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verleumdung, wissentlich falsche Verdächtigung; E.: s. verleumd(en), s. ung; L.: DW 25, 785, EWD s. u. Leumund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verleumd(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche wissentlich falsche Verdächtigung; F.: Verleumdung, Verleumdungen+EW; Z.: Ver—leu-m-d-ung
$verlieben, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verlieben, Liebe entwickeln; E.: s. ver, s. lieben; L.: DW 25, 787, EWD s. u. lieb; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und lieben gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung der Sexualität mögliches Liebe zu oder Verlangen nach einem Lebewesen oder Menschen (des anderen Geschlechts) entwickeln; F.: verlieben, verliebe, verliebst, verliebt, verliebest, verliebet, verliebte, verliebtest, verliebten, verliebtet, ##verliebt, verliebte, verliebtes, verliebtem, verliebten, verliebter##, verliebend, ###verliebend, verliebende, verliebendes, verliebendem, verliebenden, verliebender###, verlieb (!)+EW; Z.: ver—lieb-en
$Verliebtheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verliebtheit, Liebe, Verlangen; E.: s. verlieb(en), s. t, s. heit; L.: DW 25, 790, EWD s. u. lieb; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verlieb(en) und t (Suff.) sowie heit gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung der Sexualität möglichen Zustand von Liebe zu oder Verlangen nach einem Lebewesen oder Menschen (des anderen Geschlechts); F.: Verliebtheit+EW; Z.: Ver—lieb-t—hei-t
verlieren, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verlieren, abwerfen, abstoßen, einbüßen; ne. lose (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. verliesen (1), virliesen, vorliesen, vliesen, st. V., verlieren, verspielen, aufgeben, einbüßen, verschwenden, vergeuden, vertun; mnd. vörlēsen* (2), vorlēsen, vorleisen, vorlīsen, verlēsen, st. V., verlieren, aus Unachtsamkeit einbüßen, infolge ungünstiger Umstände einbüßen; mnl. verliesen, st. V., verlieren; ahd. firliosan, fliosan, st. V. (2b), verlieren, verderben, vernichten, töten; as. farliosan*, st. V. (2b), verlieren, unnütz tun; anfrk. farliesan, st. V. (2), verlieren, abhanden kommen; germ. *farleusan, st. V., verlieren; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *leu- (2), leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. verlieren, Kluge s. u. verlieren, DW 25, 794, EWD s. u. verlieren, EWAhd 5, 1356, Falk/Torp 377, Seebold 339, Duden s. u. verlieren, Bluhme s. u. verlieren; Son.: vgl. afries. forliāsa, st. V. (2), verlieren, verwirken; nfries. forliezen, V., verlieren; ae. forléosan, st. V. (2), verlieren; an. -; got. fraliusan, st. V. (2), verlieren; nndl. verliezen, V., verlieren; ne. forlorn, Adj., verlassen (Adj.), verloren; nschw. förlora, V., verlieren; ai. lunā́ti, V., schneidet; gr. λύειν (lýein), V., lösen, befreien, losmachen; lat. luere, V., büßen, zahlen, abbüßen, einlösen; lat. solvere, V., lösen, ablösen, loslösen, auflösen; toch. B lau, Präp., Adv., fort, weg; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Besitz und Eigentum des Menschen mögliches den Besitz eines Gegenstands möglicherweise aus Unachtsamkeit unwillentlich oder ungewollt nicht mehr haben oder einbüßen; BM.: vorwärts, trennen; F.: verlieren, verliere, verlierst, verliert, verlierest, verlieret, verlor, verlorst, verloren, verlort, verlöre, verlörest, verlörst, verlören, verlöret, verlört, ##verloren, verlorene, verlorenes, verlorenem, verlorenen, verlorener##, verlierend, ###verlierend, verlierende, verlierendes, verlierendem, verlierenden, verlierender###, verlier (!)+EW; Z.: ver—lie-r-en
$Verlierer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Verlierer, Verlierender; E.: s. verlier(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 791, EWD s. u. verlieren; GB.: (verliesære) seit nach 1280 belegte und aus verlier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung von Besitz und Eigentum möglichen den Besitz eines Gegenstands möglicherweise aus Unachtsamkeit unwillentlich oder ungewollt nicht mehr habenden Menschen; F.: Verlierer, Verlierers, Verlierern+EW; Z.: Ver—lie-r-er
$Verlies, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Verlies, Gefängnis; E.: s. ver, s. lies; L.: Kluge 1. A. s. u. Verlies, Kluge s. u. Verlies, DW 25, 814; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und lies gebildete sowie mit verlieren verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Gefängnis (in einem unterirdischen und dunkelen sowie schwer zugänglichen Raum); F.: Verlies, Verlieses, Verliese, Verliesen+EW; Z.: Ver—lie-s
verlinken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verlinken, verknüpfen, verbinden; ne. link (V.); Vw.: -; Hw.: s. Gelenk, Link; Q.: Ende 20. Jh.; I.: z. T. Lw. ne. link; E.: s. ver; ne. link, V., verbinden; vgl. ne. link, N., Link, Verbindung; über Mittelenglisch von an. hlekkr, st. M. (i), Kette (F.) (1), Ring; germ. *hlanki-, *hlankiz, st. M. (a), Ring, Fessel (F.) (1), Biegung; idg. *kleng-, *klenk-, V., biegen, winden, drehen, Pokorny 603 (934/166) (RB. idg. aus gr., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. verlinken, fehlt DW; Son.: vgl. nschw. länka, V., verlinken; nnorw. lenke, V., verlinken; GB.: seit Ende 20. Jh. belegte und aus ver und ne. link und en (Suff.) gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit dem 20. Jh. mögliches digital oder elektronisch verknüpfen oder verbinden mit einer anderen Datei oder mit einer anderen Stelle in einer Datei; BM.: biegen; F.: verlinken, verlinke, verlinkst, verlinkt, verlinkest, verlinket, verlinkte, verlinktest, verlinkten, verlinktet, ##verlinkt, verlinkte, verlinktes, verlinktem, verlinkten, verlinkter##, verlinkend, ###verlinkend, verlinkende, verlinkendes, verlinkendem, verlinkenden, verlinkender###, verlink (!)+EW+FW; Z.: ver—link-en
verloben, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verloben, ein Eheversprechen geben; ne. betroth; Vw.: -; Hw.: s. Lob; Q.: um 1150 (Kaiserchronik); E.: s. mhd. verloben, ferloben*, vorlaben, sw. V., übermäßig loben, geloben zu tun, versprechen, sich verpflichten, verloben, vermählen; mnd. vörlōven*, vorlōven, vorloven, vorlāven, verloven, sw. V., übermäßig loben, abgeloben, absagen, Verzicht leisten auf, durch Gelübde entsagen, verzichten; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. loben (1), loven, lofen, sw. V., loben, geloben, zusagen, versichern, preisen, ehren, rühmen, auszeichnen, auszeichnen für, auszeichnen wegen, lobpreisen, zustimmen, ansagen, befehlen mnd. lōven (1), lāven, loͤven, sw. V., loben, preisen, Gutes reden, mit Worten auszeichnen, lobpreisen; ahd. lobēn, sw. V. (3), loben, preisen, verherrlichen, gutheißen; ahd. lobōn, sw. V. (2), loben, preisen, verherrlichen, empfehlen; as. lovōn, sw. V. (2), loben; germ. *lubōn, sw. V., loben, geloben; s. idg. *leubʰ-, V., Adj., gern haben, begehren, lieb, Pokorny 683 (1120/76) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verloben, Kluge s. u. verloben, DW 25, 815, EWD s. u. loben, Duden s. u. verloben; GB.: seit um 1150 belegte und aus ver und loben gebildete sowie in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches sich gegenseitig ein Eheversprechen geben zweier Menschen; BM.: vorwärts, gern haben; F.: verloben, verlobe, verlobst (!), verlobt, verlobest, verlobet, verlobte, verlobtest, verlobten, verlobtet, ##verlobt, verlobte, verlobtes, verlobtem, verlobten, verlobter##, verlobend, ###verlobend, verlobende, verlobendes, verlobendem, verlobenden, verlobender###, verlob (!)+EW; Z.: ver—lob-en
$Verlöbnis, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verlöbnis; E.: s. verlob(en), s. nis; L.: DW 25, 817, EWD s. u. loben; Q.: 15. Jh. (Stadtrechte von Arnstadt); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verlob(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gegenseitiges Eheversprechen zweier Menschen (verschiedenen Geschlechts); F.: Verlöbnis, Verlöbnisse+EW; Z.: Ver—löb-nis
$Verlobung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verlobung; L.: DW 25, 818, EWD s. u. loben; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verlob(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches gegenseitiges Eheversprechen zweier Menschen (verschiedenen Geschlechts); F.: Verlobung, Verlobungen+EW; Z.: Ver—lob-ung
$verlocken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verlocken, anlocken, anziehen; E.: s. ver, s. locken; L.: Kluge s. u. locken, DW 25, 819; GB.: (firlukken*) seit um 1000 belegte und aus ver und locken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Lebens mögliches anlocken oder anziehen; F.: verlocken, verlocke, verlockst, verlockt, verlockest, verlocket, verlockte, verlocktest, verlockten, verlocktet, ##verlockt, verlockte, verlocktes, verlocktem, verlockten, verlockter##, verlockend, ###verlockend, verlockende, verlockendes, verlockendem, verlockenden, verlockender###, verlock (!)+EW; Z.: ver—lock-en
$verlogen, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. verlogen, Lügen verwendend; E.: s. ver, s. lüg(en); L.: Kluge s. u. lügen, DW 25, 820 (Verweis auf verlügen), EWD s. u. lügen; GB.: seit nach 1298 belegte und aus ver und lüg(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Lügen verwendend oder unaufrichtig; F.: verlogen, verlogene, verlogenes, verlogenem, verlogenen, verlogener+EW; Z.: ver—log-en
$verlöschen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verlöschen, erlöschen, ausgehen, enden; E.: s. seit 12. Jh. belegte und aus ver und löschen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Feuer mögliches erlöschen oder ausgehen oder enden; L.: DW 25, 821, EWD s. u. löschen 1; F.: verlöschen, verlösche, verlöschst, verlöscht, verlöschest, verlöschet, verlöschte, verlöschtest, verlöschten, verlöschtet, ##verlöscht, verlöschte, verlöschtes, verlöschtem, verlöschten, verlöschter##, verlöschend, ###verlöschend, verlöschende, verlöschendes, verlöschendem, verlöschenden, verlöschender###, verlösch (!)+EW; Z.: ver—lösch-en
$verlosen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verlosen, durch Los zuteilen, durch Los verteilen; E.: s. ver, s. losen (V.) (2); L.: DW 25, 824, EWD s. u. Los; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und losen gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Los zuteilen, durch Los verteilen; F.: verlosen, verlose, verlosst (!), verlost, verlosest, verloset, verloste, verlostest, verlosten, verlostet, ##verlost, verloste, verlostes, verlostem, verlosten, verloster##, verlosend, ###verlosend, verlosende, verlosendes, verlosendem, verlosenden, verlosender###, verlos (!)+EW; Z.: ver-lo-s-en
$verlottern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verlottern, verwahrlosen, verkommen (V.); E.: s. ver, s. lottern; L.: Kluge s. u. lottern, DW 25, 825, EWD s. u. lottern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und lottern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verwahrlosen oder verkommen (V.); F.: verlottern, verlottere, verlotter (!), verlotterst, verlottert, verlotterte, verlottertest, verlotterten, verlottertet, ##verlottert, verlotterte, verlottertes, verlottertem, verlotterten, verlotterter##, verlotternd, ###verlotternd, verlotterndes, verlotterndem, verlotternden, verlotternder###, verlotter (!)+EW; Z.: ver—lo-t-t-er-n
$Verlust, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Verlust, Wegfall, Einbuße, Schaden (M.); E.: s. verlie(ren), s. st; L.: Kluge 1. A. s. u. Verlust, Kluge s. u. Verlust, DW 25, 828, EWD s. u. Verlust; GB.: (firlust*) seit um 830 belegte und aus verl(ieren) und u sowie st gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Entwicklung von Lebewesen möglichen Wegfall oder Einbuße oder Schaden (M.); F.: Verlust, Verlustes, Verlusts, Verluste, Verlusten+EW; Z.: Ver—lu-st
$verlustig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. verlustig, Verlust betreffend, Verlust erleidend; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: s. Verlust, s. ig; L.: DW 25, 830, EWD s. u. Verlust; GB.: seit 1060-1080 belegte und aus Verlust und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Entwicklung von Lebewesen mögliches Verlust betreffend oder Verlust erleidend; F.: verlustig, verlustige, verlustiges, verlustigem, verlustigen, verlustiger+EW; Z.: ver—lu-st-ig
$vermachen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. vermachen, auseinandermachen, durch Vermächtnis übertragen (V.); E.: s. ver, s. machen; L.: Kluge s. u. vermachen, DW 25, 831, EWD s. u. machen; GB.: seit um 1170 belegte und aus ver und machen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches auseinandermachen oder seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Vermächtnis übertragen (V.); F.: vermachen, vermache, vermachst, vermacht, vermachest, vermachet, vermachte, vermachtest, vermachten, vermachtet, ##vermacht, vermachte, vermachtes, vermachtem, vermachten, vermachter##, vermachend, ###vermachend, vermachende, vermachendes, vermachendem, vermachenden, vermachender###, vermach (!)+EW; Z.: ver—mach-en
$Vermächtnis, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vermächtnis; E.: s. vermach(en), s. t, s. nis; L.: Kluge s. u. vermachen, DW 25, 834, EWD s. u. machen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vermach(en) und t sowie nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete letztwillige Zuwendung eines Erblassers an einen Vermächtnisnehmer in Form eines Anspruchs gegen einen Erben ohne Hinterlassung eines Erbteils; F.: Vermächtnis, Vermächtnisse, Vermächnissen+EW; Z.: Ver—mäch-t-nis
vermählen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vermählen, heiraten, verheiraten, verehelichen; ne. marry; Vw.: -; Hw.: s. Gemahl; Q.: Ende 13. Jh. (Die Heidin); E.: s. mhd. vermehelen, vermahelen, sw. V., verloben, vermählen; mnd. vörmālen* (2), vormālen, vormēlen, vormehlen, sw. V., vermählen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. mahelen, maheln, mehlen, sw. V., vor Gericht laden, gerichtlich befragen, anklagen, versprechen, verloben, sich verbinden, vermählen; mnd. mālen, sw. V., vermählen, verloben, verheiraten; ahd. mahalōn, sw. V. (2), ansprechen, anklagen, zur Rechenschaft ziehen; ahd. mahalen, sw. V. (1a), sprechen, verloben, vermählen, heiraten, vereinbaren; vgl. ahd. mahal (1), st. N. (a), Gericht (N.) (1), Gerichtstermin, Gerichtsstätte, Versammlung; germ. *mahla-, *mahlam, st. N. (a), Versammlung, Rede; vgl. idg. *mād-?, *məd-, V., begegnen, kommen, Pokorny 746; L.: Kluge 1. A. s. u. vermählen, Kluge s. u. vermählen, DW 25, 834, EWD s. u. vermählen, Duden s. u. vermählen; Son.: vgl. nschw. förmäla, V., vermählen; nnorw. formæle, V., vermählen; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und für das Althochdeutsche und das Germanische sowie teilweise das Indogermanische teilweise erschließbares mählen (sprechen) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliches heiraten oder verheiraten oder verehelichen; BM.: durch, kommen; F.: vermählen, vermähle, vermählst, vermählt, vermählest, vermählet, vermählte, vermähltest, vermählten, vermähltet, ##vermählt, vermählte, vermähltes, vermähltem, vermählten, vermählter##, vermählend, ###vermählend, vermählende, vermählendes, vermählendem, vermählenden, vermählender###, vermähl (!)+EW; Z.: ver—mäh-l-en
$Vermählung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vermählung, Verheiratung, Eheschließung, Verehelichung; E.: s. vermähl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. vermählen, DW 25, 836, EWD s. u. vermählen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vermähl(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verheiratung oder Eheschließung oder Verehelichung; F.: Vermählung, Vermählungen+EW; Z.: Ver—mäh-l-ung
vermaledeien, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vermaledeien, verfluchen, verwünschen; ne. curse (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Willehalm des Wolfram von Eschenbach); E.: s. mhd. vermaledīen, vermaldīen, vermaledīgen, sw. V., vermaledeien; mhd. vermaledicten, fermaledicten*, sw. V., verwünschen, verdammen, verfluchen; mnd. vörmaledīgen*, vormaledīgen, vormaledīen, vormalledigen, sw. V., vermaledeien, verwünschen, verfluchen, verdammen, mit Bannfluch belegen (V.), verwünschen, zum Teufel wünschen, jemanden verfluchen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); s. lat. maledīcere, V., lästern, schmähen, maledeien, verwünschen; vgl. lat. malus, Adj., klein, gering, schlecht, (7.-spätes 3. Jh. v. Chr.); idg. *mēlo-, *smēlo-, Sb., Kleintier, Pokorny 724 (1206/71) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); lat. dicere, V., sagen; vgl. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. maledeien, Kluge s. u. vermaledeien, DW 25, 840, EWD s. u. vermaledeien, Duden s. u. vermaledeien; Son.: vgl. nndl. vermaledijen, Sb., vermaledeien; frz. maudir, V., verdammen; GB.: seit um 1210 belegte und aus ver und maledeien gebildete sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verfluchen oder verwünschen; BM.: hinüberführen, schlecht, schimmern; F.: vermaledeien, vermaledeie, vermaledeist, vermaledeit, vermaledeiest, vermaledeiet, vermaledeite, vermaledeitest, vermaledeiten, vermaledeitet, ##vermaledeit, vermaledeite, vermaledeites, vermaledeitem, vermaledeiten, vermaledeiter##, vermaledeiend, ###vermaledeiend, vermaledeiende, vermaledeiendes, vermaledeiendem, vermaledeienden, vermaledeiender###, vermaledei (!)+EW+FW; Z.: ver—mal-e-dei-en
vermasseln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vermasseln, schlecht machen, zunichtemachen; ne. muddle (V.); Vw.: -; Hw.: s. Massel; Q.: um 1900; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: s. ver; für die Herkunft des Hinterglieds s. rotw. Massel, Sb., Glück; wjidd. massel, Sb., Massel (M.); hebr. mazzālot, Sb. Pl., Geschick, Sternbilder; L.: Kluge s. u. vermasseln, fehlt DW, EWD s. u. vermasseln, Duden s. u. vermasseln; GB.: seit um 1900 belegte und aus ver und dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen sowie dem Hebräischen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schlecht machen oder zunichtemachen; BM.: vorwärts, Sternbild; F.: vermasseln, vermassel (!), vermassle, vermasselst, vermasselt, vermasselte, vermasseltest, vermasselten, vermasseltet, ##vermasselt, vermasselte, vermasseltes, vermasseltem, vermasselten, vermasselter##, vermasselnd, ###vermasselnd, vermasselnde, vermasselndes, vermasselndem, vermasselnden, vermasselnder###, vermassel (!)+EW+FW; Z.: ver—mass-el-n
$vermehren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. vermehren, mehr werden, mehr machen; E.: s. ver, s. mehren; L.: DW 25, 847, EWD s. u. mehr; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und mehren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mehr werden oder mehr machen; F.: vermehren, vermehre, vermehrst, vermehrt, vermehrest, vermehret, vermehrte, vermehrtest, vermehrten, vermehrtet, ##vermehrt, vermehrte, vermehrtes, vermehrtem, vermehrten, vermehrter##, vermehrend, ###vermehrend, vermehrende, vermehrendes, vermehrendem, vermehrenden, vermehrender###, vermehr (!)+EW; Z.: ver—meh-r-en
$vermeiden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. vermeiden, meiden, ausweichen, entgehen; E.: s. ver, s. meiden; L.: DW 25, 850, EWD s. u. meiden; GB.: (firmīdan*) seit 8. Jh. belegte und aus ver und meiden gebildete Bezeichnung für meiden oder ausweichen oder entgehen; F.: vermeiden, vermeide, vermeidest, vermeidet, vermied, vermiedest, vermiedst (!), vermieden, vermiedet, vermieden, ##vermieden, vermiedene, vermiedenes, vermiedenem, vermiedenen, vermiedener##, vermeidend, ###vermeidend, vermeidende, vermeidendes, vermeidendem, vermeidenden, vermeidender###, vermeid (!)+EW; Z.: ver—mei-d-en
$vermeinen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. vermeinen, meinen, wähnen, glauben, denken; E.: s. ver, s. meinen; L.: DW 25, 852, EWD s. u. meinen; GB.: vielleicht seit 863-871 belegte und aus ver und meinen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Sprache mögliches meinen oder wähnen oder glauben oder denken; F.: vermeinen, vermeine, vermeinst, vermeint, vermeinest, vermeinet, vermeinte, vermeintest, vermeinten, vermeintet, ##vermeint, vermeinte, vermeintes, vermeintem, vermeinten, vermeinter##, vermeinend, ###vermeinend, vermeinende, vermeinendes, vermeinendem, vermeinenden, vermeinender###, vermein (!)+EW; Z.: ver—mei-n-en
$vermeintlich, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. vermeintlich, angeblich, scheinbar; E.: s. vermein(en), s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. vermeintlich, DW 25, 856, EWD s. u. meinen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vermein(en) und t sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Sprache mögliches angeblich oder scheinbar; F.: vermeintlich+EW; Z.: ver—mei-n-t-lich
$vermelden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. vermelden, melden, mitteilen, bekanntgeben; E.: s. ver, s. melden; L.: Kluge s. u. melden, DW 25, 856, EWD s. u. melden; GB.: (firmeldēn*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und melden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches melden oder mitteilen oder bekanntgeben; F.: vermelden, vermelde, vermeldest, vermeldet, vermeldete, vermeldetest, vermeldeten, vermeldetet, ##vermeldet, vermeldete, vermeldetes, vermeldetem, vermeldeten, vermeldeter##, vermeldend, ###vermeldend, vermeldende, vermeldendes, vermeldendem, vermeldenden, vermeldender###, vermeld (!)+EW; Z.: ver—meld-en
$vermengen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vermengen, mengen, vermischen; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. ver, s. mengen; L.: DW 25, 857, EWD s. u. mengen; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus ver und mengen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches mengen oder vermischen; F.: vermengen, vermenge, vermengst, vermengt, vermengest, vermenget, vermengte, vermengtest, vermengten, vermengtet, ##vermengt, vermengte, vermengtes, vermengtem, vermengten, vermengter##, vermengend, ###vermengend, vermengende, vermengendes, vermengendem, vermengenden, vermengender###, vermeng (!)+EW; Z.: ver—meng-en
$Vermerk, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vermerk, Anmerkung, Bemerkung, Hinweis, Notiz; E.: s. ver, s. merk(en); L.: DW 25, 861, EWD s. u. merken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und merk(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche Anmerkung oder Bemerkung oder einen Hinweis oder eine Notiz; F.: Vermerk, Vermerkes, Vermerks, Vermerke, Vermerken+EW; Z.: Ver—merk
$vermerken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vermerken, festhalten, aufschreiben, eintragen, hinweisen; E.: s. ver, s. merken; L.: Kluge s. u. merken, EWD s. u. merken, DW 25, 861; GB.: (vermerken) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und merken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches festhalten oder aufschreiben oder eintragen oder hinweisen; F.: vermerken (!), vermerke (!), vermerkst, vermerkt, vermerkest, vermerket, vermerkte, vermerktest, vermerkten, vermerktet, ##vermerkt, vermerkte, vermerktes, vermerktem, vermerkten, vermerkter##, vermerkend, ###vermerkend, vermerkende, vermerkendes, vermerkendem, vermerkenden, vermerkender###, vermerk (!)+EW; Z.: ver—merk-en
$vermessen (1), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. vermessen, messen, ausmessen, abmessen, falsch messen; E.: s. ver, s. messen; L.: DW 25, 863, EWD s. u. messen; GB.: (firmezzan) seit um 1000 belegte und aus ver und messen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches messen oder ausmessen von Breite und Höhe sowie Tiefe eines Gegenstands und auch falsch messen; F.: vermessen, vermesse, vermessst (!), vermesst, vermessest, vermesset, vermesste, vermesstest, vermessten, vermesstet, ##vermesst, vermesste, vermesstes, vermesstem, vermessten, vermesster##, vermessend, ###vermessend, vermessende, vermessendes, vermessendem, vermessenden, vermessender###, vermess (!)+EW; Z.: ver—me-ss-en
$vermessen (2), nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. vermessen (Adj.). anmaßend, überheblich; L.: Kluge 1. A. s. u. vermessen, Kluge s. u. vermessen, EWD s. u. messen, fehlt DW (s. vermessen); GB.: seit 1120/1130 belegte und von vermessen (V.) abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches anmaßend oder überheblich; F.: vermessen, vermessene, vermessenes, vermessenem, vermessenen, vermessener(, vermessenere, vermesseneres, vermessenerem, vermesseneren, vermessenerer, vermessenst, vermessenste, vermessenstes, vermessenstem, vermessensten, vermessenster)+EW; Z.: ver—me-ss-en
$Vermessenheit, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Vermessenheit, Anmaßung, Selbstüberschätzung, Hochmut; E.: s. vermessen (Adj.), s. heit; L.: DW 25, 869, EWD s. u. messen; GB.: (vermezzenheit) seit 1070/1080 belegte und aus vermessen (Adj.) und heit gebildete Bezeichnung für Anmaßung oder Selbstüberschätzung oder Hochmut; F.: Vermessenheit, Vermessenheiten+EW; Z.: Ver—me-ss-en—hei-t
$vermieten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. vermieten, gegen Entgelt zu Gebrauch überlassen (V.); Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. ver, s. mieten; L.: DW 25, 871, EWD s. u. Miete 1; GB.: (firmieten*) seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. conducere aus ver und mieten gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Gegenstand einem anderen auf Zeit gegen Entgelt zu einem Gebrauch überlassen (V.); F.: vermieten, vermiete, vermietest, vermietet, vermietete, vermietetest, vermieteten, vermietetet, ##vermietet, vermietete, vermietetes, vermietetem, vermieteten, vermieteter##, vermietend, ###vermietend, vermietende, vermietendes, vermietendem, vermietenden, vermietender, vermiet (!)###+EW; Z.: ver—mie-t-en
$vermindern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vermindern, verringern, schwächen, geringer machen, geringer werden, schwächer machen, schwächer werden; E.: s.: ver. s. mindern; L.: DW 25, 872, EWD s. u. minder; GB.: (verminneren*) seit 14. Jh. belegte und aus ver und mindern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt mögliches verringern oder schwächen oder geringer machen oder geringer werden oder schwächer machen oder schwächer werden; F.: vermindern, vermindere, verminder (!), verminderst, vermindert, verminderte, vermindertest, verminderten, vermindertet, vermindert, ##vermindert, verminderte, vermindertes, vermindertem, verminderten, verminderter##, vermindernd, ###vermindernd, verminderndes, verminderndem, vermindernden, vermindernder###, verminder (!)+EW; Z.: ver—mi-nd-er-n
$Verminderung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verminderung, Verringerung; E.: s. verminder(n), s. ung; L.: DW 25, 872, EWD s. u. minder; GB.: seit 1512 belegte und aus verminder(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Verringerung einer Gegebenheit; F.: Verminderung, Verminderungen+EW; Z.: Ver—mi-nd-er-ung
$vermissen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. vermissen, verlassen, nicht haben, nicht vorhanden sein (V.), bedauern; E.: s. ver, s. missen; L.: Kluge s. u. missen, DW 25, 876, EWD s. u. missen; GB.: (firmissen*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und missen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliches nicht haben oder nicht vorhanden sein (V.) oder bedauern; F.: vermissen, vermisse, vermissst (!), vermisst, vermissest, vermisset, vermisste, vermisstest, vermissten, vermisstet, ##vermisst, vermisste, vermisstes, vermisstem, vermissten, vermisster##, vermissend, ###vermissend, vermissende, vermissendes, vermissendem, vermissenden, vermissender###, vermiss (!)+EW; Z.: ver—mi-ss-en
$vermitteln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. vermitteln, einigen, bewirken, treten zwischen; E.: s. ver, s. Mittel, s. (e)n; L.: L.: Kluge s. u. mittel, DW 25, 877, EWD s. u. Mittel; GB.: (vermittelen*) seit vor 1326 belegte und aus ver und Mittel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einigen oder bewirken oder treten zwischen; F.: vermitteln, vermittel, vermittle, vermittele, vermittelst, vermittelt, vermittelte, vermitteltest, vermittelten, vermitteltet, ##vermittelt, vermittelte, vermitteltes, vermitteltem, vermittelten, vermittelter##, vermittelnd, ###vermittelnd, vermittelnde, vermittelndes, vermittelndem, vermittelnden, vermittelnder###, vermittel (!)+EW; Z.: ver—mi-tt-el-n
$vermöbeln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vermöbeln, verprügeln. verdreschen, verhauen (V.); E.: s. ver, s. Möbel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. vermöbeln, Möbel, DW 25, 880, EWD s. u. Möbel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Möbel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (beweglich machen oder später als fahrende Habe veräußern oder vergeuden oder) verprügeln oder verdreschen oder verhauen; F.: vermöbeln, vermöbel (!), vermöble, vermöbele, vermöbelst, vermöbelt, vermöbelte, vermöbeltest, vermöbelten, vermöbeltet, ##vermöbelt, vermöbelte, vermöbeltes, vermöbeltem, vermöbelten, vermöbelter##, vermöbelnd, ###vermöbelnd, vermöbelnde, vermöbelndes, vermöbelndem, vermöbelnden, vermöbelnder###, vermöbel (!)+EW+FW; Z.: ver—mö-b-el-n
$vermodern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vermodern, verfaulen. zerfallen (V.); E.: s. ver, s. modern (V.); L.: DW 25, 881, EWD s. u. Moder; GB.: (vermoderen) seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. putrefacere aus ver und modern (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Lebens mögliches verfaulen oder zerfallen (V.); F.: vermodern, vermodere, vermoder (!), vermoderst, vermodert, vermoderte, vermodertest, vermoderten, vermodertet, vermodert, ##vermodert, vermoderte, vermodertes, vermodertem, vermoderten, vermoderter##, vermodernd, ###modernd, vermoderndes, vermoderndem, vermodernden, vermodernder###, vermoder (!)+EW; Z.: ver—mo-der-n
$vermöge, nhd., Präp., (16. Jh.): nhd. vermöge, mit, mittels, durch, kraft; E.: s. ver, s. möge(n); L.: Kluge s. u. vermöge, DW 15, 881, EWD s. u. mögen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vermöge(n) bzw. Vermöge(n) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches mit oder mittels oder durch oder kraft; F.: vermöge+EW; Z.: ver—mög-e
$vermögen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. vermögen, können, fähig sein (V.); E.: s. ver, s. mögen; L.: DW 25, 882, EWD s. u. mögen; GB.: (firmugan*) seit um 1000 belegte und aus ver und mögen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches können oder fähig sein (V.); F.: vermögen, vermag, vermagst, vermögt, vermöge, vermögest, vermöget, vermochte, vermochtest, vermochten, vermochtet, vermöchte, vermöchtest, vermöchten, vermöchtet, vermocht, ##vermocht, vermochte, vermochtes, vermochtem, vermochten, vermochter##, vermögend, ###vermögend, vermögende, vermögendes, vermögendem, vermögenden, vermögender###, vermag, vermögt+EW; Z.: ver—mög-en
$Vermögen, nhd., N., (13. Jh.?): nhd. Vermögen, Können, Befähigung, gesamte geldwerte Güter; Vw.: s. Beharrungs-, Urteils-; E.: s. vermögen; L.: Kluge 1. A. s. u. Vermögen, Kluge s. u. Vermögen, DW 25, 888, EWD s. u. mögen; GB.: (vermügen) seit um 1300 belegte und aus vermögen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Können und seit Entwicklung des Geldes durch den Menschen die möglichen gesamten geldwerten Güter des Menschen; F.: Vermögen, Vermögens+EW; Z.: Ver—mög-en
$vermummeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vermummeln, vermummen, einwickeln; E.: s. ver, s. mummeln; L.: DW 25, 896, EWD s. u. mummen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und mummeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches vermummen oder einwickeln; F.: vermummeln, vermummel (!), vermummle, vermummele, vermummelst, vermummelt, vermummelte, vermummeltest, vermummelten, vermummeltet, vermummelt, ##vermummelt, vermummelte, vermummeltes, vermummeltem, vermummelten, vermummelter##, vermummelnd, ###vermummelnd, vermummelnde, vermummelndes, vermummelndem, vermummelnden, vermummelnder###, vermummel (!)+EW; Z.: ver—mumm-el-n
$vermummen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vermummen, vermummeln, verkleiden, einhüllen, einwickeln; E.: s. ver, s. mummen; L.: Kluge s. u. vermummen, DW 25, 897, EWD s. u. mummen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und mummen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches vermummeln oder verkleiden oder einhüllen oder einwickeln F.: vermummen, vermumme, vermummst, vermummt, vermummest, vermummet, vermummte, vermummtest, vermummten, vermummtet, ##vermummt, vermummte, vermummtes, vermummtem, vermummten, vermummter##, vermummend, ###vermummend, vermummende, vermummendes, vermummendem, vermummenden, vermummender###, vermumm (!)+EW; Z.: ver—mum-m-en
$vermuten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vermuten, mutmaßen, annehmen, glauben; E.: s. ver, s. muten; L.: Kluge s. u. vermuten, Mut, DW 25, 899, EWD s. u. Mut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und muten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mutmaßen oder annehmen oder glauben; F.: vermuten, vermute, vermutest, vermutet, vermutete, vermutetest, vermuteten, vermutetet, ##vermutet, vermutete, vermutetes, vermutetem, vermuteten, vermuteter##, vermutend, ###vermutend, vermutende, vermutendes, vermutendem, vermutenden, vermutender###, vermut (!)+EW; Z.: ver—mu-t-en
$vermutlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vermutlich, mutmaßlich. wahrscheinlich, anscheinend; E.: s. vermut(en), s. lich; L.: DW 25, 901, EWD s. u. Mut; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vermut(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache in der Vorstellung des Menschen mögliches mutmaßlich oder wahrscheinlich oder anscheinend; F.: vermutlich, vermutliche, vermutliches, vermutlichem, vermutlichen, vermutlicher+EW; Z.: ver—mu-t—lich
$Vermutung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vermutung. Mutmaßung, Annahme, Auffassung; E.: s. vermut(en), s. ung; L.: DW 25, 902, EWD s. u. Mut; GB.: seit 1532 (Constitutio Criminalis Carolina Art. 743) belegte und aus vermut(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache in der Vorstellung des Menschen mögliche Mutmaßung oder Annahme oder Auffassung; F.: Vermutung, Vermutungen+EW; Z.: Ver—mu-t-ung
$vernachlässigen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vernachlässigen, benachteiligen, unterlassen (V.), übergehen, nicht ausreichend kümmern; E.: s. ver, s. nachlässig, s. en (Suff.); L.: DW 25, 903, EWD s. u. lassen; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus ver und nachlässig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches benachteiligen oder übergehen oder nicht ausreichend kümmern; F.: vernachlässigen, vernachlässige, vernachlässigst, vernachlässigt, vernachlässigest, vernachlässiget, vernachlässigte, vernachlässigtest, vernachlässigten, vernachlässigtet, ##vernachlässigt, vernachlässigte, vernachlässigtes, vernachlässigtem, vernachlässigten, vernachlässigter##, vernachlässigend, ###vernachlässigend, vernachlässigende, vernachlässigendes, vernachlässigendem, vernachlässigenden, vernachlässigender###, vernachlässig (!)+EW; Z.: ver—nach—lä-ss-ig-en
$vernarben, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vernarben, unter Bildung von Narben heilen; E.: s. ver, s. Narb(e), s. en; L.: Kluge s. u. Narbe, DW 25, 907, EWD s. u. Narbe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Narb(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Leben und Wunden mögliches unter Bildung von Narben heilen; F.: vernarben, vernarbe, vernarbst, vernarbt, vernarbest, vernarbet, vernarbte, vernarbtest, vernarbten, vernarbtet, ##vernarbt, vernarbte, vernarbtes, vernarbtem, vernarbten, vernarbter##, vernarbend, ###vernarbend, vernarbende, vernarbendes, vernarbendem, vernarbenden, vernarbender###, vernarb (!)+EW; Z.: ver—na-r-b-en
$vernarren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. vernarren, zu einem Narren machen, sehr verlieben; E.: s. ver, s. Narr, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Narr, DW 25, 907, EWD s. u. Narr; GB.: (vernarren) seit Mitte 13. Jh. belegte und aus ver und Narr sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches sehr verlieben; F.: vernarren, vernarre, vernarrst, vernarrt, vernarrest, vernarret, vernarrte, vernarrtest, vernarrten, vernarrtet, ##vernarrt, vernarrte, vernarrtes, vernarrtem, vernarrten, vernarrter##, vernarrend, ###vernarrend, vernarrende, vernarrendes, vernarrendem, vernarrenden, vernarrender###, vernarr (!)+EW; Z.: ver—narr-en
$vernaschen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vernaschen, naschend verbrauchen; E.: s. ver, s. naschen; L.: Kluge s. u. naschen, DW 25, 909, EWD s. u. naschen; GB.: seit 1541 belegte und aus ver und naschen gebildete Bezeichnung für naschend verbrauchen; F.: vernaschen, vernasche, vernaschst, vernascht, vernaschest, vernaschet, vernaschte, vernaschtest, vernaschten, vernaschtet, ##vernascht, vernaschte, vernaschtes, vernaschtem, vernaschten vernaschter##, vernaschend, ###vernaschend, vernaschende, vernaschendes, vernaschendem, vernaschenden, vernaschender###, vernasch (!)+EW; Z.: ver—na-sch-en
Vernatsch, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Vernatsch, Trollinger, ein Südtiroler Rotwein; ne. vernatsch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; E.: wohl von lat. vernāculus, Adj., zu den Haussklaven gehörig, inländisch, einheimisch, städtisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. verna, M., Sklave, Haussklave, im Haus seines Herrn geborener Sklave; wohl etr. Herkunft; L.: fehlt DW, Duden s. u. Vernatsch; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar dem Etruskischen gebildete Bezeichnung für eine vorwiegend in Südtirol angebaute rote Rebsorte sowie den daraus gewonnenen Wein; BM.: einheimisch; F.: Vernatsch, Vernatschs+FW; Z.: Vern-atsch
$vernebeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vernebeln, in Nebel hüllen; E.: s. ver, s. Nebel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Nebel, DW 25, 909, EWD s. u. Nebel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Nebel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches in Nebel hüllen; F.: vernebeln, vernebel (!), verneble, vernebele, vernebelst, vernebelt, vernebelte, vernebeltest, vernebelten, vernebeltet, ##vernebelt, vernebelte, vernebeltes, vernebeltem, vernebelten, vernebelter##, vernebelnd, ###vernebelnd, vernebelnde, vernebelndes, vernebelndem, vernebelnden, vernebelnder###, vernebel (!)+EW; Z.: ver—neb-el-n
$vernehmen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vernehmen, aufnehmen, erfahren (V.), hören, befragen, herausfinden; E.: s. ver, s. nehmen; L.: DW 25, 910, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und aus ver und nehmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung höherer Tiere mögliches hören oder herausfinden; F.: vernehmen, vernehme, vernimmst, vernimmt, vernehmt, vernehmest, vernehmet, vernahm, vernahmst, vernahmen, vernahmt, vernähme, vernähmst, vernähmest, vernähmen, vernähmt, vernähmet, vernommen, ##vernommen, vernommene, vernommenes, vernommenem, vernommenen, vernommener##, vernehmend, ###vernehmend, vernehmende, vernehmendes, vernehmendem, vernehmenden, vernehmender###, vernimm (!)+EW; Z.: ver—nehm-en
$vernehmlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vernehmlich, aufnehmbar, hörbar; E.: s. vernehm(en), s. lich; L.: DW 25, 914, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. perceptibilis aus vernehm(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches hörbar; F.: vernehmlich, vernehmliche, vernehmliches, vernehmlichem, vernehmlichen, vernehmlicher(, vernehmlichere, vernehmlicheres, vernehmlicherem, vernehmlicheren, vernehmlicherer, vernehmlichst, vernehmlichste, vernehmlichstes, vernehmlichstem, vernehmlichsten, vernehmlichster)+EW; Z.: ver—nehm-lich
$Vernehmung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Vernehmung, geistige Erfassung, Befragung; E.: s. vernehm(en), s. ung; L.: DW 25, 914, EWD s. u. nehmen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. perceptio aus vernehm(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung des Strafverfahrensrechts des Menschen mögliche Befragung eines einer Straftat verdächtigen Menschen; F.: Vernehmung, Vernehmungen+EW; Z.: Ver-nehm-ung
$verneigen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verneigen, herabbeugen, verbeugen; E.: s-ver, s. neigen; L.: Kluge s. u. neigen, EWD s. u. neigen, DW 25, 914; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und neigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes verbeugen; F.: verneigen, verneige, verneigst, verneigt, verneigest, verneiget, verneigte, verneigtest, verneigten, verneigtet, ##verneigt, verneigte, verneigtes, verneigtem, verneigten, verneigter##, verneigend, ###verneigend, verneigende, verneigendes, verneigendem, verneigenden, verneigender###, verneig (!)+EW; Z.: ver—nei-g-en
$Verneigung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verneigung, Verbeugung; E.: s. verneig(en), s. ung; L.: DW 25, 915, EWD s. u. neigen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verneig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte Verbeugung; F.: Verneigung, Verneigungen+EW; Z.: Ver—nei-g-ung
$verneinen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. verneinen, verleugnen, mit nein beantworten; E.: s. ver, s. nein, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. nein, DW 125, 915, EWD s. u. nein; GB.: (firneinen) seit 11. Jh. belegte und aus ver und nein sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches verleugnen oder eine Frage mit nein beantworten; F.: verneinen, verneine, verneinst, verneint, verneinest, verneinet, verneinte, verneintest, verneinten, verneintet, ##verneint, verneinte, verneintes, verneintem, verneinten, verneinter##, verneinend, ###verneinend, verneinende, verneinendes, verneinendem, verneinenden, verneinender###, vernein (!) +EW; Z.: ver—n-ei-n-en
$Verneinung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verneinung, Beantwortung mit nein, Ablehnung; Q.: um 1700; E.: s. vernein(en), s. ung; L.: DW 25, 917, EWD s. u. nein; GB.: seit um 1700 belegte und aus vernein(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache mögliche Beantwortung einer Frage mit nein oder eine Ablehnung; F.: Verneinung, Verneinungen+EW; Z.: Ver—n-ei-n-ung
$vernichten, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. vernichten, zerstören; E.: s. ver, s. nicht, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. vernichten, Kluge s. u. nicht, DW 25, 922, EWD s. u. vernichten; GB.: (vernihten) seit 1190-1229 belegte und aus ver und nicht sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches zerstören; F.: vernichten, vernichte, vernichtest, vernichtet, vernichtete, vernichtetest, vernichteten, vernichtetet, ##vernichtet, vernichtete, vernichtetes, vernichtetem, vernichteten, vernichteter##, vernichtend, ###vernichtend, vernichtende, vernichtendes, vernichtendem, vernichtenden, vernichtender###, vernicht (!)+EW; Z.: ver—n-ich-t-en
$Vernichtung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vernichtung, Zerstörung; E.: s. vernicht(en), s. ung; Q.: vor 1350 (Tauler); L.: EWD s. u. vernichten, DW 25, 925; GB.: seit vor 1350 belegte und aus vernicht(en) und ung gebildete Bezeichnung für Zerstörung; F.: Vernichtung, Vernichtungen+EW; Z.: Ver—n-ich-t-ung
$verniedlichen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verniedlichen, niedlich machen, beschönigen, verharmlosen; E.: s. ver, s. niedlich, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. niedlich, DW 25, 925, EWD s. u. niedlich,; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und niedlich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches niedlich machen oder beschönigen oder verharmlosen; F.: verniedlichen, verniedliche, verniedlichst, verniedlicht, verniedlichest, verniedlichet, verniedlichte, verniedlichtest, verniedlichten, verniedlichtet, ##verniedlicht, verniedlichte, verniedlichtes, verniedlichtem, verniedlichten, verniedlichter##, verniedlichend, ###verniedlichend, verniedlichende, verniedlichendes, verniedlichendem, verniedlichenden, verniedlichender###, verniedlich (!)+EW; Z.: ver—nie-d-lich-en
Vernissage, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Vernissage, Ausstellungseröffnung, Eröffnung einer Kunstausstellung; ne. opening (N.), vernissage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. vernissage; E.: s. frz. vernissage, M., Vernissage; vgl. frz. vernir, V., firnissen; frz. vernis, M., Firnis; afrz. vernis, M., Firnis; it. vernice, F., Harz für Firnisbereitung; mlat. veronice, F., Harz für Firnisbereitung; gr. βερονική (beronikḗ), F., Harz für Firnisbereitung?; vielleicht von der griechischen Stadt Βερενική (Berenikḗ); L.: Kluge s. u. Vernissage, Duden s. u. Vernissage; Son.: vgl. nschw. vernissage, Sb., Vernissage; nnorw. vernissasje, M., Vernissage; poln. wernisaż, M., Vernissage; lit. vernisažas, M., Vernissage; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie vielleicht von dem griechischen Frauennamen (Veronika) und dem ON beronikḗ abgeleitete Bezeichnung für eine Eröffnung einer Kunstausstellung; BM.: Firnis; F.: Vernissage, Vernissagen+FW; Z.: Vernis-s-ag-e
Vernunft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Vernunft, Einsichtsfähigkeit, Erkenntnisvermögen; ne. reason (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: s. mhd. vernunft, virnumft, virnumst, vernunst, vernust, st. F., Vernunft, Verstand, Klugheit, Erkenntnis, Einsicht, Bewusstsein; mnd. vörnuft* (1), vornunft, vornoft, vornumft, vornumpft, vornumpht, vornunft, F., Vernunft, Einsicht, Verstand, Kraft zu höherer Erkenntnis, reines Erkennen, Vorsehung; mnl. vernunft, vernuft, vernonft, F., Vernunft; ahd. firnumft*, firnunst*, st. F. (i), Vernunft, Fähigkeit, Verstand, Erleuchtung, Erkenntnisvermögen, Erkenntnis, Einsicht, Verständnis; as. fornumft*, st. F. (i), Einsicht; anfrk. farnunst*, st. F. (i), Vernunft; ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. numft, st. F. (i), Aufnahme, Wegnahme, Raub; as. -; anfrk. *nunst?, st. F. (i); germ. *numft, *numfti-, *numftiz, st. F. (i), Nehmen, Aufnahme, Wegnahme; vgl. idg. *nem- (1), V., zuteilen, nehmen, anordnen, zählen, rechnen, Pokorny 763 (1299/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vernunft, Kluge s. u. Vernunft, DW 25, 927, EWD s. u. Vernunft, Duden s. u. Vernunft, Bluhme s. u. Vernunft; Son.: vgl. nndl. vernuft, Sb., Vernunft; nschw. förnuft, N., Vernunft; nnorw. fornuft, M., Vernunft; GB.: seit um 800 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche geistige Vermögen des Menschen Einsichten zu gewinnen und Zusammenhänge zu erkennen sowie sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten; BM.: vorwärts, rechnen; F.: Vernunft+EW; Z.: Ver—nun-ft
$vernünftig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. vernünftig, Vernunft betreffend, der Vernunft entsprechend, vernunftgemäß; Vw.: s. un-; E.: s. Vernunft, s. ig: L.: Kluge s. u. Vernunft, DW 25, 941, EWD s. u. Vernunft; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Vernunft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches die Vernunft betreffend, der Vernunft entsprechend, vernunftgemäß; F.: vernünftig, vernünftige, vernünftiges, vernünftigem, vernünftigen, vernünftiger(, vernünftigere, vernünftigeres, vernünftigerem, vernünftigeren, vernünftigerer, vernünftigst, vernünftigste, vernünftigstes, vernünftigstem, vernünftigsten, vernünftigster)+EW; Z.: ver—nün-ft-ig
$Vernunftkraut, nhd., N.: nhd. Vernunftkraut, Gauchheil; E.: s. Vernunft, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Gauchheil, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Vernunft und Kraut gebildete Bezeichnung für eine kleine schon in dem Altertum bekannte und in dem Mittelalter als Kraut gegen einen Gauch (Narren oder Geisteskranken) genutzte auf Äckern und Feldern häufige und für manche Tiere giftige Pflanze; F.: Vernunftkraut, Vernunftkrauts, Vernunftkrautes, Vernunftkräuter, Vernunftkräutern+EW; Z.: Ver-nun-ft—krau-t
$veröffentlichen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. veröffentlichen, öffentlich bekannt machen, herausgeben; E.: s. ver, s. öffentlich, s. en; L.: Kluge s. u. öffentlich, fehlt DW 25, 951, EWD s. u. offen; GB.: seit 1840 belegte und vielleicht nach lat. publicare unter Bedeutungsänderung aus ver und öffentlich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches öffentlich bekannt machen oder herausgeben; F.: veröffentlichen, veröffentliche, veröffentlichst, veröffentlicht, veröffentlichest, veröffentlichet, veröffentlichte, veröffentlichtest, veröffentlichten, veröffentlichtet, ##veröffentlicht, veröffentlichte, veröffentlichtes, veröffentlichtem, veröffentlichten, veröffentlichter##, veröffentlichend, ###veröffentlichend, veröffentlichende, veröffentlichendes, veröffentlichendem, veröffentlichenden, veröffentlichender###, veröffentlich (!)+EW; Z.: ver—öff-en-t—lich-en
$Veröffentlichung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Veröffentlichung, Bekanntgabe; E.: s. veröffentlich(en), s. ung; L.: DW 25, 952, EWD s. u. offen; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht nach lat. publicatio aus veröffentlich(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl auch schon früher mögliche öffentliche Bekanntgabe oder Publikation; F.: Veröffentlichung, Veröffentlichungen+EW; Z.: Ver—öff-en-t—lich-ung
$verpachten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verpachten; E.: s. ver, s. Pacht, s. en (Suff.); L.: DW 25, 956, EWD s. u. Pacht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Pacht (lat. pactum) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit dem Altertum mögliches einen Gegenstand entgeltlich auf Zeit zu der Nutzung einem anderen überlassen; F.: verpachten, verpachte, verpachtest, verpachtet, verpachtete, verpachtetest, verpachteten, verpachtetet, ##verpachtet, verpachtete, verpachtetes, verpachtetem, verpachteten, verpachteter##, verpachtend, ###verpachtend, verpachtende, verpachtendes, verpachtendem, verpachtenden, verpachtender, verpacht (!)###+EW+FW; Z.: ver—pach-t-en
$verpacken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verpacken, einpacken, packen; E.: s. ver, s. packen; L.: DW 25, 956, EWD s. u. packen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und packen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Gegenstand einpacken oder mit einer verschönernden und schützenden Hülle versehen (V.); F.: verpacken, verpacke, verpackst, verpackt, verpackest, verpacket, verpackte, verpacktest, verpackten, verpacktet, ##verpackt, verpackte, verpacktes, verpacktem, verpackten, verpackter##, verpackend, ###verpackend, verpackende, verpackendes, verpackendem, verpackenden, verpackender###, verpack (!)+EW; Z.: ver—pack-en
$verpassen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verpassen, versäumen, verfehlen, geben; E.: s. ver, s. passen; L.: Kluge s. u. passen, DW 25, 958, EWD s. u. passen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und passen gebildete und aus dem Französischen und mittelbar dem Altfranzösischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches versäumen oder verfehlen oder geben; F.: verpassen, verpasse, verpassst (!), verpasst, verpassest, verpasset, verpasste, verpasstest, verpassten, verpasstet, ##verpasst, verpasste, verpasstes, verpasstem, verpassten, verpasster##, verpassend, ###verpassend, verpassende, verpassendes, verpassendem, verpassenden, verpassender###, verpass(!)+EW+FW; Z.: ver—pass-en
$verpatzen, nhd., sw. V., (19. Jh.?): nhd. verpatzen, verderben, verfälschen, verunstalten; E.: s. ver, s. patzen; L.: Kluge s. u. patzen, fehlt DW, EWD s. u. patzen; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ver und patzen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches verderben oder verfälschen oder verunstalten; F.: verpatzen, verpatze, verpatzst (!), verpatzt, verpatzest, verpatzet, verpatzte, verpatztest, verpatzten, verpatztet, ##verpatzt, verpatzte, verpatztes, verpatztem, verpatzten, verpatzter##, verpatzend, ###verpatzend, verpatzende, verpatzendes, verpatzendem, verpatzenden, verpatzender###, verpatz (!)+EW; Z.: ver—patz-en
$verpetzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verpetzen, verraten (V.), anzeigen; E.: s. ver, s. petzen; L.: Kluge s. u. petzen, fehlt DW, EWD s. u. petzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und petzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches verraten (V.) oder anzeigen; F.: verpetzen, verpetze, verpetzst (!), verpetzt, verpetzest, verpetzet, verpetzte, verpetztest, verpetzten, verpetztet, ##verpetzt, verpetzte, verpetztes, verpetztem, verpetzten, verpetzter##, verpetzend, ###verpetzend, verpetzende, verpetzendes, verpetzendem, verpetzenden, verpetzender###, verpetz (!)+EW?; Z.: ver—petz-en
$verpfänden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verpfänden, ein Pfand setzen, als Pfand einsetzen; Q.: um 1200 (Iwein); E.: s. ver, s. Pfand, s. en (Suff.); L.: DW 25, 961, EWD s. u. Pfand; GB.: seit um 1200 belegte und aus ver und Pfand sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Gegenstand zu der Sicherung einer Schuld als Pfand einsetzen und dabei einem anderen als Sicherheit geben; F.: verpfänden, verpfände, verpfändest, verpfändet, verpfändete, verpfändetest, verpfändeten, verpfändetet, ##verpfändet, verpfändete, verpfändetes, verpfändetem, verpfändeten, verpfändeter##, verpfändend, ###verpfändend, verpfändende, verpfändendes, verpfändendem, verpfändenden, verpfändender, verpfänd (!)###+EW+FW; Z.: ver—pfän-d-en
$verpflegen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verpflegen, versorgen, verköstigen E.: s. ver, s. pflegen; L.: Kluge s. u. pflegen, DW 25, 964, EWD s. u. pflegen; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus ver und pflegen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches (mit Nahrung) versorgen oder verköstigen; F.: verpflegen, verpflege, verpflegst, verpflegt, verpflegest, verpfleget, verpflegte, verpflegtest, verpflegten, verpflegtet, ##verpflegt, verpflegte, verpflegtes, verpflegtem, verpflegten, verpflegter##, verpflegend, ###verpflegend, verpflegende, verpflegendes, verpflegendem, verpflegenden, verpflegender###, verpfleg (!)+EW; Z.: ver—pfle-g-en
$Verpflegung nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verpflegung, Versorgung mit Nahrung, Verköstigung; E. s. verpfleg(en), s. ung; L.: DW 25, 965, EWD s. u. pflegen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verpfleg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Versorgung mit Nahrung oder Verköstigung; F.: Verpflegung, Verpflegungen+EW; Z.: Ver—pfle-g-ung
$verpflichten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verpflichten, versprechen, zusagen; E.: s. ver, s. Pflicht, s. en (Suff.); L.: DW 25, 966, EWD s. u. Pflicht; GB.: (verpflihten) seit nach 1243 belegte und aus ver und Pflicht sowie en (Suff.) gebildete und sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums oder der Entwicklung von Sprache mögliches versprechen oder zusagen; F.: verpflichten, verpflichte, verpflichtest, verpflichtet, verpflichtete, verpflichtetest, verpflichteten, verpflichtetet, ##verpflichtet, verpflichtete, verpflichtetes, verpflichtetem, verpflichteten, verpflichteter##, verpflichtend, ###verpflichtend, verpflichtende, verpflichtendes, verpflichtendem, verpflichtenden, verpflichtender###, verpflicht (!)+EW; Z.: ver—pflicht-en
$verpfuschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verpfuschen, verderben, zerstören; E.: s. ver, s. Pfusch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. pfuschen, DW 25, 970, EWD s. u. pfuschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Pfusch sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches verderben oder zerstören; F.: verpfuschen, verpfusche, verpfuschst, verpfuscht, verpfuschest, verpfuschet, verpfuschte, verpfuschtest, verpfuschten, verpfuschtet, ##verpfuscht, verpfuschte, verpfuschtes, verpfuschtem, verpfuschten, verpfuschter##, verpfuschend, ###verpfuschend, verpfuschende, verpfuschendes, verpfuschendem, verpfuschenden, verpfuschender###, verpfusch (!)+EW; Z.: ver—pfusch-en
$verpichen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verpichen; E.: s. ver, s. Pech, s. en; L.: Kluge s. u. Pech, DW 25, 971 (s. verpechen); GB.: seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für von Menschen wohl schon früher entwickeltes und verwendetes einen Gegenstand durch Bestreichen mit Pech gegen Feuchtigkeit abdichten; F.: verpichen, verpiche, verpichst, verpicht, verpichest, verpichet, verpichte, verpichtest, verpichten, verpichtet, ##verpicht, verpichte, verpichtes, verpichtem, verpichten, verpichter##, verpichend, ###verpichend, verpichende, verpichendes, verpichendem, verpichenden, verpichender###, verpich (!)+EW+FW; Z.: ver—pi-ch-en
verplempern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verplempern, vergeuden, verschwenden; ne. waste (V.), fool (V.) away; Vw.: -; Hw.: s. Plempe; Q.: 16. Jh.; E.: s. ver; Hinterglied von nd. plempern, V., verschütten; zu einem zu einem plampen, V., baumeln, hängen, hängend schwanken; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. verplämpern, Kluge s. u. verplempern, DW 25, 973, EWD s. u. plempern, Duden s. u. verplempern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung (plempern) für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch sinnloses Tun etwas vergeuden oder verschwenden; BM.: lautmalend?; F.: verplempern, verplempere, verplemper (!), verplempre, verplemperst, verplempert, verplemperte, verplempertest, verplemperten, verplempertet, ##verplempert, verplemperte, verplempertes, verplempertem, verplemperten, verplemperter##, verplempernd, ###verplempernd, verplempernde, verplemperndes, verplemperndem, verplempernden, verplempernder###, verplemper (!)+EW; Z.: ver—plemp-er-n
verpönt, nhd., Adj., (14./15. Jh.): nhd. verpönt, unerwünscht, mit einem Nachteil belegt; ne. frowned upon; Vw.: -; Hw.: s. Pein; E.: s. mhd. verpēnen, sw. V., bestrafen; mnd. vörpēnen*, vorpēnen, vorpönen, vorpoenen, sw. V., mit Geldstrafe belegen (V.), auferlegen, durch Zahlung von Buße im Fall der Nichteinhaltung garantieren; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. poena (1), Buße, Strafe, Bestrafung, Mühseligkeit, Plage; s. gr. ποινή (poinḗ), F., Sühne, Strafe, Rache; vgl. idg. *kᵘ̯ei- (1), V., achten, beobachten, scheuen, ehren, strafen, büßen, rächen, Pokorny 636 (1027/5) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verpönen, Kluge s. u. verpönt, DW 25, 874 (verpönen), EWD s. u. verpönt, Duden s. u. verpönt; Son.: vgl. ne. punish, V., bestrafen; ne. penalize, V., bestrafen; frz. punir, V., bestrafen; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus ver und lat. poen(a) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches unerwünscht und deswegen mittels lat. poena mit einem Nachteil belegt oder belegbar; BM.: mit Strafe belegbar; F.: verpönt, verpönte, verpöntes, verpöntem, verpönten, verpönter, verpöntere, verpönteres, verpönterem, verpönteren, verpönterer, verpön (!)+EW+FW; Z.: ver—pö-n-t
$verprassen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verprassen, vergeuden, verschwenden, verpulvern; E.: s. ver, s. prassen; L.: Kluge s. u. prassen, DW 25, 976, EWD s. u. prassen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und prassen gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches vergeuden oder verschwenden oder verpulvern; F.: verprassen, verprasse, verprassst (!), verprasst, verprassest, verprasset, verprasste, verprasstest, verprassten, verprasstet, ##verprasst, verprasste, verprasstes, verprasstem, verprassten, verprasster##, verprassend, ###verprassend, verprassende, verprassendes, verprassendem, verprassenden, verprassender###, verprass (!)+EW; Z.: ver—prass-en
$verpulvern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verpulvern, verprassen, vergeuden, verschwenden; E.: s. ver, s. Pulver, s. (e)n (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Pulver; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Pulver sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verprassen oder vergeuden oder verschwenden; F.: verpulvern, verpulvere, verpulver (!), verpulverst, verpulvert, verpulverte, verpulvertest, verpulverten, verpulvertet, verpulvert, ##verpulvert, verpulverte, verpulvertes, verpulvertem, verpulverten, verpulverter##, verpulvernd, ###verpulvernd, verpulverndes, verpulverndem, verpulvernden, verpulvernder###, verpulver (!)+EW+FW; Z.: ver—pul-v-er-n
$verpuppen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verpuppen, verspinnen als Puppe; E.: s. ver, s. Pupp(e), s. en; L.: Kluge s. u. Puppe, DW 25, 978, EWD s. u. Puppe; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Pupp(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches verspinnen (einer Raupe) als Puppe (zwecks Entwicklung eines Schmetterlings); F.: verpuppen, verpuppe, verpuppst, verpuppt, verpuppest, verpuppet, verpuppte, verpupptest, verpuppten, verpupptet, ##verpuppt, verpuppte, verpupptes, verpupptem, verpuppten, verpuppter##, verpuppend, ###verpuppend, verpuppende, verpuppendes, verpuppendem, verpuppenden, verpuppender###, verpupp (!)+EW+FW; Z.: ver—pu-p-p-en
$Verputz, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Verputz; E.: s. ver, s. Putz, s. en (Suff.); L.: DW 25, 978, EWD s. u. putzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Putz gebildete Bezeichnung für eine von Menschen nach Sesshaftwerdung entwickelte und ab 7200 bis 6500 v. Chr. verwendete Verkleidung (einer Mauer) mit Lehm oder Gips oder Kalk zwecks Glättung oder Verschönerung; F.: Verputz, Verputzes, Verputze, Verputzen+EW+FW; Z.: Ver—pu-tz
$verputzen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verputzen; E.: s. ver, s. Putz, s. en (Suff.); L.: DW 25, 978, EWD s. u. putzen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Putz sowie en gebildete Bezeichnung für von Menschen nach Sesshaftwerdung entwickeltes und ab 7200 bis 6500 v. Chr. verwendetes verkleiden (einer Mauer) mit Lehm oder Gips oder Kalk zwecks Glättung oder Verschönerung F.: verputzen, verputze, verputzst (!), verputzt, verputzest, verputzet, verputzte, verputztest, verputzten, verputztet, ##verputzt, verputzte, verputztes, verputztem, verputzten, verputzter##, verputzend, ###verputzend, verputzende, verputzendes, verputzendem, verputzenden, verputzender###, verputz (!)+EW+FW; Z.: ver—pu-tz-en
verquasen, nhd. (ält.), sw. V., (14. Jh.): nhd. verquasen, vergeuden, verschlemmen; ne. squander, spend (V.), waste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. verquāzen*, verquæzen, sw. V., verprassen; mnd. vörquasen*, vorquasen, sw. V., verprassen; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. quāzen, sw. V., schlemmen, prassen; vgl. mhd. quāz, st. M., Gastmahl, Gasterei, Schlemmerei; aus dem Slawischen?; vgl. sorb. kvas, Sb., Schmaus, Hochzeit; L.: Kluge s. u. verquasen, DW 25, 981 (verquassen), Duden s. u. verquasen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und vielleicht aus dem Slawischen aufgenommenes quasen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches leichtsinnig und verschwenderisch etwas verbrauchen oder vergeuden; BM.: vorwärts; F.: verquasen, verquase, verquasst (!), verquast, verquasest, verquaset, verquaste, verquastest, verquasten, verquastet, ##verquast, verquaste, verquastes, verquastem, verquasten, verquaster##, verquasend, ###verquasend, verquasende, verquasendes, verquasendem, verquasenden, verquasender###, verquas (!)+EW+FW?; Z.: ver—quas-en
$verquicken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verquicken, versetzen, verbinden, vereinigen; E.: s. ver, s. quick, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. verquicken, Kluge s. u. verquicken, DW 25, 982; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und quick sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches versetzen oder verbinden oder vereinigen; F.: verquicken, verquicke, verquickst, verquickt, verquickest, verquicket, verquickte, verquicktest, verquickten, verquicktet, ##verquickt, verquickte, verquicktes, verquicktem, verquickten, verquickter##, verquickend, ###verquickend, verquickende, verquickendes, verquickendem, verquickenden, verquickender###, verquick (!)+EW; Z.: ver—qui-ck-en
verquisten, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. verquisten, vergeuden, verschwenden; ne. squander (V.), waste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mnd. vörquisten*, vorquisten, sw. V., vergeuden, verschwenden; mnl. verquisten, sw. V., verschwenden, vergeuden, dahinsiechen, verkümmern; ahd. firkwisten*, firquisten*, sw. V. (1a), vernichten, verderben; ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); vgl. ahd. kwisten (1), sw. V., (1a)?, auf die Probe stellen, prüfen got. qistjan, sw. V. (1), verderben; keine sichere Etymologie, germ. *kwis-, V., verderben; vgl. idg. *gᵘ̯ei̯ə-, V., Sb., überwältigen, niederdrücken, Gewalt, Pokorny 469?; idg. *gᵘ̯es-, *zgᵘ̯es-, *gᵘ̯esh₂-, *zgᵘ̯esh₂-, V., erlöschen, Pokorny 479? (701/23) (RB. idg. aus ind., gr., germ.?, balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verquisten, Kluge s. u. verquisten, DW 25, 983, EWAhd 7, 100, Duden s. u. verquisten, Bluhme s. u. verquisten; Son.: vgl. got. fraqistjan, sw. V. (1), verderben, umbringen; nndl. verkwisten, V., verquisten; GB.: seit 863-871 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vergeuden oder verschwenden; BM.: vorwärts, überwältigen; F.: verquisten, verquiste, verquistest, verquistet, verquistete, verquistetest, verquisteten, verquistetet, ##verquistet, verquistete, verquistetes, verquistetem, verquisteten, verquisteter##, verquistend, ###verquistend, verquistende, verquistendes, verquistendem, verquistenden, verquistender###, verquist (!)+EW; Z.: ver—quis-t-en
$verrammeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verrammeln, verschließen, versperren; E.: s. ver, s. rammeln; L.: Kluge s. u. rammeln, DW 25, 983, EWD s. u. rammeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und rammeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verschließen oder versperren; F.: verrammeln, verrammel (!), verrammle, verrammele, verrammelst, verrammelt, verrammelte, verrammeltest, verrammelten, verrammeltet, ##verrammelt, verrammelte, verrammeltes, verrammeltem, verrammelten, verrammelter##, verrammelnd, ###verrammelnd, verrammelnde, verrammelndes, verrammelndem, verrammelnden, verrammelnder###, verrammel (!)+EW; Z.: ver—ram-m-el-n
$verramschen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verramschen, weit unter Wert verkaufen, verschleudern; E.: s. ver, s. Ramsch, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ramsch, fehlt DW, EWD s. u. Ramsch 1; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus. ver und in der Herkunft vielleicht unerklärtem oder möglicherweise mit dem Französischen oder Rotwelschen und Hebräischen verbindbaren Ramsch sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches weit unter Wert verkaufen oder verschleudern; F.: verramschen, verramsche, verramschst, verramscht, verramschest, verramschet, verramschte, verramschtest, verramschten, verramschtet, ##verramscht, verramschte, verramschtes, verramschtem, verramschten, verramschter##, verramschend, ###verramschend, verramschende, verramschendes, verramschendem, verramschenden, verramschender###, verramsch (!)+EW+FW?; Z.: ver—ramsch-en
$Verrat, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Verrat, Vertrauensbruch, Mitteilung von Geheimnissen; Vw.: s. Hoch-, Landes-; E.: s. ver, s. Rat; L.: Kluge s. u. verraten, DW 25, 984, EWD s. u. verraten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Rat gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen möglichen Vertrauensbruch oder die Mitteilung von Geheimnissen; F.: Verrat, Verrates, Verrats+EW; Z.: Ver—ra-t
$verraten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verraten, preisgeben, ausliefern; E.: s. ver, s. raten; L.: Kluge 1. A. s. u. verraten, Kluge s. u. verraten, DW 25, 985; GB.: (firrātan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und raten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches preisgeben oder ausliefern; F.: verraten, verrate, verrätst, verrät, verratet, verratest, verriet, verrietest, verrietst, verrieten, verrietet, ##verraten, verratene, verratenes, verratenem, verratenen, verratener##, verratend, ###verratend, verratende, verratendes, verratendem, verratenden, verratender###, verrat (!)+EW; Z.: ver—ra-t-en
$Verräter, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Verräter, Verratender; E.: s. verrat(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. verraten, DW 25, 988, EWD s. u. verraten; GB.: (verrātære) seit um 1170 belegte und aus verrat(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen ein Geheimnis unter Vertrauensbruch anderen Menschen mitteilenden Menschen; F.: Verräter, Verräters, Verrätern+EW; Z.: Ver—rä-t-er
$verräterisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. verräterisch; E.: s. Verräter, s. isch; L.: Kluge s. u. verraten, DW 25, 990, EWD s. u. verraten; GB.: (verræterisch) seit 1483 belegte und aus Verräter und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches (einen Verrat oder) einen Verräter betreffend; F.: verräterisch, verräterische, verräterisches, verräterischem, verräterischen, verräterischer(, verräterischere, verräterischeres, verräterischerem, verräterischeren, verräterischerer, verräterischst, verräterischste, verräterischstes, verräterischstem, verräterischsten, verräterischster)+EW; Z.: ver—rä-t-er-isch
$verräuchern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verräuchern, mit Rauch füllen; E.: s. ver, s. räuchern; L.: DW 25, 994, EWD s. u. Rauch; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und räuchern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung von Feuern mögliches mit Rauch füllen; F.: verräuchern, verräuchere, verräucher (!), verräucherst, verräuchert, verräucherte, verräuchertest, verräucherten, verräuchertet, verräuchert, ##verräuchert, verräucherte, verräuchertes, verräuchertem, verräucherten, verräucherter##, verräuchernd, ###verräuchernd, verräucherndes, verräucherndem, verräuchernden, verräuchernder###, verräucher (!)+EW; Z.: ver—räu-ch-er-n
$verrechnen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verrechnen, durch Rechnen berücksichtigen, fehlerhaft rechnen; E.: s. ver, s. rechnen; L.: Kluge s. u. rechnen, DW 25, 996, EWD s. u. rechnen; GB.: (firrehhanōn*) seit um 1000 belegte und aus ver und rechnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Bildung von Zahlen durch den Menschen mögliches durch Rechnen berücksichtigen oder fehlerhaft rechnen; F.: verrechnen, verrechne, verrechnest, verrechnet, verrechnete, verrechnetest, verrechneten, verrechnetet, ##verrechnet, verrechnete, verrechnetes, verrechnetem, verrechneten, verrechneter##, verrechnend, ###verrechnend, verrechnende, verrechnendes, verrechnendem, verrechnenden, verrechnender###, verrechne (!)+EW; Z.: ver—rech-n-en
$verrecken, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verrecken, verenden, sterben; E.: s. ver, s. recken; L.: Kluge 1. A. s. u. verrecken, Kluge s. u. verrecken, DW 25, 977, EWD s. u. verrecken; GB.: (firrekken*) seit 10. Jh. belegte und aus ver und recken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung tierischen Lebens mögliches unter Recken (N.) (elend) sterben; F.: verrecken, verrecke, verreckst, verreckt, verreckest, verrecket, verreckte, verrecktest, verreckten, verrecktet, ##verreckt, verreckte, verrecktes, verrecktem, verreckten, verreckter##, verreckend, ###verreckend, verreckende, verreckendes, verreckendem, verreckenden, verreckender###, verreck (!)+EW; Z.: ver—reck-en
$verreißen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. verreißen, zerreißen, sehr kritisieren; E.: s. ver, s. reißen: L.: Kluge s. u. verreißen, DW 25, 1003 (verreiszen), EWD s. u. reißen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zerreißen oder auch sehr kritisieren; F.: verreißen, verreiße, verreißt, verreißest, verreißet, verriss, verrissest, verrissen, verrisst, verrisset, verrissen, ##verrissen, verrissene, verrissenes, verrissenem, verrissenen, verrissener##, verreißend, ###verreißend, verreißende, verreißendes, verreißendem, verreißenden, verreißender###, verreiß (!)+EW; Z.: ver—rei-ß-en
$verrenken, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verrenken, verbiegen, herumdrehen, verdrehen; E.: s. ver, s. renken; L.: Kluge s. u. verrenken, DW 25, 1005, EWD s. u. renken; GB.: (verrenken) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ver und renken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere und Menschen mögliches verbiegen oder herumdrehen oder über ein Gelenk verdrehen; F.: verrenken, verrenke, verrenkst, verrenkt, verrenkest, verrenket, verrenkte, verrenktest, verrenkten, verrenktet, ##verrenkt, verrenkte, verrenktes, verrenktem, verrenkten, verrenkter##, verrenkend, ###verrenkend, verrenkende, verrenkendes, verrenkendem, verrenkenden, verrenkender###, verrenk (!)+EW; Z.: ver—re-nk-en
$verrennen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. verrennen, falsch rennen, verlaufen (V.), verirren; E.: s. ver, s. rennen; L.: Kluge s. u. rennen, DW 25, 1007, EWD s. u. rennen; GB.: (verrennen) seit Ende 12. Jh. belegte und aus ver und rennen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches falsch rennen oder verlaufen (V.); F.: verrennen, verrenne, verrennst, verrennt, verrennest, verrennet, verrannte, verranntest, verrannten, verranntet, ##verrannt, verrannte, verranntes, verranntem, verrannten, verrannter##, verrennend, ###verrennend, verrennende, verrennendes, verrennendem, verrennenden, verrennender###, verrenn (!)+EW; Z.: ver—re-nn-en
$verrichten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verrichten, richten, tun; E.: s. ver, s. richten; L.: Kluge s. u. richten, DW 25, 1008, EWD s. u. richten; GB.: (verrihten) seit 1172-1190 belegte und aus ver und richten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches richten oder einrichten oder tun; F.: verrichten, verrichte, verrichtest, verrichtet, verrichtete, verrichtetest, verrichteten, verrichtetet, ##verrichtet, verrichtete, verrichtetes, verrichtetem, verrichteten, verrichteter##, verrichtend, ###verrichtend, verrichtende, verrichtendes, verrichtendem, verrichtenden, verrichtender###, verricht (!)+EW; Z.: ver—rich-t-en
$verriegeln, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verriegeln; E.: s. ver, s. Riegel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 25, 1014, EWD s. u. Riegel; GB.: (verrigelen) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus ver und Riegel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Riegel versperren oder abschließen; F.: verriegeln, verriegel (!), verriegle, verriegele, verriegelst, verriegelt, verriegelte, verriegeltest, verriegelten, verriegeltet, verriegelt, ##verriegelt, verriegelte, verriegeltes, verriegeltem, verriegelten, verriegelter##, verriegelnd, ###verriegelnd, verriegelnde, verriegelndes, verriegelndem, verriegelnden, verriegelnder###, verriegel (!), verriegle+EW+FW; Z.: ver—rieg-el-n
$verringern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verringern, geringer werden, geringer machen, beschränken, abnehmen, mindern; E.: s. ver, s. (ge)ring, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. verringern, DW 25, 1014, EWD s. u. verringern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und (ge)ring sowie er und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches geringer werden oder von Menschen bewirktes geringer machen oder beschränken oder abnehmen oder mindern; F.: verringern, verringere, verringer (!), verringre (!), verringerst, verringert, verringerte, verringertest, verringerten, verringertet, ##verringert, verringerte, verringertes, verringertem, verringerten, verringerter##, verringernd, ###verringernd, verringernde, verringerndes, verringerndem, verringernden, verringernder###, verringer (!)+EW; Z.: ver—ring-er-n
$Verringerung, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Verringerung, Abnahme, Minderung; E.: s. verringer(n), s. ung; L.: Kluge s. u. verringern, DW 25, 1015, EWD s. u. verringern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verringer(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Abnahme oder Minderung; F.: Verringerung, Verringerungen+EW; Z.: Ver—ring-er-ung
$verrohen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verrohen, roh werden, roh machen; E.: s. ver, s. roh, s. en (Suff.); Q.: Ende 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. roh; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus ver und roh sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches roh werden oder roh machen; F.: verrohen, verrohe, verrohst, verroht, verrohest, verrohet, verrohte, verrohtest, verrohten, verrohtet, ##verroht, verrohte, verrohtes, verrohtem, verrohten, verrohter##, verrohend, ###verrohend, verrohende, verrohendes, verrohendem, verrohenden, verrohender###, verroh (!)+EW; Z.: ver—roh-en
$verrosten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verrosten, Rost werden, Rost bilden; E.: s. ver, s. rosten; L.: DW 25, 1016, EWD s. u. Rost 2; GB.: seit um 1210 belegte und aus ver und rosten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Eisen mögliches durch Verbindung mit Sauerstoff Rost oder Eisenoxid werden oder bilden; E.: s. ver, s. rosten; F.: verrosten, verroste, verrostest, verrostet, verrostete, verrostetest, verrosteten, verrostetet, ##verrostet, verrostete, verrostetes, verrostetem, verrosteten, verrosteter##, verrostend, ###verrostend, verrostende, verrostendes, verrostendem, verrostenden, verrostender, verrost (!)###+EW; Z.: ver—rost-en
$verrotten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verrotten, verfaulen, verderben; E.: s. ver, s. rotten (V.) (2); L.: Kluge s. u. verrotten, DW 25, 1017, EWD s. u. verrotten; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und rotten (V.) (2) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung organischer Stoffe mögliches verfaulen oder verderben; F.: verrotten, verrotte, verrottest, verrottet, verrottete, verrottetest, verrotteten, verrottetet, ##verrottet, verrottete, verrottetes, verrottetem, verrotteten, verrotteter##, verrottend, ###verrottend, verrottende, verrottendes, verrottendem, verrottenden, verrottender###, verrott (!)+EW; Z.: ver—ro-t-t-en
verrucht, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verrucht, verrufen (Adj.), schlecht beleumdet, schlecht beleumundet; ne. wicked, heinous; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1270-1300 (Göttweiger Trojanerkrieg); E.: mhd. verruochet, (Part. Prät.=)Adj., „verrucht“, achtlos, sorglos, ruchlos, unbekümmert, vernachlässigt; mnd. vörrōket*, vorroket, (Part. Prät.=)Adj., verrucht; mhd. verruochen (1), ferruochen*, sw. V., „verruchen“, sich nicht kümmern um, verachten, nicht Acht geben, vergessen (V.), entschlagen, verzichten auf; mhd. ver…, Präf., ver…; ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. ruochen, sw. V., denken an, bedacht sein (V.), besorgt sein (V.), sich kümmern, begehren; ahd. ruohhen, ruochen, sw. V. (1a), sorgen, beachten, sich kümmern um; germ. *rōkjan, sw. V., sorgen, besorgen, beachten; s. idg. *reg̑- (1), *h₃reg̑-, Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. verrucht, Kluge s. u. verrucht, fehlt DW (aber Verruchtheit als Eigenschaft verrucht), EWD s. u. verrucht, Duden s. u. verrucht; GB.: seit 1270-1300 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verrufen (Adj.) oder schlecht beleumundet; BM.: vorwärts; F.: verrucht, verruchte, verruchtes, verruchtem, verruchten, verruchter(, verruchtere, verruchteres, verruchterem, verruchteren, verruchterer, verruchtest, verruchteste, verruchtestes, verruchtestem, verruchtesten, verruchtester)+EW; Z.: ver—ru-ch-t
$verrücken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verrücken, verschieben; E.: s. ver, s. rücken; L.: DW 25, 1020, EWD s. u. rücken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches (örtlich) verschieben; F.: verrücken, verrücke, verrückst, verrückt, verrückest, verrücket, verrückte, verrücktest, verrückten, verrücktet, ##verrückt, verrückte, verrücktes, verrücktem, verrückten, verrückter##, verrückend, ###verrückend, verrückende, verrückendes, verrückendem, verrückenden, verrückender###, verrück (!)+EW; Z.: ver—rück-en
$verrückt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. verrückt, irre, wirr; E.: s. verrück(en), s. t (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. verrückt, Kluge s. u. verrückt, DW 25, 1020 (verrücken), EWD s. u. rücken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verrücken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches irre oder wirr; F.: verrückt, verrückte, verrücktes, verrücktem, verrückten, verrückter(, verrücktere, verrückteres, verrückterem, verrückteren, verrückterer, verrücktest, verrückteste, verrücktestes, verrücktestem, verrücktesten, verrücktester)+EW; Z.: ver—rück-t
$verrufen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. verrufen, in Verruf bringen; E.: s. ver, s. rufen; L.: Kluge s. u. rufen, DW 25, 1026, EWD s. u. rufen; GB.: (verrüefen) seit 1301-1319 belegte und aus ver und rufen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in Verruf oder schlechten Ruf bringen oder öffentlich ausrufen; F.: verrufen, verrufe, verrufst, verruft, verrufest, verrufet, verrief, verriefst, verriefen, verrieft, verriefest, verriefet, ##verrufen, verrufene, verrufenes, verrufenem, verrufenen, verrufener##, verrufend, ###verrufend, verrufende, verrufendes, verrufendem, verrufenden, verrufender###, verruf (!)+EW; Z.: ver—ru-f-en
Vers, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vers, Gedichtzeile, Zeile eines Gedichts; ne. verse; Vw.: s. Knittel-; Hw.: s. Versal, Versalie; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vers, fers*, st. M., sw. M., st. N., Vers, Strophe; mnd. versch, versche, varsch, vers, N., M., Vers, Strophe; mnl. vers, M., Vers; ahd. fers, vers*, st. M. (a), st. N. (a), Vers, Gesang; s. lat. versus, M., Linie, Reihe, Zeile, Vers, (um 250-184 v. Chr.); s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vers, Kluge s. u. Vers, EWD s. u. Vers, DW 25, 1029, EWAhd 3, 173, Duden s. u. Vers, Bluhme s. u. Vers; Son.: vgl. afries. fers, st. M., Vers, Bibelvers; ae. fers, st. M. (a), st. N. (a), Vers, Sentenz; an. vers, M., Vers; nndl. vers, Sb., Vers; frz. vers, M., Vers; nschw. vers, Sb., Vers; nnorw. vers, N., Vers; poln. wers, M., Vers; air. véarsa, M., Vers; GB.: (fers) seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche metrisch-rhythmisch geformte Zeile oder Einheit eines Gedichts; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Vers, Verses, Verse, Versen+FW(+EW?); Z.: Ver-s
$versachlichen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. versachlichen, vergegenständlichen, in sachlicher Art darstellen; E.: s. ver, s. sachlich, s. en (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Sache; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und sachlich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches vergegenständlichen oder in nüchterner oder sachlicher Art darstellen; F.: versachlichen, versachliche, versachlichst, versachlicht, versachlichest, versachlichet, versachlichte, versachlichtest, versachlichten, versachlichtet, ##versachlicht, versachlichte, versachlichtes, versachlichtem, versachlichten, versachlichter##, versachlichend, ###versachlichend, versachlichende, versachlichendes, versachlichendem, versachlichenden, versachlichender###, versachlich (!)+EW; Z.: ver—sach—lich-en
$versacken, nhd., sw. V., (17. Jh.?): nhd. versacken, sich sackartig zusammenballen, sinken, einsinken, untergehen; E.: s. ver, s. Sack, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. versacken, DW 25, 1030, EWD s. u. versacken; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus ver und Sack sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sinken oder einsinken oder untergehen; F.: versacken, versacke, versackst, versackt, versackest, versacket, versackte, versacktest, versackten, versacktet, ##versackt, versackte, versacktes, versacktem, versackten, versackter##, versackend, ###versackend, versackende, versackendes, versackendem, versackenden, versackender###, versack (!)+EW+FW; Z.: ver—sack-en
$versagen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. versagen, ablehnen, enttäuschen, scheitern; E.: s. ver, s. sagen; L.: Kluge s. u. versagen, DW 25, 1031, EWD s. u. sagen; GB.: (firsagen und firsagēn) seit neuntem Jahrhundert und um 830 belegte und aus ver und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ablehnen oder enttäuschen oder scheitern; F.: versagen, versage, versagst, versagt, versagest, versaget, versagte, versagtest, versagten, versagtet, ##versagt, versagte, versagtes, versagtem, versagten, versagter##, versagend, ###versagend, versagende, versagendes, versagendem, versagenden, versagender###, versag (!)+EW; Z.: ver—sag-en
$Versager, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Versager, Versagender; E.: s. versag(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. sagen, DW 25, 1035, EWD s. u. sagen; GB.: (versagære*) seit 1470 belegte und aus versag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen nicht das Erwartete leistenden Menschen oder einen ausbleibenden erwarteten Erfolg; F.: Versager, Versagers, Versagern+EW; Z.: Ver—sag-er
Versal, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Versal, Versalie, Großbuchstabe, Majuskel; ne. majuscule; Vw.: -; Hw.: s. Versalie; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. versus, M., Linie, Reihe, Zeile, Vers, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Versal, fehlt DW, Duden s. u. Versal; Son.: vgl. nschw. versal, Sb., Versal, Versalie; nnorw. versal, M., Versal, Versalie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten Großbuchstaben in Gegensatz zu den häufiger verwendeten Kleinbuchstaben; BM.: drehen; F.: Versal, Versals, Versalien+FW+EW?; Z.: Ver-s-al
Versalie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Versal, Versalie, Großbuchstabe, Majuskel; ne. majuscule; Vw.: -; Hw.: s. Versalie; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. versus, M., Linie, Reihe, Zeile, Vers, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Versal, fehlt DW; Son.: vgl. nschw. versal, Sb., Versal, Versalie; nnorw. versal, M., Versal, Versalie; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten Großbuchstaben in Gegensatz zu den häufiger verwendeten Kleinbuchstaben; BM.: drehen; F.: Versalie, Versalien+FW+EW?; Z.: Ver-s-al-ie
$versalzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. versalzen, zu viel Salz beigeben, durch Salz ungenießbar machen; E.: s. ver, s. Salz, s. en; L.: DW 25, 1035, EWD s. u. Salz; GB.: (versalzen) seit Ende 12. Jh. belegte und aus ver und Salz sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen unt Nutzung von Salz mögliches zu viel Salz beigeben oder durch Salz ungenießbar machen; F.: versalzen, versalze, versalzst (!), versalzt, versalzest, versalzet, versalzte, versalztest, versalzten, versalztet, ##versalzt, versalzte, versalztes, versalztem, versalzten, versalzter##, versalzend, ###versalzend, versalzende, versalzendes, versalzendem, versalzenden, versalzender###, versalz (!)+EW; Z.: ver—sa-l-z-en
$Versand, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Versand, Versendung, Verschickung; E.: s. versend(en); L.: DW 25, 1040, EWD s. u. senden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus versend(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte Versendung oder Verschickung von Gegenständen; F.: Versand, Versandes, Versands+EW; Z.: Ver—sand
$versanden, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. versanden, mit Sand gefüllt werden, enden; E.: s. ver, s. Sand, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sand, DW 25, 1040; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus ver und Sand sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches mit Sand gefüllt oder bedeckt werden oder enden; F.: versanden, versande (!), versandest, versandet, versandete, versandetest, versandeten, versandetet, ##versandet, versandete, versandetes, versandetem, versandeten, versandeter##, versandend, ###versandend, versandende, versandendes, versandendem, versandenden, versandender###, versand (!)+EW; Z.: ver—sa-nd-en
$versauen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. versauen, verschmutzen, verderben; E.: s. ver, s. Sau, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sau, DW 25, 1042, EWD s. u. Sau; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Sau sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verschmutzen oder verderben; F.: versauen, versaue (!), versaust, versaut, versauest, versauet, versaute, versautest, versauten, versautet, ##versaut, versaute, versautes, versautem, versauten, versauter##, versauend, ###versauend, versauende, versauendes, versauendem, versauenden, versauender###, versau (!)+EW; Z.: ver—sau-en
$versauern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. versauern, sauer werden, verderben; E.: s. ver, s. sauer, s. (e)n (Suff.); L.: DW 25, 1042, EWD s. u. sauer; GB.: (versūren) seit um 1275 belegte und aus ver und sauer sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sauer werden oder verderben; F.: versauern, versauere, versauer (!), versauerst, versauert, versauerte, versauertest, versauerten, versauertet, versauert, ##versauert, versauerte, versauertes, versauertem, versauerten, versauerter##, versauernd, ###versauernd, versauerndes, versauerndem, versauernden, versauernder###, versauer (!)+EW; Z.: ver—sau-er-n
$versaufen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. versaufen, vertrinken; E.: s. ver, s. saufen; L.: Kluge s. u. saufen, DW 25, 1043, EWD s. u. saufen; GB.: (firsoufen*) seit um 790 belegte und aus ver und saufen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches vertrinken oder ertränken oder ertrinken oder ersäufen; F.: versaufen, versaufe, versäufst, versäuft, versauft, versaufest, versaufet, versoff, versoffst, versoffen, versofft, versöffe, versöffest, versöffen, versöffet, versoffen, ##versoffen, versoffene, versoffenes, versoffenem, versoffenen, versoffener##, versaufend, ###versaufend, versaufende, versaufendes, versaufendem, versaufenden, versaufender###, versauf (!)+EW; Z.: ver—sau-f-en
$versäumen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. versäumen, verfehlen, verpassen; E.: s. ver, s. säumen (V.) (2); L.: Kluge s. u. säumen 2, DW 25, 1044, EWD s. u. säumen 2; GB.: (firsūmen*) seit um 800 belegte und aus ver und säumen (V.) (2) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verfehlen oder verpassen; F.: versäumen, versäume, versäumst, versäumt, versäumest, versäumet, versäumte, versäumtest, versäumten, versäumtet, ##versäumt, versäumte, versäumtes, versäumtem, versäumten, versäumter##, versäumend, ###versäumend, versäumende, versäumendes, versäumendem, versäumenden, versäumender###, versäum (!)+EW; Z.: ver—säum-en
$Versäumnis, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Versäumnis, Vernachlässigung, Unterlassung; E.: s. versäum(en) (V.) (2), s. nis; L.: Kluge s. u. säumen 2, DW 25, 1048, EWD s. u. säumen 2; GB.: (versūmnisse) seit um 1250 belegte und aus versäum(en) (V.) (2) und nis gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Vernachlässigung oder Unterlassung von etwas Gesolltem oder Zugesagtem; F.: Versäumnis, Versäumnisses, Versäumnisse, Versäumnissen+EW; Z.: Ver—säum-n-is
$verschachteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verschachteln, in eine Schachtel tun, wie in eine Schachtel tun; E.: s. ver, s. Schachtel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schachtel, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Schachtel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in eine Schachtel tun oder wie in eine Schachtel tun; F.: verschachteln, verschachtel (!), verschachtle, verschachtele, verschachtelst, verschachtelt, verschachtelte, verschachteltest, verschachtelten, verschachteltet, ##verschachtelt, verschachtelte, verschachteltes, verschachteltem, verschachtelten, verschachtelter##, verschachtelnd, ###verschachtelnd, verschachtelnde, verschachtelndes, verschachtelndem, verschachtelnden, verschachtelnder###, verschachtel (!)+EW+FW; Z.: ver—schacht-el-n
$verschalen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verschalen, mit einer Schale versehen (V.), verkleiden; E.: s. ver, s. schalen; L.: Kluge s. u. Schale 1, DW 25, 1055, EWD s. u. Schale 1; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Schal(e) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes mit einer Schale versehen (V.) oder verkleiden; F.: verschalen, verschale, verschalst, verschalt, verschalest, verschalet, verschalte, verschaltest, verschalten, verschaltet, ##verschalt, verschalte, verschaltes, verschaltem, verschalten, verschalter##, verschalend, ###verschalend, verschalende, verschalendes, verschalendem, verschalenden, verschalender###, verschal (!)+EW; Z.: ver—schal-en
$verschämt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verschämt, schüchtern, zaghaft; Vw.: s. un-; E.: s. ver, s. schäm(en), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. Scham, DW 25, 1056, EWD s. u. Scham; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus ver und schäm(en) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schüchtern oder zaghaft; F.: verschämt, verschämte, verschämtes, verschämtem, verschämten, verschämter(, verschämtere, verschämteres, verschämterem, verschämteren, verschämterer, verschämtest, verschämteste, verschämtestes, verschämtestem, verschämtesten, verschämtester)+EW; Z.: ver—schäm-t
$verscharren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verscharren; E.: s. ver, s. scharren; L.: Kluge s. u. scharren, DW 25, 1060, EWD s. u. scharren; GB.: (verscherren) seit 1348/1350 belegte und aus ver und scharren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches scharrend oberflächlich in Erde oder Sand begraben (V.); F.: verscharren, verscharre, verscharrst, verscharrt, verscharrest, verscharret, verscharrte, verscharrtest, verscharrten, verscharrtet, ##verscharrt, verscharrte, verscharrtes, verscharrtem, verscharrten, verscharrter##, verscharrend, ###verscharrend, verscharrende, verscharrendes, verscharrendem, verscharrenden, verscharrender###, verscharr (!)+EW; Z.: ver—schar-r-en
$verschaukeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verschaukeln, fehlerhaft schaukeln, täuschen; E.: s. ver, s. schaukeln; GB.: seit 20- Jh. belegte und aus ver und Schaukel sowie (e)n gebildete Bezeichnung für fehlerhaft schaukeln oder täuschen; L.: Kluge s. u. verschaukeln, DW 25, 1062; F.: verschaukeln, verschaukel (!), verschaukle, verschaukele, verschaukelst, verschaukelt, verschaukelte, verschaukeltest, verschaukelten, verschaukeltet, ##verschaukelt, verschaukelte, verschaukeltes, verschaukeltem, verschaukelten, verschaukelter##, verschaukelnd, ###verschaukelnd, verschaukelnde, verschaukelndes, verschaukelndem, verschaukelnden, verschaukelnder###, verschaukel (!)+EW?; Z.: ver—schauk-el-n
$verscheiden, nhd., st. V., (12. Jh.?): nhd. verscheiden, sterben, enden; E.: s. ver, s. scheiden; L.: Kluge s. u. scheiden, DW 25, 1062, EWD s. u. scheiden; GB.: (verscheiden) vielleicht seit (1120/1130) belegte und aus ver und scheiden gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sterben oder enden; F.: verscheiden, verscheide, verscheidest, verscheidet, verschied, verschiedest, verschiedst, verschieden, verschiedet, ##verschieden, verschiedene, verschiedenes, verschiedenem, verschiedenen, verschiedener##, verscheidend, ###verscheidend, verscheidende, verscheidendes, verscheidendem, verscheidenden, verscheidender###, verscheid (!)+EW; Z.: ver—schei-d-en
$verscherbeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verscherbeln, veräußern, verramschen, verscheuern; E.: s. ver, s. Scherb(e), s. (e)l, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. verscherbeln, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver sowie vielleicht Scherf sowie mittelbar Scherb(e) und el (Suff.) und (e)n (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums mögliches (billig) veräußern oder verramschen oder verscheuern; F.: verscherbeln, verscherbel (!), verscherble, verscherbele, verscherbelst, verscherbelt, verscherbelte, verscherbeltest, verscherbelten, verscherbeltet, ##verscherbelt, verscherbelte, verscherbeltes, verscherbeltem, verscherbelten, verscherbelter##, verscherbelnd, ###verscherbelnd, verscherbelnde, verscherbelndes, verscherbelndem, verscherbelnden, verscherbelnder###, verscherbel (!)+EW; Z.: ver—scher-b-el-n
$verscherzen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verscherzen, verlieren, einbüßen; E.: s. ver, s. scherzen; L.: DW 25, 1068, EWD s. u. Scherz; GB. seit 1430-1440 belegte und aus ver und scherzen gebildete Bezeichnung für verlieren oder einbüßen; F.: verscherzen, verscherze, verscherzst (!), verscherzt, verscherzest, verscherzet, verscherzte, verscherztest, verscherzten, verscherztet, ##verscherzt, verscherzte, verscherztes, verscherztem, verscherzten, verscherzter##, verscherzend, ###verscherzend, verscherzende, verscherzendes, verscherzendem, verscherzenden, verscherzender###, verscherz (!)+EW; Z.: ver—scher-z-en
$verschieben, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. verschieben, anderswohin schieben; E.: s. ver, s. schieben; L.: Kluge s. u. schieben, DW 25, 1072; GB.: (firskioban*) seit um 1000 belegte und aus ver und schieben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches an einen anderen Ort oder auch einen anderen Zeitpunkt schieben; F.: verschieben, verschiebst, verschiebt, verschiebest, verschiebet, verschob, verschobst, verschoben, verschobt, verschöbe, verschöbest, verschöbst (!), verschöben, verschöbet, verschöbt, verschoben, ##verschoben, verschobene, verschobenes, verschobenem, verschobenen, verschobener##, verschiebend, ##verschiebend, verschiebende, verschiebendes, verschiebendem, verschiebenden, verschiebender###, verschieb (!)+EW; Z.: ver—schieb-en
$verschieden, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verschieden, unterschiedlich, abweichend, andersartig; E.: s. ver, s. scheiden; L.: Kluge 1. A. s. u. verschieden, DW 25. 1074, EWD s. u. scheiden, verschieden, Bluhme s. u. verschieden; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus ver und scheiden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches unterschiedlich oder abweichend oder andersartig; F.: verschieden, verschiedene, verschiedenes, verschiedenem, verschiedenen, verschiedener+EW; Z.: ver—schie-d-en
$Verschiedenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verschiedenheit, Unterschiedlichkeit, Abweichung, Andersartigkeit; E.: s. verschieden, s. heit; L.: Kluge s. u. verschieden, DW 25, 1076, EWD s. u. verschieden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verschieden und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Unterschiedlichkeit oder Abweichung oder Andersartigkeit; F.: Verschiedenheit, Verschiedenheiten+EW; Z.: Ver—schie-d-en-hei—t
$verschiedentlich, nhd., Adv., (nach 2. Hälfte 17. Jh.?): nhd. verschiedentlich, mehrmals, öfter; E.: s. verschieden, s. t, s. lich; L.: DW 25, 1077, EWD s. u. verschieden; GB.: wohl nach 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus verschieden und t sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mehrmals oder öfter; F.: verschiedentlich+EW; Z.: ver—schie-d-en-t—lich
$verschimmeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verschimmeln, verfaulen, verderben; E.: s. ver, s. schimmeln; L.: DW 25, 1091, EWD s. u. schimmeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und schimmeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches von Schimmel überzogen werden und dadurch verfaulen oder verderben; F.: verschimmeln, verschimmel (!), verschimmle, verschimmele, verschimmelst, verschimmelt, verschimmelte, verschimmeltest, verschimmelten, verschimmeltet, verschimmelt, ##verschimmelt, verschimmelte, verschimmeltes, verschimmeltem, verschimmelten, verschimmelter##, verschimmelnd, ###verschimmelnd, verschimmelnde, verschimmelndes, verschimmelndem, verschimmelnden, verschimmelnder###, verschimmel (!)+EW; Z.: ver—schi-m-m-el-n
$verschimpfieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. verschimpfieren, verhöhnen, verunglimpfen; E.: s. ver, s. Schimpf, s. ier, s. en; L.: Kluge s. u. verschimpfieren, DW 25, 1082; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Schimpf sowie ier und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches verhöhnen oder verunglimpfen; F.: verschimpfieren, verschimpfiere, verschimpfierst, verschimpfiert, verschimpfierest, verschimpfieret, verschimpfierte, verschimpfiertest, verschimpfierten, verschimpfiertet, ##verschimpfiert, verschimpfierte, verschimpfiertes, verschimpfiertem, verschimpfierten, verschimpfierter##, verschimpfierend, ###verschimpfierend, verschimpfierende, verschimpfierendes, verschimpfierendem, verschimpfierenden, verschimpfierender###, verschimpfier (!)+EW(+FW?); Z.: ver—schimpf-ier-en
$Verschiss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verschiss, Beschmutzen mit Kot, Verruf; E.: s. ver, s. Schiss; L.: Kluge s. u. Verschiss, DW 25, 1082 (Verschisz); GB.: seit 1781 belegte und aus ver und Schiss bzw. scheiß(en) gebildete Bezeichnung für Beschmutzen mit Kot oder einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache dem Menschen möglichen Verruf; F.: Verschiss, Verschisses+EW; Z.: Ver—schi-ss
$Verschlag, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verschlag, Behälter aus Latten oder Brettern; E.: s. ver, s. Schlag bzw. schlag(en); L.: DW 25, 1085, EWD s. u. schlagen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ver und Schlag bzw. schlag(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen und von Menschen entwickelten Behälter aus Latten oder Brettern; F.: Verschlag, Verschlags, Verschlages, Verschläge, Verschlägen+EW; Z.: Ver—schlag
$verschlagen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verschlagen (V.), an eine andere Stelle geraten (V.) oder erschlagen; E.: s. ver, s. schlagen; L.: Kluge 1. A. s. u. verschlagen, Kluge s. u. verschlagen, DW 25, 1085, EWD s. u. schlagen; GB.: (firslahan) seit um 765 belegte und aus ver und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches an eine andere Stelle geraten (V.) oder erschlagen; F.: verschlagen, verschlage, verschlägst, verschlägt, verschlagt, verschlagest, verschlaget, verschlug, verschlugst, verschlugen, verschlugt, verschlüge, verschlügest, verschlügen, verschlüget, ##verschlagen, verschlagene, verschlagenes, verschlagenem, verschlagenen, verschlagener##, verschlagend, ###verschlagend, verschlagende, verschlagendes, verschlagendem, verschlagenden, verschlagender###, verschlag (!)+EW; Z.: ver—schlag-en
$verschlagen (2), nhd., (Part. Prät.=)Adj., (15. Jh.): nhd. verschlagen (Adj.). hinterlistig, gerissen; E.: s. verschlagen (V.); L.: fehlt DW (s. verschlagen, V.), EWD s. u. schlagen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verschlagen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinterlistig oder gerissen; F.: verschlagen, verschlagene, verschlagenes, verschlagenem, verschlagenen, verschlagener(, verschlagenere, verschlageneres, verschlagenerem, verschlageneren, verschlagenerer, verschlagenst, verschlagenste, verschlagenstes, verschlagenstem, verschlagensten, verschlagenster)+EW; Z.: ver—schlag-en
$verschlechtern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschlechtern, schlechter werden, schlechter machen, verschlimmern, beeinträchtigen, schaden; E.: s. ver, s. schlecht, s. (e)r, s. (e)n; L.: Kluge s. u. schlecht, DW 25, 1093; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und schlecht sowie (e)r und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für verschlimmern oder beeinträchtigen oder schaden; F.: verschlechtern, verschlechtere, verschlechter (!), verschlechterst, verschlechtert, verschlechterte, verschlechtertest, verschlechterten, verschlechtertet, ##verschlechtert, verschlechterte, verschlechtertes, verschlechtertem, verschlechterten, verschlechterter##, verschlechternd, ###verschlechternd, verschlechterndes, verschlechterndem, verschlechternden, verschlechternder###, verschlechter (!)+EW; Z.: ver—schlech-t-er-n
$verschleiern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschleiern, mit einem Schleier versehen (V.); E.: s. ver, s. Schleier, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Schleier, DW 25, 1084, EWD s. u. Schleier; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Schleier sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Schleier versehen (V.); F.: verschleiern, verschleiere, verschleier (!), verschleierst, verschleiert, verschleierte, verschleiertest, verschleierten, verschleiertet, ##verschleiert, verschleierte, verschleiertes, verschleiertem, verschleierten, verschleierter##, verschleiernd, ###verschleiernd, verschleierndes, verschleierndem, verschleiernden, verschleiernder###, verschleier (!)+EW+FW?; Z.: ver—schlei-er-n
$Verschleiß, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Verschleiß, Abnutzung; E.: s. verschleiß(en); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: Kluge s. u. verschleißen, DW 25, 1096 (Verschleisz), EWD s. u. verschleißen; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und von verschleißen abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Abnutzung (durch Beanspruchung); F.: Verschleiß, Verschleißes, Verschleiße, Verschleißen+EW; Z.: Ver—schlei-ß
verschleißen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verschleißen, abnutzen, gebrauchen, einwirken; ne. tear (V.), abrade; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. verslīzen, vorslīzen*, forslīzen*, st. V., verschleißen, abnutzen, zerreißen, aufbrauchen, verbringen, zubringen, verderben, sich abnutzen, zugrundegehen, bis zum Zerreißen abnutzen; mnd. vörslīten*, vorslīten, vorsliten, vorslitten, st. V., verschleißen, abnutzen, durch Gebrauch abnutzen, verbrauchen, vertragen (V.), auftragen, aufzehren, verzehren, hinbringen; mnl. verslīten, st. V., verschleißen; ahd. firslīzan*, st. V. (1a), verschleißen, zerreißen, abwetzen; as. farslītan*, st. V. (1a), verschleißen, schleißen, zerreißen, aufbrauchen, vergehen; anfrk. farslītan*, farslīton*, st. V. (1), verschleißen, durchschneiden; germ. *farsleitan, st. V., zerreißen, verschleißen; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *skel- (1), *kel- (7), *skelH-, V., schneiden, aufschlitzen, spalten, Pokorny 923 (1610/82) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. verschließen, DW 25, 1113, EWD s. u. verschließen, Seebold 430, Duden s. u. verschleißen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. verslijten, V., verschleißen; nschw. slita, V., verschleißen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abnutzen oder gebrauchen oder einwirken; BM.: durch, schneiden; F.: verschleißen, verschleiße, verschleißt, verschleißest, verschleißet, verschliss, verschlissest, verschlisst, verschlissen, verschlisse, ##verschlissen, verschlissene, verschlissenes, verschlissenem, verschlissenen, verschlissener##, verschleißend, ###verschleißend, verschleißende, verschleißendes, verschleißendem, verschleißenden, verschleißender###, verschleiß (!)+EW; Z.: ver—schlei-ß-en
$verschleudern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschleudern, ausschleudern, ausstoßen, verramschen; E.: s. ver, s. schleudern; L.: DW 25, 1100, EWD s. u. Schleuder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und schleudern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches ausschleudern oder ausstoßen oder (später) verramschen; F.: verschleudern, verschleudere, verschleuder (!), verschleudre, verschleuderst, verschleudert, verschleuderte, verschleudertest, verschleuderten, verschleudertet, verschleudert, ##verschleudert, verschleudertes, verschleudertem, verschleuderten, verschleuderter##, verschleudernd, ###verschleudernd, verschleudernde, verschleuderndes, verschleuderndem, verschleudernden, verschleudernder###, verschleuder (!)+EW; Z.: ver—schleu-d-er-n
$verschließen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. verschließen, schließen, versperren; E.: s. ver, s. schließen; L.: Kluge s. u. schließen, DW25, 1102; GB.: (versliezen) seit vor 1190 belegte und aus ver und schließen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schließen oder versperren; F.: verschließen, verschließe, verschließst (!), verschließt, verschließest, verschließet, verschloss, verschlossest, verschlossen, verschlosst (!), verschlösse, verschlössest, verschlössen, verschlösset, verschlossen, ##verschlossen, verschlossene, verschlossenes, verschlossenem, verschlossenen, verschlossener##, ###verschließend, verschließend, verschließende, verschließendes, verschließendem, verschließenden, verschließender###, verschließ (!)+EW; Z.: ver—schlie-ß-en
$verschlimmbessern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschlimmbessern, bei einem Versuch der Verbesserung verschlimmern; E.: s. ver, s. schlimm, s. bessern; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.: L.: DW 25, 1106, EWD s. u. verschlimmbessern, schlimm; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ver und schlimm sowie bessern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bei einem Versuch einer Verbesserung verschlimmern; F.: verschlimmbessern, verschlimmbessere, verschlimmbesser (!), verschlimmbesserst, verschlimmbessert, verschlimmbesserte, verschlimmbessertest, verschlimmbesserten, verschlimmbessertet, verschlimmbessert, ##verschlimmbessert, verschlimmbesserte, verschlimmbessertes, verschlimmbessertem, verschlimmbesserten, verschlimmbesserter##, verschlimmbessernd, ###verschlimmbessernd, verschlimmbesserndes, verschlimmbesserndem, verschlimmbessernden, verschlimmbessernder###, verschlimmbesser (!)+EW; Z.: ver—sch-lim-m—bess-er-n
$Verschlimmbesserung, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Verschlimmbesserung, Verschlechterung; E.: s. verschlimmbesser(n), s. ung; Q.: Mitte 19. Jh.; L.: DW 25, 1106, EWD s. u. verschlimmbessern; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus verschlimmbesser(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine bei dem Versuch einer Verbesserung einer Gegebenheit entstehende Verschlimmerung oder Verschlechterung; F.: Verschlimmbesserung, Verschlimmbesserungen+EW; Z.: Ver—sch-lim-m—bess-er-ung
$verschlimmern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verschlimmern, verschlechtern; E.: s. ver, s. schlimm, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. schlimm, DW 25, 1106, EWD s. u. schlimm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und schlimm sowie er und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verschlechtern; F.: verschlimmern, verschlimmere, verschlimmer (!), verschlimmerst, verschlimmert, verschlimmerte, verschlimmertest, verschlimmerten, verschlimmertet, ##verschlimmert, verschlimmerte, verschlimmertes, verschlimmertem, verschlimmerten, verschlimmerter##, verschlimmernd, ###verschlimmernd, verschlimmerndes, verschlimmerndem, verschlimmernden, verschlimmernder###, verschlimmer (!)+EW; Z.: ver—sch-lim-m-er-n
$verschlingen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. verschlingen, verschlucken, verknüpfen; E.: s. ver, s. schlingen; L.: Kluge s. u. schlingen 2, DW 25, 1108, EWD s. u. schlingen 2; GB.: nach DW seit 15. Jh. belegte und aus ver und schlingen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches verschlucken oder (später) verknüpfen; F.: verschlingen, verschlinge, verschlingst, verschlingt, verschlingest, verschlinget, verschlang, verschlangst, verschlangen, verschlangt, verschlänge, verschlängest, verschlängen, verschlänget, verschlungen, ##verschlungen, verschlungene, verschlungenes, verschlungenem, verschlungenen, verschlungener##, verschlingend, ###verschlingend, verschlingende, verschlingendes, verschlingendem, verschlingenden, verschlingender###, verschling (!)+EW; Z.: ver—schli-n-g-en
$Verschliss, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Verschliss, Verschleiß, Abnutzung durch Beanspruchung oder Gebrauch; E.: s. ver, s. schleiß(en); L.: Kluge s. u. verschleißen, fehlt DW (dort aber Verschlissenheit); GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus verschleißen gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Abnutzung durch Beanspruchung oder Gebrauch; F.: Verschliss, Verschlisses+EW; Z.: Ver—schli-ss
$verschlissen, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. verschlissen, abgenutzt, gebraucht; E.: s. verschleiß(en); L.: Kluge s. u. verschleißen, fehlt DW (s. verschleißen), EWD s. u. verschleißen; GB.: seit 12. Jh. belegte und von verschleißen abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches abgenutzt oder gebraucht; F.: verschlissen, verschlissene, verschlissenes, verschlissenem, verschlissenen, verschlissener(, verschlissenere, verschlisseneres, verschlissenerem, verschlisseneren, verschlissenerer, verschlissenst, verschlissenste, verschlissenstes, verschlissenstem, verschlissensten, verschlissenster)+EW; Z.: ver—schli-ss-en
$Verschluss, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Verschluss; Vw.: s. Bajonett-; E.: s. ver, s. Schluss; L.: DW 25, 1116 (Verschlusz); GB.: seit 17. Jh. belegte und von verschließen abgeleitete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete Vorrichtung zu dem Verschließen oder Versperren (einer Gegebenheit); F.: Verschluss, Verschlusses, Verschlüsse, Verschlüssen+EW; Z.: Ver—schlu-ss
$verschlüsseln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verschlüsseln; E.: s. ver, s. Schlüssel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schlüssel, fehlt DW, EWD s. u. Schlüssel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Schlüssel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes (für das Verständnis) verschließen eines Textes oder Bildes durch einen nur Eingeweihten bekannten Schlüssel oder Code; F.: verschlüsseln, verschlüssel (!), verschlüssle, verschlüssele, verschlüsselst, verschlüsselt, verschlüsselte, verschlüsseltest, verschlüsselten, verschlüsseltet, ##verschlüsselt, verschlüsselte, verschlüsseltes, verschlüsseltem, verschlüsselten, verschlüsselter##, verschlüsselnd, ###verschlüsselnd, verschlüsselnde, verschlüsselndes, verschlüsselndem, verschlüsselnden, verschlüsselnder###, verschlüssel (!)+EW; Z.: ver—schlü-ss-el-n
$Verschlusslaut, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Verschlusslaut, Explosivlaut, Plosiv; E.: s. Verschluss, s. Laut; L.: fehlt DW, EWD s. u. laut; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Verschluss und Laut gebildete Bezeichnung für einen seit Entwicklung von Sprache gebildeten und verwendeten Konsonanten wie beispielsweise (stimmlos) p und t und k sowie (stimmhaft) b und d und g sowie den Knacklaut (bei Vokalneueinsatz an einem Wortanfang oder Silbenanfang); F.: Verschlusslaut, Verschlusslautes, Verschlusslauts, Verschlusslaute, Verschlusslauten+EW; Z.: Ver—schlu-ss—lau-t
$verschmachten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verschmachten, verhungern, verdursten, an Entbehrung zugrunde gehen; E.: s. ver, s. schmachten; L.: DW 25, 1116, EWD s. u. schmachten; GB.: (versmahten) seit nach 1298 belegte und aus ver und schmachten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verdursten und verhungern oder an Entbehrung zugrunde gehen; F.: verschmachten, verschmachte, verschmachtest, verschmachtet, verschmachtete, verschmachtetest, verschmachteten, verschmachtetet, ##verschmachtet, verschmachtete, verschmachtetes, verschmachtetem, verschmachteten, verschmachteter##, verschmachtend, ###verschmachtend, verschmachtende, verschmachtendes, verschmachtendem, verschmachtenden, verschmachtender, verschmacht (!)###+EW; Z.: ver—schmach-t-en
$verschmähen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. verschmähen, ablehnen, abweisen; E.: s. ver, s. schmähen; L.: DW 25, 1118, EWD s. u. schmähen; GB.: (firsmāhen*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ver und schmähen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ablehnen oder abweisen; F.: verschmähen, verschmähe, verschmähst, verschmäht, verschmähest, verschmähet, verschmähte, verschmähtest, verschmähten, verschmähtet, ##verschmäht, verschmähte, verschmähtes, verschmähtem, verschmähten, verschmähter##, verschmähend, ###verschmähend, verschmähende, verschmähendes, verschmähendem, verschmähenden, verschmähender###, verschmäh (!)+EW; Z.: ver—schmäh-en
verschmitzt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. verschmitzt, listig, pfiffig; ne. mischievous; Vw.: -; Hw.: s. schmitzen (1); Q.: Mitte 16. Jh.; E.: von fnhd. versmitzen, V., mit Ruten schlagen; s. mhd. ver…, Präf., ver…; ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. smitzen, sw. V., etwas Spitzes schnell bewegen, mit Ruten hauen, zücken, geißeln, züchtigen, schlagen, schnellen, stecken in; germ. *smittōn, sw. V., beschmieren; s. idg. *smeid-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966; vgl. idg. *smē-, *smeī-, *smei-, V., schmieren (V.) (1), streichen, wischen, reiben, Pokorny 966 (1665/137) (RB. idg. aus arm., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verschmitzt, Kluge s. u. verschmitzt, fehlt DW (aber Verschmitztheit), EWD s. u. verschmitzt, Duden s. u. verschmitzt, Bluhme s. u. verschmitzt; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches listig oder pfiffig; BM.: vorwärts, streichen; F.: verschmitzt, verschmitzte, verschmitztes, verschmitztem, verschmitzten, verschmitzter(, verschmitztere, verschmitzteres, verschmitzterem, verschmitzteren, verschmitzterer, verschmitztest, verschmitzteste, verschmitztestes, verschmitztestem, verschmitztesten, verschmitztester)+EW; Z.: ver-schmitz-t
$verschneiden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verschneiden, abscheiden, zuschneiden, falsch schneiden, kastrieren; E.: s. ver, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 25, 1130, EWD s. u. schneiden; GB.: (firsnīdan*) seit um 765 belegte und aus ver und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches abschneiden oder zuschneiden oder falsch schneiden oder kastrieren; F.: verschneiden, verschneide, verschneidest, verschneidet, verschnitt, verschnittest, verschnittst (!), verschnitten, verschnittet, verschnitten, ##verschnitten, verschnittene, verschnittenes, verschnittenem, verschnittenen, verschnittener##, verschneidend, ###verschneidend, verschneidende, verschneidendes, verschneidendem, verschneidenden, verschneidender###, verschneid (!)+EW; Z.: ver—schneid-en
$Verschnitt, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verschnitt, Nachahmung, Mischung, (durch Schneiden entstehender) Abfall; E.: s. ver, s. Schnitt; L.: DW 25, 1136, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Schnitt gebildete Bezeichnung für eine Nachahmung oder eine Mischung oder einen durch Schneiden entstehenden Abfall; F.: Verschnitt, Verschnittes, Verschnitts, Verschnitte, Verschnitten+EW; Z.: Ver—schnit-t
$Verschnittener, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verschnittener, Kastrierter, Mischung; E.: s. verschneid(en), s. en, s. er; L.: fehlt DW (aber Verschnitt), EWD s. u. schneiden; GB.: seit 16. Jh. belegte und von verschneiden abgeleitete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Kastrierten oder eine Mischung; F.: Verschnittener, Verschnittenen+EW; Z.: Ver—schnit-t-en-er
$verschnörkeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschnörkeln, durch Schnörkel verzieren; E.: s. ver, s. Schnörkel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schnörkel, DW 25, 1136, EWD s. u. Schnörkel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und Schnörkel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von dem Menschen vielleicht seit Entwicklung von Schrift mögliches und verwendetes durch Schnörkel verzieren einer Gegebenheit; F.: verschnörkeln, verschnörkel (!), verschnörkle, verschnörkele, verschnörkelst, verschnörkelt, verschnörkelte, verschnörkeltest, verschnörkelten, verschnörkeltet, ##verschnörkelt, verschnörkelte, verschnörkeltes, verschnörkeltem, verschnörkelten, verschnörkelter##, verschnörkelnd, ###verschnörkelnd, verschnörkelnde, verschnörkelndes, verschnörkelndem, verschnörkelnden, verschnörkelnder###, verschnörkel (!)+EW+FW?; Z.: ver—schnö-r-k-el-n
$verschnupft, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.?): nhd. verschnupft, erkältet, verärgert; E.: s. verschnupf(en), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. schnupfen, fehlt DW (aber verschnupfen DW 15, 1137); GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus verschnupf(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erkältet und verärgert; F.: verschnupft, verschnupfte, verschnupftes, verschnupftem, verschnupften, verschnupfter(, verschnupftere, verschnupfteres, verschnupfterem, verschnupfteren, verschnupfterer, verschnupftest, verschnupfteste, verschnupftestes, verschnupftestem, verschnupftesten, verschnupftester)+EW; Z.: ver—schnu-pf-en
verschollen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verschollen, nicht mehr auffindbar, unauffindbar; ne. missing (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Schall, schallen; Q.: 18. Jh.; E.: Partizip von verschallen, s. ver…, s. schallen; L.: Kluge s. u. verschollen, DW 25, 1138, EWD s. u. verschollen, Duden s. u. verschollen, Bluhme s. u. verschollen; GB.: seit 18. Jh. belegte und von verschallen abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (von ihm) nicht mehr auffindbar; BM.: vorwärts, klingen bzw. durch Rufen nicht erreichbar sein (V.); F.: verschollen, verschollene, verschollenes, verschollenem, verschollenen, verschollener+EW; Z.: ver—schol-l-en
$verschönen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verschönen, schön machen; E.: s. ver, s. schön, s. en (Suff.); L.: DW 25, 1142, EWD s. u. schön; GB.: (verschœnen) seit 1276-1318 Jh. belegte und aus ver und schön sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schön machen; F.: verschönen, verschöne, verschönst, verschönt, verschönest, verschönet, verschönte, verschöntest, verschönten, verschöntet, ##verschönt, verschönte, verschöntes, verschöntem, verschönten, verschönter##, verschönend, ###verschönend, verschönende, verschönendes, verschönendem, verschönenden, verschönender###, verschön (!), verschöne (!)+EW; Z.: ver—schö-n-en
$verschönern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verschönern, schöner machen; E.: s. ver, s. schön, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. schön, DW 25, 1143, EWD s. u. schön; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und schön sowie er und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schöner machen F.: verschönern, verschönere, verschöner (!), verschönerst, verschönert, verschönerte, verschönertest, verschönerten, verschönertet, ##verschönert, verschönerte, verschönertes, verschönertem, verschönerten, verschönerter##, verschönernd, ###verschönernd, verschönerndes, verschönerndem, verschönernden, verschönernder###, verschöner (!)+EW; Z.: ver—schö-n-er-n
$verschränken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verschränken, übereinanderlegen, abhalten, hindern; E.: s. ver, s. schränken; L.: Kluge s. u. schränken, DW 25, 1147, EWD s. u. schränken; GB.: (firskrenken*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und schränken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches die Arme und Beine kreuzweise oder gekreuzt übereinanderlegen oder abhalten oder hindern; F.: verschränken, verschränke, verschränkst, verschränkt, verschränkest, verschränket, verschränkte, verschränktest, verschränkten, verschränktet, ##verschränkt, verschränkt, verschränkte, verschränktes, verschränktem, verschränkten, verschränkter##, verschränkend, ###verschränkend, verschränkende, verschränkendes, verschränkendem, verschränkenden, verschränkender###, verschränk (!)+EW; Z.: ver—schrä-nk-en
$verschreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. verschreiben, schreiben, verordnen, falsch schreiben; E.: s. ver. s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 25, 1153, EWD s. u. schreiben; GB.: (verschrīben) seit 1190-1200 belegte und aus ver und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift dem Menschen mögliches schreiben oder verordnen oder auch falsch schreiben; F.: verschreiben, verschreibe, verschreibst, verschreibt, verschreibet, verschrieb, verschriebst, verschrieben, verschriebt, verschriebet, verschrieben, ##verschrieben, verschriebene, verschriebenes, verschriebenem, verschriebenen, verschriebener##, verschreibend, ###verschreibend, verschreibende, verschreibendes, verschreibendem, verschreibenden, verschreibender###, verschreib (!)+EW+FW; Z.: ver—schrei-b-en
$verschreien, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. verschreien, überschreien, in Verruf bringen, ungut beeinflussen; E.: s. ver, s. schreien; Q.: 1200-1210 (Parzifal); L.: DW 25, 1161, EWD s. u. schreien; GB.: (verschrīen) seit 1200-1210 belegte und aus ver und schreien gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches überschreien oder in Verruf bringen oder ungut beeinflussen; F.: verschreien, verschreie, verschreist, verschreit, verschreiest, verschreiet, verschrie, verschriest, verschrieen (!), verschriet, verschrieen (!), ##verschrieen, verschrieene (!, verschrieenes (!), verschrieenem (!), verschrieenen (!), verschrieener (!)##, verschreiend, ###verschreiend, verschreiende, verschreiendes, verschreiendem, verschreienden, verschreiender###, verschrei (!)+EW; Z.: ver—schrei-en
verschroben, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verschroben, verdreht, absonderlich, sonderbar; ne. quirky; Vw.: -; Hw.: s. Schraube; Q.: 18. Jh.; E.: s. ver, s. Schraube, s. schroben (in der norddeutschen Umgangssprache gebildet zu einer starken Flexion von schrauben); L.: Kluge 1. A. s. u. verschroben, Kluge s. u. verschroben, DW 25, 1164, EWD s. u. verschroben, Duden s. u. verschroben, Bluhme s. u. verschroben; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und schroben (schrauben) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verschraubt oder verdreht oder absonderlich oder sonderbar; BM.: falsch eingeschraubt; F.: verschroben, verschrobene, verschrobenes, verschrobenem, verschrobenen, verschrobener(, verschrobenere, verschrobeneres, verschrobenerem, verschrobeneren, verschrobenerer, verschrobenst, verschrobenste, verschrobenstes, verschrobenstem, verschrobensten, verschrobenster)+EW; Z.: ver—schro-b-en
$Verschrobenheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verschrobenheit, Verdrehtheit, Absonderlichkeit; E.: s. verschroben, s. heit; L.: Kluge s. u. verschroben, DW 25, 1165, EWD s. u. verschroben; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus verschroben und heit gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Verdrehtheit oder Absonderlichkeit; F.: Verschrobenheit, Verschrobenheiten+EW; Z.: Ver—schro-b-en-hei-t
$verschrotten, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. verschrotten, als Schrott verwerten; E.: s. ver, s. Schrott, s. en; L.: fehlt DW, EWD s. u. Schrott; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Schrott sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl vor allem seit dem 19. Jh. von Menschen entwickeltes und verwendetes ältere Gebrauchsgegenstände zu Schrott machen und als Schrott verwerten; F.: verschrotten, verschrotte, verschrottest, verschrottet, verschrottete, verschrottetest, verschrotteten, verschrottetet, ##verschrottet, verschrottete, verschrottetes, verschrottetem, verschrotteten, verschrotteter##, verschrottend, ###verschrottend, verschrottende, verschrottendes, verschrottendem, verschrottenden, verschrottender, verschrott (!)###+EW; Z.: ver—schro-t-t-en
$verschrumpeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verschrumpeln, schrumpfen, zusammenziehen, runzelig werden; E.: s. ver, s. schrump(fen), s. el, s. (e)n (Suff.), L.: DW 25, 1167, EWD s. u. schrumpfen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und schrump(fen) sowie el und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Verlust von Feuchtigkeit zusammenziehen und runzelig werden; F.: verschrumpeln, verschrumpel (!), verschrumple, verschrumpele, verschrumpelst, verschrumpelt, verschrumpelte, verschrumpeltest, verschrumpelten, verschrumpeltet, verschrumpelt, ##verschrumpelt, verschrumpelte, verschrumpeltes, verschrumpeltem, verschrumpelten, verschrumpelter##, verschrumpelnd, ###verschrumpelnd, verschrumpelnde, verschrumpelndes, verschrumpelndem, verschrumpelnden, verschrumpelnder###, verschrumpel (!)+EW; Z.: ver—schru-mp-el-n
$verschrumpelt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.?): nhd. verschrumpelt, zusammengezogen, runzelig, runzelig geworden; E.: s. ver, s. schrump(fen), s. el, s. t; L.: Kluge s. u. verschrumpelt, fehlt DW (s. verschrumpeln DW 15, 1167); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und schrump(fen) sowie el und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Verlust von Feuchtigkeit zusammengezogen und runzelig geworden; F.: verschrumpelt, verschrumpelte, verschrumpeltes, verschrumpeltem, verschrumpelten, verschrumpelter(, verschrumpeltere, verschrumpelteres, verschrumpelterem, verschrumpelteren, verschrumpelterer, verschrumpeltst, verschrumpeltste, verschrumpeltstes, verschrumpeltstem, verschrumpeltsten, verschrumpeltster)+EW; Z.: ver—schru-mp-el-t
$verschüchtern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verschüchtern, schüchtern machen, ängstigen; E.: s. ver, s. schüchtern; L.: Kluge s. u. schüchtern, DW 25, 1170; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und schüchtern (Adj.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schüchtern machen oder ängstigen; F.: verschüchtern, verschüchtere, verschüchter (!), verschüchterst, verschüchtert, verschüchterte, verschüchtertest, verschüchterten, verschüchtertet, ##verschüchtert, verschüchterte, verschüchtertes, verschüchtertem, verschüchterten, verschüchterter##, verschüchternd, ###verschüchternd, verschüchterndes, verschüchterndem, verschüchternden, verschüchternder###, verschüchter (!)+EW; Z.: ver—schüch-t-er-n
$verschüchtert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verschüchtert, schüchtern gemacht, verängstigt; E.: s. verschüchter(n), s. t; L.: EWD s. u. schüchtern, fehlt DW (s. verschüchtern DW 25, 1170); GB.: seit 19. Jh. belegte und von verschüchtern abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches schüchtern gemacht oder verängstigt; F.: verschüchtert, verschüchterte, verschüchtertes, verschüchtertem, verschüchterten, verschüchterter(, verschüchtertere, verschüchterteres, verschüchterterem, verschüchterteren, verschüchterterer, verschüchtertst, verschüchtertste, verschüchtertstes, verschüchtertstem, verschüchtertsten, verschüchtertster)+EW; Z.: ver—schüch-t-er-t
verschütt, nhd., Adj., (Anfang 19. Jh.?): nhd. verschütt, verschüttet?, verhaftet, eingesperrt, verloren; Hw.: s. verschüttgehen; L.: fehlt DW
$verschüttgehen, verschütt gehen, nhd., st. V., (19. Jh.): nhd. verschüttgehen, verhaftet werden, verlorengehen; E.: s. verschütt, s. gehen; L.: Kluge s. u. verschüttgehen, fehlt DW; GB.: seit Mitte 19. Jh. in dem Berlinischen aus verschütt (verhaftet) und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches verhaftet werden; F.: verschüttgehen, verschütt gehen, gehe verschütt, gehst verschütt, geht verschütt, gehen verschütt, gehest verschütt, gehet verschütt, ging verschütt, gingst verschütt, gingen verschütt, gingt verschütt, gingest verschütt, ginget verschütt, verschüttgegangen, ##verschüttgegangen, verschüttgegangene, verschüttgegangenes, verschüttgegangenem, verschüttgegangenen, verschüttgegangener##, verschüttgehend, ###verschüttgehend, verschüttgehende, verschüttgehendes, verschüttgehendem, verschüttgehenden, verschüttgehender###, verschüttzugehen, ####verschüttzugehen, verschüttzugehend, verschüttzugehende, verschüttzugehendes, verschüttzugehendem, verschüttzugehenden, verschüttzugehender####, geh verschütt (!)+EW; Z.: ver—schüt-t—geh-en
$verschwägern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verschwägern; E.: s. ver, s. Schwager, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Schwager, DW 25, 1189, EWD s. u. Schwager; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Schwager und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Ehen mögliches durch eine Heirat verwandtschaftsähnliche Beziehungen mit den Verwandten (Geschwistern) des Ehegatten begründen; F.: verschwägern, verschwägere, verschwäger (!), verschwägerst, verschwägert, verschwägerte, verschwägertest, verschwägerten, verschwägertet, ##verschwägert, verschwägerte, verschwägertes, verschwägertem, verschwägerten, verschwägerter##, verschwägernd, ###verschwägernd, verschwägerndes, verschwägerndem, verschwägernden, verschwägernder###, verschwäger (!)+EW; Z.: ver—schwäg-er-n
$verschwägert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verschwägert; E.: s. verschwäger(n), s. t; L.: EWD s. u. Schwager, fehlt DW (s. verschwägern DW 25, 1189; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verschwäger(n) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Ehen mögliches durch eine Heirat verwandtschaftsähnliche Beziehungen mit den Verwandten (Geschwistern) des Ehegatten begründet habend; F.: verschwägert, verschwägerte, verschwägertes, verschwägertem, verschwägerten, verschwägerter+EW; Z.: ver—schwäg-er-t
$verschweigen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verschweigen, verheimlichen; E.: s. ver, s. schweigen; L.: Kluge s. u. schweigen, DW 25, 1195, EWD s. u. schweigen; GB.: (firswīgēn*) seit um 765 belegte und aus ver und schweigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches verheimlichen oder bewusst nicht sagen; F.: verschweigen, verschweige, verschweigst, verschweigt, verschweigest, verschweiget, verschwieg, verschwiegst, verschwiegen, verschwiegt, verschwiegest, verschwieget, verschwiegen, ##verschwiegen, verschwiegene, verschwiegenes, verschwiegenem, verschwiegenen, verschwiegener##, verschweigend, ###verschweigend, verschweigende, verschweigendes, verschweigendem, verschweigenden, verschweigender###, verschweig (!)+EW; Z.: ver—schwei-g-en
verschwenden, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. verschwenden., vergeuden, verprassen; ne. waste (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. verswenden, versweneden, ferswenden*, sw. V., „verschwenden“, vergeuden, unsichtbar machen, zerbrechen, ausgeben, aufbrauchen, verbrauchen, verzehren, vernichten; mnd. vörswenden*, vorswenden, sw. V., verschwenden, hinbringen, vertreiben; ahd. firswenten*, sw. V. (1a), „verschwenden“, vernichten, verzehren, verschlingen; ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. swintan, st. V. (3a), schwinden, vergehen, sich verzehren, hinschwinden, zunichte werden, verwesen (V.) (2), verstummen; as. *swindan?, st. V. (3a), schwinden; anfrk. -; germ. *swendan, st. V., schwinden; idg. *su̯endʰ-?, *u̯endʰ- (2), V., schwinden?, Pokorny 1047 (1808/280); s. idg. *su̯ei-, su̯i-, V., zischen, pfeifen, Pokorny 1040 (1792/264) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verschwenden, Kluge s. u. verschwenden, DW 25, 1206, EWD s. u. verschwendenDuden s. u. verschwenden, Bluhme s. u. verschwenden; GB.: (firswenten) seit um 1000 belegte und aus ver und schwenden gebildete sowie in den Bestandteilen für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches eine Gegebenheit leichtfertig in überreichlichem Maße und ohne entsprechenden Nutzen verbrauchen oder vergeuden oder verprassen; BM.: verschwinden machen bzw. vorwärts, zischen; F.: verschwenden, verschwende, verschwendest, verschwendet, verschwendete, verschwendetest, verschwendeten, verschwendetet, ##verschwendet, verschwendete, verschwendetes, verschwendetem, verschwendeten, verschwendeter##, verschwendend, ###verschwendend, verschwendende, verschwendendes, verschwendendem, verschwendenden, verschwendender###, verschwend (!)+EW; Z.: ver—schwe-nd-en
$Verschwender, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Verschwender, Verschwendender; E.: s. verschwend(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. verschwenden, DW 25, 1210, EWD s. u. verschwenden; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. prodigus aus verschwend(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen eine Gegebenheit leichtfertig in überreichlichem Maße und ohne entsprechenden Nutzen verbrauchenden oder vergeudenden Menschen; F.: Verschwender, Verschwenders, Verschwendern+EW; Z.: Ver—schwe-nd-er
$verschwenderisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. verschwenderisch, Verschwender betreffend; E.: s. Verschwender, s. isch; L.: Kluge s. u. verschwenden, DW 25, 1210, EWD s. u. verschwenden; GB.: seit 1660 belegte und aus Verschwender und isch gebildete Bezeichnung für einen Verschwender betreffend; F.: verschwenderisch, verschwenderische, verschwenderisches, verschwenderischem, verschwenderischen, verschwenderischer(, verschwenderischere, verschwenderischeres, verschwenderischerem, verschwenderischeren, verschwenderischerer, verschwenderischst, verschwenderischste, verschwenderischstes, verschwenderischstem, verschwenderischsten, verschwenderischster)+EW; Z.: ver—schwe-nd-er-isch
$Verschwendung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verschwendung, Vergeudung; E.: s. verschwend(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verschwenden, DW 25, 1211, EWD s. u. verschwenden; GB.: (verswendunge) seit 15. Jh. belegte und aus verschwend(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vergeudung oder nicht wirtschaftliche Verwendung einer Gegebenheit; F.: Verschwendung, Verschwendungen+EW; Z.: Ver—schwe-nd-ung
$verschwiegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verschwiegen, schweigsam, still, ruhig; E.: s. ver, s. schweigen; L.: DW 25, 1214, EWD s. u. schweigen; GB.: (verswigen) seit 1200-1210 belegte und aus verschweigen oder ver und schweigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches schweigsam oder still oder ruhig; F.: verschwiegen, verschwiegene, verschwiegenes, verschwiegenem, verschwiegenen, verschwiegener(, verschwiegenere, verschwiegeneres, verschwiegenerem, verschwiegeneren, verschwiegenerer, verschwiegenst, verschwiegenste, verschwiegenstes, verschwiegenstem, verschwiegensten, verschwiegenster)+EW; Z.: ver—schwie-g-en
$verschwimmen, nhd., st. V., (18. Jh.): nhd. verschwimmen; E.: s. ver, s. schwimmen; L.: Kluge s. u. schwimmen, DW 25, 1215, EWD s. u. schwimmen; GB.: seit 1702 belegte und aus ver und schwimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches falsch schwimmen oder übertragen (Adj.) seit Entstehen des Sehens mögliches undeutlich werden oder unklar werden; F.: verschwimmen, verschwimme, verschwimmst, verschwimmt, verschwimmest, verschwimmet, verschwamm, verschwammst, verschwammen, verschwammt, verschwämme, verschwämmst, verschwämmest, verschwämmen, verschwämmt, verschwämmet, verschwömme, verschwömmst, verschwömmest, verschwömmen, verschwömmt, verschwömmet, verschwommen, ##verschwommen, verschwommene, verschwommenes, verschwommenem, verschwommenen, verschwommener##, verschwimmend, ###verschwimmend, verschwimmende, verschwimmendes, verschwimmendem, verschwimmenden, verschwimmender###, verschwimm (!)+EW; Z.: ver—schwim-m-en
$verschwinden, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. verschwinden, vergehen, weggehen, aufhören; E.: s. ver, s. schwinden; L.: Kluge s. u. schwinden, DW 25, 1217, EWD s. u. schwinden; GB.: (firswintan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und schwinden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches vergehen oder weggehen oder aufhören; F.: verschwinden, verschwinde, verschwindest, verschwindet, verschwand, verschwandest, verschwandst, verschwanden, verschwandet, verschwände, verschwändest, verschwänden, verschwändet, verschwunden, ##verschwunden, verschwundene, verschwundenes, verschwundenem, verschwundenen, verschwundener###, verschwindend, ###verschwindend, verschwindende, verschwindendes, verschwindendem, verschwindenden, verschwindender###, verschwind (!)+EW; Z.: ver—schwi-nd-en
$verschwistert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verschwistert, verwandt, verbunden; E.: s. ver, s. Schwester, s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. Schwester, DW 25, 1224 (verschwistern), EWD s. u. Schwester; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und (Ge)schwister oder Schwester sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches so eng wie mit einem Geschwister oder einer Schwester verbunden; F.: verschwistert, verschwisterte, verschwistertes, verschwistertem, verschwisterten, verschwisterter+EW; Z.: ver—schwi-s-t-er-t
$verschwitzen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verschwitzen; E.: s. ver, s. schwitzen; L.: Kluge s. u. verschwitzen, DW 25, 1225, EWD s. u. schwitzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und schwitzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches sehr schwitzen und vielleicht deswegen übertragen (Adj.) übersehen (V.) oder vergessen (V.); F.: verschwitzen, verschwitze, verschwitzst (!), verschwitzt, verschwitzest, verschwitzet, verschwitzte, verschwitztest, verschwitzten, verschwitztet, ##verschwitzt, verschwitzte, verschwitztes, verschwitztem, verschwitzten, verschwitzter##, verschwitzend, ###verschwitzend, verschwitzende, verschwitzendes, verschwitzendem, verschwitzenden, verschwitzender###, verschwitz (!)+EW; Z.: ver—schwitz-en
$verschwommen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. verschwommen, undeutlich, unklar; E.: s. verschwimmen; L.: fehlt DW (s. aber verschwimmen DW25, 1215 und Verschwommenheit DW 25, 1227), EWD s. u. schwimmen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verschwimmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich seit Entstehen des Sehens mögliches undeutlich oder unklar; F.: verschwommen, verschwommene, verschwommenes, verschwommenem, verschwommenen, verschwommener(, verschwommenere, verschwommeneres, verschwommenerem, verschwommeneren, verschwommenerer, verschwommenst, verschwommenste, verschwommenstes, verschwommenstem, verschwommensten, verschwommenster)+EW; Z.: ver—schwom-m-en
$verschwören, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. verschwören, sich durch Schwur oder Eid binden oder verbinden; E.: s. ver, s. schwören; L.: Kluge s. u. schwören, DW 25, 1227, EWD s. u. schwören; GB.: (firswerien*) seit um 830 belegte und aus ver und schwören gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches sich durch einen Schwur oder Eid binden oder verbinden; F.: verschwören, verschwöre, verschwörst, verschwört, verschwörest, verschwöret, verschwor, verschworst, verschworen, verschwort, verschwur, verschwurst, verschwuren, verschwurt, verschwüre, verschwürest, verschwüren, verschwüret, verschworen, ##verschworen, verschworene, verschworenes, verschworenem, verschworenen, verschworener##, verschwörend, ###verschwörend, verschwörende, verschwörendes, verschwörendem, verschwörenden, verschwörender###, verschwör (!)+EW; Z.: ver—schwör-en
$Verschwörer, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Verschwörer, Verschwörender; E.: s. verschwör(en), s. er (Suff.); Q.: Anfang 19. Jh.; L.: DW 25, 1234, EWD s. u. schwören; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verschwör(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen sich durch einen Schwur oder Eid bindenden oder verbindenden Menschen; F.: Verschwörer, Verschwörers, Verschwörern+EW; Z.: Ver—schwör-er
$Verschwörung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Verschwörung, Verbindung durch Schwur; E.: s. verschwör(en), s. ung; L.: DW 25, 1234, EWD s. u. schwören; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus verschwör(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche und vielfach durch Eid oder Schwur bekräftigte meist heimliche Verbindung von Menschen (Verschwörern) gegen andere Menschen; F.: Verschwörung, Verschwörungen+EW; Z.: Ver—schwör-ung
$versehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. versehen, falsch sehen, später auch geben, ausstatten; E.: s. ver, s. sehen; L.: Kluge s. u. versehen, DW 25, 1236, EWD s. u. sehen; GB.: (firsehan*) seit um 765 belegte und aus ver und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung des Sehens und Entstehung des Menschen mögliches falsch sehen oder auch geben oder ausstatten; F.: versehen, versehe, versiehst, versieht, verseht, versehest, versehet, versah, versahst, versahen, versaht, versähe, versähest, versähst, versähen, versähet, versäht, ##versehen, versehene, versehenes, versehenem, versehenen, versehener##, versehend, ###versehend, versehende, versehendes, versehendem, versehenden, versehender###, versieh (!), versiehe (!)+EW; Z.: ver—seh-en
$Versehen, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Versehen, falsches Sehen aus Unaufmerksamkeit oder Unachtsamkeit; E.: s. versehen; L.: Kluge s. u. versehen, DW 25, 1257, EWD s. u. sehen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus versehen abgeleitete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung höherer Tier und des Menschen mögliches falsches Sehen aus Unaufmerksamkeit oder Unachtsamkeit; F.: Versehen, Versehens+EW; Z.: Ver—seh-en
$versehren, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. versehren, verletzen, verwunden, beschädigen; E.: s. ver, s. sehr(en), s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. versehren, Kluge s. u. versehren, EWD s. u. versehren, DW 25, 1259; GB.: (versēren) seit Ende 12. Jh. belegte und aus ver und sehr(en) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches verletzen oder verwunden oder beschädigen; F.: versehren, versehre, versehrst, versehrt, versehrest, versehret, versehrte, versehrtest, versehrten, versehrtet, ##versehrt, versehrte, versehrtes, versehrtem, versehrten, versehrter##, versehrend, ###versehrend, versehrende, versehrendes, versehrendem, versehrenden, versehrender###, versehr (!)+EW; Z.: ver—seh-r-en
$versehrt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. versehrt, verletzt, verwundet, beschädigt; Vw.: s. un-; E.: s. versehr(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW (s. versehren DW 25, 1259), EWD s. u. versehren; GB.: (versēret) seit 1250-1300 belegte und aus versehr(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches verletzt oder verwundet oder beschädigt; F.: versehrt, versehrte, versehrtes, versehrtem, versehrten, versehrter(, versehrtere, versehrteres, versehrterem, versehrteren, versehrterer, versehrtest, versehrteste, versehrtestes, versehrtestem, versehrtesten, versehrtester)+EW; Z.: ver—seh-r-t
$Versehrter, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Versehrter, Verletzter, Verwundeter; E.: s. versehrt, s. er (Suff.); L.: , fehlt DW (s. versehren DW 25, 1259), EWD s. u. versehren; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus versehrt und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen versehrten und dadurch körperlich behinderten Menschen oder einen Verletzten oder Verwundeten; F.: Versehrte, Versehrter, Versehrten+EW; Z.: Ver—seh-r-t-er
$versenden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. versenden, fortsenden, verschicken, fortschicken; E.: s. ver, s. senden; L.: Kluge s. u. senden, DW 25, 1273, EWD s. u. senden; GB.: (firsenten*) seit um 765 belegte und aus ver und senden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftigkeit des Menschen mögliches senden oder fortsenden oder verschicken oder fortschicken einer Gegebenheit an einen anderen Ort oder einen anderen Menschen; F.: versenden, versende, versendest, versendet, versendete, versendetest, versendeten, versendetet, versandte, versandtes, versandtet, versandten, versandtet, ##versendet, versendete, versendetes, versendetem, versendeten, versendeter##, versendend, ###versendend, versendende, versendendes, versendendem, versendenden, versendender###, versend (!)+EW; Z.: ver—send-en
$versengen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. versengen, leicht anbrennen; E.: s. ver, s. sengen; L.: Kluge s. u. sengen, DW 25, 1275, EWD s. u. sengen; GB.: (versengen) seit 13. Jh. belegte und aus ver und sengen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Feuers mögliches leicht anbrennen; F.: versengen, versenge, versengst, versengt, versengest, versenget, versengte, versengtest, versengten, versengtet, ##versengt, versengte, versengtes, versengtem, versengten, versengter##, versengend, ###versengend, versengende, versengendes, versengendem, versengenden, versengender###, verseng (!)+EW; Z.: ver—seng-en
$versenken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. versenken; E.: s. ver, s. senken; L.: Kluge s. u. senken, DW 25, 1277, EWD s. u. senken; GB.: (firsenken*) seit um 765 belegte und aus ver und senken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches (in Wasser) nach unten sinken machen; F.: versenken, versenke, versenkst, versenkt, versenkest, versenket, versenkte, versenktest, versenkten, versenktet, ##versenkt, versenkte, versenktes, versenktem, versenkten, versenkter##, versenkend, ###versenkend, versenkende, versenkendes, versenkendem, versenkenden, versenkender###, versenk (!)+EW; Z.: ver—senk-en
$versessen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. versessen, faltig, hartnäckig, eigensinnig; E.: s. versitzen; L.: Kluge s. u. versessen, EWD s. u. versessen, DW 25, 1282 (Verweis auf versitzen); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus versitzen abgeleitete Bezeichnung für faltig oder hartnäckig oder eigensinnig; F.: versessen, versessene, versessenes, versessenem, versessenen, versessener(, versessenere, versesseneres, versessenerem, versesseneren, versessenerer, versessenst, versessenste, versessenstes, versessenstem, versessensten, versessenster)+EW; Z.: ver—sess-en
$Versessenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Versessenheit, einseitige Hingabe unter Ausschluss freier Bewegung, Drang, Hartnäckigkeit, Eigensinnigkeit; E.: s. versessen, s. heit; L.: Kluge s. u. versessen, DW 25, 1282, EWD s. u. versessen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus versessen und heit gebildete Bezeichnung für Drang oder Hartnäckigkeit oder Eigensinnigkeit; F.: Versessenheit, Versessenheiten+EW; Z.: Ver—sess-en-hei-t
$versetzen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. versetzen, umsetzen; E.: s. ver, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 25, 1283, EWD s. u. setzen; GB.: (firsezzen*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus ver und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches eine Gegebenheit an einen anderen Ort setzen oder umsetzen oder als Pfand geben oder einen Menschen unbeachtet lassen; F.: versetzen, versetze, versetzst (!), versetzt, versetzest, versetzet, versetzte, versetztest, versetzten, versetztet, ##versetzt, versetzte, versetztes, versetztem, versetzten, versetzter##, versetzend, ###versetzend, versetzende, versetzendes, versetzendem, versetzenden, versetzender###, versetz (!)+EW; Z.: ver—setz-en
$verseuchen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verseuchen, vergiften, verderben; E.: s. ver, s. Seuche, s. (e)n; L.: DW 25, 1298, EWD s. u. Seuche; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Seuch(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mit Erregern einer Seuche versehen (V.) oder vergiften oder verderben; F.: verseuchen, verseuche, verseuchst, verseucht, verseuchest, verseuchet, verseuchte, verseuchtest, verseuchten, verseuchtet, ##verseucht, verseuchte, verseuchtes, verseuchtem, verseuchten, verseuchter##, verseuchend, ###verseuchend, verseuchende, verseuchendes, verseuchendem, verseuchenden, verseuchender###, verseuch (!)+EW; Z.: ver—seuch-en
$versichern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. versichern, als sicher hinstellen, sicher machen; E.: s. ver, s. sichern; L.: , DW 25, 1300, EWD s. u. sicher; GB.: (versicheren*) seit um 1210 belegte und aus ver und sichern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches als sicher hinstellen oder sicher machen oder eine Versicherung abschließen; F.: versichern, versichere, versicher (!), versicherst, versichert, versicherte, versichertest, versicherten, versichertet, versichert, ##versichert, versicherte, versichertes, versichertem, versicherten, versicherter##, versichernd, ###versichernd, versicherndes, versicherndem, versichernden, versichernder###, versicher (!)+EW+FW; Z.: ver—si-ch-er-n
$Versicherung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Versicherung; E.: s. versicher(n), s. ung; L.: , DW 25, 1309, EWD s. u. sicher; GB.: (versicherunge) seit 15. Jh. belegte und aus versicher(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliche Darstellung als sicher sowie für eine Sicherheit durch Geldleistung bei Schäden bietende von Menschen vor rund 5000 Jahren als Seedarlehen entwickelte und seitdem allmählich allgemeiner verwendete Einrichtung; F.: Versicherung, Versicherungen+EW+FW; Z.: Ver—si-ch-er-ung
$versiegeln, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. versiegeln, mit einem Siegel versehen (V.) oderverschließen; E.: s. ver, s. Siegel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 25, 1316; EWD s. u. Siegel; GB.: (firsigilen*) seit 10. Jh. belegte und aus ver und Siegel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Gegebenheit zwecks Sicherung mit einem Siegel versehen (V.) und verschließen; F.: versiegeln, versiegel (!), versiegle, versiegele, versiegelst, versiegelt, versiegelte, versiegeltest, versiegelten, versiegeltet, versiegelt, ##versiegelt, versiegelte, versiegeltes, versiegeltem, versiegelten, versiegelter##, versiegelnd, ###versiegelnd, versiegelnde, versiegelndes, versiegelndem, versiegelnden, versiegelnder###, versiegel (!)+EW+FW; Z.: ver—sieg-el-n
versiegen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. versiegen, austrocknen, vertrocknen, zu fließen aufhören; ne. dry (V.) up, fail (V.); Vw.: -; Hw.: s. seihen; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. versīhen, st. V.: nhd. verseihen, versiegen, vertrocknen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. sīhen, st. V., seihen, fließen; mhd. seihen, seigen, sw. V., seihen, absondern; mnd. sīen, sīgen, syen, zien, sighen, syghen, sw. V., st. V., seihen, filtrieren, sieben (V.), beuteln, durchsickern, tröpfeln, lecken, Flüssigkeit absondern, nässen; mnl. sein, V., seihen; ahd. sīhan, st. V. (1b), seihen, herausseihen, durchseihen, läutern; ahd. seigen (2), sw. V. (1a), seihen, sichten (V.) (2); as. sīgan, st. V. (1a), sinken, einherziehen; anfrk. -; germ. *seihwan, st. V., seihen; idg. *seikᵘ̯-, V., gießen, seihen, rinnen, tröpfeln, Pokorny 893; s. idg. *sei-, *soi-, V., Adj., tröpfeln, rinnen, feucht, Pokorny 889 (1547/19) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. versiegen, Kluge s. u. versiegen, DW 25, 1321, EWD s. u. versiegen, Duden s. u. versiegen, Bluhme s. u. versiegen; GB.: seit 1220-1250 belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches vertrocknen oder zu fließen aufhören; BM.: rinnen; F.: versiegen, versiege, versiegst, versiegt, versiegest, versieget, versiegte, versiegtest, versiegten, versiegtet, ##versiegt, versiegte, versiegtes, versiegtem, versiegten, versiegter##, versiegend, ###versiegend, versiegende, versiegendes, versiegendem, versiegenden, versiegender###, versieg (!)+EW; Z.: ver-sie-g-en
$versieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. versieren, verkehren, tun; E.: s. versiert; L.: DW 25, 1324, EWD s. u. versiert; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verkehren oder tun; F.: versieren, versiere, versierst, versiert, versierest, versieret, versierte, versiertest, versierten, versiertet, ##versiert, versierte, versiertes, versiertem, versierten, versierter##, versierend, ###versierend, versierende, versierendes, versierendem, versierenden, versierender###, versier (!)+FW; Z.: ver-s-ier-en
versiert, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. versiert, erfahren (Adj.), gewandt, beschlagen (Adj.); ne. versed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. versé; E.: s. frz. versé, Adj., versiert, gewandt; lat. versātus, Adj., beschäftigt; vgl. lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. versiert, fehlt DW (s. versieren DW 25, 1324), EWD s. u. versiert, Duden s. u. versiert; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches erfahren (Adj.) oder gewandt; BM.: drehen bzw. wenden; F.: versiert, versierte, versiertes, versiertem, versierten, versierter(, versiertere, versierteres, versierterem, versierteren, versierterer, versiertest, versierteste, versiertestes, versiertestem, versiertesten, versiertester)+FW(+EW); Z.: ver-s-ier-t
$Versiertheit, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Versiertheit, Gewandtheit; E.: s. versiert, s. heit; L.: , fehlt DW (s. versieren DW 25, 1324),EWD s. u. versiert; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus versiert und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Erfahrenheit oder Gewandtheit; F.: Versiertheit+FW+EW; Z.: Ver-s-ier-t—hei-t
versifft, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. versifft, schmutzig; ne. filthy; Vw.: -; Hw.: s. Syphilis; Q.: 20. Jh.; E.: gebildet aus ver und Syph(ilis) sowie t (Suff.); L.: Kluge s. u. versifft, fehlt DW, Duden s. u. versifft; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Schmutz bedeckte oder von Erregern befallene sachlich vieleicht schon vormenschlich mögliche Gegebenheit; BM.: vorwärts, von Syphilis befallen (Adj.); F.: versifft, versiffte, versifftes, versifftem, versifften, versiffter(, versifftere, versiffteres, versiffterem, versiffteren, versiffterer, versifftest, versiffteste, versifftestes, versifftestem, versifftesten, versifftester)+EW+FW; Z.: ver—siff-t
$versilbern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. versilbern; E.: s. ver, s. Silber, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Silber, DW 25, 1324, EWD s. u. Silber; GB.: seit 1470-1480 belegte und wohl nach lat. deargentare aus ver und Silber sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches eine Gegebenheit mit Silber überziehen oder später beispielsweise durch Verkauf in Geld (Silber) umwandeln; F.: versilbern, versilbere, versilber (!), versilberst, versilbert, versilberte, versilbertest, versilberten, versilbertet, ##versilbert, versilberte, versilbertes, versilbertem, versilberten, versilberter##, versilbernd, ###versilbernd, versilberndes, versilberndem, versilbernden, versilbernder###, versilber (!)+EW+FW; Z.: ver—silb-er-n
$versinken, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. versinken, sinken, untergehen; E.: s. ver, s. sinken; L.: Kluge s. u. sinken, DW 25, 1328, EWD s. u. sinken; GB.: (firsinkan*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus ver und sinken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sinken oder untergehen; F.: versinken, versinke, versinkst, versinkt, versinkest, versinket, versank, versankst, versanken, versankt, versänke, versänkest, versänken, versänket, versunken, ##versunken, versunkene, versunkenes, versunkenem, versunkenen, versunkener##, versinkend, ###versinkend, versinkende, versinkendes, versinkendem, versinkenden, versinkender###, versink (!)+EW; Z.: ver—sink-en
Version, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Version, Fassung, Übersetzung; ne. version; Vw.: s. A-, Kon-, Per-, Sub-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. version; E.: s. frz. version, F., Version, Übersetzung; mlat. versio, F., Krümmung, Biegung, Wendung, Wenden (N.), Erbe (N.), Erbteil; vgl. lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Version, DW 25, 1339, EWD s. u. Version, Duden s. u. Version; Son.: vgl. nndl. versie, Sb., Version; nschw. version, Sb., Version; nnorw. versjon, M., Version; poln. wersja, F., Version; lit. versija, F., Version; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von mehreren möglichen Darstellungen oder Fassungen einer Gegebenheit wie beispielsweise eines Textes einschließlich einer Übersetzung; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Version, Versionen+FW; Z.: Ver-s-io-n
$versippt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. versippt, verwandt, befreundet?, nahestehend?; E.: s. ver, s. Sipp(e), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Sippe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und Sipp(e) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwandt oder vielleicht früher auch nur befreundet oder nahestehend; F.: versippt, versippte, versipptem, versippten, versippter, versipptes+EW; Z.: ver—si-p-p-t
$versklaven, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. versklaven, zu einem Sklaven machen, unterdrücken, unterjochen; E.: s. ver, s. Sklav(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sklave, DW 25, 1347, EWD s. u. Sklave; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Sklav(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit den Hochkulturen des Altertums bis (fast) in die Gegenwart mögliches zu einem Sklaven machen oder unterdrücken oder unterjochen; F.: versklaven, versklave, versklavst, versklavt, versklavest, versklavet, versklavte, versklavtest, versklavten, versklavtet, ##versklavt, versklavte, versklavtes, versklavtem, versklavten, versklavter##, versklavend, ###versklavend, versklavende, versklavendes, versklavendem, versklavenden, versklavender###, versklav (!)+EW+FW; Z.: ver—skla-v-en
$versoffen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. versoffen, dem Gebrauch von Alkohol zugetan; E.: s. ver, s. saufen; L.: DW 25, 1348, EWD s. u. saufen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und saufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Gewinnung und Nutzung des Alkohols durch den Menschen mögliches dem Gebrauch von Alkohol zugetan oder früher wohl auch untergegangen; F.: versoffen, versoffene, versoffenes, versoffenem, versoffenen, versoffener(, versoffenere, versoffeneres, versoffenerem, versoffeneren, versoffenerer, versoffenst, versoffenste, versoffenstes, versoffenstem, versoffensten, versoffenster)+EW; Z.: ver—so-f-f-en
$versohlen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. versohlen, mit einer Sohle versehen (V.), verhauen, verprügeln, verdreschen; E.: s. ver, s. Sohl(e), s. en; Q.: um 1700; L.: DW 25, 1349, EWD s. u. Sohle; GB.: seit um 1700 belegte und aus ver und Sohl(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für mit einer Sohle versehen (V.) oder verhauen oder verprügeln oder verdreschen; F.: versohlen, versohle, versohlst, versohlt, versohlest, versohlet, versohlte, versohltest, versohlten, versohltet, ##versohlt, versohlte, versohltes, versohltem, versohlten, versohlter##, versohlend, ###versohlend, versohlende, versohlendes, versohlendem, versohlenden, versohlender###, versohl (!)+EW; Z.: ver—sohl-en
$versöhnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. versöhnen, aussöhnen, bei einem Streit einigen, ausgleichen, gutmachen; E.: s. ver, s. Sühn(e), s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. versöhnen, Kluge s. u. versöhnen, DW 25, 1350, EWD s. u. versöhnen; GB.: (firsuonen*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und Sühn(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches sich aussöhnen oder bei einem Streit einigen oder ausgleichen oder gutmachen; F.: versöhnen, versöhne, versöhnst, versöhnt, versöhnest, versöhnet, versöhnte, versöhntest, versöhnten, versöhntet, ##versöhnt, versöhnte, versöhntes, versöhntem, versöhnten, versöhnter##, versöhnend, ###versöhnend, versöhnende, versöhnendes, versöhnendem, versöhnenden, versöhnender###, versöhn (!)+EW; Z.: ver—söhn-en
$versöhnlich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. versöhnlich, friedliebend, verständigungsbereit, entgegenkommend, ausgleichend; E.: s. versöhn(en), s. lich; L.: Kluge s. u. versöhnen, DW 13, 1355, EWD s. u. versöhnen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. pacabilis und reconciliabilis aus versöhn(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches friedliebend oder verständigungsbereit oder entgegenkommend oder ausgleichend; F.: versöhnlich, versöhnliche, versöhnliches, versöhnlichem, versöhnlichen, versöhnlicher(, versöhnlichere, versöhnlicheres, versöhnlicherem, versöhnlicheren, versöhnlicherer, versöhnlichst, versöhnlichste, versöhnlichstes, versöhnlichstem, versöhnlichsten, versöhnlichster)+EW; Z.: ver—söhn-lich
$Versöhnung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Versöhnung, Ausgleich, Verständigung; E.: s. versöhn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. versöhnen, DW 25, 1356, EWD s. u. versöhnen; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. reconciliatio aus versöhn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Ausgleich oder mögliche Verständigung; F.: Versöhnung, Versöhnungen+EW; Z.: Ver—söhn-ung
$versonnen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (20. Jh.): nhd. versonnen, träumerisch, gedankenversunken; E.: s. ver, s. sinnen (st. V.); L.: Kluge s. u. versonnen, DW 25, 1359, EWD s. u. versonnen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und sinnen (st. V.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches träumerisch oder gedankenversunken; F.: versonnen, versonnene, versonnenes, versonnenem, versonnenen, versonnener(, versonnenere, versonneneres, versonnenerem, versonneneren, versonnenerer, versonnenest, versonneneste, versonnenestes, versonnenestem, versonnenesten, versonnenester)+EW; Z.: ver—sonn-en
$Versonnenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Versonnenheit, Träumerei, Gedankenversunkenheit; E.: s. versonnen, s. heit; Q.: Ende 19. Jh.; L.: DW 25, 1359, EWD s. u. versonnen; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus versonnen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Träumerei oder Gedankenversunkenheit; F.: Versonnenheit+EW; Z.: Ver—sonn-en—hei-t
$versorgen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. versorgen, geben, ernähren, ausrüsten; E.: s. ver, s. Sorg(e), s. en; L.: DW 25, 1359, EWD s. u. Sorge; GB.: (versorgen) seit 1233-1267 belegte und aus ver und Sorg(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches geben oder ernähren oder ausrüsten; F.: versorgen, versorge, versorgst, versorgt, versorgest, versorget, versorgte, versorgtest, versorgten, versorgtet, ##versorgt, versorgte, versorgtes, versorgtem, versorgten, versorgter##, versorgend, ###versorgend, versorgende, versorgendes, versorgendem, versorgenden, versorgender###, versorg (!)+EW; Z.: ver—sorg-en
$verspäten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verspäten, später handeln; E.: s. ver, s. spät, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. spät, DW 25, 1370, EWD s. u. spät; GB.: (verspæten) seit um 1185 belegte und aus ver und spät sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums und der von Menschen entwickelten und verwendeten Möglichkeit der genauen Zeitmessung mögliches später handeln als vorgestellt oder vereinbart; F.: verspäten, verspäte, verspätest, verspätet, verspätete, verspätetest, verspäteten, verspätetet, ##verspätet, verspätete, verspätetes, verspätetem, verspäteten, verspäteter##, verspätend, ###verspätend, verspätende, verspätendes, verspätendem, verspätenden, verspätender###, verspät (!)+EW; Z.: ver—spä-t-en
$verspeisen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verspeisen, essen, verzehren; E.: s. ver, s. speisen; L.: DW 25, 1386, EWD s. u. Speise; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und speisen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Kultur mögliches essen oder verzehren; F.: verspeisen, verspeise, verspeisst (!), verspeist, verspeisest, verspeiset, verspeiste, verspeistest, verspeisten, verspeistet, ##verspeist, verspeiste, verspeistes, verspeistem, verspeisten, verspeister##, verspeisend, ###verspeisend, verspeisende, verspeisendes, verspeisendem, verspeisenden, verspeisender###, verspeis (!)+EW; Z.: ver—spei-s-en
$verspinnen, nhd., st. V., (15. Jh.?): nhd. verspinnen, spinnend verarbeiten; E.: s. ver, s. spinnen; L.: DW 25, 1430, EWD s. u. versponnen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und spinnen gebildete Bezeichnung für sachlich von dem Menschen wohl seit Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes spinnend (Fasern zu Wolle) verarbeiten; F.: verspinnen, verspinne, verspinnst, verspinnt, verspinnest, verspinnet, verspann, verspannst, verspannen, verspannt, verspänne (!), verspännest, verspännst, verspännen, verspännet, verspännt, verspönne (!), verspönnst, verspönnest, verspönnen, verspönnet, verspönnt, versponnen, ##versponnen, versponnene, versponnenes, versponnenem, versponnenen, versponnener##, verspinnend, ###spinnend, verspinnende, verspinnendes, verspinnendem, verspinnenden, verspinnender###, verspinn (!)+EW; Z.: ver—spin-n-en
$versponnen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (19. Jh.): nhd. versponnen, eigenartig, wunderlich, träumerisch; E.: s. verspinnen; L.: Kluge s. u. versponnen, fehlt DW (aber Versponnenheit DW 25, 1436), EWD s. u. versponnen, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus verspinnen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches eigenartig oder wunderlich oder träumerisch; F.: versponnen, versponnene, versponnenem, versponnenen, versponnener, versponnenes(, versponnenere, versponneneres, versponnenerem, versponneneren, versponnenerer, versponnenest, versponneneste, versponnenestes, versponnenestem, versponnenesten, versponnenester)+EW; Z.: ver—spon-n-en
$Versponnenheit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Versponnenheit, Eigenartigkeit, Wunderlichkeit; Q.: um 1900; E.: s. versponnen, s. heit; L.: DW 25, 1436, EWD s. u. versponnen; GB.: seit um 1900 belegte und aus versponnen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Eigenartigkeit oder Wunderlichkeit; F.: Versponnenheit, Versponnenheiten+EW; Z.: Ver—spon-n-en—hei-t
$versprechen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. versprechen, zusagen, zurückweisen, fehlerhaft sprechen; E.: s. ver, s. sprechen; L.: Kluge s. u. sprechen, EWD s. u. sprechen, DW 25, 1448; GB.: (firsprehhan*) seit 863-871 belegte und aus ver und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zusagen oder auch zurückweisen oder fehlerhaft sprechen; F.: versprechen, verspreche, versprichst, verspricht, versprecht, versprechest, versprechet, versprach, versprachst, versprachen, verspracht, verspräche, versprächest, versprächen, versprächet, versprochen, ##versprochen, versprochene, versprochenes, versprochenem, versprochenen, versprochener##, versprechend, ###versprechend, versprechende, versprechendes, versprechendem, versprechenden, versprechender###, versprich (!)+EW; Z.: ver—s-pre-ch-en
$Versprechen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Versprechen, Zusage, Fehler bei dem Sprechen; E.: s. versprechen; L.: DW 25, 1481, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus versprechen gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Zusage oder einen Fehler bei dem Sprechen; F.: Versprechen, Versprechens+EW; Z.: Ver—s-pre-ch-en
$Versprechung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Versprechung, Versprechen, Zusage; E.: s. versprech(en), s. ung; L.: DW 25, 1488 EWD s. u. sprechen; GB.: (versprechunge) seit 1442 belegte und aus versprech(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche sowie nicht immer eingehaltene Zusage; F.: Versprechung, Versprechungen+EW; Z.: Ver—s-pre-ch-ung
$versprengen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. versprengen, auseinandertreiben, springen machen, verteilen; E.: s. ver, s. sprengen; L.: Kluge s. u. sprengen, DW 25, 1493, EWD s. u. sprengen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und sprengen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches auseinandertreiben oder springen machen oder verteilen; F.: versprengen, versprenge, versprengst, versprengt, versprengest, versprenget, versprengte, versprengtest, versprengten, versprengtet, ##versprengt, versprengte, versprengtes, versprengtem versprengten, versprengter##, versprengend, ###versprengend, versprengende, versprengendes, versprengendem, versprengenden, versprengender###, verspreng (!)+EW; Z.: ver—s-pre-ng-en
$verstaatlichen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verstaatlichen; E.: s. ver, s. staatlich, s. en; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; L.: DW 25, 1517; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und staatlich sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Staates (schon in den Hochkulturen des Altertums kraft seiner Hoheitsgewalt mögliches Eigentum von Menschen (oder juristischen Personen) beschlagnahmen und in Eigentum des Staates umwandeln; F.: verstaatlichen, verstaatliche, verstaatlichst, verstaatlicht, verstaatlichest, verstaatlichet, verstaatlichte, verstaatlichtest, verstaatlichten, verstaatlichtet, ##verstaatlicht, verstaatlichte, verstaatlichtes, verstaatlichtem, verstaatlichten, verstaatlichter##, verstaatlichend, ###verstaatlichend, verstaatlichende, verstaatlichendes, verstaatlichendem, verstaatlichenden, verstaatlichender###, verstaatlich (!)+EW+FW; Z.: ver—staa-t—lich-en
$verstädtern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verstädtern, zu einer Stadt werden, zu einem Städter werden; E.: s. ver, s. Stadt, s. er, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Stadt, DW 25, 1518 (verstädten, verstädteln, verstädtern), EWD s. u. Stadt; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Stadt bzw. Städter sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches die Lebensweise von Städtern in Städten annehmen; F.: verstädtern, verstädtere, verstädter (!), verstädterst, verstädtert, verstädterte, verstädtertest, verstädterten, verstädtertet, ##verstädtert, verstädterte, verstädtertes, verstädtertem, verstädterten, verstädterter##, verstädternd, ###verstädternd, verstädterndes, verstädterndem, verstädternden, verstädternder###, verstädter (!)+EW; Z.: ver—stä-dt-er-n
$Verstand, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Verstand, Denkfähigkeit, Verständnismöglichkeit; E.: s. ver, s. stand, s. verst(ehen); L.: Kluge 1. A. s. u. Verstand, Kluge s. u. verstehen, Verstand, DW 25, 1523, EWD s. u. verstehen; GB.: (firstant*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus verstehen gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Denkfähigkeit oder Verständnismöglichkeit des Menschen; F.: Verstand, Verstands, Verstandes+EW; Z.: Ver—sta-nd
$verständig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. verständig, gelehrig, einsichtig, besonnen (Adj.); E.: s. Verstand, s. ig; L.: Kluge s. u. verstehen, DW 25, 1571, EWD s. u. verstehen; GB.: (verstendic) seit 1233-1267 belegte und aus Verstand und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches gelehrig oder einsichtig oder besonnen (Adj.); F.: verständig, verständige, verständiges, verständigem, verständigen, verständiger(, verständigere, verständigeres, verständigerem, verständigeren, verständigerer, verständigst, verständigste, verständigstes, verständigstem, verständigsten, verständigster)+EW; Z.: ver—stä-nd-ig
$verständigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verständigen, mitteilen, verstehbar machen; E.: s. verständig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. verstehen, DW 25, 1578, EWD s. u. verstehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verständig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches Wissen anderen Menschen mitteilen, verstehbar machen; F.: verständigen, verständige, verständigst, verständigt, verständigest, verständiget, verständigte, verständigtest, verständigten, verständigtet, ##verständigt, verständigte, verständigtes, verständigtem, verständigten, verständigter##, verständigend, ###verständigend, verständigende, verständigendes, verständigendem, verständigenden, verständigender###, verständig (!)+EW; Z.: ver—stä-nd-ig-en
$verständlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. verständlich, verstehbar, begreiflich, einleuchtend; Vw.: s. selbst-; E.: s. Verstand, s. lich; L.: Kluge s. u. verstehen, DW 25, 1587, EWD s. u. verstehen; GB.: (verstentlich) seit 1172-1190 belegte und aus Verstand und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches hauptsächlich infolge von Einfachheit und Ordnung sowie Kürze verstehbar oder begreiflich oder einleuchtend; F.: verständlich, verständliche, verständliches, verständlichem, verständlichen, verständlicher(, verständlichere, verständlicheres, verständlicherem, verständlicheren, verständlicherer, verständlichst, verständlichste, verständlichstes, verständlichstem, verständlichsten, verständlichster)+EW; Z.: ver—stä-nd—lich
$Verständlichkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verständlichkeit, Verstehbarkeit, Begreifbarkeit; E.: s. verständlich, s. keit, s. heit; L.: DW 25, 1594, EWD s. u. verstehen; GB.: (verstentlīchheit*) seit 15. Jh. belegte und aus verständlich und keit gebildete Bezeichnung für Verstehbarkeit oder Begreifbarkeit infolge vor allem von Einfachheit und Ordnung sowie Kürze; F.: Verständlichkeit+EW; Z.: Ver—stä-nd—lich—kei-t
$Verständnis, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Verständnis, Verstehen, Erfassen; E.: s. Verstand, s. nis; L.: DW 25, 1596, EWD s. u. verstehen; GB.: seit 863-871 belegte und aus Verstand (bzw. verstehen) und nis gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Verstehen oder Erfassen; F.: Verständnis, Verständnisse+EW; Z.: Ver—stä-nd—nis
$verständnislos, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. verständnislos, ohne Verständnis seiend; E.: s. Verständnis, s. los; L.: EWD s. u. verstehen, fehlt DW (aber Verständnislosigkeit DW 25, 1608); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Verständnis und los gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches ohne Verständnis seiend; F.: verständnislos, verständnislose, verständnisloses, verständnislosem, verständnislosen, verständnisloser(, verständnislosere, verständnisloseres, verständnisloserem, verständnisloseren, verständnisloserer, verständnislosest, verständnisloseste, verständnislosestes, verständnislosestem, verständnislosesten, verständnislosester)+EW; Z.: ver—stä-nd—nis-lo-s
$verständnisvoll, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. verständnisvoll, aufgeschlossen, einsichtig; E.: s. Verständnis, s. voll; L.: DW 25, 1608, EWD s. u. verstehen; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Verständnis und voll gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufgeschlossen oder einsichtig in Gegensatz zu verständnislos; F.: verständnisvoll, verständnisvolle, verständnisvolles, verständnisvollem, verständnisvollen, verständnisvoller(, verständnisvollere, verständnisvolleres, verständnisvollerem, verständnisvolleren, verständnisvollerer, verständnisvollst, verständnisvollste, verständnisvollstes, verständnisvollstem, verständnisvollsten, verständnisvollster)+EW; Z.: ver—stä-nd—nis-vol-l
$verstärken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verstärken, stärker machen; E.: s. ver, s. stärken; L.: DW 25, 1610, EWD s. u. stark; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und stärken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches stärker machen; F.: verstärken, verstärke, verstärkst, verstärkt, verstärkest, verstärket, verstärkte, verstärktest, verstärkten, verstärktet, ##verstärkt, verstärkte, verstärktes, verstärktem, verstärkten, verstärkter##, verstärkend, ###verstärkend, verstärkende, verstärkendes, verstärkendem, verstärkenden, verstärkender###, verstärk (!)+EW; Z.: ver—stär-k-en
$verstauben, verstäuben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verstauben; E.: s. ver, s. stauben; L.: DW 25, 1626, EWD s. u. Staub; GB.: (verstouben) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und stauben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mit Staub bedeckt werden oder bedecken; F.: verstauben, verstaube, verstaubst, verstaubt, verstaubest, verstaubet, verstaubte, verstaubtest, verstaubten, verstaubtet, verstaubt, ##verstaubt, verstaubte, verstaubtes, verstaubtem, verstaubten, verstaubter##, verstaubend, ###verstaubend, verstaubende, verstaubendes, verstaubendem, verstaubenden, verstaubender###, verstaub, verstäuben, verstäube, verstäubst, verstäubt, verstäubest, verstäubet, verstäubte, verstäubtest, verstäubten, verstäubtet, verstäubt, ##verstäubt, verstäubte, verstäubtes, verstäubtem, verstäubten, verstäubter##, verstäubend, ###verstäubend, verstäubende, verstäubendes, verstäubendem, verstäubenden, verstäubender###, verstäub (!)+EW; Z.: ver—stau-b-en
verstäuben, nhd. , sw. V., (13. Jh.?): nhd. verstäuben; Vw.: s. verstauben; L.: DW25, 1626
$verstaubt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verstaubt, mit Staub bedeckt, schmutzig, altmodisch; E.: s. verstaub(en), s. t; L.: EWD s. u. Staub, fehlt DW (aber Verstaubtheit DW 25, 1630); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verstaub(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches mit Staub bedeckt oder schmutzig oder altmodisch; F.: verstaubt, verstaubte, verstaubtes, verstaubtem, verstaubten, verstaubter(, verstaubtere, verstaubteres, verstaubterem, verstaubteren, verstaubterer, verstaubtest, verstaubteste, verstaubtestes, verstaubtestem, verstaubtesten, verstaubtester)+EW; Z.: ver—stau-b-t
$verstauchen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verstauchen, verdrehen, verrenken, stauchen, prellen; E.: s. ver, s. stauchen; L.: Kluge s. u. verstauchen, DW 25, 1630, EWD s. u. verstauchen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und stauchen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verdrehen oder verrenken oder verzerren oder stauchen oder prellen; F.: verstauchen, verstauche, verstauchst, verstaucht, verstauchest, verstauchet, verstauchte, verstauchtest, verstauchten, verstauchtet, ##verstaucht, verstauchte, verstauchtes, verstauchtem, verstauchten, verstauchter##, verstauchend, ###verstauchend, verstauchende, verstauchendes, verstauchendem, verstauchenden, verstauchender###, verstauch (!)+EW; Z.: ver—stauch-en
$Verstauchung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Verstauchung, Verdrehung, Verrenkung, Stauchung, Prellung; E.: s. verstauch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verstauchen, DW 25, 1632, EWD s. u. verstauchen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verstauch(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Verstauchung oder Verdrehung oder Verrenkung oder Verzerrung oder Stauchung oder Prellung; F.: Verstauchung, Verstauchungen+EW; Z.: Ver—stauch-ung
$verstauen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verstauen, unterbringen; E.: s. ver, s. stauen; L.: DW 25, 1633, EWD s. u. stauen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und stauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches stauen oder unterbringen; F.: verstauen, verstaue, verstaust, verstaut, verstauest, verstauet, verstaute, verstautest, verstauten, verstautet, ##verstaut, verstaute, verstautes, verstautem, verstauten, verstauter##, verstauend, ###verstauend, verstauende, verstauendes, verstauendem, verstauenden, verstauender###, verstau (!)+EW; Z.: ver—stau-en
$Versteck, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Versteck, geheimer Aufenthaltsort; E.: s. ver, s. steck(en); L.: DW 25, 1638, EWD s. u. stecken; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus verstecken gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen geheimen und deswegen anderen Lebewesen verborgenen Aufenthaltsort; F.: Versteck, Versteckes, Verstecks, Verstecke, Verstecken+EW; Z.: Ver—steck
$verstecken, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verstecken, verbergen; E.: s. ver, s. stecken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und stecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verbergen; L.: EWD s. u. stecken, DW 25, 1642; F.: verstecken, verstecke, versteckst, versteckt, versteckest, verstecket, versteckte, verstecktest, versteckten, verstecktet, ##versteckt, versteckte, verstecktes, verstecktem, versteckten, versteckter##, versteckend, ###versteckend, versteckende, versteckendes, versteckendem, versteckenden, versteckender###, versteck (!)+EW; Z.: ver—steck-en
$verstehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verstehen, vernehmen, aufnehmen, begreifen; E.: s. ver, s. stehen; L.: Kluge 1. A. s. u. Verstand, Kluge s. u. verstehen, stehen, DW 25, 1660, EWD s. u. stehen, verstehen; GB.: (firstantan*) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus ver und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vernehmen oder aufnehmen oder begreifen; F.: verstehen, verstehe, verstehst, versteht, verstehest, verstehet, verstand (!), verstandest, verstandst, verstanden, verstandet, verstände, verständest, verständen, verständet, verstünde, verstündest, verstünden, verstündet, verstanden, ##verstanden, verstandene, verstandenes, verstandenem, verstandenen, verstandener##, verstehend, ###verstehend, verstehende, verstehendes, verstehendem, verstehenden, verstehender###, versteh (!)+EW; Z.: ver—steh-en
$versteifen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. versteifen, steif machen, steif werden; E.: s. ver, s. steifen; L.: Kluge s. u. steif, DW 25, 1706, EWD s. u. steif; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und steifen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches steif machen oder steif werden; F.: versteifen, versteife, versteifst, versteift, versteifest, versteifet, versteifte, versteiftest, versteiften, versteiftet, ##versteift, versteifte, versteiftes, versteiftem, versteiften, versteifter##, versteifend, ###versteifend, versteifende, versteifendes, versteifendem, versteifenden, versteifender###, versteif (!)+EW; Z.: ver—stei-f-en
$versteigen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. versteigen, steigen, falsch steigen, verirren, verlaufen (V.) oder verrennen; E.: s. ver, s. steigen; L.: Kluge s. u. steigen, DW 25, 1707, EWD s. u. steigen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und steigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verirren oder verlaufen (V.) oder verrennen; F.: versteigen, versteige, versteigst, versteigt, versteigest, versteiget, verstieg, verstiegst, verstiegen, verstiegt, verstiegest, verstieget, verstiegen, ##verstiegen, verstiegene, verstiegenes, verstiegenem, verstiegenen, verstiegener##, versteigend, ###versteigend, versteigende, versteigendes, versteigendem, versteigenden, versteigender###, versteig (!)+EW; Z.: ver—steig-en
$versteigern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. versteigern, an den Bestbieter vergeben (V.); E.: s. ver, s. steigern; L.: Kluge s. u. steigern, DW 25, 1710, EWD s. u. steigern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus ver und steigern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Geldwirtschaft mögliches an den Bestbieter vergeben (V.); F.: versteigern, versteigere, versteiger (!), versteigre, versteigerst, versteigert, versteigerte, versteigertest, versteigerten, versteigertet, ##versteigert, versteigerte, versteigertes, versteigertem, versteigerten, versteigerter##, versteigernd, ###versteigernd, versteigernde, versteigerndes, versteigerndem, versteigernden, versteigernder###, versteiger (!)+EW; Z.: ver—steig-er-n
$Versteigerung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Versteigerung; E.: s. versteiger(n), s. ung; L.: DW 25, 1711, EWD s. u. steigern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus versteiger(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Geldwirtschaft mögliches an den Bestbieter Vergeben F.: Versteigerung, Versteigerungen+EW; Z.: Ver—steig-er-ung
$versteinern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. versteinern, zu Stein werden; E.: s. ver, s. Stein, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Stein, DW 25, 1717, EWD s. u. Stein; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen aus ver und Stein sowie er und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches zu Stein werden oder hart werden; F.: versteinern, versteinere, versteiner (!), versteinerst, versteinert, versteinerte, versteinertest, versteinerten, versteinertet, ##versteinert, versteinerte, versteinertes, versteinertem, versteinerten, versteinerter##, versteinernd, ###versteinernd, versteinerndes, versteinerndem, versteinernden, versteinernder###, versteiner (!)+EW; Z.: ver—stei-n-er-n
$versteinert, nhd., (Part. Prät.=)Adj.: nhd. versteinert, zu Stein geworden; E.: s. versteiner(n), s. t; L.: fehlt DW (s. versteinern DW 25, 1717), EWD s. u. Stein; GB.: seit 17. Jh. belegte aus ver und Stein sowie er und t gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches zu Stein geworden oder hart geworden; F.: versteinert, versteinerte, versteinertes, versteinertem, versteinerten, versteinerter+EW; Z.: ver—stei-n-er-t
$Versteinerung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Versteinerung; E.: s. versteiner(n), s. ung; L.: DW 25, 1721, EWD s. u. Stein; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus versteiner(n) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Versteinern oder eine wie Stein hart gewordene Gegebenheit; F.: Versteinerung, Versteinerungen+EW; Z.: Ver—stei-n-er-ung
$verstellen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verstellen; E.: s. ver, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 25, 1725, EWD s. u. stellen; GB.: (verstellen) seit 1190-1200 belegte und aus ver und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches anders stellen oder falsch stellen; F.: verstellen, verstelle, verstellst, verstellt, verstellest, verstellet, verstellte, verstelltest, verstellten, verstelltet, ##verstellt, verstellte, verstelltes, verstelltem, verstellten, verstellter##, verstellend, ###verstellend, verstellende, verstellendes, verstellendem, verstellenden, verstellender###, verstell (!)+EW; Z.: ver—stel-l-en
$Verstellung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verstellung, andere Stellung, Stellen (N.), Verstellen (N.), Täuschung, Täuschen (N.); E.: s. verstell(en), s. ung; L.: DW 25, 1736, EWD s. u. stellen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Verstellen oder Täuschen; F.: Verstellung, Verstellungen+EW; Z.: Ver—stel-l-ung
$versterben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. versterben, sterben, zu Tode kommen; E.: s. ver, s. sterben; L.: Kluge s. u. sterben, DW 25, 1740, EWD s. u. sterben; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus ver und sterben gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung tierischen Lebens mögliches sterben oder zu Tode kommen; F.: versterben, versterbe, verstirbst, verstirbt, versterbest, versterbet, verstarb, verstarbst, verstarben, verstarbt, verstürbe, verstürbest, verstürbst, verstürben, verstürbet, verstürbt, verstorben, ##verstorben, verstorbene, verstorbenes, verstorbenem, verstorbenen, verstorbener##, versterbend, ###versterbend, versterbende, versterbendes, versterbendem, versterbenden, versterbender###, verstirb (!)+EW; Z.: ver—ster-b-en
$versteuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. versteuern, Steuer zahlen; E.: s. ver, s. Steuer (F.), s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Steuer 1, DW 25, 1745, EWD s. u. Steuer; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ver und Steuer (F.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Geldwirtschaft in den Hochkulturen des Altertums mögliches Steuer (F.) an den Staat oder die Allgemeinheit zahlen; F.: versteuern, versteuere, versteuer (!), versteuerst, versteuert, versteuerte, versteuertest, versteuerten, versteuertet, ##versteuert, versteuerte, versteuertes, versteuertem, versteuerten, versteuerter##, versteuernd, ###versteuernd, versteuerndes, versteuerndem, versteuernden, versteuernder###, versteuer (!)+EW; Z.: ver—steu-er-n
versteuern, nhd., sw. V., 19. Jh.?: nhd. versteuern, falsch steuern; E.: s. ver, s. steuern, s. Steuer (N.); L.: DW 25, 1745; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus ver und steuern (V.) (2) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung lenkbarer Fahrzeuge durch den Menschen mögliches falsch steuern; F.: versteuern, versteuere, versteuer (!), versteuerst, versteuert, versteuerte, versteuertest, versteuerten, versteuertet, ##versteuert, versteuerte, versteuertes, versteuertem, versteuerten, versteuerter##, versteuernd, ###versteuernd, versteuerndes, versteuerndem, versteuernden, versteuernder###, versteuer (!)+EW; Z.: ver—steu-er-n
$verstiegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. verstiegen, überspannt, übertrieben, falsch; E.: s. versteigen; L.: Kluge s. u. verstiegen, fehlt DW (Verweis auf versteigen), EWD s. u. steigen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus versteigen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches überspannt oder übertrieben oder falsch; F.: verstiegen, verstiegene, verstiegenes, verstiegenem, verstiegenen, verstiegener(, verstiegenere, verstiegeneres, verstiegenerem, verstiegeneren, verstiegenerer, verstiegenst, verstiegenste, verstiegenstes, verstiegenstem, verstiegensten, verstiegenster)+EW; Z.: ver—stieg-en
$verstockt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. verstockt, starr (geworden), störrisch (geworden); E.: s. ver, s. stock(en), s. t (Suff.); L.: EWD s. u. stocken, fehlt DW (aber Verstocktheit DW 25, 1763); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und stock(en) sowie t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches starr (geworden) oder störrisch (geworden); F.: verstockt, verstockte, verstocktes, verstocktem, verstockten, verstockter(, verstocktere, verstockteres, verstockterem, verstockteren, verstockterer, verstocktest, verstockteste, verstocktestes, verstocktestem, verstocktesten, verstocktester)+EW; Z.: ver—sto-ck-t
$verstohlen, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. verstohlen, geheim, heimlich; E.: s. ver, s. stehlen; L.: Kluge s. u. verstohlen, DW 25, 1764, EWD s. u. verstohlen; GB.: (firstelan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und stehlen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches geheim oder heimlich; F.: verstohlen, verstohlene, verstohlenes, verstohlenem, verstohlenen, verstohlener(, verstohlenere, verstohleneres, verstohlenerem, verstohleneren, verstohlenerer, verstohlenst, verstohlenste, verstohlenstes, verstohlenstem, verstohlensten, verstohlenster)+EW; Z.: ver—s-tohl-en
$verstopfen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. verstopfen, verschließen, zumachen; E.: s. ver, s. stopfen; L.: Kluge s. u. stopfen, DW 25, 1765, EWD s. u. stopfen; GB.: (firstopfōn*) seit 11. Jh. belegte und aus ver und stopfen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor Entstehung des Menschen mögliches verschließen oder zumachen; F.: verstopfen, verstopfe, verstopfst, verstopft, verstopfest, verstopfet, verstopfte, verstopftest, verstopften, verstopftet, ##verstopft, verstopfte, verstopftes, verstopftem, verstopften, verstopfter##, verstopfend, ###verstopfend, verstopfende, verstopfendes, verstopfendem, verstopfenden, verstopfender###, verstopf (!)+EW; Z.: ver—sto-pf-en
$Verstopfung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Verstopfung, Verschließung, Versperrung, Obstipation; E.: s. verstopf(en), s. ung; L.: EWD s. u. stopfen, DW 25, 1771; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus verstopf(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Verstopfung oder Verschließung oder Versperrung oder Obstipation; F.: Verstopfung, Verstopfungen+EW; Z.: Ver—sto-pf-ung
$Verstorbener, nhd., (Part. Prät.=)M., (16. Jh.): nhd. Verstorbener, gestorbener Mensch; E.: s. versterben, s. er (Suff.); L.: (fehlt DW, aber) DW 25, 1772 (verstorben), EWD s. u. sterben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus versterben und er gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen gestorbenen Menschen; F.: Verstorbener, Verstorbene, Verstorbenern+EW; Z.: Ver—stor-b-en-er
$verstören, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verstören, verwirren, beunruhigen; E.: s. ver, s. stören; L.: Kluge s. u. stören, DW 25, 1772; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und stören gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verwirren oder beunruhigen; F.: verstören, verstöre, verstörst, verstört, verstörest, verstöret, verstörte, verstörtest, verstörten, verstörtet, ##verstört, verstörte, verstörtes, verstörtem, verstörten, verstörter##, verstörend, ###verstörend, verstörende, verstörendes, verstörendem, verstörenden, verstörender###, verstör (!)+EW; Z.: ver—s-tör-en
$verstört, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. verstört, gestört, verwirrt, beunruhigt; E.: s. verstör(en), s. t (Suff.); L.: fehlt DW, aber Verstörtheit DW 25, 1778 und verstören, EWD s. u. stören; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus verstör(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gestört oder verwirrt oder beunruhigt; F.: verstört, verstörte, verstörtes, verstörtem, verstörten, verstörter(, verstörtere, verstörteres, verstörterem, verstörteren, verstörterer, verstörtest, verstörteste, verstörtestes, verstörtestem, verstörtesten, verstörtester)+EW; Z.: ver—s-tör-t
$Verstoß, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Verstoß, Versehen, Verletzung; E.: s. ver, s. Stoß; L.: DW 25, 1779 (Verstosz), EWD s. u. stoßen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Stoß gebildete Bezeichnung für ein Versehen oder eine sachlich seit Entwicklung des Rechtes des Menschen mögliche Verletzung (einer Bestimmung); F.: Verstoß, Verstoßes, Verstöße, Verstößen+EW; Z.: Ver—sto-ß
$verstoßen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. verstoßen, wegstoßen, verletzen; E.: s. ver, s. stoßen; L.: Kluge s. u. stoßen, DW 25, 1781, EWD s. u. stoßen; GB.: nach ahd. firstōzan* (neuntes Jh.) seit 15. Jh. belegte und aus ver und stoßen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wegstoßen oder verletzen; F.: verstoßen, verstoße, verstößt, verstoßt, verstoßest, verstoßet, verstieß, verstießest, verstießt, verstießen, verstießet, verstoßen, ##verstoßen, verstoßene, verstoßenes, verstoßenem, verstoßenen, verstoßener##, verstoßend, ###verstoßend, verstoßende, verstoßendes, verstoßendem, verstoßenden, verstoßender###, verstoß (!) +EW; Z.: ver—sto-ß-en
$verstreben, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verstreben, stützen, stärken; E.: s. ver, s. Strebe, s. n; L.: Kluge s. u. streben, DW 25, 1792, EWD s. u. streben; GB.: (verstreben) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und Streb(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen mögliches stützen oder stärken; F.: verstreben, verstrebe, verstrebst, verstrebt, verstrebest, verstrebet, verstrebte, verstrebtest, verstrebten, verstrebtet, ##verstrebt, verstrebte, verstrebtes, verstrebtem, verstrebten, verstrebter##, verstrebend, ###verstrebend, verstrebende, verstrebendes, verstrebendem, verstrebenden, verstrebender###, verstreb (!)+EW; Z.: ver—stre-b-en
$verstreichen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verstreichen, verteilen, vernichten; E.: s. ver, s. streichen; L.: Kluge s. u. streichen, DW 25, 1793, EWD s. u. streichen; GB.: (firstrīhhan) seit um 765 belegte und aus ver und streichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verteilen oder vernichten; F.: verstreichen, verstreiche, verstreichst, verstreicht, verstreichest, verstreichet, verstrich, verstrichst, verstrichen, verstricht, verstrichest, verstrichet, verstrichen, ##verstrichen, verstrichene, verstrichenes, verstrichenem, verstrichenen, verstrichener##, verstreichend, ###verstreichend, verstreichende, verstreichendes, verstreichendem, verstreichenden, verstreichender###, verstreich (!)+EW; Z.: ver—strei-ch-en
$verstreuen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verstreuen, zerstreuen, ausstreuen, zertrennen, verteilen; E.: s. ver, s. streuen; L.: Kluge s. u. streuen, DW 25, 1798; GB.: (verströuwen) seit vor 1260 belegte und aus ver und streuen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zerstreuen oder ausstreuen oder zertrennen oder verteilen; F.: verstreuen, verstreue, verstreust, verstreut, verstreuest, verstreuet, verstreute, verstreutest, verstreuten, verstreutet, ##verstreut, verstreute, verstreutes, verstreutem, verstreuten, verstreuter##, verstreuend, ###verstreuend, verstreuende, verstreuendes, verstreuendem, verstreuenden, verstreuender###, verstreu (!)+EW; Z.: ver—streu-en
verstümmeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verstümmeln, entstellen, verletzen; ne. mutilate, maim; Vw.: -; Hw.: s. Stummel; Q.: Ende 13. Jh. (Das alte Passional); E.: s. mhd. verstumelen*, verstumeln, virstumeln, sw. V., verstümmeln; s. mhd. ver…, Präf., ver…; ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. stümbelen, stümbeln, stumbelen, sw. V., „stümmeln“, schneiden, abschneiden, beschneiden, Glied abschneiden, verstümmeln; ahd. stumbalen, sw. V. (1a), verstümmeln; ahd. stumbalōn, sw. V. (2), „stümmeln“, verstümmeln, stutzen, abschneiden; germ. *stemb-, V., stampfen, verstümmeln; idg. *stē̆bʰ-, *stē̆b-, *stembʰ-, stemb-, V., stützen, stampfen, schimpfen, staunen, Pokorny 1011 (1748/220) (RB. idg. aus ind., iran., gr., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. vestümmeln, Kluge 1. A. s. u. Stummel, Kluge s. u. verstümmeln, DW 25, 1809, EWD s. u. Stummel, Duden s. u. verstümmeln, Bluhme s. u. verstuemmeln; GB.: (verstumelen) seit Ende 13. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische in den Bestandteilen erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches durch Abtrennen von Körperteilen entstellen oder verletzen; BM.: vorwärts, stampfen; F.: verstümmeln, verstümmel (!), verstümmle, verstümmelst, verstümmelt, verstümmelte, verstümmeltest, verstümmelten, verstümmeltet, ##verstümmelt, verstümmelte, verstümmeltes, verstümmeltem, verstümmelten, verstümmelter##, verstümmelnd, ###verstümmelnd, verstümmelnde, verstümmelndes, verstümmelndem, verstümmelnden, verstümmelnder###, verstümmel (!)+EW; Z.: ver—stüm-m-el-n
$verstummen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verstummen, stumm werden, keine weiteren Laute äußern; E.: s. ver. s. stumm, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. stumm, DW 25, 1812, EWD s. u. stumm; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus ver und stumm sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich seit Entwicklung von Lauten mögliches stumm werden oder keine weiteren Laute äußern; F.: verstummen, verstumme, verstummst, verstummt, verstummest, verstummet, verstummte, verstummtest, verstummten, verstummtet, ##verstummt, verstummte, verstummtes, verstummtem, verstummter, verstummten, verstummend##, verstummende, ###verstummende, verstummendes, verstummendem, verstummenden, verstummender###, verstumm (!)+EW; Z.: ver—stum-m-en
$Versuch, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Versuch, Anstrengung, Bemühung; E.: s. versuch(en); L.: DW 25, 1822, EWD s. u. suchen; GB.: nach mhd. versuoch (um elfhundertachtundfünfzig) vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus versuchen gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Anstrengung oder Bemühung; F.: Versuch, Versuches, Versuchs, Versuche, Versuchen+EW; Z.: Ver—such
$versuchen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. versuchen, zu erfahren (V.) suchen, unternehmen, anstreben kosten, probieren, verführen; E.: s. ver, s. suchen; L.: Kluge s. u. suchen, DW 25, 1830, EWD s. u. suchen; GB.: (versuochen) seit 1130/1140 belegte und aus ver und suchen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu erfahren (V.) suchen oder unternehmen (V.) oder anstreben oder kosten oder probieren oder verführen; F.: versuchen (!), versuche (!), versuchst, versucht, versuchest, versuchet, versuchte, versuchtest, versuchten, versuchtet, ##versucht, versuchte, versuchtes, versuchtem, versuchten, versuchter##, versuchend, ###versuchend, versuchende, versuchendes, versuchendem, versuchenden, versuchender###, versuch (!)+EW; Z.: ver—such-en
$Versucher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Versucher, Versuchender, Verführer; E.: s. versuch(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 1839, EWD s. u. suchen; GB.: (versuochære) seit 1250-1272 belegte und vielleicht nach lat. temptator aus versuch(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache möglichen einen anderen Menschen in eine Versuchung Führenden oder Verführer; F.: Versucher, Versuchers, Versuchern+EW; Z.: Ver—such-er
$Versuchung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Versuchung, Versuch, Verführung; E.: s. versuch(en), s. ung; L.: Kluge s. u. suchen, DW 25, 1841, EWD s. u. suchen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus versuch(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen Versuch oder eine Verführung; F.: Versuchung, Versuchungen+EW; Z.: Ver—such-ung
$versumpfen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. versumpfen, versinken, verwahrlosen; E.: s. ver, s. Sumpf, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Sumpf, DW 25, 1846, EWD s. u. Sumpf; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ver und Sumpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches zu Sumpf werden oder versinken oder verwahrlosen; F.: versumpfen, versumpfe, versumpfst, versumpft, versumpfest, versumpfet, versumpfte, versumpftest, versumpften, versumpftet, ##versumpft, versumpfte, versumpftes, versumpftem, versumpften, versumpfter##, versumpfend, ###versumpfend, versumpfende, versumpfendes, versumpfendem, versumpfenden, versumpfender###, versumpf (!)+EW; Z.: ver—sumpf-en
$versündigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. versündigen, Sünde begehen; E.: s. ver, s. sündigen; L.: DW 25, 1848, EWD s. u. Sünde; GB.: (versündigen) seit 1140-1160 belegte und aus ver und sündigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Religion dem Menschen mögliches eine Sünde begehen; F.: versündigen, versündige, versündigst, versündigt, versündigest, versündiget, versündigte, versündigtest, versündigten, versündigtet, ##versündigt, versündigte, versündigtes, versündigtem, versündigten, versündigter##, versündigend, ###versündigend, versündigende, versündigendes, versündigendem, versündigenden, versündigender###, versündig (!)+EW; Z.: ver—sü-nd-ig-en
versus, nhd., Präp., (20. Jh.): nhd. versus, gegen; ne. versus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. versus (3); E.: s. lat. versus (3), Adv., Präp., ...wärts, gegen ... hin, nach ... zu, gegen, gegenüber, im Vergleich zu, (um 250-184 v. Chr.); idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. versus, fehlt DW, Duden s. u. versus; Son.: vgl. nndl. versus, Präp., versus; frz. versus, Präp., versus; ndän. versus, Präp., versus; nnorw. versus, Präp., versus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für gegen; BM.: drehen; F.: versus+FW; Z.: ver-s-us
$versüßen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. versüßen, süß machen, angenehm gestalten; E.: s. ver, s. süßen; Q.: 1330-1360 (Seuse); L.: DW 25, 1830 (versüszen), EWD s. u. süß; GB.: seit 1330-1360 belegte und aus ver und süßen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches süß machen oder angenehm gestalten; F.: versüßen, versüße, versüßst (!), versüßt, versüßest, versüßet, versüßte, versüßtest, versüßten, versüßtet, ##versüßt, versüßte, versüßtes, versüßtem, versüßten, versüßter##, versüßend, ###versüßend, versüßende, versüßendes, versüßendem, versüßenden, versüßender###, versüß (!)+EW; Z.: ver—süß-en
$vertagen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vertagen, auf einen späteren Tag verschieben; E.: s. ver, s. tagen; L.: Kluge s. u. vertagen, DW 25, 1857, EWD s. u. Tag; GB.: nach mhd. vertagen (vor zwölfhundertdreiundvierzig) seit 18. Jh. belegte und aus ver und tagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums verwendetes auf einen späteren Tag verschieben; F.: vertagen, vertage, vertagst, vertagt, vertagest, vertaget, vertagte, vertagtest, vertagten, vertagtet, ##vertagt, vertagte, vertagtes, vertagtem, vertagten, vertagter##, vertagend, ###vertagend, vertagende, vertagendes, vertagendem, vertagenden, vertagender###, vertag (!)+EW; Z.: ver—t-ag-en
$vertauschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vertauschen, eintauschen, austauschen; E.: s. ver, s. tauschen; L.: DW 25, 1867, EWD s. u. tauschen; GB.: (vertūschen) seit 1454 belegte und aus ver und tauschen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen entwickeltes und verwendetes eine Gegebenheit gegen eine andere Gegebenheit eintauschen oder austauschen; F.: vertauschen, vertausche, vertauschst, vertauscht, vertauschest, vertauschet, vertauschte, vertauschtest, vertauschten, vertauschtet, ##vertauscht, vertauschte, vertauschtes, vertauschtem, vertauschten, vertauschter##, vertauschend, ###vertauschend, vertauschende, vertauschendes, vertauschendem, vertauschenden, vertauschender###, vertausch (!)+EW
verteidigen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verteidigen, schützen, bewachen; ne. defend, champion (V.); Vw.: -; Hw.: s. Ding, Teiding; Q.: 16. Jh.; E.: fnhd. vertagedingen, verteidingen, sw. V., verteidigen; s. mhd. vertagedingen, verteidingen, vertegedingen, vortetigen, fertagedingen*, sw. V., verteidigen, vor Gericht ziehen, vor Gericht laden, vor Gericht verhandeln, gerichtlich verhandeln, übereinkommend festsetzen und ausgleichen, vereinbaren, schlichten, beilegen; mnd. vördēgedingen*, vordēgedingen, vordegdingen, vordēdingen, vordeydingen, vordādingen, sw. V., vor Gericht (N.) (1) ziehen (Bedeutung örtlich beschränkt), vor Gericht (N.) (1) laden (V.) (2) (Bedeutung örtlich beschränkt), vor Gericht (N.) (1) vertreten (V.) (eine Sache), wahrnehmen, jemanden vor Gericht (N.) (1) verteidigen, eintreten für; mnl. verdedingen, sw. V., vor dem Teiding vertreten (V.); vgl. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); das Hinterglied stammt von ahd. tagading, tagoding, tegiding, st. N. (a), Termin, Frist, Übereinkunft, festgesetzter Tag, Aufschub, Waffenstillstand, Gericht (N.) (1), Volksversammlung; vgl. ahd. tag, st. M. (a), Tag, Zeit, Tageszeit; germ. *daga-, *dagaz, st. M. (a), Tag, d-Rune; idg. *dʰegᵘ̯ʰ-, V., brennen, Pokorny 240 (363/11) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw., toch.); vgl. idg. *ā̆g̑ʰer-, *ā̆g̑ʰes-, Sb., Tag, Pokorny 7 (13/13) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); ahd. ding, st. N. (a), Versammlung, Kirchengemeinde, Gemeinde, Gericht (N.) (1), Gerichtstag; germ. *þenga-, *þengaz, *þinga-, *þingaz, *þenha-, *þenhaz, N., Zeit, Rat, Versammlung, Ding; vgl. idg. *ten- (1), *tend-, *tenə-, *tenh₂-, V., dehnen, ziehen, spannen, Pokorny 1065 (1851/28) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verteidigen, Kluge s. u. verteidigen, DW 25, 1875 (vertheidigen), EWD s. u. verteidigen, Duden s. u. verteidigen, Bluhme s. u. verteidigen; Son.: vgl. nndl. verdedigen, V., verteidigen; GB.: E.: seit 16. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen sowie höherer Tiere mögliches gegen Angriffe schützen; BM.: vorwärts, Tag, spannen; F.: verteidigen, verteidige, verteidigst, verteidigt, verteidigest, verteidiget, verteidigte, verteidigtest, verteidigten, verteidigtet, ##verteidigt, verteidigte, verteidigtes, verteidigtem, verteidigten, verteidigter##, verteidigend, ###verteidigend, verteidigende, verteidigendes, verteidigendem, verteidigenden, verteidigender###, verteidig (!)+EW; Z.: ver—t-ei-di-g-en
$Verteidiger, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Verteidiger, Verteidigender, Beschützer; E.: s. verteidig(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. verteidigen, DW 25, 1879 (Vertheidiger), EWD s. u. verteidigen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus verteidig(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen oder auch schon vormenschlich möglichen Beschützer dem seit Entwicklung von Recht eine besondere Rechtsstellung erwächst; F.: Verteidiger, Verteidigers, Verteidigern+EW; Z.: Ver—t-ei-di-g-er
$Verteidigung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verteidigung; E.: s. verteidig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verteidigen, DW 25, 1879 (Vertheidiger), EWD s. u. verteidigen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verteidig(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen entwickelte oder auch schon vormenschlich mögliche und verwendete Abwehr oder für Schutz; F.: Verteidigung, Verteidigungen+EW; Z.: Ver—t-ei-di-g-ung
$verteilen, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. verteilen, aufteilen; E.: s. ver, s. teilen; L.: DW 25, 1884 (vertheilen), EWD s. u. Teil; GB.: (firteilen*) seit 11. Jh. belegte und aus ver und teilen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Manschen mögliches aufteilen; F.: verteilen, verteile, verteilst, verteilt, verteilest, verteilet, verteilte, verteiltest, verteilten, verteiltet, ##verteilt, verteilte, verteiltes, verteiltem, verteilten, verteilter##, verteilend, ###verteilend, verteilende, verteilendes, verteilendem, verteilenden, verteilender###, verteil (!)+EW; Z.: ver—tei-l-en
$verteuern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verteuern, teuerer machen, teuerer werden; E.: s. ver, s. teuer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. teuer, DW 25, 1890 (vertheuern), EWD s. u. teuer; E.: (vertiuren) seit um 1230 belegte und aus ver sowie wohl seit der Entwicklung der Geldwirtschaft in den Hochkulturen des Altertums mögliches teuern oder teuerer machen oder teuerer werden; F.: verteuern, verteuere, verteuer (!), verteuerst, verteuert, verteuerte, verteuertest, verteuerten, verteuertet, ##verteuert, verteuerte, verteuertes, verteuertem, verteuerten, verteuerter##, verteuernd, ###verteuernd, verteuerndes, verteuerndem, verteuernden, verteuernder###, verteuer (!)+EW; Z.: ver—teu-er-n
$verteufeln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. verteufeln, als Teufel bezeichnen, verwünschen; E.: s. ver, s. Teufel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Teufel, DW 25, 1871; GB.: (mhd.vertiuvelen) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus ver und Teufel sowie (e)n (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches als Teufel bezeichnen oder verwünschen; F.: verteufeln, verteufel (!), verteufle, verteufele, verteufelst, verteufelt, verteufelte, verteufeltest, verteufelten, verteufeltet, ##verteufelt, verteufelte, verteufeltes, verteufeltem, verteufelten, verteufelter##, verteufelnd, ###verteufelnd, verteufelnde, verteufelndes, verteufelndem, verteufelnden, verteufelnder###, verteufel (!)+EW+FW; Z.: ver—teu-fel-n
$verteufen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verteufen, vertiefen, tiefer machen; Hw.: s. vertiefen; E.: s. ver, s. teufen; L.: DW 25, 1871, EWD s. u. Teufe; GB.: seit Mitte 16. Jh. belegte und aus ver und teufen bzw. Teufe sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches und verwendetes vertiefen oder tiefer machen; F.: verteufen, verteufe, verteufst, verteuft, verteufest, verteufet, verteufte, verteuftest, verteuften, verteuftet, ##verteuft, verteufte, verteuftes, verteuftem, verteuften, verteufter##, verteufend, ###verteufend, verteufende, verteufendes, verteufendem, verteufenden, verteufender###, verteuf (!)+EW; Z.: ver—teuf-en
$vertiefen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. vertiefen, verteufen, tiefer machen; Hw.: s. verteufen; E.: s. ver, s. tiefen; L.: Kluge s. u. tief, DW 25, 1904, EWD s. u. tief; GB.: seit Ende 12. Jh. belegte und aus ver und tief sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches und verwendetes verteufen oder tiefer machen; F.: vertiefen, vertiefe, vertiefst, vertieft, vertiefest, vertiefet, vertiefte, vertieftest, vertieften, vertieftet, ##vertieft, vertiefte, vertieftes, vertieftem, vertieften, vertiefter##, vertiefend, ###vertiefend, vertiefende, vertiefendes, vertiefendem, vertiefenden, vertiefender###, vertief (!)+EW; Z.: ver—tief-en
$vertieren (1), nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vertieren, zu einem Tier werden, zu einem Tier machen; E.: s. ver, s. tieren; L.: Kluge s. u. Tier, DW 25, 1891 (verthieren); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Tier sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches in dem Verhalten zu einem Tier werden oder zu einem Tier machen; F.: vertieren, vertiere, vertierst, vertiert, vertierest, vertieret, vertierte, vertiertest, vertierten, vertiertet, ##vertiert, vertierte, vertiertes, vertiertem, vertierten, vertierter##, vertierend, ###vertierend, vertierende, vertierendes, vertierendem, vertierenden, vertierender###, vertier (!)+EW; Z.: ver—tie-r-en
vertieren, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. vertieren, wenden, umdrehen, umkehren; ne. turn (V.); Vw.: s. in-, kon-, per-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. vertere; E.: s. lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren, umwenden, umdrehen; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 25, 1911, Duden s. u. vertieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinisches des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches eine Lage durch Umdrehen oder Umkehren ändern oder wenden oder umdrehen oder umkehren; BM.: drehen; F.: vertieren, vertiere, vertierst, vertiert, vertierest, vertieret, vertierte, vertiertest, vertierten, vertiertet, ##vertiert, vertierte, vertiertes, vertiertem, vertierten, vertierter##, vertierend, ###vertierend, vertierende, vertierendes, vertierendem, vertierenden, vertierender###, vertier (!)+FW+EW; Z.: ver-t-ier-en
vertikal, nhd., Adj., Adv., (17. Jh.): nhd. vertikal, senkrecht, aufrecht; ne. vertical; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. lat. verticālis; E.: s. lat. verticālis, Adj., senkrecht, vertikal, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. vertikal, DW 25, 1904 (vertical), EWD s. u. vertikal, Duden s. u. vertikal; Son.: vgl. nndl. verticaal, Adj., vertikal; frz. vertical, Adj., vertikal; nschw. vertikal, Adj., vertikal; nnorw. vertikal, Adj., vertikal; poln. wertykalny, Adj., vertikal; kymr. fertigol, Adj., vertikal; lit. vertikalus, Adj., vertikal; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen wohl seit der Entstehung der Welt mögliches senkrecht oder aufrecht in Gegensatz zu horizontal oder waagerecht; BM.: drehen; F.: vertikal, vertikale, vertikales, vertikalem, vertikalen, vertikaler+FW(+EW); Z.: ver-t-ik-al
$Vertikale, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Vertikale; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; E.: s. vertikal, s. e; L.: fehlt DW (s. aber vertikal), EWD s. u. vertikal; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus vertikal und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich in der Vorstellung des Menschen wohl seit der Entstehung der Welt mögliche Senkrechte oder Aufrechte in Gegensatz zu Horizontale oder Waagerechte; F.: Vertikale, Vertikalen+FW+EW; Z.: Ver-t-ik-al-e
$vertilgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. vertilgen, vernichten; E.: s. ver, s. tilgen; L.: Kluge s. u. tilgen, DW 25, 1912, EWD s. u. tilgen; GB.: (firtīligōn) seit vor Ende 8. Jh. belegte und aus ver und tilgen sowie mittelbar lat. delere gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Lebens mögliches vernichten; F.: vertilgen, vertilge, vertilgst, vertilgt, vertilgest, vertilget, vertilgte, vertilgtest, vertilgten, vertilgtet, ##vertilgt, vertilgte, vertilgtes, vertilgtem, vertilgten, vertilgter##, vertilgend, ###vertilgend, vertilgende, vertilgendes, vertilgendem, vertilgenden, vertilgender###, vertilg (!)+EW+FW; Z.: ver—til-g-en
$Vertilgung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vertilgung, Vernichtung; E.: s. vertilg(en), s. ung; L.: fehlt DW (s. aber vertilgen), EWD s. u. tilgen; GB.: (firtīligunga*) seit 12. Jh. belegte und aus vertilg(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt oder des Lebens mögliche Vernichtung; F.: Vertilgung, Vertilgungen+EW+FW; Z.: Ver—til-g-ung
$vertonen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. vertonen, mit einem Ton (M.) (2) versehen (V.); Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. ver, s. Ton (M.) (2), s. en (Suff.); L.: DW 25, 1918, EWD s. u. Ton (M.) 2; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus ver und Ton (M.) (2) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes ein Geschehen oder einen Text mit einem Ton (M.) (2) versehen (V.) oder untermalen; F.: vertonen, vertone, vertonst, vertont, vertonest, vertonet, vertonte, vertontest, vertonten, vertontet, ##vertont, vertonte, vertontes, vertontem, vertonten, vertonter##, vertonend, ###vertonend, vertonende, vertonendes, vertonendem, vertonenden, vertonender###, verton (!)+EW; Z.: ver—ton-en
vertrackt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. vertrackt, verzogen, verzerrt, verzwickt, schwierig, ärgerlich; ne. intricate, messy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: gebildet zu vertrecken, V., verziehen, verzerren; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. trecken, sw. V., sich verbreiten, ziehen, ziehen auf, führen, lenken, häufen auf; mnd. trecken, V., ziehen, führen, schleppen; germ. *trekan, st. V., stoßen, ziehen, scharren?; idg. *dereg-, V., ziehen, Pokorny 209; vgl. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. vertrackt, Kluge s. u. vertrackt, DW 25, 1920, EWD s. u. vertrackt, Duden s. u. vertrackt, Bluhme s. u. vertrackt; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus vertreck(en) und t gebildete Bezeichnung für in der Vorstellung von Menschen schwierig oder ärgerlich; BM.: verzogen; F.: vertrackt, vertrackte, vertracktes, vertracktem, vertrackten, vertrackter(, vertracktere, vertrackteres, vertrackterem, vertrackteren, vertrackterer, vertracktest, vertrackteste, vertracktestes, vertracktestem, vertracktesten, vertracktester)+EW; Z.: ver—track-t
Vertrag, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Vertrag, Abkommen, Übereinkommen, Abrede, Abmachung, Vereinbarung, Kontrakt, Pakt; ne. contract (N.), agreement; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1261 (Urkunde); E.: mhd. vertrac, fertrac*, st. M., st. N., Vertrag, Verträglichkeit, Dauer, Bestand, Zeitvertreib, Eintrag, Gewinn, Zustimmung; mnd. vördrach*, vordrach, M., N., Vertrag, Abkommen, Ehevertrag, Übereinkommen, Vergleich; mnd. vördracht*, vordracht, M., N., F., Vertrag, Abkommen, Ehevertrag, Übereinkommen, Vergleich; mhd. vertragen, virtragen, vortragen, st. V., vertragen, sich vertragen, zu Ende kommen, vergehen, Ziel verfehlen, irregehen, übereinstimmen, gleichlautend sein (V.); ahd. firtragan*, st. V. (6), tragen, ertragen, leiden, dulden; as. fardragan, st. V. (6), dulden; germ. *fardragan, st. V., wegschleppen; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *dʰerāgʰ-, V., ziehen, schleifen (V.) (2), Pokorny 257; idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., ziehen, schleppen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 257 (386/34) (RB. idg. aus ital., germ., slaw.); vgl. idg. *trāgʰ-, *trō̆gʰ-, V., Sb., schleppen, ziehen, laufen, Nachkommen (N.), Pokorny 1089 (1885/62) (RB. idg. aus. ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Vertrag, DW 25, 1921, EWD s. u. tragen, Duden s. u. Vertrag; Son.: vgl. nndl. vertrag, Sb., Vertrag; nschw. fördrag, N., Vertrag; GB.: seit 1261 belegte und aus vertragen gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete gegenseitige Abrede oder Abmachung oder Vereinbarung; BM.: vorwärts, ziehen; F.: Vertrag, Vertrages, Vertrags, Verträge, Verträgen+EW; Z.: Ver—trag
$vertragen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vertragen, wegtragen, aushalten, ertragen (V.); E.: s. ver, s. tragen; L.: Kluge 1. A. s. u. vertragen, Kluge s. u. tragen, DW 25, 1926, EWD s. u. tragen; GB.: (firtragan*) seit um 790 belegte und aus ver und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches wegtragen oder aushalten oder ertragen; F.: vertragen, verträgst, verträgt, vertragt, vertragest, vertraget, vertrug, vertrugst, vertrugen, vertrugt, vertrüge, vertrügest, vertrügen, vertrüget, ##vertragen, vertragene, vertragenes, vertragenem, vertragenen, vertragener##, vertragend, ###vertragend, vertragende, vertragendes, vertragendem, vertragenden, vertragender###, vertrag (!)+EW; Z.: ver—trag-en
$vertraglich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vertraglich, einen Vertrag betreffend; E.: s. Vertrag, s. lich; L.: , DW 25, 1939EWD s. u. tragen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Vertrag sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Vertrag betreffend; F.: vertraglich, vertragliche, vertragliches, vertraglichem, vertraglichen, vertraglicher+EW; Z.: ver—trag—lich
$verträglich, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. verträglich, bekömmlich, auskömmlich, sich vertragen lassend; E.: s. vertrag(en), s. lich; L.: DW 25, 1939, EWD s. u. tragen; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus vertrag(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches bekömmlich oder auskömmlich oder sich vertragen lassend; F.: verträglich, verträgliche, verträgliches, verträglichem, verträglichen, verträglicher(, verträglichere, verträglicheres, verträglicherem, verträglicheren, verträglicherer, verträglichst, verträglichste, verträglichstes, verträglichstem, verträglichsten, verträglichster)+EW; Z.: ver—träg—lich
$vertrauen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. vertrauen, sich verlassen (V.); Vw.: s. an-; E.: s. ver, s. trauen; L.: Kluge s. u. trauen, DW 25, 1946, EWD s. u. trauen; GB.: (firtrūēn*) seit um 1000 belegte und aus ver und trauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches sich verlassen (V.); F.: vertrauen, vertraue, vertraust, vertraut (!), vertrauest, vertrauet, vertraute, vertrautest, vertrauten, vertrautet, ##vertraut, vertraute, vertrautes, vertrautem, vertrauten, vertrauter##, vertrauend, ###vertrauend, vertrauende, vertrauendes, vertrauendem, vertrauenden, vertrauender###, vertrau (!)+EW; Z.: ver—trau-en
$Vertrauen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Vertrauen, Zutrauen, Verlässlichkeit; E.: s. vertrauen; L.: fehlt DW, EWD s. u. trauen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus vertrauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Zutrauen oder Verlässlichkeit; F.: Vertrauen, Vertrauens+EW; Z.: Ver—trau-en
$vertraulich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vertraulich, Vertrauen betreffend, freundschaftlich, geheim; E.: s. vertrau(en), s. lich; L.: DW 25, 1960, EWD s. u. trauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vertrau(en) und lich gebildete Bezeichnung für Vertrauen betreffend oder freundschaftlich oder geheim; F.: vertraulich, vertrauliche, vertrauliches, vertraulichem, vertraulichen, vertraulicher(, vertraulichere, vertraulicheres, vertraulicherem, vertraulicheren, vertraulicherer, vertraulichst, vertraulichste, vertraulichstes, vertraulichstem, vertraulichsten, vertraulichster)+EW; Z.: ver—trau—lich
$verträumen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verträumen, die Zeit mit Träumen (N.) verbringen; E.: s. ver, s. träumen; L.: DW 25, 1965, EWD s. u. Traum; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und träumen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches die Zeit mit Träumen (N.) verbringen; F.: verträumen, verträume, verträumst, verträumt, verträumest, verträumet, verträumte, verträumtest, verträumten, verträumtet, ##verträumt, verträumte, verträumtes, verträumtem, verträumten, verträumter##, verträumend, ###verträumend, verträumende, verträumendes, verträumendem, verträumenden, verträumender###, verträum (!)+EW; Z.: ver—träu-m-en
$verträumt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. verträumt, durch Träume bestimmt, versonnen (Adj.), beschaulich, malerisch; E.: s. verträum(en), s. t (Suff.); L.: EWD s. u. Traum, fehlt DW (, aber Verträumtheit DW 25, 1965); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verträum(en) und t gebildete Bezeichnung für durch Träume bestimmt oder versonnen (Adj.) oder beschaulich oder malerisch; F.: verträumt, verträumte, verträumtes, verträumtem, verträumten, verträumter+EW; Z.: ver—träu-m-t
$vertraut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. vertraut, befreundet, bekannt; E.: s. vertrau(en), s. t; L.: DW 25, 1966, EWD s. u. trauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vertrau(en) und t gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches befreundet oder bekannt; F.: vertraut, vertraute, vertrautes, vertrautem, vertrauten, vertrauter(, vertrautere, vertrauteres, vertrauterem, vertrauteren, vertrauterer, vertrautest, vertrauteste, vertrautestes, vertrautestem, vertrautesten, vertrautester)+EW; Z.: ver—trau-t
$vertreiben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vertreiben, wegtreiben, verscheuchen, verjagen; E.: s. ver, s. treiben; L.: Kluge s. u. treiben, DW 25, 1970, EWD s. u. treiben; GB.: (firtrīban*) seit um 765 belegte und aus ver und treiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch früher mögliches wegtreiben oder verscheuchen oder verjagen; F.: vertreiben, vertreibst, vertreibt, vertreibest, vertreibet, vertrieb (!), vertriebst, vertrieben, vertriebt, vertriebe (!), vertriebest, vertriebet, vertrieben, ##vertrieben, vertriebene, vertriebenes, vertriebenem, vertriebenen, vertriebener##, vertreibend, ###vertreibend, vertreibende, vertreibendes, vertreibendem, vertreibenden, vertreibender###, vertreib (!)+EW; Z.: ver—trei-b-en
$vertreten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vertreten, falsch treten, an die Stelle eines anderen Menschen treten; E.: s. ver, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 25, 1982, EWD s. u. treten; GB.: (firtretan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus ver und treten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches falsch treten oder zeitweise an die Stelle eines anderen Menschen treten; F.: vertreten, vertrete, vertrittst, vertritt, vertretet, vertretest, vertrat, vertratest, vertratst, vertraten, vertratet, verträte, verträtest, verträten, verträtet, vertreten, ##vertreten, vertretene, vertretenes, vertretenem, vertretenen, vertretener##, vertretend, ###vertretend, vertretende, vertretendes, vertretendem, vertretenden, vertretender###, vertritt (!)+EW; Z.: ver—tre-t-en
$Vertreter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Vertreter, Verteidiger, Abgesandter, Stellvertreter; Vw.: s. Stell-, Volks-; E.: s. vertret(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 1999, EWD s. u. treten,; GB.: (vertretære*) seit 1290 belegte und aus vertret(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit Menschen möglichen Abgesandten oder Beauftragten oder Verteidiger oder Stellvertreter; F.: Vertreter, Vertreters, Vertretern+EW; Z.: Ver—tre-t-er
$Vertrieb, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vertrieb, Auslieferung; E.: s. vertreib(en); L.: Kluge s. u. treiben, DW 25, 1998, EWD s. u. treiben; GB.: seit 16. Jh. belegte und von vertreiben abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Massenherstellung von Waren von Menschen entwickelte und verwendete Auslieferung; F.: Vertrieb, Vertriebs, Vertriebes, Vertriebe, Vertrieben+EW; Z.: Ver—trie-b
$vertrocknen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. vertrocknen, austrocknen, durch Wassermangel zu Grunde gehen; E.: s. ver, s. trocknen; L.: DW 25, 2003, EWD s. u. trocken; GB.: (vertruckenen) seit Ende 12. Jh. belegte und aus ver und trocknen gebildete Bezeichnung für durch Wassermangel zu Grunde gehen (von Pflanzen); F.: vertrocknen, vertrockne (!), vertrocknest, vertrocknet, vertrocknete, vertrocknetest, vertrockneten, vertrocknetet, ##vertrocknet, vertrocknete, vertrocknetes, vertrocknetem, vertrockneten, vertrockneter##, vertrocknend, ###vertrocknend, vertrocknende, vertrocknendes, vertrocknendem, vertrocknenden, vertrocknender###, vertrockne (!)+EW; Z.: ver—tro-ck-n-en
$vertrösten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. vertrösten, hinhalten, zu einem Warten bewegen; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. ver, s. trösten; L.: DW 25, 2008, EWD s. u. Trost; GB.: seit um 1000 belegte und aus ver und trösten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinhalten oder zu einem Warten bewegen; F.: vertrösten, vertröste, vertröstest, vertröstet, vertröstete, vertröstetest, vertrösteten, vertröstetet, ##vertröstet, vertröstete, vertröstetes, vertröstetem, vertrösteten, vertrösteter##, vertröstend, ###vertröstend, vertröstende, vertröstendes, vertröstendem, vertröstenden, vertröstender, vertröst (!)###+EW; Z.: ver—trö-st-en
$vertun, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vertun, verbrauchen, vergeuden, verschwenden; E.: s. ver, s. tun; L.: Kluge s. u. tun, DW 25, 1895 (firthun), EWD s. u. tun; GB.: (firtuon*) seit um 765 belegte und aus ver sowie tun gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verbrauchen oder vergeuden oder verschwenden; F.: vertun, vertue, vertu, vertust, vertut, vertuest, vertuet, vertat, vertatest, vertatst, vertaten, vertatet, vertäte, vertätest, vertäten, vertätet, vertan, ##vertan, vertane, vertanes, vertanem, vertanen, vertaner##, vertuend, ###vertuend, vertuende, vertuendes, vertuendem, vertuenden, vertuender###, vertu (!)+EW; Z.: ver—tu-n
vertuschen, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. vertuschen, verbergen, verheimlichen; ne. blanke (V.), cover (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: mhd. vertuzzen, vertussen, verdussen, vertuschen, vertüschen, sw. V., betäubt werden, vor Schrecken verstummen, außer Fassung kommen, zum Schweigen bringen, zum Aufhören bringen, bedecken, verbergen; mhd. vörtussen*, vortussen, vortuschen, sw. V., vertuschen, verheimlichen, unterdrücken, verdecken, über etwas rufen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. tuzzen, sw. V., verbergen, pressen, drücken; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von einem Schallwort für stoßen; L.: Kluge 1. A. s. u. vertuschen, Kluge s. u. vertuschen, EWD s. u. vertuschen, DW 25, 2020, Duden s. u. vertuschen, Bluhme s. u. vertuschen; GB.: (vertuzzen) seit um 1210 belegte und aus ver und mittelhochdeutsch tuzzen gebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte und vielleicht lautmalend für stoßen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches verbergen oder verheimlichen oder dafür sorgen dass etwas was nicht bekannt werden soll geheim gehalten wird; BM.: vorwärts, lautmalend?; F.: vertuschen, vertusche, vertuschst, vertuscht, vertuschest, vertuschet, vertuschte, vertuschtest, vertuschten, vertuschtet, ##vertuscht, vertuschte, vertuschtes, vertuschtem, vertuschten, vertuschter##, vertuschend, ###vertuschend, vertuschende, vertuschendes, vertuschendem, vertuschenden, vertuschender###, vertusch (!)+EW; Z.: ver—tusch-en
$verübeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verübeln, übel nehmen, anlasten; E.: s. ver, s. übel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. übel, DW 25, 2021; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und übel sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches übel nehmen oder anlasten; F.: verübeln, verübel (!), verüble, verübele, verübelst, verübelt, verübelte, verübeltest, verübelten, verübeltet, ##verübelt, verübelte, verübeltes, verübeltem, verübelten, verübelter##, verübelnd, ###verübelnd, verübelnde, verübelndes, verübelndem, verübelnden, verübelnder###, verübel (!)+EW; Z.: ver—üb-el-n
$verulken, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verulken, foppen, veralbern, verspotten; E.: s. ver, s. Ulk, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Ulk, EWD s. u. Ulk, DW 25, 1024; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Ulk sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches foppen oder veralbern oder verspotten; F.: verulken, verulke (!), verulkst, verulkt, verulkest, verulket, verulkte, verulktest, verulkten, verulktet, ##verulkt, verulkte, verulktes, verulktem, verulkten, verulkter##, verulkend, ###verulkend, verulkende, verulkendes, verulkendem, verulkenden, verulkender###, verulk (!)+EW; Z.: ver—ulk-en
$verunglimpfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verunglimpfen, schmähen, beleidigen, herabsetzen; E.: s. ver, s. un, s. Glimpf, s. en (Suff.); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und un sowie Glimpf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches schmähen oder beleidigen oder herabsetzen; L.: Kluge s. u. verunglimpfen, DW 25, 2029, EWD s. u. glimpflich; F.: verunglimpfen, verunglimpfe, verunglimpfst, verunglimpft, verunglimpfest, verunglimpfet, verunglimpfte, verunglimpftest, verunglimpften, verunglimpftet, ##verunglimpft, verunglimpfte, verunglimpftes, verunglimpftem, verunglimpften, verunglimpfter##, verunglimpfend, ###verunglimpfend, verunglimpfende, verunglimpfendes, verunglimpfendem, verunglimpfenden, verunglimpfender###, verunglimpf (!)+EW; Z.: ver—un—g-li-m-pf-en
$verunglücken, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verunglücken, ein Unglück erleiden, missglücken; E.: s. ver, s. Unglück, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Glück, DW 25, 2031, EWD s. u. Glück; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und Unglück sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliches ein Unglück erleiden oder missglücken; F.: verunglücken, verunglücke, verunglückst, verunglückt, verunglückest, verunglücket, verunglückte, verunglücktest, verunglückten, verunglücktet, ##verunglückt, verunglückte, verunglücktes, verunglücktem, verunglückten, verunglückter##, verunglückend, ###verunglückend, verunglückende, verunglückendes, verunglückendem, verunglückenden, verunglückender###, verunglück (!)+EW; Z.: ver—un—g-lück-en
$verunreinigen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verunreinigen, unrein machen, verschmutzen; E.: s. ver, s. unrein, s. ig, s. en (Suff.); L.: DW 35, 2036, EWD s. u. rein; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. inquināre aus ver und unrein sowie ig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aus der Sicht des Menschen unrein machen oder verschmutzen; F.: verunreinigen, verunreinige, verunreinigst, verunreinigt, verunreinigest, verunreiniget, verunreinigte, verunreinigtest, verunreinigten, verunreinigtet, ##verunreinigt, verunreinigte, verunreinigtes, verunreinigtem, verunreinigten, verunreinigter##, verunreinigend, ###verunreinigend, verunreinigende, verunreinigendes, verunreinigendem, verunreinigenden, verunreinigender###, verunreinig (!)+EW; Z.: ver—un—rei-n-ig-en
$Verunreinigung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verunreinigung, Verschmutzung; E.: s. verunreinig(en), s. ung; L.: DW 25, 2039, EWD s. u. rein; GB.: seit 1482 belegte und wohl für lat. inquinamentum aus verunreinig(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine aus der Sicht des Menschen sachlich schon vormenschlich mögliche Verschmutzung; F.: Verunreinigung, Verunreinigungen+EW; Z.: Ver—un—rei-n-ig-ung
$verunstalten, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. verunstalten, entstellen, hässlich machen; E.: s. ver, s. un, s. (ge)stalten; L.: Kluge s. u. verunstalten, DW 15, 2041, EWD s. u. verunstalten; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus ver und un sowie (ge)stalten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entstellen oder hässlich machen; F.: verunstalten, verunstalte, verunstaltest, verunstaltet, verunstaltete, verunstaltetest, verunstalteten, verunstaltetet, ##verunstaltet, verunstaltete, verunstaltetes, verunstaltetem, verunstalteten, verunstalteter##, verunstaltend, ###verunstaltend, verunstaltende, verunstaltendes, verunstaltendem, verunstaltenden, verunstaltender###, verunstalt (!)+EW; Z.: ver—un—stal-t-en
$verursachen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. verursachen, eine Ursache setzen, bewirken; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: s. ver, s. Ursach(e), s. en; L.: DW 25, 2048, EWD s. u. Ursache; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus ver und Ursache sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches eine Ursache setzen, bewirken; F.: verursachen, verursache, verursachst, verursacht, verursachest, verursachet, verursachte, verursachtest, verursachten, verursachtet, ##verursacht, verursachte, verursachtes, verursachtem, verursachten, verursachter##, verursachend, ###verursachend, verursachende, verursachendes, verursachendem, verursachenden, verursachender###, verursach (!)+EW; Z.: ver—ur—sach-en
$Verursacher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verursacher, Verursachender; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. verursach(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 2050, EWD s. u. Ursache; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus verursach(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen durch Setzung einer Ursache eine Folge bewirkenden Menschen; F.: Verursacher, Verursachers, Verursachern+EW; Z.: Ver—ur—sach-er
$verurteilen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verurteilen, ein Urteil sprechen, eine Entscheidung fällen; E.: s. ver, s. urteilen; L.: DW 25, 2051 (verurtheilen), EWD s. u. Urteil; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus ver und urteilen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Recht des Menschen mögliches ein Urteil sprechen; F.: verurteilen, verurteile, verurteilst, verurteilt, verurteilest, verurteilet, verurteilte, verurteiltest, verurteilten, verurteiltet, ##verurteilt, verurteilte, verurteiltes, verurteiltem, verurteilten, verurteilter##, verurteilend, ###verurteilend, verurteilende, verurteilendes, verurteilendem, verurteilenden, verurteilender###, verurteil (!)+EW; Z.: ver—ur—tei-l-en
$Verurteilung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verurteilung, Beurteilung, Urteil, Verurteilen, Verurteiltwerden; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; E.: s. verurteil(en), s. ung; L.: DW 25, 2053 (Verurtheilung), EWD s. u. Urteil; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus verurteil(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache und Recht des Menschen mögliche Beurteilung oder Urteil oder Verurteilen oder Verurteiltwerden; F.: Verurteilung, Verurteilungen+EW; Z.: Ver—ur—tei-l-ung
Verve, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verve, Begeisterung, Schwung; ne. Verve, panache; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. verve; E.: s. frz. verve, F., Verve, Schwung, Laune; von lat. verba, N. Pl., Worte, begeisterte Rede; vgl. lat. verbum, N., Wort, Ausdruck, Rede, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); Son.: vgl. nndl. verve, Sb., Verve; L. DW 25, 2054, Duden s. u. Verve; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Begeisterung oder einen Schwung (bei einer Tätigkeit); BM.: sagen; F.: Verve+FW; Z.: Ver-v-e
$vervielfältigen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vervielfältigen, vervielfachen, multiplizieren; E.: s. ver, s. vielfältig, s. en; L.: DW 25, 2056, EWD s. u. viel; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. multiplicare aus ver und vielfältig sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches vervielfachen (insbesondere später durch den Menschen); F.: vervielfältigen, vervielfältige, vervielfältigst, vervielfältigt, vervielfältigest, vervielfältiget, vervielfältigte, vervielfältigtest, vervielfältigten, vervielfältigtet, ##vervielfältigt, vervielfältigte, vervielfältigtes, vervielfältigtem, vervielfältigten, vervielfältigter##, vervielfältigend, ###vervielfältigend, vervielfältigende, vervielfältigendes, vervielfältigendem, vervielfältigenden, vervielfältigender###, vervielfältig (!)+EW; Z.: ver—viel—fäl-t-ig-en
$vervollkommnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vervollkommnen, vollkommen werden, vollkommen machen; E.: s. ver, s. vollkommen, s. en; L.: DW 25, 2058, EWD s. u. voll,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und vollkomm(e)n sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches vollkommen werden oder vollkommen machen; F.: vervollkommnen, vervollkommne (!), vervollkommnest, vervollkommnet, vervollkommnete, vervollkommnetest, vervollkommneten, vervollkommnetet, ##vervollkommnet, vervollkommnete, vervollkommnetes, vervollkommnetem, vervollkommneten, vervollkommneter##, vervollkommnend, ###vervollkommnend, vervollkommnende, vervollkommnendes, vervollkommnendem, vervollkommnenden, vervollkommnender, vervollkommne (!)###+EW; Z.: ver-vol-l-kom-m-n-en
verwahrlosen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verwahrlosen, verfallen (V.), verkommen; ne. fall (V.) into disrepair; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Hohenfurter Benediktinerregel); E.: mhd. verwarlōsen, sw. V., verwahrlosen, unachtsam behandeln, unachtsam betreiben, beflecken, schädigen; mnd. vörwārlōsen*, vorwārlōsen, sw. V., verwahrlosen, außer Acht lassen, unachtsam behandeln; mnd. vörwērlōsen, sw. V., verwahrlosen, außer Acht lassen, unachtsam behandeln, durch Unachtsamkeit verderben; mnl. verwaerlōsen, sw. V., verwahrlosen; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. war, st. M., st. F., Wahrnehmung, Beobachtung, Aufmerksamkeit, Beachtung, Obhut; vgl. ahd. wara (1), st. F. (ō), Aufmerksamkeit, Achtung, Acht (F.) (2); germ. *warō (1), st. F. (ō), Aufmerksamkeit, Obacht, Obhut; idg. u̯orā?, F., Aufmerksamkeit, Pokorny 1164?; s. idg. u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ahd. lōs (1), Adj., los, böse, leichtfertig, listig, zuchtlos, ledig, frei, falsch, treulos, charakterlos; as. lôs, Adj., los, ledig, frei; anfrk. lōs (1), Adj., falsch, böse; germ. *lausa-, *lausaz, Adj., los, frei; s. idg. *leu- (2), *leuH-, V., schneiden, trennen, lösen, Pokorny 681 (1116/72) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. verwahrlost, Kluge s. u. verwahrlosen, DW 25, 2085, EWD s. u. verwahrlosen, Duden s. u. verwahrlosen; Son.: vgl. nndl. verwaarlozen, V., verwahrlosen; nschw. vordlösa, V., verwahrlosen?; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus ver und wahr(en) sowie los und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch Mangel (M.) an Pflege in einen schlechten Zustand geraten (V.) oder bringen oder verfallen (V.); BM.: vorwärts, achtgeben, trennen; F.: verwahrlosen, verwahrlose, verwahrlosst (!), verwahrlost, verwahrlosest, verwahrloset, verwahrloste, verwahrlostest, verwahrlosten, verwahrlostet, ##verwahrlost, verwahrloste, verwahrlostes, verwahrlostem, verwahrlosten, verwahrloster##, verwahrlosend, ###verwahrlosend, verwahrlosende, verwahrlosendes, verwahrlosendem, verwahrlosenden, verwahrlosender###, verwahrlos (!)+EW; Z.: ver—wahr—lo-s-en
$Verwahrlosung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Verwahrlosung, ungepflegter Zustand (einer Gegebenheit); E.: verwahrlos(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verwahrlosen, DW 25, 2089, EWD s. u. verwahrlosen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus verwahrlos(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen ungepflegten Zustand (einer Gegebenheit); F.: Verwahrlosung, Verwahrlosungen+EW; Z.: Ver—wahr—lo-s-ung
$verwaisen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verwaisen, Waise werden, den Berechtigten verlieren; E.: s. ver, s. Wais(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Waise, EWD s. u. Waise; GB.: (verweisen) vielleicht seit um 1120 belegte und vielleicht nach lat. exorbāre aus ver und Wais(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches durch den Tod von Eltern Waise werden oder sonst den Berechtigten verlieren; F.: verwaisen, verwaise, verwaisst (!), verwaist, verwaisest, verwaiset, verwaiste, verwaistest, verwaisten, verwaistet, ##verwaist, verwaiste, verwaistes, verwaistem, verwaisten, verwaister##, verwaisend, ###verwaisend, verwaisende, verwaisendes, verwaisendem, verwaisenden, verwaisender###, verwais (!)+EW; Z.: ver—wais-en
$verwalten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verwalten, leiten, führen, betreuen, walten; E.: s. ver, s. walten; L.: Kluge s. u. walten, DW 25, 2097, EWD s. u. walten; GB.: (verwalten) seit 1150-1170 belegte und aus ver und walten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches leiten oder führen oder betreuen oder walten; F.: verwalten, verwalte, verwaltest, verwaltet, verwaltete, verwaltetest, verwalteten, verwaltetet, ##verwaltet, verwaltete, verwaltetes, verwaltetem, verwalteten, verwalteter##, verwaltend, ###verwaltend, verwaltende, verwaltendes, verwaltendem, verwaltenden, verwaltender###, verwalt (!)+EW; Z.: ver—wal-t-en
$Verwalter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verwalter, Verwaltender, Betreuer, Verweser; E.: s. verwalt(en), s. er (Suff.); L.: DW 25, 2102, EWD s. u. walten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verwalt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Betreuer oder Verweser einer Gegebenheit; F.: Verwalter, Verwalters, Verwaltern+EW; Z.: Ver—wal-t-er
$Verwaltung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verwaltung, Betreuung, Leitung, Führung; Vw.: s. Selbst-; E.: s. verwalt(en), s. ung; L.: DW 25; 2105, EWD s. u. walten; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verwalt(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Betreuung oder Leitung oder Führung einer Gegebenheit; F.: Verwaltung, Verwaltungen+EW; Z.: Ver—wal-t-ung
$verwamsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verwamsen, verhauen, verprügeln, verdreschen, schlagen; E.: s. ver, s. Wams, s. en (Suff.); L.: DW 25, 2110, EWD s. u. Wams; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und Wams sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verhauen oder verprügeln oder verdreschen oder schlagen; F.: verwamsen, verwamse, verwamsst (!), verwamst, verwamsest, verwamset, verwamste, verwamstest, verwamsten, verwamstet, ##verwamst, verwamste, verwamstes, verwamstem, verwamsten, verwamster##, verwamsend, ###verwamsend, verwamsende, verwamsendes, verwamsendem, verwamsenden, verwamsender###, verwams (!)+EW; Z.: ver—wams-en
$verwandeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verwandeln, umwandeln, wandeln, ändern; E.: s. ver, s. wandeln; L.: Kluge s. u. wandeln, DW 25, 2110, EWD s. u. wandeln; GB.: (firwantalōn*) seit um 765 belegte und aus ver und wandeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches umwandeln oder wandeln oder ändern; F.: verwandeln, verwandel (!), verwandle, verwandelst, verwandelt, verwandelte, verwandeltest, verwandelten, verwandeltet, ##verwandelt, verwandelte, verwandeltes, verwandeltem, verwandelten, verwandelter##, verwandelnd, ###verwandelnd, verwandelnde, verwandelndes, verwandelndem, verwandelnden, verwandelnder###, verwandel+ (!)EW; Z.: ver—wand-el-n
$verwandt, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verwandt, verbunden; E.: s. verwend(en), s. t; Vw.: s. bluts-, seelen-; L.: Kluge 1. A. s. u. verwandt, Kluge s. u. verwandt, DW 25, 2121, EWD s. u. verwandt; GB.: (verwant) seit 15. Jh. belegte und aus verwend(en) und (e)t gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches verbunden; F.: verwandt, verwandte, verwandtes, verwandtem, verwandten, verwandter+EW; Z.: ver—wa-ndt
$Verwandter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Verwandter; E.: s. verwandt, s. er (Suff.); L.: fehlt DW (s. verwandt DW 25, 2121), EWD s. u. verwandt; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verwandt sowie er (Suff.) abgeleitete Bezeichnung für einen grundsätzlich durch gleiche Abstammung verbundenen anderen Menschen wie Vater und Mutter und Kinder und Enkel und Bruder und Schwester; F.: Verwandter, Verwandte, Verwandten+EW; Z.: Ver—wa-ndt-er
$Verwandtschaft, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verwandtschaft, gleiche Abstammung; Vw.: s. Bluts-, Wahl-; E.: s. verwandt, s. schaft; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verwandt und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche gleiche Abstammung; L.: Kluge s. u. verwandt verwandt, DW 25, 2129, EWD s. u. verwandt; F.: Verwandtschaft, Verwandtschaften+EW; Z.: Ver---wa-ndt-schaf-t
$verwandtschaftlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. verwandtschaftlich, Verwandtschaft betreffend; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Verwandtschaft, s. lich; L.: DW 25, 2132, EWD s. u. verwandt; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus Verwandtschaft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Verwandtschaft betreffend; F.: verwandtschaftlich, verwandtschaftliche, verwandtschaftliches, verwandtschaftlichem, verwandtschaftlichen, verwandtschaftlicher+EW; Z.: ver—wa-ndt-schaf-t—lich
$verwarnen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verwarnen, ermahnen, zurechtweisen; E.: s. ver, s. warnen; L.: Kluge s. u. warnen, DW 25, 2133, EWD s. u. warnen; GB.: seit vor 1312 belegte und aus ver und warnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Sprache mögliches ermahnen oder zurechtweisen; F.: verwarnen, verwarne, verwarnst (!), verwarnt, verwarnest, verwarnet, verwarnte, verwarntest, verwarnten, verwarntet, ##verwarnt, verwarnte, verwarntes, verwarntem, verwarnten, verwarnter##, verwarnend, ###verwarnend, verwarnende, verwarnendes, verwarnendem, verwarnenden, verwarnender###, verwarn (!)+EW; Z.: ver—war-n-en
$verwechseln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verwechseln, vertauschen, für etwas anderes oder einen anderen halten; E.: s. ver, s. wechseln; L.: DW 25, 2143, EWD s. u. Wechsel; GB.: (firwehsalen*) seit um 765 belegte und aus ver und wechseln gebildete Bezeichnung für vertauschen oder für etwas anderes oder einen anderen halten; F.: verwechseln, verwechsel (!), verwechsle, verwechsele, verwechselst, verwechselt, verwechselte, verwechseltest, verwechselten, verwechseltet, verwechselt, ##verwechselt, verwechselte, verwechseltes, verwechseltem, verwechselten, verwechselter##, verwechselnd, ##verwechselnd, verwechselnde, verwechselndes, verwechselndem, verwechselnden, verwechselnder###, verwechsel (!)+FW; Z.: ver—wech-s-el-n
verwegen, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. verwegen, draufgängerisch, mutig, tapfer, kühn, tollkühn, forsch; ne. reckless, audacious; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: mhd. verwegen (2), ferwegen*, (Part. Prät.=)Adj., verwegen, frisch entschlossen aufs Spiel setzend, entschlossen, mutig, wagemutig, vermessen (Adj.); mnd. vörwēgen* (2), vorwēgen, (Part. Prät.=)Adj., schwer, stark, wirksam, überlegen (Adj.), mächtig, gewaltig, verwegen; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. wegen (4), st. V., bewegen, wiegen (V.) (1); ahd. wegan (1), st. V. (5), bewegen, wiegen (V.) (1), wägen; germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. verwegen, Kluge s. u. verwegen, (DW 2, 2152,) EWD s. u. verwegen, Duden s. u. verwegen; Son.: vgl. nschw. förvägen, Adj., verwegen; GB.: seit vor 1350 belegte und für das Germanische sowie teilweise das Indogermanische in den Bestandteilen erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches mutig oder tapfer oder kühn oder forsch; BM.: vorwärts, bewegen; F.: verwegen, verwegene, verwegenes, verwegenem, verwegenen, verwegener(, verwegenere, verwegeneres, verwegenerem, verwegeneren, verwegenerer, verwegenst, verwegenste, verwegenstes, verwegenstem, verwegensten, verwegenster)+EW; Z.: ver—weg-en
$Verwegenheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verwegenheit, Kühnheit, Mut; E.: s. verwegen, s. heit; L.: DW 25, 2159, EWD s. u. Verwegenheit, EWD s. u. verwegen; GB.: seit vor 1350 belegte und aus verwegen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Kühnheit oder für Mut; F.: Verwegenheit, Verwegenheiten+EW; Z.: Ver—weg-en—hei-t
$verwehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. verwehren, abwehren, verweigern, versagen; E.: s. ver, s. wehren; L.: Kluge s. u. wehren, DW 25, 2164, EWD s. u. wehren; GB.: (ahd. firwerien) seit um 765 belegte und aus ver und wehren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches abwehren oder verweigern oder versagen; F.: verwehren, verwehre, verwehrst, verwehrt, verwehrest, verwehret, verwehrte, verwehrtest, verwehrten, verwehrtet, ##verwehrt, verwehrte, verwehrtes, verwehrtem, verwehrten, verwehrter##, verwehrend, ###verwehrend, verwehrende, verwehrendes, verwehrendem, verwehrenden, verwehrender###, verwehr (!)+EW; Z.: ver—wehr-en
$verweigern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verweigern, abwehren, verwehren, versagen; E.: s. ver, s. weigern; L.: Kluge s. u. weigern, DW 25, 2170; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und weigern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches abwehren oder verwehren oder versagen; F.: verweigern, verweigere, verweiger (!), verweigerst, verweigert, verweigerte, verweigertest, verweigerten, verweigertet, ##verweigert, verweigerte, verweigertes, verweigertem, verweigerten, verweigerter##, verweigernd, ###verweigernd, verweigerndes, verweigerndem, verweigernden, verweigernder###, verweiger (!)+EW; Z.: ver—weig-er-n
$verweilen, nhd., sw. V., (13. Jh.?): nhd. verweilen, sein (V.), wohnen, verbringen neben; E.: s. ver, s. weilen; L.: Kluge s. u. verweilen, DW 25, 2173, EWD s. u. Weile; GB.: (verwīlen) vielleicht seit nach 1270 belegte und aus ver und weilen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches sein (V.) oder wohnen oder verbringen neben; F.: verweilen, verweile (!), verweilst, verweilt, verweilest, verweilet, verweilte, verweiltest, verweilten, verweiltet, ##verweilt, verweilte, verweiltes, verweiltem, verweilten, verweilter##, verweilend, ###verweilend, verweilende, verweilendes, verweilendem, verweilenden, verweilender###, verweil (!)+EW; Z.: ver—wei-l-en
$Verweis, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Verweis, Hinweis, Mitteilung, Äußerung, Missbilligung, Aufforderung; E.: s. ver, s. weis(en) (V.) (1); L.: Kluge 1. A. s. u. Verweis, Kluge s. u. verweisen, DW 25, 2181, EWD s. u. verweisen 1; GB.: (verwīs) seit 13. Jh. belegte und aus ver und weis(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen möglichen Hinweis oder eine Mitteilung oder eine Äußerung oder eine Missbilligung oder eine Aufforderung; F.: Verweis, Verweise, Verweises, Verweisen+EW; Z.: Ver—wei-s
verweisen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verweisen, zurechtweisen, tadeln, vorwerfen; ne. rebuke (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: s. mhd. verwīzen, virwīzen, vorwīzen, vurwīzen, st. V., verweisen, vorwerfen, Vorwürfe machen, tadeln, strafend vorwerfen, tadelnd vorwerfen, bestrafen; mnd. vörwīten* (1), vorwīten, st. V., strafen, schelten, tadeln, vorwerfen, verdenken, übelnehmen; mnl. verwīten, st. V., verweisen; ahd. firwīzan*, st. V. (1a), vorwerfen, vorhalten, schmähen; as. -; anfrk. farwītan, st. V. (1), verfluchen; germ. *farweitan, st. V., strafen, beschimpfen; vgl. idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. verweis, Kluge s. u. verweisen, DW 25, 2184, EWD s. u. verweisen 1, Seebold 550, Duden s. u. verweisen; Son.: vgl. afries. forwīta, st. V. (1), verweisen, vorwerfen; ae. -; an. -; got. fraweitan, st. V. (1), rächen, Recht verschaffen, strafen; nndl. verwijzen, V., verweisen; nschw. förvisa, V., verweisen; nnorw. forvise, V., verweisen; ai. vßeti, V., wendet sich zu, trachtet nach; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches jemanden zurechtweisen oder tadeln; BM.: vorwärts, auffassen; F.: verweisen, verweise, verweist, verweisest, verweiset, verwies, verwiesest, verwiest, verwiesen, verwieset, ##verwiesen, verwiesene, verwiesenes, verwiesenem, verwiesenen, verwiesener##, verweisend, ###verweisend, verweisende, verweisendes, verweisendem, verweisenden, verweisender###, verweis (!)+EW; Z.: ver—wei-s-en
$verweisen (2), nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verweisen, hinweisen; E.: s. ver, s. weisen; L.: DW 25, 2184, EWD s. u. verweisen 2; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus ver und weisen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches hinweisen; F.: verweisen, verweise, verweist, verweisest, verweiset, verweisend, ###verweisend, verweisende, verweisendes, verweisendem, verweisenden, verweisender###, verweis (!)+EW; Z.: ver—wei-s-en
$verwelken, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verwelken, welk werden, austrocknen, eingehen; E.: s. ver, s. welken; L.: DW 25, 2200, EWD s. u. welk; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus ver und welken gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches wwelk werden oder austrocknen oder eingehen; F.: verwelken, verwelke, verwelkst, verwelkt, verwelkte, verwelktest, verwelkten, verwelktet, ##verwelket, verwelkte, verwelktes, verwelktem, verwelkten, verwelkter##, verwelkend, ###verwelkend, verwelkende, verwelkendes, verwelkendem, verwelkenden, verwelkender###, verwelk (!)+EW; Z.: ver—welk-en
$verweltlichen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verweltlichen; E.: s. ver, s. weltlich, s. en (Suff.); L.: DW 25, 2204, EWD s. u. Welt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und weltlich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und ihren Religionen (nach lat. profānāre?) mögliches weltlich machen oder weltlich werden oder säkularisieren; F.: verweltlichen, verweltliche, verweltlichst, verweltlicht, verweltlichest, verweltlichet, verweltlichte, verweltlichtest, verweltlichten, verweltlichtet, ##verweltlicht, verweltlichte, verweltlichtes, verweltlichtem, verweltlichten, verweltlichter##, verweltlichend, ###verweltlichend, verweltlichende, verweltlichendes, verweltlichendem, verweltlichenden, verweltlichender###, verweltlich (!)+EW; Z.: ver—w-el-t—lich-en
$verwenden, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verwenden, benutzen, gebrauchen; E.: s. ver, s. wenden; L.: Kluge s. u. wenden, EWD s. u. wenden, DW 25, 2205; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und wenden gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches benutzen oder gebrauchen; F.: verwenden, verwende, verwendest, verwendet, verwendete, verwendetest, verwendeten, verwendetet, ##verwendet, verwendete, verwendetes, verwendetem, verwendeten, verwendeter##, verwendend, ###verwendend, verwendende, verwendendes, verwendendem, verwendenden, verwendender###, verwend (!)+EW; Z.: ver—we-nd-en
$verwerfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verwerfen, wegwerfen, ablehnen; E.: s. ver, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 25, 2217, EWD s. u. werfen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus ver und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wegwerfen oder seit Entwicklung von Sprache ablehnen; F.: verwerfen, verwerfe, verwirfst, verwirft, verwerft, verwerfest, verwerfet, verwarf, verwarfst, verwarfen, verwarft, verwürfe, verwürfest, verwürfen, verwürfet, verworfen, ##verworfen, verworfene, verworfenes, verworfenem, verworfenen, verworfener##, verwerfend, ###verwerfend, verwerfende, verwerfendes, verwerfendem, verwerfenden, verwerfender###, verwirf (!)+EW; Z.: ver—wer-f-en
$verwerten, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verwerten, nutzen, benutzen, brauchen, gebrauchen; E.: s. ver, s. werten; L.: DW 25, 2233, EWD s. u. wert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus ver und werten gebildete Bezeichnung für nutzen oder benutzen oder brauchen oder gebrauchen; F.: verwerten, verwerte, verwertest, verwertet, verwertete, verwertetest, verwerteten, verwertetet, ##verwertet, verwertete, verwertetes, verwertetem, verwerteten, verwerteter##, verwertend, ###verwertend, verwertende, verwertendes, verwertendem, verwertenden, verwertender, verwert (!)###+EW; Z.: ver-wer-t-en
verwesen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verwesen (V.) (2), sich an der Luft zersetzen, vermodern, verfaulen, verrotten; ne. decay (V.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. verwesen (2), st. V., verderben, verwesen (V.) (2), verfaulen; s. mhd. ver…, Präf., ver…; ahd. fir…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. wesen (1), st. V., anom. V., wesen, sein (V.), leben, leben in, leben von, existieren, da sein (V.), da sein (V.) für, geschehen; ahd. wesan (2), st. V. (5), sein (V.), werden, geschehen, stattfinden; germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); das Hinterglied stand wohl unter Einfluss von ahd. wesanēn, sw. V. (3), welken, verwelken, ermatten, schwinden; germ. *wisnōn, sw. V., welken; vgl. idg. *u̯eis-, V., welken, Pokorny 1123; idg. *u̯ei- (2), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, V., welken, Pokorny 1123 (1954/30) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt).; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177 (2025/101) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. verwesen, Kluge s. u. verwesen, DW 25, 223, EWD s. u. verwesen, Duden s. u. verwesen, Bluhme s. u. verwesen; Son.: vgl. lat. viēscere, V., verschrumpfen, welk werden; air. feo, Adj. welk; lit. výsti, V., welken; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus ver und wesen gebildete sowie für das Germanische und das Indogermanische in den Bestandteilen erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben und Luft mögliches verfaulen oder verrotten oder sich an der Luft zersetzen; BM.: vorwärts, sein (V.) bzw. welken; Son.: daneben ein homonymes verwesen für verwalten; F.: verwesen, verwese, verwesst (!), verwest, verwesest, verweset, verweste, verwestest, verwesten, verwestet, ##verwest, verweste, verwestes, verwestem, verwesten, verwester##, verwesend, ###verwesend, verwesende, verwesendes, verwesendem, verwesenden, verwesender###, verwes (!)+EW; Z.: ver—wes-en
$Verweser, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Verweser, Verwalter; Vw.: s. Amts-, Reichs-; E.: s. ver, s. wes(en), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Verweser, DW 25, 2241, EWD s. u. Verweser; GB.: (verwesære*) seit 1285 belegte und aus ver und wes(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Verwalter; F.: Verweser, Verwesers, Verwesern+EW; Z.: Ver—wes-er
$verweslich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. verweslich, verfaulbar, verrottbar; E.: s. verwes(en), s. lich; L.: EWD s. u. verwesen, DW 25, 2244; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verwes(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches verfaulbar oder verrottbar; F.: verweslich, verwesliche, verwesliches, verweslichem, verweslichen, verweslicher+EW; Z.: ver—wes—lich
$Verwesung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verwesung, Verfaulen, Verrotten; E.: s. verwes(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verwesen, EWD s. u. verwesen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verwes(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches Verfaulen oder Verrotten oder Zersetzen; Son.: daneben DW 25, 2244 homonymes Verwesung für Verwaltung; F.: Verwesung, Verwesungen+EW; Z.: Ver—wes-ung
$verwichsen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verwichsen, verlieren, durchbringen; E.: s. ver, s. wichsen; L.: DW 25, 2251, EWD s. u. wichsen,; GB.: nach älterem verwichsen (mit Wachs versehen) seit 19. Jh. belegte und aus ver und wichsen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verprügeln oder seit Entwicklung der Geldwirtschaft mögliches Vermögen verlieren oder durchbringen; F.: verwichsen, verwichse, verwichsst (!), verwichst, verwichsest, verwichset, verwichste, verwichstest, verwichsten, verwichstet, ##verwichst, verwichste, verwichstes, verwichstem, verwichsten, verwichster##, verwichsend, ###verwichsend, verwichsende, verwichsendes, verwichsendem, verwichsenden, verwichsender###, verwichs (!)+EW; Z.: ver—wich-s-en
$verwickeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verwickeln, ineinanderschlingen, hineingeraten; E.: s. ver, s. wickeln; L.: DW 25, 2252, EWD s. u. wickeln; GB.: (verwickelen*) seit 1430-1440 belegte und aus ver und wickeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ineinanderschlingen oder hineingeraten; F.: verwickeln, verwickel (!), verwickle, verwickele, verwickelst, verwickelt, verwickelte, verwickeltest, verwickelten, verwickeltet, verwickelt, ##verwickelt, verwickelte, verwickeltes, verwickeltem, verwickelten, verwickelter##, verwickelnd, ###verwickelnd, verwickelnde, verwickelndes, verwickelndem, verwickelnden, verwickelnder###, verwickel (!)+EW; Z.: ver—wi-ck-el-n
$verwirken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. verwirken, verfertigen, verlieren; E.: s. ver, s. wirken; L.: Kluge s. u. wirken, DW 25, 2288, EWD s. u. wirken; GB.: (firwirken*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus ver und wirken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches verfertigen oder auch (ein Recht durch Nichtgeltungmachung) verlieren; F.: verwirken, verwirke, verwirkst, verwirkt, verwirkest, verwirket, verwirkte, verwirktest, verwirkten, verwirktet, ##verwirkt, verwirkte, verwirktes, verwirktem, verwirkten, verwirkter##, verwirkend, ###verwirkend, verwirkende, verwirkendes, verwirkendem, verwirkenden, verwirkender###, verwirk (!)+EW; Z.: ver—wirk-en
$verwirklichen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verwirklichen, wirklich werden oder wirklich machen; E.: s. ver, s. wirklich, s. en (Suff.); Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: DW 25, 2294, EWD s. u. wirken,; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus ver und wirklich sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wirklich werden oder (später vielleicht auch) wirklich machen; F.: verwirklichen, verwirkliche, verwirklichst, verwirklicht, verwirklichest, verwirklichet, verwirklichte (!), verwirklichtest, verwirklichten, verwirklichtet, ##verwirklicht, verwirklichte (!), verwirklichtes, verwirklichtem, verwirklichten, verwirklichter##, verwirklichend, ###verwirklichend, verwirklichende, verwirklichendes, verwirklichendem, verwirklichenden, verwirklichender###, verwirklich (!)+EW; Z.: ver—wirk—lich-en
$verwirren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verwirren, verwickeln, ineinanderschlingen, durcheinanderbringen; E.: s. ver, s. wirren; L.: Kluge 1. A. s. u. verwirren, DW 25, 2295, EWD s. u. verwirren; GB.: (verwirren) seit um 1230 belegte und aus ver und wirren gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches verwickeln oder ineinanderschlingen; F.: verwirren, verwirre, verwirrst, verwirrt, verwirrest, verwirret, verwirrte, verwirrtest, verwirrten, verwirrtet, ##verwirrt, verwirrte, verwirrtes, verwirrtem, verwirrten, verwirrter##, verwirrend, ###verwirrend, verwirrende, verwirrendes, verwirrendem, verwirrenden, verwirrender###, verwirr (!)+EW; Z.: ver—wirr-en
$Verwirrung, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Verwirrung, Durcheinander, Verwickelung, Verschlingung, Bestürzung; E.: s. verwirr(en), s. ung; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verwirr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Durcheinander oder für Verwickelung oder Verschlingung oder Bestürzung; L.: DW 25, 2308, EWD s. u. verwirren; F.: Verwirrung, Verwirrungen+EW; Z.: Ver—wirr-ung
$verwittern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verwittern, infolge des Wetters zerfallen (V.); E.: s. ver, s. Witter(ung)?, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. verwittern, DW 25, 2321, EWD s. u. verwittern; GB.: nach einzelnen Frühformen seit 18. Jh. belegte und aus ver und Witter(ung) oder Wetter gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches infolge des Wetters in unterschiedlichen Vorgängern zerfallen (V.); F.: verwittern, verwittere, verwitter (!), verwittre, verwitterst, verwittert, verwitterte, verwittertest, verwitterten, verwittertet, ##verwittert, verwitterte, verwittertes, verwittertem, verwitterten, verwitterter##, verwitternd, ###verwitternd, verwitternde, verwitterndes, verwitterndem, verwitternden, verwitternder###, verwitter (!)+EW; Z.: ver—wi-t-t-er-n
verwöhnen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verwöhnen, verzärteln, verziehen; ne. indulge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Klagebüchlein des Hartmann von Aue); E.: mhd. verwenen, vorwenen, ferwenen*, sw. V., verwöhnen, gewöhnen an, in übler Weise an etwas gewöhnen; mnd. vörwēnen* (3), vorwenen, vorwennen, sw. V., verwöhnen, verziehen, verzärteln; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. wenen, sw. V., wöhnen, lenken, erziehen, gewöhnen; mnd. wēnen, wenen, wennen, sw. V., gewöhnen, entwöhnen (von der Mutterbrust); ahd. wennen (1), sw. V. (1b), gewöhnen, gewöhnen an; germ. *wanjan, sw. V., gewöhnen; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. verwöhnen, DW 25, 2329; EWD s. u. verwöhnenSon.: vgl. nndl. verwennen, V., verwöhnen; GB.: (verwenen) seit um 1185 belegte und aus ver und wöhnen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches jemandem besondere Fürsorge zukommen lassen oder verzärteln oder verziehen; BM.: durch, lieben; F.: verwöhnen, verwöhne, verwöhnst, verwöhnt, verwöhnest, verwöhnet, verwöhnte, verwöhntest, verwöhnten, verwöhntet, ##verwöhnt, verwöhnte, verwöhntes, verwöhntem, verwöhnten, verwöhnter##, verwöhnend, ###verwöhnend, verwöhnende, verwöhnendes, verwöhnendem, verwöhnenden, verwöhnender###, verwöhn (!)+EW; Z.: ver—wöhn-en
$verwöhnt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verwöhnt, verzogen, verzärtelt; E.: s. verwöhn(en), s. t; L.: fehlt DW (aber Verwöhntheit DW 25, 2335), EWD s. u. verwöhnen, EWD s. u. verwöhnen; GB.: (verwenet) seit 13. Jh. belegte und aus verwöhn(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches verzogen oder verzärtelt; F.: verwöhnt, verwöhnte, verwöhntes, verwöhntem, verwöhnten, verwöhnter(, verwöhntere, verwöhnteres, verwöhnterem, verwöhnteren, verwöhnterer, verwöhntest, verwöhnteste, verwöhntestes, verwöhntestem, verwöhntesten, verwöhntester)+EW; Z.: ver—wöhn-t
$Verwöhnung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verwöhnung, Verzärtelung; E.: s. verwöhn(en), s. ung; L.: DW 25, 2335, EWD s. u. verwöhnen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus verwöhn(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliche Verzärtelung; F.: Verwöhnung, Verwöhnungen+EW; Z.: Ver—wöhn-ung
$verworren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verworren, verschlungen, durcheinandergebracht; E.: s. verwirren; L.: DW 25, 2344, EWD s. u. verwirren; GB.: seit 1270-1300 belegte und aus verwirren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verschlungen oder durcheinandergebracht; F.: verworren, verworrene, verworrenes, verworrenem, verworrenen, verworrener(, verworrenere, verworreneres, verworrenerem, verworreneren, verworrenerer, verworrenst, verworrenste, verworrenstes, verworrenstem, verworrensten, verworrenster)+EW; Z.: ver—worr-en
$Verworrenheit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Verworrenheit, Verwirrung, Verwickelung, Durcheinander von Vorstellungen; Q.: vor 1326 (Meister Eckhart); E.: s. verworren, s. heit; L.: DW 25, 2354, EWD s. u. verwirren; GB.: seit vor 1326 belegte und aus verworren und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht spätestens seit Entstehung des Menschen mögliche Verwirrung oder Verwickelung oder Durcheinander von Vorstellungen; F.: Verworrenheit, Verworrenheiten+EW; Z.: Ver—worr-en—hei-t
$verwunden, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verwunden, verletzen, beschädigen; E.: s. ver, s. Wund(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Wunde, DW 25, 2344, EWD s. u. wund; GB.: seit um 1170 belegte und aus ver und Wund(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verletzen oder beschädigen oder eine Wunde zufügen oder erleiden; F.: verwunden, verwunde, verwundest, verwundet, verwundete, verwundetest, verwundeten, verwundetet, ##verwundet, verwundete, verwundetes, verwundetem, verwundeten, verwundeter##, verwundend, ###verwundend, verwundende, verwundendes, verwundendem, verwundenden, verwundender###, verwund (!)+EW; Z.: ver—w-un-d-en
$verwundern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verwundern, erstaunen; E.: s. ver, s. wundern; L.: , DW 25, 2366, EWD s. u. Wunder; GB.: (verwunderen) seit um 1185 belegte und aus ver und wundern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches erstaunen; F.: verwundern, verwundere, verwunder (!), verwunderst, verwundert, verwunderte, verwundertest, verwunderten, verwundertet, verwundert, ##verwundert, verwunderte, verwundertes, verwundertem, verwunderten, verwunderter##, verwundernd, ###wundernd, verwundernde, verwunderndes, verwunderndem, verwundernden, verwundernder###, verwunder (!)+EW; Z.: ver—wu-n-d-er-n
$verwurzeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. verwurzeln, Wurzeln bilden; E.: s. ver, s. wurzeln; L.: DW 25, 2392, EWD s. u. Wurzel; GB.: (verwurzelen) seit 1390 (?) belegte und aus ver und wurzeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Wurzeln bilden; F.: verwurzeln, verwurzel (!), verwurzle, verwurzele, verwurzelst, verwurzelt, verwurzelte, verwurzeltest, verwurzelten, verwurzeltet, verwurzelt, ##verwurzelt, verwurzelte, verwurzeltes, verwurzeltem, verwurzelten, verwurzelter##, verwurzelnd, ###verwurzelnd, verwurzelnde, verwurzelndes, verwurzelndem, verwurzelnden, verwurzelnder###, verwurzel (!)+EW; Z.: ver—wurz-el-n
$verwüsten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verwüsten, wüst werden, wüst machen, schädigen; E.: s. ver, s. wüst, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. wüst, DW 25, 2293, EWD s. u. wüst; GB.: (verwüesten) seit 1186/1190 belegte und aus ver und wüst sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wüst werden oder wüst machen oder schädigen; F.: verwüsten, verwüste, verwüstest, verwüstet, verwüstete, verwüstetest, verwüsteten, verwüstetet, ##verwüstet, verwüstete, verwüstetes, verwüstetem, verwüsteten, verwüsteter##, verwüstend, ###verwüstend, verwüstende, verwüstendes, verwüstendem, verwüstenden, verwüstender###, verwüst (!)+EW; Z.: ver—wü-st-en
$verzagen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verzagen, verzweifeln, Zuversicht verlieren; E.: s. ver, s. zagen; L.: ,DW 25, 2414, EWD s. u. zagen; GB.: (verzagen) seit 1130/1150 belegte und aus ver und zagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verzweifeln oder Zuversicht verlieren; F.: verzagen, verzage, verzagst, verzagt, verzagest, verzaget, verzagte, verzagtest, verzagten, verzagtet, verzagt, ##verzagt, verzagte, verzagtes, verzagtem, verzagten, verzagter##, verzagend, ###zagend, verzagende, verzagendes, verzagendem, verzagenden, verzagender###, verzag (!)+EW; Z.: ver—zag-en
$verzahnen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. verzahnen, wie durch einen Zahn verbinden, mit einem Zahn versehen (V.); E.: s. ver, s. Zahn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zahn, DW 25, 2537, EWD s. u. Zahn; GB.: (nach ahd. firzanōt für lat. laciniosus) seit 18. Jh. belegte und aus ver und Zahn sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches wie durch einen Zahn verbinden oder mit einem Zahn versehen (V.); F.: verzahnen, verzahne, verzahnst, verzahnt, verzahnest, verzahnet, verzahnte, verzahntest, verzahnten, verzahntet, ##verzahnt, verzahnte, verzahntes, verzahntem, verzahnten, verzahnter##, verzahnend, ###verzahnend, verzahnende, verzahnendes, verzahnendem, verzahnenden, verzahnender###, verzahn (!)+EW; Z.: ver—z-ah-n-en
$verzapfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verzapfen, durch Zapfen verbinden, ausschenken, erzählen; E.: s. ver, s. Zapfen; L.: DW 25, 2439, EWD s. u. Zapfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und Zapfen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes durch Zapfen verbinden oder ausschenken oder auch erzählen; F.: verzapfen, verzapfe, verzapfst, verzapft, verzapfest, verzapfet, verzapfte, verzapftest, verzapften, verzapftet, verzapft, ##verzapft, verzapfte, verzapftes, verzapftem, verzapften, verzapfter##, verzapfend, ###zapfend, verzapfende, verzapfendes, verzapfendem, verzapfenden, verzapfender###, verzapf (!)+EW; Z.: ver—zapf-en
$verzärteln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. verzärteln, verwöhnen, verweichlichen, zart umsorgen; E.: s. ver, s. zart, s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. zart, DW 25, 2442, EWD s. u. zart; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus ver und zart sowie el und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwöhnen oder verweichlichen oder zart umsorgen; F.: verzärteln, verzärtel (!), verzärtle, verzärtele, verzärtelst, verzärtelt, verzärtelte, verzärteltest, verzärtelten, verzärteltet, ##verzärtelt, verzärtelte, verzärteltes, verzärteltem, verzärtelten, verzärtelter##, verzärtelnd, ###verzärtelnd, verzärtelnde, verzärtelndes, verzärtelndem, verzärtelnden, verzärtelnder###, verzärtel (!)+EW; Z.: ver—zär-t-el-n
$verzaubern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verzaubern, durch Zauber einnehmen, verhexen, begeistern; E.: s. ver, s. zaubern; L.: DW 25, 2445, EWD s. u. Zauber; GB.: (firzoubarōn*) seit 12. Jh. für lat. fascinare belegte und aus ver und zaubern gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen mögliches durch Zauber einnehmen oder verhexen oder begeistern; F.: verzaubern, verzaubere, verzauber (!), verzauberst, verzaubert, verzauberte, verzaubertest, verzauberten, verzaubertet, verzaubert, ##verzaubert, verzauberte, verzaubertes, verzaubertem, verzauberten, verzauberter##, verzaubernd, ###zaubernd, verzauberndes, verzauberndem, verzaubernden, verzaubernder###, verzauber (!)+EW; Z.: ver—zaub-er-n
$Verzehr, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Verzehr, Verbrauch, Essen (N.); E.: s. ver, s. zehr(en); L.: DW 25, 2457, EWD s. u. zehren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus verzehr(en) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich möglichen Verbrauch oder für Essen (N.); F.: Verzehr, Verzehrs, Verzehres, Verzehre, Verzehren+EW; Z.: Ver—zehr
$verzehren, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verzehren, essen, trinken, verbrauchen; E.: s. ver, s. zehren; L.: Kluge s. u. zehren, DW 25, 2458, EWD s. u. zehren; GB.: (verzeren) seit 1150-1170 belegte und aus ver und zehren gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches essen oder trinken oder verbrauchen; F.: verzehren, verzehre, verzehrst, verzehrt, verzehrest, verzehret, verzehrte, verzehrtest, verzehrten, verzehrtet, ##verzehrt, verzehrte, verzehrtes, verzehrtem, verzehrten, verzehrter##, verzehrend, ###verzehrend, verzehrende, verzehrendes, verzehrendem, verzehrenden, verzehrender###, verzehr (!)+EW; Z.: ver—zehr-en
$verzeichnen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verzeichnen, schriftlich festhalten, schreiben; E.: s. ver, s. zeichnen, s. Verzeich(nis); L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 25, 2494, EWD s. u. zeichnen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und zeichnen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung der Schrift Menschen mögliches (in einem Verzeichnis) schriftlich festhalten oder schreiben; F.: verzeichnen, verzeichne (!), verzeichnest, verzeichnet, verzeichnete, verzeichnetest, verzeichneten, verzeichnetet, ##verzeichnet, verzeichnete, verzeichnetes, verzeichnetem, verzeichneten, verzeichneter##, verzeichnend, ###verzeichnend, verzeichnende, verzeichnendes, verzeichnendem, verzeichnenden, verzeichnender###, verzeichne (!)+EW; Z.: ver—zei-ch-n-en
$Verzeichnis, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Verzeichnis, schriftliche Aufstellung, schriftliche Übersicht; E.: s. verzeich(nen), s. nis (Suff.); L.: DW 25, 2505, EWD s. u. zeichnen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus verzeich(nen) und nis (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung der Schrift durch den Menschen mögliche schriftliche Aufstellung oder schriftliche Übersicht; F.: Verzeichnis, Verzeichnisses, Verzeichnisse, Verzeichnissen+EW; Z.: Ver—zei-ch-nis
$verzeihen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. verzeihen, entschuldigen, hinnehmen, nachsehen; E.: s. ver, s. zeihen; L.: Kluge 1. A. s. u. verzeihen, zeigen, Kluge s. u. verzeihen, DW 25, 2512, EWD s. u. zeihen, Seebold 500; GB.: (firzīhan*) seit um 800 belegte und aus ver und zeihen gebildete und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entschuldigen oder hinnehmen oder nachsehen; F.: verzeihen, verzeihe, verzeihst, verzeiht, verzeihest, verzeihet, verzieh, verziehst, verziehen, ##verziehen, verziehene, verziehenes, verziehenem, verziehenen, verziehener##, verzeihend, ###verzeihend, verzeihende, verzeihendes, verzeihendem, verzeihenden, verzeihender###, verzeih (!)+EW; Z.: Z.: ver—zei-h-en
$verzeihlich, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. verzeihlich, entschuldbar, gering, lässlich, verständlich; E.: s. verzeih(en), s. lich; L.: Kluge s. u. verzeihen, DW 25, 2540; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus verzeih(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entschuldbar oder gering oder lässlich oder verständlich; F.: verzeihlich, verzeihliche, verzeihliches, verzeihlichem, verzeihlichen, verzeihlicher(, verzeihlichere, verzeihlicheres, verzeihlicherem, verzeihlicheren, verzeihlicherer, verzeihlichst, verzeihlichste, verzeihlichstes, verzeihlichstem, verzeihlichsten, verzeihlichster)+EW; Z.: ver—zei-h-lich
$Verzeihung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Verzeihung, Entschuldigung, Hinnahme, Nachsicht; E.: s. verzeih(en), s. ung; L.: Kluge s. u. verzeihen, DW 25, 2542, EWD s. u. zeihen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus verzeih(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliche Entschuldigung oder Hinnahme oder Nachsicht; F.: Verzeihung, Verzeihungen+EW; Z.: Ver—zei-h-ung
$verzerren, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verzerren, verziehen; E.: s. ver, s. zerren; L.: Kluge s. u. zerren, DW 25, 2550, EWD s. u. zerren; GB.: (verzerren) seit Ende 13. Jh. belegte und aus ver und zerren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verziehen; F.: verzerren, verzerre, verzerrst, verzerrt, verzerrest, verzerret, verzerrte, verzerrtest, verzerrten, verzerrtet, ##verzerrt, verzerrte, verzerrtes, verzerrtem, verzerrten, verzerrter##, verzerrend, ###verzerrend, verzerrende, verzerrendes, verzerrendem, verzerrenden, verzerrender###, verzerr (!)+EW; Z.: ver—zer-r-en
$Verzerrung, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Verzerrung, Verzerren, Verziehen; E.: s. verzerr(en), s. ung; L.: DW 25, 2560, EWD s. u. zerren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus verzerr(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Verzerren oder Verziehen; F.: Verzerrung, Verzerrungen+EW; Z.: Ver—zer-r-ung
verzetteln, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. verzetteln, verstreuen; ne. dissipate; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. mnd. vörseddelen*, vorseddelen, vorceddelen, sw. V., verzetteln, registrieren, verzeichnen; s. mhd. verzetten, sw. V., zerstreut fallen lassen, verstreuen, verlieren; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. zetten, zeten, sw. V., streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten; ahd. zetten, sw. V. (1b), ausstreuen, zerstreuen, verteilen; germ. *tadjan, sw. V., zerstreuen; idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zettel, Kluge s. u. Zettel 1, DW 25, 2564, EWD s. u. Zettel 1, Zettel 2, Duden s. u. verzetteln; GB.: seit 15. Jh. belegte und in den Bestandteilen mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für seit der Entwicklung der Schrift durch den Menschen mögliches zwecks leichter Ordnung einzelne Wörter auf einzelne Zettel schreiben und davon abgeleitet planlos und unnütz Zeit für viele Kleinigkeiten verbrauchen statt sich um die Hauptsachen besonders zu kümmern oder verstreuen; BM.: vorwärts, verstreuen; F.: verzetteln, verzettel (!), verzettle, verzettelst, verzettelt, verzettelte, verzetteltest, verzettelten, verzetteltet, ##verzettelt, verzettelte, verzetteltes, verzetteltem, verzettelten, verzettelter##, verzettelnd, ###verzettelnd, verzettelnde, verzettelndes, verzettelndem, verzettelnden, verzettelnder###, verzettel (!)+EW; Z.: ver—ze-t-t-el-n
Verzicht, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Verzicht, Aufgeben, Entsagung, Unterlassung; ne. abandonment; Vw.: -; Hw.: s. verzichten; Q.: um 1173 (Anegenge); E.: mhd. verziht, vürziht, vurziht, ferziht*, fürziht*, furziht*, st. F., Verzicht, Entsagung, Verzichtsleistung, Verzichtserklärung; mnd. vörticht*, vorticht, vortich, vortichte, F., Verzicht, Verzichtleistung, Entäußerung, Entsagung; s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. zīhen (1), zīgen, zeihen, zē, zīsen, st. V., aussagen von, zeihen, sich anmaßen, beschuldigen, bezichtigen, anklagen, vorwerfen, anzeigen; mnd. tīgen (1), tīen, tsīen, tēgen, st. V., sw. V., zeihen, Schuld geben, beschuldigen, bezichtigen, anklagen; ahd. zīhan, st. V. (1b), zeihen, bezichtigen, beschuldigen; as. *tīhan?, st. V. (1b), zeihen; germ. *teihan, st. V., zeihen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. verzeihen, DW 25, 2578, EWD s. u. verzichten, Duden s. u. Verzicht; GB.: seit um 1173 belegte und in den Bestandteilen für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Menschen und die Entwicklung von Sprache mögliche Aufgeben von Ansprüchen oder die Entsagung oder die Unterlassung; BM.: vorwärts, zeigen bzw. glänzen; F.: Verzicht, Verzichts, Verzichtes, Verzichte, Verzichten+EW; Z.: Ver—zi-ch-t
verzichten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verzichten, unterlassen (V.), aufgeben; ne. renounce; Vw.: -; Hw.: s. Verzicht; Q.: 1299 (Urkunde); E.: mhd. verzihten, ferzihten*, sw. V., verzichten, unterlassen (V.); mnd. vörtichten?, sw. V., verzichten, auflassen, entäußern, zurücktreten von; mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för..., vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. zīhen (1), zīgen, zeihen, zē, zīsen, st. V., aussagen von, zeihen, sich anmaßen, beschuldigen, bezichtigen, anklagen, vorwerfen, anzeigen; mnd. tīgen (1), tīen, tsīen, tēgen, st. V., sw. V., zeihen, Schuld geben, beschuldigen, bezichtigen, anklagen; ahd. zīhan, st. V. (1b), zeihen, bezichtigen, beschuldigen; as. *tīhan?, st. V. (1b), zeihen; germ. *teihan, st. V., zeihen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 25, 2587, Duden s. u. verzichten, Bluhme s. u. verzichten; GB.: seit 1299 belegte und aus Verzicht und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches einen Anspruch unterlassen (V.) oder aufgeben oder nicht länger geltend machen; BM.: vorwärts bzw. durch, glänzen; F.: verzichten, verzichte, verzichtst (!), verzichtet, verzichtest, verzichtet, verzichtete, verzichtetest, verzichteten, verzichtetet, ##verzichtet, verzichtete, verzichtetes, verzichtetem, verzichteten, verzichteter##, verzichtend, ###verzichtend, verzichtende, verzichtendes, verzichtendem, verzichtenden, verzichtender###, verzicht (!)+EW; Z.: ver—zi-ch-t-en
$verziehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. verziehen, wegziehen, verzerren, verändern, falsch erziehen; E.: s. ver, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 25, 2595, EWD s. u. ziehen; GB.: (firziohan) seit um 765 belegte und aus ver und ziehen gebildete Bezeichnung für wegziehen oder verzerren oder verändern oder falsch erziehen; F.: verziehen, verziehe, verziehst, verzieht, verziehest, verziehet, verzog, verzogst, verzogen, verzogt, verzöge, verzögest, verzögst, verzögen, verzöget, verzogen, ##verzogen, verzogene, verzogenes, verzogenem, verzogenen, verzogener##, verziehend, ###verziehend, verziehende, verziehendes, verziehendem, verziehenden, verziehender###, verzieh (!)+EW; Z.: ver—zie-h-en
$verzieren, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. verzieren, verschönern, schmücken; E.: s. ver, s. zieren; L.: Kluge s. u. Zier, DW 25, 2619, EWD s. u. Zier; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus ver und zieren gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seinen Kulturen mögliches nach seiner Vorstellung verschönern oder schmücken; F.: verzieren, verziere, verzierst, verziert, verzierest, verzieret, verzierte, verziertest, verzierten, verziertet, ##verziert, verzierte, verziertes, verziertem, verzierten, verzierter##, verzierend, ###verzierend, verzierende, verzierendes, verzierendem, verzierenden, verzierender###, verzier (!)+EW; Z.: ver—zie-r-en
$Verzierung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Verzierung, Verschönerung, Schmückung; E.: s. verzier(en), s. ung; L.: DW 25, 2624, EWD s. u. Zier; GB.: seit 1588 belegte und aus verzier(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seinen Kulturen nach seiner Vorstellung mögliche Verschönerung oder Schmückung einer Gegebenheit; F.: Verzierung, Verzierungen+EW; Z.: Ver—zie-r-ung
$verzinsen, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. verzinsen, Zins zahlen, Zins erhalten (V.); E.: s. ver, s. Zins, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zins, DW 25, 2634, EWD s. u. Zins; GB.: seit um 1180-um 1210 belegte und aus ver und Zins sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Geldwirtschaft mögliches für eine Schuld Zins zahlen und für ein Darlehen Zins erhalten (V.); F.: verzinsen, verzinse, verzinsst (!), verzinst, verzinsest, verzinset, verzinste, verzinstest, verzinsten, verzinstet, ##verzinst, verzinste, verzinstes, verzinstem, verzinsten, verzinster##, verzinsend, ###verzinsend, verzinsende, verzinsendes, verzinsendem, verzinsenden, verzinsender###, verzins (!)+EW; Z.: ver—zins-en
$verzögern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verzögern, zeitlich hinausschieben; E.: s. ver, s. zögern; L.: Kluge s. u. zögern, DW 25, 2642, EWD s. u. zögern; GB.: seit 1663 belegte und aus ver und zögern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches zeitlich hinausschieben; F.: verzögern, verzögere, verzöger (!), verzögerst, verzögert, verzögerte, verzögertest, verzögerten, verzögertet, ##verzögert, verzögerte, verzögertes, verzögertem, verzögerten, verzögerter##, verzögernd, ###verzögernd, verzögernde, verzögerndes, verzögerndem, verzögernden, verzögernder###, verzöger (!)+EW; Z.: ver—zö-g-er-n
$Verzögerung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Verzögerung, zeitliche Aufhaltung, zeitliche Behinderung, zeitliche Hinausschiebung; E.: s. verzöger(n), s. ung; L.: DW 24, 2646, EWD s. u. zögern; GB.: seit 15. Jh. mnd. belegte und aus verzöger(n) sowie ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche zeitliche Aufhaltung oder Behinderung oder Hinausschiebung; F.: Verzögerung, Verzögerungen+EW; Z.: Ver—zö-g-er-ung
$verzollen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. verzollen; E.: s. ver, s. zollen; L.: Kluge s. u. Zoll 2, DW 25, 2648, EWD s. u. Zoll 1¸GB.: (verzollen) seit nach 1243 belegte und aus ver und zollen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Geldwirtschaft durch den Menschen mögliches Zoll (M.) (1) zahlen; F.: verzollen, verzolle, verzollst, verzollt, verzollest, verzollet, verzollte, verzolltest, verzollten, verzolltet, ##verzollt, verzollte, verzolltes, verzolltem, verzollten, verzollter##, verzollend, ###verzollend, verzollende, verzollendes, verzollendem, verzollenden, verzollender###, verzoll (!)+EW+FW; Z.: ver—zol-l-en
$verzückt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.): nhd. verzückt, verdreht, begeistert; E.: s. verzück(en), s. t (Suff.); L.: Kluge s. u. verzückt, fehlt DW (aber Verzücktheit DW 25, 2662); GB.: (verzücket) seit vor 1298 belegte und aus verzück(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verdreht oder begeistert; F.: verzückt, verzückte, verzücktes, verzücktem, verzückten, verzückter(, verzücktere, verzückteres, verzückterem, verzückteren, verzückterer, verzücktest, verzückteste, verzücktestes, verzücktestem, verzücktesten, verzücktester)+EW; Z.: ver—zü-ck-t
$Verzug, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Verzug, Verzögern, Verspätung; E.: s. verzie(hen), L.: Kluge s. u. Verzug, DW 25, 2566, EWD s. u. ziehen; GB.: (verzoc) seit 1270 belegte und von verzie(hen) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Verzögern oder eine Verspätung; F.: Verzug, Verzuges, Verzugs, Verzüge, Verzügen+EW; Z.: Ver—zu-g
$verzwatzeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. verzwatzeln, verzweifeln, unruhig sein (V.); E.: s. ver. s. zwatzeln; L.: Kluge s. u. zwatzeln, DW 25, 2680 (verzwatscheln, verzwatzeln); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus ver und zwatzeln gebildete Bezeichnung für unruhig sein (V.); F.: verzwatzeln, verzwatzel (!), verzwatzle, verzwatzele, verzwatzelst, verzwatzelt, verzwatzelte, verzwatzeltest, verzwatzelten, verzwatzeltet, ##verzwatzelt, verzwatzelte, verzwatzeltes, verzwatzeltem, verzwatzelten, verzwatzelter##, verzwatzelnd, ###verzwatzelnd, verzwatzelnde, verzwatzelndes, verzwatzelndem, verzwatzelnden, verzwatzelnder###, verzwatzel (!)+EW; Z.: ver—zwatz-el-n
$verzweifeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. verzweifeln, Hoffnung verlieren oder aufgeben; E.: s. ver, s. zweifeln; L.: , DW 25, 2681, EWD s. u. Zweifel; GB.: (ahd. firzwīfalen*) seit 12. Jh. belegte und vielleicht nach dem Lateinischen des Altertums (desperare) aus ver und zweifeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Hoffnung verlieren oder aufgeben; F.: verzweifeln, verzweifel (!), verzweifle, verzweifele, verzweifelst, verzweifelt, verzweifelte, verzweifeltest, verzweifelten, verzweifeltet, verzweifelt, ##verzweifelt, verzweifelte, verzweifeltes, verzweifeltem, verzweifelten, verzweifelter##, verzweifelnd, ###zweifelnd, verzweifelnde, verzweifelndes, verzweifelndem, verzweifelnden, verzweifelnder###, verzweifel (!)+EW; Z.: ver—zwei-f-el-n
$verzweigen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. verzweigen, Zweige bilden; E.: s. ver, s. Zweig, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zweig, DW 25, 2706, EWD s. u. Zweig; E.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus ver und Zweig sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung größerer Pflanzen mögliches Zweige bilden; F.: verzweigen, verzweige, verzweigst, verzweigt, verzweigest, verzweiget, verzweigte, verzweigtest, verzweigten, verzweigtet, ##verzweigt, verzweigte, verzweigtes, verzweigtem, verzweigten, verzweigter##, verzweigend, ###verzweigend, verzweigende, verzweigendes, verzweigendem, verzweigenden, verzweigender###, verzweig (!)+EW; Z.: ver—zwei-g-en
verzwickt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. verzwickt, verwickelt, schwierig; ne. tricky, vexing (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Zwecke, Zweck; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. verzwicket, (Part. Prät.=)Adj., verzwickt, mit gefügten Bolzen ausgebessert; s. verzwicken, s. mhd. ver…, Präf., ver…; mnd. vör..., vor..., var..., ver..., för...*, vȫr...?, Präf., ver... (unbetontes Präfix); ahd. fir…, Präf., ver…; as. far, Präf., ver...; anfrk. far…, Präf., ver…; germ. *far..., *fer..., Präf., ver...; germ. *fra…, Präf., ver...; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. zwec, zuoc, st. M., Zweck, Zweig, Bolzen, Nagel, Holznagel, Eisennagel, Nagel inmitten der Zielscheibe, Ziel, Zielpunkt, Geringstes, Kegel; ahd. zwek, zwec, st. M. (a?, i?), Nagel, Holzpflock; s. germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge s. u. verzwickt, fehlt DW (aber verzwicken DW 25, 2710),, EWD s. u. verzwickt Duden s. u. verzwickt; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus verzwick(en) und t (Suff.) gebildete Bezeichnung für verwickelt oder schwierig; BM.: vorwärts, befestigen; F.: verzwickt, verzwickte, verzwicktes, verzwicktem, verzwickten, verzwickter(, verzwicktere, verzwickteres, verzwickterem, verzwickteren, verzwickterer, verzwicktest, verzwickteste, verzwicktestes, verzwicktestem, verzwicktesten, verzwicktester)+EW; Z.: ver—zwick-t
Vesen, Vese, nhd. (dial.), M., (8. Jh.?): nhd. Vesen, Spelt, Spreu; ne. chaff (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. vese, sw. F., Hülse des Getreidekorns, Spreu, der unenthülste Spelt; ahd. fesa, sw. F. (n), Halm, Schote (F.) (1), Hülse, Spreu, Speltkorn, Gerstenkorn, Granne; germ. *fisō-, *fisōn, Sb., Getreidehülse, Fehse; vgl. idg. *pē̆s- (1), V., blasen, wehen, Pokorny 823 (1416/58) (RB. idg. aus ind.?, germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Vesen, DW 3, 1554, DW 26, 1 (Vese), DW2 9, 373, EWAhd 3, 181, Bluhme s. u. Vesen; Son.: süddeutsch; vgl. ai. pináṣṭi, V., schroten; gr. πτίσσειν (ptíssein), V., zerstampfen, schroten; lat. pīnsere, V., zerstampfen, zerstoßen (V.), mahlen; lit. paisýti, V., zerstoßen?; russ. pichát; GB.: (fesa) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den aus Grannen und Hülsen sowie Spelzen bestehenden Teil des Getreides (Spelt oder Spreu); BM.: blasen bzw. wehen; F.: Vesen+EW; Z.: Ves-en
Vesper, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Vesper, Abendmesse, eine kleine Zwischenmahlzeit, Jause; ne. vesper, snack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vesper, fesper*, st. F., Vesper, vorletzte kanonische Stunde (6 Uhr abends) und der betreffende Horagesang, Vesperzeit; mnd. vesper, fesper*, F., M., Vesper, sechste Gebetsstunde des kirchlichen Breviers; mnl. vesper, M., F., Vesper; ahd. fespera*, vespera*, st. F. (ō), Vesper, Abend, Abendzeit; lat. vespera, F., Abendzeit; gr. ἑσπέρα (hespéra), F., Abend, Westen; vgl. gr. ἕσπερος (hésperos), M., Abend; idg. *u̯esperos, *u̯ekeros, Sb., Abend, Pokorny 1173 (2019/95) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vesper, Kluge s. u. Vesper, DW 26, 5, EWD s. u. Vesper, EWAhd 3, 183, Duden s. u. Vesper, Bluhme s. u. Vesper; Son.: vgl. nndl. vesper, Sb., Vesper; frz. vêpres, F. Pl., Vesper; nschw. vesper, Sb., Vesper; nnorw. vesper, M., Vesper; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die abendliche Gebetsstunde der Gebetszeiten des Stundengebets und davon abgeleitet Bezeichnung für eine kleine Zwischenmahlzeit oder Jause; BM.: Abend; F.: Vesper, Vespern+FW(+EW); Z.: Vesper
$vespern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vespern, eine kleine Zwischenmahlzeit essen; E.: s. Vesper, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Vesper, EWD s. u. Vesper, DW 26, 13; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vesper und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches eine kleine Zwischenmahlzeit essen; F.: vespern, vespere, vesper (!), vesperst, vespert, vesperte, vespertest, vesperten, vespertet, gevespert, ##gevespert, gevesperte, gevespertes, gevespertem, gevesperten, gevesperter##, vespernd, ###vespernd, vesperndes, vesperndem, vespernden, vespernder###, vesper (!)+FW(+EW); Z.: vesper-n
Vestalin, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Vestalin, Priesterin der Göttin Vesta; ne. vestal virgin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; E.: lat. Vestālis (2), F., vestalische Jungfrau, Vestalin, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. Vesta, F.=PN, Vesta, Herd, Feuer; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: DW 26, 18, Duden s. u. Vestalin; Son.: vgl. frz. vestale, F., Vestalin; nschw. vestal, Sb., Vestalin; nnorw. vestalinne, M., F., Vestalin; poln. westalka, F., Vestalin; lit. vestalė, F., Vestalin; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine der Göttin Vesta dienende Priesterin; BM.: schlafen; F.: Vestalin, Vestalinnen+FW+EW; Z.: Ve-st-al-in
Vestibül, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Vestibül, Vorplatz, Eingangshalle; ne. vestibule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. vestibule; E.: s. frz. vestibule, M., Vestibül, Vorplatz; lat. vēstibulum, N., Vorhof, Vorplatz, (81-43 v. Chr.); lat. stabulum, N., Standort, Aufenthalt, Lager, Behausung; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, *stāu-, *stū̆-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Vestibül, EWD s. u. Vestibül, DW 26, 20, Duden s. u. Vestibül; Son.: vgl. nndl. vestibule, Sb., Vestibül; nschw. vestibul, Sb., Vestibül; nnorw. vestibyle, M., Vestibül; poln. westybul, M., Vestibül; lit. vestibiulis, M., Vestibül; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Vorplatz oder eine Eingangshalle; BM.: stehen; F.: Vestibül, Vestibüls, Vestibüle, Vestibülen+FW(+EW?); Z.: Ve-st-i-bül
…vestieren, nhd., se. V., (14. Jh.?): nhd. …vestieren; ne. …vest; Vw.: s. in-, tra-; Hw.: s. …vestition; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …vesteren, Suff., …vestieren; frz. …vestir, Suff., …vestieren; nschw. …vestera, Suff., …vestieren; nnorw. …vestere, Suff., …vestieren; poln. …westować, Suff., …vestieren; lit. …vestuoti, Suff., …vestieren; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von das Kleiden betreffenden Verben; BM.: kleiden; F.: vestieren, vestiere, vestierst, vestiert, vestierest, vestieret, vestierte, vestiertest, vestierten, vestiertet, ##vestiert, vestierte, vestiertes, vestiertem, vestierten, vestierter##, vestierend, ###vestierend, vestierende, vestierendes, vestierendem, vestierenden, vestierender###, vestier (!)+FW(+EW); Z.: ves-t-ier-en
…vestition, nhd., F.., (19. Jh.?): nhd. …vestition; ne. …vestment, …vestition; Vw.: s. In-; Hw.: s. …vestieren; Q.: 19. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); Son.: vgl. poln. …westycja, Suff., …vestition; lit. …vesticija, Suff., …vestition; GB.: vielleicht 19. Jh. belegte und mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von das Kleiden betreffenden femininen Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: kleiden; F.: …vestition, …vestitionen+FW(+EW?); Z.: -ves-t-it-io-n
Vestitur, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Vestitur, Investitur; ne. vestiture (ält.); Vw.: s. In-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. vestītūra; E.: s. lat. vestītūra, F., Bekleidung, Verzierung, Belehnung, (3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vestīre, V., kleiden, bekleiden, bedecken, ausschmücken; idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Vestitur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für die durch eine Bekleidung äußerlich sichtbar gemachte Einsetzung in ein als solches nicht sichtbares Amt oder eine Würde oder eine Aufgabe; BM.: kleiden; F.: Vestitur, Vestituren+FW(+EW?); Z.: Ves-t-it-ur
Veteran, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Veteran, altgedienter (Soldat); ne. veteran (M.); Vw.: -; Hw.: s. Vettel; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. veterānus; E.: s. lat. veterānus (2), M., Veteran, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vetus, Adj., alt, vorig, ehemalig, ehemalig, frühere; idg. *u̯et-, N., Jahr, Pokorny 1175 (2022/98) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Veteran, DW 26, 21, EWD s. u. Veteran, Duden s. u. Veteran; Son.: vgl. nndl. veteraan, Sb., Veteran; frz. vétéran, M., Veteran; nschw. veteran, Sb., Veteran; nnorw. veteran, M., Veteran; poln. weteran, M., Veteran; kymr. feteran, M., Veteran; lit. veteranas, M., Veteran; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen altgedienten (Soldaten); BM.: alt; F.: Veteran, Veteranen+FW(+EW?); Z.: Vet-er-an
Veterinär, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Veterinär, Tierarzt; ne. veterinary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. frz. vétérinaire; E.: s. frz. vétérinaire, M., Veterinär, Tierarzt; lat. veterīnārius (2), M., Tierarzt, (1. Jh. n. Chr.); vgl. lat. veterīnus, Adj., zum Lastziehen gehörig; vgl. idg. *u̯et-, N., Jahr, Pokorny 1175 (2022/98) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Veterinär, EWD s. u. Veterinär, DW 26, 22, Duden s. u. Veterinär; Son.: vgl. nndl. veterinair, Sb., Veterinär; nschw. veterinär, Sb., Veterinär; nnorw. veterinær, M., Veterinär; poln. weterynarz, M., Veterinär; lit. veterinaras, M., Veterinär; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen durch Arbeitsteilung entstehenden Tiere behandelnden Arzt (Tierarzt) oder Heilkundigen; BM.: Lastziehen bzw. Jahr; F.: Veterinär, Veterinärs, Veterinäre, Veterinären+FW(+EW); Z.: Vet-er-in-är
Veto, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Veto, Einspruch; ne. veto (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. veto; E.: s. frz. veto, M., Veto, Einspruch; lat. vetāre, V., nicht geschehen lassen, nicht wollen (V.), widerraten, verbieten, verhindern, (um 250-184 v. Chr.); verwandt mit au (2), s. Walde/Hofmann 2, 776; wohl von idg. *au- (3), *au̯e-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Veto, DW 26, 22, EWD s. u. Veto, Duden s. u. Veto; Son.: vgl. nndl. veto, Sb., Veto; nschw. veto, N., Veto; nnorw. veto, N., Veto; poln. weto, Sb., Veto; kymr. feto, F., Veto; kymr. veto, M., Veto; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums (veto ich verbiete) aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Einspruch eines Amtsträgers durch den das Zustandekommen oder die Durchführung eines Vorhabens verhindert oder verzögert wird; BM.: nicht wollen (V.); F.: Veto, Vetos+FW; Z.: Ve-t-o
Vettel, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vettel, altes Weib; ne. hag; Vw.: -; Hw.: s. Veteran; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: fnhd. vetel, F., altes Weib; mhd. vetel, fetel*, st. F., Vettel, altes Weib; mnd. vētel (2), F., Vettel, altes hässliches Weib; lat. vetula, F., Weiblein, Alte, altes Weib, Vettel, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vetus, Adj., alt, vorig, ehemalig; vgl. idg. *u̯et-, N., Jahr, Pokorny 1175 (2022/98) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vettel, Kluge s. u. Vettel, DW 26, 23, EWD s. u. Vettel, Duden s. u. Vettel, Bluhme s. u. Vettel; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare abwertende Bezeichnung für (ein) altes Weib; BM.: alt; F.: Vettel, Vetteln+FW(+EW); Z.: Vet-t-el
Vetter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vetter, Vaterbruder, Cousin; ne. cousin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vetere, veter, sw. M., Vetter, Vaterbruder, Brudersohn; mnd. vedder (2), veddere, veder, vedere, M., Vetter, Geschlechtsgenosse, Verwandter, Vaterbruder, Brudersohn; mnl. vedder, M., Onkel, Neffe, Cousin; ahd. fetiro, fatureo, sw. M. (n), Oheim, Onkel, Vaterbruder, Vetter, Verwandter, Vertrauter, Brautführer; as. fėdiro, sw. M. (n), Oheim; anfrk. -; wgerm. *fadurjō-, *fadurjōn, *fadurja-, *fadurjan, *fadurwjō-, *fadurwjōn, *fadurwja-, *fadurwjan, sw. M. (n), Vaterbruder; idg. *pətrwjo-, M., Vatersbruder; s. idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, Pokorny 829 (1427/69) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., toch.); vgl. idg. *pā-, *pāt-, *pə-, *peh₂-, *pah₂-, V., füttern, nähren, weiden, Pokorny 787 (1359/1), (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vetter, Kluge s. u. Vetter, DW 26, 26, EWD s. u. Vetter, Falk/Torp 227, Duden s. u. Vetter, Bluhme s. u. Vetter; Son.: vgl. afries. federia, sw. M. (n), Vaterbruder, Onkel väterlicherseits; nnordfries. fadrje, fedrje, feddere; ae. fædera, sw. M. (n), väterlicher Oheim; an. -; got. -; nnorw. fetter, M. Vetter; ai. pitṛvyà-, M., Vetter; gr. πάτρως (pátrōs), M., männlicher Verwandter, Bruder des Vaters, Oheim, Onkel; lat. patruus, M., Vaterbruder, Oheim, Onkel väterlicherseits, Vetter; GB.: seit um 765 belegte und für das Westgermanische sowie teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung des Menschen möglichen etwas entfernteren männlichen Verwandten (Vaterbruder); BM.: nähren; F.: Vetter, Vetters, Vettern+EW; Z.: Vet-t-er
$Vetternschaft, Vetterschaft, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Vetternschaft, Gesamtheit von Vettern; E.: s. Vetter, s. n (Suff.), s. schaft (Suff.); L.: DW 26, 34 (Verweis auf Vetterschaft), EWD s. u. Vetter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Vetter und (e)n (Suff.) sowie schaft gebildete Bezeichnung für Vettern; F.: Vetternschaft, Vetternschaften+EW; Z.: Vet-t-er-n—schaf-t
$Vetternwirtschaft, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Vetternwirtschaft, Günstlingswirtschaft, Nepotismus; Q.: Anfang 20. Jh.; E.: s. Vetter, s. n, s. Wirtschaft; L.: fehlt DW, EWD s. u. Vetter; GB.: seit Anfang 20. Jh. belegte und aus Vetter und n (Suff.) sowie Wirtschaft gebildete Bezeichnung für eine (rechtswidrige) Günstlingswirtschaft oder Nepotismus bei Besetzung von Stellen oder Vergabe von Aufträgen ohne Rücksicht auf die fachliche Eignung des Begünstigten oder die Güte seiner Leistung; F.: Vetternwirtschaft, Vetternwirtschaften+EW; Z.: Vet-t-er-n—wir-t—schaf-t
Vexierbild, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Vexierbild, Suchbild, Rätselbild; ne. picture puzzle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: s. lat. vexāre, V., stark bewegen, schütteln, erschüttern, heimsuchen, hudeln; vgl. lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen, reiten; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Bild; L.: Kluge s. u. Vexierbild, EWD s. u. Vexierbild, DW 26, 37, Duden s. u. Vexierbild; Son.: vgl. nschw. fixeringsbild, Sb., Vexierbild; nnorw. fikserbilde, N., Vexierbild; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus vexier(en) und Bild gebildete Bezeichnung für ein außer der offenkundigen Abbildung noch eine weitere mehr oder weniger schwer zu entdeckende verborgene Abbildung enthaltendes Bild (Rätselbild); BM.: führen; F.: Vexierbild, Vexierbildes, Vexierbilds, Vexierbilder, Vexierbildern+FW+EW; Z.: Vex-ier—bild
vexieren, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. vexieren, ärgern, irreführen; ne. vex; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. vexāre; E.: s. mnd. vexēren, fexēren*, vexeiren, vixēren, vaxēren, sw. V., belästigen, quälen, irreführen, täuschen; lat. vexāre (1), V., stark bewegen, schütteln, erschüttern, heimsuchen, hudeln, misshandeln, plagen, quälen, züchtigen, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 26, 37, Duden s. u. vexieren, Bluhme s. u. vexieren; Son.: vgl. frz. vexer, V., beleidigen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen oder den Hochkulturen des Altertums mögliches schütteln oder ärgern oder quälen oder irreführen oder verstimmen; BM.: führen; F.: vexieren, vexiere, vexierst, vexiert, vexierest, vexieret, vexierte, vexiertest, vexierten, vexiertet, ##vexiert, vexierte, vexiertes, vexiertem, vexierten, vexierter##, vexierend, ###vexierend, vexierende, vexierendes, vexierendem, vexierenden, vexierender###, vexier (!)+FW(+EW?); Z.: vex-ier-en
Viadukt, nhd., (Part. Prät.=)M., N., (19. Jh.): nhd. Viadukt, Überführung; ne. viaduct; Vw.: -; Hw.: s. Aquädukt; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. via, F., Straße, Weg, Fahrstraße, Gasse, Pfad, Ritze; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen, führen, leiten; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Viadukt, DW 26, 46, EWD s. u. Viadukt, Duden s. u. Viadukt; Son.: gebildet als Gegensatz zu Aquädukt; vgl. nndl. viaduct, Sb., Viadukt; frz. viaduc, M., Viadukt; nschw. viadukt, Sb., Viadukt; nnorw. viadukt, M., Viadukt; poln. wiadukt, M., Viadukt; lit. viadukas, M., Viadukt; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit wie eine Brücke gebaute Überführung eines Verkehrswegs über ein Gewässer oder eine Bodensenke; BM.: gehen, ziehen; F.: Viadukt, Viadukts, Viaduktes, Viadukte, Viadukten+FW(+EW?; Z.: Vi-a-du-k-t
Vibration, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vibration, Bewegung, Schwingung; ne. vibration; Vw.: -; Hw.: s. vibrieren; Q.: Mitte 18. Jh.; I.: Lw. lat. vibrātio; E.: s. lat. vibrātio, F., Schwingen (N.), schnelle zitternde Bewegung, Vibrieren, Schwenken, Glanz, Strahlen (N.), (370-380 n. Chr.); vgl. lat. vibrāre, V., in zitternde Bewegung setzen, wippen, schwenken, schwingen, schütteln, kräuseln, sich zitternd bewegen; s. idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. vibrieren, EWD s. u. vibrieren, Duden s. u. Vibration; Son.: vgl. nndl. vibratie, Sb., Vibration; frz. vibration, F., Vibration; nschw. vibration, Sb., Vibration; nnorw. vibrasjon, M., Vibration; poln. wibracja, F., Vibration; lit. vibracija, F., Vibration; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich seit der Entstehung der Welt mögliche Bewegung oder Schwingung die auf den Körper von Menschen übertragen werden kann; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Vibration, Vibrationen+FW; Z.: Vi-b-r-at-io-n
vibrieren, nhd., V., (18. Jh.): nhd. vibrieren, zittern, schwingen; ne. vibrate; Vw.: -; Hw.: s. Vibration; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. vibrāre; E.: s. lat. vibrāre, V., in zitternde Bewegung setzen, wippen, schwenken, schwingen, schütteln, kräuseln, (81-43 v. Chr.); idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. vibrieren, EWD s. u. vibrieren, DW 26, 47, Duden s. u. vibrieren, Seebold 547; Son.: vgl. nndl. vibreren, V., vibrieren; frz. vibrer, V., vibrieren; nschw. vibrera, V., vibrieren; nnorw. vibrere, V., vibrieren; poln. wibrować, V., vibrieren; lit. vibruoti, V., vibrieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt mögliches zittern oder schwingen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: vibrieren, vibriere, vibrierst, vibriert, vibrierest, vibrieret, vibrierte, vibriertest, vibrierten, vibriertet, ##vibriert, vibrierte, vibriertes, vibriertem, vibrierten, vibrierter##, vibrierend, ###vibrierend, vibrierende, vibrierendes, vibrierendem, vibrierenden, vibrierender###, vibrier (!)+FW(+EW); Z.: vi-b-r-ier-en
viceversa, vice versa, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. viceversa, vice versa, umgekehrt, andersherum, wechselseitig; ne. vice versa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. mlat. viceversa; E.: s. mlat. viceversa, Adv., als Ausgleich; vgl. lat. vicis, F., Wechsel, Abwechslung; idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. vice versa; Son.: vgl. frz. vice versa, Adv., viceversa; nschw. vice versa, Adv., viceversa; nnorw. vice versa, Adv., viceversa; poln. vice versa, Adv., viceversa; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches umgekehrt oder andersherum oder wechselseitig; BM.: biegen, drehen; F.: viceversa, vice versa+FW; Z.: vic-e—ver-s-a
Video, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Video, Videofilm, eine magnetische Aufzeichnung; ne. video; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. video; E.: s. ne. video, N., Video; von lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Video, fehlt DW, Duden s. u. Video; Son.: vgl. nndl. video, Sb., Video; frz. vidéo, M., Video; nschw. video, Sb., Video; nnorw. video, M., Video; poln. film wideo, M., Videofilm; kymr. fideo, M., F., Video; lit. videofilmas, M., Videofilm; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine magnetische Aufzeichnung von Bildern beispielsweise des Fernsehens; BM.: wahrnehmen; F.: Video, Videos+FW; Z.: Vi-d-e-o
Vieh, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Vieh, Gesamtheit von Nutztieren; ne. cattle, livestock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vihe, vih, viech, vie, vē, vehe, veh, vicht, fihe*, fih*, fiech*, fie*, fe*, fehe*, feh*, ficht*, st. N., Vieh, Tier, Haustier, Hoftier, Lasttier; mnd. vē (1), veh, vehe, vey, vie, vei, N., Vieh, Tier, Getier, Haustier, Weidetier; mnl. vee, N., Vieh; ahd. fihu, st. N. (u), Vieh, Tier, Vermögen, Geld?; as. fehu (1), fe*, feu, st. N. (u), Vieh, Besitz, Eigentum, Gut, Habe, f-Rune; anfrk. fē, fio*, fiu*, st. N. (u), Vieh, Geld; germ. *fehu-, st. N., Schaf, Vieh, Fahrhabe, Fahrnis, f-Rune; idg. *pék̑u-, N., Geschorenes, Schaf, Vieh, Wolle, Fließ, Haar (N.), Pokorny 797; vgl. idg. pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vieh, Kluge s. u. Vieh, DW 26, 49, EWD s. u. Vieh, Falk/Torp 225, Duden s. u. Vieh, Bluhme s. u. Vieh; Son.: vgl. afries. fiā, st. M. (a), st. N. (a), Vieh, Gut, Habe, Geld, Vermögen; ae. feoh, st. N. (a), Vieh, Herde, Eigentum, Geld; an. fē, st. N. (a), Vieh, Besitz, Geld; got. faíhu, fe, st. N. (u), Vieh, Vermögen, Geld, f-Rune; nndl. vee, Sb., Vieh; ne. fee, N., Gebühr; nschw. fä, N., Vieh; nnorw. fe, N., Vieh; ai. páśu-, M., Vieh; av. pasu-, M., Kleinvieh; gr. πέκος (pékos), N., Fließ, Wolle; lat. pecus (1), N., Vieh, Kleinvieh, Herdentier, Schaf, Junges; lit. pēkus, Sb., Vieh; apreuß. peku, Sb., Vieh; GB.: (fihu) seit dem 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Beginn von Viehzucht durch den Menschen mögliche Gesamtheit der in der Landwirtschaft gehaltenen Nutztiere wie Pferd oder Rind oder Schaf oder Ziege oder Schwein oder Huhn oder Pute oder Gans oder Ente oder Taube oder andernorts auch Elefant oder Kamel; BM.: zupfen bzw. scheren (V.) (1); F.: Vieh, Viehs, Viehes+EW; Z.: Vieh
$viehisch, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. viehisch, Vieh betreffend, tierisch, tierartig; E.: s. Vieh, s. isch; L.: Kluge s. u. Vieh, DW 26, 79, EWD s. u. Vieh; GB.: (vihisch) seit 1348/1350 belegte und aus Vieh und isch gebildete Bezeichnung für Vieh betreffend oder tierisch oder tierartig; F.: viehisch, viehische, viehisches, viehischem, viehischen, viehischer(, viehischere, viehischeres, viehischerem, viehischeren, viehischerer, viehischst, viehischste, viehischstes, viehischstem, viehischsten, viehischster)+EW; Z.: vieh-isch
$Viehtrift, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Viehtrift, Viehweg; E.: s. Vieh, s. Trift; L.: DW 26, 99, EWD s. u. Trift; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Vieh und Trift gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen für das Treiben von Vieh durch Menschen entwickelten und verwendeten Weg; F.: Viehtrift, Viehtriften+EW; Z.: Vieh—tri-f-t
viel, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. viel, zahlreich, reichlich, häufig; ne. much; Vw.: s. -leicht; Hw.: s. poly…; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. vil (1), vile, fil*, file*, Adj., viel, vieles, viele, in Fülle seiend, in Menge seiend, sehr seiend; mhd. vile, vil, Adv., viel, in Fülle, in Menge, sehr; mnd. vēle (1), velle, vēl, völe, volle, vale, vil, Adj., Adv., viele, viel, vieles, viele Menschen, vielerlei, vielfach, manch, zahlreich, vor, gar, sehr, oft, häufig; mnl. vēle, Adj., viel, zahlreich; ahd. filu, filo, Adj., Adv., viel, sehr, groß, gar, ganz, außerordentlich, reich, stark; as. filo, filu, Adj., Adv., Sb., viel; anfrk. filo*, Adv., viel, sehr; germ. *felu-, Adv., Adj., viel; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. viel, Kluge s. u. viel, DW 26, 105, EWD s. u. viel, EWAhd 3, 228, Falk/Torp 235, Duden s. u. viel, Bluhme s. u. viel; Son.: vgl. afries. fel (1), fele, ful (1), Adj., viel; saterl. ful, Adj., viel; ae. fela, fala, feala, feola, Adj., Adv., viel, sehr; an. fjǫl (2), st. N. (a), Menge, viel...; got. filu, Adj., subst. adv. N., viel, sehr, um vieles (Komp.); nndl. veel, Adj., viel; ai. purú-, Adj., viel; gr. πολύς (polýs), Adj., viel, zahlreich; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung einer sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen größeren Menge oder für zahlreich oder reichlich oder häufig; BM.: füllen; F.: viel, viele, vieles, vielem, vielen, vieler+EW; Z.: viel
$Vielbaum, nhd., M., (?): nhd. Vielbaum; L.: Kluge s. u. Pappel 1, fehlt DW; GB.: zu unbekannter Zeit belegte und mit Baum gebildete Bezeichnung für Pappel; F.: Vielbaum, Vielbaums, Vielbaumes, Vielbäume, Vielbäumen+EW; Z.: Viel—bau-m
$vielerlei, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vielerlei, viel; E.: s. viel, s. er, s. lei; L.: DW 26, 219, EWD s. u. viel; Son.: indekl.; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus viel und er sowie lei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches viel; F.: vielerlei+EW; Z.: viel-er-lei
$vielfach, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. vielfach, viel; E.: s. viel, s. fach; L.: DW 26, 222, EWD s. u. viel; GB.: seit 15. Jh. belegte und wie lat. multiplex aus viel und fach gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches viel; F.: vielfach, vielfache, vielfaches, vielfachem, vielfachen, vielfacher+EW; Z.: viel—fach
$Vielfalt, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vielfalt, Fülle, Vielfältigkeit, Verschiedenartigkeit; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. viel, s. Falt(e); L.: DW 26, 226, EWD s. u. viel; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus viel und Falt(e) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Fülle oder Vielfältigkeit oder Verschiedenartigkeit; F.: Vielfalt+EW; Z.: Viel—fal-t
$vielfältig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. vielfältig, verschiedenartig, abwechslungsreich, bunt; E.: s. Vielfalt, s. ig; L.: DW 26, 180 (vielfaltig), EWD s. u. viel; GB.: seit 15. Jh. belegte und wie lat. multiplex aus Vielfalt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches verschiedenartig oder abwechslungsreich oder bunt; F.: vielfältig, vielfältige, vielfältiges, vielfältigem, vielfältigen, vielfältiger, vielfältiges+EW; Z.: viel—fäl-t-ig
$vielfältigen, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. vielfältigen, vermehrfachen; Vw.: s. ver-; E.: s. vielfältig, s. en; L.: DW 26, 227, EWD s. u. viel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vielfältig und en gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches vervielfältigen oder vermehrfachen; F.: vielfältigen, vielfältige, vielfältigst, vielfältigt, vielfältigest, vielfältiget, vielfältigte, vielfältigtest, vielfältigten, vielfältigtet, gevielfältigt, ##gevielfältigt, gevielfältigte, gevielfältigtes, gevielfältigtem, gevielfältigten, gevielfältigter##, vielfältigend, ###vielfältigend, vielfältigende, vielfältigendes, vielfältigendem, vielfältigenden, vielfältigender###, vielfältig (!)+EW; Z.: viel—fäl-t-ig-en
$Vielfraß, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Vielfraß; E.: s. viel, s. Fraß; L.: Kluge 1. A. s. u. viel, Kluge s. u. Vielfraß, DW 26, 228 (Vielfrasz), EWD s. u. Vielfraß; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus viel und Fraß gebildete Bezeichnung für einen in Nordeurasien und Nordamerika seit vielleicht 40 Millionen Jahren lebenden und bis zu 30 Kilogramm wiegenden sowie auch für Menschen gefährlichen Marder; F.: Vielfraß, Vielfraßes, Vielfraße, Vielfraßen+EW; Z.: Viel—fr-aß
vielleicht, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. vielleicht, möglicherweise, eventuell; ne. perhaps, maybe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. vil līhte, Adv., sehr leicht; s. nhd. viel, leicht; L.: Kluge s. u. vielleicht, DW 26, 236, EWD s. u. viel, Duden s. u. vielleicht; Son.: vgl. nndl. wellicht, Adv., vielleicht; GB.: (villīhte) seit vor 1150 belegte und aus viel und leicht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglich; BM.: sehr leicht; F.: vielleicht+EW; Z.: viel—leich-t
$Vielliebchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Vielliebchen; E.: s. lit. filibas, Sb., Pärchen; L.: Kluge s. u. Vielliebchen, DW 26, 241; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Litauischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Mandel oder Nuss mit zwei Kernen; F.: Vielliebchen, Vielliebchens+FW(+EW?); Z.: Viel—lieb-chen
$Vielweiberei, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Vielweiberei, Polyginie; I.: Lüs. gr. πολυγαμία (polygamía); E.: s. viel, s. Weib, s. er. s. ei (Suff.); L.: , DW 26, 216, EWD s. u. viel; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach dem Griechischen des Altertums aus viel und Weib sowie er und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung einer sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen und in mehr als 40 Staaten wie den Vereinigten Staaten von Amerika (Mormonen) oder Tibet oder Bhutan (neben der Monogamie oder Einehe noch) erlaubten Familienform in der ein Mann mehrere Frauen hat (Polyginie); F.: Vielweiberei+EW; Z.: Viel—weib-er-ei
vier, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. vier; ne. four (Num. Kard.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. vier, Num. Kard., vier; mnd. vīr (1), Num. Kard., vier; mnd. vēr (2), fēr*, vēre, veir, vier, vir, Num. Kard., vier; mnl. vier, viere, Num. Kard., vier; ahd. fior, Num. Kard., vier; as. fiuwar*, fiar*, fier, fior*, Num. Kard., vier; anfrk. -; germ. *fedwōr, Num. Kard., vier; s. idg. *kᵘ̯etu̯er-, *kᵘ̯etu̯ō̆r-, *kᵘ̯ₑtur- (M.), *kᵘ̯etesor- (F.), Num. Kard., vier, Pokorny 642 (1040/18) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. vier, Kluge s. u. vier, DW 26, 251, EWD s. u. vier, EWAhd 3, 264, Falk/Torp 224, Duden s. u. vier, Bluhme s. u. vier; Son.: vgl. afries. fiūwer, fiōwer, fiōr, Num. Kard., vier; saterl. fjower, Num. Kard., vier; ae. féower, Num. Kard., vier; an. fjōrir, Num. Kard., vier; got. fidur-, Num. Kard., vier; nndl. vier, Num. Kard., vier; frz. quatre, Num. Kard., vier; nschw. fyra, Num. Kard., vier; nnorw. fyra, Num. Kard., vier; ai. catvā́ra, Num. Kard., vier; av. čaθwar-, Num. Kard., vier; gr. τέσσαρες (téssares), Num. Kard., vier; lat. quattuor, Num. Kard., vier; kymr. pedwar, Num. Kard., vier; air. cethair, Num. Kard., vier; lit. keturì, Num. Kard., vier; ksl. četyre, Num. Kard., vier; toch. A śtwar, Num. Kard., vier; toch. B śtwer, Num. Kard., vier; GB.: (fior) seit um 800 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung der Zahlen durch den Menschen mögliche Grundzahl zwischen drei und fünf; BM.: ?; F.: vier, viere, vierer+EW; Z.: vier
$Viereck, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Viereck; E.: s. vier, s. Eck; L.: DW 26, 282, EWD s. u. vier; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vier und Eck gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche vier Ecken enthaltende und von den Menschen nach natürlichem Vorbild entwickelte geometrische Form aus vier Linien wie beispielsweise Rechteck oder Quadrat oder Parallelogramm oder Trapez; F.: Viereck, Vierecks, Viereckes, Vierecke, Vierecken+EW; Z.: Vier—eck
$viereckig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. viereckig, Viereck betreffend; E.: s. Viereck, s. ig; L.: DW 26, 266, EWD s. u. vier; GB.: seit 15. Jh. belegte und nach lat. quadrangulus aus Viereck und ig oder vier und eckig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliches ein Viereck betreffend; F.: viereckig, viereckige, viereckiges, viereckigem, viereckigen, viereckiger+EW; Z.: vier—eck-ig
$vierschrötig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vierschrötig, breit, gedrungen; E.: s. vier, s. Schrot, s. ig; L.: Kluge s. u. vierschrötig, fehlt DW, EWD s. u. schroten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vier und Schrot und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches breit oder gedrungen; F.: vierschrötig, vierschrötige, vierschrötiges, vierschrötigem, vierschrötigen, vierschrötiger(, vierschrötigere, vierschrötigeres, vierschrötigerem, vierschrötigeren, vierschrötigerer, vierschrötigst, vierschrötigste, vierschrötigstes, vierschrötigstem, vierschrötigsten, vierschrötigster)+EW; Z.: vier—schrö-t-ig
$vierte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. vierte; E.: s. vier, s. te; L.: DW 26, 310, EWD s. u. vier; GB.: (fiordo) seit Ende 8. Jh. belegte und aus vier sowie te (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entwicklung von Zahlen durch den Menschen mögliche Ordnungszahl zwischen dritte und fünfte; F.: vierte, vierter, viertes, viertem, vierten+EW; Z.: vier-t-e
$Viertel, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Viertel, vierter Teil; E.: s. vierte, s. Teil; L.: Kluge 1. A. s. u. vier, Kluge s. u. Viertel, DW 26, 313, EWD s. u. vier; GB.: (fiorteil) seit 10. Jh. belegte und aus vier und Teil gebildete Bezeichnung einer sachlich seit Entwicklung der Zahlen durch den Menschen möglichen durch vier geteilten Gegebenheit; F.: Viertel, Viertels, Vierteln+EW; Z.: Vier-t-el
$Vierung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vierung; E.: s. vier, s. ung; L.: Kluge s. u. Geviert, DW 26, 341; GB.: seit 14. Jh. belegte und nach lat. quadratura aus vier und ung gebildete Bezeichnung für den an dem sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen Zusammentreffen von Hauptschiff und Querschiff eines Gebäudes wie beispielsweise einer Kirche entstehenden Raum; F.: Vierung, Vierungen+EW; Z.: Vier-ung
$vierzehn, nhd., Num. Kard., (9. Jh.): nhd. vierzehn; E.: s. vier, s. zehn; L.: DW 26, 343, EWD s. u. vier; GB.: (fiorzehan*) seit um 830 belegte und aus vier und zehn gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung der Zahlen durch den Menschen mögliche Grundzahl zwischen dreizehn und fünfzehn; F.: vierzehn+EW; Z.: vier—zehn
$vierzig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. vierzig; L.: DW 26, 347, EWD s. u. vier; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus vier und zig (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung der Zahlen durch den Menschen mögliche Grundzahl zwischen neununddreißig und einundvierzig; F.: vierzig+EW; Z.: vier—zig
vif, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vif, lebendig, aufgeweckt; ne. lively; Vw.: -; Hw.: s. gewieft?; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. vif; E.: s. frz. vif, Adj., vif, aufgeweckt, lebendig; lat. vīvus (1), Adj., lebendig, lebend, (um 235-200 v. Chr.); lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. vif, DW 26, 354, Duden s. u. vif; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches lebendig oder aufgeweckt; BM.: leben; F.: vif, vife, vifes, vifem, vifen, vifer(, vifere, viferes, viferem, viferen, viferer, vifst, vifste, vifstes, vifstem, vifsten, vifster)+FW; Z.: vif
Vigil, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vigil, Nachtwache, Nachtgebet; ne. vigil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1195 (Lucidarius); I.: Lw.; E.: mhd. vigilje, vigilīe, st. F., sw. F., Vigilie, Vigil, Nachtwache, Nachtgebet, liturgisches Nachtgebet, Vorfeier, Vorabendmesse; mnd. vigilie, vigilia, vigillie, vigili, vīlie, vilie, villie, vilige, villige, viligie, vīlge, F., Vigilie, Abendgottesdienst, Abendandacht, abendliches Totengedächtnis, Totengebet, Gedächtnisgottesdienst; lat. vigilia, F., Wachen (N.), Nachtwachen, Schlaflosigkeit, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vigil, Adj., wachend, wach, munter; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: DW 26, 355, Duden s. u. Vigil; GB.: seit 1190-1195 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entwicklung von Religion mögliche nächtliche Gebet der mönchischen Gebetsordnung; BM.: wach; F.: Vigil, Vigilien+FW; Z.: Vig-il
Vignette, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vignette, Kontrollabschnitt, bildliche Darstellung; ne. vignette (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. vignette; E.: s. frz. vignette, F., Vignette, Weinrankenornament; vgl. frz. vigne, F., Weinrebe; lat. vīneus, M., Weinstock; vgl. lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vignette, DW 26, 357, EWD s. u. Vignette, Duden s. u. Vignette; Son.: vgl. nndl. vignet, Sb., Vignete; nschw. vinjett, Sb., Vignette; nnorw. vignett, M., Vignette; poln. winieta, F., Vignette; nir. finéad, M., Vignette; lit. vinjetė, F., Vignette; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine ornamentale oder bildliche sowie an Weinranken angelehnte Darstellung auf dem Titelblatt eines Buches; BM.: Weinrankenornament; F.: Vignette, Vignetten+FW; Z.: Vign-et-t-e
Vikar, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Vikar, Stellvertreter, Verweser, Hilfsgeistlicher; ne. vicar; Vw.: -; Hw.: s. Vize…; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. vicār, vicāri, vicārie, vicarius, vikeeris, st. M., Vikar, Ersatz, Vertreter, Vertreter eines Geistlichen, Stellvertreter, Verweser; mnd. vicāries, viccaries, vicarius, viccarges, ficāries*, vicar, vicāri, M., Vikar, Vertreter (M.), Stellvertreter (M.), Stellvertreter (M.) eines Geistlichen; mnl. vicarijs, M., Vikar; ahd. fikāri*, vikāri*, st. M. (ja), Vertreter, Ersatz; lat. vicārius, M., Statthalter, Stellvertreter; vgl. lat. vicis, F., Wechsel, Abwechslung; idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vikar, DW 26, 357, EWD s. u. Vikar, Duden s. u. Vikar; Son.: vgl. frz. vicaire, M., Vikar; nnorw. vikar, M., Vikar; poln. wikary, M., Vikar; kymr. ficer, M., Vikar; nir. biocáire, M., Vikar; lit. vikaras, M., Vikar; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildet sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Christentums durch den Menschen möglichen Stellvertreter eines Pfarrers oder Bischofs; BM.: biegen bzw. sich wenden; F.: Vikar, Vikars, Vikares, Vikare, Vikaren+FW(+EW?); Z.: Vik-ar
$Vikariat, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Vikariat, Stellvertretung eines Pfarrers oder Bischofs; E.: s. Vikar, s. i, s. at; L.: EWD s. u. Vikar, EWD s. u. Vikar, DW 26, 358; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Vikar und i sowie at (Suff.) gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung des Christentums durch den Menschen mögliche Stellvertretung eines Pfarrers oder Bischofs; F.: Vikariat, Vikariats, Vikariates, Vikariate, Vikariaten+FW(+EW?); Z.: Vik-ar-i-at
$Vikarie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vikarie, Stiftung, Stellvertretung; E.: s. Vikar, s. ie (Suff.); L.: EWD s. u. Vikar, DW 26, 358, EWD s. u. Vikar; Son.: verwendet bis in das 19. Jh.; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Vikar und ie (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung des Christentums durch den Menschen mögliche Stiftung oder das Amt eines Vikars; F.: Vikarie, Vikarien+FW(+EW?); Z.: Vik-ar-ie
Viktualie, nhd., Sb., (16. Jh.): nhd. Viktualie, Lebensmittel; ne. victual; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. vīctuālium; E.: s. lat. vīctuālium, N., Lebensmittel, (390-406 n. Chr.); vgl. lat. vīctuālis, Adj., zu dem Lebensunterhalt gehörig, Lebensunterhalt betreffend, zu dem Leben gehörig, Lebens..., Ernährung betreffend; lat. vīvere, V., leben, an dem Leben sein (V.), an dem Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Viktualien, EWD s. u. Viktualien, DW 26, 359, Duden s. u. Viktualien; Son.: nur in dem Plural vorkommendes Wort; vgl. nndl. victualien, Sb. Pl., Viktualien; frz. victuailles, M. Pl., Viktualien; nschw. viktualier, Sb. Pl., Viktualien; nnorw. viktualie, M., Lebensmittel; poln. wiktuały, Sb. Pl., Viktualien; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Tiere mögliches Lebensmittel (vor allem für den täglichen Bedarf); BM.: leben; F.: Viktualien+FW(+EW?); Z.: Vi-kt-u-al-i-en
Villa, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Villa, großes vornehmes Haus; ne. villa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: s. mhd. ville (3), st. F., sw. F., Dorf, Landgut; s. afrz. ville, F., Dorf; lat. vīlla, F., Landgut, Landhaus; vgl. idg. *u̯eik̑-, *u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Villa, EWD s. u. Villa, DW 26, 360, Duden s. u. Villa; Son.: vgl. nndl. villa, Sb., Villa; frz. villa, F., Villa; nschw. villa, Sb., Villa; nnorw. villa, M., Villa; poln. willa, F., Villa; kymr. fila, F., Villa; nir. vile, F., Villa; lit. vila, F., Villa; GB.: seit vielleicht um 1120 belegte und aus (dem Französischen und mittelbar) dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches großes vornehmes Haus; BM.: Haus; F.: Villa, Villen+EW; Z.: Vill-a
vindizieren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vindizieren, herausverlangen; ne. vindicate, reclaim (V.); Vw.: -; Hw.: s. Vendetta; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. vindicāre; E.: s. lat. vindicāre, V., gerichtlich in Anspruch nehmen, vindizieren, sich zueignen, sich zuschreiben, befreien, retten, schützen, bestrafen, rächen, (um 450 v. Chr.); vgl. lat. vīs, F., Kraft, Stärke, Gewalt, Zwang, Gewalttat; idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dicāre, V., laut verkünden, feierlich verkünden, versprechen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Duden s. u. vindizieren; Son.: vgl. frz. revendiquer, V., vindizieren; nnorw. vindisere, V., vindizieren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Eigentum und Besitz durch den Menschen mögliches als Eigentümer einer Sache ihre Herausgabe von dem Besitzer verlangen, herausverlangen; BM.: verkünden bzw. glänzen; F.: vindizieren, vindiziere, vindizierst, vindiziert, vindizierest, vindizieret, vindizierte, vindiziertest, vindizierten, vindiziertet, ##vindiziert, vindizierte, vindiziertes, vindiziertem, vindizierten, vindizierter##, vindizierend, ###vindizierend, vindizierende, vindizierendes, vindizierendem, vindizierenden, vindizierender###, vindizier (!)+FW(+EW?); Z.: vi-nd-iz-ier-en
Vinyl, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Vinyl, ein Kunststoff, ungesättigter Kohlenwasserstoffrest; ne. vinyl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: fehlt DW, Duden s. u. Vinyl; Son.: vgl. nndl. vinyl, Sb., Vinyl; frz. vinyle, M., Vinyl; nschw. vinyl, Sb., Vinyl; nnorw. vinyl, M., N., Vinyl; kymr. ffinyl, M., Vinyl; nir. vinil, M., Vinyl; poln. winyl, M., Vinyl; lit. vinilas, M., Vinyl; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit dem Lateinischen des Altertums sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ungesättigten Kohlenwasserstoffrest und davon abgeleitet für einen auf diesem Kohlenwasserstoffrest beruhenden Kunststoff; BM.: Wein, Holz; F.: Vinyl, Vinyls+FW; Z.: Vi-n—yl
Viola, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Viola, Bratsche; ne. viola (N.) (1); Vw.: -; Hw.: s. Cello, Violine; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: s. mhd. viōle (2), fiōle*, sw. F., Viola, ein musikalisches Instrument, Geige; mnd. viole, fiole, F., eine besondere Art (F.) (1) von Geige, Altgeige, Bratsche, Bettlerleier; s. it. viola, F., Viola, Geige; prov. viola, viula, F., Geige; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Viola, DW 26, 361, Duden s. u. Viola; Son.: vgl. nndl. altviool, Sb., Viola, Bratsche; nschw. viola, Sb., Viola, Bratsche; kymr. fiola, F., Viola, Bratsche; nir. fióla, F., Viola, Bratsche; GB.: seit um 1300 belegte und aus dem Italienischen und Provenzalischen aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Streichinstrument das etwas größer als eine Violine (Geige) und eine Quinte tiefer als diese gestimmt ist; BM.: ?; F.: Viola, Violen+FW; Z.: Viol-a
violett, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. violett, lila, veilchenfarben, veilchenfarbig; ne. violet; Vw.: -; Hw.: s. Veilchen; Q.: vor 1313 (Apokalypse von Heinrich von Hesler); E.: mhd. vīolet, Adj., violett, veilchenfarbig; mnd. fiolet, fiolett, phyolit, Adj., violett; s. afrz. viole, F., Veilchen; lat. viola, F., Viole, Veilchen, (234-149 v. Chr.); s. gr. ἴον (íon), N., Veilchen; Entlehnung aus einer Mittelmeersprache; L.: Kluge s. u. violett, DW 26, 365, EWD s. u. violett, Duden s. u. violett; Son.: vgl. nndl. violet, Adj., violett; frz. violet, Adj., violett; nschw. violett, Adj., violett; nnorw. fiolett, Adj., violett; poln. fioletowy, Adj., violett; kymr. fioled, Adj., violett; lit. violetinis, Adj., violett; GB.: seit vor 1313 belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen sowie einer Mittelmeersprache des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für lila oder veilchenfarben oder veilchenfarbig; BM.: Veilchen; F.: violett, violette, violettes, violettem, violetten, violetter(, violettere, violetteres, violetterem, violetteren, violetterer, violettest, violetteste, violettestes, violettestem, violettesten, violettester)+FW(+EW?); Z.: viol-ett
Violine, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Violine, Geige; ne. violin; Vw.: -; Hw.: s. Viola; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. it. violino; E.: s. it. violino, M., Violine; vgl. it. viola, F., Viola, Geige; prov. viola, viula, F., Geige; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Violine, DW 26, 367, EWD s. u. Violine, Duden s. u. Violine; Son.: vgl. nndl. viool, Sb., Violine; frz. violon, M., Violine; nschw. nschw. violin, Sb., Violine; nnorw. fiolin, M., Violine; kymr. feiolíon, F., Violine; nir. veidhlín, M., Violine; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein sachlich seit der frühen Neuzeit von Menschen entwickeltes und verwendetes viersaitiges Streichinstrument mit flachem Korpus (Geige); F.: Violine, Violinen+FW(+EW?); Z.: Viol-in-e
$Violoncello, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Violoncello; E.: s. Viol(a), s. Viol(ine), s. Cello; L.: fehlt DW, EWD s. u. Cello; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Viol(a) bzw. Viol(ine) und Cello gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes Streichinstrument; F.: Violoncello, Violoncellos, Violoncelli+FW; Z.: Viol-on—cell-o
Viper, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Viper, Schlange, eine gefährliche Giftschlange; ne. viper; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1231 (Der heilige Georg Reinbots von Durne); E.: mhd. viper, vipere, vipper, fiper*, sw. F., Viper, Schlange; mnd. vípere, F., Viper; mnl. vipra, F., Viper; lat. vīpera, F., Viper, Schlange, Natter, (81-43 v. Chr.); aus *vīvi-pera, lebendige Jungen zur Welt Bringende; vgl. lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.); idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. pārēre, V., erscheinen, sichtbar sein (V.), sich sehen lassen; idg. *pā̆r-?, V., zeigen, sichtbar sein (V.), Pokorny 789 (1365/7) (RB. idg. aus gr., ital.?); L.: Kluge s. u. Viper, DW 26, 370, EWD s. u. Viper, EWAhd 3, 278, Duden s. u. Viper; Son.: vgl. frz. vipère, F., Viper; GB.: seit nach 1231 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche vielleicht vor 23 Millionen Jahren entstandene gefährliche Giftschlange; BM.: leben, erscheinen; F.: Viper, Vipern+FW(+EW?); Z.: Vi-p-er
Virgel, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Virgel, Schrägstrich; ne. virgule; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. lat. virgula; E.: s. lat. virgula, F., Zweiglein, Rute, Stab, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. virga, F., grüner dünner Zweig, Reis (N.), Setzling, Gerte; idg. *u̯eisg-, V., Sb., drehen, Rute, Pokorny 1133; vgl. idg. *u̯eis- (2), V., drehen, Pokorny 1133 (1966/42) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital., germ., balt., slaw.); idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virgel, DW 26, 371, Duden s. u. Virgel; Son.: s. mhd. virgel, firgel, st. F., st. N., Virgel, kleiner dünner Zweig; frz. virgule, F., Virgel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem 14. Jh. von Menschen nach natürlichem Vorbild entwickelten und verwendeten Wörter oder Zahlen trennenden und später durch ein Komma ersetzten Schrägstrich (/); BM.: grünen bzw. drehen; F.: Virgel, Virgels, Virgeln+FW; Z.: Vi-r-g-el
viril, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. viril, männlich; ne. virile; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. virilis; E.: s. lat. virilis, Adj., zum Mann gehörig, männlich, mannbar, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vir, M., Mann, reifer Mann, erwachsener Mann, Ehemann, Gemahl; idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. viril, fehlt DW, Duden s. u. viril; Son.: vgl. nndl. virile, Adj., virol; frz. viril, Adj., viril; nschw. viril, Adj., viril; nir. fearúil, Adj., viril; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens und der Sexualität mögliches männlich; BM.: Mann bzw. gehen; F.: viril, virile, viriles, virilem, virilen, viriler(, virilere, virileres, virilerem, virileren, virilerer, virilst, virilste, virilstes, virilstem, virilsten, virilster)+FW(+EW?); Z.: vi-r-il
virtuell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. virtuell, möglich, denkbar, nicht echt; ne. virtual; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. virtuel; E.: s. frz. virtuel, Adj., virtuell, möglich; vgl. lat. virtūs, F., Mannheit, Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Vorzüglichkeit, Tugend, Vorzug; idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. virtuell, fehlt DW, Duden s. u. virtuell; Son.: vgl. nndl. virtueel, Adj., virtuell; nschw. virtuell, Adj., virtuell; nnorw. virtuell, Adj., virtuell; poln. wirtualny, Adj., virtuell; lit. virtualus, Adj., virtuell; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache dem Menschen möglich oder denkbar und nicht echt; BM.: gehen bzw. wollen (V.); F.: virtuell, virtuelle, virtuelles, virtuellem, virtuellen, virtueller+FW(+EW?); Z.: vi-r-t-u-ell
virtuos, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. virtuos, vollkommen, vollendet, meisterhaft, meisterlich; ne. virtuoso (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Virtuose, Virtuosität; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. mlat. virtuōsus; E.: s. mlat. virtuōsus (1), Adj., tugendhaft, lobenswert, wundersam, vermögend, könnend, kraftvoll, stark; vgl. lat. virtūs, F., Mannheit, Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Vorzüglichkeit, (234-149 v. Chr.); idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virtuose, DW 26, 372, EWD s. u. virtuos, Duden s. u. virtuos; Son.: vgl. nndl. virtuuos, Adj., virtuos; frz. virtuose, Adj., virtuos; nschw. virtuos, Adj., virtuos; nnorw. virtuos, Adj., virtuos; poln. wirtuozowski, Adj., virtuos; lit. virtuozas, Adj., virtuos; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches (technisch) vollendet oder meisterhaft; BM.: gehen; F.: virtuos, virtuose, virtuoses, virtuosem, virtuosen, virtuoser(, virtuosere, virtuoseres, virtuoserem, virtuoseren, virtuoserer, virtuosest, virtuoseste, virtuosestes, virtuosestem, virtuosesten, virtuosester)+EW; Z.: vi-r-t-u-os
Virtuose, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Virtuose, Meister, Könner, Künstler; ne. virtuoso; Vw.: -; Hw.: s. virtuos, Virtuosität; Q.: um 1700; I.: Lw. mlat. virtuōsus; E.: s. mlat. virtuōsus, Adj., tugendhaft, lobenswert, wundersam, vermögend, könnend; vgl. lat. virtūs, F., Mannheit, Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Vorzüglichkeit, (234-149 v. Chr.); idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virtuose, EWD s. u. virtuos, DW 26, 372, Duden s. u. Virtuose; Son.: vgl. nndl. virtuoos, Sb., Virtuose; frz. virtuose, M., Virtuose; nschw. virtuos, Sb., Virtuose; nnorw. virtuos, M., Virtuose; poln. wirtuoz, M., Virtuose; kymr. virtuoso, M., Virtuose; lit. virtuozas, M., Virtuose; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit möglichen seine Kunst beherrschenden Meister oder Könner oder Künstler; BM.: gehen; F.: Virtuose, Virtuosen+FW(+EW?); Z.: Vi-r-t-u-os-e
Virtuosität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Virtuosität, ausgereifte Fähigkeit und Fertigkeit, Meisterschaft; ne. virtuosity; Vw.: -; Hw.: s. virtuos, Virtuose; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. mlat. virtuōsitās; E.: s. mlat. virtuōsitās, M., Ansehen, Ehre, Tugend, Vortrefflichkeit; mlat. virtuōsus (1), Adj., tugendhaft, lobenswert, wundersam, vermögend, könnend, kraftvoll, stark; vgl. lat. virtūs, F., Mannheit, Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Vorzüglichkeit, (234-149 v. Chr.); idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virtuose, DW 26, 374, EWD s. u. virtuos, Duden s. u. Virtuosität; Son.: vgl. nndl. virtuositeit, Sb., Virtuosität; frz. virtuosité, F., Virtuosität; nschw. virtuositet, Sb., Virtuosität; nnorw. virtuositet, M., Virtuosität; poln. wirtuozeria, F., Virtuosität; lit. virtuoziškumas, M., Virtuosität; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie umgebildete und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliche ausgereifte Fähigkeit und Fertigkeit oder Meisterschaft von Menschen; BM.: gehen; F.: Virtuosität, Virtuositäten+FW; Z.: Vi-r-t-u-os-it-ät
virulent, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. virulent, ansteckend, gefährlich; ne. virulent; Vw.: -; Hw.: s. Virus; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. lat. vīrulentus; E.: s. lat. vīrulentus, Adj., voll Gift seiend, giftig, Gift..., unheilvoll, (um 165 n. Chr.); vgl. lat. vīrus, N., natürliche zähe Flüssigkeit, Schleim, Saft, Same, Samen (M.), Gift, Gestank; s. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virus, fehlt DW, EWD s. u. Virus, Duden s. u. virulent; Son.: vgl. frz. virulent, Adj., virulent; nschw. virulent, Adj., virulent; nnorw. virulent, Adj., virulent; poln. wirulentny, Adj., virulent; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches ansteckend oder gefährlich; BM.: fließen; F.: virulent, virulente, virulentes, virulentem, virulenten, virulenter(, virulentere, virulenteres, virulenterem, virulenteren, virulenterer, virulentest, virulenteste, virulentestes, virulentestem, virulentesten, virulentester)+FW(+EW); Z.: vir-ul-ent
Virus, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Virus, Krankheitserreger; ne. virus; Vw.: -; Hw.: s. virulent; Q.: 1. Hälfte 20. Jh.; I.: Lw. lat. vīrus; E.: s. lat. vīrus, N., natürliche zähe Flüssigkeit, Schleim, Saft, Same, Samen (M.), Gift, Gestank, (um 180-102 v. Chr.); s. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Virus, EWD s. u. Virus, fehlt DW, Duden s. u. Virus; Son.: vgl. nndl. virus, Sb., Virus; frz. virus, M., Virus; nschw. virus, N., Virus; nnorw. virus, N., Virus; poln. wirus, M., Virus; kymr. firws, feirws, M., Virus; nir. víreas, M., Virus; lit. virusas, M., Virus; GB.: seit 1. Hälfte 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschlich vielleicht seit 3,6 Milliarden Jahren mögliche kleinste krankheitserregende nur auf lebendem Gewebe gedeihende Partikel (Krankheitserreger); BM.: fließen; F.: Virus, Viren+FW; Z.: Vir-us
Visage, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Visage, Gesicht, Antlitz; ne. visage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. frz. visage; E.: s. frz. visage, M., Gesicht; afrz. vis, M., Gesicht; lat. vīsus, M., Sehen, Anblick, Ansehen, Blick, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visage, DW 26, 374, EWD s. u. Visage, Duden s. u. Visage; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare abwertende Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Primaten mögliches Gesicht oder Antlitz; BM.: sehen; F.: Visage, Visagen+FW; Z.: Vi-s-ag-e
vis-à-vis, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. vis-à-vis, gegenüber; ne. vis-à-vis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. vis-à-vis; E.: s. frz. vis-à-vis, Adv., gegenüber; afrz. vis, M., Gesicht; lat. vīsus, M., Sehen, Anblick, Ansehen, Blick, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); lat. ad, Präp., zu, bei, an; idg. *ad- (1), Präp., zu, bei, an, Pokorny 3 (6/6) (RB. idg. aus ind., phryg./dak., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Visage, fehlt DW, EWD s. u. Visage, Duden s. u. vis-à-vis; GB.: seit der 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches gegenüber; BM.: sehen, zu; F.: vis-à-vis+FW; Z.: vi-s—à—vi-s
$Vis-à-vis, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Vis-à-vis, Gegenüber; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. vis-à-vis; L.: fehlt DW, EWD s. u. Visage; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh.) belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches Gegenüber; F.: Vis-à-vis+FW; Z.: Vi-s—à—vi-s
Visier (1), nhd., N., (15. Jh.): nhd. Visier (N.) (1), Gesichtsschutz; ne. visor; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh. (Chronik deutscher Städte); I.: Lw.; E.: s. mhd. visier, st. N., Helmgitter, Visier; mhd. visiere, st. F., Helmgitter, Visier; afrz. visière, F., Visier (N.) (1), Gesichtsschutz; s. lat. vīsus, M., Sehen, Anblick, Blick; vgl. lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Visier, Kluge s. u. Visier 1, DW 26, 375, EWD s. u. Viesier 1, Duden s. u. Visier; Son.: vgl. nndl. vizier, Sb., Visier (N.) (1); frz. visière, F., Visier (N.) (1); nschw. visir, N., Visier (N.) (1); nnorw. visir, N., Visier (N.) (1); kymr. fisor, M., Visier (N.) (1); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit dem 14. Jh. von Menschen entwickelte und verwendete bewegliche Vorrichtung an einem Helm zu dem Schutz des Gesichts (Gesichtsschutz); BM.: wahrnehmen; F.: Visier, Visieres, Visiers, Visiere, Visieren+FW; Z.: Vi-s-ier
Visier (2), nhd., N., (16. Jh.): nhd. Visier (N.) (2), Zielvorrichtung; ne. sight (N.); Vw.: -; Hw.: s. visieren; Q.: Ende 16. Jh.; I.: Lw. frz. viseur; E.: s. frz. viseur, M., Visier (N.) (2); frz. viser, V., ins Auge fassen, zielen; frühroman. *visare, V., ins Auge fassen; lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visier 2, DW 26, 376, EWD s. u. visieren, Duden s. u. Visier; Son.: vgl. nndl. vizier, Sb., Visier (N.) (2); ndän. visér, Sb., Visier (N.) (2); poln. wizjer, M., Visier (N.) (2); GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickelte und an Feuerwaffen angebrachte Vorrichtung zu dem Zielen (Zielvorrichtung); BM.: wahrnehmen; F.: Visier, Visieres, Visiers, Visiere, Visieren+FW; Z.: Vi-s-ier
visieren, nhd., V., (17. Jh.): nhd. visieren, anpeilen; ne. sight (V.) out; Vw.: -; Hw.: s. Visier (2); Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. mhd. visieren, fisieren*, sw. V., modellieren, darstellen, schildern, kunstgerecht beschreiben, abeichen, eichen (V.); mnd. visēren, viseeren, viseyren, fissêren, fisēren*, sw. V., visieren, in das Auge fassen, ausdenken, ersinnen, ausklügeln, bedenken, überlegen (V.), kunstvoll entwerfen; afrz. viser, V., sehen; lat. vidēre, V., sehen, erkennen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visier 2, DW 26, 376, EWD s. u. visieren, Duden s. u. visieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes mit einer Zielvorrichtung anpeilen; BM.: wahrnehmen; F.: visieren, visiere, visierst, visiert, visierest, visieret, visierte, visiertest, visierten, visiertet, ##visiert, visierte, visiertes, visiertem, visierten, visierter##, visierend, ###visierend, visierende, visierendes, visierendem, visierenden, visierender###, visier (!)+FW(+EW?); Z.: vi-s-ier-en
Vision, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vision, Erscheinung, Traumgesicht, Sinnestäuschung; ne. vision (N.); Vw.: s. Di-, Pro-, Re-, Tele-; Hw.: s. visionär; Q.: Anfang 14. Jh.; E.: s. mhd. visiōn, visiūn, st. F., Vision, Traumgesicht; mhd. visiūne, fisiūne*, sw. F., Vision, Traumgesicht; mnd. visīe, F., Vision, Erscheinung, Traumbild; s. lat. vīsio, F., Erscheinung; lat. vīsio, F., Sehen, Ansehen, Anblick, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vision, DW 26, 380, EWD s. u. Vision, Duden s. u. Vision; Son.: vgl. nndl. visioen, Sb., Vision; frz. vision, F., Vision; nschw. vision, Sb., Vision; nnorw. visjon, M., Vision; poln. wizja, F., Vision; lit. vizija, F., Vision; GB.: seit Anfang 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher in der Vorstellung von Menschen mögliche (übernatürliche) Erscheinung oder ein Traumgesicht oder eine Sinnestäuschung; BM.: wahrnehmen; F.: Vision, Visionen+FW(+EW); Z.: Vi-s-io-n
visionär, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. visionär, Visionen betreffend, eigenen Zukunftsentwürfen folgend, übernatürlich, träumerisch; ne. visionary (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Vision; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. frz. visionnaire; E.: s. frz. visionnaire, Adj., Visionen habend, seherisch, schwärmerisch; vgl. frz. vision, F., Vision, Sicht; lat. vīsio, F., Sehen, Ansehen, Anblick, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vidēre, V., sehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vision, EWD s. u. Vision, fehlt DW, Duden s. u. visionär; Son.: vgl. nndl. visionair, Adj., visionär; nschw. visionär, Adj., visionär; nnorw. visjonær, Adj., visionär; poln. wisjonerski, Adj., visionär; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher in der Vorstellung von Menschen mögliches Visionen betreffend oder übernatürlich oder träumerisch; BM.: wahrnehmen; F.: visionär, visionäre, visionäres, visionärem, visionären, visionärer+FW(+EW); Z.: vi-s-io-n-är
$Visionär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Visionär, Visionen erlebender Mensch; L.: Kluge s. u. Vision, fehlt DW, EWD s. u. Vision; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon früher in der Vorstellung von Menschen möglichen Visionen erlebenden Menschen; F.: Visionär, Visionärs, Visionäres, Visionäre, Visionären+FW(+EW); Z.: Vi-s-io-n-är
Visitation, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Visitation, offizieller Besuch, Besichtigung, Überprüfung; ne. visitation; Vw.: -; Hw.: s. Visite, visitieren; Q.: vor 1350 (Tauler); E.: s. mhd. visitaciōn*, sw. F., Visitation, Prüfung, Heimsuchung; mhd. visitācie, sw. F., Visitation, Prüfung, Heimsuchung; mnd. visitācie, fisitācie*, F., Heimsuchung, göttliche Offenbarung; lat. vīsitātio, F., Sehen, Besichtigung, Besuch, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. vīsitāre, V., oft sehen, besichtigen; vgl. lat. vīsere, V., ansehen, besehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visite, DW 26, 380; Son.: vgl. nndl. visitatie, Sb., Visitation; nschw. visitation, Sb., Visitation; nnorw. visitasjon, M., Visitation; poln. wizytacja, F., Visiation; GB.: seit vor 1350 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Besichtigung (zu einer Überprüfung (einer Einrichtung); BM.: sehen; F.: Visitation, Visitationen+FW(+EW); Z.: Vi-s-it-at-io-n
Visite, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Visite, Besuch; ne. visit (N.), round (N.); Vw.: s. Stipp-; Hw.: s. Visitation, visitieren; Q.: um 1700; I.: Lw. frz. visite; E.: s. frz. visite, F., Besuch; vgl. frz. visiter, V., besuchten; vgl. lat. vīsitāre, V., oft sehen, besichtigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vīsere, V., ansehen, besehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Duden s. u. Visite, DW 26, 381, EWD s. u. visitieren, Duden s. u. Visite; Son.: vgl. nndl. visite, Sb., Visite; nschw. visit, Sb., Visite; nnorw. visitt, M., Visite; poln. wizyta, F., Visite; lit. vizitas, M., Visite; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Besuch wie einen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Höflichkeitsbesuch oder später für den regelmäßigen Besuch eines Arztes an den Betten der von ihm betreuten Kranken; BM.: sehen; F.: Visite, Visiten+FW; Z.: Vi-s-it-e
$Visitenkarte, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Visitenkarte; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. Visite, s. n, s. Karte; L.: EWD s. u. visitieren, DW 28/381; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Visit(e) und en (Suff.) sowie Karte gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und bei einem Besuch vorgelegte Karte mit den wichtigsten Kennzeichen des Besuchers wie Name und Beruf sowie Adresse; F.: Visitenkarte, Visitenkarten+FW; Z.: Vi-s-it-e—kart-e
visitieren, nhd., V., (14. Jh.): nhd. visitieren, besichtigen, (zwecks Überprüfung) besuchen; ne. visit (V.), inspect; Vw.: -; Hw.: s. Visite, Visitation; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: s. mhd. visitieren (1), fisitieren*, sw. V., besuchen, prüfen, heimsuchen; mnd. visitēren, fisitēren*, sw. V., visitieren, heimsuchen, in das menschliche Leben eingreifen, sich offenbaren; lat. vīsitāre, V., oft sehen, besichtigen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vīsere, V., ansehen, besehen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visite, DW 26, 382, EWD s. u. visitieren, Duden s. u. visitieren; Son.: vgl. nndl. visiteren, V., visitieren; frz. visiter, V., besuchen; nschw. visitera, V., visitieren; nnorw. visitere, V., visitieren; poln. wizytować, V., visitieren; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches (zwecks Überprüfung) besuchen; BM.: sehen; F.: visitieren, visitiere, visitierst, visitiert, visitierest, visitieret, visitierte, visitiertest, visitierten, visitiertet, ##visitiert, visitierte, visitiertes, visitiertem, visitierten, visitierter##, visitierend, ###visitierend, visitierende, visitierendes, visitierendem, visitierenden, visitierender###, visitier (!)+FW(+EW?); Z.: vi-s-it-ier-en
Viskose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Viskose, eine Kunstfaser aus Zellulose; ne. viscose, rayon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1900; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. viscōsus, Adj., voll Vogelleim seiend, klebrig, zäh, (3. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vīscum, N., Mistel, Vogelleim, Leimrute; idg. *u̯ī̆ks-?, Sb., Mistel, Pokorny 1177; vgl. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: EWD s. u. Viskose, fehlt DW, Duden s. u. Viskose; Son.: vgl. nndl. viscose, Sb., Viskose; frz. viscose, F., Viskose; nschw. viskos, Sb., Viskose; nnorw. viskose, M., Viskose; poln. wiskoza, F., Viskose; kymr. fisgos, M., Viskose; nir. vioscós, M., Viskose; GB.: seit um 1900 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine in England seit 1892 aus natürlicher Zellulose industriell hergestellte sehr saugfähige und hautfreundliche aber biologisch nicht leicht abbaubare Chemiefaser (Kunstfaser aus Zellulose); BM.: Vogelleim; F.: Viskose+FW; Z.: Vis-k-os-e
visuell, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. visuell, sichtbar, das Sehen betreffend; ne. visual (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. frz. visuel; E.: s. frz. visuel, Adj., visuell, sichtbar; lat. vīsuālis, Adj., zum Sehen gehörig, (um 300 n. Chr.); vgl. lat. vidēre, V., sehen, erkennen; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. visuell, fehlt DW, EWD s. u. visuell, Duden s. u. visuell; Son.: vgl. nndl. visueel, Adj., visuell; nschw. visuell, Adj., visuell; nnorw. visuell, Adj., visuell; poln. wizualny, Adj., visuell; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches sichtbar oder das Sehen betreffend; BM.: wahrnehmen; F.: visuell, visuelle, visuelles, visuellem, visuellen, visueller(, visuellere, visuelleres, visuellerem, visuelleren, visuellerer, visuellst, visuellste, visuellstes, visuellstem, visuellsten, visuellster)+FW; Z.: vi-s-u-ell
Visum, nhd., (Part. Prät.=)N., (18. Jh.): nhd. Visum, Sichtvermerk; ne. visa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. vīsum; E.: übernommen aus dem Vermerk „vīsum“, Adj., gesehen; von lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können, schauen, erblicken; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Visum, DW 26, 383, EWD s. u. Visum, Duden s. u. Visum; Son.: vgl. nndl. visum, Sb., Visum; frz. visa, M., Visum; nschw. visum, N., Visum; nnorw. visum, N., Visum; poln. wiza, F., Visum; kymr. fisa, F., Visum; nir. viosa, F., Visum; lit. viza, F., Visum; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine von einem Staat erteilte Reiseerlaubnis (Sichtvermerk) für eine Reise eines fremden Staatsangehörigen in diesen Staat; BM.: wahrnehmen; F.: Visum, Visums, Visa+FW; Z.: Vi-s-um
Vita, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Vita, Lebensbeschreibung, Biographie; ne. vita, resumé; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; E.: vgl. mhd. vīte, fīte*, sw. F., Leben, Lebensbeschreibung; s. afrz. vie, F., Leben; lat. vīta, F., Leben, Lebenszeit; vgl. idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Vita; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Leben und eine Lebensbeschreibung eines Menschen; BM.: leben; F.: Vita, Viten+FW; Z.: Vi-t-a
vital, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vital, lebendig, kräftig; ne. vital; Vw.: -; Hw.: s. Vitalität; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. vital; E.: s. frz. vital, Adj., vital, lebendig; lat. vītālis, Adj., zum Leben gehörig, Leben enthaltend, Lebenskraft habend, Leben gebend, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. vital, fehlt DW, EWD s. u. vital, Duden s. u. vital; Son.: vgl. nndl. vital, Adj., vital; nschw. vital, Adj., vital; nnorw. vital, Adj., vital; poln. witalny, Adj., vital; lit. vitališkas, Adj., vital; GB.: seit der 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für lebendig oder kräftig; BM.: leben; F.: vital, vitale, vitales, vitalem, vitalen, vitaler(, vitalere, vitaleres, vitalerem, vitaleren, vitalerer, vitalst, vitalste, vitalstes, vitalstem, vitalsten, vitalster)+FW(+EW?); Z.: vi-t-al
Vitalität, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vitalität, Lebenskraft; ne. vitality; Vw.: -; Hw.: s. vital; Q.: um 1800; I.: Lw. lat. vītālitās; E.: s. lat. vītālitās, F., Lebenskraft, Leben, (23/24-79 n. Chr.); lat. vītālis, Adj., zum Leben gehörig, Leben enthaltend, Lebenskraft habend, Leben gebend; vgl. lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. vital, fehlt DW, EWD s. u. vital, Duden s. u. Vitalität; Son.: vgl. nndl. vitaliteit, Sb., Vitalität; frz. vitalité, F., Vitalität; nschw. vitalitet, Sb., Vitalität; nnorw. vitalitet, M., Vitalität; poln. witalność, F., Vitalität; GB.: seit um 1800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche aber mit dem Altern eines Lebewesens nach einem Höhepunkt meist nachlassende und mit dem Tode endende Lebenskraft; BM.: leben; F.: Vitalität+FW+(!); Z.: Vi-t-al-it-ät
Vitamin, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Vitamin, eine organische Verbindung; ne. vitamin; Vw.: -; Hw.: -; I.: Kunstbildung; E.: gebildet zu lat. vīta, F., Leben, Lebenszeit, Lebensart, Lebensweise; lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Vitamin, EWD s. u. Vitamin, fehlt DW, Duden s. u. Vitamin; Son.: vgl. nndl. vitamine, Sb., Vitamin; frz. vitamine, F., Vitamin; nschw. vitamin, Sb., N., Vitamin; nnorw. vitamin, N., Vitamin; poln. witamina, F., Vitamin; kymr. fitamin, M., Vitamin; nir. vitimín, M., Vitamin; lit. vitaminas, M., Vitamin; GB.: seit 1912 (Casimir Funk, Polen) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums Vita und Amin (stickstoffhaltige basische Verbindung) gebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich die biologischen Vorgänge in einem Organismus seit Entstehung des Lebens regulierenden lebenswichtigen und mit Ausnahme von Vitamin D von dem Körper nicht herstellbaren vorwiegend in Pflanzen gebildeten und mit der Nahrung zugeführten und über Darmwand (vor allem des Dünndarms) und Blut aufgenommenen sowie 1913 erstmals isolierten Wirkstoff (insgesamt 13 sehr unterschiedlich aufgebaute Stoffe von A über B1 und B2 und B3 und B5 und B6 und B7 und B 9 und B 12 und C und D und E bis K); BM.: leben; F.: Vitamin, Vitamins, Vitamines, Vitamine, Vitaminen+FW; Z.: Vi-t-am-in
Vitrine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Vitrine, gläserner Schaukasten; ne. vitrine, showcase; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. vitrine; E.: s. frz. vitrine, F., Vitrine, Schaukasten; frz. vitre, F., Glasscheibe; frz. verinne, F., Glaskasten; vgl. frz. verre, M., Glas; lat. vitrum (1), N., Glas, Glasscheibe, Fenster, (81-43 v. Chr.); weitere Herkunft unbekannt, s. Walde/Hofmann 2, 805; L.: Kluge s. u. Vitrine, fehlt DW, EWD s. u. Vitrine, Duden s. u. Vitrine; Son.: vgl. nndl. vitrine, Sb., Vitrine; nschw. vitrin, Sb., Vitrine; nnorw. vitrine, M., Vitrine; poln. witryna, F., Vitrine; lit. vitrina, F., Vitrine; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft teilweise unbekannte Bezeichnung für einen sachlich schon den Hochkulturen des Altertums bekannten gläsernen Schaukasten; BM.: Glasscheibe; F.: Vitrine, Vitrinen+FW; Z.: Vitr-in-e
Vitriol, nhd., N., (14./15. Jh.?): nhd. Vitriol, kristallwasserhaltiges Sulfat; ne. vitriol; Vw.: (Kupfer-); Hw.: -; Q.: 14./15. Jh.?; I.: Lw. mlat. vitreolum; E.: s. mhd. vitriol, st. M., st. N., Vitriol; mlat. vitreolum, Sb., Schwefelsäure?; lat. vitreolus, Adj., gläsern, gar fein gläsern; lat. vitrum (1), N., Glas, Glasscheibe, Fenster, (81-43 v. Chr.); weitere Herkunft unbekannt, s. Walde/Hofmann 2, 805; L.: DW 26, 383, Duden s. u. Vitriol; Son.: vgl. frz. vitriol, M., Vitriol; nschw. vitriol, Sb., Vitriol; nnorw. vitriol, M., Vitriol; poln. witriol, M., Vitriol; kymr. fitriol, M., Vitriol; nir. vitrial, M., Vitriol; lett. vitriols, M., Vitriol; GB.: vielleicht seit dem 14./15. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches Kristallwasser enthaltendes Sulfat eines zweiwertigen Metalls wie beispielsweise Kupfer; BM.: Glas; F.: Vitriol, Vitriols, Vitriole, Vitriolen+FW; Z.: Vitr-i-ol
$Vizdom, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Vizdom, Stellvertreter, stellvertretender Amtsträger; E.: s. lat. vicedominus; L.: Kluge 1. A. s. u. Vizdom, DW 26, 387 (Viztum); GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen stellvertretenden Amtsträger; F.: Vizdom, Vizdoms+FW; Z.: Viz-dom
$Vize, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Vize, Stellvertreter; L.: DW 26, 385, EWD s. u. Vize-; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen Stellvertreter; F.: Vize, Vizes, Vizen+FW(+EW?); Z.: Viz-e
Vize…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. Vize..., stellvertretend; ne. vice; Vw.: -; Hw.: s. Vikar; Q.: 12. Jh.?; E.: s. lat. vicis, Wechsel, Abwechslung, Wechselseitigkeit; s. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Vize-, DW 26, 385, EWD s. u. Vize-, Duden s. u. Vize-; Son.: s. Vizekanzler, Vizemeisterin, Vizerektor, Vizepräsident; vgl. nndl. vice…, Präf., Vize…; frz. vice-, Präf., Vize…; nschw. vice…, Präf., Vize…; nnorw. vise…, Präf., Vize…; poln. wice…, Präf., Vize…; lit. vice…, Präf., Vize…; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl nach den Hochkulturen des Altertums möglichen Stellvertreter in einem Beruf oder Amt; BM.: Wechsel; F.: Vize…+FW; Z.: Viz-e-
Vlies, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Vlies, Schaffell, Fell eines Schafes; ne. fleece (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. vlies, vlius, vlus, flies*, flius*, flus*, st. N., Vlies; mnd. vlūs, N., Vlies, zusammengeballte Haare, Flocke; mnl. vlies, N., Vlies; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *fleusa, Sb., Vlies; s. idg. *pleus-, V., Sb., rupfen, Flocke, Feder, Haar (N.), Vlies; vgl. idg. *spel- (2), *pel- (9), *spelH-, *pelH-, V., spalten, abspalten, trennen, splittern, reißen, Pokorny 985 (1704/176) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A s. u. Flies, Kluge s. u. Vlies, DW 26, 388 (Vlies, Vliesz), EWD s. u. Vlies, Falk/Torp 255, Duden s. u. Vlies, Bluhme s. u. Vlies; Son.: vgl. afries. -; ae. flíes, flíus, flȳs, fléos, flēs, st. N. (i), Vlies, Wolle, Pelz; an. -; got. -; nndl. vlies, Sb., Vlies, s. lat. vellus, N., Wolle; GB.: seit 1190-1210 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich schon vormenschlich mögliche Fell eines Schafes (Schaffell); BM.: trennen; F.: Vlies, Vlieses, Vliese, Vliesen+EW; Z.: Vlie-s
Vogel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vogel, Tier mit Flügeln; ne. bird, fowl; Vw.: s. Eis-, Kanarien-, Krammets-, -herd; Hw.: -; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. vogel, fogel*, vugel, fugel*, st. M., Vogel, Schwimmvogel, Gans, Ente, fliegendes Insekt; mnd. vōgel, vogel, voggel, vāgel, vagel, vōgele, vögele, M., Vogel, Singvogel, Jagdvogel, fliegendes Tier; mnl. voghel, M., Vogel; ahd. fogal, fugal, st. M. (a), Vogel, Mücke?; as. fugal*, st. M. (a), Vogel; anfrk. -; germ. *fugla-, *fuglaz, st. M. (a), Vogel; vgl. idg. *pu-, Sb., Tierjunges?; idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vogel, Kluge s. u. Vogel, DW 26, 390, EWD s. u. Vogel, EWAhd 3, 432, Falk/Torp 243, Duden s. u. Vogel, Bluhme s. u. Vogel; Son.: vgl. afries. fugel, st. M. (a), Vogel; saterl. fugel; ae. fugol, fugel, st. M. (a), Vogel; an. fogl, st. M. (a), Vogel; got. fugls, st. M. (a), Vogel; nndl. vogel, Sb., Vogel; nschw. fågel, Sb., Vogel; nnorw. fugl, M., Vogel; lat. pullus, M., Huhn, junges Tier; lit. paukštis, M., Vogel; russ. птица (ptíca), F., Vogel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschliches und vielleicht vor 150 Millionen Jahren aus den Dinosauriern gebildetes gefiedertes und in der Regel flugfähiges derzeit schätzungsweise (nur) 50 Milliarden Stücke auf der Erde zählendes Wirbeltier wie Haussperling oder Star oder Ringschnabelmöwe oder Rauchschwalbe oder Adler oder Zaunkönig; BM.: fliegen; F.: Vogel, Vogels, Vögel, Vögeln+EW; Z.: Vo-g-el
$Vogelbauer, nhd., N., M., (15. Jh.): nhd. Vogelbauer, Käfig für kleinere Vögel (Vogelkäfig); E.: s. Vogel, s. Bauer (2); L.: DW 26, 403, EWD s. u. Bauer 2; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Vogel und Bauer (2) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten Käfig für kleine Vögel; F.: Vogelbauer, Vogelbauers, Vogelbauern+EW; Z.: Vo-g-el—bau-er
$Vogelbeere, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Vogelbeere, Eberesche; E.: s. Vogel, s. Beere; L.: Kluge s. u. Vogelbeere, DW 26, 404, EWD s. u. Vogel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Vogel und Beere gebildete Bezeichnung für die schon vormenschliche und leicht giftige sowie von manchen Vögeln gefressene rote Frucht der Eberesche und die Eberesche; F.: Vogelbeere, Vogelbeeren+EW; Z.: Vo-g-el—bee-r-e
$Vogeldunst, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vogeldunst; E.: s. Vogel, s. Dunst; L.: DW 26, 405, EWD s. u. Dunst; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vogel und Dunst gebildete Bezeichnung für vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten sehr feinen Schrot für die Jagd auf kleine Tiere; F.: Vogeldunst, Vogeldunstes, Vogeldunsts, Vogeldünste, Vogeldünsten+EW; Z.: Vo-g-el—du-n-s-t
$vogelfrei, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vogelfrei, dem Angriff jedermanns freigegeben; E.: s. Vogel, s. frei; L.: Kluge s. u. vogelfrei, DW 26, 407, EWD s. u. Vogel; GB.: seit 1586 belegte und aus Vogel und frei gebildete Bezeichnung für wie für einen Vogel frei; F.: vogelfrei, vogelfreie, vogelfreies, vogelfreiem, vogelfreien, vogelfreier+EW; Z.: vo-g-el—frei
Vogelherd, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Vogelherd, Vogelfangplatz; ne. fowling floor (N.); Vw.: -; Hw.: s. Vogel, Herd (2); Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. vogelhert, st. M., Vogelherd; mhd. vogel, vugel, st. M., Vogel, Schwimmvogel, Gans, Ente, fliegendes Insekt; ahd. fogal, fugal, st. M. (a), Vogel, Mücke?; germ. *fugla-, *fuglaz, st. M. (a), Vogel; vgl. idg. *pu-, Sb., Tierjunges?; idg. *pleuk-, V., rinnen, fließen, fliegen, Pokorny 837; idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); mhd. hert (1), st. M., Erdreich, Boden, Herd, Haus, Wohnung; ahd. herd, st. M. (a), Herd, Ofen, Feuerstätte, Boden, fester Boden, Erdboden, bebautes Erdeich; s. ahd. herda, st. F. (ō), Herd, Feuerherd, Feuerstätte, Schmelzofen; germ. *herþa-, *herþaz, st. M. (a), Herd, Feuerstätte; s. idg. *kerə-, *ker- (3), V., brennen, glühen, heizen, Pokorny 571? (881/113) (RB. idg. aus ind., ital., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge s. u. Vogelherd, DW 26, 412, Duden s. u. Vogelherd; GB.: (vogelhert) vielleicht seit 13.-15. Jh. belegte und aus Vogel und Herd gebildete Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Platz für den Vogelfang; BM.: fliegen, brennen; F.: Vogelherd, Vogelherdes, Vogelherds, Vogelherde, Vogelherden+EW; Z.: Vo-g-el—herd
$vogeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. vogeln, weissagen, Vogel fangen; E.: s. Vogel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 26, 432, EWD s. u. Vogel; GB.: (fogalōn*) um 790 belegte und aus Vogel und (e)n (Suff.) vielleicht nach lat. auspicari gebildete Bezeichnung für weissagen oder Vogel fangen; F.: vogeln, vogele, vogelest, vogelst, vogeln, vogelte, vogeltest, vogelte, vogeltest, vogelte, vogelten, gevogelt, gevogelte, gefogeltem, gefogelten, gefogelter, gefogeltes, vogelnd, vogelnde, vogelndes, vogelndem, vogelnden, vogelnder+EW; Z.: vo-g-el-n
vögeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vögeln, begatten, Geschlechtsverkehr haben; ne. shag (V.), screw (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: vermutlich von der gleichen Grundlage wie ficken, von einer Grundlage germ. *fug-, *fukk-; wahrscheinlich zu idg. *peuk̑-, *puk̑-, V., Sb., stechen, Spitze, Fichte, Pokorny 828 (1424/66) (RB. idg. aus phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt.); doch schon früh wurde das Wort auf Vögel bezogen; L.: Kluge s. u. vögeln, DW 26, 432, EWD s. u. vögeln, Duden s. u. vögeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische teilweise erschließbare Bezeichnung für sachlich schon seit Entstehung der Sexualität von Tieren mögliches Geschlechtsverkehr haben; BM.: stechen; F.: vögeln (!), vögel (!), vögle, vögelst, vögelt, vögelte, vögeltest, vögelten, vögeltet, gevögelt, ##gevögelt, gevögelte, gevögeltes, gevögeltem, gevögelten, gevögelter##, vögelnd, ###vögelnd, vögelnde, vögelndes, vögelndem, vögelnden, vögelnder###, vögel (!)+EW; Z.: vö-g-el-n
$Vogelperspektive, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vogelperspektive; E.: s. Vogel, s. Perspektive; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Vogel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vogel und Perspektive gebildete Bezeichnung für eine dem Menschen ohne Hilfsmittel grundsätzlich nicht mögliche Betrachtung einer Gegebenheit aus der Sicht eines fliegenden Vogels und damit von oben und in größerer Entfernung; F.: Vogelperspektive+EW+FW; Z.: Vo-g-el—per-spek-t-iv-e
$Vogelschau, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Vogelschau; E.: s. Vogel, s. Schau; L.: DW 26, 421, EWD s. u. Vogel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Vogel und Schau gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Ausstellung von Vögeln sowie für eine nach lat. auspicium schon den Hochkulturen des Altertums bekannte in der damaligen Vorstellung mögliche Vorhersage der Zukunft auf der Grundlage des Verhaltens von Vögeln (Vogelschau); F.: Vogelschau+EW; Z.: Vo-g-el—schau
$Vogelscheuche, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vogelscheuche; E.: s. Vogel, s. Scheuche; L.: DW 26, 422, EWD s. u. scheuchen; GB.: (vogelschiuhe) seit 1347-1359 belegte und aus Vogel und Scheuche gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht nach der Sesshaftwerdung entwickelte menschenähnliche Vorrichtung für ein Abhalten von Vögeln von für die Gewinnung von Früchten bestimmtem Land; F.: Vogelscheuche, Vogelscheuchen+EW; Z.: Vo-g-el—scheu-ch-e
$Vogler, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vogler, Vogel fangender und züchtender Mensch; E.: s. Vog(e)l, s. er (Suff.); L.: DW 26, 435, EWD s. u. Vogel; GB.: (fogalāri) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Vog(e)l und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit Vögel fangenden und züchtenden Menschen; F.: Vogler, Voglers, Voglern+EW; Z.: Vo-g-l-er
Vogt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Vogt, Rechtsbeistand, Richter, Amtsträger; ne. bailiff, reeve; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; I.: Lw. mlat. vocatus; E.: mhd. voget, vogt, voit, vout, st. M., Rechtsbeistand, Schirmherr, Richter; mnd. vōget, voget, voeget, vogt, vocht, vāget, vaget, vagt, M., Vogt, Rechtsbeistand, Rechtsvertreter, Vertreter eines Gerichtsherrn, Fürsprecher, Beschützer; mnl. vōghet, vogaet, voocht, M., Vogt; ahd. fogat, fogāt, st. M. (a), Vogt, Beistand, Beschützer, Fürsprecher, Stellvertreter, Schirmherr, Schutzherr, Richter, Rechtsbeistand; as. fogat*, st. M. (a), Vogt; s. mlat. vocātus, M., Kirchenvogt, Vogt, Anwalt, Bevollmächtigter; lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Vogt, Kluge s. u. Vogt, DW 26, 437, EWD s. u. Vogt, EWAhd 3, 438, Duden s. u. Vogt, Bluhme s. u. Vogt; Son.: vgl. afries. fogid, M., Vogt; an. fōgeti, M., Vogt; nndl. voogd, Sb., Vogt; nschw. fogde, Sb., Vogt; nnorw. fogd, M., Vogt; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Rechtsbeistand oder einen Amtsträger; BM.: sprechen; F.: Vogt, Vogtes, Vogts, Vögte, Vögten+FW(+EW?); Z.: Vog-t
$Vogtei, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vogtei, Amt eines Vogtes; I.:-; E.: s. Vogt, s. ei; L.: DW 26, 446, EWD s. u. Vogtei, EWD s. u. Vogt; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Vogt und ei (Suff.) gebildete sowie mit lat. advocatus und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das mittelalterliche Amt eines Vogtes; F.: Vogtei, Vogteien+FW(+FW); Z.: Vog-t-ei
Vokabel, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Vokabel, Wort, Ausdruck; ne. vocable; Vw.: -; Hw.: s. Vokabular; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. lat. vocābulum; E.: s. lat. vocābulum, N., Benennung, Bezeichnung, Name, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vokabel, DW 26, 448, EWD s. u. Vokabel, Duden s. u. Vokabel; Son.: vgl. frz. vocable, M., Vokabel; nschw. vokabel, Sb., Vokabel; nnorw. vokabel, M., Vokabel; nir. focal, M., Vokabel; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Benennung oder Verbindung einer tatsächlichen oder vorgestellten Gegebenheit mit einer stimmlichen Lautfolge oder Buchstabenkette oder einem Wort oder Ausdruck; BM.: sprechen; F.: Vokabel, Vokabels, Vokabeln+FW; Z.: Vok-ab-el
Vokabular, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Vokabular, Wortliste, Wortverzeichnis, Wörterverzeichnis, Wortschatz; ne. vocabulary; Vw.: -; Hw.: s. Vokabel; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. mlat. vocābulārium; E.: s. mlat. vocābulārium, N., Vokabular, Wörterbuch; vgl. lat. vocābulum, N., Benennung, Bezeichnung, Name, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vokabel, DW 26, 449, EWD s. u. Vokabel, Duden s. u. Vokabular; Son.: vgl. nndl. vocabulaire, Sb., Vokabular; frz. vocabulaire, M., Vokabular; nschw. vokabulär, Sb., Vokabular; nnorw. vokabular, N., Vokabular; nir. foclóirín, M., Vokabular; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit Entwicklung von Sprache gebildeten und verwendeten sowie in dem Gedächtnis oder in Wortlisten oder Wortverzeichnissen zusammengestellten Wortschatz; BM.: sprechen; F.: Vokabular, Vokabulars, Vokabulares, Vokabulare, Vokabularen+FW; Z.: Vok-ab-ul-ar
$Vokabularium, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Vokabularium, Wortverzeichnis, Wörterverzeichnis, Wörterbuch; I.: Lw. mlat. vocābulārium; E.: s. mlat. vocābulārium, N., Vokabular, Wörterbuch; vgl. lat. vocābulum, N., Benennung, Bezeichnung, Name, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: EWD s. u. Vokabel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene (und umgebildete) sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein in dem Gedächtnis oder in Wortlisten zusammengestelltes Wortverzeichnis oder Wörterverzeichnis oder Wörterbuch; F.: Vokabularium, Vokabulariums, Vokabularien+FW; Z.: Vok-ab-ul-ar-i-um
Vokal, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Vokal, Selbstlaut; ne. vowel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. lat. vōcālis (littera); E.: s. lat. vōcālis (littera), F., klingender Buchstabe; lat. vocālis (1), Adj., stimmreich, tonreich, klangvoll, erklingend, tönend, (116-27 v. Chr.); lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vokal, DW 26, 449, EWD s. u. Vokal, Duden s. u. Vokal; Son.: vgl. nndl. vocaal, Sb., Vokal; frz. voyelle, F., Vokal; nschw. vokal, Sb., Vokal; nnorw. vokal, M., Vokal; lit. vokalas, M., Gesang; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Laut bei dem in Gegensatz zu den Konsonanten oder Mitlauten (wie in dem Deutschen be ce de ef ge ha jot ka el em en pe ku bzw. q er es te vau we iks ypsilon oder zet) der Luftstrom von der Lunge und dem Hals aus relativ ungehindert durch den offenen Mund oder die Nase austritt und die Stimmbänder schwingen wie beispielsweise in dem Deutschen bei a oder e oder i oder o oder u oder (den Umlauten) ä oder ö oder ü (oder den Halbvokalen j oder w); BM.: sprechen; F.: Vokal, Vokals, Vokales, Vokale, Vokalen+FW; Z.: Vok-al
$vokalisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vokalisch, Vokal betreffend; E.: s. Vokal, s. isch; L.: Kluge s. u. Vokal, EWD s. u. Vokal; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vokal und isch gebildete Bezeichnung für einen Vokal betreffend; F.: vokalisch, vokalische, vokalisches, vokalischem, vokalischen, vokalischer(, vokalischere, vokalischeres, vokalischerem, vokalischeren, vokalischerer, vokalischst, vokalischste, vokalischstes, vokalischstem, vokalischsten, vokalischster)+EW; Z.: vok-al-isch
…vokat, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. …vokat; ne. …vocate; Vw.: s. Ad-; Hw.: -; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); Son.: vgl. nndl. …vocaat, Suff., …vokat; frz. …vocat, Suff., …vokat; nschw. …vokat, Suff., …vokat; nnorw. …vokat, Suff., …vokat; poln. …wokat, Suff., …vokat; kymr. …focat, Suff., …vokat; nir. …bhcóide, Suff., …vokat; lit. …vokatas, Suff., …vokat; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung zu der Bildung von Advokat; BM.: sprechen; F.: …vokat, …vokaten+FW; Z.: -vok-at
Vokation, nhd. (ält.), F., (16. Jh.?): nhd. Vokation, Berufung; ne. vocation; Vw.: s. E-, Pro-; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw.; E.: s. mnd. vocātie, F., Berufung; lat. vocātio, F., Rufen, Einladung, Vorladung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: DW 26, 452, Duden s. u. Vokation; GB.: seit 16. Jh. mnd. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Berufung (in ein Amt); BM.: sprechen; F.: Vokation, Vokationen+FW; Z.: Vok-at-io-n
Vokativ, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vokativ, Anredefall; ne. vocative (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. vocātīvus; E.: s. lat. vocātīvus (2), M., Rufform, Vokativ; vgl. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Vokativ, DW 26, 452 (Vokativus), Duden EWD s. u. Vokativ, s. u. Vokativ; Son.: vgl. nndl. vocatief, Sb., Vokativ; frz. vocatif, M., Vokativ; nschw. vokativ, Sb., Vokativ; nnorw. vokativ, M., Vokativ; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums (vocātīvus) aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung des für den Anruf oder für die Anrede verwendeten grammatikalischen Falles beispielsweise des Lateinischen; BM.: sprechen; F.: Vokativ, Vokativs, Vokatives, Vokative, Vokativen+FW(+EW?); Z.: Vok-at-iv
Voland, Valand, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Voland, Valand, Teufel; ne. devil; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstädter Genesis); E.: mhd. vālant, st. M., Valand, Teufel, teufelähnliches Wesen, Satan, Ungeheuer; mnd. vālant (1), fālant, vōlant, valant, volant, M., Teufel, Satan; s. lat. fallere (?); s. germ. *fela-, *felaz?, Adj., erschreckend; s. idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Voland, DW 26, 453, Duden s. u. Voland; Son.: vgl. ælfǣle, ealfēlo, Adj., verderblich, schrecklich; an. fæla, V., verscheuchen; ksl. plašiti, V., schrecken; GB.: seit um 1120 belegte und vielleicht mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen Teufel; BM.: Schreckender bzw. fliegen?; F.: Voland, Volands, Volandes, Valand, Valands, Valandes+FW(+EW?); Z.: Vol-and
Volant, nhd., (Part. Präs.=)M., (19. Jh.): nhd. Volant, Besatz, Steuerrad; ne. valance, flounce (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. volant; E.: s. frz. volant, M., Volant, Besatz; vgl. frz. voler, V., fliegen; lat. volāre, V., fliegen, (204-169 v. Chr.); weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge s. u. Volant, DW 26, 453, Duden s. u. Volant; Son.: vgl. nndl. volant, Sb., Volant; nschw. volang, Sb., Volant; nnorw. volang, M., Volant; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen als Besatz aufgesetzten oder angesetzten angekrausten Stoffstreifen und das Steuerrad eines Kraftfahrzeugs; BM.: fliegen; F.: Volant, Volants+FW; Z.: Vol-ant
Volk, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Volk, Volksgruppe; ne. folk, people; Vw.: -; Hw.: s. Folklore; Q.: 8. Jh. (Hildebrandlied); E.: mhd. volc, wolc, st. N., Volk, Leute, Menschen, Menge, Schar (F.) (1), Kriegsvolk, Heer, Untertanen, Einwohner, Dienerschaft; mnd. volk, vollec, vollick, folk*, N., Volk, zusammengehörige Gruppe von Menschen, Kriegsvolk, Kriegsleute; mnl. volc, N., Volk; ahd. folk, folc, st. N. (a), st. M. (a), Volk, Volksstamm, Bevölkerung, Menge; as. folk, st. N. (a), Volk, Schar (F.) (1), Menge; anfrk. folk*, st. N. (a), Volk; germ. *fulka-, *fulkam, st. N. (a), Schar (F.) (1), Volk; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Volk, Kluge s. u. Volk, DW 26, 453, EWD s. u. Volk, EWAhd 3, 451, Falk/Torp 235, Duden s. u. Volk, Bluhme s. u. Volk; Son.: vgl. afries. folk, fulk, st. N. (a), Volk, Leute; saterl. folc; ae. folc, st. N. (a), Volk, Stamm, Menge, Schar (F.) (1), Heer; an. folk, st. N. (a), Schar (F.) (1), Heerschar, Volk, Kampf, Schwert; got. *fulk, st. N. (a), Kriegsvolk, Schar (F.) (1); nndl. volk, Sb., Volk; nschw. folk, N., Volk; nnorw. folk, N., Volk; gr. πλῆθος (plēthos), N., Fülle, Menge; lat. populus, M., Volk, Gemeinde, Staat; GB.: (folk) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche und in ihrer Zahl unbekannte meist durch gemeinsame Kultur und Geschichte sowie Sprache verbundene größere Gemeinschaft von Menschen; BM.: füllen?; F.: Volk, Volkes, Volks, Völker, Völkern+EW; Z.: Vol-k
$völkisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. völkisch, Volk betreffend; E.: s. Volk, s. isch; L.: Kluge s. u. Volk, DW 26, 485; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Volk und isch gebildete Bezeichnung für ein Volk betreffend; F.: völkisch, völkische, völkisches, völkischem, völkischen, völkischer(, völkischere, völkischeres, völkischerem, völkischeren, völkischerer, völkischst, völkischste, völkischstes, völkischstem, völkischsten, völkischster)+EW; Z.: völ-k-isch
$Volksdemokratie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Volksdemokratie; E.: s. Volk, s. s, s. Demokratie; Q.: 1947; I.: Lüs. russ. народная демократия (naródnaja demokrátija); GB.: seit 1947 belegte und als Lehnübersetzung von russisch naródnaja demokrátija gebildete Bezeichnung für eine in dem Verständnis des Sozialismus wahre Demokratie und in dem liberalen Verständnis nur scheinbare Demokratie wie beispielsweise zeitweise Albanien oder Jugoslawien oder Rumänien in der zweiten Hälfte des 20. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Demokratie; F.: Volksdemokratie, Volksdemokratien+EW+FW; Z.: Vol-k-s—dem-o-kra-t-ie
$Volkskunde, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Volkskunde; E.: s. Volk, s. s, s. Kunde (F.); L.: Kluge s. u. Volk, DW 26, 486; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Volk und s und Kunde (F.) gebildete Wissenschaft der Geschichte und des Alltags eines Volkes; F.: Volkskunde, Volkskunden+EW; Z.: Vol-k-s—kun-d-e
$Volkslied, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Volkslied; E.: s. Volk, s. s, s. Lied; Q.: 1773 (Herder); L.: EWD s. u. Volk, fehlt DW (aber Volksliedler DW 26, 490); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Volk und s und Lied gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache des Menschen weltweit in großer Zahl mögliches allgemeiner bekanntes Lied der eigenen Sprache wie in der deutschen Sprache beispielsweise Muss i denn oder Schlaf Kindlein Schlaf oder stille Nacht oder Hoch auf dem gelben Wagen oder Backe backe Kuchen; F.: Volkslied, Volksliedes, Volkslieds, Volkslieder, Volksliedern+EW; Z.: Vol-k-s—lie-d
$Volksschule, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Volksschule; E.: s. Volk, s. s, s. Schule; L.: EWD s. u. Volk, DW 26, 497; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Volk und s und Schule gebildete Bezeichnung für die seit Festlegung der allgemeinen Schulpflicht in dem 18. Jh. für jedes sechsjährige Kind grundsätzlich verbindliche Grundschule in Gegensatz zu der Oberschule oder dem Gymnasium und der Hochschule sowie der Universität; F.: Volksschule, Volksschulen+EW+FW; Z.: Vol-k-s—schu-l-e
$Volkstribun, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Volkstribun; E.: s. Volk, s. s, s. Tribun; L.: DW 26, 500, EWD s. u. Tribun; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums übertragene Bezeichnung für den tribunus plebis der Römer als Amtsträger der lat. plebs gegenüber den Patriziern; F.: Volkstribun, Volkstribuns, Volkstribunes, Volkstribune, Volkstribunen+EW+FW; Z.: Vol-k-s—tri-b-un
$Volkstum, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Volkstum; E.: s. Volk, s. s, s. tum; Q.: Anfang 19. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Volk; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Volk und s sowie tum gebildete Bezeichnung für das sachlich in der Vorstellung von Menschen seit der Bildung von Völkern mögliche Wesen eines Volkes oder seine mögliche Gruppenidentität; F.: Volkstum+EW; Z.: Vol-k-s—tum
$volkstümlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. volkstümlich, Volkstum betreffend, volkskundlich, allgemein bekannt, verständlich; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Volkstum, s. lich; L.: DW 26, 499 (volksthümlich), EWD s. u. Volk; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Volkstum und lich gebildete Bezeichnung für das Volkstum betreffend oder volkskundlich oder allgemein bekannt und verständlich; F.: volkstümlich, volkstümliche, volkstümliches, volkstümlichem, volkstümlichen, volkstümlicher(, volkstümlichere, volkstümlicheres, volkstümlicherem, volkstümlicheren, volkstümlicherer, volkstümlichst, volkstümlichste, volkstümlichstes, volkstümlichstem, volkstümlichsten, volkstümlichster)+EW; Z.: vol-k-s—tüm—lich
$Volkstümlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Volkstümlichkeit, allgemeine Bekanntheit, Verständlichkeit; E.: s. volkstümlich, s. keit, s. heit; Q.: Ende 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. Volk; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus volkstümlich und keit gebildete Bezeichnung für allgemeine Bekanntheit und Verständlichkeit; F.: Volkstümlichkeit+EW; Z.: Vol-k-s—tüm—lich—kei-t
$Volksvertreter, (Volkvertreter), nhd., M., (19. Jh.): nhd. Volksvertreter, Abgeordneter; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. Volk, s., Vertreter; L.: DW 26, 502, EWD s. u. Volk,; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus Volk und s sowie Vertreter gebildete Bezeichnung für einen seit der Ergänzung der Herrschaft des Monarchen durch eine Vertretung seines Volkes möglichen Abgeordneten; F.: Volksvertreter, Volksvertreters, Volksvertretern+EW; Z.: Vol-k-s—ver—tre-t-er
$Volkswirtschaft, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Volkswirtschaft; Q.: um 1830; I.: Lüs. ne. national economy; E.: s. Volk, s. s, s. Wirtschaft; L.: DW 26, 504, EWD s. u. Volk; GB.: seit um 1830 als Lehnübersetzung von neuenglisch national economy belegte und aus Volk und s sowie Wirtschaft gebildete Bezeichnung für die Gesamtheit aller Teilnehmer eines Wirtschaftsraums; F.: Volkswirtschaft, Volkswirtschaften+EW; Z.: Vol-k-s—wir-t—schaf-t
voll, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. voll, gefüllt, angefüllt, beschrieben; ne. full (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Fülle, füllen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vol (1), fol*, vul, Adj., voll, vollständig, ganz, vollkommen, wahr, reich, reichlich, erfüllt, gefüllt, angefüllt, vollgefüllt, vollbeladen, gefüttert, satt, gesättigt; mnd. vul (1), ful*, vol, Adj., voll, erfüllt, gefüllt, mit Inhalt versehen (Adj.), in starkem Maß versehen (Adj.) mit; mnl. vol, Adj., voll; ahd. fol, Adj., voll, gefüllt, trächtig, beladen (Adj.); as. ful (2), full, fol, foll*, Adj., voll, angefüllt, ganz; anfrk. fol* (1), Adj., voll; germ. *fulla-, *fullaz, *fulna-, *fulnaz, Adj., voll, gefüllt; idg. *plēno-, *pl̥̄no-, Adj., voll, gefüllt, Pokorny 798; s. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. voll, Kluge s. u. voll, DW 26, 515, EWD s. u. voll, EWAhd 3, 445, Falk/Torp 235, Heidermanns 220, Duden s. u. voll, Bluhme s. u. voll; Son.: vgl. afries. full, foll, ful (2), fol, Adj., voll, vollständig; saterl. fol, Adj., voll; ae. full (2), foll (2), *ful, Adj., voll, gefüllt, vollständig, ganz, schwellend, plump; an. fullr, Adj., voll; got. fulls, Adj. (a), voll, vollkommen; nndl. vol, Adj., voll; nschw. full, Adj., voll; nnorw. full, Adj., voll; ai. pūrṇá-, Adj., voll; lat. plēnus, Adj., voll, stark, dick; air. lán, Adj., voll; kymr. llawn, Adj., voll; lit. pìlnas, Adj., voll; ksl. plĭnŭ, Adj., voll; poln. pełny, Adj., voll; GB.: (fol) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches gefüllt oder angefüllt oder später auch für betrunken; BM.: gießen bzw. füllen; F.: voll, volle, volles, vollem, vollen, voller(, vollere, volleres, vollerem, volleren, vollerer, vollst, vollste, vollstes, vollstem, vollsten, vollster)+EW; Z.: vol-l
$Vollblut, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Vollblut; I.: Lüs. ne. full-blood; E.: s. voll, s. Blut; L.: DW 26, 597, EWD s. u. voll; GB.: seit 18. Jh. belegte und als Lehnübersetzung für ne. full-blood aus voll und Blut gebildete Bezeichnung für ein vollständig von Pferden aus Arabien abstammendes und auf Schnelligkeit gezüchtetes Pferd; F.: Vollblut, Vollbluts, Vollblutes(, Vollblüter, Vollblütern)+EW; Z.: Vol-l—blu-t
$vollends, nhd., Adv., (18. Jh.?): nhd. vollends, voll, vollständig, ganz; E.: s. voll, s. End(e), s. s; L.: Kluge s. u. vollends, DW 26, 633, EWD s. u. voll; E.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus voll und End(e) sowie s gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches voll oder vollständig oder ganz; F.: vollends+EW; Z.: vol-l-end-s
voller, nhd., Präp., (18. Jh.?): nhd. voller, erfüllt, gefüllt, voll; E.: s. voll; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus voll verselbständigte Präposition meist mit Genetiv für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches erfüllt oder gefüllt oder voll; F.: voller+EW
$völlig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. völlig, vollständig, ganz; E.: s. voll, s. ig; L.: DW 26, 667, EWD s. u. voll; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus voll und ig gebildete Bezeichnung für vollständig oder ganz; F.: völlig, völlige, völliges, völligem, völligen+EW; Z.: völ-l-ig
$volljährig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. volljährig, geschäftsfähig; E.: s. voll, s. jährig; L.: DW 26, 679, EWD s. u. Jahr; GB.: seit 1793 belegte und aus voll und jährig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches geschäftsfähig in Gegensatz zu minderjährig; F.: volljährig, volljährige, volljähriges, volljährigem, volljährigen, volljähriger+EW; Z.: vol-l—jäh-r-ig
$vollkommen, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. vollkommen, vollständig, fehlerfrei; E.: s. voll, s. kommen; L.: Kluge 1. A. s. u. voll, Kluge s. u. vollkommen, DW 26, 575, EWD s. u. voll; GB.: (volkomen) seit 1060-1065 belegte und aus voll und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vollständig oder fehlerfrei; F.: vollkommen, vollkommene, vollkommenes, vollkommenem, vollkommenen, vollkommener(, vollkommenere, vollkommeneres, vollkommenerem, vollkommeneren, vollkommenerer, vollkommenst, vollkommenste, vollkommenstes, vollkommenstem, vollkommensten, vollkommenster)+EW; Z.: vol-l—kom-m-en
$Vollkommenheit, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Vollkommenheit, Vollständigkeit, Fehlerfreiheit; E.: s. vollkommen, s. heit; L.: DW 26, 689, EWD s. u. voll; GB.: (volkomenheit) seit 4. Viertel 12. Jh. belegte und aus vollkommen und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Vollständigkeit oder Fehlerfreiheit; F.: Vollkommenheit+EW; Z.: Vol-l—kom-m-en-hei-t
$Vollmacht, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vollmacht, rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht; Vw.: s. Blanko-; E.: s. voll, s. Macht; GB.: seit 1372 mnd. belegte und aus voll und Macht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Anerkennung der Stellvertretung mögliche rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht; L.: Kluge s. u. Vollmacht, DW 26, 701, EWD s. u. voll; F.: Vollmacht, Vollmachten+EW; Z.: Vol-l—mach-t
$vollpropfen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. vollpropfen, vollstopfen, so vollständig wie möglich mit Nachdruck füllen; E.: s. voll, s. propfen; L.: Kluge s. u. Pfropfen, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus voll und propfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches so vollständig wie möglich mit Nachdruck füllen; F.: vollpfropfen, pfropfe voll, pfropfst voll, pfropft voll, pfropfest voll, pfropfet voll, pfropfte voll, pfropftest voll, pfropften voll, pfropftet voll, vollgepfropft, ##vollgepfropft, vollgepfropfte, vollgepfropftes, vollgepfropftem, vollgepfropften, vollgepfropfter##, vollpfropfend, ###vollpfropfend, vollpfropfende, vollpfropfendes, vollpfropfendem, vollpfropfenden, vollpfropfender###, vollzupfropfen, ####vollzupfropfen, vollzupfropfend, vollzupfropfende, vollzupfropfendes, vollzupfropfendem, vollzupfropfenden, vollzupfropfender####, pfropf (!) voll+EW+FW; Z.: vol-l—pro-pf-en
$vollständig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. vollständig, voll, ganz; E.: s. voll, s. ständig; L.: DW 26, 711, EWD s. u. voll; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus voll und ständig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches voll oder ganz; F.: vollständig, vollständige, vollständiges, vollständigem, vollständigen, vollständiger+EW; Z.: vol-l—stä-n-d-ig
$Vollständigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vollständigkeit, Gänze, Fülle; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. vollständig, s. keit, s. heit; L.: DW 26, 714, EWD s. u. voll; GB.: seit 1587 belegte und aus vollständig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Gänze oder Fülle (einer Gegebenheit); F.: Vollständigkeit+EW; Z.: Vol-l—stä-n-d-ig—kei-t
$vollstopfen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vollstopfen, vollpfropfen, so vollständig wie möglich mit Nachdruck füllen; L.: EWD s. u. stopfen, DW 26, 586; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus voll und stopfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches so vollständig wie möglich mit Nachdruck füllen; F.: vollstopfen, stopfe voll, stopfst voll, stopft voll, stopfen voll, stopfest voll, stopfet voll, stopfte voll, stopftest voll, stopften voll, stopftet voll, vollgestopft, ##vollgestopft, vollgestopfte, vollgestopftes, vollgestopftem, vollgestopften, vollgestopfter##, vollstopfend, ###vollstopfend, vollstopfende, vollstopfendes, vollstopfendem, vollstopfenden, vollstopfender###, vollzustopfen, ####vollzustopfen, vollzustopfend, vollzustopfende, vollzustopfendes, vollzustopfendem, vollzustopfenden, vollzustopfender####, stopf (!) voll+EW; Z.: vol-l—stopf-en
$vollstrecken, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vollstrecken; E.: s. voll, s. strecken; L.: DW 26, 716, EWD s. u. voll; GB.: (volstrecken) seit 1489 belegte und aus voll und strecken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwirklichen oder ausführen oder vollziehen; F.: vollstrecken, vollstrecke, vollstreckst, vollstreckt, vollstreckte, vollstrecktest, vollstreckten, vollstrecktet, ##vollstreckt, vollstreckte, vollstrecktes, vollstrecktem, vollstreckten, vollstreckter##, vollstreckend, ###vollstreckend, vollstreckende, vollstreckendes, vollstreckendem, vollstreckenden, vollstreckender###, vollstreck(!)+EW; Z.: vol-l—stre-ck-en
Vollstreckung, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Vollstreckung; E.: s. vollstreck(en), s. ung; L.: DW 26, 720; GB.: wohl seit 16. Jh. belegte und aus vollstreck(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliche Verwirklichung oder Ausführung oder Vollziehung einer rechtlichen Entscheidung; F.: Vollstreckung, Vollstreckungen+EW; Z.: Vol-lstre-ck-ung
$vollwertig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vollwertig, vollen Wert habend; E.: s. voll, s. wertig; L.: DW 26, 724 (vollwerthig), EWD s. u. wert; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus voll und wertig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Marktes mögliches vollen Wert habend; F.: vollwertig, vollwertige, vollwertiges, vollwertigem, vollwertigen, vollwertiger+EW; Z.: vol-l—wer-t-ig
$vollwüchsig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vollwüchsig, ausgewachsen; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: s. voll, s. Wuchs, s. ig; L.: DW 26, 726, EWD s. u. Wuchs; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus voll und Wuchs und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches vollen Wuchs habend oder ausgewachsen; F.: vollwüchsig, vollwüchsige, vollwüchsiges, vollwüchsigem, vollwüchsigen, vollwüchsiger+EW; Z.: voll—wüch-s-ig
$vollziehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vollziehen, verwirklichen, ausführen, durchführen; E.: s. voll, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 26, 727, EWD s. u. ziehen; GB.: (follaziohan) seit um 765 belegte und aus voll und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches verwirklichen oder ausführen oder durchführen; F.: vollziehen, vollziehe, vollziehst, vollzieht, vollziehest, vollziehet, vollzog, vollzogst, vollzogen, vollzogt, vollzöge, vollzögest, vollzögst, vollzögen, vollzöget, vollzogen, ##vollzogen, vollzogene, vollzogenes, vollzogenem, vollzogenen, vollzogener##, vollziehend, ###vollziehend, vollziehende, vollziehendes, vollziehendem, vollziehenden, vollziehender###, vollzieh (!)+EW; Z.: vol-l—zie-h-en
$Vollzieher, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Vollzieher, Vollziehender; E.: s. vollzieh(en), s. er (Suff.); Vw.: s. Gerichts-; L.: DW 26, 733; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus vollzieh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Entscheidungen von Gerichten verwirklichenden staatlichen Amtsträger, Vollziehender; F.: Vollzieher, Vollziehers, Vollziehern+EW; Z.: Vol-l—zie-h-er
$Vollzug, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Vollzug, Vollziehung, Verwirklichung; E.: s. vollz(iehen), s. Zug; L.: DW 26, 735, EWD s. u. ziehen; GB.: (volezuc) seit um 1350 belegte und aus voll und z(iehen) beziehungsweise Zug gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Verwirklichung von Entscheidungen von Gerichten durch einen staatlichen Amtsträger oder eine sonstige Verwirklichung von Gedanken oder Vorstellungen; F.: Vollzug, Vollzuges, Vollzugs, Vollzüge, Vollzügen+EW; Z.: Vol-l—zu-g
Volontär, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Volontär, Praktikant, Freiwilliger; ne. volunteet, trainee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. volontaire; E.: s. frz. volontaire, M., Freiwilliger; vgl. frz. volontaire, Adj., freiwillig; lat. voluntārius, Adj., freiwillig, einen Willen bezeichnend, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. velle, V., wollen (V.), willens sein (V.), begehren, wünschen, mögen; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Volontär, DW 26, 736 (Volontair), EWD s. u. Volontär, Duden s. u. Volontär; Son.: vgl. nndl. volontair, Sb., Volontär; nschw. volontär, Sb., Volontär; nnorw. volontør, M., Volontär; poln. wolontariusz, M., Volontär; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) Bezeichnung für einen seit dieser Zeit berufsvorbereitend in einem Betrieb eines Unternehmers freiwillig sowie anfangs unentgeltlich tätigen Menschen; BM.: wollen (V.) bzw. begünstigen; F.: Volontär, Volontärs, Volontäres, Volontäre, Volontären+FW(+EW); Z.: Vol-ont-är
$Volontariat, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Volontariat; E.: s. Volontär, s. iat; L.: Kluge s. u. Volontär, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und mit Volontär verbindbare Bezeichnung für die Stellung und die Tätigkeit eines Volontärs; F.: Volontariat, Volontariats, Volontariates, Volontariate, Volontariaten+FW(+EW); Z.: Vol-ont-ar-i-at
$volontieren, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. volontieren, als Volontär tätig sein (V.); E.: s. Volont(är), s. ieren; L.: Kluge s. u. Volontär, fehlt DW, EWD s. u. Volontär; GB.: seit 20. Jh. belegte und mit Volontär verbindbare Bezeichnung für freiwillig und anfangs unentgeltlich für einen Unternehmer zu einem Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten als Volontär tätig sein (V.); F.: volontieren, volontiere, volontierst, volontiert, volontierest, volontieret, volontierte, volontiertest, volontierten, volontiertet, ##volontiert, volontierte, volontiertes, volontiertem, volontierten, volontierter##, volontierend, ###volontierend, volontierende, volontierendes, volontierendem, volontierenden, volontierender###, volontier (!)+FW(+EW?); Z.: vol-ont-ier-en
Volt, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Volt, eine elektrische Maßeinheit für die Stromspannung; ne. volt (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: Neubildung zu dem PN Alessandro Volta (1745-1827) einem italienischen Physiker der als Erfinder der elektrischen Batterie gilt; wohl von it. volta, F., Wendung, Drehung; vulgärlat. *volvita, F., Wölbung; lat. volūtātus (1), M., Wälzen, Herumwälzen, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Volt, DW 26, 736, Duden s. u. Volt; Son.: vgl. nndl. volt, Sb., Volt; frz. volt, M., Volt; nschw. volt, Sb., Volt; nnorw. volt, M., Volt; poln. wolt, M., Volt; kymr. folt, F., M., Volt; nir. volta, M., Volt; lit. voltas, M., Volt; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach dem PN Alessandro Volta gebildete sowie deswegen mit dem Italienischen sowie mittelbar dem Vulgärlateinischen und dem Lateinischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine elektrische Maßeinheit der Spannung des elektrischen Stromes oder dem Druck mit dem elektrischer Strom durch eine Leitung fließt; BM.: PN (Alessandro Volta); F.: Volt, Voltes, Volts+FW; Z.: Vol-t
Volte, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Volte, Kunstgriff, seitliches Ausweichen bei einem Kampf; ne. volte; Vw.: s. Re-; Hw.: s. voltieren, voltigieren; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. it. volta; E.: s. it. volta, F., Wendung, Drehung; vulgärlat. *volvita, F., Wölbung; lat. volūtātus (1), M., Wälzen, Herumwälzen, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 26, 736, Duden s. u. Volte; Son.: vgl. nndl. volte, Sb., Volte; frz. volte, F., Volte; nschw. volt, Sb., Volte; nnorw. volte, M., Volte; poln. wolta, F., Volte; GB.: vielleicht seit dem früheren 17. Jh. belegte und aus dem Italienischen und mittelbar dem Vulgärlateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Kunstgriff bei einem Kartenspiel durch den bei dem Mischen eine Karte an eine gewünschte Stelle gelangt sowie für ein seitliches Ausweichen bei einem Kampf; BM.: drehen; F.: Volte, Volten+FW; Z.: Vol-t-e
voltieren, nhd. (ält.), sw. V., (17. Jh.): nhd. voltieren, seitlich ausweichen, voltigieren; ne. vault (V.); Vw.: s. re-; Hw.: s. voltigieren, Volte; Q.: 17. Jh.; I.: frz. volter; E.: s. frz. volter, V., wenden; it, voltāre, V., wenden, umkehren; vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 26, 737, Duden s. u. voltieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem Pferd seitlich ausweichen; BM.: drehen; F.: voltieren, voltiere, voltierst, voltiert, voltierest, voltieret, voltierte, voltiertest, voltierten, voltiertet, ##voltiert, voltierte, voltiertes, voltiertem, voltierten, voltierter##, voltierend, ###voltierend, voltierende, voltierendes, voltierendem, voltierenden, voltierender###, voltier (!)+FW(+EW); Z.: vol-t-ier-en
voltigieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. voltigieren, eine Volte ausführen, Kunststücke auf oder an einem trabenden oder galoppierenden Pferd ausführen; ne. vault (V.); Vw.: -; Hw.: s. voltieren, Volte; Q.: Anfang 17. Jh.; I.: Lw. frz. voltiger; E.: s. frz. voltiger, V., voltigieren; it. volteggiare, V., kreisen; vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. voltigieren; GB.: seit Anfang 17. Jh. belegte und aus dem Französischen und dem Italienischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Kunststücke auf oder an einem trabenden oder galoppierenden Pferd ausführen; BM.: drehen; Son.: vgl. nndl. voltigeren, V., voltigieren; nschw. voltigera, V., voltigieren; nnorw. voltigere, V., voltigieren; F.: voltigieren, voltigiere, voltigierst, voltigiert, voltigierest, voltigieret, voltigierte, voltigiertest, voltigierten, voltigiertet, ##voltigiert, voltigierte, voltigiertes, voltigiertem, voltigierten, voltigierter##, voltigierend, ###voltigierend, voltigierende, voltigierendes, voltigierendem, voltigierenden, voltigierender###, voltigier (!)+FW(+EW); Z.: vol-t-ig-ier-en
Volumen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Volumen, Rauminhalt; ne. volume; Vw.: -; Hw.: s. voluminös; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. volūmen; E.: s. lat. volūmen, N., Schriftrolle, Buch, Schriftwerk, Schrift, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Volumen, fehlt DW, EWD s. u. Volumen, Duden s. u. Volumen; Son.: vgl. nndl. volume, Sb., Volumen; frz. volume, M., Volumen; nschw. volym, Sb., Volumen; nnorw. volum, N., Volumen; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit möglichen Rauminhalt; BM.: drehen; F.: Volumen, Volumens, Volumina+FW; Z.: Vol-um-en
voluminös, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. voluminös, groß, umfangreich; ne. voluminous; Vw.: -; Hw.: s. Volumen; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. volūminōsus; E.: s. lat. volūminōsus, Adj., voll Krümmungen seiend, (um 431-486 n. Chr.); vgl. lat. volūmen, N., Schriftrolle, Buch, Schriftwerk, Schrift; vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Volumen, fehlt DW, EWD s. u. Volumen, Duden s. u. voluminös; Son.: vgl. nndl. volumineus, Adj., voluminös; frz. volumineux, Adj., voluminös; nschw. voluminös, Adj., voluminös; nnorw. voluminøs, Adj., voluminös; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt mögliches groß oder umfangreich; BM.: drehen; F.: voluminös, voluminöse, voluminöses, voluminösem, voluminösen, voluminöser(, voluminösere, voluminöseres, voluminöserem, voluminöseren, voluminöserer, voluminösest, voluminöseste, voluminösestes, voluminösestem, voluminösesten, voluminösester)+FW(+EW); Z.: vol-um-in-ös
von, nhd., Präp., (8. Jh.): nhd. von, aus, von weg, ab, seitens; ne. of, by, off; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. von, Adv., bei, fern, dadurch, deshalb; mnd. van (1), von, vun, vante, Präp., von, von aus, von her, von herab, von weg, los von, frei von, von an; mnl. van, Präp., von; ahd. fona, fonna, fon, Adv., Präp., Präf., von, aus, fern von, von ... weg, entfernt, von ... her, von ... an, seit, mit, unter, durch, vor, an, wegen, außer, über, hinsichtlich, nach, gegen, neben; as. fan, fana, fon, Präp., von; anfrk. fan, fona*, Präp., von; germ. *fan, Präp., von?; idg. *pone, Präp., von; vgl. idg. *apo-, *pō̆, *apu, *pu, *h₂epo, *h₂epu, Präp., Adv., ab, weg, Pokorny 53 (94/94) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. von, Kluge s. u. von, DW 26, 738, EWD s. u. von, EWAhd 3, 466, Duden s. u. von, Bluhme s. u. von; Son.: vgl. afries. fon, fan, Präp., von; saterl. fon, Präp., von; ae. -; an. -; got. -; nndl. van, Präp., von; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen räumlichen oder zeitlichen Ausgangspunkt; BM.: weg; F.: von+EW; Z.: von
$vonnöten, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. vonnöten, notwendig, erforderlich; E.: s. von, s. Not, s. en; L.: EWD s. u. von, fehlt DW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus von und Not sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und aus der Sicht des Menschen notwendig oder erforderlich; F.: vonnöten+EW; Z.: von—nö-t-en
$vonstatten, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. vonstatten, von der Statt; L.: Kluge s. u. vonstatten, DW 26, 774, EWD s. u. von; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus von und Statt sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Raumes mögliches von der Statt; F.: vonstatten+EW; Z.: von—sta-tt-en
vor, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. vor, früher, vorher; ne. before, ago, ahead; Vw.: -; Hw.: s. vorn; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. vor, vore, Präp., Adv., vor, vorn, voran, voraus, vorher, zuvor; mnd. vȫr (1), vȫre, vor, vur, ver, fȫr*, Präp., vor, außen vor, an der Außenseite, auf der Vorderseite, angesichts, vorne auf, mehr als, eher als, höher als, mit Vorrang, bevorzugt; mnd. vȫr (2), fȫr*, Adv., vorne, voran, voraus, vorüber, vorher, zuvor, früher, vorbei, vergangen, verstorben; mnl. vōre, voor, Präp., Adv., vor, vorher; ahd. fora (1), Präp., Adv.=Präf., vor, für, wegen, angesichts, durch, statt, unter, über, vorher, zuvor, früher, vorn; as. for (2), fora, fore, fur, far, Präp., vor, für, wegen; as. furi (1), Adv., hervor, voraus; anfrk. fore, Präp., vor; germ. *fur-, Präp., vor, für; idg. *peri-, Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810; s. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. vor, Kluge s. u. vor, DW 26, 775, EWD s. u. vor, EWAhd 3, 469, Falk/Torp 231, Duden s. u. vor, Bluhme s. u. vor; Son.: vgl. afries. fora, for (2), fore, fori, fara (3), Adv., Präp., vorn, zuvor, vorher, früher, vor, für; ae. for (1), Präp., vor, für, wegen, statt, trotz; an. for (2), Präf., vor...; got. faúr, Präp., Adv., Präf., vor (zeitl. und räuml.), längs, für, inbetreff; got. faúra, Präp., Adv., Präf., vor (räuml.), vor..., für, vorn, längs; nndl. voor, Präp., vor; nschw. före, Präp., vor; nnorw. før, Präp., vor; ai. purā́, Präp., Adv., vor; gr. πάρος (páros), Adv., vormals, früher, voran, voraus; gr. παρά (pará), Präp., bei, neben; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Raumes und der Zeit mögliches etwas näher oder ferner in Vergleich zu etwas Anderem liegend; BM.: vorwärts; F.: vor, vorm, vors+EW; Z.: vor
$vorab, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. vorab, zuerst, davor; E.: s. vor, s. ab; L.: DW 26, 809, EWD s. u. vor; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vor und ab gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit mögliches zuerst oder davor; F.: vorab+EW; Z.: vor—ab
$Vorabend, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vorabend, einem Tag vorhergehender Abend; Q.: um 1700; E.: s. vor, Abend; L.: DW 26, 810, EWD s. u. Abend; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und Abend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Umdrehung der Erde um sich und die Sonne möglichen jedem Tag vorhergehenden Abend (oder Tag) F.: Vorabend, Vorabends, Vorabende, Vorabenden+EW; Z.: Vor—ab-end
$voran, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. voran, vorwärts; E.: s. vor, s. an; L.: DW 26, 813, EWD s. u. vor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und an gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches vorwärts; F.: voran+EW; Z.: vor—an
$Voranschlag, nhd. M., (18. Jh.): nhd. Voranschlag, vorläufige Planung; E.: s. vor, s. Anschlag; L.: DW 26, 825, EWD s. u. schlagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vor und Anschlag gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches geplantes und erwartetes Ergebnis oder eine vorläufige Planung; F.: Voranschlag, Voranschlags, Voranschlages, Voranschläge, Voranschlägen+EW; Z.: Vor—an—schlag
$vorauf, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. vorauf, vorher, voraus, vorweg; E.: s. vor, s. auf; L.: EWD s. u. vor, DW 26, 829; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und auf gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit mögliches vorher oder voraus oder vorweg; F.: vorauf+EW; Z.: vor—auf
$voraus, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. voraus, vorher, vorab, vorweg; Q.: um 1120? (Millstätter Genesis); E.: s. vor, s. aus; L.: DW 26, 831, EWD s. u. vor; GB.: seit vielleicht um 1120. belegte und aus vor und aus gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit mögliches vorher oder vorab oder vorweg F.: voraus+EW; Z.: vor—aus
$vorbei, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. vorbei, neben, vorüber, vergangen; E.: s. vor, s. bei; L.: DW 26, 867, EWD s. u. vor; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und bei gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit mögliches neben oder vorüber oder vergangen; F.: vorbei+EW; Z.: vor-bei
$vorbereiten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vorbereiten, vorher bereiten, vorab herrichten; E.: s. vor, s. bereiten; I.: Lüs. lat. praeparare; L.: DW 26, 890, EWD s. u. bereit; GB.: seit 16. Jh. belegte und nach lat. praeparare aus vor und bereiten gebildete Bezeichnung für vorher bereiten oder vorab herrichten; F.: vorbereiten, bereite vor, bereitest vor, bereitet vor, bereitete vor, bereitetest vor, bereiteten vor, bereitetet vor, vorbereitet, ##vorbereitet, vorbereitete, vorbereitetes, vorbereitetem, vorbereiteten, vorbereiteter##, vorbereitend, ###vorbereitend, vorbereitende, vorbereitendes, vorbereitendem, vorbereitenden, vorbereitender###, vorvorbereiten, ####vorvorbereitend, vorvorbereitende, vorvorbereitendes, vorvorbereitendem, vorvorbereitenden, vorvorbereitender####, bereit (!) vor+EW; Z.: vor—be—reit-en
$vorbeugen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vorbeugen, nach vorn beugen; E.: s. vor, s. beugen; L.: Kluge s. u. vorbeugen, DW 26, 904, EWD s. u. beugen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und beugen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliches nach vorn beugen und dadurch möglicherweise einen Nachteil verhindern; F.: vorbeugen, beuge vor, beugst vor, beugt vor, beugen vor, beugest vor, beuget vor, beugte vor, beugtest vor, beugten vor, beugtet vor, vorgebeugt, ##vorgebeugt, vorgebeugte, vorgebeugtes, vorgebeugtem, vorgebeugten, vorgebeugter##, vorbeugend, ###vorbeugend, vorbeugende, vorbeugendes, vorbeugendem, vorbeugenden, vorbeugender###, vorzubeugen, ####vorzubeugen, vorzubeugend, vorzubeugende, vorzubeugendes, vorzubeugendem, vorzubeugenden, vorzubeugender####, beug (!) vor+EW; Z.: vor—beug-en
$Vorbild, nhd., N., (11. Jh.): nhd. Vorbild, nachahmenswertes Beispiel; E.: s. vor, Bild; L.: Kluge s. u. Bild, DW 26, 909, EWD s. u. Bild; GB.: (ahd. forabilidi) seit 2. Viertel 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. figura aus vor und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nachahmenswertes Beispiel oder Muster; F.: Vorbild, Vorbildes, Vorbilds, Vorbilder, Vorbildern+EW; Z.: Vor—bild
$Vorbote, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Vorbote, Vorläufer; E.: s. vor, s. Bote; L.: Kluge s. u. Bote, GB.: (foraboto*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praecursor aus vor und Bote gebildete sowie sachlich vielleicht seit Entstehung der Zeit und des Menschen möglicher vorher eintreffender Bote oder Vorläufer einer Gegebenheit; EWD s. u. Bote; F.: Vorbote, Vorboten+EW; Z.: Vor—bot-e
vordere, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. vordere, höherstehend, vorausgehend, vor (etwas) befindlich; ne. anterior, frontal; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 763/764? (Lex Ripuaria); E.: s. mhd. vorder, voder, Adj., vorder, vorangehend, frühere, vorig; mnd. vȫrder (2), vürder, vȫrdere, Adv., fürder, weiter fort, vorwärts, weiter verbreitet, ausgedehnt, entfernt; mnl. vorder, Adj., vorder, vorangehend; ahd. fordaro* (1), furdiro*, Adj., vordere, erste, höhere, vornehmere, bedeutendere, frühere, vorausgehend, vorhergehend, vorherig; as. furthiro*, Adj., vordere, größere, vornehmere, recht; anfrk. forthora, Adj., Adv., F., rechte, rechts, Rechte (F.); germ. *furþerō-, *furþerōn, *furþera-, *furþeran, Adj., vordere; s. idg. *pr̥-, Adj., Adv., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. vorder, Kluge s. u. vorder, EWD s. u. vorder, DW 26, 948, EWAhd 3, 489, Falk/Torp 232, Duden s. u. vorder; Son.: vgl. afries. further, Adv., weiter, ferner; ae. furþor, furþur, Adv., fürder, weiter, vorwärts, später, mehr, höher; an. -; got. -; GB.: vielleicht seit 763/764 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und sachlich seit Entstehung von Raum und Zeit mögliche Bezeichnung für vorausgehend oder vor (etwas Anderem) befindlich; BM.: vorwärts; F.: vorder, vordere, vorderes, vorderem, vorderen, vorderer(, vorderere, vordereres, vordererem, vordereren, vordererer, vorderst, vorderste, vorderstes, vorderstem, vordersten, vorderster)+EW; Z.: vor-d-er-e
$Vordergrund, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vordergrund; E.: s. vorder(e), s. Grund; L.: fehlt DW (aber Vordergrundsgeschichte DW 26, 964), EWD s. u. vorder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vorder(e) und Grund gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt möglichen vorne stehenden und deswegen seit Entstehung von Augen besonders gut sichtbaren Teil einer Gegebenheit (in Gegensatz zu dem Hintergrund); F.: Vordergrund, Vordergrundes, Vordergrunds, Vordergründe, Vordergründen+EW; Z.: Vor-d-er-gru-n-d
$Vordermann, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Vordermann; E.: s. vorder(e), s. Mann; L.: fehlt DW, EWD s. u. vorder; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vorder(e) und Mann gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt und des Menschen möglichen vorne stehenden und deswegen besonders gut sichtbaren Teil einer Mehrheit von Menschen (in Gegensatz zu dem Hintermann); F.: Vordermann, Vordermannes, Vordermanns, Vordermänner, Vordermännern+EW; Z.: Vor-d-er-man-n
$vorerst, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. vorerst, zunächst, anfangs; E.: s. vor, s. erst; L.: DW 26, 1008, EWD s. u. erster, vor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und erst gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit mögliches zunächst oder anfangs; F.: vorerst+EW; Z.: vor—e-r-st
$Vorfahre, Vorfahr, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Vorfahre, Vorgänger, Vorläufer; E.: s. vor, s. Fahre; L.: Kluge s. u. Vorfahre, EWD s. u. fahren, DW 26, 1013 (Vorfahr); GB.: forafaro* seit 2. Viertel 9. Jh.. belegte und wohl nach lat. praeco aus vor und fahre(n) bzw. Fahre gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Zeit und Raum sowie Leben möglichen Vorgänger oder Vorläufer; F.: Vorfahre, Vorfahr, Vorfahren+EW; Z.: Vor—fahr-e
$Vorgang, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Vorgang, Ablauf, Verlauf, Hergang; E.: s. vor, s. Gang; L.: DW 26, 1054, EWD s. u. gehen; GB.: (voreganc*) seit 1300-1350 belegte und aus vor und Gang gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Zeit möglichen Ablauf oder Verlauf oder Hergang (eines Geschehens); F.: Vorgang, Vorganges, Vorgangs, Vorgänge, Vorgängen+EW; Z.: Vor—ga-ng
$Vorgänger, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Vorgänger; E.: s. vor, s. Gänger; L.: EWD s. u. gehen, DW 26, 1060; GB.: (voregangære*) seit 1330-1360 belegte und vielleicht nach lat. antecessor oder praecessor aus vor und Gänger gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Zeit und Raum sowie Leben möglichen Vorfahren oder Vorläufer F.: Vorgänger, Vorgängers, Vorgängern+EW; Z.: Vor—gä-ng-er
$vorgehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vorgehen, vorangehen; E.: s. vor, s. gehen; L.: Kluge s. u. gehen, DW 26, 1084, EWD s. u. gehen; GB.: (foragangan*) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praecedere oder progredi aus vor und gehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Raum und Zeit sowie Leben mögliches als erstes gehen oder vorangehen; F.: vorgehen, gehe vor, gehst vor, geht vor, gehen vor, gehest vor, gehet vor, ging vor, gingst vor, gingen vor, gingt vor, gingest vor, ginget vor, vorgegangen, ##vorgegangen, vorgegangene, vorgegangenes, vorgegangenem, vorgegangenen, vorgegangener##, vorgehend, ###vorgehend, vorgehende, vorgehendes, vorgehendem, vorgehenden, vorgehender###, vorzugehen, ####vorzugehen, vorzugehend, vorzugehende, vorzugehendes, vorzugehendem, vorzugehenden, vorzugehender####, geh (!) vor+EW; Z.: vor—geh-en
$Vorgesetzter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorgesetzter; E.: s. vorsetzen; L.: fehlt DW (s. vorsetzen), EWD s. u. setzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vorsetzen und vorgesetzt sowie er gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Leiter (M.) einer Abteilung der Verwaltung eines Staates oder Unternehmens; F.: Vorgesetzter, Vorgesetzten, Vorgesetzte+EW; Z.: Vor—ge—setz-t-er
$vorgestern, nhd., Adv., (15. Jh.): nhd. vorgestern; E.: s. vor, s. gestern; L.: DW 26, 1110, EWD s. u. gestern; GB.: seit 15. Jh. belegte und durch Zusammenrückung aus vor und gestern gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und der sachlichen Erfassung der Zeit dem Menschen mögliche Benennung des Tages vor dem einem Tag vor der Gegenwart vorhergehenden Tag; F.: vorgestern+EW; Z.: vor—ges-t-ern
$vorhanden, nhd., Adj., Adv., (15. Jh.): nhd. vorhanden, bestehend, vorrätig, verfügbar; E.: s. vor, s. Hand, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. vorhanden, Kluge s. u. vorhanden, DW 26, 1153, EWD s. u. Hand; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vor und Hand sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches bestehend oder vorrätig oder verfügbar; F.: vorhanden, vorhandene, vorhandenes, vorhandenem, vorhandenen, vorhandener+EW; Z.: vor—hand-en
$Vorhang, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Vorhang; E.: s. vor, s. Hang; L.:DW 26, 1162, EWD s. u. hängen; GB.: (vürehanc*) seit 1140-1160 belegte und aus vor und Hang gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung des Menschen oder in den Hochkulturen des Altertums entwickelte Verschlussmöglichkeit aus einem Gewebe für eine größere Öffnung einer Unterkunft gegenüber Sicht und Sonne sowie Kälte und Nässe oder anderen Unbilden; F.: Vorhang, Vorhanges, Vorhangs, Vorhänge, Vorhängen+EW; Z.: Vor—hang
$Vorhaut, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Vorhaut; E.: s. vor, s. Haut; Q.: nach 1380; L.: DW 26, 1175, EWD s. u. Haut; GB.: seit nach 1380 belegte und aus vor und Haut nach lat. praeputium gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliche dem Schutz der Eichel des Penis dienende meist leicht bewegliche Hülle aus Haut; BM.: s. vor, Haut; F.: Vorhaut, Vorhäute, Vorhäuten+EW; Z.: Vor—hau-t
$vorher, nhd., Adv., (13. Jh.?): nhd. vorher, davor, vordem, erst, zuvor; E.: s. vor, s. her; L.: DW 26, 1180, EWD s. u. vor; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus vor und her gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit Raum und Zeit mögliches davor oder vordem oder erst oder zuvor; F.: vorher+EW; Z.: vor—her
$vorherrschen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. vorherrschen, herrschen, bestimmen, überwiegen; E.: s. vor, s. herrschen; L.: DW 26, 1197, EWD s. u. herrschen; GB.: seit 1482 belegte und aus vor und herrschen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl in der Vorstellung des Menschen mögliches herrschen oder bestimmen oder überwiegen; F.: vorherrschen, herrsche vor, herrschst vor, herrscht vor, herrschest vor, herrschet vor, herrschte vor, herrschtest vor, herrschten vor, herrschtet vor, vorgeherrscht, ##vorgeherrscht, vorgeherrschte, vorgeherrschtes, vorgeherrschtem, vorgeherrschten, vorgeherrschter##, vorherrschend, ###vorherrschend, vorherrschende, vorherrschendes, vorherrschendem, vorherrschenden, vorherrschender###, vorzuherrschen, ####vorzuherrschen, vorzuherrschend, vorzuherrschende, vorzuherrschendes, vorzuherrschendem, vorzuherrschenden, vorzuherrschender####, herrsch (!) vor+EW; Z.: vor—her-r-sch-en
$vorhin, nhd., Adv., (18. Jh.?): nhd. vorhin, davor, vordem, erst; E.: s. vor, s. hin; L.: DW 26, 1200; EWD s. u. vor, GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus vor und hin gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches davor oder vordem oder erst; F.: vorhin+EW; Z.: vor—hi-n
$Vorhut, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vorhut, Vortrupp eines Heeres; I.: Lüs. frz. avant-garde; E.: s. vor, s. Hut (F.); L.: Kluge s. u. Vorhut, Hut 2, DW 26, 1214, EWD s. u. Hut (F.); GB.: seit 18. Jh. belegte und als Lehnübersetzung zu frz. avant-garde aus vor und Hut (F.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Vortrupp eines Heeres; F.: Vorhut, Vorhuten+EW; Z.: Vor—hut
$vorig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. vorig, vorhergehend, vorangehend, vorausgegangen, frühere; E.: s. vor, s. ig; L.: DW 26, 1214, EWD s. u. vor; GB.: (voric) seit 1450-1466 belegte und aus vor und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches vorhergehend oder vorangehend oder vorausgegangen oder frühere; F.: vorig, vorige, voriges, vorigem, vorigen, voriger+EW; Z.: vor-ig
$vorknöpfen, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. vorknöpfen, an der Vorderseite knöpfend befestigen, besprechen, zurechtweisen; E.: s. vor, s. knöpfen; L.: Kluge s. u. vorknöpfen, Knopf, DW 26, 1234, EWD s. u. Knopf; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus vor und knöpfen gebildete Bezeichnung für an der Vorderseite knöpfend befestigen sowie sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches besprechen oder prüfen oder zurechtweisen oder maßregeln; F.: vorknöpfen, knöpfe vor, knöpfst vor, knöpft vor, knöpfen vor, knöpfest vor, knöpfet vor, knöpfte vor, knöpftest vor, knöpften vor, knöpftet vor, vorgeknöpft, ##vorgeknöpft, vorgeknöpfte, vorgeknöpftes, vorgeknöpftem, vorgeknöpften, vorgeknöpfter##, vorknöpfend, ###vorknöpfend, vorknöpfende, vorknöpfendes, vorknöpfendem, vorknöpfenden, vorknöpfender###, vorzuknöpfen, ####vorzuknöpfen, vorzuknöpfend, vorzuknöpfende, vorzuknöpfendes, vorzuknöpfendem, vorzuknöpfenden, vorzuknöpfender####, knöpf (!) vor+EW; Z.: vor—knö-pf-en
$vorkommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vorkommen, geschehen, eintreten, erfolgen, begegnen, sein (V.); E.: s. vor, s. kommen; L.: DW 26, 1234, EWD s. u. kommen; GB.: (furikweman*) seit 8. Jh. belegte und aus vor und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches geschehen oder eintreten oder erfolgen oder begegnen oder sein (V.); F.: vorkommen, komme vor, kommst vor, kommt vor, kommest vor, kommet vor, kam vor, kamst vor, kamen vor, kamt vor, käme vor, kämest vor, kämen vor, kämet vor, vorgekommen, ##vorgekommen, vorgekommene, vorgekommenes, vorgekommenem, vorgekommenen, vorgekommener##, vorkommend, ###vorkommend, vorkommende, vorkommendes, vorkommendem, vorkommenden, vorkommender###, komm (!) vor+EW; Z.: vor—kom-m-en
$Vorkommen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Vorkommen, Vorhandensein; E.: s. vorkommen; L.: fehlt DW (s. vorkommen), EWD s. u. kommen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus vorkommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Vorhandensein; F.: Vorkommen, Vorkommens+EW; Z.: Vor—kom-m-en
$vorladen, nhd., st. V., (11. Jh.?): nhd. vorladen, auffordern zu kommen; E.: s. vor, s. laden (V.) (2); L.: Kluge s. u. laden 2, DW 26, 1247, EWD s. u. laden 2; GB.: (furiladōn*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus vor und laden (V.) (2) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Rechtes mögliches auffordern zu kommen; F.: vorladen, lade vor, lädst vor, lädt vor, laden vor, ladet vor, ladest vor, lud vor, ludest vor, ludst vor, luden vor, ludet vor, lüde vor, lüdest vor, lüden vor, lüdet vor, vorgeladen, ##vorgeladen, vorgeladene, vorgeladenes, vorgeladenem, vorgeladenen, vorgeladener##, vorladend, ###vorladend, vorladende, vorladendes, vorladendem, vorladenden, vorladender###, vorzuladen, vorzuladend, ####vorzuladend, vorzuladende, vorzuladendes, vorzuladendem, vorzuladenden, vorzuladender####, lad (!) vor+EW; Z.: vor—la-d-en
$vorläufig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. vorläufig, einstweilig, vorübergehend; E.: vor und lauf(en) sowie ig; L.: Kluge s. u. vorläufig, DW 26, 1267, EWD s. u. laufen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und lauf(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung der Welt und der Zeit mögliches einstweilig oder vorübergehend; F.: vorläufig, vorläufige, vorläufiges, vorläufigem, vorläufigen, vorläufiger+EW; Z.: vor—läuf-ig
$vorlaut, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. vorlaut, sehr laut, dreist, naseweis, altklug; E.: s. vor, s. laut; L.: Kluge s. u. vorlaut, DW 26, 1267, EWD s. u. laut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vor und laut gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sehr laut oder dreist oder naseweis oder altklug; F.: vorlaut, vorlaute, vorlautes, vorlautem, vorlauten, vorlauter(, vorlautere, vorlauteres, vorlauterem, vorlauteren, vorlauterer, vorlautest, vorlauteste, vorlautestes, vorlautestem, vorlautesten, vorlautester)+EW; Z.: vor—lau-t
$Vorliebe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vorliebe, Neigung, Schwäche; E.: s. vor, s. Liebe; L.: Kluge s. u. vorliebnehmen, DW 26, 1292; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vor und Liebe gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliche Neigung oder Schwäche; F.: Vorliebe, Vorlieben+EW; Z.: Vor—lieb-e
$vorliebnehmen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. vorliebnehmen, zufrieden geben, sich abfinden; E.: s. vor, s. für, s. lieb, s. nehmen; L.: Kluge s. u. vorliebnehmen, fehlt DW (aber vorlieb DW 26, 1290); GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und lieb und nehmen gebildete Bezeichnung für zufrieden geben oder für gut halten oder sich begnügen oder sich abfinden; F.: vorliebnehmen, nehme vorlieb, nimmst vorlieb, nimmt vorlieb, nehmen vorlieb, nehmt vorlieb, nehmest vorlieb, nehmet vorlieb, nahm vorlieb, nahmst vorlieb, nahmen vorlieb, nahmt vorlieb, nähme vorlieb, nähmst vorlieb, nähmest vorlieb, nähmen vorlieb, nähmt vorlieb, nähmet vorlieb, vorliebgenommen, ##vorliebgenommen, vorliebgenommene, vorliebgenommenes, vorliebgenommenem, vorliebgenommenen, vorliebgenommener##, vorliebnehmend, ###vorliebnehmend, vorliebnehmende, vorliebnehmendes, vorliebnehmendem, vorliebnehmenden, vorliebnehmender###, vorliebzunehmen, ####vorliebzunehmen, vorliebzunehmend, vorliebzunehmende, vorliebzunehmendes, vorliebzunehmendem, vorliebzunehmenden, vorliebzunehmender####, nimm (!) vorlieb; Z.: vor—lieb—nehm-en
$Vormittag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vormittag; E.: s. vor, s. Mittag; L.: DW 26, 1319, EWD s. u. Mittag; GB.: seit 17. Jh. belegte und (nach Akzentverschiebung) aus vor und Mittag gebildete Bezeichnung für etwa den sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums in der Vorstellung der Menschen entwickelten Teil eines Tages zwischen Morgendämmerung oder sechs Uhr und zwölf Uhr in Gegensatz zu Nachmittag zwischen zwölf Uhr und achtzehn Uhr oder Abenddämmerung; F.: Vormittag, Vormittags, Vormittages, Vormittage, Vormittagen+EW; Z.: Vor—mi-t—t-ag
$Vormund, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Vormund; E.: s. vor, s. ahd. munt; L.: Kluge 1. A. s. u. Vormund, Kluge s. u. Vormund, DW 26, 1322, EWD s. u. Vormund; GB.: (foramunto*) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus vor und ahd. munt (F.) gebildete Bezeichnung für die sachlich von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Fürsorge durch Vertretung unmündiger Menschen durch mündige Verwandte oder sonstige Betreuer; F.: Vormund, Vormunds, Vormundes, Vormünder, Vormündern+EW; Z.: Vor—mun-d
$Vormundschaft, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Vormundschaft; E.: s. Vormund, s. schaft; L.: DW 26, 1329, EWD s. u. Vormund; E.: s. Vormund, s. schaft; GB.: (foramuntskaf*) seit 10. Jh. belegte und aus Vormund und schaft gebildete Bezeichnung für die sachlich von Menschen schon in den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Fürsorge durch Vertretung unmündiger Menschen durch mündige Verwandte oder sonstige Betreuer; F.: Vormundschaft, Vormundschaften+EW; Z.: Vor—mun-d—schaf-t
vorn, vorne, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. vorn, davor befindlich; ne. ahead, fore; Vw.: -; Hw.: s. vor; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. vorne, vorn, forne*, forn*, Adv., vorn, vorne, an der Spitze, oben, vor, vorher, hiervor; mnd. vȫrne (2), vorne, vȫrn, voerne, voirne, Adv., vorne, vorn, vorher, früher, ehedem, zuvor, vorderst, vorhergehend, erst; mnl. vōren, Adv., vorn, vorher; ahd. forn, Adv., vorn, vorher, einst, draußen; ahd. forni, Adv., einst; as. forn, furn, Adv., vordem, vormals; germ. *for-, *fur, Präp., vor, für; germ. *furn, Adv., früher?; s. idg. *peri-, Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810; vgl. idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. vorn, Kluge s. u. vorn, DW 26, 1333, EWD s. u. vorn, EWAhd 3, 493, Duden s. u. vorn; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für davor befindlich oder vor etwas Anderem befindlich; BM.: vorwärts; F.: vorn+EW; Z.: vor-n
$vornehm, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. vornehm, fein, kultiviert, bedeutsam; E.: s. vor, s. nehm(en), s. (ge)nehm; L.: Kluge 1. A. s. u. vornehm, Kluge s. u. vornehm, DW 26, 1344, EWD s. u. vornehm; E.: seit 14. Jh. belegte und aus vor und nehm(en) bzw. (ge)nehm gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches fein oder kultiviert oder bedeutsam; F.: vornehm, vornehme, vornehmes, vornehmem, vornehmen, vornehmer(, vornehmere, vornehmeres, vornehmerem, vornehmeren, vornehmerer, vornehmst, vornehmste, vornehmstes, vornehmstem, vornehmsten, vornehmster)+EW; Z.: vor—nehm
$Vornehmheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Vornehmheit, Feinheit, Kultiviertheit, Bedeutsamkeit; E.: s. vornehm, s. heit; L.: Kluge s. u. vornehm, DW 26, 1344, EWD s. u. vornehm; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus vornehm und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Feinheit oder Kultiviertheit oder Bedeutsamkeit; F.: Vornehmheit, Vornehmheiten+EW; Z.: Vor—nehm—hei-t
$vornehmlich, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. vornehmlich, hauptsächlich, besonders; Q.: Anfang 17. Jh.; E.: s. vornehm, s. lich; L.: DW 26, 1360, EWD s. u. vornehm; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vornehm und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache für den Menschen mögliches hauptsächlich oder besonders; F.: vornehmlich+EW; Z.: vor—nehm—lich
$vorprallen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vorprallen, vorstoßen; E.: s. vor, s. prallen; L.: DW 26, 2382, EWD s. u. prallen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus vor und prallen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches vorstoßen oder sich rasch vorwärts bewegen; F.: vorprallen, pralle vor, prallst vor, prallt vor, prallest vor, prallet vor, prallte vor, pralltest vor, prallten vor, pralltet vor, vorgeprallt, ##vorgeprallt, vorgeprallte, vorgepralltes, vorgepralltem, vorgeprallten, vorgeprallter##, vorprallend, ###vorprallend, vorprallende, vorprallendes, vorprallendem, vorprallenden, vorprallender###, prall (!) vor+EW; Z.: vor—prall-en
$vorprellen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vorprellen, vorstoßen, vorpreschen; E.: s. vor, s. prellen; L.: DW 26, 1383, EWD s. u. prallen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus vor und prellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vorstoßen oder vorpreschen; F.: vorprellen, prelle vor, prellst vor, prellt vor, prellest vor, prellet vor, prellte vor, prelltest vor, prellten vor, prelltet vor, vorgeprellt, ##vorgeprellt, vorgeprellte, vorgeprelltes, vorgeprelltem, vorgeprellten, vorgeprellter##, vorprellend, ###vorprellend, vorprellende, vorprellendes, vorprellendem, vorprellenden, vorprellender###, prell (!) vor+EW; Z.: vor—prell-en
$Vorrat, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Vorrat, Bestand für möglichen späteren Bedarf; E.: s. vor, s. Rat; L.: Kluge s. u. Vorrat, DW 26, 1390, EWD s. u. Vorrat; GB.: seit 1276 belegte und aus vor und Rat gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche und von einem Lebewesen für möglichen späteren Bedarf beschaffte Gegebenheit; F.: Vorrat, Vorrates, Vorrats, Vorräte, Vorräten+EW; Z.: Vor—ra-t
$vorrätig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. vorrätig, Vorrat betreffend, verfügbar, vorhanden; E.: s. Vorrat, s. ig; L.: Kluge s. u. Vorrat, DW 26, 1399, EWD s. u. Vorrat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Vorrat und ig gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung von Leben möglichen Vorrat betreffend oder verfügbar oder vorhanden; F.: vorrätig, vorrätige, vorrätiges, vorrätigen vorrätiger+EW; Z.: vor—rä-t-ig
$vorrichten, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vorrichten, vorbereitend herrichten, vorbereiten; E.: s. vor, s. richten; L.: DW 26, 1419, EWD s. u. richten; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und richten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches vorbereitend herrichten oder vorbereiten; F.: vorrichten, vorrichte, vorrichtest, vorrichtet, vorrichtete, vorrichtetest, vorrichteten, vorrichtetet, vorrichtend, ###vorrichtend, vorrichtende, vorrichtendes, vorrichtendem, vorrichtenden, vorrichtender###, vorricht (!)+EW; Z.: vor—rich-t-en
$vorrücken, nhd., sw. V., (11. Jh.?): nhd. vorrücken, nach vorn rücken; E.: s. vor, s. rücken; L.: DW 26, 1424, EWD s. u. rücken; GB.: (forarukken) vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus vor und rücken gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nach vorn rücken; F.: vorrücken, rücke vor, rückst vor, rückt vor, rückest vor, rücket vor, rückte vor, rücktest vor, rückten vor, rücktet vor, vorgerückt, ##vorgerückt, vorgerückte, vorgerücktes, vorgerücktem, vorgerückten, vorgerückter##, vorrückend, ###vorrückend, vorrückende, vorrückendes, vorrückendem, vorrückenden, vorrückender###, vorzurücken, ####vorzurücken, vorzurückend, vorzurückende, vorzurückendes, vorzurückendem, vorzurückenden, vorzurückender####, rück (!) vor+EW; Z.: vor—rück-en
$Vorsatz, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Vorsatz, Wissen und Wollen einer Tat; E.: s. vor, s. Satz; L.: DW 26, 1440, EWD s. u. setzen; GB.: (voresāze*) seit Ende 13. Jh. belegte und aus vor und Satz gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen und vielleicht auch Entwicklung von Denken und Sprache mögliches Wissen und Wollen einer Tat; F.: Vorsatz, Vorsatzes, Vorsätze, Vorsätzen+EW; Z.: Vor—satz
$vorschießen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. vorschießen, vorauszahlen; E.: s. vor, s. schießen; L.: Kluge s. u. schießen, DW 26, 1464, EWD s. u. schießen; GB.: (voreschiezen*) seit 1350-1365 belegte und aus vor und schießen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches nach vorn schießen oder seit Entwickelung von Geldwirtschaft mögliches vorauszahlen; F.: vorschießen, schieße vor, schießt vor, schießen vor, schießest vor, schießet vor, schoss vor, schossest vor, schossen vor, schosst vor, schösse vor, schössest vor, schössen vor, schösset vor, vorgeschossen, ##vorgeschossen, vorgeschossene, vorgeschossenes, vorgeschossenem, vorgeschossenen, vorgeschossener##, vorschießend, ###vorschießend, vorschießende, vorschießendes, vorschießendem, vorschießenden, vorschießender###, vorzuschießend, ###vorzuschießend, vorzuschießend, vorzuschießende, vorzuschießendes, vorzuschießendem, vorzuschießenden, vorzuschießender###, schieß (!) vor+EW; Z.: vor—schie-ß-en
$Vorschlag, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorschlag, erster Schlag, Anregung, Empfehlung, Hinweis; E.: s. vor, s. Schlag; L.: DW 26, 1470, EWD s. u. Vorschlag; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und Schlag gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen ersten Schlag und seit Entwicklung von Sprache mögliche Anregung oder Empfehlung oder für einen Hinweis; F.: Vorschlag, Vorschlags, Vorschlages, Vorschläge, Vorschlägen+EW; Z.: Vor—schlag
$vorschlagen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vorschlagen, anregen, empfehlen, hinweisen; E.: s. vor, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 26, 1478, EWD s. u. schlagen; GB.: (furislahan) seit um765 belegte und aus vor und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches schlagen und seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches anregen oder empfehlen oder hinweisen; F.: vorschlagen, schlage vor, schlägst vor, schlägt vor, schlagt vor, schlagen vor, schlagest vor, schlaget vor, schlug vor, schlugst vor, schlugen vor, schlugt vor, schlüge vor, schlügest vor, schlügen vor, schlüget vor, vorgeschlagen, ##vorgeschlagen, vorgeschlagene, vorgeschlagenes, vorgeschlagenem, vorgeschlagenen, vorgeschlagener##, vorschlagend, ###vorschlagend, vorschlagende, vorschlagendes, vorschlagendem, vorschlagenden, vorschlagender###, vorzuschlagen, ####vorzuschlagen, vorzuschlagend, vorzuschlagende, vorzuschlagendes, vorzuschlagendem, vorzuschlagenden, vorzuschlagender####, schlag (!) vor+EW; Z.: vor—schlag-en
$vorschreiben, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. vorschreiben, vorher schreiben, anordnen, anweisen, befehlen; E.: s. vor, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 26, 1501, EWD s. u. schreiben; GB.: (foraskrīban*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praescribere aus vor und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung der Schrift durch den Menschen mögliches vorher schreiben oder anordnen oder anweisen oder befehlen; F.: vorschreiben, schreibe vor, schreibst vor, schreibt vor, schreiben vor, schreibest vor, schreibet vor, schrieb vor, schriebst vor, schrieben vor, schriebt vor, schriebest vor, schriebet vor, vorgeschrieben, ##vorgeschrieben, vorgeschriebene, vorgeschriebenes, vorgeschriebenem, vorgeschriebenen, vorgeschriebener##, vorschreibend, ###vorschreibend, vorschreibende, vorschreibendes, vorschreibendem, vorschreibenden, vorschreibender###, vorzuschreiben, ####vorzuschreiben, vorzuschreibend, vorzuschreibende, vorzuschreibendes, vorzuschreibendem, vorzuschreibenden, vorzuschreibender####, schreib (!) vor+EW+FW; Z.: vor—schrei-b-en
$Vorschrift, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Vorschrift, schriftliche Anordnung, Anweisung, Bestimmung, Befehl; E.: s. vor, s. Schrift; L.: DW 26, 1512, EWD s. u. schreiben; GB.: (foraskrift*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. inscriptio oder praescriptio aus vor und Schrift gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift durch den Menschen mögliche schriftliche Anordnung oder Anweisung oder Bestimmung oder einen schriftlichen Befehl; F.: Vorschrift, Vorschriften+EW+FW; Z.: Vor—schri-f-t
$Vorschuss, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Vorschuss, vorherige Zahlung, Vorauszahlung; E.: s. vor, s. Schuss; L.: DW 26, 1525, EWD s. u. schießen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. promutuum aus vor und Schuss gebildete Bezeichnung für einen vorausgehenden Schuss oder eine vorherige Zahlung oder eine Vorauszahlung; F.: Vorschuss, Vorschusses, Vorschüsse, Vorschüssen+EW; Z.: Vor—schu-ss
$vorschützen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vorschützen, als Vorwand gebrauchen; E.: s. vor, s. schützen; L.: Kluge s. u. schützen, DW 26,1530; GB.: seit 17. Jh. gebildete und aus vor und schützen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches als Vorwand gebrauchen; F.: vorschützen, schütze vor, schützst (!) vor, schützt vor, schützen vor, schützest vor, schützet vor, schützte vor, schütztest vor, schützten vor, schütztet vor, vorgeschützt, ##vorgeschützt, vorgeschützte, vorgeschütztes, vorgeschütztem, vorgeschützten, vorgeschützter##, vorschützend, ###vorschützend, vorschützende, vorschützendes, vorschützendem, vorschützenden, vorschützender###, vorzuschützen, ####vorzuschützen, vorzuschützend, vorzuschützende, vorzuschützendes, vorzuschützendem, vorzuschützenden, vorzuschützender####, schütz (!) vor+EW; Z.: vor—schü-tz-en
$vorsehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. vorsehen, vorsichtig sein (V.), bestimmen; E.: s. vor, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 26, 1541, EWD s. u. sehen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus vor und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Sehens mögliches nach vorn sehen oder vorsichtig sein (V.) oder bestimmen; F.: vorsehen, sehe vor, siehst vor, sieht vor, sehen vor, seht vor, sehest vor, sehet vor, sah vor, sahst vor, sahen vor, saht vor, sähe vor, sähest vor, sähst vor, sähen vor, sähet vor, säht (!) vor, vorgesehen, ##vorgesehen, vorgesehene, vorgesehenes, vorgesehenem, vorgesehenen, vorgesehener##, vorsehend, ###vorsehend, vorsehende, vorsehendes, vorsehendem, vorsehenden, vorsehender###, vorzusehen, ####vorzusehen, vorzusehend, vorzusehende, vorzusehendes, vorzusehendem, vorzusehenden, vorzusehender####, sieh (!) vor, siehe vor+EW; Z.: vor—seh-en
$Vorsehung, nhd., F., (17. Jh.?): nhd. Vorsehung, Voraussicht, Vorausbestimmung; E.: s. vorseh(en), s. ung; L.: DW 26, 1547, EWD s. u. sehen; GB.: nach älteren Vorformen 1605 belegte und aus vorseh(en) und ung gebildete Bezeichnung für nach der Vorstellung von Menschen mögliche Voraussicht oder Vorausbestimmung; F.: Vorsehung, Vorsehungen+EW; Z.: Vor—seh-ung
$vorsetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. vorsetzen, hinstellen; E.: s. vor, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 26, 1557, EWD s. u. setzen; GB.: (forasezzen*) vielleicht seit um 800 Jh. belegte und aus vor und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches vor etwas setzen oder hinstellen; F.: vorsetzen, setze vor, setzt vor, setzen vor, setzest vor, setzet vor, setzte vor, setztest vor, setzten vor, setztet vor, vorgesetzt, ##vorgesetzt, vorgesetzte, vorgesetztes, vorgesetztem, vorgesetzten, vorgesetzter##, vorsetzend, ###vorsetzend, vorsetzende, vorsetzendes, vorsetzendem, vorsetzenden, vorsetzender###, vorzusetzen, ####vorzusetzen, vorzusetzend, vorzusetzende, vorzusetzendes, vorzusetzendem, vorzusetzenden, vorzusetzender####, setz (!) vor+EW; Z.: vor—setz-en
$Vorsicht, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Vorsicht, Voraussicht, Aufmerksamkeit, Besonnenheit; E.: s. vor, s. Sicht; L.: DW 26, 1568, EWD s. u. sehen; GB.: (forasiht*) seit 10. Jh. belegte und aus vor und Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Sehens mögliche Voraussicht oder Aufmerksamkeit oder Besonnenheit; F.: Vorsicht+EW; Z.: Vor—sich-t
$vorsichtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. vorsichtig, Vorsicht betreffend, behutsam, aufmerksam, fürsorglich, besonnen (Adj.); E.: s. Vorsicht, s. ig (Suff.); L.: DW 26, 1574, EWD s. u. sehen; GB.: seit um 1000 belegte und aus Vorsicht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Sehens mögliches Vorsicht betreffend oder behutsam oder aufmerksam oder fürsorglich oder besonnen (Adj.); F.: vorsichtig, vorsichtige, vorsichtiges, vorsichtigem, vorsichtigen, vorsichtiger(, vorsichtigere, vorsichtigeres, vorsichtigerem, vorsichtigeren, vorsichtigerer, vorsichtigst, vorsichtigste, vorsichtigstes, vorsichtigstem, vorsichtigsten, vorsichtigster)+EW; Z.: vor—sich-t-ig
$vorsintflutlich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. vorsintflutlich, veraltet, die Zeit vor der so genannten angeblichen Sintflut (Sündflut) betreffend; E.: s. vor, s. Sintflut, s. lich; L.: ,DW 26, 1584 (Verweis auf vorsündflutlich), EWD s. u. Sintflut; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus vor und Sintflut sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches veraltet oder die Zeit vor der angeblichen Sintflut betreffend; F.: vorsintflutlich, vorsintflutliche, vorsintflutliches, vorsintflutlichem, vorsintflutlichen, vorsintflutlicher(, vorsintflutlichere, vorsintflutlicheres, vorsintflutlicherem, vorsintflutlicheren, vorsintflutlicherer, vorsintflutlichst, vorsintflutlichste, vorsintflutlichstes, vorsintflutlichstem, vorsintflutlichsten, vorsintflutlichster)+EW; Z.: vor—sin-t—flu-t—lich
$Vorsitz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorsitz; E.: s. vor, s. Sitz; L.: DW 26, 1584, EWD s. u. sitzen; GB.: seit 1598 belegte und vielleicht nach lat. praesidium aus vor und Sitz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen vorn gelegenen Sitz oder die Leitung in einer Versammlung oder Vereinigung von Menschen; F.: Vorsitz, Vorsitzes, Vorsitze, Vorsitzen+EW; Z.: Vor—sitz
$vorsitzen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. vorsitzen, vorn sitzen, führen, leiten; E.: s. vor, s. sitzen; L.: DW 26, 1587, EWD s. u. sitzen; GB.: seit 1482 belegte und vielleicht nach lat. praesidere aus vor und sitzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches vorn sitzen oder führen oder leiten; F.: vorsitzen, sitze vor, sitzt vor, sitzest vor, sitzet vor, saß vor, saßest vor, saßen vor, saßt vor, saßet (!) vor, säße vor, säßest vor, säßen vor, säßet vor, säßt (!) vor, vorgesessen, ##vorgesessen, vorgesessene, vorgesessenes, vorgesessenem, vorgesessenen, vorgesessener##, vorsitzend, ###vorsitzend, vorsitzende, vorsitzendes, vorsitzendem, vorsitzenden, vorsitzender###, vorzusitzen, ####vorzusitzen, vorzusitzend, vorzusitzende, vorzusitzendes, vorzusitzendem, vorzusitzenden, vorzusitzender####, sitz (!) vor, sitze (!) vor+EW; Z.: vor—sitz-en
$Vorsitzender, nhd., (Part. Präs.=)M., (18. Jh.): nhd. Vorsitzender, vorn Sitzender, Vorsitzer, Leiter (M.) oder Führer einer Versammlung; E.: s. vorsitzen, s. d, s. er (Suff.); Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; L.: fehlt DW, EWD s. u. sitzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praeses aus vorsitzen und d sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen vorn Sitzenden oder Leiter (M.) oder Führer einer Versammlung oder Vereinigung; F.: Vorsitzender, Vorsitzende, Vorsitzenden+EW; Z.: Vor—sitz-en-d-er
$Vorsitzer, nhd. (ält.), M., (14./15. Jh.): nhd. Vorsitzer, Vorsitzender; E.: s. vorsitz(en), s. er (Suff.): L.: DW 26, 1584, EWD s. u. sitzen; GB.: (voresitzære*) seit 14./15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. praeses aus vorsitz(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen vorn Sitzenden oder Leiter (M.) oder Führer einer Versammlung oder Vereinigung; F.: Vorsitzer, Vorsitzers, Vorsitzern+EW; Z.: Vor-sitz-er
$Vorsorge, nhd., F., (16. Jh.?): nhd. Vorsorge, Vorbeugung; E.: s. vor, s. Sorge; L.: DW 26, 1591, EWD s. u. Sorge; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und möglicherweise nach lat. providentia aus vor und Sorge gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche vorherige Sorge oder Vorbeugung; F.: Vorsorge, Vorsorgen+EW; Z.: Vor—sorg-e
$Vorspann, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vorspann, Einführung, Einleitung; E.: s. vor, s. Spann; L.: DW 26, 1598, EWD s. u. spannen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und Spann bzw. spann(en) gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vorn angebrachtes Gespann oder später eine Einführung oder Einleitung in einen Text oder einen Film; F.: Vorspann, Vorspannes, Vorspanns, Vorspanne, Vorspannen+EW; Z.: Vor—span-n
$vorspannen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vorspannen, vorn anspannen; E.: s. vor, s. spannen; L.: Kluge s. u. spannen, DW 26, 1602, EWD s. u. spannen; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. obtendere aus vor und spannen gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vorn anspannen; F.: vorspannen, spanne vor, spannst vor, spannt vor, spannen vor, spannest vor, spannet vor, spannte vor, spanntest vor, spannten vor, spanntet vor, vorgespannt, ##vorgespannt, vorgespannte, vorgespanntes, vorgespanntem, vorgespannten, vorgespannter##, vorspannend, ###vorspannend, vorspannende, vorspannendes, vorspannendem, vorspannenden, vorspannender###, vorzuspannen, ####vorzuspannen, vorzuspannend, vorzuspannende, vorzuspannendes, vorzuspannendem, vorzuspannenden, vorzuspannender####, spann (!) vor+EW; Z.: vor—span-n-en
$vorspiegeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. vorspiegeln, vorgeben, täuschen, heucheln, lügen; Vw.: s. vor-; E.: s. vor, s. spiegeln; seit 16. Jh. belegte und aus vor und spiegeln gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und wohl Entwicklung von Sprache mögliches vorgeben oder täuschen oder heucheln oder lügen; L.: Kluge s. u. Spiegel, DW 26, 1606, EWD s. u. spiegeln; F.: vorspiegeln, spiegel (!) vor, spiegle vor, spiegele vor, spiegelst vor, spiegelt vor, spiegelte vor, spiegeltest vor, spiegelten vor, spiegeltet vor, vorgespiegelt, ##vorgespiegelt, vorgespiegelte, vorgespiegeltes, vorgespiegeltem, vorgespiegelten, vorgespiegelter##, vorspiegelnd, ###vorspiegelnd, vorspiegelnde, vorspiegelndes, vorspiegelndem, vorspiegelnden, vorspiegelnder###, vorzuspiegeln, ####vorzuspiegeln, vorzuspiegelnd, vorzuspiegelnde, vorzuspiegelndes, vorzuspiegelndem, vorzuspiegelnden, vorzuspiegelnder####, spiegel (!) vor+EW+FW; Z.: vor—spieg-el-n
$Vorspiegelung, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Vorspiegelung; E.: s. vorspiegel(n), s. ung; L.: DW 26, 1608, EWD s. u. Spiegel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus vorspiegel(n) und ung gebildete für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Vorgeben oder Täuschen oder Heucheln oder Lügen (N.); F.: Vorspiegelung, Vorspiegelungen+EW+FW; Z.: Vor—spieg-el-ung
$vorspringen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. vorspringen; E.: s. vor, s. springen; L.: Kluge s. u. springen, DW 26, 1629, EWD s. u. springen; GB.:(furispringan) seit 10. Jh. belegte und aus vor und springen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches vor etwas springen; F.: vorspringen, springe vor, springst vor, springt vor, springen vor, springest vor, springet vor, sprang vor, sprangst vor, sprangen vor, sprangt vor, spränge vor, sprängest vor, sprängen vor, spränget vor, vorgesprungen, ##vorgesprungen, vorgesprungene, vorgesprungenes, vorgesprungenem, vorgesprungenen, vorgesprungener##, vorspringend, ###vorspringend, vorspringende, vorspringendes, vorspringendem, vorspringenden, vorspringender###, vorzuspringen, ####vorzuspringen, vorzuspringend, vorzuspringende, vorzuspringendes, vorzuspringendem, vorzuspringenden, vorzuspringender####, spring (!) vor+EW; Z.: vor—s-pri-ng-en
$Vorsprung, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Vorsprung, Vorteil; E.: s. vor, s. Sprung; L.: DW 26, 1634, EWD s. u. springen; GB.: (voresprunc*) seit 1220-1250 belegte und aus vor und Sprung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Vorspringen vor etwas Anderes oder für einen Vorteil; F.: Vorsprung, Vorsprungs, Vorsprunges, Vorsprünge, Vorsprüngen+EW; Z.: Vor-s-pr-ung
$Vorstand, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Vorstand, Leiter (M.), Führer; E.: s. vor, s. Stand; L.: DW 26, 1646, EWD s. u. stehen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vor und Stand gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen vorderen Stand oder einen Leiter (M.) oder Führer; F.: Vorstand, Vorstandes, Vorstands, Vorstände, Vorständen+EW; Z.: Vor—sta-n-d
$vorstehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. vorstehen; E.: s. vor, s. stehen; L.: Kluge s. u. stehen, DW 26, 1659, EWD s. u. stehen; GB.: (furistān*, furistantan*) seit Ende 8. Jh. belegte und aus vor und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vorn stehen oder leiten oder führen; F.: vorstehen, stehe vor, stehst vor, steht vor, stehen vor, stehest vor, stehet vor, stand vor, standest vor, standst vor, standen vor, standet vor, stände vor, ständest vor, ständen vor, ständet vor, stünde vor, stündest vor, stünden vor, stündet vor, vorgestanden, ##vorgestanden, vorgestandene, vorgestandenes, vorgestandenem, vorgestandenen, vorgestandener##, vorstehend, ###vorstehend, vorstehende, vorstehendes, vorstehendem, vorstehenden, vorstehender###, vorzustehen, ####vorzustehen, vorzustehend, vorzustehende, vorzustehendes, vorzustehendem, vorzustehenden, vorzustehender####, steh (!) vor+EW; Z.: vor—steh-en
$Vorsteher, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorsteher, Vorstand, vorn Stehender, Leiter (M.), Führer; E.: s. vor, s. steh(en), s. er (Suff.); L.: DW 26, 1669, EWD s. u. stehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vorsteh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen vorn Stehenden oder Leiter (M.) oder Führer; F.: Vorsteher, Vorstehers, Vorstehern+EW; Z.: Vor—steh-er
$vorstellen, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. vorstellen, nach vorn stellen, stellen vor, einführen; E.: s. vor, s. stellen; L.: Kluge s. u. stellen, DW 26, 1675, EWD s. u. stellen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus vor und stellen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nach vorn stellen oder vor etwas stellen oder einführen; F.: vorstellen, stelle vor, stellst vor, stellt vor, stellen vor, stellest vor, stellet vor, stellte vor, stelltest vor, stellten vor, stelltet vor, vorgestellt, ##vorgestellt, vorgestellte, vorgestelltes, vorgestelltem, vorgestellten, vorgestellter##, vorstellend, ###vorstellend, vorstellende, vorstellendes, vorstellendem, vorstellenden, vorstellender###, vorzustellen, ####vorzustellen, vorzustellend, vorzustellende, vorzustellendes, vorzustellendem, vorzustellenden, vorzustellender####, stell (!) vor+EW; Z.: vor—stel-l-en
$Vorstellung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Vorstellung, Anschauung, Vorführung; Q.: um 1600; E.: s. vorstell(en), s. ung; L.: DW 26, 1688, EWD s. u. stellen; GB.: um 1600 belegte und aus vorstell(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von höheren Tieren und Menschen mögliches Bekanntmachen oder Ahnen oder Annehmen oder Einbilden oder eine Anschauung; F.: Vorstellung, Vorstellungen+EW; Z.: Vor—stel-l-ung
$Vorstoß, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorstoß, Stoß nach vorn, Angriff, Einfall; E.: s. vor, s. Stoß; L.: DW 26, 1699 (Vorstosz), EWD s. u. stoßen; GB.: seit 1598 belegte und aus vor und Stoß gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Stoß nach vorn oder einen Angriff oder einen Einfall; F.: Vorstoß, Vorstoßes, Vorstöße, Vorstößen+EW; Z.: Vor—sto-ß
$vorstoßen, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. vorstoßen, nach vorn stoßen; E.: s. vor, s. stoßen; L.: Kluge s. u. stoßen, DW 26, 1700 (vorstoszen), EWD s. u. stoßen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus vor und stoßen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches nach vorn stoßen; F.: vorstoßen, stoße vor, stößt vor, stoßt vor, stoßen vor, stoßest vor, stoßet vor, stieß vor, stießest vor, stießt vor, stießen vor, stießet vor, vorgestoßen, ##vorgestoßen, vorgestoßene, vorgestoßenes, vorgestoßenem, vorgestoßenen, vorgestoßener##, vorstoßend, ###vorstoßend, vorstoßende, vorstoßendes, vorstoßendem, vorstoßenden, vorstoßender###, vorzustoßen, ####vorzustoßen, vorzustoßend, vorzustoßende, vorzustoßendes, vorzustoßendem, vorzustoßenden, vorzustoßender####, stoß (!) vor+EW; Z.: vor—sto-ß-en
$vorstrecken, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. vorstrecken, nach vorn strecken, vorlegen; E.: s. vor, s. strecken; L.: Kluge s. u. strecken, DW 26, 1704, EWD s. u. strecken; GB.: (forastrekken*) seit um 800 belegte und aus vor und strecken gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches nach vorn strecken oder vorlegen; F.: vorstrecken, strecke vor, streckst vor, streckt vor, strecken vor, streckest vor, strecket vor, streckte vor, strecktest vor, streckten vor, strecktet vor, vorgestreckt, ##vorgestreckt, vorgestreckte, vorgestrecktes, vorgestrecktem, vorgestreckten, vorgestreckter##, vorstreckend, ###vorstreckend, vorstreckende, vorstreckendes, vorstreckendem, vorstreckenden, vorstreckender###, vorzustrecken, ####vorzustrecken, vorzustreckend, vorzustreckende, vorzustreckendes, vorzustreckendem, vorzustreckenden, vorzustreckender####, streck (!) vor+EW; Z.: vor—stre-ck-en
$Vorteil, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Vorteil, Vorsprung, Vorzug, Nutzen (M.); E.: s. vor, s. Teil; L.: Kluge s. u. Vorteil, DW 26, 1724, EWD s. u. Teil; GB.: (forateila) vielleicht seit um 765 belegte und aus vor und Teil gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen möglicher Vorsprung oder Vorzug oder Nutzen (M.); F.: Vorteil, Vorteils, Vorteiles, Vorteile, Vorteilen+EW; Z.: Vor—tei-l
$Vortrag, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vortrag, Rede, Darstellung; E.: s. vor, s. trag(en); L.: Kluge s. u. Vortrag, DW 26, 1754; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und trag(en) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliche Rede oder Darstellung; F.: Vortrag, Vortrags, Vortrages, Vorträge, Vorträgen+EW; Z.: Vor—trag
$vortrefflich, nhd., Adj., (15. Jh.?): nhd. vortrefflich, vorzüglich, ausgezeichnet; E.: s. vor und treff(en) sowie lich; L.: Kluge s. u. vortrefflich, DW 26, 1775, EWD s. u. vortrefflich; GB.: (vüretrefflich) seit Ende 15. Jh. belegte und aus vor beziehungsweise für und treff(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vorzüglich oder ausgezeichnet; F.: vortrefflich, vortreffliche, vortreffliches, vortrefflichem, vortrefflichen, vortrefflicher(, vortrefflichere, vortrefflicheres, vortrefflicherem, vortrefflicheren, vortrefflicherer, vortrefflichst, vortrefflichste, vortrefflichstes, vortrefflichstem, vortrefflichsten, vortrefflichster)+EW; Z.: vor—treff-lich
$vortreten, nhd., st. V., (13. Jh.): nhd. vortreten, nach vorn treten; E.: s. vor, s. treten; L.: Kluge s. u. treten, DW 26, 1784, EWD s. u. treten; GB.: (voretreten*) seit um 1210 belegte und aus vor und treten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches nach vorn treten; F.: vortreten, trete vor, trittst vor, tritt vor, treten vor, tretet vor, tretest vor, trat vor, tratest (!) vor, tratst vor, traten vor, tratet vor, träte vor, trätest vor, träten vor, trätet vor, vorgetreten, ##vorgetreten, vorgetretene, vorgetretenes, vorgetretenem, vorgetretenen, vorgetretener##, vortretend, ###vortretend, vortretende, vortretendes, vortretendem, vortretenden, vortretender##, vorzutreten, ####vorzutreten, vorzutretend, vorzutretende, vorzutretendes, vorzutretendem, vorzutretenden, vorzutretender####, tritt (!) vor+EW; Z.: vor—tre-t-en
$Vortritt, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Vortritt, Vorzug, Vorfahrt; E.: s. vor, s. Tritt; L.: DW 26, 1790, EWD s. u. treten; GB.: (voretrit*) vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus vor und Tritt gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Vorzug oder eine Vorfahrt; F.: Vortritt, Vortritts, Vortrittes, Vortritte, Vortritten+EW; Z.: Vor—tri-t-t
$Vortrupp, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Vortrupp, Vorhut; E.: s. vor, s. Trupp; L.: DW 26, 1794, EWD s. u. Trupp; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus vor und Trupp gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Vorhut eines Heeres; F.: Vortrupp, Vortrupps, Vortrupp+EW+FW; Z.: Vor-tru-pp
$vorüber, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. vorüber, vorbei; E.: s. vor, s. über; L.: DW 26, 1803, EWD s. u. vor; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und über gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit Raum und Zeit mögliches vorbei; F.: vorüber+EW; Z.: vor—üb-er
$Vorwand, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vorwand, Ausrede, Ausflucht, vorgetäuschter Grund; E.: s. vor, s. Wand bzw. wend(en); L.: Kluge s. u. Vorwand, DW 26, 1881, EWD s. u. Vorwand; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus vor und Wand bzw. wend(en) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für Ausrede oder Ausflucht oder vorgetäuschten Grund; F.: Vorwand, Vorwandes, Vorwands, Vorwände, Vorwänden+EW; Z.: Vor—wa-nd
$vorwärts, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. vorwärts, nach vorn gewendet; E.: s. vor, s. wärts; L.: DW 26, 1890, EWD s. u. -wärts; GB.: (furiwert*) seit 9. Jh. belegte und aus vor und wärts gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Entwicklung von Lebewesen mögliches nach vorn gewendet; F.: vorwärts+EW; Z.: vor—wär-t-s
$vorwerfen, nhd., st. V. (Anfang 9. Jh.): nhd. vorwerfen, nach vorn werfen, beanstanden, anlasten; E.: s. vor, s. werfen; L.: Kluge s. u. werfen, DW 26, 1922, EWD s. u. werfen; GB.: (furiwerfan*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus vor und werfen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches nach vorn werfen oder beanstanden oder anlasten; F.: vorwerfen, werfe vor, wirfst vor, wirft vor, werft vor, werfest vor, werfet vor, warf vor, warfst vor, warfen vor, warft vor, würfe vor, würfest vor, würfen vor, würfet vor, vorgeworfen, ##vorgeworfen, vorgeworfene, vorgeworfenes, vorgeworfenem, vorgeworfenen, vorgeworfener##, vorwerfend, ###vorwerfend, vorwerfende, vorwerfendes, vorwerfendem, vorwerfenden, vorwerfender###, vorzuwerfen, ####vorzuwerfen, vorzuwerfend, vorzuwerfende, vorzuwerfendes, vorzuwerfendem, vorzuwerfenden, vorzuwerfender####, wirf (!) vor+EW; Z.: vor—wer-f-en
$Vorwitz, nhd., M., (8. Jh.?): nhd. Vorwitz, Neugierde; E.: s. vor, s. Witz; L.: Kluge s. u. Vorwitz, EWD s. u. Vorwitz, DW 26, 1952; GB.: (firiwiz*) seit 766-800 belegte und vielleicht aus vor und Witz gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Neugierde oder früher auch Wunder; F.: Vorwitz, Vorwitzes+EW; Z.: Vor—wi-tz
$vorwitzig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. vorwitzig, neugierig; E.: s. Vorwitz, s. ig; L.: Kluge s. u. Vorwitz, DW 26, 1956, EWD s. u. Vorwitz; GB.: (vürewitzic*) seit 1315/1323 belegte und aus Vorwitz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches neugierig; F.: vorwitzig, vorwitzige, vorwitziges, vorwitzigem, vorwitzigen, vorwitziger(, vorwitzigere, vorwitzigeres, vorwitzigerem, vorwitzigeren, vorwitzigerer, vorwitzigst, vorwitzigste, vorwitzigstes, vorwitzigstem, vorwitzigsten, vorwitzigster)+EW; Z.: vor—wi-tz-ig
$Vorwort, nhd., N., (9. Jh.?): nhd. Vorwort, vorangestelltes Wort, einführende Bemerkung; E.: s. vor, s. Wort; L.: ,DW 26, 1960, EWD s. u. Vorwort; GB.: (furiwurti) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und nach lat. proverbium aus vor und Wort gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches vorangestelltes Wort eines Textes oder für eine einführende Bemerkung; F.: Vorwort, Vorwortes, Vorworts, Vorworte, Vorworten+EW; Z.: Vor—wor-t
$Vorwurf, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Vorwurf, Anschuldigung, Rüge, Vorlage; E.: s. vor, s. Wurf; L.: Kluge s. u. Vorwurf, DW 26, 1967, EWD s. u. Vorwurf; GB.: (vürewurf) vielleicht vor 1298 belegte und nach lat. obiectum aus vor und Wurf gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Anschuldigung oder eine Rüge oder eine Vorlage; F.: Vorwurf, Vorwurfes, Vorwurfs, Vorwürfe, Vorwürfen+EW; Z.: Vor—wur-f
$Vorzeichen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Vorzeichen, Anzeichen, vor ein Zeichen gestelltes Zeichen; E.: s. vor, s. Zeichen; L.: , DW 26, 1982EWD s. u. Zeichen; GB.: (forazeihhan) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. prodigium aus vor und Zeichen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache in der Vorstellung des Menschen mögliches vorheriges Anzeichen für eine Gegebenheit oder in der Mathematik ein vor eine Zahl gestelltes Zeichen für (positiv oder) (-) negativ; F.: Vorzeichen, Vorzeichens+EW; Z.: Vor—zei-ch-en
$vorziehen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. vorziehen, nach vorn ziehen, bevorzugen, auswählen; E.: s. vor, s. ziehen; L.: DW 26, 2001, EWD s. u. ziehen; GB.: (furiziohan) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. proferre aus vor und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Lebewesen mögliches nach vorn ziehen oder vor etwas ziehen oder bevorzugen oder auswählen; F.: vorziehen, ziehe vor, ziehst vor, zieht vor, ziehen vor, ziehest vor, ziehet vor, zog vor, zogst vor, zogen vor, zogt vor, zöge vor, zögest vor, zögst vor, zögen vor, zöget vor, vorgezogen, ##vorgezogen, vorgezogene, vorgezogenes, vorgezogenem, vorgezogenen, vorgezogener##, vorziehend, ###vorziehend, vorziehende, vorziehendes, vorziehendem, vorziehenden, vorziehender###, vorzuziehen, ####vorzuziehen, vorzuziehend, vorzuziehende, vorzuziehendes, vorzuziehendem, vorzuziehenden, vorzuziehender####, zieh (!) vor+EW; Z.: vor—zie-h-en
$Vorzug, nhd., M., (15. Jh.?): nhd. Vorzug, Vorrang, Vorrecht; E.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus vor und Zug bzw. zie(hen) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Lebewesen möglicher Vorrang oder ein Vorrecht; L.: DW 26, 2010, EWD s. u. ziehen; F.: Vorzug, Vorzuges, Vorzugs, Vorzüge, Vorzügen+EW; Z.: Vor—zu-g
$vorzüglich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vorzüglich, vortrefflich, ausgezeichnet; E.: s. Vorzug, s. lich; L.: DW 26, 2016, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vorzug und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vortrefflich oder ausgezeichnet; F.: vorzüglich, vorzügliche, vorzügliches, vorzüglichem, vorzüglichen, vorzüglicher(, vorzüglichere, vorzüglicheres, vorzüglicherem, vorzüglicheren, vorzüglicherer, vorzüglichst, vorzüglichste, vorzüglichstes, vorzüglichstem, vorzüglichsten, vorzüglichster)+EW; Z.: vor—zü-g—lich
$votieren, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. votieren, Stimme abgeben, beschließen, entscheiden; E.: s. frz. vot(er), s. ieren, s. lat. vo(vere); L.: Kluge s. u. votieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches seine Stimme abgeben oder beschließen oder entscheiden; F.: votieren, votiere, votierst, votiert, votierest, votieret, votierte, votiertest, votierten, votiertet, ##votiert, votierte, votiertes, votiertem, votierten, votierter##, votierend, ###votierend, votierende, votierendes, votierendem, votierenden, votierender###, votier (!)+FW(+EW?); Z.: vo-t-ier-en
Votivtafel, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Votivtafel, geweihte Tafel; ne. votive panel, votive tablet; Vw.: -; Hw.: s. devot, Votum; Q.: 18. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: Hybridbildung; von kirchenlateinisch tabula vōtiva, F., geweihtes Täfelchen; s. lat. vovēre, V., geloben, feierlich versprechen, wünschen, anwünschen; idg. *eu̯egᵘ̯ʰ-, *eugᵘ̯ʰ-, *u̯egᵘ̯ʰ-, V., feierlich sprechen, geloben, preisen, Pokorny 348 (516/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); s. nhd. Tafel; L.: Kluge s. u. Votivtafel, fehlt DW, Duden s. u. Votivtafel; Son.: vgl. nndl. votieftafel, Sb., Votivtafel; frz. tableau votif, M., Votivtafel; nschw. votivtavla, Sb., Votivtafel; nnorw. votivtavle, M., F., Votivtafel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Kirchenlateinischen aufgenommene und umgebildete aus Votiv beziehungsweise voti(eren) beziehungsweise Vot(um) sowie Tafel gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Religion mögliche einem Heiligen meist aufgrund eines Gelübdes geweihte Tafel mit einer Inschrift; BM.: geloben, Brett; F.: Votivtafel, Votivtafeln+FW(+EW?); Z.: Vo-t-iv—ta-f-el
Votum, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Votum, Stimme, Stimmabgabe; ne. vote (N.); Vw.: -; Hw.: s. devot, Votivtafel; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. vōtum; E.: s. lat. vōtum, N., Gelübde, Versprechen, Wunsch, Verlobung, (um 125-175 n. Chr.); vgl. lat. vovēre, V., geloben, feierlich versprechen, wünschen, anwünschen; idg. *eu̯egᵘ̯ʰ-, *eugᵘ̯ʰ-, *u̯egᵘ̯ʰ-, V., feierlich sprechen, geloben, preisen, Pokorny 348 (516/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital.); L.: Kluge s. u. Votum, fehlt DW, EWD s. u. Votum, Duden s. u. Votum; Son.: vgl. nndl. votum, Sb., Votum; frz. vote, M., Votum; nschw. votum, N., Votum; nnorw. votum, N., Votum; poln. wotum, Sb., Votum; kymr. fôt, F., Votum; nir. vótáil, F., Votum; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache mögliche bei einer Stimmabgabe abgegebene Stimme; BM.: geloben; F.: Votum, Votums, Voten, Vota+FW; Z.: Vo-t-um
Voucher, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Voucher, Gutschein, Beleg; ne. voucher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. ne. voucher; E.: s. ne. voucher, N., Voucher, Gutschein; vgl. ne. vouch, V., bürgen; afrz. voucher, vocher, V., herbeirufen, aufrufen; lat. vocāre, V., rufen, (um 450 v. Chr.); idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Voucher; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar dem Altfranzösischen und dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dem 20. Jh. ausgegebenen Gutschein für vor Erbringung bezahlte Leistungen; BM.: rufen; F.: Voucher, Vouchers, Vouchern+FW; Z.: Vouch-er
Voyeur, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Voyeur, Spanner; ne. voyeur; Vw.: -; Hw.: s. Voyeurismus; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. voyeur; E.: s. frz. voyeur, M., Voyeur, Zuschauer; vgl. frz. voir, V., sehen; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, schauen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Voyeur, fehlt DW. Duden s. u. Voyeur; Son.: vgl. nndl. voyeur, Sb., Voyeur; nschw. voyeur, M., Voyeur; poln. voyeur, M., Voyeur; kymr. voyeur, M., Voyeur; lit. vujeristas, M., Voyeur; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen heimlich einen Geschlechtsverkehr anderer beobachtenden Menschen oder Spanner; BM.: sehen; F.: Voyeur, Voyeurs, Voyeure, Voyeuren+FW; Z.: Vo-y-eur
Voyeurismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Voyeurismus, Spannen (N.); ne. voyeurism; Vw.: -; Hw.: s. Voyeur; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. frz. voyeurisme; E.: s. frz. voyeurisme, M., Voyeurismus, Zuschauen; vgl. frz. voyeur, M., Voyeur, Zuschauer; frz. voir, V., sehen; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, schauen, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Voyeur, fehlt DW, Duden s. u. Voyeurismus; Son.: vgl. nndl. voyeurisme, Sb., Voyeurismus; nschw. voyeurism, Sb., Voyeurismus; poln. voyeuryzm, M., Voyeurismus; kymr. voyeuriaeth, F., Voyeurismus; lit. vujarizmas, M., Voyeurismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie aus Voyeur und is sowie mus gebildete Bezeichnung für das heimliche Beobachten anderer Menschen bei einem Geschlechtsverkehr; BM.: sehen; F.: Voyeurismus+FW+EW; Z.: Vo-y-eur-ism-us
vozieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. vozieren, rufen, laden (V.) (2); ne. appoint; Vw.: s. e-, pro-, re-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. vocāre, V., rufen; idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); L.: Kluge s. u vozieren, fehlt DW; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches vor Gericht rufen oder laden (V.) (2); BM.: sprechen; F.: vozieren, voziere, vozierst, voziert, vozierest, vozieret, vozierte, voziertest, vozierten, voziertet, ##voziert, vozierte, voziertes, voziertem, vozierten, vozierter##, vozierend, ###vozierend, vozierende, vozierendes, vozierendem, vozierenden, vozierender###, vozier (!)+FW(+EW); Z.: voz-ier-en
vulgär, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. vulgär, abstoßend gemein, ordinär; ne. vulgar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. frz. vulgaire; E.: s. frz. vulgaire, Adj., vulgär, gemein; lat. vulgāris, Adj., allgemein, durchgängig, allen gemein, alltäglich, (86/82 v. Chr.); vgl. lat. vulgus, N., Volk, große Menge, Leute, Bevölkerung, Publikum; vgl. idg. *u̯el- (3), V., drängen, pressen, einschließen, Pokorny 1138 (1975/51) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. vulgär, DW 26, 2021, EWD s. u. vulgär, Duden s. u. vulgär; Son.: vgl. nndl. vulgair, Adj., vulgär; nschw. vulgär, Adj., vulgär; nnorw. vulgær, Adj., vulgär; poln. wulgarny, Adj., vulgär; lit. vulgarus, Adj., vulgär; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für abstoßend gemein oder ordinär; BM.: Volk bzw. drängen; F.: vulgär, vulgäre, vulgäres, vulgärem, vulgären, vulgärer(, vulgärere, vulgäreres, vulgärerem, vulgäreren, vulgärerer, vulgärst, vulgärste, vulgärstes, vulgärstem, vulgärsten, vulgärster)+FW(+EW?); Z.: vul-g-är
Vulkan, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Vulkan, feuerspeiender Berg; ne. volcano; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. lat. Vulcānus; E.: Neubildung zu lat. Vulcānus, M., Vulkan (Gott des Feuers), (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unklar, aus dem Etruskischen oder aus dem ägäischen Raum?; L.: Kluge s. u. Vulkan, DW 26, 2022, EWD s. u. Vulkan, Duden s. u. Vulkan; Son.: vgl. nndl. vulkaan, Sb., Vulkan; nschw. vulkan, Sb., Vulkan; nnorw. vulkan, M., Vulkan; poln. wulkan, M., Vulkan; kymr. folcano, M., Vulkan; nir. bolcán, M., Vulkan; lit. vulkanas, M., Vulkan; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen meist wohl schon vormenschlichen feuerspeienden Berg oder gasspeienden Berg (insgesamt in der Gegenwart auf der Erde bei einer Fläche von 510100000 Quadratkilometern etwa 1500 Vulkane über dem Meeresspiegel); BM.: PN (Gott der Feuerflamme der nach den Vorstellungen von Menschen in den Hochkulturen des Altertums in dem Berg Ätna in Sizilien bzw. unter der Insel Vulcano seine Schmiede gehabt haben soll); F.: Vulkan, Vulkans, Vulkanes, Vulkane, Vulkanen+FW; Z.: Vulkan
$vulkanisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. vulkanisch; E.: s. Vulkan, s. isch; L.: Kluge s. u. Vulkan, DW 26, 2025, EWD s. u. Vulkan; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Vulkan und isch gebildete Bezeichnung für Vulkan betreffend; F.: vulkanisch, vulkanische, vulkanisches, vulkanischem, vulkanischen, vulkanischer+FW+EW; Z.: vulkan-isch
vulkanisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. vulkanisieren, zu Gummi verarbeiten, mit Kautschuk beschichten; ne. vulcanise; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. ne. vulcanise; E.: s. ne. vulcanise, V., vulkanisieren; gebildet zu lat. Vulcānus, M., Vulkan (Gott des Feuers), (um 250-184 v. Chr.); Herkunft unklar, aus dem Etr. oder aus dem ägäischen Raum?; L.: Kluge s. u. vulkanisieren, fehlt DW, EWD s. u. vulkanisieren, Duden s. u. vulkanisieren; Son.: vgl. nndl. vulcaniseren, V., vulkanisieren; frz. vulcaniser, V., vulkanisieren; nschw. vulkanisera, V., vulkanisieren; nnorw. vulkanisere, V., vulkanisieren; poln. wulkanizować, V., vulkanisieren; nir. bolcánaím, V., vulkanisieren; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare und in der weiteren Herkunft unklare sowie vielleicht aus dem Etruskischen oder dem ägäischen Raum stammende Bezeichnung für 1839 von Charles Goodyear entwickeltes und verwendetes Rohkautschuk mit Hilfe bestimmter Chemikalien zu Gummi verarbeiten bzw. einen Gegenstand mit Kautschuk beschichten; BM.: PN; F.: vulkanisieren, vulkanisiere, vulkanisierst, vulkanisiert, vulkanisierest, vulkanisieret, vulkanisierte, vulkanisiertest, vulkanisierten, vulkanisiertet, ##vulkanisiert, vulkanisierte, vulkanisiertes, vulkanisiertem, vulkanisierten, vulkanisierter##, vulkanisierend, ###vulkanisierend, vulkanisierende, vulkanisierendes, vulkanisierendem, vulkanisierenden, vulkanisierender###, vulkanisier (!)+FW(+EW?); Z.: vulkan-is-ier-en
Vulva, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Vulva, weibliche Scham; ne. vulva; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. s. lat. volva; E.: lat. volva, F., Hülle, Gebärmutter, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. volvere, V., rollen, kollern, wälzen, drehen, wirbeln, sich emporwälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Vulva; Son.: vgl. nndl. vulva, Sb., Vulva; frz. vulve, F., Vulva; nschw. vulva, Sb., Vulva; nnorw. vulva, Sb., Vulva; kymr. fylfa, F., Vulva; lit. vulva, F., Vulva; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der sachlich seit Entstehung des Menschen vorhandenen äußeren unteren weiblichen aus Venushügel oder Schamhügel und großen Schamlippen und kleinen Schamlippen und Klitoris oder Kitzler sowie Scheidenvorhof bestehenden Geschlechtsorgane; BM.: drehen bzw. winden; F.: Vulva, Vulven+FW; Z.: Vul-v-a
w, W, nhd., N., (10. Jh.?): nhd. w, W (Buchstabe); ne. w (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.?; E.: s. u und v; L.: DW 27, 1, Duden s. u. W; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und als Verdoppelung von U oder V gebildete Bezeichnung für u oder v vor einem Vokal entwickelt und als Halbkonsonant eingeordnet sowie verwendet; BM.: Verdoppelung von u oder v; F.: W, Ws+EW; Z.: W
Waage, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Waage, Gewicht (N.) (1), Instrument zu dem Wägen; ne. weighing scale; Vw.: -; Hw.: s. wagen; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. wāge (1), st. F., sw. F., Waage, Waagschale, gerechtes Abwägen, öffentliche Waage, städtische Waage, Waagamt, Kippe (F.) (3); mnd. wāge (1), F., Waage, Sternbild Waage, Ort an dem gewogen wird, Wägehaus; mnl. wāghe, F., Waage, Waagschale, Gewicht, Druck; ahd. wāga, st. F. (ō), Waage, Gewicht (N.) (1), abgemessenes Gewicht; ahd. wāgī*?, st. F. (ī), Gewicht (N.) (1), Bedeutung; as. wāga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Waagschale; lat.-as. waga* (2), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Waage, Gewicht (N.) (1); anfrk. wāga*, st. F. (ō), Waage; germ. *wēgō, *wǣgō, st. F. (ō), Waage; germ. *wēgī-, *wēgīn, *wǣgī-, *wǣgīn, sw. F. (n), Gewicht (N.) (1), Bedeutung; s. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wage, Kluge s. u. Waage, EWD s. u. Waage, DW 27, 348 (Wage), Falk/Torp 383, Seebold 543, Duden s. u. Waage, Bluhme s. u. Waage; Son.: die Schreibung mit aa dient zur Unterscheidung von „Wagen”; vgl. afries. *wēie, Adj., geneigt; ae. wǣg (2), Sb., Waage, Gewicht (N.) (1), Last; an. vāg, st. F. (ō), Waage, Gewicht (N.) (1), Hebel; got. -; nndl. waag, Sb., Waage; nschw. våg, Sb., Waage; nisl. vog, F., Waage; poln. waga, F., Waage; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen in Ägypten vor möglicherweise 9000 Jahren nach dem Vorbild der beiden Arme jedes Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes sowie vielfach verbessertes Gerät zu einer Bestimmung des Gewichts eines Gegenstands durch Vergleich mit gewichtsmäßig bereits bestimmten oder möglicherweise nur geschätzten Gegenständen sowie für ein als Tierkreiszeichen genutztes Sternbild; BM.: bewegen; F.: Waage, Waagen+EW; Z.: Waag-e
$waagerecht, waagrecht, nhd. Adj., (16. Jh.): nhd. waagerecht; E.: s. Waag(e), s. recht; L.: , DW 27, 498 (wagrecht), EWD s. u. Waage; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Waage und recht gebildete Bezeichnung für in einem rechten Winkel von 90 Grad zu einer senkrechten Linie oder Fläche verlaufend in Gegensatz zu senkrecht; F.: waagerecht, waagerechte, waagerechtes, waagerechtem, waagerechten, waagerechter, waagerechtes, waagrecht, waagrechte, waagrechtes, waagrechtem, waagrechten, waagrechter +EW; Z.: waag-e—rech-t
$Waagschale, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Waagschale; E.: s. Waag(e), s. Schale (F.) (2); L.: ,DW 27, 498 (Wagschale), EWD s. u. Waage; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Waag(e) und Schale (F.) 2 gebildete Bezeichnung für eine als Behältnis für jeden der beiden Arme einer von Menschen entwickelten und verwendeten Waage gebrauchte Schale (F.) (2); F.: Waagschale, Waagschalen+EW; Z.: Waag—schal-e
wabbelig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wabbelig, weich, wackelig, wabernd; ne. wobbly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; E.: gebildet aus wabbel(n) (s. d.) und ig; L.: Kluge s. u. wabbelig, DW 27, 5, EWD s. u. wabbeln, Duden s. u. wabbelig, Bluhme s. u. wabbeln; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus wabbel(n) und ig vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung eines sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches weich und dabei leicht in zitternde Bewegung geratend oder wackelig; BM.: lautsymbolisch?; F.: wabbelig, wabbelige, wabbeliges, wabbeligem, wabbeligen, wabbeliger(, wabbeligere, wabbeligeres, wabbeligerem, wabbeligeren, wabbeligerer, wabbeligst, wabbeligste, wabbeligstes, wabbeligstem, wabbeligsten, wabbeligster)+EW; Z.: wabb-el-ig
wabbeln, wabeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wabbeln, schwanken; ne. wobble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. wabelen, sw. V., wabbeln, in geschäftiger Bewegung sein (V.), sich bewegen, wanken; wohl lautsymbolische Bildung; L.: DW 27, 5, EWD s. u. wabbeln, Duden s. u. wabbeln, Bluhme s. u. wabbeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches schwanken; BM.: lautmalend oder lautsymbolisch?; F.: wabbeln, wabbel (!), wabble, wabbelst, wabbelt, wabbelte, wabbeltest, wabbelten, wabbeltet, gewabbelt, ##gewabbelt, gewabbelte, gewabbeltes, gewabbeltem, gewabbelten, gewabbelter##, wabbelnd, ###wabbelnd, wabbelnde, wabbelndes, wabbelndem, wabbelnden, wabbelnder###, wabbel (!), wabeln, wabel, wable, wabelst, wabelt, wabelte, wabeltest, wabelten, wabeltet, gewabelt, ##gewabelt, gewabelte, gewabeltes, gewabeltem, gewabelten, gewabelter##, wabelnd, ###wabelnd, wabelnde, wabelndes, wabelndem, wabelnden, wabelnder###, wabel (!)+EW; Z.: wa-b-b-el-n
Wabe, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wabe, Wachsscheibe und Honigscheibe des Bienenstocks; ne. honeycomb; Vw.: -; Hw.: s. weben; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wabe, sw. M., sw. F., Wabe, Honigwabe; ahd. wabo, sw. M. (n), Wabe, Honigwabe; ahd. waba*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wabe, Honigwabe; as. -; anfrk. -; germ. *waba-, *wabam, st. N. (a), Gewebe, Wabe; vgl. idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114; idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., weben, flechten, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wabe, DW 27, 7, EWD s. u. Wabe, Falk/Torp 391, Seebold 541, Duden s. u. Wabe, Bluhme s. u. Wabe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vaf, st. N. (a), Umhüllung, Hülle, Gewebe; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sechseckige Zelle als Teil eines von Insekten gebauten Nestes aus Wachs bei Honigbienen oder aus einer papierähnlichen Masse bei Wespen; BM.: weben; F.: Wabe, Waben+EW; Z.: Wa-b-e
wabeln, nhd., sw. V.: nhd. wabbeln; Vw.: s. wabbeln
$Waberlohe, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Waberlohe, flammendes Feuer, Feuerwall; E.: s. waber(n), s. Lohe; L.: Kluge 1. A. s. u. wabern, DW 27, 11, EWD s. u. wabbeln; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus waber(n) und Lohe gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung der germanischen Mythologie möglichen grundsätzlich undurchdringlichen ringförmigen Feuerwall für Heldinnen; F.: Waberlohe, Waberlohen+EW; Z.: Wab-er—loh-e
wabern, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. wabern, schwanken; ne. swirl (V.), waver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1343-1349 (Heiligenleben des Hermann von Fritzlar); E.: mhd. waberen, wabern, sw. V., wabern, in geschäftiger Bewegung sein (V.), sich bewegen, wanken; vgl. germ. *wabrōn, sw. V., wabern; s. idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114? (1944/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt., toch.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wabern, Kluge s. u. wabern, DW 27, 12, EWD s. u. wabbeln, Duden s. u. wabern, Bluhme s. u. wabern; Son.: vgl. nndl. wapperen, V., flattern; ndän. wäver, V., wabern?; GB.: seit 1343-1349 belegte für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches sich hin bewegen und her bewegen oder schwanken; BM.: weben; F.: wabern, wabere, waber (!), wabre, waberst, wabert, waberte, wabertest, waberten, wabertet, gewabert, ##gewabert##, wabernd, ###wabernd, wabernde, waberndes, waberndem, wabernden, wabernder###, waber (!)+EW; Z.: wab-er-n
wach, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wach, munter, aufmerksam; ne. awake; Vw.: -; Hw.: s. wachen, Wache, Wacht; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. wach (1), Adj., wach, wachsam, munter, frisch, tüchtig, tapfer; mnd. wek (1), Adj., wach, munter; s. mhd. wach, Adj., wach, wachsam, munter; s. mhd. wachen, sw. V., wachen, munter sein (V.); s. ahd. wahhēn*, wachēn*, sw. V. (3), wachen, erwachen, überwachen; germ. *wakēn, *wakǣn, sw. V., wach sein (V.), wachen; idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; s. idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wach, Kluge s. u. wach, DW 27, 13, EWD s. u. wachen, Duden s. u. wach; Son.: vgl. nndl. wakker, Adj., wach; nschw. vaken, Adj., wach; nnorw. våken, Adj., wach; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit wachen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung tierischen Lebens mögliches munter oder aufmerksam in Gegensatz zu schlafend; BM.: frisch; F.: wach, wache, waches, wachem, wachen, wacher(, wachere, wacheres, wacherem, wacheren, wacherer, wachste, wachstes, wachstem, wachsten, wachster)+EW; Z.: wach
Wache, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Wache, Wachen (N.), Wachehalten, Beobachtung, Aufmerksamkeit; ne. guard (N.); Vw.: -; Hw.: s. wachen, wach, Wacht; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. wache, st. F., Wachen, Wache; mnd. wāke, wake, F., Wachen (N.), Wachbleiben, Wache, Wacht, Bewachung, Wachtdienst, Totenwache; mnl. wāke, F., Wache; ahd. wahha*, wacha*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wache, Nachtwache; as. -; anfrk. -; germ. *wakō, st. F. (ō), Wache; germ. *wakō-, *wakōn, sw. F. (n), Wache; s. idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; vgl. idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge s. u. wachen, DW 27, 24, EWD s. u. wach, Falk/Torp 380, Seebold 535, Duden s. u. Wache; Son.: vgl. afries. -; ae. wæcce, sw. F. (n), Wache, Wachsamkeit; ae. wæcc, st. F. (ō), Wache, Wachsamkeit; ae. wacu, st. F. (ō), Wache; an. vaka (1), sw. F. (n), Wache, Wacht, nächtlicher Gottesdienst; got. -; nnorw. wake, M., F., Wache; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Beobachtung oder eine Aufmerksamkeit durch Menschen zwecks Kontrolle oder zu einer Erhöhung der Sicherheit; BM.: frisch; F.: Wache, Wachen+EW; Z.: Wach-e
wachen, nhd., sw. V., (9. Jh.?): nhd. wachen, wach sein (V.), munter sein (!), aufpassen; ne. wake (V.), watch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wache, wach, Wacht; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. wachen, sw. V., wachen, erwachen; mnd. wāken, sw. V., wachen, Wache halten, Wachtdienst leisten, lauern auf, bewachen; mnl. wāken, sw. V., wachen; ahd. wahhēn*, wachēn*, sw. V. (3), wachen, erwachen, überwachen, wach bleiben; as. wakōn*, wakoian*, sw. V. (2), wachen; anfrk. wakon*, wacon*, sw. V. (2), wachen; germ. *wakēn, *wakǣn, sw. V., wach sein (V.), wachen; idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; s. idg. u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wach, Kluge s. u. wachen, DW 27, 36, EWD s. u. wachen, Falk/Torp 380, Seebold 535, Duden s. u. wachen, Bluhme s. u. wachen; Son.: vgl. afries. wakia, wekia, waka, sw. V. (2), wachen; saterl. wacia, V., wachen; ae. wacian, wæcian, sw. V. (2), wach sein (V.), wachen; an. vaka (3), sw. V. (2?, 3?), wach sein (V.), erwachen, sich bewegen, zeigen; got. -; nndl. waken, V., wachen; nschw. vaka, V., wachen; nnorw. vake, V., wachen; nisl. vaka, V., wachen; ? ai. vaja-, Sb., Stärke, Schnelligkeit, Rennen; lat. vegēre, V., lebhaft sein (V.), munter sein (V.), erregen; GB.: (wahhēn) vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliches munter sein (V.) in Gegensatz zu schlafen; BM.: frisch; F.: wachen, wache, wachst, wacht, wachest, wachet, wachte, wachtest, wachten, wachtet, gewacht, ##gewacht, gewachte, gewachtes, gewachtem, gewachten, gewachter##, wachend, ###wachend, wachende, wachendes, wachendem, wachenden, wachender###, wach (!)+EW; Z.: wach-en
Wacholder, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wacholder, Wacholderbusch; ne. juniper; Vw.: -; Hw.: s. Reckholder; Q.: um 850? (Glosse); E.: mhd. wecholter, wachalter, F., st. M., st. N., Wacholder; mnd. wachandele, M., Wacholder; ahd. wehhaltar*, wehhalter*, st. M. (a?), Wacholder; germ. *wekltriu, Sb., Wacholder?; genauere Herkunft ungeklärt, vielleicht Anschluss an wachen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wachholder, Kluge s. u. Wacholder, DW 27, 53, EWD s. u. Wacholder, vgl. DW 28, 53 (Wachholder), Duden s. u. Wacholder, Bluhme s. u. Wacholder; GB.: seit um 850 belegte und für das Germanische als eine Verbindung mit *triu erschließbare sowie in der genaueren Herkunft ungeklärte und vielleicht mit wachen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen hauptsächlich auf der Nordhalbkugel der Erde vorkommenden zu den Nadelhölzern gehörenden immergrünen Strauch oder kleineren Baum mit nadelartigen oder schuppenförmigen kleinen und graugrünen Blättern und von vielen Vögeln genutzten sowie von Menschen als Gewürz verwendeten blauschwarzen Beerenfrüchten; BM.: ?; F.: Wacholder, Wacholders, Wacholdern+EW; Z.: Wachold-er
Wachs, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Wachs (N.) (1), Bienenwachs; ne. wax (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. wahs (1), was, st. N., Wachs (N.) (1), Wachstafel, Wachsbild; mnd. was (1), N., Wachs; mnl. was, N., Wachs (N.) (1); ahd. wahs (1), st. N. (a), Wachs; as. wahs*, st. N. (a), Wachs; anfrk. wahs*, st. N. (a), Wachs; germ. *wahsa-, *wahsam, st. N. (a), Wachs; idg. *u̯okso-, Sb., Wachs, Pokorny 1180 (2035/109) (RB. idg. aus germ., balt., slaw.); s. idg. *au̯eks-, *auks-, *u̯eks-, *uks-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84; vgl. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wachs, Kluge s. u. Wachs, DW 27, 62, EWD s. u. Wachs, Falk/Torp 381, Duden s. u. Wachs, Bluhme s. u. Wachs; Son.: vgl. afries. wax, st. N. (a), Wachs; saterl. waes; ae. weax, st. N. (a), Wachs; an. vax, st. N. (a), Wachs; got. -; nndl. was, Sb., Wachs (N.) (1); nschw. vax, N., Wachs (N.) (1); nnorw. voks, M., N., Wachs (N.) (1); nisl. vax, N., Wachs (N.) (1); lit. vaškas, M., Wachs (N.) (1); ksl. vosku, M., Wachs (N.) (1); GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche meist weiße bis gelbliche vor allem von Bienen herstellbare Masse aus verschiedenen Kohlewasserstoffen die sich in warmem Zustand leicht kneten lässt und bei höheren Temperaturen schmilzt sowie von Menschen besonders zu Herstellung von Kerzen verwendet wird; BM.: weben; F.: Wachs, Wachses, Wachse, Wachsen+EW; Z.: Wach-s
$wachsam, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wachsam, aufmerksam, vorsichtig; E.: s. wach, s. sam; L.: Kluge s. u. wachen, DW 27, 71, EWD s. u. wachen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wach und sam gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich bei höheren Tieren mögliches aufmerksam oder vorsichtig; F.: wachsam, wachsame, wachsames, wachsamem, wachsamen, wachsamer(, wachsamere, wachsameres, wachsamerem, wachsameren, wachsamerer, wachsamst, wachsamste, wachsamstes, wachsamstem, wachsamsten, wachsamster)+EW; Z.: wach—sam
$Wachsamkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Vorsicht; E.: s. wachsam, s. keit, s. heit; L.: DW 27, 73, EWD s. u. wachen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wachsam und keit gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich bei höheren Tieren mögliche Aufmerksamkeit oder Vorsicht; F.: Wachsamkeit, Wachsamkeiten+EW; Z.: Wach—sam—kei-t
wachsen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. wachsen (V.) (1), groß werden, zunehmen; ne. grow, wax (V.) (2); Vw.: -; Hw.: s. Wuchs; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wahsen, st. V., wachsen (V.) (1), aufwachsen, erwachsen (V.); mnd. wassen (1), st. V., wachsen (V.) (1), entstehen, hervorkommen, größer werden, anwachsen, zunehmen; mnl. wassen, st. V., wachsen (V.) (1), groß werden; ahd. wahsan* (1), st. V. (6), wachsen (V.) (1), zunehmen, gedeihen, aufwachsen, heranwachsen, größer werden; as. wahsan*, st. V. (6), wachsen (V.) (1); anfrk. -; germ. *wahsjan, *wahsan, st. V., wachsen (V.) (1), zunehmen; s. idg. *au̯eks-, *auks-, *u̯eks-, *uks-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84; s. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, *h₂aug-, *h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); vgl. idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wachsen, Kluge s. u. wachsen, DW 27, 79, EWD s. u. wachsen, Falk/Torp 382, Seebold 532, Duden s. u. wachsen, Bluhme s. u. wachsen; Son.: vgl. afries. waxa, st. V. (6), wachsen (V.) (1), zunehmen; saterl. wacsa, wacsen, V., wachsen (V.) (1); ae. weaxan (1), waxan, wexan, st. V. (7)=red. V. (2), wachsen (V.) (1), zunehmen, sich mehren, mächtig werden; an. vaxa, st. V. (6), wachsen (V.) (1); got. wahsjan, unr. st. V. (6), wachsen (V.) (1); nndl. wassen, V., wachsen (V.) (1); nschw. växa, V., wachsen (V.) (1); nnorw. vokse, V., wachsen (V.) (1); nisl. vaxa, V., wachsen (V.) (1); ai. vavákṣa, V., mehrte; gr. (ion.) ἀέξειν (aéxein), V., mehren; lit. vešė́ti, V., üppig wachsen (V.) (1), gedeihen; toch. A ok-, V., zunehmen; toch. B. auk-, V., zunehmen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt in Zeit und Raum mögliches groß werden oder in Größe und Umfang zunehmen; BM.: zunehmen bzw. weben; F.: wachsen, wachse, wächst, wachst, wachsest, wachset, wuchs, wuchst, wuchsen, wüchse, wüchsest, wüchsen, wüchset, gewachsen, ##gewachsen, gewachsene, gewachsenes, gewachsenem, gewachsenen, gewachsener##, wachsend, ###wachsend, wachsende, wachsendes, wachsendem, wachsenden, wachsender###, wachs (!)+EW; Z.: wach-s-en
$wachsen (2), nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. wachsen, mit Wachs versehen (V.); L.: EWD s. u. Wachs, fehlt DW?; F.: wachsen, wachse, wachsst (!), wachst, wachsest, wachset, wachste, wachstest, wachsten, wachstet, gewachst, ##gewachst, gewachste, gewachstes, gewachstem, gewachsten, gewachster##, wachsend, ###wachsend, wachsende, wachsendes, wachsendem, wachsenden, wachsender###, wachs (!)+EW; Z.: wach-s-en
$Wachstum, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Wachstum, Zunehmen in Größe und Umfang; E.: s. wachs(en) (V.) (1), s. tum; L.: Kluge s. u. wachsen, DW 27, 148, EWD s. u. wachsen 2; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus wachs(en) und tum gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung der Welt in Zeit und Raum mögliches Zunehmen in Größe und Umfang; F.: Wachstum, Wachstums+EW; Z.: Wach-s-tum
Wacht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wacht, Aufmerksamkeit, Beobachtung, Wachehalten, Wache; ne. watch (N.); Vw.: -; Hw.: s. wachsen, wach, Wache; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. wahte (1), st. F., Wachen (N.), Wachsein, Wacht, Wache, Nachtwache, Wachdienst, Bewachung, Ort wo gewacht wird, Abgabe anstatt des Wachdienstes; mnd. wacht (2), wachte, F., Wacht, Wache, Bewachung, Obhut, Hut (M.), Lauer (F.), Wachtdienst, Geld für den Wachtdienst; mnl. wachte, F., Wacht; ahd. wahta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wacht, Wache, Nachtwache, Vigil; as. wahta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wacht, Wache; germ. *wahtwō, st. F. (ō), Wache, Wacht; s. idg. u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; s. idg. u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: DW 27, 159, EWD s. u. Wacht, Falk/Torp 380, Seebold 535, Duden s. u. Wacht, Bluhme s. u. Wacht; Son.: vgl. afries. wachtia, sw. V. (2), einstehen, haften, aufkommen für; nfries. wachtjen, V., einstehen, haften; ae. -; an. -; got. wahtwō, wahtwa, sw. F. (n)?, st. F. (ō)?, Wache, Wacht; nndl. wacht, Sb., Wacht; nschw. vakt, Sb., Wacht; nnorw. vakt, M., F., Wacht; GB.: wahta seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere mögliche Aufmerksamkeit oder Beobachtung zwecks Kontrolle oder zu einer Erhöhung der Sicherheit; BM.: frisch; F.: Wacht, Wachten+EW; Z.: Wach-t
Wachtel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wachtel; ne. quail; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wahtele* (1), wahtel, st. F., sw. F., Wachtel; mnd. wachtele, F., Wachtel, Lüge; mnl. wachtele, F., Wachtel; ahd. wahtala, st. F. (ō), sw. F. (n), Wachtel; as. wahtala*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wachtel; anfrk. -; germ. kwakul-, Sb., Wachtel; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. Wachtel, Kluge s. u. Wachtel, DW 27, 173, EWD s. u. Wachtel, Duden s. u. Wachtel, Bluhme s. u. Wachtel; Son.: s. as. kwattula, quattula, sw. F.? (n), Wachtel; mnd. quattele, F., Wachtel; afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. wachtel, Sb., Wachtel; nndl. kwartel, Sb., Wachtel; nschw. vaktel, Sb., Wachtel; nnorw. vaktel, M., Wachtel; GB.: (wahtala) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für einen kleinen weit verbreiteten schon vormenschlichen Hühnervogel mit kurzem Schwanz und braunem auf der Oberseite oft gelblich und schwarz gestreiftem Gefieder; BM.: lautmalend?; F.: Wachtel, Wachteln+EW; Z.: Wacht-el
$Wachtelkönig, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wachtelkönig, Wiesenralle, Wiesenknarrer; E.: s. Wachtel, s. König; L.: Kluge s. u. Wachtelkönig, DW 27, 179; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wachtel und König gebildete Bezeichnung für einen schon vormenschlichen etwas größeren weltweit verbreiteten und auch Wiesenralle oder Wiesenknarrer genannten und mit den Wachteln nicht verwandten aber mit ihnen in dem Mai kommenden und später wieder ziehenden Wiesenvogel; F.: Wachtelkönig, Wachtelkönigs, Wachtelkönige, Wachtelkönigen+EW; Z.: Wacht-el—kön-ig
$Wächter, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Wächter, Wärter, Bewachender; E.: s. Wacht, s. er (Suff.); L.: DW 27, 184, EWD s. u. Wacht; GB.: (wahtāri*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. vigil aus Wacht sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Wärter oder Bewachenden; F.: Wächter, Wächters, Wächtern+EW; Z.: Wäch-t-er
$Wachtmeister, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wachtmeister; E.: s. Wacht, s. Meister; L.: Kluge s. u. Wachtmeister, DW 27, 197, EWD s. u. Wacht; GB.: seit 1278 belegte und aus Wacht und Meister gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen höheren Dienstgrad eines Wächters; F.: Wachtmeister, Wachtmeisters, Wachtmeistern+EW+FW; Z.: Wach-t—mei-st-er
$Wachtstube, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wachtstube, Wachzimmer; E.: s. Wacht, s. Stube; L.: DW 27, 201, EWD s. u. Wacht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wacht und Stube gebildete Bezeichnung für eine vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche der Wache als Unterkunft dienenden Raum oder ein Wachzimmer F.: Wachtstube, Wachtstuben+EW+FW?; Z.: Wach-t—s-tu-b-e
Wacke, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Wacke, Wacken, Flusskiesel, frei daliegender Stein, Gesteinsbrocken, Felsblock; ne. river gravel; Vw.: -; Hw.: s. Wacken, bewegen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. wacke, sw. M., Wacke, Wackerstein, Feldstein, nackter Steinblock; mnd. wacke, M., Wacke; ahd. waggo, sw. M. (n), Wacke, Kiesel, Kieselstein, Fels; germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wacke, Kluge s. u. Wacke, DW 27, 204, Duden s. u. Wacke, Bluhme s. u. Wacke; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdkruste möglichen runden glatten harten Stein in fließendem Wasser oder einen Flusskiesel oder einen Felsblock; BM.: bewegen; F.: Wacke, Wacken+EW; Z.: Wack-e
$wackelig, wacklig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wackelig, lose, beweglich, schwach; L.: Kluge s. u. wackeln, DW 27, 208 (wackelicht, wackelig), EWD s. u. wackeln; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wack(e)l(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdkruste mögliches lose oder beweglich oder schwach; F.: wackelig, wackelige, wackeliges, wackeligem, wackeligen, wackeliger(, wackeligere, wackeligeres, wackeligerem, wackeligeren, wackeligerer, wackeligst, wackeligste, wackeligstes, wackeligstem, wackeligsten, wackeligster, wacklig, wacklige, wackliges, wackligem, wackligen, wackliger, wackligere, wackligeres, wackligerem, wackligeren, wackligerer, wackligst, wackligste, wackligstes, wackligstem, wackligsten, wackligster)+EW; Z.: wack-el-ig
wackeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. wackeln, schwanken; ne. waggle (V.), wiggle (V.), wobble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1348/1350 (Buch der Natur des Konrad von Megenberg); E.: mhd. wackelen, wackeln, sw. V., wackeln, hinschwanken und herschwanken, schwanken, wanken; mnd. wackelen, sw. V., wackeln, schwanken; mnl. waggelen, V., wackeln; gebildet zu einem älteren wacken, V., schwanken; von ahd. wagōn*, sw. V. (2), sich bewegen, schwanken, wogen, branden; germ. *wagōn, sw. V., bewegen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. wackeln, DW 27, 209, EWD s. u. wackeln, Duden s. u. wackeln, Bluhme s. u. wackeln; Son.: vgl. nndl. waggelen, V., wackeln; nschw. vackla, V., wackeln; nschw. (dial.) vagla, V., wackeln; nnorw. vakle, V., wackeln; GB.: seit 1348/1350 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdkruste mögliches sich hin und her neigen oder bewegen oder schwanken; BM.: bewegen; F.: wackeln, wackel (!), wackle, wackelst, wackelt, wackelte, wackeltest, wackelten, wackeltet, gewackelt, ##gewackelt, gewackelte, gewackeltes, gewackeltem, gewackelten, gewackelter##, wackelnd, ###wackelnd, wackelnde, wackelndes, wackelndem, wackelnden, wackelnder###, wackel (!)+EW; Z.: wack-el-n
Wacken, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Wacken, Wacke, Flusskiesel, frei daliegender Stein, Felsblock; ne. river gravel; Vw.: -; Hw.: s. Wacke, bewegen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wacke, sw. M., „Wacke“, Wackerstein, Feldstein, nackter Steinblock; mnd. wacke, M., „Wacke“; ahd. waggo 2, sw. M. (n), Wacke, Kiesel, Kieselstein, Fels; germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wacke, DW 27, 214, Duden s. u. Wacke; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdkruste möglichen runden glatten harten Stein in fließendem Wasser oder einen Flusskiesel oder einen Felsblock; BM.: bewegen; F.: Wacken, Wackens+EW; Z.: Wack-en
wacker, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. wacker, wach, munter, tüchtig; ne. brave, valiant; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. wacker, Adj., wacker, wach, wachsam, munter, frisch, tüchtig, eifrig, tapfer; mnd. wacker (2), Adj., wacker, wachsam, munter, gewandt, hurtig, flink, fleißig; mnl. wacker, Adj., wachsam, munter; ahd. wakkar*, wackar*, Adj., „wacker“, wach, aufmerksam, munter; as. *wakar?, Adj., „wacker“, wach; anfrk. -; germ. *wakra-, *wakraz, *wakara-, *wakaraz, Adj., wach, wachsam, munter, wacker, frisch; s. idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; vgl. idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wacker, Kluge s. u. wacker, DW 27, 216, EWD s. u. wacker, Falk/Torp 380, Seebold 535, Duden s. u. wacker, Bluhme s. u. wacker; Son.: vgl. afries. wekkria, sw. V. (2), zunehmen; ae. wacor, wæcer, Adj., wach, wachsam, aufmerksam; an. vakr, Adj., wach, frisch, gesund, tüchtig; got. *wakrs?, Adj. (a), wach, wacker; nndl. wakker, Adj., wacker; nschw. vacker, Adj., hübsch; nnorw. vakker, Adj., hübsch; GB.: seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wach oder munter oder tüchtig; BM.: stark sein (V.); F.: wacker, wackere, wackeres, wackerem, wackeren, wackerer(, wackerere, wackereres, wackererem, wackereren, wackererer, wackerst, wackerste, wackerstes, wackerstem, wackersten, wackerster)+EW; Z.: wack-er
Wade, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wade, hinterer Teil des Unterschenkels; ne. calf (N.) (2); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: vgl. mhd. wade (1), sw. M., Wade; mnd. wade (1), M., Wade (F.) (1); ahd. wado, sw. M. (n), Wade; ahd. wada, F.?, Wade; as. watho*, sw. M. (n), Wade (F.) (1); anfrk. -; germ. *waþwō-, *waþwōn, *waþwa-, *waþwan, sw. M. (n), Krümmung, Muskel, Wade; s. idg. *u̯ā̆t- (2), V., krümmen, biegen, Pokorny 1113; vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wade, Kluge s. u. Wade, DW 27, 239, EWD s. u. Wade, Falk/Torp 385, Duden s. u. Wade, Bluhme s. u. Wade; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vǫðvi, sw. M. (n), Muskel, Wade; got. -; nndl. wade, M., F., Kniescheibe, Kniekehle; nschw. vad, Sb., Wade; GB.: (wada) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den hinteren Teil des Unterschenkels (eines Primaten); BM.: krümmen bzw. biegen; F.: Wade, Waden+EW; Z.: Wa-d-e
Wadel, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Wadel, Mondwechsel; ne. turning of the moon; Vw.: -; Hw.: -s. wallen (2); Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. wadel (2), wedel, st. M., N., Wadel, Badewedel, Reisigbündel, Feder, Büschelartiges zu einem Hinbewegen und Herbewegen, Pinselwedel, Sprengwedel, Weihwedel, Fächer; mnd. wadel, M., Vollmond, Vollmondszeit, rechte Zeit Holz zu hauen; ahd. wadal*, wadil*, wedal*, st. M. (a?), Wedel, Fächer, Büschel, Bürste, Mondwechsel; as. -; germ. *waþala-, *waþalaz, st. M. (a), Wedel, Schweif; germ. *waþala-, *waþalam, st. N. (a), Wedel, Schweif; s. idg. *u̯etlo-, Adj., schweifend, Pokorny 84; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Wadel, DW 27, 245, Duden s. u. Wadel; Son.: vgl. afries. -; ae. waþol, Sb., Vollmond; an. -; got. -; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den Wechsel der seit Entstehung des Mondes für den Menschen sichtbaren Erscheinungsformen des Mondes wie Vollmond oder Halbmond oder Neumond; BM.: wandern; F.: Wadel, Wadels, Wadeln+EW; Z.: Wa-d-el
Wadi, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Wadi, Trockenbett, Flussbett in der Wüste; ne. wadi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. arab. wādī; E.: s. arab. wādī, Sb., Wadi, Tal, Schlucht; L.: fehlt DW, Duden s. u. Wadi; Son.: vgl. frz. wadi, Sb., Wadi; nschw. wadi, Sb., Wadi; nnorw. wadi, M., Wadi; poln. wadi, M., Wadi; kymr. wadi, M., F., Wadi; lit. vadis, M., Wadi; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Arabischen unter Bedeutungseinschränkung aufgenommene Bezeichnung für das sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Trockenbett von Flüssen in Wüstengegenden das nur nach Regenfällen zeitweise Wasser führt; BM.: Tal; F.: Wadi, Wadis+FW; Z.: Wadi
Waffe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Waffe, Kampfgerät, Kriegsgerät; ne. weapon; Vw.: -; Hw.: s. Wappen; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: s. mhd. wāfen (1), wāpen, wǣfen, wōfen, st. N., Waffe, Schwert, Bewaffnung, Rüstung, Wappen, Zeichen, Ritterstand; mnd. wāpen* (1), wapen, N., F., Waffe, Rüstung, Wappen, Bewaffneter; mnl. wāpen, N., Waffe; ahd. wāfan* (1), st. N. (a), Waffe, Schwert, Gewalt; as. wāpan*, wēpan*, st. N. (a), Waffe; anfrk. *wēpeni?, st. N. (ja), Waffe, Bewaffnung; germ. *wēpna-, *wēpnam, *wǣpna-, wǣpnam, st. N. (a), Waffe; L.: Kluge 1. A. s. u. Waffe, Kluge s. u. Waffe, DW 27, 25, EWD s. u. Waffe, Falk/Torp 391, Duden s. u. Waffe, Bluhme s. u. Waffe; Son.: vgl. afries. -; ae. wǣpen, wǣpn, st. N. (a), Waffe, Penis; an. vāpn, st. N. (a), Waffe; got. wēpn, st. N. (a), Waffe; nndl. wapen, Sb., Waffe; nschw. vapen, N., Waffe; nnorw. våpen, N., Waffe; GB.: seit 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich von dem Menschen vielleicht seit 40000 Jahren entwickeltes und verwendetes technisches Hilfsmittel für Jagd und Kampf wie beispielsweise Prügel oder Speer oder Messer (N.) oder Dolch oder Säbel oder Speer oder Lanze oder Pfeil und Bogen oder Schlinge oder später Feuerwaffe oder Bombe oder Panzer oder Schiff oder Flugzeug oder Drohne; BM.: ?; F.: Waffe, Waffen+EW; Z.: Waff-e
Waffel, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Waffel, ein Gebäckstück; ne. waffle (N.), wafer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. nndl. wafel; E.: s. mnd. waffel, wafel, F., Waffel; mnl. wafel, wafele, F., Waffel; fläm. wāfer, Sb., Waffel; wohl letztlich eine Bildung zu weben (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Waffel, Kluge s. u. Waffel, DW 27, 290, EWD s. u. Waffel, Duden s. u. Waffel, Bluhme s. u. Waffel; Son.: vgl. nndl. våffla, Sb., Waffel; frz. gaufre, F., Waffel; nnorw. vaffel, M., Waffel; poln. wafel, M., Waffel; kymr. waffl, M., F., Waffel; lit. vaflis, M., Waffel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen aufgenommene sowie vielleicht zu weben gebildete Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete zwischen zwei heißen Eisenplatten aus flüssigem Teig gebackene Speise (Gebäckstück); BM.: weben; F.: Waffel, Waffeln+FW ?); Z.: Wa-ff-el
$Waffenstillstand, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Waffenstillstand; Q.: Anfang 18. Jh.; E.: s. Waffe, s. n, s. Stillstand; L.: DW 27, 319, EWD s. u. Waffe; GB.: seit Anfang 18. Jh, belegte und aus Waff(e) und en (Suff.) sowie Stillstand gebildete Bezeichnung für einen von Menschen sachlich schon früher möglichen vereinbarten Stillstand von Waffen in einem Kampf oder Krieg; F.: Waffenstillstand, Waffenstillstands, Waffenstillstandes, Waffenstillstände, Waffenstillständen+EW; Z.: Waff-en—s-til-l—sta-n-d
$waffnen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. waffnen, mit einer Waffe versehen (V.); Vw.: s. be-, ent-; E.: s. Waff(e), s. nen; L.: Kluge s. u. Waffe, DW 27, 325;, EWD s. u. Waffe; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Waff(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 40000 Jahren mögliches mit einer Waffe versehen (V.); F.: waffnen, waffne (!), waffnest, waffnet, waffnete, waffnetest, waffneten, waffnetet, gewaffnet, ##gewaffnet, gewaffnete, gewaffnetes, gewaffnetem, gewaffneten, gewaffneter##, waffnend, ###waffnend, waffnende, waffnendes, waffnendem, waffnenden, waffnender###, waffne (!)+EW; Z.: waff-n-en
wagen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. wagen, ein Wagnis unternehmen, auf das Spiel setzen, kühn unternehmen, Gefahr laufen; ne. dare (V.), venture (V.), wage (V.); Vw.: -; Hw.: s. Waage; Q.: 1170-1190 (Tristrant des Eilhard von Oberg); E.: mhd. wāgen, wōgen, sw. V., wagen (2), auf das Spiel setzen, auf das Geratewohl daran setzen oder tun, wagen, wagen zu, sich trauen an, sich trauen in, sich trauen nach, sich trauen zu, einsetzen, auf das Spiel setzen, aufgeben; mnd. wāgen (1), sw. V., wagen, auf das Spiel setzen; s. mhd. wāge (1), st. F., sw. F., Waage, Waagschale, gerechtes Abwägen, öffentliche Waage, städtische Waage, Waagamt, Kippe (F.) (3); mnd. wāge (1), F., Waage, Sternbild Waage, Ort an dem gewogen wird, Wägehaus; ahd. wāga, st. F. (ō), Waage, Gewicht (N.) (1), abgemessenes Gewicht; ahd. wāgī*?, st. F. (ī), Gewicht (N.) (1), Bedeutung; as. wāga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Waagschale; lat.-as. waga* (2), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Waage, Gewicht (N.) (1); germ. *wēgō, *wǣgō, st. F. (ō), Waage; germ. *wēgī-, *wēgīn, *wǣgī-, *wǣgīn, sw. F. (n), Gewicht (N.) (1), Bedeutung; s. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wagen, Kluge s. u. wagen, DW 27, 394, EWD s. u. wagen, Duden s. u. wagen, Bluhme s. u. wagen; Son.: vgl. nndl. wagen, V., wagen; nnorw. våga, V., wagen; nnorw. våge, V., wagen; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus Waag(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder auch anderer Lebewesen mögliches ein Wagnis unternehmen; BM.: bewegen; F.: wagen, wage, wagst, wagt, wagest, waget (!), wagte, wagtest, wagten, wagtet, gewagt, ##gewagt, gewagte, gewagtes, gewagtem, gewagten, gewagter##, wagend, ###wagend, wagende, wagendes, wagendem, wagenden, wagender###, wag (!)+EW; Z.: wag-en
Wagen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wagen (M.), Gefährt, Fahrzeug; ne. car, cart (N.), wain; Vw.: -; Hw.: s. Waggon, Wagner; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wagen (2), wagene, wegene, wāne (kontrahiert), waine, weine, wain, st. M., Wagen (M.), Wagen (M.) oder Schlitten in einer Sägemühle, Wagen (M.) (als Sternbild), großer Bär; mnd. wāgen (2), M., Wagen (M.), Siebengestirn; mnl. wāghen, M., Wagen (M.); ahd. wagan, st. M. (a), Wagen (M.), Karre, Sternbild des Bären; as. wagan*, st. M. (a), Wagen (M.); anfrk. *wagan?, st. N. (a), Wagen (M.); germ. *wagna-, *wagnaz, st. M. (a), Wagen (M.); s. idg. u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wagen, Wagen, DW 27, 379, EWD s. u. Wagen, Falk/Torp 383, Seebold 543, Duden s. u. Wagen, Bluhme s. u. Wagen; Son.: vgl. afries. wein, wain, st. M. (a), Wagen (M.); nnordfries. wajen; ae. wægn, wægen, wǣn, st. M. (a), Wagen (M.), Karre; an. vagn (1), st. M. (a), Wagen (M.), Schlitten; krimgot. waghen, M., Wagen (M.); nndl. wagen, Sb., Wagen (M.); nschw. vagn, Sb., agen (M.); nnorw. vogn, M., F., Wagen (M.); lit. vagonas, M., Wagen; ai. vahana-, N., Fahrzeug; gr. ὄχος (óchos), M., Wagen (M.), Fuhrwerk; air. fén, Sb., eine Art Wagen (M.); ksl. vozŭ, Sb., Wagen (M.); GB.: (wagan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein vielleicht seit 5500 Jahren von Menschen in Westasien entwickeltes und verwendetes Fahrzeug mit Rädern zu einer Beförderung beliebiger Gegenstände; BM.: bewegen; F.: Wagen, Wagens, Wägen+EW; Z.: Wag-en
wägen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. wägen, abwägen, überlegen (V.); ne. consider, weigh (V.); Vw.: -; Hw.: s. Waage, wiegen; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wegen (4), st. V.: nhd. bewegen, wiegen (V.) (1), schwingen; mnd. wēgen* (5), sw. V., wiegen, wägen; mnl. wēghen, sw. V., wägen, schätzen; ahd. wegan* (1), st. V. (5), bewegen, wiegen (V.) (1), wägen; as. wegan*, st. V. (5), wägen, erwägen; germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118; L.: Kluge 1. A. s. u. wägen, Kluge s. u. wägen, DW 27, 422, EWD s. u. wägen, Falk/Torp 382, Seebold 542, Duden s. u. wägen, Bluhme s. u. waegen; Son.: vgl. afries. wega, st. V. (5), wiegen (V.) (1), bringen; ae. wegan (1), st. V. (5), bewegen, tragen, bringen; an. vega (1), viga (1), st. V. (5), schwingen, heben, wiegen (V.) (2), wagen; got. gawigan, st. V. (5), bewegen, schütteln; nndl. wegen, V., wägen; nschw. väga, V., wägen; nisl. vega, V., wägen; ai. váhati, V., fahren; lat. vehere, V., führen, tragen, fahren, bringen; air. in fecht, Sb., Reise, Fahrt; lit. vežti, V., fahren; ksl. vesti, V., fahren; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliches das Gewicht eines Gegenstands mit den Armen und dem Verstand überlegen (V.) sowie später mit der Waage bestimmen; BM.: bewegen; F.: wägen (!), wäge, wägst, wägt, wägest, wog, wogst, wogen, wogt, wöge, wögest, wögen, wöget, gewogen, ##gewogen, gewogene, gewogenes, gewogenem, gewogenen, gewogener##, wägend, ###wägend, wägende, wägendes, wägendem, wägenden, wägender###, wäg (!)+EW; Z.: wäg-en
Wagense, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Wagense, Schar (F.) (2), Pflugschar; ne. ploughshare; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. wagense, wagese, sw. M., „Wagense“ (F.), Schar (F.) (2), Pflugschar; ahd. waganso, sw. M. (n), Schar (F.) (2), Pflugschar; as. -; anfrk. -; germ. *wagansō-, *wagansōn, *wagansa-, *wagansan, sw. M. (n), Schar (F.) (2), Pflugschar; idg. *u̯ogᵘ̯ʰnis, *u̯ogᵘ̯ʰnes-, Sb., Schar (F.) (2), Pflugschar, Pokorny 1179?; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wagense, DW 27, 471, Falk/Torp 384; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vangsni, *vagsni, sw. M. (n), Pflugeisen; got. -; gr. ὀφνίς (ophnís), Sb., Pflugschar; lat. vōmis, M., Pflugschar, Schar (F.) (2); apreuß. wagnis, Sb., Pflugmesser; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare und inzwischen veraltete Bezeichnung für die von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Pflugschar; BM.: bewegen; F.: Wagense, Wagenses, Wagensen+EW; Z.: Wag-ens-e
Waggon, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Waggon, Eisenbahnwagen, Ladung eines Waggons; ne. waggon; Vw.: -; Hw.: s. Wagen; Q.: Anfang 19. Jh.; I.: Lw. ne. waggon; E.: s. waggon, N., Waggon, Wagen (N.); nndl. wagen, Sb., Wagen (M.); s. mhd. wagen (2), wagene, wegene, wāne (kontrahiert), waine, weine, wain, st. M., Wagen (M.), Wagen (M.) oder Schlitten in einer Sägemühle, Wagen (M.) (als Sternbild), großer Bär; mnd. wāgen (2), M., Wagen (M.), Siebengestirn; ahd. wagan, st. M. (a), Wagen (M.), Karre, Sternbild des Bären; as. wagan*, st. M. (a), Wagen (M.); anfrk. *wagan?, st. N. (a), Wagen (M.); germ. *wagna-, *wagnaz, st. M. (a), Wagen (M.); s. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Waggon, EWD s. u. Waggon, DW 27, 489, Duden s. u. Waggon, Bluhme s. u. Waggon; Son.: vgl. nndl. wagon, Sb., Wagon; frz. wagon, M., Waggon; ndän. vaggon, Sb., Waggon; nnorw. wagon?, Sb., Waggon; poln. wagon, M., Waggon; lit. vagonas, M., Waggon; GB.: seit Anfang 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie über das Althochdeutsche und Altsächsische mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit dem ausgehenden 18. Jh. von Menschen entwickelten und verwendeten Eisenbahnwagen; BM.: bewegen; F.: Waggon, Waggons+FW; Z.: Wag-g-on
$waghalsig, wagehalsig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. waghalsig, mutig, kühn; E.: s. wag(en), s. Hals. s. ig; L.: Kluge s. u. waghalsig, DW 27, 374, EWD s. u. wagen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wag(en) und Hals sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches mutig oder kühn; F.: waghalsig, waghalsige, waghalsiges, waghalsigem, waghalsigen, waghalsiger(, waghalsigere, waghalsigeres, waghalsigerem, waghalsigeren, waghalsigerer, waghalsigst (!), waghalsigste, waghalsigstes, waghalsigstem, waghalsigsten, waghalsigster, wagehalsig, wagehalsige, wagehalsiges, wagehalsigem, wagehalsigen, wagehalsiger, wagehalsigere, wagehalsigeres, wagehalsigerem, wagehalsigeren, wagehalsigerer, wagehalsigst, wagehalsigste, wagehalsigstes, wagehalsigstem, wagehalsigsten, wagehalsigster)+EW; Z.: wag- hal-s-ig
Wagner, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Wagner, Wagenmacher, Wagenlenker; ne. wainwright; Vw.: -; Hw.: s. Wagen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. wagenære, wagener, M., Wagner, Wagenmacher, Fuhrmann; mnd. wāgenære*, wāgener, M., Wagner; ahd. waganāri*, st. M. (ja), Wagner; as. wagneri*, st. M. (ja), Wagner, Wagenmacher; s. ahd. wagan, st. M. (a), Wagen (M.), Karre, Sternbild des Bären; as. wagan*, st. M. (a), Wagen (M.); anfrk. *wagan?, st. N. (a), Wagen (M.); germ. *wagna-, *wagnaz, st. M. (a), Wagen (M.); s. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wagen, Kluge s. u. Wagner, DW 27, 493, EWD s. u. Wagen, Duden s. u. Wagner, Bluhme s. u. Wagner; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Wag(e)n und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Holzwagen oder Teile davon herstellenden Handwerker; BM.: bewegen; F.: Wagner, Wagners, Wagnern+EW; Z.: Wag-n-er
$Wagnis, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Wagnis; E.: s. wag(en), s. nis; L.: Kluge s. u. wagen, DW 27, 495, EWD s. u. wagen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wag(en) und nis gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung von Lebewesen mögliches Unternehmen mit ungewissem Ausgang; F.: Wagnis, Wagnisses, Wagnisse, Wagnissen+EW; Z.: Wag—nis
Wahhabismus, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Wahhabismus, eine radikale muslimische Strömung; ne. wahhabism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw.; E.: nach dem Gründer der Glaubensrichtung Muḥammad ibn ʿAbd al-Wahhāb (etwa 1703-1792); L.: fehlt DW, Duden s. u. Wahhabismus; Son.: vgl. nndl. wahabisme, Sb., Wahhabismus; frz. wahhabisme, M., Wahhabismus; nschw. wahhabism, Sb., Wahhabismus; nnorw. wahhabisme, M., Wahhabismus; poln. wahabizm, M., Wahhabismus; lit. vahabizmas, M., Wahhabismus; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem PN Wahhāb und is sowie mus gebildete Bezeichnung für eine konservative und puritanische in Saudiarabien entstandene Richtung des sunnitischen Islam; BM.: PN (nach dem Begründer der Glaubensrichtung); F.: Wahhabismus+FW; Z.: Wahhab-ism-us
Wahl, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wahl, Auswahl, Wählen; ne. election, choice (N.); Vw.: -; Hw.: s. wählen, wollen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wal (5), wale, wahl, st. N., st. F., Wahl, Auswahl, freie Selbstbestimmung, Verfügung, besondere Weise, Lage; mhd. wale, st. F., st. N., Wahl, Auswahl, Lage, Schicksal; mhd. wele, wel, st. F., Wahl, Auswahl; ahd. wala* (1), st. F. (ō), Wahl, Auswahl, freie Bestimmung, Entscheidung; ahd. welī*, st. F. (ī), Wahl; as. -; anfrk. -; germ. *walō?, st. F. (ō), Wahl; idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Wahl, DW 27, 507, EWD s. u. wählen, Falk/Torp 400, Seebold 551, Duden s. u. Wahl, Bluhme s. u. Wahl; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. val (1), st. N. (a), Wahl, Auswahl; got. -; nschw. val, N., Wahl; nnorw. valg, N., Wahl; GB.: (wala) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in einem ganz allgemeinen Sinne wohl schon vormenschlich Lebewesen mögliche zwischen mindestens zwei Möglichkeiten entscheiden können das in einem politischen Sinn seit den Hochkulturen des Altertums sowie seit der Aufklärung und der Französischen Revolution von 1789 besondere Bedeutung gewonnen hat; BM.: gern haben; F.: Wahl, Wahlen+EW; Z.: Wah-l
wählen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. wählen, bestimmen, aussuchen, prüfen; ne. choose, elect; Vw.: -; Hw.: s. Wahl, wollen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. welen (1), weln, wellen, sw. V., wählen, erwählen, auswählen, wählen aus, wählen von, wählen zu, Wahl treffen; mnd. wēlen* (3), welen, sw. V., wählen; ahd. wellen* (2), sw. V. (1b), wählen, auswählen, auserwählen; as. -; anfrk. wellen*, wellon*, sw. V. (1), wählen; germ. *waljan, sw. V., wählen; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wahl, DW 27, 550, EWD s. u. wählen, Duden s. u. wählen; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. velja, sw. V. (1), wählen; got. waljan, sw. V. (1), wählen; nschw. välja, V., wählen; nnorw. velge, V., wählen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens für Lebewesen mögliches sich in einem ganz allgemeinen Sinne aus mehreren Möglichkeiten für eine entscheiden können das in einem politischen Sinn seit den Hochkulturen des Altertums sowie seit der Aufklärung und der Französischen Revolution von 1789 besondere Bedeutung gewonnen hat; BM.: gern haben; F.: wählen, wähle, wählst, wählt, wählest, wählet, wählte, wähltest, wählten, wähltet, gewählt, ##gewählt, gewählte, gewähltes, gewähltem, gewählten, gewählter##, wählend, ###wählend, wählende, wählendes, wählendem, wählenden, wählender###, wähl (!)+EW; Z.: wähl-en
$Wähler, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Wähler, Wählender; E.: s. wähle(n), s. (e)r (Suff.): L.: DW 27, 561, EWD s. u. wählen; GB.: (welære) seit 1227-1248 belegte und aus wähl(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Wählenden der politisch seit der Aufklärung und der Französischen Revolution von 1789 besondere Bedeutung gewonnen hat; F.: Wähler, Wählers, Wählern+EW; Z.: Wähl-er
$wählerisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wählerisch, Wähler oder wählen betreffend, anspruchsvoll; E.: s. Wähler, s. isch; L.: Kluge s. u. Wahl, DW 27, 563; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wähl(en) und er (Suff.) sowie isch gebildete Bezeichnung für einen Wähler oder Auswählenden betreffend oder anspruchsvoll; F.: wählerisch, wählerische, wählerisches, wählerischem, wählerischen, wählerischer(, wählerischere, wählerischeres, wählerischerem, wählerischeren, wählerischerer, wählerischst, wählerischste, wählerischstes, wählerischstem, wählerischsten, wählerischster)+EW; Z.: wähl-er-isch
$Wahlverwandtschaft, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wahlverwandtschaft; E.: s. Wahl, s. Verwandtschaft; L.: Kluge s. u. Wahlverwandtschaft, DW 27, 597; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wahl und Verwandtschaft gebildete Bezeichnung für eine auf Willen statt auf Abstammung gegründete gewollte und von der Genetik unabhängige geistige Verwandtschaft mindestens zweier Menschen; F.: Wahlverwandtschaft, Wahlverwandtschaften+EW; Z.: Wahl—ver—wa-ndt-schaf-t
wahn, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. wahn, mangelnd, mangelhaft, fehlerhaft, leer; ne. empty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wan (3), Adj., „wahn“, nicht voll, das volle Maß nicht haltend, leer, unerfüllt, erfolglos, hungrig; mnd. wan (1), Adj., nicht voll, leer, nicht völlig, mangelhaft, eitel, töricht; mnl. wan, waen, Adj., mangelhaft, schlecht; ahd. wan* (1), Adj., fehlend, mangelnd, mangelhaft, leer; as. wan*, Adj., fehlend, mangelhaft; anfrk. -; germ. *wana- (1), *wanaz, Adj., mangelnd, fehlend; idg. *u̯ənos, Adj., mangelnd, Pokorny 345; s. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. wahn, DW 27, 639, vgl. DW 27, 1471 (wan), Duden s. u. wahn; Son.: vgl. afries. *wan, won, wann (1), Adj., Präf., mangelnd, mangelhaft; ae. wan, won, Adj., fehlend, mangelnd; an. vanr (2), Adj., ermangelnd, verlustig, beraubt, frei von etwas; got. wans, Adj. (a), fehlend, mangelhaft; ai. ūná-, Adj., unzureichend, ermangelnd; av. uyamna, Adj., unzureichend, ermangelnd; gr. εὖνις (eunis), Adj., beraubt, verlustig, ermangelnd; lat. vānus, Adj., leer, taub, gehaltlos, eitel; GB.: (wan) ältere und seit um 765 belegte sowie für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für mangelnd oder mangelhaft oder fehlerhaft oder leer; BM.: mangeln bzw. leer; F.: wahn+EW; Z.: wah-n
Wahn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wahn, Meinung, Erwartung, Hoffnung, irrige Annahme, Verdacht; ne. craze (N.), illusion; Vw.: -; Hw.: s. wähnen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. wān, wōn, st. M., Wahn, Meinung, Glaube, Erwartung, Hoffen, Hoffnung, Zuversicht, Ahnung, Verdacht; mnd. wān (1), wāne, wōn, M., Wahn, ungewisse Meinung, Ansicht, Vermutung, Berechnung; mnl. waen, M., Wahn; ahd. wān*, st. M. (a), Meinung, Ansicht, Erwartung, Hoffnung; as. wān* (1), st. M. (a), Wahn, Erwartung; anfrk. -; germ. *wēnō, *wǣnō, st. F. (ō), Erwartung, Hoffnung; germ. *wēni-, *wēniz, *wǣni-, *wǣniz, st. F. (i), Erwartung, Hoffnung; vgl. idg. *u̯en- (1), u̯enə-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wahn, Kluge s. u. Wahn, DW 27, 602, EWD s. u. Wahn, Falk/Torp 387, Heidermanns 670, Duden s. u. Wahn, Bluhme s. u. Wahn; Son.: vgl. afries. wēne (1), wēn (1), st. F. (ō)?, st. F. (i?), Meinung, Vermutung; nfries. wean; an. vān, vōn, st. F. (ō?, i?), Erwartung, Hoffnung, Tierfalle; got. -; nndl. waan, Sb., Wahn; ai. vánati, V., wünscht; lat. venus, F., Schönheit, Anmut, Liebreiz; air. fine, Sb., Verwandtschaft; GB.: (wān) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich bei einem Menschen seit seiner Entstehung mögliche festgesetzt habende irrige Annahme wie beispielsweise ein Verfolgungswahn; BM.: wünschen; F.: Wahn, Wahnes, Wahns, Wahne, Wahnen+EW; Z.: Wahn
wähnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wähnen, glauben, meinen; ne. imagine, believe (V.) wrongly; Vw.: s. er-; Hw.: s. Wahn, schwanen; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. wænen, sw. V., meinen, glauben, vermuten, ahnen; mnd. wānen (1), sw. V., wähnen, glauben, vermuten; mnd. wōnen (2), wunen, sw. V., wähnen, meinen, glauben; mnl. wānen, sw. V., wähnen; ahd. wānen*, sw. V. (1a), wähnen, denken, meinen, vermuten; as. wānian*, sw. V. (1a), wähnen, erwarten, sich vorsehen, hoffen, glauben; anfrk. wānen* wānon*, sw. V. (1), wähnen, meinen, glauben; germ. *wēnjan, *wǣnjan, sw. V., hoffen, erwarten; idg. *u̯en- (1), u̯enə-, u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wähnen, Kluge s. u. erwähnen, DW 27, 650, EWD s. u. Wahn, Falk/Torp 387. Duden s. u. wähnen, Bluhme s. u. wähnen; Son.: vgl. afries. wēna (1), sw. V. (1), „wähnen“, meinen, glauben; ae. wœ̄nan, wēnan, sw. V. (1), glauben, meinen, denken, erwarten; an. væna, sw. V. (1), hoffen, wähnen, versprechen; an. vāna, sw. V. (1), hoffen, erwarten; got. wēnjan, sw. V. (1), warten, hoffen auf, meinen; nndl. wanen, V., wähnen; GB.: (wānen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches annehmen (oder glauben oder meinen); BM.: wünschen; F.: wähnen, wähne, wähnst, wähnt, wähnest, wähnet, wähnte, wähntest, wähnten, wähntet, gewähnt, ##gewähnt, gewähnte, gewähntes, gewähntem, gewähnten, gewähnter##, wähnend, ###wähnend, wähnende, wähnendes, wähnendem, wähnenden, wähnender###, wähn (!)+EW; Z.: wähn-en
$Wahnkante, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wahnkante; E.: s. Wahn, s. Kante; L.: Kluge s. u. Wahnkante, DW 27, 669; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wahn und Kante gebildete Bezeichnung für eine in die Rinde übergehende und deswegen fehlerhafte Kante eines Balkens; F.: Wahnkante, Wahnkanten+EW; Z.: Wahn—sin-n
$Wahnsinn, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wahnsinn, Irrsinn, Geistesgestörtheit; Vw.: s. Größen-; E.: s. Wahn bzw. wahn, s. Sinn; L.: Kluge 1. A. s. u. Wahnsinn, Kluge s. u. Wahnsinn, Eigensinn, DW 27, 676, EWD s. u. Wahn; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. (Luther) belegte und aus wahn sowie Sinn gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Irrsinn oder eine Geistesgestörtheit; F.: Wahnsinn, Wahnsinns+EW; Z.: Wahn—sinn
$wahnsinnig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. wahnsinnig, irrsinnig, geistesgestört, geisteskrank; E.: s. Wahnsinn, s. ig; L.: DW 27, 679, EWD s. u. Wahn; GB.: (wānsinnic) seit 15. Jh. belegte und aus Wahnsinn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches irrsinnig oder geistesgestört oder geisteskrank; F.: wahnsinnig, wahnsinnige, wahnsinniges, wahnsinnigem, wahnsinnigen, wahnsinniger(, wahnsinnigere, wahnsinnigeres, wahnsinnigerem, wahnsinnigeren, wahnsinnigerer, wahnsinnigst, wahnsinnigste, wahnsinnigstes, wahnsinnigstem, wahnsinnigsten, wahnsinnigster)+EW; Z.: wahn—sinn-ig
$Wahnwitz, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Wahnwitz, Wahnsinn, Unsinn, Geistesgestörtheit; E.: s. wahn, s. Witz; L.: DW 27, 865, EWD s. u. Wahnwitz; GB.: (wanawizzī*) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus Wahn bzw. wahn sowie Witz gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Wahnsinn oder Unsinn oder Geistesgestörtheit; F.: Wahnwitz, Wahnwitzes+EW; Z.: Wahn—wi-tz
$wahnwitzig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. wahnwitzig, irrwitzig, wahnsinnig, unsinnig, geistesgestört; E.: s. Wahnwitz, s. ig; L.: DW 27, 687, EWD s. u. Wahnwitz; GB.: seit 1482 belegte und aus Wahnwitz und ig gebildete Bezeichnung für wahnsinnig oder unsinnig oder wahnwitzig oder irrwitzig oder geistesgestört; F.: wahnwitzig, wahnwitzige, wahnwitziges, wahnwitzigem, wahnwitzigen, wahnwitziger(, wahnwitzigere, wahnwitzigeres, wahnwitzigerem, wahnwitzigeren, wahnwitzigerer, wahnwitzigst, wahnwitzigste, wahnwitzigstes, wahnwitzigstem, wahnwitzigsten, wahnwitzigster)+EW; Z.: wahn—wi-tz-ig
wahr, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. wahr, der Wirklichkeit gemäß, wirklich, echt, wahrhaft, belegt, bewiesen; ne. real, true; Vw.: ge-; Hw.: s. wahrlich, zwar; Q.: Ende 8. Jh. (der althochdeutsche Isidor); E.: mhd. wār (1), wōr, wær, Adj., wahr, wahrhaft, wahrhaftig, wirklich, gewiss, echt, aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig, sicher; mhd. wære (1), Adj., wahr, wahrhaft, sicher, rechtsgültig, unverfälscht; mnd. wār (1), Adj., wahr, wahrhaftig, recht, richtig, wirklich, eigentlich; mnl. waer, Adj., wahr; ahd. wār* (1), Adj., Adv., Interj., wahr, wahrhaft, wirklich, richtig, gewiss; ahd. wāri*, Adj., wahr, wirklich, aufrichtig, wahrhaftig; as. wār* (1), Adj., wahr, wahrhaftig; anfrk. *wār?, Adj., wahr, richtig; anfrk. *wāri?, Adj., wahr; germ. *wēra-, *wēraz, *wǣra-, *wǣraz, *wērja-, *wērjaz, *wǣrja-, *wǣrjaz, Adj., zuverlässig, wahr, freundlich; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr, Pokorny 1165; s. idg. *u̯er- (11), u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wahr, Kluge s. u. wahr, DW 27, 689, EWD s. u. wahr, Falk/Torp 395, Heidermanns 671, Duden s. u. wahr, Bluhme s. u. wahr; Son.: vgl. afries. wēr, Adj., wahr, wahrheitsgetreu, wirklich, gültig; nnordfries. wer, Adj., wahr, wirklich; ae. wǣr (3), Adj., wahr; an. værr (2), Adj., freundlich, ruhig; got. *wēreis, *wērs, Adj. (ia/a), wahr; nndl. waar, Adj., wahr; gr. ἦρα (ēra), Sb., Gefallen, Gunst; lat. vērus, Adj., wahr, wirklich, echt, treffend; air. fír, Adj., wahr; ksl. věra, Sb., Glaube, Vertrauen, Treue; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches wirklich oder echt oder wahrhaft oder belegt oder bewiesen; BM.: freundlich; F.: wahr, wahre, wahres, wahrem, wahren, wahrer(, wahrere, wahreres, wahrerem, wahreren, wahrerer, wahrst, wahrste, wahrstes, wahrstem, wahrsten, wahrster)+EW; Z.: wahr
wahren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wahren, bewahren, aufrechterhalten, beibehalten; ne. keep (V.), preserve; Vw.: -; Hw.: s. Warte; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. waren (2), warn, sw. V., wahren, bewahren; mnd. wāren* (3), waren, sw. V.?, „wahren“, sorgen für, wahrnehmen, pflegen, hüten, schützen; mnl. wāren, sw. V., wahren; ahd. warōn (2)?, sw. V. (2), wahren, achtgeben; ahd. biwarōn, sw. V. (2), bewahren, beschützen, schützen; as. warōn*, sw. V. (2), wahren, Acht (F.) (2) haben, wahrnehmen; anfrk. *waron?, sw. V. (2), wahren; germ. *warōn, sw. V., hüten, beobachten, achtgeben, wahren; idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wahren, Kluge s. u. wahren, DW 27, 770, EWD s. u. wahren, Falk/Torp 393, Duden s. u. wahren, Bluhme s. u. wahren; Son.: vgl. afries. waria, weria, sw. V. (2), wahren, bewahren, sichern, einhalten; ae. warian, sw. V. (2), wahren, hüten, schützen, verteidigen, warnen; an. vara (2), sw. V. (2), warnen, wahren, gedenken; got. *warōn, sw. V. (2), beachten; nisl. vara, V., wahren; gr. ὠρεύειν (ōreúein), V., beaufsichtigen, besorgen; lat. verērī, V., scheuen, fürchten, sich fürchten; lett. vērtiês, V., schauen, bemerken; heth. werite-, V., fürchten; toch. A wär-, riechen; toch. B wär-sk-, V., riechen; GB.: (*warōn) seit 8. Jh. as. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches bewahren oder aufrechterhalten oder beibehalten in Gegensatz zu ändern; F.: wahren(!), wahre (!), wahrst, wahrt, wahrest, wahret, wahrte, wahrtest, wahrten, wahrtet (!), gewahrt, ##gewahrt, gewahrte, gewahrtes, gewahrtem, gewahrten, gewahrter##, wahrend, ###wahrend, wahrende, wahrendes, wahrendem, wahrenden, wahrender###, wahr (!)+EW; Z.: wahr-en
währen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. währen, dauern (V.) (1), Bestand haben; ne. last (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. weren, sw. V., dauern (V.) (1), währen, bleiben; mnd. wēren (3), sw. V., währen, dauern (V.) (1); ahd. werēn* (2), sw. V. (3), währen, dauern (V.) (1), bestehen, halten, bleiben, bestehen bleiben; as. werōn*, sw. V. (2), währen, dauern (V.) (1); anfrk. weron*, sw. V. (2), währen; germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen?; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. währen, Kluge s. u. währen, DW 27, 780, EWD s. u. währen, Falk/Torp 405, Seebold 561, Duden s. u. währen, Bluhme s. u. waehren; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. vara, V., währen; GB.: vielleicht seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare für sachlich vielleicht seit der Entstehung der Welt mögliches währen oder dauern (V.) (1) oder Bestand haben; BM.: übernachten; F.: währen, währe, währst, währt, währest, währet, währte, währtest, währten, währtet, gewährt, ##gewährt, gewährte, gewährtes, gewährtem, gewährten, gewährter##, während (!), ###während, währende, währendes, währendem, währenden, währender###, währ (!)+EW; Z.: wäh-r-en
währen (2), nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. währen, sicherstellen, verbürgen, erlauben, geben; ne. ensure; Vw.: s. ge-; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); I.: Lw.-; E.: mhd. weren (2), wern, sw. V., währen, dauern (V.) (1), dauern (V.) (1) bis zu, andauern, bestehen, vorhalten, halten, überstehen, verweilen, ausdauern; mnd. wēren (5), sw. V., gewähren, zugestehen, sicherstellen, Gewähr leisten; mnd. wāren (1), sw. V., bewähren, Gewähr leisten, durch Eid bewähren, durch Zeugen oder sonstigen Beweis beweisen; ahd. werēn* (1), sw. V. (3), erfüllen, befolgen, beachten, genügen, gewähren, geben, bestätigen, jemandem etwas erfüllen; as. wāron?, sw. V. (2), bewähren, bewahrheiten; anfrk. weren, sw. V. (1), gewähren; germ. *wērōn, *wǣrōn, sw. V., beweisen; germ. *werēn, *werǣn, sw. V., gewähren; s. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: DW 27, 782, Falk/Torp 394, Heidermanns 671; Son.: vgl. afries. wēria, sw. V. (2), bekräftigen; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches sicherstellen oder verbürgen oder erlauben oder geben; BM.: Freundlichkeit; F.: währen, währe, währst, währt, währest, währet, währte, währtest, währten, währtet, gewährt, ##gewährt, gewährte, gewährtes, gewährtem, gewährten, gewährter##, während, ###während, währende, währendes, währendem, währenden, währender###, währ (!)+EW; F.: wäh-r-en
während, nhd., (Part. Präs.=)Präp., Konj., (18. Jh.): nhd. während (Konj.), in dem Verlauf, als, währenddem; ne. while (Konj.), during (Präp.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: hervorgegangen aus währen (s. d.); L.: Kluge s. u. währen, DW 27, 807, EWD s. u. währen, Duden s. u. während; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen zeitlichen Verlauf; BM.: übernachten; F.: während+EW; Z.: währ-end
$wahrhaft, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. wahrhaft, wirklich, echt, belegt, bewiesen; E.: s. wahr, s. haft; L.: DW 27, 813, EWD s. u. wahr; GB.: (wārhaft*) seit 810-817 belegte und aus wahr und haft gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches wirklich oder echt oder wahrhaft oder belegt oder bewiesen; F.: wahrhaft, wahrhafte, wahrhaftes, wahrhaftem, wahrhaften, wahrhafter(, wahrhaftere, wahrhafteres, wahrhafterem, wahrhafteren, wahrhafterer, wahrhaftest, wahrhafteste, wahrhaftestes, wahrhaftestem, wahrhaftesten, wahrhaftester)+EW; Z.: wahr—haf-t
$wahrhaftig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. wahrhaftig, aufrichtig; E.: s. wahrhaft, s. ig; L.: Kluge s. u. -haft, DW 27, 825; GB.: seit 1279 belegte und aus wahrhaft und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches aufrichtig; F.: wahrhaftig, wahrhaftige, wahrhaftiges, wahrhaftigem, wahrhaftigen, wahrhaftiger(, wahrhaftigere, wahrhaftigeres, wahrhaftigerem, wahrhaftigeren, wahrhaftigerer, wahrhaftigst, wahrhaftigste, wahrhaftigstes, wahrhaftigstem, wahrhaftigsten, wahrhaftigster)+EW; Z.: wahr-haf-t-ig
$Wahrheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wahrheit, Echtheit, Wahrhaftigkeit, Richtigkeit, Wirklichkeit, Tatsächlichkeit, Belegtheit, Bewiesenheit, Beweisbarkeit; Vw.: s. Binsen-; E.: s. wahr, s. heit; L.: Kluge s. u. wahr, DW 27, 839; GB.: (wārheit) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus wahr und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliche Echtheit oder Wahrhaftigkeit oder Richtigkeit oder Wirklichkeit oder Tatsächlichkeit oder Belegtheit oder Bewiesenheit oder Beweisbarkeit; F.: Wahrheit, Wahrheiten+EW; Z.: Wahr-hei-t
wahrlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. wahrlich, fürwahr, wirklich; ne. true, real; Vw.: -; Hw.: s. wahr; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. wærlich, wārlich, wērlich, Adj., wahr, wahrhaft, wahrhaftig, aufrichtig, glaubwürdig, zuverlässig, sicher, unverfälscht; mnd. wārlīk?, Adj., wahrlich, vorsichtig, wahrheitsgemäß, glaubwürdig; ahd. wārlīh, Adj., wahrlich, wahrhaft, wahr, wahrhaftig; as. wārlīk*, Adj., wahrlich, wahr; anfrk. -; germ. *wēralīka-, *wēralīkaz, *wǣralīka-, *wǣralīkaz, Adj., wahr; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr, Pokorny 1165; s. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-. Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); idg. *lē̆ig- (2), līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. wahr, DW 27, 924, EWD s. u. wahrlich, Duden s. u. wahrlich; Son.: vgl. afries. wērlik, wārlik, Adj., wahrhaftig, wahrlich; ae. *wǣrlic?, Adj.; an. -; got. -; nndl. waarlijk, Adv., wahrlich; GB.: seit 863-871 belegte und aus wahr und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht in der Vorstellung des Menschen seit Entstehung der Welt mögliches echt oder wahrhaftig oder richtig oder wirklich oder tatsächlich oder belegt oder bewiesen oder beweisbar; BM.: wahr, gleich; F.: wahrlich, wahrliche, wahrliches, wahrlichem, wahrlichen, wahrlicher(, wahrlichere, wahrlicheres, wahrlicherem, wahrlicheren, wahrlicherer, wahrlichst, wahrlichste, wahrlichstes, wahrlichstem, wahrlichsten, wahrlichster)+EW; Z.: wahr-lich
$wahrnehmen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. wahrnehmen, aufnehmen, erkennen, bemerken, erfassen, nutzen; E.: s. wahr, s. nehmen; L.: Kluge 1. A. s. u. wahrnehmen, Kluge s. u. wahrnehmen, DW 27, 941, EWD s. u. wahrnehmen; GB.: (warnemen) seit 1150-1170 belegte und aus wahr und nehmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches aufnehmen oder erkennen oder bemerken oder erfassen oder nutzen; F.: wahrnehmen, nehme wahr, nimmst wahr, nimmt wahr, nehmen wahr, nehmt wahr, nehmest wahr, nehmet wahr, nahm wahr, nahmst wahr, nahmen wahr, nahmt wahr, nähme wahr, nähmst wahr, nähmest wahr, nähmen wahr, nähmt wahr, nähmet wahr, wahrgenommen, ##wahrgenommen, wahrgenommene, wahrgenommenes, wahrgenommenem, wahrgenommenen, wahrgenommener##, wahrnehmend, ###wahrnehmend, wahrnehmende, wahrnehmendes, wahrnehmendem, wahrnehmenden, wahrnehmender###, wahrzunehmen, ####wahrzunehmen, wahrzunehmend, wahrzunehmende, wahrzunehmendes, wahrzunehmendem, wahrzunehmenden, wahrzunehmender###, nimm (!) wahr+EW; Z.: wahr—nehm-en
$Wahrsager, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wahrsager, Wahrsagender; E.: s. wahr, s. sage(n), s. (e)r; L.: Kluge 1. A. s. u. Wahrsager, DW 27, 973, EWD s. u. wahr; GB.: (wārsagære) seit Anfang 13. Jh. belegte und wohl nach lat. veridicus aus wahrsag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache möglichen angeblich die Zukunft wahr voraussagen könnenden Menschen; F.: Wahrsager, Wahrsagers, Wahrsagern+EW; Z.: Wahr—sag-er
währschaft, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.): nhd. währschaft, gut verbürgbar, zuverlässig, tüchtig, gehaltvoll; ne. reliable, wholesome; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu Währschaft, F., Gewährschaft; mnd. wērschop*, wērschap, F., Gewährschaft, Gewährleistung, Bürgschaft, Garantie, Vertretungspflicht; mnd. wārschop*, warschap, warschop, warschup, F., N., Gewährleistung, Gewährschaft, Bürgschaft, Garantie; s. nhd. währen, …schaft; L.: Kluge s. u. währschaft, DW 27, 988, Duden s. u. währschaft; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus währ(en) und schaft gebildete Bezeichnung für gut verbürgbar oder zuverlässig oder tüchtig oder gehaltvoll; BM.: wahr; F.: währschaft, währschafte, währschaftes, währschaftem, währschaften, währschafter(, währschaftere, währschafteres, währschafterem, währschafteren, währschafterer, währschaftest, währschafteste, währschaftestes, währschaftestem, währschaftesten, währschaftester)+EW; Z.: währ-schaf-t
$wahrscheinlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wahrscheinlich, voraussichtlich, vermutlich, gut möglich; E.: s. wahr, s. schein(en), s. lich; L.: Kluge s. u. wahrscheinlich, scheinen, EWD s. u. scheinen, DW 27, 994; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. verisimilis aus wahr und schein(en) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches voraussichtlich oder vermutlich oder gut möglich; F.: wahrscheinlich, wahrscheinliche, wahrscheinliches, wahrscheinlichem, wahrscheinlichen, wahrscheinlicher(, wahrscheinlichere, wahrscheinlicheres, wahrscheinlicherem, wahrscheinlicheren, wahrscheinlicherer, wahrscheinlichst, wahrscheinlichste, wahrscheinlichstes, wahrscheinlichstem, wahrscheinlichsten, wahrscheinlichster)+EW; Z.: wahr—schei-n—lich
Währung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Währung, Geldwährung, Gewährleistung bei einem Kauf, Leistung, Erfüllung; ne. currency, valuta; Vw.: -; Hw.: s. gewähren; Q.: um 900/Anfang 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. werunge (1), st. F., Währung, Gewährung, Bezahlung, Erfüllung, Sicherstellung, Bürgschaft, Gewährleistung des Besitzrechts; mnd. wēringe (1), F., Währung, Geldwährung, Münzfuß, Sicherstellung, Gewährleistung, gute Ware oder Münze; ahd. werunga*, st. F. (ō), Gewährung; s. ahd. werēn*, sw. V. (3), erfüllen, befolgen, beachten, genügen, gewähren; germ. *werēn, *werǣn, sw. V., gewähren; s. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Währung, DW 27, 1008, EWD s. u. Währung, Duden s. u. Währung; GB.: seit um 900 belegte und aus währ(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein staatlich geregeltes Geldwesen oder ein gesetzliches Zahlungsmittel eines Staates; BM.: Freundlichkeit; F.: Währung, Währungen+EW; Z.: Währ-ung
$Wahrzeichen, nhd., N., (12. Jh.?): nhd. Wahrzeichen; E.: s. wahr, s. Zeichen; L.: Kluge 1. A. s. u. Wahrzeichen, Kluge s. u. Wahrzeichen, EWD s. u. wahren, Wahrzeichen; GB.: (warzeichen) seit 1170-1190 belegte und aus wahr und Zeichen gebildete Bezeichnung für ein besonderes Kennzeichen oder Erkennungszeichen beispielsweise eines Ortes wie das Brandenburger Tor (N.) für Berlin oder der schiefe Turm für Pisa oder der Tower für London oder der Eiffelturm für Paris oder das Kolosseum für Rom oder die Alhambra (die rote [Burg]) für Granada oder der Kreml für Moskau oder die Pyramiden für Ägypten oder die Freiheitsstatue für New York oder das Taj Mahal für Indien oder die Tempelanlage Angkor Wat für Kambodscha oder die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi oder die Chinesische Mauer für China oder (angeblich) 759 Wahrzeichen in 68 Staaten; F.: Wahrzeichen, Wahrzeichens+EW; Z.: Wah-r—zei-ch-en
Waid, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Waid (M.), eine Färbepflanze; ne. woad; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. weit, st. M., Waid (M.), Färbekraut, Befleckung; mnd. wēt, weit, M.?, Waid; mnl. weet, M., Waid; ahd. weit, st. M. (a?, i?), Waid (M.), Färberwaid; as. wêd*, st. M. (a?, i?), Waid (M.); anfrk. -; germ. *waizda-, *waizdaz, st. M. (a), Waidkraut, Färberwaid, Waid (M.); idg. *u̯ei- (2), *u̯eiə-, *u̯ī̆-, V., welken, Pokorny 1123 (1954/30) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt).; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177 (2025/101) (RB. idg. aus kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Waid, Kluge s. u. Waid, DW 27, 1032, Falk/Torp 379, Duden s. u. Waid, Bluhme s. u. Waid; Son.: s. lang. *waid, Sb., Waid (M.), Färberwaid; vgl. afries. wêde, Sb., Waid, Färberwaid; ae. wād, st. N. (a), Waid, Färberwaid; an. -; got. -; GB.: (weit) seit Mitte 9. Jh. belegte Bezeichnung für eine schon vormenschliche zu den Kreuzblütlern gehörende und von Menschen für das Färben verwendete Pflanze mit kleinen gelben und in Rispen wachsenden Blüten und bläulich grünen Blättern sowie Schotenfrüchten; BM.: welken; F.: Waid, Waids, Waides, Waide, Waiden+EW; Z.: Wai-d
Waise, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Waise, Waisenkind, elternloses Kind; ne. orphan (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. weise, M., F., Waise; mnd. wēse (1), weise, M., Waise (M.), Edelstein in der deutschen Königskrone; mnl. wēse, F., Waise, Waisenking; ahd. weiso, sw. M. (n), Waise; as. -; anfrk. weiso*, sw. M. (n), Waise; germ. *waisō-, *waisōn, *waisa-, *waisan, sw. M. (n), Waise; vielleicht von idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Waise, Kluge s. u. Waise, DW 27, 1043, EWD s. u. Waise, Falk/Torp 412, Duden s. u. Waise, Bluhme s. u. Waise; Son.: vgl. afries. wêsa, wêse, sw. M. (n), F., Waise; nfries. weeze, M., F., Waise; ae. *wāsa, sw. M. (n), Waise; an. -; got. -; nndl. wees, Sb., Waise; GB.: (weiso) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Kind dessen (einer Elter oder dessen) beide Eltern bereits gestorben sind; BM.: ?; F.: Waise, Waisen+EW; Z.: Wais-e
$Waisenkind, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Waisenkind; E.: s. Waise, s. n, s. Kind; L.: Kluge s. u. Waise, DW 27, 1057; GB.: (weisekint) seit 15. Jh. belegte und aus Wais(e) und en (Suff.) sowie Kind gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche Waise oder ein Kind dessen (einer Elter oder dessen) beide Eltern bereits gestorben sind; F.: Waisenkind, Waisenkinds, Waisenkindes, Waisenkinder, Waisenkindern+EW; Z.: Wais-en—kin-d
Wake, nhd. (ält.), F., (17. Jh.): nhd. Wake, offene Stelle in Eis; ne. open spot (N.) on a frozen surface; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. wake (1), F., Wake, offenes Wasser in Eis, in Eis gehauenes Loch; germ. *wakwō-, *wakwōn, *wakwjō-, *wakwjōn, sw. F. (n), Nässe, Feuchtigkeit; s. idg. *u̯egᵘ̯-, *ū̆gᵘ̯-, Adj., V., feucht, netzen, Pokorny 1118 (1950/26) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Wake, DW 27, 1063, Falk/Torp 381, Heidermanns 646, Duden s. u. Wake; Son.: vgl. an. vøkva (1), vekva, sw. F. (n), Flüssigkeit, Nässe, Feuchtigkeit; an. vøkvi, sw. M. (n), Flüssigkeit, Feuchtigkeit, Nässe; nndl. wak, Sb., Wake?; ne. wake, N., Kielwasser; nschw. vak, Sb., Eisloch; nisl. vök, F., Eisloch; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche (natürliche) Öffnung in einer Eisdecke oder eine offene Stelle in Eis; BM.: feucht; F.: Wake, Waken+EW; Z.: Wak-e
Wal, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wal, Walfisch; ne. whale (N.); Vw.: s. Nar-, Pott-; Hw.: s. Wels, Weller; Q.: Ende 8. Jh. (Mondseefragmente); E.: mhd. wal, st. M., Wal, Walfisch; mnd. wal? (5), M., Wal (M.) (1), Walfisch; mnl. wal, M., Wal, Walfisch; ahd. wal (2), hwal*, st. M. (a?, i?), Wal, Walfisch; as. hwal*, st. M. (a?, i?), Wal, Walfisch; anfrk. -; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Walfisch, Kluge s. u. Wal, DW 27, 1068, EWD s. u. Wal, Falk/Torp 117, Falk/Torp 402, Duden s. u. Wal, Bluhme s. u. Wal; Son.: vgl. afries. -; ae. hwæl, st. M. (a), Wal, Walfisch; an. hvalr, st. M. (a), Wal; got. -; nndl. wal, Sb., Wal; nschw. val, Sb., Wal; nnorw. hval, M., Wal; ? lat. squalus, M., Meersaufisch; apreuß. kalis, Sb., Wels; GB.: (wal) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein vielleicht vor 60 Millionen Jahren entstandenes und damit vormenschliches in der Gestalt einem Fische ähnliches in dem Wasser lebendes großes Säugetier; BM.: ein Fisch; F.: Wal, Wales, Wals, Wale, Walen+EW; Z.: Wal
Wald, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wald, Forst, Hain; ne. wood, woodland; Vw.: s. -meister; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. walt, st. M., Wald, Waldgebirge, Baumbestand, Waldhöhle; mnd. walt (2), M., Wald; mnl. wout, M., Wald; ahd. wald, st. M. (i), Wald, Wildnis, Baumwipfel?, Wüste, Einöde; as. wald (1), st. M. (a), Wald; anfrk. wald* (1), walt*, st. M. (u), Wald; germ. *walþu-, *walþuz, st. M. (u), Wald, Wildnis, Heide (F.) (1); s. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wald, Kluge s. u. Wald, DW 27, 1072, EWD s. u. Wald, Falk/Torp 403, Duden s. u. Wald, Bluhme s. u. Wald; Son.: vgl. afries. wald (1), st. M. (u), Wald; saterl. wald; ae. weald (1), st. M. (a), Wald, Gehölz, Busch; an. vǫllr, vall (2), st. M. (a), Ebene, Feld, Wiese; got. *waldus, st. M. (u), Wald; nndl. woud, Sb., Wald; ne. wold, N., Heideland; nschw. vall, Sb., Grasland; air. folt, falt, Sb., Haarschopf, Laubwerk; kymr. gwallt, M., Haarschopf, belaubte Zweigspitzen; lit. váltis, F., Haferrispe; russ. (ält.) vólot’, Sb., Faser, Ähre; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschlich nach Verfestigung der Erdoberfläche und Entstehung von Pflanzen mögliche größere von Bäumen dicht bewachsene Fläche; BM.: Gras; F.: Wald, Walde, Waldes, Walds, Wälder, Wäldern+EW; Z.: Wal-d
$walden, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. walden, Wald sein (V.), Wald werden; Vw.: s. be-, ent-; E.: s. wald, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Wald, DW 27, 1110; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Wald und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches Wald sein (V.) oder Wald werden; F.: walden, walde (!), waldest, waldet, waldete, waldetest, waldeten, waldetet, gewaldet, ##gewaldet, gewaldete, gewaldetes, gewaldetem, gewaldeten, gewaldeter##, waldend, ###waldend, waldende, waldendes, waldendem, waldenden, waldender###, wald (!)+EW; Z.: wal-d-en
$waldig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. waldig, Wald betreffend; E.: s. Wald, s. ig; L.: Kluge s. u. Wald, DW 27, 1152 (waldicht, waldig), EWD s. u. Wald; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wald und ig gebildete Bezeichnung für schon vormenschlich mögliches Wald betreffend; F.: waldig, waldige, waldiges, waldigem, waldigen, waldiger(, waldigere, waldigeres, waldigerem, waldigeren, waldigerer, waldigst, waldigste, waldigstes, waldigstem, waldigsten, waldigster)+EW; Z.: wal-d-ig
$Waldkauz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Waldkauz; E.: s. Wald, s. Kauz; L.: DW 27, 1156, EWD s. u. Kauz; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wald und Kauz gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen Vogel; F.: Waldkauz, Waldkauzes, Waldkäuze, Waldkäuzen+EW; Z.: Wal-d—kauz
Waldmeister, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Waldmeister, höherer Forstbeamter, Forstmeister; ne. woodruff; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. waltmeister, st. M., Waldmeister, Forstmeister; mnd. woltmēster, M., Waldmeister; mnl. woudmeester, M., Waldmeister; vgl. mhd. walt, st. M., Wald, Waldgebirge, Baumbestand, Waldhöhle; mnd. walt (2), M., Wald; ahd. wald, st. M. (i), Wald, Wildnis, Baumwipfel?, Wüste, Einöde; as. wald (1), st. M. (a), Wald; anfrk. wald* (1), walt*, st. M. (u), Wald; germ. *walþu-, *walþuz, st. M. (u), Wald, Wildnis, Heide (F.) (1); s. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); die Herkunft des Hinterglieds ist unklar, entweder von Meiste“ (s. d.), oder von Miere (2); L.: Kluge s. u. Waldmeister, DW 27, 1169, EWD s. u. Wald, Duden s. u. Waldmeister; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte Bezeichnung für einen höheren Forstbeamten und eine in Laubwäldern wachsende schon vormenschliche Pflanze mit kleinen weißen Blüten die von Menschen zu einem Aromatisieren von Bowlen verwendet wird; BM.: Gras; F.: Waldmeister, Waldmeisters+EW+FW?; Z.: Wal-d-meist-er
$Waldschrat, Waldschratt, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Waldschrat, Waldgeist, ein Fabelwesen; E.: s. Wald, s. Schrat; L.: DW 27, 1192, EWD s. u. Schrat; GB.: (waltschrate) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus Wald und Schrat gebildete Bezeichnung für ein in der Vorstellung von Menschen in dem Walde lebendes Fabelwesen; F.: Waldschrat, Waldschrates, Waldschrats, Waldschrate, Waldschraten, Waldschratt, Waldschrattes, Waldschratts, Waldschratte, Waldschratten+EW; Z.: Wal-d—schra-t
$Waldung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Waldung, Wald; E.: s. Wald, s. ung; L.: Kluge s. u. Wald, DW 27, 1202, EWD s. u. Wald; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wald oder wald(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl nach Verfestigung der Erdoberfläche und der Entwicklung von Bäumen und Wald auf der Erdoberfläche mögliches größeres Waldgebiet oder einen Wald; F.: Waldung, Waldungen+EW; Z.: Wal-d-ung
$Waldwachs, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Waldwachs; E.: s. Wald, s. Wachs; L.: Kluge s. u. Waldwachs, DW 12, 1207 (Waldwachs. Verweis auf Waltenwachs), DWDS; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Wald und Wachs gebildete Bezeichnung; F.: Waldwachs, Waldwachses+EW; Z.: Wal-d—wach-s
$Walfisch, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Walfisch, Wal; E.: s. Wal, s. Fisch; L.: Kluge 1. A. s. u. Walfisch, Kluge s. u. Walfisch, DW 27, 1221, EWD s. u. Wal; GB.: (walvisch) seit 1140-1160 belegte und aus Wal und Fisch gebildete Bezeichnung für ein vielleicht vor 60 Millionen Jahren entstandenes und damit vormenschliches in der Gestalt einem Fische ähnliches in dem Wasser lebendes großes Säugetier; F.: Walfisch, Walfischs, Walfisches, Walfische, Walfischen+EW; H.: Wah-l—fisch
Walhalla, Walhall, nhd., F., N., (18. Jh.): nhd. Walhalla, Walhall, nordisches Totenreich; ne. Valhalla; Vw.: -; Hw.: s. Halle, Walstatt, Walküre; I.: Lw. an. Valhǫll; E.: s. an. Valhǫll, Valjǫll, st. F. (ō), Walhalla, Wohnung der Gefallenen; vgl. an. valr, st. M. (a), Toter auf dem Walplatz; germ. *wala-, *walaz, st. M. (a), Leiche, Schlachtfeld; germ. *wala-, *walam, st. N. (a), Leiche, Schlachtfeld; s. germ. *wala- (5), *walaz, Adj., tot; vgl. idg. *u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144 (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); an. hǫll, st. F. (ō), Halle; germ. *hallō, st. F. (ō), Halle, Saal; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Walhall(a), DW 27, 1241, Duden s. u. Walhalla; Son.: vgl. nndl. walhalla, Sb., Walhalla; frz. valhalla, M., Walhalla; nnorw. valhall, M., Valhalla; poln. walhalla, F., Walhalla; kymr. falhala, F., Walhalla; lit. valhala, Sb., Walhalla; toch. A wäl-, V., sterben; lit. vė̃lės, Sb., Geister der Verstorbenen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare und aus Wal bzw. an. Val und Hall(e) sowie a (Suff.) gebildete Bezeichnung für die in der germanistischen Mythologie genannte große Halle des Gottes Odin in Asgard oder das nordische Totenreich; BM.: Leiche, verhüllen; F.: Walhalla, Walhall+FW; Z.: Wal-hal-l-a
walken, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. walken, an der Walke bearbeiten, verfilzen, schlagen; ne. full (V.), felt (V.), waulk; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. walken (1), st. V., red. V., walken, vertilgen, schlagen, dreinschlagen, durchbläuen, prügeln, durchprügeln, züchtigen; mnd. walken, st. V., sw. V., walken, rollend durchkneten, wälzend durchkneten, stampfend waschen und reinigen; mnl. walken, V., walken; ahd. walkan* (1), walcan*, red. V., walken, verfilzen; lang. *walkan, st. V., walken, pressen; as. -; anfrk. -; germ. *walkan, st. V., drehen, wandern, walken; idg. *u̯olg-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1144?; vgl. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140? (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. walken, Kluge s. u. walken, DW 27, 1244, EWD s. u. walken, Falk/Torp 402, Seebold 537, Duden s. u. walken, Bluhme s. u. walken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. walken, V., walken; nschw. valka, V., walken; nnorw. valke, V., walken; ai. válgati, V., bewegt sich, hüpft; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Leder oder Teig durch kräftiges Kneten geschmeidig machen oder ein Gewebe durch mechanische Bearbeitung verfilzen; BM.: drehen; F.: walken, walke, walkst, walkt, walkest, walket, walkte, walktest, walkten, walktet, gewalkt, ##gewalkt, gewalkte, gewalktes, gewalktem, gewalkten, gewalkter##, walkend, ###walkend, walkende, walkendes, walkendem, walkenden, walkender###, walk+EW; Z.: wal-k-en
Walküre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Walküre, Schildjungfer; ne. valkyrie; Vw.: -; Hw.: s. Walhalla, Walstatt; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. an. valkyrja; E.: s. an. valkyrja, sw. F. (n), Walküre; germ. *walakuzjō-, *walakuzjōn?, sw. F. (n), Walküre, Totenwächterin; vgl. idg. *u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144 (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); idg. *g̑eus-, V., kosten (V.) (2), genießen, schmecken, Pokorny 399 (565/49) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wahlstatt, Kluge s. u. Walküre, DW 27, 1255, EWD s. u. Walstatt, Falk/Torp 402, Duden s. u. Walküre; Son.: vgl. ae. wælcyrige, sw. F. (n), Walküre, Hexe; nndl. walkure, Sb., Walküre; frz. walkyrie, F., Walküre; nschw. valkyria, Sb., Walküre; nnorw. valkyrje, M., F., Walküre; poln. walkiria, F., Walküre; kymr. falcyri, F., Walküre; nir. vailcír, F., Walküre; lit. valkirijos, F. Pl., Walküren; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich in der Vorstellung von Menschen mögliche Gefallene nach Walhalla geleitende Jungfrau (Schildjungfer) der germanischen Mythologie; BM.: Totenwählerin bzw. Leiche, wählen; F.: Walküre, Walküren+FW; Z.: Wal-kür-e
Wall, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Wall (M.) (2), Erdaufschüttung, Erderhöhung gegen das Meer, Erhöhung, Mauer; ne. wall (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. wal (3), st. N., st. M., Wall (M.) (2), Ringmauer, Wölbung; mnd. wal (1), M., Wall (M.), Erddamm, Festungswall, festes Land; mnl. wal, M., Wall (M.) (2); ahd. wal?, st. N. (a), Wall; as. wal, wall*, st. M. (a), Wall, Mauer, Wand, Klippe; anfrk. -; germ. *wall-, Sb., Wall; s. lat. vāllum, N., Wall, Schutzwehr, Verschanzung; s. lat. vāllus, M., Pfahl, Palisade; vgl. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wall, Kluge s. u. Wall, DW 27, 1256, EWD s. u. Wall, Duden s. u. Wall, Bluhme s. u. Wall; Son.: vgl. afries. wall, wal (2), st. M. (a), Wall, Mauer, Nasenflügel und Nasenscheidewand; nfries. wal; ae. weall (1), weal (1), wall (1), wal (2), st. M. (a), Wall, Deich, Damm, Felsküste; an. -; got. -; nndl. wal, Sb., Wall; nschw. vall, Sb., Wall; nnorw. voll, M., Wall; poln. wał, M., Wall; kymr. wal, F., Wall; GB.: (wal) seit 1150-1170 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete künstliche Erhöhung als Wehranlage; BM.: drehen bzw. winden; F.: Wall, Walles, Walls, Wälle, Wällen+FW; Z.: Wal-l
Wallaby, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wallaby, kleines Känguru, Kängurufell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. wallaby; E.: s. ne. wallaby, N., Wallaby; aus einer Sprache der australischen Ureinwohner; L.: fehlt DW, Duden s. u. Wallaby; Son.: vgl. frz. wallaby, M., Wallaby; nschw. wallaby, vallaby, Sb., Wallaby; kymr. walabi, M., Wallaby; nir. valbaí, M., Wallaby; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus der Sprache des Stammes der Guugu Yimidhirr der Ureinwohner Australiens auf der Kap-York-Halbinsel aufgenommene Bezeichnung für einen kleines der Känguru; BM.: ?; F.: Wallaby, Wallabys+FW; Z.: Wallaby
Wallach, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wallach, verschnittener Hengst; ne. gelding; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mnd. wallache, wallacke, sw. M., F., Wallach, verschnittener Hengst, eine russische Pferdeart?; aus dem Slawischen, Kluge s. u. Wallach; vielleicht als Adj. zu dem ON Walachei; von ahd. Walah*, st. M. (a), Welscher, Fremder, Romane, Römer, Rutuler; germ. *Walaha-, *Walahaz, st. M. (a), Kelte, Welscher, Fremder, Lw. lat.-kelt. Volcēs, M., Volker (Angehöriger einer keltischen Völkerschaft); aus dem Keltischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Wallach, Kluge s. u. Wallach, DW 27, 1265, EWD s. u. Wallach, Falk/Torp 403, Duden s. u. Wallach, Bluhme s. u. Wallach; Son.: vgl. nschw. valack, Sb., Wallach; nnorw. vallak, M., Wallach; poln. wałach, M., Wallach; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus dem Slawischen oder dem Keltischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich seit der vor mehr als 5000 Jahren wohl in Südosteuropa erfolgten Zähmung von Pferden durch den Menschen mögliche verschnittenen Hengst oder ein kastriertes männliches Pferd; BM.: ON (nach dem Herkunftsort der Kastration von Hengsten)?; F.: Wallach, Wallachs, Wallache, Wallachen+FW; Z.: Wallach
wallen (1), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wallen (V.) (1), sprudeln, bewegt fließen, aufkochen; ne. boil (V.), bubble (V.) up; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wallen, red. V., wallen (V.) (1), aufkochen, sprudeln; mnd. wallen (1), st. V., wallen (V.) (1), aufwallen, sieden; mnl. wallen, sw. V., wallen (V.) (1), sprudeln; ahd. wallan, red. V., wallen (V.) (1), aufwallen, sieden, kochen, aufbrausen, hervorsprudeln, überlaufen (V.), schwären, brodeln; as. wallan*, red. V. (1), wallen (V.) (1), quellen; anfrk. *wallan?, st. V. (7)=red. V., wallen (V.) (1); germ. *wallan, st. V., wallen (V.) (1), sieden, sprudeln; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wallen 1, Kluge s. u. wallen 1, DW 27, 1269, EWD s. u. wallen 1, Falk/Torp 401, Seebold 538, Duden s. u. wallen, Bluhme s. u. wallen 1; Son.: vgl. afries. walla (2), st. V. (7)=red. V., wallen (V.) (1), sieden, kochen; ae. weallan, wallan, st. V. (7)=red. V. (2), wallen (V.) (1), wogen, kochen, sieden, quellen; an. vella (2), red. V., wallen (V.) (1), kochen; got. -; ai. valati, V., dreht, rollt; gr. εἰλεῖν (eilein) (1), V., drehen, winden; lit. vélti, V., walken, walzen; ksl. valiti se, V., sich wälzen; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sich heftig bewegen von Flüssigkeiten; BM.: drehen bzw. wälzen; F.: wallen, walle (!), wallst, wallt, wallest, wallet, wallte, walltest, wallten, walltet, gewallt, ##gewallt, gewallte, gewalltes, gewalltem, gewallten, gewallter##, wallend, ###wallend, wallende, wallendes, wallendem, wallenden, wallender###, wall (!)+EW; Z.: wal-l-en
wallen (2), nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wallen (V.) (2), wallfahrten, wandeln, von Ort zu Ort ziehen; ne. pilgrim (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wadel; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. wallen, sw. V., wandern, wallen (V.) (2), pilgern; mnd. wallen (2), sw. V., wallen (V.) (2), wandern, umherschweifen, wallfahrten; mnl. wallen, sw. V., wallen (V.) (2), wallfahrten; ahd. wallōn* (1), sw. V. (2), wallen (V.) (2), wandern, reisen, wandeln, ziehen, pilgern, gehen, umhergehen, umherziehen; as. -; anfrk. -; germ. *waþlōn, sw. V., wallen (V.) (2), wandern, reisen; vielleicht von idg. *u̯etlo-, Adj., schweifend, Pokorny 84; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wallen 2, Kluge s. u. wallen 2, DW 27, 1287, EWD s. u. wallen 2, Duden s. u. wallen, Bluhme s. u. wallen 2; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Sesshaftigkeit mögliches von Ort zu Ort ziehen; BM.: wehen; F.: wallen, walle (!), wallst, wallt, wallest, wallet, wallte, walltest, wallten, walltet, gewallt, ##gewallt, gewallte, gewalltes, gewalltem, gewallten, gewallter##, wallend, ###wallend, wallende, wallendes, wallendem, wallenden, wallender###, wall (!)+EW; Z.: wal-l-en
$wallfahren, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wallfahren; E.: s. wall(en) (V.) (2), s. fahren; L.: DW 27, 1299, EWD s. u. wallen 2; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wall(en) (V.) (2) und fahren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Religion durch Menschen mögliches aus religiösen Gründen zu Besuch an einen anderen besonderen Ort fahren; F.: wallfahren, wallfahre, wallfahrst, wallfahrt (!), wallfahrest, wallfahret, wallfahrte, wallfahrtest, wallfahrten, wallfahrtet, gewallfahrt, ##gewallfahrt, gewallfahrte, gewallfahrtes, gewallfahrtem, gewallfahrten, gewallfahrter##, wallfahrend, ###wallfahrend, wallfahrende, wallfahrendes, wallfahrendem, wallfahrenden, wallfahrender###, wallfahr (!)+EW; Z.: wal-l—fahr-r-en
$Wallfahrer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wallfahrer, Wallfahrender, Pilger; E.: s. wallfahr(en), s. er (Suff.); L.: DW 27, 1299, EWD s. u. wallen 2, GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wallfahr(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Religion möglichen aus religiösen Gründen an einen anderen besonderen Ort fahrenden Menschen oder PilgerPilger; F.: Wallfahrer, Wallfahrers, Wallfahrern+EW; Z.: Wal-l—fahr-er
$Wallfahrt, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wallfahrt; E.: s. wall(en) (V.) (2), s. Fahrt; L.: Kluge s. u. wallen (2), DW 27, 1300, EWD s. u. wallen 2; GB.:(wallevart) seit um 1300 belegte und aus wall(en) (V.) (2) und Fahrt gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Religion mögliche Fahrt aus religiösen Gründen an einen anderen besonderen Ort; F.: Wallfahrt, Wallfahrten+EW; Z.: Wal-l—fah-r-t
$Wallwurz, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Wallwurz, Beinwell; E.: s. Wall, s. Wurz; L.: Kluge s. u. Wallwurz, DW 27, 1315; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Wall und Wurz gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche kleinere weitverbreitete Pflanze mit möglicher Heilwirkung; F.: Wallwurz, Wallwurzen+EW; Z.: Wal-l—wurz
Walm, Walben, Walbe, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Walm, abgeschrägtes Dach; ne. hip (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. walbe, sw. M., Walm; ahd. walbo*, sw. M. (n), Hohlziegel; as. -; anfrk. -; germ. *hwalbō-, *hwalbōn, *hwalba-, *hwalban, sw. M. (n), Wölbung; vgl. idg. *ku̯elp- (2)?, V., wölben, Pokorny 630 (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge s. u. Walm, DW 27, 131, Falk/Torp 117, Seebold 281, Heidermanns 314, Duden s. u. Walm; Son.: vgl. afries. -; ae. hwealf (1), st. F. (ō), Gewölbe; an. hvalf, hvolf, st. N. (a), Wölbung, Gewölbe; got. -; GB.: (walbo) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche dreieckige Fläche eines abgeschrägten und teilweise einen Giebel ersetzenden Daches; BM.: wölben; F.: Walm, Walmes, Walms, Walme, Walmen, Walben, Walbe, Walbens+EW; Z.: Walm
Walnuss,
nhd., F., (17. Jh.): nhd. Walnuss, welsche Nuss; ne. walnut; Vw.: -; Hw.: s.
welsch; Q.: Mitte 17. Jh.; E.: s. mnd. walnut, walnot, F.?, Walnuss; mnl.
walnōte, Sb., Walnuss; Lüs. von nux gallica; s. mhd. walsch, Adj., welsch,
italienisch, französisch, romanisch; ahd. walask*, walasc*, walahisk*,
walahisc*, walisk*, Adj., welsch, romanisch, lateinisch; germ. *waliska-,
*waliskaz, Adj., welsch, fremd, z. T. Lw. lat.-kelt. Volcēs, M., Volker
(Angehöriger einer keltischen Völkerschaft); aus dem Keltischen; für die
Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Nuss; L.: Kluge 1. A. s. u. Walnusz, Kluge s.
u. Walnuss, DW 27, 1319 (Walnusz), EWD s. u. Walnuß, Bluhme s. u. Walnuss;
Son.: vgl. nndl. walnoot, Sb., Walnuss; nschw. valnöt, Sb., Walnuss; nnorw.
valnøtt, M., F., Walnuss; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und nach lat. nux
Gallica gebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche aus
Persien kommende (welsche) essbare und seit mehr als 9000 Jahren von Menschen
genutzte Nuss deren Früchte von einer weichen grünen Schale (F.) (1) umgeben
sind und deren Kern zusätzlich von einer harten Schale umhüllt ist; F.:
Walnuss, Walnüsse, Walnüssen+FW+EW; BM.: welsche Nuss (die Bäume wurden vor
allem in Frankreich (Gallien) angebaut); Z.: Wal—Nuss
Walpurgis, nhd., F.: Hw.: s. Walpurgisnacht
Walpurgisnacht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Walpurgisnacht, Hexensabbat, Hexennacht; ne. Walpurgis Night; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. Walpurgis, s. Nacht, gebildet von die Nacht vor dem Tag der Heiligen Walpurgis, Walburga; von germ. *waltan, st. V., sich wälzen; germ. *waltjan, sw. V., wälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); germ. *burg, F. (kons.), Burg; Herkunft unklar, vielleicht s. idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128? (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Walpurgisnacht, DW 27, 1323, Duden s. u. Walpurgisnacht; Son.: vgl. nndl. Walpurgisnacht, Sb., Walpurgisnacht; frz. nuit de Walpurgis, F., Walpurgisnacht; nschw. valborg, Sb., Walpurgisnacht; nnorw. valborgsnatt, M., F., Walpurgisnacht; poln. noc Walpurgii, F., Walpurgisnacht; lit. valpurgijos naktis, F., Walpurgisnacht; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Walpurgis (PN) und Nacht gebildete Bezeichnung für die Nacht von dem 30. April jeden Jahres auf den 1. Mai in der oft Feste stattfanden und in der dem Volksglauben nach Hexen sich auf dem Blocksberg in dem Harz trafen; BM.: PN, s. Nacht; F.: Walpurgisnacht, Walpurgisnächte, Walpurgisnächten+EW; Z.: Wal-pur-g-is—nacht
Walrat, nhd. (ält.), M./N., (14. Jh.): nhd. Walrat, Fettstoff und Wachs vor allem in der Melone des Schädels des Pottfischs (Pottwals), Schmutz, Milchrahm, Sperma; ne. speramceti; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. walrāt, wolrad?, M.?, Walrat, Pottfischöl; s. nnorw. hvalrav, M., Walrat; vgl. an. hvalr, st. M. (a), Wal; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); an. raf, st. N. (a), Bernstein, gelber Amber; Anschluss an Rat, weil der Stoff als Heilmittel galt; L.: Kluge s. u. Walrat, DW 27, 1325, Duden s. u. Walrat; Son.: vgl. nschw. valrav, Sb., Walrat; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Wal und an. raf gebildete Bezeichnung für den Fettstoff und das Wachs in der Melone des Schädels des Pottwals (Pottfischs) und in anderen seiner Körperteile; BM.: Wal, Bernstein; F.: Walrat, Walrates, Walrats+FW+EW?; Z.: Wal-rat
Walross, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Walross, eine Robbe; ne. walrus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. nndl. walros; E.: s. nndl. walros, N., Walross, walrus; von an. hrosshvalr, st. M. (a), eine Walart; und an. rosmhvalr, st. M., (a), Walross; die weitere Herkunft des dortigen Vorderglieds ist ungeklärt, vielleicht zu ahd. rosamo*, sw. M. (n), Rost (M.) (2), Röte, Sommersprosse; germ. *rud-, Adj., rot; idg. *reudʰ-, *h₁reudʰ-, Adj., rot, Pokorny 872 (1519/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); für die Herkunft des dortigen Hinterglieds s. an. hvalr, st. M. (a), Wal; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Walfisch, Kluge s. u. Walross, DW 27, 1326 (Walrosz), EWD s. u. Wal, Duden s. u. Walross, Bluhme s. u. Walross; Son.: vgl. nschw. valross, Sb., Walross; nnorw. hvalross, M., Walross; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wal und vielleicht Ros für rot gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche in nördlichen Meeren lebende Robbe mit langen Stoßzähnen; BM.: rot?, Wal; F.: Walross, Walrosses, Walrösser, Walrössern+FW?+EW?; Z.: Wal—ross
wälsch, nhd., Adj.: nhd. wälsch; Vw.: s. welsch
Walstatt, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Walstatt, Schlachtfeld; ne. battlefield; Vw.: -; Hw.: s. Walhalla, Walküre; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. walstat, walstatt, walestat, waltstat, st. F., Schlachtfeld, Walstatt, Kampfplatz; mnd. walstat, F., Walstatt, Schlachtfeld, Kampfplatz, Richtstätte, Saufgelage?; s. mhd. wal, st. N., st. M., st. F., Schlachtfeld, Walstatt, Kampfplatz, Feld, Au; mnd. wal? (6), N.?, M.?, F.?, Wal (M.) (2), Schlachtfeld, Walstatt, Kampfplatz; ahd. wal (1), st. M. (a)?, st. N. (a), Verwüstung, Verheerung, Niederlage, Gemetzel, Untergang, Schlachtfeld, Walstatt; germ. *wala-, *walaz, st. M. (a), Leiche, Schlachtfeld; germ. *wala- (1), *walam, st. N. (a), Leiche, Schlachtfeld; s. germ. *wala- (5), *walaz, Adj., tot; vgl. idg. u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144 (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mhd. stat, st. F., Ort, Stelle, Stätte; mnd. stat (1), stāt, staet, F., Stätte, Stelle, Ort, Stelle an der sich etwas befindet oder befunden hat, Gegend, Hofstelle; ahd. stat, st. F. (i), Stätte, Stelle, Ort, Platz (M.) (1), Raum, Wohnstätte, Stadt, Gegend, Topos; as. stad?, st. F. (i)?; anfrk. stad, stat, st. F. (i), Stätte, Ort, Stelle; germ. *stadi-, *stadiz, st. F. (i), Stehen, Statt, Stätte; s. idg. *stādʰo-, Sb., Stand, Pokorny 1004; vgl. idg. *stā-, *stə-, *steh₂-, *stah₂-, V., stehen, stellen, Pokorny 1004 (1743/215) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wahlstatt, Kluge s. u. Walstatt, DW 27, 1360, EWD s. u. Walstatt,Falk/Torp 402, Duden s. u. Walstatt, Bluhme s. u. Walstatt; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus Wal und Statt gebildete Bezeichnung für einen in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbaren vor allem für die Mythologie bedeutsamen Kampfplatz (Schlachtfeld); BM.: Leiche, stehen; F.: Walstatt, Walstätten+EW; Z.: Wal-sta-t-t
Walt, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Walt, Gewalt, Macht; ne. force (N.), power (N.), law; Vw.: s. Ge-; Hw.: s. walten; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. walt (2), st. M., st. F., Walt, Gewalt, Macht, Herrschaft, Herrschaftsgebiet, Vollmacht, Menge, Überfluss; mnd. walt (1), M., F., Macht, Gewalt, Herrschaft, Befugnis, Gewalttätigkeit; mnd. wolt (1), F., Walt, Macht, Gewalt, Herrschaft, Befugnis, Gewalttätigkeit; ahd. walt* (1), st. M. (a?, i?), st. F. (i), „Gewalt“, Recht, Vollmacht; ahd. waltī*, st. F. (ī), Gewalt, Recht; as. *wald? (3), st. F. (i)?, st. N. (a)?, Gewalt; anfrk. *wald (2)?, st. F. (i), Gewalt; germ. *walda-, *waldam, st. N. (a), Gewalt, Macht; germ. *waldi-, *waldiz, st. F. (i), Macht, Gewalt; vgl. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: DW 27, 1368, Falk/Torp 404, Seebold 536; Son.: vgl. afries. wald (2) 51, weld, st. F. (i), st. N. (a), Gewalt, Kraft, Macht, Vollmacht, Besitz; nfries. wäd; ae. *wield, Sb.; an. vald (1), st. N. (a), Macht, Gewalt; got. -; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Gewalt oder Macht oder Befugnis oder Mittel über jemanden oder etwas zu bestimmen; BM.: stark sein (V.); F.: Walt, Walten+EW; Z.: Wal-t
walten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. walten, Macht über etwas haben, herrschen, besitzen; ne. wield; Vw.: -; Hw.: s. Walt, Gewalt; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. walten, red. V., herrschen, besitzen, haben; mnd. wālden, wolden, st. V., sw. V., walten, herrschen, Gewalttat ausüben, beherrschen, verwalten; mnl. wouden, sw. V., walten; ahd. waltan*, red. V., walten, herrschen, beherrschen, regieren; as. waldan*, red. V. (1), walten; anfrk. waldan*, st. V. (7)=red. V., walten, herrschen, besitzen; germ. *waldan, st. V., walten, herrschen; s. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; vgl. idg. *u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. walten, Kluge s. u. walten, DW 27, 1370, EWD s. u. walten, Falk/Torp 404, Seebold 536, Duden s. u. walten, Bluhme s. u. walten; Son.: vgl. afries. walda, sw. V. (1), walten, Gewalt haben, herrschen, bestimmen, sorgen für; ae. wieldan, sw. V. (1), beherrschen, unterwerfen, walten, ergreifen; ae. wealdan, st. V. (7)=red. V. (2), walten, herrschen, besitzen; an. valda, st.? V. (3b?), walten, herrschen, verursachen; got. waldan, red. V. (3), walten, haushalten, dem Hauswesen vorstehen; nschw. volla, V., walten?; nisl. valda, V., verursachen; lat. valēre, V., stark sein (V.), vermögen; air. follnathir, V., herrscht, regiert; lit. veldė́ti, V., besitzen, regieren; ksl. vlasti, V., herrschen über; toch. B walo, M., König; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herrschen oder Macht haben; BM.: herrschen; F.: walten, walte, waltest, waltet, waltete, waltetest, walteten, waltetet, gewaltet, ##gewaltet, gewaltete, gewaltetes, gewaltetem, gewalteten, gewalteter##, waltend, ###waltend, waltende, waltendes, waltendem, waltenden, waltender###, walt (!)+EW; Z.: wal-t-en
$Walter, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Walter, Waltender, Herrschender; Vw.: s. Sach-, Ver-; E.: s. walt(en), s. er (Suff.); L.: DW 27, 1398; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus walt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen bestimmenden oder herrschenden Menschen; F.: Walter, Walters, Waltern+EW; Z.: Wal-t-er
$Waltung, nhd. (ält.), F.: nhd. Waltung, Herrschen, Bestimmen; Vw.: s. Ver-; E.: s. walt(en), s. ung; L.: DW 27, 1402; GB.: (verwaltunge) seit 15. Jh. (in Verwaltung) belegte und aus walt(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Herrschen oder Bestimmen; F.: Waltung, Waltungen+EW; Z.: Wal-t-ung
Walze, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Walze, Rolle; ne. roller; Vw.: -; Hw.: s. walzen, Walzer, Wälzer; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. walze, sw. F., Walze; mnd. walte, sw. F., Walze, Ackerwalze, Tennenwalze; ahd. walza, st. F. (ō), sw. F. (n), Walze, Fessel (F.) (1), Schlinge, Falle; as. -; anfrk. -; germ. *waltō, st. F. (ō), Walze; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Walze, Kluge s. u. Walze, DW 27, 1403, EWD s. u. Walze, Duden s. u. Walze, Bluhme s. u. Walze; Son.: vgl. afries. -; ae. wealte, sw. F. (n), Ring; an. vǫlt, F., Walze, Rolle, Winde; got. -; nndl. wals, Sb., Walze; nschw. vals, Sb., Walze; nnorw. valse, M., Walze; GB.: (walza) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung nach natürlichem Vorbild entwickeltes rundes und breites sowie schweres Gerät um eine unebene Gegebenheit glatt zu walzen oder zu rollen; BM.: drehen; F.: Walze, Walzen+EW; Z.: Wal-z-e
walzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. walzen, mit der Walze bearbeiten, sich drehen, rollen; ne. roll (V.), mill (V.); Vw.: -; Hw.: s. Walze, Walzer, Wälzer; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. welzen, sw. V., wälzen, rollen; mnd. walten?, st. V.?, walzen, rollen, wälzen, drehen; ahd. welzen, sw. V. (1a), herauswirbeln, wälzen, drehen; ahd. walzōn*, sw. V. (2), sich wälzen, rollen, brandend aufbrausen; as. -; anfrk. -; germ. *weltan, st. V., wälzen; germ. *waltan, st. V., sich wälzen; germ. *waltjan, sw. V., wälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Walze, Kluge s. u. Walze, DW 27, 1409, EWD s. u. Walze, Duden s. u. walzen; Son.: vgl. afries. -; ae. wieltan, sw. V. (1), wälzen, rollen; an. velta (1), st. V. (3b), sich wälzen; got. waltjan, sw. V. (1), sich wälzen, stürzen; got. *wiltan?, st. V. (3), wälzen; nschw. valsa, V., walzen; ai. valati, V., sendet sich, dreht, rollt, bewegt; gr. ἴλλειν (íllein) (1), εἴλλειν (eíllein), ἐλλεῖν (ellein), V., drehen, winden; lit. vélti, V., walzen, walken; ksl. valiti sę, V., sich wälzen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes eine Gegebenheit mit einer Walze bearbeiten und rollend glätten; BM.: drehen; F.: walzen, walze, walzst (!), walzt, walzest, walzet, walzte, walztest, walzten, walztet, gewalzt, ##gewalzt, gewalzte, gewalztes, gewalztem, gewalzten, gewalzter##, walzend, ###walzend, walzende, walzendes, walzendem, walzenden, walzender###, walz (!)+EW; Z.: wal-z-en
$walzen (2), nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. walzen, Walzer tanzen; L.: DW 27, 1409, EWD s. u. walzen 2; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus walzen gebildete Bezeichnung für Walzer tanzen; F.: walzen, walze, walzst (!), walzt, walzest, walzet, walzte, walztest, walzten, walztet, gewalzt, ##gewalzt, gewalzte, gewalztes, gewalztem, gewalzten, gewalzter##, walzend, ###walzend, walzende, walzendes, walzendem, walzenden, walzender###, walz (!)+EW; Z.: wal-z-en
wälzen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. wälzen, umdrehend hin bewegen und her bewegen, rollen; ne. roll (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. welzen, sw. V., wälzen, rollen, drehen, gleichsam abrollend erzählen, sich wälzen, wenden, sich drehen, bewegen, hinabrollen, fügen; ahd. welzen*, sw. V. (1a), herauswirbeln, wälzen, drehen; as. -; anfrk. -; s. germ. *weltan, st. V., wälzen; idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Walze, DW 27, 1419, EWD s. u. wälzen, Falk/Torp 403, Seebold 554, Duden s. u. wälzen; Son.: vgl. afries. -; ae. wieltan, sw. V. (1), wälzen, rollen; an. velta (1), st. V. (3b), sich wälzen; got. waltjan, sw. V. (1), sich wälzen, stürzen; GB.: seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches drehend hin bewegen und her bewegen; BM.: drehen; F.: wälzen, wälze, wälzst (!), wälzt, wälzest, wälzet, wälzte, wälztest, wälzten, wälztet, gewälzt, ##gewälzt, gewälzte, gewälztes, gewälztem, gewälzten, gewälzter##, wälzend, ###wälzend, wälzende, wälzendes, wälzendem, wälzenden, wälzender###, wälz (!)+EW; Z.: wäl-z-en
Walzer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Walzer, ein Tanz; ne. waltz (N.); Vw.: -; Hw.: s. Walze, walzen, Wälzer; Q.: letztes Viertel 18. Jh.; E.: s. walzen; L.: Kluge s. u. Walzer, DW 27, 1436, EWD s. u. walzen 2, Duden s. u. Walzer; Son.: vgl. nndl. wals, Sb., Walzer; frz. valse, F., Walzer; nschw. vals, Sb., Walzer; nnorw. vals, M., Walzer; poln. walc, M., Walzer; kymr. wals, F., Walzer; nnorw. váls, M., Walzer; lit. valsas, M., Walzer; GB.: seit letztes Viertel 18. Jh. belegte und aus walz(en) (V.) (2) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in Bayern und Österreich entwickelten und seitdem verwendeten in dem Dreivierteltakt getanzten Drehtanz für Einzelpaare mit einer doppelten Drehbewegung um die eigene Achse und um die Tanzfläche; BM.: drehen; F.: Walzer, Walzers, Walzern+EW; Z.: Wal-z-er
Wälzer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wälzer, dickes Buch; ne. weighty tome; Vw.: -; Hw.: s. Walze, walzen, Walzer; Q.: 18. Jh.; E.: scherzhafte Übersetzung von lat. volūmen, N., Buchrolle; gebildet zu walzen (s. d.); L.: Kluge s. u. Wälzer, DW 27, 1437, EWD s. u. wälzen, Duden s. u. Wälzer; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus walz(en) und er (Suff.) zu der Wiedergabe von lat. volumen gebildete Bezeichnung für ein aus vielen Seiten bestehendes Buch; BM.: drehen; F.: Wälzer, Wälzers, Wälzern+EW; Z.: Wäl-z-er
Wamme, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wamme, Wampe, Hautfalte, Bauch; ne. belly, womb; Vw.: -; Hw.: s. Wampe; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wambe, wampe, wamme, st. F., sw. F., „Wampe“, Bauch, Wanst, Leib, Mutterleib, Bauchteil am Tierfell, Wamme, unedle Eingeweide geschlachteter Tiere; mnd. wamme, F., Bauch, Wanst, Magen und Eingeweide von Schlachttieren, Wamme des Rindes, Bauchteil von Tierfellen; mnl. wamme, F., Wamme, Wampe; ahd. wamba, st. F. (ō), sw. F. (n), Wampe, Leib, Bauch, Schoß (M.) (1); ahd.? wambo, sw. M. (n), Bauch, Gebärmutter; as. wamba*, st. F. (ō), sw. F. (n), „Wampe“, Bauch, Wamme; anfrk. wamba*, st. F. (ō), sw. F. (n), „Wampe“, Leib, Bauch, Mutterleib; germ. *wambō, st. F. (ō), Wampe, Bauch, Leib; L.: Kluge 1. A. s. u. Wamme, Kluge s. u. Wamme, DW 27, 1442, EWD s. u. Wamme, Falk/Torp 392, Duden s. u. Wamme, Bluhme s. u. Wamme; Son.: vgl. afries. wamme, womme, st. F. (ō), Wampe, Bauch; ae. wamb, st. F. (ō), Bauch, Leib; an. vǫmb, st. F. (ō), Bauch; got. wamba, st. F. (ō), Bauch, Schoß (F.) (1), Leib; nschw. vomm, Sb., Wamme; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine von der Kehle bis zu der Brust verlaufende herabhängende Hautfalte bei einigen Tieren wie beispielsweise Rind oder Kaninchen oder einigen Hunderassen oder Vögeln; BM.: Bauch; F.: Wamme, Wammen+EW; Z.: Wamm-e
Wampe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wampe, Wamme, Bauch; ne. belly, womb; Vw.: -; Hw.: s. Wamme; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wambe, wampe, wamme, st. F., sw. F., Wampe, Bauch, Wanst, Leib, Mutterleib, Bauchteil an einem Tierfell, Wamme, unedle Eingeweide geschlachteter Tiere; mnd. wamme, F., Bauch, Wanst, Magen und Eingeweide von Schlachttieren, Wamme des Rindes, Bauchteil von Tierfellen; mnl. wamme, F., Wamme, Wampe; ahd. wamba, st. F. (ō), sw. F. (n), Wampe, Leib, Bauch, Schoß (M.) (1); ahd.? wambo, sw. M. (n), Bauch, Gebärmutter; as. wamba*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wampe, Bauch, Wamme; anfrk. wamba*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wampe, Leib, Bauch, Mutterleib; germ. *wambō, st. F. (ō), Wampe, Bauch, Leib; L.: Kluge s. u. Wampe, DW 27, 1442, EWD s. u. Wamme, Duden s. u. Wampe; Son.: vgl. afries. wamme, womme, st. F. (ō), Wampe, Bauch; ae. wamb, st. F. (ō), Bauch, Leib; an. vǫmb, st. F. (ō), Bauch; got. wamba, st. F. (ō), Bauch, Schoß (F.) (1), Leib; nschw. vomm, Sb., Wamme; nisl. vömb, F., Wampe; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich vor allem seit den Hochkulturen des Altertums möglichen dicken Bauch oder auch den Magen; BM.: Bauch; F.: Wampe, Wampen+EW; Z.: Wamp-e
Wams, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Wams, Weste; ne. waistcoat, vest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1193 (Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven); E.: mhd. wambeis, wambīs, wambas, wambes, wambesch, wambasch, wammes, bammais, st. N., sw. N., Rumpfbekleidung unter dem Panzer, Wams; mnd. wambois, wambōs, wambous, wambus, wambes, wammes, wammas, wammis, N., Wams, ein Teil der Rüstung, Kleid für Brust und Leib, Kamisol; mnl. wambaes, wambeis, wambois, wambuss, wammes, N., Wams; afrz. wambais, mlat. wambesium, N., Wams; von gr. βαμβάκιον (bambákion), N., Baumwolle; gr. βόμβυξ (bómbyx), M., Seidenwurm; Lehnwort aus dem orientalischen Raum; L.: Kluge 1. A. s. u. Wams, Kluge s. u. Wams, DW 27, 1456, EWD s. u. Wams, Duden s. u. Wams, Bluhme s. u. Wams; Son.: vgl. nndl. wambuis, buis, Sb., Wams; nnorw. vams, M., Wams; GB.: seit nach 1193 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete unter einer Rüstung getragene Weste; BM.: Baumwolle; F.: Wams, Wamses, Wämser, Wämsern+FW(+EW?); Z.: Wams
$wamsen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wamsen, hauen, schlagen; Vw.: s. ver-; E.: s. Wams, s. en; L.: DW 27, 1469, EWD s. u. Wams; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wams und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes hauen oder schlagen oder prügeln; F.: wamsen, wamse, wamsst (!), wamst, wamsest, wamset, wamste, wamstest, wamsten, wamstet, gewamst, ##gewamst, gewamste, gewamstes, gewamstem, gewamsten, gewamster##, wamsend, ###wamsend, wamsende, wamsendes, wamsendem, wamsenden, wamsender###, wams (!)+EW; Z.: wams-en
Wand (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wand (F.), Seitenfläche eines Gebäudes, Seitenfläche eines begrenzten Raumes; ne. wall (N.); Vw.: -; Hw.: s. Wanze; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. want (1), st. F., Gewand, Wand, Mauer, Seite, Raum, Seitenfläche, Gebäudeseite, Gemachseite, Seite eines Gegenstands, Felswand; mnd. want (1), F., Wand, Mauer, Scheidewand, Seite eines Teiles des menschlichen Körpers; ahd. want (1), st. F. (i), Wand, Mauer; as. -; anfrk. wand*, want*, st. F. (i), Wand; germ. *wandi-, *wandiz, st. F. (i), Geflecht, Wand; germ. *wandu-, *wanduz, st. M. (u), Rute, Flechtwerk, Wand; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wand, Kluge s. u. Wand, DW 27, 1472, EWD s. u. Wand, Seebold 555, Duden s. u. Wand, Bluhme s. u. Wand; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vǫndr, st. M. (u), Zweig, Stock; got. waddjus, st. M. (u), Wand, Geflecht, Mauer?; got. wandus, st. M. (u), Gewundenes, Rute; nndl. wand, Sb., Wand; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für die sachlich von Menschen nach natürlichem Vorbild seit ihrer Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Seitenfläche eines Gebäudes oder eines anderen begrenzten Raumes; BM.: flechten; F.: Wand, Wände, Wänden+EW; Z.: Wa-nd
Wand (2), nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Wand, Gewand, grober Wollstoff; ne. woollen cloth; Vw.: s. Ge-; Hw.: -; Q.: um 1170 (Rolandslied); I.: Lw.-; E.: s. mhd. want, st. N., Wand (N.), Kleidung, Rüstung, Gewandstoff, Zeug; mnd. want, N., Gewand, Gewandstoff, Zeug, wollenes Tuch, Kleidung; vgl. ahd. wāt* (1), st. F. (i), „Wat“, Kleidung, Kleid, Gewand; as. wādi*, wēdi*, st. N.? (ja), „Wat“, Gewand, Kleid; germ. *wēdi-, *wēdiz, *wǣdi-, *wǣdiz, st. F. (i), Kleid, Gewand, Schnur (F.) (1); s. idg. *audʰ-, *au̯ē̆dʰ-, *u̯ē̆dʰ-, *udʰ-, Sb., Band (N.), Gewebe, Pokorny 75; vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 27, 1518; GB.: seit um 1170 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten groben Wollstoff; BM.: weben; F.: Wand, Wandes, Wänder, Wändern+EW; Z.: Wa-n-d
$Wandel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wandel, Veränderung, Wechsel; Vw.: s. Lust-; E.: s. wandel(n); L.: Kluge 1. A. s. u. Wandel, DW 27, 1524, EWD s. u. wandeln; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Veränderung oder für Wechsel; F.: Wandel, Wandels, Wandeln+EW; Z.: Wand-el
wandeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wandeln, verkehren, gehen, schlendern, ändern, wechseln; ne. stroll (V.), change (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wandelen (1), wandeln, wantelen, sw. V., gehen, wandeln, wandern, Ersatz leisten, Wiedergutmachung leisten; mnd. wandelen, sw. V., wandeln, wandern, sich verändern, sterben, ändern, wechseln; mnl. wandelen, sw. V., wandeln; ahd. wantalōn*, sw. V. (2), wandeln, verwandeln, verändern; as. wandlon*, sw. V. (2), wandeln, verändern; anfrk. -; germ. *wandōn, sw. V., wenden; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wandel, Kluge s. u. wandeln, DW 27, 1587, EWD s. u. wandeln, Falk/Torp 390, Seebold 555, Duden s. u. wandeln, Bluhme s. u. wandeln; Son.: vgl. nndl. wandelen, V., wandeln; GB.: seit um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches gehen oder ändern; F.: wandeln, wandel (!), wandle, wandelst, wandelt, wandelte, wandeltest, wandelten, wandeltet, gewandelt, ##gewandelt, gewandelte, gewandeltes, gewandeltem, gewandelten, gewandelter##, wandelnd, ###wandelnd, wandelnde, wandelndes, wandelndem, wandelnden, wandelnder###, wandel (!)+EW; Z.: wand-el-n
$Wandelstern, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Wandelstern; E.: s. Wandel, s. Stern; L.: Kluge s. u. Wandelstern, DW 27, 1642; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wandel und Stern gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früh entstandenen und in seinem Wandel der Stellung von dem Menschen mit dem bloßen Auge sichtbaren Stern wie (die Planeten) Merkur oder Venus oder Mars in Gegensatz zu dem Fixstern als dem an dem Himmel scheinbar feststehenden Stern; F.: Wandelstern, Wandelsterns, Wandelsternes, Wandelsterne, Wandelsternen+EW; Z.: Wand-el—ster-n
$Wanderdüne, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wanderdüne; E.: s. wander(n), s. Düne; L.: DW 27, 1650, EWD s. u. Düne; GB.: seit 1894 belegte und aus wander(n) und Düne gebildete Bezeichnung für eine durch die Kraft des Windes in ihrer Lage allmählich etwas veränderbare Düne aus Sand wie beispielsweise die seit 1900 um etwa 1500 Meter nach Nordosten verlagerte so genannte kleine Wüste in dem Norden Dänemarks; F.: Wanderdüne, Wanderdünen+EW+FW; Z.: Wand-er—dü-n-e
$Wanderer, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Wanderer, Wandernder; E.: s. wander(n), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. wandern, DW 27, 1650; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus wander(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit der Entstehung des Menschen möglichen und seit der Sesshaftwerdung besonderen wandernden Menschen; F.: Wanderer, Wanderers, Wanderern+EW; Z.: Wa-nd-er-er
wandern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. wandern, eine Wanderung machen, gehen, einen längeren Weg in der Natur zu Fuß zurücklegen; ne. wander; Vw.: -; Hw.: s. wenden; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: mhd. wanderen (1), wandern, sw. V., wandern, gehen, ziehen, in Bewegung setzen, wandeln, reisen, leben, verwandeln; mnd. wanderen, sw. V., wandern, gehen, reisen auf die Wanderschaft gehen, wandeln, Lebenswandel führen; mnl. wanderen, V., wandern; vgl. ahd. wantōn*, sw. V. (2), sich wandeln, sich wenden, verändern; germ. *wandōn, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wandern, Kluge s. u. wandern, DW 27, 1662, EWD s. u. wandern, Duden s. u. wandern; Son.: vgl. afries. wandria, wondria, sw. V. (2), wandern; ae. wandrian, sw. V. (1), wandern, umherstreifen, umherfliegen; an. rata, sw. V. (2), umherwandern, fallen; got. wratōn, sw. V. (2), reisen, gehen; nschw. vandra, V., wandern; GB.: seit 1172-1190 belegte und mit dem Althochdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches einen längeren Weg in der Natur zu Fuß zurücklegen; BM.: wenden; F.: wandern, wandere, wander (!), wandre, wanderst, wandert, wanderte, wandertest, wanderten, wandertet, gewandert, ##gewandert gewanderte, gewandertes, gewandertem, gewanderten, gewanderter###, wandernd, ###wandernd, wandernde, wanderndes, wanderndem, wandernden, wandernder###, wander (!)+EW; Z.: wa-nd-er-n
$Wanderschaft, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Wanderschaft, Wandern, Umherziehen; Q.: um 1500; E.: s. wander(n), s. schaft; L.: DW 27, 1689, EWD s. u. wandern; GB.: seit um 1500 belegte und aus wander(n) und schaft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Wandern oder Umherziehen an unterschiedlichen Orten; F.: Wanderschaft, Wanderschaften+EW; Z.: Wa-nd-er—schaf-t
$Wandlung, Wandelung, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wandlung, Änderung, Rückgängigmachung; E.: s. wand(e)l(n), s. ung; L.: Kluge s. u. wandeln, EWD s. u. wandeln, DW 27, 1721; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus wand(e)l(e)n und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Änderung sowie insbesondere (bis in die Gegenwart) die Rückgängigmachung eines Kaufes wegen eines Mangels der Kaufsache; F.: Wandlung, Wandlungen+EW; Z.: Wa-nd-l-ung
Wane, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wane, Gott des Wanengeschlechts; ne. Vanr; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. an. vanr; E.: s. an. vanr, st. M. (a), Gott des Wanengeschlechts; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Wane, fehlt DW, Duden s. u. Wane; Son.: vgl. nndl. wane, Sb., Wane; frz. vane, M., Wane; nschw. vane, Sb., Wane; nnorw. vane, M., Wane; poln. wanowie, M. Pl., Wanen; lit. vanas?, M., Wane; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene sowie umgebildete und wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Angehörigen eines nordischen Göttergeschlechts; BM.: ?; F.: Wane, Wanen+FW(+EW); Z.: Wan-e
Wange, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wange, Gesichtsseite, Seitenteil; ne. cheek (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wange, sw. N., st. N., sw. F., st. F., Wange, Backe (F.) (1), Antlitz; mnd. wange, sw. N., sw. F., st. F., Wange, Kinnbacke, Seitenwand der Nase, Beischlag, Sitzbank neben der Haustür; mnl. wanghe, F., Wange, Backe; ahd. wanga, sw. N. (n), Wange, Backe (F.) (1); as. wanga*, sw. N. (n)?, sw. F. (n)?, Wange; anfrk. wanga*, sw. F. (n), Wange; germ. *wangō-, *wangōn, *wanga-, *wangan, sw. N. (n), Wange; s. idg. *u̯eng-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1148 (1988/64) (RB. idg. aus ind., alb., germ., balt.); vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wange, Kluge s. u. Wange, DW 27, 1749, EWD s. u. Wange, Duden s. u. Wange, Bluhme s. u. Wange; Son.: s. lang. *wanga, F., Wange, Backe (F.) (1), Backenzahn; vgl. afries. -; ae. wang (2), wange, M., Wange; an. *vanga-, Sb., Wange?, Schläfe?; got. *wagga, sw. M. (n)?, Wange; got. *waggō?, sw. F. (n)?, sw. N. (n)?, Wange; nndl. wang, Sb., Wange; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche äußere flache Hautpartie der Gesichtsbacke zwischen Jochbein und Unterkiefer oder die Seitenteile einer von Menschen entwickelten und verwendeten Treppe; BM.: auseinander bzw. biegen; F.: Wange, Wangen+EW; Z.: Wa-ng-e
Wank, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Wank, Bewegung nach einer Richtung hin, Untreue, Mucks; ne. move (N.); Vw.: -; Hw.: s. wanken, winken; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mnd. wanc*, wank, M., Wanken, Schwanken, Wandel, Veränderung, Fehler, Leichtsinn, Bedenken, Zweifel; s. ahd. wank*, wanc*, st. M. (a?, i?), Wanken, Zweifel, Krümmung; s. germ. *wanha-, *wanhaz, *wanka-, *wankaz, Adj., krumm, gekrümmt, verkehrt, falsch; idg. *u̯onko-, Adj., krumm, Pokorny 1134; vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wank, DW 27, 1788, EWD s. u. wanken, Duden s. u. Wank; GB.: (wanc+) seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bewegung nach einer Richtung hin; BM.: auseinander bzw. biegen; F.: Wank, Wankes, Wanks+EW; Z.: Wa-nk
$Wankelmut, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wankelmut, schwankender Mut; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. Wank bzw. wankel(n), s. Mut; L.: Kluge s. u. wanken, DW 27, 1807 (Wankelmut), EWD s. u. Wankelmut; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus wankel(n) und Mut gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen schwankenden Mut oder eine Unbeständigkeit oder Unentschlossenheit; F.: Wankelmut, Wankelmutes, Wankelmuts+EW; Z.: Wa-nk-el—mu-t
$wankelmütig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wankelmütig, in dem Mut schwankend; E.: s. Wankelmut, s. ig; L.: DW 27, 1810, EWD s. u. Wankelmut; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Wankelmut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches in dem Mut schwankend; F.: wankelmütig, wankelmütige, wankelmütiges, wankelmütigem, wankelmütigen, wankelmütiger(, wankelmütigere, wankelmütigeres, wankelmütigerem, wankelmütigeren, wankelmütigerer, wankelmütigst, wankelmütigste, wankelmütigstes, wankelmütigstem, wankelmütigsten, wankelmütigster)+EW; Z.: wa-nk-el—mü-t-ig
wanken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wanken, sich hin bewegen und her bewegen, schwanken; ne. falter (V.), waver (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wank, winken; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wanken (1), sw. V., wanken, schwanken, sich bewegen, schwankend werden; mnd. wanken, sw. V., „wanken“, umhergehen, hingehen und hergehen, wandern, reisen, gehen, umgehen; mnl. wanken, sw. V., wanken; ahd. wankōn*, wancōn*, sw. V. (2), wanken, schwanken, wackeln; as. wankon*, sw. V. (2), schwanken, wanken; anfrk. -; germ. *wankōn, sw. V., wanken, schwanken; s. idg. *u̯onko-, Adj., krumm, Pokorny 1134; vgl. idg. u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wank, Kluge s. u. wanken, DW 27, 1819, EWD s. u. wanken, Heidermanns 656, Duden s. u. wanken, Bluhme s. u. wanken; Son.: s. anfrk. wankilheide, st. F. (ī), Wankelmütigkeit; vgl. afries. -; ae. -; an. vakka, sw. V. (2), umhertreiben, umherirren; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches sich in eine bestimmte Richtung unsicher hin bewegen und her bewegen; BM.: auseinander bzw. biegen; F.: wanken, wanke (!), wankst, wankt, wankest, wanket, wankte, wanktest, wankten, wanktet, gewankt, ##gewankt, gewankte, gewanktes, gewanktem, gewankten, gewankter##, wankend, ###wankend, wankende, wankendes, wankendem, wankenden, wankender###, wank (!)+EW; Z.: wa-nk-en
wann, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. wann, irgendwann, woher; ne. when, once; Vw.: -; Hw.: s. wenn; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. wanne (2), wan, wen, wenne, Interrog.-Pron., wann; mnd. wanne (4), wane, Interj., warum, weshalb (Ausdruck der Verwunderung bzw. des Vorwurfs); mnl. wanne, Adv., wann; mnd. wan, wen, Interrog., Konj., wann, sobald; ahd. wanne*, hwanne*, wenne*, Adv., Konj., wann, irgendwann, jemals, einst, wie oft, einmal; as. hwanna*, Adv., Pron., irgendwann; as. hwan*, Pron., Konj., Adv., wann, denn; anfrk. *wanne?, Adv., Konj.; germ. *hwana, Adv., wann; s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. wann, Kluge s. u. wann, DW 27, 1875, 1880, 1882, EWD s. u. wann, Falk/Torp 114, Duden s. u. wann, Bluhme s. u. wann; Son.: vgl. afries. hwan, hwon, hwanna?, Adv., Konj., wann, wenn; afries. hwanne, hwanna, hwana (2), hwan, hwon, Adv., Konj., wann, wenn; ae. hwanne, hwænne, *hwonne, Adv., wann, dann, zu einer Zeit, zu jeder Zeit; an. hvaðan, *hvanan, Adv., woher; got. ƕan4, Adv., wann, irgendwann, wie, um wieviel, etwa; nndl. wanneer, Adv., wann; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fragewort) für eine Frage nach einem bestimmten Zeitpunkt einer Gegebenheit in Vergangenheit oder Gegenwart oder Zukunft; BM.: wer; F.: wann+EW; Z.: wa-n-n
Wanne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wanne, rundes Gefäß, Kornschwinge; ne. tub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wanne (1), sw. F., st. F., Wanne, Trog, Gefäß, Getreideschwinge, Futterschwinge, Senke, Mulde; mnd. wanne (1), sw. F., Wanne (M.), Getreideschwinge; mnl. wanne, F., Wanne; ahd. wanna (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Wanne, Futterschwinge, Getreideschwinge, Worfschaufel; as. wanna*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wanne; anfrk. -; germ. *wann-, Sb., Wanne; lat. vannus, M., Schwinge (Getreideschwinge), Futterschwinge, (70-19 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ēt-, V., blasen, wehen, Pokorny 83; idg. *u̯ē- (3), *u̯ə-, *h₂u̯eh₁-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 1114; idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wanne, Kluge s. u. Wanne, DW 27, 1883, EWD s. u. Wanne, Duden s. u. Wanne, Bluhme s. u. Wanne; Son.: vgl. afries. -; ae. fann, st. F. (ō), Schwinge; an. -; got. -; nndl. wan, Sb., Wanne; frz. vanner, V., worfeln; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein längliches oder rundes nach oben offenes und oft wegen aufzunehmender Flüssigkeit wasserdichtes Gefäß mit (hohen) Wänden und (flachem) Boden; BM.: blasen; F.: Wanne, Wannen+FW; Z.: Wa-nn-e
Wanst, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Wanst, Wampe, dicker Bauch, fetter Bauch; ne. belly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. wanst, st. M., Wanst, Bauch; ahd. wanast*, wenist, st. M. (a?, i?), Wanst, Bauch, Magen, Pansen; as. -; anfrk. -; germ. *wanestu, *wanestuz, st. M. (u), Wanst, Bauch, Magen; L.: Kluge 1. A. s. u. Wanst, Kluge s. u. Wanst, DW 27, 1912, EWD s. u. Wanst, Falk/Torp 389, Duden s. u. Wanst, Bluhme s. u. Wanst; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; ai. vastí-, F., Harnbalse; ai. vaniṣṭhú-, Sb., Mastdarm; ? gr. ἤνυστρον (ḗnystron), N., Labmagen; lat. vēsīca, vēnsīca, F., Blase, Harnblase, Urinblase, Schwülstigkeit; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen dicken Bauch (besonders eines Mannes); BM.: Bauch; F.: Wanst, Wanstes, Wansts, Wänste, Wänsten+EW; Z.: Wanst
Want (1), nhd. (ält.), F., N., (17. Jh.): nhd. Want (F.), seitliche Verspannung des Mastes; ne. shroud (N.); Vw.: -; Hw.: s. winden?; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. want, N.?, Netz, Garn; mnl. ant, N., Netz zu dem Heringfang; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von mnd. winden (1), st. V., winden, drehen, wenden, darstellen, umwinden, einwickeln, wickeln, flechten, aufwinden, in die Höhe ziehen, verschieben; as. windan*, st. V. (3a), sich wenden, sich bewegen; germ. *wendan, st. V., winden, drehen, sich wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Want, DW 27, 1922, Duden s. u. Want; Son.: vgl. nndl. want, Sb. Want; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht mit winden verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Tau (N.) zu einer seitlichen Verspannung eines Mastes eines seit rund 5000 Jahren von Menschen entwickelten und verwendeten Segelschiffs; BM.: drehen bzw. winden?; F.: Want, Wants, Wanten+EW; Z.: Wa-n-t
Want (2), Wante, nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Want (M.), Wante, Seemannshandschuh; ne. mariner’s glove; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. lat.-ahd.? wanta*, Sb., Handschuh; germ. *wantu-, *wantuz, st. M. (u), Handschuh, Fäustling; von einem idg. *u̯ondʰnú-, Falk/Torp 391; L.: Kluge s. u. Wanten, DW 27, 1924 (Want), Falk/Torp 391, Duden s. u. Wanten; Son.: vgl. nndl. want, Sb., Fäutling; frz. gant, M., Handschuh (aus dem Fränkischen); GB.: seit 19. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen von Seeleuten getragenen Seemannshandschuh; BM.: ?; F.: Want, Wantes, Wants, Wanten+EW; Z.: Want
Wante, nhd. (ält.), M.: nhd. Wante; Vw.: s. Want (2)
Wanze, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wanze, Schnabelkerfe, ein Abhörgerät; ne. bug (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wanze, F., Wanze; s. mhd. wantlūs, st. F., Wandlaus, Wanze; ahd. wantlūs, st. F. (i), Wanze; vgl. ahd. want (1), st. F. (i), Wand, Mauer; germ. *wandi-, *wandiz, st. F. (i), Geflecht, Wand; germ. *wandu-, *wanduz, st. M. (u), Rute, Flechtwerk, Wand; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. lūs, st. F. (i), Laus; germ. *lūs, F., Laus; idg. *lū̆s-, *lúHs-, Sb., Laus, Pokorny 692 (1135/91) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Wanze, Kluge s. u. Wanze, EWD s. u. Wanze, DW 27, 1926, Duden s. u. Wanze, Bluhme s. u. Wanze; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Wandlaus gekürzte Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches zu den Schnabelkerfen gehörendes und von dem Menschen als überwiegend schädlich angesehenes Insekt und viel später auch ein von Menschen entwickeltes und verwendetes für den Betroffenen meist unangenehmes Abhörgerät; BM.: Wandlaus; F.: Wanze, Wanzen+EW; Z.: Wa-n-z-e
Wappen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Wappen, Blason, Wappenschild; ne. crest, emblem; Vw.: -; Hw.: s. Waffe; Q.: 12. Jh.; E.: mnd. bzw. mnl. Form von Waffe; s. mnd. wāpen* (1), wapen, N., F., Waffe, Rüstung, Wappen, Bewaffneter; mnl. wāpen, N., Waffe; as. wāpan*, wēpan*, st. N. (a), Waffe; anfrk. *wēpeni?, st. N. (ja), Waffe, Bewaffnung; germ. *wēpna-, *wēpnam, *wǣpna-, *wǣpnam, st. N. (a), Waffe; L.: Kluge 1. A. s. u. Wappen, Kluge s. u. Wappen, DW 27, 1934, EWD s. u. Wappen, Duden s. u. Wappen, Bluhme s. u. Wappen; Son.: vgl. nndl. wapen, Sb., Wappen; nschw. vapen, N., Wappen; nnorw. våpen, N., Wappen; GB.: seit 12. Jh. mnd. belegte und mit hochdeutsch Waffe verwandte niederdeutsche Bezeichnung für das unterscheidungskräftige Kennzeichen eines vielfach in äußerlich schwer unterscheidbarer ritterlicher Rüstung auftretenden Adelsgeschlechts oder einer Stadt oder einer Gebietskörperschaft oder eines Staates bestehend aus einem Schild und gegebenenfalls weiterem Zubehör; BM.: Waffe; F.: Wappen, Wappens+EW; Z.: Wapp-en
$wappnen, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. wappnen, waffnen, bewaffnen; L.: DW 27, 1973, EWD s. u. Wappen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Wapp(e)n und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Waffen durch den Menschen mögliches (sich) mit einer Waffe versehen (V.) oder auf eine Auseinandersetzung vorbereiten; F.: wappnen, wappne, wappnest, wappnet, wappnete, wappnetest, wappneten, wappnetet, gewappnet, ##gewappnet, gewappnete, gewappnetes, gewappnetem, gewappneten, gewappneter##, wappnend, ###wappnend, wappnende, wappnendes, wappnendem, wappnenden, wappnender###, wappne (!)+EW; Z.: wapp-n-en
Waran, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Waran, eine Echse; ne. goanna, monitor lizard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. arab. waran; E.: s. arab. waran, Sb., Waran, größere Eidechse; L.:fehlt DW, Duden s. u. Waran; Son.: vgl. nndl. varan, Sb., Waran; frz. varan, M., Waran; nschw. varan, Sb., Waran; nnorw. varan, M., Waran; lit. varanas, M., Waran; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für eine schon vor mehr als 130 Millionen Jahren entwickelte aber erst 1912 entdeckte größere und in wärmeren Gebieten Afrikas und Asiens sowie Australiens lebende Echse mit massigem Körper und kräftigen Beinen sowie einem langen Schwanz; BM.: große Eidechse; F.: Waran, Warans, Warane, Waranen+FW; Z.: Waran
Ware, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ware, erwerbbares Gut; ne. ware; Vw.: -; Hw.: s. Hardware(, Software); Q.: 13. Jh.; E.: mhd. war (5), ware, st. F., Ware, Kaufmannsgut, Habe; mnd. wār* (3), war, F., Ware, Zeug; mnl. ware, F., Ware; afrk. ware, were, F., Ware; germ. *wazō, st. F. (ō), Ware, Kluge s. u. Ware; vgl. idg. *u̯es- (8), V., kaufen?, verkaufen?, Pokorny 1173 (2018/94) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ware, Kluge s. u. Ware, DW 27, 1989, EWD s. u. Ware, Duden s. u. Ware, Bluhme s. u. Ware; Son.: vgl. ae. waru (1), F., Ware; an. vara (1), F., Handelsware, Zahlungsmittel; nndl. waar, Sb., Ware; nschw. vara, Sb., Ware; nnorw. vare, M., F., Ware; ai. vasná-, N., Preis; gr. ὦνος (ōnos), M., Kaufpreis, Wert; lat. vēnum dare, V., verkaufen; ksl. akslav. věniti, V., verkaufen; heth. waši, V., kauft; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein durch Handel oder Tausch seit deren Entwicklung von Menschen erwerbbares Gut; BM.: kaufen?; F.: Ware, Waren+EW; Z.: War-e
$Warenhaus, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Warenhaus, Lagerhaus; E.: s. Ware, s. n, s. Haus; L.: DW 27, 2008, EWD s. u. Ware; GB.: seit Ende 18. Jh. für Lagerhaus gebildete und aus War(e) und en (Suff.) sowie Haus gebildete Bezeichnung für ein wohl in Paris 1852 erstmals von dem Stoffhändler Aristide Boucicaut unter dem Namen Le Bon Marché eröffnetes großes Einzelhandelsgeschäft mit Waren vieler Arten; F.: Warenhaus, Warenhauses, Warenhäuser, Warenhäusern+EW; Z.: War-en—hau-s
Warf, nhd. (ält.), M.: nhd. Warf; Vw.: s. Werft (1)
Warft, nhd. (ält.), M.: nhd. Warft; Vw.: s. Werft (1)
warm, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. warm, eine etwas höhere Temperatur habend (in ungefährem Vergleich zu der Körpertemperatur des Menschen); ne. warm (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wärme, wärmen, Warm-up; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. warm, warn, Adj., warm, wärmeempfindend, wärmeerregend; mnd. warm, warem, Adj., warm; mnl. warm, Adj., warm, heiß; ahd. warm*, Adj., warm, eifrig; as. warm*, Adj., warm; anfrk. -; germ. *warma-, *warmaz, Adj., warm; s. idg. u̯er- (12), V., brennen, verbrennen, schwärzen (V.) (1), wärmen, Pokorny 1166 (2002/78) (RB. idg. aus arm., alb.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. warm, Kluge s. u. warm, DW 27, 2019, EWD s. u. warm, Falk/Torp 395, Heidermanns 659, Duden s. u. warm, Bluhme s. u. warm; Son.: vgl. afries. warm, Adj., warm; ae. wearm, Adj., warm; an. varmr, Adj., warm; got. *warms, Adj. (a), warm; nndl. warm, Adj., warm; nschw. varm, Adj., warm; nnorw. varm, Adj., warm; arm. vaṙil, V., brennen; lit. vìrti, V., sieden, kochen; ksl. vĭrěti, V., sieden, kochen; heth. warnuzi, V., verbrennt; GB.: seit um 800 belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit kurz nach Entstehung der Welt mögliche zwischen lau und heiß liegende etwas höhere Temperatur einer Gegebenheit; BM.: brennen; F.: warm, warme, warmes, warmem, warmen, warmer(, wärmer, wärmere, wärmeres, wärmerem, wärmeren, wärmerer, wärmste, wärmstes, wärmstem, wärmsten, wärmster)+EW; Z.: war-m
Wärme, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wärme, mäßig hohe Temperatur; ne. warmth, heat (N.); Vw.: -; Hw.: s. warm, wärmen, Warm-up; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. werme, st. F., Wärme; mhd. wirme, st. F., Wärme; ahd. wermī*, warmī*, wirmī*, st. F. (ī), Wärme, Hitze, Wärmen; ahd. wirma*, st. F. (ō), Wärme, Hitze, Wärmen; as. -; anfrk. -; germ. *warmī-, *warmīn, sw. F. (n), Wärme; germ. *wermjō?, st. F. (ō), Wärme; vgl. idg. *u̯er- (12), V., brennen, verbrennen, schwärzen (V.) (1), wärmen, Pokorny 1166 (2002/78) (RB. idg. aus arm., alb.?, germ., balt., slaw.); L.: DW 27, 2049, EWD s. u. warm, Duden s. u. warm, Heidermanns 660, Falk/Torp 395, Duden s. u. Wärme; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vermi, vermir (1), M., Wärme; got. -; nndl. warmte, Sb., Wärme; nschw. värme, Sb., Wärme; nnorw. varme, M., Wärme; GB.: seit um 790 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit kurz nach Entstehung der Welt mögliche zwischen lau und heiß liegende etwas höhere Temperatur einer Gegebenheit; BM.: brennen; F.: Wärme, Wärmen+EW; Z.: Wär-m-e
wärmen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. wärmen, warm machen; ne. warm (V.); Vw.: -; Hw.: s. warm, Wärme, Warm-up; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. wermen, warmen, sw. V., warm machen, wärmen, wärmen an, erwärmen; mnd. wermen, sw. V., wärmen; mnl. warmen, sw. V., wärmen; ahd. wermen*, warmen*, sw. V. (1a), wärmen, erwärmen, rösten (V.) (1); as. warmian*, sw. V. (1a), wärmen; anfrk. -; germ. *warmjan, sw. V., wärmen; s. idg. u̯er- (12), V., brennen, verbrennen, schwärzen (V.) (1), wärmen, Pokorny 1166 (2002/78) (RB. idg. aus arm., alb.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. warm, EWD s. u. warm, DW 27, 2061, Duden s. u. wärmen; Son.: vgl. afries. -; ae. wierman, wyrman, sw. V. (1), wärmen; an. verma, sw. V. (1), wärmen; got. warmjan, sw. V. (1), wärmen; nschw. värma, V., wärmen; nnorw. warme, V., wärmen; arm. vaṙil, V., brennen; lit. vìrti, V., sieden, kochen; ksl. vĭrěti, V., sieden, kochen; heth. warnuzi, V., verbrennt; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für warm machen oder wärmer machen; BM.: brennen; F.: wärmen, wärme (!), wärmst, wärmt, wärmest, wärmet, wärmte, wärmtest, wärmten, wärmtet, gewärmt, ##gewärmt, gewärmte, gewärmtes, gewärmtem, gewärmten, gewärmter##, wärmend, ###wärmend, wärmende, wärmendes, wärmendem, wärmenden, wärmender###, wärm (!)+EW; Z.: wär-m-en
Warm-up, nhd., N., (20. Jh.): nhd. Warm-up, Aufwärmen, Sichaufwärmen; ne. warm-up (N.); Vw.: -; Hw.: s. warm; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. warm-up; E.: s. ne. warm-up, N., Warm-up; vgl. ne. warm up, V., aufwärmen; ne. warm, V., wärmen; ae. wierman, wyrman, sw. V. (1), wärmen; germ. *warmjan, sw. V., wärmen; s. idg. *u̯er- (12), V., brennen, verbrennen, schwärzen (V.) (1), wärmen, Pokorny 1166 (2002/78) (RB. idg. aus arm., alb.?, germ., balt., slaw.); ne. up, Präp., auf, hinauf; ae. upp, Adv., auf, hinauf, aufwärts; ae. up, Präf., auf; germ. *ūp, *upp, *upa, Adv., auf; idg. *upo, *up, *eup, Adv., Präf., unten, hinauf, über, Pokorny 1106 (1924/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Warm-up; Son.: vgl. nndl. warming up, Sb., Warm-up; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für das Warmlaufenlassen eines Motors und. für das Aufwärmen der Muskeln des Körpers eines Menschen vor einer besonderen sportlichen Betätigung; BM.: brennen; F.: Warm-up, Warm-ups+FW; Z.: War-m—up
warnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. warnen, auf eine Gefahr hinweisen, abraten, vorsehen, versehen (V.); ne. warn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. warnen, sw. V., warnen, versehen mit, vorbereiten; mnd. warnen, wernen, sw. V., warnen, sicher machen, rüsten, vorbereiten, ausrüsten mit, versehen (V.) mit, verhüten; mnl. warnen, waernen, sw. V., warnen; ahd. warnēn*, sw. V. (3), sich in Acht nehmen, unterweisen, ausrüsten; ahd. warnōn*, sw. V. (2), warnen, beschützen, vorbereiten, sich hüten, sich versehen (V.), ausrüsten, versorgen; as. wėrnian*, sw. V. (1), abwehren, abschlagen, vorenthalten (V.); anfrk. -; germ. *warnjan, sw. V., sich sorgen, sich hüten, sich vorsehen; germ. *warnōn, sw. V., warnen, sich vorsehen; vgl. idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. warnen, Kluge s. u. warnen, DW 27, 2078, EWD s. u. warnen, Falk/Torp 394, Duden s. u. warnen, Bluhme s. u. warnen; Son.: vgl. afries. werna, warna, sw. V. (1), „weigern“, verweigern; ae. wearnian, warnian, warenian, sw. V., warnen, hüten, sich hüten, sich enthalten; an. varna (2), sw. V. (1), hindern, verweigern; got. *warnjan, sw. V. (1), sich versehen; nschw. varna, V., warnen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere mögliches auf eine Gefahr hinweisen; BM.: schützen; F.: warnen, warne (!), warnst (!), warnt, warnest, warnet, warnte, warntest, warnten, warntet, gewarnt, ##gewarnt, gewarnte, gewarntes, gewarntem, gewarnten, gewarnter##, warnend, ###warnend, warnende, warnendes, warnendem, warnenden, warnender###, warn (!)+EW; Z.: war-n-en
$Warnung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Warnung, Hinweis auf eine Gefahr oder ein Verbot; E.: s. warn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. warnen, DW 27, 2097, EWD s. u. warnen: GB.: seit 9. Jh. belegte und aus warn(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich besonders seit Entwicklung von Sprache möglichen Hinweis auf eine Gefahr oder ein Verbot; F.: Warnung, Warnungen+EW; Z.: War-n-ung
Warp (1), nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Warp (M.), kleinerer Anker, Bugsieranker; ne. warp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: gebildet zu mnd. warp, warpe, N., Wurf, Auswurf, Ausfluss (aus Mund oder Nase), Kette eines Gewebes, Aufzug eines Gewebes; germ. *warpa-, *warpam, st. N. (a), Wurf; vgl. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Warp 1, DW 27, 2109, Duden s. u. Warp; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit dem Mittelniederdeutschen und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten kleineren Anker (Bugsieranker) zu einem Verholen eines Schiffes; BM.: werfen bzw. drehen; F.: Warp, Warpes, Warps, Warpe, Warpen+EW; Z.: War-p
Warp (2), nhd. (ält.), M., N., (19. Jh.): nhd. Warp (M./N.), Kettgarn, Baumwollstoff; ne. warp (N.); Vw.: -; Hw.: s. werfen; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. ne. warp; E.: s. ne. warp, N., Kettfaden, Verkrümmung; letztlich von ae. weorpan, st. V. (3b), werfen, schleudern; germ. *werpan, st. V., werfen, drehen; idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Warp 2, DW 27, 2109, Duden s. u. Warp; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickelten und verwendeten fest gedrehten Kettfaden oder für einen billigen Baumwollstoff; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Warp, Warps, Warpe, Warpen+FW; Z.: War-p
Wart, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wart, Wärter, Wächter, Hüter; ne. warden; Vw.: -; Hw.: s. Steward; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. warte (1), sw. M., Wart, Wärter, Aufseher; mnd. wārt? (2), M., Wart, Wache; ahd. warto, sw. M. (n), Wärter, Wächter; ahd. wart* (1), st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter; as. ward* (1), st. M. (a), Wart, Beschützer; anfrk. -; germ. *warda-, *wardaz, st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter; s. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164? (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wart, Kluge s. u. Wart, DW 27, 2110, EWD s. u. Wart, Duden s. u. Wart; Son.: vgl. afries. *warder, st. M. (ja), Wärter; ae. weard (1), st. M. (a), Wart, Wärter, Wächter, Hüter, Schützer, Herr; got. wards?, st. M. (a), Wächter, Hüter; got. wardja, sw. M. (n), Wächter; GB.: (warto) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und vielleicht der Arbeitsteilung möglichen für etwas Bestimmtes verantwortlichen Menschen oder Wärter oder Wächter oder Hüter; BM.: achtgeben; F.: Wart, Wartes, Warts, Warte, Warten+EW; Z.: War-t
Warte, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Warte, Ausschau, Ort der Ausschau, Wache; ne. look-out, observatory; Vw.: -; Hw.: s. wahren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. warte, st. F., Wachen, Bewachen, Lauern, Wacht; mnd. wārde* (1), warde, st. F., Warte, Warten, Lauer (F.), Anstand (auf der Jagd), Hut (F.), Wache; mnl. waerde, warde, F., Warte; ahd. warta* (1), st. F. (ō), Warte, Anschauen, Ausschauen, Obhut, Aufsicht, Wache, Bewachung, Posten, Spähdienst; as. warda*, st. F. (ō), Warte, Wache; anfrk. -; germ. *wardō, st. F. (ō), Warte, Obacht, Achtung, Vorsicht, Aufmerksamkeit; s. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164? (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Warte, DW 27, 2111, EWD s. u. Warte, Falk/Torp 393, Duden s. u. Warte; Son.: vgl. afries. -; ae. weard (2), st. M. (a), st. F. (ō), Warte, Wache, Schutz; an. varða (1), sw. F. (n), aus Steinen gebildetes Wegzeichen, Warte; got. -; frz. garde, F., Wache; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten oder verwendeten Ort der Ausschau oder Wache; F.: Warte, Warten+EW; Z.: War-t-e
warten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. warten, dienen, pflegen, bleiben, verweilen, harren, entgegensehen; ne. wait (V.); Vw.: -; Hw.: s. gewärtig; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: s. mhd. warten, sw. V., spähen, schauen, zuschauen, wahrnehmen; mnd. wārden*, warden, sw. V., aufpassen, Acht (F.) (2) haben, warten, währen, dauern (V.) (1), warten auf, abwarten; mnl. waerden, sw. V., warten; ahd. wartēn* (1), sw. V. (3), sehen, schauen, betrachten, achten, beobachten, wahrnehmen; as. wardon*, wardian*, sw. V. (2), sich hüten, sorgen für, schützen; anfrk. -; germ. *wardēn, *wardǣn, sw. V., ausschauen, bewachen, beachten; germ. wardōn, sw. V., warten, bewachen, beachten; vgl. idg. *u̯er- (8), V., gewahren, achtgeben, Pokorny 1164 (1999/75) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wart, Kluge s. u. warten, DW 27, 2125, EWD s. u. warten, Duden s. u. warten, Bluhme s. u. warten; Son.: vgl. afries. wardia 5, sw. V. (2), warten, wahrnehmen, beachten; ae. weardian, sw. V. (2), warten, hüten, schützen, halten; an. varða (3), sw. V. (2), abgrenzen, schützen, warten; got. *wardōn, sw. V. (2), beobachten; frz. garder, V., bewachen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung tierischen Lebens mögliches bleiben oder verweilen oder ausharren oder entgegensehen; F.: warten, warte, wartest, wartet, wartete, wartetest, warteten, wartetet, gewartet, ##gewartet, gewartete, gewartetes, gewartetem, gewarteten, gewarteter##, wartend, ###wartend, wartende, wartendes, wartendem, wartenden, wartender###, wart (!)+EW; Z.: war-t-en
$Wärter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wärter, Wart, Wächter, Hüter; Vw.: s. An-; E.: s. wart(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. warten, DW 27, 2168, EWD s. u. warten; GB.: (wartāri*) seit um 830 belegte und aus wart(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und vielleicht der Arbeitsteilung möglichen Wart oder Wächter oder Hüter; F.: Wärter, Wärters, Wärtern+EW; Z.: Wär-t-er
…wärtig, nhd., Adj., (13. Jh.?): nhd. …wärtig, …seiend, …erwartend; ne. aware (Adj.); Vw.: s. ge-; Hw.: -; Q.: 13. Jh.(?); E.: s. warten; L.: DW 27, 2175 (wartig, wärtig), Duden s. u. -wärtig; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und in Zusammensetzungen verwendete Nachsilbe zur Bildung von Adjektiven die etwas sich um eine bestimmte Richtung Handelndes ausdrücken sollen; BM.: achtgeben; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus wart(en) und ig gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen Raum und Zeit mögliches seiend oder erwartend; F.: ...wärtig, ...wärtige, ...wärtiges, ...wärtigem, ...wärtigen, ...wärtiger(, ...wärtigere, ...wärtigeres, ...wärtigerem, ...wärtigeren, ...wärtigerer, ...wärtigst, ...wärtigste, ...wärtigstes, ...wärtigstem, ...wärtigsten, ...wärtigster+EW; Z.: -wär-t-ig
…wärts, nhd., Adv., (8. Jh.?): nhd. …wärts; ne. …wards; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: mhd. *wertes, Adv., Präp., wärts; mnd. *wērdes?, *werdes?, Suff., wärts; mnl. ...werts, ...weerts, Suff., ...wärts; mnl. wardes, Adv., in Gegenwart von; ahd. *wert?, Suff., …wärts; anfrk. -; germ. *werda-, *werdaz, *werþa-, *werþaz, Adj., ...wärts, ...wärtig, gewendet; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. -wärts, Kluge s. u. -wärts, DW 27, 2179, EWD s. u. -wärts, Duden s. u. -wärts; Son.: vgl. afries. *-ward, *-werd (3), *-werth (4), Suff., ...wärts; ae. …weard (3), Suff., ...wärts; an. *verðr (3), Suff., ...wärts; got. *waírþs (2), Adj. (a), Suff., ...wärtig; nndl. …waarts, Suff., …wärts; …vart, Suff., …wärts; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare und in adverbiellen Zusammensetzungen als Grundwort für eine Bildung einer Richtungsangabe verwendete Bezeichnung; BM.: drehen bzw. biegen; F.: …wärts+EW; Z.: -wär-t-s
$Wartung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wartung, Pflege, Versorgung, Instandhaltung; Vw.: s. Er-; E.: s. wart(en), s. ung; L.: Kluge s. u. warten, DW 27, 2183, EWD s. u. warten; GB.: (wartunge) seit 1250-1300 belegte und aus wart(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich eine von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Pflege oder Versorgung oder Instandhaltung einer Gegebenheit; F.: Wartung, Wartungen+EW; Z.: War-t-ung
warum, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. warum, weshalb, wieso; ne. why; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. warumbe, warumme, worumme, war umbe, Adv., Interrog.-Pron., warum; mnd. warumme, Adv., warum; mnl. waeromme, Adv., warum; ahd. wārumbi*, Adv., warum, weshalb; s. ahd. wār, Adv., wo, woher, irgendwo, wann, wohin, wozu; germ. *hwēr, Adv., wo; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. umbi, Präp., Adv., Präf., um, an, bei, herum, um ... herum, im Umkreis, durch, aus, wegen, mit, um ... willen, für, gegen, gegenüber; germ. *umbi, Adv., Präp., um; idg. *ambʰi, *m̥bʰi, *h₂n̥bʰ-, *h₂mbʰi, Präp., um herum, beiderseits, Pokorny 34? (64/64) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. warum, Kluge s. u. warum, DW 27, 2189, EWD s. u. warum, Duden s. u. warum; Son.: vgl. nndl. waarum, Adv., warum; GB.: seit um 1000 belegte und aus wo und r und um gebildete Bezeichnung für eine Einleitung einer Frage (Fragewort) nach dem Grund (weshalb, wieso) einer Gegebenheit; BM.: wo, beiderseits; F.: warum+EW; Z.: wa-r-um
Warze, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Warze, kleiner Hautauswuchs; ne. wart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. warze, sw. F., Warze, Brustwarze; mnd. warte (2), sw. F., Warze, Brustwarze; mnd. worte (2), F., Warze, Knorpel; mnl. worte, warte, wratte, F., Warze; ahd. warza, werza, st. F. (ō), sw. F. (n), Warze, Brustwarze, Hautauswuchs, Muttermal, Pustel, Krampfader; as. warta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Warze; anfrk. -; germ. *wartō, st. F. (ō), Warze; germ. *wartō-, *wartōn, sw. F. (n), Warze; idg. *u̯erd-, Sb., Hohes, Warze, Pokorny 1151; s. idg. *u̯er- (2), Sb., Hohes, Knoten, Blase, Pokorny 1151 (1993/69) (RB. idg. aus ind., iran., gr.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Warze, Kluge s. u. Warze, DW 27, 2197, EWD s. u. Warze, Falk/Torp 397, Duden s. u. Warze, Bluhme s. u. Warze; Son.: vgl. afries. warte, worte, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Warze, Brustwarze; ae. weart, wearte, st. F. (ō), sw. F. (n), Warze; an. varta (1), sw. F. (n), Warze; nndl. wrat, Sb., Warze; nschw. vårta, Sb., Warze; nnorw. vorte, M., F., Warze; lat. verrūca, F., Anhöhe, Warze; ksl. vrědŭ, M., körperlicher Schaden; GB.: (warza) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine bei Menschen und Hunden sowie Katzen und anderen kleinen Haustieren vielleicht seit ihrer Entstehung mögliche knotige Erhebung oder Wucherung oder Auswuchs der obersten Hautschichten die meist durch einen Virus verursacht wird und oft ansteckend ist; BM.: Blase bzw. Knoten (M.); F.: Warze, Warzen+EW; Z.: War-z-e
was, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. was; ne. what; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: mhd. waz (2), woz, wat, wad, Interrog.-Pron., Rel.-Pron., was, wie, wie sehr; mhd. waz (1), Adv., was, warum, wozu, wiefern; mnd. wat (2), wot, watte, Pron., was, was für ein, welch, wie mancher, wie viel, etlich, manch, etwas; mnl. wat, Pron., was; ahd. waz (1), Pron., Adv., was, welches, was für ein, das was; as. hwat* (2), Pron., was, etwas, wie; anfrk. wath*, wat*, wad*, Pron., was; germ. *hwat, Pron., was; s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?), Falk/Torp 114?; idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. was, Kluge s. u. was, DW 27, 2212, EWD s. u. wer, Falk/Torp 114, Duden s. u. was, Bluhme s. u. was; Son.: vgl. afries. hwā, Pron. (M., F.), wer; nfries. wa, het, Pron., was; ae. hwā, Pron., wer; an. hvat (2), Pron., was; got. ƕas, Pron., wer, was, irgendeiner, jemand, etwas; ai. kád, Adv., was?; lat. quod, Adv., Konj., in welcher Beziehung, worin, weshalb; nndl. wat, Pron., was; nschw. vad, Pron., was; nnorw. hva, Pron., was; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache dem Menschen möglichen Hinweis auf eine Gegebenheit; BM.: dieser; F.: was+EW; Z.: wa-s
$Waschbär, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Waschbär; E.: s. wasch(en), s. Bär; L.: Kluge s. u. Waschbär, DW 27, 2213; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wasch(en) und Bär gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschliches mittelgroßes und erst seit der Mitte des 20. Jh. aus Nordamerika in Europa und anderweit eingeführtes sowie sein Futter einem Waschen ähnlich in Wasser tauchendes und intensiv mit den Vorderpfoten abtastendes Säugetier; F.: Waschbär, Waschbärs, Waschbären+EW; Z.: Wa-sch—bär
Wäsche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wäsche, Waschen, Gesamtheit zu waschender Gegebenheiten; ne. washing (N.), laundry; Vw.: -; Hw.: s. waschen; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. wesche, wosche, st. F., Wäsche; ahd. waska*, wasca*, weska, wesca*, st. F. (ō), Waschung, Waschen, Wäsche; as. -; anfrk. -; germ. *waskō, st. F. (ō), Waschen; s. idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; vgl. idg. *au̯e-, au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: DW 27, 2217, EWD s. u. waschen, Seebold 539, Duden s. u. Wäsche; Son.: vgl. afries. -; ae. wæsc (1), st. F. (ō), Waschung, Wäsche; an. -; got. -; nndl. was, Sb., Wäsche; nnorw. vask, M., Wäsche; GB.: (waska) seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliche Waschen von Gegebenheiten und die diesbezüglichen Gegebenheiten; BM.: befeuchten?; F.: Wäsche, Wäschen+EW; Z.: Wä-sch-e
waschen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. waschen, mit Wasser reinigen; ne. wash (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wäsche; Wischiwaschi; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. waschen (1), weschen, st. V., waschen, abwaschen, auswaschen, reinigen, spülen, schwatzen; mnd. waschen (1), st. V., sw. V., waschen, spülen, reinigen, schwatzen, viel sprechen; mnl. wasscen, sw. V., waschen; ahd. waskan* (1), wascan*, st. V. (6), waschen, abwaschen, bespülen; as. waskan*, st. V. (6), waschen; anfrk. waskan*, wascon*, st. V. (6), waschen; germ. *waskan, st. V., waschen; vielleicht von idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. waschen, Kluge s. u. waschen, DW 27, 2224, EWD s. u. waschen, Falk/Torp 384, Seebold 539, Duden s. u. waschen, Bluhme s. u. waschen; Son.: vgl. afries. *waska, st. V. (6), waschen; ae. wascan, wacsan, wæscan, st. V. (6), waschen, baden; an. -; got. -; nndl. wassen, V., waschen; nschw. vaska, V., waschen; nnorw. vaske, V., waschen; gr. (kypr.) μυλάσασθαι (mylásasthai), V., sich waschen; lit. máudyti, V., baden; ksl. myti, V., baden, waschen; gr. (kyprische Glosse) mylásasthai ‛Kopf und Körper abwaschen; GB.: um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder seiner Sesshaftwerdung mögliches mit Wasser reinigen und dadurch von Schmutz befreien; BM.: befeuchten?; F.: waschen, wasche, wäschst, wäscht, wascht, waschest, waschet, wusch (!), wuscht, wuschen, wüsche (!), wüschest, wüschst (!), wüschen (!), wüschet, wüscht, gewaschen, ##gewaschen, gewaschene, gewaschenes, gewaschenem, gewaschenen, gewaschener##, waschend, ###waschend, waschende, waschendes, waschendem, waschenden, waschender###, wasch (!)+EW; Z.: wa-sch-en
$Waschlappen, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Waschlappen; E.: s. wasch(en), s. Lappen; L.: DW 27, 2261, EWD s. u. waschen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wasch(en) und Lappen gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen für das Waschen des Körpers vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Stücke von Gewebe und abwertend auch für einen leistungsschwachen Mann; F.: Waschlappen, Waschlappens+EW; Z.: Wa-sch—lap-p-en
$Waschmaschine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Waschmaschine; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. wasch(en), s. Maschine; L.: DW 27, 2263, EWD s. u. Maschine; GB,: vielleicht seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus wasch(en) und Maschine gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Maschine für das Waschen von Wäsche; F.: Waschmaschine, Waschmaschinen+EW+FW; Z.: Wa-sch—masch-in-e
$Waschzettel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Waschzettel, Liste zu waschender Gegebenheiten, Werbehinweis; E.: s. wasch(en), s. Zettel; L.: Kluge s. u. Waschzettel, EWD s. u. waschen, DW 27, 2271; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wasch(en) sowie Zettel gebildete Bezeichnung für eine Liste zu waschender Gegebenheiten oder später auch für einen Werbehinweis; F.: Waschzettel, Waschzettels, Waschzetteln+EW; Z.: Wa-sch—zet-t-el
Wase, nhd. (ält.), F.: nhd. Wase; Vw.: s. Base (1)
Wasen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wasen (M.), Rasenstück, Rasenfläche, Grasnarbe, Grasboden; ne. ground (N.), sod (N.); Vw.: s. -meister; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wase (1), sw. M., „Wasen“ (M.), Rasen (M.), grasbewachsene Erdfläche, Grasfläche; mnd. wāse*, wase, st. F., sw. F., Wasen, Marschboden, Schlamm, Schlick, Erdscholle mit Graswuchs, Rasen (M.), Sode; ahd. waso*, sw. M. (n), Wasen (M.), Erde, Schlamm, Rasen (M.); as. waso*, sw. M. (n), Wasen (M.), Rasen (M.), Scholle (F.) (1), Saatfeld?; anfrk. -; germ. *was-, Sb., Feuchtigkeit, Boden, Wasen (M.)?; vgl. idg. *u̯es- (3), V., Adj., feuchten, feucht, nass, Pokorny 1171? (2014/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wasen, Kluge s. u. Wasen, DW 27, 2276, Falk/Torp 417, Duden s. u. Wasen, Bluhme s. u. Wasen; Son.: vgl. afries. -; ae. wōs, wōr, N., Saft, Brühe; an. -; got. -; GB.:(waso*) seit 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Grasboden; BM.: feucht; F.: Wasen, Wasens+EW; Z.: Was-en
Wasenmeister, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wasenmeister, Abdecker, Henker; ne. skinner; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. Wasen (in der Bedeutung Schindanger), Meister; L.: Kluge s. u. Wasenmeister, DW 27, 2286, Duden s. u. Wasenmeister; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wasen und Meister gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vor dieser Zeit nach Arbeitsteilung in großen Siedlungen möglichen verendete Tierkörper verwertenden und beseitigenden Handwerker; BM.: Schindanger bzw. feucht, groß; F.: Wasenmeister, Wasenmeisters, Wasenmeistern+EW+FW; Z.: Was-en—mei-st-er
Wasser, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Wasser, feuchtes Element, Gewässer; ne. water (N.); Vw.: s. Alster-, Brack-; Hw.: s. Waterkant, Wodka, Whisky; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wazzer, st. N., Wasser, Meer, See (M.), Fluss, Gewässer, Regen (M.); mnd. wāter*, water, N., Wasser, Gewässer, Strom, See (F.), See (M.), Harn, Wassersucht; mnl. wāter, N., Wasser; ahd. wazzar*, st. N. (a), Wasser, Gewässer, Meer; as. watar*, st. N. (a), Wasser; anfrk. water*, watar*, st. N. (a), Wasser; germ. *watar, *watōn, N. (r, n), Wasser; idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; s. idg. au̯e-, au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wasser, Kluge s. u. Wasser, DW 27, 2295, EWD s. u. Wasser, Falk/Torp 384, Duden s. u. Wasser, Bluhme s. u. Wasser; Son.: vgl. afries. water, weter, wetir, st. N. (a), Wasser; nnordfries. waer; ae. wæter, weter, st. N. (a), Wasser, Meer; an. vatn, N. (kons.), Wasser; got. watō, unr. N. (n,r/n), Wasser; nndl. water, Sb., Wasser; nschw. vatten, N., Wasser; nnorw. vann, N., Wasser; nisl. vatn, N., Wasser; ai. udán, Sb., Wasser; ai. udrán-, M., Wassertier, Otter (M.) (1); gr. ὕδωρ (hýdōr), N., Wasser; umbr. utur, Sb., Wasser; air. uisce, M., Wasser; lit. vanduõ, M., Wasser; ksl. voda, F., Wasser; heth. watar, Sb., Wasser; GB.: (wazzar) um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den flüssigen Aggregatzustand einer sachlich schon sehr früh nach Entstehung der Welt und Verfestigung der Erdoberfläche entstandenen und für alles Leben unabdingbaren aus Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden chemischen Verbindung (H²O); F.: Wasser, Wassers, Wassern+EW; Z.: Wa-s-s-er
$Wasserclosett, Wasserklosett, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wasserclosett, Wasserspülung; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Wasser, s. Closett; L.: Kluge s. u. Klosett, fehlt DW, EWD s. u. Klosett; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine von Menschen etwa seit dieser Zeit sachlich allgemein entwickelte und zunehmend verwendete Einrichtung zu einer Entfernung menschlicher Ausscheidungen aus Häusern mittels Wasser oder Wasserspülung; F.: Wasserclosett, Wasserclosetts, Wasserclosettes, Wasserclosette, Wasserclosetten+EW+FW; Z.: Wa-s-s-er—clo-s-ett
$Wasserhose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wasserhose, ein Wirbelwind; E.: s. Wasser, s. Hose; L.: Kluge s. u. Wasserhose, DW 27, 2422; GB.: seit 1730 belegte und aus Wasser und Hose gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen in seiner Erscheinungsform einem Bein einer Hose ähnelnden kleinräumigen und Wasser nach oben saugenden Wirbelwind; F.: Wasserhose, Wasserhosen+EW; Z.: Wa-s-s-er—hos-e
$wässerig, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. wässerig; E.: s. Wasser, s. ig; L.: Kluge s. u. Wasser,DW 27, 2424, EWD s. u. Wasser; GB.: (ahd. wazzarīg*) seit 12. Jh. belegte und wohl nach lat. aquāticus aus Wasser und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Wasser mögliche Bezeichnung für Wasser betreffend oder Wasser enthaltend oder blass; F.: wässerig, wässerige, wässeriges, wässerigem, wässerigen, wässeriger(, wässerigere, wässerigeres, wässerigerem, wässerigeren, wässerigerer, wässerigst, wässerigste, wässerigstes, wässerigstem, wässerigsten, wässerigster)+EW; Z.: wä-s-s-er-ig
$Wasserkind, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Wasserkind; E.: s. Wasser, s. Kind; L.: Kluge s. u. Kielkropf, DW 27, 2434; GB.: vielleicht seit 1878 belegte und aus Wasser und Kind gebildete Bezeichnung möglicherweise für einen Wechselbalg eines so genannten Wassermenschen; F.: Wasserkind, Wasserkinds, Wasserkindes, Wasserkinder, Wasserkindern+EW; Z.: Wa-s-s-er—kin-d
$Wasserkopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wasserkopf; E.: s. Wasser, s. Kopf; L.: DW 27, 2437, EWD s. u. Wasser; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wasser und Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Kopf eines Menschen mit krankhafter Erweiterung der mit Hirnwasser gefüllten Räume in dem Gehirn und danach allgemeiner für eine unverhältnismäßige Ausdehnung (an einem oberen Ende beispielsweise einer Verwaltung); F.: Wasserkopf, Wasserkopfes, Wasserkopfs, Wasserköpfe, Wasserköpfen+EW; Z.: Wa-s-s-er—ko-pf
$wässern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. wässern; E.: s. Wasser, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Wasser, DW 27, 2461, EWD s. u. Wasser; GB.: 12.-14. Jh. belegte und aus Wasser und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Wasser und Menschen mögliches mit Wasser versehen (V.); F.: wässern, wässere, wässer (!), wässerst, wässert, wässerte, wässertest, wässerten, wässertet, gewässert, ##gewässert, gewässerte, gewässertes, gewässertem, gewässerten, gewässerter##, wässernd, ###wässernd, wässernde, wässerndes, wässerndem, wässernden, wässernder###, wässer (!)+EW; Z.: wä-s-s-er-n
$Wasserstelze, nhd., F., (11. Jh.?): nhd. Wasserstelze; E.: s. Wasser, s. Stelze; L.: DW 27, 2516, EWD s. u. Bachstelze; GB.: (wazzarstelza*) seit 11. Jh. belegte und aus Wasser und Stelze gebildete Bezeichnung für einen vielleicht schon vormenschlichen kleinen Singvogel (Bachstelze); F.: Wasserstelze, Wasserstelzen+EW; Z.: Wa-s-s-er—s-tel-z-e
$Wasserstoff, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wasserstoff; Hw.: s. Deuterium, s. Protium, s. Tritium; E.: s. Wasser, s. Stoff; L.: Kluge s. u. Wasserstoff, DW 27, 2517, EWD s. u. Wasser; GB.: seit 18. Jh. belegte und nach frz. hydrogène aus Wasser und Stoff gebildete Bezeichnung für das 1766 von dem Chemiker und Physiker Henry Cavendish in England entdeckte und von Antoine Laurent de Lavoisier (1743-1794) als frz. hydrogène benannte seit Entstehung der Welt kleinste und leichteste (geringste Atommasse) und in dem Universum mit etwa 90 Prozent häufigste sowie in reiner Gasform unsichtbare und geruchlose und ungiftige und auf der Erde fast nur in gebundener Form vorhandene mit Sauerstoff Wasser (H²O) bildende Element (chemisches Element Nr. 1, abgekürzt H für frz. hydrogène) mit den Isotopen Protium und Deuterium sowie Tritium; F.: Wasserstoff, Wasserstoffes, Wasserstoffs, Wasserstoffe, Wasserstoffen+EW+FW; Z.: Wa-s-s-er—stoff
$Wassersucht, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wassersucht; E.: s. Wasser, s. Sucht; L.: DW 27, 2525, EWD s. u. Wasser; GB.: (wazzarsuht*) seit 9. Jh. belegte und wohl nach lat. hydrops aus Wasser und Sucht gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche krankhafte Ansammlung von Wasser in der Bauchhöhle eines Menschen; F.: Wassersucht+EW; Z.: Wa-s-s-er—such-t
Wat, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Wat, Tuch, Gewand, Kleidung, Kleidungsstück, Ausrüstung; ne. cloth; Vw.: -; Hw.: s. Gewand; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wāt, wæjet*, st. F., st. M., st. N., Wat, Kleid, Gewand, Ornat, Tuch, Ausstattung, Äußeres, Zustand, Kleidung, Kleidungsstück; mnd. wāt, M., Gewand, Kleidung; ahd. wāt* (1), st. F. (i), Wat, Kleidung, Gewand; as. wād?, st. N. (ja)?, st. F. (i)?, Wat, Gewand, Kleidung; anfrk. wād, st. F. (i), Gewand, Kleidung; germ. *wēdi-, *wēdiz, *wǣdi-, *wǣdiz, st. F. (i), Kleid, Gewand, Schnur (F.) (1); s. idg. *audʰ-, *au̯ē̆dʰ-, *u̯ē̆dʰ-, *udʰ-, Sb., Band (N.), Gewebe, Pokorny 75; vgl. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wat, Kluge s. u. Wat, DW 27, 2561, Falk/Torp 386; Son.: vgl. afries. wēde, wēd, wēdi, st. N. (ja), Gewand, Kleid, Gewandstoff als Geld; ae. wǣd, st. F. (ō), Anzug, Gewand, Kleid, Segel; an. vāð, st. F. (i), Gewebe, Zeug, Zugnetz; lit. áusti, V., weben; GB.: (wāt) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Tuch oder Gewand oder Kleidungsstück; BM.: flechten bzw. weben; F.: Wat, Waten+EW; Z.: Wa-t
Wate, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Wate, Wade, Zugnetz, Schleppnetz; ne. seine, net for pulling; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. wate, wade, st. F., sw. F., Wate, Zugnetz; ahd. wata (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Zugnetz, großes Zugnetz; as. -; anfrk. -; germ. *wadō-, wadōn, sw. F. (n), Zugnetz, Seil; germ. *wada-, *wadaz, st. M. (a), Zugnetz, Seil; idg. *audʰ-, *au̯ē̆dʰ-, *u̯ē̆dʰ-, *udʰ-, Sb., Band (N.), Gewebe, Pokorny 75?; vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wate, Kluge s. u. Wate, DW 27, 2570, Duden s. u. Wate; Son.: vgl. afries. -; ae. wadu, st. F. (ō), Netz; an. vaðr, st. M. (a), Angelschnur, Schnur (F.) (1); got. -; nschw. (dial.) vad, Sb., Wate; lit. vãdas, M., Schleppnetz, Zugnetz; lit. vedė́ja, Sb., Fischernetz für zwei Personen zum Ziehen; ksl. nevodŭ, Schleppnetz; GB.: seit dem 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht nach der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes an zwei Stangen befestigtes Zugnetz für den Fischfang; BM.: flechten bzw. weben; F.: Wate, Waten+EW; Z.: Wa-t-e
waten, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. waten, schreiten, langsam gehen; ne. wade (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. waten, waden, st. V., sw. V., waten, schreiten, gehen, dringen, dringen in, dringen durch, dringen neben, dringen über; mnd. wāden (1), waden, st. V., waten, treten, stapfen, schreiten, in Flüssigkeiten gehen, hervortauchen; mnl. wāden, sw. V., waten; ahd. watan*, st. V. (6), waten; as. -; anfrk. -; germ. *wadan, st. V., waten, gehen; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, V., gehen, schreiten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. waten, Kluge s. u. waten, DW 27, 2572, EWD s. u. waten, Falk/Torp 385, Seebold 530, Duden s. u. waten, Bluhme s. u. waten; Son.: vgl. afries. wada, st. V. (6), waten, durchwaten; nfries. waddjen, V., waten, durchwaten; ae. wadan, st. V. (6), waten, gehen, schreiten; an. vaða, sw. V., waten, sich vorwärts bewegen, im Gebrauch sein (V.); got. -; nndl. waden, V., waten; nschw. vada, V., waten; lat. vādere, V., wandern, schreiten, gehen; nnorw. vade, V., waten; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in Wasser oder auf nachgebendem Untergrund langsam gehen oder schreiten; BM.: gehen; F.: waten, wate, watest, watet, watete, watetest, wateten, watetet, gewatet, ##gewatet, gewatete, gewatetes, gewatetem, gewateten, gewateter##, watend, ###watend, watende, watendes, watendem, watenden, watender###, wat (!)+EW; Z.: wat-en
Waterkant, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Waterkant, Küste, Nordseeküste; ne. North Sea Coast; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Hybridbildung; E.: aus dem Niederdeutschen, s. mnd. wāter*, water, N., Wasser, Gewässer, Strom, See (F.), See (M.), Harn, Wassersucht; mnl. wāter, Sb., Wasser; as. watar*, st. N. (a), Wasser; anfrk. water*, watar*, st. N. (a), Wasser; germ. *watar, *watōn, N. (r, n), Wasser; idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); mnd. kant (1), M., N., Kante, Ecke, Winkel, Seite, Rand, Grenze, Küste; afrz. cant, M., Ecke; lat. canthus, cantus, M., eiserner Radreifen, Seite, Kante, (34-62 n. Chr.); vgl. gall. *cantos, M., eiserner Reifen, Rand, Ecke; vgl. idg. *kanto-, *kantʰo-, Sb., Ecke, Biegung, Pokorny 526 (802/34) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., slaw.); idg. *kamp-, V., biegen, Pokorny 525 (799/31) (RB. idg. aus ind., iran.?, gr., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.?); idg. *kam-?, V., biegen, wölben, Pokorny 525; L.: Kluge s. u. Waterkant, fehlt DW, Duden s. u. Waterkant; Son.: vgl. nndl. waterkant, Sb., Waterkant, Ufer; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Wasser beziehungsweise. niederdeutsch Water und Kant(e) gebildete sowie teilweise für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das norddeutsche Küstengebiet (Nordseeküste); BM.: Wasser, Kante; F.: Waterkant+EW; Z.: Wa-t-er—kan-t
Watsche, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Watsche, Ohrfeige, Backpfeife, Maulschelle; ne. box (N.) on the ear; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1285-1290 (Tristanfortsetzung des Heinrich von Freiberg); E.: s. mhd. ōrewetschelīn, ōrewetzelīn, st. N., Ohrwätschlein, kleine Ohrfeige, Ohrfeige; die Herkunft des Hinterglieds ist ungeklärt, vielleicht von einem PN Wetzel, Watschel; oder lautmalend?; L.: Kluge s. u. Watsche, DW 27, 2591, Duden s. u. Watsche, Bluhme s. u. Watsche; GB.: seit 1285-1290 belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht nach einem PN oder lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Schlag mit der flachen Hand in das Gesicht eines anderen Menschen; BM.: lautmalend?, zu einem PN?; F.: Watsche, Watschen+EW; Z.: Watsch-e
watscheln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. watscheln, sich schaukelnd fortbewegen; ne. waddle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: gebildet zu einem watschen, V., wackeln; letztlich vielleicht von germ. *wagōn, sw. V., bewegen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. watscheln, DW 27, 2593, EWD s. u. watscheln, Duden s. u. watscheln, Bluhme s. u. watscheln; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches wackelnd und schwerfällig mit kurzen Schritten gehen; BM.: bewegen; F.: watscheln, watschel (!), watschle, watschelst, watschelt, watschelte, watscheltest, watschelten, watscheltet, gewatschelt, ##gewatschelt, gewatschelte, gewatscheltes, gewatscheltem, gewatschelten, gewatschelter##, watschelnd, ###watschelnd, watschelnde, watschelndes, watschelndem, watschelnden, watschelnder###, watschel (!)+EW; Z.: watsch-el-n
Watt (1), nhd., N., (17. Jh.): nhd. Watt (N.) (1), seichter Meeresboden der bei Flut von Wasser überdeckt wird; ne. mudflatt, watts (Pl.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. wat (1), N., Watt (N.) (1), seichter Ort im Wasser wo man waten kann, bei Ebbe trocken werdender Teil der Abflachung des Ufers oder des Meeresbodens; mnd. wat (1), N., Watt (N.) (1), seichter Ort im Wasser wo man waten kann ahd. wat, st. N. (a), Furt; as. *wad?, st. N. (a), Furt, Watstelle; germ. *wada-, *wadam, st. N. (a), Furt; s. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, V., gehen, schreiten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Watt 1, DW 27, 2599, EWD s. u. Watt, Duden s. u. Watt, Bluhme s. u. Watt 1; Son.: vgl. afries. -; ae. wæd, st. N. (a), Furt, Wasser, See (M.), See (F.), Meer; ae. wæþ, st. M. (a), Furt; an. vað, st. N. (a), Furt, untiefe Stelle; got. *wad-, st. N.?, Wasser, Furt; nndl. wad, Sb., Watt (N.) (1); nschw. vad, N., Furt; nisl. vad, Sb., Watt (N.) (2)?; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen seichten und bei Ebbe nicht überfluteten Küstenstreifen des Meeres; BM.: gehen; F.: Watt, Wattes, Watts, Watten+EW; Z.: Wat-t
Watt (2), nhd., N., (19. Jh.): nhd. Watt (N.) (2), eine elektrische Leistungseinheit; ne. watt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1882; I.: Lw. ne. watt; E.: s. ne. watt, N., Watt (N.) (2); nach James Watt (1736-1819), dem Erfinder der Dampfmaschine; L.: Kluge s. u. Watt 2, DW 27, 2600, EWD s. u. kilo-, Duden s. u. Watt, Bluhme s. u. Watt 2; Son.: vgl. nndl. watt, Sb., Watt (N.) (2); frz. watt, M., Watt (N.) (2); nschw. watt, Sb., Watt (N.) (2); nnorw. watt, M., Watt (N.) (2); poln. wat, M., Watt (N.) (2); kymr. watt, M., F., Watt (N.) (2); nir. vata, M., Watt (N.) (2); lit. vatas, M., Watt (N.) (2); GB.: seit um 1882 beziehungsweise 1889 belegte und nach dem Familiennamen des Erfinders der Dampfmaschine gebildete Bezeichnung für eine elektrische Leistungseinheit für einen Energieumsatz von Geräten wie beispielsweise einer Glühbirne in einer Zeitspanne wie beispielsweise einer Sekunde; BM.: PN; F.: Watt, Watts+FW; Z.: Watt
Watte, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Watte, lockeres Gefüge aus einzelnen Textilfasern; ne. cotton wool; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. nndl. watten; E.: s. nndl. watten, Sb., Watte; mlat. wadda, F., Watte?; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von arab. biṭāna, baṭāna, Sb., Unterfutter, gefütterte Kleidung; L.: Kluge 1. A. s. u. Watte, Kluge s. u. Watte, DW 27, 2600, EWD s. u. Watte, Duden s. u. Watte, Bluhme s. u. Watte; Son.: vgl. nndl. watje, Sb., Watte; ne. wadding, N., Wattierung; frz. ouate, F., Watte; nschw. vadd, Sb., Watte; nnorw. vatt, M., Watte; poln. wata, F., Watte; lit. vata, F., Watte; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und vielleicht dem Mittellateinischen aufgenommene sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise aus dem Arabischen kommende Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht schon früher entwickelte und verwendete lose zusammenhängende Masse aus weichen aufgelösten Textilfasern (Baumwollfasern oder Zellwollfasern); BM.: Unterfutter?; F.: Watte, Watten+FW; Z.: Watt-e
Watten, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. Watten, ein Kartenspiel; ne. a card game; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: frz. Lw.; E.: von frz. va tout, Interj., letzter Trumpf; L.: fehlt DW, Duden s. u. Watten; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene Bezeichnung für ein in dem frühen 19. Jahrhundert von Menschen entwickeltes vor allem in dem süddeutschen Raum verwendetes Kartenspiel; BM.: letzter Trumpf; F.: Watten, Wattens+FW; Z.: Wa-t-t-en
Wau, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wau, Färberwau, Färberkraut; ne. weld, dyer’s rocket; Vw.: -; Hw.: s. Waid; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. mnl. wouw; E.: s. mnl. wouw, Sb., Wau; Herkunft ungeklärt?; von einem idg. *wloi-, *wlou-?; L.: Kluge 1. A. s. u. Wau, Kluge s. u. Wau, DW 27, 2607, Duden s. u. Wau, Bluhme s. u. Wau; Son.: vgl. nndl. wouw, Sb., Wau; frz. gaude, F., Färberwau; nschw. vau, Sb., Wau; nnorw. vau, Sb., Wau; lat. lūtum, N., Färberkraut, Wau, Gilbkraut, Färberwaid; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Mittelniederländischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte und mit dem erschließbaren Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen früher lange zu dem Färben von Fasern verwendete und zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit länglichen bläulich grünen Blättern und in Trauben oder Ähren stehenden kleinen weißen oder gelblichen duftenden Blüten; F.: Wau, Waues, Waus, Waue, Wauen+EW?+FW?; Z.: Wau
Webel, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Webel, Gerichtsdiener, Feldwebel, ein Amtsträger; ne. bailiff, usher; Vw.: s. Feld-; Hw.: s. Weibel; Q.: 10. Jh.; I.: Lw.-; E.: s. mnd. *wēvel? (1), *wēbel?, weibel?, M., Webel; s. mhd. weibel, st. M., Weibel, Gerichtsbote, Gerichtsdiener; ahd. weibil, st. M. (a), Weibel, Gerichtsdiener, Fronbote; vgl. germ. *waibōn, sw. V., schweben, schwanken; idg. *u̯eip-, *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1131 (1964/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: DW 27, 2618; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen Amtsträger; BM.: sich bewegen; F.: Webel, Webels, Webeln+EW; Z.: Web-el
weben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. weben, auf dem Webstuhl verfertigen, Gewebe herstellen; ne. weave; Vw.: -; Hw.: s. Wabe, wiebeln (2), Wift; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. weben (1), weben, st. V., weben, knopfen, wirken, verweben in, flechten, spinnen, fertigen, sich bewegen, sich bewegen auf; mnd. wēven* (1), weven, wefen, weffen, st. V., sw. V., weben, flechten, knüpfen; mnl. weven, st. V., weben; ahd. weban* (1), st. V. (5), weben, flechten, spinnen; as. wevan*, st. V. (5), weben; anfrk. -; germ. *weban, st. V., weben, wickeln; idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114 (1944/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt., toch.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. weben, Kluge s. u. weben, DW 27, 2620, EWD s. u. waben, Falk/Torp 391, Seebold 540, Duden s. u. weben, Bluhme s. u. weben; Son.: vgl. afries. *weva, st. V. (5), weben; ae. wefan, st. V. (5), weben, planen; an. vefa, st. V. (5), weben, flechten; got. -; nndl. weven, V., weben; nschw. väva, V., weben; nnorw. veve, V., weben; ai. váyati, V., webt; ai. ūrṇavā́bhi-, F., Spinne; gr. ὑφαίνειν (hyphaínein), V., weben, anstiften, ersinnen; toch. A wäp-, V., weben; toch. B wāp-, V., weben; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht vor mehr als 32000 Jahren wohl in Asien von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes durch wechselweises Kreuzen von Längsfäden und Querfäden ein Gewebe wie beispielsweise ein Tuch oder einen Stoff herstellen; BM.: flechten; F.: weben, webe, webst, webt, webest, webet, wob, wobst, woben, wobt, wöbe, wöbest, wöben, wöbet, gewoben, ##gewoben, gewobene, gewobenes, gewobenem, gewobenen, gewobener###, webend, ###webend, webende, webendes, webendem, webenden, webender###, web (!)+EW; Z.: we-b-en
$Weber, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Weber, Webender; Vw.: s. Lein-; E.: s. web(en), s. er (Suff.); L.: DW 27, 2655, EWD s. u. weben; GB.: (webære) seit um 1150 belegte und aus web(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen berufsmäßig Gewebe herstellenden Menschen; F.: Weber, Webers, Webern+EW; Z.: We-b-er
Webseite, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Webseite, Internetseite; ne. website, web page; Vw.: -; Hw.: s. Blog; Q.: 4. Viertel 20. Jh.; I.: z. T. ne. Lw.; E.: s. ne. web, N., Netz; ae. wėbb, wėb, st. N. (ja), Gewebe; germ. *wabja-, *wabjam, st. N. (a), Gewebe; idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114 (1944/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt., toch.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Seite; L.: fehlt DW, Duden s. u. Webseite; Son.: vgl. nndl. website, Sb., Webseite; frz. page web, F., Webseite; nschw. webbsidas, Sb., Webseite; GB.: seit vielleicht 1990 oder 1991 belegte und aus web und Seite gebildete sowie teilweise aus dem Neuenglischen aufgenommene oder ihm nachgebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit 1989 entwickelte und danach bald weltweit in dem Internet bzw. World Wide Web (www) von zahllosen Nutzern verwendete elektronische Seite mit unterschiedlichsten oft kostenlos zugänglichen Inhalten; BM.: Netz, senden; F.: Webseite, Webseiten+FW+EW; Z.: We-b—sei-t-e
$Webstuhl, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Webstuhl; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. web(en), s. Stuhl; seit 16. Jh. belegte und aus web(en) und Stuhl gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl schon vor neun Jahrtausenden entwickeltes und seitdem verwendetes Gerät für das Herstellen von Geweben; L.: EWD s. u. weben, DW 27, 2674; F.: Webstuhl, Webstuhls, Webstuhles, Webstühle, Webstühlen+EW; Z.: We-b—stuh-l
Wechsel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wechsel, Tausch, Aufeinanderfolge; ne. change (N.), shift (N.); Vw.: -; Hw.: s. wechseln; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. wehsel (1), wessel, wechsel, st. M., Wechsel, Tausch, Austausch, Handel, Veränderung, Wandel, Ersatz; mnd. wessele, wessel*, wesle, wisle, wissel, M., Wechsel, Geldwechsel, Wechselgeschäft, Wechselbrief, Wechselbank; mnl. wissel, M., Wechsel; ahd. wehsal*, st. M. (a), st. N. (a), Wechsel, Tausch, Austausch; as. wehsal*, wesl*, st. M. (a), st. N. (a), Wechsel, Tausch, Handel, Geld; anfrk. wihsil*, st. M. (a), Änderung, Wechsel, Tausch; germ. *wihsla-, *wihslaz, *wihsala-, *wihsalaz, st. M. (a), Wechsel; s. idg. *u̯eik- (4), u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wechsel, Kluge s. u. Wechsel, DW 27, 2677, EWD s. u. Wechsel, Falk/Torp 407, Duden s. u. Wechsel; Son.: vgl. anfrk. wihsil, st. M. (a), Änderung, Wechsel, Tausch; ae. wīce (2), sw. F. (n), Amt, Dienst; an. vīxl, st. N. (a), Wechsel, Austausch; got. -; nndl. wissel, Sb., Wechsel; nschw. växling, Sb., Wechsel; nnorw. veskel, M., Wechsel; nisl. víxill, M., Wechsel; GB.: (wehsl*) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Austauschen von Menschen oder Gegenständen und danach über den Wechsel von Geld in dem hochmittelalterlichen Italien auch für ein besonderes Wertpapier (unbedingte Zahlungsanweisung des Ausstellers an den Bezogenen auf Zahlung einer bestimmten Summe an den Nehmer bei Vorlage der Urkunde); BM.: biegen bzw. winden; F.: Wechsel, Wechsels, Wechseln+EW; Z.: Wech-s-el
$Wechselbalg, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Wechselbalg; E.: s. Wechsel, s. Balg; L.: Kluge s. u. Wechselbalg, DW 27, 2705, EWD s. u. Wechsel; GB.: vielleicht seit 1282 belegte und aus Wechsel und Balg gebildete Bezeichnung für einen in Vorstellungen von Menschen des Mittelalters mögliches von einer Hexe oder einem Teufel oder einem Zwerg oder einer Elfe oder einer Nixe erzeugtes und einer Wöchnerin untergeschobenes missgestaltetes Kind; F.: Wechselbalg, Wechselbalges, Wechselbalgs, Wechselbälger, Wechselbälgern+EW; Z.: Wech-s-el—bal-g
$Wechselfieber, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Wechselfieber, in bestimmten zeitlichen Abständen auftretendes Fieber; E.: s. Wechsel, s. Fieber; L.: DW 27, 2716, EWD s. u. Wechsel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wechsel und Fieber gebildete Bezeichnung für die sachlich schon früher mögliche Infektionskrankheit Malaria oder auch Sumpffieber bei denen Fieber in bestimmten zeitlichen Abständen auftritt; F.: Wechselfieber, Wechselfiebers+EW+FW; Z.: Wech-s-el—fieb-er
$Wechselkurs, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wechselkurs; E.: s. Wechsel, s. Kurs; L.: fehlt DW, EWD s. u. Kurs; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wechsel und Kurs gebildete Bezeichnung für den Kurs zu dem ein Wechsel von Geld einer Währung zu einer bestimmten Zeit in Geld einer anderen Währung von Banken durchgeführt wird; F.: Wechselkurs, Wechselkurses, Wechselkurse, Wechselkursen+EW+FW; Z.: Wech-s-el—kurs
wechseln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wechseln, austauschen, tauschen; ne. change (V.), shift (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wechsel; Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. wehselen, wehseln, wihseln, wechseln, wesseln, sw. V., wechseln, umwechseln, einwechseln, tauschen, tauschen mit, tauschen gegen, eintauschen, eintauschen gegen; mnd. wesselen (1), weslen, wislen, V., „wechseln“, austauschen, vertauschen; ahd. wehsalen*, wihsilen*, sw. V. (1a), „wechseln“, tauschen, leihen, umtauschen; ahd. wehsalōn*, sw. V. (2), wechseln, tauschen, ändern, verwandeln, wenden, vertauschen; as. wehslian*, wehslan*, sw. V. (1a), „wechseln“, Worte wechseln; anfrk. -; germ. *wehsljan, sw. V., wechseln; s. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wechsel, DW 27, 2730, EWD s. u. Wechsel, Duden s. u. wechseln, Bluhme s. u. wechseln; Son.: vgl. afries. wixlia, sw. V. (2), wechseln, tauschen; saterl. wicselja, V., wechseln, tauschen; ae. wīxlan, sw. V. (1?, 2?), wechseIn, tauschen; an. vīxla, sw. V., wechseln; got. -; nndl. wisselen, V., wechseln; nschw. växla, V., wechseln; nnorw. veksle, V., wechseln; lat. vītāre, V., meiden, vermeiden, aus dem Weg gehen; ? toch. AB wik-, V., schwinden; GB.: vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Menschen oder Gegenstände oder andere Gegebenheiten austauschen; BM.: biegen bzw. winden; F.: wechseln (!), wechsel (!), wechsle, wechselst, wechselt, wechselte, wechseltest, wechselten, wechseltet, gewechselt, ##gewechselt, gewechselte, gewechseltes, gewechseltem, gewechselten, gewechselter##, wechselnd, ###wechselnd, wechselnde, wechselndes, wechselndem, wechselnden, wechselnder###, wechsel (!)+EW; Z.: wech-s-el-n
$Wechselreiterei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wechselreiterei; E.: s. Wechsel, s. Reiterei; L.: Kluge s. u. Wechselreiterei, DW 27, 2757; GB.: seit 1786 (Wechselreuterey) belegte und aus Wechsel und Reiterei gebildete Bezeichnung für einen Austausch oder Verkauf von Wechseln zwischen mehreren Beteiligten in betrügerischer Absicht ohne ein zugrundeliegendes Handelsgeschäft; F.: Wechselreiterei, Wechselreitereien+EW; Z.: Wech-s-el—reit-er-ei
$Wechsler, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Wechsler, Geldhändler; E.: s. wechs(e)ln, s. er (Suff.); L.: DW 27, 2780, EWD s. u. Wechsel; GB.: (wehsalāri*) seit 11. Jh. belegte und aus wechs(e)ln und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung von Geld in den Hochkulturen des Altertums möglichen Geld von einer Währung in Geld einer anderen Währung wechselnden Menschen oder Geldhändler; F.: Wechsler, Wechslers, Wechslern+EW; Z.: Wech-s-l-er
Wechte, Wächte, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wechte, Wächte, Schneewehe; ne. cornice; Vw.: -; Hw.: s. wehen?; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, wohl gebildet zu wehen (s. d.); L.: Kluge s. u. Wächte, DW 27, 173 (Wächte), EWD s. u. Wächte, Duden s. u. Wechte, Bluhme s. u. Waechte; GB.: seit 19. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte aber vielleicht mit wehen verwandte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliche besonders an einem Rand von Steilhängen oder Graten durch den Wind angewehte überhängende Schneemasse; BM.: blasen?; F.: Wechte, Wechten, Wächte, Wächten+EW; Z.: Wech-t-e
Weck, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Weck, Wecken, Laib, Brötchen; ne. loaf; Vw.: -; Hw.: s. Wecken, Wecke; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wecke, st. M., sw. M., Keil, Zwickel, Weck, Wecke, Wecken, Brotlaib; mnd. wegge, M., Keil; mnl. wegghe, M., Weck, Wecken; ahd. weggi*, st. M. (ja), Keil, Trupp, Heeresabteilung; as. weggi*, st. M. (ja), Keil; anfrk. -; germ. *wagja-, *wagjaz, st. M. (a), Keil, Weck; idg. *u̯ogᵘ̯ʰi̯o-, Sb., Keil, Pokorny 1179?; idg. u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118?; L.: Kluge 1. A. s. u. Weck, Kluge s. u. Weck(en), DW 27, 2784, EWD s. u. Weck, Duden s. u. Weck, Wecken; Son.: vgl. afries. -; ae. wėcg, st. M. (ja), Keil, Wack, Klumpen (M.), Geldstück, Mine (F.) (3); an. veggr (2), st. M. (ja), Keil; got. -; nndl. wegge, Sb., Wecken; ne. wedge, N., Keil; lit. vãgis, Sb., Keil; GB.: (weggi) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen von Menschen entwickelten und seitdem hergestellten meist kleineren Brotlaib; BM.: Keil; F.: Weck, Wecks, Wecken+EW; Z.: Weck
Wecke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wecke, Wecken, Brotlaib, Keil als Werkzeug; ne. loaf; Vw.: -; Hw.: s. Weck, Wecken; Q.: 1233-1267 (Kleinere Dichtungen des Strickers); E.: mhd. wecke (2), st. M., sw. M., Keil, Zwickel, Weck, Wecke, Wecken, Brotlaib; s. ahd. weggi*, st. M. (ja), Keil, Trupp, Heeresabteilung; as. weggi*, st. M. (ja), Keil; anfrk. -; germ. *wagja-, *wagjaz, st. M. (a), Keil, Weck; idg. *u̯ogᵘ̯ʰi̯o-, Sb., Keil, Pokorny 1179?; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118?; L.: EWD s. u. Weck, DW 27, 2784; Son.: vgl. afries. -; ae. wėcg, st. M. (ja), Keil, Wack, Klumpen (M.), Geldstück, Mine (F.) (3); an. veggr (2), st. M. (ja), Keil; got. -; nndl. wegge, Sb., Wecken; ne. wedge, N., Keil; lit. vãgis, Sb., Keil; GB.: (wecke) 1233-1267 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen von Menschen entwickelten und seitdem hergestellten meist kleineren Brotlaib; BM.: Keil; F.: Wecke, Wecken+EW; Z.: Weck-e
wecken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wecken, wach machen, lebendig machen, aus einem Schlaf holen, hervorrufen; ne. wake (V.), awaken (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wecken, sw. V., wecken, erwecken, erwecken von, wach machen, lebendig werden, hervorrufen, hervorrufen bei, hervorlocken; mnd. wecken, sw. V., wach machen, wecken; mnl. wecken, sw. V., wecken; ahd. wekken*, wecken*, sw. V. (1a), wecken, erwecken, aufregen; as. wėkkian*, sw. V. (1a), wecken; anfrk. -; germ. *wakjan, sw. V., wecken; idg. *u̯eg̑ē-, V., frisch sein (V.), stark sein (V.), Pokorny 1117; idg. *u̯eg̑-, Adj., frisch, stark, Pokorny 1117 (1049/25) (RB. idg. aus ind., iran., ital., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wecken, Kluge s. u. wecken, DW 27, 2795, EWD s. u. wecken, Falk/Torp 380, Seebold 535, Duden s. u. wecken, Bluhme s. u. wecken; Son.: vgl. afries. -; ae. wėccan, sw. V. (1), wecken, hervorrufen, ermahnen, bewegen; an. vekja (1), sw. V. (1), erwecken, reizen, beginnen; got. wakjan, sw. V. (1), wecken; nndl. wekken, V., wecken; nschw. väcka, V., wecken; nnorw. vekke, V., wecken; GB.: (wekken) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches wach machen oder aus einem Schlaf holen; BM.: frisch bzw. stark; F.: wecken (!), wecke (!), weckst, weckt, weckest, wecket, weckte, wecktest, weckten, wecktet, geweckt, ##geweckt, geweckte, gewecktes, gewecktem, geweckten, geweckter##, weckend, ###weckend, weckende, weckendes, weckendem, weckenden, weckender###, weck (!)+EW; Z.: weck-en
Wecken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wecken, Weck, Laib, kleinerer Brotlaib,Brötchen; ne. loaf; Vw.: -; Hw.: s. Weck, Wecke; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wecke, st. M., sw. M., Keil, Zwickel, Weck, Wecke, Wecken, Brotlaib; mnd. wegge, M., Keil; mnl. wegghe, M., Weck, Wecken; ahd. weggi*, st. M. (ja), Keil, Trupp, Heeresabteilung; as. weggi*, st. M. (ja), Keil; anfrk. -; germ. *wagja-, *wagjaz, st. M. (a), Keil, Weck; idg. *u̯ogᵘ̯ʰi̯o-, Sb., Keil, Pokorny 1179?; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118?; L.: Kluge 1. A. s. u. Weck, Kluge s. u. Weck(en), DW 27, 2784, EWD s. u. Weck, Duden s. u. Weck, Wecken; Son.: vgl. afries. -; ae. wėcg, st. M. (ja), Keil, Wack, Klumpen (M.), Geldstück, Mine (F.) (3); an. veggr (2), st. M. (ja), Keil; got. -; nndl. wegge, Sb., Wecken; ne. wedge, N., Keil; lit. vãgis, Sb., Keil; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung möglichen von Menschen entwickelten und seitdem hergestellten meist kleineren Brotlaib; BM.: Keil; F.: Wecken, Weckens+EW; Z.: Weck-en
$Wecker, nhd., M., (12. Jh.?): nhd. Wecker, Weckender; E.: s. weck(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. wecken, DW 27, 2807, EWD s. u. wecken; GB.: vielleicht seit vor 1190 belegte und aus weck(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Weckenden und später ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sowie 1847 patentiertes Gerät für ein in Verbindung mit einer Uhr durch Geräusche einen schlafenden Menschen zu einem von ihm gewünschten Zeitpunkt wach zu machen versuchendes Gerät; F.: Wecker, Weckers, Weckern+EW; Z.: Weck-er
Wedel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wedel, Luftwedel, Fächer; ne. frond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wedel, st. M., st. N., Pinsel, Wedel, Sprengwedel, Weihwedel, Fächer (M.), Laubbüschel; mnd. weddel, M., N., Wedel, Büschel; s. mhd. wedel, st. M., st. N., Wedel, Pinsel; ahd. wadal*, wadil*, wedil, st. M. (a?), Wedel, Fächer, Mondwechsel; germ. *waþala-, waþalaz, st. M. (a), Wedel, Schweif; as. wėthil, st. M. (a), Wedel (M.); germ. *waþala-, *waþalam, st. N. (a), Wedel, Schweif; s. idg. *u̯etlo-, Adj., schweifend, Pokorny 84; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wedel, Kluge s. u. Wedel, DW 27, 2815, EWD s. u. Wedel, Falk/Torp 385, Duden s. u. Wedel, Bluhme s. u. Wedel; Son.: vgl. afries. wedel, widel, st. M. (a), Wedel, Weihquast; ae. waþol (1), Sb., Vollmond; ae. weþel, Sb., Wickel, Binde; an. vēli, N. Vogelschwanz; got. -; GB.: (wadal) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Fächer oder für ein sachlich von Menschen wohl schon früh aus natürlichen Gegebenheiten entwickeltes und seitdem verwendetes handliches Gerät mit Federbüschel zu einem Zufächeln kühler oder frischer Luft; BM.: wehen; F.: Wedel, Wedels, Wedeln+EW; Z.: We-d-el
$wedeln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. wedeln, hinbewegen und herbewegen; E.: s. Wedel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Wedel, DW 27, 2827, EWD s. u. Wedel; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Wedel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl schon früh nach natürlichem Vorbild entwickeltes und seitdem verwendetes leichtes hinbewegen und herbewegen; F.: wedeln (!), wedel (!), wedle, wedele, wedelst, wedelt, wedelte, wedeltest, wedelten, wedeltet, gewedelt, ##gewedelt, gewedelte, gewedeltes, gewedeltem, gewedelten, gewedelter##, wedelnd, ###wedelnd, wedelnde, wedelndes, wedelndem, wedelnden, wedelnder###, wedel (!)+EW; Z.: we-d-el-n
weder, nhd., Konj., (8. Jh.): nhd. weder, auch nicht; ne. neither; Vw.: s. ent-, jed-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. weder (2), Konj., ob, wie, weder; mhd. weder (1), wederz, Interrog.-Pron., jede von beiden, jedes von beiden, welche, welche von beiden, welche von mehreren, wer; mnd. wēder* (4), weder, wedder, Konj., wer, welcher; ahd. wedar*, Pron., Konj., wer, welcher, ob, etwa, was; as. hwēthar*?, Indef.-Pron., Konj., einer, wer von beiden; anfrk. wether, Konj., ob, etwa; germ. *hwaþara, *hweþara, Pron., welcher von zweien; idg. *kᵘ̯otero-, Pron., wer von zweien, Pokorny 645; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. weder, Kluge s. u. weder, DW 27, 2834, EWD s. u. weder, Falk/Torp 114, Duden s. u. weder, Bluhme s. u. weder; Son.: vgl. afries. -; ae. hwæþer (1), hweþer (1), *þer, uþer, Pron., welcher, jeder, einer von beiden; an. hvaðarr, Pron., wer von beiden; got. ƕaþar, Fragepronomen, wer von beiden; ai. kataráḥ, Adv., wer von beiden, wer von zweien; gr. πότερος (póteros), Adv., wer von beiden?, welcher von beiden?, einer von beiden; lit. katràs, Adv., wer von beiden?; GB.: (wedar) seit um 765 belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich nach Entwicklung von Sprache mögliche Anzeige zweier Verneinungen wie beispielsweise weder Frau (noch Mann) oder weder früh (noch spät) oder weder essen (noch trinken); BM.: wer; F.: weder+EW; Z.: we-d-er
weg, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. weg, fort, von einem Ort entfernt; ne. away; Vw.: -; Hw.: s. Weg, wegen; Q.: vor 1312 (Apokalpyse von Heinrich von Hesler); E.: mhd. wec (3), Adv., weg, fort; mnd. wech (2), Adv., fort, weg, davon; mnd. wēge* (4), wege, Adv., weg, fort; gekürzt von mhd. enwec, mnd. enwech, mnl. enwech; ahd. in weg, Adv., auf dem Weg; s. mhd. wec (1), wech, weg, st. M., Weg, Straße, Fahrt, Reise, Bahn, Richtung, Möglichkeit; mnd. wech, M., Weg, Straße; ahd. weg, st. M. (a), Weg, Straße, Bahn, Gang (M.) (2); as. weg* (1), st. M. (a), Weg, Straße; anfrk. weg*, st. M. (a), Weg; germ. *wega-, *wegaz, st. M. (a), Weg; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. weg, DW 27, 2931, EWD s. u. Weg, Falk/Torp 382, Seebold 543, Duden s. u. weg, Bluhme s. u. weg; Son.: vgl. ae. onweg, Adv., hinweg; nndl. weg, Adv., weg; nschw. iväg, Adv., weg; nnorw. vekk, Adv., weg; GB.: seit vor 1312 belegte und von Weg abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von tierischen Lebewesen mögliches entfernt oder sich entfernen von einem bestimmten Ort; BM.: bewegen; F.: weg+EW; Z.: weg
Weg, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Weg, zu einem Verkehr bestimmte Strecke, Durchmessung einer Strecke, Reise; ne. way (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gangway, weg, wegen, Wegerich; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. wec (1), wech, weg, st. M., Weg, Straße, Fahrt, Reise, Bahn, Richtung, Möglichkeit; mnd. wech, M., Weg, Straße; ahd. weg, st. M. (a), Weg, Straße, Bahn, Gang (M.) (2); as. weg* (1), st. M. (a), Weg, Straße; anfrk. weg*, st. M. (a), Weg; germ. *wega-, *wegaz, st. M. (a), Weg; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weg, Kluge s. u. Weg, DW 27, 2852, EWD s. u. Weg, Duden s. u. Weg, Bluhme s. u. Weg; Son.: vgl. afries. wei (1), wī (2), st. M. (a), Weg, Entfernung, Reise; nnordfries. wey; ae. weg (1), st. M. (a), Weg, Pfad, Reise, Handlungsweise; an. vegr (2), st. M. (a), Weg; got. wigs (1), st. M. (a), Weg; nndl. weg, Sb., Weg; nschw. väg, Sb., Weg; nnorw. vei, M., Weg; ? lat. via, F., Straße; lit. vėžė, F., Spurrille, Wagenspur; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich von Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung entwickelte und verwendete Verbindung zweier Punkte der Erdoberfläche zu einem Begehen oder Befahren; BM.: bewegen; F.: Weg, Weges, Wegs, Wege, Wegen+EW; Z.: Weg
$Wegbereiter, Wegebereiter, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wegbereiter, Vorbereiter; E.: s. Weg, s. Bereiter; L.: DW 27, 3074 (Weg[e]bereiter), EWD s. u. bereit, Weg,; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Weg und Bereiter gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Vorbereiter (eines Weges) oder einen Vorläufer oder einen Bahnbrecher oder einen Schrittmacher wie beispielsweise Johannes der Täufer für Jesus Christus; F.: Wegbereiter, Wegbereiters, Wegbereitern+EW; Z.: Weg—be-reit-er
Wegbreite, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wegbreite, Wegebreit, Wegerich; ne. plantain; Vw.: -; Hw.: s. Wegebreit; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. wegebreite, st. F., st. M., Wegebreit (eine Pflanze); mnd. wēgebrēde*, wegebrēde, wegebreide, wegeblede, wegeblader, wegebleder, F., M.?, Wegbreite, Wegerich; ahd. wegabreita*, st. F. (ō), Wegebreite, Großer Wegerich; as. wegbrêda*, st. F. (ō), Wegbreite (eine Pflanze); germ. *wegabraiþō, st. F. (ō), Wegbreite (eine Pflanze); vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993? (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weg, Kluge s. u. Wegbreite, DW 27, 3077 in der Bedeutung Breite eines Weges, daneben DW 27, 3076 Weg(e)breite, Weg(e)breit, Duden s. u. Wegbreite; Son.: vgl. afries. -; ae. wegbrāde, wegbrǣde, sw. F. (n), Wegbreite, Wegerich; an. -; got. -; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche niedere und unscheinbare sowie besonders an Wegen und Pfaden wachsende Pflanze; BM.: bewegen, spritzen; F.: Wegbreite, Wegbreiten+EW; Z.: Weg-brei-t-e
Wegebreit, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wegebreit, Wegbreite, Wegerich; ne. plantain; Vw.: -; Hw.: s. Wegbreite; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. wegebreite, st. F., st. M., Wegebreit (eine Pflanze); mnd. wēgebrēde*, wegebrēde, wegebreide, wegeblede, wegeblader, wegebleder, F., M.?, „Wegbreite“, Wegerich; ahd. wegabreita*, st. F. (ō), Wegebreite, Großer Wegerich; as. wegbrêda*, st. F. (ō), Wegbreite (eine Pflanze); germ. *wegabraiþō, st. F. (ō), Wegbreite (eine Pflanze); vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sper- (6), *per- (6), *sprei-, V., streuen, säen, sprengen, sprühen, spritzen, Pokorny 993? (1719/191) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); idg. *per- (1), *perə-, *prē-, V., sprühen, spritzen, prusten, schnauben, Pokorny 809? (1400/42) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill.?, germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Wegbreite, DW 27, 3076; Son.: vgl. afries. -; ae. wegbrāde, wegbrǣde, sw. F. (n), Wegbreite, Wegerich; an. -; got. -; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und aus Weg und e (Suff.) sowie breit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche niedere und unscheinbare sowie besonders an Wegen oder Pfaden wachsende Pflanze; BM.: bewegen, spritzen; F.: Wegebreit, Wegebreites, Wegebreits, Wegebreite, Wegebreiten+EW; Z.: Weg-e-brei-t
$Wegelagerer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wegelagerer, in einem Hinterhalt auf Opfer lauernder Räuber; E.: s. Weg, s. e, s. lager(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Wegelagerer, DW 27, 3081, EWD s. u. Wegelagerer; GB.: seit 15. Jh. belegte und möglicherweise nach griech. hodoedocos oder lat. obsessor viarum aus Weg und e (Suff.) sowie lager(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen an einem Wege in einem Hinterhalt auf Opfer lauernden Räuber; F.: Wegelagerer, Wegelagerers, Wegelagerern+EW; Z.: Weg-e—lag-er-er
wegen (1), nhd., Präp., (14. Jh.): nhd. wegen (Präp.), aufgrund, ob; ne. about, regarding (Präp.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: von mhd. (von) wegen, Präp., wegen, von Seiten; s. mhd. wec (1), wech, weg, st. M., Weg, Straße, Fahrt, Reise, Bahn, Richtung, Möglichkeit; ahd. weg, st. M. (a), Weg, Straße, Bahn, Gang (M.) (2); germ. *wega-, *wegaz, st. M. (a), Weg; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wegen, Kluge s. u. wegen, DW 27, 3091, EWD s. u. Weg, Duden s. u. wegen; Son.: vgl. nndl. wegens, Präp., wegen; nschw. vägnar, Präp., für, wegen; nisl. vegna, Präp., wegen; GB.: seit 14. Jh. belegte und mit Weg und dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen (Weg oder) Grund oder eine Ursache einer Gegebenheit; BM.: bewegen; F.: wegen+EW; Z.: weg-en
wegen (2), nhd. (ält.), sw. V., (Anfang 7. Jh.?): nhd. wegen (V.) (2), bewegen, veranlassen; ne. move (V.); Vw.: s. be-; Hw.: -; Q.: ?; I.: Lw.-; E.: mhd. wegen (1), sw. V., bewegen, wiegen (V.) (1), Gewicht messen, abwiegen, schwingen, schütteln, erwägen, abwägen; mnd. wēgen (3), weggen, sw. V., bewegen, von der Stelle rühren, heben, tragen, herunterbewegen, drücken, hin bewegen und her bewegen, schütteln, wackeln, schwanken, sich bewegen, sich rühren, sich regen, tätig sein (V.); ahd. wegan* (1), st. V. (5), bewegen, wiegen (V.) (1), abwiegen, wägen, erwägen, bestimmen, festsetzen, bedrücken, abwägen, einschätzen, jemanden bekümmern, jemanden schmerzen; ahd. weggen*, wegen*, sw. V. (1b), bewegen, schütteln, erregen, ins Wanken bringen, zittern; as. weggian*, sw. V. (1b), bewegen; s. as. wāgian*, sw. V. (1), bewegen; anfrk. -; germ. *wagjan, sw. V., bewegen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; L.: DW 27, 3084, Falk/Torp 383, Seebold 543; Son.: vgl. afries. wāgia, wāga, sw. V. (2), wagen; ae. wėcgan, sw. V. (1), bewegen, treiben, sich bewegen; an. -; got. wagjan, sw. V. (1), schütteln, bewegen; GB.: vielleicht seit Anfang 7. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches jemanden zu etwas bewegen oder veranlassen; BM.: fahren; F.: wegen (!), wege (!), wegst, wegt, wegest, weget, wegte, wegtest, wegten, wegtet, gewegt, ##gewegt, gewegte, gewegtes, gewegtem, gewegten, gewegter##, wegend, ###wegend, wegende, wegendes, wegendem, wegenden, wegender###, weg (!)+EW; F.: weg-en
Wegerich, Wegrich, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wegerich, Wegrich, Wegebreit, Wegbreite; ne. plantain; Vw.: -; Hw.: s. Weg; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: s. mhd. wegerīch, wegrīch, st. M., Wegerich, Wegebreite; ahd. wegarīh*, st. M. (a?, i?), Wegerich, Großer Wegerich; vgl. ahd. weg, st. M. (a), Weg, Straße, Bahn, Gang (M.) (2); germ. *wega-, *wegaz, st. M. (a), Weg; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *reiki-, *reikiz, Adj., mächtig, reich; s. germ. *rīkja-, rīkjaz, Adj., mächtig, reich; vgl. idg. reg̑- (1), Adj., V., Sb., gerade (Adj.) (2), richten, lenken, recken, strecken, Richtung, Linie, Pokorny 854 (1488/11) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weg, Kluge s. u. Wegerich, DW 27, 3106, EWD s. u. Weg, Duden s. u. Wegerich; GB.: (wegarīh) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschliche niedere unscheinbare und besonders an Wegen oder Pfaden wachsende Pflanze; BM.: bewegen, richten; F.: Wegerich, Wegerichs, Wegeriche, Wegerichen+EW; Z.: Weg-e-rich
$wegstehlen, nhd., st. V., (20. Jh.): nhd. wegstehlen, sich heimlich entfernen; E.: s. weg, s. stehlen; L.: fehlt DW, EWD s. u. stehlen; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus weg und stehlen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl mindestens seit Entstehung des Menschen mögliches sich heimlich entfernen; F.: wegstehlen, stehle weg, stiehlst weg, stiehlt weg, stehlt weg, stehlest weg, stehlet weg, stahl weg, stahlst weg, stahlen weg, stahlt weg, stähle (!) weg, stählest weg, stählst weg, stählen weg, stählet weg, stählt weg, stöhle (!) weg, stöhlest weg, stöhlst weg, stöhlen weg, stöhlet weg, stöhlt weg, weggestohlen, ##weggestohlen, weggestohlene, weggestohlenes, weggestohlenem, weggestohlenen, weggestohlener##, wegstehlend, ###wegstehlend, wegstehlende, wegstehlendes, wegstehlendem, wegstehlenden, wegstehlender###, wegzustehlen, ####wegzustehlen, wegzustehlend, wegzustehlende, wegzustehlendes, wegzustehlendem, wegzustehlenden, wegzustehlender####, stiehl (!) weg+EW; Z.: weg—s-tehl-en
$Wegstrecke, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wegstrecke, Teil eines Weges, Stück eines Weges; E.: s. Weg, s. Strecke; L.: DW 27, 3142, EWD s. u. strecken; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Weg und Strecke gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Teil oder ein Stück eines Weges; F.: Wegstrecke, Wegstrecken+EW; Z.: Weg—stre-ck-e
$Wegwarte, Wegewarte, nhd., F., (12./13. Jh.): nhd. Wegwarte, Zichorie; E.: s. Weg, s. Warte; L.: Kluge s. u. Wegwarte, DW 27, 3149 (Wegwart[en]blume); GB.: (wegewarte) seit 12./13. Jh. belegte und aus Weg (und e) und Warte gebildete Bezeichnung für eine wohl schon vormenschliche von Juli bis Oktober blau blühende und häufig an dem Rand von Wegen stehende essbare Heilpflanze; F.: Wegwarte, Wegwarten+EW; Z.: Weg—war-t-e
$Wegweiser, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wegweiser; E.: s. Weg, s. weis(en), s. er (Suff.); L.: DW 27, 3153, EWD s. u. Weg; GB. (wegewīsære*) seit 1290-1300 belegte und aus Weg und weis(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Schrift entwickeltes und seitdem vielleicht zuerst in Steinsäulen verwendetes und hinweisende Menschen ersetzendes Hinweisschild auf ein Ziel eines Weges; F.: Wegweiser, Wegweisers, Wegweisern+EW; Z.: Weg—wei-s-er
$Wegzehrung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wegzehrung; E.: s. Weg, s. Zehrung; L.: DW 27, 3158, EWD s. u. zehren; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Weg und Zehrung gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Vorrat von Nahrung für eine Reise oder einen Weg; F.: Wegzehrung, Wegzehrungen+EW; Z.: Weg—zehr-ung
weh, nhd., Interj., (6. Jh.): nhd. weh, wehe; ne. woe!; Vw.: -; Hw.: s. Wehe; Q.: 4. Viertel 6. Jh. (Gregor von Tours); E.: mhd. wech (1), wēch, Interj., weh (Ausruf des Schmerzes oder Ausruf des Unwillens oder Ausruf des Staunens oder des Höhnens oder der Verhöhnung oder der Bewunderung); mnd. wē (3), Interj., wehe, ach; mnl. wee, Interj., weh, wehe; ahd. wē* (1), Interj., wehe; ahd. wa (1), Interj., weh!; as. wah*, Interj., wehe; germ. *wai, Interj., wehe; idg. *u̯ai-, Interj., wehe, Pokorny 1110 (1933/9) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. weh, Kluge s. u. weh, DW 28, 1, EWD s. u. weh, Falk/Torp 379, Duden s. u. weh, Bluhme s. u. weh; Son.: vgl. afries. wach, Interj., wehe; ae. wei, Interj., wehe!; ae. wā (2), wǣ (2), Interj., wehe!, ach!; ae. wī, Interj., weh!, oh!; an. vei, Interj., wehe; got. wai, Interj., wehe; nndl. wee, Interj., weh; nschw. ve, Interj., weh; av. vaiiōi, Interj., weh; lat. vae, Interj., wehe!, ach!; kymr. gwae, M., F., Weh; lit. vaĩ, Interj., weh; GB.: seit 4. Viertel 6. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Ausruf vor allem eines Schmerzes; BM.: ?; F.: weh+EW; Z.: weh
Wehdwinde, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Wehdwinde, eine Schlingpflanze; ne. woodbine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: s. mhd. wedewinde, sw. F., eine Pflanze; mnd. wēdewinde*, wedewinde, sw. F., Efeu, Zaunwinde; mnl. wedewinde, F., Wehdwinde; vgl. germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); germ. *wendō-, *wendōn, sw. F. (n), Winde, Wenderin; s. idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wehdwinde, DW 28, 67; Son.: vgl. ae. wiþowinde, sw. F. (n), Winde, Geißblatt; an. viðvindill, st. M. (a), Geißblatt; GB.: (wedewinde) seit 12. Jh. belegte und in den Bestandteilen Wehd (Wald) und Winde für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für mehrere Arten von Schlingpflanzen; BM.: Wald, winden; F.: Wehdwinde, Wehdwinden+EW; Z.: Wehd—wi-nd-e
Wehe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wehe, Geburtswehe; ne. contraction; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: gebildet zu weh; L.: Kluge s. u. Wehen, weh, DW 28, 69, EWD s. u. weh, Duden s. u. Wehe; Son.: vgl. nndl. wee, Sb., Wehe; nnorw. ve, M., Wehe; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl von der Interjektion weh abgeleitete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche mit Schmerzen verbundene Kontraktion der Gebärmutter einer Frau während der Geburt eines Kindes an dem Ende einer Schwangerschaft zwecks Ausstoßung der Leibesfrucht aus dem Mutterleib; BM.: Schmerz; F.: Wehe, Wehen+EW; Z.: Weh-e
$Wehe (2), nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wehe; Vw.: s. Schnee-; E.: s. wehe(n); L.: EWD s. u. wehen, DW?; GB.: seit 18. Jh. belegte und von wehen abgeleitete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Anhäufung leichter Gegebenheiten wie beispielsweise Schneeflocken durch das Wirken oder Wehen (N.) von Wind; F.: Wehe, Wehen+EW; Z.: Weh-e
wehen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wehen, blasen, flattern; ne. blow (V.), wave (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wechte?; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wæjen, wæen, sw. V., wehen, spritzen, stieben; mnd. weien, weigen, weyen*, wējen*, wēgen*, sw. V., wehen, fächeln, durch Fächeln scheuchen, Heu lüften; mnl. waeyen, V., wehen; ahd. wāen*, wahen*, sw. V. (1a), wehen, hinwehen, lüften, durcheinanderwirbeln, windig sein (V.); as. -; anfrk. *wāen?, sw. V. (1), wehen; germ. *wējan, *wǣjan, st. V., wehen; idg. *au̯e-, *au̯- (10), au̯ē-, au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wehen, Kluge s. u. wehen, DW 28, 69, EWD s. u. wehen, Falk/Torp 378, Seebold 543, Duden s. u. wehen, Bluhme s. u. wehen; Son.: vgl. afries. wāia, st. V. (7)=red. V., wehen; nnordfries. weje, V., wehen; afries. wēia, sw. V. (2), wehen; ae. wāwan, st. V. (7)=red. V. (2), wehen; got. wáian, red.-abl. V., wehen; nndl. waaien, V., wehen; nschw. vaja, V., wehen; ai. vati, V., wehen; gr. ἀήμεναι (aḗmenai), V., wehen; kymr. gwynt, M., Wind; lit. vė́jas, M., Wind; ksl. akslav. vějati, V., wehen; heth. huwant-, Sb., Wind; toch. A want, wänt, Sb., Wind; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt oder der Entwicklung von Luft mögliches in dem Wind bewegt werden oder blasen oder flattern; BM.: blasen; F.: wehen (!), wehe (!), wehst, weht, wehest, wehet, wehte, wehtest, wehten, wehtet, geweht, ##geweht, gewehte, gewehtes, gewehtem, gewehten, gewehter##, wehend, ###wehend, wehende, wehendes, wehendem, wehenden, wehender###, weh (!)+EW; Z.: weh-en
$Wehklage, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wehklage; E.: s. weh, s. Klage; L.: DW 28, 103, EWD s. u. weh; GB.: seit 16. Jh. (Luther) belegte und aus weh und Klage gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche laute Äußerung über einen Verlust oder Schmerz (Weh); F.: Wehklage, Wehklagen+EW; Z.: Weh—kla-g-e
$wehklagen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wehklagen, klagen, jammern, weh rufen; E.: s. weh, s. klagen; L.: DW 28, 107, EWD s. u. weh; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus weh und klagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen möglich lautes jammern oder rufen über einen Verlust oder Schmerz; F.: wehklagen, wehklage, wehklagst, wehklagt, wehklagest, wehklaget, wehklagte, wehklagtest, wehklagten, wehklagtet, wehgeklagt ##wehgeklagt, wehgeklagte, wehgeklagtes, wehgeklagtem, wehgeklagten, wehgeklagter##, wehklagend, ###wehklagend, wehklagende, wehklagendes, wehklagendem, wehklagenden, wehklagender###, wehzuklagen, ####wehzuklagen, wehzuklagend, wehzuklagende, wehzuklagendes, wehzuklagendem, wehzuklagenden, wehzuklagender####, wehklag (!)+EW; Z.: weh—kla-g-en
$wehleidig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wehleidig, überempfindlich; E.: s. weh, s. leidig, s. Leid, s. ig; L.: DW 28, 114, EWD s. u. weh; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus weh und Leid sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Wehleid empfindend oder überempfindlich; F.: wehleidig, wehleidige, wehleidiges, wehleidigem, wehleidigen, wehleidiger(, wehleidigere, wehleidigeres, wehleidigerem, wehleidigeren, wehleidigerer, wehleidigst, wehleidigste, wehleidigstes, wehleidigstem, wehleidigsten, wehleidigster)+EW; Z.: weh—lei-d-ig
$Wehmut, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Wehmut, Schwermut, Trauer; E.: s. weh, s. Mut; L.: DW 28, 117 (Wemuth), EWD s. u. Wehmut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wehmütig rückgebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Schwermut oder Trauer; F.: Wehmut+EW; Z.: Weh—mu-t
$wehmütig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. wehmütig, schwermütig, traurig; E.: s. weh, s. mütig; L.: DW 28, 129 (wehmüthig), EWD s. u. Wehmut; GB.: (wēmüetic*) seit 1347-1359 belegte und aus weh und Mut sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder seit den Hochkulturen des Altertums mögliches schwermütig oder traurig; F.: wehmütig, wehmütige, wehmütiges, wehmütigem, wehmütigen, wehmütiger(, wehmütigere, wehmütigeres, wehmütigerem, wehmütigeren, wehmütigerer, wehmütigst, wehmütigste, wehmütigstes, wehmütigstem, wehmütigsten, wehmütigster)+EW; Z.: weh—mü-t-ig
$Wehmütigkeit, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Wehmütigkeit, Wehmut, Trauer; E.: s. wehmütig, s. keit, s. heit; L.: DW 28, 137 (Wehmüthigkeit), EWD s. u. Wehmut; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wehmütig und keit gebildete Bezeichnung für Wehmut oder Trauer oder eine Anlage dazu; F.: Wehmütigkeit+EW; Z.: Weh—mü-t-ig—kei-t
$Wehmutter, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Wehmutter, Hebamme; E.: s. weh, s. Mutter; L.: Kluge s. u. Wehmutter, DW 28, 143; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus weh und Mutter gebildete Bezeichnung für eine eine Frau vor und während sowie nach der Geburt eines Kindes unterstützende Frau oder eine Hebamme; F.: Wehmutter, Wehmütter, Wehmüttern+EW; Z.: Weh—mu-tt-er
Wehr (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wehr (F.), Verteidigung, Waffe, bewaffneter Schutz, Schutz; ne. defence; Vw.: -; Hw.: s. wehren; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wer, st. F., Wehr (F.), Verteidigung, Befestigung; mhd. were, st. F., Wehr (F.), Verteidigung; mnd. wēre (2), were, wēr, wer, st. F., „Wehr“ (F.), Abwehr, Verteidigung, Widerstand, kriegerische Unternehmung; mnl. wēre, F., Wehr (F.); ahd. wer* (5), st. F. (i), Wehr (F.), Schutzwehr, Festung, Verteidigungsmittel; ahd. werī* (1), st. F. (ī), Wehr (F.), Abwehr, Verteidigung, Waffe, Gegenwehr, Verteidigungsmittel, Schutzvorrichtung, Schutzwehr, Festung, Schlupfwinkel; s. ahd. werien* (1), werren*, sw. V. (1b), wehren, verwehren, abwehren, hindern, verteidigen, schützen; germ. *warjan, sw. V., wehren, abhalten, schützen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wehr, Kluge s. u. Wehr 1, DW 28, 148, EWD s. u. Wehr (F.), Duden s. u. Wehr, Bluhme s. u. Wehr; Son.: vgl. nndl. weer, Sb., Wehr (F.); nschw. värn, Sb., Wehr (F.); nnorw. vern, N., Wehr (F.); GB.: um 765 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Waffen möglichen bewaffneten Schutz; BM.: schützen; F.: Wehr, Wehren+EW; Z.: Wehr
Wehr (2), nhd., N., (12. Jh.): nhd. Wehr (N.), Stauwerk in fließendem Wasser; ne. weir; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. wer (3), were, st. N., Wehr (N.), Flusswehr; mnd. war (1), N., Wehr (N.), in das Wasser durch Pfähle bzw. Steine hineingebaute Sperrung zur Fischerei bzw. zum Mühlenbetrieb; ahd. wer (3), st. N. (a), Flusswehr, Mühlenwehr; as. wer* (2), werr*, st. N. (a), Wehr (N.), Hofstätte?; germ. *warja-, *warjaz, st. M. (a), *warja-, *warjam, st. N. (a), Damm, Wehr (N.); vgl. idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Wehr 2, DW 28, 196, EWD s. u. Wehr (N.), Falk/Torp 395, Duden s. u. Wehr; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete quer durch ein fließendes Gewässer verlaufende Anlage zu einer Stauung von Wasser (Stauwerk); Son.: vgl. nndl. weer, F., Fischwehr, Wehr (N.); BM.: schließen; F.: Wehr, Wehrs, Wehres, Wehre, Wehren+EW; Z.: Wehr
wehren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wehren, zu Wehr setzen, entgegensetzen, verteidigen; ne. fight (V.) back, defend; Vw.: -; Hw.: s. Wehr (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. weren, sw. V., schützen, verteidigen, wehren; mnd. wēren (2), sw. V., wehren, schützen, verteidigen, hindern, verhindern, abhalten, sträuben; mnl. wēren, sw. V., wehren, abwehren; ahd. werien* (1), werren*, sw. V. (1b), wehren, verwehren, abwehren, hindern, verteidigen, schützen; as. wėrian* (2), sw. V. (1b), wehren, hindern, schützen; anfrk. -; germ. *warjan, sw. V., wehren, abhalten, schützen; idg. u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. wehren, DW 28, 209, EWD s. u. wehren, Falk/Torp 394, Duden s. u. wehren; Son.: vgl. afries. wera (3), wara (4), sw. V. (1), verteidigen, abwehren; nfries. werren, V., verteidigen, abwehren; ae. wėrian (1), sw. V. (1), wehren, schützen, verteidigen, hindern; an. verja (4), sw. V. (1), wehren, schützen, verteidigen; got. warjan, sw. V. (1), wehren; nndl. weren, V., wehren; nschw. värja, V., wehren; nnorw. verge, V., wehren; nisl. verja, V., wehren; ai. vṛṇóti, V., wehrt, beschützt, umhüllt; gr. ἔρυσθαι (érysthai), V., schützen, bewahren, abwehren, retten; lat. operēre, V., verschließen, verhüllen; lit. at-vérti; V., öffnen; ksl. vъrĕti, V., hineinstecken, einschieben; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches zu Wehr setzen oder entgegensetzen oder verteidigen; BM.: schützen; F.: wehren, wehre, wehrst, wehrt, wehrest, wehret, wehrte, wehrtest, wehrten, wehrtet, gewehrt, ##gewehrt, gewehrte, gewehrtes, gewehrtem, gewehrten, gewehrter##, wehrend, ###wehrend, wehrende, wehrendes, wehrendem, wehrenden, wehrender###, wehr (!)+EW; Z.: wehr-en
$Wehtag, nhd. (ält.), M., (12. Jh.?): nhd. Wehtag, Schmerztag, Schmerz, Unglück; E.: s. Weh, s. Tag; L.: Kluge s. u. Wehtag, DW 28, 313; GB.: (wētac) seit Ende 12. Jh. belegte und aus Weh und Tag gebildete Bezeichnung für Schmerztag oder Schmerz oder Unglück; F.: Wehtag, Wehtages, Wehtags, Wehtage, Wehtagen+EW; Z.: Weh—t-ag
Weib, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Weib, Frau, Ehefrau; ne. wife; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wīp, wīb, st. N., Weib; mnd. wīf, N., Weib, Frauenzimmer, Ehefrau; mnl. wijf, F., Weib, Frau; ahd. wīb, st. N. (a), Frau, Mädchen, Weib, Ehefrau; as. wīf*, st. N. (a), Weib, Frau; anfrk. wīf*, st. N. (a), Weib, Frau; germ. *weiba-, *weibam, *wība-, *wībam, st. N. (a), Weib, Frau; s. idg. *u̯eip-, *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1131? (1964/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weib, Kluge s. u. Weib, DW 28, 329, EWD s. u. Weib, Falk/Torp 412, Duden s. u. Weib, Bluhme s. u. Weib; Son.: vgl. afries. wīf, st. N. (a), Weib, Frau; saterl. wjuf, F., Weib, Frau; ae. wīf, st. N. (a), Weib, Frau; an. vīf, st. N. (a), Weib, Frau, Gattin; got. *weif, wīf, st. N. (a), Weib; nndl. wijf, Sb., Weib; nschw. viv, Sb., Weib; lit. vaĩkas, M., Kind, Tierjunges; ksl. člověkĭ, M., Mensch; GB.: seit um765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliche Frau; BM.: drehen bzw. sich bewegen; F.: Weib, Weibes, Weibs, Weiber, Weibern+EW; Z.: Weib
Weibel, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Weibel, Gerichtsbote; ne. bailiff; Vw.: -; Hw.: s. Feldwebel, Webel; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. weibel, st. M., Gerichtsbote, Gerichtsdiener; ahd. weibil*, st. M. (a), Weibel, Gerichtsdiener, Fronbote; vgl. ahd. weibōn*, sw. V. (2), treiben, umhertreiben, schwanken; germ. *waibōn, sw. V., schweben, schwanken; idg. *u̯eip-, *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1131 (1964/40) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weibel, Kluge s. u. Weibel, DW 28, 377, Duden s. u. Weibel; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit möglichen vor allem als Gerichtsboten tätigen Amtsträger; BM.: sich bewegen; F.: Weibel, Weibels, Weibeln+EW; Z.: Weib-el
$weibisch, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. weibisch, für eine Frau kennzeichnend; E.: s. Weib, s. isch; L.: Kluge s. u. Weib, DW 28, 420, EWD s. u. Weib; E.: (wībisch) seit 1408/1410 belegte und aus Weib und isch gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Frauen mögliches für eine Frau in Gegensatz zu einem Manne (vielleicht) kennzeichnend; F.: weibisch, weibische, weibisches, weibischem, weibischen, weibischer(, weibischere, weibischeres, weibischerem, weibischeren, weibischerer, weibischst, weibischste, weibischstes, weibischstem, weibischsten, weibischster)+EW; Z.: weib-isch
$weiblich, nhd., Adj., (8. Jh.?): nhd. weiblich, für eine Frau kennzeichnend; E.: s. Weib, s. lich; L.: Kluge s. u. Weib, DW 28, 429, EWD s. u. Weib; GB.: (wīblīh*) seit um 765 belegte und aus Weib und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Frauen mögliches für eine Frau in Gegensatz zu einem Manne kennzeichnend; F.: weiblich, weibliche, weibliches, weiblichem, weiblichen, weiblicher(, weiblichere, weiblicheres, weiblicherem, weiblicheren, weiblicherer, weiblichst, weiblichste, weiblichstes, weiblichstem, weiblichsten, weiblichster)+EW; Z.: weib-lich
$Weibsbild, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Weibsbild, Frau; E.: s. Weib, s. s, s. Bild; L.: Kluge s. u. Weibsbild, DW 28, 441, EWD s. u. Bild; GB.: (wībesbilede*) seit 1275-1300 belegte und aus Weib und s (Suff.) und Bild gebildete später eher abwertende Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Frau; F.: Weibsbild, Weibsbilds, Weibsbildes, Weibsbilder, Weibsbildern+EW; Z.: Weib-s—bild
$Weibsen, nhd., N., (17. Jh.?): nhd. Weibsen, Frau; E.: s. Weib, s. s, s. en?; L.: Kluge s. u. Weibsen, DW 28, 447; GB.: vielleicht seit 1666 belegte und aus Weibesname gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Frau; F.: Weibsen, Weibsens+EW; Z.: Weib-s-en
weich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weich, nachgiebig, schmiegsam, zart, mild, schwach, empfindsam, angenehm; ne. soft, weak; Vw.: -; Hw.: s. weichen (1), Weiche (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. weich, Adj., weich, biegsam, nachgiebig, zart, schwach; mnd. wēk, weich, Adj., weich, zart; mnl. weec, Adj., weich, sanft, schwach; ahd. weih*, Adj., weich, schwach, schlaff, aufgeweicht, mild, krank; as. wêk*, Adj., weich, schwach, verzagt; anfrk. -; germ. *waika-, *waikaz, *waikwa-, *waikwaz, Adj., weich, schwach; s. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. weich, Kluge s. u. weich, DW 28, 455, EWD s. u. weich, Falk/Torp 407, Seebold 546, Heidermanns 644, Duden s. u. weich, Bluhme s. u. weich; Son.: vgl. afries. -; ae. wāc, Adj., weich, schwach, weichlich; an. veikr, veykr, *weikwaR, Adj., weich, schwach; got. -; nndl. week, Adj., weich; nschw. vek, Adj., weich; nisl. veikur, Adj., schwach; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für nachgiebig oder schmiegsam oder zart oder mild oder schwach oder empfindsam oder angenehm; BM.: drehen bzw. biegen; F.: weich, weiche, weiches, weichem, weichen, weicher(, weichere, weicheres, weicherem, weicheren, weicherer, weichst, weichste, weichstes, weichstem, weichsten, weichster)+EW; Z.: wei-ch
Weichbild, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Weichbild, besondere Siedlung, Recht der besonderen Siedlung, Ortsart; ne. municipal area; Vw.: -; Hw.: s. Wispel; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. wīchbilede*, wīchbilde, wīcbilde, st. N., Weichbild, Bild zur Bezeichnung der Grenze des Stadtgebietes, Kreuz zur Bezeichnung der Grenze des Stadtgebietes, Stadtgebiet; mnd. wīkbilde, wīkbelde, wīkbelede, wīkbilede, wīchbelede, wīchbelde, N., Weichbild, Grenze des Stadtgebiets, Stadtgebiet, Stadtmark, fester Ort, Stadt, Städtchen, Flecken (M.); mnl. wijcbelt, N., städtisches Rechtsgebiet, Ansiedlung; as. wīkbilithi*, st. N. (ja), Weichbild, Bezirk, Stadtgebiet, Ortsart, Ortsrecht; s. mhd. wīch (4), st. M., Ort, Siedlung, Wohnsitz; mhd. wīk, N., F., Ort, Stadt; ahd. wīh* (4), st. M. (a?), Ort, Ortschaft, Weiler, Dorf; as. wīk*, st. M. (i), Wohnstätte, Dorf; germ. *wīk-, Sb., Dorf, Gehöft, Stadtviertel?; germ. *wīhsa-, *wīhsam, st. N. (a), Dorf, Siedlung; lat. vīcus, M., Dorf, Gehöft; vgl. idg. *u̯eik̑-, u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); mhd. bilede, bilde, pilde, st. N., Bild, Werk, Gestalt, Gestaltung, Kunstwerk, Menschenbild, Körperbildung; mnd. belede, belde, bilede, bilde, N., Bild, Abbild; ahd. bilidi, st. N. (ja), Bild, Darstellung, Beispiel, Vorbild, Gestalt; ahd. biladi, st. N. (ja), Bild, Ebenbild, Vorbild, Beispiel, Gestalt, Form, Wesen; as. bilithi, st. N. (ja), Bild, Abbild, Gleichnis, Zeichen; germ. *biliþja-, *biliþjam, st. N. (a), Bild; germ. *bilaþja-, *bilaþjam, st. N. (a), Bild; L.: Kluge 1. A. s. u. Weichbild, Kluge s. u. Weichbild, EWD s. u. Weichbild, DW 28, 474, Duden s. u. Weichbild, Bluhme s. u. Weichbild; Son.: vgl. ne. …wich, Suff., …wich (Endung von Ortsnamen); GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus Weich (Ort) und Bild gebildete und in den Bestandteilen mit dem Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das zu einer Stadt oder einem Ort (ursprünglich in Norddeutschland?) gehörende Gebiet und die Gesamtheit der dort anwendbaren Rechtssätze oder die Ortsart; BM.: Dorf, Bild; F.: Weichbild, Weichbildes, Weichbilds, Weichbilder, Weichbildern+EW; Z.: Weich—bild
Weiche (1), nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Weiche (F.) (1), Weichheit, weicher Körperteil; ne. flank (N.); Vw.: -; Hw.: s. weich, weichen (1); Q.: vor 790? (Glosse); E.: mhd. weiche (2), st. F., „Weiche“ (F.), Weichheit, Geschmeidigkeit, Weiche (F.) (1) am menschlichen Körper; ahd. weihhī*, weichī*, st. F. (i), Weichheit, Schwäche, Schwachheit; germ. *waikī-, *waikīn, *waikwī-, *waikwīn, sw. F. (n), Weichheit; s. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weichen, Kluge s. u. weich, DW 28, 480, EWD s. u. weich, Heidermanns 644, Duden s. u. Weiche; GB.: vielleicht seit vor 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den knochenarmen Körperteil zwischen Brust und Becken des Menschen sowie von Weichtieren; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Weiche, Weichen+EW; Z.: Wei-ch-e
Weiche (2), nhd., F., (19. Jh.): nhd. Weiche (F.) (2), Eisenbahnweiche; ne. turnout, railway switch; Vw.: -; Hw.: s. weichen (2); Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; E.: wohl von weichen (2) abgeleitet (s. d.); L.: Kluge s. u. Weiche 2, DW 28, 484, EWD s. u. Weiche 2, Duden s. u. Weiche; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte Bezeichnung für die von Menschen seit Entwicklung der Eisenbahn geschaffene und verwendete zwei unterschiedliche Gleise umstellbar verbindende Vorrichtung zu einer bedarfsweisen Überführung von Schienenfahrzeugen von einem Gleis auf ein anderes Gleis; BM.: biegen bzw. sich wenden; F.: Weiche, Weichen+EW; Z.: Weich-e
weichen (1), nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. weichen (V.) (1), weich machen, weich werden; ne. soften, smooth (V.); Vw.: -; Hw.: s. weich, Weiche (1); Q.: 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. weichen, sw. V., weich werden, weich machen, lenken); ahd. weihhen*, weichen*, weihhōn*, sw. V. (1a, 2), weichen (V.) (1), weich machen, schwächen, mutlos machen, zunichte machen; mnd. weichen, sw. V., weichen (V.) (1), weich machen; mnd. wēken, weiken, sw. V., „weichen“ (V.) (1), weich machen, erweichen; ahd. weihhen*, weihhōn*, sw. V. (1a, 2), weichen (V.) (1), weich machen, schwächen; ahd. weihhēn*, weichēn*, weihhōn*, sw. V. (3, 2), weich werden, brüchig werden, Kraft verlieren; as. -; anfrk. weikon*, weicon*, sw. V. (1), erweichen; germ. *waikjan, sw. V., weich machen, erweichen; germ. *waikēn, *waikǣn, sw. V., weich werden; idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. weich, DW 28, 505, EWD s. u. weich, Falk/Torp 407, Seebold 546, Heidermanns 644, Duden s. u. weichen; Son.: vgl. afries. wêkia, wêka, sw. V. (2), weich werden, schlaff werden, weichen (V.) (1); ae. wǣcan, sw. V. (1), erweichen, bedrücken, schwächen; an. veikja, sw. V. (1), beugen; got. -; nndl. weken, V., weichen (V.) (1); GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches weich machen oder weich werden; BM.: drehen bzw. biegen; F.: weichen, weiche, weichst, weicht, weichest, weichet, weichte, weichtest, weichten, weichtet, geweicht, ##geweicht, geweichte, geweichtes, geweichtem, geweichten, geweichter##, weichend, ###weichend, weichende, weichendes, weichendem, weichenden, weichender###, weich (!)+EW; Z.: wei-ch-en
weichen (2), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. weichen (V.) (2), zurückweichen, abtreten, gehen, weggehen, nachgeben; ne. retreat (V.), recede; Vw.: -; Hw.: s. Weiche (2); Q.: um 800; E.: s. mhd. wīchen, sw. V., ausweichen, entweichen, fliehen, weichen (V.) (2); mnd. wīken* (1), wiken, st. V., sw. V., weichen (V.) (2), ausweichen, sich entfernen, entweichen, fliehen, Verzicht leisten; mnl. wīken, st. V., weichen (V.) (2), zurückweichen; ahd. wīhhan*, wīchan*, st. V. (1a), weichen (V.) (2), zurückweichen, nachgeben; as. wīkan*, st. V. (1a), weichen (V.) (2); anfrk. *wīkan?, st. V. (1), weichen (V.) (2); germ. *weikan, *wīkan, st. V., weichen (V.) (2), nachgeben; idg. *u̯eik- (4), u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. weichen, Kluge s. u. weichen, DW 28, 505, EWD s. u. weichen 2, Falk/Torp 407, Seebold 545, Heidermanns 644, Duden s. u. weichen; Son.: vgl. afries. wīka, wiāka, st. V. (1), weichen (V.) (2); nfries. wijcken, wijckjen, V., weichen (V.) (2); ae. wīcan, st. V. (1), weichen (V.) (2), stürzen; an. vīkja, vīkva, ȳkva, st. V. (1), weichen (V.) (2), wenden, bewegen; got. -; nndl. wijken, V., weichen (V.) (2); nschw. vika, V., weichen (V.) (2); nnorw. vike, V., weichen (V.) (2); ai. vijáte, V., weicht, flieht; gr. οἴγειν (oígein), V., öffnen; toch. B wik-, V., schwinden, vergehen; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches weggehen; BM.: biegen bzw. sich wenden; F.: weichen, weiche, weichst, weicht, weichest, weichet, wich, wichst, wich, wichen, gewichen, ##gewichen, gewichene, gewichenes, gewichenem, gewichenen, gewichener##, weichend, ###weichend, weichende, weichendes, weichendem, weichenden, weichender###, weich (!)+EW; Z.: weich-en
$weichlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. weichlich, ziemlich weich; E.: s. weich, s. lich; L.: DW 28, 519, EWD s. u. weich; GB.: (wīchlich) seit Ende 13. Jh. belegte und aus weich und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches ziemlich weich; F.: weichlich, weichliche, weichliches, weichlichem, weichlichen, weichlicher(, weichlichere, weichlicheres, weichlicherem, weichlicheren, weichlicherer, weichlichst, weichlichste, weichlichstes, weichlichstem, weichlichsten, weichlichster)+EW; Z.: weich-lich
Weichsel, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Weichsel (F.) (2), Weichselkirsche, Sauerkirsche; ne. morello cherry; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīhsel, wīssel, wīsel, sw. F., st. F., „Weichsel“ (F.) (2), Weichselkirsche; ahd. wīhsila*, sw. F. (n), Weichsel (F.) (2), Holzkirsche, Sauerkirsche; mnd. *wessel? (2), *wissel?, F., Weichsel (F.) (2), Weichselkirsche; as. -; anfrk. -; germ. *wihsilō, st. F. (ō), Weichsel (F.) (2), Weichselkirsche; vgl. idg. *u̯ī̆ks-?, Sb., Mistel, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134? (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weichsel, Kluge s. u. Weichsel, DW 28, 532, EWD s. u. Weichsel, Falk/Torp 409, Duden s. u. Weichsel, Bluhme s. u. Weichselkirsche; Son.: s. lang. wīhsila, F., Weichsel (F.) (2), Weichselkirsche; afries. -; ae. -; an. -; got. -; gr. ἰξός (ixós), M., Mistel, Vogelleim; lat. vīscum (1), N., Mistel, Vogelleim, Leimrute; russ. вишня (vísnja), F., Kirsche; GB.: (wīhsila) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die vielleicht aus einer natürlichen Kreuzung der Steppenkirsche und der wilden Vogelkirsche entstandene kaum als Wildpflanze in der Natur vorkommende Sauerkirsche; BM.: fließen; F.: Weichsel, Weichseln+EW; Z.: Weich-s-el
$Weichselkirsche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Weichselkirsche; E.: s. Weichsel, s. Kirsche; L.: DW 28, 535, EWD s. u. Weichsel; GB.: seit 1477 belegte und aus Weichsel (F.) (2) und Kirsche gebildete Bezeichnung für die vielleicht aus einer natürlichen Kreuzung der Steppenkirsche und der wilden Vogelkirsche entstandene kaum als Wildpflanze in der Natur vorkommende Sauerkirsche; F.: Weichselkirsche, Weichselkirschen+EW+FW; Z.: Weich-s-el—kir-sch-e
Weichselzopf, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Weichselzopf, eine krankhafte Verfilzung der Haare; ne. Polish plait (N.), elflock; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: poln. Lw.; E.: Hybridbildung nach poln. wieszczyce, Sb., Weichselzopf; vgl. poln. wieszczyca, F., Nachtgespenst, Nachthexe; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Zopf; L.: Kluge s. u. Weichselzopf, DW 28, 536; Son.: vgl. frz. plique polonaise, F., Weichselzopf; GB.: seit 18. Jh. belegte und als polnisch-deutsche Hybridbildung erklärbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon früher mögliche durch starke Verlausung bedingte krankhafte Verfilzung der Haare; BM.: Nachthexe, Schwanz; F.: Weichselzopf, Weichselzopfs, Weichselzopfes, Weichselzöpfe, Weichselzöpfen+FW+EW; Z.: Weichs-el—Zopf
$Weichtier, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Weichtier; E.: s. weich, s. Tier; L.: Kluge s. u. Weichtier, DW 28, 538 (Weichthier), EWD s. u. weich; GB.: seit 19. Jh. (Cuvier 1812) belegte und aus weich und Tier gebildete Bezeichnung für eine rund 100000 Arten zählende und seit etwa 570 Millionen Jahren lebende Gruppe von Tieren ohne inneres Skelett (Mollusken) wie beispielsweise Schnecken oder Muscheln oder Kopffüßer; F.: Weichtier, Weichtiers, Weichtieres, Weichtiere, Weichtieren+EW; Z.: Weich—tie-r
Weide (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Weide (F.) (1), Weidenbaum; ne. willow; Vw.: s. Sal-; Hw.: s. Wiede; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīde, sw. F., Weide (F.) (1), Weidenbaum, Weidenzweig; mnd. wīde* (3), wide, wēde*, wede*, F., Weide (F.) (1), eine Buschart, Weidenstrick, Weidenbaum; mnl. wijd, wojt, F., Weide (F.) (1); ahd. wīda, st. F. (ō), sw. F. (n), Weide (F.) (1), Weidenbaum; as. -; anfrk. -; germ. *wīþwō, st. F. (ō), Weide (F.) (1) Weidenbaum; idg. *u̯oitu̯ā, F., Gedrehtes, Gerte, Weide (F.) (1), Pokorny 1120; s. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weide 1, Kluge s. u. Weide 1, DW 28, 540, EWD s. u. Weide 1, Falk/Torp 406, Duden s. u. Weide, Bluhme s. u. Weide 1; Son.: vgl. afries. -; ae. wīþig, wīþige, wīþing, st. M. (a), Weide (F.) (1), Weidenbaum, Band (N.), Fessel (F.) (1), Binde; an. vīðir (1), st. M. (ja), Weide (F.) (1), Weidenbaum; got. -; nndl. wei, weide, Sb., Weide (F.) (1); ne. withy, N., Weidenrude; nschw. vide, Sb., Weide (F.) (1); nnorw. vidje, M., F., Weide (F.) (1); ai. vetasá-, M., Rotang; av. vaētaii-, Sb., Weidengerte; gr. ἰτέα (itéa), F., Weide (F.) (1), aus Weiden geflochtener Schild; lat. vītis, F., Ranke, Weinrebe, Weinranke; kymr. gwden, F., Weidenzweig; apreuß. witwan, N., Weide (F.) (1); lett. vîtuõls, Sb., Weide (F.) (1)?; lit. žilvìtis, M., Grauweide; lit. vytìs, Sb., Rute, Gerte; ksl. větvĭ, Sb., Zweig, Rute; russ. выгон, M., Weide (F.) (1); GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und vielleicht das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen schon vormenschlichen mittelgroßen Laubbaum mit länglichen schmalen Blättern; BM.: biegen; F.: Weide, Weiden+EW; Z.: Wei-d-e
Weide (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Weide (F.) (2), Grasland; ne. pasture (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. weide (1), weid, st. F., st. N., Futter (N.) (1), Nahrungserwerb, Nahrung, Speise, Erquickung, Freude, Weide (F.) (2), Weideplatz, Futterplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei; mnd. wēide*? (1), weide, wēde*, wede*, F., Weide (F.) (2), Futter (N.) (1), Nahrung, Weideplatz, Weiderecht?; mnl. weide, F., Weide (F.) (2), Weidenplatz; ahd. weida* (1), st. F. (ō), Beute (F.) (1), Futter (N.) (1), Weide (F.) (2), Speise; as. -; anfrk. weitha*, st. F. (ō), Weide (F.) (2), Wiese; germ. *waiþī, *waiþō, st. F. (ō), Jagd, Weide (F.) (2), Futter (N.) (1); idg. *u̯īti-, Sb., Genuss, Streben, Pokorny 1123?; s. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weide 2, Kluge s. u. Weide 2, DW 28, 545, EWD s. u. Weide 2, Falk/Torp 379, Duden s. u. Weide, Bluhme s. u. Weide 2; Son.: vgl. afries. -; ae. wāþ, st. F. (ō), Reise, Verfolgung, Jagd; an. veiðr, st. F. (ō), Jagd; got. *waida?, st. F. (ō), Weide (F.) (2); nndl. weide, Sb., Weide (F.) (2); av. vāstra-, N., Weide (F.) (2); av. vāstarm, M., Hirt; GB.: seit um 790 belegte Bezeichnung für ein sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche und Sesshaftwerdung des Menschen mögliches Grasland auf dem Vieh gehalten wird; BM.: gehen bzw. erjagen; F.: Weide, Weiden+EW; Z.: Wei-d-e
$weiden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. weiden, grasen; E.: s. Weide (F.) (2); L.: Kluge s. u. Weide 2, DW 28, 561, EWD s. u. Weide 2; GB.: seit 9. Jh. belegte und von Weide (F.) (1) abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche und der Entstehung von Pflanzen sowie Tieren mögliches grasen von Tieren auf einer Weide (F.) (2); F.: weiden (!), weide (!), weidest, weidet, weidete, weidetest, weideten, weidetet, geweidet, ##geweidet, geweidete, geweidetes, geweidetem, geweideten, geweideter##, weidend, ###weidend, weidende, weidendes, weidendem, weidenden, weidender###, weid (!)+EW; Z.: wei-d-en
$...weiden, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. ...weiden; L.: Kluge s. u. Eingeweide; F.: ...weiden, ...weide, ...weidest, ...weidet, ...weidete, ...weidetest, ...weideten, ...weidetet, ...weidetes, ...weidetem, ...weideter, ...weidend, ...weidende, ...weidendes, ...weidendem, ...weidenden, ...weidender, ...weid (!)+EW; Z.: -wei-d-en
$Weiderich, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Weiderich; E.: ?; L.: Kluge 1. A. s. u. Weiderich, Kluge s. u. Weiderich, DW 28, 594; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der Etymologie ungeklärte Bezeichnung für eine vielleicht schon vormenschliche Pflanze?; F.: Weiderich, Weiderichs, Weideriches, Weideriche, Weiderichen+EW; Z.: Wei-d-er-ich
weidlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weidlich, gehörig, gründlich; ne. thorough; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. weidelich, Adj., jägermäßig, jagdgerecht, frisch, keck; mhd. weidenlich, Adj., „weidenlich“, weidlich, jägermäßig, jagdgerecht, frisch, keck, tüchtig, ausgezeichnet; mnd. wēidelīk*, weidelik, wēdelik, Adj., jägermäßig, zur Jagd gehörig, schön, stattlich, prächtig; ahd. weidilīh*, Adj., zur Jagd gehörig; vgl. ahd. weida* (1), st. F. (ō), Beute (F.) (1), Futter (N.) (1), Weide (F.) (2), Speise; germ. *waiþī, *waiþō, st. F. (ō), Jagd, Weide (F.) (2), Futter (N.) (1); idg. *u̯īti-, Sb., Genuss, Streben, Pokorny 1123?; s. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. weidlich, Kluge s. u. weidlich, DW 28, 601, EWD s. u. weidlich, Duden s. u. weidlich; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus Weide (F.) (2) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens und des Menschen mögliches gehörig oder gründlich; BM.: jagen, gleich; F.: weidlich, weidliche, weidliches, weidlichem, weidlichen, weidlicher(, weidlichere, weidlicheres, weidlicherem, weidlicheren, weidlicherer, weidlichst, weidlichste, weidlichstes, weidlichstem, weidlichsten, weidlichster)+EW; Z.: wei-d-lich
Weidling, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Weidling, Fischerkahn, Kahn für den Fischfang; ne. fisherboat; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: s. mhd. weidelinc, st. M., Weidling, Fischerkahn, kleiner Nachen; mnd. wēidelinc*, weidelink, weidlink, M., Weidling, Fischerkahn; vgl. ahd. weida* (1), st. F. (ō), Beute (F.) (1), Futter (N.) (1), Weide (F.) (2), Speise; germ. *waiþī, *waiþō, st. F. (ō), Jagd, Weide (F.) (2), Futter (N.) (1); idg. *u̯īti-, Sb., Genuss, Streben, Pokorny 1123?; s. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Weidling, DW 28, 609, Duden s. u. Weidling; GB.: seit 1314 belegte und aus Weid(e) (F.) (2) und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Kahn für den Fischfang; BM.: erjagen; F.: Weidling, Weidlings, Weidlinge, Weidlingen+EW; Z.: Wei-d-ling
Weidmann, Waidmann, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Weidmann, Waidmann, Jäger; ne. huntsman; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 11. Jh. (Physiologus); E.: s. mhd. weideman, weidman, st. M., Waidmann, Jäger, Fischer; mnd. wēideman*, weideman, M., Weidmann, Jäger, Fischer; ahd. weidaman*, st. M. (athem.), Weidmann, Jäger; s. ahd. weida* (1), st. F. (ō), Beute (F.) (1), Futter (N.) (1), Weide (F.) (2), Speise; germ. *waiþī, *waiþō, st. F. (ō), Jagd, Weide (F.) (2), Futter (N.) (1); idg. *u̯īti-, Sb., Genuss, Streben, Pokorny 1123?; s. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. man (1), st. M. (athem.), Mann, Mensch, Krieger, Soldat, Gefolgsmann, Knecht, Diener; germ. *manna-, *mannaz, st. M. (a), Mann, Mensch, m-Rune; germ. *manō-, *manōn, *mana-, *manan, sw. M. (n), Mann, Mensch, m-Rune; idg. *manus, *monus, M., Mann, Mensch, Pokorny 700? (1155/20) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt.?, slaw.); vgl. idg. *men- (3), *menə-, *mnā-, *mnē-, *mneh₂-, V., denken, Pokorny 726? (1213/78) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weide 2, Kluge s. u. Weidmann, DW 28, 611, EWD s. u. Weide 2, Duden s. u. Weidmann; GB.: seit 2. Hälfte 11. Jh. belegte und aus Weid(e) (F.) (2) und Mann gebildete sowie von Jägern verwendete Bezeichnung für einen Jäger; BM.: Jagd bzw. Futter (F.) (2), denken; F.: Weidmann, Weidmanns, Weidmannes, Weidmänner, Weidmännern, Waidmann, Waidmanns, Waidmannes, Waidmänner, Waidmännern+EW; Z.: Wei-d—man-n
$Weidmesser, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Weidmesser, ein Jagdmesser; E.: s. Weid(e) (F.) (2), s. Messer (N.); L.: Kluge s. u. Hirschfänger, DW 28, 616; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Weid(e) (F.) (2) und Messer (N.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Metallverarbeitung entwickeltes und verwendetes Jagdmesser; F.: Weidmesser, Weidmessers, Weidmessern+EW; Z.: Wei-d—mes-ser
$Weidwerk, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Weidwerk; Q.: 1315/1323 (Das Leben des Hl. Ludwig Landgrafen in Thüringen); E.: s. Weid(e) (F.) (2), s. Werk; L.: EWD s. u. Weide 2, DW 28, 625; GB.: seit 1313/1315 belegte und aus Weid(e) (F.) (2) und Werk gebildete Bezeichnung für das sachlich von dem Menschen seit der Arbeitsteilung entwickelte und verwendete Handwerk des Jägers; F.: Weidwerk, Weidwerks, Weidwerkes+EW; Z.: Wei-d—werk
$weidwund, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. weidwund, tödlich verwundet; E.: s. Weid(e) (F.) (2), s. wund; L.: Kluge s. u. weidwund, DW 28, 628, EWD s. u. Eingeweide; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus (Einge)weid(e) und wund gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung und Verwendung von Waffen durch den Menschen mögliches tödlich verwundet; F.: weidwund, weidwunde, weidwundes, weidwundem, weidwunden, weidwunder+EW; Z.: wei-d—wu-n-d
Weife, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Weife, Haspel; ne. reel (N.); Vw.: -; Hw.: s. weifen; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. weife, F., Weife, Garnwinde, Haspel; wohl von einem mhd. wīfen, st. V., winden, schwingen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. weifen, Kluge s. u. Weife, DW 28, 630, Duden s. u. Weife; GB.: seit 15. Jh. belegte und mit einem schwingen und winden verbindbare sowie in der weiteren Herkunft vielleicht ungeklärte Bezeichnung für eine von Menschen entwickelte und verwendete zylinderförmige Vorrichtung zu einem Aufwickeln oder Abwickeln von Fäden oder Drähten oder Bändern; BM.: winden; F.: Weife, Weifen+EW; Z.: Weif-e
weifen, nhd. (ält.), sw. V., (12. Jh.): nhd. weifen, schwingen, haspeln; ne. sputter; Vw.: -; Hw.: s. Weife; Q.: 1172-1190 (Drie liet von der maget des Priesters Wernher); E.: s. mhd. weifen, sw. V., „weifen“, haspeln, entfalten, schwingen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. weifen, DW 28, 632, Duden s. u. weifen; GB.: seit 1172-1190 belegte und mit einem schwingen und winden verbindbare sowie in der weiteren Herkunft vielleicht ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Garn haspeln; BM.: winden; F.: weifen (!), weife (!), weifst, weift, weifest, weifet, weifte, weiftest, weiften, weiftet, geweift, ##geweift, geweifte, geweiftes, geweiftem, geweiften, geweifter##, weifend, ###weifend, weifende, weifendes, weifendem, weifenden, weifender###, weif (!)+EW; Z.: weif-en
Weigand, nhd. (ält.), (Part. Präs.=)M., (9. Jh.): nhd. Weigand, Kämpfer, Krieger; ne. warrior; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wīgant, wīgent*, st. M., „Wigand“, Kämpfer, Krieger, Held; mnd. wīgant*, wigant, M., Kämpe, Kämpfer, Held; ahd. wīgant, st. M. (nt), Krieger, Kämpfer; as. wīgand* (Part. Präs.=)st. M. (nd), Kämpfender, Krieger; s. ahd. wīgan*, st. V. (1b), kämpfen, Krieg führen; germ. *wīgan, st. V., kämpfen, fechten, streiten; idg. *u̯eik- (2), Sb., V., Kampf, Kraft, Krieg, kämpfen, siegen, Pokorny 1128 (1960/36) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weigand, Kluge s. u. Weigand, DW 28, 633, Duden s. u. Weigand; Son.: vgl. lat. vincere, V., Oberhand erlangen, Oberhand behalten (V.); ? lit. veikti, V., machen, tun, ausführen; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl nach Entstehung des Menschen sowie vielleicht der Arbeitsteilung schon früher möglichen Kämpfer oder Krieger; BM.: kämpfen; F.: Weigand, Weigands, Weigandes, Weigande, Weiganden+EW; Z.: Weig-and
weigern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. weigern, ablehnen, widerstreben; ne. refuse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. weigeren*, weigern, sw. V., weigern, sich weigern, versagen, verweigern, verwehren, sich entziehen, sich widersetzen; mnd. weigeren, wēgeren, weieren, weggeren, sw. V., weigern, sich weigern, verweigern, abschlagen; mnl. weigeren, V., sich weigern; ahd. weigarōn*, weigerōn*, sw. V. (2), ablehnen, weigern; as. -; anfrk. -; germ. *waigrōn, *waigarōn, sw. V., weigern?; s. idg. *u̯eik- (2), Sb., V., Kampf, Kraft, Krieg, kämpfen, siegen, Pokorny 1128 (1960/36) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. weigern, Kluge s. u. weigern, DW 28, 635, EWD s. u. weigern, Falk/Torp 408, Heidermanns 643, Duden s. u. weigern, Bluhme s. u. weigern; Son.: vgl. afries. weigeria, wêgeria, sw. V. (2), weigern, verweigern; nfries. wegerjen, V., weigern, verweigern; ae. -; an. -; got. -; nndl. weigeren, V., weigern; nschw. vägra, V., weigern; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für dem Menschen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches ablehnen etwas Bestimmtes zu tun oder widerstreben; BM.: kämpfen; F.: weigern, weigere, weiger (!), weigre, weigerst, weigert, weigerte, weigertest, weigerten, weigertet, geweigert, ##geweigert, geweigertes, geweigertem, geweigerten, geweigerter##, weigernd, ###weigernd, weigernde, weigerndes, weigerndem, weigernden, weigernder###, weiger (!)+EW; Z.: weig-er-n
$Weigerung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Weigerung, Ablehnung, Widerstreben; E.: s. weiger(n), s. ung; L.: Kluge s. u. weigern, DW 28, 644, EWD s. u. weigern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus weiger(n) und ung gebildete Bezeichnung für ein dem Menschen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Ablehnung etwas Bestimmtes zu tun; F.: Weigerung, Weigerungen+EW; Z.: Weig-er-ung
Weih, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Weih (ein Vogel), Weihe (F) (1), ein Greifvogel; ne. harrier; Vw.: -; Hw.: s. Weihe (1); Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīe, wī, wīhe, wīge, sw. M., st. M., Weih, Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Raubvogel; mnd. wie, wige, Sb., Weihe (F.) (1); mnl. wīwe, wīe, wūwe, wouwe, F., Weihe (F) (1), Weih (ein Vogel); ahd. wīo, wīgo, wīho*, sw. M. (n), Weih, Weihe (F.) (2); germ. *wījō-, *wījōn, *wīja-, *wījan, sw. M. (n), Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Falke; germ. *wīwō-, *wīwōn, *wīwa-, *wīwan, sw. M. (n), Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Falke; L.: Kluge s. u. Weihe 1, DW 28, 647, EWD s. u. Weih, Falk/Torp 407, Duden s. u. Weih, Bluhme s. u. Weih; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schlanken mittelgroßen seine Beutetiere aus dem Fluge erjagenden Greifvogel mit langen schmalen Flügeln und langem Schwanz; BM.: ?; F.: Weih, Weihs, Weihes, Weihe, Weihen+EW; Z.: Weih
Weihe (1), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Weihe (F) (1), Weih (ein Vogel), ein Greifvogel; ne. harrier; Vw.: -; Hw.: s. Weih; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīe, wī, wīhe, wīge, sw. M., st. M., Weih, Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Raubvogel; mnd. wie, wige, Sb., Weihe (F.) (1); mnl. wīwe, wīe, wūwe, wouwe, F., Weihe (F) (1), Weih (ein Vogel); ahd. wīo, wīgo, wīho*, sw. M. (n), Weih, Weihe (F.) (2); germ. *wījō-, *wījōn, *wīja-, *wījan, sw. M. (n), Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Falke; germ. *wīwō-, *wīwōn, *wīwa-, *wīwan, sw. M. (n), Weihe (F.) (1) (ein Vogel), Falke; L.: Kluge 1. A. s. u. Weihe, Kluge s. u. Weihe 1, DW 28, 647, EWD s. u. Weih, Falk/Torp 407, Duden s. u. Weihe, Bluhme s. u. Weih; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen schlanken mittelgroßen seine Beutetiere aus dem Fluge erjagenden Greifvogel mit langen schmalen Flügeln und langem Schwanz; BM.: ?; F.: Weihe, Weihen+EW; Z.: Weih-e
Weihe (2), nhd., F., (8. Jh.): nhd. Weihe (2), Weihen (N.); ne. consecration; Vw.: -; Hw.: s. weihen; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīche, st. F., Weihe (F.) (2), Weihung, Segnung, Einsegnung, Heiligkeit des Gotteshauses; mhd. wīhe (3), wīge, wīwe, wīch, st. M., sw. M., st. F., sw. F., Weihe (F.) (2), Weihung, Priesterweihe, Segnung, Einsegnung; mnd. wīe (1), wige, wigge, wegge, F., M., Weihe (F.) (2), Weihung; ahd. wīhī, wīhīn*, st. F. (ī), Heiligkeit, Heiligung, Weihe (F.) (2), Segen; ahd. wīha*?, st. F. (ō), Heiligkeit; as. wīh*, st. M. (a), Heiligtum, Tempel; germ. *wīhī-, *wīhīn, *weihī-, *weihīn, sw. F. (n), Heiligkeit; germ. *wīhō, *weihō, st. F. (ō), Heiligkeit; s. idg. *u̯eik- (1), V., aussondern, weihen, Pokorny 1128 (1959/35) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Weihe 2, DW 28, 655, EWD s. u. weihen, Heidermanns 663, Duden s. u. Weihe; Son.: vgl. vielleicht lat. victima, F., Opfertier, Opfer, Sühneopfer; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in der Vorstellung von Menschen mögliche Aufwertung eines Menschen oder einer Sache durch eine rituelle Zeremonie; BM.: aussondern; F.: Weihe, Weihen+EW; Z.: Weih-e
weihen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. weihen, heiligen, segnen; ne. consecrate, sanctify; Vw.: -; Hw.: s. Weihe (2); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wīhen, sw. V., weihen, kirchlich segnen, einsegnen; mhd. wīchen, sw. V., weihen, einsegnen; mnd. wīen (1), wigen, sw. V., weihen, heiligen, einsegnen, einweihen; mnl. wīen, wīden, sw. V., weihen; ahd. wīhen*, sw. V. (1a), weihen, heiligen, salben, segnen, preisen, ordinieren; as. wīhian*, sw. V. (1a), weihen, einweihen, segnen; anfrk. wīen*, sw. V. (1), weihen, segnen; germ. *wīhjan, *weihjan, sw. V., weihen, heiligen, segnen; idg. *u̯eik- (1), V., aussondern, weihen, Pokorny 1128? (1959/35) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. weihen, Kluge s. u. weihen, DW 28, 666, EWD s. u. weihen, Falk/Torp 409, Heidermanns 663, Duden s. u. weihen, Bluhme s. u. weihen; Son.: vgl. afries. wīa, wīga, sw. V. (1), weihen; nnordfries. weje, wije, V., weihen; ae. wíoh, wéoh, wīh, wīg (2), st. M. (a), Heiligtum, Götterbild; an. vigja, sw. V. (1), weihen; got. weihs (1), Adj. (a), heilig, geweiht; nndl. wijden, V., weihen; nschw. viga, V., weihen; nnorw. vie, V., weihen; ? ai. vinákti, V., siebt, sichtet, sondert, trennt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache in der Vorstellung mögliches etwas segnen und damit in religiösen Gebrauch nehmen; BM.: aussondern; F.: weihen (!), weihe (!), weihst, weiht, weihest, weihet, weihte, weihtest, weihten, weihtet, geweiht, ##geweiht, geweihte, geweihtes, geweihtem, geweihten, geweihter##, weihend, ###weihend, weihende, weihendes, weihendem, weihenden, weihender###, weih (!)+EW; Z.: weih-en
Weiher, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Weiher (M.) (1), Teich; ne. pond; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wiwære, wīwer, wīher, wīger, wīære, wīer, st. M., Weiher (M.) (1); mnl. wīer, M., Weiher (M.) (1); ahd. wīwāri, wīāri, st. M. (ja), Weiher (M.) (1), Teich, Fischteich; germ. *wīwāri, M., Weiher (M.) (1), Teich; s. lat. vīvārium, N., Behältnis zu einem Aufbewahren lebender Tiere; vgl. lat. vīvus, Adj., lebendig; lat. vīvere, V., leben, am Leben sein (V.), am Leben bleiben; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weiher, Kluge s. u. Weiher, EWD s. u. Weiher, DW 28, 687, Duden s. u. Weiher, Bluhme s. u. Weiher; Son.: vgl. nndl. vijver, Sb., Weiher; ne. vivarium, N., Tiergehege; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein natürliches stehendes kleineres seichtes Gewässer mit Pflanzenbewuchs oder einen Teich; BM.: Fischbehälter bzw. leben; F.: Weiher, Weihers, Weihern+FW; Z.: Wei-h-er
$Weihnacht, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Weihnacht; E.: s. weih(en), s. Nacht; L.: Kluge s. u. Weihnacht, DW 28, 707, EWD s. u. Weihnacht; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus weih(en) und Nacht gebildete Bezeichnung für die in der Vorstellung des Menschen durch (religiöse) Weihe hervorgehobene Nacht (der Geburt des Religionsstifters Jesus Christus); F.: Weihnacht, Weihnächte+EW; Z.: Weih—nacht
$Weihnachten, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Weihnachten; E.: s. weih(en), s. Nacht, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. weihen, Kluge s. u. Weihnachten Weihnacht, DW 28, 707 (Weihnacht), EWD s. u. Weihnacht; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus weih(en) und Nacht sowie en gebildete Bezeichnung für die in der Vorstellung von Menschen durch (religiöse) Weihe hervorgehobene Nacht (der Geburt des Religionsstifters Jesus Christus); F.: Weihnachten+EW; Z.: Weih—nacht-en
$Weihrauch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Weihrauch; E.: s. weih(en), s. Rauch; L.: Kluge 1. A. s. u. Weihrauch, Kluge s. u. Weihrauch, DW 28, 732, EWD s. u. weihen; GB.: seit um 765 belegte und aus weih(en) und Rauch gebildete Bezeichnung für ein seit etwa 7000 Jahren von Menschen verwendetes luftgetrocknetes Harz bestimmter kleinerer Bäume und den bei seinem Verbrennen entstehenden vor allem für religiöse Zielsetzungen verwendeten Rauch; F.: Weihrauch, Weihrauchs, Weihrauches, Weihrauche, Weihrauchen (!)+EW; Z.: Weih—rau-ch
weil, nhd., Konj., (11. Jh.): nhd. weil, da, denn; ne. because, since; Vw.: -; Hw.: s. weiland, Weile, weilen; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. wīle, die wīle, Konj., weil; mnl. de wīle, Konj., weil; mnl. de wīle dat, Konj., weil; ahd. dia wīla, Konj., weil; ahd. wīl* (2), hwīl*, st. F. (indekl.), Weile, Zeit; germ. *hwīlō, st. F. (ō), Weile, Ruhe; s. idg. *kᵘ̯ei̯ə-, *kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. weil, Kluge s. u. weil, DW 28, 763, EWD s. u. weil, Duden s. u. weil; GB.: seit 11. Jh. belegte und mit Weile bzw. dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Konjunktion oder Verbindungswort) für die Einleitung eines begründenden Nebensatzes; BM.: Weile bzw. ruhen; F.: weil+EW; Z.: wei-l
weiland, nhd., (Part. Präs.=)Adv., (10. Jh.): nhd. weiland, früher, vergangen, damals; ne. whilom, formerly, late; Vw.: -; Hw.: -; Hw.: s. weil, Weile, weilen; Q.: 10. Jh.; E.: s. mhd. wīlen, wīlent, Adv., vor Zeiten, ehemals, vormals; mnd. wīlen* (2), wilen, wīlnē, Adv., vor Zeiten, vormals, einst; ahd. wīlōm*, wīlūn*, Adv., nun, allmählich, zuweilen; vgl. ahd. wīl* (2), hwīl*, st. F. (indekl.), Weile, Zeit; germ. *hwīlō, st. F. (ō), Weile, Ruhe; s. idg. *kᵘ̯ei̯ə-, *kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. weiland, DW 28, 780, Duden s. u. weiland; GB.: seit 10. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für früher oder vergangen oder damals; BM.: ruhen; F.: weiland+EW; Z.: wei-l-and
Weile, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Weile, kurze Zeit; ne. while (N.); Vw.: -; Hw.: s. weilen, weil, weiland; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. wīle, st. F., sw. F., Weile, Zeit, Zeitpunkt, Raum, Stunde; mhd. wīl (1), st. F., sw. F., „Weil“, Weile, Zeit, Zeitpunkt, Raum, Stunde, Zeit der Geburt, Zeit des Todes, Schicksal; mnd. wīle, F., Weile, Zeit; mnl. wijl, wile, F., Weile; ahd. wīla* (1), hwīla*, st. F. (ō), sw. F. (n), Weile, Zeit, Stunde, bestimmte Zeit, kurze Zeit, Zeitpunkt, Zeitraum; ahd. wīl* (2), hwīl*, st. F. (indekl.), Weile, Zeit; as. hwīla*, hwīl, st. F. (ō), Weile, Zeit; anfrk. -; germ. *hwīlō, st. F. (ō), Weile, Ruhe; s. idg. kᵘ̯ei̯ə-, kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. weil, Kluge s. u. Weile, DW 28, 789, EWD s. u. Weile, Falk/Torp 117, Heidermanns 319, Duden s. u. Weile, Bluhme s. u. Weile; Son.: vgl. afries. hwīle (1), st. F. (ō), Weile, Zeit; nnordfries. wile; ae. hwīl, st. F. (ō), Weile, Zeit; an. hvīla (1), sw. F. (n), Ruhestätte, Bett; got. ƕeila (1), st. F. (ō), Weile, Zeit, Stunde; nndl. wijl, Sb., Weile; nschw. vila, Sb., Ruhe; lat. quiēs, F., Ruhe, Rast, Erholung; GB.: (wīla) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine nicht näher bestimmte kurze Zeit; BM.: ruhen; F.: Weile, Weilen+EW; Z.: Wei-l-e
weilen, nhd., sw. V., (?): nhd. weilen, verweilen, sein (V.), sich aufhalten; ne. linger; Vw.: -; Hw.: s. Weile, weil, weiland; E.: mhd. wīlen (2), sw. V., weilen, sich aufhalten; mnd. wīlen* (1), wilen, sw. V., weilen, säumen, zögern; mnl. wilen, sw. V., weilen; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *hwīlēn, *hwīlǣn, sw. V., zögern, weilen; s. idg. *kᵘ̯ei̯ə-, kᵘ̯ii̯ē-, V., ruhen, Pokorny 638 (1029/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. weilen, DW 30, 807, EWD s. u. Weile, Falk/Torp 117, Duden s. u. weilen; Son.: vgl. afries. hwīla, sw. V. (1), nicht handeln, stillhalten, nicht amtieren, unterbleiben; nnordfries. weile; ae. -; an. -; got. ƕeilan, sw. V. (3), aufhören; GB.: seit (?) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Zeit und Raum sowie Leben mögliches sein (V.) oder sich aufhalten; BM.: ruhen bzw. die Zeit verbringen; F.: weilen, weile (!), weilst, weilt, weilest, weilet, weilte, weiltest, weilten, weiltet, geweilt, ##geweilt, geweilte, geweiltes, geweiltem, geweilten, geweilter##, weilend, ###weilend, weilende, weilendes, weilendem, weilenden, weilender###, weil (!)+EW; Z.: wei-l-en
Weiler, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Weiler, kleine Ansiedlung; ne. hamlet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīlære*, wīler, st. M., st. N., Weiler, Gehöft, Dorf, kleines Dorf; ahd. wīlar*, st. M. (a?), st. N. (a), Weiler; ahd. wīlāri*, wīllari*, st. M. (ja), st. N. (ja), Hof, Siedlung, Weiler; germ. *wīlāri, M., Weiler?; lat. vīlla, F., Landgut, Landhaus; vgl. idg. *u̯eik̑-, u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weiler, Kluge s. u. Weiler, DW 28, 814, EWD s. u. Weiler, Duden s. u. Weiler, Bluhme s. u. Weiler; GB.: (wīlāri) seit 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliche nur aus wenigen Häusern bestehende menschliche Siedlung; BM.: Haus bzw. Siedlung; BM.: Haus bzw. Siedlung; F.: Weiler, Weilers, Weilern+FW(+EW?); Z.: Weil-er
Wein, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wein, Weinstock; ne. wine (N.); Vw.: s. Port-; Hw.: s. Wingert, wimmen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wīn, st. M., Wein, Weinrebe, Weintraube; mnd. wīn, M., Wein; mnl. wijn, M., Wein; ahd. wīn, st. M. (a?, i?), Wein; as. wīn*, st. M. (a), st. N. (a), Wein; anfrk. wīn*, st. M. (a), Wein; germ. *wīna-, *wīnam, st. N. (a), Wein; lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wein, Kluge s. u. Wein, DW 28, 820, EWD s. u. Wein, Duden s. u. Wein, Bluhme s. u. Wein; Son.: vgl. afries. wīn, st. M. (a), Wein; nfries. wijn; ae. wīn, st. N. (a), Wein; an. vīn, st. N. (a), Wein; an. -; got. -; nndl. wijn, Sb., Wein; frz. vin, M., Wein; nschw. vin, N., Wein; nnorw. vin, M., Wein; poln. wino, N., Wein; kymr. gwin, M., Wein; nir. fíon, M., Wein; lit. vynas, M., Wein; gr. οἶνος (oinos), M., Wein; heth. wijana-, Sb., Wein; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein durch Gärung von aus Trauben des vielleicht seit 80 bis 130 Millionen Jahren nachweisbaren Weinstocks erstelltem sachlich wohl (in dem späteren Ägypten) schon seit 7000 Jahren dem Menschen bekanntem Traubensaft gewonnenes alkoholisches Getränk; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wein, Weines, Weins, Weine, Weinen+FW(+EW?); Z.: Wei-n
$Weinberg, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Weinberg; Hw.: s. Wingert; E.: s. Wein, s. Berg; L.: DW 28, 867, EWD s. u. Wein; GB.: (wīnberc) seit 14. Jh. belegte und aus Wein und Berg gebildete Bezeichnung für den seit dem Anbau von Trauben sachlich wegen seiner für die Sonneneinstrahlung günstigen Neigung dafür von Menschen genutzten Berg; F.: Weinberg, Weinbergs, Weinberges, Weinberge, Weinbergen+FW+EW; Z.: Wei-n—ber-g
$Weinbrand, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Weinbrand; E.: s. Wein, s. Brand; L.: Kluge s. u. Weinbrand, DW 28, 874, EWD s. u. Wein; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Wein und Brand gebildete Bezeichnung für ein bestimmtes sachlich wohl seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes aus Branntwein gewonnenes alkoholisches Getränk wobei seit dem Friedensvertrag von Versailles von 1919 das Wort Kognak nur für Erzeugnisse aus Frankreich verwendet werden darf weshalb ähnliche Erzeugnisse aus dem Deutschen Reich und seinen Nachfolgestaaten Weinbrand heißen; F.: Weinbrand, Weinbrands, Weinbrandes, Weinbrände, Weinbränden+FW+EW; Z.: Wei-n—bran-d
$Weindegustation, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Weindegustation; E.: s. Wein, s. Degustation; L.: Kluge s. u. degustieren, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Wein und Degustation (lat. dēgustātio) gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Anfängen der Weinherstellung von Menschen zwecks Steigerung des Absatzes entwickelte und verwendete Verköstigung möglicher Abnehmer von Wein durch Hersteller; F.: Weindegustation, Weindegustationen+FW(+EW?); Z.: Wei-n—de-gus-t-at-ion
weinen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. weinen, heulen, flennen, Tränen vergießen, Tränen fließen lassen; ne. whine (V.), weep (V.); Vw.: -; Hw.: s. wenig; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. weinen (1), wīnen, sw. V., weinen, weinen nach, weinen über, beweinen; mnd. wēnen (3), wēinen, weinen, sw. V., weinen, beweinen, beklagen; mnl. wēnen, weinen, sw. V., weinen; ahd. weinōn*, sw. V. (2), weinen, jammern, klagen, beweinen; as. wênon*, weinon*, sw. V. (2), wimmern, weinen; anfrk. -; germ. *wainōn, sw. V., weinen; s. idg. *u̯ai-, Interj., wehe, Pokorny 1110 (1933/9) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. weinen, Kluge s. u. weinen, DW 28, 879, EWD s. u. weinen, Falk/Torp 379, Duden s. u. weinen, Bluhme s. u. weinen; Son.: vgl. afries. wênia, sw. V. (2), weinen; afries. weinia, sw. V. (2), weinen; nfries. weynen; ae. wānian, sw. V. (2), weinen, klagen, jammern; an. veina, sw. V. (2), jammern; got. *wainōn, sw. V. (2), weinen; got. wainjan, sw. V. (1), weinen; nndl. weenen, V., weinen; nschw. vena, V., weinen?; nisl. veina, V., jammern, schreien; lett. vaidêt, V., jammern; lit. vainóti, V., schelten; GB.: (weinōn) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich jedenfalls über die Möglichkeit von Tieren ihre Augen durch Flüssigkeit feucht zu halten und zu reinigen hinaus von dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung entwickelte und verwendete Möglichkeit als Ausdruck von Gefühlen Tränen zu vergießen oder Tränen fließen zu lassen; BM.: wehe; F.: weinen (!), weine (!), weinst, weint, weinest, weinet, weinte, weintest, weinten, weintet, geweint, ##geweint, geweinte, geweintes, geweintem, geweinten, geweinter##, weinend, ###weinend, weinende, weinendes, weinendem, weinenden, weinender###, wein (!)+EW; Z.: wei-n-en
$weinerlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. weinerlich, leicht weinend; Q.: Anfang 16. Jh.; E.: s. wein(en), s. er (Suff.), s. lich; L.: DW 28, 903, EWD s. u. weinen; GB.: seit 1503 belegte und aus wein(en) und er (Suff.) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches leicht weinend; F.: weinerlich, weinerliche, weinerliches, weinerlichem, weinerlichen, weinerlicher(, weinerlichere, weinerlicheres, weinerlicherem, weinerlicheren, weinerlicherer, weinerlichst, weinerlichste, weinerlichstes, weinerlichstem, weinerlichsten, weinerlichster)+EW; Z.: wei-n-er—lich
$Weinkauf, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Weinkauf; E.: s. Wein, s. Kauf; L.: Kluge s. u. Weinkauf, DW 28, 944; GB.: seit 1343 belegte und aus Wein und Kauf gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums und der Entwicklung von Geld möglichen allgemeinen Kauf von Wein und insbesondere seit dem Spätmittelalter für einen Kauf unter Verwendung von Wein als Beweismittel für den Vertragsschluss; F.: Weinkauf, Weinkaufes, Weinkaufs, Weinkäufe, Weinkäufen+FW(+EW?); Z.: Wei-n—kauf
$Weinlese, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Weinlese; E.: s. Wein, s. Lese; L.: DW 28, 960, EWD s. u. lesen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wein und Lese gebildete Bezeichnung für die sachlich seit dem seit wohl seit 8000 Jahren erfolgenden Anbau von Wein in den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Sammlung von Weintrauben oder Weinernte; F.: Weinlese, Weinlesen+FW+EW; Z.: Wei-n—les-e
$Weinmonat, nhd., M., (14./15. Jh.): nhd. Weinmonat; E.: s. Wein, s. Monat; L.: Kluge s. u. Weinmonat, DW 28, 968; GB.: seit 14./15. Jh. belegte und aus Wein(lese) und Monat gebildete Bezeichnung für den Oktober als den vielleicht seit 8000 Jahren von Menschen für die Weinlese der Weintraube verwendeten Monat; F.: Weinmonat, Weinmonats, Weinmonate, Weinmonaten+FW+EW; Z.: Wei-n—mo-nat
$weinselig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. weinselig, fröhlich, enthemmt; E.: s. Wein, s. selig; L.:DW 28, 991, EWD s. u. -selig; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Wein und selig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit 8000 Jahren mögliches durch Wein selig oder fröhlich oder enthemmt; F.: weinselig, weinselige, weinseliges, weinseligem, weinseligen, weinseliger(, weinseligere, weinseligeres, weinseligerem, weinseligeren, weinseligerer, weinseligst, weinseligste, weinseligstes, weinseligstem, weinseligsten, weinseligster)+FW+EW; Z.: wei-n—sel-ig
Weinzierl, nhd. (dial.), M., (9. Jh.): nhd. Weinzierl, Winzer, Weinbauer; ne. vintner; Vw.: -; Hw.: s. Winzer; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. wīnzürl, wīnzürle, wīnzürne, wīnzürler, st. M., sw. M., Winzer; ahd. wīnzuril*, st. M. (a), Winzer, Weinbauer; germ. *wintur, *winzur, M., Winzer; s. lat. vīnitor, M., Winzer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. zeran, V., rupfen, reißen, beenden, streiten, zanken; germ. *teran, sw. V., reißen, zerreißen; idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Weinzierl, Duden s. u. Weinzierl; Son.: österr., bayr.; GB.: seit um 830 belegte und vielleicht aus Wein oder lat. vīnitor oder lat. vini und lat. tor sowie il (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Beginn des Weinbaus vor 8000 Jahren möglichen Winzer oder Weinbauern; BM.: Wein bzw. drehen, spalten; F.: Weinzierl, Weinzierls, Weinzierln+FW+EW?; Z.: Wei-n-zier-l
weise, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weise, wissend, kundig, erfahren (Adj.); ne. wise (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. wissen, Weistum; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīse (1), Adj., weise, verständig, klug, gelehrt; mhd. wīs, Adj., verständig, erfahren (Adj.), klug, gelehrt, weise; mnd. wīs (1), Adj., weise, klug, verständig; mnl. wijs, Adj., weise, wissend; ahd. wīsi*, Adj., weise, klug, kundig, schlau; ahd. wīs (1), Adj., weise, klug, kundig, schlau, scharfsinnig, wissend; as. wīs*, wiss*, Adj., weise, kundig, klug, erfahren (Adj.); anfrk. -; germ. *weisa- (1), *weisaz, *wīsa-, *wīsaz, Adj., weise, kundig, klug, erfahren (Adj.), verständig; s. idg. *u̯idusī-, Adj., wissend, Pokorny 1125; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. weis, Kluge s. u. weise, DW 28, 1012, EWD s. u. weise, Falk/Torp 410, Heidermanns 664, Duden s. u. weise, Bluhme s. u. weise; Son.: vgl. afries. wīs (2), Adj., weise, klug; nfries. wijz, Adj., klug, weise; ae. wīs (1), Adj., weise, gelehrt, klug, erfahren (Adj.), verständig; an. vīss (1), Adj., weise; got. *-weis (1), Adj. (a), weise, klug; nndl. wijs, Adj., weise; nschw. vis, Adj., weise; nnorw. vis, Adj., weise; GB.: (wīs) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches wissend oder kundig oder erfahren (Adj.); BM.: auffassen; F.: weise, weises, weisem, weisen, weiser(, weisere, weiseres, weiserem, weiseren, weiserer, weisest, weiseste, weisestes, weisestem, weisesten, weisester)+EW; Z.: wei-s-e
Weise, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Weise (F.) (2), Aussehen, Art, Erscheinung; ne. manner, mode; Vw.: -; Hw.: s. …weise; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wīse (5), wīs, st. F., Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Art und Weise, Wesen, Eigenart, Verhalten; mhd. wīs, st. F., Art und Weise; mnd. wīse (1), wīs, st. F., Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Lebensart, Sitte, Gestalt, Form, Maß; mnl. wīse, wijs, F., Weise (F.) (2), Art (F.) (1); ahd. wīsa* (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Weise (F.) (2), Art (F.) (1), Maß, Brauch; ahd. wīs (2), st. F. (indekl.), Art (F.) (1), Weise (F.) (2), Hinsicht, Sprache?; as. wīsa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Weise (F.) (2), Art (F.) (1); anfrk. -; germ. *weisa, *wīsa, Sb., Weise (F.) (2), Art (F.) (1); vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weise, Kluge s. u. Weise, DW 28, 1045, EWD s. u. Weise, Duden s. u. Weise; Son.: vgl. afries. wīs (1), F., Weise (F.) (2), Art (F.) (1); saterl. wise; ae. wīse (1), sw. F. (n), Weise (F.) (2), Art (F.) (1), Gewohnheit, Sitte, Vermächtnis; ae. wīs (2), F., Weise (F.) (2), Art (F.) (1); an. -; got. weisa?, st. F. (ō), Weise (F.) (2); nndl. wijs, Sb., Weise; ne. …wise, Suff., …weise; nschw. vis, Sb., Weise; nnorw. vis, M., F., N., Weise; GB.: (wīsa) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche Art einer Gegebenheit; BM.: auffassen; F.: Weise, Weisen+EW; Z.: Wei-s-e
…weise, nhd., Adj.., (8. Jh.?): nhd. …weise, …artig, beschaffen (Adj.); ne. …wise; Vw.: -; Hw.: s. Weise; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. *wīse?, Suff., …weise; mnd. *wīse? (3), *wīs?, Suff., ...weise; inzwischen zu Weise gestellt (s. d.), doch in den frühbezeugten Formen mehr Verwandtschaft zu wissen (s. d.); L.: Kluge s. u. -weise, DW ?, EWD s. u. Weise, Duden s. u. -weise; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und wohl mit wissen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches artig oder wie beschaffen (Adj.); BM.: auffassen; F.: …weise+EW; Z.: -wei-s-e
Weisel, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Weisel, Bienenkönigin; ne. queen bee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīsel (1), st. M., Weisel, Führer, Anführer, Oberhaupt, Bienenkönigin; ahd. wīsil, st. M. (a?), Weisel, Bienenkönigin, Führer; s. ahd. wīsen*, sw. V. (1a), weisen, führen, rufen, bringen; germ. *weisjan, *wīsjan, sw. V., weisen, zeigen; s. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weisel, Kluge s. u. Weisel, DW 28, 1074, EWD s. u. Weisel, Duden s. u. Weisel; GB.: (ahd. wīsil) seit dem Frühmittelalter (11. Jh.) belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die einzige fortpflanzungsfähige weibliche Biene (Bienenkönigin) der sachlich wohl seit 50 Millionen Jahren auf der Erde vorhandenen Bienen; GB.: auf etwas zeigen; F.: Weisel, Weisels, Weiseln+EW; Z.: Wei-s-el
weisen (1), nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. weisen (V.) (1), zeigen, führen, lenken, belehren; ne. indicate, point (V.) out; Vw.: -; Hw.: s. Weisel; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wīsen (4), sw. V., zeigen, offenbaren, vorlegen, vorweisen, klug werden, anweisen, belehren, unterrichten; mnd. wīsen (1), sw. V., „weisen“, weise werden, weise machen, unterweisen; mnl. wsen, st. V., weisen; ahd. wīsen*, sw. V. (1a), weisen, führen, rufen, bringen; as. wīsian* (1), sw. V. (1a), zeigen, weisen, verkünden, lehren; anfrk. -; germ. *weisjan, *wīsjan, sw. V., weisen, zeigen; s. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. weisen, DW 28, 1078, EWD s. u. weisen, Falk/Torp 410, Duden s. u. weisen; Son.: vgl. afries. wīsa, sw. V. (1), weisen, zeigen, aufweisen, vorschreiben; saterl. wisa, V., weisen, zeigen; ae. -; an. -; got. weisjan, sw. V. (1), weisen?; nndl. wijzen, V., weisen; nschw. visa, V., weisen; nnorw. vise, V., weisen; GB.: (ahd. wīsen) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zeigen oder führen oder lenken oder belehren; F.: weisen (!), weise (!), weist, weisest, weiset, wies, wiesest, wiest, wiesen, wieset, gewiesen, ##gewiesen, gewiesene, gewiesenes, gewiesenem, gewiesenen, gewiesener##, weisend, ###weisend, weisende, weisendes, weisendem, weisenden, weisender###, weis (!)+EW; Z.: wei-s-en
weisen (2), nhd. (ält.), st. V., (9. Jh.): nhd. weisen (V.) (2), strafen, bestrafen; ne. punish; Vw.: s. ver-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīzen, st. V., bestrafen; mnd. wīten, st. V., strafen, vorwerfen, ahnden, Schuld geben, vorrücken; ahd. wīzan, st. V. (1a), vorwerfen, anlasten, anrechnen, jemanden verantwortlich machen für, strafen; as. wītan* (1), st. V. (1a), vorwerfen; anfrk. *wītan?, st. V. (1); germ. *weitan (3), st. V., strafen, quälen; s. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: DW 28, 1103, Seebold 550; Son.: vgl. afries. wīta, st. V. (1), hüten; ae. wītan (3), st. V. (1), anklagen, zuschreiben, tadeln; an. -; got. -; GB.: (ahd. wīzan) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches sich über eines anderen Tun missbilligend äußern oder strafen; BM.: auffassen; F.: weisen (!), weise (!), weist, weisest, weiset, gewies, gewiesest, gewiest, gewiesen, gewieset, ##gewiesen, gewiesene, gewiesenes, gewiesenem, gewiesenen, gewiesener##, weisend, ###weisend, weisende, weisendes, weisendem, weisenden, weisender###, weis (!)+EW; Z.: wei-s-en
$Weisheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Weisheit, Wissen, Erfahrung; Vw.: s. Binsen-; E.: s. weis(e), s. heit; L.: Kluge s. u. weise, DW 28, 1109, EWD s. u. weise; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus weis(e) und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches Wissen und Erfahrung; F.: Weisheit, Weisheiten+EW; Z.: Wei-s-hei-t
$Weisheitszahn, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Weisheitszahn; E.: s. Weisheit, s. s, s. Zahn; L.: Kluge s. u. Weisheitszahn, DW 28, 1145; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Weisheit und s und Zahn gebildete Bezeichnung für den dritten und oft erst in dem erwachsenen Alter (der Weisheit) aus dem Kiefer (M.) vollständig hervortretenden Backenzahn der vier Zahnreihen oben und unten sowie rechts und links der (grundsätzlich) 32 Zähne jedes (erwachsenen) Menschen; F.: Weisheitszahn, Weisheitszahns, Weisheitszahnes, Weisheitszähne, Weisheitszähnen+EW; Z.: Wei-s-hei-t-s—z-ah-n
$weislich, nhd., Adj., Adv., (8. Jh.?): nhd. weislich, weise, wissend, klug; Vw.: s. wohl-; E.: s. weis(e), s. lich; L.: Kluge s. u. weise, DW 28, 1146, EWD s. u. weise; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus weis(e) und lich gebildete Bezeichnung für weise oder wissend oder klug; F.: weislich+EW; Z.: wei-s—lich
$weismachen, nhd., V., (16. Jh.): nhd. weismachen, weise machen; E.: s. weis(e), s. machen; L.: Kluge s. u. weismachen, fehlt DW (aber Weismachen, N.) , EWD s. u. weise; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus weis(e) und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches weise machen; F.: weismachen, mache weis, machst weis, macht weis, machen weis, machest weis, machet weis, machte weis, machtest weis, machten weis, machtet weis, weisgemacht, ##weisgemacht, weisgemachte, weisgemachtes, weisgemachtem, weisgemachten, weisgemachter##, weismachend, ###weismachend, weismachende, weismachendes, weismachendem, weismachenden, weismachender##, weiszumachen, ####weiszumachen, weiszumachend, weiszumachende, weiszumachendes, weiszumachendem, weiszumachenden, weiszumachender####, mach (!) weis +EW; Z.: wei-s—mach-en
weiß, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weiß, keine Farbe habend, farblos; ne. white (Adj.); Vw.: s. schloh-; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīz, Adj., weiß, glänzend, hell, blank; mnd. wit (1), Adj., weiß, fein (Silber), gar nicht oder nur gesetzmäßig beschickt (Silber), weiß gesotten (Münzen); mnl. wit, Adj., weiß; ahd. wīz* (1), Adj., weiß, glänzend, blond; as. hwīt*, Adj., weiß, glänzend, nicht ausgelassen; anfrk. wīt* (2), Adj., weiß; germ. *hwīta-, *hwītaz, *hweita-, hweitaz, Adj., weiß, licht; idg. k̑u̯eit-, Adj., V., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628; s. idg. k̑u̯ei- (3), V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628 (1008/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt., slaw.); idg. k̑eu- (2), V., Adj., leuchten, hell, Pokorny 594 (911/143) (RB. idg. aus ind., iran., arm., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. weisz, Kluge s. u. weiß, DW 28, 1178, EWD s. u. weiß, Falk/Torp 118, Heidermanns 316, Duden s. u. weiß, Bluhme s. u. weiss; Son.: vgl. afries. hwīt, hwītt, Adj., weiß, blinkend, glänzend; nnordfries. wit, Adj., weiß; ae. hwīt (1), Adj., weiß, hell, glänzend, klar, schön; an. hvītr, Adj., weiß; got. ƕeits, Adj. (a), weiß; nndl. wit, Adj., weiß; nschw. vit, Adj., weiß; nnorw. hvit, Adj., weiß; ai. śvēáḥ, Adj., weiß, licht; lit. švesti, V., beleuchten, leuchten; ksl. svĕtъ, Sb., Licht, Welt; GB.: (wīz) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Lichtes mögliches farblos oder spektralfarbelos oder aus der Gesamtheit aller Farben bestehend; BM.: leuchten; F.: weiß, weiße, weißes, weißem, weißen, weißer(, weißere, weißeres, weißerem, weißeren, weißerer, weißest, weißeste, weißestes, weißestem, weißesten, weißester)+EW; Z.: wei-ß
weissagen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. weissagen, vorhersagen, prophezeien; ne. predict, augur (V.), foretell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīssagen (1), wīsagen, wīzigen, sw. V., weissagen, wahrsagen, prophezeien, offenbaren, voraussagen, künden; mnd. wīssāgen*, wīssagen, sw. V., weissagen, prophezeien; mnd. wīsseggen?, sw. V., weissagen, prophezeien, wahrsagen; ahd. wīssagōn, sw. V. (2), prophezeien, weissagen; s. ahd. wīs (1), Adj., weise, klug, kundig, schlau, scharfsinnig, wissend; as. wīs*, wiss*, Adj., weise, kundig, klug, erfahren (Adj.); germ. *weisa- (1), *weisaz, *wīsa-, *wīsaz, Adj., weise, kundig, klug, erfahren (Adj.), verständig; s. idg. *u̯idusī-, Adj., wissend, Pokorny 1125; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); ahd. sagōn (1), sw. V. (2), sagen; ahd. sagēn, sw. V. (3), sagen, aussagen, sprechen, erzählen; as. sėggian, sw. V. (3), sagen; anfrk. *seggen?, sw. V. (3), sagen; germ. *sagjan, sw. V., sagen, sprechen, reden; germ. *sagēn, *sagǣn, sw. V., sagen; idg. *sekᵘ̯- (2), V., wittern, spüren, bemerken, sehen, zeigen, sagen, Pokorny 897 (1559/31) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. weissagen, Kluge s. u. weissagen, DW 28, 1159, EWD s. u. weissagen, EWAhd 7, 867, Duden s. u. weissagen; GB.: (ahd. wīssagōn) seit 8. Jh. belegte und aus weis(e) und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache in der Vorstellung von Menschen mögliches etwas Zukünftiges vorhersagen; BM.: wahrnehmen, sehen bzw. sagen; F.: weissagen, weissage, weissagst, weissagt, weissagest, weissaget, weissagte, weissagtest, weissagten, weissagtet, geweissagt, ##geweissagt, geweissagte, geweissagtes, geweissagtem, geweissagten, geweissagter##, weissagend, ###weissagend, weissagende, weissagendes, weissagendem, weissagenden, weissagender###, weissag (!)+EW; Z.: wei-s—sag-en
$Weissagung, nhd., F., (12. Jh.?): nhd. Weissagung, Vorhersagung; E.: s. weissag(en), s. ung; L.: EWD s. u. weissagen; GB.: (ahd. wīssagunga) seit 12. Jh. belegte wohl nach lat. dīvīnātio aus weissag(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache in der Vorstellung von Menschen mögliche Vorhersagung; F.: Weissagung, Weissagungen+EW; Son.: s. a. ahd. wīzagunga* drittes Viertel neuntes Jahrhundert; Z.: Wei-s—sag-ung
$Weißbäcker, nhd. (ält.), M., (17. Jh.?): nhd. Weißbäcker, Bäcker von Weißbrot und Kuchen; E.: s. weiß, s. Bäcker; L.: Kluge s. u. Weißbäcker, DW 28, 1200; GB.: seit 1700 belegte und aus weiß und Bäcker gebildete Bezeichnung für einen sachlich nach der entsprechenden Arbeitsteilung möglichen Bäcker von Weißbrot und Kuchen; F.: Weißbäcker, Weißbäckers, Weißbäckern+EW; Z.: Wei-ß—bä-ck-er
$Weißbuch, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Weißbuch, weiß gebundenes Buch (über politische Fragen); E.: s. weiß, s. Buch; L.: Kluge s. u. Weißbuch, DW 28, 1204 (Weiszbuch); GB.: seit 1879 belegte und aus weiß und Buch gebildete Bezeichnung für ein nach dem Vorbild Großbritanniens sachlich wohl schon früher mögliches weiß gebundenes (und mit Aktenstücken der Regierung dem Parlament vorgelegtes) Buch (über politische Fragen oder eine amtliche Darstellung von Gegebenheiten); F.: Weißbuch, Weißbuchs, Weißbuches, Weißbücher, Weißbüchern+EW; Z.: Wei-ß—buch
$Weißkäse, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Weißkäse; E.: s. weiß, Käse; L.: Kluge s. u. Weißkäse, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus weiß und Käse gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelten und verwendeten Quark oder einen ihm ähnlichen Käse in Gegensatz beispielsweise zu Graukäse; F.: Weißkäse, Weißkäses, Weißkäsen+EW+FW; Z.: Wei-ß—kä-s-e
$Weißtanne, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Weißtanne; E.: s. weiß, s. Tanne; L.: Kluge s. u. Weißtanne, DW 28, 1227 (Weisztanne); F.: Weißtanne, Weißtannen+EW; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus weiß und Tanne gebildete Bezeichnung für eine Tanne mit auffällig heller Borke in Gegensatz beispielsweise zu Blautanne; Z.: Wei-ß—tan-n-e
Weistum, nhd., N., (14. Jh.): nhd. Weistum, überlieferter durch Weisung ermittelter Rechtsbrauch; ne. award (ält.); Vw.: -; Hw.: s. wissen, weise; Q.: 14. Jh.; E.: s. mhd. wīstuom, wīhstuom, st. M., st. N., „Weistum“, Verständigkeit, Erfahrung, Wissen, Gelehrsamkeit, Weisheit, Verstand; ahd. wīstuom*, st. M. (a), st. N. (a), Weisheit, Erkenntnis, Einsicht; as. wīsdōm*, st. M. (a), „Weistum“, Weisheit; anfrk. -; germ. *weisadōma-, *weisadōmaz, *wīsadōma-, *wīsadōmaz, st. M. (a), Weisheit, Erfahrung; s. idg. *u̯idusī-, Adj., wissend, Pokorny 1125; vgl. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); idg. *dʰēmi-, *dʰəmi-, Sb., Aufgestelltes, Satzung, Pokorny 235; idg. *dʰē- (2), dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weistum, Kluge s. u. Weistum, DW 28, 1171, EWD s. u. Weistum, Heidermanns 665, Duden s. u. Weistum; Son.: vgl. afries. wīsdōm, st. M. (a), Weisheit, Urteil; ae. wīsdōm, Weistum, Weisheit, Wissen, Lernen, Erfahrung; ne. wisdom, N., alte Weisheit; nndl. wijsdom, Sb., Weisheit; ne. wisdom, Sb., Weiheit; nschw. visdom, Sb., Weisheit; nnorw. visdom, M., Weistum; GB.: (wīstuom) nach älteren Vorläufern vielleicht seit 14. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung der Schrift mögliche schriftliche Aufzeichnung von durch Weisung ermittelten Sätzen des Gewohnheitsrechts oder Rechtsbrauchs oder von Rechtsgewohnheiten; BM.: auffassen, setzen; F.: Weistum, Weistums, Weistumes, Weistümer, Weistümern+EW; Son.: ahd. wīstuom um siebenhundertfünfundsechzig; Z.: Wei-s-tu-m
$Weisung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Weisung, Anordnung, Bestimmung, Hinweis, Befehl; Vw.: s. An-, Aus-, Postan-; Q.: um 830 (Tatian); L.: DW 28, 1172; GB.: seit um 830 belegte und aus weis(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache (und Schrift) mögliche Anordnung oder Bestimmung oder für einen Hinweis oder Befehl; F.: Weisung, Weisungen+EW; Z.: Wei-s-ung
weit, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weit, (räumlich) ausgedehnt; ne. wide (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Weite, weiten; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīt (1), Adj., weit, breit, groß, lang, von großer Ausdehnung seiend, weithin wirksam, bekannt, verbreitet; mnd. wīt (2), Adj., weit, breit, geräumig; mnl. wijt, Adj., weit, breit; ahd. wīt*, Adj., weit, breit, groß, geräumig; as. wīd*, Adj., weit, breit, ausgedehnt, entfernt; anfrk. *wīd?, Adj., weit; germ. *weida-, *weidaz, *wīda-, *wīdaz, Adj., weit; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175? (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw).; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. weit, Kluge s. u. weit, DW 28, 1229, EWD s. u. weit, Falk/Torp 412, Heidermanns 678, Duden s. u. weit, Bluhme s. u. weit; Son.: vgl. afries. wīd, Adj., weit, breit; nfries. wijd, Adj., weit, breit; ae. wīd, Adj., weit, breit, ausgedehnt; an. vīðr, Adj., weit, geräumig; got. *wīds, Adj. (a), weit; nndl. wijd, Adj., weit; nschw. vid, Adj., weit; nnorw. vid, Adj., weit; ai. vīta-, Adj., gerade; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschlossene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Raum und Zeit mögliches (räumlich) ausgedehnt; BM.: gehen; F.: weit, weite, weites, weitem, weiten, weiter(, weitere, weiteres, weiterem, weiteren, weiterer, weitest, weiteste, weitestes, weitestem, weitesten, weitester)+EW; Z.: w-ei-t
Weite, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Weite, Breite, (räumliche) Ausdehnung; ne. width; Vw.: -; Hw.: s. weit, weiten; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīte (1), st. F., Weite, Breite, Größe, Ausdehnung, Entfernung, Erweiterung, Freie, freies Feld, weites offenes Feld, Platz (M.) (1), Raum, freier Platz, freier Raum, weiter Raum, Umfang; mnd. wīde* (1), wide, wīdde, F., Weite, Breite, Ausdehnung, Umfang; ahd. wīta*, st. F. (ō), Raum, Weite; s. ahd. wītī*, wītīn*, st. F. (ī), Weite, Breite, Größe; germ. *wītī-, *wītīn, sw. F. (n), Weite; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175? (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw).; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293? (435/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. weit, DW 28, 1271, EWD s. u. weit, Duden s. u. Weite; Son.: vgl. nndl. wijdte, Sb., Weite; nschw. vidd, Sb., Weite; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus weit und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung von Raum und Zeit mögliche Breite oder (räumliche Ausdehnung; BM.: gehen; F.: Weite, Weiten+EW; Z.: W-ei-t-e
weiten, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. weiten, ausweiten, ausdehnen, weit machen; ne. widen; Vw.: -; Hw.: s. weit, Weite, weitern; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. wīten (1), sw. V., „weiten“, sich erweitern, erweitern, größer werden, zu weit sein (V.), verbreitern, vergrößern, öffnen, entfernen, entfernen von; mnd. wīden* (1), widen, sw. V., weiten, weit machen, verbreitern, erweitern; ahd. wīten, sw. V. (1a), „weiten“, erweitern, fortpflanzen; as. -; anfrk. -; germ. *weidjan, *wīdjan, sw. V., erweitern, ausdehnen; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175?; vgl. idg. *ei- (1), *h₁ei-, *i̯ē-, V., gehen, Pokorny 293?; L.: Kluge s. u. weit, DW 28, 1277, EWD s. u. weit, Heidermanns 679, Duden s. u. weiten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. vīða (1), sw. V. (1), weit machen, erweitern; got. -; nnorw. vide, V., weiten; GB.: (wīten) seit um 1150. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus weit und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Raum und Zeit mögliches weit machen; BM.: gehen; F.: weiten, weite (!), weitest, weitet, weitete, weitetest, weiteten, weitetet, geweitet, ##geweitet, geweitete, geweitetes, geweitetem, geweiteten, geweiteter##, weitend, ###weitend, weitende, weitendes, weitendem, weitenden, weitender###, weit (!)+EW; Z.: wei-t-en
$weitern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. weitern, weiter machen; Vw.: s. er-; Hw.: s. weit, s. weiten; E.: s. weit, s. er, s. n; L.: Kluge s. u. weit, DW 28, 1286, EWD s. u. weit; GB.: (wīteren*) seit 12. Jh. belegte und aus weit und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Raum und Zeit mögliches weiter machen; F.: weitern, weitere (!), weiter (!), weiterst, weitert, weiterte, weitertest, weiterten, weitertet, geweitert, ##geweitert, geweiterte, geweitertes, geweitertem, geweiterten, geweiterter##, weiternd, ###weiternd, weiternde, weiterndes, weiterndem, weiternden, weiternder###, weiter (!)+EW; Z.: w-ei-t-er-n
$weitschweifig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. weitschweifig, weit schweifend, ausführlich, eingehend; E.: s. weit, s. schweifig; L.: DW 28, 1312, EWD s. u. schweifen; GB.: (wītsweific) seit 1250-1300 belegte und aus weit und schweifig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches weit schweifend oder ausführlich oder eingehend; F.: weitschweifig, weitschweifige, weitschweifiges, weitschweifigem, weitschweifigen, weitschweifiger(, weitschweifigere, weitschweifigeres, weitschweifigerem, weitschweifigeren, weitschweifigerer, weitschweifigst, weitschweifigste, weitschweifigstes, weitschweifigstem, weitschweifigsten, weitschweifigster)+EW; Z.: w-ei-t—schwei-f-ig
$weitsichtig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. weitsichtig, weit sehend, unscharf sehend, verschwommen sehend; E.: s. weit, s. sichtig; L.: DW 28, 1314, EWD s. u. Sicht; GB.: seit 1578 belegte und aus weit und sichtig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Augen mögliches weit sehend oder wegen eines Missverhältnisses von Achsenlänge und Brechkraft des Auges unscharf oder verschwommen sehend; F.: weitsichtig, weitsichtige, weitsichtiges, weitsichtigem, weitsichtigen, weitsichtiger(, weitsichtigere, weitsichtigeres, weitsichtigerem, weitsichtigeren, weitsichtigerer, weitsichtigst, weitsichtigste, weitsichtigstes, weitsichtigstem, weitsichtigsten, weitsichtigster)+EW; Z.: w-ei-t—sich-t-ig
Weiz, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Weiz, Weizen, ein Getreide; ne. wheat; Vw.: -; Hw.: s. Weizen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. weiz (1), st. M., sw. M., „Weiz“, Weizen; ahd. weiz* (1) 3?, st. M. (a?), Weizen; ahd. weizi, weizzi, hweizi*, st. M. (ja), Weizen; as. hwêti*, st. M. (ja), Weizen; anfrk. -; germ. *hwaitja-, *hwaitjaz, st. M. (a), Weizen; s. idg. *k̑u̯eid-, V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628; vgl. idg. *k̑u̯ei- (3), V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628 (1008/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt., slaw.); L.: DW 28, 1321; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. vete, N., Weizen; nnorw. hvete, M., Weizen; GB.: seit 10. Jh. belegte Bezeichnung für eine seit rund 10000 Jahren von Menschen (entwickelte und) verwendete Getreideart mit langem Halm und Grannen deren Frucht besonders zu weißem Mehl verarbeitet wird; BM.: weiß; F.: Weiz, Weizen+EW; Z.: Wei-z
Weize, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Weize, Weizen, ein Getreide; ne. wheat; Vw.: -; Hw.: s. Weizen, Weiz; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. weize, st. M., sw. M., Weizen; mnd. wēte (1), weite, weiten, M.?, Weizen; mnl. weite, weit, wett, M., Weizen; ahd. weizi, weizzi, hweizi*, st. M. (ja), Weizen; as. hwêti*, st. M. (ja), Weizen; anfrk. -; germ. *hwaitja-, *hwaitjaz, st. M. (a), Weizen; s. idg. k̑u̯eid-, V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628; vgl. idg. k̑u̯ei- (3), V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628 (1008/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt., slaw.); L.: DW 28, 1323?; Son.: vgl. afries. hwête, wêt, st. M. (a), Weizen; ae. hwǣte, st. M. (a), Weizen; an. hveiti, st. N. (ja), Weizen; got. ƕaiteis, st. M. (ja), Weizen; nschw. vete, N., Weizen; nnorw. hvete, M., Weizen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit rund 10000 Jahren von Menschen (entwickelte und) verwendete Getreideart mit langem Halm und Grannen deren Frucht besonders zu weißem Mehl verarbeitet wird; BM.: weiß; F.: Weize, Weizen+EW; Z.: Wei-z-e
Weizen, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Weizen, Weize, ein Getreide; ne. wheat; Vw.: -; Hw.: s. Weize, Weiz; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. weize, st. M., sw. M., Weizen; mnd. wēte (1), weite, weiten, M.?, Weizen; mnl. weite, weit, wett, M., Weizen; ahd. weizi, weizzi, hweizi*, st. M. (ja), Weizen; as. hwêti*, st. M. (ja), Weizen; anfrk. -; germ. *hwaitja-, *hwaitjaz, st. M. (a), Weizen; s. idg. k̑u̯eid-, V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628; vgl. idg. k̑u̯ei- (3), V., Adj., leuchten, hell, weiß, Pokorny 628 (1008/240) (RB. idg. aus ind., iran., gr., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weizen, Kluge s. u. Weizen, DW 28, 1323, EWD s. u. Weizen, Falk/Torp 118, Duden s. u. Weizen, Bluhme s. u. Weizen; Son.: vgl. afries. hwête, wêt, st. M. (a), Weizen; ae. hwǣte, st. M. (a), Weizen; an. hveiti, st. N. (ja), Weizen; got. ƕaiteis, st. M. (ja), Weizen; nschw. vete, N., Weizen; nnorw. hvete, M., Weizen; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit rund 10000 Jahren von Menschen (entwickelte und) verwendete Getreideart mit langem Halm und Grannen deren Frucht besonders zu weißem Mehl verarbeitet wird; BM.: weiß; F.: Weizen, Weizens+EW; Z.: Wei-z-en
welch, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. welch, irgendwelch; ne. which; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. welh, welch, welih, welich, wel, wilech, wilich, wilh, wilch, Pron., welche, was für eine, irgendeine, wie beschaffen (Adj.), wer, wenn irgendwelch; mnd. welīk*, welik, welek, welk, wek, wik, wilik, wilk, Pron., welch, wer, irgendein; mnl. welc, welic, Pron., welch; ahd. welīh*, hwelīh*, Pron., wer, welch, irgendein, ein; as. hwilīk*, Indef.-Pron., Adv., welcher, irgendein; anfrk. *welīk?, Pron., wer, welch; germ. *hwelīka-, *hwelīkaz, *hwilīka-, *hwilīkaz, Adj., Pron., welcher, wie beschaffen (Adj.); s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *lē̆ig- (2)?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667? (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. welch, Kluge s. u. welch, DW 28, 1342, EWD s. u. welch(er), Falk/Torp 114, Duden s. u. welch, Bluhme s. u. welch; Son.: Interr.-Pron.; vgl. anfrk. *welīk?, Pron., wer, welch; ae. hwelc, hwilc, *hwylc, Pron., Adj., welch, was für, irgendein, jeder, all; an. hvīlīkr, Pron., welch; got. ƕileiks, Pron., Adj. (a), wie beschaffen (Adj.), was für ein, welcher; nndl. welk, Pron., welch; nndl. welk, Pron., welch; nschw. vilken, Pron. welch; nnorw. hvilke, Pron. welch; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung (Relativpronomen) für einen Eingang für einen relativen Hinweis auf jemanden oder etwas; BM.: wer, gleich; F.: welch, welche, welches, welchem, welchen, welcher+EW; Z.: we-lch
$Welf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Welf, Junges einiger höherer Säugetiere; Hw.: s. Welpe; L.: Kluge 1. A. s. u. Welf, EWD s. u. Welpe, DW 28, 1368; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung höheren tierischen Lebens mögliches Junges einiger höherer Säugetiere; F.: Welf, Welfes, Welfs, Welfe, Welfen, Welfer, Welfern+EW; Z.: Wel-f
welk, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. welk, morsch, matt, schlaff; ne. withered; Vw.: -; Hw.: s. welken; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. welc, welch, wilch, Adj., feucht, lau, weich, milde, gelinde, welk; mnd. welk (1), welch*, Adj., „welk“, mager, dürre; mnl. welc, Adj., verwelkt; ahd. welk*, welc*, welh*, Adj., weich, milde, feucht, welk; as. -; anfrk. -; germ. *welka-, *welkaz, Adj., welk, weich; s. idg. *u̯elk- (2), *u̯elg-, Adj., feucht, nass, Pokorny 1145 (1982/58) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. welk, Kluge s. u. welk, DW 28, 1372, EWD s. u. welk, Falk/Torp 402, Heidermanns 667, Duden s. u. welk; Son.: vgl. afries. -; ae. wlæc, Adj., lauwarm, kühl; an. -; got. -; air. folcaid, V., wäscht, benetzt; kymr. golchi, V., waschen; lit. vìlgyti, V., befeuchten, nass machen; ksl. vlaga, Sb., Feuchtigkeit, Saft; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung eines sachlich wohl seit Entstehung von Pflanzen mögliches morsch oder matt oder schlaff oder nicht mehr ganz frisch; BM.: nass; F.: welk, welke, welkes, welkem, welken, welker(, welkere, welkeres, welkerem, welkeren, welkerer, welkst, welkste, welkstes, welkstem, welksten, welkster)+EW; Z.: welk
welken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. welken, verwelken, welk werden, verblühen; ne. wither (V.), welk; Vw.: -; Hw.: s. welk; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. welken, sw. V., welken, welk machen; mnd. welken, sw. V., welken, welk werden; ahd. welkēn*, welhēn*, sw. V. (3), welken, nachlassen, hinwelken, welk sein (V.); as. -; anfrk. -; germ. *welkēn, *welkǣn, sw. V., weich werden; s. idg. *u̯elk- (2), *u̯elg-, Adj., feucht, nass, Pokorny 1145; L.: Kluge s. u. welk, DW 28, 1384, EWD s. u. welk, Heidermanns 667, Duden s. u. welken, Bluhme s. u. welken; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. verwelken, V., welken; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Pflanzen mögliches verwelken oder welk werden oder verblühen; BM.: nass; F.: welken (!), welke (!), welkst, welkt, welkest, welket, welkte, welktest, welkten, welktet, gewelkt, ##gewelkt, gewelkte, gewelktes, gewelktem, gewelkten, gewelkter##, welkend, ###welkend, welkende, welkendes, welkendem, welkenden, welkender###, welk (!)+EW; Z.: welk-en
$Wellblech, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wellblech; E.: s. well(en), s. Blech; L.: DW 28, 1393, EWD s. u. Welle,; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus well(en) und Blech gebildete Bezeichnung für das 1840 von Carl Ludwig Wesenfeld (Barmen 1816-Barmen 1883) entwickelte und seitdem weltweit verwendete in Wellenform gepresste Blech vor allem für ein Dach; F.: Wellblech, Wellbleches, Wellblechs, Wellbleche, Wellblechen+EW; Z.: Wel-l—ble-ch
Welle, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Welle, Woge, Walze; ne. wave (VN.); Vw.: s. Kardan-; Hw.: s. wellern; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. welle (1), st. F., sw. F., Woge, Welle, Walze, Wellbaum, Strohbündel, Reisigbündel, Tuchballen, Leinwandballen; mnd. welle, F., Rundholz, drehbarer Zylinder, Welle; mnl. welle, F., Welle; ahd. wella* (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Welle, Woge, Flut; as. wėlla, walla*, st. F. (ō), sw. F. (n), Welle, Quelle; anfrk. -; germ. *wellō-, *wellōn, sw. F. (n), Welle; germ. *walljō-, *walljōn, sw. F. (n), Wallendes, Quelle; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Welle, Kluge s. u. Welle, DW 28, 1402, EWD s. u. Welle, Falk/Torp 400, Seebold 538, Duden s. u. Welle, Bluhme s. u. Welle; Son.: vgl. afries. walla (1), sw. M. (n), Brunnen, Quelle; saterl. welle; ae. wiell, will (2), wyll, well (2), wiel, st. M. (i), Quelle, Brunnen; an. -; got. -; ai. ūrmí, M., F., Welle; lit. vilnìs, Sb., Welle; ksl. vlĭna, Sb., Welle; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sich räumlich ausbreitende Veränderung eines Gleichgewichtszustands eines Systems wie beispielsweise Wasser oder Schall oder Elektrizität oder eine Art der Energieausbreitung oder einen rotierenden länglichen Bauteil von Maschinen für die Übertragung von Drehbewegungen und Drehmomenten; BM.: drehen; F.: Welle, Wellen+EW; Z.: Wel-l-e
$wellen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. wellen, Welle sein (V.) oder Welle werden oder Welle machen; E.: s. Welle, s. (e)n; L.: EWD s. u. Welle; GB.: (wellōn*) seit 10. Jh. belegte und von Well(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entstehung von Wellen mögliches Welle sein (V.) oder Welle werden oder Welle machen; F.: wellen (!), welle (!), wellst, wellt, wellest, wellet, wellte, welltest, wellten, welltet, gewellt, ##gewellt, gewellte, gewelltes, gewelltem, gewellten, gewellter##, wellend, ###wellend, wellende, wellendes, wellendem, wellenden, wellender###, well (!)+EW; Z.: wel-l-en
$Wellensittich, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wellensittich; E.: s. Welle, s. n, s. Sittich; L.: Kluge s. u. Wellensittich, DW 28, 1442; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Well(e) und (e)n (Suff.) sowie Sittich gebildete Bezeichnung für einen 1840 von John Gould aus Australien nach England gebrachten und wegen seines Gesangs und seines Gefieders lat. als melopsittacus undulatus (oder gewellter) Singpapagei bezeichneten kleinen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Papagei den die australischen Aborigínes betcherrygah oder gut zu essen nannten; F.: Wellensittich, Wellensittichs, Wellensittiches, Wellensittiche, Wellensittichen+EW+FW; Z.: Wel-l-en—sit-t-ich
$Wellentelegraphie, nhd. (ält.), F., (20. Jh.?): nhd. Wellentelegraphie, drahtlose Telegraphie; E.: s. Well(e), s. en (Suff.), s. Telegraphie; L.: Kluge s. u. Funk, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 1909 (Meyers) belegte und aus Well(e) und en (Suff.) sowie Telegraphie gebildete Bezeichnung für die über elektromagnetische Wellen erfolgende drahtlose Telegraphie; F.: Wellentelegraphie+EW+FW; Z.: Wel-l-en—tel-e—graph-ie
Weller, Waller, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Weller, Waller, Wels; ne. catfish, wels catfish; Vw.: s. Wels, Wal; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; E.: s. mnd. walre, Sb., Waller?, ein Fisch; vgl. mnd. wal? (5), M., Wal (M.) (1), Walfisch; as. hwal, st. M. (a?, i?), Wal, Walfisch; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Wels, DW 27, 1220, Duden s. u. Weller, Bluhme s. u. Waller; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit Wal verbindbare Bezeichnung für einen in vielen warmen Seen und langsam fließenden Flüssen lebenden größeren vielleicht schon vormenschlichen Fisch; BM.: ein Fisch; F.: Weller, Wellers, Wellern, Waller, Wallers, Wallern+EW; Z.: Wel-l-er
wellern, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. wellern, rollen, mit lehmverschmierten Strohbüscheln ausfüllen; ne. roll (V.); Vw.: -; Hw.: s. Welle; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. welleren, sw. V., mit Holzstäben bzw. Rohr bzw. Strohbüscheln die mit Lehm beschmiert bzw. getränkt sind eine Balkenlage überziehen bzw. ein Fachwerk ausfüllen; s. mnd. welle (1), F., Rundholz, drehbarer Zylinder, Welle, Walze, Reisigbündel; as. wėlla, walla*, st. F. (ō), sw. F. (n), Welle, Quelle; germ. *wellō-, *wellōn, sw. F. (n), Welle; germ. *walljō-, *walljōn, sw. F. (n), Wallendes, Quelle; s. idg. *u̯el- (7), *u̯elə-, *u̯lē-, V., drehen, winden, wälzen, Pokorny 1140 (1979/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. wellern, DW 28, 1446, Duden s. u. wellern; Son.: vgl. ai. valati, V., dreht, rollt; gr. εἰλεῖν (eilein), V., drehen, winden; lit. vélti, V., walken, walzen; ksl. valiti sę, V., sich wälzen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Well(e) und (e)r(e)n (Suff.) gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches mit lehmverschmierten Strohbüscheln ausfüllen; BM.: drehen; F.: wellern, wellere, weller (!), wellre, wellerst, wellert, wellerte, wellertest, wellerten, wellertet, gewellert, ##gewellert, gewellerte, gewellertes, gewellertem, gewellerten, gewellerter##, wellernd, ###wellernd, wellernde, wellerndes, wellerndem, wellernden, wellernder###, weller (!)+EW; Z.: wel-l-er-n
$Wellpappe, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wellpappe, Verpackungsmaterial aus Pappe in Wellenform; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Well(e), s. Pappe; L.: DW 28, 1452, EWD s. u. Welle; GB.: seit 1894 belegte und aus Well(e) und Pappe gebildete Bezeichnung für ein 1871 von Albert L. Jones aus durch gefräste Walzen geleiteten Zellstoff entwickeltes und seitdem verwendetes leichtes und stabiles sowie verhältnismäßig billiges Verpackungsmaterial aus Pappe in Wellenform; F.: Wellpappe, Wellpappen+EW+FW; Z.: Wel-l—papp-e
Welpe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Welpe, Welp, Hundejunges; ne. whelp (N.), puppy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; s. mnd. welp, wolp, N., M., Welf, Welpe, Junges; mhd. welp, st. M., sw. M., Welpe, Junges von Hunden und wilden Tieren; mnl. welp, M., Welpe; as. hwelp*, welp*, st. M. (a), Welf, Welpe, junger Hund; ahd. welpf*, welph*, welf, st. M. (a), st. N. (a), Welpe, Junges, junger Hund; anfrk. welp*, st. M. (a), Welpe, Junges; germ. *hwelpa-, *hwelpaz, st. M. (a), Welpe, Junges; s. idg. *kel- (6), *kₑlē-, *klē-, *kₑlā-, *klā-, *kl̥-, V., rufen, schreien, lärmen, klingen, Pokorny 548 (946/78) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Welpe, DW 28, 1454, EWD s. u. Welpe, Falk/Torp 117, Duden s. u. Welpen, Bluhme s. u. Welpe; Son.: vgl. afries. -; ae. hwelp, st. M. (a), Junges, Welf; an. hvelpr, st. M. (a), Welf, junger Hund; got. -; nndl. welp, Sb., Welpe; nschw. valp, Sb., Welpe; nnorw. valp, M., Welpe; gr. κύλλα (kýlla), Sb., junges Tier; kymr. colwyn, M., Welpe; air. cuilén, M., junger Hund; lit. kale, F., Hündin; GB.: seit 18. Jh. aus dem Niederdeutschen aufgenommene und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen jungen durch seine Laute gekennzeichneten Hund; BM.: rufen; F.: Welpe, Welpen+EW; Z.: Wel-p-e
Wels, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wels, Waller, Weller; ne. catfish; Vw.: -; Hw.: s. Wal, Weller; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. wels, st. M., Wels, Waller; mnd. wels, M., Wels; mnd. wils, M., Wels; mnl. wils, M., Wels; s. mhd. wal, st. M., Wal, Walfisch; mnd. wal? (5), M., Wal (M.) (1), Walfisch; ahd. wal (2), hwal*, st. M. (a?, i?), Wal, Walfisch; as. hwal*, st. M. (a?, i?), Wal, Walfisch; anfrk. -; germ. *hwala-, *hwalaz, st. M. (a), Wal, Walfisch; germ. *hwali-, *hwaliz, st. M. (i), Wal, Walfisch; idg. *skᵘ̯alos, *kᵘ̯alos, Sb., ein Fisch, Pokorny 958 (1646/118) (RB. idg. aus gr., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wels, Kluge s. u. Wels, DW 28, 1455, EWD s. u. Wels, Duden s. u. Wels, Bluhme s. u. Wels; Son.: vgl. apreuß. kalis, Sb., Wels; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in vielen warmen Seen und langsam fließenden Flüssen lebenden größeren vielleicht schon vormenschlichen Fisch; BM.: ein Fisch; F.: Wels, Welses, Welse, Welsen+EW; Z.: Wel-s
welsch, wälsch, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. welsch, wälsch, italienisch, französisch, romanisch; ne. French (Adj.), Italian (Adj.); Vw.: s. kauder-?, rot-; Hw.: s. Walnuss; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. walhisch (1), welhisch, wælhisch, walisch, walsch, welisch, welsch, Adj., welsch, italienisch, französisch, romanisch; mhd. walsch, Adj., welsch, italienisch, französisch, romanisch; mnd. welisch*, welhisch*, welsch, Adj., welsch, romanisch; mnl. walsch, welsch, Adj., welsch, wälsch; ahd. walask*, walasc*, walahisk*, walahisc*, walisk*, Adj., welsch, romanisch, lateinisch; as. -; anfrk. -; germ. *waliska-, *waliskaz, Adj., welsch, fremd, z. T. Lw. lat.-kelt. Volcēs, M., Volker (Angehöriger einer keltischen Völkerschaft); aus dem Keltischen; L.: Kluge 1. A. s. u. welsch, Kluge s. u. welsch, DW 27, 1327, EWD s. u. welsch, Falk/Torp 403, Duden s. u. welsch, Bluhme s. u. welsch; Son.: vgl. afries. -; ae. wíelisc, Adj., fremd, ausländisch, welsch, unfrei; an. valskr, Adj., welsch; got. -; nndl. waals, Adj., welsch; ne. welsh, Adj., walisisch; frz. velche, welsch, Adj., welschschweizerisch; nschw. välsk, Adj., welsch; nnorw. velsk, Adj., walisisch, welsch; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Keltischen aufgenommene Bezeichnung für eine romanische Sprache sprechend oder romanisch; BM.: PN (nach einem für Germanen fremd sprechenden keltischen Stamm); F.: welsch, welsche, welsches, welschem, welschen, welscher, wälsch, wälsche, wälsches, wälschem, wälschen, wälscher+FW+EW; Z.: welsch
$Welschkorn, nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Welschkorn, Mais, Buchweizen; E.: s. welsch, s. Korn; L.: Kluge s. u. Mais, DW 27, 1355 (Wälschkorn); GB.: seit 1595 belegte und aus welsch und Korn gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher entwickelten Mais und Buchweizen; F.: Welschkorn, Welschkornes, Welschkorns+FW+EW; Z.: Welsch—kor-n
Welt, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Welt, Planet Erde, Lebensraum; ne. world; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. werlt, Werlt, werelt, werilt, werlet, werlit, werlint, st. F., Zeitalter, Jahrhundert, Jahrtausend, Schöpfung, Welt, Erde, Menschheit, Menschen; mnd. werlt, werlde, werlit, werle, warlt, werelt, F., Welt, Weltalter, Zeitalter, Schöpfung, Weltall, Erde, Reichsapfel; mnl. wērelt, werlt, F., Welt; ahd. weralt*, werolt*, st. F. (i), Zeit, Zeitalter, Ewigkeit, Welt; as. werold*, warold*, worold*, st. M. (athem.), st. F. (athem.), Welt, Erde; anfrk. werold*, werolt*, st. F. (i), Welt, Zeitalter, Ewigkeit; germ. *weraldi-, *weraldiz, st. F. (i), Zeitalter, Menschen?; vgl. idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); idg. *al- (2), *h₂el-, V., wachsen (V.) (1), nähren, Pokorny 26 (50/50) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak.?, gr., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Welt, Kluge s. u. Welt, DW 28, 1456, EWD s. u. Welt, Falk/Torp 412, Duden s. u. Welt, Bluhme s. u. Welt; Son.: vgl. afries. warld, wrald, st. F. (i), Welt; nnordfries. wrald, wrâl; ae. weorold, worold, st. F. (i), Welt, Zeitalter, Menschheit, Leben, Ewigkeit; an. verǫld, st. F. (i), Welt, Leben, Zeit, Stück Weges; got. -; nndl. wereld, Sb., Welt; nschw. värld, Sb., Welt; nnorw. verden, M., Welt; GB.: seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den alle Menschen umgebenden und dadurch nährenden Lebensraum; BM.: Mann und Alter bzw. wachsen; F.: Welt, Welten+EW; Z.: W-el-t
$Weltall, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Weltall, Universum, Kosmos; E.: s. Welt, s. all; L.: Kluge s. u. Weltall, DW 28, 1523; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Welt und all gebildete Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Gesamtheit von Welt oder Universum oder Kosmos oder von Raum und Zeit sowie Materie und Energie; F.: Weltall, Weltalls+EW; Z.: W-el-t—al-l
$Weltalter, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Weltalter; E.: s. Welt, s. Alter; L.: DW 28, 1526, EWD s. u. Welt,; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Welt und Alter gebildete Bezeichnung für das Alter des sichtbaren Weltalls oder auch für ein Zeitalter als einen abgrenzbaren Abschnitt der seit Entstehung der Welt vor wohl fast 14 Milliarden Jahren vergangenen Zeit wozu in den vier Teilen Erdurzeit und Erdaltertum und Erdmittelalter sowie Erdneuzeit die zwölf Erdzeitalter Präkambrium und Kambrium und Ordovizium und Silur und Devon und Karbon und Perm und Trias und Jura und Kreide und Tertiär sowie Quartär gezählt werden; F.: Weltalter, Weltalters, Weltaltern+EW; Z.: W-el-t—al-t-er
$Weltbürger, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Weltbürger; I.: Lüs. gr. κοσμοπολῖτης (kosmopolītēs); E.: s. Welt, s. Bürger; L.: DW 28, 1556, EWD s. u. Welt; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Welt und Bürger gebildete und durch Lehnübersetzung aus dem Griechischen (kosmopolites) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen sich statt einer einzelnen Nation der gesamten Welt von gleichwertigen und gleichberechtigten Menschen angehörig fühlenden Menschen (formal 1948 Garry Davis [Bar Harbor/Maine 27. 7. 1921-Williston/Vermont 24. 7. 2013] Weltbürger Nr. 1); F.: Weltbürger, Weltbürgers, Weltbürgern+EW; Z.: W-el-t—bür-g-er
$weltlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. weltlich, irdisch, diesseitig; E.: s. Welt, s. lich; L.: Kluge s. u. Welt, DW 28, 1963, EWD s. u. Welt; GB.: (weraltlīh*) seit um 800 belegte und nach lat. saecularis aus Welt und lich gebildete Bezeichnung für irdisch oder diesseitig in Gegensatz zu geistlich oder kirchlich; F.: weltlich, weltliche, weltliches, weltlichem, weltlichen, weltlicher(, weltlichere, weltlicheres, weltlicherem, weltlicheren, weltlicherer, weltlichst, weltlichste, weltlichstes, weltlichstem, weltlichsten, weltlichster)+EW; Z.: w-el-t—lich
$Weltmann, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Weltmann; E.: s. Welt, s. Mann; L.: DW 28, 1649, EWD s. u. Welt; GB.: (weraltman) seit 863-871 belegte und wohl unter Einfluss des Lateinischen des Altertums aus Welt und Mann gebildete Bezeichnung für einen irdisch gesinnten Menschen und später einen weltgewandten und welterfahrenen Mann oder Menschen; F.: Weltmann, Weltmanns, Weltmannes, Weltmänner, Weltmännern+EW; Z.: W-el-t—man-n
Wende, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Wende (F.), Wendung, Umkehr einer Gegebenheit, Wechsel in einem Verlauf, ändernde Fügung, Wendepunkt; ne. turn (N.); Vw.: s. Sonnen-; Hw.: s. wenden; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: mhd. wende (1), st. F., st. N., Wende (F.), Rückwendung, Rückkehr, Wendeort, Ende, Grenze, Seite, Himmelsgegend, Richtung, Weise (F.) (2), Handlungsweise, Rückschlag, Schande; mnd. wende? (1), N., Wende; ahd. wentī (1), st. F. (ī), Wende (F.), Wechsel; ahd. wenten*, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wende, EWD s. u. wenden, DW 28, 1742, Duden s. u. Wende; Son.: vgl. nschw. vända, Sb., Wende (F.); nnorw. vending, M., F., Wende (F.); GB.: (wentī) seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Umkehr einer Gegebenheit oder einen Wechsel in einem Verlauf oder eine ändernde Fügung; BM.: flechten bzw. weben; F.: Wende, Wenden+EW; Z.: We-nd-e
$Wendehals, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wendehals; Hw.: s. wetterwendig; E.: s. wende(n), s. Hals; L.: Kluge s. u. Wendehals, fehlt DW, EWD s. u. Wendehals; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für einen kleineren und schon früher möglichen nach der Beweglichkeit seines Halsgelenks benannten und hauptsächlich von Ameisen lebenden Vogel sowie später übertragen (Adj.) für einen politisch sehr anpassungsfähigen Menschen; F.: Wendehals; Wendehalses, Wendehälse, Wendehälsen+EW; Z.: We-nd-e—hal-s
$Wendekreis, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Wendekreis; E.: s. Wende, s. Kreis; L.: Kluge s. u. Wendekreis, DW 28, 1752, EWD s. u. Kreis; GB.: vielleicht seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Wende und Kreis nach lat. tropicus circulus und dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für die beiden besonderen und von der Schiefe von 66°33 der Erdachse relativ zu der Erdbahnebene verursachten sowie sich nur ganz allmählich leicht verändernden Breitenkreise der Erde von 23,43472° (nördlicher Wendekreis des Krebses [über der Sahara] und südlicher Wendekreis des Steinbocks [über Südafrika]) an denen die Sonne an dem Mittag des Tages der jeweiligen Sonnenwende in dem Zenit steht (um den 21. Juni an dem nördlichen Wendekreis und um den 21. Dezember an dem südlichen Wendekreis) und später für den Durchmesser des kleinsten Kreises den ein Fahrzeug bei vollem Lenkeinschlag mit seinem äußersten Teil fahren kann und deswegen für einen vollständigen Richtungswechsel ohne Rückwärtsfahren braucht; F.: Wendekreis, Wendekreises, Wendekreise, Wendekreisen+EW; Z.: We-nd-e—kreis
$Wendeltreppe, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Wendeltreppe; E.: s. Wendel, s. Treppe; L.: Kluge 1. A. s. u. Wende, Kluge s. u. Wendeltreppe, DW 28, 1758, EWD s. u. wenden; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Wend(e) und el (Suff.) sowie Treppe gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit etwa 480 v. Chr. entwickelte und seitdem vor allem in Türmen verwendete Treppe die sich in ihrem vollständigen Verlauf mindestens einmal um 360 Grad dreht; F.: Wendeltreppe, Wendeltreppen+EW; Z.: We-nd-el—trepp-e
wenden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wenden, umkehren, kehren, umdrehen, drehen; ne. turn (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wende, wendig, gewandt, Gewende, winden, wandern; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wenden (1), wanden, sw. V., wenden, wenden an, wenden in, wenden nach, wenden zu, kehren (V.) (1), kehren an, kehren in; mnd. wenden (1), sw. V., wenden, umkehren, Ende nehmen, aufhören; mnl. wenden, sw. V., wenden; ahd. wenten*, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; as. wėndian*, sw. V. (1a), wenden, abwenden, sich wenden; anfrk. -; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wende, Kluge s. u. wenden, EWD s. u. wenden, DW 28, 1761, Torp 390, Seebold 555, Duden s. u. wenden, Bluhme s. u. wenden; Son.: vgl. afries. wenda, sw. V. (1), wenden, ändern, wechseln, zuwenden; nnordfries. wende, V., wenden, zuwenden; ae. wandian, wondian, sw. V. (2), zögern, ablassen, unterlassen (V.), fürchten; an. venda, sw. V. (1), wenden, drehen, kehren (V.) (1), verändern; got. wandjan, sw. V. (1), wenden; nndl. wenden, V., wenden; nschw. vända, V., wenden; nnorw. vende, V., wenden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches umkehren oder umdrehen; BM.: flechten bzw. weben; F.: wenden (!), wende (!), wendest, wendet, wendete, wendetest, wendeten, wendetet, wandte, wandtest, wandten, wandtet, gewendet, ##gewendet, gewendete, gewendetes, gewendetem, gewendeten, gewendeter##, wendend, ###wendend, wendende, wendendes, wendendem, wendenden, wendender###, wend (!)+EW; Z.: we-nd-en
$wendend, nhd., (Part. Präs.=)Adj.: nhd. wendend, kehrend, drehend; Vw.: s. post-; E.: s. wenden, s. d; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus wenden und d gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches umkehrend oder kehrend oder drehend; F.: wendend, wendende, wendender, wendendem, wendenden, wendender+EW; Z.: we-nd-en-d
wendig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. wendig, sich wendend, rückgängig, wandelbar, beweglich, veränderlich; ne. flexible, versatile; Vw.: -; Hw.: s. wenden, winden; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. wendic (1), wendec, Adj., wendig, rückgängig, abwendig, befreit von, beendet, gerichtet; mnd. wendich, Adj., „wendig“; ahd. wentīg*, Adj., veränderlich, wandelbar; ahd. wenten*, sw. V. (1a), wenden, beugen, führen, bestimmen; germ. *wandjan, sw. V., wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); s. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. wendig, DW 28, 1807, EWD s. u. wenden, Duden s. u. wendig; GB.: seit um 1000 belegte und aus wend(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches sich wendend oder rückgängig oder wandelbar oder beweglich oder veränderlich; BM.: flechten bzw. weben; F.: wendig, wendige, wendiges, wendigem, wendigen, wendiger(, wendigere, wendigeres, wendigerem, wendigeren, wendigerer, wendigst, wendigste, wendigstes, wendigstem, wendigsten, wendigster)+EW; Z.: we-nd-ig
$Wendigkeit, nhd., N. (16. Jh.): nhd. Wendigkeit, Wandelbarkeit, Veränderlichkeit; Vw.: s. Not-; E.: s. wendig, s. keit, s. heit; L.: DW 28, 1810; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wendig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Wandelbarkeit oder Veränderlichkeit; F.: Wendigkeit, Wendigkeiten+EW; Z.: We-nd-ig—kei-t
$wendisch, nhd., Adj. (16. Jh.): nhd. wendisch, wendbar, wandelbar; Vw.: s. wetter-; E.: s. wend(en), s. isch; L.: DW 28, 1810; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wend(en) und isch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches wendbar oder wandelbar; F.: wendisch, wendische, wendisches, wendischem, wendischen, wendischer(, wendischere, wendischeres, wendischerem, wendischeren, wendischerer, wendischst, wendischste, wendischstes, wendischstem, wendischsten, wendischster)+EW; Son.: daneben DW 28, 1810 wendisch auch das Volk der Wenden betreffend; Z.: we-nd-isch
$Wendung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Wendung, Drehung, Umkehrung, Änderung der Richtung, Wende; Vw.: s. An-, Nutzan-; E.: s. wend(en), s. ung; L.: Kluge s. u. wenden, DW 28, 1814; GB.: (wendunge) seit 1470-1480 belegte und aus wend(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Drehung oder Umkehrung oder Änderung der Richtung, Wende; F.: Wendung, Wendungen+EW; Z.: We-nd-ung
wenig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. wenig, klein, gering, schwach, unbedeutend; ne. little, few; Vw.: -; Hw.: s. weinen; Q.: um 790 (Glosse); E.: s. mhd. wēnec (1), wēnic, wēnich, wēninc, wēnch, weinec, Adj., wenig, gering, klein, schwach, kaum, selten, weinend, klagend, beweinenswert, erbarmenswert, kurz, elend; mnd. wēnich (1), weinich, Adj., wenig, gering, klein, schwach, unbedeutend; mnl. wenich, weinich, Adj., wenig; ahd. wēnag*, Adj., unglücklich, elend, arm; as. -; anfrk. -; germ. *wainaga-, *wainagaz, Adj., elend, klein, gering; vgl. idg. *u̯ai-, Interj., wehe, Pokorny 1110 (1933/9) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. wenig, Kluge s. u. wenig, DW 29, 1 EWD s. u. wenig,, Falk/Torp 379, Duden s. u. wenig, Bluhme s. u. wenig; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. wainahs, Adj. (a), elend, geplagt; nndl. weinig, Adj., wenig; GB.: um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches klein oder gering oder schwach; BM.: wehen; F.: wenig, wenige, weniges, wenigem, wenigen, weniger(, wenigere, wenigeres, wenigerem, wenigeren, wenigerer, wenigst, wenigste, wenigstes, wenigstem, wenigsten, wenigster)+EW; Z.: we-n-ig
wenn, nhd., Konj., (9. Jh.): nhd. wenn, sobald, während; ne. when; Vw.: -; Hw.: s. wann; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. wanne (2), wan, wen, wenne, Interrog.-Pron., wann; mnd. wanne (4), wane, Interj., warum, weshalb (Ausdruck der Verwunderung bzw. des Vorwurfs); ahd. wanne*, hwanne*, wenne*, Adv., Konj., wann, irgendwann, jemals, einst, wie oft, einmal; as. hwan*, Pron., Konj., Adv., wann, denn; mnd. wan, wen, Interrog., Konj., wann, sobald; anfrk. *wanne?, Adv., Konj.; germ. *hwana, Adv., wann; s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. wenn, Kluge s. u. wenn, DW 29, 51, EWD s. u. wann, Duden s. u. wenn, Bluhme s. u. wenn; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Einleitung eines bedingenden Nebensatzes (Konditionalsatzes) wie beispielsweise wenn du kommst freuen wir uns alle oder wenn es regnet wird die Erde nass oder wenn Menschen kämpfen gibt es Schäden; BM.: wer; F.: wenn+EW; Z.: we-nn
Wenzel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wenzel, Bube in einem Kartenspiel; ne. jack; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu dem PN Wenzel, Wenzeslaus; aus slaw. Wenceslav von ksl. veste, Adv., mehr; ksl. slava, Sb., Ruhm; der Name wurde in dem Deutschen gebraucht als Bezeichnung für einen Knecht und danach einer Spielkarte in einem Kartenspiel; L.: Kluge s. u. Wenzel, fehlt DW, EWD s. u. Scharwenzel, Duden s. u. Wenzel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den Buben oder Unter in einem Kartenspiel; BM.: PN; F.: Wenzel, Wenzels, Wenzeln+FW; Z.: Wen-zel
wer, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. wer, irgendwer; ne. who; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. wer (6), wiu, Interrog.-Pron., wer, wenn, jemand was, woran, worin, wozu, womit, weshalb, welch, der, irgendein, was für ein, irgend jemand; mnd. wē* (5), we, wei, weig, wie, wi, wen, Interrog.-Pron., wer, irgendwer, irgendein; mnl. wie, Pron., wer; ahd. wer (4), hwer*, Pron., wer, welcher, der, irgendeiner, was für ein, irgend jemand; as. hwē*, Indef.-Pron., Interrogativpartikel-Pron., wer, irgendwer; anfrk. we*, wie*, Pron., wer; germ. *hwe, Pron., wer; s. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644? (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Falk/Torp 114?; Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wer, Kluge s. u. wer, DW 29, 71, EWD s. u. wer, Falk/Torp 114, Duden s. u. wer, Bluhme s. u. wer; Son.: Interrog.-Pron.; vgl. afries. -; ae. -; an. hver, Pron., wer; got. -; nndl. wie, Pron. wer; nschw. vem, Pron. wer; nnorw. hvem, Pron., wer; ai. káḥ, Pron., wer; gr. τίς (tís), τί (tí), Pron., wer?, welcher?; lat. quis, Pron., wer; air. cía, Pron., wer; kymr. pwy, Pron., wer; lit. kàs, Pron., wer; ksl. kŭto, Pron., wer; heth. kuiš, kuit, Pron. wer; GB.: (wer) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung in einer sachlich seit Entwicklung von Sprache möglichen Frage (Interrogativpronomen) nach einem Menschen wie beispielsweise wer kommt denn da; BM.: ?; F.: wer+EW; Z.: we-r
werben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. werben, sich bemühen um; ne. advertise, woo; Vw.: -; Hw.: s. Gewerbe; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. werben (1), werven, werfen, werpfen, st. V., handeln, handeln gegen, sich bewegen, bewegen, veranlassen, bewirken, drehen; mnd. werven, warven, st. V., tätig sein (V.), handeln, verhandeln, bemühen, trachten nach, Gesuch stellen; mnl. werven, warven, st. V., drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben; ahd. werban*, hwervan*, st. V. (3b), sich drehen, wenden, kehren (V.) (1); as. hwervan*, st. V. (3b), sich wenden, gehen; anfrk. -; germ. *hwerban, st. V., sich bewegen, sich wenden, sich drehen; idg. *ku̯erp-, ku̯erb-, V., sich drehen, kehren (V.) (1), wenden, Pokorny 631 (1016/248) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. werben, Kluge s. u. werben, DW 29, 153, EWD s. u. werben,Falk/Torp 116, Seebold 282, Duden s. u. werben, Bluhme s. u. werben; Son.: vgl. afries. hwerva, st. V. (3b), sich drehen, verändern, zufallen; ae. hweorfan, st. V. (3b), sich wenden, sich bekehren, ändern, gehen, kommen; an. hverfa (1), st. V. (3b), sich wenden, gehen, fahren; got. ƕaírban, st. V. (3,2), wandeln, sich wenden; nndl. werven, V., werben; nschw. värva, V., werben; GB.: (werban) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache dem Menschen mögliches versuchen jemanden zu einem gewünschten Verhalten wie beispielsweise zu kaufen oder zu heiraten zu bewegen; BM.: wenden; F.: werben, werbe, wirbst, wirbt, werbt, werbest, warb, warbst, warben, warbt, würbe (!), würbest (!), würben, würbet, geworben, ##geworben, geworbene, geworbenes, geworbenem, geworbenen, geworbener##, werbend, ###werbend, werbende, werbendes, werbendem, werbenden, werbender###, wirb (!)+EW; Z.: werb-en
$Werbung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Werbung; E.: s. werb(en), s. ung; L.: Kluge s. u. werben, DW 29, 205, EWD s. u. werben; GB.: (werbunge) seit 1275-1300 belegte und aus werb(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen Wirbel oder Umlauf oder Kreislauf oder den Versuch eines Menschen andere zu einem von ihm gewünschten Verhalten insbesondere auf dem Markt zu bewegen was wirtschaftlich nach Ausweis der getätigten Aufwendungen von sehr großer wenn nicht sogar überragender Bedeutung zu sein scheint; F.: Werbung, Werbungen+EW; Z.: Werb-ung
$Werdegang, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Werdegang, Werden (N.), Entwicklung eines Geschehens oder Ergebnisses; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. werde(n), s. Gang; L.: DW 29, 219, EWD s. u. werden; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus werde(n) und Gang gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Entwicklung eines Geschehens oder Ergebnisses oder den Ablauf eines Werdens; F.: Werdegang, Werdeganges, Werdegangs, Werdegänge, Werdegängen+EW; Z.: Wer-d-e—ga-ng
werden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. werden, geschehen, einen Zustand ändern, künftig sein (V.); ne. become; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. werden (1), st. V., werden, werden zu, geboren werden, entstehen, entstehen aus, sich entwickeln, sich entwickeln aus, sich entwickeln zu; mnl. werden, st. V., werden; mnd. wērden (1), st. V., werden, entstehen, geschehen, zuteil werden, bekommen (V.); ahd. werdan*, st. V. (3b), sich wenden, werden, entstehen, wachsen (V.) (1); as. werthan*, st. V. (3b), werden; anfrk. werthan, werthon*, st. V. (3b), werden, hervorgehen, entstehen; germ. *werþan, st. V., wenden, werden; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. werden, Kluge s. u. werden, DW 29, 221, EWD s. u. werden, Falk/Torp 397, Seebold 559, Duden s. u. werden, Bluhme s. u. werden; Son.: vgl. afries. -; ae. weorþan, st. V. (3b), werden, entstehen, geschehen; an. verða (1), st. V. (3b), werden, hervorkommen, geschehen; got. waírþan, st. V. (3,2), werden, geschehen, geboren werden, entstehen; nndl. worden, V., werden; nschw. varda, V., werden; nisl. verða, V., werden; ai. vártate, V., dreht sich, rollt; lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen; air. ad-ferta, V., wendet sich ab; lit. ver̃sti, V., wenden, kehren; ksl. vrĭtěti sę, V., sich wenden, drehen; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches geschehen oder einen Zustand ändern oder künftig sein (V.); BM.: drehen bzw. biegen; F.: werden, werde, wirst, wird, werdet, werdest, wurde, wurdest, wurden, wurdet, ward, wardest, warden, wardet, würde, würdest, würden, würdet, geworden, ##geworden, gewordene, gewordenes, gewordenem, gewordenen, gewordener##, werdend, ###werdend, werdende, werdendes, werdendem, werdenden, werdender###, wird, werde (!)+EW; Z.: wer-d-en
Werder, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Werder, Wird, Halbinsel, Flussinsel; ne. ait, eyot; Vw.: -; Hw.: s. Wurte?, Wert (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. werder, st. M., „Werder“, Insel, Landzunge; mnd. wērder (1), werder, M., N., Werder, Insel, Halbinsel; mnl. waert, weert, wert, M., eingedeichtes Land; ahd. werid*, st. M. (a?, i?), „Wörth“, Insel; s. germ. *wariþa-, *wariþam, st. N. (a), Werder, Wörth, Insel; vgl. idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werder, Kluge s. u. Werder, DW 29, 271, EWD s. u. Werder, Duden s. u. Werder, Bluhme s. u. Werder; Son.: vgl. nndl. waard, Sb., Werder; GB.: seit um 765 belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Insel in einem Fluss; BM.: schließen bzw. schützen; F.: Werder, Werders, Werdern+EW; Z.: Wer-d-er
werfen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. werfen, schmeißen, schleudern, lenken; ne. throw (V.), toss (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wurf, worfeln, Warp (2); Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. werfen (1), st. V., werfen, werfen an, werfen auf, werfen gegen, werfen in, werfen um, werfen unter, werfen vor, wälzen von; mnd. werpen (1), warpen*, st. V., werfen, schleudern, schmeißen, bewerfen; mnl. werpen, st. V., werfen; ahd. werfan*, st. V. (3b), werfen, streuen, reißen, schieben; as. werpan*, st. V. (3b), werfen; anfrk. werpan*, st. V. (3b), werfen; germ. *werpan, st. V., werfen, drehen; idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. werfen, Kluge s. u. werfen, DW 29, 276, EWD s. u. werfen, Falk/Torp 398, Seebold 557, Duden s. u. werfen, Bluhme s. u. werfen; Son.: vgl. afries. werpa (1), warpa (1), st. V. (3b), werfen, aufwerfen; nfries. werpen, V., werfen; ae. weorpan, st. V. (3b), werfen, schleudern; an. verpa, st. V. (3b), werfen, anschirren, anzetteln, Eier legen; got. waírpan, st. V. (3,2), werfen; nndl. werpen, V., werfen; ne. warp, V., verdrehen; nschw. värpa, V., Eier legen; nnorw. verpe, V., Eier legen; ksl. vrěšti, V., werfen; ksl. vrĭgo̧, ich werfe; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches in eine bestimmte Richtung schmeißen oder schleudern oder lenken; BM.: drehen bzw. biegen; F.: werfen, werfe, wirfst, wirft, werft, werfest, werfet, warf (!), warfst, warfen, warft, würfe (!), würfest, würfen, würfet, geworfen, ##geworfen, geworfene, geworfenes, geworfenem, geworfenen, geworfener##, werfend, ###werfend, werfende, werfendes, werfendem, werfenden, werfender###, wirf (!)+EW; Z.: wer-f-en
$Werfer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Werfer, Werfender; Vw.: s. Ent-, Schein-; E.: s. werf(en), s. er; L.: DW 29, 303; GB.: (werfære) seit Ende 13. Jh. belegte und aus werf(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen etwas Werfenden; F.: Werfer, Werfers, Werfern+EW; Z.: Wer-f-er
Werft (1), Warft, Warf, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Werft (M.), Warft, Warf, Kette eines Gewebes; ne. warp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. warf, st. N., Garnknäuel; mnd. werpe, Sb., Aufzug des Gewebes, Zettel; ahd. warf (1), st. N. (a), Warf, Kette beim Weben; as. warp*, st. N. (a), Aufzug des Gewebes, Zettel; anfrk. -; germ. *warpa-, *warpaz, st. M. (a), Kette eines Gewebes; germ. *warpa-, *warpam, st. N. (a), Wurf; vgl. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werft 1, Kluge s. u. Werft 1, DW 29, 306; Son.: vgl. afries. -; ae. wearp, st. M. (a), Kette (F.) (1), Aufzug, Zettel, Weidenzweig; an. varp, st. N. (a), Netzwurf, Kette eines Gewebes; got. -; nschw. varp, Sb., Werft (M.); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich von Menschen vielleicht seit Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Kette eines Gewebes; BM.: drehen; F.: Werft, Werftes, Werfts, Werfte, Werften, Warft, Warftes, Wafts, Warfte, Warften, Warf, Warfes, Warfe, Warfen?+EW; Z.: Werf-t
Werft (2), nhd., F., (17. Jh.): nhd. Werft (F.), Schiffsbauplatz; ne. shipyard; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1700; E.: s. mnd. werf (2), warf, M., N., Werft, aufgeworfener Hügel zu einer Sicherung gegen Überschwemmung, Damm, durch Bollwerk oder Mauer geschütztes Ufer, erhöhte und gesicherte Hausstelle oder Hofstelle; wohl zu werben, Kluge s. u. Werft; eigentlich aufgeworfener Wall; ahd. werban*, hwervan*, st. V. (3b), sich drehen, wenden, kehren (V.) (1); as. hwervan*, st. V. (3b), sich wenden, gehen; anfrk. -; germ. *hwerban, st. V., sich bewegen, sich wenden, sich drehen; idg. *ku̯erp-, *ku̯erb-, V., sich drehen, kehren (V.) (1), wenden, Pokorny 631 (1016/248) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werft 2, Kluge s. u. Werft 2, DW 29, 306, EWD s. u. Werft, Duden s. u. Werft, Bluhme s. u. Werft; Son.: vgl. nndl. werf, Sb., Werft (F.); nschw. varv, N., Werft (F.); GB.: seit 17. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelte und verwendete Stelle an der Schiffe gebaut oder ausgebessert werden (Schiffsbauplatz); BM.: erhöhter Bauplatz bzw. wenden; F.: Werft, Werften+EW; Z.: Werf-t
Werg, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Werg, Flachsfasern, Hanffasern; ne. tow (N.), hemp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. werc, st. N., Werk, Tat, Rohstoff, Werg; ahd. werk* (2), werc*, st. N. (a), Werg; weitere Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit Werk (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werg, Kluge s. u. Werg, EWD s. u. Werg, DW 29, 312, Duden s. u. Werg, Bluhme s. u. Werg; Son.: vgl. kymr. cywarch, F., Werg; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für die von Hanf oder Flachs abfallenden Fasern die sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums meist zu einem Abdichten von Ritzen oder Spalten oder Löchern gegen Flüssigkeiten oder später auch als Brennmaterial und zu Brandgeschossen verwendet werden; BM.: ?; F.: Werg, Werges, Wergs+EW; Z.: Werg
Wergeld, nhd., N., (6. Jh.): nhd. Wergeld, Manngeld, Totschlagsbuße; ne. wergeld, weregild; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 507-511 (Pactus Legis Salicae?); E.: mhd. wergelt, st. M., st. N., „Wergeld“, Geldbuße, Geldbuße für Verwundung und Totschlag; mnd. wēregelt* (1), weregelt, wergelt, N., Wergeld, Geldbuße für Totschlag (oder Verletzung); ahd. werigelt, weragelt*, st. M. (a)?, st. N. (a), Wergeld, Bußgeld, Lösegeld; lat.-ahd. werigeldum*, wergeldus*, N., Wergeld; lang. wergild*, st. M. (a?, i?)?, st. N. (a)?, Wergeld, Manngeld; as. -; anfrk. -; germ. *weragelda-, *werageldaz, st. M. (a), Wergeld; germ. *weragelda-, *werageldam, st. N. (a), Wergeld; idg. *u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); s. idg. *u̯ei- (3), *u̯ei̯ə-, *u̯ī-, V., gehen, erstreben, ersehnen, erjagen, wollen (V.), kräftig sein (V.), Pokorny 1123 (1955/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *gʰeldʰ-?, V., entgelten? (nur germ. und slaw.), Pokorny 436; L.: Kluge 1. A. s. u. Wergeld, Kluge s. u. Wergeld, DW 29, 320, vgl. DW 28, 262 (Wehrgeld), Duden s. u. Wergeld; Son.: vgl. afries. werjeld, st. N. (a), Wergeld, Mannbuße; ae. wergield, wergild, wergeld, st. N. (a), Wergeld; an. -; got. -; nndl. weergeld, Sb., Wergeld; GB.: seit 507-511 belegte und für das Germanische erschließbare sowie in den Bestandteilen mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl von Menschen spätestens seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Buße für die Tötung eines Menschen (Totschlagsbuße); BM.: Mann, entgelten; F.: Wergeld, Wergeldes, Wergelds, Wergelder, Wergeldern+EW; Z.: Wer—geld
Werk, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Werk, Tätigkeit, schöpferisches Tun, Schöpfung; ne. work (N.); Vw.: s. Boll-; Hw.: s. wirken, Streetworker; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. werc, st. N., Werk, Tat, Handlung; mhd. werke (1), st. N., st. M., Werk; mnd. werk, wark, N., Werk, Tätigkeit, Arbeit, Verrichtung, Gearbeitetes, Erzeugnis der Arbeit; mnl. werc, warc, weerc, N., Werk, Tätigkeit; ahd. werk* (1), werc*, werah*, werh*, st. N. (a), Werk, Tun, Tat, Betätigung, Ausführung, Arbeit, Dienst, Ertrag, Schöpfung; as. werk*, st. N. (a), Werk, Arbeit, Geschehnis, Mühsal, Schmerz; anfrk. werk*, st. N. (a), Werk; germ. *werka-, *werkam, st. N. (a), Werk, Werg; idg. *u̯erg̑om, N., Werk, Pokorny 1168; s. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werk, Kluge s. u. Werk, DW 29, 327, EWD s. u. Werk, Falk/Torp 396, Duden s. u. Werk, Bluhme s. u. Werk; Son.: vgl. afries. werk, st. N. (a), Werk, Arbeit; saterl. wjerc; ae. weorc, worc, st. N. (a), Werk, Arbeit, Leiden, Last; an. verk, st. N. (a), Werk, Arbeit; got. -; nndl. werk, Sb., Arbeit; nschw. verk, N., Werk; nnorw. verk, N., Werk; av. varəzya-, N., Betätigung; gr. ἔργον (érgon), N., Tat., Handlung; arm. gorc, Sb., Werk; mkymr., gwreith, Sb., Tat; toch. A wark, Sb., Waidwerk; toch. B werke, Sb., Waidwerk; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ergebnis eines schöpferischen Tuns oder des Arbeitens an einer Aufgabe; BM.: wirken bzw. tun; F.: Werk, Werkes, Werks, Werke, Werken+EW; Z.: Werk
$werken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. werken, wirken, bewirken, handeln, schöpferisch tun; E.: s. Werk, s. en; L.: DW 29, 359, EWD s. u. Werk; Son.: vgl. av. varəz-, V., wirken; GB.: (werkōn*) seit um 765 belegte und aus Werk und en (Suff.) gebildete sowie mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wirken oder bewirken oder handeln oder schöpferisch tun; F.: werken (!), werke (!), werkst, werkt, werkest, werket, werkte, werktest, werkten, werktet, gewerkt, ##gewerkt, gewerkte, gewerktes, gewerktem, gewerkten, gewerkter##, werkend, ###werkend, werkende, werkendes, werkendem, werkenden, werkender###, werk (!)+EW; Z.: werk-en
$Werktag, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Werktag; E.: s. Werk, s. Tag; L.: DW 29, 409, EWD s. u. Werk; GB.: (werkeltac) seit 1338 belegte und aus Werk (und el) sowie Tag gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von der Religion des Christentums für schöpferische Tätigkeit oder Arbeit des Menschen zugelassenen Tag in Gegensatz zu dem Feiertag oder Ruhetag; F.: Werktag, Werktages, Werktags, Werktage, Werktagen+EW; Z.: Werk—t-ag
$werktätig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. werktätig, einen Beruf ausübend; E.: s. Werk, s. tätig; L.: EWD s. u. Werk, DW 29, 413; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Werk und tätig gebildete für sachlich vielleicht seit dieser Zeit infolge der Arbeitsteilung mögliche Bezeichnung für einen (besonderen körperlich beanspruchenden) Beruf ausübend; F.: werktätig, werktätige, werktätiges, werktätigem, werktätigen, werktätiger(, werktätigere, werktätigeres, werktätigerem, werktätigeren, werktätigerer, werktätigst, werktätigste, werktätigstes, werktätigstem, werktätigsten, werktätigster)+EW; Z.: werk—tä-t-ig
Wermut, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wermut, Absinth, Wermutwein; ne. wormood, vermouth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. wermuot, wermüet, wurmuot, st. F., Wermut (Pflanze), bitteres Getränk, Bitternis der Welt; mhd. wermuote, sw. F., st. N., sw. N., Wermut (Pflanze), bitteres Getränk, Bitternis der Welt; mnd. wermōt, warmōt, warmet, N., Wermut; mnd. wermōde, wermede, warmōde, warmōd, warmete, warmte, F., Wermut; mnl. wermoede, F., Wermut; ahd. werimuot*, wermuot, st. F. (i)?, Wermut; ahd. werimuoti*, wermuoti*, st. N. (ja), Wermut; as. wermōda*, st. F. (ō), Wermut; anfrk. -; wgerm. *wermōda-, *wermōdaz, st. M. (a), Wermut, Kluge s. u. Wermut; vielleicht zu kelt. swerwo-, Adj., bitter, Kluge s. u. Wermut; L.: Kluge 1. A. s. u. Wermut, Kluge s. u. Wermut, DW 29, 427, EWD s. u. Wermut, Duden s. u. Wermut, Bluhme s. u. Wermut; Son.: vgl. afries. -; ae. wermōd, wormōd, st. M. (a), Wermut; an. -; got. -; kymr. chwerw, Adj., bitter; air. serb, Adj., bitter; GB.: (werimuot) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie vielleicht mit dem Keltischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche aromatisch duftende ätherische Öle und Bitterstoffe enthaltende und deswegen leicht giftige Pflanze mit seidig behaarten graugrünen gefiederten Blättern und kleinen gelben und in Rispen stehenden Blüten die sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums als Gewürzpflanze und Heilpflanze verwendet wird; BM.: bitter?; F.: Wermut, Wermutes, Wermuts+EW; Z.: Wermu-t
Werre, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Werre, Maulwurfsgrille, ein Insekt; ne. mole cricket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht Zusammenhang mit wirren (s. d.); L.: Kluge s. u. Werre, DW 29, 442, Duden s. u. Werre; GB.: seit 16. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit wirren verbindbare Bezeichnung für ein zu den Heuschrecken gehörendes schon vormenschliches Insekt (Maulwurfsgrille); BM.: schleifen?; F.: Werre, Werren+EW; Z.: Werr-e
wert, nhd., Adj., (8./9. Jh.): nhd. wert, Wert habend, begehrt, geschätzt; ne. worth; Vw.: -; Hw.: s. werten, Wert (2); Q.: 8./9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wert (2), Adj., wert, wertvoll, Wert habend, würdig, gewendet, gerichtet, geltend, gekauft, käuflich; mnd. wērt (3), wert, Adj., wert, geltend, kostend, verdient, wertvoll, kostbar, würdig, trefflich, edel; mnd. wērde* (2), werde, Adj., wert, lieb; mnl. waert, weert, wert, Adj., wert; ahd. werd* (1), Adj., wert, teuer, kostbar, wertvoll; as. werth* (2), Adj., wert, würdig, teuer, lieb, passend, angemessen; anfrk. werth, Adj., würdig; mnl. wert, Adj., wert, wertvoll, vornehm; germ. *werþa-, *werþaz, *werþja-, *werþjaz, Adj., angemessen, wert, würdig; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. wert, DW 29, 444, EWD s. u. wert,Falk/Torp 394, Heidermanns 674, Duden s. u. wert; Son.: vgl. afries. werth (2), Adj., wert, würdig, gültig; ae. wierþe (1), werþe, weorþe, wyrþe, Adj. (ja), wert; ae. weorþ (1), Adj., wert, würdig, edel, geehrt, kostbar; an. verðr (2), Adj., wert, würdig; got. waírþs (1), Adj. (a), wert, würdig, tauglich; nndl. waard, Adj., wert; nschw. värd, Adj., wert; nnorw. verd, Adj., wert; av. auuarətā-, Sb., Wertgegenstand, Besitztum; kymr. gwerth, M., Wert; kymr. gwerthu, V., verkaufen; ? lit. vertas, Adj., wert; GB.: seit 8./9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Wert habend oder begehrt oder geschätzt; BM.: drehen bzw. biegen; F.: wert, werte, wertes, wertem, werten, werter(, wertere, werteres, werterem, werteren, werterer, wertest, werteste, wertestes, wertestem, wertesten, wertester)+EW; Z.: wer-t
Wert (1), Wört, nhd. (ält.), M.: nhd. Wert (M.) (2), Wörth, Werder, Flussinsel; ne. ait, eyot; Vw.: -; Hw.: s. Werder; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. mhd. wert, st. M., Wörth, Gefilde, Uferstreifen, Insel, Halbinsel, Landzunge; ahd. werid*, st. M. (a?, i?), Wörth, Insel; as. *wėrith?, st. M. (a?, i?), Wörth, Werder, Insel; anfrk. -; germ. *wariþa-, *wariþam, st. N. (a), Werder, Wörth, Insel; vgl. idg. u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wert 1, Kluge s. u. Werder, DW 29, 470; Son.: vgl. afries. werth (3), werd, wirth, wird, st. M. (a), Wörth, Insel, Geländeerhebung in einem Feuchtgebiet; ae. -; an. -; got. -; nndl. waard, Sb., Werder?; GB.: (wert) seit um 1185 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Insel in einem Fluss; BM.: schließen bzw. schützen; F.: Wert (!), Wertes (!), Werts (!), Werte (!), Werten (!), Wört, Wörtes, Wörts, Wörte, Wörten+EW; Z.: Wer-t
Wert (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wert (M.) (2), Preis, Wichtigkeit; ne. worth (N.); Vw.: -; Hw.: s. wert, werten; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. wert (1), st. N., Wert, Preis, Kaufpreis, Besitz, Vermögen, Gegenwert; mnd. wērt (2), N., Wert, Kaufpreis, Geltung, Ansehen; mnd. wērde (1), werde, st. F., Wert, Preis, Gehalt, Trefflichkeit, Würdigkeit, Würde, hoher Stand; ahd. werd (2), st. N. (a), Wert, Preis, Abschätzung; as. werth* (1), st. N. (a), Wert, Geld, Lohn; anfrk. werd* (1), st. N. (a), Wert, Preis; germ. *werþa-, *werþam, *werþja-, *werþjam, st. N. (a), Wert, Preis, Kaufsumme; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wert 2, Kluge s. u. Wert 2 Wert, DW 29, 460, EWD s. u. wert, Falk/Torp 394, Heidermanns 674, Duden s. u. Wert, Bluhme s. u. Wert; Son.: vgl. afries. werth (1), st. M. (a), Wert; nfries. wird; ae. weorþ (2), st. N. (a), Wert, Preis, Kaufgeld, Lösegeld; an. -; got. waírþ, st. N. (a), Preis, Wert; GB.: (werd) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für ein seit Entwicklung des Geldes in den Hochkulturen des Altertums meist in Geld ausgedrücktes materielles Äquivalent oder für die Wichtigkeit einer Sache oder Gegebenheit für andere Menschen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wert, Wertes, Werts, Werte, Werten+EW; Z.: Wer-t
werten, nhd., sw. V.: nhd. werten, schätzen, wertschätzen, beurteilen; ne. value (V.); Vw.: -; Hw.: s. wert, Wert (2); Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. werden, sw. V., wert halten, würdigen, schätzen, an Wert gewinnen; mnd. wērden (2), sw. V., wert schätzen, achten; ahd. werdōn*, sw. V. (2), wertschätzen, schätzen, kaufen; as. *werthon?, sw. V. (2), erfüllen, gut scheinen; anfrk. *werdon?, sw. V. (2), würdigen; germ. *werþōn, sw. V., würdigen; s. idg. u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. wert, DW 29, 475, EWD s. u. wert, Duden s. u. werten; Son.: vgl. afries. werthia, werdia, sw. V. (2), schätzen, würdigen; ae. weorþian, wurþian, sw. V. (2), wert halten, ehren, auszeichnen, preisen; an. -; got. waírþōn, sw. V. (2), schätzen, abschätzen, würdigen; nschw. värdera, V., werten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Wert und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einer Gegebenheit einen Wert als Ausdruck eines möglichen Nutzens geben oder schätzen oder beurteilen; BM.: drehen bzw. wenden; F.: werten (!), werte (!), wertest, wertet, wertete, wertetest, werteten, wertetet, gewertet, ##gewertet, gewertete, gewertetes, gewertetem, gewerteten, gewerteter##, wertend, ###wertend, wertende, wertendes, wertendem, wertenden, wertender###, wert (!)+EW; Z.: wer-t-en
$*wertig?, nhd., Adj., (15./16. Jh.): nhd. *wertig?, Wert habend, wertvoll, nützlich; Vw.: s. gleich-, (hoch-,) minder-, voll-; E.: s. Wert, s. ig; L.: DW 29, 483; GB.: vielleicht seit 15./16. Jh. belegte und aus Wert und ig gebildete Bezeichnung für einen Wert habend oder wertvoll oder nützlich; F.: wertig, wertige, wertiges, wertigem, wertigen, wertiger(, wertigere, wertigeres, wertigerem, wertigeren, wertigerer, wertigst, wertigste, wertigstes, wertigstem, wertigsten, wertigster)+EW; Z.: wer-t-ig
$Werturteil, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Werturteil; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; E.: s. Wert, s. Urteil; L.: DW 29, 498, EWD s. u. wert; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus Wert und Urteil gebildete Bezeichnung für ein von einer Wertung geprägtes und deshalb wertendes und möglicherweise fragwürdiges Urteil wie beispielsweise Das Wetter ist heute schön in Gegensatz zu einem Tatsachenurteil wie beispielsweise Deutschland ist ein Land in Europa oder Hans ist an dem 1. Dezember 2000 geboren; F.: Werturteil, Werturteiles, Werturteils, Werturteile, Werturteilen+EW; Z.: Wer-t—ur—tei-l
Werwolf, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Werwolf, Mannwolf; ne. werewolf; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. werwolf, st. M., Werwolf; mnd. werwulf, werwolf, M., Werwolf; mnd. warwulf, M., Werwolf; mnl. weerwolf, werwolf, M., Werwolf; ahd.? werwolf*, st. M. (a), Werwolf; s. ahd. wer* (2), st. M. (a?, i?), Mann; germ. *wera-, weraz, st. M. (a), Mann; idg. u̯ī̆ros, Adj., M., kräftig, Mann, Pokorny 1177 (2028/104) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt., toch.); ahd. wolf, st. M. (a), Wolf (M.) (1); as. wulf, wolf, st. M. (a), Wolf (M.) (1); anfrk. -; germ. *wulfa-, *wulfaz, st. M. (a), Wolf (M.) (1); idg. *u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Werwolf, Kluge s. u. Werwolf, DW 29, 504, EWD s. u. Werwolf, Duden s. u. Werwolf, Bluhme s. u. Werwolf; Son.: vgl. nndl. weerwolf, Sb., Werwolf; nschw. varulv, Sb., Werwolf; nnorw. varulv, M., Werwolf; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus wer (Mann) und Wolf gebildete und in den Bestandteilen mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sich nach der Vorstellung von Menschen beispielsweise bei Vollmond angeblich in einen Wolf verwandelnden Menschen; BM.: Mannwolf; F.: Werwolf, Werwolfs, Werwolfes, Werwölfe, Werwölfen+EW; Z.: Wer—wolf
Wesen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Wesen, Geschöpf, Kennzeichnendes, Charakter, Quintessenz; ne. entity, being (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gewese; Q.: Ende 8. Jh. (althochdeutscher Isidor); E.: mhd. wesen (2), st. N., Wesen, Sein, Leben, Zustand, Verweilen, Wohnen, Aufenthalt, Aufenthaltsort, Wohnung, Hauswesen, Dasein, Existenz, Wesen; mnd. wēsen (2), wēsent, N., Wesen, Sein (N.), Dasein, Zustand, Lage, Beschaffenheit, Benehmen, Gebaren, Bleiben (N.); mnl. wesen, N., Wesen, Tier; ahd. wesan* (3), st. N. (a), Sein, Existenz, Grundlage, Wesen; ahd. wesan* (2), st. V. (5), sein (V.), werden, geschehen, stattfinden, kommen; germ. *wesan, anom. V., sein (V.), bleiben; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wesen, Kluge s. u. Wesen, DW 29, 510, EWD s. u. Wesen, Duden s. u. Wesen, Bluhme s. u. Wesen; Son.: vgl. nndl. wezen, Sb., Wesen; nschw. väsen, N., Wesen; nnorw. vesen, N., Wesen; ai. vásati, V., wohnt, weilt; gr. ἄεσαι (áesai), V. (epischer Aorist), zubringen; air. foaid, V., verbringt die Nacht; toch. B wös-, V., weilen, ruhen; GB.: (wesan) seit Ende 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung der Welt mögliche Kennzeichnende einer Gegebenheit wodurch sie sich von anderen Gegebenheiten unterscheidet; BM.: schlafen; F.: Wesen, Wesens+EW; Z.: Wes-en
$wesentlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. wesentlich, das Wesen betreffend, kennzeichnend; E.: s. Wesen, s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. wesentlich, EWD s. u. Wesen, DW 29, 592; GB.: (wesalīh*) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Wesen (und t) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches das Wesen einer Gegebenheit betreffend oder kennzeichnend; F.: wesentlich, wesentliche, wesentliches, wesentlichem, wesentlichen, wesentlicher(, wesentlichere, wesentlicheres, wesentlicherem, wesentlicheren, wesentlicherer, wesentlichst, wesentlichste, wesentlichstes, wesentlichstem, wesentlichsten, wesentlichster)+EW; Z.: wes-en-t-lich
Wesir, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Wesir, Minister in einem islamischen Staat; ne. vizier; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: Lw. pers. wasir, arab. wazīr; E.: s. pers. wasir, M., Wesir, Ratgeber; arab. wazīr, M., Wesir, Helfer; mpers. vecir, M., Wesir; L.: DW 29, 604 (Verweis auf Vesir), Duden s. u. Wesir; Son.: vgl. nndl. vizier, Sb., Wesir; frz. vizir, M., Wesir; nschw. vesir, Sb., Wesir; nnorw. vesir, M., Wesir; poln. wezyr, M., Wesir; kymr. fisir, M., Wesir; nir. visír, M., Wesir; lit. viziris, M., Wesir; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Persischen sowie mittelbar dem Arabischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für den höchsten Amtsträger des Sultans der Türkei und sachlich bereits für den Pharao und das alte Ägypten; BM.: Helfer; F.: Wesir, Wesirs, Wesire, Wesiren+FW; Z.: Wesir
Wespe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wespe, ein Insekt; ne. wasp; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wespe, sw. F., sw. M., Wespe; mnd. wespe, wopse, F., Wespe; mnd. wispe, F.?, Wespe, Bremse (F.) (2), Hummel, Hornisse; mnl. wespe, F., Wespe; ahd. wefsa, wespa, st. F. (ō), sw. F. (n), Wespe; as. waspa*, st.? F. (ō), Wespe, Hummel (F.); as. wėpsia*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wespe; as.? *wėspa?, st. F. (ō), sw. F. (n), Wespe; anfrk. -; wgerm. *wafsō, st. F. (ō), Wespe; germ. *wabesa-, *wabesaz, st. M. (a), Wespe; idg. *u̯obʰsā, F., Wespe, Pokorny 1179; s. idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114; vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wespe, Kluge s. u. Wespe, DW 29, 604, EWD s. u. Wespe, Duden s. u. Wespe, Bluhme s. u. Wespe; Son.: vgl. afries. -; ae. wæfs, wæps, wæsp, st. M. (a), Wespe; an. -; got. -; nndl. wesp, Sb., Wespe; nnorw. veps, M., Wespe; av. vawžaka-, Sb. Wespe; lat. vespa, F., Wespe; air. foich, Sb., Wespe; nir. foiche, F., Wespe; lit. vapsva, vapsà, F., Wespe; ksl. osa, Sb., Wespe; GB.: (wefsa) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches vielleicht vor 220 Millionen Jahren entstandenes weit verbreitetes schwarz-gelbes stachelbewehrtes giftiges kleineres Insekt; BM.: flechten bzw. weben; F.: Wespe, Wespen+EW; Z.: We-s-p-e
$Wessi, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Wessi; E.: s. Wes(tdeutscher), si; GB.: um 1990 aus Wes(tdeutscher) und si (Suff.) gebildete Bezeichnung der Umgangssprache für einen in den seit 1949 bestehenden westdeutschen Bundesländern geborenen Menschen in Gegensatz zu einem Ossi als einem in den 1990 aus der aufgenommenen früheren Deutschen Demokratischen Republik gebildeten ostdeutschen Bundesländern geborenen Menschen; L.: Kluge s. u. Wessi; F.: Wessi, Wessis+EW; Z.: We-ss-i
West, nhd., M., (14. Jh.): nhd. West, Westen, westliche Himmelsrichtung, Gegend gegen Sonnenuntergang; ne. west (N.); Vw.: -; Hw.: s. Westen; Q.: um 1340 (Mittelhochdeutsche Minnereden); E.: mhd. west (1), st. M., „West“, Westen; mnd. west (1), F.?, West, Westen; ahd. westan* (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a), Westen, Westwind; as. westan*, Adv., von Westen; anfrk. westan*, Adv., im Westen; s. germ. *westa, Adv., westwärts, nach Westen; germ. *westanō, Adv., von Westen; vgl. idg. *au- (3), *au̯e-, *Hau-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: DW 29, 614, Duden s. u. West; Son.: vgl. afries. westa, west, N., West, Westen; nfries. west; ae. west (1), Adv., westlich; an. vestr, Adv., westen, westwärts; got. *wista-, sw. Adj., westlich; nndl. westen, Sb., Wsten; nschw. väst, Sb., Westen; nnorw. vest, N., Westen; gr. ἑσπέρα (hespéra), F., Abend, Westen; lat. vesper, M., Abendstern, Abend, Abendzeit; air. fescor, Sb., Abend; kymr. ucher, Sb., Abend; lit. vãkaras, M., Abend; ksl. večerŭ, Sb., Abend; GB.: seit um 1340 belegte und für das Germanische und teilweise das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die durch den scheinbaren Sonnenuntergang gekennzeichnete Gegend der sich in 24 Stunden einmal um die eigene Achse und damit um sich selbst drehenden Erdkugel; BM.: weg von; F.: West+EW; Z.: We-st
Weste, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Weste, ärmellose Jacke; ne. waistcoat, vest; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. frz. veste; E.: s. frz. veste, F., Weste; lat. vestis, F., Bekleidung, Kleid, Kleidung, Anzug, (280/260-vor 200 v. Chr.); idg. u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Weste, Kluge s. u. Weste, DW 29, 622, EWD s. u. Weste, Duden s. u. Weste, Bluhme s. u. Weste; Son.: vgl. got. wasjan, sw. V. (1), einen kleiden, sich kleiden, bekleiden; nndl. vest, Sb., Weste; nschw. väst, Sb., Weste; nisl. vesti, N., Weste; kymr. fest, F., Weste; nir. veist, F., Weste; ai. váste, V., ist gekleidet; gr. ἔσθος (ésthos), N., Gewand, Kleidung; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein ärmelloses und um 1675 aus dem älteren Wams entwickeltes Kleidungsstück des menschlichen Oberkörpers oder eine ärmellose Jacke; F.: Weste, Westen (!)+EW; Z.: Wes-t-e
Westen, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Westen, westliche Himmelsrichtung, Gegend gegen Sonnenuntergang; ne. west (N.); Vw.: -; Hw.: s. West; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. westen (1), st. M., st. N., Westen; mnd. westen (1), N., Westen; mnl. west, Sb., Westen; ahd. westan* (1), st. M. (a?, i?), st. N. (a), Westen, Westwind; as. westan*, Adv., von Westen; anfrk. westan*, Adv., im Westen; s. germ. *westa, Adv., westwärts, nach Westen; germ. *westanō, Adv., von Westen; vgl. idg. *au- (3), *au̯e-, *Hau-, *u̯ē̆- (4), *u̯o-, *u̯es-, Präp., herab, weg, von, Pokorny 72 (121/121) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Westen, Kluge s. u. Westen, EWD s. u. Westen, DW 29, 625, Falk/Torp 405, Duden s. u. Westen, Bluhme s. u. Westen; Son.: vgl. afries. westa, west, N., West, Westen; nfries. west; ae. west (1), Adv., westlich; an. vestr, Adv., westen, westwärts; got. wista-, sw. Adj., westlich; nndl. westen, Sb., Westen; nschw. väst, Sb., Westen; nnorw. vest, N., Westen; gr. ἑσπέρα (hespéra), F., Abend, Westen; lat. vesper, M., Abendstern, Abend, Abendzeit; air. fescor, Sb., Abend; kymr. ucher, Sb., Abend; lit. vãkaras, M., Abend; ksl. večerŭ, Sb., Abend; GB.: (westan) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die durch den scheinbaren Sonnenuntergang gekennzeichnete Gegend der sich in 24 Stunden einmal um die eigene Achse und damit um sich selbst drehenden Erdkugel; BM.: weg von; F.: Westen, Westens+EW; Z.: We-st-en
Westerhemd, nhd. (ält.), N., (13. Jh.): nhd. Westerhemd, Taufhemd, Taufkleid; ne. christening robe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1270 (Arabel des Ulrich von Türlin); E.: mhd. westerhemede*, westerhemde, st. N., Westerhemd, Taufkleid, Taufhemd, Glückshaube; für die Herkunft des Vorderglieds vgl. ahd. westibarn*, st. N. (a), Kleinkind, Täufling; vgl. germ. *wastjō, st. F. (ō), Kleid; vgl. idg. *u̯es- (5), V., kleiden, Pokorny 1172 (2016/92) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., toch., heth.); für die Herkunft des Hinterglieds s. ahd. hemidi, st. N. (ja), Hemd, Gewand, Überwurf, Untergewand, Rundkleid; germ. *hamiþja-, *hamiþjam, st. N. (a), Hemd; vgl. idg. *k̑em- (3), V., bedecken, verhüllen, Pokorny 556 (862/94) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); L.: Kluge s. u. Westerhemd, DW 29, 637, Duden s. u. Westerhemd; GB.: (westerhemde) seit nach 1270 belegte und aus Wester und Hemd gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dem 4. Jh. n. Chr. in dem Christentum von einem Paten einem Täufling geschenktes Taufhemd oder Taufkleid; BM.: kleiden bzw. bedecken; F.: Westerhemd, Westerhemdes, Westerhemds, Westerhemden+EW; Z.: Wes-ter—hem-d
$Western, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Western, Wildwestfilm, Cowboyfilm, Indianerfilm; E.: s. West, s. ern; L.: Kluge s. u. Western, fehlt DW, EWD s. u. Western; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie aus West und ern (Suff.) gebildete Bezeichnung für Filme um die in der Vorstellung der erobernden Menschen verklärte Eroberung des westlichen Teile Nordamerikas durch die Einwanderer aus Europa gegenüber den indianischen Vorbewohnern (Wildwestfilm); F.: Western, Westerns+EW; Z.: We-st-er-n
$westlich, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. westlich; E.: s. West, s. lich; L.: DW 29, 645 (westlich[t]), EWD s. u. Westen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus West und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Erde mögliches die Himmelsrichtung des scheinbaren Sonnenuntergangs bei der Drehung der Erde um die eigene Achse und damit um sich selbst betreffend; F.: westlich, westliche, westliches, westlichem, westlichen, westlicher(, westlichere, westlicheres, westlicherem, westlicheren, westlicherer, westlichst, westlichste, westlichstes, westlichstem, westlichsten, westlichster)+EW; Z.: we-st—lich
wett, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. wett, quitt, abbezahlt, abgegolten, erledigt; ne. even (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wette, wetten; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. wette (2), Adj., wette, abbezahlt, wett, ausgeglichen; s. mhd. wette, st. N., st. F., Wette, Pfand, Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit; ahd. wetti, st. N. (ja), Pfand; germ. *wadja-, *wadjam, st. N. (a), Pfand, Handgeld; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wett, Kluge s. u. wett, DW 29, 658, EWD s. u. wett, Duden s. u. wett; GB.: seit 1190-1210 belegte und mit Wette verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Geschäften unter Menschen in den Hochkulturen des Altertums mögliches abbezahlt oder abgegolten oder erledigt; BM.: Pfand geben; F.: wett+EW; Z.: wett
$Wettbewerb, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wettbewerb, Wettstreit, Wettlauf; E.: s. Wett(e), s. Bewerb; L.: DW 29, 663, EWD s. u. Wette; GB.: seit 19. Jh. belegte und nach frz. concurrence aus Wett(e) und Bewerb gebildete Bezeichnung für das Ringen (N.) oder Bewerben mehrerer Menschen um ein möglichst gutes Ergebnis für sich oder für einen Wettstreit oder für einen Wettlauf; F.: Wettbewerb, Wettbewerbes, Wettbewerbs, Wettbewerbe, Wettbewerben+EW; Z.: Wett—be—werb
Wette, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wette, Wetteinsatz, Wettvertrag; ne. wager (N.), bet (N.); Vw.: -; Hw.: s. wett, wetten; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wette, st. N., Wette, Pfandvertrag; mnd. wedde (1), N., Pfand, Gewette, Strafe, Strafurteil, städtische Behörde, Polizeigericht, Vertrag; mnl. wedde, F., Pfand, Besoldung; ahd. wetti, st. N. (ja), Pfand, Kaufgeld, Bürgschaft, Übereinkunft; as. wėddi*, st. N. (ja), Pfand; anfrk. -; germ. *wadja-, *wadjam, st. N. (a), Pfand, Handgeld; idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wett, Kluge s. u. Wette, DW 29, 665, EWD s. u. Wette, Falk/Torp 386, Duden s. u. Wette; Son.: vgl. afries. wedd, wed (1), st. N. (ja), Versprechen, Vertrag, Gelöbnis; nfries. wet; ae. wėdd, wėd, st. N. (ja), Pfand, Übereinkommen, Sicherheit, Mitgift; an. veð, st. N. (ja), Pfand, Sicherheit, Einsatz; got. wadi, st. N., (ja?, ia?), Pfand; nndl. gewed, Sb., Wette; nschw. vad, N., Wette; nisl. veð, N., Bürgschaft, Pfand; ai. vivadhá-, M., Tragjoch, Verbindliches; lat. vas, M., Bürge; air. feidil, Sb., Joch; kymr. gwedd, F., Joch; lit. ùzvadas, M., Stellvertreter, Rechtsbeistand; GB.: (wetti) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche zwischen zwei oder mehr Menschen getroffene Verabredung (Vertrag) wonach bei Eintreten oder Nichteintreten eines Ereignisses oder bei Nachweis der Gültigkeit oder Nichtgültigkeit einer Behauptung ein vereinbarter Einsatz (Wetteinsatz) zwischen den Beteiligten von dem Verlierer zu dem Sieger wechselt; BM.: Pfand geben; F.: Wette, Wetten+EW; Z.: Wett-e
Wetteifer, nhd., M.: nhd. Wetteifer; E.: s. Wett(e), s. Eifer; L.: DW 29, 685; GB.: vielleicht seit 1677 belegte und aus Wett(e) und Eifer gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Bestreben (Eifer) andere Menschen durch eine eigene Leistung zu übertreffen; F.: Wetteifer, Wetteifers
$wetteifern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. wetteifern; E.: s. Wetteifer, s. n; L.: EWD s. u. Eifer; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wetteifer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit anderen Menschen um ein Ziel (um die Wette) kämpfen oder eifern; F.: wetteifern, wetteifere, wetteifer (!), wetteiferst, wetteifert, wetteiferte, wetteifertest, wetteiferten, wetteifertet, wettgeeifert, ##wettgeeifert, wettgeeiferte, wettgeeifertes, wettgeeifertem, wettgeeiferten, wettgeeiferter##, wetteifernd, ###wetteifernd, wetteiferndes, wetteiferndem, wetteifernden, wetteifernder###, wetteifer (!)+EW; Z.: wett—ei-f-er-n
wetten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wetten, eine Wette abschließen; ne. bet (V.), wager (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wette, wett; Q.: 2. Hälfte 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wetten (1), sw. V., wetten, wetten auf, Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen; mnd. wedden, sw. V., wetten, Gewette oder Strafgeld verwirken und zahlen für ein Vergehen, pfandweise erwerben, Einsatz eingehen, Vertrag eingehen; mnl. wedden, sw. V., Strafeinsatz zahlen, Pfand nehmen, einen Einsatz geben; ahd. wettōn*, sw. V. (2), wetten, versprechen, verbürgen; as. -; anfrk. -; germ. *wadjōn, sw. V., verpfänden, einsetzen; s. idg. *u̯ādʰ-, *u̯ədʰ-, Sb., V., Pfand, Pfand geben, wetten, Pokorny 1109 (1929/5) (RB. idg. aus arm., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Wette, DW 29, 690, EWD s. u. wetten, Falk/Torp 386, Duden s. u. wetten, Bluhme s. u. wetten; Son.: vgl. afries. weddia, sw. V. (2), versprechen, geloben, Sicherheit stellen, Sicherheit leisten; ae. wėddian, sw. V. (2), einen Vertrag machen, versprechen, verloben, verheiraten; an. -; got. wadjōn, sw. V. (2), verloben; nndl. wedden, V., wetten; ne. wed, V., heiraten; lit. vadúoti, V., vertreten; nnorw. vedde, V., wetten; GB.: (wettōn) seit 2. Hälfte 8. Jh. belegte und aus Wett(e) und en (Suff.) gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches etwas auf den erwarteten Ausgang eines zukünftigen Ereignisses setzen oder eine Wette abschließen; BM.: Pfand geben; F.: wetten (!), wette (!), wettest, wettet, wettete, wettetest, wetteten, wettetet, gewettet, ##gewettet, gewettete, gewettetes, gewettetem, gewetteten, gewetteter##, wettend, ##wettend, wettende, wettendes, wettendem, wettenden, wettender###, wett (!)+EW; Z.: wett-en
Wetter, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Wetter, Witterung, Unwetter; ne. weather (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gewitter, wittern; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. weter, wetter, weder, wedder, st. N., Wetter, Unwetter, Witterung, Gewitter, Ungewitter, frische Luft, freie Luft; mnd. wēder* (2), weder, wedder, weer, N., Wetter, Witterung, Unwetter, Gewitter; mnl. wēder, N., Wetter, Unwetter, Luft; ahd. wetar*, st. N. (a), Wetter, Luft, Wind; as. wedar*, st. N. (a), Wetter, Sturm; anfrk. *wideri?, st. N. (ja), Wetter; germ. *wedra-, *wedram, st. N. (a), Wind, Wetter; idg. *u̯edʰro-, Sb., Witterung, Wetter, Pokorny 82; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wetter, Kluge s. u. Wetter, DW 29, 698, EWD s. u. Wetter, Falk/Torp 385, Duden s. u. Wetter, Bluhme s. u. Wetter; Son.: vgl. afries. weder (2), st. N. (a), Wetter; nnordfries. waaer; ae. weder, st. N. (a), Wetter, Luft, Himmel, Wind; an. veðr (2), st. N. (a), Wetter, Witterung, Geruch; nndl. weer, Sb., Wetter; nschw. väder, N., Wetter; nnorw. vær, N., Wetter; ksl. vedro, Sb., schönes Wetter; GB.: (wetar) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Welt mit den Dimensionen von Raum und Zeit jeweils gegenwärtigen Zustand der Witterung an einem einzelnen Ort; BM.: wehen; F.: Wetter, Wetters, Wettern+EW; Z.: We-t-t-er
$Wetterfahne, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Wetterfahne; E.: s. Wetter, s. Fahne; L.: Kluge s. u. Fahne, DW 29, 722; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wetter und Fahne gebildete Bezeichnung für eine von Menschen vor rund 2000 Jahren beispielsweise für die Akropolis in Athen entwickelte und seitdem verwendete Vorrichtung für die Anzeige von Wind mittels einer von ihm bewegten Fahne; F.: Wetterfahne, Wetterfahnen+EW; Z.: We-t-t-er—fahn-e
$wetterleuchten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wetterleuchten; E.: s. Wetter, s. leuchten; L.: DW 29, 744, EWD s. u. Wetter; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wetter und leuchten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches bei Gewitter leuchten oder auffällig Licht erscheinen lassen; F.: wetterleuchten, wetterleuchte, wetterleuchtest, wetterleuchtet, wetterleuchtete, wetterleuchtetest, wetterleuchteten, wetterleuchtetet, wettergeleuchtet, ##wettergeleuchtet, wettergeleuchtete, wettergeleuchtetes, wettergeleuchtetem, wettergeleuchteten, wettergeleuchteter##, wetterleuchtend, ###wetterleuchtend, wetterleuchtende, wetterleuchtendes, wetterleuchtendem, wetterleuchtenden, wetterleuchtender###, wetterzuleuchten (!), ####wetterzuleuchten, wetterzuleuchtend, wetterzuleuchtende, wetterzuleuchtendes, wetterzuleuchtendem, wetterzuleuchtenden, wetterzuleuchtender####, wetterleucht (!)+EW; Z.: we-t-t-er—leuch-t-en
$Wetterleuchten, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Wetterleuchten; E.: s. Wetter, s. Leuchten (N.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wetter, Kluge s. u. Wetterleuchten, fehlt DW, EWD s. u. Wetter; GB.: vielleicht seit 15. Jh., belegte und aus Wetter und Leuchten (N.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches bei Gewitter auffälliges Leuchten (N.); F.: Wetterleuchten, Wetterleuchtens+EW; Z.: We-t-t-er—leuch-t-en
$wettern, nhd., sw. V., (12./13. Jh.): nhd. wettern, dem Wetter aussetzen, fluchen, schimpfen; E.: s. Wetter, s. (e)n, (Suff.); L.: DW 29, 754, EWD s. u. Wetter; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und aus Wetter und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches dem Wetter aussetzen oder gewittern oder (übertragen [Adj.]) fluchen oder schimpfen; F.: wettern (!), wettere, wetter (!), wetterst, wettert, wetterte, wettertest, wetterten, wettertet, gewettert, ##gewettert, gewetterte, gewettertes, gewettertem, gewetterten, gewetterter##, wetternd, ###wetternd, wetterndes, wetterndem, wetternden, wetternder###, wetter (!)+EW; Z.: we-t-t-er-n
$wetterwendig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wetterwendig, sich leicht und schnell ändernd; Hw.: s. Wendehals, wetterwendisch; E.: s. Wetter, s. wendig; L.: Kluge s. u. wetterwendig, DW 29, 773; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wetter und wendig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sich wie das Wetter leicht und schnell ändernd in Gegensatz zu beständig; F.: wetterwendig, wetterwendige, wetterwendiges, wetterwendigem, wetterwendigen, wetterwendiger(, wetterwendigere, wetterwendigeres, wetterwendigerem, wetterwendigeren, wetterwendigerer, wetterwendigst, wetterwendigste, wetterwendigstes, wetterwendigstem, wetterwendigsten, wetterwendigster)+EW; Z.: we-t-t-er—we-nd-ig
$wetterwendisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wetterwendisch, sich wie das Wetter leicht und schnell ändernd; Hw.: s. Wendehals, wetterwendig; E.: s. Wetter, s. wendisch; L.: DW 29, 773, EWD s. u. Wetter; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wetter und wendisch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches sich wie das Wetter leicht und schnell ändernd; F.: wetterwendisch, wetterwendische, wetterwendisches, wetterwendischem, wetterwendischen, wetterwendischer(, wetterwendischere, wetterwendischeres, wetterwendischerem, wetterwendischeren, wetterwendischerer, wetterwendischst, wetterwendischste, wetterwendischstes, wetterwendischstem, wetterwendischsten, wetterwendischster)+EW; Z.: we-t-t-er—we-nd-isch
$Wettkampf, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wettkampf, Wettstreit; E.: s. Wettkampf; L.: DW 29, 779, EWD s. u. Wette; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wett(e) und Kampf gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Wettstreit um eine (beste) sportliche Leistung; F.: Wettkampf, Wettkampfs, Wettkampfes, Wettkämpfe, Wettkämpfen+EW; Z.: Wett—kam-p-f
$Wettlauf, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wettlauf. Wettrennen; E.: s. Wett(e), s. Lauf; L.: fehlt DW, EWD s. u. Wette; GB.: (wettelouf) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus Wett(e) und Lauf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Lauf (Rennen) mehrerer Menschen um das schnellstmögliche Erreichen eines Zieles; F.: Wettlauf, Wettlaufs, Wettlaufes, Wettläufe, Wettläufen+EW; Z.: Wett—lauf
$wettmachen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wettmachen, ausgleichen; E.: s. wett, s. machen; L.: DW 29, 783, EWD s. u. wett; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wett und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches ausgleichen; F.: wettmachen, mache wett, machst wett, macht wett, machest wett, machet wett, machte wett, machtest wett, machten wett, machtet wett, wettgemacht, ##wettgemacht, wettgemachte, wettgemachtes, wettgemachtem, wettgemachten, wettgemachter##, wettmachend, ###wettmachend, wettmachende, wettmachendes, wettmachendem, wettmachenden, wettmachender###, wettzumachen, ####wettzumachen, wettzumachend, wettzumachende, wettzumachendes, wettzumachendem, wettzumachenden, wettzumachender####, mach (!) wett+EW; Z.: wett—mach-en
$Wettrennen, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Wettrennen, Wettlauf; E.: s. Wett(e), s. Rennen; L.: fehlt DW EWD s. u. Wette; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wett(e) und Rennen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Rennen (Wettlauf) mehrerer Menschen um das schnellstmögliche Erreichen eines Zieles F.: Wettrennen, Wettrennens+EW; Z.: Wett—re-nn-en
$Wettstreit, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wettstreit, Wettkampf; E.: s. Wett(e), s. Streit; L.: fehlt DW (aber wettstreiten DW 29, 791), EWD s. u. Wette; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Wett(e) und Streit gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen Streit um eine (bestmögliche) Leistung oder einen Wettkampf; F.: Wettstreit, Wettstreites, Wettstreits, Wettstreite, Wettstreiten+EW; Z.: Wett—strei-t
wetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wetzen, schärfen, reiben, anreizen; ne. whet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wetzen, sw. V., schärfen, schleifen (V.) (1), wetzen; mnd. wetten (1), sw. V., wetzen, schärfen; mnl. wetten, sw. V., wetzen; ahd. wezzen*, hwezzen*, sw. V. (1a), wetzen, schärfen, anreizen, hervorrufen, abnutzen; as. -; anfrk. -; germ. *hwatjan, sw. V., antreiben, reizen, schärfen, wetzen; idg. *kᵘ̯ē̆d-, *kᵘ̯ō̆d-, *keu̯ed-?, V., stacheln, bohren, wetzen, schärfen, antreiben, anreizen, Pokorny 636 (1026/4) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wetzen, Kluge s. u. wetzen, DW 29, 793, EWD s. u. wetzen, Falk/Torp 115, Seebold 284, Heidermanns 316, Duden s. u. wetzen, Bluhme s. u. wetzen; Son.: vgl. afries. -; ae. hwėttan, sw. V. (1), wetzen, schärfen, anreizen, ermutigen; an. hvetja, sw. V. (1), wetzen, anreizen; got. *ƕatjan?, sw. V. (1), anreizen, verlocken; nndl. wetten, V., wetzen; lat. truquetrus, Adj., dreieckig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Abreiben schärfen; F.: wetzen, wetze, wetzst, wetzt, wetzest, wetzet, wetzte, wetztest, wetzten, wetztet, gewetzt, ##gewetzt, gewetzte, gewetztes, gewetztem, gewetzten, gewetzter##, wetzend, ###wetzend, wetzende, wetzendes, wetzendem, wetzenden, wetzender###, wetz (!)+EW; Z.: wetz-en
Whisky, Whiskey, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Whisky, Whiskey, Gerstenbrand; ne. whisky, whiskey; Vw.: -; Hw.: s. Aquavit, Wasser; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. ne. whisky; E.: s. ne. whisky, N., Whisky; von ne. whiskybe, usquebaugh, N., Whisky; aus schott.-gäl. uisgebeatha, M., Whisky, Lebenswasser; vgl. schott.-gäl. uisce, uisce, M., Wasser; idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); gäl. beatha, F., Leben; L.: Kluge s. u. Whisky, DW 29, 803, EWD s. u. Whisky, Duden s. u. Whisky; Son.: vgl. nndl. whisky, Sb., Whisky; frz. whisky, M., Whisky; nschw. whisky, visky, Sb., Whisky; nnorw. whisky, M., Whisky; poln. whisky, F., Whisky; kymr. wisgi, M., Whisky; lit. viskis, M., Whisky; GB.: seit 18. Jh.) belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar aus dem Schottisch-Gälischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit dem Mittelalter aus Gerste oder Malz hergestellten und beschönigend Lebenswasser genannten Branntwein oder Gerstenbrand; BM.: Lebenswasser; F.: Whisky, Whiskys+EW; Z.: Whi-s-k-y
wibbeln, nhd. (ält.), V.: nhd. wibbeln; Vw.: s. wiebeln (1)
Wichs, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wichs, studentisches Galagewand; ne. full dress (N.); Vw.: -; Hw.: s. wichsen; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu wichsen bzw. Wachs (s. d.); L.: Kluge s. u. Wichs, DW 29, 809, Duden s. u. Wichs; GB.: seit 18. Jh. belegte und von wichsen abgeleitete Bezeichnung für ein studentisches Galagewand eines einer Studentenverbíndung angehörigen Studenten (Verbindungsstudenten); BM.: glänzend machen bzw. weben; F.: Wichs, Wichses, Wichse, Wichsen+EW; Z.: Wich-s
$Wichse, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Wichse; E.: s. wichse(n); L.: Kluge s. u. wichsen, DW 29, 809, EWD s. u. wichsen; GB.: seit 18. Jh. belegte und von wichsen abgeleitete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher wohl für das Verschönern von Gegebenheiten entwickeltes und verwendetes Mittel aus Wachs; F.: Wichse, Wichsen+EW; Z.: Wich-s-e
wichsen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wichsen, Wachs auftragen, glänzend machen, blank reiben, onanieren; ne. blacken; Vw.: -; Hw.: s. Wichse; Q.: 15. Jh.; E.: letztlich von Wachs (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. wichsen, Kluge s. u. wichsen, EWD s. u. wichsen, DW 29, 810, Duden s. u. wichsen, Bluhme s. u. wichsen; GB.: seit 15. Jh. belegte und letztlich wohl von Wachs abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher von Menschen entwickeltes und verwendetes Leder mit Schuhcreme oder einem Lederfett einreiben sowie übertragen (Adj.) für onanieren; BM.: weben; F.: wichsen (!), wichse (!), wichsst (!), wichst, wichsest, wichset, wichste, wichstest, wichsten, wichstet, gewichst, ##gewichst, gewichste, gewichstes, gewichstem, gewichsten, gewichster##, wichsend, ###wichsend, wichsende, wichsendes, wichsendem, wichsenden, wichsender###, wichs (!)+EW; Z.: wich-s-en
Wicht, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wicht, Lebewesen, Kobold, Kind; ne. wight, midget (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. wiht, st. M., st. N., Wesen, Ding, Wicht, Geschöpf; mnd. wicht (1), M., N., Wicht, Wesen, Geschöpf (verächtlich bzw. mitleidig gebraucht), Armer, Unbemittelter; mnl. wicht, wecht, M., Wicht; ahd. wiht* (1), st. M. (a), st. N. (a) (iz) (az) (ja), Pron., Wesen, Ding, Substanz, Mensch, Geschöpf, nichtsnutziger Mensch, Wicht; as. wiht*, st. M. (a), Indef.-Pron., „Wicht“, Dämon, Wesen, Ding, Sache, etwas; anfrk. *wiht?, Pron.; germ. *wihti-, *wihtiz, *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Wesen, Sache, Ding; idg. *u̯ekti-, Sb., Sache, Ding, Pokorny 1136; s. idg. *u̯ekᵘ̯-, V., sprechen, Pokorny 1135 (1971/47) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.); vgl. idg. *u̯eg-?, *u̯eig-?, Sb., Sache?; L.: Kluge 1. A. s. u. Wicht, Kluge s. u. s. u. Wicht, DW 29, 814, EWD s. u. Wicht, Falk/Torp 381, Duden s. u. Wicht, Bluhme s. u. Wicht; Son.: vgl. afries. -; ae. wiht (1), uht, *wuht, st. M. (i), st. F. (i), st. N. (a), Wicht, Person, Geschöpf, Wesen; an. vættr, vēttr, st. F. (i), Wesen, Wicht, Geist, Ding, Sache; got. waíhts, st. F. (i), (kons.), Ding, Sache, etwas; nschw. vätte, Sb. Wichtel; ksl. veštъ, Sb., Ding, Sache; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung vorhandenes kleines Lebewesen oder auch für einen kleinen Menschen (Kind); BM.: Sache; F.: Wicht, Wichtes, Wichts, Wichte, Wichten+EW; Z.: Wich-t
Wichte, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Wichte, Gewicht, Schwere; ne. weight (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. wicht, F., Wägen, Schwere, Gewicht; Ableitung von wiegen (s. d.); s. germ. *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wichte, DW 29, 821, EWD s. u. wichtig, Duden s. u. Wichte; Son.: vgl. afries. wicht, wichte, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); saterl. wecht; ae. wiht (2), wihte (2), st. N. (a), st. F. (ō), Gewicht (N.) (1); an. vett (1), st. F. (i), Gewicht (N.) (1), Waage; GB.: seit dem 15. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Schwere oder das Gewicht einer Gegebenheit; BM.: bewegen; F.: Wichte, Wichten+EW; Z.: Wich-t-e
Wichtel, nhd., M. (13. Jh.?): nhd. Wichtel, Zwerg, kleiner Mensch; Hw.: s. Wichtelmann; E.: s. Wicht, s. el (Suff.); L.: DW 29, 821; GB.: (wihtel) seit 1. Drittel 13. Jh. belegte und aus Wicht und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen Zwerg oder auch für einen kleinen Menschen; F.: Wichtel, Wichtels, Wichteln+EW
$Wichtelmann, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wichtelmann; Hw.: s. Wichtel; E.: s. Wicht, s. el, s. Mann; L.: Kluge s. u. Wichtelmann, DW 29, 823, EWD s. u. Wicht; GB.: vielleicht seit 16. Jh. (wichtelmendle) belegte und aus Wichtel und Mann gebildete Bezeichnung für einen sachlich in der Vorstellung von Menschen möglichen Zwerg oder übertragen (Adj.) vielleicht auch für einen kleinen Menschen; F.: Wichtelmann, Wichtelmanns, Wichtelmannes, Wichtelmänner, Wichtelmännern+EW; Z.: Wich-t-el—man-n
wichtig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. wichtig, gewichtig, Gewicht habend, schwer, wesentlich, bedeutsam; ne. important, weighty; Vw.: -; Hw.: s. wiegen; Q.: 1300-1329 (Paradisus anime intellegentis); E.: mhd. wihtic, wihtec, Adj., wichtig, was nach dem Gewicht verkauft wird, wesenhaft, kreatürlich; mnd. wichtich, Adj., gewichtig, wiegend, schwer; vgl. mnd. wicht, F., Wägen, Schwere, Gewicht; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *wehti-, *wehtiz, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wichtig, Kluge s. u. wichtig, DW 28, 823, EWD s. u. wichtig, Duden s. u. wichtig, Bluhme s. u. wichtig; Son.: vgl. afries. wicht, wichte, st. F. (i), Gewicht (N.) (1); saterl. wecht; ae. wiht (2), wihte (2), st. N. (a), st. F. (ō), Gewicht (N.) (1); an. vett (1), st. F. (i), Gewicht (N.) (1), Waage; got. -; nndl. gewichtig, Adj., wichtig; nschw. viktig, Adj., wichtig; nnorw. viktig, Adj., wichtig; GB.: (wihtic) seit 1300-1329 belegte und aus Wicht und ig gebldete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches für Menschen Gewicht habend oder gewichtig oder schwer oder wesentlich oder bedeutsam; BM.: bewegen; F.: wichtig, wichtige, wichtiges, wichtigem, wichtigen, wichtiger(, wichtigere, wichtigeres, wichtigerem, wichtigeren, wichtigerer, wichtigst, wichtigste, wichtigstes, wichtigstem, wichtigsten, wichtigster)+EW; Z.: wich-t-ig
$Wichtigkeit, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wichtigkeit, Gewichtigkeit, Bedeutsamkeit; E.: s. wichtig, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. wichtig, DW 29, 834, EWD s. u. wichtig; GB.: seit 1555 belegte und aus wichtig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen für ihn mögliche Gewichtigkeit oder Bedeutsamkeit einer Gegebenheit; F.: Wichtigkeit, Wichtigkeiten+EW; Z.: Wich-t-ig-kei-t
Wicke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wicke, eine Pflanze; ne. vetch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wicke, sw. F., st. F., Wicke; mnd. wicke, F., Wicke; ahd. wikka, wicka, st. F. (jō), sw. F. (n), Wicke, Vogelwicke, Futterwicke; as. wikka*, sw.? F. (n), Wicke; anfrk. -; germ. *wikja, *wikkja, Sb., Wicke; aus lat. vicia, F., Wicke, (234-149 v. Chr.); vgl. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wicke 1, Kluge s. u. Wicke, DW 29, 837, EWD s. u. Wicke, Duden s. u. Wicke, Bluhme s. u. Wicke; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. wicke, Sb., Wicke; frz. vesce, F., Wicke; nschw. vicker, Sb., Wicke; nnorw. vikke, M., F., Wicke; GB.: (wikka) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschliche zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Blume; BM.: winden; F.: Wicke, Wicken+FW+EW; Z.: Wick-e
Wickel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Wickel, Umschlag, Gewebe, Verband, Verwicklung, Streit; ne. wrap (N.), wet pack; Vw.: -; Hw.: s. wickeln; Q.: 10. Jh.; E.: mhd. wickel, wickelīn, st. N., Wickel, Umschlag; ahd. wikkilīn*, wickilīn*, wikkilī*, wickilī*, st. N. (a), zugewogene Wollmenge, Faserbündel; germ. *wek-, V., weben?; idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wickel, Kluge s. u. Wickel, DW 29, 841, EWD s. u. wickeln, Duden s. u. Wickel, Bluhme s. u. Wickel; GB.: seit 10. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich von Menschen vielleicht schon vor den Hochkulturen des Altertums wegen einer Krankheit um einen Körperteil gelegtes oder gewickeltes und vielfach mit einer Substanz versehenes Gewebe und übertragen auch einen Streit (Verwicklung); BM.: flechten bzw. weben; F.: Wickel, Wickels, Wickeln+EW; Z.: Wi-ck-el
wickeln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. wickeln, herumwinden, umwinden, umhüllen; ne. wind (V.), wrap (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wickel; Q.: um 1300 (Heinrich von Neustadt); E.: s. mhd. wickelen*, wickeln, wicken, sw. V., wickeln; mnd. *wickelen?, sw. V., wickeln, winden; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *wek-, V., weben?; idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wickel, DW 29, 847, EWD s. u. Wickel, Duden s. u. wickeln; Son.: vgl. nschw. veckla, V., wickeln; nnorw. vikle, V., wickeln; GB.: seit um 1300 belegte und aus Wickel und (e)n (Suff.) gebildete sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches eine Gegebenheit umhüllen oder umwinden; BM.: flechten bzw. weben; F.: wickeln (!), wickel (!), wickle, wickele, wickelst, wickelt, wickelte, wickeltest, wickelten, wickeltet, gewickelt, ##gewickelt, gewickelte, gewickeltes, gewickeltem, gewickelten, gewickelter##, wickelnd, ###wickelnd, wickelnde, wickelndes, wickelndem, wickelnden, wickelnder###, wickel (!)+EW; Z.: wi-ck-el-n
$Wickler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wickler; Vw.: s. Ent-; E.: s. wick(e)l(n), s. er (Suff.); L.: DW 29, 860; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wick(e)l(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Wickelnden einschließlich einer Familie der Schmetterlinge; F.: Wickler, Wicklers, Wicklern+EW; Z.: Wi-ck-l-er
Widder, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Widder, Schafbock, Hammel, Widder (als Sternbild); ne. ram (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wider (1), widder, weder, mmd., st. M., sw. M., Widder, Schafbock; mnd. wēder* (1), weder, wedder, weer, M., Widder, Schafbock, Hammel, eine Belagerungsmaschine; mnl. wēder, M., Widder; ahd. widar* (1), st. M. (i), Widder, Schafbock; as. wethar*, st. M. (a), Widder (M.); anfrk. wither* (1), st. M. (u), Widder, Schafbock; germ. *weþru-, *weþruz, st. M. (u), Widder; s. idg. *u̯et-, N., Jahr, Pokorny 1175 (2022/98) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Widder, Kluge s. u. Widder, DW 29, 861, EWD s. u. Widder, Falk/Torp 385, Duden s. u. Widder, Bluhme s. u. Widder; Son.: vgl. afries. -; ae. weþer, st. M. (u?), Widder; ne. wether, M., Hammel; an. veðr (1), st. M. (u), Widder; got. wiþrus, st. M. (u), Widder, Lamm; nndl. weder, Sb., Widder?; nschw. vädur, Sb., Widder (Sternzeichen); nnorw. vær, M., Widder; ai. vatsá-, Sb., Kalb; gr. ἔτελον (ételon), ἔταλον (étalon), N., Jährling von Haustieren; lat. vitulus, M., Kalb, Kälblein, Kälbchen; lit. vētušas, Adj., alt, bejahrt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschlich mögliches männliches unkastriertes Schaf oder einen Schafbock (und ein Sternbild); BM.: Jahr?; F.: Widder, Widders, Widdern+EW; Z.: Widd-er
wider, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. wider, gegen, entgegen, entgegengesetzt, zuwider, zurück; ne. against, contra; Vw.: -; Hw.: s. wieder; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. wider, Präp., Adv., wider, gegen, entgegen; mnd. wedder (2), wēder*, weder, widder, wider, Adv., wider, zurück, wieder, wiederum, abermals, mehrmals, entgegen, zuwider, feindlich; mnd. wedder (1), weder, wer, Präp., wider, gegen, von, bei, mit; mnl. weder, weer, Präp., Adv., wider, gegen, zurück, gegen; ahd. widar (2), Präp., Adv., Präf., wider, gegen, gegenüber, wieder, zurück, zum Schutz gegen, vor, durch, in Hinblick auf, verglichen mit, gemäß, nach, für, über, rückwärts, dagegen; as. withar* (1), Adv., Präp., wider, gegen, vor, für, über, zurück; anfrk. wither (2), Präp., gegen, wider, wiederum; germ. *wiþra, Adv., Präp., wider, gegen, wieder; idg. *u̯itero-, Adv., Präp., weiter, wider, wieder, Pokorny 1176; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. wider, DW 29, 867 (wieder), EWD s. u. wider, Falk/Torp 411, Duden s. u. wider, Bluhme s. u. wider; Son.: vgl. afries. wither, withe (2), wether, weder (1), Präp., wider, gegen; ae. wiþer, Präp., Adv., wider, gegen; an. viðr (2), við (2), Präp., bei, gegen, wider; got. wiþra, Präp., Präf., wider, gegen, vor, gegenüber; nndl. weer, Adv., wieder; ne. with, Präp., mit; nschw. vid, Präp., am; nschw. vid, Adv., gegen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gegen oder entgegen oder entgegengesetzt oder zuwider oder zurück; BM.: zwei; F.: wider+EW; Z.: wi-der
$widerborstig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. widerborstig, entgegenstehend, widerstrebend; E.: s. wider, s. Borst(e), s. ig; L.: Kluge s. u. widerborstig, DW 29, 925, EWD s. u. Borste; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wider und Borst(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich beispielsweise bei Pflanzen schon vormenschlich mögliches entgegenstehend oder widerstrebend; F.: widerborstig, widerborstige, widerborstiges, widerborstigem, widerborstigen, widerborstiger(, widerborstigere, widerborstigeres, widerborstigerem, widerborstigeren, widerborstigerer, widerborstigst, widerborstigste, widerborstigstes, widerborstigstem, widerborstigsten, widerborstigster)+EW; Z.: wi-der—bors-t-ig
$Widerhall, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Widerhall, Echo; E.: s. wider, Hall; L.: Kluge s. u. hallen, DW 29, 1025; GB.: (widerhal) seit um 1340 belegte und aus wider und Hall gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Schalles möglichen von einem Hindernis zurückgeworfenen Schall oder Echo; F.: Widerhall, Widerhalles, Widerhalls, Widerhalle, Widerhallen+EW; Z.: Wi-der—hal-l
$widerlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. widerlich, entgegengesetzt, unangenehm, ekelhaft; E.: s. wider, s. lich; L.: DW 29, 1112, EWD s. u. wider; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wider und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches entgegengesetzt oder unangenehm oder ekelhaft; F.: widerlich, widerliche, widerliches, widerlichem, widerlichen, widerlicher(, widerlichere, widerlicheres, widerlicherem, widerlicheren, widerlicherer, widerlichst, widerlichste, widerlichstes, widerlichstem, widerlichsten, widerlichster)+EW; Z.: wi-der—lich
$widern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. widern, gegen sein (V.); Vw.: s. an-, er-; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. wider, s. n; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. wider, DW 29, 1123; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus wider und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches gegen sein (V.); F.: widern, widere, wider (!), widerst, widert, widerte, widertest, widerten, widertet, gewidert, ##gewidert, gewiderte, gewidertes, gewidertem, gewiderten, gewiderter##, widernd, ###widernd, widerndes, widerndem, widernden, widernder###, wider (!)+EW; Z.: wi-der-n
$Widerpart, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Widerpart, Widersacher, Gegner, Gegenspieler; E.: s. wider, s. Part; L.: Kluge 1. A. s. u. Widerpart, Kluge s. u. Widerpart, DW 29, 1132 (Widerpart[e]), EWD s. u. Part; GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus wider und Part gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Gegner oder Gegenspieler; F.: Widerpart, Widerparts, Widerpartes, Widerparte, Widerparten+EW+FW; Z.: Wi-der—par-t
$widerrufen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. widerrufen, zurückrufen, für ungültig erklären; E.: s. wider, s. rufen; L.: DW 29, 1155 (wi[e]derrufen), EWD s. u. wider; GB.: (widerrüefen) seit vor 1350 belegte und aus wider und rufen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches zurückrufen oder für ungültig erklären; F.: widerrufen (!), widerrufe (!), widerrufst, widerruft, widerrufest, widerrufet, widerrief, widerriefst, widerriefen, widerrieft, ##widerrufen, widerrufene, widerrufenes, widerrufenem, widerrufenen, widerrufener##, widerrufend, ###widerrufend, widerrufende, widerrufendes, widerrufendem, widerrufenden, widerrufender###, widerruf (!)+EW; Z.: wi-der—ru-f-en
$Widersacher, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. Widersacher, Widerpart, Gegner, Gegenspieler; E.: s. wider, s. Sach(e), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Widersacher, DW 29, 1161, EWD s. u. Sache; Son.: (widersachære* vierzehnhundertzwanzig bis vierzehnhundertdreißig belegt); GB.: (widarsahho) 882 (?) belegte und aus wider und sahho (Widersache!) gebildete Bezeichnung für einen sachlich mindestens seit Entstehung des Menschen möglichen Gegner oder Gegenspieler; F.: Widersacher, Widersachers, Widersachern+EW; Z.: Wi-der—sach-er
$Widersinn, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Widersinn, widersprüchlicher Sinn oder entgegengesetzter Sinn; E.: s. wider, s. Sinn; L.: Kluge s. u. Eigensinn, fehlt DW?; GB.: (widersin) seit 1390? belegte und aus wider und Sinn gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen widersprüchlichen Sinn oder einen entgegengesetzten Sinn; F.: Widersinn, Widersinns, Widersinnes+EW; Z.: Wi-der—sinn
widerspenstig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. widerspenstig, widersetzlich, gegnerisch, gegensätzlich; ne. recalcitrant, stubborn; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 15. Jh.; E.: mhd. widerspenstic, Adj., widerspenstig; s. mhd. wider, Präp., Adv., wider, gegen, entgegen; ahd. widar (2), Präp., Adv., Präf., wider, gegen, gegenüber, wieder, zurück, zum Schutz gegen, vor, durch, in Hinblick auf, verglichen mit, gemäß, nach, für, über, rückwärts, dagegen; germ. *wiþra, Adv., Präp., wider, gegen, wieder; idg. *u̯itero-, Adv., Präp., weiter, wider, wieder, Pokorny 1176; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); das Hinterglied stammt wahrscheinlich von spannen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. widerspenstig, DW 29, 1226, EWD s. u. wider, Duden s. u. widerspenstig; Son.: vgl. nndl. weerspannig, Adj., widerspenstig; nschw. motspänstig, Adj., widerspenstig; GB.: (widerspenstic) seit 1470 belegte und aus wider und wahrscheinlich spannen sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich nicht fügen wollend oder widersetzlich oder gegnerisch oder gegensätzlich; BM.: entzwei, spannen; F.: widerspenstig, widerspenstige, widerspenstiges, widerspenstigem, widerspenstigen, widerspenstiger(, widerspenstigere, widerspenstigeres, widerspenstigerem, widerspenstigeren, widerspenstigerer, widerspenstigst, widerspenstigste, widerspenstigstes, widerspenstigstem, widerspenstigsten, widerspenstigster)+EW; Z.: wi-der—spen-st-ig
$widersprechen, nhd., st. V., (10. Jh.): nhd. widersprechen, dagegensprechen; E.: s. wider, s. sprechen; L.: DW 29, 1245, EWD s. u. wider; GB.: (widarsprehhan*) seit 10. Jh. belegte und vielleicht nach lat. contradicere aus wider und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches dagegensprechen; F.: widersprechen, widerspreche, widersprichst, widerspricht, widersprecht, widersprechest, widersprechet, widersprach, widersprachst, widersprachen, widerspracht, widerspräche, widersprächest, widersprächen, widersprächet, widersprochen, ##widersprochen, widersprochene, widersprochenes, widersprochenem, widersprochenen, widersprochener##, widersprechend, ###widersprechend, widersprechende, widersprechendes, widersprechendem, widersprechenden, widersprechender###, widersprich (!)+EW; Z.: wi-der—s-pre-ch-en
$Widerspruch, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Widerspruch, Widerrede, Gegenrede, Gegensatz; E.: s. wider, s. Spruch; L.: DW 29, 1254, EWD s. u. wider; GB.: (widerspruch) vielleicht seit 1390 belegte und aus wider und Spruch gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache mögliche Widerrede oder Gegenrede oder einen Gegensatz; F.: Widerspruch, Widerspruchs, Widerspruches, Widersprüche, Widersprüchen+EW; Z.: Wi-der-s-pru-ch
$Widerstand, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Widerstand, Abwehr, Gegenwirkung; E.: s. wider, s. Stand; L.: DW 29, 1262, EWD s. u. wider, stehen; GB.: (widerstant) vielleicht seit 1390 belegte und aus wider und Stand gebildete Bezeichnung für eine Abwehr oder sachlich wohl seit Entstehung einer Wirkung mögliche Gegenwirkung die in der Elektrizität in Ohm gemessen wird; F.: Widerstand, Widerstands, Widerstandes, Widerstände, Widerständen+EW; Z.: Wi-der—sta-nd
$widerstehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. widerstehen, entgegenstehen; E.: s. wider, s. stehen; L.:DW 29, 1281, EWD s. u. wider, stehen; GB.: (widarstān*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. obstare aus wider und stehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches entgegenstehen; F.: widerstehen, widerstehe, widerstehst, widersteht, widerstehest, widerstehet, widerstand (!), widerstandest, widerstandst, widerstanden, widerstandet, widerstände (!), widerständest, widerständen (!), widerständet, widerstünde, widerstündest, widerstünden, widerstündet, widerstanden, ##widerstanden, widerstandene, widerstandenes, widerstandenem, widerstandenen, widerstandener##, widerstehend, ###widerstehend, widerstehende, widerstehendes, widerstehendem, widerstehenden, widerstehender###, widersteh (!)+EW; Z.: wi-der—steh-en
$widerstreben, nhd., sw. V., (12. Jh.?): nhd. widerstreben, entgegenstreben; E.: s. wider, s. streben; L.: Kluge s. u. streben, DW 29, 1303, EWD s. u. streben; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und aus wider und streben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit einem Streben mögliches entgegenstreben; F.: widerstreben, widerstrebe, widerstrebst, widerstrebt, widerstrebest, widerstrebet, widerstrebte, widerstrebtest, widerstrebten, widerstrebtet, ##widerstrebt, widerstrebte, widerstrebtes, widerstrebtem, widerstrebten, widerstrebter##, widerstrebend, ###widerstrebend, widerstrebende, widerstrebendes, widerstrebendem, widerstrebenden, widerstrebender###, widerstreb (!)+EW; Z.: wi-der—stre-b-en
$Widerton, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Widerton; E.: s. wider, s. tun; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. Widerton, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus wider und tun gebildete Bezeichnung für eine kleine wohl schon vormenschlich mögliche Pflanze (ein Moos); F.: Widerton, Widertones, Widertons, Widertöne, Widertönen+EW; Z.: Wi-der—ton
$widerwärtig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. widerwärtig, unangenehm, unerträglich; E.: s. wider, s. wärtig; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. widerwärtig, DW 29, 1365; GB.: (widarwertīg*) vielleicht seit 11. Jh. belegte und nach lat. perversus und versutus aus wider und wärtig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches unangenehm oder unerträglich; F.: widerwärtig, widerwärtige, widerwärtiges, widerwärtigem, widerwärtigen, widerwärtiger(, widerwärtigere, widerwärtigeres, widerwärtigerem, widerwärtigeren, widerwärtigerer, widerwärtigst, widerwärtigste, widerwärtigstes, widerwärtigstem, widerwärtigsten, widerwärtigster)+EW; Z.: wi-der—wär-t-ig
$Widerwille, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Widerwille, Abneigung, Ablehnung; E.: s. wider, s. Wille; L.: DW 29, 1390, EWD s. u. wider; GB.: (widerwille) seit 1378/1379 belegte und aus wider und Wille gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliche Abneigung oder Ablehnung; F.: Widerwille, Widerwillen, Widerwillens+EW; Z.: Wi-der—wil-l-e
$widerwillig, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. widerwillig, unwillig, lustlos; E.: s. Widerwill(e), s. ig; L.: DW 29, 1393, EWD s. u. wider; GB.: (widerwillic) vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Widerwill(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht Entstehung des Menschen mögliches unwillig oder lustlos; F.: widerwillig, widerwillige, widerwilliges, widerwilligem, widerwilligen, widerwilliger(, widerwilligere, widerwilligeres, widerwilligerem, widerwilligeren, widerwilligerer, widerwilligst, widerwilligste, widerwilligstes, widerwilligstem, widerwilligsten, widerwilligster)+EW; Z.: wi-der—wil-l-ig
widmen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. widmen, ausstatten, übereignen, stiften (V.) (1); ne. devote, dedicate; Vw.: -; Hw.: s. Wittum; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. widemen, sw. V., ausstatten, ausstatten mit, als Grundstück stiften, als Brautgabe zueignen, dotieren, sich niederlassen in, weihen, widmen; mnd. wēdemen*, wedemen, sw. V., widmen, stiften, ausstatten, dotieren; ahd. widamen*, sw. V. (1a), widmen, ausstatten, aussteuern; Wittum, Brautgabe, Mitgift; anfrk. -; germ. *wetmō-, *wetmōn, *wetma-, *wetman, sw. M. (n), Brautgabe; idg. *u̯edmno-, Sb., Brautkaufpreis, Pokorny 1116; s. idg. *u̯edʰ- (2), *u̯ed-, V., führen, heiraten, Pokorny 1115 (1946/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. widmen, DW 29, 1413, EWD s. u. widmen, Duden s. u. widmen, Bluhme s. u. widmen; Son.: vgl. ? nndl. wijden, V., widmen; GB.: (widamen) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen mögliches ein eigenes Werk für jemand anderen bestimmen oder ausstatten oder übereignen oder stiften; BM.: führen bzw. heiraten; F.: widmen, widme (!), widmest, widmet, widmete, widmetest, widmeten, widmetet, gewidmet, ##gewidmet, gewidmete, gewidmetes, gewidmetem, gewidmeten, gewidmeter##, widmend, ###widmend, widmende, widmendes, widmendem, widmenden, widmender###, widme (!)+EW; Z.: wid-m-en
$Widmung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Widmung, Zuteilung, Zweckbestimmung; E.: s. widm(en), s. ung; L.: DW 29, 1433, EWD s. u. widmen; GB.: (widemunge) seit 1284 belegte und aus widm(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Zuteilung oder Zweckbestimmung; F.: Widmung, Widmungen+EW; Z.: Wi-d-m-ung
$widrig, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. widrig, entgegenstehend, entgegengesetzt; Vw.: s. gesetz-(, rechts-); E.: s. wid(e)r, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. wider, Kluge s. u. wider. DW 29, 1436; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus wid(e)r und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches entgegenstehend; F.: widrig+EW; Z.: wi-dr-ig
wie, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. wie, so, auf welche Art und Weise; ne. how; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wie, Adv., wie, auf welche Weise; ahd. wio*, hwio*, Adv., Konj., wie, wieso, wieviel, auf welche Weise, welcher Art, wie sehr, dass; ahd. wie*, Adv., wie; as. -; anfrk. wie* (1), Adv., wie; germ. *hwē, Partikel, wie; germ. *hwō, Partikel, wie; vgl. idg. *kā̆, *ke, *kom, Partikel, wohl, Pokorny 515; idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644? (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); odg- *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Falk/Torp 114?, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wie, Kluge s. u. wie, DW 29, 1448, EWD s. u. wie, Falk/Torp 114, Duden s. u. wie, Bluhme s. u. wie; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. ƕē, Adv., wem, mit wem, womit, um was, irgendwie, etwa; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Art und Weise einer Gegebenheit; BM.: dieser; F.: wie+EW; Z.: wie
Wiebel, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Wiebel, Wibel, Wibbel, Kornkäfer, Mistkäfer; ne. weevil; Vw.: -; Hw.: s. wieben (1); E.: mhd. wibel (1), wupel, st. M., Wiebel, Käfer, Made, Kornwurm; mnd. wēvel* (2), wevel, M., Wiebel, Käfer, Kornkäfer; ahd. wibil, st. M. (a), Käfer, Wiebel, Kornwurm; as. *wivil?, st. M. (a), Wiebel, Käfer; anfrk. -; germ. *webila, *webilaz, st. M. (a), Käfer, Wiebel; s. idg. u̯ebʰ- (2), V., sich bewegen, wimmeln, wabern, Pokorny 1114 (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wiebel, Kluge s. u. Wiebel, DW 29, 804, Falk/Torp 391, Duden s. u. Wiebel; Son.: vgl. afries. -; ae. wifel (1), wefl (2), st. M. (a), Käfer, Wiebel; an. torðȳfill, torðvīfill, st. M. (a), Mistkäfer; got. -; ai. ūrṇavābha-, Sb., Spinne; lit. vãbalas, M., Käfer; russ. (dial.) véblica, Sb., Eingeweidewurm; GB.: (wibil) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein weltweit verbreitetes schon vormenschliches Getreidekörner verzehrendes kleines Insekt (Kornkäfer); BM.: wimmeln; F.: Wiebel, Wiebels, Wiebeln+EW; Z.: Wieb-el
wiebeln (1), wibbeln, nhd. (ält.), V., (15. Jh.): nhd. wiebeln (V.) (1), wimmeln, krabbeln; ne. swarm (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wiebel; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. wibelen, sw. V., „wiebeln“, wimmeln; s. mhd. wibel, wupel, st. M., Käfer, Made, Kornwurm; ahd. wibil, st. M. (a), Käfer, Wiebel, Kornwurm; germ. *webila, *webilaz, st. M. (a), Käfer, Wiebel; s. idg. *u̯ebʰ- (2), V., sich bewegen, wimmeln, wabern, Pokorny 1114 (RB. idg. aus germ., balt.); oder von „weben“ (s. d.); L.: Kluge s. u. wiebeln 1, DW 29, 1493 wib(b)eln, Duden s. u. wiebeln; GB.: (wibelen) seit 15. Jh. belegte und aus Wiebel und en (Suff.) gebildete und teilweise mit dem Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches sich wild und ungeordnet durcheinander bewegen oder wimmeln oder krabbeln; BM.: sich bewegen bzw. weben?; F.: wiebeln, wiebel (!), wieble, wiebelst, wiebelt, wiebelte, wiebeltest, wiebelten, wiebeltet, gewiebelt, ##gewiebelt, gewiebelte, gewiebeltes, gewiebeltem, gewiebelten, gewiebelter##, wiebelnd, ###wiebelnd, wiebelnde, wiebelndes, wiebelndem, wiebelnden, wiebelnder##, wiebel, wibbeln, wibbel (!), wibble, wibbele, wibbelst, wibbelt, wibbelte, wibbeltest, wibbelten, wibbeltet, gewibbelt, ##gewibbelt, gewibbelte, gewibbeltes, gewibbeltem, gewibbelten, gewibbelter##, wibbelnd, ###wibbelnd, wibbelnde, wibbelndes, wibbelndem, wibbelnden, wibbelnder###, wibbel (!)+EW; Z.: wieb-el-n
wiebeln (2), wiefeln, nhd. (ält.), sw. V., (13. Jh.): nhd. wiebeln (V.) (2), wibbeln, ausbessern, stopfen (Gewand); ne. stitch (V.); Vw.: -; Hw.: s. weben; Q.: 1290-1300 (Renner des Hugo von Trimberg); E.: s. mhd. wifelen, sw. V., „wifeln“, mit der Nadel stopfen, sticken; vgl. mhd. wevel, wefel, st. N., Wefel, Einschlag bei einem Gewebe, Gewebe, Kettgarn, Zettelgarn, Längsfäden des Gewebes; ahd. wefal*, weval*, st. N. (a), Einschlag, Faden, Gewebeaufzug; germ. *webla-, *weblam, st. N. (a), Einschlag; s. idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114; vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. wiebeln 2, DW 29, 1493, Duden s. u. wiebeln; Son.: vgl. ne. weft, N., Schlussfaden bei dem Weben; GB.: seit 1290-1300 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches ein Kleidungsstück ausbessern oder stopfen; BM.: weben; F.: wiebeln (!), wiebel (!), wieble, wiebelst, wiebelt, wiebelte, wiebeltest, wiebelten, wiebeltet, gewiebelt, ##gewiebelt, gewiebelte, gewiebeltes, gewiebeltem, gewiebelten, gewiebelter##, wiebelnd, ###wiebelnd, wiebelnde, wiebelndes, wiebelndem, wiebelnden, wiebelnder###, wiebel (!), wiefeln, wiefel, wiefle, wiefele, wiefelst, wiefelt, wiefelte, wiefeltest, wiefelten, wiefeltet, gewiefelt, ##gewiefelt, gewiefelte, gewiefeltes, gewiefeltem, gewiefelten, gewiefelter##, wiefelnd, ###wiefelnd, wiefelnde, wiefelndes, wiefelndem, wiefelnden, wiefelnder###, wiefel+EW; Z.: wie-b-eln
Wieche, Wieke, nhd. (ält.), M., F., (11. Jh.): nhd. Wieche, Wieke, Faserbündel, Docht, Lunte; ne. wick; Vw.: -; Hw.: s. Wocken; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. wieche, mmd. wicke, wieke, wike, sw. M., st. M., st. F., Wieche, Docht, Garndocht, Lunte, Zopf; ahd. wiohha*, wihha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wieche, Docht, Lunte; as. wioka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, „Wieche“, Docht; anfrk. -; germ. *wekō-, *wekōn, sw. F. (n), Docht, Wieche; vgl. idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wieche, Kluge s. u. Wieche, DW 29, 1493, EWD s. u. wickeln, Falk/Torp 381, Bluhme s. u. Wieche; Son.: vgl. afries. -; ae. wéoce, sw. F. (n), Wieche, Docht; an. -; got. -; GB.: (wiohha) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht vor etwa 17000 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten saugfähigen Faden oder Docht in einer Kerze oder Lampe welcher der Flamme den Brennstoff zuführt und dabei meist selbst brennend langsam aufgebraucht wird; BM.: flechten bzw. weben; F.: Wieche, Wiechen, Wieke, Wieken+EW; Z.: Wie-ch-e
Wiede, nhd. (dial.), F., (8. Jh.): nhd. Wiede, Weidenband, Flechtband; ne. willow braid; Vw.: s. Lang-; Hw.: s. Weide (1); Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. wide, st. F., sw. F., Strang, Strick (M.) (1), Galgen; mhd. wid, st. F., Wid, Flechtreis, Strang, Band (N.); ahd. wid (1), st. F. (i), Zweig, Strick (M.) (1), Fessel (F.) (1); as. witha* (1), st.? F. (ō), Strick (M.) (1); as. *with? (1), st. F. (i), Strick (M.) (1); anfrk. -; germ. *wiþi-, *wiþiz, st. F. (i), Reiserstrick, Strick (M.) (1); idg. *u̯eiti-, *u̯īti-, Sb., Gedrehtes, Gerte, Pokorny 1120; s. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wiede, DW 29, 1499, Duden s. u. Wiede; Son.: süddeutsch; vgl. afries. withthe, st. F. (i), Halsband; ae. wiþþe, sw. F. (n), Weide (F.) (1), Band (N.), Fessel (F.) (1); an. við (1), *wiðjō, st. F. (i?), Weidenband; got. -; GB.: (wid) seit um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Zweig zu einem von Menschen entwickelten und verwendeten Flechten oder ein Weidenband oder Flechtband; BM.: biegen; F.: Wiede, Wieden+EW; Z.: Wie-d-e
Wiedehopf, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wiedehopf, ein Vogel; ne. hoopoe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. witehopfe, withopfe, widhopfe, sw. M., Wiedehopf; mnd. wēdehoppe, M., Wiedehopf; mnl. wēdehoppe, M., Wiedehopf; ahd. wituhopfo*, wituhopho*, sw. M. (n), Wiedehopf; as. widohoppa*, widuhoppa*, st.? F. (ō), Wiedehopf; s. ahd. witu*, st. M. (u), st. N. (u), Holz; germ. *widuhop-?, Sb., Wiedehopf?; vgl. germ. *widu-, *widuz, st. M. (u), Wald, Holz, PN; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *epop-, opop-, Sb., Ruf des Wiedehopfs, Wiedehopf; L.: Kluge 1. A. s. u. Wiedehopf, Kluge s. u. Wiedehopf, DW 29, 1506, EWD s. u. Wiedehopf, Duden s. u. Wiedehopf, Bluhme s. u. Wiedehopf; GB.: (wituhopfo) seit 2. Hälfte 9. Jh. belegte und aus Wald und nach dem Ruf lautmalend gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen mittelgroßen schwarz-weißen durch einen rötlichen Federbusch auf dem Kopf gekennzeichneten und von Nordafrika bis Sumatra verbreiteten sowie bei Bedarf ein stinkendes Sekret verbreitenden Vogel (mit in Deutschland derzeit noch knapp tausend Brutpaaren); BM.: Wald, lautmalend; F.: Wiedehopf, Wiedehopfs, Wiedehopfes, Wiedehopfe, Wiedehopfen+EW; Z.: Wied-e—hopf
wieder, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. wieder, erneut, ein weiteres Mal; ne. again; Vw.: -; Hw.: s. wider; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. wider, Präp., Adv., wider, gegen, entgegen; mnd. wedder (2), wēder*, weder, widder, wider, Adv., wider, zurück, wieder, wiederum, abermals, mehrmals, entgegen, zuwider, feindlich; mnd. wedder (1), weder, wer, Präp., wider, gegen, von, bei, mit; mnl. weder, weer, Präp., Adv., wider, gegen, zurück, gegen; ahd. widar (2), Präp., Adv., Präf., wider, gegen, gegenüber, wieder, zurück, zum Schutz gegen, vor, durch, in Hinblick auf, verglichen mit, gemäß, nach, für, über, rückwärts, dagegen; as. withar* (1), Adv., Präp., wider, gegen, vor, für, über, zurück; anfrk. wither (2), Präp., gegen, wider, wiederum; germ. *wiþra, Adv., Präp., wider, gegen, wieder; idg. *u̯itero-, Adv., Präp., weiter, wider, wieder, Pokorny 1176; s. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wieder, Kluge s. u. wieder, DW 29, 867, EWD s. u. wider, Duden s. u. wieder, Bluhme s. u. wieder; Son.: erst seit dem 17. Jahrhundert klar von wider getrennt; vgl. nndl. weer, Adv., wieder; GB.: (aus ahd. widar gebildete) seit 17. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für erneut oder ein weiteres Mal; BM.: zwei; F.: wieder+EW; Z.: wie-der
$wiederherstellen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wiederherstellen, wieder in einen früheren Zustand bringen; E.: s. wieder, s. herstellen; L.: DW 29, 1039 (wi[e]derherstellen), EWD s. u. stellen,); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wieder und herstellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches wieder in einen früheren Zustand bringen oder reparieren; F.: wieder herstellen, stelle wieder her, stellst wieder her, stellt wieder her, stellen wieder her, stellest wieder her, stellet wieder her, stellte wieder her, stelltest wieder her, stellten wieder her, stelltet wieder her, wiederhergestellt, ##wiederhergestellt, wiederhergestellte, wiederhergestelltes, wiederhergestelltem, wiederhergestellten, wiederhergestellter##, wiederherstellend, ###wiederherstellend, wiederherstellende, wiederherstellendes, wiederherstellendem, wiederherstellenden, wiederherstellender###, wiederherzustellen, ####wiederherzustellen, wiederherzustellend, wiederherzustellende, wiederherzustellendes, wiederherzustellendem, wiederherzustellenden, wiederherzustellender####, stell (!) wieder her+EW; Z.: wie-der—her—stel-l-en
$wiederkäuen, wiederkauen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wiederkäuen; E.: s. wieder, s. kauen bzw. käuen; L.: Kluge s. u. wiederkäuen, DW 29, 1058 (wi[e]derkäuen) , EWD s. u. kauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wieder und kauen gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mittels mehrerer Mägen manchen paarhufigen Tieren mögliches mehrmals kauen von ansonsten unverdaulichen oder schwerer verdaulichen Pflanzen; F.: wiederkäuen, käue wieder, käust wieder, käut wieder, käuen wieder, käuest wieder, käuet wieder, käute wieder, käutest wieder, käuten wieder, käutet wieder, wiedergekäut, ##wiedergekäut, wiedergekäute, wiedergekäutes, wiedergekäutem, wiedergekäuten, wiedergekäuter##, wiederkäuend, ###wiederkäuend, wiederkäuende, wiederkäuendes, wiederkäuendem, wiederkäuenden, wiederkäuender###, wiederzukäuen, ####wiederzukäuen, wiederzukäuend, wiederzukäuende, wiederzukäuendes, wiederzukäuendem, wiederzukäuenden, wiederzukäuender####, käu (!) wieder+EW; Z.: wie-der—käu-en
$Wiederkäuer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wiederkäuer; E.: s. wiederkäu(en), s. er (Suff.); L.: DW 29, 1062, EWD s. u. kauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wiederkäu(en) oder wieder und kau(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einige ihre sonst unverdauliche oder schwerer verdauliche Pflanzennahrung in mehreren Abteilungen ihres Magens mehrfach kauende Paarhufer wie beispielsweise Rind und Schaf und Ziege sowie Hirsch und Reh und Gazelle und Giraffe; F.: Wiederkäuer, Wiederkäuers, Wiederkäuern+EW; Z.: Wie-der-käu-er
wiefeln, nhd. (ält.), sw. V.: nhd. wiefeln; Vw.: s. wiebeln (2)
Wiege, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Wiege, Schaukel, Kinderbettchen; ne. cradle (N.); Vw.: -; Hw.: s. bewegen, wiegen; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. wige, wiege, sw. F., st. F., Wiege; mnd. wēge (2), weige, wige, wege, F., Wiege; mnl. wieghe, F., Wiege; ahd. wiga, wiega, wega*, sw. F. (n), Wiege; s. as. waga* (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Wiege; anfrk. -; germ. *wagō-, *wagōn, sw. F. (n), Wiege; vgl. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wiege, Kluge s. u. Wiege, DW 29, 151, EWD s. u. Wiege, Seebold 543, Duden s. u. Wiege, Bluhme s. u. Wiege; Son.: vgl. afries. widze (1), wigge (1), F., Wiege; saterl. wedse; ae. -; an. vagga, sw. F. (n), Wiege; got. -; nndl. wieg, Sb., Wiege; nschw. vagga, Sb., Wiege; nnorw. wugge, M., Wiege; GB.: (wiga) seit 10. Jh. belegte Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit ihrer Sesshaftigkeit entwickeltes und verwendetes mit zwei abgerundeten Kufen beziehungsweise Schaukelbrettern versehenes kastenförmiges Kinderbettchen für Säuglinge; BM.: bewegen; F.: Wiege, Wiegen (!)+EW; Z.: Wieg-e
wiegen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. wiegen (V.) (1), ein bestimmtes Gewicht haben, abwiegen, Gewicht bestimmen; ne. weigh; Vw.: -; Hw.: s. Gewicht, wägen, Waage, Wucht, Wichte; Q.: 16. Jh.; E.: s. mhd. wigen, wiegen, sw. V., wiegen (V.) (1), sich wiegend bewegen; mnd. wēgen (1), wegen, st. V., wiegen (V.) (2), schwer sein (V.), Wert haben, wägen, abwägen, zuwägen; ahd. wegan* (1), st. V. (5), bewegen, wiegen (V.) (1), wägen; as. wegan*, st. V. (5), wägen, erwägen; anfrk. -; germ. *wegan, st. V., bewegen, wägen; idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wiegen, Kluge s. u. wiegen, DW 29, 1526, EWD s. u. wiegen 2, Duden s. u. wiegen, Bluhme s. u. wiegen; Son.: vgl. nndl. wegen, V., wiegen; nschw. väga, V., wiegen; nschw. veie, V., wiegen; GB.: seit 16. Jh. belegte und in den Vorformen für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches ein bestimmtes Gewicht haben; BM.: bewegen; F.: wiegen (!), wiege (!), wiegst, wiegt, wiegest, wieget, wog (!), wogst, wogen (!), wogt, wöge (!), wögest, wögen, wöget, gewogen, ##gewogen, gewogene, gewogenes, gewogenem, gewogenen, gewogener##, wiegend, ###wiegend, wiegende, wiegendes, wiegendem, wiegenden, wiegender###, wieg (!)+EW; Z.: wieg-en
$wiegen (2), nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wiegen, schaukeln; E.: s. Wieg(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Wiege, DW29, 1536, EWD s. u. Wiege; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wieg(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung und Verwendung der Wiege dem Menschen mögliches schaukeln; F.: wiegen (!), wiege (!), wiegst, wiegt, wiegest, wieget, wiegte, wiegtest, wiegten, wiegtet, gewiegt, ##gewiegt, gewiegte, gewiegtes, gewiegtem, gewiegten, gewiegter##, wiegend, ###wiegend, wiegende, wiegendes, wiegendem, wiegenden, wiegender###, wieg (!)+EW; Z.: wieg-en
$Wiegendruck, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wiegendruck, Inkunabel; E.: s. Wieg(e), s. en (Suff.), s. Druck; L.: Kluge s. u. Wiegendruck, DW 29, 1548, EWD s. u. Wiege; GB.: seit Ende 19. Jh. mittelbar nach lat. incunabulum (Windel) aus Wieg(e) und en (Suff.) sowie Druck gebildete Bezeichnung für ein in der Frühzeit des Buchdrucks (von der Fertigstellung des Bibeldrucks Johann Gutenbergs bis 31. 12. 1500) erfolgten Buchdruck; F.: Wiegendruck, Wiegendrucks, Wiegendrucke, Wiegendrucken+EW; Z.: Wieg-en—dru-ck
$Wiegenfest, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wiegenfest, Geburtstag; E.: s. Wiege, s. n, s. Fest; L.: Kluge s. u. Wiegenfest, DW 29, 1549; GB.: seit 1811 belegte und aus Wieg(e) und en (Suff.) sowie Fest gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Kalenders und der Kirchenbücher für den Menschen leichter erinnerbaren Geburtstag; F.: Wiegenfest, Wiegenfestes, Wiegenfests, Wiegenfeste, Wiegenfesten+EW+FW; Z.: Wieg-en—fes-t
wiehern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wiehern, schreien wie ein Pferd, laut lachen; ne. neigh (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: von mhd. weien (1), weijen, weigen, sw. V., „weien“, wiehern; ahd. weiōn*, hweiōn*, weigōn*, sw. V. (2), wiehern, aufschreien; germ. *hwaijōn, sw. V., wiehern; s. idg. *k̑u̯ei- (2)?, V., zischen, pfeifen, wispern, Pokorny 628? (1007/239) (RB. idg. aus arm., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wiehern, Kluge s. u. wiehern, DW 29, 1557, EWD s. u. wiehern, Duden s. u. wiehern, Bluhme s. u. wiehern; Son.: vgl. nisl. hvía, V., wiehern; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschliches schreien wie ein Pferd; BM.: zischen bzw. lautmalend; F.: wiehern, wiehere, wieher (!), wiehre (!), wieherst, wiehert, wieherte, wiehertest, wieherten, wiehertet, gewiehert, ##gewiehert, gewieherte, gewiehertes, gewiehertem, gewieherten, gewieherter##, wiehernd, ###wiehernd, wiehernde, wieherndes, wieherndem, wiehernden, wiehernder###, wieher (!)+EW; Z.: wieh-er-n
Wiek, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wiek, kleine Meeresbucht; ne. bay; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. an. vīk; E.: mnd. wīk, F., Seebucht; s. an. vīk, st. F. (ō), Bucht; germ. *wīk-, *wīkō, st. F. (ō), Bucht; vgl. idg. *u̯eik- (4), *u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130? (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wiek, DW 29, 1562, Duden s. u. Wiek; Son.: vgl. ae. wīc (2), Sb., Bucht; ne. …wick, Suff., …wick (in Ortsnamen); nschw. vik, Sb., Bucht; nnorw. vik, M., F., Bucht; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Altnordischen aufgenommene und umgebildete sowie für das Germanische erschließbare und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche kleine Meeresbucht an der Ostseeküste; BM.: biegen bzw. weichen (V.) (2)?; F.: Wiek, Wieken+FW; Z.: Wiek
Wieme, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Wieme, Wiemen, Stab zu dem Aufhängen des Räucherfleischs über der Esse; ne. pole for smoking meat; Vw.: -; Hw.: s. Wiemen; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. wīme, wīm, sw. M., st. M., Wiemen, Lattengerüst, Stangengerüst, Sitzstangen der Hühner; mnl. wime, Sb., Lattenwerk im Rauchfang; prov. vime, N., Geflecht, Lattenwerk; lat. vīmen, N., Flechtwerk, Rute, Weide (F.) (1), Geflecht, Korb, Setzling, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 29, 1566; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Provenzalischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Lattengerüst zu dem Aufhängen von Fleisch und Ähnlichem über einer Esse zu einem Räuchern; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wieme, Wiemen+FW(+EW?); Z.: Wie-m-e
Wiemen, nhd. (ält.), M., (15. Jh.): nhd. Wiemen, Stab zu dem Aufhängen des Räucherfleischs über der Esse; ne. pole for smoking meat; Vw.: -; Hw.: s. Wieme; Q.: 15. Jh.; E.: mnd. wīme, wīm, sw. M., st. M., „Wiemen“, Lattengerüst, Stangengerüst, Sitzstangen der Hühner; mnl. wime, Sb., Lattenwerk im Rauchfang; prov. vime, N., Geflecht, Lattenwerk; lat. vīmen, N., Flechtwerk, Rute, Weide (F.) (1), Geflecht, Korb, Setzling, (116-27 v. Chr.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wiemen, Kluge s. u. Wiemen, DW 29, 1566, Duden s. u. Wiemen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Provenzalischen und mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes Lattengerüst zu dem Aufhängen von Fleisch und Ähnlichem über einer Esse zu einem Räuchern; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wiemen, Wiemens+FW(+EW?); Z.: Wie-m-en
wienern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. wienern, putzen; ne. polish (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; E.: gebildet aus mit Wiener Putzkalk putzen, von dem ON Wien, mhd. Wien (2), Sb., Wien; wohl aus dem Kelt., vielleicht zu einem *widu-, Sb., Baum; idg. *u̯idʰu-, Sb., Baum, Holz, Pokorny 1177 (2025/101) (RB. idg. aus kelt., germ.); vgl. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. wienern, DW 29, 1570, EWD s. u. wienern, Duden s. u. wienern; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und aus Wien (ON) und er (Suff.) sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches etwas ganz blank putzen; BM.: ON (nach Wiener Putzkalk); F.: wienern (!), wienere, wiener (!), wienerst, wienert, wienerte, wienertest, wienerten, wienertet, gewienert, ##gewienert, gewienerte, gewienertes, gewienertem, gewienerten, gewienerter##, wienernd, ###wienernd, wienernde, wienerndes, wienerndem, wienernden, wienernder###, wiener (!)+EW; Z.: wien-er-n
Wiepe, nhd. (ält.), F., (18. Jh.): nhd. Wiepe, befestigtes Bündel Stroh, Strohwisch; ne. wisp (N.) of straw; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: s. mnd. wīp, wīpe?, M., Bund von Reisig, Büschel von Reisig, Holz; s. germ. *weipan, st. V., winden; idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132?; idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., weben, flechten, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wiepe, DW 29, 1570, Duden s. u. Wiepe; Son.: s. lang. wīfa, F., Weife, Strohwisch; mhd. wīfe, wīfel, F., Weife, Markzeichen von Grundstücken; vgl. got. waips, st. M. (a), Kranz; lat. viēre, V., binden, flechten; lit. výti, V., drehen, winden; ksl. po-viti, V., bewinden, einwickeln; GB.: in dem 18. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung von Menschen als Zeichen entwickeltes und verwendetes an einem Holzstock befestigtes Bündel Stroh oder einen Strohwisch; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wiepe, Wiepen+EW; Z.: Wie-p-e
wierig, nhd. (ält.), Adj., (10. Jh.): nhd. wierig, beständig, lang dauernd; ne. during (Adj.); Vw.: s. lang--; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. wiric, weric, Adj., wierig, dauerhaft, langwierig, lange während; mnd. wirich?, Adj., „wierig“, langwierig, dauerhaft; ahd. wirīg, werīg*, Adj., dauernd, dauerhaft, beständig; s. germ. *wezēn, *wezǣn, sw. V., bleiben, währen; idg. *u̯es- (1), V., weilen, verweilen, wohnen, Pokorny 1170 (2012/88) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., toch., heth.); vgl. idg. *au- (2), *au̯es-, *aus-, V., übernachten, schlafen, Pokorny 72 (120/120) (RB. idg. aus arm., gr., germ.); L.: DW 30, 1573; GB.: seit um 1000 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in einem vorgegebenen Zeitablauf lang dauernd; BM.: währen; F.: wierig, wierige, wieriges, wierigem, wierigen, wieriger(, wierigere, wierigeres, wierigerem, wierigeren, wierigerer, wierigst, wierigste, wierigstes, wierigstem, wierigsten, wierigster)+EW; Z.: wier-ig
Wiesbaum, Wiesebaum, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Wiesbaum, Wiesebaum, eine Stange; ne. a bar of a hay cart; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wisboum, wispoum, wiseboume, st. M., „Wiesbaum“, Stange über dem beladenen Heuwagen, Befestigungsanlage für Wagenladungen; mnd. wēsebōm, wēsbōm, M., „Wiesenbaum“, Wiesbaum auf einem Fuder Heu, Wiesbaum auf einem Fuder Stroh, Wiesbaum auf einem Fuder Getreide; mnl. weseboom, M., Wiesebaum; ahd. wisboum*, wisaboum*, st. M. (a), Wiesbaum, Heubaum, Stange mit der eine Ladung Heu zusammengehalten wird; die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt, das Wort wird aber schon früh an „Wiese“ angeschlossen; für die Herkunft des Hinterglied s. nhd. Baum; L.: Kluge s. u. Wies(e)baum, DW 29, 1574, vgl. DW 29, 1589 (Wiesebaum); Son.: vgl. nndl. weesboom, Sb., Wiesbaum; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und aus Wies und Baum gebildete Bezeichnung für die von Menschen nach ihrer Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete Stange mit der das auf einen Wagen geladene Heu während der Beförderung von der Wiese zu dem Stadel oder der Scheune durch Druck nach unten fest zusammengehalten wird; BM.: verbindender? Baum; F.: Wiesebaum, Wiesebaumes, Wiesebaums, Wiesebäume, Wiesebäumen, Wiesbaum, Wiesbaums, Wiesbaumes, Wiesbäume, Wiesbäumen+EW (?); Z.: Wies—bau-m
Wiese, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wiese, Grünland, Grasfläche; ne. meadow; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wise, st. F., Wiese, Weideland; mnd. wēse (3), wese, F., Wiese; mnl. wisch, F., Wiese; ahd. wisa, st. F. (ō), sw. F. (n), Wiese, Weide (F.) (2); as. *wisa?, st. F. (ō), sw. F. (n), Wiese; anfrk. -; germ. *wisō, st. F. (ō), Wiese; s. idg. *u̯eis- (1), V., sprießen, wachsen (V.) (1), Pokorny 1133 (1965/41) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wiese, Duden s. u. Wiese, DW 29, 1575, EWD s. u. Wiese, Falk/Torp 413, Duden s. u. Wiese, Bluhme s. u. Wiese; Son.: vgl. afries. -; ae. wīsc, wīsce, st. F. (ō), sw. F. (n), Wiese; an. -; got. -; av. āstra-, N., Weide (F.) (2), Gras, Futter (N.) (1); heth. weši-, Sb., Weide (F.) (2), Viehweide; ? lat. vescī, V., Speise genießen, nähren, ernähren; GB.: (wisa) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Viehzucht durch den Menschen mögliche gehölzfreie Grasflur auf häufig feuchten Böden in denen Gräser und Kräuter vorherrschen und als Nahrung für Nutztiere verwendet werden können; BM.: wachsen (V.) (1); F.: Wiese, Wiesen+EW; Z.: Wies-e
Wiesel, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Wiesel, ein Marder; ne. weasel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wisele, sw. F., st. F., Wiesel; mnd. wesele, wesel, F., Wiesel; mnl. wesel, wēsel, wisel, wesele, F., Wiesel; ahd. wisula*, wisala, st. F. (ō), sw. F. (n), Wiesel; as. -; anfrk. -; germ. *wisulō, st. F. (ō), Wiesel; germ. *wisulō-, *wisulōn, sw. F. (n), Wiesel; s. idg. u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wiesel, Kluge s. u. Wiesel, DW 29, 1592, EWD s. u. Wiesel, Falk/Torp 413, Duden s. u. Wiesel, Bluhme s. u. Wiesel; Son.: vgl. afries. -; ae. weosule, wesle, sw. F. (n), Wiesel; ? an. hreysivisla, sw. F. (n), Wiesel; got. -; nndl. wezel, Sb., Wiesel; nschw. vessla, Sb., Wiesel; GB.: (wisula) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen kleinen Marder; BM.: fließen; F.: Wiesel, Wiesels, Wieseln+EW; Z.: Wies-el
$wieso, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. wieso, warum; E.: s. wie, s. so; L.: DW 29, 1628, EWD s. u. wie; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wie und so gebildete Bezeichnung für eine nach Entwicklung von Sprache mögliche Frage nach einem Grund einer Gegebenheit; F.: wieso+EW; Z.: wie—so
Wift, nhd. (ält.), M., F., N., (12. Jh.): nhd. Wift, Honigwabe; ne. honeycomb; Vw.: -; Hw.: s. weben; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: s. mhd. wift, st. M., Faden, Zwirn feinster Art, Honigwabe; vgl. mhd. weben (1), weben, st. V., weben, knopfen, wirken, verweben in, flechten, spinnen, fertigen, sich bewegen, sich bewegen auf; ahd. weban* (1), st. V. (5), weben, flechten, spinnen; germ. *weban, st. V., weben, wickeln; idg. *u̯ebʰ- (1), V., weben, flechten, knüpfen, Pokorny 1114 (1944/20) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., germ., balt., toch.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wift, DW 29, 1638, Duden s. u. Wift; Son.: vgl. ne. weft, N., Querfaden; GB.: seit um 1190 belegte und mit weben sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sechseckige Zelle als Teil eines von Insekten gebauten Nestes aus Wachs bei Honigbienen oder aus einer papierähnlichen Masse bei Wespen; BM.: weben; F.: Wift, Wiftes, Wifts, Wifte, Wiften+EW; Z.: Wi-f-t
Wigwam, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wigwam, Indianerbehausung; ne. wigwam, tepee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: ne. wigwam; E.: s. ne. wigwam, N., Wigwam; aus einer Algonkinsprache, wìkəwαm, Sb., Haus?; L.: Duden s. u. Wigwam; Son.: vgl. nndl. wigwam, Sb., Wigwam; frz. wigwam, M., Wigwam; nschw. wigwam, Sb., Wigwam; nnorw. wigwam, M., Wigwam; poln. wigwam, M., Wigwam; lit. vigvamas, M., Wigwam; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen sowie mittelbar einer indianischen Algonkinsprache (Abenaki) aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl schon früher entwickeltes und verwendetes kuppelförmiges Zelt (oder Haus) oder eine Hütte oder Behausung nordamerikanischer Indianer; BM.: Haus; F.: Wigwam, Wigwams+FW; Z.: Wigwam
wild, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. wild, ungezähmt, unbändig, ursprünglich, hemmungslos; ne. wild (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wild, Wildbret; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. wilde (1), Adj., wild, fremd, unbekannt, fern, wunderbar, unbegreiflich; mhd. wilt (2), Adj., wild, fremd, unbekannt, fern, wunderbar, unbegreiflich, seltsam; mnd. wilde (1), wilt, wild, Adj., „wild“, öde, wüst, unstet, irre, ungezügelt, sittenlos, ausschweifend, fremd; mnl. wilt, wilde, welt, Adj., wild; ahd. wildi, Adj., wild, nicht angebaut; as. wildi*, Adj., wild; anfrk. -; germ. *welþja-, *welþjaz, *wilþja-, wilþjaz, Adj., wild; s. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139? (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wild, Kluge s. u. wild, DW 30, 8, EWD s. u. wild, Falk/Torp 403, Heidermanns 668, Duden s. u. wild, Bluhme s. u. wild; Son.: vgl. afries. wild (2), wilde, Adj., wild; nfries. wijld, Adj., wild; ae. wilde, Adj., wild, wüst; an. villr, Adj., irrend, wild; got. wilþeis, Adj. (ia), wild; nndl. wild, Sb., wild; nschw. vill, Adj., wild; nnorw. vill, Adj., wild; kymr. gwyllt, Adj., wild; GB.: (wildi) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ungezähmt oder unbändig oder ursprünglich oder hemmungslos; BM.: Haar (N.); F.: wild, wilde, wildes, wildem, wilden, wilder, wildere(, wilderes, wilderem, wilderen, wilderer, wildest, wildeste, wildestes, wildestem, wildesten, wildester)+EW; Z.: wil-d
Wild, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Wild, freilebendes jagdbares Tier; ne. game (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. wild, Wildbret; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. wilt, st. N., Wild; mnd. wilt (1), N., Wild; mnl. wilt, N., Wild; ahd. wild, st. N. (a), Tier, Wild, wildes Tier; as. -; anfrk. wild*, st. N. (a), „Wild“, wildes Tier; germ. *wilþa-, *wilþam, st. N. (a), Wild; germ. *wilþi-, *wilþiz, st. N. (i), Wild; s. idg. *u̯el- (4), *u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139? (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wild, DW 30, 1, EWD s. u. Wild, Falk/Torp 403, Duden s. u. Wild; Son.: vgl. afries. wild (1), st. N. (a), Wild; ae. wildor, st. N. (a), Wild, wildes Tier; an. -; got. -; nnow. vilt, N., Wild; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche und seit Entwicklung tierischen Lebens mögliche Gesamtheit freilebender und von dem Menschen jagdbarer Tiere wie beispielsweise Rothirsch oder Reh oder Wildschwein oder Fuchs oder Feldhase oder Steinmarder oder Wildkatze oder Fasan oder Stockente oder Graugans; BM.: Haar (N.); F.: Wild, Wildes, Wilds+EW; Z.: Wil-d
Wildbret, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Wildbret, Wild; ne. game (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. wild, Wild, braten; Q.: 1150-1170 (Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht); E.: s. mhd. wiltbrāt, wiltbrēt, wiltprāt, wiltprēt, wilbrāt, wolbreyt, st. N., Wildbret, Wildfleisch; mhd. wildbræte, wiltbræt, wiltpræt, st. N., Wildbret, Wildfleisch; mnd. wiltbrēt, wiltbrēde, wiltbrāt, wilbrāt, wilbrēde, N., Wildbret, etwas Kostbares, etwas Seltenes; vgl. mhd. wilt, st. N., Wild; mnd. wilt (1), N., Wild; ahd. wild, st. N. (a), Tier, Wild, wildes Tier; germ. *wilþa-, *wilþam, st. N. (a), Wild; germ. *wilþi-, *wilþiz, st. N. (i), Wild; s. idg. *u̯el- (4), u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139? (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. brātan, red. V., braten, rösten (V.) (1), schmoren; germ. *brēdan, *brǣdan, st. V., braten; idg. *bʰerē-, *bʰrē-, *bʰerō-, *bʰrō-, Sb., Hauch, Dunst, Pokorny 133; vgl. idg. *bʰer- (2), V., aufwallen, sich heftig bewegen, kochen, Pokorny 132 (213/46) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wildbret, Kluge s. u. Wildbret, DW 30, 47, EWD s. u. Wild, Duden s. u. Wildbret; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus Wild und brat(en) gebildete Bezeichnung für die sachlich schon vormenschliche und seit Entwicklung tierischen Lebens mögliche Gesamtheit freilebender und von dem Menschen jagdbarer (und bratbarer) Tiere; BM.: Haar (N.), kochen; F.: Wildbret, Wildbrets+EW; Z.: Wil-d—bre-t
$Wilddieb, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wilddieb, Wilderer; E.: s. Wild, s. Dieb; L.: DW 30, 57, EWD s. u. Wild; GB.: seit 17. Jh. (Stieler) belegte und aus Wild und Dieb gebildete Bezeichnung für einen Wild ohne Berechtigung verfolgenden und an sich bringenden Menschen; F.: Wilddieb, Wilddiebes, Wilddiebs, Wilddiebe, Wilddieben+EW; Z.: Wil-d—dieb
$Wilderer, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wilderer, Wilddieb; Hw.: s. Wildschütz, E.: s. wilder(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Wilderer, DW 30, 68, EWD s. u. Wild; GB.: (wilderære) seit Ende 13. Jh. belegte und aus wilder(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit den Hochkulturen des Altertums und dem Mittelalter durch Strafvorschriften von der Obrigkeit oder dem Staat oder der Allgemeinheit bekämpften wildernden Menschen oder Wilddieb; F.: Wilderer, Wilderers, Wilderern+EW; Z.: Wil-d-er-er
$wildern, nhd., sw. V., (18. Jh.?): nhd. wildern, ohne Berechtigung dem Wilde nachstellen; E.: s. wild, s. er, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Wild, DW 30, 69, EWD s. u. Wild; GB.: vielleicht seit 18. Jh. (Adelung) belegte und aus Wild und er sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen entgegen staatlichen Vorschriften dem niemandem gehörenden aber dem ausschließlichen Aneignungsrecht besonderer Aneignungsberechtigter unterliegenden Wild (ohne Berechtigung) nachstellen; F.: wildern, wildere, wilder (!), wilderst, wildert, wilderte, wildertest, wilderten, wildertet, gewildert, ##gewildert, gewilderte, gewildertes, gewildertem, gewilderten, gewilderter##, wildernd, ###wildernd, wilderndes, wilderndem, wildernden, wildernder###, wilder (!)+EW; Z.: wil-d-er-n
$Wildfang, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wildfang; E.: s. Wild, s. Fang; L.: Kluge 1. A. s. u. Wildbret, Kluge s. u. Wildfang, DW 30, 71, EWD s. u. fangen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wild und Fang gebildete Bezeichnung für ein eingefangenes Wild und ein lebhaftes Kind sowie für einen zugezogenen freien aber von einem Ortsherrn seiner Herrschaft unterworfenen Menschen; F.: Wildfang, Wildfangs, Wildfanges, Wildfänge, Wildfängen+EW; Z.: Wil-d—fa-n-g
$wildfremd, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wildfremd, ganz fremd; E.: s. wild, s. fremd; L.: Kluge s. u. wildfremd, DW 30, 81; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wild und fremd gebildete Bezeichnung für ganz fremd; F.: wildfremd, wildfremde, wildfremdes, wildfremdem, wildfremden, wildfremder, +EW; Z.: will-d—fre-m-d
$Wildheuer, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wildheuer; E.: s. wild, s. heu(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Wildheuer, DW 30, 94; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus wild und heu(en) sowie er gebildete Bezeichnung für einen wohl seit dieser Zeit auf abgelegenen Alpenwiesen Gras mähenden und dadurch Heu machenden (heuenden) Menschen; F.: Wildheuer, Wildheuers, Wildheuern+EW; Z.: Wil-d—heu-er
$Wildnis, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Wildnis; E.: s. wild, s. nis; L.: Kluge s. u. Wild, DW 30, 107, EWD s. u. wild; GB.: (mhd. wiltnisse) seit 1187/1189 belegte und aus wild und nis gebildete Bezeichnung für ein nach der Verfestigung der Erdoberfläche ursprünglich umfassendes naturbelassenes Gebiet das der Mensch in dem Laufe der Zeit immer stärker bis auf kleinere Reste seiner Herrschaft und seiner auf Gewinn ausgerichteten Bewirtschaftung unterworfen hat und weiter unterwirft; F.: Wildnis, Wildnisse, Wildnissen+EW; Z.: Wil-d-nis
$Wildschur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wildschur, ein Herrenmantel aus Wolfsfell oder Bärenfell; E.: s. Wild, s. Schur; L.: Kluge 1. A. s. u. Wildschur, Kluge s. u. Wildschur, DW 30, 120; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus poln. wilczura (Wolfspelz) aufgenommene und umgebildete sowie scheinbar aus Wild und Schur gebildete Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten sowie die Haare nach außen gekehrt nutzenden Herrenmantel aus Wolfsfell oder Bärenfell; F.: s. Wildschur+FW; Z.: Wil-d—schur
$Wildschütz, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wildschütz, Jäger; Hw.: s. Wilderer; E.: s. Wild, s. Schütz; L.: Kluge s. u. Wildschütz, DW 30, 121, EWD s. u. Wild; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wild und Schütz gebildete Bezeichnung für sachlich einen wohl seit dem Beginn der Jagd möglichen Jäger (und auch einen Wilderer); F.: Wildschütz, Wildschützen+EW; Z.: Wil-d—schü-tz
Wildwachs, nhd., M., N., (9. Jh.): nhd. Wildwachs, Sehne; ne. sinew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. walterwahse, waltewahs, waltenwahs, waltewahse, st. M., sw. M., Nerv, Sehne; mhd. wildewas, wildewasse?, M.?, Rückgrat; ahd. waltwahso*, waltowahso, sw. M. (n), Nerv, Sehne; s. wahsan?; s. germ. *walda-, *waldam, st. N. (a), Gewalt, Macht; germ. *waldi-, *waldiz, st. F. (i), Macht, Gewalt; vgl. idg. *u̯aldʰ-, *u̯ald-, V., stark sein (V.), vermögen, herrschen, Pokorny 1111; idg. u̯al-, V., stark sein (V.), Pokorny 1111 (1936/12) (RB. idg. aus ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Wildwachs, DW 30, 129, Duden s. u. Wildwachs; Son.: vgl. afries. walduwaxe, waldewaxe, waldwaxe, F., Rückennerv, Rückenmuskulatur; GB.: (ahd. waltwahso) seit 9. Jh. belegte und aus (Ge)walt und möglicherweise wachsen (?) gebildete sowie in der genauen Herkunft unbekannte Bezeichnung für das sehnige Fleisch in einem menschlichen oder tierischen Körper; BM.: stark sein (V.); F.: Wildwachs, Wildwachses, Wildwachse, Wildwachsen+EW(?); Z.: Wil-d—wach-s
Wille, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wille, Wunsch, Wollen, Streben (N.); ne. will (N.), volition; Vw.: -; Hw.: s. Goodwill, willkommen; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. wille, sw. M., st. M., Wille, Wollen, Belieben, Wünschen, Verlangen; mnd. wille, M., Wille, Wunsch, Verlangen, Absicht, Erlaubnis; mnl. wille, M., Wille; ahd. willo (1), sw. M. (n), Wille, Wunsch, Verlangen, Neigung, Willkür, Wollen, Wohlgefallen, Eifer, Entschluss; as. willio*, sw. M. (n), Wille, Gnade, Freude; anfrk. willo*, sw. M. (n), Wille; germ. *weljō-, *weljōn, *welja-, *weljan, *wiljō-, *wiljōn, *wilja-, *wiljan, sw. M. (n), Wille; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wille, Kluge s. u. Wille, DW 30, 137, EWD s. u. Wille, Falk/Torp 400, Seebold 551, Duden s. u. Wille, Bluhme s. u. Wille; Son.: vgl. afries. willa (1), sw. M. (n), Wille; nfries. wil; ae. willa, sw. M. (n), Wille, Absicht, Wunsch; an. vili, sw. M. (n), Wille; got. wilja, sw. M. (n), Wille, Wohlgefallen; nndl. wil, Sb., Wille; nschw. vilja, Sb., Wille; nnorw. vilje, M., Wille; ksl. volja, F., Wille; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das in Herkunft und Entstehung sowie Freiheit unklare Handlungen und Verhaltensweise eines einzelnen Menschen leitende Wollen (N.) oder Streben (N.); BM.: verlangen; F.: Wille, Willen, Willens+EW; Z.: Wil-l-e
willfahren, nhd., st. V., (15. Jh.): nhd. willfahren, gehorchen, Folge leisten; ne. obey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. willenvaren (1), willenvarn, willenfaren*, st. V., zu Willen sein (V.), willfahren; mnd. *willevāren?, st. V., willfahren, gefallen; ahd. willo (1), sw. M. (n), Wille, Wunsch, Verlangen, Neigung, Willkür, Wollen, Wohlgefallen, Eifer, Entschluss; germ. *weljō-, *weljōn, *welja-, *weljan, *wiljō-, *wiljōn, *wilja-, *wiljan, sw. M. (n), Wille; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); mhd. vāren, sw. V., feindlich trachten nach, nachstellen; ahd. fārēn, sw. V. (3), auflauern, nachstellen, verfolgen, streben, lauern, warten, trachten, auf Böses sinnen; germ. *fērēn, *fǣrǣn, sw. V., auflauern, nachstellen; s. germ. *fērōn, *fǣrōn, sw. V., auflauern, nachstellen; idg. *per- (2E), V., Sb., versuchen, probieren, Gefahr, Pokorny 818; L.: Kluge 1. A. s. u. Wille, Kluge s. u. willfahren, DW 30, 175, EWD s. u. Wille, Duden s. u. willfahren; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Will(e) und fahren gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen mögliches jemandes Wunsch oder Bitte nachkommen oder gehorchen oder Folge leisten; BM.: wollen (V.), nachstellen; F.: willfahren, willfahre, willfahrst, willfährst, willfahrt, willfährt, willfahrest, willfahret, willfahrte, willfahrtest, willfahrten, willfahrtet, ##willfahrt, willfahrte, willfahrtes, willfahrtem, willfahrten, willfahrter##, gewillfahrt, ##gewillfahrt, gewillfahrte, gewillfahrtes, gewillfahrtem, gewillfahrten, gewillfahrter##, willfahrend, ###willfahrend, willfahrende, willfahrendes, willfahrendem, willfahrenden, willfahrender###, willfahr (!)+EW; Z.: wil-l—fahr-en
$willfährig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. willfährig, bereitwillig, bereit, gefällig, gefügig,; E.: s. Wille, s. fahr(en), s. ig; L.: DW 30, 177, EWD s. u. Wille; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus willfahr(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bereitwillig oder bereit oder gefällig oder gefügig; F.: willfährig, willfährige, willfähriges, willfährigem, willfährigen, willfähriger(, willfährigere, willfährigeres, willfährigerem, willfährigeren, willfährigerer, willfährigst, willfährigste, willfährigstes, willfährigstem, willfährigsten, willfährigster+EW; Z.: wil-l-fähr-ig
$willig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. willig, bereitwillig, gerne bereit; Vw.: s. bereit-, frei-, gut-, mut-, wider-; E.: s. Will(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Wille, DW 30, 179. EWD s. u. Wille; GB.:(willīg) seit Ende 8. Jh. belegte und aus Will(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bereitwillig oder gerne bereit; F.: willig, willige, williges, willigem, willigen, williger(, willigere, willigeres, willigerem, willigeren, willigerer, willigst, willigste, willigstes, willigstem, willigsten, willigster)+EW; Z.: wil-l-ig
$willigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. willigen, einwilligen, einverstanden sein (V.), eines Willens sein (V.); Vw.: s. be-, ein-; E.: s. willig, s. en (Suff.); L.: DW 30, 182; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus willig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache mögliches einverstanden sein (V.) oder eines Willens sein (V.); F.: willigen, willige, willigst, willigt, willigest, williget, willigte, willigtest, willigten, willigtet, gewilligt, ##gewilligt, gewilligte, gewilligtes, gewilligtem, gewilligten, gewilligter##, willigend, ###willigend, willigende, willigendes, willigendem, willigenden, willigender###, willig (!)+EW; Z.: wil-l-ig-en
willkommen, nhd., Adj., (10. Jh.?): nhd. willkommen, gerne gesehen, angenehm, erwünscht; ne. welcome (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wille; Q.: 10. Jh. (De Henrico); E.: mhd. wilkomen, wilkumen, Adj., willkommen, nach Willen gekommen, nach Wunsch gekommen; mnd. willekōmen* (2), willekome, willekomen, (Part. Prät.=)Adj., willkommen, angenehm, lieb; ahd. willikwemo*, williquemo*, Adj., Interj., willkommen; s. ahd. willo (1), sw. M. (n), Wille, Wunsch, Verlangen, Neigung, Willkür, Wollen, Wohlgefallen, Eifer, Entschluss; as. willio*, sw. M. (n), Wille, Gnade, Freude; germ. *weljō-, *weljōn, *welja-, *weljan, *wiljō-, *wiljōn, *wilja-, *wiljan, sw. M. (n), Wille; s. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), au̯ē-, au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); ahd. kweman, queman, kuman, st. V. (4, z. T. 5), kommen, gelangen, gehen, ankommen; as. kuman, st. V. (4), kommen; germ. *kweman, st. V., kommen; s. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯āh₂-, *gᵘ̯eh₂-, gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wille, Kluge s. u. willkommen, DW 30, 194, EWD s. u. Wille, Duden s. u. willkommen; Son.: vgl. nndl. welkom, Adj., willkommen; nschw. välkommen, Adj., willkommen; nnorw. velkommen, Adj., willkommen; GB.: (willikwemo) seit um Ende 10. Jh./11. Jh. belegte und aus Will(e) und kommen gebildete Bezeichnung für gerne gesehen oder angenehm oder erwünscht; BM.: wollen (V.), gehen; F.: willkommen, willkommene, willkommenes, willkommenem, willkommenen, willkommener(, willkommenere, willkommeneres, willkommenerem, willkommeneren, willkommenerer, willkommenst, willkommenste, willkommenstes, willkommenstem, willkommensten, willkommenster)+EW; Z.: wi-l-l—kom-m-en
$Willkür, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Willkür, Willkürlichkeit, Eigenmächtigkeit, freie Willenswahl; E.: s. Will(e), s. Kür; L.: Kluge s. u. Willkür, DW 30, 204, EWD s. u. Willkür; GB.: (mhd. willenkur) seit 13. Jh. belegte und aus Will(e) (und en) sowie Kür gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Willkürlichkeit oder Eigenmächtigkeit oder freie Willenswahl; F.: Willkür+EW; Z.: Wi-l-l—kür
$willkürlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. willkürlich, auf Willkür beruhend, gewollt; E.: s. Willkür, s. lich; L.: Kluge s. u. Willkür, DW 30, 214, EWD s. u. Willkür; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Willkür und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auf Willkür beruhend oder gewollt; F.: willkürlich, willkürliche, willkürliches, willkürlichem, willkürlichen, willkürlicher(, willkürlichere, willkürlicheres, willkürlicherem, willkürlicheren, willkürlicherer, willkürlichst, willkürlichste, willkürlichstes, willkürlichstem, willkürlichsten, willkürlichster)+EW; Z.: wi-l-l—kür—lich
wimmeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. wimmeln, tummeln, sich wild und ungeordnet durcheinander bewegen; ne. swarm (V.); Vw.: -; Hw.: s. wimmen; Q.: 1283 (Lohengrin); E.: mhd. wimelen, sw. V., sich regen, wimmeln; s. mhd. wimen, wimmen, sw. V., sich schnell hin und her bewegen, sich regen, wimmeln; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. wimmeln, Kluge s. u. wimmeln, DW 30, 219, EWD s. u. wimmeln, Duden s. u. wimmeln, Bluhme s. u. wimmeln; Son.: vgl. wemelen, V., wimmeln; nschw. vimla, V., wimmeln; nnorw. vimle, V., wimmeln; GB.: seit 1283 belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich tummeln oder sich wild und ungeordnet durcheinander bewegen; BM.: ?; F.: wimmeln, wimmel (!), wimmle, wimmelst, wimmelt, wimmelte, wimmeltest, wimmelten, wimmeltet, gewimmelt, ##gewimmelt, gewimmelte, gewimmeltes, gewimmeltem, gewimmelten, gewimmelter##, wimmelnd, ###wimmelnd, wimmelnde, wimmelndes, wimmelndem, wimmelnden, wimmelnder###, wimmel (!)+EW; Z.: wimm-el-n
wimmen, nhd. (ält.), sw. V., (10. Jh.): nhd. wimmen, Weinlese halten; ne. gather grapes; Vw.: -; Hw.: s. Wein; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. windemen, wimmen, sw. V., Wein lesen; ahd. windemōn*, sw. V. (2), ernten, Trauben lesen, jemandem Trauben abpflücken; lat. vīndēmiāre, V., Weinernte halten, lesen (V.) (2), ernten, Trauben ernten, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. vīndēmia, F., Weinernte, Weinlese, Weintraube, Wein; lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. dēmere, V., abnehmen, herabnehmen, wegnehmen; vgl. lat. dē, Präp., Präf., von, ab, weg; idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. emere, V., nehmen; idg. *em-, ₑm-, V., nehmen, Pokorny 310 (456/37) (RB. idg. aus ital., kelt., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. wimmen, DW 30, 222, EWD s. u. wimmern, Duden s. u. wimmen; GB.: (windemōn) seit um 1000 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich seit der Kultur des Weines durch den Menschen mögliches Weinlese halten oder Weintrauben ernten; BM.: Wein, nehmen; F.: wimmen, wimme, wimmst, wimmt, wimmest, wimmet, wimmte, wimmtest, wimmten, wimmtet, gewimmt, ##gewimmt, gewimmte, gewimmtes, gewimmtem, gewimmten, gewimmter##, wimmend, ###wimmend, wimmende, wimmendes, wimmendem, wimmenden, wimmender###, wimm (!)+FW(+EW?); Z.: wimm-en
Wimmer, nhd. (ält.), st. M., (12./13. Jh.): nhd. Wimmer, Knorren in Holz, knorriger Auswuchs, Warze, Schwiele, Blase; ne. callus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12./13. Jh. (Glosse); E.: fnhd. wimmer, wimer, M., Knorren im Holz; mhd. wimmer (3), wimer, st. M., Wimmer, knorriger Auswuchs an einem Baumstamm, Warze, Bläschen, Hautbläschen; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Wimmer, DW 30, 222, Duden s. u. Wimmer; GB.: seit 12./13. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für einen sachlich vermutlich seit der Entstehung von Bäumen möglichen knorrigen Auswuchs an einem Baumstamm; BM.: ?; F.: Wimmer, Wimmers, Wimmern+EW; Z.: Wimm-er
$Wimmerl, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. Wimmerl, kleiner knorriger Auswuchs an einem Baumstamm; E.: s. Wimmer, s. (e)l; L.: Kluge s. u. Wimmer, DW 30, 223; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus Wimmer und (e)l (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entstehung von Bäumen möglichen kleinen knorrigen Auswuchs an einem Baumstamm; F.: Wimmerl, Wimmerls, Wimmerln+EW; Z.: Wimm-er-l
wimmern, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. wimmern, kläglich weinen und jammern; ne. whimper (V.), whine (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: Ableitung zu einem wimmer, wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. wimmern, Kluge s. u. wimmern, DW 30, 223, Duden s. u. wimmern, Bluhme s. u. wimmern; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich vermutlich seit Entstehung von Primaten mögliches kläglich weinen und jammern oder leise Klagelaute von sich geben; BM.: lautmalend; F.: wimmern, wimmere, wimmer (!), wimmre, wimmerst, wimmert, wimmerte, wimmertest, wimmerten, wimmertet, gewimmert, ##gewimmert, gewimmertes, gewimmertem, gewimmerten, gewimmerter##, wimmernd, ###wimmernd, wimmernde, wimmerndes, wimmerndem, wimmernden, wimmernder###, wimmer (!)+EW; Z.: wimm-er-n
Wimpel, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Wimpel, Fähnchen, Signalflagge; ne. wimple (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. wimpel, winpel, sw. F., st. F., M., Wimpel, Stirnbinde, Haarband, Band (N.), Kopftuch, Banner, Fähnlein, Schiffswimpel; mnd. wimpel, M., Wimpel (M.), Schleier, Kopftuch, Haarbinde; mnd. wümpel*, wumpel, M., N., Wimpel, Kopftuch, Schleier, Haarbinde, lange schmale Fahne, Banner; ahd. wimpfila*, wimphila*, wimfila*, st. F. (ō), sw. F. (n), Schleier, weites Gewand, Wimpel; as. wimpal*, st. M. (a?), Schleier, Wimpel (M.); vgl. germ. *weipan, st. V., winden; idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132?; idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); s. idg. *au̯- (5), au̯ē-, V., weben, flechten, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wimpel, Kluge s. u. Wimpel, DW 30, 225, EWD s. u. Wimpel, Duden s. u. Wimpel, Bluhme s. u. Wimpel; Son.: vgl. ae. wimpel, st. M. (a), Schleier, Halstuch, Mantel; nndl. wimpel, Sb., Wimpel; nschw. vimpel, Sb., Wimpel; nnorw. vimpel, M., Wimpel; GB.: (wimpfila) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete kleine oft dreieckige oder länglich-trapezförmige Fahne (Fähnchen); BM.: weben bzw. flechten; F.: Wimpel, Wimpels, Wimpeln+EW; Z.: Wi-mp-el
Wimper, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wimper, Härchen; ne. eyelash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wintbrā, st. F., sw. F., Wimper; mnd. wintbrā*, wīnbrā, winbrā, winbrāe, sw. F., Augenbraue, Wimper; mnl. wintbraeuwe, wintbrauwe, F., Augenbraue; ahd. wintbrāwa*, wintbrā*, st. F. (ō)?, sw. F. (n), Wimper, Augenbraue; die Herkunft des Vorderglieds ist ungeklärt; für die Herkunft des Hinterglieds s. ahd. brāwa, st. F. (ō), Braue, Augenbraue, Vorsprung, Anhöhe, Augenlid, Oberlid; germ. *brēwō, *brēhwō, st. F. (ō), Augenlid, Lid; vgl. idg. *bʰerək̑-, *bʰrēk̑-, V., glänzen, Pokorny 141 (223/56) (RB. idg. aus ind., gr., kelt.?, germ., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wimper, Kluge s. u. Wimper, DW 30, 228, EWD s. u. Wimper, Duden s. u. Wimper, Bluhme s. u. Wimper; Son.: vgl. nndl. wimper, Sb., Wimper; GB.: seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise wohl ungeklärte Bezeichnung für ein kleines in einer Gesamtheit das Auge vor Fremdkörpern schützendes Haar (Härchen) an den Augenlidern von Säugetieren; BM.: Augenlid; F.: Wimper, Wimpern+EW; Z.: Wim-per
Wimperg, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wimperg, ein verzierter Giebel; ne. wimperg; Vw.: -; Hw.: s. Wind; Q.: 4. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wintberge, sw. F., „Windberge“, Mauerzinne; ahd. wintberga, st. F. (ō), Windberge, Windschutz, Wimperg, Mauerzinne; s. ahd. wint (1), st. M. (i), Wind, Sturm, Windrichtung, Lufthauch; germ. *winda-, *windaz, *wenda-, *wendaz, st. M. (a), Wind; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ahd. bergan, st. V. (3b), „bergen“, verbergen, verstecken, schützen; germ. *bergan, st. V., bergen, schützen; idg. *bʰerg̑ʰ-, V., bergen, verwahren, bewahren, Pokorny 145? (228/61) (RB. idg. aus kelt.?, germ., balt., slaw.); vgl. idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Wimperg, DW 30, 229 (Verweis auf Wimberg), Duden s. u. Wimperg; GB.: (ahd. wintberga) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und aus Wind und berg(en) oder Berge (F.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Sesshaftwerdung von Menschen allmählich entwickelten und verwendeten verzierten Giebel über Fenstern und Türen; BM.: Wind, bergen; F.: Wimperg, Wimpergs, Wimperges, Wimperge, Wimpergen+EW; Z.: Wi-nd—per-g
Wind, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wind, wehende Luft; ne. wind (N.); Vw.: -; Hw.: s. Wimperg; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wint, st. M., Wind, Duft, Geruch, Windhund; mnd. wint (1), M., Wind, Blähung, Windhund; ahd. wint (1), st. M. (i), Wind, Sturm, Windrichtung, Lufthauch; as. wind* (1), st. M. (a), Wind; anfrk. *wind?, st. M. (i), Wind; germ. *winda-, *windaz, *wenda-, *wendaz, st. M. (a), Wind; idg. *u̯ēntos, *h₂éh₁n̥to-, M., Wind, Pokorny 82; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., blasen, wehen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wind, Kluge s. u. Wind, DW 30, 230, EWD s. u. Wind, Falk/Torp 378, Seebold 540, Duden s. u. Wind, Bluhme s. u. Wind; Son.: vgl. afries. wind (1), st. M. (a), Wind; nfries. wijn; ae. wind (1), st. M. (a), Wind; an. vindr (1), st. M. (a), Wind, Sturm; got. winds (1), st. M. (a), Wind; krimgot. wintsch, M., Wind; nndl. wind, Sb., Wind; nschw. vind, Sb., Wind; nnorw. vind, M., Wind; ai. vā́ti-, Sb., Wind; gr. ἀήμεναι (aḗmenai), V., wehen; lat. ventus, M., Wind, sehr dünner Stoff; kymr. gwynt, M., Wind; apreuß. wins, Sb., Luft, Wetter; ksl. vějati, V., wehen; toch. A want, wänt, F., Wind; toch. B yente, F., Wind; heth. huwant-, Sb., Wind; GB.: (wint) seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche wehende Luft; BM.: wehen; F.: Wind, Windes, Winds, Winde (!), Winden (!)+EW; Z.: Wi-nd
$Windbeutel, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Windbeutel, ein Gebäckstück, ein übertrieben prahlender Mensch; E.: s. Wind, s. Beutel; L.: Kluge s. u. Windbeutel, DW 30, 269, EWD s. u. Beutel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wind und Beutel gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes und mit Sahne gefülltes kleineres Gebäckstück sowie einen hohlen oder übertrieben prahlenden Menschen ohne wirkliche sachliche Bedeutung; F.: Windbeutel, Windbeutels, Windbeuteln+EW; Z.: Wi-nd—beu-t-el
Winde, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Winde, ein Hebezeug, ein Hebegerät, eine Schlingpflanze; ne. winch (N.); Vw.: s. Wehd-; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. winde (1), sw. F., Winde, Windvorrichtung, Kran, Armbrustwinde, Plane, Winde (Pflanze); mnd. winde (1), sw. F., Winde (F.) (1), Schaukel, eine Pflanze; ahd. winta (2), sw. F. (n), Winde, Windegerät, Ackerwinde; as. winda? (1), st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Winde; ahd. wintan, st. V. (3a), winden, wickeln, flechten, binden; as. windan*, st. V. (3a), sich wenden, sich bewegen; anfrk. -; germ. *wendan, st. V., winden, drehen, sich wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Winde, Kluge s. u. Winde, DW 30, 274, EWD s. u. winden, Seebold 555, Duden s. u. Winde; Son.: vgl. nndl. windas, Sb., Winde; nschw. vinda, Sb., Winde; GB.: seit 9. Jh. belegte und über winden mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Hebezeug oder Hebegerät mit einer Kurbel zu einem Aufwickeln eines Seiles oder einer Schnur (F.) (1) sowie eine sachlich schon vormenschliche und weltweit verbreitete kleine Schlingpflanze; BM.: drehen; F.: Winde, Winden+EW; Z.: Wi-nd-e
$Windei, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Windei; E.: s. Wind, s. Ei; L.: Kluge s. u. Windei, DW 30, 278; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und vielleicht nach lateinisch-griechischem Vorbild aus Wind und Ei gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Eies mögliches Ei ohne feste Kalkschale und deshalb als von dem Wind befruchtet angesehenes Ei (lat. ovum subventaneum) oder auch ohne einfache Weiterentwicklung nach der Befruchtung sowie eine sonstige unfertige Gegebenheit; F.: Windei, Windeis, Windeies, Windeier, Windeiern+EW; Z.: Wi-nd—ei
Windel, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Windel, Babywindel; ne. diaper (N.); Vw.: -; Hw.: s. winden; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. windel, wintel, st. F., sw. F., Windel; mnd. windel?, F., Windel, Band (N.) zum Winden (N.); mnl. windel, F., Windel; ahd. wintila, sw. F. (n), Windel, Schurz, Band zum Winden, Binde; as. windila*, sw. F. (n)?, „Windel“, Binde; germ. *wendila-, *wendilaz, st. M. (a), Windel, Gewundenes; s. idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Winde, Kluge s. u. Windel, DW 30, 279, EWD s. u. Windel, Falk/Torp 390, Seebold 555, Duden s. u. Windel; Son.: vgl. afries. windling, wendling, st. F. (ō), Gewandzeug; ae. windel, st. M. (a), Gewundenes, Korb; an. vǫndull, st. M. (a), Heubündel; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen körpernah eingesetzten waschbaren Saugkörper zu der Aufnahme von Urin und Kot eines Säuglings der ab etwa 1950 weltweit zunehmend von der für die Hersteller wirtschaftlich bedeutsamen aber zugleich den Abfall vermehrenden nach Gebrauch wegwerfbaren Einmalwindel abgelöst wurde; BM.: flechten bzw. weben; F.: Windel, Windeln+EW; Z.: Wi-nd-el
$windelweich, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. windelweich, weich wie eine aus zarter Leinwand hergestellte Windel, sehr weich; E.: s. Windel, s. weich; L.: Kluge s. u. windelweich, EWD s. u. Windel, DW 30, 285; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Windel und weich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sehr weich; F.: windelweich, windelweiche, windelweiches, windelweichem, windelweichen, windelweicher+EW; Z.: wi-nd-el—wei-ch
winden, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. winden (V.) (2), wickeln, biegen, krümmen; ne. wind (V.), bind (V.); Vw.: -; Hw.: s. wenden, wendig, Windel, Want?; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. winden (2), winten, wonden, st. V., winden (V.) (2), drehen, wickeln, umwickeln, einwickeln, Richtung geben, wenden; mnd. winden (1), st. V., winden, drehen, wenden, darstellen, umwinden, einwickeln, wickeln, flechten, aufwinden, in die Höhe ziehen; mnl. winden, st. V., winden; ahd. wintan*, st. V. (3a), winden, wickeln, flechten, binden; as. windan*, st. V. (3a), sich wenden, sich bewegen; anfrk. -; germ. *wendan, st. V., winden, drehen, sich wenden; idg. *u̯endʰ- (1), V., drehen, winden, wenden, flechten, Pokorny 1148 (1985/61) (RB. idg. aus ind., arm., gr., germ.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Winde, Kluge s. u. winden, DW 30, 285, EWD s. u. winden, Falk/Torp 390, Seebold 554, Duden s. u. winden, Bluhme s. u. winden; Son.: vgl. afries. winda, st. V. (3a), winden; ae. windan, st. V. (3a), winden, drehen, flechten, schwingen; an. vinda (2), st. V. (3a), winden, drehen, flechten, schwingen; got. windan, st. V. (3), winden; nndl. winden, V., winden; nschw. vinda, V., winden; nisl. vinda, V., winden; ai. vandhúra-, Sb., Wagensitz; gr. κάνναθρον (kánnathron), N., Wagen (M.) aus Rohrgeflecht, Korbwagen; umbr. aha-vendu, V., er soll sich abwenden; ksl. vęzati, V., binden; toch. AB wänt-, V., umhüllen; GB.: (wintan) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für wickeln oder biegen oder krümmen; BM.: flechten bzw. weben; F.: winden (!), winde (!), windest, windet, wand (!), wandest, wandst, wanden, wandet, wände (!), wändest, wänden, wändet, gewunden, ##gewunden, gewundene, gewundenes, gewundenem, gewundenen, gewundener##, windend, ###windend, windende, windendes, windendem, windenden, windender###, wind (!)+EW; Z.: wi-nd-en
$Windfang, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Windfang; E.: s. Wind, s. Fang; L.: Kluge s. u. Windfang, DW 30, 299, EWD s. u. Fang; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Wind und Fang gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit dieser Zeit von Menschen entwickelten und verwendeten Vorraum eines Hauses als Schutz gegen großen Wärmeverlust und vor Windeinwirkung bei Öffnen einer Haustüre; F.: Windfang, Windfangs, Windfanges, Windfänge, Windfängen+EW; Z.: Wi-nd—fa-ng
$Windhose, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Windhose, ein Wirbelwind; E.: s. Wind, s. Hose; L.: Kluge s. u. Windhose, DW 30, 305; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus Wind und Hose gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen wie ein Bein einer Hose aussehenden und Staub nach oben saugenden Wirbelwind über erhitztem Boden; F.: Windhose, Windhosen+EW; Z.: Wi-nd—hos-e
$Windhund, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Windhund, ein Hetzhund; E.-: s. Wind oder Wend(e) (M.) (?), s. Hund; L.: Kluge 1. A. s. u. Windhund, Kluge s. u. Windhund, DW 30, 305, EWD s. u. Windhund; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und aus Wind und Hund gebildete Bezeichnung für einen auch Windspiel genannten und von Menschen mindestens seit den Hochkulturen des Altertums gezüchteten hochbeinigen und oft ziemlich schlanken Hetzhund; F.: Windhund, Windhunds, Windhundes, Windhunde, Windhunden+EW; Z.: Wi-nd—hun-d
$windig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. windig, Wind betreffend, einem Wind ausgesetzt, blähend, zweifelhaft, unbeständig; E.: s. Wind, s. ig; L.: Kluge s. u. Wind, DW 30, 306, EWD s. u. Wind; E.: (windic) seit 1348/1350 belegte und aus Wind und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Wind betreffend oder durch einen immer wieder wehenden Wind ausgesetzt gekennzeichnet oder blähend oder zweifelhaft und unbeständig; F.: windig, windige, windiges, windigem, windigen, windiger(, windigere, windigeres, windigerem, windigeren, windigerer, windigst, windigste, windigstes, windigstem, windigsten, windigster)+EW; Z.: wi-nd-ig
$Windmonat, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Windmonat; E.: s. Wind?, s. Monat; L.: Kluge s. u. Windmonat, DW 30, 313; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht aus lat. vindemia (umgebildet zu Wind) und Monat gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung und Verwendung des Kalenders in den Hochkulturen des Altertums möglichen Monat November; F.: Windmonat, Windmonats, Windmonate, Windmonaten+FW+EW; Z.: Wi-nd—mo-nat
$Windmühle, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Windmühle; E.: s. Wind, s. Mühle; L.: DW 30, 313, EWD s. u. Mühle; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Wind und Mühle gebildete Bezeichnung für eine sachlich in Persien und Arabien vor etwa 1500 Jahren von Menschen entwickelte und seitdem verwendete von Wind über Flügel angetriebene Mühle; F.: Windmühle, Windmühlen+EW+FW; Z.: Wi-nd—mühl-e
$Windpocke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Windpocke; E.: s. Wind, a. Pocke; L.: Kluge s. u. Windpocken, DW 30, 316 (Windpocken); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wind und Pocke gebildete Bezeichnung für eine weltweit verbreitete sehr leicht durch Husten (Wind) übertragbare meist Kinder betreffende und sachlich wohl schon früher mögliche an Pocken oder juckenden Bläschen auf der Haut erkennbare aber von den Pocken verschiedene Viruserkrankung; F.: Windpocke, Windpocken+EW; Z.: Wi-nd—po-ck-en
$Windrose, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Windrose; E.: s. Wind, s. Rose; L.: Kluge s. u. Windrose, DW 30, 317; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wind und Rose gebildete Bezeichnung für eine Pflanze und eine sachlich wohl schon den Hochkulturen des Altertums bekannte bildliche Darstellung der Winde und Himmelsrichtungen in der Form einer Lilie oder Rose; GB.; F.: Windrose, Windrosen+EW+FW; Z.: Wi-nd—ros-e
$Windsbraut, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Windsbraut, ein Wirbelwind; E.: s. Wind, s. s, s. Braut?, s. brauen?; L.: Kluge 1. A. s. u. Windsbraut, Kluge s. u. Windsbraut, DW 30, 318; GB.: (wintesbrūt*) seit um 790 belegte und (vielleicht nach lat. sponsa vertiginis) aus Wind und (e)s (Suff.) sowie Braut oder brau(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Wirbelwind; F.: Windsbraut, Windsbräute, Windsbräuten+EW; Z.: Wi-nd-s—brau-t
$windschief, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. windschief, durch Winden (N.) schief (gewachsen), schief; E.: s. wind(en), s. schief; L.: Kluge s. u. windschief, DW 30, 321, EWD s. u. windschief; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wind(en) und schief gebildete Bezeichnung für durch Winden (N.) schief (gewachsen); F.: windschief, windschiefe, windschiefes, windschiefem, windschiefen, windschiefer(, windschiefere, windschieferes, windschieferem, windschieferen, windschieferer, windschiefst, windschiefste, windschiefstes, windschiefstem, windschiefsten, windschiefster)+EW; Z.: wi-nd—schie-f
$Windspiel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Windspiel, Windhund, Spiel mit dem Wind; E.: s. Wind, s. Spiel; L.: Kluge s. u. Windspiel, DW 30, 324, EWD s. u. Windhund; GB.: (wintspil) seit nach 1298 belegte und aus Wind und Spiel gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Windhund oder für ein von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und seitdem verwendetes Spiel mit dem Wind; F.: Windspiel, Windspiels, Windspieles, Windspiele, Windspielen+EW; Z.: Wi-nd—spiel
Wingert, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wingert, Weingarten, Weinberg; ne. vineyard; Vw.: -; Hw.: s. Bangert, Garten; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wīngarte, wīngart, sw. M., „Weingart“, Weingarten, Weinrebe, Weinberg; mnd. wīngārde, M., Weingarten, Weinberg; ahd. wīngarto, sw. M. (n), Wingert, Weinberg, Weingarten, Weinstock; ahd. wīngart, st. M. (a?, i?), Wingert, Weinberg, Weingarten; as. wīngardo*, sw. M. (n), Weingarten; anfrk. wīngardo, sw. M. (n), Weingarten; s. ahd. wīn, st. M. (a?, i?), Wein; as. wīn*, st. M. (a), st. N. (a), Wein; anfrk. wīn*, st. M. (a), Wein; germ. *wīna-, *wīnam, st. N. (a), Wein; lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. garto, sw. M. (n), Garten, Paradies; ahd. gart (2), st. M. (a?, i?), Garten, Kreis, Reigen, Rundtanz, Chor (M.) (2); as. gardo, sw. M. (n), Garten; anfrk. gardo, sw. M. (n), Garten; germ. *garda-, *gardaz, st. M. (a), Gehege, Zaun, Garten, Haus; germ. *gardō-, *gardōn, *garda-, *gardan, sw. M. (n), Gehege, Zaun, Garten, Haus; idg. *g̑ʰortos, Sb., Gehege, Haus, Garten, Pokorny 442; s. idg. *g̑ʰerdʰ-, V., Sb., greifen, fassen, umfassen, umgürten, Hürde, Haus, Garten, Pokorny 444 (641/57); vgl. idg. *g̑ʰer- (4), V., greifen, fassen, Pokorny 442 (638/54) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Wingert, Kluge s. u. Wingert, DW 30, 337, Duden s. u. Wingert; Son.: vgl. nndl. wijngaard, Sb., Wingert; nschw. vingård, Sb., Wingert; nnorw. vingard, M., Weingarten; GB.: (wīngarto) seit um 765 belegte und aus Wein und Garten gebildete und in den Bestandteilen für das Germanische und Indogermanische erschließbare oder verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen seit Kultivierung der vor rund 130 Millionen Jahren entstandenen Weintraube in Ägypten vor rund 5000 Jahren entwickelten und seitdem verwendeten Weingarten oder Weinberg; BM.: drehen bzw. biegen, umfassen; F.: Wingert, Wingerts, Wingerte, Wingerten+EW; Z.: Wi-n—ger-t
$Wink, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Wink, Hinweis; E.: s. wink(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Wink, DW 30, 337, EWD s. u. winken, Duden s. u. Wink; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus wink(en) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher von Menschen entwickelten und seitdem verwendeten sichtbaren Hinweis (auf eine Gegebenheit); F.: Wink, Winkes, Winks, Winke, Winken+EW; Z.: Wi-nk
Winkel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Winkel, Ecke; ne. angle (N.), corner (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. winkel, st. M., Winkel, Ecke, Ende; mnd. winkel, M., Winkel, Ecke, Raum, geheimer Raum, Versteck, Gang (M.) zwischen Häusern?; mnl. winkel, M., Ecke, Spitze, Punkt, Speicher, Laden, Werkstatt; ahd. winkil, st. M. (a), st. N. (a), Winkel, Ecke; as. *winkil?, st. M. (a), Winkel; anfrk. -; germ. *wenkila-, *wenkilaz, *winkila-, *winkilaz, st. M. (a), Winkel, Ecke; s. idg. *u̯eng-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1148? (1988/64) (RB. idg. aus ind., alb., germ., balt.); vgl. idg. *u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Winkel, Kluge s. u. Winkel, DW 30, 342, EWD s. u. Winkel, Duden s. u. Winkel, Bluhme s. u. Winkel; Son.: vgl. afries. winkel, st. M. (a), Winkel, Ecke; ae. wincel (1), st. M. (a), Ecke, Winkel; an. -; got. -; nndl. winkel, Sb., Winkel; nschw. vinkel, Sb., Winkel; nnorw. vinkel, M., Winkel; GB.: (winkil) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Stellung zweier Linien oder Flächen zueinander aus der Sicht des Menschen oder eine Ecke; BM.: auseinander bzw. biegen; F.: Winkel, Winkels, Winkeln+EW; Z.: Wi-nk-el
$Winkeladvokat, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Winkeladvokat; E.: s. Winkel, s. Advokat; L.: DW 30, 364, EWD s. u. Winkel; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Winkel und Advokat gebildete Bezeichnung für einen wie ein Advokat und mit beschränkten Fähigkeiten aus dem Hintergrund (Winkel) für einen anderen handelnden Menschen; F.: Winkeladvokat, Winkeladvokaten+EW+FW; Z.: Wi-nk-el—ad-vok-at
$winkelig, winklig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. winkelig, einen Winkel betreffend, eine Ecke betreffend; E.: s. Winkel, s. ig; L.: Kluge s. u. Winkel, DW 30, 404, EWD s. u. Winkel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Wink(e)l und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einen Winkel betreffend oder eine Ecke betreffend; F.: winkelig, winkelige, winkeliges, winkeligem, winkeligen, winkeliger, winklig, winklige, winkliges, winkligem, winkligen, winkliger(, winkligere) +EW; Z.: wi-nk-el-ig
$Winkelzug, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Winkelzug; E.: s. Winkel, s. Zug; L.: DW 30, 384, EWD s. u. Winkel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Winkel und Zug gebildete sowie wahrscheinlich aus dem Niederdeutschen kommende Bezeichnung für einen vielleicht schon früher möglichen und von anderen nicht immer leicht durchschaubaren oder auch bewusst geheim gehaltenen Zug in dem Verhalten eines Menschen; F.: Winkelzug, Winkelzugs, Winkelzuges, Winkelzüge, Winkelzügen+EW; Z.: Wi-nk-el—zu-g
winken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. winken, mit der Hand wedeln, die Hand bedeutsam bewegen; ne. wave (V.); Vw.: -; Hw.: s. wanken, Wank; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. winken, sw. V., wanken, schwanken, nicken, winken, herausfordern; mnd. winken, st. V., winken, Zeichen geben, Augen schließen, einschlummern; mnd. wenken, sw. V., winken, ein Zeichen geben; mnl. winken, sw. V., winken; ahd. winken*, sw. V. (1), winken, nicken, Zeichen machen, Zeichen geben, wanken, mit den Augen winken, mit den Augen zwinkern; as. winkon*, sw. V. (2), winken, wanken, zittern; anfrk. -; germ. *wenkan, sw. V., sich bewegen, wanken, nicken, winken; idg. *u̯eng-, V., gebogen sein (V.), Pokorny 1148 (1988/64) (RB. idg. aus ind., alb., germ., balt.); s. idg. u̯ā- (2), Adv., V., auseinander, biegen, drehen, Pokorny 1108 (1926/2) (RB. idg. aus ind.?, ital., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wink, Kluge s. u. winken, DW 30, 386, EWD s. u. winken, Falk/Torp 389, Duden s. u. winken, Bluhme s. u. winken; Son.: vgl. afries .-; ae. wincian, sw. V. (2), winken, Augen schließen; an. -; got. -; nndl. wenken, V., winken; ne. wink, V., zwinkern, blinzeln; GB.: (winken) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung des Menschen mögliches mit der Hand (in der Luft) wedeln oder die Hand bedeutsam bewegen; BM.: auseinander bzw. biegen; F.: winken (!), winke (!), winkst, winkt, winkest, winket, winkte, winktest, winkten, winktet, gewinkt, ##gewinkt, gewinkte, gewinktes, gewinktem, gewinkten, gewinkter##, gewunken, ##gewunken, gewunkene, gewunkenen, gewunkenem, gewunkenen, gewunkener##, winkend, ###winkend, winkende, winkendes, winkendem, winkenden, winkender###, wink (!)+EW; Z.: wi-nk-en
Winn, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Winn, Gewinn, Ertrag, Nutzen (M.); ne. profit (N.), gain (N.); Vw.: s. Ge-; Hw.: s. winnen; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: mhd. win (2), st. M., Winn, Erlangung, Gewinn; mnd. win, N., M., Gewinn, Erwerb, Vorteil, Nutzen (M.), Sieg, Beute (F.) (1); germ. *wenna-, *wennam, st. N. (a), Mühe, Streit; vgl. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, begünstigen, lieben, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: DW 30, 406, Seebold 556; Son.: vgl. ae. winn, st. N. (ja), Arbeit, Anstrengung, Mühe, Streit, Krieg; GB.: seit 1331-1341 belegte und aus winnen gebildete Bezeichnung für den wirtschaftlichen Ertrag oder den Nutzen (M.) einer Gegebenheit; BM.: begünstigen; F.: Winn, Winns, Winnes, Winne, Winnen+EW; Z.: Win-n
winnen, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.): nhd. winnen, arbeiten, wüten, toben, gewinnen, siegen; ne. work (V.); Vw.: s. ge-; Hw.: s. Winn; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. winnen (1), winen, wennen, wonnen, st. V., arbeiten, sich abarbeiten, wüten, toben, heulen, rasen, gewinnen, erhalten (V.), bekommen, erlangen, erwerben, streiten; mnd. winnen, winden?, st. V., gewinnen, gut fortkommen, zum Ziel gelangen, durch Arbeit oder Kauf erwerben, erlangen, bekommen (V.), sich zuziehen, anwerben, in Arbeit oder Dienst nehmen, überwinden, besiegen, mieten, erobern; ahd. winnan, st. V., sich mühen, arbeiten, kämpfen, as. winnan*, st. V. (3a), kämpfen, erwerben, leiden; anfrk. *winnan?, st. V. (3a), erlangen, erwerben, gewinnen; germ. *wennan, *winnan, st. V., arbeiten, mühen, gewinnen, streiten; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gernhaben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: DW 30, 406, Falk/Torp 388, Seebold 556; Son.: vgl. afries. winna, st. V. (3a), gewinnen, erreichen, erlangen; saterl. winna, V., gewinnen, erreichen; ae. winnan, st. V. (3a), arbeiten, sich anstrengen, widerstehen; an. vinna (2), st. V. (3a), arbeiten, ausführen, nahen; got. winnan, st. V. (3,1), leiden, Schmerz leiden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen sachlich vielleicht schon früher entwickeltes und seitdem verwendetes (in einem Wettstreit) siegen; BM.: mit, begünstigen; F.: winnen, winne, winnst, winnt, winnest, winnet, wann (!), wannst, wannen, wänne (!), wännest, wännst, wännen, wännet, wännt, wönne, wönnest, wönnst, wönnen, wönnet, wönnt, gewonnen, ##gewonnen, gewonnene, gewonnenes, gewonnenem, gewonnenen, gewonnener##, winnend, ###winnend, winnende, winnendes, winnendem, winnenden, winnender###, winn (!)+EW; Z.: win-n-en
winseln, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. winseln, fiepen, jammern, heulen; ne. whine (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. winselen*, winseln, sw. V., winseln, piepen; mnd. winsen, sw. V., winsen, wiehern; ahd. winisōn*, sw. V. (2), winseln, knurren, mucken, murren; germ. *hwi-, V., rauschen?; idg. k̑u̯ei- (2)?, V., zischen, pfeifen, wispern, Pokorny 628? (1007/239) (RB. idg. aus arm., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. winseln, Kluge s. u. winseln, DW 30, 411, EWD s. u. winseln, Duden s. u. winseln, Bluhme s. u. winseln; GB.: mit dem seit 9. Jh. belegten und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbaren winisōn verbindbare sowie vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon seit Entstehung höherer Tiere mögliches fiepen oder jammern oder heulen; BM.: lautmalend?; F.: winseln, winsel (!), winsle, winselst, winselt, winselte, winseltes, winseltest, winselten, winseltet, gewinselt, ##gewinselt, gewinselte, gewinseltes, gewinseltem, gewinselten, gewinselter##, winselnd, ###winselnd, winselnde, winselndes, winselndem, winselnden, winselnder###, winsel (!)+EW; Z.: wins-el-n
Winter, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Winter, Winterzeit; ne. winter (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. winter (1), winder, st. M., Winter; mnd. winter, M., Winter; mnl. winter, M., Winter; ahd. wintar*, st. M. (a), Winter; as. wintar*, st. M. (athem.), Winter, Jahr; anfrk. *wintar?, *windar?, st. M. (a), Winter; germ. *wentru-, *wentruz, st. M. (u), Winter, Jahr; idg. *u̯edʰro-, Sb., Witterung, Wetter, Pokorny 82; L.: Kluge 1. A. s. u. Winter, Kluge s. u. Winter, DW 30, 418, EWD s. u. Winter, Duden s. u. Winter, Bluhme s. u. Winter; Son.: vgl. afries. winter, st. M. (u), Winter; nnordfries. wonter, wunter; ae. winter, st. M. (a, u), N., Winter, Jahr; an. vetr, st. M. (u), Winter, Jahr; got. wintrus, st. M. (u), Winter, Jahr; nndl. winter, Sb., Winter; nschw. vinter, Sb., Winter; nschw. vinter, M., Winter; GB.: (wintar*) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl seit Entstehung der Erde und ihrer Umlaufbahn um die Sonne mögliche kältere Jahreszeit von etwa (Oktober über November und) Dezember sowie Januar und Februar (bis März) jeden Jahres; BM.: Wetter; F.: Winter, Winters, Wintern+EW; Z.: Wint-er
$Wintermonat, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wintermonat; E.: s. Winter, s. Monat; L.: Kluge s. u. Wintermonat, DW 30, 461; GB.: (wintarmānōd*) seit 830-840 belegte und aus Winter und Monat gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon früher möglichen Monat der kälteren Jahreszeit wie (Oktober oder November) oder Dezember oder Januar oder Februar (oder März) jeden Jahres; F.: Wintermonat, Wintermonats, Wintermonates, Wintermonate, Wintermonaten+EW; Z.: Wint-er—mo-nat
Winzer, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Winzer, Weinbauer; ne. vintner; Vw.: -; Hw.: s. Weinzierl; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. wīnzüre, wīnzer, wīnzære*, st. M.?, Winzer; mhd. wīnzürel, wīnzürl, wīnzürle, wīnzürler, wīnzurlære, st. M., sw. M., Winzer; ahd. wīnzuril*, st. M. (a), Winzer, Weinbauer; ahd. wīnzurizin, M., Winzer; s. germ. *wintur, *winzur, M., Winzer; s. lat. vīnitor, M., Winzer, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. vīnum, N., Wein; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); ahd. zeran, V., rupfen, reißen, beenden, streiten, zanken; germ. *teran, sw. V., reißen, zerreißen; idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Winzer, Kluge s. u. Winzer, DW 30, 493, EWD s. u. Winzer, Duden s. u. Winzer, Bluhme s. u. Winzer; GB.: seit um 830 belegte und wohl aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Weinbaus durch Menschen möglichen Wein anbauenden und kelternden Menschen; BM.: Wein bzw. drehen, spalten; F.: Winzer, Winzers, Winzern+FW+EW; Z.: Wi-n-z-er
winzig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. winzig, sehr klein; ne. tiny; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Drittel 14. Jh. (Buch der Rügen); E.: mhd. winzic, Adj., winzig, überaus klein, überaus wenig; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. winzig, Kluge s. u. winzig, DW 30, 499, EWD s. u. winzig, Duden s. u. winzig, Bluhme s. u. winzig; GB.: (winzic) seit 1. Drittel 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches sehr klein (einer Gegebenheit); BM.: ?; F.: winzig, winzige, winziges, winzigem, winzigen, winziger(, winzigere, winzigeres, winzigerem, winzigeren, winzigerer, winzigst, winzigste, winzigstes, winzigstem, winzigsten, winzigster)+EW; Z.: winz-ig
$Winzigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Winzigkeit, sehr geringe Größe; E.: s. winzig, s. keit, s. heit¸ L.: Kluge s. u. winzig, DW 30, 503, EWD s. u. winzig; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus winzig sowie keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche sehr geringe Größe einer Gegebenheit; F.: Winzigkeit, Winzigkeiten+EW; Z.: Winz-ig-kei-t
Wipfel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wipfel, oberster Teil eines Baumes, Baumspitze; ne. treetop; Vw.: -; Hw.: s. Wippe, wippen; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. wipfel, wippel, st. M., Wipfel; ahd. wipfil (2), wiphil*, st. M. (a), Wipfel, oberster Trieb am Weinstock, Schössling, Spitze, Peitsche?; as. wippil*, st. M. (a), Wipfel (M.), oberster Teil; anfrk. -; germ. *wipila-, *wipilaz, st. M. (a), Wipfel, Baumspitze; s. idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132; vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wipfel, Kluge s. u. Wipfel, DW 30, 504, EWD s. u. Wipfel, Falk/Torp 412, Duden s. u. Wipfel, Bluhme s. u. Wipfel; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (wipfil) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung des Baumes möglichen obersten Teil eines Baumes oder eine Baumspitze; BM.: drehen; F.: Wipfel, Wipfels, Wipfeln+EW; Z.: Wi-pf-el
Wippchen, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wippchen, Spaß, Streich, Ausflucht, lustige Äußerung; ne. fun (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: s. Wippe, s.…chen; L.: Kluge s. u. Wippchen, DW 30, 513, Duden s. u. Wippchen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Wipp(e) und chen gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliche lustige Äußerung; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wippchen, Wippchens+EW; Z.: Wi-pp-chen
Wippe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wippe, Wippschaukel; ne. rocker; Vw.: -; Hw.: s. wippen, wuppdich, Wippchen, Wipfel; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. wippe, weppe, F., Wippe, Brunnenschwengel, Schnellgalgen, Prelle, Schleudermaschine, ein Hebewerkzeug des Webers, Kippkarre, Stürzkarre; s. mnd. wippen, sw. V., „wippen“, aufbewegen und niederbewegen, schaukeln; ahd. wipfōn*, wiphōn*, sw. V. (2), eilen, huschen, wippen; germ. *wippōn, sw. V., wippen, schaukeln; idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132; s. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wippe, Kluge s. u. Wippe, DW 30, 513, EWD s. u. wippen, Duden s. u. Wippe, Bluhme s. u. Wippe; Son.: vgl. nndl. wip, Sb., Wippe; nnorw. vippe, M., F., Wippe; air. vépate, V., zittert; lat. vibrāre, V., in zitternde Bewegung setzen, wippen; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät bei dem sich auf einem senkrechten Ständer ein kippbarer Balken oder ein Brett zu einem Wippen oder Schaukeln (Wippschaukel) befindet; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wippe, Wippen+EW; Z.: Wi-pp-e
wippen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wippen, auf und nieder bewegen; ne. teeter; Vw.: -; Hw.: s. Wippe, Wippchen, Wipfel; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: mnd. wippen, sw. V., „wippen“, aufbewegen und niederbewegen, schaukeln; mnl. wippen, sw. V., schaukeln, schlendern; ahd. wipfōn*, wiphōn*, sw. V. (2), eilen, huschen, wippen; germ. *wippōn, sw. V., wippen, schaukeln; idg. *u̯eib-, *u̯imb-, V., drehen, sich bewegen, Pokorny 1132; s. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120 (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 30, 517, EWD s. u. wippen, Duden s. u. wippen; Son.: vgl. nndl. wippen, V., wippen; nschw. vippa, V., wippen; nnorw. vippe, V., wippen; lat. vibrāre, V., sich zitternd bewegen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes sich auf und nieder bewegen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: wippen, wippe, wippst, wippt, wippest, wippet, wippte, wipptest, wippten, wipptet, gewippt, ##gewippt, gewippte, gewipptes, gewipptem, gewippten, gewippter##, wippend, ###wippend, wippende, wippendes, wippendem, wippenden, wippender###, wipp (!)+EW; Z.: wi-pp-en
wir, nhd., Pron., (8. Jh.): nhd. wir; ne. we; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: mhd. wir, wer, bir, wier, mir, mer, wī, wi, wie, mmd., Pers.-Pron., wir; mnd. wī (1), we, Pers.-Pron., wir; mnl. wī, wi, Pers.-Pron., wir; ahd. wir 2600, Pers.-Pron., wir; as. wī* (2), Pers.-Pron. (1. Pers. Pl.), wir; anfrk. wī, Pers.-Pron., wir; germ. *wiz, *wez, *weiz, Pers.-Pron., wir; idg. *u̯ē̆- (1), Pron., wir (beide), Pokorny 1114 (1443/19) (RB. idg. aus ind., iran., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wir, Kluge s. u. wir, DW 30, 523, EWD s. u. wir, Falk/Torp 406, Duden s. u. wir, Bluhme s. u. wir; R.: uns, Pron. Pers.-Pron. (3. Pers. Pl. Dat. und Akk.): nhd. uns; ne. us; Son.: Pers.-Pron.; vgl. afries. wī (1), Pers.-Pron., wir; ae. wē, Pers.-Pron. (1. Pers. Pl.), wir; an. vēr, Pers.-Pron., wir; got. weis (3), Pron., wir; nndl. wij, Pers.-Pron., wir; nschw. vi, Pers.-Pron., wir; nnorw. vi, Pers.-Pron., wir; ai. vayám, Pers.-Pron., wir; av. vaēm, Pers.-Pron., wir; heth. *u̯ēš, Pers.-Pron., wir; toch. B wes, Pers.-Pron., wir; toch. A was, Pers.-Pron., wir; GB.: (wir) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fürwort) für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Anzeigen mehrerer Menschen einschließlich des Sprechers; BM.: wir beide; F.: wir(, unser, uns)+EW; Z.: wir
Wirbel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Wirbel, Strudel, Trubel; ne. vortex, fuss (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh.? (Glosse); E.: mhd. wirbel, werbel, st. M., sw. M., Wirbel, Scheitel, Spiraltreppe, sich kreisförmig Drehendes, kreisförmige Wasserbewegung; mnd. wervel (1), M., Wirbel, Wirbel im Wasser, Wirbelwind, Wirtel an der Spindel, Instrument der Reepschläger; mnl. wervel, M., Wirbel; ahd. wirbil, werbil, st. M. (a), Wirbel, Strudel, Kreis, Klöppel; as. -; anfrk. -; germ. *hwerbila-, *hwerbilaz, st. M. (a), Wirbel; s. idg. *ku̯erp-, *ku̯erb-, V., sich drehen, kehren (V.) (1), wenden, Pokorny 631 (1016/248) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wirbel, Kluge s. u. Wirbel, DW 30, 526, EWD s. u. Wirbel, Falk/Torp 116, Seebold 282, Duden s. u. Wirbel, Bluhme s. u. Wirbel; Son.: vgl. afries. hwarvel, st. M. (a), Wirbel; afries. hwarvel, st. M. (a), Wirbel; an. hvirfill, st. M. (a), Wirbel, Ring, Scheitel; got. -; nndl. wervel, Sb., Wirbel; nschw. virvel, Sb., Wirbel; nnorw. virvel, M., Wirbel; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche um eine gemeinsame Mittellinie kreisende Strömung einer Gegebenheit wie beispielsweise einen Strudel oder einen Trubel; BM.: sich drehen; F.: Wirbel, Wirbels, Wirbeln+EW; Z.: Wirb-el
$wirbeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wirbeln, kreisend strömen; E.: s. Wirbel, s. (e)n (Suff.); L.: DW 30, 538, EWD s. u. Wirbel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wirbel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches um eine gemeinsame Mittellinie kreisend strömen einer Gegebenheit; F.: wirbeln (!), wirbel (!), wirble, wirbele, wirbelst, wirbelt, wirbelte, wirbeltest, wirbelten, wirbeltet, gewirbelt, ##gewirbelt, gewirbelte, gewirbeltes, gewirbeltem, gewirbelten, gewirbelter##, wirbelnd, ###wirbelnd, wirbelnde, wirbelndes, wirbelndem, wirbelnden, wirbelnder###, wirbel (!)+EW; Z.: wirb-el-n
$Wirbelsturm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wirbelsturm, Wirbel aufweisender Sturm; E.: s. Wirbel, s. Sturm; L.: DW 30, 545, EWD s. u. Wirbel; GB.: seit 1664 belegte und aus Wirbel und Sturm gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt oder seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen Wirbel aufweisenden Sturm; F.: Wirbelsturm, Wirbelsturms, Wirbelsturmes, Wirbelstürme, Wirbelstürmen+EW; Z.: Wirb-el—stur-m
wirken, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wirken, tätig sein (V.), machen, tun; ne. do, work (V.); Vw.: -; Hw.: s. Werk; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. wirken, sw. V., wirken, handeln, arbeiten, bewirken); mnd. wirken?, V., wirken, arbeiten; mnd. worken, sw. V., wirken, weben; ahd. wirken, sw. V. (1a), wirken, tun, machen, vollbringen, ausführen, verrichten, handeln, arbeiten, bereiten (V.) (1), berichten, schaffen; ahd. wurken*, sw. V. (1a), wirken, bewirken, vollbringen, schaffen; as. wirkian*, sw. V. (1a), wirken, tun, machen, bereiten (V.) (1), erwerben; mnd. werken, sw. V., wirken, handeln, tun; as. workian*, sw. V. (1), wirken; anfrk. wirken*, wirkon*, sw. V. (1), wirken, machen, tun; germ. *wirkjan, sw. V., wirken, tun, machen; germ. *wurkjan, sw. V., wirken, tun, machen; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wirken, Kluge s. u. wirken, DW 30, 551, EWD s. u. wirken, Falk/Torp 395, Duden s. u. wirken, Bluhme s. u. wirken; Son.: vgl. afries. wirza, wirka, werka, sw. V. (1), wirken, arbeiten, bauen; afries. werkia, sw. V. (2), „wirken“, arbeiten; ae. wircan, sw. V. (1), wirken, machen, tun; ae. wyrcan, wercan, sw. V. (1), wirken, bereiten, tun, schaffen, machen; an. yrkja, sw. V. (1), wirken, arbeiten, machen; got.? waúrkjan, unr. sw. V. (1), machen, wirken; nndl. werken, V., wirken; nschw. yrke, V., wirken; nnorw. virke, V., wirken; nnorw. yrke, N., Beruf; gr. ῥέζειν (rhézein) (1), V., machen, tun, wirken; air. do-áirci, V., macht, bringt hervor; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches tätig sein (V.) oder machen oder tun; BM.: tun; F.: wirken, wirke, wirkst, wirkt, wirkest, wirket, wirkte, wirktest, wirkten, wirktet, gewirkt, ##gewirkt, gewirkte, gewirktes, gewirktem, gewirkten, gewirkter##, wirkend, ###wirkend, wirkende, wirkendes, wirkendem, wirkenden, wirkender###, wirk (!)+EW; Z.: wirk-en
wirklich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wirklich, tatsächlich, tätig, echt, vorhanden, handelnd; ne. real; Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 1298 (Meister Eckhart); E.: mhd. wirkelich, würkelich, wirklich, wurklich, Adj., tätig, wirksam, wirkend, wirklich, gegenwärtig; s. mhd. wirken, sw. V., wirken, handeln, arbeiten, bewirken); ahd. wirken*, sw. V. (1a), wirken, tun, machen, vollbringen, ausführen, verrichten, handeln, arbeiten, bereiten (V.) (1), berichten, schaffen; germ. *wirkjan, sw. V., wirken, tun, machen; germ. *wurkjan, sw. V., wirken, tun, machen; vgl. idg. *u̯erg̑- (2), *u̯reg̑-, V., wirken, tun, Pokorny 1168 (2007/83) (RB. idg. aus iran., arm., gr., alb., kelt., germ.); mhd. līch, Adj., gleich, geradlinig, eben, billig, angemessen, ebenmäßig; ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. wirklich, DW 30, 575, EWD s. u. wirken, Duden s. u. wirklich; Son.: vgl. nndl. werkelijk, Adv., wirklich; nschw. verkligen, Adv., wirklich; nnorw. virkelig, Adj., wirklich; GB.: seit vor 1298 belegte und aus wirk(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches tatsächlich oder tätig oder echt oder vorhanden oder handelnd; BM.: tun, gleich; F.: wirklich, wirkliche, wirkliches, wirklichem, wirklichen, wirklicher+EW; Z.: wirk-lich
$Wirklichkeit, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Wirklichkeit, Tatsächlichkeit; E.: s. wirklich, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. wirklich, DW 30, 582, EWD s. u. wirken; GB.: seit vor 1326 belegte und aus wirklich und keit gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen mit seiner von der Außenwelt verhältnismäßig getrennten Vorstellung mögliche Gegebenheit oder Tatsächlichkeit; F.: Wirklichkeit, Wirklichkeiten+EW; Z.: Wirk-lich-kei-t
$wirksam, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wirksam, eine Wirkung verursachend; E.: s. wirk(en), s. sam; L.: Kluge s. u. wirken, DW 30, 587, EWD s. u. wirken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wirk(en) und sam gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches eine Wirkung verursachend; F.: wirksam, wirksame, wirksames, wirksamem, wirksamen, wirksamer(, wirksamere, wirksameres, wirksamerem, wirksameren, wirksamerer, wirksamst, wirksamste, wirksamstes, wirksamstem, wirksamsten, wirksamster)+EW; Z.: wirk-sam
wirr, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wirr, ungeordnet, konfus, schwindelig; ne. crazed; Vw.: -; Hw.: s. wirren, Wirrwarr, wirsch; Q.: 17. Jh.; E.: s. wirren; L.: Kluge 1. A. s. u. wirr, Kluge s. u. wirr, DW 30, 606, EWD s. u. wirr, Duden s. u. wirr, Bluhme s. u. wirr; Son.: vgl. nndl. warrig, Adj., wirr; GB.: seit 17. Jh. belegte und von wirren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Vorstellungen des Menschen mögliches ungeordnet; BM.: schleifen?; F.: wirr, wirre, wirres, wirrem, wirren, wirrer(, wirrere, wirreres, wirrerem, wirreren, wirrerer, wirrst, wirrste, wirrstes, wirrstem, wirrsten, wirrster)+EW; Z.: wirr
wirren, nhd. (ält.), st. V., (8. Jh.): nhd. wirren, verwirren, stören; ne. confuse (V.); Vw.: -; Hw.: s. wirr, Wirrwarr, wirsch, Werre?; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. wirren, sw. V., wirren, in Verwirrung bringen, sich durcheinander schlingen; mnd. werren, wēren*, st. V., wirren, verwirren, Wirrnis schaffen, Zwietracht schaffen, zuwider sein (V.), schaden, hindern, stören, bekümmern, sich worin verwickeln, womit zu tun haben; mnl. werren, sw. V., wirren, verwirren; ahd. werran*, st. V. (3b), verwirren, stören, entzweien, beunruhigen, in Aufruhr bringen, in Verwirrung bringen; as. werran*, st. V. (3b), in Verwirrung bringen, in Not bringen, verwirren; anfrk. -; germ. *werzan, *werran, sw. V., verwirren; germ. *wersan, st. V., verwirren; idg. *u̯ers-?, V., schleifen, Pokorny 1169 (2010/86) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. wirr, DW 30, 610, EWD s. u. wirr, Falk/Torp 398, Duden s. u. wirren; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Vorstellungen des Menschen mögliches ungeordnet wirr durcheinanderwogen oder verwirren oder stören; BM.: schleifen?; F.: wirren, wirre, wirrst (!), wirrt, wirrest, wirret, wirrte, wirrtest, wirrten, wirrtet, gewirrt, ##gewirrt, gewirrte, gewirrtes, gewirrtem, gewirrten, gewirrter##, wirrend, ###wirrend, wirrende, wirrendes, wirrendem, wirrenden, wirrender###, wirr (!)+EW; Z.: wirr-en
$Wirrkopf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wirrkopf; E.: s. wirr, s. Kopf; L.: DW 30, 615, EWD s. u. wirr; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wirr und Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen in dem Kopf wirren Menschen; F.: Wirrkopf, Wirrkopfes, Wirrkopfs, Wirrköpfe, Wirrköpfen+EW; Z.: Wirr—ko-pf
$Wirrsal, nhd. (ält.) , N., F., (9. Jh.): nhd. Wirrsal, wirrer Zustand, Widerstand, Streit; E.: s. wirr, s. sal; L.: DW 30, 617, EWD s. u. wirr; GB.: (werrisal) seit 863-871 belegte und aus wirr und sal gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen wirren Zustand oder einen Widerstand oder einen Streit; F.: Wirrsal, Wirrsales, Wirrsals, Wirrsale, Wirrsalen+EW; Z.: Wirr-sal
$Wirrung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wirrung, wirrer Zustand; Vw.: s. Ver-; E.: s. wirr(en), s. ung; Q.: 1251 (Urkunde); L.: DW 30, 618; E.: seit 1251 belegte und aus wirr(en) und ung gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon seit Entstehung der Welt und der Vorstellungen des Menschen möglichen wirren Zustand F.: Wirrung, Wirrungen+EW; Z.: Wirr-ung
Wirrwarr, nhd., N., M., (15. Jh.): nhd. Wirrwarr, Durcheinander; ne. clutter (N.); Vw.: -; Hw.: s. wirr, wirren, wirsch; Q.: 15. Jh.; E.: s. wirren, wirr; L.: Kluge s. u. Wirrwarr, DW 30, 620, EWD s. u. wirr, Duden s. u. Wirrwarr; GB.: seit 15. Jh. belegte und ablautend aus wirr und warr gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches aus menschlicher Sicht vorhandenes großes Durcheinander; BM.: schleifen?; F.: Wirrwarr, Wirrwarrs+EW; Z.: Wirr-warr
wirsch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wirsch, aufgebracht, verwirrt; ne. angry; Vw.: -; Hw.: s. wirr, wirren, Wirrwarr; Q.: 17. Jh.; E.: eigentlich wirrisch, gebildet aus wirr (s. d.) und isch; L.: Kluge 1. A. s. u. wirsch, Kluge s. u. wirsch, DW 30, 626, Duden s. u. wirsch, Bluhme s. u. unwirsch; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus wirr und isch gebildete Bezeichnung für aufgebracht oder verwirrt; BM.: schleifen?; F.: wirsch, wirsche, wirsches, wirschem, wirschen, wirscher(, wirschere, wirscheres, wirscherem, wirscheren, wirscherer, wirschest, wirscheste, wirschestes, wirschestem, wirschesten, wirschester)+EW; Z.: wi-rsch
Wirsing, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wirsing, Wirsingkohl; ne. savoy cabbage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 17. Jh.; I.: lat. Lw.; E.: über romanische Zwischenstufen von lat. viridia, F., Gemüse, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. viridis, Adj., grün, grünlich, grasgrün, lauchgrün; idg. *u̯eis- (1), V., sprießen, wachsen (V.) (1), Pokorny 1133 (1965/41) (RB. idg. aus ital., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wirsching, Kluge s. u. Wirsing, DW 30, 627, EWD s. u. Wirsing, Duden s. u. Wirsing, Bluhme s. u. Wirsing; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen als Gemüsepflanze angebauten und aus Oberitalien stammenden krause Blätter habenden Kohl (Wirsingkohl); BM.: sprießen; F.: Wirsing, Wirsings+FW+EW; Z.: Wirs-ing
Wirt, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wirt, Gastwirt, Gastgeber, Hausherr; ne. host (M.); Vw.: -; Hw.: s. Wirtschaft; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. wirt, st. M., Ehemann, Hausherr, Burgherr, Bewirter, Schutzherr; mnd. wērt (1), M., Wirt, Hauswirt, Herr, Hausherr, Ehemann, Meister, Gastwirt; mnl. weert, waert, wert, M., Wirt; ahd. wirt (1), st. M. (i), Wirt, Hausherr, Ehemann, Bewirter, Gastgeber; as. werd* (1), wird*, st. M. (i), Wirt, Hausherr; anfrk. *wird?, st. M. (i), Hausherr, Wirt; germ. *werdu-, *werduz, st. M. (u), Mahlzeit, Bewirtung, Gastgeber; vgl. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165? (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wirt, Kluge s. u. Wirt, DW 30, 629, EWD s. u. Wirt, Falk/Torp 394, Duden s. u. Wirt, Bluhme s. u. Wirt; Son.: vgl. afries. werda (1), sw. M. (n), Wirt; nnordfries. weerd, M., Wirt; ae. -; an. -; got. waírdus, st. M. (u), Gastfreund, Hauswirt, Wirt; nndl. waard, Sb., Wirt; nschw. värd, Sb., Wirt; nnorw. vert, M., Wirt; air. ferthigis, M., Hausverwalter; GB.: seit 863-871 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Gastgeber; BM.: Freundlichkeit; F.: Wirt, Wirtes, Wirts, Wirte, Wirten+EW; Z.: Wir-t
Wirtel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Wirtel, Spinnwirtel; ne. whorl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. wirtel, M., Wirtel, Spinnwirtel; frz. verteil, M., Wirtel, Spinnwirtel; afrz. *vertellum; lat. verticulum, N., Gelenklein, Gelenk, Einbiegung, (5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. vertere, V., kehren (V.) (1), wenden, drehen, umkehren, umwenden; idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wirtel, Kluge s. u. Wirtel, DW 30, 649, Falk/Torp 398, Duden s. u. Wirtel, Bluhme s. u. Wirtel; Son.: vgl. nndl. wartel, Sb., Wirtel; frz. verticille, M., Wirtel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den sachlich von Menschen wohl schon vor den Hochkulturen des Altertums entwickelten und seitdem verwendeten Ring an der Spindel; BM.: drehen; F.: Wirtel, Wirtels, Wirteln+FW(+EW?); Z.: Wir-t-el
$wirtlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wirtlich, einem Wirt angemessen, einladend, angenehm; E.: s. Wirt, s. lich; L.: DW 30, 658, EWD s. u. Wirt; GB.: seit um 1230 belegte und aus Wirt und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches einem Wirt angemessen oder einladend oder angenehm; F.: wirtlich, wirtliche, wirtliches, wirtlichem, wirtlichen, wirtlicher(, wirtlichere, wirtlicheres, wirtlicherem, wirtlicheren, wirtlicherer, wirtlichst, wirtlichste, wirtlichstes, wirtlichstem, wirtlichsten, wirtlichster)+EW; Z.: wir-t—lich
Wirtschaft, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Wirtschaft, Gastwirtschaft, Hauswirtschaft, Ökonomie; ne. economy, pub; Vw.: s. Subsistenz-; Hw.: s. Wirt; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. wirtschaft, wertschaft, wurtschaft, st. F., Wirtschaft, Tätigkeit des Hausherrn, Tätigkeit des Wirtes, Tätigkeit des Schenkwirts, Bewirtung, Aufnahme, Mahl, Mahlzeit, Speise; mnd. wērtschop*, wertschap, werschap, werschop, werschup, F., N., Bewirtung, Gastmahl, Festlichkeit, Hochzeitsmahl, Hochzeit, Abendmahl, Wirtschaft, Haushaltung; ahd. wirtskaft*, wirtscaft, st. F. (i), Bewirtung, Mahl, Festmahl; as. werdskėpi*, st. M. (i), Bewirtung, Mahl; ahd. wirt (1), st. M. (i), Wirt, Hausherr, Ehemann, Bewirter, Gastgeber; as. werd* (1), wird*, st. M. (i), Wirt, Hausherr; germ. *werdu-, *werduz, st. M. (u), Mahlzeit, Bewirtung, Gastgeber; vgl. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165? (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); ahd. …skap, Suff., …schaft; germ. *skafti-, *skaftiz, st. F. (i), Beschaffenheit, Schaffung, Ordnung; as. …skap, Suff., …skaft; anfrk. …skap, Suff., …schaft; germ. *skapi-, *skapiz, st. M. (i), st. F. (i), Beschaffenheit, Ordnung; vgl. idg. *skā̆p-, kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930; L.: Kluge s. u. Wirtschaft, DW 30, 661, EWD s. u. Wirtschaft, Duden s. u. Wirtschaft; Son.: vgl. nndl. waardschap, Sb., Wirtschaft; GB.: (wirtskaft) seit 10. Jh. belegte und aus Wirt und schaft gebildete Bezeichnung für die Tätigkeit eines Hausherrn und danach die Gesamtheit menschlichen Handelns und der dazu benötigten Werkzeuge und Einrichtungen zu der Befriedigung von Bedürfnissen; BM.: Freundlichkeit, schneiden; F.: Wirtschaft, Wirtschaften+EW; Z.: Wir-t—schaf-t
$wirtschaften, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. wirtschaften, Wirtschaft betreiben, Sein (N.) sichern; E.: s. Wirtschaft, s. en; L.: DW 30, 681, EWD s. u. Wirtschaft; GB.: seit vor 1190 belegte und aus Wirtschaft und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und nötiges das eigene Sein (N.) aus den Gegebenheiten des Umfelds sichern; F.: wirtschaften (!), wirtschafte, wirtschaftest, wirtschaftet, wirtschaftete, wirtschaftetest, wirtschafteten, wirtschaftetet, gewirtschaftet, ##gewirtschaftet, gewirtschaftete, gewirtschaftetes, gewirtschaftetem, gewirtschafteten, gewirtschafteter##, wirtschaftend, ###wirtschaftend, wirtschaftende, wirtschaftendes, wirtschaftendem, wirtschaftenden, wirtschaftender###, wirtschaft (!)+EW; Z.: wir-t—schaf-t-en
$wirtschaftlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wirtschaftlich, Wirtschaft betreffend; Q.: Ende 16. Jh.; E.: s. Wirtschaft, s. lich; L.: DW 30, 687, EWD s. u. Wirtschaft; GB.: vielleicht seit Ende 16. Jh. belegte und aus Wirtschaft und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Wirtschaft betreffend; F.: wirtschaftlich, wirtschaftliche, wirtschaftliches, wirtschaftlichem, wirtschaftlichen, wirtschaftlicher(, wirtschaftlichere, wirtschaftlicheres, wirtschaftlicherem, wirtschaftlicheren, wirtschaftlicherer, wirtschaftlichst, wirtschaftlichste, wirtschaftlichstes, wirtschaftlichstem, wirtschaftlichsten, wirtschaftlichster)+EW; Z.: wir-t—schaf-t—lich
$Wirtshaus, nhd., N., (14. Jh.?): nhd. Wirtshaus, Gasthaus eines Wirtes; E.: s. Wirt, s. s, s. Haus; L.: DW 30, 698, EWD s. u. Wirt; GB.: seit zweite Hälfte 14. Jh. belegte und aus Wirt und s sowie Haus gebildete Bezeichnung für das sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliche von vielen anderen besuchtes Gasthaus eines (geschäftstüchtigen) Wirtes; F.: Wirtshaus, Wirtshauses, Wirtshäuser, Wirtshäusern+EW; Z.: Wir-t-s—hau-s
Wisch, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Wisch, Bündel, Fackel, wertloses Papier, als wertlos erachtetes Schriftstück; ne. wisp, scrap of paper; Vw.: s. Fleder-; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wisch, st. M., st. N., Strohwisch; mnd. wisch (1), wusch, M., Wisch, Heubüschel zum Reinigen, Strohbüschel zum Wischen bzw. als Fackel oder als Zeichen der Marktzeit; mnl. wisch, wisc, M., Wisch, Bündel; ahd. wisk*, wisc*, st. M. (a), Wisch, Bündel, Lappen, Bündel aus Stroh; as. -; anfrk. -; germ. *wiska-, *wiskaz, st. M. (a), Wisch, Bündel; idg. *u̯eisk-, V., drehen, flechten, Pokorny 1133; s. idg. *u̯eis- (2), V., drehen, Pokorny 1133 (1966/42) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, *u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wisch, Kluge s. u. Wisch, DW 30, 705, EWD s. u. Wisch, Falk/Torp 413, Duden s. u. Wisch, Bluhme s. u. Wisch; Son.: vgl. afries. -; ae. wisc, Sb., Wisch; an. visk, st. F. (ō), Wisch, Stohbündel; got. -; nndl. wis, Sb., Wisch; ai. vēṣkáḥ, Sb., Schlinge; ? lat. virga, F., Rute; russ. vécha, Sb., lange Stange mit Strohbündel; GB.: (ahd. wisk) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit dieser Zeit mögliches kleines Bündel und davon abgeleitet für ein als wertlos erachtetes Schriftstück; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wisch, Wisches, Wischs, Wische, Wischen+EW; Z.: Wi-sch
wischen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. wischen, aufwischen, wegwischen, Schmutz von einer Oberfläche entfernen; ne. wipe (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wisch; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. wischen, wüschen, wuschen, sw. V., wischen, abwischen, reinigen, trocknen, abtrocknen, putzen, sich leicht und schnell bewegen, rutschen, schlüpfen, schlüpfen aus, schlüpfen durch, huschen, springen, fliehen, entschlüpfen; mnd. wischen, sw. V., wischen, abwischen, reinigen, putzen, eilig gehen, schlüpfen, gleiten, streichen; mnl. wiscen, wisscen, sw. V., wischen; ahd. wiskēn*, wiscēn*, sw. V. (1a), wischen, schleifen (V.) (2), schleifen über; as. -; anfrk. -; germ. *wiskōn, sw. V., wischen; vgl. idg. *u̯eisk-, V., drehen, flechten, Pokorny 1133; idg. *u̯eis- (2), V., drehen, Pokorny 1133 (1966/42) (RB. idg. aus ind., arm., gr.?, ital., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ei- (1), *u̯ei̯ə-, *u̯ī̆-, u̯ei̯H-, V., drehen, biegen, Pokorny 1120? (1953/29) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wisch, DW 30, 712, EWD s. u. Wisch, Falk/Torp 413, Duden s. u. wischen; Son.: vgl. afries. -; ae. weoxian, sw. V. (2), flechten; an. -; got. -; GB.: (ahd. wiskēn) um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Schmutz von einer Oberfläche entfernen; BM.: drehen bzw. biegen; F.: wischen (!), wische (!), wischst, wischt, wischest, wischet, wischte, wischtest, wischten, wischtet, gewischt, ##gewischt, gewischte, gewischtes, gewischtem, gewischten, gewischter##, wischend, ###wischend, wischende, wischendes, wischendem, wischenden, wischender###, wisch (!)+EW; Z.: wi-sch-en
Wischiwaschi, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Wischiwaschi, leeres Gerede, Geschwätz; ne. wishi washi; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1784?; E.: gebildet zu waschen (s. d.) in Anlehnung an Gewäsch; L.: Kluge s. u. Wischiwaschi, DW 30, 725 (Interj.), Duden s. u. Wischiwaschi; GB.: vielleicht seit 1784 belegte und zu waschen gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches verschwommenes und inhaltloses menschliches leeres Gerede oder Geschwätz; BM.: befeuchten?; F.: Wischiwaschi, Wischiwaschis+EW; Z.: Wi-sch-i-wa-sch-i
Wisent, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wisent, europäisches Bison; ne. wisent; Vw.: -; Hw.: s. Bison; Q.: 712-725? (Lex Alamannorum); E.: mhd. wisent, wissen, wisant, st. M., Wisent, Bisonochse; mhd. wisente, sw. M., Wisent, Bisonochse; mnd. wesent, M., Wisent; mnl. wesent, M., Wisent; ahd. wisunt, wisant, st. M. (a?, i?), Wisent; ahd. wisunto*, sw. M. (n), Wisent; as. wisund*, st. M. (a?, i?), Wisent, Büffel; anfrk. -; germ. *wisunda-, *wisundaz, st. M. (a), Wisent; germ. *wisundi-, *wisundiz, st. M. (i), Wisent; s. idg. *u̯eis- (3), V., zerfließen, fließen, Pokorny 1134 (1967/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Wisent, DW 30, 729, EWD s. u. Wisent, Falk/Torp 413, Duden s. u. Wisent, Bluhme s. u. Wisent; Son.: vgl. afries. -; ae. wesand, wesend, st. M. (a?, i?), Wisent; an. visundr, st. M. (a?, i?), Wisent; got. *Wisands?, M. (nd), Wisent; nndl. wisent, Sb., Wisent; nschw. visent, Sb., Wisent; nnorw. visent, M., Wisent; apreuß. wis-sambrs, M., Auerochse; GB.: seit 712-725 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für eine sachlich in Europa schon früher heimische Bisonart (europäisches Bison); BM.: fließen; F.: Wisent, Wisents, Wisente, Wisenten+EW; Z.: Wis-ent
Wismut, Bismut, nhd., N., M., (14. Jh.): nhd. Wismut, Bismut, ein Halbmetall; ne. bismuth; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. wēsemōt, wesemūt, wesemunt?, M., F., Wismut; Herkunft umstritten, wohl nicht von arab. itmid, Antimon?, Kluge s. u. Wismut; L.: Kluge s. u. Wismut, EWD s. u. Wismut, DW 30, 731, Duden s. u. Wismut; Son.: vgl. nndl. bismut, Sb., Wismut; frz. bismuth, M., Wismut; nschw. vismut, Sb., N., Wismut; nnorw. vismut, M., N., Wismut; poln. biszmit, M., Wismut; kymr. bismwth, M., Wismut; nir. biosmat, M., Wismut; lit. bismutas, M., Wismut; GB.: (mnd. wēsemōt) seit 14. Jh. belegte und unklare Bezeichnung für ein vor allem in Australien und Bolivien und China und Kanada und Mexiko und Peru und Spanien sowie in dem Spessart und in dem Erzgebirge auffindbares und in der Natur auch gediegen vorkommendes rötlich weißes und glänzendes radioaktives sowie 1979 fachsprachlich als Bismut benanntes Schwermetall (chemisches Element Nr. 83, abgekürzt Bi) das für Legierungen mit niederem Schmelzpunkt und in Medikamenten sowie in Schminkbedarf und in der chemischen Industrie verwendet wird; BM.: ?; F.: Wismut, Wismutes, Wismuts, Bismut, Bismutes, Bismuts+EW?; Z.: Wism-ut
Wispel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wispel, ein Hohlmaß, ein Getreidemaß; ne. a measure (N.) of capacity; Vw.: -; Hw.: s. Scheffel, Weichbild; Q.: 16. Jh.; E.: s. mnd. wispel (2), M., Stadtscheffel, Wispel, ein größeres Trockenmaß, Rente der Pfannenherren aus der Saline; gebildet als zum Weichbild gehörender Scheffel von mnd. wīkbilde, wīkbelde, wīkbelede, wīkbilede, wīchbelede, wīchbelde, N., Weichbild, Grenze des Stadtgebiets, Stadtgebiet, Stadtmark, fester Ort, Stadt, Städtchen, Flecken (M.); as. wīkbilithi*, st. N. (ja), Weichbild, Bezirk, Stadtgebiet, Ortsart, Ortsrecht; as. wīk*, st. M. (i), Wohnstätte, Dorf; germ. *wīk-, Sb., Dorf, Gehöft, Stadtviertel?; germ. *wīhsa-, *wīhsam, st. N. (a), Dorf, Siedlung; lat. vīcus, M., Dorf, Gehöft; vgl. idg. *u̯eik̑-, u̯ik̑-, Sb., Haus, Siedlung, Pokorny 1131 (1963/39) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); mnd. schēpel, schepel, scheppel, schippel, M., N., Scheffel, Gefäß, Hohlmaß für Getreide und Mehl; s. as. skap (1), st. N. (a), „Schaff“, Gefäß; anfrk. -; germ. *skapa- (1), *skapam, st. N. (a), Gefäß, Schaff, Scheffel; s. idg. *skā̆p-, *kā̆p-, V., schneiden, spalten, Pokorny 930?; L.: Kluge 1. A. s. u. Wispel, Kluge s. u. Wispel, DW 30, 734, Duden s. u. Wispel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus mnd. wikbilede und aus Scheffel gebildete Bezeichnung für ein Maß zu dem Messen von Getreide; BM.: zu einem Weichbild gehörender Scheffel; F.: Wispel, Wispels, Wispeln+EW; Z.: Wi-sp-el
$wispeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wispeln, wispern, lispeln; L.: Kluge 1. A. s. u. wispeln, DW 30. 735, EWD s. u. wispeln, Falk/Torp 118; GB.: (wispalōn*) seit Ende 8. Jh. belegte Bezeichnung für wispern und lispeln; F.: wispeln (!), wispel (!), wisple, wispelst, wispelt, wispelte, wispeltest, wispelten, wispeltet, gewispelt, ##gewispelt, gewispelte, gewispeltes, gewispeltem, gewispelten, gewispelter##, wispelnd, ###wispelnd, wispelnde, wispelndes, wispelndem, wispelnden, wispelnder###, wispel (!)+EW; Z.: wisp-el-n
wispern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. wispern, wispeln, lispeln, flüstern, leise reden, leise sprechen; ne. whisper (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen; vgl. ne. whisper, V., flüstern; ae. hwisprian, sw. V., flüstern, murmeln; germ. *hwis-, V., zischen, flüstern; vgl. idg. *k̑u̯ei- (2)?, V., zischen, pfeifen, wispern, Pokorny 628 (1007/239) (RB. idg. aus arm., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. wispeln; Kluge s. u. wispern, DW 30, 740, EWD s. u. wispern, Duden s. u. wispern, Bluhme s. u. wispern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen kommende sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches flüstern oder leise reden oder leise sprechen; BM.: ?; F.: wispern, wispere, wisper (!), wispre, wisperst, wispert, wisperte, wispertest, wisperten, wispertet, gewispert, ##gewispert, gewispertes, gewispertem, gewisperten, gewisperter##, wispernd, ###wispernd, wispernde, wisperndes, wisperndem, wispernden, wispernder###, wisper (!)+EW; Z.: wisp-er-n
wissen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. wissen, Kenntnis haben; ne. know, weet; Vw.: -; Hw.: s. gewiss; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: mhd. wizzen, Prät.-Präs., wissen, kennen, unterrichten, erfahren (V.); mnd. witten? (1), sw. V., wissen; mnd. wēten (1), weten, wetten, st. V., wissen, kennen, beschwören, eidlich beweisen; mnl. wēten, st. V., wissen; ahd. wizzan* (1), Prät.-Präs., wissen, kennen, verstehen, erfahren (V.), erkennen, begreifen, jemanden als jemanden erkennen; as. witan*, Prät.-Präs. (1), wissen; anfrk. witan*, witon*, Prät. Präs., wissen; germ. *weitan (1), *wītan, Prät.-Präs., sehen, wissen; germ. *wait-, Prät.-Präs., er weiß; idg. *u̯oida-, V., gesehen haben, wissen, Pokorny 1125; s. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wissen, Kluge s. u. wissen, DW 30, 748, EWD s. u. wissen, Falk/Torp 409, Seebold 533, Duden s. u. wissen, Bluhme s. u. wissen; Son.: unr. V.; vgl. afries. wita (2), wêta, Prät. Präs., sw. V. (1), wissen, beschwören, kennen; nfries. witten, V., wissen; ae. witan, wiotan, Prät. Präs., wissen, merken, verstehen, fühlen; ae. wītan (1), Prät. Präs., sehen, blicken, beobachten, zuschreiben; an. vita (2), Prät. Präs., zeigen, kundgeben, versuchen, vernehmen, erkennen; got. witan (1), Prät. Präs. (1), wissen; nndl. weten, V., wissen; nschw. veta, V., wissen; nnorw. vite, V., wissen; ai. véda, V., wissen; gr. εἴδειν (eídein), V., wissen, verstehen; lat. vidēre, V., sehen, Sehkraft haben, erkennen können, sehen können; air. ro-fetar, V., ich weiß; apreuß. waist, V., du weißt; ksl. vēdē, V., wissen; ksl. vidēti, V., sehen; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht spätestens seit Entstehung des Menschen mögliches über etwas Kenntnis haben; BM.: auffassen; F.: wissen, weiß (!), weißt (!), wisst, wissest, wisse, wisset, wusste, wusstest, wussten, wusstet, wüsste, wüsstest, wüssten, wüsstet, gewusst, ##gewusst, gewusste, gewusstes, gewusstem, gewussten, gewusster##, wissend, ###wissend, wissende, wissendes, wissendem, wissenden, wissender###, wisse, wisset+EW; Z.: wi-ss-en
$Wissen, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Wissen, Kenntnis; Vw.: s. Ge-; E.: s. wissen; L.: Kluge s. u. wissen, DW 30, 742, EWD s. u. wissen; GB.: (mhd. wizzen) seit um 1200 belegte und von wissen abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche durch Erfahrung wie Mitteilung erlangte Kenntnis (vieler Gegebenheiten); F.: Wissen, Wissens+EW; Z.: Wi-ss-en
$Wissenschaft, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wissenschaft, durch vertiefte Befassung gewonnenes geordnetes und nachprüfbares Wissen; Vw.: s. Agrar-, Geistes-, Natur-, Rechts-(, Sprach-); E.: s. Wissen, s. schaft; L.: Kluge s. u. Wissenschaft, EWD s. u. wissen, DW 30, 781; GB.: (wizzenschaft) seit 1295 vereinzelt und seit Anfang siebzehntes Jh. häufiger belegte und aus Wissen und schaft gebildete Bezeichnung für ein in einem seit dieser Zeit immer kleiner werdenden und genauer erforschten bestimmten Gebiet durch vertiefte Befassung gewonnenes geordnetes und nachprüfbares Wissen; F.: Wissenschaft, Wissenschaften+EW; Z.: Wi-ss-en—schaf-t
$Wissenschaftler, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wissenschaftler; E.: s. Wissenschaft, s. l, s. er (Suff.); L.: DW 30, 798, EWD s. u. wissen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wissenschaft und l sowie er (Suff.) gebildete anfangs eher abwertende Bezeichnung für einen eine Wissenschaft betreibenden Menschen; F.: Wissenschaftler, Wissenschaftlers, Wissenschaftlern+EW; Z.: Wi-ss-en—schaf-t-l-er
$wissenschaftlich, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wissenschaftlich, Wissenschaft betreffend; L.:, DW 30, 798, EWD s. u. wissen; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht unter Einfluss des Lateinischen aus Wissenschaft und lich gebildete Bezeichnung für Wissenschaft betreffend; F.: wissenschaftlich, wissenschaftliche(, wissenschaftliches, wissenschaftlichem, wissenschaftlichen, wissenschaftlicher, wissenschaftlichere, wissenschaftlicheres, wissenschaftlicherem, wissenschaftlicheren, wissenschaftlicherer, wissenschaftlichst, wissenschaftlichste, wissenschaftlichstes, wissenschaftlichstem, wissenschaftlichsten, wissenschaftlichster)+EW; Z.: wi-ss-en—schaf-t—lich
$wissentlich, nhd., Adj., (12. Jh.?): nhd. wissentlich, bewusst; E.: s. wissen, s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. wissen, DW 30, 802 (wissentlich, wissenlich), EWD s. u. wissen; GB.: (mhd. wizzenlich) seit um 1150 belegte und aus wissen (und t) sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache ständig erweitertes bewusst; F.: wissentlich, wissentliche, wissentliches, wissentlichem, wissentlichen, wissentlicher(, wissentlichere, wissentlicheres, wissentlicherem, wissentlicheren, wissentlicherer, wissentlichst, wissentlichste, wissentlichstes, wissentlichstem, wissentlichsten, wissentlichster)+EW; Z.: wi-ss-ent-lich
$Wisser, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wisser, Wissender; Vw.: s. Besser-; E.: s. wiss(en), s. er (Suff.); GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wiss(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen (und Entwicklung von Sprache) möglichen Wissenden; L.: DW 30, 804; F.: Wisser, Wissers, Wissern+EW; Z.: Wi-ss-er
wist, nhd., Partikel, Interj., (17. Jh.): nhd. wist, links (als Fuhrmannsruf); ne. left!; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl gekürzt von ahd. winistar*, winstar*, wimstar*, Adj., linke, links, auf der linken Seite befindlich, links liegend; germ. *wenistra-, *wenistraz, Adj., link, links; s. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. wist, DW 30, 806, Duden s. u. wist; GB.: seit 17. Jh. belegter und mit ahd. winistar (linke oder links) verbindbare sowie wohl für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für links in einem Fuhrmannsruf für Pferde; BM.: links befindlich; F.: wist+EW; Z.: wi-st
witschen, nhd. (ält.), sw. V., (18. Jh.): nhd. witschen, schnell entwischen und weglaufen; ne. slip (V.); Vw.: -; Hw.: s. wutschen; Q.: 18. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. witschen, DW 30, 815, Duden s. u. witschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung höherer Tier und des Menschen mögliches schnell entwischen und weglaufen; BM.: lautmalend?; F.: witschen, witsche, witschst, witscht, witschest, witschet, witschte, witschtest, witschten, witschtet, gewitscht, ##gewitscht, gewitschte, gewitschtes, gewitschtem, gewitschten, gewitschter##, witschend, ###witschend, witschende, witschendes, witschendem, witschenden, witschender###, witsch (!)+EW; Z.: witsch-en
wittern, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. wittern, Geruch aufnehmen, riechen; ne. scent (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wetter; Q.: um 1185 (Hartmann von der Aue); E.: s. mhd. witeren, witern, wittern, sw. V., Wetter sein (V.), Wetter werden, Wetter machen, zum Gewitter machen, das Wetter machen für; mhd. weter, wetter, weder, wedder, st. N., Wetter, Unwetter, Witterung, Gewitter, Ungewitter, frische Luft, freie Luft; ahd. wetar*, st. N. (a), Wetter, Luft, Wind; germ. *wedra-, *wedram, st. N. (a), Wind, Wetter; idg. *u̯edʰro-, Sb., Witterung, Wetter, Pokorny 82; vgl. idg. *au̯e-, *au̯- (10), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., wehen, blasen, hauchen, Pokorny 81 (128/128) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wittern, Kluge s. u. wittern, DW 30, 817, EWD s. u. wittern, Duden s. u. wittern, Bluhme s. u. wittern; Son.: vgl. an. viðra, sw. V., blasen, stürmen; nschw. vittra, V., wittern; GB.: seit um 1185 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches einen Geruch aufnehmen oder riechen; BM.: wehen; F.: wittern, wittere, witter (!), wittre, witterst, wittert, witterte, wittertest, witterten, wittertet, gewittert, ##gewittert, gewitterte, gewittertes, gewittertem, gewitterten, gewitterter##, witternd, ###witternd, witternde, witterndes, witterndem, witternden, witternder###, witter (!)+EW; Z.: wi-t-t-er-n
$Witterung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Witterung, Geruchsaufnahme, Wetter; E.: s. witter(n), s. ung; L.: Kluge s. u. wittern, DW 30, 825, EWD s. u. wittern; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus witter(en) und ung gebildete Bezeichnung für Geruchsaufnahme und außerdem auf anderer Grundlage für Wetter; F.: Witterung, Witterungen+EW; Z.: Wi-t-t-er-ung
Wittib, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Wittib, Witwe; ne. widow; Vw.: -; Hw.: s. Witwe; Q.: 14. Jh.; E.: regionale Form von Witwe (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wittib, Kluge s. u. Wittib, DW 30, 828, Duden s. u. Wittib, Bluhme s. u. Wittib; GB.: seit 14. Jh. belegte und von Witwe abgeleitete Bezeichnung für eine Frau deren Ehemann vorversterben ist; BM.: trennen; F.: Wittib, Wittibe, Wittiben+EW; Z.: Wi-t-t-ib
Wittum, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Wittum, Brautgabe, Dotierung, Kirchengut; ne. dowry, dower; Vw.: -; Hw.: s. widmen; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wideme, sw. M., st. M., st. F., Brautgabe, Wittum, Mitgift, Dotierung, Ausstattung, Stiftung, Schenkung, Pfründe; mnd. wēdeme*, wedeme, widdem, weddeme, F., M., Wittum, Leibgedinge (das der Mann seiner Frau aussetzt), Dotation der Kirche, kirchlicher Grund, kirchlicher Boden, Pfarrhaus; mnl. wēdeme, wēdem, wēdom, N., Wittum; ahd. widamo*, sw. M. (n), Wittum, Brautgabe, Mitgift; as. *withumo?, sw. M. (n), Wittum, Brautgabe, Mitgift; anfrk. -; germ. *wetmō-, *wetmōn, *wetma-, *wetman, sw. M. (n), Brautgabe; idg. *u̯edmno-, Sb., Brautkaufpreis, Pokorny 1116; s. idg. *u̯edʰ- (2), u̯ed-, V., führen, heiraten, Pokorny 1115 (1946/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wittum, Kluge s. u. Wittum, DW 30, 830, vgl. DW 29, 867 (Widem), EWD s. u. Wittum, Falk/Torp 385, Duden s. u. Wittum, Bluhme s. u. Wittum; Son.: vgl. afries. wetma, witma, sw. M. (n), Wittum, Brautgabe, Wergeld der Frau; ae. wituma, weotuma, wetma, sw. M. (n), Mitgift; an. -; got. -; ai. vadhū́-, F., Braut (F.) (1); gr. ἕδνον (hédnon), ἔεδνον (éednon), N., Brautgabe; ksl. věno, Sb., Wittum?; GB.: (ahd. widamo) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die Vermögensleistung des Bräutigams an die Braut bei der Eheschließung die zugleich der Versorgung der Witwe für den Fall des Vorversterbens des Ehemanns dient sowie für Kirchengut; BM.: führen bzw. heiraten; F.: Wittum, Wittums, Wittümer, Wittümern+EW; Z.: Witt-um
Witwe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Witwe, überlebende Ehefrau; ne. widow; Vw.: -; Hw.: s. Wittib; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. witewe, widewe, witwe, witiwe, st. F., sw. F., Witwe; mnd. wēdewe* (1), wedewe, weduwe, wedue, weddewe, widewe, F., Witwe; mnl. wēdewe, wēduwe, F., Witwe; ahd. wituwa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Witwe; as. widowa*, sw. F. (n), Witwe; anfrk. widowa*, st. F. (ō), sw. F. (n), Witwe; germ. *widuwō, st. F. (ō), Witwe; germ. *widuwō-, *widuwōn, sw. F. (n), Witwe; idg. *u̯idʰeu̯ā, F., Witwe, Pokorny 1127; s. idg. *u̯eidʰ-, *u̯idʰ-, V., trennen, Pokorny 1127 (1958/34) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *u̯ī̆- (1), Adv., Num. Kard., auseinander, entzwei, zwei, Pokorny 1175 (2023/99) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wittib, Kluge s. u. Witwe, DW 30, 839, EWD s. u. Witwe, Duden s. u. Witwe, Bluhme s. u. Witwe; Son.: vgl. afries. widwe, wedwe, st. F. (ō), sw. F. (n), Witwe; s. saterl. widewjuf; ae. widewe, weodewe, wudewe, sw. F. (n), Witwe; an. -; got. widuwō, sw. F. (n), Witwe; nndl. weduwe, Sb., Witwe; ai. vidhávā, F., Witwe; lat. vidua, F., Witwe; air. fedb, F., Witwe; apreuß. widdewū, F., Witwe; ksl. vĭdova, F., Witwe; heth. udati, F., Witwe; GB.: (wituwa) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine Frau deren Ehemann vorverstorben ist; BM.: trennen; F.: Witwe, Witwen+EW; Z.: Wi-t-w-e
$Witwer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Witwer; Vw.: s. Stroh-; E.: s. Witw(e), s. er (Suff.); L.: DW 30, 858, EWD s. u. Witwe; GB.: (nach etwas älterem wituwo*) (witewære) seit 1172-1190 belegte und aus Witw(e) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Mann dessen Ehefrau vorverstorben ist; F.: Witwer, Witwers, Witwern+EW; Z.: Wi-t-w-er
Witz, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Witz, lustige Geschichte, Scherz; ne. joke (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. witze, witz, wizze, st. F., Wissen, Verstand, Besinnung, Einsicht, Klugheit; ahd. wizza*, st. F. (ō), Wissen, Gewissen; wizzi*, st. N. (ja), Wissen, Vernunft, Verstand; as. -; anfrk. witti*, st. F. (ī), st. N. (ja), Verstand, Wissen; germ. *witja-, *witjam, st. N. (a), Wissen, Verstand; idg. *u̯id-, Sb., Sehen, Wissen, Pokorny 1125; s. idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., erblicken, sehen, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Witz, Kluge s. u. Witz, DW 30, 861, EWD s. u. Witz, Falk/Torp 410, Duden s. u. Witz, Bluhme s. u. Witz; Son.: vgl. afries. witt, wit (2), st. N. (ja), Wissen, Verstand; ae. witt, st. N. (ja), Wissen, Verstand, Einsicht, Bewusstsein; an. -; got. witi, st. N. (ja), Wissen; nschw. vits, Sb., Witz; nnorw. vits, M., Witz; ai. vidyā́, F.?, Wissen, Weisheit, Gelehrsamkeit; GB.: (wizzi) seit 863-871 mit der Bedeutung Wissen belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für später eine von Menschen erzählte kurze lustige Geschichte mit einem meist überraschenden und erheiternden Ende (Pointe); BM.: Wissen bzw. auffassen; F.: Witz, Witzes, Witze, Witzen+EW; Z.: Wi-tz
$Witzbold, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Witzbold, wissender Mensch, Spaßmacher; E.: s. Witz, s. bald; L.: DW 30, 888, EWD s. u. Witz, bald; GB.: seit 1541 belegte und aus Witz und bald (kühn) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen wissenden Menschen und später für einen Spaßmacher; F.: Witzbold, Witzboldes, Witzbolds, Witzbolde, Witzbolden+EW; Z.: Wi-tz—bol-d
$witzeln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. witzeln, Witze machen; E.: s. Witz, s. el, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Witz, EWD s. u. Witz, DW 30, 889; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Witz und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches wissen und später Witze machen oder Späße machen; F.: witzeln, witzel (!), witzle, witzele, witzelst, witzelt, witzelte, witzeltest, witzelten, witzeltet, gewitzelt, ##gewitzelt, gewitzelte, gewitzeltes, gewitzeltem, gewitzelten, gewitzelter##, witzelnd, ###witzelnd, witzelnde, witzelndes, witzelndem, witzelnden, witzelnder###, witzel (!)+EW; Z.: wi-tz-el-n
$witzig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. witzig, spaßig, belustigend; Vw.: s. vor-, wahn-; E.: s. Witz, s. ig; seit 16. Jh. belegte und aus Witz und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Wissen habend oder spaßig oder belustigend; L.: Kluge s. u. Witz, DW 30, 891, EWD s. u. Witz; F.: witzig, witzige, witziges, witzigem, witzigen, witziger(, witzigere, witzigeres, witzigerem, witzigeren, witzigerer, witzigst, witzigste, witzigstes, witzigstem, witzigsten, witzigster)+EW; Z.: wi-tz-ig
wo, nhd., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. wo, an welchem Ort, an welcher Stelle; ne. where; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Kasseler Gespräche); E.: s. mhd. wā (1), wō, wan, wār, Adv., Pron., wo, woher, irgendwo, wenn, wie, dass; mnd. wō, wū, Adv., Konj., wie (fragend bzw. im Ausruf), wie sehr, irgendwie, wie dass, dass, so wie, als, als ob, obgleich; mnl. waer, wāre, Adv., Konj., wo; mnd. wa, Adv., wo, wie; s. ahd. wār (3), Adv., wo, woher, irgendwo, wann, wohin, wozu; as. hwā̆r*, Adv., Pron., wo, wohin, wann, wie; anfrk. -; germ. *hwēr, Adv., wo; vgl. idg. *kᵘ̯o-, *kᵘ̯os (M.), *kᵘ̯e-, *kᵘ̯ā- (F.), *kᵘ̯ei-, Pron., wer, Pokorny 644 (1041/19) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. wo, Kluge s. u. wo, DW 30, 903, EWD s. u. wo, Duden s. u. wo, Bluhme s. u. wo; Son.: vgl. afries. hwēr, Adv., wo; nnordfries. war, Adv., wo; ae. hwǣr, hwār, hwāra, *wer, Adv., wo, irgendwo; an. -; got. -; nndl. waar, Adv., wo; nschw. var, Adv., wo; nnorw. hvor, Adv., wo; ai. kárhi, Adv., wann?; lat. cūr, quōr, Adv., wozu, weshalb; GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung (Fragefürwort) für einen sachlich seit Entstehung der Welt und Entwicklung von Sprache möglichen Ort; BM.: wer; F.: wo+EW; Z.: wo
Woche, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Woche, (Dauer von) sieben Tage(n); ne. week; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. woche, wuche, weche, sw. F., st. F., Woche, Viertel des Mondlaufs; mnd. wēke* (4), weke, wecke, sw. F., Woche; mnl. wēke, F., Woche; ahd. wehha*, wohha*, sw. F. (n), Woche; as. *weke?, sw. F. (n), Woche; as. *wīka?, sw. F. (n), Woche; anfrk. -; germ. *wikō-, *wikōn, sw. F. (n), Wechsel, Woche; idg. u̯eik- (4), u̯eig-, V., Sb., biegen, winden, sich wenden, weichen (V.) (2), Wechsel, Abwechslung, Pokorny 1130 (1962/38) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Woche, Kluge s. u. Woche, DW 30, 923, EWD s. u. Woche, Falk/Torp 407, Duden s. u. Woche, Bluhme s. u. Woche; Son.: vgl. afries. wike, sw. F. (n), Woche; nnordfries. weg; ae. wice, wicu (1), st. F. (ō), sw. F. (n), Woche; ae. weoce, sw. F. (n), Woche; an. vika, sw. F. (n), Woche, Seemeile; got. wikō, sw. F. (n), Reihenfolge, Ordnung, Woche?; nndl. week, Sb., Woche; nschw. vecka, Sb., Woche; nnorw. uke, M., F., Woche; nisl. vika, F., Woche; GB.: (wehha) seit 3. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine wegen der seinerzeit sieben bekannten beweglichen Himmelskörper Sonne und Mond und Mars und Merkur und Jupiter und Venus sowie Saturn seit den Hochkulturen des Altertums meist sieben Tage umfassende und als Wechsel verstandene menschliche Zeiteinheit; BM.: Wechsel; F.: Woche, Wochen+EW; Z.: Woch-e
$wöchentlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. wöchentlich, (eine) Woche betreffend; E.: s. Woche, s. n, s. t, s. lich; L.: Kluge s. u. Woche, EWD s. u. Woche, DW 30, 954; GB.: nach etwas älteren Vorstufen seit 16. Jh. belegte und aus Woch(e) und (e)n (Suff.) und t sowie lich gebildete Bezeichnung für (eine) Woche betreffend; F.: wöchentlich, wöchentliche, wöchentliches, wöchentlichem, wöchentlichen, wöchentlicher+EW; Z.: wöch-ent-lich
$Wochentölpel, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wochentölpel, Mumps, närrischer Kopf; E.: s. Woch(e), s. en (Suff.), s. Tölpel; L.: Kluge s. u. Wochentölpel, DW 30, 956; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Woch(e) und (e)n (Suff.) sowie Tölpel gebildete Bezeichnung für eine durch Tröpfcheninfektion übertragene meist mit einer schmerzhaften Ohrspeicheldrüsenentzündung verbundene Erkrankung (Mumps oder Ziegenpeter) und für einen närrischen Kopf; F.: Wochentölpel, Wochentölpels, Wochentölpeln+EW; Z.: Woch-en—tölp-el
$Wöchnerin, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wöchnerin; E.: s. Woch(e), s. n, s. er, s. in; L.: Kluge s. u. Wöchnerin, DW 30, 962 (Wochnerin), EWD s. u. Woche; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Woch(e) und (e)n (Suff.) und er (Suff.) sowie in (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine Frau in den ersten sechs Wochen des so genannten Wochenbetts nach der Geburt eines Kindes; F.: Wöchnerin, Wöchnerinnen+EW; Z.: Wöch-n-er-in
Wocken, nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Wocken, Rocken, Spinnrocken, auf einmal abzuspinnende Menge; ne. distaff; Vw.: -; Hw.: s. Rocken, Wieche; Q.: 14. Jh.; E.: s. mnd. wocke, sw. M., Spinnrocken; mnl. wocke, M., Wocken; vgl. as. wokko*, wakko*, wekko*, sw. M. (n), Wieche, Docht; germ. *wekō-, *wekōn, sw. F. (n), Docht, Wieche; vgl. idg. *u̯eg-, V., Sb., weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst, Pokorny 1117 (1948/24) (RB. idg. aus ind., ital., kelt., germ.); idg. *au̯- (5), *au̯ē-, V., flechten, weben, Pokorny 75 (123/123) (RB. idg. aus ind., arm., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wocken, Kluge s. u. Wocken, DW 30, 964, Duden s. u. Wocken, Bluhme s. u. Wocken; Son.: vgl. nschw. veke, Sb., Docht; GB.: seit 14. Jh. mnd. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für den Teil an dem Spinnrad auf den das zu verspinnende Material gewickelt wird; BM.: weben; F.: Wocken, Wockens+EW; Z.: Wock-en
Wodka, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Wodka, Branntwein aus Korn oder Kartoffeln, Kartoffelbrand; ne. vodka; Vw.: -; Hw.: s. Wasser; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. russ. водка (vódka); E.: s. russ. водка (vódka), F., Wodka; s. ksl. voda, F., Wasser; idg. *u̯édōr, *u̯ódōr, Sb., Wasser, Pokorny 78; s. idg. *au̯e-, *au̯- (9), V., benetzen, befeuchten, fließen, Pokorny 78 (127/127) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Wodka, EWD s. u. Wodka, Duden s. u. Wodka; Son.: vgl. nndl. wodka, Sb., Wodka; frz. vodka, F., Wodka; nschw. wodka, Sb., Wodka; nnorw. vodka, M., Wodka; poln. wódka, F., Wodka; kymr. fodca, M., Wodka; nir. vodca, M., Wodka; lit. vodka, F., Wodka; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene sowie mit dem Kirchenslawischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen ursprünglich in Russland von Menschen entwickelten und verwendeten sowie verharmlosend als Wässerchen erklärten und erstmals 1405 in Polen urkundlich erwähnten Branntwein aus Korn oder Kartoffeln; BM.: Wasser; F.: Wodka, Wodkas+EW; Z.: Wo-d-k-a
Woge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Woge, (große und starke) Wasserwelle, Welle; ne. wave (N.), surge (N.); Vw.: -; Hw.: s. Woog; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. wāc, st. M., Strömung, Flut, Woge, Strom; mnd. wāch, M.?, Welle, Woge; mnl. wāge, Sb., hohe Welle, Flut; ahd. wāg*, st. M. (i), Woge, Flut, See (M.), Wasser, Strudel, wogendes Gewässer; as. wāg*, st. M. (a), Woge, Flut; anfrk. -; germ. *wēga-, *wēgaz, *wǣga-, *wǣgaz, st. M. (a), Woge, Sturm; s. idg. u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Woge, Kluge s. u. Woge, DW 30, 977, EWD s. u. Woge, Falk/Torp 383, Seebold 543, Duden s. u. Woge, Bluhme s. u. Woge; Son.: vgl. afries. wēge, F., Wasser; nfries. weage; ae. wǣg (1), wēg, st. M. (i), Bewegung, Woge, Flut, Meer; an. vāgr, st. M. (a), Meer, See (F.), Bucht, Flüssigkeit, Eiter, Feuer; got. wēgs, st. M. (a/i), Erschütterung, Sturm, Wellenschlag, Brandung, Woge; GB.: (wāg) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Verfestigung der Erdoberfläche mögliche (große und starke) Wasserwelle; BM.: bewegen; F.: Woge, Wogen+EW; Z.: Wog-e
$wogen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wogen, sich wie eine Woge in Wellen auf und nieder bewegen; E.: s. Wog(e), s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Woge, EWD s. u. Woge; GB.: nach älteren Vorformen seit 18. Jh. belegte und aus Wog(e) und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches wie eine Woge sich in Wellen auf und nieder bewegen; F.: wogen (!), woge (!), wogst, wogt, wogest, woget, wogte, wogtest, wogten, wogtet, gewogt, ##gewogt, gewogte, gewogtes, gewogtem, gewogten, gewogter##, wogend, ###wogend, wogende, wogendes, wogendem, wogenden, wogender###, wog (!) +EW; Z.: wog-en
wohl, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. wohl, wahrscheinlich, vermutlich, doch, vielleicht; ne. well (Adv.); Vw.: s. lebe-; Hw.: s. wollen; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. wole, wale, wal, Adv., gut, wohl, sehr, völlig, gewiss; mnd. wol (2), wal, Adv., Konj., Interj., wohl, gut, obgleich, obwohl, wenn auch; mnl. wēle, wel, Adv., wohl; ahd. wola (1), wol, wala*, Adv., Interj., Präf., wohl, gut, günstig, vortrefflich, prächtig, richtig, angenehm, sicher; as. wela* (1), Adv., wohl; anfrk. *wola?, Adv., Interj., Präf., wohl, gut; germ. *walō, Adv., wohl; germ. *welō, Adv., wohl, gut; idg. *u̯elo-, Sb., Wunsch, Begehr; vgl. idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wohl, Kluge s. u. wohl, DW 30, 1025, EWD s. u. wohl, Falk/Torp 399, Duden s. u. wohl, Bluhme s. u. wohl; Son.: vgl. afries. wal (1), wel, wol, Adv., wohl; nnordfries. wel, weil, wal, Adv., wohl; ae. wē̆l, well (1), Adv., wohl, gut, reichlich, sehr, völlig, fast, sicherlich; an. val (4), Adv., wohl; got. waíla, Adv., wohl, gut, wohlan; ai. vára-, Adv., vorzüglich, besser; kymr. glell, Adv., besser; nndl. wel, Adv., wohl; nschw. väl, Adv., wohl; nnorw. vel, Adv., wohl; GB.: (wola) seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen seit Entwicklung von Sprache mögliches wahrscheinlich oder vermutlich oder doch oder vielleicht; BM.: begünstigen; F.: wohl+EW; Z.: woh-l
$Wohl, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Wohl, Wohlbefinden; E.: s. wohl; L.: DW 30, 1025, EWD s. u. wohl; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus wohl (Adv.) abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Wohlbefinden oder einen ungestörten Zustand; F.: Wohl, Wohles, Wohls+EW; Z.: Woh-l
$Wohlbehagen, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Wohlbehagen, Wohlbefinden; E.: s. wohl, s. behagen; L.: DW 30, 1088, EWD s. u. behagen; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus wohl und behagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches Wohlbefinden; F.: Wohlbehagen, Wohlbehagens+EW; Z.: Woh-l—be—hag-en
$Wohlfahrt, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wohlfahrt, Wohlergehen, öffentliche Fürsorge, Sozialhilfe; E.: s. Wohl, s. Fahrt; L.: Kluge s. u. Wohlfahrt, DW 30, 1112, EWD s. u. wohl; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wohl und Fahrt gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches Wohlergehen und wohl seit der Aufklärung auch für öffentliche Fürsorge oder Sozialhilfe; F.: Wohlfahrt, Wohlfahrten+EW; Z.: Woh-l—fahr-t
$wohlfeil, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wohlfeil, preiswert, günstig, billig; E.: s. wohl, s. feil; L.: Kluge 1. A. s. u. wohlfeil, DW 30, 113, EWD s. u. feil; GB.: (wolveil) seit 1220. belegte und aus wohl und feil gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Geldes mögliches preiswert oder günstig oder billig; F.: wohlfeil, wohlfeile, wohlfeiles, wohlfeilem, wohlfeilen, wohlfeiler(, wohlfeilere, wohlfeileres, wohlfeilerem, wohlfeileren, wohlfeilerer, wohlfeilst, wohlfeilste, wohlfeilstes, wohlfeilstem, wohlfeilsten, wohlfeilster)+EW; Z.: woh-l—feil
$wohlgeboren, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (12. Jh.): nhd. wohlgeboren, von hoher ständischer Abkunft seiend; E.: s. wohl. s. geboren; L.: Kluge 1. A. s. u. wohlgeboren, DW 30, 1120; GB.: (wolgeboren) seit 1172-1190 belegte und aus wohl und geboren gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches von hoher ständischer Abkunft seiend; F.: wohlgeboren, wohlgeborene, wohlgeborenes, wohlgeborenem, wohlgeborenen, wohlgeborener(, wohlgeborenere, wohlgeboreneres, wohlgeborenerem, wohlgeboreneren, wohlgeborenerer, wohlgeborenst, wohlgeborenste, wohlgeborenstes, wohlgeborenstem, wohlgeborensten, wohlgeborenster)+EW; Z.: woh-l—ge-bor-en
$wohlhabend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (14. Jh.): nhd. wohlhabend, reich, vermögend; E.: s. wohl, s. habend; L.: Kluge s. u. wohlhabend, DW 30, 1160; GB.: wolhabende seit 1347-1359 belegte und aus wohl und habend gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches reich oder vermögend; F.: wohlhabend, wohlhabende, wohlhabendes, wohlhabendem, wohlhabenden, wohlhabender(, wohlhabendere, wohlhabenderes, wohlhabenderem, wohlhabenderen, wohlhabenderer, wohlhabendst, wohlhabendste, wohlhabendstes, wohlhabendstem, wohlhabendsten, wohlhabendster)+EW; Z.: woh-l—hab-end
$wohlig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. wohlig, angenehm, behaglich; E.: s. Wohl, s. ig; L.: Kluge s. u. wohl, DW 30, 1163, EWD s. u. wohl; GB.: seit 1702 belegte und aus Wohl und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches angenehm oder behaglich; F.: wohlig, wohlige, wohliges, wohligem, wohligen, wohliger(, wohligere, wohligeres, wohligerem, wohligeren, wohligerer, wohligst, wohligste, wohligstes, wohligstem, wohligsten, wohligster)+EW; Z.: woh-l-ig
$Wohlstand, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Wohlstand, Reichtum; E.: s. wohl, s. Stand; L.: DW 30, 1181, EWD s. u. wohl; GB.: seit 1556 belegte und aus wohl und Stand gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums dem Menschen möglichen Reichtum; F.: Wohlstand, Wohlstands, Wohlstandes+EW; Z.: Woh-l—sta-n-d
$Wohltat, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wohltat, gute Tat, gutes Werk, Unterstützung, Erbauung; E.: s. wohl, s. Tat: L.: Kluge 1. A. s. u. Wohlthat, DW 30, 1185, EWD s. u. wohl; GB.: (wolatāt*) seit Anfang 9. Jh. belegte und nach lat. beneficium aus wohl und Tat gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche gute Tat oder ein gutes Werk oder eine Unterstützung oder Erbauung; F.: Wohltat, Wohltaten+EW; Z.: Woh-l—ta-t
$Wohltäter, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Wohltäter, Menschenfreund, Geldgeber; E.: s. Wohltat, s. er (Suff.); L.: EWD s. u. wohl, DW 30, 118; GB.: (woltætære*) seit 1343 belegte und vielleicht nach griech. euergetes aus Wohltat und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Menschenfreund oder Geldgeber; F.: Wohltäter, Wohltäters, Wohltätern+EW; Z.: Woh-l—tä-t-er
Wohlverleih, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wohlverleih, Arnika; ne. mountain arnica; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, von einem wulveleie, Sb., Arnika, eine Pflanze; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Wohlverleih, DW 30, 1195, Duden s. u. Wohlverleih; Son.: s. mnd. wulveleie, wulfellei, Sb., Arnika, eine Pflanze; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie vielleicht aus wohl und Verleih gebildete und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche und von Menschen vielfach als Heilmittel bei Prellungen und Verstauchungen sowie Blutergüssen verwendete (giftige) gelb blühende bis zu 60 Zentimeter hohe Pflanze aus der Familie der Korbblütler; BM.: ?; F.: Wohlverleih, Wohlverleihs+EW; Z.: Wohl-ver-leih
$wohlweislich, nhd., Adv., (18. Jh.?): nhd. wohlweislich, wohl erweislich, absichtlich, klugerweise; E.: s. wohl, s. weislich; L.: Kluge s. u. weise, DW 30, 1200, EWD s. u. weise; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus wohl und weislich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches wohl erweislich oder absichtlich oder klugerweise; F.: wohlweislich+EW; Z.: woh-l—wei-s-lich
$Wohlwollen, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Wohlwollen, Entgegenkommen, Gunst; E.: s. wohl, s. wollen; L.: DW 30, 1201, EWD s. u. wohl; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus wohl und wollen (V.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Entgegenkommen oder Gunst; F.: Wohlwollen, Wohlwollens+EW; Z.: Woh-l-.wol-l-en
wohnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wohnen, Wohnsitz haben, sich aufhalten; ne. live (V.), reside; Vw.: -; Hw.: s. gewinnen; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wonen (1), wanen, sw. V., weilen, wohnen, hausen, bleiben, leben, sich aufhalten, verharren, ruhen, sein (V.), sich niederlassen; mnd. wōnen (1), sw. V., wohnen, verweilen, bleiben, hausen, bewohnen, sich gewöhnen, gewohnt werden; mnl. wōnen, sw. V., wohnen; ahd. wonēn*, sw. V. (3), wohnen, sein (V.), sich aufhalten, bleiben; as. wonōn*, wunōn*, sw. V. (2), wohnen, bleiben, verweilen, ausharren, sich fügen; anfrk. wonon*, sw. V. (2), wohnen; germ. *wunēn, *wunǣn, sw. V., gewohnt sein (V.), zufrieden sein (V.), wohnen; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wohnen, Kluge s. u. wohnen, DW 30, 1206, EWD s. u. wohnen, Falk/Torp 388, Duden s. u. wohnen, Bluhme s. u. wohnen; Son.: vgl. afries. wenia, wennia, winnia, sw. V. (2), wohnen; afries. wunia, wonia, sw. V. (2), wohnen; nfries. wenjen, V., wohnen; ae. wunian, sw. V. (2), wohnen, bewohnen, da sein (V.), bleiben, gewohnt sein (V.); an. una, sw. V. (3), zufrieden sein (V.) mit; got. wunan, sw. V. (3), zufrieden sein (V.); GB.: (wonēn) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftigkeit des Menschen mögliches an einem festen Ort eine oder seine Unterkunft haben; BM.: streben; F.: wohnen, wohne, wohnst, wohnt, wohnest, wohnet, wohnte, wohntest, wohnten, wohntet, gewohnt, ##gewohnt, gewohnte, gewohntes, gewohntem, gewohnten, gewohnter##, wohnend, ###wohnend, wohnende, wohnendes, wohnendem, wohnenden, wohnender###, wohn (!)+EW; Z.: wohn-en
wöhnen, nhd. (ält.), V., (10. Jh.): nhd. wöhnen, gewöhnen, vertraut machen, vertraut werden, anpassen; ne. accustom; Vw.: s. ge-, ver-; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: s. mhd. wenen (1), wennen, sw. V., wöhnen, lenken, erziehen, gewöhnen, sich gewöhnen, sich gewöhnen an, gewöhnen an, gewohnt sein (V.); mnd. wēnen* (1), wenen, wennen, sw. V., gewöhnen, entwöhnen (von der Mutterbrust); s. ahd. wennen* (1), sw. V. (1b), gewöhnen, gewöhnen an; as. wėnnian*, sw. V. (1b), gewöhnen, versehen (V.); anfrk. *wennen?, sw. V. (1), gewöhnen; germ. *wanjan, sw. V., gewöhnen; idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146; L.: DW 30, 1217, Falk/Torp 386, Heidermanns 654; Son.: vgl. afries. -; ae. wėnnan, sw. V. (1), gewöhnen, unterhalten (V.) (2), entwöhnen; an. venja (2), sw. V. (1), gewöhnen, zähmen; got. -; GB.: (wennen) seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung höherer Tiere und des Menschen mögliches vertraut machen oder vertraut werden oder (an einen Zustand) anpassen; BM.: erreichen; F.: wöhnen, wöhne, wöhnst, wöhnt, wöhnest, wöhnet, wöhnte, wöhntest, wöhnten, wöhntet, gewöhnt, ##gewöhnt, gewöhnte, gewöhntes, gewöhntem, gewöhnten, gewöhnter##, wöhnend, ###wöhnend, wöhnende, wöhnendes, wöhnendem, wöhnenden, wöhnender###, wöhn (!)+EW; F.: wöhn-en
$wohnhaft, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. wohnhaft, eine Wohnung habend, ansässig; E.: s. wohn(en), s. haft; L.: Kluge s. u. wohnen, DW 30, 1219, EWD s. u. wohnen; GB.: (wonhaft) seit um 1170 belegte und aus wohn(en) und Wohn(ung) sowie haft gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung mögliches eine Wohnung habend oder ansässig; F.: wohnhaft, wohnhafte, wohnhaftes, wohnhaftem, wohnhaften, wohnhafter+EW; Z.: wohn-haf-t
$Wohnung, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wohnung, Unterkunft, Bleibemöglichkeit; E.: s. wohn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. wohnen, DW 30, 1230, EWD s. u. wohnen; GB.: seit um 830 belegte und aus wohn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliche Unterkunft oder Bleibemöglichkeit (von Menschen); F.: Wohnung, Wohnungen+EW; Z.: Wohn-ung
wölben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. wölben, bogenförmig anlegen, runden, biegen; ne. curve (V.), arch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wulst; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. welben, sw. V., bogenförmig gestalten, aufwölben; mnd. wölven?, sw. V., wölben; mnl. welven, sw. V., wölben; s. ahd. welben?, sw. V. (1a), wölben; ahd. biwelben, sw. V. (1a), umwölben; as. bihwelvian, bihwelƀian*, sw. V. (1a), verbergen, bedecken; anfrk. -; germ. *hwalbjan, sw. V., wölben; idg. *ku̯elp- (2), V., wölben, Pokorny 630? (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. wölben, Kluge s. u. wölben, DW 30, 1237, EWD s. u. wölben, Falk/Torp 117, Seebold 281, Duden s. u. wölben, Bluhme s. u. wölben; Son.: vgl. afries. -; ae. hwielfan, hwilfan, hwylfan, hwelfan, sw. V. (1), wölben; an. hvelfa, sw. V. (1), wölben, kentern; got. -; nndl. welven, V., wölben; nschw. välva, V., wölben; nnorw. hvelve, V., wölben; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches bogenförmig anlegen oder runden oder biegen; BM.: ?; F.: wölben, wölbe, wölbst, wölbt, wölbest, wölbet, wölbte, wölbtest, wölbten, wölbtet, gewölbt, gewölbte, ##gewölbte, gewölbtes, gewölbtem, gewölbten, gewölbter##, wölbend, ###wölbend, wölbende, wölbendes, wölbendem, wölbenden, wölbender###, wölb (!)+EW; Z.: wölb-en
$Wölbung, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Wölbung, Rundung, Ausbuchtung, Schwellung; E.: s. wölb(en), s. ung; L.: Kluge s. u. wölben, DW 30, 1241, EWD s. u. wölben; GB.: seit 1598 belegte und aus wölb(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Rundung oder Ausbuchtung oder Schwellung; F.: Wölbung, Wölbungen+EW; Z.: Wölb-ung
Wolf (1), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wolf (M.) (1); ne. wolf (N.); Vw.: s. Wer-, -ram; Hw.: s. Hund; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wolf, st. M., Wolf (M.) (1); mnd. wolf, M., Wolf (M.) (1); mnd. wulf, wullef, M., Wolf, Wolfsfell, Wolfspelz, gieriger grausamer Mensch, Name von Hautkrankheiten; mnl. wolf, wulf, M., Wolf; ahd. wolf, st. M. (a), Wolf (M.) (1); as. wulf*, wolf*, st. M. (a), Wolf (M.) (1); anfrk. -; germ. *wulfa-, *wulfaz, st. M. (a), Wolf (M.) (1); idg. *u̯l̥kᵘ̯os, M., Wolf (M.) (1), Pokorny 1178 (2031/107) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wolf, Kluge s. u. Wolf 1, EWD s. u. Wolf, DW 30, 1242, Falk/Torp 415, Duden s. u. Wolf, Bluhme s. u. Wolf; Son.: vgl. afries. wolf, st. M. (a), Wolf (M.) (1); nfries. wolve, M., Wolf (M.) (1); ae. wulf, st. M. (a), Wolf (M.) (1); an. ūlfr, st. M. (a), Wolf (M.) (1); got. wulfs, st. M. (a), Wolf (M.) (1); nndl. wolf, Sb., Wolf (M.) (1); nschw. ulv, Sb., Wolf (M.) (1); nnorw. ulv, M., Wolf (M.) (1); ai. vṛka-, M., Wolf (M.) (1); gr. λύκος (lýkos) (1), M., Wolf (M.) (1); lit. vil̃kas, M., Wolf (M.) (1); ksl. vlĭkŭ, M., Wolf (M.) (1); GB.: (wolf) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische sowie Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein mittelgroßes weit verbreitetes von dem Menschen lange stark bekämpftes in Rudeln lebendes und von Menschen als Hund gezähmtes Raubtier; BM.: ?; F.: Wolf, Wolfes, Wolfs, Wölfe, Wölfen+EW; Z.: Wolf
Wolf (2), nhd., M., (15. Jh.): nhd. Wolf (M.) (2), Lupus, Hauttuberkulose; ne. lupus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: wohl von Wolf (M.) (1) im dem Sinne fressender Schaden; L.: Kluge s. u. Wolf 2, DW 30, 1242, Duden s. u. Wolf; GB.: seit dem Spätmittelalter (15. Jh.) belegte und wohl von Wolf (M.) (1) abgeleitete Bezeichnung für eine Hautkrankheit (Hauttuberkulose); BM.: fressen?; F.: Wolf, Wolfes, Wolfs+EW; Z.: Wolf
Wolfram, nhd., M., N., (16. Jh.): nhd. Wolfram, ein Übergangsmetall, ein Schwermetall, ein Edelmetall; ne. wolfram; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1562; I.: Lüs. lat. spuma lupi; E.: von Wolf (1); das Hinterglied stammt von mhd. rām, st. M., Schmutz, Ruß; ahd. rām (1), st. M., Schwärze, Schmutz; ahd. rām (1), st. M. (a?, i?), Schwärze, Schmutz; germ. *rēmi-, *rēmiz, *rǣmi-, *rǣmiz, st. M. (i), Schmutz; idg. *rē- (5), Adj., dunkel, Pokorny 853 (1481/4) (RB. idg. aus ind., germ.); L.: Kluge s. u. Wolfram, DW 30, 1256, EWD s. u. Wolfram, Duden s. u. Wolfram; Son.: vgl. nndl. wolfraam, Sb., Wolfram; frz. wolfram, M., Wolfram; nnorw. volfram, N., Sb., Wolfram; nnorw. wolfram, N., Wolfram; poln. wolfram, M., Wolfram; kymr. wolffram, M., Wolfram; lit. volframas, M., Wolfram; GB.: seit 1562 belegte und aus Wolf und ram (Schmutz, Schaum) (als fressender Ruß) gebildete Bezeichnung für ein 1758 von Axel Frederik Cronstedt als Tungsten (schwerer Stein) bezeichnetes und 1781 von Carl Wilhelm Scheele sowie 1783 in reiner Form entdecktes weiß glänzendes säurebeständiges sowie in reinem Zustand sprödes Schwermetall hoher Dichte und mit sehr hohem Schmelzpunkt sowie einem derzeit weltweit bekannten Vorkommen von 2,8 Millionen Tonnen vor allem in China (chemisches Element Nr. 74, abgekürzt W) das für Schneidewerkzeuge und Leuchtmittel und Elektroden sowie Sportgeräte verwendet wird; BM.: fressender Ruß; F.: Wolfram, Wolframs+EW; Z.: Wolf—ra-m
$Wolfsmilch, nhd., F., (11./12. Jh.): nhd. Wolfsmilch; E.: s. Wolf, s. s, s. Milch; L.: Kluge s. u. Wolfsmilch, DW 30, 1272; GB.: (wolfesmiluh*) seit 11./12. Jh. belegte und aus Wolf und s sowie Milch gebildete Bezeichnung für Milch einer Wölfin und eine wohl schon vormenschliche weit verbreitete kleinere und saftreiche sowie ätzende und giftige Pflanze (Euphorbia) mit gelbem Saft; F.: Wolfsmilch+EW; Z.: Wolf-s—milch
Wolke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wolke, Gasansammlung; ne. cloud (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wolke, wolk, wolken, wulken, wulke, st. M., sw. M., st. F., sw. F., st. N., sw. N., Wolke, Gewölke; wolken, st. N., st. M., Wolke; mnd. wolke, wulke, st. F., Wolke, Gewölk, Wolkenkragen; mnd. wolken (1), wulken, N., M., Wolke, Gewölk, Wolkenkragen; mnl. wolke, F., Wolke; mnl. wolken, N., Wolke; ahd. wolko*, wolco*, sw. M. (n), Wolke; ahd. wolkan*, wolcan*, st. N. (a), Wolke; as. wolkan*, st. N. (a), Wolke; anfrk. wulka*, wulco*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wolke; germ. *wulkana-, *wulkanaz, st. M. (a), Wolke; germ. *wulkana-, *wulkanam, st. N. (a), Wolke; vgl. idg. *u̯elk- (2), *u̯elg-, Adj., feucht, nass, Pokorny 1145 (1982/58) (RB. idg. aus ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wolke, Kluge s. u. Wolke, DW 30, 1282, EWD s. u. Wolke, Falk/Torp 402, Duden s. u. Wolke, Bluhme s. u. Wolke; Son.: vgl. afries. wolken, wulken, st. N. (a), Wolke; saterl. wolce; ae. wolcen, welcen, st. M. (a), st. N. (a), Klumpen (M.), Wolke, Lufthimmel; an. -; got. -; nndl. wolk, Sb., Wolke; ? lit. vil̃kti, V., ziehen; ksl. oblakŭ, M., Wolke; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl nach Entstehung von Wasser mögliches aus verdichtetem Wasserdampf oder auch anderem Gas bestehende Ansammlung; F.: Wolke, Wolken+EW; Z.: Wolk-e
$Wolkenkratzer, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Wolkenkratzer; E.: s. Wolk(e), s. en, s. Kratzer; L.: Kluge s. u. Wolkenkratzer, DW 30, 1304, EWD s. u. Wolke; GB.: seit 20. Jh. belegte und nach dem neuenglischen skyscraper gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit dieser Zeit vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickeltes und verwendetes ziemlich hohes Gebäude wie beispielsweise ab 1884 das 138 feet oder 42 Meter hohe und zehn Stockwerke umfassende Home Insurance Building in Chicago oder den Burj Khalifa in Dubai (828 Meter) oder den 2013 begonnenen Jeddah Tower in Saudi-Arabien der 2028 mit 1007 Metern Höhe und Fundamenten bis zu 110 Metern tiefen Fundamenten fertiggestellt sein soll; F.: Wolkenkratzer, Wolkenkratzers, Wolkenkratzern+EW; Z.: Wolk-en—kratz-er
$Wolkenkuckucksheim, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Wolkenkuckucksheim, ein Traumland; E.: s. Wolk(e), s. en (Suff.), s. Kuckuck, s. s, s. heim; L.: Kluge s. u. Wolkenkuckucksheim, DW 30, 1304, EWD s. u. Wolkenkuckucksheim; GB.: seit 19. Jh. belegte und dem griech. nephelokokkygía von Aristophanes in Die Vögel aus Wolk(e) und en (Suff.) und Kuckuck und s sowie Heim nachgebildete Bezeichnung (für Athen als) ein Traumland; F.: Wolkenkuckucksheim, Wolkenkuckucksheimes, Wolkenkuckucksheims, Wolkenkuckucksheime, Wolkenkuckucksheimen+EW; Z.: Wolk-en—kucku-ck-s—hei-m
$wolkig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. wolkig, Wolken betreffend, bewölkt, dunstig; E.: s. Wolk(e), s. ig; L.: DW 30, 1313, EWD s. u. Wolke; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht nach lat. nubilus aus Wolk(e) und ig gebildete Bezeichnung für Wolken betreffend oder bewölkt oder dunstig; F.: wolkig, wolkige, wolkiges, wolkigem, wolkigen, wolkiger(, wolkigere, wolkigeres, wolkigerem, wolkigeren, wolkigerer, wolkigst, wolkigste, wolkigstes, wolkigstem, wolkigsten, wolkigster)+EW; Z.: wolk-ig
Wolle, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wolle, ein Erzeugnis aus Tierhaaren; ne. wool; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. wolle, wulle, sw. F., st. F., Wolle; mnd. wulle, wolle, F., Wolle; mnl. wolle, F., Wolle; ahd. wolla, st. F. (ō), Wolle; as. *wulla?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Wolle; anfrk. -; germ. *wullō, st. F. (ō), Wolle; idg. *u̯el- (4), u̯elə-, Sb., Haar (N.), Wolle, Gras, Ähre, Wald, Pokorny 1139 (1976/52) (RB. idg. aus, ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wolle, Kluge s. u. Wolle, DW 30, 1317, EWD s. u. Wolle, Falk/Torp 401, Duden s. u. Wolle, Bluhme s. u. Wolle; Son.: vgl. afries. wulle, wolle, st. F. (ō), Wolle; nnordfries. oll; ae. wull, st. F. (ō), Wolle; an. ull, st. F. (ō), Wolle; got. wulla, st. F. (ō), Wolle; nndl. wol, Sb., Wolle; nschw. ull, Sb., Wolle; nschw. ylle, N., Wolle; nnorw. ull, M., F., Wolle; ai. ū́rṇā, Sb., Wolle; gr. λῆνος (lēnos), N., Wolle; lat. lāna, F., Wolle; lat. vellus, N., Wolle, Pelz, Schaffell; air. olann, Sb., Wolle; kymr. gwlân, M., Wolle; lit. vìlna, F., Wolle; ksl. vlĭna, Sb., Wolle; poln. wełna, F., Wolle; heth. ulana-, Sb., Wolle; GB.: (wulla) seit 1. Viertel 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus sachlich wohl seit dem Beginn der Jagd und danach der Tierzucht durch Menschen erlangten Tierhaaren gewonnenes Erzeugnis für die Herstellung von Garn dem seit dem 20. Jh. Kunststoff nachgebildet wird; F.: Wolle, Wollen (!)+EW; Z.: Wol-l-e
wollen, unr. nhd., V., (8. Jh.): nhd. wollen (V.), fordern, wünschen, beabsichtigen; ne. will (V.), want (V.); Vw.: -; Hw.: s. wählen, Wahl, Wille, wohl; Q.: 8. Jh. (Hildebrandslied); E.: s. mhd. wellen (1), wollen, wöllen, wullen, anom. V., wollen (V.), mögen, werden, müssen, im Begriff sein (V.), drohen zu, fahren, gehen; mnd. wellen (3), anom. V., wollen (V.); mnl. willen, V., wollen (V.); ahd. wellen* (1), wollen*, anom. V., wollen (V.), wünschen, begehren, beanspruchen; as. willian*, anom. V., wollen (V.); anfrk. wellen*, wellon*, sw. V. (1), wählen; anfrk. willen*, willon*, anom. V., wollen (V.); germ. *weljan, sw. V., wollen (V.); idg. *u̯el- (2), *u̯lei-, *u̯lēi-, *u̯lē-, V., wollen (V.), wählen, Pokorny 1137 (1974/50) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (7), *au̯ē-, *au̯ēi-, V., gern haben, verlangen, begünstigen, Pokorny 77 (125/125) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. wollen, Kluge s. u. wollen, DW 30, 1326, EWD s. u. wollen, Falk/Torp 399, Duden s. u. wollen, Bluhme s. u. wollen; Son.: vgl. afries. willa (2), wella (1), anom. V., wollen (V.); nfries. wollen, V., wollen (V.); ae. willian, sw. V. (2), wünschen, verlangen, bitten; ae. willan (1), anom. V., wollen (V.), wünschen, verlangen; an. vilja, sw. V. (1), wollen (V.); got. wiljan 128=127, athem. V., wollen (V.); nndl. willen, V., wollen (V.); nschw. vilja, V., wollen (V.); nnorw. ville, V., wollen (V.); ai. vṛṇā́ti, vṛṇīté, V., wählt, wünscht; gr. ἔλδεσθαι (éldesthai), ἐέλδεσθαι (eéldesthai), V., wünschen, verlangen; lat. velle, V., wollen (V.); lit. pa-velmi, V., wollen (V.); ksl. voliti, V., wollen (V.); GB.: seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich bisher nicht wirklich erklärbares dem Menschen vielleicht seit seiner Entstehung eigenes einen Vorsatz haben oder fordern oder wünschen oder beabsichtigen etwas zu tun oder zu erlangen oder auch zu sein (V.); BM.: verlangen; F.: wollen (!), will (!), willst (!), wollt, wollest, wollet, wollte, wolltest, wollten, wolltet, gewollt, ##gewollt, gewollte, gewolltes, gewolltem, gewollten, gewollter##, wollend, ##wollend, wollende, wollendes, wollendem, wollenden, wollender###, willst (!)+EW; Z.: wol-l-en
$wollen (2), nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. wollen (Adj.), Wolle betreffend, aus Wolle bestehend; E.: s. Wolle, s. n; Vw.: s. baum-; L.: Kluge s. u. Wolle, DW 30, 1325, EWD s. u. Wolle; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Woll(e) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für Wolle betreffend oder aus Wolle bestehend; F.: wollen, wollene, wollenes, wollenem, wollenen, wollener+EW; Z.: wol-l-en
$Wollen, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Wollen (N.), Wille, Beabsichtigen; E.: s. wollen (V.); Vw.: s. Wohl-; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus wollen (V.) gebildete Bezeichnung für den Willen oder das Beabsichtigen (des Menschen); L.: DW 30, 1363; F.: Wollen, Wollens+EW; Z.: Wol-l-en
$wollig, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. wollig, Wolle betreffend, flauschig; E.: s. Woll(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Wolle, DW 30, 1371; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Woll(e) und ig gebildete Bezeichnung für Wolle betreffend oder flauschig; F.: wollig, wollige, wolliges, wolligem, wolligen, wolliger(, wolligere, wolligeres, wolligerem, wolligeren, wolligerer, wolligst, wolligste, wolligstes, wolligstem, wolligsten, wolligster)+EW; Z.: wol-l-ig
$Wollust, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Wollust; E.: s. woll(en) (V.), s. Lust; L.: Kluge 1. A. s. u. Wollust, Kluge s. u. Wollust, DW 30, 1169 (Verweis von Wohllust auf Wollust), EWD s. u. Wollust; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus wohl oder woll(en) (V.) und Lust gebildete Bezeichnung für die von der Vernunft abtrennbare sachlich vielleicht seit der Entstehung höherer Tiere einschließlich des Menschen mögliche sinnliche Lust bei geschlechtlichem sachlich vor allem der Arterhaltung dienendem weitgehend unwillkürlichem Erleben; F.: Wollust, Wollüste, Wollüsten +EW; Z.: Wol—lus-t
Wonne, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Wonne, Genuss, Freude, Ergötzung, Annehmlichkeit, Glücksgefühl; ne. bliss, joy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wünne, wonne, wunne, st. F., sw. F., Wonne, Augenweide, Seelenweide, Freude, Lust, Herrlichkeit, Schönstes, Bestes, Genuss, Vorteil, Glück, Pracht, Wiesenland; mnd. wunne, F., Wonne, hohe Lust, große Freude, zu einer Hufe gehöriges Land?; ahd. wunnī*, st. F. (ī), „Wonne“, Freude, Seligkeit, Nahrung; ahd. wunna*, sw. F. (n), Wonne, Freude, Lust, Glück; as. wunni?, st. F. (i), Wonne; as. wunnia, st. F. (jō), Wonne, Freude; anfrk. *wunna?, st. F. (ō), Freude; germ. *wunjō, st. F. (ō), Wonne, w-Rune; vgl. idg. *u̯en- (1), u̯enə-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wonne, Kluge s. u. Wonne, DW 30, 1422, EWD s. u. Wonne, Duden s. u. Wonne, Bluhme s. u. Wonne; Son.: vgl. afries. -; ae. wynn, wyn, wun (1), st. F. (jō), st. F. (i), Wonne, Freude, Lust, Entzücken; an. -; got. -; ai. vánas-, Sb., Laubbüschel; lat. venus, F., Schönheit, Anmut, Liebreiz; GB.: (wunna) seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für ein höheres Lebewesen sehr großes und ihm willkommenes Glücksgefühl; BM.: lieben; F.: Wonne, Wonnen+EW; Z.: Won-n-e
$Wonnemonat, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Wonnemonat; E.: s. Wonne, s. Monat; L.: Kluge 1. A. s. u. Wonnemonat, Kluge s. u. Wonnemonat, DW 30, 1439, EWD s. u. Wonnemonat; GB.: (wunnimānōd*) seit 830-840 belegte und aus Wonne und Monat gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entwicklung des Kalenders seitens des Menschen durch Wachstum und Freude gekennzeichneten Monat (Mai); F.: Wonnemonat, Wonnemonats, Wonnemonate, Wonnemonaten+EW; Z.: Won-n-e—mo-nat
$wonnig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. wonnig, entzückend, reizend; E.: s. Wonn(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Wonne, DW 30, 1448, EWD s. u. Wonne; GB.: (wünnic*) seit 14. Jh. belegte und aus Wonn(e) und ig gebildete Bezeichnung für Wonne betreffend oder entzückend oder reizend; F.: wonnig, wonnige, wonniges, wonnigem, wonnigen, wonniger(, wonnigere, wonnigeres, wonnigerem, wonnigeren, wonnigerer, wonnigst, wonnigste, wonnigstes, wonnigstem, wonnigsten, wonnigster)+EW; Z.: won-n-ig
Woog, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Woog, kleiner See; ne. small lake; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: s. mhd. wāc, st. M., Strömung, Flut, Woge, Strom; mnd. wāch, M.?, Welle, Woge; ahd. wāg*, st. M. (i), Woge, Flut, See (M.), Wasser, Strudel, wogendes Gewässer; as. wāg*, st. M. (a), Woge, Flut; anfrk. -; germ. *wēga-, *wēgaz, *wǣga-, *wǣgaz, st. M. (a), Woge, Sturm; s. idg. *u̯eg̑ʰ-, V., bewegen, ziehen, fahren, Pokorny 1118 (1951/27) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Woog, fehlt DW, Duden s. u. Woog; GB.: seit 20. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Verfestigung der Erdoberfläche möglichen kleinen See; BM.: bewegen; F.: Woog, Wooges, Woogs, Wooge, Woogen+EW; Z.: Woog
Worb, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Worb, Griff an dem Sensenstiel; ne. handle (N.) of the scythe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. segensenworp*, sēnsenworp, st. M., Sensenstiel; ahd. worb*, st. M. (a?, i?), Sichelgriff, Sensengriff; ahd. worbo*, sw. M. (n)?, Sichelgriff, Sensengriff; germ. *wurba-, *wurbaz, st. M. (a), Sensenstiel; vgl. idg. *u̯erp-, *u̯rep-, V., drehen, winden, Pokorny 1156; idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Worb, DW 30, 1457, Falk/Torp 415, Duden s. u. Worb; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. orf, st. N. (a), Sensengriff; got. -; gr. καρπός (karpós) (1), M., Handwurzel; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Entwicklung und Verwendung der Sense zu dem Mähen von Gras durch den Menschen möglichen und nötigen Griff an dem Sensenstiel; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Worb, Worbes, Worbs, Wörbe, Wörben+EW; Z.: Wor-b
worfeln, nhd., V., (15. Jh.): nhd. worfeln, worfen, Getreide mit der Wurfschaufel reinigen; ne. winnow (V.); Vw.: -; Hw.: s. werfen, Wurf; Q.: 15. Jh.; E.: von mhd. worfen (1), wurfen, sw. V., worfen (V.), worfeln; s. mhd. werfen (1), st. V., werfen, werfen an, werfen auf, werfen gegen, werfen in, werfen um, werfen unter, werfen vor, werfen von, wälzen von; ahd. werfan*, st. V. (3b), werfen, streuen, reißen, schieben; germ. *werpan, st. V., werfen, drehen; idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. worfeln, Kluge s. u. worfeln, DW 30, 1458, EWD s. u. worfeln, Duden s. u. worfeln; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl von werfen abgeleitete Bezeichnung für von dem Menschen entwickeltes und verwendetes Getreide mit der Wurfschaufel durch Hochwerfen in die Luft gegen den Wind von den Spelzen reinigen; BM.: werfen bzw. drehen; F.: worfeln, worfel (!), worfle, worfelst, worfelt, worfelte, worfeltest, worfelten, worfeltet, geworfelt, ##geworfelt, geworfelte, geworfeltes, geworfeltem, geworfelten, geworfelter##, worfelnd, ###worfelnd, worfelnde, worfelndes, worfelndem, worfelnden, worfelnder###, worfel (!)+EW; Z.: wor-f-el-n
$worfen, nhd., sw. V., (8. Jh.?): nhd. worfen, worfeln, Getreide mit der Wurfschaufel reinigen; L.: Kluge s. u. worfeln, DW 30, 1459; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und wohl von werfen abgeleitete Bezeichnung für von dem Menschen entwickeltes und verwendetes Getreide mit der Wurfschaufel durch Hochwerfen in die Luft gegen den Wind von den Spelzen reinigen; F.: worfen, worfe, worfst, worft, worfest, worfet, worfte, worftest, worften, worftet, geworft, ##geworft, geworfte, geworftes, geworftem, geworften, geworfter##, worfend, ###worfend, worfende, worfendes, worfendem, worfenden, worfender###, worf (!)+EW; Z.: wor-f-en
Wort, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Wort, Ausdruck, Begriff; ne. word (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wort, wart, st. N., sw. N., Name, Wort, Spruch, Ausspruch, Sprichwort, Gespräch, Erzählung, Stimme; mnd. wōrt (1), N., Wort, Ausdruck, Bezeichnung, Rede, Spruch, Zusage, Verabredung; mnl. woort, N., Wort; ahd. wort*, st. N. (a), Wort, Rede, Ausspruch; as. word* (1), st. N. (a), Wort; anfrk. word, wort*, st. N. (a), Wort; germ. *wurda-, *wurdam, st. N. (a), Wort; idg. *u̯erdʰo-, *u̯ordʰo-, *u̯r̥dʰo-, N., Wort, Pokorny 1162; vgl. idg. *u̯er- (6), V., sagen, sprechen, Pokorny 1162 (1997/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wort, Kluge s. u. Wort, DW 30, 1467, EWD s. u. Wort, Falk/Torp 415, Duden s. u. Wort, Bluhme s. u. Wort; Son.: vgl. afries. word, werd (2), wird (1), st. N. (a), Wort, Spruch, Ausspruch, Erkenntnis; nfries. wird; ae. word (1), st. N. (a), Wort, Ausspruch, Rede, Satz, Befehl; an. orð (1), st. N. (a), Wort, Rede, Gruß; got. waúrd, st. N. (a), Wort; nndl. woord, Sb., Wort; nschw. ord, N., Wort; nnorw. ord, N., Wort; gr. εἴρειν (eírein), V., reden, sagen; lat. verbum, N., Wort, Ausdruck; apreuß. wirds, M., Wort; lit. vardas, M., Name; heth. weriya-, V., rufen; GB.: (ahd. wort*) seit 8. Jh. belegte und für das Germanische und Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die kleinste eine selbständige Bedeutung tragende Einheit der sachlich von Menschen vielleicht vor 50000 Jahren an unbekanntem Ort allmählich entwickelten und seitdem in grundsätzlich immer umfassenderer Erweiterung verwendeten Sprache (vielleicht 17,4 Millionen Wörter des Neuhochdeutschen der Gegenwart vor allem als Ableitungen und Zusammensetzungen von rund 15000 Grundwörtern); BM.: sagen; F.: Wort, Worte, Wortes, Worts, Wörter, Wörtern+EW; Z.: Wor-t
Wört, nhd. (ält.), M.: nhd. Wört; Vw.: s. Wert (1)
$Wörterbuch, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Wörterbuch; E.: s. Wort, s. er (Suff.), s. Buch; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; L.: DW 30, 1559, EWD s. u. Wort; GB.: nach älteren Vorstufen seit 1631 belegte und aus Wort und er (Suff.) sowie Buch gebildete Bezeichnung für das sachlich seit den Hochkulturen des Altertums die Gesamtheit des Wissens in einzelnen Artikeln und Wörtern zusammenfassende von Menschen entwickelte und verwendete Buch; F.: Wörterbuch, Wörterbuches, Wörterbuchs, Wörterbücher, Wörterbüchern+EW; Z.: Wör-t-er—buch
$Wortführer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wortführer, Meinungsmacher, sprachlicher Anführer; E.: s. Wort, s. Führer; L.: DW 30, 1570, EWD s. u. Wort; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wort und Führer gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Sprache möglichen Meinungsmacher oder sprachlichen Anführer von Menschen; F.: Wortführer, Wortführers, Wortführern+EW; Z.: Wor-t—führ-er
$wortkarg, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. wortkarg, wenig sprechend, vorwiegend schweigsam; E.: s. Wort, s. karg; L.: DW 30, 1586, EWD s. u. karg; GB.: seit Ende 18. Jh. (Campe) belegte und aus Wort und karg gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache mögliches wenig sprechend oder vorwiegend schweigsam; F.: wortkarg, wortkarge, wortkarges, wortkargem, wortkargen, wortkarger(, wortkargere, wortkargeres, wortkargerem, wortkargeren, wortkargerer, wortkargst, wortkargste, wortkargstes, wortkargstem, wortkargsten, wortkargster)+EW; Z.: wor-t—kar-g
$Wortklauber, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Wortklauber, Sprachpedant; Q.: Mitte 18. Jh.; E.: s. Wort, s. klauben, s. er (Suff.); L.: DW 30, 1589, EWD s. u. klauben; GB.: seit 1741 belegte und aus Wort und Klauber gebildete Bezeichnung für einen Sprachpedanten; F.: Wortklauber, Wortklaubers, Wortklaubern+EW; Z.: Wor-t—klaub-er
$Wortklauberei, nhd., F.: nhd. Wortklauberei, Sprachpedanterie; E.: s. Wortklauber, s. ei (Suff.); L.: DW 30, 1589, EWD s. u. klauben; GB.: seit Mitte 18. Jh. belegte und aus Wortklauber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches kleinliches Festhalten an der wörtlichen Bedeutung einer Äußerung; F.: Wortklauberei, Wortklaubereien+EW; Z.: Wor-t—klaub-er-ei
$Wortlaut, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wortlaut, wörtlicher Laut; E.: s. Wort, s. Laut; GB.: seit Mitte 17. Jh. belegte und aus Wort und Laut gebildete Bezeichnung für das sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliche wörtliche Lauten einer Äußerung eines Menschen; L.: DW 30, 1595, EWD s. u. laut; F.: Wortlaut, Wortlauts, Wortlautes, Wortlaute, Wortlauten+EW; Z.: Wor-t-lau-t
$wörtlich, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wörtlich, buchstäblich, das Wort betreffend; E.: s. Wort, s. lich; Vw.: s. sprich-; L.: Kluge s. u. Wort, DW 30, 1600, EWD s. u. Wort; GB.: (mhd. wortlich) seit 1285-1290 belegte und aus Wort und lich gebildete Bezeichnung für buchstäblich oder das Wort betreffend; F.: wörtlich, wörtliche, wörtliches, wörtlichem, wörtlichen, wörtlicher(, wörtlichere, wörtlicheres, wörtlicherem, wörtlicheren, wörtlicherer, wörtlichst, wörtlichste, wörtlichstes, wörtlichstem, wörtlichsten, wörtlichster)+EW; Z.: wör-t—lich
$Wortschatz, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wortschatz; E.: s. Wort, s. Schatz; Q.: Ende 17. Jh.; L.: EWD s. u. Wort, DW 30, 1616; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus Wort und Schatz gebildete sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung für die Gesamtheit aller Wörter eines Menschen oder einer Sprache deren Umfang beispielsweise für das Neuhochdeutsche der Gegenwart mit 260000 oder 500000 Wörtern – und damit viel zu gering – angegeben wird (durchschnittlicher aktiver Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers danach schriftlich und mündlich 12000 und 16000 Wörter, die elektronische Datenbank der Redaktion des Verlags Duden umfasste 2019 etwa 17,4 Millionen Grundformen von Wörtern [Lemmata] des Neuhochdeutschen das wegen der Möglichkeit der leichten Bildung von Zusammensetzungen derzeit als wortreichste Sprache der Welt gilt); F.: Wortschatz, Wortschatzes, Wortschätze, Wortschätzen+EW; Z.: Wor-t—schatz
$Wortwechsel, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wortwechsel, Gespräch, Wortgefecht; E.: s. Wort, s. Wechsel; L.: DW 30, 1640, EWD s. u. Wort; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wort und Wechsel gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches Gespräch oder Wortgefecht zwischen mindestens zwei abwechselnd mit gegenseitigem Bezug sprechenden Menschen; F.: Wortwechsel, Wortwechsels, Wortwechseln+EW; Z.: Wor-t—wech-s-el
Wrack, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Wrack, Schiffswrack; ne. wreck (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 17. Jh.; E.: s. mnd. wrak (1), N., Wrack, beschädigte Ware, mangelhafte Ware die daher geringer taxiert oder aufgeschossen wird, Schiffswrack, schlecht gebrannte Ziegel, zerschlagene Ziegel (als Mauerfüllung benutzt); letztlich von germ. *wrekan, st. V., treiben, verfolgen, rächen; idg. *u̯reg-, V., stoßen, drängen, puffen, treiben, verfolgen, Pokorny 1181; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152; L.: Kluge 1. A. s. u. Wrack, Kluge s. u. Wrack, DW 30, 1671, EWD s. u. Wrack, Duden s. u. Wrack, Bluhme s. u. Wrack; Son.: vgl. nndl. wrak, Sb., Wrack; nschw. vrak, N., Wrack; nnorw. vrak, N., Wrack; poln. wrak, M., Wrack; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. mnd. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen sowie dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung von Fahrzeugen mögliches nicht mehr beseitigbare Beschädigungen aufweisendes Fahrzeug wie beispielsweise ein Schiff oder ein Flugzeug oder ein Kraftfahrzeug; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wrack, Wracks+EW; Z.: Wra-ck
$wracken, nhd., sw. V., (15. Jh.?): nhd. wracken; Vw.: s. ab-; E.: s. Wrack, s. en; L.: DW 30, 1676; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Wrack und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein Wrack machen oder beseitigen; F.: wracken (!), wracke (!), wrackst, wrackt, wrackest, wracket, wrackte, wracktest, wrackten, wracktet, gewrackt, ##gewrackt, gewrackte, gewracktes, gewracktem, gewrackten, gewrackter##, wrackend, ###wrackend, wrackende, wrackendes, wrackendem, wrackenden, wrackender###, wrack (!)+EW; Z.: wra-ck-en
Wrap, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Wrap, gefüllte Teigrolle; ne. wrap (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. wrap; E.: s. ne. wrap, N., Wrap, Verpackung, Wickel; vgl. ne. wrap, V., umwickeln, einhüllen; unbekannter Herkunft; L.: fehlt DW, Duden s. u. Wrap; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen mit unterschiedlichen Zutaten gefüllte dünne Teigrolle; BM.: Wickel; F.: Wrap, Wraps+FW; Z.: Wrap
Wrasen, nhd. (dial.), M., (18. Jh.): nhd. Wrasen, Dampf (M.) (1), Dunst; ne. steam (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: vielleicht von ahd. wasal, N., Erde, feuchte Erde, Regen (M.), Regenguss; vgl. ahd. waso*, sw. M. (n), Wasen (M.), Erde, Schlamm, Rasen (M.), feuchter Erdboden, feuchte Erdmasse; germ. *wrasō-, *wrasōn, *wrasa-, *wrasan, sw. M. (n), Rasen (M.); vgl. idg. *u̯es- (3), V., Adj., feuchten, feucht, nass, Pokorny 1171? (2014/90) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Wrasen, DW 30, 1680, EWD s. u. Wrasen, Duden s. u. Wrasen; GB.: seit 18. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen (dichten) Dunst; BM.: feucht; F.: Wrasen, Wrasens+EW; Son.: norddeutsch; vgl. ae. wōs, wōr, N., Saft, Brühe; Z.: W-r-as-en
wricken, wriggen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wricken, wriggen, ein Boot vorwärtstreiben; ne. scull (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: aus dem Niederdeutschen, s. nd. wrikken, V., wricken; vgl. ae. wrīgian, sw. V. (2), gehen, sich wenden, beugen, streben; germ. *wrigōn, sw. V., sich wenden, sich winden?; idg. u̯reik̑-, V., drehen, wickeln, binden, Pokorny 1158; s. idg. u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. wricken, DW 30, 1684, Duden s. u. wricken, Bluhme s. u. wricken; Son.: s. ahd. rigōn, sw. V. (2), umkränzen, zusammenbinden; vgl. afries. wrīgia, sw. V. (2), schwanken, schwankend gehen; av. uruuaēs-, V., drehen, wenden; GB.: seit 18. Jh. niederdeutsch belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung und Verwendung von Booten durch Menschen mögliches ein Boot mit einem Heckruder vorwärtstreiben; BM.: drehen bzw. biegen; F.: wricken, wricke, wrickst, wrickt, wrickest, wricket, wrickte, wricktest, wrickten, wricktet, gewrickt, gewrickte, ##gewrickte, gewricktes, gewricktem, gewrickten, gewrickter##, wrickend, ###wrickend, wrickende, wrickendes, wrickendem, wrickenden, wrickender###, wrick (!), wriggen, wrigge, wriggst, wriggt, wriggest, wrigget, wriggte, wriggtest, wriggten, wriggtet, gewriggt, ##gewriggt, gewriggte, gewriggtes, gewriggtem, gewriggten, gewriggter##, wriggend, ###wriggend, wriggende, wriggendes, wriggendem, wriggenden, wriggender###, wrigg (!)+EW; Z.: wrick-en
wriggen, nhd., sw. V.: nhd. wriggen; Vw.: s. wricken
wringen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. wringen, drehen, winden, auspressen, pressen; ne. wring (V.); Vw.: -; Hw.: s. ringen; Q.: 17. Jh.; E.: s. mnd. wringen (1), st. V., wringen, drehen, winden, zusammendrehen, zusammenpressen, zusammenleimen, pressen, drücken, schmerzen; mnl. wringhen, sw. V., wringen, durch Drehen pressen, drücken; as. *wringan?, st. V. (3a), wringen; as. -; anfrk. -; germ. *wrengan, *wringan, st. V., drehen, wringen; idg. *u̯reng̑ʰ-, V., drehen, einengen, würgen, pressen, Pokorny 1154; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); germ. *hrengan, st. V., biegen, bewegen; idg. *skregʰ-, *kregʰ-, V., drehen, biegen, Pokorny 936; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. wringen, DW 30, 1685, EWD s. u. wringen, Falk/Torp 416, Seebold 570, EWAhd 7, 502, Duden s. u. wringen, Bluhme s. u. wringen; Son.: niederdeutsche Form von ringen; vgl. ae. wringan, st. V. (3a), wringen, pressen, quetschen; got. *wriggan?, sw. V. (3), drehen, winden; nndl. wringen, V., wringen; GB.: seit 17. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches in einer Drehbewegung verzwängen um insbesondere Feuchtigkeit aus einem Gewebe zu pressen; BM.: drehen; F.: wringen, wringe, wringst, wringt, wringest, wringet, wringte, wringtest, wringten, wringtet, gewrungen, ##gewrungen, gewrungene, gewrungenes, gewrungenem, gewrungenen, gewrungener##, wringend, ###wringend, wringende, wringendes, wringendem, wringenden, wringender###, wring (!)+EW; Z.: wri-ng-en
$Wringmaschine, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wringmaschine; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. wring(en), s. Maschine; L.: DW 30, 1686, EWD s. u. wringen; GB.: seit 1857 belegte und aus wring(en) und Maschine gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete Maschine für maschinelles Entfernen von Flüssigkeiten aus Geweben; F.: Wringmaschine, Wringmaschinen+EW+FW; Z.: Wri-ng—masch-in-e
Wruke, Bruke, Wrucke, nhd. (ält.), F., (20. Jh.): nhd. Wruke, Bruke, Wrucke, Kohlrübe, Steckrübe; ne. turnip; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw.?; E.: Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge s. u. Wruke, DW 30, 1688 (Wrucke), EWD s. u. Wruke, Duden s. u. Wruke; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Rübe mit gelbfleischiger Wurzel; BM.: ?; F.: Wruke, Wruken, Bruke, Bruken, Wrucke, Wrucken+FW?+EW?; Z.: Wruk-e
Wucher, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wucher, Ertrag, Übervorteilung; ne. usury; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wuocher, st. M., st. N., Ertrag, Frucht, Gewinn, Profit, Wucher; mnd. wōker*, woker, wuker, M., „Wucher“, Ertrag von ausgeliehenem Geld, Zins, unerlaubter Wucher; mnl. woeker, M., Wucher; ahd. wuohhar*, wuochar*, st. M. (a), st. N. (a), Frucht, Ernte, Ertrag, Gewinn, Zuwachs, Zins, Wucher, Lohn, Erfolg, Ertrag des Bodens; as. -; anfrk. -; germ. *wōkra-, *wōkraz, *wōkara-, *wōkaraz, st. M. (a), (F.), Nachkommenschaft?, Ertrag; s. idg. *au̯eg-, *u̯ōg-, *aug-, *ug-, *h₂eu̯g-, h₂aug-, h₂ug-, V., vermehren, zunehmen, Pokorny 84 (130/130) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wucher, Kluge s. u. Wucher, DW 30, 1689, EWD s. u. Wucher, Falk/Torp 380, Duden s. u. Wucher, Bluhme s. u. Wucher; Son.: vgl. afries. wōker, st. M. (a), st. N. (a), Wucher, Zins; ae. wōcor, F., Zuwachs, Nachkommen (M. Pl.), Wucher; an. okr, st. N. (a), Zinsen, Wucher; got. wōkrs, st. M. (a), Ertrag, Frucht, Zins; nndl. woeker, Sb., Wucher; nschw. ocker, N., Wucher; GB.: (wuohhar) seit um 765 belegte und für das Germanische mit weiterer Bedeutung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für (einen Ertrag oder) eine Übervorteilung bei Verleih von Geld oder bei Verkauf von Waren zwecks Erzielung eines unverhältnismäßig hohen Gewinns; BM.: zunehmen bzw. weben; F.: Wucher, Wuchers+EW; Z.: Wu-ch-er
$Wucherer, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Wucherer, rechtswidrig übervorteilender Mensch; E.: s. wucher(n), s. er (Suff.); L.: DW30, 1700, EWD s. u. Wucher; GB.: (mhd. wuocherære) seit nach 1150 belegte und aus wucher(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich einen seit Entwicklung von Geld andere Menschen beispielsweise durch rechtswidrig hohe Zinsen übervorteilenden Menschen; F.: Wucherer, Wucherers, Wucherern+EW; Z.: Wu-ch-er-er
$wuchern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wuchern, wachsen (V.) (1), sich ausbreiten, ausnutzen; E.: s. Wucher, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Wucher, DW 30, 1707, EWD s. u. Wucher; GB.: (wuohharēn*) seit 8. Jh. belegte und aus Wucher und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches wachsen (V.) (1) oder sich ausbreiten oder ausnutzen; F.: wuchern, wuchere, wucher (!), wucherst, wuchert, wucherte, wuchertest, wucherten, wuchertet, gewuchert, ##gewuchert, gewucherte, gewuchertes, gewuchertem, gewucherten, gewucherter##, wuchernd, ###wuchernd, wuchernde, wucherndes, wucherndem, wuchernden, wuchernder###, wucher (!)+EW; Z.: wu-ch-er-n
$Wucherung, nhd., F., (10. Jh.): nhd. Wucherung, Auswuchs, Geschwulst; E.: s. wucher(n), s. ung; L.: DW 30, 1716, EWD s. u. Wucher; GB.: (wuohharunga*) seit um 1000 belegte und vielleicht nach lat. fructificatio aus wucher(n) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Bildung von Gewebe oder einen Auswuchs oder eine Geschwulst; F.: Wucherung, Wucherungen+EW; Z.: Wu-ch-er-ung
Wuchs, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wuchs, Größerwerden, Wachstum; ne. growth; Vw.: -; Hw.: s. wachsen (V.) (1); Q.: Ende 17. Jh.; E.: s. wachsen; L.: Kluge 1. A. s. u. Wuchs, Kluge s. u. wachsen, DW 30, 1718, EWD s. u. wachsen 2 (Nachwuchs), Duden s. u. Wuchs, Bluhme s. u. Wuchs; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und von wachsen (V.) (1) abgeleitete Bezeichnung für das sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche Größerwerden oder Wachstum von Pflanzen und Tieren sowie Menschen; BM.: zunehmen bzw. weben; F.: Wuchs, Wuchses, Wüchse, Wüchsen+EW; Z.: Wuch-s
$wüchsig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. wüchsig, Wuchs betreffend, wachsend; Vw.: s. halb-, schnell-, natur-, ur-, voll-; E.: s. Wuchs, s. ig; L.: DW 30, 1724, EWD s. u. Wuchs; GB.: seit 2. Hälfte 17. Jh. belegte und aus Wuchs und ig gebildete Bezeichnung für den sachlich wohl seit Entstehung des Lebens möglichen Wuchs betreffend; F.: wüchsig, wüchsige, wüchsiges, wüchsigem, wüchsigen, wüchsiger+EW; Z.: wüch-s-ig
Wucht, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wucht, Heftigkeit, Impulsübertragung; ne. force (N.); Vw.: -; Hw.: s. Gewicht, wiegen; Q.: 17. Jh.; E.: von nd. wucht, F., Wucht; letztlich von wiegen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wucht, Kluge s. u. Wucht, DW 30, 1725, EWD s. u. Wucht, Duden s. u. Wucht, Bluhme s. u. Wucht; GB.: seit 17. Jh. niederdeutsch belegte und letztlich von wiegen abgeleitete Bezeichnung für durch Gewicht oder Kraft erzeugte Heftigkeit mit der sich ein Körper gegen jemanden oder etwas bewegt; BM.: bewegen; F.: Wucht+EW; Z.: Wuch-t
$wuchten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wuchten, bewegen, schieben, heben, stoßen, schlagen; Q.: Ende 18. Jh.; E.: s. Wucht, s. en (Suff.); L.: DW 30, 1729, EWD s. u. Wucht; GB.: seit 1792 belegte und aus Wucht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bewegen oder schieben oder heben oder stoßen oder schlagen; F.: wuchten, wuchte, wuchtest, wuchtet, wuchtete, wuchtetest, wuchteten, wuchtetet, gewuchtet, ##gewuchtet, gewuchtete, gewuchtetes, gewuchtetem, gewuchteten, gewuchteter##, wuchtend, ###wuchtend, wuchtende, wuchtendes, wuchtendem, wuchtenden, wuchtender###, wucht (!)+EW; Z.: wuch-t-en
$wuchtig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. wuchtig, heftig, kräftig, gewaltig; Q.: Mitte 19. Jh.; E.: s. Wucht, s. ig; L.: DW 30, 1732, EWD s. u. Wucht; GB.: seit Mitte 19. Jh. belegte und aus Wucht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Wucht habend oder heftig oder kräftig oder gewaltig; F.: wuchtig, wuchtige, wuchtiges, wuchtigem, wuchtigen, wuchtiger(, wuchtigere, wuchtigeres, wuchtigerem, wuchtigeren, wuchtigerer, wuchtigst, wuchtigste, wuchtigstes, wuchtigstem, wuchtigsten, wuchtigster)+EW; Z.: wuch-t-ig
wühlen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. wühlen, durch die Erde graben, eindringend umwälzen; ne. burrow (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. wüelen, wūlen, sw. V., wühlen, wühlen in, sich vergraben (V.) in; mnd. wōlen*, wolen, sw. V., wühlen, aufrühren; mnl. woelen, sw. V., wühlen; ahd. wuolen*, sw. V. (1a), wühlen, aufwühlen, zugrunde richten; as. wōlian*, sw. V. (1a), zu Grunde richten; anfrk. -; germ. *wōljan, sw. V., wühlen, zugrunde richten, verderben; s. idg. *u̯ol-, *u̯ōl-, Sb., Wunde, Verderben, Pokorny 1144; vgl. idg. *u̯el- (8), V., Sb., reißen, rauben, verwunden, töten, Wunde, Verderben, Blut, Leiche, Pokorny 1144 (1980/56) (RB. idg. ausgr., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. wühlen, Kluge s. u. wühlen, DW 30, 1738, EWD s. u. wühlen, Falk/Torp 414, Duden s. u. wühlen, Bluhme s. u. wuehlen; Son.: vgl. afries .-; ae. *wœ̄lan, sw. V. (1), vernichten, wühlen; an. -; got. -; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches sich durch die Erde graben oder eindringend umwälzen; BM.: reißen; F.: wühlen, wühle, wühlst, wühlt, wühlest, wühlet, wühlte, wühltest, wühlten, wühltet, gewühlt, ##gewühlt, gewühlte, gewühltes, gewühltem, gewühlten, gewühlter##, wühlend, ###wühlend, wühlende, wühlendes, wühlendem, wühlenden, wühlender###, wühl (!)+EW; Z.: wühl-en
$Wühler, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Wühler, Wühlender; E.: s. wühl(en), s. er (Suff.); L.: DW 30, 1747, EWD s. u. wühlen; GB.: seit 1675 belegte und aus wühl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Wühlenden; F.: Wühler, Wühlers, Wühlern+EW; Z.: Wühl-er
$Wühlmaus, nhd., F., (18. Jh.?): nhd. Wühlmaus, Scher, ein kleines Nagetier; E.: s. wühl(en), s. Maus; L.:,DW 30, 1749, EWD s. u. wühlen; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus wühl(en) und Maus gebildete Bezeichnung für eine schon vormenschlich mögliches für den Menschen vor allem in Gärten schädliches kleines Nagetier das von der Hausmaus zu trennen und mit der Feldmaus zu verbinden ist; F.: Wühlmaus, Wühlmäuse, Wühlmäusen+EW; Z.: Wühl—maus
Wuhne, nhd. (ält.), F., (15. Jh.): nhd. Wuhne, Vertiefung, Eisloch, Loch in einem Eis; ne. hole in the ice; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. wune, st. F., sw. F., Wuhne, Eisloch, in das Eis (eines Gewässers) gehauenes Loch; mnd. wōne (1), F., Wuhne, in das Eis gehauene Öffnung; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Wuhne, DW 30, 1750, Duden s. u. Wuhne, Bluhme s. u. Wuhne; GB.: seit 15. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein sachlich wohl schon vormenschlich mögliches Loch in einem Eis; BM.: ?; F.: Wuhne, Wuhnen+EW?; Z.: Wuhn-e
Wuhr, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Wuhr, Wuhre, Damm, Wehr (N.), Graben (M.), Teich; ne. lasher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wuor, wüer, st. M., st. N., „Wuhr“, Wasserdamm, Wasserwehr, Wehr (N.), Staudamm; mhd. wuore, wüere, st. M., st. N., st. F., Damm, Wehr (N.), Wasserdamm, Wasserwehr; mhd. wuorīn, st. M., st. N., st. F., Damm, Wehr (N.), Wasserdamm, Wasserwehr; ahd. wuora*, st. F. (ō), Wehr (N.), Damm; ahd. wuorī*, st. F. (ī), Wehr (N.), Damm; s. germ. *warjan, sw. V., wehren, abhalten, schützen; idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Wuhr, DW 30, 1750, Duden s. u. Wuhr; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen wohl nach der Sesshaftwerdung errichtetes Wehr (N.) in Gewässern; BM.: schließen bzw. wehren; F.: Wuhr, Wuhres, Wuhrs, Wuhre, Wuhren+EW; Z.: Wuhr
Wulst, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Wulst, Verdickung, Schwellung, Wölbung; ne. bulge (N.); Vw.: -; Hw.: s. wölben; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. wulst, st. M., Wulst, Wölbung; mhd. wulste, st. F., Wulst; ahd. wulst*, st. M. (a?, i?), Wulst, aufgeworfene Lippe; ahd. wulsta*, st. F. (ō), Wulst, Rand, Kranzleiste; as. -; anfrk. -; germ.? *hwulfsti, *hwulfstiz, Sb., Wölbung; idg. *ku̯elp- (2), V., wölben, Pokorny 630? (1013/245) (RB. idg. aus ind.?, gr., ital.?, germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wulst, Kluge s. u. Wulst, DW 30, 1754, EWD s. u. Wulst, Duden s. u. Wulst, Bluhme s. u. Wulst; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (ahd. wulst) seit 12. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht auch schon früher mögliche längliche Verdickung oder Schwellung oder Wölbung; BM.: wölben?; F.: Wulst, Wulstes, Wulsts, Wülste, Wülsten+EW; Z.: Wulst
$wulstig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. wulstig, Wulst betreffend; E.: s. Wulst, s. ig; L.: Kluge s. u. Wust, DW 30, 1760, EWD s. u. Wulst; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wulst und ig gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen Wulst betreffend; F.: wulstig, wulstige, wulstiges, wulstigem, wulstigen, wulstiger(, wulstigere, wulstigeres, wulstigerem, wulstigeren, wulstigerer, wulstigst, wulstigste, wulstigstes, wulstigstem, wulstigsten, wulstigster)+EW; Z.: wulst-ig
wund, nhd., Adj., (9. Jh.?): nhd. wund, verletzt, verwundet, aufgerieben; ne. sore (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wunde; E.: mhd. wunt (1), Adj., wund, verwundet, verletzt, versehrt, krank; mnd. wunt, Adj., wund, verwundet; mnl. wont, Adj., wund; ahd. wunt*, Adj., wund, verwundet; as. wund*, Adj., wund, verwundet; anfrk. wund*, wunt*, Adj., wund, verletzt; germ. *wunda-, *wundaz, Adj., wund, verwundet, verletzt; s. idg. *u̯en- (2), V., schlagen, verwunden, Pokorny 1147; vgl. idg. *u̯ā- (1), *u̯ō-, u̯ə-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 1108 (1925/1) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. wund, Kluge s. u. wund, DW 30, 1763, EWD s. u. wund, Falk/Torp 388, Heidermanns 696, Duden s. u. wund; Son.: vgl. afries. wund, Adj., wund, verletzt; ae. wund (2), Adj., wund, verwundet, verletzt; an. -; got. wunds, Adj. (a), wund; nndl. wond, Adj., wund; nnorw. vond, Adj., wund; GB.: (wunt) vielleicht seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für verletzt oder verwundet oder aufgerieben; BM.: schlagen; F.: wund, wunde, wundes, wundem, wunden, wunder(, wundere, wunderes, wunderem, wunderen, wunderer, wundste, wundstes, wundstem, wundsten, wundster, wundest, wundeste, wundestes, wundestem, wundesten, wundester)+EW; Z.: wu-n-d
$Wundarzt, nhd. (ält.), M., (14. Jh.?): nhd. Wundarzt; E.: s. Wund(e), s. Arzt; L.: DW 30, 1769, EWD s. u. Chirurg; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Wund(e) und Arzt gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen vor allem Wunden versorgenden Arzt (Anfang dreizehntes Jh. arzet vür die wunden); F.: Wundarzt, Wundarztes, Wundärzte, Wundärzten+EW+FW; Z.: Wu-n-d—arz-t
Wunde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wunde, Verletzung; ne. wound (N.); Vw.: -; Hw.: s. wund; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wunde, sw. F., st. F., Wunde, Verletzung; mnd. wunde, F., Wunde, Verletzung; mnl. wonde, F., Wunde; ahd. wunta*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wunde, Verletzung, Verwundung; as. wunda*, sw. F. (n), Wunde; anfrk. wunda*, st. F. (ō), Wunde; germ. *wundō, st. F. (ō), Wunde, Verletzung; vgl. idg. *u̯en- (2), *u̯enH-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 1147; vgl. idg. *u̯ā- (1), *u̯ō-, *u̯ə-, V., schlagen, verwunden, Pokorny 1108 (1925/1) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wunde, Kluge s. u. wund, DW 30, 1771, EWD s. u. wund, Falk/Torp 388, Heidermanns 696, Duden s. u. Wunde, Bluhme s. u. Wunde; Son.: vgl. afries. wunde0, st. F. (ō), Wunde; saterl. wunde; ae. wund (1), st. F. (ō), Wunde, Geschwür, Verwundung; nndl. wond, Sb., Wunde; GB.: seit um 765? belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschlich mögliche offene Verletzung in der Haut oder Schleimhaut oder in dem darunter liegenden Gewebe eines höheren Tieres oder eines Menschen wie beispielsweise Schnittwunden oder Risswunden oder Stichwundenoder Hiebwunden oder Brandwunden oder Quetschwunden; BM.: schlagen; F.: Wunde, Wunden+EW; Z.: W-un-d-e
$wunden, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wunden, wund machen, verletzen; Vw.: s. ver-; E.: s. wund, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Wunde, DW 30, 1780; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus wund und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches wund machen oder verletzen; F.: wunden (!), wunde (!), wundest, wundet, wundete, wundetest, wundeten, wundetet, gewundet, ##gewundet, gewundete, gewundetes, gewundetem, gewundeten, gewundeter##, wundend, ###wundend, wundende, wundendes, wundendem, wundenden, wundender, wund (!)+EW; Z.: w-un-d-en
Wunder, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Wunder, Verwunderung, Wunderbares, Außergewöhnliches; ne. wonder (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wunder (1), wunter, wonder, mmd., st. N., Wunder, Wunderding, Wundertat, Wunderzeichen, Neuigkeit, Merkwürdigkeit, Ereignis, Unbegreifliches; mnd. wunder (1), wonder, N., Wunder, Wunderbares, Erstaunliches, Ausgezeichnetes; mnl. wonder, N., Wunder; ahd. wuntar*, st. N. (a), Wunder, Zeichen, Verwunderung; ahd. wuntari*, st. N. (ja)?, Wunder, Wunderbares; as. wundar*, st. N. (a), Wunder, Verwunderung; anfrk. wunder*, st. N. (a), Wunder; germ. *wundra-, *wundram, st. N. (a), Wunder; s. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wunder, Kluge s. u. Wunder, DW 30, 1782, Falk/Torp 415, EWD s. u. Wunder, Duden s. u. Wunder; Son.: vgl. afries. *wunder, *wonder, st. N. (a), Wunder; nfries. wonder; ae. wundor, st. N. (a), Wunder, Schreckbild, Ungetüm; an. undr, st. N. (a), Wunder; got. -; nndl. wonder, Sb., Wunder; nschw. under, N., Wunder; nnorw. under, N., Wunder; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Verwunderung oder Wunderbares oder etwas über das durchschnittliche menschliche Verständnis Hinausgehendes und deswegen mit dem Verstand für den Menschen nicht Erklärbares und Außergewöhnliches; BM.: streben bzw. siegen; F.: Wunder, Wunders, Wundern (!)+EW; Z.: Wu-n-d-er
$wunderbar, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. wunderbar, wundervoll, unerklärlich; E.: s. Wunder, s. bar; L.: Kluge s. u. Wunder, EWD s. u. Wunder, DW 30, 1841; GB.: (wunderbære) seit 1233-1267 belegte und vielleicht nach lat. admirabilis aus Wunder und bar gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen wundervoll und unerklärlich; F.: wunderbar, wunderbare, wunderbares, wunderbarem, wunderbaren, wunderbarer(, wunderbarere, wunderbareres, wunderbarerem, wunderbareren, wunderbarerer, wunderbarst, wunderbarste, wunderbarstes, wunderbarstem, wunderbarsten, wunderbarster)+EW; Z.: wu-n-d-er—bar
$Wunderkur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Wunderkur, medizinisch nicht erklärbare Erfolge bewirkende Behandlung; E.: s. Wunder, s. Kur; L.: DW 30, 1899, EWD s. u. Kur; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Wunder und Kur gebildete Bezeichnung für eine medizinisch nicht erklärbare Erfolge bewirkende Behandlung; F.: Wunderkur, Wunderkuren+EW+FW; Z.: Wu-n-d-er—kur
$wunderlich, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. wunderlich, Wunder betreffend, wundersam; E.: s. Wunder, s. lich; L.: Kluge s. u. Wunder, DW 30, 1903, EWD s. u. Wunder; GB.: (wuntarlīh*) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. mirabilis aus Wunder und lich gebildete Bezeichnung für Wunder betreffend oder wundersam oder ungewöhnlich; F.: wunderlich, wunderliche, wunderliches, wunderlichem, wunderlichen, wunderlicher(, wunderlichere, wunderlicheres, wunderlicherem, wunderlicheren, wunderlicherer, wunderlichst, wunderlichste, wunderlichstes, wunderlichstem, wunderlichsten, wunderlichster)+EW; Z.: wu-n-d-er—lich
$wundern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wundern, wunderbar sein (V.), staunen, erstaunen; Vw.: s. ver-; E.: s. Wunder, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Wunder, DW 30, 1929, EWD s. u. Wunder; GB.: (wuntarōn*) seit um 765 belegte und aus Wunder und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für wunderbar sein (V.) und sachlich den Menschen seit seiner Entstehung dadurch staunen oder erstaunen; F.: wundern, wundere, wunder (!), wunderst, wundert, wunderte, wundertest, wunderten, wundertet, gewundert, ##gewundert, gewunderte, gewundertes, gewundertem, gewunderten, gewunderter##, wundernd, ###wundernd, wundernde, wunderndes, wunderndem, wundernden, wundernder###, wunder (!)+EW; Z.: wu-n-d-er-n
$Wundfieber, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Wundfieber; E.: s. Wund(e), s. Fieber; L.: fehlt DW, EWD s. u. wund; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Wund(e) und Fieber gebildete Bezeichnung für ein durch eine sachlich wohl seit Entstehung von Tieren einschließlich des Menschen mögliche Entzündung einer Wunde verursachtes Fieber; F.: Wundfieber, Wundfiebers, Wundfiebern+EW+FW; Z.: W-un-d—fieb-er
$Wundmal, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Wundmal, Narbe; E.: s. Wund(e), s. Mal; L.: fehlt DW?, EWD s. u. Mal 2; GB.: (wuntmāli*) seit um 1000 belegte und aus Wund(e) und Mal gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des tierischen Lebens mögliches durch eine geheilte Wunde verursachtes Mal oder Zeichen einer früheren Wunde oder Narbe; F.: Wundmal, Wundmales, Wundmals, Wundmale, Wundmalen+EW; Z.: W-un-d—mal
Wunsch, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wunsch, Begehren, Ersehnen, Anliegen; ne. wish (N.); Vw.: -; Hw.: s. wünschen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wunsch, st. M., Wunsch, Streben (N.), Vermögen etwas Außergewöhnliches zu schaffen, Schöpfer (M.) (2), Verleiher aller Vollkommenheit, Verleiher alles Segens, Verleiher alles Heiles, Wunschbild; mnd. wunsch, wunsche, st. M., Wunsch, Verlangen, Vollkommenheit, Ideal; mnl. wonsc, wunsc, M., Wunsch; ahd. wunsk*, wunsc*, st. M. (a?), Wunsch, Wille; as. -; anfrk. -; germ. *wunska-, *wunskaz, st. M. (a); s. germ. *wunskō, st. F. (ō), Wunsch; s. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, *u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wunsch, Kluge s. u. Wunsch, DW 30, 2014, EWD s. u. Wunsch, Falk/Torp 388, Duden s. u. Wunsch, Bluhme s. u. Wunsch; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. ōsk, st. F. (ō), Wunsch; got. wunsk-, sw.? Sb., Wunsch; ai. ai. vāñchā, F., Wunsch; nndl. wens, Sb., Wunsch; nschw. önskan, Sb., Wunsch; nnorw. ønske, N., Wunsch; GB.: (wunsk) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit Entstehung des Menschen in seiner Vorstellung mögliche Begehren oder Ersehnen oder Anliegen von etwas noch nicht Bestehendem oder Vorhandenem; BM.: streben; F.: Wunsch, Wunsches, Wunschs, Wünsche, Wünschen+EW; Z.: Wun-sch
$Wünschelrute, nhd., F., (13. Jh.?): nhd. Wünschelrute; E.: s. wünsch(en), s. el (Suff.), s. Rute; L.: Kluge s. u. Wünschelrute, DW 30, 2035, EWD s. u. Wünschelrute; GB.: (wünschelruote) seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und aus wünsch(en) und el (Suff.) sowie Rute gebildete Bezeichnung für ein vielleicht schon früher mögliches von Menschen aus einer Astgabel oder aus Metall hergestelltes wie ein y geformtes Gerät zu dem vermeintlich sicheren Aufspüren von unbekannten Wasseradern oder Störfeldern oder Bodenschätzen; F.: Wünschelrute, Wünschelruten+EW; Son.: etwas älter Wünschelgerte; Z.: Wün-sch-el—rut-e
wünschen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. wünschen, begehren, ersehnen, verlangen, anstreben, haben wollen (V.); ne. wish (V.); Vw.: -; Hw.: s. Wunsch; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. wünschen (1), wunschen, sw. V., wünschen, wünschen auf, wünschen in, wünschen nach, wünschen zu, wünschen von, haben wollen (V.); mnd. wünschen*, wunschen, wonschen, sw. V., wünschen, ersehnen, wonach verlangen, begehren; mnl. wonscen, wunscen, sw. V., wünschen; ahd. wunsken*, wunscen*, sw. V. (1a), wünschen, ersehnen, verlangen; as. -; anfrk. -; germ. *wunskjan, sw. V., wünschen; s. idg. *u̯en- (1), *u̯enə-, u̯enH-, V., streben, wünschen, lieben, erreichen, gewinnen, siegen, Pokorny 1146 (1984/60) (RB. idg. aus ind., iran., ill., ital., kelt., germ., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wunsch, DW 30, 2038, EWD s. u. Wunsch, Duden s. u. wünschen; Son.: vgl. afries. -; ae. wȳscan, sw. V. (1), wünschen, adoptieren; an. œskīa, sw. V. (1), wünschen; an. yskja, sw. V. (1), wünschen; got. -; nndl. wensen, V., wünschen; nschw. önska, V., wünschen; nnorw. ønske, V., wünschen; GB.: (wunsken) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und aus Wunsch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen oder schon früher mögliches begehren oder ersehnen oder verlangen oder anstreben oder haben wollen (V.); BM.: streben; F.: wünschen (!), wünsche (!), wünschst, wünscht, wünschest, wünschet, wünschte, wünschtest, wünschten, wünschtet, gewünscht, ##gewünscht, gewünschte, gewünschtes, gewünschtem, gewünschten, gewünschter##, wünschend, ###wünschend, wünschende, wünschendes, wünschendem, wünschenden, wünschender###, wünsch (!)+EW; Z.: wün-sch-en
wuppdich, nhd., Interj., (18. Jh.): nhd. wuppdich, husch, geschwind; ne. shoo!; Vw.: -; Hw.: s. Wippe, wippen; Q.: 18. Jh.; E.: Ableitung von wippen bzw. Wippe (s. d.) und dich; L.: Kluge s. u. wuppdich, DW 30, 2058, Duden s. u. wuppdich; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht aus wipp(en) und dich gebildete Bezeichnung für einen Zuruf zu einem sachlich wohl seit Entstehung des Menschen möglichen husch oder geschwind oder schnell; BM.: sich schnell bewegen; F.: wuppdich+EW; Z.: wu-pp-dich
Würde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Würde, Stellung eines Menschen; ne. dignity; Vw.: -; Hw.: s. unwirsch; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. wirde, werde, wierde, st. F., Wert, Würde, Ehre, Ehrenbezeigung, Verehrung, Beschaffenheit; ahd. wirda*, st. F. (ō), Würde, Ansehen; ahd. wirdī*, werdī*, st. F. (ī), Würde, Ansehen, Verdienst; as. -; anfrk. *wirthi?, st. F. (ī), Würde; germ. *werþī-, *werþīn, sw. F. (n), Würde, Ansehen; s. idg. *u̯ert-, V., drehen, wenden, Pokorny 1156; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Würde, Kluge s. u. Würde, DW 30, 2060, EWD s. u. Würde, Heidermanns 674, Duden s. u. Würde, Bluhme s. u. Wuerde; Son.: vgl. afries. wirthe, werde (4), F., Wert; ae. -; an. -; got. -; nschw. vördigheit, Sb., Würde; nnorw. verdighet, M., F., Würde; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit sittlich-moralischer Werte welche die Achtung eines Menschen erfordert; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Würde, Würden+EW; Z.: Wür-d-e
$Würdenträger, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Würdenträger; E.: s. Würd(e), s. en (Suff.), s. Träger; L.: Kluge s. u. Würdenträger, DW 30, 2091; GB.: seit 1852 belegte und aus Würd(e) und en (Suff.) sowie Träger gebildete Bezeichnung für einen meist wegen eines Amtes mit einer hohen Würde versehenen Menschen; F.: Würdenträger, Würdenträgers, Würdenträgern+EW; Z.: Wür-d-en—träg-er
$würdig, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. würdig, mit Würde versehen (Adj,), ehrenwert; Vw.: s. ehr-, frag-, glaub-, liebens-, merk-, nichts-, sehens-; E.: s. Würd(e), s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Würde, Kluge s. u. Würde, DW 30, 2096, EWD s. u. Würde; GB.: (wirdīg*) seit um 765 belegte und aus Würd(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Menschen und der Hochkulturen des Altertums mögliches mit Würde versehen (Adj.); F.: würdig, würdige, würdiges, würdigem, würdigen, würdiger(, würdigere, würdigeres, würdigerem, würdigeren, würdigerer, würdigst, würdigste, würdigstes, würdigstem, würdigsten, würdigster)+EW; Z.: wür-d-ig
$Würdigkeit, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Würdigkeit, Würde, würdige Art; Vw.: s. Merk-; E.: s. würdig, s. heit, s. keit; L.: DW 30, 2122; GB.: (wirdicheit*) seit 1172-1190 belegte und aus würdig und keit gebildete Bezeichnung für Würde oder würdige Art; F.: Würdigkeit, Würdigkeiten+EW; Z.: Wür-d-ig—kei-t
Wurf, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wurf, Werfen, Schleudern (N.), Erfolg; ne. toss (N.), toss (N.); Vw.: -; Hw.: s. werfen, worfeln; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. wurf, worf, st. M., Wurf, Entscheidung, Wurf beim Würfelspiel, Wurf bei der Falkenbeize, Fischerei mit dem Wurfnetz, Schürfung (bergmännisch); mnd. worp, wurp*, M., N., Wurf, Wurf im Würfelspiel, Kette, Aufzug in der Weberei, Stelle wo das Fischnetz ausgeworfen ist; mnl. worp, wurp, M., Wurf; ahd. wurf (1), worf*, st. M. (i), Wurf, Schlag, Stoß, Wurfspieß; as. -; anfrk. -; germ. *wurpi-, *wurpiz, st. M. (i), Wurf; s. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurf, Kluge s. u. werfen, DW 30, 2137, EWD s. u. Wurf, werfen, Falk/Torp 398, Seebold 558, Duden s. u. Wurf, Bluhme s. u. Wurf; Son.: vgl. afries. werp, st. M. (i), Wurf, Wurfbereich; ae. wyrp (1), st. M. (i), Wurf; an. -; got. -; nndl. worp, Sb., Wurf; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das sachlich wohl seit der Entstehung von Primaten mögliche Werfen oder Schleudern (N.) eines Gegenstands unter Kraftaufwand über eine gewisse Entfernung durch die Luft; BM.: drehen bzw. biegen; F.: Wurf, Wurfes, Wurfs, Würfe, Würfen+EW; Z.: Wur-f
Würfel, nhd., M., (10./11. Jh.?): nhd. Würfel, Kubus, Spielwürfel; ne. dice (V.), cube (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10./11. Jh. (Glosse); E.: mhd. würfel, st. M., Würfel; mnd. worpel, M., Würfel, Glück, Schicksal; mnl. worpel, M., Würfel; ahd. wurfil*, st. M. (a), Würfel; as. wurpil*, st. M. (a), Würfel; anfrk. -; germ. *wurpila-, *wurpilaz, st. M. (a), Würfel; s. idg. *u̯erb-, V., drehen, biegen, Pokorny 1153; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Würfel, DW 30, 2155, EWD s. u. Würfel, Falk/Torp 398, Seebold 558, Duden s. u. Würfel, Bluhme s. u. Wuerfel; Son.: vgl. ae. wyrpel, st. M. (a), Werfer, Wurfriemen; an. verpill, st. M. (a), Würfel, Gefäß für Getränke; GB.: (wurfil) seit 10./11. Jh. belegte und aus Wurf oder werfen sowie il (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich schon den Hochkulturen des Altertums bekannten und in dem späteren Iran um 3000 v. Chr. von Menschen entwickelten und verwendeten regelmäßigen geometrischen Körper mit sechs quadratischen Flächen bei dem alle Winkel 90 Grad betragen (oder auch mit höheren Seitenzahlenwie 12 oder 18 oder 20 oder 24); BM.: drehen bzw. biegen; F.: Würfel, Würfels, Würfeln (Pl.)+EW; Z.: Wür-f-el
$würfeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. würfeln, Würfel verwenden; E.: s. Würfel, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Würfel, DW 30, 2170, EWD s. u. Würfel; GB. (würfelen*) seit 1350-1365 belegte und aus Würfel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Würfels mögliches den Würfel meist als Spielzeug oder auch für Entscheidungen verwenden; F.: würfeln (!), würfel (!), würfle, würfele, würfelst, würfelt, würfelte, würfeltest, würfelten, würfeltet, gewürfelt, ##gewürfelt, gewürfelte, gewürfeltes, gewürfeltem, gewürfelten, gewürfelter##, würfelnd, ###würfelnd, würfelnde, würfelndes, würfelndem, würfelnden, würfelnder###, würfel (!)+EW; Z.: wür-f-el-n
würgen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. würgen, in Atemnot versetzen, erdrosseln, die Kehle zudrücken, die Luftzufuhr behindern; ne. choke (V.), strangle; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. würgen, worgen, wurgen, sw. V., würgen, ersticken, erwürgen; mnd. wörgen*, worgen, sw. V., würgen, erwürgen, mühevoll schlucken, ersticken; mnl. worghen, wurghen, sw. V., ersticken machen, nach Atem ringen; ahd. wurgen*, sw. V. (1a), würgen, töten, ersticken, erwürgen, erdrosseln; as. *wurgian?, sw. V. (1a), würgen; anfrk. -; germ. *wurgjan, sw. V., würgen; idg. *u̯erg̑ʰ-, V., drehen, einengen, würgen, pressen, Pokorny 1154; s. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. würgen, Kluge s. u. würgen, DW 30, 2192, EWD s. u. würgen, Falk/Torp 396, Duden s. u. würgen, Bluhme s. u. wuergen; Son.: vgl. afries. -; ae. wyrgan (1), sw. V. (1), erwürgen; an. -; got. -; nndl. wurgen, worgen, V., würgen; lit. verzti, V., zusammenschnüren; ksl. povrěsti, binden; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Atemnot versetzen oder erdrosseln oder die Kehle zudrücken oder die Luftzufuhr behindern; BM.: drehen; F.: würgen, würge, würgst, würgt, würgest, würget, würgte, würgtest, würgten, würgtet, gewürgt, ##gewürgt, gewürgte, gewürgtes, gewürgtem, gewürgten, gewürgter##, würgend, ###würgend, würgende, würgendes, würgendem, würgenden, würgender###, würg (!)+EW; Z.: wür-g-en
$Würger, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Würger, Würgender; E.: s. würg(en), s. er (Suff.): L.: Kluge s. u. Würger, DW 30, 2215; GB.: vielleicht schon vor dem 18. Jh. belegte und aus würg(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Würgenden; F.: Würger, Würgers, Würgern+EW; Z.: Wür-g-er
Wurm, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Wurm, ein Kriechtier, Schlange, Drache (M.) (1); ne. worm (N.); Vw.: s. Lind-, Tatzel-; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wurm, worm, st. M., Wurm, Insekt, Reptil, Natter, Schlange, Drache (M.) (1), Teufel, Geschwür, Pferdekrankheit; mnd. worm, M., Wurm, kriechendes Geschöpf, Insekt, Käfer, Skorpion; mnl. worm, wurm, M., Wurm; ahd. wurm, st. M. (i), Wurm, Schlange, Drache (M.) (1); as. wurm*, st. M. (i), Wurm, Schlange; as. wormo*, sw. M. (n), Wurm; anfrk. -; germ. *wurma-, *wurmaz, st. M. (a), Wurm, Schlange; germ. *wurmi, *wurmiz, st. M. (i), Wurm, Schlange; idg. *u̯r̥mos, M., Wurm, Pokorny 1152; vgl. idg. *u̯er- (3), V., drehen, biegen, Pokorny 1152 (1994/70) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurm, Kluge s. u. Wurm, DW 30, 2226, EWD s. u. Wurm, Falk/Torp 415, Duden s. u. Wurm, Bluhme s. u. Wurm; Son.: vgl. afries. werm, wirm, st. M. (a), Wurm; ae. wyrm, wurm, st. M. (i), Wurm, Schlange, Drache (M.) (1); ae. wurma, sw. M. (n), Purpurschnecke, Farbe, Waid, Färberwaid, Purpur; an. ormr, st. M. (a), Schlange; got. waúrms, st. M. (a), Wurm, Schlange; nndl. worm, Sb., Wurm; nschw. orm, Sb., Wurm; nnorw. orm, M., Wurm; lat. vermis, M., Wurm, Holzwurm, Gewürm; gr. (äol.) ῥομός (rhomós), M., Holzwurm; lit. varmas, M., Insekt, Mücke; aruss. vermie, Sb. Pl., Insekten; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für ein wirbelloses langgestrecktes kleines und schon vor mehr als 500 Millionen Jahren auf der Erde lebendes Tier oder eine Schlange oder einen in der Vorstellung des Menschen möglichen Drachen; BM.: drehen; F.: Wurm, Wurme, Wurmes, Wurms, Würmer, Würmern+EW; Z.: Wur-m
$wurmen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wurmen, beunruhigen; E.: s. Wurm, s. en (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. wurmen, Kluge s. u. wurmen, EWD s. u. Wurm, DW 30, 2268; GB.: vielleicht seit älteren Vorläufern seit 18. Jh. belegte und aus Wurm und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für aus dem Verhalten des Wurmes übertragen (Adj.) abgeleitetes beunruhigen; F.: wurmen, wurme (!), wurmst, wurmt, wurmest, wurmet, wurmte, wurmtest, wurmten, wurmtet, gewurmt, ##gewurmt, gewurmte, gewurmtes, gewurmtem, gewurmten, gewurmter##, wurmend, ###wurmend, wurmende, wurmendes, wurmendem, wurmenden, wurmender###, wurm (!)+EW; Z.: wur-m-en
$wurmstichig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. wurmstichig; E.: s. Wurm, s. stichig; L.: EWD s. u. Wurm; GB.: (wurmstichic) seit vor 1350 belegte und aus Wurm und stichig gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches von einem Schädling (Wurm oder eher Made) befallen (Adj.); F.: wurmstichig, wurmstichige, wurmstichiges, wurmstichigem, wurmstichigen, wurmstichiger(, wurmstichigere, wurmstichigeres, wurmstichigerem, wurmstichigeren, wurmstichigerer, wurmstichigst, wurmstichigste, wurmstichigstes, wurmstichigstem, wurmstichigsten, wurmstichigster)+EW; Z.: wur-m—sti-ch-ig
Wurst, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Wurst, zerkleinertes und gewürztes in einen gereinigten Tierdarm gefülltes Tierfleisch, ein Lebensmittel; ne. sausage; Vw.: s. (Blut-, Brat-,)Mett-, Zervelat-; Hw.: s. wursteln; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. wurst (1), worst, st. F., Wurst, Penis; mnd. worst, F., Wurst; mnl. worst, F., Wurst; ahd. wurst, st. F. (i), Wurst; as. wurst*, st. F. (i), Wurst; anfrk. -; germ. *wursti-, *wurstiz, st. F. (i), Wurst; s. idg. *u̯ers-?, V., schleifen (V.) (2), Pokorny 1169 (2010/86) (RB. idg. aus gr.?, ital., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurst, Kluge s. u. Wurst, DW 30, 2295, EWD s. u. Wurst, Falk/Torp 398, Seebold 559, Duden s. u. Wurst, Bluhme s. u. Wurst; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. worst, Sb., Wurst; GB.: (wurst) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare und vielleicht teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zerkleinertes und gewürztes in einen gereinigten Tierdarm gefülltes Tierfleisch; BM.: schleifen; F.: Wurst, Würste, Würsten+EW; Z.: Wurs-t
wursteln, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. wursteln, vor sich hinarbeiten; ne. muddle along; Vw.: s. Wurst; Hw.: -; Q.: Anfang 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, Herkunft von mnd. worstelen, wrostelen, sw. V., wursteln, ringen, kämpfen, sich balgen eher unklar; L.: Kluge s. u. wursteln, DW 30, 2313, EWD s. u. Wurst, Duden s. u. wursteln; GB.: seit Anfang19. Jh. belegte und vielleicht mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare sowie in der Herkunft unklare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und seiner Sesshaftwerdung mögliches ohne Plan vor sich hinarbeiten; BM.: ?; F.: wursteln, wurstel (!), wurstle, wurstelst, wurstelt, wurstelte, wursteltest, wurstelten, wursteltet, gewurstelt, ##gewurstelt, gewurstelte, gewursteltes, gewursteltem, gewurstelten, gewurstelter##, wurstelnd, ###wurstelnd, wurstelnde, wurstelndes, wurstelndem, wurstelnden, wurstelnder###, wurstel (!)+EW; Z.: wurs-t-el-n
$wurstig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. wurstig, gleichgültig, abgestumpft; E.: s. Wurst, s. ig; L.: Kluge s. u. Wurst, DW 30, 2317, EWD s. u. Wurst; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wurst und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches gleichgültig oder abgestumpft; F.: wurstig, wurstige, wurstiges, wurstigem, wurstigen, wurstiger(, wurstigere, wurstigeres, wurstigerem, wurstigeren, wurstigerer, wurstigst, wurstigste, wurstigstes, wurstigstem, wurstigsten, wurstigster)+EW; Z.: wurs-t-ig
$Wurstigkeit, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wurstigkeit, Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit; E.: s. wurstig, s. heit, s. keit; L.: Kluge s. u. Wurstigkeit, DW 30, 2317; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus wurstig und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliche Gleichgültigkeit oder Abgestumpftheit; F.: Wurstigkeit, Wurstigkeiten+EW; Z.: Wurs-t-ig-kei-t
Wurte, Wurt, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Wurte, Wurt, Wöhrde, Warf, aufgeworfener Erdhügel; ne. terp; Vw.: -; Hw.: s. Werder?; Q.: 19. Jh.; E.: s. mnd. wōrt (2), wurt, F., Wurt, Boden, Grund, erhöhter oder eingehegter Boden, Hofstätte, Hausplatz, Grundstück, Garten, Feldstück, Waldmark; as. wurth*, st. F. (i), Boden, Wurt, Hausstelle; ahd. -; anfrk. -; germ. *wurþi-, *wurþiz, st. F. (i), Umhegung, Wurt; idg. *u̯r̥ti-, Sb., Einzäunung, Pokorny 1160; s. idg. *u̯er- (5), V., schließen, decken, schützen, retten, wehren, abwehren, Pokorny 1160 (1996/72) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Wurt(e), DW 30, 2323 (Wurt), Falk/Torp 395, Duden s. u. Wurt; Son.: vgl. afries. wurth, st. M. (a), erhöhter Hausplatz, Wurte, Wurt; ae. worþ, wurþ, st. M. (a), st. N. (a), Hof, Wirtschaft; an. urð, st. F. (i), Steinboden, Felsgeröll; got. -; GB.: seit 19. Jh. mnd. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen vor allem an der Nordseeküste zu findenden von Menschen gebildeten aufgeworfenen Erdhügel als Platz zu dem Schutz eines Hauses vor Hochwasser und Sturmflut; BM.: schützen bzw. wehren; F.: Wurt, Wurte, Wurten+EW; Z.: Wur-t-e
Wurz, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wurz, Wurzel, Kraut, verwertbare Pflanze; ne. root (N.), wort; Vw.: -; Hw.: s. Wurzel, Würze (1); Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wurz, st. F., Pflanze, Kraut, Wurzel; mhd. wurze, sw. F., st. F., Pflanze, Kraut, Wurzel; mnd. wort (2), wurt, wurte, F., Wurz, Pflanze, Kraut, Blume, Gewürz; mnd. worte (1), wurte, F., Wurz, Pflanze, Kraut, Blume, Gewürz; ahd. wurz, st. F. (i), Gewürz, Kraut, Pflanze, Wurzel, Wurz, Gemüse; ahd. wurza*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wurzel, Wurzelknolle, Pflanze, Bierwürze; as. wurt*, st. F. (i), Wurz, Wurzel, Kraut, Pflanze, Blume; anfrk. -; germ. *wurti-, *wurtiz, st. F. (i), Wurz, Kraut; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurz, Kluge s. u. Wurz, DW 30, 2326, EWD s. u. Wurz,Falk/Torp 397, Duden s. u. Wurz, Bluhme s. u. Wurz; Son.: vgl. afries. -; ae. wyrt, st. F. (i), Wurz, Wurzel, Kraut, Pflanze, Gewürz, Würze, Ernte; an. urt, st. F. (i), Wurz, Kraut; got. waúrts (1), st. F. (i), Wurzel; nschw. ört, Sb., Kraut; nnorw. urt, M., Kraut; gr. ῥάδαμνος (rhádamnos), M., Zweig; gr. ῥίζα (rhíza), F., Wurzel; alb. rrënjë, Sb., Wurzel; lat. rādīx, F., Wurzel, Ursprung, Stamm; kymr. gwraidd, M., Wurzel; air. frén, F.?, Wurzel; toch. B. witsako, Sb., Wurzel; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschliche Organ mit dem sich Pflanzen auf oder in dem Boden verankern und Nährstoffe aufnehmen; BM.: Zweig; F.: Wurz, Wurzen+EW; Z.: Wurz
Würze (1), nhd., F., (12. Jh.): nhd. Würze (F.) (1), Gewürz, Aroma; ne. spice (N.), seasoning (N.), wort; Vw.: -; Hw.: s. Wurz, Würze (2); Q.: 2. Hälfte 12. Jh. (Die Kindheit Jesu des Konrad von Fussesbrunnen); E.: mhd. würze, würz, wurz, st. F., Würze, Kraut, Wurzel, Gewürzkraut, Aroma, Gebräu, Frucht, Obst; genaue Herkunft ungeklärt, vielleicht rückgebildet aus würzen oder direkt aus mhd. wurz, st. F., Pflanze, Kraut, Wurzel; mhd. wurze, sw. F., st. F., Pflanze, Kraut, Wurzel; ahd. wurz, st. F. (i), Gewürz, Kraut, Pflanze, Wurzel, Wurz, Gemüse; ahd. wurza*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wurzel, Wurzelknolle, Pflanze, Bierwürze; germ. *wurti-, *wurtiz, st. F. (i), Wurz, Kraut; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurz, Kluge s. u. Würze 1, DW 30, 2335, EWD s. u. Würze, Falk/Torp 397, Duden s. u. Würze, Bluhme s. u. Wuerze; Son.: vgl. nschw. vört, Sb., Würze; nisl. jurt, F., Kraut; GB.: (würze) seit 2. Hälfte 12. Jh. belegte und aus würzen oder wurz gebildete Bezeichnung für ein von Menschen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums zu einer gewünschten Beeinflussung des Geschmacks einer Speise genutztes Mittel (Gewürz) wie Salz oder Pfeffer oder Zimt oder Muskatnuss oder Anis oder Ingwer oder Kümmel; BM.: Wurzel bzw. Zweig; F.: Würze, Würzen+EW; Z.: Würz-e
Würze (2), nhd., F., (10. Jh.): nhd. Würze (F.) (2), Bierwürze; ne. beer wort; Vw.: -; Hw.: s. Würze (2); Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. wirz, st. N., Würze, Bierwürze, Metwürze; mnd. werte, wert, F., Würze, Bier bevor es durch Gerste oder Hefe zu dem Gären gebracht wird; ahd. wirz, st. F. (ī), st. N. (a), Würze, Bierhefe; as. *wirt?, st. F. (ī), st. N. (a), Würze, Bierhefe; anfrk. -; germ. *werti-, *wertiz, st. N. (i?), Würze, Bierwürze; s. idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, *u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge s. u. Würze 2, DW 30, 2335, EWD s. u. Würze, Duden s. u. Würze; Son.: vgl. afries. -; ae. wyrt, st. F. (i), Wurz, Wurzel, Kraut, Pflanze, Gewürz, Würze, Ernte; an. virtr, st. N. (i?), Bierwürze; GB.: (wirz) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die während des von Menschen verursachten Maischvorgangs von Getreide für Bier entstehende Flüssigkeit; BM.: Wurzel bzw. Zweig; F.: Würze, Würzen+EW; Z.: Würz-e
Wurzel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wurzel, Abstammung, Ursprung; ne. root (N.); Vw.: -; Hw.: s. Wurz, Würze (1); Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. wurzel, wurtzel, wortzel, st. F., sw. F., Wurzel, Ursprung, Geschlecht; mnd. wortel, wörtel, wortele, F., Wurzel, Grund, Ursache; mnl. wortele, F., Wurzel; ahd. wurzala*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wurzel; ahd. wurz, st. F. (i), Gewürz, Kraut, Pflanze, Wurzel, Wurz, Gemüse; ahd. wurza*, st. F. (ō), sw. F. (n), Wurzel, Wurzelknolle, Pflanze, Bierwürze; as. wurt*, st. F. (i), Wurz, Wurzel, Kraut, Pflanze, Blume; anfrk. -; germ. *wurti-, *wurtiz, st. F. (i), Wurz, Kraut; idg. *u̯erād-, *u̯rād-, *u̯ₑrəd-, u̯rəd-, Sb., Zweig, Rute, Wurzel, Pokorny 1167 (2204/80) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wurz, Kluge s. u. Wurzel, DW 30, 2342, EWD s. u. Wurzel, Duden s. u. Wurzel, Bluhme s. u. Wurzel; Son.: vgl. ae. wyrtwala, M., Wurzel; nndl. wortel, Sb., Wurzel; GB.: (wurzala) seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschliche Organ mit dem sich Pflanzen auf oder in dem Boden verankern und Nährstoffe aufnehmen; BM.: Zweig; F.: Wurzel, Wurzeln+EW; Z.: Wurz-el
$wurzeln, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. wurzeln, Wurzel bilden; Vw.: s. ver-; E.: s. Wurzel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Wurzel, DW 30, 2374, EWD s. u. Wurzel; GB.: (wurzelen) seit 1170 belegte und aus Wurzel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich seit Entstehung des Lebens mögliches Wurzel bilden vor allem von Pflanzen; F.: wurzeln (!), wurzel (!), wurzle, wurzele, wurzelst, wurzelt, wurzelte, wurzeltest, wurzelten, wurzeltet, gewurzelt, ##gewurzelt, gewurzelte, gewurzeltes, gewurzeltem, gewurzelten, gewurzelter##, wurzelnd, ###wurzelnd, wurzelnde, wurzelndes, wurzelndem, wurzelnden, wurzelnder###, wurzel (!)+EW; Z.: wurz-el-n
$würzen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. würzen, Geschmack gewünscht verändern; E.: s. Würz(e), s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Würze, DW 30, 2386; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Würz(e) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung oder den Hochkulturen des Altertums entwickeltes den Geschmack von Speisen gewünscht verändern oder verbessern; F.: würzen, würze (!), würzst, würzt, würzest, würzet, würzte, würztest, würzten, würztet, gewürzt, ##gewürzt, gewürzte, gewürztes, gewürztem, gewürzten, gewürzter##, würzend, ###würzend, würzende, würzendes, würzendem, würzenden, würzender###, würz (!)+EW; Z.: würz-en
$würzig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. würzig, Würze enthaltend; E.: s. Würz(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Würze 1, DW 30, 2392, EWD s. u. Wurz; GB.: seit spätes 18. Jh. belegte und aus Würz(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung angestrebtes Würze enthaltend von Speisen; F.: würzig, würzige, würziges, würzigem, würzigen, würziger(, würzigere, würzigeres, würzigerem, würzigeren, würzigerer, würzigst, würzigste, würzigstes, würzigstem, würzigsten, würzigster)+EW; Z.: würz-ig
$wuschelig, nhd., Adj., (20. Jh.?): nhd. wuschelig, gelockt, geringelt, gewellt, kraus; E.: s. Wuschel(kopf), s. ig; L.: Kluge s. u. Wuschelkopf, DW 30, 2400; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus wuschel(n) oder Wuschel(kopf) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches gelockt oder geringelt oder gewellt oder kraus; F.: wuschelig, wuschelige, wuscheliges, wuscheligem, wuscheligen, wuscheliger(, wuscheligere, wuscheligeres, wuscheligerem, wuscheligeren, wuscheligerer, wuscheligst, wuscheligste, wuscheligstes, wuscheligstem, wuscheligsten, wuscheligster)+EW; Z.: wu-sch-el-ig
Wuschelkopf, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Wuschelkopf, Lockenkopf; ne. curly-head, mop (N.) of curls; Vw.: -; Hw.: -; E.: s. wuschel(n), s. Kopf, das Vorderglied stammt vielleicht von wischen oder von wutschen; L.: Kluge s. u. Wuschelkopf, DW 30, 2323, Duden s. u. Wuschelkopf; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus wuschel(n) und Kopf gebildete Bezeichnung für einen sachlich möglicherweise seit Entstehung des Menschen möglichen durch Locken (F.Pl.) der Haupthaare gekennzeichneten Kopf eines Menschen; BM.: wischen?; F.: Wuschelkopf, Wuschelkopfes, Wuschelkopfs, Wuschelköpfe, Wuschelköpfen+EW+FW?; Z.: Wu-sch-el-ko-pf
$wuscheln, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. wuscheln, mit der Hand durch die Haare fahren; E.: vielleicht von wischen oder wutschen; L.: Kluge s. u. Wuschelkopf, DW 30, 2400; GB.: vielleicht seit 20. Jh. gebildete und möglicherweise von wischen oder wutschen abgeleitete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung von Menschen mögliches mit der Hand durch die Haare fahren; F.: wuscheln, wuschel (!), wuschle, wuschele, wuschelst, wuschelt, wuschelte, wuscheltest, wuschelten, wuscheltet, gewuschelt, ##gewuschelt, gewuschelte, gewuscheltes, gewuscheltem, gewuschelten, gewuschelter##, wuschelnd, ###wuschelnd, wuschelnde, wuschelndes, wuschelndem, wuschelnden, wuschelnder###, wuschel (!)+FW; Z.: wu-sch-el-n
wuseln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. wuseln, wimmeln, sich schnell hin bewegen und her bewegen; ne. scurry (V.), scuttle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt?, wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. wuseln, DW 30, 2402, EWD s. u. wuseln, Duden s. u. wuseln, Bluhme s. u. wuseln; GB.: seit 17. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Lebens mögliches , ; BM.: lautmalend?; F.: wuseln, wusel (!), wusle, wuselst, wuselt, wuselte, wuseltest, wuselten, wuseltet, gewuselt, ##gewuselt, gewuselte, gewuseltes, gewuseltem, gewuselten, gewuselter##, wuselnd, ###wuselnd, wuselnde, wuselndes, wuselndem, wuselnden, wuselnder###, wusel (!)+EW; Z.: wus-el-n
Wust, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Wust, ungeordnete Menge, Durcheinander; ne. heap (N.), litter (N.); Vw.: -; Hw.: s. wüst, Wüste; Q.: 1275-1296 (Dietrichs Flucht); E.: s. mhd. wuost (1), st. M., Wust, Verwüstung, Schutt, Wüste, Einöde; mnd. wōst, M., Wust, Unrat, Schmutz; s. mhd. wuost, st. M., Wust, Verwüstung, Schutt, Wüste, Einöde; s. mhd. wüeste (3), wuoste, wūste, wōste, st. F., sw. F., Wüste, öde Gegend, Wildnis, Wüstung, Ödnis, Endlosigkeit, Weiche (F.) (2), Tiereingeweide (Pl.); mhd. wuostin, wuosten, st. F., Wüste; ahd. wuostī*, st. F. (ī), Wüste, Einöde; ahd. wuostin*, st. F. (jō), Wüste, Einöde; s. ahd. wuostinna*, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Wüste; as. -; anfrk. wuostinna*, st. F. (jō), Wüste; germ. *wōstī-, *wōstīn, sw. F. (n), Wüste, Wildnis; s. idg. *u̯āstos, Adj., öde, wüst, Pokorny 1113; vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wust, Kluge s. u. Wust, DW 30, 2404, EWD s. u. Wust, Duden s. u. Wust, Bluhme s. u. Wust; GB.: seit 1275-1296 belegte und mit wüst sowie Wüste verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt aus der Sicht des Menschen mögliche große ungeordnete Menge oder ein Durcheinander; BM.: mangeln; F.: Wust, Wustes, Wusts+EW; Z.: Wu-st
wüst, nhd., Adj., (8. Jh.): nhd. wüst, verwüstet, öde, schlimm; ne. desert (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Wüste, Wust; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. wüeste (1), wuoste, wūste, wōste, Adj., wüst, wild, öde, einsam, leer, verlassen (Adj.), unbebaut, verwüstet, unschön, hässlich, verschwenderisch, roh; mnd. wōste, wūste, Adj., wüst, öde, unbebaut, unfruchtbar, einsam, verlassen (Adj.), leer, vom Besitz erledigt; mnl. woeste, woest, Adj., wüst; ahd. wuosti*, Adj., wüst, öde, einsam, leer; as. wōsti*, Adj., wüst, öde; anfrk. wuosti*, Adj., wüst, öde, verlassen (Adj.); germ. *wōsta-, *wōstaz, *wōstja-, *wōstjaz, Adj., wüst, öde, unbewohnt; idg. *u̯āstos, Adj., öde, wüst, Pokorny 1113; s. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, *u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. wüst, DW 30, 2418, EWD s. u. wüst, Falk/Torp 414, Heidermanns 688, Duden s. u. wüst; Son.: vgl. afries. wōst, Adj., wüst, verwüstet; nfries. woast, Adj., wüst; afries. wēste, Adj., wüst, verwüstet; ae. wœ̄ste, wēste, Adj. (ja), wüst, leer, öde, unbewohnt, verlassen (Adj.); an. -; got. -; nndl. woest, Adj., wüst; lat. vāstus, Adj., öde, verödet, wüst, leer; air. fás, Adj., wüst; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches verwüstet oder öde oder schlimm; BM.: leer; F.: wüst, wüste, wüstes, wüstem, wüsten, wüster(, wüstere, wüsteres, wüsterem, wüsteren, wüsterer, wüstest, wüsteste, wüstestes, wüstestem, wüstesten, wüstester)+EW; Z.: wü-st
Wüste, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wüste, ödes Gebiet; ne. desert (N.), wasteland; Vw.: -; Hw.: s. wüst, Wust; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. wüeste (3), wuoste, wūste, wōste, st. F., sw. F., Wüste, öde Gegend, Wildnis, Wüstung, Ödnis, Endlosigkeit, Weiche (F.) (2), Tiereingeweide (Pl.); mhd. wuostin, wuosten, st. F., Wüste; ahd. wuostī*, st. F. (ī), Wüste, Einöde; ahd. wuostin*, st. F. (jō), Wüste, Einöde; s. ahd. wuostinna*, st. F. (jō)?, sw. F. (n)?, Wüste; as. -; anfrk. wuostinna*, st. F. (jō), Wüste; germ. *wōstī-, *wōstīn, sw. F. (n), Wüste, Wildnis; s. idg. *u̯āstos, Adj., öde, wüst, Pokorny 1113; vgl. idg. *eu- (1), *eu̯ə-, *u̯ā-, u̯ə-, V., Adj., mangeln, leer, Pokorny 345 (509/90) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt.); L.: Kluge s. u. wüst, DW 20, 2440, EWD s. u. wüst, Heidermanns 688, Duden s. u. Wüste, Bluhme s. u. Wüste; Son.: vgl. afries. wēstene, wōstene, st. F. (jō), Wüste; s. saterl. wustenej; ae. wœ̄sten, wēsten (1), wœ̄stern, wēstern, st. N. (ja), st. M. (ja), st. F. (jō), Wüste, Öde, Wildnis; an. -; got. -; nndl. woestijn, Sb., Wüste; GB.: (wuostī) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen kaum bewohntes oder bewohnbares sowie insgesamt an Leben armes vielleicht schon seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches Gebiet wie beispielsweise in der Gegenwart Antarktis oder Sahara oder Gobi oder Grönland mit insgesamt bis zu 50 Millionen Quadratkilometern oder knapp 10 Prozent der Erdoberfläche; BM.: leer; F.: Wüste, Wüsten+EW; Z.: Wü-st-e
$wüsten, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. wüsten; Vw.: s. ver-; E.: s. wüst, s. en; L.: Kluge s. u. wüst, DW 30, 2454, EWD s. u. wüst; GB.: (wuosten*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus wüst und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches leer sein (V.) oder leer werden oder leer machen; F.: wüsten (!), wüste (!), wüstest, wüstet, wüstete, wüstetest, wüsteten, wüstetet, gewüstet, ##gewüstet, gewüstete, gewüstetes, gewüstetem, gewüsteten, gewüsteter##, wüstend, ##wüstend, wüstende, wüstendes, wüstendem, wüstenden, wüstender###, wüst (!)+EW; Z.: wü-st-en
$Wüstenei, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Wüstenei, Wüste; E.: s. wüst, s. en, s. ei; L.: EWD s. u. wüst, DW 30, 2457; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus wüst und en sowie ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche Wüste oder eine Einöde oder eine Unordnung; F.: Wüstenei, Wüsteneien+EW; Z.: Wü-st-en-ei
$Wüstling, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Wüstling, wüster Mensch, Rotschwanz; E.: s. wüst, s. ling; L.: Kluge s. u. Wüstling, EWD s. u. wüst, DW 30, 2469; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus wüst und ling gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen geschlechtlich ausschweifenden oder rücksichtslosen Menschen sowie für einen Rotschwanz; F.: Wüstling, Wüstlings, Wüstlinges, Wüstlinge, Wüstlingen+EW; Z.: Wü-st-ling
$Wüstung, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Wüstung; E.: s. wüst(en), s. ung; L.: DW 30, 2469, EWD s. u. wüst; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus wüst(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine von Menschen verursachte seit der Sesshaftwerdung mögliche wüst gewordene oder wüst gemachte Siedlung; F.: Wüstung, Wüstungen+EW; Z.: Wü-st-ung
Wut, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Wut, Zorn, Raserei, durch Ärger hervorgerufener Gefühlsausbruch, heftige seelisch-leibliche Erregung, leidenschaftliche Erregtheit; ne. fury, rage (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 790 (Glosse); E.: mhd. wuot (1), st. F., Wut, Raserei, heftige Bewegung, heftige Gemütsaufregung, heftiges Verlangen; mnd. wōt?, F., Wut, Raserei; mnl. woet, F., M., Wut; ahd. wuot (1), st. F. (i), Wut, Raserei, Verrücktheit; as. *wōd?, st. F. (i)?, Wut; anfrk. -; germ. *wōdō, st. F. (ō), Wut, Zorn; germ. *wōda-, *wōdaz, st. M. (a), Wut, Zorn; vgl. idg. *u̯āt- (1), *u̯ōt-, V., angeregt sein (V.), Pokorny 1113 (1940) (RB. idg. aus ind.?, ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Wut, Kluge s. u. Wut, DW 30, 2474, EWD s. u. Wut, Falk/Torp 414, Heidermanns 685, Duden s. u. Wut, Bluhme s. u. Wut; Son.: vgl. afries. -; ae. wœ̄d (1), st. N. (a), Wut, Wahnsinn; an. ōðr (1), st. M. (a), Erregtheit, Dichtkunst, Dichtung; got. -; nndl. woede, Sb., Wut; lat. vātēs, M., Prophet, Weissager, Prophetin, Weissagerin, Sibylle, Seher; GB.: (wuot) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen heftigen unbeherrschten durch Ärger hervorgerufenen Gefühlsausbruch oder eine Erregung oder Erregtheit vor allem des Menschen; F.: Wut+EW; Z.: Wut
$wüten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. wüten, toben, rasen; E.: s. Wut, s. en (Suff.) gebildete; L.: DW 30, 2492, EWD s. u. Wut; GB.: seit um 765 belegte und aus Wut und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Wut haben oder toben oder rasen; F.: wüten, wüte (!), wütest, wütet, wütete, wütetest, wüteten, wütetet, gewütet, ##gewütet, gewütete, gewütetes, gewütetem, gewüteten, gewüteter##, wütend, ###wütend, wütende, wütendes, wütendem, wütenden, wütender###, wüt (!)+EW; Z.: wüt-en
$wütend, nhd., (Part. Präs.=)Adj., (18. Jh.): nhd. wütend, tobend, rasend. zornig; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; E.: s. wüten, s. d; L.: DW s. wüten, EWD s. u. Wut; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus wüten und d (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches rasend oder tobend oder zornig; F.: wütend, wütende, wütendes, wütendem, wütenden, wütender(, wütendere, wütenderes, wütenderem, wütenderen, wütenderer, wütendst, wütendste, wütendstes, wütendstem, wütendsten, wütendster)+EW; Z.: wüt-en-d
$Wüterich, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Wüterich, leicht wütend werdender Mensch; E.: s. wüt(en), s. er (Suff.), s. ich (Suff.); L.: DW30, 2522, EWD s. u. Wut; GB.: (wuotrih) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. tyrannus aus wüt(en) und er (Suff.) sowie ich (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen leicht wütend werdenden Menschen; F.: Wüterich, Wüterichs, Wüteriches, Wüteriche, Wüterichen+EW; Z.: Wüt-er-ich
$wütig, nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. wütig, Wut habend, zornig, besessen; E.: s. Wut, s. ig; L.: DW30, 2338, EWD s. u. Wut; GB.: (wuotīg*) seit Anfang 9. Jh. belegte und aus Wut und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches Wut habend oder zornig oder besessen; F.: ...wütig, ...wütige, ...wütiges, ...wütigem, ...wütigen, ...wütiger(, ...wütigere, ...wütigeres, ...wütigerem, ...wütigeren, ...wütigerer, ...wütigst, ...wütigste, ...wütigstes, ...wütigstem, ...wütigsten, ...wütigster)+EW; Z.: wüt-ig
$Wutkraut, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Wutkraut, Ackergauchheil; E.: s. Wut, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Wutkraut, DW 30, 2547; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Wut und Kraut gebildete Bezeichnung für den sachlich vielleicht schon vormenschlichen von Menschen als Mittel gegen Tollwut verwendeten Ackergauchheil; F.: Wutkraut, Wutkrautes, Wutkrauts+EW; Z.: Wut—krau-t
wutschen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. wutschen, davonflutschen; ne. slip (V.); Vw.: -; Hw.: s. witschen; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. wutschen, DW 30, 2549, Duden s. u. wutschen; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches sich schnell davonbewegen oder davonflutschen; BM.: lautmalend?; F.: wutschen, wutsche, wutschst, wutscht, wutschest, wutschet, wutschte, wutschtest, wutschten, wutschtet, gewutscht, ##gewutscht, gewutschte, gewutschtes, gewutschtem, gewutschten, gewutschter##, wutschend, ###wutschend, wutschende, wutschendes, wutschendem, wutschenden, wutschender###, wutsch (!)+EW; Z.: wutsch-en
Wutz, nhd., (meist) F., (18. Jh.): nhd. Wutz, Schwein, Sau, Ferkel; ne. piglet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: lautmalend?; L.: Kluge s. u. Wutz, DW 30, 2554, Duden s. u. Wutz; GB.: seit 18. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für Schwein oder Sau oder Ferkel; BM.: lautmalend?; F.: Wutz, Wutzen+EW; Z.: Wutz
x (1), X, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. X, x; ne. x (letter); Vw.: -; Hw.: s. X (1); Q.: 15. Jh.?; I.: Lw. lat. x; E.: s. lat. x, Buchstabe, X; gr. ξεῖ (xei), ξῖ (xi), Buchstabe; von dem hebr. Buchstaben Samech; wohl von einer Darstellung eines Stützpfeilers oder einer Wirbelsäule abgeleitet; L.: Kluge s. u. X 2, DW 30, 2559, Duden s. u. X; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. über das Semitische und Griechische sowie um 700 v. Chr. vielleicht über das Etruskische und das Lateinische des Altertums in dem Frühmittelalter aufgenommene Bezeichnung für den drittletzten und selten verwendeten sowie einen Stützpfeiler oder eine Wirbelsäule darstellenden Buchstaben des lateinischen Alphabets; BM.: Stützpfeiler bzw. Wirbelsäule?; F.: X, Xe+FW; Z.: X
X (2), nhd., Partikel: nhd. X, ein Symbol für eine unbestimmte Zahl; ne. X; Vw.: -; Hw.: s. X (2); Q.: 17. Jh.; I.: Lw.; E.: s. X (1); als Abkürzungszeichen verwendet, eigentlich sollte co wiedergegeben werden (von it. cosa, F., Sache); L.: Kluge s. u. X 1, Duden s. u. X; Son.: s. x-mal, x-beliebig, zum x-ten Mal; GB.: seit der früheren Neuzeit (17. Jh.) belegte Bezeichnung für eine zahlenmäßig unbekannte Größe oder unbestimmte Zahl; BM.: ?; F.: X, Xe+FW; Z.: X
Xanthippe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Xanthippe, eine zänkische Ehefrau oder eine streitsüchtige Ehefrau; ne. xanthippe; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. gr. Ξανθίππη (Xanthíppē); E.: s. gr. Ξανθίππη (Xanthíppē), F.=PN, gelbliches Pferd, Xanthippe; vgl. gr. ξανθός (xanthós), Adj., gelblich, gelb, blond, fahl; idg. *k̑as-, *k̑asno-, Adj., grau, Pokorny 533? (814/46) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ.); gr. ἵππος (híppos), M., Pferd, Ross; idg. *ek̑u̯os, *h₁ék̑u̯os, M., Pferd, Ross, Pokorny 301 (444/25) (RB. idg. aus. ind., iran., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. XanthippeDW 30, 2564, EWD s. u. Xanthippe, Duden s. u. Xanthippe; Son.: vgl. nndl. xantippe, Sb., Xanthippe; nschw. Xantippa, Sb., Xanthippe; nnorw. xantippe, M., F., Xanthippe; poln. ksantypa, F., Xanthippe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine zänkische Ehefrau oder eine streitsüchtige Ehefrau; BM.: PN (nach der angeblich streitsüchtigen Ehefrau des Sokrates); F.: Xanthippe, Xanthippen+FW; Z.: Xan-t-hipp-e
$X-Beine, nhd., N. Pl., (20. Jh.): nhd. X-Beine; E.: s. x, s. Bein, s. e; L.: Kluge s. u. X-Beine, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus x und Bein sowie e (Suff.) gebildete Bezeichnung für meist durch Mangel von Vitamin D verursachte nicht gerade von dem Hüftgelenk bis zu dem Fuß verlaufende sondern in dem Kniegelenk leicht nach innen abgewinkelte und dadurch fehlgestellte und den äußeren Meniskus beider Beine überlastende Beine eines einzelnen Menschen; F.: X-Beine, X-Beinen+FW+EW; Z.: X—Bei-n-e
$X-Strahlen, nhd., M. Pl., (20. Jh.): nhd. X-Strahlen, Röntgenstrahlen; E.: s. x, s. Strahl, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. X-Strahlen, fehlt DW; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus x und Strahl sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Konrad Röntgen in Würzburg an dem 8. November 1895 zufällig entdeckte und die Weichteile des Körpers des Menschen in Gegensatz etwa zu Knochen durchdringende elektromagnetische Strahlen; F.: X-Strahlen+FW+EW; Z.: X—Strah-l-en
Xenon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Xenon, ein Edelgas; ne. xenon; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ξένος (xénos), M., Fremder, Gastfreund; idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453?, Herkunft nicht geklärt; vielleicht zu idg. *g̑ʰesto-, *g̑ʰasto- (2), Sb., Hand, Arm, Pokorny 447 (649/65) (RB. idg. aus ind., iran., ital., balt.); L.: Duden s. u. Xenon; Son.: vgl. nndl. xenon, Sb., Xenon; frz. xénon, M., Xenon; nschw. xenon, N., Xenon; nnorw. xenon, N., Xenon; kymr. senon, M., Xenon; nir. xeanón, M., Xenon; poln. ksenon, M., Xenon; lit. ksenonas, M., Xenon; GB.: seit Ende 19. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums und dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein 1898 von William Ramsay und Morris William Travers durch Destillation flüssiger Luft entdecktes schon vormenschliches farbloses und geruchloses einatomiges seltenes nichtradioaktives und in geringen Mengen in der Atmosphäre vorhandenes äußerst reaktionsträges sowie von Menschen dessenungeachtet vielfach etwa in Hochleistungsbeleuchtung oder Füllgas oder als Narkosemittel oder als Treibstoff für Ionenantrieb oder in der Halbleiterfertigung verwendetes Edelgas (chemisches Element Nr. 54, abgekürzt Xe); BM.: Fremder; F.: Xenon, Xenons+FW; Z.: Xen-on
Xenophobie, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit; ne. xenophobia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ξένος (xénos), M., Fremder, Gastfreund; idg. *gʰostis, M., Fremder, Gast, Pokorny 453?, Herkunft nicht geklärt; vielleicht zu idg. *g̑ʰesto-, *g̑ʰasto- (2), Sb., Hand, Arm, Pokorny 447, EWAhd 4, 98; gr. φόβος (phóbos), M., Flucht (F.) (1), Furcht; vgl. idg. *bʰegᵘ̯-, V., davonlaufen, Pokorny 116 (191/24) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw., toch.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Xenophobie; Son.: vgl. nndl. xenofobie, Sb., Xenophobie; frz. xénophobie, F., Xenophobie; nschw. xenofobi, Sb., Xenophobie; nnorw. xenofobi, M., Xenophobie; poln. ksenofobia, F., Xenophobie; kymr. senoffobia, M., Xenophobie; nir. seineafóibe, F., Xenophobie; lit. ksenofobija, F., Xenophobie; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete sowie in der Herkunft nicht geklärte Bezeichnung für eine bei Menschen vielleicht seit ihrer Entstehung mögliche Furcht allem Fremdem gegenüber oder Fremdenfeindlichkeit oder Ausländerfeindlichkeit; F.: Xenophobie, Xenophobien+FW(EW?); Z.: Xen-o-phob-ie
Xi, nhd., N., (?): nhd. Xi, vierzehntes Zeichen des griechischen Alphabets; ne. xi; Vw.: -; Hw.: s. X; Q.: ?; I.: Lw. gr. ξεῖ (xei); E.: s. gr. ξεῖ (xei), ξῖ (xi), Buchstabe, Xi; vom hebr. Buchstaben Samech, Frisk 2, 333; L.: Duden s. u. Xi; nndl. xi, Sb., Xi; frz. xi, M., Xi; nschw. Xi, Xei, N., Xi; nnorw. ksi, M., Xi; kymr. xi, F., Xi; nir. xí, M.?, Xi; poln. ksi, F.?, Xi; lit. ksi, Sb., Xi; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. in Gebrauch und über das Griechische und das Lateinische des Altertums als x aufgenommene Bezeichnung für den Buchstaben Xi des griechischen Alphabets (und für x); BM.: ?; F.: Xi, Xis+FW; Z.: Xi
Xylophon, Xylofon, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Xylophon, ein Schlaginstrument; ne. xylophone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1810; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ξύλον (xýlon), N., Holz, Baum, Balken; weitere Herkunft bisher ungeklärt, Frisk 2, 338; gr. φωνή (phōnḗ), F., Stimme, Klang, Laut; vgl. idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Xylophon, DW 30, 2566, EWD s. u. Xylophon,Duden s. u. Xylophon; Son.: vgl. nndl. xylofoon, Sb., Xylophon; frz. xylophone, F. Xylophon; nschw. xylofon, Sb., Xylophon; nnorw. xylofon, M., Xylophon; poln. ksylofon, M., Xylophon; kymr. seiloffon, M., Xylophon; nir. xileafón, M., Xylophon; lit. ksilofonas, M., Xylophon; GB.: seit 1810 belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für ein in Südostasien wohl seit dem 9. Jh. von Menschen entwickeltes und seitdem verwendetes Schlaginstrument mit auf einem Klangrahmen befestigten und mit Schlägeln zu einer Erzeugung von Tönen angeschlagenen Holzstäben; BM.: Holz, sprechen; F.: Xylophon, Xylophons, Xylophones, Xylophone, Xylophonen, Xylofon, Xylofons, Xylofones, Xylofone, Xylofonen+FW; Z.: Xyl-o-pho-n
y, Y, nhd., N.: nhd. Y, y, Ypsilon; ne. y (letter), wye; Vw.: -; Hw.: s. Ypsilon; Q.: ?; I.: Lw. lat. y; E.: s. lat. y, Buchstabe, Y, y; gr. υ, Buchstabe, Ypsilon; von phön. wau, waw; L.: DW 30, 2567, Duden s. u. Y; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. über das Semitische und Griechische sowie das Lateinische des Altertums aus y und psilon gebildete in dem Frühmittelalter aufgenommene Bezeichnung für den vorletzten (20.) und selten verwendeten Buchstaben des Alphabets (Ypsilon); BM.: Haken?; F.: Y, Ys+FW(+EW?); Z.: Y
Yankee, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Yankee, US-Amerikaner, Nordstaatler; ne. yankee; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. ne. yankee; E.: s. ne. yankee, M., Yankee; weitere Herkunft ungeklärt?, aus einer Indianersprache; oder von nndl. Janke, PN, Hänschen; von Jan, PN, Jan, Hans; lat. Iōannēs, Iōannis, Jōannēs, M.=PN, Johannes; Hebr. יוחנן, M., Johanan, Gott ist gnädig; L.: DW 30, 2573, EWD s. u. Yankee, Duden s. u. Yankee; Son.: vgl. nndl. yankee, Sb, Yankee; frz. yankee, M., Yankee; nschw. yankee, Sb., Yankee; nnorw. yankee, Sb., Yankee; poln. jankes, M., Yankee; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für Einwohner Neuenglands dann der Nordstaaten sowie schließlich für alle weißen Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika; BM.: PN?; F.: Yankee, Yankees+FW; Z.: Yank-ee
Yard, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Yard, ein Längenmaß; ne. yard; Vw.: -; Hw.: s. Gerte; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. ne. yard; E.: s. ne. yard, N., Yard; ae. gerd, gierd, st. F. (jō), Gerte, Messstab, Rute; germ. *gazdjō, st. F. (ō), Rute, Gerte, Stecken, Stachel; idg. *g̑ʰasto- (1), *g̑ʰazdʰo-, *g̑ʰazdʰeh₂-?, Sb., Rute, Stange, Gerte, Pokorny 412 (597/13) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: EWD s. u. Yard, DW 30, 2573, Duden s. u. Yard; Son.: vgl. nndl. yard, Sb., Yard; nschw. yard, Sb., Yard; nnorw. yard, M., Yard; poln. jard, M., Yard; lit. jardas, M., Yard; GB.: seit 1752 belegte Bezeichnung für ein in Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika verwendetes Längenmaß von 91,4 Zentimetern; BM.: Gerte; F.: Yard, Yards+FW; Z.: Yard
...yl, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. ...yl, Grundstoff betreffend; ne. ...yl, ...ylic; Vw.: s. Acr-, Azet-, Vin-; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ὕλη (hýlē), F., Wald, Holz, Gesträuch, Rohstoff; ohne bekannte Etymologie, Frisk 2, 962; L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1097; Son.: vgl. nndl. …yl, Suff., …yl; frz. …yle, Suff., …yl; nschw. …yl, Suff., …yl; nnorw. …yl, Suff., …yl; poln. …yl, Suff., …yl; kymr. …yl, Suff., …yl; nir. …il, Suff., …yl; lit. …ilas, Suff., …yl; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums ohne bekannte Etymologie aufgenommene und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Grundstoffe betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: Holz; F.: …yl, …yls+FW; Z.: -yl
Ylang-Ylang, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Ylang-Ylang, Ylang-Ylang-Baum, Ylang-Ylang-Duft; ne. ylang-ylang; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: philippinisches Lw.; E.: aus dem Philippinischen (Tabalong) ilang-ilang, Sb., Ylang-Ylang; vgl. tabalong. ilang, Sb., Wildnis; Son.: vgl. nndl. ylang-ylang, Sb., Ylang-Ylang; frz. ylang-ylang, M., Ylang-Ylang; nschw. ilang-ilang, Sb., Ylang-Ylang; kymr. ilang-ilang, F., Ylang-Ylang; lit. ilang-ilang, Sb., Ylang-Ylang; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Philippinischen (Tabalong) aufgenommene Bezeichnung für eine schon vormenschliche und für die Parfümherstellung verwendete sowie zu der Familie der Anemonengewächse gehörende Pflanze; BM.: Wildnis; F.: Ylang-Ylang, Ylang-Ylangs+FW; Z.: Ylang-Ylang
Yoga, Joga, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Yoga, Joga, eine körperliche Übungsmethode; ne. yoga; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ai. yṓga-; E.: über frz. und ne. Vermittlung von ai. yṓga-, Sb., Anschirrung, Unternehmung, geistige Sammlung; vgl. idg. *i̯eu- (2), *i̯eu̯ə-, *i̯eug-, V., bewegen, verbinden, Pokorny 508 (757/17) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Yoga/Joga, DW 30, 2574, EWD s. u. Joga, Duden s. u. Yoga; Son.: vgl. nndl. yoga, Sb., Yoga; frz. yoga, M., Yoga; nschw. yoga, Sb., Yoga; nnorw. yoga, M., Yoga; poln. joga, F., Yoga; kymr. ioga, M., F., Yoga; nir. ióga, Sb., Yoga; lit. joga, F., Yoga; GB.: seit 20. Jh. belegte und über das Französische und Neuenglische aus dem Altindischen aufgenommene und mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes philosophisches System das bei Meditation und Askese sowie körperlichen Übungen den Menschen von dem Gebundensein an die Last der Körperlichkeit befreien will; BM.: bewegen; F.: Yoga, Yogas, Joga, Jogas+FW; Z.: Yo-ga
Youtuber, YouTuber, nhd., M., (21. Jh.): nhd. Youtuber, YouTuber, kurze Filme in dem Internet (in YouTube) hochladender Mensch; ne. youtuber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 21. Jh.; I.: Lw. ne. youtuber; E.: s. ne. youtuber, M., Youtuber; vgl. ne. youTube, N., YouTube, ein Internetportal für Videofilme; vgl. ne. you, Pron., du, ihr; ae. ēow, Dativ von ae. gē, giē, Pron., ihr (Pl.); germ. *jiz, *juz, Pers.-Pron., ihr (Pl.); idg., *u̯ē̆s- (6), *u̯ō̆s-, Poss.-Pron., ihr (Pl.), Pokorny 1173; s. idg. *i̯u- (1), *i̯úHs, Pron., ihr (Pl.), Pokorny 513 (767/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); ne. tube, N., Rohr; frz. tube, M., Rohr; lat. tubus, M., Röhre, Wasserröhre, weibliches Glied, (um 84-um 25 v. Chr.); vgl. lat. tuba, F., Tuba, Trompete, Röhre; Herkunft unsicher, vielleicht zu tībia?, s. Walde/Hofmann 2, 712; Son.: vgl. nschw. youtubare, M., Youtuber; poln. youtuber, M., Youtuber; GB.: seit 21. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene Bezeichnung für einen kurze Filme auf der Internetplattform YouTube hochladenden Menschen; BM.: du, Röhre; F.: Youtuber, Youtubers+FW; Z.: You—tub-e
Ypsilon, nhd., N.: nhd. Ypsilon, zwanzigstes Zeichen des griechischen Alphabets (einfaches y); ne. upsilon, y (letter); Vw.: -; Hw.: s. y; Q.: ?; I.: Lw. gr. ὑψιλόν (hypsilón); E.: s. gr. ὑψιλόν (hypsilón), Buchstabe, Ypsilon; von phön. wau, waw; L.: DW 30, 2574, Duden s. u. Ypsilon; Son.: nndl. ypsilon, Sb., Ypsilon; frz. upsilon, M., Ypsilon; nschw. ypsilon, N., Ypsilon; nnorw. ypsilon, M., Ypsilon; kymr. uspilon, F., Ypsilon; nir. upsalón, M.?, Ypsilon; poln. ipsyolon, M., Ypsilon; lit. ipsilon, Sb., Ypsilon; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. in Gebrauch und über das Griechische und das Lateinische des Altertums in dem Frühmittelalter als selten genutzter vorletzter Buchstabe des Alphabets aufgenommen; BM.: Haken?; F.: Ypsilon, Ypsilons+FW; Z.: Ypsilon
Ysop, Isop, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Ysop, Isop, ein Halbstrauch, eine Heilpflanze und Würzpflanze; ne. hyssop; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. isōpe, sw. M., Ysop; mhd. ispe, sw. F., Ysop; mnd. īsōpe, īsōp, isepe, ysōpe*, M., F., Ysop, Isop, Josefskraut; mnl. isop, ysope, ispe, M., Ysop; ahd. isopo*, isōpo*, sw. M. (n), Ysop; ahd. isop*, hysop*, isōp*, st. M. (a?, i?), Ysop; ahd. isopa*, ispa, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Ysop; lat. hyssōpus, M., Ysop, (14-37 n. Chr.); gr. ὕσσωπον (hýssōpon), N., Ysop; aus dem Semitischen; L.: Kluge 1. A. s. u. Isop, DW 10, 2182, EWAhd 5, 219, Duden s. u. Ysop; Son.: vgl. ae. ȳsope, sw. F. (n), Ysop; an. īsōpe, Sb., Ysopwein (Lw. aus dem Afrz.); got. hwssōpō*, hwssōpōn*, st. F. (ōn), Ysop; nndl. hysop, Sb., Ysop; frz. hysope, M., Ysop; nschw. isop, Sb., Ysop; nnorw. isop, M., Ysop; poln. hizop, M., Ysop; kymr. isop, M., Ysop; nir. íosóip, M., Ysop; lit. isopas, M., Ysop; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Semitischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine schon vormenschliche in dem Mittelmeerraum verbreitete Heilpflanze und Würzpflanze; BM.: ?; F.: Ysop, Ysops, Ysope, Ysopen, Isop, Isops, Isope, Isopen+FW(+EW?); Z.: Ysop
Ytterbium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Ytterbium, ein silbern glänzendes Schwermetall; ne. ytterbium; Vw.: -; Hw.: s. Erbium, Yttrium, Terbium; Q.: 4. Viertel 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem eine wichtige Rolle in der Geschichte der Entdeckung der seltenen Erden spielenden ON Ytterby in Schweden, für die Herkunft des Hinterglieds von Ytterby s. an. bygð, st. F. (ō), Wohnsitz, Besiedlung; vgl. an. byggja, sw. V. (1), wohnen, besiedeln, bauen; germ. *būwjan, sw. V., bauen, wohnen; idg. *bʰeu-, *bʰeu̯ə-, *bʰu̯ā-, *bʰu̯ē-, *bʰō̆u-, *bʰū-, *bʰeu̯h₂-, V., schwellen, wachsen (V.) (1), gedeihen, sein (V.), werden, wohnen, Pokorny 146 (232/65) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.?); L.: fehlt DW, Duden s. u. Ytterbium; Son.: vgl. nndl. ytterbium, Sb., Ytterbium; frz. ytterbium, M., Ytterbium; nschw. ytterbium, N., Ytterbium; nnorw. ytterbium, N., Ytterbium; kymr. yterbiwm, M., Ytterbium; nir. itéirbiam, M., Ytterbium; poln. iberb, M., Ytterbium; lit. iberbis, M., Ytterbium; GB.: seit 1878 belegte und mit dem ON Ytterby in Schweden verbindbare Bezeichnung für ein schon vormenschlich als Bestandteil von Mineralien vorkommendes sowie 1878 von dem Schweizer Jean Charles Galissard de Marignac entdecktes und zu den seltenen Erden gehörendes Metall (chemisches Element Nr. 70, abgekürzt Yb) das als Zusatz in Edelstahl und besonderen Legierungen und als aktives Medium in Lasern und als Katalysator in der chemischen Industrie und als Strahlungsquelle in einigen Röntgengeräten und in der Nuklearmedizin sowie bei der Herstellung von Spezialgläsern verwendet wird; BM.: ON; F.: Ytterbium, Ytterbiums+FW; Z.: Ytter-b-i-um
Yttrium, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Yttrium, ein silbern glänzendes Schwermetall; ne. yttrium; Vw.: -; Hw.: s. Erbium, Ytterbium, Terbium; Q.: 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: von dem eine wichtige Rolle bei der Entdeckung der seltenen Erden spielenden ON Ytterby in Schweden; L.: fehlt DW, Duden s. u. Yttrium; Son.: vgl. nndl. yttrium, Sb., Yttrium; frz. yttrium, M., Yttrium; nschw. yttrium, N., Yttrium; nnorw. yttrium, N., Yttrium; kymr. ytriwm, M., Yttrium; nir. itriam, M., Yttrium; poln. itr, M., Yttrium; lit. itris, M., Yttrium; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für ein silbern glänzendes 1794 von Johan Gadolin in dem Mineral Ytterbit entdecktes und 1842 von den Begleitelementen Erbium und Terbium getrenntes schon vormenschliches in seinen chemischen Eigenschaften dem Aluminium ähnliches eisengraues und silbern glänzendes zu den seltenen Erden gehörendes und nach dem ON Ytterby in Schweden benanntes Metall (chemisches Element Nr. 39, abgekürzt Y) das in Bildschirmen und Leuchtstofflampen und Legierungen und in Supraleitern und Lasermaterialien und synthetischen Edelsteinen sowie in der Medizintechnik zu Behandlung von Krebs verwendet wird; BM.: ON; F.: Yttr-i-um
Yuppie, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Yuppie, junger erfolgreicher Geschäftsmann; ne. yuppie; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. yuppie; E.: s. ne. yuppie, M., Yuppie; abgekürzt aus ne. young urban professional; vgl. ne. young, Adj., jung; ae. geong (1), iung, Adj., jung, neu, frisch, letzte; germ. *junga-, *jungaz, Adj., jung; s. idg. *i̯uu̯en-, *i̯ūn-, *h₂i̯uh₃n-, Adj., jung, Pokorny 510; vgl. idg. *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny *i̯eu- (3), Adj., jung, Pokorny 510 (758/18) (RB. idg. aus ind., iran., ital., kelt., germ., balt.); ne. urban, Adj., städtisch; lat. urbānus, Adj., zur Stadt gehörig, städtisch, Stadt..., feinstädtisch; vgl. lat. urbs, F., Stadt, Rom, Stadt Rom, Hauptstadt, Oberstadt, Stadtbewohner; Herkunft ungeklärt, s. Walde/Hofmann 2, 838, Pokorny 444; ne. professional, M., Professioneller, Fachmann; vgl. lat. professio, F., öffentliches Geständnis, Erklärung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. profitērī, V., öffentlich angeben; vgl. lat. prō, Präp., vor, für; idg. *pro, *prō, Präp., vorwärts, vorn, voran, Pokorny 813; idg. *per- (2A), Präp., vorwärts, über, hinaus, durch, Pokorny 810 (1401/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. fatērī, V., bekennen, gestehen, einräumen; idg. *bʰā- (2), *bʰeh₂-, *bʰah₂-, V., sprechen, Pokorny 105 (169/2) (RB. idg. aus ind., iran.?, arm., gr., ital., germ., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Yuppie, Duden s. u. Yuppie; Son.: vgl. nndl. yuppie, Sb., Yuppie; frz. yuppie, M., Yuppie; nschw. yuppi, yuppie, Sb., Yuppie; nnorw. japp, M., Yuppie; poln. yuppie, M., Yuppie; GB.: seit 20. Jh. als Abkürzung von ne. y(oung) u(rban) p(rofessional) mit der Endung ie gebildete und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen und dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen kinderlosen jungen und erfolgreichen Geschäftsmann zwischen 25 und 45 Jahren; BM.: (Abkürzung); F.: Yuppie, Yuppies+FW; Z.: Yu-p-p-ie
z, Z, nhd., N.: nhd. z, Z; ne. z (letter); Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: s. lat. z, Buchstabe, Z; gr. ζῆτα (zēta), N., Zeta; hebr. zajit, zajin, Sb., Schwert; L.: DW 31, 1, Duden s. u. Z; GB.: seit der Erfindung der protosemitischen Buchstabenschrift in dem 11. Jh. v. Chr. in Gebrauch und über das Semitische und Griechische sowie das Lateinische des Altertums in dem Frühmittelalter aufgenommene Bezeichnung für den letzten und seltener verwendeten Buchstaben des (lateinischen und deutschen) Alphabets; BM.: Schwert; F.: Z, Zs+FW; Z.: Z
Zabaglione, Zabaione, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Zabaglione, Zabaione, Weinschaumsauce, Weinschaumcreme; ne. zabaglione, zabaione; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. it. zabaglione; E.: s. it. zabaglione, zabaione, F., Zabaglione, Zabaione; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: fehlt DW, Duden s. u. Zabaglione; Son.: vgl. nndl. zabaglione, Sb., Zabaglione; frz. sabayon, M., Zabaglione; nschw. zabaglione, Sb., Zabaglione; nnorw. zabaglione, M.?, Zabaglione; poln. zabaglione, M., Zabaglione; kymr. sabalione, M., Zabaglione; GB.: seit vielleicht dem 20. Jh. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen aus Eigelb und Zucker sowie einem Süßwein aufgeschlagene Sauce oder Creme; F.: Zabaglione, Zabagliones, Zabaione, Zabaiones+FW; Z.: Zabaglion-e
Zabel, nhd. (ält.), N., (9. Jh.): nhd. Zabel, Spielbrett; ne. game board; Vw.: -; Hw.: s. Tafel; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zabel (1), st. N., Zabel, Spielbrett und Brettspiel, Spiel, Zappeln; ahd. zabal, st. N. (a), Brett, Brettspiel; s. lat. tabula, F., Tafel, Brett, Urkunde; vgl. idg. *tel- (2), *telə-, *telu-, Adj., Sb., flach, Boden, Brett, Pokorny 1061 (1842/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 31, 6, Duden s. u. Zabel; GB.: seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Spielbrett; BM.: Tafel bzw. flach; F.: Zabel, Zabels, Zabeln+FW(+EW); Z.: Za-b-el
zach, nhd. (dial.), Adj., (15. Jh.): nhd. zach, zäh, schwierig, geizig, furchtsam; ne. chewy; Vw.: -; Hw.: s. zäh; Q.: 15. Jh.; E.: Variante von zäh, s. mhd. zāch (1), zæch, Adj., „ach, zäh; ahd. zāh*, Adj., zäh, fest; germ. *tanhu-, *tanhuz, Adj., anliegend, festhaltend, zäh; s. idg. *denk̑-, V., beißen, Pokorny 201; vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. zach, DW 31, 9, EWD s. u. zäh, Duden s. u. zach; Son.: österr.; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl schon vor Entstehung des Menschen mögliches zäh und deswegen schwierig oder geizig oder furchtsam; BM.: reißen; F.: zach, zache, zaches, zachem, zachen, zacher(, zachere, zacheres, zacherem, zacheren, zacherer, zachest, zachste, zachstes, zachstem, zachsten, zachster)+EW; Z.: zach
Zack, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zack, guter Zustand; ne. sound (Adj.) condition; Vw.: -; Hw.: s. Zacke, Zacken, zickzack; Q.: 20. Jh.; E.: rückgebildet aus zackig, dieses von Zacke bzw. Zacken (s. d.); L.: Kluge s. u. Zack, DW 31, 10, Duden s. u. Zack; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus zackig und Zacke oder Zacken gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen guten Zustand; BM.: reißen?; F.: Zack+EW; Z.: Zack
Zacke, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zacke, Zacken, Zinke, Spitze; ne. prong (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zacken, Zack, zickzack; Q.: um 1293 (Martina); E.: mhd. zacke, tacke, sw. F., Zacke, Spitze, Dorn; mnd. tacke (1), M., F., Zacke, Dornenspitze, Stachel, Stachelspitze, spitzer Ast, Zweig, Geweihspitze, Geweihende, scharfe Kante, Spitze, metallene Spitze, Zinken (M.), Dorn an Waffen; mnd. tagge, M., Zacke, Dornenspitze, Stachel, Spitze von Stachel, Geweihspitze, Geweihende, spitzer Metallstift, Zacke am Sporenrädchen; mnl. tacke, tac, F., Zacke; Herkunft unklar, vielleicht von germ. *tagga, Sb., Zacken (M.); vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Zacken, DW 31, 11, Duden s. u. Zacke; Son.: vgl. nndl. tak, Sb., Zweig; GB.: seit um 1293 belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein spitz herausragendes Gebilde (Spitze); BM.: reißen?; F.: Zacke, Zacken+EW; Z.: Zack-e
Zacken, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zacken, Zacke, Zinke; ne. prong (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zacke, Zack, zickzack; Q.: um 1293 (Martina); E.: mhd. zacke, tacke, sw. F., Zacke, Spitze, Dorn; mnd. tacke (1), M., F., Zacke, Dornenspitze, Stachel, Stachelspitze, spitzer Ast, Zweig, Geweihspitze, Geweihende, scharfe Kante, Spitze, metallene Spitze, Zinken (M.), Dorn an Waffen, spitze Bewehrung; mnd. tagge, M., Zacke, Dornenspitze, Stachel, Spitze von Stachel, Geweihspitze, Geweihende, spitzer Metallstift, Zacke am Sporenrädchen; Herkunft unklar, vielleicht von germ. *tagga, Sb., Zacken (M.); vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zacken, Kluge s. u. Zacken, DW 31, 11, EWD s. u. Zacke, Falk/Torp 153, Duden s. u. Zacken, Bluhme s. u. Zacken; Son.: vgl. nndl. tak, Sb., Zweig; GB.: seit um 1293 belegte und in der Herkunft unklare sowie vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein spitz herausragendes Gebilde; BM.: reißen?; F.: Zacken, Zackens+EW; Z.: Zack-en
zackern, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. zackern, pflügen; ne. plough (V.); Vw.: -; Hw.: s. Acker; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. zackeren* (1), zackern, sw. V., zackern, pflügen; von zu Acker gehen; s. zu, Acker; L.: Kluge s. u. zackern, DW 31, 16, Duden s. u. zackern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zu und Acker sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Sesshaftwerdung von Menschen entwickeltes und verwendetes pflügen oder die Erde mit einem Pflug bearbeiten; BM.: zu Acker gehen; F.: zackern, zackere, zacker (!), zackre, zackerst, zackert, zackerte, zackertest, zackerten, zackertet, gezackert, ##gezackert, gezackert, gezackertes, gezackertem, gezackerten, gezackerter##, zackernd, ###zackernd, zackernde, zackerndes, zackerndem, zackernden, zackernder###, zacker (!)+EW; Z.: z-ack-er-n
$zackig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zackig, Zacken aufweisend, spitz, schneidig; E.: s. Zack(e), s. ig; L.: DW 31, 17 (zackicht, zackig), EWD s. u. Zacke; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zack(e) sowie ig gebildete Bezeichnung für Zacken aufweisend oder spitz oder schneidig; F.: zackig, zackige, zackiges, zackigem, zackigen, zackiger(, zackigere, zackigeres, zackigerem, zackigeren, zackigerer, zackigst, zackigste, zackigstes, zackigstem, zackigsten, zackigster)+EW; Z.: zack-ig
Zadder, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zadder, Fleischsehne; ne. sinew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, aber wohl gebildet zu Zotte (1) (s. d.); L.: Kluge s. u. Zadder, DW 31, 19, Duden s. u. Zadder; GB.: seit 20. Jh. belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie wohl zu Zotte gebildete Bezeichnung für einen starken festen Strang aus straff und dicht gebündelten Bindegewebsfasern in Fleisch (Fleischsehne); BM.: teilen bzw. zerschneiden; F.: Zadder, Zaddern+EW; Z.: Za-d-d-er
zag, nhd. (ält.), Adj., (9. Jh.): nhd. zag, feige, ängstlich, zaghaft, unentschlossen; ne. cowardly; Vw.: -; Hw.: s. zagen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zage, Adj., hasenmäßig, mattherzig, zaghaft, verzagt, feige; ahd. zag*, Adj., zaghaft, schlecht, kraftlos, schwach, träge, furchtsam, ängstlich; as. -; anfrk. -; germ. *taga-, *tagaz, Adj., schwach, matt; germ. *tagō-, *tagōn, *taga-, *tagan, sw. Adj., zaghaft, matt; s. idg. dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zag, Kluge s. u. zag, DW 31, 20, EWD s. u. zagen, Falk/Torp 152, 154, Heidermanns 587, Duden s. u. zag; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (zag) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte Bezeichnung für feige oder ängstlich oder zaghaft; BM.: reißen; F.: zag, zage, zages, zagem, zagen, zager(, zagere, zageres, zagerem, zageren, zagerer, zagst, zagste, zagstes, zagstem, zagsten, zagster)+EW; Z.: zag
Zagel, nhd. (ält.), M., (10. Jh.): nhd. Zagel, Schwanz; ne. tail (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. zagel, st. M., Schwanz, Schweif, Wimpel; mhd. zagele, zail, zeil, st. M., Zagel, Schwanz, Schweif, Wimpel, männliches Glied, Insektenstachel, Heeresnachtrab, Letzter einer Schar, Ende eines Dinges; mnd. tāgel, M., ein Stück Strick (M.) (1), Tauende, ahd. zagil* (1), st. M. (a), Schwanz, Peitsche, schwanzartige Verlängerung am Kleid, Schleppkleid; as. -; anfrk. -; germ. *tagla-, *taglaz, st. M. (a), Schwanz, Haar (N.), Zagel; germ. *tagla-, *taglam, st. N. (a), Schwanz, Haar (N.), Zagel; vgl. idg. dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Zagel, DW 31, 23, EWD s. u. Zagel, Falk/Torp 152, Duden s. u. Zagel, Bluhme s. u. Zagel; Son.: vgl. afries. -; ae. tægel, st. M. (a), Schwanz; an. tagl, st. N. (a), Haar (N.), Schwanz; got. tagl, st. N. (a), Haar (, Lehmann T1); nschw. tagel, N., Pferdehaar; nschw. tagl, N., Schwanz, Pferdeschwanz; ai. daśā, F., Franse; air. dáal, Sb., Locke; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung vor allem für eine sachlich schon vormenschlich mögliche Verlängerung der Wirbelsäule eines Lebewesens über den Rumpf hinaus oder einen Schwanz; BM.: reißen; F.: Zagel, Zagels, Zageln+EW; Z.: Zag-el
zagen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zagen, ein Zager (Zagender) sein (V.), zögern; ne. hesitate; Vw.: -; Hw.: s. zag; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zagen (1), sw. V., zagen, feige sein (V.), die Hoffnung verlieren auf; mnd. sāgen? (5), sw. V., zagen, verzagen, feige sein (V.); ahd. zagēn, sw. V. (3), zagen, abstumpfen; vielleicht von ahd. zag, Adj., zaghaft, schlecht, kraftlos, schwach, träge, furchtsam, ängstlich; germ. *taga-, *tagaz, Adj., schwach, matt; germ. *tagō-, *tagōn, *taga-, *tagan, sw. Adj., zaghaft, matt; s. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. zagen, DW 31, 27, EWD s. u. zagen, Duden s. u. zagen, Bluhme s. u. zagen; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ein Zager (Zagender) sein (V.) oder ängstlich zögern; BM.: reißen?; F.: zagen, zage (!), zagst, zagt, zagest, zaget, zagte, zagtest, zagten, zagtet, gezagt, ##gezagt, gezagte, gezagtes, gezagtem, gezagten, gezagter##, zagend, ###zagend, zagende, zagendes, zagendem, zagenden, zagender###, zag (!)+EW; Z.: zag-en
$zaghaft, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. zaghaft, feige, furchtsam, ängstlich, schüchtern; E.: s. zag(en), s. haft; L.: Kluge s. u. zagen, DW 31, 29, EWD s. u. zagen; GB.: (zagehaft) seit 3. Viertel 12. Jh. belegte und aus zag(en) und haft gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches feige oder furchtsam oder ängstlich oder schüchtern; F.: zaghaft, zaghafte, zaghaftes, zaghaftem, zaghaften, zaghafter(, zaghaftere, zaghafteres, zaghafterem, zaghafteren, zaghafterer, zaghaftest, zaghafteste, zaghaftestes, zaghaftestem, zaghaftesten, zaghaftester)+EW; Z.: zag-haf-t
$Zaghaftigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zaghaftigkeit, Feigheit, Furchtsamkeit, Ängstlichkeit, Schüchternheit; E.: s. zaghaft, s. ig, s. heit, s. keit; L.:, DW 31, 30, EWD s. u. zagen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zaghaft und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Feigheit oder Furchtsamkeit oder Ängstlichkeit oder Schüchternheit; F.: Zaghaftigkeit+EW; Z.: Zag-haf-t-ig—kei-t
$Zagheit, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Zagheit, Feigheit, Ängstlichkeit, Schüchternheit E.: s. zag(en), s. heit; L.: DW 31, 30, EWD s. u. zagen; GB.: (zagaheit) seit 2. Viertel 9. Jh. belegte und aus zag und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Feigheit oder Ängstlichkeit oder Schüchternheit; F.: Zagheit+EW; Z.: Zag—hei-t
zäh, nhd., Adj., (11. Jh.?): nhd. zäh, schwerfällig fließend, ausdauernd, widerstandsfähig, langsam; ne. tough; Vw.: -; Hw.: s. zach-;.: s. mhd. zāch (1), zæch, Adj., zach, zäh; mhd. zæhe (1), zæh, zāhe, zeh, zāge, Adj., zäh, dickflüssig, geschmeidig, fest, endlos, hartherzig; mnd. tā (1), tāge, taie, Adj., zäh, weich aber zusammenhaltend, dickflüssig, teigig; mnl. taey, Adj., zäh, schleimig, geizig; ahd. zāh*, Adj., zäh, fest; germ. *tanhu-, *tanhuz, Adj., anliegend, festhaltend, zäh; s. idg. *denk̑-, V., beißen, Pokorny 201; vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zäh, Kluge s. u. zäh, DW 31, 32, EWD s. u. zäh, Falk/Torp 152, Heidermanns 591, Duden s. u. zäh, Bluhme s. u. zaeh; Son.: vgl. afries. -; ae. tōh, Adj., zäh, festhaltend; an. -; got. tāhus, Adj. (u?), zäh; nndl. taai, Adj., zäh; GB.: (zāh) vielleicht seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schwerfällig fließend oder ausdauernd oder widerstandsfähig oder langsam; BM.: reißen; F.: zäh, zähe, zähes, zähem, zähen, zäher(, zähere, zäheres, zäherem, zäheren, zäherer, zähest, zäheste, zähestes, zähestem, zähesten, zähester)+EW; Z.: zäh
$Zähigkeit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zähigkeit, Festigkeit, Widerstandsfähigkeit, Langsamkeit; E.: s. zäh, s. ig, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. zäh, DW 31, 35, EWD s. u. zäh; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zäh und ig sowie keit gebildete Bezeichnung für Festigkeit oder Widerstandsfähigkeit oder Langsamkeit; F.: Zähigkeit, Zähigkeiten+EW; Z.: Zäh-ig-kei-t
Zahl, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zahl, Ziffer, Nummer, Menge, Wert; ne. figure (N.), number (N.); Vw.: -; Hw.: s. zählen, Zaspel; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zal (1), st. F., Zahl, Anzahl, bestimmte Anzahl, unbestimmte Anzahl, Größe, Menge, Schar (F.) (1), Zählung; mhd. zale (1), st. F., Zahl, Menge, Schar (F.) (1), Zahlung, Berechnung, Aufzählung; mnd. tal, tāl, taͤl, taal, M., F., Zahl, Zählung, Rechnung, abstrakter Begriff für eine Menge, Mengenbegriff zur Durchführung von Rechenoperationen, Zahlwort, Benennung von Quantitäten, Zahlzeichen, Ziffer; mnl tāle, F., Erzählung, Rede, Sprache; ahd. zala, st. F. (ō), Zahl, Anzahl, Reihe, Erzählung; as. *tal? (1), st. N. (a), Zahl, Reihe; anfrk. -; germ. *talō, st. F. (ō), Berechnung, Zahl, Rede; s. idg. *del- (1), V., zielen, berechnen, nachstellen, schädigen, zählen, Pokorny 193?; vgl. idg. *dā-, *dāi-, dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zahl, Kluge s. u. Zahl, DW 31, 36, EWD s. u. Zahl, Falk/Torp 158, Duden s. u. Zahl, Bluhme s. u. Zahl; Son.: vgl. afries. tale, tele, st. F. (ō), Zahl, Rede; ae. talu, st. F. (ō), Zahl, Reihe, Erzählung, Geschichte; ae. tæl (1), st. N. (a), Zahl, Nummer, Reihe, Stamm, Verzeichnis; an. tala (1), sw. F. (n), Zählung, Zahl, Rechnung, Rede; an. tal, st. N. (a), Zahl, Berechnung, Unterredung; got. talzjan, sw. V. (1), lehren, ziehen, unterrichten; nndl. taal, Sb., Sprache; ne. tale, N., Erzählung; nschw. tal, N., Zahl; nnorw. tall, N., Zahl; ? gr. δόλος (dólos), M., Trugmittel, Lockspeise, Trug, List; lat. dolus (1), M., Täuschung, Betrug, List, Heimtücke; GB.: (zala) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen wohl seit der Entwicklung von Sprache gebildete und verwendete Ziffer oder Nummer oder Menge oder einen numerischen Wert; BM.: teilen; F.: Zahl, Zahlen+EW; Z.: Zah-l
$zahlbar, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. zahlbar, zählbar, bezahlbar; E.: s. zahl(en), s. bar: L.: Kluge s. u. zahlen, DW 31, 42, EWD s. u. Zahl; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus zahl(en) und zähl(en) sowie bar gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches fällig oder in Geld ausgleichbar oder auch zählbar; F.: zahlbar, zahlbare, zahlbares, zahlbarem, zahlbaren, zahlbarer+EW; Z.: zah-l-bar
zahlen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zahlen, bezahlen, in Werten einverständlich ausgleichen; ne. pay (V.); Vw.: Vw.: s. ab-, an-, aus-, be-; Hw.: -; Q.: um 1000 (Notker); I.: Lw.-; E.: mhd. zalen (1), zaln, sw. V., zählen, zählen zu, zahlen, bezahlen, rechnen, berechnen, aufzählen, berichten, berichten von, erzählen; mnd. tālen, tallenen, sw. V., zählen, erzählen, feststellen, abzählen, zuordnen, zahlen, bezahlen; ahd. zalōn, sw. V. (2), rechnen, nachdenken, auffassen, zählen, berechnen, überdenken, überlegen (V.), aufzählen; as. talōn*, sw. V. (2), berechnen; germ. *talōn, sw. V., zählen, erzählen; idg. *del- (1), V., zielen, berechnen, nachstellen, schädigen, zählen, Pokorny 193; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zahl, Kluge s. u. zahlen, DW 31, 44, EWD s. u. Zahl, Falk/Torp 159, Duden s. u. Zahl; Son.: vgl. nndl. betalen, V., zahlen; nschw. betala, V., zahlen; nnorw. betale, V., zahlen; GB.: seit um 1000 belegte und für das Germanische mit abweichender Bedeutung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Geld als Zahlungsmittel in den Hochkulturen des Altertums mögliches eine geleistete Gegebenheit mit Geld oder anderen Werten einverständlich ausgleichen; BM.: teilen; F.: zahlen, zahle, zahlst, zahlt, zahlest, zahlet, zahlte, zahltest, zahlten, zahltet, gezahlt, ##gezahlt, gezahlte, gezahltes, gezahltem, gezahlten, gezahlter##, zahlend, ###zahlend, zahlende, zahlendes, zahlendem, zahlenden, zahlender###, zahl (!)+EW; Z.: zah-l-en
zählen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zählen, Zahl bestimmen; ne. count (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zahl; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zelen (1), zellen, zeln, sw. V., zählen, rechnen, berechnen, vergleichen, erzählen, berichten, berichten von, sagen; mnd. tellen (1), tēlen, sw. V., zählen, hinzählen, zahlen, einen Geldbetrag bar vorzählen, in Münzen vorzählen, rechnen; mnl. tellen, sw. V., zählen, rechnen, aufzählen, erzählen, achten; ahd. zellen, sw. V. (1), zählen, erzählen, berichten; as. tėllian, sw. V. (1a), zählen, erzählen, sagen; anfrk. tellen*, tellon, sw. V. (1), erzählen; afries. tella, sw. V. (1), zählen, erzählen, berechnen; germ. *taljan, sw. V., zählen, erzählen; idg. *del- (1), V., zielen, berechnen, nachstellen, schädigen, zählen, Pokorny 193; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zahl, Kluge s. u. zählen, DW 31, 47, EWD s. u. zählen, Falk/Torp 159, Duden s. u. zählen, Bluhme s. u. zaehlen; Son.: vgl. afries. talia, sw. V. (2), sprechen, rechnen, berechnen, klagen; saterl. tella, V., sprechen, rechnen, berechnen; ae. tėllan, sw. V. (1), zählen, rechnen, betrachten, denken; ne. tell, V., erzählen; an. telja, sw. V. (1), zählen, rechnen, erzählen; got. -; nndl. tellen, V., zählen; nnorw. telle, V., zählen; lat. dolāre, V., behauen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches Mengen oder Größen in (aufeinanderfolgenden) Zahlen benennen oder angeben oder Zahl bestimmen; BM.: teilen; F.: zählen, zähle, zählst, zählt, zählest, zählet, zählte, zähltest, zählten, zähltet, gezählt, ##gezählt, gezählte, gezähltes, gezähltem, gezählten, gezählter##, zählend, ###zählend, zählende, zählendes, zählendem, zählenden, zählender###, zähl (!)+EW; Z.: zäh-l-en
$Zahlenlotto, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Zahlenlotto, ein Glücksspiel; E.: s. Zahl, s. en (Suff.), s. Lotto; L.: DW 31, 57, EWD s. u. Lotto; GB.: aus Zahl und en (Suff.) sowie Lotto gebildete Bezeichnung für ein seit 21. Oktober 1752 von Maria Theresia in Österreich eingeführtes Glücksspiel um Geld unter Verwendung von möglicherweise in einem Einzelfall richtigen aber von der Wahrscheinlichkeit her in dem Einzelfall eher weitaus unrichtigen vorherzusagenden Zahlen; F.: Zahlenlotto, Zahlenlottos+EW+FW; Z.: Zah-l-en—lo-t-t-o
$Zähler, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zähler, Zählender; Hw.: s. Nenner; E.: s. zähl(en), s. er (Suff.); L.: DW 31, 59, EWD s. u. zählen; GB.: (zelære*) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus zähl(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Entwicklung von Sprache möglichen zählenden Menschen oder ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät für maschinelles Zählen oder für die bei der Bruchrechnung oberhalb des Bruchstrichs stehende Zahl in Gegensatz zu der unterhalb des Bruchstrichs stehenden Zahl des Nenners wie beispielsweise 1 bei ½ oder 1/100 oder 1/1000 in Gegensatz zu (den Nennern) 2 oder 100 oder 1000; F.: Zähler, Zählers, Zählern+EW; Z.: Zäh-l-en
$Zahlung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zahlung; Vw.: s. Abschlags-, Heim-; E.: s. zahl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zahlen, DW 31, 77, EWD s. u. Zahl; GB.: seit 1464-1475 belegte und aus zahl(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung des Geldes in den Hochkulturen des Altertums mögliche Hingabe eines Wertes in Geld oder ähnlichen Gegebenheiten oder Werten; F.: Zahlung, Zahlungen+EW; Z.: Zah-l-ung
$Zählung, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zählung; E.: s. zähl(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zählen, DW 31, 82, EWD s. u. zählen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zähl(en) und ung gebildete Bezeichnung für das sachlich dem Menschen seit der Entwicklung von Sprache mögliche eine Menge oder Größe einer Gegebenheit durch Angabe der Zahl von Einzelteilen zu bestimmen und mitzuteilen; F.: Zählung, Zählungen+EW; Z.: Zäh-l-ung
zahm, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zahm, gezähmt, zutraulich, gefügig; ne. tame (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. zähmen; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. zam, Adj., zahm, gezähmt, willfährig; mnd. tam, tām, Adj., zahm, gezähmt, an den Menschen gewöhnt, domestiziert; mnl. tam, Adj., zahm; ahd. zam, Adj., zahm, sanftmütig, gezähmt, ans Joch gewöhnt; as. tam*, Adj., zahm, gezähmt; anfrk. -; germ. *tama-, *tamaz, Adj., gezähmt, zahm; s. idg. *demə-, *domə-, *dₒmə-, *demh₂-, V., zähmen, Pokorny 199 (318/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zahm, Kluge s. u. zahm, DW 31, 93, EWD s. u. zahm, Falk/Torp 156, Heidermanns 589, Duden s. u. zahm, Bluhme s. u. zahm; Son.: vgl. afries. tam, tom, Adj., zahm; ae. tam, Adj., zahm, gezähmt, sanft, mild; an. tamr, Adj., zahm; got. *tams, Adj. (a), zahm; nndl. tam, Adj., zahm; nschw. tam, Adj., zahm; nnorw. tam, Adj., zahm; GB.: um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches gezähmt oder gewöhnt oder zutraulich früher wilder Tiere; BM.: bauen; F.: zahm, zahme, zahmes, zahmem, zahmen, zahmer(, zahmere, zahmeres, zahmerem, zahmeren, zahmerer, zahmst, zahmste, zahmstes, zahmstem, zahmsten, zahmster)+EW; Z.: zahm
zähmen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. zähmen, zahm machen, gefügig machen, gewöhnen, zutraulich machen; ne. tame (V.); Vw.: -; Hw.: s. zahm; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zemen, sw. V., zähmen, locken (V.) (2), verlocken, reizen; mhd. zamen, sw. V., vertraut werden, enthalten, sich bezähmen, zähmen; mnd. temen (1), tēmen, temmen, remmen?, sw. V., zähmen, zahm machen, bändigen, dem Menschen gefügig machen, im Zaum halten, bezähmen; mnl. temen, temmen, V., zähmen; ahd. zemen*, zemmen*, sw. V. (1), zähmen; ahd. zamōn*, sw. V. (2), zähmen, gefügig machen, bezwingen; as. -; anfrk. -; germ. *tamjan, sw. V., zähmen; germ. *tamōn, sw. V., zähmen; idg. *demə-, *domə-, *dₒmə-, *demh₂-, V., zähmen, Pokorny 199 (318/23) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zahm, Kluge s. u. zahm, DW 31, 109, EWD s. u. zähmen, Falk/Torp 156, Heidermanns 590, Duden s. u. zähmen, Bluhme s. u. zaehmen; Son.: vgl. afries. temia, tema, sw. V. (2), zähmen; nfries. temen, V., zähmen; ae. tėmman, sw. V. (1), zähmen, unterwerfen, dulden, erlauben; an. temja, sw. V. (1), zähmen, gewöhnen; got. *tamjan, sw. V. (1), zähmen; nndl. temmen, V., zähmen; nschw. tämja, V., zähmen; nnorw. temme, V., zähmen; ai. dā́myati, V., ist zahm, bändigt, bezwingt; gr. δάμνεναι (dámnenai), V., bezwingen, bändigen; air. damnaim, V., binde fest, bändige; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung des Menschen mögliches gewöhnen oder zutraulich machen früher wilder Tiere durch den Menschen; BM.: bauen; F.: zähmen, zähme, zähmst, zähmt, zähmest, zähmet, zähmte, zähmtest, zähmten, zähmtet, gezähmt, ##gezähmt, gezähmte, gezähmtes, gezähmtem, gezähmten, gezähmter##, zähmend, ###zähmend, zähmende, zähmendes, zähmendem, zähmenden, zähmender###, zähm(!)+EW; Z.: zähm-en
Zahn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zahn, Beißer, Spitze; ne. tooth (N.); Vw.: -; Hw.: s. zanken; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. zant, zan, st. M., Zahn; mnd. tant (1), tan, tān, taͤn, tanne, tēn, tōn, tene?, M., Zahn; mnl. tant, M., Zahn; ahd. zan, zand*, zant, st. M. (i), Zahn, Zacke; as. tand*, st. M. (i), Zahn; anfrk. tand*, tant*, st. M. (i), Zahn; germ. *tanþs, M., Zahn, Esser; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289; s. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zahn, Kluge s. u. Zahn, DW 31, 123, EWD s. u. Zahn, Falk/Torp 154, Seebold 180, Duden s. u. Zahn, Bluhme s. u. Zahn; Son.: vgl. afries. tōth, st. M. (u?), Zahn; nnordfries. toth, tos; ae. *tand, M. (kons.), Zahn (in PN); an. tǫnn, tanþu-, F., Zahn; got. -; nndl. tand, Sb., Zahn; nschw. tand, Sb., Zahn; nnorw. tann, M., F., Zahn; ai. dán, Sb., Zahn; gr. ὀδούς (odús), ὀδών (odṓn), M., Zahn; lat. dēns, M., Zahn, Spitze, Kante; kymr. dant, M., Zahn; air. dét, N., Zahn; lit. dantìs, M., Zahn; russ. десна (desnà), F., Zahnfleisch; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einzelnen sehr harten und für die Zerkleinerung von Nahrung geeigneten Teil des Gebisses von Wirbeltieren einschließlich des Menschen wie beispielsweise Backenzahn oder Eckzahn oder Schneidezahn oder Milchzahn; BM.: essen; F.: Zahn, Zahne, Zahnes, Zahns, Zähne, Zähnen+EW; Z.: Z-ah-n
Zahnarzt, nhd., M.: nhd. Zahnarzt; Hw.: s. Zahnklempner; Q.: Stieler Der teutschen Sprache Stammbaum 1691; E.: s. Zahn, s. Arzt; L.: DW 31, 148; GB.: seit 1691 belegte und aus Zahn und Arzt wohl nach lat. medicus dentium gebildete Bezeichnung für den seit den Hochkulturen des Altertums (Ägypten um 2700 v. Chr. und Etrusker sowie Phönizier um 500 v. Chr.) entwickelten besonderen Arzt für die Zähne des Menschen; F.: Zahnarzt, Zahnarzts, Zahnarztes, Zahnärzte, Zahnärzten+EW+FW; Z.: Zahn—arzt
$zahnen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zahnen, einen Zahn bilden; Vw.: s. ver-; E.: s. Zahn, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zahn, DW 31, 161, EWD s. u. Zahn; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zahn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entstehung von Zähnen bei Lebewesen mögliches zu natürlich vorbestimmter Zeit einen Zahn bilden; F.: zahnen, zahne, zahnst, zahnt, zahnest, zahnet, zahnte, zahntest, zahnten, zahntet, gezahnt, ##gezahnt, gezahnte, gezahntes, gezahntem, gezahnten, gezahnter##, zahnend, ###zahnend, zahnende, zahnendes, zahnendem, zahnenden, zahnender###, zahn (!)+EW; Son.: älter ahd. zanōn zerfleischen Anfang neuntes Jh.; Z.: z-ah-n-en
$Zahnfleisch, nhd., N., (12./13. Jh.): nhd. Zahnfleisch, Zahn teilweise umgebendes Fleisch; E.: s. Zahn, s. Fleisch; L.: DW 31, 164, EWD s. u. Zahn; GB.: (zantvleisch) seit 12./13. Jh. belegte und aus Zahn und Fleisch gebildete Bezeichnung für das den Zahn von Lebewesen (einschließlich der ab der sechsten bis achten Woche vor der Geburt die Milchzähne und in der zwanzigsten Woche die bleibenden Zähne anlegenden Zahnleiste) sachlich wohl seit Entstehung dieser Lebewesen teilweise umgebende Fleisch in der Mundhöhle höherer Lebewesen; F.: Zahnfleisch, Zahnfleisches, Zahnfleische, Zahnfleischen+EW; Z.: Z-ah-n—flei-sch
$Zahnklempner, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zahnklempner; Q.: Ende 19. Jh.; E.: s. Zahn, s. Klempner; L.: fehlt DW, EWD s. u. Klempner; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus Zahn und Klempner gebildete scherzhafte umgangssprachliche Bezeichnung für den seit 2700 v. Chr. in den Hochkulturen des Altertums sachlich nachweisbaren besonderen Arzt für einen Zahn von Menschen (Zahnarzt); F.: Zahnklempner, Zahnklempners, Zahnklempnern+EW; Z.: Z-ah-n—klemp-n-er
$Zahnstocher, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zahnstocher; E.: s. Zahn, s. Stocher; L.: Kluge s. u. stochern, DW 31, 181, EWD s. u. stochern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zahn und Stocher gebildete Bezeichnung für ein dünnes und spitzes meist aus Holz für das Entfernen von Speiseresten aus den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Zähnen von (Früh)menschen entwickeltes und verwendetes Stäbchen deren älteste Zeugnisse auf ein Alter von 1,8 Millionen Jahre geschätzt werden; F.: Zahnstocher, Zahnstochers, Zahnstochern+EW; Z.: Z-ah-n—sto-ch-er
Zähre, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Zähre, Träne; ne. tear (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zaher, zeher, zār, czor, st. M., st. F., Zähre, Träne, Tropfen (M.), Harz, Saft, tropfende Flüssigkeit, Blitzstrahl, Feuerfunke; mhd. zāre, st. M., F., Zähre, Träne, Tropfen (M.), tropfende Flüssigkeit, Blitzstrahl, Feuersfunke; mhd. zār (1), st. M., F., Zähre, Träne, Tropfen (M.), tropfende Flüssigkeit, Blitzstrahl, Feuersfunke; ahd. zahar, st. M. (i), Träne, Zähre; as. -; anfrk. -; germ. *tagra-, *tagraz, st. M. (a), Zähre, Träne; vgl. idg. *dak̑ru-, N., Träne, Pokorny 179 (299/4) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ.); s. idg. ak̑ru-, Sb., Träne, Pokorny 23 (46/46) (RB. idg. aus ind., iran., germ.?, balt., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zähre, Kluge s. u. Zähre, DW 31, 190, EWD s. u. Zähre, Duden s. u. Zähre, Bluhme s. u. Zaehre; Son.: inzwischen durch Träne ersetzt; vgl. afries. târ, st. M. (a), st. N. (a), Zähre, Träne; ae. teagor, st. N. (a), Träne, Zähre; ae. téar, tæhher, st. M. (a), Zähre, Träne, Tropfen (M.), Nektar; an. tār, st. N. (a), Träne; got. tagr, st. N. (a), Zähre, Träne; nschw. tår, Sb., Zähre; nnorw. tåre, M., F., Zähre; ai. áśru, N., Träne; gr. δάκρυ (dákry), N., Träne; lat. lacrima, F., Träne; air. dér, N., Träne; kymr. deigryn, M., Träne; lit. ãšara, F., Träne; toch. A ākär, Sb., Träne; toch. B akrūna, Sb. Pl., Tränen; heth. išhahru-, N., Tränenstrom; GB.: (zahar) seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für eine sachlich in dem Auge wohl schon vormenschlich in der Tränendrüse entstehende und das Auge reinigende sowie bei Bedarf als Tropfen heraustretende klare Flüssigkeit; BM.: Träne; F.: Zähre, Zähren+EW; Z.: Z-ähr-e
Zaine, Zeine, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Zaine, Zeine, Korb; ne. basket; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zeine, sw. F., st. F., sw. M., st. M., Zaine, Rohrgeflecht, Korb; ahd. zeina, sw. F. (n), Zaine, Korb, geflochtener Korb; as. -; anfrk. -; germ. tainjōn, Sb., Geflecht, Korb, Zaine; L.: Kluge s. u. Zaine, DW 31, 210, Falk/Torp 164, Seebold 498, Duden s. u. Zaine; Son.: vgl. afries. -; ae. tǣnel, st. M. (a?), Weidenkorb, Korb; an. teina, sw. F. (n), aus Zweigen geflochtener Korb, Reuse; got. tainjō, sw. F. (n), Korb, Weidenkorb; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon vor der Sesshaftigkeit entwickelten und wohl aus biegsamem Zweigen geflochtenen meist offenen Behälter; BM.: ?; F.: Zaine, Zainen, Zeine, Zeinen+EW; Z.: Zain-e
Zampano, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zampano, Prahler, Prahlender; ne. boaster; Vw.: -; Hw.: -; Q.: nach 1954; E.: nach der Figur des Zampanò in dem Film La Strada (1954); von it. zampa, F., Tatze, Hand; L.: fehlt DW, Duden s. u. Zampano; Son.: meist in der Wendung der große Zampano; vgl. nndl. zampano, Sb., Zampano; GB.: seit 1954 belegte und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für einen Mann der durch übertriebenes prahlerisches Gebaren beeindrucken will oder den Eindruck erweckt Unmögliches möglich machen zu können; BM.: nach einer Filmfigur; F.: Zampano, Zampanos+FW; Z.: Zamp-a-n-o
…zän, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. …zän, Zeitalter; Vw.: s. (Anthropo-,)Eo-, Holo, Mio-, Paläo-, Pleisto-, Plio-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. καινός (kainós), Adj., neu, eben gemacht, unerhört, ungewöhnlich; idg. *ken- (3), V., Sb., sprießen?, anfangen, entspringen, Junges, Pokorny 563 (869/101) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., slaw.); Son.: vgl. nndl. …ceen, Suff., …zän; frz. …cène, Suff., …zän; nschw. …cen, Suff., …zän; nnorw. …cen, Suff., …zän; poln. …cen, Suff., …zän; kymr. …sen, Suff., …zän; nir. …céineach, Suff., …zän; lit. …cenas, Suff., …zän; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und verwendete sowie aus dem Griechischen aufgenommene und umgebildete und in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für Zeitalter; BM.: anfangen; F.: …zän, …zäns+FW(+EW?); Z.: -zän
Zander, Sander, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zander, Sander, ein mittelgroßer Raubfisch (Barsch); ne. zander; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. sander, czander, zander, M., Zander; s. mnd. sandāt, M., Zander, Hechtbarsch; wohl aus dem Slawischen entlehnt, vgl. obsorb. sandak; altpomoranisch *sądač; L.: Kluge s. u. Zander, DW 31, 215, EWD s. u. Zander, Duden s. u. Zander, Bluhme s. u. Zander; Son.: vgl. nndl. zander, Sb., Zander; frz. sandre, M., Zander; kymr. sandr, M., Zander; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen in Süßwasser lebenden und zu den Barschen gehörenden mittelgroßen Raubfisch; BM.: ?; F.: Zander, Zanders, Zandern, Sander, Sanders, Sandern+FW(+EW?); Z.: Zand-er
Zange, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zange, ein Greifwerkzeug; ne. tongs; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. zange, st. F., sw. F., Zange, Lichtputze; mnd. tange, F., Zange, Lichtputzschere, Dochtschere, Feuerzange, umgreifende Klammer, Fessel (F.) (1), Schließe; mnl. tanghe, F., Zange; ahd. zanga, st. F. (ō), Zange, Dochtschere, Gabel, Gabelholz; as. tanga, st. F. (ō), Zange; anfrk. -; germ. *tangō, st. F. (ō), Zange; s. idg. *denk̑-, V., beißen, Pokorny 201; vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zange, Kluge s. u. ZangeDW 31, 216, EWD s. u. Zange, Falk/Torp 152, Duden s. u. Zange, Bluhme s. u. Zange; Son.: vgl. afries. tange tonge, st. F. (ō), Zange; nnordfries. tong; ae. tang (2), tange, st. F. (ō), Zange; an. tǫng, st. F. (ō), Zange; got. -; nndl. tang, Sb., Zange; nschw. tång, Sb., Zange; nnorw. tang, M., F., Zange; ai. dásati, beißt; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen schon seit den Hochkulturen des Altertums in der Form eines waagerecht liegenden X entwickeltes und verwendetes besonders zu dem Greifen und Festhalten sowie Durchtrennen dienendes metallenes Werkzeug; BM.: reißen; F.: Zange, Zangen+EW; Z.: Za-n-g-e
zanger, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. zanger, beißend, scharf, tapfer, schnell; ne. biting (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zanger, zenger, Adj., „zanger“, stark, beißend, scharf, frisch, standhaft, munter, rührig, lebhaft; mnd. tanger, Adj., stark, kräftig, frisch, munter, beißend, scharf; mnl. tanger, Adj., scharf, unleidlich, klug; ahd. zangar, Adj., beißend, schmerzend, scharf; as. -; anfrk. -; germ. *tangra-, *tangraz, Adj., beißend, scharf; s. idg. *denk̑-, V., beißen, Pokorny 201; vgl. idg. *dek̑- (2), V., reißen, zerreißen, zerfasern, Pokorny 191 (310/15) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. zanger, DW 31, 226, Falk/Torp 152, Heidermanns 591, Duden s. u. zanger; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für beißend oder scharf; BM.: reißen; F.: zanger, zangere, zangeres, zangerem, zangeren, zangerer(, zangerere, zangereres, zangererem, zangereren, zangererer, zangerst, zangerste, zangerstes, zangerstem, zangersten, zangerster)+EW; Z.: za-n-g-er
$Zank, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zank, Streit; E.: s. zanken; L.: Kluge s. u. zanken, DW31, 228, EWD s. u. zanken; GB.: seit 1499 belegte und von zanken ableitbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache oder schon früher möglichen Streit; F.: Zank, Zankes, Zanks+EW; Z.: Z-a-n-k
$Zankapfel, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zankapfel; E.: s. Zank, s. Apfel; L.: Kluge s. u. Zankapfel, DW 31, 232; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zank und Apfel gebildete Bezeichnung für einen nach der Mythologie der Griechen von Eris als der Göttin des Streites geschaffenen und den so genannten trojanischen Krieg der Frühgeschichte der Griechen verursachenden goldenen Apfel mit der Aufschrift der Schönsten; F.: Zankapfel, Zankapfels, Zankäpfel, Zankäpfeln+EW; Z.: Z-a-n-k—apfel
zanken, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zanken, streiten; ne. quarrel (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zahn; Q.: vor 1190 (Millstädter Psalter); E.: mhd. zanken, zenken, sw. V., zanken; mnd. tanken, sw. V., zanken, streiten; wohl von ahd. zizanihhōn*, zizanichōn*, sw. V. (2), zerfleischen; vgl. ahd. zi, Adv., Präf., zu, nach, in, an, auf, bis zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; germ. *ta, Präp., zu; ahd. zan, st. M. (i), Zahn, Zacke; germ. *tanþs, M., Zahn, Esser; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289; s. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287 (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. zanken, Kluge s. u. zanken, DW 31, 235, EWD s. u. zanken, Duden s. u. zanken, Bluhme s. u. zanken; GB.: vor 1190 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches streiten; BM.: Zahn bzw. essen; F.: zanken (!), zanke (!), zankst, zankt, zankest, zanket, zankte, zanktest, zankten, zanktet, gezankt, ##gezankt, gezankte, gezanktes, gezanktem, gezankten, gezankter##, zankend, ###zankend, zankende, zankendes, zankendem, zankenden, zankender###, zank (!)+EW; Z.: z-a-n-k-en
$zänkisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zänkisch, streitsüchtig; E.: s. Zank, s. isch; L.: Kluge s. u. zanken, DW 31, 248, EWD s. u. zanken; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zank und isch gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches streitsüchtig; F.: zänkisch, zänkische, zänkisches, zänkischem, zänkischen, zänkischer(, zänkischere, zänkischeres, zänkischerem, zänkischeren, zänkischerer, zänkischst, zänkischste, zänkischstes, zänkischstem, zänkischsten, zänkischster)+EW; Z.: z-ä-n-k-isch
$Zäpfchen, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Zäpfchen; E.: s. Zapf(en) (M.), s. chen; L.: Kluge s. u. Zapfen, EWD s. u. Zapfen, DW?; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zapf(en) (M.) und chen gebildete Bezeichnung für einen kleinen länglichen sowie vielfach aus Holz gebildeten und schon vormenschlich in der Natur vorkommenden und aus Holz oder auch Fleisch bestehenden Gegenstand der bei Menschen in der Mitte des aus Gewebe bestehenden Gaumensegels die Munddecke von dem Rachen trennt und durch einen Würgereflex vor Fremdkörpern schützt sowie für eine Form und Art von aus Chemikalien hergestellten Arzneien; F.: Zäpfchen, Zäpfchens+EW; Z.: Zäpf-chen
$zapfen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zapfen, leiten; Vw.: s. ab-, an-, ver-; E.: s. Zapfen; L.: Kluge s. u. Zapfen, DW 31, 266, EWD s. u. Zapfen; GB.: seit 14. Jh. belegte und von Zapfen (M.) abgeleitete Bezeichnung für sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes mit Hilfe von Zapfen eine Flüssigkeit in gewünschter Menge aus einem größeren Gefäß in ein kleineres Gefäß umleiten und auch für Wissen weiterleiten; F.: zapfen, zapfe (!), zapfst, zapft, zapfest, zapfet, zapfte, zapftest, zapften, zapftet, gezapft, ##gezapft, gezapfte, gezapftes, gezapftem, gezapften, gezapfter##, zapfend, ###zapfend, zapfende, zapfendes, zapfendem, zapfenden, zapfender###, zapf (!)+EW; Z.: zapf-en
Zapfen, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zapfen (M.), Baumzapfen, Holzzapfen; ne. cone, pivot; Vw.: -; Hw.: s. Zipfel; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zapfe, zappe, sw. M., Zapfen (M.), Bierzapfen, Weinzapfen, Zapfhahn, Ausschank, Schankgerechtsame, Fruchttraube; mnd. tappe (1), tape, tap, M., Zapfen (M.), Zapfen (N.), länglicher Gegenstand, Knebel; mnl. tappe, Sb., Zapfen (M.); ahd. zapfo, zapho, sw. M. (n), Zapfen (M.); as. -; anfrk. -; germ. *tappō-, *tappōn, *tappa-, *tappan, sw. M. (n), Zapfen (M.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Zapfe, Kluge s. u. Zapfen, DW 31, 258, EWD s. u. Zapfen, Falk/Torp 155, Duden s. u. Zapfen, Bluhme s. u. Zapfen; Son.: vgl. afries. -; ae. tæppa (1), sw. M. (n), Zapfen (M.); an. -; got. *tappa?, sw. M. (n), Zapfen (M.); nndl. tap, Sb., Zapfen; ai. stabaka, Sb., Grasbüschel, Blumenstrauß; nschw. tappar, Sb. Pl., Zapfen (Pl.); GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen besonders für Nadelbäume kennzeichnenden Blütenstand oder Fruchtstand der sich aus vielen um eine Längsachse angeordneten verholzenden Schuppen aufbaut zwischen denen sich die Samen befinden oder für einen zu einer Verbindung zweier Hölzer dienenden vorstehenden Teil an einem von Menschen wohl seit der Sesshaftwerdung entwickelten und verwendeten Holzstück; BM.: ?; F.: Zapfen, Zapfens+EW; Z.: Zapf-en
$Zapfenstreich, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zapfenstreich; E.: s. Zapfen, s. Streich; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zapfen (M.) und Streich gebildete Bezeichnung für die seit Wallenstein (1618-1648) den Schall nützende Mitteilung des Endes einer rechtmäßigen Aktivität in dem Militärwesen an mögliche Betroffene wie beispielsweise trinkende oder zapfende Soldaten; L.: Kluge s. u. Zapfenstreich, DW 31, 272, EWD s. u. Zapfen; F.: Zapfenstreich, Zapfenstreiches, Zapfenstreichs, Zapfenstreiche, Zapfenstreichen+EW; Z.: Zapf-en—strei-ch
$zappelig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. zappelig, aufgeregt oder unruhig zappelnd; E.: s. zappel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. zappeln, DW 31, 275 (Verweis) , EWD s. u. zappeln; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus zappel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches aufgeregt oder unruhig zappelnd; F.: zappelig, zappelige, zappeliges, zappeligem, zappeligen, zappeliger(, zappeligere, zappeligeres, zappeligerem, zappeligeren, zappeligerer, zappeligst, zappeligste, zappeligstes, zappeligstem, zappeligsten, zappeligster)+EW; Z.: zapp-el-ig
zappeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zappeln, herumzappeln, schwanken; ne. fidget (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (Glosse); E.: s. mhd. zabelen, zabeln, sw. V., auf dem Brette spielen, ruhelos tätig sein (V.), zappeln; ahd. zabalōn*, sw. V. (2), bewegen, zappeln, zucken, pulsieren; vgl. germ. tab-, V., tasten; L.: Kluge 1. A. s. u. zappeln, Kluge s. u. zappeln, DW 31, 275, EWD s. u. zappeln, Duden s. u. zappeln, Bluhme s. u. zappeln; GB.: (zabalōn) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches schnelle und kurze und heftige sowie stoßartige Hin-und-her-Bewegungen ausführen von tierischen Lebewesen einschließlich des Menschen; BM.: tasten?; F.: zappeln, zappel (!), zapple, zappelst, zappelt, zappelte, zappeltest, zappelten, zappeltet, gezappelt, ##gezappelt, gezappelte, gezappeltes, gezappeltem, gezappelten, gezappelter##, zappelnd, ###zappelnd, zappelnde, zappelndes, zappelndem, zappelnden, zappelnder###, zappel (!)+EW; Z.: zapp-el-n
zappenduster, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zappenduster, ganz dunkel; ne. pitch-black (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. düster; Q.: 19. Jh.; I.: z. T. rotw. Lw.; E.: vgl. rotw. zofon, Sb., Mitternacht; wjidd, zophon, Sb., Mitternacht; für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. düster; L.: Kluge s. u. zappenduster, fehlt DW, Duden s. u. zappenduster; GB.: seit 19. Jh. belegte und teilweise aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen aufgenommene und teilweise aus düster gebildete Bezeichnung für ganz dunkel; BM.: dunkel wie um Mitternacht; F.: zappenduster, zappendustere, zappendusteres, zappendusterem, zappendusteren, zappendusterer+EW+FW; Z.: zapp-en—du-st-er
Zar, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zar, russischer Kaiser; ne. tsar; Vw.: -; Hw.: s. Kaiser; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. russ. царь (car); E.: s. russ. царь (car), M., Zar; aruss. cъsarъ-, M., Kaiser; got. kaisar*, st. M. (a), Kaiser; germ. *kaisar, st. M. (a), Kaiser, Herrscher; s. lat. Caesar, M., PN, Herrscher; weitere Etymologie unklar, vielleicht von lat. caesariēs, F., Haupthaar; vgl. idg. *kais-, Sb., Haar (N.), Pokorny 520 (785/17) (RB. idg. aus ind., ital., toch.?); L.: EWD s. u. Kaiser, Duden s. u. Zar; Son.: vgl. tsaar, Sb., Zar; frz. tsar, M., Zar; nschw. tsar, Sb., Zar; nnorw. tsar, M., Zar; kymr. tsar, M., Zar; nir. sár, M., Zar; poln. car, M., Zar; lit. caras, M., Zar; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Russischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Etymologie unklare sowie vielleicht mit Haar verbindbare Bezeichnung für den Monarchen Russlands; BM.: PN Cäsar; F.: Zar, Zares, Zars, Zare, Zaren+FW(+EW?); Z.: Zar
Zarge, nhd. (ält.), F., (11. Jh.): nhd. Zarge, seitliche Einfassung eines räumlichen Gegenstands; ne. frame (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zarge, st. F., sw. F., Seiteneinfassung, Seitenrand, Zarge, Helmzarge, Tamburinzarge, menschlicher Körper, Mauer, Wall, Umwallung; mnl. targe, taerge, F., Schild; ahd. zarga*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Rand, Einfassung, Zarge; as. -; anfrk. -; germ. *targō, st. F. (ō), Einfassung, Rand, Schild, Zarge; germ. *targō-, *targōn, sw. F. (n), Einfassung, Rand, Schild, Zarge; s. idg. dergʰ-, V., fassen, Pokorny 212 (331/36) (RB. idg. aus arm., gr., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zarge, Kluge s. u. Zarge, DW 31, 280, EWD s. u. Zarge, Falk/Torp 158, Duden s. u. Zarge, Bluhme s. u. Zarge; Son.: vgl. afries. -; ae. targe, sw. F. (n), kleiner Schild; an. targa, sw. F. (n), Rundschild, Schildrand; got. -; ksl. po-dragŭ, M., Rand; gr. δράσσεσθαι (drássesthai), V., fassen, erfassen; GB.: (ahd. zarga) seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung des Menschen möglichen feststehenden Teil oder Rahmen von Fenstern oder Türen oder auch kleineren von Menschen entwickelten und verwendeten Gegenständen; BM.: fassen; F.: Zarge, Zargen+EW; Z.: Zarg-e
zart, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zart, fein, feingliederig, sanft, weich, angenehm; ne. gentle, tender (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. zart (1), Adj., lieb, geliebt, teuer, angenehm, vertraut, lieblich, schön, fein, anmutig, herrlich, edel, stattlich, zärtlich, zart, schwächlich, schwach, weich, weichlich; mnd. tart, Adj., zart, verwöhnt, verzärtelt, schwach, empfindlich, fein, edel; mnl. taert, Adj., weichlich?; ahd. zart (1), Adj., zart; germ. *tarda-, *tardaz, *tarta- (1), *tartaz, Adj., zart, zärtlich; s. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zart, Kluge s. u. zart, DW 31, 283, EWD s. u. zart, Falk/Torp 158, Heidermanns 593, Duden s. u. zart, Bluhme s. u. zart; Son.: vgl. afries. teddre, Adj., zart, schwach; ae. tíeder, tíedre, tȳder, tȳdre (3), Adj., zart, schwach, zerbrechlich, mutlos; an. -; got. -; nnorw. sart, Adj., zart; GB.: (zart) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für in der Vorstellung des Menschen fein oder sanft oder weich oder angenehm; BM.: schinden; F.: zart, zarte, zartes, zartem, zarten, zarter(, zartere, zarteres, zarterem, zarteren, zarterer, zartest, zarteste, zartestes, zartestem, zartesten, zartester)+EW; Z.: zar-t
Zärte, nhd. (ält.), F., (13. Jh.): nhd. Zärte (F.) (2), ein Speisefisch; ne. a fish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh.; E.: mnd. serte, zerte, Sb., Zärte, ein Speisefisch; entlehnt aus russ. syrt, Sb., Zärte; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Zärte, DW 31, 297, EWD s. u. Zärte, Duden s. u. Zärte; GB.: seit dem Hochmittelalter (13. Jh.) mnd. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen mittelgroßen Speisefisch mit nasenartig verlängertem unterständigem Maul; BM.: ?; F.: Zärte, Zärten+FW; Z.: Zärt-e
$zärteln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zärteln, zart sein (V.); Vw.: s. ver-; E.: s. zart, s. el, s. (e)n; L.: DW 31, 298; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zart und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zart sein (V.); F.: zärteln, zärtel (!), zärtle, zärtele, zärtelst, zärtelt, zärtelte, zärteltest, zärtelten, zärteltet, gezärtelt, ##gezärtelt, gezärtelte, gezärteltes, gezärteltem, gezärtelten, gezärtelter##, zärtelnd, ###zärtelnd, zärtelnde, zärtelndes, zärtelndem, zärtelnden, zärtelnder###+EW; Z.: zärt-el-n
Zärter, Zerter, Zarter, nhd. (ält.), M., (15. Jh.?): nhd. Zärter, Vertragsurkunde; ne. charter; Vw.: s. Ehe-; Hw.: s. Charta; I.: Lw. frz. chartre; Q.: 15. Jh.?; E.: s. mnd. serter, certer, tzerter, zerter*, M., F., Vertragsurkunde; mnd. sarter, tzarter, sartor, sarte, Sb., Vertragsurkunde; afrz. chartre, Sb., kleines Schriftstück; vgl. lat. chartula, F., „Schriftlein“, kleine Schrift, kleine Aufzeichnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. charta, F., Blatt, Schrift, Schriftstück, Papier, Papyrus; gr. χάρτης (chártēs), M., aus der Papyrusstaude hergestelltes Papierblatt, Papyrusblatt, Papier; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht von ai. kaḍitra-, N., Schreibleder, EWAhd 5, 493; L.: Kluge s. u. Zärter, DW 31, 300; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft ungeklärte und möglicherweise mit dem Altindischen verbindbare Bezeichnung für eine seit Entwicklung der Schrift für den Menschen mögliche Urkunde; BM.: Papier?; F.: Zärter, Zärters, Zärtern, Zerter, Zerters, Zerten, Zarter, Zarters, Zartern+EW; Z.: Zärt-er
$zärtlich, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. zärtlich, zart, lieb, sanft, besorgt; E.: s. zart, s. lich; L.: Kluge s. u. zart, DW 31, 302, EWD s. u. zart; GB.: (ahd. zartlīh*) seit 11. Jh. belegte und aus zart und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zart oder lieb oder sanft oder besorgt; F.: zärtlich, zärtliche, zärtliches, zärtlichem, zärtlichen, zärtlicher(, zärtlichere, zärtlicheres, zärtlicherem, zärtlicheren, zärtlicherer, zärtlichst, zärtlichste, zärtlichstes, zärtlichstem, zärtlichsten, zärtlichster)+EW; Z.: zär-t-lich
$Zärtlichkeit, nhd., F., (14. Jh.?): nhd. Zärtlichkeit, Zuneigung, Liebkosung; E.: s. zärtlich, s. keit bzw. heit; L.: DW 31, 307, EWD s. u. zart, Lexer 3, 1089; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus zärtlich und keit gebildete Bezeichnung für dem Menschen mögliche Zuneigung und Liebkosung eines anderen Menschen; F.: Zärtlichkeit, Zärtlichkeiten+EW; Z.: Zär-t-lich—kei-t
Zaser, nhd. (ält.), F., (16. Jh.): nhd. Zaser, Faser; ne. fiber; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: umgebildet aus einem älteren zasel; wohl von nd. tasen, V., pflücken; L.: Kluge 1. A. s. u. Zaser, Kluge s. u. Zaser, DW 31, 315, Duden s. u. Zaser; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl aus dem Niederdeutschen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich schon vormenschliches feines und dünnes fadenähnliches sowie aus pflanzlichem oder tierischem Rohstoff bestehendes Gebilde; BM.: pflücken; F.: Zaser, Zasern+EW; Z.: Zas-er
Zaspel, nhd. (ält.), F., (14. Jh.): nhd. Zaspel, Strang, Garn; ne. string (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zahl, Spindel; Q.: 14. Jh. (Glosse); E.: mhd. zalspinnel, zalspille, zalspil, F., Zaspel, Garn; s. mhd. zal (1), st. F., Zahl, Anzahl, bestimmte Anzahl, unbestimmte Anzahl, Größe, Menge, Schar (F.) (1), Zählung; mhd. zale (1), st. F., Zahl, Menge, Schar (F.) (1), Zahlung, Berechnung, Aufzählung; ahd. zala, st. F. (ō), Zahl, Anzahl, Reihe, Erzählung; germ. *talō, st. F. (ō), Berechnung, Zahl, Rede; s. idg. *del- (1), V., zielen, berechnen, nachstellen, schädigen, zählen, Pokorny 193?; vgl. idg. *dā-, *dāi-, dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); mhd. spinnel, spinele, spille, st. F., sw. F., Spindel; ahd. spinnila, spilla, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Spindel, Stock; ahd. spinnil, st. F. (i)?, Spindel; wgerm. *spennilō, st. F. (ō), Spindel; vgl. idg. *spend-, *pend-, V., spinnen, spannen, ziehen, Pokorny 988; vgl. idg. *spen- (1), *pen- (3), *spenh₁-, *penh₁-, V., ziehen, spannen, spinnen, Pokorny 988 (1708/180) (RB. idg. aus arm., gr., alb.?, ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zaspel, DW 31, 318, Duden s. u. Zaspel; GB.: (zalspinnel) seit 14. Jh. belegte und als mhd. zalspinnel (für lat. tradulus) aus Zahl und Spindel (Spinnel) gebildete und in den Bestandteilen teilweise für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus festem Material von Menschen entwickeltes und verwendetes zusammengedrehtes Gebilde wie Strang oder Garn; BM.: Spindel voll von Garn; F.: Zaspel, Zaspeln+EW?; Z.: Zasp-el
Zaster, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zaster, Geld; ne. money; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 19. Jh.; I.: Lw. romani sáster; E.: s. romani sáster, Sb., Eisen; L.: Kluge s. u. Zaster, DW 31 319, EWD s. u. Zaster, Duden s. u. Zaster, Bluhme s. u. Zaster; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Romani aufgenommene umgangssprachliche Bezeichnung für ein (in staatlichem Auftrag) aus Metall geprägtes oder auf Papier gedrucktes oder elektronisches Zahlungsmittel (und damit für Geld); BM.: Eisen; F.: Zaster, Zasters+FW; Z.: Zaster
Zäsur, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zäsur, Einschnitt, Unterbrechung; ne. caesura; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. caesūra; E.: s. lat. caesūra, F., Hauen, Fällen, Einschnitt, Abschnitt, Zäsur, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Zäsur, EWD s. u. Zäsur, Duden s. u. Zäsur; Son.: vgl. nndl. cesuur, Sb., Zäsur; frz. césure, F., Zäsur; nschw. cesur, Sb., Zäsur; nnorw. cesur, M., Zäsur; poln. cezura, F., Zäsur; nir. caesúr, M., Zäsur; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in der Vorstellung des Menschen möglichen Einschnitt oder eine tiefer reichende Unterbrechung einer (einzelnen) Entwicklung; BM.: schlagen bzw. hauen; F.: Zäsur, Zäsuren+FW; Z.: Zä-s-ur
Zauber, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zauber, übernatürliche Wirkung, Reiz, Faszination; ne. magic (N.), spell (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zouber, zouver, zāber, st. N., st. M., Zauber, Zauberei, Zauberkunst, Zaubermittel, Zauberspruch; mnd. tȫver*, tōver, tover, M., Zauber, Zauberei; mnl. tōver, M., Zauber; ahd. zoubar, st. N. (a), Zauber, Zauberei, Gaukelei; as. -; anfrk. -; germ. *taubra, taubram, M., Zauber; L.: Kluge 1. A. s. u. Zauber, Kluge s. u. Zauber, DW 31, 323, EWD s. u. Zauber, Falk/Torp 151, Duden s. u. Zauber, Bluhme s. u. Zauber; Son.: s. anfrk. toufrere, st. M. (ja), Zauberer; vgl. afries. tâveria, sw. V. (2), zaubern; ? ae. téafor, N., rote Farbe, Ocker, Rötel, Salbe; an. taufr, st. N. (a) Pl., Zaubermittel, Zauberei; got. -; nndl. betovering, Sb., Zauber; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche übernatürliche Wirkung einer Gegebenheit oder einen Reiz; BM.: ?; F.: Zauber, Zaubers, Zaubern+EW; Z.: Zaub-er
$Zauberei, nhd., F., (12. Jh./13. Jh.): nhd. Zauberei; E.: s. Zauber, s. ei (Suff.); L.: EWD s. u. Zauber, DW 31, 333; GB.: (mhd. zouberīe) seit 1190-1210 belegte und aus Zauber und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine in der Vorstellung des Menschen mögliche übernatürliche Wirkung einer Handlung; F.: Zauberei, Zaubereien+EW; Z.: Zaub-er-ei
$Zauberer, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zauberer, Zaubernder; E.: s. zauber(n), s. er (Suff.); L.: DW 31, 385, EWD s. u. Zauber; GB.: (zoubarāri*) seit um 765 belegte und aus zauber(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen einen Zauber beherrschenden und damit zaubernden und dadurch eine übernatürliche Wirkung herbeiführenden Menschen; F.: Zauberer, Zauberers, Zauberern+EW; Z.: Zaub-er-er
$zaubern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zaubern, möglicherweise eine übernatürliche Wirkung herbeiführen; Vw.: s. be-; E.: s. Zauber, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Zauber, DW 31, 390, EWD s. u. Zauber; GB.: (zoubarōn*) seit 10. Jh. belegte und aus Zauber sowie (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich in der Vorstellung des Menschen wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches eine übernatürliche Wirkung herbeiführen; F.: zaubern, zaubere, zauber (!), zauberst, zaubert, zauberte, zaubertest, zauberten, zaubertet, gezaubert, ##gezaubert, gezauberte, gezaubertes, gezaubertem, gezauberten, gezauberter##, zaubernd, ###zaubernd, zauberndes, zauberndem, zaubernden, zaubernder###, zauber (!)+EW; Z.: zaub-er-n
$Zaubertrank, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Zaubertrank; E.: s. Zauber, s. Trank; L.: DW 31, 372, EWD s. u. Trank; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Zauber und Trank gebildete Bezeichnung für einen in der Vorstellung von Menschen möglichen eine übernatürliche Wirkung verursachenden Trank; F.: Zaubertrank, Zaubertrankes, Zaubertranks, Zaubertränke, Zaubertränken+EW; Z.: Zaub-er—tra-n-k
$Zauderer, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zauderer, Zaudernder, Zögernder, Abwartender; E.: s. zauder(n), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. zaudern, DW 31, 393; GB.: seit 17. Jh. belegte und vielleicht nach lat. cunctator aus zauder(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen seit Entstehung des Menschen möglichen vorsichtig vor einer Entscheidung zögernden oder abwartenden Menschen; F.: Zauderer, Zauderers, Zauderern+EW; Z.: Zaud-er-er
zaudern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zaudern, abwarten, zögern; ne. hesitate, waver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 16. Jh. (Luther); E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht zu mnd. tȫven*, toven, tuven, sw. V., warten, zaudern, gegenwärtig sein (V.), sich hinziehen, aufhalten sodass etwas oder jemand nicht weiter kann, anhalten, warten lassen, hindern, festnehmen; L.: Kluge 1. A. s. u. zaudern, Kluge s. u. zaudern, DW 31, 393, EWD s. u. zaudern, Duden s. u. zaudern, Bluhme s. u. zaudern; GB.: seit Anfang 16. Jh. belegte und in der Herkunft wohl ungeklärte sowie vielleicht mit dem Mittelniederdeutschen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches unentschlossen sein (V.) und abwarten oder zögern; BM.: ?; F.: zaudern, zaudere, zauder (!), zaudre, zauderst, zaudert, zauderte, zaudertest, zauderten, zaudertet, gezaudert, ##gezaudert, gezaudertes, gezaudertem, gezauderten, gezauderter##, zaudernd, ###zaudernd, zaudernde, zauderndes, zauderndem, zaudernden, zaudernder###, zauder (!)+EW; Z.: zaud-er-n
zauen, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. zauen, von statten gehen, glücken, gelingen; ne. proceed; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: s. mhd. zawen, sw. V., gelingen, sich beeilen; mnd. touwen, sw. V., gelingen, glücken; ahd. zawēn*, sw. V. (3), glücken, gelingen, zuteil werden; as. tôgian, atôgian*, sw. V. (1a), zeigen; anfrk. -; germ. *tawēn, *tawǣn, sw. V., von statten gehen, gelingen; germ. tawjan, *taujan, sw. V., bereiten, machen, fertigen, zurichten, tun; vgl. idg. deu- (2), V., Adj., verehren, gewähren, ehrwürdig, mächtig, Pokorny 218 (336/41) (RB. idg. aus ind., ital., germ.); L.: Kluge s. u. zauen, DW 31, 396, Falk/Torp 165, 166, Duden s. u. zauen, Looijenga 221; Son.: vgl. afries. tâwa, sw. V. (1), machen; ae. -; an. tœja (1), sw. V. (1), helfen; got. taujan, sw. V. (1), tun, machen, wirken; GB.: (zawēn) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches von statten gehen oder glücken oder gelingen; BM.: gewähren; F.: zauen, zaue (!), zaust, zaut, zauest, zauet, zaute, zautest, zauten, zautet, gezaut, ##gezaut, gezaute, gezautes, gezautem, gezauten, gezauter##, zauend, ###zauend, zauende, zauendes, zauendem, zauenden, zauender###, zau (!)+EW; Z.: zau-en
Zaum, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zaum, Zaumzeug, Riemenzeug; ne. bridle (N.); Vw.: -; Hw.: s. Team; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. zoum, zōm, zām, st. M., Zaum, Zügel, Wurfriemen; mnd. tōm, M., Zaum, Zügel; mnl. toom, M., Lenkriemen, Nachkommenschaft; ahd. zoum, st. M. (a), Zaum, Zügel, Strick (M.) (1); as. tâm?, st. M. (a), Zaum, Riemen (M.) (1), Umfriedung?; anfrk. tōm, st. M. (a), Zaum; germ. *tauhma-, *tauhmaz, st. M. (a), Seil, Zaum, Nachkommenschaft; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zaum, Kluge s. u. Zaum, DW 31, 309, EWD s. u. Zaum, Falk/Torp 167, Seebold 504, Duden s. u. Zaum, Bluhme s. u. Zaum; Son.: vgl. afries. tâm, st. M. (a), Zaum, Nachkommenschaft, Gruppe von Höfen die je für ein Jahr einen Richter stellen, Aufschub; saterl. tome; ae. téam, st. M. (a), Nachkommenschaft, Stamm, Familie, Gebären; an. taumr, st. M. (a), Zaum; nndl. toom, Sb., Zaum; ne. team, N., Team, Mannschaft; nisl. taumur, M., Zügel; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht von Menschen seit der Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete aus dem Riemenwerk für den Kopf und der Trense bestehende Vorrichtung zu einem Führen und Lenken von Reittieren oder Zugtieren (Zaumzeug, Riemenzeug); BM.: ziehen; F.: Zaum, Zaumes, Zaums, Zäume, Zäumen+EW; Z.: Zau-m
$zäumen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zäumen, Zaum anlegen, Zaum verwenden; Vw.: s.(ab-,) s. auf-; E.: s. Zaum, s. en; L.: Kluge s. u. Zaum, DW 31, 404, EWD s. u. Zaum; GB.: seit 1186/1190 (zöumen) belegte und aus Zaum und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung des Zaumes für Reittiere und Zugtiere mögliches einen Zaum anlegen; F.: zäumen (!), zäume (!), zäumst, zäumt, zäumest, zäumet, zäumte, zäumtest, zäumten, zäumtet, gezäumt, ##gezäumt, gezäumte, gezäumtes, gezäumtem, gezäumten, gezäumter##, zäumend, ###zäumend, zäumende, zäumendes, zäumendem, zäumenden, zäumender###, zäum (!)+EW; Z.: zäu-m-en
$Zaumzeug, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Zaumzeug; E.: seit 19. Jh. belegte und aus Zaum und Zeug gebildete Bezeichnung für das von Menschen vielleicht seit der Sesshaftwerdung für den Zaum entwickelte und verwendete Zeug aus Leder und Metall; L.: DW 31, 404, EWD s. u. Zaum; F.: Zaumzeug, Zaumzeugs, Zaumzeuges, Zaumzeuge, Zaumzeugen+EW; Z.: Zau-m—zeu-g
Zaun, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zaun, Abzäunung, Einfriedung; ne. fence (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zūn, st. M., Zaun, Hecke, Gehege; mnd. tūn, M., Zaun, Hecke, Geflecht aus Planken und Palisaden, von einem Zaun umschlossener Garten; mnl. tuun, M., Flechtzaun, umzäunter Hof; ahd. zūn, st. M. (i), Zaun, Gehege, Verschanzung, Mauer, Flechtwerk; as. tūn?, st. M. (i), Zaun; anfrk. tūn, st. M. (i), Zaun; germ. *tūna-, *tūnaz, st. M. (a), Zaun, Gehege; vgl. air. dún, N., Burg; vgl. idg. *dʰeu- (4), *dʰeu̯ə-, *dʰeu̯h₂-, *dʰuh₂-, V., Sb., stieben, wirbeln, wehen, stinken, schütteln, Dampf (M.) (1), Hauch, Rauch, Pokorny 261? (396/44) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zaun, Kluge s. u. Zaun, DW 31, 406, EWD s. u. Zaun, Falk/Torp 165, Duden s. u. Zaun, Bluhme s. u. Zaun; Son.: vgl. afries. tūn (1), st. M. (a), Zaun, eingezäuntes Feld; nnordfries. tun; ae. tūn, st. M. (a), Zaun, Garten, Feld, Hof; an. tūn, st. N. (a), eingehegter Grasplatz vor dem Hause, Hofplatz, Stadt; got. *tūn-, st. M. (a), Zaun?; nndl. tuin, Sb., Garten; ne. town, N., Stadt; nisl. tún, N., Wiese; gall. -dunum, Suff., Festung, Stadt (wie beispielsweise Lugdūnum); air. dūn, M., Zaun, Festung; kymr. din, Sb., Burg; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine von Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung entwickelte und verwendete ein Grundstück oder Ähnliches abgrenzende und abschließende Vorrichtung aus Holz oder später auch aus Metall; BM.: stieben; F.: Zaun, Zaunes, Zauns, Zäune, Zäunen (!)+EW; Z.: Zau-n
$zäunen, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. zäunen, durch einen Zaun abgrenzen; Vw.: s. ein-, um; E.: s. Zaun, s. en (Suff.); L.: Kluge s. u. Zaun, DW 31, 415, EWD s. u. Zaun; GB.: (zūnen*) seit 11. Jh. belegte und aus Zaun und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl von Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung entwickeltes und verwendetes durch einen Zaun abgrenzen und abschließen; F.: zäunen (!), zäune (!), zäunst, zäunt, zäunest, zäunet, zäunte, zäuntest, zäunten, zäuntet, gezäunt, ##gezäunt, gezäunte, gezäuntes, gezäuntem, gezäunten, gezäunter##, zäunend, ###zäunend, zäunende, zäunendes, zäunendem, zäunenden, zäunender###, zäun (!)+EW; Z.: zäu-n-en
$Zaunkönig, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zaunkönig, Schneekönig; E.: s. Zaun, s. König; L.: Kluge 1. A. s. u. Zaun, Kluge s. u. Zaunkönig, DW 31, 412, EWD s. u. Zaun; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zaun und König gebildete Bezeichnung für einen wohl schon vormenschlichen weitverbreiteten kleinen auch Schneekönig genannten Sperlingsvogel; F.: Zaunkönig, Zaunkönigs, Zaunkönige, Zaunkönigen+EW; Z.: Zau-n—kön-ig
zausen, nhd., V., (9. Jh.): nhd. zausen, zerren, ziehen; ne. tousle (V.); Vw.: -; Hw.: s. züsseln; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. ahd. zizūsōn*, zirzūsōn*, sw. V. (2), losmachen, losbinden, losgürten, lösen; vgl. ahd. zeisan*, red. V., zupfen, krempeln, zausen, hecheln; germ. *taisan, st. V., zupfen, auffasern; s. idg. *dā-, *dāi-, dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. zausen, Kluge s. u. zausen, DW 31, 419, EWD s. u. zausen, Duden s. u. zausen, Bluhme s. u. zausen; Son.: vgl. me. touse, V., zausen; ? lat. dūmus, M., Gestrüpp; ? air. dosach, Sb., Busch; GB.: (zizūsōn) seit Anfang 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches so an etwas zerren und ziehen dass es dabei in Unordnung gerät; BM.: teilen; F.: zausen, zause (!), zausst (!), zaust, zausest, zauset, zauste, zaustest, zausten, zaustet, gezaust, ##gezaust, gezauste, gezaustes, gezaustem, gezausten, gezauster##, zausend, ###zausend, zausende, zausendes, zausendem, zausenden, zausender###, zaus (!)+EW; Z.: zau-s-en
Zebra, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Zebra, Tigerpferd, ein schwarz-weiß gestreiftes pferdähnliches Huftier; ne. zebra; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. span. enzebra; E.: s. span. enzebra, F., wilder Esel; aspan. ezebra, M., Wildesel; aport. ezebrario, cebrario, M., Wildesel; lat. equifer, M., wildes Pferd; vgl. lat. equus, M., Pferd, Ross, Hengst, Gespann; idg. *ek̑u̯os, *h₁ék̑u̯os, M., Pferd, Pokorny 301 (444/25) (RB. idg. aus ind., iran., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., toch., heth.?); lat. ferus, Adj., wild wachsend, wild lebend, ungezähmt, wild; idg. *g̑ʰu̯ē̆r-, Adj., Sb., wild, Tier, Pokorny 493 (731/13) (RB. idg. aus gr., ital., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zebra, EWD s. u. Zebra, DW 31, 421, Duden s. u. Zebra; Son.: vgl. nndl. zebra, Sb., Zebra; frz. zèbre, M., Zebra; nschw. sebra, zebra, Sb., Zebra; nnorw. sebra, M., Zebra; poln. zebra, F., Zebra; kymr. sebra, M., Zebra; nir. séabra, M., Zebra; lit. zebras, M., Zebra; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein in Afrika vielleicht vor 2,6 Millionen Jahren entstandenes schwarz-weiß gestreiftes zu der Gattung der Pferde gehörendes bisher nicht gezähmtes und derzeit in einer Zahl von schätzungsweise 800000 lebendes Huftier; BM.: Pferd, wild; F.: Zebra, Zebras+FW; Z.: Z-e-br-a
$Zebrastreifen, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zebrastreifen; E.: s. Zebra, s. Streifen (M.); L.: Kluge s. u. Zebra, DW 31, 422, EWD s. u. Zebra; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Zebra und Streifen (M.) gebildete Bezeichnung für einen dem Farbmuster von Zebras abstrakt nachgebildeten von Menschen entwickelten und verwendeten Fußgängerüberweg mit rechtlichem Vorrang von Fußgängern gegenüber Kraftfahrzeugen in meist innerörtlichen Straßen; F.: Zebrastreifen, Zebrastreifens, Zebrastreifen+FW+EW; Z.: Z-e-br-a—strei-f-en
$Zechbruder, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zechbruder, Zechkumpan, Trinkgenosse; Hw.: s. Zechgenosse; E.: s. zech(en), s. Bruder; L.: DW 31, 427, EWD s. u. Zeche; GB.: (zechbruoder) seit 1342 belegte und aus Zech(e) bzw. zech(en) und Bruder gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Trinkgenossen eines Menschen; F.: Zechbruder, Zechbruders, Zechbrüder, Zechbrüdern+EW; Z.: Zech—bruder
Zeche, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Zeche, Rechnung, Bergwerk, Grube; ne. colliery, bill (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zeck; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zeche (1), st. F., sw. F., „Zech“, Zeche, Trinkgelage, Gelage, gemeinsamer Schmaus einer Gesellschaft, Regelung, Ergebnis; mnd. teche, techge, techghe, tecge, zeche, F., Zeche, Reihenfolge, Ordnung, Grube im Bergwerk, Grubenfeld im Bergwerk; ahd. zehha*, zecha*, st. F. (ō), sw. F. (n), gemeinsamer Beitrag; as. -; anfrk. -; s. germ. *tehsmō-, *tehsmōn, *tehsma-, *tehsman, Sb., Reihe; vgl. idg. dek̑- (1), V., nehmen, aufnehmen, begrüßen, sich schicken, ziemen, lehren, lernen, Pokorny 189 (309/14) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, gr., alb., ital., kelt., germ.?, balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeche, Kluge s. u. Zeche, DW 31, 422, EWD s. u. Zeche, Duden s. u. Zeche, Bluhme s. u. Zeche; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: (zehha) seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Rechnung der genossenen Speisen und Getränke in einer Gaststätte und ab dem Hochmittelalter auch für eine Anlage (Grube) um wertvolle Rohstoffe wie Kohle oder Erz(e) aus der Erde oder dem Erdmantel zu gewinnen; BM.: nehmen; F.: Zeche, Zechen+EW; Z.: Zech-e
$zechen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zechen, in einem Gasthaus gegen Entgelt essen und trinken; E.: s. Zeche, s. (e)n; L.: EWD s. u. Zeche. DW 31, 433; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Zech(e) und en gebildete Bezeichnung für von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes in einem Gasthaus gegen Entgelt essen und trinken; F.: zechen (V.), zeche (!), zechst, zecht, zechest, zechet, zechte, zechtest, zechten, zechtet, gezecht, ##gezecht, gezechte, gezechtes, gezechtem, gezechten, gezechter##, zechend, ###zechend, zechende, zechendes, zechendem, zechenden, zechender###, zech (!)+EW; Z.: zech-en
$Zecher, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Zecher, Zechender, Zechgenosse; E.: s. Zeche, s. (e)r (Suff.); L.: DW 31, 435, EWD s. u. Zeche; GB.: (zechære) seit 12. Jh. belegte und aus zech(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums möglichen in einem Gasthaus gegen Entgelt speisenden und trinkenden Menschen oder auch früher einen Ordner (Ordnenden); F.: Zecher, Zechers, Zechern+EW; Z.: Zech-er
$Zechgenosse, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zechgenosse, Zechbruder, Zecher; Hw.: s. Zechbruder; L.: EWD s. u. Zeche, DW 31, 429; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus Zech(e) und Genosse gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon früher möglichen (Mit)teilnehmer an einer Zechgemeinschsft; F.: Zechgenosse, Zechgenossen+EW; Z.: Zech—ge-noss-e
Zeck, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Zeck, Haschen (Fangspiel); ne. catching (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zeche; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu mhd. zic, st. M., leise Berührung, leiser Stoß, leiser Druck, Neckerei, Fehler; wohl lautmalend?; L.: Kluge s. u. Zeck, DW 31, 436, Duden s. u. Zeck; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht schon früher entwickeltes und verwendetes Fangspiel; BM.: lautmalend?; F.: Zeck, Zeckes, Zecks+EW; Z.: Zeck
Zecke, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zecke, eine Milbe, ein parasitisch lebendes Spinnentier; ne. tick (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zeche (2), sw. M., sw. F., Zecke, Holzbock, Quecke, Unkraut; mnd. tēke (1), tecke, F., Zecke, ein Spinnentier, Holzbock, Waldbock, Hundelaus, Kellerassel; mnl. teke, F., Zecke; ahd. zehho*, zecho*, zekko*, sw. M. (n), Zecke, Holzbock; as. -; anfrk. -; germ. *tekō-, *tekōn, *teka-, *tekan, *tekkō-, *tekkōn, *tekka-, *tekkan, *tikō-, *tikōn, *tika-, *tikan, *tikkō-, *tikkōn, *tikka-, *tikkan, Sb., Zecke; s. idg. *deig̑ʰ-, V., Sb., prickeln, kitzeln?, Insekt, Pokorny 187; L.: Kluge 1. A. s. u. Zecke, Kluge s. u. Zecke, EWD s. u. Zecke, DW 31, 436, Falk/Torp 163, Duden s. u. Zecke, Bluhme s. u. Zecke; Son.: s. lang. *zekka, F., Zecke; vgl. afries. -; ae. ticca, sw. M. (n), Zecke; an. -; got. -; nndl. teek, Sb., Zecke; arm. tiz, Sb., Wanze; ? mir. dega, Sb., Hirschkäfer; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit der Kreidezeit (vor 145 bis vor 66 Millionen Jahren) belegtes parasitisch lebendes Spinnentier; BM.: prickeln; F.: Zecke, Zecken+EW; Z.: Zeck-e
Zeder, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zeder, Zedernbaum, ein Nadelbaum; ne. cedar (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. zēder, cēder, cēdar, st. M., Zeder; mnd. sēder, sedder, ceder, cedder, sēdere, M., Zeder; mnl. ceder, M., Zeder; ahd. zēdarboum*, cēdarboum*, st. M. (a), Zederbaum, Zeder; as.? zederbôm*, zederboum*, st. M. (a), Zederbaum, Zeder; lat. cedrus, F., Zeder, (86-34 v. Chr.); gr. κέδρος (kédros), F., Zeder; vgl. idg. ked-, V., rauchen, Pokorny 537 (825/57) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeder, Kluge s. u. Zeder, DW 31, 439, EWD s. u. Zeder, Duden s. u. Zeder, Bluhme s. u. Zeder; Son.: vgl. ae. cēder, M., F., N., Zeder; nndl. ceder, Sb., Zeder; frz. cèdre, M., Zeder; nschw. ceder, Sb., Zeder; nnorw. seder, M., Zeder; poln. cedr, M., Zeder; kymr. cedrwydden, F., Zeder; nir. céadar, M., Zeder; lit. kedras, M., Zeder; GB.: (zēdarboum) seit um 790 belegte Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen hohen immergrünen Nadelbaum mit unregelmäßig ausgebreiteter Krone und steifen meist dreikantigen Nadeln sowie aufrecht stehenden eiförmigen bis zylindrischen Zapfen; BM.: rauchen?; F.: Zeder, Zedern+FW; Z.: Zed-er
zedieren, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zedieren, abtreten; ne. cede; Vw.: s. pro-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. cedieren, zedieren*, sw. V., zedieren, zurücktreten; lat. cēdere, V., gehen, treten, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. zedieren, fehlt DW, Duden s. u. zedieren; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich von Menschen entwickeltes und verwendetes (eine Forderung) abtreten; BM.: gehen; F.: zedieren, zediere, zedierst, zediert, zedierest, zedieret, zedierte, zediertest, zedierten, zediertet, ##zediert, zedierte, zediertes, zediertem, zedierten, zedierter##, zedierend, ###zedierend, zedierende, zedierendes, zedierendem, zedierenden, zedierender###, zedier (!)+FW(+EW); Z.: zed-ier-en
$Zeh, nhd., M.: nhd. Zeh; Hw.: s. Zehe; L.: EWD s. u. Zehe; F.: Zeh, Zehes, Zehs, Zehen+EW; Z.: Ze-h
Zehe, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zehe, Zeh (M.); ne. toe (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. zēhe, zehe, sw. F., st. F., Zehe, Kralle, geringstes Glied, kleinster Teil; mhd. zē, st. F., sw. F., Zehe, Kralle; mnd. tê, tee, st. F., sw. F., Zehe; mnl. tee, F., Zehe; ahd. zēha*, sw. F. (n), Zehe; as. -; anfrk. -; germ. *taihō, *taihwō, st. F. (ō), Zehe; germ. *taihō-, *taihōn, *taihwō-, *taihwōn, sw. F. (n), Zehe; s. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeh, Kluge s. u. Zehe, DW 31, 440, EWD s. u. Zehe, Falk/Torp 163, Duden s. u. Zehe, Bluhme s. u. Zehe; Son.: vgl. afries. tâne, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zehe; saterl. tane; ae. tāhe, tā, sw. F. (n), Zehe; an. tā (1), st. F. (ō), Zehe; got. -; nndl. teen, Sb., Zehe; nschw. tå, Sb., Zehe; nnorw. tå, M., F., Zehe; GB.: (zēha) seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das äußerste aus zwei (Großzehe) oder drei Knochen (bei den übrigen Zehen) bestehende Glied des Fußes bei Menschen (und manchen höheren Tieren); BM.: zeigen; F.: Zehe, Zehen+EW; Z.: Ze-h-e
zehn, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. zehn; ne. ten; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zehen, zehn, zēn, zīn, Num. Kard., zehn; mnd. tein (1), teyn, teyne, teyen, teygen, teyg, Kard., zehn, von großer Zahl seiend, von großem Ausmaß seiend; mnl. tien, Num. Kard, zehn; ahd. zehan, Num. Kard., zehn; as. tehan, tian, tein, Num. Kard., zehn; anfrk. tēn, Num. Kard., zehn; germ. *tehun, *tehan, Num. Kard., zehn; idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zehn, Kluge s. u. zehn, DW 31, 443, EWD s. u. zehn, Falk/Torp 153, Duden s. u. zehn, Bluhme s. u. zehn; Son.: vgl. afries. tiān, Num. Kard., zehn; saterl. tjan, Num. Kard., zehn; ae. tíen, tíene, tȳn, tēn, téon, Num. Kard., zehn; ae. téon (2), Num. Kard., zehn; an. tīu, Num. Kard., zehn; got. taíhun, tīne, krimgot. *thiine, indekl. Num. Kard., zehn; nndl. tien, Num. Kard, zehn; frz. dix, Num. Kard., zehn; nschw. tio, Num. Kard, zehn; nschw. ti, Num. Kard, zehn; ai. dáśa, Num. Kard., zehn; gr. δέκα (déka), Num. Kard., zehn; air. deich, Num. Kard., zehn; toch. A śäk, Num., Kard, zehn; lit. dešimt, Num. Kard., zehn; ksl. desętĭ, num. Kard., zehn; toch. B śak, Num., Kard, zehn; GB.: (zehan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die von Menschen seit Entwicklung von Sprache gebildete und verwendete Grundzahl zehn zwischen neun und elf; BM.: ?; F.: zehn, zehne+EW; Z.: zehn
$zehnte, nhd., Num. Ord., (8. Jh.): nhd. zehnte; E.: s. zehn, s. te; L.: DW 31, 454, EWD s. u. zehn; GB.: seit um 800 belegte und aus zehn und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für die von Menschen seit Entwicklung von Sprache gebildete und verwendete Ordnungszahl zehnte zwischen neunte und elfte; F.: zehnte, zehntes, zehnter, zehnten+EW; Z.: zehn-t-e
$Zehnte, Zehnt, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Zehnte; Hw.: s. Zehnter; E.: s. zehnte; L.: DW 31, 454, EWD s. u. zehn; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus zehnte gebildete Bezeichnung für eine von christlichen Kirchenvätern schon früh von Gläubigen zu der geldlichen Sicherung der Amtsträger geforderte und 585 für das Königreich Burgund in der dritten Synode von Macon festgesetzte und in dem 19. Jh. durch die Kirchensteuer oder den Kirchenbeitrag abgelöste Abgabe des zehnten Teiles eines Ertrags; F.: Zehnte, Zehnten+EW; Z.: Zehn-t-e
$Zehntel, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Zehntel; E.: seit 13. Jh. belegte und aus (der) zehnte Teil gebildete Bezeichnung für sachlich einen seit der Entwicklung von Zahlen durch den Menschen möglichen zehnten Teil einer Gegebenheit; L.: Kluge 1. A. s. u. zehn, DW 31, 464, EWD s. u. zehn; F.: Zehntel, Zehntels, Zehnteln+EW; Z.: Zehn-t-el
$Zehnter, nhd., M., (11. Jh.?): nhd. Zehnter; Hw.: s. Zehnte, Zehnt; E.: s. zehnt(e), s. er; L.: DW 31, 454, EWD s. u. zehn; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus zehnte und (e)r (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine von christlichen Kirchenvätern schon früh von Gläubigen zu der geldlichen Sicherung der Amtsträger geforderte und 585 für das Königreich Burgund in der dritten Synode von Macon festgesetzte und in dem 19. Jh. durch die Kirchensteuer oder den Kirchenbeitrag abgelöste Abgabe des zehnten Teiles eines Ertrags (Zehnt, Zehnte, Zehnter); F.: Zehnter, Zehnten+EW; Z.: Zehn-t-er
$Zehr, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Zehr; Vw.: s. Ver-; Hw.: s. Zehre; E.: s. zehr(en); L.: DW 31, 466; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und mit zehr(en) verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Brauchen oder Nutzen (N.) einer Gegebenheit durch Lebewesen; F.: Zehr, Zehres, Zehrs, Zehre, Zehren+EW; Z.: Zehr
$Zehre, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Zehre, Brauchen, Nutzen (N.); Hw.: s. Zehr; E.: s. zehre(n); L.: DW 31, 466, EWD s. u. zehren; GB.: (zere) seit 1190-1229 belegte und von zehr(en) abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches Brauchen oder Nutzen (N.) einer Gegebenheit durch Lebewesen; Son.: bis in das 17. Jh. verwendet; F.: Zehre, Zehren+EW; Z.: Zehr-e
zehren, nhd., V., (9. Jh.): nhd. zehren, verzehren, nutzen, aufbrauchen; ne. sap (V.), wear (V.) out; Vw.: -; Hw.: s. zerren; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. zeren (1), zern, sw. V., zehren, zehren von, für Essen und Trinken Aufwand machen, auftreten, leben, aufzehren, sich aufzehren, zerreißen; mnd. tēren (1), sw. V., essen, zehren, verzehren, vertun, Zehrung halten, Festmahl halten, sich ernähren; ahd. zerren*, zerien*, sw. V. (1a), „zerren“, zerreißen; as. tėrian*, sw. V. (1a), zehren, verzehren; anfrk. *terren?, sw. V. (1), zerren; mnl. terren, V., zanken, plagen; germ. *tarjan, sw. V., reißen, zerren; idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zehren, Kluge s. u. zehren, DW 31, 466, EWD s. u. zehren, Falk/Torp 156, Seebold 503, Duden s. u. zehren, Bluhme s. u. zehren; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nschw. tära, V., zehren; nnorw. tære, V., zehren; ai. dṛṇā́ti, V., birst, macht bersten, zerreißt; gr. δέρειν (dérein), V., häuten, schinden, prügeln, misshandeln; kymr. darn, M., Stück, Teil; lit. dirti, V., reißen, zerreißen, prügeln, schinden; ksl. dъrati, V., schinden, reißen, schlagen; GB.: (zeren) seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entstehung des Lebens mögliches durch verschiedene Einflüsse oder Umstände an Gewicht oder Umfang verlieren oder verlieren lassen oder nutzen oder aufbrauchen; BM.: spalten; F.: zehren, zehre (!), zehrst, zehrt, zehrest, zehret, zehrte, zehrtest, zehrten, zehrtet, gezehrt, ##gezehrt, gezehrte, gezehrtes, gezehrtem, gezehrten, gezehrter##, zehrend, ###zehrend, zehrende, zehrendes, zehrendem, zehrenden, zehrender###, zehr (!)+EW; Z.: zehr-en
$Zehrung, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Zehrung, Nahung, Kost; Vw.: s. Weg-; E.: s. zehr(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zehren, DW 31, 475, EWD s. u. zehren; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus zehr(en) und ung gebildete Bezeichnung für von Menschen genutzte Nahrung oder Kost oder Speise und Getränk; F.: Zehrung, Zehrungen+EW; Z.: Zehr-ung
Zeichen, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Zeichen, Hinweis, sinnlich Wahrnehmbares; ne. sign (N.), token; Vw.: s. Kains-; Hw.: s. zeichnen; Q.: um 765 (Zeichen); E.: mhd. zeichen (1), st. N., Zeichen, Anzeichen, Beispiel, Merkmal, Beweis, Bild, Gleichnis, Bezeichnung; mnd. tēken (1), teiken, token, tīken, tyken, N., Zeichen, Marke, Markierung, Kennzeichnung; mnl. tēken, teiken, N., Zeichen; ahd. zeihhan, zeichan, st. N. (a), Zeichen, Bild, Wunder; as. têkan*, st. N. (a), Zeichen (N.); anfrk. teikan*, st. N. (a), Zeichen; germ. *taikna-, *taiknam, st. N. (a), Zeichen; s. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeichen, Kluge s. u. Zeichen, DW 31, 478, EWD s. u. Zeichen, Falk/Torp 162, Seebold 500, Duden s. u. Zeichen, Bluhme s. u. Zeichen; Son.: vgl. afries. têken, st. N. (a), Zeichen; nnordfries. teeken; ae. tācen, tācn, st. N. (a), Zeichen, Wunder, Beweis, Banner; an. teikn, -tegn, -teign, st. N. (a), Zeichen; an. tākn, st. N. (a), Zeichen, Wunder, Heiligtum; got. taikn, st. N. (a), Anzeichen; nndl. teken, Sb., Zeichen; nschw. tecken, N., Zeichen; nnorw. tegn, N., Zeichen; ai. dī́deti, V., strahlt, leuchtet; lit. dīvīnus, M., Wahrsager; ksl. divĭnŭ, Adj., wunderbar; finn. taika, Sb., Zauber, Magie (entlehnt aus einer germ. Sprache); GB.: (zeihhan) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für als Hinweis für etwas Dienendes sowie für Lebewesen sinnlich Wahrnehmbares; BM.: glänzen; F.: Zeichen, Zeichens+EW; Z.: Zei-ch-en
zeichnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zeichnen, darstellen, beschreiben, wiedergeben; ne. draw (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zeichen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zeichenen, sw. V., zeichnen, zeichnen mit, versehen (V.), bezeichnen, meinen, beschreiben, auszeichnen, kennzeichnen; mnd. tēkenen, teikenen, tēknen, teiknen, sw. V., zeichnen, Hinweis auf etwas geben, anzeigen, Zeichen geben, Mitteilung machen; mnl. tēkenen, teikenen, sw. V., zeichnen; ahd. zeihhanen*, zeichanen*, zeihnen*, sw. V. (1a), zeichnen, bezeichnen, zeigen; ahd. zeihhanōn*, zeichanōn*, sw. V. (2), bezeichnen, bezeugen; as. têknian*, sw. V. (1a), bezeichnen; anfrk. *teiknen?, sw. V. (1), zeichnen (V.); germ. *taiknijan, sw. V., zeigen; germ. *taiknōn, sw. V., zeigen, bezeichnen; s. idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 31, 488, EWD s. u. zeichnen, Falk/Torp 162, Duden s. u. zeichnen; Son.: vgl. afries. têknia, têkena, têkna, sw. V. (2), zeichnen, mit Zeichen versehen (V.), siegeln, aufzeichnen; ae. tǣcnan, sw. V. (1), bezeichnen, kennzeichnen, markieren; ae. tācnian, sw. V. (2), zeigen, kennzeichnen, markieren; an. teikna, sw. V. (2), Zeichen geben, bezeichnen; got. taiknjan, sw. V. (1), einem etwas zeigen; nndl. tekenen, V., zeichnen; nschw. teckna, V., zeichnen; nnorw. tegne, V., zeichnen; GB.: (zeihhanen) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches und verwendetes mittels Linien und Strichen eine bildliche Darstellung einer Gegebenheit anfertigen; BM.: glänzen; F.: zeichnen, zeichne (!), zeichnest, zeichnet, zeichnete, zeichnetest, zeichneten, zeichnetet, gezeichnet, ##gezeichnet, gezeichnete, gezeichnetes, gezeichnetem, gezeichneten, gezeichneter##, zeichnend, ###zeichnend, zeichnende, zeichnendes, zeichnendem, zeichnenden, zeichnender###, zeichn (!)+EW; Z.: zei-ch-n-en
$Zeichner, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zeichner, Zeichnender; E.: s. zeichn(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 31, 494, EWD s. u. zeichnen; GB.: zeihhanāri* seit 11. Jh. belegte und aus zeichn(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen vielleicht nach. lat. signifer gebildeten zeihhanāri* oder einen für einen wohl seit Entstehung des Menschen möglichen mittels Linien und Strichen eine bildliche Darstellung einer Gegebenheit anfertigenden Menschen; F.: Zeichner, Zeichners, Zeichnern+EW; Z.: Zei-ch-n-er
$Zeichnung, nhd., F., (8. Jh.?): nhd. Zeichnung, bildliche Darstellung; Vw.: s. Be-, Unter-; E.: s. zeichn(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zeichnen, DW 31, 495, EWD s. u. zeichnen; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus zeichn(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche bildliche Darstellung einer Gegebenheit mittels Linien und Strichen; F.: Zeichnung, Zeichnungen+EW; Z.: Zei-ch-n-ung
Zeidler, nhd. (ält.), M., (8. Jh.): nhd. Zeidler, Waldbienenzüchter; ne. bee-master; Vw.: -; Hw.: s. Seidelbast; Q.: 748 (Urkunde); E.: vgl. mhd. zīdelære, zīdler, st. M., Zeidler, Bienenzüchter, zur Bienenzucht im Wald Berechtigter; mnd. sīdelære*, sīdeler*, cīdeler, M., Zeidler, zur Nutzung der Waldbienen Berechtigter; lat.-ahd.? cidlarius, M., Zeidler, Bienenzüchter; wohl von einem Wort für Honig auf der Grundlage von einem idg. *deit-; L.: Kluge 1. A. s. u. Zeidler, Kluge s. u. Zeidler, DW 321, 499, EWD s. u. Zeidler, Duden s. u. Zeidler, Bluhme s. u. Zeidler; GB.: seit 748 belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Sesshaftwerdung möglichen Waldbienenzüchter; BM.: Honig?; F.: Zeidler, Zeidlers, Zeidlern+EW; Z.: Zeid-l-er
$Zeigefinger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zeigefinger; E.: s. zeige(n), s. Finger; L.: DW 31, 500, EWD s. u. Finger; GB.: seit Mitte 15. Jh. belegte und aus zeige(n) und Finger vielleicht nach lat. index gebildete und verwendete Bezeichnung für den neben dem Daumen jeder Hand befindlichen und vielfach für das verständlichere Zeigen eines gemeinten Gegenstands verwendeten Finger des Menschen; F.: Zeigefinger, Zeigefingers, Zeigefingern+EW; Z.: Zei-g-e—fing-er
zeigen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zeigen, vorzeigen, hinweisen; ne. display (V.), point (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zeigefinger; Q.: 3. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zeigen (1), sw. V., zeigen, offenbaren an, anzeigen, aufweisen, hinweisen, erweisen; ahd. zeigōn (1), sw. V. (2), zeigen, bezeichnen, bestimmen, beweisen; ahd. zeigēn*, sw. V. (3), zeigen; as. -; anfrk. -; germ. *taigōn?, sw. V., zeigen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zeigen, Kluge s. u. zeigen, DW 31, 501, EWD s. u. zeigen, Seebold 500, Duden s. u. zeigen, Bluhme s. u. zeigen; Son.: vgl. afries. *intâia, sw. V. (2), fordern?; ae. -; an. -; got. -; lit. dicāre, V., verkünden; lat. dīcere, V., sagen; GB.: seit drittes Viertel 8. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches vorzeigen oder (auf etwas) hinweisen; F.: zeigen, zeige, zeigst, zeigt, zeigest, zeiget, zeigte, zeigtest, zeigten, zeigtet, gezeigt, ##gezeigt, gezeigte, gezeigtes, gezeigtem, gezeigten, gezeigter##, zeigend, ###zeigend, zeigende, zeigendes, zeigendem, zeigenden, zeigender###, zeig (!)+EW; Z.: zei-g-en
$Zeiger, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zeiger, Zeigender; E.: s. zeig(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. zeigen, DW 31, 507, EWD s. u. zeigen; GB.: (zeigāri) seit 9. Jh. belegte und aus zeig(en) und er (Suff.) vielleicht nach lat. index gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Hilfsmittel für das Zeigen und dadurch Verständlichmachen einer Gegebenheit wie beispielsweise einer gegenwärtigen Zeit auf einer Uhr oder (angloamerikanisch als so genannte Maus) einer Textstelle in einem digitalen Dokument auf einem Bildschirm; F.: Zeiger, Zeigers, Zeigern+EW; Z.: Zei-g-er
zeihen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. zeihen, beschuldigen, bezichtigen; ne. accuse of; Vw.: -; Hw.: s. dichten; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. zīhen (1), zīgen, zeihen, zē, zīsen, st. V., aussagen von, zeihen, sich anmaßen, beschuldigen, bezichtigen, anklagen, vorwerfen, anzeigen; mnd. tīgen (1), tīen, tsīen, tēgen, st. V., sw. V., zeihen, Schuld geben, beschuldigen, bezichtigen, anklagen; mnl. tīen, st. V., zeihen; ahd. zīhan*, st. V. (1b), zeihen, bezichtigen, beschuldigen; as. *tīhan?, st. V. (1b), zeihen; anfrk. -; germ. *teihan, st. V., zeihen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeichen, Kluge s. u. zeihen, DW 31, 938, EWD s. u. zeihen, Falk/Torp 163, Seebold 499, Duden s. u. zeihen, Bluhme s. u. zeihen; Son.: vgl. afries. tigia (1), sw. V. (2), zeihen, anklagen; ae. téon (4), sw. V. (2), bereiten, liefern, ordnen, schmücken; ae. tíon, téon, st. V. (1), zeihen, anklagen; an. tjā (1), tēa, *tīhan, sw. V., zeigen, mitteilen; got. teihan, st. V. (1), kündigen, zeigen; ai. diśáti, V., zeigt, weist zu; gr. δεικνύναι (deiknýnai), V., zeigen, hervorbringen, vorzeigen; lat. dīcere, V., sagen, erklären, meinen; heth. tekkuššai-, V., zeigen; GB.: (zīhan) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache des Menschen mögliches beschuldigen oder bezichtigen; BM.: sagen; F.: zeihen, zeihe, zeihst, zeiht, zeihest, zeihet, zieh, ziehst, ziehen, zieht, ziehest, ziehet, geziehen, ##geziehen, geziehene, geziehenes, geziehenem, geziehenen, geziehener##, zeihend, ###zeihend, zeihende, zeihendes, zeihendem, zeihenden, zeihender###, zeih (!)+EW; Z.: zei-h-en
$*zeihlich?, nhd., Adj., (17. Jh.?): nhd. *zeihlich?; Vw.: s. ver-; Hw.: s. zeih(en), s. lich; E.: s. zeih(en), s. lich; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus zeih(en) und lich gebildete Bezeichnung für beschuldigbar oder bezichtigbar; F.: zeihlich, zeihliche, zeihliches, zeihlichem, zeihlichen, zeihlicher+EW; Z.: zei-h—lich
$Zeihung, nhd. (ält.), F., (13. Jh.?) : nhd. Zeihung; Vw.: s. Ver-; E.: s. zeih(en), s. ung; L.: DW 31, 512; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus zeih(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliche Beschuldigung oder Bezichtigung; F.: Zeihung, Zeihungen+EW; Z.: Zei-h-ung
$Zeiland, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zeiland, Seidelbast; L.: Kluge 1. A. s. u. Zeiland, DW 31, 512; GB.: seit 15. Jh. belegte Bezeichnung für Seidelbast; F.: Zeiland, Zeilands, Zeilandes, Zeilande, Zeilanden+EW; Z.: Zeil-and
Zeile, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zeile, Reihe, Linie; ne. line (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. zīle (1), zīl, st. F., sw. F., Zeile, Reihe, Linie, Gasse, Streifen (M.), Bolzenführung; ahd. zīla, sw. F. (n), Zeile, Reihe, Art (F.) (1); lat.-as.? tīla*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zeile, Garbenreihe; anfrk. -; germ. *tīlō, st. F., Zeile; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeile, Kluge s. u. Zeile, DW 31, 513, EWD s. u. Zeile,Falk/Torp 161, Duden s. u. Zeile, Bluhme s. u. Zeile; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine meist längere Reihe oder Linie gleichmäßig nebeneinanderstehender und nebeneinander angeordneter gewöhnlich gleichartiger zusammengehörender Gegebenheiten wie beispielsweise der Buchstaben eines Textes oder der Häuser einer Straße; BM.: teilen; F.: Zeile, Zeilen+EW; Z.: Zei-l-e
$Zeiselmaus, Zieselmaus,nhd., F., ?: nhd. Zeiselmaus, Ziesel, Zieselmaus; Hw.: s. Ziesel, Zieselmaus; E.: s. Ziesel, s. Maus; L.: Kluge s. u. Zeiselmaus, DW 31, 1233 (Zieselmaus), EWD s. u. Ziesel; GB.: seit dem Neuhochdeutschen belegte und aus Ziesel und Maus gebildete Bezeichnung für ein kleineres wohl schon vormenschliches Nagetier; F.: Zeiselmaus, Zeiselmäuse, Zeiselmäusen+EW; Z.: Zeis-el—maus
zeisen, nhd. (ält.-dial.), sw. V., (9. Jh.): nhd. zeisen, zupfen, auseinanderzupfen, auseinanderziehen; ne. pick (V.) apart; Vw.: -; Hw.: s. Striptease; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zeisen, red. V., zausen, zupfen; s. ahd. zeisan*, red. V., zupfen, krempeln, zausen, hecheln, abfressen, abrupfen; ahd. zeisen*, sw. V. (1a), ziehen, zupfen; as. -; anfrk. -; germ. *taisan, st. V., zupfen, auffasern; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. zeisen, DW 31, 517, Falk/Torp 164, Seebold 498, Duden s. u. zeisen; Son.: vgl. afries. -; ae. tǣsan (1), sw. V. (1), reißen, kämmen, verwunden, beleidigen; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zupfen oder auseinanderzupfen oder auseinanderziehen; BM.: teilen; F.: zeisen, zeise, zeisst (!), zeist, zeisest, zeiset, zeiste, zeistest, zeisten, zeistet, gezeist, ##gezeist, gezeiste, gezeistes, gezeistem, gezeisten, gezeister##, zeisend, ###zeisend, zeisende, zeisendes, zeisendem, zeisenden, zeisender###, zeis (!)+EW; Z.: zeis-en
Zeisig, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zeisig, ein Vogel; ne. common siskin; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 13. Jh.; E.: s. mhd. zīsec, zīsic, st. M., Zeisig; mnd. sīsek, M., Zeisig; ahd.? zisihhīn*, zisichīn*, st. N. (a), Zeisig; ?tschech. čížek, M., Zeisig; vgl. tschech. číž, Sb., Zeisig; wohl lautnachahmend; L.: Kluge 1. A. s. u. Zeisig, Kluge s. u. Zeisig, DW 31, 519, EWD s. u. Zeisig, Duden s. u. Zeisig, Bluhme s. u. Zeisig; Son.: vgl. nndl. sijse, Sb., Zeisik; nschw. grönsiska, Sb., Zeisig; nnorw. sisik, M., Zeisig; GB.: (zīsec) um 1210 belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlichen zu den Finkenvögeln gehörenden kleineren besonders in Nadelwäldern lebenden auf der Oberseite grünlich und auf der Unterseite gelb und weiß gefärbten Singvogel; BM.: lautmalend; F.: Zeisig, Zeisigs, Zeisige, Zeisigen+EW; Z.: Zeis-ig
Zeit, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zeit, Ablauf, Zeitpunkt, Zeitraum; ne. time (N.); Vw.: s. Inkubations-; Hw.: s. Tide, Zeitung; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zīt (1), zīth, zīch, st. F., st. N., Zeit, Zeitalter, Lebensalter, Leben, Lebensumstände, zeitliches Leben, Jahreszeit, Tageszeit, Stunde, Dauer; mnd. tīt (1), F., M., Zeit, Zeitraum, Verlauf der Zeit, Periode, Weile, Zeitpunkt, eng begrenzter Zeitabschnitt, Termin; mnl. tijt, F., Zeit; ahd. zīt, st. F. (i), st. N. (a), Zeit, Zeitalter, Stunde, Zeitpunkt; as. tīd, st. F. (i), Zeit, Stunde; anfrk. tīd*, tīt*, st. F. (i), Zeit; germ. *tīdi-, *tīdiz, st. F. (i), Zeit; idg. *dīt-, Sb., Zeitabschnitt, Zeit, Pokorny 175?; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeit, Kluge s. u. Zeit, DW 31, 521, EWD s. u. Zeit, Falk/Torp 160, Duden s. u. Zeit, Bluhme s. u. Zeit; Son.: vgl. afries. tīd, st. F. (i), Zeit, Mal (N.) (1); nnordfries. tid; ae. tīd, st. F. (i), Zeit, Periode, Jahreszeit, Stunde; ne. tide, Sb., Tide, Gezeiten; an. tīð, st. F. (i), Zeit, Stunde, kirchl. Gebet; nndl. tijd, Sb., Zeit; nschw. tid, Sb., Zeit; nnorw. tid, M., F., Zeit; ai. jyok, Sb., lange Zeit; arm. ti, Sb., Alter (N.), Zeit; gr. δαιτρόν (daitrón), N., Zugeteiltes, Anteil, Portion; air. dām, Sb., Gefolgschaft, Schar (F.) (1); GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine seit der Entstehung der Welt in dem so genannten Urknall vorgegebene und in die Abschnitte Vergangenheit und Gegenwart sowie Zukunft einteilbare von dem Menschen zunehmend genauer festgelegte und gemessene und in dem Rahmen der Relativitätstheorie als Fließen illusionäre Vorstellung oder Dimension oder Einheit des Seins; BM.: teilen; F.: Zeit, Zeiten+EW; Z.: Zei-t
$Zeitgenosse, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zeitgenosse; E.: s. Zeit, s. Genosse; L.: Kluge s. u. Zeitgenosse, EWD s. u. Zeit, DW 31, 599; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zeit und Genosse gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit der Entstehung des Menschen möglichen mit einem anderen Menschen mehr oder weniger lang gleichzeitig lebenden (und die gemeinsame Zeit genießenden) Menschen; F.: Zeitgenosse, Zeitgenossen+EW; Z.: Zei-t—ge-noss-e
$zeitig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. zeitig, reif; Vw.: s. gleich-; E.: s. Zeit, s. ig; L.: Kluge s. u. Zeit, DW 31, 584, EWD s. u. Zeit; GB.: (zītīg*) seit 10. Jh. belegte und aus Zeit und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Zeit mögliches früh und auch (ält.) für reif; F.: zeitig, zeitige, zeitiges, zeitigem, zeitigen, zeitiger(, zeitigere, zeitigeres, zeitigerem, zeitigeren, zeitigerer, zeitigst, zeitigste, zeitigstes, zeitigstem, zeitigsten, zeitigster)+EW; Z.: zei-t-ig
$zeitigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zeitigen, hervorbringen, reif werden; E.: s. zeitig, s. en; L.: Kluge s. u. Zeit, DW 31, 587, EWD s. u. Zeit; GB.: (mhd. zītigen) seit 12. Jh. belegte und aus zeitig und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches hervorbringen oder reif werden; F.: zeitigen (!), zeitige (!), zeitigst, zeitigt, zeitigest, zeitiget, zeitigte, zeitigtest, zeitigten, zeitigtet, gezeitigt, ##gezeitigt, gezeitigte, gezeitigtes, gezeitigtem, gezeitigten, gezeitigter##, zeitigend, ###zeitigend, zeitigende, zeitigendes, zeitigendem, zeitigenden, zeitigender###, zeitig (!)+EW; Z.: zei-t-ig-en
$Zeitlauf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zeitlauf; E.: s. Zeit, s. Lauf; L.: DW 31, 564, EWD s. u. laufen; GB.: seit 1664 belegte und aus Zeit und Lauf gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entstehung der Zeit möglichen Lauf oder Ablauf oder Verlauf der Zeit; F.: Zeitlauf, Zeitlaufes, Zeitlaufs, Zeitläufe, Zeitläufen+EW; Z.: Zei-t—lauf
$Zeitläufte, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zeitläufte, Zeitabschnitt; E.: s. Zeit, s. Läufte bzw. Lauf(t); L.: Kluge s. u. Zeitläufte, fehlt DW, EWD s. u. laufen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zeit und Lauft bzw. Läufte gebildete Bezeichnung für einen Zeitabschnitt; F.: Zeitläufte, Zeitläuften+EW; Z.: Zei-t—läuf-t-e
$zeitlich, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zeitlich, Zeit betreffend, vergänglich; E.: s. Zeit, s. lich; L.: Kluge s. u. Zeit, DW 31, 588, EWD s. u. Zeit; GB.: (zītlīh*) seit 4. Viertel 9. Jh. belegte und wohl nach lat. temporalis aus Zeit und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Zeit mögliches die Zeit betreffend oder vergänglich; F.: zeitlich, zeitliche, zeitliches, zeitlichem, zeitlichen, zeitlicher(, zeitlichere, zeitlicheres, zeitlicherem, zeitlicheren, zeitlicherer, zeitlichst, zeitlichste, zeitlichstes, zeitlichstem, zeitlichsten, zeitlichster)+EW; Z.: zei-t-lich
Zeitlose, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Zeitlose, Herbstzeitlose; ne. meadow-saffron, autumn crocus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zītelōse, zītlōse, sw. F., sw. M., Zeitlose, Krokus, Wiesensafran, Narzisse; mnd. tīdelōse, tīdelose, tītelōse, F., Zeitlose, Herbstzeitlose, Krokus?, Narzisse, Osterblume, wilder Knoblauch, Meerzwiebel; ahd. zītilōso*, zītlōso*, sw. M. (n), Zeitlose, Herbstzeitlose; ahd. zītilōsa*, zītlōsa*?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zeitlose, Herbstzeitlose; wohl Umdeutung von mlat. citamus, M., Herbstzeitlose, Frühlingssafran?; vgl. lat. citātus, (Part. Prät.=)Adj., angetrieben, beschleunigt, schleunig; lat. ciāre, V., rege machen, in Bewegung setzen, schnell tun, vollführen; lat. ciēre, V., rege machen, wecken, erwecken, anregen; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeit, Kluge s. u. Zeitlose, DW 31, 566, EWD s. u. Zeit, Duden s. u. Zeitlose; GB.: seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach mlat. citamus aus Zeit und los gebildete Bezeichnung für ein Liliengewächs einer Gattung zu der besonders die giftige und außerhalb der allgemeinen Blütezeit in dem Herbst blühende und insofern zeitlose wohl schon vormenschliche Herbstzeitlose gehört; BM.: bewegen; F.: Zeitlose, Zeitlosen+EW; Z.: Zei-t-los-e
$Zeitschrift, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zeitschrift, eine Druckschrift; E.: s. Zeit, s. Schrift; L.: Kluge s. u. Zeitschrift, DW 31, 572; GB.: seit 1645 belegte und vielleicht nach griech.-lat. chronographicon aus Zeit und Schrift gebildete Bezeichnung für eine von Menschen seit dieser Zeit entwickelte und verwendete in regelmäßigen zeitlichen Abständen veröffentlichte Druckschrift mit unterschiedlichen Beiträgen; F.: Zeitschrift, Zeitschriften+EW; Z.: Zei-t—schri-f-t
Zeitung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zeitung, Druckschrift mit Nachrichten; ne. newspaper; Vw.: -; Hw.: s. Zeit; Q.: 13. Jh. (Urkunde); E.: s. mhd. zītunge, st. F., sw. F., Nachricht, Kunde (F.), Botschaft; mnd. tīdinge, F., Zeitung, Nachricht; mnl. tīdinge, F., Botschaft?; s. mhd. zīt (1), zīth, zīch, st. F., st. N., Zeit, Zeitalter, Lebensalter, Leben, Lebensumstände, zeitliches Leben, Jahreszeit, Tageszeit, Stunde, Dauer; mnd. tīt (1), F., M., Zeit, Zeitraum, Verlauf der Zeit, Periode, Weile, Zeitpunkt, eng begrenzter Zeitabschnitt, Termin; ahd. zīt, st. F. (i), st. N. (a), Zeit, Zeitalter, Stunde, Zeitpunkt; as. tīd, st. F. (i), Zeit, Stunde; anfrk. tīd*, tīt*, st. F. (i), Zeit; germ. *tīdi-, *tīdiz, st. F. (i), Zeit; idg. *dīt-, Sb., Zeitabschnitt, Zeit, Pokorny 175?; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeitung, Kluge s. u. Zeitung, DW 31, 590, EWD s. u. Zeitung, Duden s. u. Zeitung; Son.: vgl. ae. tīdung, st. F. (ō), Ereignis, Nachricht; an. tīdendi, Sb. Pl., Ereignis, Bericht; nschw. tidning, Sb., Zeitung; nnorw. (Nynorsk) tidend, F., Neuheit; GB.: (zītunge) seit 13. Jh. belegte und aus Zeit und ung (statt Zeitigung) gebildete Bezeichnung für eine in kurzen und regelmäßigen zeitlichen Abständen wie meist Tagen von Menschen - nach Entwicklung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern gedruckt - herausgegebene Nachrichtensammlung oder Druckschrift mit Nachrichten; BM.: teilen; F.: Zeitung, Zeitungen+EW; Z.: Zei-t-ung
$Zeitwort, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Zeitwort, Tätigkeitswort, Verb; E.: s. Zeit, s. Wort; L.: Kluge s. u. Zeitwort, DW 31, 580, EWD s. u. Zeit; GB.: seit 1651 belegte und aus Zeit und Wort gebildete Bezeichnung für das sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliche Tätigkeitswort oder Tunswort oder Verb wie beispielsweise sein (Verb) oder haben oder tun oder arbeiten oder feiern oder kredenzen oder vergesellschaften oder sozialisieren; F.: Zeitwort, Zeitwortes, Zeitworts, Zeitwörter, Zeitwörtern+EW; Z.: Zei-t—wor-t
Zelebration, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zelebration, Feier; ne. celebration; Vw.: -; Hw.: s. zelebrieren, Zelebrität; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. celebrātio; E.: s. lat. celebrātio, F., zahlreiche Gesellschaft, zahlreiche Gegenwart, feierliches Begehen, Begehung, glänzende Feier, Feierlichkeit, Auszeichnung, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. celeber, Adj., zahlreich, belebt, bevölkert, volkreich, verherrlicht; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. zelebrieren, fehlt DW, Duden s. u. Zelebration; Son.: vgl. nndl. celebratie, Sb., Zelebration; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliche Feier oder ein feierliches Begehen einer Handlung; BM.: antreiben; F.: Zelebration, Zelebrationen+FW+EW; Z.: Zel-eb-r-at-io-n
zelebrieren, nhd., V., (15. Jh.): nhd. zelebrieren, feierlich begehen; ne. celebrate; Vw.: -; Hw.: s. Zelebration, Zelebrität; Q.: 1411 (Hans Vintlers Blumen der Tugend); E.: fnhd. celebrieren, V., zelebrieren, das Abendmahl feiern; mhd. zelebrieren*, celebrieren, sw. V., zelebrieren, die Messe feiern; mnd. celebrēren, sw. V., zelebrieren, feiern, begehen; lat. celebrāre, V., zahlreich besuchen, oft besuchen, feiern, rühmen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. celeber, Adj., zahlreich, belebt, bevölkert, volkreich, verherrlicht; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. zelebrieren, DW 31, 599, EWD s. u. zelebrieren, Duden s. u. zelebrieren; Son.: vgl. nndl. celebreren, V., zelebrieren; frz. célébrer, V., zelebrieren; nschw. celebrera, V., zelebrieren; nnorw. celebrere, V., zelebrieren; poln. celebrować, V., zelebrieren; GB.: seit 1411 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches feierlich begehen; BM.: antreiben; F.: zelebrieren, zelebriere, zelebrierst, zelebriert, zelebrierest, zelebrieret, zelebrierte, zelebriertest, zelebrierten, zelebriertet, ##zelebriert, zelebrierte, zelebriertes, zelebriertem, zelebrierten, zelebrierter##, zelebrierend, ###zelebrierend, zelebrierende, zelebrierendes, zelebrierendem, zelebrierenden, zelebrierender###, zelebrier (!)+FW+EW; Z.: zel-eb-r-ier-en
Zelebrität, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zelebrität, Berühmtheit, Feierlichkeit, Festlichkeit; ne. celebrity; Vw.: -; Hw.: s. zelebrieren, Zelebration; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. celebritās; E.: s. lat. celebritās, F., zahlreicher Besuch, starkes Besuchtsein, Belebtheit, Feierlichkeit, Zulauf, Volksmenge, Feier, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. celeber, Adj., zahlreich, belebt, bevölkert, volkreich, verherrlicht; vgl. idg. *kel- (5), V., treiben, antreiben, Pokorny 548 (845/77) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. zelebrieren, DW 31, 599, Duden s. u. Zelebrität; Son.: vgl. nschw. celebritet, Sb., Zelebrität; nnorw. celebritet, selebrität, M., Zelebrität; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche besondere Berühmtheit oder für eine Feierlichkeit oder Festlichkeit; BM.: antreiben; F.: Zelebrität, Zelebritäten+FW+EW; Z.: Zel-eb-r-it-ät
Zelge, nhd. (ält.-dial.), F., (8. Jh.): nhd. Zelge, ein Feld; ne. tillable land (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.; E.: mhd. zelge, sw. F., Zelge, Pflugarbeit zur Saat, bestelltes Feld, besonders als der dritte Teil der Gesamtflur bei Anwendung der Dreifelderwirtschaft; mnd. telge, tellige, telige, sw. M., Telge, Zweig, Ast, kleiner Ast, Pflänzling, Baumsetzling, junger Baum; mnd. telch, tellich, M., N., Telge, Zelge, Zweig, Ast; mnl. telch, F., Ast; ahd. zelga, sw. F. (n), Feldbestellung, Zelge, Flurabteilung unter Dreifelderwirtschaft, bestelltes Feld; as. *telg?, Sb., Telge, junge Eiche; anfrk. -; germ. *telgō-, *telgōn, sw. F. (n), Zweig, Zelge; vgl. idg. *delgʰ-, V., spalten, schnitzen, behauen, Pokorny 196; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen, Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Zelge, DW 31, 600, Falk/Torp 160; Son.: vgl. afries. -; ae. telge, sw. F. (n), Rute, Gerte; an. tjalga, sw. F. (n), schmaler Zweig; got. -; air. glongid, dluigid, V., spaltet; lit. dalgis, M., Sense; GB.: (lat.-ahd. zelga) seit 780 belegte und für das Germanische mit teilweise abweichender Bedeutung erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches Feld besonders in dem Rahmen der Dreifelderwirtschaft; BM.: spalten; F.: Zelge, Zelgen+EW; Z.: Zel-g-e
Zelle, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zelle, kleiner Raum; ne. cell; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. zelle (1), celle, st. F., sw. F., Wohngemach, Kammer, Zelle, Klause, Einsiedelei, Kloster, klösterliche Niederlassung; ahd. zella*, st. F. (ō), Zelle, Kloster, Kammer; lat. cella, F., Kammer, Stube, (um 235-200 v. Chr.); vgl. idg. k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zelle, Kluge s. u. Zelle, DW 31, 603, EWD s. u. Zelle, Duden s. u. Zelle, Bluhme s. u. Zelle; Son.: vgl. nndl. cel, Sb., Zelle; frz. cellule, F., Zelle; nschw. cell, Sb., Zelle; nnorw. celle, M., F., Zelle; poln. cela, F., Zelle; kymr. cell, F., Zelle; nir. cillín, F., Klosterzelle; lit. celė, F., Zelle; GB.: (zella) seit um 800 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen kleinen Raum und davon abgeleitet Bezeichnung für die sachlich seit Entstehung des Lebens mögliche kleinste Einheit eines Lebewesens wie beispielsweise eines Einzellers; BM.: verhüllen; F.: Zelle, Zellen+FW+EW; Z.: Zel-l-e
Zeller, nhd. (dial.), M., (19. Jh.): nhd. Zeller, Sellerie; ne. celery; Vw.: -; Hw.: s. Sellerie; Q.: 19. Jh.; E.: gekürzt aus Zellerie; von dem aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommenen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbaren Sellerie (s. d.); L.: Kluge s. u. Zeller, DW 31, 609, Duden s. u. Zeller; Son.: österr.; GB.: seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich schon den Hochkulturen des Altertums bekannte Pflanze mit gefiederten dunkelgrünen aromatisch duftenden Blättern und einer knollenförmigen und essbaren Wurzel; BM.: drehen; F.: Zeller, Zellers, Zellern+FW; Z.: Zel-l-er
$Zellstoff, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zellstoff; E.: s. Zell(e), s. Stoff; L.: Kluge s. u. Zellstoff, DW 31, 606, EWD s. u. Zellstoff; GB.: seit 19. Jh. belegte und (aus Zell und) Stoff gebildete Bezeichnung für einen aus Zellulosefasern wie vor allem Holz hergestellten Rohstoff für das von Menschen in China vor rund 2000 Jahren entwickelte und während 1000 Jahren über Arabien und Ägypten nach Italien und Spanien gebrachte und seitdem weltweit verwendete Papier; F.: Zellstoff, Zellstoffes, Zellstoffs, Zellstoffe, Zellstoffen+FW; Z.: Zel-l—stoff
Zelluloid, Celluloid, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Zelluloid, Celluloid, ein Kunststoff; ne. celluloid; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. ne. celluloid; E.: s. ne. celluloid, N., Zelluloid; gebildet zu ne. cellulose, N., Zellulose; lat. cellula, F., kleine Zelle, Kämmerchen, Kämmerlein; lat. cella, F., Kammer; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); die Endung stammt von gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Zelluloid, DW 31, 610, EWD s. u. Zellulose, Duden s. u. Zelluloid; Son.: vgl. nndl. celluloid, Sb., Zelluloid; frz. celluloïd, M., Zelluloid; nschw. celluloid, Sb., Zelluloid; nnorw. celluloid, selluloid, M., Zelluloid; poln. celuloid, M., Zelluloid; kymr. seliuwloid, M., Zelluloid; nir. ceallalóid, F., Zelluloid; lit. celiulioidas, M., Zelluloid; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Alexander Parkes um 1855 (als Parkesin) erfundenen und 1870 für John Wesley Hyatt als Handelsmarke der Celluloid Manufacturing Company registrierten für Kämme und Puppen sowie später auch Filme weltweit verwendeten sowie hauptsächlich aus Nitrozellulose und Kampfer sowie Alkohol bestehenden durchsichtigen und elastischen sowie leicht schmelzbaren und formbaren Kunststoff; BM.: Kammer, sehen; F.: Zelluloid, Zelluloids, Zelluloides+FW; Z.: Zel-l-u-loi-d
Zellulose, Cellulose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zellulose, Cellulose, Zellstoff; ne. cellulose; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. cellulose; E.: s. frz. cellulose, F., Zellulose; lat. cellula, F., kleine Zelle, Kämmerchen, Kämmerlein, Ter. (190-159 v. Chr.) vgl. lat. cella, F., Kammer; vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553 (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); die Endung stammt von gr. εἶδος (eidos), N., Äußeres, Aussehen, Gestalt; idg. *u̯eid- (2), *u̯edi-, *udi-, V., sehen, erblicken, finden, Pokorny 1125 (1957/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); vgl. idg. *au̯- (8), *au̯ēi-, V., sinnlich wahrnehmen, auffassen, Pokorny 78 (126/126) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ.?, slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Zellulose, DW 31, 610, EWD s. u. Zellulose, Duden s. u. Zellulose; Son.: vgl. nndl. cellulose, Sb., Zellulose; nschw. cellulosa, Sb. Zellulose; nnorw. cellulose, sellulose, M., Zellulose; poln. celuloza, F., Zellulose; kymr. seliwlos, M., Zellulose; nir. ceallalós, M., Zellulose; lit. celiuliozė, F., Zellulose; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen besonders von Pflanzen als reißfeste und fast wasserunlösliche Faser gebildeten Stoff (C6H10O5 Kohlehydrat) für pflanzliche Zellwände wobei Pflanzenfasern wie Baumwolle oder Flachs oder Hanf fast ganz aus reiner Zellulose bestehen und Holz zu etwa der Hälfte sowie Stroh zu rund einem Drittel; BM.: Kammer; F.: Zellulose, Zellulosen+FW; Z.: Zel-l-u-los-e
Zelot, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zelot, religiöser Eiferer, Fanatiker; ne. zealot; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.?; I.: Lw. gr. ζηλωτής (zēlōtḗs); E.: s. gr. ζηλωτής (zēlōtḗs), M., Nacheiferer, Verehrer, Eiferer, Zelot; vgl. gr. ζηλοῦν (zēlun), V., nacheifern, bewundern, glücklich preisen; gr. ζῆλος (zēlos), M., Eifer, Wetteifer, Nacheifern, Bewunderung; entweder von idg. *i̯ā-, *i̯ō-, V., erregt sein (V.), beschwören, preisen, rächen, bestrafen, Pokorny 501 (741/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., kelt., slaw.); oder nach Frisk 1, 613 zu gr. ζητείν (zēteín), V., aufsuchen, forschen, untersuchen, streben; idg. *dei̯ə- (2), *di̯ā-, *di̯ə-, *dī-, V., sich schwingen, herumwirbeln, Pokorny 187? (306/11) (RB. idg. aus ind., gr., kelt., balt., slaw.?); L.: DW 31, 610, Duden s. u. Zelot; Son.: vgl. frz. zélote, M., Zelot; nnorw. selot, M., Zelot; GB.: vielleicht seit 17. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen religiösen Eiferer oder Fanatiker; BM.: Nacheiferer; F.: Zelot, Zeloten+FW+EW; Z.: Ze-l-ot
Zelt, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Zelt, eine leicht aufbaubare und abbaubare kurzeitige Unterkunft und Schutzmöglichkeit; ne. tent (N.) (1); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zelt (2), zeilt, st. N., Zelt; mnd. telt (1), telde, N., Zelt, Bude, mobile Unterkunft, Zelt aus Tierhäuten, Zelt aus textilem Material, Plane, Verdeck; mnl. telt N., Zelt; ahd. zelt*, st. N. (a), Zelt, Hütte; as. -; anfrk. *telt?, st. N. (a), Zelt; wohl von einem germ. *telda-, *teldam, st. N. (a), Zelt; s. idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zelt, Kluge s. u. Zelt, DW 31, 610, EWD s. u. Zelt, Seebold 501, Duden s. u. Zelt, Bluhme s. u. Zelt; Son.: vgl. ae. teld, st. N. (a), Zelt; an. tjald, st. N. (a), Wandteppich, Zelt; an. tjald, st. N. (a), Wandteppich, Zelt; nndl. tent, Sb., Zelt; frz. tente, F., Zelt; nschw. tält, N., Zelt; nnorw. telt, N., Zelt; kymr. tent, F., Zelt; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht vor der Sesshaftwerdung von Menschen entwickelte und seitdem verwendete zu einem leichten Aufstellen und Abbauen gedachte und aus Stäben und Fellen oder Stoff zusammengesetzte oft eher kurzeitige Unterkunft; BM.: teilen bzw. zerschneiden; F.: Zelt, Zeltes, Zelts, Zelte, Zelten+EW; Z.: Ze-l-t
$zelten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zelten; L.: Kluge s. u. Zelt, DW 31, 621, EWD s. u. Zelt; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zelt und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vor der Sesshaftwerdung mögliches ein Zelt errichten und sich in einem Zelt aufhalten; F.: zelten (!), zelte (!), zeltest, zeltet, zeltete, zeltetest, zelteten, zeltetet, gezeltet, ##gezeltet, gezeltete, gezeltetes, gezeltetem, gezelteten, gezelteter##, zeltend, ###zeltend, zeltende, zeltendes, zeltendem, zeltenden, zeltender###, zelt (!)+EW; Z.: ze-l-t-en
Zelten, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Zelten (M.), flacher dünner Kuchen; ne. bread with fruits; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. zelte, sw. M., Zelten (M.), Kuchen, Fladen, flaches Backwerk; ahd. zelto, sw. M. (n), Zelten (M.), Kuchen, flacher Kuchen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht von germ. *teldan?, st. V., decken, spannen; idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen, Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zelte, Kluge s. u. Zelte(n), DW 31, 625, EWD s. u. Zelte(n), Seebold 501, Duden s. u. Zelten; GB.: seit 10. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie möglicherweise mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen vielleicht schon früher entwickelten und als Nahrung verwendeten flachen dünnen Kuchen; BM.: ?; F.: Zelten, Zeltens+EW; Z.: Ze-l-t-en
Zelter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zelter, Saumpferd, Passgänger; ne. palfrey; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zeltære* (1), zelter, zelder, zeltāre, zeldære, st. M., Zelter, Passgänger; mnd. teldære*, telder, teller, M., Zelter, Passgänger, den Passgang beherrschendes Pferd; mnl. teldenaer, telder, M., Zelter; ahd. zeltāri*, st. M. (ja), Zelter, Passgänger (Pferdeart); as. teldėri*, st. M. (ja), Zelter (M.); anfrk. -; s. germ. *telda, Sb., Zelter, Pferd; s. lat.-span. thieldo?; vgl. idg. *delt-, Sb., Passgänger, Pokorny 193?; idg. del- (2), V., wackeln, schwanken, Pokorny 193 (313/18) (RB. idg. aus ind., germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zelter, Kluge s. u. Zelter, DW 31, 623, EWD s. u. Zelter, Falk/Torp 160?, Duden s. u. Zelter, Bluhme s. u. Zelter; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. tjaldari, st. M. (ja), Zelter; got. -; nndl. telganger, Sb., Zelter; nisl. tölta, Sb., Zelter?; GB.: (zeltāri) seit dem 9. Jh. belegte und teilweise mit dem erschließbaren Germanischen und Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein auf den Passgang abgerichtetes und besonders für den Damensattel geeignetes Pferd; BM.: ein in dem Passgang gehendes Pferd; F.: Zelter, Zelters, Zeltern+FW; Z.: Zel-t-er
Zement, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zement, ein Baumaterial; ne. cement (N.); Vw.: -; Hw.: s. zementieren; Q.: 1220-1250 (Alexander des Rudolf von Ems); E.: s. mhd. zīmente, zīment, cīmente, cīment, st. N., st. M., Zement, Metallbeize; mnd. sementum, caementum, simentum, Sb., Zement; afrz. ciment, N., Bruchstein; lat. caementum, N., Bruchstein zum Mauern, Mauerstein, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Zement, DW 31, 627, EWD s. u. Zement, Duden s. u. Zement; Son.: vgl. nndl. cement, Sb., Zement; frz. ciment, M., Zement; nschw. cement, Sb., N., Zement; nnorw. sement, M., Zement; poln. cement, M., Zement; kymr. sment, M., Zement; nir. suimint, F., Zement; lit. cementas, M., Zement; GB.: (zīmente) seit 1220-1250 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen aus gebranntem und vermahlenem Kalk und Ton (M.) (1) entwickelten und hergestellten sowie besonders als Bindemittel zu einer Herstellung von Beton und Mörtel verwendeter Baustoff; BM.: schlagen; F.: Zement, Zementes, Zements, Zemente, Zementen+FW+EW; Z.: Ze-m-ent
zementieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zementieren, einzementieren, mit Zement bearbeiten, festigen; ne. cement (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zement; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. mlat. caementāre; E.: s. mnd. sementēren, sw. V., zementieren, Metalle zusammen mit anderen Körpern in einem verschlossenen Gefäß glühen; mlat. caementāre, V., bauen, mauern, zementieren, mörteln, mit Zement behandeln, Zement einbringen; lat. caementum, N., Bruchstein zum Mauern, Mauerstein, (204-169 v. Chr.); vgl. lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. Zement, DW 31, 629, EWD s. u. Zement, Duden s. u. zementieren; Son.: vgl. nndl. cementeren, V., zementieren; frz. cimenter, V., zementieren; nschw. cementera, V., zementieren; nnorw. sementere, V., zementieren; poln. cementować, V., zementieren; kymr. smentio, V., zementieren; nir. siumintím, V., zementieren; lit. cementuoti, V., zementieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und über das Mittellateinische aus Zement und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich früher von Menschen entwickeltes und verwendetes mit Zement bearbeiten oder festigen oder für lange Zeit unveränderlich machen; BM.: schlagen; F.: zementieren, zementiere, zementierst, zementiert, zementierest, zementieret, zementierte, zementiertest, zementierten, zementiertet, ##zementiert, zementierte, zementiertes, zementiertem, zementierten, zementierter##, zementierend, ###zementierend, zementierende, zementierendes, zementierendem, zementierenden, zementierender###, zementier (!)+FW+EW; Z.: ze-m-ent-ier-en
$Zementierer, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zementierer, Zementierender; E.: s. zementier(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Zement; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zementier(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit der Entwicklung von Zement möglichen Zementierenden; F.: Zementierer, Zementierers, Zementierern+FW; Z.: Ze-m-ent-ier-er
...zen, nhd., V., (8. Jh.): nhd. …zen; ne. ?; Vw.: s. äch-, anran-, ät-, ausmer-, ben-, brun-, du-, far-, faulen-, grun-, hei-, hun-, jauch-, juch-, knar-, kräch-, (kreu-,) lech-, (len-, maun-, mer-), naf-, (pel-, pflan-), ran-, raun-, rei-, (sal-,) schlen-, schluch-, (schlun-, schmel-, schnal-, schnäu-, schwän-, schwär-,) seuf-, sie-, (sprei-, stan-,) strie-, (stür-,) trie-, un-, (wal-); Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …zen, Suff., …zen; ahd. …zzen, Suff., …zen; germ. *-atja-; L.: Kluge s. u. -zen, Duden s. u. -zen; Son.: vgl. ae. …ettan, Suff., …zen; got. -atja-, Suff., …zen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus z und en gebildete Bezeichnung zu einer Bildung von Verben; BM.: ?; F.: ...zen, ...ze, ...zst, ...zt, ...zest, ...zet, ...zte, ...ztest, ...zten, ...ztet, ge...zt, ##ge...zt, ge...zte, ge...ztes, ge...ztem, ge...zten, ge...zter##, ...zend, ###...zend, ...zende, ...zendes, ...zendem, ...zenden, ...zender###, ...z (!)+ EW; Z.: -z-en
Zenit, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zenit, höchster Punkt, Höhepunkt; ne. zenith; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1350-1400 (Das Büchlein von der Spera des Johannes von Sacrobosco); E.: mhd. zenit, M., Zenit; s. it. zenit, M., Zenit; arab. samt ar-ra’s, Sb., Richtung des Kopfes, Scheitelpunkt, Zenit; L.: Kluge s. u. Zenit, DW 31, 633, EWD s. u. Zenit, Duden s. u. Zenit; Son.: vgl. nndl. zenti, Sb., Zenit; frz. zénith, M., Zenit; nschw. zenit, Sb., Zenit; nnorw. senit, N., Zenit; poln. zenit, M., Zenit; lit. zenitas, M., Zenit; GB.: seit 1350-1400 belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für den von Menschen gedachten höchsten Punkt des Himmelsgewölbes und davon abgeleitet den Höhepunkt einer Entfaltung oder Entwicklung einer Gegebenheit; BM.: Scheitelpunkt; F.: Zenit, Zenites, Zenits+FW; Z.: Zen-it
zensieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. zensieren, zensurieren, bewerten, prüfen, eine Note geben, Informationen einschränken; ne. censor (V.); Vw.: s. re-; Hw.: s. Zensor, Zensur, Zins; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cēnsēre; E.: s. lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen, (3. Jh. v. Chr.); idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. zensieren, EWD s. u. zensieren, DW 31, 633, Duden s. u. zensieren; Son.: vgl. nndl. censeren, V., zensieren; frz. censurer, V., zensieren; nschw. censuera, V., zensieren; nnorw. sensurere, V., zensieren; poln. cenzurować, V., zensieren; kymr. sensora, V., zensieren; lit. cenzūruoti, V., zensieren; GB.: seit 16. Jh.: belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bewerten oder prüfen und gegebenenfalls (Informationen) für die Allgemeinheit einschränken; BM.: sprechen; BM.: sprechen; F.: zensieren, zensiere, zensierst, zensiert, zensierest, zensieret, zensierte, zensiertest, zensierten, zensiertet, ##zensiert, zensierte, zensiertes, zensiertem, zensierten, zensierter##, zensierend, ###zensierend, zensierende, zensierendes, zensierendem, zensierenden, zensierender###, zensier (!)+FW+EW; Z.: zens-ier-en
Zensor, nhd., M., (17. Jh.?): nhd. Zensor, ein Amtsträger; ne. censor; Vw.: -; Hw.: s. zensieren, Zensur, Zins; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.?; I.: Lw. lat. cēnsor; E.: s. lat. cēnsor, M., Zensor, Prüfer, (234-149 v. Chr.); vgl. lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. zensieren, DW 31, 633, Duden s. u. Zensor; Son.: vgl. nndl. censor, Sb., Zensor; frz. censeur, M., Zensur; nschw. cernsur, Sb., Zensor; nnorw. sensor, M., Zensor; poln. cenzor, M., Zensor; kymr. sensor, M., Zensor; nir. cinsire, M., Zensur; lit. cenzorius, M., Zensur; GB.: vielleicht seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen in staatlichem Auftrag Kontrolle vor allem über Meinungen sowie Verhalten ausübenden Menschen (Amtsträger); BM.: sprechen; F.: Zensor, Zensors, Zensoren+FW+EW; Z.: Zens-or
Zensur, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zensur, behördliche Überprüfung, Bewertung, Note; ne. censorship; Vw.: -; Hw.: s. zensieren, Zensor, Zins; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. lat. cēnsūra; E.: s. lat. cēnsūra, F., Zensoramt, Zensur, Prüfung, Beurteilung, Kritik, Untersuchung, richterliche Erkenntnis, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cēnsēre, V., begutachten, schätzen, taxieren, beschließen, verordnen; idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. zensieren, Zensur, DW 31, 634, EWD s. u. zensieren, Duden s. u. Zensur; Son.: vgl. nndl. censuur, Sb., Zensur; frz. censure, F., Zensur; nschw. censur, Sb., Zensur; nnorw. sensur, M., Zensur; poln. cenzura, F., Zensur; kymr. sensoriaeth, F., Zensur; lit. cenzūra, F., Zensur; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Bewertung einer Leistung oder eines sonstigen Verhaltens und für eine staatliche Kontrolle von Meinungen in Medienerzeugnissen oder Medienzugängen; BM.: sprechen; F.: Zensur, Zensuren+FW+EW; Z.: Zens-ur
Zensus, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Zensus, Volkszählung; ne. census; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. lat. cēnsus; E.: s. lat. cēnsus, M., Schätzung, Vermögen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge s. u. Zensus, DW 31, 634, Duden s. u. Zensus; Son.: vgl. nschw. census, Sb., Zensus; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Volkszählung oder. für eine Vermögensschätzung und eine davon abhängige Verpflichtung zu einer Steuerleistung; BM.: sprechen; F.: Zensus+FW+EW; Z.: Zens-us
Zent…, nhd., Partikel, (12. Jh.?): nhd. Zent…, Hundertschaft; ne. hundred…; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.?; E.: mhd. zent, cent, st. F., Zent, Gerichtsbezirk, Gericht (N.) (1); mlat. centa, vgl. lat. centum, Num. Kard., hundert; idg. *k̑m̥tóm, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zent-, Kluge s. u. Zent-, DW 31, 633, Duden s. u. Zent-; Son.: s. Zentgraf, Zentgericht; GB.: vielleicht seit 12. Jh. belegte und verwendete Partikel für die vorangestellte Anzeige von hundert betreffend; BM.: zehn; F.: Zent...+FW; Z.: Zent-
Zentaur, Centaur, Kentaur, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zentaur, Kentaur, Pferdemensch; ne. centaur; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. lat. Centaurus; E.: s. lat. Centaurus, M., Zentaur, Centaur, (70-19 v. Chr.); gr. Κένταυρος (Kéntauros), M., Zentaur, Kentaur; Etymologie unklar; L.: Kluge s. u. Zentaur, Duden s. u. Zentaur; Son.: vgl. nndl. centaur, Sb., Zentaur; frz. centaure, M., Zentaur; nschw. centaur, Sb., Zentaur; nnorw. kentaur, M., Zentaur; poln. centaur, M., Zentaur; nir. ceinteár, M., Zentaur; lit. kentauras, M., Zentaur; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem (Lateinischen und) Griechischen des Altertums aufgenommene sowie umgebildete und etymologisch unklare Bezeichnung für ein sachlich den Hochkulturen des Altertums bekanntes vierbeiniges Fabelwesen mit einem Oberkörper eines Mannes auf dem Leib eines Pferdes; BM.: ?; F.: Zentaur, Zentauren, Centaur, Centauren, Kentaur, Kentauren+FW; Z.: Zentaur
zenti…, nhd., Partikel, (16. Jh.?): nhd. zenti…, hundert…; ne. centi…; Vw.: s. -meter; Hw.: -; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. centum, Num. Kard., hundert, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. zenti-, Duden s. u. zenti-; Son.: vgl. nndl. centi…, Präf., zenti…; frz. centi…, Präf., zenti…; nschw. centi…, Präf., zenti…; nnorw. centi…, Präf., zenti…; poln. centy…, Präf., zenti…; kymr. senti…, Präf., zenti…; nir. ceinti…, Präf., zenti…; lit. centi…, Präf., zenti…; GB.: vielleicht seit 16. Jh. verwendete und aus dem Lateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Anzeige einer hundert betreffenden Gegebenheit; BM.: hundert; F.: zenti...+FW; Z.: zent-i-
Zentimeter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zentimeter, hundertster Teil eines Meters, ein Längenmaß; ne. centimeter; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. centimètre; E.: s. frz. centimètre, M., Zentimeter; lat. centimeter, M., hundert Metren, (um 431-486 n. Chr.); vgl. lat. centum, Num. Kard., hundert, (um 250-184 v. Chr.); idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); lat. metrum, N., Metrum, (1. Jh. n. Chr.); gr. μέτρον (métron), N., Maß, Metrum; vgl. idg. *mē- (3), *meh₁-, V., messen, abmessen, Pokorny 703 (1166/31) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Zentimeter, DW 31, 638, EWD s. u. Meter, Duden s. u. Zentimeter; Son.: vgl. nndl. centimeter, Sb., Zentimeter; nschw. centimeter, Sb., Zentimeter; nnorw. centimeter, M., Zentimeter; poln. centymetr, M., Zentimeter; kymr. sentimedr, M., Zentimeter; nir. ceintiméadar, M., Zentimeter; lit. centimetras, M., Zentimeter; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen hundertsten Teil eines Meters; BM.: zehn, messen; F.: Zentimeter, Zentimeters, Zentimetern+FW; Z.: Zent-i—me-t-er
Zentner, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zentner, Gewicht von hundert Pfund oder 50 Kilogramm; ne. centner, hundredweight; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: s. mhd. zentenære, centenære, zentener, zentner, st. M., sw. M., „Zentner“ (M.) (2), Zentrichter; mnd. sentenēr, M., Zentner, Gewicht von hunder Pfund; mnl. centenāre, centenaer, M., Zentner; s. ahd. zentenāri*, st. M. (ja), „Zentner“, Hauptmann, Zentrichter, Hundertführer; lat. centēnārius, Adj., hundert enthaltend, aus hundert bestehend, hundert; lat. centum, Num. Kard., hundert; idg. *k̑m̥tóm, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zentner, Kluge s. u. Zentner, DW 31, 638, EWD s. u. Zentner, Duden s. u. Zentner; Son.: vgl. nndl. centenaar, Sb., Zentner; nschw. centner, Sb., Zentner; nnorw. centner, Sb., Zentner; poln. centnar, M., Zentner; kymr. sentner, M., Zentner; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein aus hundert Pfund bestehendes Gewicht; BM.: zehn; F.: Zentner, Zentners, Zentnern+FW; Z.: Zent-n-er
zentral, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zentral, in der Mitte befindlich; ne. central (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Zentrum; Q.: Mitte 19. Jh.; I.: Lw. lat. centrālis; E.: s. lat. centrālis, Adj., zentral, in der Mitte befindlich, (23/24-79 n. Chr.); vgl. lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern; gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Zentrum, DW 31, 641, EWD s. u. Zentrum, Duden s. u. zentral; Son.: vgl. nndl. centraal, Adj., zentral; frz. central, Adj., zentral; nschw. central, Adj., zentral; nnorw. sentral, Adj., zentral; poln. centralny, Adj., zentral; lit. centrinis, Adj., zentral; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für in der Mitte befindlich; BM.: stechen; F.: zentral, zentrale, zentrales, zentralem, zentralen, zentraler(, zentralere, zentraleres, zentralerem, zentraleren, zentralerer, zentralst, zentralste, zentralstes, zentralstem, zentralsten, zentralster)+FW; Z.: zent-r-al
$Zentrale, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zentrale, Mittelpunkt, Hauptsitz; E.: s. zentral, s. Zentrum; L.: EWD s. u. Zentrum, DW 31, 641; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zentral und e (Suff.) gebildete Bezeichnung für den Mittelpunkt oder Hauptsitz einer Gegebenheit; F.: Zentrale, Zentralen+FW; Z.: Zent-r-al-e
$zentralisieren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. zentralisieren, auf einen Mittelpunkt ausrichten; E.: s. zentral, s. e, s. frz. centraliser; L.: Kluge s. u. Zentrum, DW 31, 642; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliches auf einen Mittelpunkt ausrichten; F.: zentralisieren, zentralisiere, zentralisierst, zentralisiert, zentralisierest, zentralisieret, zentralisierte, zentralisiertest, zentralisierten, zentralisiertet, ##zentralisiert, zentralisierte, zentralisiertes, zentralisiertem, zentralisierten, zentralisierter##, zentralisierend, ###zentralisierend, zentralisierende, zentralisierendes, zentralisierendem, zentralisierenden, zentralisierender###, zentralisier (!)+FW; Z.: zent-r-al-is-ier-en
$Zentralismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zentralismus, Ausrichtung auf ein Zentrum; E.: s. zentral, s. is, s. mus; L.: fehlt DW, EWD s. u. Zentrum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zentral und is sowie mus gebildete sowie aus dem Französischen aufgenommene und mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon in den Hochkulturen des Altertums und danach jedenfalls in dem Frankreich König Ludwigs XIV. mögliche politische Ausrichtung auf ein Zentrum (Paris); F.: Zentralismus, Zentralismen+FW; Z.: Zent-r-al-ism-us
$zentrieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zentrieren, um einen Mittelpunkt anordnen; E.: s. Zentr(um), s. ieren; L.: Kluge s. u. Zentrum, fehlt DW; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zentr(um) und ieren gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches um einen Mittelpunkt anordnen; F.: zentrieren, zentriere, zentrierst, zentriert, zentrierest, zentrieret, zentrierte, zentriertest, zentrierten, zentriertet, ##zentriert, zentrierte, zentriertes, zentriertem, zentrierten, zentrierter##, zentrierend, ###zentrierend, zentrierende, zentrierendes, zentrierendem, zentrierenden, zentrierender###, zentrier (!)+FW+EW; Z.: zent-r-ier-en
$zentrifugal, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zentrifugal, den Mittelpunkt fliehend; E.: s. Zentrifug(e), s. al; L.: Kluge s. u. Zentrifuge, DW 31, 641, EWD s. u. Zentrum; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zentrifug(e) sowie al (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches von einem Mittelpunkt ausgehend oder den Mittelpunkt fliehend; F.: zentrifugal, zentrifugale, zentrifugales, zentrifugalem, zentrifugalen, zentrifugaler+FW; Z.: zent-r-i-fug-al
Zentrifuge, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zentrifuge, Schleuder, Separator; ne. centrifuge; Vw.: -; Hw.: s. Fuge (2); Q.: 2. Hälfte 19. Jh.; I.: Lw. frz. centrifuge; E.: s. frz. centrifuge, Adj., Zentrifug…; neoklassische Bildung zu lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); lat. fugere, V., fliehen, flüchten, davonlaufen; idg. *bʰeug- (1), V., fliehen, Pokorny 152 (234/67) (RB. idg. aus gr., ill.?, ital., balt.); L.: Kluge s. u. Zentrifuge, fehlt DW, EWD s. u. Zentrum, Duden s. u. Zentrifuge; Son.: vgl. nndl. centrifugen, Sb., Zentrifuge; frz. centrifuger, M., Zentrifuge; nschw. centrifug, Sb., Zentrifuge; nnorw. sentrifuge, M., Zentrifuge; lit. centrifuga, F., Zentrifuge; GB.: seit 2. Hälfte 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät zu einer Trennung von Substanzen mit verschiedenen spezifischen Gewichten wie beispielsweise Honig und Wachs unter Nutzung der Masseträgheit bei Rotationen oder Drehbewegungen oder Schleudern; BM.: stechen, fliehen; F.: Zentrifuge, Zentrifugen+FW; Z.: Zent-r-i-fug-e
...zentrisch, nhd., Adj.., (17. Jh.?): nhd. ...zentrisch, Mittelpunkt betreffend; ne. ...centric; Vw.: ex-, kon-; Hw.: s....zentrum; Q.: 17. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern; gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1097, fehlt DW; Son.: vgl. nndl. …centriek, Suff., …zentrisch; frz. …centrique, Suff., …zentrisch; nschw. …centrisk, Suff., …zentrisch; nnorw. …sentrisk, Suff., …zentrisch; poln. …centryczny, Suff., …zentrisch; kymr. …sentrig, Suff., …zentrisch; lit. …centriškas, Suff., …zentrisch; GB.: vielleicht seit 17. Jh. entwickelte und verwendete Bezeichnung für die Bildung von eine Mitte betreffenden Adjektiven; BM.: stechen; F.: ...zentrisch, ...zentrische, ...zentrisches, ...zentrischem, ...zentrischen, ...zentrischer+FW+EW; Z.: -zentr-isch
Zentrum, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Zentrum, Mitte, Mittelpunkt; ne. centre (N.); Vw.: s. Epi-; Hw.: s. zentral, Zentrifuge, konzentrieren, konzentrisch, Konzentration; Q.: 13. Jh.; E.: mhd. zentrum, st. N., Zentrum, Mittelpunkt, Erde; lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern, (um 84-um 25 v. Chr.); gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Zentrum, EWD s. u. Zentrum, DW 31, 642, Duden s. u. Zentrum; Son.: vgl. nndl. centrum, Sb., Zentrum; frz. centre, M., Zentrum; nschw. centrum, N., Zentrum; nnorw. sentrum, N., Zentrum; poln. centrum, N., Zentrum; lit. centras, M., Zentrum; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie seitdem verwendete Bezeichnung für den Mittelpunkt einer Gegebenheit; BM.: stechen; F.: Zentrum, Zentrums, Zentren+FW+EW; Z.: Zent-r-um
...zentrum, nhd., N., (20. Jh.?): nhd. ...zentrum, Mittelpunkt betreffend, Zentrum betreffend; ne. ...center; Vw.: s. Epi-; Hw.: s....zentrisch; Q.: 20. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. centrum, N., Schenkel des Zirkels, Mittelpunkt, Zentrum, Kern; gr. κέντρον (kéntron), N., Stachel; vgl. gr. κεντεῖν (kentein), V., stacheln, antreiben, stechen; idg. *k̑ent-, V., stechen, Pokorny 567 (879/111) (RB. idg. aus gr., kelt., germ., balt.?); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1097; Son.: vgl. nndl. …centrum, Sb., …zentrum; frz. …centre, Suff., …zentrum; nschw. …centrum, Suff., …zentrum; nnorw. …sentrum, Suff., …zentrum; poln. …centrum, Suff., …zentrum; lit. …centras, Suff., …zentrum; GB.: vielleicht seit 20. Jh. aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und seitdem verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von eine Mitte betreffenden Substantiven; BM.: stechen; F.: …zentrum, …zentrums, …zentren+FW+EW; Z.: -zent-r-um
Zenturio, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zenturio, Hundertschaftsführer; ne. centurion; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 14. Jh. (Evangelienharmonie der Passion Christ); E.: mhd. centurio, M., Zenturio; s. lat. centurio, M., Hauptmann, Zenturio; vgl. lat. centuria, F., Zenturie, Kompanie, Wahlkörperschaft; lat. centum, Num. Kard., hundert; idg. *k̑m̥tóm, *dk̑m̥to-, *h₁k̑m̥to-, Num. Kard., hundert, Pokorny 192; vgl. idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Duden s. u. Zenturio; Son.: vgl. nndl. centurio, Sb., Zenturio; frz. centurion, M., Zenturio; nschw. centurion, Sb., Zenturio; nnorw. centurion, M., Zenturio; poln. centurion, M., Zenturio; nir. ceantúir, M., Zenturio; lit. centurionas, M., Zenturio; GB.: seit 1. Viertel 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene (und umgebildete) sowie aus lat. centu(m) gebildete Bezeichnung für den Führer einer Hundertschaft; BM.: zehn; F.: Zenturio, Zenturios, Zenturionen+FW+EW; Z.: Zent-ur-io
Zephyr, Zephir, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zephyr, Zephir, ein milder Westwind, ein Baumwollstoff; ne. zephyr; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 17. Jh.; I.: Lw. lat. zephyrus, gr. ζέφυρος (zéphyrus); E.: s. lat. zephyrus, M., Westwind; gr. ζέφυρος (zéphyrus), M., Westwind; wohl von gr. ζόφος (zóphos), M., Finsternis, Dunkel, Frisk 1, 611; vgl. idg. *kᵘ̯sep-?, Adj., Sb., dunkel, Dunkel, Pokorny 649 (1044/22) (RB. idg. aus ind., iran., gr.); L.: DW 31, 643, Duden s. u. Zephir; Son.: vgl. nndl. zefier, Sb., Zephyr; frz. zéphyr, M., Zephyr; kymr. seffyr, M., Zephyr; nir. steifir, F., Zephyr; poln. zefir, M., Zephyr; lit. zefyras, M., Zephyr; GB.: seit 1. Hälfte 17. Jh. belegte sowie aus dem Lateinischen und Griechisches des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon vormenschlich möglichen milden Westwind und später einen Baumwollstoff; BM.: dunkel?; F.: Zephyr, Zephyrs, Zephyre, Zephyren, Zephir, Zephirs, Zephire, Zephiren+FW+EW; Z.: Zeph-yr
Zeppelin, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zeppelin, Luftschiff; ne. zeppelin, airship; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1908; E.: nach dem Erfinder Ferdinand Graf Zeppelin (1838-1917) gebildet; wohl aus dem neuenglischen Zeppelin (airship) aufgenommen; L.: Kluge s. u. Zeppelin, fehlt DW, Duden s. u. Zeppelin; Son.: vgl. nndl. zeppelin, Sb., Zeppelin; frz. zeppelin, M., Zeppelin; nschw. zeppelinare, Sb., Zeppelin; nnorw. zeppeliner, zeppelinar, M., Zeppelin; poln. zeppelin, M., Zeppelin; kymr. sepelin, F., Zeppelin; nir. seipilin, F., Zeppelin; GB.: seit um 1908 belegte Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes aus einem starren inneren Gerüst aus Leichtmetall und einer textilen Außenhaut bestehendes und dem Flugzeug technisch unterlegenes Luftschiff; BM.: PN (nach dem Konstrukteur); F.: Zeppelin, Zeppelins, Zeppeline, Zeppelinen+EW; Z.: Zeppelin
Zepter, Szepter, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Zepter, Szepter, eine Reichsinsignie; ne. sceptre; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1120? (Millstädter Genesis); E.: mhd. zepter, cepter, tzepter, st. M., st. N., Zepter; mhd. szepter, st. N., Szepter, Zepter; mhd. scepter, st. N., Zepter, Szepter; mhd. szeptrīs, st. N., Zepter; mnd. septer, scepter, cepter, M., F., Zepter; lat. scēptrum, N., Zepter, Reich, Regentschaft; gr. σκῆπτρον (skēptron), N., Zepter, Stab, Stock; vgl. gr. σκήπτειν (skḗptein), V., stützen, aufstemmen, vorgeben, schleudern; vgl. idg. *skē̆p- (2), *kē̆p-, *skō̆p-, *kō̆p-, V., schneiden, spalten, schnitzen, schaffen, kratzen, schaben, Pokorny 930 (1621/93) (RB. idg. aus iran., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zepter, Kluge s. u. Zepter, DW 20, 1446, EWD s. u. Zepter, Duden s. u. Zepter; Son.: vgl. nndl. scepter, Sb., Zepter; frz. sceptre, M., Zepter; nschw. scepter, Sb., Zepter; nnorw. septer, N., Zepter; lit. skeptras, M., Zepter; GB.: vielleicht seit um 1120 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine seit dieser Zeit verwendete stabförmige Reichsinsignie eines Herrschers die er zu seiner Krönung erhält; BM.: schneiden; F.: Zepter, Zepters, Zeptern, Szepter, Szepters, Szeptern+FW; Z.: Zep-t-er
zer…, nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. zer..., auseinander; ne. ?; Vw.: s. -fleddern; Hw.: s. dis…; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. zer..., ze..., zur-, zu-, Präf., zer...; ahd. zur, Präf., zer..., ver...; germ. *tuz-, Präf., miss...; idg. *dus-, Adj., Präf., übel..., miss..., Pokorny 227 (350/55) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. zer-, Kluge s. u. zer-, DW 31, 644, EWD s. u. zer-, Falk/Torp 168, Duden s. u. zer-, Bluhme s. u. zer-; Son.: vgl. afries. -; ae. tor..., Präf., zer...; an. *tor..., Präf., zer..., schwer; got. *tuz... Präf., zer...; lat. dis... Präf., auseinander, zer...; GB.: wohl seit 8. Jh. belegte und seitdem verwendete Bezeichnung um zusammengesetzte Verben mit der Bedeutung auseinander zu bilden; F.: zer…+EW; Z.: zer-
Zerberus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zerberus, strenger und unfreundlicher Türhüter oder Wächter; ne. cerberus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. gr. Κέρβερος (Kérberos); E.: s. gr. Κέρβερος (Kérberos), M., Scheckiger, Kerberos, Zerberus; vgl. idg. *kerbero-, Adj., scheckig, Pokorny 578; vgl. idg. *ker- (6), *k̑er-, Adj., dunkel, grau, schmutzig, Pokorny 573 (884/116) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital.?, kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zerberus, Duden s. u. Zerberus; Son.: vgl. nndl. Cerberus, Sb., Zerberus; frz. cerbère, M., Zerberus; poln. cerber, M., Zerberus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen strengen und unfreundlichen Türhüter oder Wächter; BM.: dunkel; F.: Zerberus, Zerberusse+FW(+EW?); Z.: Zer-b-er-us
$zerbomben, nhd., sw. V., (20. Jh.?): nhd. zerbomben, mittels einer Bombe oder Bomben zerstören; E.: s. zer, s. bomben: L.: Kluge s. u. Bombe, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus zer und bomben gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickeltes und verwendetes mittels einer Bombe oder Bomben zerstören; F.: zerbomben, zerbombe, zerbombst, zerbombt, zerbombest, zerbombet, zerbombte, zerbombtest, zerbombten, zerbombtet, ##zerbombt, zerbombte, zerbombtes, zerbombtem, zerbombten, zerbombter##, zerbombend, ###zerbombend, zerbombende, zerbombendes, zerbombendem, zerbombenden, zerbombender###, zerbomb (!)+EW+FW; Z.: zer-bomb-en
$zerbröseln, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. zerbröseln, in Brösel teilen oder zerfallen (V.); E.: s. zer, s. bröseln; L.: Kluge s. u. Brosame, DW 31, 666; GB.: vielleicht seit 1572 belegte und aus zer und bröseln gebildete Bezeichnung für sachlich schon früher mögliches in Brösel teilen oder zerfallen (V.); F.: zerbröseln, zerbrösel (!), zerbrösle, zerbrösele, zerbröselst, zerbröselt, zerbröselte, zerbröseltest, zerbröselten, zerbröseltet, ##zerbröselt, zerbröselte, zerbröseltes, zerbröseltem, zerbröselten, zerbröselter##, zerbröselnd, ###zerbröselnd, zerbröselnde, zerbröselndes, zerbröselndem, zerbröselnden, zerbröselnder###, zerbrösel (!)+EW; Z.: zer-brö-s-el-n
zerebral, cerebral, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zerebral, cerebral, das Großhirn betreffend; ne. cerebral; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 19. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cerebrum, Hirn, Gehirn, Verstand, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. zerebral; Son.: vgl. frz. cérébral, Adj., zerebral; nschw. cerebral, Adj., zerebral; nnorw. cerebral, Adj., zerebral; kymr. serebrol, Adj., zerebral; GB.: seit 1. Hälfte 19. Jh. belegte und aus lat. cerebr(um) und alis gebildete und umgebildete Bezeichnung von sachlich spätestens wohl seit Entstehung des Menschen möglichem das Gehirn (Großhirn) betreffend; BM.: Kopf; F.: zerebral, zerebrale, zerebrales, zerebralem, zerebralen, zerebraler, cerebral, cerebrale, cerebrales, cerebralem, cerebralen, cerebraler+FW(+EW); Z.: zer-eb-r-al
Zeremonie, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Zeremonie, feierliche Handlung; ne. ceremony; Vw.: -; Hw.: s. zeremoniell; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. zēremonīe, st. F., Zeremonie; mhd. cēremonīe, cerimonīe, st. F., „Zeremonie“, Gottesdienstordnung, Feierlichkeit; mnd. cēremonīe, cerimonīe, ceromonīe, F., Zeremonie, Formalhandlung; frz. cérémonie, F., Zeremonie, feierliche rituelle Handlung; lat. caerimōnia, F., heilige Verehrung, religiöse Handlung, Feierlichkeit, (81-43 v. Chr.); wahrscheinlich aus dem Etruskischen, s. Walde/Hofmann 1, 132; L.: Kluge s. u. Zeremonie, DW 2, 610 (Ceremonie), DW 31, 669, EWD s. u. Zeremonie, Duden s. u. Zeremonie; Son.: vgl. nndl. ceremonie, Sb., Zeremonie; nschw. ceremoni, Sb., Zeremonie; nnorw. seremoni, M., Zeremonie; poln. ceremonia, F., Zeremonie; kymr. seremoni, F., Zeremonie; nir. searmóin, F., Zeremonie; lit. ceremonija, F., Zeremonie; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und vielleicht dem Etruskischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen möglicherweise seit Entwicklung von Sprache geschaffene und verwendete ritualisierte feierliche Handlung; BM.: Feierlichkeit; F.: Zeremonie, Zeremonien+FW(+EW?); Z.: Zeremon-ie
zeremoniell, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zeremoniell, feierlich, förmlich; ne. ceremonial; Vw.: -; Hw.: s. Zeremonie; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cérémoniel; E.: s. frz. cérémoniel, Adj., zeremoniell; lat. caeremōniālis, Adj., zur Gottesverehrung gehörig, zum Gottesdienst gehörig, kultisch, (297-310 n. Chr.); lat. caerimōnia, F., heilige Verehrung, religiöse Handlung, Feierlichkeit; wahrscheinlich aus dem Etruskischen, s. Walde/Hofmann 1, 132; L.: Kluge s. u. Zeremonie, DW 31, 670, EWD s. u. Zeremonie, Duden s. u. zeremoniell; Son.: vgl. nndl. ceremonieel, Adj., zeremoniell; nschw. ceremoniell, Adj., zeremoniell; nnorw. seremoniell, Adj., zeremoniell; lit. seremonïol, Adj., zeremoniell; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums und dem Etruskischen aufgenommene Bezeichnung für nach einer ritualisierten Feierlichkeit ablaufend oder feierlich oder förmlich; BM.: Feierlichkeit; F.: zeremoniell, zeremonielle, zeremonielles, zeremoniellem, zeremoniellen, zeremonieller+FW(+EW?); Z.: zeremon-iell
$Zeremoniell, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Zeremoniell; E.: s. zeremoniell; L.: EWD s. u. Zeremonie, DW 31, 670; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zeremoniell gebildete Bezeichnung für eine sachlich von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickelte und verwendete Gesamtheit besonderer Umgangsformen; F.: Zeremoniell, Zeremonielles, Zeremoniells, Zeremonielle, Zeremoniellen+FW(+EW?); Z.: Zeremon-iell
$zerfahren, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zerfahren (Adj.), zerstreut; L.: Kluge s. u. zerfahren, DW zerfahren (V.); E.: s. zer, s. fahren; GB.: seit 19. Jh. belegte und von zerfahren (V.) abgeleitete sowie aus zer und fahren gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches zerstreut; F.: zerfahren, zerfahrene, zerfahrenes, zerfahrenem, zerfahrenen, zerfahrener(, zerfahrenere, zerfahreneres, zerfahrenerem, zerfahreneren, zerfahrenerer, zerfahrenst, zerfahrenste, zerfahrenstes, zerfahrenstem, zerfahrensten, zerfahrenster)+EW; Z.: zer-fahr-en
$zerfasern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerfasern, in Fasern zerlegen (V.) oder teilen; E.: s. zer, s. fasern, s. Faser, s. n; L.: DW 31, 676, EWD s. u. Faser; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und fasern gebildete Bezeichnung für sachlich dem Menschen wohl schon früher mögliches in Fasern zerlegen (V.) oder teilen; F.: zerfasern, zerfasere, zerfaser (!), zerfasre, zerfaserst, zerfasert, zerfaserte, zerfasertest, zerfaserten, zerfasertet, ##zerfasert, zerfaserte, zerfasertes, zerfasertem, zerfaserten, zerfaserter##, zerfasernd, ###zerfasernd, zerfasernde, zerfaserndes, zerfaserndem, zerfasernden, zerfasernder###, zerfaser (!)+EW; Z.: zer—fas-er-n
$zerfetzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerfetzen, in Fetzen (M. Pl.) teilen oder reißen; E.: s. zer, s. fetzen; L.: DW 31, 677, EWD s. u. Fetzen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und fetzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Fetzen (M. Pl.) teilen oder reißen; F.: zerfetzen, zerfetze, zerfetzst, zerfetzt, zerfetzest, zerfetzet, zerfetzte, zerfetztest, zerfetzten, zerfetztet, ##zerfetzt, zerfetzte, zerfetztes, zerfetztem, zerfetzten, zerfetzter##, zerfetzend, ###zerfetzend, zerfetzende, zerfetzendes, zerfetzendem, zerfetzenden, zerfetzender###, zerfetz (!)+EW; Z.: zer—fetz-en
zerfleddern, zerfledern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zerfleddern, zerfledern, zerreißen; ne. tatter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Fledermaus; Q.: um 1800; E.: s. zer…; von mhd. vlederen, vledern, sw. V., flattern; vgl. ahd. fleden*, fledēn?, sw. V. (1b, 3?), wallen (V.) (1), flattern; s. germ. *fleþrōn, sw. V., flattern; idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. zerfled(d)ern, EWD s. u. zerfleddern, fehlt DW, Duden s. u. zerfleddern; GB.: seit um 1800 belegte und aus zer und mhd. vlederen bzw. ahd. fleden gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zerreißen; BM.: flattern bzw. gießen; F.: zerfleddern, zerfleddere, zerfledder (!), zerfleddre, zerfledderst, zerfleddert, zerfledderte, zerfleddertest, zerfledderten, zerfleddertet, ##zerfleddert, zerfledderte, zerfleddertes, zerfleddertem, zerfledderten, zerfledderter##, zerfleddernd, ###zerfleddernd, zerfleddernde, zerfledderndes, zerfledderndem, zerfleddernden, zerfleddernder###, zerfledder (!), zerfledern, zerfledere, zerfleder (!), zerfledre, zerflederst, zerfledert, zerflederte, zerfledertest, zerflederten, zerfledertet, ##zerfledert, zerflederte, zerfledertes, zerfledertem, zerflederten, zerflederter##, zerfledernd, ###zerfledernd, zerfledernde, zerflederndes, zerflederndem, zerfledernden, zerfledernder###, zerfleder (!)+EW; Z.: zer-fle-d-er-n
zerfledern, nhd., sw. V.: nhd. zerfledern; Vw.: s. zerfleddern
$zerfleischen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerfleischen, (Fleisch) zerreißen; E.: s. zer, s. fleischen, s. Fleisch, s. en; L.: DB 31, 659, EWD s. u. Fleisch; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. excarnificāre aus zer und fleischen bzw. Fleisch und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich schon vormenschlich mögliches (Fleisch) zerreißen; F.: zerfleischen, zerfleische, zerfleischst, zerfleischt, zerfleischest, zerfleischet, zerfleischte, zerfleischtest, zerfleischten, zerfleischtet, zerfleischt, ##zerfleischt, zerfleischte, zerfleischtes, zerfleischtem, zerfleischten, zerfleischter##, zerfleischend, ###fleischend, zerfleischende, zerfleischendes, zerfleischendem, zerfleischenden, zerfleischender###, zerfleisch (!)+EW; Z.: zer—flei-sch-en
$zergen, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.?): nhd. zergen, zu Zorn reizen, necken, ärgern; L.: Kluge 1. A. s. u. zergen, DW 31, 690; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und für das (West-)Germanische erschließbare sowie mitteldeutsch und nordostdeutsch verwendete Bezeichnung für zu Zorn reizen oder necken oder ärgern; F.: zergen, zerge (!), zergst, zergt, zergest, zerget, zergte, zergtest, zergten, zergtet, gezergt, ##gezergt, gezergte, gezergtes, gezergtem, gezergten, gezergter##, zergend, ###zergend, zergende, zergendes, zergendem, zergenden, zergender###, zerg (!)+EW; Z.: zerg-en
$zerhauen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zerhauen, zerschlagen, durch Schlagen in Teile gliedern und dabei zerstören; E.: s. zer, s. hauen; L.: Kluge s. u. hauen, DW 31, 696, EWD s. u. hauen; GB.: seit 1150-1170 belegte und aus zer und hauen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zerschlagen oder durch Schlagen in Teile gliedern und dabei zerstören; F.: zerhauen, zerhaue, zerhaust, zerhaut, zerhauest, zerhauet, zerhaute, zerhautest, zerhauten, zerhautet, ##zerhaut, zerhaute, zerhautes, zerhautem, zerhauten, zerhauter##, zerhauend, ###zerhauend, zerhauende, zerhauendes, zerhauendem, zerhauenden, zerhauender###, zerhau (!)+EW; Z.: zer-hau-en
$zerkleinern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. zerkleinern, kleiner machen und dadurch vielfach beschädigen; E.: s. zer, s. klein, s. er, s. (e)n); L.: Kluge s. u. klein, DW 31, 701, EWD s. u. klein; GB.: seit 19. Jh. belegte und vielleicht nach lat. comminūtāre aus zer und klein sowie er (Suff.) und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches kleiner machen und dadurch vielfach beschädigen; F.: zerkleinern, zerkleinere, zerkleiner (!), zerkleinerst, zerkleinert, zerkleinerte, zerkleinertest, zerkleinerten, zerkleinertet, ##zerkleinert, zerkleinerte, zerkleinertes, zerkleinertem, zerkleinerten, zerkleinerter##, zerkleinernd, ###zerkleinernd, zerkleinerndes, zerkleinerndem, zerkleinernden, zerkleinernder###, zerkleiner (!)+EW; Z.: zer-klei-n-er-n
$zerklüftet, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (18. Jh.): nhd. zerklüftet, von Klüften durchzogen und dadurch schwer zugänglich; E.: s. zer, s. Kluft, s. et; L.: Kluge s. u. Kluft 1, DW 31, 704 (zerklüften), EWD s. u. Kluft 1; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zer und Kluft sowie et gebildet für sachlich schon vormenschlich mögliches von Klüften durchzogen und dadurch schwer zugänglich; F.: zerklüftet, zerklüftete, zerklüftetes, zerklüftetem, zerklüfteten, zerklüfteter(, zerklüftetere, zerklüfteteres, zerklüfteterem, zerklüfteteren, zerklüfteterer, zerklüftetest, zerklüfteteste, zerklüftetestes, zerklüftetestem, zerklüftetesten, zerklüftetester)+EW; Z.: zer-klüf-t-et
$zerknittern, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zerknittern; E.: s. zer, s. knittern; L.: DW 31, 710, EWD s. u. knittern; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zer und knittern gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches mit Knitter oder Falten versehen (V.); F.: zerknittern, zerknittere, zerknitter (!), zerknitterst, zerknittert, zerknitterte, zerknittertest, zerknitterten, zerknittertet, ##zerknittert, zerknitterte, zerknittertes, zerknittertem, zerknitterten, zerknitterter##, zerknitternd, ###zerknitternd, zerknitterndes, zerknitterndem, zerknitternden, zerknitternder###, zerknitter (!)+EW; Z.: zer—knitt-er-n
$zerkratzen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zerkratzen, mit Kratzern versehen (V.), durch kratzen beeinträchtigen oder zerstören; E.: s. zer, s. kratzen; L.: DW 31, 712, EWD s. u. kratzen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus zer und kratzen gebildete Bezeichnung durch sachlich schon vormenschlich mögliches kratzen beeinträchtigen oder zerstören; F.: zerkratzen, zerkratze, zerkratzst, zerkratzt, zerkratzest, zerkratzet, zerkratzte, zerkratztest, zerkratzten, zerkratztet, ##zerkratzt, zerkratzte, zerkratztes, zerkratztem, zerkratzten, zerkratzter##, zerkratzend, ###zerkratzend, zerkratzende, zerkratzendes, zerkratzendem, zerkratzenden, zerkratzender###, zerkratz (!)+EW; Z.: zer—kratz-en
$zerlaufen, nhd., st. V., (8. Jh.?): nhd. zerlaufen (V.), auseinanderlaufen; E.: s. zer, s. laufen; L.: DW 31, 716, EWD s. u. laufen; GB.: (ziloufan) vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus zer und laufen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches auseinanderlaufen; F.: zerlaufen, zerlaufe, zerläufst, zerläuft, zerlauft, zerlaufest, zerlaufet, zerlief, zerliefst, zerliefen, zerlieft, zerliefest, zerliefet, ##zerlaufen, zerlaufene, zerlaufenes, zerlaufenem, zerlaufenen, zerlaufener##, zerlaufend, ###zerlaufend, zerlaufende, zerlaufendes, zerlaufendem, zerlaufenden, zerlaufender###, zerlauf (!)+EW; Z.: zer—lauf-en
$zerlumpt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (16. Jh.): nhd. zerlumpt, in Lumpen gehüllt, in Lumpen zerfallen; L.: Kluge s. u. Lumpen, EWD s. u. Lumpen, fehlt DW (aber zerlumpen DW 31, 722); GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zerlump(en) und (e)t (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Entwicklung und Verwendung von Bekleidung von Menschen mögliches in Lumpen gehüllt oder zerfallen (Adj.); F.: zerlumpt, zerlumpte, zerlumptes, zerlumptem, zerlumpten, zerlumpter(, zerlumptere, zerlumpteres, zerlumpterem, zerlumpteren, zerlumpterer, zerlumptest, zerlumpteste, zerlumptestes, zerlumptestem, zerlumptesten, zerlumptester)+EW; Z.: zer-lum-p-t
$zermalmen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zermalmen, zermahlen (V.), zerstören; E.: s. zer, s. malmen; L.: Kluge s. u. malmen, DW 31, 722, EWD s. u. malmen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zer und malmen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zermahlen (V.) oder zerstören; F.: zermalmen, zermalme, zermalmst, zermalmt, zermalmest, zermalmet, zermalmte, zermalmtest, zermalmten, zermalmtet, ##zermalmt, zermalmte, zermalmtes, zermalmtem, zermalmten, zermalmter##, zermalmend, ###zermalmend, zermalmende, zermalmendes, zermalmendem, zermalmenden, zermalmender###, zermalm (!)+EW; Z.: zer-mal-m-en
$zermürben, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zermürben, mürbe machen, mürbe werden; E.: s. zer und mürb(e) sowie (en) L.: Kluge s. u. mürb, DW 31, 726, EWD s. u. mürbe; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zer und mürb(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht auch schon vormenschlich mögliches (mürbe sein) (V.) (oder) mürbe machen oder mürbe werden oder entkräften; F.: zermürben, zermürbe, zermürbst, zermürbt, zermürbest, zermürbet, zermürbte, zermürbtest, zermürbten, zermürbtet, ##zermürbt, zermürbte, zermürbtes, zermürbtem, zermürbten, zermürbter##, zermürbend, ###zermürbend, zermürbende, zermürbendes, zermürbendem, zermürbenden, zermürbender###, zermürb (!)+EW; Z.: zer-mür-b-en
$zerplatzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerplatzen, auseinanderfallen, zerspringen, zerbersten; E.: s. zer, s. platzen; L.: Kluge s. u. platzen, EWD s. u. platzen, DW 31, 730; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und platzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches durch Platzen auseinanderfallen oder zerspringen oder zerbersten; F.: zerplatzen, zerplatze, zerplatzst (!), zerplatzt, zerplatzest, zerplatzet, zerplatzte, zerplatztest, zerplatzten, zerplatztet, ##zerplatzt, zerplatzte, zerplatztes, zerplatztem, zerplatzten, zerplatzter##, zerplatzend, ###zerplatzend, zerplatzende, zerplatzendes, zerplatzendem, zerplatzenden, zerplatzender###, zerplatz (!)+EW; Z.: zer-platz-en
$Zerrbild, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Zerrbild, wirklichkeitsfremdes Abbild; E.: s. zerr(en), s. Bild; L.: Kluge s. u. Zerrbild, DW 31, 734, EWD s. u. zerren; GB.: seit 1789 belegte und aus zerr(en) und Bild gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches durch Verzerren gebildetes wirklichkeitsfremdes und damit falsches Abbild; F.: Zerrbild, Zerrbildes, Zerrbilds, Zerrbilder, Zerrbildern+EW; Z.: Zer-r—bild
$zerreiben, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. zerreiben, verreiben, auseinanderreiben und dadurch zerstören; E.: s. zer, s. reiben; L.: Kluge s. u. reiben, DW 31, 735, EWD s. u. reiben; GB.: (zerrīben) vor 1190 belegte und aus zer und reiben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches verreiben oder auseinanderreiben und dadurch zerstören; F.: zerreiben, zerreibe, zerreibst, zerreibt, zerreibest, zerreibet, zerrieb, zerriebst, zerrieben, zerriebt, zerriebest, zerriebet, zerrieben, ##zerrieben, zerriebene, zerriebenes, zerriebenem, zerriebenen, zerriebener##, zerreibend, ###zerreibend, zerreibende, zerreibendes, zerreibendem, zerreibenden, zerreibender###, zerreib (!)+EW; Z.: zer-rei-b-en
$zerreißen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. zerreißen, auseinanderreißen und dadurch zerfallen (V.) oder zerstören; E.: s. zer, s. reißen; L.: Kluge s. u. reißen, DW 31, 743, EWD s. u. reißen; GB.: (zerrīzen) seit 1190-1200 belegte und aus zer und reißen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches auseinanderreißen und dadurch zerfallen (V.) oder zerstören; F.: zerreißen, zerreiße, zerreißt, zerreißest, zerreißet, zerriss, zerrissest, zerrissen, zerrisst, zerrisset, zerrissen, ##zerrissen, zerrissene, zerrissenes, zerrissenem, zerrissenen, zerrissener##, zerreißend, ###zerreißend, zerreißende, zerreißendes, zerreißendem, zerreißenden, zerreißender###, zerreiß (!)+EW; Z.: zer-rei-ß-en
zerren, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zerren, ziehen; ne. drag (V.); Vw.: -; Hw.: s. zehren; Q.: 810-817 (Murbacher Hymnen); E.: mhd. zerren, sw. V., zerren, streiten, reißen, reißen von, reißen zu, strecken, zerreißen, zerreißen in, abreißen, abreißen von, spalten; mnd. terren, sw. V., zerren, zanken, streiten; mnl. terren, sw. V., zerren; ahd. zerren*, zerien*, sw. V. (1a), zerren, zerreißen; as. tėrian*, sw. V. (1a), zehren, verzehren; anfrk. *terren?, sw. V. (1), zerren; germ. *tarjan, sw. V., reißen, zerren; idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zerren, Kluge s. u. zerren, DW 31, 744, EWD s. u. zerren, Seebold 503, Duden s. u. zerren, Bluhme s. u. zerren; Son.: vgl. afries. tera, sw. V. (1), zehren; ae. teran, st. V. (4), zerreißen; an. -; got. taíran?, st. V. (4), zerstören, zerreißen, auflösen; ai. dṛṇā́ti, V., birst, zerreißt; gr. δέρειν (dérein), δείρειν (deírein), V., häuten, schinden, prügeln; lit. dir̃ti, V., zerreißen, schinden; ksl. dĭrati, V., schinden, reißen, schlagen; GB.: (zerren) seit 810-817 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare für sachlich schon vormenschlich mögliches ruckweise und anhaltend ziehen; BM.: reißen bzw. schinden; F.: zerren, zerre, zerrst, zerrt, zerrest, zerret, zerrte, zerrtest, zerrten, zerrtet, gezerrt, ##gezerrt, gezerrte, gezerrtes, gezerrtem, gezerrten, gezerrter##, zerrend, ###zerrend, zerrende, zerrendes, zerrendem, zerrenden, zerrender###, zerr (!)+EW; Z.: zer-r-en
$Zerrung, nhd., F., (15. Jh.?): nhd. Zerrung, übermäßige Dehnung von Muskeln oder Sehnen oder Bändern; Vw.: s. Ver-; E.: s. zerr(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zerren, DW 31, 748; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus zerr(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl auch schon vormenschlich mögliche übermäßige Dehnung von Muskeln oder Sehnen oder Bändern; F.: Zerrung, Zerrungen+EW; Z.: Zer-r-ung
$zerrütten, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. zerrütten, erschöpfen, zerstören; E.: s. zer, s. rütten; L.: Kluge 1. A. s. u. zerrütten, Kluge s. u. zerrütten, DW 31, 751; GB.: seit um 1272 belegte und aus zer und rütten oder rütteln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl auch schon vormenschlich mögliches erschöpfen oder zerstören; F.: zerrütten, zerrütte, zerrüttest, zerrüttet, zerrüttete, zerrüttetest, zerrütteten, zerrüttetet, ##zerrüttet, zerrüttete, zerrüttetes, zerrüttetem, zerrütteten, zerrütteter##, zerrüttend, ###zerrüttend, zerrüttende, zerrüttendes, zerrüttendem, zerrüttenden, zerrüttender###, zerrütt (!)+EW; Z.: zer-rüt-t-en
$Zerrüttung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zerrüttung, Beeinträchtigung, Zerstörung; E.-: s. zerrütt(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zerrütten, DW 31, 753, EWD s. u. zerrütten; GB.: (zerrüttunge) seit um 1282 gebildete und aus zerrütt(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliche Beeinträchtigung oder Zerstörung; F.: Zerrüttung, Zerrüttungen+EW; Z.: Zer-rüt-t-ung
$zerschellen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerschellen, zerspringen, zerbrechen; E.: s. zer, s. Schall, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. zerschellen, Kluge s. u. zerschellen, DW 31, 755; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und Schall sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zerspringen oder zerbrechen; F.: zerschellen, zerschelle, zerschellst, zerschellt, zerschellest, zerschellet, zerschellte, zerschelltest, zerschellten, zerschelltet, ##zerschellt, zerschellte, zerschelltes, zerschelltem, zerschellten, zerschellter##, zerschellend, ###zerschellend, zerschellende, zerschellendes, zerschellendem, zerschellenden, zerschellender###, zerschell (!)+EW; Z.: zer-schel-l-en
$zerschlagen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zerschlagen (V.), auseinanderschlagen, zerstören; E.: s. zer, s. schlagen; L.: Kluge s. u. schlagen, DW 31, 757; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus zer und schlagen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches auseinanderschlagen oder zerstören oder zerschmettern; F.: zerschlagen, zerschlage, zerschlägst, zerschlägt, zerschlagt, zerschlagest, zerschlaget, zerschlug, zerschlugst, zerschlugen, zerschlugt, zerschlüge, zerschlügest, zerschlügen, zerschlüget, zerschlagen, ##zerschlagen, zerschlagene, zerschlagenes, zerschlagenem, zerschlagenen, zerschlagener##, zerschlagend, ###zerschlagend, zerschlagende, zerschlagendes, zerschlagendem, zerschlagenden, zerschlagender###, zerschlag (!)+EW; Z.: zer-schlag-en
$zerschmettern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerschmettern, zerschlagen (V.), zerstören, zertrümmern; E.: s. zer, s. schmettern; L.: DW 31, 764, EWD s. u. schmettern; GB.: seit 1545 belegte und aus zer und schmettern gebildete Bezeichnung für zerschlagen (V.) oder zerstören oder zertrümmern; F.: zerschmettern, zerschmettere, zerschmetter (!), zerschmettre, zerschmetterst, zerschmettert, zerschmetterte, zerschmettertest, zerschmetterten, zerschmettertet, zerschmettert, ##zerschmettert, zerschmettertes, zerschmettertem, zerschmetterten, zerschmetterter##, zerschmetternd, ###zerschmetternd, zerschmetternde, zerschmetterndes, zerschmetterndem, zerschmetternden, zerschmetternder###, zerschmetter (!)+EW; Z.: zer—schmett-er-n
$zersprengen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zersprengen, zerspringen machen, auseinandersprengen, auseinandertreiben; E.: s. zer, s. sprengen; L.: Kluge s. u. sprengen, DW 31, 775, EWD s. u. sprengen; GB.: (zisprengen*) seit 9. Jh. belegte und aus zer und sprengen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches auseinandersprengen oder auseinandertreiben; F.: zersprengen, zersprenge, zersprengst, zersprengt, zersprengest, zersprenget, zersprengte, zersprengtest, zersprengten, zersprengtet, ##zersprengt, zersprengte, zersprengtes, zersprengtem, zersprengten, zersprengter##, zersprengend, ###zersprengend, zersprengende, zersprengendes, zersprengendem, zersprengenden, zersprengender###, zerspreng (!)+EW; Z.: zer-s-pre-ng-en
$zerstäuben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zerstäuben, in Luft verteilen, versprühen, erschrecken; E.: s. zer-, s. stäuben, s. Staub; L.: DW 31, 775, EWD s. u. Staub; GB.: (zistouben*) seit um 1000 belegte und aus zer und stäuben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Luft verteilen oder versprühen oder erschrecken; F.: zerstäuben, zerstäube, zerstäubst, zerstäubt, zerstäubest, zerstäubet, zerstäubte, zerstäubtest, zerstäubten, zerstäubtet, zerstäubt, ##zerstäubt, zerstäubte, zerstäubtes, zerstäubtem, zerstäubten, zerstäubter##, zerstäubend, ###zerstäubend, zerstäubende, zerstäubendes, zerstäubendem, zerstäubenden, zerstäubender###, zerstäub (!)+EW; Z.: zer—stäu-b-en
$Zerstäuber, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zerstäuber, Zerstäubender, Zerstäubungsgerät; E.: zerstäub(en), s. er (Suff.); L.: fehlt DW, EWD s. u. Staub; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zerstäub(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Gerät für die Verteilung eines Duftes in die umgebende Luft; F.: Zerstäuber, Zerstäubers, Zerstäubern+EW; Z.: Zer—stäu-b-er
$zerstieben, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zerstieben, auseinanderstieben, fortfliegen; E.: s. zer, s. stieben; L.: Kluge s. u. stieben, DW 31, 775, EWD s. u. stieben; GB.: (zistioban) seit 10. Jh. belegte und aus zer sowie stieben gebildete Bezeichnung für auseinanderstieben oder fortfliegen; F.: zerstieben, zerstiebe, zerstiebst, zerstiebt, zerstiebest, zerstiebet, zerstob, zerstobst, zerstobt, zerstoben, zerstoben, ##zerstoben, zerstobene, zerstobenes, zerstobenem, zerstobenen, zerstobener###, zerstiebend, ###zerstiebend, zerstiebende, zerstiebendes, zerstiebendem, zerstiebenden, zerstiebender###, zerstieb (!)+EW; Z.: zer-stie-b-en
$zerstören, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zerstören, vernichten, stören; E.: s. zer, s. stören; L.: Kluge s. u. stören, DW 31, 779, EWD s. u. stören; GB.: (zistōren*) seit 9. Jh. belegte und aus zer sowie stören gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches ganz vernichten oder stören; F.: zerstören, zerstöre, zerstörst, zerstört, zerstörest, zerstöret, zerstörte, zerstörtest, zerstörten, zerstörtet, ##zerstört, zerstörte, zerstörtes, zerstörtem, zerstörten, zerstörter##, zerstörend, ###zerstörend, zerstörende, zerstörendes, zerstörendem, zerstörenden, zerstörender###, zerstör (!)+EW; Z.: zer-s-tör-en
$Zerstörer, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zerstörer, Zerstörender, ein Kriegsschiff; E.: s. zerstör(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. stören, fehlt DW, EWD s. u. stören; GB.: (zistōrāri*) seit 11. Jh. belegte und aus zerstör(en) sowie er gebildete Bezeichnung für einen etwas Zerstörenden wie beispielswese später ein größeres Kriegsschiff; F.: Zerstörer, Zerstörers, Zerstörern+EW; Z.: Zer-s-tör-er
$zerstreuen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zerstreuen, verstreuen, auseinanderstreuen, auseinandertreiben, verteilen, ablenken, unterhalten (V.); E.: s. zer, s. streuen; L.: Kluge s. u. streuen, DW 31, 782, EWD s. u. streuen; GB.: (zerströuwen) seit 12. Jh. belegte und aus zer und streuen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen schon früher mögliches auseinanderstreuen oder auseinandertreiben oder verteilen oder ablenken oder unterhalten (V.); F.: zerstreuen, zerstreue, zerstreust, zerstreut, zerstreuest, zerstreuet, zerstreute, zerstreutest, zerstreuten, zerstreutet, ##zerstreut, zerstreute, zerstreutes, zerstreutem, zerstreuten, zerstreuter##, zerstreuend, ###zerstreuend, zerstreuende, zerstreuendes, zerstreuendem, zerstreuenden, zerstreuender###, zerstreu (!)+EW; Z.: zer-streu-en
$zerstreut, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (13. Jh.?): nhd. zerstreut, verstreut, abgelenkt, geistig abwesend; E.: s. zerstreu(en), s. t; L.: Kluge 1. A. s. u. zerstreut, Kluge s. u. zerstreut, fehlt DW (s. a. verstreuen), EWD s. u. streuen; GB.: (zerströuwet) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus zerstreu(en) und t gebildete Bezeichnung für abgelenkt oder geistig abwesend; F.: zerstreut, zerstreute, zerstreutes, zerstreutem, zerstreuten, zerstreuter(, zerstreutere, zerstreuteres, zerstreuterem, zerstreuteren, zerstreuterer, zerstreutest, zerstreuteste, zerstreutestes, zerstreutestem, zerstreutesten, zerstreutester)+EW; Z.: zer-streu-t
$Zerstreutheit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zerstreutheit, geistige Abwesenheit, Fahrigkeit, Ausschöpfung, Ablenkung, Vergnügen; E.: s. zerstreut, s. heit; L.: fehlt DW, EWD s. u. streuen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zerstreut und heit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche geistige Abwesenheit oder Fahrigkeit einzelner Menschen oder Ausschöpfung oder Ablenkung oder Vergnügen; F.: Zerstreutheit, Zerstreutheiten+EW; Z.: Zer—streu-t—hei-t
$Zerstreuung, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Zerstreuung, Ausschöpfung, Ablenkung, Vergnügen; E.: s. zerstreu(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zerstreuen, DW 31, 785, EWD s. u. streuen; GB.: (zerströuwunge) seit vor 1350 belegte und aus zerstreu(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl dem Menschen schon früher mögliche Ausschöpfung oder Ablenkung oder auch Vergnügen; F.: Zerstreuung, Zerstreuungen+EW; Z.: Zer-streu-ung
$zerstückeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zerstückeln, in Stücke teilen; E.: s. zer, s. stückeln; L.: DW 31, 786, EWD s. u. Stück; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und stück sowie el und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Stücke teilen; F.: zerstückeln, zerstückel (!), zerstückle, zerstückele, zerstückelst, zerstückelt, zerstückelte, zerstückeltest, zerstückelten, zerstückeltet, zerstückelt, ###zerstückelt, zerstückelte, zerstückeltes, zerstückeltem, zerstückelten, zerstückelter###, zerstückelnd, ###zerstückelnd, zerstückelnde, zerstückelndes, zerstückelndem, zerstückelnden, zerstückelnder###, zerstückel (!)+EW; Z.: zer—stü-ck-el-n
Zertifikat, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Zertifikat, Bescheinigung, Zeugnis; ne. certificate (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. certificātus; E.: s. lat. certificātus, Adj., versichert; certificāre, V., vergewissern, bestimmen, anweisen, bezeugen, erklären, bestätigen, bürgen, Bürgschaft leisten, garantieren, beglaubigen; lat. certus, Adj., geschieden, getrennt, entschieden, entschlossen; vgl. lat. cernere, V., sichten (V.) (2), scheiden, unterscheiden, wahrnehmen; idg. *skerī̆-, *skrē̆i-, *krē̆i-, *skrī̆-, *krī̆-, V., schneiden, scheiden, Pokorny 945; idg. *sker- (4), *ker- (11), *skerə-, *kerə-, *skerH-, *kerH-, *skrē-, *krē-, V., schneiden, Pokorny 938 (1625/97) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); lat. facere, V., machen, tun, handeln; idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge s. u. Zertifikat, fehlt DW, Duden s. u. Zertifikat; Son.: vgl. nndl. certificaat, Sb., Zertifikat; frz. certificat, M., Zertifikat; nschw. certifikat, N., Zertifikat; nnorw. sertifikat, N., Zertifikat; poln. certyfikat, M., Zertifikat; lit. sertifikatas, M., Zertifikat; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums umbildend aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche amtliche Bescheinigung oder ein Zeugnis; BM.: getrennt, machen; F.: Zertifikat, Zertifikats, Zertifikates, Zertifikate, Zertifikaten+FW(+EW?); Z.: Zer-t-i-fi-k-at
$zertrümmern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zertrümmern, in Trümmer zerlegen (V. ), zerstören; E.: s. zer, s. Trumm, s. er, s. n; L.: Kluge 1. A. s. u. zertrümmern, DW 31, 797, EWD s. u. Trümmer; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zer und Trumm sowie er (Suff.) und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches in Trümmer zerlegen (V.) oder zerstören; F.: zertrümmern, zertrümmere, zertrümmer (!), zertrümmre, zertrümmerst, zertrümmert, zertrümmerte, zertrümmertest, zertrümmerten, zertrümmertet, ##zertrümmert, zertrümmerte, zertrümmertes, zertrümmertem, zertrümmerten, zertrümmerter##, zertrümmernd, ###zertrümmernd, zertrümmernde, zertrümmerndes, zertrümmerndem, zertrümmernden, zertrümmernder###, zertrümmer (!)+EW; Z.: zer-trü-m-m-er-n
Zervelatwurst, Servelat, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zervelatwurst, Servelat, eine Dauerwurst; ne. saveloy, cervelat sausage; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: z. T. Lw.; E.: s. it. cervellata, F., Zervelatwurst, Hirnwurst; vgl. it. cervello, M., Gehirn; lat. cerebellum, N., kleines Gehirn, (14-37 n. Chr.); lat. cerebrum, N., Hirn, Gehirn, Verstand; vgl. idg. *k̑er- (1), *k̑erə-, *k̑rā-, *k̑erei-, *k̑ereu-, Sb., Kopf, Horn, Gipfel, Pokorny 574 (885/117) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zervelatwurst, fehlt DW, EWD s. u. Zervelatwurst, Duden s. u. Zervelatwurst; Son.: vgl. nndl. cervelaatworst, Sb., Zervelatwurst; frz. cervelas, M., Zervelatwurst; nnorw. servelatpolse, M., F., Zervelatwurst; poln. serwolatka, F., Zervelatwurst; nir. sábhlóg, F., Zervelatwurst; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zervelat und Wurst gebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine aus verschiedenen Fleischsorten bestehende Dauerwurst; BM.: Hirn; F.: Zervelatwurst, Zervelatwürste, Servelat, Servelatwurst, Servelaten+FW+EW; Z.: Zer-v-el-at—wurs-t
$zerzausen, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zerzausen, verstrubbeln, verwuscheln, durcheinanderbringen; E.: s. zer, s. zausen; L.: EWD s. u. zausen, DW 31, 803; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus zer und zausen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches verstrubbeln oder verwuscheln oder durcheinanderbringen; F.: zerzausen, zerzause, zerzausst (!), zerzaust, zerzausest, zerzauset, zerzauste, zerzaustest, zerzausten, zerzaustet, zerzaust, ##zerzaust, zerzauste, zerzaustes, zerzaustem, zerzausten, zerzauster##, zerzausend, ###zausend, zerzausende, zerzausendes, zerzausendem, zerzausenden, zerzausender###, zerzaus (!)+EW; Z.: zer—zau-s-en
…zess, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. …zess; ne. …cess; Vw.: s. Abs-, Ex-, Pro-; Hw.: s. …zessiv; Q.: 14. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen; idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; Son.: vgl. nndl. …ces, Suff., …zess; frz. …cès, Suff., …zess; nschw. …cess, Suff., …zess; nnorw. …cess, Suff., …zess; poln. …ces, Suff., …zess; nschw. …cess, Suff., …zess; lit. ...cesas, Suff., …zess; GB.: vielleicht seit dem 14. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen zu der Bildung von einen Gang beschreibenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: gehen; F.: …zess, …zesse, …zesse, …zessen+FW; Z.: -zess
Zession, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zession, Abtretung, Übertragung eines Anspruchs; ne. cession; Vw.: Kon-, Pro-, Re-, Se-, Suk-; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. cessio; E.: s. lat. cessio, F., Abtreten, Übergeben, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen, einhertreten, Erfolg haben, ausgehen; vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; L.: Kluge s. u. Zession, Duden s. u. Zession; Son.: vgl. frz. cession, F., Zession; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums unter Bedeutungsänderung aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Übertragung eines Anspruchs gegen einen (gleich bleibenden) Schuldner von einem bisherigen alten und ausscheidenden Gläubiger auf einen Dritten als neuen oder neu eintretenden Gläubiger; BM.: gehen; F.: Zession, Zessionen+FW(+EW?); Z.: Zess-io-n
…zessiv, nhd., Adj., (16. Jh.?): nhd. …zessiv; ne. …cessive; Vw.: s. ex-, kon-, suk-; Hw.: s. …zess; Q.: 16. Jh.?; I.: lat. Lw.; E.: s. lat. cēdere, V., gehen, treten, passieren, schreiten, einhergehen, einhertreten, Erfolg haben, ausgehen; vgl. idg. *sed- (B), V., gehen, Pokorny 887?; Son.: vgl. nndl. …cessief, Suff., …zessiv; frz. …cessif, Suff., …zessiv; nschw. …cessiv, Suff., …zessiv; nnorw. …sessiv, Suff., …zessiv; poln. …cesywny, Suff., …zessiv; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums gebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von ein Gehen betreffenden Adjektiven verwendete Bezeichnung; BM.: gehen; F.: …zessiv, …zessive, …zessives, …zessivem, …zessiven, …zessiver+FW; Z.: -zess-iv
Zeta, nhd., N.: nhd. Zeta, sechstes Zeichen des griechischen Alphabets (z); ne. zeta; Hw.: s. Z, z; Q.: ?; I.: Lw. lat. zēta, gr. ζῆτα (zēta); E.: s. lat. zēta, N., Zeta, sechstes Buch der Ilias; gr. ζῆτα (zēta), N., Zeta; vgl. hebr. zajit, zajin, Sb., Schwert; L.: Duden s. u. Zeta; Son.: vgl. zèta, Sb., Zeta; frz. zêta, M., Zeta; nschw. zeta, N., Zeta; nnorw. zeta, M., Zeta; kymr. zeta, F.?, Zeta; nir. zéite, M.?, Zeta; poln. dzeta, F.?, Zeta; lit. dzeta, Sb., Zeta; GB.: vielleicht seit dem Frühmittelalter belegte Bezeichnung für den sechsten und seit dem 11. Jh. v. Chr. über das Lateinische aus dem Protosemitischen aufgenommenen und mit hebr. zajit, zajin, Sb., Schwert verbindbaren Buchstaben des griechischen Alphabets (z); BM.: Schwert; F.: Zeta, Zetas+FW; Z.: Zet-a
zeter, nhd., Interj., (13. Jh.): nhd. zeter, ein Hilferuf, ein Klageruf; ne. scream bloody murder; Vw.: -; Hw.:s. zetern; -; Q.: 1275-1276 (Brun von Schönbeck); E.: mhd. zēter, zēther, zetter, Interj., zeter“; mnd. sēter (1), ceter, zeter, Interj., Zeter; zuerst sichtbar anscheinend in dem Ostmitteldeutschen, Erklärung unsicher; L.: Kluge 1. A. s. u. zeter, Kluge s. u. zetern, DW 31, 808, EWD s. u. zetern, Duden s. u. Zeter; Son.: hauptsächlich in der Redewendung Zeter und Mordio schreien; GB.: seit 1275-1276 belegte und zuerst in dem Ostmitteldeutschen sichtbare sowie in der Erklärung unsichere Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Klageschrei; BM.: ?; F.: zeter+EW; Z.: zet-er
zetern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zetern, schimpfen, schreien, nörgeln; ne. clamour (V.); Vw.: -; Hw.: s. zeter; Q.: 18. Jh.; E.: in der Bedeutung das rechtserhebliche Klagegeschrei erheben abgeleitet von dem Klageschrei zeter (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. zeter, Kluge s. u. zetern, DW 31, 813, EWD s. u. zetern, Duden s. u. zetern, Bluhme s. u. zetern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zeter und (e)n (Suff.)gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches schimpfen oder schreien oder nörgeln; BM.: von einem Klageschrei; F.: zetern, zetere, zeter (!), zetre, zeterst, zetert, zeterte, zetertest, zeterten, zetertet, gezetert, ##gezetert, gezetertes, gezetertem, gezeterten, gezeterter##, zeternd, ###zeternd, zeternde, zeterndes, zeterndem, zeternden, zeternder###, zeter (!)+EW; Z.: zet-er-n
Zettel (1), nhd. (ält.), M., (14. Jh.): nhd. Zettel (M.) (1), Aufzug, Kette (F.) (1); ne. warp (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1314 (Wilhelm von Österreich des Johann von Würzburg); E.: fnhd. zettel, M., Zettel (M.) (1); mhd. zettel, st. M., Zettel (M.) (1), Gewebeaufzug, Gewebekette; s. mhd. zetten, sw. V., streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten, ausstreuen; ahd. zetten*, sw. V. (1b), ausstreuen, zerstreuen, verteilen; germ. *tadjan, sw. V., zerstreuen; idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zettel, Kluge s. u. Zettel 1, DW 31, 818, EWD s. u. Zettel 1, Duden s. u. Zettel; GB.: seit 1314 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für den von Menschen vielleicht seit der Sesshaftigkeit entwíckelten und verwendeten bei einem Gewebe in Längsrichtung verlaufenden Garnfaden; BM.: teilen; F.: Zettel, Zettels, Zetteln+EW; Z.: Ze-t-t-el
Zettel (2), nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zettel (M.) (2), Stück Papier; ne. receipt, sheet; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: s. mhd. zedel (1), zedele, zetel, st. F., sw. F., st. M., st. N., Blatt, Zettel, Urkunde, einzelnes Schriftstück, schriftliches Instrument; mlat. cedula, F., Stück Papier; lat. schedula, F., Blättchen Papier, Blättlein Papier, (um 383-419/420 n. Chr.); vgl. lat. scheda, F., abgerissener Streifen (M.) der Papierstaude, Blatt Papier; gr. σχίδη (schídē), F., Splitter; vgl. gr. σχίζειν (schízein), V., spalten, zerspalten (V.), zerschneiden; idg. *skē̆id-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 920; s. idg. *skē̆i-, V., schneiden, scheiden, trennen, Pokorny 919 (1607/79) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); idg. *sē̆k- (2), *sekH-, V., schneiden, Pokorny 895 (1556/28) (RB. idg. aus alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zettel, Kluge s. u. Zettel 2, EWD s. u. Zettel 2, DW 31, 814, Duden s. u. Zettel, Bluhme s. u. Zettel 2; Son.: vgl. nschw. sedel, Sb., Schein; nisl. seðill, M., Zettel (M.) (2); GB.: seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein kleines Stück des von Menschen vor rund 2000 Jahren in China entwickelten und in etwa 1000 Jahren über Arabien und Ägypten nach Italien und Spanien gelangten Papiers oder Schreibpapiers; BM.: schneiden; F.: Zettel, Zettels, Zetteln+FW+EW; Z.: Zet-t-el
zetten, nhd. (ält.), sw. V., (9. Jh.): nhd. zetten, in kleinen Stücken fallen lassen, ausbreiten, streuen, verstreuen; ne. spread (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: mhd. zetten, zeten, sw. V., zetten, streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten, ausstreuen; ahd. zetten*, sw. V. (1b), ausstreuen, zerstreuen, verteilen; as. -; anfrk. -; germ. *tadjan, sw. V., zerstreuen; idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; s. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge s. u. zetten, DW 31, 823, EWD s. u. Zettel 1, Falk/Torp 150, Duden s. u. zetten; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. teðja, sw. V. (1), düngen, misten; got. *tass?, Adj. (a); GB.: (zetten) seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches in kleinen Stücken fallen lassen oder ausbreiten oder streuen oder verstreuen; F.: zetten, zette (!), zettest, zettet, zettete, zettetest, zetteten, zettetet, gezettet, ##gezettet, gezettete, gezettetes, gezettetem, gezetteten, gezetteter##, zettend, ###zettend, zettende, zettendes, zettendem, zettenden, zettender###, zett (!)+EW; Z.: ze-t-t-en
Zeug, nhd., N., (10. Jh.): nhd. Zeug, Dinge (N. Pl.), Gerät, Ausstattung; ne. things, stuff (N.); Vw.: s. (Fahr-, Feuer-,) Kropp-, Rüst-(, Spiel-); Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. ziuc, ziuch*, zūg, st. M., st. N., Zeug, Handwerkszeug, Gerät, Ausrüstung, Rüstung, Waffe, Geschütz, gerüstete Kriegsschar, Material, Stoff, Zeugnis; mnd. tǖch (1), tūch, tüch, N., Zeug, alles was man braucht um etwas auszurichten, Gerät, Handwerksgerät; s: mnl. ghetuuch, N., Stück einer Ausrüstung, Zeugnis; ahd. ziug*, st. M. (a?, i?), st. N. (a), Zeug, Mittel, Ausstattung, Ausrüstung; as. *tiuh?, *tiuht?, st. N. (a)?, Zeug; anfrk. -; germ. *teuga-, *teugam, st. N. (a), Zeug, Zuggerät?; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220? (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zeug, Kluge s. u. Zeug, DW 31, 825, EWD s. u. Zeug, Falk/Torp 167, Duden s. u. Zeug, Bluhme s. u. Zeug; Son.: vgl. afries. tiūch (1), tiōch, st. N. (a), Zeugnis; nnordfries. tjug; ae. *téog, st. N. (a); an. -; got. -; gr. τεῦχος (teuchos), N., Waffe, Gerät, Gefäß; lat. prodūcere, V., hervorbringen; air. dúil, F., Geschöpf, Ding; kymr. dygyd, V., gebären, hervorbringen; GB.: (ziug) seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für von Menschen entwickelte und für das Ziehen irgendwelcher Art verwendete Gegenstände; BM.: ziehen; F.: Zeug, Zeuges, Zeugs+EW; Z.: Zeu-g
Zeuge, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zeuge, Augenzeuge, Ohrenzeuge, Bezeugender; ne. witness (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1278 (Schwabenspiegel); E.: mhd. ziuge (1), sw. M., st. M., Zeuge, Beweis; s. mhd. ziugen, sw. V., zeugen, verfertigen, erzeugen, herstellen, machen lassen, Kosten von etwas bestreiten, verfassen, erwerben, ausrüsten, Zeugnis ablegen, bezeugen; ahd. ziugōn*, sw. V. (2), zustande bringen, Zeugnis ablegen; germ. *teugōn, sw. V., verfertigen, zeugen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Zeuge, DW 31, 839, EWD s. u. Zeuge, Duden s. u. Zeuge; Son.: vgl. nndl. getuige, Sb., Zeuge; GB.: seit 1278 belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Menschen der etwas Bestimmtes gesehen oder gehört oder auf andere Art wahrgenommen hat und dies auch gegenüber anderen Menschen wie etwa Zuhörern oder Urteilern darlegen oder bestätigen kann; BM.: ziehen; F.: Zeuge, Zeugen+EW; Z.: Zeu-g-e
zeugen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zeugen, hervorbringen, herstellen, anfertigen; ne. beget, procreate; Vw.: -; Hw.: s. ziehen; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. ziugen, sw. V., zeugen, verfertigen, erzeugen, herstellen, machen lassen, Kosten von etwas bestreiten, verfassen, erwerben, ausrüsten, bezeugen; mnd. tǖgen (1), tugen, sw. V., schaffen, zeugen, erzeugen, für Geld anschaffen; ahd. ziugōn*, sw. V. (2), zustande bringen, Zeugnis ablegen; as. -; anfrk. -; germ. *teugōn, sw. V., verfertigen, zeugen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. zeugen, DW 31, 846, EWD s. u. zeugen 1, Falk/Torp 167, Duden s. u. zeugen; Son.: vgl. afries. tiūga (1), tiōga (1), sw. V. (1), zeugen, bezeugen; nnordfries. tjuche, V., zeugen, bezeugen; ae. -; an. -; got. -; nndl. getuigen, V., zeugen; GB.: (ziugōn) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches hervorbringen oder herstellen oder anfertigen; BM.: ziehen; F.: zeugen (!), zeuge (!), zeugst, zeugt, zeugest, zeuget, zeugte, zeugtest, zeugten, zeugtet, gezeugt, ##gezeugt, gezeugte, gezeugtes, gezeugtem, gezeugten, gezeugter##, zeugend, ###zeugend, zeugende, zeugendes, zeugendem, zeugenden, zeugender###, zeug (!)+EW; Z.: zeu-g-en
$Zeughaus, nhd., N., (16. Jh.): nhd. Zeughaus; E.: s. Zeug, s. Haus; L.: Kluge 1. A. s. u. Zeug, Kluge s. u. Zeughaus, DW 31, 856, EWD s. u. Zeug; GB.: seit 1540 belegte und aus Zeug und Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen wohl seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Lagerhaus für allgemein bedeutsames Zeug wie beispielsweise Waffen oder Geräte oder auch Nahrungsmittel; F.: Zeughaus, Zeughauses, Zeughäuser, Zeughäusern+EW; Z.: Zeu-g—hau-s
$Zeugnis, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Zeugnis; E.: s. Zeug(e) bzw. zeug(en), s. nis; L.: Kluge s. u. Zeug, DW 31, 860, EWD s. u. Zeuge; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus Zeug(e) und zeug(en) sowie nis gebildete Bezeichnung für eine Aussage oder eine Leistungsbewertung oder einen sonstigen Nachweis einer Gegebenheit; F.: Zeugnis, Zeugnisses, Zeugnisse, Zeugnissen+EW; Z.: Zeu-g-nis
$Zeugung, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zeugung, Hervorbringung; Vw.: s. Beifallsbe-, (Be-,)Über-; E.: s. zeug(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zeugen, DW 31, 861, EWD s. u. zeugen; GB.: (ziugunge) seit 1281 belegte und aus zeug(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Leben mögliche Hervorbringung mittels dafür von der Natur bereitgestellter Organe; F.: Zeugung, Zeugungen+EW; Z.: Zeu-g-ung
Zibbe, nhd. (dial.), F., (19. Jh.): nhd. Zibbe, weiblicher Hase, Mutterschaf, Hündin; ne. female hare, ewe, bitch; Vw.: -; Hw.: s. Zohe?; Q.: 19. Jh.; E.: Herkunft ungeklärt, vielleicht von mnd. tēve, teve, F., Hündin, Schimpfwort für ein gemeines Weib; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *tibō, st. F. (ō), Hündin; L.: Kluge s. u. Zibbe, DW 31, 874, Falk/Torp 164, Duden s. u. Zibbe; Son.: norddeutsch, ostdeutsch; vgl. afries. -; ae. tife, sw. F. (n), Hündin; an. -; got. -; GB.: seit 19. Jh belegte und in der Herkunft ungeklärte sowie vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen kommende und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für das Weibchen des Hasen oder des Hundes oder des Schafes; BM.: Hündin?; F.: Zibbe, Zibben+EW; Z.: Zib-b-e
Ziborium, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Ziborium, Gefäß zu der Aufbewahrung einer Hostie; ne. ciborium; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1190 (Sante Servatien Leben); E.: s. mhd. zibōrje, ziborne, st. F., sw. F., N., Ziborie, Hostienkelch mit baldachinartigem Deckel, Säulenhäuschen, baldachinartige Krönung; lat. cibōrium, N., Trinkbecher; gr. κιβώριον (kibōrion), N., Fruchtgehäuse der ägyptischen Seerose, Trinkbecher, Grab, (65-8 v. Chr.); Lehnwort, wahrscheinlich aus dem Ägypt.; L.: DW 31, 877, Duden s. u. Ziborium; Son.: vgl. nndl. ciborie, Sb., Ziborium; frz. ciboire, M., Ziborium; nschw. ciborium, N., Ziborium; nnorw. ciborium, N., Ziborium; kymr. ciboriwm, M., Ziborium; lit. ciboriumas, M., Ziborium; GB.: seit 1190 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums sowie mittelbar wahrscheinlich dem Ägyptischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Gefäß zu der Aufbewahrung einer Hostie; BM.: Trinkbecher; F.: Ziborium, Ziboriums, Ziborien+FW; Z.: Zibor-ie
Zichorie, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zichorie, Wegwarte, Kaffee-Ersatz; ne. chicory; Vw.: -; Hw.: s. Chicorée; Q.: 15. Jh.; I.: Lw. it. cicoria; E.: s. it. cicoria, F., Zichorie; lat. cichōrium, N., Zichorie, Endivie, (23/24-79 n. Chr.); s. gr. κιχώριον (kichōrion), N., Zichorie; weitere Etymologie unklar, s. Frisk 1, 862; L.: Kluge s. u. Zichorie, DW 31, 877, EWD s. u. Zichorie, Duden s. u. Zichorie; Son.: vgl. nndl. cichorei, Sb., Zichorie; frz. chicorée, F., Zichorie; nschw. cikoria, Sb., Zichorie; nnorw. sikori, M., Zichorie; poln. cykoria, F., Zichorie; kymr. sicori, M., Zichorie; nir. siocaire, M., Zichorie; lit. cikorija, F., Zichorie; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die Wegwarte und für den aus der tiefen Wurzel dieser Pflanze gewonnenen Kaffeeersatz; BM.: ?; F.: Zichorie, Zichorien+FW(+EW?); Z.: Zichor-ie
Zicht, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Zicht, Anklage, Anspruch, Beschuldigung; ne. charge (N.); Vw.: s. Ver-; Hw.: s. zichten; Q.: 3. Viertel 13. Jh. (Der Jüngere Titurel); E.: mhd. ziht, st. F., Beschuldigung, Anklage; s. mhd. zīhen (1), zīgen, zeihen, zē, zīsen, st. V., aussagen von, zeihen, sich anmaßen, beschuldigen, bezichtigen, anklagen, vorwerfen, anzeigen; mnd. tīgen (1), tīen, tsīen, tēgen, st. V., sw. V., zeihen, Schuld geben, beschuldigen, bezichtigen, anklagen; ahd. zīhan*, st. V. (1b), zeihen, bezichtigen, beschuldigen; as. *tīhan?, st. V. (1b), zeihen; germ. *teihan, st. V., zeihen; idg. *deik̑-, V., zeigen, weisen, sagen, Pokorny 188 (308/13) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., heth.?); s. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: DW 31, 878; GB.: (ziht) seit 3. Viertel 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich seit der Entwicklung von Sprache und Recht mögliche Anklage oder einen Anspruch oder eine Beschuldigung; BM.: zeigen; F.: Zicht, Zichts, Zichtes, Zichte, Zichten+EW; Z.: Zi-ch-t
zichten, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. zichten, anklagen, beschuldigen; ne. accuse, indict; Vw.: s. ver-; Hw.: s. Zicht; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Luther); E.: s. Zicht; L.: DW 31, 879; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus Zicht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches anklagen oder beschuldigen; BM.: zeigen; F.: zichten, zichte (!), zichtest, zichtet, zichtete, zichtetest, zichteten, zichtetet, gezichtet, ##gezichtet, gezichtete, gezichtetes, gezichtetem, gezichteten, gezichteter##, zichtend, ###zichtend, zichtende, zichtendes, zichtendem, zichtenden, zichtender###, zicht (!)+EW; Z.: zi-ch-t-en
Zicke, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Zicke, Ziege, weibliche Ziege, zänkische Frau; ne. doe; Vw.: -; Hw.: s. Ziege; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. zickīn, st. M., Zicklein, Böcklein; mnd. zicken, ziken, N., kleine junge Ziege; ahd. zikkīn*, zickīn*, st. N. (a), Zicke, Zicklein, Zickel; germ. *tikkīna-, *tikkīnam, st. N. (a), Zicklein; s. idg. *digʰ-, Sb., Ziege, Pokorny 222 (341/46) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zicke, Kluge s. u. Zicke, Ziege, DW 31, 880, EWD s. u. Ziege, Duden s. u. Zicke, Bluhme s. u. Zicke; Son.: vgl. ae. ticcen, st. N. (a), Zicklein; GB.: (zikkīn) seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine (weibliche) Ziege; BM.: Ziege; F.: Zicke, Zicken+EW; Z.: Zick-e
$Zicklein, nhd., N., (13. Jh.): nhd. Zicklein, kleine und junge Zicke; E.: s. Zick(e), s. lein; L.: Kluge s. u. Zicke, DW 31, 883, EWD s. u. Ziege; GB.: seit 1267-1300 belegte und aus Zick(e) und lein gebildete Bezeichnung für ein Zicklein oder eine kleine und junge Zicke; F.: Zicklein, Zickleins+EW; Z.: Zick-lein
zickzack, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. zickzack, hin und her; ne. zigzag (Adv.); Vw.: -; Hw.: s. Zacke, Zacken; Q.: 18. Jh.; E.: wohl gebildet zu Zacken (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zickzack, Kluge s. u. zickzack, DW 31, 877, EWD s. u. Zickzack, Duden s. u. zickzack, Bluhme s. u. zickzack; Son.: vgl. nndl. zigzag, Adv., zickzack; frz. zigzag, Adv., zickzack; nschw. sicksack, Adv., zickzack; nnorw. sikksakk, Adv., zickzack; poln. zykzakowato, Adv., zickzack; lit. zigaginis, Adj., Zickzack…; GB.: seit 18. Jh. belegte und wohl zu Zacken gebildete Bezeichnung einer sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt möglichen mehrfachen Richtungsänderung eines Verlaufs in spitzen Winkeln; BM.: reißen?; F.: zickzack+EW; Z.: zick-zack
Zider, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zider, Cider, Obstwein, Most; ne. cider; Vw.: -; Hw.: s. Cidre; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. cidre; E.: s. frz. cidre, M., Obstwein, Most; it. cidro, M., Obstwein, Most; lat. sicera, F., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern), (nach 220 n. Chr.); gr. σίκερα (síkera), F., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern); hebr. sēkār, Sb., Scherbet (Rauschgetränk bei den Hebräern); L.: Kluge s. u. Zider, DW 31, 890, Duden s. u. Zider; Son.: vgl. nndl. cider, Sb., Zider; nschw. cider, Sb., Zider; nnorw. sider, M., Zider; poln. cydr., Sb., Zider; kymr. seidr, M., Zider; lit. sidras, M., Zider; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen und Griechischen sowie Hebräischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums von Menschen entwickelten und verwendeten Obstwein oder Most; BM.: Rauschgetränk; F.: Zider, Ziders, Zidern+FW(+EW?); Z.: Zider
Zieche, nhd. (ält.-dial.), F., (9. Jh.): nhd. Zieche, Bettüberzug, Kissenüberzug, sackartige Hülle, Überzug; ne. tick (N.); Vw.: -; Hw.: s. Theke; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zieche, sw. F., st. F., Zieche, Bettbezug, Bettdecke, Bettdeckenüberzug, Kissenüberzug, Sack; mnd. tēke (2), tīke*, F., „Zieche“, Bettzieche, Bettbezug; mnl. tike, F., Bettbezug; ahd. ziehha*, ziecha, ziohha*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zieche, Decke; as. tēka*, st. F. (ō), sw. F. (n), Zieche, Bettbezug; germ. *tēka, Sb., Decke, Hülle; anfrk. -; lat. thēca, F., Hülle, Decke, Scheibe (F.), Kästchen; gr. θήκη (thḗkē), F., Kasten (M.), Behältnis, Gestell, Abstellplatz; vgl. idg. *dʰē- (2), *dʰeh₁-, V., setzen, stellen, legen, Pokorny 235 (359/7) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zieche, Kluge s. u. Zieche, DW 31, 893, Duden s. u. Zieche; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. tijk, Sb., Zieche; GB.: (ziehha) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sackartige Hülle oder einen Überzug; BM.: setzen; F.: Zieche, Ziechen+EW; Z.: Zie-ch-e
Ziefer, nhd. (ält.), N., (19. Jh.): nhd. Ziefer, Federvieh, kleines Getier, Kleinvieh, Viehzeug; ne. fowl; Vw.: s. Unge-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; E.: wohl Rückbildung zu Ungeziefer; mhd. ziber, zifer, st. N., Ziefer, Opfertier; mnd. sēver, tzever, cever, czever, zever, M., Käfer; s. ahd. zebar*, st. N. (a), Opfer; germ. *tibra-, *tibram, st. N. (a), Opfertier, Opfer; idg. *dī̆pro-, *dī̆pₑrā, Sb., Opfertier, Vieh, Pokorny 222 (342/47) (RB. idg. aus ind., arm., germ.); L.: Kluge s. u. Ziefer, DW 31, 896, Duden s. u. Ziefer; GB.: seit 19. Jh. belegte und wohl aus Ungeziefer rückgebildete sowie für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für kleines Getier oder Kleinvieh oder Viehzeug; BM.: Opfertier; F.: Ziefer, Ziefers, Ziefern+EW; Z.: Zief-er
Ziege, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Ziege, Geiß; ne. goat (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zicke; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. zige, sw. F., Ziege; mnd. sēge, seghe, sege, seeghe, zeghe, sw. F., Ziege; mnl. sēghe, zēghe, tsēghe, F., Ziege; ahd. ziga, sw. F. (n), Ziege, Ziegenbock; as. -; anfrk. -; germ. *tigō-, *tigōn, sw. F. (n), Ziege; idg. *digʰ-, Sb., Ziege, Pokorny 222 (341/46) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ziege, Kluge s. u. Ziege, DW 31, 898, EWD s. u. Ziege, Falk/Torp 163, Duden s. u. Ziege, Bluhme s. u. Ziege; Son.: vgl. afries. -; ae. ticcen, st. N. (a), Zicklein; an. -; got. -; nschw. (dial.) ticka, Sb., Muttertier von Ziege und Schaf; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für ein von Menschen seit vielleicht 8000 Jahren als Haustier gehaltenes horntragendes mittelgroßes Huftier; BM.: ?; F.: Ziege, Ziegen+EW; Z.: Zieg-e
Ziegel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Ziegel, Ziegelstein, Dachziegel; ne. brick (N.), tile (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. ziegel, st. M., Ziegel, Dachziegel, Mauerziegel; mnd. tēgel, teygel, tīgel, tegel, tichel, teigel, M., Ziegel, Mauerstein, aus Ton (M.) (1) gebrannter quaderförmiger Mauerstein, Backstein; mnl. tiegele, M., Ziegel; ahd. ziegal, st. M. (a), Ziegel, Ziegelstein, Dachziegel; ahd. ziegala*, st. F. (ō), sw. F. (n), Ziegel, Ziegelstein, Dachziegel; as. tēgala*, tiegla*, sw. F. (n), Ziegel; lat. tegulum, N., Decke, Dach; idg. *steg- (1), *teg- (1), V., decken, Pokorny 1013 (1749/221) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ziegel, Kluge s. u. Ziegel, DW 31, 903, EWD s. u. Ziegel, Duden s. u. Ziegel, Bluhme s. u. Ziegel; Son.: vgl. ae. tī̆gel, tī̆gele, tigole, tigule, tigol, st. F. (ō), sw. F. (n), Tiegel, Topf; an. tigl, st. N. (a), Ziegel, Mauerstein; nndl. tichel, Sb., Ziegel; frz. tuile, F., Dachziegel; nschw. tegel, N., Ziegel; nisl. tígulsteinn, M., Ziegel; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen aus zunächst wohl nur getrocknetem und später aus erhitztem oder gebranntem Ton (M.) (1) von Menschen in handlicher Form hergestellten und für den Bau von Mauern und Gebäuden verwendeten Stein (Ziegelstein) oder auch einen Dachziegel; BM.: decken; F.: Ziegel, Ziegels, Ziegeln+FW(+EW?); Z.: Zieg-el
$Ziegeldach, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ziegeldach; E.: s. Ziegel, s. Dach; L.: DW 31, 909, EWD s. u. Ziegel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Ziegel und Dach gebildete Bezeichnung für ein von Menschen in den Hochkulturen des Altertums wie beispielsweise in Korinth vielleicht vor 450 v. Chr. entwickeltes und verwendetes mit Ziegeln aus Ton (M.) (1) gedecktes Dach von Gebäuden; F.: Ziegeldach, Ziegeldaches, Ziegeldachs, Ziegeldächer, Ziegeldächern+FW+EW; Z.: Zieg-el—dach
$Ziegelei, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Ziegelei; E.: s. Ziegel, s. ei; L.: DW 31, 910, EWD s. u. Ziegel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Ziegel und ei (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums und vermehrt dem 18. Jh. entwickelten Betrieb für die Herstellung von Ziegeln; F.: Ziegelei, Ziegeleien+FW+EW; Z.: Zieg-el-ei
$ziegelrot, nhd., Adj., (14. Jh.?): nhd. ziegelrot; E.: s. Ziegel, s. rot; L.: DW 31, 914 (ziegelroth), EWD s. u. Ziegel; GB.: vielleicht seit 14. Jh. belegte und aus Ziegel und rot gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Herstellung von Ziegeln aus Ton (M.) (1) von Menschen entwickeltes und verwendetes wie Ziegel (aus Ton) rot; F.: ziegelrot, ziegelrote, ziegelrotes, ziegelrotem, ziegelroten, ziegelroter+FW+EW; Z.: zieg-el—rot
$Ziegelstein, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ziegelstein; E.: s. Ziegel, s. Stein; L.: DW 31, 916, EWD s. u. Ziegel; GB.: seit 1378/1379 belegte und aus Ziegel und Stein gebildete Bezeichnung für einen von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickelten und aus Ton (M.) (1) hergestellten Stein für die Errichtung von Mauern und Gebäuden; F.: Ziegelstein, Ziegelsteines, Ziegelsteins, Ziegelsteine, Ziegelsteinen+FW+EW; Z.: Zieg-el—stei-n
$Ziegenbart, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Ziegenbart, ein der Kinnbehaarung einer Ziege mit Hilfe von Schneidewerkzeugen ähnlich gestalteter Bart eines Menschen; E.: s. Zieg(e), s. en (Suff.), s. Bart; L.: Kluge s. u. Ziegenbart, DW 31, 919; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zieg(e) und en (Suff.) sowie Bart nach dem Vorbild von ne. goatee oder goat’s beard gebildete Bezeichnung für einen der Kinnbehaarung einer Ziege mit Hilfe von Schneidewerkzeugen ähnlich gestalteten Bart eines Menschen; F.: Ziegenbart, Ziegenbartes, Ziegenbarts, Ziegenbärte, Ziegenbärten+EW; Z.: Zieg-en—bar-t
$Ziegenbock, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ziegenbock, Bock der Ziege; E.: s. Zieg(e), s. en (Suff.), s. Bock; L.: DW 31, 921, EWD s. u. Ziege; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Zieg(e) und (e)n (Suff.) sowie Bock gebildete Bezeichnung für den sachlich seit Entwicklung der weiblichen Ziege auch möglichen männlichen Bock der Ziege; F.: Ziegenbock, Ziegenbockes, Ziegenbocks, Ziegenböcke, Ziegenböcken+EW; Z.: Zieg-en—bock
$Ziegenmelker, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Ziegenmelker, Nachtschwalbe; E.: s. Ziege, s. n, s. Melker; L.: Kluge s. u. Ziegenmelker, DW 31, 927; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zieg(e) und en sowie Melker gebildete und schon dem Lateinischen des Altertums (Plinius der Ältere) als lat. caprimulgus (Ziegenmelker) wegen seines angeblichen nächtlichen Melkens von Ziegen und Kühen bekannte Bezeichnung für einen mittelgroßen rindenfarbigen und dämmerungsaktiven Vogel (Nachtschwalbe); F.: Ziegenmelker, Ziegenmelkers, Ziegenmelkern+EW; Z.: Zieg-en—melk-er
$Ziegenpeter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Ziegenpeter, Mumps; E.: s. Ziege, s. n, s. Peter; L.: Kluge s. u. Ziegenpeter, DW 31, 928, EWD s. u. Ziege; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zieg(e) und en (Suff.) sowie Peter (PN) gebildete umgangssprachliche Bezeichnung für eine durch ein Virus bei dem Menschen verursachte und infolge Tröpfcheninfektion sehr ansteckende sowie das Gesicht entfernt ziegenähnlich aussehen lassende Ohrspeicheldrüsenerkrankung (Mumps); F.: Ziegenpeter, Ziegenpeters+EW+FW; Z.: Zieg-en—pet-er
Zieger, Ziger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zieger, Ziger, Quark, Topfen, Molkenkäse, Frischkäse; ne. whey cheese; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1287 (Urkunde); E.: mhd. ziger, st. M., sw. M., M., Zieger, Quark, Topfen, Käse, Frischkäse; mhd. zigener, st. M., Quark, Topfen; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von lat. *excocta, (Part. Prät.=) F., Ausgekochte; vgl. lat. ex, Präp., Adv., aus, von, ab, seit, unter, nach, wegen; idg. *eg̑ʰs, *eg̑ʰz, Präp., aus, Pokorny 292 (432/13) (RB. idg. aus arm.?, gr., ital., kelt., balt., slaw.); lat. coquere, V., kochen, sieden, reifen; idg. *pekᵘ̯-, V., kochen, Pokorny 798 (1384/26) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge s. u. Zieger, DW 31, 930, EWD s. u. Zieger, Duden s. u. Zieger; GB.: seit 1287 belegte und in der weiteren Herkunft wohl nicht sicher erklärte sowie vielleicht aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein aus sauerer Milch hergestelltes weißes und breiiges Nahrungsmittel (Molkenkäse bzw. Frischkäse); BM.: ?; F.: Zieger, Ziegers, Ziegern+EW(+EW?); Z.: Zieg-er
$Ziegerkäse, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Ziegerkäse, Molkenkäse, Frischkäse; E.: s. Zieger, s. Käse; L.: DW 31, 932, EWD s. u. Zieger; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Zieger und Käse gebildete Bezeichnung für Molkenkäse oder Frischkäse; F.: Ziegerkäse, Ziegerkäses, Ziegerkäsen+EW+FW; Z.: Zieg-er—kä-s-e
ziehen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. ziehen, heranziehen, entnehmen; ne. pull (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zug, zucken, zögern, Zögling, zeugen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. ziehen (1), zīen, tziehen, zīhen, zihen, zien, st. V., ziehen, ziehen an, ziehen auf, einziehen, ziehen durch, ziehen in; mnd. tēn (3), teen, tēhen, tehen, tein, tien, tīen, st. V., ziehen, sich begeben (V.), sich hinziehen, sich erstrecken, herausziehen, hereinziehen; mnl. tīen, st. V., ziehen; ahd. ziohan, st. V. (2b), ziehen, führen, bringen, zurückziehen; as. tiohan*, st. V. (2), ziehen, erziehen; anfrk. tian, st. V. (2), ziehen, ernähren, nähren; germ. *teuhan, st. V., ziehen, helfen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. ziehen, Kluge s. u. ziehen, DW 31, 938, EWD s. u. ziehen, Falk/Torp 166, Seebold 503, Duden s. u. ziehen, Bluhme s. u. ziehen; Son.: vgl. afries. tiā (1), st. V. (2), ziehen, erziehen, unterhalten (V.), sich berufen (V.); saterl. tja, V., ziehen; ae. téon (3), st. V. (2), ziehen, reißen, rudern, nehmen; an. toginn, Part. Prät., gezogen; got. tiuhan, st. V. (2), ziehen, führen, wegführen; ai. dogdhi, V., milkt; gr. δαδύσσεσθαι (dadýssesthai), V., zerrissen werden; gr. τεύχειν (teúchein), V., bereiten, verfertigen; lat. dūcere, V., ziehen, anziehen, schleppen; kymr. dwyn, V., bringen, stehlen, führen; GB.: seit 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches hinter sich her in der eigenen Bewegungsrichtung in gleichmäßiger Bewegung fortbewegen oder heranziehen oder entnehmen; BM.: ?; F.: ziehen, ziehe, ziehst, zieht, ziehest, ziehet, zog, zogst, zogen, zogt, zöge, zögest, zögst, zögen, zöget, gezogen, ##gezogen, gezogene, gezogenes, gezogenem, gezogenen, gezogener##, ziehend, ###ziehend, ziehende, ziehendes, ziehendem, ziehenden, ziehender###, zieh (!)+EW; Z.: zie-h-en
$Zieher, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zieher, Ziehender; GB.: (ziehære*) seit um 1272 belegte und aus zieh(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Ziehenden oder ein für ein Ziehen von Menschen entwickeltes und verwendetes Gerät; Vw.: s. Gerichtsvoll-, Korken-, (Rück-,) Schrauben-, (Über-,) Voll-; L.: DW 31, 1026; F.: Zieher, Ziehers, Ziehern+EW; Z.: Zie-h-er
$Ziehharmonika, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Ziehharmonika, Akkordeon; E.: s. zieh(en), s. Harmonika; L.: DW 31, 1029; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zieh(en) und Harmonika gebildete Bezeichnung für ein 1826 in England von Charles Wheatstone (Concertina) und 1829 in Wien von Cyrill Demian (Accordion) und 1834 von Friedrich Uhlig aus Chemnitz (deutsche Konzertina) sowie 1863 von Paolo Soprani in Italien entwickeltes und seitdem weltweit von Menschen vielfach verwendetes Musikinstrument; L.: Kluge s. u. Harmonika; F.: Ziehharmonika, Ziehharmonikas+EW+FW; Z.: Zie-h—har-mon-ik-a
$Ziehung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Ziehung, Ziehen (N.); Vw.: s. Be-, Er-, (Voll-); E.: s. zieh(en), s. ung; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 31, 1037; GB.: seit 1499 belegte und aus zieh(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Ziehen; F.: Ziehung, Ziehungen+EW; Z.: Zie-h-ung
Ziel, nhd., N., (9. Jh.): nhd. Ziel, Absicht, Vorhaben, Endpunkt einer Bestrebung; ne. aim (N.), target (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. zil (1), zel, st. N., st. M., Ziel, Zielscheibe, Festsetzung, Bestimmung, Zweck, Absicht, Zielsetzung, festgesetzter Zeitpunkt; mnd. tēl (1), teel, zil, tzil, N., M., Ziel, Ende, Endpunkt einer Bewegung, Treffpunkt, Grenzpunkt; ahd. zil, st. N. (a), Grenze, Ziel, Ende; as. -; anfrk. -; germ. *tila-, *tilam, st. N. (a), Gelegenheit; s. idg. *ad- (2), V., festsetzen, ordnen, Pokorny 3 (7/7) (RB. idg. aus ital., kelt., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ziel, Kluge s. u. Ziel, DW 31, 1040, EWD s. u. Ziel, Falk/Torp 161, Heidermanns 596, Duden s. u. Ziel, Bluhme s. u. Ziel; Son.: vgl. afries. -; ae. til (2), st. N. (a), Güte, Tauglichkeit; an. -; got. -; kymr. eddyl, Sb., Ziel; GB.: (zil) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliche Ausrichtung oder einen Endpunkt einer Bestrebung oder eine Absicht; BM.: festsetzen; F.: Ziel, Zieles, Ziels, Ziele, Zielen+EW; Z.: Z-iel
$zielen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zielen, anstreben; E.: s. Ziel, s. en (Suff.); L.: DW 31, 1078, EWD s. u. Ziel; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Ziel und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches anstreben; F.: zielen, ziele, zielst, zielt, zielest, zielet, zielte, zieltest, zielten, zieltet, gezielt, ##gezielt, gezielte, gezieltes, gezieltem, gezielten, gezielter##, zielend, ###zielend, zielende, zielendes, zielendem, zielenden, zielender###, ziel (!)+EW; Z.: z-iel-en
$zielstrebig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zielstrebig. auf ein Ziel ausgerichtet, beharrlich; E.: s. Ziel, s. strebig; L.: Kluge s. u. streben, DW 31, 1099, EWD s. u. Ziel; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Ziel und streb(en) sowie ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Lebens mögliches auf ein Ziel ausgerichtet oder beharrlich; F.: zielstrebig, zielstrebige, zielstrebiges, zielstrebigem, zielstrebigen, zielstrebiger(, zielstrebigere, zielstrebigeres, zielstrebigerem, zielstrebigeren, zielstrebigerer, zielstrebigst, zielstrebigste, zielstrebigstes, zielstrebigstem, zielstrebigsten, zielstrebigster)+EW; Z.: z-iel—stre-b-ig
ziemen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. ziemen, passen, gebühren, sich gehören; ne. be seemly; Vw.: -; Hw.: s. ziemlich; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zemen (2), st. V., ziemen, geziemen, passen, zukommen, angemessen sein (V.), passend sein (V.), üblich sein (V.), nützlich sein (V.); mnd. tēmen (1), temen, temmen, tīmen, st. V., sw. V., geziemen, geziemend sein (V.), angemessen sein (V.), passend sein (V.), überwinden; mnl. tēmen, V., ziemen; ahd. zeman, st. V. (4), sich geziemen, sich gehören, angemessen sein (V.); as. -; anfrk. teman*, temon*, st. V. (4), sich ziemen, sich geziemen, sich gehören; germ. *teman, st. V., ziemen, fügen; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. ziemen, Kluge s. u. ziemen, DW 31, 1101, EWD s. u. ziemen, Falk/Torp 156, Seebold 501, Duden s. u. ziemen, Bluhme s. u. ziemen; Son.: vgl. afries. timia, sw. V. (2), sich ziemen; nfries. tiemjen, V., sich ziemen; ae. -; an. -; got. *timan?, st. V. (4), sich ziemen, geziemen; nndl. betamen, V., gebühren; GB.: (zeman) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches sich gehören; BM.: bauen; F.: ziemen, zieme (!), ziemst, ziemt, ziemest, ziemet, ziemte, ziemtest, ziemten, ziemtet, geziemt, ##geziemt, geziemte, geziemtes, geziemtem, geziemten, geziemter##, ziemend, ###ziemend, ziemende, ziemendes, ziemendem, ziemenden, ziemender###, ziem (!)+EW; Z.: ziem-en
Ziemer, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Ziemer, Rückenstück eines Hirsches, Rückenstück des Wildes; ne. saddle (N.); Vw.: s. Ochsen-; Hw.: -; Q.: um 1210 (Tristan); E.: s. mhd. zimbere, zimere, cimbere, cimbre, sw. F., Ziemer, Rückenstück des Hirsches oder Rehes, Zeugungsglied des Hirsches, Hirschziemer, Hirschrute, Hirschhoden; afrz. cimier, F., Lendenstück, Ziemer; aus dem Dt.?, Gamillscheg 2, 230a; L.: Kluge 1. A. s. u. Ziemer, Kluge s. u. Ziemer, DW 31, 1112, Duden s. u. Ziemer; Son.: vgl. nndl. cimier, M., Ziemer, auch Ochsenziemer; GB.: seit um 1210) belegte und vielleicht aus dem Altfranzösischen und zuvor dorthin möglicherweise aus dem Althochdeutschen aufgenommene Bezeichnung für das sachlich seit der Entstehung von Hirschen vor elf Millionen Jahren mögliche Rückenstück eines Hirsches; BM.: ?; F.: Ziemer, Ziemers, Ziemern+EW(?); Z.: Ziem-er
ziemlich, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. ziemlich, geziemend, gebührend, erheblich, deutlich; ne. rather; Vw.: -; Hw.: s. ziemen; Q.: um 1000 (Notker); E.: mhd. zimelich, zimlich, zimmelich, zimelichheit*, Adj., ziemlich, schicklich, passlich, gebührend, geziemend, passend, angemessen, statthaft, mäßig; mnd. tēmelīk (1), temelik, tēmlīk, tēmelich, tēmlich, tēmelk, tēmplīk, tēmptlīk, Adj., gebührend, geziemend, das rechte Maß haltend, passend, der Situation entsprechend, dem Stand angemessen; ahd. zimilīh*, Adj., geziemend, schicklich, angemessen; s. ahd. zeman, st. V. (4), sich geziemen, sich gehören, angemessen sein (V.), üblich sein (V.), notwendig sein (V.), unumgänglich sein (V.), sich geziemen für; germ. *teman, st. V., ziemen, fügen; idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge s. u. ziemlich, DW 31, 1116, EWD s. u. ziemen, Duden s. u. ziemlich; GB.: seit um 1000 belegte und aus ziem(en) und lich gebildete Bezeichnung von in dem Vergleich zu Anderem erheblich oder deutlich mehr seiend; BM.: bauen, gleich; F.: ziemlich, ziemliche, ziemliches, ziemlichem, ziemlichen, ziemlicher+EW; Z.: ziem-lich
ziepen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. ziepen, leise oder ängstlich pfeifen, an dem Haar ziehen; ne. twinge; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautnachahmend; L.: Kluge s. u. ziepen, DW 31, 1133, EWD s. u. ziepen, Duden s. u. ziepen, Bluhme s. u. ziepen; GB.: seit 16. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich leise oder ängstlich pfeifen; BM.: lautmalend?; F.: ziepen, ziepe (!), ziepst, ziept, ziepest, ziepet, ziepte, zieptest, ziepten, zieptet, geziept, ##geziept, geziepte, gezieptes, gezieptem, geziepten, geziepter##, ziepend, ###ziepend, ziepende, ziependes, ziependem, ziependen, ziepender###, ziep (!)+EW; Z.: ziep-en
Zier, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zier, Zierde, Schmuck, Schönheit, Herrlichkeit, schmückendes Beiwerk; ne. adornment, decoration; Vw.: -; Hw.: s. Zierrat, Zierde, zieren; Q.: um 790 (Glosse); E.: s. mhd. ziere (3), zier, cieri, st. F., sw. F., Zier, Zierde, Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit, Kostbarkeit, Reichtum, Besitz, Freude; mnd. têre, F., Art und Weise; mnl. tiere, F., Art und Weise; mnd. sīr (2), sīre, zyre, tzire, F., Zier, Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit; ahd. zierī, st. F. (ī), Schönheit, Pracht, Zier, Zierde, Schmuck, Auszeichnung; as. tīr, st. M., Ruhm, Ehre; anfrk. -; germ. *tērī-, *tērīn, sw. F. (n), Zierde, Pracht; s. idg. *dēiro-, *dīro-, Sb., Zier, Schönheit, Kostbarkeit, Pokorny 186; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zier, Kluge s. u. Zier, DW 31, 1139, EWD s. u. Zier, Heidermanns 596, Duden s. u. Zier, Bluhme s. u. Zier; Son.: s. as. tīr, st. M. (a?, i?), Ruhm; vgl. afries. -; ae. tīr, tȳr, st. M. (a), Ruhm, Ehre, Zier, Schmuck; an. tīrr, st. M. (a), Glanz, Ruhm, Ehre; got. -; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen aus dessen Sicht mögliches schmückendes Beiwerk; BM.: glänzen; F.: Zier+EW; Z.: Zie-r
Zierde, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zierde, Verzierung, Schmuck, schmückendes Beiwerk; ne. adornment; Vw.: -; Hw.: s. Zier, Zierrat, zieren; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zierede*, zierde, zīrde, st. F., sw. F., Zierde, Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit, Kostbarkeit, Reichtum, Besitz, Freude; mnd. sīrede*, sīrde, czyrde, tzirde, zirde, syrede, cirede, F., sichtbare Schönheit, äußerer Glanz, Schmuck, kostbare Kleidung, Ausstattung, Kultgerät, preisende Anrede; ahd. zierida, st. F. (ō), Zierde, Schmuck, Schönheit; as. -; anfrk. *tirida?, st. F. (ō), Zierde, Schmuck; germ. *tēriþō, *tēreþō, st. F. (ō), Zierde; s. idg. *dēiro-, *dīro-, Sb., Zier, Schönheit, Kostbarkeit, Pokorny 186; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zier, Kluge s. u. Zierde, DW 31, 1160, EWD s. u. Zier, Heidermanns 596, Duden s. u. Zierde; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung des Menschen aus dessen Sicht mögliches schmückendes Beiwerk; BM.: glänzen; F.: Zierde, Zierden+EW; Z.: Zie-r-d-e
zieren, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zieren, schmücken, schön machen, weigern, zaudern; ne. adorn; Vw.: -; Hw.: s. Zier, Zierde, Zierrat; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zieren, sw. V., zieren, putzen, schmücken, verherrlichen; mnd. tēren (2), tīren, tiren, sw. V., Art (F.) (1) und Weise (F.) (2) haben, sich benehmen, sich gebärden, schmücken, zieren; ahd. zieren, sw. V. (1a), zieren, schmücken, verschönen, schminken, auszeichnen; as. -; anfrk. -; germ. *tērjan, sw. V., schmücken, verzieren; s. idg. *dēiro-, *dīro-, Sb., Zier, Schönheit, Kostbarkeit, Pokorny 186; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Zier, DW 31, 1171, EWD s. u. Zier, Heidermanns 596, Duden s. u. zieren; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nndl. sieren, V., zieren; ai. dī́deti, V., glänzt, leuchtet; lit. dyrė́ti, gucken, lauern; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schmücken und (später) sich (wegen verschiedenen Gründen) weigern oder zaudern etwas zu tun; BM.: glänzen; F.: zieren, ziere, zierst, ziert, zierest, zieret, zierte, ziertest, zierten, ziertet, geziert, ##geziert, gezierte, geziertes, geziertem, gezierten, gezierter##, zierend, ###zierend, zierende, zierendes, zierendem, zierenden, zierender###, zier (!)+EW; Z.: zie-r-en
$zierlich, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. zierlich, zierend, schmückend, anmutig, niedlich; E.: s. Zier, s. lich; L.: Kluge s. u. Zier, EWD s. u. Zier, DW 31, 1195; GB.: (zierlich) um 1170 belegte und aus Zier sowie lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches aus seiner Sicht zierend oder schmückend oder anmutig oder niedlich; F.: zierlich, zierliche, zierliches, zierlichem, zierlichen, zierlicher(, zierlichere, zierlicheres, zierlicherem, zierlicheren, zierlicherer, zierlichst, zierlichste, zierlichstes, zierlichstem, zierlichsten, zierlichster)+EW; Z.: zie-r-lich
Zierrat?, Zierat, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zierrat?, Zier, Zierde, Schmuck; ne. adornment, decoration; Vw.: -; Hw.: s. Zier, Zierde, zieren; Q.: 15. Jh.; E.: s. mhd. zierōt, st. M., Zierrat; s. mhd. zieren, sw. V., zieren, putzen, schmücken, verherrlichen; ahd. zieren, sw. V. (1a), zieren, schmücken, verschönen, schminken, auszeichnen; as. -; anfrk. -; germ. *tērjan, sw. V., schmücken, verzieren; s. idg. *dēiro-, *dīro-, Sb., Zier, Schönheit, Kostbarkeit, Pokorny 186; vgl. idg. *dei- (1), *dei̯ə-, *dī-, *di̯ā-, V., glänzen, schimmern, scheinen, Pokorny 183 (305/10) (RB. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zier, Kluge s. u. Zierat, DW 31, 1151 (Zierat), EWD s. u. Zier; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zier gebildete und mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches aus seiner Sicht schmückendes Beiwerk; BM.: glänzen; F.: Zierrat, Zierrates, Zierrats, Zierrate, Zierraten+EW; Z.: Zie-r-r-at
Ziesel, nhd., M., (10. Jh.): nhd. Ziesel, Zieselmaus, ein kleineres Nagetier; ne. dormouse, suslik; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. zisel (2), st. M., Ziesel, Zieselmaus; ahd. zisimūs, cisimūs, sisimūs*, st. F. (i), Zieselmaus, Ziesel; von tsch. sysel, Sb., Ziesel; L.: Kluge 1. A. s. u. Ziesel, Kluge s. u. Kluge s. u. Ziesel, DW 31, 1231, EWD s. u. Ziesel, Duden s. u. Ziesel, Bluhme s. u. Zieselmaus; Son.: vgl. nndl. ziesel, Sb., Ziesel; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus dem Tschechischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches zu der Gattung der Erdhörnchen gehörendes kleineres Nagetier; BM.: ?; F.: Ziesel, Ziesels, Zieseln+FW(EW?); Z.: Zies-el
$Zieselmaus, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zieselmaus, Ziesel; E.: s. Ziesel, s. Maus; L.: DW 31, 1233, EWD s. u. Ziesel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Ziesel und Maus gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches zu der Gattung der Erdhörnchen gehörendes kleineres Nagetier; F.: Zieselmaus, Zieselmäuse, Zieselmäusen(FW)+EW; Z.: Zies-el—maus
$Ziestag, nhd., M., (13. Jh.?): nhd. Ziestag, Ziustag, Dienstag; E.: s. Zi(u), s. s, s. Tag: L.: Kluge s. u. Ziestag; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus Ziu und s (Suff.) sowie Tag gebildete Bezeichnung in dem Alemannischen für den Dienstag; F.: Ziestag, Ziestages, Ziestags, Ziestage, Ziestagen+EW; Z.: Zies—t-ag
Ziffer, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Ziffer, Zahlzeichen; ne. digit, cipher; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. zifer (1), ziffer, sw. F., st. F., Ziffer; mnld. sīver, sīfere, cifer, ziver, F., „Ziffer“, Zahlenzeichen für die Null; mit. cifra, F., Zahlzeichen, Null; lat. cifra, F., Zahl, arabische Zahl, Ziffer; arab. as-sifr, Sb., Null, Nichts; ai. śūnyá, Adj., leer; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Ziffer, Kluge s. u. Ziffer, DW 31, 1239, EWD s. u. Ziffer, Duden s. u. Ziffer, Bluhme s. u. Ziffer; Son.: vgl. nndl. cjifer, Sb., Ziffer; ne. zero, N., Null; nschw. siffra, Sb., Ziffer; nnorw. siffer, N., Ziffer; poln. cyfra, F., Ziffer; kymr. sero, M., Null; GB.: seit 14. Jh. belegte und über das Mittelniederländische und das Mittelitalienische aus dem Lateinischen des Altertums und dem Arabischen sowie dem Altindischen aufgenommene und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für eine Zahl stehendes besonderes Zeichen wie beispielsweise 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder 5 oder 6 oder 7 oder 8 oder 9 oder 0 oder I oder V oder X oder L oder C oder M und deren Verbindungen oder Vervielfachungen; BM.: schwellen; F.: Ziffer, Ziffern+FW; Z.: Ziffer
...zig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.?): nhd. …zig; ne. …ty; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. …zic, Suff., …zig; mnd. tich…, Suff., …zig; mnl. ...tich, Suff., ...zig; ahd. *zug? (2), Suff., …zig; as. *tig?, Suff., ...zig; anfrk. -; germ. tegu…, M., zehn, ...zig; idg. dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. -zig, Kluge s. u. -zig, EWD s. u. -zig, DW 31, 1250, Duden s. u. -zig; Son.: vgl. afries. …tich, Suff., ...zig; ae. ...tig, Suff., ...zig; an. ...tigr, ...tegr, ...togr, -tøgr, M., Zehnzahl, ...zig; got. tigjus, tigus, Zahlwort, st. M. (u), N. Pl., Zehnzahl, ...zig; nndl. ...tig, Suff., ...zig; lit. dešimtìs, F., Zehn; ksl. desętĭ, Sb.?, Zehn?; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die Bildung von Zehnerzahlen wie beispielsweise zwanzig oder dreißig oder vierzig oder fünfzig oder sechzig oder siebzig oder achtzig oder neunzig; BM.: zehn; F.: …zig+EW; Z.: -zig
Zigarre, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zigarre, Stumpen, eine Rolle (aus Tabak); ne. cigar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. span. cigarro; E.: s. span. cigarro, M., Zigarre; von Maya zicar, Sb., Tabakrolle; L.: Kluge s. u. Zigarre, DW 31, 1253, EWD s. u. Zigarre, Duden s. u. Zigarre; Son.: vgl. nndl. sigaar, Sb., Zigarre; frz. cigare, M., Zigarre; nschw. cigarr, Sb., Zigarre; nnorw. sigar, M., Zigarre; poln. cygaro, N., Zigarre; kymr. sigâr, F., Zigarre; lit. cigaras, M., Zigarre; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Spanischen sowie mittelbar aus der Sprache der Maya aufgenommene Bezeichnung für eine aus Blättern der Tabakpflanze bestehende fest gewickelte und mit einem Deckblatt umhüllte Rolle (aus Tabak); BM.: Tabakrolle; F.: Zigarre, Zigarren+FW; Z.: Zigar-r-e
$Zigarette, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zigarette, ein Rauchmittel; E.: s. Zigarr(e), s. ette; L.: Kluge s. u. Zigarre, DW 31, 1253, EWD s. u. Zigarre; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und sowie dort aus Zigarr(e) und ette gebildete Bezeichnung für ein ab etwa 1850 in Frankreich und Südspanien aus Tabakresten hergestelltes und in Papierröhrchen eingewickeltes preiswerteres und zunächst nur von den Arbeitern der Zigarrenfabrikation und bald allgemein von Rauchern verwendetes Rauchmittel; F.: Zigarette, Zigaretten+FW; Z.: Zigar-ret-t-e
$Zigarillo, nhd., N., M., (19. Jh.): nhd. Zigarillo; E.: s. Zigarr(e), s. illo; L.: EWD s. u. Zigarre, DW 31, 1253; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Spanischen aufgenommene sowie dort aus cigarr(o) und illo gebildete Bezeichnung für eine kleinere und kürzere sowie in Tabakblätter eingewickelte Zigarre, Z.: Zigarillo, Zigarillos+FW; Z.: Zigar-il-l-o
Zigeuner, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zigeuner, Roma, Sinti, ein unsteter wandernder Mensch; ne. tzigane, gipsy (M.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1417; E.: mhd. zigīnære*, zigīner, zigeiner, zigeuner, ziginer, zegīnære*, zegīner, st. M., Zigeuner; mnd. sīgēnære*, sīgēner, sīēner, zciegener, ciener, sīgāner, zyganer, M., Zigeuner; mnd. sēgūnære*, sēgūner, M., Zigeuner; mnd. secanære*, M., Zigeuner; mit. zingano, zingaro, M., Zigeuner; ung. czigány, M., Zigeuner; Herkunft ungeklärt, Kluge s. u. Zigeuner; L.: Kluge s. u. Zigeuner, DW 31, 1257, EWD s. u. Zigeuner, Duden s. u. Zigeuner; Son.: vgl. nndl. zigeuner, Sb., Zigeuner; frz. tzigane, M., Zigeuner; nschw. zigenare, Sb. Pl., Zigeuner; nnorw. sigøyner, M., Zigeuner; poln. cygan, M., Zigeuner; lit. čigonas, M., Zigeuner; GB.: seit 1417 belegte und in der Herkunft ungeklärte Bezeichnung für einen Angehörigen der aus Indien nach Europa gelangten Gruppe der Roma oder Sinti und davon abgeleitet für einen unsteten wandernden Menschen; BM.: ?; F.: Zigeuner, Zigeuners, Zigeunern+FW; Z.: Zigeun-er
$zigeunerisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zigeunerisch, unstet; E.: s. Zigeuner, s. isch; L.: DW 31, 1267, EWD s. u. Zigeuner; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zigeuner und isch gebildete Bezeichnung für Zigeuner betreffend oder unstet; F.: zigeunerisch, zigeunerische, zigeunerisches, zigeunerischem, zigeunerischen, zigeunerischer+FW+EW; Z.: zigeun-er-isch
$zigeunern, nhd., V., (16. Jh.): nhd. zigeunern, unstet leben und umherziehen; E.: s. Zigeuner, s. (e)n (Suff.); L.: DW 31, 1269, EWD s. u. Zigeuner; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zigeuner und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für unstet leben und umherziehen; F.: zigeunern, zigeunere, zigeuner, zigeunerst, zigeunert, zigeunerte, zigeunertest, zigeunerten, zigeunertet, zigeunert, ##zigeunert, zigeunerte, zigeunertes, zigeunertem, zigeunerten, zigeunerter##, zigeunernd, ###zigeunernd, zigeunerndes, zigeunerndem, zigeunernden, zigeunernder###, zigeuner (!)+FW(+EW); Z.: zigeun-er-n
Zikade, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zikade, Baumgrille; ne. cicada; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 18. Jh.; I.: Lw. lat. cicāda; E.: s. lat. cicāda, F., Zikade, Baumgrille, (1. Jh. v. Chr.); aus einer Mittelmeersprache entlehnt; L.: Kluge s. u. Zikade, EWD s. u. Zikade, DW 31, 1272, Duden s. u. Zikade; Son.: vgl. nndl. cicade, Sb., Zikade; frz. cigale, F., Zikade; nschw. cikada, Sb., Zikade; nnorw. sikade, M., Zikade; poln. cykada, F., Zikade; kymr. sicada, M., Zikade; nir. ciocáid, F., Zikade; lit. cikada, F., Zikade; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums und mittelbar einer Mittelmeersprache aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein an Pflanzen saugendes schon vormenschliches Insekt aus der Gruppe der auch die Pflanzenläuse umfassenden Gleichflügler (Homoptera); BM.: ?; F.: Zikade, Zikaden+FW; Z.: Zikad-e
Zille, Zülle, nhd., F., (12. Jh.): nhd. Zille, Zülle, ein Flussschiff; ne. barge (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. zille, F., Zille, Flussnachen, Flussschiff; mhd. zülle, zulle, sw. F., Zille, Nachen, Flussnachen, Flussschiff; aus dem Slaw., verwandt mit ndsorb. cołn, čech. člun, russ. чёлн (čëln), M., Boot; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Zülle, Kluge s. u. Zille, DW 31, 1273, EWD s. u. Zille, Duden s. u. Zille, Bluhme s. u. Zille; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Slawischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen von Menschen für Flüsse entwickelten und verwendeten flachen Lastkahn mit spitz zusammenlaufendem Bug, ein Flussschiff; BM.: Boot; F.: Zille, Zillen, Zülle, Züllen+FW+EW?; Z.: Zill-e
Zimbel, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zimbel, ein Musikinstrument; ne. cymbal; Vw.: -; Hw.: s. Cembalo; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zimbele, sw. F., Glocke, Schelle, Becken als Tongerät; mhd. zimbal, zimbel, zimel, cinbale, st. M., sw. F., N., Glocke, kleinere Glocke, Schelle, Becken (als Tongerät); mnd. simbel, simbele, zimbell, zimbel*, zymbel, simele, sinbel, F., Zimbel, Cymbalon, Schelle, Orgelregister aus kleinen Pfeifen; ahd. zimbala*, sw. F. (n), Zimbel, Handpauke; lat. cymbalum, N., Zimbel, Glöckchen, Tischglocke, Schallbecken, (81-43 v. Chr.); gr. κύμβαλον (kýmbalon), N., Metallbecken, Zimbel; vgl. gr. κύμβη (kýmbē), F., Trinkgefäß, Becken, Schale (F.) (2); idg. *kumb-, *kumbʰ-, Sb., Biegung, Gefäß, Pokorny 592; vgl. idg. *keu- (2), *keu̯ə-, V., Sb., biegen, Biegung, Pokorny 588 (909/141) (RB. idg. aus ind., iran., arm.?, phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zimbel, DW 31, 1276, EWD s. u. Zimbel, Duden s. u. Zimbel, Bluhme s. u. Zimbel; Son.: vgl. nndl. cimbaal, Sb., Zimbel; frz. cymbale, F., Zimbel; nschw. cymbal, Sb., Zimbel; nnorw. cymbel, M., Zimbel; poln. cymbały, Sb. Pl., Zimbel; kymr. symbal, M., Zimbel; nir. ciombal, M., Zimbel; lit. cimbolas, M., Zimbel; GB.: seit um 750 belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein kleines als Schlaginstrument aus Metall (Bronze) in Asien von Menschen entwickeltes und verwendetes Becken (Musikinstrument); BM.: biegen; F.: Zimbel, Zimbeln+FW(+EW?); Z.: Zi-mb-el
Zimier, nhd., N., (12. Jh.): nhd. Zimier, Helmzier, Helmschmuck; ne. crest (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1190-1210 (Albrecht von Halberstadt); E.: mhd. zimier, zimīr, zimiere, st. N., st. F., Zimier, Helmzier, Schmuck, Helmschmuck, ritterlicher Aufputz an Mann und Pferd; mnd. simērde, zimmerde, N., Zimier, Helmschmuck; afrz. cimière, Sb., Helmzier?; vgl. frz. cime, F., Gipfel, Spitze; vulgärlat. *cima, F., Gipfel; gr. κῦμα (kyma), N., Woge, Welle; vgl. gr. κυειν (kyein), V., schwellen, schwanger werden; idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 31, 1282 (Zimier), Duden s. u. Zimier; Son.: vgl. frz. cimier, M., Zimier; GB.: seit 1190-1210) belegte und aus dem Französischen und mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen für den Helm entwickelten und verwendeten Schmuck (Helmschmuck); BM.: schwellen; F.: Zimier, Zimiers, Zimiere, Zimieren+FW(+EW?); Z.: Zim-ier
Zimmer, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Zimmer, Kammer, Raum; ne. room (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zimber, zimer, zimmer, zimbre, st. N., st. M., „Zimmer“, Bauholz, Bau, Gebäude, Haus, Wohnung, Bautätigkeit, Holzbekleidung eines Stollens, Haufe, Haufen; mnd. timber (1), timmer, tembre, N., Bauholz, Baumaterial, Zimmerwerk; mnl. timber, timmer, N., Bauholz, Holzbau; ahd. zimbar, st. N. (a), Stoff, Materie, Bau, Gebäude; as. timbar, st. N. (a), Zimmerwerk; anfrk. -; germ. *temra-, *temram, *tembra-, *tembram, st. N. (a), Bau, Bauholz; s. idg. *dem-, demə-, demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zimmer, Kluge s. u. Zimmer, DW 31, 1285, EWD s. u. Zimmer, Falk/Torp 156, Duden s. u. Zimmer, Bluhme s. u. Zimmer; Son.: s. anfrk. timbren, timbron, sw. V. (1), bauen, zimmern; vgl. afries. timber, timmer, st. N. (a), Gebäude; ae. timber, st. N. (a), Zimmerholz, Bauholz, Bauen; an. timbr, st. N. (a), Bauholz, Gebäude, vierzig Felle; got. *timr, *timbr, st. N. (a), Bauholz; nndl. timmer, Sb., Zimmer; ne. timber, N., Bauholz, Holzstamm; nschw. timmer, N., Langholz; nisl. timbur, N., Bauholz, Holz; ai. dámā́m, Gen. Pl., Haus, Bau; gr. δόμος (dómos), M., Gebautes, Haus, Gebäude, Geschlecht; lat. domus, F., Haus; ksl. domŭ, M., Haus; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen einzelnen Raum oder eine Kammer in einer Wohnung oder einem Haus; BM.: bauen; F.: Zimmer, Zimmers, Zimmern+EW; Z.: Zim-m-er
$Zimmerflucht, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Zimmerflucht; E.: s. Zimmer, s. Flucht; L.: Kluge s. u. Flucht 2, DW 31, 1320; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Zimmer und Flucht (F.) (2) gebildete Bezeichnung für eine zusammengehörige Reihe von Zimmern für einzelne Nutzergruppen oder Funktionen oder Familien; F.: Zimmerflucht, Zimmerfluchten+EW; Z.: Zim-m-er—flu-ch-t
$Zimmermann, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zimmermann; E.: s. Zimmer, s. Mann; L.: DW 31, 1330, EWD s. u. Zimmer; GB.: seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon in den Hochkulturen des Altertums möglichen Gebäude und Dächer aus Holz entwickelnden und errichtenden Handwerker; F.: Zimmermann, Zimmermannes, Zimmermanns, Zimmermänner, Zimmermännern+EW; Z.: Zim-m-er—man-n
$zimmern, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zimmern, aus Holz anfertigen oder bauen; E.: s. Zimmer, s. (e)n; L.: Kluge s. u. Zimmer, DW 31, 1338, EWD s. u. Zimmer; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Zimmer und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches aus Holz anfertigen oder bauen; F.: zimmern, zimmere, zimmer (!), zimmerst, zimmert, zimmerte, zimmertest, zimmerten, zimmertet, gezimmert, ##gezimmert, gezimmerte, gezimmertes, gezimmertem, gezimmerten, gezimmerter##, zimmernd, ###zimmernd, zimmerndes, zimmerndem, zimmernden, zimmernder###, zimmer (!)+EW; Z.: zim-m-er-n
zimperlich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zimperlich, ziemlich empfindlich, feinfühlig, überempfindlich; ne. fussy, squeamish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einem zimpfer, Adj., geziert; vgl. mnl. zimperlijc, Adj., hübsch, zierlich; weitere Herkunft ungeklärt; s. nhd. …lich; L.: Kluge 1. A. s. u. zimperlich, Kluge s. u. zimperlich, DW 31, 1363, EWD s. u. zimperlich, Duden s. u. zimperlich, Bluhme s. u. zimperlich; GB.: seit 16. Jh. belegte und mit dem Mittelniederländischen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches ziemlich empfindlich oder feinfühlig oder überempfindlich; BM.: gleich; F.: zimperlich, zimperliche, zimperliches, zimperlichem, zimperlichen, zimperlicher(, zimperlichere, zimperlicheres, zimperlicherem, zimperlicheren, zimperlicherer, zimperlichst, zimperlichste, zimperlichstes, zimperlichstem, zimperlichsten, zimperlichster)+EW; Z.: zimp-er-lich
$Zimperlichkeit, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zimperlichkeit, Empfindlichkeit, Feinfühligkeit, Überempfindlichkeit; E.: s. zimperlich, s. keit, s. heit; L.: Kluge s. u. zimperlich, DW 31, 1367, EWD s. u. zimperlich; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zimperlich und keit gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Empfindlichkeit oder Feinfühligkeit oder Überempfindlichkeit; F.: Zimperlichkeit, Zimperlichkeiten+EW; Z.: Zimp-er-lich-kei-t
Zimt (1), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zimt, Zimtrinde, getrocknete Rinde des Zimtbaums; ne. cinnamon (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: vgl. mhd. zinemīn*, zinemin, zimin, cinemīn, st. M., Zimt; mhd. zinment, zinmint, zimet, st. M., Zimt; ahd. zinamīn*, zimīn, cinimin, cinamon*, st. M. (a?, i?), Zimt; lat. cinnamum, N., Zimt; gr. κίνναμον (kínnamon), N., Zimt; hebr. qinnāmōn, Sb., Zimt; vgl. malayisch kayumanis, Sb., Süßholz; L.: Kluge 1. A. s. u. Zimmet, Kluge s. u. Zimt, DW 31, 1371, EWD s. u. Zimt, Duden s. u. Zimt, Bluhme s. u. Zimt; Son.: vgl. poln. cynamon, M., Zimt (M.) (1); kymr. sinamon, M., Zimt (M.) (1); lit. cinamonas, M., Zimt (M.) (1); GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen sowie dem Hebräischen des Altertums aufgenommene und mit dem Malaiischen verbindbare Bezeichnung für das aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums gewonnene und von vielen Menschen geschätzte und genutzte Gewürz; BM.: Süßholz; F.: Zimt, Zimtes, Zimts, Zimte, Zimten+FW(+EW); Z.: Zimt
Zimt (2), nhd. (ält.), M., (19. Jh.): nhd. Zimt (M.) (2), wertloses Zeug; ne. rubbish; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.?; E.: wohl aus dem Rotwelschen stammend, dort in der Bedeutung Goldwaren, Geld; von wjidd. simon, Sb., Zeichen, Ziffer, Null; L.: Kluge s. u. Zimt 2, DW 31, 1370; GB.: seit der späteren Neuzeit (19. Jh.) belegte und aus dem Rotwelschen und mittelbar dem Westjiddischen aufgenommene Bezeichnung für Goldwaren oder Geld und davon abgeleitet für einen Haufen wertlosen Zeugs; BM.: Ziffer?; F.: Zimt, Zimtes, Zimts, Zimte, Zimten+FW; Z.: Zim-t
Zindel, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Zindel, Futterstoff; ne. lining material; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1140-1160 (Vom Glauben, der arme Hartmann); E.: mhd. zindāl, zindel, F., Futterstoff; mnd. sindāl, sindel, sendāl, syndāl, scindāl, sindael, syndel, zindel, N., M., „Zindel“, leichterer Seidenstoff, eine Art (F.) (1) Taft, feines Leinen (N.), aus feiner Baumwolle verfertigter Stoff; ahd. zindāl*, zendāl, st. M. (a?, i?), Seidenstoff; afrz. cendal, M., Zindel; mlat. sindalum, N., Futterstoff; gr. σινδών (sindōn), F., feines gewebtes Zeug, Tuch; semitisches Lehnwort, gedeutet als „vom Indus stammend“ (Indus = Sindhu); L.: Kluge 1. A. s. u. Zindel, Kluge s. u. Zindel, DW 31, 1386, Duden s. u. Zindel; GB.: seit 1140-1160 belegte und aus dem Altfranzösischen sowie mittelbar aus dem Mittellateinischen und dem Griechischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für ein in dem Mittelalter verwendetes kostbares schleierartiges Seidengewebe oder für einen Futterstoff; BM.: fein gewebtes Tuch; F.: Zindel, Zindels+FW(+EW?); Z.: Zind-el
$Zindeltaft, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Zindeltaft; E.: s. Zindel, s. Taft; L.: Kluge s. u. Zindel, fehlt DW; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus Zindel und Taft gebildete Bezeichnung für einen sehr leichten Taft; F.: Zindeltaft, Zindeltaftes, Zindeltafts, Zindeltafte, Zindeltaften+FW; Z.: Zind-el—taf-t
Zingel, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zingel, Ringmauer, Befestigungsgürtel; ne. circular wall; Vw.: -; Hw.: s. umzingeln; Q.: 1. Viertel 13. Jh. (Wolfram von Eschenbach); E.: mhd. zingel (2), zingele, st. M., F., Zingel, Sattelgurt, äußere Verschanzungsmauer einer Stadt oder Burg, Befestigungsmauer, Stadtgebiet; mnd. singele, singel, cingele, czingell, tcinghele, tzingell, tzynghele, F., Zingel, Befestigungsgürtel einer Stadt, Verschanzungsanlage vor einem Stadttor, Verhau, Palisadenwerk, Gattertor, Zugbrücke; lat. cingulus, M., Gürtel, Erdgürtel, Zone; vgl. lat. cingere, V., gürten, umgürten, umgeben (V.), einschließen; idg. *kenk- (1), V., gürten, binden, Pokorny 565 (873/105) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zingel, Kluge s. u. Zingel, DW 31, 1390, Duden s. u. Zingel; Son.: vgl. frz. sangel, F., Gurt, Riemen (M.) (1); GB.: seit 1. Viertel 13. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine umfassend schützende Ringmauer oder einen Befestigungsgürtel; BM.: gürten bzw. binden; F.: Zingel, Zingels, Zingeln+FW+EW?; Z.: Zing-el
zingeln, nhd., V., (13. Jh.): nhd. zingeln, umgürten, gürten; ne. girdle (V.); Vw.: s. um-; Hw.: s. Zingel; Q.: Ende 13. Jh. (Livländische Reimchronik); E.: mhd. zingelen*, zingeln, sw. V., zingeln, Verschanzung machen; mnd. *singelen?, *zingelen?, sw. V., „zingeln“, umzingeln, einfrieden; lat. cingere, V., gürten, umgürten, umgeben (V.), einschließen; idg. *kenk- (1), V., gürten, binden, Pokorny 565 (873/105) (RB. idg. aus ind., gr., ital., balt.); L.: DW 31, 1392, Duden s. u. zingeln; GB.: seit Ende 13. Jh. belegte und aus lat. cingere gebildete und umgebildete sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vor den Hochkulturen des Altertums mögliches mit einem festen Band (N.) umgeben; BM.: gürten; F.: zingeln, zingel (!), zingle, zingele, zingelst, zingelt, zingelte, zingeltest, zingelten, zingeltet, gezingelt, ##gezingelt, gezingelte, gezingeltes, gezingeltem, gezingelten, gezingelter##, zingelnd, ###zingelnd, zingelnde, zingelndes, zingelndem, zingelnden, zingelnder###, zingel (!)+FW(+EW); Z.: zing-el-n
Zink, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Zink, ein Metall; ne. zinc; Vw.: -; Hw.: s. Zinken; Q.: 15. Jh.; E.: wohl gebildet zu Zinken, weil sich das Metall im Ofen in Zackenform ansetzt; L.: Kluge 1. A. s. u. Zink, Kluge s. u. Zink, DW 31, 1395, EWD s. u. Zink, Duden s. u. Zink, Bluhme s. u. Zink; Son.: vgl. nndl. zink, Sb., Zink; frz. zinc, M., Zink; nschw. zink, Sb., Zink; nnorw. sink, M., N., Zink; poln. cynk, M., Zink; kymr. sinc, zinc, M., Zink; nir. sinc, F., Zink; lit. cinkas, M., Zink; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht von Zinken - oder von pers. singen (Stein) -abgeleitete Bezeichnung für ein bläulich weiß glänzendes sowie vor allem in China und Peru und Australien und Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie Mexiko und Südafrika und einigen Minen Europas abgebautes 1746 von dem deutschen Chemiker Andreas Marggraf isoliertes und als neu erkanntes Metall (chemisches Element Nr. 30, abgekürzt Zn) das – ohne von dem Körper gebildet werden zu können mit ein bis vier Gramm in dem Körper des Menschen enthalten und für Stoffwechselvorgänge und Zellwachstum und Augen und Haut und Haare sowie Wundheilung wichtig ist und in der Industrie als Rostschutz für Stahl und als Bestandteil von Legierungen (Messing) sowie für Bleche und Batterien verwendet wird; BM.: Zacke; F.: Zink, Zinkes, Zinks+EW; Z.: Zink
Zinken, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zinken (M.), Zinke, Zacke, auch ein Gaunerzeichen ; ne. beak (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zink, Zinne; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. zinke (1), sw. M., Zinke, Zinken (M.), Zacken (M.), Zacke, Spitze, Blashorn; mnd. sinke (2), czynke, zinke, F., Zinke, Blasinstrument, Stimme an der Orgel; ahd. zinko* (1) 1, zinco*, sw. M. (n), Zinke, Zinken (M.), Zacke; mit k-Erweiterung von germ. *tindja, Sb., Zinne; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289?; vgl. idg. *ed-, h₁ed-, V., essen, Pokorny 287? (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zinke, Kluge s. u. Zinken, DW 31, 1403, EWD s. u. Zinke (F.), Zinken (M.), Duden s. u. Zinken; GB.: (zinko) seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen langen spitzen Teil eines Kammes oder einer Gabel oder einen trapezförmig vorspringenden Teil eines Holzes; BM.: Zacke bzw. Zahn; F.: Zinken, Zinkens+EW; Z.: Zi-n-k-en
$zinken, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. zinken, mit einer Zinke versehen (V.); L.: Kluge s. u. Zinken, EWD s. u. Zinke, DW 31, 1419ff.?; GB.: seit 20. Jh. belegte und von Zinke und Zinken abgeleitete Bezeichnung für mit einer Zinke oder einem Zinken (Gaunerzeichen) versehen (V.); F.: zinken, zinke, zinkst, zinkt, zinkest, zinket, zinkte, zinktest, zinkten, zinktet, gezinkt, ##gezinkt, gezinkte, gezinktes, gezinktem, gezinkten, gezinkter##, zinkend, ###zinkend, zinkende, zinkendes, zinkendem, zinkenden, zinkender###, zink (!)+EW; Z.: zi-n-k-en
Zinn, nhd., N., (8. Jh.): nhd. Zinn, ein Schwermetall; ne. tin (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zin, cin, tin, czyen, st. N., Zinn; mnd. tin, tinne, tīn, ten, tēn, N., Zinn, Lötzinn, aus Zinn gefertigter Gegenstand; mnl. tin, Sb., Zinn; ahd. zin, st. N. (a), Zinn; as. tin*, tinn*, st. N. (a), Zinn; anfrk. -; germ. *tina, *tinam, st. N. (a), Zinn; vielleicht aus dem Keltischen entlehnt; L.: Kluge 1. A. s. u. Zinn, Kluge s. u. Zinn, DW 31, 1423, EWD s. u. Zinn, Duden s. u. Zinn, Bluhme s. u. Zinn; Son.: vgl. afries. tinn, st. N. (a), Zinn; ae. tin (1), st. N. (a), Zinn; an. tin, st. N. (a), Zinn; got. -; nndl. tin, Sb., Zinn; frz. étain, M., Zinn; nschw. tenn, N., Zinn; nnorw. tinn, N., Zinn; poln. cyna, F., Zinn; kymr. tun, M., Zinn; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie vielleicht aus dem Keltischen aufgenommene Bezeichnung für ein sehr weiches und dehnbares silberweiß glänzendes sowie in vielen Staaten abgebautes Schwermetall (chemisches Element Nr. 50, abgekürzt Sn für lat. stannum 2) das für die Herstellung von Lötzinn zu der Verbindung elektronischer Bauteile und für Weißblech (Konservendosen) und in Legierungen wie Bronze und in Chemikalien für PVC oder Farbstoffe oder Vernichtungsmittel (Pestizide) oder bei Herstellung von Glas verwendet wird; BM.: ?; F.: Zinn, Zinnes, Zinns+FW+EW?; Z.: Zinn
Zinne, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Zinne, Mauerspitze; ne. pinnacle; Vw.: -; Hw.: s. Zinken; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zinne, sw. F., st. F., Zinne; mnd. tinne (1), F., Zinne, zahnartiger hervorstehender Teil der Brüstung an einer Burg oder an Stadtmauern; mnd. sinne, F., Zinne, Spitzenzackenkante als Besatz; mnl. tinne, F., Zinne; ahd. zinna*, st. F. (o?, jo?), sw. F. (n), Zinne, Mauerspitze; as. -; anfrk. -; germ. *tindja, Sb., Zinne; idg. *edont-, *dont-, Sb., Zahn, Pokorny 289?; vgl. idg. *ed-, *h₁ed-, V., essen, Pokorny 287? (424/5) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., ill.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zinne, Kluge s. u. Zinne, DW 31, 1445, EWD s. u. Zinne, Falk/Torp 154, Duden s. u. Zinne, Bluhme s. u. Zinne; Son.: vgl. afries. -; ae. tind, st. M. (a), Nagel, Spitze, Zahn, Zinke; an. tindr, st. M. (a), Spitze, Zinke; got. -; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen mit Einschnitten (für Schützen) versehenen obersten Teil einer Wehrmauer oder Mauerspitze; BM.: Zahn bzw. essen?; F.: Zinne, Zinnen+EW; Z.: Z-in-n-e
Zinnie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zinnie, eine Gartenzierpflanze; ne. zinnia; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von Carl von Linné nach dem Botaniker und Arzt Johann Gottfried Zinn (1727-1759) benannt, s. ie; L.: Duden s. u. Zinnie, fehlt DW; Son.: vgl. frz. zinnia, M., Zinnie; nschw. zinnia, Sb., Zinnie; nnorw. zinnia, M., Zinnie; poln. cynia, F., Zinnie; kymr. zinnia, M., Zinnie; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche und 1790 von Mexiko nach Europa gebrachte Pflanze mit leuchtenden Blüten; BM.: PN Johann Gottfried Zinn; F.: Zinnie, Zinnien+EW?; Z.: Zinn-ie
$Zinnkraut, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Zinnkraut, Ackerschachtelhalm; E.: s. Zinn, s. Kraut; L.: Kluge s. u. Zinnkraut, DW 31, 1442; GB.: seit 1673 belegte und aus Zinn und Kraut gebildete Bezeichnung für den sachlich schon vormenschlichen und von Menschen für die Reinigung von Zinn genutzten Ackerschachtelhalm; F.: Zinnkraut, Zinnkrauts+FW+EW; Z.: Zinn—krau-t
Zinnober, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Zinnober, Cinnabarit, hochrote Farbe; ne. cinnabar; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1185 (Erec); E.: s. mhd. zinober, zinopel, st. M., Zinnober, Zinnoberrot; mnd. sinōber, synōber, szynōber, cinōber, cynōber, zinōber, M., Zinnober; afrz. cenobre, M.?, Zinnober; mlat. cenobrium, N., Zinnober; gr. κιννάβαρι (kinnábaris), κιννάβαρις (kinnábaris), F., Bergzinnober, Drachenblut; Fremdwort orientalischen Urspungs, s. Frisk 1, 855; L.: Kluge s. u. Zinnober, EWD s. u. Zinnober, DW 31, 1468, Duden s. u. Zinnober, Bluhme s. u. Zinnober; Son.: vgl. nndl. cinnaber, Sb., Zinnober; frz. cinabre, M., Zinnober; nschw. cinnober, Sb., Zinnober; nnorw. sinober, M., Zinnober; poln. cynober, M., Zinnober; kymr. sinabar, M., Zinnober; nir. cionnabar, M., Zinnober; lit. cinoberis, M.?, Zinnober; GB.: seit um 1185 belegte und aus dem Altfranzösischen und mittelbar dem Mittellateinischen sowie dem Griechischen des Altertums und einer Sprache des Orients aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine stabile und damit ungiftige Verbindung von Quecksilber und Schwefel in hochroter Farbe; BM.: ?; F.: Zinnober, Zinnobers+FW(+EW); Z.: Zinnob-er
$zinnoberrot, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. zinnoberrot, hochrot, sehr rot; E.: s. Zinnober, s. rot; L.: DW 31, 1472, EWD s. u. Zinnober; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Zinnober und rot gebildete Bezeichnung für wie Zinnober rot oder hochrot oder einen leuchtend gelblich roten Farbton aufweisend; F.: zinnoberrot, zinnoberrote, zinnoberrotes, zinnoberrotem, zinnoberroten, zinnoberroter+FW+EW; Z.: zinnob-er—rot
Zins, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zins, Abgabe, Tribut, ein Preis; ne. rent (N.); Vw.: -; Hw.: s. zensieren, Zensor, Zensur; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zins, cins, tzins, sons, st. M., Abgabe, Steuer (F.), Tribut, Zahlung, Sold, Lohn, Gabe, Ertrag, Gewinn, Zins; mnd. tins, tijns, M., N., Zins, regelmäßige zu leistende Zahlung, Tribut, öffentliche landesherrliche Abgabe; ahd. zins, zens*, st. M. (a?, i?), Steuer (F.), Abgabe, Zins; as. tins*, st. M. (i), Zins; anfrk. -; germ. *zins, M., Zins, Abgabe; lat. cēnsus, M., Schätzung, Vermögen, (um 250-184 v. Chr.); vgl. idg. *k̑ens-, V., sprechen, künden, Pokorny 566 (877/109) (RB. idg. aus ind., iran., alb., ital., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zins, Kluge s. u. Zins, EWD s. u. Zins, DW 31, 1473, Duden s. u. Zins, Bluhme s. u. Zins; Son.: vgl. afries. tins, st. M. (a), Zins; ae. -; an. -; got. -; nndl. cijns, Sb., Zins; frz. cens, M., Zins; ne. census, N., Zählung; GB.: (zins) um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine Abgabe oder einen Tribut oder für einen Preis für die zeitweise Überlassung von Geld zu eigener Nutzung; BM.: sprechen; F.: Zins, Zinses, Zinse, Zinsen+FW+EW; Z.: Zins
$zinsen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zinsen, Zins zahlen; Vw.: s. ver-; E.: s. Zins, s. en; L.: Kluge s. u. Zins; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Zins und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung und Verwendung von Geld mögliches Zins zahlen; F.: zinsen (!), zinse (!), zinsst (!), zinst, zinsest, zinset, zinste, zinstest, zinsten, zinstet, gezinst, ##gezinst, gezinste, gezinstes, gezinstem, gezinsten, gezinster##, zinsend, ###zinsend, zinsende, zinsendes, zinsendem, zinsenden, zinsender###, zins (!)+FW+EW; Z.: zins-en
Zinser, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Zinser, Rauchfass; ne. censer; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 863-871 (Otfrid); E.: ahd. zinsera*, zinsara*, st. F. (ō), Rauchfass, Räuchergefäß; germ. *zensar-, M., Rauchgefäß; lat. incēnsōrium, N., Rauchfass; vgl. lat. incendere, V., anzünden; lat. in, Präp., Präf., in, an, drin, dran, drauf, hinein; idg. *en (1), *n̥, *h₁n, Präp., in, Pokorny 311 (458/39) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); lat. cendere, V., zünden; lat. candēre, V., glänzend sein (V.), schimmernd sein (V.), weiß sein (V.), hell sein (V.), glänzen; idg. *kand-, *skand-, *kend-, *skend-, V., Adj., leuchten, glühen, hell, Pokorny 526 (801/33) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt.); L.: Kluge s. u. Zinser, DW 31, 1515, Duden s. u. Zinser; Son.: vgl. frz. encensoir, M., Zinser; nir. ceansa, M., Zinser; GB.: seit 863-871 belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen hergestelltes an Ketten hängendes durchbrochenes Metallgefäß (Rauchfass) zu dem Verbrennen von Weihrauch während religiöser Liturgie; BM.: in, leuchten; F.: Zinser, Zinsers, Zinsern+FW+EW?; Z.: Zins-er
$Zinshahn, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zinshahn; E.: s. Zins, s. Hahn; L.: Kluge s. u. Zinshahn, DW 31, 1523; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zins und Hahn gebildete Bezeichnung für einen in Mittelalter und Neuzeit als Abgabe (Zins) an den Grundherrn zu leistenden Hahn; F.: Zinshahn, Zinshahns, Zinshahnes, Zinshähne, Zinshähnen+FW+EW; Z.: Zins—hahn
$Zinstag, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zinstag; E.: s. Zins, s. Tag; L.: Kluge s. u. Zinstag, DW 31, 1534; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zins und Tag gebildete Bezeichnung für den Tag an dem eine Abgabe (Zins) zu leisten ist; F.: Zinstag, Zinstages, Zinstags, Zinstage, Zinstagen+FW+EW; Z.: Zins—t-ag
Zion, nhd., M., ?: nhd. Zion; GB.: wohl seit dem Frühmittelalter belegte und aus dem Hebräischen des Altertums aufgenommene Bezeichnung für einen Hügel und eine darauf errichtete Turmburg der Jebusiter an der südöstlichen Grenze des vorisraelitischen Jerusalem; F.: Zion, Zions+FW
Zionismus, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zionismus, jüdische Nationalbewegung; ne. zionism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1890 (Nathan Birnbaum); E.: s. Zion, s. ismus, gebildet nach dem Tempelberg Zion in Jerusalem; L.: Duden s. u. Zionismus; Son.: vgl. nndl. zionisme, Sb., Zionismus; frz. sionisme, M., Zionismus; nschw. sionism, Sb., Zionismus; nnorw. sionisme, M., Zionismus; poln. syjonizm, M., Zionismus; kymr. Seioniaeth, F., Zionismus; lit. sionizmas, M., Zionismus; GB.: seit 1890 belegte und aus Zion und ismus gebildete Bezeichnung für die erfolgreiche jüdische Bewegung mit dem Ziel einen besonderen Staat für Juden bevorzugt in Palästina zu schaffen; BM.: ON; F.: Zionismus+FW; Z.: Zion-ism-us
…zip, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. …zip; ne. …zip; ne. …ciple; Vw.: s. Parti-, Prin-; Hw.: s. …zipieren; Q.: 15. Jh.?; I.: lat. Lw. (cipium); E.: s. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. …cipe, Suff., …zip; frz. …cipe, Suff., …zip; nschw. …cip, Suff., …zip; nnorw. …sipp, Suff., …zip; nir. …sabal, Suff., …zip; lit. …cipas, Suff., …zip; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundsilbe verwendete Bezeichnung für eine Bildung von Substantiven des Fassens; BM.: fassen; F.: …zip, …zips, …zip, …zipien+FW(+EW?); Z.: -zip
Zipfel, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zipfel, spitzes Ende, schmal oder spitz zulaufendes Endstück; ne. tip (N.), tail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zapfen; Q.: 1331-1341 (Die Kronike von Pruzinlant des Nicolaus von Jeroschin); E.: mhd. zipfel, st. M., spitzes Ende, Spitze, Zipfel, anhängender oder zwischengehender Landstreifen, Waldstreifen; mhd. züpfel, st. M., spitzes Ende, Zipfel, anhängender oder zwischeneingehender Landstreifen, Waldstreifen; s. mhd. zipf, st. M., sw. M., Zipf, spitzes Ende, Zipfel; s. germ. *tippa, Sb., Zipfel; weitere Herkunft ungeklärt; L.: Kluge 1. A. s. u. Zipfel, Kluge s. u. Zipfel, DW 31, 1546, EWD s. u. Zipfel, Falk/Torp 164, Duden s. u. Zipfel, Bluhme s. u. Zipfel; Son.: vgl. mnd. tipkanne, Sb., Kanne mit hervorstehnder Röhre; nndl. tip, Sb., Zipfel, Spitze; nndl. tepel, Sb., Brustwarze; nschw. tipp, Sb., Zipfel; ne. tipp, M., Zipfel; GB.: seit 1331-1341 belegte und mit dem Germanischen verbindbare sowie wohl in der weiteren Herkunft ungeklärte Bezeichnung für ein schmal oder spitz zulaufendes Endstück einer Gegebenheit; BM.: ?; F.: Zipfel, Zipfels, Zipfeln+EW; Z.: Zipf-el
$Zipfelkappe, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zipfelkappe, in einem Zipfel endende Kappe als Kopfbedeckung; E.: s. Zipfel, s. Kappe; L.: DW 31, 1556, EWD s. u. Zipfel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zipfel und Kappe gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche von Menschen entwickelte und verwendete sowie in einem Zipfel endende Kappe als Kopfbedeckung; F.: Zipfelkappe, Zipfelkappe+EW+FW; Z.: Zipf-el—kapp-e
$Zipfelmütze, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zipfelmütze; E.: s. Zipfel, s. Mütze; L.: DW 31, 1556, EWD s. u. Zipfel; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zipfel und Mütze gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche von Menschen entwickelte und verwendete sowie in einem Zipfel endende Mütze als Kopfbedeckung; F.: Zipfelmütze, Zipfelmützen+EW+FW; Z.: Zipf-el—mütz-e
…zipieren, nhd., V., (15. Jh.?): nhd. …zipieren; ne. …cipate; Vw.: s. anti-, eman-, kon-, parti-, re-; Hw.: s. …zip; Q.: I.: Lw. lat. …cipāre; E.: s. lat. …cipāre, V., …zipieren; vgl. lat. capere, V., fassen, ergreifen, erbeuten; idg. *kap-, *kəp-, *keh₂p-, V., fassen, Pokorny 527 (803/35) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt.); Son.: vgl. nndl. …ciperen, Suff., …zipieren; frz. …ciper, Suff., …zipieren; nschw. …cipera, Suff., …zipieren; nnorw. …sipere, Suff., …zipieren; poln. …cypować, Suff., …zipieren; L.: fehlt DW; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in Zusammensetzungen als Grundwort zu einer Bildung von Verben des Fassens verwendete Bezeichnung; BM.: fassen; F.: ...zipieren, ...zipiere, ...zipierst, ...zipiert, ...zipierest, ...zipieret, ...zipierte, ...zipiertest, ...zipierten, ...zipiertet, ##...zipiert, ...zipierte, ...zipiertes, ...zipiertem, ...zipierten, ...zipierter##, ...zipierend, ###...zipierend, ...zipierende, ...zipierendes, ...zipierendem, ...zipierenden, ...zipierender###, ...zipier (!)+FW(+EW?); Z.: -zip-ier-en
Zipolle, nhd. (ält.), F., (12. Jh.): nhd. Zipolle, Zwiebel; ne. onion; Vw.: -; Hw.: s. Zwiebel; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zwibolle, zibolle, zwivolle, zwivulle, zwival, zwivel, sw. M., st. M., st. F., Zwiebel; mnd. zwīvel, zwīwel, zwībel, F., Zwiebel; ahd. zibollo*, zwibollo*, sw. M. (n), Zwiebel, Küchenzwiebel; ahd. zibolla, zwibolla*, sw. F. (n), Zwiebel, Küchenzwiebel; lat. cēpulla, F., Zwiebelchen, (Ende 4./Anfang 5. Jh. n. Chr.); vgl. lat. cēpa, F., Zwiebel; s. gr. *κήπη (kēpē), *κάπια (kápia), F., Zwiebel?; L.: Kluge s. u. Zipolle, DW 31, 1560, Duden s. u. Zipolle; Son.: vgl. poln. cebula, F., Zwiebel; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine sachlich schon vormenschliche kleinere essbare Kulturpflanze oder für den verdickten unterirdischen als Energiespeicher dienenden Teil mancher kleinerer Pflanzen wie beispielsweise der Tulpe oder der Narzisse oder der Hyazinthe oder des Krokusses; BM.: ?; F.: Zipolle, Zipollen+FW(+EW?); Z.: Zip-oll-e
Zippe, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zippe, Zippdrossel, Singdrossel; ne. shrew; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: Nachahmung des Vogellauts; L.: Kluge s. u. Zippe, DW 31, 1562, Duden s. u. Zippe; GB.: seit 18. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für die schon vormenschliche Singdrossel; BM.: lautmalend; F.: Zippe, Zippen+EW; Z.: Zipp-e
Zipperlein, nhd. (ält.), N., (15. Jh.): nhd. Zipperlein, Fußgicht, kleinere Krankheit oder Beschwerde; ne. gout; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; E.: mhd. zipperlīn, st. N., Zipperlein; s. mhd. zipperen*, zippern, sw. v., nützen, eintragen; L.: Kluge 1. A. s. u. Zipperlein, Kluge s. u. Zipperlein, DW 31, 1564, EWD s. u. Zipperlein,Duden s. u. Zipperlein, Bluhme s. u. Zipperlein; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. belegte und aus zipper(n) und lein (Suff.) gebildete Bezeichnung für die menschliche Fußgicht und davon abgeleitet auch allgemeiner für kleinere Krankheiten oder Beschwerden; BM.: die Krankheit, die vorsichtig gehen macht; F.: Zipperlein, Zipperleins+EW; Z.: Zipp-er-lein
Zirbel, nhd. (ält.), M., (17. Jh.): nhd. Zirbel, Zirbelkiefer, Zirbe, eine Föhre oder Kiefer (F.); ne. arolla pine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. zirbel, st. M., sw. M., Zirbel, Fichtenzapfen, Wirbel, Fischwerkzeug; vgl. mhd. zirben, sw. V., wirbeln, umherwirbeln; weitere Herkunft ungeklärt?; vielleicht von germ. *terb-, V., winden, drehen; idg. *derbʰ-, V., winden, drehen, Pokorny 211 (328/33) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zirbel, Kluge s. u. Zirbel, DW 31, 1572, EWD s. u. Zirbeldrüse, Duden s. u. Zirbel; GB.: seit 17. Jh. belegte und mit dem Mittelhochdeutschen verbindbare sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine schon vormenschliche mehr als zwanzig Meter hoch werdende sowie ursprünglich aus Sibirien kommende Art der Föhre oder Kiefer (F.); BM.: drehen (von der Form des Zapfens); F.: Zirbel, Zirbels, Zirbeln+EW; Z.: Z-irb-el
$Zirbeldrüse, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zirbeldrüse; E.: s. Zirbel, s. lat. cerebell(um); s. Drüse; L.: Kluge s. u. Zirbeldrüse, DW 31, 1574, EWD s. u. Zirbeldrüse; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus lat. cerebell(um) und Drüse gebildete Bezeichnung für eine kleine zapfenförmige in dem Gehirn des Menschen an der Hinterwand des dritten Ventrikels über der Vierhügelplatte liegende sowie das tagsüber gebildete Serotonin nachts in Melatonin umwandelnde und damit den Schlaf steuernde Drüse; F.: Zirbeldrüse, Zirbeldrüsen+FW+EW; Z.: Z-irb-el—drü-s-e
$Zirbelkiefer, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zirbelkiefer; L.: Kluge s. u. Zirbel, DW 31, 1574, EWD s. u. Zirbeldrüse; GB.: seit 18. Jh, belegte und lat. als pinus cembra bezeichneter Nadelbaum (Kiefer F.); F.: Zirbelkiefer, Zirbelkiefern(+FW)+EW; Z.: Z-irb-el—kief-er
Zirconium, Zirkonium, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Zirconium, Zirkonium, ein Metall; ne. zirconium; Vw.: -; Hw.: s. Zirkon; Q.: Ende 18. Jh. (Klaproth); I.: neoklassische Bildung; E.: gebildet zu Zirkon, s. d.; L.: DW 31, 1617, Duden s. u. Zirkonium; Son.: vgl. nndl. zirkonium, Sb., Zirconium; nndl. zirkoon, Sb., Zirconium; frz. zirconium, M., Zirconium; nschw. zirkonium, N., Zirconium; nnorw. zirkonium, N., Zirconium; kymr. sirconiwm, M., Zirconium; nir. siorcóiniam, M., Zirconium; poln. cyrkon, M., Zirconium; lit. cirkonis, M., Zirconium; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und nach dem seit dem Altertum bekannten sowie vermutlich persisch benannten vielfarbigen Edelstein Zirkon gebildete Bezeichnung für ein schon vormenschliches wie Stahl aussehendes glänzendes und als säurebeständiger Werkstoff verwendetes Metall (chemisches Element Nr. 40, abgekürzt Zr); BM.: Zinnober oder goldfarben?; F.: Zirconium, Zirconiums, Zirkonium, Zirkoniums+FW; Z.: Zirc-on-i-um
zirka, circa, nhd., Adv., (18. Jh.): nhd. zirka, circa, ungefähr, etwa, rund; ne. circa; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. circā; E.: s. lat. circā, Adv., rings, ringsum, umher; s. idg. *kerk-, V., drehen, biegen, Pokorny 935; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. zirka, EWD s. u. zirka, DW 31, 1582, Duden s. u. zirka; Son.: vgl. nndl. circa, Adv., zirka; nschw. cirka, Adv., zirka; nnorw. cirka, Adv., zirka; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ungefähr oder etwa oder rund; BM.: drehen; F.: zirka, circa+FW; Z.: zir-k-a
Zirkel, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zirkel, Kreiszeichengerät, Menschengruppe; ne. circle (N.), compass (N.) (2); Vw.: -; Hw.: s. zirkulieren, zirkulär, Zirkulation; Q.: um 900; E.: mhd. zirkel, st. M., Kreis, Zirkel; mnd. cirkel, tzirkel, sirkel, sarkel, serkel, sirkal, M., Zirkel, Kreis, Kreisform, Stempel der Heringstonnen, Umkreis; ahd. zirkil*, st. M. (a), Zirkel, Wirbel?; lat. circulus, M., Kreis, Kreislinie, Ring, (170-um 90 v. Chr.); vgl. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis; gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zirkel, Kluge s. u. Zirkel, EWD s. u. Zirkel, DW 31, 1583, Duden s. u. Zirkel, Bluhme s. u. Zirkel; Son.: vgl. nnld. cirkel, Sb., Kreis; frz. cercle., Kreis; nschw. cirkel, Sb., Kreis; nnorw. sirkel, M., Kreis; poln. cyrkiel, M., Zirkel; GB.: seit um 900 belegte und aus dem Lateinischen (und dem Griechischen) des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein von Menschen seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und verwendetes Gerät zu dem zuverlässigen Zeichnen von Kreisen oder auch eine Menschengruppe; BM.: drehen; F.: Zirkel, Zirkels, Zirkeln+FW; Z.: Zir-k-el
$zirkeln, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zirkeln, einen Kreis bilden, einen Kreis zeichnen; Vw.: s. ab-; E.: s. Zirkel, s. (e)n (Suff.); L.: Kluge s. u. Zirkel, EWD s. u. Zirkel, DW 31, 1606; GB.: seit 13. Jh. belegte und vielleicht nach lat. dēcircināre aus Zirkel und (e)n gebildete Bezeichnung für sachlich schon in den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Kreis bilden oder einen Kreis zeichnen; F.: zirkeln (!), zirkel (!), zirkle, zirkele, zirkelst, zirkelt, zirkelte, zirkeltest, zirkelten, zirkelter, gezirkelt, ##gezirkelt, gezirkelte, gezirkeltes, gezirkeltem, gezirkelten, gezirkelter##, zirkelnd, ###zirkelnd, zirkelnde, zirkelndes, zirkelndem, zirkelnden, zirkelnder###, zirkel (!)+FW; Z.: zir-k-el-n
$Zirkelschluss, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zirkelschluss; E.: s. Zirkel, s. Schluss; L.: EWD s. u. Zirkel, DW 31, 1611 (Zirkelschlusz); GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zirkel und Schluss gebildete Bezeichnung für einen Schluss in dem das zu Beweisende bereits in dem Beweisenden enthalten ist wie beispielsweise Kaffee ist anregend weil er anregt; F.: Zirkelschluss, Zirkelschlusses, Zirkelschlüsse, Zirkelschlüssen+FW+EW; Z.: Zir-k-el—schlu-ss
Zirkon, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zirkon, ein Mineral (Edelstein); ne. zircon; Vw.: -; Hw.: s. Zirconium; Q.: 1790 (Klaproth); I.: arab. oder pers. Lw.; E.: der Name Zirkon stammt entweder vom arab. zarqun, Sb., Zinnober; oder von pers. زرگون (zargun). Adj., goldfarben; L.: DW 21, 1616, Duden s. u. Zirkon; Son.: vgl. nndl. zirkoon, Sb., Zirkon; frz. zircon, M., Zirkon; nschw. zirkon, Sb., Zirkon; nnorw. zirkon, N., Zirkon; poln. cyrkon, M., Zirkon; kymr. sircon, M., Zirkon; nir. siorcón, M., Zirkon; lit. cirkonas, M., Zirkon; GB.: seit 1790 belegte und aus dem Persischen oder dem Arabischen aufgenommene Bezeichnung für ein natürlichen und schon sehr frühes vormenschlichen sowie in verschiedenen Farben in Australien und Indien und Südafrika und Kambodscha und Sri Lanka und den Vereinigten Staaten von Amerika und Thailand und Nigeria und Kanada und Myanmar und in dem Schwarzwald und in Frankreich und in Norwegen in magmatischen und metamorphen und sedimentären Gesteinen sowie Seifenlagerstätten vorkommendes und von Menschen in der Zahnmedizin und in der Nuklearindustrie und in der Schmuckindustrie und in der Gießerei sowie in der Geologie verwendetes Mineral (Edelstein); BM.: Zinnober oder goldfarben?; F.: Zirkon, Zirkons, Zirkone, Zirkonen+FW; Z.: Zirk-on
$Zirkular, nhd., N., (18. Jh.?): nhd. Zirkular, Rundschreiben; E.: s. lat. circulare, V., kreisförmig machen; L.: Kluge s. u. zirkulieren, DW 31, 617; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein Menschen seit Entwicklung von Sprache und Schrift mögliches Rundschreiben; F.: Zirkular, Zirkulars, Zirkulare, Zirkularen+FW+EW; Z.: Zir-k-ul-ar
zirkulär, zirkulär, nhd., Adj., (18. Jh.?): nhd. zirkulär, kreisförmig; ne. circular (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. Zirkel, zirkulieren, Zirkulation; Q.: 18. Jh.?; I.: Lw. frz. circulaire; E.: s. frz. circulaire, Adj., zirkulär; lat. circulāris, Adj., kreisförmig, kreisrund, Kreis..., Umfangs..., zum Rand gehörig, Rand..., ringförmig, kugelförmig, hohl, konkav, (354-430 n. Chr.); vgl. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis; gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zirkel, DW 31, 1617 (zirkular, zirkulär, Duden s. u. zirkulär; Son.: vgl. nndl. circulaire, Adj., zirkulär; nschw. cirkulär, Adj., zirkulär; nnorw. sirkulær, Adj., zirkulär; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für kreisförmig; BM.: drehen; F.: zirkulär, zirkuläre, zirkuläres, zirkulärem, zirkulären, zirkulärer+FW+EW?; Z.: zir-k-ul-är
Zirkulation, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zirkulation, Kreislauf, Umlauf; ne. circulation; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh. (Paracelsus); I.: Lw. mlat. circumlātio; E.: s. mlat. circumlātio, F., Herumtragen, Umlauf, Umschwung; vgl. lat. circumferre, V., rings herumtragen, umhertragen, umtragen, sühnen, herumbewegen, verbreiten, herumschweifen lassen; vgl. lat. circum, Adv., Präp., ringsumher, rundherum, ringsum, herum, um, in der Umgebung; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. ferre, V., tragen, ertragen, bringen, melden; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. zirkulieren, DW 31, 1618, EWD s. u. zirkulieren, Duden s. u. Zirkulation; Son.: vgl. nndl. circulatie, Sb., Zirkulation; frz. circulation, F., Zirkulation; nschw. cirkulation, Sb., Zirkulation; nnorw. sirkulasjon, M., Zirkulation; poln. cyrkulacja, F., Zirkulation; lit. cirkuliacija, F., Zirkulation; GB.: seit 1. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung eines Kreislaufs oder Umlaufs eines Gegenstands; BM.: drehen; F.: Zirkulation, Zirkulationen+FW(+EW); Z.: Zir-k-ul-at-io-n
zirkulieren, nhd., V., (16. Jh.): nhd. zirkulieren, kreisen, verbreiten, umlaufen; ne. circulate; Vw.: -; Hw.: s. Zirkel, zirkulär, Zirkulation; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. circulāre; E.: s. lat. circulāre, V., kreisförmig machen, umstellen, umzingeln, sich im Kreis herumbewegen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. circus, M., Kreislinie, Kreis; gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. zirkulieren, DW 31, 1619, EWD s. u. zirkulieren, Duden s. u. zirkulieren; Son.: vgl. nndl. circuleren, V., zirkulieren; frz. circuler, V., zirkulieren; nschw. cirkulera, V., zirkulieren; nnorw. sirkulere, V., zirkulieren; poln. cyrkulować, V., zirkulieren; lit. cirkuliuti, V., zirkulieren; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches kreisen oder eine Kreisbewegung ausführen oder verbreiten; BM.: drehen; F.: zirkulieren, zirkuliere, zirkulierst, zirkuliert, zirkulierest, zirkulieret, zirkulierte, zirkuliertest, zirkulierten, zirkuliertet, ##zirkuliert, zirkulierte, zirkuliertes, zirkuliertem, zirkulierten, zirkulierter##, zirkulierend, ###zirkulierend, zirkulierende, zirkulierendes, zirkulierendem, zirkulierenden, zirkulierender###, zirkulier (!)+FW(+EW?); Z.: zir-k-ul-ier-en
Zirkumflex, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zirkumflex, ein diakritisches Zeichen; ne. circumflex (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; I.: Lw. lat. circumflexus; E.: s. lat. circumflexus (2), M., Umbiegung, Wölbung, Zirkumflex, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. circumflectere, V., umbeugen, umbiegen, umlenken, krümmen, rundbiegen, im Kreis durchlaufen (V.), rings umschließen; vgl. lat. circum, Adv., Präp., ringsumher, rundherum, ringsum, herum, um, in der Umgebung; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); lat. flectere, V., beugen, umbeugen, biegen, krümmen, modulieren; weitere Herkunft ungeklärt, wohl von einem älteren *flecāre, s. Walde/Hofmann 1, 514; L.: Kluge s. u. Zirkumflex, DW 31, 1620, EWD s. u. Zirkumflex, Duden s. u. Zirkumflex; Son.: vgl. nndl. circumflex, Sb., Zirkumflex; frz. accent circonflexe, M., Zirkumflex; nschw. cirkumflex, Sb., Zirkumflex; nnorw. cirkumfleks, sirkumfleks, M., Zirkumflex; poln. cyrkumfleks, M., Zirkumflex; lit. cirkumfleksas, M., Zirkumflex; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen als Dehnungszeichen verwendeten Akzent für lange Vokale und Diphthonge wie beispielsweise â oder ê oder î oder ô oder û; BM.: drehen, beugen; F.: Zirkumflex, Zirkumflexes, Zirkumflexe, Zirkumflexen+FW; Z.: Zir-k-um-flex
Zirkus, Circus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zirkus, Zirkuszelt, Trubel, Chaos; ne. circus (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. frz. circus, ne. circus; E.: s. frz. circus, M., Zirkus; ne. circus, N., Zirkus; lat. circus, M., Kreislinie, Kreis, (um 250-184 v. Chr.); gr. κίρκος (kírkos), M., Kreis, Ring; vgl. idg. *kerk, V., drehen, biegen, Pokorny 935; idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zirkus, DW 31, 1620, EWD s. u. Zirkus, Duden s. u. Zirkus; Son.: vgl. nndl. circus, Sb., Zirkus; frz. cirque, M., Zirkus; nschw. cirkus, Sb., Zirkus; nnorw. sirkus, N., Zirkus; poln. cyrk, M., Zirkus; kymr. syrcas, F., Zirkus; nir. sorcas, M., Zirkus; lit. cirkas, M., Zirkus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine lang gestreckte an beiden Schmalseiten halbkreisförmig abgeschlossene und von stufenartig ansteigenden Sitzreihen umgebene Arena für Pferderennen und Wagenrennen oder Gladiatorenkämpfe und davon abgeleitet für ein Unternehmen das meist in einem großen Zelt mit Manege Tierdressuren und Artistik und Clownerien darbietet sowie für Trubel oder Chaos; BM.: drehen; F.: Zirkus, Zirkusses, Zirkusse, Zirkussen, Circus, Circusses, Circusse, Circussen+FW(+EW?); Z.: Zir-k-us
zirpen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zirpen, piepsen; ne. chirp (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge 1. A. s. u. zirpen, Kluge s. u. zirpen, DW 31, 1625, EWD s. u. zirpen, Duden s. u. zirpen, Bluhme s. u. zirpen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches ein Geräusch wie eine Grille machen; BM.: lautmalend; F.: zirpen, zirpe, zirpst, zirpt, zirpest, zirpet, zirpte, zirptest, zirpten, zirptet, gezirpt, ##gezirpt, gezirpte, gezirptes, gezirptem, gezirpten, gezirpter##, zirpend, ###zirpend, zirpende, zirpendes, zirpendem, zirpenden, zirpender###, zirp (!)+EW; Z.: zirp-en
Zirrhose, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zirrhose, Wucherung, Verhärtung; ne. cirrhosis; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. frz. cirrhose; E.: s. frz. cirrhose, F., Zirrhose, Wucherung; neoklassische Bildung zu gr. κιρρός (kirrós), Adj., blassgelb, orangegelb; s. idg. *k̑ei- (2), Adj., grau, dunkel, Pokorny 540 (829/61) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zirrhose, Duden s. u. Zirrhose, EWD s. u. Zirrhose; Son.: vgl. nndl. cirrhose, Sb., Zirrhose; nschw. cirros, Sb., Zirrhose; kymr. sirosis, M., Zirrhose; nir. cioróis, F., Zirrhose; lit. cirozė, F., Zirrhose; GB.: 1805 von dem frz. Arzt René Laenec (1781-1826) aus dem Griechischen des Altertums für eine Färbung gebildete und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine krankhafte (Färbung und) Wucherung oder Bindegewebsvermehrung oder Verhärtung besonders der Leber; BM.: blassgelb; F.: Zirrhose, Zirrhosen+FW; Z.: Zi-rrhos-e
Zirrus, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Zirrus, Zirruswolke, Federwolke; ne. cirrus; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. cirrus; E.: lat. cirrus, M., Haarlocke, Federbüschel, Haarzotte, (116-27 v. Chr.); weitere Herkunft unklar; L.: Kluge s. u. Zirrus, fehlt DW, Duden s. u. Zirrus; Son.: vgl. nndl. cirrus, Sb., Zirrus; frz. cirrus, M., Zirrus; nschw. cirrus, Sb., Zirrus; nnorw. cirrussky, M., F., Zirruswolke; poln. cirrus, M., Zirrus; kymr. sirws, M., Zirrus; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliche aus Eisteilchen bestehende Federwolke; BM.: Federbüschel; F.: Zirrus, Zirren+FW; Z.: Zirr-us
$zirzensisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zirzensisch, Zirkus betreffend, zu einem Zirkus gehörend; E.: s. lat. circensis, Ad., zu einem Zirkus gehörig; L.: DW 31, 1627, EWD s. u. Zirkus; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches einen Zirkus betreffend oder zu einem Zirkus gehörig; F.: zirzensisch, zirzensische, zirzensisches, zirzensischem, zirzensischen, zirzensischer+FW+EW; Z.: zir-z-ens-isch
zisalpin, nhd., Adj., (19. Jh.?): nhd. zisalpin, diesseits der Alpen gelegen; ne. cisalpine; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cisalpīnus; E.: s. lat. cisalpīnus, Adj., diesseits der Alpen gelegen; vgl. lat. cis, Präp., diesseits, innerhalb, binnen, in der Zeit, nahe bevor; idg. *k̑o-, *k̑e-, *k̑ei-, *k̑i-, *k̑ii̯o-, *k̑i̯o-, Pron., dieser, Pokorny 609 (946/178) (RB. idg. aus arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); lat. Alpēs, F., Alpen, Höhe, hoher Berg, Hochgebirge; idg. *albʰos, Adj., weiß, Pokorny 30 (30 (56/56) (RB. idg. aus arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.?); vgl. idg. *al- (6), *alōu-, *aləu-, Adj., weiß, glänzend, Pokorny 29, voridg.?; L.: fehlt DW, Duden s. u. zisalpin; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für (aus der Sicht des Sprechers) diesseits der Alpen gelegen in Gegensatz zu transalpin; BM.: dieser, weiß; F.: zisalpin, zisalpine, zisalpines, zisalpinem, zisalpinen, zisalpiner+FW(+EW?); Z.: zi-s—alp-in
$zischeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zischeln, zischend flüstern; E.: s. zisch(en), s. el, s. (e)n; L.: Kluge s. u. zischen, DW 31, 1628, EWD s. u. zischen; GB.: seit 17. Jh. belegte und wohl lautmalend aus zischen gebildete Bezeichnung für sachlich seit der Entwicklung von Sprache mögliches zischend flüstern; F.: zischeln, zischel (!), zischle, zischele, zischelst, zischelt, zischelte, zischeltest, zischelten, zischeltet, gezischelt, ##gezischelt, gezischelte, gezischeltes, gezischeltem, gezischelten, gezischelter##, zischelnd, ###zischelnd, zischelnde, zischelndes, zischelndem, zischelnden, zischelnder###, zischel (!)+WW; Z.: zisch-el-n
zischen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zischen, zischeln, fauchen; ne. hiss (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. zischen, DW 31, 1631, EWD s. u. zischen, Duden s. u. zischen, Bluhme s. u. zischen; Son.: vgl. nndl. sissen, V., zischen; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches einen scharfen Laut wie s oder f oder v oder z oder ch oder sch oder tsch oder dsch hervorbringen; BM.: lautmalend; F.: zischen, zische, zischst, zischt, zischest, zischet, zischte, zischtest, zischten, zischtet, gezischt, ##gezischt, gezischte, gezischtes, gezischtem, gezischten, gezischter##, zischend, ###zischend, zischende, zischendes, zischendem, zischenden, zischender###, zisch (!)+EW; Z.: zisch-en
$Zischlaut, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zischlaut, Frikativ, Sibilant; E.: s. zisch(en), s. Laut; L.: Kluge s. u. Zischlaut, EWD s. u. zischen, DW 31, 1642; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zisch(en) und Laut gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen zischenden Laut wie s oder f oder v oder z oder ch oder sch oder tsch oder dsch in Zaun oder Katze oder Mädchen oder Matsch oder Dschungel; F.: Zischlaut, Zischlautes, Zischlauts, Zischlaute, Zischlauten+EW; Z.: Zisch—lau-t
ziselieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. ziselieren, Ornamente in Metall einarbeiten, fein in Metall arbeiten; ne. engrave; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. ciseler; E.: s. frz. ciseler, V., meißeln; vgl. frz. ciseau, M., Meisel; lat. cīsōrium, N., Schneidewerkzeug, (um 400 n. Chr.); lat. caedere, V., auf etwas hauen, zerhauen (V.), schlagen, klopfen; idg. *skai-?, *kai-?, V., schlagen, hauen, puffen, Pokorny 917 (1601/73) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., germ., balt.); L.: Kluge s. u. ziselieren, EWD s. u. ziselieren, DW 31, 1644, Duden s. u. ziselieren; Son.: vgl. nndl. ciseleren, V., ziselieren; nschw. ciselera, V., ziselieren; nnorw. siselere, V., ziselieren; poln. cyzelować, V., ziselieren; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mittelbar mit dem Lateinischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches fein in Metall arbeiten; BM.: schlagen; F.: ziselieren, ziseliere, ziselierst, ziseliert, ziselierest, ziselieret, ziselierte, ziseliertest, ziselierten, ziseliertet, ##ziseliert, ziselierte, ziseliertes, ziseliertem, ziselierten, ziselierter##, ziselierend, ###ziselierend, ziselierende, ziselierendes, ziselierendem, ziselierenden, ziselierender###, ziselier (!)+FW(+EW); Z.: zi-s-el-ier-en
Zisterne, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Zisterne, Brunnen; ne. cistern; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1060-1080 (frühmittelhochdeutsche Wiener Genesis); E.: mhd. zisterne, sw. F., Zisterne, Speicher für Regenwasser; mhd. zistern, st. F., Zisterne; mnd. sisterne, cisterne, cysterne, F., Zisterne, Brunnen; lat. cisterna, F., Zisterne, (116-27 v. Chr.); vgl. lat. cista, F., Kiste, Kasten (M.), Korb; gr. κίστη (kístē), F., Kasten (M.), Kiste; idg. *kistā?, F., Flechtgefäß?, Korb, Kiste, Pokorny 599 (926/158) (RB. idg. aus gr., kelt.); L.: Kluge s. u. Zisterne, DW 31, 1652, EWD s. u. Zisterne, Duden s. u. Zisterne; Son.: vgl. frz. citerne, F., Zisterne; nschw. cisterne, F., Zisterne; nnorw. sisterne, M., F., Zisterne; lit. cisterna, F., Zisterne; GB.: seit 1060-1080) belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen (entwickelten und) verwendeten unterirdischen Raum zu einem Auffangen und Speichern von Wasser (oder anderen Flüssigkeiten); BM.: Kiste; F.: Zisterne, Zisternen+FW; Z.: Zist-ern-e
Zitadelle, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zitadelle, Befestigungsanlage, besonders ausgebautes Kernstück einer Festung; ne. citadel; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Mitte 15. Jh.; I.: Lw. frz. citadelle; E.: s. frz. citadelle, F., Zitadelle; it. cittadella, F., Zitadelle; vgl. it. città, F., Stadt; lat. cīvitās, F., Zustand eines Bürgers, Bürgerrecht, Bürgerschaft, Staat, Gemeinde, (81-43 v. Chr.); lat. cīvis, M., F., Bürger, Bürgerin, Mitbürger, Mitbürgerin, Einheimischer, Einheimische (F.); vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Zitadelle, DW 31, 1655, EWD s. u. Zitadelle, Duden s. u. Zitadelle; Son.: vgl. nndl. citadel, Sb., Zitadelle; nschw. citadell, N., Zitadelle; nnorw. citadell, N., Zitadelle; poln. cytadela, F., Zitadelle; lit. citadelė, F., Zitadelle; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus dem Französischen und Italienischen sowie mittelbar aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das besonders ausgebaute Kernstück einer Festung; BM.: Lager; F.: Zitadelle, Zitadellen+FW; Z.: Zi-t-ad-el-l-e
Zitat, nhd., (Part. Prät.=)N., (17. Jh.): nhd. Zitat, Anführung; ne. quote, citation; Vw.: -; Hw.: s. zitieren; Q.: um 1700; I.: Lw. lat. citātum; E.: s. lat. citātum, N., Angeführtes; vgl. lat. citāre, V., rege machen, sich rühren machen, herbeirufen; vgl. lat. ciēre, cīre, V., rege machen, wecken, anregen, in Bewegung setzen; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *keih₂-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zitat, zitieren, EWD s. u. zitieren, EWD s. u. zitieren, DW 31, 1656, Duden s. u. Zitat; Son.: vgl. nndl. citaat, Sb., Zitat; frz. citation, F., Zitat; nschw. citat, N., Zitat; nnorw. sitat, N., Zitat; poln. cytat, M., Zitat; lit. citata, F., Zitat; GB.: seit um 1700 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich wohl schon seit den Hochkulturen des Altertums mögliche wörtliche Wiedergabe (Anführung) eines Textes eines Verfassers durch andere Menschen; BM.: bewegen; F.: Zitat, Zitates, Zitats, Zitate, Zitaten+FW(+EW?); Z.: Zi-t-at
Zither, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zither, ein Saiteninstrument; ne. zither; Vw.: -; Hw.: s. Gitarre; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: s. mnd. sittere, zittere, F., Zither; ahd. zitara*, cithara*, sw. F. (n), Zither, Saiteninstrument; lat. cithara, F., viersaitige Zither, (3. Viertel 1. Jh. v. Chr.); gr. κιθάρα (kithára), F., Zither, Zitherspiel; weitere Herkunft unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Zither, Kluge s. u. Zither, DW 31, 1659, EWD s. u. Zither, Duden s. u. Zither; Son.: vgl. nndl. citer, Sb., Zither; frz. cithare, F., Zither; nschw. cittra, Sb., Zither; nnorw. siter, M., Zither; poln. cytra, F., Zither; kymr. sither, M., Zither; nir. siotar, M., Zither; lit. citra, F., Zither; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie in der weiteren Herkunft unklare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes mit beiden Händen meist sitzend gespieltes Saiteninstrument; BM.: ?; F.: Zither, Zithern+FW(+EW); Z.: Zither
zitieren, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zitieren, Textstellen aus einem anderen Text verwenden (herbeirufen), vorladen, (Worte) wiedergeben; ne. cite; Vw.: s. re-; Hw.: s. Zitat; Q.: 1301-1319 (Steirische Reimchronik des Ottokar von Steiermark); E.: mhd. zitieren, sw. V., zitieren; mnd. sitēren, citēren, sittēren, cittēren, sw. V., zitieren, vor Gericht (N.) (1) laden (V.) (2); lat. citāre, V., rege machen, sich rühren machen, herbeirufen, (81-43 v. Chr.); vgl. lat. ciēre, cīre, V., rege machen, wecken, anregen, in Bewegung setzen; idg. *kēi-, *kəi-, *kī̆-, *keih₂-, *kih₂-, V., bewegen, sich bewegen, Pokorny 538 (827/59) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. zitieren, DW 31, 1664, EWD s. u. zitieren, Duden s. u. zitieren; Son.: vgl. nndl. citeren, V., zitieren; frz. citer, V., zitieren; nschw. citera, V., zitieren; nnorw. sitere, V., zitieren; poln. cytować, V., zitieren; lit. cituoti, V., zitieren; GB.: seit 1301-1319 belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für herbeirufen oder jemandes geschriebene oder gesprochene Worte exakt wiedergeben und verwenden; BM.: bewegen; F.: zitieren, zitiere, zitierst, zitiert, zitierest, zitieret, zitierte, zitiertest, zitierten, zitiertet, ##zitiert, zitierte, zitiertes, zitiertem, zitierten, zitierter##, zitierend, ###zitierend, zitierende, zitierendes, zitierendem, zitierenden, zitierender###, zitier (!)+FW; Z.: zi-t-ier-en
$Zitronat, nhd., N., (15. Jh.?): nhd. Zitronat, kandierte Zitronenschale; E.: s. Zitron(e), s. at (Suff.), L.: Kluge s. u. Zitrone, DW 31, 1669, EWD s. u. Zitrone; GB.: vielleicht seit 15. Jh. belegte und aus Zitron(e) und at (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen aus der kandierten Schale (F.) (1) der Zitrone entwickeltes und verwendetes Nahrungsmittel; F.: Zitronat, Zitronates, Zitronats, Zitronate, Zitronaten+FW; Z.: Zitr-on-at
Zitrone, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zitrone, Zitronenfrucht, Zitronenbaum, eine Zitrusfrucht; ne. citron; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 15. Jh.; I.: Lw. it. citrone; E.: s. mnd. sitrōne, citerōne, F., Zitrone; it. citrone, F., Zitrone; lat. citrus, Zitronenbaum; s. gr. κέδρος (kédros), F., Zeder; vgl. idg. *ked-, V., rauchen, Pokorny 537 (825/57) (RB. idg. aus ind., gr., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zitrone, Kluge s. u. Zitrone, DW 31, 1672, EWD s. u. Zitrone, Duden s. u. Zitrone; Son.: vgl. nndl. citroen, Sb., Zitrone; frz. zitron, M., Zitrone; nschw. citron, Sb., Zitrone; nnorw. sitron, M., Zitrone; poln. cytryna, F., Zitrone; kymr. sitron, M., Zitrone; nir. ciotrón, M., Zitrone; lit. citrina, F., Zitrone; GB.: seit 2. Hälfte 15. Jh. mnd. belegte und aus dem Italienischen aufgenommene Bezeichnung für eine aus Indien kommende und seit dem Altertum von Menschen angebaute gelbe ziemlich sauer schmeckende vitaminreiche Zitrusfrucht; BM.: Zeder bzw. rauchen; F.: Zitrone, Zitronen+FW; Z.: Zitr-on-e
Zitter, Zieter, nhd. (ält.), M., N., F., (9. Jh.): nhd. Zitter, Zieter, Deichsel, Leine; ne. drawbar, tether (N.); Vw.: -; Hw.: s. Tüder; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zieter, st. M., st. N., Deichsel, Deichsel für Vorspann, Vordeichsel; mnd. tuder, tudder, tider, M., Weideseil, Strick (M.) (1) mit dem man ein Tier auf der Weide (F.) (2) anbindet; mnl. tuder, M., Deichsel; ahd. ziotar*, st. M. (a?), st. N. (a), Zieter, Deichsel; germ. *teudra-, *teudram, st. N. (a), Seil, Strick (M.) (1), Deichsel; idg. deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zitter, Kluge s. u. Zitter, DW 31, 1681, Falk/Torp 165, Duden s. u. Zitter; Son.: vgl. afries. tiāder, Sb., Weideseil; nnordfries. tjudder, tjodder; mnd. tuder, tudder, M., Weideseil, Strick (M.) (1); ? ae. tūdor, tudder, st. N. (a), Nachkomme, Frucht; an. tjōðr, st. N. (a), Fußfessel für Tiere; got. ?; nndl. tuier, tuieren, Sb., Zitter; nschw. tjuder, N., Seil; GB.: (ziotar) seit 9. Jh.) belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen aus einer oder zwei Stangen bestehenden Teil eines Wagens (Deichsel) an den Zugtiere gespannt werden und der dem Ziehen und Lenken des von Menschen gebauten Wagens dient; BM.: ziehen; F.: Zitter, Zitters, Zittern, Zieter, Zieters, Zietern+EW; Z.: Zi-tt-er
$zitterig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. zitterig, zitternd, gebrechlich; E.: s. zitter(n), s. ig; L.: Kluge s. u. zittern, DW 31, 1689, EWD s. u. zittern; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zitter(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches zitternd oder gebrechlich; F.: zitterig, zitterige, zitteriges, zitterigem, zitterigen, zitteriger(, zitterigere, zitterigeres, zitterigerem, zitterigeren, zitterigerer, zitterigst, zitterigste, zitterigstes, zitterigstem, zitterigsten, zitterigster)+EW; Z.: zi-t-t-er-ig
zittern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zittern, beben; ne. tremble (V.), quiver (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 13. Jh. (Glosse); E.: mhd. zitteren, zittern, sw. V., zittern, beben; mnd. sēteren, zeteren, tzeteren, czeteren, sw. V., zittern, beben; ahd. zittarōn*, sw. V. (2), wanken; germ. *titrōn, sw. V., zittern; s. idg. *der- (3), *drā-, V., laufen, treten, Pokorny 204 (326/31) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. zittern, Kluge s. u. zittern, EWD s. u. zittern, DW 31, 1692, Falk/Torp 164, Duden s. u. zittern, Bluhme s. u. zittern; Son.: vgl. nnorw. sitre, V., zittern; ai. dáridrāti, V., läuft hin und her; gr. διδράσκειν (didráskein), V., laufen; GB.: seit 13. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches kleine unkontrollierte wiederholte Hinbewegungen und Herbewegungen ausführen oder beben; BM.: laufen; F.: zittern, zittere, zitter (!), zittre, zitterst, zittert, zitterte, zittertest, zitterten, zittertet, gezittert, ##gezittert, gezitterte, gezittertes, gezittertem, gezitterten, gezitterter##, zitternd, ##zitternd, zitternde, zitterndes, zitterndem, zitternden, zitternder###, zitter (!)+EW; Z.: zi-t-t-er-n
$Zitteroch, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zitteroch, Hautflechte; L.: Kluge 1. A. s. u. Zitteroch, DW 31, 1705; GB.: seit 9. Jh. belegte Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Hauterkrankung (Hautflechte); F.: Zitteroch, Zitterochs, Zittrach+EW; Z.: Zi-t-t-er-och
Zitwer, nhd. (ält.), M., (11. Jh.): nhd. Zitwer, Zitwerwurzel, eine Pflanze; ne. zedoary; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zitwar, zitawar, zitwan, st. M., Zitwer (Kurkumawurzel), früher gebräuchliches Heilmittel und Gewürz; mnd. sēdewer (1), cedewer, zedewer, zedwer, tzedwer, sēdefer, F., Zitwerwurzel, Zitwersame, Zitwersamen; ahd. zitawar*, zitwar, zitwan, Sb., Zitwer, Zitwerwurzel, Wilder Galgan; s. mlat. zedoarium, N., Zitwer; arab. zadwār, pers. zädwār, Sb., Zitwer; L.: Kluge 1. A. s. u. Zitwer, Kluge s. u. Zitwer, DW 31, 1711, Duden s. u. Zitwer; Son.: vgl. frz. zédoaire, F., Zitwer; poln. cytwar, Sb., Zitwer; kymr. sedoari, M., Zitwer; GB.: (ahd. zitawar*) seit 11. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine zu den Korbblütlern gehörende Pflanze deren Samen als Wurmmittel verwendet werden; BM.: ?; F.: Zitwer, Zitwers, Zitwern+FW; Z.: Zitwer
Zitz, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Zitz, Chintz, bunter Kattun; ne. chintz; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw. nndl. sits, chits; E.: s. nndl. sits, chits, Sb., Zitz, Chintz; ne. chints, N., Zitz, Chintz; von Hindi chint, Sb., bedrucktes Baumwollgewebe; Hindi chīṃṭ, Sb., Bespritzen, Fleck; L.: Kluge 1. A. s. u. Zitz, Kluge s. u. Zitz, DW 31, 1714, Duden s. u. Zitz; Son.: vgl. frz. chintz, Sb., Zitz, Chintz; ndän. sirts, Sb., Zitz, Chintz; nschw. chintz, Sb., Zitz, Chintz; nisl. sirs, Sb., Zitz, Chintz; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Neuniederländischen und mittelbar dem Hindi aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein sehr festes und bunt bedrucktes Gewebe aus Baumwolle; BM.: Fleck; F.: Zitz, Zitzes, Zitze, Zitzen+FW(+EW?); Z.: Zitz
Zitze, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Zitze, Brustwarze; ne. teat; Vw.: -; Hw.: s. Titte; Q.: vor 1312 (Apokalpyse von Heinrich von Hesler); E.: mhd. zitze, sw. F., M., Zitze, weibliche Brust, Saugwarze; mnd. titte, M., F., Zitze; mnl. tette, tet, F., Zitze, Brustwarze; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *titt-, Sb., Zitze; vgl. idg. *tata-, *tē̆ta-, Sb., Vater, Zitze, Pokorny 1056 (1832/9) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zitze, Kluge s. u. Zitze, EWD s. u. Zitze, DW 31, 1715, Falk/Torp 163, Duden s. u. Zitze, Bluhme s. u. Zitze; Son.: s. nd. titte, Sb., Zitze; vgl. afries. -; ae. titt, M., Zitze, Brustwarze; an. -; got. -; nndl. tit, Sb., Titte; frz. tétine, F., Zitze; nnorw. tåte, V., säugen; GB.: seit vor 1312 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das schon vormenschliche zu dem von geborenen Leibesfrüchten instinktiv verwendeten Säugen dienende Organ weiblicher Säugetiere; BM.: Vater? bzw lautmalend?; F.: Zitze, Zitzen+EW; Z.: Zitz-e
zivil, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zivil, bürgerlich, vertraut; ne. civil; Vw.: -; Hw.: s. Zivilist; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. frz. civil; E.: s. frz. civil, Adj., zivil, bürgerlich; lat. cīvīlis (1), Adj., bürgerlich, Bürger..., des Bürgers, des Mitbürgers, (118 v. Chr.); vgl. lat. cīvis, M., F., Bürger, Bürgerin, Mitbürger, Mitbürgerin, Einheimischer, Einheimische (F.); vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. zivil, DW 31, 1724, EWD s. u. zivil, Duden s. u. zivil; Son.: vgl. nndl. civiel, Adj., zivil; nschw. civil, Adj., zivil; nnorw. sivil, Adj., zivil; poln. cywilny, Adj., zivil; kymr. sifil, Adj., zivil; nir. sibhialta, Adj., zivil; lit. civilinis, Adj., zivil; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für bürgerlich oder vertraut; BM.: liegen bzw. vertraut; F.: zivil, zivile, ziviles, zivilem, zivilen, ziviler(, zivilere, zivileres, zivilerem, zivileren, zivilerer, zivilst, zivilste, zivilstes, zivilstem, zivilsten, zivilster)+FW(+EW?); Z.: zi-v-il
$Zivilisation, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zivilisation; L.: EWD s. u. zivil, DW 31, 1730; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für die Gesamtheit der von dem Menschen über die Natur hinaus geschaffenen Lebensbedingungen; F.: Zivilisation, Zivilisationen+FW(+EW); Z.: Zi-v-il-is-at-io-n
$zivilisatorisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zivilisatorisch; E.: s. Zivilisator, s. isch; L.: EWD s. u. zivil, DW 31, 1734; GB.: seit 19. Jh. belegte und mit (Zivilisator und) Zivilisat(ion) und isch (Suff.) verbindbare Bezeichnung für Zivilisat(ion) und Zivilisator(en) betreffend; F.: zivilisatorisch, zivilisatorische, zivilisatorisches, zivilisatorischem, zivilisatorischen, zivilisatorischer+FW(+EW?); Z.: zi-v-il-is-at-or-isch
$zivilisieren, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zivilisieren, zivil machen, bilden; E.: s. zivil, s. is, s. ieren; L.: DW 31, 1735, EWD s. u. zivil; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zivil und is und ieren gebildete bzw. aus dem Französischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für zivil machen oder bilden; F.: zivilisieren, zivilisiere, zivilisierst, zivilisiert, zivilisierest, zivilisieret, zivilisierte, zivilisiertest, zivilisierten, zivilisiertet, ##zivilisiert, zivilisierte, zivilisiertes, zivilisiertem, zivilisierten, zivilisierter##, zivilisierend, ###zivilisierend, zivilisierende, zivilisierendes, zivilisierendem, zivilisierenden, zivilisierender###, zivilisier (!)+FW(+EW?); Z.: zi-v-il-is-ier-en
$zivilisiert, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (17. Jh.): nhd. zivilisiert, gebildet, gepflegt; Vw.: s. un-; E.: s. zivilisier(en), s. t; L.:, s. DW 31, 1735 (zivilisieren), EWD s. u. zivil; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zivilisier(en) und t gebildete Bezeichnung für gebildet oder gepflegt; F.: zivilisiert, zivilisierte, zivilisiertes, zivilisiertem, zivilisierten, zivilisierter(, zivilisiertere, zivilisierteres, zivilisierterem, zivilisierteren, zivilisierterer, zivilisiertest, zivilisierteste, zivilisiertestes, zivilisiertestem, zivilisiertesten, zivilisiertester)+FW(+EW?); Z.: zi-v-il-is-ier-t
Zivilist, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zivilist, Bürger, Zivilperson; ne. civilian (N.); Vw.: -; Hw.: s. zivil; Q.: Ende 17. Jh.; I.: Lw. mlat. cīvilista; E.: s. mlat. cīvilista, M., Rechtsberater, Jurist; vgl. lat. cīvis, M., F., Bürger, Bürgerin, Mitbürger, Mitbürgerin, Einheimischer, Einheimische (F.), (um 450 v. Chr.); vgl. idg. *k̑ei- (1), V., Sb., Adj., liegen, Lager, vertraut, Pokorny 539 (828/60) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. zivil, EWD s. u. zivil, DW 31, 1736, Duden s. u. Zivilist; Son.: vgl. nschw. civilist, Sb., Zivilist; nnorw. sivilist, M., Zivilist; GB.: seit Ende 17. Jh. belegte und aus dem Mittellateinischen aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Lateinischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für einen keiner Kampforganisation angehörenden Menschen; BM.: liegen bzw. vertraut; F.: Zivilist, Zivilisten+FW(+EW?); Z.: Zi-v-il-ist
$Zivilkammer, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zivilkammer; E.: s. zivil, s. Kammer; L.: DW 31, 1730, EWD s. u. Kammer); GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zivil und Kammer gebildete Bezeichnung für eine mit Zivilsachen betraute Abteilung (Kammer) eines etwas höheren Gerichts in Gegensatz zu einer Strafkammer; F.: Zivilkammer, Zivilkammern+FW(+EW?); Z.: Zi-v-il—kam-m-er
Zobel (1), nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zobel (M.), sibirischer Marder, Zobelfell; ne. sable (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zobel, st. M., Zobel (M.); mnd. sābel, zabel, czabel, tzabel, M., Zobel (M.), Zobelfell; ahd.? zobel, st. M. (a), Zobel (M.); russ. соболь (sóbol), M., Zobel (M.); weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Zobel, Kluge s. u. Zobel 1, DW 32, 1, EWD s. u. Zobel, Duden s. u. Zobel, Bluhme s. u. Zobel; Son.: vgl. nndl. sabel, Sb., Zobel (M.); frz. sable, M., Zobel (M.); nschw. sobel, Sb., Zobel (M.); nnorw. sobel, M., Zobel (M.); poln. soból, M., Zobel (M.); kymr. sabl, M., Zobel (M.); nir. sáible, M., Zobel (M.); lit. sabalas, M., Zobel (M.); GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Russischen aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für den vor allem für die Verarbeitung seines Pelzes durch den Menschen bekannten sibirischen Marder oder in der weiteren sprachlichen Herkunft wohl ungeklärten Zobel; F.: Zobel, Zobels, Zobeln+FW(+EW?); Z.: Zobel
Zobel (2), nhd. (ält.), N., (16. Jh.): nhd. Zobel (N.), eher fragwürdige Frau, unsauberes Frauenzimmer; ne. wench; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: aus süddeutschen Dialekten, s. schweiz. zobeli, zobele, F., Zobel (N.), Dirne, Haarbüschel; von einem zobeln, V., an den Haaren ziehen; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit zupfen (s. d.); L.: Kluge s. u. Zobel 2, DW 32, Kluge s. u., Duden s. u. Zobel; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht von zobeln, V., an den Haaren ziehen abgeleitete sowie in der weiteren Herkunft ungeklärte neutrale Bezeichnung für eine eher fragwürdige Frau oder ein unsauberes Frauenzimmer; BM.: Haarbüschel; F.: Zobel, Zobels, Zobeln+EW; Z.: Zob-el
zockeln, nhd., sw. V.: nhd. zockeln; Vw.: s. zuckeln
zocken, nhd., V., (19. Jh.): nhd. zocken, um Geld spielen, Glücksspiele machen; ne. gamble (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. rotw. zchockken; E.: s. rotw. zchockken, V. zocken; wjidd. zchocken, s-chocken, V., spielen, unterhalten; hebr. śeḥōq, ṣeḥōq, V., spielen; L.: Kluge s. u. zocken, DW 32, 16, Duden s. u. zocken; Son.: vgl. nndl. gokken, V., zocken; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für um Geld spielen oder Glücksspiele machen; BM.: spielen; F.: zocken (!), zocke (!), zockst, zockt, zockest, zocket, zockte, zocktest, zockten, zocktet, gezockt, ##gezockt, gezockte, gezocktes, gezocktem, gezockten, gezockter##, zockend, ###zockend, zockende, zockendes, zockendem, zockenden, zockender###, zock (!)+FW(+EW?); Z.: zock-en
$Zocker, nhd., M., (20. Jh.?): nhd. Zocker, Zockender; E.: s. zock(en), s. er; L.: Duden s. u. Zocker, Bluhme s. u. Zocker; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus zock(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen um Geld spielenden Menschen; F.: Zocker, Zockers, Zockern+FW(+EW?); Z.: Zock-er
Zofe, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zofe, Kammerdienerin, Kammerjungfer; ne. abigail, waiting girl; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: von einer regionalen Form von mhd. zāfen, zāfen, zōfen, sw. V., ziehen, erziehen, züchtigen, hervorbringen, aufnehmen; vgl. mhd. zāf, st. M., st. F., Anbau, Pflege, Schmuck; weitere Herkunft ungeklärt?; L.: Kluge 1. A. s. u. Zofe, Kluge s. u. Zofe, DW 32, 17, EWD s. u. Zofe, Duden s. u. Zofe, Bluhme s. u. Zofe; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Mittelhochdeutschen gebildete sowie in der weiteren Herkunft wohl ungeklärte Bezeichnung für eine Bedienstete einer vornehmen höhergestellten Dame; BM.: ziehen; F.: Zofe, Zofen+EW; Z.: Zof-e
Zoff, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zoff, Streit; ne. quarrel (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: über das Rotwelsche aus dem Westjiddischen; vgl. hebr. sōf, Sb., Ende; L.: Kluge s. u. Zoff, Duden s. u. Zoff, Bluhme s. u. Zoff; Son.: vgl. nndl. sof, Sb., Zoff; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches heftiges Sich-Auseinandersetzen oder einen Streit; BM.: böses Ende; F.: Zoff, Zoffs+FW; Z.: Zoff
zögern, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zögern, zaudern; ne. hesitate; Vw.: -; Hw.: s. ziehen; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; E.: s. mnd. tȫgeren*, togeren, sw. V., zögern, verziehen, hinhalten, verschieben, warten lassen, anhalten, mit Beschlag belegen (V.); letztlich wohl von germ. *tugōn, sw. V., ziehen, reißen; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. zögern, Kluge s. u. zögern, DW 32, 22, EWD s. u. zögern, Falk/Torp 166, Seebold 504, Duden s. u. zögern, Bluhme s. u. zoegern; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und vielleicht aus dem Mittelniederdeutschen aufgenommene sowie letztlich mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zaudern oder etwas nicht sofort tun; BM.: ziehen; F.: zögern, zögere, zöger (!), zögre, zögerst, zögert, zögerte, zögertest, zögerten, zögertet, gezögert, ##gezögert, gezögertes, gezögertem, gezögerten, gezögerter##, zögernd, ###zögernd, zögernde, zögerndes, zögerndem, zögernden, zögernder###, zöger (!)+EW; Z.: zö-g-er-n
Zögling, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zögling, Schüler, in Erziehung befindlicher Jugendlicher; ne. pupil; Vw.: -; Hw.: s. ziehen; Q.: 1766; E.: gebildet zu ziehen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zögling, Kluge s. u. Zögling, DW 32, 27, EWD s. u. Zögling, Duden s. u. Zögling; GB.: seit 1766 aus z(iehen) und ög sowie ling gebildete und mit z(iehen) verbindbare Bezeichnung für einen sich in Erziehung und Ausbildung befindenden Jugendlichen; BM.: ziehen; F.: Zögling, Zöglings, Zöglinge, Zöglingen+EW; Z.: Zö-g-ling
Zohe, nhd. (ält.), F., (9. Jh.): nhd. Zohe, Hündin; ne. bitch; Vw.: -; Hw.: s. Töle, Zibbe?; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zōhe (1), sw. F., Zohe, Hündin; mnd. tō, F., Zohe“, Hündin, Mutterhündin; ahd. zōha (1), st. F. (ō), Zohe, Hündin; as. toka*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Zohe, Hündin; anfrk. -; germ. *tauhō-, *tauhōn, sw. F. (n), Hündin, Zohe, weibliches Zuchttier; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. Zohe, DW 32, 30, Falk/Torp 151, EWD s. u. Töle, Duden s. u. Zohe; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; nisl. tóa, F., Füchsin; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Wölfin oder später auch Hündin; BM.: ziehen; F.: Zohe, Zohen+EW; Z.: Zo-h-e
…zoikum, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. …zoikum; ne. …zoic; Vw.: s. Käno-, Meso-, Paläo-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: gr. Lw.; E.: s. gr. ζῳικός (zōiikós), Adj., tierisch, Lebewesen betreffend; gr. ζωός (zōós), ζῳός (zōios), Adj., lebendig; idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); Son.: vgl. nndl. …zoïkum, Suff., …zoikum; frz. …zoïque, Suff., …zoikum; nschw. …zoikum, Suff., …zoikum; nnorw. …zoikum, Suff., …zoikum; poln. …zoik, Suff., …zoikum; kymr. …soig, Suff., …zoikum; nir. …sóch, Suff., …zoikum; lit. …zojus, Suff., …zoikum; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und verwendete sowie aus dem Griechischen des Altertums gebildete und in Zusammensetzungen als Grundwort verwendete Bezeichnung zu einer Bildung von Benennungen für Erdzeitalter oder Abschnitte in der Erdentwicklung; BM.: leben; F.: …zoikum, …zoikums+FW(+EW?); Z.: -zo-ik-um
Zöliakie, nhd., F., (20. Jh.): nhd. Zöliakie, Glutenunverträglichkeit; ne. coeliac disease; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. lat. coeliacus, Adj., den Unterleib betreffend, unterleibskrank; gr. κοιλιακός (koiliakós), Adj., zum Bauch gehörig; vgl. κοιλία (koilía), κοιλίη (koilíē), F., Höhlung, Bauchhöhle, Bauch, Unterleib; gr. κοῖλος (koilos), Adj., hohl, ausgehöhlt; vgl. idg. *k̑eu- (1), *k̑eu̯ə-, *k̑ū-, *k̑u̯ā-, V., Sb., Adj., schwellen, wölben, höhlen, Schwellung, Wölbung, Höhlung, hohl, Pokorny 592 (910/142) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Zöliakie; Son.: vgl. nndl. coeliakie, Sb., Zöliakie; frz. maladie cœliaque, F., Zöliakie; nschw. celiaki, Sb., Zöliakie; nnorw. cøliaki, M., Zöliakie; poln. celiakia, F., Zöliakie; lit. celiakija, F., Zöliakie; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für eine durch Unverträglichkeit von Klebereiweiß (Gluten) gekennzeichnete Erkrankung der Dünndarmschleimhaut von Menschen und Hunden; BM.: schwellen; F.: Zöliakie, Zöliakien+FW(+EW?) Z.: Zö-l-iak-ie
Zölibat, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zölibat, Ehelosigkeit; ne. celibacy; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. caelibātus; E.: s. lat. caelibātus (2), M., eheloser Stand, Ehelosigkeit, Zölibat, (4 v.-65 n. Chr.); vgl. lat. caelebs, Adj., ehelos; idg. *kai- (1), *kaiu̯o-, *kaiu̯elo-, Adj., Adv., allein, Pokorny 519 (779/11) (RB. idg. aus ind., kelt., germ., balt.?); L.: Kluge s. u. Zölibat, fehlt DW, EWD s. u. Zölibat, Duden s. u. Zölibat; Son.: vgl. nndl. celibaat, Sb., Zölibat; frz. célibat, M., Zölibat; nschw. celibat, N., Zölibat; nnorw. sølibat, N., Zölibat; poln. celibat, M., Zölibat; lit. celibatas, M., Zölibat; GB.: seit 1. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für die der Natur von Lebewesen widersprechende religiös begründete und seit dem Mittelalter grundsätzlich festgelegte Standespflicht besonders der katholischen Geistlichen sexuell enthaltsam zu leben und nicht zu heiraten; BM.: allein; F.: Zölibat, Zölibates, Zölibats+FW(+EW?); Z.: Zö-l-ib-at
$zölibatär, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zölibatär, ehelos; E.: s. Zölibat, s. är; L.: Kluge s. u. Zölibat; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zölibat und är gebildete Bezeichnung für Zölibat betreffend oder ehelos; F.: zölibatär, zölibatäre, zölibatäres, zölibatärem, zölibatären, zölibatärer+FW(+EW?); Z.: zö-l-ib-at-är
$Zölibatär, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Zölibatär; E.: s. Zölibat, s. är; L.: Kluge s. u. Zölibat; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte Bezeichnung für einen seit dieser Zeit zölibatär lebenden Menschen; F.: Zölibatär, Zölibatärs, Zölibatäre, Zölibatären+FW(+EW?); Z.: Zö-l-ib-at-är
Zoll (1), nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zoll (M.) (1), ein kleines Längenmaß; ne. inch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mhd. zol (2), st. M., F., Zoll (M.) (1) (als Maß); s. mhd. zol, st. M., Zoll (M.) (1), zylinderförmiges Stück, Baumstück; germ. *tulla-?, *tullaz, st. M. (a), Zweig, Klotz; vgl. idg. *del- (3), *delə-, V., spalten, schnitzen, behauen (V.), Pokorny 194 (314/19) (RB. idg. aus ind., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zoll 1, Kluge s. u. Zoll 1, DW 32, 33, EWD s. u. Zoll 2, Falk/Torp 159, Duden s. u. Zoll, Bluhme s. u. Zoll 1; Son.: s. mnd. tol, Sb., äußerste Spitze eines Zweiges; GB.: seit 16. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein altes zwei bis drei (2,54) Zentimeter langes Längenmaß; BM.: spalten; F.: Zoll, Zolls, Zolles+EW; Z.: Zol-l
Zoll (2), nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zoll (M.) (2), Abgabe; ne. toll (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zol, st. M., Zoll (M.) (2); mnd. tol (2), M., Zoll (M.) (2), Abgabe; mnl. tol, M., Zoll (M.) (2), Abgabe; ahd. zol, st. M. (a?), Zoll (M.) (2), Abgabe; as. tol*, toln*, st. M. (a?, i?), Zoll (M.) (2); anfrk. -; germ. *tol-, Sb., Zoll (M.) (2); lat. telōnēum, Zoll (M.) (2), Zollhaus; s. gr. τελωνεῖον (telōneion), N., Zoll (M.) (2); gr. τέλος (télos), N., Ziel, Ende, Zahlung; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639 (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544 (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zoll 2, Kluge s. u. Zoll 2, EWD s. u. Zoll 1, DW 32, 32, Duden s. u. Zoll, Bluhme s. u. Zoll 2; Son.: vgl. afries. tolene, tolen, tolne, st. F. (ō), Zoll (M.) (2); ae. toll, st. M. (a), st. N. (a), Zoll (M.) (2), Tribut, Abgabe, Steuer (F.), Auflage; an. tollr, st. M. (a?), Zoll (M.) (2), Abgabe; ae. toln, st. F. (ō), Zoll (M.) (2), Abgabe, Tribut, Steuer (F.); an. -; got. -; nndl. tol, Sb., Zoll (M.) (2); nschw. tull, Sb., Zoll (M.) (2); nnorw. toll, M., Zoll (M.) (2); kymr. toll, F., Zoll (M.) (2); GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für eine der leistungslosen Erzielung von Einkünften dienende Abgabe auf (bestimmte) Waren bei einem Transport über eine Grenze (Einfuhrzoll und Ausfuhrzoll); BM.: ragen; F.: Zoll, Zolles, Zolls, Zölle, Zöllen+FW; Z.: Zol-l
$zollen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zollen, Zoll zahlen, Zoll leisten, geben; Vw.: s. ver-; E.: s. Zoll (M.) (2), s. en; L.: Kluge s. u. Zoll 2, EWD s. u. Zoll 1; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus Zoll (M.) (2) und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit den Hochkulturen des Altertums mögliches Zoll auf Waren an Grenzen leisten; F.: zollen, zolle (!), zollst, zollt, zollest, zollet, zollte, zolltest, zollten, zolltet, gezollt, ##gezollt, gezollte, gezolltes, gezolltem, gezollten, gezollter##, zollend, ###zollend, zollende, zollendes, zollendem, zollenden, zollender###, zoll (!)+FW+EW; Z.: zol-l-en
$zollfrei, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. zollfrei; E.: s. Zoll (M.) (2), s. frei; L.: DW 32, 57, EWD s. u. Zoll 1; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Zoll (M.) (2) und frei gebildete Bezeichnung für frei von Zoll (M.) (2); F.: zollfrei, zollfreie, zollfreies, zollfreiem, zollfreien, zollfreier+FW+EW; Z.: zol-l—frei
$Zöllner, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zöllner, Zolleinnehmer, Einnehmer von Zoll; E.: s. Zoll (M.) (2), s. ner; L.: Kluge s. u. Zoll 2, EWD s. u. Zoll 1; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Zoll und n sowie er (Suff.) gebildete und teilweise aus dem Lateinischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich seit den Hochkulturen des Altertums möglichen Einnehmer von Zoll; F.: Zöllner, Zöllners, Zöllnern+FW(+EW); Z.: Zöl-l-n-er
Zone, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zone, Gebiet, Landstrich; ne. zone (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: Anfang 18. Jh.; I.: Lw. frz. zone; E.: s. frz. zone, F., Zone; lat. zōna, F., Gürtel, Geldgurt, Bordüre, Erdgürtel, (um 250-184 v. Chr.); gr. ζώνη (zōnē), F., Gürtel, Leibgurt; vgl. idg. *i̯ōus-, *i̯ōs-, *i̯ūs-, V., gürten, Pokorny 513 (766/26) (RB. idg. aus iran., gr., alb., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zone, Kluge s. u. Zone, EWD s. u. Zone, DW 32, 73, Duden s. u. Zone, Bluhme s. u. Zone; Son.: vgl. nndl. zone, Sb., Zone; frz. zone, F., Zone; nschw. zon, Sb., Zone; nnorw. sone, M., F., Zone; lit. zona, F., Zone; GB.: seit Anfang 18. Jh. belegte und aus dem Französischen sowie mittelbar dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für ein bestimmtes einer vorgesehenen oder möglichen Nutzung des Menschen unterliegendes Gebiet; BM.: gürten; F.: Zone, Zonen+FW+EW?; Z.: Zon-e
zoo..., nhd., Partikel, (18. Jh.?): nhd. zoo..., Tiere betreffend; ne. zoo...; Vw.: s. -logie; Hw.: -; Q.: 18. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ζῷον (zōion), N., Tier, Lebewesen; s. idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kytzler/Redemund/Eberl 1097; Son.: vgl. nndl. zoö…, Präf., zoo…; frz. zoo…, Präf., zoo…; nschw. zoo…, Präf., zoo…; nnorw. zoo…, Präf., zoo…; poln. zoo…, Präf., zoo…; kymr. soo…, Präf., zoo…; nir. zó-eo…, Präf., zoo…; lit. zoo…, Präf., zoo…; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und mit dem Griechischen des Altertums sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung zu einer Bildung von Tiere betreffenden Wörtern; BM.: leben; F.: zo-o-(+FW)+(EW?)
$Zoologe, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zoologe, Tierkundler; E.: s. Zoologie; L.: fehlt DW, EWD s. u. Zoologie; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit dieser Zeit möglichen besonderen Tierkundler; F.: Zoologe, Zoologen+FW(+EW?); Z.: Zo-o-log-e
Zoologie, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zoologie, Tierkunde; ne. zoology; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. frz. zoologie; E.: s. frz. zoologie, F., Zoologie, Tierkunde; gr. ζῷον (zōion), N., Tier, Lebewesen; s. idg. *gᵘ̯ei̯- (3), *gᵘ̯ei̯ə-, *gᵘ̯ii̯ē-, *gᵘ̯i̯ē-, *gᵘ̯ii̯ō-, *gᵘ̯i̯ō-, *gᵘ̯ī-, *gᵘ̯i̯eh₃-, V., leben, Pokorny 467 (686/8) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); gr. λόγος (lógos), M., Sprechen, Wort, Rede, Maß, Berechnung, Vernunft; gr. λέγειν (légein), V., zählen, berechnen; idg. *leg̑-, V., sammeln, zusammenlesen, Pokorny 658 (1066/22) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ.); L.: Kluge s. u. Zoologie, fehlt DW, EWD s. u. Zoologie, Duden s. u. Zoologie; Son.: vgl. nndl. zoölogie, Sb., Zoologie; nschw. zoologi, Sb., Zoologie; nnorw. zoologi, M., Zoologie; poln. zoologia, F., Zoologie; kymr. sooleg, F., Zoologie; nir. zó-eolaíocht, F., Zoologie; lit. zoologija, F., Zoologie; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Französischen aufgenommene sowie mit dem Griechischen des Altertums verbindbare Bezeichnung für die sachlich seit dieser Zeit entwickelte Lehre und Wissenschaft von den Tieren als Teilgebiet der Biologie; F.: Zoologie+FW; Z.: Zo-o-log-ie
$zoologisch, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zoologisch, tierkundlich, Zoologie betreffend; E.: s. Zoolog(ie), s. isch; L.: EWD s. u. Zoologie, fehlt DW; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zoolog(ie) und isch gebildete Bezeichnung für Zoologie betreffend; F.: zoologisch, zoologische, zoologisches, zoologischem, zoologischen, zoologischer+FW(+EW?); Z.: zo-o-log-isch
Zoom, nhd., N., M., (20. Jh.): nhd. Zoom, Gummilinse, Zoomobjektiv; ne. zoom (N.); Vw.: -; Hw.: s. zoomen; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. zoom; E.: s. ne. zoom, N., Zoom; vgl. ne. zoom, V., zoomen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Zoom, Duden s. u. Zoom; Son.: vgl. nndl. zoom, Sb., Zoom; frz. zoom, M., Zoom; nschw. zoom, Sb., Zoom; nnorw. zoom, M., Zoom; poln. zoom, M., Zoom; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Gummilinse oder ein Zoonobjektiv oder die kontinuierlich mögliche Veränderung der Brennweite eines Objektivs und damit für das Heranholen (Vergrößern) oder Entfernen (Verkleinern) einer Darstellung; BM.: lautmalend; F.: Zoom, Zooms+FW; Z.: Zoom
zoomen, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. zoomen, fokussieren, heranholen, vergrößern, verkleinern; ne. zoom (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zoom; Q.: 20. Jh.; I.: Lw. ne. zoom; E.: s. ne. zoom, V., zoomen; lautmalend; L.: Kluge s. u. Zoom, fehlt DW, Duden s. u. zoomen; Son.: vgl. frz. zoomer, V., zoomen; nschw. zooma, V., zoomen; nschw. zoome, V., zoomen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene sowie lautmalend gebildete sowie umgebildete Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches den Aufnahmegegenstand in einem Bild mit Hilfe eines Zoomobjektivs näher heranholen (vergrößern) oder weiter wegrücken (verkleinern); BM.: lautmalend; F.: zoomen, zoome, zoomst, zoomt, zoomest, zoomet, zoomte, zoomtest, zoomten, zoomtet, gezoomt, ##gezoomt, gezoomte, gezoomtes, gezoomtem, gezoomten, gezoomter##, zoomend, ###zoomend, zoomende, zoomendes, zoomendem, zoomenden, zoomender###, zoom (!)+FW+EW; Z.: zoom-en
Zopf, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Zopf, Haarflechte; ne. plait (N.); Vw.: s. Weichsel-; Hw.: s. Toupet, Topp, Tuff (2), zupfen; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. zopf, szop, zoph, zop, st. M., Zopf, Mähne, Zipfel; mnd. top, M., Zopf, Spitze, höchstes Ende einer Sache, Baumwipfel, Wipfel; mnl. top, M., Haarflechte, hinterstes Ende, Schwanz; ahd. zopf*, zoph*, st. M. (a?, i?), Zopf, Zipfel; as. -; anfrk. -; germ. *tuppa-, *tuppaz, st. M. (a), Zopf, Ende; vgl. idg. *dumb-, Sb., Schwanz, Stab, Pokorny 227 (349/54) (RB. idg. aus iran., germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zopf, Kluge s. u. Zopf, DW 32, 75, EWD s. u. Zopf, Falk/Torp 168, Duden s. u. Zopf, Bluhme s. u. Zopf; Son.: vgl. afries. topp, top, st. M. (a), Zopf, Haarbüschel; nnordfries. top, tap, tup; ae. topp, st. M. (a), Spitze, Gipfel, Quaste, Zipfel, Kreisel; ae. toppa, sw. M. (n), Faden; an. toppr, st. M. (a), Spitze, aufgebundenes Haar; got. -; gr. στύπη (stýpē), F., Werg; lat. stuppa, stūpa, F., Werg; air. sop, Sb., Büschel, Wisch; ? russ. dýba, Sb., Wippe, Folterbank; GB.: seit 12. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für etwas aus mehreren Strängen Geflochtenes; BM.: Schwanz; F.: Zopf, Zopfes, Zopfs, Zöpfe, Zöpfen+EW; Z.: Zopf
Zores, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zores, Ärger, Durcheinander; ne. trouble (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, dies aus von jidd. zores, Sb., Pl., Sorgen; hebr. ṣārāh, Sb., Kummer; daneben noch eine Ableitung von wjidd. zoir, M., Geringer, Niederiger, Kleiner; von hebr. ṣāʿīr; L.: Kluge 1. A. s. u. Zores, Kluge s. u. Zores, DW 32, 90, Duden s. u. Zores, Bluhme s. u. Zores; Son.: vgl. nndl. sores, Sb., Zores; GB.: seit der 19. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und dem Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für Ärger oder Durcheinander; BM.: Kummer bzw. Geringer; F.: Zores+FW; Z.: Zor-es
Zorn, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zorn, Wut, Unwille; ne. anger (N.), wrath; Vw.: -; Hw.: s. zürnen; Q.: 1. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zorn (1), zoren, tzorn, st. M., Unwille, Zorn, Heftigkeit, Wut, Hass, Beleidigung, heftiger Wortwechsel, Ärger, Empörung, Zank, Streit; mnd. torn (1), torne, tarn, tārn, M., Zorn, Unwille, Schade, Schaden (M.), Nachteil; mnl. torn, toren, tooren M., Zorn; ahd. zorn, st. N. (a), Zorn, Wut, Entrüstung, Verbitterung; as. torn (1), st. N. (a), Zorn; anfrk. -; germ. *turna-, *turnaz, st. M. (a), Zwietracht, Zorn, Zerrissenheit; s. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zorn, Kluge s. u. Zorn, DW 32, 90, EWD s. u. Zorn, Falk/Torp 157, Seebold 503, Duden s. u. Zorn, Bluhme s. u. Zorn; Son.: vgl. afries. *torn, st. M. (a), Zorn; nfries. toarne; ae. torn (2), st. N. (a), Zorn, Unwille, Kummer, Leid; nndl. toorn, Sb., Zorn; gr. δῆρις (dēris), F., Streit, Kampf; air. drenn, Sb., Streit; GB.: (zorn) seit 1. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Wut oder einen heftigen und leidenschaftlichen Unwillen über etwas was ein Mensch als Unrecht empfindet oder was seinen Wünschen zuwiderläuft; BM.: spalten; F.: Zorn, Zornes, Zorns+EW; Z.: Zor-n
$zornig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zornig, Zorn habend, erzürnt; Vw.: s. jäh-; E.: s. Zorn, s. ig; L.: Kluge s. u. Zorn, DW 32, 111, EWD s. u. Zorn; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus Zorn und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Zorn habend oder erzürnt; F.: zornig, zornige, zorniges, zornigem, zornigen, zorniger(, zornigere, zornigeres, zornigerem, zornigeren, zornigerer, zornigst, zornigste, zornigstes, zornigstem, zornigsten, zornigster)+EW; Z.: zor-n-ig
Zosse, nhd. (dial.), M., (18. Jh.): nhd. Zosse, Klepper, altes Pferd; ne. old horse; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: rotw. Lw.; E.: aus dem Rotwelschen, von wjidd. suss, zosse, Sb. Pferd; hebr. sūs, Sb., Pferd; L.: Kluge s. u. Zosse, Duden s. u. Zosse, Bluhme s. u. Zosse; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Rotwelschen sowie mittelbar dem Westjiddischen und Hebräischen aufgenommene Bezeichnung für einen Klepper oder alten Gaul oder ein altes Pferd; BM.: Pferd; F.: Zosse, Zossen+FW; Z.: Zoss-e
Zote, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zote, obszöner Witz; ne. dirty joke (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: frz. Lw.?; E.: Herkunft unklar, ursprünglich wohl von frz. sottie, sotie, F., Narretei; vgl. frz. sot, Adj., dumm; vielleicht aus dem Gallischen, Gamillschegg 817a; beeinflusst von mhd. zote, sw. F., sw. N., Zotte (F.) (1), Flausch; vgl. ahd. zata*, zota*, zotta*, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), zottiges Haar, Tierhaar, Mähne; germ. *tadō-, *tadōn, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), Fetzen; s. idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zote, Kluge s. u. Zote, DW 32, 123, EWD s. u. Zote, Falk/Torp 150, Duden s. u. Zote, Bluhme s. u. Zote; Son.: s. mnd. sōte, zote, F., Zote, unanständiger Scherz; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht aus dem Französischen und mittelbar dem Gallischen aufgenommene und umgebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen obszönen Witz; BM.: teilen; F.: Zote, Zoten+FW(+EW?); Z.: Zo-t-e
Zotte (1), nhd., F., (9. Jh.): nhd. Zotte (F.) (1), (verfilztes) Haarbüschel; ne. villus, tuft; Vw.: -; Hw.: s. zotteln; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zote, zotte, sw. F., sw. N., Zotte (F.) (1), Flausch, Zipfel, Fetzen (M.); ahd. zata*, zota*, zotta*, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), zottiges Haar; as. -; anfrk. -; germ. *tadō-, *tadōn, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), Fetzen (M.); s. idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zotte 1, Kluge s. u. Zotte 1, DW 32, 128, EWD s. u. Zotte, Duden s. u. Zotte, Bluhme s. u. Zotte 1; Son.: vgl. afries. -; ae. tættec, Sb., Lappen (M.), Lumpen (M.), Fetzen (M.); an. tǫturr, st. M. (a), Fetzen (M.), Lumpen (M.); got. *taddora?, st. F. (ō), Zottel, Fetzen (M.), Flausch; nndl. todd, Sb., Fetzen (M.), Lumpen (M.); ne. tod, N., Busch, Wollgewicht; GB.: seit dem 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein verfilztes und durch Schmutz verklebtes Haarbüschel; BM.: teilen bzw. zerschneiden; F.: Zotte, Zotten+EW; Z.: Zo-t-t-e
Zotte (2), nhd. (dial.), F., (16. Jh.): nhd. Zotte (F.) (2), Gefäßmündung; ne. nozzle; Vw.: -; Hw.: s. Tüte; Q.: 16. Jh.; E.: neuhochdeutsche Entsprechung von mnd. tute, F., Tute, Horn, alles was hornförmig gestaltet ist; mndl. tute, F., Tute; lautmalender Herkunft; L.: Kluge 1. A. s. u. Zotte 2, Kluge s. u. Zotte 2, DW 32, 131, Duden s. u. Zotte, Bluhme s. u. Zotte 2; Son.: südwestdeutsch; GB.: 16. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für eine Mündung eines Gefäßes (Gefäßmündung); BM.: lautmalend?; F.: Zotte, Zotten+EW; Z.: Zot-t-e
$Zottel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zottel; E.: s. Zotte, s. (e)l; L.: Kluge s. u. Zotte 1, DW 32, 131, EWD s. u. Zotte; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zott(e) und el (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches langes Haar; F.: Zottel, Zottels, Zotteln+EW; Z.: Zo-t-t-el
zotteln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. zotteln, langsam gehen; ne. saunter (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zotte (1); Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu mhd. zoten, zotten, sw. V., zotten“, in Zotten niederhängen, heraushängen, herabhängen, herabhängen auf, anhängen, langsam gehen, schlendern; s. mhd. zote, F., N., Zotte (F.) (1); ahd. zata*, zota*, zotta*, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), zottiges Haar, germ. *tadō-, *tadōn, sw. F. (n), Zotte (F.) (1), Fetzen (M.); s. idg. *dət-, V., teilen, zerreißen, Pokorny 177; vgl. idg. *dā-, *dāi-, *dī̆-, V., teilen, zerschneiden, zerreißen, Pokorny 175 (297/2) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., slaw.?, toch., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. zotteln, Kluge s. u. Zotte, DW 32, 134, EWD s. u. Zottel, Duden s. u. zotteln, Bluhme s. u. zotteln; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus mhd. zoten gebildete sowie für das Germanische erschließbare und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches langsam gehen; BM.: teilen bzw. von dem Hinschwingen und Herschwingen der Zotteln von Schafen?; F.: zotteln, zottel (!), zottle, zottelst, zottelt, zottelte, zotteltest, zottelten, zotteltet, gezottelt, ##gezottelt, gezottelte, gezotteltes, gezotteltem, gezottelten, gezottelter##, zottelnd, ###zottelnd, zottelnde, zottelndes, zottelndem, zottelnden, zottelnder###, zottel (!)+EW; Z.: zo-t-t-el-n
$zottig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zottig, struppig, kraus; E.: s. Zott(e), s. ig; L.: Kluge s. u. Zotte 1, DW32, 139, EWD s. u. Zotte; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zott(e) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches struppig oder kraus; F.: zottig, zottige, zottiges, zottigem, zottigen, zottiger(, zottigere, zottigeres, zottigerem, zottigeren, zottigerer, zottigst, zottigste, zottigstes, zottigstem, zottigsten, zottigster)+EW; Z.: zo-t-t-ig
zu, nhd., Adv., Präp., Präf., (8. Jh.): nhd. zu, zu…, hin zu; ne. to; Vw.: s. -behör, -buttern, -kunft, -pass, -rück, -sammen; Hw.: -; Q.: 1. Hälfte 8. Jh. (Merseburger Zaubersprüche); E.: mhd. zuo (1), ze, zū, zō, Adv., zu, hinzu, herzu, dahin, dorthin, wohin, dazu, daran, dabei, dafür, darauf, darüber, darüber hinaus, außerdem, geschlossen; mnd. te, Präp., Präf., Adv., zu; mnd. tō (1), tū, Präp., zu, bis, bis zu, über, in, bei, als, für; mnd. tō (2), Adv., zu, her hinzu, allzu, dazu, zusätzlich, darauf, geschlossen; mnl. toe, Adv., Präp., zu; ahd. zi, ahd., Präp., Adv., Präf.: nhd. zu, nach, in, an, auf; ahd. zuo (1), Präp., Präf., zu, in, an, unter, zusätzlich zu, mit, auf; as. te (1), ti, Präp., Präf., Adv., zu, bis an, in, gemäß, zu, allzu; anfrk. te, ti, Präp., Präf., zu; wgerm. *tō-, Präp., Adv., Präf., zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. zu, Kluge s. u. zu, DW 32, 142, EWD s. u. zu, Falk/Torp 164, Duden s. u. zu, Bluhme s. u. zu; Son.: vgl. afries. to (1), te, ti (1), Präp., zu; nnordfries. ta, Präp., zu; afries. to- (2), te-, Präf., zer...; ae. tō̆, te, Präp., Adv., zu; an. -; got. -; nndl. toe, te, Präp., Adv., zu; av. ...da, Suff., zu...; gr. ...de, Suff., zu...; lat. ...do, Suff., zu...; kymr. do..., Präf., zu...; lit. da..., Präf., zu...; ksl. do, Präp., zu; GB.: seit 1. Hälfte 8. Jh. belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine Richtung in die man oder etwas sich hinbewegt; BM.: dies hier; F.: zu, zum, zur+EW; Z.: zu
Zubehör, nhd., N., (15. Jh.): nhd. Zubehör, Beiwerk; ne. accessories, paraphernalia, supplies; Vw.: -; Hw.: s. Behörde, gehören; Q.: 15. Jh. (Vokabular); E.: s. mnd. tōbehȫr (1), tōbehȫre, tobehore, F., N., Zubehör, zu etwas anderem Gehörendes; nhd. zu, hören; L.: Kluge s. u. Zubehör, DW 32, 236, Duden s. u. Zubehör; Son.: vgl. nndl. toebehoren, Sb., Zubehör; nschw. tillbehör, N., Zubehör; nnorw. tilbehør, N., Zubehör; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zu und be und hör(en) gebildete Bezeichnung für eine Grundausstattung ergänzende oder erweiternde Gegenstände oder zu etwas Gehörendes oder Beiwerk; BM.: dies hier; F.: Zubehör, Zubehörs, Zubehöres, Zubehöre, Zubehören+EW; Z.: Zu-be-hö-r
Zuber, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zuber, Schaff, Bottich, Fass, großes wannenartiges Gefäß; ne. tub; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. zuber, st. M., Zuber; mnd. tōver* (1), tāver, tāfer, M., Zuber; ahd. zwibar*, zubar, st. N. (a), Zuber, Krug (M.) (1), Bütte, Amphore, Gefäß mit zwei Traggriffen; vgl. ahd. zwi…, Präf., zwei…, zwi…; germ. *twi…, Präf., zwie…; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. beran, st. V. (4), gebären, tragen, erzeugen, hervorbringen; germ. *beran, st. V., tragen, gebären; idg. *bʰer- (1), V., tragen, bringen, Pokorny 128 (212/45) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ill., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zuber, Kluge s. u. Zuber, EWD s. u. Zuber, DW 32, 239, Duden s. u. Zuber, Bluhme s. u. Zuber; GB.: seit um 830 belegte und aus zwei und tragen gebildete Bezeichnung für ein großes und wannenartiges Gefäß; BM.: zwei, tragen; F.: Zuber, Zubers, Zubern+EW; Z.: Zu-ber
$zubereiten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zubereiten, herstellen, bereit machen; E.: s. zu, s. bereiten; L.: DW 32, 242, EWD s. u. bereit; GB.: (zuobereiten) seit 1331-1341 belegte und aus zu und bereiten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herstellen oder bereit machen; F.: zubereiten, bereite zu, bereitest zu, bereitet zu, bereitete zu, bereitetest zu, bereiteten zu, bereitetet zu, zubereitet, ##zubereitet, zubereitete, zubereitetes, zubereitetem, zubereiteten, zubereiteter##, zubereitend, ###zubereitend, zubereitende, zubereitendes, zubereitendem, zubereitenden, zubereitender###, zuzubereiten, ####zuzubereitend, zuzubereitende, zuzubereitendes, zuzubereitendem, zuzubereitenden, zuzubereitender####, bereit (!) zu+EW; Z.: zu—be—reit-en
$zubilligen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zubilligen, zuerkennen; E.: s. zu, s. billigen; L.: Kluge s. u. billig, billigen, EWD s. u. billig, DW 32, 247; GB.: seit 16. Jh. belegte und vielleicht nach lat. addicere aus zu und billigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches zuerkennen; F.: zubilligen, billige zu, billigst zu, billigt zu, billigen zu, billigest zu, billiget zu, billigte zu, billigtest zu, billigten zu, billigtet zu, zugebilligt, ##zugebilligt, zugebilligte, zugebilligtes, zugebilligtem, zugebilligten, zugebilligter##, zubilligend, ###zubilligend, zubilligende, zubilligendes, zubilligendem, zubilligenden, zubilligender###, zuzubilligen, ####zuzubilligen, zuzubilligend, zuzubilligende, zuzubilligendes, zuzubilligendem, zuzubilligenden, zuzubilligender####, billig (!) zu+EW; Z.: zu—bil-l-ig-en
$Zubuße, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zubuße, Beitrag, Zusatzleistung; E.: s. zu, s. Buße; L.: Kluge 1. A. s. u. Zubusze, DW 32, 254 (Zubusze); GB.: (zuobuoze) seit 1290 belegte und aus zu und Buße gebildete Bezeichnung für einen Beitrag oder eine Zusatzleistung; F.: Zubuße, Zubußen+EW; Z.: Zu—buß-e
zubuttern, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. zubuttern, zuschießen, zusätzlich geben; ne. chip (V.) in; Vw.: -; Hw.: s. büßen; Q.: 19. Jh.; E.: von nd. tobōten, V., zuschießen; mnd. tō (2), Adv., zu, her hinzu, allzu, dazu, zusätzlich, darauf, geschlossen; as. te (1), ti, Präp., Präf., Adv., zu, bis an, in, gemäß, zu, allzu; wgerm. *tō-, Präp., Adv., Präf., zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. de-, do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); mnd. bȫten (1), boten, büten, buten, sw. V., bessern, aufbessern, ausbessern, flicken; ahd. buozen, sw. V. (1a), büßen, bessern, heilen (V.) (1); as. bōtian, sw. V. (1a), büßen, bereuen, ausbessern, anzünden; germ. *bōtjan, sw. V., bessern, büßen; s. idg. *bʰā̆d-, Adj., gut, Pokorny 106 (171/4) (RB. idg. aus ind., iran., germ.); L.: Kluge s. u. zubuttern, DW 32, 256, Duden s. u. zubuttern; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Niederdeutschen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für zuschießen oder zusätzlich geben; BM.: herzu, büßen; F.: zubuttern, buttere zu, butter zu, buttre zu, butterst zu, buttert zu, buttern zu, butterte zu, buttertest zu, butterten zu, buttertet zu, zugebuttert, ##zugebuttert, zugebutterte, zugebuttertes, zugebuttertem, zugebutterten, zugebutterter##, zubutternd, ###zubutternd, zubutternde, zubutterndes, zubutterndem, zubutternden, zubutternder###, zuzubuttern, ###zuzubuttern, zuzubutternd, zuzubutternde, zuzubutterndes, zuzubutterndem, zuzubutternden, zuzubutternder###, butter (!) zu+EW; Z.: zu—but-t-er-n
Zucht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zucht, Züchtung, Jahrgang, Gehorsam, Disziplin; ne. breeding (N.), discipline (N.); Vw.: -; Hw.: s. züchtig, züchtigen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zuht, zuth, zoth, st. F., Zucht, Zerren, Zug, Richtung, Weg, Gang (M.) (1), Appellation, Schaffen, Bilden, Bildung, Erziehung, Ernährung, Unterhalt, Strafe, Ehrerbietung, Würde; mnd. tucht (1), ducht*, F., Zug, Ziehen, Lauf, Leitung, Kriegszug, Verschieben, Hinschieben, Aufschub; mnl. tocht, tucht, F., Ziehen, Erziehung, Nutznießung, Höflichkeit; ahd. zuht, st. F. (i), Ziehen, Unterhalt, Nahrung, Zucht; as. tuht*, st. F. (i), Ziehen, Zucht, anfrk. -; germ. *tuhti-, *tuhtiz, st. F. (i), Ziehen, Zucht; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zucht, Kluge s. u. Zucht, DW 32, 257, EWD s. u. Zucht, Falk/Torp 166, Seebold 504, Duden s. u. Zucht, Bluhme s. u. Zucht; Son.: vgl. afries. tocht, tochte, tucht, tuchte, st. F. (i?), Zucht, Zug; ae. tohte, st. F. (i?), Schlacht, Feldzug; an. -; got. -; nndl. tucht, Sb., Zucht; nnorw. tukt, M., Zucht; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für das Pflegen und Aufziehen und Züchten von Tieren oder Pflanzen und auch für Jahrgng oder Gehorsm oder Disziplin; BM.: ziehen; F.: Zucht, Zuchten+EW; Z.: Zu-ch-t
$züchten, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. züchten, ziehen; E.: s. Zucht, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Zucht, Kluge s. u. Zucht, DW 32, 264, EWD s. u. Zucht; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Zucht und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches ziehen; F.: züchten, züchte, züchtest, züchtet, züchtete, züchtetest, züchteten, züchtetet, gezüchtet, ##gezüchtet, gezüchtete, gezüchtetes, gezüchtetem, gezüchteten, gezüchteter##, züchtend, ###züchtend, züchtende, züchtendes, züchtendem, züchtenden, züchtender###, zücht (!)+EW; Z.: zü-ch-t-e
$Züchter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Züchter, Züchtender; E.: s. zücht(en), s. er (Suff.); L.: EWD s. u. Zucht, DW 32, 265; GB.: (zuhtāri*) seit 863-871 belegte und vielleicht nach lat. altrix aus zücht(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen möglichen Lebewesen Züchtenden; F.: Züchter, Züchters, Züchtern+EW; Z.: Zü-ch-t-er
$Zuchthaus, nhd., N., (16. Jh.?): nhd. Zuchthaus, Erziehungshaus; E.: s. Zucht, s. Haus; L.: Kluge s. u. Zuchthaus, DW 32, 266; GB.: seit 1569 belegte und aus Zucht und Haus gebildete Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes Erziehungshaus für seit dieser Zeit als erziehungsbedürftig angesehene Menschen einschließlich der Straftäter; F.: Zuchthaus, Zuchthauses, Zuchthäuser, Zuchthäusern+EW; Z.: Zu-ch-t—hau-s
züchtig, nhd., Adj., (10. Jh.): nhd. züchtig, anständig; ne. demure; Vw.: -; Hw.: s. Zucht, züchtigen; Q.: Ende 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. zühtic, zühtec, zuhtic, zuhtec, Adj., züchtig, wohlgeraten, wohlerzogen, artig, züchtigend, vorbildlich, untadelig; mnd. tuchtich, Adj., züchtig, sittsam; ahd. zuhtīg, Adj., „züchtig“, erzogen, geschult, säugend, sittsam; as. tuhtig?, Adj., züchtig; s. ahd. zuht, st. F. (i), Ziehen, Unterhalt, Nahrung, Zucht; as. tuht, st. F. (i), Ziehen, Zucht, germ. *tuhti-, *tuhtiz, st. F. (i), Ziehen, Zucht; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. züchtig, DW 32, 268, EWD s. u. Zucht, Duden s. u. züchtig; GB.: seit Ende 10. Jh. belegte und aus Zucht und ig gebildete Bezeichnung für anständig; BM.: ziehen; F.: züchtig, züchtige, züchtiges, züchtigem, züchtigen, züchtiger(, züchtigere, züchtigeres, züchtigerem, züchtigeren, züchtigerer, züchtigst, züchtigste, züchtigstes, züchtigstem, züchtigsten, züchtigster)+EW; Z.: zü-ch-t-ig
züchtigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. züchtigen, durch Zucht Erziehung bewirken, strafen; ne. castigate; Vw.: -; Hw.: s. Zucht, züchtig; Q.: um 1120/1130 (Die altdeutsche Exodus); I.: Lüs? lat. castigare; E.: s. mhd. zühtigen, sw. V., züchtigen; mnd. tuchtigen (1), sw. V., züchtigen; ahd. zuhtīgen*?, sw. V. (1a), Junge säugen; s. ahd. zuht, st. F. (i), Ziehen, Unterhalt, Nahrung, Zucht; as. tuht*, st. F. (i), Ziehen, Zucht, germ. *tuhti-, *tuhtiz, st. F. (i), Ziehen, Zucht; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. züchtigen, DW 32, 269, EWD s. u. Zucht, Duden s. u. züchtigen, Bluhme s. u. zuechtigen; Son.: vgl. nndl. tuchtigen, V., züchtigen; GB.: seit um 1120/1130 belegte und vielleicht nach lat. castigare aus züchtig und en gebildete Bezeichnung für strafen; BM.: ziehen; F.: züchtigen (!), züchtige (!), züchtigst, züchtigt, züchtigest, züchtiget, züchtigte, züchtigtest, züchtigten, züchtigtet, gezüchtigt, ##gezüchtigt, gezüchtigte, gezüchtigtes, gezüchtigtem, gezüchtigten, gezüchtigter##, züchtigend, ###züchtigend, züchtigende, züchtigendes, züchtigendem, züchtigenden, züchtigender###, züchtig (!)+EW; Z.: zü-ch-t-ig-en
$Zuck, nhd., M., (9. Jh.?): nhd. Zuck, eine kurze und schnelle Bewegung; E.: s. zuck(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Zuck, DW 32, 281; GB.: vielleicht seit 9. Jh. belegte und mit zuck(en) verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon vormenschlich mögliche kurze und schnelle Bewegung; F.: Zuck, Zuckes, Zucks, Zucke, Zucken+EW; Z.: Zuck
zuckeln, zockeln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zuckeln, zockeln, langsam und ruckartig gehen oder fahren; ne. jiggle (V.); Vw.: -; Hw.: s. zucken; Q.: 18. Jh.; E.: gebildet zu zucken (s. d.); L.: Kluge s. u. zuckeln, DW 32, 282, Duden s. u. zuckeln; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zucken gebildete Bezeichnung für langsam und ruckartig gehen oder fahren; BM.: ziehen; F.: zuckeln, zuckel (!), zuckle, zuckelst, zuckelt, zuckelte, zuckeltest, zuckelten, zuckeltet, gezuckelt, ##gezuckelt, gezuckelte, gezuckeltes, gezuckeltem, gezuckelten, gezuckelter##, zuckelnd, ###zuckelnd, zuckelnde, zuckelndes, zuckelndem, zuckelnden, zuckelnder###, zuckel (!), zockeln, zockel (!), zockle, zockele, zockelst, zockelt, zockelte, zockeltest, zockelten, zockeltet, gezockelt, ##gezockelt, gezockelte, gezockeltes, gezockeltem, gezockelten, gezockelter###, zockelnd, ###zockelnd, zockelnde, zockelndes, zockelndem, zockelnden, zockelnder###, zockel (!)+EW; Z.: zu-ck-el-n
zucken, zücken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zucken, zücken, durchzucken, zusammenzucken, sich kurz und schnell sowie oft unwillkürlich bewegen; ne. jerk (V.), flinch (V.); Vw.: -; Hw.: s. ziehen, zuckeln; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zucken, zücken, sw. V., reißen, wegnehmen, stehlen, rauben; mnd. tücken*, tucken, zücken*, sw. V., zucken, zappeln, unruhig streben. zücken, rasch ziehen; mnl. tucken, V., zucken; ahd. zukken*, zucken*, zuhhen*, zuchen*, sw. V. (1a), ziehen, reißen, nehmen, wegraffen, entreißen; ahd. zukkōn*, zuckōn*, zuhhōn*, zuchōn*, sw. V. (2), raffen, rupfen, sich zusammenziehen, sich krümmen; germ. *tukkjan, sw. V., zücken; idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zuck, Kluge s. u. zucken, DW 32, 283, EWD s. u. zucken, Falk/Torp 166, Seebold 504, Duden s. u. zucken, Bluhme s. u. zucken, zücken; Son.: vgl. ? afries. tetzia, tetsia, sw. V. (1), sich zueignen; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und teilweise für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches eine kurze schnelle und oft unwillkürliche Bewegung ausführen; BM.: ziehen; F.: zucken, zucke, zuckst, zuckt, zuckest, zucket, zuckte, zucktest, zuckten, zucktet, gezuckt, ##gezuckt, gezuckte, gezucktes, gezucktem, gezuckten, gezuckter##, zuckend, ###zuckend, zuckende, zuckendes, zuckendem, zuckenden, zuckender###, zuck (!), zücken, zücke, zückest, zücket, zückte, zücktest, zückten, zücktet, gezückt, ##gezückt, gezückte, gezücktes, gezücktem, gezückten, gezückter##, zückend, ###zückend, zückende, zückendes, zückendem, zückenden, zückender###, zück (!)+EW; Z.: zu-ck-en
zücken, nhd., sw. V.: nhd. zücken; Vw.: s. zucken
Zucker, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Zucker, Zuckerrohr, ein Süßungsmittel; ne. sugar (N.); Vw.: s. -kandel; Hw.: -; Q.: 12. Jh. (Glosse); E.: mhd. zucker (1), zuker, st. M., Zucker (M.) (1), Zuckerrohr; mnd. sucker, tzucker, M., Zuckerrohr, Zuckerpflanze; it. zucchero, M., Zucker; arab. sukkar, Sb., Zucker; pers. säkär, Sb., Zucker; ai. sárkarā, Sb., Gries, Kies, Geröll; idg. *k̑orkā?, *k̑rokā?, *k̑orkelā, F., Kies, Kiesel, Pokorny 615 (963/195) (RB. idg. aus ind., gr.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zucker, Kluge s. u. Zucker, DW 32, 294, EWD s. u. Zucker, Duden s. u. Zucker, Bluhme s. u. Zucker; Son.: vgl. nndl. suiker, Sb., Zucker; frz. sucre, M., Zucker; nschw. socker, N., Zucker; nnorw. sukker, N., Zucker; poln. cukier, M., Zucker; kymr. siwgwr, M., Zucker; nir. siúcra, M., Zucker; lit. cukrus, M., Zucker; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus dem Italienischen sowie mittelbar dem Arabischen und Persischen und Indischen aufgenommene Bezeichnung für eine von Menschen vielleicht seit 600 n. Chr. aus bestimmten Pflanzen wie etwa dem Zuckerrohr oder seit der mittleren Neuzeit der Zuckerrübe gewonnene und als Süßungsmittel verwendete feinkörnige Substanz; BM.: Kiesel; F.: Zucker, Zuckers, Zuckern+FW; Z.: Zuck-er
$Zuckerhut, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zuckerhut, Zichorie; E.: s. Zucker, s. Hut (M.); L.: DW 32, 304, EWD s. u. Hut; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zucker und Hut (M.) gebildete Bezeichnung für wie ein Hut (M.) geformter Zucker und wegen dieser Form auch für eine Zichorie (Fleischkraut); F.: Zuckerhut, Zuckerhutes, Zuckerhuts, Zuckerhüte, Zuckerhüten+FW+EW; Z.: Zuck-er—hut
Zuckerkand, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zuckerkand, Zuckerkandel, Kandiszucker; ne. sugarcandy; Vw.: -; Hw.: s. Zuckerkandel, Kandis, kandieren; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. zuckerkandi, zuckerkandit, zuckercandel, M., Zuckerkandel, Kandiszucker; von mlat. succurcandi, Sb., Zuckerkandel; vgl. arab. sukkar, Sb., Zucker; pers. säkär, Sb., Zucker; ai. sárkarā, Sb., Gries, Kies, Geröll; idg. *k̑orkā?, *k̑rokā?, *k̑orkelā, F., Kies, Kiesel, Pokorny 615 (963/195) (RB. idg. aus ind., gr.); arab. qandī, Adj., von Zuckerrohr stammend, Zuckerrohr betreffend; vgl. arab. qand, Sb., Zuckerrohr, Rohrzucker; ai. khaṇḍaka-, Sb., Kristallzucker; L.: Kluge 1. A. s. u. Zuckerkand, Kluge s. u. Zuckerkand(el), DW 32, 305, Duden s. u. Zuckerkand; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zucker und Kand gebildete Bezeichnung für wegen sehr langsamer Kristallisation aus Raffinadelösungen besonders groß kristallisierten Zucker; BM.: Gries, Zuckerrohr; F.: Zuckerkand, Zuckerkandes, Zuckerkands+FW; Z.: Zuck-er-kand
Zuckerkandel, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zuckerkandel, Zuckerkand, Kandiszucker; ne. sugarcandy; Vw.: -; Hw.: s. Zuckerkand, Kandis, kandieren; Q.: 15. Jh.; E.: fnhd. zuckerkandi, zuckerkandit, zuckercandel, M., Zuckerkandel, Kandiszucker; von mlat. succurcandi, Sb., Zuckerkandel; vgl. arab. sukkar, Sb., Zucker; pers. säkär, Sb., Zucker; ai. sárkarā, Sb., Gries, Kies, Geröll; idg. *k̑orkā?, *k̑rokā?, *k̑orkelā, F., Kies, Kiesel, Pokorny 615 (963/195) (RB. idg. aus ind., gr.); arab. qandī, Adj., vom Zuckerrohr stammend, Zuckerrohr betreffend; vgl. arab. qand, Sb., Zuckerrohr, Rohrzucker; ai. khaṇḍaka-, Sb., Kristallzucker; L.: Kluge 1. A. s. u. Zuckerkand, Kluge s. u. Zuckerkand(el), DW 32, 305, Duden s. u. Zuckerkand; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zucker und Kandel gebildete Bezeichnung für wegen sehr langsamer Kristallisation aus Raffinadelösungen besonders groß kristallisierten Zucker; BM.: Gries, Zuckerrohr; F.: Zuckerkandel, Zuckerkandels, Zuckerkandeln+FW; Z.: Zuck-er-kand-el
$zuckern, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zuckern, mit Zucker süßen; E.: s. Zucker, s. n; L.: Kluge s. u. Zucker, DW 32, 308, EWD s. u. Zucker; GB.: (zuckeren) seit 1276-1318 belegte und aus Zucker und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Zuckers durch den Menschen mögliches Speisen (F. Pl.) zuckern oder mit Zucker süßen; F.: zuckern (!), zuckere, zucker (!), zuckerst, zuckert, zuckerte, zuckertest, zuckerten, zuckertet, gezuckert, ##gezuckert, gezuckerte, gezuckertes, gezuckertem, gezuckerten, gezuckerter##, zuckernd, ###zuckernd, zuckerndes, zuckerndem, zuckernden, zuckernder###, zucker (!)+FW+EW; Z.: zuck-er-n
$Zuckung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zuckung, ruckartige Bewegung; E.: s. zuck(en), s. ung; L.: DW 32, 315, EWD s. u. zucken; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zuck(en) und ung gebildete Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung tierischen Lebens mögliche oft unwillkürliche schnelle und ruckartige Bewegung von Muskeln; F.: Zuckung, Zuckungen+EW; Z.: Zu-ck-ung
$zudringlich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zudringlich, aufdringlich, lästig; E.: s. zudring(en), s. lich; L.: Kluge s. u. dringen, EWD s. u. dringen, DW 32, 328; GB.: seit 1737 belegte und aus zudring(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit dieser Zeit abgelehntes aufdringlich oder lästig; F.: zudringlich, zudringliche, zudringliches, zudringlichem, zudringlichen, zudringlicher(, zudringlichere, zudringlicheres, zudringlicherem, zudringlicheren, zudringlicherer, zudringlichst, zudringlichste, zudringlichstes, zudringlichstem, zudringlichsten, zudringlichster)+EW; Z.: zu—dri-ng-lich
$zuerst, nhd., Adv., (12. Jh.): nhd. zuerst, als erstes; E.: s. zu, s. erst; L.: Kluge 1. A. s. u. zuerst, DW 32, 339, EWD s. u. erster; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus zu und erst gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches als erstes; F.: zuerst+EW; Z.: zu—e-r-st
$Zufall, nhd., M., (14. Jh.?): nhd. Zufall, meist mit Vernunft nicht erklärbares Geschehen oder Ereignis; E.: s. zu, s. Fall; L.: Kluge 1. A. s. u. Zufall, Kluge s. u. Zufall, DW 32, 342; GB.: (zuoval) seit vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. accidens aus zu und Fall gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entstehung der Welt mögliches für den Menschen mit Vernunft nicht erklärbares Geschehen oder Ereignis; F.: Zufall, Zufalls, Zufalles, Zufälle, Zufällen+EW; Z.: Zu—fall
$zufällig, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. zufällig, von Zufall bestimmt, durch Vernunft (meist) nicht erklärbar; E.: s. Zufall, s. ig; L.: Kluge s. u. Zufall, DW 32, 349; GB.: (zuovellic) seit vor 1326 belegte und vielleicht nach lat. accidentalis aus Zufall und ig gebildete Bezeichnung für von dem Menschen durch Vernunft nicht erklärbar; F.: zufällig, zufällige, zufälliges, zufälligem, zufälligen, zufälliger(, zufälligere, zufälligeres, zufälligerem, zufälligeren, zufälligerer, zufälligst, zufälligste, zufälligstes, zufälligstem, zufälligsten, zufälligster)+EW; Z.: zu—fäll-ig
$Zuflucht, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zuflucht, Schutz, Schlupfwinkel; L.: DW 32, 360, EWD s. u. Flucht 1; GB.: (zuofluht) seit Ende 8. Jh. belegte und vielleicht nach lat. refugium aus zu und Flucht gebildete Bezeichnung für einen Schutz oder Schlupfwinkel; F.: Zuflucht+EW; Z.: Zu—flu-ch-t
$zufrieden, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zufrieden, ausgeglichen, ruhig; Vw.: s. un-; E.: s. zu, s. Friede, s. n; L.: Kluge 1. A. s. u. zufrieden, Kluge s. u. zufrieden, DW 32, 365, EWD s. u. Friede; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Friede(n) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches innerlich ausgeglichen und ruhig; F.: zufrieden, zufriedene, zufriedenes, zufriedenem, zufriedenen, zufriedener(, zufriedenere, zufriedeneres, zufriedenerem, zufriedeneren, zufriedenerer, zufriedenst, zufriedenste, zufriedenstes, zufriedenstem, zufriedensten, zufriedenster)+EW; Z.: zu—frie-d-en
$Zufriedenheit, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Ruhe; Vw.: s. Un-; E.: s. zufrieden, s. heit; L.: DW 32, 370, EWD s. u. Friede; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zufrieden und heit gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche innere Ausgeglichenheit und Ruhe; F.: Zufriedenheit+EW; Z.: Zu—frie-d-en—hei-t
Zug, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zug, Ziehen, Eisenbahn, eine kleine Einheit von Menschen; ne. train (N.), railway, tearing (N.); Vw.: -; Hw.: s. ziehen; Q.: 2. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zuc, st. M., Zug, Schachzug, Spielzug, Ziehen, Schwung, Stoß, Streich, Schlag, Ruderschlag, Strich, Bogenstrich, Bewegung, Griff, Atemzug, Winkelzug, Kunstgriff, Aufschub; mnd. toch (1), M., Zug, Reise, Kriegszug; ahd. zug (1), st. M. (i), Ziehen, Zug, Fischzug; as. -; anfrk. -; wgerm. *tugi-, *tugiz, st. M. (i), Ziehen, Zug; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zug, Kluge s. u. Zug, DW 32, 376, EWD s. u. Zug, Falk/Torp 166, Seebold 504, Duden s. u. Zug, Bluhme s. u. Zug; Son.: vgl. afries. -; ae. tyge, st. M. (i), Zug, Leitung, Schluss; an. -; got. -; GB.: (zug) seit 2. Viertel 9. Jh.) belegte und für das Westgermanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für die sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliche gegen Kräfte des Festhaltens oder des inneren Zusammenhalts wirkende Kraft des Ziehens oder auch für Eisnbahn oder eine kleine Einheit von Menschen; BM.: ziehen; F.: Zug, Zuges, Zugs, Züge, Zügen+EW; Z.: Zu-g
$Zugabe, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zugabe, zusätzliche Gabe, Beigabe, Draufgabe; E.: s. zu, s. Gabe; L.:, DW 32, 393, EWD s. u. geben; GB.: (zuogābe) seit 1252-1255 belegte und aus zu und Gabe gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entstehung des Menschen mögliche zusätzliche Gabe oder Beigabe oder Draufgabe; F.: Zugabe, Zugaben+EW; Son.: s. ahd. zuogeba um tausend; Z.: Zu—gab-e
$Zugang, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zugang, Eingang, Beziehung, Verbindung; E.: s. zu, s. Gang; L.: Kluge 1. A. s. u. Zugang, DW 32, 394; GB.: (zuogang) seit um 765 belegte und vielleicht nach lat. aditus aus zu und Gang gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht schon vormenschlich möglichen Eingang oder eine Beziehung oder Verbindung; F.: Zugang, Zugangs, Zuganges, Zugänge, Zugängen+EW; Z.: Zu—ga-ng
$zugeben, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zugeben, zusätzlich geben, einräumen; E.: s. zu, s. geben; L.: DW 32, 399, EWD s. u. geben; GB.: (zuogeban*) seit 8. Jh. belegte und aus zu und geben gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches zusätzlich geben oder einräumen; F.: zugeben, zugebe, zugibst, zugibt, zugebt, zugebest, zugebet, zugab, zugabst, zugaben, zugabt, zugäbe, zugäbest, zugäben, zugäbet, zugegeben, ##zugegeben, zugegebene, zugegebenes, zugegebenem, zugegebenen, zugegebener##, zugebend, ###zugebend, zugebende, zugebendes, zugebendem, zugebenden, zugebender###, zuzugeben, ####zuzugeben, zuzugebend, zuzugebende, zuzugebendes, zuzugebendem, zuzugebenden, zuzugebender####, zugib (!)+EW; Z.: zu—geb-en
$zugehören, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zugehören, angehören, dazugehören; E.: s. zu, s. gehören; L.: DW 32, 406, EWD s. u. Zubehör; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und gehören gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches angehören oder dazugehören; F.: zugehören, zugehöre, zugehörst, zugehört, zugehörest, zugehöret, zugehörte, zugehörtest, zugehörten, zugehörtet, ##zugehört, zugehörte, zugehörtes, zugehörtem, zugehörten, zugehörter##, zugehörend, ###zugehörend, zugehörende, zugehörendes, zugehörendem, zugehörenden, zugehörender###, zugehör (!)+EW; Z.: zu—ge-hö-r-en
$zugehörig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zugehörig, gehörig zu, angehörig; E.: s. zugehör(en), s. ig; L.: Kluge s. u. gehören, DW 32, 408, EWD s. u. Zubehör, gehören; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zugehör(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zu etwas gehörig; F.: zugehörig, zugehörige, zugehöriges, zugehörigem, zugehörigen, zugehöriger+EW; Z.: zu—ge-hö-r-ig
Zügel, nhd., M., (11. Jh.): nhd. Zügel, Ziehband, Riemen (M.) (1); ne. bridle (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: mhd. zügel, st. M., Zügel, Riemen (M.) (1), Strick (M.) (1); mnd. tȫgel, togel, tāgel, M., Zügel; mnl. togel, Sb., Zügel; mnl. tōghel, teugel, M., Zügel; ahd. zugil, st. M. (a), Zügel, Riemen (M.) (1); as. *tugil?, st. M. (a), Zügel (M.); anfrk. -; germ. *tugila-, *tugilaz, st. M. (a), Ziehband, Zügel; s. idg. *deuk-, V., ziehen, Pokorny 220 (338/43) (RB. idg. aus gr., alb., ital., kelt., germ.); vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zügel, Kluge s. u. Zügel, DW 32, 409, EWD s. u. Zügel, Falk/Torp 167, Seebold 504, Duden s. u. Zügel; Son.: vgl. afries. -; ae. tygel, st. M. (a), Zügel; an. tygill, st. M. (a), Band (N.), Schnur (F.) (1); got. -; nndl. teugel, Sb., Zeugel; nschw. tygel, Sb., Zügel; nnorw. tøyle, M., Zügel; poln. cugle, Sb., Pl., Zügel; GB.: seit 11. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen teilweise verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen nach der Zähmung größerer Tiere entwickelten und verwendeten zu einem Lenken dienenden Riemen (Ziehband); BM.: ziehen; F.: Zügel, Zügels, Zügeln+EW; Z.: Zü-g-el
$zügeln, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zügeln, mittels Zügel bändigen oder führen; E.: s. Zügel, s. n; L.: Kluge s. u. Zügel, DW 32, 415, EWD s. u. Zügel; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus Zügel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für mittels Zügel bändigen oder führen; F.: zügeln (!), zügel (!), zügle, zügele, zügelst, zügelt, zügelte, zügeltest, zügelten, zügeltet, gezügelt, ##gezügelt, gezügelte, gezügeltes, gezügeltem, gezügelten, gezügelter##, zügelnd, ###zügelnd, zügelnde, zügelndes, zügelndem, zügelnden, zügelnder###, zügel (!)+EW; Z.: zü-g-el-n
$zugeneigt, nhd., (Part. Prät.=)Adj., (14. Jh.): nhd. zugeneigt, zugetan; L.: Kluge s. u. neigen, DW 32, 418; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zuneigen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches zugetan; F.: zugeneigt, zugeneigte, zugeneigtes, zugeneigtem, zugeneigten, zugeneigter(, zugeneigtere, zugeneigteres, zugeneigterem, zugeneigteren, zugeneigterer, zugeneigtest, zugeneigteste, zugeneigtestes, zugeneigtestem, zugeneigtesten, zugeneigtester)+EW; Z.: zu—ge-nei-g-t
$zugestehen, nhd., st. V., (17. Jh.): nhd. zugestehen, gestatten, zugeben, einräumen; E.: s. zu. s. gestehen; L.: DW 32, 422, EWD s. u. stehen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zu und gestehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches gestatten oder zugeben oder einräumen; F.: zugestehen, gestehe zu, gestehst zu, gesteht zu, gestehest zu, gestehet zu, gestand zu, gestandst zu, gestandest zu, gestanden zu, gestandet zu, gestände zu, geständest zu, geständen zu, geständet zu, gestünde zu, gestündest zu, gestünden zu, gestündet zu, ##zugestanden, zugestandene, zugestandenes, zugestandenem, zugestandenen, zugestandener##, zugestehend, ###zugestehend, zugestehende, zugestehendes, zugestehendem, zugestehenden, zugestehender###, zuzugestehen, ####zuzugestehen, zuzugestehend, zuzugestehende, zuzugestehendes, zuzugestehendem, zuzugestehenden, zuzugestehender####, gesteh (!) zu+EW; Z.: zu—ge—steh-en
$zugig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zugig, einem Luftzug ausgesetzt; E.: s. Zug, s. ig; L.: DW 32, 428, EWD s. u. Zug; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zug und ig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Verfestigung der Erdoberfläche mögliches einem Luftzug ausgesetzt; F.: zugig, zugige, zugiges, zugigem, zugigen, zugiger(, zugigere, zugigeres, zugigerem, zugigeren, zugigerer, zugigst, zugigste, zugigstes, zugigstem, zugigsten, zugigster)+EW; Z.: zu-g-ig
$zügig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zügig, schnell; E.: s. Zug, s. ig; L.: DW 32, 428, EWD s. u. Zug; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zug und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches schnell; F.: zügig, zügige, zügiges, zügigem, zügigen, zügiger(, zügigere, zügigeres, zügigerem, zügigeren, zügigerer, zügigst, zügigste, zügigstes, zügigstem, zügigsten, zügigster)+EW; Z.: zu-g-ig
$zugleich, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. zugleich, gleichzeitig; E.: s. zu, s. gleich; L.: Kluge 1. A. s. u. zugleich, DW 32, 430; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und gleich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches gleichzeitig; F.: zugleich+EW; Z.: zu—g-leich
$Zuhälter, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zuhälter; E.: s. zu, s. halt(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. Zuhälter, fehlt DW, aber Zuhälterin DW 32, 450 vierzehnhundertachtundneunzig; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zuhalt(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen eine Prostituierte ausbeutenden und zugleich beschützenden Menschen, fehlt auch lat. Entsprechung; F.: Zuhälter, Zuhälters, Zuhältern+EW; Z.: Zu—häl-t-er
$zuhand, nhd., Adv., (13. Jh.): nhd. zuhand, sofort, zugleich; E.: s. zu, s. Hand; L.: Kluge 1. A. s. u. zuhand, Kluge s. u. zuhand, DW 32, 450; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus zu und Hand gebildete Bezeichnung für sofort oder zugleich; F.: zuhand+EW; Z.: zu—hand
$zuhanden, nhd., Präp., (15. Jh.): nhd. zuhanden, gegenüber?; E.: s. zu, s. Hand, s. en; L.: Kluge s. u. zuhanden, EWD s. u. Hand, fehlt DW; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zu und Hand und en gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches gegenüber?; F.: zuhanden+EW; Z.: zu—hand-en
$zukommen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zukommen, nahekommen, erhalten (V.); E.: s. zu, s. kommen; L.:, DW 32, 468, EWD s. u. kommen; GB.: (zuokweman) seit um 765 belegte und aus zu und kommen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches nahekommen oder erhalten (V.); F.: zukommen, komme zu, kommst zu, kommt zu, kommest zu, kommet zu, kam zu, kamst zu, kamen zu, kamt zu, käme zu, kämest zu, kämen zu, kämet zu, zugekommen, ##zugekommen, zugekommene, zugekommenes, zugekommenem, zugekommenen, zugekommener##, zukommend, ###zukommend, zukommende, zukommendes, zukommendem, zukommenden, zukommender###, komm (!) zu+EW; Z.: zu—kom-m-en
$Zukost, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zukost, Beikost, zusätzliche Kost; E.: s. zu, s. Kost; L.: DW 32, 475, EWD s. u. Kost; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zu und Kost gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliche Beikost oder zusätzliche Kost; F.: Zukost+EW; Z.: Zu—ko-st
Zukunft, nhd., F., (9. Jh.): nhd. Zukunft, kommende Zeit; ne. future (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zuokunft*, zuokumft, zuokumpft, st. F., Zukunft, Ankunft, Kommen, Herzukommen, Herabkunft, Verfolgung; mnd. tōkumpst, tōkumst, F., Zukunft, Ankunft, Ausgang, Erfolg; ahd. zuokumft*, st. F. (i), Zukunft, Kommen, Ankunft; s. ahd. zuo (1), Präp., Präf., zu, in, an, unter, zusätzlich zu, mit, auf; wgerm. *tō-, Präp., Adv., Präf., zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. de-, do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. kumft, kunft, st. F. (i), Kommen, Ankunft, Zukunft, Eintreffen, Zukünftiges; as. kumi, st. M. (i), Ankunft; anfrk. -; germ. *kumi-, *kumiz, *kumdi-, *kumdiz, st. M. (i), Kommen, Ankunft; germ. *kwumdi-, *kwumdiz, *kwumþi-, *kwumþiz, st. F. (i), Kommen, Ankunft; vgl. idg. *gᵘ̯ā-, *gᵘ̯em-, V., kommen, gehen, geboren werden, Pokorny 463 (679/1) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt.?, germ., balt., toch.); L.: Kluge s. u. Zukunft, DW 32, 476, EWD s. u. kommen, Duden s. u. Zukunft; Son.: vgl. nndl. toekomst, Sb., Zukunft; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. adventus aus zu und kunft gebildete Bezeichnung für die sachlich seit der Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliche noch nicht gegenwärtige sondern jeweils ständig erst kommende und dadurch inhaltlich sich ändernde Zeit; BM.: dann, gehen?; F.: Zukunft, Zukünfte+FW; Z.: Zu—kun-ft
$zukünftig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zukünftig, kommend, künftig, bevorstehend; E.: s. Zukunft, s. ig; L.: EWD s. u. kommen, DW 32, 484; GB.: (zuokumftīg*) seit 9. Jh. belegte und vielleicht nach lat. advena aus Zukunft und ig gebildete Bezeichnung für (jeweils noch) kommend oder künftig oder bevorstehend; F.: zukünftig, zukünftige, zukünftiges, zukünftigem, zukünftigen, zukünftiger+EW; Z.: zu—kün-f-t-ig
$Zukunftsmusik, nhd., F., (19. Jh.): nhd. Zukunftsmusik, noch zu verwirklichende Absicht; E.: s. Zukunft, s. s, s. Musik; L.: Kluge s. u. Zukunftsmusik, DW 32, 489; GB.: seit 1852 (August Ferdinand Riccius) aus Zukunft und s sowie Musik gebildete ablehnende Bezeichnung für die Musik Richard Wagners und danach (übertragen [Adj.]) für eine noch zu verwirklichende Absicht; F.: Zukunftsmusik+EW+FW; Z.: Zu—kun-ft-s—mu-s-ik
$zulassen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. zulassen, dulden, erlauben, gestatten, einräumen; E.: s. zu, s. lassen; L.: Kluge s. u. lassen, DW 32, 497, EWD s. u. lassen; GB.: (zuolāzan) seit 11. Jh. belegte und vielleicht nach lat. admittere aus zu und lassen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches dulden oder erlauben; F.: zulassen, lasse zu, lässt zu, lasst zu, lassen zu, lassest zu, lasset zu, ließ zu, ließest zu, ließt zu, ließen zu, ließet zu, zugelassen, ##zugelassen, zugelassene, zugelassenes, zugelassenem, zugelassenen, zugelassener##, zulassend, ###zulassend, zulassende, zulassendes, zulassendem, zulassenden, zulassender###, zuzulassen, ####zuzulassen, zuzulassend, zuzulassende, zuzulassendes, zuzulassendem, zuzulassenden, zuzulassender####, lass (!) zu+EW; Z.: zu—la-ss-en
$zulässig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zulässig, erlaubt, zulassbar; E.: s. zulass(en), s. ig; L.: DW 32, 502 EWD s. u. lassen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zulass(en) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und des Rechtes mögliches erlaubt oder zulassbar; F.: zulässig, zulässige, zulässiges, zulässigem, zulässigen, zulässiger+EW; Z.: zu—lä-ss-ig
$zuletzt, nhd., Adv., (10. Jh.): nhd. zuletzt, schließlich, endlich; E.: s. zu. s. letzt(e); L.: Kluge 1. A. s. u. zuletzt, DW 32, 520, EWD s. u. letzt; GB.: seit 10. Jh. belegte und aus zu und letzt(e) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mit der Dimension Zeit mögliches schließlich oder endlich; F.: zuletzt+EW; Z.: zu—le-tz-t
$zuliefern, nhd., sw. V., (16. Jh.?): nhd. zuliefern, liefern, hinzuliefern, zusätzlich liefern, ausliefern; E.: s. zu, s. liefern; L.: Kluge s. u. liefern, DW 32, 524; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus zu und liefern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung der Arbeitsteilung mögliches hinzuliefern oder ausliefern; F.: zuliefern, liefere zu, liefer (!) zu, liefre zu, lieferst zu, liefert zu, lieferten zu, lieferte zu, liefertest zu, liefertet zu, zugeliefert, ##zugeliefert, zugelieferte, zugeliefertes, zugeliefertem, zugelieferten, zugelieferter##, zuliefernd, ###zuliefernd, zuliefernde, zulieferndes, zulieferndem, zuliefernden, zuliefernder###, zuzuliefern, ###zuzuliefern, zuzuliefernd, zuzuliefernde, zuzulieferndes, zuzulieferndem, zuzuliefernden, zuzuliefernder####, liefer (!) zu+EW+EW; Z.: zu—lief-er-n
Zulp, nhd. (ält.), M., (18. Jh.): nhd. Zulp, Lutschbeutel; ne. soother; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; E.: von Zulpen, Pl., Flachsabfall, Lumpen; L.: Kluge 1. A. s. u. Zulp, Kluge s. u. Zulp, DW 32, 527, Duden s. u. Zulp; GB.: seit 18. Jh. belegte Bezeichnung für einen aus dem Flachsabfall entwickelten Lutschbeutel von Kindern; BM.: Lumpen; F.: Zulp, Zulpes, Zulps, Zulpe, Zulpen+EW; Z.: Zul-p
$zumachen, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zumachen, schließen, verschließen; E.: s. zu, s. machen; L.: Kluge s. u. machen, DW 32, 528; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und machen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches schließen oder verschließen; F.: zumachen, mache zu, machst zu, macht zu, machen zu, machest zu, machet zu, machte zu, machtest zu, machten zu, machtet zu, zugemacht, ##zugemacht, zugemachte, zugemachtes, zugemachtem, zugemachten, zugemachter##, zumachend, ###zumachend, zumachende, zumachendes, zumachendem, zumachenden, zumachender###, zuzumachen, ####zuzumachen, zuzumachend, zuzumachende, zuzumachendes, zuzumachendem, zuzumachenden, zuzumachender####, mach (!) zu+EW; Z.: zu—mach-en
$zumal, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. zumal, da, weil; E.: s. zu, s. Mal; L.: Kluge 1. A. s. u. zumal, Kluge s. u. zumal, DW 32, 531; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und Mal gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache mögliches da oder weil; F.: zumal+EW; Z.: zu—mal
$zumuten, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zumuten, fordern, verlangen; E.: s. zu, s. muten; L.: Kluge s. u. Mut, DW 32, 543, EWD s. u. Mut; GB.: (zuomuoten) seit Anfang 13. Jh. belegte und aus zu und muten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches fordern oder verlangen; F.: zumuten, mute zu, mutest zu, mutet zu, muten zu, mutete zu, mutetest zu, muteten zu, mutetet zu, zugemutet, ##zugemutet, zugemutete, zugemutetes, zugemutetem, zugemuteten, zugemuteter##, zumutend, ###zumutend, zumutende, zumutendes, zumutendem, zumutenden, zumutender###, zuzumuten, ####zuzumuten, zuzumutend, zuzumutende, zuzumutendes, zuzumutendem, zuzumutenden, zuzumutender####, mut (!) zu+EW; Z.: zu—mu-t-en
$Zumutung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zumutung, Ansinnen, Forderung, Verlangen; E.: s. zumut(en), s. ung; L.: EWD s. u. Mut, DW 32, 545; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zumut(en) und ung gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung von Sprache mögliches Ansinnen oder Forderung oder Verlangen; F.: Zumutung, Zumutungen+EW; Z.: Zu—mu-t-ung
$Zunahme, nhd., F., (17. Jh.): nhd. Zunahme, Zunehmen, Vermehren; E.: s. zunehm(en), s. e; L.: DW 32, 549EWD s. u. nehmen; GB.: seit 1651 belegte und aus zunehm(en) und e gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches Zunehmen oder Vermehren; F.: Zunahme, Zunahmen+EW; Z.: Zu—nahm-e
zünden, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zünden, anzünden, in Brand stecken; ne. ignite, spark (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zunder, zünden; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zünden, zunden, zünten, sw. V., zünden, entzünden, anzünden, sich entzünden, brennen, leuchten; ahd. zunten*, sw. V. (1a), anzünden, entflammen, entfachen; ahd. zuntōn*, sw. V. (2), zünden, entflammen; ahd. zuntēn*, sw. V. (3), brennen, glühen; ahd. zuntōn*, sw. V. (2), zünden, entflammen; as. -; anfrk. -; germ. *tundjan?, sw. V., anzünden; L.: Kluge 1. A. s. u. zünden, Kluge s. u. zünden, DW 32, 553, EWD s. u. zünden, Falk/Torp 154, Seebold 502, Duden s. u. zünden, Bluhme s. u. zuenden; Son.: vgl. afries. -; ae. tėndan, sw. V. (1), zünden; an. tendra, sw. V. (1), anzünden; got. tundnan, sw. V. (4), brennen; ? gr. ἄνθραξ (ánthrax), M., Kohle, Glutkohle; ? kymr. ennyn, V., anzünden; arm. ant’eł, Sb., Glut, Kohle; georg. v-ant’-ab, V., ich entzünde; GB.: seit 9. Jh. belegte und vielleicht für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches einen Verbrennungsprozess beispielsweise durch Inbrandstecken oder eine Entladung einer elektrischen Spannung in Gang setzen; BM.: ?; F.: zünden, zünde, zündest, zündet, zündete, zündetest, zündeten, zündetet, gezündet, ##gezündet, gezündete, gezündetes, gezündetem, gezündeten, gezündeter##, zündend, ###zündend, zündende, zündendes, zündendem, zündenden, zündender###, zünd (!)+EW; Z.: zünd-en
Zunder, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zunder, Material zu dem Feuerfangen; ne. tinder; Vw.: -; Hw.: s. zünden, zünseln; Q.: um 790 (Glosse); E.: s. mhd. zunder, st. M., st. N., Zunder, Zündstoff, Zündholz, Feuer, Feuerschwamm; mnd. tunder, M., Zunder, Zündschwamm; mnl. tonder, tunder, M., Zunder; ahd. zuntara*, zuntra, sw. F. (n), Zunder, Zunderschwamm, Zündstoff, Ursache; as. -; anfrk. -; germ. *tundrō-, *tundrōn, *tundirō-, *tundirōn, sw. F. (n), Zunder; L.: Kluge 1. A. s. u. zünden, Kluge s. u. ZunderDW 32, 556, EWD s. u. Zunder, Falk/Torp 155, Seebold 502, Duden s. u. Zunder, Bluhme s. u. Zunder; Son.: vgl. afries. -; ae. tynder, F., Zunder, Brennstoff, Brenneisen; an. tundr, st. N. (a), Zunder; got. -; nndl. tonder, Sb., Zunder; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für einen leicht brennbaren und deswegen zu einem Entfachen eines Feuers gut verwendbaren Stoff; BM.: ?; F.: Zunder, Zunders, Zundern+EW; Z.: Zund-er
$Zünder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zünder, ein Mittel für ein leichteres Verursachen einer Flamme; E.: s. zünd(en), s. er (Suff.); L.: Kluge s. u. zünden, DW 32, 560, EWD s. u. zünden; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zünd(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für ein von Menschen vielleicht seit dieser Zeit entwickeltes und verwendetes Mittel für leichteres Verursachen einer Flamme; F.: Zünder, Zünders, Zündern+EW; Z.: Zünd-er
$Zündung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zündung, Verursachung einer Verbrennung; E.: s. zünd(en), s. ung; L.: Kluge s. u. zünden, DW 32, 566, EWD s. u. zünden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zünd(en) und ung gebildete Bezeichnung für die sachlich wohl schon vormenschlich mögliche Verursachung einer Verbrennung; F.: Zündung, Zündungen+EW; Z.: Zünd-ung
$zuneigen, nhd., sw. V., (12. Jh.): nhd. zuneigen, hinneigen; E.: s. zu, s. neigen; L.: DW 32, 570EWD s. u. neigen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus zu und neigen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches hinneigen zu; F.: zuneigen, neige (!) zu, neigst zu, neigt zu, neigest zu, neiget zu, neigte zu, neigtest zu, neigten zu, neigtet zu, zugeneigt, ##zugeneigt, zugeneigte, zugeneigtes, zugeneigtem, zugeneigten, zugeneigter##, zuneigend, ###zuneigend, zuneigende, zuneigendes, zuneigendem, zuneigenden, zuneigender###, neig (!) zu+EW; Z.: zu—nei-g-en
$Zuneigung, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zuneigung, Gunst, Liebe, Nähe; E.: s. zuneig(en), s. ung; L.: Kluge s. u. neigen, DW 32, 572, EWD s. u. neigen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zuneig(en) und ung gebildete Bezeichnung für ein seit Entstehung des Menschen mögliches Gefühl der Gunst oder Liebe oder Nähe; F.: Zuneigung, Zuneigungen+EW; Z.: Zu—nei-g-ung
Zunft, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zunft, Gilde, Angemessenheit, Bauen; ne. guild (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. zunft, zumft, zunf, st. F., Zunft, Regel, Ordnung, Schicklichkeit, Würde, Gesellschaft, Verein; ahd. zumft*, st. F. (i), Gemeinschaft, Konvent, Vertrag; as. *tumft?, st. F. (i), Einigkeit; anfrk. *tunft?, st. F. (i), Vertrag; germ. *tumfti-?, *tumftiz, st. F. (i), Angemessenheit, Bauplatz, Gemeinschaft; s. idg. *dem-, *demə-, *demh₂-, V., bauen, zusammenfügen, Pokorny 198 (317/22) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zunft, Kluge s. u. Zunft, DW 32, 574, EWD s. u. Zunft, Seebold 501, Duden s. u. Zunft, Bluhme s. u. Zunft; Son.: vgl. afries. -; ae. toft, M., Hausplatz, Hofstelle; an. topt, tupt, tomt, *tōft, *tumftō, tuft, st. F. (i), Baustelle, Platz (M.) (1); got. -; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für Angemessenheit oder Bauen sowie seit dem Mittelalter für einen Zusammenschluss von dasselbe Gewerbe treibenden Menschen zu gegenseitiger Unterstützung und zu Wahrung gemeinsamer Interessen; BM.: bauen; F.: Zunft, Zünfte, Zünften+EW; Z.: Zun-f-t
$zünftig, nhd., Adj., (9. Jh.): nhd. zünftig, Zunft betreffend, fachmännisch, richtig; E.: s. Zunft, s. ig; L.: DW 32, 582, EWD s. u. Zunft; GB. seit 9. Jh. belegte und aus Zunft und ig gebildete Bezeichnung für eine Zunft betreffend oder für seit der Arbeitsteilung mögliches fachmännisch oder richtig; F.: zünftig, zünftige, zünftiges, zünftigem, zünftigen, zünftiger+EW; Z.: zün-f-t-ig
Zunge, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zunge, Lasche; ne. tongue (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um765? (Glosse); E.: mhd. zunge (1), sw. F., st. F., Zunge, Sprachwerkzeug, Sprache, Rede, Wort, sprechender Mensch, gemeinschaftliche Volkssprache, Volk, Land; mnd. tunge, zunge*, F., Zunge, Sprache, Sprachgebiet, Nation, Zunge in der Waage, Schnalle; mnl. tonghe, tunghe, F., Zunge; ahd. zunga, st. F. (ō), Zunge, Rede, Sprache; as. tunga, sw. F. (n), Zunge, Sprache; anfrk. tunga, st. F. (ō), sw. F. (n), Zunge, Sprache; germ. *tungō-, *tungōn, sw. F. (n), Zunge; idg. *dn̥g̑ʰū, M., *dn̥g̑ʰu̯ā, F., Zunge, Pokorny 223 (344/49) (RB. idg. aus ind., iran., arm., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zunge, Kluge s. u. Zunge, DW 32, 586, EWD s. u. Zunge, Falk/Torp 168, Duden s. u. Zunge, Bluhme s. u. Zunge; Son.: vgl. afries. tunge, sw. F. (n), Zunge, Sprache; nnordfries. tonge, tunge; ae. tunge, sw. F. (n), Zunge, Sprache; an. tunga, sw. F. (n), Zunge; got. tuggō, sw. F. (n), Zunge; nndl. tong, Sb., Zunge; nschw. tunga, Sb., Zunge; nnorw. tunge, M., F., Zunge; ai. jihvā, F., Zunge; lat. lingua, F., Zunge, Rede, Sprache; air. tenga, F., Zunge; kymr. tafod, M., Zunge; lit. liežùvis, M., Zunge; ksl. językŭ, M., Zunge; toch. A käntu, M., F., Zunge; toch. B kantwo, M., Zunge; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische und das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für das schon vormenschliche bewegliche und von Schleimhaut bedeckte sowie aus einem Muskel bestehende Organ in dem Mund eines Lebewesens mit dem es schmeckt und schleckt und Töne bilden kann (sowie der Mensch spricht); F.: Zunge, Zungen+EW; Z.: Zung-e
$züngeln, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. züngeln, die Zunge oder wie die Zunge schnell und kurz bewegen; E.: s. Zung(e), s. el. s. (e)n; L.: Kluge s. u. Zunge, EWD s. u. Zunge, DW 32, 608; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zung(e) und el sowie (e)n gebildete Bezeichnung für die Zunge oder wie die Zunge schnell und kurz bewegen; F.: züngeln, züngel (!), züngle, züngele, züngelst, züngelt, züngelte, züngeltest, züngelten, züngeltet, gezüngelt, ##gezüngelt, gezüngelte, gezüngeltes, gezüngeltem, gezüngelten, gezüngelter##, züngelnd, ###züngelnd, züngelnde, züngelndes, züngelndem, züngelnden, züngelnder###, züngel (!)+EW; Z.: züng-el-n
$zunichte, nhd., Adv., (14. Jh.): nhd. zunichte, zu nichts gemacht, zerstört; E.: s. zu, s. nicht, s. e; L.: Kluge 1. A. s. u. zunichte, DW 32, 620; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und nicht sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung der Welt mögliches zu nichts gemacht oder zerstört; F.: zunichte+EW; Z.: zu—n-ich-t-e
zünseln, nhd., sw. V., (11. Jh.): nhd. zünseln, zündeln, mit Licht und Feuer spielen; ne. play (V.) with fire; Vw.: -; Hw.: s. zünden; Q.: 11. Jh.; E.: von ahd. zinsilo*, sw. M. (n), Funke, Glut, Zündstoff; vgl. germ. *tendan, st. V., zünden; L.: Kluge s. u. zünseln, DW 32, 623, Duden s. u. zünseln; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus ahd. zinsilo und (e)n gebildete sowie mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zündeln oder mit Licht und Feuer spielen; BM.: zünden; F.: zünseln, zünsel (!), zünsle, zünselst, zünselt, zünselte, zünseltest, zünselten, zünseltet, gezünselt, ##gezünselt, gezünselte, gezünseltes, gezünseltem, gezünselten, gezünselter##, zünselnd, ###zünselnd, zünselnde, zünselndes, zünselndem, zünselnden, zünselnder###, zünsel (!)+EW; Z.: züns-el-n
$Zünsler, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zünsler, mit Licht und Feuer spielender Mensch; E.: s. zünse(n), s. er (Suff.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zünsler, Kluge s. u. zünseln; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zünsel(n) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit Licht und Feuer spielenden Menschen; F.: Zünsler, Zünslers, Zünslern+EW; Z.: Züns-l-er
Zupan, Suppan, nhd., M.: nhd. Zupan, Suppan, ein slawischer Würdenträger oder Amtsträger; ne. zupan; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 1150 (Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen); E.: mhd. suppān, sūpān, st. M., Suppan, Slawenhäuptling, gutsherrlicher Verwalter, Richter; slaw. Herkunft von župan, M., slawischer Würdenträger; vgl. serbokroat. župa, Sb., Gau; L.: DW 20, 1217 (Suppan), Duden s. u. Zupan; Son.: vgl. frz. zupan, M., Zupan; GB.: seit um 1150 belegte und aus dem Slawischen aufgenommene Bezeichnung für einen (slawischen) Gerichtsbediensteten oder Würdenträger oder Amtsträger; BM.: Gau; F.: Zupan, Zupans, Zupane, Zupanen, Suppan, Suppans, Suppane, Suppanen+FW; Z.: Zupa-n
zupass, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. zupass, zustatten, günstig, gelegen; ne. fine (Adj.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: s. zu, Pass (1) im Sinn von rechte Zeit; L.: Kluge s. u. zupass, DW 32, 626 (zupasz), EWD s. u. Paß 1, Duden s. u. zupass; Son.: vor allem verwendet in der Redewendung zupass kommen; vgl. nndl. van pas, te pas, Adv., zupass; nschw. till pass, Adv., zupass; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Pass gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Lebens mögliches zustatten oder günstig oder gelegen; BM.: hin, ausbreiten; F.: zupass+EW; Z.: zu—pass
zupfen, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. zupfen, rupfen, ziehen, reißen, ausreißen; ne. pluck (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zopf; Q.: 15. Jh.; E.: gebildet zu Zopf (s. d.) in der Bedeutung Haarbüschel; L.: Kluge 1. A. s. u. zupfen, Kluge s. u. zupfen, DW 32, 627, EWD s. u. zupfen, Duden s. u. zupfen, Bluhme s. u. zupfen; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus Zopf und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches rupfen oder ziehen oder reißen oder in Büscheln ausreißen; BM.: Schwanz; F.: zupfen, zupfe, zupfst, zupft, zupfest, zupfet, zupfte, zupftest, zupften, zupftet, gezupft, ##gezupft, gezupfte, gezupftes, gezupftem, gezupften, gezupfter##, zupfend, zupfend, ###zupfende, zupfendes, zupfendem, zupfenden, zupfender###, zupf (!)+EW; Z.: zupf-en
$zuprosten, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zuprosten, unter guten Wünschen zutrinken; E.: s. zu, s. prosten, s. prosit; L.: Kluge s. u. prosit, DW 32, 635, EWD s. u. prosit; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zu und prosten gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entwicklung alkoholhaltiger Getränke in den Hochkulturen des Altertums unter guten Wünschen mögliches zutrinken; F.: zuprosten, proste zu, prostest zu, prostet zu, prosten zu, prostete zu, prostetest zu, prosteten zu, prostetet zu, zugeprostet, ##zugeprostet, zugeprostete, zugeprostetes, zugeprostetem, zugeprosteten, zugeprosteter##, zuprostend, ###zuprostend, zuprostende, zuprostendes, zuprostendem, zuprostenden, zuprostender###, zuzuprosten, ####zuzuprosten, zuzuprostend, zuzuprostende, zuzuprostendes, zuzuprostendem, zuzuprostenden, zuzuprostender####, prost (!) zu+EW+FW; Z.: zu—pro-s-t-en
$zuraten, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zuraten, raten, empfehlen, ermuntern; E.: s. zu, s. raten; L.: DW 32, 636, EWD s. u. raten; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus zu und raten gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches raten oder empfehlen oder ermuntern; F.: zuraten, rate (!) zu, rätst zu, rät zu, ratet zu, ratest zu, riet zu, rietest zu, rietst zu, rieten zu, rietet zu, zugeraten, ##zugeraten, zugeratene, zugeratenes, zugeratenem, zugeratenen, zugeratener##, zuratend, ###zuratend, zuratende, zuratendes, zuratendem, zuratenden, zuratender###, zuzuraten, ####zuzuraten, zuzuratend, zuzuratende, zuzuratendes, zuzuratendem, zuzuratenden, zuzuratender####, rat (!) zu+EW; Z.: zu—ra-t-en
$zurechnungsfähig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zurechnungsfähig, verantwortlich, fähig das Unrecht einer Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln; E.: s. Zurechnung, s. s, s. fähig; L.: Kluge s. u. zurechnungsfähig, DW 32, 640; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zurechnung und s sowie fähig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches für das eigene Verhalten verantwortlich oder fähig das Unrecht einer Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln; F.: zurechnungsfähig, zurechnungsfähige, zurechnungsfähiges, zurechnungsfähigem, zurechnungsfähigen, zurechnungsfähiger(, zurechnungsfähigere, zurechnungsfähigeres, zurechnungsfähigerem, zurechnungsfähigeren, zurechnungsfähigerer, zurechnungsfähigst, zurechnungsfähigste, zurechnungsfähigstes, zurechnungsfähigstem, zurechnungsfähigsten, zurechnungsfähigster)+EW; Z.: zu—rech-n-ung-s—fäh-ig
$zurecht, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. zurecht, richtig; E.: s. zu, s. Recht; L.: Kluge 1. A. s. u. zurecht, DW 32, 640; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Recht gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliches richtig; F.: zurecht+EW; Z.: zu—rech-t
$zurichten, nhd., sw. V., (14. Jh.): nhd. zurichten, herrichten, bereiten; E.: s. zu, s. richten; L.: Kluge s. u. richten, DW 32, 659, EWD s. u. richten; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und richten gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches herrichten oder bereiten; F.: zurichten, richte zu, richtest zu, richtet zu, richten zu, richtete zu, richtetest zu, richteten zu, richtetet zu, zugerichtet, ##zugerichtet, zugerichtete, zugerichtetes, zugerichtetem, zugerichteten, zugerichteter##, zurichtend, ###zurichtend, zurichtende, zurichtendes, zurichtendem, zurichtenden, zurichtender###, zuzurichten, ####zuzurichten, zuzurichtend, zuzurichtende, zuzurichtendes, zuzurichtendem, zuzurichtenden, zuzurichtender####, richt (!) zu+EW; Z.: zu—rich-t-en
$zuriegeln, nhd., sw. V., (15. Jh.): nhd. zuriegeln, abriegeln, mit einem Riegel verschließen; E.: s. zu, s. riegeln; L.: DW 32, 670, EWD s. u. Riegel; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zu und riegeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Sesshaftwerdung des Menschen mögliches mit einem Riegel verschließen oder versperren; F.: zuriegeln, riegel (!) zu, riegle zu, riegele zu, riegelst zu, riegelt zu, riegelte zu, riegeltest zu, riegelten zu, riegeltet zu, zugeriegelt, ##zugeriegelt, zugeriegelte, zugeriegeltes, zugeriegeltem, zugeriegelten, zugeriegelter##, zuriegelnd, ###zuriegelnd, zuriegelnde, zuriegelndes, zuriegelndem, zuriegelnden, zuriegelnder###, zuzuriegeln, ####zuzuriegeln, zuzuriegelnd, zuzuriegelnde, zuzuriegelndes, zuzuriegelndem, zuzuriegelnden, zuzuriegelnder####, riegel (!) zu+EW+FW; Z.: zu—rieg-el-n
zürnen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zürnen, zornig sein (V.), zornig werden; ne. rage (V.) against; Vw.: -; Hw.: s. Zorn; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. zürnen (1), züren, zurnen, zornen, mmd., sw. V., zürnen, zürnen mit, ergrimmen, zornig sein (V.), zornig werden, zornig werden auf; mnd. tȫrnen*, tornen, st. V.?, sw. V.?, zürnen, erzürnen, reizen; mnl. tornen, V., zürne; ahd. zurnen, sw. V. (1a), zürnen, sich empören, sich entrüsten; germ. *turnjan, sw. V., zornig sein (V.), empört sein (V.); s. idg. *der- (4), V., schinden, spalten, Pokorny 206 (327/32) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ill., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zürnen, Kluge s. u. zürnen, DW 32, 671, EWD s. u. Zorn, Heidermanns 609, Duden s. u. zürnen, Bluhme s. u. zuernen; GB.: seit um 790 belegte und aus Zorn und en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zornig auf jemanden oder etwas sein (V.) oder zornig werden; BM.: spalten; F.: zürnen, zürne, zürnst, zürnt, zürnest, zürnet, zürnte, zürntest, zürnten, zürntet, gezürnt, ##gezürnt, gezürnte, gezürntes, gezürntem, gezürnten, gezürnter##, zürnend, ###zürnend, zürnende, zürnendes, zürnendem, zürnenden, zürnender###, zürn (!)+EW; Z.: zür-n-en
zurren, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. zurren, fest zusammenbinden, festbinden; ne. frap, bind (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. nndl. sjorren; E.: s. nndl. sjorren, V., zurren; letztlich von afries. tiāder, Sb., Weideseil, Tau (N.), Seil; vgl. germ. *teudra, Sb., Seil, Deichsel; vgl. idg. *deu-?, V., ziehen, Pokorny 220 (337/42) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., slaw., heth.); L.: Kluge s. u. zurren, EWD s. u. zurren, DW 32, 677, Duden s. u. zurren; Son.: vgl. nndl. sjorren, V., zurren; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Friesischen aufgenommene sowie mit dem erschließbaren Germanischen sowie teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit der Entwicklung von Gewebe mögliches fest zusammenbinden oder festbinden; BM.: ziehen; F.: zurren, zurre (!), zurrst, zurrt, zurrest, zurret, zurrte, zurrtest, zurrten, zurrtet, gezurrt, ##gezurrt, gezurrte, gezurrtes, gezurrtem, gezurrten, gezurrter##, zurrend, ###zurrend, zurrende, zurrendes, zurrendem, zurrenden, zurrender###, zurr (!)+EW; Z.: zurr-en
zurück, nhd., Adv., (9. Jh.): nhd. zurück, rückwärts; ne. back (Adv.); Vw.: -; Hw.: s. rück…, Rücken; Q.: 9. Jh.; E.: s. mhd. zerücke, zurucke, zuruche, zuruoche, Adv., zurück, rückwärts, hinter sich, nach hinten, rücklings; mnd. tōrügge*, torugge, Adv., zurück; ahd. ze rucke, Adv., zurück; ahd. zi, ahd., Präp., Adv., Präf.: nhd. zu, nach, in, an, auf; ahd. zuo (1), Präp., Präf., zu, in, an, unter, zusätzlich zu, mit, auf; as. te (1), ti, Präp., Präf., Adv., zu, bis an, in, gemäß, zu, allzu; germ. *te, Präf., zu, zer...; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. de-, do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); ahd. ruggi, rukki, rucki, st. M. (ja), Rücken (M.); ahd. ruggo, sw. M. (n), Rücken (M.); germ. *hrugja-, *hrugjaz, st. M. (a), Rücken (M.); s. idg. *skreuk-, *kreuk-, V., drehen, biegen, Pokorny 938?; vgl. idg. *sker- (3), *ker- (10), V., drehen, biegen, Pokorny 935 (1624/96) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. zurück, Kluge s. u. zurück, DW 32, 678, EWD s. u. Rücken, Duden s. u. zurück; Son.: vgl. nndl. terug, Adv., zurück; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus zu und Rück(en) (M.) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen und seiner Sprache mögliches wieder zu einem auch fiktiven Ausgangspunkt bezogen; BM.: dies hier, Rücken (M.) bzw. drehen; F.: zurück+EW; Z.: zu-rück
$zurückprallen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zurückprallen; E.: s. zurück, s. prallen; L.: DW 32, 698, EWD s. u. prallen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zurück und prallen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches an etwas anstoßen und in die ursprüngliche Herkunftsrichtung zurückbewegt werden; F.: zurückprallen, pralle zurück, prallst zurück, prallt zurück, prallest zurück, prallet zurück, prallte zurück, pralltest zurück, prallten zurück, pralltet zurück, zurückgeprallt, ##zurückgeprallt, zurückgeprallte, zurückgepralltes, zurückgepralltem, zurückgeprallten, zurückgeprallter##, zurückprallend, ###zurückprallend, zurückprallende, zurückprallendes, zurückprallendem, zurückprallenden, zurückprallender###, prall (!) zurück+EW; Z.: zu-rück—prall-en
$zurückprellen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zurückprellen; E.: s. zurück, s. prellen; L.: DW 32, 699, EWD s. u. prallen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zurück und prellen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches anstoßen und in die ursprüngliche Bewegungsrichtung zurückgestoßen werden; F.: zurückprellen, prelle zurück, prellst zurück, prellt zurück, prellest zurück, prellet zurück, prellte zurück, prelltest zurück, prellten zurück, prelltet zurück, zurückgeprellt, ##zurückgeprellt, zurückgeprellte, zurückgeprelltes, zurückgeprelltem, zurückgeprellten, zurückgeprellter##, zurückprellend, ###zurückprellend, zurückprellende, zurückprellendes, zurückprellendem, zurückprellenden, zurückprellender###, prell (!) zurück+EW; Z.: zu-rück—prell-en
$Zusage, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zusage, Annahme, Bewilligung, Versicherung, Versprechen; E.: s. zu, s. Sage, s. sage(n); L.: Kluge s. u. sagen, DW 32, 723, EWD s. u. sagen; GB.: seit 15. Jh. belegte und wohl aus zusage(n) gebildete Bezeichnung für eine seit Entwicklung von Sprache und Recht mögliche Annahme oder Bewilligung oder Versicherung oder Versprechen; F.: Zusage, Zusagen+EW; Z.: Zu—sag-e
$zusagen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zusagen, versprechen, versichern, bestätigen; E.: s. zu, s. sagen; L.: Kluge s. u. sagen, DW 32, 725, EWD s. u. sagen; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus zu und sagen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches versprechen oder versichern oder bestätigen; F.: zusagen, sage (!) zu, sagst zu, sagt zu, sagen zu, sagest zu, saget zu, sagte zu, sagtest zu, sagten zu, sagtet zu, zugesagt, ##zugesagt, zugesagte, zugesagtes, zugesagtem, zugesagten, zugesagter##, zusagend, ###zusagend, zusagende, zusagendes, zusagendem, zusagenden, zusagender###, zuzusagen, ####zuzusagen, zuzusagend, zuzusagende, zuzusagendes, zuzusagendem, zuzusagenden, zuzusagender####, sag (!) zu+EW; Z.: zu-sag-en
zusammen, nhd., Adv., (8. Jh.): nhd. zusammen, gemeinsam, gemeinschaftlich, miteinander; ne. together; Vw.: -; Hw.: s. gesamt, samt; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. zesamene, zesamne, zesamen, zisamene, zosamene, zusamene, zisamne, zosamne, Adv., zusammen, beieinander, zueinander, untereinander, miteinander, gemeinsam; mhd. zuosamen, Adv., zusammen; mnd. tōsāmen, tosamen, tosamene, tosamne, tosammene, tosemene, Adv., zusammen; mnl. tsamene, tsamen, tesamene, tesamen, Adv., zusammen; ahd. zisamane, Adv., Präf., zusammen, aufeinander, vereint; as. tesamna*, tesamne, Adv., Präf., zusammen; vgl. ahd. zi, ahd., Präp., Adv., Präf.: nhd. zu, nach, in, an, auf; ahd. zuo (1), Präp., Präf., zu, in, an, unter, zusätzlich zu, mit, auf; as. te (1), ti, Präp., Präf., Adv., zu, bis an, in, gemäß, zu, allzu; anfrk. te, ti, Präp., Präf., zu; wgerm. *tō-, Präp., Adv., Präf., zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; idg. *dō-, Adv., herzu, Pokorny 181; s. idg. *de-, *do-, Partikel, dies hier, dann, hierzu, Pokorny 181 (302/7) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., heth.); germ. *samana, Adv., zusammen, gemeinsam; idg. *sem- (2), Num. Kard., Adv., Präp., eins, ein, zusammen, samt, Pokorny 902 (1571/43) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb.?, ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zusammen, Kluge s. u. zusammen, DW 32, 729, EWD s. u. zusammen, Duden s. u. zusammen; Son.: vgl. afries. afries. tosemine, Adv., zusammen; ae. tō̆samne, tō̆somne, Adv., zusammen; an. saman, Adv., zusammen; got. samana, Adv., zusammen, gemeinschaftlich, zugleich; nndl. tezamen, Adv., zusammen; nschw. tillsammans, Adv., zusammen; nnorw. sammen, Adv., zusammen; ai. samá-, Adj., gleich, derselbe; ai. samāná, Adv., zusammen; gr. *ἁμός (hamós), Adv., irgend ein; lat. simul, Adv., gleich, zugleich, zusammen; air. som, Adj., Pron., selber; kymr. hafal, Adj., ähnlich; ksl. samŭ, Pron., selbst; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und teilweise für das Westgermanische und das Germanische erschließbare sowie mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für gemeinsam oder gemeinschaftlich oder miteinander; BM.: hierzu, eins; F.: zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en
$Zusammenhang, nhd., M., (18. Jh.?): nhd. Zusammenhang, Verbindung, Beziehung; Vw.: s. (Fortsetzungs-,) Kausal-; E.: s. zusammen, s. Hang; L.: DW 32, 748; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus zusammen und Hang gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung der Welt und des Menschen sowie Entwicklung von Sprache mögliche Verbindung oder Beziehung; F.: Zusammenhang, Zusammenhanges, Zusammenhangs, Zusammenhänge, Zusammenhängen+EW; Z.: Zu-sam-m-en—hang
$zusammenknüppeln, nhd., sw. V., (20. Jh.): nhd. zusammenknüppeln, zusammenschlagen, zusammenhauen; E.: s. zusammen, s. knüppeln; L.: fehlt DW, EWD s. u. Knüppel; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus zusammen und knüppeln gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Knüppeln mögliches zusammenschlagen oder zusammenhauen; F.: zusammenknüppeln, knüppel (!) zusammen, knüpple zusammen, knüppele zusammen, knüppelst zusammen, knüppelt zusammen, knüppeln zusammen, knüppelte zusammen, knüppeltest zusammen, knüppelten zusammen, knüppeltet zusammen, zusammengeknüppelt, ##zusammengeknüppelt, zusammengeknüppelte, zusammengeknüppeltes, zusammengeknüppeltem, zusammengeknüppelten, zusammengeknüppelter##, zusammenknüppelnd, ###zusammenknüppelnd, zusammenknüppelnde, zusammenknüppelndes, zusammenknüppelndem, zusammenknüppelnden, zusammenknüppelnder###, zusammenzuknüppeln, ####zusammenzuknüppeln, zusammenzuknüppelnd, zusammenzuknüppelnde, zusammenzuknüppelndes, zusammenzuknüppelndem, zusammenzuknüppelnden, zusammenzuknüppelnder####, knüppel (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—knü-p-p-el-n
$Zusammenkunft, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zusammenkunft, Zusammenkommen, Treffen, Begegnen; E.: s. zusammen, s. Kunft; L.: DW 32, 753, EWD s. u. kommen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zusammen und kunft gebildete Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Zusammenkommen oder Treffen oder Begegnen; F.: Zusammenkunft, Zusammenkünfte, Zusammenkünften+EW; Z.: Zu-sam-m-en—kun-f-t
$zusammenläppern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zusammenläppern, zusammenkommen, zusammenlaufen, zusammenschlürfen; E.: s. zusammen, s. läppern; L.: DW 32, 753, EWD s. u. läppern; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zusammen und läppern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entwicklung des Geldes in den Hochkulturen des Altertums mögliches zusammenkommen oder zusammenlaufen oder zusammenschlürfen; F.: zusammenläppern, läppere zusammen, läpper (!) zusammen, läppre zusammen, läpperst zusammen, läppert zusammen, läpperte zusammen, läppertest zusammen, läpperten zusammen, läppertet zusammen, zusammengeläppert, ##zusammengeläppert, zusammengeläppertes, zusammengeläppertem, zusammengeläpperten, zusammengeläpperter##, zusammenläppernd, ###zusammenläppernd, zusammenläppernde, zusammenläpperndes, zusammenläpperndem, zusammenläppernden, zusammenläppernder###, zusammenzuläppern, ####zusammenzuläppern, zusammenzuläppernd, zusammenzuläppernde, zusammenzuläpperndes, zusammenzuläpperndem, zusammenzuläppernden, zusammenzuläppernder####, läpper (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—läp-p-er-n
$zusammenpferchen, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zusammenpferchen; E.: s. zusammen, s. pferchen; L.: Kluge s. u. Pferch, fehlt DW, EWD s. u. Pferch; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zusammen und pferchen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung des Pferches mögliches zusammendrängen oder zusammendrücken; F.: zusammenpferchen, pferche zusammen, pferchst zusammen, pfercht zusammen, pferchen zusammen, pferchest zusammen, pferchet zusammen, pferchte zusammen, pferchtest zusammen, pferchten zusammen, pferchtet zusammen, zusammengepfercht, ##zusammengepfercht, zusammengepferchte, zusammengepferchtes, zusammengepferchtem, zusammengepferchten, zusammengepferchter##, zusammenpferchend, ###zusammenpferchend, zusammenpferchende, zusammenpferchendes, zusammenpferchendem, zusammenpferchenden, zusammenpferchender###, zusammenzupferchen, ####zusammenzupferchen, zusammenzupferchend, zusammenzupferchende, zusammenzupferchendes, zusammenzupferchendem, zusammenzupferchenden, zusammenzupferchender####, pferch (!) zusammen+EW+FW; Z.: zu-sam-m-en—pfer-ch-en
$zusammenrotten, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zusammenrotten, zusammenschließen, verbinden, vereinen; E.: s. zusammen, s. rotten; L.: Kluge s. u. Rotte, DW 32, 761, EWD s. u. Rotte; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zusammen und Rott(e) (F.) (1) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches zusammenschließen oder verbinden oder vereinen; F.: zusammenrotten, rotte zusammen, rottest zusammen, rottet zusammen, rotten zusammen, rottete zusammen, rottetest zusammen, rotteten zusammen, rottetet zusammen, zusammengerottet, ##zusammengerottet, zusammengerottete, zusammengerottetes, zusammengerottetem, zusammengerotteten, zusammengerotteter##, zusammenrottend, ###zusammenrottend, zusammenrottende, zusammenrottendes, zusammenrottendem, zusammenrottenden, zusammenrottender###, zusammenzurotten, ####zusammenzurotten, zusammenzurottend, zusammenzurottende, zusammenzurottendes, zusammenzurottendem, zusammenzurottenden, zusammenzurottender####, rott (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—ro-t-t-en
$zusammenschweißen, nhd., sw. V., (19. Jh.): nhd. zusammenschweißen; E.: s. zusammen, s. schweißen; L.: DW 32, 767 (zusammenschweiszen), EWD s. u. schweißen; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zusammen und schweißen gebildete Bezeichnung für von Menschen seit 1836 (Edmund Davy, Acetylen) und 1895 (Carl von Linde, Luftverflüssigung) entwickeltes und verwendetes durch Erhitzen von Metall zu Weißglut zu einer Einheit verbinden; F.: zusammenschweißen, schweiße zusammen, schweißst (!) zusammen, schweißt zusammen, schweißest zusammen, schweißet zusammen, schweißte zusammen, schweißtest zusammen, schweißten zusammen, schweißtet zusammen, geschweißt zusammen, ##zusammengeschweißt, zusammengeschweißte, zusammengeschweißtes, zusammengeschweißtem, zusammengeschweißten, zusammengeschweißter##, zusammenschweißend, ###zusammenschweißend, zusammenschweißende, zusammenschweißendes, zusammenschweißendem, zusammenschweißenden, zusammenschweißender###, zusammenzuschweißen, ####zusammenzuschweißen, zusammenzuschweißend, zusammenzuschweißende, zusammenzuschweißendes, zusammenzuschweißendem, zusammenzuschweißenden, zusammenzuschweißender####, schweiß (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—schweiß-en
$zusammenstimmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zusammenstimmen, übereinstimmen, zueinanderpassen; E.: s. zusammen, s. stimmen; L.: Kluge s. u. stimmen, DW 32, 771; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zusammen und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache mögliches übereinstimmen oder zueinanderpassen; F.: zusammenstimmen, stimme zusammen, stimmst zusammen, stimmt zusammen, stimmen zusammen, stimmest zusammen, stimmet zusammen, stimmte zusammen, stimmtest zusammen, stimmten zusammen, stimmtet zusammen, zusammengestimmt, ##zusammengestimmt, zusammengestimmte, zusammengestimmtes, zusammengestimmtem, zusammengestimmten, zusammengestimmter##, zusammenstimmend, ###zusammenstimmend, zusammenstimmende, zusammenstimmendes, zusammenstimmendem, zusammenstimmenden, zusammenstimmender###, zusammenzustimmen, ####zusammenzustimmen, zusammenzustimmend, zusammenzustimmende, zusammenzustimmendes, zusammenzustimmendem, zusammenzustimmenden, zusammenzustimmender####, stimm (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—stimm-en
$zusammenstoppeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zusammenstoppeln, zusammensetzen; E.: s. zusammen, s. Stoppel, s. n; L.: Kluge s. u. stoppeln, DW 32, 771, EWD s. u. Stoppel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zusammen und Stoppel sowie n gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit der Sesshaftwerdung mögliches aus einzelnen Teilen zusammensetzen; F.: zusammenstoppeln, stoppel (!) zusammen, stopple zusammen, stoppelst zusammen, stoppelt zusammen, stoppeln zusammen, stoppelte zusammen, stoppeltest zusammen, stoppelten zusammen, stoppeltet zusammen, zusammengestoppelt, ##zusammengestoppelt, zusammengestoppelte, zusammengestoppeltes, zusammengestoppeltem, zusammengestoppelten, zusammengestoppelter##, zusammenstoppelnd, ###zusammenstoppelnd, zusammenstoppelnde, zusammenstoppelndes, zusammenstoppelndem, zusammenstoppelnden, zusammenstoppelnder###, zusammenzustoppeln, ####zusammenzustoppeln, zusammenzustoppelnd, zusammenzustoppelnde, zusammenzustoppelndes, zusammenzustoppelndem, zusammenzustoppelnden, zusammenzustoppelnder####, stoppel (!) zusammen+EW; Z.: zu-sam-m-en—sto-p-p-el-n
$Zusatz, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zusatz, Ergänzung; L.: DW 32, 782, EWD s. u. setzen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und Satz gebildete Bezeichnung für eine Ergänzung; F.: Zusatz, Zusatzes, Zusätze, Zusätzen+EW; Z.: Zu—satz
$zuschanzen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zuschanzen, unberechtigt zuteilen; E.: s. zu, s. schanzen; L.: Kluge s. u. zuschanzen, EWD s. u. Chance, DW 32, 787; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Chanc(e) sowie en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums mögliches unberechtigt zuteilen; F.: zuschanzen, schanze (!) zu, schanzst (!) zu, schanzt zu, schanzen zu, schanzest zu, schanzet zu, schanzte zu, schanztest zu, schanzten zu, schanztet zu, zugeschanzt, ##zugeschanzt, zugeschanzte, zugeschanztes, zugeschanztem, zugeschanzten, zugeschanzter##, zuschanzend, ###zuschanzend, zuschanzende, zuschanzendes, zuschanzendem, zuschanzenden, zuschanzender###, zuzuschanzen, ###zuzuschanzen, zuzuschanzend, zuzuschanzende, zuzuschanzendes, zuzuschanzendem, zuzuschanzenden, zuzuschanzender###, schanz (!) zu+EW+FW; Z.: zu—scha-n-z-en
$zuschauen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zuschauen, zusehen; E.: s. zu, s. schauen; L.: DW 32, 788, EWD s. u. schauen; GB.: seit 16. Jh. belegte Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung von Augen mögliches zusehen; F.: zuschauen, schaue zu, schaust zu, schaut zu, schauest zu, schauet zu, schaute zu, schautest zu, schauten zu, schautet zu, zugeschaut, ##zugeschaut, zugeschaute, zugeschautes, zugeschautem, zugeschauten, zugeschauter##, zuschauend, ###zuschauend, zuschauende, zuschauendes, zuschauendem, zuschauenden, zuschauender###, zuzuschauen, ####zuzuschauen, zuzuschauend, zuzuschauende, zuzuschauendes, zuzuschauendem, zuzuschauenden, zuzuschauender####, schau (!) zu+EW; Z.: zu—schau-en
$Zuschauer, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zuschauer, Zuseher, Zusehender; E.: s. zuschau(en), s. er (Suff.); L.: DW 32, 789, EWD s. u. schauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zuschau(en) sowie er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung von Augen möglichen Zusehenden; F.: Zuschauer, Zuschauers, Zuschauern+EW; Z.: Zu—schau-er
$zuschießen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. zuschießen, auf ein Ziel schießen, Geld hinzufügen; E.: s. zu, s. schießen; L.: Kluge s. u. schießen, DW 32, 793 (zuschieszen), EWD s. u. schießen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und schießen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Menschen und Schießen sowie Geld mögliches Geld hinzufügen; F.: zuschießen, schieße zu, schießt zu, schießen zu, schießest zu, schießet zu, schoss zu, schossest zu, schossen zu, schosst zu, schösse zu, schössest zu, schössen zu, schösset zu, zugeschossen, ##zugeschossen, zugeschossene, zugeschossenes, zugeschossenem, zugeschossenen, zugeschossener##, zuschießend, ###zuschießend, zuschießende, zuschießendes, zuschießendem, zuschießenden, zuschießender###, zuzuschießend, ####zuzuschießend, zuzuschießend, zuzuschießende, zuzuschießendes, zuzuschießendem, zuzuschießenden, zuzuschießender####, schieß (!) zu+EW; Z.: zu—schie-ß-en
$zuschneiden, nhd., st. V., (18. Jh.?): nhd. zuschneiden; E.: s. zu, s. schneiden; L.: Kluge s. u. schneiden, DW 32, 804; GB.: vielleicht seit 18. Jh. belegte und aus zu und schneiden gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches in eine gewünschte Form schneiden; F.: zuschneiden, schneide zu, schneidest zu, schneidet zu, schneiden zu, schnitt zu, schnittest zu, schnittst (!) zu, schnitten zu, schnittet zu, zugeschnitten, ##zugeschnitten, zugeschnittene, zugeschnittenes, zugeschnittenem, zugeschnittenen, zugeschnittener##, zuschneidend, ###zuschneidend, zuschneidende, zuschneidendes, zuschneidendem, zuschneidenden, zuschneidender###, zuzuschneiden, ####zuzuschneiden, zuzuschneidend, zuzuschneidende, zuzuschneidendes, zuzuschneidendem, zuzuschneidenden, zuzuschneidender####, schneid (!) zu+EW; Z.: zu—schneid-en
$zuschreiben, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. zuschreiben, schriftlich verbinden, schriftlich zuerkennen; E.: s. zu, s. schreiben; L.: Kluge s. u. schreiben, DW 32, 807, EWD s. u. schreiben; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und schreiben gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliches schriftlich verbinden oder zuerkennen; F.: zuschreiben, schreibe zu, schreibst zu, schreibt zu, schreiben zu, schreibest zu, schreibet zu, schrieb zu, schriebst zu, schrieben zu, schriebt zu, schriebest zu, schriebet zu, zugeschrieben, ##zugeschrieben, zugeschriebene, zugeschriebenes, zugeschriebenem, zugeschriebenen, zugeschriebener##, zuschreibend, ###zuschreibend, zuschreibende, zuschreibendes, zuschreibendem, zuschreibenden, zuschreibender###, zuzuschreiben, ####zuzuschreiben, zuzuschreibend, zuzuschreibende, zuzuschreibendes, zuzuschreibendem, zuzuschreibenden, zuzuschreibender####, schreib (!) zu +EW+FW; Z.: zu—schrei-b-en
$Zuschrift, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zuschrift, schriftliche Zusendung; E.: s. zu, s. Schrift; L.: DW 52, 813, EWD s. u. schreiben; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Schrift gebildete Bezeichnung für eine sachlich seit Entwicklung von Schrift mögliche schriftliche Zusendung; F.: Zuschrift, Zuschriften+EW; Z.: Zu—schri-f-t
$Zuschuss, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zuschuss, Zugabe, Zulage; E.: s. zu, Schuss; L.: DW 32, 815 (Zuschusz), EWD s. u. schießen; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und Schuss gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entwicklung von Geld mögliche Zugabe oder Zulage; F.: Zuschuss, Zuschusses, Zuschüsse, Zuschüssen+EW; Z.: Zu—schu-ss
$zuschustern, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zuschustern, zufügen, zugeben; E.: s. zu, s. schustern; L.: DW 32, 815, EWD s. u. Schuster; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zu und schustern gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zufügen oder zugeben; F.: zuschustern, schustere zu, schuster (!) zu, schusterst zu, schustert zu, schusterte zu, schustertest zu, schusterten zu, schustertet zu, zugeschustert, ##zugeschustert, zugeschusterte, zugeschustertes, zugeschustertem, zugeschusterten, zugeschusterter##, zuschusternd, ###zuschusternd, zuschusterndes, zuschusterndem, zuschusternden, zuschusternder###, zuzuschustern, ####zuzuschustern, zuzuschusternd, zuzuschusternde, zuzuschusterndes, zuzuschusterndem, zuzuschusternden, zuzuschusternder####, schuster (!) zu+EW; Z.: zu—schu-s-t-er-n
$zusehen, nhd., st. V., (9. Jh.): nhd. zusehen, zuschauen; E.: s. zu, s. sehen; L.: Kluge s. u. sehen, DW 32, 818; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus zu und sehen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Augen mögliches zuschauen; F.: zusehen, sehe zu, siehst zu, sieht zu, sehen zu, seht zu, sehest zu, sehet zu, sah zu, sahst zu, sahen zu, saht zu, sähe zu, sähest zu, sähst zu, sähen zu, sähet zu, säht zu, zugesehen, ##zugesehen, zugesehene, zugesehenes, zugesehenem, zugesehenen, zugesehener##, zusehend, ###zusehend, zusehende, zusehendes, zusehendem, zusehenden, zusehender###, zuzusehen, ####zuzusehen, zuzusehend, zuzusehende, zuzusehendes, zuzusehendem, zuzusehenden, zuzusehender####, sieh (!) zu, siehe zu+EW; Z.: zu—seh-en
$zusetzen, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zusetzen, zufügen; E.: s. zu, s. setzen; L.: Kluge s. u. setzen, DW 32, 826, EWD s. u. setzen; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus zu und setzen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches zufügen; F.: zusetzen, setze zu, setzt zu, setzen zu, setzest zu, setzet zu, setzte zu, setztest zu, setzten zu, setztet zu, zugesetzt, ##zugesetzt, zugesetzte, zugesetztes, zugesetztem, zugesetzten, zugesetzter##, zusetzend, ###zusetzend, zusetzende, zusetzendes, zusetzendem, zusetzenden, zusetzender###, zuzusetzen, ####zuzusetzen, zuzusetzend, zuzusetzende, zuzusetzendes, zuzusetzendem, zuzusetzenden, zuzusetzender####, setz (!) zu+EW; Z.: zu—setz-en
$zuspielen, nhd., sw. V., (17. Jh.): nhd. zuspielen, spielerisch geben, vermitteln; E.: s. zu, s. spielen; L.: EWD s. u. Spiel, DW 37, 833; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zu und spielen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches spielerisch geben oder vermitteln; F.: zuspielen, spiele zu, spielst zu, spielt zu, spielest zu, spielet zu, spielte zu, spieltest zu, spielten zu, spieltet zu, zugespielt, ##zugespielt, zugespielte, zugespieltes, zugespieltem, zugespielten, zugespielter##, zuspielend, ###zuspielend, zuspielende, zuspielendes, zuspielendem, zuspielenden, zuspielender###, zuzuspielen, ####zuzuspielen, zuzuspielend, zuzuspielende, zuzuspielendes, zuzuspielendem, zuzuspielenden, zuzuspielender####, spiel (!) zu+EW; Z.: zu—spiel-en
$zusprechen, nhd., st. V., (11. Jh.): nhd. zusprechen; E.: s. zu, s. sprechen; L.: Kluge s. u. sprechen, DW 32, 836, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus zu und sprechen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches sprechend zuteilen oder geben oder zuerkennen; F.: zusprechen, spreche zu, sprichst zu, spricht zu, sprechen zu, sprecht zu, sprechest zu, sprechet zu, sprach zu, sprachst zu, sprachen zu, spracht zu, spräche zu, sprächest zu, sprächen zu, sprächet zu, zugesprochen, ##zugesprochen, zugesprochene, zugesprochenes, zugesprochenem, zugesprochenen, zugesprochener##, zusprechend, ###zusprechend, zusprechende, zusprechendes, zusprechendem, zusprechenden, zusprechender###, zuzusprechen, ####zuzusprechen, zuzusprechend, zuzusprechende, zuzusprechendes, zuzusprechendem, zuzusprechenden, zuzusprechender####, sprich (!) zu+EW; Z.: zu—s-pre-ch-en
$Zuspruch, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zuspruch, Zureden, Aufmuntern, Zulauf, Andrang; E.: s. zu, s. Spruch; L.: DW 32, 839, EWD s. u. sprechen; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zu und Spruch gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Zureden oder Aufmuntern oder allgemeiner Zulauf oder Andrang; F.: Zuspruch, Zuspruches, Zuspruchs, Zusprüche, Zusprüchen+EW; Z.: Zu—s-pru-ch
züsseln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. züsseln, rupfen, ausreißen; ne. pluck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: Verkleinerungsform von zausen (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. züsseln, Kluge s. u. züsseln, fehlt DW, Duden s. u. züsseln; GB.: seit 16. Jh. belegte und von zausen mittels el (Suff.) abgeleitete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches (etwas) ausreißen; BM.: teilen; F.: züsseln, züssel (!), züssle, züsselst, züsselt, züsselte, züsseltest, züsselten, züsseltet, gezüsselt, ##gezüsselt, gezüsselte, gezüsseltes, gezüsseltem, gezüsselten, gezüsselter##, züsselnd, ###züsselnd, züsselnde, züsselndes, züsselndem, züsselnden, züsselnder###, züssel+EW; Z.: zü-s-s-el-n
$Zustand, nhd., M., (16. Jh.?): nhd. Zustand, Stand, Befund, Lage; Vw.: s. Aggregat-; E.: s. zu, s. Stand; L.: Kluge s. u. Zustand, EWD s. u. stehen; GB.: vielleicht seit 16. Jh. belegte und aus zu und Stand gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung der Welt möglichen jeweiligen sich stetig ändern könnenden Befund oder Lage; F.: Zustand, Zustandes, Zustands, Zustände, Zuständen+EW; Z.: Zu—sta-n-d
$zuständig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zuständig, befugt, berechtigt, bestellt, verantwortlich, kompetent; E.: s. Zustand, s. ig; L.: DW 32, 845, EWD s. u. stehen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zustand und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit den Hochkulturen des Altertums mögliches befugt oder berechtigt oder bestellt oder verantwortlich oder kompetent; F.: zuständig, zuständige, zuständiges, zuständigem, zuständigen, zuständiger+EW; Z.: zu—stä-n-d-ig
$zustatten, nhd., Adv., (11. Jh.): nhd. zustatten, gelegen, richtig; E.: s. zu, s. statten; L.: Kluge s. u. zustatten, DW 32, 847, EWD s. u. gestatten; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus zu und statten gebildete Bezeichnung für gelegen oder richtig; F.: zustatten+EW; Z.: zu—sta-t-t-en
$zustehen, nhd., st. V., (13. Jh.?): nhd. zustehen, zukommen, gebühren; E.: s. zu, s. stehen; L.: DW 32, 847, EWD s. u. stehen; GB.: (zuostān) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus zu und stehen gebildete Bezeichnung für zukommen oder gebühren; F.: zustehen, stehe zu, stehst zu, steht zu, stehen zu, stehest zu, stehet zu, stand zu, standest zu, standst zu, standen zu, standet zu, stände zu, ständest zu, ständen zu, ständet zu, stünde zu, stündest zu, stünden zu, stündet zu, zugestanden, ##zugestanden, zugestandene, zugestandenes, zugestandenem, zugestandenen, zugestandener##, zustehend, ###zustehend, zustehende, zustehendes, zustehendem, zustehenden, zustehender###, zuzustehen, ####zuzustehen, zuzustehend, zuzustehende, zuzustehendes, zuzustehendem, zuzustehenden, zuzustehender####, steh (!) zu+EW; Z.: zu—steh-en
$zustimmen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zustimmen, beipflichten, befürworten, annehmen; E.: s. zu, s. stimmen; L.: DW 32, 853, EWD s. u. Stimme; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und stimmen gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache und Stimme mögliches beipflichten oder befürworten oder annehmen; F.: zustimmen, stimme zu, stimmst zu, stimmt zu, stimmest zu, stimmet zu, stimmte zu, stimmtest zu, stimmten zu, stimmtet zu, zugestimmt, ##zugestimmt, zugestimmte, zugestimmtes, zugestimmtem, zugestimmten, zugestimmter##, zustimmend, ###zustimmend, zustimmende, zustimmendes, zustimmendem, zustimmenden, zustimmender###, zuzustimmen, ####zuzustimmen, zuzustimmend, zuzustimmende, zuzustimmendem, zuzustimmenden, zuzustimmender####, stimm (!) zu+EW; Z.: zu—stimm-en
$zustöpseln, nhd., sw. V., (18. Jh.): nhd. zustöpseln, mit einem Stöpsel verschließen; E.: s. zu, s. stöpseln; L.: DW 32, 853, EWD s. u. Stöpsel; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zu und stöpseln gebildete Bezeichnung für eine Öffnung mit einem Stöpsel (17. Jh.) verschließen; F.: zustöpseln, stöpsel (!) zu, stöpsle zu, stöpsele zu, stöpselst zu, stöpselt zu, stöpselte zu, stöpseltest zu, stöpselten zu, stöpseltet zu, zugestöpselt, zugestöpselte, zugestöpseltes, zugestöpseltem, zugestöpselten, zugestöpselter, zustöpselnd, zustöpselnde, zustöpselndes, zustöpselndem, zustöpselnden, zustöpselnder, zuzustöpseln, ####zuzustöpseln, zuzustöpselnd, zuzustöpselnde, zuzustöpselndes, zuzustöpselndem, zuzustöpselnden, zuzustöpselnder####, stöpsel (!) zu+EW Z.: zu—stö-p-s-el-n
$Zutat, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zutat, Ergänzung, Zusatz; E.: s. zu, s. Tat; L.: DW 32, 859 (Zuthat), EWD s. u. tun; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Tat gebildete Bezeichnung für eine sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliche Ergänzung oder einen Zusatz oder einen untergeordneten Teil einer Speise; F.: Zutat, Zutaten+EW; Z.: Zu—ta-t
$zutragen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zutragen, hinzutragen, berichten, geschehen; E.: s. zu, s. tragen; L.: Kluge s. u. tragen, EWD s. u. tragen, DW 32, 865; GB.: seit um 790 belegte und aus zu und tragen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinzutragen oder berichten oder geschehen; F.: zutragen, trägst zu, trägt zu, tragt zu, tragen zu, tragest zu, traget zu, trug zu, trugst zu, trugen zu, trugt zu, trüge zu, trügest zu, trügen zu, trüget zu, zugetragen, ##zugetragen, zugetragene, zugetragenes, zugetragenem, zugetragenen, zugetragener##, zutragend, ###zutragend, zutragende, zutragendes, zutragendem, zutragenden, zutragender##, zuzutragen, ####zuzutragen, zuzutragend, zuzutragende, zuzutragendes, zuzutragendem, zuzutragenden, zuzutragender###, trag (!) zu+EW; Z.: zu—trag-en
$Zuträger, nhd., M., (15. Jh.): nhd. Zuträger, Zutragender, Wissensübermittler, Informant; E.: s. zutrag(en), s. er; L.: DW 32, 867, EWD s. u. tragen; GB.: (zuotragære*) seit 1411 belegte und aus zutrag(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entwicklung von Sprache möglichen Wissensübermittler oder Informanten; F.: Zuträger, Zuträgers, Zuträgern+EW; Z.: Zu—träg-er
$zuträglich, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zuträglich, bekömmlich, verträglich; E.: s. zutrag(en), s. lich; L.: DW 32, 867, EWD s. u. tragen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zutrag(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches bekömmlich oder verträglich; F.: zuträglich, zuträgliche, zuträgliches, zuträglichem, zuträglichen, zuträglicher(, zuträglichere, zuträglicheres, zuträglicherem, zuträglicheren, zuträglicherer, zuträglichst, zuträglichste, zuträglichstes, zuträglichstem, zuträglichsten, zuträglichster)+EW; Z.: zu—träg-lich
$zutrauen, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zutrauen, erwarten, unterstellen; E.: s. zu, s. trauen; L.: Kluge s. u. trauen, DW 32, 868, EWD s. u. trauen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und trauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches erwarten oder unterstellen; F.: zutrauen, traue zu, traust zu, traut zu, trauen zu, trauest zu, trauet zu, traute zu, trautest zu, trauten zu, trautet zu, zugetraut, ##zugetraut, zugetraute, zugetrautes, zugetrautem, zugetrauten, zugetrauter##, zutrauend, ###zutrauend, zutrauende, zutrauendes, zutrauendem, zutrauenden, zutrauender###, zuzutrauen, ####zuzutrauen, zuzutrauend, zuzutrauende, zuzutrauendes, zuzutrauendem, zuzutrauenden, zuzutrauender###, trau (!) zu+EW; Z.: zu—trau-en
$Zutrauen, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Zutrauen, Vertrauen; E.: s. zutrauen; L.: DW 32, 869, EWD s. u. trauen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zutrauen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches Vertrauen; F.: Zutrauen, Zutrauens+EW; Z.: Zu—trau-en
$zutraulich, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zutraulich, vertrauend, anhänglich; E.: s. zutrau(en), s. lich; L.: DW 32, 870, EWD s. u. trauen; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zutrau(en) und lich gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches vertrauend oder anhänglich; F.: zutraulich, zutrauliche, zutrauliches, zutraulichem, zutraulichen, zutraulicher(, zutraulichere, zutraulicheres, zutraulicherem, zutraulicheren, zutraulicherer, zutraulichst, zutraulichste, zutraulichstes, zutraulichstem, zutraulichsten, zutraulichster)+EW; Z.: zu—trau—lich
$zutreffen, nhd., st. V., (16. Jh.): nhd. zutreffen, richtig sein (V.); E.: s. zu, s. treffen; L.: Kluge s. u. treffen, DW 32, 870, EWD s. u. treffen; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und treffen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches wahr sein oder richtig sein; F.: zutreffen, treffe zu, triffst zu, trifft zu, treffen zu, trefft zu, treffest zu, treffet zu, traf zu, trafst zu, trafen zu, traft zu, träfe zu, träfest zu, träfst zu, träfen zu, träfet zu, träft zu, zugetroffen, ##zugetroffen, zugetroffene, zugetroffenes, zugetroffenem, zugetroffenen, zugetroffener##, zutreffend, ###zutreffend, zutreffende, zutreffendes, zutreffendem, zutreffenden, zutreffender###, zuzutreffen, ####zuzutreffen, zuzutreffend, zuzutreffende, zuzutreffendes, zuzutreffendem, zuzutreffenden, zuzutreffender####, triff (!) zu+EW; Z.: zu-treff-en
$Zutritt, nhd., M., (14. Jh.): nhd. Zutritt, Eintritt; E.: s. zu, s. Tritt; L.: DW 32, 874, EWD s. u. treten; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zu und Tritt bzw. zutret(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt möglichen Eintritt von etwas oder jemandem in etwas; F.: Zutritt, Zutrittes, Zutritts, Zutritte, Zutritten+EW; Z.: Zu—tri-t-t
$zutun, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zutun, hinzutun, hinzugeben; E.: s. zu, s. tun; L.: Kluge s. u. tun, DW 32, 862 (zuthun), EWD s. u. tun; GB.: (zuotuon) seit um 765 belegte und aus zu und tun gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinzutun oder hinzugeben; F.: zutun, tue zu, tu zu, tust zu, tut zu, tun zu, tuest zu, tuet zu, tat zu, tatest zu, tatst zu, taten zu, tatet zu, täte zu, tätest zu, täten zu, tätet zu, zugetan, ##zugetan, zugetane, zugetanes, zugetanem, zugetanen, zugetaner##, zutuend, ###zutuend, zutuende, zutuendes, zutuendem, zutuenden, zutuender###, zuzutuen, ####zuzutuen, zuzutuend, zuzutuende, zuzutuendes, zuzutuendem, zuzutuenden, zuzutuender###, tu (!) zu+EW; Z.: zu-tun
$Zuversicht, nhd., F., (9./10. Jh.): nhd. Zuversicht; Vertrauen, Glaube, Hoffnung; E.: s. zu, s. ver, s. Sicht; L.: Kluge 1. A. s. u. Zuversicht, Kluge s. u. Zuversicht, DW 32, 879, EWD s. u. sehen; GB.: (zuofirsiht*) seit 9./10. Jh. belegte und aus zu und ver sowie Sicht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen mögliches Vertrauen oder Glaube oder Hoffnung; F.: Zuversicht+EW; Z.: Zu-ver-sich-t
$zuvor, nhd., Adv., (14. Jh.?): nhd. zuvor, vorher, früher; E.: s. zu, s. vor; L.: Kluge 1. A. s. u. zuvor, DW 32, 883; GB.: (zuovore) seit Ende 14. Jh. belegte und aus zu und vor gebildete Bezeichnung für vorher oder früher; F.: zuvor+EW; Z.: zu—vor
$Zuwachs, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zuwachs, Vermehrung, Vergrößerung; E.: s. zuwachs(en); L.: DW 32, 892, EWD s. u. wachsen 2; GB.: seit Ende 16. Jh. belegte und aus zuwachs(en) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliche Vermehrung oder Vergrößerung; F.: Zuwachs, Zuwachses, Zuwächse, Zuwächsen+EW; Z.: Zu—wach-s
$zuwachsen, nhd., st. V., (14. Jh.): nhd. zuwachsen, vermehren, vergrößern; E.: s. zu, s. wachsen (V.) (1); L.:, DW 32, 894, EWD s. u. wachsen 2; GB.: (zuowahsen) seit 1338-1345 belegte und aus zu und wachsen (V.) (1) gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Welt mögliches vermehren oder vergrößern; F.: zuwachsen, zuwachse, zuwächst, zuwachst, zuwachsest, zuwachset, zuwuchs, zuwuchst, zuwuchsen, zuwüchse, zuwüchsest, zuwüchsen, zuwüchset, zugewachsen, ##gewachsen, zugewachsene, zugewachsenes, zugewachsenem, zugewachsenen, zugewachsener##, zuwachsend, ###wachsend, zuwachsende, zuwachsendes, zuwachsendem, zuwachsenden, zuwachsender###, zuwachs (!)+EW; Z.: zu—wach-s-en
$zuwege, nhd., Adv., (11. Jh.?): nhd. zuwege, zustande; E.: s. zu, s. Weg, s. e; L.: Kluge s. z. zuwege, DW 32, 899; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und aus zu und Weg sowie e gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches zustande; F.: zuwege+EW; Z.: zu—weg-e
$zuweilen, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. zuweilen, manchmal, gelegentlich; E.: s. zu, s. Weil(e), s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. zuweilen, Kluge s. u. zuweilen, DW 32, 901; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und Weil(e) sowie en gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt und der Dimension Zeit mögliches manchmal oder gelegentlich; F.: zuweilen+EW; Z.: zu—wei-l-en
$zuwider, nhd., Adv., (16. Jh.): nhd. zuwider, entgegen; E.: s. zu, s. wider; L.: Kluge 1. A. s. u. zuwider, Kluge s. u. zuwider, DW 32, 910, EWD s. u. wider; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zu und wider gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches entgegen; F.: zuwider+EW; Z.: zu—wi-der
zuzeln, nhd., V., (20. Jh.): nhd. zuzeln, saugen; ne. suck (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.; E.: wohl lautmalend; L.: Kluge s. u. zuzeln, DW 32, 877 (zutzeln), Duden s. u. zuzeln; GB.: seit 20. Jh. belegte und wohl lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung der Säugetiere mögliches (an etwas fest) saugen; BM.: lautmalend?; F.: zuzeln, zuzel (!), zuzle, zuzelst, zuzelt, zuzelte, zuzeltest, zuzelten, zuzeltet, gezuzelt, ##gezuzelt, gezuzelte, gezuzeltes, gezuzeltem, gezuzelten, gezuzelter##, zuzelnd, ###zuzelnd, zuzelnde, zuzelndes, zuzelndem, zuzelnden, zuzelnder###, zuzel (!)+EW; Z.: zuz-el-n
$zuziehen, nhd., st. V., (12. Jh.): nhd. zuziehen, hinzuziehen, zusammenziehen, verschließen; E.: s. zu, s. ziehen; L.: Kluge s. u. ziehen, DW 32, 920, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 12. Jh. belegte und aus zu und ziehen gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches hinzuziehen oder zusammenziehen oder verschließen; F.: zuziehen, ziehe zu, ziehst zu, zieht zu, ziehen zu, ziehest zu, ziehet zu, zog zu, zogst zu, zogen zu, zogt zu, zöge zu, zögest zu, zögst zu, zögen zu, zöget zu, zugezogen, ##zugezogen, zugezogene, zugezogenes, zugezogenem, zugezogenen, zugezogener##, zuziehend, ###zuziehend, zuziehende, zuziehendes, zuziehendem, zuziehenden, zuziehender###, zuzuziehen, ####zuzuziehen, zuzuziehend, zuzuziehende, zuzuziehendes, zuzuziehendem, zuzuziehenden, zuzuziehender####, zieh (!) zu+EW; Z.: zu—zieh-en
$zuzüglich, nhd., Präp., Adj., (20. Jh.): nhd. zuzüglich, zusätzlich; E.: s. Zuzug, s. lich; L.: fehlt DW, EWD s. u. ziehen; GB.: seit 20. Jh. belegte und aus Zuzug und lich gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früh mögliches zusätzlich; F.: zuzüglich+EW; Z.: zu—zü-g—lich
zwacken, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zwacken, zwicken, einklemmen; ne. pinch (V.); Vw.: -; Hw.: s. zwicken; Q.: 2. Hälfte 13. Jh. (Die Marter der heiligen Margareta); E.: mhd. zwacken, sw. V., zwacken, zupfen, zerren; mnd. zwacken?, sw. V., zusetzen; vgl. ahd. zwikken, zwicken*, sw. V. (1a), zwicken, zupfen, kneifen; germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge 1. A. s. u. zwacken, Kluge s. u. zwacken, DW 32, 927, EWD s. u. zwacken, Falk/Torp 174, Duden s. u. zwacken, Bluhme s. u. zwacken; GB.: seit 2. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches einklemmen; BM.: klemmen bzw. befestigen; F.: zwacken, zwacke, zwackst, zwackt, zwackest, zwacket, zwackte, zwacktest, zwackten, zwacktet, gezwackt, ##gezwackt, gezwackte, gezwacktes, gezwacktem, gezwackten, gezwackter##, zwackend, ###zwackend, zwackende, zwackendes, zwackendem, zwackenden, zwackender###, zwack (!)+EW; Z.: zwack-en
zwagen, nhd. (ält.), sw. V., (8. Jh.): nhd. zwagen, waschen, mit Wasser reinigen; ne. wash (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zwehle; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Basler Rezepte); E.: mhd. twahen, twān, dwahen, dwahan, zwahen, st. V., waschen, sich waschen, reinigen, benetzen, baden; mnd. dwāgen, dwagen, twagen, dwān, st. V., waschen; mnl. dwaen, sw. V., waschen; ahd. dwahan*, st. V. (6), waschen, baden, taufen; as. thwahan*, st. V. (6), waschen; anfrk. thwahan*, st. V. (6), waschen; germ. *þwahan, st. V., waschen; idg. *tu̯ak- (2), V., baden, Pokorny 1098 (1908/85) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwagen, Kluge s. u. zwagen, DW 32, 929, Falk/Torp 196, Seebold 525, Duden s. u. zwagen; Son.: vgl. ae. þwéan, st. V. (6), waschen, reinigen, salben; an. þvā, st. V. (6), waschen; got. þwahan, st. V. (6), etwas waschen, sich waschen; nschw. två, V., waschen; nisl. þvo, V., waschen; apreuß. twaxtan, Sb., Badequast; ? lit. tvaskė́ti, V., schlagen, klopfen; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches mit Wasser reinigen; BM.: baden; F.: zwagen, zwage, zwagst, zwagt, zwagest, zwaget, zwagte, zwagtest, zwagten, zwagtet, gezwagt, ##gezwagt, gezwagte, gezwagtes, gezwagtem, gezwagten, gezwagter##, zwagend, ###zwagend, zwagende, zwagendes, zwagendem, zwagenden, zwagender###, zwag (!)+EW; Z.: zwag-en
Zwang, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zwang, Drang, Druck, Notwendigkeit; ne. duress; Vw.: -; Hw.: s. zwängen, zwingen, Zwing, Zwinger, quengeln; Q.: 3. Viertel 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. twanc, st. M., Zwang, Beengung, Gewalt, Einschränkung, Not, Bedrängnis; mnd. dwanc, dwank, M., Zwang, Gewalt, Nötigung, Druck, Zwangsmittel, Zwangsrecht; mnl. dwanc, M., Macht, Drang, Zwang; ahd. dwang*, st. M. (a), Zügel, Einhalt, Zwang, Zucht, Drang, Krampf?; vgl. as. githwing*, st. N. (a), Not, Zwang; anfrk. -; germ. *þwanga-, *þwangaz, st. M. (a), Zwang; s. idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny 1099 (1912/89) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge s. u. Zwang, DW 32, 932, EWD s. u. zwingen, EWAhd 2, 907, Seebold 527, Duden s. u. Zwang, Bluhme s. u. Zwang; Son.: vgl. afries. thwang, thwong, st. M. (a), Zwang, Bezwingung; nfries. twange; ae. þwang, st. M. (i), st. F. (i), Riemen (M.) (1), Band (N.), Strippe, Schnur (F.) (1); an. -; got. -; nndl. dwang, Sb., Zwang; nschw. tvång, N., Zwang; nnorw. twang, M., Zwang; GB.: seit 3. Viertel 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl schon vormenschlich möglichen Drang oder Druck; BM.: bedrängen; F.: Zwang, Zwanges, Zwangs, Zwänge, Zwängen+EW; Z.: Zwang
zwängen, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zwängen, zwingen, pferchen, aneinanderpressen, herabdrücken; ne. jam (V.) into, wedge (V.) in; Vw.: -; Hw.: s. Zwang, zwingen, Zwing, quengeln; Q.: um 830 (Tatian); E.: mhd. twengen, sw. V., antun, drücken, zwängen, einzwängen, zusammenpressen, beengen, bedrängen, bändigen; mnd. dwingen, st. V., engen, drücken, pressen, zwingen; ahd. dwengen*, sw. V. (1a), bedrängen, züchtigen, beschuldigen, im Zaum halten, zügeln; ahd. zwengen*, sw. V. (1a), zwängen, zwicken, zwacken, zupfen, zausen, kneifen; as. twėngian*, sw. V. (1a), zwängen, kneifen, raufen; as. thwingan*, thwindan, st. V. (3a), zwingen, bedrängen; anfrk. thwingan*, st. V. (1), zwingen; germ. *þwengan, st. V., zwingen; idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny 1099 (1912/89) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge s. u. zwängen, DW 32, 939, EWD s. u. zwängen, EWAhd 2, 911, Duden s. u. zwängen; Son.: vgl. afries. thwinga, sw. V. (1), zwingen; ae. -; an. þvinga, sw. V., zwingen, quälen; got. -; GB.: seit um 830 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches etwas gegen körperlichen Widerstand in eine bestimmte Lage bringen oder zwingen; BM.: bedrängen; F.: zwängen, zwänge (!), zwängst, zwängt, zwängest, zwänget, zwängte, zwängtest, zwängten, zwängtet, gezwängt, ##gezwängt, gezwängte, gezwängtes, gezwängtem, gezwängten, gezwängter##, zwängend, ###zwängend, zwängende, zwängendes, zwängendem, zwängenden, zwängender###, zwäng (!)+EW; Z.: zwäng-en
$zwangsläufig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zwangsläufig, notgedrungen; E.: s. Zwang, s. s, s. läufig; L.: Kluge s. u. zwangsläufig, DW 32, 942; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zwang und s sowie läufig oder Zwangslauf und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches notgedrungen; F.: zwangsläufig, zwangsläufige, zwangsläufiges, zwangsläufigem, zwangsläufigen, zwangsläufiger+EW; Z.: zwang-s—läuf-ig
zwanzig, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. zwanzig; ne. twenty; Vw.: -; Hw.: s. Twen; Q.: nach 765? (Glosse); E.: mhd. zweinzig, zweinzec, zwenzec, zwēnzec, Num. Kard., zwanzig; mnd. twintich, Num. Kard., zwanzig; mnl. twintich, Num. Kard., zwanzig; ahd. zweinzug*, Num. Kard., zwanzig; ahd. zweinzug*, Num. Kard., zwanzig; as. twêntig*, Num. Kard., zwanzig; anfrk. -; germ. *twaitegewi-, *twaitegewiz, Num. Kard., zwanzig; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *dek̑m̥, *dek̑m̥t, *dek̑u-, Num. Kard., zehn, Pokorny 191 (311/16) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwanzig, Kluge s. u. zwanzig, DW 32, 946, EWD s. u. zwanzig, Falk/Torp 153, Duden s. u. zwanzig, Bluhme s. u. zwanzig; Son.: vgl. afries. twintich, tweintich, Num. Kard., zwanzig; saterl. twintich, Num., Kard., zwanzig; ae. twēntig, twēgentig, twœ̄ntig, Num. Kard., zwanzig; an. tuttugu, tvittugu, tyttugu, Num. Kard., zwanzig; got. twai tigjus, Num. Kard., zwanzig; nndl. twintig, Num. Kard., zwanzig; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und seit Entwicklung von Sprache mögliche Bezeichnung von zwei mal zehn oder die Zahl zwischen neunzehn und einundzwanzig; BM.: zwei, zehn; F.: zwanzig+EW; Z.: zwa-n-zig
zwar, nhd., Adv., Konj., (8. Jh.): nhd. zwar, allerdings, freilich; ne. admittedly; Vw.: -; Hw.: s. wahr; Q.: 8. Jh.; E.: s. mhd. zewāre, ziwār, zuwār, zwār, zwāre, Adv., wirklich, wahrhaftig, wahrlich; vgl. mhd. ze, zuo, Adv., in, gegen, nach, über, von; ahd. zi, Adv., Präf., zu, nach, in, an, auf, bis zu; germ. *te, Präf., zu, zer...; germ. ta, Präp., zu; mhd. wār (1), wōr, wær, Adj., wahr, wahrhaft, wahrhaftig, wirklich, gewiss, echt, aufrichtig, ehrlich; ahd. wār (1), Adj., Adv., Interj., wahr, wahrhaft, wirklich, richtig, gewiss; germ. *wēra-, *wēraz, *wǣra-, *wǣraz, *wērja-, *wērjaz, *wǣrja-, *wǣrjaz, Adj., zuverlässig, wahr, freundlich; idg. *u̯erōs-, Adj., freundlich, vertrauenswert, wahr, Pokorny 1165; s. idg. *u̯er- (11), *u̯erə-, Sb., Freundlichkeit, Pokorny 1165 (2001/77) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwar, Kluge s. u. zwar, DW 32, 949, EWD s. u. zwar, Duden s. u. zwar, Bluhme s. u. zwar; GB.: seit (8. Jh.) belegte und aus zu und wahr gebildete Bezeichnung um (allerdings oder freilich) eine genauere Beschreibung einzuleiten; BM.: zu, freundlich; F.: zwar+EW; Z.: zwar
$zwatzelig, nhd. (ält.), Adj., (19. Jh.?): nhd. zwatzelig, ungeduldig, zappelig, unruhig, erregt; E.: s. zwatzel(n), s. ig; L.: Kluge s. u. zwatzeln, DW 32, 955; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus zwatzel(n) und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches unruhig oder zappelig oder unruhig oder erregt; F.: zwatzelig, zwatzelige, zwatzeliges, zwatzeligem, zwatzeligen, zwatzeliger(, zwatzeligere, zwatzeligeres, zwatzeligerem, zwatzeligeren, zwatzeligerer, zwatzeligst, zwatzeligste, zwatzeligstes, zwatzeligstem, zwatzeligsten, zwatzeligster)+EW; Z.: zwatz-el-ig
zwatzeln, nhd. (ält.), sw. V., (16. Jh.): nhd. zwatzeln, unruhig sein (V.); ne. be (V.) fidgety; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: wohl lautmalend entstanden; L.: Kluge s. u. zwatzeln, fehlt DW, Duden s. u. zwatzeln; GB.: seit 16. Jh. belegte und möglicherweise lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon vormenschlich mögliches zappelig sein (V.); BM.: lautmalend?; F.: zwatzeln, zwatzel (!), zwatzle, zwatzelst, zwatzelt, zwatzelte, zwatzeltest, zwatzelten, zwatzeltet, gezwatzelt, ##gezwatzelt, gezwatzelte, gezwatzeltes, gezwatzeltem, gezwatzelten, gezwatzelter##, zwatzelnd, ###zwatzelnd, zwatzelnde, zwatzelndes, zwatzelndem, zwatzelnden, zwatzelnder###, zwatzel (!)+EW; Z.: zwatz-el-n
Zweck, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zweck, Nagel, Pflock in der Mitte der Zielscheibe, Ziel; ne. purpose (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zwecke, verzwickt; Q.: 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zwec, zuoc, st. M., Zweck, Zweig, Bolzen, Nagel, Holznagel, Eisennagel, Nagel inmitten der Zielscheibe, Ziel, Zielpunkt, Geringstes, Kegel; mnd. zwek, zweck, M., Zweck, Ziel; ahd. zwek*, zwec, st. M. (a?, i?), Nagel, Holzpflock; s. germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge 1. A. s. u. Zweck, Kluge s. u. Zweck, EWD s. u. Zweck, DW 32, 955, Duden s. u. Zweck, Bluhme s. u. Zweck; GB.: seit 9. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen Pflock in der Mitte der Zielscheibe und davon für den Beweggrund eines Verhaltens; BM.: befestigen; F.: Zweck, Zweckes, Zwecks, Zwecke, Zwecken+EW; Z.: Zweck
Zwecke, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zwecke, Nagel, Hefter; ne. tack (N.); Vw.: (Reiß-); Hw.: s. Zweck, verzwickt, Zwick; Q.: 18. Jh.; E.: s. mhd. zwecken, sw. V., zwecken“, herausziehen; ahd. zwekkōn*, zweckōn*, sw. V. (2), abreißen, entzweien; s. germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge s. u. Zwecke, Zweck, DW 32, 964, EWD s. u. Zwecke, Duden s. u. Zwecke; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und mit dem mittelhochdeutschen zwecken sowie dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen von Menschen entwickelten und verwendeten kurzen Nagel mit breitem Kopf; BM.: befestigen; F.: Zwecke, Zwecken+EW; Z.: Zweck-e
$zwecklos, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zwecklos, nutzlos, sinnlos, aussichtslos, fruchtlos, zweckfrei; E.: s. Zweck, s. los; L.: DW 32, 966, EWD s. u. Zweck; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zweck und los gebildete Bezeichnung für nutzlos oder sinnlos oder aussichtslos oder fruchtlos oder zweckfrei; F.: zwecklos, zwecklose, zweckloses, zwecklosem, zwecklosen, zweckloser(, zwecklosere, zweckloseres, zweckloserem, zweckloseren, zweckloserer, zwecklosest, zweckloseste, zwecklosestes, zwecklosestem, zwecklosesten, zwecklosester)+EW; Z.: zweck—lo-s
$zweckmäßig, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zweckmäßig, sinnvoll, absichtlich, angemessen; E.: s. Zweck, s. mäßig; L.: DW 32, 967 (zweckmäszig), EWD s. u. Zweck; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zweck und mäßig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches sinnvoll oder absichtlich oder angemessen; F.: zweckmäßig, zweckmäßige, zweckmäßiges, zweckmäßigem, zweckmäßigen, zweckmäßiger(, zweckmäßigere, zweckmäßigeres, zweckmäßigerem, zweckmäßigeren, zweckmäßigerer, zweckmäßigst, zweckmäßigste, zweckmäßigstes, zweckmäßigstem, zweckmäßigsten, zweckmäßigster)+EW; Z.: zweck—mä-ß-ig
$zwecks, nhd., Präp., (19. Jh.): nhd. zwecks, wegen; E.: s. Zweck, s. s; L.: fehlt DW (s. Zweck), EWD s. u. Zweck; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus Zweck und s (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Zweck oder ein Ziel oder einen Grund oder einen Plan oder eine Absicht; F.: zwecks+EW; Z.: zweck-s
Zwehle, Quehle, nhd. (ält.), F., (8. Jh.): nhd. Zwehle, Quehle, Handtuch, Badetuch; ne. towel (N.); Vw.: -; Hw.: s. zwagen, Twele; Q.: um 800 (althochdeutsche Benediktinerregel); E.: mhd. twehele, dwehele, sw. F., st. F., leinenes Tuch, Tischtuch, Tuch; mnd. dwēle, dweile, twele, F., „Zwehle“, Tuch aus Leinen (N.) oder Seide, Tuch zum Tragen, Handtuch, Serviette, Tischtuch, Wischtuch, Lappen (M.), Auftragetuch zum Auftragen der Speisen, Tuch zum Decken der Speisen, Altardecke, Halstuch, Schultertuch der priesterlichen Messkleidung; mnl. dwale, F., Handtuch; ahd. dwahila*, dwehila*, st. F. (ō), sw. F. (n), Tüchlein, Zwehle, kleines Tuch; germ. *þwagilō, *þwahilō, *þwahiljō, st. F. (ō), Waschlappen, Handtuch; s. idg. tu̯ak- (2)?, V., baden, Pokorny 1098 (1908/85) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwehle, Kluge s. u. Zwehle, DW 32, 970, Falk/Torp 196, EWAhd 2, 909, Duden s. u. Zwehle; Son.: vgl. afries. -; ae. þwǣle, sw. F. (n), Binde, Handtuch; an. þvāl, st. N. (a), Seife; got. þwahl, st. N. (a), Bad, Taufe; GB.: seit um 800 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein kleines von Menschen vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums entwickeltes und zu dem Händetrocknen verwendetes Tuch; BM.: baden; F.: Zwehle, Zwehlen, Quehle, Quehlen+EW; Z.: Zweh-l-e
zwei, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. zwei, beide; ne. two; Vw.: s. -falter; Hw.: s. zwi…, zweite, zwier, Zwitter, zwölf, Zwist, Zwiesel; Q.: um 765 (Glosse); E.: s. mhd. zwēne (M.), zwei (N.), zweihe, zwō (F.), zwā, zwuo (F.), zwū, zuwēne, zuweige, zuwā, zuwō, tzwei, twēne, tzwō, Num. Kard., zwei; mnd. twē, twei, Num. Kard., zwei; mnl. twee, Num. Kard., zwei; ahd. zwēne*, zwa*, zwō*, zwei*, Num. Kard., Adj., zwei, beide, entzweit; as. twêne* (M.), twā* (F.), twê* (N.), twī*, Num. Kard., zwei; anfrk. twēne*, Num. Kard., zwei; germ. *twaina, Num. Kard., zwei; germ. *twa, *twai, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zwei, Kluge s. u. zwei, EWD s. u. zwei, DW 32, 972, Falk/Torp 172, Duden s. u. zwei, Bluhme s. u. zwei; Son.: vgl. afries. twêne, twêr, Num. Kard. (M.), zwei; nnordfries. twanne, tau, Num. Kard., zwei; afries. twā, Num. Kard (F., N.), zwei; ae. twā, Num. Kard. (F.), zwei; ae. tū, Num. Kard. (N.), zwei; an. tveir, tvā, tvau, tvær, an. Num. Kard., zwei; got. twai, krimgot. tua, dekl. Num. Kard., zwei; nndl. twe, Num. Kard., zwei; nschw. tvo, Num. Kard., zwei; nnorw. to, Num. Kard., zwei; ai. dvā́, Num. Kard., zwei; gr. δύο (dýo), δύω (dýō), Num. Kard., zwei; lat duo, Num. Kard., zwei; air. dá, Num. Kard., zwei; kymr. dau, Num. Kard., zwei; lit. dù, Num. Kard., zwei; ksl. dŭva, Num. Kard., zwei; poln. dwa, Num. Kard., zwei; toch. A wu, we, Num. Kard., zwei; toch. B wi, Num. Kard., zwei; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische sowie das Indogermanische erschließbare Bezeichnung für die seit der Entwicklung von Sprache mögliche Grundzahl zwischen eins und drei; BM.: ?; F.: zwei, zweie, zweien+EW; Z.: zwei
$zweideutig, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. zweideutig, doppeldeutig, mehrdeutig, unklar, anstößig; E.: s. zwei, s. deutig; L.: Kluge s. u. deuten, EWD s. u. deuten, DW 32, 984; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zwei und deutig gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches mehrere Bedeutungen aufweisend oder doppeldeutig oder unklar oder anstößig; F.: zweideutig, zweideutige, zweideutiges, zweideutigem, zweideutigen, zweideutiger+EW; Z.: zwei-deu-t-ig
$zweierlei, nhd., Adj., (14. Jh.): nhd. zweierlei, doppelt, zweifach, verschieden, unterschiedlich; E.: s. zwei, s. er, s. lei; L.: Kluge 1. A. s. u. zwei, DW 32, 991; GB.: (zweierleie) seit vor 1312 belegte und aus zwei und er sowie lei gebildete Bezeichnung für doppelt oder zweifach oder verschieden oder unterschiedlich; F.: zweierlei+EW; Z.: zwei-er-lei
Zweifalter, nhd. (ält.), M., (12. Jh.): nhd. Zweifalter, Schmetterling; ne. butterfly; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. zweivalter, zwivalter, zivalter, st. M., Zweifalter, Schmetterling; ahd. zwifaltra*, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Schmetterling; germ. *twa, *twai, Num. Kard., zwei; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); germ. *fifaldō-, *fifaldōn, *fifaldrō-, *fifaldrōn, sw. F. (n), Falter, Schmetterling; s. idg. *peled-, Sb., Adj., Feuchtigkeit, feucht, Pokorny 800; vgl. idg. *pel- (1), *pelə-, *plē-, *pl̥h₁-, *pelh₁-, V., gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798 (1385/27) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zweifalter, Kluge s. u. Zweifalter, DW 32, 972; GB.: (zweivalter) seit 12. Jh. belegte und aus zwei und Falter gebildete Bezeichnung für ein zwei mit feinen Schuppen bedeckten meist mannigfach gezeichneten farbigen Flügelpaaren und einen Saugrüssel habendes kleines sowie vielleicht vor 300 Millionen Jahren entwickeltes Insekt; BM.: zwei, feucht bzw. füllen; F.: Zweifalter, Zweifalters, Zweifaltern+EW; Z.: Zwei—fal-t-er
Zweifel, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zweifel, inneres Schwanken, Befürchtung, Ungewissheit, Unsicherheit; ne. doubt (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765? (Glosse); E.: mhd. zwīvel (1), zweivel, zwīfel*, zwībel, mmd., st. M., Zweifel, Ungewissheit, Besorgnis, Misstrauen, Sorge, Verzweiflung, Unsicherheit; mnd. twīvel (1), twivel, twifel, M., Zweifel, Schwanken zwischen zwei Handlungen, Unentschlossenheit, Säumen (N.), Zögern; mnl. twīvel, twīfel, M., N., Zweifel; ahd. zwīfal* (1), zwīval*, st. M. (a), st. N. (a), Zweifel, Ungewissheit, Bedenken; as. -; anfrk. -; s. germ. *twīfla-, *twīflaz, *twīflja-, twīfljaz, st. M. (a), Zweifel, Zweifältiges; vgl. idg. du̯ōu, du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zweifel, Kluge s. u. Zweifel, DW 32, 996, EWD s. u. Zweifel, Falk/Torp 173, Duden s. u. Zweifel, Bluhme s. u. Zweifel; Son.: s. as. twīfli, Adj., zweifelnd; vgl. afries. twīfel, twīvel, st. M. (a), st. N. (a), Zweifel; nfries. twijvel; got. tweifls (1), tweifl?, st. M. (a), st. N. (a)?, Zweifel; nndl. twijfel, Sb., Zweifel; nschw. tvivel, N., Zweifel; nnorw. tvil, M., Zweifel; GB.: seit um 765 belegte Bezeichnung für eine sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (oder auch höherer Tiere?) mögliche Unsicherheit in Bezug auf Vertrauen oder Taten oder Entscheidungen oder Glauben sowie Behauptungen beziehungsweise Vermutungen von Tatsachen; BM.: zwei; F.: Zweifel, Zweifels, Zweifeln+EW; Z.: Zwei-f-el
$zweifelhaft, nhd., Adj., (12. Jh.): nhd. zweifelhaft; E.: s. Zweifel, s. haft; L.: DW 32, 1908, EWD s. u. Zweifel; GB.: um 1150 belegte und aus Zweifel und haft gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (oder auch höherer Tiere?) mögliches unsicher in Bezug auf Vertrauen oder Taten oder Entscheidungen oder Glauben sowie Behauptungen beziehungsweise Vermutungen von Tatsachen; F.: zweifelhaft, zweifelhafte, zweifelhaftes, zweifelhaftem, zweifelhaften, zweifelhafter(, zweifelhaftere, zweifelhafteres, zweifelhafterem, zweifelhafteren, zweifelhafterer, zweifelhaftest, zweifelhafteste, zweifelhaftestes, zweifelhaftestem, zweifelhaftesten, zweifelhaftester)+EW; Z.: zwei-f-el—haf-t
$zweifeln, nhd., sw. V., (8. Jh.): nhd. zweifeln; Vw.: s. be-, ver-; E.: s. Zweifel, s. n; L.: Kluge 1. A. s. u. Zweifel, Kluge s. u. Zweifel, DW 32, 1019, EWD s. u. Zweifel; GB.: seit 8. Jh. belegte und aus Zweifel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen (oder auch höherer Tiere?) mögliches unsicher in Bezug auf Vertrauen oder Taten oder Entscheidungen oder Glauben sowie Behauptungen beziehungsweise Vermutungen von Tatsachen sein (V.); F.: zweifeln, zweifel (!), zweifle, zweifele, zweifelst, zweifelt, zweifelte, zweifeltest, zweifelten, zweifeltet, gezweifelt, ##gezweifelt, gezweifelte, gezweifeltes, gezweifeltem, gezweifelten, gezweifelter##, zweifelnd, ###zweifelnd, zweifelnde, zweifelndes, zweifelndem, zweifelnden, zweifelnder###, zweifel (!)+EW; Z.: zwei-f-el-n
Zweig, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zweig, Gezweig, Zelge; ne. branch; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 830 (Tatian); E.: s. mhd. zwīc, st. N., st. M., Zweig; mnd. twīch, N., Zweig, Geweih, Hirschgeweih; mnl. twijch, M., Zweig; ahd. zwīg*, st. M. (a)?, st. N. (a), Zweig, Ast, Schössling; as. -; anfrk. -; germ. *twīga, Sb., Zweig; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zweig, Kluge s. u. Zweig, DW 32, 1036, EWD s. u. Zweig, Falk/Torp 173, Duden s. u. Zweig, Bluhme s. u. Zweig; Son.: vgl. afries. -; ae. twiga (1), sw. M. (n), Zweig, Schössling, kleiner Baum; ae. twig, N., Zweig, Schössling, kleiner Baum; an. -; got. -; alb. degë, Sb., Zweig; GB.: seit um 830 belegte Bezeichnung für einen kleinen Fortsatz an einem sachlich wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche oder mindestens 475 Millionen Jahren möglichen Baum oder Strauch; BM.: zwei; F.: Zweig, Zweigs, Zweiges, Zweige, Zweigen+EW; Z.: Zwei-g
Zweigelt, nhd., M., (20. Jh.): nhd. Zweigelt, ein Rotwein; ne. zweigelt; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1975; E.: von dem PN des Rebenzüchters Friedrich Zweigelt (1888-1964); L.: Duden s. u. Zweigelt; Son.: vgl. nndl. zweigelt, Sb., Zweigelt; frz. zweigelt, M., Zweigelt; nschw. zweigelt, Sb., Zweigelt; GB.: seit 20. Jh. belegte Bezeichnung für eine vor allem in Österreich angebaute Rotweinsorte; BM.: PN (nach einem österreichischen Rebenzüchter); F.: Zweigelt, Zweigelts+EW?; Z.: Zweigelt
$zweigen, nhd., sw. V., 19. Jh. (?): nhd. zweigen, Zweige bilden; Vw.: s. ver-; E.: s. Zweig, s. en; L.: DW 32, 1048; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus Zweig und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für sachlich wohl seit mindestens 475 Millionen Jahren mögliches Zweige bilden von Sträuchern und Bäumen; F.: zweigen (!), zweige (!), zweigst, zweigt, zweigest, zweiget, zweigte, zweigtest, zweigten, zweigtet, gezweigt, ##gezweigt, gezweigte, gezweigtes, gezweigtem, gezweigten, gezweigter##, zweigend, ###zweigend, zweigende, zweigendes, zweigendem, zweigenden, zweigender###, zweig (!)+EW; Z.: zwei-g-en
$zweihäusig, nhd., Adj., (19. Jh.): nhd. zweihäusig, getrenntgeschlechtlich; E.: s. zwei, s. häusig; L.: Kluge s. u. zweihäusig, DW 32, 1056; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus zwei und häusig gebildete Bezeichnung für zwei getrennte Geschlechter (männlich oder weiblich) habende Pflanzen wie beispielsweise Eiche oder Fichte oder Kiefer (F.) wobei die meisten Blüten wie bei Kirschen oder Äpfeln oder Rosen oder Hasel oder Mais zugleich männliche Pollen und weibliche Stempel haben und damit einhäusig oder nicht getrenntgeschlechtlich sind; F.: zweihäusig, zweihäusige, zweihäusiges, zweihäusigem, zweihäusigen, zweihäusiger+EW; Z.: zwei—häu-s-ig
$Zweikampf, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zweikampf, Kampf zweier Menschen gegeneinander; E.: s. zwei, s. Kampf; L.: Kluge s. u. Zweikampf, DW 32, 1058; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach lat. duellum gebildete Bezeichnung für einen sachlich seit Entstehung des Menschen und Entwicklung vielleicht von Waffen möglichen Kampf zweier Menschen gegeneinander; F.: Zweikampf, Zweikampfs, Zweikampfes, Zweikämpfe, Zweikämpfen+EW+FW; Z.: Zwei—kam-p-f
$zweischneidig, nhd., Adj., (15. Jh.): nhd. zweischneidig, zwei Schneiden aufweisend; E.: s. zwei, s. schneidig; L.: Kluge s. u. zweischneidig, DW 32, 1067, EWD s. u. schneiden; GB.: seit 15. Jh. belegte und aus zwei und schneidig gebildete Bezeichnung für zwei Schneiden aufweisend; F.: zweischneidig, zweischneidige, zweischneidiges, zweischneidigem, zweischneidigen, zweischneidiger+EW; Z.: zwei—schneid-ig
zweite, nhd., Num. Ord., (14. Jh.): nhd. zweite; ne. second (Num. Ord.); Vw.: -; Hw.: s. zwei, Zwitter; Q.: 14. Jh.; E.: s. zwei; L.: Kluge 1. A. s. u. zweite, Kluge s. u. zweite, EWD s. u. zwei, DW 32, 1074, Duden s. u. zweite; Son.: vgl. nndl. tweede, Num. Ord., zweite; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zwei und te (Suff.) gebildete Bezeichnung für die von Menschen nach der Entwicklung von Sprache geschaffene Ordnungszahl zwischen erste und dritte; BM.: ?; F.: zweite, zweites, zweitem, zweiten, zweiter+EW; Z.: zwei-t-e
$zweitens, nhd., Adv., (17. Jh.): nhd. zweitens, an zweiter Stelle stehend; E.: s. zweite, s. ns; L.: DW 32, 1077, EWD s. u. zwei; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus zweite und ns (Suff.) gebildete Bezeichnung für an zweiter Stelle stehend; F.: zweitens+EW; Z.: zwei-t-ens
zwerch, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. zwerch, quer, schräg, der Breite nach gemessen; ne. cross (Adj.); Vw.: -; Hw.: s. quer; Q.: um 790 (Glosse); E.: mhd. twerch, dwerch, querch, zwerch, Adj., zwerch, seitlich, verkehrt, schräg, quer, zwischen inne liegend; mnd. dwer, dwers, Adj., quer; mnl. dwers, Adv., seitlich, quer; ahd. dwerah, Adj., zwerch, quer, seitwärts; ahd. dwerahi*, Adj., quer, seitwärts; as. *thwerh?, Adj., zwerch, quer, blödsinnig; germ. *þwerha-, *þwerhaz, *þwerhwa-, *þwerhwaz, Adj., quer, zwerch, verkehrt; s. idg. *terk-, *trek-, *tork-, *trok-, V., drehen, Pokorny 1077? (1868/45) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *tu̯erk̑-, V., schneiden, Pokorny 1102? (1915/92) (RB. idg. aus ind., iran., gr., ital.?, kelt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwerch-, Kluge s. u. zwerch, DW 32, 1085, EWD s. u. Zwerchfell, EWAhd 2, 915, Falk/Torp 197, Heidermanns 634, Duden s. u. zwerch; Son.: nur noch in Zusammensetzungen wie z. B. Zwerchfell; vgl. afries. thweres, Adv., quer; nnordfries. twars, Adv., quer; ae. þweorh, Adj., quer, zwerch, verkehrt, verdreht; an. þverr, Adj., quer, unwillig; got. þwaírhs, Adj. (a), quer, zornig; nschw. tvär, Adj., schroff, heftig; nisl. þver, Adj., quer; ? lat. torquēre, V., drehen, wenden, winden, umdrehen; GB.: seit um 790 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches quer oder schräg; BM.: drehen bzw. schneiden?; F.: zwerch, zwerche, zwerches, zwerchem, zwerchen, zwercher+EW; Z.: zwerch
$Zwerchfell, nhd., N., (17. Jh.): nhd. Zwerchfell; E.: s. zwerch, s. Fell; L.: Kluge s. u. Zwerchfell, DW 32, 1089, EWD s. u. Zwerchfell; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach gr. diaphragma gebildete Bezeichnung für die den Brustraum und den Bauchraum von Säugetieren und Krokodilen voneinander trennende sowie aus Muskeln und Sehnen (F.Pl.) bestehende Platte (wichtigster Atemmuskel); F.: Zwerchfell, Zwerchfells, Zwerchfelle, Zwerchfellen+EW; Z.: Zwerch—fel-l
Zwerg, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zwerg, kleiner Mensch, Gnom; ne. dwarf (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: vor 882? (Glosse); E.: mhd. twerc, st. N., Zwerg; mnd. dwerch, dwarch, dwark, M., Zwerg; mnl. dwerch, M., Zwerg; ahd. twerg*, st. N. (a), Zwerg; as. *dwerg?, st. N. (a); anfrk. -; germ. *dwerga-, *dwergaz, st. M. (a), Zwerg; s. idg. *dʰu̯ergʰ-, *drugʰ-, Adj., zwerghaft, verkrüppelt, Pokorny 279? (419/67) (RB. idg. aus iran.?, germ., balt.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwerg, Kluge s. u. Zwerg, DW 32, 1095, EWD s. u. Zwerg, Falk/Torp 215, Duden s. u. Zwerg, Bluhme s. u. Zwerg; Son.: vgl. afries. dwerch, dwirg, st. M. (a), Zwerg; nnordfries. dwarg, dwerg, M., Zwerg; ae. dweorg, st. M. (a), Zwerg, Fieber; an. dvergr, st. M. (a), Zwerg, kurzer Dachbalken, Gewandnadel; got. -; nndl. dwerg, Sb., Zwerg; nschw. dvärg, Sb., Zwerg; nnorw. dverg, M., Zwerg; GB.: vielleicht seit vor 882 belegte Bezeichnung für ein kleines in Märchen und damit nur in der Vorstellung von Menschen enthaltenes menschenähnliches und menschenähnlich handelndes Lebewesen; BM.: verkrüppelt; F.: Zwerg, Zwergs, Zwerges, Zwerge, Zwergen+EW; Z.: Zwerg
Zwetschge, Zwetsche, Quetsche, nhd., F., (15. Jh.): nhd. Zwetschge, Quetsche, Pflaume; ne. plum (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 15. Jh.; I.: roman. Lw.; E.: mnd. swetske, swetsche, schwetske, F., Zwetsche, Zwetschge, Pflaume; über eine romanische Sprache letztlich von lat. Damascēna (1), F., Frucht aus Damaskus, (23/24-79 n. Chr.); vgl. Damascus, F.=ON, Damaskus; gr. Δαμασκός (Damaskos), F.=ON, Damaskus; weitere Herkunft ungeklärt, einerseits vom aram. ON דרמשק (Dammeśeq), N., gut bewässerter Ort; oder es liegt eine Grundbedeutung von schnell, tätig, betriebsam zugrunde; in ägypt. Schriften als Tamasqu (T-m-ś-q) bezeichnet, die sprachliche Zuordnung ist unklar; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwetsche, Kluge s. u. Zwetschge, EWD s. u. Zwetsch(g)e, DW 32, 1104, Duden s. u. Zwetschge, Bluhme s. u. Zwetschge; Son.: vgl. nndl. kwets, Sb., Zwetschge; frz. quetsche, F., Zwetschge; nschw. sviskon, N., Zwetschge; nisl. sveskja, F., Zwetschge; GB.: seit 15. Jh. belegte und über eine romanische Sprache letztlich von dem ON Damasc(us) abgeleitete und in der weiteren Herkunft ungeklärte oder unklare Bezeichnung für eine aus Kleinasien nach Europa gebrachte eiförmige dunkelblaue oder gelbe Frucht des Pflaumenbaums mit gelblich grünem aromatischem Fruchtfleisch und länglichem flachem Stein; BM.: ON (nach dem Herkunftsort); F.: Zwetschge, Zwetschgen, Quetsche, Quetschen+FW; Z.: Zwetschg-e
Zwick, nhd. (ält.), M., (13. Jh.): nhd. Zwick, Nagel; ne. nail (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zwecke; Q.: 1. Hälfte 13. Jh. (Neidhart von Reuenthal); E.: s. mhd. zwic, st. M., Zwick, Zwicken (N.), Kneifen; s. mhd. zwecken, sw. V., zwecken, herausziehen; ahd. zwekkōn*, zweckōn*, sw. V. (2), abreißen, entzweien; s. germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwick, Kluge s. u. Zwick, DW 32, 1109, Duden s. u. Zwick; GB.: seit 1. Hälfte 13. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich seit der Nutzung von Metallen von Menschen entwickelten und verwendeten Nagel; BM.: befestigen; F.: Zwick, Zwicks, Zwickes, Zwicke, Zwicken+EW; Z.: Zwick
Zwicke, nhd. (ält.?), F., (?): nhd. Zwicke, Zwickmühle; ne. predicament; Vw.: -; Hw.: -; Q.: ?; E.: von mhd. zwei…, zwi…, Präf., zwei…, zwi…; ahd. zwi…, Präf., zwei, zwi…; germ. *twi-, Präf., zwie-; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge s. u. Zwicke, Zwickmühle, DW 32, 1111, Duden s. u. Zwicke; GB.: seit ? belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein sachlich vielleicht seit Entstehung von Rindern oder Ziegen mögliches als Zwilling mit einem männlichen Tier geborenes fortpflanzungsunfähiges Kuhkalb oder weibliches Ziegenlamm; BM.: zwei; F.: Zwicke, Zwicken+EW; Z.: Zwick-e
Zwickel, nhd., M., (12. Jh.): nhd. Zwickel, Keil; ne. gusset; Vw.: -; Hw.: s. zwicken, Zwicker; Q.: 12. Jh.; E.: mhd. zwickel, st. M., Zwickel, Keil; s. mhd. zwicken, sw. V., nageln, einklemmen, einkeilen, stechen, eindrücken, mit Tupfen versehen (V.), mit Zwickeln versehen (V.), fälteln, packen, fest einhüllen; ahd. zwikken*, zwicken*, sw. V. (1a), zwicken, zupfen, kneifen; germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwick, Kluge s. u. Zwickel, DW 32, 1112, Duden s. u. Zwickel, Bluhme s. u. Zwickel; GB.: seit 12. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für ein nach hinten breiter werdendes Stück oder Teil oder Werkzeug aus Holz oder Metall oder auch Stoff mit einer zugespitzten Kante; F.: Zwickel, Zwickels, Zwickeln+EW; BM.: klemmen bzw. befestigen; Z.: Zwick-el
zwicken, nhd., sw. V., (9. Jh.): nhd. zwicken, klemmen, einklemmen, kneifen; ne. pinch (V.); Vw.: -; Hw.: s. Zwicker, Zwickel, zwacken; Q.: 9. Jh.; E.: mhd. zwicken, sw. V., nageln, einklemmen, einkeilen, stechen, eindrücken, mit Tupfen versehen (V.), mit Zwickeln versehen (V.), fälteln, packen, fest einhüllen; ahd. zwikken*, zwicken*, sw. V. (1a), zwicken, zupfen, kneifen; as. -; anfrk. -; s. germ. *twikkjōn, sw. V., befestigen, klemmen, zwicken; L.: Kluge 1. A. s. u. zwicken, Kluge s. u. zwicken, DW 32, 1115, EWD s. u. zwicken, Duden s. u. zwicken, Bluhme s. u. zwicken; Son.: vgl. afries. -; ae. twiccian, sw. V. (2), ziehen, reißen, pflücken, sammeln, fassen; an. -; got. -; GB.: seit 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches einklemmen oder kneifen; BM.: klemmen bzw. befestigen; F.: zwicken, zwicke (!), zwickst, zwickt, zwickest, zwicket, zwickte, zwicktest, zwickten, zwicktet, gezwickt, ##gezwickt, gezwickte, gezwicktes, gezwicktem, gezwickten, gezwickter##, zwickend, ###zwickend, zwickende, zwickendes, zwickendem, zwickenden, zwickender###, zwick (!)+EW; Z.: zwick-en
Zwicker, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zwicker, Kneifer, eine Brille, eine Sehhilfe; ne. pince nez; Vw.: -; Hw.: s. zwicken, Zwickel; Q.: 1290-1300 (Seifried Helbling); I.: Lüs. frz. pince-nez; E.: s. mhd. zwickære*, zwicker, st. M., Zwicker; s. nhd. zwicken; L.: Kluge s. u. Zwicker, DW 32, 1120, EWD s. u. zwicken, Duden s. u. Zwicker; GB.: seit 1290-1300 belegte und aus dem Französischen als Lehnübertragung aufgenommene sowie aus zwick(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für eine keine Bügel für einen Halt an den Ohren habende und nur auf die Nase zu klemmende Brille; BM.: klemmen bzw. befestigen; F.: Zwicker, Zwickers, Zwickern+EW; Z.: Zwick-er
Zwickmühle, nhd., F., (16. Jh.): nhd. Zwickmühle, verzwickte Lage, Dilemma, eine besondere Stellung bei dem Mühlespiel; ne. predicament; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; E.: mnd. swikmȫle, swickmȫle, zwickmȫle, F., Zwickmühle, Lage die immer einen Ausweg bietet, listiges Manöver, Mahlwerk als Ausweichmöglichkeit für das Mahlen von Braumalz; das Vorderglied stammt wohl aus einer Ableitung von zwei (s. d.), für die Herkunft des Hinterglieds s. nhd. Mühle; L.: Kluge s. u. Zwickmühle, DW 32, 1122, EWD s. u. Mühle, Duden s. u. Zwickmühle; GB.: seit der frühen Neuzeit (16. Jh.) belegte und wohl aus zwei und Mühle gebildete Bezeichnung für eine schwierige verzwickte und scheinbar ausweglose Lage; BM.: zwei, mahlen; F.: Zwickmühle, Zwickmühlen+EW+FW; Z.: Zwick—mühl-e
zwie..., nhd., Partikel, (8. Jh.?): nhd. zwie.., zweifach; ne. two…; Vw.: -; Hw.: s. zwei, zweite, zwier, Zwitter; Q.: 8. Jh.?; E.: s. mhd. zwi…, zwei.., Suff., zwie…; mnd. twê..., Präf., zwie...; ahd. zwi…, Präf., zwie…; germ. *twi-, Präf., zwie...; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zwie-, Kluge s. u. zwie-, DW 32, 1126, EWD s. u. zwie-,Falk/Torp 172, Duden s. u. zwie-; Son.: vgl. afries. -; ae. twi…, Präf., zwie..., zwei..., doppel...; an. *tvī (1), tve (1), Num. Kard., zwei; ai. dvi…, Präf., zwie…; gr. δι… (di), Präf., zwei..., zwie...; lat. bi…, Präf., zwie…; GB.: vielleicht seit 8. Jh. belegte und aus zwei gebildete Bezeichnung für eine Verdoppelung oder ein doppeltes Vorhandensein einer Gegebenheit; BM.: zwei; F.: zwie…; Z.: zwie-
$Zwieback, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zwieback; E.: s. zwie, s. back(en); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwieback, Kluge s. u. Zwieback, DW 32,1127 EWD s. u. zwie-,; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach it. biscotto oder lat. bis coctus aus zwie und back(en) gebildete Bezeichnung für ein seit dieser Zeit von Menschen entwickeltes und verwendetes vitaminarmes und mineralarmes und ballaststoffarmes sowie hauptsächlich aus Kohlenhydraten bestehendes und in Scheiben geschnitten zweimal geröstetes leicht verdauliches Feingebäck; F.: Zwieback, Zwiebacks, Zwiebäcke, Zwiebäcken, Zwiebacke, Zwiebacken+EW; Z.: Zwie—ba-ck
Zwiebel, nhd., F., (11. Jh.): nhd. Zwiebel, Zipolle, Bolle; ne. onion; Vw.: -; Hw.: s. Zipolle; Q.: 11. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zwibolle, zibolle, zwivolle, zwivulle, zwival, zwivel, zibel, zwifel, zwibel, zubel, sw. M., st. M., st. F., Zwiebel mnd. zwīvel, zwīwel, zwībel, F., Zwiebel; ahd. zibollo*, zwibollo*, sw. M. (n), Zwiebel, Küchenzwiebel; s. ahd. zibolla, zwibolla*, sw. F. (n), Zwiebel, Küchenzwiebel; lat. cēpulla, F., Zwiebelchen; vgl. lat. cēpa, F., Zwiebel; s. gr. *κήπη (kēpē), *κάπια (kápia), F., Zwiebel?; L.: Kluge s. u. Zwiebel, DW 32, 1129, EWD s. u. Zwiebel, Duden s. u. Zwiebel; Son.: vgl. poln. cebula, F., Zwiebel; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus dem Lateinischen (sowie Griechischen) des Altertums aufgenommene Bezeichnung für eine seit mehr als 5000 Jahren von Menschen verwendete und angebaute Kulturpflanze und für den ihr in der Gestalt ähnlichen schon vormenschlich möglichen verdickten unterirdischen als Energiespeicher dienenden Teil vieler anderer Pflanzen wie beispielsweise Tulpen oder Hyazinthen oder Krokusse oder Narzissen; BM.: ?; F.: Zwiebel, Zwiebeln+EW; Z.: Zwieb-el
$Zwiebelfisch, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zwiebelfisch; E.: s. Zwiebel, s. Fisch; L.: Kluge s. u. Zwiebelfische, DW 32, 1136; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus Zwiebel und Fisch gebildete Bezeichnung für ein kleines Ungeziefer und einen Fisch sowie in dem Buchdruck einen aus einer anderen Schrifttype versehentlich aufgenommenen Buchstaben; F.: Zwiebelfische, Zwiebelfischen+EW; Z.: Zwieb-el—fisch
$zwiebeln, nhd., sw. V., (16. Jh.): nhd. zwiebeln, quälen; E.: s. Zwiebel, s. (e)n: L.: Kluge s. u. zwiebeln, DW 32, 1138, EWD s. u. Zwiebel; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus Zwiebel und (e)n (Suff.) gebildete Bezeichnung für quälen; F.: zwiebeln (!), zwiebel (!), zwieble, zwiebelst, zwiebelt, zwiebelte, zwiebeltest, zwiebelten, zwiebeltet, gezwiebelt, ##gezwiebelt, gezwiebelte, gezwiebeltes, gezwiebeltem, gezwiebelten, gezwiebelter##, zwiebelnd, ###zwiebelnd, zwiebelnde, zwiebelndes, zwiebelndem, zwiebelnden, zwiebelnder###, zwiebel (!)+EW; Z.: zwieb-el-n
$zwiefach, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. zwiefach, zweifältig, zwiefältig, doppelt; E.: s. zwie bzw. zwei, s. fach; L.: Kluge 1. A. s. u. zwiefach, DW 32, 1142, EWD s. u. zwie-; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus zwie bzw. zwei und fach gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches zweifältig oder zwiefältig oder doppelt; F.: zwiefach, zwiefache, zwiefaches, zwiefachem, zwiefachen, zwiefacher+EW; Z.: zwie—fach
$zwiefältig, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zwiefältig, zwiefach, doppelt; E.: s. zwie, s. fältig; L.: Kluge 1. A. s. u. zwiefach, Kluge s. u. zwiefältig, DW 32, 1150, EWD s. u. zwie-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zwie oder zwei sowie fältig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht schon seit Entstehung des Menschen mögliches doppelt; F.: zwiefältig, zwiefältige, zwiefältiges, zwiefältigem, zwiefältigen, zwiefältiger+EW; Z.: zwie—fäl-t-ig
$Zwiegespräch, nhd., F., (19. Jh.?): nhd. Zwiegespräch, Zwiesprache; E.: s. zwie, s. Gespräch; L.: DW 32, 1153, EWD s. u. -zwie; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus zwie und Gespräch gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Gespräch zweier Menschen oder eine Zwiesprache; F.: Zwiegespräch, Zwiegespräche, Zwiegesprächen+EW; Z.: Zwie—ge—s-prä-ch
$Zwielicht, nhd., N., (18. Jh.): nhd. Zwielicht, doppeltes Licht, unscharfes Licht, schlechtes Licht; E.: s. zwie, s. Licht; L.: Kluge 1. A. s. u. zwiefach, Kluge s. u. Zwielicht, DW 32, 1156; GB.: seit Ende 18. Jh. belegte und aus zwie und Licht gebildete Bezeichnung für ein sachlich vielleicht auch schon früher mögliches doppeltes und deswegen unscharfes oder schlechtes Licht; F.: Zwielicht, Zwielichtes, Zwielichts+EW; Z.: Zwie—lich-t
zwier, nhd. (ält.), Adj., (8. Jh.): nhd. zwier, zweimal, zwiefach, zweifach, doppelt; ne. twice; Vw.: -; Hw.: s. zwie.., zwei; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zwire, Adv., zweimal, zweifach; ahd. zwiro, Adv., zweimal, zum zweiten Mal; s. germ. *twija, Adj., aus zwei bestehend; germ. *twizna-, *twiznaz, Adj., je zwei; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zwier, Kluge s. u. zwier, DW 32, 1159, Duden s. u. zwier; Son.: vgl. afries. twīa 28, Adv., zweimal; saterl. twia, Adv., zweimal; ae. twiwa, tuwa, twia, twie, twiga (2), twige (1), Adv., zweimal; an. tvennr, tvinnr, Adj., zweiteilig, zweifach; got. -; gr. δίς (dís), Adv., zweimal, doppelt; lat. bis, Adv., zweimal, auf zweierlei Weise, auf doppelte Weise; GB.: seit um 765 belegte und aus zwi(e) oder zwei und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für zweimal oder zweifach oder zwiefach oder doppelt; BM.: zwei; F.: zwier+EW; Z.: zwie-r
Zwiesel, nhd. (ält.), F., (10. Jh.): nhd. Zwiesel, Gabelung; ne. fork (N.); Vw.: -; Hw.: s. zwei; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zwisele (1), zwisel, st. F., Zwiesel, Gabel, Astgabel, Gabelung, etwas Gabelförmiges; ahd. zwisila*, st. F. (ō), Zwiesel, Gabel, Hacke (F.) (2), gabelförmiger Zweig; as. *twistina?, *twista?, st. F. (ō)?, sw. F. (n)?, Gabelung; anfrk. -; germ. *twisila, Sb., Gabel, Gabelung; s. idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiesel, Kluge s. u. Zwiesel, DW 32, 1164, Duden s. u. Zwiesel; Son.: vgl. afries. -; ae. twisla, sw. M. (n), Zusammenfluss, Gabelung; an. -; got. -; GB.: seit 10. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine sachlich wohl schon früher mögliche Gabelung beispielsweise eines Astes oder eines Weges in mehrere Teile; BM.: zwei; F.: Zwiesel, Zwieseln+EW; Z.: Zwie-s-el
$Zwiespalt, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zwiespalt, Streit, Zwietracht; E.: s. zwie, s. Spalt; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiespalt, Kluge s. u. Zwiespalt, DW 32, 1169, EWD s. u. zwie-; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus zwie und Spalt gebildete Bezeichnung für Streit oder Zwietracht; F.: Zwiespalt, Zwiespaltes, Zwiespalts, Zwiespalte, Zwiespalten, Zwiespälte, Zwiespälten+EW; Z.: Zwie—s-pal-t
$zwiespältig, zwiespaltig, nhd., Adj., (11. Jh.): nhd. zwiespältig, gespalten, geteilt; E.: s. Zwiespalt, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiespalt, DW 32, 1169, EWD s. u. zwie-; GB.: seit 11. Jh. belegte und aus Zwiespalt und ig gebildete Bezeichnung für sachlich wohl schon früher mögliches gespalten oder geteilt; F.: zwiespältig, zwiespältige, zwiespältiges, zwiespältigem, zwiespältigen, zwiespältiger(, zwiespältigere, zwiespältigeres, zwiespältigerem, zwiespältigeren, zwiespältigerer, zwiespältigst, zwiespältigste, zwiespältigstes, zwiespältigstem, zwiespältigsten, zwiespältigster)+EW; Z.: zwie—späl-t-ig
$Zwiesprache, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zwiesprache, Zwiegespräch, Gespräch; E.: s. zwie, s. Sprache; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiespalt, DW 32, 1181, EWD s. u. zwie-; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus zwie und Sprache gebildete Bezeichnung für ein sachlich seit Entwicklung von Sprache mögliches Gespräch zwischen zwei Menschen oder Zwiegespräch; F.: Zwiesprache, Zwiesprachen+EW; Z.: Zwie—s-pra-ch-e
$Zwietracht, nhd., F., (14. Jh.): nhd. Zwietracht, Streit; E.: s. zwie, s. Tracht; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiespalt, Kluge s. u. Zwiespalt, DW 32, 1184, EWD s. u. Eintracht; GB.: seit 14. Jh. belegte und aus zwie und Tracht gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung des Menschen möglichen Streit; F.: Zwietracht, Zwietrachten+EW; Z.: Zwie—trach-t
$zwieträchtig, nhd., Adj., (13. Jh.): nhd. zwieträchtig, streitig; E.: s. Zwietracht, s. ig; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwiespalt, DW 32, 1191, EWD s. u. Eintracht; GB.: (zwitrehtic) seit Ende 13. Jh. belegte und aus Zwietracht und ig gebildete Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen oder Entwicklung von Sprache mögliches streitig; F.: zwieträchtig, zwieträchtige, zwieträchtiges, zwieträchtigem, zwieträchtigen, zwieträchtiger(, zwieträchtigere, zwieträchtigeres, zwieträchtigerem, zwieträchtigeren, zwieträchtigerer, zwieträchtigst, zwieträchtigste, zwieträchtigstes, zwieträchtigstem, zwieträchtigsten, zwieträchtigster)+EW; Z.: zwie—träch-t-ig
Zwillich, Zwilch, nhd. (ält.), M., (11. Jh.?): nhd. Zwillich, Zwilch, doppelfädiges Gewebe; ne. ticking (N.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 11. Jh.; E.: mhd. zwilich (2), zwilch, st. M., Zwillich, zweifädiges Gewebe, Zwilch, Zwillich, zweifädig gewebter Stoff; ahd. zwilīh, Adj., zweifädig, zweifach?; ahd. zwi…, Präf., zwie…; germ. *twi…, Präf., zwie…; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); ahd. *līh (3), Adj., Suff., gleich, ähnlich; germ. *-līka-, *-līkaz, Adj., gleich, ähnlich; idg. *lē̆ig- (2), *līg-?, Sb., Adj., Gestalt, ähnlich, gleich, Pokorny 667 (1079/35) (RB. idg. aus germ., balt.); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwillich, Kluge s. u. Zwillich, DW 32, 1200, EWD s. u. Zwillich Duden s. u. Zwillich, Bluhme s. u. Zwillich; GB.: vielleicht seit 11. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein für Arbeitskleidung und Handtücher verwendetes dichtes und doppelfädiges sowie dementsprechend festes und haltbares Gewebe; BM.: zwei, gleich; F.: Zwillich, Zwillichs, Zwilliche, Zwillichen, Zwilch, Zwilchs, Zwilches, Zwilche, Zwilchen+EW; Z.: Zwi-ll-ich
Zwilling, nhd., M., (10. Jh.?): nhd. Zwilling, Gemini, Doppelgänger; ne. twin (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. zwillinc, zwilinc, st. M., Zwilling; mhd. zwinelinc, st. M., Zwilling; mnd. twelinc*, twelink, M., Zwilling; mnl. twēlinc, twilinc, M., Zwilling; ahd. zwiniling*, st. M. (a), Zwilling; s. ahd. zwinal*, Adj., Zwillings...; vgl. germ. *twija-, *twijaz, Adj., aus zwei bestehend; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwilling, Kluge s. u. Zwilling, EWD s. u. Zwilling, DW 32, 1204, Duden s. u. Zwilling, Bluhme s. u. Zwilling; Son.: vgl. ae. getwisa, sw. M. (n), Zwilling; nndl. tweeling, Sb., Zwilling; nschw. tviilling, Sb., Zwilling; nnorw. tvilling, M., Zwilling; lit. dvynys, M., Zwilling; russ. dvójnja, Sb. Pl., Zwillinge; GB.: vielleicht seit 10. Jh. belegte und in den Bestandteilen für das Germanische erschließbare Bezeichnung für ein sachlich wohl seit Entstehung des Menschen mögliches von zwei gleichzeitig von einer Mutter ausgetragenen Kindern; BM.: zwei; F.: Zwilling, Zwillings, Zwillinge, Zwillingen+EW; Z.: Zwi-ll-ing
Zwing, nhd. (ält.), M., (9. Jh.): nhd. Zwing, Druck, Gewalt, Zwang, Nötigung; ne. duress; Vw.: -; Hw.: s. zwingen, Zwang, zwängen; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. twinc, st. M., das Zwingende, Bedrängende, Gerichtsbarkeit, Gerichtsbezirk; ahd. dwing*, st. M. (a)?, st. N. (a), „Zwing“, Gebiet, Bezirk; as. *thwing?, st. N. (a), „Zwing“, Gebiet; anfrk. *thwing?, st. N. (a), „Zwing“, Gebiet; germ. *þwenga-, *þwengam, st. N. (a), Zwang; vgl. idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny 1099 (1912/89) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwingen, DW 32, 1216, EWAhd 2, 921, Seebold 527; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: vielleicht seit Anfang 9. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen Druck oder einen Zwang oder eine Nötigung; BM.: bedrängen; F.: Zwing, Zwinges, Zwings+EW; Z.: Zwing
$Zwinge, nhd., F., (13. Jh.): nhd. Zwinge; E.: s. zwinge(n); L.: Kluge 1. A. s. u. zwingen, DW 32, 1220; GB.: vielleicht seit 13. Jh. belegte und mit zwingen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen seit der Nutzung von Metall entwickeltes und verwendetes Gerät zu einem meist vorübergehenden Zusammenhalten von Teilen; F.: Zwinge, Zwingen+EW; Z.: Zwing-e
zwingen, nhd., st. V., (8. Jh.): nhd. zwingen, pressen, drücken, einengen; ne. force (V.), coerce; Vw.: -; Hw.: s. Zwing, Zwang, zwängen; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. twingen (1), dwingen, duingen, quingen, zwingen, st. V., drücken, zusammendrücken, zusammenfügen, pressen; mnd. dwingen, st. V., zwingen, engen, drücken, pressen, bezwingen, erzwingen; mnl. dwinghen, st. V., zwingen; ahd. dwingan*, st. V. (3a), zwingen, bezwingen, unterwerfen, züchtigen; as. thwingan*, thwindan, st. V. (3a), zwingen, bedrängen; anfrk. thwingan*, st. V. (1), zwingen; germ. *þwengan, st. V., zwingen; idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny 1099 (1912/89) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwingen, Kluge s. u. zwingen, DW 32, 1224, EWD s. u. zwingen, EWAhd 2, 922, Falk/Torp 196, Seebold 526, Duden s. u. zwingen, Bluhme s. u. zwingen; Son.: vgl. afries. thwinga, sw. V. (1), zwingen; ae. -; an. þvinga, sw. V., zwingen, quälen; got. -; nndl. dwingen, V., zwingen; nschw. tvinga, V., zwingen; nnorw. tvinge, V., zwingen; ? ai. tvanakti, V., zieht sich zusammen; ? gr. σάττειν (sáttein), σάσσειν (sássein), V., vollstopfen, anfüllen, bepacken, ausrüsten; ? lit. tveñkti, V., stauen; GB.: (dwingan) seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung des Menschen und Entwicklung von Sprache mögliches durch Drohung von Anwendung von Gewalt jemanden veranlassen etwas zu tun; BM.: bedrängen; F.: zwingen (!), zwinge (!), zwingst, zwingt, zwingest, zwinget, zwang, zwangst, zwangen, zwangt, zwänge, zwängest, zwängen, zwänget, gezwungen, ##gezwungen, gezwungene, gezwungenes, gezwungenem, gezwungenen, gezwungener##, zwingend, ###zwingend, zwingende, zwingendes, zwingendem, zwingenden, zwingender###, zwing (!)+EW; Z.: zwing-en
Zwinger, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zwinger, Gehege, Befestigungsanlage; ne. kennel, compound (N.); Vw.: -; Hw.: s. Zwang, Zwing, zwingen; Q.: 13. Jh. (Die Warnung); E.: mhd. twingære, twinger, zwinger, st. M., Zwinger, Dränger, Zwingender, Zwingherr, Raum zwischen einer Stadtmauer oder Schlossmauer und dem Graben, Befestigung, Unterdrücker; s. mhd. twingen (1), dwingen, duingen, quingen, zwingen, st. V., drücken, zusammendrücken, zusammenfügen, pressen; ahd. dwingan*, st. V. (3a), zwingen, bezwingen, unterwerfen, züchtigen; germ. *þwengan, st. V., zwingen; idg. *tu̯eng̑ʰ-, V., bedrängen, Pokorny 1099 (1912/89) (RB. idg. aus iran., germ.); L.: Kluge s. u. Zwinger, DW 32, 1267, EWD s. u. zwingen, Duden s. u. Zwinger; GB.: (twingære) vielleicht seit 13. Jh. belegte und aus zwing(en) und er (Suff.) gebildete Bezeichnung für einen Raum zwischen Mauer und Graben (M.) einer Burg und davon abgeleitet einen Raum zu einer Tierhaltung gefährlicher Tiere; BM.: Eingezwängtes bzw. bedrängen; F.: Zwinger, Zwingers, Zwingern+EW; Z.: Zwing-er
zwinkern, nhd., V., (17. Jh.): nhd. zwinkern, blinzeln, funkeln; ne. blink (V.), twinkle (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 17. Jh.; E.: s. mhd. zwinken, sw. V., „zwinken“, zwinkern, blinzeln, stark blinzeln; von einem *zwinkezzen (Kluge), germ. *twent-?, V., zwinkern; L.: Kluge 1. A. s. u. zwinken, Kluge s. u. zwinkern, DW 32, 1292, EWD s. u. zwinkern, Duden s. u. zwinkern, Bluhme s. u. zwinkern; Son.: vgl. ae. twinclian, sw. V., zwinkern; GB.: seit dem 17. Jh. belegte und mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht seit Entstehung des Menschen mögliches mit den Augen blinzeln; BM.: ?; F.: zwinkern, zwinkere, zwinker (!), zwinkre, zwinkerst, zwinkert, zwinkerte, zwinkertest, zwinkerten, zwinkertet, gezwinkert, ##gezwinkert, gezwinkerte, gezwinkertes, gezwinkertem, gezwinkerten, gezwinkerter##, zwinkernd, ###zwinkernd, zwinkernde, zwinkerndes, zwinkerndem, zwinkernden, zwinkernder###, zwinker (!)+EW; Z.: zwink-er-n
zwirbeln, nhd., V., (14. Jh.): nhd. zwirbeln, drehen, wirbeln; ne. twirl (V.); Vw.: -; Hw.: -; Q.: 14. Jh.; E.: mhd. zwirbelen, sw. V., zwirbeln, wirbeln; s. mhd. zwirbel, st. M., Zwirbel, kreisförmige Bewegung; weitere Herkunft ungeklärt, vielleicht Kreuzung von Wirbel und Zirbel (s. d.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwirbeln, Kluge s. u. zwirbeln, DW 32, 1299, EWD s. u. zwirbeln, Duden s. u. zwirbeln; GB.: seit 14. Jh. belegte und in der weiteren Herkunft ungeklärte sowie vielleicht mit Wirbel verbindbare Bezeichnung für etwas zwischen den Fingern umeinander herumdrehen; BM.: ?; F.: zwirbeln, zwirbel (!), zwirble, zwirbelst, zwirbelt, zwirbelte, zwirbeltest, zwirbelten, zwirbeltet, gezwirbelt, ##gezwirbelt, gezwirbelte, gezwirbeltes, gezwirbeltem, gezwirbelten, gezwirbelter##, zwirbelnd, ###zwirbelnd, zwirbelnde, zwirbelndes, zwirbelndem, zwirbelnden, zwirbelnder###, zwirbel (!)+EW; Z.: zwirb-el-n
Zwirn, nhd., M., (8. Jh.): nhd. Zwirn, Faden, meist ziemlich reißfestes Garn; ne. twine (N.); Vw.: -; Hw.: -; E.: mhd. zwirn (1), st. M., Zwirn; mnd. twērne, twern, twerne, M., Zwirn, zweifach gedrehter Faden; mnl. twern, twēren, twaern, M., Zwirn; ahd. -; as. -; anfrk. -; germ. *twizna-, *twiznaz, st. M. (a), Zwirn; vgl. idg. *du̯ōu, Num. Kard. (M.), *du̯ai, Num. Kard. (F.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwirn, Kluge s. u. Zwirn, EWD s. u. Zwirn, DW 32, 1304, Falk/Torp 173, Duden s. u. Zwirn, Bluhme s. u. Zwirn; Son.: vgl. afries. -; ae. twīn, N., doppelter Faden, Leinenfaden, Leinwand; an. -; got. -; nschw. (dial) tvinne, Sb., Zwirn; GB.: für 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für ein von Menschen entwickeltes und verwendetes sowie aus unterschiedlichen Fasern besonders aus Baumwolle oder auch Flachs bestehendes meist ziemlich reißfestes Garn; BM.: zwei; F.: Zwirn, Zwirnes, Zwirns, Zwirne, Zwirnen+EW; Z.: Zwi-rn
$zwirnen, nhd., sw. V., (13. Jh.): nhd. zwirnen, Zwirn herstellen; E.: s. Zwirn, s. en; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwirn, DW 32, 1310, EWD s. u. Zwirn; GB.: seit 13. Jh. belegte und aus Zwirn und en (Suff.) gebildete Bezeichnung für von Menschen entwickelten und verwendeten Zwirn herstellen; F.: zwirnen (!), zwirne (!), zwirnst, zwirnt, zwirnest, zwirnet, zwirnte, zwirntest, zwirnten, zwirntet, gezwirnt, ##gezwirnt, gezwirnte, gezwirntes, gezwirntem, gezwirnten, gezwirnter##, zwirnend, ###zwirnend, zwirnende, zwirnendes, zwirnendem, zwirnenden, zwirnender###, zwirn (!)+EW; Z.: zwi-rn-en
zwischen, nhd., Präp., Adv., (8. Jh.): nhd. zwischen, bei, unter, in der Mitte von; ne. between; Vw.: -; Hw.: -; Q.: um 765 (Glosse); E.: mhd. zwischen (2), zwischent, zwüschen, zwüschet, zwüschent, zuwuschen, Präp., zwischen, in, inmitten, innerhalb von, unter; mnd. twischen, tuschen, Adv., Präp., zwischen, seitlich; mnl. tusscen, twussen, twisscen, Präp., Adv., zwischen; ahd.? zwiskēn*, zwiscēn*, Präp., zwischen; as. -; anfrk. -; germ. *twiskō, Präp., zwischen; vgl. idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. zwischen, Kluge s. u. zwischen, DW 32, 1321, EWD s. u. zwischen, Falk/Torp 174, Duden s. u. zwischen, Bluhme s. u. zwischen; Son.: vgl. afries. twisk, Präp., zwischen; saterl. twisce, Präp., zwischen; ae. betweox, betweoxn, Präp., zwischen; an. -; got. -; GB.: seit um 765 belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich wohl seit Entstehung der Welt mögliches bei oder unter oder in der Mitte von; BM.: zwei; F.: zwischen+EW; Z.: zwi-sch-en
Zwist, nhd., M., (13. Jh.): nhd. Zwist, Streit, Zerwürfnis; ne. quarrel (N.); Vw.: -; Hw.: s. zwei; Q.: 1262 (Urkunde); E.: mhd. zwist, st. M., Entzweiung, Zwist, Zerwürfnis; mnd. twist, M., Zwist; mnl. twist, M., Zwist; aus idg. *du̯is, Adv., zweimal, entzwei, Pokorny 230; vgl. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); Sonderbedeutung ist vielleicht schon alt, vgl. ai. dvéṣṭi, V., hasst, feindet an; L.: Kluge 1. A. s. u. Zwist, Kluge s. u. Zwist, DW 32, 1385, EWD s. u. Zwist, Duden s. u. Zwist, Bluhme s. u. Zwist; Son.: vgl. nndl. twist, Sb., Zwist; ne. twist, N., Drehung, Windung; nschw. tvist, Sb., Zwist; nnorw. tvist, M., Zwist; GB.: seit 1262 belegte und teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit der Entstehung des Menschen und der Entwicklung von Sprache möglichen Streit oder ein Zerwürfnis; BM.: zwei; F.: Zwist, Zwistes, Zwists, Zwiste, Zwisten+EW; Z.: Zwi-st
zwitschern, nhd., sw. V., (10. Jh.): nhd. zwitschern, flimmern, glitzern; ne. twitter (V.); Vw.: -; Hw.: s. twittern, zwitzern; Q.: 10. Jh. (Glosse); E.: mhd. zwitzeren*, zwitzern, sw. V., zwitzern, zwitschern, schwingen, zittern, flimmern; ahd. zwizzirōn*, sw. V. (2), zwitschern, piepen, ertönen; as. -; anfrk. -; germ. *twitwizōn, sw. V., zwitschern; lautmalend?; L.: Kluge 1. A. s. u. zwitschern, Kluge s. u. zwitschern, DW 32, 1426, EWD s. u. zwitschern, Duden s. u. zwitschern, Bluhme s. u. zwitschern; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; got. -; GB.: seit 10. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete Bezeichnung für sachlich seit Entstehung von Vögeln und ihrer Stimmen oder Laute mögliches eine Reihe aufeinander folgender hoher Töne von sich geben; BM.: lautmalend?; F.: zwitschern, zwitschere, zwitscher (!), zwitschre, zwitscherst, zwitschert, zwitscherte, zwitschertest, zwitscherten, zwitschertet, gezwitschert, ##gezwitschert, gezwitschertes, gezwitschertem, gezwitscherten, gezwitscherter##, zwitschernd, ###zwitschernd, zwitschernde, zwitscherndes, zwitscherndem, zwitschernden, zwitschernder###, zwitscher (!)+EW; Z.: zwitsch-er-n
Zwitter, nhd., M., (9. Jh.): nhd. Zwitter, Hermaphrodit, Mischwesen; ne. hybrid (N.); Vw.: -; Hw.: s. zwei, zwie…; Q.: Anfang 9. Jh. (Glosse); E.: mhd. zwitarn, st. M., Zwitter, Bastard; ahd. zwitarn, st. M. (a?), Zwitter, Bastard, Mischling von adeliger und unadeliger Herkunft; as. -; anfrk. -; germ. *twiderna-, *twidernaz, st. M. (a), Zwitter?; idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); L.: Kluge 1. A. s. u. Zwitter, Kluge s. u. Zwitter, DW 32, 1408, EWD s. u. Zwitter, Falk/Torp 173, Duden s. u. Zwitter, Bluhme s. u. Zwitter; Son.: vgl. afries. -; ae. -; an. -; nschw. (dial.) tvetorna, Sb., Zwitter, Hermaphrodit; nisl. tvítóli, Sb., Zwitter, Hermaphrodit; GB.: seit Anfang 9. Jh. belegte Bezeichnung für ein sachlich vielleicht schon vormenschlich mögliches Merkmale mehrerer Geschlechter oder widersprüchlicher Teile aufweisendes Lebewesen oder Mischwesen; BM.: zwei; F.: Zwitter, Zwitters, Zwittern+EW; Z.: Zwi-tt-er
zwitzern, nhd. (ält.), sw. V., (15. Jh.): nhd. zwitzern, flimmern; ne. flicker (V.); Vw.: -; Hw.: s. zwitschern; Q.: 15. Jh.; E.: mhd. zwitzern, sw. V., zwitschern, schwingen; ahd. zwizzirōn*, sw. V. (2), zwitschern, piepen, piepsen, ertönen; ne. chirp (V.); s. germ. *twitwizōn, sw. V., zwitschern; Variante von zwitschern (s. d.); L.: Kluge s. u. zwitzern, DW 32, 1426, Duden s. u. zwitzern; GB.: seit 15. Jh. belegte und vielleicht lautmalend gebildete sowie möglicherweise mit dem erschließbaren Germanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich vielleicht schon früher mögliches Licht in vielen kleinen und zitternden Punkten zurückwerfen oder flimmern; BM.: lautmalend?; F.: zwitzern, zwitzere, zwitzer (!), zwitzre, zwitzerst, zwitzert, zwitzerte, zwitzertest, zwitzerten, zwitzertet, gezwitzert, ##gezwitzert, gezwitzerte, gezwitzertes, gezwitzertem, gezwitzerten, gezwitzerter##, zwitzernd, ###zwitzernd, zwitzernde, zwitzerndes, zwitzerndem, zwitzernden, zwitzernder###, zwitzer (!)+EW; Z.: zwitz-er-n
zwölf, nhd., Num. Kard., (8. Jh.): nhd. zwölf, zehn und zwei; ne. twelf; Vw.: s. -fingerdarm; Hw.: s. zwei, zweite, zwie…; Q.: 4. Viertel 8. Jh. (Glosse); E.: mhd. zwelf, zwelif, zwelef, zwelve, zweleve, zwolf, zwölf, Num. Kard., zwölf; mnd. twelf, twelef, twelve, tweleve, twolf, twalf, Num. Kard., zwölf; mnl. twālef, twaelf, twēlef, twelf, Num. Kard., zwölf; ahd. zwelif*, Num. Kard., zwölf; as. twėlif*, twilif*, twulif*, Num. Kard., zwölf, anfrk. -; germ. *twalibi, Num. Kard., zwölf; s. idg. *du̯ōu, *du̯ai, Num. Kard. (M.), zwei, Pokorny 228 (352/57) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak.?, gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch., heth.?); idg. *leikᵘ̯-, V., lassen, übriglassen, Pokorny 669 (1084/40) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge 1. A. s. u. zwölf, Kluge s. u. zwölf, DW 32, 1432, EWD s. u. zwölf, Falk/Torp 172, Duden s. u. zwölf, Bluhme s. u. zwoelf; Son.: vgl. afries. twelef, twelf, twilif, Num. Kard., zwölf; saterl. twelif, Num. Kard., zwölf; ae. twėlf, Num. Kard., zwölf; an. tolf, Num. Kard., zwölf; got. twalif, Num. Kard., zwölf; nndl. twaalf, Num. Kard., zwölf; nschw. tolv, Num. Kard., zwölf; nnorw. tolv, Num. Kard., zwölf; lit. dvylika, Num. Kard., zwölf; GB.: seit 4. Viertel 8. Jh. belegte und für das Germanische erschließbare sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung von zehn und zwei Gegebenheiten oder für die nach Entwicklung von Sprache von Menschen gebildete Grundzahl zwischen elf und dreizehn; BM.: zwei, lassen; F.: zwölf, zwölfe, zwölfen+EW; Z.: zwö-lf
$zwölfte, nhd., Num. Ord., (9. Jh.): nhd. zwölfte; E.: s. zwölf, s. te; L.: DW 32, 1446, EWD s. u. zwölf; GB.: seit 9. Jh. belegte und aus zwölf und te gebildete Ordnungszahl zwischen elfte und dreizehnte; F.: zwölfte, zwölftes, zwölftem zwölften zwölfter+EW; Z.: zwö-lf-t-er
$Zwölffingerdarm, nhd., M., (17. Jh.): nhd. Zwölffingerdarm; E.: s. zwölf, s. Finger, s. Darm; L.: Kluge s. u. Zwölffingerdarm, DW 32, 1441, EWD s. u. zwölf; GB.: seit 17. Jh. belegte und nach nlat. duodenum aus zwölf und Finger sowie Darm gebildete Bezeichnung für den in seiner Länge etwa der Breite zwölfer Finger (30 Zentimeter) entsprechenden und in der Form einem C entsprechenden sowie die Verdauung von Nahrung zwischen Magen und Dickdarm fördernden Dünndarm; F.: Zwölffingerdarm, Zwölffingerdarms, Zwölffingerdarmes, Zwölffingerdärme, Zwölffingerdärmen+EW; Z.: Zwö-lf—fing-er—dar-m
Zyan, Cyan, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Zyan, Cyan, eine blaue Farbe, eine giftige und nach bitteren Mandeln riechende gasige Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung; ne. cyan (N.), cyanogen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. cȳanus; E.: s. lat. cȳanus, M., blaue Kornblume, eine Art Lapislazuli; gr. κύανος (kýanos), M., dunkelfarbiges Metall, Lasurstein, Blaustein; kleinasiatisches Lehnwort, identisch mit heth. kuu̯anna-, Sb., Kupfer, Kupferblau, Schmuckstein; L.: fehlt DW, Duden s. u. Zyan; Son.: vgl. nndl. cyaan, Sb., Zyan; frz. cyan, M., Zyan; nschw. cyan, N., Zyan; nnorw. cyan, N., Zyan; poln. cyjan, M., Zyan; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen zwischen Blau und Grün liegenden Farbton; BM.: Kupferblau; F.: Zyan, Zyans, Cyan, Cyans+FW; Z.: Zyan
Zyankali, nhd., N., (19. Jh.): nhd. Zyankali, Kaliumcyanid, Kaliumsalz der Blausäure; ne. cyanide of potash; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. neoklassische Bildung; E.: s. gr. κυάνεος (kyáneos), Adj., schwarzblau, schwärzlich; vgl. gr. κύανος (kýanos), M., dunkelfarbiges Metall, Lasurstein, Blaustein; kleinasiatisches Lehnwort, identisch mit heth. kuu̯anna-, Sb., Kupfer, Kupferblau, Schmuckstein; mlat. alkali, Sb., Alkali; arab. al-qāly, al-qualya, Sb., Pottasche, Aschensalz; vgl. arab. qalā, V., im Topf kochen, rösten; L.: Kluge s. u. Zyankali, fehlt DW, Duden s. u. Zyankali; Son.: vgl. nndl. cyaankali, Sb., Zyankali; frz. cyanure de potassium, M., Zyankali; nschw. cyankalium, N., Zyankali; nnorw. cyankalium, N., Zyankali; poln. cyjanek, M., Zyankali; lit. kalio cianidas, M., Zyankali; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums gebildete Bezeichnung für das schon vormenschliche und nach bitteren Mandeln riechende sehr giftige Kaliumsalz der Blausäure; BM.: Blaustein, Pottasche; F.: Zyankali, Zyankalis+FW; Z.: Zyan-kal-i
Zyklame, nhd., F., (18. Jh.): nhd. Zyklame, Alpenveilchen; ne. cyclamen; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 1. Viertel 18. Jh.; I.: neoklassische Bildung; E.: s. lat. cyclamīnum, N., Saubrot (eine Pflanze); gr. κυκλάμινον (kykláminon), N., eine Pflanze?; vgl. gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad, Schild; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639?; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: DW 32, 1451, Duden s. u. Zyklame; Son.: vgl. nndl. cyclaam, Sb., Zyklame; frz. cyclamen, M., Zyklame; nschw. cyclamen, Sb., Zyklamen; nnorw. cyklamen, M.?, Zyklame; kymr. syclamen, M., Zyklame; nir. cioclaimeán, M., Zyklame; poln. cyklamen, M., Zyklame; lit. ciklamenas, M., Zyklame; GB.: seit 1. Viertel 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für eine schon vormenschliche kleinere zu den Primelgewächsen gehörende giftige sowie meist rosa bis lila blühende Pflanze; BM.: drehen; F.: Zyklame, Zyklamen+FW; Z.: Zy-kl-am-e
zyklisch, nhd., Adj., (18. Jh.): nhd. zyklisch, wiederholend, kreisförmig, regelmäßig wiederkehrend; ne. cyclic; Vw.: -; Hw.: s. Zyklus; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. cyclicus; E.: s. lat. cyclicus, Adj., kreisförmig, kreisrund, rund, regelmäßig wiederkehrend, zyklisch, Quadrat..., Hor. (65-8 v. Chr.); gr. κυκλικός (kyklikós), Adj., kreisförmig, herumtreibend; vgl. gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad, Schild; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639?; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); W.: nhd. zyklisch, Adj., zyklisch; W.: s. ahd.? ziklāt, st. M. (a?, i?), st. N. (a) nhd. Rundrock der Damen; mhd. ziklāt, ciclāt, st. M., kostbarer, golddurchwirkter Seidenstoff; L.: Kluge s. u. Zyklus, DW 32, 1451, EWD s. u. Zyklus, Duden s. u. zyklisch; Son.: vgl. nndl. cyclisch, Adj., zyklisch; frz. cyclique, Adj., zyklisch; nschw. cyklisk, Adj., zyklisch; nnorw. syklisk, Adj., zyklisch; poln. cykliczny, Adj., zyklisch; kymr. cylchol, Adj., zyklisch; nir. ciorclach, Adj., zyklisch; lit. ciklinis, Adj., zyklisch; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für wiederholend oder kreisförmig oder regelmäßig wiederkehrend; BM.: drehen; F.: zyklisch, zyklische, zyklisches, zyklischem, zyklischen, zyklischer(, zyklischere, zyklischeres, zyklischerem, zyklischeren, zyklischerer, zyklischst, zyklischste, zyklischstes, zyklischstem, zyklischsten, zyklischster)+FW+EW; Z.: zy-kl-isch
Zyklon, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. Zyklon, ein heftiger tropischer Wirbelsturm; ne. cyclone; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: Lw. ne. cyclone; E.: s. ne. cyclone, N., Zyklon; gebildet zu gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad, Schild; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639?; vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Zyklon; Son.: vgl. nndl. cycloon, Sb., Zyklon; frz. cyclone, M., Zyklon; nschw. cyklon, Sb., Zyklon; poln. cyklon, M., Zyklon; kymr. seiclon, M., Zyklon; nir. cioclón, M., Zyklon; lit. ciklonas, M., Zyklon; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Neuenglischen aufgenommene und mit dem Griechischen des Altertums und teilweise dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl seit Verfestigung der Erdoberfläche möglichen heftigen tropischen Wirbelsturm vor allem in dem Indischen Ozean oder Südpazifik; BM.: drehen; F.: Zyklon, Zyklons, Zyklone, Zyklonen+FW; Z.: Zy-kl-on
Zyklop, Kyklop, nhd., M., (19. Jh.): nhd. Zyklop, Kyklop, ungeschlachter Mensch, einäugiger Riese; ne. Cyclops; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 19. Jh.; I.: Lw. lat. Cyclōps, gr. Κύκλωψ (Kýklōps); E.: s. lat. Cyclōps, M., Zyklop; s. gr. Κύκλωψ (Kýklōp), M., Kyklop; weitere Etymologie unklar, vielleicht in der Bedeutung Radäugiger von gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); gr. ὄπωπα (ópōpa), V. (1. Pers. Perf.), ich beobachte, ich erblicke; idg. *okᵘ̯-, *h₃ekᵘ̯-, V., sehen, Pokorny 775 (1332/12) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); oder in der Bedeutung von Viehdieb vgl. idg. idg. *pék̑u-, N., Geschorenes, Schaf, Vieh, Wolle, Fließ, Haar (N.), Pokorny 797; s. idg. *pek̑- (2), V., zupfen, zausen, scheren (V.) (1), Pokorny 797 (1383/25) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., alb., ital., germ., balt.); und gr. κλοπός (klopós), M., Dieb; vgl. gr. κλέπτειν (kléptein), V., stehlen, entwenden; vgl. idg. *k̑lep-, *sk̑lep-?, V., verheimlichen, verstecken, stehlen, Pokorny 604 (937/169) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt.); vgl. idg. *k̑el- (4), V., bergen, verhüllen, Pokorny 553? (852/84) (RB. idg. aus ind., gr., ital., kelt., germ., balt.?, slaw.?); L.: Kluge s. u. Zyklop, DW 32, 1451, Duden s. u. Zyklop; Son.: vgl. nndl. cycloop, Sb., Zyklop; frz. cyclope, M., Zyklop; nschw. cyklop, Sb., Zyklop; nnorw. kyklop, M., Zyklop; poln. cyklop, M., Zyklop; kymr. seiclops, M., Zyklop; nir. cioclóp, F., Zyklop; lit. kiklopas, M., Zyklop; GB.: seit 19. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in der weiteren Etymologie unklare Bezeichnung für einen einäugigen Riesen in der griechischen Mythologie; BM.: Radäugiger?, Viehdieb?; F.: Zyklop, Zyklopen, Kyklop, Kyklopen+FW; Z.: Zy-kl-op
Zyklus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zyklus, Kreis, Kreislauf; ne. cycle (N.); Vw.: -; Hw.: s. zyklisch; Q.: 2. Hälfte 18. Jh.; I.: Lw. lat. cyclus; E.: s. lat. cyclus, M., Kreis, Zyklus, Periode, um 400 n. Chr.); gr. κύκλος (kýklos), M., Kreis, Ring, Rundung, Rad, Schild; idg. *kᵘ̯ekᵘ̯lo-, *kᵘ̯okᵘ̯lo-, Sb., Rad, Pokorny 639; s. idg. *kᵘ̯el- (1), *kᵘ̯elə-, *kᵘ̯elh₁-, V., drehen, sich drehen, sich bewegen, wohnen, Pokorny 639? (1031/9) (RB. idg. aus ind., iran., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw., toch.); vgl. idg. *kel- (1), *kelə-, *kelH-, V., Adj., ragen, hoch, Pokorny 544? (841/73) (RB. idg. aus gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zyklus, DW 32, 1452, EWD s. u. Zyklus, Duden s. u. Zyklus; Son.: vgl. nndl. cyclus, Sb., Zyklus; frz. cycle, M., Zyklus; nschw. cykel, Sb., Zyklus; nnorw. syklus, M., Zyklus; poln. cykl, M., Zyklus; lit. ciklas, M., Zyklus; GB.: seit 2. Hälfte 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen wohl seit Entstehung der Welt möglichen Kreis oder Kreislauf oder eine regelmäßig wiederkehrende zeitliche Abfolge einer Gegebenheit; BM.: drehen; F.: Zyklus, Zyklen+FW; Z.: Zy-kl-us
Zylinder, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zylinder, ein geometrischer Körper, eine röhrenförmige Kammer, ein Hut (M.); ne. cylinder; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 16. Jh.; I.: Lw. lat. cylindrus; E.: s. lat. cylindrus, M., Zylinder, Walze, (234-149 v. Chr.); gr. κύλινδρος (kýlindros), M., Zylinder, Walze; vgl. gr. κυλίνδειν (kylíndein), V., rollen, wälzen; vgl. idg. *skel- (4), *kel- (10), V., Adj., Sb., biegen, anlehnen, krumm, Biegung, Gelenk, Pokorny 928 (1613/85) (RB. idg. aus gr., alb., ital., germ., balt., slaw.); L.: Kluge s. u. Zylinder, DW 32, 1453, EWD s. u. Zylinder, Duden s. u. Zylinder; Son.: vgl. nndl. cilinder, Sb., Zylinder; frz. cylindre, M., Zylinder; nschw. cylinder, Sb., Zylinder; nnorw. sylinder, M., Zylinder; poln. cylinder, M., Zylinder; kymr. silindr, M., F., Zylinder; lit. cilindras, M., Zylinder; GB.: seit 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen schon den Hochkulturen des Altertums bekannten geometrischen Körper mit kreisrunder Grundfläche und dazu kongruenter Deckfläche sowie einen dieser Form ungefähr entsprechenden schwarzen Männerhut der Neuzeit (ab etwa 1780); BM.: biegen; F.: Zylinder, Zylinders, Zylindern+FW; Z.: Zyl-ind-er
$zylindrisch, nhd., Adj., (17. Jh.): nhd. zylindrisch, in der Gestalt einem Zylinder entsprechend; E.: s. Zylind(e)r, s. isch; L.: DW 32, 1451, EWD s. u. Zylinder; GB.: seit 17. Jh. belegte und aus Zylind(e)r und isch gebildete Bezeichnung für einen Zylinder betreffend oder in der Gestalt einem Zylinder entsprechend; F.: zylindrisch, zylindrische, zylindrisches, zylindrischem, zylindrischen, zylindrischer+FW(+EW); Z.: zyl-ind-r-isch
...zym, nhd., N., (19. Jh.?): nhd. ...zym, Gärung betreffend; ne. ...zyme; Vw.: s. En-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. ζύμη (zýmḗ), F., Sauerteig; s. idg. *i̯eu- (1), V., bewegen, mischen, mengen, rühren, Pokorny 507? (756/16) (RB. idg. aus ind., gr., alb., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1097; Son.: vgl. nndl. …zym, Suff., …zym; frz. …zyme, Suff., …zym; nschw. …zym, Suff., …zym; nnorw. …zym, Suff., …zym; poln. …zym, Suff., …zym; kymr. …sym, Suff., …zym; nir. …sím, Suff., …zym; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von die Gärung betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: mischen; F.: …zym, …zyms, …zymes, …zyme, …zymen+FW; Z.: -zy-m
Zyniker, nhd., M., (16. Jh.): nhd. Zyniker, (bissiger) Spötter; ne. cynic (M.); Vw.: -; Hw.: s. zynisch, Zynismus; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. Cynicus; E.: s. lat. Cynicus, M., Kyniker, kynischer Philosoph, Anhänger der kynischen Philosophie, (81-43 v. Chr.); gr. κυνικός (kunikós), M., Kyniker, kynischer Philosoph; vgl. gr. κυνικός (kunikós), Adj., hündisch; vgl. gr. κύων (kýōn), M., F., Hund; idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632 (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. zynisch, DW 32, 1455, EWD s. u. zynisch, Duden s. u. Zyniker; Son.: vgl. nndl. cynicus, Sb., Zyniker; frz. cynique, M., Zyniker; nschw. cyniker, Sb., Zyniker; nnorw. kyniker, M., Zyniker; poln. cynik, M., Zyniker; kymr. sinig, M., Zyniker; nir. cinicí, M., Zyniker; lit. cinikas, M., Zyniker; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich vielleicht seit den Hochkulturen des Altertums möglichen (bissigen) Spötter; BM.: Hund; F.: Zyniker, Zynikers, Zynikern+FW(+EW); Z.: Zyn-ik-er
zynisch, nhd., Adj., (16. Jh.): nhd. zynisch, bissig, beißend, spöttisch; ne. cynical; Vw.: -; Hw.: s. Hund; Q.: 2. Hälfte 16. Jh.; I.: Lw. lat. Cynicus; E.: lat. Cynicus (3), Adj., kynisch, Kyniker betreffend, zynisch, (um 250-184 v. Chr.); vgl. lat. Cynicus (2), M., Kyniker, kynischer Philosoph, Anhänger der kynischen Philosophie; vgl. gr. κυνικός (kunikós), Adj., hündisch; vgl. gr. κύων (kýōn), M., F., Hund; idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632 (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. zynisch, DW 32, 1455, EWD s. u. zynisch, Duden s. u. zynisch; Son.: vgl. nndl. cynisch, Adj., zynisch; frz. cynique, Adj., zynisch; nschw. cynisk, Adj., zynisch; nnorw. kynisk, Adj., zynisch; poln. cyniczny, Adj., zynisch; kymr. sinigaidd, Adj., zynisch; nir. ciniciúil, Adj., zynisch; lit. ciniškas, Adj., zynisch; GB.: seit 2. Hälfte 16. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für sachlich seit dieser Zeit mögliches bissig oder beißend oder spöttisch; BM.: Hund; F.: zynisch, zynische, zynisches, zynischem, zynischen, zynischer(, zynischere, zynischeres, zynischerem, zynischeren, zynischerer, zynischst, zynischste, zynischstes, zynischstem, zynischsten, zynischster)+FW(+EW); Z.: zyn-isch
Zynismus, nhd., M., (18. Jh.): nhd. Zynismus, spottende Geringschätzung; ne. cynicism; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 18. Jh.; I.: Lw.; E.: lat. cynismus, M., zynische Denkweise und Handlungsweise; s. gr. κυνισμός (kynismós), M., kynische Philosophie; vgl. gr. κυνικός (kynikós), Adj., hündisch; vgl. gr. κύων (kýōn), M., F., Hund; idg. *k̑u̯on-, *k̑un-, (*k̑úu̯ōn), (*k̑úu̯ō), M., Hund, Pokorny 632 (1020/252) (RB. idg. aus ind., iran., arm., phryg./dak., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.?, toch.); L.: Kluge s. u. zynisch, EWD s. u. zynisch, DW 32, 1456, Duden s. u. Zynismus; Son.: vgl. nndl. cynisme, Sb., Zynismus; frz. cynisme, M., Zynismus; nschw. cynism, Sb., Zynismus; nnorw. kynisme, M., Zynismus; poln. cynizm, M., Zynismus; kymr. sinigiath, F., Zynismus; nir. ciniceas, M., Zynismus; lit. cinizmas, M., Zynismus; GB.: seit 18. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen auf bissige Weise vorgebrachten Spott und die damit verbundene Grundeinstellung der spottenden Geringschätzung; BM.: Hund; F.: Zynismus, Zynismen+FW; Z.: Zyn-ism-us
Zypresse, nhd., F., (8. Jh.): nhd. Zypresse, ein Nadelbaum; ne. cypress; Vw.: -; Hw.: -; Q.: Ende 8. Jh. (Glosse); E.: s. mhd. zipresse (1), zypresse*, cypresse, sw. M., st. M., Zypresse; mhd. zipres, zypres*, cypres, st. M., sw. M., Zypresse; ahd. zipres*, st. M. (a?, i?), Zypresse; lat. cupressus, M., Zypresse, (204-169 v. Chr.); gr. κυπάρισσος (kypárissos), F., Zypresse; aus einer Sprache der Mittelmeerwelt; L.: Kluge s. u. Zypresse, DW 32, 1457, EWD s. u. Zypresse, Duden s. u. Zypresse; Son.: vgl. ae. cypresse, sw. F. (n), Zypresse; nndl. cipres, Sb., Zypresse; frz. cyprès, M., Zypresse; nschw. cypress, Sb., Zypresse; nnorw. sypress, M., Zypresse; poln. cyprys, M., Zypresse; kymr. cypresswydden, F., Zypresse; lit. kiparisase, M., Zypresse; GB.: seit Ende 8. Jh. belegte und aus dem Griechischen und Lateinischen sowie einer Sprache des Mittelmeerraums des Altertums aufgenommene und umgebildete Bezeichnung für einen sachlich schon vormenschlichen zu den Nadelgehölzen gehörenden in warmen Regionen besonders des Mittelmeerraums wachsenden Baum mit kleinen schuppenförmigen Blättern und kleinen kugeligen Zapfen sowie meist nach oben strebenden eine dichte Pyramide bildenden Ästen; BM.: ?; F.: Zypresse, Zypressen+FW; Z.: Zypress-e
Zyste, nhd., F., (20. Jh.?): nhd. Zyste, Blase, Geschwulst; ne. cyst; Vw.: -; Hw.: -; Q.: 20. Jh.?; I.: Lw. lat. cystis, gr. κύστις (kýstis); E.: s. lat. cystis, cistis, kystis, F., Harnblase, Gefäß, Hülle, Behälter, Hautsäckchen; gr. κύστις (kýstis), F., Harnblase; idg. *skeus-, *keus-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 953; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Duden s. u. Zyste; Son.: vgl. nndl. cyste, Sb., Zyste; frz. kyste, M., Zyste; nschw. cysta, Sb., Zyste; nnorw. cyste, M., Zyste; kymr. syst, M., F., Zyste; nir. cist, F., Zyste; poln. cysta, F., Zyste; lit. cista, F., Zyste; GB.: vielleicht seit 20. Jh. belegte und aus dem Lateinischen und Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare Bezeichnung für einen sachlich wohl seit Entstehung höherer Tiere und des Menschen möglichen meist nur bis drei Zentimeter großen sackartigen mit Flüssigkeit gefüllten überwiegend gutartigen Hohlraum (Blase oder Geschwulst) in dem Körper; BM.: umhüllen; F.: Zyste, Zysten+FW; Z.: Zy-s-t-e
...zyt, nhd., M., (19. Jh.?): nhd. ...zyt, Körperzelle; ne. ...cyte; Vw.: s. (Erythro-,) Leuko-, Thrombo-; Hw.: -; Q.: 19. Jh.?; I.: neoklassische Bildung; E.: s. gr. κύτος (kýtos), N., Höhlung, Wölbung, Gefäß; idg. *skeut-, *keut-, V., Sb., bedecken, umhüllen, Haut, Pokorny 952; vgl. idg. *skeu- (2), *keu- (4), *skeu̯ə-, *keu̯ə-, *skū-, *kū-, *skeuH-, *keuH-, V., bedecken, umhüllen, Pokorny 951 (1633/105) (RB. idg. aus ind., iran., arm., gr., ital., kelt., germ., balt., slaw.); L.: fehlt DW, Kytzler/Redemund/Eberl 1097; Son.: vgl. nndl. …cyt, Suff., …zyt; frz. …cyte, Suff., …zyt; nschw. …cyt, Suff., …zyt; nnorw. …cytt, Suff., …zyt; kymr. …syt, Suff., …zyt; nir. …cít, Suff., …zyt; poln. …cyt, Suff., …zyt; lit. …cytas, Suff., …zyt; GB.: vielleicht seit 19. Jh. belegte und aus dem Griechischen des Altertums aufgenommene und umgebildete sowie teilweise mit dem Indogermanischen verbindbare und in Zusammensetzungen als Grundsilbe zu einer Bildung von Körper betreffenden Substantiven verwendete Bezeichnung; BM.: umhüllen; F.: …zyt, …zyts, …zyten+FW; Z.: -zy-t